Decision ID: bcf73174-e6ca-4d7c-97bf-649c8efdcff5
Year: 2020
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1. A._ kam im Dezember 2014 in der 29. Schwangerschaftswoche zur
Welt und wurde am 13. Januar 2015 von seinen Eltern bei der IV-Stelle des
Kantons Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) zum Leistungsbezug
angemeldet. Diese anerkannte verschiedene Geburtsgebrechen (Ziff. 247,
313 und 494 des Anhanges zur Verordnung über Geburtsgebrechen).
2. Für medizinische Massnahmen im Zusammenhang mit diesen
Geburtsgebrechen erteilte die IV-Stelle im April 2015 Kostengutsprache.
Für die Behandlung des Syndroms der hyalinen Membranen
(Geburtsgebrechen Ziff. 247) wurde die Kostengutsprache bis zum
31. Dezember 2016, für die Behandlung von Angeborenen Herz- und
Gefässmissbildungen bis zum 31. Dezember 2019 und für die Behandlung
des Geburtsgewichts unter 2000 g bis zur Erreichung eines Gewichtes von
3000 g erteilt.
3. Im Dezember 2015 meldete die Kinderärztin von A._, med. pract.
B._, Praktische Ärztin, der IV-Stelle, dass dieser unter einer starken
obstruktiven Bronchitis leide. Bei Status nach hyaliner Membrankrankheit
sowie bronchopulmonaler Dysplasie komme dies häufiger und in
grösserem Ausmass vor als bei gesunden, termingeborenen Kindern. Es
sei mit grösster Wahrscheinlichkeit ein Zusammenhang mit diesen
Diagnosen gegeben. Auf Nachfrage der IV-Stelle teilte die behandelnde
Ärztin mit, dass es sich bei A._ um viral ausgelöste Bronchitiden
handle, welche wiederholt eine Inhalation notwendig machen würden.
4. Am 29. Januar 2016 teilte die IV-Stelle mit, dass sie die Mietkosten für den
Aerosol-Apparat als Behandlungsgerät bis zum 31. März 2016 übernehme.
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5. Nachdem A._ im Laufe des Winters 2016 eine Infektion mit dem
Respiratorischen-Syntyzial-Virus (RSV) erlitt, musste er, wegen der
vorbelasteten Lunge, in wechselnden Intervallen mehrmals feucht Ventolin
und Pulmicort inhalieren. Am 27. Mai 2016 teilte die IV-Stelle mit, dass es
die Kosten für den Kauf des Aerosol Apparates übernehme. Das
Behandlungsgerät werde leihweise abgegeben.
6. Am 7. Dezember 2016 bat die Kinderärztin von A._ die IV-Stelle um
Prüfung der Verlängerung der Kostenübernahme des Aerosol-Apparates.
Bei A._ liege eine bronchopulmonale Dysplasie vor. Diese sei eine
direkte Folge des Syndroms der hyalinen Membrane. Dr. med. C._,
Fachärztin für Neurologie, des Regionalärztlichen Dienstes Ostschweiz
(nachfolgend RAD) empfahl eine Verlängerung der Kostengutsprache für
weitere zwei Jahre.
7. Am 19. Januar 2017 teilte die IV-Stelle mit, dass sie die Kosten für die
Behandlung des Geburtsgebrechens und des ärztlich verordneten
Behandlungsgeräts in einfacher und zweckmässiger Ausführung bis zum
31. Dezember 2018 übernehme.
8. Im September 2019 meldete sich die behandelnde Ärztin von A._
erneut bei der IV-Stelle und bat darum, eine Verlängerung der
Kostengutsprache bezüglich des Geburtsgebrechens zu prüfen. Dr. med.
C._ gelangte am 8. November 2019 zu folgendem Schluss: Gemäss
aktuellem Arztbericht müsse nun nur noch wegen viraler Infekte inhaliert
werden. Damit würden Bronchopneumonien vermieden, welche 2017 noch
bei jedem viralen Infekt auftraten. In Vordergrund stünden demnach aktuell
prophylaktische Massnahmen bei Infektionskrankheiten. Einen
ursächlichen Zusammenhang mit der ehemaligen hyalinen
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Membrankrankheit könne sie nicht mehr erkennen. Dies wurde den Eltern
am 12. November 2019 von der IV-Stelle mitgeteilt.
9. Am 15. November 2019 verlangten die Eltern von A._ einen
einsprachefähigen Vorbescheid. Sie machten insbesondere geltend, dass
noch ein Termin bei Dr. med D._, Facharzt für Kinder- und
Jugendmedizin, am 11. Dezember 2019 im Kantonsspital Graubünden
ausstehend sei und der Entscheid zu früh gefällt worden sei.
10. Mit Vorbescheid vom 29. April 2020 teilte die IV-Stelle A._ mit, dass
sie den Anspruch auf medizinische Massnahmen geprüft habe. Sie stellte
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, weil nicht mehr ein
direkter Zusammenhang mit dem Geburtsgebrechen Syndrom der hyalinen
Membranen bestehe.
11. Am 15. Juni 2020 verfügte die IV-Stelle wie vorbeschieden. Der Bericht von
Dr. med. D._ habe eine Behandlungspflicht im Fall von Infekten
bestätigt. Diese seien demnach massgeblich für die Behandlung und
würden zwischen die (ehemalige) Ursache und den Gesundheitsschaden
treten. Damit sei bestätigt, dass nicht mehr ein direkter Zusammenhang mit
dem Geburtsgebrechen Syndrom der hyalinen Membranen bestehe. Das
Leistungsbegehren von A._ wurde abgewiesen.
12. Dagegen erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 3. Juli 2020
Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden, mit dem
Antrag, die angefochtene Verfügung vom 15. Juni 2020 sei aufzuheben
und die Sache zur Neubeurteilung bzw. Kostengutsprache an die IV-Stelle
zurückzuweisen. Im Wesentlichen machte er geltend, dass die IV-Stelle
den Sachverhalt unrichtig bzw. unvollständig festgestellt habe und in der
Folge mit der Verneinung der Kausalität der Behandlungskosten zum
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Geburtsgebrechen eine falsche rechtliche Beurteilung vorgenommen habe.
Im Hinblick auf die Kausalitätsfrage sei bei zusätzlichen Atemwegsinfekten
abzuklären, ob diese mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das
Geburtsgebrechen zurückzuführen wären. Die IV-Stelle hätte die
Wahrscheinlichkeit der Kausalität der Folgeerkrankung prüfen müssen. Die
Sachverhaltsabklärung sei in diesem Punkt mangelhaft erfolgt.
13. Mit Vernehmlassung vom 14. September 2020 beantragte die IV-Stelle
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde unter
Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers. Der Beschwerdeführer leide
nicht mehr am Geburtsgebrechen Syndrom der hyalinen Membranen.
Aufgrund der vorliegenden Akten sei festzustellen, dass er zwar an einer
bronchopulmonalen Dysplasie (BPD) mit bronchialer Hyperreagibilität,
aber offensichtlich nicht (mehr) an einer Hyaline-Membranen-Krankheit
leide. So halte das Kantonsspital Graubünden im Bericht vom
12. Dezember 2019 fest, dass ein Status nach einer hyalinen
Membranenkrakheit vorliege. An diesem Resultat vermöge der Umstand,
dass die brochnopulmonale Dysplasie mit bronchialer Hyperreagibilität
Folge der früher bestehenden Hyaline-Membranen Krankheit sei, nichts zu
ändern. Selbst wenn das Vorliegen des Geburtsgebrechens Ziff. 247 bejaht
würde, sei festzuhalten, dass der qualifizierte Kausalzusammenhang
zwischen dem Geburtsgebrechen und der vorliegenden Behandlung zu
verneinen sei. Mit den vorliegenden Therapien werde nicht das
Geburtsgebrechen behandelt. Vielmehr hätten die Behandlungen das Ziel,
Atemwegsinfekte vorzubeugen und diese zu behandeln. Diese Infekte
seien jedoch auf externe Krankheitserreger zurückzuführen. Die Kosten für
diese Behandlungen seien daher nicht von der Invalidenversicherung zu
übernehmen.
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14. Mit Replik vom 22. September 2020 machte der Beschwerdeführer
geltend, dass die Kausalität zwischen der brochopulmonalen Dysplasie
und der hyalinen Membrankrankheit gegeben sei. Die
Beschwerdegegnerin verkenne die Praxis, wonach die Behandlung von
Gesundheitsschäden, welche eine kausale Folge des Geburtsgebrechens
darstellen, ebenfalls der Leistungspflicht der IV unterliegen würden. Es
bestehe klarerweise eine Leistungspflicht. Die Atemwegsinfekte des
Beschwerdeführers würden keine kausalitätsunterbrechenden
Sachverhalte darstellen, stattdessen seien die entsprechenden Therapien
unter die geburtsgebrechenbedingte Prävention zu subsumieren.
15. Am 5. Oktober 2020 hielt die Beschwerdegegnerin duplicando an ihren
Anträgen fest, wobei sie ihre Argumentation vertiefte.
16. Der Beschwerdeführer machte mit Triplik vom 6. Oktober 2020 geltend,
dass irrelevant sei, ob das Geburtsgebrechen noch bestehe. Vorliegend sei
ausgewiesen, dass die bronchopulmonale Dysplasie adäquat kausal aus
dem Geburtsgebrechen herrühre. Die Behauptung der
Beschwerdegegnerin, das Geburtsgebrechen müsse noch vorliegen,
werde durch die Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht gestützt.
17. Mit Schreiben vom 9. Oktober 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin
auf die Einreichung einer Quadruplik.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtene
Verfügung sowie die weiteren Akten wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
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Considerations:
Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:
1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-Stelle
des Kantons Graubünden vom 15. Juni 2020. Eine solche Anordnung, die
laut Bundesrecht der Beschwerde an das Versicherungsgericht am Ort der
verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann beim Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden als das örtlich und sachlich zuständige
Versicherungsgericht angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 lit. a des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] i.V.m.
Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Der
Beschwerdeführer ist als formeller und materieller Verfügungsadressat von
der angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Er bzw.
seine Eltern als Vertreter ihres inzwischen 5-jährigen und damit noch
minderjährigen Sohnes sind somit zur Beschwerdeerhebung legitimiert
(Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die Beschwerde wurde zudem frist-
und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2
ATSG, Art. 39 Abs. 1 ATSG sowie Art. 61 lit. b ATSG). Darauf ist somit
einzutreten.
1.2. Gemäss Art. 43 Abs. 1 VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in der
Regel in der Besetzung mit drei Richterinnen und Richtern. Es entscheidet
in einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5'000.-- nicht
überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Vorliegend ist
die Kostengutsprache für zur Behandlung von Geburtsgebrechen
notwendigen medizinischen Massnahmen (Aerosol-Apparat und
Medikamente) streitig. Die Kosten des Aerosol-Apparats sind in den Akten
mit Fr. 220.-- ausgewiesen (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.]
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34). Da die Anwendung vorliegend lediglich in den Wintermonaten
angezeigt ist, liegen die Kosten deutlich unter dem Streitwert von
Fr. 5'000.--, weshalb vorliegend die Einzelrichterin entscheidet.
2. Mit der angefochtenen Verfügung vom 15. Juni 2020 lehnte die
Beschwerdegegnerin eine Kostengutsprache für medizinische
Massnahmen (Aerosol-Apparat und Medikamente) für den
Beschwerdeführer sowohl gestützt auf Art. 13 als auch auf Art. 12 IVG ab.
Angesichts der vorgebrachten Anträge des Beschwerdeführers – welche
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Lichte ihrer Begründung
auszulegen sind (vgl. BGE 137 III 617 E.6.2 m.H.) – ist nachfolgend
lediglich die Frage zu prüfen, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf
medizinische Massnahmen nach Art. 13 IVG hat, die zur Behandlung von
anerkannten Geburtsgebrechen notwendig sind.
2.1. Nach Art. 13 IVG haben Versicherte bis zum vollendeten 20. Altersjahr
Anspruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2
ATSG) notwendigen medizinischen Massnahmen. Die medizinischen
Massnahmen umfassen die Behandlung, die vom Arzt selbst oder auf seine
Anordnung durch medizinische Hilfspersonen in Anstalts- oder Hauspflege
vorgenommen wird, mit Ausnahme von logopädischen und
psychomotorischen Therapien (Art. 14 Abs. 1 lit. a IVG) sowie die Abgabe
der vom Arzt verordneten Arzneien (Art. 14 Abs. 1 lit. b IVG). Gemäss Art. 1
Abs. 2 der Verordnung über Geburtsgebrechen (GgV; SR 831.232.21) sind
die Geburtsgebrechen in der Liste im Anhang aufgeführt. Ziff. 247 des
Anhangs der GgV nennt als Geburtsgebrechen das Syndrom der hyalinen
Membranen.
2.2. Der Beschwerdeführer litt unbestrittenermassen am Geburtsgebrechen
Ziff. 247. Die Beschwerdegegnerin übernahm in der Vergangenheit die
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Kosten der Behandlung dieses Leidens (vgl. Verfügung vom 14. April 2015
[Bg-act. 11], Verfügung vom 29. Januar 2016 [Bg-act. 30], Verfügung vom
27. Mai 2016 [Bg-act. 38] sowie Verfügung vom 7. Dezember 2016 [Bg-act.
44]). Gemäss Arztbericht von Dr. med. D._ vom 12. Dezember 2019
besteht beim Beschwerdeführer aktuell eine leichte bronchopulmonale
Dysplasie mit bronchialer Hyperreagibilität (vgl. beschwerdeführerische
Akten [Bf-act.] 3). Als Therapie sei neben der Basistherapie mit Axotide
eine kurzzeitige Inhalation mit Seretide, bei schwerem Atemwegsinfekt mit
zusätzlich Ventolin erforderlich.
2.3. Der Verordnungsgeber hat für das Geburtsgebrechen Ziff. 247 keine
zeitliche Limitierung für Leistungen der IV definiert. Mithin kann sich die
Leisungspflicht entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin auch
auf sekundäre Folgeschäden beziehen, wenngleich das Geburtsgebrechen
Ziff. 247 selbst nicht mehr vorliegt, sofern ein qualifizierter
Kausalzusammenhang zwischen dem sekundären Folgeschaden
(vorliegend BPD bzw. obstruktive Bronchitis) und dem Geburtsgebrechen
(hier Hyaline-Membranen-Krankheit) bejaht werden kann (vgl. BGE 129 V
209 E.3.3 m.H.). So bejahte denn auch die RAD-Ärztin Dr. med. C._
in ihren Beurteilungen vom 27. Januar 2016 (vgl. Bg-act. 31 S. 3) und
19. Januar 2017 (vgl. Bg-act. 43 S. 3) das Vorliegen eines qualifizierten
Kausalzusammenhangs zwischen dem Geburtsgebrechen Ziff. 247 und
der obstruktiven Bronchitis (vgl. Case Report [Bg-act. 31 S. 3 und 43 S. 3])
obwohl Dr. med. E._ bereits am 13. Mai 2015 (vgl. Bg-act. 26) bzw.
die behandelnde Ärztin med. pract. B._ im Bericht vom 15. Dezember
2015 einen Status nach Hyaline-Membranen-Krankheit auswiesen (vgl.
Bg-act. 25).
2.4. Nach Rechtsprechung des Bundesgerichts erstreckt sich der Anspruch auf
medizinische Massnahmen ausnahmsweise auch auf die Behandlung
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sekundärer Gesundheitsschäden, die zwar nicht mehr zum
Symptomenkreis des Geburtsgebrechens gehören, aber nach
medizinischer Erfahrung häufig die Folge dieses Gebrechens sind.
Zwischen dem Geburtsgebrechen und dem sekundären Leiden muss
danach ein qualifizierter adäquater Kausalzusammenhang bestehen. Nur
wenn im Einzelfall dieser qualifizierte ursächliche Zusammenhang
zwischen sekundärem Gesundheitsschaden und Geburtsgebrechen
gegeben ist und sich die Behandlung überdies als notwendig erweist, hat
die Invalidenversicherung im Rahmen des Art. 13 IVG für die medizinischen
Massnahmen aufzukommen (vgl. BGE 129 V 270 E.3.3, 100 V 41; Urteil
des Bundesgerichts 8C_203/2018 vom 9. Oktober 2018 E.5.2. m.H.). An
die Erfüllung der Voraussetzungen des rechtserheblichen
Kausalzusammenhangs sind strenge Anforderungen zu stellen (Urteile des
Bundesgerichts 8C_203/2018 vom 9. Oktober 2018 E.5.2 und
8C_494/2010 vom 25. November 2010 E.3.1; vgl. auch Rz. 11 des
Kreisschreibens über die medizinischen Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung, [nachfolgend KSME]).
3. Zu prüfen ist damit, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht davon ausgeht,
dass vorliegend kein qualifizierter Kausalzusammenhang zwischen dem
Geburtsgebrechen des Beschwerdeführers und den sekundären
Gesundheitsschäden (BPD bzw. obstruktive
Bronchitis/Bronchopneumonien) besteht.
3.1. Im Sozialversicherungsrecht gilt generell das Untersuchungsprinzip.
Demnach hat die Behörde im Beschwerdefall das Gericht den
rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei
an die Anträge der Parteien gebunden zu sein (Art. 43 Abs. 1 ATSG und
Art. 61 lit. c ATSG; vgl. auch KIESER, Kommentar ATSG, Zürich/St. Gallen
2020, Art. 43 Rz. 13 ff.; Urteil des Bundesgerichts 8C_398/2018 vom
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5. Dezember 2019 E.3.1). Die Untersuchungspflicht gilt sowohl im
Verwaltungsverfahren wie auch grundsätzlich im kantonalen
Gerichtsverfahren (KIESER, a.a.O. Art. 43 Rz. 30).
Um beurteilen zu können, ob vorliegend ein qualifizierter
Kausalzusammenhang zwischen dem Geburtsgebrechen des
Beschwerdeführers und dem sekundären Gesundheitsschaden besteht,
sind die Verwaltung und das im Beschwerdefall angerufene Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls andere
Fachleute zur Verfügung stellen (BGE 132 V 93 E.4). Dabei können sich
die IV-Stellen und im Streitfall die Sozialversicherungsgerichte auf die RAD
(Art. 59 Abs. 2bis Satz 1 IVG), auf die Berichte der behandelnden Ärztinnen
und Ärzte oder auf externe medizinische Sachverständige abstützen
(Art. 59 Abs. 3 IVG). Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen
Beweismittel zu würdigen sind, vielmehr gilt für das gesamte Verwaltungs-
und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung (BGE 143 V 124 E.2.2.2, BGE 125 V 351 E.3). Der
Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass der im
Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (vgl. BGE 144 I 28 E.2.3 m.H.).
3.2. Der Beschwerdeführer führt an, dass der Sachverhalt unrichtig bzw. nicht
vollständig festgestellt wurde und in der Folge mit der Verneinung der
Kausalität der Behandlungskosten zum Geburtsgebrechen eine falsche
rechtliche Beurteilung vorgenommen worden sei. Es seien keinerlei
kausalitätsunterbrechende Sachverhalte ersichtlich. Die
Therapienotwendigkeit als vorbeugende Massnahme ergebe sich direkt
kausal aus dem Geburtsgebrechen.
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3.3. Dagegen ist die Beschwerdegegnerin der Auffassung, dass der
Beschwerdeführer zwar an einer bronchopulmonalen Dysplasie mit
bronchialer Hyperreagibilität, aber nicht (mehr) an einer Hyaline-
Membranen Krankheit leide. Das Kantonsspital Graubünden halte
ausdrücklich fest, dass ein Status nach einer hyalinen
Membranenkrankheit vorliege. Daran vermöge der Umstand, dass die
bronchopulmonale Dysplasie mit bronchialer Hyperreagibilität allfällige
Folge der früher bestehenden Krankheit sei, nichts zu ändern. Der
Beschwerdeführer habe folglich von vornherein keinen Anspruch darauf,
dass die Invalidenversicherung die Kosten für die Behandlung des
Geburtsgebrechens und die ärztlich verordneten Behandlungsgeräte
übernehme. Selbst wenn das Geburtsgebrechen noch vorliegen sollte, sei
der qualifizierte Kausalzusammenhang zu verneinen. Denn mit den
vorliegenden Therapien werde nicht das Geburtsgebrechen behandelt,
sondern die Behandlungen hätten das Ziel, Atemwegsinfekten
vorzubeugen. Diese Atemwegsinfekte seien aber auf externe
Krankheitserreger zurückzuführen. Damit seien die Kosten der Behandlung
nicht von der Invalidenversicherung zu übernehmen.
3.4. Aufgrund der im vorliegenden Verfahren zu berücksichtigenden
medizinischen Akten kann der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht
gefolgt werden: Einerseits bestätigte bereits RAD-Ärztin Dr. med. C._
in ihrer Beurteilung vom 27. Januar 2016 den von der Kinderärztin des
Beschwerdeführers dargelegten qualifizierten Kausalzusammenhang
zwischen dem Geburtsgebrechen und der obstruktiven Bronchitis (vgl.
Case Report vom 29. Januar 2016 [Bg-act. 31 S. 3]). Zu demselben
Schluss gelangte sie auch anlässlich ihrer Beurteilung vom 19. Januar
2017 (vgl. Case Report vom 19. Januar 2017 [Bg-act. 43 S. 3]).
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In ihrer RAD-Beurteilung vom 8. November 2019 führte Dr. med. C._
sodann aus, ursprünglich habe mit der hyalinen Membrankrankheit Grad II
bis IV ein ausgeprägter Befund mit einer über 20-tägigen Beatmung
bestanden. Die erste Verlängerung des Geburtsgebrechens sei im Jahr
2017 erfolgt. Wegen der vermehrten bronchialen Reagibilität habe der
Beschwerdeführer den gesamten Winter hindurch täglich mehrfach
inhalieren müssen. Gemäss den aktuellen medizinischen Akten müsse nun
nur noch wegen viraler Infekte inhaliert werden. Damit würden
Bronchopneumonien vermieden (welche im Jahr 2017 noch bei jedem
viralen Infekt aufgetreten seien). Im Vordergrund stünden demnach aktuell
prophylaktische Massnahmen bei Infektionskrankheiten. Damit könne kein
ursächlicher Zusammenhang mit der ehemaligen Hyaline-Membranen-
Krankheit mehr erkannt werden (vgl. Case Report vom 12. November 2019
[Bg-act. 55 S. 3 f.]).
An dieser Einschätzung hielt Dr. med. C._ anlässlich ihrer Beurteilung
vom 13. März 2020 fest, indem sie ausführte, der Bericht von Dr. med.
D._ bestätige eine Behandlungspflicht im Fall von Infektionen. Diese
seien demnach massgeblich für die Akut-Behandlung und träten zwischen
die (ehemalige) Ursache und den Gesundheitsschaden. Damit bestehe
kein direkter Zusammenhang mit dem Geburtsgebrechen mehr (vgl. Case
Report vom 15. Juni 2019 [Bg-act. 66 S. 3]).
3.5. Dieser Umschwung in den Beurteilungen des qualifizierten
Kausalzusammenhangs von Dr. med. C._ vermag aus den im
Folgenden dargestellten Gründen nicht zu überzeugen.
3.5.1. Bereits in ihren Stellungnahmen vom 15. Dezember 2015 und 25. Januar
2016 bestätigte die behandelnde Kinderärztin, med. pract. B._, dass
eine obstruktive Bronchitis, welche bei Status nach hyaliner
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Membrankrankheit sowie bronchopulmonaler Dysplasie häufiger und in
grösserem Ausmass als bei gesunden, termingerecht geborenen Kindern
auftrete, im Kleinkindalter fast immer durch einen viralen Infekt getriggert
werde; auch beim Beschwerdeführer handle es sich jeweils um viral
ausgelöste Bronchitiden (vgl. Bg-act. 25 und 29). Auch nachdem der
Beschwerdeführer im Winter 2016 eine RSV-Infektion erlitten hatte, infolge
derer er aufgrund eines intensiven Inhalations- und Sauerstoffbedarfs
hospitalisiert werden musste (vgl. Austrittsbericht Kantonsspital
Graubünden vom 24. März 2016 [Bg.act. 49]), führte die behandelnde
Ärztin med. pract. B._ mit Bericht vom 23. Mai 2016 aus, dass der
Beschwerdeführer im Laufe des Winters beim Auftreten von viralen
Infektionen jedes Mal pulmonal derart reagiert habe, dass eine
Feuchtinhalation unumgänglich geworden sei. Bedingt durch die
bronchopulmonale Dysplasie könnten virale Infektionen heftiger als bei
nicht betroffenen Kindern verlaufen (vgl. Bg-act. 37). Obschon somit
ausgewiesen war, dass die behandlungsbedürftige obstruktive Bronchitis
beim Beschwerdeführer häufiger und intensiver durch im Winter vermehrt
auftretende virale Infekte ausgelöst wurde, stellte dies für RAD-Ärztin Dr.
med. C._ in ihren Beurteilungen vom 27. Januar 2016 und 19. Januar
2017 keinen Grund bzw. kein bestimmend dazwischentretendes äusseres
Ereignis dar (vgl. KSME Rz. 11), welches den Kausalzusammenhang zu
unterbrechen vermocht hätte. Vielmehr bejahte sie darin das Vorliegen des
qualifizierten Kausalzusammenhangs zwischen dem Geburtsgebrechen
und der obstruktiven Bronchitis (vgl. Case Report vom 29. Januar 2016
[Bg-act. 31 S. 3] und Case Report vom 19. Januar 2017 [Bg-act. 43 S. 3]).
3.5.2. Des Weiteren bestätigte Dr. med. D._ in seinem Bericht vom
12. Dezember 2019, dass als Ursache der Obstruktion weiterhin eine
bronchopulmonale Dysplasie mit bekannter Hyperreagibilität vorliege, bei
welcher eine bronchiale Reversibilität auf Betamimetika beobachtet werden
- 15 -
könne (vgl. Bf-act. 3; vgl. auch Bericht der behandelnden Ärztin med. pract.
B._ vom 23. September 2019 [Bg-act. 54 S. 2]). Dass sich die
bronchiale Reagibilität im Vergleich zur Situation im 2017 ausgeschlichen
hätte, findet somit keine Stütze in den Akten.
3.5.3. Ferner empfahl Dr. med. D._ aufgrund der vorgenannten Diagnose
eine Inhalationstherapie über die Wintermonate bis Ende April, allenfalls
auch über die Sommermonate, falls weiterhin eine Broncholysereaktion
bestehe. Wie seinem Bericht vom 12. Dezember 2019 ausdrücklich
entnommen werden kann, beschränkt sich diese Therapie nicht nur auf
Phasen schwerer Atemwegsinfekte (wobei in solchen Fällen die Dosis der
Inhalationsmedikamente und die Frequenz erhöht werden müssen),
sondern weist einen dauerhaften Charakter, zumindest während der
kälteren und somit infektreicheren Jahreszeit auf (vgl. Bf-act. 3; vgl. ferner
Verlaufsbericht von Dr. med. D._ vom 5. März 3020 [Bg-act. 63]). Dies
deckt sich mit früheren, beim Beschwerdeführer durchgeführten
Behandlungstherapien, während welcher auch in infektfreien Phasen eine
Inhalation medizinisch indiziert war (vgl. Verlaufsberichte der
behandelnden Ärztin med. pract. B._ vom 23. Mai 2016 [Bg-act. 37]
und vom 16. Januar 2017 [Bg-act. 42]).
3.6. Insgesamt vermag somit die übrige medizinische Aktenlage zumindest
geringe Zweifel an den RAD-Beurteilungen vom 8. November 2019 und
13. März 2020 zu wecken. Denn angesichts des nach wie vor
ausgewiesenen Krankheitsbildes des Beschwerdeführers ist nicht
nachvollziehbar, weshalb ein externer Krankheitserreger im Gegensatz zu
früher nun den qualifizierten Kausalzusammenhang zwischen dem
Geburtsgebrechen und der obstruktiven Bronchitis bzw. den
Bronchopneumonien zu unterbrechen vermöge. Dass letztere auf die
bronchopulmonale Dysplasie zurückzuführen sind, bestätigte sowohl Dr.
med. D._ (vgl. Bericht vom 12. Dezember 2019 [Bf-act. 3]), als auch
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die behandelnde Kinderärztin med. pract. B._ (vgl. Stellungnahme
vom 15. Dezember 2015 [Bg-act. 25] sowie Verlaufsbericht vom 23. Mai
2016 [Bg-act. 37]). Ferner ergibt sich aus den Akten, dass sich beim
Beschwerdeführer infolge des über lange Zeit benötigten zusätzlichen
Sauerstoffs über CPAP und Subnasalsonde eine bronchopulmonale
Dysplasie gebildet hat (Ereignisdatum 14. Januar 2015), nachdem er
infolge Frühgeburtlichkeit mit Atemnotsyndrom auf die
Kinderintensivstation verlegt werden musste, wo die hyaline
Membrankrankheit Grad III-IV diagnostiziert wurde (vgl. insbesondere
Austrittbericht Kantonsspital Graubünden Dres. med. F._ und
G._ vom 12. Februar 2015 [Bg-act. 19], vgl. ferner Verlaufsberichte
der behandelnden Ärztin med. pract. B._ vom 16. Januar 2017 [Bg-
act. 42] und vom 23. September 2019 [Bg-act. 54 S. 2]). Zudem geht aus
KSME Rz. 1023.1 hervor, dass die bronchopulmonale Dysplasie ein
chronisches Leiden bei Frühgeborenen ist, dass häufig die Konsequenz
der hyalinen Membrankrankheit ist. Insofern kann angenommen werden,
dass das Geburtsgebrechen Ziff. 247 nach dem gewöhnlichen Lauf der
Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, zu obstruktiven
Bronchitiden bzw. Bronchopneumonien zu führen, womit der qualifizierte
adäquate Kausalzusammenhang zu bejahen ist.
4. Zudem ist festzuhalten, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
die Invalidenversicherung zwar grundsätzlich nicht für prophylaktische
Massnahmen aufzukommen hat (vgl. auch Ziff. 1023 KSME). Indessen
fallen Heilmittel, mit welchen das geburtsgebrechenbedingte Risiko
anderweitiger Krankheiten vermindert wird, in ihren Leistungsbereich. Ist
eine Behandlung wegen eines Geburtsgebrechens notwendig, ist sie
sowohl für die Behandlung des Geburtsgebrechens selbst als auch für die
geburtsgebrechensbedingte Prävention zuständig (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_523/2016 vom 27. Oktober 2016 E.2.4). Im hier zu
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beurteilenden Fall ist jedoch überhaupt fraglich, ob die vom
Beschwerdeführer beantragten Behandlungsmassnahmen (nur) der
Prophylaxe dienen, ist doch gestützt auf den Bericht von Dr. med. D._
vom 12. Dezember 2019 (vgl. Bf-act. 3) davon auszugehen, dass immer
noch eine bronchopulmonale Dysplasie mit bekannter bronchialer
Hyperreagibilität vorliegt, wobei sich eine bronchiale Reversibilität auf
Betamimetik beobachten lasse. Selbst wenn jedoch (zumindest mit Blick
auf die Vermeidung von Bronchopneumonien) von einer prophylaktischen
Massnahme auszugehen wäre, wird dadurch das
geburtsgebrechenbedingte Risiko vermindert, ist vorliegend – wie oben
dargelegt – doch der qualifizierte Kausalzusammenhang zwischen dem
Geburtsgebrechen Ziff. 247 und der obstruktiven Bronchitiden bzw. den
Bronchopneumonien zu bejahen.
5. Zu prüfen ist sodann, ob sich die medizinischen Massnahmen für die
Behandlung als notwendig erweisen (vgl. BGE 100 V 41 E.1a). Als
medizinische Massnahme, die für die Behandlung eines
Geburtsgebrechens bzw. eines sekundären Gesundheitsschadens mit
qualifiziertem adäquatem Kausalzusammenhang zu einem
Geburtsgebrechen notwendig sind, gelten sämtliche Vorkehren, die nach
bewährter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft angezeigt sind und
den therapeutischen Erfolg in einfacher und zweckmässiger Weise
anstreben (vgl. Art. 2 Abs. 3 GgV). Gestützt auf den Bericht von Dr. med.
D._ vom 12. Dezember 2019 (vgl. Bf-act. 3) ist davon auszugehen,
dass immer noch eine bronopulmonale Dysplasie mit bekannter
bronchialer Hyperreagibilität vorliegt, wobei sich eine bronchiale
Reversibilität auf Betamimetika beobachten lasse. Insofern dient die
Inhalation direkt der Behandlung sekundärer Gesundheitsschäden und ist
gemäss Dr. med. D._ indiziert, d.h. die Inhalationstherapie erweist sich
als notwendig i.S.v. Art. 13 IVG.
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6. Im Ergebnis kann somit festgehalten werden, dass die
Beschwerdegegnerin die Kostenübernahmepflicht der
Invalidenversicherung für die beantragte Inhalationstherapie als
medizinische Massnahme i.S.v. Art. 13 IVG zu Unrecht verneint hat. Die
Beschwerde erweist sich demnach als begründet, weshalb sie
gutzuheissen ist. Die Verfügung vom 15. Juni 2020 ist aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die Kosten für die beantragten
Behandlungen (in Verlängerung des Geburtsgebrechens) zu übernehmen.
7. Gemäss Art. 61 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in
Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung
oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem
kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Infolge des Ausgangs des
Beschwerdeverfahrens, sind die Gerichtskosten von Fr. 700.-- demnach
der Beschwerdegegnerin zu überbinden (vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG).
8. Der Beschwerdeführer hat gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten zu Lasten der unterliegenden
Beschwerdegegnerin. Die Bemessung der Entschädigung erfolgt ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach
der Schwierigkeit des Prozesses, wobei der zeitliche Aufwand der
Rechtsvertretung regelmässig durch die Schwierigkeit des Prozesses
mitbestimmt wird. Im Übrigen wird die Bemessung der Parteientschädigung
gemäss Art. 61 Satz 1 ATSG nach dem kantonalen Recht bestimmt (siehe
Urteile des Bundesgerichts 9C_321/2018 vom 16. Oktober 2018 E.6.1 und
9C_688/2009 vom 19. November 2009 E.3.1.1 f.). Gemäss Art. 78 VRG
i.V.m. Art. 2 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der
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Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV; BR
310.250) wird die Parteientschädigung nach Ermessen des Gerichts
festgesetzt, wobei es grundsätzlich von dem in der Honorarnote geltend
gemachten (und als angemessen zu betrachtenden) Aufwand sowie
(üblichen) Stundenansatz ausgeht. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers reichte am 6. Oktober 2020 eine Honorarvereinbarung
und eine Kostennote ein. Die Honorarnote beläuft sich auf Fr. 1'858.10
(inkl. Kleinspesenpauschale von 3 % und MWST), was sich vorliegend als
angemessen erweist. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer
in diesem Umfang aussergerichtlich zu entschädigen.