Decision ID: 9f6e6b59-df72-4244-adb7-9e674be1cb9b
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1970, ist bei den Y._ an
gestellt und in dieser Funktion gegen die Folgen von Unfällen bei der Branchen Versicherung Schweiz versichert. Der Schadenmeldung vom 15. Mai 2017 ist fol
gender Sachverhalt zum Ereignis vom 4. Mai 2017 zu entnehmen: „beim Volley
ballspielen habe ich mit der Manschette den Ball abgenommen und da hat es ein Knacken und stechenden Schmerz im linken Knie gegeben” (Urk. 11/K1 Ziff. 6). Im Rahmen einer ärztlichen Erstkonsultation am 5. Mai 2017 wurde als Diagnose ein Knie Hyperflexions-/Distorsionstrauma links festgehalten (Bericht Spital O._ vom 12. Mai 2017, Urk. 11/M3/1). Mit Verfügung vom 10. Juli 2017 lehnte die Branchen Versicherung Schweiz ihre Leistungspflicht ab (Urk. 11/K8/1). Die dagegen erhobene Einsprache vom 10. August 2017 (Urk. 11/K11) wurde mit Ent
scheid vom 19. Dezember 2017 abgewiesen (Urk. 11/K18 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 30. Januar 2018 Beschwerde gegen den Einspracheent
scheid vom 19. Dezember 2017 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen zurückgehend auf das Ereignis vom 4. Mai 2017 zuzusprechen. Eventuell sei durch das Gericht eine medizinische Ex
pertise zur Klärung der Unfallkausalität einzuholen und über den Anspruch zu entscheiden (Urk. 1 S. 3 oben). Mit Beschwerdeantwort vom 9. April 2018 bean
tragte die Branchen Versicherung Schweiz die teilweise Gutheissung der Be
schwerde in dem Sinne, dass der angefochtene Einspracheentscheid aufgehoben und die Sache zur Durchführung eines externen medizinischen Gutachtens an sie zurückgewiesen werde (Urk. 9). Mit Schreiben vom 9. Mai 2018 schloss sich die Beschwerdeführerin dem Antrag der Beschwerdegegnerin auf Rückweisung zur weiteren medizinischen Abklärung an (Urk. 15).

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der entscheidrelevante Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der Beschwerdeantwort auf den Stand
punkt (Urk. 9), es würden hinsichtlich der rechtserheblichen Frage, ob die in Frage stehende Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurück
zuführen sei, abweichende fachkundige Meinungen bestehen (S. 4 f. Ziff. 10 ff.). Die Sache sei daher zur Einholung eines externen Gutachtens an sie zurückzu
weisen (S. 6 f. Ziff. 22 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin erklärte sich mit einer Rückweisung an die Beschwerde
gegnerin zur genannten medizinischen Abklärung einverstanden (Urk. 15 Ziff. 1).
2.3
Nachdem in Bezug auf die Rückweisung zu weiteren Abklär
ungen übereinstim
mende Anträge
vorliegen und diese mit der Akten- und Rechtslage im Einklang stehen, ist die Beschwerde in
dem Sinne gutzuheissen, dass der
angefochtene
Einspracheentscheid
vom
19. Dezember 2017
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme der notwendigen Abklärungen
, insbesondere zur Einholung eines externen medizinischen Gutachtens,
und zum neuen Ent
scheid
über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin
zurückzuweisen ist.
3.
3.1
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (
§
34
Abs.
3 GSVGer).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 199/02 vom 10. Februar 2004 E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 54 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3
)
.
Dies
gilt unabhängig davon, ob die Rückweisung beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder Eventualantrag gestellt wurde (BGE 137 V 210 E. 7.1).
Daran ändert vorliegend auch der Umstand nichts, dass die von Dr. med. Götz verfasste Expertise erst nach Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids er
stellt wurde und der Beschwerdegegnerin somit erst im Rahmen des Beschwerde
verfahrens zur Kenntnis gebracht werden konnte (vgl. Urk. 9 S. 7 Ziff. 24). Zwi
schen der Schadenmeldung vom 15. Mai 2017 und dem Einspracheentscheid vom 19. Dezember 2017 liegen gerade einmal sieben Monate. Zudem wurde der Be
schwerdeführerin im Rahmen des Einspracheverfahrens mit Schreiben der Be
schwerdegegnerin vom 16. November 2017 noch eine medizinische Beurteilung zur Stellungnahme bis zum 8. Dezember 2017 vorgelegt (vgl. Urk. 11/K16). Der beschwerdeführenden Partei darf vor diesem Hintergrund nicht angelastet wer
den, dass ihre medizinische Expertise erst im Rahmen des Beschwerdeverfahrens vorlag. Es ist demnach entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (Urk. 9 S. 7) nicht auf eine Zusprache einer Parteientschädigung zu verzichten.
3.2
Mit Honorarnote vom 9. Mai 2018 (Urk. 16) machte Rechtsanwalt Jan Herrmann in Bezug auf das vorliegende Beschwerdeverfahren einen zeitlichen Aufwand von 7.5 Stunden sowie Barauslagen von Fr. 9
5
.
7
0 geltend. Diese Aufwendungen er
scheinen als angemessen. Allerdings beträgt der gerichtsübliche Stundenansatz Fr. 220.--. In Anwendung des
praxisgemässen
Stundenansatzes und unter Be
rücksichtigung der Mehrwertsteuer von 7.7 % ergibt sich daraus eine Honorar
forderung von insgesamt Fr. 1'880.--.
In Anwendung
obiger
Kriterien
(vorstehend E. 3.1)
und unter Berücksichtigung des geltend gemachten zeitlichen Aufwandes
ist die Parteientschädigung vorlie
gen
d
auf Fr.
1'880.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.