Decision ID: 7a054bb1-ce53-5252-a270-4162cd99135f
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1991, arbeitete seit August 2009 als Pferdepflegerin (Urk. 7/2 Ziff. 3), als am 10. Mai 2012 die Meldung zur Früherfassung erfolgte (Urk. 7/2). Am 20. Juni beziehungsweise 12. Juli 2012 meldete sie sich in der Folge unter Hinweis auf schwere manische Depressionen bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/10 Ziff. 6.2, Urk. 7/18 Ziff. 6.2). Nach einem Standortgespräch am 29. Oktober 2012 (vgl. Urk. 7/24) erteilte die IV-Stelle am 24. April 2013
Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining vom 13. Mai bis 11. August 2013 (Urk. 7/30) sowie am 10. Juli 2013 Kostengutspra
che für ein Aufbautraining vom 12. August 2013 bis 9. Februar 2014 (Urk. 7/37). Nachdem die Beschwerdeführerin die
Beschwerdegegnerin über ihre Schwanger
schaft informiert hatte (Urk. 7/40), wurde die Kostengutsprache für das Aufbau
training am 17. Juli 2014 aufgehoben (Urk. 7/46). Nach ergangenem Vorbe
scheid (Urk. 7/61) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 3. März 2014 einen Rentenanspruch der Versicherten (Urk. 7/65).
Nachdem die Versicherte am 19. März 2014 um Weiterführung der beruflichen Massnahmen nach der Geburt ihres Kindes ersucht hatte (Urk. 7/66), teilte die IV-Stelle mit Schreiben vom 20. Juni 2014 mit, es könne keine Kostengutspra
che für eine erstmalige berufliche Ausbildung erteilt werden (Urk. 7/70).
1.2
Am 3. Mai 2017 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine Depression erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 7/84). Nach ergangenem Vorbescheid (Urk. 7/92) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 20. September 2017 auf die Neuanmeldung nicht ein (Urk. 7/95 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 20. September 2017 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 17. Oktober 2017 Beschwerde und beantragte die Aufhebung des angefoch
te
nen Entscheides und Rückweisung der Sache an die IV-Stelle mit der Anwei
sung, es sei auf das Leistungsbegehren einzutreten und die erforderlichen Ab
klärungen vorzunehmen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-2). Mit Beschwerdeantwort vom 24. November 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Be
schwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1. Februar 2018 mitgeteilt und gleichzeitig antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. 3-4) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt wurde (Urk. 8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anfor
derungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen). Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Be
handlung der Eintretensfrage durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IV
V)
Nichteintreten be
schlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der Eintretensfrage, wenn die Verwal
tung auf die Neuanmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b).
1.2
Mit
Art.
87
Abs.
3 in Verbindung mit
Abs.
2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweige
rung immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E. 2a, 264 E. 3). Hingegen kann diese Eintretensvorschrift nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Ände
rung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sach
verhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachen
spektrum glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstver
ständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.3
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tat
sa
chen
än
derung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtser
heblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Ab
klärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine Sach
ver
haltsände
rung, wenn angenommen werden kann, der
Anspruch auf eine (höhe
re) Invali
den
rente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom 5. Juni 2013 E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom 7. April 2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 28. Februar 2012 E. 3.3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete das Nichteintreten auf die Neuanmeldung in der Verfügung vom 20. September 2017 damit, dass im Rahmen der An
spruchsprüfung im Jahre 2014 eine volle Arbeitsfähigkeit und keine länger dau
ernde gesundheitliche Einschränkung festgestellt worden seien (Urk. 2 S. 1). Aktuell sei aus beruflicher Sicht kein Unterstützungsbedarf ersichtlich, da sich die Beschwerdeführerin momentan im Einsatzprogramm des Sozialdienstes be
fin
de (S. 1 f.). Neue medizinische Tatsachen seien nicht geltend gemacht wor
den, weshalb ein allfälliger Rentenanspruch nicht geprüft werden könne (S. 2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, es sei nicht zulässig, auf ein neues Leistungsgesuch einfach nicht einzutreten, ohne zuvor schriftlich Be
lege für ein Glaubhaftmachen einer wesentlichen Änderung der gesundheitli
chen beziehungsweise erwerblichen Situation im Sinne von Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV verlangt zu haben. In anderen Fällen erfolge bei einer erneuten Anmel
dung nach abgewiesenem Leistungsbegehren stets ein Schreiben der Beschwer
degegnerin mit dem Hinweis, dass auf den Antrag nur dann eingetreten werden könne, wenn glaubhaft gemacht werde, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit Erlass der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten, und mit der Bitte, bis zu einem bestimmten Termin entsprechende, aktuelle Beweismittel nachzu
reichen, ansonsten das Gesuch nicht geprüft werde und ein Nichteintreten ver
fügt werden müsse (Urk. 1 S. 6 Ziff. 16). Die behandelnde Psychiaterin Dr. B._ habe bestätigt, dass sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfä
higkeit verschlechtert hätten. Die Beschwerdeführerin leide nunmehr unter einer mittelgradigen Episode der rezidivierenden depressiven Störung und an akzen
tuierten Persönlichkeitszügen mit emotional-instabilen Anteilen. Seit Beginn der Behandlung am 4. August 2016 sei die Arbeitsfähigkeit schwankend und betrage durchschnittlich 40 bis 60 % für Tätigkeiten auf dem ersten Arbeits
markt (S. 6 f. Ziff. 17). Damit sei zumindest glaubhaft gemacht, dass seit der Verfügung vom 3. März 2014, als es lediglich um eine leichte depressive Episo
de gegangen und eine volle Arbeitsfähigkeit angenommen worden sei, eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin eingetreten sei (S. 7 Ziff. 18). Auch wenn sie für eine erstmalige be
rufliche Ausbildung noch zu wenig belastbar sein sollte, bestehe ein Anspruch auf Unterstützung durch die Beschwerdegegnerin und zwar insbesondere durch Gewährung eines Aufbautrainings (S. 7 Ziff. 19).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit allein die Frage, ob die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung zu Recht nicht eingetreten ist. Prozessthema ist demnach, ob die Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 87 Abs. 3 IVV glaubhaft gemacht hat, dass sich ihr gesundheitlicher Zustand erheblich verschlechtert hat; und zwar verglichen mit dem Zeitpunkt,
in welchem der Leistungsanspruch letzt
mals materiell geprüft wurde (BGE 133 V 108), mithin März 2014 (vgl. Urk. 7/65).
3.
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss die versicherte Person mit dem Revisionsgesuch oder der Neuanmeldung die massgebliche Tatsachen
änderung glaubhaft machen. Der Untersuchungsgrundsatz, wonach das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheb
lichen Sachverhaltes zu sorgen hat, spielt insoweit nicht. Wird jedoch im Revi
sionsgesuch oder in der Neuanmeldung kein Eintretenstatbestand glaubhaft ge
macht, sondern bloss auf ergänzende Beweismittel, insbesondere Arztberichte, hingewiesen, die noch beigebracht würden oder von der Verwaltung beizuzie
hen seien, ist der versicherten Person eine angemessene Frist zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen und mit der Androhung zu verbinden, dass an
sonsten gegebenenfalls auf Nichteintreten zu erkennen sei (BGE 130 V 64 E. 5.2.5).
Die im damaligen Zeitpunkt nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin meldete sich am 3. Mai 2017 unter Hinweis auf infolge einer Depression beste
hende Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen und Stimmungsschwan
kungen erneut bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug an (Urk. 7/84 Ziff. 6.2). Mit der Anmeldung ging ein Schreiben des Sozialdienstes Y._ ein, in welchem über die Teilnahme der Beschwerdeführerin an einem Einsatz
programm der Gemeinde informiert und auf die maximale Belastbarkeitsgrenze von dreimal vier Stunden Einsatzzeit pro Woche hingewiesen wurde (Urk. 7/85). In der Folge verfügte die Beschwerdegegnerin nach ergangenem Vorbescheid ohne weitere Vorkehrungen ein Nichteintreten (Urk. 7/95). Dieses Vorgehen widerspricht klar den bundesgerichtlichen Anforderungen an das Verfahren bei Neuanmeldungen, weshalb der angefochtene Entscheid bereits aus formellen Gründen aufzuheben ist.
4.
4.1
Was sodann die geltend gemachte Verschlechterung des Gesundheitszustandes betrifft, stützte sich die Beschwerdeführerin im Rahmen der letzten Rentenprü
fung im Jahre 2014 insbesondere auf den psychiatrischen Untersuchungsbericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 10. Dezember 2013 (Urk. 7/58). Darin diagnostizierte Dr. med. Z._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, eine rezidivierende depressive Störung, derzeit leichte depressi
ve Episode (ICD-10 F33.0) der er Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu
schrieb; als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er so
dann folgende (S. 5):
-
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung bei persönlichkeitsstrukturellen Defiziten mit abhängigen und emotional in
stabilen Zügen (ICD-10 Z73)
-
episodischer Alkoholabusus, derzeit abstinent
-
anamnestisch Drogenabusus
Als ungelernte Reinigerin und Pferdepflegerin bestünden unter Beachtung des Belastungsprofils keine spezifischen Einschränkungen. Strukturierte sachbezo
gene Tätigkeiten ohne besonderen Zeit- und Termindruck in einer personell überschaubaren und entgegenkommenden Arbeitsumgebung seien in einem Pen
sum von 100 % möglich. Ab Februar 2012 sei eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit attestiert worden. Zwischenzeitlich sei jedoch eine Verbesserung ein
getreten, seit wann genau diese vorliege, sei retrospektiv nicht sicher fassbar. Nachdem ab 19. August 2013 nur noch eine leichte depressive Episode diagnos
tiziert werde, könne ab August 2013 aus rein psychiatrischer Sicht wieder von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (S. 6).
4.2
In ihrem Schreiben vom 29. Mai 2017 wies die zuständige Sozialarbeiterin des Sozialdienstes Y._ darauf hin, dass sich die Beschwerdeführerin in einem Einsatzprogramm der Gemeinde befinde und ein Praktikum im Gemein
schaftszentrum A._ absolviere. Die Beschwerdeführerin habe jedoch immer noch grosse Mühe, Termine einzuhalten und sei mit der Einsatzzeit von dreimal vier Stunden pro Woche an ihrer maximalen Belastbarkeitsgrenze angelangt (Urk. 7/85).
4.3
Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. B._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, C._, nannte in ihrem Schreiben vom 6. Oktober 2017 folgende Diagnosen (Urk. 3/3):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit emotional-instabilen Anteilen (ICD-10 Z73.1) DD: emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typ (ICD-10 F60.31)
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, Abhängigkeitssyn
drom, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F10.20), nicht relevant für die Arbeitsfähigkeit
Seit Beginn der Behandlung am 4. August 2016 zeige die Beschwerdeführerin eine schwankende Arbeitsfähigkeit von im Schnitt 40 bis 60 % für Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt. Aus psychiatrischer Sicht werde bei dieser jungen und motivierten Patientin unbedingt eine berufliche Massnahme empfohlen. Da eine sinnstiftende Tätigkeit auch zu einer Stabilisierung des psychischen Zu
standsbildes beitragen könne, sei eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit im Rah
men einer beruflichen Massnahme möglich. Um der Beschwerdeführerin eine Teilnahme an einer beruflichen Massnahme zu ermöglichen, müsse allerdings die Betreuung ihres Kindes gewährleistet sein (Urk. 3/3).
5.
Aus den bei den Akten liegenden Unterlagen ergeben sich ohne Weiteres Hin
weise auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdefüh
rerin. So diagnostizierte die behandelnde Psychiaterin im Oktober 2017 eine re
zidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (E. 4.3), und auch die zuständige Sozialarbeiterin wies auf die maximale Belastungsgrenze hin, welche bei einer Einsatzzeit von dreimal vier
Stunden wöchentlich erreicht sei (E. 4.2). Im Vergleich zum Zeitpunkt der letzten Rentenprüfung im März 2014, in welchem von einer leichten depressiven Episode sowie einer vollstän
digen Arbeitsfähigkeit ausgegangen worden war (E. 4.1), ist damit
eine Ver
schlech
te
rung der gesundheitlichen Situation mindestens glaubhaft gemacht.
6.
Insgesamt ist damit die Beschwerdegegnerin zu Unrecht nicht auf die Neuan
meldung der Beschwerdeführerin eingetreten, weshalb die Beschwerde gutzu
heissen, die angefochtene Verfügung vom 20. September 2017 aufzuheben und die Sache zur materiellen Beurteilung des Leistungsanspruchs (berufliche Mass
nahmen sowie Rente) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3 GSVGer). Mit Honorarnote vom 5. Februar 2018 machte Rechtsanwalt Peter Stadler, Zürich, Aufwendungen von insgesamt 9.5 Stunden sowie Auslagen von pauschal 3 % des Honorars geltend (Urk. 10), was gerade noch angemessen erscheint. Unter Berücksichtigung eines Stundenansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ist die Beschwerdegegnerin somit zu ver
pflichten, dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine Ent
schädigung von Fr. 2'324.25 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu be
zahlen.