Decision ID: a9dc1f47-897f-4462-92a2-f4dcd95e556e
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1953, war seit dem 1. Januar 1999 beim Spital
Y._
als Hausdienstangestellte tätig und dadurch bei der
Elips
Versicherungen AG
obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert (Urk. 8/54). Laut
Schadenmeldung vom 8. September 2017
fiel
sie am 3. September 2017 in Portugal beim Spazieren mit dem Hund um und
verletzte
sich dabei am Oberschenkel
, worauf s
ie mit dem Krankenwagen ins Spital ge
bracht (Urk. 8/53 f.)
und
notfallmässig behandelt
wurde
(Urk. 8/7). Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz begab sie sich ab dem 25. September 2017 in ärztliche Behandlung (Urk. 8/8)
und es wurde ihr eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 3. September 2017 attestiert (Urk. 8/35 ff.).
Die behandelnden Ärzte des Stadt
spitals
Z._
stellten
am 20. Oktober 2017
mehrere Sehnenabrisse der
Ham
strings
links am
Tuber
ischiadicu
m
fest (Urk. 8/10 S. 1). In der Folge unterzog sich
die
Versicherte
aufgrund persistierender immobilisierender Schmerzen
trotz
konservative
r
Therapiemassnahmen
am 8. März 2018
einer Operation am linken Oberschenkel (Urk. 8/18 S. 1).
Die
Elips
Versicherungen AG
erbrachte zunächst die gesetzlichen Leistungen (Taggeld und Heilkosten, Urk. 8/55 S. 1). Des Weiteren liess sie die Versicherte
am 24. Juli 2018 und 14. März 2019
von ihrer Vertrauensärztin, med.
pract
.
A._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, unter
suchen (Beurteilungen vom 7. Januar 2018 und 2. Mai 2019
,
Urk. 8/28, Urk. 8/33
)
. Mit Verfügung vom 22. Mai 2019
teilte sie der Versicherten mit, dass sie die Ver
sicherungsleistungen per 14. März 2019 einstelle (Urk. 8/55 S. 3).
Dagegen erhob die Versicherte am 12. Juni 2019 Einsprache (Urk. 2 S. 2). Mit
Einspracheent
scheid
vom 6. Dezember 2019 wies die
Elips
Versicherungen AG
die Einsprache ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 17. Dezember 2019 Beschwerde und bean
tragte, der
Einspracheentscheid
vom 6. Dezember 2019 sei aufzuheben und es seien Taggelder und
H
eilungskosten per 14. März 2019 zu entrichten. Ferner sei festzustellen, dass ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bestehe und dass eine natürliche und adäquate Kausalität betreffend das Schmerzsyndrom be
stehe. Ihrer Beschwerde legte sie zwei Berichte über eine Magnetresonanz
tomo
graphie (MRI) vom 4. Oktober 2018
(Urk. 3/4 = Urk. 8/23)
und
eine solche vom
15. Juli 2019
(Urk. 3/5)
sowie einen Bericht von Prof. Dr. med.
B._
,
Facharzt für Chirurgie, Chefarzt Stadtspital
Z._
, Klinik für Allgemein-, Hand-,
und Unfallchirurgie,
vom 9. Dezember 2019
bei (
U
rk. 3/6). Am 28. Januar 2020
schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung
der Beschwerde
(Urk. 7). Mit Replik vom 4. März 2020
hielt
die Beschwerdeführerin
an ihren Anträgen fest
und reichte
abermals
die beiden
vorgenannten
MRI-Berichte ein
(Urk. 12 S. 2
, Urk. 13/1-2
).
Die Beschwerdegegnerin erstattete am 11. März 2020 ihre Duplik und hielt an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (Urk. 16). Dies wurde der Beschwerdeführerin am 12. März 2020 zur Kenntnis gebracht (Urk. 17).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfall
folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Be
handlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenver
siche
rung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.
4
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Ge
sundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der
dazwischen liegende
mittlere Bereich (BGE 115 V
133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr.
10
E. 2).
1.5
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwür
di
gung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwie
rigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenz
bereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicher
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (
BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U
442
S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog i
m
angefochtenen
Einspracheentscheid
, von weiteren ärztlichen Behandlungen sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit mehr zu erwarten (Urk. 2 S. 3). Gemäss der Beurteilung von Dr.
A._
seien die Sehnenabrisse der
Hamstring
-Muskulatur am
Tuber
ischiadicum
links überwiegend wahrscheinlich unfallkau
sal. Diese Unfallfolge begründe jedoch zum Untersuchungszeitpunkt keine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Hausdienstmitarbeiterin mehr. Dr.
A._
habe die Unfallkausalität des
chronischen
Schmerzsyndroms
als möglich, jedoch nicht überwiegend wahrscheinlich
beurteilt
. Infolge
dessen entfalle
die
Leistungspflicht
der Unfallversicherung
.
Die Entrichtung einer Inte
gritätsentschädigung falle ausser Betracht (Urk. 2 S. 5).
In ihrer Beschwerdeant
wort hielt die Beschwerdegegnerin ergänzend fest, das zur Diskussion stehende Ereignis, ein Ausrutschen beim Spaziergang mit dem Hund auf dem Trottoir, sei als leichter Unfall im Sinne der Rechtsprechung zu qualifizieren. Die von der
Beschwerdeführerin geklagten, nicht objektivierbaren Beschwerden stünden ferner
zumindest nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall (Urk. 7 S.
5).
S
elbst bei Qualifizierung als leichtes bis mittelschweres Ereignis sei keines der Zusatzkriterien als erfüllt zu betrachten. Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den nicht mit einer unfallbedingten Läsion erklärbaren Schmerzen sei folglich zu verneinen (Urk. 16 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
gemäss Bericht von Prof. Dr.
B._
sei
der medizinische Endzustand
noch nicht
erreicht.
Ein Therapiestopp würde die Gesamtsituation verschlechtern und auch wieder zu vermehrten Schmerzen führen
. Prof. Dr.
B._
erachte auch die Schmerzen als unfallkausal
, zumal sie vor
dem Unfall keine Beschwerden gehabt habe
. Daher könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass
ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Schmerz
syn
drom und dem Unfall bestehe (Urk. 1 S. 3).
In ihrer Replik brachte die Be
schwerdeführerin
ergänzend
vor, sie habe nach wie vor starke Schmerzen im Bereich der
N
arbe und eine Dysästhesie im Narbenbereich. Somit seien die vor
handenen Schmerzen objektivierbar (Urk. 12 S. 2).
In der Gesamtwürdigung sei das Unfallereignis als solches im mittleren Bereich einzustufen und der adäquate Kausalzusammenhang sei zu bejahen (Urk. 1 S. 4).
2.
3
Strittig und zu prüfen ist, ob
die Beschwerdegegnerin wegen der Folgen des Unfalles vom
3. September 2017
über den
14. März 2019
hinaus Leistungen der Unfal
lversicherung zu erbringen hat,
beziehungsweise, ob die nach diesem Zeit
punkt beklagten Beschwerden noch in einem Kausalzusammenhang
zum
Unfall
ereignis stehen.
3.
3.1
Dem Austrittsbericht des Stadtspitals
Z._
vom 20. Oktober 2017 ist zu ent
nehmen, dass die Beschwerdeführerin dort vom 12. bis zum 20. Oktober 2017 hospitalisiert war. Der behandelnde Prof. Dr.
B._
nannte als Diagnosen Sehnen
abrisse des
M
usculus
semimembranosus
,
M
usculus
semitendinosus
und des
M
us
culus
biceps
Caput
longum
am
Tuber
ischiadicum
links vom 3. September 2017. Ferner stellte er eine mässige Gonarthrose links mit schwerer Retropatell
ar
arthrose links
und
einer degenerativen medialen Meniskusläsion sowie einen nicht insulinpflichtigen Diabetes mellitus Typ II und eine arterielle Hypertonie fest
.
Dazu ergänzte er, die
Beschwerdeführerin sei
ihnen
am 12. Oktober 2017 notfallmässig zugewiesen worden. Sie habe am 3. September 2017 einen Unfall in Portugal gehabt, wobei sie weggerutscht und in eine
Spagatposition
geraten sei. Aktuell könne sie kaum gehen. Zudem sei es ihr unmöglich, Treppenstufen zu überwinden, um in ihre Wohnung zu gelangen. Es sei die Indikation zur konservativen Therapie gestellt worden. Unter physiotherapeutischer Anleitung seien stetig Fortschritte bei der Mobilisation an Stöcken gelungen. Die Be
schwerdeführerin habe in ordentlichem Allgemeinzustand in die Rehaklinik
C._
entlassen werden können (Urk. 8/10 S. 1).
3.2
Auf
grund persistierender Schmerzen,
einer eingeschränkten Beweglichkeit der linken Hüfte und des linken Knies wurde am 8. März 2018
im Stadtspital
Z._
eine
Refixation
der
Hamstring
-M
uskulatur links ans
Tuber
ischiadicum
mit
einem
Knochenanker vorgenommen. Dem Bericht vom 16. März 2018 lässt sich ein
komplikationsloser Operationsverlauf entnehmen (Urk. 8/18 S. 3 f.). Anschliessend
befand sich die Beschwerdeführerin
v
om 8. bis 21. März 2018
zur stationären Behandlung im Stadtspital
Z._
. Der postoperative Verlauf habe sich problem
los gestaltet. Es sei eine physiotherapeutische Mobilisation mit Teilbelastung bei Flexion der linken Hüft
e
bis maximal 60 Grad initiiert worden. Die Beschwerde
führerin habe am 21. März 2018 bei reizlosen Wundverhältnissen in die Reha
klinik
C._
entlassen werden können (Urk. 8/18 S. 1).
Gemäss Austrittsbericht der Rehaklinik
C._
vom 2. Mai 2018
verbesserte
sich die Mobilität
der Beschwerdeführerin
auf der Ebene
im Verlauf
und das Treppen
steigen
wurde
geübt. Die Beschwerdeführerin habe in gutem Allgemeinzustand, mobilisiert
und
mit gesteigerter Leistungsfähigkeit am 1. Mai 2018 aus der Reha
bilitation entlassen werden können. Bei Austritt sei
sie
mit zwei Unterarm
geh
stöcken unter Einhaltung der Teilbelastung sicher gangmobil
gewesen
(Urk. 8/22 S. 2).
3.3
Dr. med.
D._
, Fachärztin für Neurologie, bemerkte am 23. Juli 2018, bei Status nach Sturz mit unwillkürlichem Spagat und Abriss der
Hamstring
-M
uskulatur links vom
Tuber
ischiadicum
klage die Beschwerdeführerin über anhaltende invalidisierende Schmerzen ebenda und im Bereich der ganzen linken Oberschenkelrückseite
. D
ie konservative Behandlung
,
medikamentös und physi
ka
lisch
, habe
auch im Rahmen einer stationären Rehabilitation keine Besserung
gebracht. Auch die daraufhin durchgeführte
Sehnenreinsertion
habe nicht zu ein
er wesentlichen Linderung der Schmerzen geführt, wodurch
die Beschwerde
führerin gemäss ihrer Schilderung
auch nicht mehr
gehfähig
sei, ein Schwäche
gefühl im
ganzen
rechten Bein verspüre und Missempfindungen an der Ober
schenkelrück
seite habe.
Klinisch-neurologisch finde sich eine deutliche Schmerz
hemmung sowie ein diffuses Andersempfinden an der linken Oberschenkel
rückseite, das sich nicht einer spezifischen neurologischen Versorgung zuordnen lasse. Es bestünden keine «harten» neurologischen Ausfallsymptome. Elektroneurographisch seien die am linken Bein gemessenen Nerven normal,
myographisch
zeigten sich in der linken Oberschenkelmuskulatur bis auf ein offensichtlich schmerzbedingtes Akti
vierungsdefizit keine Abnormitäten. Zurzeit fänden sich keine Hinweise für eine zusätzliche neurologische Mitursache der invalidisierenden Schmerzen (Urk. 8/25 S. 2).
3.4
Anlässlich der MRI-Untersuchung vom 4. Oktober 2018 zeigte sich ein erneuter Abriss der linksseitigen
Hamstring
-Muskulatur (
Dehiszenz
zirka acht Zentimeter). Zudem wurde eine progrediente
fettgewebige
Atrophie der linksseitigen
Ham
string-Muskulatur
und eine degenerative Veränderung der Lendenwirbelsäule (LWS) ohne signifikante
Stenosierung
des Spinalkanals oder der
Neuroforamina
festgestellt (Urk. 8/23 S. 1, Urk. 3/4 S. 2).
3.5
Aufgrund weiterhin persistierender Schmerzen ohne Befundverbesserung über
wies
en die Ärzte der Klinik für Allgemein-, Hand-, und Unfallchirurgie des Stadt
spitals
Z._
die Beschwerdeführerin am 26. Oktober 2018 zur Optimierung der Schmerzbehandlung ins Zentrum für Schmerzmedizin, ebenfalls Stadtspital
Z._
(Urk. 8/24 S. 1).
Dr. med.
E._
, Fachärztin für Anästhesiologie, Neuraltherapie sowie
In
terventionelle
Schmerztherapie,
vermerkte in ihrem Bericht vom
5. Dezember 2018
, die Beschwerdeführerin leide an prolongierten Schmerzen und Kraftein
schränkungen nach einer
Hamstring
-Verletzung. Die persistierenden Schmerzen zeigten einen ungewöhnlich langen Verlauf, jedoch sehe sie – Dr.
E._
– keine andere Ursache als die doch sehr komplexe Verletzung bei Status nach zweimaligem Sehnenabriss nach operativer Therapie im März 2018. Inzwischen seien durch die Fehlbelastung Schmerzen im Hüftgelenk und ausgeprägte
myo
fasziale
Verspannungen hinzugekommen (Schmerzausweitung). Das Alter und die Co-Faktoren (Diabetes, keine früheren sportlichen Aktivitäten und vermehrte Angst vor Bewegung) könnten zusätzlich den prolongierten Heilungsverlauf erklären. Es sei zu vermuten, dass zusätzlich zu den Muskelschmerzen eine chro
nische Reizung an der Abrissstelle am
Tuber
ischiadicum
bestehe (Urk. 8/26 S. 2).
Im Rahmen der
interventionellen
Schmerztherapie unterzog sich die Beschwer
deführerin
einer
Infiltration am
Tuber
ischiadicum
(Urk. 8/26 S. 3). Direkt nach der Infiltration habe
sie
besser sitzen und deutlich besser laufen können. Es bestehe jedoch weiterhin ein hoher Leidensdruck. Die Beschwerdeführerin sei eher zurückhaltend bezüglich einer Infiltrationsserie (Urk. 8/26 S. 4).
3.6
Nachdem
Dr.
A._
die Beschwerdeführerin
im Auftrag der Beschwerde
geg
nerin bereits am 24. Juli 2018 untersucht hatte (Urk. 8/28), folgte am 14. März 2019 eine weitere Untersuchung
. In ihrem Gutachten vom 2. Mai 2019 führte
Dr.
A._
als Diagnosen
unter anderem
den Unfall vom 3. September 2017 (Sturz in Portugal) mit Sehnenabrissen der
Hamstrings
links am
Tuber
ischia
dicum
,
nachfolgender
Operation am 8. März 2018 (
Refixation
der
Hamstrings
mit Knochenanker) sowie einem erneuten Abriss der
Hamstring
-Muskulatur auf (Urk. 8/33 S. 4 f.).
Anlässlich der Untersuchung habe die Beschwerdeführerin über dauernde Schmerzen i
n
Gesäss und Oberschenkel links sowohl dorsal als auch ventral berichtet. Diese seien gegenüber der Voruntersuchung praktisch unverändert. Schmerzbedingt seien die Geh- und Sitzdauer eingeschränkt. Beim Liegen würden ebenfalls Schmerzen auftreten, welche zu einer Durchschlafstörung führten.
Schmerzlindernde Modalitäten liessen sich nicht eruieren. Objektiv zeige sich eine
diffuse oberflächliche
Druckdolenz
der
myofaszialen
Strukturen am linken Oberschenkel, ventral und dorsal, sowie am linken Unterschenkel im Bereich der
Peronealloge
.
Im tolerierten Palpationsrahmen liessen sich keine wesentlichen
myofaszialen
Befunde erheben.
Die aktive Hüftgelenksbeweglichkeit links sei unter Angabe von Schmerzen eingeschränkt, eine passive Untersuchung sei bei Gegeninnervation nicht aussagekräftig möglich
. Neurologisch zeigten sich keine wesentlichen muskulären Atrophien am linken Bein. Bei der formalen Kraft
prüfung habe sich eine Minderinnervation bei Prüfung sämtlicher Kennmuskeln unter Schmerzangabe gezeigt
, dies auch bei Prüfung von nicht betroffenen Mus
keln am linken Bein
. Im Narbenbereich am Gesäss links sei eine zirka hand
tellergrosse Dysästhesie angegeben worden. Beim Gehen benutze die Beschwerde
führerin einen Gehstock rechtsgeführt. Sie ha
be ein verlangsamtes
Gehtempo
und eine verkürzte Standbeinphase link
s
mit entsprechendem
Hinkmechanismus
.
Die komplexen Gangarten seien ohne Hilfsmittel möglich gewesen
(Urk. 8/33 S. 5 f.).
Nach dem Unfall vom 3. September 2017 bestehe ein
chronifiziertes
Schmerz
syndrom des linken Oberschenkels. Zeichen der Symptomausweitung würden im Vordergrund stehen: Diffuse, über den eigentlichen Läsionsort weit hinaus
gehen
d
e Schmerzangaben im linken Bein sowie
dauernde, unabhängig von der mecha
nischen Beanspruchung der betroffenen Strukturen vorhandene Schmerzen ohne
eruierbare
Modulierbarkeit durch mechanische Faktoren. Bei fehlendem Anspre
chen auf die zwischenzeitlich durchgeführte Schmerztherapie (ausgebaute Anal
getika-Therapie, Einsatz von Co-Analgetika, kein, auch nicht kurzzeitiger Effekt von lokalen Infiltrationen)
müsse
von einem Überwiegen von zentralen Schmerz
mechanismen mit zusätzlicher Symptomausweitung ausgegangen werden. Eine operative Re-Intervention komme sowohl aufgrund der Symptomausweitung als auch aufgrund des bildgebenden Befundes mit grosser
Dehiszenz
und fettiger Degeneration der Muskeln nicht in Frage (Urk. 8/33 S. 6).
Die Sehnenabrisse der
Hamstring
-Muskulatur am
Tuber
ischiadidum
link
s
seien als überwiegend wahrscheinlich unfallkausal zu beurteilen.
Von weiteren thera
peutischen Massnahmen sei keine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit mehr zu erwarten. Der medizinische Endzustand sei erreicht. Bezüglich des chronischen Schmerzsyndroms seien gestützt auf die Resultate der zwischenzeitlich erfolgten schmerztherapeutischen Interventionen keine ausreichenden Anhaltspunkte für eine namhafte unfallbedingte strukturelle Mitkomponente an der Ausprägung desselben gegeben. Das Schmerzsyndrom sei möglich, aber nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausal. Rein aufgrund der
objektivierbaren
Unfallfolgen liesse sich keine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Haus
dienstmitarbeiterin mehr begründen. Die Arbeitsunfähigkeit betrage ab Datum
der Untersuchung 0 %. Eine Integritätsentschädigung sei nicht geschuldet (Urk. 8/33
S. 6).
3.7
Das MRI vom 15. Juli 2019 zeigte eine regelrechte
Refixation
der
Hamstring
-Muskulatur links am
Tuber
ischiadicum
ohne Nachweis eines erneuten Ausrisses sowie eine bestehende Atrophie der linken
Hamstring
-Muskulatur (Urk. 3/5).
3.
8
Prof. Dr.
B._
erklärte in seinem Bericht vom 9. Dezember 2019 zuhanden der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin, insgesamt seien der Verlauf respektive die Schmerzen unfallkausal. Vor dem Unfall, also vor 2017, habe die Beschwer
deführerin keine Beschwerden gehabt. Bei
der letzten Kontrolle habe
sie
ins
gesamt weniger Schmerzen gehabt. Sie habe nach wie vor starke Schmerzen beim Bücken, gelegentlich verspüre sie im Bereich der
Narbe elektrisierende Schmer
zen. S
ie
habe
zudem
eine Dysästhesie im Narbenbereich. Die Therapie habe im Wesentlichen zum Ziel, keine Verschlechterung der aktuellen Situation zuzu
lassen. L
eider bestätige der Verlauf,
dass bei chronischen, das heisse
nicht frisch operierten
Refixationen
der
Hamstring
-Muskulatur
,
durch übermässige Narben
bildung prinzipiell ein schlechteres Resultat erreicht werde als bei frischen
Refix
ationen
. Eine namhafte Besserung der aktuellen Situation werde durch eine ärztliche Behandlung nicht
erreicht (Urk. 3/6 S. 1).
4.
4.1
Zu prüfen ist vorab, ob der
Fallabschluss per 14. März 2019
- wie von der
Beschwerdeführerin beanstandet
(Urk. 1 S.
3
)
- verfrüht war
.
De
r Fallabschluss
hat in dem Zeitpunkt zu erfolgen, in dem
von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliede
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG,
Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil
des Bundesgerichts
8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3, Urteil
des Bundesgerichts
8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE 134 V 109 und Urteil
des Bundesgerichts
8C_454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
«Namhaft»
bedeutet, dass die durch weitere zweck
mässige
Heilbehandlung
erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss, was
prog
nostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen
zu beurteilen ist
(Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der Feststellung von Dr.
A._
, wonach der medizinische Endzustand
a
m 14. März 2019 erreicht war (Urk. 8/33 S. 6)
,
stehen keine anderslautenden medi
zinischen Einschätzungen entgegen.
Für
die Richtigkeit
ihre
r
Beurteilung
spricht
unter anderem auch
, dass
die Beschwerdeführerin
ihr gegenüber am 14. März 2019 erwähnte,
im Vergleich zur
Untersuchung vom Juli 2018 sei
das
Laufen etwas besser geworden, aber die übrigen Beschwerden seien praktisch unver
ändert (Urk. 8/33 S. 2)
.
Durch
die zwei
Infi
ltrationen in der Schmerzsprechstunde des Stadtspitals
Z._
habe sich
überdies
kein Effekt eingestellt (Urk. 8/33 S. 3).
Dr.
E._
sah denn auch bei Abschluss der
Schmerztherapie
lediglich eine leichte Verbesserung der Belastbarkeit und auf die Durchführung einer Infiltra
tionsserie wurde aufgrund der Angst der Beschwerdeführerin vor Spritzen ver
zichtet (Urk.
8
/32 S. 1).
Auch Prof. Dr.
B._
bestätigte in seinem Bericht vom Dezember 2019
– entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 3) –
ausdrücklich, dass eine namhafte Besserung der aktuellen Situation
durch eine ärztliche Behandlung nicht mehr zu erreichen
ist
. Z
war
wies er darauf hin, die aktuelle Therapie habe im Wesentlichen zum Ziel, keine Verschlechterung der aktuellen Situation zuzulassen (Urk. 3/6 S. 1). Von einer solchen
ärztlichen Behandlung
, welche lediglich der Stabilisierung des Erreichten dient, kann aber rechtsprechungsgemäss
keine namhafte Verbesserung
des Gesundheitszustandes
mehr
erwartet werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_402/2007 vom 23. April 2008 E. 5.1.2.2).
Die z
um Zeitpunkt des Fallabschlusses noch durchgeführte Physiotherapie
(Urk. 8/32 S. 2)
, gilt als
manualtherapeutische
Massnahme
und daher
nicht als kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf eine nam
hafte Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlungen
im
Sinne der Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_306/2016 vom 22. September 2016 E. 5.3 mit Hinweis).
Der
Zeitpunkt
des Fallabschlusses
per 14. März 2019
ist daher
nicht zu beanstanden.
4.2
Gestützt auf die Beurteilung von Dr.
A._
steht ausserdem fest, dass
aufgrund der
objektivierbaren
Unfallfolgen
, namentlich der Sehnenabrisse der
Hamstring
-Muskulatur am
Tuber
ischiadicum
zum Zeitpunkt der Begutachtung keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestand (Urk. 8/33 S. 6).
Hinweise auf eine
fundierte,
anderslautende
medizinische Einschätzung der unfallbedingten
Arbeits
(
un
)
fähig
keit
lassen sich den Akten, insbesondere den Berichten der behandelnden Ärzte,
jedenfalls
nicht entnehmen
.
Aus dem
Unfallschein ist zwar
ersichtlich
, dass die
Hausärztin der Beschwerdeführerin, Dr. med.
F._
, Fachärztin für Innere
Medizin,
ihr
über den 14. März 2019 hinaus
eine
100%ige Arbeits
unfähigkeit attestierte
(Urk. 8/51). Allerdings begründete sie ihre
Ansicht
nicht näher und setzte sich insbesondere mit
der begründeten Einschätzung
von Dr.
A._
nicht auseinander,
weshalb darauf nicht abgestellt werden kann.
Mit dem im Sozialver
si
cherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
ist damit erstellt, dass
die
objektivierbaren Unfallfolgen die
Beschwerdeführerin
spätestens
seit dem 14. März 2019
in
ihrer bisherigen Tätigkeit als Hausdienst
angestellte
nicht mehr einschränkten
und dementsprechend die natürliche Kausa
lität
der aufgrund der objektivierbaren Unfallfolgen bestehenden
Beschwerden
auf diesen Zeitpunkt dahinfiel
.
Mit Bezug auf die über den 14. März 2019 hinaus geklagten Beschwerden ist davon
auszugehen, dass
bei der Beschwerdeführerin ein
chronifiziertes
Schmerz
syndrom des linken Oberschenkels mit Zeichen der Symptomausweitung besteht (Urk. 8/33 S. 6).
So gab die Beschwerdeführerin
in der Begutachtung durch Dr.
A._
diffuse, über den eigentlichen Läsionsort weit hinausreichend
e Schmerzen an (Urk. 8/33 S. 6).
Dies korreliert mit der klinischen Untersuchung, wonach trotz
diffuse
r
oberflächliche
r
Druckdolenz
der
myofaszialen
Strukturen am linken Oberschenkel
keine
wesentliche
n
myofasziale
n
Befunde
erhoben
werden
konnte
n
.
Ferner zeigte sich e
ine Minderinnervation unter Schmerzangabe auch bei Prüfung der nicht betroffenen Muskelgruppen am linken Bein (Urk. 8/33 S. 5)
und auch die Schmerzinfiltrationen blieben ohne anhaltenden Effekt (
Urk. 8/33 S. 3).
Ein Schmerzsyndrom stellt jedoch für sich alleine keine objektiv nachweisbare organische Unfallfolge dar (Urteile des Bundesgerichts 8C_498/2007 vom 28. Dezember 2007 E. 4.2
und
U 339/2006 vom 6. März 2007 E. 4.1).
4.3
Die Beschwerdeführerin bringt dagegen unter Hinweis auf die durchgeführten Untersuchungen und die MRI-Bildgebung vom 4. Oktober 2018 vor, ihre Schmer
zen seien objektivierbar (Urk. 12 S. 2). Aus den Akten ergibt sich, dass zwar anlässlich der Bildgebung vom 4. Oktober 2018
noch
von einem erneuten Ausriss der linksseitigen
Hamstring
-Muskulatur die Rede war (
Urk. 8/23 S. 1). In der späteren U
ntersuchung vom 15. Juli 2019
fand sich jedoch bereits wieder
eine regelrechte
Refixation
der
Hamstring
-Muskulatur links am
Tuber
ischiadicum
ohne Nachweis eines erneuten Ausrisses (Urk. 13/2).
Auch Dr.
D._
konnte keine «harten» neurologischen Ausfallsymptome erkennen und fand keine Hin
weise für eine zusätzliche neurologische Mitursache der Schmerzen (Urk. 8/25 S. 2).
Im Bericht des
Stadtspitals
Z._
vom 26. Oktober 2018 wurde
sodann darauf hin
gewiesen
, dass die Schmerzen der Beschwerdeführerin nicht typisch seien für einen solchen Sehnenabriss (Urk. 8/24 S. 1).
Schliesslich ist darauf hin
zuweisen, dass
aus dem Vorliegen von
Schmerzen
alleine
noch nicht auf orga
nisch (hinreichend) nachweisbare Unfallfolgen geschlossen werden
kann
, weil sich die Feststellung von
Schmerzen
einer wissenschaftlichen Beweisführung entzieht
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_123/2018 vom 18. September 2018 E. 4.1.1
).
Damit kann die Beschwerdeführerin auch aus
dem Umstand
, dass sie nach wie vor Schmerzen verspürt (Urk. 12 S. 2)
,
nichts zu ihren Gunsten ableiten.
4.4
Aufgrund des Gesagten ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
die natürliche Kausalität
bezüglich der somatischen Beschwerden
am 14. März 2019
dahingefallen
ist
. Die weiterhin geltend gemachten Beschwerden
im Sinne des chronischen Schmerzsyndroms
sind
gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre
chung nicht als eine organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolge zu quali
fi
zieren
.
Ob diese Beschwerden natürlich kausal durch das Unfallereignis verur
sacht wurde
n
, kann
offen bleiben
, wenn ein allfälliger Kausalzusammenhang nicht adäquat und d
amit nicht
rechtsgenüglich
wäre (BGE 135 V 465 E. 5.1).
Somit
ist nachfolgend eine
Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Sinne von BGE 115 V 133 vorzunehmen ist (
Urteil des Bundesgerichts 8C_647/2018 E. 5.1,
vgl. E.
1.4
).
5.
5.1
Vorab zu klären
ist, ob der Unfall als leicht oder mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen zu qualifizieren ist.
Gemäss Schadenmeldung vom 8. September 2017
ist
die Beschwerdeführerin beim Spazieren mit dem Hund auf dem Trottoir umgefallen und
hat
sich dabei am Oberschenkel verletzt. Danach sei sie mit dem Krankenwagen ins Spital gebracht worden (Urk. 8/54).
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel
bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Über
treten des Fusses un
d bei leichten Unfällen wie zum Beispiel
einem ge
wöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen
beziehungsweise organisch nicht objektivierbaren
Ge
sundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden
(BGE 115 V 133 E. 6)
.
Ob
der Sturz der Beschwerdeführerin vom 8. September 2017 dement
sprechend
als leichter Unfall oder
aber - wie die Beschwerdeführerin geltend macht (Urk. 12 S. 3) -
als mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu qualifizieren ist, kann vorliegend
offen bleiben
.
5.2
Für die Bejahung der adäquaten Kausalität müssten
im letzteren Fall
vier der sieben Kriterien, oder aber eines in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein (Urteil des Bundesgerichts 8C_647/2018
vom 16. Januar 2019
E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
Das Kriterium der besonders dramatischen
Begleitumstände oder
der
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles ist aufgrund des Unfallherganges und der bundes
gerichtlichen Rechtsprechung,
dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine
gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche noch nicht für eine Bejahung des Kri
teriums
ausreicht
(Urteil des
Bundesgerichts
8C_39/2008 vom 20. November 2008 E. 5.2),
ohne Weiteres
zu verneinen.
Die
von der Beschwerdeführerin erlittenen Verletzungen (Abriss der
Hamstring
-Muskulatur am
Tuber
ischiadicum
links, Urk. 8/10 S. 1) sind nicht als besonders schwer zu werten oder von besonderer Art und sind erfahrungsgemäss insbe
sondere nicht geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Solche Verlet
zungen
wären beispielsweise
ein erlittenes Schädelhirntrauma mit
Schädelka
lottenfraktur
(Urteil des Bundesgerichts 8C_414/2017 vom 26. Februar 2018 E. 3.5) oder verschiedene Frakturen im Gesichts- und Brustbereich, welche die Verlegung in ein künstliches Koma notwendig gemacht hätten (Urteil des Bun
desgerichts 8C_308/2014 vom 17. Oktober 2014 E. 4.3). Verletzungen dieses Schweregrades lagen
im hier zu beurteilenden Fall
klarerweise
nicht vor.
Die
Folgen der organisch nicht ausgewiesenen Beschwerden
sind
nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen, dies gilt auch für das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung (Urteil des Bundesgerichts 8C_903/2009 vom 28. April 2010 E. 4.6), womit dieses Kriterium vorliegend zu verneinen ist.
Davon abgesehen genügen für die Bejahung des Kriteriums
manualtherapeutische
Massnahmen
– wie sie die Beschwerdeführerin zuletzt noch in Anspruch nahm
(Urk. 8/32 S. 2) – alleine ohnehin nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_
638/2012 vom 30. Oktober 2012 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
Mit Bezug auf das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen ist zu erwähnen, dass
die
Beschwerdeführer
in
zwar konstant Schmerzen verspürt (Urk.
8/33 S. 3
)
. Allerdings sind
auch bei diesem Kriterium
psychische
Beschwerden nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen, auch wenn sie als körperlich imponieren (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_825/2008 vom 9. April 2009 E. 4.6).
Da gestützt auf die schlüssige Beurteilung von Dr.
A._
davon auszugehen ist, dass die im Zeitpunkt des Fallabschlusses vom 14. März 2019 noch geklagten Beschwerden nicht mehr organisch nachweisbar waren, ist auch dieses Kriterium zu verneinen.
Ärztliche Fehlbehandlungen, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätten,
liegen klarerweise nicht vor
.
Auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen (BGE 134 V 109 E. 10.2.6) darf nicht schon aus der blossen Dauer der ärztlichen Behand
lung und der geklagten Beschwerden geschlossen werden. Es bedarf vielmehr besonderer Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert haben. Der Umstand, dass trotz verschiedener Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte und der Heilungsverlauf
nicht
linear
verlief, genügt hierfür nicht (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 14. Februar 2014 E. 11.3 und 8C_29/2010 vom 27. Mai 2010 E. 5.3).
Bei der Be
schwerdeführerin traten zwar Komplikationen im Sinne eines erneuten Abrisses der
Hamstring
-Muskulatur nach operativer Versorgung auf (Urk. 8/23 S. 1). An
zeichen dafür, dass es sich dabei um Komplikationen erheblicher Natur gehandelt hätte,
lassen
sich den medizinischen Akten
aber
nicht entnehmen.
Vorliegend ist dieses Kriterium
daher
zu verneinen, auch wenn
die Beschwerdeführerin
weiter
hin andauernde Beschwerden angibt.
Ob
das Kriterium «Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit»
(BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
) vorliegend zu bejahen ist, kann - mit
Blick darauf, dass es sicherlich nicht
in ausgeprägter Weise vorliegt -
offen bl
eiben
.
5.3
Damit wäre höchstens
eines
der vier notwendigen Kriterien – und diese
s
nicht in
ausgeprägter Weise – erfüllt.
Entsprechend ist die Adäquanz zwischen dem Unfall
ereignis vom
3. September 2017
und der nicht durch organische Unfallfolgen nachweisbaren Beschwerden
der Beschwerdeführerin
zu verneinen.
6.
Dr.
A._
legte in ihrer Beurteilung dar, dass keine Integritätsentschädigung geschuldet ist (Urk. 8/33 S. 6).
E
ine
Integritätsentschädigung ist
nur dann
zu entrichten
, wenn die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erheb
liche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet (Art. 24 Abs. 1 UVG)
. Mit Blick darauf, dass die
natürliche Kausalität der
orga
-
nisch
nachweisbaren Beschwerden per 14. März 2019 dahinfiel und der adäquate Kausalzusammenhang des chronischen Schmerzsyndroms zu verneinen
ist
, ist diese Schlussfolgerung nicht zu beanstanden
. Eine dauernde erhebliche Schädi
gung im Sinne von Art. 24 Abs. 1 UVG liegt nicht vor
.
Damit erweist sich der
Einspracheentscheid
vom 6. Dezember 2019 als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.