Decision ID: 07dc65ac-1e2b-4ae9-b92a-cf682c290007
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962, war beim Alterszentrum
Y._
als Pfle
gehelferin angestellt und damit bei der Unfallversicherung
der
Stadt Zürich ver
sichert, als sie am 2
4.
Februar 2019 bei
m
Überqueren der Strasse plötzlich Schmerzen im Knie verspürte (Urk. 8/G001).
Nach
getätigten
Abklärungen
verneinte
die
Unfallversicherung
der
Stadt Zürich mit Verfügung vom 1
1.
Juni 2019 (
Urk.
8/G011) ihre Leistungspflicht.
Die vom zuständigen Krankenversic
herer SWICA Krankenversicherung AG (nachfolgend SWICA) erhobene Einsprache (
Urk.
8/J001
)
wies die Unfallversicherung
der
Stadt Zürich am
6.
August 2019 ab (
Urk.
8/J006 =
Urk.
2).
2.
Die SWICA
erhob am
1
6.
September 2019
Beschwerde (Urk. 1) gegen den
Ein
spracheentscheid
vom
6.
August 2019 (Urk. 2) und beantragte, die Unfallversi
cherung
der
Stadt Zürich sei zu verpflichten, die von der Versicherten geltend gemachten Beschwerden als Folgen des Unfallereignisses vom 2
4.
Februar 2019 an
zu
erkennen und deren Kosten zu übernehmen (S. 2
Ziff.
1), eventuell sei die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung und zu neuem Entscheid an die Unfallversicherung
der
Stadt Zürich zurückzuweisen (S. 2
Ziff.
2)
.
Mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
September 2019
(Urk.
7
) beantragte die
Unfall
versicherung der Stadt Zürich
die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom
3.
Oktober 2019 wurde
der
Swica
eine Kopie der Beschwerdeantwort zuge
stellt und
die Versicherte z
um Prozess beigeladen (
Urk.
9), wobei sie sich innert angesetzter Frist nicht vernehmen liess
(vgl.
Urk.
11).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
er
bringt die Versicherung ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (
lit
. a); Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Bandlä
si
onen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
zerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 202).
1.2
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung (
Verordnung über die Unfallversicherung
; UVV) per 1. Januar 2017 ist das Beste
hen einer vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschä
digung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tat
sache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermutung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädi
gung vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbot
schaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallver
sicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. September 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
Gemäss zur Publikation vorgesehenem Urteil 8C_22/2019 vom 24. September 2019 ergibt sich aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallver
sicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der
abnüt
zungs
- und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem initialen
erinnerlichen
und benennbaren Ereignis - nicht zuletzt auch auf
grund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes (Versicherungsde
ckung; Zuständigkeit des Unfallversicherers; Berechnung des versicherten Ver
dienstes; intertemporalrechtliche Fragestellungen) - auch nach der UVG-Revision relevant. Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter respektive harmloser Art, so vereinfacht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des Unfallversicherers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachpersonen zu beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erst
maligen Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschätzungen - mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit - nachzuweisen, dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend, das heisst im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus Elementen, die für Abnützung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus unweigerlich, dass der Entlastungsbeweis des Unfall
versicherers erbracht ist und sich weitere Abklärungen erübrigen (E. 8.6).
1.3
Praxisgemäss sind die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens von der versi
cherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die not
wendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereig
nisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglichkeit genügt nicht –, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person auswirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
davon aus (Urk. 2),
dass der Unfallbegriff nicht erfüllt sei, jedoch eine Listenverletzung vor
liege. Die Zusammenfassung der Befunde lasse darauf schliessen, dass am Knie
gelenk mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausschliesslich degenerative Befunde vorlägen
. Aufgrund der Aktenlage sei ein symptomatischer Vorzustand zudem erwiesen
(S. 3).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (
Urk.
1),
ihr Vertrauensarzt habe sich mit dem Bericht des Arztes der Beschwerdegegnerin auseinandergesetzt und widerlege die Schlüsse in Bezug auf die Listenverletzung der Versicherten. Der
Einspracheentscheid
stütze sich demnach auf einen Bericht, der nicht aussagekräftig und nachvollziehbar sei. Aufgrund der Erkenntnisse, die durch ihren Vertrauensarzt
ans
Lichte gekommen seien, müsse die Beschwerde
gegnerin den Fall der Versicherten übernehmen und die daraus entstandenen Kosten übernehmen oder zumindest weitere Untersuchungen veranlassen (S. 4).
2.3
Vorliegend ist unbestritten, dass der Unfallbegriff gemäss Art. 4 des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) nicht er
füllt ist
.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Recht
verneinte
, insbesondere
ob
der
bei der Versicherten vorhandene Menis
kusriss
vorwiegend
, wie die Beschwerdegegnerin geltend macht,
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzu
führen ist.
3.
3.1
Dr.
Z._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, berichtete a
m
1
3.
März 2019 (
Urk.
8/M001) und
nannte folgende Diagnose (S. 1
Ziff.
9):
-
Kniedistorsion rechts bei wahrscheinlich leichten vorbestehenden degene
rativen Veränderungen im Kniegelenk rechts
Sie
führte aus,
die Versicherte sei am 2
4.
Februar 2019 auf dem Notfall im Spital
A._
erstbehandelt worden. Sie sei mit dem rechten Knie eingeknickt beim her
untergehen vom Trottoir. Seither könne sie kaum mehr gehen, Gestürzt sei sie nicht. Die Schmerzen seien vor allem medial. Das Knie sei reizlos ohne Erguss, die Patella etwas
druckdolent
, das ganze Gelenk stabil, eine
Druckdolenz
bestehe über dem medialen Gelenkspalt.
Zusätzlich bestünden eine Sensibilitätsstörung an der rechten Grosszehe und eine Hyposensibilität am lateralen Oberschenkel rechts und an der medialen Wade rechts.
Das MR vom 2
6.
Februar 2019
(vgl.
Urk.
8/M002)
zeige eine Läsion der
Hinter
hornwurzel
des Innenmeniskus, eine mässige Reizung der
Synovia
sowohl
femorotibial
in der Kniekehle betont als auch suprapatellar, dort mit mässiger
synovialer
Hypertrophie. Wahrscheinlich bestehe ein
Enchondrom
im Bereich der proximalen Tibia. Es sei eine mässige
Chondropathie
retropattelar
und medial
femorotibial
vorhanden. Die Bänder und der Aussenmeniskus seien intakt
(S. 1)
.
Wahrscheinlich sei eine gewisse Degeneration vorbestehend. Die Versicherte sei auch schon im Januar 2019 wegen Kniebeschwerden rechts einmal in der Praxis gewesen und habe eine Physiotherapieverordnung erhalten. Damals habe sie aber normal gehen und arbeiten können (S. 2
Ziff.
10).
3.2
Am 1
2.
März 2019 (
Urk.
8/M005) führte
Dr.
Z._
aus, die Versicherte klage seit Dezember über eine vermehrte Instabilität und Schwellung im rechten Knie. Seit einer Kniedistorsion am 2
4.
Februar 2019 hätten sich die Symptome
aggra
viert
. Die MRI Bilder des Knies würden nicht allzu stark für einen richtigen Unfall sprechen. Es scheine doch alles eher degenerativ zu sein.
3.3
Dr.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, führte am 2
3.
April 2019 aus (
Urk.
8/M006),
es liege keine Listenverletzung für eine unfallähnliche Körperschädigung vor. Die Befunde im MRI seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit degenerativer Natur.
3.
4
Dr.
B._
berichtete am
9.
Juli 2019 (
Urk.
8/M008
=
Urk.
8/M009
) und führte aus, bereits im Januar 2019 hätten bei der Versicherten wegen belastungsabhän
gigen rechtsseitigen Knieschmerzen radiologische Abklärungen vorgenommen werden müssen, welche eine beginnende Gonarthrose gezeigt hätten. Die Über
weisung der Versicherten durch die Hausärztin an die Uniklinik
C._
sei auf
grund
degenerativer Befunde im MRI erfolgt. Die rheumatologische Abklärung spreche ausschliesslich von degenerativen Veränderungen im Kniegelenk.
Eine traumatische Läsion des medialen Meniskus werde nur als möglich diskutiert. Die Zusammenfassung der Befunde lasse darauf schliessen, dass an diesem Kniege
lenk mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausschliesslich degenerative Befunde vorlägen (S. 1).
Es liege eine Listenverletzung vor, nämlich ein Meniskusriss. Diese Gesundheitsschädigung sei aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorwiegend auf Abnutzung oder Erkrankung zurückzuführen (S. 2).
3.5
Dr.
D._
, Facharzt für Chirurgie, Vertrauensarzt der Beschwerde
führerin, führte am
2
6.
Juni 2019 und am
1
3.
August 2019 (
Urk.
3/4) a
us,
d
ie diagnostizierte Menisk
usläsion an der
Hinterhornwurzel
des Innenmeniskus sei
nicht überwiegend wahrscheinlich auf die erwähnten degenerativen Veränderun
gen zurückzuführen. Hierfü
r gebe
es kein
erlei Beleg
e
. Die Versicherte sei
57 Jahre a
lt und der MRI-Befund entspreche
einem altersgemässen Verschleiss
. Eine Meniskusdegeneration könne
nicht diagnostiziert werden. Ledigli
ch differenzial
diagnostisch werde
vom Radiologen eine
mukoide
Degeneration vom übrigen Innenmeniskus erwähnt, dies
sei
also nur e
ine mögliche Diagnose und genüge
nicht dem geforderten Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (über 50
%
).
Die diagnostizierte Meniskusläsion an der
Hinterhornwurzel
des Innenmeniskus sei nicht überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 2
4.
Februar 2019 zurückzuführen. Ein Distorsionstrauma habe nicht stattgefunden, der Kapsel-Bandapparat sei unauffällig. Dies sei jedoch bei der Frage nach einer Listendiag
nose gemäss
Art.
6
Abs.
2 völlig unerheblich, seit
1.
Januar 2017 gebe es kein
sinnfälliges
Ereignis mehr.
Zusammenfassend besteh
e
hier eine Listendiagnose gemäss
Art.
6
Abs.
2
lit
.
c UVG und hierfür
sei
der Unfallversicherer leistungs
pflichtig, da nicht mit dem geforderten Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit
eine degenerative Veränderung zu über 50
%
ursächlich für die Beschwerden sei. Das MRI zeige im Wesentlichen einen altersgemässen Befund mit Ausnahme des Meniskusrisses (S. 2).
Die Beurteilung vom 2
6.
Juni 2019 habe
weiterhin vollumfänglich Gültigkeit. Der
Einspracheentscheid
sei
nicht zu akzeptieren. Vom beratenden
Arzt der Unfall
versicherung werde
zuerst eine Listendiagnose nic
ht anerkannt, diese Meinung werde
dann revidiert. Aufgrund schon einmal aufgetretener Kniebeschwerden und auf
grund eines Röntgenbefundes werde
als Ursache für den Meniskusriss eine Degeneration zu über 50
%
angenommen. Dies sei
zum einen unzu
lässig und zum anderen widerlege
das MRI eine Gonarthro
se. Der MRI-Befund werde
falsch zitiert, die m
ä
ssigen Knorpelschäden best
ünd
en lediglich retropatellar, im medi
alen Kompartiment, also dor
t wo der Meniskusschaden bestehe
,
wü
r
den sie vom
Radiologen nur als di
skret beschrieben. Niemand werde
ernsthaft bezweifel
n wol
len, dass bei einer 57-J
ährigen eine diskrete
Chondropathie
der Gelenkknorpel nicht als
altersgemäss angesehen werden kö
nn
e, zumindest seien
diese Verände
rungen keinesfalls mit dem geforderten Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit (über 50
%
) als ursächlich für den Meniskusschaden anzusehen.
Korrekt sei
die Ablehnung des Unfallbegriffs. Zusammenfassend besteh
e
hier eine Listendiagnose wie oben beschrieben, für die über
wiegend degenerative Ursache sei
der Unfallversicherungsträger beweispflichtig
und dies gelinge
bei weitem nicht mit dem geforderten Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
(S. 5)
.
3.6
Dr.
B._
führte
sodann
aus (
Urk.
8/1
=
Urk.
8/3
), die Einwände des Vertrauens
arztes der Beschwerdeführerin würden nichts an seiner definitiven Feststellung ändern. Es handle sich um eine 57-jährige Patientin. In den allgemeinen Ausfüh
rungen bezüglich Meniskusläsion habe er eindeutig geschrieben, dass Meniskus
läsionen bei über 50-Jährigen ausnahmslos degenerativ seien. Auch aus Sicht der Krafteinwirkung sei der Unfallmechanismus nicht geeignet, die Kriterien für eine frische traumatische Meniskusruptur zu erfüllen.
Nach nochmaliger Würdigung aller Kriterien und Befunde sei die Meniskusläsion bei dieser Patientin mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit von über 50
%
als degeneratives Leiden zu sehen.
4.
4.1
Vorliegend führen sowohl
Dr.
B._
als auch
Dr.
D._
jeweils gestützt auf medizinische Literatur
,
ihre eigene Erfahrung
sowie den MRI-Befund
Argumente gegen beziehungsweise für das Vorliegen einer vorwiegend auf Abnutzung her
rührenden Körperschädigung an.
Gemäss
Dr.
B._
werde eine traumatische Läsion des medialen Meniskus nur als möglich diskutiert.
Die rheumatologische Abklärung spreche ausschliesslich von degenerativen Veränderungen im Kniegelenk. Die Gesundheitsschädigung sei somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorwiegend auf Abnutzung oder Erkrankung zurückzuführen (vgl. vorstehend E. 3.4).
Meniskusläsionen bei über 50-Jährigen seien ausnahmslos degenerativ
(vgl. vorstehend E. 3.6)
.
Dr.
D._
führte hingegen aus, es gebe keinerlei Belege, dass die Meniskusläsion an der
Hinterhornwurzel
des Innenmeniskus überwiegend wahrscheinlich auf die erwähnten degenerativen Veränderungen zurückzuführen sei. Der MRI-Befund entspreche einem altersgemässen Verschleiss, eine Meniskusdegeneration könne nicht diagnostiziert werden (vgl. vorstehend E. 3.5).
4.2
Aufgrund der vorliegenden Akten steht nicht mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die Listenverletzung der Versi
cherten, der Meniskusriss, vorwiegend auf Abnützung zurückzuführen wäre. Die medizinische Aktenlage ist widersprüchlich,
die Beurteilung von
Dr.
D._
steht im Raum
und wird durch die Stellungahme von
Dr.
B._
(E. 3.6)
, der darauf nicht im Einzelnen eingeht,
nicht entkräftet
.
Die
Beschwerdegegnerin
ist gehal
ten
, ein
Gutachten in Auftrag zu geben
,
welches sich mit der
strittigen Frage, ob
der Meniskusriss der Versicherten
vorwiegend auf Abnützung zurückzuführen
sei
,
unter B
ezugnahme auf die bildgebende U
n
tersuch
ung vom 2
6.
Februar 2019 und
insbesondere
auch
auf die
divergierenden fachärztlichen Einschätzungen äussert.
Dementsprechend erweist sich die vorliegende Aktenlage für die Beurteilung der strittigen Frage als ungenügend, weshalb der
Einspracheentscheid
vom
6.
August 2019
aufzuheben und die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Das vorliegende Verfahren ist kostenlos (Art. 61
lit
. a
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG).
5.2
Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde darf obsiegenden Behörden oder
mit öffent
lich-rechtlichen Aufgaben bet
rauten Organisationen in der Re
gel keine Parteientschädi
gung zugesprochen werden. In Anwendu
ng dieser Bestimmu
ng hat das Bundesgericht der Suva und den privaten UVG-Versicherern so
wie – von Sonderfällen abgesehen –
den Krankenkassen keine Partei
entschädigungen
zuge
sprochen, weil sie als Orga
ni
sa
tionen mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben zu
qua
li
fizieren sind (BGE 112 V 356 E.
6 mit Hinweisen).
Demnach ist der Be
schwerdeführerin
keine Parteient
schädi
gung zuzusprechen.