Decision ID: eca30078-2c43-47fb-be58-6fc56a4741c9
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1958 geborene
X._
reiste 1982 in die Schweiz ein und war ab 1
990
als Postbote
bzw. Mitarbeiter Zustellung
bei der
Z._
AG
angestellt.
Am
4. August 2014
(Eingangsdatum) meldete
er
sich unter Hinweis auf
einen Bandscheibenvorfall
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (Urk. 7
/
1
und Urk. 7/17
).
Die IV-
Stelle klärte die erwerb
lichen und medizinischen Verhältnisse ab
und führte mit dem Versicherten am 27. August 2014 ein Standortgespräch durch (Urk. 7/8). Am 14. Januar 2015 teilte sie dem Versicherten mit, dass die Arbeitsplatzerhaltung abgeschlossen werde, da er innerhalb
des Betriebes
eine angepasste Tätigkeit
im Teilzeitpensum
innehabe
(Urk. 7/23).
Die IV-Stelle ver
anlasste in der Folge (Urk. 7/29) eine orthopädisch-rheumatologische Untersu
chung des Versicherten beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD). Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Chirurgie, erstattete seinen Bericht am 26. März 2015 (Urk. 7/31). Mit Vorbescheid vom 29. April 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Ausrichtung
einer
Viertelsrente
der Invalidenversi
cherung ab dem 1. Februar 2015 in Aussicht (Urk. 7/38).
Dagegen erhob der Versicherte am 29. Mai 2015 Einsprache (Urk. 7/44), woraufhin die IV-Stelle
den Arbeitgeberfragebogen der
Z._
AG
vom 16. Oktober 2014 (Urk. 7/17) ergänzen liess
(Ergänzung
vom
5. August 2015 [Urk. 7/47];
vgl. auch
Verzicht auf Stellungnahme des Versicherten vom 18. September 2015 [Urk. 7/50]). Mit Verfügung vom 29. September 2015 sprach sie dem Versicherten wie
vorbe
schieden
eine
Viertelsrente
ab dem 1. Februar 2015 zu (Urk. 2 [= Urk. 8/53-54]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 30. Oktober 2015 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, und es sei ihm eine
Dreiviertelsrente
, eventuell eine halbe Rente, zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht beantragte er, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu ent
ziehen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 30. November 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Am 11. Februar 2016 zog der Beschwerdeführer den
prozessualen
Antrag auf Entzug der auf
schiebenden Wirkung zurück (Urk. 8). Mit Verfügung vom 17. Februar 2016 wurde ihm die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmetho
den können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar,
wenn
sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehö
ren – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135
V
465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen, der Beschwerdeführer sei seit dem 20. Januar 2014 in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. In seiner bisherigen Tätigkeit bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50 % und in einer leidensan
gepassten Tätigkeit eine
solche von 10 %. In Berücksichtigung eines 20%igen Abzugs vom
Invali
deneinkommen
ergebe sich aufgrund des Einkommensvergleichs ein
Invalidi
tätsgrad
von 40 %. Auf den im
Einwandverfahren
eingereichten Bericht von Dr.
B._
könne
nicht ab
gestellt werden
(Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer zusammengefasst geltend,
wäh
rend die
behandelnde
n
Ärzte
ihm
in einer angepassten Tätigkeit bloss eine Arbeitsfähigkeit von 50 % attestier
t
en, attestiere
ihm
der RAD
-Arzt Dr.
A._
in einer angepassten Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 80-90 %. Bei der
aktuellen Stelle handle es sich bereits um eine Schontätigkeit. Auch wenn diese nicht gänzlich das Zumutbarkeitsprofil erfülle, sei sie dennoch zum Grossteil als angepasst zu betrachten, weshalb eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 80 % in einer voll angepassten Tätigkeit nicht realistisch sei.
Dass der Medikamentenspiegel be
i der RAD-Untersuchung unterhalb
d
er verordneten Menge gelegen habe
, könne vielerlei Gründe haben. Es könne nicht ohne weitere Abklärungen zur medikamentösen Therapie davon ausgegangen werden, mit regelmässiger Einnahme des Ibuprofens sei die Arbeitsfähigkeit zu verbessern. Von einer Simulation oder Aggravation könne sicherlich nicht aus
gegangen werden (Urk. 1).
3.
3.1
Prof.
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Neurochirurgie, stellte in sei
nem Bericht vom 12. Dezember 2014 die folgenden Diagnosen (Urk. 7/19/1):
Lumbosakrale
Übergangsvariante
Diskushernie L5/S1 rechts, Februar-September 2014 stark geschrumpft
Rudimentäre Bandscheibe S1/2, nicht
kompressiv
Tarlovzysten
S1 bzw. S2 rechts, Normvariante
Ungeklärte
Pseudohemihypästhesie
rechts, paramedian begrenzt
w
ahrscheinlich
Schmerzchronifizierungszeichen
Neurolog
.
a
n Kopf, Hirnnerven, ob./unt. Extremitäten regelrechter Befund
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit attestierte Prof.
C._
dem Beschwerde
führe
r eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
(Urk. 7/19/4-5).
Wechselbelastende Tätig
keiten
sowie Tätigkeiten wie Über-Kopf-Arbeiten, Kauern, Knien, Rotation im Sitzen/Stehen, Heben/Tragen, auf Leitern/Gerüste steigen
seien dem Beschwer
deführer
nur noch
halbtags zumutbar (Urk. 7/19/6
; vgl. auch den Konsiliarbe
richt
von Prof.
C._
vom 24. Oktober 2014 [Urk. 7/21/2-5]
).
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Rheumatologie, attestierte dem Beschwer
deführer
in seinem Bericht vom 18. Dezember 2014
bei den bekannten Diagno
sen
und leichten
Spondylarthrosen
eine 50%ige Arbeitsfähig
keit in der bisheri
gen sowie eine mindestens 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit
(Urk. 7/20).
3.3
Dr.
A._
hielt in seinem Bericht vom 26. März 2015 fest, im Vordergrund stehe die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in Bezug auf eine angepasste Tätig
keit. Es werde einheitlich eine Restarbeitsfähigkeit für die bisherige Tätigkeit und für eine angepasste Tätigkeit von 50 % attestiert.
Es müsse hier aber kri
tisch
festgestellt werden, dass die aktuell ausgeübte Tä
tigkeit keine angepasste sei. Der Beschwerdeführer
führe keine überwiegend sitzende Tätigkeit ohne Zwangshaltungen aus, sondern müsse sich ständig bücken, verdrehen und in der Regel stehen. Aus seiner Sicht bestehe für die bisherige Tätigkeit als Post
bote keine Arbeitsfähigkeit mehr. In
einer angepassten Tätigkeit
mit körperlich leichter wechselbelastender Tätigke
it (
ohne regelmässige Hebe- und
Tragebe
lastungen
über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende Z
wangshaltungen, ohne Tätigkeiten wie
Bücken, Hocken, Knien, Überkopfarbeit, Arbeit mit Verdre
hung
, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne andauernde
Vibrationsbe
lastung
und Nässe-/Kälteexposition) bestehe hing
egen eine Arbeitsfähigkeit von 8
0-90 % seit dem 3. März 201
4.
Aufgrund des vorliegenden klinischen Befun
des seien häufigere Ruhepausen erforderlich, was in der angegebenen Beurtei
lung berücksichtigt sei. Die ausgeübte Tätigkeit im Innendienst stelle keine angepasste Tätigkeit nach dem vorgegebenen Belastungsprofil dar.
Dr.
A._
fügte zum Schluss an,
die Serumuntersuchung im Blut des Beschwerdeführers
weise einen Wirkspiegel deutlich unter dem Referenzbereich auf, was zeige, dass die Angabe von 2x1 Tablette
Irfen
(Ibuprofen) à 800 mg nicht zutreffen könne. Offensichtlich erfolge die Einnahme des Medikaments nicht regelmässig. Durch eine regelmässige Medikamenteneinnahme sei aber noch eine Besserung des Befunds zu erwarten (Urk. 7/31/7-8).
4.
4.1
Bei RAD-Arzt Dr.
A._
, welcher den Beschwerdeführer am 19. März 2015 untersuchte, handelt es sich um einen Facharzt für Chirurgie. Sein Bericht vom 26. März 2015 beruht auf sorgfältigen Untersuchungen (Urk. 7/31/1-7), berück
sichtigt die geklagten Beschwerden (Urk. 7/31/1 und Urk. 7/31/3) und ist in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben worden (Urk. 7/31/1 und Urk. 7/31/7). Sodann ist der Bericht hinsichtlich der Befunderhebung detailliert (Urk. 7/31/3-7) und für die Beantwortung der sich stellenden Fragen umfassend. Der RAD-Bericht erfüllt demnach insoweit alle rechtsprechungsgemässen Krite
rien für eine beweistaugliche medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
Auf die Schlussfolgerung
von
RAD
-Arzt Dr.
A._
, wonach beim Beschwerdeführer aus
körperlichen
Gründen eine
100
%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen sowie
eine
80-
90%ige Arbeitsfä
higkeit in
einer angepassten Tätigkeit ausgewiesen sei
en
, kann
daher abgestellt werden
.
4.2
Der Beschwerdeführer beschr
ieb seine Tätigkeit
gegenüber Dr.
A._
wie folgt: E
r sei zurzeit im Innendienst beschäftigt. Er sortiere Briefe und kleine Päckch
en in die Postfächer
. Die Postfächer würden vom Boden bis z
u einer Höhe von circa 1.80-
2.00 Meter
reichen. Beim Anheben der zu schweren Kisten mit den noch nicht verteilten Briefen und Paketen würden ihm ab und zu die Kollegen helfen. Ansonsten verrichte er seine Arbeit im Stehen mit ständigem Bücken und Drehbewegungen, um die Briefe und die kleinen Pakete in die Fächer zu verteilen. Er verspüre bei der Arbeit Schmerzen im Bereich der Wir
belsäule beim Einsortieren der
Sendungen
in die Postfächer. Die Schmerzen würden durch die Bewegung (Beugung, teilweise
s
Knien, Verdrehung der Wir
belsäule) auftreten. Auf das Heben der gefüllten Kisten würde er wegen der Schmerzen verzichten und sich von den Kollegen helfen lassen (Urk. 7/31/3).
Von Seiten der
Z._
AG
wurde anlässlich der Besprechung vom 1. Dezember 2014 sodann angegeben, es bestünden kaum noch Arbeiten im Innendienst, da die automatische Sortierung eingeführt worden sei. Der Beschwerdeführer mache die Arbeiten im Innendienst gut, er habe einfach Schmerzen, soba
ld er bestimmte Bewegungen ausführe
(Urk. 7/24/5).
Gemäss
dem von der
Z._
AG
ausgefüllten
Fragebogen für
Arbeitgebende
besteht die Tätigkeit
in der Briefsortierung
in Vorsortierarbeiten,
Einfächern
und Einstellen von Briefen und der Fachzustellung. Die meiste Zeit werde die Arbeit im Stehen verrichtet (Urk. 7/47/5). Das Heben und Tragen von Lasten bis 5 kg komme sehr häu
fig/immer, von Lasten bis 15 kg
beziehungsweise
25 kg häufig/regelmässig vor. Wiederholte und glei
chförmige Bewegungsabläufe seien sehr häufig, Arbeiten über Schulterhöhe, Drehbewegungen der Wirbelsäule, Ein- und Aussteigen / Auf- und Absteigen, Gehen auf harten Belägen, Treppensteigen seien häufig (Urk. 7/47/8).
Nach dem Gesagten erscheint es nachvollziehbar, dass der RAD-Arzt Dr.
A._
die
vom Beschwerdeführer
seit Eintritt des Gesundheitsschadens ausgeübte Tätigkeit im Innendienst als nicht angepasst beurteilte
, wird die Tätigkeit doch überwiegend im Stehen verrichtet
, wo
bei
die geforderte
Wechsel
belastung
ungenügend umgesetzt werden kann. Auch
entsprechen die vom Beschwerdeführer als schmerzauslösend beschriebenen Bewegungen wie Bücken, Knien oder Verdrehen der Wirbelsäule nicht dem von Dr.
A._
erstellten Belastungsprofil
(E. 3.3
).
Daran ändert auch nichts, dass Prof.
C._
in seinem Bericht vom 12. Dezember 2014 die Tätigkeit im Innendienst als eine Tätigkeit „in körperlicher Wechselbelastung“ (Urk. 7/19/3) beschrieb
en hatte.
Der Beschwerdeführer
räumte in
seiner
Beschwerdeschrift
denn auch
ein, dass die „Schontätigkeit nicht gänzlich das Zumutbarkeitsprofil“ erfülle (Urk. 1 S. 7).
In diesem Sinne ist eine
höhere
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit durchaus als realistisch zu betrachten
, auch deshalb, weil von einer regelmässi
gen Medikamenteneinnahme eine Linderung der Beschwerden zu erwarten ist (E. 3.3).
4.3
Es entsteht der Eindruck, als hätte Prof.
C._
die Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers einzig mit Blick auf die Tätigkeit im Innendienst
des Betrie
bes der aktuellen Arbeitgeberin
beurteilt. Er führte aus, der Beschwerdeführer mache diese Arbeit
trotz dabei produzierter Schmerzen z.B. bei stärkeren Exkursionsbewegungen oder beim Heben von Briefbügeln oder Postkisten.
Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit halte
der Beschwerdeführer
für unrealistisch, er arbeite ja jetzt schon unter Schmerzen
(Urk. 7/19/3)
.
Die
von Prof.
C._
als zu 50 % zumutbar
beurteilten Arbeiten entspre
chen schliesslich
exakt
dem Anforderungsprofil
für die
Tätigkeit im Innendienst
des Betriebes der aktuellen Arbeitgeberin
(Urk. 7/19/6). Ein neutrales, das heisst von der aktuellen
Arbeits
tätigkeit
losgelöstes Belastungsprofil erstellte
Prof.
C._
nicht – dies könne er nicht in der neurochirurgischen Praxis (Urk. 7/19/4).
Seine Eins
chätzung der Arbeitsfähigkeit
erweist sich
somit
nicht
als
aussagekräftig.
4.4
Dr.
B._
schätzte
die Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit der Möglichkeit häufiger Positionswechsel und unter Meidung von Heben und Trage
n von Gewichten mit mehr als 15
kg auf mindestens 50 %
(Urk. 7/20/1).
In Bezug auf die
Tätigkeit im Innendienst
verwies er
auf Prof.
C._
und führte aus, zurzeit bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/20/3). Mangels einer konkreteren Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit erweist sich der Bericht von Dr.
B._
vom 18. Dezember 2014
ebenfalls
als
nicht aussagekräftig.
Im
Einwandverfahren
reichte der Beschwerdeführer einen
zusätzlichen
Bericht von Dr.
B._
vom 30. April 2015 (Urk. 7/43) ein. Dr.
B._
beschränkt
e
sich
darin
im Wesentli
chen
darauf, die
Beschwerdeschilderungen des Beschwerdeführers wiederzuge
ben. Im Untersuch konnte er
allerdings
keine Veränderung des bisherigen Befunds erkennen. Abschliessend hielt er fest, der Beschwerdeführer scheine weiterhin durchaus arbeitswillig, jedoch würden die Schmerzen eine Steigerung der aktuellen Arbeitsfähigkeit nicht erlauben
, ansonsten die Schmerzen an Intensität
zunähmen
. Er (Dr.
B._
) glaube daher nicht, dass in absehbarer Zeit die derzeitige Arbeitsfähigkeit in einer Schontätigkeit auf über 50 % gesteigert werden könne. Somit seien die aktuellen 50 % das
maximal
Zumutbare. Dies werde sich seiner Meinung nach auch in Zukunft nicht ändern. Die Einschät
zung von
Dr.
B._
bezieht sich abermals auf die Tätigkeit im Innendienst
des Betriebes der aktuellen Arbeitgeberin
. Darüber, in welchem Umfang dem Beschwerdeführer eine dem Belastungsprofil entsprechende Arbeit zumutbar
wäre, äusserte er sich nicht.
Auch äusserte er sich nicht zum vom RAD erhobe
nen Medikamentenspiegel; er äusserte sich
überhaupt
in keiner Weise
zum Bericht des RAD, weshalb fraglich erscheint, ob ih
m dieser
vorgelegen hat.
4.5
Sodann ist in Bezug auf Prof.
C._
und
Dr.
B._
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4.6
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
von einer 80-90%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführer
s in einer angepassten,
körperlich leichten wechselbelastenden Tätigkeit (ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppenstei
gen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende Zwangshaltungen, ohne Tätigkeiten wie Bücken, Hocken, Knien, Überkopfarbeit, Arbeit mit Verdrehung, ohne häu
figes Gehen auf unebenem Gelände, ohne andauernde Vibrationsbelastung und Nässe-/Kälteexposition) seit dem 3. März 2014 auszugehen.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Der hier zu prüfende Rent
enanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs.
1 IVG frühes
tens nach Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs, m
ithin frühestens
am 1. Februar 201
5.
5.3
5.3.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validenein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
5.3.2
In der angestammten Tätigkeit erzielte der Beschwerdeführer gemäss Auszug aus dem
individuellen Konto
vom 26. August 2014 im Jahr 2013 ein AHV-pflichtiges Jahreseinkommen von Fr. 78‘401.-- (Urk. 7/9).
Unter Berücksichti
gung der Nominallohnentwicklung
(Indexstand 2204 [2013] auf 2226 [2015
], vgl.
Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39: Entwicklung der Nominallöhne, der
Konsumentenpre
ise und der Reallöhne, 1976-2014, Männer) resultiert im
Jahr 2015 somit ein
Valideneinkommen
von Fr. 79‘184.--.
5.4
5.4.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472
E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der LSE kann – ausnahmsweise – der Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder „Dienst
leistungen") oder gar einer bestimmten Branche herangezogen werden, wenn es
als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Ver
wertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Bereich tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3).
5.4.2
Dass die Beschwerdegegnerin zur Bemessung des Invalideneinkommens
das standardisierte monatliche Einkommen von Fr.
5‘210.--
für männliche Hilfs
kräfte
ge
mäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturer
hebungen (LSE
2012
, TOTAL
in der Tabelle TA1,
Kompetenzni
veau
1,
Männer)
heranzog, ist
nicht zu beanstanden, da körperlich leichte Arbeiten
nicht nur auf den Sektor 3 (Dienstleistungen) beschränkt sind und der Umstand, dass der Beschwerdeführer langjährig
im Zustelldienst der
Z._
AG tätig
war, keinen Grund darstellt, weshalb eine Arbeit in einem anderen Bereich nicht in Frage
käme
. Das
standardisierte monatliche Einkommen von
Fr. 5‘210.-- ist
unter Berücksichtigung der durchschnit
tlichen Arbeitszeit im Jahr 2015
von 41,7 Stunden pro Woche
(
vgl. Bundesamt für Statistik,
Betriebs
übliche
Arbeitsze
it nach Wirtschaftsabteilungen, P 85
)
sowie der
Nominall
ohn
entwicklung
bis ins Jahr 2015
(Indexstand 2188 [2012
] auf 222
6 [2015
],
vgl.
Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39: Entwicklung der Nominallöhne, der
Konsumentenpre
ise und der Reallöhne, 1976-2014, Männer
)
auf
ein Jahreseinkommen für eine 85
%ige Tätigkeit hochzurechnen
. Es resultiert
somit
ein Jahreseinkommen von Fr.
56‘363
.
--
(
Fr. 5‘210.--
x 12 : 40 x 41,7: 2188 x 2226 x 85 %
). Der von der
Beschwerdegegnerin
errechnete
invaliditäts
bedingte
Abzug von 2
0 % erweist sich als grosszügig, insbesondere deshalb, weil die invaliditätsbedingten Einschränkungen zu einem Teil be
reits insofern berücksichtigt we
rden, als
ein reduziertes Pensum
von 85 %
(vermehrte Arbeitspausen)
angenommen wird und
auf den Tabellenlohn für Hil
fstätigkeiten
abgestellt wird.
Ein
Abzug von 25
%
ist somit nicht
gerechtfertigt
(Urk. 1 S. 5).
Das Invalideneinkommen beträgt somit
Fr.
45‘090
.
--
(
Fr. 56‘363
.
--
x 80
%).
5.5
Wird das
Valideneinkommen
von Fr. 79‘184.-- dem Invalideneinkommen von Fr. 45‘090
.
-- gegenübergestellt, resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr.
34
‘
094
.--, was einem Invaliditätsgrad von 43.0
6
%, gerundet 43 %, ent
spricht. Damit besteht ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversi
cherung.
Daran würde sich auch nichts ändern, wenn wie vom Beschwerdeführer bean
tragt, auf den
Zentral
wert
der Saläre für männliche Arbeitnehmer an Arbeits
plätzen des Kompetenzniveaus 1
des Sektors 3 (Dienstleistungen) abgestellt
würde. Es wäre
in diesem Fall
das standardisierte monatliche Einkommen von Fr. 4‘760.--
(LSE
2012
,
Tabelle TA1, Sektor 3, Kompetenzniveau 1, Männer) heranzuziehen, welches auf ein Jahreseinkommen für eine 85%ige Tätigkeit hochzurechnen wäre. Daraus resultierte ein Jahreseinkommen von Fr. 51‘495
.
-- (Fr. 4‘760.-- x 12 : 40 x 41,7: 2188 x 2226 x 85 %
) und nach Abzug von 20 % ein Invalideneinkommen von Fr.
41
‘
196
.-- (Fr. 51‘495
.
-- x 0.8).
Würde
das
Valideneinkommen
von Fr. 79‘184.-- dem Invalideneinkommen von Fr.
41
‘
196
.
-- gegenübergestellt, resultiert
e
daraus eine Erwerbseinbusse von Fr.
37
‘
988
.--, was einem Invaliditätsgrad von 47.97 %, gerundet 48
%, ent
sprä
che
.
6.
Die Beschwerde erweist sich
daher
als unbegründet und ist abzuweisen.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).