Decision ID: 4d9e4c51-0ef7-415d-89b9-cf09c3361796
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1963 geborene X._ war seit dem 1. Mai 2001 als Lager-mitarbeite
rin beim Y._ in einem 80%-Pensum tätig und bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Allianz)
obliga-torisch
gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am
19. August 2013
stolperte und dabei Kniekontusionen beidseits, ein
Lumbovertebralsyn
drom
, Oberarmschmerzen rechts und Wadenschmerzen rechts erlitt (Urk. 8/2). Die Bagatellunfallmeldung erfolgte am 30. August 2013 (Urk. 8/1). Die Allianz erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Am
10. Juni 2014
erlitt die Versicherte beim Treppensteigen eine Distorsion des rechten Kniegelenkes (Urk. 8/14). Die Arbeitgeberin der Versicherten meldete der Allianz mit Unfallmeldung vom 7. Juli 2014 einen
Rückfall (
Urk. 8/18). In der Folge holte die Allianz Stellung
nahmen ihres beratenden Arztes Dr. med. Z._, Facharzt für Chirurgie FMH, ein (Urk. 8/26 und Urk. 8/29) und stellte gestützt darauf die
Leistungen
mit Verfügung vom 6. August 2015
per 17. April 2014 ein
(Urk. 8/25). Die da
gegen erhobene Einsprache der Versicherten (Urk. 8/33) wies sie mit Entscheid vom 8. April 2016 ab (Urk. 8/36 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 11. Mai 2016 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegeg
nerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen für das Ereignis vom 10. Juni 2014 zu erbringen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 10. Juni 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 21. Juni 2016 mitge
teilt wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9.
No
-
vember
2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Die
hier
zu beurteilende
n
Ereignisse haben
am 19. August 2013 und am 10. Juni 2014
stattgefunden
, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewese
nen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fas
sung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch ge
macht und folgende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine
Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne unge
wöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
Bei den unfallähnlichen Körpe
rschädigungen im Sinne von Art.
9
Abs.
2 UVV entfällt im Vergleich zu den eigentlichen Unfällen nach
Art.
4 ATSG einzig das Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden äusseren Faktors. Alle übrigen Begriffsmerkmale eines Unfalles müssen hinge
gen auch bei den unfallähnlichen Körperschädigungen erfüllt sein. Dies gilt namentlich für das Erfordernis des einwirkenden äusseren Faktors an sich, wo
runter ein ausserhalb des Körpers liegender, objektiv feststellbarer, sinnfälliger
–
eben unfallähnlicher
–
Einfluss auf den Körper zu verstehen ist. Dabei kann die schädigende Einwirkung auch in einer körpereigenen Bewegung bestehen (Urteil des Bundesge
richts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 327 E. 3.1, 3.3.1; 129 V 466 E. 2.2, 4.1
;
123 V 43 E. 2b).
Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Faktors ist ein gesteigertes Schädi
gungspotenzial, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen Lebensverrichtung führenden Faktors.
Die physiologische Beanspruchung des Skeletts, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen äusseren Fak
tor dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_696/2013 vom 1
4.
November 2013 E. 5.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E. 3.3.1, 129 V 466 E. 4.2.2, 4.3). Ein äusserer Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial liegt nach der Rechtspre
chung vor, wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner Gliedmassen, verbunden ist (Urteil des Bundesge
richts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327
E. 3.3.1). Erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Ände
rungen der Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu kör
pereigenen Traumen führen können, so etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen belastenden Bewegungen oder bei einer wegen äusserer Einflüsse unkontrollierbar gewordenen Positionsände
rung (vgl. BGE 129 V 466 E.
4.2.3, Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3).
Der Zweck des Instituts der unfallähnlichen Körperschädigung besteht nicht darin, krankhafte oder degenerative Körperschäden von der obligatorischen Unfallversi
cherung auszuschliessen, sondern darin, die oft schwierige Abgren
zung zwischen Unfall und Krankheit zugunsten der Versicherten zu vermeiden. Die sozialen Unfallversicherer haben somit ein Risiko zu übernehmen, das nach der geltenden begrifflichen Abgrenzung von Unfällen und Krankheiten den letzteren zuzuordnen wäre. Hinzu kommt, dass es für die Bejahung des natürli
chen Kausalzusammen
hangs praxisgemäss genügt, wenn das schädigende Ge
schehen eine Teilursache bildet. Ein degenerativer oder pathologischer Vorzu
stand schliesst daher eine unfallähnliche Körperschädigung nicht aus, sofern ein unfallähnliches Ereignis den vorbestehenden Gesundheitsschaden verschlimmert oder manifest werden
lässt. Bei den in
Art.
9
Abs.
2
lit
. a bis h UVV abschlies
send erwähnten Verletzungen muss aber eine schädigende, äussere Einwirkung wenigstens im Sinne eines Auslösungsfaktors zu den (vor- oder überwiegend) krankhaften oder degenerativen Ursachen hinzutreten, damit eine unfallähnli
che Körperschädigung vorliegt (vgl. BGE 123 V 43 S. 45 E. 2b mit Hinweisen, insbes. auf BGE 116 V 155 E. 6c, 117 V 360 E. 4a, 114 V 301 E. 3c; RKUV 1988 Nr. U 57 S. 373 E. 4b).
Schmerzen als Symptome einer Schädigung nach
Art.
9
Abs.
2 UVV fallen als massgebender äusserer Faktor nicht in Betracht, wenn sie bei einer alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass ein davon unterscheidbares äusseres Moment mitspielen würde. Wer also etwa beim blossen Aufstehen, Absitzen, Abliegen, bei Bewegungen im Raum, Handreichungen und so weiter einen ein
schiessenden Schmerz verspürt, kann allein deswegen noch keine unfallähnliche Körperschädigung geltend machen. Ein äusserer Faktor ist nicht gegeben, wenn die versicherte Person einzig das erstmalige Auftreten von Schmerzen angibt, aber keine gleichzeitig mitwirkende äussere Komponente zu benennen vermag. Auch ist das Erfordernis eines äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllt, wenn das Auftreten von Schmerzen bloss mit einem von der versicherten Per
son beschriebenen gewöhnlichen Bewegungsablauf einhergeht. Verlangt wird vielmehr ein Geschehen, welchem ein gesteigertes Gefährdungspotenzial inne
wohnt, was zutrifft, wenn die als Schmerzauslöser angegebene Betätigung im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies bei vielen sportlichen Aktivitäten der Fall ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 129 V 466 E. 4.2.1, 4.2.2).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im
Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV
1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Ge
sundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänz
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entspre
chende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender na
türlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die be
fragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht,
lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche
rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, aus den Beurteilun
gen ihres beratenden Arztes ergebe sich, dass die festgestellten Me
niskusveränderungen nicht unfallkausal seien. Die Beschwerdeführerin leide an einem erheblichen Vorzustand mit Arthrosen im rechten Kniegelenk. Der bera
tende Arzt sei zum Schluss gekommen, dass es nicht zu einer richtungsweisen
den Verschlechterung des Vorzustandes gekommen sei und dass bezüglich des Ereignisses vom 19. August 2013 der Status quo sine nach einer Kniekontusion nach spätestens drei bis sechs Monaten erreicht worden sei (Urk. 2 S. 6).
In Bezug auf das Ereignis vom 10. Juni 2014 hielt die Beschwerdegegnerin fest, es liege keine unfallähnliche Körperschädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV vor, da kein äusserer Faktor vorliege. Das Treppensteigen stelle eine alltägliche Lebens
verrichtung und physiologische Beanspruchung des Körpers ohne erhöhtes Ge
fährdungspotential dar. Selbst wenn das Vorliegen einer unfallähnlichen Kör
perschädigung bejaht würde, wäre ein Leistungsanspruch der Versicherten we
gen des fehlenden natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Ereignis vom 10. Juni 2014 und den geltend gemachten Beschwerden zu verneinen. Ge
mäss dem beratenden Arzt Dr. Z._ sei die festgestellte Horizontalläsion ty
pisch für
degenerative Veränderungen im Meniskus (Urk. 2 S. 10 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber im Wesentlichen geltend, es liege eine unfallähnliche Körperschädigung vor. Ein äusserer Faktor, bei dem es sich um eine Tätigkeit oder Bewegung mit gesteigertem Schädigungspotenzial handeln müsse, könne auch in einer plötzlichen, unkoordinierten Körperbewe
gung (z.B. Knie-Verdreher beim Carving-Skifahren) liegen. Die Distorsion, wel
che sie sich am 10. Juni 2014 zugezogen habe, sei nicht beim normalen Trep
pensteigen, sondern anlässlich einer ungeschickten Drehbewegung beim Her
aufeilen in der Kurve beim Zwischenboden der Treppe passiert. Gemäss der Be
urteilung des Orthopäden Dr. A._ vom B._ sei die nachge
wiesene Läsion des medialen Meniskus mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die erneute Kniedistorsion zurückzuführen. Der Vergleich der MRI-Auf
nahme vom 11. März 2014 mit derjenigen vom 17. Juni 2014 zeige eine neu aufgetretene Rissbildung eines davor bereits degenerativ veränderten, aber nicht gerissenen Innenmeniskus (Urk. 1 S. 5 ff.).
3.
3.1
Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, nannte in seinem Bericht vom 13. September 2013 betreffend den
Unfall vom 19. August 2013
als Diagnosen eine Kniekontusion beidseits, ein
Lumbovertebralsyndrom
, Ober
armschmerzen rechts und Wadenschmerzen rechts (Urk. 8/2).
3.2
Der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. D._, Facharzt für All
gemeine Medizin FMH, hielt in seinem Überweisungsschreiben vom 7. Februar 2014 an das B._ fest, radiologisch habe sich kein wesentlicher pa
thologischer Befund finden lassen und klinisch sei er von einer traumatisierten
Chondropathia
patellae, DD beginnende Arthrose bei Adipositas, ausgegangen. Eine Arbeitsunfähigkeit sei bisher nicht eingetreten.
Hauptsächlich aus versi
cherungstechnischen Gründen erachte er eine fachärztliche Beurteilung als an
gebracht (Urk. 8/5).
3.3
Im Bericht der orthopädischen Klinik des B._ vom 25. Februar 2014 wurden die folgenden Diagnosen gestellt:
-
V. a.
retropatellären
Knorpelschaden Kniegelenk links und Läsion media
ler Meniskus
-
V. a. Läsion medialer Meniskus Kniegelenk rechts
-
St. n. Kontusion Knie
bds
. vom 19.08.2013
Aus dem Röntgen vom 17. September 2013 ergäben sich keine Hinweise für eine ossäre Läsion, jedoch
beginnende degenerative Veränderungen
mit Ge
lenkspaltverschmälerung und diskreten
osteophytären
Anbauten am lateralen
Tibiaplateau
sowie
Femurkondylus
(Urk. 8/6).
3.4
Die MR-Untersuchung des linken Knies vom 3. März 2014 im B._ ergab einen Riss des lateralen Meniskusvorderhorns und einen Knorpelschaden des medialen
Femurepikondylus
sowie
retropatellär
(Urk. 8/8).
Die MR-Untersuchung des rechten Knies vom 11. März 2014 zeigte
degenera
tive Veränderungen im Innenmeniskuszwischenstück und –
hinterhorn
sowie im Aussenmeniskusvorderhorn
bei gegebener Bildqualität ohne sicheren Anhalt für eine Rissbildung sowie
Femoropatellararthrose
(Urk. 8/9).
3.5
Im Bericht der orthopädischen Klinik des B._ vom 9. Mai 2014 wurden die folgenden Diagnosen genannt (Urk. 8/11):
-
Kniegelenk rechts:
-
Degenerative Läsion des medialen
Meniskushinterhorns
bis Pars inter
media, laterales Meniskusvorderhorn
-
Femoropatellararthrose
-
Kniegelenk links:
-
Läsion laterales Meniskusvorderhorn,
II-IV°Knorpelläsion
medialer
Femurkondylus
und
retropatellär
3.6
Im Bericht der orthopädischen Klinik des B._ vom 17. Juni 2014 betreffend die Konsultation vom 13. Juni 2014 wurden die folgenden Diagnosen gestellt:
-
Erneute Kniedistorsion Kniegelenk rechts vom 10. Juni 2014
beim Trep
pensteigen mit/bei:
-
Vd
. auf Korbhenkelläsion bei bekannter Läsion des medialen
Menis
kushinterhorns
bis Pars intermedia und des lateralen Meniskusvor
derhorns
-
Femoropatellararthrose
Es wurde ausgeführt, bei der erneuten Distorsion sei es
möglicherweise
zu ei
nem weiteren Einriss des Meniskus gekommen, welcher nun eingeschlagen sei und dadurch eine Blockade verursachen könnte (Urk. 8/14).
3.7
Das MRI des rechten Knies vom 17. Juni 2014 im B._ ergab einen fokalen schrägen
tibiaseitigen
Einriss im Hinterhorn/Zwischenstück des Innen
meniskus, eine progrediente
Chondropathie
femoral
medial, DD posttrauma
tisch, und eine stationäre
Femoropatellararthrose
(Urk. 8/13 = 3/3).
3.8
Im Bericht der orthopädischen Klinik des B._ vom 26. Juni 2014 betreffend die Untersuchung vom 23. Juni 2014 wurden die folgenden Diagno
sen genannt:
-
Läsion des medialen Meniskus Kniegelenk rechts nach erneuter Kniedistor
sion rechts am 10.06.2014 beim Treppensteigen mit/bei
-
Femoropatellararthrose
, beginnender medialer Gonarthrose
-
Kniegelenk links:
-
Läsion des lateralen Meniskusvorderhorns und 2-4-gradige Knorpel
schäden medialer
Femurkondylus
und
retropatellär
In der MRI-Untersuchung habe sich eine
Progredienz der degenerativen Verände
rungen
im medialen Gelenkkompartiment sowie ein Einriss im medialen Meniskus gezeigt (Urk. 8/17).
3.9
Im Bericht derselben Klinik vom 30. September 2014 zuhanden des Vertrauens
arztes der Beschwerdegegnerin hielt Oberarzt Dr. A._ fest, betreffend das rechte Kniegelenk liege einerseits das Ereignis vom 19. August
2013 mit Kniekontusion vor. Darüber hinaus sei die Beschwerdeführerin am 10. Juni 2014 erneut gestürzt und habe sich eine rechtsseitige Kniedistorsion zugezogen. Diese habe zu einer Läsion des medialen Meniskus geführt. Somit bestünden die aktuellen Beschwerden am Knie rechts mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 19. August 2013 und 10. Juni 2014 (Urk. 8/23).
3.10
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. Z._, Facharzt für Chirurgie FMH, Allgemein- und Unfallchirurgie FMH, nannte in seinem Bericht vom 31. Mai 2015 die folgenden Diagnosen:
-
Sturz mit Kontusion Knie beidseits (rechts > links), diverse Kontusionen u.a. Oberarm rechts
-
Adipositas
-
Genua
valga
mit degenerativen Veränderungen laterales
Tibiplateau
bds
.
-
linkes Knie mit:
Knorpelläsion medialer
Femurkondylus
und retropatellar. Horizontalriss Meniskus
lateralis
Vorderhorn. St. n.
Meniskektomie
medial vor 30 Jah
ren. Subluxation Restmeniskus medial. Baker Zyste.
-
rechtes Knie mit:
Degenerativen Veränderungen Innenmeniskus mit Horizontalläsion. Be
ginnende mediale Gonarthrose. Degenerative Veränderungen Aussen
meniskus.
Femoropatellararthrose
.
Er führte aus, die Beschwerdeführerin habe am 19. August 2013 eine Knie-kontu
sion erlitten. Die durchgeführten Untersuchungen hätten einen er
heblichen Vorzustand mit Arthrosen im rechten Kniegelenk ergeben. Daneben hätten mit
valgischen
Beinachsen und Adipositas erhebliche Risikofaktoren für einen vermehrten Verschleiss der Kniegelenke bestanden. Die
Meniskusläsion
medial im Zwischenstück-Bereich sei gemäss Radiologe Dr. E._
degenerati
ver Natur, aber ohne Anhalt für eine sichere Rissbildung
. Somit könne postu
liert werden, dass es
mit dem Unfallereignis vom 19. August 2013 nicht zu einer richtungsweisenden Verschlechterung des Vorzustandes
gekommen sei. Ein Status quo sine werde nach einer Kniekontusion nach ca. 3-6 Monaten erreicht.
Gemäss Bericht von Dr. A._ habe die Beschwerdeführerin am 10. Juni 2014 ein weiteres Knietrauma auf der Treppe erlitten. Die erneute MRI-Untersu
chung vom 17. Juni 2014 zeige eine
Progredienz der bereits drei Monate vorher festgestellten degenerativen Veränderung des medialen Meniskus, nun mit Aus
bildung einer Horizontalläsion, die typisch für degenerative Veränderungen im Meniskus sei
. Degenerative Veränderungen im Meniskus heilten nicht aus und schritten aufgrund der Texturveränderungen auch fort. Bei der Beschwerdefüh
rerin hätten schon im MRI vom März 2014 degenerative Veränderungen im Meniskusanteil bestanden, wo im MRI vom 17. Juni 2014 die Zusammen
hangstrennung sichtbar geworden sei. Die Rissbildung sei horizontal und nicht radiär lappenförmig gewesen, wie sie bei traumatischen Abrissen üblich sei. Es bestünden im rechten Kniegelenk auch andere erhebliche nicht unfallbedingte degenerative Veränderungen im Sinne von Knorpelläsionen und einer Arthrose. Im Verlauf sei ohne operative Therapie eine Besserung der Beschwerden aufge
treten. All dies spreche eher für das Vorliegen eines kontinuierlichen fort
schreitenden und degenerativen Prozesses. Aus diesen Gründen könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf geschlossen werden, dass das Ereignis vom 10. Juni 2014 zu den MRI-mässigen Veränderungen des medialen Menis
kus und zu den beklagten Kniebeschwerden geführt habe (Urk. 8/29 = 3/7).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Leistungseinstellung im Wesentli
chen auf die versicherungsinterne Stellungnahme von Dr. Z._ vom 31. Mai 2015. Ein medizinischer Aktenbericht als
Entscheidgrundlage
ist zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten
unbestritten sind; der Untersuchungsbefund muss lückenlos vorliegen, damit der Experte imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_833/2009 vom 26. Januar 2010 E. 5.1 mit Hinweisen), was vor
liegend der Fall ist. Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kann Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indi
zien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (vgl. oben E. 1.5). Der Bericht von Dr. Z._ erfüllt die Anforderungen an beweiskräftige medizinische
Entscheid
grundlagen
, weshalb darauf abgestellt werden kann.
4.2
In Bezug auf das Unfallereignis vom
19. August 2013
geht aus den medizini
schen Akten hervor und ist unbestritten, dass es zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des Vorzustandes gekommen ist und der Status quo sine nach spätestens sechs Monaten erreicht worden ist.
4.3
4.3.1
Betreffend das Ereignis vom 10. Juni 2014 ist zunächst zu prüfen, ob die Be
schwerdegegnerin dieses zu Recht nicht als unfallähnliche Körperschädigung qualifiziert hat.
Die
bei der Beschwerdeführerin diagnostizierte
Läsion des medialen Meniskus
(Urk.
8
/
17
) stellt eine Listenverletzung im Sinne von Art. 9 Abs. 2
lit
. g UVV dar.
Der Unfallmeldung vom 7. Juli 2014 lässt sich nichts zum Ereignis vom 10. Juni 2014 entnehmen, da ein Rückfall zum Bagatellunfall vom 30. August 2013 gemeldet wurde (Urk. 8/18). Im Bericht der orthopädischen Klinik des B._ vom 17. Juni 2014 betreffend die Konsultation vom 13. Juni 2014 wurde erstmals festgehalten, dass die Beschwerdeführerin am 10. Juni 2014 beim Treppensteigen eine erneute
Kniedistorsion
in ihrem
rechten Knie
gelenk
verspürt
habe. Dabei sei es zu einem einstechenden
Schmerz am media
len Gelenkkompartiment gekommen. Der Distorsion seien ausgeprägte Waden
krämpfe sowie muskuläre Krämpfe im Bereich beider Füsse vorangegangen (Urk. 8/14). Auch in den folgenden Arztberichten wird eine erneute Kniedistor
sion beim Treppensteigen erwähnt (Urk. 8/17, Urk. 8/20, Urk. 8/22, Urk. 8/24). Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin nicht gestürzt ist. Beim Auftreten von Schmerzen beim Treppensteigen ist das Erfordernis des äusseren schädi
genden Faktors im Sinne der Rechtsprechung nicht erfüllt.
Selbst wenn man auf die erst im Rahmen des
Beschwerdeverfahrens konstruierte Darstellung
des Ereignisherganges, wonach die Beschwerdeführerin eine Treppe hochgeeilt und als sie rechts um die Kurve gebogen sei, das rechte Knie verdreht und Schmerzen verspürt habe, abstellen würde, wäre
eine plötzliche, nicht beab
sichtigte schädigende Einwirkung eines äusseren Faktors nicht ersichtlich (vgl. E. 1.2). Beim Treppensteigen und um die Kurve biegen fehlt es an einem
aus
serhalb des Körpers liegenden, objek
tiv feststellbaren, sinnfälligen, eben unfall
ähnlichen Vorfall. Es handelt sich um eine alltägliche Lebensverrichtung, bei welcher kein gesteigertes Schädigungspotenzial, weder im Sinne einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage noch durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbar
keit einer an sich alltäglichen Lebensverrichtung führenden Elements, besteht.
Eine
mehr
als physiologisch normale und psychologisch beherrschte Beanspru
chung des Körpers liegt nicht vor. Entgegen der Auffassung der Beschwerde
führerin (Urk. 1 S. 5) kann das eilige Treppensteigen nicht mit Carving-Skifah
ren verglichen werden, da solchen sportlichen Betätigungen – im Unterschied zu alltäglichen Lebensverrichtungen - regelmässig ein gewisses Gefährdungs
potenzial innewohnt. Nach dem Gesagten liegt somit vorliegend keine unfall
ähnliche Körperschädigung im Sinne der Rechtsprechung vor.
4.3.2
Selbst wenn eine unfallähnliche Körperschädigung bejaht würde, wäre die Leis
tungspflicht der Beschwerdegegnerin zu verneinen, da gestützt auf die medizi
nische Aktenlage zwischen dem Ereignis vom 10. Juni 2014 und den von der Beschwerdeführerin geklagten Kniebeschwerden nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ein Kausalzusammenhang besteht.
Dr. Z._ hielt in seinem Bericht vom 31. Mai 2015 überzeugend fest, die MRI-Untersuchung vom 17. Juni 2014 zeige eine
Progredienz der bereits drei Monate vorher festgestellten degenerativen Veränderung des medialen Meniskus, nun mit Ausbildung einer Horizontalläsion, die typisch für degenerative Verände
rungen im Meniskus sei
. Degenerative Veränderungen im Meniskus heilten nicht aus und schritten aufgrund der Texturveränderungen auch fort. Bei der Beschwerdeführerin hätten schon im MRI vom März 2014 degenerative Verän
derungen im Meniskusanteil bestanden, bei welchen im MRI vom 17. Juni 2014 die Zusammenhangstrennung sichtbar geworden sei. Die Rissbildung sei hori
zontal und nicht radiär lappenförmig, wie sie bei traumatischen Abrissen üblich sei. Es bestünden im rechten Kniegelenk auch andere erhebliche, nicht unfallbe
dingte, degenerative Veränderungen im Sinne von Knorpelläsionen und Arth
rose. Im Verlauf sei ohne operative Therapie eine Besserung der Beschwerden aufgetreten. All dies spreche für das Vorliegen eines kontinuierlichen, fort
schreitenden und degenerativen Prozesses (Urk. 8/29). Dr. A._ führte in seinem Bericht vom 26. Juni 2014 übereinstimmend mit Dr. Z._ aus, in der MRI-Untersuchung vom 17. Juni 2014 zeige sich eine Progredienz der degene
rativen Veränderungen im medialen Gelenkkompartiment sowie ein Einriss im medialen Meniskus (Urk. 8/17). Auf den Bericht von Dr. A._ vom 30. September 2014 (Urk. 8/23) kann nicht abgestellt werden, da er darin fälschlicherweise von einem Sturz der Beschwerdeführerin ausging. Im Übrigen behauptet er darin lediglich, die
Beschwerden am rechten Knie bestünden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 18. August 2013 und 10. Juni 2014, ohne diese Behauptung jedoch näher zu begründen. Dieser Bericht vermag somit die überzeugende Begründung von Dr. Z._ nicht in Frage zu stellen.
4.4
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht verneint. Die Beschwerde erweist sich als unbe
gründet und ist abzuweisen.