Decision ID: 3739d42a-fd2d-4eb2-a2ad-616a4bfe1531
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1963 geborene
X._
arbeitete seit dem 1. Juni 2008
bei der
Z._
als
CFO
(Chief Financ
ial
Officer)
in
einem 100%-Pensum
,
als
ihm per
31. August 2011
ge
kündigt wurde (Urk. 7/15).
Am
17. Mai 2011 (Eingangsda
tum) meldete sich der Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/4). In der Folge tätigte die IV-Stelle erwerbliche und medizinische Abklärungen. Mit Mitteilungen vom 14. September 2011 (Urk. 7/23) und vom 15. März 2012 (Urk. 7/45) sprach die IV-Stelle
X._
als Integrationsmassnahmen
die Kosten für ein Auf
bautraining und für Arbeit zur Zeitüberbrückung gut. Vom 1. Juni bis 30. November 2012 fand ein Arbeitsversuch statt (Urk. 7/59).
Mit Mitteilung vom 13. Dezember 2012 wurde die Arbeitsvermittlung a
b
geschlossen (Urk. 7/76). Im Weiteren
liess die IV-Stelle den Versicherten
bidiszipilinär
(internistisch und psychiatrisch) begutachten (Gutachten vom 21. März 2013, Urk. 7/83).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/87) sprach die IV-Stelle
X._
mit Verfügung vom 10. Juli 2013
mit
Wirkung ab 1. Dezember 2012 eine ganze Invalidenrente zu (Urk. 7/96 und Urk. 7/105-110).
1.2
Am 5. August 2013
gab
X._
der IV-Stelle
bekannt, dass er am 1. August 20
13
als Adjunkt beim Bildungsamt des Kantons Zürich bei einem 80%-Pensum eine neue Stelle angetreten habe
,
und meldete somit
eine Ände
rung seiner persönlichen Verhältnisse
(Urk. 7/11
1
-11
2
).
Am 15. November 2013 informierte der Versicherte die IV-Stelle über das Bestehen der 3-monatigen Probezeit (Urk. 7/113 und Urk. 7/119).
Die IV-Stelle nahm den
Auszug aus dem individuellen Konto (
IK-Auszug
)
vom 26. November 2013 (Urk. 7/121) zu den Akten. Mit Vorbescheid vom 2. Dezember 2013 stellte die IV-Stelle
X._
die Aufhebung seiner Rente in Aussicht (Urk. 7/124), wogegen
der
Versicherte am 9. Januar respektive
14. Februar 2014 Einwand erhob (
Urk. 7/
127 und Urk. 7/132). Am 28. Februar 2014 verfügte die IV-Stelle die vorbeschiedene Aufhebung der Rente (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 21. März 2014 Beschwerde und beantragte,
sein
Rentenanspruch sei unter Aufhebung der Verfügung vom 28. Februar 2014 neu zu prüfen
(Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 9. Mai 2014 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage ihrer Akten,
Urk. 7/1-136), was dem Beschwerdeführer am 14. Mai 2014 mitgeteilt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und
in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Au
-
gust
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.4
1.4.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validenein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen
.
1.4.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21. August 2006 E. 4.2).
Nach Art. 25 Abs. 1
lit
. b
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
gehören Lohnbestandteile, für die der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin nachgewiesenermassen wegen beschränkter Arbeitsfähigkeit keine Gegenleis
tung erbringen kann, nicht zu dem für die Invaliditätsbemessung massgebenden Erwerbseinkommen. Praxisgemäss sind an den Nachweis von Soziallohn indes
sen strenge Anforderungen zu stellen, da vom Grundsatz ausgegangen werden muss, dass ausbezahlte Löhne normalerweise das Äquivalent einer entsprechen
den Arbeitsleistung sind (BGE 117 V 8 mit Hinweisen). Bei der richterlichen Würdigung von Arbeitgeberbescheinigungen ist auch zu bedenken, dass ein Arbeitgeber oder eine Arbeitgeberin ein eigenes Interesse daran haben kann, die Bezahlung von Soziallohn zu behaupten (BGE 110 V 273, 104 V 90; ZAK 1980 S. 345 E. 2b). Als Indiz für eine freiwillige Sozialleistung fallen insbesondere verwandtschaftliche Beziehungen zwischen dem Arbeitgeber oder der Arbeitge
berin und der versicherten Person oder eine lange Dauer des Arbeitsverhältnis
ses in Betracht (Urteil des Bundesgerichts I 106/05 vom 2. August 2005).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung vom 28. Februar 2014 aus, der Beschwerdeführer habe vor Eintritt des
Gesundheits
schadens
- gemäss Auskunft des Arbeitgebers -
im Jahr 2011
ein Jahresein
kommen in der Höhe von Fr. 145‘000.-- erzielt
(bei einem 100%-Pensum)
. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung ergebe dies für das Jahr 2013 Fr. 147‘329.3
0.
In seiner neuen Tätigkeit als Adjunkt
bei einem 80%-Pensum
verdiene der Beschwerdeführer
gemäss Anstellungsverfügung Fr.
97‘279.2
0.
Die Invaliditätsbemessung ergebe einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 34 % (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer macht demgegenüber im Wesentlichen geltend, beim
Ein
kommensvergleich
dürfe nicht
auf
sein
en
aktuelle
n,
tatsächlich erzielte
n
Ver
dienst als Invaliden
einkommen abgestellt werden, da kein stabiles Arbeitsver
hältnis vorliege.
Im
Zeitpunkt des Verfügungserlasses
sei er
erst ein knappes halbes Jahr als Adjunkt tätig gewesen
und der rechtliche Schutz (bei zu erwar
tenden Krankheitsabsenzen) sei besonders im ersten Anstellungsjahr sehr begrenzt. Er komme täglich an seine Grenzen, das 80%-Pensum in dieser Tätig
keit sei für ihn vor seinem gesundheitlichen Hintergrund eindeutig zu hoch.
Eine Herabsetzung des Pensums sei von der Tätigkeit und von der Arbeitgeberin her nicht möglich. Dazu komme, dass seine Arbeitgeberin über den tatsächli
chen Gesundheitszustand nicht informiert sei. Es handle sich bei dieser Stelle als Adjunkt um einen „absolut einmaligen Glücksfall“, weshalb nicht auf den tatsächlichen Verdienst angestellt werden könne
(Urk. 1)
.
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer auch über den 1.
Mai
2014 hinaus Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
In der rentenzusprechenden Verfügung
vom 10. Juli 2013 (Urk. 7/96 und Urk. 7/105-110) führte die Beschwerdegegnerin aus, aufgrun
d der medizini
schen Beurteilung -
insbesondere gestützt auf das
bidisziplinäre
Gutachten vom 2
1.
März 2013 (Urk.
7/83) -
sei dem Beschwerdeführer eine
behinderungsange
passte
Tätigkeit zu 70 % zumutbar. Für die B
emessung des
Valideneinkommens
stütze sie sich auf den von der Arbeitgeberin
angegeben
en
möglichen
Jahres
lohn
2011 in der Höhe von Fr. 145‘000.-- (Urk. 7/15)
, aufgerechnet auf das Jahr 2012
(Fr.
146‘160
.--
, Urk.
7/84
). Da der Beschwerdeführer seine bisherige Tätig
keit nicht mehr ausüben k
onnte
und keine neue Tätigkeit aufgenommen hatte, zog die Beschwerdegegnerin für die Bemessung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik heran und ermittelte -
unter Berücksichtigung eines Abzuges von
1
0 % vom Tabellenlohn, den sie damit begründete, dass de
m
Beschwerdeführer nur noch eine Teilzeitbeschäftigung zumutbar sei - ein hypothetisches
Invalideneinkom
men
von Fr.
39‘230.--.
Daraus resultierte ein Invaliditätsgrad von 73 %.
In der angefochtenen Verfügung vom 28. Februar 2014 stellte die
Beschwerdegeg
nerin
hinsichtlich des Invalideneinkommens auf das vom Beschwerdeführer tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen ab (Urk. 2 S. 2).
Seit 1. August 2013 ist der Beschwerdeführer unbefristet als Adjunkt bei der
A._
bei einem 80%-Pensum angestellt
und verdient ein
Jahresein
kommen von Fr. 97‘279.20
(Urk. 7/111).
Der Umstand, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit Erlass der
Rentenverfü
gung
vom 10. Juli 2013 (Urk.
7/96 und
Urk.
7/105-110)
insofern
veränderten, dass
der Beschwerdeführer seit dem 1. August 2013 unbefristet bei einem 80%-Pensum als Adjunkt arbeitet, stellt grundsätzlich einen
Revisions
grund
dar. Zu prüfen sind dessen Auswirkungen auf den Rentenanspruch, wobei alle Sachverhaltselemente
neu beurteilt
werden können.
3.2
3.2.1
G
emäss
Art.
25
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
) gelten
als Erwerbseinkommen im Sinne von
Art.
16 ATSG mutmassl
iche jährli
che Erwerbseinkommen
, von denen Beiträge gemäss Bundesgesetz über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG) erhoben würden. Nicht dazu gehören die in
Art.
25
Abs.
1
lit
. a-c IVV genannten Leistungen,
Lohnbestand
teile
, Entschädigungen und Taggelder, welche vorliegend allerdings nicht ein
schlägig sind.
Art.
25
Abs.
1 IVV sieht eine Gleichstellung der
invalidenversi
cherungsrechtlich
massgebenden hypothetischen Vergleichseinkommen mit den AHV-rechtlich betragspflichtigen Erwerbseinkommen vor (Urteil des Bundesge
richts 8C_9/2009 vom 10. November 2009 E. 3.3). Zu dem für die Berechnung der AHV-Beiträge massgebenden Lohn gehören insbesondere auch Gratifikatio
nen, Treue- und Leistungsprämien (
Art.
5
Abs.
2 AHVG in Verbindung mit
Art.
7
lit
. c der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
[AHVV]). Familienzulagen, die als Kinder-, Ausbildungs-, Haushalts-, Heirats- und Geburtenzulagen im orts- oder branchenüblichen Rahmen gewährt werden, gehören nicht zum Erwerbseinkommen (
Art.
6
Abs.
2
lit
. f AHVV).
3.2.2
Für die Bemessung des
Valideneinkommens
stützte sich die Beschwerdegegnerin allein auf die Angaben der Arbeitgeberin, wonach der Beschwerdeführer im Jahr 2011 ein Einkommen von Fr. 145‘000.-- hätte erzielen können (Urk. 7/84 und Urk. 7/15). Aus den Lohnausweisen der Jahre 2008 bis 2010 ist
jedoch
eine eindeutige Lohnentwicklung erkennbar: So verdiente der Beschwerdeführer in den Jahren 2008 und 2009 Fr. 138‘499.-- (im Jahr 2008
ab 1. Juni
: Fr. 80‘791.-- : 7 x 12) und im Jahr 2010 bereits Fr.
141‘208.-- (Urk. 7/15/8-10). Gemäss Angaben der Arbeitgeberin
Z._
vom 22. Juni 2011 (Urk. 7/15) betrug der aktuelle AHV-beitragspflichtige Lohn des Beschwerdeführers seit dem 1. Juli 2010 Fr. 145‘000.--. Angesichts dieser Lohnsteigerung
sowie der entsprechen
den Angabe der Arbeitgeberin
ist von einem Grundlohn von Fr. 145‘000.-- aus
zugehen.
Zu berücksichtigen bleibt
dabei jedoch der Bonus.
Der Beschwerde
führer erhielt im Jahr 2009 einen Bonus im Betrag von Fr. 25‘000.-- und im Jahr 2010 im Betrag von Fr. 56‘000.-- ausbezahlt
(vgl. Urk. 7/15/8-10)
.
Dem IK-Auszug 1. Juni 2012 (Urk. 7/57) ist zu entnehmen, dass
diese Bonuszahlungen vorschriftsgemäss
zusätzlich zum Grundlohn
verbucht wurde
n (2009: Fr. 163‘499.-- = Fr. 138‘499.-- + Fr. 25‘000.-- und 2010: Fr. 197‘208.-- =
Fr. 141‘208.-- + Fr. 56‘000.--)
.
Auch wenn es notorisch ist, dass
Bonuszahlun
gen
nicht periodengerecht im Lohnausweis und im IK ausgewiesen werden, da diese zumeist im April für das vergangene Jahr ausgezahlt werden, ist von einer regelmässigen Bonuszahlung auszugehen. Auch angesichts der hohen Position des Beschwerdeführers als Chief F
inancial
Officer (CFO) ist ein Bonus
als
Usanz
zu erwarten. Vorliegend sind somit die Bonuszahlungen der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers Lohnbestandteile, weshalb dies beim Vergleichseinkommen (
Valideneinkommen
) zu berücksichtigen ist.
Mangels genauer Angabe der Bonushöhe für das Jahr 2011 ist der Durchschnitt der Jahre 2009 und 2010
heranzuziehen, welcher
Fr. 40‘
500.
—ergibt
([Fr. 25‘000.-- + Fr. 56‘000.--] : 2
; vgl.
Urk.
7/9/4 und
Urk.
7/25/4
).
Zuzüglich des Bonus
er
rechnet
sich so ein hypothetisches
Valideneinkommen
2013 von
gerundet
Fr. 187‘
7
04
.--
(Fr. 145‘000.-- : 2171 x 2204 [vgl. Bundesamt für Sta
tistik, Entwicklung der Nominallöhne
, Tabelle T 39] + Fr. 40‘500.--).
3.3
3.3.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung müssen, um für das
Invalidenein
kommen
auf den tatsächlich erzielten Verdienst abstellen zu können, kumulativ folgende Bedingungen erfüllt sein: Es muss ein besonders stabiles Arbeitsver
hältnis vorliegen, die verbliebene Arbeitsfähigkeit wird in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft und es wird k
ein Soziallohn
ent
richtet (vgl.
E. 1.4.3
;
BGE 129 V 472 E. 4.2.1 sowie BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
mit Hinweisen).
3.3.2
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 7 f.)
ist bei seiner unbefristeten Anstellung als Adjunkt bei der
A._
von einem stabilen Arbeitsverhältnis auszugehen. So hat er die 3-monatige Probezeit bestanden (Urk. 7/119) und arbeitete zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses im Februar 2014 bereits ein halbes Jahr dort.
Auch wenn sich der Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers (wieder) verschlechtern sollte,
ist
das
Anstellungs
verhältnis
das
dem kantonalen Personalgesetz
untersteht, keineswegs umgehend gefährdet.
Dem Beschwerdeführer ist zumutbar, die
relativ anspruchsvolle Tätigkeit als Adjunkt an einer Mittelschule aus
zuüben
,
obwohl ihm im Gutachten vom 21. März 2013 (Urk. 7/83) eine behinderungsangepasste Tätigkeit (
körperlich leichte, vorwiegend im Sitzen zu verrichtende Tätigkeit mit einem hohen
Routi
neanteil
) - mit einem entsprechend einfachen Belastungsprofil - nur zu 70 % attestiert wurde.
Im Vergleich zur bisherigen komplexen, verantwortungsvollen Tätigkeit als Chief Financial Officer mit grosser Arbeitsbelastung ist diese Stelle um Einiges angepasster
an seine Umstände
und
offenbar vermag der Beschwer
deführer diese Arbeit
zu verrichten.
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass der
Gutachter angemerkt hatte, dass eine Neubeurteilung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht in 12 Monaten erfolgen sollte (Urk. 7/83/8).
Schliesslich sind die Kriterien, welche für die Annahme der Ausrichtung eines Soziallohnes sprechen würden (E. 1.4.3) vorliegend nicht erfüllt
, zumal die aktuelle Arbeitgeberin - gemäss Aussage des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 8 Mitte) - über die (bisher) laufende Invalidenrente nicht Bescheid weiss.
Angesichts dieser Umstände liegt zwar ein „Glücksfall“
insoweit
vor,
als
der Beschwerdeführer trotz schwieriger Umstände (gesundheitliche Situation,
Über
qualifizierung
, Teilzeitstelle) eine solche Anstellung als Adjunkt mit verhältnis
mässig gutem Lohn gefunden hat. Doch rechtfertigt dies keinesfalls ein Nicht-Abstellen auf den tatsächlich erzielten Verdienst, zumal
dem Beschwerdeführer jederzeit die Einleitung eines Revisionsverfahrens aufgrund verschlechterter gesundheitlicher Verhältnisse offen steht.
3.3.3
Hinsichtlich des Invalideneinkommens ist die Beschwerdegegnerin demnach zu Recht vom tatsächlichen Erwerbseinkommen des Beschwerdeführers in der Höhe von Fr. 97‘279.20 ausgegangen.
3.4
3.4.1
Beim Einkommensvergleich (
Valideneinkommen
Fr.
187‘704.--
und
Invalidenein
kommen
Fr. 97‘279.20) resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 90‘424.80 und ein Invaliditätsgrad von gerundet 48 %. Damit hat der Beschwerdeführer seit dem 1.
Mai
2014
(
Art.
88
bis
Abs. 2
lit
. a IVV)
Anspruch auf eine
Viertelsrente
.
In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 28. Februar 2014 (Urk. 2) aufzuheben
mit der Feststellung, dass der Beschwer
deführer ab dem 1. Mai 2014 Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat.
4.
4.1
Die Gerichtskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- und Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vorliegend sind die Gerichtskosten auf Fr. 500.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin als unterliegender Partei aufzuerle
gen.
4.2
Gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Geset
zes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ist dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung zuzusprechen, wobei ein Betrag von Fr. 1‘200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen erscheint.