Decision ID: c7b20767-ed68-490e-a7c8-a5f7c36a476a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1986, war seit 2006 bei der
Y._
AG als Autola
ckierer tätig und damit bei der Suva unfallversichert, als
er sich
am
1
2.
Juni 2014 eine Verletzung
an der linken Schulter zuzog (
Urk.
8/1
Ziff.
1-6).
Mit Verfügung vom
7.
Oktober
2014 widerrief die Suva die von ihr früher ab
ge
ge
bene Übernahmezusicherung
und verneinte ihre Leistungspflicht (
Urk.
8/23). Dagegen erhob der Versicherte am 1
7.
November 2014 Einspra
che (
Urk.
8/24), mit ergänzender Begründung am
4.
Mai 2015 (
Urk.
8/34). Die Suva
hies
s
die Einsprache mit Entscheid vom 2
0.
Oktober 2015
(
Urk.
8/43 =
Urk.
2) insofern teilweise gut, als sie dem Versicherten Versicherungsleistun
gen bis zum 1
9.
Juni 2014 zusprach
(S. 7
Ziff.
1)
.
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 2
0.
Oktober
2015 (
Urk.
2) erhob der Ver
sicherte am 2
3.
November
2015 Beschwerde und beantragte, dieser sei auf
zuheben und es seien ihm über den 1
9.
Juni
2014 hinaus die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen; eventuell sei die Sache zu medizinischer Abklä
rung zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2 oben
Ziff.
1).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
Dezember 2015 (
Urk.
7
)
die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
1.
Februar 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 ist das revidierte Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) in Kraft getreten. Da in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 130 V 445 E. 1.2.1 S. 447), werden die nachfolgenden unfallversicherungsgesetzlichen Bestimmung in der bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Fassung zitiert.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausal
zusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der einge
tre
tene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise be
zie
hungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht
werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
di
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die ein
ge
tretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
3
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Be
grün
dung eines
Leistungsanspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheits
schaden nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Ge
sundheitszustand, wie er unmittel
bar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zu
stand, wie er sich nach dem schick
sals
mässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U
142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundes
gerichts U 172/94 vom 26. April
1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nun
mehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leis
tungsbegründender natürli
cher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76). Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März
2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlich
keit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflege
leistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heil
behandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.
5
Nach
Art.
9
Abs.
1 UVG gelten als Berufskrankheiten Krankheiten, die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bundesrat er
stellt die Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkran
kungen. Gestützt auf diese Delegationsnorm und Art. 14
der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
hat er in Anhang I zur UVV eine Liste der schädigenden Stoffe und der arbeitsbedingten Erkrankungen erstellt. Nach der Rechtsprechung ist eine „vorwiegende" Ver
ursachung von Krankheiten durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten nur dann gegeben, wenn diese mehr wiegen als alle andern mitbeteiligten Ursachen, mithin im ge
samten Ursachenspektrum mehr als 50 % ausmachen. „Ausschliessliche" Verursachung hingegen meint praktisch 100 % des ursächlichen Anteils der schädigenden Stoffe oder bestimm
ten Arbeiten an der Berufskrankheit (BGE 119 V 200 E. 2a mit Hinweis).
Als Berufskrankheiten gelten nach
Art.
9
Abs.
2 UVG auch andere Krankhei
ten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder stark über
wiegend durch berufliche Tätigkeit verursacht worden sind. Diese General
klausel bezweckt, allfällige Lücken zu schliessen, die dadurch ent
stehen könnten, dass die
bundesrätliche
Liste gemäss An
hang I zur UVV entweder einen schädigenden Stoff, der eine Krankheit verursachte, oder eine Krank
heit nicht aufführt, die durch die Arbeit verursacht wurde (BGE 119 V 200 E. 2b mit Hinweis). Nach der Rechtsprechung ist die Voraussetzung des „aus
schliesslichen oder stark überwiegenden" Zusammenhangs gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG erfüllt, wenn die Berufskrankheit mindestens zu 75 % durch die berufliche Tätigkeit verur
sacht worden ist (BGE 126 V 183 E. 2b, 119 V 200 E. 2b mit Hinweis; RKUV 2000 Nr. U 408 S. 407).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, der Beschwerdeführer habe sich am 1
2.
Juni 2014 eine Schulterkontu
sion zugezogen und spätestens eine Woche danach sei ein
status
quo sine erreicht gewesen (S. 5 f.
Ziff.
3). Medizinische Nachweise für eine berufliche Verursachung im Sinne einer Berufskrankheit gebe es keine (S. 5
Ziff.
2d).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, auf die kreisärztlichen Beurteilungen könne aus näher dargelegten Gründen nicht abgestellt werden (S. 3 ff.
Ziff.
2). Es sei in medizinischer Hinsicht nicht ge
klärt worden, ob unfallkausale oder degenerative Schädigungen an der lin
ken Schulter vorlägen; die
s
sei nachzuholen (S. 5 f
.
Ziff.
3).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
hauptsächlich
, ob über den 1
9.
Juni 2014
hinaus
Gesundheitsbeeinträchtigungen in
rechtsgenüglichem
Kausalzusammenhang zum Unfall vom 1
2.
Juni 2014 bestanden.
3.
3.1
Gemäss Unfallmeldung vom
9.
Juli 2014 (
Urk.
8/1) zog sich der Beschwerde
führer am 1
2.
Juni
2014 bei
m
Abhängen und Stapeln von Geländern eine Zerrung an der linken Schulter zu. Der erste Arztbesuch erfolgte am 1
8.
Juni 2014, worauf er
versuchsweise vom 1
9.
bis 2
5.
Juni 2014 weiterarbeitete und sodann wegen stark zugenommenen Schmerzen wieder den Arzt aufsuchte; am
3.
Juli 2014 wurde ein MRI erstellt (
Ziff.
6).
Am 1
6.
Juli 2014 präzisierte der Beschwerdeführer, beim Abhängen und Sta
peln von Geländern sei ein Geländer abgerutscht und hab
e ihn an der Schul
ter getroffen
. Als Unfalldatum gab er an „ca. 12.6.14“ (
Urk.
8/9
Ziff.
1)
. Dies erklärte er auf Nachfrage damit, dass er nicht mehr genau wisse, an welchem Tag es passiert sei; unmittelbar nach dem geschilderten Ereignis habe er kei
ner
lei Beschwerden verspürt, erst ein paar Tage später hätten die Schmerzen begonnen (
Urk.
8/14)
3.2
Am
3.
Juli 2014 wurde ein MRI erstellt, dies mit folgender Indikation: „Klagt seit zirka vier Wochen über Schmerzen in der linken Schulter/Oberarm; Analgesie und Physiotherapie bisher ohne Wirkung;
Rotatorenmanschetten
läsion
?“
Die Beurteilung lautete wie folgt:
Beginnende degenerative Veränderungen
humero-glenoidal
, primär den Gelenkknorpel betreffend. Diskrete
Ansatztendinopathie
der
Supraspi
natussehne
ganz dorsal sowie der
kranialsten
Portion der
Subskapula
rissehne
ansatznah. Leichtgradige
Kapselsynovialitis
im AC-Gelenk, DD post
trau
matisch bedingt.
3.3
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte mit Bericht vom 2
1.
Juli
2014 (
Urk.
8/12
=
Urk.
8/15
) aus, die Erstbehandlung habe am 1
8.
Juni 2014 stattgefunden (
Ziff.
1). Er verwies unter anderem auf den MRI-Befund vom
3.
Juli
2014 (
Ziff.
4) und nannte als Diagnose eine
Kapselsynovialitis
im AC-Gelenk, differentialdiagnostisch (DD) posttrauma
tisch bedingt (
Ziff.
5).
Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
ab 2
6.
Juni 2014 (
Ziff.
8).
3.4
Am 1
3.
August 2014 beantwortete Kreisarzt Prof.
Dr.
med.
A._
, Fach
arzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappara
tes
, die ihm unterbreiteten Fragen (
Urk.
8/
17 S. 2). Er führte aus, es sei aus medizinischer Sicht unmöglich, dass
durch
den Schlag vom 1
2.
Juni 2014 die diagnostizierten strukturellen Veränderungen an Oberarm/Schulter entstan
den seien, da im MRI traumatisch bedingte Läsionen nicht hätten belegt wer
den können (
Ziff.
1). Beim dokumentierten Unfallhergang im Sinne einer Kontusion sei ein mehrtägiger beschwerdefreier Zustand zwar möglich, aber nicht überwiegend wahrscheinlich (
Ziff.
2).
3.5
Am 2
3.
Oktober
2014 berichtete
Dr.
med.
B._
, Oberarzt Orthopädie, Universitätsklinik
C._
, über
die
am 2
0.
Oktober
2014 erfolgte Untersu
chung (
Urk.
8/39). Dabei nannte er folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
beginnende
Omarthrose
links
AC-
Gelenksarthropathie
links
Als Befund führte er unter anderem eine freie Schultergelenksbeweglichkeit und gute Kraft der
Rotatorenmanschette
sowie eine
Druckdolenz
über dem AC-Gelenk an. Im MRI vom
3.
Juli 2014 zeige sich eine
regelrechte
Rotato
renmanschette
,
eine gute
Trophik
der Muskulatur und eine beginnende
Omarthrose
zentral,
glenoidal
(S. 1). Eine beginnende
Omarthrose
bei sehr jungem Alter bezeichnete er als überraschend (S. 1 unten).
3.6
Am 1
8.
Dezember
2014 berichteten die Ärzte der Schultersprechstunde der Uni
versi
tätsklinik
C._
über ihre am Vortag erfolgte Untersuchung (
Urk.
8/40). Sie nannten folgende Diagnose (S. 1 Mitte):
subacromiales
Impingement
mit
subacromialer
Begleitbursitis Schul
ter links (
adominant
)
Sie führten unter anderem aus, nach Befundbesprechung mit dem Radiologen gebe es im MRI vom
3.
Juli 2014 keine Anzeichen für eine
Omarthrose
, es sei ein
Enhancement
der
subacromialen
Bursa erkennbar, vereinbar mit einer Bursi
tis (S. 1 unten). Nach einer erneuten Infiltration sei der Patient komplett beschwerdefrei gewesen. Er sollte vorübergehend Überkopfarbeiten unterlas
sen, damit sich die Bursitis beruhigen könne (S. 2 oben).
3.7
Am 2
2.
Januar
2015 erstattete Prof.
A._
eine ärztliche Beurteilung (
Urk.
8/28) und führte aus, das
MRI vom
3.
Juli
2014 spreche ohne vernünf
tige Zweifel gegen eine traumatische Verursachung der beklagten Schulter
schmerzen links. Es könne von einer Kontusion des linken Schultergelenkes ohne struk
turell traumatische Läsion ausgegangen werden. Nach allgemeiner ärztlicher Erfahrung sei der Status quo sine eine Woche nach dem Unfaller
eignis erreicht (S. 1).
3.8
Am 2
4.
September
2015 führte Prof.
A._
unter anderem aus,
gemäss den Berichten der Ärzte der Universitätsklinik
C._
, wonach ein
subacromiales
Impingement
mit
subacromialer
Begleitbursitis vorliege, bestehe kein kausa
ler Zusammenhang zwischen den aktuell geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 1
2.
Juni
201
4.
Für eine allfällige berufliche Verursachung lägen keine medizinischen Nachweise vor; bezüglich der genannten Berufs
gruppe lägen keine wissenschaftlichen Studien vor, die einen Zusammen
hang rechtfertigen könnten (
Urk.
8/42).
3.9
Dr.
med.
D._
, Facha
r
zt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tolo
gie
des Bewegungsapparates
,
berichtete am
1.
Oktober
2015
über seine gleichentags erfolgte Untersuchung
(
Urk.
3)
. Er nannte als Diagnose ein post
traumatisches
subacromiales
Impingement
mit Bursitis links (S. 1 Mitte). Er führte unter anderem aus,
der Beschwerdeführer habe bei ihm eine Zweit
meinung eingeholt;
auch er denke, dass die Ursache der Beschwerden nicht in einer
Omarthrose
oder AC-
Arthropathie
zu suchen sei, zumal der Patient diesbezüglich heute absolut beschwerdefrei gewesen sei. Bildgebend und auch klinisch bestünden Hin
weise auf eine Bursitis, so dass er als nächsten therapeutischen Schritt eine
subacromiale
Infiltration empfohlen und durch
geführt habe (S. 2 oben).
Weiter führte er aus (S. 2 Mitte):
Hinsichtlich der Kausalität nach Unfallereignis, kann die gegenwärtige Symptomatik, auch in Anbetracht der MRT-Veränderungen mit Traumati
sierung der ansatznahen
Supraspinatus
- und
Subscapularissehne
und des AC-
Gelenkes
davon ausgegangen werden, dass dies mit dem Unfall in Zu
sammenhang steht. Leider sind natürlich Veränderungen dieser Art auch degenerativ möglich, allerdings nicht im Alter des Patienten zu erwarten. Insofern ist die Wahrscheinlichkeit der Anerkennung der Unfallkausalität wahrscheinlich nicht gegeben, zumal eine überwiegende Wahrscheinlichkeit mit 51
%
vorliegen müsste, was wahrscheinlich beim Patienten nicht der Fall wäre.
4.
4.1
Gemäss seinen eigenen Angaben erhielt der Beschwerdeführer ungefähr am 1
2.
Juni 2014 einen Schlag gegen seine linke Schulter; unmittelbar danach verspürte er keine Beschwerden, Schmerzen traten erst einige Tage später auf (vorstehend E. 3.1). Der (zirka) sechs Tage danach konsultierte erstbehan
delnde Arzt nannte als Diagnose eine
Kapselsynovialitis
im AC-Gelenk, dif
fe
ren
tialdiagnostisch posttraumatisch
bedingt
(vorstehend E. 3.3), dies in Über
nahme des am
3.
Juli 2014 erhobenen
MRI-Befundes (vorstehend E. 3.2
).
Von behandelnder Seite wurden zuerst eine beginnende
Omarthrose
und eine AC-
Gelenksarthropathie
(vorstehend E. 3.5) und s
odann - davon abweichend - ein
subacromiales
Impingement
mit
subacromialer
Begleitbursitis (vorste
hend E. 3.6) diagnostiziert. Letzterem schloss sich auch der vom Beschwer
deführer für eine Zweitmeinung konsultierte
Dr.
D._
an (vorstehend E. 3.9).
4.2
Eine über den 1
9.
Juni
2014 hinaus dauernde Leistungspflicht der Beschwer
de
gegnerin setzt voraus, dass zwischen noch vorhandenen Be
schwerden und dem gemeldeten Ereignis
ein natürlicher Kausalzusammen
hang nach ärztli
cher Einschätzung überwiegend wah
rscheinlich ist (vorste
hend E. 1
.
3
). Ist ein entsprechender Kausalzusammenhang infolge Zeitablaufs dahingefallen, so dass der Gesundheitszustand demjenigen vor dem Unfall (Status quo ante) entspricht oder demjenigen, der auch ohne Unfall einge
treten wäre (Status quo sine), endet die Leistungspf
licht ebenfalls (vorstehend E. 1
.
4
).
In keiner ärztlichen Beurteilung wurde ein Kausalzusammenhang zwischen den anhaltenden Schulterbeschwerden und dem Ereignis vom 1
2.
Juni
2014 als überwiegend wahrscheinlich bezeichnet.
Mit dem
Zusatz „DD posttrau
matisch
bedingt
“ im MRI-Befund vom
3.
Juli 2014
wird
eine traumatische Verursachung
der dort festgestellten
Kapselsynovialitis
lediglich als möglich
eingestuft, dies zudem
ohne ein solches allfälli
ges Trauma zeitlich näher zu bestimm
en. Auch der vom Beschwerdeführer konsultierte
Dr.
D._
, dem die Bedeutung einer solchen Feststellung offensichtlich geläufig war,
konnte die erforderliche überwiegende Wahrscheinlichkeit nicht bestätigen, wobei er überdies nicht näher begründete, weshalb er die im
MRI festgestellten
An
satz
tendinosen
nunmehr als „Traumatisierung“ der betreffenden Sehnen be
zeichnete (vorstehend E. 3.9).
4.3
In der Gesamtschau der erstatteten Berichte und Beurteilungen ergibt sich, dass diese für
die streitigen Belange
- die Kausalitätsfrage
-
umfassend
sind
, auf
den dafür erforderlichen, mithin
a
llseitigen Untersuchungen beruhen
,
sowie die geklagten Beschwerden und, soweit relevant, die
Vorakten
berück
sichtigen
. Die sich daraus ergebende Schlussfolgerung, nämlich das
s
ein na
türlicher Kausalzusammenhang zum Unfallereignis jedenfalls nach dem 1
9.
Juni
2014 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen wer
den kann, erweist sich dementsprechend als fundiert und nachvol
lziehbar (vgl. vorstehend E. 1.6
).
Die Leistungseinstellung per 1
9.
Juni
2014 erweist sich somit als begründet.
4.4
Die Beschwerdegegnerin hat sodann das - im Einspracheverfahren erstmals postulierte - Vorliegen einer Be
rufskrankheit (vorstehend E. 1.5
) verneint. Sie stützte sich dabei auf die kreisärztliche Feststellung, dass keine medizinische Evidenz für einen berufsbedingten Zusammenhang zwischen Schulterprob
lemen der vorliegenden Art und der Tätigkeit als Autolackierer existiere (vgl. vorstehend E. 3.8).
Dem wurde beschwerdeweise lediglich entgegengehalten, der Formulierung in der kreisärztlichen Beurteilung
lasse sich nicht entnehmen, auf welche Berufsgruppe sich die Feststellung beziehe (
Urk.
1 S. 5 oben).
Materiell wurde der genannten Feststellung nichts entgegengehalten. Nament
lich lässt sich auch der vom Beschwerdeführer eingeholten Zweitmei
nung nichts entnehmen, dass annehmen liesse, es gebe abklärungswürdige Hinweise auf eine berufsbedingte Verursachung, welche den Anforderungen der Rechtsprechung für die Anerkennung als Be
rufskrankheit (vorstehend E. 1.6
) genügen würde.
Somit hat es mit der Feststellung sein Bewenden, dass keine Berufskrankheit anzunehmen ist.
4.5
Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als in jeder Hinsicht zutref
fend, womit er zu bestätigen und die dagegen erhobene Beschwerde abzu
weisen ist.