Decision ID: 0af0d8d0-3b34-4d81-8ecd-d30f84315475
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1974 im
Y._
, verheiratet
, war nach seiner Einreise in die Schweiz im Januar 2003 zunächst
in seinem erlernten Beruf
als Koch an verschiedenen Stellen tätig (
Urk.
5/8,
Urk.
5/
1
3). In der Folge arbeitete er als Chauffeur
in
Teilzeitpensen
, und zwar zunächst in der Zeit vom
3.
Mai 2010 bis zum 3
1.
März 2011 für die
Z._
SA
,
wobei ihm
die Arbeitgeberin
aus wirt
schaftlichen Gründen
kündigte
(
Urk.
5/15
-16
,
Urk.
5/38/9
)
, und danach in einer befristeten Stelle während rund acht Monaten für die
A._
GmbH
(
Urk.
5/38/9)
. Anschliessend bezog er Arbeitslosenentschädigung (
Urk.
5/13).
Am
1.
Juli 2013
meldete er sich wegen
Rücken- und Fussbeschwerden
bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (Urk. 5/8
). Die IV-Stelle klärte die erwerblichen und medizinischen Verhält
nisse ab und
holte unter anderem das rheumatologische Gutachten von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Rheumatologie und Inn
ere Medizin, vom
8.
Oktober 2014
ein (
Urk.
5/38). Gestützt darauf
verneinte
sie
nach durchgeführtem
Vorbescheidverf
ahren
(
Urk.
5/43,
Urk.
5/45
)
bei einem Invaliditätsgrad von 28
%
einen Anspruch auf eine Invalidenrente
, wo
bei s
i
e
den Ver
si
cherten als Vollerwerbstätigen qualifizierte
(Verfügung vom
2
6.
Januar 2014,
richtig vom 2
6.
Januar 2015,
Urk.
2
)
.
2.
Dagegen
erhob
der Versicherte am
1
3.
Februar 2015
Beschwerde (
Urk.
1) mit dem
sinngemässen
Antrag, in Aufhebung d
er angefochtenen Verfügung sei
ihm eine Invalidenrente zuzusprechen. In der Vernehmlassung vom
1
6.
April 2015 (
Urk.
4)
schloss die IV-Stel
le auf Abweisung der Beschwerde; eventual
it
er beantragte sie
, die Sache sei
zu weiteren Abklärungen
an sie zurückzuweisen
.
Die Beschwerdeantwort wurde dem Beschwerdeführer am 1
6.
Juni 2015 zugestellt (
Urk.
6).
Mit Verfügung vom 2
1.
Oktober 2016 setzte das Gericht dem Beschwerdeführer Frist an, um sich zur Frage zu äussern, in welchem Umfang er ohne
Gesund
heitsschaden
einer Erwerbstätigkeit nachginge und ob
er
sich daneben im Haushalt betätigen würde (
Urk.
7). Die Stellungnahme des Beschwerdeführers datiert vom 2
9.
Oktober 2016 (
Urk.
9) und wurde am 1
8.
Novem
ber 2016 der Beschwerdegegnerin zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
10).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit k
önnen in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht
als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv
be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welc
hem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesun
dheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente,
b
ei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
Die IV-Stelle begründet
e
die angefochtene Verfügung ausgehend vom Gut
achten von
Dr.
B._
vom
8.
Oktober 2014 damit, dem Versicherten sei eine leidensangepasste Tätigkeit zu 60
%
zumutbar, woraus im Rahmen eines Einkommensvergleichs ein Invaliditätsgrad von 28
%
resultiere.
Demgegenüber stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, er könne
seinen
Beruf als Koch
oder
andere
körperliche
Arbeiten
nicht
im Umfang
von 60
%
ausführen, da er nicht lange stehen könne. Und wenn er
gehe
, müsse er nach circa 300 Meter
n
sitzen
.
3.
3
.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invali
denrente. Die medizinischen Akten zeigen folgendes Bild über dessen Gesund
heitszustand und Arbeitsfähigkeit:
Nachdem der Beschwerdeführer
nach einer
Diskushernienoperation
lumbal im
Y._
(circa 1999)
wieder während längerer
Zeit
beschwerdefrei geworden war
(
Urk.
5/44/3)
, erfolgte
n
wegen Zunahme der Rückenschmerzen im Jahr 2012 eine
Hospitalisation
im Spi
tal
C._
in der Zeit vom 1
0.
b
is
zum
1
4.
September 2012 und
am
1.
Okt. 2012 i
m
D._
, Klinik für
Neurochirugie
,
eine Operation m
it einer
Rehernilaminektomie
des
LWK 5 links, einer Entfernung des Massenvorfalls L4/5 und einer Exploration
auf
der Höhe L5/S1
(Bericht der
E._
vom 1
8.
Oktober 2011
betreffend ein
Magnetic
Resonance
Imaging
[MRI] der Lendenwirbelsäule [LWS] vo
m 1
7.
Oktober 2011,
Urk.
5/11/12-13; Beric
hte des Spitals
C._
vom 1
6.
u
nd 1
7.
September 2012,
Urk.
5/1
1/10 und
Urk.
5/11/6-7; B
ericht der Klinik
F._
, Neurologisches und Radiologisches Institut, vom 2
1.
September 2012
betreffend ein MRI der LWS vom
gleichen
Tag
,
Urk.
5/11/5
;
B
ericht des
D._
, Klinik für Neurochirurgie, vom 2
8.
November 2012
betreffend die erwähnte Op
eration vom
1.
Oktober 2012
,
Urk.
5/11/26-27).
Infolge der bestehenden Bein- und Rückenbeschwerden im postoperativen Ver
lauf wurde
n
am
2.
Oktober 2013 eine Facettengelenksinfiltration L4/5 und L5/S1 beidseits
und –
da
durch die Infiltration die Rückenschmerzen günstig, die belastungsabhängigen Beinschme
rzen jedoch nicht beeinflusst wo
rden
waren
– am 2
4.
März 2014 ein Sakralblock durchgeführt
(
Bericht des
D._
, Klinik für Neurochirurgie, vom 2
2.
November 2012,
Urk.
5/11/18-19
; Bericht
von
Dr.
Chiropraktor
G._
vom 1
7.
Dezember 2012,
Urk.
5/11/14; Bericht des
D._
, K
linik für Neurochirurgie, vom 2
7.
Dezember 2012
,
Urk.
5/11/16-17; Bericht
des
D._
, Klinik für Neurochirurgie
vom
1
0.
Januar
2013 betreffend ein
MRI der LWS vom
8.
Januar 2013,
Urk.
5/11/15
; Berichte des
D._
, Klinik für Neurochirurgie, vom
1
4.
März
[
Urk.
5/11/20-21]
, 1
8.
April
[
Urk.
5/11/22-23]
,
1.
Juli [
Urk.
5/2/1-2] und 1
2.
Juli 2013
,
betreffend ein MRI der LWS vom
glei
chen
T
ag
,
Urk.
5/11/28-
2
9;
Bericht von
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom
2.
August 2013,
Urk.
5/11/1-4;
Bericht der Klinik
I._
, Wirbelsäulen- und Neurochirurgie,
vom 1
2.
September
2013,
Urk.
5/20/1-2
; Bericht des
D._
, Klinik für
Neurochirurgie
, vom
1.
Oktober
2013,
Urk.
5/24/1-4; B
ericht der Klinik
I._
,
Wirbelsäulen- und Neurochirurgie, vom
2.
Oktober 2013 betreffend die gleichentags durchgeführte F
acetteninfiltration
,
Urk.
5/20/3-4;
Bericht der Klinik
I._
, Wirbelsäulen- und Neurochirurgie, vom
7.
November 2013,
Urk.
5/20/5-6; Bericht des
D._
, Klinik für Neurochirurgie, vom 2
5.
Februar 2014,
Urk.
5/21;
B
ericht des
D._
, Klinik für Neuroch
irurgie, vom 2
4.
März 2014 betre
ffend den gleichentags durch
g
eführten Sakralblock,
Urk.
5/23).
Da
nach der erfolgreichen Facettengelenksinfiltrat
i
on
vom
2.
Oktober 2013 die lumbalen Rückenschmerzen nicht mehr im Vordergrund standen,
die belastungsabhängigen Beinschmerzen jedoch anhielten
trotz des Sakralblocks vom 2
4.
März 2014
und
der Beschwerdeführer eine von den Ärzten des
D._
empfohlene
Spondylodes
e
der LWS von L4 bis S1 ablehnte, wurde ab 1
6.
Juli 2014 eine Schmerztherapie begonnen (Berichte des
D._
, Kli
nik für Neurochirurgie, vom
8.
Mai und 1
7.
Juni 2014,
Urk.
11/29,
Urk.
11/33; Berichte des
D._
, Institut für Anästhesiologie vom 1
7.
Juli und
7.
Oktober 2014 betreffend die erwähnte Schmerzbehandlung,
Urk.
5/35,
Urk.
5/39
;
Bericht
von
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Neurologie, vom
D._
, Klinik für plastische Chirurgie und Handchirurgie
,
vom 1
6.
September 2014 betreffend eine elekt
ro
diagnostisch
e Untersuchung,
Urk.
5/37/11-12
).
3
.2
Im weiteren diagnos
ti
zi
erten die Ärzte der
K._
,
L._
,
in ihrem Bericht vom 3
0.
Mai 2013 (
Urk.
5/18/6) drei obstrui
erende Konkremente am
ureterop
y
e
lonalen
Übergang links bei einer
Hufeisenniere,
wobei in der Folge am 2
4.
Juni und 1
4.
Oktober 2013
extrakorporale
Stoßwellenlithotripsien (ESWL)
er
folgten (Berichte der
K._
,
L._
, vom 3
0.
Mai, 19./2
4.
Juni, 1./1
0.
Juli und 1
4.
Oktober 2013,
Urk.
5/18).
3
.3
Das
rheumat
ologische Gutachten von
Dr.
B._
vom
8.
Oktober 2014
(
Urk.
5
/38)
beruht auf
eine
r
klinischen Untersuchung des Versicherten vom 2
2.
August 2014 sowie einer
in die Begutachtung integrierten und
am
1.
und
2.
September 2014 durchgeführten
Evaluation der funktionellen Leistungsfähig
keit (EFL) durch das
M._
(EFL-Bericht vom 1
6.
September 2014,
Urk.
5/38/29-
37
).
Im EFL-Bericht vom 1
6.
September 2014
wurde
schlussfolgernd festgehalten, dass eine erhebliche Symptomausweitung des Beschwerdeführers vorliege,
die
Beschreibung von Schmerz und Einschränkung undifferenziert
und das
Schmerzverhalten nicht adäquat
sei
und
dass
das Leistungsverhalten und die Konsistenz schlecht sei
en
(
Urk.
5/38/29).
Im Gutachten vom
8.
Oktober 2014
diagnostizierte
Dr.
B._
ein chronisches sensomotorisch
es
radikuläres
Ausfallsyn
d
rom S
1 rechts mit neuropathischen Schmerzen bei einem Status nach einer
Diskurshernienoperation
L4/5 im
Y._
und einer
Reoperation
eines Massenprolapses
L4/5
am
1.
Oktober 201
2.
Zur
Arbeitsfähigkeit
führte der Gutachter aus, in
der
angestammten Tätigkeit als Koch und der letzten Anstellung als Chauffeur eines Kleinbusses
mit jeweils notwendigem Hantieren von beladenen
Palettrollis
bestehe seit dem
1.
Oktober 2012 keine Arbeitsfähigkeit mehr. In einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit – bei welc
her Lasten bis 5 kg wiederholt und
bis 10 kg vereinzelt bis Taillenhöhe gehoben und getragen werden können
und
bis Brusthöhe vereinzelt Lasten bis 5 kg sicherlich zumutbar
seien, bei welcher jedoch
repetitives Heben
von Lasten
bis Brust
- oder Kopf
höhe
ebenso wie län
geres Stehen an Ort insbesondere vornüber geneigt, Sitzen ohne Möglichkeit des Positionswechsels länger als 60 Minuten, häufige Gehstrecken über 150 bis 200 Meter sowie Arbeiten in gebückter Stellung zu vermeiden seien
–
bestehe seit Februar 2013 eine 60%ige Arbeitsfähigkeit. Weiter führte der Arzt aus, die Resultate des
EFL-Leistungstests vom
1.
und
2.
September 2014 seien infolge der dabei festgestell
t
en erheblichen Symptomausweitung und Selbstlimitierung nicht verwertbar, weshalb die Beurteilung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit
medizinisch-theoretisch aufgrund der o
b
jektivierbaren pathologischen Befunde erfolge. Anlässlich der klinisch
en
rheumatologischen Untersuchung habe der Versicherte kaum Anhaltspunkte gezeigt, welche auf eine
Beschwerdedemonst
ration
oder eine Symptomausweitung schliessen lassen würden. Pathologische Befunde würden sich lediglich bezüglich de
r LWS erheben lassen; diese sei
e
n
durchaus konkordant zu den in den Akten beschriebenen früheren klinischen
Befunden, zum MRI-Befund und auch zu den neurologischen Befunden
von
Dr.
J._
. Bei Erfolg der a
ngezeigten Behandlungsmethoden
wäre eine
volle
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit realistisch.
3
.4
Die Ärzte des
D._
, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierten in ihrem Bericht vom 2
0.
Oktober 2014
(
Urk.
5/44)
eine leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.0) bei einem Verdacht auf chronische
Schmerzstörungen mit somatischen und psychischen Faktoren.
Therapeutisch empfahlen sie den Beginn einer psychotherapeutischen Behandlung.
3.5
In ihrem
nach Erlass der angefochtenen
Verfügung
vom 2
6.
Januar 2015
erstellten
Bericht vom
4.
März 2015 diagnostizierten die Ärzte des
D._
, Klinik für Neurochirurgie, ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom L4/5 und L5/S1 beidseits sowie ein
radikuläres
Schmerzsyndrom S1 links bei aktuell persistie
renden lumbalen Rücken- und Fuss
s
chmerzen links sowie einer progredienten
Osteoc
hondrose
und
Spondylarthrose
L4/5 und weniger L
5/S
1 (MRI vom 2
6.
November 2014).
Weiter führten sie aus, es bestünden unverändert und über das letzte Jahr hinweg eine progrediente
tieflumbale
und eine linksseitig aus
strahlende Schmerzsymptomatik. Vor allem die lumbalen Schmerzen müssten durch eine operative Behandlung mittels Versteifung gut therapierbar sein. Der Versicherte habe sich für eine Operation entschieden (Urk. 5/53).
4.
4.1
Das Gutachten von
Dr.
B._
vom
8.
Oktober 2014
- auf welches die Beschwerdegeg
nerin in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) abgestellt hat - basiert auf für die strittigen Belange umfassenden und allseitigen Untersuchun
gen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, wurde in Kenntnis und Berück
sichtigung der
Vorakten
erstellt und trägt der konkret
en medizinischen Situa
tion Rech
nung. Es erfüllt damit grundsätzlich die pra
xisgemässen Kriterien an den Be
weiswert ein
es medizinischen Gutachtens (E
.
1.4).
Die Vorbringen des Beschwerdeführers gegen das Gutachten (
Urk.
1) greifen nicht. Denn einerseits
wurde
im Gutachten übereinstimmend mit
den Vorbrin
gen
des Versicherten
eine Tätigkeit
im
angestammten Beruf
als Koch nicht
mehr
als zumutbar erachtet
.
Andererseits wurde den
Einwände
n
des Versicherten,
dass
er
Probleme habe bei läng
eren G
eh
strecken und
(zeitlich)
längerem Stehen
,
im Gutachten bei der Umschreibung
der
leidensangepassten Tätigkeit
aufgrund der erhobenen objektiven Befunde
und der medizinischen Akten
angemessen Rechnung getragen
.
Insbesondere
wurde
darin
festgehalten, dass längeres Ste
hen an Ort
,
insbesondere vornüber geneigt
,
und häufige Gehstrecken über 150 bis 200 Meter zu vermeiden
seien
. Weitere stichhaltige Gründe
bringt
der Beschwerdeführer nicht gegen das Gutachten vor
. U
nd auch durch die üb
rigen m
edizinischen Akten wird es nicht ernsthaft in Frage gestellt.
4.2
Zu prüfen bleibt die
Frage, ob in der Zeit
nach der Begutachtung
bis zu dem
für die Beurteilung des Sachverhalts massgebe
n
den Zeitpunkt der angefoch
tenen Verfügung (
2
6.
Januar 2015
) aufgrund nachträglicher Arztberichte Anhalts
punkte für
eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes
vorliegen.
Dies ist zu verneinen. Hinsichtlich der
im Bericht des
D._
, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 2
0.
Oktober 2014
neu
diagnostizierte
n
leichte
n
bis mittelgradig depressiven
Episode ist festzuhalten, dass bis zu diesem Zeitpunkt eine
Einschränkung
des psychischen Gesundheitszustandes
weder diagnostiziert wurde noch sonst aktenkundig ist.
Zudem ist
das diagnost
i
zierte depressive
Leiden gemäss diesem Bericht einer Therapie zugänglich, weshalb
ih
m
nach der Rechtsprechung
des Bundesgerichtes
keine
invalidisierende
Wirkung
zugebilligt werden
kann
(Urteil des Bundes
gerichtes 9C_233/2016 und 9C_274/2016 vom
1
4
.
November
2016 E. 6.1
).
Anhaltspunkte für eine nach der Begutachtung
im relevanten Zeitraum
allenfalls eingetretene
Verschlechterung des
somatischen
Gesundheitszustandes
können auch dem
Bericht des
D._
,
Klinik für Neurochirurgie, vom
4.
März 2015 (
Urk.
5/53) nicht entnommen
werden
. Denn
darin erwähnte
tieflumb
ale Schmerzsymptomatik
wurde bereits
in
den bei der Begutachtung vorgelegene
n Arztberichten berücksichtigt,
etwa
mit
den Berichten des
D._
, Klinik für Neurochirurgie,
vom
8.
Mai und 1
7.
Juni 2014
(
Urk.
5/2
9,
Urk.
5/33)
oder
dem
Bericht des
D._
, Institut für Anästhesiologie, vom 1
7.
Juli 2014 (
Urk.
5/35).
Der Beschwerdeführer selber macht keine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes in diesem Zeitraum geltend. Zusammen
fassend ist daher festzuhalten, dass
sowohl in Bezug auf die Diagno
sen wie auch in Bezug auf die Beurteilung d
er Arbeitsfähigkeit auf das Gutach
ten vom
8.
Oktober 2014
abzustellen und deshalb
von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit
in einer leidens
angepassten Tätigkeit (im
oben umschriebenen Sinne; E. 3.3
) auszugehen ist
.
5
.
5.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BG
E 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis
).
5.
2
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne
Gesundheitsscha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
IVV).
Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypo
thetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Ist anzunehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Be
ein
trächtigung teilerwerbstätig
, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 e
contrario
IVG
)
.
Das
Valideneinkommen
ist nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungs
massnahmen durch eine
ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeits
marktlage
erzielen könnte. Dabei kann das – vom Arzt festzulegende –
Arbeits
pensum
unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
5.3
5.3.1
Für die Festlegung des
Valideneinkommens
stellte die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung auf die vom Beschwerdeführer zuletzt ausgeübte Tätigkeit bei der
Z._
SA und das dort im Jahr 2013 hypothetisch mit einem
Vollzeitpensum erzielte Einkommen von
Fr.
40‘800.-- ab. Wegen der verglichen mit dem Einkommen gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE 2010, TA 1,
Ziff.
53: Post-, Kurier- und Express
dienst) unterdurchschnittlichen
Entlöhnung
nahm sie eine sogenannte Paralle
lisierung vor (vgl. BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen) und nahm ein massgebendes
Valideneinkommen
von
Fr.
47‘154.-- an (
Urk.
2).
Aus
gehend von einem Invalideneinkommen von
Fr.
33‘894.-- ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 28
%
(
Urk.
2).
5.3.2
In der Beschwerdeantwort beantragte die Beschwerdegegnerin eine Korrektur des Einkommensvergleichs in dem Sinne, dass wegen der häufigen Stellen
wechsel für die Festlegung des
Valideneinkommens
auf den Durchschnittslohn im gesamten Dienstleistungssektor gemäss LSE abzustellen sei, was bei einer Vollzeitbeschäftigung für 2013 ein Einkommen von
Fr.
58‘144.-- ergäbe.
Allerdings sei aufgrund der im IK-Auszug ausgewiesenen Einkommen zu bezwei
feln, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall zu 100
%
arbeiten würde. Da seine Ehefrau voll berufstätig sei und er gemäss der Aktenlage die Kinder betreue, sei allenfalls die gemischte Methode anzuwenden (
Urk.
4).
5.4
Mit Verfügung vom 2
1.
Oktober 2016 fragte das Gericht beim Beschwerdeführer nach, in welchem Umfang er ohne Gesundheitsschaden einer Erwerbstätigkeit nachginge und in welchem Umfang er sich der Haushalttätigkeit und der
Kin
derbetreuung
widmen würde (
Urk.
7). Im Antwortschreiben vom 2
9.
Oktober 2016 erläuterte der Beschwerdeführer, wie die Kinderbetreuung gewährleistet ist, äusserte sich indes auch nicht sinngemäss dahingehend, dass er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung im Haushalt und bei der Kinderbetreuung massgeblich mitwirken würde.
Eine entsprechende Bemerkung hatte der Beschwerdeführer auch nie gemacht. Erst nach Eintritt des Gesundheitsschadens gab er im Standortgespräch vom 2
6.
Juli 2013 gegenüber der Sachbearbeiterin der IV-Stelle an, nach dem Auf
stehen um ca. 09.00 Uhr kümmere er sich um das Kind, mache etwas Kleines im Haushalt und treffe am Nachmittag Kollegen (
Urk.
5/10), und anlässlich der Begutachtung durch
Dr.
B._
führte er aus, er mache am Morgen das Frühstück für das grössere Kind und beschäftige sich am Vormittag mit der kleinen Tochter, die im damaligen Zeitpunkt sechs Monate alt war. Kochen würde er selten, da er nicht lange stehen könne; der Haushalt werde mehrheit
lich durch die Ehefrau erledigt (
Urk.
5/38/9).
Diese Aussagen lassen nicht auf eine Tätigkeit im Aufgabenbereich im Sinne von
Art.
28a
Abs.
2 IVG schliessen, die die Anwendung der gemischten
Invali
ditätsbemessungsmethode
rechtfertigen würde. Auch die Einträge im IK-Auszug
(
Urk.
5/13) geben keinen Hinweis darauf, dass der Beschwerdeführer nach der Heirat
im
Februar 2007 (
Urk.
5/5/9) oder nach der Geburt des ersten Kindes
im
Januar 2008 (
Urk.
5/5/3) die Erwerbstätigkeit reduziert hätte.
5.5
Damit bleibt es bei der Anwendung der Einkommensvergleichsmethode. Der IK
Auszug (
Urk.
5/13) zeigt, dass der Beschwerdeführer seit seiner Einreise in die Schweiz im Januar 2003 mit Ausnahme der Jahre 2003 und 2009, in denen er je während elf Monaten erwerbstätig war, nie während des ganzen Jahres einer Erwerbstätigkeit nachging. Zudem legt das Einkommen, das er vor Eintritt des Gesundheitsschadens bis 2009 erzielte, und das sich auf monatlich
Fr.
2‘037.-- (2005) bis
Fr.
2‘774.-- (2004) belief, nahe, dass es sich dabei nicht um eine Vollzeitstelle handelte. Einzig in den Jahren 2003 und 2007 betrug das durchschnittliche Monatseinkommen
Fr.
4‘937.-- respektive
Fr.
4‘575.--, was einem 100%-Pensum entsprechen dürfte. Angepasst an die
Nominallohnent
wicklung
bis ins Jahr 2013 betrug das in den Jahren 2003 bis 2009 im
Gast
gewerbe
erzielte Einkommen durchschnittlich
Fr.
3‘312.-- im Monat, was einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von
Fr.
39‘744.-- entspricht (Bundesamt für Statistik,
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, T39; abrufbar unter
https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statis
tiken/arbeit-erwerb/loehne-erwerbs
einkommen-arbeitskosten/lohnentwick
lung/serie-1939-100.assetdetail.335170.html
).
Wenn die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung von einem
Valideneinkom
men
von
Fr.
47‘154.-- ausging, so ist das angesichts des tatsächlich erzielten Einkommens sehr
grosszügig
. Die Annahme eines höheren
Valideneinkommens
ist nicht gerechtfertigt.
5.6
Für die Festlegung des Invalideneinkommens stellte die IV-Stelle auf das gemäss LSE von Männern im Jahr 2010 für Hilfsarbeiten durchschnittlich erzielte Einkommen ab (LSE 2010 TA 1 Sektor 4, Total, Männer) und passte dieses der tatsächlichen Arbeitszeit und der Lohnentwicklung bis 2013 an. Fer
ner nahm sie einen leidensbedingten Abzug von 10
%
vor und ermittelte so ein Invalideneinkommen von
Fr.
33‘894.-- (
Urk.
2). Dieses Vorgehen ist korrekt und wurde auch vom Beschwerdeführer nicht beanstandet.
Der von IV-Stelle ermittelte Invaliditätsgrad von 28
%
ist somit zu bestätigen, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a
ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr.
1'000.-- festge
setzt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
500
.-- als ange
messen. Ausgangsgemäss sind die Kosten
dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.