Decision ID: 672c5951-f47d-4a92-8d3a-537d1ba29bfe
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Mit Verfügung vom 13. November 2009 sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, der 1973 geborenen X._ wegen belastungsabhängigen Vorfussschmerzen nach mehreren Unfällen und Operationen, einem neuropathischen Schmerzsyndrom am linken Fuss sowie chronischen Spannungskopfschmerzen (gemäss Gutachten des Y._ vom 13. Juni 2009 [Urk. 5/215/36]) mit Wir
kung ab 1. Juni 2009 eine Viertelsrente zu (Urk. 5/239). Die von der Versicher
ten dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 5/241/3 ff.) hiess das Sozialversiche
rungsgericht mit dem Urteil IV.2008.00208 vom 29. Mai 2012 teilweise gut und änderte die Verfügung vom 13. November 2009 insoweit ab, als es feststellte, dass die Versicherte ab 1. Juni 2008 Anspruch auf eine Viertelsrente habe (Urk. 5/256). Die von der Versicherten dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 5/265) wurde mit Urteil des Bundesgerichts 8C_782/2012 vom 22. Oktober 2013 abgewiesen (Urk. 5/283).
1.2
Nach Durchführung eines von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens (vgl. Urk. 5/261, Urk. 5/294, Urk. 5/303) hob die IV-Stelle die laufende Vier
telsrente wegen einer Veränderung der familiären Situation und der Qualifika
tion der Beschwerdeführerin – von vollerwerbstätig auf neu teilzeitlich erwerbstätig zu 50 % - mit Verfügung vom
1. Juli 2014
auf das Ende des fol
genden Monats auf (Urk. 5/304). Auch gegen diese Verfügung erhob die Ver
sicherte eine Beschwerde (Urk. 5/309, welche mit Entscheid des Sozialversicherungsgerichts IV.2014.00860 vom 27. Februar 2015 in dem Sinne gutgeheissen wurde, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zur interdisziplinären Begutachtung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit - idealerweise min
destens fachärztlich-psychiatrisch, -rheu
matologisch und –neurologisch - zurückgewiesen wurde (Urk. 5/320).
1.3
Am 15. Juni 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten ihre Absicht mit, zur Klä
rung ihrer Leistungsansprüche eine Gutachterstelle mit einer umfassenden medizinischen Untersuchung (Allgemeine/Innere Medizin, Psychiatrie, Rheu
matologie sowie Neurologie) zu beauftragen. Weiter gab sie der Versicherten die Fragen an die Gutachterstelle bekannt und setzte ihr Frist an, um Einwände gegen die geplante Begutachtung zu erheben und allfällige Zusatzfragen an die Gutachter einzureichen (Urk. 5/327; vgl. auch Urk. 5/336-337). Am 20. August 2015
orientierte
die IV-Stelle die Versicherte über die Gutachterstelle (MEDAS Z._) und teilte ihr die Namen der Gutachter mit (Urk. 7/339). Mit Schreiben vom 3. September 2015 erhob die Versicherte Einwände gegen die geplante Begutachtung (Urk. 7/340). Mit Zwischenverfügung vom 22. September 2015 hielt die IV-Stelle an der geplanten Begutachtung in der MEDAS Z._ fest (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Philip Stolkin, mit Eingabe vom 22. Oktober 2015 Beschwerde und beantragte, es sei die Zwischenverfügung vom 22. September 2015 aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, von der polydisziplinären Begutachtung im Z._ abzusehen; eventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, eine Begutachtung in einem wirk
lich unabhängigen Institut durchzuführen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte die Beschwerdeführerin die Durchführung eines zweiten Schriften
wechsels (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 23. November 2015 bean
tragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (Urk. 4). Das Gericht stellte der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zur Kenntnisnahme zu und teilte ihr mit, dass es die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels nicht als erforderlich erachte, es ihr jedoch unbenommen bleibe, sich nochmals zur Sache zu äussern und weitere sachbezogene Unterlagen einzureichen (Urk. 6). In der Folge liess sich die Beschwerdeführerin nicht mehr vernehmen.
Auf
die
weiteren Ausführungen der Parteien und
die
Akten ist,
soweit
für
die
Entscheidfindung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.

Considerations:
Das Gerichtzieht in Erwägung:
1.
1.1
Anfechtungsgegenstand in diesem Ve
rfahren ist die Verfügung vom 22
. Februar 2015 (Urk. 2), mit welcher die
IV-Stelle
an der po
lydisziplinären Begutachtung der Beschwerdeführerin
festhielt.
Bei der Anordnung eines Gutachtens
handelt es sich um eine Zwischenverfügung im Sinne von Art. 55 Abs. 1 des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des Bundesgesetzes über das Verwal
tungsverfahren (VwVG
; BGE 138 V 271 E. 1.2.1
), welche bei Bejahung
eines
nicht wieder gutzumachenden Nachteils (Art. 46 Abs. 1 lit. a VwVG; BGE 132 V 93 E. 6.1) grundsätzlich selbständig mit Beschwerde angefochten werden kann.
Die Anfechtbarkeitsvoraussetzung des nicht wieder gutzumachenden Nachteils ist bei der Anfechtung einer umstrittenen Gutachtensanordnung
für das ersti
n
stanzliche Beschwerdeverfahren
zu bejahen, zumal die nicht sachgerechte Begutachtung in der Regel einen rechtlichen und nicht nur tatsächlichen Nach
teil bewirkt (BGE 138 V 271 E. 1.2.1 bis 1.2.3;
137 V 210 E. 3.4.2.7 mit Hin
weisen).
1.2
Im Lichte der mit dem Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich IV.2014.00665 vom 23. März 2015 präzisierten Rechtsprechung zum Verfahren der Anordnung eines polydisziplinären Gutachtens (E. 1.3 bis 1.8 des zitierten Urteils) ist festzustellen, dass die IV-Stelle das Verfahren vollständig und korrekt durchgeführt hat:
Zunächst
teilte
sie der
Beschwerdeführer
in am 15. Juni 2015
mit, dass eine polydisziplinäre Begutachtung angeordnet werde, erwähnte die beteiligten Fachdisziplinen, stellte
ihr
den Fragenkatalog zu und räumte
ihr
die Möglichkeit ein,
Zusatzfragen zu stellen (Urk. 5/327; vgl. auch Urk. 5/328-329, Urk. 5/336-337
). In der Folge wurde das Verfahren der Auftragsvergabe via SuisseMED@P durchgeführt (vgl. Ur
k. 5/334-335;
vgl. auch die nachfolgende E. 4.4
). Im wei
teren
Verlauf teilte die IV-Stelle der
Beschwerdeführer
in
die nach dem Zufalls
prinzip ausgewählte Gutachterstelle mit den Fachdisziplinen und den vorge
sehen
en Gutachterpersonen mit
. Gleichzeitig wurde
sie
darauf hingewiesen, dass die Gutachterstelle den Ort und den Termin der Untersuchungen mitteilen werde, u
nd es wurde ihr
eine Frist angesetzt, um allfällige Einwendungen gegen die Gutachterpersonen zu erheben
(Urk. 5/339; vgl. auch Urk. 5/338
)
, wovon die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 3. September 2015 (Urk. 5/340) Gebrauch machte
.
Folglich
ist
auf die Beschwerde gegen die
Zwischenverfügung vom 22. September 2015 einzutreten. Da die noch strittigen Punkte in der Zwischen
verfügung vom 22
. Februar 2015
geregelt wurden
(Urk. 2),
ist die Verfügung materiell zu prüfen
(Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich
IV.2014.00665 vom 23. März 2015 präzisierten
,
E
.
1.8).
2.
Während die IV-Stelle im Beschwerdeverfahren an der geplanten polydis-ziplinä
ren Begutachtung festhält und auf eine eigentliche Beschwerde
antwort verzichtet (Urk. 4), beantragt die Beschwerdeführerin, die angefochtene Zwischenverfügung sei aufzuheben und von der geplanten interdisziplinären Begutachtung in der MEDAS Z._ sei Abstand zu nehmen. Die in Art. 72
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) statuierte ausschliessliche Vergabe der Begutachtungsaufträge an MEDAS-Stellen, welche sich auf der Zufallsplattform SuisseMED@P befänden, verletze das Prinzip der Waffen
gleichheit nach Art. 6 EMRK. Auf der Plattform befänden sich nur MEDAS-Stellen, welche mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) einen Tarif
vertrag abgeschlossen und sich verpflichtet hätten, bei der Qualitätskontrolle mit dem BSV zusammenzuarbeiten. Aufgrund der Möglichkeit des BSV, das Vertragsverhältnis wieder zu beenden, würden die MEDAS komplett von der Invalidenversicherung und dem BSV abhängig, da eine Kündigung für sie eine existentielle finanzielle Bedrohung bedeuten könne. Daher seien die Gutachter genötigt, ihr Ermessen bei der Begutachtung im Sinne des BSV respektive der Invalidenversicherung auszuüben. Wegen der Abhängigkeit komme diesen Ver
waltungsgutachten höchstens der Wert eines Parteigutachtens zu; daran ver
möge das Zufallsprinzip nichts zu ändern. Nichtsdestotrotz werde den MEDAS-Gutachten gegenüber Privatgutachten und Berichten der behandelnden Ärzte ein erhöhter Beweiswert zuerkannt, wodurch ungleich lange Spiesse vorlägen; für die versicherte Person bestehe unter diesen Umständen kaum eine Möglich
keit, das Gegenteil zu beweisen. Zudem habe es das BSV bisher unterlassen, einen wirklich unabhängigen Ausschuss von Fachpersonen zu errichten, welche eine Qualitätskontrolle der Gutachten vornähmen. Jedenfalls sei das BSV in beweisrechtlicher Hinsicht zu verpflichten, darüber Auskunft zu geben, wie genau es die Qualität der MEDAS-Gutachten kontrolliere. Durch die Regelung in Art. 72
bis
IVV würden auch das Prinzip der Verfahrensfairness nach Art. 6 EMRK, das Recht auf Beweis und der Untersuchungsgrundsatz, welcher vom Amt verlange, den Sachverhalt neutral und objektiv abzuklären, verletzt. Da Art. 72
bis
IVV nach dem Gesagten verfassungs- und konventionswidrig sei, dürfe dieser Verordnungsartikel im vorliegenden Fall nicht angewendet werden (Urk. S. 3 ff.).
Für den Fall, dass das Gericht Art. 72
bis
IVV als mit der EMRK vereinbar betrachte, werde beantragt, dass beim BSV die massgeblichen Unterlagen ediert würden, welche nötig seien, um zu eruieren, ob die Vergabe des Gutach
tensauftrags tatsächlich nach dem Zufallsprinzip erfolgt sei. In Anwaltskreisen sei der Verdacht aufgekommen, dass den als einseitig bekannten Gutachter
stellen immer diejenigen Fälle zugelost würden, bei welchen hohe Kosten zu erwarten seien. Ferner halte sich das Gerücht, die Experten würden auf Vorrat ausgelost und dann den einzelnen Fällen zugeteilt. Deshalb sei von Bedeutung, in welchem Zeitpunkt die Anfrage bei der Zufallsplattform eingereicht worden sei und wie viele Gutachterstellen sich im Zeitpunkt der Auslosung auf der Plattform befunden hätten. Dies werde von der SuisseMED@P nicht belegt. Eine Begutachtung sei ihr solange nicht im Sinne von Art. 43 Abs. 2 ATSG zuzumu
ten, als eine korrekte Durchführung des Auslosungsverfahrens nicht garantiert und offengelegt sei und befürchtet werden müsse, dass die Gutachterstelle nicht unparteiisch sei (Urk. 1 S. 7 ff.).
Bereits vor Erlass der angefochtenen Zwischenverfügung hatte die Beschwerde
führerin mittels Einwand geltend gemacht, eine polydisziplinäre Begutachtung sei nicht zwingend notwendig, angesichts ihrer Beschwerden genüge eine
bidis
ziplinäre, psychiatrisch-fussorthopädische Untersuchung (Urk. 5/340). Beschwerdeweise stellt sie sich auf den Standpunkt, selbst wenn eine polydisziplinäre Untersuchung notwendig und zumutbar wäre, sei das Z._ als Begut
achtungsstelle wegen mangelnder Unabhängigkeit und Qualität seiner Arbeit abzulehnen. Der vorgesehene internistische Gutachter Dr. med. A._ sei für seine klar versichertenfeindliche Praxis bekannt. Eine Begutachtung bei diesem Arzt sei von Anfang an unzumutbar, weil feststehe, dass das Ergebnis einseitig und ergebnisorientiert zu Gunsten der Versicherung ausfallen werde. Zudem seien mehrere Strafverfahren gegen Dr. A._ geführt worden, und in fach
licher Hinsicht sei er als Spezialist für Adipositas nicht in der Lage, ihre neuro
pathischen und psychischen Beschwerden richtig einzuschätzen. Ausserdem seien auch die übrigen Gutachter, welche sich bereit erklärt hätten, mit Dr. A._ eine Expertise zu verfassen, abzulehnen (Urk. 1 S. 12).
3.
Mit dem Urteil IV.2014.00860 vom 27. Februar 2015 hat das Sozial-versicherungs
gericht der IV-Stelle aufgetragen, eine interdisziplinäre, idealerweise min
destens fachärztlich-psychiatrische, -rheumatologische und neurologische Begutachtung der Beschwerdeführerin in Auftrag zu geben. Die
ses Rückweisungsurteil ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Die an der Rechtskraft teilhabenden Erwägungen des Urteils sind sowohl für die IV-Stelle als auch – wenn wie im vorliegenden Fall in der Sache erneut ein Beschwerde
verfahren anhängig gemacht wird – für das Sozialversicherungsgericht ver
bindlich. Bereits aus diesem Grund kann der Beschwerdeführerin in ihrer Forderung, es sei nicht wie geplant ein polydisziplinäres Gutachten, an welchem drei oder mehr Fachdisziplinen beteiligt seien, sondern lediglich eine bidiszipli
näre Expertise einzuholen (Urk. 1 S. 6), nicht gefolgt werden.
4.
4.1
4.1.1
Polydisziplinäre Gutachten haben bei einer Gutachterstelle zu erfolgen, mit welcher das Bundesamt für Sozialversicherungen eine Vereinbarung getroffen hat (Art. 72
bis
Abs. 1 IVV). Gemeint sind die Medizinischen Abklärungsstellen (MEDAS) im Sinne von Art. 59 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (IVG).
Die Gutachterwahl bei polydisziplinären MEDAS-Begut
achtungen hat immer nach dem Zufallsprinzip zu erfolgen (Art. 72
bis
Abs.
2 IVV;
BGE 138 V 271
E. 1.1 S. 274 f.;
139 V 349 E. 5.2.1 S. 354)
;
für eine einver
nehmliche Benennung der Experten bleibt kein Raum
(BGE 140 V 507
E. 3.2.1)
.
In einem ersten S
chritt teilt die IV-Stelle der v
ersicherten
Person
mit, dass eine Expertise eingeholt werden soll; zugleich gibt sie ihr die Art der vorgesehenen Begutachtung (poly- oder mono- bzw. bidisziplinär) sowie die vorgesehenen Fachdisziplinen und Gutachterfr
agen bekannt (vgl. auch Rz 2075
ff. des Kreis
schreibens über das Verfahren in der Invalidenversicherung [
KSVI], Stand
1. Januar 2015)
. In diesem Stadium kann die v
ersicherte Person
(nicht personen
bezogene) materielle Einwendungen gegen eine Begutachtung an sich oder gegen Art oder Umfang der Begutachtung vorbringen (Beispiele: unnötige second opinion; unzutreffende Wahl der medizinischen Disziplinen). In einem zweiten Schritt teilt die IV-Stelle der
Versicherten die mittels Zufallszuweisung (durch die vom BSV entwickelte Vergabeplattform SuisseMED@P, über welche der gesamte Verlauf der Gutachtenseinholung gesteuert und kontrolliert wird; vgl. SuisseMED@P: Handbuch für Gutachter- und IV-Stellen = Anhang V KSVI) zugeteilte Gutachterstelle und die Namen der Sachverständigen inklusive Fach
arztt
itel mit. In der Folge hat die v
ersicherte
Person
die Möglichkeit, materielle oder formelle personenbezogene Einwendungen geltend zu machen (
BGE 139 V 349
E. 5.2.2). Dieses Zuweisungsmodell soll generelle, aus den Rahmen
-
bedingun
gen des Gutachterwesens fliessende Abhängigkeits- und Befangen
-
heitsbefürchtungen neutralisieren (
BGE 139 V 349
E. 5.2.2.1). Nur bei stichhaltigen Einwendungen gegen bezeichnete Sachverständige ist die Zufalls
zuweisung allenfalls zu wiederholen bzw. zu modifizieren, indem die Beteiligten beispielsweise übereinkommen, an der ausgelosten MEDAS festzuhalten, dabei aber eine Arztperson nicht mitwirken zu lassen. Bei erneuter Nichteinigkeit ist eine Zwischenverfügung zu erlassen. Auch nach Einführung der Zuweisungs
plattform SuisseMED@P haben sich die Beteiligten mit Einwendungen ausei
nanderzusetzen, die sich aus dem konkreten Einzelfall ergeben, insoweit sind Konsensbestrebungen weiterhin nicht hinfällig (
BGE 139 V 349
E. 5.2.1, 5.2.2 und 5.2.2.1
; Urteil
des Bundesgerichts
9C_475/2013 vom 6. August 2013 E. 2.1
;
Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich
IV.2014.00665 vom 23. März 2015, E. 1.3-1.8
).
4.1.2
Gemäss der Garantie des verfassungsmässigen Richters (Art. 30 Abs. 1 der Bun
desverfassung, BV und Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Men
schenrechte und Grundfreiheiten, EMRK) hat der Einzelne Anspruch darauf, dass seine Sache von einem unparteiischen, unvoreingenommenen und unbe
fangenen Gericht ohne Einwirken sachfremder Umstände entschieden wird. Lie
gen bei objektiver Betrachtungsweise Gegebenheiten vor, die den Anschein der
Befangen
heit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen, so ist die Garantie verletzt (BGE 127 I 196 E. 2b mit Hinweisen). Für Sachver
ständige gelten grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie sie für den Richter vorgesehen sind (BGE 120 V 357 E. 3a). Da sie nicht Mitglied des Gerichts sind, richten sich die Anforderungen zwar nicht nach Art. 30 Abs. 1 BV, sondern nach Art. 29 Abs. 1 BV. Hinsichtlich der Unpartei
lichkeit und Un
befangen
heit kommt Art. 29 Abs. 1 BV indessen ein mit Art. 30 Abs. 1 BV weitgehend übereinstimmender Gehalt zu (BGE 127 I 196 E. 2b). Bei der
Befangen
heit handelt es sich um einen inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ablehnung nicht nachgewiesen zu werden, dass die sachverständige Person tatsächlich
befangen
ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der
Befangen
heit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der
Befangen
heit und der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Misstrauen muss vielmehr in objektiver Weise als begründet erscheinen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztgutachten im Sozialver
sicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters ein stren
ger Massstab anzusetzen (BGE 132 V 93 E. 7.1).
4.2
Insoweit die Beschwerdeführerin in genereller Weise die
Gutachterwahl bei poly
disziplinären MEDAS-Begutachtungen
auf der Zufallsplattform rügt und darin eine Verletzung des Grundsatzes der Waffengleichheit und des Prinzips der Verfahrensfairness nach Art. 6 EMRK, des Rechts auf Beweis und des Untersuchungsgrundsatzes sieht, weil den Gutachten trotz wirtschaftlicher Abhängigkeit der MEDAS-Gutachterstellen von der Invalidenversicherung mehr Gewicht beigemessen werde als Parteigutachten und Berichten der behandeln
den Ärzte, ist auf Folgendes hinzuweisen: Das Bundesgericht hat sich mit ent
sprechenden, allgemein gehaltenen und nicht fallbezogenen Einwänden schon verschiedentlich auseinandergesetzt und sie als nicht stichhaltig beurteilt. Die Auswahl der Gutachterstellen nach dem Zufallsprinzip hat gerade zum Ziel, generelle,
aus den Rahmenbedingungen des Gutachterwesens fliessende Abhän
gigkeits- und Befangenheitsbefürchtungen
zu
neutralisieren
(vgl. die vorste
hende Erwägung). Die Argumente der Beschwerdeführerin enthalten keine neuen Gesichtspunkte. Zudem hat sich das Bundesgericht bereits mehrmals in anderen Verfahren mit den im Wesentlichen gleichen Rügen des Rechtsvertre
ters der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt und diese abschlägig beurteilt, weshalb ihm die entsprechende höchstrichterliche Rechtsprechung bekannt sein muss (vgl. die Urteile des Bundesgerichts 8C_789/2015 vom 29. Januar 2016,
E. 5.,
9C_739/2014
vom 30. November 2015, E. 6.2 sowie
8C_323/2013
vom
15. Januar 2014,
E. 3
). Eine eingehendere Auseinandersetzung mit diesen Einwän
den kann deshalb unterbleiben.
4.3
Die Beschwerdeführerin rügt sodann generell die ihrer Ansicht nach ungenü
gende Qualitätskontrolle der MEDAS-Gutachterstellen und konkret die Qualität der Arbeit der mit ihrer Begutachtung beauftragten MEDAS Z._.
Die vom Bundesgericht im Grundsatzurteil BGE 137 V 210, E. 3.3 zur Qualitäts
sicherung und –kontrolle der medizinischen Gutachten genannten Vorkehren (unter anderem das Festlegen von Mindeststandards bei der Abwicklung von Begutachtungen) waren vorerst nicht justiziable Appelle an den Verordnungs
geber und die Aufsichtsbehörde (BGE 137 V 210, E. 5). In Nachachtung der bundesgerichtlichen Forderungen setzte der Bundesrat Art. 72
bis
Abs. 1 IVV in Kraft, wonach polydisziplinäre Gutachten nur noch bei Gutachterstellen einge
holt werden dürfen, mit welchen das BSV eine Vereinbarung getroffen hat. Das BSV verlangt von den Gutachterstellen in der mit diesen abgeschlossenen Ver
einbarung das Einhalten verschiedener Kontrollmassnahmen; so müssen dem BSV jährlich verschiedene Angaben über die Geschäftstätigkeit geliefert werden, seit neustem auch Daten betreffend die attestierten Arbeitsunfähigkeiten (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_599/2014 vom 18. Dezember 2015, E. 6.6). Sodann hat das BSV einen Katalog von Kriterien erarbeitet, welche die Gutach
terstellen seit dem 1. März 2012 erfüllen müssen; unter anderem müssen die Gutachter über einen Facharzttitel verfügen und Konsensbesprechungen durchführen (
vgl.
die
Pressemeldung des BSV vom
5.
April 2012 betreffend Medizinische Gutachten in der IV: Qualitätssicherung und faire Verfahren
). Damit wurden die bundesgerichtlichen Vorgaben für eine genügende Qualitäts
kontrolle der Gutachterstellen umgesetzt. Insbesondere fordert das Bundesge
richt, offenbar entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin, in BGE 137 V 210, E. 3.3.4 nicht, dass die Qualitätskontrolle von einer von der Verwaltung unabhängigen Instanz vorgenommen wird. Beweisrechtliche Weiterungen erüb
rigen sich unter diesen Umständen.
Sollten im zu erstellenden Gutachten, wie von der Beschwerdeführerin befürch
tet,
Qua
litätsmängel ersichtlich werden
,
wird sie diese
im Rahmen einer materi
ellen
, allenfalls gerichtlichen
Prüfung des Gutachtens
vorbringen können
.
4.4
Die IV-Stelle hat das Verfahren für die Auftragsvergabe des polydisziplinären Gutachtens gemäss Rz 2075
ff.
KSVI und dem Handbuch in Anhang V des KSVI korrekt durchgeführt. Das
Bestätigungsmail der Plattform SwissMED@P über die erfolgreiche Vergabe des Gutachtensauftrags
hat Eingang in die Akten gefunden
(
vgl.
KSVI Rz 2077
; Urk. 5/335, Urk. 5/338).
Die von der Beschwerdeführerin gerügte Manipulation der Auftragsvergabe auf der Zufallsplattform SuisseMED@P seitens der Invalidenversicherung fusst ein
zig auf Gerüchten, die von Interessenvertretern der Versicherten kolportiert werden; dies wird selbst von der Beschwerdeführerin eingeräumt. Mangels eigentlicher Anhaltspunkte dafür, dass die behaupteten Unregelmässigkeiten tatsächlich zutreffen, besteht kein Anlass, diesbezüglich weitere Abklärungen zu treffen.
4.5
Sofern die Beschwerdeführerin die Institution Z._ als voreingenommen ablehnt, hat dieser Einwand unberücksichtigt zu bleiben: E
in Ausstandsbegeh
ren
hat sich
stets nur gegen eine Person, nicht aber gegen eine Gutachterstelle
zu
richten, da nur die für die Gutachterstelle tätigen Personen, nicht aber die Gutachterstelle als solche befangen sein
können
(vgl. das Urteil des
Bundesge
richts 9C_91/2016 vom 14
. März 2016 mit Hinweis
sowie vorstehende E. 4.1.1
).
4.6
Das Bundesgericht hatte sich bereits
mehrmals
mit der Frage der
Befangen
heit von Dr.
A._
zu befassen
.
I
m Entscheid 9C_970/2012 vom 23. April 2013
, E. 4.3.2
erwog es, d
as Dr.
A._
zur Last gelegte Verhalten
betreffe
eine Begut
achtung, die 2007 stattgefunden
habe
, s
omit fast fünf Jahre zurückliege
und überdies eine andere versicherte Person
betreffe
.
Im zu beurteilenden Fall sei
der Beschwerdegegnerin die Notwendigkeit einer Begutachtung mit Schreiben vom 5. April 2012 mitgeteilt worden. S
elbst wenn Dr.
A._
einmal Jahre zuvor, entgegen seinen Angaben im Hauptgutachten, seine Gesamtbeurteilung ohne vorherige Rücksprache und ausdrückliches Einverständnis mit einem Teil
gutachter, der keine pathologischen Befunde erhoben
habe
, vorgenommen
haben
sollte, vermöchte dies nicht rund fünf Jahre später noch objektiv den Anschein von
Befangen
heit - im Falle der Beschwerdegegnerin al
s Experte zu amten - zu wecken. Für diese Annahme bedürfe es vielmehr anderer, die
kon
krete Begutachtung betreffende Umstände (vgl. auch das Urteil des Sozialver
sicherungsgerichts des Kantons Zürich IV.2014.00736 vom 31. Oktober 2014, 3.2).
Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung des Freispruchs von
Dr.
A._
(Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich SB120296 vom 5. Februa
r 2013, bestätigt mit Urteil des Bundesgerichts 6B_416/2013 und 6B_417/2013 vom 5. November 2013) stellt das beschwerdeweise ins Feld ge
führte Strafver
fahren gegen Dr. A._ keinen Ausstandsgrund dar.
Hinreichend fassbare wei
tere, die konkrete Begutachtung betreffende Umstände, welche objektiv den Anschein der
Befangen
heit und die Gefahr der Voreingenommenheit
von Dr. A._
begründen würden,
werden nicht geltend gemacht
. Dies gilt auch für die Frage einer
Befangen
heit
der
übrigen Gutachter, zumal diese von der Beschwerdeführerin lediglich abgelehnt werden, weil sie mit Dr. A._ polydis
ziplinäre Begutachtungen durchführen
.
Demnach ist
weder
bei
Dr.
A._
noch
bei den
übrigen begutachtenden Personen
von einer Befangenheit auszugehen
.
4.7
Bei polydisziplinären Gutachten ist die Allgemeine/Innere Medizin praxisge
mäss immer vertreten (Rz 2075 KSVI). Der einzig mit der medizinischen Spezi
alisierung begründete Einwand der fehlenden Fachkompetenz des Internisten
Dr. A._
ist deshalb unbehelflich. Andere Gründe für eine fehlende fachliche Eignung von
Dr. A._
als Gutachter sind nicht ersichtlich.
4.8
Es ergibt sich, dass die Anordnung einer polydisziplinären Begutachung in der MEDAS Z._ nicht zu beanstanden ist. Die angefochtene Zwischenverfügung der IV-Stelle besteht zu Recht, und die Beschwerde ist abzuweisen.