Decision ID: 0d9d39d1-8961-5820-9c5d-328be25a4796
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1975 geborene
X._
meldete sich am
1
0.
Juni 2011 bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
8/1). Zur Klärung der erwerbli
chen und medizinischen Verhältnisse zog die IV-Stelle Auszüge aus dem indivi
duellen Konto bei (
Urk.
8/5 und
Urk.
8/29) und holte Berichte der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
8/6, 8/8 und 8/14).
Am 2
4.
September 2012 führte sie eine Abklärung vor Ort durch (Haushaltsabklärungsbericht vom 1
5.
Oktober 2012 [
Urk.
8/30]). Zusätzlich liess sie die Versicherte durch die
Dres. med.
Z._
, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, und
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachten (inklusive Durchführung einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit [EFL]; Expertisen vom 1
1.
und 1
8.
Juli 2013 [
Urk.
8/24-25]).
In der Folge kam es zu einer erneuten Abklärung vor Ort (Haushaltsabklärungsbericht vom 27. März 2014 [
Urk.
8/31]). Mit Vorbescheid vom
1.
April 2014 stellte die Verwaltung die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/33). Daran hielt sie – auf Einwand der Versicherten hin (
Urk.
8/38) – mit Verfügung vom 2
2.
Juli 2014 fest (
Urk.
8/40 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 2
6.
August 2014 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 2
1.
Februar 2014 (richtig: 2
2.
Juli 2014) sei aufzuheben, es sei ihr eine halbe, eventuell eine ganze Rente zuzusprechen und es seien weitere med
izinische Abklärung vorzunehmen, wobei
eventuell ein Gutachten bei einem auf Ernährungsstörungen spezialisierten Institut einzuho
len
sei
(
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
1.
Oktober 2014 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Das Doppel der Beschwerde
antwort wurde der Beschwerdeführerin am
3.
Oktober 2014 zugestellt (
Urk.
9).
3
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen
kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Leistungsablehnung damit,
das die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit 2001 einschränkende Leiden
sei
nie
adäquat behandelt worden.
Vier bis fünf Monate vor der Begutachtung im Juli 2013 habe sie dann eine
entsprechende
Therapie begonnen.
Dadurch habe
sich ihr
Zustand verbessert. Es handle
sich um ein
e
gut behandelbare
Gesund
heitsstörung
. Somit bestehe kein IV-relevanter Gesundheitsschaden, sondern ein therapierbares Leiden (
Urk.
2 und
Urk.
7).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Stand
punkt, die psychiatrische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit beruhe auf der Tatsache, dass sie im Begutachtungszeitpunkt noch nicht optimal thera
piert worden sei. Dies werde
bestritten, da dem Bericht des Kantonsspitals
B._
vom 2
6.
Mai 2006 ein B
ehandlungsvorschlag im Sinne einer
Einleitung einer psychi
atrischen Behandlung zu entnehmen sei
. Ob eine solche Behandlung stattgefun
den habe, sei von der Beschwerdegegnerin nicht abgeklärt worden (
Urk.
1 S. 4). Was die somatischen Beschwerden betreffe, genüge das rheumatologische Gut
achten, das viele Widersprüche und Ungereimtheiten aufweise, den beweis
mässigen Ansprüchen nicht. Ein BMI von 13.4 könne nicht als guter Allgemein- und Ernährungszustand beurteilt werden, sondern sei sowohl nach ICD-10
-
als auch nach DSM-IV-Diagnosekriterien eine Anorexie und somit eine Krankheit mit Körperschemastörung. Es sei deshalb eine Abklärung bei einem auf Ernäh
rungsstörungen spezialisierten Institut respektive Arzt vorzunehmen.
Bei ihr seien im Zusammenhang mit der Anorexie stehende Spätfolgen in Form einer
Osteoporose und von hormonellen Entgleisungen bereits aufgetreten (
Urk.
1 S.
6
f.).
3.
3.1
Anlässlich des Erstgesprächs am
9.
Dezember 2011
(Bericht vom 1
9.
Dezember 2011 [
Urk.
8/14])
diagnostizierten die Ärzte des
C._
, Kli
nik für Psychiatrie und Psychotherapie, eine Anorexia nervosa restrictiva (ICD
10 F50.00) bei einem Body Mass Index (BMI) von 13.5 kg/m
2
und einer sekun
dären Osteoporose (2007: T-Score Le
n
denwirbelsäule -4.7, Femur –
4.2).
Sie schilderten, die Beschwerdeführerin zeige ein restriktives Essverhalten. Sie mache sich jedoch keine übermässigen Gedanken bezüglich Essen und Gewicht und habe auch keine Ängste vor dem Zunehmen (S. 1). In der Hoffnung, dass die durch die schwere Osteoporose und den Autounfall bedingten Schmerzen etwas nachlassen würden, wolle sie endlich an Gewicht zulegen (S. 3).
3.2
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Rheumatologie sowie Physikalische Medi
zin und Rehabilitation, diagnostizierte am 1
6.
März 2012 eine Osteoporose. Er berichtete, bei bekannter Anorexia nervosa bestehe eine massive Dekalzifi
zierung der L
endenwirbelsäule und des proxima
len linken Femurs.
Zusammen mit den bei der Beschwerdeführerin vorliegen
den klinischen Risikofaktoren (
Anorexia nervosa mit Abnahme des BMI von 14.5 kg/m
2
im November 2007 auf aktuell 13.1 kg/m
2
,
sekundärer
Hyperparathyreoidismus, sekundäre Amenorrhoe und
fortgesetzter
Nikotinkonsum
)
resultiere eine deutlich erhöhte, allgemeine Frakturgefährdung. Auf den Übersichtsaufnahmen der Brust- und Lendenwirb
elsäule vom
7.
Februar 2012 sei
en a
ber keine Fraktur
-
verdächtigen Wirbelkörper zu erkennen (
Urk.
8/8/9-11 S. 1 f.).
3.3
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, stellte in seinem Bericht vom
5.
April 2012 (
Urk.
8/8/6-8) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
Anorexia nervosa restrictiva, Erstdiagnose circa 2001
Aktueller BMI 13.1
Sekundäre Osteoporose
(T-Score Lendenwirbelsäule -4.7, Femur -4.2)
schwerer Vitamin D-Mangel, aktuell substituiert
sekundärer Hyperparat
hyreoidismus
Dem Status nach schwerem Verkehrsunfall mit Polytrauma im Jahr 2003 mass er keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei (S. 1).
Er führte aus, weitere Abklärungen (
betreffend
Osteoporose
;
Gastroskopie) und Behandlungsversuche (im Ausland mit täglichen Infusionen, hier mit Hor
mon
injektionen) hätten einzig zu einer vorübergehende
n, minimalen Besserung und
Steigerung des
BMI
geführt. Es liege grundsätzlich ein chronischer Verlauf der Anorexie mit einem BMI im Bereich von 13 vor. Die Beschwerdeführerin klage,
vor allem unter körperlicher Belastung, über chronische Schmerzen am Bewe
gungsapparat und eine rasche Erschöpfung. Sie berichte über einen mini
malen Appetit und ein schweres allgemeines Schwächegefühl. Es bestehe für jegliche Tätigkeiten eine Arbeitsu
nfähigkeit von mindestens 80
%
(S. 1 f.).
3.4
Gestützt auf die Ergebnisse der psychiatrischen und rheumatologischen Unter
su
chung sowie der EFL nannten die Dres. med.
Z._
und
A._
und die Physiotherapeutin
F._
in ihrem Gu
tachten vom 1
8.
Juli 2013 (Urk.
8/25) nachstehende Diagnosen (S. 7 f.):
Rezidivierende, depressive
Störung mit einer Mischung v
on somatisch-depressiven Sympto
men, vorderg
r
ündig anhaltender Müdigkeit, Schlaf
störungen, Appetitlosigkeit, sexuellen Prob
lemen
, Selbstwertproblematik und muskulosk
elettalen Schmerzen (ICD-
10 F
33.8) mit im Be
sonderen:
Plurivalenter Adynamie/Mangel-Folgezustand im Sinne einer
/eines
:
g
enerellen Mu
s
kelhypotrophie, -adyn
a
mie
kardiovaskulären
Dekonditionierung
aktenanamnestisch schweren, sekundären
Osteoporose
aktenanamnestisch ausgeprägten
Vitamin D-Mangel
s
aktenanamnestisch sekundä
ren
Hyperparathyreoidismus
zerviko- und lumbosakralen
Schmerzsyndrom
s
Leichte belastungsabhängige Knieschmerzen links (klini
sch femoro
patelläres Schmerzsyn
drom)
Dr.
A._
berichtete in seinem psychiatrischen Fachgutachten vom 1
1.
Juli 2013 (
Urk.
8/24)
, die
Beschwerdeführerin habe 1999 geheiratet und sei
unmit
telbar danach zum Ehemann in die Schweiz gezogen. Im Rahmen eines „Kul
turschockes" nach
der Einreise in die Schweiz beziehungsweise des
Verlust
es der Tagesstruktur habe sich ein
Gefühl der Einsamkeit, Verzweiflung und Resig
nation
eingestellt. Aufgrund dessen
sowie
der massiven Eheprobleme
der im gleichen Haushalt wohnhaften Schwiegereltern
sei es
z
um Ausbruch einer atypischen De
pression (smiling depression) mit vordergründig Appetitver
lust, allge
meiner Müdigkeit, Zu
rückgezogenheit, Anspannungen, Sorgen, Schuldge
fühle
n und sexuellen Problemen gekom
men. Leider
sei
jahrelang keine seriö
se psychiatrische Abklärung vor
genommen
worden
und es
sei aktenmässig seit 2002 die
Diagnose einer Anorexia nervosa postuliert
beziehungsweise
in den
Akten wie
derholt
worden
. Die
Beschwerdeführerin – so der Gutachter weiter – sei bei der vor vier bis fü
nf Monaten eingeleiteten psy
chiatrischen Behandlung bei
Dr.
G._
offenbar in ihrem psychischen Leiden zum ersten Mal ernst genommen
worden. Die
Abklärung h
abe
eine depressive Störung ergeben, wes
halb eine fachgerechte psychiatrisch-psycho
therapeutische Behandlung einge
leitet
worden sei
. Anlässlich
der
Exploration
habe die Beschwerdeführerin über eine sub
jektive Verbesserung ihres psychischen Zustandes unter der eingeleite
ten Therapie
berichtet
, was auch mit den objektiven Unt
ersuchungsbefunden übereinstimme
.
Sie habe
weiterhin Symptome einer mindestens leichten bis mittelschweren depressiven Episode auf
gewiesen
, wobei ein Appetitverlust,
eine
Amenorrhoe und hartnäckig
e Schl
afstörungen mit
täg
licher
Müdigkeit im Vor
dergrund stünden
. Deswegen
könne
wed
er von einer nachhaltigen Stabil
i
sierung des psycho-physischen Zustandes noch von einer Ausschöpfung der therapeutischen Massnahme
n aus
gegangen werden (S. 7). Aus psychiatrischer Sicht könne der Beschwerdeführerin eine depressiv bedingte 100%ige Arbeits
unfähigkeit seit der IV-Anmeldung am 1
0.
Juni 2011 bis Juni 2013 attestiert werden. Ab Juli 2013 sei die Beschwerdeführerin 50
%
arbeitsfähig. Ab Januar 2014 könne von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Für Tätig
keiten im Haushalt bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(S. 8).
Dem rheumatologischen Teilgutachten von
Dr.
Z._
vom 1
8.
Juli 2013 (
Urk.
8/25) kann entnommen werden, dass sich bei der
klin
ischen Untersuchung
eine
sehr magere, muskelschwache Ver
sicherte in gutem A
llgemein- und Ernährungszustand ge
zeigt
hat
. Es
liege
eine Hypotonie und eine Bradykardie
vor. Die Wirbel
säule weise
im Wesentlichen ei
ne physiologische Form auf und sei
weder in der L
enden-, Brust- und Halswirbelsäule
bewegungsei
ngeschränkt. Palpatorisch
würden
sich diffuse Druckdolenzen lumbosakral und im Becken
kammbereich rechts
finden
.
Die Gelenk
beweglichkeit aller Gelen
ke
an den obe
ren und unteren Extremitäten
sei frei
. Eine gezeigte
Einschränkung der Schul
terbeweglichkeit links sei
nicht auf eine Schulterproblematik
,
sondern auf eine schmerzbedingte Minde
r
bewegung bei Angabe von Schmerzen im früheren Rippenfrakturbereich
zurückzuführen
. Palpatorisch
seien
keine generalisierten Weicht
eilprobleme ersichtlich
.
Auch aus neurologi
scher Sicht seien weder motorische noch sensible Auffälligkeiten zu erkennen
.
Die Gutachterin
führte zusammenfassend aus, es finde
sich eine
Beschwerdeführerin mit einem gesamthaft
fragile
n körperlichen Zustand
und
einer ausgeprägten muskulären Hypotrophie
,
ohne d
ass klinisch spezifische rheumat
ologisch-orthopädische Funktions
e
inschränkungen
hätten objektiv
iert werden können
. Aus rheumato
logischer Sicht zeige die Beschwerdeführerin eine Belastbarkeit für
eine leichte wechselbelastende Tätigkeit mit vermehrten Pausen von zwei Stunden über einen
A
cht-Stunden-Arbeitstag verteilt
(S. 6 f.).
Bei der am
8.
und
9.
Juli 2013 durch die Physiotherapeutin
F._
im
O._
(
O._)
in Zürich durchgeführten EFL (
Urk.
8/25/11-20) habe die Beschwerdeführerin eine
zuverlässige Leistungsbe
reitschaft und keine Inkonsistenzen
gezeigt
. Aufgrund
der bekannten schweren Osteopo
rose
seien die Testl
imiten bei
den Hebe- und Tragetests auf maximal zehn Kilogramm
gesetzt
worden
. S
pezifische
,
einem bestimmten medizinischen
Problem des
Bewegungsapparat
s zuordenbare funktionelle
Defizite
hätten
nicht objektiviert
werden können (
Urk.
8/25 S. 7)
.
Arbeitsbezogen
e
relevante Prob
leme bestünden in der verminderten Bein- und Armkraft sowie der Kraftaus
dauer der Rumpfmuskulatur (
Urk.
8/25 S. 8).
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit
führten die beteiligten Gutachter zusammenfas
send aus,
es bestehe für die Haushalttätigkeit eine 75%ige
Arbeitsfähigkeit. Da die in der Schweiz kurzzeitig ausgeübte Tätigkeit in der Reinigung fast aus
schliesslich vom Ehemann der Versicherten ausgeführt worden sei, könnten
keine konkreten Angaben zu
r zuletzt ausgeführten Arbeit gemacht werden. Ab Juli 2013 sei die Beschwerdeführerin
in einer adaptierten Tätigkeit
zu 50
%
arbeitsfähig. Nach Durchführung der vom Psychiater
empfohlenen Massnahmen sei ab
Januar 2014
von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer
kör
perlich leichten bis m
ittelschweren
wechselbelastenden
Tätigkeit
ohne Pausen auszugehen, weil
sich
die verbesserte psychische Situation auch in einer Ver
besserung der somatischen Situation
/Parameter zeigen werde (Appetiterhöhung, Gewichtszunahme, erhöhte Kraftentwicklung,
etc.;
S. 8 f.).
4.
4.1
Die Gutachter
berichtete
n
– wie soeben ausgeführt –
betreffend die Arbeits
fähig
keit der Beschwerdeführerin
in
ihrer interdisziplinären
Beurteilung
vom 1
8.
Juli 2013, ab Juli 2013 bestehe für
die angestammte und eine
leidens
ange
passte Tätigkeit
eine
50%ige Arbeitsfähigkeit. Nach Durchführung der vom Experten
Dr.
A._
vorgeschlagenen Massnahmen – dieser empfahl die konse
quente Weiterführung der etablierten therapeutischen Massnahmen samt Opti
mierung der Psychopharmakotherapie (Einsetzung von Olanzapin, beginnend mit 1.25 mg abends, Dosisausbau;
Urk.
8/24 S. 8) – sei ab
1.
Januar 2014 von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten bis mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit
ohne Einlegung von Pausen
auszugehen
; dies auch deshalb, weil
sich
die
gebesserte
psychische Gesundheit
in einer Verbes
serung der somatischen Situation respektive der entsprechenden Parameter
niederschlagen werde.
Obwohl der bei
m
regionalen ärztlichen Dienst tätige
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere
Medizin, nach Einsicht in das Gutachten der Dres.
Z._
und
A._
am 1
2.
September 2013
forderte, anfangs 2014 sei zu überprüfen, ob sich die Arbeitsfähigkeit entsprechend der gutachterlichen Prognose entwickelt habe
(Urk.
8/32 S. 5), lässt sich den Akte
n über den
Verlauf der
psychiatrischen
Behandlung
nichts Näheres entnehmen. Namentlich geht daraus nicht hervor, ob sich der
physische und
psychische Gesundheitszustand
entsprechend der Vermutung
der Experten
verbessert hat beziehungsweise wel
che Arbeitsleistungen der Beschwerdeführerin aus medizinis
cher Sicht noch zumutbar wären, zumal selbst eine Beurteilung
des seit Februar 2013 behan
delnden Psychiaters
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psy
chotherapie (
Urk.
8/17)
,
nicht eingeholt wurde
.
Daran ändert nichts, dass der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in seiner Beschwerde
schrift vom 26.
August 2014 erste Erfolge der psychiatrischen Behandlung
mitteilte
(
Urk.
1 S. 7).
A
us dem Bericht über die Abklärung vor Ort vom 27.
März 2014
geht zudem
hervor, dass das vom Gutachter
Dr.
A._
zwecks Optimierung der medikamentösen Behandlung
empfohlene Olanzapin
nicht zu den von der Beschwerdeführerin eingenommenen Medikamenten gehört
(Urk.
8/31 S. 2).
Überdies ist der Versicherten zuzustimmen (
Urk.
1 S. 4), dass angesichts einer bei der Begutachtung erhobenen Körpergrösse von 161.5 cm und
eines Körper
gewichts von 35 kg
die Erwähnung eines guten Allgemein- und Ernährungszu
stands (
Urk.
8/25 S. 5) als nicht nachvollziehbar erscheint.
4.2
Was d
ie Beurteilung
von
Dr.
E._
vom
5.
April 2012 (
Urk.
8/8/6-8) betrifft,
ist anzumerken, dass er keine einleuchtende und durch Befunde unter
mauerte medizinisch-theoretische Beurteilung der Arbeitsfähig
keit vornahm, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann. In diesem Zusammenhang ist zudem ergänzend darauf hinzuweisen, dass Schmerzen an sich noch keine Arbeits
unfähigkeit begründen (Urteil des Bundesgerichts I 994/06 vom 2
9.
August 2007 E. 3.3 mit Hinweisen) und dass das Gericht der Erfahrungstat
sache, dass Hausärzte und behandelnde Spezialärzte (so etwa das Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 570/04 vom 21. Februar 2005 E. 5.1 mit Hinweisen) mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, Rechnung tragen soll und darf (BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
4.3
Nach dem Gesagten ist nicht klar, welche Arbeitsleistungen der Beschwer
deführe
rin trotz ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen
aus medi
zinischer Sicht noch zumutbar
sind
. Die angefochtene Verfügung vom 2
2.
Juli 2014 ist deshalb aufzuheben und die Sache zur ergänzenden Abklärung der somatischen und psychischen Verhältnisse, allenfalls
unter Einholung eines neuen (bidis
zi
plinären) Gutachtens und
unter Auflage einer Schadenminde
rungs
pflicht, an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
.
Hernach wird sie über die Rentenfrage neu entscheiden
.
Zu ergänzen bleibt, dass
der Umstand, dass ein Leiden therapierbar ist, nicht per se das Vorliegen eines invalidenversicherungsrechtlichen Gesundheitsschadens ausschliesst (vgl.
Urk.
2 S. 1 und
Urk.
7 S. 1)
.
Einer vorübergehenden Gesund
heits
störung, die
die
rentenbegründenden Voraussetzungen erfüllt,
wäre sodann
mit der Zusprache einer befristeten Rente
Rechnung zu tragen
.
5.
5.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und, da die Rückwei
sung an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsiegen gilt (vgl. etwa Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge
richts U 199/02 vom 10. Februar 2004 E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3), ausgangsgemäss von der Beschwerdegeg
nerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
5.2
Die durch
Rechtsanwalt
Dr.
Ronald Pedergnana v
ertretene Beschwerdeführer
in
hat sodann ausgangsgemäss gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
1‘8
00.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.