Decision ID: f8f48b5b-2342-42eb-b39f-86faaff97618
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1977,
hat eine Bürolehre und anschliessend eine Ausbildung zur Akkordeonlehrerin am
Y._
absol
viert (
Urk.
7/10/4).
Von März 2006 bis September 2011 war sie im
Z._
, Zürich, als Musiklehrerin teilzeiterwerbstätig (
Urk.
7/15 und 7/17/1 f.).
Am 1
6.
November 2011 meldete sie sich unter Hinweis auf einen Bandschei
benvorfall an der Halswirbelsäule bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (
Urk.
7/10). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte in der Folge nebst einem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
7/15)
einen Arbeitgeberfragebogen (
Urk.
7/17), diverse Arztbe
richte (
Urk.
7/14, 7/19/6 ff., 7/23/5 ff., 7/32, 7/35 und 7/39 f.) sowie einen Haushaltsabklärungsbericht (
Urk.
7/41) ein.
Mit Vorbescheid
vom
8.
April 2014
stellte sie der Versicherten die Zusprechung einer befristeten ganzen Rente von Oktober 2012 bis und mit März 2014 in Aussicht (
Urk.
7/45), wogegen
diese
am 2
3.
April 2014 sowie
ergänzend am 2
9.
April und 2
1.
Mai 2014 Einwand erhob (
Urk.
7/47, 7/50 und 7/55).
Am 1
9.
Juni 2014 meldete sich die Versicherte zum Bezug von
Hilflosen
entschädi
gung
an
(
Urk.
7/64), worauf die
IV-Stelle nach Eingang von
Akten des Taggeldversicherers (
Urk.
7/84)
, mehreren Arztberichten (
Urk.
7/78 und 7/97) sowie eines Abklärungsberichtes (
Urk.
7/99) und durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
7/100 f.) mit Verfügung vom 2
8.
Mai 2015 das Leistungs
begehren abwies (
Urk.
7/111). Dieser Entscheid blieb unangefochten.
Im weiteren Verlauf gab die IV-Stelle zwecks Klärung des Rentenanspruchs der Versicherten beim
A._
, ein polydis
ziplinäres Gutachten in Auftrag (
A._
-Gutachten vom
3.
September 2015,
Urk.
7/118
,
sowie ergänzende Stel
lungnahme vom 1
6.
November 2016
[
richtig: 2015
]
,
Urk.
7/122
).
Nach Eingang eines aktuellen IK-Auszuges (
Urk.
7/121) und nachdem der Versicherten das rechtliche Gehör gewährt w
orden war
(vgl.
Urk.
7/128 und 7/145), verfügte die IV-Stelle
schliesslich
am 2
9.
April 2016 im Sinne ihres Vorbescheids vom
8.
April 2014 (
Urk.
7/157 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am
2.
Juni 2016 Beschwerde (
Urk.
1) mit dem Rechtsbegehren, ihr sei in Abänderung der angefochtenen Verfügung mit Wirkung ab
1.
April 2014 eine ordentliche Teilrente der Invalidenversiche
rung zuzusprechen. Eventualiter
sei über das Gesuch
betreffend
berufliche Massnahmen zu entscheiden beziehungsweise das Verfahren diesbezüglich an
die IV-Stelle zurückzuweisen. Überdies ersuchte die Versicherte um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung in der Person von Rechtsanwältin Pia Dennler-Hager, Winterthur (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
1.
Juli 2016 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Eingabe vom 1
1.
Juli 2016 (
Urk.
8) reichte die Versicherte weitere Unter
lagen zur Darlegung ihrer finanziellen Verhältnisse ein (
Urk.
9 f.). Mit Schreiben vom 2
1.
September 2016 (
Urk.
12) orientierte Rechtsanwältin Pia Dennler-Hager das Gericht unter Beilage einer Honorarnote (
Urk.
13) über die Niederlegung ihres Mandates. Mit Verfügung vom 2
7.
September 2016 (
Urk.
14) wurde der Versicherten die unentgeltliche Prozessführung gewährt und es wurde ihr Rechtsanwältin Pia Dennler-Hager als unentgeltliche Rechtsvertreterin für die Zeit bis 2
1.
September 2016 bestellt.
Ausserdem wurde der Versicherten die Beschwerdeantwort der IV-Stelle vom
1.
Juli 2016 zugestellt.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin vertrat in der angefochtenen Verfügung vom 2
9.
April 2016
zusammengefasst
den Standpunkt,
die Versicherte sei von Oktober 2011 (Beginn der einjährigen Wartezeit) bis und mit Dezember 2013 sowohl in ihrer angestammten Tätigkeit als Musiklehrerin als auch in einer behinderungsange
passten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Es sei im Weiteren davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden ihrer ange
stammten Tätigkeit weiterhin in einem 60%-Pensum nachgehen würde, womit die restlichen 40
%
auf den Aufgabenbereich entf
ielen
. Im Haushalt
sei die Versicherte zu 38
%
eingeschränkt. Insgesamt resultiere damit ein Invaliditäts
grad von 75
%
, weshalb in Anwendung von
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) für den Zeitraum von Oktober 2012 bis und mit März 2014 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung bestehe.
Spätestens ab Januar 2014 sei der Beschwerdeführerin indes eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 100
%
zumutbar gewesen. In Anwendung der gemischten Methode belaufe sich der Invaliditätsgrad damit auf insgesamt 15
%
, weshalb ab April 2014 kein Rentenanspruch mehr bestehe
(
Urk.
2 S. 4 f.)
.
Unter Bezugnahme auf die im
Vorbescheidverfahren
seitens der Beschwerde
führe
rin erhobenen Einwände führte die IV-Stelle sodann
insbeson
dere
aus, dass
auf die im
A._
-Gutachten aus psychiatrischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50
%
für jegliche Tätigkeit angesichts der gegebenen Ressourcen und der hohen Alltagsaktivität nicht abgestellt werden könne
(
Urk.
2 S. 7 f.)
.
2.2
Die Versicherte brachte in ihrer Beschwerdeschrift vom
2.
Juni 2016 (
Urk.
1) im Wesentlichen vor,
auf die im
A._
-Gutachten
aus psychischen Gründen
attes
tierte
Arbeitsunfähigkeit von 50
%
für jegliche Tätigkeit
sei
abzustellen. Die polydisziplinäre Expertise sei im Ergebnis durchaus zuverlässig (S. 12)
.
In Bezug auf die von der Beschwerdegegnerin durchgeführte Ressourcenprüfung sei darauf hinzuweisen, dass ein somatisch-psychiatrischer Mischsachverhalt vor
liege, welcher an sich die Überwindbarkeitsprüfung auf die Schmerzaspekte, welche nicht zu objektivieren seien, beschränke (S. 13).
Es könne nicht von einer überwiegend psychiatrisch begründeten Schmerzstörung ausgegangen werden (S. 18).
Ausserdem falle die Ressourcenprüfung im Rahmen des struktu
rierten Beweisverfahrens in die Kompetenz der unparteiischen Gerichte und nicht in diejenige der IV-Stelle (S. 27).
Beim Einkommensvergleich habe sich die Beschwerdegegnerin sodann typischer „Kunstgriffe“ bedient.
So sei nicht nur
die von den Gutachtern attestierte Arbeitsunfähigkeit negiert, sondern auch von einem nicht korrekten Validen- und Invalideneinkommen ausgegangen worden. Zusätzlich sei anzumerken, dass der vorliegende Fall das Grundanliegen
des Urteils Di
Trizio
sehr genau treffe
(S. 26 ff.).
Im Übrigen sei
mit Blick auf die Doppelbelastung
der Versicherten im Aufgaben- und Erwerbsbereich
ein Lei
densabzug von 15
%
gerechtfertigt
(S. 31).
3.
3.1
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin lässt sich anhand der Akten
lage zusammengefasst wie folgt darstellen:
Vom 1
5.
Oktober bis
5.
November 2011 war die Versicherte im
B._
hospitalisiert. Dabei wurden namentlich die folgenden Diag
nosen
gestellt:
-
Subakutes
cervikoradikuläres
Schmerzsyndrom C6 links mit/bei:
-
mediolateraler
Diskushernie C5/C6 mit leichter Kompression der Ner
venwurzel C6 links (Magnetresonanztomographie (MRI) der Halswir
belsäule vom 1
2.
August 2011),
-
Akutes
lumbovertebrales
bis -
spondylogenes
Schmerzsyndrom (akute Lum
bago),
-
Allergisches Asthma (Milben, Aspergillen), ASS/NSAR-sensitiv, bei aktu
ell normaler Lungenfunktion,
-
Adipositas WHO Grad II (Bodymassindex [BMI] 39 kg/m
2
).
Die stationäre Aufnahme der Beschwerdeführerin sei primär im Rahmen einer Selbstzuweisung bei seit drei Tagen progredienten, lumbalen Rückenschmerzen erfolgt. Initial habe eine
radikuläre
Symptomatik bereits ausgeschlossen werden können. Zum Zeitpunkt des Übertritts in die Rheumatologie habe sich das akute
lumbospondylogene
Syndrom bereits deutlich gebessert gehabt. Das bekannte
cervikoradikuläre
Schmerzsyndrom sei hingegen in den Vordergrund getreten (
Urk.
7/14/5).
Trotz der aktuellen psychosozialen Belastungssituation
(allein
erziehende Mutter zweier Kinder, schwieriger Scheidungsablauf, Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber)
habe bis zum Entlassungszeitpunkt eine deutliche Besserung erzielt werden können. Vom 1
5.
Oktober bis
4.
Dezember 2011 sei von einer 100%igen und hernach bis zum
2.
Januar 2012 von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (
Urk.
7/14/6).
3.2
Vom 1
5.
November bis 1
0.
Dezember 2011 war die Versicherte erneut im
B._
in stationärer Behandlung. Dem Bericht vom 2
0.
Februar 2012 ist zu entneh
men, dass das
cervikoradikuläre
Schmerzsyndrom C6 links bereits das Heben von leichten Lasten bis fünf Kilogramm - wie etwa von Musikinstrumenten -
sowie manuelle Tätigkeiten deutlich erschwere (
Urk.
7/19/7).
Am
5.
Dezember 2011 wurde eine
anteriore
cervikale
Diskektomie und Cage-Fusion am Halswir
belkörper 5/6 durchgeführt
und
vom 1
5.
November 2011 bis
7.
März 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
. Der intra- und postoperative Verlauf sei komplikationslos gewesen. Radiologisch habe der Nachweis der regelrechten
Implantatlage
erbracht werden können (
Urk.
7/39/81 und 7/39/83).
3.3
In seinem Bericht vom 2
6.
Februar 2013
führte
Dr.
med.
C._
, Fach
arzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Rheumatologie und Allge
meine Innere Medizin,
aus, die Versicherte habe
über zunehmende
tieflumbale Rückenschmerzen geklagt, welche
gluteal
in das linke Bein bis in den
medio
dorsalen
Unterschenkel und Fussbereich ausstrahlen würden (
Urk.
7/39/64). Die Wirbelsäule sei schmerzbedingt nicht konklusiv untersuchbar gewesen. Es sei - wie auch bei Untersuchung des linken Beins - zu Schmerzangabe und Gegen
sperren gekommen. Es bestehe eine Inkonsistenz mit den Spontanbewegungen während der Anamneseerhebung und beim An- und Ausziehen.
Die soma
tischen Befunde würden das ausgeprägte Schmerzverhalten nur teilweise erklä
ren. Differentialdiagnostisch sei an eine Somatisierung bei psychosozialer Belastungssituation zu denken
(
Urk.
7/39/65).
3.4
Vom 3
1.
März bis
6.
April 2013 war die Beschwerdeführerin aufgrund einer ersten Episode einer unkomplizierten
Sigmadivertikulitis
im
B._
hospitalisiert.
Nach einer intravenösen antibiotischen Therapie habe sie
in gutem Allgemein
zustand nach Hause entlassen werden können. Vom 3
1.
März bis 1
2.
April 2013 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen (
Urk.
7/35/2 f.).
3.5
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, stellte in ihrem Bericht vom
2.
Juli 2013 fest, dass die Versicherte ihrer angestammten Tätigkeit als Musiklehrerin seit Dezember 2011 nicht mehr nachgehen könne. Eine leichte Tätigkeit mit wechselnder Belastung erachtete
Dr.
D._
indes als möglich (
Urk.
7/32/2 f.).
3.6
Vom 1
4.
November bis 1
5.
Dezember 2013 begab sich die Beschwerdeführerin
zwecks psychosomatischer Rehabilitation
bei der
E._
in stationäre
Behandlung
.
Während des
Aufenthalt
s
habe sie sich zunehmend psychophysisch
rekonditionieren
und Schmerz-Coping-Strategien erlernen sowie anwenden können. Sowohl die Schlafsituation als auch die körperliche Leistungsfähigkeit hätten sich deutlich verbessert
(
Urk.
7/40/1 f.)
. Bis zum 3
1.
Dezember 2013 wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Ferner wurde festgehalten, dass eine berufliche Reintegration mit einer leichten wech
selbelastenden Tätigkeit schon aus therapeutischer Sicht sehr
wünschenswert
wäre
(
Urk.
7/40/
3).
3.7
Dem Bericht des
B._
vom
1.
Juli 2014 ist zu entnehmen, dass die Versicherte vom 1
0.
bis 2
9.
April 2014 erneut hospitalisiert
worden
war.
Dabei
wurden unter anderem folgende Diagnosen gestellt (
Urk.
7/84/15 f.):
-
Subakutes
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom der Wurzel L5 links mit leichtem sensiblen Ausfallsyndrom,
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom,
-
Chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom, Differential-diag
nose
radikuläre
Reizung C6/C7 links,
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) bei schwieriger psychosozialer Belastungssituation (alleinerziehend [ICD-10 U60.1], Mangel an Entspannung und Freizeit [ICD-10 Z73.2] und Probleme
n
in Verbindung mit ökonomischen Ver
hältnissen [ICD-10 Z59]),
-
Anamnestisch
extrinisches
Asthma bronchiale
,
-
Adipositas (BMI 38.9 kg/m
2
)
.
Nach der stationären Behandlung in der
E._
(vgl. E. 3.6) sei eine psychologische Begleitung am Schmerzzentrum eingeleitet worden. Die primär erfreuliche Entwicklung des Gesundheitszustandes sei durch eine
Schmerzexazerbation
im April 2014 unterbrochen worden. Die Versicherte leide seit neun Jahren an einer Schmerzproblematik. Es sei davon auszugehen, dass die damals noch bestehende konfliktreiche und für die Beschwerdeführerin höchst enttäuschende Ehebeziehung sowie das angespannte Verhältnis zur Herkunftsfamilie die Entwicklung der Schmerzproblematik begünstigt hätten. Aktu
ell sei die Versicherte mehrfachen psychosozialen Belastungen ausgesetzt, welche zu
Symptomexazerbationen
führen und die Funktions- und Erzie
hungsfähigkeit negativ beeinflussen würden. Diese seien als aufrechterhaltende Faktoren der Störung anzusehen (
Urk.
7/84/17).
3.8
Vom 2
2.
Juli bis 1
5.
August 2014 befand sich die Versicherte wiederum
zwecks Behandlung der bekannten Diagnosen
in der
E._
in stationärer Therapie
.
Zusätzlich wurde ein Schlafapnoe-Syndrom
respek
-
tive
differentialdiagnostisch eine Adipositas-Hypoventilation festgestellt (
Urk.
7/78/1). D
ie
Versicherte
habe
nach erfolgter Behandlung
in deutlich gebessertem Allgemeinzustand (physisch und psychisch) in die gewohnte häus
liche Umgebung entlassen werden können. Eine weitere ambulante Physiothe
rapie und psychologische Gespräche
wurden als
notwendig
erachtet
(
Urk.
7/78/3).
3.9
Am
3.
Februar 2015 unterzog sich die Versicherte im
B._
einer
laparosko
pischen
Hysterektomie. Intra- und postoperativ sei es zu keinen Komplikationen gekommen. Die Beschwerdeführerin habe am
9.
Februar 2015 mit reizlosen Wundverhältnissen in die weitere ambulante Behandlung entlassen werden können (
Urk.
7/97/1 und 7/97/3).
3.10
Dem polydisziplinären
A._
-Gutachten vom
3.
September 2015 sind
im Wesent
lichen
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (
Urk.
7/118/45
f.
):
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung,
-
Chronisches
zervikovertebrogenes
Schmerzsyndrom mit
radikulärer
Irrita
tion C6 links ohne Läsion, lokalen
Myosen
, chronischer Span
nungskopfschmerzinduktion und Koordinationsstörung der linken Schulter,
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom links mit
tendo-myo
tischer
Schmerzsymptomatik und
perisakraler
Ligamentopathie
,
-
Neuropathie des
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
links bei
Entrapment
am Leistenband (Adipositas-bedingt),
-
Zentrales, wahrscheinlich Opiat-bedingtes Schlafapnoe-Syndrom, auf allei
nige Sauerstoff-Nasensonden-Applikation gut ansprechend,
-
Migränekopfschmerzen mit
Auraphänomenen
seit dem elften Lebensjahr mit aktuell fünf bis sechs Attacken von ein bis drei Tagen Dauer pro Jahr,
-
Schädlicher Gebrauch von Opiaten (Verdacht auf Opioid-induzierte Hyper
algesie)
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien demgegenüber unter anderem die Adipositas (BMI 39 kg/m
2
) sowie
das Asthma bronchiale (
Urk.
7/118/46).
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt in Bezug auf den allgemein
medizinischen
Status der Versicherten fest, dass
keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bestünden. Aufgefallen seien
aber
namentlich eine
Klopfdolenz
der gesamten Wirbelsäule sowie eine
Druckdolenz
der Nacken- und Schulterpartie links (
Urk.
7/118/18).
Gegenüber
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, habe die Beschwerdeführerin über Schmerzen an der gesamten linken Körperseite berichtet. Im Vordergrund stün
den die Symptome in der Nackenregion links, welche in die linke Schulter und zur linken
Thoraxseite
hin ausstrahlen würden.
Sie wisse oft nicht, wie sie den linken Arm platzieren solle, verfüge über weniger Kraft und verspüre ein Krib
beln. Im Weiteren leide sie unter Schmerzen in der Lenden-Becken-Hüftregion
links. Diese seien vor allem im Kreuz selbst lokalisiert und würden von dort zur Aussenseite des Oberschenkels ausstrahlen. Etwa zwei Mal pro Woche käme es auch zu Aussetzern im linken Bein, weshalb sie auch schon mehrfach hingefal
len sei. Sie habe eine Gefühl
s
verminderung an der Vorder- und Innenseite des linken Unterschenkels lokalisiert, welche in ihrer Intensität wechselnd sei.
Wei
tere Schmerzen seien auch im Bereich des Hosenbundes vorhanden und würden zum Beckenkamm und zu den
Trochanteren
ausstrahlen. Die Schmerzintensität liege seit April 2014 permanent bei der Stufe 4 von 10 und würde sich bei Belastung verstärken (
Urk.
7/118/19 f.).
Aus orthopädischer Sicht ergebe sich
zusammengefasst
das Vollbild einer Dekompensation einer hohlrunden Rückenstatik mit entsprechenden Irritationen an den prädisponierten Facetten
cervicothorakal
respektive
lumbosacral
,
mutiplen
Insertionstendinosen
sowie
Tendomyosen
. Im Schulterbereich seien entsprechende muskuläre
Dysbalancen
eruierbar
. Die objektivierbaren degenerativen Veränderungen seien insgesamt als leichtgradig einzustufen. Ein entscheidender Einfluss der Übergewichtigkeit und der
Dekonditionierung
auf das Schmerzgeschehen sei offensichtlich (
Urk.
7/118/24 f.).
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Neurologie, führte in seiner Teilexper
tise aus, dass die Versicherte zusätzlich zur im Vordergrund stehenden Schmerzsymptomatik von Migränekopfschmerzen berichtet habe, welche fünf bis sechs Mal pro Jahr auftreten würden.
Zu helmartigen Kopfschmerzen käme es etwa jeden zweiten Tag.
Aufgrund des von den Ärzten der
E._
2014 diagnostizierten
zentralen Schlafapnoe-Syndrom
s
führe
die Explorandin
ausserdem regelmässig nachts eine Sauerstoff-Therapie via Nasensonde beziehungsweise Brille durch. Dies habe eine wesentliche Besserung der Tagesmüdigkeit b
ewirkt (
Urk.
7/118/25 ff.).
Aus neurologischer Sicht wür
den sich die vom Kreuz in das linke Bein ausstrahlenden Schmerzen aufgrund der Bildgebung wie auch der klinischen Untersuchung nicht auf ein
radikuläres
Reiz- oder Ausfalls
phänomen zurückführen lassen.
Die am linken Bein feststell
bare Neuropathie werde am ehesten durch eine Kompression am Leistenband infolge der Adipositas verursacht. Die Beschwerden seien in diesem Kontext gering, sodass daraus keine Behinderung abgeleitet werden könne. Dies gelte sodann auch für die vorhandenen Migräne- und Spannungstyp-
kopfschmerzen
(
Urk.
7/118/29 f.).
Im Rahmen der von
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, durchgeführten Exploration
habe die Versicherte
abgesehen von ihren Schmerzen insbesondere von ständigen Existenzängsten berichtet. Im Weiteren habe sie Schlafprobleme und sei ständig müde. Zudem beschäftige sie der Konflikt mit ihrem Vater bezüglich ihrer Homosexualität ständig
(
Urk.
7/118/38). Dieser habe keine Kenntnis
darüber
, ansonsten er sie verstossen würde. Er habe ihr gegenüber gesagt, dass man Homosexuelle erschiessen könne, was für die Versicherte sehr schlimm gewesen sei und sie immer noch präge (
Urk.
7/118/32 und 7/118/36).
Der grösste Wunsch der
Beschwerdeführe
rin
sei es, eine „Freiheit“ zu haben und offen als lesbische Frau leben zu kön
nen. Sie grüble immer wieder oder komme ins Gedankenkreisen; teilweise weine sie auch. Sie sorge sich um ihre Zukunft, das Fortkommen der Kinder und die eigene Gesundheit. Hinsichtlich ihrer beruflichen Zukunft benötige sie eine Wiedereingliederung und vorab eine Berufsberatung. Gerne wäre sie in der Spitalseelsorge tätig.
Ein Wiedereinstieg an der Musikschule sei nicht realistisch, da sie die Instrumente nicht mehr spielen könne
(
Urk.
7/118/39).
Während des Gesprächs sei die Beschwerdeführerin bewusstseinsklar und allseits orientiert gewesen. Die Mimik und Gestik seien unauffällig gewesen. Die Explorandin habe offen über ihre Beschwerden und ihren Werdegang berichtet. Zentrales Thema sei der Konflikt zum Vater gewesen. Es hätten sich keine Hinweise auf Denk-, Wahn- oder Ich-Erlebnisstörungen finden lassen. Zwänge oder patholo
gische Ängste hätten
ebenfalls
nicht bestanden; Zukunftsängste hätten sich jedoch eruieren lassen. Der affektive Rapport sei
her
stellbar gewesen und die Stimmung habe ausgeglichen gewirkt. Auffälligkeiten in Bezug auf den Antrieb, die Aufmerksamkeit, die Konzentration
oder
die Merkfähigkeit hätten sich nicht ergeben (
Urk.
7/118/40).
Die Beschwerdeführerin lebe seit dem Auftreten der Probleme im Bereich der Halswirbelsäule unter ständiger Belastung. Zunächst sei es die Trennung und Scheidung von ihrem Ehemann gewesen, verbunden mit dem Ringen um die Besuchsregelung. Dazu gekommen seien unter anderem Probleme mit der jüngeren Tochter in der Schule und die Kündigung der Arbeitsstelle. Beständig bleibe das Verstecken der eigenen Sexualität und die Angst, den Vater zu verlieren, wenn sie ihm sagen würde, dass sie lesbisch sei (
Urk.
7/118/42). Insgesamt sei die Versicherte aus psychiatrischer Sicht auf
grund der somatoformen Schmerzstörung in ihrer Arbeitsfähigkeit zu 50
%
ein
geschränkt
. Sie sei emotional nicht in der Lage, gegenüber ihren Eltern auto
nom zu sein und benötige immer wieder deren Hilfe
(
Urk.
7/118/43).
Im polydisziplinären Konsens kamen die Gutachter zum Schluss, dass die Ver
sicherte aufgrund ihrer Symptomatik in der Schulter-Nackenregion nicht mehr in der Lage sei, Akkordeon-Unterricht zu erteilen. Klavier- und Gitarrenunter
richt könne sie in einem 50%-Pensum erteilen.
Sowohl e
ine Tätigkeit als Büro
angestellte
als auch
andere leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne stärkere Belastung der oberen Extremitäten
könne sie
uneingeschränkt ausüben (
Urk.
7/118/49).
3.11
Ergänzend merkten die
A._
-Gutachter in ihrer Ste
llungnahme vom 1
6.
November 2015
(
Urk.
7/122)
an, dass ihre Beurteilung der Arbeitsunfähig
keit retrospektiv grundsätzlich seit dem
9.
März 2012 gelte. Zwischenzeitlich empfundene Symptomschwankungen würden an dieser Einschätzung nichts ändern. Des Weiteren stellten die Gutachter klar, dass in der Konsensbeurteilung die
von
Dr.
I._
attestierte
50%ige Reduktion der Arbeitsfähigkeit v
er
gessen worden sei.
Hinsichtlich der somatoformen Schmerzstörung führten sie im Übrigen aus, dass die Versicherte von ihren Eltern abhängig sei, sich aber gegenüber ihrem Vater nicht outen könne. Sie lebe in einer ständigen Angst, welche sich unter anderem durch die Schmerzen ausdrücke. Im Weiteren habe sie als Musikerin Erfolg gehabt und einen beruflichen Abstieg hinter sich. Die Rolle als alleinerziehende Mutter führe sodann immer wieder zur Überforde
rung, zumal
eine
Tochter deutliche Schulschwierigkeiten habe. Was die Praxis
änderung des Bundesgerichts betreffe (BGE 141 V 281),
sei diese ohne Einfluss auf die Begutachtung. Die Praxis der Gutachter habe sich dadurch nicht
ge
än
dert.
4.
4.1
Zwischen den Parteien ist in erster Linie strittig, ob die Beschwerdeführ
erin auch nach dem 3
1.
März 2014
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversiche
rung hat (vgl. E. 2.1 f.).
Die Beschwerdegegnerin legte der angefochtenen Ver
fügung (
Urk.
2) in erster Linie das polydisziplinäre
A._
-Gutachten vom
3.
September 2015 (
Urk.
7/118 samt
Ergänzung vom 1
6.
November 2015
,
Urk.
7/122) zugrunde, weshalb vorab desse
n Beweiswert zu überprüfen ist.
Die Expertise basiert auf umfassenden internistischen, rheumatologischen, neuro
logischen sowie psychiatrischen Untersuchungen und wurde in detaillier
ter Kenntnis der
Vorakten
erstellt (
Urk.
7/118/3 ff.). Die Beschwerdeführerin konnte gegenüber den einzelnen Gutachtern ihre aktuellen Beschwerden schil
dern und wurde von diesen jeweils - soweit fachspezifisch erforderlich - einge
hend befragt (
Urk.
7/118/
14 ff., 7/118/19 f., 7/118/25 ff. und 7/118/31 ff.).
Ins
besondere im Rahmen der psychiatrischen Exploration konnte sie sich zu diversen Themenbereichen
wie der familiären Situation und dem gewöhnlichen Tagesablauf ausführlich äussern (
Urk.
7/118/31 ff.). Die geklagten Leiden fan
den im Rahmen der Feststellung der Diagnosen Berücksichtigung, wobei diese wie auch die aus medizinischer Sicht resultierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und erläutert wurden (
Urk.
7/118/18, 7/118/23 ff., 7/118/29 f., 7/118/40 ff., 7/118/45 ff. und 7/122).
Soweit möglich erfolgte im
Weiteren eine Auseinandersetzung mit vorangegangenen ärztlichen Beurteilun
gen (
Urk.
7/118/18, 7/118/30, 7/118/44 und 7/118/49 f.). Insgesamt erfüllt das polydisziplinäre
A._
-Gutachten damit die praxisgemässen Kriterien betreffend den Beweiswert einer medizi
nischen Expertise (vgl. E. 1.5).
4.2
4.2.1
Zwischen den Parteien besteht dahingehend Uneinigkeit, ob auf die von psychiat
rischer Seite attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50
%
für je
dwede Tätig
keit abzustellen ist
. Während sich die Beschwerdeführerin
im Ergebnis
hierfür aussprach
(
Urk.
1 S. 12 ff.
), argumentierte die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung dahingehend, dass einerseits psychosoziale Belastungsfaktoren
inva
lidenversicherungsrechtlich
nicht zu berücksichtigen seien. Andererseits lebe die Versicherte seit ihrem Aufenthalt in der
E._
im Jahr 2013 einen normalen Tagesablauf einer alleinerziehenden Mutter mit einer hohen Alltagsaktivität, weshalb
ab diesem Zeitpunkt
von einer vollen Arbeits
fähigkeit auszugehen sei (
Urk.
2 S. 7 f.).
4.2.
2
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychoso
ziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszu
ständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu
einer eigentlichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wir
kungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen beste
henden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegrün
dend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012
E. 3.2 mit Hinweisen).
4.2.3
Der IV-Stelle ist insofern zuzustimmen, als
sich
den medizinischen Unterlagen
diverse
Hinweise auf
psychosoziale Belastungsfaktoren
entnehmen
lassen
(vgl.
Urk.
7/14/6, 7/23/5, 7/32/1, 7/39/65, 7/39/68 und 7/84/16).
Auch die Gutachte
rin
Dr.
I._
machte auf den konfliktreichen Scheidungsverlauf, den Ver
lust der Arbeitsstelle, die Schulschwierigkeiten der Tochter
, Zukunftsängste
sowie auf die Angst, sich gegenüber dem Vater als homosexuell zu outen, auf
merksam (
Urk.
7/118/42 und 7/122/2 f.).
Demgegenüber
erweisen sich
die von ihr erhobenen Befunde als unauffällig (vgl.
Urk.
7/118/40).
In Anbetracht dieser Umstände und der zitierten bundesgerichtlichen Praxis erscheint
somit
höchst
fraglich, ob in
rechtlicher
Hinsicht überhaupt von einem invalidisierenden
psy
chischen
Gesundheitsschaden ausgegangen werden kann.
Allerdings
ist
anzu
merken, dass die mit einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung verbun
denen Symptome typischerweise in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Problemen aufzutreten pflegen (vgl. Horst
Dilling
/Werner
Mombour
/Martin H. Schmidt [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10, Kapitel V (F), 1
0.
Auflage 2015, F45.4 S. 233)
.
Die
Frage, ob sich die psychosozialen Faktoren vorliegend
allenfalls
mittelbar invaliditätsbe
gründend auswirken,
braucht aufgrund
der nachfolgenden Ausführungen
zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
indes nicht
abschliessend geklärt zu werden
.
4.2
.
4
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden somato
formen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosoma
tischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Zwar haben
sich
die
A._
-Gutachter trotz entsprechender Aufforderung durch die IV-Stelle (
Urk.
7/120)
nicht zu den
I
ndikatoren
geäussert
(
vgl.
Urk.
7/122).
Trotzdem verliert die Expertise nicht per se ihren Beweiswert, da sie eine schlüssige Beurteilung im Lichte der
genannten
Indikatoren ermöglicht (vgl. BGE 141 V 281 E. 8)
, was denn auch die Beschwer
deführerin nicht bestreitet (vgl.
Urk.
2 S. 13).
Zur
K
ategorie
„
funktioneller Schweregrad
“ ist im Wesentlichen festzuhalten, dass die von
Dr.
I._
erhobenen Befunde grundsätzlich einen unauffälli
gen Psychostatus der Versicherten ergeben. Die Diagnose der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung wird auf mehrere psychosoziale Belastungs
faktoren zurückgeführt (vgl. E. 4.2.1).
Psychische Komorbiditäten liegen nicht vor. In somatischer Hinsicht gingen die Gutachter von leichtgradigen Ein
schrän
kungen aus, welche namentlich der
Ausübung einer
behinderungs
-
ange
passten Tätigkeit in einem 100%-Pensum nicht entgegenstehen (
Urk.
7/118/46 ff.).
Anhaltspunkte für eine
Behandlungsresistenz
finden sich weder im psychi
atrischen Teilgutachten
(vgl.
Urk.
7/118/44) noch
in den übrigen medizinischen Akten (vgl. E. 3).
D
ie Persönlichkeitsstruktur der Versicherten
weist
keine Auf
fälligkeiten oder gar Störungen
auf
(
Urk.
7/118/40).
Im Weiteren ist i
n Bezug auf die Kategorie „Konsistenz“
festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in ihren alltäglichen Aktivitäten bis auf „grössere Haushaltsaufgaben“ nicht ein
geschränkt ist. Sie ist gemäss eigenen Angaben eigentlich immer beschäftigt, kümmert sich etwa um die beiden Töchter oder
geht
Hobbies
wie
Spazierenge
hen
, Singen im Chor oder
Aqua-Jogging
nach
.
Von einer gleichmässigen Ein
schränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen kann folglich keine Rede sein.
Auf einen starken Leidensdruck kann vor diesem Hintergrund und angesicht
s der
vergleichsweise
geringen Therapiefrequenz
ebenfalls nicht geschlossen werden
(vgl. zum Ganzen
Urk.
7/118/16 und 7/118/37).
Es ist damit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
gestützt auf ihre
Prüfung der Standardindikatoren (
Urk.
7/149/8 ff.) nicht auf die von
Dr.
I._
attestierte Arbeitsunfähigkeit abgestellt hat. Vielmehr ist von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer dem
individuellen
Belastungsprofil angepassten Tätigkeit auszugehen (vgl.
hierzu
Urk.
7/118/49).
Der Vollständig
keit halber bleibt an dieser Stelle anzufügen, dass die Argumentation der Ver
sicherten, wonach
ihre medizinischen Probleme überwiegend wenn nicht gar ausschliesslich somatisch begrün
det seien (
Urk.
1
S. 11), in mehrfacher Hinsicht nicht zu überzeugen vermag. Zunächst steht sie in gewissem Widerspruch
dazu, dass sich die Beschwerdeführerin im Ergebnis doch mit der von psychiatrischer Seite im
A._
-Gutachten attestierten Arbeitsunfähigkeit
einverstanden erklärt (
Urk.
1
S. 12). Überdies wurde nicht erst von den Gutachtern, sondern
bereits
zuvor von anderen involvierten Ärzten auf eine psychische Problematik geschlossen, weshalb sich die Versicherte auch in entsprechender Behandlung befand (vgl.
etwa
Urk.
7/
39/68 f., 7/40/2 f., 7/78 und 7/84/16 f.).
Hiervon abgesehen reichte die Beschwerdeführerin keine fachärztlichen Stellungnahmen ein, welche allenfalls geeignet wären, Zweifel an
der von
Dr.
I._
gestellten Diagnosen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu wecken.
Dies gilt
im Übrigen
ebenfalls
hinsichtlich der
weitschweifigen
Kritik an der orthopädischen Teilexpertise von
Dr.
G._
(
Urk.
1
S. 5 ff.).
Dessen Aus
führungen erweisen sich namentlich auch unter Berücksichtigung der
Vorakten
- namentlich der Ergebnisse der MRI-Untersuchungen (vgl.
hierzu
Urk.
7/118/28) - ohne weiteres als schlüssig und nachvollziehbar.
4.3
4.3.1
Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ist somit der Invaliditätsgrad zu berechnen.
In Anbetracht des Haushaltsabklä
rungsberichtes vom
3.
Mai 2013
(
Urk.
7/41) ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 60
%
im Erwerbs-
und zu 40
%
im Aufgabenbereich (Haushalt) tätig wäre
, was soweit unbestritten ist (vgl.
Urk.
1 S. 31).
Die Versicherte bringt indes zum einen vor, dass der vorliegende Fall in den Anwendungsbereich des Urteils des
Europäischen Gerichtshofs für Men
schenrechte (
EGMR
)
in Sachen Di
Trizio
gegen die Schweiz vom
2.
Februar 2016 (7186/09) falle. Zu
m anderen
kritisierte sie den von der IV-Stelle durch
geführten Einkommensvergleich (
vgl. E. 2.2
).
4.3.2
Inso
weit
die Beschwerdeführerin geltend macht, dass die angefochtene Verfü
gung in Anwendung der Rechtsprechung Di
Trizio
nicht EMRK-konform sei, ist darauf hinzuweisen, dass die gemischte Methode nicht per se als diskriminie
rend erachtet wurde. Vielmehr hat das Bundesgericht klargestellt, dass diese Methode der Invaliditätsbemessung in Fällen der erstmaligen Zusprechung einer Rente an eine während des massgebenden Beurteilungszeitraums als teiler
werbstätig zu qualifizierende v
ersicherte Person - was vorliegend zutrifft - wei
terhin anwendbar ist
(Urteil 9C_615/2016 vom 2
1.
März 2017 E. 5.2).
4.3.3
Sodann verfangen auch die übrigen Rügen in Bezug auf den von der IV-Stelle durchgeführten Einkommensvergleich nicht.
So ist
nicht zu beanstanden, dass das
Valideneinkommen
der Versicherten nicht gestützt auf die Lohnstrukturer
hebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) festgesetzt wurde (vgl.
Urk.
2 S. 8).
Die
Beschwerdeführerin
bestätigte
anlässlich der Haushaltsabklärung selbst, dass sie im Gesundheitsfalle weiterhin
beim gleichen Arbeitgeber
als Musikleh
rerin tätig gewesen wäre (
Urk.
7/41/
3).
Somit hat die IV-Stelle zu Recht am zuletzt erzielten sowie der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft (vgl. BGE 139 V 28 E. 3.3.2 und 135 V 58
E. 3.1).
Auf das soweit ersichtlich
gestützt auf
die Angaben im
Arbeit
geberfragebo
gen (
Urk.
7/17)
korrekt errechnete
Valideneinkommen
für ein 60%-Pensum
von
Fr.
31‘325.90
für das Jahr 2014
(
Urk.
7/42/1) kann abgestellt werden.
In Bezug auf das Invalideneinkommen ging die Beschwerdegegnerin
für das Jahr 2014
zuletzt von einem
erzielbaren
Jahreseinkommen von
Fr.
45‘027.75 für ein 60%-Pensum aus
, wobei sie sich hierbei
, aufgrund der Tatsache, dass die Versicherte auch über einen Bürolehrabschluss verfügt (
Urk.
7/10/4),
auf die
LSE 2010
für kaufmännische Tätigkeiten
(
TA
7,
Anforderungsniveau 3) stützte (
Urk.
2 S. 8).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Recht
sprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröf
fentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2
)
. Der
Beizug
der
Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
Der
Beizug
der Lohnstatistik wird auch von der Beschwerdeführerin als korrekt erachtet (
Urk.
1 S. 32).
Selbst wenn entgegen den
Ausführungen der IV-Stelle
unter Berücksichtigung des individuellen Belastungsprofils der Versicherten auf den standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen
Wirtschaftszweigen des privaten Sektors gemäss LSE abgestellt würde,
ent
spräche
das Invaliden
einkommen
gerade
dem
Valideneinkommen
. So betrug das im Jahr 2012 von Frauen im Durchschnitt für die genannten Tätigkeiten erzielte Einkommen pro Monat
Fr.
4‘112.-- (LSE 2012,
Tabelle TA1, Ziffern 5-96,
S. 35,
Kompetenzn
iveau 1). Unter Berücksichtigung der Normalarbeitszeit von 41.7 Stunden
(
vgl. Bundesamt für Statistik, „Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen [NOGA 2008]“, Periode 1990-2015
) sowie
der Nominallohn
entwicklung von 0.7 % im Jahr 2013
und
von 0.8 % im Jahr 2014, (vgl.
Schweizerischer Lohnindex nach Branche
; Index und Veränderungen auf der Basis
2010 = 100 %, www.bfs.admin.ch
, Total) erg
äbe
sich ein
massgebendes
hypothetisches Invalideneinkommen von
Fr. 52‘
215.60
für das Jahr 2014
(Fr. 4‘112.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.007 x 1.008).
Für ein 60%-Pensum würde es sich folglich auf
Fr.
31‘329.35 belaufen.
Ausgehend von einem Teilinvaliditätsgrad von 15
%
im Haushaltsbereich (
Urk.
7/41/7
;
Urk.
2 S. 9
;
Urk.
1 S. 31
) würde damit in Anwendung der gemischten Methode (vgl. E. 1.3) selbst bei Gewährung
eines
- nicht zu recht
fertigenden -
maximalen leidensbedingten Abzuges vom Invalideneinkommen in der Höhe von 25
%
(vgl. BGE 126 V 75)
kein rentenbegründender Gesamtinva
liditätsgrad
von über 40
%
resultieren
(vgl. E. 1.2)
.
Dies gilt unter Berücksichtigung der medizinischen Aktenlage (vgl. E. 3.3 f., 3.6 sowie
Urk.
7/118/40) spätestens seit Januar 2014, was die Beschwerdegegnerin korrekt festgehalten hat (
Urk.
2 S. 5).
4.4
Die IV-Stelle hat der Beschwerde
führerin
nach dem Gesagten berechtigterweise
in Anwendung von
Art.
28
Abs.
1 IVG sowie
Art.
88a
Abs.
1 IVV
eine von Oktober 2012 bis März 2014 ganze Invalidenrente zugesprochen
und
einen unbefristeten
Rentenanspruch verneint.
5.
5.1
In ihrer Beschwerdeschrift stellte die Versicherte den Eventualantrag, dass
über ihr Gesuch betreffend berufliche Massnahmen zu entscheiden beziehungsweise das Verfahren diesbezüglich an die IV-Stelle zurückzuweisen sei (
Urk.
1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung unter Bezug
nahme auf einen im
Vorbescheidverfahren
in diesem Sinne gestellten Antrag (vgl.
Urk.
7/145/2) aus, dass der Versicherten aus medizinischer Sicht die Aus
übung der Tätigkeit als Musiklehrerin für Klavier und Gitarre zu 50
%
möglich sei. Sie habe ausserdem eine Bürolehre absolviert und die Ausübung einer Erwerbstätigkeit in diesem Bereich sei ihr vollschichtig zumutbar. Eine Umschulung sei demnach nicht angezeigt. Überdies sei die Versicherte bei der
Stellensuche nicht eingeschränkt, weshalb für die Stellenvermittlung das Regio
nale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zuständig sei (
Urk.
2 S. 6).
Hieraus ist zu schliessen, dass die IV-Stelle mit der angefochtenen Verfügung
nebst dem Antrag auf eine unbefristete Invalidenrente
sinngemäss auch das eventuelle Leistungsbegehren betreffend beruflicher Massnahmen abgewiesen hat. J
eden
falls hätte sie aufgrund des
bereits
im
Vorbescheidverfahren
erhobenen Leis
tungsbegehren
s
hierüber verfügen müssen, da sich diese Streitfrage als spruch
reif erweist.
5.2
Die Beschwerdeführerin ersuchte in erster Linie um eine Umschulung
zur Diako
nin (
Urk.
7/145/2 und 7/145/7 f.).
Eine Umschulung im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 IVG setzt gemäss bundesgerichtlicher Praxis allerdings voraus, dass ein Invaliditätsgrad von rund 20
%
vorliegt (Urteil des Bundesgerichts 9C_905/2014 vom 1
7.
Februar 2015 E. 5).
Wird dieser bei einer versicherten Person mit der gemischten Methode ermittelt, so ist
allein
der Invaliditätsgrad
von Relevanz
, welcher aus dem Einkommensvergleich resultiert (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_177/2015 vom 1
8.
September 2015 E. 4.2 f.).
Da
vorliegend
im Erwerbsbe
reich kein Invaliditätsgrad
von
circa
20
%
gegeben ist
(vgl. E. 4.3.3), entfällt ein Anspruch auf eine Umschulung
bereits aus diesem Grund.
Ergänzend bleibt anzumerken, dass
sich
die IV-Stelle
berechtigterweise auf den Standpunkt stellte, dass
das RAV
für die Stellenvermittlung zuständig sei. Die Arbeitsfähigkeit der Versicherten ist einzig insoweit eingeschränkt, als ihr nur noch leichte
, wechselbelastende
Tätigkeiten voll zumutbar sind (
Urk.
7/118/49). Zur Begründung eines Anspruchs auf Arbeitsvermittlung im Sinne von
Art.
18 IVG bedarf es jedoch zusätzlich einer spezifischen gesundheitlichen Einschrän
kung bei der Stellensuche (Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesge
richts zum IVG,
3.
Auflage, Zürich 2014,
Art.
18 N 6).
Anhaltspunkte für eine solche Beeinträchtigung lassen sich weder den medizinischen Akten noch der Beschwerdeschrift entnehmen.
Vielmehr
war die Versicherte in der Lage,
selb
ständig mit potentiellen neuen Arbeitgebern in Kontakt zu treten (vgl.
Urk.
2 S. 21 f.).
Vor diesem Hintergrund hat die Beschwerdegegnerin auch den Anspruch auf berufliche Massnahmen berechtigterweise verneint.
6.
Zusammenfas
send
erweist sich die angefochtene Verfügung (
Urk.
2)
als rech
tens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7
.
7
.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Die Kosten sind der unter
liegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen, infolge der ihr gewährten unent
geltli
chen Prozessführung (vgl.
Urk.
14
) jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
Die Beschwerdeführerin wird auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hingewiesen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.
7
.2
Mit Verfügung vom 2
7.
September 2016 (
Urk.
14) wurde der Beschwerdeführe
rin Rechtsanwältin Pia Dennler-Hager
, Winterthur,
als unentgeltliche Rechts
vertreterin für die Zeit bis zum 2
1.
September 2016 bestellt, da jene mit Schrei
ben
gleichen Datums
ihr Mandat niedergelegt hatte (
Urk.
12).
Mit Honorarnote vom 2
1.
September 2016 (
Urk.
13) machte Rechtsanwältin Pia Dennler-Hager zeitliche Aufwendungen von 5.17 Stunden sowie Barauslagen im Gesamtbetrag von
Fr.
112.-- geltend. Diese Aufwendungen erscheinen ins
besondere mit Blick auf vergleichbare Fälle als angemessen. Rechtsanwältin Pia Dennler-Hager ist demnach mit insgesamt
Fr.
1‘349.35 (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse zu entschädigen ([5.17 *
Fr.
220.-- +
Fr.
112.--] * 1.08).
Die Beschwerdeführerin wird auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinge
wiesen, wonach sie zur Nachzahlung der Entschädigung an die unentgeltliche Rechtsvertreterin verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.