Decision ID: b84e952d-c671-518f-8675-bcf72ea35194
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Am 21. März 2017 meldete sich X._ (nachfolgend: Beschwer-
deführer) bei der Swiss Real Estate School des Schweizerischen Verbands
der Immobilienwirtschaft SVIT (nachfolgend: SVIT SRES) für den Lehr-
gang "Immobilienbewertung FA 2017/2018" an. Der Beschwerdeführer be-
suchte den Lehrgang am Kursort Y._, wo die Feusi Bildungszent-
rum AG diesen im Auftrag der SVIT SRES durchführt.
A.b Mit Schreiben vom 14. Juli 2017 orientierte die Schweizerische Fach-
prüfungskommission der Immobilienwirtschaft SFPKIW (nachfolgend: Prü-
fungskommission oder Erstinstanz) die SVIT SRES darüber, dass die Zu-
lassungskriterien für alle ab 2018 stattfindenden Prüfungen ergänzt wor-
den seien. Neu müssten die Kandidaten im Rahmen der Prüfungsanmel-
dung auch einen Strafregisterauszug einreichen, wobei das "Augenmerk"
im Wesentlichen auf Delikten wie Urkundenfälschung, Veruntreuung und
Betrug liege. Mit E-Mail vom 28. August 2017 informierte die SVIT SRES
ihre Studierenden – darunter den Beschwerdeführer – über die Neuerun-
gen.
A.c Am 29. Januar 2018 stellte der Beschwerdeführer bei der Prüfungs-
kommission ein Gesuch um Zulassung zur Berufsprüfung (BP) Immobili-
enbewertung 2018 (Prüfungsanmeldung).
A.d Mit E-Mail vom 1. Februar 2018 forderte die Prüfungskommission wei-
tere Unterlagen, u.a. einen Strafregisterauszug, ein. Der Beschwerdefüh-
rer kam dieser Aufforderung nach.
A.e Nachdem am 8. Februar 2018 eine Besprechung zwischen dem Be-
schwerdeführer und der Prüfungskommission im Zusammenhang mit den
im eingereichten Strafregisterauszug verzeichneten Verurteilungen statt-
gefunden hatte, setzte die Prüfungskommission mit E-Mail vom gleichen
Tag Frist bis zum 15. Februar 2018, um weitere Unterlagen, namentlich die
Gerichtsurteile und eine vom Beschwerdeführer anlässlich der Bespre-
chung thematisierte Einstellungsverfügung (vgl. Stellungnahme der Erstin-
stanz vom 29. Mai 2018), einzureichen.
A.f Mit E-Mail vom 15. Februar 2018 teilte der Beschwerdeführer der Prü-
fungskommission sinngemäss mit, dass er (in Bezug auf die im Strafregis-
terauszug unter Ziff. 2 figurierende Verurteilung wegen Unterlassung der
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Buchführung und ordnungswidriger Führung der Geschäftsbücher) das
Gerichtsurteil (recte: den Strafbefehl) sowie die Einstellungsverfügung aus
Datenschutzgründen nicht so rasch beschaffen könne. Zuvor hatte er am
9. Februar 2018 ein Informationszugangsgesuch bei der Staatsanwalt-
schaft A._ gestellt. Stattdessen reichte der Beschwerdeführer eine
vom 12. August 2011 datierende Kostenauflageverfügung der Staatsan-
waltschaft A._ ein.
A.g Mit Entscheid vom 15. Februar 2018 wies die Prüfungskommission
das Prüfungszulassungsgesuch des Beschwerdeführers ab. Als Begrün-
dung führte sie an, dass die ein- und nachgereichten Unterlagen unvoll-
ständig seien, womit die im Strafregisterauszug unter Ziff. 2 verzeichnete
Verurteilung nicht ausreichend auf den Sachverhalt überprüft werden
könne.
B.
B.a Hiergegen gelangte der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer mit
Beschwerde vom 19. März 2018 an das Staatssekretariat für Bildung, For-
schung und Innovation SBFI (nachfolgend: Vorinstanz). In der Sache be-
antragte er im Wesentlichen, den Entscheid der Prüfungskommission vom
15. Februar 2018 aufzuheben und ihn zur BP Immobilienbewertung 2018
zuzulassen. Im Sinn einer (superprovisorisch anzuordnenden) vorsorgli-
chen Massnahme verlangte der Beschwerdeführer seine provisorische Zu-
lassung zur Prüfung 2018.
B.b Mit Zwischenverfügung vom 28. März 2018 gewährte die Vorinstanz
die beantragte vorsorgliche Massnahme und verfügte die provisorische Zu-
lassung des Beschwerdeführers zur BP Immobilienbewertung 2018. Da-
raufhin legte der Beschwerdeführer die Prüfung 2018 ab.
B.c In der Folge nahmen der Beschwerdeführer und die Erstinstanz mehr-
mals zur Sache Stellung. Im Rahmen der Replik vom 30. August 2018
reichte der Beschwerdeführer eine Kopie des Strafbefehls vom 12. Januar
2011 ein, die er von der Staatsanwaltschaft A._ auf sein Gesuch hin
erhalten hatte.
B.d Mit Entscheid vom 11. Oktober 2019 wies die Vorinstanz die Be-
schwerde ab und ordnete an, dass die (vorerst unter Verschluss zu halten-
den) Ergebnisse und Unterlagen der vom Beschwerdeführer abgelegten
Prüfung 2018 nach Eintritt der Rechtskraft zu vernichten seien.
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C.
Mit dagegen erhobener Beschwerde vom 13. November 2019 wandte sich
der Beschwerdeführer an das Bundesverwaltungsgericht. Es wird bean-
tragt, den Beschwerdeentscheid der Vorinstanz vom 11. Oktober 2019 kos-
ten- und entschädigungsfällig aufzuheben, das Prüfungszulassungsge-
such vom 29. Januar 2018 gutzuheissen und den Beschwerdeführer nach-
träglich zur BP Immobilienbewertung des Jahres 2018 zuzulassen; die Prü-
fungsergebnisse seien dem Beschwerdeführer bekanntzugeben und es sei
ihm bei Bestehen der Prüfung der eidgenössische Fachausweis für Immo-
bilienbewerter zuzuerkennen. Eventualiter sei der vorinstanzliche Ent-
scheid aufzuheben und die Sache zu neuem Entscheid im Sinne der Er-
wägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.
D.
D.a Mit innert erstreckter Frist erstatteter Vernehmlassung vom 14. Feb-
ruar 2020 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde und äus-
serte sich zu den Rügen des Beschwerdeführers in der Beschwerde vom
13. November 2019.
D.b Die Erstinstanz liess sich nicht vernehmen.
E.
Mit (unaufgeforderter) Replik vom 9. März 2020 hielt der Beschwerdeführer
an den Beschwerdeanträgen fest und nahm zu den Ausführungen der
Vorinstanz in der Vernehmlassung Stellung.
F.
Mit Eingabe vom 10. Juli 2020 reichte der Rechtsvertreter des Beschwer-
deführers eine Kostennote ein.
G.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Akten-
stücke wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfolgenden Erwägun-
gen eingegangen.
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Seite 5

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Der angefochtene Beschwerdeentscheid des SBFI ist eine Verfügung
im Sinn von Art. 5 Abs. 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. De-
zember 1968 (VwVG, SR 172.021), welche von einer zulässigen Vor-
instanz getroffen worden ist (Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgeset-
zes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). Das Bundesverwaltungsgericht
ist für die Behandlung der vorliegenden Streitsache zuständig (Art. 61
Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes vom 13. Dezember 2002 [BBG,
SR 412.10] i.V.m. Art. 31 ff. VGG).
1.2 Zur Beschwerde ist berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren
teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch
die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges,
d.h. im Urteilszeitpunkt noch aktuelles und praktisches Interesse an deren
Aufhebung oder Änderung hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. a–c VwVG; vgl. Urteil
des BVGer B-173/2014 vom 9. Dezember 2014 E. 1.3; MOSER/BEUSCH/
KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl.
2013, Rz. 2.67 ff. m.w.H.).
Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen
und ist als Adressat des angefochtenen Entscheids durch diesen beson-
ders berührt. Als Hauptbegehren verlangt er seine nachträgliche Zulassung
zur BP Immobilienbewertung des Jahres 2018, womit sich die Frage stellt,
ob er noch über ein aktuelles und praktisches Interesse an der Überprüfung
des angefochtenen Entscheids verfügt. Der Beschwerdeführer hat gestützt
auf die von der Vorinstanz am 28. März 2018 gewährte provisorische Zu-
lassung die betreffende Prüfung absolviert. Würde dem Hauptantrag ent-
sprochen und der Beschwerdeführer definitiv zur Prüfung 2018 zugelassen
werden, so würde ihm die Prüfungskommission das Prüfungsergebnis er-
öffnen und seine Chance auf einen potentiell erfolgreich unternommenen
Prüfungsversuch bliebe intakt. Der Beschwerdeführer hat demnach ein ak-
tuelles und praktisches Interesse an der Beschwerde, weshalb er dazu le-
gitimiert ist.
1.3 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 50 und
Art. 52 Abs. 1 VwVG) und der Kostenvorschuss wurde fristgemäss bezahlt
(Art. 63 Abs. 4 VwVG).
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
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Seite 6
2.
2.1 Das Berufsbildungsgesetz regelt u.a. die höhere Berufsbildung (Art. 2
Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 26 ff. BBG), welche im Tertiär-B-Bereich der Ver-
mittlung und dem Erwerb der für die Ausübung einer anspruchs- bzw. ver-
antwortungsvolleren Berufstätigkeit erforderlichen Qualifikationen dient
(Art. 26 Abs. 1 BGG). Die höhere Berufsbildung kann u.a. durch eine eid-
genössische Berufsprüfung erworben werden (Art. 27 Bst. a BBG). Die eid-
genössischen Berufsprüfungen setzen eine einschlägige berufliche Praxis
und einschlägiges Fachwissen voraus (Art. 28 Abs. 1 BBG). Sie stellen bil-
dungssystematisch insoweit einen Sonderfall dar, als nicht der Weg zum
Abschluss, d.h. die Ausbildung und deren Inhalt, definiert und reglementiert
ist, sondern nur die Prüfung zur Erreichung des Abschlusses (vgl. Bot-
schaft des Bundesrats zu einem neuen Bundesgesetz über die Berufsbil-
dung [BBG] vom 6. September 2000, BBl 2000 5686, 5723; Botschaft des
Bundesrats über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in
den Jahren 2013-2016 vom 22. Februar 2012, BBl 2012 3099, 3137).
Durchgeführt werden die eidgenössischen Berufsprüfungen von den zu-
ständigen Organisationen der Arbeitswelt in eigener Verantwortung
(vgl. Botschaft BBG vom 6. September 2000, BBl 2000 5686, 5755), die
hierfür eine Trägerschaft bilden (Art. 24 Abs. 2 der Berufsbildungsverord-
nung vom 19. November 2003 [BBV, SR 412.101]). Die zuständigen Orga-
nisationen der Arbeitswelt regeln – im Rahmen der Trägerschaft – die Zu-
lassungsbedingungen, Lerninhalte, Qualifikationsverfahren, Ausweise und
Titel. Die entsprechenden Vorschriften unterliegen der Genehmigung durch
die Vorinstanz (Art. 28 Abs. 2 BBG i.V.m. Art. 26 BBV). Die zur Genehmi-
gung beantragten Prüfungsordnungen veröffentlicht die Vorinstanz in Form
eines Verweises im Bundesblatt (BBl). Dagegen kann innert der von der
Vorinstanz anzusetzenden Frist von 30 Tagen Einsprache geführt werden
(Art. 28 Abs. 2 BBG i.V.m. Art. 26 Abs. 4 und 5 BBV).
2.2 Gestützt auf Art. 28 Abs. 2 BBG erliess die aus drei Organisationen der
Arbeitswelt gebildete Trägerschaft (Schweizerischer Verband der Immobi-
lienwirtschaft SVIT, Union suisse des professionels de l'immobilier USPI,
Schweizerische Vereinigung kantonaler Grundstückbewertungsexperten
SVKG) die "Prüfungsordnung über die Berufsprüfung Immobilienbewerte-
rin / Immobilienbewerter", welche mit der Genehmigung des (damaligen)
Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie BBT am 25. April 2012 in
Kraft trat. Die Anmeldungs- und Zulassungsbedingungen für die BP Immo-
bilienbewertung richten sich nach den Bestimmungen von Ziff. 3.2 und 3.3,
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welche in ihrer ursprünglichen Fassung wie folgt lauteten (nachfolgend
zitiert: Prüfungsordnung [2012]):
"[Ziff. 3] Ausschreibung, Anmeldung, Zulassung, Kosten
[...]
[3.2] Anmeldung
Der Anmeldung sind beizufügen:
a) eine Zusammenstellung über die bisherige berufliche Ausbildung
und Praxis;
b) Kopien der für die Zulassung geforderten Ausweise und Arbeits-
zeugnisse;
c) Angabe der Prüfungssprache;
d) Kopie eines amtlichen Ausweises mit Foto.
[3.3] Zulassung
[3.31] Zur Prüfung wird zugelassen, wer:
a) ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis einer mindestens dreijäh-
rigen beruflichen Grundbildung, ein Maturitätszeugnis [alle
Typen], ein vom Bund anerkanntes Handelsdiplom, einen Ab-
schluss einer höheren Fachschule, einen eidg. Fachausweis, ein
eidg. Diplom, einen Abschluss einer Hochschule (Bachelor oder
Master) oder einen gleichwertigen Ausweis besitzt und seit des-
sen Erwerb mindestens drei Jahre hauptberufliche Praxis in einem
Beruf der Immobilienwirtschaft nachweisen kann;
oder
b) über fünf Jahre hauptberufliche Praxis in einem Beruf der Immo-
bilienwirtschaft verfügt;
und
c) mindestens zwei Jahre der geforderten Praxis gemäss Bst. a resp.
b in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein erworben hat.
Vorbehalten bleibt die fristgerechte Überweisung der Prüfungsgebühr
nach Ziff. 3.41.
[3.32] Über die Gleichwertigkeit von ausländischen Ausweisen und Diplomen
entscheidet das BBT.
[3.33] Der Entscheid über die Zulassung zur Prüfung wird der Bewerberin
oder dem Bewerber mindestens 2 Monate vor Beginn der Prüfung
schriftlich mitgeteilt. Ein ablehnender Entscheid enthält eine Begrün-
dung und eine Rechtsmittelbelehrung."
2.3 Mit der am 27. März 2017 in Kraft getretenen Änderung (publiziert im
Bundesblatt am 27. September 2016 [BBl 2016 7283]; genehmigt durch die
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Vorinstanz am 27. März 2017) wurden Ziff. 3.2 und 3.3 der Prüfungsord-
nung (2012) wie folgt ergänzt (nachfolgend zitiert: Prüfungsordnung
[2017]):
"[3.2] Anmeldung
Der Anmeldung sind beizufügen:
[...]
e) ein Auszug aus dem Strafregister, der nicht älter als sechs Monate
ist.
[3.3] Zulassung
[3.31] Zur Prüfung wird zugelassen, wer:
[...]
und
d) über keine dem Prüfungszweck widersprechende[n] Eintragungen
im Strafregister verfügt."
2.4 Die Rechtmässigkeit eines Verwaltungsakts beurteilt sich – bei Fehlen
einer ausdrücklich normierten Übergangsordnung – nach jenen (materiel-
len) Rechtsnormen, welche bei seinem (erstinstanzlichen) Erlass in Gel-
tung standen (vgl. BGE 139 II 263 E. 6; 136 V 24 E. 4.3; Urteil des BVGer
B-2213/2015 vom 5. Dezember 2017 E. 6.11 m.w.H.). Die Änderung der
Prüfungsordnung vom 27. März 2017 enthält keine einschlägige Über-
gangsregelung, womit intertemporalrechtlich dasjenige Recht zur Anwen-
dung gelangt, welches im Zeitpunkt der erstinstanzlichen Verfügung in
Kraft stand. Die Verfügung der Prüfungskommission datiert vom 15. Feb-
ruar 2018 und wurde damit nach Inkrafttreten der Änderung der Prüfungs-
ordnung (2012) erlassen. Die revidierten Bestimmungen der Prüfungsord-
nung (2017) sind somit anwendbar.
3.
3.1 Streitbetroffen ist vorliegend die Frage, ob die im Strafregisterauszug
des Beschwerdeführers verzeichneten Verurteilungen ein Hindernis für
seine Zulassung zur BP Immobilienbewertung 2018 darstellen. Die vor der
Vorinstanz noch umstrittene Frage betreffend die Unvollständigkeit der An-
meldungsunterlagen ist hingegen nicht mehr Streitgegenstand, denn der
Beschwerdeführer hat, wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid
konstatiert, durch Nachreichung des Strafbefehls der Staatsanwaltschaft
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A._ vom 12. Januar 2011 die Unterlagen rechtsgenüglich vervoll-
ständigt. Unbestritten ist ebenfalls, dass der Beschwerdeführer die Zulas-
sungsanforderungen an Ausbildung und Fachpraxis erfüllt.
3.2 Der Beschwerdeführer stellt die Verfassungsmässigkeit der revidierten
Bestimmungen von Ziff. 3.2 Bst. e und Ziff. 3.31 Bst. d der Prüfungsord-
nung (2017) in Frage. Er macht geltend, die sofortige Inkraftsetzung der
Änderung vom 27. März 2017, mit welcher eine zusätzliche Zulassungs-
voraussetzung ohne angemessene Übergangsfrist aufgestellt worden ist,
verstosse gegen das Verhältnismässigkeitsprinzip (Art. 5 Abs. 2 BV) und
den Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV).
3.2.1 Die Regelung von Ziff. 3.31 Bst. d (i.V.m. Ziff. 3.2 Bst. e) der Prü-
fungsordnung (2017) ist generell-abstrakter Natur und entfaltet Aussenwir-
kung. Insofern kommt ihr der Charakter einer Rechtsverordnung zu
(vgl. RENÉ WIEDERKEHR, in: Wiederkehr/Richli, Praxis des allgemeinen
Verwaltungsrechts, Band I, 2012, Rz. 402 ff.). Das Berufsbildungsgesetz
sieht ein besonderes Einspracheverfahren vor, in dessen Rahmen die zur
Genehmigung beantragten Prüfungsordnungen abstrakt angefochten wer-
den können (vgl. Art. 28 Abs. 2 und 3 BBG i.V.m. Art. 26 Abs. 4 und 5 BBV;
vgl. E. 2.1). Soweit ersichtlich, ist die betreffende Frist zur Einsprache ge-
gen die Änderung der Prüfungsordnung vom 27. März 2017 indessen
längst abgelaufen (vgl. E. 2.3).
3.2.2 Im Rahmen der vorliegenden Beschwerde gegen den konkreten Ein-
zelakt kann auch die Überprüfung der Prüfungsordnung (2017) auf deren
Verfassungsmässigkeit hin verlangt werden. Diese konkrete Normenkon-
trolle beschränkt sich auf die im Einzelfall zur Anwendung gelangende
Norm, soweit sie für den Fall massgeblich ist (vgl. Urteil des BVGer
B-2213/2015 vom 5. Dezember 2017 E. 8.2.1 m.w.H.; BGE 136 I 65
E. 2.3). Damit in der sofortigen Inkraftsetzung von Ziff. 3.31 Bst. d (i.V.m.
Ziff. 3.2 Bst. e) der Prüfungsordnung (2017) ein Verstoss gegen das Ver-
hältnismässigkeitsprinzip bzw. den Grundsatz von Treu und Glauben er-
blickt werden kann, müsste der Beschwerdeführer namentlich durch die
neue Regelung (in qualifizierter Weise) betroffen sein (vgl. BGE 106 Ia 254
E. 4c; Urteil des BVGer B-3024/2008 vom 1. Oktober 2008 E. 4.4.1;
WIEDERKEHR, a.a.O., Rz. 757 und 2045 m.w.H.). Es ist in dieser Konstella-
tion daher zunächst zu prüfen, ob der Beschwerdeführer durch die Anwen-
dung der revidierten Bestimmung (besonders) betroffen ist.
B-6013/2019
Seite 10
4.
Der Beschwerdeführer rügt eine unrichtige und willkürliche Anwendung von
Ziff. 3.31 Bst. d der Prüfungsordnung (2017) und macht eine (anwendungs-
bezogene) Verletzung des Verhältnismässigkeitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 BV)
geltend.
4.1
4.1.1 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer im Februar 2018 bei der
Prüfungskommission einen (zu jenem Zeitpunkt) aktuellen Strafregister-
auszug (nicht in den Akten; Ausstellungsdatum nicht ersichtlich) einge-
reicht hat, dessen Inhalt mit dem in den Akten befindlichen Strafregister-
auszug vom 15. Januar 2015 identisch ist. Darin sind drei rechtskräftige
Verurteilungen verzeichnet: (Ziff. 1) 18. November 2009: einfache Körper-
verletzung; (Ziff. 2) 12. Januar 2011: Unterlassung der Buchführung und
ordnungswidrige Führung der Geschäftsbücher; (Ziff. 3) 21. Juni 2012:
grobe Verletzung der Verkehrsregeln. Diese Eintragungen sind nach der
im Auszug selbst vermerkten Erscheinungsdauer jeweils bis am 19. Feb-
ruar 2019 ersichtlich gewesen.
Fraglich ist zunächst, wie es sich novenrechtlich damit verhält, dass die
Erscheinungsdauer der Eintragungen im eingereichten Strafregisteraus-
zug im Verlauf des (am 19. März 2018 anhängig gemachten) vorinstanz-
lichen Beschwerdeverfahrens abgelaufen ist und die Vorinstanz diesen
Umstand, soweit ersichtlich, nicht gewürdigt hat.
4.1.2 Im Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht ist der
Sachverhalt zum Zeitpunkt des Urteils massgebend (vgl. BVGE 2011/43
E. 6.1 m.w.H.), weshalb im Rahmen des Streitgegenstands bisher noch
nicht gewürdigte, bekannte wie auch bis anhin unbekannte neue Sachver-
haltsumstände, die sich zeitlich vor dem (sog. unechte Nova) oder erst im
Verlauf des Rechtsmittelverfahrens (sog. echte Nova) zugetragen haben,
berücksichtigt werden dürfen; Gleiches gilt für neue Beweismittel
(vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1; Urteil des BVGer B-173/2014 vom 9. Dezem-
ber 2014 E. 3.3.1; MOSER/ BEUSCH/ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem
Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, N. 2.204 m.w.H.). Insofern ist
auch der Zeitablauf als solcher als neue Tatsache im Beschwerdeverfahren
grundsätzlich zu berücksichtigen, soweit das materielle Recht Rechtsfol-
gen daran anknüpft (vgl. BGE 138 II 169 E. 3.2).
B-6013/2019
Seite 11
4.1.3 Vorliegend ist zu beachten, dass die Regelung von Ziff. 3.31 Bst. d
(i.V.m. Ziff. 3.2 Bst. e) der Prüfungsordnung (2017) nicht nur das Erforder-
nis des Strafregisterauszugs aufstellt, sondern gleichzeitig auch den
massgeblichen Referenzzeitpunkt materiell-rechtlich definiert, indem auf
den Inhalt des Strafregisterauszugs im Zeitpunkt der Prüfungsanmeldung
(bzw. höchstens sechs Monate zuvor) abgestellt wird.
Der Zeitablauf in Bezug auf die Erscheinungsdauer der Verurteilungen im
Strafregisterauszug vermag nichts an der tatsächlichen Feststellung der
Vorinstanz zu ändern, dass Anfang Februar 2018 entsprechende Eintra-
gungen vorgelegen haben. Ob der Zeitablauf indessen bei der Beurteilung
der (Prüfungs-)Zweckkonformität der Eintragungen zu berücksichtigen ist,
ist eine Rechtsfrage, welche im Rahmen der nachfolgenden Prüfung zu
erörtern ist.
4.2 Die Vorinstanz begründet die Nichtzulassung des Beschwerdeführers
zur BP Immobilienbewertung 2018 im Wesentlichen damit, dass sein Leu-
mund nicht ausreiche, um als Immobilienbewerter tätig zu sein. So sei die
Verurteilung wegen Unterlassung der Buchführung (Art. 166 des Schwei-
zerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 [StGB, SR 311.0])
und ordnungswidriger Führung der Geschäftsbücher (Art. 325 StGB) nicht
vereinbar mit dem Berufsbild der Immobilienbewerter, welche in der Regel
Transparenz schuldeten und der Dokumentationspflicht unterlägen. Entge-
gen den Vorbringen des Beschwerdeführers treffe es nicht zu, dass
Ziff. 3.31 Bst. d der Prüfungsordnung (2017) nur Delikte erfasse, deren Tat-
bestand eine Bereicherungsabsicht oder eine Schädigungsabsicht gegen-
über Dritten voraussetze. Auch könne der Beschwerdeführer aus der nicht
abschliessenden Aufzählung im Informationsschreiben vom 14. Juli 2017,
wonach das "Augenmerk" auf Delikten wie Urkundenfälschung, Veruntreu-
ung und Betrug liege, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Vielmehr sei der
Auslegung der Prüfungskommission beizupflichten, dass für die Zulassung
zur Prüfung auch strafrechtlich relevantes Verhalten nicht akzeptiert wer-
den könne, welches den "Geschäftsverkehr im weiteren Sinn" gefährde.
Dies sei hier insofern der Fall, als die (unter Ziff. 2 des Strafregisterauszugs
figurierende) Verurteilung wegen Verletzung von Art. 166 und Art. 325
StGB namentlich die Aktionärs- und Gläubigerinteressen sowie das Gesell-
schaftsvermögen betreffe.
Es sei im Übrigen auch rechtens und sprenge den Auslegungsspielraum
der Prüfungskommission keineswegs, wenn diese von den Kandidaten
B-6013/2019
Seite 12
grundsätzlich einen guten Leumund verlange. Denn damit schütze die Prü-
fungskommission den guten Ruf der Branche, den Stellenwert der Prüfung
und das Vertrauen der Kunden in die Integrität der Fachpersonen, welche
nach erfolgreicher Ablegung der Berufsprüfung den Titel als Immobilienbe-
werter mit eidgenössischem Fachausweis führten. Daher dürfe sie durch-
aus das "Gesamtbild" beurteilen, welches ein Kandidat abgebe. In diesem
Sinn sei es nicht lediglich nebensächlich, wenn ein Kandidat, wie vorlie-
gend, mehrmals gegen Strafbestimmungen verstosse, handle es sich nun
um solche zum Schutz des Vermögens oder um solche zum Schutz ande-
rer Rechtsgüter, zum Beispiel der körperlichen Integrität. Jegliches straf-
rechtlich relevante Verhalten gereiche der Branche nicht zur Zierde. Inso-
fern beziehe sich diese Wertung nicht nur auf Delikte wie Urkundenfäl-
schung, Veruntreuung oder Betrug. Bei diesem Auslegungsergebnis sei die
Bedeutung der von der Prüfungskommission ins Feld geführten Kostenauf-
lageverfügung der Staatsanwaltschaft A._ vom 12. August 2011
nicht mehr relevant; es könne daher offenbleiben, ob den Beschwerdefüh-
rer ein Verschulden an der gegen ihn geführten Strafuntersuchung treffe
bzw. weshalb ihm trotz Verfahrenseinstellung ein erheblicher Teil der Kos-
ten auferlegt worden sei. Auch sei der von der Prüfungskommission eben-
falls in Frage gestellte "finanzielle Leumund" des Beschwerdeführers ein
nicht weiter zu berücksichtigender "Nebenschauplatz", zumal für die Nicht-
zulassung zur Prüfung die strafrechtlichen Verurteilungen im Zentrum stün-
den.
4.3 Dagegen wendet der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein, die Vor-
und die Erstinstanz legten die Bestimmung von Ziff. 3.31 Bst. d der Prü-
fungsordnung (2017) in unzulässiger Weise zu extensiv aus, indem sie den
Kreis der dem Prüfungszweck zuwiderlaufenden Delikte "zu weit" ziehen
würden. Die Strafbestimmung von Art. 166 StGB (Unterlassung der Buch-
führung) bzw. der Übertretungstatbestand von Art. 325 StGB (ordnungs-
widrige Führung der Geschäftsbücher) dienten primär der Durchsetzung
der privatrechtlichen Buchführungsvorschriften und zielten erst "in zweiter
Linie" auf den Schutz Dritter. Im Lichte dessen, dass Immobilienbewerter
keine treuhänderischen Funktionen Dritten gegenüber wahrnähmen, stehe
die Verurteilung des Beschwerdeführers wegen Missachtung von Art. 166
und Art. 325 StGB (Ziff. 2 des Strafregisterauszugs) weder im Widerspruch
zum Prüfungszweck noch sei deren Berücksichtigung unter dem Blickwin-
kel des Verhältnismässigkeitsprinzips erforderlich, um die Reputation der
Branche zu schützen. Es gebe in sachlicher und zeitlicher Hinsicht keinen
Grund dafür, um dem Beschwerdeführer wegen einer ohne (Bereiche-
B-6013/2019
Seite 13
rungs-, Schädigungs- oder Verschleierungs-)Absicht begangenen Pflicht-
widrigkeit, wegen welcher er vor Jahren verurteilt worden und aus welcher
keine Schädigung Dritter hervorgegangen sei, die Prüfungszulassung zu
verweigern.
Bei richtiger Lesart müsste der Anwendungsbereich von Ziff. 3.31 Bst. d
der Prüfungsordnung (2017) – entsprechend dem Informationsschreiben
der Prüfungskommission vom 14. Juli 2017 – auf "schwere" Straftaten wie
Urkundenfälschung, Veruntreuung und Betrug begrenzt werden. Die Inter-
pretation der Vorinstanz, dass auf ein "Gesamtbild" abzustellen sei, wobei
nicht nur jedes den "Geschäftsverkehr im weitesten Sinn" gefährdende
strafrechtliche Verhalten von Relevanz sei, sondern grundsätzlich sogar
auch ein guter Leumund verlangt werden dürfe, ermangle angesichts des
Wortlauts der Bestimmung jeglicher Grundlage. Falls diesem Zulassungs-
kriterium eine solche Konzeption zugrunde läge, hätte die Trägerschaft die
Vorschrift von Ziff. 3.31 Bst. d der Prüfungsordnung (2017) anders formu-
lieren müssen. Insofern sei die Auslegung der Vorinstanz unrichtig und will-
kürlich.
4.4
4.4.1 Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut einer Rechts-
norm. Ist der Text nicht ganz klar und sind verschiedene Interpretationen
möglich, so ist – nach konstanter Rechtsprechung – unter Berücksichti-
gung aller interpretativen Auslegungselemente nach der wahren Tragweite
der Norm zu suchen (vgl. BGE 134 II 249 E. 2.3; 125 III 57 E. 2b; BVGE
2009/39 E. 5.1.1; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungs-
recht, 8. Aufl. 2020, Rz. 177 ff.). Gefordert ist die sachlich richtige Lösung
im normativen Gefüge, ausgerichtet auf ein befriedigendes Ergebnis aus
der ratio legis. Das Bundesgericht – und mit ihm das Bundesverwaltungs-
gericht – haben sich dabei stets von einem pragmatischen Methodenplu-
ralismus leiten lassen (vgl. BGE 140 I 305 E. 6.1; 134 II 249 E. 2.3; Urteil
des BVGer A-4351/2016 vom 26. Januar 2017 E. 2.3; ERNST A. KRAMER,
Juristische Methodenlehre, 6. Aufl. 2019, S. 61 ff. und 87 ff.). Sind mehrere
Lösungen denkbar, ist grundsätzlich jene zu wählen, die der Verfassung
entspricht, wobei die verfassungskonforme Auslegung im klaren Wortlaut
und Sinn einer Vorschrift auch ihre Schranke findet (vgl. BGE 134 II 249
E. 2.3; 131 II 697 E. 4.1, je mit Hinweisen).
4.4.2 In grammatikalisch-systematischer Hinsicht ist zu konstatieren, dass
die Prüfungsordnung (2012/2017) an keiner Stelle an den Begriff des
B-6013/2019
Seite 14
"guten Leumunds" anknüpft (dies im Gegensatz etwa zu Art. 4 Abs. 1 bzw.
Art. 5 Abs. 1 Bst. a des Revisionsaufsichtsgesetzes vom 16. Dezember
2005 [RAG, SR 221.302]). Die Beurteilung der durch Ziff. 3.31 Bst. d der
Prüfungsordnung (2017) geregelten Frage, ob ein Prüfungskandidat mit
Rücksicht auf seine Lebensführung als zur Führung des Titels "Immobili-
enbewerter mit eidgenössischem Fachausweis" geeignet erscheint und in-
sofern zur entsprechenden Prüfung zugelassen werden kann (vgl. dazu all-
gemein BGE 104 Ia 187 E. 2b), richtet sich nach dem klaren Wortlaut der
Norm einzig danach, ob er über "dem Prüfungszweck widersprechende
Eintragungen im Strafregister" verfügt oder nicht. Daraus resultiert, dass in
sachlicher Hinsicht nur diejenigen Verfehlungen zu berücksichtigen sind,
welche sich aus dem Strafregisterauszug selbst ergeben (vgl. BVGE
2011/43 E. 6.2 [betreffend Zulassung als Revisionsexperte]); andere fehl-
bare Verhaltensweisen sind – im Umkehrschluss – für die Prüfungszulas-
sung nicht relevant, und zwar unabhängig davon, ob sie dem Prüfungs-
zweck widersprechen würden oder nicht (vgl. in Bezug auf die eine
ähnliche Normstruktur aufweisende Vorschrift von Art. 8 Abs. 1 Bst. b des
Anwaltsgesetzes vom 23. Juni 2000 [BGFA, SR 935.61]: STAEHELIN/OETI-
KER, in: Fellmann/Zindel [Hrsg.], Kommentar zum Anwaltsgesetz, 2. Aufl.
2011, Art. 8 BGFA N. 6 f.).
4.4.3 Aus der Struktur der Regelung von Ziff. 3.31 Bst. d der Prüfungsord-
nung (2017) folgt jedoch nicht, dass ein Kandidat, dessen Strafregisteraus-
zug Eintragungen enthält, allein deswegen nicht zur Prüfung zuzulassen
wäre. Besteht ein Eintrag, hat die Prüfungskommission vielmehr unter Be-
rücksichtigung der konkreten Umstände weiter abzuklären, ob die Straftat,
auf welche die fragliche Eintragung zurückzuführen ist, dem Prüfungs-
zweck widerspricht oder nicht (vgl. mutatis mutandis STAEHELIN/OETIKER,
a.a.O., Art. 8 BGFA N. 7). Dabei verfügt die Prüfungskommission über ei-
nen grossen Beurteilungsspielraum; sie hat indessen stets den Grundsatz
der Verhältnismässigkeit zu beachten, d.h. für die Verweigerung der Prü-
fungszulassung muss stets eine gewisse Schwere der Verfehlungen vor-
liegen und diese muss mit der Nichtzulassung in einem vernünftigen Ver-
hältnis stehen (vgl. in Analogie zu Art. 8 Abs. 1 Bst. b BGFA: Urteile des
BGer 2C_90/2019 vom 22. August 2019 E. 6 und 2C_183/2010 vom
21. Juli 2010 E. 2.3; in Analogie zu Art. 4 Abs. 1 RAG: Urteil des BGer
2C_834/2010 vom 11. März 2011 E. 6.2).
B-6013/2019
Seite 15
4.5
4.5.1 Die Vorinstanz hat erwogen, das Zulassungskriterium von Ziff. 3.31
Bst. d der Prüfungsordnung (2017) ziele in teleologischer Hinsicht darauf
ab, den guten Ruf der Branche, den Stellenwert der Prüfung und das Ver-
trauen der Kunden in die Integrität der zur Titelführung berechtigten Fach-
personen zu schützen. Diese Erwägungen sind insoweit zu relativieren, als
die Prüfungsordnung (2012/2017) – wie gezeigt – auf das Erfordernis des
guten Leumunds verzichtet und die Betonung auf die (Prüfungs-)Zweck-
konformität legt. Analog zur Regelung von Art. 8 Abs. 1 Bst. b BGFA muss
deshalb davon ausgegangen werden, dass es der Trägerschaft bei diesem
Zulassungskriterium in erster Linie um den konkreten Schutz der Kunden
vor inkorrektem Verhalten geht, wohingegen das Interesse des Ansehens
der Branche in den Hintergrund tritt und insofern kein ausschlaggebendes
Kriterium bildet (vgl. WALTER FELLMANN, in: Fellmann/Zindel [Hrsg.], Kom-
mentar zum Anwaltsgesetz, 2. Aufl. 2011, Art. 12 BGFA N. 53b m.w.H.).
Gleichzeitig verankerte die Trägerschaft mit der Präzisierung, dass nur die
dem Prüfungszweck widersprechenden Strafregistereintragungen ein Zu-
lassungshindernis darstellen, den Grundsatz der Verhältnismässigkeit.
Soweit die Vorinstanz zum Schluss gelangt, die Bestimmung von Ziff. 3.31
Bst. d der Prüfungsordnung (2017) erlaube der Prüfungskommission eine
Beurteilung des "Gesamtbilds", in deren Rahmen im Sinn einer generellen
Leumundsprüfung jede strafrechtliche Verfehlung mitberücksichtigt werden
dürfe, übersieht sie, dass dadurch die der Norm inhärente Differenzierung
zwischen zweckwidrigen und zweckindifferenten Verurteilungen in unzu-
lässiger Weise verwässert wird. Figurieren – wie vorliegend – mehrere Ver-
urteilungen im Strafregisterauszug, so ergibt sich sowohl aus dem Wortlaut
und der Teleologie der Norm als auch aus dem Verhältnismässigkeitsprin-
zip, dass diese zunächst einzeln auf deren (Prüfungs-)Zweckkonformität
hin zu prüfen sind.
4.5.2 Die Vorinstanz scheint im Rahmen der vorgenommenen Gesamtbe-
trachtung davon ausgegangen zu sein, dass die Verurteilung vom 21. Juni
2012 wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln (Ziff. 3 des Strafregis-
terauszugs) (ebenfalls) zum Nachteil des Beschwerdeführers berücksich-
tigt werden könne (vgl. E. 2.2 des angefochtenen Entscheids, wonach ein
Verstoss gegen strafrechtliche Normen ungeachtet ihres Schutzzwecks
"nicht lediglich nebensächlich" sei). Dem kann nicht gefolgt werden: Das
Verkehrsvergehen, welches mit einer Geldstrafe im unteren Bereich des
B-6013/2019
Seite 16
Strafrahmens (15 Tagessätze zu 80 Fr.) geahndet wurde, weist in sachli-
cher Hinsicht keinen direkten Bezug zur Tätigkeit eines Immobilienbewer-
ters auf. Analog zur Praxis zu Art. 8 Abs. 1 Bst. b BGFA (vgl. BGE 137 II
425 E. 6.1; STAEHELIN/ OETIKER, a.a.O., Art. 8 BGFA N. 22 m.w.H.) ist vor-
liegend deshalb davon auszugehen, dass die unter Ziff. 3 des Strafregis-
terauszugs verzeichnete Verurteilung keine dem Prüfungszweck wider-
sprechende Eintragung im Sinn von Ziff. 3.31 Bst. d der Prüfungsordnung
(2017) darstellt.
4.5.3 Zu prüfen ist weiter, ob die Vorinstanz die (Prüfungs-)Zweckkonfor-
mität der zwei weiteren im Strafregisterauszug (Ziff. 1 und 2) aufgeführten
Verurteilungen vom 18. November 2009 (einfache Körperverletzung) und
vom 12. Januar 2011 (Unterlassung der Buchführung und ordnungswidrige
Führung der Geschäftsbücher) zu Recht verneint hat.
4.5.3.1 Die Beurteilung der (Prüfungs-)Zweckkonformität einer Verurtei-
lung hat, wie erwähnt (vgl. E. 4.4.3), im Lichte des Verhältnismässigkeits-
prinzips zu erfolgen, wobei mitzuberücksichtigen ist, dass die Verneinung
dieses Kriteriums grundsätzlich zur Nichtzulassung zur Prüfung führt
(Ziff. 3.31 der Prüfungsordnung [2017]). Nach bundesgerichtlicher Recht-
sprechung soll der Grundsatz der Verhältnismässigkeit in zeitlicher Hin-
sicht auch gewährleisten, dass dem Betroffenen ein fehlbares Verhalten
"nicht ewig" vorgeworfen werden kann (vgl. Urteil des BGer 2C_834/2010
vom 11. März 2011 E. 6.2.3 m.w.H.). Denn es liegt auf der Hand, dass be-
reits einige Zeit zurückliegende Verfehlungen den Prüfungszweck weniger
beeinträchtigen als neuere Verstösse. Hinzu kommt, dass im Lichte des-
sen, dass die Bestimmung von Ziff. 3.31 Bst. d der Prüfungsordnung
(2017) primär auf den konkreten Schutz der Kunden vor fehlbarem Verhal-
ten einer zur Titelführung berechtigten Person gerichtet ist (vgl. E. 4.5.1),
gleichzeitig auch der künftige Kundenschutz in den Vordergrund tritt. Inso-
fern kann bei der Beurteilung, ob eine Verurteilung dem Prüfungszweck
entgegensteht, auch das zeitliche Element eine Rolle spielen (vgl. Urteil
des BGer 2C_834/2010 vom 11. März 2011 E. 6.2.4; vgl. auch BVGE
2011/43 E. 6.1).
4.5.3.2 Mit dem "Strafregister" im Sinn von Ziff. 3.31 Bst. d der Prüfungs-
ordnung (2017) kann dabei nur der Privatauszug gemäss Art. 371 StGB
gemeint sein. Dies lässt sich zum einen aus der systematischen Verknüp-
fung mit den einzureichenden Anmeldungsunterlagen (vgl. Ziff. 3.2 Bst. e
der Prüfungsordnung [2017]: "Auszug aus dem Strafregister") ableiten,
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Seite 17
zum anderen aber auch daraus, dass die Prüfungskommission keine Mög-
lichkeit hat, auf die Strafdaten des Zentralstrafregisters zuzugreifen
(vgl. Art. 367 Abs. 2 StGB; Art. 22 der VOSTRA-Verordnung vom 29. Sep-
tember 2006 [SR 331]). Folgerichtig stehen die "Eintragungen" im Sinn von
Ziff. 3.31 Bst. d der Prüfungsordnung (2017) in zeitlicher Hinsicht in Rela-
tion zu den für deren Erscheinung im Privatauszug massgeblichen Fristen
nach Art. 371 StGB (vgl. mutatis mutandis BVGE 2011/43 E. 6.2; Urteil des
BVGer B-4465/2010 vom 3. November 2011 E. 4.3.3). Gemäss Art. 371
Abs. 3 StGB erscheint eine Verurteilung nicht mehr im Privatauszug, wenn
zwei Drittel der für die Entfernung massgeblichen Dauer nach Art. 369
Abs. 1–5 und 6 StGB abgelaufen sind; dies gilt gemäss Art. 371 Abs. 5
StGB jedoch nicht, solange der Auszug noch ein Urteil enthält, für welches
diese Frist noch nicht abgelaufen ist.
4.5.3.3 Es ist zu konstatieren, dass die Verurteilung vom 12. Januar 2011
wegen Unterlassung der Buchführung und ordnungswidriger Führung der
Geschäftsbücher (Ziff. 2 des Strafregisterauszugs) (sowie die frühere Ver-
urteilung vom 18. November 2009 wegen einfacher Körperverletzung
[Ziff. 1 des Strafregisterauszugs]) nach Massgabe von Art. 371 Abs. 3
StGB (i.V.m. Art. 369 Abs. 3 und Abs. 6 Bst. a StGB) bereits am 12. Sep-
tember 2017 nicht mehr im Privatauszug erschienen wären, sofern die Ver-
urteilung vom 21. Juni 2012 wegen Verletzung der Verkehrsregeln (Ziff. 3
des Strafregisterauszugs) nicht hinzugekommen wäre; diese bewirkte eine
Verlängerung der Erscheinungsdauer aller Eintragungen bis zum 19. Feb-
ruar 2019 (vgl. Art. 371 Abs. 5 StGB). Daraus resultiert, dass das Verkehrs-
vergehen direkt kausal dafür ist, dass die Verurteilungen vom 12. Januar
2011 und 18. November 2009 im Zeitpunkt der Prüfungsanmeldung am
29. Januar 2018 für die Prüfungskommission überhaupt ersichtlich gewe-
sen sind. Vor dem Hintergrund, dass das Verkehrsvergehen jedoch dem
Prüfungszweck nicht entgegensteht und insofern für die Zulassung un-
massgeblich ist (vgl. E. 4.5.2), würde es in einen Wertungswiderspruch
münden, wenn die Verurteilungen vom 12. Januar 2011 und 18. November
2009 dem Beschwerdeführer in zeitlicher Hinsicht nur gerade wegen des
unmassgeblichen Verkehrsvergehens entgegenzuhalten wären. Hinzu
kommt, dass unter dem Blickwinkel des Verhältnismässigkeitsprinzips das
berechtigte und seine gesellschaftliche Reintegration fördernde Interesse
des Beschwerdeführers, dass ihm die Verfehlungen nicht mehr vorgewor-
fen werden, umso gewichtiger erscheint, wenn die Regeldauer für die Er-
scheinung der Verurteilungen im Privatauszug (vgl. Art. 371 Abs. 3 StGB)
verstrichen ist.
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Seite 18
Es ist demnach davon auszugehen, dass die Verurteilung vom 12. Januar
2011 wegen Unterlassung der Buchführung und ordnungswidriger Führung
der Geschäftsbücher (Ziff. 2 des Strafregisterauszugs) und die Verurtei-
lung vom 18. November 2009 wegen einfacher Körperverletzung (Ziff. 1
des Strafregisterauszugs) keine dem Prüfungszweck widersprechenden
Eintragungen im Sinn von Ziff. 3.31 Bst. d der Prüfungsordnung (2017) dar-
stellen. Denn sie können unter Berücksichtigung des zeitlichen Aspekts –
den die Vorinstanz bei ihrer Argumentation in ungenügendem Umfang be-
rücksichtigt hat – dem Beschwerdeführer nicht entgegengehalten werden,
ohne dass dadurch in Missachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips ein
Wertungswiderspruch zur effektiven Bedeutung des Verkehrsvergehens
(Verurteilung vom 21. Juni 2012; Ziff. 3 des Strafregisterauszugs) entste-
hen würde.
4.6 Soweit daher die Vorinstanz die Nichtzulassung des Beschwerdefüh-
rers zur BP Immobilienbewertung 2018 damit begründet, die im Strafregis-
terauszug unter Ziff. 1–3 figurierenden Verurteilungen seien dem Prüfungs-
zweck widersprechende Eintragungen im Sinn von Ziff. 3.31 Bst. d der Prü-
fungsordnung (2017), kann ihr nicht gefolgt werden. Die Rüge, die Vor-
instanz habe Ziff. 3.31 Bst. d der Prüfungsordnung (2017) unrichtig ange-
wandt, erweist sich somit als begründet.
Bei diesem Ergebnis erübrigt sich eine akzessorische Normenkontrolle, da
der Beschwerdeführer durch die Bestimmung von Ziff. 3.31 Bst. d der Prü-
fungsordnung (2017) nicht nachteilig betroffen ist (vgl. E. 3.2.2). Auch
braucht auf die weiteren Rügen des Beschwerdeführers nicht näher einge-
gangen zu werden.
5.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als begründet und ist
gutzuheissen. Der angefochtene Entscheid ist aufzuheben.
5.1
5.1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der Regel in der Sache
selbst (reformatorisch) oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen
Weisungen an die Vorinstanz oder an die Erstinstanz zurück (kassatorisch)
(vgl. Art. 61 Abs. 1 VwVG). Eine Rückweisung ist namentlich dann ange-
zeigt, wenn die Vorinstanz bei ihrem Entscheid aufgrund der von ihr einge-
nommenen Rechtsauffassung Fragen nicht geprüft hat, die besondere
B-6013/2019
Seite 19
Sachkenntnis bedingen oder bei deren Beurteilung sie einen Ermessens-
spielraum gehabt hätte (vgl. Urteil des BVGer B-4992/2015 vom 6. Sep-
tember 2017 E. 3.5; vgl. WEISSENBERGER/HIRZEL, in: Waldmann/ Weissen-
berger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 61 VwVG
N. 15 ff.).
5.1.2 Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid nicht geprüft bzw.
explizit offengelassen, ob die vonseiten der Prüfungskommission themati-
sierten Verfehlungen, die sich aus der Kostenauflageverfügung der Staats-
anwaltschaft A._ vom 12. August 2011 ergeben, und die im
vorinstanzlichen Verfahren noch umstrittene finanzielle Situation des Be-
schwerdeführers der Prüfungszulassung entgegenstehen. Angesichts des-
sen, dass nach Massgabe von Ziff. 3.31 Bst. d der Prüfungsordnung (2017)
– wie dargelegt (E. 4.4.2) – ausschliesslich sich aus dem Strafregisteraus-
zug selbst ergebende Verfehlungen in die Beurteilung einzubeziehen sind,
kommt diesen Aspekten von vornherein keine Relevanz zu. Es rechtfertigt
sich daher, in der Sache selbst (reformatorisch) zu entscheiden.
5.1.3 Demnach ist der Beschwerdeführer zur Berufsprüfung Immobilienbe-
wertung 2018 zuzulassen. Die Prüfungskommission ist anzuweisen, dem
Beschwerdeführer das Prüfungsergebnis zu eröffnen.
Zur Neuverlegung der Verfahrens- und Parteikosten des vorinstanzlichen
Beschwerdeverfahrens ist die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen.
5.2 Bei diesem Verfahrensausgang gilt der Beschwerdeführer als obsie-
gend, weshalb ihm keine Kosten aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 3
VwVG). Vorinstanzen sind von der Kostenpflicht befreit (Art. 63 Abs. 2
VwVG).
5.3
5.3.1 Als obsiegende Partei hat der anwaltlich vertretene Beschwerdefüh-
rer Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihm erwachsenen not-
wendigen und verhältnismässig hohen Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m.
Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]). Die Entschädigung ist der Körperschaft aufzuerlegen, in
deren Namen die Vorinstanz verfügt hat, soweit sie, wie im vorliegenden
Fall, nicht einer unterliegenden Gegenpartei auferlegt werden kann (Art. 64
Abs. 2 VwVG).
B-6013/2019
Seite 20
5.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht legt die Entschädigung aufgrund der
eingereichten Kostennote oder, wenn keine solche eingereicht worden ist,
aufgrund der Akten fest (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Auch im ersten Fall sind die
in der Honorarnote ausgewiesenen Kosten jedoch nicht unbesehen zu er-
setzen, sondern es ist zu prüfen, ob diese als notwendig für die Vertretung
anerkannt werden können (vgl. Urteil des BGer 2C_445/2009 vom 23. Feb-
ruar 2010 E. 5.3).
5.3.3 Der Vertreter des Beschwerdeführers hat mit Eingabe vom 10. Juli
2020 eine Kostennote für das Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht
über insgesamt Fr. 6'739.20 (Honorar: Fr. 6'093.50; Auslagen: Fr. 163.90;
Mehrwertsteuer: Fr. 481.80) eingereicht. Er weist einen Zeitaufwand von
insgesamt 17.41 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 350.– aus.
5.3.4 Die Entschädigung für eine anwaltliche Vertretung wird nach dem
notwendigen Zeitaufwand bemessen, wobei der Stundenansatz mindes-
tens Fr. 200.– und höchstens Fr. 400.– beträgt (Art. 8 ff., Art. 10 Abs. 2
VGKE).
5.3.5 Der veranschlagte Stundenansatz von Fr. 350.– liegt im vorgesehe-
nen Rahmen (Art. 10 Abs. 2 VGKE) und ist daher grundsätzlich nicht zu
beanstanden.
5.3.6 Parteikosten gelten als notwendig, wenn sie zur sachgerechten und
wirksamen Rechtsverfolgung oder -verteidigung unerlässlich erscheinen
(vgl. BGE 131 II 200 E. 7.2). Bei der Beurteilung, ob die geltend gemachten
Kosten notwendig sind, steht dem Bundesverwaltungsgericht ein erhebli-
cher Ermessensspielraum zu. Neben der Komplexität der Streitsache ist
etwa in Betracht zu ziehen, ob der Rechtsvertretung die Sach- und Rechts-
lage bereits bekannt war. Zu einer Reduktion der Parteientschädigung füh-
ren sodann Wiederholungen in den Rechtsschriften. Gelangt das Bundes-
verwaltungsgericht zum Ergebnis, dass die Kostennote zu reduzieren ist,
kürzt es diese in pauschaler Weise ohne einlässliche Berechnung (vgl. Ur-
teile des BVGer A-644/2020 vom 24. Juni 2020 E. 3.2.5, B-8265/2010 vom
23. Oktober 2012 E. 12 und B-4484/2009 vom 23. März 2010 E. 11).
Der geltend gemachte Aufwand von 17.41 Stunden, welcher sich im We-
sentlichen auf die Ausfertigung der Beschwerdeschrift vom 13. November
2019 und der (unaufgeforderten) 7-seitigen Replik vom 9. März 2020 be-
zieht, erscheint in Anbetracht der durchschnittlichen Komplexität der Streit-
sache und der Prozessgeschichte als zu hoch, zumal die tatsächlichen und
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Seite 21
rechtlichen Ausführungen in weiten Teilen denjenigen der Rechtsschriften
des vorinstanzlichen Verfahrens entsprechen. Als angemessen erscheint
aus den genannten Gründen eine Parteienschädigung im Betrag von
Fr. 4'000.– (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag im Sinne von
Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE).