Decision ID: cf7a7acf-b6b2-4512-bfbc-29506ee66013
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, war vom 1. Februar 200
2
bis 30. No
vember 2007 als Import-Sachbearbeiter bei der
Z._
AG, Filiale
A._
, angestellt und bei der Pensionskasse
B._
berufsvorsorgeversi
chert. Ab 1. Februar 2008 bezog der Versicherte Taggelder der Arbeitslosenver
sicherung und war demzufolge bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG versi
chert (Urk. 2/1 S. 2 f. und Urk. 2/2/8-9 sowie Urk. 1 S. 2).
1.2
Mit Verfügungen vom 24. Juli und 7. August 2009 (Urk. 2/2/6-7) sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem Versicherten mit Wirkung ab 1. April 2009 eine auf einem Invaliditätsgrad von 100 % basierende Rente der Eidgenössischen Invalidenversicherung zu.
1.3
In der Folge wandte sich der Versicherte sowohl
an die Stiftung Auffangeinrich
tung BVG als auch an die Pensionskasse
B._
und ersuchte um Aus
richtung einer Invalidenrente der beruflichen Vorsorge (vgl. Urk. 2/2/8, 2/2/10 und 2/2/12). Beide Vorsorgeeinrichtungen verneinten jedoch ihre Leistungspflicht (vgl. Urk. 2/2/9, 2/2/11 und 2/2/13).
2.
2.1
2.1.1
Mit Eingabe vom 4. Mai 2011 (Urk. 2/1) liess
X._
Klage gegen die Pensionskasse
B._
und die Stiftung Auffangeinrichtung BVG erheben mit folgendem Rechtsbegehren:
1.
Dem Kläger sei rückwirkend ab 1. November 2008 eine Invaliden
rente aus der beruflichen Vorsorge der Pensionskasse
B._
samt Verzugszinsen auszurichten.
2.
Eventualiter sei dem Kläger rückwirkend ab 1. April 2009 eine Inva
li
den
rente aus der beruflich
en Vorsorge der Stiftung Auffan
geinrichtung BVG samt Verzugszinsen auszurichten.
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.
Mit
Entscheiden
vom 30. Mai 2011 (Urk. 2/4 und Urk. 2/19/2/4) wurde die Klage gegen die Stiftung Auffangeinrichtung BVG vom vorliegenden Verfahren abgetrennt und darauf zuständigkeitshalber nicht eingetreten. Die dagegen er
hobene Beschwerde hiess das Bundesgericht mit Urteil vom 31. Oktober 2011 (Urk. 2/19/1) gut und erklärte das hiesige Gericht auch insoweit als zuständig. Die Pensionskasse
B._
hatte bereits am 31. August 2011 ihre Klageantwort erstatten und die Abweisung der Klage beantragen lassen (Urk. 2/10). Die Replik wurde am 25. Oktober 2011 ins Recht gereicht (Urk. 2/13); die Duplik folgte am
1. Dezember 2011 (Urk. 2/17). Mit Verfügung vom 12. Dezember 2011 (Urk. 2/18) wurden die beiden Klageverfahren vereinigt und der Stiftung Auffangeinrichtung BVG Frist zur Stellungnahme zum gesamten Prozessstoff angesetzt. Mit Eingabe vom 1. Februar 2012 (Urk. 2/21) verzichtete die Stiftung Auffangeinrichtung BVG auf eine Stellungnahme.
2.1.2
Mit Urteil vom 21. September 2012 (Prozess Nr. BV.2011.00032 [Urk. 2/23]) verpflichtete das Sozialversicherungsgericht die Pensionskasse
B._
in teilweiser Gutheissung der Klage, dem Versicherten ab 1. April 2009 eine auf einem Invaliditätsgrad von 100 % basierende Invalidenrente der beruflichen Vorsorge auszurichten, zuzüglich Verzugszins für die bis zum 4. Mai 2011 ge
schuldeten
Betreffnisse
ab diesem Datum und für die restlichen ab dem jeweili
gen Fälligkeitsdatum. Im Übrigen (früherer Rentenbeginn) wurde die Klage ab
gewiesen.
2.2
Die dagegen von der Pensionskasse
B._
erhobene Beschwerde in öffent
lich-rechtlichen Angelegenheiten hiess das Bundesgericht mit Urteil 9C_944/2012 vom 10. Juli 2013 (Urk. 1) gut, hob den angefochtenen Entscheid des Sozialversicherungsgerichts auf und wies die Klage gegen die Pensionskasse
B._
ab. Des Weiteren wurde die Sache an das Sozialversicherungsgericht zur Beurteilung der gegen die Stiftung Auffangeinrichtung BVG gerichte
ten Klage zurückgewiesen (Dispositiv Ziffer 2).
2.3
Die Streitsache wurde hierorts unter der Prozessnummer BV.2013.00067 regis
triert; sie erweist sich als spruchreif.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Bezüglich der rechtlichen Grundlagen kann – um Wiederholungen zu vermei
den – auf die bereits zitierten Urteile des hiesigen Gerichts vom 2
1
.
September 2012 (Prozess Nr. BV.2011.00032 [
Urk.
2/23]) und des Bundesgerichts vom 1
0.
Juli 2013 (9C_944/2012 [
Urk.
1]
verwiesen werden.
2.
2.1
Der Kläger liess zur Begründung der Klage im Wesentlichen ausführen, dass die IV-Stelle den Beginn der einjährigen Wartezeit auf den 30. April 2008 festge
setzt habe. Aus den medizinischen Akten gehe hervor, dass der Kläger bereits in seiner Kindheit an
schizophrenietypischen
Symptomen gelitten habe. Ab etwa 1994 sei es auf für Schizophrenie typische Art zu
uncharakteristischen
Prodro
men mit diffusen depressiven Phasen, psychischem Stress und Beschäftigung mit überwertigen Ideen gekommen. Ende März 2000 sei der Kläger aus psychi
schen Gründen hospitalisiert gewesen. Ab 2001 sei er sodann aber ununterbro
chen und mit voller Arbeitsleistung und Arbeitspräsenz bei der
Z._
AG angestellt gewesen. Am 6. November 2007 habe er seinen letzten Arbeitstag gehabt. Vom
7.
bis 17. November 2007 sei er aus psychischen Gründen zu 100 % arbeitsunfähig gewesen; danach sei er nicht mehr zur Arbeit erschienen. Der Regionalärztliche Dienst (RAD) der IV-Stelle habe den Beginn der Arbeits
unfähigkeit beziehungsweise der Wartezeit auf Anfang 2008 beziehungsweise den 30. April 2008 festgelegt, allerdings ohne nähere Abklärungen. Tatsächlich sei der Kläger aber schon im November 2007 arbeitsunfähig gewor
den, als er bei der
Pensionskasse
B._
vorsorgeversichert gewesen sei. Daraus ergebe sich die Leistungspflicht der
Pensionskasse
B._
. Soll
te sich das Gericht dieser Argu
mentation nicht anschliessen und davon ausgehen, dass die Arbeitsunfähigkeit erst am 30. April 2008 eingetreten sei, wäre die
Stiftung Auffangeinrichtung BVG
leistungspflichtig (Urk. 2/1).
Replicando
liess der Kläger ergänzen, dass das Gutachten von
Dr.
med.
C._
, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, aktenwidrig sei. Die Aus
sage des Gutachters, wonach bis Ende 2007 keine wesentliche Arbeitsunfähig
keit aufgetreten sei, stimme nicht mit den echtzeitlichen Arztberichten und dem Arbeitgeberbericht überein. Gestützt auf die medizinischen Akten sei eine Arbeitsunfähigkeit ab 7. November 2007 ausgewiesen (Urk. 2/13).
2.2
Die Beklagte verzichtete - wie bereits ausgeführt (Sachverhalt Ziffer 2.1.1) -
ausdrücklich auf eine Stellung
nahme zum vorliegenden Prozess (Urk. 2/21).
3.
3.1
3.1.1
Nachdem das Bundesgericht die
Klage
gegen die Pensionskasse
B._
mit Urteil 9C_944/2012 vom 10. Juli 2013 (Urk. 1) abgewiesen hat, bleibt vorliegend lediglich noch zu prüfen, ob
die Stiftung Auffangeinrichtung BVG (
die Beklagte
)
zu verpflichten ist, dem Kläger Leistungen der beruflichen Vor
sorge auszurichten. Streitentscheidend ist die Frage, wann die relevante Arbeits
unfähigkeit im Sinne von Art. 23 BVG eingetreten ist (vgl. dazu E. 1.2). Es ist also zu prüfen, ob die Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache später
zur Invalidität des Klägers führte, eintrat als er bei der Beklagten vorsorgeversichert war.
3.1.2
Die IV
Stelle unterliess es, der Beklagten ihre Verfügungen vom 24. Juli und 7. August 2009 (Urk. 2/2/6-7), mit denen sie dem Kläger mit Wirkung ab
1. April 2009 eine auf einem Invaliditätsgrad von 100 % basierende ganze Rente der Eidgenössischen Invalidenversicherung zusprach (Beginn der Warte
zeit am 30. April 2008 [vgl. Urk. 2/2/5), zu eröffnen. Demzufolge ist der IV
Rentenentscheid für die Beklagte, die sich im vorliegenden Verfahren (sowie auch im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren [vgl. Urk. 1 S. 3 Sachverhalt
lit
. C]) nicht vernehmen liess, nicht bindend
(BGE 130 V 270 E. 3.1)
.
3.2
3.2.1
Aus medizinischer Sicht liegen folgende Berichte vor, die für die Beurteilung der streitgegenständlichen Fragen von Belang sind:
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, diag
nos
ti
zierte in seinem Bericht vom 28. Mai 2008 (Urk. 2/2/20) eine chroni
sche paranoid-
halluzinatorische
Schizophrenie. Diese bestehe beim Kläger ungefähr seit dem Jahr 199
3.
Der Kläger habe folgende Beschwerden angegeben: „
Stim
menhören
; fühlt sich beeinträchtigt durch Fluglärm und komische Machen
schaften; Leute, die ins Haus eindringen.“ Ärztlicherseits seien folgende Befunde erhoben worden: „akustische Halluzinationen; Stimmen, die ihm be
fehlen; paranoide Ideen.“ Der Kläger sei seit mindesten 15 Jahren durch seine Schizo
phrenie in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Seine Eltern hätten andau
ernd dafür gesorgt, dass die Situation nicht
dekompensiere
(wöchentliches Wohnungsputzen, Kochen und dergleichen). Ohne die Eltern wäre der Kläger längst
dekompensiert
. Der Kläger und seine Eltern neigten stark zum Dissimu
lieren. Seine Eltern stünden ihm privat nahe. Er bitte deshalb um eine psy
chiat
rische Zweitmeinung, damit das Ausmass der Beeinträchtigung unabhängig festgelegt werden könne. Bezüglich Diagnose sei er allerdings sicher.
Dr.
D._
attestierte dem Kläger eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 30. April 200
8.
Der Kläger sei aber seit Jahren kaum voll arbeitsfähig.
Dr.
C._
führte in seinem Gutachten vom 6. September 2008 (Urk. 2/2/15) aus, dass zwischen dem Jahr 2000 und Ende 2007 beim Kläger keine wesentliche Arbeitsunfähigkeit aufgetreten sei. Anfang 2008 habe sich dann eine generelle, volle Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen ergeben, die der behandelnde Psychiater mit Beginn der Therapie am 30. April 2008 attestiert habe. In der Zwischenzeit habe sich die Situation soweit gebessert, dass wieder eine Arbeits
fähigkeit von 50 % möglich sein könnte. Eine dauernde Arbeitsunfähig
keit müsse heute nicht angenommen werden, obwohl die Krankheitsprognose nicht zwingend als gut bezeichnet werden könne. Vielfach bleibe bei einer Schizophre
nie die Arbeitsfähigkeit mit nur inhaltlichen und ohne formale Denkstörungen erhalten. Damit der psychische Stress auf möglichst geringem Niveau gehalten werden könne, sollte der berufliche Einstieg im angestammten
Rahmen erfolgen, der sich früher bewährt habe. Da zurzeit noch eine manifeste
residuelle
paranoide Symptomatik bestehe, sei dem Kläger der Wiedereinstieg nicht selbständig zumutbar. Der Kläger fühle sich bei der Stellensuche weiter unter psychischem Stress, der die Symptomatik zum
Exazerbieren
bringen könnte. Er schlage deshalb eine Hilfe durch die Invalidenversicherung bei der Stellensuche und eine Begleitung bei einem Stellenantritt vor.
Dr.
med.
E._
, Spezialarzt FMH für Allgemeine Medizin, bei dem der Kläger vom 8. Juli 1999 bis 11. August 2009 in Behandlung war, führte in seinem Be
richt vom 7. September 2010 (Urk. 2/2/19; vgl. auch Urk. 2/2/18 und 2/2/19A) aus, dass der Kläger vom
7.
bis 17. November 2007 arbeitsunfähig gewesen sei, und zwar wegen der bestehenden paranoiden Schizophrenie (ICD
10 F20.0). Der Kläger habe plötzlich eine Art Platzangst empfunden und begonnen, unter der starken Hierarchie im Geschäft zu leiden. Er habe seinen Chef auf diese Miss
stimmung angesprochen, aber keine zufriedenstellende Antwort erhalten. Obwohl er einen neuen Arbeitsvertrag für 2008 in
F._
gehabt habe, habe er nicht geglaubt, dass er noch lange werde durchhalten können.
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, und
Dr.
med.
H._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom RAD führten am 5. Februar 2009 aus, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht davon auszugehen sei, dass seit dem 30. April 2008 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für Tätigkeiten in der freien Wirtschaft bestehe (Urk. 2/2/21 S. 5). Am 28. Februar 2009 führte
Dr.
G._
demgegenüber aus, dass der behandelnde Psychiater
Dr.
D._
zwar eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 30. April 2008 (Beginn der Therapie) attes
tiere,
Dr.
C._
in seinem Gutachten aber festgehalten habe, dass sich ab Anfang 2008 eine generelle volle Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen ergeben habe. Es sei auf letztere Angaben abzustellen und von einer 100%igen Arbeits
unfähigkeit ab Anfang 2008 auszugehen (Urk. 2/2/21 S. 5). Trotzdem setzte die IV
Stelle den Beginn der
Wartezeit auf den 30. April 2008
fest (Urk. 2/2/21 S. 6).
3.2.2
Die ehemalige Arbeitgeberin des Klägers ma
chte im Fragebogen für
Arbeitge
bende
folgende Angaben (Urk. 2/2/17): Der letzte effektive Arbeitstag des Klä
gers sei der 6. November 2007 gewesen. Danach sei er vom
7.
bis 17. November 2007 arbeitsunfähig gewesen. Weitere Arbeitsunfähigkeiten wurden nicht aus
gewiesen.
Das Arbeitsverhältnis wurde durch den Kläger aufgelöst (Kündigungsschreiben vom 18. September 2007 [Urk. 2/2/17 S. 6]).
4.
4.1
Aufgrund der medizinischen Akten ist erstellt, dass der Kläger seit dem Jahr 1993 an einer chronischen paranoid-
halluzinatorischen
Schizophrenie leidet (vgl. Urk. 2/2/20). Weiter geht aus den Akten hervor, dass der Kläger trotz die
ses
L
eidens während vieler Jahre seiner Berufstätigkeit nachgehen konnte, ohne dass es deswegen zu Arbeitsunfähigkeiten gekommen ist. Während seiner An
stellung als Import-Sachbearbeiter bei der
Z._
AG vom 1. Februar 200
2
bis 30. November 2007 kam es erst gegen Ende zu einem
schizophreniebedingten
Arbeitsausfall, nämlich vom
7.
bis 17. November 2007.
Danach ist echtzeitlich erst ab 30. April 2008 wieder eine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (Urk. 2/2/20). Zwar äusserte sich
Dr.
D._
dahingehend, dass der Kläger wohl bereits seit Jahren kaum voll arbeitsfähig sei, er attestierte ihm gleichwohl erst ab 30. April 2008 (dem Behandlungsbeginn) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 2/2/20), vermerkte allerdings, dass der Kläger „sicher“ seit Anfang 2008 zu 100 % arbeitsunfähig sei. Auch
Dr.
C._
war
der
Ansicht, dass der Kläger wohl bereits vor dem 30. April 2008, nämlich ab Anfang 2008, arbeitsunfähig gewesen sei (Urk. 2/2/15). Aber auch diese Einschätzung basiert nicht auf eigenen echtzeitlichen Untersuchungen oder entsprechenden Auf
zeichnungen anderer Ärzte. Schliesslich waren sich auch die Ärzte des RAD unschlüssig, auf welchen Zeitpunkt sie den Beginn des Wartejahrs festlegen sollten. So schlossen sich
Dr.
G._
und
Dr.
H._
zunächst den Ausführungen von
Dr.
D._
an und erklärten, dass der Kläger seit dem 30. April 2008 zu 100 % arbeitsunfähig sei (Urk. 2/2/21 S. 5). Wenig später änderte
Dr.
G._
aber seine Ansicht und vertrat im
Einklang mit
Dr.
C._
die Auffassung, dass bereits ab Anfang 2008 eine generelle 100%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychi
schen Gründen vorgelegen habe (Urk. 2/2/21 S. 5). Die IV
Stelle setzte schliess
lich den Beginn der Wartezeit auf den 30. April 2008 fest (Urk. 2/2/21 S. 6).
4.2
Angesichts dessen, dass für die Zeit von Mitte November 2007 bis Ende April 2008 keine echtzeitlichen Arztberichte vorliegen, kann nicht ohne
Weiteres
davon ausgegangen werden, dass die Arbeitsfähigkeit des Klägers in dieser Zeit eingeschränkt gewesen ist. Zu beachten ist nämlich, dass er bereits seit vielen Jahren unter einer Schizophrenie leidet und trotzdem seine Arbeit bei der
Z._
AG ausüben konnte. Es kann zwar sein, dass der Kläger tatsächlich bereits ab Anfang 2008 arbeitsunfähig gewesen ist. Das ist aber echtzeitlich nicht belegt, so dass den entsprechenden Ausführungen von
Dr.
C._
und Dr.
D._
letztlich etwas Spekulatives anhaftet.
Angesichts dieser medizinischen Aktenlage ist dem Entscheid der IV
Stelle, den Beginn der einjährigen Wartezeit auf den 30. April 2008 festzusetzen, beizu
pflichten. Er trägt der herrschenden Aktenlage angemessen Rechnung, weil für die Zeit ab Mitte November 2007 bis Ende April 2008 - wie ausgeführt - eben keine echtzeitlichen Arztberichte vorliegen, aus denen hervorgeht, dass der Klä
ger auch während dieser Periode in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen wäre. Eine erst rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit - wie sie die
Dres
.
C._
und
D._
attestierten - genügt den Beweisanforderungen nicht
,
ebenso wenig
wie die zwar glaubwürdigen
,
aber subjektiven Schilderungen des Klägers über seinen kurzen Aufenthalt in
F._
(vgl.
Urk.
2/2/15 S. 4 oben und S. 7 unten).
4.3
Aus dem Gesagten folgt,
dass
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit er
stellt ist, dass der Kläger vom 18. November 2007 bis zum 29. April 2008 ganz oder teilweise in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war. Mit dem Bundesge
richt (vgl. Urk. 1 E. 2.2) ist als erstellt anzusehen, dass der Kläger während dieser Zeit arbeitsfähig war.
Im aufgehobenen Urteil vom 21. September 2012 (Urk. 23) hatte das Sozialver
sicherungsgericht in E. 4.3 erwogen, dass angesichts der
konkreten
Umstände die Zeitspanne vom 18. November 2007 bis 29. April 2008 nicht ausreiche, um die zeitliche
Konnexität
zu durchbrechen, woraus sich die Leistungspflicht der Pensionskasse
B._
ergab. Das Bundesgericht hat diese Auffassung nicht geschützt und ist von einer Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs ausgegangen (Urk. 1 E. 2.2).
Infolgedessen ist
die relevante Arbeitsunfähigkeit am 30. April 2008 ein
ge
tr
e
t
en; dies stimmt
nicht nur mit der Auffassung der IV
Stelle, sondern auch mit der übrigen Aktenlage, namentlich den echtzeitlichen Arztberichten, überein. Zu diesem Zeitpunkt war der Kläger bei der Beklagten berufsvorsorgeversichert.
4.4
Die sachliche
Konnexität
zwischen der am 30. April 2008 eingetretenen und hernach bestehenden Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidisierung des Klägers steht ausser Frage. Der Grund für diese Arbeitsunfähigkeiten ist - woran die medizinischen Akten keinen Zweifel lassen (vgl. Urk. 2/2/15 und 2/2/18-20) - die langjährige
chronifizierte
paranoide Schizophrenie des Klägers.
4.5
Da sowohl die zeitliche als auch die sachliche
Konnexität
zwischen
der
ab 30. April 2008 aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidisie
rung des Klägers gegeben sind, ergibt sich ohne
Weiteres
die Leistungspflicht der Beklagten. Die Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache später zur Invalidisierung führen sollte, trat mit anderen Worten ein, als der Kläger bei der Beklagten vorsorgeversichert war, was deren Leistungspflicht begründet. Zwischen der früheren Arbeitsunfähigkeit, als der Kläger bei der Pensionskasse
B._
versichert war, und der ab 30. April 2008 bestehenden Arbeitsunfähigkeit be
ziehungsweise der späteren Invalidisierung besteht hingegen - wie das Bundes
gericht erwog
und woran das Sozialversicherungsgericht gebunden ist
- kein enger Zusammenhang.
4.6
Der Rentenbeginn ist in Anwendung von Art. 26 Abs. 1 BVG, wonach diesbe
züglich sinngemäss die Bestimmungen des IVG gelten, und in Übereinstimmung mit dem entsprechenden Klagebegehren (Antrag Ziffer 2) auf den 1. April 2009 festzusetzen.
Der Invaliditätsgrad beträgt - gestützt auf die medizinischen Akten sowie im Einklang mit der Rentenverfügung der Eidgenössischen Invalidenversicherung - im massgeblichen Zeitpunkt 100 %. Wie die IV
Stelle zu Recht erkannte, ist die von Dr.
C._
attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit (vgl. Urk. 2/2/15 S. 8 f.) an
gesichts der von ihm selbst formulierten, weitgehenden Einschränkungen (etwa Begleitung durch die Invalidenversicherung beim Stellenantritt) auf dem freien Arbeitsmarkt nicht realisierbar (vgl. Urk. 2/2/21 S. 4 f.). Die Auffassung der IV
Stelle beziehungsweise des RAD (
Dres
.
G._
und
H._
), wonach in der freien Wirt
schaft eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit besteht, wird im Übrigen auch von Dr.
D._
geteilt (vgl. Urk.
2/
2/20).
4.7
Da sich der Rentenanspruch aufgrund der Aktenlage nicht genau beziffern lässt und auch kein beziffertes Klagebegehren vorliegt, ist die vorliegende Klage ge
mäss ständiger Praxis lediglich in dem Sinne gutzuheissen, dass die Leistungspflicht der Beklagten, der Invaliditätsgrad von 100 % und der Rentenbeginn am 1. April 2009 festzusetzen ist, die genaue ziffernmässige Berechnung der einzel
nen
Rentenbetreffnisse
hingegen der leistungspflichtigen Vorsorgeeinrichtung zu überlassen ist (wogegen im Streitfalle wiederum eine Klage zulässig wäre).
5.
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätzlich Art. 105 Abs. 1 des Obligationenrechts (OR) anwendbar ist (BGE 119 V 131 ff.) Danach ist der Verzugszins vom Tage der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an geschuldet. Der Kläger liess am 4.
Mai 2011 Klage erhe
ben (Urk.
2/
2
), womit ihm ab 4. Mai 2011 Verzugszinsen von 5 % für die bis zu diesem Zeitpunkt fällig gewordenen
Rentenbetreffnisse
und für die übrigen ab dem jeweiligen Fälligkeitsdatum zuzusprechen sind.
6.
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozia
lver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende P
a
r
tei
Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der
Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Der Anspruch des obsiegenden Klägers auf eine Prozessentschädigung ist jedoch zu verneinen: Ihm sind durch die Prozessführung keine Kosten entstanden, da er durch eine Behörde vertreten wird.