Decision ID: 6d3e0cce-72f6-4266-bd9d-5f05dbc51f7c
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
betreffend Abänderung Unterhalt
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Winterthur vom 1. März 2019 (FO170004-K)
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Rechtsbegehren:
des Klägers und Widerbeklagten (Urk. 1 S. 1f.):
"1. Der Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger an die Auslagen und Kosten indexiert monatlich CHF 2'520 bis Ende Februar 2019, ab 1. März 2019 CHF 3'295, zzgl. allfällige oder gesetzliche Kinder-, Familien- und Ausbildungszulagen zu bezahlen, jeweils  auf das Ende des vorangehenden Monates, dies bis zum Abschluss der Ausbildung des Klägers;
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des , alles zuzüglich MWST."
des Beklagten und Widerklägers (Urk. 8 S. 2f. und Urk. 15):
"1. Die Klage sei abzuweisen. 2. Widerklage Hauptbegehren: a) In Abänderung von Ziff. 5b des Scheidungsurteils des Bezirksge-
richts Winterthur vom 12.02.2015 seien die Unterhaltsbeiträge an den Kläger für die Zeit ab 01.04.2018 aufzuheben bis zum Ersten des Monats, in welchem der Kläger eine Berufslehre beginnt und für so lange, wie er diese Lehre und allenfalls eine darauf  höhere Ausbildung absolviert, was der Kläger dem  zu Beginn eines jeden Semesters mit Urkunde anzeigt,  der Beklagte berechtigt zu erklären sei, die Zahlung der Unterhaltsbeiträge bis zum genannten Nachweis einzustellen.
b) Eventualiter seien in Abänderung von Ziff. 5b des  des Bezirksgerichts Winterthur vom 12.02.2015 die  an den Kläger aufzuheben, falls er hinsichtlich  Ausbildung bei der C._ (Lehrgang "Matura ...")  dem Beklagten nicht durch Urkunde − bis zum 30.09.2018 nachweist, dass er die 1. Semesterprü-
fung bestanden hat, − bis zum 30.09.2019 nachweist, dass er die 2. Semesterprü-
fung bestanden hat, − bis zum 30.09.2020 nachweist, dass er die obligatorische
Prüfung über den Stoff der ersten drei Semester bestanden hat,
− bis zum 30.09.2022 den 1. Teil der externen,  Maturitätsprüfung bestanden hat,
− bis zum 30.09.2023 den 2. Teil der externen,  Maturitätsprüfung bestanden hat.
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Falls die Unterhaltsbeiträge aus einem der vorgenannten Gründe nicht mehr geschuldet sein werden, sei vorzumerken, dass zum Ersten des Monats, in welchem der Kläger eine Berufslehre  und für so lange, wie er diese Lehre und allenfalls eine  aufbauende höhere Ausbildung absolviert, die  gemäss Ziff. 5b des Scheidungsurteils des Bezirksgerichts Winterthur vom 12.02.2015 wieder aufleben.
3. Widerklage Eventualbegehren (falls weder Ziff. 2a noch Ziff. 2b gutgeheissen wird):
a) Es sei festzustellen, dass die in Ziff. 5b des Scheidungsurteils des Bezirksgerichts Winterthur vom 12.02.2015 festgesetzten  an den Kläger für die Zeit ab 01.04.2018 nicht  sind, und zwar bis zum Ersten des Monats, in welchem der Kläger eine Berufslehre beginnt und für so lange, wie er diese Lehre und allenfalls eine darauf aufbauende höhere Ausbildung absolviert, was der Kläger dem Beklagten zu Beginn eines jeden Semesters mit Urkunde anzeigt, widrigenfalls der Beklagte  zu erklären sei, die Zahlung der Unterhaltsbeiträge bis zum genannten Nachweis einzustellen.
b) Eventualiter sei festzustellen, dass die in Ziff. 5b des  des Bezirksgerichts Winterthur vom 12.02.2015  Unterhaltsbeiträge an den Kläger nicht geschuldet sind, falls er hinsichtlich seiner Ausbildung bei der C._ (Lehrgang "Matura ...") gegenüber dem Beklagten nicht durch Urkunde − bis zum 30.09.2018 nachweist, dass er die 1. Semesterprü-
fung bestanden hat, − bis zum 30.09.2019 nachweist, dass er die 2. Semesterprü-
fung bestanden hat, − bis zum 30.09.2020 nachweist, dass er die obligatorische
Prüfung über den Stoff der ersten drei Semester bestanden hat,
− bis zum 30.09.2022 den 1. Teil der externen,  Maturitätsprüfung bestanden hat,
− bis zum 30.09.2023 den 2. Teil der externen,  Maturitätsprüfung bestanden hat.
Falls die Unterhaltsbeiträge aus einem der vorgenannten Gründe nicht mehr geschuldet sein werden, sei vorzumerken, dass zum Ersten des Monats, in welchem der Kläger eine Berufslehre  und für so lange, wie er diese Lehre und allenfalls eine  aufbauende höhere Ausbildung absolviert, die  gemäss Ziff. 5b des Scheidungsurteils des Bezirksgerichts Winterthur vom 12.02.2015 wieder aufleben.
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4. Hinsichtlich Hauptbegehren und Widerklage unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer zu Lasten des Klägers."
Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Winterthur vom 1. März 2019 (Urk. 37 S. 35f.):
1. Der Beklagte wird in Abänderung von Ziff. 5b) des Urteils des Bezirksge-
richts Winterthur vom 12. Februar 2015 verpflichtet, dem Kläger monatlich
im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats zahlbare Unterhalts-
beiträge zuzüglich Ausbildungszulagen wie folgt zu bezahlen:
− Fr. 2'293.– ab 1. März 2019 bis 31. Juni 2019
− Fr. 1'273.– ab 1. Juli 2019 bis zum Abschluss einer angemesse-
nen Ausbildung durch den Kläger.
Die Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex für Konsumentenprei-
se des Bundesamtes für Statistik, Stand Januar 2019 von 101.3 Punkten
(Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie werden jeweils auf den 1. Januar
eines jeden Kalenderjahres, ausgehend vom jeweiligen Indexstand per Ende
November des Vorjahres, erstmals auf den 1. Januar 2020, nach folgender
Formel angepasst:
Neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index
alter Index
2. Im Übrigen wird sowohl die Haupt- als auch die Widerklage abgewiesen,
soweit darauf eingetreten wird.
3. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 6'500.– festgesetzt.
4. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
5. Die Parteientschädigungen werden wettgeschlagen.
6. [Mitteilungssatz]
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7. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, 30 Tage]
Berufungsanträge:
des Beklagten, Widerklägers, Berufungsklägers und :
in der Berufungsbegründung (Urk. 36 S. 2):
"1. In Abänderung von Ziff. 5b des Scheidungsurteils des  Winterthur vom 12.02.2015 und unter Aufhebung von Ziff. 1 des Urteils des Bezirksgerichts Winterthur vom 01.03.2019 seien die Unterhaltsbeiträge des Berufungsklägers an den  folgendermassen festzusetzen, je zuzüglich allfälliger Familienzulagen:
- CHF 950 für die Zeit vom 01.04.2018 bis zum 28.02.2019 - CHF 1'420 für die Zeit vom 01.03.2019 bis zum 30.06.2019 - CHF 815 für die Zeit ab 01.07.2019 bis zum ordentlichen Ab-
schluss einer angemessenen Ausbildung des  im Sinn von Art. 277 Abs. 2 ZGB
2. Unter angemessenen Kosten- und Entschädigungsfolgen für das Verfahren vor dem Bezirksgericht Winterthur und für das  Berufungsverfahren je zuzüglich gesetzlicher Mwst zu  des Berufungsbeklagten."
in der Anschlussberufungsantwort (Urk. 44 S. 1f.):
"1. Die Anschlussberufung sei abzuweisen. 2. Unter angemessenen Kosten- und Entschädigungsfolgen für das
Verfahren vor dem Bezirksgericht Winterthur und für das  Berufungs- und Anschlussberufungsverfahren je zuzüglich gesetzlicher Mwst zu Lasten des Berufungsbeklagten bzw. des Anschlussberufungsklägers."
des Klägers, Widerbeklagten, Berufungsbeklagten und :
in der Berufungsantwort (Urk. 41 S. 2):
"1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen. 2. Unter Kostenfolge zuzüglich einer Umtriebsentschädigung zulas-
ten des Beklagten."
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in der Anschlussberufungsbegründung (Urk. 41 S. 2 und S. 6): "1. Es sei das Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am
Bezirksgericht Winterthur vom 1. März 2019, teilweise  und sei der Beklagte zu verpflichten, bis 30. September 2019 Unterhaltsbeiträge im Betrag von CHF 2'293 (zuzüglich ) und ab dem 1. Oktober 2019 Unterhaltsbeiträge im Betrag von CHF 1'405 (zuzüglich Ausbildungszulagen) zu .
2. Es seien die Gerichtskosten für das erstinstanzliche Verfahren vollumfänglich dem Beklagten aufzuerlegen.
Alles unter Kostenfolge zuzüglich einer Umtriebsentschädigung  des Beklagten."

Considerations:
Erwägungen:
I.
1. Der Kläger, Widerbeklagte, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungs-
kläger (fortan Kläger) wurde am tt. November 1997 als Sohn der D._ und des
Beklagten, Widerklägers, Berufungsklägers und Anschlussberufungsbeklagten
(fortan Beklagter) geboren. Mit Scheidungsurteil des Einzelgerichts im ordentli-
chen Verfahren am Bezirksgericht Winterthur vom 12. Februar 2015 wurde die
Ehe zwischen dem Beklagten und der Mutter des Klägers (zum zweiten Mal) ge-
schieden (Urk. 10/2 S. 2, Dispositiv-Ziffer 1). Der Beklagte wurde verpflichtet, dem
Kläger bis zum Abschluss einer ordentlichen Ausbildung monatliche Unterhalts-
beiträge von Fr. 1'405.– zuzüglich Ausbildungszulagen von dazumal Fr. 365.– zu
bezahlen. Die Unterhaltsbeiträge wurden gerichtsüblich indexiert (Dispositiv-Ziffer
5.b). Zwischenzeitlich ist der Kläger volljährig geworden. Mit Eingabe vom 9. No-
vember 2017 beantragte er eine Erhöhung der mit Scheidungsurteil festgesetzten
Unterhaltsbeiträge (vgl. Urk. 1 S. 1f.). Betreffend den Verlauf des erstinstanzli-
chen Verfahrens kann auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl.
Urk. 37 S. 4f.). Mit Urteil vom 1. März 2019 fällte die Vorinstanz den eingangs an-
geführten Entscheid. Sie verpflichtete den Beklagten, dem Kläger in Abänderung
von Ziff. 5b) des Urteils des Bezirksgerichts Winterthur vom 12. Februar 2015 ab
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dem 1. März 2019 bis zum 31. [recte: 30.] Juni 2019 einen monatlichen Unter-
haltsbeitrag von Fr. 2'293.– und ab dem 1. Juli 2019 bis zum Abschluss einer an-
gemessenen Ausbildung einen Beitrag von Fr. 1'273.–, je zuzüglich Ausbildungs-
zulagen, zu bezahlen (vgl. Urk. 37 S. 35, Dispositiv-Ziffer 1). Im Übrigen wies die
Vorinstanz sowohl die Haupt- als auch die Widerklage ab, soweit sie darauf ein-
trat (Dispositiv-Ziffer 2).
2. Der Beklagte hat gegen Dispositiv-Ziffer 1 des Urteils der Vorinstanz
rechtzeitig Berufung mit den eingangs angeführten Begehren erhoben (Urk. 34;
Urk. 36). Er hat einen Kostenvorschuss von Fr. 2'500.– geleistet (Urk. 38;
Urk. 39). Die Berufungsantwort datiert vom 11. Juni 2019. Gleichentags erhob der
Kläger eine Anschlussberufung (Urk. 41). Unter dem 21. August 2019 erstattete
der Beklagte die "Anschlussberufungsantwort samt Replik" (Urk. 44). Zu den No-
ven in dieser Eingabe nahm der Kläger am 9. September 2019 Stellung (Urk. 47;
Urk. 48). Der Kläger leistete für die Anschlussberufung einen Kostenvorschuss
von Fr. 1'200.– (Urk. 47; Urk. 51).
3.1. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine un-
richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). In
der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau auf-
zuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten
als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das
setzt (im Sinne einer von Amtes wegen zu prüfenden Eintretensvoraussetzung)
voraus, dass der Berufungskläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet,
die er anficht, sich argumentativ mit diesen auseinandersetzt und mittels genü-
gend präziser Verweisungen auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Be-
hauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus
welchen Aktenstellen sich der geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll.
Die pauschale Verweisung auf frühere Vorbringen oder deren blosse Wiederho-
lung genügen nicht (vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_751/2014 vom
28.5.2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungs-
anforderungen entsprechenden Weise beanstandet wird, braucht von der
Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von of-
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fensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen
zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erst-
instanzlichen Entscheid erhoben werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4
m.w.Hinw.; BGer 5A_111/2016 vom 6.9.2016, E. 5.3). Die Berufungsantwort hat
die gleichen Begründungsanforderungen zu erfüllen wie die Berufung. Der Beru-
fungsbeklagte, der in erster Instanz (teilweise) obsiegt hat und eine Gutheissung
der Berufung befürchten muss, ist daher gehalten, eine allfällige unrichtige
Rechtsanwendung sowie ihm nachteilige Sachverhaltsfeststellungen formgerecht
zu rügen (vgl. hierzu BGer 4A_496/2016 vom 8.12.2016, E. 2.2.2 m.Hinw.). Für
die Anschlussberufungsbegründung sowie die Anschlussberufungsantwort gelten
dieselben Anforderungen.
3.2. Abgesehen von offensichtlichen Mängeln hat sich das Berufungsgericht
grundsätzlich auf die Beurteilung der in der Berufung und Berufungsantwort ge-
gen das erstinstanzliche Urteil erhobenen Beanstandungen zu beschränken. Die
Rügen der Parteien geben mithin das Prüfungsprogramm der Berufungsinstanz
vor; der angefochtene Entscheid ist grundsätzlich nur auf die gerügten Punkte hin
zu überprüfen. In rechtlicher Hinsicht ist das Berufungsgericht, in Anwendung des
Grundsatzes iura novit curia, bei dieser Prüfung jedoch weder an die Erwägungen
der ersten Instanz noch an die mit den Rügen vorgetragenen Argumente der Par-
teien gebunden. In tatsächlicher Hinsicht ist es nicht an die Feststellungen des
erstinstanzlichen Gerichts gebunden, auch wenn mangels entsprechender Sach-
verhaltsrügen der Parteien im Berufungsverfahren der erstinstanzliche Entscheid
nach dem Gesagten in der Regel als Grundlage des Rechtsmittelverfahrens dient
(BGE 144 III 394 E. 4.1.4 m.Hinw. auf BGE 142 III 413 E. 2.2.4 und weitere Ent-
scheide). Das Berufungsgericht kann die Rügen der Parteien folglich auch mit
abweichenden Erwägungen gutheissen oder abweisen (sog. Motivsubstitution;
BGer 2C_124/2013 vom 25.11.2013, E. 2.2.2; für das Verfahren vor Bundesge-
richt: BGE 138 III 537 E. 2.2 und BGE 137 III 385 E. 3).
3.3. Im Berufungsverfahren sind neue Tatsachenvorbringen und Beweismit-
tel nur zulässig, wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz
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vorgebracht werden konnten (und ohne Verzug vorgebracht werden; Art. 317
Abs. 1 ZPO).
4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-35). Auf die Aus-
führungen der Parteien wird nachfolgend nur soweit für die Entscheidfindung not-
wendig eingegangen.
II.
1. Zur Frage der Aktivlegitimation des volljährigen Klägers sowie der zur
Anwendung gelangenden Verfahrensart (ordentliches Verfahren) kann auf die zu-
treffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden. Zum besseren Ver-
ständnis sei angeführt, dass es vorliegend nicht um die erstmalige Festlegung von
Unterhaltbeiträgen, sondern vielmehr um die Abänderung der mit Scheidungsur-
teil vom 12. Februar 2015 auf Fr. 1'405.– pro Monat zuzüglich Ausbildungszula-
gen von dazumal Fr. 365.– festgesetzten Beiträge geht. Es gelangen die Ver-
handlungs- und die Dispositionsmaxime (Art. 55 Abs. 1 ZPO und Art. 58 Abs. 1
ZPO) zur Anwendung (vgl. Urk. 37 S. 5, Allgemeines).
2. Die Eltern haben für den Unterhalt des Kindes aufzukommen (Art. 276
Abs. 1 ZGB). Die Unterhaltspflicht der Eltern dauert bis zur Volljährigkeit des Kin-
des (Art. 277 Abs. 1 ZGB). Hat das volljährige Kind noch keine angemessene
Ausbildung abgeschlossen, so haben die Eltern gemäss Art. 277 Abs. 2 ZGB,
soweit es ihnen nach den gesamten Umständen zugemutet werden kann, für sei-
nen Unterhalt aufzukommen, bis eine entsprechende Ausbildung ordentlicher-
weise abgeschlossen werden kann. Eine Abänderung von gerichtlich festgesetz-
ten Kinderunterhaltsbeiträgen kann erfolgen, wenn sich die Verhältnisse erheblich
verändert haben (Art. 286 Abs. 2 ZGB; vgl. hierzu BGer 5A_68/2016 vom
2.03.2016, E. 3.4).
3. Der Kläger wurde am 27. November 2017 volljährig. Nach der obligatori-
schen Schulzeit hatte er bei der Firma E._ in Winterthur eine Lehre als De-
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tailhandelsfachmann begonnen, diese jedoch nicht abgeschlossen. Im Februar
2017 hat der Kläger an der C._ den Lehrgang zur Erreichung der schweizeri-
schen gymnasialen Maturität begonnen. Die Vorinstanz sah die vom Kläger ge-
wählte Ausbildung zum Erwerb der Maturität an der C._ mit der Absicht, an-
schliessend ein Informatikstudium an der ETH oder der Universität Zürich (Ba-
chelor in Information und Cybersecurity) zu absolvieren, als eine seinen Fähigkei-
ten angemessene Ausbildung im Sinne von Art. 277 ZGB an (Urk. 37 S. 9ff.). Sie
kam zum Schluss, dass es dem Beklagten in persönlicher Hinsicht zumutbar sei,
Volljährigenunterhalt zu leisten (Urk. 37 S. 15ff.). Mit Bezug auf die finanziellen
Verhältnisse legte die Vorinstanz das Einkommen des Beklagten auf monatlich
Fr. 11'490.– netto fest (Urk. 37 S. 20). Sie berücksichtigte beim Beklagten einen
Bedarf von Fr. 7'104.– pro Monat (Urk. 37 S. 21) und schloss auf einen monatli-
chen Überschuss von Fr. 4'386.– (Urk. 37 S. 23). Den Bedarf des Klägers setzte
die Vorinstanz bis Ende Februar 2019 auf Fr. 2'458.– und ab März 2019 auf
Fr. 3'258.– fest (Urk. 37 S. 23ff.). Sie rechnete dem Kläger ab dem 1. Juli 2019
ein Einkommen von Fr. 1'020.– netto pro Monat an (Urk. 37 S. 26ff.) und sah ei-
nen monatlichen Beitrag der Mutter des Klägers an dessen Unterhalt von
Fr. 600.– als angemessen an (Urk. 37 S. 29f.). Die Vorinstanz machte folgende
Unterhaltsberechnung (Urk. 37 S. 31):
bis Februar 2019 ab März 2019 ab Juli 2019
Bedarf des Klägers Fr. 2'458.– Fr. 3'258.– Fr. 3'258.–
./. Unterhaltsleistung
Mutter
Fr. 600.– Fr. 600.– Fr. 600.–
./. Ausbildungszulagen Fr. 365.– Fr. 365.– Fr. 365.–
./. Eigenversorgungskapa-
zität
Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 1'020.–
= Unterhaltsanspruch Fr. 1'493.– Fr. 2'293.– Fr. 1'273.–
Sie erwog, für die Zeit bis Februar 2019 würden keine wesentlich veränderten
Verhältnisse vorliegen, die eine Abänderung der Kinderunterhaltsbeiträge gemäss
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Scheidungsurteil rechtfertigen würden. Von wesentlich veränderten Verhältnissen
im Sinne von Art. 286 ZGB sei erst für die Zukunft, mithin ab dem 1. März 2019
auszugehen. Entsprechend verpflichtete sie den Beklagten, dem Kläger in Abän-
derung von Ziffer 5.b) des Urteils des Bezirksgerichts Winterthur vom 12. Februar
2015 ab dem 1. März 2019 bis zum 31. [recte: 30.] Juni 2019 einen Unterhaltsbei-
trag von Fr. 2'293.– und ab dem 1. Juli 2019 bis zum Abschluss einer angemes-
senen Ausbildung einen Beitrag von Fr. 1'273.–, je zuzüglich Ausbildungszulagen,
zu bezahlen (vgl. Urk. 37 S. 35, Dispositiv-Ziffer 1).
4.1. Der Kläger rügt mit der Anschlussberufung eine Verletzung der Disposi-
tionsmaxime. Er habe mit seiner Klage Unterhaltsbeiträge von Fr. 2'520.– bis En-
de Februar 2019 und von Fr. 3'295.– ab dem 1. März 2019 beantragt. Der Beklag-
te habe im Hauptantrag die Abweisung der Klage beantragt (womit die mit Schei-
dungsurteil vom 12. Februar 2015 festgelegten Unterhaltsbeiträge während der
Erstausbildung weiterhin geschuldet wären) bzw. widerklageweise die Aufhebung
der (im Scheidungsverfahren festgelegten) Unterhaltsbeiträge für die Zeit, wäh-
rend der er, der Kläger, keiner Ausbildung nachgehe (d.h. bis er mit der vom Be-
klagten bevorzugten Lehre beginne [lit. a] bzw. bis er seinen Erfolg im Rahmen
der C._-Ausbildung nachweise [lit. b]). Für die Zeit, während der eine Ver-
pflichtung zur Leistung von Unterhaltsbeiträgen bestehe, habe der Beklagte bean-
tragt, dass die gemäss Ziffer 5.b) des Scheidungsurteils vom 12. Februar 2015
festgelegten Unterhaltsbeiträge wieder aufleben würden. Eine betragsmässige
Anpassung bzw. namentlich eine Festlegung von reduzierten Unterhaltsbeiträgen
während seiner Ausbildung habe der Beklagte im Rahmen des vorinstanzlichen
Verfahrens nicht beantragt, womit bei Feststellen einer entsprechenden Verpflich-
tung des Beklagten die monatlichen Unterhaltsbeiträge mindestens den im Schei-
dungsurteil vom 12. Februar 2015 zugesprochenen Fr. 1'405.– zuzüglich Ausbil-
dungszulagen entsprechen müssten (Urk. 41 S. 5f.).
4.2. Der Beklagte beruft sich darauf, er habe mit Ziffer 2.a) der Widerklage
die vollständige Aufhebung der Unterhaltsbeiträge für die Dauer der Ausbildung
des Klägers an der C._ verlangt (Urk. 44 S. 7).
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4.3.1. Der Beklagte hat vor Vorinstanz folgendes Widerklagehauptbegehren
gestellt (Urk. 15 S. 2 Ziffer 2.a):
"In Abänderung von Ziff. 5b des Scheidungsurteils des Bezirksgerichts  vom 12.02.2015 seien die Unterhaltsbeiträge an den Kläger für die Zeit ab 01.04.2018 aufzuheben bis zum Ersten des Monats, in welchem der Kläger eine Berufslehre beginnt und für so lange, wie er diese Lehre und  eine darauf aufbauende höhere Ausbildung absolviert, was der Kläger dem Beklagten zu Beginn eines jeden Semesters mit Urkunde anzeigt,  der Beklagte berechtigt zu erklären sei, die Zahlung der  bis zum genannten Nachweis einzustellen."
Das Rechtsbegehren enthält insoweit einen Widerspruch, als der Beklagte die
Aufhebung der Unterhaltsbeiträge gemäss Scheidungsurteil beantragt, bis der
Kläger die von ihm angestrebte Berufslehre beginnt. In der Folge soll nach dem
Wortlaut des Begehrens die Pflicht jedoch für solange aufgehoben bleiben, als
sich der Kläger effektiv in dieser Lehre bzw. in einer darauf aufbauenden höheren
Ausbildung befindet. Diese Formulierung ist nicht klar bzw. ergibt keinen Sinn.
Hingegen ist zur Auslegung eines Rechtsbegehrens dessen Begründung heran-
zuziehen (vgl. BGE 136 IV 131 E. 1.2; BGer 5A_129/2019 vom 10.5.2019, E. 1.2).
4.3.2. Der Beklagte hat mit der "Klageantwort" vom 17. Januar 2018 sowohl
die beantragte Abweisung der klägerischen Klagebegehren als auch seine Wider-
klagebegehren begründet (Urk. 8). Er führte unter anderem aus, der Kläger ab-
solviere zur Zeit gegen seinen Willen - des Beklagten - eine Ausbildung bei der
C._ im Selbststudium mit dem Ziel, die Maturität zu erlangen. Er sei in keiner
Weise in diese Entscheidfindung mit einbezogen worden. Er sei immer davon
ausgegangen, der Kläger würde die am 17. August 2015 angefangene Lehre zu
Ende führen. Im Weiteren folgten Ausführungen zur Angemessenheit des vom
Kläger eingeschlagenen Ausbildungswegs (vgl. Urk. 8 S. 4ff.). Sodann berief sich
der Beklagte darauf, es sei dem Kläger bei Absolvierung des C._-Lehrgangs
während der gesamten Studiendauer möglich, 80% zu arbeiten und damit ein
Einkommen von Fr. 3'248.– netto pro Monat zu realisieren. Mit Fr. 3'248.– netto
pro Monat zuzüglich Unterhaltsbeiträgen von Fr. 1'405.– und den Ausbildungszu-
lagen habe der Kläger ein ausreichendes Einkommen, um seinen Unterhalt zu
decken. Der Beklagte machte im Weiteren Ausführungen zum Bedarf des Klägers
und kam zum Schluss, der vom Kläger geltend gemachte Bedarf sei bei weitem
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gedeckt. Folglich sei nicht nur die Klage abzuweisen, sondern es sei die Wider-
klage, welche er gestützt auf Art. 224 Abs. 1 ZPO erhebe, gutzuheissen. Falls das
Gericht dem Kläger aus irgend einem Grund kein hypothetisches Einkommen in
der "genannten" Höhe anrechne, so der Beklagte weiter, sei der Unterhaltsbeitrag
gemäss Scheidungsurteil a maiore minus zu reduzieren. Das hypothetische Ein-
kommen sei dem Kläger für die Zeit ab dem 1. April 2018 anzurechnen. Demnach
seien die Unterhaltsbeiträge für die Zeit ab dem 1. April 2018 aufzuheben. Selbst-
redend lebe die Unterhaltspflicht für die Zeit ab dem 1. April 2018 ab dem ersten
Tag des Monats, in welchem der Kläger eine Berufslehre beginne und für so lan-
ge wieder auf, wie er diese Lehre und allenfalls eine darauf aufbauende höhere
Ausbildung tatsächlich absolviere. Wenn also der Kläger die Lehre oder eine da-
rauf aufbauende Ausbildung wieder abbreche, solle der Unterhaltbeitrag wieder
entfallen, d.h. der Kläger solle diesfalls durch Arbeit für seinen Lebensunterhalt
aufkommen (Urk. 8 S. 7f.).
4.3.3. Aus den angeführten Behauptungen erhellt, dass der Beklagte mit der
Widerklage die vollständige Aufhebung der Unterhaltsbeiträge für solange bean-
tragte, als der Kläger keine Lehre absolviert. Diese Aufhebung beantragte er un-
abhängig davon, ob das Gericht den vom Kläger eingeschlagenen Ausbildungs-
weg als angemessene Erstausbildung anerkennt oder nicht. Folglich hat die Vor-
instanz die Dispositionsmaxime nicht verletzt, indem sie die Unterhaltsbeiträge
des Klägers ab dem 1. Juli 2019 auf Fr. 1'273.– reduzierte. Ebenso erweisen sich
die vom Beklagten in der Berufung gestellten Anträge als zulässig (vgl. Urk. 36
S. 2; Urk. 41 S. 8).
5.1. Unangefochten blieb die Leistungsfähigkeit des Beklagten von
Fr. 4'386.– pro Monat (Urk. 36 S. 3; Urk. 37 S. 23; Urk. 41) und die Schlussfolge-
rung der Vorinstanz, dass damit dem Beklagten die Leistung von Volljährigenun-
terhalt in finanzieller Hinsicht zumutbar sei (Urk. 37 S. 23). Gemäss höchstrichter-
licher Rechtsprechung schreibt das Gesetz keine Methode zur Berechnung des
Volljährigenunterhalts vor. Die Berechnung ist nach Recht und Billigkeit vorzu-
nehmen (BGer 5A_481/2016 vom 2.9.2016, E. 2.1 m.Hinw.). Dem Gericht steht
ein grosses Ermessen zu.
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5.2.1. Die Vorinstanz hat im Bedarf des Klägers, welchen sie "unter Berück-
sichtigung der veränderten Verhältnisse" bis Ende Februar 2019 auf Fr. 2'458.–
und ab dem 1. März 2019 auf Fr. 3'258.– festsetzte, einen Grundbetrag von
Fr. 1'100.– eingesetzt (Urk. 37 S. 23f.). Der Beklagte rügt, gemäss den Richtlinien
für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums der Verwal-
tungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich vom 16. September 2009
(fortan Kreisschreiben) sei für Kinder über 10 Jahren ein Grundbetrag von
Fr. 600.– einzusetzen. Dieser Betrag gelte gemäss Kreisschreiben ausdrücklich
auch für volljährige Kinder bis zum Abschluss der Ausbildung im Sinne von
Art. 277 Abs. 2 ZGB, wenn diese in Hausgemeinschaft mit einem Elternteil lebten.
Der Kläger lebe mit seiner Mutter zusammen (Urk. 36 S. 2).
5.2.2. Der Kläger ist volljährig und ledig. Umstritten ist, ob und allenfalls für
wie lange er noch zusammen mit seiner Mutter in der vormals ehelichen Liegen-
schaft wohnt (vgl. Urk. 44 S. 3; Urk. 46; Urk. 48 S. 3), sowie, ob er tatsächlich, wie
von ihm im zweitinstanzlichen Verfahren neu vorgebracht, beabsichtigt, in eine
Wohngemeinschaft zu ziehen (Urk. 41 S. 4 und 6). Hingegen müssen diese Fra-
gen nicht abschliessend beurteilt werden (vgl. nachfolgend II./E. 5.2.3ff.), und es
kann offenbleiben, inwieweit es sich dabei um zulässige Noven handelt. Ebenso
wenig ist zu prüfen, ob es für den Kläger weiterhin zumutbar wäre, bei seiner Mut-
ter zu leben (vgl. Urk. 44 S. 3f.).
5.2.3. Gemäss Kreisschreiben ist für einen alleinstehenden Schuldner, wel-
cher in einer Haushaltsgemeinschaft mit erwachsenen Personen lebt, ein Grund-
betrag von Fr. 1'100.– einzusetzen (Kreisschreiben II./1.1). Für den Unterhalt der
Kinder, die im gemeinsamen Haushalt des Schuldners leben, ist für jedes Kind im
Alter von 10 bis 18 Jahren bzw. bis zum Abschluss der Erstausbildung im Sinne
von Art. 277 Abs. 2 ZGB ein Betrag von (zusätzlich) Fr. 600.– zu berücksichtigen
(II./4.). Der Kinderzuschlag bezieht sich in erster Linie auf unmündige Kinder und
in zweiter Linie auf volljährige Kinder bis zum Abschluss der Schul- oder Lehraus-
bildung. Hingegen hat der Zuschlag nicht den Unterhalt eines Kindes während
des Studiums im Auge (vgl. BGer 5C.150/2005 vom 11.10.2005, E. 4.2.2). Der
Richter darf die Richtlinien zu Art. 93 SchKG als Ausgangspunkt zur Bestimmung
- 15 -
des Notbedarfs nehmen. Hingegen ist er nicht daran gebunden (vgl. BGer
5A_481/2016 vom 2.9.2016, E. 2.2.1).
5.2.4. Der Kläger befindet sich derzeit noch in einer schulischen Ausbildung
(Lehrgang zur Erlangung der Maturität). Dabei handelt es sich aber nicht um den
üblicherweise direkt im Anschluss an die Grundschule eingeschlagenen Ausbil-
dungsweg via ein staatliches Gymnasium. Vielmehr hat der Kläger die obligatori-
sche Schulzeit nach elf Jahren (ein Jahr Repetition und ein Jahr Privatschule;
Urk. 8 S. 4f.; Urk. 13 Rz 20ff.) mit der Sekundarschule B abgeschlossen. Hernach
begann er im Sommer 2015 die Lehre bei E._ in Winterthur als Detailhan-
delsfachmann (Lehrvertrag vom 12. Februar 2015; Urk. 10/8). Mit Verfügung vom
6. März 2017 wurde der Lehrvertrag vom Mittelschul- und Berufsbildungsamt auf-
gehoben (Urk. 10/8). Bereits im Februar 2017 hatte sich der Kläger für den
C._-Lehrgang eingeschrieben (Urk. 4/3). Der Kläger hat sich damit mit neun-
zehneinhalb Jahren nochmals auf den schulischen Weg zurück begeben, mit dem
Ziel, im Anschluss an die Erlangung der Maturität ein Studium bis zum Bachelor
zu absolvieren. Die vorinstanzliche Schlussfolgerung, dass es sich beim nunmehr
vom Kläger eingeschlagenen Weg um eine angemessene Ausbildung im Sinne
von Art. 277 Abs. 2 ZGB handelt (vgl. Urk. 36; Urk. 37 S. 9ff.), wird nicht bean-
standet. Der Kläger wird somit bei erfolgreicher Verfolgung seines Ziels noch vo-
raussichtlich für (mindestens) sechseinhalb Jahre ab Beginn des C._-
Lehrgangs (dreieinhalb Jahre C._ und drei Jahre Bachelorstudium) im Feb-
ruar 2017 und damit bis weit ins Jahr 2023 hinein auf Unterhaltszahlungen ange-
wiesen sein. Der Kläger war im Zeitpunkt der Wiederaufnahme seiner schulischen
Laufbahn bereits volljährig, weshalb er alle Möglichkeiten auszuschöpfen hat, um
seinen Unterhalt während der Ausbildung nach Möglichkeit selbst zu bestreiten
(vgl. BGE 114 II 205 E. 3c). Dies kann dadurch geschehen, dass er durch die Er-
zielung eines eigenen Verdienstes bestmöglich an die Deckung seiner Kosten
beiträgt. Geht er keiner Erwerbstätigkeit nach, hat er seine Ausgaben auf das
Notwendigste zu beschränken. Es erscheint daher angemessen, im Bedarf des
Klägers bis zum Zeitpunkt, in welchem er eine Erwerbstätigkeit aufnimmt bzw.
ihm ein hypothetisches Einkommen angerechnet wird, einen Grundbetrag von
Fr. 600.– einzusetzen. Der Kläger begründet seinen Widerstand gegen die Re-
- 16 -
duktion des Grundbetrages auf Fr. 600.– pro Monat denn auch grundsätzlich da-
mit, dass er beabsichtige, in eine Wohngemeinschaft zu ziehen (Urk. 41 S. 6), al-
so damit, dass er die Haushaltsgemeinschaft mit seiner Mutter inskünftig auflösen
wird. Er zeigt nicht auf, inwieweit er während des Zusammenlebens mit seiner
Mutter effektiv höhere notwendige Auslagen als Fr. 600.– pro Monat für Nah-
rungsmittel, Anschaffung von Kleidern etc. hatte. Der Kläger lebte von Februar
2017 bis (zumindest) 1. Juli 2019, dem Zeitpunkt, in welchem ihm die Vorinstanz
einen Eigenverdienst von Fr. 1'020.– pro Monat anrechnete (Urk. 37 S. 26ff.), in
einer Haushaltsgemeinschaft mit seiner Mutter. Für diese Zeitspanne ist in sei-
nem Bedarf ein Grundbetrag von Fr. 600.– einzusetzen.
5.2.5. Vom Kläger wird jedoch, was im Grundsatz unangefochten blieb (vgl.
nachfolgend II./E. 5.3), bereits während der Ausbildungszeit an der C._ (und
nicht erst ab dem voraussichtlichem Studienbeginn) verlangt, dass er ein eigenes
Einkommen von Fr. 1'020.– pro Monat erzielt. Dieses Einkommen wird in vollem
Umfang in die Berechnung der Unterhaltsbeiträge miteinbezogen (Urk. 37
S. 26ff.). Wird in einem Scheidungsverfahren der Unterhaltsbeitrag für ein Kind
über dessen Mündigkeit hinaus festgesetzt, belässt man den Grundbetrag in der
Regel bei Fr. 600.–. Praxisgemäss wird diesfalls aber vom Lehrlingslohn nur ein
Drittel als Einkommen angerechnet. Die restlichen zwei Drittel stehen dem volljäh-
rigen Lehrling zur freien Verfügung und ermöglichen es ihm, die mit zunehmen-
dem Alter steigenden Ausgaben für Kleider, Nahrungsmittel, Ferien, Ausgang etc.
abzudecken. Entsprechend wurden die Unterhaltsbeiträge des Klägers im Schei-
dungsurteil vom 12. Februar 2015 mit fortschreitender Dauer der Lehre nicht re-
duziert. Vor diesem Hintergrund erscheint es sachgerecht, beim Kläger unabhän-
gig davon, ob er (inskünftig) mit seiner Mutter zusammenleben wird, ab Aufnahme
einer (hypothetischen) Erwerbstätigkeit per 1. Juli 2019 (vgl. nachfolgend
II./E. 5.3.1) einen Grundbetrag von Fr. 1'100.– einzusetzen.
5.2.6. Damit ist beim Kläger ab dem 1. April 2018 bis zum 28. Februar 2019
von einem Bedarf von Fr. 1'958.– (Fr. 2'458.– - Fr. 500.–), ab dem 1. März 2019
bis zum 30. Juni 2019 von einem Bedarf von Fr. 2'758.– (Fr. 3'258.– - Fr. 500.–)
und ab dem 1. Juli 2019 von einem Bedarf von Fr. 3'258.– auszugehen.
- 17 -
5.3.1. Dem Kläger stehen Ausbildungszulagen von monatlich Fr. 365.– zu
(Urk. 37 S. 26). Sodann rechnete ihm die Vorinstanz - wie bereits erwähnt - ab
dem 1. Juli 2019 bei einem Arbeitspensum von 10 Stunden ein Einkommen von
netto Fr. 1'020.– pro Monat an (Urk. 37 S. 26ff.). Der Kläger macht mit der An-
schlussberufung geltend, er werde seine Mutter beim Umzug und beim Räumen
der Liegenschaft unterstützen, weshalb er vor Ende Sommer keine Erwerbstätig-
keit aufnehmen könne. Es sei ihm bis Ende September 2019 keine Erwerbstätig-
keit anzurechnen (Urk. 41 S. 4f.).
5.3.2. Es ist diesbezüglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz
zur Eigenversorgungskapazität des Klägers zu verweisen (Urk. 37 S. 26ff.), wel-
che nicht beanstandet werden. Es steht dem Kläger frei, seine Mutter in seiner
Freizeit bei deren Umzug zu unterstützen. Hingegen rechtfertigt dies nicht, ihm
eine weiterreichende Übergangsfrist zuzugestehen. Dem Kläger ist ab dem 1. Juli
2019 ein Einkommen von netto Fr. 1'020.– pro Monat anzurechnen.
6.1. Damit ist von folgendem Unterhaltsbedarf des Klägers auszugehen:
bis Februar 2019 ab März 2019 ab Juli 2019
Bedarf des Klägers Fr. 1'958.– Fr. 2'758.– Fr. 3'258.–
./. Ausbildungszulagen Fr. 365.– Fr. 365.– Fr. 365.–
./. Eigenversorgungskapa-
zität
Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 1'020.–
= Unterhaltsbedarf Fr. 1'593.– Fr. 2'393.– Fr. 1'873.–
Bei volljährigen Kindern sind im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit
beide Elternteile in gleicher Weise dazu verpflichtet, sie finanziell zu unterstützen.
Eine solidarische Haftung der Eltern besteht nicht. Entsprechend kann der Kläger
vom Beklagten nur jenen Teil an seinen Unterhalt verlangen, der auf diesen ent-
fällt (vgl. BGer 5A_643/2015 vom 15.3.2016, E. 7.1).
6.2.1. Die Leistungsfähigkeit des Beklagten beträgt, wie bereits erwähnt,
Fr. 4'386.– pro Monat. Zur Leistungsfähigkeit der Mutter des Klägers erwog die
- 18 -
Vorinstanz, diese habe vom 18. Juli 2016 bis zum 31. Dezember 2016 einen Net-
tolohn von Fr. 17'609.95 erzielt, was theoretisch auf das ganze Jahr hochgerech-
net einen Betrag von Fr. 38'421.70 bzw. Fr. 3'201.80 monatlich ausmache. Im
Jahr 2017 habe sie nachweislich Fr. 30'926.80 verdient und damit Fr. 2'577.20
pro Monat. Weiter sei belegt, dass das Arbeitsverhältnis der Mutter des Klägers
mit dem damaligen Arbeitgeber per 30. November 2017 aufgelöst worden sei und
dass sie für die Zeit vom 10. Oktober 2017 bis zum 12. Dezember 2017 sowie
vom 1. Februar 2018 bis zum 30. April 2018 zu 100% arbeitsunfähig gewesen sei.
Ebenso ergebe sich aus dem Scheidungsurteil, dass der Beklagte ihr derzeit ei-
nen persönlichen Unterhalt von Fr. 3'000.– monatlich bezahle. Unbesehen der
Frage, ob der Mutter des Klägers ein hypothetisches Einkommen anzurechnen
sei oder sie Kranken- oder Arbeitslosentaggelder beziehen könnte, so die Vorin-
stanz weiter, ergebe sich nach dem Gesagten, dass sich ihre eigene Leistungsfä-
higkeit jedenfalls auf rund Fr. 3'000.– monatlich beschränke. Unter Berücksichti-
gung der Unterhaltszahlungen des Beklagten vermöge sie sich - wenn auch in ge-
ringem Umfang - am Unterhalt des Klägers zu beteiligen. Faktisch tue sie dies be-
reits heute, indem sie dem Kläger Kost und Logis biete. Der Kläger habe nie be-
hauptet, dass er seiner Mutter für seinen Anteil an den Wohnkosten oder weiteren
Lebenshaltungskosten etwas abgeben müsse. Unter Berücksichtigung der dem
Kläger eingerechneten Bedarfspositionen sei davon auszugehen, dass die Mutter
des Klägers diesen bereits mit einem Betrag von rund Fr. 600.– monatlich unter-
stütze, was ihren Verhältnissen angemessen erscheine (Urk. 37 S. 30).
6.2.2. Aus diesen Erwägungen erhellt, dass die Vorinstanz, entgegen der
Ansicht des Beklagten, die Leistungsfähigkeit der Mutter des Klägers nicht mit
Fr. 3'000.– veranschlagte (vgl. Urk. 36 S. 3 m.Hinw. auf Urk. 37 S. 23 und 30).
Vielmehr ging sie von einem möglichen Eigenverdienst der Mutter in diesem Um-
fange aus und legte deren Leistungsfähigkeit auf Fr. 600.– fest. Folglich rechtfer-
tigt es sich nicht, den Unterhaltsanspruch des Klägers zwischen seinen Eltern im
Verhältnis 4'386 : 3'000 aufzuteilen (vgl. Urk. 36 S. 3).
6.3.1. Weiter rügt der Beklagte, die Vorinstanz habe richtig ausgeführt, dass
der Kläger seiner Mutter "für Wohnkosten oder weitere Lebenshaltungskosten",
- 19 -
also Kost und Logis, nichts zahle (Urk. 37 S. 30). Auf Seite 24 ihres Urteils habe
die Vorinstanz dem Kläger einen Drittel der Wohnkosten von Fr. 1'800.– zuge-
rechnet, nämlich Fr. 600.–. Genau diese Fr. 600.– Wohnkosten habe sie auf Seite
31 als Unterhaltsleistung der Mutter betrachtet, dies im Widerspruch zu S. 30, wo
sie es für angemessen gehalten habe, dass die Mutter neben den Wohnkosten
auch für die Kost des Klägers aufkomme. Da vom Grundbetrag jeweils die Hälfte
für das Essen gedacht sei, müsste sich die Mutter - wenn man den Ausführungen
der Vorinstanz auf Seite 30 des Urteils folge - mit Fr. 900.– (Fr. 600.– Wohnkos-
ten und Fr. 300.– Kost) am Unterhalt des Klägers beteiligen. Diese Überlegung
habe keinen Niederschlag in Ziffer 5.4 (die Unterhaltsberechnung) der Urteilsbe-
gründung gefunden (Urk. 36 S. 3).
6.3.2. Mit dem Kläger ist davon auszugehen, dass die Vorinstanz den
Wohnkostenanteil von Fr. 600.– in seinem Bedarf auf die Zeit nach dem Auszug
von ihm und seiner Mutter aus der vormals ehelichen Liegenschaft in eine neue
Wohnung bezieht (Urk. 37 S. 24; Urk. 41 S. 6). Zu den bisherigen Wohnkosten
der Mutter und des Klägers hat sich die Vorinstanz nicht geäussert. Die im Bedarf
des Klägers ab dem 1. April 2018 eingesetzten Fr. 600.– rügt keine Partei, wes-
halb sie Bestand haben, auch wenn sich der Auszug aus der vormals ehelichen
Liegenschaft offensichtlich verzögert hat. In ihren Erwägungen zur Leistungsfä-
higkeit der Mutter verwies die Vorinstanz zwar auf die beim Kläger "eingerechne-
ten Bedarfspositionen", ohne jedoch explizit auf die Positionen "Grundbetrag" und
"Wohnkosten" Bezug zu nehmen. Vielmehr taxierte sie die Unterstützung des
Klägers "mit einem Betrag von rund Fr. 600.– monatlich" als "ihren Verhältnissen
angemessen" (Urk. 37 S. 30). Der vom Beklagten angeführte Widerspruch ist da-
mit nicht gegeben. Der Beklagte leitet denn in der Berufungsbegründung aus sei-
ner Rüge auch nichts Konkretes ab, sondern rechnet mit dem vorgenannten Ver-
hältnis 4'386 : 3'000 (vgl. Urk. 36 S. 3f.). Da die Rüge nicht verfängt, kann offen-
bleiben, wie hoch der Wohnkostenanteil des Klägers in der vormals ehelichen
Liegenschaft tatsächlich war (vgl. Urk. 41 S. 4; Urk. 44 S. 5).
6.4. Nach dem Gesagten beträgt die Leistungsfähigkeit der Mutter des Klä-
gers für alle Phasen Fr. 600.–. Es ergibt sich ein ungedeckter Unterhaltsbedarf
- 20 -
des Klägers gegenüber dem Beklagten von Fr. 993.– (Fr. 1'593.– - Fr. 600.–) bis
zum 28. Februar 2019, von Fr. 1'793.– (Fr. 2'393.– - Fr. 600.–) vom 1. März 2019
bis zum 30. Juni 2019 und von Fr. 1'273.– (Fr. 1'873.– - Fr. 600.–) ab dem 1. Juli
2019 bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung, je zuzüglich die Aus-
bildungszulagen.
7.1. Der Beklagte rügt die dem Kläger von der Vorinstanz gewährte Über-
gangsfrist zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zum 1. Juli 2019 nicht (vgl.
Urk. 36 S. 3f.). Die Tatsache, dass unbestritten blieb, dass der Beklagte bereits
anlässlich der Schlichtungsverhandlung vom 23. Juni 2017 mit Nachdruck ein
80 %-Arbeitspensum des Klägers gefordert hatte, rechtfertigt damit nicht, "wenigs-
tens für die Zukunft unterhaltsmässig korrigierend" einzugreifen (vgl. Urk. 36 S. 5).
Zutreffend ist sodann, dass zwischen der Zustellung der Eingabe des Klägers
vom 16. Juli 2018 durch die Vorinstanz an den Beklagten (Urk. 28; Urk. 29) bis
zur Fällung des angefochtenen Entscheids am 1. März 2019 rund sieben Monate
vergingen. Doch kann dies selbstredend nicht zu einer Senkung des Unterhalts-
anspruchs des Klägers führen. Eine absichtliche Verzögerung des Verfahrens
durch den Kläger allein dadurch, dass die Widerklageduplik nicht zu Ende geführt
werden konnte, weil sein Rechtsvertreter am Nachmittag der auf den Morgen des
10. Aprils 2018 angesetzten Instruktions- und Hauptverhandlung einen anderen
Termin wahrnehmen musste (vgl. Prot. Vi S. 4ff. und S. 28), ist nicht ersichtlich
(vgl. Urk. 36 S. 5).
7.2.1. Gemäss dem Beklagten rechtfertigt sich die Reduktion der Unter-
haltsbeiträge auf das von ihm beantragte Mass, weil er vom Kläger keinerlei In-
formationen und schon gar keine Beweise dafür erhalte, ob dieser überhaupt
noch an der C._ eingeschrieben sei, ob er sich jemals an eine Zwischenprü-
fung angemeldet und ob er eine solche bestanden habe. Aus diesen und den "in
Ziff. 5 der Klageantwort genannten Gründen" liege ein Grenzfall für die persönli-
che Zumutbarkeit zur Zahlung von Unterhaltsbeiträgen an einen Volljährigen vor.
Anstelle der von der Vorinstanz verworfenen Aufhebung komme in solchen Fällen
auch eine Kürzung der Unterhaltsbeiträge in Frage. Im Rahmen der gestellten Be-
- 21 -
rufungsanträge dürfe auch dies ermessensweise in die Überlegungen einfliessen
(Urk. 36 S. 5).
In der Anschlussberufungsantwort und Replik vom 21. August 2019 brachte der
Beklagte in diesem Zusammenhang sodann neu vor, er habe mit E-Mail vom
27. Juni 2019 an den Kläger die direkte Frage gerichtet, ob er die obligatorische
Prüfung nach dem dritten Semester bestanden habe. Er habe keine Antwort er-
halten. Dies habe ihn dazu veranlasst, am 12. Juli 2019 dasselbe E-Mail mit ei-
nem handschriftlichen Kommentar zusätzlich noch per A-Post Plus zu versenden
und um Antwort bis zum 17. Juli 2019 zu bitten. Bis heute sei eine Antwort aus-
geblieben. Auch sonst habe der Kläger nie mehr auf Kontaktversuche oder Anfra-
gen seinerseits reagiert. Es werde daher immer fraglicher, ob die Zahlung von Un-
terhaltsbeiträgen für ihn, den Beklagten, überhaupt noch persönlich zumutbar sei
(Urk. 44 S. 6). Sodann führte der Beklagte an, die vom Kläger in der Berufungs-
antwort und Anschlussberufungsbegründung aufgeworfene Anschuldigung, er
habe von der Grossmutter väterlicherseits für die Enkel eingerichtete Konten bei
der UBS "geräumt" (vgl. Urk. 41 S. 8), belege, dass keinerlei Beziehung mehr
zwischen ihm und dem Kläger bestehe bzw. dass diese derart nachhaltig gestört
sei, dass eine Unterhaltszahlung eigentlich unzumutbar sei (Urk. 44 S. 10).
7.2.2. Nicht mehr zu hören ist die vom Beklagten erst in der Eingabe vom
21. August 2019 vorgenommene Konkretisierung, was genau für Gründe in Ziffer
5 der Klageantwort vorgetragen wurden (vgl. Urk. 44 S. 6f.). Diese Ausführungen
hätten bereits mit der Berufungsbegründung vorgebracht werden müssen. Sie
wurden nicht durch die Anschlussberufungsbegründung veranlasst. Eine unaufge-
forderte Replik dient nicht dazu, eine ungenügende Berufungsbegründung zu ver-
bessern bzw. zu ergänzen.
7.2.3. Die Vorinstanz erwog zur Frage der Zumutbarkeit in persönlicher Hin-
sicht, es sei unbestritten, dass die Parteien seit längerer Zeit keinen Kontakt pfle-
gen würden. Was letztendlich zum Kontaktabbruch geführt habe, könne nicht ab-
schliessend beurteilt werden. Aufgrund der konkreten Umstände könne immerhin
gesagt werden, dass das gestörte Verhältnis zwischen den Parteien zu einem
massgebenden Teil auf die seit Jahren vorherrschenden innerfamiliären Konflikte,
- 22 -
welche in erster Linie zwischen dem Beklagten und seiner Exfrau bzw. Mutter des
Klägers ausgetragen worden seien und noch immer würden, zurückzuführen sei.
Das Prozessverhalten beider Parteien lasse keinen anderen Schluss zu, als dass
das vorliegende Verfahren letztlich eine Fortsetzung des zwischen dem Beklagten
und seiner Exfrau zweimalig geführten Scheidungsverfahrens darstelle. Beide
Parteien versuchten, weitere Familienangehörige wie die Mutter des Klägers bzw.
Exfrau des Beklagten sowie den Bruder des Klägers in das Verfahren zu involvie-
ren. So gehe der Beklagte sogar davon aus, dass die Mutter des Klägers treiben-
de Kraft der Klage sei. Den Akten sei zu entnehmen, dass sich die Eltern des
Klägers, nachdem sie sich im Dezember 2010 hätten scheiden lassen und im Ap-
ril 2011 ein zweites Mal geheiratet hätten, im Februar 2012 erneut getrennt hätten
und sich schliesslich mit Urteil vom 12. Februar 2015 wiederum scheiden liessen.
Es sei aktenkundig, dass der Trennungs- und Scheidungsprozess der Eltern des
Klägers höchst konfliktbeladen gewesen sei und zumindest einmal einen Polizei-
einsatz erfordert habe. Bis zum heutigen Zeitpunkt sei der Konflikt zwischen den
Eltern des Klägers nicht abgeschlossen. Dass nach wie vor ungelöste familiäre
Konflikte vorherrschen und diese vor Gericht ausgetragen würden, ergebe sich
nicht zuletzt auch aus der neuerlichen Involvierung des Bruders des Klägers. Bei
dieser Ausgangslage erweise es sich als nachvollziehbar, dass sich der Kontakt
zwischen dem Kläger und dem Beklagten als schwierig und konfliktbeladen ge-
stalte. Dem Kläger alleine die Schuld dafür zu geben, sei aber verfehlt. Es könne
nicht angehen, ein Kind für einen von diesem nicht verarbeiteten Scheidungs-
schock (mit daraus resultierender Kontaktverweigerung auch nach Volljährigkeit)
durch Unterhaltsentzug büssen zu lassen und im Verhältnis von volljährigem Kind
und unterhaltspflichtigem Elternteil nach Jahren eine subtile Verschuldensabwä-
gung vorzunehmen. Wenn aber dem Kläger nicht die alleinige Schuld am Kon-
taktabbruch zukomme, falle ein Untergang der Unterhaltspflicht zufolge Unzumut-
barkeit ausser Betracht. Die Leistung von Volljährigenunterhalt sei nämlich nicht
bereits dann unzumutbar, wenn das Kind mit seinem Verhalten dazu beigetragen
habe, dass zwischen ihm und dem unterhaltspflichtigen Elternteil keine Beziehung
habe aufgebaut werden können, sondern nur wenn das Kind alleine für die feh-
lende Beziehung verantwortlich sei. Hiervon könne vorliegend keine Rede sein.
- 23 -
Auch die vom Beklagten ins Feld geführten Kontaktverweigerungen des Klägers
würden an dieser Einschätzung nichts ändern. Zum einen würden aus dem vom
Beklagten eingereichten "Aktenvermerk iS B._, geb. tt.11.1997" gerade ein-
mal vier Versuche des Beklagten zur Kontaktaufnahme mit dem Kläger hervorge-
hen. Sämtliche Kontaktversuche des Beklagten hätten demnach innerhalb von
eineinhalb Monaten im Sommer 2016 erfolgt sein sollen. Unabhängig davon, dass
es sich bei dem erwähnten Aktenvermerk um eine vom Beklagten verfasste Notiz
handle, weshalb diese eine blosse Parteibehauptung ohne Beweiswert darstelle,
erscheine der darin dokumentierte Effort eines Vaters in derart konfliktbeladenen
Familienverhältnissen als nicht besonders gross. Der intensiv geführte Schei-
dungskonflikt zwischen dem Beklagten und seiner Exfrau sei aktenkundig nicht
spurlos am Kläger vorbeigegangen, was es nachvollziehbar erscheinen lasse,
dass zwischen den Parteien eine Distanz entstanden sei, deren Überwindung ei-
nige Zeit in Anspruch nehmen werde. Fest stehe jedenfalls, dass der Kläger den
Kontakt zum Beklagten nicht aus einer Laune heraus verweigere. Von einer
schuldhaften Verletzung der familiären Pflichten, welche einen Unterhaltsentzug
rechtfertigen würde, könne daher keine Rede sein (Urk. 37 S. 17ff.). Weiter hielt
die Vorinstanz dafür, dass der Umstand, dass der Kläger den von ihm einge-
schlagenen Ausbildungsweg nicht mit dem Beklagten abgesprochen habe bzw.
der Beklagte damit nicht einverstanden zu sein scheine, keinen Untergang der
Unterhaltspflicht rechtfertige (Urk. 37 S. 19). Zusammenfassend erwog die Vorin-
stanz, dass der aktuell beeinträchtigte Kontakt eine Fortsetzung der elterlichen
und familiären Konflikte darstelle und die Verantwortung hierfür jedenfalls nicht
ausschliesslich dem Kläger zu übertragen sei. Es sei dem Beklagten daher in
persönlicher Hinsicht zumutbar, Volljährigenunterhaltsbeiträge zu bezahlen
(Urk. 37 S. 20).
7.2.4. Der Beklagte rügt die Ausführungen der Vorinstanz nicht, weshalb sie
Bestand haben. Aus ihnen erhellt, dass der fehlende Kontakt zwischen den Par-
teien nicht allein auf ein schuldhaftes Verhalten des Klägers zurückgeführt werden
kann. Zwischen den Parteien besteht ein sehr grosses Misstrauen. Sodann miss-
billigt der Beklagte offensichtlich den vom Kläger eingeschlagenen Ausbildungs-
weg. Für die Vorinstanz lag denn auch kein Grenzfall der Zumutbarkeit zur Be-
- 24 -
zahlung von Unterhaltsbeiträgen vor. An dieser Einschätzung ändert die Tatsa-
che, dass der Beklagte auf persönliche Anfragen beim Kläger hin keine Antwort
und damit auch keinerlei Informationen und Beweise dafür erhielt, ob der Kläger
noch an der C._ eingeschrieben ist, ob er sich jemals an eine Zwischenprü-
fung angemeldet und ob er eine solche bestanden hat, nichts. Für die Behaup-
tung, dass er, nachdem der Kläger die Frist vom 12. Juli 2019 verstreichen liess,
noch mehrmals vergebens versucht habe, mit dem Kläger Kontakt aufzunehmen,
bezeichnet der Beklagte keinerlei Beweismittel. Und selbst wenn sich der im An-
schlussberufungsverfahren vom Kläger erhobene Vorwurf, der Beklagte habe ein
für ihn von seiner Grossmutter eingerichtetes Konto bei der UBS geräumt, als
falsch erweisen würde, wäre nicht von einem Grenzfall, welcher (auch nur eine
Kürzung) der Unterhaltsbeiträge rechtfertigen würde, auszugehen. Diese An-
schuldigen sind im Rahmen des von der Vorinstanz geschilderten, sich fortset-
zenden familiären Konflikts zu sehen.
8.1. Eine Anpassung von Unterhaltsbeiträgen ist möglich, wenn sich die
Verhältnisse seit Rechtskraft des abzuändernden Entscheids wesentlich und dau-
erhaft geändert haben. Ob die Änderung erheblich ist, beurteilt sich nach gericht-
lichem Ermessen i.S.v. Art. 4 ZGB unter Würdigung aller massgeblichen Ge-
sichtspunkte, wie der Dauer, der Höhe des Beitrages etc. (vgl. BSK ZGB I-
Fountoulakis/Breitschmid, Art. 286 N 11a). Die Behauptungs- und Beweislast für
das Vorhandensein eines Aufhebungs- oder Abänderungsgrundes trifft den Ab-
änderungskläger, vorliegend damit den Kläger bzw. mit Bezug auf die Widerklage
den Beklagten (vgl. BGer 5A_893/2016 vom 30.6.2017, E. 2.3.1).
8.2.1. Der Kläger verlangte vor Vorinstanz eine Erhöhung der Unterhaltsbei-
träge gemäss Scheidungsurteil vom 12. Februar 2015 ab dem 1. Juli 2017 (vgl.
Urk. 19 S. 1; Urk. 37 S. 7). Zur Begründung brachte er vor, zufolge des Abbruchs
seiner Berufslehre und der Aufnahme des C._-Lehrganges weise er einen
gegenüber dem Zeitpunkt des Erlasses des Scheidungsurteils veränderten Bedarf
auf. Sodann sei ein "nebenberuflicher Arbeitserwerb" während der gesamten
C._-Ausbildung ausgeschlossen (Urk. 1 Rz 5ff.).
- 25 -
8.2.2. Der Beklagte beantragte widerklageweise die Aufhebung der Unter-
haltsbeiträge ab dem 1. April 2018. Zur Begründung brachte er vor, der Kläger
vermöge während des C._-Lehrganges seinen Bedarf durch einen erzielba-
ren Eigenverdienst von Fr. 3'248.– pro Monat zu decken (Urk. 8 S. 7f.). Zudem
berief sich der Beklagte darauf, dass er wieder geheiratet habe. Die Heirat habe
seine Leistungsfähigkeit gegenüber dem Zeitpunkt des Erlasses des Scheidungs-
urteils eingeschränkt (vgl. Urk. 8 S. 9; Prot. Vi S. 10f.).
8.3. Wie dargelegt, resultiert bis zum 28. Februar 2019 ein ungedeckter Un-
terhaltsbedarf des Klägers von Fr. 993.– pro Monat. Zu berücksichtigen ist jedoch,
dass dem Kläger während dieser Zeit kein Einkommen angerechnet wird (vgl.
Urk. 37 S. 26ff.; vorne II./E. 5.3.1f.) und die Leistungsfähigkeit des Beklagten
durch seine Heirat nicht geschmälert wurde (vgl. Urk. 37 S. 20ff., vorne II./E. 5.1.).
Zwar berief sich der Beklagte vor Vorinstanz im Weiteren darauf, die Mutter des
Klägers erziele ein Einkommen von Fr. 6'579.– pro Monat. Ihr Existenzminimum
belaufe sich auf Fr. 3'000.– bzw. Fr. 3'500.– pro Monat (je nachdem, ob man den
Wohnkostenanteil des Klägers in ihrem oder dem Bedarf des Klägers berücksich-
tige). Folglich lebe sie bedeutend höher über dem Existenzminimum als er, der
Beklagte, weshalb der Kläger seine Mutter ins Recht hätte fassen müssen (Urk. 8
S. 10). Mit diesen Ausführungen behauptet der Beklagte jedoch keine konkrete
Veränderung der Leistungsfähigkeit der Mutter des Klägers gegenüber dem Zeit-
punkt des Erlasses des Scheidungsurteils. Dass die Mutter des Klägers ab dem
1. Januar 2016 wieder arbeiten würde, ergibt sich denn auch bereits aus der
Scheidungsvereinbarung (vgl. Urk. 10/2 S. 3f. II./1./c). Zur Begründung der Wi-
derklage legte der Beklagte vor Vorinstanz weder die Grundlagen dar, auf wel-
chen der Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'405.– beruht, noch machte er vor Vorinstanz
geltend, dass sich der Bedarf des Klägers zufolge des Abbruchs der Berufslehre
und der Aufnahme des C._-Lehrganges gegenüber dem der Scheidungsver-
einbarung der Parteien und damit dem Urteil vom 12. Februar 2015 zugrunde lie-
genden Bedarf verändert (insbesondere verringert) hätte. Entsprechend ist die
Widerklage mit Bezug auf die Periode bis zum 28. Februar 2019 abzuweisen und
der Unterhaltsanspruch des Klägers bei Fr. 1'405.– pro Monat (zuzüglich Ausbil-
dungszulagen) zu belassen. Für die Periode 1. März 2019 bis 30. Juni 2019 resul-
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tiert für den Kläger zufolge seines geänderten Ausbildungsweges ein höherer Be-
darf als im Zeitpunkt des Erlasses des Scheidungsurteils. Insoweit ist die Haupt-
klage gutzuheissen und dem Kläger ein Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'793.– (zuzüg-
lich Ausbildungszulagen) zuzusprechen. Ab dem 1. Juli 2019 wird dem Kläger ein
Einkommen von Fr. 1'020.– angerechnet (vgl. Urk. 37 S. 26ff.; vorne II./E. 5.3.1f.).
Die Vorinstanz sah eine Differenz von Fr. 132.– pro Monat (Fr. 1'405.– -
Fr. 1'273.–) bzw. (aufgerundet) 10% als erheblich an (vgl. Urk. 37 S. 31). Dies ist
(auch) unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der neue Ausbildungsweg des
Klägers wohl wesentlich länger andauern wird, als bei Erlass des Scheidungsur-
teils angenommen wurde (3-jährige Berufslehre), nicht zu beanstanden. Sodann
wird bei der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge ab dem 1. Juli 2019 zwar der ge-
samte Eigenverdienst des Klägers berücksichtigt, im Gegenzug dazu wird jedoch
ein Grundbetrag von Fr. 1'100.– eingesetzt (vgl. Urk. 41 S. 6). Damit ist in teilwei-
ser Gutheissung der Widerklage der Unterhaltsbeitrag ab dem 1. Juli 2019 auf
Fr. 1'273.– (zuzüglich Ausbildungszulagen) zu reduzieren.
9. Die Behauptung des Beklagten, "Mutter und Sohn" würden "eine Symbio-
se" bilden (Urk. 44 S. 3), ist für den vorliegenden Entscheid nicht von Relevanz.
Entsprechend muss weder der Beklagte angefragt werden, ob er an dieser Aus-
führung festhält, noch sind Gutachten "bezüglich der gesamten familiären " zu erstellen (Urk. 48 S. 4).
10. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in teilweiser Gutheissung der
Hauptberufung der Beklagte in Abänderung von Dispositiv-Ziffer 5.b) des Schei-
dungsurteils vom 12. Februar 2015 zu verpflichten ist, dem Kläger an seinen Un-
terhalt ab dem 1. März 2019 bis zum 30. Juni 2019 Fr. 1'793.– und ab dem 1. Juli
2019 bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung Fr. 1'273.–, je zuzüg-
lich Ausbildungszulagen, zu bezahlen. Die Anschlussberufung ist vollumfänglich
abzuweisen (vgl. hierzu auch nachfolgend III./E. 1.2.).
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III.
1.1. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie
auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3
ZPO). Die Gerichtskosten für den erstinstanzlichen Entscheid wurden auf
Fr. 6'500.– festgesetzt (Urk. 37 S. 33 und S. 35, Dispositiv-Ziffern 3). Diese Rege-
lung blieb unangefochten und ist zu bestätigen.
1.2. Auferlegt wurden die Kosten den Parteien je zur Hälfte. Die Parteient-
schädigungen wurden wettgeschlagen (Urk. 37 S. 33 und S. 35, Dispositiv-Ziffer 4
und 5). Die Vorinstanz ging von einem Streitwert von rund Fr. 110'000.– aus, was
nicht beanstandet wird. Die Berechnung basiert auf der Dauer der C._-
Ausbildung von sieben Semestern ab dem Februar 2017 (Urk. 37 S. 33). Unter
Berücksichtigung dieser Zeitspanne obsiegt der Kläger mit Fr. 58'846.– (25 x
Fr. 1'405.– + 4 x Fr. 1'793.– + 13 x Fr. 1'273.–), mithin rund der Hälfte. Die Kosten
werden den Parteien in der Regel nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt
(Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO). Der Kläger beantragt mit der Anschlussberufung
zwar, es seien die Gerichtskosten des vorinstanzlichen Verfahrens vollumfänglich
dem Beklagten aufzuerlegen (Urk. 41 S. 2), begründet dies hingegen nicht näher.
Es erscheint angemessen, den vorinstanzlichen Entscheid zu bestätigen.
2.1. Die Unterhaltsbeiträge wurden von der Vorinstanz bis zum Abschluss
einer angemessenen Ausbildung zugesprochen. Der Kläger plant nach Abschluss
der Maturität, ein Informatikstudium bis zum Bachelor zu absolvieren. Der Ausbil-
dungsgang an der C._ dauert ab Februar 2017 im Minimum dreieinhalb Jah-
re. Es erscheint daher angemessen, zur Berechnung des Streitwertes im Beru-
fungsverfahren von einer Unterhaltspflicht von sechseinhalb Jahren ab Februar
2017 und damit bis und mit Juli 2023 auszugehen (vgl. hierzu Urk. 41 S. 3). Die
Abänderung wurde mit der Hauptklage per 1. Juli 2017 beantragt (vgl. Urk. 37
S. 7), womit 73 Monate umstritten sind. Die Vorinstanz sprach dem Kläger für die-
sen Zeitraum Unterhaltsbeiträge von Fr. 99'649.– zu ([20 x Fr. 1'405.–] + [4 x
Fr. 2'293.–] + [49 x Fr. 1'273.–]). Der Beklagte verlangt mit der Hauptberufung ei-
ne Reduktion der Beiträge (ab 1. April 2018) um Fr. 30'939.– ([11 x Fr. 455.–] + [4
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x Fr. 873.–] + [49 x Fr. 458.–]), der Kläger mit der Anschlussberufung eine Erhö-
hung der Beiträge um Fr. 6'468.– (49 x Fr. 132.–). Sodann beantragt der Kläger
die vollumfängliche Auferlegung der Gerichtskosten an den Beklagten. Damit ist
von einem Streitwert von total Fr. 40'657.– (Fr. 30'939.– + Fr. 6'468.– +
Fr. 3'250.–) auszugehen. Die Entscheidgebühr für das zweitinstanzliche Verfah-
ren ist gestützt auf § 12 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 4 Abs. 1 GebV OG sowie unter Be-
rücksichtigung der Tatsache, dass eine Haupt- und eine Anschlussberufung zu
behandeln waren, auf Fr. 5'000.– festzusetzen.
2.2. Der Beklagte obsiegt mit Fr. 11'718.– (Fr. 2'000.– [4 x Fr. 500.–] +
Fr. 6'468.– + Fr. 3'250.–), mithin rund einem Viertel. Damit hat der Kläger einen
Viertel (Fr. 1'250.–) und der Beklagte drei Viertel (Fr. 3'750.–) der Kosten zu tra-
gen (Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO). Die Kosten werden aus den von den Parteien
geleisteten Vorschüssen bezogen (Kläger Fr. 1'200.–; Beklagter Fr. 2'500.–). Im
Mehrbetrag wird den Parteien von der Obergerichtskasse Rechnung gestellt.
2.3. Ausgangsgemäss hätte der Beklagte dem Kläger für das zweitinstanzli-
che Verfahren eine auf die Hälfte reduzierte Umtriebsentschädigung zu bezahlen.
Der Kläger hat es jedoch unterlassen, die beantragte Entschädigung näher zu
begründen (vgl. Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO), weshalb keine solche zuzusprechen ist.