Decision ID: 2427b22c-b741-4115-be5d-625930ef3700
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1963 geborene X._, Hochbauzeichner und Vater eines 1988 gebore
nen Sohnes, war seit dem 1. Januar 1989 als Tramführer bei der
Y._ angestellt (vgl. Urk. 7/10/9). Unter Hinweis auf einen Verkehrsunfall am 26. September 2011 sowie eine dabei erlittene Unter
schenkeltrümmerfraktur meldete er sich mit Datum vom 27. Oktober 2012 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2). Die IV-Stelle tätigte medizinische und beruflich-erwerbliche Abklä
rungen und zog die Akten der Unfallversicherung bei
(Urk. 7/7/1-248, Urk. 7/15/1-452, Urk. 7/16/1-565, Urk. 7/37/1-57
)
. Am 20. Februar 2013 teilte sie dem Versicherten mit, aufgrund des Gesundheitszustandes seien zurzeit keine beruflichen Massnahmen möglich (Urk. 7/11). Per Ende September 2013 wurde das bisherige Arbeitsverhältnis aus gesundheitlichen Gründen seitens der Arbeit
geberin aufgelöst (Urk. 7/15/452). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/45, Urk. 7/46, Urk. 7/54f.) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Ver
fügungen vom 27. Februar 2018 befristet vom 1. April 2013 bis 31. Oktober 2015 eine ganze sowie unbefristet ab dem 1. November 2015 eine
Viertelsrente
zu (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._ am 13. April 2018
Beschwerde und beantragte,
es sei ihm in teilweiser Aufhebung der Verfügungen vom 27. Februar 2018 auch über den 31. Oktober 2015 hinaus eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter sei ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten einzuholen und der Invaliditätsgrad neu festzulegen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
3. Mai 2018
schloss die Beschwerdegegnerin auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 6
)
, was dem Beschwer
deführer am 4. Mai 2018
zur
Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8
).
3.
Die
Unfallversicherung
sprach X._ mit Verfügung vom 25
.
Februar 2016 ab dem 1. März 2016 eine Invaliditätsrente
entsprechend einem Invaliditätsgrad von
39 % sowie eine Integritätsentschädigung gestützt auf eine Integritätsein
busse von 40 % zu. Die von X._ dagegen erhobene Einsprache wies die Unfallversicherung m
it
Einsprachee
ntscheid
vom 26. Mai 2017
insoweit teilweise gut, als sie dem Versicherten eine Invaliditätsrente
entsprechend einem Invalidi
tätsgrad von
40 % zusprach. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab. Die von X._ am 27
.
Juni 2017
beim hiesigen Gericht dagegen erhobene Beschwerde wies dieses mit in Rechtskraft erwachsenem
Urte
il vom 22. Januar 2019 ab (vgl. Prozess Nr. UV.2017.00151
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
(Art. 8 Abs. 1 des Allgemeinen Teils des Sozia
l
versi
cherungsrechts [ATSG])
. Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein
(Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung [IVG])
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsun
fähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rz
. 11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfü
gung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
genständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügun
gen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundes
gerichts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.4
Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchsbeeinflussende Änderung laut Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) für die Herabsetzung bzw. Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die
hiezu
notwendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit (BGE 119 V 9
Erw
. 3c/
aa
mit Hinweisen)
.
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.6
Im gegenseitigen Verhältnis zwischen Invaliden- und Unfallversicherung besteht keine Bindungswirkung der Invaliditätsschätzung des einen Versicherers für den jeweils anderen Sozialversicherungszweig. Die IV-Stellen und die Unfallversiche
rer haben die Invaliditätsbemessung in jedem einzelnen Fall selbständig vorzu
nehmen. Sie dürfen sich ohne weitere eigene Prüfung nicht mit der blossen Über
nahme des Invaliditätsgrades des jeweils anderen Sozialversicherers begnügen (BGE 133 V 549 E. 6.1).
1.7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung erwog die Beschwerdegegnerin, seit dem Ver
kehrsunfall am 26. September 2011 sei der Beschwerdeführer in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Tramführer zu 100 % arbeitsunfähig. Demgegenüber bestehe seit dem 1. August 2015 hinsichtlich einer sehr leichten, angepassten Verweistätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Aus dem Einkommensvergleich sowie unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 25 % resultiere ein Invaliditätsgrad von 45 %. Nach Ablauf der Warte- und Anmeldefrist bestehe somit vom 1. April 2013 bis am 31. Oktober 2015 ein Anspruch auf eine ganze Rente. Nach Eintritt der gesundheitlichen Verbesserung sowie nach Ablauf der Dreimonatsfrist bestehe sodann ab dem 1. November 2015 ein unbefristeter Anspruch auf eine
Viertelsrente
(Urk. 2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein, die Beschwerdegegnerin habe sich bei der Ermittlung des Invalideneinkommens fast ausschliesslich auf die Akten der Unfallversicherung abgestützt. Insbesondere habe sie sich nicht konkret damit auseinandergesetzt, welche Stellen noch zumutbar seien und wie der Beschwer
deführer angesichts seiner Einschränkungen in einer angepassten Verweistätig
keit ein volles Pensum erreichen können soll. Sodann sei das angenommene Tätigkeitsprofil derart einschränkend, dass solche Stellen auf dem ersten Arbeits
markt schlicht nicht vorhanden seien. Selbst der ausgeglichene Arbeitsmarkt kenne Grenzen; rechtsprechungsgemäss sei dabei nicht von realitätsfremden Ein
satzmöglichkeiten auszugehen. Auch die Ärzteschaft der Rehaklinik Z._ habe festgehalten, die Prognose für eine erfolgreiche berufliche Wiederein
gliederung sei insgesamt ungünstig. Alsdann habe der Beschwerdeführer keine Büroerfahrung und sei nach einer 33-jährigen Tätigkeit als Tramführer für eine Bürotätigkeit auch nicht mehr geeignet. Komme hinzu, dass das Sitzen am Pult in Arbeitshaltung (das heisse aufrecht) mit einem hochgelagerten Bein sehr anstrengend sei. Es führe rasch zu Rückenschmerzen, weil der Rücken dabei automatisch leicht gedreht werde. In einer solchen Position sei eine Arbeitsfähig
keit von höchstens 50 % gegeben – selbst wenn der Beschwerdeführer zwischen
durch aufstehen könne. Um die Arbeitsfähigkeit definitiv festzustellen sei eine funktionelle Leistungsprüfung durchzuführen. Darauf habe die beurteilende Ärzteschaft der Z._ aus medizinischen Über
legungen aber verzichtet, weshalb deren Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht schlüssig sei. Sodann habe sich der behandelnde Prof. Dr. med. A._, Fach
arzt für Chirurgie und Leitender Arzt der Klinik für Unfallchirurgie, B._, nicht zum zumutbaren Arbeitspensum geäussert und sei betreffend die zumutbare Tätigkeit in qualitativer Hinsicht sehr oberflächlich geblieben. Schliesslich handle es sich bei der kreisärztlichen Ein
schätzung (im Bereich der Unfallversicherung) um eine reine Aktenbeurteilung. Im Übrigen habe die Kreisärztin noch im Juni 2015 lediglich ein Pensum von 50 % bis 75 % als zumutbar erachtet. Eine Verbesserung sei seither unbestritten nicht eingetreten; aus dem Austrittsbericht der Z._ vom 24. November 2015 ergebe sich, dass keine namhafte Verbesserung habe erzielt werden können. Um eine Arbeitstätigkeit ausführen zu können, sei ferner ein Arbeitsweg zu bewälti
gen. Dies sei ihm nicht möglich, ob er lediglich 200
300 Meter gehen und keine Treppen besteigen könne. Autofahren sei nicht möglich; das Fahren mit dem Motorrad sei ihm wiederholt explizit untersagt worden. Eventualiter sei betreffend Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ein polydisziplinäres Gerichts
gutachten einzuholen. Sodann dürfe das Invalidenein
kommen bei der (bestritte
nen) Annahme, die verbliebene Restarbeitsfähigkeit sei verwertbar, nicht gestützt auf das Kompetenzniveau 2 der LSE 2014 ermittelt werden. Vielmehr sei auf das Kompetenzniveau 1 abzustellen. Die beschwerde
gegnerische Argumentation, wonach der Beschwerdeführer bisher eine qualifi
zierte Tätigkeit ausgeübt habe und daher über genügend Kompetenzen und Wissen verfüge, sei nicht stichhaltig. Ebenfalls könne die Vorbildung als Hoch
bau
zeichner keine Rolle spielen, liege diese doch bereits 35 Jahre zurück und sei der Beschwerdeführer in rechnerischer Hinsicht (Computer, CAD) nicht mehr auf dem neusten Stand. Mithin sei recht
sprechungsgemäss nur dann auf das Kompetenzniveau 2 abzustellen, wenn die versicherte Person über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfüge (Urk. 1).
3.
Strittig ist einzig die Höhe des Rentenanspruchs ab dem 1. November 2015 (Urk. 1 S. 2 und 5). Unter
Verweis auf die eingan
gs erläuterte Rechtslage (E. 1.3
)
sind indes
auch di
e zuvor befristet zugesprochene ganze Rente und die für de
ren Zusprache massgeblichen Umstände zu prüfen.
4
.
4
.1
Mit Bericht vom 21. Oktober 2011 hielten die behandelnden Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie des Universitätsspitals B._ folgende Diagnosen fest (Urk. 7/7/191):
-
Motorrad
unfall
am
26. September
2011 mit:
-
Extr
emitätentrauma
:
- Il°
offene proximale Unterschenkeltrümm
erfraktur links mit Gelenkbeteilig
ung
-
Traumatische Eröffnung der Bursa
präpatellaris
links
-
Ul
naschaftfraktur
links
- Kontusion rechter U
nter
arm
-
Excoration
rechter Fussrücken
-
Thoraxkontusion
dorso
-lateral rechts
Die Verletzungen wurden im B._ operativ versorgt. Es folgten eine stationäre Rehabilitation in der Z._ und anschliessend eine ambulante Physiotherapie. Aus
serdem wurde dem Beschwerdeführer seit dem 26. September 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Operationsberichte vom 29. September 2011 und 11. Oktober 2011,
Urk.
7/7/194f.; Austrittsbericht der Z._ vom 17. Januar 2012, Urk. 7/15/357, Urk. 7/15/25; Urk. 7/16/9).
4.2
Nach einem initial guten postoperativen Heilungsverlauf traten ab Mitte 2012 verschiedentlich Komplikationen auf (chronische Osteomyelitis,
Pinlockerung
und Drahtdurchbruch am Ringfixateur). Diese hatten nebst einer Lang
zeit
antibiose wiederholte operative Eingriffe zur Folge, zuletzt anfangs 2014 (Urk. 7/15/119, Urk. 7/15/123, Urk. 7/15/146, Urk. 7/15/205, Urk. 7/15/209, Urk. 7/15/220, Urk. 7/15/224, Urk. 7/15/240, Urk. 7/15/257, Urk. 7/15/293).
4.3
Mit Verlaufsbericht vom 26. März 2015 hielt
Prof.
Dr
.
A._ (1) eine chronische
low
grade Osteomyelitis der linken Tibia nach offener proximaler Unterschenkel
fraktur bei Zustand nach sekundärer
Ilizarov
-Fixateur externe Osteosynthese sowie (2) Adipositas per Magma (BMI 39) fest. Der «Range
of
Motion» sei in der Flexion stark eingeschränkt, weshalb der Beschwerdeführer kniende bzw.- knie
beugende Aktionen nicht durchführen könne. Mithin sei er als Tramführer sowie für andere kniende Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig. Hinsichtlich einer rein sitzenden Tätigkeit bestehe indes eine Arbeitsfähigkeit von 50-100 %; das
Kon
zentrations
- und Auffassungsvermögen, die Anpassungsfähigkeit sowie Belast
barkeit des Beschwerdeführers seien unbeeinträchtigt (Urk. 7/22).
4.4
Anlässlich einer kreisärztlichen Vorlage
im Verfahren der Unfallversicherung hielt Dr. med. C._, Fachärztin FMH für Chirurgie,
am 30. Juni 2015 im Sinne einer ausdrücklichen Grobschätzung fest, hinsichtlich einer sitzenden Tätigkeit sei der Beschwerdeführer mindestens 50-75 % arbeitsfähig, mit weite
rem Steigerungspotential (
vgl. Akten aus dem Verfahren UV.2017.00151,
Urk. 7/323).
4.5
Im Juli 2015 berichtete der Beschwerdeführer von einer Verbesserung. Er sei mit dem Behandlungsverlauf grundsätzlich zufrieden. Schmerzen stünden nicht im Vordergrund. Demgegenüber erleide er schon nach kurzer Gehstrecke (10 Minu
ten) Hitzewallungen und Schweissausbrüche (vgl. Konsiliarbericht von Prof. Dr. A._ vom 1. Juli 2015, Urk. 7/37/21).
4.6
Im
Verlaufsbericht vom 31. Juli 2015 hielt Prof.
Dr
.
A._
fest, das linke Bein sei ohne Gehhilfen nach Massgabe der Beschwerden voll belastbar. Gewisse Ein
schränkungen seien auf die Konstitution des Beschwerdeführers zurückzu
führen. Für sitzende Tätigkeiten bestünden unter Berücksichtigung
seiner
eingeschränk
ten Mobilität formell keine Einschränkungen (
Urk. 7/37/19f.
). Im Ver
laufsbericht vom 27. November 2015 wiederholte Prof. Dr.
A._
seine Ein
s
chätzung, wonach der Beschwerde
führer eine sitzende Tätigkeit ohne Bewäl
tigung grösserer Stre
cken aufnehmen könne (Urk. 7/37/47
).
4.7
Im Austrittsbericht der
Z._
vom 24. November 2015 werden als Hauptdiagnosen (1) Motorradunfall vom 26. September 2011 mit
zweitgradig
offener, proximaler, intraartikulärer Unterschenkelfraktur links, im Verlauf chronische Low-Grad-Osteomyelitis Tibia links (SKN und
Staph
. Aureus) sowie Unterarmfraktur links, (2) eine arterielle Hypertonie und (3) eine morbide Adipositas (197 cm, anam
nestisch 160 kg,
BMI 41) festgehalten (Urk. 7/29/1f.
). Der Beschwerdeführer habe sich auf die Therapien nicht eingelassen, weshalb keine messbare Verbesserung der Mobilität und physischen Kondition habe erzielt werden können. Der Belastungsaufbau sei durch die morbide Adipositas zusätzlich erschwert worden. Von einer Gewichtsreduktion, ggf. bariatrisch-chirurgisch, sei eine gewisse Ver
besserung der Mobilität und Gesamtkondition zu erwarten. Während des Klinik
aufenthaltes habe der Beschwerdeführer diätische Massnahmen abgelehnt. Eine professionell unterstützte Gewichtsreduktion sei indes dringend zu empfehlen. Weiter habe sich der Beschwerdeführer auch an Informationen und Anregungen zum besseren Umgang mit Schmerzen wenig interessiert gezeigt. Entsprechende Massnahmen auf psychischer Ebene seien ebenfalls abgelehnt worden. Der Beschwerdeführer sei als Fussgänger mit einem Gehstock auf der rechten Seite und hinkendem Gangbild mobil über eine Strecke von maximal 200 Meter am Stück. Stehen könne er während sechs Minuten am Stück. Danach benötige er eine Sitzpause von einigen Minuten. Die Knieflexion links sei stark eingeschränkt. Die bisher ausgeübte Tätigkeit als Tramführer sei dem Beschwerdeführer mangels Möglichkeit zur freien Pausenwahl sowie Hochlagerung des linken Beins nicht mehr zuzumuten. In einer sehr leichten leidensangepassten vorwiegend sitzenden Verweistätigkeit, mit Lastenheben bis 5 kg, ohne längere Gehstrecken, ohne Zwangshaltungen für das linke Knie, ohne Treppen- und Leitersteigen, mit frei wählbaren Pausen für Positionswechsel, kurzen Stehphasen sowie der Möglich
keit, das Bein
hochzulagern
, bestehe indes eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Urk.
7/29/2ff.
).
5.
5.1
Im Hinblick auf die fragliche Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ergibt sich aus der insoweit kongruenten medizinischen Aktenlage,
welche den in der Recht
sprechung des Bundesgerichts entwickelten Anforderungen
(vgl. E. 1.8
)
in allen Teilen als genügend beweiskräftig anzusehen und auf welche daher abzustellen ist,
einhellig, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert hat und ihm jedenfalls seit dem 1. August 2015 (vgl. E. 4.6) eine – näher umschriebene (vgl. E. 4.7) – Verweistätigkeit zu 100 % zuzumuten ist.
Entgegen dem Beschwerdeführer (vgl. Urk. 1 S. 9) ergeben sich auch unter Berücksichti
gung der kreisärztlichen Grobschätzung vom 30. Juni 2015 (vgl. E. 4.4) diesbe
züglich keinerlei ärztliche Differenzen. Soweit der Beschwerdeführer zudem moniert, die Kreisärztin der Unfallversicherung habe nie eine persönliche Unter
suchung vorgenommen (vgl. Urk. 1 S. 10), zielt er damit im vorliegenden Ver
fahren ins Leere, stützt sich doch die angefochtene Verfügung auf die Beurtei
lungen des behandelnden Dr. A._ sowie der Ärzteschaft der Z._ und nicht auf die kreisärztliche Einschätzung der Unfallversicherung. Inwiefern die Arbeits
fähigkeitsbeurteilung gemäss Austrittsbericht der Z._ vom 24. November 2015 (vgl. E. 4.7) nicht schlüssig sein soll (vgl. Urk. 1 S. 8), ist nicht einzusehen. Ins
besondere hat der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben keine Ruheschmer
zen; die geklagten Schmerzen und Schwellungen im linken Unterschenkel resp. Knie treten belastungsabhängig auf. Dazu passt auch der Gebrauch von Analge
tika (Voltaren
retard
75 mg resp. Olfen
retard
75 mg bei Bedarf; die Bedarfsme
dikation hat der Beschwerdeführer jedenfalls im Rahmen des stationären Aufent
haltes in der Z._ 2015 nicht genutzt,
Urk.
7/29/2
,
Urk. 7/29/4, Urk. 7/29/6; vgl. auch Konsiliarbericht vom 1. Juli 2015, wonach die Schmerzen subjektiv nicht im Vordergrund stünden, E. 4.5). Soweit die Ärzteschaft der Z._ abschliessend festhielt, die Prognose für eine erfolgreiche berufliche Wieder
ein
gliederung erscheine insgesamt ungünstig (Urk. 1 S. 9, Urk. 7/29/4), so vermag dies mit Blick auf die eingeschränkte
Einsicht und Motivation
zur
aktiven und eigenverantwort
lichen Verbesserung
seiner Situation
sowie Compliance des Beschwerdeführers das theoretisch-medizinische Zumut
barkeits
profil nicht in Frage zu stellen. Dass anlässlich des Klinikaufenthaltes keine messbare Ver
besserung erzielt werden konnte (vgl. Urk. 1 S. 9, Urk. 7/29/4) fusst ebenfalls massgeblich auf subjektiven Gründen seitens des Beschwerde
führers, namentlich die augenscheinlich fehlende subjektive Behandlungs
bereitschaft. Das Vor
bringen des Beschwerdeführers, er sei höchstens halbtags arbeitsfähig, zumal das Sitzen an einem Pult in aufrechter Arbeitshaltung mit einem hochgelagerten Bein anstrengend sei und rasch zu Rückenschmerzen führe (vgl. Urk. 1 Ziff. 7), vermag nicht zu überzeugen. Bleiben dem Beschwerdeführer doch sowohl die Position (namentlich Sitzwinkel) als auch Dauer des bedarfs
weisen Beinhochlagerns unbenommen. Dass der Beschwerde
führer lediglich 200
300 Meter zu Fuss gehen und keine Treppen steigen kann (vgl. Urk. 1 Ziff. 10; vgl. demgegenüber Urk. 7/37/39, wonach der Beschwerde
führer nach eigenen Angaben – wenn auch im Nachstellschritt – Treppensteigen konnte),
wurde im Rahmen der medizi
nischen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
Rech
nung getragen; Tätigkeiten mit längeren Gehstrecken sowie mit dem Erfordernis Treppen (und Leitern) zu besteigen wurden ausdrücklich aus dem zumutbaren Tätigkeitsprofil ausge
schlossen (vgl. E. 4.7). Bei der eingeschränkten
Einsicht und Motivation
zur
aktiven und eigenverantwortlichen Verbesserung
seiner Situation
sowie fehlen
den Compliance des Beschwerdeführers bleibt im Übrigen fraglich, inwieweit
das Beschwerdebild und deren Bewältigung
massgeblich
durch invali
ditätsfremde Faktoren v
erursacht resp. behindert wird. Insbesondere bewirkt die Adipositas für sich allein grundsätzlich keine leistungsbegründende Invalidität (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_496/2012 vom 19. September 2012). Gegen
teiliges hat der Beschwerdeführer vorliegend zu Recht nicht vorgebracht. Dass die Ärzteschaft der Z._ «aus medizinischen Überlegungen» auf die Durchführung einer Belastungs- resp. funktionalen Leistungsprüfung verzichtete, ist nicht zu bean
standen. Waren doch in Anbetracht der morbiden Adipositas und Dekondi
tionierung aufschlussreiche Ergebnisse betreffend die invalidenver
sicherungs
rechtlich massgeblichen Einschränkungen kaum zu erwarten. Damit ist auch gesagt, dass von
den beantragten weitere
n medizinischen Abklärungen
keine massgeblichen neuen Erkenntnisse zu erwarten
sind
, weshalb darauf zu ver
zich
ten ist (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 124 V 90 E. 4b).
5.2
Sodann widerspricht das medizinische Belastungsprofil sowohl in quantitativer als auch qualitativer Hinsicht der Darstellung des Beschwerdeführers, wonach die Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit angesichts der massiven gesundheitlichen Einschränkungen faktisch unmöglich sei (Urk. 1 S. 6ff.). Zunächst war der im Zeitpunkt der Rentenherabsetzung (November 2015) 52–jährige Beschwerde
führer
fein
motorisch unbeeinträchtigt. Der behandelnde Prof. Dr. A._ hielt ausserdem fest, der Beschwerdeführer sei hinsichtlich seiner Konzentrations-, Auffassungs- und Anpassungsfähigkeit sowie Belastbarkeit uneingeschränkt (vgl. E. 4.3). Mithin war
der Beschwerdeführer
in einer
vorwiegend sitzenden
Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig, wobei das Belastungsprofil
in erster Linie durch einen erhöhten und frei wählbaren Pausenbedarf sowie das Erfordernis, das Bein bedarfsweise
hochzulagern
, eingeschränkt war (vgl. E. 4.7). Alsdann ist zu ver
merken, dass der Beschwerdeführer eine Berufsausbildung als Hochbauzeichner und damit augenscheinlich verschiedentlich arbeitsrelevante Fähigkeiten vorzu
weisen hat; namentlich
gutes räumliches Vorstellun
gsvermögen, Fähigkeit zum planerischen Denken, eine präzise, sorgfältige Arbeitsweise sowie mathematische und geometrische Begabung. Seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Tramführer erforderte ein hohes Mass an Selbständigkeit und Verantwortung und beinhaltete nebst dem Führen der Strassenbahn etwa Kundendienste, kleinere Reparaturar
beiten am Fahrzeug sowie den Rapport besonderer Vorkommnisse und Unfälle (vgl. Stellenbeschrieb, Urk. 7/37/16ff.). Dies zeigt, dass der Beschwerdeführer unterschiedliche Anforderungsprofile erfüllen kann bzw. konnte. Erwähnenswert ist auch, dass er sich ehrenamtlich in der Gewerkschaft betätigte (Urk. 7/29/6). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass
der
Begriff des ausgeglichenen Arbeits
marktes gemäss Art. 16 ATSG ein theoretischer und abstrakter Begriff
ist
, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt und dazu dient, den Leistungs
bereich der Invaliden
- und Unfall
versicherung von jenem der Arbeits
losenversicherung abzugrenzen (BGE 134 V 64 E. 4.2.1, BGE 110 V 273 E. 4b; vgl. auch BGE 141 V 351 E. 5.2, 141 V 343 E. 5.2). Er umschliesst einer
s
eits ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hin
sichtlich des körperlichen Einsatzes
(BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). Aus dem beschwer
deweise zitierten Bundesgerichtsentscheid 9C_253/2017 lässt sich nichts Gegen
teiliges und auch nichts zugunsten des Beschwerdeführers ableiten (vgl. Urk. 1 S. 7). Insbesondere hat sich das Bundesgericht im konkreten Fall nicht zur Verwert
barkeit der fraglichen Restarbeitsfähigkeit geäussert. Vielmehr hat es die
Sache zu erneuter Abklärung (mit noch offenem Ausgang)
an die Vorinstanz zurückge
wiesen (vgl. BGE 9C_253/2017, E. 5.1).
Tatsächlich geht das Bundes
gericht in ständiger Recht
sprechung vom Regelfall aus, dass eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbstein
gliederung verwert
bar ist; so
hat
es
etwa
selbst
bei einem 62
3/4
jähri
gen Versi
cherten, welcher nur noch vorwiegend sitzende oder wechsel
belastende Arbeiten ausführen konnte, an den oberen Extremitäten aber nicht beeinträchtigt war und
dem
somit fein
motorische Tätigkeiten trotz fehlen
der diesbezüglicher Erfahrung in Form von Sortier- und Überwachungs
arbeiten möglich waren, die Verwert
bar
keit bejaht (Urteil 8C_345/2013 vom 1
0.
Sep
tember 2013 E. 4.3.3). Auch bei einem 61 Jahre alten Versicherten, der leichte Tätigkeiten nur noch vorwiegend sitzen
d,
aber vollzeitlich
,
verrichten konnte und in seiner Fein
motorik nicht beeinträchtigt war, erachtete es die Chancen auf eine Anstellung als intakt (Urteil 8C_330/201
5 vom 19. August 2015 E. 3.2).
Bei alledem ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine Restarbeits
fähigkeit im ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwerten kann. Mit Blick auf seine
Berufsausbildung und langjährige
Berufserfahrung
sind nebst einfachen Büroar
beiten etwa an
Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie
an
die Bedienung und Überwachung von Maschinen oder Produktionseinheiten, die keinen
erhöhten Krafteinsatz voraussetzen, zu denken.
Darüber hinaus sind an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten praxis
ge
mäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hin
weis; vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_293/2016 vom 11. Juli 2017 E. 4.2 mit Hinweisen).
6.
6.1
6.1.1
Zur
Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versiche
rte Per
son im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginn
s nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfall
s der Teuerung und der realen Ein
kommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tä
ti
gkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325 f.).
6.1.2
Der Beschwerdeführer war vor Eintritt der körperlichen Beeinträchtigung als Tram
führer bei der Y._ tätig, weshalb das
Valideneinkommen
aufgrund der Angaben der Arbeitgeberin festzusetzen ist, zumal der Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ohne körperliche Beeinträchtigung weiterhin als Tramführer tätig gewesen wäre.
Gemäss den Angaben der Y._ im Arbeitgeberfragebogen vom 28. November 2012 erzielte der Beschwerdeführer im Vorjahr des Unfalls (2010) ein Jahresein
kommen von Fr. 92'846.50 (Urk. 7/10/11). Unter Berücksichtigung der
Nominal
lohnentwicklung für Männer bis ins massgebliche Jahr 2015
(
Indexstand 2151 [2010] 2226 [2015
]; vgl. Bundesamt für
Statistik, Schweizerischer Lohnin
dex, Landesindex der Konsumentenpreise, T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Rea
llöhne, 1976-
2016) resultiert
ein
Validenein
k
ommen
von
rund Fr. 96’084.-- (Fr. 92'846.50
:
2151 x 2226).
6.2
6.2.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herange
zogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
6.2.2
Da der Beschwerdeführer nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine Erwerbs-tätigkeit mehr aufgenommen hat, mit welcher er die verbleibende Restarbeitsfä
higkeit voll ausschöpfte, hat die Beschwerdegegnerin zu Recht das Invalidenein
kommen an
hand von Lohntabellen ermittelt
.
Mit Blick auf das
medizinische Belastungsprofil sowie die Ausbildung des Beschwerdeführers ist nicht zu bean
standen, dass sie
gestützt auf die LSE 2014 vom Tabellenlohn
in der Höhe von Fr. 5'660.-- (LSE 2014, Tabelle TA
1,
TOTAL
,
Männer, Kompetenzniveau 2) aus
ging. Daran ändert freilich nichts, dass die Berufsausbildung des Beschwerde
führers bereits Jahrzehnte zurückliegt, er seither ausschliesslich als Tramführer arbeitete und nach eigenen Angaben als Hochbauzeichner in rechnerischer Hin
sicht (Computer, CAD) nicht mehr auf dem neusten Stand ist (Urk. 1 Ziff. 13). Insbesondere umfasst der herangezogene branchenunspezifische Tabellenlohn ein sachlich und fachlich breitgefächertes Tätigkeitsspektrum und damit auch Stellen ohne Anforderungen an branchenspezifische und/oder besondere rechnerische Kenntnisse. Im Übrigen ist angesichts seiner langjährigen Tätigkeit als Tram
führer davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer über grundlegende IT
Kenntnisse verfügt (vgl. Stellenbeschrieb, Urk. 7/37/18). Im beschwerdeweise zitierten Entscheid 8C_457/2017 (vgl. Urk. 1 S. 11) bestätigte das Bundesgericht unter den konkreten Umständen selbst bei einem Versicherten
ohne Lehrab
schluss
die Anrechnung des Tabellenlohns im Kompetenzniveau 2 (vgl. BGE
8C_457/2017,
insbesondere E. 6.3). Insoweit lässt sich aus dem zitierten Entscheid nichts zugunsten des Beschwerdeführers ableiten. Dasselbe gilt für den BGE 9C_780/2016 (vgl. Urk. 1 S. 12). Handelte es sich doch dort um einen Versicher
ten, der lediglich über ein – vornehmlich handwerklich geprägtes – Spezial
wissen verfügte und bei welchem gleichzeitig die persönlichen (intellektuellen) Ressour
cen limitiert waren. Davon kann unter Hinweis auf die bisherigen Erwägungen vorliegend nicht die Rede sein.
Unter
Berücksichti
gung der betriebsüblichen
Arbeitszeit im Jahr 2015 von 41.7
Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Ar
beits
zeit nach Wirtschaftsabtei
lungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2016, A-S 01-96) sowie der N
ominallohnentwicklung für Männer bis ins mass
gebliche Jahr 2015 (Indexstand 2220
[2014]
2226 [2015]
; vgl.
Bundesamt für Statistik, Schwei
zerischer Lohnindex, Landesindex der Konsumentenpreise, T
39, Ent
wicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der
Reallöhne, 1976-2016, Nominallöhne Männer
) ergibt sich für ein 100%-Ar
beitspensum somit ein Jahreseinkommen von rund Fr. 70’998.-- (Fr. 5’660.-- : 40 x 41.7
x 12 :
2220 x 2226
) im
massgeblichen Jahr 2015. Sodann berücksichtigte die Beschwerde
gegnerin einen leidensbedingten Abzug von 25 %. Dieser erweist sich zwar als wohlwollend, ergibt indes kein Anlass zur gerichtlichen Korrektur. Unter Berück
sichtigung des Abzugs resultiert ein Invalideneinkommen von rund Fr. 53'248.-- (Fr. 70'998.—x 0.75).
6.3
6.3.1
Nac
h Ablauf der Wartezeit am 26. September 2012
w
ar der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig
.
U
nter Berücksichtigung der Anmeldefrist
(Art. 29 Abs. 1 IVG
)
hat er somit
ab dem
1. April 2013
(Art. 29 Abs. 3 IVG) A
nspruch auf eine ganze Rente.
6.3.2
Seit
dem 1. August 2015 war der
Beschwerdeführer
hinsichtlich
einer angepass
ten
Tätigkeit
zu 100 % arbeitsfähig
.
Aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen resultiert eine Erwerbseinbusse von rund Fr.
42'836.--,
was einen Invaliditätsgrad von
44.58
%, gerundet
45
%, ergibt.
Damit hat der Beschwerdeführer ab dem 1. November 2015 (Art. 88a Abs. 1 IVV, E. 1.4) Anspruch auf eine
Viertelsrente
(E. 1.5).
6.4
Damit erweisen sich die angefochtenen Verfügungen vom 27. Februar 2018 als rechtens und ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende Partei kostenpflichtig. Die Kosten sind vorliegend auf Fr.
700.-- anzusetzen und aus
gangs
gemäss dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.