Decision ID: 4a6ee209-c54f-4669-8cb8-5e7e9c5b206a
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1987, war seit März 2014 bei der
Y._
GmbH 2014 als Mitglied der Geschäftsführung angestellt und damit bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (Zürich) obligatorisc
h unfallversichert.
Am 24. Juni 2014 war der Versicherte mit seinem
Personenwagen
unterwegs, als er in Volketswil mit einem abbiegenden
anderen
Personenwagen
kollidierte. Dabei erlitt er Prellungen am Nacken,
an
der Schulter beidseits und am Knie links (Urk.
7/21)
.
1.2
Die
Zürich
anerkannte das Ereignis vom
24. Juni 2014
als Unfall und erbrachte die gesetzlichen Leistungen
(Urk. 7/22)
.
Nachdem sich herausgestellt hatte, dass
der Versicherte
bereits
im Jahr 2009
in einen Verkehrsu
nfall verwickelt gewesen war
, forderte ihn die Zürich mit Schreiben vom
30. März 2015 auf, den
damaligen
Versicherer anzugeben und ihr sämtliche Röntgen-, Magnetresonanztomographie (MRI)- und Computertomographie (CT)-Bilder aus dem Ereignis von 2009 sowie vom 24. Juni 2014 zuzustellen (Urk. 7/Z9). Am 12. Mai 2015 (Urk.
7/Z19),
am 15. Juli 2015 (Urk. 7/Z38.1)
und am
10. September 2015 (Urk. 7/Z60)
folgten weitere ähnlich lautende Schreiben.
1.3
Mit Schreiben vom 3. September 2015 ersuchte der Versicherte die Zürich um Kostengutsprache für eine neuropsychologische Abklärung
(Urk. 7/Z57), was diese mit Schreiben vom 10. September 2015 ablehnte (Urk. 7/Z60). Auf die
anschliessend
erhobene Beschwerde wegen Rechtsverweigerung (Urk. 7/Z78)
trat das hiesige Gericht mit Beschluss vom 29. September 2015 nicht ein (Urk. 7/Z79).
1.4
Am 29. Januar 2016 teilte die Zürich dem Versicherten mit, es sei eine MRI-Abklärung erforderlich, um eine fundierte Kausalitätsb
eurteilung vornehmen zu können
(Urk. 7/Z85).
Am 12. April 2016 machte sie den Versicherten auf seine Mitwirkungspflicht aufmerksam und forderte ihn
unter
Fristansetzung auf, die näher genannten Informationen sowie Akten zukommen zu lassen, andernfalls sie aufgrund der Akten entscheiden oder Nichteintreten beschliessen werde (Urk. 7/Z89).
Es folgten im Wesentlichen abschlägige schriftliche Antworten des Beschwerdeführers und weitere ähnlich lautende Schreiben der Beschwerde
geg
nerin (vgl. im Detail nachstehend E. 5).
1.5
Mit Verfügung vom
17. Januar 2018
stellte
die Zürich
die gesetzlichen Leistungen per
16. April 2015
ein
und hielt fest, es seien keine Taggeldleistungen geschuldet
(Urk. 7/Z114).
Die vom Versicherten am
15. Februar 2018
erhobene
(Urk. 7/116) und am 11. September 2018 begründete (Urk. 7/Z131)
Einsprache
hiess
die
Zürich
mit
Einspracheentscheid
vom
22. Oktober 2019
insoweit gut, als
sie
einen Tag
geld
anspruch
vom 3. bis 7. Juli 2014
bejahte
. Im Übrigen wies sie die Einsprache
ab (Urk.
7/2
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
21. November 2019
Beschwerde gegen den
Ein
spra
che
entscheid
vom
22. Oktober 2019
(Urk. 2) und beantragte,
dieser sei auf
zuheben und es seien ihm Leistungen für die Heilbehandlungen über den 16. April 2015 hinaus sowie die geschuldeten Taggelder zuzusprechen, eventuell sei ihm eine Rente von 100 % und eine Integritätsentschädigung von mindestens 50 % zu gewähren, subeventuell sei die Sache zur neuen Überprüfung an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
17. Dezember 2019
(Urk.
6
) beantragte die
Be
schwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerde
führer am
6. Januar 2020
zur Kenntnis gebracht (Urk.
8
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei weiteren Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise
beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann
.
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er
unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995
).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beein
trächtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurück
zuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kau
salzu
sammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kri
terien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adä
quaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere heran
gezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung
des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleuder
trauma
der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.4
Kausalzusammenhang adäquat bei Schädelhirntrauma und dem Schleudertrauma ähnlichen Verletzungen der Halswirbelsäule
Die zum Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung wendet das Bundesgericht sinngemäss auch bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwi
schen einem Unfall und den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas (BGE 117 V 369 E. 4b) oder den Folgen einer dem Schleudertrauma ähnlichen Verletzung der Halswirbelsäule an (vgl. RKUV 1999 Nr. U 341 S. 408 E. 3b; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2; ferner BGE 134 V 109 E. 10.2 f.).
1.5
Nach den allgemeinen Regeln des Sozialversicherungsrechts hat der Versiche
rungsträger den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären. Er ist nach dem in Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungsrechts (ATSG) statuierten Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, die notwen
digen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen, wobei mündlich erteilte Auskünfte schriftlich festzuhalten sind. Ausnahmen von diesem Grundsatz ergeben sich dort, wo die versicherte Person ihre Mitwirkung verweigert. Soweit ärztliche oder fachliche Untersu
chungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versi
cherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG). Art. 28 Abs. 2 ATSG verpflichtet sie, unentgeltlich Auskünfte zu erteilen, die zur Abklärung des An
spruchs und zur Festsetzung der Versicherungsleistungen erforderlich sind.
Für den Bereich d
er Unfallversicherung wird die
Mitwirkungspflicht in Art. 55 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) dahingehend präzisiert, dass die versicherte Person alle erforderlichen Auskünfte erteilen und ausserdem die Unterlagen zur Verfügung halten muss, die für die Klärung des Unfallsach
ver
haltes
und die Unfallfolgen sowie für die Festsetzung der Versicherungsleistungen benötigt werden, insbesondere medizinische Berichte, Gutachten, Röntgenbilder und Belege über die Verdienstverhältnisse; sie muss Dritte ermächtigen, solche Unterlagen herauszugeben und Auskunft zu erteilen (Art. 55 Abs. 1 UVV). Die versicherte Person muss sich zudem weiteren vom Versicherungsträger angeord
neten Abklärungsmassnahmen unterziehen, insbesondere zumutbaren medizini
schen Untersuchungen, die der Diagnose und der Bestimmung der Leistungen dienen. Unzumutbar sind medizinische Massnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit des Versicherten darstellen (Art. 55 Abs. 2 UVV
; vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 8C_110/2012 vom 16. November 2012 E. 2
).
1.6
Art. 43 Abs. 3 ATSG sieht sodann vor, dass der Versicherungsträger aufgrund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen kann, wenn die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen bean
spruchen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nachkommen. Er muss die Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2)
davon aus,
dass der Versicherte seine Mitwirkungspflicht schuldhaft verletzt habe
, indem er die erforderlichen Unterlagen nicht eingereicht habe, das MRI nicht habe machen lassen und auch keine Vollmacht unterzeichnet habe, mit welcher der Vorzustand hätte abgeklärt werden können.
Es sei unbestritten, dass der Versicherte bereits am 18. Juni 2009 einen Ver
kehrsunfall erlitten und danach über Nacken- und Kopfschmerzen geklagt habe. Als Beleg, dass keine Vorzustände vorhanden seien, habe der
Beschwerdeführer
den
Einspracheentscheid
der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (
Suva
)
vom 15. Mai 2013 eingereicht. Aus diesem gehe jedoch hervor, dass der Ver
si
cherte während des
Einspracheverfahrens
weitere Untersuchungen habe durch
führen lassen, weshalb anzunehmen sei, dass er auch Ende 2012 noch an Be
schwerden gelitten habe. Dies erkläre auch, weshalb er sich gegen die damalige Leistungseinstellung zur Wehr gesetzt habe.
Die vom Versicherten am 1. Juni 2016 erteilte Vollmacht erstrecke sich lediglich auf das Einholen von Akten bei der Invalidenversicherung (IV), der Krankentaggeldversicherung sowie bei den behandelnden Ärzten im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 24. Juni 2014. Lediglich in Bezug auf dieses seien die Ärzte von ihrem Arztgeheimnis entbunden
worden. Diese Vollmacht reiche nicht aus, um den relevanten Gesund
heitszustand abschliessend feststellen lassen zu können.
Nachdem der Versicherte seine Mitwirkungspflicht schuldhaft verletzt habe, kön
ne aufgrund der Akten entschieden werden respektive sei auf das Leistungsbegehren nicht einzutreten. Im vorliegenden Fall sei es möglich, einen Aktenentscheid zu fällen (S. 4).
Aufgrund der fehlenden Unterlagen bezüglich des Vorzustan
des sowie des fehlen
den MRI
könne zwar nicht geprüft werden, ob zwischen den Beschwerden ab dem 17. April 2015 und dem Unfall vom 24. Juni 2014 ein natürlicher Kausalzu
sammenhang besteh
e. Die Frage könne jedoch offen
gelassen werden, da
bei vorliegend fehlenden Hinweisen auf objektivierbare Befunde
der adäquate Kau
salzusammenhang
gestützt auf die von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung entwickelten Kriterien bei einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule, einer dem Schleudertrauma äquivalenten Verletzung oder einem Schädel-H
irntrauma (vgl. vorstehend E. 1.3
f.
)
verneint werden könne (S. 5 oben).
Während des anerkannten Leistungszeitraums vom 24. Juni 2014 bis zum 16.
April 2015 habe einzig vom 3. bis zum 7. Juli 2014 eine volle Arbeitsunfähigkeit be
standen, weshalb der Versicherte für diesen Zeitraum Anspruch auf Taggelder habe (S. 8).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
die Beschwerdegegnerin übersehe den Gehalt von Art. 43 Abs. 2 ATSG, nach dem
Mit
wirkungshandlungen verweigert werden könnten, soweit sie unzumutbar seien
. Die Beschwerdegegnerin habe ihm eine Generalvollmacht unterbreitet, die den Bestimmungen des Datenschutzgesetzes
(Art. 4 und Art. 12 des Bundesgesetztes über den Datenschutz, DSG)
zuwiderlaufe, da keinerlei Eingrenzungen des Erkun
dungsrechts darin enthalten seien
. Er seinerseits habe zwei Vollmachtformulare eingesandt, welche datenschutzrechtlich korrekt eingegrenzt gewesen seien. Auch habe er die Einsprache aus dem Jahr 2009 (richtig wohl: den
Einspracheentscheid
aus dem Jahr 2013 betreffend den Unfall im Jahr 2009) zu den Akten gereicht. Die Beschwerdegegnerin habe somit ersehen können, dass rechtskräftig ent
schie
den worden sei, dass die Folgen des Erstunfalls vollumfänglich abgeheilt seien. Der neue Unfall habe sich Jahre später abgespielt, weshalb bereits aus dem
Einspracheentscheid
ersichtlich werde, dass keinerlei Zusammenhang zwischen dem ursprünglichen und dem neuen Unfall bestehe. Die Beschwerdegegnerin habe somit hinreichende Möglichkeiten gehabt, den Sachverhalt abzuklären (S. 4 Ziff. 7).
Indem diese weitere Akten verlangt habe, habe sie gleich einer «
fishing
expe
dition
» im Sinne von Art. 6 der
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und
Grundfreiheiten (EMRK) gehandelt, habe sie doch herauszubekommen ver
sucht, ob es irgendwelche Mittel gebe, um sich der Leistungspflicht entschlagen zu können. Hierfür habe sie eine Blankovollmacht gewollt, die sie gleichzeitig ermächtigt hätte, gegenüber sämtlichen anderen Versicherungsinstanzen eben
falls Akten einzuziehen,
was aufgrund des in Art. 13 und 12 DSG geregelten
Verhältnismässigkeitsgrundsatzes
seine
Persönlichkeit verletzt
habe
(S. 4 f. Ziff.
8). Entsprechend erweise sich die Mitwirkungshandlung der Unterzeichnung einer
Blankovollmacht als unzumutbar. Vielmehr sei es die Beschwerdegegnerin, welche
das DSG respektive das Recht auf ein faires Verfahren nach Art. 6 EMRK verletzt habe, weshalb der angefochtene
Einspracheentscheid
aufzuheben sei (S. 5 Ziff. 9).
Sein Gesundheitszustand habe sich nicht erkennbar gebessert, vielmehr sei ein
Arbeitsversuch im Jahr 2015 gescheitert. Da sich der Gesundheitszustand bis heute
nicht vollständig stabilisiert habe, bestehe die Pflicht der Beschwerdegegnerin, weiterhin Taggelder zu leisten (S. 5 Ziff. 10).
Sollte das Gericht eine polydisziplinäre Begutachtung anordnen, werde sich her
ausstellen, dass
er zu 100 % arbeitsunfähig sei, woraus sich der Anspruch auf eine volle Rente und angesichts des polydisziplinären Leidens auch auf eine Inte
gritätsentschädigung im Umfang von mindestens 50 % ergebe (S. 5 Ziff. 11).
Den
Sube
ventualantrag auf Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur neuen Überprüfung begründete der Beschwerdeführer wie folgt:
Die Beschwerde
gegne
rin habe den Sachverhalt vollumfänglich abzuklären. Sie habe es in der Hand
gehabt, eine Begutachtung an anerkannter Stelle durchzuführen. Stattdessen habe
sie versucht, sämtliche Akten mit einer Generalvollmacht herauszuholen, vermut
lich mit dem Bestreben, diese einem ihrer handverlesenen Gutachter für einen «Vertrauensbericht» zuzustellen und sich so der Leistungspflicht zu entschlagen. Dies verstosse gegen das Datenschutzgesetz. Allerdings wäre eine offizielle Be
gutachtung unter seinem Einbezug selbstverständlich rechtmässig, verhältnis
mässi
g und angezeigt gewesen. Indem d
ie
Beschwerdegegnerin
diese Begut
ach
tung verweigert habe, habe sie den Untersuchu
ngsgrundsatz verletzt, weshalb d
ie Angelegenheit aufzuheben und der Vorinstanz zur weiteren Behandlung
zu überweisen sei (S. 6 Ziff. 12
).
2.3
In der Beschwerdeantwort (Urk. 6) machte die Beschwerdegegnerin geltend, ge
mäss dem
Einspracheentscheid
der Suva vom 15. Mai 2013 habe diese ihre Leis
tungen mit Verfügung vom 11. Oktober 2012 mangels noch bestehender Unfall
fol
gen per 23. Januar 2012 eingestellt. Der Beschwerdeführer habe gegen diese Verfügung Einsprache erhoben und das Ausrichten von weiteren Leistungen be
antragt. Damit sei erwiesen, dass er weiterhin unter Beschwerden gelitten habe,
diese jedoch nicht mehr als unfallkausal betrachtet worden seien. Wäre er tat
sächlich beschwerdefrei gewesen, so hätte er kaum das weitere Ausrichten von gesetzlichen Leistungen verlangt (S. 2 Ziff. 5). Aufgrund des Untersuchungs
gru
ndsatzes sei die Beschwerdegegnerin verpflichtet, den Vorzustand sorgfältig und umfassend abzuklären, was durch die Weigerung des Beschwerdeführers verunmöglicht worden sei (S. 2 Ziff. 6). Das Datenschutzgesetz verbiete die Ertei
lung einer Vollmacht für die umfassende Abklärung des Sachverhalts durch die
Unfallversicherung nicht (S. 3 Ziff. 12). Das verweigernde Verhalten des Beschwe
r
deführers habe lediglich zur Folge gehabt, dass aufgrund der Akten entschieden worden sei. Nicht dieses sei Grundlage für die Leistungseinstellung gewesen, sondern die Verneinung eines adäquaten Kausalzusammenhangs (S. 2 Ziff. 9). Schliesslich sei die geltend gemachte volle Arbeitsunfähigkeit durch nichts belegt (S. 4 Ziff. 19).
2.4
Streitig und zu prüfen ist somit zunächst, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht gestützt auf die Akten entschied. Gegebenenfalls ist weiter zu prüfen, ob
ein adä
quater Kausalzusammenhang zwischen nach
dem
16. April 2015 weiterbe
stehen
den Beschwerden und dem versicherten Un
fallereignis vom 24. Juni 2014 besteht.
3.
Dem
Einspracheentscheid
der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) vom 15. Mai 2013 (Urk. 3 = Urk.
7/Z105
/2
) ist zu entnehmen, dass der Beschwer
deführer am 16. Juni 2009 als Lenker eines Lieferwagens in einen Verkehrsunfall verwickelt gewesen sei, als er mit seinem Fahrzeug vor einem Fussgängerstreifen angehalten habe und ein nachfolgender Lieferwagen hinten aufgeprallt sei. Anlässlich der gleichentags durchgeführten Untersuchung im Spital
Z._
habe er über Nacken- und Kopfschmerzen geklagt (Sachverhalt
lit
. A).
Die Suva stellte die Versicherungsleistungen mit Verfügung vom 11. Oktober 2012 per 23. Januar 2012 ein (Sachverhalt
lit
. B).
Im Rahmen diverser medizinischer Abklärungen
, von welchen die letzte am 12. Dezember 2012 in Form eines MRI erfolgte,
hätten keine organisch objektivierbaren Unfallfolgen im Sinne struk
tu
reller Veränderungen gefunden werde können (E. 3).
Deshalb
könnten keine wei
te
ren
Leistungen ausgerichtet werden. Entsprechend wies
die Suva die Einsprache ab (E. 4).
4.
4.1
Gemäss der Bagatell-Unfallmeldung vom 25. Juni 2014 (Urk. 7/Z1) sei der Be
schwerdeführer am 24. Juni 2014 um 14:15 Uhr auf der Rückfahrt vom Mittag
essen nach Kindhausen auf der
Landenbergstrasse
in Volketswil gewesen, als bei der Baustelle bei der Kreuzung
Landenbergstrasse
/ Eichholzstrasse ein entge
gen
fahrendes Auto in die Eic
hholzstrasse eingebogen sei, ih
n übersehen und seitlich
beziehungsweise frontal in sein Fahrzeug hineingefahren sei (Ziff. 6). Dabei habe er jeweils eine Prellung am Nacken, beidseits an der Schulter und am linken Knie erlitten (Ziff. 9).
4.2
Die Ärzte des Instituts für Radiologie des Spitals
A._
nannten im Bericht vom 30. Juni 2014 (Urk. 7/ZM9/2) zur Computer Radiographie (CR) vom 25. Juni 2014 als Indikation einen Frakturausschluss bei Status nach HWS-Distorsion
.
Sie hielten folgenden Befund fest: Erhaltenes dorsales u
nd ventrales Alignement, n
ormale prä-
und paravertebrale Weichteile, kein Frakturnachweis, k
eine
Luxa
tions
- oder Subluxationsfehlstellung
im Bereich der Facettengelenke,
Miniplatten
osteosynthese
im Bereich der Mandibula rechts,
Dens
zentriert.
4.
3
Im Dokumentationsbogen vom 29. August 2014 zur Erstkonsultation vom 25. Juni
2014 (Urk. 7/ZM1) nannte Dr. med.
B._
, Facharzt für Allge
meine
Innere Medizin, als vorläufige Diagnose Nackenbeschwerden und muskulo
ske
lettale Befunde (
Ziff. 7). E
s sei ausserhal
b der Kopfstütze auf der linken
Kopfseite zu einem Kopfanprall gekommen
. Auf die Kollision sei der Patient nicht gefasst gewesen, er habe den Sicherheitsgurt getragen, der Airbag sei nicht ausgelöst worden
(Ziff. 2b). Nach Angaben des Patienten sei es sofort zu verminderter Kon
zentration, ein bis zwei Stunden nach dem Unfall zu Übelkeit und nach drei Stunden zu Kopf- und Nackenschmerzen gekommen (Ziff. 4). Es gebe einen frü
heren Unfall, welcher sich am 16. Juni 2009 unter Beteiligung der Halswirbel
säule (HWS) ereignet habe (Ziff. 5).
Ein Röntgen der H
WS
anterioposterior
(
ap
)/seitlich habe keine Fraktur gezeigt (Ziff. 6
lit
. g).
4.4
Im Polizei
r
apport
vom 15. August 2014 (Urk. 7/Z17) wurde festgehalten,
die Fahr
zeuge seien
am 24. Juni 2014
beim Eintreffen der Polizei noch in der Unfall
endstellung im Verzweigungsbereich gewesen. Die Fahrzeuglenker seien auf dem Trottoir gestanden und hätten miteinander gesprochen
(S. 3 oben)
. D
er Be
schwer
deführer habe am Unfallort angegeben, es
könne sein, dass sein altes Leiden, Schleudertrauma von einem älteren Verkehrsunfall, sich nun wieder bemerkbar machen werde. Aber momentan sei er nicht verletzt und wolle auch keine Sanität am Unfallort (S. 4 oben).
Er habe das Aufgebot einer Sanität vehement abgelehnt (S. 4 Mitte).
4.
5
Dr. med.
C._
, Facharzt für Neurologie, nannte im Bericht vom 8. Okto
ber 2014 (Urk. 7/ZM3) als Diagnose ein posttraumatisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom, bei Status nach Überdehnungstrauma der HWS am 24. Juni 2014 infolge Kollision von schräg-frontal links (S. 1 oben). Der Patient, welcher nach dem Unfall 4 Tage habe pausieren müssen, arbeite zu 100 %, dabei komme es immer wieder zu einer Zunahm
e der Nacken- und Kopfschmerzen (S. 1 unten). Es bestehe ein noch mässig
bis mittelgradig ausgeprägtes
zervikozephales
Beschwerdebild. Relevante Befunde seien eine schmerzbedingte Bewegungsein
schränkung der HWS mit palpatorisch verdickter und druckdolenter Nacken- und Schultermuskulatur auf be
iden Seiten. Neurologische Ausfä
lle bestünden keine und die Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten hätten sich bereits teil
weise zurückgebildet, so dass eine relevante Läsion am Nervensystem eher nicht anzunehmen sei. Es werde empfohlen, die Physiotherapie weiterzuführen und ergänzend Entspannungsübungen durchzuführen (S. 2 unten).
4.
6
Im Zeugnis vom 4. Dezember 2014 (Urk. 7/ZM2) attestierte Dr.
B._
(vor
stehend E. 4.
3
) dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für den Zeitraum vom 3. bis 7. Juli 2014 (Ziff. 6).
4.
7
Im
Bericht vom 23. Januar 2015 (Urk. 7/ZM4) nannte Dr.
C._
(vorstehend E. 4.
5
)
als Diagnose einen Verdacht auf neuropsychologische Defizite bei Status nach Überdehnungstrauma der HWS am 24. Juni 2014 (S. 1 oben). Wegen der Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten fühle sich der Patient in seiner Tätigkeit als Geschäftsführer in der Leistung beeinträchtigt und habe auch immer wieder Mühe, die Übersicht zu bewahren (S. 1 Mitte). Die seit dem Unfall bestehenden Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten liessen traumatisch bedingte neuropsychologische Defizite vermuten. Ein Teil könnte auch durch die noch immer bestehenden Nacken- und Kopfschmerzen bedingt sein. Zur weiteren Klärung sei eine neuropsychologische Untersuchung erforderlich (S. 2).
4.
8
Im
Bericht vom 30. Juni 2015 (Urk. 7/ZM9)
führ
t
e Dr.
C._
aus, es bestehe noch immer ein ausgeprägtes
zervikozephales
Beschwerdebild mit eingeschrän
k
ter Beweglichkeit der HWS sowie ausgedehntem Palpationsbefund. An Behand
lungen erhalte
d
er
Beschwerdeführer
2 Sitzungen Physiotherapie und eine Massag
e pro Woche. Ungewöhnlich seien die zusätzlich bestehenden Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten, es bestehe der Verdacht auf eine minimale Hirn
schä
digung. Zur weiteren Abklärung sei eine eingehende neuropsychologische Unter
suchung erforderlich. Die Arbeitsfähigkeit betrage seit der letzten Nachuntersu
chung vom 18. Mai 2015 30 %. Die Einschränkungen resultierten hauptsächlich aus den ständigen Schmerzen, aber auch aus den Konzentrations- und Ge
dächt
nisschwierigkeiten, der gesamte Arbeitsablauf sei wegen dieser Beschwerden
verlangsamt. Die Arbeitsfähigkeit von 30 % werde voraussichtlich bis Ende August
2015 bestehen bleiben (S. 2).
4.
9
Gemäss gutachterlicher Stellungnahme
der
D._
GmbH vom 23. Juli 2015 (Urk. 7/Z39) zuhanden der Allianz Suisse als Fahrzeugversicherung
sei am Jeep Wrangler CRD
– dem Fahrzeug des Beschwerdeführers -
der Hauptanstoss im
Bereich der linken Frontseite entstanden. Der Stossfänger, der Querträger, d
ie
Kotflüge
l
und die Achse seien beschädigt worden. Der Jeep sei deutlich schwerer als der Subaru Outback 3.0 AWD. Es
müsse von einer Differenzgeschwindigkeit der beiden am Unfall vom 24. Juni 2014 beteiligten Fahrzeuge von ungefähr 45
(+/-3) km/h ausgegangen werden. Damit müsse von einer stossbedingten Geschwindigkeitsänderung des Jeeps im Bereich von 15-18 km/h weitgehend ent
gegen der Fahrtrichtung ausgegangen werden.
4.10
Dr. med.
E._
, Facharzt für Neurologie, beratender Arzt
der Be
schwerdegegnerin
, und
F._
, Spezialistin Medical Support, erstatteten am 17. Dezember 2015 ihre versicherungsmedizinische Beurteilung (Urk. 7/ZM11). Sie hielten fest, für eine fundierte Kausalitätsbeurteilung sei eine Magnetreso
nanz
tomographie (MRI) des Schädels inklusive eine
r
hämosiderin
-sensitive
n
s
uszeptibilitätsgewichtete
n
Bildgebung (SWI
) und
T2* Sequenzen erforderlich. Da der Versicherte im Rahmen des Unfallereignisses vom 24. Juni 2014 einen Kopf
anprall erlitten habe und seither über neuropsychologische Defizite klage, sei eine solche Diagnostik angezeigt, um hirnorganische Läsionen auszuschliessen oder nachzuweisen. Lägen hirnorganische Läsionen vor, so sei eine weitere neuro
lo
gische und allenfalls neuro
psycho
logische Abklärung angezeigt. Für die MRI-Untersuchung werde Prof. Dr. med.
G._
von der Klinik für Neuroradio
logie am Universitätsspital
H._
empfohlen (S. 3).
4.11
Am 4. Februar 2016 (Ur
k. 7/ZM12) berichtete Dr.
C._
(vorstehend E. 4.5), seit der letzten Berichterstattung vom 30. Juni 2015 habe sich nur wenig verändert. Trotz aufgenommener Physiotherapie seien die Beschwerden kaum zurückge
gangen. Ab dem 1. Februar laufe ein
Arbeitsversuch
in einem Pensum von 30 % im administrativen Bereich einer Firma für Autoteile (S. 1 f.).
5.
5.1
Mit Schreiben vom 12. April 2016 (Urk. 7/Z89) an den Beschwerdeführer verwies die Beschwerdegegnerin auf die vorangehende Korrespondenz im Zusammen
hang mit der einverlangten Vollmacht, der Bekanntgabe der Krankenkasse sowie
dem ausstehenden MRI (vgl. vorstehend Sachverhalt Ziff. 1.2 und 1.4). Sie machte
den Beschwerdeführer auf seine Mitwirkungspflicht aufmerksam und drohte ihm an, aufgrund der Akten zu entscheiden oder Nichteintreten zu beschliessen, sollten die folgenden Informationen und Akten nicht innert Frist zugestellt wer
den: Ermächtigung des Versicherten für die
Vorakten
, Bekanntgabe der Kranken
kasse, Liste der seit 2009 aufgesuchten Ärzte, Bekanntgabe von allfälligen frühe
ren UVG-Versicherern (insbesondere im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 18. Juni 2009)
, sämtliche bildgebende
n
Dokumente (seit 2009
betreffend Kopf und
HWS)
sowie Mitteilung, dass sich der Versicherte beim
H._
für ein MRI bei Prof.
G._
angemeldet habe (S. 2).
5.2
Am 1. Juni 2016 antwortete der Beschwerdeführer (Urk. 7/ZM93), die verlangten Angaben seien nicht mit dem Datenschutzgesetz vereinbar, da sie zu wenig spezi
fiziert seien. Bei der Krankentaggeldversicherung handle es sich um die
Swica
, welche er nur soweit entbinde, als die Unterlagen mit dem erwähnten Unfall
datum in Zusammenhang stünden. Die vorgesehenen MRI-Untersuchungen lasse er schon bei einem anderen Arzt durchführen. Die Beschwerdegegnerin könne jederzeit be
im behandelnden Dr.
C._
Erkundigungen einfordern, auch über die MRI-Untersuchungen (S. 1). Dem Schreiben legte er eine Vollmacht bei, in welcher er die Beschwerdegegnerin im Hinblick auf das Unfallereignis vom 24. Juni 2014 zum Einholen von schriftlichen und mündlichen Auskünften und zur Einsichtnahme in Akten bei der Invalidenversicherung, bei der Kranken
tag
geldversicherung
Swica
und bei den Ärzten Dr.
C._
und Dr.
B._
bevoll
mächtigte
. Die Vollmacht enthielt auch
die entsprechende
Entbindung vom Arzt
geheimnis, ebenfalls bezogen auf das Unfallereignis vom 24. Juni 2014.
5.3
Am 6. Juli 2016 (Urk. 7/Z97) forderte die Beschwerdegegnerin den Beschwer
de
führer erneut auf, die zur Fallbeurteilung benötigten Unterlagen respektive Infor
mationen zuzustellen, ansonsten ein Akten- oder Nichteintretensentscheid ergehe.
Die MRI-Bil
der würden direkt bei Dr.
C._
einverlangt.
5.4
Am 11. Juli 2016 (Ur
k. 7/ZM13) berichtete Dr.
C._
, der Verlauf sei weit
gehend stationär geblieben. Behandlungen würden keine mehr durchgeführt, da die Nacken- und Kopfschmerzen nur noch wenig vorhanden seien. Grösstes Hin
dernis für die berufliche Wiedereingliederung seien die Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten. Seit dem 18. Mai 2015 bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 30 %, es sei je
doch de
nkbar, dass der Patient diese in absehbarer Zeit steigern könne, es liefen momentan Bewerbungen für Vollzeitstellen im administrativen Bereich (S. 1 Mitte). Betreffend die neue MRI-Untersuchung habe ihm der Patient am 24. Februar 2016 mitgeteilt, dass diese von Dr. med.
I._
veran
lasst worden sei. Die Beschwerdegegnerin mö
ge sich dort erkundigen (S. 2).
5.
5
Mit Schreiben vom 19. Juli 2016
(Urk. 7/Z99) erklärte der Beschwerdeführer mit Verweis auf das Datenschutzgesetz beziehungsweise seine Persönlichkeitsrechte, er werde die verlangte Blanko
be
vollmächtigung nicht erteilen (S. 1). Zudem machte er einen
Ausstandsgrund
gegenüber den Sachbearbeiterinnen der Be
schwerdegegnerin geltend (S. 2).
5.
6
Am 3. August 2016 (Urk. 7/Z100) erklärte die Beschwerdegegnerin, es liege kein
solcher
Ausstandsgrund
vor, und forderte den Beschwerdeführer erneut auf, die
verlangten
Unterlagen respektive Informationen zuzustellen.
5.
7
Mit Schreiben vom 23. August 2016 (Urk. 7/Z105) reichte der Beschwerdeführer den
Einspracheentscheid
der Suva vom 15. Mai 2013 (entspricht Urk. 3) zu den Akten. Daraus könne ohne Weitere
s entnommen werde, dass die Suva
selbst davon ausgehe, die Unfallfolgen seien vollumfänglich ausgeheilt. Ein Vorzustand sei im Ü
brigen weder von Dr.
C._
noch von Dr.
B._
jemals erwähnt worden, weshalb davon auszugehen sei, dass ein solcher nicht bestehe.
5.
8
Am 28. November 2016 (Urk. 7
/Z
107) forderte die Beschwerdegegnerin den Be
schwerdeführer ein letztes Mal auf, die
verlangten
Unterlagen respektive Infor
mationen zuzustellen. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass die Frage nach einem Vorzustand eine medizinische Frage darstelle und nicht aufgrund eines
Einspra
cheentscheides
der Suva geklärt werden könne.
5.
9
Mit Schreiben vom 16. Dezember 2016 (Urk. 7/Z108) gab der Beschwerdeführer an, bei der Krankenkasse handle es sich um die
Swica
, bei anderen Ärzten a
ls bei Dr.
B._
und Dr.
C._
sei er bislang nicht gewesen. Soweit ersichtlich habe Dr.
C._
bereits ein MRI veranlasst, weshalb die Beschwerdegegnerin e
rsucht werde, dort nachzufragen
.
Eine Behändigung
von
sämtlichen Suva-Akten sei datenschutzwidrig, so sehr sich die Beschwerdegegnerin auch wünsche, einen Grund zu finden, um sich infolge des Status quo sine aus der Verantwortung ziehen zu können, indem sie diesen über einen ihrer Ärzte herbeischreiben lasse
. Deshalb werde vorgeschlagen, sich gemeinsam auf eine Gutachterstelle zu einigen und diese mit der entsprechenden Vollmacht über alle Unterlagen der Suva zu bedienen
.
6.
6.1
Die behördliche und richterliche Abklärungspflicht
(vgl. vorstehend E. 1.5)
um
fasst nicht unbesehen alles, was von einer Partei behauptet oder verlangt wird. Vielmehr bezieht sie sich nur auf den im Rahmen des streitigen Rechtsver
hält
nisses (Streitgegenstand) rechtserheblichen Sachverhalt. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsrichter zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 283 E. 4a). Der Untersuchungsgrundsatz
gilt indes nicht uneingeschränkt, son
dern er wird in zweifacher Hinsicht ergänzt durch die Mitwirkungspflicht des betroffenen Versicherten sowie durch die im Anspruch auf rechtliches Gehör enthaltenen Parteirechte auf Teilnahme am Verfahren und auf Einflussnahme auf den Prozess der Entscheidfindung (BGE
120 V 357 E. 1a).
Die Mitwirkungspflicht bildet eine gewisse Ergänzung und Einschränkung des Untersuchungsgrundsatzes, darf aber nicht zu dessen Aufhebung führen. Die Mitwirkungspflicht bedeutet, dass eine Person, welche aus einem Begehren gegenüber dem Sozialversicherungsträger Rechte ableitet, bei der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken hat. Besondere Bedeutung hat die Mitwirkungspflicht dann, wenn der Sachverhalt ohne die Mitwirkung der betroffenen Person gar nicht (weiter) abgeklärt werden kann. Die Mitwirkungspflicht bei der Abklärung ist keine durchsetzbare Rechtspflicht, sondern eine blosse Obliegenheit, welche nur insoweit (indirekt) durchsetzbar ist, als deren Verletzung leistungsrechtliche Folgen nach sich zieht
. Die Rechtmässigkeit der angeordneten Pflichten bezie
hungsweise Obliegenheiten ist jedoch im Rahmen der Überprüfung der verfügten Sanktion vorfrageweise zu überprüfen. Das Datenschutzgesetz (DSG) verbietet die Erteilung einer Vollmacht für die umfassende Abklärung des Sachverhalts durch die Unfallversicherung nicht (
Urteil vom 29. Mai 200
0
des Verwa
ltungsgerichts des Kantons Bern,
sozialversicherungsrechtliche Abteilung, UV 56071/66/99, E. 2a
und 3b
).
6.2
Noch am Unfallort hatte der Beschwerdeführer bereits gegenüber der Polizei an
gegeben, es könne sein, dass sein altes Leiden in Form eines Schleudertraumas von einem älteren Verkehrsunfall sich nun wieder bemerkbar machen werde (vor
stehend E. 4.4).
Auch der erstkonsultierte Hausarzt erwähnte diesen Unfall
unter
Beteiligung der Halswirbelsäule
im
Jahr 2009 (vorstehend E. 4.3)
.
Somit lagen gewisse Anhaltspunkte dafür vor, dass durch den Unfall von 2014 lediglich ein krankhafter Vorzustand verschlimmert worden war, was nach einer vertieften Kausalitätsprüfung rief (vgl. vorstehend E. 1.3).
Es bestand für die Beschwerde
gegnerin in ihrer Rolle als Unfallversicherung für den Unfall vom Juli 2014
somit
klarerweise Anlass, zusätzliche Abklärungen betreffend das vorhergehende Unfa
ll
ereignis im Jahr 2009
und – damit einhergehend – den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vor dem Unfall vom Juli 2014
vorzunehmen.
6.3
Entgegen dem Beschwerdeführer kann denn auch keine Rede davon sein, dass von ihm eine Blankovollmacht verlangt worden wäre. Vielmehr betrafen die
vom Beschwerdeführer geforderten Unterlagen,
Informationen
und Vollmachten
explizit den Zeitraum seit 2009 und beschränkten sich auf Angaben zum Unfall vom 16. Juli 2009 beziehungsweise auf die betroffenen Körperstellen HWS und Kopf (vgl. vorstehend E. 5.1).
Es
bestehen auch keinerlei Anhaltspunkte für eine Voreingenommenheit der Beschwerdegegnerin: Um die Kausalität beurteilen be
ziehungsweise klären zu können, ob aktuelle Beschwerden vom in Frage stehen
den Unfallereignis von 2014, vom früheren Unfallereignis von 2009 oder von anderen Faktoren herrühren, war die Beschwerdegegnerin zwingend auf die ein
verlangten
Unterlagen angewiesen. Dass dabei – wie vom Beschwerdeführer gel
tend gemacht –
das Bestehen
ein
es
Vorzustand
s
in ihrem Interesse lag, da sie ein solcher potenziell von der Leistungspflicht befreit hätte, ist nicht von Bedeutung. Es ist nun einmal ihre gesetzliche Pflicht, den Sachverhalt abzuklären (vgl. vor
stehend E.
1.5
und
E.
6.1)
.
Von dieser wurde sie auch durch den vom Beschwer
deführer schliesslich doch noch eingereichte
n
Ein
spracheentscheid
der Suva vom 15
. Mai 2013 (Urk. 3) nicht entbunden. Im Gegenteil ist ihr darin zuzustimmen (vorstehend E. 2.1), dass die Untersuchungen, welche während des damaligen
Einspracheverfahrens
bis Dezember 2012
durchgeführt wurden, ebenso wie dessen Anhebung darauf schliessen lassen, dass der Beschwerdeführer auch Ende 2012 noch an Beschwerden litt.
6.
4
Der Beschwerdeführer ist darauf hinzuweisen, dass
unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte im Verfah
ren um Zusprechung oder Verweigerung von Sozialversiche
rungsleis
tung
en kein förmlicher Anspruch auf versicherungsexterne Begutachtung
besteht
. Eine solche ist
nur, aber immerhin anzuordnen, sobald
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüss
igkeit der versicherungsexterne
n
ärztlic
hen Feststellungen bestehen (BGE
135 V 465
E.
4).
Es kann daher nicht angehen,
wie der Beschwerdeführer
eine versicherungsinterne Beurteilung mittels verweigerter Mitwirkung zu ver
hin
dern und
somit fa
ktisch ein versicherungsexternes
Gutachten zu erzwingen. Dies stünde im Widerspruch zur soeben zitierten Rechtsprechung.
Die Rüge der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes
(vorstehend E. 2.2) greift daher zu kurz
,
verdient doch diese
bei
der – auch vor hiesigem Gericht im
Sube
ventualstandpunkt wiederholten -
Forderung nach einem
Gutachten
bei gleich
zeitiger Verhinderung
von
Abklärungen der Verwaltung keinen Rechtsschutz
. Solcherlei Verhalten verstösst
gegen Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 der Bundes
verfassung, BV; vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_29/2020 vom 16. März 2020 E. 3.2.3
und 8C_59/2019 vom 17. Mai 2019 E.
5.2
).
6.
5
Dass
aus seiner
Sicht das Erteilen der verlangten Vollmacht gegen den Daten
schutz verstosse, wiederholte der Beschwerdeführer immer wieder
(vgl. vorstehen
d E. 2.2, E. 5.2+5)
. Er unterliess allerdings, dies genauer zu
substan
t
iieren
, weshalb auf diesen Einwand auch nicht
vertieft
eingegangen werden kann oder muss. Der Beschwerdeführer ist
darauf
zu verweisen,
dass
das Datenschutzgesetz (DSG) die Erteilung einer Vollmacht für die umfassende Abklärung des Sachverhalts durch die Unfallversicherung nicht
verbietet (vorstehend E. 6.1). Die Beschwerde
geg
nerin betrieb denn auch keineswegs eine «
fishing
expedition
», sondern begrenzte ihre Abklärungen auf die Evaluation des Gesundheitszustands im Nachgang zum
Unfallereignisses von 2009, wobei sie auf die betreffenden Informationen zwin
gend angewiesen war (vorstehend E. 6.2). Die vom Beschwerdeführer gefor
derten Mitwirkungshandlungen waren diesem somit ohne Weiteres zumutbar.
6.
6
Schliesslich stellt nicht einmal der Beschwerdeführer selber in Frage, dass ein MRI des Schädels erforderlich
gewesen
wäre, um hirnorganische Läsionen auszu
schliessen oder nachzuweisen und, gestützt auf allfällige weitere Untersu
chung
en, eine fundierte Kausalitätsbeurteilung vornehmen zu kön
nen. Um die Vornah
me eines MRI
bei Prof.
G._
wurde er entsprechend bereits am 29. Januar 2016 erstmals gebeten (Urk. 7/Z85) und ab 12. April 2016 mehrmals hierzu mit Nachdruck
und unter Androhung von
Säumnisfolgen aufgefordert (vorstehend E. 5.1, E. 5.6 und E. 5.8). Am 1. Juni 2016
(vorstehend E. 5.2) gab er an, er lasse
die
vorgesehenen MRI-Untersuchungen bei
einem anderen Arzt durchführen, ohne
dessen Namen zu nennen. Am 11.
Juli 2016 berichtete Dr.
C._
(vorstehend E. 5.4), der Beschwerdeführer habe ihm am 24. Februar 2016 mitgeteilt, dass die MRI-Untersuchung bei Dr.
I._
veranlasst worden sei, die Beschwerde
geg
nerin möge sich dort erkundigen (vorstehend E. 5.4). Am 16. Dezember 2016 (vor
stehend E. 5.9) schliesslich gab der Beschwerdeführer an, Dr.
C._
habe bereits ein MRI veranlasst, weshalb die Beschwerdegegnerin ersucht werde, dort nachzufragen.
Somit befindet sich
auch heute
in den Akten kein Beleg für eine
nach dem Unfall vom 24. Juni 2014
stattgehabte MRI-Untersuchung. Anstatt die Beschwerde
geg
nerin mit konkreten Angaben oder Berichten zu versorgen, hat der Beschwer
deführer diese
Monate
lang mehr oder weniger im Kreis herum verwiesen. Damit ist er als Leistungsansprecher seiner Mitwirkungspflicht auch diesbezüglich nicht
nachgekommen.
6.
7
Z
u Recht
wurde vorliegend nicht
in Abrede gestellt, dass das Mahn- und
Be
denkzeitverfahren
korrekt durchgeführt wurde
. Darüber hinaus wurde weder etw
as vorgebracht noch ist etwas ersichtlich, was das Verschulden des Be
schwer
de
führers entfallen liesse.
Nach dem Gesagten
ist der Beschwerdeführer seinen
Aus
kunfts
- und Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nachge
kom
men. Die
Beschwerdegegnerin
war
somit berechtigt, in Anwendung von Art. 43 Abs. 3 ATSG
gestützt auf die Akten zu entscheiden.
Es muss in diesem Zusammenhang festgehalten werden, dass bei einem derar
tigen Aktenentscheid nicht mehr von Bedeutung ist, dass der Sachverhalt nicht hinreichend abgeklärt ist. Die Folgen der Beweislosigkeit hat der Beschwerde
führer zu tragen, welcher seiner Obliegenheit nicht nachgekomm
en ist (vgl.
vor
stehend E. 6.1
)
.
7.
7.1
Zu prüfen ist, ob die vom Beschwerdeführer auch nach dem 16. April 2015 weiterhin geklagten
Beschwerden
kausal auf das Unfallereignis vom 24. Juni 2014 zurückgeführt werden können (vgl. vorstehend E. 2.4).
Konkret handelt es sich dabei um eine schmerzbedingte Bewegungseinschränkung der HWS mit druckdolenter Nacken- und Schultermuskulatur sowie um Gedächtnis- und Kon
zentrationsstörungen.
7.2
D
ie
CR
vom 30. Juni 2014 ergab einen unauffälligen Befund (vorstehend E. 4.2).
Das erforderliche MRI des Schädels inklusive eines
hämosiderin
-sensitiven
SWI
und T2* Sequenzen nahm der Beschwerdeführer nicht vor oder machte deren Ergebni
s jedenfalls nicht zugänglich.
Es
gilt
somit
mangels Vorliegen
von
gegen
teiligen
Beweise
n
als
erstellt
(vgl. vorstehend E. 6.6)
, dass seine
Beschwerden
kein organisches Korrelat aufweisen.
Dennoch handelt es sich bei
den geklagten Beschwerden
um eine potentiell
natürlich unfallkausale Schädigung nach
HWS-Distorsion
. Die Adäquanz ist daher
gesondert zu prüfen (vgl. vorstehend E. 1.3 und E. 1.4). Ergibt sich, dass es an der Adäquanz fehlt, erübrigen sich auch Weiterungen z
ur natürlichen Kausalität (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_70/2009 vom 31. Juli 2009 E. 3).
7.3
Im Hinblick auf die Prüfung der Adäquanz ist zunächst
der Unfall nach seiner Schwere zu qualifizieren, welche sich nach dem augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften bestimmt (Urteil des Bundesgerichts 8C_
546/2013 vom 24. September 2013
E. 3.2).
Der Beschwerdeführer
kollidierte am 24. Juni 2014 am Steuer seines Jeeps, gesichert mit dem Sicherheitsgurt,
frontal-seitlich
mit einem
deutlich
leichteren entgegenkommenden, gerade abbiegenden Subaru. Die Differenzgeschwindigkeit betrug ungefähr 45 km/h, die stossbedingte Geschwindigkeitsänderung des Jeeps lag im Bereich von 15-18 km/h
. Der Airbag wurde nicht ausgelöst, beschädigt wurden am Jeep der Stossfänger, der Querträger, d
ie
Kotflügel und die Achse
(vorstehend E. 4.
2, 4.3 und 4.
9).
Die Einstufung des Unfalles vom 24. Juni 2014 als mittelschwer im Grenzbereich zu leicht
(vgl. Urk. 2 S. 6
lit
. 8cc)
ist
nicht zu beanstanden.
Die Adä
quanz eines Kausalzu
sammenhanges der Schwindelbeschwerden ist dann zu bejahen, wenn vier der massgeblichen Kriterien (oder eines der Kriterien ausge
prägt) erfüllt sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_833/2016 vom 14. Juni 2017 E.
6.1; vgl. auch vorstehend E. 1.3
).
7.4
Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens beziehungsweise Angstgefühls der versicherten Person. Zu beachten ist dabei, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrück
lichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann. Die Rechtsprechung hat dabei insbesondere etwa in Erwägung gezogen, ob das Ereignis objektiv einen unmittelbar lebensbedrohenden Charak
ter habe.
So wurde das Kriterium beispielsweise als erfüllt erachtet im Fall einer Versicherten, die bei einem Motorradunfall zusammen mit ihrem Freund über das Auto, mit dem sie kollidiert waren, hinweg rund zehn Meter durch die Luft ge
schleudert wurde (Urteile des Bundesgerichts 8C_611/2016 vom 16. Dezember 2016 E. 3.4 sowie 8C_134/2015 vom 14. September 2015 E. 5.3.1).
Bei der vorliegenden Kollision wurd
en die Airbags nicht ausgelöst und die
Fahr
zeuge blieben
auf der Strasse
im Verzweigungsbereich stehen
.
Eine lebensbe
drohende Situation lag nicht vor.
Der Beschwerdeführer konnte aus dem Auto aussteigen, war jederzeit bei vollem Bewusstsein und erachtete eine Sanität am Unfallort nicht als notwendig
, ja lehnte eine solche gar vehement ab
. Besonders dra
matische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit sind somit nicht
eruierbar
.
Der Beschwerdeführer erlitt eine
HWS-Distorsion sowie Prellungen an der Schulter und am linken Knie.
Er blieb bei vollem Bewusstsein
bei subjektiv verminderter Konzentration
, erachtete sich als unverletzt und musste nicht ins Spital eingeliefert werden. Eine Arbeitsunfähigkeit lag im Anschluss an den Unfall erst mit etwas Verzögerung und nur für die Dauer von 4 Tagen vom 3. bis zum 7. Juli 2014 vor (vorstehend E. 4.6). Aus objektiver Sicht kann demnach nicht von schweren oder besonderen Verletzungen gesprochen werden.
Was das Kriterium der «fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behand
lung» betrifft, muss eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustands gerichtete fachärztliche Behandlung, welche von ungewöhnlich langer Dauer oder in anderer Hinsicht mit einer deut
lichen Mehrbelastung verbunden gewesen ist, vorliegen (Urteil des Bundesge
richts 8C_749/2010 vom 1. Juni 2011 E. 6.3.2).
Erwähnt wurde in den Berichten von Dr.
C._
– zuletzt am 4. Februar 2016 -
, dass der Beschwerdeführer zwei Sitzungen Physiotherapie pro Woche
absolviere
(Urk. 7/ZM3; Urk. 7/ZM9; Urk.
7/ZM6/3; Urk. 7/ZM12).
Mit besonderen Belastungen ist eine Physiotherapie rechtsprechungsgemäss
allerdings
nicht verbunden (vgl. dazu Urteil des Bundes
ge
richts 8C_726/2010 vom 19. November 2010 E. 4.1.3). Auch die regelmässigen Besuche beim Hausarzt
Dr.
B._
sowie
beim Neurologen Dr.
C._
sind lediglich als
diagnostische Massnahmen oder Verlaufskontrollen zu werten. Das Kriterium der fortgesetzten spezifischen und belastenden ärztlichen Behandlung ist vorliegend also nicht erfüllt.
Keine Hinweise ergeben sich sodann auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, und auch ein schwieriger Hei
lungsverlauf oder erhebliche Komplikationen sind ohne Weiteres zu verneinen.
7.5
Von den verbleibenden beiden Kriterien der
erheblichen Beschwerden sowie der
erheblichen
Arbeitsunfähigkeit
trotz ausgewiesener Anstrengungen
müsste für eine Bejahung der Adäquanz mindestens eines in besonders ausgeprägter Weise erfüllt
sein
(
vorstehend E. 1.3
).
Die Erheblichkeit der Beschwerden beurteilt sich nach den glaubhaften Schmer
zen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person im Lebensall
tag wegen ihnen erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4).
Im Anschluss an das Unfall
ereignis war der Beschwerdeführer mit etwas Verzögerung 4 Tage lang vom 3. bis zum 7. Juli 2014 arbeitsunfähig. Danach konnte er seine Arbeit wieder voll auf
nehmen,
wobei
bei der Diagnose eines posttraumatischen
zervikozephalen
Schmerz
syndroms
eine schmerzbedingte Bewegungseinschränkung der HWS mit druckdolenter Nacken- und Schultermuskulatur
weiterbestand. Nachdem sich die
Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten bis Oktober 2014 gemäss Dr.
C._
teilweise wieder zurückgebildet hätten (vorstehend E. 4.5), wurden sie von diesem ab 23. Januar 2015 erneut als leistungsbeeinträchtigender Faktor genannt (vorstehend E. 4.7).
Die Arbeitsfähigkeit jedoch
wurde
von Dr.
C._
erst ab 18. Mai 2015
wieder als eing
eschränkt betrachtet und auf nun
mehr 30 % beziffert. Aus dem be
treffenden Bericht vom 30. Juni 2015 (vorstehend E. 4.8)
erschliesst sich indes bei im W
esentlichen unveränderten Befunden nicht, wie diese massive Reduktion der attestierten Arbeitsfähigkeit zustande
gekommen sein soll
. Diese
Einschät
zung
ist
daher
nicht nachvollziehbar. Ohnehin erscheint die zeitliche Distanz zum Unfallereignis als zu gross, als dass dieser allfälligen späten Verschlechterung im Rahmen der Adäquanzprüfung Bedeutung zugemessen werden könnte. Es fehlen denn auch Hinweise
auf wesentliche Einschränkungen des Beschwerdeführers in seiner generellen Lebensführung.
Grössere Anstrengungen, sich wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern, sind vorl
iegend nicht ersichtlich.
Insgesamt sind somit
weder das Kriterium der erheblichen Beschwerden noch der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen in besond
ers ausgeprägter Weise
erfüllt
.
7.6
Nach dem Gesagten ist
der adäquate Kausal
zusammenhang zwischen
nach dem 16. April 2015 weiter
bestehenden Beschwerden
des Beschwerdeführ
ers und dem Unfallereignis vom 24
.
Juni 2014
zu verneinen und weitere Ausführungen zum natürlichen Kausalzusamm
enhang erübrigen sich (vgl. E. 7.2
).
7.7
Ein Fallabschluss ist dann vorzunehmen, wenn von einer Fortsetzung der ärzt
li
chen Behandlung keine namhafte Besserung mehr erwartet werden kann. In diesem Zeitpunkt ist der Fall somit unter Einstellung der vorübergehenden Leis
tungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden
rente und eine Integri
täts
entschädigung abzuschliessen. Bis zu diesem Zeitpunkt hat die verunfallte Person Anspruch auf Heilbehandlung und Taggeldleistungen (vgl. Art. 19 Abs. 2 UVG; Urteile des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2. Dezember
2014 E. 3 und 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1).
Mit der Beschwerdegegnerin (Urk. 2 S. 6 E. 8bb; vgl. zudem vorstehend E. 7.5) veränderte sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers mit Blick auf die entsprechenden Berichte von Dr.
C._
(vorstehend E. 4.7-8) zwischen dem 23. Januar 2015
und dem 30. Juni 2015 kaum.
Damit ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per 16. April 2015 eingestellt
hat.
7.
8
Der angefochtene
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 22. Oktober 2019 erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.