Decision ID: 5f89ba73-d444-437b-a72a-7928716a0579
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im März 2002 wegen eines generalisierten Schmerzsyndroms
bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1).
Sie war vom 1. Juni 1995 bis 7. März 2002 zu 80 % als Hausdienstangestellte im
Alters- und Pflegeheim B._ tätig gewesen (IV-act. 7). Die Klinik Valens hatte in ihrem
Austrittsbericht über den stationären Aufenthalt der Versicherten vom 15. Oktober bis
6. November 2001 (IV-act. 4-5 ff.) u.a. die Diagnose eines generalisierten
Schmerzsyndroms mit/bei muskulärer Dysbalance, WS-Fehlform/Fehlhaltung,
Haltungsinsuffizienz/ausgeprägter muskulärer Dekonditionierung, degenerativen LWS-
Veränderungen (Spondylarthrosen), Anpassungsstörungen mit Angst und depressiver
Reaktion gemischt und Burn-out-Syndrom angegeben. Die Klinikärzte hatten erklärt,
dass die therapeutischen Massnahmen keine Verbesserung der generalisierten
Schmerzsymptomatik gebracht hätten. Die Versicherte sei in ihrer bisherigen Tätigkeit
zu 100 % arbeitsunfähig. Die Hausärztin Dr. med. C._ berichtete am 25. März 2002
(IV-act. 4-1 ff.), dass die Versicherte seit vielen Jahren an einer Fibromyalgie leide. Im
Sommer 2001 sei es zu einer akuten Verschlechterung des Krankheitsbildes
gekommen. Zudem leide die Versicherte an einer reaktiven Depression. Sie sei in
jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. Die Klinik D._ berichtete am 23. Mai 2002
(IV-act. 8-1 ff.), dass die Versicherte seit ca. drei Jahren an einem generalisierten
Schmerzsyndrom/an einer Fibromyalgie/somatoformen Schmerzstörung leide. Seit
Oktober 2001 sei sie wegen einer durch die zunehmenden Schmerzen bedingten
starken Einschränkung der Mobilität und Beweglichkeit in jeder Tätigkeit zu 100 %
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arbeitsunfähig. Die Hausärztin berichtete am 21. November 2002 (IV-act. 15), dass sich
der Gesundheitszustand eher verschlechtert habe. An eine Wiederaufnahme einer
Arbeitstätigkeit sei nicht zu denken.
A.b Mit Verfügung vom 30. April 2003 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit
Wirkung ab 1. September 2002 bei einem IV-Grad von 100 % eine ganze Rente zu (IV-
act. 27). Die Hausärztin berichtete am 2. Mai 2006, dass sich der Gesundheitszustand
nicht verändert habe (IV-act. 36). Am 23. Juni 2006 teilte die IV-Stelle der Versicherten
mit, dass sie weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente habe (IV-act. 38). Im
Verlaufsbericht vom 3. Juli 2009 gab die neue Hausärztin, Dr. med. E._, an, dass der
Gesundheitszustand der Versicherten unverändert schlecht sei (IV-act. 45). Am 28. Juli
2009 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie weiterhin Anspruch auf die
bisherige Invalidenrente habe (IV-act. 48).
A.c Am 13. September 2012 eröffnete die IV-Stelle erneut ein Verfahren zur
Überprüfung des Rentenanspruchs, indem sie der Versicherten einen Fragebogen zur
Beantwortung zustellte (IV-act. 49 f.). Diese erklärte am 20. September 2012, dass ihr
Gesundheitszustand gleich geblieben sei. Es sei ihr nicht möglich, einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen. Am 17. Oktober 2012 teilte Dr. E._ mit, dass die
Versicherte seit eineinhalb Jahren nicht mehr bei ihr in Behandlung sei (IV-act. 52).
A.d Im Januar und Februar 2013 wurde die Versicherte durch Dr. med. F._, Facharzt
für Rheumatologie und Innere Medizin, und med. pract. G._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, bidisziplinär begutachtet (Gutachten vom 12. Juli 2013, IV-act.
59 f.). Die Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:
• Generalisiertes Schmerzsyndrom/diffuser Weichteilrheumatismus (ICD-10: M79.0)
bei/mit
- cervicocephalen bis cervicobrachialen Beschwerden bds. (M53.0/M53.1);
- klinisch möglichem Carpaltunnelsyndrom bds. (unauffälliges ENG 10/2010),
neurologische Verlaufsbeurteilung wie konservative CTS-Behandlung indiziert;
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- Periarthropathia humeroscapularis tendopathica bds. (beginnende AC-Gelenks-
Arthrose, Bursitis subacromialis u. initiale Supraspinatussehnentendinose im MRT
Schulter links 04/2010, leichter Humeruskopfhochstand bds. im aktuellen
Schulterröntgen);
- Panvertebralsyndrom mit muskulären Dysbalancen bei Haltungsinsuffizienz,
Bewegungsmangel u. allg. Dekonditionierung sowie Fehlstatik bei Adipositas;
- Erstmanifestation des Schmerzsyndroms i.R. Überbelastung nach unfallbedingtem
Ausfall des Ehepartners für Unterhalt von Familie und Haushalt;
- beginnender medialer und femoropatellärer Gonarthrose bds. rechtsbetont;
- beginnenden Fingerpolyarthrosen bds.;
- Symptomausweitung bei psychosozialer Belastungssituation (Migrantin ohne
Berufsausbildung, seit Jahren unfallbedingt vollinvalider Ehemann);
- langjähriger ganzer Rente wegen Fibromyalgie.
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter an:
• Adipositas WHO-Klasse II;
• obstipationsdominantes Reizdarmsyndrom ohne endoskopisches Korrelat;
• arterielle Hypertonie (anamnestisch gut eingestellt, CvRF: Dg2, Dyslipidämie);
• anhaltende Schmerzstörung (F45.4);
• schädlicher Gebrauch von Benzodiazepinen (Lexotanil seit vielen Jahren, F13.1);
• psychosoziale Faktoren (sonstige belastende Lebensumstände, die Familie und
Haushalt negativ beeinflussen [seit Jahren kranker, ebenfalls IV-berenteter Ehemann],
Z63.7).
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Die Versicherte gab anlässlich der Begutachtung an, aktuell an Schmerzen im Nacken
mit Ausstrahlung in die Schultern zu leiden. Zudem habe sie Schmerzen in den Fingern
und Handgelenken, die ihren Schlaf beeinträchtigten. Teilweise habe sie auch
Schmerzen im Ellbogenbereich. Die panvertebralen Rückenschmerzen seien in Qualität
und Stärke weitgehend gleichbleibend vorhanden. Auf einer visuellen Analogskala
(VAS) von 0 bis 10 betrage der aktuelle Schmerzpegel 6. Während der letzten Woche
habe er minimal 5 und maximal etwa 6 betragen. Dr. F._ erklärte, dass die
Versicherte ein generalisiertes, kontinuierlich vorhandenes
Ganzkörperschmerzsyndrom beschrieben habe. Die Schmerzen habe sie als
kontinuierlich mittelstark angegeben. Die Schmerzschilderung sei relativ gleichgültig
und passiv erfolgt, sodass ein direkter Leidensdruck bei den doch in erheblicher Stärke
beklagten Symptomen nicht spürbar geworden sei. Auch in der klinischen
Untersuchung hätten sich zahlreiche nicht organische Zeichen wie diffuse
Schmerzklagen und Fluchtreaktion gefunden. Die im Bereich des Achsenorgans
beklagten Schmerzen korrelierten mit der Fehlbelastung der ungenügend trainierten
Rumpfmuskulatur bei Haltungsinsuffizienz und Übergewicht. Anhaltspunkte für eine
Kompromittierung neuromeningealer Strukturen bestünden klinisch nicht, ebenso
fehlten klinische oder labormässige Anhaltspunkte für ein Leiden aus dem entzündlich-
rheumatischen Formenkreis. Organisch fassbar bestünden Anhaltspunkte für ein
möglicherweise akzentuiertes Carpaltunnelsyndrom beidseits und für
Abnützungserscheinungen im Bereich der Rotatorenmanschette. Die von der
Versicherten beklagten Knieschmerzen dürften Ausdruck der chronischen
Überbelastung der Kniegelenke bei ungenügend trainierter Oberschenkelmuskulatur,
Übergewicht und einer beginnenden Gonarthrose sein. Auch im Bereich der Hände
hätten sich initiale Abnützungserscheinungen mit Finger-Polyarthrosen gezeigt. Die
beschriebenen degenerativen Veränderungen seien jedoch nicht geeignet, in einer
adaptierten, körperlich leichten Tätigkeit und in der Haushaltsführung eine
Arbeitsunfähigkeit zu begründen. Weit im Vordergrund stehe weiterhin ein organisch
nicht hinreichend begründbares generalisiertes Schmerzsyndrom, das ursprünglich zur
Zusprache einer ganzen Rente geführt habe. Aus rheumatologischer Sicht bestehe in
einer rückengerechten Tätigkeit ohne schweres Heben und Tragen von Lasten, ohne
vornübergeneigte, kniende oder hockende Körperpositionen und ohne
gewichtsbelastete achsenferne Belastungen in den Armen oder im Überkopfbereich
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eine etwa 50 %ige Arbeitsfähigkeit. Diese medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sei
zunächst nur stundenweise im Rahmen eines Arbeitstrainings oder einer beruflichen
Abklärung realisierbar. Gegenüber der psychiatrischen Gutachterin med. pract. G._
gab die Versicherte an, an sehr schlimmen, unerträglichen Schmerzen an den Ellbogen,
Händen, Beinen und Armen zu leiden. Die Beschwerden seien in den letzten zehn
Jahren gleich geblieben und betrügen auf der VAS 10. Ihr Körper fühle sich wie ein zu
enges Kleid, das drücke, an. Zudem leide sie unter Kraftlosigkeit. Ihren Tagesablauf
schildete die Versicherte wie folgt: Gegen 8 Uhr würden sie und ihr Ehemann vom
gemeinsamen Sohn in dessen Wohnung gefahren, wo sie den Tag mit der
Schwiegertochter und den Enkelkindern verbrächten. Gegen 21 Uhr würden sie wieder
nach Hause gefahren. Die Söhne und die Schwiegertochter erledigten den Haushalt.
Sie selber könne lediglich noch die Wäsche zusammenlegen. Im Sommer und im
Winter fahre die Familie jeweils für ein paar Wochen nach Mazedonien, wobei der Sohn
das Auto steuere. Die Fahrtzeit betrage 10 Stunden. Med. pract. G._ erklärte, dass
die Versicherte die Schmerzqualität nicht genau habe beschreiben können. Die
Versicherte halte sich nicht für psychisch krank, weshalb sie sich nie in psychiatrische
Behandlung begeben habe. Die von der Rehaklinik Valens angegebene Diagnose eines
spezifischen Schmerzsyndroms (F54) sei nicht nachvollziehbar, da keine organische
Störung festgestellt worden sei. Demgegenüber könne die von der Klinik D._
gestellte Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung nachvollzogen werden. Der
Migrantinnenstatus, der Unfall des Ehemannes zwei Jahre nach der eigenen Einreise in
die Schweiz und die Probleme am Arbeitsplatz, die die Versicherte aus Angst vor der
Kündigung und wegen eines erniedrigten Selbstwerts erduldet habe, hätten gesamthaft
zu einer innerpsychischen, zusätzlich kulturell bedingten Konfliktsituation und zu einer
Schmerzverstärkung geführt. Die Symptom- und Schmerzfixierung und das seit 10
Jahren "erlernte" regressive und passive Verhalten mit nahezu vollständigem Rückzug
aus allen aktiven Tätigkeiten hätten bei den Kindern der Versicherten zu einer
beträchtlichen persönlichen Zuwendung und Unterstützung geführt. Die Tendenz zu
Passivität, Langsamkeit und Symptomverdeutlichung habe sich auch bei der jetzigen
Begutachtung gezeigt. Unbewusst "profitiere" die Versicherte von der vermehrten
Aufmerksamkeit, Zuwendung, Unterstützung und Entlastung und könne so
Verantwortung abgeben. Dieses Verhalten münde insgesamt in einem sekundären
Krankheitsgewinn. Eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere,
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Ausprägung und Dauer liege nicht vor und es fehlten chronische körperliche
Begleiterkrankungen. Die in den Jahren 2001 und 2002 durchgeführten stationären
Behandlungen seien, bei viel zu niedriger Belastungstoleranz, gescheitert und weitere
Therapien als nicht erfolgversprechend erachtet worden. Da die Förster-Kriterien nicht
erfüllt seien, seien die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung
gegeben. Im Rahmen der jetzigen Begutachtung hätten sich keinerlei Hinweise für eine
depressive Episode gefunden. Die geschilderte Tagesstruktur habe zumindest
emotional einiges Positives für die Versicherte zu bieten. Sie geniesse es, tagsüber mit
ihren Enkelkindern zu spielen, mit ihnen zusammen zu sein und gemeinsam
Kindersendungen zu schauen. Selbst der Lärm der Enkelkinder mache ihr nichts aus.
Teilweise helfe sie der Schwiegertochter bei der Zubereitung des Mittagessens. Mittags
liege sie zwei Stunden auf dem Sofa und schaue den Kindern zu. Sie empfinde das als
sehr wohltuend und es bereite ihr Freude. Der gemessene Blutspiegel des
Antidepressivums habe im unteren Normbereich gelegen. Aus heutiger Sicht liege
keine psychische Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr vor. Die
Versicherte sei aus rein psychiatrischer Sicht mindestens seit dem
Begutachtungszeitpunkt voll arbeitsfähig. In bidisziplinärer Hinsicht schätzten die
Gutachter die Arbeitsfähigkeit in einer körperlich adaptierten Tätigkeit ab dem Datum
der Begutachtung auf 100 %.
A.e Am 2. August 2013 teilte Dr. E._ mit, dass die Auskunft vom Oktober 2012,
wonach sich die Versicherte seit eineinhalb Jahren nicht mehr bei ihr in Behandlung
befinde, falsch gewesen sei (IV-act. 61). Am 7. November 2013 berichtete dieselbe
Ärztin über einen stationären Gesundheitszustand (IV-act. 63). Die Prognose sei eher
schlecht. Durch Analgesie, Gesprächstherapie, Antidepressiva und Physiotherapie
habe keine wesentliche Zustandsbesserung erzielt werden können. Die Versicherte sei
bei den alltäglichen Lebensverrichtungen auf die Hilfe der Familienangehörigen
angewiesen. Die Ausübung einer Erwerbstätigkeit sei ihr weiterhin nicht zumutbar.
A.f RAD-Arzt Dr. med. H._ notierte am 22. November 2013 (IV-act. 64), dass die
gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung für adaptierte Tätigkeiten insoweit
widersprüchlich sei, als die Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht auf 50 % und in
bidisziplinärer Hinsicht auf 100 % geschätzt worden sei. Eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit
adaptiert sei für ihn gut nachvollziehbar, da die festgestellten Einschränkungen am
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Bewegungsapparat durch Adaptionskriterien ausgeglichen werden könnten. Auf eine
Rückfrage der IV-Stelle vom 22. November 2013 (IV-act. 65) antwortete Dr. F._ am 4.
Dezember 2014 (IV-act. 75), dass zu Recht auf eine Diskrepanz zwischen der von ihm
im fachgutachterlichen Teil festgestellten Arbeitsfähigkeit von 50 % und der aus der
Gesamtperspektive festgestellten 100 %igen Arbeitsfähigkeit hingewiesen worden sei.
Die Arbeitsfähigkeit von 100 % sollte nicht ab dem Datum der Begutachtung, sondern
ab dem Zeitpunkt, ab dem das Vorliegen eines Carpaltunnelsyndroms ausgeschlossen
respektive adäquat behandelt worden sei und die empfohlenen rekonditionierenden
Massnahmen und ein Arbeits¬training (sofern bei mangelnder Kooperation überhaupt
durchführbar) durchgeführt worden seien, gelten.
A.g Dr. E._ teilte am 17. Februar 2015 mit (IV-act. 82), dass der Gesundheitszustand
stationär sei. Ihrer Meinung nach sei eine Arbeitsfähigkeit aufgrund der Schwere und
Dauer der Krankheit nicht gegeben. Am 6. März 2015 informierte dieselbe Ärztin die IV-
Stelle darüber (IV-act. 84), dass die neurologischen Abklärungen das Vorliegen eines
Karpaltunnelsyndroms nicht hätten bestätigen können. Die letzte neurologische
Kontrolle vor zwei Monaten sei ebenfalls unauffällig gewesen. Dr. med. I._,
Neurologie FMH, erklärte in seinen am 24. März 2015 eingereichten Berichten vom 2.
Dezember 2014 und vom 30. Januar 2015 (IV-act. 89), dass die
elektroneurographischen Befunde keine Hinweise auf ein Carpaltunnelsyndrom, ein
Sulcus-ulnaris-Syndrom, eine motorische C7-Th1-Nervenwurzelläsion, eine untere
Plexus brachialis-Läsion links oder eine Polyneuropathie ergeben hätten. Auch
elektromyografisch hätten sich keine Hinweise auf eine motorische C5-C7-
Nervenwurzelläsion oder eine obere Plexus brachialis-Läsion links gezeigt. Bei den
Beschwerden der Versicherten handle es sich am ehesten um eine Zervikobrachialgie
linksbetont im Rahmen der muskuloskelettalen Schmerzen bei rheumatischer
Erkrankung. RAD-Arzt Dr. H._ notierte am 7. April 2015 (IV-act. 91), dass Dr. I._ die
beschriebene Zervikobrachialgie links in Übereinstimmung mit Dr. F._ am ehesten im
Rahmen von muskuloskelettalen Schmerzen bei rheumatischer Erkrankung sehe.
Nachdem das Vorliegen eines Karpaltunnelsyndroms wie auch anderer neurologischer
Störungen ausgeschlossen worden sei, sei von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit in
einer körperlich adaptierten Tätigkeit auszugehen.
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A.h Mit Vorbescheid vom 8. April 2015 kündigte die IV-Stelle der Versicherten die
Aufhebung der Rente an (IV-act. 94). Zur Begründung führte sie an, dass den
Unterlagen keine objektivierbaren anatomischen Befunde zu entnehmen seien, die aus
versicherungsmedizinischer Sicht eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründeten. Es
bestünden keine Anhaltspunkte für eine psychiatrische Komorbidität oder sonstige
schwere Funktionseinschränkungen. Auch die übrigen Förster-Kriterien lägen nicht in
einem erheblichen Ausmass vor. Die Versicherte habe daher für die Zukunft gestützt
auf die Schlussbestimmungen der Änderung des IVG vom 18. März 2011 keinen
Anspruch mehr auf eine Invalidenrente. Dagegen liess die Versicherte durch ihre
Rechtsvertreterin am 19. Mai 2015 einwenden (IV-act. 99), dass aktuell keine volle
Arbeitsfähigkeit gegeben sei, da gemäss Dr. F._ vor einem Einstieg in den
Erwerbsprozess rekonditionierende Massnahmen ergriffen werden müssten. Hinzu
komme, dass eine derart unterschiedliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit (zunächst 50
%ige, dann 100 %ige Arbeitsfähigkeit adaptiert) in ein und demselben Gutachten
Zweifel an der Begutachtung wecke. Dieser Mangel habe sich auch durch die
ergänzende Stellungnahme des Gutachters nicht ausräumen lassen, zumal diese erst
eineinhalb Jahre nach der Begutachtung und ein Jahr nach der Rückfrage erfolgt sei.
Auch das psychiatrische Teilgutachten werde angezweifelt, da keine ausreichende
Abhandlung der Förster-Kriterien stattgefunden habe, sondern diese in pauschaler
Weise verneint worden seien. Die Gutachter hätten auch nicht gewusst, dass sich die
Versicherte in ständiger Behandlung bei ihrer Hausärztin befinde. Diese Tatsache wäre
für die Beurteilung der Förster-Kriterien von wesentlicher Bedeutung gewesen. Die
Rechtsvertreterin beantragte die Durchführung einer Oberbegutachtung.
A.i Mit Verfügung vom 26. Mai 2015 (IV-act. 100) hob die IV-Stelle die ganze Rente der
Versicherten auf den ersten Tag des zweiten Monats nach der Zustellung der
Verfügung hin auf. Zu den Einwendungen der Rechtsvertreterin hielt sie fest, dass eine
Oberbegutachtung nicht notwendig sei, da aufgrund der weiteren Abklärungen das
Vorliegen eines Karpaltunnelsyndroms und eines Sulcus-ulnaris-Syndroms habe
ausgeschlossen werden können.
B.
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B.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
am 29. Juni 2015 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihre Rechtsvertreterin beantragte die
Aufhebung der Verfügung und die Weiterausrichtung einer ganzen Rente. Eventualiter
sei die Sache zur umfassenden Neuabklärung an die IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Subeventualiter habe das Versicherungsgericht
aufgrund der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung (9C_494/2014) ein
Gutachten in Auftrag zu geben. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu
erteilen. In Ergänzung zu den Einwänden im Vorbescheidverfahren machte die
Rechtsvertreterin geltend, dass die Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a vor
dem Grundsatz des Vertrauensschutzes fragwürdig erschienen. Der Gesetzgeber habe
Grenzen der Zumutbarkeit festgelegt, indem er die Bestimmungen für Personen, die im
Zeitpunkt der Inkraftsetzung des Gesetzes über 55 Jahre alt gewesen seien oder für
Personen mit einer Rentenbezugsdauer von über 15 Jahren für nicht anwendbar erklärt
habe. Diese Eckpfeiler könnten die rechtsanwendenden Behörden aufgrund des
Eingriffs in den Vertrauensschutz jedoch nicht davon entbinden, auch in Fällen, in
denen diese Voraussetzungen nicht erfüllt seien, eine Zumutbarkeitsüberprüfung
vorzunehmen. Die Beschwerdeführerin sei im Zeitpunkt des Inkrafttretens der
Schlussbestimmungen 53 Jahre alt gewesen. Dass ein Revisionsverfahren nach der
IVG-Revision 6a durchgeführt werde, sei ihr am 30. Dezember 2014 mitgeteilt worden,
d.h. als sie 55 Jahre alt gewesen sei. Im Zeitpunkt der Renteneinstellung sei sie 56
Jahre alt gewesen. Inzwischen sei die Beschwerdeführerin in einem Alter, in welchem
der Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess als nicht mehr zumutbar erscheine. Hinzu
komme, dass sich der Wiedereinstieg aufgrund der notwendigen Rekonditionierung
und des Arbeitstrainings verzögern würde. Eine Renteneinstellung erscheine deshalb
als nicht zumutbar. Im Übrigen erfülle das Gutachten die vom Bundesgericht mit dem
Urteil 9C_492/2014 aufgestellten Voraussetzungen an die Beweiswürdigung nicht.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 1. Oktober 2015 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 8). Sie brachte vor, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der
Einleitung der Rentenrevision, die mit dem Versand des Fragebogens am 13.
September 2012 erfolgt sei, erst 53 Jahre alt gewesen sei. Die Frist zur Überprüfung
der IV-Rente sei folglich eingehalten worden. Gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung sei eine Dekonditionierung nicht invalidisierend. Der
Beschwerdeführerin wäre es aufgrund ihrer Selbsteingliederungs- und
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Schadenminderungspflicht ohne weiteres zumutbar gewesen, durch eine adäquate
Lebensweise die Folgen der Dekonditionierung zu überwinden. Entgegen der Ansicht
von Dr. F._ sei die Dekonditionierung bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung daher nicht
zu berücksichtigen. Ein Arbeitstraining sei nicht durchzuführen, da die Arbeitsfähigkeit
ausschliesslich medizinisch-theoretisch zu bestimmen sei und die Beschwerdeführerin
aufgrund ihrer pessimistischen Selbsteinschätzung eine solche ohnehin nur dazu
nutzen würde, ihre Arbeitsunfähigkeit zu "beweisen". Beim entsprechenden Vorschlag
von Dr. F._ habe es sich lediglich um eine therapeutische Empfehlung ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gehandelt. Des Weiteren gebe es keine Hinweise,
dass med. pract. G._ die Beschwerdeführerin nicht ausführlich und kompetent
untersucht hätte. Ihr sei bekannt gewesen, dass die Beschwerdeführerin von Dr. E._
behandelt werde. Aus der regelmässigen hausärztlichen Behandlung könne die
Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Zudem sei der
Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Stellung überwiegend zugunsten ihrer Patienten aussagten. Die
attestierte somatoforme Schmerzstörung finde ihre Erklärung in den belastenden
psychosozialen Umständen. Auch unter Berücksichtigung des neuen
Bundesgerichtsurteils ergäben sich keine Gesichtspunkte, die für eine
Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht sprechen würden. Weitere medizinische
Abklärungen seien daher nicht angezeigt.
B.c In ihrer Replik vom 3. März 2016 machte die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin ergänzend geltend (act. G 18), es könne nicht davon ausgegangen
werden, dass sich Dr. F._ zwei Jahre nach der Begutachtung noch an diese habe
erinnern können. Die psychiatrische Gutachterin habe keine Kenntnis davon gehabt,
dass sich die Beschwerdeführerin in Behandlung bei Dr. E._ befunden habe.
Ausserdem sei eine vertiefte psychiatrische Abklärung dringend angezeigt, da der
behandelnde Psychiater der Beschwerdeführerin eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt habe. Med. pract. J._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
hatte der Hausärztin am 19. Januar 2016 berichtet (act. G 18.1), dass die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von med. pract. G._ aufgrund der gestellten Diagnosen
nachvollziehbar sei. Allerdings habe die Beschwerdeführerin beim Erstgespräch
berichtet, dass die psychiatrische Gutachterin sie sehr schlecht behandelt habe. So
habe sich die Beschwerdeführerin bei der Begutachtung ausziehen und danach lange
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warten müssen. Ein Vergleich des psychopathologischen Befundes im Zeitpunkt der
gutachterlichen Untersuchung und im Zeitpunkt des Erstgesprächs am 14. Oktober
2015 zeige, dass sich der Gesundheitszustand seit der Begutachtung wesentlich
verschlechtert habe. Die Beschwerdeführerin leide an einer schwergradigen
depressiven Episode. Es sei schwierig, zu sagen, wann die gesundheitliche
Verschlechterung eingetreten sei. Wahrscheinlich habe sich die depressive Episode
langsam entwickelt. Gestützt auf die anamnestischen Angaben sei davon auszugehen,
dass die depressiven Symptome ca. ein Jahr vor dem Erstgespräch, d.h. im Herbst
2014, aufgetreten seien. Die Beschwerdeführerin sei voll arbeitsunfähig.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 19 f.).

Considerations:
Erwägungen
1.
1.1 Die Beschwerdeführerin hat ab dem 1. September 2002 eine ganze Rente der
Invalidenversicherung bezogen. Die Beschwerdegegnerin hat die Rentenleistungen mit
der angefochtenen Verfügung vom 26. Mai 2015 per 1. Juli 2015 aufgehoben. Strittig
ist demnach, ob die Beschwerdeführerin ab 1. Juli 2015 weiterhin einen Anspruch auf
eine Invalidenrente hat.
1.2 Gemäss der am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen lit. a Abs. 1 der
Schlussbestimmungen der Änderung des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) vom 18. März 2011 ("IV-Revision 6a") werden
Invalidenrenten, die bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden,
innerhalb von drei Jahren seit Inkrafttreten dieser Änderungen überprüft. Sind die
Voraussetzungen von Art. 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder
aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt
sind. Keine Anwendung findet diese Bestimmung auf Personen, die im Zeitpunkt des
Inkrafttretens dieser Änderung das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im
Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet worden ist, seit mehr als 15 Jahren eine
Rente der Invalidenversicherung bezogen haben (Abs. 4). Die Überprüfung der Rente
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ist im September 2012 eingeleitet worden und somit innerhalb von drei Jahren seit
Inkrafttreten der Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision erfolgt. Zudem ist die
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Gesetzesänderung erst 52
Jahre alt gewesen und hat die Rente im Zeitpunkt der Einleitung der Überprüfung erst
seit 10 Jahren bezogen.
1.3 Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, dass die
Beschwerdegegnerin, obwohl die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Inkrafttretens
der Schlussbestimmungen das 55. Altersjahr noch nicht erreicht hatte und bei der
Einleitung der Überprüfung kein 15-jähriger Rentenbezug vorgelegen hatte, gestützt auf
den Grundsatz des Vertrauensschutzes eine Zumutbarkeitsprüfung hätte vornehmen
müssen. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat der Gesetzgeber mit lit.
a Abs. 4 der Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision bereits eine Abwägung der
Interessen der versicherten Person am Weiterbezug der Rente einerseits und der
Öffentlichkeit an der Aufhebung von ohne ausreichende medizinische Grundlage
zugesprochenen Renten bzw. der rechtsgleichen Behandlung aller Versicherten mit
identischem Beschwerdebild anderseits vorgenommen und erstere aus Gründen der
Rechtssicherheit und des Vertrauensschutzes in den genannten Fällen höher
gewichtet. Eine darüber hinausgehende, in sämtlichen Fällen stets systematisch
vorzunehmende Verhältnismässigkeitsprüfung sei demgegenüber gesetzlich nicht
explizit verankert. Eine solche finde jedoch bereits auf der Stufe der medizinischen
Abklärungen statt. Zudem sei die voraussetzungslose Aufhebung oder Herabsetzung
bestehender Renten bei entsprechender medizinischer Grundlage nicht unbesehen
zulässig. Vielmehr habe der Gesetzgeber verschiedene Abfederungsmechanismen
vorgesehen (Ausschlussklausel für ältere oder langjährige Rentenbezüger, dreijähriges
Zeitfenster für die Rentenüberprüfung, spezielle Integrationsmassnahmen). Des
Weiteren seien die Wiedereingliederungschancen unter besonderem Augenmerk auf
die Aspekte des Alters der Betroffenen und der Dauer der Erwerbslosigkeit zu prüfen.
Dadurch werde der bundesrätlich wie auch in der Lehre nachdrücklich gestellten
Forderung Genüge getan, den Verhältnissen jedes Einzelfalles angemessen Rechnung
zu tragen und in derartigen Konstellationen jeweils eine sorgfältige Güterabwägung
vorzunehmen, auf deren Basis zuverlässig beurteilt werden könne, ob eine Anpassung
im konkreten Fall als verhältnismässig erscheine (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6.
März 2014, 8C_773/2013 E. 4.2 und 4.3 mit Hinweisen). Nach dem Gesagten ist eine
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zusätz¬liche, einzelfallbezogene Zumutbarkeitsbeurteilung, wie sie die
Rechtsvertreterin gefordert hat, nicht angezeigt.
1.4 Zu prüfen bleibt, ob die Rente aufgrund eines pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische Grundlage
zugesprochen worden ist. Die Klinik Valens hat als Diagnose ein generalisiertes
Schmerzsyndrom, die damalige Hausärztin eine Fibromyalgie und die Klinik D._ ein
generalisiertes Schmerzsyndrom (resp. eine Fibromyalgie/somatoforme
Schmerzstörung), angegeben. Die Rente ist demzufolge wegen eines pathogenetisch-
ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische
Grundlage zugesprochen worden. Somit ist nachfolgend umfassend zu prüfen, ob die
Beschwerdeführerin ab dem 1. Juli 2015 weiterhin einen Rentenanspruch gehabt hat.
Der IV-Grad ist dabei anhand des in diesem Zeitpunkt aktuellen Sachverhalts zu
prüfen. Massgebend ist also der Gesundheitszustand resp. die Arbeitsfähigkeit im
Zeitpunkt des Erlasses der Einstellungsverfügung, d.h. am 26. Mai 2015.
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin hat weiterhin einen Anspruch auf eine IV-Rente, sofern sie
im Wirkungszeitpunkt der angefochtenen Verfügung zu mindestens zu 40 Prozent
invalid gewesen ist (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG
die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
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2.2 Um das Invalideneinkommen und damit den IV-Grad ermitteln zu können, muss die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt feststehen.
2.3 In somatischer Hinsicht hat Dr. F._ erklärt, dass weit im Vordergrund ein
organisch nicht hinreichend begründbares generalisiertes Schmerzsyndrom stehe. Die
im Bereich des Achsenorgans beklagten Schmerzen korrelierten mit der Fehlbelastung
der ungenügend trainierten Rumpfmuskulatur bei Haltungsinsuffizienz und
Übergewicht. Organisch fassbar bestünden Anhaltspunkte für ein Carpaltunnelsyndrom
beidseits und für Abnützungserscheinungen im Bereich der Rotatorenmanschette. Die
geltend gemachten Knieschmerzen dürften Ausdruck der chronischen Überbelastung
der Kniegelenke bei ungenügend trainierter Oberschenkelmuskulatur, Übergewicht und
einer beginnenden Gonarthrose sein. Zudem bestünden beginnende
Fingerpolyarthrosen beidseits. Die beschriebenen degenerativen Veränderungen seien
jedoch nicht geeignet, in einer körperlich leichten, adaptierten Tätigkeit und in der
Haushaltsführung eine Arbeitsunfähigkeit zu begründen. Trotzdem hat Dr. F._ der
Beschwerdeführerin aus rein rheumatologischer Sicht eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert. Die bidisziplinäre Beurteilung hat dann allerdings eine Arbeitsfähigkeit von
100 % in einer adaptierten Tätigkeit ergeben. Dr. F._ hat diesen Widerspruch in einer
ergänzenden Stellungnahme damit begründet, dass die Arbeitsfähigkeit von 50 %
solange Gültigkeit habe, bis das Vorliegen eines Carpaltunnelsyndroms
ausgeschlossen und rekonditionierende Massnahmen und ein Arbeitstraining
durchgeführt worden seien. Die nachträglichen neurologischen Abklärungen haben
ergeben, dass die Beschwerdeführerin nicht an einem Carpaltunnelsyndrom leidet. Die
Dekonditionierung ist bei der Invaliditätsbemessung ausser Acht zu lassen, da davon
auszugehen ist, dass sie mit therapeutischen Massnahmen innert weniger Wochen
behoben werden kann. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend gemacht hat, ist
es der Beschwerdeführerin gestützt auf die ihr obliegende Schadenminderungspflicht
zumutbar, selbständig die notwendigen Massnahmen zu ergreifen respektive
einzuleiten, um die Dekonditionierung zu überwinden. Die Dekonditionierung ist folglich
nicht geeignet, eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit zu begründen. Im Übrigen
überzeugt die Einschätzung von RAD-Arzt Dr. H._ und Dr. F._, dass die
Einschränkungen am Bewegungsapparat mittels Adaptionskriterien ausgeglichen
werden können, angesichts der geringfügigen objektiven Befunde.
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2.4 Entgegen der Behauptung der Rechtsvertreterin ist das Gutachten von Dr. F._
nicht schon deshalb nicht beweiskräftig, weil dieser sich bezüglich der Arbeitsfähigkeit
aus rheumatologischer Sicht unklar ausgedrückt hat. Dr. F._ hat in seiner
ergänzenden Stellungnahme nachvollziehbar begründet, weshalb er die
Arbeitsfähigkeit adaptiert im fachgutachterlichen Teil auf 50 % und im bidisziplinären
Teil auf 100 % eingeschätzt hat. Zwar ist die Stellungnahme tatsächlich erst rund
eineinhalb Jahre nach der Begutachtung erfolgt. Allerdings ist es lediglich um eine
sprachliche Präzisierung, also nicht um eine materielle Ergänzung des Gutachtens,
gegangen. Um eine solche Korrektur vornehmen zu können, reicht es nach der
allgemeinen Lebenserfahrung aus, das Gutachten noch einmal durchzulesen, auch
wenn dieses vor längere Zeit verfasst worden ist. Dass sich Dr. F._ im Gutachten
zunächst unklar ausgedrückt hat, schmälert daher den Beweiswert des Gutachtens
nicht. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin im
Verfügungszeitpunkt in einer adaptierten Tätigkeit aus somatischer Sicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 100 % arbeitsfähig gewesen ist.
2.5 In psychiatrischer Hinsicht ist zunächst auf den von der Beschwerdeführerin
gegenüber dem behandelnden Psychiater geäusserten Vorwurf einzugehen, dass die
psychiatrische Gutachterin med. pract. G._ die Beschwerdeführerin sehr schlecht
behandelt habe, namentlich dass die Beschwerdeführerin sich bei der Untersuchung
habe ausziehen und danach lange habe warten müssen. Aus dem Gutachten geht
hervor, dass für die psychiatrische Exploration notfallmässig K._ sprechender
Dolmetscher hat hinzugezogen werden müssen. Dies könnte eine Erklärung für die von
der Beschwerdeführerin geltend gemachte längere Wartezeit sein. Da eine
psychiatrische Exploration keine körperliche Untersuchung an sich beinhaltet, ist der
Vorwurf bezüglich des Entkleidens nicht glaubhaft. Hinzu kommt, dass weder die
Beschwerdeführerin noch ihre Rechtsvertreterin diese Vorwürfe im Rahmen des
Verwaltungs- oder Beschwerdeverfahrens (explizit) vorgebracht haben; sie gehen
lediglich aus dem mit der Replik eingereichten Bericht des behandelnden Psychiaters
hervor. Demnach ist davon auszugehen, dass die psychiatrische Begutachtung lege
artis erfolgt ist. Der Vorwurf der Beschwerdeführerin, sie sei von der psychiatrischen
Gutachterin schlecht behandelt worden, lässt folglich keine Zweifel an der
Überzeugungskraft des Gutachtens entstehen.
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2.6 Die psychiatrische Gutachterin hat als Diagnosen eine anhaltende
Schmerzstörung, einen schädlichen Gebrauch von Benzodiazepinen und
psychosoziale Faktoren angegeben. All diesen Diagnosen hat sie keinen Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Sie hat zudem keinerlei Hinweise für das Vorliegen
einer depressiven Episode gefunden.
2.7 Die Beschwerdeführerin hat mit der Replik geltend gemacht, dass sich ihr
psychischer Gesundheitszustand seit der Begutachtung verschlechtert habe. Med.
pract. J._ hat in seinem Bericht vom 19. Januar 2016 erklärt, dass sich die
Beschwerdeführerin seit dem 14. Oktober 2015 in seiner Behandlung befinde. Als
Diagnose hat er eine schwergradige depressive Episode angegeben und die
Arbeitsunfähigkeit auf 100 % geschätzt. Aufgrund der anamnestischen Angaben der
Beschwerdeführerin sei davon auszugehen, dass die Verschlechterung ca. ab Herbst
2014 eingetreten sei. Im vorliegenden Verfahren ist der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin ausschliesslich bis und mit Verfügungserlass, d.h. dem 26. Mai
2015, relevant. Die Hausärztin der Beschwerdeführerin hat im Februar 2015 berichtet
(IV-act. 82), dass der Gesundheitszustand unverändert sei. Insbesondere hat sie nicht
erwähnt, dass die Beschwerdeführerin zwischenzeitlich eine depressive Symptomatik
entwickelt hätte. Es ist davon auszugehen, dass die Hausärztin, obwohl sie nicht über
psychiatrische Fachkenntnisse verfügt, eine erhebliche Verschlechterung des
psychischen Gesundheitszustandes erkannt hätte, zumal sie die Beschwerdeführerin
seit Jahren regelmässig betreut. Die Angabe der Hausärztin in ihrem Bericht vom
Februar 2015 leuchtet auch vor dem Hintergrund, dass sich die Beschwerdeführerin
erst im Oktober 2015 in psychiatrische Behandlung begeben hat, ein. Die rein auf den
anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin beruhende Beurteilung von med.
pract. J._, wonach bereits im Herbst 2014 eine erhebliche gesundheitliche
Verschlechterung eingetreten sei, überzeugt daher nicht. Für den Zeitraum März 2015
bis zum Verfügungserlass im Mai 2015 liegen keine medizinischen Berichte im Recht.
Grundsätzlich müsste also noch abgeklärt werden, ob die geltend gemachte schwere
Depression in diesem Zeitraum ausgebrochen ist. Allerdings hat sich die
Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt noch nicht in psychiatrischer Behandlung
befunden. Da einem Allgemeinmediziner erfahrungsgemäss das Fachwissen fehlt, um
die Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person aus psychiatrischer Sicht einschätzen zu
können, ist eine durch eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes
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bedingte Arbeitsunfähigkeit vor Verfügungserlass gar nicht mehr mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachweisbar. Die nachteiligen
Folgen der Beweislosigkeit hat die Beschwerdeführerin zu tragen (vgl. BGE 117 V 261
E. 3b). Nach dem Gesagten ist in antizipierter Beweiswürdigung davon auszugehen,
dass die Beschwerdeführerin in der Zeit bis und mit Verfügungserlass nicht an einer die
Arbeitsfähigkeit beeinflussenden depressiven Symptomatik gelitten hat.
2.8 Mit BGE 141 V 281 vom 3. Juni 2015 hat das Bundesgericht seine Praxis zur
Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente wegen somatoformer
Schmerzstörungen und vergleichbarer psychosomatischer Leiden geändert (vgl. z.B.
IV-Rundschreiben Nr. 334). Die neue Praxis gelangt auch bei Rentenüberprüfungen
gemäss lit. a der Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision zur Anwendung (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 29. Februar 2016, 9C_354/2015 E. 5). Nach dem alten
Verfahrensstandard eingeholte Gutachten haben durch die Praxisänderung nicht per se
ihren Beweiswert verloren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des
Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen
entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen
Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In jedem einzelnen Fall ist zu prüfen, ob
die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten ‒
gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten ‒ eine schlüssige
Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V
281 E. 8). Nachfolgend ist somit zu prüfen, ob das psychiatrische Teilgutachten von
med. pract. G._ mit Bezug auf die Diagnose einer anhaltenden Schmerzstörung eine
schlüssige Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit im Lichte der neuen
Rechtsprechung erlaubt.
2.9 Das Bundesgericht hat mit BGE 141 V 281 die bisherige Vermutung, dass der
versicherten Person eine Willensanstrengung zuzumuten sei, mit welcher die Folgen
einer somatoformen Schmerzstörung oder eines vergleichbaren psychosomatischen
Leidens überwunden werden könnten, aufgegeben. Neu muss eine ergebnisoffene
symmetrische Beurteilung anhand eines Kataloges von Indikatoren des tatsächlich
erreichbaren Leistungsvermögens erfolgen. Die Handhabung des Katalogs muss stets
den Umständen des Einzelfalls gerecht werden; es handelt sich nicht um eine
"abhakbare Checkliste". Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren sind:
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1. Funktioneller Schweregrad:
- Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome;
- Behandlungserfolg oder -resistenz;
- Komorbiditäten;
- "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende psychische
Funktionen);
- sozialer Kontext.
2. Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens):
- Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren
Lebensbereichen (sozialer Rückzug, Ressourcen);
- Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen;
- Verhalten im Rahmen der beruflichen (Selbst-)Eingliederung.
Die Beschwerdeführerin hat anlässlich der Begutachtung über Schmerzen am ganzen
Körper, insbesondere über Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in die Schultern,
Schmerzen in den Fingern und Handgelenken und im Ellbogenbereich und Schmerzen
in der gesamten Wirbelsäule geklagt. Dr. F._ hat allerdings erklärt, dass die
Schmerzschilderung relativ gleichgültig und passiv erfolgt sei, sodass ein direkter
Leidensdruck bei den doch in erheblicher Stärke beklagten Symptomen nicht spürbar
geworden sei. Der psychiatrischen Gutachterin ist aufgefallen, dass die
Beschwerdeführerin die Schmerzqualität nicht genau hat beschreiben können. Die
Beschwerdeführerin habe lediglich erklärt, dass es sich wie ein zu enges Kleid anfühle.
Bezüglich der Schmerzintensität sind die Aussagen der Beschwerdeführerin gegenüber
den beiden Gutachtern zudem widersprüchlich gewesen. Während sie gegenüber dem
rheumatologischen Gutachter von einem aktuellen Wert von 6 auf der VAS gesprochen
hat, hat sie gegenüber der psychiatrischen Gutachterin angegeben, unter schlimmen,
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unerträglichen Schmerzen zu leiden, die auf der VAS 10 betrügen. Wie stark die
Beschwerdeführerin durch die Schmerzen tatsächlich eingeschränkt ist, bleibt somit
unklar. Auch das tiefe Aktivitätsniveau im Alltag vermag nichts über den Schweregrad
der Einschränkungen auszusagen, da das regressive und passive Verhalten und der
nahezu vollständige Rückzug aus allen aktiven Tätigkeiten zu einer beträchtlichen
persönlichen Zuwendung und Unterstützung durch die Kinder geführt haben
(sekundärer Krankheitsgewinn). Unter Berücksichtigung des Grundsatzes, dass die
Beschwerdeführerin den Nachteil der Beweislosigkeit zu tragen hat, kann unter
Beachtung der aufgezeigten Widersprüche nicht davon ausgegangen werden, dass die
Ausprägung der durch die anhaltende Schmerzstörung bedingten Symptome im Alltag
erheblich sind. Die Beschwerdeführerin hat gemäss eigenen Aussagen bis zum
Verfügungserlass − wohl mit Ausnahme der stationären Aufenthalte in der Klinik Valens
im Jahr 2001 und der Klinik D._ im Jahr 2002 − nie in psychiatrischer oder
psychologischer Behandlung gestanden. Die Hausärztin hat erklärt, dass sie mit der
Beschwerdeführerin eine Gesprächstherapie durchgeführt habe. Einerseits ist nicht
klar, wie oft Gespräche stattgefunden haben. Andererseits vermag eine
Gesprächstherapie durch die Hausärztin keine adäquate psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung zu ersetzen. Da die Tatsache, dass die Hausärztin
mit der Beschwerdeführerin eine Gesprächstherapie durchgeführt hat, für die
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht von Relevanz ist, spielt es auch keine Rolle, dass die
psychiatrische Gutachterin über diese Therapie nicht informiert gewesen ist. Mit Bezug
auf die in Anspruch genommenen Behandlungen ist schliesslich noch anzumerken,
dass aufgrund des anlässlich der Begutachtung gemessenen Blutspiegels davon
ausgegangen werden muss, dass die Beschwerdeführerin das verordnete
Antidepressivum nicht regelmässig einnimmt. Obwohl die Beschwerdeführerin bis zum
Verfügungserlass nie in psychiatrischer Behandlung gestanden hat, ist die
psychiatrische Gutachterin davon ausgegangen, dass eine nochmalige stationäre
Psychotherapie oder eine ambulante Therapie keine Verbesserung des
schmerzfixierten Zustandsbildes erbringen könnten, d.h. dass ein therapieresistenter
Zustand besteht. Auf der Persönlichkeitsebene kann die Beschwerdeführerin durchaus
Ressourcen vorweisen. So verbringt sie fünf Tage pro Woche bei ihrer
Schwiegertochter und den Enkelkindern, mit denen sie spielt und die ihr Freude
bereiten. Der durch die Enkelkinder verursachte Lärm macht ihr nichts aus. Zudem hilft
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sie der Schwiegertochter teilweise bei der Zubereitung des Mittagessens. Ausserdem
geht sie täglich zwei bis dreimal etwa eine halbe Stunde lang spazieren (IV-act. 60-13).
Die Beschwerdeführerin leidet weder an einer chronischen körperlichen
Begleiterkrankung noch an einer psychischen Komorbidität. Zusammengefasst ist
festzuhalten, dass die Ausprägung der Befunde und Symptome und die dadurch
verursachten Einschränkungen im Alltag als gering einzustufen sind, dass die
Beschwerdeführerin über erhebliche Ressourcen verfügt, dass sie sich nie einer
adäquaten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung unterzogen hat und dass
weder eine organische noch eine psychische Komorbidität bestehen. Insgesamt ist
daher davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in der Lage ist, die subjektiv
empfundenen Schmerzen willentlich zu überwinden und einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen. Die Einschätzung von med. pract. G._, wonach die
Beschwerdeführerin in einer körperlich adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist,
überzeugt demnach auch vor dem Hintergrund der neuen bundesgerichtlichen
Rechtsprechung. Die Einschätzung der Hausärztin, dass die Beschwerdeführerin in
jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig sei, überzeugt nicht. Aus ihren Berichten
geht nämlich hervor, dass ihre Beurteilung die subjektive Einschätzung der
Beschwerdeführerin widerspiegelt. Bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung geht es jedoch
nicht darum, inwieweit sich eine versicherte Person noch arbeitsfähig fühlt, sondern
darum, welche Arbeitsleistung ihr aus objektiver Sicht zumutbar ist. Die
Beschwerdeführerin ist folglich mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit im Zeitpunkt des Verfügungserlasses in einer körperlich adaptierten
Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig gewesen.
3.
3.1 Die angefochtene Verfügung enthält keine Invaliditätsbemessung. Den Akten ist zu
entnehmen (IV-act. 92), dass die Beschwerdegegnerin das Validen- und das
Invalideneinkommen anhand von Tabellenlöhnen ermittelt hat. Dabei hat sie das
durchschnittliche Einkommen einer Hilfsarbeiterin im Jahr 2012 von Fr. 51'444.--
wegen Minderverdienst auf Fr. 45'699.-- reduziert. Da sie das Validen- und
Invalideneinkommen auf je Fr. 45'699.-- festgesetzt hat, hat ein IV-Grad von 0 %
resultiert. In der ursprünglichen Rentenverfügung ist die Beschwerdegegnerin noch
davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin als zu 80 % erwerbstätig und als zu
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20 % im Haushalt tätig zu qualifizieren ist. Da die Beschwerdeführerin damals im
Erwerbsbereich und im Haushalt als zu 100 % arbeitsunfähig eingestuft worden ist, hat
der IV-Grad 100 % betragen. Der IV-Grad ist ursprünglich also anhand der gemischten
Methode berechnet worden. Bevor die Beschwerdeführerin erkrankt ist, hat sie etwas
mehr als 60 % gearbeitet (IV-act. 7-2). Damals hat sie zusammen mit ihrem Mann,
ihrem älteren Sohn, dessen Ehefrau, dem Enkelkind und dem jüngeren, 16-jährigen
Sohn eine 4.5-Zimmerwohnung bewohnt (IV-act. 8-9). Zwischenzeitlich ist der ältere
Sohn mit seiner Familie ausgezogen (IV-act. 60-13) und der jüngere Sohn wird seine
berufliche Ausbildung abgeschlossen haben. Somit sind keine Gründe ersichtlich,
weshalb die Beschwerdeführerin zwischenzeitlich nicht 100 % erwerbstätig sein sollte,
zumal ihr Ehemann eine ganze IV-Rente bezieht und demzufolge keine hohen
Einnahmen an den gemeinsamen Lebensunterhalt beisteuert (IV-act. 4-8). Der IV-Grad
ist demnach anhand eines reinen Einkommensvergleichs zu berechnen. Aus dem
Arbeitgeberbericht geht nicht hervor, welche Arbeiten zum Tätigkeitsbereich der
Beschwerdeführerin als Hausdienstangestellte gehört haben. Im Bericht der Klinik
Valens wird erwähnt, dass die Beschwerdeführerin Arbeiten in der Wäscherei und im
Speisesaal sowie Reinigungsarbeiten erledigt hat (IV-act. 4-8). Gegenüber den
Gutachtern hat die Beschwerdeführerin die folgenden Tätigkeiten genannt: Reinigung
des Parketts mit einer Blockmaschine, Reinigung der Fenster und Türen, Bügeln und
Aussortieren der Wäsche und Mithilfe bei der Zubereitung der Mahlzeiten und bei
Arbeiten im Speisesaal. Ob es sich bei der angestammten Tätigkeit um eine voll
adaptierte Tätigkeit gehandelt hat, haben die Gutachter nicht dargelegt. Da auch kein
rentenbegründender IV-Grad resultiert, wenn davon ausgegangen wird, dass es sich
bei der angestammten Tätigkeit als Hausdienstangestellte teilweise um eine nicht
adaptierte Tätigkeit gehandelt hat, kann diese Frage offen gelassen werden. Die
Beschwerdeführerin hat zuletzt im Jahr 2002 ein Erwerbseinkommen erzielt. Wie sich
das Einkommen der Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Probleme in den letzten
15 Jahren entwickelt hätte, kann heute nicht mehr eruiert werden. Das
Valideneinkommen des Jahres 2015 kann daher nicht gestützt auf das zuletzt erzielte
Einkommen ermittelt werden. Für die Ermittlung des Valideneinkommens und des
Invalideneinkommens ist daher auf dieselben Tabellenlöhne abzustellen, weshalb ein
Prozentvergleich vorgenommen werden kann. Ob im vorliegenden Fall ein
Tabellenlohnabzug gerechtfertigt ist, kann offengelassen werden, da auch beim
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gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung maximal zulässigen Abzug von 25 %
ein nicht rentenbegründender IV-Grad von 25 % resultiert (vgl. BGE 126 V 75 E. 5 und
Urteil des Bundesgerichts vom 12. April 2016, 9C_134/2016 E. 5.1). Der Vollständigkeit
halber bleibt anzumerken, dass auch bei der Anwendung der gemischten Methode kein
rentenbegründender IV-Grad resultieren würde. Die Beschwerdeführerin hat die Rente
der Beschwerdeführerin daher zu Recht per 1. Juli 2015 eingestellt.
3.2 Demnach ist die Beschwerde abzuweisen. Ein Entscheid über die aufschiebende
Wirkung der Beschwerde erübrigt sich mit diesem Urteil.
4.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Die Gerichtsgebühr ist durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.--
gedeckt. Die vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf
eine Parteientschädigung.