Decision ID: 516f7d32-c74a-4e0b-ab44-f4ba8d7de964
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1952,
war seit April 1990 bei der Y._ AG
als Gartenarbeiter angestellt und damit bei der Suva versichert, als
er
sich am
2.
März 2015 bei
m
Abbau einer dreiteiligen Leiter
eine Kopfverletzung
zuzog (Urk.
8/1
).
Nach
getätigten
Abklärungen
stellte die Suva
die bis dahin erbrachten Leistungen
mit Verfügung vom 1
2.
Juni 2017
per
3
0.
Juni 2017
ein und verneinte einen Rentenanspruch und einen solchen auf Integritätsentschädigung (Urk.
8/74
). Die vom zuständigen Krankenversich
erer erhobene Einsprache (
Urk.
8/75) wurde am 2
2.
Juni 2017
wieder zurückgezogen (
Urk.
8/80
). Die vom Versicherten am
11.
Juli 2017
erhobene Einsprache (Urk.
8/82
) wies die S
uva am 1
7.
Januar 2018
ab (Urk.
8/98
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 1
9.
Februar 2018
Beschwerde (Urk. 1) gegen den
Ein
spracheentscheid
vom
1
7.
Januar 2018
(Urk. 2)
und beantragte, dieser sei aufzu
heben (S. 2
Ziff.
1) und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zu gewähren (S.
2
Ziff.
2). Es seien die vollständigen Verfahrensakten beizuziehen (S. 2
Ziff.
3).
Mit Beschwerdea
ntwort vom
4.
April 2018 (
Urk.
7
) beantragte die S
uva
die Abweisung der Beschwerde.
Mit Eingabe vom 2
5.
April 2018 (
Urk.
10) ersuchte der Beschwerdeführer um eine kurze Verfahrenssistierung, was mit Verfügung des Gerichts vom 2
2.
Mai 2
018 abgewiesen wurde (
Urk.
15). Am 2
5.
Mai 2018 erfolgte eine weitere Eingabe des Beschwerdeführers (
Urk.
16).
Mit Replik vom 2
6.
Juni 2018 (
Urk.
19) beantragte der Beschwerdeführer, der
Einspracheent
scheid
sei aufzuheben (S. 2
Ziff.
1) und die Beschwerde sei gutzuheissen und die Sache zur Vervollständigung der Akten und Abklärungen an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen (S. 2
Ziff.
2), eventuell sei die Beschwerde gutzuheissen und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zu gewähren (S. 2
Ziff.
3). Mit Duplik vom 1
9.
Juli 2018 (
Urk.
24) hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest.
Am 2.
(
Urk.
25-26/1-3)
,
2
0.
(
Urk.
28) und 2
4.
August 2018 (
Urk.
30-31/1-5
)
, 21. Dezember 2018 (
Urk.
33) und
3
0.
Januar 2019 (
Urk.
35-36/1-2)
erfolgten weitere Eingaben
des Beschwerdeführers, welche der Beschwerdegegnerin jeweils zur Kenntnis gebracht wurden (
Urk.
27,
Urk.
29,
Urk.
32,
Urk.
34,
Urk.
37).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung
des Bundesgesetzes über die Unfallversiche
rung (UVG)
und der Verordnung über die Unfallversicherung
der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2.
März 2015 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vor
handensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass e
in Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das sc
hädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohn
e dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1
.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt
im Weiteren
voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht hinreichend nachweisba
ren Unfallfolgeschäden ist wie folgt zu differenzieren (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
): Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleuder
trauma der Halswirbelsäule (HWS), eine dem Schleudertrauma äquivalente Ver
letzung oder ein Schädelhirntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 (sogenannte Psycho-Praxis) zur An
wendung. Ergeben die Abklärungen indessen, dass die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigun
gen (vgl. BGE 119 V 335 E. 1, 117 V 359 E. 4b) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. In diesen Fällen ist die Beurteilung praxisgemäss ebenfalls unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall vorzunehmen (BGE 127 V 102
E. 5b/
bb
, 123 V 98 E. 2a); andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 entwickelten und in BGE 134 V 109 präzisierten Regeln (sogenannte Schleudertrauma-Praxis). Ergibt sich, dass es an der Adä
quanz fehlt, erübrigen sich auch Weiterungen z
ur natürlichen Kausalität (vgl.
SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67; Urteil des Bundesgerichts 8C_70/2009 vom 31. Juli 2009 E. 3).
1.5
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare
Um
stände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwür
digung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwieri
gen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenz
bereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicher
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl.
auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.6
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versi
cher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
mass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesge
richts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begrif
fes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Bes
serung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von wei
teren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger the
rapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognos
tisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbe
sondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. De
zem
ber 2014 E. 3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid davon aus (
Urk.
2),
dass b
eim
Beschwerdeführer
eine dokumentiert gut geheilte äussere Verletzung der Kopfhaut rechts
fron
to
-parietal vor
liege
, überwiegend wahrscheinlich mit einem kleinen
hypästethischen
Hautareal im genähten Wundbereich nach Kopf
anprall eines spitzen Gegenstandes ohne Nachweis einer strukturellen Verletzung des Gehirns oder hirneigener Anteile. Anhaltende Kopfschmerzen oder kognitive Defizite über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten hinaus seien daher ohne ein geeignetes organisches Korrelat nicht mit dem notwendigen Beweisgrad neurologisch-versicherungsmedizinisch begründbar. Die über den 30.
Juni 2017 hinaus vorhandenen Befunde würden weder eine Behandlungs
bedürftigkeit noch eine Arbei
tsunfähigkeit begründen (S. 5).
Von der Skal
pierungs
verletzung gleich auf einen schweren Unfall zu schliessen sei falsch und mit der Rechtsprechung nicht begründbar. Der hier zu beurteilende Unfall sei unter Berücksichtigung der
Akten im Lichte der in der Rechtsprechung dar
gelegten
Präjudizien
den mittel
schweren Unfällen im engeren Sinn zuzu
ordnen. Da keines der massgebenden Kriterien besonders ausgeprägt vorliege und die Kriterien auch nicht in gehäufter Weise gegeben seien, sei die Einstellung der Versicherungsleistungen zu Recht erfolgt (S. 6 unten).
In der Beschwerdeantwort nahm sie
Stellung zu
den
geltend ge
machten formellen Mängeln des
Einspracheentscheides
(
Urk.
7 S. 2 f.) und führte weiter aus, d
ie Bildgebung mittels CT und HWS-Röntgen vom
2.
März 2015
habe
lediglich eine äussere Schwellung der schädelumgebenden Weichteile aufgrund der Skal
pierungs
verletzung gezeigt, jedoch keine Fraktur und keine Hirnverletzung. Auch die im weiteren Behandlungsverlauf erfo
lgten bildgebenden Abklärungen
hätten nie strukturelle Läsionen im Hirn- oder Wirbelsäulenbereich gezeigt. Es
hätten
aber Residuen einer alten Schussverletzung mit verschiedenen Metalleinschlüssen im Bereich der rechten
fronto
-orbitalen Strukturen und mit
Enukleation
des rechten Auges vorgelegen. Dieser Befund sei nicht Folge eines bei der Suva ver
sicherten U
nfalls. Beim Beschwerdeführer
liege somit eine dokumentierte gut geheilte äussere Verletzung der Kopfhaut vor ohne Nachweis einer strukturellen Verletzung des Gehirns oder hi
rneigener Anteile (S. 3 f.). Bei der vom Beschwer
deführer genannten
Galea
-Verletzung
handle es sich um eine Verletzung von Kopfhaut und Unterhautgewebe, also einer Verletzung auss
erhalb des knöchernen Schädels
. Eine knöcherne Verletzung des Schädels sei in keinem Arztbericht diagnostiziert worden. Strukturelle Läsionen läge
n somit nicht vor (S.
4 oben). A
uch betreffend eine durch den Unfall erlittene Schulterverletzung fänden sich keine objektivierbaren Ursachen in den medizinischen Berichten. Zudem fa
lle auf, dass der Beschwerdeführer
über Schmerze
n in der linken Schulter klage,
vom Unfall betroffen sei aber die
rechte Seite des Kopfes gewesen
. Es sei somit unwahrscheinlich, dass der Unfall zu einer Verletzung an der linken Schulter habe führen können (S. 5 oben).
Der Vorwurf, die Suva habe den Fall ohne neurologi
sche Abklärung abgeschlossen, sei falsch. Es befänden sich mehrere neurologi
sche Berichte in den Akten. Alle hätten gezeigt, dass keine strukt
urelle Hirnver
letzung vorliege.
Die vorgenommenen bildgebenden Untersuchungen seien in den medizinischen Berichten dokumentiert
und d
ie Ergebnisse dieser Untersuchungen seien in den Berichten aufgeführt.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend (
Urk.
1),
er
weise nicht nur somatisch erklärbare Hirnverletzungen und entsprechende Beschwerden auf, son
dern auch allein somatisch erklärbare Schulterverletzungen/-beschwerden (S. 10 unten, S. 14, S. 19 f.).
V
orliegend sei von einem schweren Unfallereignis auszu
gehen. Von dem gehe auch die Strafuntersuchungsbehörde aus (S. 23). Trotz der tendenziösen und unvollständigen Begründung der Beschwerdegegnerin sei
bereit
s heute erkennbar, dass der Beschwerdeführer
Anspruch auf Renten
leistungen und Integritätsentschädigung habe (S. 24 oben).
Er macht
e
weiter
diverse
Mängel im Verfahren geltend (
S. 25 ff.)
.
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob eine über den Zeitpunkt der erfolgten Leis
tungs
ein
stellung per 30. Juni 2017 hinausgehende Leistungspflicht der Beschwerde
gegne
rin besteht, mithin ob ein Kausalzusammenhang zwi
schen den zu diesem Zeit
punkt noch vorhandenen Beschwerden und dem Unfall
er
eignis vom
2.
März 2015 besteht.
3.
3.1
Beim Abbau einer dreiteiligen Leiter am
2.
März 2015 löste sich der oberste Teil
,
fiel dem Beschwerdeführer auf den Kopf und blieb darin stecken (
Urk.
8/1). Die Erstbehandlung erfolgte gleichentags
im Universitätsspital
Z._
mit chirurgischer Wundversorgung der Skalpierungsverletzung der Kopfhaut
sowie
stationäre
r
Aufnahme zur neurologischen Überwachung
.
Die Ärzte des
Z._
berichteten
mit A
ustrittsbericht vom
3.
März 2015 (
Urk.
8/2)
über die
Hospitalisation
des Beschwerdeführers
vom 2.-
3.
März 201
5.
Sie nann
ten folgende
Diagnosen:
-
Skalpierungsverletzung Kopfhaut zentral vom
2.
März 20
15
-
Zustand nach Schussverletzung linkes Auge 1986
Der
B
eschwerdeführer
sei
mit der Sanität in den Schockraum gebracht
worden
. Initial sei keine Bewusstlosigkeit berichtet worden.
Es bestehe eine
R
issquetsch
wunde
mit Skalpierungsverletzung parietal rechts,
die
Kalotte
sei
stabil.
Es seien
k
eine Pre
llmarken oder Hämatome an der Wirbelsäule
und
am
Thorax
ersichtlich
.
Das
CT
des
Schädel
s
und
der Halswirbelsäule
(
HWS
)
zeige
keine Fraktur
und
keine Blutung
(vgl. auch
Urk.
8/11)
.
Die
neurologische Überwachung
sei unauffällig und die
Wundverhältnisse
seien
reizlos
.
Es erfolge die
Mobilisation und
eine
Schmerzmedikation.
Es w
er
d
e
eine
s
ofortige ärztliche Kontrolle bei zunehmenden Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Seh- oder Hörstörungen
empfohlen
.
Vom
2.
b
is 1
2.
März 2015 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.2
Die Ärzte des
Z._
berichteten mit
Ambulatoriumsbericht
vom 1
4.
April 2015 (
Urk.
8/6)
über die
geplante Verlaufskontrolle
und führten aus
,
der Beschwerde
führer
klage
über seit dem Unfall aufgetretene
holocephale
Kopfschmerzen stechenden Charakters. Dies gehe einher mit Schwindel und Übelkeit.
Das
CT
des
Schädel
s vom
1
4.
April 20
15
(vgl.
Urk.
8/11)
zeige
im Vergleich mit der Vorun
tersuchung vom
2.
März 20
15 ke
ine Hinweise auf neue Blutungen. Es bestünden
s
tationäre regelrechte innere und äussere
Liquorräume
sowie ein b
ekannter Status
nach Schussverletzung.
In der heutigen Sprechstunde zeigten sich keine Hinweise auf intrakranielle Blutungen oder Frakturen, die mit dem Unfall einhergehen wür
den. Auch in der neurologischen Untersuchung liessen sich keine neuen Defizite objektivieren. Zur weiteren Abklärung der Beschwerden (Kopfschmerzen, Übel
keit) werde um ein Aufgebot in der Kopfschmerzsprechstunde gebeten.
Aus neu
rochirurgischer Sicht seien bei weiterhin klinisch stabiler Situation keine routi
nemässigen Verlaufskontrollen mehr geplant.
3.3
Die Ärzte des
Z._
, Klinik für Neurologie, berichteten am 2
2.
Mai 2015 (
Urk.
8/12) und nannten folgende
Diagnosen:
-
akuter posttraumatischer Kopfschme
rz bei leichter Kopfverletzung
-
unspezifischer
Schwankschwindel
seit März 2015
Sie führten aus, als T
herapie
werde eine
Schwindelphysiotherapie, Rehabili
tation sowie
Magnesium
empfohlen (
S. 1)
.
Aktuell seien
der
Kopfimpulstest und Lage
rungsproben un
auffällig. Trotzdem werde der Beschwerdeführer
noch einmal ambulant zu einer vestibulären Testung aufgeboten. Sollte dort kein Anhalt für eine strukturell-vestibuläre Ursache des Schwindels gefunden werden, so sollte eine rasche Mobilisierung mit vestibulärer Physiotherapie
,
g
egebenenfalls
Reha
bilitation und eine schnellstmögliche Rückkehr an den Arbeitsplatz erfolgen, um einer
Chronifizierung
der Beschwerden vorzubeugen (S. 3).
3.4
Die Ärzte der
Rehaklinik
A._
erstatteten
am
1.
Oktober 2015 (
Urk.
8/23)
eine
n
neurologischen Bericht
über die Spezialsprechstunde
«
leichte traumatische Hirn
verletzung (Spät-
Assessment)
»
,
betreffend die
Untersuchung vom 2
6.
August 20
15
und nannten folgende
Diagnosen
(S. 1)
:
-
Unfall vom
2.
März 20
15: Skalpierungsverletzung Kopfhaut zentral mit akutem posttraumatischem Kopfschmerz bei leichter Kopfverletzung und mit unspezifischem
Schwankschwindel
-
Zustand nach Schussverletzung linkes Auge 1986
D
er
Beschwerdeführer
gebe an, bislang keine Physiotherapie oder Ergotherapie besucht zu haben wegen der Vergesslichkeit. Der Zettel sei in der Hosentasche verschwunden und er habe vergessen, dass er eine Therapie absolvieren sollte (S.
2 un
ten).
Hinsichtlich
d
er peripher-vestibulären Funktion habe sich im Video-Kopfimpulstest eine normale
Bogengangsfunktion
bei einer
Otholiten
-Dysfunk
tion gezeigt. Insgesamt müsse aufgrund der aktuellen anamnestischen und appa
rativen diagnostischen Angaben weiterhin von einem posttraumatischen Schwindel ausgegangen werden, wobei d
ies
er sich im Verlauf deutlich gebessert habe und aktuell nicht im Vordergrund stehe. Bezüglich der Kopfschmerzen werde eine einschleichende, schmerzdist
anzierende Therapie empfohlen. Der psychopatholo
gische
Status
sei
insgesamt unauffällig (S. 3).
Ä
tiologisch seien die
gezeigten kognitiven Minderleistungen unspezifisch. Von einem hirnorganischen Korrelat sei nicht auszugehen. Rein neurologisch seien keine weiteren Massnahmen nötig (S. 4). Aufgrund der fehlenden strukturellen Verletzung des Gehirns im Rahmen des Unfallhergangs (im CT vom
2.
März 20
15 habe sich eine
galeale
Scherver
letzung rechts gezeigt) werde eine ergänzende psychiatrische Abklärung empfohlen (S. 5).
3.5
Die Ärzte des
Z._
b
ericht
eten
am
8.
März 2016 (
Urk.
8/39)
über die
Kopfweh
sprechstunde
und führte
n
aus,
es erfolge eine
Verlaufskontrolle bei Beschwerde
persistenz. Aufgrund unzureichender Analgesie werde
die Dosis von
Lyrica
erhöht und der Beschwerdeführer
werde zum MRI des Schädels aufgeboten (S. 4).
3.6
Die Ärzte des
Z._
b
ericht
eten am
2
6.
September 2016 (
Urk.
8/53)
über die
Sprechstunde für allgemeine Neurologie
und führten aus, es sei eine
Zuweisung durch den Hausarzt bei unverändert bestehenden posttraumatischem Kopf
schmerz
erfolgt
. Der B
eschwerdeführer
vermute eine strukturelle Schädigung innerhalb des Schädels und frage nach einem MRI. Aufgrund der Metallsplitter sei dies nicht möglich. Es werde ein Schädel CT angemeldet (S. 4).
3.7
Am 3
0.
September 2016 erfolgte ein
CT
des
Neurocranium
s
inkl
usive
Schädelka
lotte
(
Urk.
8/56)
.
Bei Status nach Scherverletzung rechts
seien
aktuell nur noch leichtgradige narbige Ver
änderungen nachweisbar. Es
zeigten sich
eine stationä
re Darstellung der Metallsplitter bei Status nach Schussverletzung
, ein
s
tationäres ver
kalktes
Meningeom
frontal links sowie s
tationär Teil verlegte
Mastoidzellen
basal beidseits. Ansonsten
bestehe ein
stationärer Befund, insbesondere weiterhin
eine
regelrechte Darstellung des
Hirnparenchymns
ohne Nachweis von
Trauma
folgen
oder weiterer Raumforderungen.
3.8
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
b
ericht
ete
am
8.
Oktober 2016 (
Urk.
8/54/1)
und führte aus, e
s sei leider zu keiner wesent
lichen Besserung der Beschwerden gekommen. Die Prognose sei wahrscheinlich ungünstig. Der Endpunkt sei bereits erreicht. Eine weitere Verbesserung sei nicht mehr zu erwarten. In aktuellem Zustand sei eine Beschäftigung als Gärtner nicht mehr zumutbar.
3.9
Kreisärztin
Dr.
med.
C._
nahm am
1.
November 2016
Stellung
(
Urk.
8/58)
und empfahl eine
Besprechung mit
dem
Konsiliarpsychiater
sowie
die Vorlage des Dossiers bei einem Neurologen.
3.10
M
ed.
pract
.
D._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Konsiliar
psychiater
der Suva,
b
ericht
ete
am
1
8.
Januar 2017 (
Urk.
8/68)
über die
psychiatrische Untersuchung vom 1
7.
Januar 20
17
und nannte folgende D
iagno
se
n (S. 7)
:
-
affektiver
Hyperarousal
-
Stimmungsschwankungen und Ängste, am ehesten im Rahmen einer protrahiert verlaufenden, wahrscheinlich auch
chronifizierten
Anpas
sungsstörung (ICD-10 F 43.21).
-
d
eutliche Hinweise auf anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Er führte aus, w
ährend der Exploration liessen sich unmittelbar keine psychopa
thologischen Befunde erheben, die ohne weiteres eine psychische Störung von Krankheitswert begründen lassen würden (S. 7). Die Indikation zu einer psychi
atrisch-psychotherapeutischen Unterstützung und Begleitung wäre grundsätzlich gegeben. Allerdings dürfe auch bei adäquater psychotherapeutischer Behandlung nicht mehr eine namhafte Besserung in Bezug auf das Wiedererlangen einer wirtschaftlich verwertbaren Arbeitsfähigkeit erwartet werden. Auch nicht in Bezug auf eine angepasste Tätigkeit. Insofern könne unfallkausal ein stabiler psy
chischer Gesundheitsschaden angenommen werden (S. 8).
3.11
Dr.
med. E._
,
Facharzt für Neurologie,
Suva Versicherungsme
dizin
,
nahm
am 1
5.
Mai 2017
eine
neurologische Beurteilung
vor
(
Urk.
8/72)
und führte aus, d
ie bildgebenden Untersuchungen hätten abgesehen von der
galealen
Verletzung, also der weichteil- und
bindegewebigen
Strukturen ausserhalb des knöchernen Schädels, keine posttraumatischen Läsionen gezeigt, welche sich in d
en Folge
-
CCT bestätigt hätten.
In der Folge habe sich doch ein recht protrahierter Verlauf entwickelt, und zwar insbesondere wegen unspezifischer und zunächst diffuser Beschwerden
.
I
m Vordergrund seien die Kopfschmerzen gestanden. Der weitere Verlauf sei als ungünstig zu bezeichnen. So gebe der B
eschwerdeführer
trotz medikamentösen Behandlungsversuchen (welche nie mit einem Serumspie
gel kontrolliert worden seien) weiterhin int
ensive Kopfschmerzen an (S. 5).
Schlussendlich müsse festgestellt werden, dass der Zustand bezüglich der organi
schen Situation als Endzustand einzuschätzen sei. Die Dynamik der psychischen Komorbidität und Behandlungsbedürftigkeit stehe nicht im direkten Zusammen
hang mit dem Unfallereignis.
Das Ausmass der heute geltend gemachten Beschwerden lasse sich durch die genannten, etwa 30 Minuten anhaltenden, gelegentlich rezidivierenden Schmerzen im Bereich des Kopfes nicht begründen. Es sei in organischer Hinsicht ein Endzustand erreicht. Zusätzlich bestehe eine erhebliche psychiatrische Komorbidität, die möglicherweise auch das heutige Schmerzerleben modifiziere (S. 7).
3.12
Die Ärzte der Universitätsklinik
F._
berichteten am
3
1.
Mai 2017 (
Urk.
8/85)
über die
Schultersprechstunde
und nannten folgende
Diagnosen:
-
Verdacht auf
subacromiales
Impingement
mit
Tendinopathie
Schulter links
-
chronisches
zerviko
- und
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
posttraumatische
Cephalg
ie
nach leichter Kopfverletzung
-
Vitamin D Mangel, substituiert
-
chronische Diarrhoe unklarer Genese
-
unspezifischer
Schwankschwindel
-
Status nach Schussverletzung linkes Auge 1986
-
Hypakusis rechts
Sie führten aus, d
er B
eschwerdeführer
komme aufgrund persistierende
r
Schulter
schmerzen
, bestehend
seit fast 2.5 Jahren
, in die Sprechstunde
. Er habe damals einen Treppensturz erlitten mit Kontusion der linken Schulter.
Es werde eine
Infiltration
sowie
Physiotherapie
empfohlen.
3.13
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 2
7.
Oktober 2017 (
Urk.
3/3/7) und nannte folgende Diagnosen (S. 3):
-
posttraumatische Belastungsstörung Verbitterungsstörung (PTED; ICD-10 F43.1)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.1)
-
anhaltende Schmerzstörung (ICD-10 F45.41)
Er
führte aus,
die Psychomotorik des Beschwerdeführers sei leicht gehemmt gewesen, die Mimik und Gestik seien unruhig und traurig. Die Stimmungslage sei depressiv, bedrückt und traurig gewesen. Im Affekt wirke der Beschwerdeführer eingeengt, apathisch und unkonzentriert. Die Aufmerksamkeit und Konzentration seien reduziert gewesen. Hinweise auf psychische Symptome hätten nicht festge
stellt werden können
(S. 2)
.
Der Beschwerdeführer leide an den genannten Stö
rungen, die im Zusammenhang mit dem Arbeitsunfall im März 2015 stünden.
Er
sei auf Psychopharmaka eingestellt worden.
Aufgrund der vorliegenden Symp
tome der Störungen sei seine Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Er sei wei
terhin behandlungsbedürftig (S. 3).
3.1
4
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Neurologie, PD
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Neurologie, Suva Versicherungsmedizin
,
nahmen am
8.
Januar 2018 eine n
eurologische Beurteilung
vor
(
Urk.
8/90)
und führten aus
,
i
n der ereignis
nahen Erstdokumentation seien weder Kopfschmerzen noch neurologische Zusatzsymptome wie Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen oder Schwindel doku
mentiert. Formal gesehen sei erstmals am 1
4.
April 20
15 in der ambulanten Nach
kontrolle und somit ausserhalb des gemäss internationaler Kopfschmerzklassifi
kation definierten diagnostischen Zeitfenstern von maximal 7 Tagen nach Ereig
n
is für posttraumatische akute beziehungsweise
später chronische Kopfschmerzen
Angaben des B
eschwerdeführers
dokumentiert (S.
2
f.).
Anhaltende Kopfschmer
zen oder kognitive Defizite über einen Zeitraum von 6-12 Monaten hinaus seien ohne ein geeignetes organisches Korrelat nicht mit dem
notwendigen
Beweisgrad neurologisch-versicherungsmedizinisch begründ
bar (S. 3).
B
ezüglich
der
Schul
terverletzung
führten sie aus,
dass
diese
nicht
ins
neurologische Fachgebiet
gehöre
, aus versicherungsmedizinsicher Sicht jedoch in keiner der unfallnahen Dokumentationen bei rechtsseitiger Kopfver
letzung überhaupt eine linksseitige Schulterverletzung dokumentiert worden sei
dies
bei unauffälligen
Extremitäten
befunden
(S. 4)
.
4.
4.1
Aus den medizinischen Akten ergibt sich, dass den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden kein unfallbedingtes organisches Substrat im Sinne einer bildgebend oder sonst klar nachweisbaren strukturellen Veränderung zugrunde liegt.
So erlitt der Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls vom
2.
März 2015 eine Rissquetschwunde mit Skalpierungsverletzung rechts parietal.
Er
war zu jedem Zeitpunkt wach und orientiert, es erfolgte kein Bewusstseins
verlust und es lag keine posttraumatische Amnesie vor (vgl. vorstehend E. 3.1). Die Bildgebung mit
tels CT und HWS-Röntgen zeigte lediglich eine äussere Schwellung der schädel
umgebenden Weichteile aufgrund der Skalpierungs
verletzung, jedoch keine Frak
tur und keine Hirnverletzung (vgl. vorstehend E. 3.1;
Urk.
8/11). Auch die im weiteren Behandlungsverlauf erfolgten bildgebenden Abklärungen zeigten nie strukturelle Läsionen im Hirn- oder Wirbelsäulenbereich (vgl. vorstehend E.
3.
2, E. 3.7;
Urk.
8/11).
Auch die neurologische Beurteilung
ergab nichts Auf
fälliges (vgl. vorstehend E. 3.
3, E. 3.
11
).
Da rechtsprechungsgemäss von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen erst dann gesprochen werden kann, wenn die erhobenen Befunde mit apparati
ven/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (Urteil des Bundes
gerichts 8C_806/2007 vom 7. August 2008 E. 8.2), sowie angesichts des Umstandes, dass klinische Befunde wie Verhärtungen und Verspannungen der Musku
latur,
Druck
dolenzen
im Nacken oder Einschränkungen der HWS
Beweg
lichkeit nicht auf ein klar fassbares unfallbedingtes organisches Korrelat der geklagten Beschwerden schliessen lassen (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_945/2008 vom 8. April 2009 E. 6.2), ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass höchstens organisch nicht hinreichend nachweisbare Beschwerden verbleiben.
4.2
Zur Beurteilung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ist dabei zunächst zu prüfen, ob der verfügte Fallabschluss zu Recht erfolgte (vorstehend E. 1.6)
.
Eine Wie
deraufnahme der vollzeitlichen Arbeitstätigkeit ist bis zum Verfügungs
zeitpunkt nicht aktenkundig. Allerdings fehlt eine fachärztliche Einschätzung der zumut
baren Arbeitsfähigkeit
.
Di
e weiterhin bestehende
Arbeitsunfähigkeit beruht demnach auf den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers. Ungeachtet des
sen lässt sich aber bereits feststellen, dass von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung mehr zu erwarten ist.
So gab der neuro
logische Versicherungsmediziner
Dr.
von
E._
im Mai 2017 an, eine unfallkau
sale wesentliche Besserung des Gesundheitszustandes sei nicht mehr zu erhoffen (vgl. vorstehend E. 3.11)
. Die Ärzte des
Z._
berichteten bereits im April 2015, dass a
u
s neurochirurgischer Sicht
bei weiterhin klinisch stabiler Situation keine routinemässigen Verlaufskon
trollen mehr geplant seien und führten im Mai 2015 aus, dass ohne
Anhalt für eine strukturell-vestibuläre Ursache des Schwi
ndels
eine rasche Mobilisierung mit vestibulärer Physiotherapie g
egebenenfalls
Reha
bilitation und eine schnellstmögliche Rückkehr an den Arbeitsplatz
zu
erfolgen
habe
, um einer
Chronifizierung
der
Beschwerden vorzu
beugen (vgl. vorstehend E. 3.
2-3.3).
Auch
Dr.
B._
ging im Oktober 2016 davon aus, dass der
End
punkt bereits erreicht
und eine weitere Verbesserung
nicht mehr zu erwarten
sei (vorstehend E. 3.8).
Schliesslich führte der
Konsiliarpsychiater
Dr.
D._
im Januar 2017 aus, dass
u
nfallkausal
ein stabiler psychischer Gesundheitss
chaden angenommen werden könne (vorstehend E.
3.10)
.
Der per 30.
Juni 2017
verfügte Fallabschluss und die damit verbundene Prüfung der Kausalität (vorstehend E.
1.4) ist demzu
folge nicht zu beanstanden.
4.3
Da gestützt auf die vorliegenden Akten nicht ausgewiesen ist, dass der Beschwer
deführer
anlässlich des Ereignisses vom
2.
März 2015
ein Schleudertrauma, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung oder ein Schädelhirntrauma erlit
ten hat, hat die Beurteilung der Adäquanz der noch geklagten Beschwerden an
hand der Rechtsprechung vo
n
BGE 115 V 133 zu erfolgen (vgl. E. 1.4). Mit der Beschwerdegegnerin ist dabei festzuhalten, dass das objektiv erfassbare Unfaller
eignis vom
2.
März
2015 aufgrund des augenfäll
igen Geschehensablaufs als
mit
telschwerer
Unfall
einzustufen ist. Hinsichtlich der einzelnen Kriterien ergibt sich dabei Folgendes:
Der Unfall hat sich objektiv betrachtet weder unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet noch ist er als be
sonders eindrücklich anzusehen. Der Beschwerdeführer erlitt eine blutende Wunde am Kopf,
was
sicherlich eine gewisse Eindrücklichkeit aufwies.
Zu beachten ist
jedoch
, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Ein
drücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (Urteil des Bundesge
richts 8C_372/2013 vom 28. Oktober 2013 E. 7 mit Hinweis auf die nicht publi
zierte E. 3.5.1 des Urteils BGE 137 V 199).
Der Beschwerdeführer musste nicht
spektakulär gerettet werden, wurde sofort in Spitalpflege gebracht und konnte bereits am anderen Tag wieder entlassen werden.
Das Kriterium der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung sowie deren Eignung psychische Fehlentwicklungen auszulösen, ist vorliegend ebenfalls als nicht erfüllt zu betrachten. Der Beschwerdeführer erlitt körperlich lediglich
eine Verletzung der Kopfhaut ohne Beeinträchtigung des knöchernen Schädels oder des Hirns. Zudem war er nach dem Unfall zu jedem Zeitpunkt wach und orientiert
und es
lag keine Bewusstlosigkeit oder posttraumatische
Amnesie vor.
Zwar
klagt
d
er
Beschwerdeführer über
Kopfschmerzen, Schwindel sowie Kon
zentrationsproblem
e,
diese konnten
allerdings
gerade
keinem unfallbedingten objektiven Korrelat zugeordnet werden
.
Sodann ist auch eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung zu verneinen. Die Behandlung der oberflächlichen Rissquetschwunde als einzige objektivierbare Unfallfolge erfolg
te gleichentags im
Z._
, wobei diese
operativ versorg
t
und der Beschwerdeführer am nächsten Tag mit reizlosen Wundver
hält
nissen und
nach
unauffälliger neurologischer Überwachung ent
lassen wurde (vgl.
vorstehend E. 3.1)
. Die diversen
Verlaufskontrollen
sowie
die Medika
ment
en
ein
nahme zur Schmerzlinderung
erfolgten auf
grund der organisch nicht nachweis
baren Beschwerden und sind daher bei der vorliegenden Adäquanz
beurteilung nicht zu beachten (vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_825/2008 vom 9. April 2009 E. 4.6).
Auch das Vorhandensein von körperlichen Dauerschmerzen kann aufgrund der einzig objektivierbaren Verletzung
-
der oberflächlichen Rissquetschwunde - ohne Weiteres verneint werden. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Beschwerden sind organisch nicht nachweisbar und daher
wie bereits er
wähnt
bei der Beurteilung nicht zu beachten.
Schliesslich lassen sich den Akten keine Hinweise für eine ärztliche Fehlbehand
lung, einen schwierigen Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen entneh
men. Eine lange Dauer und ein hoher Grad der physisch bedingten Arbeitsunfä
higkeit ist ebenfalls nicht ausgewiesen. Diese wurde vielmehr von den organisch nicht nachgewiesenen Beschwerden beeinflusst.
4.4
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass keines der
praxisgemässen Kriterien als er
füllt erachtet werden kann, weshalb der adäquate Kausalzusammenhang zwi
schen dem Unfallereignis und den über den 30.
Juni 2017
hinaus anhaltend geklagten, organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden zu vernei
nen ist. Die von der Beschwerdegegnerin auf diesen Zeitpunkt hin verfügte Leis
tungseinstellung ist folglich nicht zu beanstanden.
4.5
Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten formellen Mängel
sind nicht stich
haltig
. So werden die formellen Anforderungen betreffend Verfügung und
Ein
spracheentscheid
in den
Art.
49 und 52 ATSG geregelt. Der vorliegende
Ein
spracheentscheid
sowie die
diesem zugrundeliegende Verfügung
vermögen den entsprechenden Anforderungen zu genügen. Der
Einspracheentscheid
ist mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen. Dass diese fett gedruckt sein
müsse
, kann den vorstehend zitierten gesetzlichen Bestimmungen nicht entnommen werden. Der
Einspracheentscheid
ist zudem datiert und enthält eine Ortsangabe. Auch die geltend gemachte Verletzung des re
chtlichen Gehörs
sowie der Vorwurf der Aktenunterdrückung
sind
unbehelflich
und entbehren jeglicher Grundlage
.
Es kann auf die Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort (
Urk.
7)
sowie in der Duplik (
Urk.
24)
verwiesen werden.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.