Decision ID: 9b501c4b-82fa-4964-9b4e-83a82071ecfa
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1970 geborene
X._
meldete sich am 14. Januar 2010 unter Hinweis auf Schulterbeschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(Urk.
6
/2). Mit Verfügung vom 17. März 2015 (Urk.
6
/113) verneinte die Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Rentenanspruch, was vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 27. Juni 2016 (Urk. 6/120
; Ver
fahren Nr. IV.2015.00472)
bestätigt wurde.
Am 2. Februar 2018 (Urk. 6/122) meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf chronische psychische Störungen (Depressionen, Schlafstörungen, Halluzina
tio
nen, ängstliche Alpträume, Raum- und Platzangst, das Einfallen von Wänden und das Sehen von Bildern an Wänden) erneut zum Leistungsbezug an
.
Mit Ver
fügung vom
12. Februar 2019
(Urk. 6/136)
trat die IV-Stelle auf das Lei
stungsbe
gehren nicht ein, was das hiesige Gericht mit Urteil vom 17. Dezember 2019 (Urk. 6/152) bestätigte.
Am 24. November 2021 meldete si
ch der Versicherte mit Verweis
auf eine seit März 2021 bestehende Angststörung,
eine
wahnhafte Störung und Albträume abermals zum Leistungsbezug an (Urk. 6/154). Mi
t Vorbescheid vom 3. Januar
2022 (Urk. 6/163)
stellte die IV-Stelle
dem Versicherten
das Nichteintreten in Aussicht, wogegen
er
am 3. Februar 2022 Einwand (Urk. 6/173) erhob und
unter anderem
den Bericht des Sanatoriums
Y._
vom 31. Dezember 2021 (Urk. 6/170) einreichte.
Mit Verfügung vom
25.
Februar 2022 trat die IV-Stelle
auf das Leistungsbegehren nicht ein (Urk.
2
).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 31. März 2022 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, es sei die Verfügung vom 25. Februar 2022 aufzuheben und auf das Leis
tungsbegehren einzutreten und es seien weitere Abklärungen vorzunehmen (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 19. Mai 2022 (Urk. 5) schloss die Beschwerdegeg
nerin auf Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer erstat
tete am 19. Juli
2022 Replik (Urk. 11), worauf die Beschwerdegegnerin am 10. August
2022 auf das Einreichen einer Duplik verzichtete (Urk. 13).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 A
bs. 1
ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6
ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgest
ützt
e Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V
281 E.
2.1, 130 V
396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Ar
beit
sleistung zu erbringen (BGE 145 V
215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V
281 E.
3.7, 13
9 V
54
7 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraussetzungen gemäss Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invaliditätsgrades auch
tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2).
1.3
Gemäss Art. 87 Abs. 2 IVV
muss mit einem Revisionsg
esuch und gemäss Art. 87 Abs. 3
IVV mit einer Neuanmeldung glaubhaft gemacht werden, dass sich der Invaliditätsgrad anspruchsrelevant verändert hat. Der versicherten Person kommt ausnahmsweise eine Beweisführungslast zu (vgl. BGE
130 V
64 E. 5.2.5). Die
Ein
tretensvoraussetzung
des Glaubhaftmachens soll verhindern, dass sich die Ver
waltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, mithin keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen muss
(BGE 133 V
108 E. 5.3.1).
Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungs
abweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Per
son zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Ren
tenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsic
ht all
seitig zu prüfen (BGE 117 V
198 E.
3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V
64 E. 5.2, 71 E. 2.2).
Ist die Änderung nicht glaubhaft gemacht, wird auf das Revisionsgesuch oder die erneute Anmel
dung nicht eingetreten (BGE 133 V
64 E. 5.2.5). Dabei wird die Verwaltung unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf Art. 87 Abs. 3 IVV
Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neu
anmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.4
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung ist von Amtes wegen zu prüfen, ob seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prüfung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung abzustellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nichteintretensverfü
gungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summarischen Begrün
dungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich. Erfolgte dagegen nach einer ersten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend gemachten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkun
gen des Gesundheitszustands) abermals rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsansprechende Person dieses Ergebnis – vorbehältlich der Rechtspre
chung zur Wiedererwägung oder proz
essualen Revision (vgl. BGE 127 V
466 E. 2c mit Hinweisen) – bei einer weiteren Neuanmeldung
entgegenhalten lassen (BGE 130 V
71 E. 3.2.3; vgl. auch BGE 1
33 V
108 E. 5.3 f.).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, dass die Prüfung der Aktenlage keine Veränderung gezeigt habe, weshalb der Beschwerdeführer keine Veränderung der Verhältnisse glaubhaft gemacht habe. In der Beschwerdeantwort (Urk. 5) präzisierte die Beschwerdegegnerin, dass in den vom Beschwerdeführer eingereichten Arztberichten keine neuen Befunde oder Diagnose
n
genannt worden seien, welche ihr nicht bereits bekannt seien und welche sie
nicht
bereits abgeklärt habe. Entsprechend sei nicht auf die Neuan
meldung einzutreten.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
d
er
Umstand, dass er vom 9. November bis 9. Dezember 2021 stationär behandelt worden sei,
zeige
den Eintritt einer gesundheitlichen Verschlechterung (S. 3). In der Replik (Urk. 11) ergänzte er, dass
er gemäss dem
Gutachten der
Medas
Z._
vom 6. A
ugust 2014
lediglich an einer
r
ezidivierenden depressiven Stö
rung gelitten und nie wirklich ein schwerwiegendes psychiatrisches Leiden vorgelegen habe. Die Ärzte des Sanatoriums
Y._
hätten
demgegenüber
eine wahnhafte Störung als Hauptdiagnose und andere gemischte Angststörungen als Nebendiagnose gestellt, wobei davon auszugehen sei, dass die behandelnden Fachärzte gemerkt hätten, wenn der Beschwerdeführer ein manipulatives
und wechselhaftes
Verhalten an den Tag gelegt hätte (S. 2 Ziff. 5 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob im
Vergleich zum im März 2015 massge
benden Sachverhalt eine Änderung glaubhaft gemacht wurde und die Beschwer
degeg
nerin auf die erneute Anmeldung hätte eintreten müssen. Während es im Zusam
menhang mit der Verfügung vom 17. März 2015 (Urk. 6/113) sowohl um soma
tische als auch psychische Beschw
erden ging (vgl. Urk. 6/120
S. 5 ff.), stehen im hiesigen Verfahren psychische Störungen im Vordergrund (Urk. 6/154 S. 6 Ziff. 6.1)
, respektive macht der Beschwerdeführer einzig diesbezüglich eine Ver
schlechterung geltend
.
3.
3.1
Bei Rentenabweisung mit der gerichtlich bestätigten Verfügung vom 17. März
2
015 (Urk. 6/113, Urk. 6/120
) präsentierte sich die medizinische Sachlage im Wesentlichen wie folgt:
3.2
3.2.1
In dem von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen Gutachten der MEDAS
Z._
vom 6. August 2014 (Urk.
6
/93/2-69) wurden folgende Diagnosen genannt (S. 57 f.):
-
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Impingement
Schulter links bei Bizeps- und
Subscapularistendopathie
, dis
kreter
subacromialer
Osteophyt
und leichte AC-Gelenksarthrose
-
Status nach
arthroskopischer
Tuberculoplastik
,
Tenodese
der langen
Bizeps
sehne
11.9.2009
-
Status nach sekundär dislozierter
Tuberculum
majus
-Fraktur links nach Sturz 23.4.2009
-
diskrete
Rhizarthrose
rechts mit Sekundärarthrose interkarpal MCII
ulnar
sei
tig
-
bei Status nach MC-I-Basistrümmerfraktur rechts offen reponiert mit Spick
draht versorgt 1988
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.0/F33.1)
-
ohne wesentliche Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Epicondylopathie
humeroradialis
et
ulnaris
links
-
Quadrizeps
- und
Patellasehnenansatztendopathie
links
-
initiale Gonarthrose beidseits ohne Funktionsdefizit
-
Hüftfunktionsstörung rechts bei muskulärer
Dysbalance
-
Osteochondrose
und
Spondylarthrose
L5/S1
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.1)
-
Vitamin D3-Mangel
-
Adipositas Grad II (ICD-10 E66)
-
arterielle Hypertonie (ICD-10 I10)
-
Hypertriglyzeridämie
(ICD-10 E78)
-
Diabetus
mellitus, aktuell HbA1c 7,6 % (ICD-10 E11)
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, Abhängigkeitssyn
drom, gegenwärtiger Substanzgebrauch (ICD-10 F10.24)
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit
histrionisch
unreifen, emotional insta
bilen und passivaggressiven Anteilen (ICD-10 Z73.1)
Die Gutachter wiesen darauf hin, dass die Kooperation des Beschwerdeführers bei den einzelnen Untersuchungen schlecht gewesen und der Eindruck entstan
den sei, er habe seine Aussagen bewusstseinsnah modifiziert. Der Lebenslauf und die Krankheitsgeschichte hätten deshalb nur aufgrund der Akten und allenfalls teil
weise unterstützt durch die aktuellen Angaben eruiert werden können (S. 58). Der Beschwerdeführer habe während der Exploration scheinbar überwiegend einen Dolmetscher benötigt, wobei er indessen gut in der Lage gewesen sei, seine opti
schen Halluzinationen auf Deutsch mitzuteilen (S. 60).
Weiter wurde ausgeführt, dass sich der Beschwerdeführer aus allgemein-inter
nis
tischer Sicht in einem stabilen Zustand befinde. Im Zusammenhang mit den Schulterbeschwerden links bestehe eine mässige Funktionseinschränkung. Dem
gegenüber seien die links betonten Kniebeschwerden ohne Funktionsdefizite res
pektive die Unterarmstreck- und Beugemuskulatur am linken
ulnaren
und radia
len
Epicondylus
als leichtgradige funktionelle Gesundheitsstörung einzu
schätzen. Die Funktionseinschränkungen des rechten Hüftgelenkes bei Innen
rota
tion wiesen auf eine muskuläre Störung hin. Die Beschwerden im Bereich der Lenden
wirbelsäule (LWS) seien durch die degenerativen Veränderungen im
lum
bosakra
len
Abschnitt erklärbar, wobei keine Hinweise auf eine
Radikulopa
thie
bestünden. Ebenso wenig lägen im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) wesent
liche degene
rative Veränderungen vor, welche zusätzliche projektionsbe
dingte Schulter
schmerzen auslösen könnten (S. 61).
Unter psychiatrischen Gesichtspunkten wiesen die Gutachter darauf hin, dass die vom Beschwerdeführer mitgeteilten Phänomene (namentlich das Bewegen von Wänden und Bildern an den Wänden, Hören von Stimmen), die sich vor
der
grün
dig als scheinbare Halluzinationen und Wahnphänomene darstellten, von der restlichen Symptomatik als losgelöst erschienen und sich nicht sinnvoll in ein aus psychiatrischer Sicht nachvollziehbares diagnostisches Zustandsbild einord
nen liessen. Am ehesten erscheine es plausibel, dass sich die depressive Symp
to
matik einerseits im Rahmen der Schmerzsymptomatik nach dem Unfall und andererseits als Folge von sozialen Problemen, insbesondere hohen Schul
den und weiteren psychosozialen Belastungen, entwickelt habe. Die Begründung im Vor
gutach
ten vom April 2012 (vgl. Urk. 6
/39, vgl. E. 3.2) für das Vorliegen einer paranoiden Schizophrenie könne anhand der aktuell erhobenen psy
chiatrischen Befunde eindeutig nicht bestätigt werden. Die Ergebnisse der aktuellen psychia
t
rischen Exploration seien in der Einschätzung der im Rahmen der Begutachtung
in Auftrag gegebenen neuropsychologi
schen Untersuchung (vgl. Urk. 6
/93/70-78
) bestätigt worden. In den entsprechenden Symptomvali
dierungsverfahren hätten sich quantitativ und qualitativ hoch auffällige Befunde gezeigt, welche im Rah
men der in den Akten präsentierten Erkrankung im orthopädischen und/oder psy
chiatrischen Bereich nicht erklärbar seien. Die Gutachter wiesen darauf hin, der Beschwerdeführer habe die Mitarbeit bei der aktuellen psychiatrischen Unter
su
chung überwiegend verweigert, weshalb neben dem Hauptsymptom – der physi
ologisch nicht mehr zu erklärenden und ausgeweiteten Schmerzsymp
to
matik –
weitere psychische Störungen nicht wirklich sicher hätten eruiert werden könn
ten. Die Angaben des Beschwerde
führers hätten unklar, diskrepant, wenig plau
sibel und teils widersprüchlich gewirkt und sein Verhalten sei ausgeprägt manipulativ, dramatisierend und sehr wechselhaft erschienen, was durch eine psychische Störung nicht zu erklären sei. Zeitweilig habe der Beschwerdeführer eine sehr gute Mitarbeit gezeigt und sei sehr konzentriert und fast engagiert gewesen in der Darstellung der aus seiner Sicht wichtigen Details, welche die Schwere seiner Krankheit unterstrei
chen würden. Es hätten sich weit über Ver
deutlichungstendenzen hinausge
hende starke Tendenzen von Aggravation gefun
den. Bei schwankendem Leidens
druck hätten seine Angaben, mit denen er aus subjektiver Sicht schwer
wiegende psychische Einschränkungen habe verdeut
li
chen wollen, wenig plau
sibel und nicht nachvollziehbar gewirkt. Bei der durch physiologische Prozesse nicht zu erklärenden Schmerzsymptomatik sowie auch den weiteren unspezifi
schen somatoformen Beschwerden sei eine anhaltende soma
toforme Schmerz
störung zu diagnostizieren, wobei die qualifizierenden Kri
terien nach Foerster in Bezug auf die Schmerzstörung allenfalls zu einem geringen Teil vorlägen. Eine chronische psychiatrische Begleiterkrankung mit mehr
jährigem Verlauf bei unveränderter und progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission liege anhand des aktuellen Untersuchungsbefundes sicherlich nicht vor. Es könne jedoch anhand der Aktenlage davon ausgegangen werden, dass eine leichte bis mittelgradige depressive Symptomatik wohl in den letzten Jahren vorgelegen habe. Eine adäquate antidepressive Medikation sei
ver
ordnet wor
den, inwieweit deren regelmässige Einnahme aber stattgefunden habe
, könne anhand der lückenhaften Angaben des Beschwerdeführers nicht sicher festge
stellt werden. Die aktuell bestimmten Medikamentenspiegel hätten teilweise unter dem therapeutischen Bereich gelegen, was zumindest eine Unre
gel
mässig
keit in der Einnahme belegen könne. Weitere psychische Störungen mit versi
che
rungsmedizinischer Relevanz, insbesondere eine Erkrankung aus dem schizo
phre
nen Formenkreis, seien nicht festgestellt worden (S. 38 f., S. 62 f., S. 67).
Unter dem Titel Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit wiesen die Gut
achter darauf hin, dass der Beschwerdeführer aufgrund der
Impingementsymp
to
matik
der linken Schulter bei vorhandenem Sehnenreizzustand für Tätigkeiten über Kopf sowie schweres Heben und Tragen von Lasten über 15 kg einschränkt sei. Tätigkeiten mit repetitivem Greifen und mit ständigem Griff mit dem rech
ten Daumen und Zeigefinger seien nicht leidensadaptiert. Zudem seien mit der Hand ausgeführte Stauch- und Stossbelastungen zu vermeiden. Aufgrund der vorlie
genden Restbeschwerden im Zusammenhang mit der linken Schulter und der leichtgradigen posttraumatischen Arthrose MC I/II,
Rhizarthrose
der rech
t
en Hand sei aus orthopädischer Sicht von einer geringfügigen Leistungsminderung von 20 % in der angestammten Tätigkeit auszugehen. Unter rein psychiatri
schen Gesichtspunkten bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit eine Arbeits
unfähig
keit von höchstens 30 %. Polydisziplinär ergebe sich deshalb eine Arbeitsfähig
keit von 70 % unter Beachtung der erwähnten qualitativen Ein
schränkungen. Wäh
rend in den stationären/teilstationären Behandlungsphasen definitionsge
mäss eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestanden habe, habe in den ambu
lan
ten Behandlungsphasen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nie eine Arbeits
unfähigkeit von mehr als 30 % vorgelegen. In einer angepassten Tätigkeit gingen die Gutachter in psychiatrischer Hinsicht ebenfalls von einer 30%igen Arbeitsun
fähigkeit aus. Unter orthopädisch-chirurgischen Gesichts
punkten attestierten sie eine 100%ige Arbeitsfähigkeit, wobei als voll adaptierte Tätigkeiten leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne ständigen Armeinsatz links, ohne Tätigkeiten über Kopf, ohne schweres Heben und Tragen und ohne fein
motorisch repetitive Tätig
keiten mit der rechten Hand mit ständigem Greifen des Daumen-Zeigefingers zu qualifizieren seien. Als adaptierte Tätigkeiten gälten einfache und angelernte Tätigkeiten, die keine speziell erhöhten Anfor
derungen an die Konzentrations
fä
higkeit oder die Ausdauer stellten, wobei auch die angestammte Tätigkeit als adaptiert einzustufen sei (S. 63 f.).
Die Gutachter hielten schliesslich fest, der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers habe sich grundsätzlich verbessert, wobei nie wirklich ein schwer
wie
gen
des psychiatrisches Leiden vorgelegen habe. Aus aktueller psychiatri
scher Sicht sei retrospektiv davon auszugehen, dass seit 2010 ein in etwa gleichblei
bender psychischer Zustand mit gewissen kurzzeitigen Schwankungen, die je
weils zu kurzen stationären Aufenthalten geführt hätten, vorgelegen habe. Aus orthopä
discher Sicht habe sich die Situation betreffend die Schulterer
krankung in geringfügigem Mass verbessert (S. 66).
3.2.2
In ihrem Austrittsbericht vom 22. Januar 2015 (Urk.
6
/110/1-3) über den sta
tio
nären Aufenthalt des Beschwerdeführers in der
Psychiatrie A._
vom 7. bis 30. Oktober 2014 nannten Dr. med.
B._
, Oberarzt, und med.
pract
.
C._
, Assistenzarzt, folgende Diagnosen (S. 1):
-
Angst und depressive Störung, gemischt (ICD-10 F41.2)
-
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
-
nicht primär insulinabhängiger Diabetes mellitus (Typ-2-Diabetes)
-
benigne essentielle Hypertonie
-
Adipositas
-
Tuberculoplastik
und
Tenodese
der langen
Bizepssehne
und PASTA
Repair
nach Fraktur 2009
Die Ärzte führten aus, die Konzentration und das Gedächtnis des Beschwerde
füh
rers erschienen mindestens mittelgradig beeinträchtigt, wobei eine genaue Über
prüfung nicht möglich gewesen sei. In den explorativen Gesprächen habe er sich im formalen Denken stark auf den abgewiesenen IV-Antrag eingeengt und vom Behandlungsteam mehrfach eine erneute Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit gefordert. Neben stark ausgeprägten psychotischen Symptomen (insbe
sondere
akus
tische und optische Halluzinationen, Ich-Erlebnisstörungen, wahn
hafte Ideen
) habe der Beschwerdeführer auch eine depressive Symptomatik, Schlaf
störungen, einen Selbstverletzungsdrang, intermittierende suizidale Gedanken, Zwangsge
danken, eine starke psychische Anspannung sowie körper
liche Symptome wie Schmerzen in der Schulter, Übelkeit und grippale Symp
tome erwähnt. Die Ärzte wiesen darauf hin, dass die nur intermittierend vor
handenen und häufig wech
selnden Symptome in starkem Widerspruch zum Verhalten des Beschwerde
füh
rers im stationären Alltag gestanden seien. Während er sich im Kontakt mit Mit
patienten adäquat und gut integriert
gezeigt
habe, habe er gegenüber dem Behand
lungsteam stets einen grossen Leidensdruck angegeben. Es sei sodann mehrfach zu selbstverletzendem Verhalten gekommen und in den Gesprächen habe er wenig Introspektionsfähigkeit gezeigt und sei stark auf eine medikamen
töse The
rapie fixiert gewesen.
Die Ärzte wiesen weiter darauf hin, dass die Vielzahl der gezeigten psychiatri
schen und somatischen Symptome die Stellung einer eindeutigen Diagnose erheb
lich erschwert habe. Trotz Angabe mehrerer psychotischer Symptome könne aufgrund deren intermittierenden und wechselhaften Charakters eine Diagnose aus dem schizophrenen Formenkreis weitgehend ausgeschlossen wer
den. Gestützt auf den chronischen Verlauf der starken Fluktuation der Symp
tome, auch kör
per
licher Art, sei die Diagnose einer Somatisierungsstörung gestellt worden. Zudem zeige der Beschwerdeführer eine ängstlich depressive Symptomatik. Differential
diagnostisch sollte überdies eine
histrionische
Persön
lichkeitsstörung (ICD-10 F60.4) erwogen werden (S. 2).
3.2.3
Die Ärzte der
Psychiatrie A._
berichteten am 8. Juni
2015
(Urk.
6
/118/3-5
) über
die erneute
Hospita
lisation
des Beschwerdeführers vom 24. März bis 23. April 2015 und führ
ten dabei folgende Diagnosen auf (S. 1):
-
schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F41.2)
-
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
-
metabolisches Syndrom
-
nicht primär insulinabhängiger Diabetes mellitus (Typ-2-Diabetes)
-
benigne essentielle Hypertonie
-
Adipositas
-
Hypercholester
inä
mie
-
Tuberculoplastik
und
Tenodese
der langen
Bizepssehne
und PASTA
Repair
nach Fraktur 2009
Die
zuständigen Fachpersonen
hielten fest, die Konzentration und das Gedächtnis des Beschwerde
führers seien stark beeinträchtigt gewesen. Im formalen Denken sei er verlang
samt, umständlich, häufig vorbeiredend und schwer zu strukturieren gewesen. Er habe über Verfolgungsideen sowie akustische und optische Halluzi
nationen (meh
rere kommentierende/beschimpfende Stimmen, sich bewegende Bilder an der Wand, schwarz-weisse Bilder beim Augenschliessen) berichtet, welche er als
«
ängstlich
»
erlebe. Ausgeprägte Wahngebilde und Ich-Erlebnisstö
rungen seien demgegenüber verneint worden. Im Affekt sei der Beschwerdeführer deutlich gedrückt gewesen und habe teilweise verzweifelt und hoffnungslos geweint. Die
zuständige Oberärztin sowie die beteiligte Psychologin
wiesen darauf hin, der Beschwerdeführer habe eine Vielzahl psychiatri
scher Symptome angegeben, wobei neben stark ausgeprägten psychotischen Sympto
men eine depressive Symptomatik dominiert
hab
e. Gegenüber dem Behand
lungsteam habe er überdies stets von einem grossen Leidensdruck und Überfor
derungs
ge
fühlen berichtet.
Wiederum
wiesen
sie
schliesslich darauf hin, dass eine Diagnose aus dem schizophrenen Formenkreis trotz der Angabe mehrerer psy
chotischer Symp
tome aufgrund deren intermittierenden und wechselhaften Charakters habe aus
geschlossen werden können, wobei diese Einschätzung auch seitens der behan
delnden Psychiaterin Dr.
D._
geteilt werde.
4.
4.1
Nach der Neuanmeldung vom 24. November 2021 neu eingereicht
wurden
bis zum
Zeitpunkt des Erlasse
s
der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) folgende medizinische Berichte:
4.2
4.2.1
Der Hausarzt des Beschwerdeführers,
pract
. med.
E._
, Allgemeine
Innere
Medizin FMH, führte
in seinem Bericht vom 27. Dezember 2021
aus,
ersterer
habe sich wegen einer wahnhaften Störung ins Sanatorium
Y._
begeben müssen. Der Beschwerdeführer habe sich
verfolgt gefühlt, wobei er
von diesen wahnhaften Gedanken nicht habe Abstand nehmen respektive
sie
nicht habe kontrollieren können. Gemäss der Einschätzung des Hausarztes sei der Beschwerdeführer auf
grund seiner psychischen Krankheit nicht arbeitsfähig (Urk. 6/159).
4.2.2
Im Bericht
des
Sanatorium
s
Y._
vom 31. Dezember 2021 (Urk. 6/170)
betreffend die stationäre Behandlung vom 9. November bis 9. Dezember 2021
wurden
in psychischer Hinsicht
folgende
Diagnosen gestellt (S. 1
, vgl. auch Urk. 6/158 S. 1
):
-
Hauptdiagnose:
-
wahnhafte Störung (ICD-10 F22
.0
)
-
Nebendiagnose:
-
andere gemischte Angststörung
en (ICD-10 F
41.3)
Der Beschwerdeführer verspür
e gemäss eigenen Angaben seit einigen Wochen vermehrt Angst und Unruhezustände. Zudem habe er das Gefühl, die Menschen würden über ihn reden oder ihn beobachten, wobei er dieses Gefühl schon seit einigen Jahren kenne. Zuletzt sei der Zustand nicht mehr aushaltbar gewesen und er habe eine Enge in der Brust verspürt, weshalb er die Klinikeinweisung selbst initiiert habe (S. 1).
Im Laufe der Behandlung habe eine leichte Verbesserung der Unruhe und Wahn
symptomatik mit einer
Aufdosierung
von
Quetiapin
erreicht werden können. Der Beschwerdeführer habe
zudem
auch vom stationären Setting
als
Reizabschirmung von den täglichen (finanziellen und familiären) Problemen profitieren und den Stress und die Belastung subjektiv deutlich reduzieren können
(S. 2)
.
5.
5.1
In den Berichten
des
Sanatorium
s
Y._
(E. 4.
2
.2
, Urk. 6/158 S. 1
) wurde
n
eine wahnhafte Störung sowie andere gemischte Angststörung
en
diagnostiziert, wobei der Beschwerdeführer an Angst-/Unruhezuständen sowie unter dem Gefühl der Beobachtung leide.
Im MEDAS-Gutachten vom 6. August 2014 (vgl. E. 3.2.1) wurde
n
aus psy
chiatri
scher Sicht eine rezidivierende depressive Störung, psychische und Verhaltens
störungen durch Alkohol sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge diagnos
ti
ziert und auf die vom Beschwerdeführer geklagten Halluzinationen und Wahn
phäno
mene – insbesondere in Form vom Hören von Stimmen und der Bewegung von Wänden und Bildern an den Wänden – hingewiesen. In den Berichten der
Psychiatrie A._
vom 22. Januar und 8. Juni 201
5
(vgl. E. 3.2.2-3.2.3) wurde
n
eine Angst und depressive Störung sowie eine Somatisierungsstörung respektive eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen und eine Somatisie
rungsstö
rung festgestellt. Seitens der
Psychiatrischen Universitätsklinik
F._
wurde
n
zudem am 28. März 2012 eine mittelgradige depressive Episode, eine Somatisie
rungsstörung, ein Verdacht auf Intelligenzminderung und als Vordiagnose eine posttraumatische Belastungs
stö
rung ohne gegenwärtige aktive Symptomatik
diagnostiziert (Urk. 6/36 S. 2).
Im Weiteren wurden
bereits dannzumal
Verfol
gungsideen sowie akustische und optische Halluzi
natio
nen, insbesondere mehrere kommentierende/beschimpfende Stimmen, sich bewe
gende Bilder an der Wand und schwarz-weisse Bilder beim Augenschliessen, erwähnt (vgl. ferner auch Urk. 6/75 S. 1).
5.2
Die im Rahmen der
nunmehr
zu beurteilenden Neuanmeldung vom Beschwerde
führer beklagten Beschwerden wurden bereits im Zusammenhang mit der Ren
tenabweisung vom 17. März 2015 thematisiert. Der Bes
chwerdeführer berichtete schon damals von zahlreichen Ängsten, gegen welche er nichts unternehmen respektive
welche er
nicht
kontrollieren
könne. Er gab zudem an, oft unter akus
tischen und optischen
Halluzinationen beziehungsweise
an
Verfolgungsideen sowie
Albträumen zu leiden (
Ur
k. 6/93/2-69 S. 35 f.,
Urk. 6/110/1-3 S. 2, Urk. 6/118/3-5 S. 1 f.,
Urk. 6/36
S. 3
)
.
Eine
(
wesentliche
)
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands wurde in den Berichten des Sanatoriums
Y._
vom 9. und 31. Dezember 2021 (Urk. 6/158, Urk. 6/170)
nicht
t
hematisiert. Im
letzteren
Bericht wurden einzig die subjektiven Angaben des Beschwerdefüh
rers
wiedergegeben
, wonach er seit einigen Wochen vermehrt Angst
-
und Unru
hezustände verspü
re
, wobei
namentlich
keine Details bezüglich des Auslösers und der Art und Weise der Ängste
aufgeführt
wurden
.
Der Beschwerdeführer
gab
zudem
an
,
dass er das Gefühl der Beobachtung schon seit einigen Jahren kenne (Urk. 6/170 S. 1).
Der E
intritt ins Sanatorium
Y._
erfolgte zur Kriseninter
vention, wobei
von einer leichten Verbesserung der Unruhe und Wahnsympto
matik mit einer
Aufdosierung
von
Quetiapin
sowie
im Zusammenhang mit den täglichen finanziellen und familiären Problemen des Beschwerdeführers von einer deutlichen Reduktion von Stress und Belastung
berichtet wurde (S. 2). Ebenso
wenig
ist im Bericht des in Allgemeiner
Innerer
Medizin spezialisierten
Hausarztes
pract
. med.
E._
vom 27. Dezember 2021
(Urk. 6/159
)
von einer Verschlechterung des
psychischen Zustands die Rede. Die darin attestierte Arbeitsunfähigkeit beruhte
sodann
ausschliesslich auf den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers. Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass optische und akustische Halluzinationen inklusive das Gefühl der Beobachtung sowie Angst
gefühle auch im Rahmen der Neuanmeldung vom 2. Februar 2018 (Urk. 6/122)
im Vordergrund standen
(Urk. 6/133
S. 2, Urk. 6/125).
5.3
Der Hinweis des Beschwerdeführers, wonach der Umstand einer einmonatigen stationären Behandlung zeige, dass eine gesundheitliche Verschlechterung ein
getreten sei (Urk. 1 S. 3), geht ins Leere. Von einem Klinikaufenthalt
– wobei sich der Beschwerdeführer vorliegend selbst einwies (Urk. 6/170 S. 1)
–
kann nicht automatisch auf eine
glaubhaft gemachte
relevante
Verschlechterung geschlossen werden,
vielmehr müssen die in Art. 87 Abs. 2 IVV statuierten Voraussetzungen erfüllt sein (vgl. E. 1.2
f.
).
Betreffend den Einwand des Beschwerdeführers, gemäss
dem
Gutachten vom August 2014 habe einzig eine rezidivierende depressive Störung und nie wirklich ein schwerwiegendes psychiatrisches Leiden vorgelegen, die Ärzte
des
Sanatori
um
s
Y._
nun
aber
eine wahnhafte Störung und andere gemischte Angst
störungen diagnostiziert
hätten
, weshalb eine Sachverhaltsänderung eingetreten sei (Urk. 11 S. 2 Ziff.
5 ff.), ist Folgendes zu bemerken:
Aus dem Umstand
alleine
, dass die Gutachter im August 2014 ein schwerwiegendes psychiatrisches Leiden
verneint
hatten
und in den Berichten
des
Sanatorium
s
Y._
nun
von einer wahnhaften Störung und anderen gemischten Angststörungen ausgegangen wurde,
kann nicht auf eine glaubhaft gemachte
erhebliche
Verschlechterung des Gesundheitszustands
im Sinne von Art. 87 Abs. 2 IVV
geschlossen werden
.
Abgesehen von einem
HoNOS
-Wert von zwei Punkten im Bereich «Überaktives, aggressives, Unruhe stiftendes oder agitiertes Verhalten» (Urk. 6/170 S. 2) sind dem Bericht des Sanatoriums
Y._
keinerlei die Diagnose
n
plausibilisie
renden Befunde zu entnehmen.
Auch
lässt der Bericht
nicht darauf schliessen, dass die
Fachpersonen
Kenntnis der psychiatrischen
Vorakten
hatten
, was aber gerade im Falle des Beschwerdeführers für eine sachgerechte Beurteilung von ausschlaggebender Bedeutung scheint.
Wie
bereits
erwähnt (vgl. E. 5.2),
waren
die vom Beschwerdeführer beklagten Wahnvorstellungen
,
Angstzustände
und Albträume
den
Medas
-Experten bereits im August 2014
bekannt. Dennoch schlossen sie
eine Krankheit aus dem schizo
phrenen Formenkreis ausdrücklich
aus
(Urk. 6/93/2-69 S. 38 f.
, S. 41 f.
S. 62 f., S. 67
; vgl. auch Urk. 6/110/1-3 S. 2, 110, Urk. 6/118/3-5 S. 3
)
, was im Urteil IV.2015.00472 vom 27. Juni 2016 im Lichte der gesamten Aktenlage als ein
leuchtend und beweisbildend beurteilt wurde (Urk. 6/120/14-15)
.
Mit der nun
mehrigen Diagnose einer wahnhaften Störung sowie der Nebendiagnose gemäss ICD-10 F41.3 allein lässt sich angesichts dessen eine neuanmeldungsrechtlich relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht glaubhaft machen.
5.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers seit der Rentenabweisung im März 2015 glaubhaft gemacht wurde, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf die Neuanmeldung eingetreten ist.
Die angefochtene Verfügung vom 25. Februar 2022 (Urk. 2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Versiche
rungs
leistungen betrifft, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), ermessensweise a
uf Fr. 700.-- anzusetzen und dem Beschwerde
führer
aufzuerlegen.