Decision ID: 5acaff06-d492-4ab6-8e3c-0fccf812b845
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1968 geborene X._ war ab dem 1. Februar 2007 als Maler bei Y._ vollzeitlich angestellt und dadurch bei der Suva
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Am 12. September 2013 meldete der Arbeitgeber der Suva, der Versicherte habe am 6. September 2013 einen Auf
fahrunfall erlitten und sich dabei an der Wirbelsäule verletzt (Schadenmeldung, Urk. 7/1). Mit Schadenmeldung vom 24. September 2013 informierte auch die Z._, bei welcher der Versicherte ab dem 6. August 2012 mit einem Beschäftigungsgrad von 25 % als Unterhaltsreinigungsmitarbeiter ange
stellt war, die Suva über denselben Unfall (Urk. 7/15). Im Rapport der Kantons
polizei Zürich vom 16. Oktober 2013 wurde festgehalten, am 6. September 2013 um circa 11.31 Uhr sei ein Honda Civic auf das Heck des vom Versicherten gelenkten Opel Vectras aufgefahren. Der Honda Civic sei mit einer Geschwindigkeit von 30-40 Kilometern pro Stunde (km/h) unterwegs gewesen und dessen Lenker habe eine Vollbremsung eingeleitet. Trotzdem sei es zur Kol
lision mit dem Fahrzeug des Versicherten gekommen (Urk. 7/35). Gemäss Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleuni
gungstrauma vom 6. September 2013 des A._ erlitt der Versi
cherte ein Schleudertrauma Grad III (vorläufige Diagnose) bei Fehlen einer fri
schen ossären Läsion (Urk. 7/20). Am 9. Oktober 2013 hielt Kreisarzt Dr. med. B._, Facharzt FMH für Chirurgie, in einer Stellungnahme fest, es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer vorübergehenden Verschlimme
rung eines Vorzustandes auszugehen. Es sei ein ambulantes Assessment zu prüfen (Urk. 7/24). Die Suva kam
für die Heilkoste
n auf und erbrachte Taggeld
leistungen (Urk. 7/38). Sie zog die Akten der Krankentaggeldversicherung (Urk. 7/65/1-80) sowie des Hausarztes (Urk. 7/66/1-27 und Urk. 7/67/1-100) bei. Am 14. Dezember 2013 wurde im Auftrag der Suva ein ambulantes Assessment in der C._ durchgeführt, deren Bericht am 15. Januar 2014 erstattet wurde (Urk. 7/73). Der von der Motorfahrzeughaftpflichtversi
cherung des Unfallverursachers beauftragte technische Sachverständige gab in seiner gutachtlichen Stellungnahme vom 20. Januar 2014 an, die Kollisions- beziehungsweise Differenzgeschwindigkeit des Honda Civic habe circa
15-20 km/h und die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) des Opel Vectra circa 9-13 km/h betragen (Urk. 7/79 S. 3-4). Am 21. Februar 2014 fand eine kreisärztliche Untersuchung des Versicherten statt (vgl. den Bericht vom 21. Februar 2014 [Urk. 7/91]). Nach der Untersuchung meldete sich der Versicherte telefonisch bei der Suva und gab an, vor circa fünf Wochen beim Aussteigen aus der Badewanne wegen Schwindels gestolpert zu sein und sich den Kopf an der Türkante gestossen zu haben, was er vergessen habe, dem Kreisarzt zu berichten (Urk. 7/89). Daraufhin erfolgte eine Abklärung des geklagten Schwindels, nach welcher Kreisarzt Dr. med. D._, Fach
arzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates
, am 15. Juli 2014 zum Schluss gelangte, diese zeige keine organische Schädigung des Vestibularorgans, womit sich die Beschwerden nicht kausal verknüpft mit dem Unfall vom 6. September 2013 erklären liessen (Urk. 7/122). Am 25. Januar 2015 erstattete sodann der seit dem 28. Juli 2014 behandelnde Psychiater einen Bericht (Urk. 7/153). Mit Verfügung vom 29. Januar 2015 stellte die Suva die Versicherungsleistungen per 31. Januar 2015 ein (Urk. 7/156).
Am 4. Februar 2015 meldete sich der Versicherte telefonisch bei der Suva und gab an, im Dezember in der Badewanne wegen Schwindel erneut gestürzt zu sein. Er habe sich drei Zähne abgebrochen und zwei Rippen gebrochen (Urk. 7/158). Am 26. Februar 2015 erhob der Versicherte Einsprache gegen die Einstellungsverfügung vom 29. Januar 2015 (Urk. 7/164 S. 1-6). Die IV-Stelle, bei welcher sich der Versicherte zum Leistungsbezug angemeldet hatte, veran
lasste am 31. Juli 2015 eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung (Urk. 7/178). Am 21. August 2015 teilte die Suva dem Versicherten mit, die Einstellungsverfügung vom 29. Januar 2015 werde zurückgezogen und die Leistungen würden weiterhin erbracht (Urk. 7/179, vgl. auch Urk. 7/182). Am 26. November 2015 verfügte die Suva die Einstellung der Versicherungsleistun
gen per 30. November 2015 (Urk. 7/192). Dagegen erhob der Versicherte am 21. Dezember 2015 wiederum Einsprache (Urk. 7/197) und reichte das von
der IV-Stelle veranlasste polydisziplinäre Gutachten der E._ vom 16. November 2015 (Urk. 7/197 S. 17-78) zu den Akten. Darin wurde dem Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer angepassten Tätigkeit attestiert (Urk. 7/197 S. 37). Am 8. Juni 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass ihm Beratung und Unter
stützung bei der Stellensuche gewährt werde (Urk. 7/207 S. 2-3). Mit Entscheid vom 19. August 2016 wies die Suva die Einsprache des Versicherten vom 21. Dezember 2015 ab (Urk. 2 [= Urk. 7/208]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 19. September 2016 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die gesetzlichen Leistungen der Unfallversicherung, insbesondere die Taggeldleis
tungen, seien weiterhin auszurichten (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 25. Oktober 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). In der Replik vom 24. November 2016 hielt der Beschwer
deführer an seinen Anträgen fest (Urk. 9), woraufhin die Beschwerdegegnerin am 22. Dezember 2016 auf eine einlässliche Duplik verzichtete und an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde festhielt (Urk. 13). Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 12. Januar 2017 angezeigt (Urk. 14).

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Die
hier zu be
urteilenden Unfälle haben sich am 6. September 2013 sowie im Januar und Dezember 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet wer
den kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedin
gungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesund
heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 26. April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfall
bedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialver
sicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/aa).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gege
ben ist – nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
Diese Beweis
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfol
gen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesge
richts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlich
keit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflege
leistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heil
behandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3.3
Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das überwiegend wahrscheinliche Dahinfallen der natürli
chen Unfallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61 lit. c ATSG) und der Beweiswür
digung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die über
wie
gende Wahr
scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b in fine S. 264 mit Hinweisen).
1.3.4
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwer
den wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächt
nisstörun
gen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall und der danach ein
getretenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzu
nehmen. Es ist zu beto
nen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürli
chen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.4
1.4.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129
V
177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adä
quate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kau
salität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammen
hang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4.3
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer ge
wissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitli
chen Beeinträchtigun
gen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktions
ausfälle zurückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtspre
chung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störun
gen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeu
tung für die Entstehung der Arbeits- bezie
hungsweise der Erwerbsunfähigkeit zu
kommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit ande
ren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäqua
ten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim
mert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleuder
trauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Dif
ferenzierung zwischen physischen und psychischen Komponen
ten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwer
den medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341
S.
409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/aa und 367 E. 6a).
1.5
Die Rechtsprechung geht in Bezug auf die Würdigung von ärztlichen Berichten, welche die Suva im Administrativverfahren einholt, seit je davon aus, dass die Anstalt, solange sie in einem konkreten Fall noch nicht Prozesspartei ist, als Verwaltungsorgan dem Gesetzesvollzug dient. Wenn die von der Suva beauf
tragten Ärzte und Ärztinnen zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, darf das Gericht in seiner Beweiswürdigung auch solchen Gutachten folgen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 104 V 209 E. c; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwe
rdegegnerin wegen der Folgen der Unfälle
vom
6. September 2013
sowie vom Januar und Dezember 2014
über den
30. November 2015
hinaus
Taggeld
leistungen und Behandlungs
kosten oder andere Leis
tungen der Unfallversicherung zu erbringen hat beziehungsweise ob die nach diesem Zeitpunkt geklagten Beschwerden noch in einem natürlichen und adäq
uaten Kausalzusammenhang mit den
Unfallereignis
sen
stehen.
2.2
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Einspracheentscheid
vom 19. August 2016
im Wesentlichen fest,
a
ufgrund de
s Gutachtens des E._ vom 16. November
2015 und des
kreisärztlichen
Untersuchungsberichts von Dr.
D._ vom 21. Februar 2014 könne
geschlossen werden, dass bei
m Beschwerdeführer
a
ufgrund des Un
falles vom 6. September
2013 keine objekti
vierbaren, s
omatischen Unfallfolgen struktureller Art bestünden. Im Weiteren sei in Bezug auf den Unfall vom 6. September
2013
nicht von einer
besondere
n
Schwere mit einer Krafteinwirkung auf die Wirbelsäule
auszugehen, die geeig
net gewe
sen wäre, ei
ne Diskushernie zu verursachen
. Da bei Fehlen unfallbe
dingter Wirbelkörperfrakturen oder struktureller Läsionen an der
Wi
rbelsäule in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens j
edoch nach einem Jahr davon auszugehen sei
, die durch den Unfall verursachte Verschlimmerung des Vorzustandes habe sich auf jenen Zustand zurückgebildet, der sich aufgrund des schicksalsmässigen Verlaufs des krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit eingestellt hätte, sei
nicht zu beanstan
den, wenn
der Fallabschluss per 30. November
2015 vor
genommen worden sei (Urk. 2 S. 9). Auch sei das Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhangs zu verneinen, da das Unfallereignis vom 6. September 2013 als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten einzustufen sei und keines der erforder
lichen Kriterien der Schleudertrauma-Praxis als erfüllt betrachtet werden könne (Urk. 2 S. 11 ff.).
2.3
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer in der Beschwerde vom 19. September 2016 (Urk. 1) vor, das auffahrende Auto sei mit rund 40 km/h ungebremst auf sein Fahrzeug aufgefahren. Das Delta-v dürfte deutlich höher gelegen haben als im Gutachten errechnet (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerden an der Halswirbelsäule und an der Schulter sowie die Schwindelbeschwerden seien durch den Unfall verursacht worden (Urk. 1 S. 3 f.). Im Gutachten des E._ werde davon ausgegangen, die Nackenbeschwerden mit Beteiligung der linken Schulter seien auf die Auffahrkollision zurückzuführen, die tieflumbalen Beschwerden hätten schon vorher bestanden (Urk. 1 S. 4). Die lumbale Proble
matik sei durch das Unfallereignis jedoch richtunggebend verschlimmert wor
den (Urk. 1 S. 5). Der Beschwerdeführer sei aufgrund der Einschränkungen in seiner angestammten Tätigkeit als Maler zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 1 S. 6).
2.4
In der Replik vom 24. November 2016 führte der Beschwerdeführer aus, ein Kau
salzusammenhang mit den Schulterbeschwerden könne nicht deshalb ver
neint werden, weil die Beschwerden erst drei Monate nach dem Unfall erwähnt worden seien (Urk. 9).
3.
3.1
Im Austrittsbericht des A._ vom 27. September 2013 über die Erstbehandlung mit Hospitalisation vom 6. bis 7. September 2013 wurde die Diagnose Lumbale Schmerzen und Halswirbelsäulen(HWS)-Schmerzen bei Sta
tus nach Verkehrsunfall am 6. September 2013 gestellt. Als Nebendiagnose wurde eine Diskushernie L4/L5 bei intermittierenden Parästhesien im linken Fuss genannt (Urk. 7/19 S. 1). Sodann wurde festgehalten, computertomogra
phisch hätten frische Frakturen sowie eine intrazerebrale Blutung ausgeschlos
sen werden können (vgl. Urk. 7/21 und auch Urk. 7/59). Im Dokumentationsbo
gen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma vom 6. September 2013 wurde als vorläufige Diagnose ein Beschleunigungstrauma Grad III gestellt (Urk. 7/20 S. 3) und ausgeführt, nach dem Unfall habe der Beschwerdeführer über Nackenschmerzen und über Schmerzen in der Lenden
wirbelsäule (LWS) sowie in den Oberschenkeln beidseits geklagt, sämtliche anderen erfragten Beschwerden seien hingegen verneint worden (Urk. 7/20 S. 2). Der Beschwerdeführer sei zu keiner Zeit bewusstlos gewesen (Urk. 7/20 S. 1) bei einem GCS-Score von 15 (Urk. 7/20 S. 3).
3.2
Im Bericht des F._ vom 9. Dezember 2013 wurden die folgen
den Diagnosen festgehalten (Urk. 7/72 S. 1):
-
Chro
nischer Spannungskopfschmerz, Verdacht auf medikamenteninduzier
ten
Kopfschmerz
-
Chronif
iziertes Zervikalsyndrom bei Status nach HWS-Distorsionstrauma vom 6.
9.2013 mit/bei:
-
kli
nisch und bildgebend kein Anhalt für Affektion neuraler Struktu
ren
-
vorbestehende leichte bis mä
ssige degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule mit angeborener funktioneller Ankylose C6/C7
-
Verdacht auf muskuläre Komponente
-
Chronische Lumboischialgie rechts mit/bei:
-
m
ediolateraler Diskushern
ie LWK 4/5 mit Reizung L5 links
Die Ärzte führten sodann zusammengefasst aus, die
beklagten B
eschwerden könnten einerseits in
das chronische Kopfschmerzsyndrom, andererseits als
chronifizierte Zerv
ikalgie und Lumboischialgie unterteilt werden. Im Hinb
lick auf das Unfallereignis vom
6.
September
2013
sei
die Lumboischialgie
vorbe
stehend
gewesen und die Kopfschmerzen
sowie
die
Zervikalgien
hätten
sich in einem engen, zeitl
ichen Zusammenhang mit dem Unfal
lereignis entwickelt.
Die cerebrale Bildgebung zeige
keine Pathologie und insbesonde
re keine Hinweise auf ein Liquorunterdrucksyndrom.
Bei täglich hochdosiertem Analgetika
konsum sei
von einer beträchtlichen medikamenteninduzierten Komponente auszuge
hen. In Bezu
g auf die Zervikalgie imponiere
der
Beschwerdeführer
mit einer prominenten, fast bizarr anmutenden antalgischen Kopfhaltung. In der
klini
schen Untersuchung
hätten
sich keine Hinweise für eine mögliche Radikulopa
thie und/oder
Wurzeldehnungszeichen
gefunden. Die Schmerzen würden nuchal beziehungsweise
in der Schulterregion begrenzt angegeben ohne rad
ikuläre Ausstrahlung. In der zervi
kalen Bildgebung f
ä
nden sich keine Hinweise für posttraumatische Veränderungen, insbesondere keine Hinweise auf eine Rissbil
dung im Bereich d
es Ligamentum nuchae oder auf einen Muskel
faserriss im Bereich der autocht
h
onen Musk
ulatur. Die Ligamenta alare seien intakt. Es fän
den sich leichte bis mä
ssige degenerative Veränderungen im Sinne von Osteo
chondrose, Uncovertebral- und Spondylarthrose in den Segmenten C3 bis C6 ohne relevant
e Discopathie und ohne Affektion
der neuralen Str
ukturen. Im Segment C6/C7 habe
sich eine vermutlich angeborene funktionelle Ankylose mit rudimentärer Bandsche
ibe und hypopl
astischen Facettengelenken
gezeigt. Dieser Befund könne
die Beschwerden des
Beschwerdeführers
nur teilweise erk
lären. Die angeborene funktionelle Ankylose bewirke
eine gewisse Ein
schränkung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule
und könne
eine vorzeitige Degeneration der
vorgeschalteten Anschl
usssegmente verursachen. Eine Exazerbation der degenerativen
Beschwerden durch das Trauma sei
nicht aus
zuschliessen. Das Ausmass der beklagten Schmerzen sowie
die extreme antal
gische Kopfhaltung
könn
t
en durch diese Befunde allerdings nicht erklärt wer
den.
Es werde vermutet,
dass die dysfunktionelle Kopfhaltung zu einer erhebli
chen muskulären Komponente des Schmerzsyndroms führen
könne
, welche die vorbestehenden Zervikalgien im Rahmen der degen
erativen Veränderungen verstärke
. Seitens der Lumboischialgie in Folge der bekannten Diskushernie LWK
4/5 mit L5 Reizung rechts fä
nden sich in der klinischen Untersuchung aktuell keine Anhaltspun
kte für ein radikuläres Ausfall
syndrom
oder radikul
äre Reizung.
Das
c
hronifizierte zerv
ikozephale Syndrom
beinhalte
sowoh
l organisch bedingte
als auch funktionelle Anteile. Letztere
seien
unbedingt im Rahmen der geplanten Rehabilitationsbehand
l
ung an
zugehen
, wobei
der
grösste Stellenwert einem Schmerzmittelentzug vorbehalten
sei (Urk. 7/72 S. 4)
.
3.3
Im Bericht vom 15. Januar 2014 über das ambulante Assessment in der C._ vom 14. Dezember 2013 wurde im Wesentlichen festgehalten, es habe
nur ein ungenügender Zugang
für aktive Therapiemass
nah
men
ge
funden werden
können.
Der
Beschwerdeführer
habe eine eher schlechte Leistungsberei
tschaft
gezeigt. Die minimale Perform
ance
sei
geradeso erreicht
worden
. Anhand
der Abklärungsresultate komme eine stationäre Reha
bilitation nicht in Betracht.
Der
grösste Stellenwert
sei
einem Sc
hmerzmittel-Entzug vorbehalten
. Zusätzlich zur körperbezogenen Behandlung
sei eine psy
chosomatisch-orientierte Behandlung
sinnvoll
(Urk. 7/73 S. 4).
3.4
Im Bericht vom 21. Februar 2014 über die gleichentags durchgeführte kreisärztli
che Untersuchung führte Dr. D._ aus, der Beschwerdeführer beklage Kopf- und Nackenschmerzen sowie ein Ohrenpfeifen und Schwindel. Daneben habe er Schulterschmerzen links, dies habe keinen Zusammenhang mit dem Unfall, es sei eine chronische Entzündung gemäss Angabe der Ärzte. Er habe sodann auch Fersenschmerzen (Urk. 7/91 S. 3). In der zusammenfassenden Beurteilung hielt Dr. D._ fest, als Vorzustand bestünden langjährige Rückenprobleme;
eine Diskushernie lumbal m
it linksseitigen Ischialgien sei
seit Jahre
n
bekannt und der
Beschwerdeführer
sei
während
Auftretens dieser Prob
leme
auch vor dem Unfall arbeitsunfähig
gewesen. Daneben habe
man bereits 2011 als Vorzustand
in einem anderen Schaden
degenerative Veränderungen C4/5 und eine funktionelle angeborene oder früherworbene Ankylose von C6/7 festgestellt. Bei der fachärztlich-neurologischen Untersuchung
im aktuellen Schadenfall seien
weder Schwindel noch Tinnitus angegeben
worden
, die all
gemeine neurologische Untersuchung
habe
auch keine Hinweise auf das Vorlie
gen diesbezüglicher organischer Schädigungen
ergeben
.
Klinisch
objektivierbar sei
eine diskrete Schwäche der Muskulierung am linken Bein bei Vorzustand einer Diskushernie mit linksseitiger Ischial
gie. Bezüglich Unfallfolgen werde
vom
Beschwerdeführer
eine Druckschmerzhaftigkeit über den Processi spinosi der unteren HWS angegeben, sogar die Palpation mi
t einem weichen Papier
bausch sei schmerzhaft. Im Übrigen finde
sich ein erhebliches Schmerzverhalten mit a
uch histrionischen Zügen. Es sei
beispielsweise nicht erklärbar, dass der
Beschwerdeführer
zwar normal im Stuhl sitzen
könne
und auch die Socken links mit normaler Hüftflexion auszieh
e
, dann aber bei der Untersuchung im Liegen eine
Hüftflexion nur bis 50° zulasse
bei im Übrigen auch normaler Fle
xion der Hüfte im Langsitz, wo eine normale Entfaltung der Wirbelsäule zur Darstellun
g komme
. Auch die bei der rein aktiven Untersuchung der HWS stark eingeschränkte HWS
-Beweglichkeit könne
nicht bewertet werden
,
denn wäh
rend der
übrigen
Untersuchung sei
eine normale Mitbewegung des Kopfs zu beobachten
gewesen, der Beschwerdeführer habe beispielsweise
in Bauchl
age den
Kopf problemlos auf der Wange
ablegen können
mit einer Rotation deutlich besser als während der akti
ven Untersuchung. Zusätzlich sei anzumerken, dass auch bei der initialen Untersuchung in A._
eine normale HWS
-Beweglich
keit beschrieben worden sei.
Bereits aufgrund dieses
initialen Befund
s
sei
eine Verletzung der HWS äusserst unwahrscheinlich.
Aus medizinischer Sicht könne
eine organische Ursache von Schwindel und Tinnitus heute bereits a
usge
schlossen werden, es handle
sich hier um Symptomausweitungen, die erst im weiteren Verlauf nach dem milden He
ckauffahrunfall angegeben worden seien.
Die bisherige Dokumentation
lasse
eine organische strukturelle Schädigung durch das Unfallereignis ausschliessen. Die heute andauernden Beschwerden mit eher
einer
Zunahme seit dem Unfall trotz multimodale
r, korrekter Behandlun
gen würden
ausschliessen, dass erfolgversprechende Therapieoptionen
bestün
den
.
Die heute erhobenen Befunde seien
entweder unspezifisch oder erheblich histrionisch geprägt, ein Zusamme
nhang mit dem Unfallereignis sei
rein speku
lativ
(Urk. 7/91 S. 7 f.)
.
3.5
Im Bericht des G._, Interdisziplinäres Zentrum für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen, vom 16. Juni 2014 wurde als Ver
dachtsdiagnose eine vestibuläre Migräne seit dem Auffahrunfall vom 6. September 2013 aufgeführt bei der Differentialdiagnose einer zervikogenen Genese. In der Beurteilung wurde festgehalten, die apparative Untersuchung zeige eine normale peripher vestibuläre Funktion (Urk. 7/121).
3.6
Kreisarzt Dr. D._ gelangte in seiner Stellungnahme am 15. Juli 2014 zum Schluss, die Schwindelabklärung zeige keine organische Schädigung des Ves
tibularorgans, womit sich die Beschwerden nicht kausal verknüpft mit dem Unfall vom 6. September 2013 erklären liessen (Urk. 7/122).
3.7
Im Bericht des G._, Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie vom 17. Juli 2014 wurde der Schwindel seit dem Autounfall vom 6. September 2013 als unklar bezeichnet. Differentialdiagnostisch sei am ehesten an eine zerviko
gene Genese zu denken. Eine vestibuläre Migräne sei eher unwahrscheinlich (Urk. 7/124 S. 2-3; vgl. auch Urk. 7/131 S. 2 und Urk. 7/136 S. 1).
3.8
Dr. med. H._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seinem Bericht vom 25. Januar 2015 die Diagnose Anpassungsstörung im Sinne einer länger dauernden Gefühlsbeeinträchtigung und Verdacht auf Störung des Sozialverhaltens (ICD-10 F43.21) und hielt fest, der Beschwerde
führer habe angegeben, vor allem körperliche Beschwerden zu haben und kaum psychische. Die Ehefrau habe aber von einer Abkapselung berichtet. Der Beschwerdeführer gehe beispielsweise am Nachmittag weg und niemand wisse, wohin. Er sei auch auf dem Natel nicht erreichbar und kehre erst spät in der Nacht zurück, sodass sie den Eindruck habe, er könnte eine Freundin haben. Dr. H._ resümierte schliesslich, zu einer Depression wolle dieses Verhalten nicht so richtig passen, dafür seien zu viel Aktivität und Emotionalität beteiligt. Es könne auch sein, dass der Beschwerdeführer die Beschwerden zum Anlass nehme, sich dahinter zu verschanzen und so zu seiner Ruhe zu kommen, dies im Sinne eines „sekundären Krankheitsgewinns“. Es gehe letztlich um die Unterscheidung, ob der Beschwerdeführer nicht wolle oder nicht könne oder beides. Dies könne im ambulanten Rahmen aber kaum beurteilt werden, insbe
sondere bei so niedriger Sitzungsfrequenz und ohne Therapieauftrag (Urk. 7/153 S. 1-2).
3.9
Im vom Beschwerdeführer mit Einsprache vom 26. Februar 2015 (Urk. 7/164 S. 1-6) eingereichtem Bericht von Dr. med. I._, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin, vom 22. September 2014 (Urk. 7/164 S. 10-11) wurde neu die Diagnose einer Frozen Shoulder links (retraktile Kapsulitis) gestellt. Gemäss Angaben des Beschwerdeführers hätten seit Herbst 2013 links
seitige Schulterschmerzen bestanden. Eine Sonographie der linken Schulter habe Anfang 2014 im A._ stattgefunden, wobei man anamnestisch eine chronische Entzündung gesehen habe. Zu einer Unfallkausalität äusserte sich Dr. I._ nicht.
3.10
Im Bericht der J._ vom 31. März 2015 über den radiologi
schen Untersuch des Rippenthorax (CT) vom 30. März 2015 wurde festgehalten, es sei keine Rippenfraktur, insbesondere keine Fraktur im Bereiche der 8. Rippe rechts sichtbar (Urk. 7/169).
3.11
Das Gutachten des E._ vom 16. November 2015, welches im Auftrag der Invali
denversicherung erstellt wurde, basiert auf neurologischen, orthopädisch-traumatologischen, internistischen und psychiatrischen Untersuchungen (Urk. 7/197 S. 17 beziehungsweise S. 1 des Gutachtens). Als Diagnosen aus allen Fachgebieten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden die folgen
den aufgeführt (Urk. 7/197 S. 36 beziehungsweise S. 20 des Gutachtens):
-
Lumbovertebrales und lumbo
spondylogenes Schmerzsyndrom mit/
bei
-
mä
ssig eingeschränkter Beweglich
k
eit und Minderbelastbarkeit
-
im MRI Bestätigung der i
n 08/2
009 diagnostizierten lumbalen Di
s
kushernie
L4/5, darüber hinaus Discopathi
en L3/4 und L4/5 ohne Zei
chen einer Hernierung
-
o
rthopädisch-neurologisch keine assoziierte lumbovertebrale Nerven
wurzel-
K
ompressionssymptomatik
-
Chronische Arthralg
i
e der linken Schulter mi
t/
bei
-
endphasi
ge
m Bewegungsschmerz
-
i
m ak
tuellen MRI bestätigter Supraspinatustendinopathie, Bursi
t
i
s sub
del
toi
dea, AC-Gelenkarthrose
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden die folgenden genannt (Urk. 7/197 S. 36 beziehungsweise S. 20 des Gutachtens):
-
Kopfweh vom Spannungstyp
-
d
egenerativ
es cervicovertebrales Syndrom mi
t/bei
-
w
eitgehen
d uneingeschränkter, nur endphasig konzentri
sch schmer
z
hafter HWS-Funktion
-
i
m aktuellen Röntgenbefund beschriebene lebensaltera
s
soziierte dege
nerative Veränderungen
-
Übergewicht BMI 29.1 kg/m2
-
Verdacht auf Herpes Zoster D8 rechts
-
Anpassungsstörung nach ICD-10 F43.2
In der interdisziplinären Beurteilung wurde festgehalten, d
er
Beschwerdeführer
leide seit Jahren an muskuloskelettalen Beschwerden, erstmals aktenkundig 200
8.
Mehrmals
seien
bildgebende Verfahren durchgeführt
worden, welche das Beschwerdebil
d nicht eindeutig
hätten
erklären
können
. Infi
ltrationen im lum
balen Bereich hätten
ein kontroverses Resultat
ergeben
, ein chirurgisches Vor
gehen
sei
deshalb abgelehnt
worden
. Nach einem Heck-Auffahrunfall mit HWS-Distorsion im Jahre 2013
seien
vermehrt Nackenschmerzen hinzu
gekommen nebst einer Exacerbation der Lumbalgien. St
rukturelle Verletzungen aufgrund dieses Unfallereignisses
hätten
sich nicht nachweisen
lassen und somit stünden
die heutigen
Beschwerden auch nicht mit der
notwendigen W
ahrscheinlichkeit mit der HWS-Di
storsion im Zusammenhang.
Radikulopathi
en
hätten
weder lumba
l
noch zervikal festgestellt werden
können
. Generell
hätten
sich zu kei
nem Zeitpunkt zentrale oder periphere neurologische Ausfälle objektivieren
lassen. Ein chronisches Kopf
weh vom Spannungstyp
sei ohne Einfluss auf
die Arbe
itsfähigkeit. Der Orthopäde habe
bei seinen Untersuchungen
i
m Rahmen dieses Gutachtens eine mässigg
radi
ge eingeschränkte Beweglichkeit der LWS und des Rumpfes
festgestellt
, die sta
tische Belastbarkeit der LWS sei
d
eutlich dezimiert und korreliere
mit den kürzlich durchgeführten MRI-Untersuchungen der LWS. Die vom
Beschwerdeführer
als schmerzhaft erwähnte linke Schulter
sei
klinisch nur endphasig schmerzhaft eingeschränkt
, im aktuellen Arthro-MRI finde
sich eine Supraspinatustendinopathie mit partieller Rupturierung sowie eine B
ursitis subdeltoidea und eine mä
ssig ausgeprägte AC-Gelenkarthrose. Die internistische Vorgeschichte u
nd die Untersuchungsbefunde seien unauffällig. Der Psychiater habe
eine unauffällige Grundstruktur des
Beschwerdeführers gefunden
, es
hätten s
ich keine prämorbiden Persönlichkeitsmerkmale und auch keine psychodynamischen Zusammenhänge
gezeigt
, welche die Entwicklung einer somatoformen Störung begünstigen würden. Aus psychiatrischer Sicht
habe
sich eine Anpassungsstörung
entwickelt
,
die von einer Ängstlichkeit getriggert worden sei
. Eine Depression
habe
der
Beschwerdeführer
nicht
entwi
ckelt
. Aus neurologischer, psychiatrischer und internist
ischer Sicht bestehe
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
.
Nach
Einschätzung des Orthopäden sei
die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Hilfsmaler aufgehoben. Leidensadaptierte Tätigkeiten
seien
jedoch auf
einem 80%-Niveau möglich
entspr
echend dem folgenden Belastungsprofil: Aus orthopädischer Sicht seien
wechselbelastende leichte Tätigkeiten möglich, keine rückenbelastenden Arbei
ten in Zwangshaltungen wie vorübergebeugt stehend, kniend, hockend, kau
ernd. Mit der linken Schulter
seien
keine Tätigkeiten über Schulterhöhe
mög
lich
. Das Heben, T
ragen und Bewegen von Lasten sei beidhändig mit 10
kg und links einarmig sch
ultergelenkbedingt mit 3 kg limi
tiert
(Urk. 7/197 S. 37 bezie
hungsweise S. 21 des Gutachtens)
.
4.
4.1
4.1.1
Angesichts der vorliegenden ärztlichen Berichte ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den Fall per 30. November 2015 abschloss, was im Fol
genden darzulegen ist.
4.1.2
Entgegen der beschwerdeweise vorgebrachten Behauptung, der Honda Civic sei mit einer Geschwindigkeit von rund 40 km/h ungebremst in das Fahrzeug des Beschwerdeführers geprallt (Urk. 1 S. 2; vgl. auch Urk. 9 S. 2), sind eine Kollisi
onsgeschwindigkeit von 15-20 km/h und eine Geschwindigkeitsänderung (Delta-V) von 9-13 km/h, weitgehend in Fahrtrichtung, ausgewiesen (vgl. die gutachterliche Stellungnahme zur Unfallanalytik vom 20. Januar 2014 [Urk. 7/79 S. 3-4]). Diese Unfallanalyse deckt sich auch mit den Schilderungen des Unfallgegners gegenüber der Polizei, er sei mit einer Geschwindigkeit von circa 30-40 km/h unterwegs gewesen. Als er bemerkt habe, dass das Fahrzeug des Beschwerdeführers vor ihm angehalten habe, sei er voll auf die Bremse getreten, dies etwa in einem Abstand von fünf Metern zum Fahrzeug des Beschwerdeführers. Das Antiblockiersystem sei ausgelöst worden. Trotz Voll
bremsung sei es aber zur Kollision gekommen (Polizeirapport vom 16. Oktober 2013 [Urk. 7/35 S. 5 f.]). Das Fahrzeug des Beschwerdeführers, ein Opel Vectra, wurde denn auch nicht stark beschädigt. Es kam zu Beschädigungen an der Heckstossstange (Urk. 7/35 S. 5). Gemäss unfallanalytischem Gutachten waren der hintere Stossfänger mit Träger und diversen Anbauteilen zu erneuern. Aus
serdem war der Endschalldämpfer instand zu setzen (Urk. 7/79 S. 4). Weshalb vor diesem Hintergrund den fachmännischen Erkenntnissen eines technischen Sachverständigen weniger Glauben geschenkt werden soll als der schlichten Behauptung des Beschwerdeführers, das hintere Fahrzeug sei mit rund 40 km/h ungebremst in sein Fahrzeug geprallt, ist nicht nachvollziehbar.
4.1.3
Dass die Beschwerdegegnerin annahm, in Bezug auf den Unfall vom 6. September 2013 sei nicht von einer besonderen Schwere mit einer Kraftein
wirkung auf die Wirbelsäule auszugehen, die geeignet gewesen wäre, eine Dis
kushernie zu verursachen, ist somit nicht zu beanstanden. Es kann auf die aus
führlichen und zutreffenden Erwägungen der Beschwerdegegnerin sowie die korrekte Wiedergabe der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verwiesen werden (Urk. 2 S. 6-9). Hinsichtlich der Nackenbeschwerden sowie der lumbalen Beschwerden – soweit deren Ausmass überhaupt erklärbar ist (vgl. E. 3.2 und E. 3.4) – ist damit bei Fehlen struktureller Läsionen aufgrund des Unfalls vom 6. September 2013 vom Erreichen des status quo sine vel ante spätestens ein Jahr nach dem Unfall, das heisst im September 2014, auszugehen.
4.1.4
Die Ätiologie des unsystematischen Schwindels blieb sodann unklar und die Kopfschmerzen wurden am ehesten muskulären Verspannungen zugeschrieben. Es ist deshalb nicht von einem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen diesen Beschwerden und dem Unfallereignis auszugehen (E. 3.5-3.7, vgl. auch die Ausführungen des begutachtenden Neurologen im Gutachten des E._ [Urk. 7/197 S. 44-48 beziehungsweise S. 28-32 des Gutachtens]).
4.1.5
Die Beschwerden in der linken Schulter führte der Beschwerdeführer anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 21.
Februar 2014
nicht auf den Unfall vom 6. September 2013 zurück; es sei eine chronische Entzündung gemäss Angabe der Ärzte (E. 3.4). Weshalb er beschwerdeweise dann doch davon aus
ging, die Beschwerden der linken Schulter seien dem Unfall geschuldet, lässt sich nicht nachvollziehen. Dass im Gutachten des E._ die Nackenbeschwer
den mit Beteiligung der linken Schulter auf die Auffahrkollision des Jahres 2013 zurückgeführt würden (vgl. das Vorbringen des Beschwerdeführers in Urk. 1 S. 4), trifft nicht zu. Bei der in der Beschwerde zitierten Textstelle aus dem Gutachten handelt es sich nicht um ärztliche Feststellungen, sondern um die eigenen subjektiven Angaben des Beschwerdeführers (Titel „2.1 Subjektive Angaben der versicherten Person“ [Urk. 7/197 S. 51 beziehungsweise S. 35 des Gutachtens]). Nachdem es bei der Kollision vom 6. September 2013 zu keiner Kontusion der Schulter gekommen war (vgl. Urk. 7/19 f. und Urk. 7/27 S. 2), erscheint ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den Schulterbe
schwerden und dem Unfall vom 6. September 2013 höchst unwahrscheinlich. Eine posttraumatische
Schultersteife
setzt
immer ein auslösendes Ereignis in zeitlich fassbarem Zusammenha
ng voraus. An einem solchen Ereignis (Trauma der Schulter) fehlt es aber gerade. Ausserdem berichtete der Beschwerdeführer erst drei Monate nach dem Unfall von Schulterbeschwerden (E. 3.2), bis dahin wurden keine Schulterbeschwerden angegeben (Erstkonsultation [Urk. 7/19 f.], Auskunft vom 3./4. Oktober 2013 [Urk. 7/25 und Urk. 7/27 S. 3]), vom 11. Oktober 2013 [Urk. 7/28], vom 4. November 2013 [Urk. 7/31]). Die physio
therapeutischen Sitzungen beinhalteten jedenfalls bis am
22.
November 2013 auch k
eine
Behandlungen von
Schulterbeschwerden
(Urk.
7/57)
.
4.1.6
Nach dem Gesagten liegt den bei Fallabschluss noch geklagten Beschwerden
kein unfallbedingtes organisches Substrat mehr zugrunde. Dies gilt sowohl in Bezug auf den Unfall vom 6. September 2013 als auch in Bezug auf die beiden Unfälle
vom
Januar 2014 (Urk. 7/89) und Dezember 2014 (Urk. 7/158). Beim Unfall im Januar 2014 erlitt der Beschwerdeführer lediglich eine blutende Wunde am Kopf, welche aber folgenlos wieder abheilte (Urk. 7/89).
Dieser Unfall bot
jedoch
Anlass für die in der Folge getätigten Schwindelabklärungen, welche in der vorliegenden Beurteilung berücksichtigt wurden (E. 4.1.4). Beim Unfall im Dezember 2014 soll sich der Beschwerdeführer sodann angeblich drei Zähne abgebrochen und zwei Rippen gebrochen haben. Einer Zahnbehandlung ha
t
sich der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben in Serbien unterzogen, über
welche keine Unterlagen vorliegen
(Urk. 7/158). In der Untersuchung an der
J._
konnte
jedenfalls
keine Rippenfraktur festgestellt werden (E. 3
.10).
Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen
, dass die im Gutachten
des E._ attestierte Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Maler und die Einschränkung von 20 % in einer angepassten Tätigkeit den degenerativen Veränderungen zuzuschreiben sind und keinem der vorgenannten Unfälle.
4.1.7
Ob die geklagten, keinem organischen Befund zuzuordnenden Beschwerden natürlich unfallkausal sind, kann im Übrigen offen bleiben, da die Adäquanz zu verneinen ist (vgl. E. 4.2).
4.2
4.2.1
Mit dem Fallabschluss ist die Adäquanz zu prüfen.
Ob die Adäquanzprüfung nach den in BGE 115 V 133 genannten Kriterien (Psycho-Praxis) oder nach den für die Folgen eines Schleudertraumas der HWS, eines Schädelhirntraumas oder einer dem S
chleudertrauma ähnlichen Verlet
zung in BGE 117 V 359 entwickel
ten und in BGE 134 V 109 präzisierten Regeln zu erfolgen hat, kann offenblei
ben, da auch die Beurteilung n
ach letz
terer Praxis – wie im folgenden zu zeigen ist – zur Verneinung der Adäquanz führt.
4.2.2
Die Unfallschwere des Ereignisses vom
6. September 2013 ist im Rahmen einer ob
jektivierten Betrachtungsweise auf Grund des augenfälligen Geschehensab
laufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen. Nicht massgebend sind die Folgen des Unfalles oder Begleitumstände, die nicht di
rekt dem Unfall
ge
schehen zugeordnet werden können. Derart
igen, dem eigentlichen Unfallge
scheh
en nicht zuzuordnenden Faktoren ist gegebenen
falls bei den Adäquanz
kriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für die – ein eigenes Kriterium bil
denden – Verl
etzungen, welche sich die versi
cherte Person zuzog, aber auch für – unter dem Gesichtspunkt der besonders dramatisch
en Begleitumstände oder besonde
ren Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfende –
äussere Umstände, wie eine all
fällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder Ve
rletzungs- respektive gar Todes
folgen,
die der Unfall für andere Perso
nen nach sich zog (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26 E. 5.3.1 [U 2/07]; Urteil des Bun
desgerichts 8C_799/2008 vom 11. Februar 2009 E. 3.2.1). Einfache Auffahrunfälle werden rechtsprechungsge
mäss in der Regel als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert. Dies gilt namentlich für Auffahrkollisionen auf ein (haltendes) Fahrzeug vor einem Fussgängerstreifen oder einem Lichtsignal
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_575/2011 vom 6. März 2012 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
E
ine Ges
chwindigkeitsänderung von 10-15
km/h
gilt
bei Auffahrkollisionen als sog. Harmlosigkeits
grenze für HWS-Beschwerden.
Beim Unfall vom
6.
September 2013 lagen beim Heckaufprall des
Honda Civic
auf das stehende F
ahr
zeug des Beschwerdeführers
(Opel Vectra) eine relative Kollisionsgeschwin
digkeit von circa
15-20 km/h und eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsän
derung (Delta-v) des Opel Vectra von circa 9-13 km/h vor (Urk. 7/79/3-4).
Mit Blick
auf das Delta-v von lediglich 9-13 km/h
ist der Unfall vom
6
. September 2013
somit als leichter Unfall zu qualifizieren. Demgemäss ist
der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beein
trächtigung in der R
egel ohne Weiteres zu verneinen (E. 1.4.3). Zu diesem Schluss gelangte sinngemäss auch der begutachtende Orthopäde im Gutachten des E._, welcher festhielt, aufgrund des Unfallmechanismus und des im Bagatellbereich liegenden Delta-V sowie der unfallzeitpunktnahen unauffälligen MRI-Abklärung der HWS sei von einem stattgehabten minderschweren
HWS-Bagatellunfall maximal im Bereich eines Schleudertraumas Grad II auszugehen (Urk. 7/197 S. 55 beziehungsweise S. 39 des Gutachtens).
4.2.3
Selbst wenn aber mit der Beschwerdegegnerin von einem mittelschweren Unfall
im Grenzbereich zu den leichten Unfällen
ausgegangen wird, ist der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen
.
Die adäquate Unfallkausalität de
s Gesund
heitsschadens kann diesfalls
nur bejaht werden, wenn vier der sieben Adä
quanzkriterien erfüllt sind oder eines bes
onders ausgeprägt vorliegt (BGE
134
V
109 E. 10.3).
Der zu beurteilende Unfall hat sich nicht unter besonders dramatischen Be
gleit
umständen ereignet, noch war er von besonderer Eindrücklichkeit. Der Unfall hatte
auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art zur F
olge. Die Diagnose eines Schleudertraumas, eines leichten Schädelhirntraumas oder einer schleudertraumaähnlichen Verletzung der Halswirbelsäule vermag die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das Schleuder
trauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Bedeutsam können auch erhebliche Ver
letzungen sein, welche sich die versicherte Person beim Unfall neben dem Schleudertrauma zugezogen hat. Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung betrifft in erster Linie aber die erfahrungsgemässe Eignung, eine intensive, dem typischen Beschwerdebild nach Schleudertraumata entsprechende Symptomatik zu bewirken. Allgemeiner Erfahrung entspricht, dass pathologische Zustände nach Verletzungen der Halswirbelsäule bei erneu
ter Traumatisierung stark exazerbieren können. Eine Distorsion einer bereits durch einen früheren Unfall vorgeschädigten Halswirbelsäule ist daher grund
sätzlich geeignet, die typischen Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Ver
letzung besonderer Art zu qualifizieren ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2008 vom 16. Februar 2009 E. 4.4). Eine
entsprechende Qualifikation der erlittenen Verletzung rechtfertigt sich inde
ssen nur bei Vorliegen einer erheblich vorgeschädigten Wirbelsäule (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_736/2009 vom 20. Januar 2010 E. 4.3.2, 8C_226/2009 vom 6. November 2009 E. 5.3.2, 8C_759/2007 vom 14. August 2008 E. 5.3 und 8C_61/2008 vom 10. Juli 2008 E. 7.3.2). Eine erhebliche Vorschädigung der HWS ist nicht doku
mentiert. Es fanden sich auch nach dem Unfall vom 6. September 2013 nur
leichte bis mässige degenerative Veränderungen im Sinne von Osteochondrose, Uncovertebral- und Spondylarthrose in den Segmenten C3 bis C6 ohne rele
vante Discopathie und ohne Affektion der neuralen Strukturen. Im Segment C6/C7 habe sich eine vermutlich angeborene funktionelle Ankylose mit rudi
mentärer Bandscheibe und hypoplastischen Facettengelenken gezeigt
(E. 3.2)
.
Im Gutachten des E._ wurde sodann festgehalten, Radikulopathien hätten zu keiner Zeit weder lumbal noch zervikal festgestellt werden können (Urk. 7/197 S. 37 beziehungsweise S. 21 des Gutachtens). Damit ist das Kriterium der Schwere und besonderen Art der Verletzung zu verneinen.
Ebensowenig liegt eine besondere Schwere der für das Schleudertrauma resp. des leichten Schädel-Hirntraumas typischen Beschwerden vor; adäquanzrele
vant können nur diejenigen Beschwerden sein, die in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehen, wobei sich die Erheblichkeit nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beein
trächtigung beurteilt, welche die verunfallte Person in ihrem Lebensalltag erfährt (Urteil des Bundesgerichts 8C_768/2007 vom 4. August 2008 E. 4.2). Bereits die Ärzte des F._ konnten in ihrem Bericht vom 9. Dezember 2013 die Beschwerden nur teilweise erklären. Sie hielten fest, d
as Ausmass der beklagten Schmerzen sowie
die extreme antalgische Kopfhaltung
könn
ten durch diese Befunde
nicht erklärt werden.
Es werde vermutet,
dass die dysfunktionelle Kopfhaltung zu einer erheblichen muskulären Komponente des Schmerzsyndroms führen
könne
, welche die vorbestehenden Zervikalgien im Rahmen der degen
erativen Veränderungen verstärke (E. 3.2)
.
Der Kreisarzt gelangte nach seiner Untersuchung ebenfalls zum Schluss, die von ihm erhobenen Befunde seien
entweder unspezifisch oder erheblich histrionisch geprägt
(E. 3.4). Sodann blieb die Ätiologie des unsystematischen Schwindels unklar und die Kopfschmerzen wurden am ehesten muskulären Verspannungen zugeschrieben (E. 4.1.4). Generell beschränkte sich die Behandlung in der Folge im Wesentlichen auf Physiotherapie
sowie eine Schmerzmedikation (inkl
. Infilt
rationen [vgl. Urk. 7/197 S. 45 beziehungsweise S. 29 des Gutachtens und Urk. 7/197 S. 48 beziehungsweise S. 32 des Gutachtens]). Der begutachtende Neurologe betonte schliesslich auch, es sei auffällig, dass der Beschwerdeführer immer wieder eine andere von Beschwerden betroffene Körperregion in den Vordergrund gestellt habe (Urk. 7/197 S. 44 beziehungsweise S. 28 des Gutach
tens). Damit ist weder das Kriterium der erheblichen Beschwerden noch dasje
nige der fortgesetzten spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung erfüllt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_638/2012 vom 30. Oktober 2012 E. 4.2.3 mit Hinweis). Schliesslich sind auch die Krite
rien der ärztlichen Fehlbehandlung, des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen sowie der erheblichen (unfallbedingten) Arbeit
sunfähigkeit nicht erfüllt.
4.3
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin für die vorliegenden Gesund
h
eits
beeinträchtigungen mangels
Kausalzusammenhangs mit den ver
si
cherten Unfallereignis
sen
vom 6. September 2013 sowie vom Januar und Dezember 2014
nicht über den
30. November 2015 hinaus Taggeldleistungen oder andere Leistungen der Unfallversicherung zu erbringen.
Entsprechend ist die Beschwerde abzuweisen.