Decision ID: 9c64c2c3-b4fa-46e3-91d4-e641d289b9a2
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der am (...) 1988 geborene X._ (hiernach: Zivildienstpflichtige)
wurde von der Vollzugstelle für den Zivildienst ZIVI (heute: Bundesamt für
Zivildienst ZIVI; hiernach: Vorinstanz) mit Verfügung vom (...) 2011 zum
Zivildienst zugelassen (Akten der Vorinstanz [vi-act.] 1). Ausgehend von
seinen noch zu leistenden 249 Militärdiensttagen wurde die Gesamtdauer
der ordentlichen Zivildienstleistung zunächst auf 374 Tage festgesetzt und
infolge der Diensttagereduktion im Rahmen der Weiterentwicklung der Ar-
mee (WEA) auf insgesamt 318 Diensttage reduziert. Im Zusammenhang
mit der (Nicht-)Erfüllung der Zivildienstpflicht kam es zu mehreren Diszipli-
nar- und Strafverfahren (vi-act. 6-8 und 11). Bis heute hat er insgesamt 33
Diensttage geleistet (vi-act. 16, Ziff. 4).
B.
B.a Mit Gesuch vom 23. Juli 2015 ersuchte der Zivildienstpflichtige die Vor-
instanz erstmals um vorzeitige Entlassung aus dem Zivildienst aus medizi-
nischen Gründen. Die vertrauensärztliche Untersuchung attestierte dem
Zivildienstpflichtigen eine Arbeitsfähigkeit von 100% sowie eine Einsatzfä-
higkeit im Zivildienst, insbesondere im Bereich (...), in welchem der Zivil-
dienstpflichtige in Ausbildung sei (vi-act. 10, S. 3 und 4). Mit der Begrün-
dung, es würden keine Hinweise auf eine Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art. 18 Abs. 4 ZDV vorliegen, wurde das Gesuch des Zivildienstpflichtigen
um vorzeitige Entlassung aus medizinischen Gründen mit Verfügung vom
25. Februar 2016 abgewiesen (vi-act. 9).
B.b Mit Verfügung vom 25. September 2019 hiess das Regionalzentrum
Aarau den Antrag des Einsatzbetriebes (...) um Abbruch des vom 12. Au-
gust 2019 bis 7. Februar 2020 laufenden Zivildiensteinsatzes des Zivil-
dienstpflichtigen mit dessen Einverständnis gut. Begründet wurde der Ab-
bruch damit, dass der Zivildienstpflichtige lediglich drei Tage gearbeitet
habe und in der restlichen Zeit aus medizinischen Gründen vom Einsatz
ferngeblieben sei, sodass eine Weiterführung des Einsatzes für den Ein-
satzbetrieb nicht mehr tragbar gewesen sei.
C.
C.a Mit Gesuch vom 25. Mai 2020 (vi-act. 14; am 30. Mai 2020 per E-Mail
eingereicht [vi-act. 13]) ersuchte der Zivildienstpflichtige ein weiteres Mal
um vorzeitige Entlassung aus dem Zivildienst aus medizinischen Gründen.
Er gab er an, seit August 2019 in ambulanter psychologischer Behandlung
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zu sein (vi-act. 14, Ziff. 2.1). Er leide seit 2017 unter Schlaf- und Konzen-
trationsstörungen sowie Angstzuständen (vi-act. 14, Ziff. 2.3.1 f.). Er leide
an einem Burnout (vi-act. 14, Ziff. 2.3.3). Weiter gab der Zivildienstpflich-
tige an, es liege eine seit August 2019 und im Zeitpunkt der Gesuchstellung
noch andauernde Arbeitsunfähigkeit von 80% vor, wobei keine IV-Anmel-
dung aufgrund der Arbeitsunfähigkeit erfolgt sei (vi-act. 14, Ziff. 3). Zwar
könne grundsätzlich mit einer Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit
gerechnet werden, doch seien Zeitpunkt und Umfang noch unklar (vi-
act. 14, Ziff. 3). Jedenfalls gab der Beschwerdeführer an, seine Beeinträch-
tigungen würden sich durch keinerlei Massnahmen verhindern lassen (vi-
act. 14, Ziff. 4.3), was auch dazu führe, dass ihm keine Tätigkeit im Zivil-
dienst möglich sei (vi-act. 14, Ziff. 4.4).
C.b Dem Gesuch legte der Zivildienstpflichtige einen auf den 11. Septem-
ber 2019 datierten Bericht seines behandelnden Psychotherapeuten
A._ bei (vi-act. 15). Darin stellt dieser, unter Angabe der Sympto-
matik, die Diagnose "Burnout". Abschliessend führte er aus, der Zivildienst-
pflichtige sei bis auf weiteres nicht einsatzfähig.
C.c In der Folge wurde der Zivildienstpflichtige vom Regionalzentrum
Aarau betreffend sein Gesuch um vorzeitige Entlassung aus medizinischen
Gründen zu einer Vorsprache aufgeboten (vi-act. 16). Das Gespräch fand
am 2. November 2020 per Skype statt. In Ergänzung zu den bereits in sei-
nem Gesuch geltend gemachten Angaben führte er aus, er leide an
Rückenproblemen, die ebenfalls zu Schlafstörungen führten. Seit der Ab-
lehnung seines ersten Gesuchs um vorzeitige Entlassung 2016 seien die
Probleme mit Rücken und Psyche stärker geworden (vi-act. 16, Ziff. 3). Zu-
letzt zu 100% gearbeitet habe er 2017. Aktuell sei er gar nicht arbeitsfähig.
Zu den vom Regionalzentrum in Berücksichtigung seiner Beschwerden
vorgeschlagenen drei Einsatzmöglichkeiten (1. Sprachheilschule - Schuli-
sche Unterstützung; 2. Hausdienst / Unterstützung Hauswart; 3. Kultur-
landschaftspflege Sommer; vgl. vi-act. 16, Ziff. 5) gab der Zivildienstpflich-
tige an, dass in allen Fällen geforderte frühe Aufstehen sei ihm angesichts
seines durch die Schlafstörung beeinträchtigten Schlafrhythmus nicht mög-
lich. Auch seien seine Rückenprobleme mit zwei dieser Einsätze nicht ver-
einbar. In der Folge wurde seitens des Regionalzentrums festgestellt, dass
keine Einsatzmöglichkeit gefunden werden konnte und das Gesuch an die
Vorinstanz zum Entscheid weitergeleitet werde (vi-act. 16, Ziff. 6). Dabei
wurde der Zivildienstpflichtige darauf aufmerksam gemacht, dass eine Un-
tersuchung durch einen Vertrauensarzt des Zivildienstes notwendig sein
könnte (vgl. act. 16, Ziff. 6 letzter Satz).
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C.d Am 20. Juli 2021 beauftragte die Vorinstanz Dr. med. B._ in
(Ortschaft) mit einer vertrauensärztlichen Untersuchung des Zivildienst-
pflichtigen (vi-act. 17). Dabei stellte sie dem Vertrauensarzt einen Frage-
bogen zu und bat um einen begleitenden medizinischen Bericht. Schliess-
lich und mit dem Hinweis, es handle sich dabei um eine für die Vorinstanz
wichtige Frage, bat sie den Vertrauensarzt um eine Einschätzung des
Schweregrades der geltend gemachten Rückenprobleme im Alltag und im
Zusammenhang mit dem Zivildienst (vi-act. 17, S. 1).
C.e Die vertrauensärztliche Untersuchung des Zivildienstpflichtigen fand
am 28. September 2021 statt.
C.f Mit Eingabe vom 9. November 2021 reichte der Vertrauensarzt den
ausgefüllten Fragebogen zur vertrauensärztlichen Beurteilung (vi-act. 18)
ein. Ebenso reichte er seinen Bericht vom 12. November 2021 zur vertrau-
ensärztlichen Untersuchung des Zivildienstpflichtigen ein (vi-act. 19). Darin
kam der Vertrauensarzt zum Schluss, dass der Zivildienstpflichtige zu
100% arbeits- und zivildienstfähig sei. Weder habe seine Untersuchung die
vom behandelnden Psychotherapeuten gestellte Diagnose des Burnouts
bestätigen können, noch würden physische oder psychische Probleme
beim Zivildienstpflichtigen vorliegen. Entsprechend könne er sämtlichen
Einsätzen im Zivildienst zugeteilt werden. Die vom Zivildienstpflichtigen an-
gegebenen Schlafprobleme seien seiner Meinung nach auf eine man-
gelnde Schlafhygiene zurückzuführen. Bezüglich der ihm zusätzlich von
der Vorinstanz gestellten Frage einer Einschätzung des Schweregrades
der geltend gemachten Rückenprobleme hielt er fest, dass er dazu als Psy-
chiater keine Antwort geben könne.
C.g Mit Verfügung vom 29. November 2021 wies die Vorinstanz in der
Folge das Gesuch des Zivildienstpflichtigen vom 25. Mai 2020 um vorzei-
tige Entlassung aus dem Zivildienst aus medizinischen Gründen ab. Ge-
stützt auf das Ergebnis der vertrauensärztlichen Untersuchung begründete
die Vorinstanz ihren Entscheid in erster Linie damit, dass der Vertrauens-
arzt die vom behandelnden Psychotherapeuten gestellte Diagnose nicht
bestätigen konnte. Vielmehr habe die Untersuchung ergeben, dass der
Zivildienstpflichtige sowohl physisch wie auch psychisch zu 100% für einen
Zivildiensteinsatz fähig sei.
D.
Hiergegen erhob der Zivildienstpflichtige (hiernach: Beschwerdeführer) mit
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Eingabe vom 10. Januar 2021 vor dem Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde mit den Anträgen, die Verfügung der Vorinstanz vom 29. Novem-
ber 2021 sei aufzuheben und das Gesuch des Beschwerdeführers um vor-
zeitige Entlassung aus dem Zivildienst aus medizinischen Gründen vom
25. Mai 2020 sei gutzuheissen. Zur Begründung gibt er unter anderem an,
dass er seit Jahren unter Insomnie leide und diese negative Auswirkungen
auf seine physische wie auch psychische Gesundheit habe. Weiter leide er
an Rücken- und seit einem Unfall auch an Armschmerzen. Alles zusammen
führe dazu, dass er in seiner Alltagsbewältigung massiv eingeschränkt sei
und – wenn überhaupt – so nur zu 20% arbeitsfähig sei. Er könne daher
weder seinen privaten Verpflichtungen, noch einer Arbeit nachkommen.
E.
Mit Vernehmlassung vom 9. Februar 2022 schliesst die Vorinstanz auf Ab-
weisung der Beschwerde. Mit Verweis auf das Ergebnis der vertrauens-
ärztlichen Untersuchung stellt die Vorinstanz fest, dass der Beschwerde-
führer sowohl physisch wie auch psychisch zu 100% arbeits- und zivil-
dienstfähig sei. Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Beschwerden
würden ihn, so die Einschätzung des Vertrauensarztes, weder in seinem
privaten noch in seinen zivildienstlichen Pflichten einschränken.
F.
Innert erstreckter Frist und unter Beilage neuer Belege hält der Beschwer-
deführer in seiner Replik vom 24. März 2022 an seinen Anträgen vollum-
fänglich fest. Ergänzend zu seiner Beschwerde führt der Beschwerdeführer
mit Verweis auf die ärztliche Bescheinigung der Psychiatrie (des Kan-
tons M) vom 15. März 2022 sowie den ärztlichen Bericht vom 8. März 2022
seiner behandelnden Psychologin lic. phil. C._ aus, er sei durch
seine Schlafstörung und den ärztlich diagnostizierten mittelschweren de-
pressiven Episoden in seiner Funktionalität und der Alltagsbewältigung klar
eingeschränkt, weshalb es ihm zurzeit noch immer nicht möglich sei, sei-
nen beruflichen und privaten Verpflichtungen nachzugehen. Er befinde sich
deswegen weiterhin in psychiatrischer und psychologischer Beratung.
Schliesslich führt der Beschwerdeführer mit Hinweis auf die betreffenden
Rechnungsbelege der behandelnden Ärzte und Therapeuten bezüglich der
geltend gemachten somatischen Armbeschwerden seit seinem Unfall am
(...) 2021 in Ergänzung zur Beschwerde aus, dass auch diese bis heute
andauern, weswegen er sich seit dem Unfall in ärztlicher und therapeuti-
scher Behandlung befinde.
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G.
Mit Duplik vom 10. Mai 2022 schliesst die Vorinstanz auch nach Durchsicht
der neuen Belege auf Abweisung der Beschwerde. Sie hält insbesondere
fest, weitere vertrauensärztliche Abklärungen seien aus ihrer Sicht nicht
nötig, denn die vorgelegten Belege würden keinen Hinweis auf eine
schwere Krankheit oder dauerhafte Abwesenheit enthalten.
H.
Mit Verfügung vom 12. Mai 2022 übermittelte das Bundesverwaltungs-
gericht die Duplik der Vorinstanz dem Beschwerdeführer zur Kenntnis und
stellte fest, dass ein weiterer Schriftenwechsel nicht mehr vorgesehen sei.
I.
Auf die dargelegten und auf weitere Vorbringen der Parteien wird, soweit
sie rechtserheblich sind, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1995 über
den zivilen Ersatzdienst [Zivildienstgesetz, ZDG; SR 824.0]) ist das Bun-
desverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde
zuständig.
1.2 Soweit das ZDG keine Spezialnormen statuiert, richtet sich das Verfah-
ren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach den allgemeinen Bestimmun-
gen über die Bundesrechtspflege (Art. 65 Abs. 4 ZDG). Die Beschwerde-
schrift wurde fristgerecht eingereicht (Art. 66 Bst. b ZDG); sie entspricht
den gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich Form und Inhalt (Art. 52
Abs. 1 VwVG). Als belasteter Adressat der angefochtenen Verfügung ist
dem Beschwerdeführer die Beschwerdelegitimation gemäss Art. 48 Abs. 1
Bst. a bis c VwVG zuzuerkennen.
1.3 Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2.
2.1 Militärdienstpflichtige, die den Militärdienst mit ihrem Gewissen nicht
vereinbaren können, leisten auf Gesuch hin einen länger dauernden zivilen
Ersatzdienst (Zivildienst; vgl. Art. 1 ZDG).
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2.2 Die Zivildienstpflicht beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Entscheid
über die Zulassung zum Zivildienst rechtskräftig wird; gleichzeitig erlischt
die Wehrpflicht in der Armee (Art. 10 Abs. 1 ZDG).
2.3 Mit Verfügung vom (...) wurde der Beschwerdeführer auf sein Gesuch
hin zum Zivildienst zugelassen. Dieser Zulassungsentscheid erwuchs un-
angefochten am (...) 2011 in formelle Rechtskraft, sodass die Zivildienst-
pflicht des Beschwerdeführers ab diesem Zeitpunkt begann, während
gleichzeitig seine Militärdienstpflicht erlosch (Art. 10 Abs. 1 ZDG).
2.4 Das Ende der Zivildienstpflicht wird in Art. 11 ZDG geregelt. Demnach
endet die Zivildienstpflicht in dem Moment, in dem die zivildienstpflichtige
Person aus dem Zivildienst entlassen oder ausgeschlossen wird (Art. 11
Abs. 1 ZDG). In casu ist der Zeitpunkt der altersbedingten Entlassung des
Beschwerdeführers auf Ende des Jahres 2022 vorgesehen (vgl. Vernehm-
lassung, S. 1 sowie Angaben in vi-act. 10, S. 4; vgl. Art. 83d und 83e
Abs. 1 ZDG i.V.m. Art. 13 Abs. 2 Bst. a des Bundesgesetzes vom 3. Feb-
ruar 1995 über die Armee und die Militärverwaltung [Militärgesetz, MG; SR
510.10] in der bis zum 31. Dezember 2017 geltenden Fassung).
2.5 Weiter kann die Vollzugstelle eine vorzeitige Entlassung aus dem Zivil-
dienst verfügen. Gemäss Art. 11 Abs. 3 Bst. a und b ZDG tut sie dies unter
anderem, wenn die zivildienstpflichtige Person
a. voraussichtlich dauerhaft arbeitsunfähig ist;
b. gesundheitlich beeinträchtigt ist und für sie im Zivildienst keine mit der Be-
einträchtigung vereinbare Einsatzmöglichkeit besteht;
[...]
2.6 Ausführungsbestimmungen zu Art. 11 Abs. 3 ZDG finden sich in Art. 18
der Zivildienstverordnung vom 11. September 1996 (ZDV; SR 824.01).
Diese Verordnungsbestimmung bezieht sich auf eine allfällige Arbeitsun-
fähigkeit und gesundheitliche Beeinträchtigung einer zivildienstpflichtigen
Person. Deren Abs. 1 lautet wie folgt:
1 Das ZIVI kann eine zivildienstpflichtige Person auf deren begründetes und
mit den notwendigen Beilagen versehenes Gesuch um vorzeitige Entlassung
hin oder von Amtes wegen von einer Vertrauensärztin oder einem Vertrauens-
arzt untersuchen lassen.
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Seite 8
Die Absätze 2 bis 6 konkretisieren die vertrauensärztliche Beurteilung und
die Modalitäten des entsprechenden Verfahrens.
Die Absätze 7 und 8 von Art. 18 ZDV lauten:
7 Als dauernd arbeitsunfähig gilt insbesondere eine zivildienstpflichtige Per-
son, der von den zuständigen Stellen ein Invaliditätsgrad von mindestens
70 Prozent bescheinigt wurde. In diesem Fall erfolgt kein Beizug einer Ver-
trauensärztin oder eines Vertrauensarztes durch das ZIVI.
8 Das ZIVI kann eine zivildienstpflichtige Person als dauernd arbeitsunfähig
bezeichnen, wenn sie unter einer schweren Krankheit mit schubhaftem Verlauf
oder periodischen Auftreten leidet, die wiederholt zu Phasen der Arbeitsunfä-
higkeit führt. Es zieht dazu eine Vertrauensärztin oder einen Vertrauensarzt
bei.
3.
Anfechtungsgegenstand im vorliegenden Verfahren ist die Verfügung vom
29. November 2021, mit welcher die Vorinstanz das Gesuch des Be-
schwerdeführers um vorzeitige Entlassung aus dem Zivildienst aus medi-
zinischen Gründen abgewiesen hat. Im Nachfolgenden wird das Bundes-
verwaltungsgericht zunächst die Anforderungen der Rechtsprechung an
medizinische Gutachten und Berichte in Erinnerung rufen (siehe E. 4 hier-
nach), und hernach den Inhalt der ins Recht gelegten medizinischen Gut-
achten und Berichte aufführen (siehe E. 5 hiernach). Hierauf wird das Bun-
desverwaltungsgericht prüfen, ob Art. 11 Abs. 3 Bst. a oder Bst. b ZDG
(siehe E. 6 und E. 7 hiernach) von der Vorinstanz korrekt angewendet
wurde bzw. ob sich der Beschwerdeführer auf diese Bestimmungen
berufen kann, um vorzeitig aus dem Zivildienst entlassen zu werden.
4.
4.1 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerde-
verfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 40 BZP in
Verbindung mit Art. 19 VwVG). Danach hat das Bundesverwaltungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie um-
fassend und pflichtgemäss zu würdigen (BGE 125 V 351 E. 3a). Die Recht-
sprechung hat Leitlinien dafür aufgestellt, wie bestimmte Arten von medizi-
nischen Gutachten oder Berichten zu bewerten sind.
4.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
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Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar-
legung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begrün-
det sind (BGE 125 V 351 E. 3a; Urteile des BVGer B-2631/2020 vom
3. Februar 2021 E. 5.2, B-507/2020 vom 24. April 2020 S. 10,
B-3858/2019 vom 23. Oktober 2019 E. 4.1). Ausschlaggebend für den Be-
weiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stel-
lungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157
E. 1c mit Hinweisen; Urteil des BGer 9C_55/2016 vom 14. Juli 2016 E. 3.1;
Urteil des BVGer B-2205/2016 vom 17. Januar 2018 E. 4.1). Weiter ist der
Beweiswert eines Gutachtens auch davon abhängig, ob der Gutachter
über die notwendige Ausbildung und die beruflichen Fähigkeiten im Unter-
suchungsgebiet verfügt (Urteil des BGer 9C_1059/2009 vom 4. August
2010 E. 1.2; Urteil des BVGer B-2205/2016 E. 4.1).
4.3 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). So weicht der Richter bei Gerichts-
gutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschät-
zung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fach-
kenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen be-
stimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen (BGE 125 V 351 E. 3b/aa).
Ein Grund zum Abweichen kann zum Beispiel vorliegen, wenn die Gerichts-
expertise widersprüchlich ist oder, wenn ein vom Gericht eingeholtes Ober-
gutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt
(BGE 125 V 351 E. 3b/aa). Damit sind den im Rahmen des Verwaltungs-
verfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche aufgrund
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in
die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs-
sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit
der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb; vgl. auch das Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht]
I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2 mit Hinweisen; Urteile des BVGer
B-4575/2016 vom 9. November 2017 E. 5.3.2, B-1188/2017 vom 8. Juni
2017 S. 6).
4.4 Bei Berichten von behandelnden Ärzten, wie zum Beispiel ein Haus-
arzt, soll und darf das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen,
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wonach der behandelnde Arzt erfahrungsgemäss aufgrund des Vertrau-
ensverhältnisses zu seinem Patienten im Zweifelsfall eher geneigt ist,
Partei für seinen Patienten zu ergreifen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc mit
Hinweisen; 122 V 160 E. 1c; 123 V 178 E. 3.4; Urteile des BVGer
B-2631/2020 E. 5.4, B-507/2020 S. 10, B-2205/2016 E. 4.3; UELI KIESER,
ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, Art. 43 Rz. 55). Ausgehend von der Tat-
sache, dass ein Parteigutachten nicht den gleichen Wert wie ein von einem
Gericht oder der Verwaltung gemäss den geltenden Verfahrensregeln er-
stellten Gutachten hat (BGE 125 V 351 E. 3b/dd und 3c), gilt diese Fest-
stellung gleichermassen auch für nicht behandelnde Ärzte, welche von ei-
nem Patienten konsultiert werden, um ein Beweismittel zur Unterstützung
ihrer Forderung zu erhalten (BGE 125 V 351 E. 3c; Urteil des BGer
8C_558/2008 vom 17. März 2009 E. 2.4.2). Indes rechtfertigt die blosse
Tatsache, dass ein medizinisches Gutachten auf Antrag einer Partei erstellt
und während des Verfahrens vorgelegt wird, für sich genommen noch
keine Zweifel an seinem Beweiswert (BGE 125 V 351 E. 3b/dd mit Hinwei-
sen; Urteil des BVGer B-2205/2016 E. 4.3).
5.
5.1 Sein Gesuch vom 25. Mai 2020 um vorzeitige Entlassung aus medizi-
nischen Gründen aus dem Zivildienst (vi-act. 14) begründet der Beschwer-
deführer damit, dass er bedingt durch Schlaf- und Konzentrationsstörun-
gen, Angstzustände und Existenzängste an einem Burnout leide
(vi-act. 14, Ziff. 2.3 und Ziff. 4.1 f.). Weiter liege eine seit August 2019 und
im Zeitpunkt der Gesuchstellung noch andauernde Arbeitsunfähigkeit von
80% vor. Auch wenn Zeitpunkt und Umfang noch unklar seien, könne
grundsätzlich mit einer Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit ge-
rechnet werden (vi-act. 14, Ziff. 3). In Ergänzung dazu führt der Beschwer-
deführer in seiner Beschwerde aus, er leide seit langem an einer Schlaf-
störung (Beschwerde, S. 1). Er habe sowohl Einschlaf- wie auch Durch-
schlafprobleme, weshalb er erst gegen 4 bzw. 5 Uhr über längere Zeit
schlafen könne (Beschwerde, S. 2). Zum Zeitpunkt der Beschwerdeerhe-
bung schlief er bis ca. 12 bzw. 13 Uhr. Sein Schlaf sei weder erholsam,
noch gut (ebenda; Replik, S. 2). Entsprechend müsse er sich nachmittags
jeweils 1 bis 2 Stunden nochmals hinlegen, ansonsten er den Tag nicht
durchhalten würde (Beschwerde, S. 3). In der Folge sei er aggressiver und
impulsiver, ständig gereizt und gestresst. Dies führe zu einer anhaltenden
Überforderung mit normalen Lebenssituationen (Beschwerde, S. 3). Weiter
sei er am (...) 2021 (Beschrieb des Unfalls) (Beschwerde, S. 1; Replik,
S. 1) und habe sich bei diesem Unfall unter anderem einen Kapselriss im
rechten Ellbogen und einen Nierenriss zugezogen und nicht zuletzt ein
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Seite 11
Trauma erlitten (Beschwerde, S. 1). Die Behandlung dieser Unfallfolgen
würde bis heute andauern (Beschwerde, S. 1 f.; Replikbeilagen 2-16). Die
Unfallfolgen hätten seine Insomnie auf einen neuen Höhepunkt gebracht,
was wiederum sein Immunsystem derart geschwächt habe, dass er ständig
krank sei (Replik, S. 2). In seiner Replik gibt der Beschwerdeführer an, sein
psychischer und physischer Zustand habe sich inzwischen derart ver-
schlechtert, dass er sich in psychiatrischer und medizinischer Behandlung
befände (Replik, S. 3). Schliesslich legt der Beschwerdeführer Arbeitsun-
fähigkeitszeugnisse vor, und macht – wie bereits in seinem Gesuch vom
25. Mai 2020 – geltend, er sei arbeitsunfähig (Beschwerdebeilagen 2
und 3). Zusammenfassend kann also festgehalten werden, dass der Be-
schwerdeführer sein Gesuch um vorzeitige Entlassung aus medizinischen
Gründen sowohl mit somatischen als auch mit psychischen Beschwerden,
bzw. deren Zusammenspiel, begründet.
5.2 Im Recht liegen die vom Beschwerdeführer in seinem Gesuch um vor-
zeitige Entlassung beigelegte Bestätigung des ihn behandelnden Psycho-
therapeuten A._ vom 11. September 2019 (vi-act. 15) sowie das im
Auftrag der Vorinstanz erstellte Gutachten vom 12. November 2021 des
Vertrauensarztes Dr. med. B._ (vi-act. 19). Weiter liegen im Recht
die vom Beschwerdeführer in seiner Replik eingebrachten ärztlichen Be-
richte der Psychiatrie (des Kantons M.) vom 15. März 2022 (Replikbei-
lage 1) und von lic. phil. C._ vom 8. März 2022 (Replikbeilage 2). Im
Zusammenhang mit der Behandlung seiner somatischen Beschwerden
legt der Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren, nebst einem ärztli-
chen Zeugnis vom 23. März 2022 von Dr. med. F._ (Replikbei-
lage 3), diverse Rechnungskopien seiner ärztlichen und therapeutischen
Behandlungen vor (vgl. Beschwerdebeilage 4; Replikbeilagen 4-19).
Schliesslich liegen diverse Arbeitsunfähigkeitszeugnisse, ausgestellt durch
Dr. med. F._, vor (Beschwerdebeilagen 2 und 3), welche der Be-
schwerdeführer erst im Beschwerdeverfahren vorgelegt hat.
5.3 Am 11. September 2019 bestätigte A._, dass sich der Be-
schwerdeführer bei ihm in psychotherapeutischer Behandlung befinde (vi-
act. 15). Seine Beobachtungen und Diagnose lauten:
"Symptomatik:
Im Vordergrund stehen starke Schlafstörungen.
Starkes Stresserleben aufgrund verschiedener Faktoren.
Auswirkungen auf das Immunsystem.
Weitere Burnout Symptome.
Diagnose: Burnout
[Der Beschwerdeführer] ist bis auf weiteres nicht einsatzfähig."
B-122/2022
Seite 12
5.4
5.4.1 Der von der Vorinstanz beauftragte Vertrauensarzt Dr. med.
B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (vi-act. 19), er-
stellte einen psychiatrischen Bericht der vertrauensärztlichen Untersu-
chung des Beschwerdeführers vom 28. September 2021. In Ergänzung
reichte er auch den am 9. November 2021 ausgefüllten Fragebogen ein
[vi-act. 18].
5.4.2 In besagtem Bericht vom 12. November 2021 stellt der Vertrauens-
arzt folgende Befunde fest (vi-act. 19, Ziff. 2.3, S. 5 f.):
"2.3.1 Somatischer Befund:
Ein somatischer Befund wurde nicht erhoben.
2.3.2 Psychiatrischer Befund:
Der Explorand war bewusstseinsklar, zeitlich, örtlich, zur Person und zur Situ-
ation orientiert. Als Datum der Untersuchung nannte er jedoch den 27.09. Die
Untersuchung war am 28.09.2021. Grobe Konzentrationsstörungen waren
nicht vorhanden, es war dem Exploranden möglich, zügig und fehlerfrei die
Zahl sieben fortlaufend von hundert zu subtrahieren. Auch die Merkfähigkeit
erschien grob geprüft nicht beeinträchtigt [...]. Das Langzeitgedächtnis er-
schien unauffällig. Im formalen Denken war er geordnet, nicht beschleunigt,
nicht weitschweifig, nicht umständlich, nicht eingeengt. [...]
In der Grundstimmung fühle er sich ausgeglichen. Insuffizienzgefühle wurden
auf Nachfrage verneint. Eine Freudlosigkeit sowie eine Verminderung der In-
teressen waren nicht vorhanden. Selbstvorwürfe wurden bezüglich des Schla-
fes angegeben, er bedaure, dass er nicht ausreichend funktioniere. [...] Ein-
schlafstörungen sowie ein vorzeitiges Erwachen am Morgen wurden bejaht.
[...] Panikattacken und andere Ängste wurden verneint. [...]
Der Explorand äusserte auf Nachfrage zum Schluss der Untersuchungen,
alles Wichtige in den Untersuchungen genannt zu haben."
5.4.3 Als Diagnose hält er fest (vi-act. 19, Ziff. 3, S. 6):
"3. Diagnose:
Insomnie unklarer Ursache, vermutlich mangelnde Schlafhygiene."
5.4.4 Weiter enthält besagter Bericht auch die Antworten des Vertrauens-
arztes zu den ihm von der Vorinstanz in einem Fragebogen gestellten Fra-
gen. Hierzu hielt der Vertrauensarzt fest (vi-act. 19, Ziff. 4, Fragen 1-4),
dass
"seine Diagnose nicht mit denen des behandelnden Psychotherapeuten über-
einstimmen. Zum Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung ist kein Burnout
beim [Beschwerdeführer] vorhanden. [Der Beschwerdeführer] ist arbeitsfähig.
B-122/2022
Seite 13
Der Schweregrad der Beschwerden wird als leicht eingestuft.
[...] Es bestehen keine Diagnosen, die einen Einfluss auf die Arbeits- und
Dienstleistungsfähigkeit haben.
Die aktuelle Arbeitsfähigkeit des [Beschwerdeführers] [im zivilen Leben] be-
trägt 100%.
[...] Es liegt keine schwere Krankheit vor, die wiederholt zu Phasen allgemei-
ner Arbeitsunfähigkeit führt.
[...] Die Krankheit ist nicht dauerhaft. Mit der Wiederherstellung der Arbeitsfä-
higkeit kann per sofort gerechnet werden.
Der [Beschwerdeführer] ist aktuell im Zivildienst voll einsatzfähig. [...] Er ist
nicht beeinträchtigt [...]. Es sind alle Tätigkeiten mit der gesundheitlichen Be-
einträchtigung des [Beschwerdeführers] vereinbar. Aus ärztlicher Sicht sind
alle Tätigkeitsbereiche beim Zivildienst dem [Beschwerdeführer] zumutbar."
5.4.5 Schliesslich hält der Vertrauensarzt in der Anamnese zum bisherigen
Behandlungsverlauf des Beschwerdeführers was folgt fest (vi-act. 19,
Ziff. 1.2.6, S. 3):
"1.2.8. Bisherige Behandlung(en) inklusive Medikamente (auch Angaben
zu Methoden ausserhalb der Schulmedizin, auch Angaben, wenn keine
Therapie erfolgt)
2019 sei der Explorand ca. zehn Mal bei A._ in Behandlung gewesen,
A._ habe ihm geholfen, den Zivildienst aufschieben zu können. Sonst
sei er noch nie in psychiatrischer oder psychologischer Behandlung gewesen.
Auch bezüglich der Schlafstörungen sei er noch nie in einer schlafspezifischen
Abklärung gewesen. Er behandle die Schlafstörungen mit Akupunktur. Der Ex-
plorand habe keine Lust dazu, in eine Schlafambulanz zu gehen. Gegen Ende
der Untersuchung schrieb er sich jedoch diese Möglichkeit auf. Medikamente
nehme er nicht."
5.5 Im Laufe des Beschwerdeverfahren legte der Beschwerdeführer sei-
nerseits verschiedene medizinische Berichte und Unterlagen vor, die von
seinen behandelnden Ärzten stammen. Bezüglich der im Laufe des Be-
schwerdeverfahrens vom Beschwerdeführer eingereichten psychiatri-
schen Berichte ist vorab festzustellen, dass diese im Nachgang sowohl der
vertrauensärztlichen Untersuchung wie auch der Beschwerdeerhebung er-
stellt wurden.
5.5.1 In der ärztlichen Bescheinigung vom 15. März 2022 der Psychiatrie
(des Kantons M.) bestätigen Oberarzt Dr. med. D._ und Assistenz-
arzt E._, dass sich der Beschwerdeführer seit dem 17. Februar
B-122/2022
Seite 14
2022 bei ihnen in ambulanter Behandlung befindet (Replikbeilage 1).
Darauf hinweisend, dass die diagnostische Abklärung im Zeitpunkt der Be-
richterstattung noch nicht abgeschlossen sei, stellten sie folgende vorläu-
fige Diagnose nach ICD-10 und Beurteilung:
"Vorläufige Diagnosen nach ICD 10:
Anpassungsstörung mit Angst und depressive Reaktion, gemischt (ICD-10:
F43.22)
Differentialdiagnostisch mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1)
Nichtorganische Schlafstörung (ICD-10: F51.0)
Beurteilung: Die Symptomatik manifestiert sich in Form von Grübeln, gereizter
Stimmung, Ratlosigkeit, Zukunftsängsten, hypochondrischen Ängsten, Nie-
dergeschlagenheit mit leicht reduzierter Schwingungsfähigkeit, Antriebsmin-
derung und in Form von deutlichen Schlafstörungen. Diese Symptome haben
einen klaren Einfluss auf die Funktionalität des Patienten und auf die Alltags-
bewältigung.
[...]
Aufgrund der Schwere und Komplexität der Symptomatik ist es höchstwahr-
scheinlich damit zu rechnen, dass es mehrere Monate brauchen wird, um die
Verbesserung des psychischen Zustandes zu erreichen. Aus diesem Grund
empfehlen wir derzeit eine Entlastung vom Zivildienst.
Wir empfehlen dringend eine psychiatrische-psychotherapeutische Behand-
lung. [...]"
5.5.2 Im Bericht vom 8. März 2022 von lic. phil. C._, Fachpsycho-
login FSP, bestätigt diese, dass der Beschwerdeführer sich seit Januar
2022 bei ihr in psychotherapeutischer Behandlung befinde und diese im
Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht abgeschlossen sei (Replikbei-
lage 2). Ihren Befund und vorläufige Diagnose lauten wie folgt:
"Psychischer Befund:
Freundlicher, im Kontakt angenehmer, schwingungsfähiger, auf allen Ebenen
orientierter junger Mann mit differenzierter Ausdrucksweise und Wunsch nach
Verbesserung seiner körperlichen (Schmerzen) und psychischen Situation.
Keine H. f. inhaltliche oder formale Denkstörung. Keine H. f. Angst, Panik,
ID-Störung oder Zwänge. Keine H. für selbst- oder fremdgefährdendes Ver-
halten.
Niedergestimmt, nachdenklich, grüblerisch, unsicher und kraftlos bis er-
schöpft, wenig Antrieb. Schnell verletzt, etwas zukunftsängstlich. Weniger
Freude und subjektiv Konzentrationseinbussen. Starke Ein- und Durschlafstö-
rung, die den Patienten in der Tagesstruktur und in der Befindlichkeit ein-
schränken.
B-122/2022
Seite 15
Vorläufige Diagnosen nach ICD 10:
V.a. mittelschwere depressive Episode (F32.1)
Nichtorganische Schlafstörung (F51.0)
Beurteilung: Die Abklärung/Behandlung wurde nicht abgeschlossen. Da der
Patient dringend mediziert und auch ein ärztliches Attest benötigte, wurde die
Behandlung bei einem Psychiater weitergeführt."
5.5.3 Im Zusammenhang mit der von ihm geltend gemachten Arbeitsunfä-
higkeit reicht der Beschwerdeführer diverse, allesamt durch seinen behan-
delnden Arzt Dr. med. F._ ausgestellte, einfache Arbeitsunfähig-
keitszeugnisse ein (vgl. Beschwerdebeilagen 2 und 3; Replikbeilage 3).
Daraus geht hervor, dass der Beschwerdeführer zufolge Krankheit in
folgenden Zeiträumen zu 100% bzw. 50% arbeitsunfähig war:
– vom 4. Oktober 2021 bis 14. November 2021 zu 100% arbeitsunfähig
– vom 13. Dezember 2021 bis 9. Januar 2022 zu 100% arbeitsunfähig
– vom 10. Januar 2022 bis 17. Januar 2022 zu 50 % arbeitsunfähig
5.5.4 Im Zusammenhang mit seinen somatischen Beschwerden reicht der
Beschwerdeführer zum einen das ärztliche Zeugnis seines behandelnden
Arztes Dr. med. F._ vom 23. März 2022 ein. Darin bestätigt dieser,
den Beschwerdeführer am 22. März 2022 untersucht und festgestellt zu
haben, dass er unter belastungsabhängigen Ellbogenschmerzen auf der
rechten Seite leide (Replikbeilage 3). Vermutlich seien diese auf eine Über-
lastung der Sehnenansätze zurückzuführen. Es bestehe ein Status nach
Verdacht auf nicht-dislozierte Radiusköpfchenfraktur am (Unfalldatum)
2021. Diesem ärztlichen Zeugnis ist demnach zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer eine nicht-dislozierte Radiusköpfchenfraktur am rechten
Ellbogen erlitten hat und offenbar seitdem an belastungsabhängigen
Schmerzen leidet.
5.5.5 Schliesslich legt der Beschwerdeführer diverse Abrechnungskopien
medizinischer und therapeutischer Behandlungen (Replikbeilagen 4-19)
sowie eine Physiotherapieverordnung (Beschwerdebeilage 3) vor. In Anbe-
tracht, dass aus diesen Unterlagen weder Befund noch Diagnose hervor-
gehen, haben diese Belege keinen Beweiswert (vgl. E. 4.2 f. hiervor). Im-
merhin bestätigen sie, dass sich der Beschwerdeführer 2021 (ab seinem
Unfall während 5 Monaten) im Kantonsspital (des Kantons M.) infolge sei-
nes Unfalls ambulant behandeln liess (Replikbeilagen 4-14). Ebenso im
Zusammenhang mit der Behandlung der Unfallfolgen stehen die Abrech-
nungskopien vom 21. September 2021 und 6. Oktober 2021 von Dr. med.
F._ (Replikbeilagen 12-14), welche die Behandlungen vom (...) bis
B-122/2022
Seite 16
(...) 2021 umfassen. Die vom Beschwerdeführer vorgelegte Verordnung
zur Physiotherapie vom 1. Dezember 2021 (Beschwerdebeilage 4) steht
ebenfalls im Zusammenhang mit der Behandlung der Unfallfolgen vom (...)
2021 und zeigen zusammen mit den vorgelegten Abrechnungskopien der
G._ Physiotherapie (Replikbeilagen 9-11), dass sich der Beschwer-
deführer zur Behandlung der Unfallfolgen 2021 (während 6 Monaten) in
physiotherapeutischer Behandlung befand. Weiter gehen aus den Hono-
rarrechnungen von F._ vom 17. Januar 2022 und 22. März 2022
unter anderem hervor, dass sich der Beschwerdeführer (2021 und 2022
über eine Dauer von 5 Monaten insgesamt 7 Mal) bei ihm in psychothera-
peutischer/psychosozialer Beratung befand (Replikbeilagen 15 und 16). In
den vom Beschwerdeführer vorgelegten Abrechnungskopien betreffend
die Osteopathie-, Phytotherapie- und Akupunkturbehandlungen wird als
Behandlungsgrund "Krankheit" angegeben (Replikbeilagen 17-19). Inwie-
fern sie in einem Zusammenhang zu den vom Beschwerdeführer vorge-
brachten Beschwerden stehen, bleibt unklar.
5.6 Aus dem bisher Gesagten geht hervor, dass in Bezug auf eine Diag-
nose zwischen dem Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung und jener der
vorliegenden Urteilsfindung zu unterscheiden ist. Der Vorinstanz lagen
nämlich im Zeitpunkt ihrer Verfügung einzig die Diagnosen des behandeln-
den Therapeuten (vgl. E.3 hiervor) und jene des Vertrauensarztes vor (vgl.
E. 5.4 hiervor). Die im Laufe des Beschwerdeverfahrens vom Beschwer-
deführer neu eingebrachten ärztlichen Berichte (vgl. E. 5.5.1 f.) zeigen al-
lerdings Veränderungen im Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
an. Demnach gilt diagnostisch folgendes festzustellen:
5.6.1 Im Verfügungszeitpunkt lag der Vorinstanz folgende Diagnose vor:
Sowohl der vertrauensärztliche Gutachter wie auch der ihn damals behan-
delnde Therapeut diagnostizierten dem Beschwerdeführer eine Insomnie.
Anders als der behandelnde Therapeut sprach der Vertrauensarzt dieser
Schlafstörung allerdings keinerlei Auswirkungen auf die Alltagsbewältigung
des Beschwerdeführers zu und schloss auch weitere Symptome und Be-
schwerden aus. Vielmehr kam der Vertrauensarzt zum Schluss, der Be-
schwerdeführer sei physisch wie psychisch gesund und zu 100% für sämt-
liche Arbeiten einsatzfähig. Bezüglich den somatischen Beschwerden des
Beschwerdeführers lagen im Verfügungszeitpunkt keine medizinischen Be-
richte vor. Der Vertrauensarzt sprach dem Beschwerdeführer zwar auf der
ganzen Linie eine 100% Einsatzfähigkeit zu, gab aber gleichzeitig auch an,
B-122/2022
Seite 17
er könne sich als Psychiater weder zu den Auswirkungen somatischer Be-
schwerden noch zu deren Zusammenspiel mit den psychischen Sympto-
men des Beschwerdeführers äussern.
5.6.2 Die vom Beschwerdeführer im Rahmen des Beschwerdeverfahrens
eingebrachten medizinischen Berichte bestätigen die Diagnose der Insom-
nie ebenfalls. Weiter zeigen die vom Beschwerdeführer eingereichten ak-
tuellen Berichte der ihn behandelnden Psychiater, dass sich die psychische
Gesundheit des Beschwerdeführers seit der vertrauensärztlichen Untersu-
chung verändert hat. Auch wenn es sich um vorläufige Diagnosen handelt,
stellen beide aktuellen Berichte beim Beschwerdeführer übereinstimmend
eine nichtorganische Schlafstörung (ICD 10; F51.0) sowie eine mittel-
gradige depressive Episode (ICD 10; F32.1) fest. Ebenfalls stellen beide
Berichte fest, dass diese Symptome einen klaren Einfluss auf die Funktio-
nalität des Beschwerdeführers und seine Alltagsbewältigung haben. Ent-
sprechend empfiehlt die Psychiatrie (des Kantons M.) eine derzeitige Ent-
lastung vom Zivildienst, denn die Schwere und Komplexität der Sympto-
matik werde höchstwahrscheinlich zur Folge habe, dass zur Verbesserung
des psychischen Zustandes mehrere Monate benötigt werden. Aus dem
Bericht der Psychiatrie (des Kantons M.) geht jedenfalls hervor, dass die
Ableistung des Zivildienstes ein Faktor sein kann, der die Verbesserung
seines Gesundheitszustandes behindert. Bezüglich der somatischen Be-
schwerden des Beschwerdeführers liegt in Bezug auf seinen rechten Arm
die Diagnose einer nicht-dislozierten Radiusköpfchenfraktur vor, welche
belastungsabhängige Ellbogenschmerzen verursache (Replikbeilage 3).
5.6.3 Damit ist diagnostisch zusammenfassend festzustellen, dass dem
Beschwerdeführer von allen Seiten und zu allen Zeiten eine Insomnie
diagnostiziert wird. Differenzen bestehen indes in der Beurteilung deren
Auswirkung auf die weitere psychische und physische Verfassung des Be-
schwerdeführers sowie dem Zusammenspiel zwischen den somatischen
und psychischen Beschwerden. Im vorinstanzlichen Verfahren gänzlich
ohne Begutachtung blieben schliesslich die geltend gemachten somati-
schen Beschwerden.
6.
6.1 In rechtlicher Hinsicht stellt sich die Frage, ob bei dieser Ausgangslage
ein vorzeitiger Entlassungsgrund aus dem Zivildienst i.S.v. Art. 11 Abs. 3
ZDG vorliegt. Gemäss dieser Norm verfügt die Vollzugsstelle die vorzeitige
Entlassung aus dem Zivildienst insbesondere, wenn die zivildienstpflichtige
Person voraussichtlich dauerhaft arbeitsunfähig ist (Bst. a; siehe E. 2.5 f.
B-122/2022
Seite 18
hiervor und E. 6.2 hiernach) oder wenn sie gesundheitlich beeinträchtigt ist
und für sie im Zivildienst keine mit der Beeinträchtigung vereinbare Ein-
satzmöglichkeit besteht (Bst. b; siehe E. 2.5 f. hiervor und E. 6.3 hiernach).
6.2 Im Falle einer voraussichtlich dauerhaften Arbeitsunfähigkeit der zivil-
dienstpflichtigen Person unterscheidet das Recht in Art. 11 Abs. 3 Bst. a
ZDG i.V.m. Art. 18 Abs. 7 und 8 ZDV zwei Situationen voneinander:
6.2.1 Eine erste Situation betrifft jene zivildienstpflichtige Person, der von
den zuständigen Stellen ein Invaliditätsgrad von mindestens 70 % beschei-
nigt wurde (Art. 11 Abs. 3 Bst. a ZDG i.V.m. Art. 18 Abs. 7 ZDV). In diesem
Fall erfolgt kein Beizug einer Vertrauensärztin oder eines Vertrauensarztes
durch die Vollzugstelle (Art. 18 Abs. 7 ZDV).
Auch wenn der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde geltend macht,
dass er – wenn überhaupt – nur zur Hälfte seines mit 40% eh schon ein-
geschränkten Arbeitspensums arbeitsfähig sei (vi-act. 14, Ziff. 3; Be-
schwerde, S. 1; Beschwerdebeilagen 2 und 3), führt er klarstellend aus,
weder sei er bei der IV gemeldet, noch habe er vor, dies zu tun (Be-
schwerde, S. 2; vi-act. 14, Ziff. 3). Insofern ging die Vorinstanz zu Recht
davon aus (vgl. angefochtene Verfügung, S. 3), eine vorzeitige Entlassung
aus diesem Grund könne nicht gewährt werden (angefochtene Verfügung,
S. 3; vgl. in diesem Sinne auch die Urteile des BVGer B-3915/2019 vom
10. Dezember 2019 E. 4.1, B-4849/2017 vom 8. Mai 2018 E. 5.1 f,
B-2205/2016 E. 2).
6.2.2 Die zweite Situation betrifft jene zivildienstpflichtige Person, die unter
einer schweren Krankheit mit schubhaftem Verlauf oder periodischem Auf-
treten leidet, die wiederholt zu Phasen der Arbeitsunfähigkeit führt (Art. 18
Abs. 8 ZDV; Urteil des BVGer B-4849/2017 E. 5.2). In solch einem Fall hat
die Vollzugstelle einen Vertrauensarzt beizuziehen (Art. 18 Abs. 8 in fine
ZDV; vgl. auch Art. 33 Abs. 1 ZDG).
6.3
6.3.1 Liegt zwar keine voraussichtlich dauerhafte Arbeitsunfähigkeit, aber
eine gesundheitliche Beeinträchtigung vor, so kann die Vorinstanz einen
Zivildienstpflichtigen in Anwendung von Art. 11 Abs. 3 Bst. b ZDG i.V.m.
B-122/2022
Seite 19
Art. 18 Abs. 2 Bst. a und b ZDV dann vorzeitig aus dem Zivildienst entlas-
sen, wenn keine Einsatzmöglichkeit besteht, die mit seinem Gesundheits-
zustand vereinbar ist (Art. 18 Abs. 2 Bst. c ZDV).
6.3.2 Die Botschaft vom 27. August 2014 zur Änderung des ZDG hält zu
Art. 11 Abs. 3 Bst. b Folgendes fest (BBl 2014 6741, 6764 f., nachfolgend:
"Botschaft"):
"In der Praxis hat sich gezeigt, dass in Einzelfällen für Zivildienstpflichtige mit
gesundheitlichen Beeinträchtigungen keine geeigneten Einsatzmöglichkeiten
bestehen, auch wenn sie im Zivilleben an Arbeitsplätzen, die speziell auf ihre
Situation ausgerichtet sind, arbeitsfähig sind. Es ist deshalb nicht sachgerecht,
wenn die vorzeitige Entlassung aus gesundheitlichen Gründen allein gestützt
auf die voraussichtlich dauerhafte Arbeitsunfähigkeit möglich ist. In Buch-
stabe b ist nur eine minime Ausdehnung der Entlassungsmöglichkeiten vorge-
sehen, die, wie die bisherige Vollzugserfahrung zeigt, nur in den seltenen Aus-
nahmefällen zum Zug kommen soll, für die bisher eine Lösung fehlte. Zur Ab-
klärung der gesundheitlichen Beeinträchtigung wird stets eine ärztliche Unter-
suchung anzuordnen sein (vgl. Art. 33 Abs. 1)."
6.3.3 Anlässlich der vertrauensärztlichen Untersuchung ist zu beurteilen,
in welchem Ausmass die zivildienstpflichtige Person arbeitsfähig respek-
tive gesundheitlich beeinträchtigt ist (Art. 18 Abs. 2 Bst. a und b ZDV) und
ob die vom ZIVI vorgeschlagenen Einsatzmöglichkeiten mit der geltend ge-
machten Beeinträchtigung vereinbar sind (Art. 18 Abs. 2 Bst. c ZDV).
6.4 Vorweg ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer in seinem Gesuch
um vorzeitige Entlassung die Frage, ob bei ihm eine generelle Arbeitsun-
fähigkeit oder eine schwere Krankheit mit schubhaftem Verlauf, welche zu
wiederholten Phasen der generellen Arbeitsunfähigkeit führe, vorliege,
zwar bejaht (vi-act. 14, Ziff. 3). Gleichzeitig gab er aber auch an, dass mit
einer Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit zu rechnen sei
(vi-act. 14, Ziff. 3, S. 4) und kreuzte entsprechend an, er lege seinem Ge-
such nur Arztberichte bei, die gesundheitlichen Beeinträchtigungen betref-
fen, mit welchen sich keine Zivildiensteinsätze vereinbaren (vi-act. 14,
Ziff. 6.2). Damit stützte er sich sinngemäss auf Art. 11 Abs. 3 Bst. b ZDG
und nicht auf Art. 11 Abs. 3 Bst. a ZDG. Indes macht der Beschwerdeführer
– unter Vorlage entsprechender Arbeitsunfähigkeitszeugnisse (Beschwer-
debeilagen 2 und 3; vgl. E. 5.5.3 hiervor) – auch durch Krankheit bedingte
wiederkehrende Phasen der Arbeitsunfähigkeit geltend. Jedenfalls würden
die mit seiner Insomnie zusammenhängenden Beschwerden wiederholt zu
Phasen der Arbeitsunfähigkeit führen. Entsprechend prüfte die Vorinstanz
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Seite 20
zu recht, ob Art. 11 Abs. 3 Bst. a ZDG i.V.m. Art. 18 Abs. 8 ZDV sowie
Art. 11 Abs. 3 Bst. b ZDG erfüllt seien.
6.5 Sowohl in der Prüfung der Voraussetzungen gemäss Bst. a wie auch
Bst. b des Art. 11 Abs. 3 ZDG stützte die Vorinstanz ihren abschlägigen
Entscheid auf das Ergebnis der vertrauensärztlichen Untersuchung vom
28. September 2021 (vgl. E. 5.4 hiervor). Im Folgenden soll daher der ver-
trauensärztliche Bericht untersucht werden.
6.6
6.6.1 Zum vertrauensärztlichen Bericht ist zunächst festzustellen, dass die-
ser eine ausführliche Anamnese enthält, in der die vom Beschwerdeführer
vorgebrachten Beschwerden auch aufgezählt sind. Indes sind die psychi-
atrische Beurteilung und die Schlussfolgerungen äusserst knapp gehalten
und begründet (vgl. E. 5.4.2 hiervor). Weiter setzt sich der Vertrauensarzt
mit der ihm vorgelegten Burnoutdiagnose des behandelnden Psychothera-
peuten einzig in der Art auseinander, dass er ihr Bestehen ohne weitere
Begründung verneint. Ebenso wenig führt der Vertrauensarzt aus, inwie-
fern sich die attestierte Insomnie des Beschwerdeführers nicht wie von ihm
behauptet auf seinen Alltag auswirkt. Jedenfalls lässt die vertrauensärztli-
che Vermutung, die Insomnie sei auf eine mangelnde Schlafhygiene zu-
rückzuführen (vi-act. 19, Ziff. 3, S. 6; vgl. E. 5.4.3 hiervor), und die Tatsa-
che, dass der Vertrauensarzt dem Beschwerdeführer ohne Begründung
eine volle Arbeits- und Zivildienstfähigkeit zuspricht, Raum für die Vermu-
tung zu, der Vertrauensarzt sei der Ansicht, der Beschwerdeführer könne
zwar nicht gut schlafen, überzeichne indes die Folgen. Nun ist dem Gut-
achter einerseits zugute zu halten, dass die Burnoutdiagnose sehr knapp
begründet und bei seinem Untersuch bereits veraltet war (Urteil des BVGer
B-2205/2016 E. 5.1.2), und andererseits nicht auszuschliessen ist, dass
ihm am Untersuchungstag tatsächlich ein ausgeruhter Beschwerdeführer
gegenüber sass. Schliesslich basiert das vertrauensärztliche Gutachten
naturgemäss im Wesentlichen auf einer Momentaufnahme, dem 80minüti-
gen Begutachtungstermin. Dennoch gilt es festzustellen, dass selbst wenn
der Gutachter der Ansicht gewesen wäre, dem Beschwerdeführer gehe es
im Wesentlichen darum, sich der Zivildienstpflicht zu entziehen, er diese
Vermutung zu begründen hat. Insofern ist zu bedauern, dass sich der Gut-
achter zu den möglichen und zumindest vom Beschwerdeführer behaup-
teten Folgen der Insomnie nicht äussert.
6.6.2 Weiter ist festzuhalten, dass die Vorinstanz in ihrem Auftrag dem Ver-
trauensarzt nicht nur einen auszufüllenden Fragebogen zustellte, sondern
B-122/2022
Seite 21
ihn ausdrücklich – und mit dem Hinweis, es handle sich dabei um eine für
sie wichtige Frage – um Beantwortung der nachstehenden Frage bat
(vi-act. 17, S. 1):
"Wie schätzen Sie nebst den psychologischen-psychiatrischen Symptomen
den Schweregrad der geltend gemachten Rückenprobleme im Alltag und im
Zusammenhang mit dem Zivildienst ein?"
Mit dieser Frage bat die Vorinstanz den Vertrauensarzt explizit um eine
Einschätzung der damals vom Beschwerdeführer geltend gemachten
somatischen und psychischen Beschwerden im Alltag und im Zusammen-
hang mit dem Zivildienst (vi-act. 17, S. 1). Diese Frage beantwortete der
Vertrauensarzt in seinem Bericht wie folgt (vi-act. 19, Ziff. 4, Frage 6):
"Zu den Rückenproblemen kann ich aus fachlicher Sicht als Psychiater leider
keine Stellung nehmen."
Damit äusserte sich der Vertrauensarzt unmissverständlich dahingehend,
dass er sich damit weder zu somatischen, noch zum Zusammenspiel
somatischer und psychischer Beschwerden äussern könne.
6.6.3 Trotz dieser Aussage, er könne sich zu somatischen Beschwerden
gar nicht äussern, attestiert der Vertrauensarzt dem Beschwerdeführer
eine globale und hundertprozentige Arbeits- und Zivildienstfähigkeit. Er hält
ihn selbst für körperlich anspruchsvolle Diensteinsätze wie den vorgeschla-
genen Dienst der Kulturlandschaftspflege, in welchem ein Dienstpflichtiger
bereit sein muss, 45h zu arbeiten und körperlich fit zu sein, zu 100% und
für den langen Diensteinsatz geeignet (vi-act. 18; vgl. E. 5.4.4 hiervor).
Ganz abgesehen davon, dass fraglich erscheint, inwiefern der Beschwer-
deführer die für dieses Pflichtenheft geforderte Motivation und physischen
Voraussetzungen mitbringt, ist das vertrauensärztlichen Gutachten in
diesem Punkt zu bemängeln, denn der Gutachter zieht hier eine Schluss-
folgerung auch betreffend die physische Gesundheit des Beschwerdefüh-
rers, obschon er ausführt, er könne als Psychiater nur die psychischen Be-
schwerden begutachten. Ohne Fachkenntnisse und entsprechender Un-
tersuchung (vgl. E. 4.2 f. hiervor), ist es dem Gutachter dementsprechend
nicht möglich, abschliessend die physische und psychische Gesundheit
des Beschwerdeführers zu beurteilen. Damit ist es ihm auch nicht möglich,
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Seite 22
sich abschliessend zur Arbeits- und Zivildienstfähigkeit des Beschwerde-
führers zu äussern. Indem er es dennoch tut, enthält das vertrauensärztli-
che Gutachten einen Mangel (vgl. E. 4 hiervor).
6.7 Damit stellt das Gericht fest, dass der vorinstanzliche Auftrag vom
20. Juli 2021 an den Vertrauensarzt sowohl eine psychologisch-psychiatri-
sche als auch eine somatische Begutachtung umfasste, denn er sollte ins-
besondere die für die Vorinstanz wichtige Frage der geltend gemachten
Rückenschmerzen begutachten (vgl. E. 6.6.2 hiervor). Zwar blieben die
vom Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren geltend ge-
machten Armbeschwerden von dieser Frage unberücksichtigt, doch ist zur
Entlastung der Vorinstanz festzuhalten, dass der Unfall des Beschwerde-
führers erst kurz vor der Beauftragung des Vertrauensarztes stattfand, so
dass dieser der Vorinstanz womöglich unbekannt war und dessen Folgen
noch gar nicht absehbar waren. Unabhängig davon enthält der vertrauens-
ärztliche Bericht ausdrücklich keine Beurteilung der vom Beschwerdefüh-
rer geltend gemachten somatischen Beschwerden. Der Vertrauensarzt
stellte der Vorinstanz gegenüber denn auch klar, er könne sich als Psy-
chiater zu diesen Punkten gar nicht äussern. Gerade bei der Prüfung der
Voraussetzung von Art. 11 Abs. 3 Bst. b ZDG ist anlässlich der vertrauens-
ärztlichen Untersuchung zu beurteilen, in welchem Ausmass die zivildienst-
pflichtige Person arbeitsfähig respektive gesundheitlich beeinträchtigt ist
(Art. 18 Abs. 2 Bst. a und b ZDV) und ob die vom ZIVI vorgeschlagenen
Einsatzmöglichkeiten mit der geltend gemachten Beeinträchtigung verein-
bar sind (Art. 18 Abs. 2 Bst. c ZDV). Ohne entsprechende Untersuchungen
kann die Prüfung geeigneter Einsatzmöglichkeiten trotz gesundheitlicher
Beeinträchtigungen eines Zivildienstpflichtigen gar nicht vorgenommen
werden. Solange die vertrauensärztliche Untersuchung nicht – wie von der
Vorinstanz im Grunde auch erkannt – die physischen und psychischen Be-
schwerden bzw. deren Zusammenspiel umfasst, ist es weder der Vor-
instanz noch dem Gericht möglich, zu prüfen, ob die Voraussetzungen
einer vorzeitigen Entlassung aus medizinischen Gründen im Sinne von
Art. 11 Abs. 3 Bst. a und b ZDG vorliegen. Die Vorinstanz verfügte im vor-
liegenden Fall nicht über eine ausreichende und widerspruchsfreie Akten-
lage, um einen Entscheid zu fällen, da der von ihr bezeichnete Vertrauens-
arzt dem Beschwerdeführer im Widerspruch zu seiner eigenen Aussage,
er könne sich als Psychiater nicht zum Bestehen und den Auswirkungen
allfälliger physischer Beschwerden des Beschwerdeführers äussern, die-
sem im Wissen um das behauptete Bestehen solcher Beschwerden eine
globale und volle Zivildiensttauglichkeit attestierte. Indem die Vorinstanz
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Seite 23
selber im Rahmen der vertrauensärztlichen Beauftragung des Vertrauens-
arztes darauf hinwies, eine für sie wichtige Frage sei die Beurteilung des
Zusammenspiels der somatischen und psychischen Beschwerden des Be-
schwerdeführers und die vertrauensärztliche Untersuchung gerade zu
dieser wichtigen Frage keine Antwort lieferte, oblag es ihr gemäss Art. 18
Abs. 4 ZDV, hierzu die notwendigen Zusatzabklärungen zu veranlassen.
Indem die Vorinstanz sich auf einen in Bezug Diagnostik und Beurteilung
äusserst knapp begründeten Bericht stützte und im Wissen um die feh-
lende Beurteilung der somatischen Beschwerden und deren Zusammen-
spiel mit den vom Beschwerdeführer vorgebrachten psychischen Be-
schwerden entschied (angefochtene Verfügung, S. 4; Vernehmlassung,
E. 2.2; Duplik, E. 2.2), verletzte sie den Untersuchungsgrundsatz (Art. 12
VwVG; vgl. auch Urteil des BVGer B-2205/2016 E. 5.1.3).
7.
7.1 Die Vornahme ergänzender bzw. neuer Untersuchungen drängt sich
umso mehr auf, als der Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren neue
und aktuelle ärztliche Berichte vorlegt. Diese diagnostizieren dem Be-
schwerdeführer – in Ergänzung zur bereits vertrauensärztlich bestätigten
Insomnie – zurzeit eine mittelschwere Depression und entsprechende Ein-
schränkungen im Alltag (vgl. E. 5.5.1 f. hiervor). Wohl handelt es sich hier-
bei um medizinische Berichte behandelnder Ärzte, was deren Beweiswert
vermindern kann (vgl. E. 4.4 hiervor), doch enthalten sie eine Anamnese,
eine Diagnose sowie eine vorläufige Prognose (vgl. E. 4.2 f. hiervor). Ins-
besondere aus dem Bericht der Psychiatrie (des Kantons M.) geht hervor,
dass die Verbesserung der Symptome beim Beschwerdeführer nicht so-
gleich ansteht, sondern höchstwahrscheinlich mehrere Monate benötigen
werde (vgl. E. 5.5.1 hiervor). Entsprechend empfiehlt die Psychiatrie (des
Kantons M.) eine derzeitige Entlastung vom Zivildienst. Auch wenn es sich
um vorläufige Diagnosen und Prognosen handelt, so stehen die Erkennt-
nisse dieser neuen Untersuchungen doch im Kontrast zur Beurteilung des
Vertrauensarztes, welcher einzig auf eine folgenlose Insomnie schloss (vgl.
E. 5.4.3 hiervor).
7.2 Mit der Begründung, aus den vorgelegten Berichten liessen sich einzig
neue Elemente zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers, nicht
aber Hinweise für die Erfüllung der Voraussetzungen gemäss Art. 11 Abs. 3
Bst. a und b ZDG finden, erachtet die Vorinstanz eine erneute vertrauens-
ärztliche Untersuchung des Beschwerdeführers als unnötig (Duplik,
Ziff. 2.2, S. 2). Im Ergebnis scheint die Vorinstanz davon auszugehen, dass
die vorgebrachten psychischen und physischen Beeinträchtigungen zum
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einen keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Bst. a belegen.
Zum anderen sei, auch wenn derzeit möglicherweise eine gesundheitliche
Beeinträchtigung bestehe, keine dauerhafte Einsatzunfähigkeit im Bereich
des Zivildienstes erstellt (Duplik, Ziff. 2.2).
7.3 Diese Ausführungen gehen insofern an der Sache vorbei, als die Vor-
instanz in ihrer Duplik im Ergebnis davon auszugehen scheint, die gesund-
heitliche Beeinträchtigung habe analog zur Arbeitsunfähigkeit "voraussicht-
lich dauerhaft", mithin bis zum Ende der Zivildienstpflicht, zu bestehen.
Zwar ist der Vorinstanz dahingehend zuzustimmen (Duplik, Ziff. 2.2 f.),
dass für eine Entlassung bei einer bloss vorübergehenden Unvereinbarkeit
Art. 11 Abs. 3 Bst. b ZDG keine Grundlage bietet und stattdessen ein
Dienstverschiebungsgesuch aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung
steht (vgl. Art. 24 ZDG, Art. 46 ZDV). Indes, wie die Ausführungen in der
Botschaft zu Art. 11 Abs. 3 Bst. b ZDG aufzeigen, schafft der Entlassungs-
grund der gesundheitlichen Beeinträchtigung eine "minime Ausdehnung
der Entlassungsmöglichkeiten" insbesondere gegenüber jenem der vor-
aussichtlich dauerhaften Arbeitsunfähigkeit, welche "in den seltenen Aus-
nahmefällen zum Zug kommen soll, für die bisher eine Lösung fehlte" (vgl.
E. 6.3.2 hiervor). Vorliegend verneint die Vorinstanz aber über den Wortlaut
hinaus eine gesundheitliche Beeinträchtigung im Sinne der Norm bereits
deshalb, weil diese zwar im Zeitpunkt der Begutachtungen durch die be-
handelnden Ärzte womöglich bestehe, aber deren Therapierbarkeit von
ihnen zumindest nicht ausgeschlossen wird. Damit überdehnt sie jedenfalls
vorliegend die Voraussetzungen von Art. 11 Abs. 3 Bst. b ZDG. Dies muss
umso mehr gelten, als die prognostische Therapierbarkeit (und die vermu-
tete Therapiedauer) sowie die nunmehr vorgelegten Arbeitsunfähigkeits-
zeugnisse noch gar nicht vertrauensärztlich untersucht wurden. In Anbe-
tracht, dass der vorliegende vertrauensärztliche Bericht zum einen unvoll-
ständig ist und der Beschwerdeführer neue medizinische Berichte ein-
reicht, welche nach dessen Ergehen erstellt wurden, ist von der Vorinstanz
zu überprüfen, ob gesundheitliche Beschwerden vorliegen, welche die An-
wendung von Art. 11 Abs. 3 Bst. a und b ZDG nicht rechtfertigen könnten.
8.
Das Bundesverwaltungsgericht als Beschwerdeinstanz entscheidet in der
Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen Weisun-
gen an die Vorinstanz zurück (Art. 61 Abs. 1 VwVG). Art. 65 ZDG, welcher
Spezialnormen zum Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht in Zivil-
dienstsachen enthält, lässt sich keine abweichende Regelung entnehmen.
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Aus dem Gesagten geht hervor, dass im vorliegenden Fall weitere Sach-
verhaltsabklärungen vorzunehmen sind. Damit ist der Sachverhalt nicht
hinreichend liquide und ein reformatorischer Entscheid im Sinne des An-
trages des Beschwerdeführers auf vorzeitige Entlassung aus dem Zivil-
dienst fällt ausser Betracht (vgl. MADELEINE CAMPRUBI, in: Auer/Mül-
ler/Schindler [Hrsg.], VwVG-Kommentar, 2. Aufl. 2019, N. 61 zu Art. 11).
Die Beschwerde ist damit teilweise gutzuheissen, der angefochtene Ent-
scheid aufzuheben und die Sache ist an die Vorinstanz zurückzuweisen,
damit diese eine zusätzliche Prüfung durchführt, um festzustellen, ob der
Beschwerdeführer in den Genuss von Art. 11 Abs. 3 Bst. a oder b ZDG
kommen kann. So kann sie in erster Instanz über den Fall entscheiden
(Urteile des BVGer B-2205/2016 E. 7, B-4575/2016 E. 6, B-4973/2016 vom
12. Mai 2017 E. 5.3, B-4311/2015 vom 1. März 2017 E. 3.3.3 und
B-4264/2016 vom 25. November 2016 E. 9.3). Zu diesem Zweck wird sie
den Beschwerdeführer bezüglich seinen psychischen und somatischen
Beschwerden von einem Vertrauensarzt oder einer Vertrauensärztin unter-
suchen lassen, welche eine den Anforderungen der Rechtsprechung ent-
sprechende Beurteilung abgeben wird. Sie wird dabei die Vorbehalte des
Beschwerdeführers gegenüber Dr. med. B._ zu berücksichtigen ha-
ben. Auf dieser Grundlage wird die Vorinstanz eine neue Verfügung erlas-
sen und dabei darauf achten, dass sie das geltende Recht korrekt anwen-
det.
9.
Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht ist kostenlos, sofern es
sich nicht um mutwillige Beschwerdeführung handelt; Parteientschädigun-
gen werden keine ausgerichtet (Art. 65 Abs. 1 ZDG). Somit sind vorliegend
keine Verfahrenskosten zu erheben, und es ist keine Parteientschädigung
auszusprechen.
10.
Gegen diesen Entscheid steht die Beschwerde an das Bundesgericht nicht
offen, weshalb er endgültig ist (Art. 83 Bst. i des Bundesgerichtsgesetzes
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
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