Decision ID: aa03e00c-64b2-4bfd-b430-7319d95ae510
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1975, war vollzeitlich als Mitarbeiterin eines Tank
stellen-Verkaufsladens
angestellt
(
Urk.
9/15)
, als sie am
6.
März 2005 einen Autounfall erlitt
(
Urk.
9/13/2)
. In der Folge
befand sie sich in ärztlicher Behandlung und
ging keiner Erwerbstätigkeit mehr nach.
Im
September 2006
meldete sie sich
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
(
Urk.
9/4)
. Diese
zog die Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) bei (
Urk.
9/13)
. Überdies
tätigte
sie
weitere
erwerbliche
(
Urk.
9/10
, 9/15
und
9/36
)
und medizinische
(
Urk.
9/14
und
9/16)
Abklärungen.
Mit Vorbescheid vom 1
8.
Mai 2007 stellte sie die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (
Urk.
9/40).
Die Versicherte liess dagegen Einwand erheben (
Urk.
9/47) und ihren Rechtsvertreter
ein neu
rologisch-neuropsychologische
s
Gutachten von
Dr.
med.
Y._
, Fach
arzt FMH für Neurologie, vom 2
5.
Juli 2007
einreichen
(
Urk.
9/46). Die IV-Stelle gab darauf
beim
Institut Z._
ein G
utachten in Auftrag, das am 31.
Dezember 2008 erstattet wurde
(
Urk.
9/73)
.
M
it Verfügung vom 2
3.
April 2009
(
Urk.
9/78)
verneinte die IV-Stelle
einen Rentenanspruch.
Dagegen erhob die Versicherte Beschwerde, welche
das Sozialversicherungsgericht
nach dem
Beizug
der vollständigen Suva-Akten (
Urk.
9/90 und 9/95)
mit Urteil
IV.2009.00523 vom 3
1.
Mai 2012
(
Urk.
9/100)
ab
wies
. Die Versicherte gelangte darauf mit Beschwerde ans Bun
desgericht
(
Urk.
9/101)
,
das
mit Urteil 9C_704/2012
vom
8.
November 2012 (
Urk.
9/102)
auf
Abweisung der Beschwerde erkannte
.
1.2
Mit Schreiben vom
9.
Januar 2013 (
Urk.
9/107) liess sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug anmelden.
Nach der Einholung einer Stellungnahme des
Regionalen Ärztlichen Dienst
es (
Urk.
9/117/3) erliess die IV-Stelle am 7. Oktober 2013 einen negativen Vorbescheid (
Urk.
9/119). Mit Verfügung vom
9.
Dezember 2013 (
Urk.
2 = 9/122) wies sie das Leistungsbegehren ab.
2.
Gegen die Verfügung vom
9.
Dezember 2013 liess die Versicherte mit Eingabe vom 2
7.
Januar 2014 (
Urk.
1) Beschwerde erheben mit dem Antrag, die ange
fochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei zur Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Überdies wurde um unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche
Rechts
vertretung
ersucht (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle schloss am 1
1.
März 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8).
Davon hat die Gegenpartei mit
Verfügung vom 1
7.
März 2014
(
Urk.
10)
Kenntnis
erhalten, mit welcher der
Beschwerde
führerin die unentgeltliche Prozessführung gewährt und in der Person ihres Rechtsvertreters ein unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt
wurde
.
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung;
IVV), so ist im
Beschwerdever
fahren
zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (B
GE
117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
2.
Die Beschwerdegegnerin zog in der angefochtenen Verfügung in Betracht,
dass die Abklärungen eine aus versicherungsmedizinischer Sicht unveränderte gesund
heitliche Situation ergeben hätten. Der
Beschwerdeführerin
sei
die ange
stammte Tätigkeit als Verkäuferin wie auch jede andere leichte bis mittel
schwere Tätigkeit im Umfang von 80
%
zumutbar.
Daraus resultiere ein
Invali
ditätsgrad
, der keinen Rentenanspruch
zu begründen vermöge (
Urk.
2
).
Demgegenüber lässt die Beschwerdeführerin den Standpunkt vertreten, dass
sich ihr Gesundheitszustand seit dem Erlass der Verfügung vom 2
3.
April 2009, mit welcher ein Rentenanspruch verneint worden war, verschlechtert habe. Die Beschwerdegegnerin hätte sich nicht mit dem
von der Suva eingeholten
Gut
achten des
Instituts Z._
vom 31. Dezember 2010 begnügen dürfen, sondern hätte weitere Sachverhaltsabklärungen vornehmen müssen (
Urk.
1).
3.
3.1
Die IV-Stelle ist auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom
9.
Januar 2013
materiell eingetreten. Es gilt somit zu prüfen, ob sich der Gesundheitszu
stand der Beschwerdeführerin im massgeblichen Zeitraum zwischen der ersten Verfügung vom 2
3.
April 2009, mit welcher ein Anspruch auf eine Invaliden
rente verneint worden
war
, und der
angefochtenen
Verf
ügung vom
9.
Dezember 2013
, welche die zeitliche Grenze für den zu beurteilenden Sachverhalt bildet, insoweit verschlechtert hat, dass nunmehr ein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
3.2
Massgeblich für die Beurteilung des Gesundheitszustandes bei Erlass der Verfü
gung vom 2
3.
April 2009 war
das
polydisziplinäre
Gutachten
des
Instituts Z._
vom
3
1.
Dezember 2008
(
Urk.
9/73; vgl.
Urk.
9/77/2
und 9/102/3
)
. Diese
s
hielt
fol
gende
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
fest
(
Urk.
9/73/17):
1.
Panvertebralsyndrom
(ICD-10: M54.8)
Status nach
kraniozervikalem
Beschleunigungstrauma bei Heckkollision am
6.
März 2005 mit minimal-traumatischer Hirnverletzung (ED
Dr.
Y._
03/2007), diffus
fronto-striataler
Funktionsstörung (
Visuo-Okulomotorik
04/2007) und Rotationsinstabilität der HWS bei Ligamen
tum
alare
-Insuffizienz links (Grad III nach
Krakenes
, FMRI 03/2007)
Fehlhaltung und muskuläre
Dysbalance
Leichte degenerative HWS- und
LWS-Veränderungen und leichte bis
mässige Hypomobilität der HWS
Sekundärer Schwindel bei
optokinetischer
Überempfindlichkeit (ED
Dr.
A._
03/2006)
2.
Angst- und depressive Störung, gemischt (ICD-10: F41.2)
.
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigke
it seien f
ortgesetzter Nikotinkonsum, schädli
cher Gebrauch (ICD-10: F17.1
),
eine
f
ormal mittelschwere bis schwer
e
neuropsychis
che Störung bei Status nach HWS-
Distorsionstrauma am
6.
März 2005 (DD: Schmerzsyndrom, affektive Störung, Verdeutlichungstendenz oder Aggravation)
und a
namnestisch
eine
massive Akkommodationseinschränkung, Hypermetropie und Astigmatismus
(Urk. 9/73/18)
.
I
n der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Verkäuferin einer Tankstelle, welche als körperlich leichte bis intermittierend wechselbelastende Tätigkeit angesehen werden könne,
sei die Beschwerdeführerin
sowohl aus somatischer wie auch aus psychiatrischer Sicht zu 80
%
arbeitsfähig. Die leichte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei durch eine verminderte psychische Belastbarkeit mit ver
minderter Schmerz- und Stresstoleranz (Verlangsamung und Bedarf nach ver
mehrten Pausen) bedingt. Sofern das Einschalten regelmässiger Pausen möglich sei, sei diese zu 80
%
zumutbare Arbeitstätigkeit ganztags verwertbar
(
Urk.
9/73/19)
.
In anderen Berufen bestehe f
ür sämtliche körperlich leichte
n
bis intermittierend mittelschwere
n
Tätigkeiten mit
der
Möglichkeit zur Einnahme von
Wechselposi
tionen
und zur Einschaltung
kurze
r
Pausen zur Durchführung von Lockerungs
übungen und
ohne
wiederholte oder dauerhafte
rückenbelastende
Arbeiten
eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 80
%
. Körperlich mittelschwere und schwere Tätigkeiten seien nicht zumutbar (
Urk.
9/73/20).
3.3
Im Auftrag der Suva
hatte
das
Institut Z._
am 31. Dezember 2010
ein
weiteres
p
oly
dis
ziplinäres
Gutachten
erstellt
(
Urk.
9/95/11 ff.). Darin wurden folgende Diagno
sen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten (
Urk.
9/95/73 f.):
1.
Dysthmia
(ICD-10: F34.1)
2.
Somatoforme
autonome Funktionsstörung (ICD-10: F45.3)
3.
Chronische, klinisch unspezifische
Schwankschwindelbeschwerden
(ICD
10: R42)
-
diskrete Zeichen einer zentral-
vestibulären
Funktionsstörung
-
mit deutlicher phobischer Schwindelkomponente
-
mit deutlichen zusätzlichen Zeichen einer nicht-organischen Funk
tionsstörung (z.B. in der Gleichgewichtsanalyse)
4.
Schwerer,
dekompensierter
Tinnitus beidseits
5.
Nicht-authentische formal mittelschwere bis schwere neuropsycho
logi
sche Funktionsstörungen, möglicherweise auf dem Boden leichter bis maximal mittelgradiger echter neuropsychologischer Beeinträchtigungen bei
-
Status nach Autounfall mit HWS-Distorsionstrauma
-
chronifizierten
Schmerzen
-
Verdacht auf depressive Symptomatik
.
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien folgende
diagnostizierte Gesundheits
störungen
(Urk. 9/95/74):
1.
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
2.
Panvertebrales zervikal betontes Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.8) mit/bei
a)
Chronische
m
zervikozephale
m
Schmerzsyndrom (ICD-10: M53.0)
-
ohne Anhaltspunkte für zervikale
Radikulopathie
oder Myelopa
thie
-
mit möglicher Analgetika-induzierter Kopfschmerzkomponente bei protrahiertem übermässigem Gebrauch von
nichtsteroidalen
Ent
zündungshemmern
(ICD-10: G44.4)
b)
Fehlhaltung der Wirbelsäule und muskuläre
r
Dysbalance
im zervika
len, thorakalen und lumbalen Bereich der Wirbelsäule
-
tendomyotische
Verspannungen der Mm.
Trapezii
beidseits, Verspannungen der panvertebralen Muskulatur im thora
kalen und im lumbalen Bereich
-
muskuläre
Dysbalance
im Bereich der Muskulatur der Unter
schenkel rechtsbetont
3.
Status nach Autounfall mit Heck- und konsekutiver Frontalkollision am
6.
März 2005 mit
-
HWS-Distorsion Grad II nach Quebec Task Force Guidelines
(ICD
10: S13.4)
-
milder traumatischer Hirnverletzung (MTBI) der Kategorie I
4.
Normakusis
.
Die Beschwerdeführerin sei
aus somatischer Sicht
zu 100
%
arbeitsfähig.
Auf
grund
der Schwindelbeschwerden ergebe sich
aus neurologisch klinischer Sicht
eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in dem Sinne, dass Arbeiten mit Absturzgefahr (Besteigen von Leitern) und Arbeiten mit erhöhter
Selbstver
letzungsgefahr
bei Auftreten von Schwindelepisoden (z.B. Arbeiten mit gefähr
lichen Maschinen
mit rotierenden Teilen) zu meiden seien (
Urk.
9/95/81
, 9/95/84
und 9/95/94
).
Aufgrund der nicht validen Untersuchungsergebnisse könne die Arbeitsfähigkeit aus neuropsychologischer Sicht nicht quantifiziert werden.
Bei inkonsistenter Anstrengungsbereitschaft könne jedoch davon ausgegangen werden, dass die Testresultate die tatsächliche Leistungsfähigkeit deutlich unterschätzten, sogar solche, die während einer Phase adäquater Leistungsmotivation erhoben worden seien. Somit reflektiere die formal erhobene kognitive Leistungsfähigkeit das Minimum dessen, was die Beschwerdeführerin zu leisten in der Lage sei. Die effektive Leistungsfähigkeit
,
gemessen am allgem
ein klinischen Eindruck und zum Beispiel
an
der Fähigkeit, weiterhin als alleinerziehende Mutter für ihre Tochter zu sorgen, dürfte wesentlich von den Testresultaten abweichen. Berücksichtige man das Ausmass der Einbussen, wie sie der Literatur (und im Quervergleich) von chronischen Schmerzpatienten und Patienten nach MBI mit nachgewiesen ausreichender Anstrengungsbereitschaft bekannt seien, dann dürfte die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus rein neuropsychologischer Sicht für eine den körperlichen Beschwerden angepasste Tätigkeit mit eher geringen Anforderungen an die geistige Leistungsfähigkeit 50
%
nicht über
schreiten.
Dies gelte für Arbeiten mit eher geringen Anforderungen an
die geistige Leistungsfähigkeit
wie einfach zu lernende Tätigkeiten mit hohem
Routinean
teil
. Aufgrund der Fehleranfälligkeit wären die Arbeiten in qualitativer Hinsicht von Dritten zu überprüfen. Wegen der Antriebsminderung sol
lte die Arbeit in moderatem T
empo von aussen getaktet sein beziehungsweise vorgegeben wer
den. Es sei nicht damit zu rechnen, dass die Beschwerdeführerin nach erledigten Arbeitss
chritten von sich aus initiativ
werde, um nach weiteren zu erledigenden Arbeiten zu fragen. Wichtig wäre zudem ein individuelles Pausenmanagement in Form von mehreren kurzen Pausen, um Schmerzen und Ermüdung vorzu
beugen
, im Idealfall mit der Möglichkeit sich hinzulegen.
E
ine Tätigkeit im Verkauf
wäre
je nach Branche und Einsatzort selbst bei authen
tischen leicht bis mittelgradigen Einbussen eher ungünstig. Ungünstige Rahmenbedingungen bestünden in den Anforderungen an Aufmerksamkeit und Konzentration (Kasse,
Be
[ob]
achtung
von Kunden, gegebenenfalls Abrufen von Lagerbeständen in der EDV), dem stossweisen Kundenaufkommen, dessen
Bewältigung erhöhte Anforderungen an exekutive Funktionen stelle usw.
(Urk. 9/95/86 und 9/95/95
).
Aus psychiatrischer Sicht sei von einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
auszugehen
(
Urk.
9/95/92 und 9/95/95)
.
Die 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich aus der verminderten emotionalen Belastbarkeit und erhöhter psychovegetative
r
Erregbarkeit (
Urk.
9/95/92).
4.
4.1
Das Gutachten
des Instituts Z._
vom 3
1.
Dezember 2010 beruht auf den Untersuchungen von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Innere Medizin,
Dr. med. C._
, Facharzt FMH für Rheumatologie, Oberarzt
Dr. med. et phil. D._
, Facharzt FMH für Neurologie, von
Frau E._
,
Fachpsychologin für Neu
ropsychologie und Psychotherapie FSP
,
und
lic
. phil.
F._
, Neuropsycholo
gin und Psychologin
FSP, von Oberarzt
Dr. med.
G._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie von Prof.
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Neurootologie
(Urk. 9/95/19).
Es wurde in Kenntnis der medi
zinischen
Vorakten
erstellt und berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden angemessen. Die gestellten Fragen beantwortet es umfassend. Überdies setzt es sich detailliert mit anderslautenden Beurteilungen, namentlich de
n
jenigen von
Dr.
Y._
und des Vorgutachtens
des Instituts Z._
vom 3
1.
Dezember 2008, auseinander.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin wendet g
egen das Gutachten
des Instituts Z._
vom 3
1.
Dezember 2010
einzig ein, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb
seine Mandantin
als in der angestammten Tätigkeit als Verkäuferin zu 80
%
arbeitsfähig qualifiziert werde, nachdem aus neuropsychologischer Sicht festge
halten worden sei, dass die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im angepassten Tätigkeitsbereich mit eher geringen Anforderungen an die geistige Leistungsfä
higkeit
50
%
nicht übersch
reiten dürfte
.
Im zur Diskussion stehenden
Gutachten
sei
überdies
auch
angeführt worden, dass eine Tätigkeit im Verkauf je nach Branche und Einsatzort selbst bei authentisch leicht bis mittelgradigen Einbus
sen eher ungünstig sei (
Urk.
1 S. 5).
Hierzu ist zu bemerken, dass die Arbeitsfähigkeit aus neuropsychologischer Sicht
gerade nicht q
uantifizier
t wurde
, da sich die
entsprechenden
Untersu
chungsergebnisse nicht validieren liessen.
Es wurde lediglich eine
Zumutbar
keitsbeurteilung
abgegeben, die auf der Annahme von Einbussen basierte,
wie sie
in
der Literatur (und im Quervergleich) von chronischen Schmerzpatienten und Patienten nach MBI mit nachgewiesen ausreichender
Anstrengungsbereit
schaft
bekannt seien.
Objektivierbare neuropsychologische Befunde liegen der abgegebenen Einschätzung nicht zu Grunde.
Anhaltspunkte für fokale, rein neurologische Defizite waren keine vorhanden. Dementsprechend wurden die höchstens leichten Defizite in der Konzentration, im Gedächtnis und im
Prob
lemlösen
mit der aus psychiatrischer Sicht bestehenden
Dysthymie
und
soma
toformen
autonomen Störung erklärt.
Es ist somit nichts au
szumachen, was das Gutachten
des Instituts Z._
vom 3
1.
Dezember 2010 als widersprüchlich oder nicht schlüssig erscheinen liesse. Vielmehr erfüllt es sämtliche von
der Rechtspre
chung statuierten Anforderungen an ein medizinisches Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E. 5a und 125 V 351 E. 3a).
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin darauf abgestellt hat.
4.2
Mit dem Gutachten
des Instituts Z._
vom 3
1.
Dezember 2010 ist eine Ver
änderung
des psychischen Gesundheitszustandes ausgewiesen.
Ebenso geht daraus hervor, dass sich der rheumatologische Zustand der Beschwerdeführerin insofern ver
bessert hat, als neu von einem unspezifisch gewordenen Beschwerdebild auszu
gehen war
(
Urk.
9/95/55 ff.)
. Die betreffenden Veränderungen
wirk
en
sich jedoch nicht in einer Weise aus, dass dies zu einer geringeren als der zuletzt festgestellten Arbeitsfähigkeit in
der
angestammte
n
Tätigkeit von 80
%
führen würde.
Es ist somit unverändert von einer rentenausschliessenden
Erwerbs
fä
higkeit
auszugehen.
Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob die
im
Gutach
ten
des Instituts Z._
vom 31. Dezember 2010
festge
haltenen
Leiden
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung überhaupt als invalidisierende Gesundheitsschäden zu qualifizieren wären (vgl. zum Ganzen bereits das Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2009.00523 vom 3
1.
Mai
2012 E. 4.2; Urk.
9/100/17 ff.).
4.3
Die Beschwerdeführerin hat nicht ansatzweise geltend gemacht, dass sich ihr Gesundheitszustand nach den Untersuchungen für das Gutachten
des Instituts Z._
vom 3
1.
Dezember 2010
(vom April und September 2010;
Urk.
9/95/19)
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 9. Dezember 2013
verschlechterte
. Ebenso wenig ergeben sich aus den
Akten
Anhaltpunkte für
eine im erwähnten Zeitraum eingetretene
gesundheitliche Verschlechterung. Es war daher korrekt, dass die Beschwerdegegnerin auf weitere Abklärungen verzichtet und das
Leis
tungsbegehren
vom
9.
Januar 2013
(mangels einer rentenbegründenden Arbeitsunfähigkeit)
abgewiesen hat. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden Beschwerde
führerin aufzuerlegen, zufolge gewährter unentgeltlicher Prozessführung (Urk. 10) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.2
Rechtsanwalt
lic
.
iur
. Sebastian Lorentz hat für seine Bemühungen und Ausla
gen als unentgeltlicher Rechtsvertreter im vorliegenden Verfahren
k
eine
Hono
rarnote
eingereicht
und um ermessensweise Festsetzung seiner Entschädigung gestützt auf die Akten ersucht
(Urk.
12 und
13).
Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
erscheint
eine Entschädigung von Fr.
1‘900.--
(inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer)
als angemessen, welche
aus der Gerichtskasse auszurichten ist.