Decision ID: 1c0e638b-76b6-44c7-81cf-7f41856b8035
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959,
war bis Anfang 2002 als
Betriebs
mitar
bei
te
rin
bei
Y._
AG tätig (Urk. 7
/2/4, Urk.
7
/4/4). Am 7. Juni 2001 erlitt sie bei einem Sturz auf das Gesäss eine Fraktur des Querfortsatzes beim 3.
Len
den
wirbelkörper
(LWK) links (Urk. 7
/11/104-108).
Die Suva
erbrachte die ge
setz
lichen Leistungen, welche sie mit Verfügung vom 1. Juli 2002, bestätigt mit
Einsprache
en
tscheid
vom 3. März 2002 (Urk. 7
/17/3-7), wegen
Wieder
er
-
rei
chen
s
des krankheitsbedingten Vorzu
standes (
status
quo ante) per 1. Jul
i 2002 (Urk. 7
/11/19-20) einstellte.
1.2
Am 22. Juli 2002 meldete sich die Versicherte wegen chronischer Rücken
-
beschwerden nach Unfall und kleiner Diskushernie lumbal bei der Eidge
nös
sischen Invaliden
ver
siche
rung zum Rentenbezug an (Urk.
7
/2). Die So
zial
versicherungs
anstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle (nach
fol
gend: IV-Stelle), klärte die erwerb
lichen und medizinischen Verhältnisse ab. Mit Verfügung vom 4. Februar 2004 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab dem 1. Juni 2002 eine ganze Rente bei einem Inval
iditätsgrad von 100 % zu (Urk. 7
/25). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechts
kraft.
Im Rahmen des im Oktober 2007 angehobenen Revisionsverfahrens (Urk.
7/27
)
bestätigte
die IV-Stelle am 10. Dezember 2007
den
Anspruch
der Versicherten auf die bisherige ganze
Invalidenrente bei einem
Invaliditäts
grad
von 100 % (Urk.
7/31
).
1.3
Im Dezember 2010 hob die IV-Stelle ein weiteres Ren
tenrevisionsverfahren an
. Die Versicherte meldete am 17. Januar 2011, ihr Gesundheits
zu
stand sei unverändert und sie sei weiterh
in nicht erwerbstätig (Urk. 7/36/1
). Die IV-Stelle klärte die aktuellen
medizinischen und erwerblichen Verhältnisse ab und holte die Berichte von Dr. med.
Z._
, Facharzt für Arbeitsmedizin und Allge
meinmedizin, vom 20. April 2011 (
Urk.
7
/4
4
/1-5) sowie von
dipl.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neu
ro
logie, vom 8. Mai 2012 (Urk. 7
/
50
) je vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), welche die Versicherte am 20. April (Urk.
7
/4
4
/1) und am 8. Mai 2012 (Urk.
7
/
50
/1) untersucht hatten, ein.
Nach Durchführung des
Vorbescheid
verfahrens
(
Vor
bescheid vom 21. September 2012,
Urk.
7/54
;
Einwandschrei
ben
vom 11. Oktober 2012,
Urk.
7/56
)
zog die IV-Stelle m
it Verfügung vom 23. November 2012 die
Zusprechung der
bisherige
n
ganze
n
Rente
in
Wieder
erwägung
und hob die Rente
auf Ende des der Zustellung folgenden Monats
auf (Urk. 7/60
).
Die dagegen erhobene Beschwerde vom
8. Januar 2013 (Urk. 7/65/3-10
) hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich im Verfahren IV.2013.00029 mit Urteil vom 28. August 2014
in dem Sinne
gut,
dass
es die Sache
an die Beschwerdegegnerin zur ergän
zenden medizinischen Abklärung
und hernach neuer Entscheidung über den Renten
anspruch ab dem 1. Januar 2013
zurückwies (
Urk.
7/73
/16
).
Die IV-Stelle holte in der Folge
unter anderem das interdisziplinäre Gutach
ten des
B._
vom 6. Januar 2013 (
Urk.
7/102) ein. Gestützt darauf kündigte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 2. Juni 2016 an, an der Renteneinstellung festzuhalten (
Urk.
7/109). Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom 5. Juli 2016
Einwände (Urk. 7/112)
.
Mit Verfügung vom 21. Juli 2016 entschied die IV-Stelle wie angekündigt, dass die Rente eingestellt bleibe (
Urk.
2).
2.
Die
Versicherte
erhob
mit Eingabe vom
14. September 2016
unter Beilage der
Berichte des
C._
AG vom 17. August 2016 (Urk. 3/3), von
Dr.
med.
D._
, Facharzt
für Rheumatologie und Innere Medizin, vom 30. August 2016 (
Urk.
3/4) und von
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom 25. August 2016 (
Urk.
3/5)
Beschwerde
gegen die Ver
fügung vom
21. Juli 2016
und bean
tragte,
diese
sei aufzuheben und es sei
ihr eine ganze Rente
, eventualiter eine Teilrente,
zuzusprechen
(Urk. 1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin schloss i
n der
Beschwerdeant
wort vom
24. Oktober 2016
auf A
bweisung der Be
schwerde (Urk. 5
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die weiteren eingereichten Unter
lagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsun
fähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
träch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Ge
sundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Lei
den
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen
zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz
2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundes
ge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E.
3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE
127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1
.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommens
ver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffern
mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1
.3
Gemäss Art. 28 Abs.
2
IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie min
destens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
1
.4
1
.4.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Renten
bezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge
hoben (
Art.
17 Abs. 1 ATSG).
1.4.2
Gemäss Schlussbestimmung
lit
.
a der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen Än
derung des
IVG vom 18.
März 2011
(IV-Revision 6a; AS 2011 5659;
S
chlB
lit
. a IVG)
werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch un
klaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nach
weisbare
orga
nische Grund
lage ge
sprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach In
kraft
treten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraus
setzungen nach
Art.
7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Revisionsvoraussetzungen von
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind.
2
.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt,
die Überprüfung der Invalidenrente nach
SchlB
lit
. a IVG habe gestützt auf das
B._
-Gutachten vom 6. Januar 2016 ergeben, dass die Beschwerdeführerin weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Eine 100%ige Arbeitsfähigkeit sei auch hinsichtlich des Aktivitätsniveaus und
der
Ressourcen nachvollziehbar.
Da die Beschwerdeführerin weder eine Psychotherapie noch weitere soma
tische Therapeuten oder Ärzte engmaschig aufgesucht habe, könne nicht von einem grossen Leidensdruck ausgegangen werden.
Auch den Berichten von Dr.
D._
,
wonach diverse Therapieversuche unternommen worden seien, seien keine Befunde zu entnehmen, welche eine Arbeitsunfähigkeit zu begründen ver
möchten.
Auch w
enn die Beschwerdeführerin Psychopharmaka einge
nommen habe, würden aus psychiatrischer Sicht aber dennoch keine Diag
nosen und Befunden vorliegen, welche eine Arbeitsunfähigkeit begrün
den würden
(Urk.
2
S. 2 f.
).
2
.2
Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein,
im
B._
-Gutachten vom 6. Januar 2016 seien nicht alle Berichte und sämtliche vorliegenden medi
zi
nischen Akten
gewürdigt worden. Es sei insbe
sondere auf den Bericht von Dr.
D._
vom 29.
Februar 2016
(
Urk.
7/111)
zu verweisen. Danach
seien zahl
reiche Therapieversuche zur Behandlung der chronischen Schmer
zen unter
nommen worden und sie
habe regel
mässig Psychopharmaka ver
ordnet erhal
ten
. Auch sei aus rheumatologischer Sicht der Untersuchungs
befund im
B._
-Gutachten minimalistisch zusam
mengefasst worden.
Die Einschätzungen von Dr.
D._
seien korrekt.
Es wäre Sache der
Be
schwerdegegnerin
gewesen, beim
B._
eine ergänzende Stellungnahme auf
grund des neuen Sachver
haltes
oder zumindest des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
einzuholen
, nach
dem sie
ihr
mit Eingabe vom 5. Juli 2016 (
Urk.
7/112)
diesen Bericht zugesandt
habe.
Auch
sei anhand des
Bericht
es
von
Dr.
D._
vom 13. Februar 2015
(
Urk.
7/
82
)
ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin ärztliche Berichte nur selektiv verwende und Aus
füh
rungen, welche ihren Anliegen widersprechen würden, einfach weglasse.
Im
Bericht des Instituts für Radiologie
vom 17.
August 2016
(
Urk.
3/3
)
sei des Weiteren
mit dem Befund einer
Chondropathie
des medialen
Femur
kondylus
mit kleinem Gelenkserguss
festgehalten worden, dass sie, die Beschwerde
führerin, seit zwei Monaten an progredienten Schmer
zen im linken Knie
ge
lenk leide.
Dr.
E._
habe sich
in ihrem
neuesten B
ericht vom
25.
August 2016
(
Urk.
3/5)
zum
B._
-Gutachten geäussert, worin sie starke Rücken- sowie Knie
schmerzen
links mit dem Befund der MRT-Untersuchung festge
halten habe. Auch habe sie die bisherigen Diagnosen, insbesondere die somatoforme Schmerzstörung, wiederholt. Diese Diagnosen würden klar darauf hinweisen, dass für das Gutachten keine gründlichen und voll
stän
di
gen Abklärungen vorgenommen worden seien.
Die i
m
B._
-Gutachten
auf
geführten Schlussfolgerungen und Diagnosen
würden
den
i
m Zusam
men
hang mit der Rechtsprechung zu
solchen
ätiologisch-
pathogene
t
isch
unkla
ren
syndromale
n
Zustandsbildern ohne nachweis
bare
orga
nische Grundlage von Prof.
Dr.
F._
ausgearbeiteten Kriterien nicht ge
recht werden. Sie leide seit Jahren unter der diagnostizierten psychoso
matischen Erkran
kung. Ohne die Einnahme der erwähnten Psychopharmaka würde sie die Schmer
zen nicht ertragen.
Das im Gutachten festgestellte
chronifizierte
Ganzkörperschmerzsyndrom habe sehr wohl Einfluss auf ihre Arbeitsfähig
keit.
Zur
Feststellung der
B._
-Gutachter, Dr. med.
G._
, Fachärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie,
habe ihr eine psychische Ge
sundheit attes
tiert,
sei zu bemerken, dass sie mehrere Gespräche mit ihr geführt habe. Ein Bericht von Dr.
G._
liege jedoch nicht bei den Akten, weshalb offen sei, ob diese eine psychische Gesundheit attestiert habe. Prof.
Dr.
med.
H._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie
Leitender Arzt,
Schmerz
-
therapie
und Gutachten,
der
I._
Klinik
(Urk.
7/70/2)
, habe zudem festgehalten, dass aus seiner Sicht
neben der
chronische
n
Schmerz
problematik
eine psychische Proble
matik im Sinne einer depressiven Störung vorliege. Dagegen sei in der psychiatrischen Abklärung (gemeint wohl: gemäss dem
B._
-Gutachten, Urk. 7/102/
62
) festgehalten worden, dass die Basissymptome
einer depres
siven Episode nicht erfüllt seien. Die Ausführun
gen dazu seien indes nicht korrekt
und beschönigend dargestellt
, denn sie habe sich sozial allgemein zurückgezogen und sich auf die Mitglieder der Familie beschränkt.
Ohne die Hilfe und Unterstützung der Familienmitglieder wäre sie nicht in der Lage, ihren Haushalt zu führen. Die regelmässigen Ferien im Sommer in der Heimat des Ehemannes würden ihr wenig bis keine Erholung bringen. Sie verbringe jedoch dem Familienfrieden zuliebe dort die Ferien.
Ferner
sei entgegen dem psychiatrischen
B._
-
Teil
gutachten
von einer posttraumatische Belastungsstörung
(PTBS)
auszu
gehen. Auch die
B._
-Gutachter hätten einen psychosomatischen Zusam
menhang mit der Verschleppung und Tötung der Mutter, dem Tod des Vaters und dem Unfall beschrieben und die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) gestellt. Dennoch hätten sie eine psychische Komorbidität verneint. Dies widerspreche jedoch den Ausführungen von Dr.
D._
und den Feststellungen von Prof.
Dr.
H._
.
Aus dem Um
stand
sodann
, dass sie mit
Ausnahme von den Behandlung
en bei
Dr.
D._
und Dr.
E._
keine weiteren Therapeuten oder Ärzte häufig auf
ge
sucht habe, könne nicht der Schluss gezogen werden, dass bei ihr kein grosser
Leidens
druck
bestehe. Ihre konsequente Ablehnung gegen psycho
thera
peutische Gespräche deute auf eine Abwehrhaltung hin, welche sich nun aktuell jedoch verändert habe.
Sie habe sich nunmehr bei
Dr.
med.
J._
,
Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
, zur psycho
therap
eutischen Behandlung angemeldet
(Urk. 1 S. 4
ff
.
).
2
.3
Strittig und zu prüfen ist, ob
die Beschwerdegegnerin mit de
r angefochtenen Verfügung (Urk.
2) zu Recht die mit Verfügung vom 23. November 2012
(Urk.
7/60
)
erlassene
Aufhebung der
bish
erigen
ganzen Rente
(
Urk. 7/25
)
per 1. Januar 2013
bestätigt hat.
3.
3.1
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich war im Urteil IV.2013.00029 vom 28. August 2014 (E. 6.2) zum Schluss gekommen, die damalige mit Verfügung vom 23. November 2012 (
Urk.
7/60) erlassene Auf
hebung der bisherigen ganzen Rente sei weder unter dem Titel der
Wieder
er
wägung
noch unter jenem der Revision (
Art.
17 Abs. 1 ATSG) gerecht
fertigt. Es liege aber ein Anwendungsfall der Schlussbestimmung
lit
. a IVG vor (
Urk.
7/73/15).
Denn d
ie
beim Unfall vom 7. Juni 2001 erlittene
Fraktur am Querfortsatz
des dritten Lendenwirbelkörpers (
LWK 3
)
sei
bei
(vorbestehenden Beschwerden wegen)
Flach
hohlrücken,
lumbosacralen
Übergangswirbel sowie den übrigen degenerativen lumbalen Veränderungen L4/5
nur bis Juni 2002 als soma
tisch-organisches
Korrelat für die Beschwerden zu sehen (
Urk.
7/11/29,
Urk.
7/11/12-13).
Zwar hätten auch für die Zeit nach Juni 2002 überwiegend wahrscheinlich erklärbare somatische (lumbale) Be
schwer
den bestanden.
Jedoch seien die damaligen degenerativen Verän
derungen nicht derart erheblich gewesen, dass damit allein eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeg
licher Tätigkeit erklärbar ge
wesen wäre, sondern die Problematik sei in der (somatoformen) Komplexität der chronischen Schmerzkrankheit (mit LWS-, Schulter-, Nacken- und Kopfschmerzen, Urk. 7/19/5) begründet gewesen (E. 5.2; Urk. 7/73/14).
3.2
Damit ist im Folgenden der Rentenanspruch ab Januar 2013 (Urk. 7/73/16) unabhängig davon zu prüfen, ob seit der Zusprechung
der Rente im Februar 2004 (
Urk.
7/25)
bis Ende 2012
eine erhebliche Veränderung eingetreten sei. Denn bei
der Überprüfung und Neubeurteilung von laufenden Renten gestützt auf
Abs.
1
SchlB
lit
. a IVG
ist gleich vorzugehen wie dort, wo ein erst
maliges Leistungsgesuch zu beurteilen ist.
Die Frage, ob die be
stehende Rente herab
zuset
zen oder aufzuheben ist, beurteilt sich somit nach dem Sachverhalt, wie er sich bis zum Zeit
punkt der Neubeurteilung beziehungs
weise des Erlasses der dar
aus resul
tieren
den Ver
fügung
entwickelt hat.
D
er Invaliditätsgrad ist
mithin
auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts
schätzungen zu ermitteln (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Die ange
fochtene Verfügung vom 2
1.
Juli 2016 bildet dabei
recht
spre
chungs
gemäss
die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis
(BGE 132 V 2
15
E. 3.1.1, BGE
122 V 77 E. 2b, Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_76/2009 vom 19.
Mai 2009 E. 2, je mit Hinweis).
4.
4.1
D
ie Beschwerdegegnerin hat in Umsetzung des Urteils vom 2
8.
August 2014
(vgl. E.
6; Urk. 7/73/15) mit dem
B._
-Gutachten vom 6.
Januar 2016 (Urk.
7/102
) ein
interdisziplinäres Gutachten eingeholt, mit welchem die Beschwerdeführerin am 2
4.
August und 1. September 2015 umfassend fach
ärztlich aus inter
nistischer, rheuma
tologischer, neurologischer und psychia
t
rischer Sicht begutachtet wurde
(
Urk.
7/102/1)
.
Die Gutachter
kamen zum Schluss,
es sei weder in somatischer noch in psychischer Hinsicht eine Diag
nose mit Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit
zu stellen
(Urk. 7/102/65)
.
Die Be
schwerdeführerin sei unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde aktuell weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit als
Produktions
mitar
beiterin
in der
Glaceherstellung
und in einer sonstigen Verweistätigkeit
ein
geschränkt. Da sie ausserdem bislang weder eine Psychotherapie noch wei
tere somatische Therapeuten oder Ärzte engmaschig und häufig auf
gesucht habe, könne nicht von einem grossen Leidensdruck ausgegangen werden (Urk. 7/102/75
, Urk. 7/102/81-84
).
Es seien
denn auch
erhebliche Diskre
pan
zen zwischen den beklagten Beschwerden und den Ein
schränkungen im All
tag sowie den klinischen und bildgebend objekti
vier
baren Befunden zu beobachten (
Urk.
7/102/83).
Der internistische Status sei bei unauffälli
gem Elektrokardiogramm (EKG) und
Abdominalstatus
, fehlenden Anhalts
punkten für eine
Ventilations
störung
und
normalbefundlichen
Laborergeb
nissen
unauffällig, weshalb aus allgemein-inter
nistischer Sicht keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden könne (
Urk.
7/102/71-72).
In rheuma
tolo
gischer Hinsicht
stünden
die geklagten Beschwerden
und die Dauer sowie die Therapieresistenz in Diskrepanz
zu
den klinisch
en und radi
ologischen Be
funden einer diskreten schmerzhaften
Bewegungsein
schrän
kung
der LWS bei bildgebend
verifzierter
lumbosa
c
raler
Über
gangs
anomalie
und degene
rativen LWS-Veränderungen. Zudem hätten sich 12 von 18
Ten
derpoints
im Bereich der oberen und unteren
Extremitäten gefunden. Defizite der Motorik oder der Sensibilität hätten keine ausgemacht werden können. Die stammnahen und peripheren Gelenke würden dem Alter ent
sprechend frei und schmerzlos bewegen und die schmerzhaften Kniegelenke sowie die oberen Sprung
gelenke würden keine pathologischen Befunde zeigen. Dem
entsprechend sei aus rheumatologischer Sicht von einer 100%igen Arbeits
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit, aber auch in jeglicher dem Alter und dem Habitus entsprechenden Tätigkeit auszugehen (Urk. 7/102/72)
.
Die Diagnose eines
chronifizierten
Ganzkörpersyndroms ohne anatomisches Korrelat sei daher (aus somatischer Sicht)
als solche
ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu stellen (Urk. 7/102/48-49).
Bei
der neurologischen Untersuchung hätten sich keine objektivier
baren fokal
neurologi
s
chen Ausfälle gefunden.
Insbesondere
sei
d
ie ange
gebene Minderung der ober
flächlichen Berührungsempfindung im Bereich des linken Beines
überwiegend wahrscheinlich einer funktionellen Genese zuzuordnen.
Auch
hätten sich keine
radikulären
motorische
n
oder sensible
n
Ausfälle im Rahmen der degenerativen Veränderungen
an der Halswirbel- und
Lenden
wirbelsäule
(HWS und LWS)
gefunden. Insbesondere
für
die in der
Mag
net
resonanztomographie
der LWS vom 1
0.
März 2014 beschriebene
Tangierung der Wurzel S1 und
L5 beidseits hätten sich anamnestisch und im neuro
lo
gischen Untersuchungsbefund keine Hinweise auf eine klinische Relevanz gefunden.
Angesichts der aktenkundigen Elektroneurographien
sei
be
treffend
die ange
gebenen Fühlstörungen beider Hände die Diagnose eines leichten Carpaltunnelsyndroms mit nur
geringgradigen
elektroneurographischen Ver
ände
rungen
zu stellen. In der Arbeitsfähigkeit sei die Beschwerdeführerin hier
durch indes nicht beeinträchtigt, zumal prinzipiell auch eine operative Sanierung eine Option darstelle. Die beklagte Kopfschmerzsymptomatik sei in
Übereinstimmung mit den aktenkundigen fachneurologischen Beurteilungen am ehesten als
chronifizierter
Spannungskopfschmerz ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einzuordnen. Hinweise auf eine symptomatische Genese hätten sich nicht ergeben
(
Urk. 7/102/
51-
52,
Urk.
7/102/72-73).
Im Rahmen der psychiatrischen Exploration habe kein ausgeprägter, schwer
wiegender, objektiver psychopathologischer Befund festgestellt werden kön
nen. Es bestehe situationsbedingt eine gewisse Affektlabilität, jedoch keine eigentliche depressive Symptomatik.
Auch eine posttraumatische
Belastungs
störung
(PTBS) liege weiterhin nicht vor. Die traumatisierenden Ereignisse im ehemaligen
Jugoslawien
im Zusammenhang mit der Verschleppung und Tötung der Mutter habe sie bislang aber nicht verarbeitet. Ein psycho
soma
tischer Zusammenhang liege auf der Hand und sei bereits früh in der
Krank
heitsgeschichte
beschrieben worden. In Verbindung mit emotio
nalen Kon
flikten und psychosozialen Belastungen
hätten sich zunächst lumbale Schmerzen entwickelt, nach dem Tod des Vater
s
Kopfschmerzen und nach dem Unfall am Arbeitsplatz schliesslich die Ausweitung zu
Ganzköper
schmerzen
. Gesamthaft könne von Anteilen einer somatoformen
Schmerz
störung
(ICD-10 F45.4) ausgegangen werden, wobei die Diagnosekriterien nicht gänzlich erfüllt seien. Eine psychische Komorbidität liege nicht vor. Der Hauptkonflikt sei die unverarbeitete Trauer. Im Vergleich zur Schilderung der vielfältigen Schmerzen zeige sich im Alltag (dagegen) ein gutes
Funktions
niveau
. Im Hinblick auf die Schmerzbewältigung und den Beginn der Arbeitstätigkeit sei von einem dysfunktionalen Krankheitsverhalten (Flucht in die Schmerzen anstatt Trauerbewältigung)
mit einer deutlichen
Selbst
limi
tierung
auszugehen. Es hätten bei der Beschwerdeführerin keine
Per
sönlich
keitsmerkmale
festgestellt werden können, durch die ihr Leistungs
vermögen eingeschränkt wäre. Ein
fortgesetztes Rentenbegehren könnte zusätzlich nicht von der Hand gewiesen werden (
Urk.
7/102/74).
4.2
Die Gutachter würdigten die fachärztlich erhobenen Befunde und die medi
zinischen
Vorakten
nachvollziehbar und eingehend unter Berücksichtigung
des Verhaltens der Beschwerdeführerin, ihrer
sozialen Verhältnisse sowie sämtlicher geklagten Beschwerden (Schmerzen im Rücken, Nacken, in den Gelenken, Schultern, Ellbogen, Knien, Händen und Füssen, Kopfschmerzen; Urk. 7/102/45-46, Urk. 7/102/49-50, Urk. 7/102/71) mit Verlauf ab Beginn der (aktenkundigen) lumbalen Rückenschmerzen im Jahr 1992 (Urk. 7/102/66-71).
Es liegt damit ein interdisziplinäres Gutachten vor, das
alle rechtsprechungsgemäss erfor
derlichen Kriterien für beweis
kräftige ärzt
li
che Entscheidungs
grundlagen(vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c
) erfüllt.
4.3
4.3.1
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin vermögen die Berichte der behandelnden Ärzte die Einschätzung der
B._
-Gutachter nicht in Zweifel zu ziehen
, wie sich aus dem Folgenden ergibt
.
Dabei sind die von der Beschwerdeführerin mit der Beschwerde einge
reichten Bericht
e
des
C._
AG vom 1
7.
August 2016 (Urk. 3/3
),
von
Dr.
D._
vom 3
0.
August 2016 (
Urk.
3/4) und
von Dr.
E._
vom 2
5.
August 2016 (
Urk.
3/5) nur insofern zu be
rück
sichti
gen, als daraus Rückschlüsse auf den Sachverhalt vor respektive zur Zeit der angefochtenen Verfügung vom 2
1.
Juli 2016 (Urk. 2) zulässig er
scheinen, welche rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richter
lichen
Über
prüfungsbefugnis
bildet (BGE 132 V 215 E. 3.1.1).
Die
bildgebend neue
Fest
stellung einer
Chondropathie
des medialen
Femur
kondylus
(Grad II-II nach
Outerbridge
) am linken Knie mit kleinem
Gelenks
erguss
bei an
sonsten unauf
fälligen, altersentsprechenden
Knorpelverhält
nissen
und ohne Hinweise auf eine trophische Knochenmarksstörung wurde erst mit
Magnetresonanztomographie (MRT)
vom
17. August 2016 (
Urk.
3/3)
, mithin nach dem Erlass der ange
fochtenen Verfügung ausgewiesen
und ist daher hier unbeachtlich
. Zudem hatte die Beschwerde
führerin bereits anläss
lich der Begutachtung über Schmerzen an den Knie
gelenken geklagt
und es wurden bei der klinischen Untersuchung Tenderpoints am medialen sowie lateralen Knie
gelenkspalt beidseits festgestellt
(Urk. 7/102/
46-47
). Zwar erklärte
Dr.
D._
im Bericht vom 3
0.
August 2016
(
Urk.
3/4)
,
die Beschwerdeführerin klage seit einigen Wochen vermehrt über
Schmerzen am linken Knie, vorbe
stehend intermittierend. Jedoch
führte er weiter aus, dass die Therapie sicher konservativ sei und die Beschwerdeführerin nur wenig Schmer
z
mittel benötige, so dass weitere Behandlungen wie zum Beispiel Physiotherapie oder Injektionen ins Knie nicht nötig seien (
Urk.
3/4). Es ist damit von keiner erheblichen zusätzlichen Gesundheitsbeeinträchtigung vor dem 2
1.
Juli 2016 (
Urk.
2) auszugehen, zumal
keine erheblichen Befunde, etwa eine deutliche Bewegungseinschränkung, erhoben wurden und
von kei
nem dieser Ärzte eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert wurde.
Auch aus dem Bericht der Hausärztin
Dr.
E._
vom 2
5.
August 2016 (Urk. 3/5) ist nichts Weiteres zu ent
nehmen, was für die Zeit vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) beachtlich wäre.
4.3.2
Im Bericht
vom 2
9.
Februar 2016
hatte sich
Dr.
D._
, bei dem die Beschwerdeführerin seit November 2011 in Behandlung steht (
Urk.
7/81/1),
sodann
zu einem vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zugesandten Auszug aus dem
B._
-Gutachten
ge
äussert
(
Urk.
7/111)
.
Es
handelt
e
sich um einen Auszug aus dem rheumatologischen Teilgutachten.
Um welchen Aus
zug mit welchem Umfang es sich
im Einzelnen
handelt, ist
nicht ersichtlich
.
Dr.
D._
bemängelte
in diesem Bericht
, dass
die im
B._
-Gutachten aus rheuma
tolo
gischer Sicht aufgeführten U
ntersuchungsbefunde in nur 13,5
Zeilen zusam
men
gefasst worden seien und die angeblichen
Normal
be
funde
ohne Schmerzprovokation im Widerspruch zu den langjährig ge
äus
serten und teilweise sehr schwierig beeinflussbaren Beschwerden bei ihm in der Sprech
stunde stehen würden. Zumindest die Untersuchung der rechten Schulter und des Nackens hätten Schmerzen provozieren müssen. Es bestehe diesbezüglich der Verdacht, dass die Beschwerdeführerin nur ober
flächlich untersucht wor
den sei, was sich indes nur auf die ihm vorliegenden Zeilen der rheumato
logischen Beurteilung beschränke (Urk. 7/111/1).
Dem ist entgegenzuhalten, dass im rheumatologischen Teilgutachten
sowohl die geklagten Nacken- und Schulterschmerzen mit der Folge schlechten Schlafes als auch
die Be
funde der klinischen und bildgebenden Unter
suchun
g
en
der HWS
sowie
der Schultergelenke
aufgeführt
wurden
(Urk. 7/102/46-48)
. Auch wenn die Beschreibung der rheumatologischen Ein
schätzung rela
tiv kurz ausge
fallen ist und die Bewegung der stammnahen
sowie
peripheren Gelenke als dem Alter entsprechend frei und schmerzlos aufgeführt wurde (Urk. 7/102/49), ändert dies
nichts daran, dass die Ein
schätzung
aus soma
tischer Sicht
, es handle sich bei den geklagten Be
schwer
den um ein
chronifi
ziertes
Ganzkörpersyndrom ohne anatomisches Korrelat
und
ohne
Auswir
kung auf die Arbeits
fähigkeit
(
Urk.
7/102/48)
,
im Ergebnis
mit Blick auf die übrige Aktenlage
nachvollziehbar ist.
Denn auch Dr.
D._
hatte, nachdem die Ergeb
nisse die MRT-
Arthrographie
der
rechten Schulter rechts vom 4.
April 2013 (
Urk.
7/81/5) und das MRT der LWS (Urk. 7/81/3) vor
gele
gen hatten, im Bericht vom 1
3.
Februar 2015 festge
stellt, dass sicher nur mässige Befunde, die im einzelnen keine Einschrän
kungen bedeuten würden,
vorliegen würden (
Urk.
7/82).
Im Übrigen wurde auch
vom allgemein-inter
nistischen
B._
-Gutachter fest
gehalten, dass in seiner Untersuchung die Schulterbeweglichkeit beidseits uneingeschränkt mit problemlos durch
führ
barem Schürzen- und Nackengriff beidseits möglich gewesen sei und in den oberen Extremitäten keine Atrophie, mithin keine Anzeichen für eine ausge
prägte Schonhaltung, vorlagen (
Urk.
7/102/43).
Wenn Dr.
D._
in demselben Bericht weiter ausführt, die (mässigen) Befunde würden sich jedoch in der Summe zusammen mit der ausgeprägten
Schmerzchronifizierung
seit 2001 als absolut limitierend und quälend auf die Beschwerdeführerin auswirken (Urk. 7/82),
bedeutet dies
nichts anderes,
als
dass die
chronifizierten
Schmerzen ohne
adäquate
objektivier
bare soma
tische Grundlage bestehen
und e
ine somatoforme, mithin psychische Über
lagerung vorliegt
.
Ob und inwiefern eine solche Schmerzproblematik als ein
schrän
kend für die Arbeitsfähigkeit anzunehmen sei
(vgl. dazu
E. 5
nachfolgend)
,
ist
indes
vor allem aus
fachärztlich
psychiatrischer und
nicht
aus
rheuma
tolo
gischer
Seite
zu beurteilen
.
4.3.3
Auch aus dem Einwand der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 1), es seien gemäss dem Bericht von Dr.
D._
vom 29.
Februar 2016 (Urk. 7/111) ent
ge
gen der Darstellung im
B._
-Gutachten zahlreiche Therapieversuche zur Behandlung der chronischen Schmerzen unternommen worden und sie habe regelmässig Psychopharmaka verordnet erhalten, kann die Beschwerde
füh
re
rin n
ichts zu ihren Gunsten a
bleiten
.
Denn
i
m
B._
-Gutachten
vom
6.
Januar 2016
wurde korrekt
aufgeführt, dass
gemäss
Dr.
D._
im Schreiben vom 1
6.
Oktober 2012
(Urk. 7/58/1)
chiro
praktische
Behandlungen und Akupunktur sowie Physio
therapie in
L._
, am
M._
und im Spital
N._
durchgeführt worden seien (
Urk.
7/102/36).
Dies betrifft
ausserdem
Behand
lungen vor dem hier massgeblichen Zeitraum ab Januar
201
3.
Auch
die aktuelle
Medikamentation
wurde im
B._
-Gutachten gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin
festgehalten
,
und zwar
nebst
Ponstan
und
Dafalgan
auch
das
von Dr.
D._
erwähnte (Urk. 7/111)
Medikament
Palexia
(Urk.
7/102/40
, Urk. 7/102/50
)
. Weiter wurde berücksichtigt, dass
sechs Tage vor der Be
gutachtung eine
schmerzmodulative
Therapie mit
Cym
balta
be
gonnen habe (
Urk.
7/102/52).
Richtig ist, dass im
B._
-Gutachten eine Behandlung mit Psychopharmaka nicht aufgeführt
wurde
.
Eine solche -
insbesondere durch einen psychiat
rischen Experten
ab
Januar 2013
-
ist den Akten
jedoch
auch nicht zu ent
nehmen.
Dr.
D._
erklärte dazu, es sei die Fibromyalgie mit leichter depressiver Verstimmung mittels
sogenannter SNRI
(
Serotonin-Nor
adrenalin-
Reuptake
-Inhibitor
)
wie
Duloxetin
und
Efexor
behandelt worden, zuletzt mit klassischen
antririzyklischen
Antidepressiva wie
Nort
rilen
und
Amitriptylin
. Die Beschwerde
führerin sei somit jederzeit offen dafür gewesen, ihre Beschwerden medikamentös anzugehen (
Urk.
7/111/1).
Letzteres
wird von den Gutachtern indes nicht bezweifelt.
4.3.4
Massgeblich aber ist, dass
die Beschwerdeführerin nie eine
länger
dauernde
, regelmässig
e
ps
ychiatrische
medikamentöse und/oder psycho
therapeutische
Therapie durchgeführt hat.
Dr.
D._
bemerkte selbst, dass es richtig sei, dass die Be
schwerde
führerin einer intensivierten Gesprächs- und
Ver
haltenspsychotherapie
jeder
zeit extrem skeptisch gegenüber gestanden sei und sich auf dieser Ebene nicht durch einen Psychiater habe behandeln lassen wollen
(
Urk.
7/111/1)
.
Dem
Bericht
von Dr.
D._
vom 27.
No
vember 2012
ist zudem zu ent
nehmen, dass
von den behandelnden
(soma
tischen)
Ärzten unterstrichen worden
sei
, dass (den chronischen Span
nungs
kopfschmerzen und
zervi
kospondylogenen
bis brachialen Beschwerden Richtung rechte Schulter) eine zusätzliche psychosomatische beziehungs
weise psychiatrische Ursache zu
grunde
liege
. Diesen Zusam
menhang habe
die Beschwerdeführerin bisher verneint und dissimuliert. Die Beschwerde
führerin sei für eine solche Ab
klärung nun aber bereit (Urk. 7/61/1). Es
folgte
der
stationäre
Rehabilitationsaufenthalt in der
RehaCl
inic
L._
vom 4. März bis 1.
April 2013
, in welchem sie am ganzheitlich orientierten inter
disziplinären Beh
and
lungsprogramm für Patienten mit chronischen Schmer
zen (ZISP) teilnahm
(Urk. 7/67)
.
Diese stationäre Behandlung fand denn auch Eingang in das
B._
-Gutachten (Urk. 7/102/45). Im Anschluss an den
Reha
bilitations
aufenthalt
wurde
jedoch weiterhin
keine
anhaltende
psychia
t
ris
che/psycho
therapeutische Be
hand
lung etabliert (Urk. 7/67/3).
Zwar wurde die Beschwerdeführerin g
emäss dem Bericht vom 1
4.
Januar 2014
von Prof.
Dr.
H._
von der
I._
Klinik, der die Beschwerde
führerin konsiliarisch am 14. Januar 2014 unters
uchte
, zuletzt in psychia
t
rische Therapie
bei der
Psychiaterin Dr.
G._
überwiesen
, welche nach An
gaben der Beschwerdeführerin erklärt habe, dass sie nicht psychisch krank sei
.
Jedoch habe die Beschwerdeführerin dazu gesagt, dass sie über die be
lastete Vergangenheit mit dem Tod beider Eltern während des Bürger
krieges in Kroatien nicht
(habe)
sprechen wolle
(n)
, insbesondere nicht in einer psychiatrisch-psychot
herapeutischen Behandlung (Urk.
7/70/2). Dies
er Bericht
wurde im psychia
trischen
B._
-Teilgutachten
unter dem Titel „Psychiatrische Anamnese“
korrekt wiederge
geben (Urk.
7/102/
55
)
. Auch stützte sich der Gutachter bei seiner Beurteilung nicht
im Wesentlichen
auf die zitierte Aussage der Be
schwerdeführerin,
Dr.
G._
habe sie als nicht psychisch krank erklärt, ab, sondern begründete die Einschätzung korr
ekt aufgrund der eigenen Befund
erhebung (Urk. 7/102/60-64)
.
Dass kein Bericht von
Dr.
G._
in den Akten liegt, vermag das
B._
-Gutachten
jedenfalls
nicht in Frage zu stellen, zumal d
ie Beschwerdeführerin gegenüber dem psychia
trischen
B._
-Gutachter an
gab
, sie habe sich nur einmal von
einem Psycho
logen behandeln lassen und zwar während des Aufenthaltes in
L._
. Sie wolle nicht immer dasselbe gefragt werden. Es seien stets Fra
gen, die wehtun würden (Urk. 7/102/58).
Es ist daher nicht davon aus
zuge
hen, dass bei
Dr.
G._
über die Anfangsgespräche hinaus eine eigent
liche Therapie
stattfand, was im Übrigen auch nicht behauptet wurde.
4.3.5
Im
B._
-Gutachten wurde
vor diesem Hintergrund daher
zutreffend
und nachvollziehbar
fest
ge
halten, dass
die psychotherapeutischen
Therapieoptio
nen
bislang
unausgeschöpft
geblieben seien und bei ausreichend langer sowie intensiver spezifischer Psychotherapie (Trauerverarbeitung,
Schmerz
coping
) von einer durchaus positiven Prognose ausgegangen werden könne
(Urk.
7/102/64).
Zur Überwindung des dysfunktionalen
Krankheitsver
halten
sei
daher
eine intensive psychosomatische, auf somatoforme Schmer
zen be
zogene spezifische Psychotherapie, vorzugsweise mit einem Beginn in einem stationären Kontext
zu empfehlen
(
Urk.
7/102/77
, Urk. 7/102/82
).
Die etwa in sechs- bis achtwöchigen Abständen stattgehabten Konsul
ta
tionen beim Rheumatologen Dr.
D._
(vgl. Bericht vom 27. Novem
ber 2012, Urk. 7/61/1) waren und sind selbst mit unterschiedlichen medika
men
tösen Behandlungen nicht geeignet, diese empfohlene Behand
lung zu ersetzen. Insofern ist die im psychiatrische
n
B._
-Teilgutachten getroffene Schluss
folgerung, es könne nicht von einem grossen Leidensdruck ausge
gan
gen werden, da die Beschwerdeführerin bis
lang weder eine Psychothera
peu
tin noch (ab Januar 2013) weitere somatische Therapeuten oder Ärzte eng
maschig und häufig aufgesucht habe (
Urk.
7/102/64), wobei darunter
ein
deutig mehr als monatliche
Behandlungen
/Therapie
sitzungen
zu verstehen sind, nicht zu beanstanden.
Daran ändert auch das Vorbringen nichts, dass sich die Beschwerdeführerin nunmehr angeblich zur psychotherapeutischen Behand
lung bei
einer Psychiaterin angemeldet habe (
Urk.
1 S
.
10
),
zumal diese Anmeldung erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) erfolgte und eine Anmeldung noch keine ernsthaft
wahrgenommene
Therapie aus
macht.
4.4
4.4.1
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist sodann mit der übrigen medizinischen Aktenlage vereinbar
und nachvollziehbar
, dass
der psychia
t
rische
B._
-Gutachter
eine
psychische Komorbidität, mithin das Vorliegen eine
depressive
n
Erkrankung
, aber auch eine
PTBS
verneinte (Urk. 70/102/62-64,
Urk.
7/102/73-74).
Eine depressive Störung wurde in verschiedenen medizinischen Berichten
ab dem Jahr 2002
zwar erwähnt, jedoch
ohne Angabe von entsprechenden Be
funden
und
nicht fachärztlich
sowie
nicht im Sinne einer schweren depres
siven Störung
diagnostiziert
(Urk. 7/6/1-3, Urk. 7/7/5,
Urk.
7/19/1, Urk. 7/38/5, Urk. 7/40/12).
Auch der Psychiater Prof.
Dr.
H._
führte
im konsiliarischen Bericht vom
14. Januar 2014
nicht die
Diagnose einer De
pres
sion
nach einem anerkannten Klassifikationssystem auf, sondern erwähnte lediglich das Vorl
iegen einer depressiven Störung
. Ausserdem nannte er keine den Diagnosekriterien entsprechenden
Befunde
.
E
ine andere psychiatrische Diag
nose, namentlich eine PTBS
,
hatte er
ebenfalls
nicht gestellt
(
Urk.
7/70/2).
R
echtsprechnungsgemäss
kann eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit indes
sen
nur anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer
Gesundheits
beeinträchtigung
ist, die fachärztlich einwandfrei diag
nos
tiziert worden ist (BGE 141 V 281 E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 130 V 396).
Schon
dipl.
med. P.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie, vom RAD
hatte
ferner
n
ach der Untersuchung vom 8. Mai 20
12 keine
depressive Störung
und keine PTBS diagnostiziert
(
Bericht vom 1
4.
Juni 2012, Urk.
7/50/14-
1
5).
Aber auch in Bezug auf die von der Beschwerdeführerin
(
Urk.
1 S. 10)
gerüg
ten Aus
führungen des psychiatrischen
B._
-Gutachters zu den Basis
symp
tomen
(
Urk.
7/102/73)
ist das Gutachten zu bestätigen. Dazu wurde im Gut
achten festgehalten, die Basissymptome einer depressiven Symptomatik sei
en
nicht
als erfüllt zu betrachten. Die Beschwerdeführerin leide weder unter einer andauernden gedrückten Stimmung noch unter einem
Früh
erwachen
,
einer
Freud- oder Interessenlosigkeit. Der
Libidoverlust
sei
schmerz
bedingt
. Es lägen weder ein genereller sozialer Rückzug noch gravierende Einschrän
kungen im Alltag mit erhöhter Ermüdbarkeit oder einer
Antriebsverminde
rung
vor. Sie fahre auch kurze Strecken mit dem Auto. Sie sei fähig den gesamten Haushalt zu f
ühren, die Betten zu machen,
staub
zu
saugen, sich um die Wäsche im Keller zu kümmern, Mahlzeiten zuzubereiten, die Blumen auf dem Balkon zu pflegen und mit ihrer Familie mit dem Auto nach
O._
zu reisen. Das psychosoziale Umfeld sei intakt. Bei gewissen Arbeiten werde sie vom Ehemann unterstützt, die Tochter putze alle zwei Wochen gründlich die Wohnung. Eine wichtige Ressource scheine der Familienhund zu sein, mit dem sie dreimal am Tag spazieren gehe (Urk. 7/102/73).
Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin
ist eine Beschönigung des S
achverhaltes nicht ersichtlich.
Insbesondere dafür
, dass ein psychisch be
dingter Rückzug auf die Familienmitglieder stattgefunden habe (
Urk.
1 S. 10), gibt es keine Hinweise.
Dem
Bericht des RAD-Arztes Dr.
Z._
ist dies
be
züglich zu entnehmen, dass sie
auch den Einkauf
erledigte
und (damals) einen kurzen Schwatz mit Bekannten gehalten
habe
, die sie zufällig getroffen habe (
Urk.
7/44/3). Es besteht somit auch Aussen
kontakt
, zumal sich die Beschwerdeführerin nach ihren Angaben mehrmals pro Tag mit dem Hund aus dem Haus begibt (
Urk.
7/102/57)
. Gegen
über dem RAD-Arzt
A._
hatte die Beschwerdeführerin zudem angegeben, sie habe einen
Freundeskreis von fünf bis sechs Kolle
ginnen, mit denen sie Kontakt pflege. Im Zusam
menhang mit dem Hobby ihres Ehe
mannes als Schiedsrichter habe sie aus
serdem Kontakt mit den anderen Schiedsrichterfrauen (
Urk.
7/50/1).
Gegen
über
den
B._
-Gutachtern
erklärte sie sodann
,
in
O._
, wo sie
und ihre Familie
die Ferien verbringe
n würden
, habe sie zwei Freundinnen. In der Schweiz habe sie keine Freun
dinnen, weil alle arbeiten würden
. Hobbys habe sie nie gehabt (Urk.
7/102/57).
Von einem gesundheitsbedingten Rückzug kann
damit
keine Rede sein.
Auch
ist
für die Beurteilung einer depressiven Symptomatik
nicht
ent
schei
dend, ob die Beschwerdeführerin sich in den Ferien erholen konnte, sondern dass sie gesundheitlich in der Lage war, die
längere
Reise mit der Familie im Auto und/oder Flugzeug ins Ausland
(Urk. 7/102/58)
vorzunehmen.
Dass die Beschwerdeführerin im Haushalt sodann von den Fa
milien
angehörigen unterstützt wird, wurde im Gutachten berücksichtigt. Entscheidend ist aber, dass sie nach wie vor die die meisten
täglich
an
fallenden Haushaltsarbeiten selbst
erledigen
und eine Tagesstruktur einhalten kann, was die
Antriebs
fähigkeit
bestätigt
.
4.4.2
Im Übrigen wäre selbst bei fachärztlich diagnostizierter und
er
wiesener depres
siver Störung nicht ohne Weiteres auf eine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit zu schliessen.
Nach
der Rechtsprechung des Bundesgerichts
fallen
die leicht bis mittelgradigen depressiven Störungen rezidi
vierender oder episodischer Natur
insbesondere
einzig dann als invalidisierende Krank
heiten in Betracht, wenn sie erwiesenermassen therapier
esistent sind (BGE 141 V 281 E.
3.7.1 E. 4.3.1.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_111/2016 vom
9.
Mai 2016 E. 5
,
9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2 mit Hinweisen auf BGE 140 V 193 E. 3.3, 9C_539/2015 vom 2
1.
März 2016 E. 4.1.3.1, 8
C_104/2014 vom 2
6.
Juni 2014 E.
3.3.4).
Da die Be
schwerde
führerin wie hiervor ausge
führt keine fachärztlich adäquate und zumutbare Behandlung durch
geführt hat,
wäre eine Therapieresistenz
jedenfalls
nicht ausgewiesen.
Bei einer Diagnose einer PTBS wäre
schliesslich
die nachfolgend zitierte Rechtsprechung (
BGE 141 V 281
)
zu beachten.
5.
5.1
Zum Vorbringen der Beschwerdeführerin, die Schlussfolgerungen der
B._
-Gutachter würden den
von Prof. Dr.
F._
entwickelten
Kriterien für ätiologisch-
pathogenetisch
unklare
syndromale
Zustandsbilder
nicht gerecht werden (Urk.
1 S. 7 ff.),
ist festzuhalten, dass die
B._
-Gutachter nach
voll
ziehbar begründet
die Kriterien zur Diagnose einer somatoformen
Schmerz
störung
nach ICD-10 F45.4 als nicht vollständig erfüllt erachtet haben
(Urk.
7/102/
74
). Sie haben damit mangels einer nach einem aner
kannten Klassifikationssystem fachärztlich gestellte
n
Diagnose zu Recht eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit verneint
. Die
bundesgerichtliche Recht
spre
chung gemäss BGE 141 V
2
81 zu den
Voraussetzungen, unter denen anhal
tende somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psycho
soma
tische Leiden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermö
gen,
ist
damit
hier
folglich
nicht
massgeblich
.
5.2
5.2.1
Aber selbst wenn von einer somatoformen Schmerzstörung nach ICD-10 F45.4 beziehungsweise vom Vorliegen eines ätiologisch-
pathogenetisch
un
klaren
syndromalen
Zustandsbildes, zu denen auch eine PTBS gehört (
BGE
142 V
342 E.
5.2
)
,
auszugehen wäre, würde dies im Ergebnis nichts daran ändern, dass eine dadurch bedingte Arbeitsunfähigkeit zu verneinen ist
. Dies ergibt sich wie folgt in Anwendung des mit dem Leitentscheid
BGE
141 V 281
(Urteil des Bundes
gerichts
vom 3. Juni 2015)
neu
präzisierten
nor
mativen Prüfungsrasters
.
Denn d
anach ver
lieren
selbst
gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert, sofern
- wie hier -
eine schlüs
sige Be
urteilung der massgeblichen Indi
katoren möglich ist
(BGE 141 V 281 E. 8). Zudem gilt auch nach neuer Recht
sprechung weiterhin, dass insbesondere bei Vorliegen ei
nes solchen unklaren Beschwerde
bildes eine objektivierte Be
trach
tungsweise
massgeblich
ist und medizinisch-psychiatrisch nicht be
gründbare
Selbsteinschätzungen und -limi
tierungen nicht als invalidi
sie
rende Gesundheitsbeeinträchtigung anzue
r
kennen sind (BGE 141 V 281 E.
3.7.1).
Nach dem Bundesgericht
sind
hierzu
die
funktionellen Auswir
kun
gen
eines Gesundheitsschadens
mit
einem Katalog
von sogenannten
Standar
dindi
ka
toren
vermehrt zu gewichten, wobei den Umstän
den des Einzelfalls Rech
nung zu tragen ist (BGE 141 V 281 E. 4). Das
Prüfungs
raster
gestaltet sich wie folgt: Unter die Kategorie
„funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
fällt der K
omplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
mit der Frage nach der
Ausprä
gung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
, dem B
ehandlungs- und Eingliederungserfolg oder
der Behandlungs
resistenz (E. 4.3.1.2)
und den
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
, ausser
dem der K
omplex „Per
sönlichkeit" (
Per
sön
lichkeitsdiagnostik
, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
und der K
omplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
. Unter der Kategorie
„Konsistenz" (Ge
sichts
punkte des Verhaltens; E. 4.4)
ist die g
leich
mässige Einschränkung des
Akti
vitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebens
bereichen (E. 4.4.1)
und der b
ehandlungs- und eingliederungsanam
nestisch ausgewiesene Leidens
druck (E. 4.4.2)
relevant.
5.2.2
Zur Ausprägung der
diagnoserelevanten Befunde
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1)
ist den Akten zu entnehmen, dass diese nicht besonders eindrücklich sind.
Ausser
der unverarbeiteten Trauer mit dysfunktionalem Krankheitsverhalten mit deutlicher Selbstlimitierung (
Urk.
7/102/73-74) bestehen ab Januar 2013 keine psycho
sozialen Belastungen und emotionale Konflikte, denen die Hauptrolle für den Schweregrad und Aufrechterhaltung der Schmerzen zu
kommt. Bezüglich Behandlungserfolg oder -resistenz
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2)
fällt ins Gewicht,
dass bisher - wie hiervor dargestellt (E. 4.3.3-4.3.5) - keine psychiatrische/psychotherapeutische Behandlung durchgeführt wurde. Es kann daher nicht vom Scheitern der indizierten Therapie und einer ab
schliessend negativen Prognose ausgegangen werden.
Auch eine erheb
liche Komor
bidi
tät (
BGE 141 V 281 E.
4.3.1.3)
ist weder in somatischer noch in psychischer Hinsicht gegeben
.
Bezüglich des Komplexes der Persön
lichkeit
sind bei der Beschwerde
führerin keine
hemmende
n
Persönlichkeits
strukturen insbesondere mit Auswirkung auf die funktionellen Folgen
(BGE 141 V 281 E.
4.3.2)
auszumachen
(vgl. Urk. 7/102/74)
.
Es ist des Weiteren
aufgrund der guten Eingliederung der Beschwerdeführerin in ihre Familie
von einem weitgehend unterstützenden sozialen Kontext
im Sinne einer mobilisierbaren Ressource
(
BGE
141 V 281 E. 4.3.3) auszugehen
.
I
n der Katego
rie "Konsistenz"
ist des Weiteren das Vorliegen einer
gleich
mässigen
Ein
schränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren
L
ebens
berei
chen
(
BGE 141 V 281 E.
4.4.1
;
vgl.
auch
BGE 142 V 106
E.
4.5
) angesichts der weit
gehend eigen
ständigen Haushalts
führung
samt Betreuung des Haustieres
durch die
Be
schwerdeführerin zu verneinen.
Auch betreffend den Indikator des - wie bereits besprochen nicht ausgewiesenen (E. 4.3.5) - behandlungs- und eingliederungsanamnestisch
massgeblichen
Leidens
druckes
(BGE 141 V 218 E. 4.4.2), lässt sich
bei thera
peutisch nicht hin
reichend ausgeschöpften
Optionen und einer nicht unabwendbare Un
fähig
keit zur Krankheitseinsicht
nichts zugunsten der Beschwerdeführerin ablei
ten
.
5.2.3
Im Ergebnis
wäre
damit
ein
recht
sgenüglicher
Bezug zwischen dem
Ganz
körperschmerzsyndrom
(
ohne adäquatem organischem
Korrelat
und mit An
teilen einer somatoformen Schm
erzstörung;
Urk. 7/102/65)
und deren funk
tionellen Aus
wirkung
en
im Sinne einer eingeschränkten Arbeits
fähig
keit
selbst bei gegebener eindeutiger psychiatrischer
Diag
nose
einer somato
for
men Schmerzstörung
zu verneinen
.
Bei gesamthafter Betrachtung über alle massgeblichen Indikatoren hinweg ist eine medizinisch-gesundheitliche Anspruchsgrundlage, welche
(ab Januar 2013 weiterhin)
zur Anerken
nung einer
Invalidität
führen könnte, nicht mit über
wie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Die Folgen der
Beweis
lo
sigkeit
hat
dabei
die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (vgl. BGE 141 V 281
E. 6
, 142 V 106 E. 4.5
).
6.
N
ach dem Gesagten
ist folglich
nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerde
gegnerin
auf die Einschätzung des
B._
-
Gutachtens vom
6. Januar 2016
(Urk.
7/102
) abgestellt hat und
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
der Be
schwerdeführerin
in
ihrer
angestammten Tätigkeit als
Produktionsmitar
bei
terin
sowie in jeder anderen vergleichbaren Verweistätigkeit ausgegangen ist. Eine Invalidität ist daher im Rahmen der Überprüfung nach der
Schluss
be
stimmung
lit
.
a IVG mit der Beschwerdeführerin zu verneinen und die Auf
hebung der bisherigen ganzen Invalidenrente ab Januar 2013 zu be
stätigen.
Was
die
Beschwerdeführer
in
des Weiteren
vor
bringt, rechtfertigt keine an
dere Betrachtungsweise.
Die
angefochtene
Verfügung vom 2
1.
Juli 2016 (
Urk.
2) erweist sich damit als
rechtmässig
.
Die
Beschwerde
ist folglich
abzuweisen.
7.
Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungs
leistungen betrifft, ist das Ver
fahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und un
abhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), ermessensweise auf Fr.
7
00.-- anzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerde
führerin
auf
zu
erlegen.