Decision ID: 3d33b442-3470-4f39-b287-3a748f5649e9
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer, ein algerischer Staatsangehöriger und ethni-
scher Berber, am 23. Juli 2022 in der Schweiz um Asyl ersuchte,
dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der eu-
ropäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit «Eurodac») ergab,
dass er bereits am 29. August 2020 in den Niederlanden, am 4. Februar
2021 sowie am 9. Februar 2021 in Deutschland und am 5. Juli 2022 in Ös-
terreich um Asyl ersucht hatte,
dass am 4. August 2022 die Personalienaufnahme (PA) stattfand,
dass am 9. August 2022 ein Dublin-Gespräch gemäss Art. 5 der Verord-
nung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rats vom
26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung
des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-
rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-
nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) durchgeführt
wurde und dem Beschwerdeführer auch das rechtliche Gehör zur mut-
masslichen Zuständigkeit Österreichs, Deutschlands und der Niederlande
für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, zu einer all-
fälligen Rückkehr dorthin sowie zum medizinischen Sachverhalt gewährt
wurde,
dass der Beschwerdeführer im Wesentlichen vorbrachte, im Jahr (...) im
Rahmen einer Eheschliessung mit einer Schweizer Bürgerin in die Schweiz
gekommen zu sein und (...) sowie (...) eine Niederlassungsbewilligung er-
halten zu haben,
dass der Beschwerdeführer weiter angab, letztmals 2018 nach der Schei-
dung dieser Ehe eine Woche in seinem Heimatstaat Algerien verbracht zu
haben,
dass seine Niederlassungsbewilligung zwar bis zum (...) 2022 gültig gewe-
sen sei, er den entsprechenden Ausweis jedoch im Frühling 2020 verloren
habe und ihm die zuständige kantonale Behörde den Ausweis aus ihm un-
bekannten Gründen nicht habe erneuern wollen,
dass er arbeitslos gewesen sei und von der Sozialhilfe gelebt habe, ohne
in dieser schwierigen Situation Unterstützung erhalten zu haben und, dass
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er deshalb zuerst in den Niederlanden, danach in Deutschland und Öster-
reich ein Asylgesuch gestellt habe,
dass der Beschwerdeführer im Rahmen des rechtlichen Gehörs zur Zu-
ständigkeit Österreichs erklärte, er sei in Österreich verhaftet worden, weil
er keine Identitätsdokumente habe vorweisen können und, um einem
Haftaufenthalt zu entgehen, ein Asylgesuch eingereicht habe,
dass die Bedingungen in seiner zweiten Asylunterkunft in Österreich un-
menschlich gewesen seien, keine Schlafplätze zur Verfügung gestanden
hätten, die Unterkunft unhygienisch gewesen sei und keine Sicherheit ge-
herrscht habe, weshalb er den Asylentscheid in Österreich nicht abgewar-
tet habe,
dass der Beschwerdeführer weiter ausführte, aufgrund eines zweijährigen
Einreiseverbots nicht nach Deutschland zurückkehren zu können,
dass der Beschwerdeführer zu einer allfälligen Zuständigkeit der Nieder-
lande darlegte, dort bereits ein Asylgesuch eingereicht zu haben, dieses
sei jedoch abgelehnt worden,
dass er nach der Rückführung (durch die deutschen Behörden) in die Nie-
derlande zuerst keine Unterkunft erhalten habe und ihm erst eine solche
angeboten worden sei, als er während drei Monaten krank gewesen sei,
dass er zu seinem aktuellen Gesundheitszustand vorbrachte, sich phy-
sisch und psychisch gut zu fühlen,
dass die Vorinstanz am 15. August 2022 die niederländischen Behörden
gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d der Dublin-III-VO um Wiederaufnahme
des Beschwerdeführers ersuchte und diese das Wiederaufnahmeersuchen
am 25. August 2022 ablehnten, sowie gleichzeitig auf ihre Ablehnung des
Wiederaufnahmeersuchens der österreichischen Behörden vom 9. August
2022 hinwiesen,
dass die Vorinstanz in der Folge am 29. August 2022 die österreichischen
Behörden gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d der Dublin-III-VO um die Wie-
deraufnahme des Beschwerdeführers ersuchte,
dass die österreichischen Behörden dem Ersuchen am 6. September 2022
zustimmten,
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dass das SEM mit Verfügung vom 14. November 2022 – eröffnet am
16. November 2022 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR
142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat, die Weg-
weisung aus der Schweiz nach Österreich anordnete und ihn aufforderte,
die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu ver-
lassen,
dass das SEM gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen
den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, den Kanton (...)
mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte, und die Aushändigung der
editionspflichtigen Akten an den Beschwerdeführer verfügte,
dass die amtliche Rechtsvertretung am 17. November 2022 ihr Mandat nie-
derlegte,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 21. November 2022 (Datum
Poststempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde erhob und beantragte, der Entscheid des SEM sei aufzuheben,
es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm sei Asyl zu gewäh-
ren, dass ausserdem die Unzulässigkeit, die Unzumutbarkeit und die Un-
möglichkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und die vorläufige
Aufnahme anzuordnen sei,
dass der Beschwerdeführer in prozessualer Hinsicht um die Gewährung
der unentgeltlichen Prozessführung und um Verzicht auf die Erhebung ei-
nes Kostenvorschusses sowie um die Einsetzung einer amtlichen Rechts-
verbeiständung ersuchte,
dass eventualiter die aufschiebende Wirkung wiederherzustellen sei,
dass der Beschwerdeführer seine Beschwerde im Wesentlichen damit be-
gründete, Österreich sei für die Prüfung seines Asylgesuchs nicht zustän-
dig, weil er während zehn Jahren ununterbrochen in der Schweiz gelebt
sowie über eine Niederlassungsbewilligung verfügt und sich lediglich wäh-
rend einer kurzen Zeit in den Niederlanden, Deutschland und Österreich
aufgehalten habe,
dass er die Schweiz lediglich verlassen habe, weil er aufgrund der Mass-
nahmen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie arbeitslos und
sozialabhängig geworden und dies eine schwierige Zeit für ihn gewesen
sei,
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dass ausserdem sein Bruder und zwei seiner Cousins in der Schweiz leben
würden,
dass der Beschwerdeführer weiter ausführte, er sei in Österreich gezwun-
gen worden, einen Asylantrag zu stellen, da er ansonsten von der Polizei
inhaftiert worden wäre,
dass er insbesondere die Unterbringungsbedingungen in den österreichi-
schen Unterkünften bemängelte und ausführte, dass die dortigen Zustände
unmenschlich seien, es weder Schlafplätze noch Sicherheit gebe und die
Bedingungen unhygienisch seien,
dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am
22. November 2022 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3
AsylG),

Considerations:
und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (vgl. Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom
20. Dezember 1968 [VwVG]; SR 172.021) des SEM entscheidet (Art. 105
AsylG i.V.m. Art. 31‒33 des Bundesgesetzes über das Bundesverwal-
tungsgericht vom 17. Juni 2005 [VGG]; SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1
des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [BGG];
SR 173.110),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
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wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-
teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz des Gerichts grund-
sätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das
Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4
E. 2.2, je m.w.H.),
dass die Fragen der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft, der Gewäh-
rung von Asyl und die Feststellung der Vollzugshindernisse ins Heimatland
somit nicht Gegenstand des angefochtenen Nichteintretensentscheides
und auch nicht des vorliegenden Verfahrens bilden,
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG) und das SEM in diesem Fall in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz verfügt und den Vollzug anordnet (Art. 44 AsylG),
dass diesbezüglich vorliegend die Dublin-III-VO für die Prüfung eines von
einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge-
stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, zur Anwendung
kommt,
dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch
Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-
geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt
wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO),
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dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge)
die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ-
ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem die asylsuchende
Person erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7
Abs. 2 Dublin-III-VO),
dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back)
demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach
Kapitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1
m.w.H.),
dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist,
eine antragstellende Person, welche während der Prüfung ihres Antrags in
einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder sich im Hoheits-
gebiet eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach
Massgabe der Art. 23, 24, 25 und 29 Dublin-III-VO wiederaufzunehmen
(Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO),
dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit dem
«Eurodac» ergab, dass dieser am 29. August 2020 in den Niederlanden,
am 4. und 9. Februar 2021 in Deutschland und am 5. Juli 2022 in Öster-
reich um Asyl ersucht hat,
dass die niederländischen Behörden das Rückübernahmeersuchen am
25. August 2022 ablehnten und darauf hinwiesen, dass bereits das Rück-
übernahmeersuchen der österreichischen Behörden am 9. August 2022
abgelehnt worden sei,
dass das SEM in der Folge die österreichischen Behörden am 29. August
2022 um die Wiederaufnahme des Beschwerdeführers ersuchte,
dass diese dem Gesuch um Wiederaufnahme gemäss Art. 18 Abs. 1
Bst. b Dublin-III-VO am 6. September 2022 zugestimmt haben,
dass der Beschwerdeführer die Zuständigkeit Österreichs für die Durchfüh-
rung seines Asylverfahrens bestritt und dies damit begründete, dass er
während über zehn Jahren in der Schweiz mit einer Niederlassungsbewil-
ligung gelebt und sich lediglich während kurzer Zeit im Ausland aufgehalten
habe,
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dass er jedoch nicht abstritt, in Österreich ein Asylgesuch eingereicht zu
haben,
dass die grundsätzliche Zuständigkeit Österreichs für die Durchführung
des Asyl- und Wegweisungsverfahren somit gegeben ist,
dass daran auch Art. 12 Abs. 4 der Dublin-III-VO nichts zu ändern vermag,
zumal es sich vorliegend um ein «Take Back-Verfahren» handelt und auch
nicht genügend nachgewiesen wäre, dass der Beschwerdeführer das Ho-
heitsgebiet der Mitgliedstaaten nicht verlassen hat,
dass es sodann keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asyl-
verfahren und die Aufnahmebedingungen für Antragstellende in Österreich
würden systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2
und 3 Dublin-III-VO aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder
entwürdigenden Behandlung im Sinne des Art. 4 der EU–Grund-
rechtecharta mit sich bringen würden und nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO
das Selbsteintrittsrecht auszuüben wäre,
dass der Beschwerdeführer nicht aufzeigte, eine Überstellung nach Öster-
reich würde völkerrechtliche Normen verletzen,
dass er lediglich – ohne seine Angaben näher zu begründen – ausführte,
die Bedingungen in den österreichischen Asylunterkünften seien un-
menschlich, es gebe keine Schlafplätze, die hygienischen Bedingungen
seien ungenügend und es mangle an Sicherheit,
dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-
schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder ei-
ner staatenlosen Person gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu
prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien
nicht für die Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO),
dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a
Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1; SR 142.311)
konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-
mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür
gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre,
dass der Beschwerdeführer mit seinem Vorbringen, den vorinstanzlichen
Entscheid aufzuheben, beantragte, sein Asylverfahren in der Schweiz
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durchzuführen, die Anwendung von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive
Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 forderte,
dass sein Wunsch auf Verbleib in der Schweiz an der Zuständigkeit Öster-
reichs für die Prüfung eines Asylgesuchs nichts zu ändern vermag, zumal
die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren An-
trag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45
E. 8.3),
dass Österreich Signatarstaat der Konvention zum Schutze der Menschen-
rechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK; SR 0.101), des
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK,
SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung
der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom
31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völker-
rechtlichen Verpflichtungen nachkommt,
dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und
schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des
Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013
zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-
ternationalen Schutzes (sogenannte Verfahrensrichtlinie) sowie
2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-
nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sogenannte
Aufnahmerichtlinie) ergeben,
dass der Beschwerdeführer nicht darlegen konnte, die österreichischen
Behörden hätten seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung
der Regeln der erwähnten Richtlinien nicht geprüft,
dass er angab, dort ein Asylgesuch eingereicht, den Entscheid hingegen
nicht abgewartet zu haben,
dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind,
Österreich werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement
missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib,
sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG
gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein sol-
ches Land gezwungen zu werden,
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dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen
zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine
gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG)
durch die Vorinstanz zu entnehmen sind,
dass der Beschwerdeführer zwar anführte, sein Bruder und zwei seiner
Cousins würden in der Schweiz leben, jedoch keine Gründe dafür anführte,
dass ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis im Sinne von Art. 16 Abs. 1
Dublin-III-VO und eine daraus abzuleitende Zuständigkeit der Schweiz vor-
liegen würde,
dass auch andere Gründe, die der Schweiz Anlass geben könnten oder sie
gar verpflichten würden, von ihrem Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1
Satz 1 Dublin-III-VO Gebrauch zu machen, weder geltend gemacht werden
noch ersichtlich sind,
dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer
Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält,
dass gemäss dem Schreiben des Migrationsamtes B._ vom 13. Au-
gust 2020 die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers aufgrund
einer Abmeldung per (...) 2020 nach Italien im Sinne von Art. 61 Abs. 1
Bst. a AIG von Gesetzes wegen erloschen ist und den Akten nicht zu ent-
nehmen ist, dass er über einen anderen, gültigen Aufenthaltsstatus verfü-
gen würde,
dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und
– weil er nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungs-
bewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach
Österreich angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),
dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss
Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das
Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-
eintretensentscheids gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE
2015/18 E. 5.2 m.w.H.),
dass nach dem Gesagten die Beschwerde als offensichtlich unbegründet
abzuweisen und die Verfügung des SEM zu bestätigen ist,
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dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
weshalb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung so-
wie auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als gegen-
standslos erweisen,
dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus
den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-
ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt
sind,
dass demzufolge das Gesuch um amtliche Verbeiständung ebenfalls ab-
zuweisen ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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