Decision ID: 9d6763a4-9300-4a6e-bca8-25427540d79f
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1981 geborene
X._
war seit Juli 2012 als Koch bei der
Y._
AG
angestellt und über die Arbeitgeberin bei der GENERALI Allgemeine Versiche
rungen AG
(nachfolgen
d
: GENERALI)
obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als er gemäss Bagatellunfallmeldung vom
3.
Juli 2020
am 1
9.
Juni 2020
bei einem Sprung in ein Schaumstoffbad
(im
Z._
, vgl.
Urk.
8/58)
aus zirka zwei Metern Höhe schlecht abgefedert und sich das
rechte
Knie verdreht und verletzt habe (
Urk.
8/1).
Ein
MRI
vom
6.
Juli 2020
liess
unter anderem eine komplexe mediale Meniskusläsion
rechts
und ein
en
Status nach Ruptur des inferioren
meniskopoplitealen
Faszikels am lateralen
Meniskushinterhorn
erkennen
(
Urk.
8/21).
Die
GENERALI
verneinte
mit Verfügung vom 1
9.
Oktober 2020 ihre Leistungspflicht mit der Begründung, es liege kein Unfall im Rechtssinne vor und der Meniskusriss
sei vorwiegend degenerativ bedingt
, weshalb
auch eine Leistungspflicht aufgrund einer L
isten
verletzung en
tfalle
(
Urk.
8/39). Dagegen erhoben sowohl der Versicherte als auch dessen Krankenversicherung, die SWICA Gesundheitsdirektion
, Einsprache
(
Urk.
8/46, 8/49
)
.
Nach eine
r Besichtigung des Unfallortes im
Z._
durch den zuständigen Case-Manager der Beschwerdegegnerin am 1
4.
Januar 2021 (Besuchsrapport vom 1
5.
Januar 2021,
Urk.
8/58) und Einholung eines chi
r
urgisch-
traumatologischen
Aktengutachtens
bei
der
A._
GmbH (Expertise vom 1
6.
März 2021,
Urk.
8/60) sowie einer per E-Mail eingeholten
Stellungnahme von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
C._
GmbH, vom 2
4.
März 2021 (
Urk.
8/62) verneinte die GENERALI mit
Einspracheentscheid
vom
8.
April 2021 einen Leistungsanspruch des Versicherten aus dem Ereignis vom 1
9.
Juni 2020 (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
7.
Mai 2021 Beschwerde und beantragte, die Beschwerdegegnerin sei unter Aufhebung des angefochtenen Entscheids zu ver
pflichten, die ihm zustehenden Versicherungsleistungen (Taggeld/Heilkosten) zu
erbringen (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlas
sung vom 2
6.
Mai 2021 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
8.
Mai 2021 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden –
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf
geführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leis
tungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
1.3
.1
UV170180
Unfallbegriff, Gesetzestext
04.2021
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
.2
Nach der Rechtsprechung ist der äussere Faktor ungewöhnlich, wenn er
–
nach einem objektiven Massstab
–
nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und übli
ch ist (BGE 142 V 219 E. 4.3.1,
134 V 72 E. 4.1; SVR 2021 UV Nr. 12 S. 59,
Urteil des Bu
n
desgerichts
8C_368/2020
vom 1
7.
September 2020
E. 4.2).
04.2021
Nach der Rechtsprechung bezieht sich
das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umweltein
wirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_368/2020 vom 17. September 2020 E. 4.2 mit Hinweisen).
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusse
ren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam «programm
widrig» beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Verände
rung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Programm
widrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (Urteil des Bundesgerichts 8C_395/2020 vom 28. September 2020 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 130 V 117 E. 2.1).
1.4
Gemäss BGE 146 V 51 hat der Unfallversicherer nach Meldung einer Listenver
letzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG in der seit 1. Januar 2017 geltenden Fassung die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Listenverletzung auf ein Unfall
ereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzuführen, so ist der Unfallversicherer solange leistungspflichtig, bis der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Unfallbegriffs nach Art. 4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (E. 9.1). Der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers ist erbracht, wenn die Listendiagnose zu mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkrankung beruht (E. 8.2.2.1, E. 8.6).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre Leistungspflicht im angefochtenen Ent
scheid einerseits damit, dass der Unfallbegriff nicht erfüllt sei, sei
d
er
Beschwer
deführer
doch freiwillig in die Würfelgrube im
Z._
gesprun
gen und jede Landung in diesem mit Schaumstoffwürfelchen gefüllten Becken
sei
unkontrollierbar. Dass
d
er
Beschwerdeführer
unglücklich gelandet sei,
sei
ent
sprechend zu erwarten gewesen und dementsprechend nicht ungewöhnlich (
Urk.
2 S. 3). Im Weitern sei der festgestellte Meniskusriss degenerativer Natur, weshalb dessen
Behandlung nicht ge
stützt auf
Art.
6
Abs.
2 UVG übernommen werden könne. Was
die Ruptur des
meniskopoplite
alen
Faszikel
s
anbelange, handle es sich hierbei
um keine Bandverletzung im Sinne von
Art.
6
Abs.
2
lit
. g UVG (
Urk.
2 S. 4).
2.2
Der Beschwerdeführer vertri
tt dagegen den Standpunkt,
die Freiwilligkeit des Sprungs in die Würfelgruppe
stehe
dem Vorliegen
eines Unfalls nicht entgegen
, hätte sich doch die Schädigungsabsicht auf die Folgen des Unfalls, nicht auf d
as Ereignis
selbst beziehen müssen
. D
er Unfallbegriff gemäss
Art.
6
Abs.
1 UVG sei
vielmehr
erfüllt, sei doch der Sprung in die Würfelgrube programmwidrig ver
laufen. Anstatt weich und koordiniert
zu landen, sei er mit abgedrehtem Knie auf einen harten Boden geprallt
. Dieses ung
e
wollte
Landen auf hartem Untergrund stelle eine relevante Programmwidrigkeit im Ablauf eines normalen Sprungs in eine Würfelgrube dar. Aufgrund der vorliegenden Arztberichte bestehe sodann kein Zweifel, dass es durch das Trauma zumindest zu einer vorübergehenden Ver
schlimmerung einer vorbestehenden Schädigung gekommen sei. Sollte das Gericht wider Erwarten zum Schluss gelangen, es liege kein Unfallereignis vor,
so sei von
eine
r
Listendiagnose
auszugehen
, welche durch das Ereignis vom 1
9.
Juni 2020 verursacht und nicht degenerativer Natur sei (
Urk.
1 S. 3 ff.)
2.3
Streitig ist die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin aus dem Ereignis vom 1
9.
Juni 2020
und dabei insbesondere, ob überhaupt ein Unfall oder
gegebenen
falls
eine leistungspflichtige unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von
Art.
6
Abs.
2 UVG vorliegt.
3.
3.1
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie, führte in seinem von der Beschwerdegeg
nerin bei der
A._
GmbH in Auftrag gegebenen Aktengutachten vom 1
6.
März 2021
(
Urk.
8/60)
aus, der Beschwerdeführer sei mit seinem Sohn am 1
9.
Juni 2016 im
Z._
gewesen
, wo er aus zirka zwei Metern Höhe in ein Schaumstoffbad (Würfelgrube) gesprungen sei. Das rechte Bein sei schlecht abgefedert worden und der Beschwerdeführer habe sich das Knie verdreht. Der Beschwerdeführer habe sofort Schmerzen verspürt, das Knie sei während zwei Wochen geschwollen gewesen. Anlässlich der Erstbehandlung vom
1.
Juli 2020 in der Universitätsklinik
E._
(vgl.
Urk.
8/24)
habe er
weiterhin eine Schwel
lung unterhalb der Patella und ein Instabilitätsgefühl, manchmal
auch
giving
-
way
-Phänomene beklagt. Zwei Wochen nach dem Ereignis habe noch ein Kniegelenkserguss bestanden, druckschmerzhaft seien vor allem die laterale Knie
ge
lenksregion im Bereich des Seitenbandes und der Ansatz des
Tractus
iliotibialis
sowie der laterale Gelenkspalt
gewesen
. Die Meniskuszeichen seien
dagegen
nicht eindeutig positiv gewesen, das Kniegelenk zudem frei bew
egli
ch. Im MRI vom
1.
Juli 2020 (vgl.
Urk.
8/21) hätten sich multiple Schäden gefunden (
Urk.
8/60 S.
6)
.
Medial lägen klar Vorschäden mit einer Ausdünn
ung des Knorpelüberzugs am
Femur
kondylus
und am
T
ibiakopf
mit einzelnen Knorpelschäden vor. Das
teil
rupturierte
und vernarbte Seitenband weise keine Signalalterationen mehr auf, was ebenfalls einen unfallvorbestehenden Schaden nahelege. Dies gelte auch für die im MRI dargestellte komplexe Meniskusläsion im
Meniskushinterhorn
, deren beschriebene Form typisch degenerativ bedingt sei. Für eine
n
unfallbedingt ver
ursachte
n
Meniskusriss fehle es auch an j
egli
cher Klinik, komme es bei einem solchen doch zu sofortigen starken Schmerzen und zu Bewegungseinschränkun
gen meistens im Sinne einer Gelenkblockierung. Der Hergang sei zudem nicht geeignet, einen Meniskusriss zu verursachen. Beim Sprung in die Schnitzelgrube se
i es zu einer axialen Stauchung
des Kniegelenks gekommen, so dass die Knor
peldecke und vor allem die
subchondrale
Schicht durchaus mit reaktiven Kno
chenmarksödemen reagiert haben könnte
n
, der Meniskusriss sei aber dadurch nicht verursacht worden. Unklar sei, ob die zentral tiefe Knorpelfissur am medi
alen
Femurkondylus
frisch oder älteren Datums sei
, lägen doch
Bonebruise
s
vor, welche unfallbedingt frisch aufgetreten sein könnten,
diesfalls
spätestens nach sechs Monaten resorbiert sein müssten (
Urk.
8/60 S. 6 f.).
Lateral hätten sich im MRI zusätzlich einzel
n
e ober
flächliche Knorpeldefekte am
Fem
urkondylus
und ein leicht vernarbtes laterales
und
mediales Kollateralband dargestellt. Angesichts der Vernarbungen und der fehlenden Signalalterationen liege auch diesbezüglich ein Vorzustand vor. Entscheidend für die Beurteilung des Falles sei in
des, dass das inferiore
meniskopoplite
ale
Faszikel nicht mehr abgrenzbar sei und
aufgrund des MRIs
ein Status nach Ruptur desselben festge
stellt wurde. Damit sei es mit dem Ereignis zu einem strukturellen Schaden an der
postolateralen
Ecke des K
niegelenkes gekommen
(
Urk.
8/60 S
. 7
).
Als Folge dieser Ruptur des Faszikel
s könne es zu einer Hypermobilität des lateralen Meniskus kommen. Die initialen Befunde mit Hämatom unter der Kniescheibe, Instabil
i
tätsgefühl und
Druckdolenz
über dem Seitenband und dem Ansatz des
Tractus
iliotibialis
korrespondierten mit dem Abriss des
men
i
sko
poplitealen
Faszikels. Unterstützt werde der Schluss auf einen mechanisch bedingten Schaden durch das Vorliegen des Kniegelenksergusses und d
as Fehlen
einer Entzündung. Der Erguss sei in der Verlaufsuntersuchung vom
5.
August 2020 bereits resorbiert, die Schmerzen rückläufig gewesen. Die sodann medial rezidivierend aufgetre
tenen Beschwerden seien dagegen nicht mehr vereinbar mit der Ruptur des
meniskopoplitealen
Faszikels
. Da der medi
ale Meniskusriss jedenfalls vorbeste
hend sei und versicherungsmedizinisch gemäss Beurteilung der Beschwerdegeg
nerin kein Unfall vorliege, stelle sich die Frage nach einem
status
quo sine in diesem Z
usammenhang nicht (
Urk.
8/60 S. 8).
Es handle sich bei dieser sogenannten
postolateralen
Ecke um eine Einheit aus zahlreichen Strukturen. Diese
würden
neben dem lateralen Seitenband das
popliteofibulare
Band, das Ligamentum
arquatum
und auch das
meniskopop
liteale
Faszikel beziehungsweise Band
beinhalten
. Dabei handle es sich um
ein
kollagenes Bündel aus Fasern, die den lateralen Meniskus an der
Hinterwurzel
stabilisieren würden.
Dies
es
Faszikel
entspreche anatomisch-strukturell einem Band, was von einzelnen Radiologen auch so bezeichnet werde. Entsprechend liege eine Bandläsion im Sinne von
Art.
6
Abs.
2
Ziffer g UVG vor. Dabei sei nochmals darauf hinzuweisen, dass die initiale Klin
ik vor allem lateral bestanden
habe. Dieser Schaden sei
nicht degenerativ entstanden (
Urk.
8/60 S. 8 f.).
3
.2
Dr.
B._
führte
in seinem E-Mail vom 2
4.
März 2021
auf Nachfrage der Beschwer
degegnerin
vom 2
2.
März 2021 zur Frage, ob es sich
bei
der Ruptur des
menisko
poplitealen
Faszikels
um eine Bandläsion gemäss
Art.
6
Abs.
2
lit
. g UVG handle
,
aus, das
s die
Popliteussehne
mittels zwei
popliteomeniskealen
Faszikeln, dem
kranialen und dem kaudalen
,
am mittleren und dorsalen Segment des late
ralen Meniskus inseriere. Die Meniskusbasis sei in der gesamten Peripherie nur über lockeres Binde- und Fettgewebe mi
t der Gelenkkapsel verbunden
. Die
Popliteussehne
bilde zusammen mit diesen beiden
popliteo-meniskealen
Faszi
keln und der lateralen Wand d
es Aussenmeniskus den Hiatus
pop
liteus
. Aufgrund der obgenannten anatomischen Beschreibung
handle es sich bei den
menisko
pop
litealen
Faszikeln nicht um eine Bandstruktur, mithin liege keine «
lit
. g» vor (
Urk.
8/62).
3
.3
Der Vertrauensarzt der SWICA,
Dr.
med.
F._
,
Facharzt FMH für Orthopädie und Traumatologie,
welcher si
ch in seiner Stellungnahme zu Hä
nden der
Kranken
versicherung
vom
3.
November 2020
noch lediglich
für eine vorübergehende Verschlimmerung der vorbestehenden Veränderungen ausgesprochen hatte (
Urk.
8/55/2-3
), sprach sich in seiner mit der Beschwerde zusätzlich eingereichten Stellungnahme vom 1
0.
April 2021
nunmehr
dafür aus, dass die im MRI doku
mentierten Begleitveränderungen (Knochenmarksödem Ti
bia medial und Ruptur des
menisk
opoplitealen
Faszikels medial) das Vorliege
n eines Unfallereignisses beleg
en
würden
.
Beim inferioren
menisko
poplitealen
Faszikel handle es sich sodann nicht um ein Ligament, sondern um die Aufhängung des Meniskus, die Meniskuswurzel.
Ent
sprechend handle es sich um einen unfallkausalen lateralen Meniskusriss und damit eine Listenverletzung. Gegebenenfalls wäre die seines Erachtens rein aka
demische Frage, ob es sich bei de
r Läsion des inferioren
menisko
poplitealen
Fas
z
ikels um einen Bänderriss oder
einen Wurzelausriss des Meniskus handle, durch Experten der Kniegruppe von Swiss
Orthop
ae
dics
zu beurteilen. (
Urk.
3 S. 3).
4.
4.1
Zum tatsächlichen Geschehensablauf
gab die Arbeitgeberin in der Unfallmeldung vom
3.
Juli 2020
an, der Beschwerdeführer sei
aus zirka zwei Metern Höhe in das Schaumstoffbad gesprungen, habe schlecht abgefedert und das Knie verdreht (
Urk.
8/1). Auf diese Beschreibung des U
nfallhergangs verwies
d
er
Beschwerde
führer
im Fragebogen zum Unfallhergang vom
7.
August 2002 (
Urk.
8/22 S. 1) und
erklärte, er
sei einfach unglücklich gelandet (S. 3). Auf
neuerliche Zustellung des Fragebogens und Bitte der Beschwerdegegnerin um genaue Ausfüllu
ng des
selben (
Urk.
8/32)
führte er aus,
er habe den Sprung in die Schnitzelgrube schlecht abgefedert und sich
das Knie verletzt (
Urk.
8/37). Gemäss Anamnese im Bericht der Klinik
E._
vom
1.
Juli 2020 sei er beim Spielen mit seinem Sohn in eine Schnitzelgrube gesprungen und mit dem rechten Bein hart auf dem Betonboden gelandet; dabei sei es zu einer Stauchung des rechten Knies gekommen (
Urk.
8/24 S. 1). In der Einsprache vom 1
0.
November 2020 erklärte der Beschwerdeführer einhergehend mit der Unfallschilderung in der Unfallmeldung, dass der Aufprall derma
ssen fest gewesen sei, dass er
sich das Knie verdreht habe. Die Schnitzel
grube habe seinen Sprung nicht abgefedert (
Urk.
8/49). Gemäss den Abklärungen vor Ort betrug die Höhe des linken Sprungpodestes, von welchem der Beschwer
deführer gesprungen sei
,
ab Boden
2.86 m
, der Boden sei mit einer Schutzmatte aus 20 c
m dickem Schaumstoff belegt,
das
Füllmaterial der Grube bestehe aus 25
x 25 cm grossen Schaumstoffwürfeln. Der Beschwerdeführer sei gemäss seiner telefonischen Auskunft mit den Füssen voran gesprungen, mit dem Boden in Kontakt gekommen und unglücklich gelandet
(
Urk.
8/58
).
In seiner Beschwerde verwies er sodann wiederum auf eine
harte Landung auf dem Betonboden mit Verdrehung des Knies (
Urk.
1 S. 3).
Die Angaben des Beschwerdeführers erweisen
sich
insofern als konsistent
und gleichbleibend
, als
er bei seinem Sprung aus
fast drei
Metern
Höhe
in die mit Schaumstoffwürfeln gefüllt
e Grube hart gelandet sei
und den Sprung nicht
habe abfedern können
respektive sei der Sprung durch die Würfelgrube nicht abge
federt worden
. Dass die Grube entgegen der Angabe des Beschwerdeführers, wonach er auf Betonboden gelandet sei, mit einer Schutzmatte belegt war, stellt die behauptete harte Landung ohne Abfederun
g
grundsätzlich
nicht
in Frage
, kann doch auch ein Sprung auf eine derartige Matte ohne Abfederung zu einer harten Landung führen.
Was
die behauptete
Verdrehung des Knies
infolge der harten und
als
unglücklich bezeichneten Landung
anbelangt
, wurde dieses Element bereits in der Unfallmeldung angeführt
(vgl.
Urk.
8/1)
,
welche gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers
und damit dessen
«
Aus
sage der er
sten
Stunde»
erging (BGE 143 V 168 E. 5.2.2, 121
V 45 E. 2a, je mit Hinweisen)
und welche er sodann in der Einsprache vom 1
0.
November 2020, dannzumal noch nicht anwaltlich vertreten, wiederholte (
Urk.
8/49). Entsprechend ist bezüglich des Verlaufs des Ereignisses davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei seinem Sprung in die Würfelgrube
unerwartet
hart auf dem Boden landete, ent
sprechend den Sprung nicht abfederte und sich infolge der unerwartet harten Landung das rechte Knie
zusätzlich
verdrehte.
4.2
Die Beschwerdegegnerin verneinte das Vorliegen eines Unfallereignisses mit der Begründung, der Beschwerdeführer sei freiwillig in die Würfelgrube gesprungen und jede Landung in diesem mit Schaumstoffwürfeln gefüllten Becken sei unkontrollierbar, mithin stets mehr oder weniger unglücklich, weshalb es am erforderlichen
ungewöhnlichen
äusseren Faktor fehle (
Urk.
2 S. 3).
Zuzustimmen ist der Beschwerdegegnerin insoweit, als der Beschwerdeführer unbestritten frei
willig
, wenn auch nicht in Schädigungsabsicht im Sinne von
Art.
37
Abs.
1 UVG,
in die Würfelgrube gesprungen ist u
nd
eine Landung in derselben aufgrund der mitwirkenden
inhomogenen
Masse der Schaumstoffwürfel naturgemäss ein gewisses Mass an Unkont
rollierbarkeit mit sich bringt. Den natürlichen Ablauf der Körperbewegung gestört hat hingegen im vorliegenden Fall, dass die Landung in die Würfelgrube offensichtlich unerwartet hart erfolgte, mithin durch die Schaums
toffwürfel nicht
oder nicht im erwarteten Ausmass
gedämpft wurde
und der Beschwerdeführer infolgedessen den Sprung nicht
abfedern konnte
und sich das Knie
wohl reflexartig
verdrehte. Die Landung in der Würfelgrube war ent
sprechend gerade nicht wegen der Würfelmasse unkontrollierbar, sondern die erwartete dämpfende Wirkung der Schaumstoffwürfel, welche zwar möglicher
weise mit einer unkontrollierbaren Körperhaltung einhergegangen wäre, aber jedenfalls eine harte Landung verhinder
n
hätte s
ollen
, blieb gerade
aus
, was
als äusserer Faktor
den Bewegungsablauf des Beschwerdeführers programmwidrig störte
und zu einer unkontrollierten, da unerwartet harten und entsprechend
unabgefederten
Landung mit zusätzlicher Verdrehung des Kniegelenks führte (E.
1.3.2)
.
Dass der Beschwerdeführer mit der fehlenden dämpfenden Wirkung der Sch
aumstoffwürfel aufgrund seines Erwachseneng
ewichts hätte rechnen müssen, wird von der Beschwerdegegnerin zu Recht nicht geltend gemacht, zumal
gemäss Angaben der Inhaberin des
Z._
kein Sprungverbot für Erwachsene bestand (
Urk.
8/58 S. 3). Entsprechend ist das Ereignis vom 1
9.
Juni 2020 als Unfall im Sinne des Gesetzes zu qualifizieren.
Nachdem
gemäss der
überzeugenden Beurteilung von
Dr.
D._
vom 1
6.
März 2021 (E. 3.1)
di
e Ruptur des inferioren
menisko
poplitealen
Faszikels unmittelbar durch den Unfall veru
rsacht wurde und die nach dem Unfall aufgetretene
Symp
tomatik mit dieser Verletzung korrespondierte, drängen sich sodann keinerlei Zweifel daran
auf
, dass die nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden im rechten Knie und die damit einhergegangene
vorübergehende
Arbeitsunfähigkeit
(vgl.
Urk.
8/8 und 8/9)
zumindest teilkausal
(E. 1.2)
auf das U
nfallereignis zurückzuführen sind
. Der angefochtene Entscheid ist folglich mit der Feststellung, dass die Besc
hwerdegegnerin für
die
Folgen des Unfalls vom 1
9.
Juni 2020 leis
tungspflichtig ist,
aufzuheben und die Beschwerde entsprechend
gut
zu
heissen.
4.3
Anzufügen bleibt, dass eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin selbst bei Verneinung eines Unfallgeschehens
aufgrund einer Listenverletzung
gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG
im Raum stünde
und von ihr weiter abzuklären gewesen wäre
. Denn die
Argumentation von
Dr.
F._
, wonach es sich beim inferioren
menis
ko
poplitealen
Faszikel um die Aufhängung des Meniskus, die M
eniskuswurzel,
handelt (E. 3.3)
, steht
mit der Beurteilung von
Dr.
B._
vom 2
2.
März 2021
(E.
3.2)
insoweit in Einklang, als dieser die Faszikel der den Meniskus inserierenden Struktur
, mithin dessen Ansatz
,
zuordnete
. Sodann
erscheinen
die
Einordnung
des Meniskuswurzelrisses
als Meniskusris
s
und damit
als
Listenverletzung gemäss
Art.
6
Abs.
2
lit
. c UVG
–
wie von
Dr.
F._
vertreten
–
wie auch die Zuordnung von
Dr.
D._
zu
einer Bandläsion gemäss
Art.
6
Abs.
2
lit
. g UVG
beide
nicht abwegig, werden doch unter dem Begriff Wurzelriss einerseits Abrisse der
menisko-tibialen
Bandinsertion und anderseits
Radiärrisse
des Meniskus nahe der
tibialen
Insertion zusammengefasst (vgl. unter:
https://www.management-kran
kenhaus.de/topstories/medizintechnik/meniskus
-
wurzelverletzungen-root-tears-modediagnose-oder-schwerwiegende-ver
letzung [eingesehen am 15.03.2022
]
; vgl. auch
Forkel
/Feucht, Wurzelläsionen des Innen- und Aussenmeniskus, in: Arthroskopie,
7.
M
ärz 2017, S. 1
).
5.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rück
sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Sache und nach der Schwierig
keit des Prozesses zu bemessen. In Anwendung dieser Grundsätze rechtfertigt sich die Zusprechung einer Prozessentschädigung von
Fr.
1’800.-- (inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer).