Decision ID: e26c6621-61ce-58c6-a871-01b658f276ba
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der am (...) 1974 geborene, österreichische Staatsangehörige A._
(nachfolgend: Versicherter oder Beschwerdeführer) wohnt in Österreich. Er
war seit 2000 als Grenzgänger in der Schweiz erwerbstätig und leistete
dabei bis 2013 Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung (AHV/IV; act. 57, act. 89). Zuletzt arbeitete er seit 1.
September 2003 als Mechaniker (ohne Lehrabschluss) in der Produktion
von Metallteilen für verschiedene Industriezweige im Schichtdienst mit ei-
nem Pensum von 100 %, ehe er ab 27. Juni 2012 von seinem Hausarzt
krankgeschrieben wurde (act. 1, act. 10, act. 14 S. 19) und danach die Er-
werbstätigkeit nicht mehr aufnahm. Das Arbeitsverhältnis wurde per
31. Mai 2013 aufgelöst (act. 39).
B.
B.a Am 7. Dezember 2012 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle
des Kantons B._ (nachfolgend: kantonale IV-Stelle) unter Hinweis
auf Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Depressionen, Angstzustände, Stim-
mungsschwankungen, Schlafstörungen, Schwindel, Tinnitus sowie Kopf-
schmerzen/Migräne zum Leistungsbezug an (act. 1). Im Rahmen ihrer Ab-
klärungen holte die kantonale IV-Stelle zunächst den Fragebogen für Ar-
beitgebende (act. 10) sowie die Akten des Krankentaggeldversicherers ein
(act. 14), der den Versicherten von einer Vertrauensärztin hatte begutach-
ten lassen (Gutachten vom 9. Januar 2013; act. 18). Vom 12. März 2013
bis 7. Mai 2013 unterzog sich der Versicherte einer stationären Behandlung
in einer Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie. Nach Vorliegen des
Hospitalisationsberichts vom 14. Juni 2013 (act. 27) holte die kantonale IV-
Stelle eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom
8. Juli 2013 ein (act. 29). In der Folge nahm sie zwei weitere zuhanden der
Krankentaggeldversicherung erstellte Gutachten vom 26. Juni 2013
(act. 33) und vom 30. Dezember 2013 (act. 34) zu den Akten und holte
einen Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr. med. C._ vom 28.
März 2014 ein (act. 45). Zu den neuen ärztlichen Dokumenten liess die
kantonale IV-Stelle den RAD am 10. April 2014 Stellung nehmen (act. 47)
und verneinte daraufhin mit (unbeanstandet gebliebener) Mitteilung vom
25. April 2014 einen Anspruch auf berufliche Massnahmen (act. 51).
B.b Nach Einholen eines Verlaufsberichtes der behandelnden Psychiaterin
vom 8. Oktober 2014 (act. 64), eines Berichts bezüglich einer stationären
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Seite 3
Behandlung von 22. Juli 2015 bis 2. September 2015 zwecks psychosozi-
aler Rehabilitation (act. 80) sowie eines Berichts des neuen behandelnden
Psychiaters Dr. med. D._ vom 2. Januar 2016 gab die kantonale IV-
Stelle auf Empfehlung des RAD vom 24. Mai 2016 (act. 87) am 4. Juli 2016
bei Dr. med. E._ ein psychiatrisches Gutachten mit einer neuropsy-
chologischen Untersuchung bei Dr. phil. F._ in Auftrag (act. 90), das
am 12. Januar 2017 erstattet wurde (act. 94). Nachdem der RAD am 20.
Januar 2017 dazu Stellung genommen hatte (act. 95), stellte die kantonale
IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 8. Februar 2017 die Ab-
weisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (act. 98). Am 6. März 2017
übermittelte die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA
oder Vorinstanz) der kantonalen IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten
der Pensionsversicherungsanstalt G._ vom 1. Februar 2017 (act.
102).
B.c Gegen den Vorbescheid vom 8. Februar 2017 liess der Versicherte
durch seine Rechtsvertreterin am 12. Mai 2017 Einwände erheben
(act. 110), die auf Empfehlung des RAD dem Gutachter Dr. med.
E._ vorgelegt wurden (Stellungnahme vom 1. September 2016
[recte: 2017]; act. 110). Nach einer weiteren Stellungnahme des RAD vom
7. November 2017 (act. 112) und Durchführung einer zweiten Anhörung
(act. 116) wies die IVSTA gestützt auf die Feststellungen der kantonalen
IV-Stelle das Rentenbegehren bei einem Invaliditätsgrad von 0 % mit Ver-
fügung vom 18. Januar 2018 ab. Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen
fest, dass gestützt auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med.
E._ vom 12. Januar 2017 davon auszugehen sei, dass der Versi-
cherte zu 100 % in seiner bisherigen Tätigkeit arbeiten könnte, womit er
keine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse erleide (act. 120).
C.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte durch seine Rechtsvertrete-
rin mit Eingabe vom 21. Februar 2018 (Poststempel) Beschwerde beim
Bundesverwaltungsgericht und beantragt, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben, sein Gesundheitszustand sei umfassend abzuklären und da-
nach sei erneut über den Rentenanspruch zu entscheiden. Der Beschwer-
deführer bestreitet den Beweiswert des Gutachtens von Dr. med.
E._ vom 12. Januar 2017 und verlangt, dass die bestehenden Dis-
krepanzen in einem unabhängigen Obergutachten zu klären seien (BVGer-
act. 1).
C-1090/2018
Seite 4
D.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 17. April 2018 unter
Hinweis auf eine Stellungnahme der kantonalen IV-Stelle vom 13. April
2018 die Abweisung der Beschwerde (BVGer-act. 7).
E.
Der mit Zwischenverfügung vom 26. Februar 2018 beim Beschwerdeführer
eingeforderte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.– (BVGer-act. 2)
wurde am 31. Mai 2018 geleistet (BVGer-act. 11).
F.
In seiner Replik vom 20. August 2018 hielt der Beschwerdeführer sinnge-
mäss an den in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren fest (BVGer-
act. 15). Am 18. Oktober 2018 und 22. Oktober 2018 reichte er ein psychi-
atrisches Gutachten der Pensionsversicherungsanstalt G._ vom
3. Mai 2018 ein (BVGer-act. 19, BVGer-act. 21).
G.
Mit Eingabe vom 9. November 2018 teilte die Vorinstanz mit, dass sie an
ihrem Rechtsbegehren festhalte und auf eine Duplik verzichte (BVGer-
act. 23).
H.
Mit Verfügung vom 15. November 2018 wurde der Schriftenwechsel abge-
schlossen (BVGer-act. 24).
I.
Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist – soweit
erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b
IVG [SR 831.20]). Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochte-
nen Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges
Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb er zur Erhebung
der Beschwerde legitimiert ist (Art. 59 ATSG [SR 830.1]; Art. 48 Abs. 1
VwVG). Nachdem auch der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde
C-1090/2018
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(Art. 63 Abs. 4 VwVG), ist auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten (Art. 60 ATSG; Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1
VwVG).
2.
Wie in der Zuständigkeitsregelung des Art. 40 Abs. 2 IVV (SR 831.201) vor-
gesehen, hat die kantonale IV-Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet der Be-
schwerdeführer als Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hat, das
Leistungsbegehren entgegengenommen und geprüft, während die
Vorinstanz die angefochtene Verfügung vom 18. Januar 2018 erlassen hat.
Diese Verfügung, mit der die Vorinstanz das Leistungsbegehren des Be-
schwerdeführers abgewiesen hat, bildet Anfechtungsobjekt und damit Be-
grenzung des Streitgegenstandes des vorliegenden Beschwerdeverfah-
rens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1). Streitig und vom Bundesverwaltungsge-
richt zu prüfen ist somit der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
schweizerische Invalidenrente im Rahmen einer Erstanmeldung.
3.
3.1 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-
sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verwaltungsverfügung (hier: 18. Januar 2018) eingetretenen Sachverhalt
ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither ver-
ändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungs-
verfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b).
3.2 Der Beschwerdeführer ist österreichischer Staatsangehöriger, wohnt in
Österreich und war in der Schweiz erwerbstätig. Damit gelangen das Frei-
zügigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die
Regelwerke der Gemeinschaft zur Koordinierung der Systeme der sozialen
Sicherheit gemäss Anhang II des FZA, insbesondere die für die Schweiz
am 1. April 2012 in Kraft getretenen Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR
0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 (SR 0.831.109.268.11), zur Anwen-
dung. Seit dem 1. Januar 2015 sind auch die durch die Verordnungen (EU)
Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in
den Beziehungen zwischen der Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten an-
wendbar. Das Vorliegen einer anspruchserheblichen Invalidität beurteilt
sich indes auch im Anwendungsbereich des FZA und der Koordinierungs-
vorschriften nach schweizerischem Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4;
Urteil des BGer 9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4).
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Seite 6
4.
4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-
tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte,
volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich
zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-
tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6
ATSG).
4.2 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG
Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliede-
rungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können
(Bst. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-
schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind
(Bst. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8
ATSG) sind (Bst. c).
4.3 Die Prüfung, ob eine psychische Erkrankungen eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu begründen vermag, hat grundsätzlich anhand eines
strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 zu erfolgen (BGE
143 V 409 E. 4.5; 143 V 418 E. 6 ff.).
4.3.1 Ausgangspunkt der Prüfung und damit erste Voraussetzung für eine
Anspruchsberechtigung bildet eine psychiatrische, lege artis gestellte Di-
agnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1;
143 V 418 E. 6 und E. 8.1). Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebli-
che Gesundheitsbeeinträchtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rah-
men einer Prüfung auf der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt
der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regel-
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Seite 7
mässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leis-
tungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung be-
ruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 und E. 2.2.1).
4.3.2 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine ver-
sicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt auf der zweiten Ebene an-
hand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikatoren
eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksichti-
gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6). Die für die Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit erwähnten Indikatoren hat das Bundesgericht wie folgt
systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie «funktioneller Schwe-
regrad» (E. 4.3) mit den Komplexen «Gesundheitsschädigung» (Ausprä-
gung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome; Behandlungs- und
Eingliederungserfolg oder -resistenz; Komorbiditäten [E. 4.3.1]), «Persön-
lichkeit» (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende psychi-
sche Funktionen [E. 4.3.2]) und «sozialer Kontext» (E. 4.3.3) sowie Kate-
gorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens [E. 4.4]) mit den Fak-
toren gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver-
gleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und behandlungs- und eingliede-
rungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck (E. 4.4.2).
4.3.3 Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem struktu-
rierten Beweisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch
gar nicht geeignet ist. Daher bleibt es entbehrlich, wenn im Rahmen be-
weiswertiger fachärztlicher Berichte eine Arbeitsunfähigkeit in nachvoll-
ziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Ein-
schätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Grün-
den kein Beweiswert beigemessen werden kann (vgl. BGE 143 V 409
E. 4.5.3; 143 V 418 E. 7.1).
4.4 Im Rahmen der Schadenminderungspflicht (BGE 113 V 22 E. 4a) ist
die versicherte Person jederzeit gehalten, sich im Sinn der Selbsteinglie-
derung einer zumutbaren Behandlung zu unterziehen, wenn die Möglich-
keit dazu besteht (vgl. Art. 7 Abs. 2 Bst. d IVG). Grundsätzlich sind die An-
forderungen an die Schadenminderungspflicht dort strenger, wo eine er-
höhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, nament-
lich, wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistun-
gen auslöst (BGE 113 V 22 E. 4d; Urteil I 824/06 vom 13. März 2007 E.
C-1090/2018
Seite 8
3.1.1, in: SVR 2008 IV Nr. 7 S. 19). Nach der Rechtsprechung ist die fort-
gesetzte Krankheitsbehandlung, die insbesondere auch die dauernde Ein-
nahme ärztlich verschriebener Medikamente umfasst, in aller Regel eine
jederzeit zumutbare Form allgemeiner Schadenminderung (Urteil des
BGer 8C_741/2018 vom 22. Mai 2019 E. 4.1). Die aus fachärztlicher Sicht
indizierten und zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungs-
möglichkeiten hat die versicherte Person in kooperativer Weise optimal und
nachhaltig auszuschöpfen (BGE 140 V 193 E. 3.3; 137 V 64 E. 5.2 mit
Hinweis; SVR 2016 IV Nr. 52 S. 176, 9C_13/2016 E. 4.2 mit Hinweisen).
Welche konkreten Behandlungsmöglichkeiten indiziert und zumutbar sind,
bestimmt der Facharzt oder die Fachärztin. Solange aus fachärztlicher
Sicht nicht oder nicht ausreichend genutzte zumutbare (ambulante oder
stationäre) Behandlungsmöglichkeiten weiterhin indiziert sind, genügt es
aus objektivem Blickwinkel nicht, dass die versicherte Person sämtliche
Therapievorschläge des Hausarztes oder der übrigen behandelnden Ärzte
in kooperativer Weise umgesetzt hat (vgl. BGE 137 V 64 E. 5.2; Urteil des
BGer 8C_741/2018 vom 22. Mai 2019 E. 4.2).
5.
5.1 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwaltung
und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen und
gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind.
Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-
ten die versicherte Person arbeitsfähig ist. Hinsichtlich des Beweiswertes
eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-
geben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge
sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun-
gen der Expertinnen und Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1;
125 V 351 E. 3a). Eine begutachtende medizinische Fachperson muss
über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteil des BGer
9C_555/2017 vom 22. November 2017 E. 3.1 mit Hinweisen).
5.2 Die ärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzung allein kann, zumindest ohne
einlässliche Befassung mit den spezifischen normativen Vorgaben und
ohne entsprechende Begründung, den rechtlich geforderten Beweis des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 Abs. 2 ATSG) in der Regel nicht
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Seite 9
erbringen, weil sie weitgehend vom Ermessen des medizinisch-psychiatri-
schen Sachverständigen abhängt. Die medizinische Einschätzung der Ar-
beitsfähigkeit ist aber eine wichtige Grundlage für die anschliessende juris-
tische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Per-
son noch zugemutet werden kann (BGE 140 V 193 E. 3.2). Dabei gilt, dass
die versicherte Person als grundsätzlich gesund anzusehen ist und sie ih-
rer Erwerbstätigkeit nachgehen kann (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.7.2). Hin-
sichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit haben sich sowohl die medi-
zinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsanwendung
bei ihrer Einschätzung des Leistungsvermögens an den normativen Vorga-
ben zu orientieren; die Gutachter im Idealfall gemäss der entsprechend
formulierten Fragestellung (BGE 141 V 281 E. 5.2). Im Rahmen der Be-
weiswürdigung obliegt es den Rechtsanwendern, zu überprüfen, ob aus-
schliesslich funktionelle Ausfälle bei der medizinischen Einschätzung be-
rücksichtigt wurden und ob die Zumutbarkeitsbeurteilung auf einer objekti-
vierten Grundlage erfolgte (BGE 141 V 281 E. 5.2.2; Urteil des BGer
9C_194/2017 vom 29. Januar 2017 E. 6.2.2; Art. 7 Abs. 2 ATSG).
5.3 Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG einge-
holten Gutachten von medizinischen Sachverständigen, die den Anforde-
rungen der Rechtsprechung entsprechen, darf das Gericht vollen Beweis-
wert zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässig-
keit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 2.2.2; 135 V 465 E. 4.4).
6.
Zum Gesundheitszustand bzw. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Be-
schwerdeführers lässt sich den medizinischen Akten im Wesentlichen das
Folgende entnehmen:
6.1 Nachdem der Beschwerdeführer seit Mai 2011 wiederholt infolge
Krankheit am Arbeitsplatz gefehlt hatte (act. 10 S. 8), attestierte der Haus-
arzt Dr. med. H._, Arzt für Allgemeinmedizin, ab 27. Juni 2012
durchgehend ein (volle) Arbeitsunfähigkeit (act. 14 S. 17 ff.).
6.2 Dr. med. I._, Praktische Ärztin, Psychosomatische und psycho-
soziale Medizin APPM, diagnostizierte in ihrem Gutachten vom 9. Januar
2013, das sie im Auftrag der Krankentaggeldversicherung erstellt hatte,
eine Neurasthenie (ICD-10: F48.0) sowie einen Verdacht auf ein Schlafap-
noe-Syndrom. Sie hielt fest, dass aus psychosomatischer Sicht ab sofort
eine Arbeitsfähigkeit von 50 % für den angestammten Arbeitsplatz bestehe.
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In spätestens zwölf Wochen sollte im Rahmen einer schrittweisen Steige-
rung die ursprüngliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 % wieder
erreicht werden können. Aus psychiatrischer und psychosomatischer Sicht
lägen keine Einschränkungen vor. Sie empfahl, zunächst mit einem Pen-
sum von 50 % zu beginnen und dieses schrittweise auf das ursprünglich
vollschichtige Pensum zu steigern (act. 18).
6.3 Auf Zuweisung seiner behandelnden Ärztin Dr. med. C._, Fach-
ärztin für Psychiatrie, hin, wurde der Beschwerdeführer vom 12. März 2013
bis 7. Mai 2013 in der Klinik J._ (Klinik für Psychosomatik und Psy-
chotherapie) stationär behandelt. Im Abschlussbericht vom 14. Juni 2013
wurden als Diagnosen eine schwere depressive Episode (ICD-10: F32.2),
eine Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0), eine Dysthymie (ICD-10:
F34.1), Spannungskopfschmerz (ICD-10: G44.2), Tinnitus beidseits (ICD-
10: H93.1), Asthma bronchiale (ICD-10: J45.0) sowie eine Adipositas (ICD-
10: E66.9) genannt. Laut den Klinikärzten habe sich die depressive Symp-
tomatik zum Zeitpunkt der Entlassung sehr deutlich reduziert und die
schwere Depression habe sich in eine leichte Depression zurückgebildet.
Bei der Entlassung sei der Beschwerdeführer zunächst noch arbeitsunfä-
hig gewesen (act. 27). Nach der Entlassung aus der Klinik attestierte Dr.
med. C._ am 7. Mai 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. Als
Diagnosen gab sie eine schwere depressive Episode ohne psychotische
Symptome (ICD-10: F32.2) sowie eine somatoforme Störung (ICD-10:
F45) an (act. 33 S. 15 ff.).
6.4 Laut Einschätzung des RAD-Arztes Dr. med. J._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 8. Juli 2013 sei beim Beschwerde-
führer spätestens zum Austrittszeitpunkt im Rahmen einer nur noch leicht-
gradigen depressiven Episode von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in ei-
ner adaptierten Tätigkeit (keine Nacht- und Schichtarbeit, keine Akkordar-
beit) auszugehen (act. 29).
6.5 Dr. med. I._ hielt in ihrem zweiten, zuhanden des Krankentag-
geldversicherers erstellten Gutachten vom 26. Juni 2013 fest, dass eine
mittelgradige depressive Episode vorliege, die weiterhin die Arbeitsfähig-
keit beeinflusse. Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % sowohl be-
zogen auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter als
auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. In Abhängigkeit vom weiteren Be-
handlungsverlauf sei zumindest von einer mehrwöchigen bis mehrmonati-
gen, vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeits-
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Seite 11
markt auszugehen. Im Falle eines guten Ansprechens auf die antidepres-
sive Medikation Cipralex (die erst vor wenigen Tagen begonnen worden
sei) könne erfahrungsgemäss in sechs Wochen zunächst mit einer Arbeits-
fähigkeit von 50 % gerechnet werden und in rund sechs Monaten mit einer
Wiederherstellung der vollständigen Arbeitsfähigkeit (act. 33).
6.6 Im Auftrag der Krankentaggeldversicherung wurde der Beschwerde-
führer am 29. November 2013 von Dr. med. L._, Fachärztin für Psy-
chiatrie und Psychotherapie sowie Fachärztin für Allgemeinmedizin, unter-
sucht. Im Gutachten vom 30. Dezember 2013 diagnostizierte sie eine mitt-
lere bis eher schwere depressive Episode (ICD-10: F32.1/2). Sie hielt fest,
dass eine diagnostische Einschätzung und die Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit anlässlich dieser Begutachtung nur bedingt möglich seien. Aus den
vorliegenden Arztberichten, Gutachten und Case Management Protokollen
seien aber ausreichende Informationen über die Krankheitsentwicklung er-
hältlich. Das Zustandsbild habe sich im Verlauf, wohlmöglich aufgrund von
nicht ausreichender Behandlung, massiv verschlechtert und chronifiziert.
Derzeit liege eine mindestens mittelschwere bis eher schwere depressive
Entwicklung vor, wobei ein psychotisches/paranoides Geschehen oder
auch eine schizophrene Entwicklung nicht ausgeschlossen werden könne.
Eine verwertbare Arbeitsfähigkeit liege aktuell nicht vor. Sofern eine kon-
sequente und compliance-geprüfte Medikation mit einem Antidepressivum
erfolge, sei mit einer Besserung der Symptome innerhalb von zwei bis drei
Monaten zu rechnen. Prognostisch sollte nach etwa zwei Monaten zumin-
dest eine Arbeitsfähigkeit von 30 % und ab März, je nach Therapieverlauf,
eine Arbeitsfähigkeit von 50 % vorliegen. Nach etwa spätestens vier Mo-
naten sollten bestenfalls wieder eine vollständige Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit zu erwarten sein (act. 34).
6.7 Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. C._ hielt im IV-Arztbe-
richt vom 28. März 2014 als Diagnose eine mittelgradige depressive Epi-
sode (ICD-10: F32.1), eine Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0) sowie
einen Tinnitus beidseits (ICD-10: H93.1) fest. Der Beschwerdeführer sei für
jegliche Tätigkeiten wegen der Depression zu 100 % arbeitsunfähig (act.
45).
6.8 Der RAD-Arzt Dr. med. J._ hielt in seiner Stellungnahme vom
10. April 2014 fest, dass gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztin
bis auf Weiteres beim Beschwerdeführer nicht von einer verwertbaren Ar-
beitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt auszugehen sei
(act. 47).
C-1090/2018
Seite 12
6.9 Im IV-Arztbericht vom 8. Oktober 2014 hielt Dr. med. C._ als
zusätzliche Diagnose eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10:
F61.0) fest. Es bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %
(act. 64).
6.10 Der Beschwerdeführer war von 22. Juli 2015 bis 2. September 2015
in stationärer Rehabilitation im Zentrum für psychosoziale Gesundheit
M._. Im Entlassungsbericht vom 2. September 2015 wurden als Di-
agnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgra-
dige Episode (ICD-10: F33.1), dysfunktionale Aufwuchsbedingungen (ICD-
10: Z61.3) sowie ein Asthma bronchiale seit frühester Kindheit genannt
(act. 80).
6.11 Im IV-Arztbericht vom 2. Januar 2016 hielt Dr. med. D._, Fach-
arzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, bei dem der Be-
schwerdeführer seit 23. April 2015 in Behandlung sei (letzte Kontrolle: 25.
November 2015), als Diagnose eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig mittelgradige Episode sowie Hinweise auf eine posttraumati-
sche Belastungsstörung fest. Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von
100 % für sämtliche Tätigkeiten (act. 85).
6.12 Auf Anraten des RAD wurde der Beschwerdeführer im Auftrag der
kantonalen IV-Stelle durch Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, begutachtet und durch Dr. phil. F._ neuropsy-
chologisch beurteilt. Im Gutachten vom 12. Januar 2017 stellte Dr. med.
E._ keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Er
fand viele Hinweise auf eine starke Aggravation und diagnostizierte eine
Dysthymie (ICD-10: F34.1). Er hielt fest, dass sich mit der Dysthymie keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen lasse. Es sei aber möglich,
dass früher tatsächlich vorübergehend eine eigentliche depressive Epi-
sode bestanden habe, die dann allenfalls vorübergehend auch eine rele-
vante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen vermochte; es sei
aber nicht möglich, klar zu sagen, von wann bis wann dies allenfalls der
Fall gewesen wäre. Dr. phil. F._ hielt im neuropsychologischen Teil-
gutachten fest, dass er aufgrund der diskutierten Befunde die Kriterien für
das Vorliegen einer wahrscheinlichen negativen Antwortverzerrung bzw.
Aggravation als erfüllt betrachte. Im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit könne
anhand der vorliegenden Befunde keine zuverlässige Aussage gemacht
werden (act. 94).
C-1090/2018
Seite 13
6.13 Im zuhanden der Pensionsversicherungsanstalt G._ erstellten
ärztlichen Gutachten («Wiederbegutachtung wegen Reha-Geld») von
Dr. med. N._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische
Medizin, vom 1. Februar 2017 wurde als Diagnose eine derzeitig mittelgra-
dige, chronifizierte depressive Störung nach Traumatisierung in der Kind-
heit festgehalten. Geregelte Tätigkeiten seien dem Beschwerdeführer nicht
mehr zumutbar (act. 102).
6.14 Im Beschwerdeverfahren hat der Beschwerdeführer ein weiteres zu-
handen der Pensionsversicherungsanstalt G._ erstelltes ärztliches
Gutachten («Wiederbegutachtung wegen Reha-Geld») von Dr. med.
N._ vom 3. Mai 2018 vorgelegt. In diesem Gutachten wurde als Di-
agnose eine chronifiziert depressive Störung nach Traumatisierung
(«F33.89») genannt. In einer dem festgelegten Leistungskalkül entspre-
chenden Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer eine Tätigkeit vollschichtig
zumutbar (BVGer-act. 21).
7.
7.1 Die Vorinstanz stützte sich für die Abweisung des Leistungsbegehrens
auf das im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholte psychiatrische Gutach-
ten von Dr. med. E._ vom 12. Januar 2017 und seine ergänzende
Stellungnahme vom 1. September 2017 ab. Dieses Gutachten beruht auf
einer detaillierten Anamneseerhebung, den erforderlichen psychiatrischen
und neuropsychologischen Untersuchungen, ist für die streitigen Belange
umfassend und wurde in Kenntnis der sowie in Auseinandersetzung mit
den Vorakten erstellt. Der Gutachter legte die medizinischen Zusammen-
hänge einleuchtend dar, setzte sich mit den geklagten Beschwerden sowie
dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinander und nahm auch Be-
zug auf die in BGE 141 V 281 statuierten Indikatoren. Es bestehen keine
Anhaltspunkte und der Beschwerdeführer macht auch nicht geltend, dass
die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung
und Verhaltensbeobachtung als wichtigste Grundlage gutachtlicher Fest-
stellungen und Schlussfolgerungen nicht lege artis erfolgt wäre (vgl. Urteil
des BGer 9C_867/2018 vom 28. Mai 2019 E. 5.2.1). Der Gutachter zeigte
auf, dass beim Beschwerdeführer eine (chronische) depressive Sympto-
matik bestehe, wies aber auf verschiedene Inkonsistenzen und Widersprü-
che hin, weshalb die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers zu rela-
tivieren seien. So legte der Gutachter dar, dass die neuropsychologische
Abklärung eine Aggravation der beklagten kognitiven Einschränkungen
C-1090/2018
Seite 14
aufzeigte. Auch aufgrund der vom Beschwerdeführer in Anspruch genom-
menen psychiatrischen Behandlung und des Verzichts auf die Einnahme
von antidepressiven Medikamenten kam der Gutachter zum nachvollzieh-
baren Schluss, dass die depressive Symptomatik keinen Schweregrad er-
reiche, welche die Arbeitsfähigkeit beeinflusse, und diagnostisch als Dys-
thymie einzuordnen sei. Insgesamt erfüllt das Gutachten von Dr. med.
E._, dem sich in medizinischer Hinsicht und bezüglich der Einschät-
zung der Arbeitsfähigkeit auch der RAD-Psychiater Dr. med. J._ an-
geschlossen hat (Stellungnahme vom 20. Januar 2017; act. 95), die allge-
meinen rechtlichen Beweisanforderungen an ein Gutachten.
7.2 Der Beschwerdeführer kritisiert das Gutachten in verschiedener Hin-
sicht. So bringt er vor, dass die Schlussfolgerungen des Gutachters nicht
überzeugten, weil aufgrund der Gutachten der Krankentaggeldversiche-
rung sowie der Berichte der behandelnden Ärzte vom Vorliegen einer er-
heblichen psychischen Störung auszugehen sei, die sich auf die Arbeitsfä-
higkeit auswirke. So hätten insbesondere die Ärzte, die den Beschwerde-
führer während den beiden stationären Klinikaufenthalten behandelt hät-
ten, eine schwere depressive Episode bzw. eine rezidivierende mittelgra-
dige depressive Störung diagnostiziert. Weiter rügt der Beschwerdeführer,
dass der Gutachter zu Unrecht von einer Aggravation ausgehe. Entspre-
chende Hinweise liessen sich den Berichten der behandelnden Ärztinnen
und Ärzte nicht entnehmen. Es sei auch ungeklärt, ob das allfällig wenig
kooperative Verhalten des Beschwerdeführers medizinisch erklärbar sei.
Schliesslich beanstandet der Beschwerdeführer, dass der Gutachter bei
seiner Beurteilung die Kindheitsgeschichte zwar umfassend wiedergege-
ben, diese aber bei der Gesamtbeurteilung ausser Acht gelassen habe. Die
gravierenden und traumatisierenden Erlebnisse in der Kindheit seien nicht
gewürdigt worden. Diesbezüglich wäre auch die Diagnose einer posttrau-
matischen Belastungsstörung zu diskutieren gewesen.
7.3 Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer an einem de-
pressiven Geschehen leidet. Umstritten sind hingegen die Diagnose, der
Schweregrad der Erkrankung und die damit zusammenhängenden funkti-
onellen Einbussen. Während der Gutachter Dr. med. E._ von einer
Dysthymie ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ausgeht, sind sich die be-
handelnden Ärztinnen und Ärzte sowie die Vorgutachterinnen darin einig,
dass die depressive Symptomatik die Leistungsfähigkeit des Beschwerde-
führers einschränke, wobei das Ausmass der Depression im Verlauf pha-
senweise als schwer, mehrheitlich als mittelgradig und teilweise auch als
leichtgradig bezeichnet wurde.
C-1090/2018
Seite 15
7.4 Dr. med. E._ hat unter Bezugnahme auf die im Klassifikations-
system ICD-10 enthaltene Umschreibung (S. 53 des Gutachtens) detailliert
dargelegt, weshalb seiner Ansicht nach die im Rahmen der Untersuchung
festgestellte depressive Symptomatik nicht den Schweregrad erreicht, um
die Kriterien für eine depressive Störung zu erfüllen, sondern eine Dysthy-
mie vorliegt. Eine Dysthymie ist gemäss ICD-10 eine chronische depres-
sive Verstimmung, die weder schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden
anhaltend genug ist, um die Kriterien einer schweren, mittelgradigen oder
leichten rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen (vgl. DILLING/MO-
MBOUR/SCHMIDT, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-
10, 10. Aufl. 2015, S. 183). Der Gutachter hielt fest, dass zum Zeitpunkt
der Untersuchung am 12. Dezember 2016 die Grundstimmung des Be-
schwerdeführers zum depressiven Pol hin verschoben gewesen sei (wobei
die affektive Modulationsfähigkeit nicht eingeschränkt war) und man auf-
grund der erhobenen Befunde sowie der subjektiven Angaben des Be-
schwerdeführers eigentlich von einer depressiven Episode ausgehen
würde. Dazu sei allerdings festzuhalten, dass man sich bei der psychiatri-
schen Diagnostik weitgehend auf die subjektiven Angaben der Exploran-
den verlassen (können) müsse und dass viele psychiatrische Symptome
nicht objektivierbar seien. Es gebe zwar Dinge, die sich aufgrund der Ver-
haltensbeobachtung erschliessen liessen, allerdings könne auch das Ver-
halten manipuliert werden. Beim Beschwerdeführer hätten sich bei der psy-
chiatrischen Abklärung, in den Akten und insbesondere bei der neuropsy-
chologischen Abklärung viele Hinweise auf eine starke Aggravation gefun-
den, weshalb seine Angaben stark zu relativieren seien (vgl. act. 94 S. 50
ff.). Aufgrund der zahlreichen Hinweise auf Aggravation und der Diskrepan-
zen müsse man davon ausgehen, dass auch die bei der Erhebung des
Psychostatus beschriebene Symptomatik mindestens teilweise nicht dem
tatsächlichen Erleben und Verhalten des Beschwerdeführers respektive
tatsächlichen Einschränkungen entspreche (vgl. act. 94 S. 54, ebenso Ziff.
6.2.4 act. 94 S. 55 f.).
7.5 Zu den vom Gutachter festgestellten Inkonsistenzen und Widersprü-
chen ist Folgendes festzuhalten:
7.5.1 Die Überprüfung der Authentizität geklagter mentaler Beschwerden
gehört zu den Kernaufgaben im Rahmen einer psychiatrischen Begutach-
tung (Urteil des BGer 8C_817/2014 vom 27. April 2015 E. 4.4.2). Recht-
sprechungsgemäss liegt Aggravation oder eine ähnliche Konstellation na-
mentlich vor, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilder-
ten Schmerzen oder Einschränkungen und dem gezeigten Verhalten oder
C-1090/2018
Seite 16
der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren
Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und
Therapie in Anspruch genommen wird, auf den Sachverständigen unglaub-
würdig wirken oder wenn schwere Einschränkungen im Alltag behauptet
werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Nicht per
se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin (BGE 141
V 281 E. 2.2.1; Urteil des BGer 9C_659/2017 vom 20. September 2018 E.
4.1). Eine auf Aggravation oder vergleichbaren Konstellationen beruhende
Leistungseinschränkung vermag einen versicherten Gesundheitsschaden
nicht leichthin auszuschliessen, sondern nur, wenn im Einzelfall Klarheit
darüber besteht, dass nach plausibler ärztlicher Beurteilung die Anhalts-
punkte für eine klar als solche ausgewiesene Aggravation eindeutig über-
wiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens zweifel-
los überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine
verselbstständigte, krankheitswertige psychische Störung zurückzuführen
wäre (Urteil des BGer 9C_659/2017 vom 20. September 2018 E. 4.1 mit
Hinweis).
7.5.2 Vorliegend ergeben sich Inkonsistenzen insbesondere aus der neu-
ropsychologischen Beurteilung des diplomierten Psychologen Dr. phil.
F._ vom 24. November 2016, der die Kriterien nach Slick et al.
(1999) für das Vorliegen einer Aggravation als erfüllt betrachtete. Das Ab-
stellen auf neuropsychologische (Validierungs-)Tests zur Beurteilung einer
Aggravation ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht unzuläs-
sig, sofern wie hier auch ein psychiatrischer Facharzt die Testergebnisse
würdigt (vgl. dazu Urteil des BGer 8C_95/2019 vom 3. Juni 2019 E. 6.1;
8C_817/2014 E. 4.4.2). Im vorliegenden Fall war die im Rahmen der neu-
ropsychologischen Abklärung durchgeführte Beschwerdevalidierung teil-
weise auffällig. So war das Ergebnis in einem von vier durchgeführten Va-
lidierungstests in zwei Durchgängen derart auffällig, dass es nur wenig
über dem Erwartungswert bei zufälliger Testbearbeitung gelegen habe.
Selbst bei Personen mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma seien derartige
Auffälligkeiten nicht zu erwarten. Der Beschwerdeführer zeigte in der neu-
ropsychologischen Untersuchung zudem zum Teil schwankende Reakti-
onszeiten, was bei authentischen Störungen in der Regel nicht zu erwarten
sei und den Verdacht auf negative Antwortverzerrungen respektive Aggra-
vation begründete. Es ist nachvollziehbar, dass mit diesen festgestellten
Inkonsistenzen und Diskrepanzen in der Leistungserzielung bei einfachen
und schwierigen Aufgaben im Vergleich mit Menschen mit deutlicher Be-
einträchtigung – gerade auch unter Einbezug der Ergebnisse der psychiat-
rischen Untersuchung (insbesondere die Tendenz des Beschwerdeführers,
C-1090/2018
Seite 17
Einschränkungen und Schwierigkeiten sehr stark zu betonen, teilweise
übermässig hervorzuheben) und der Vorbefunde - die Grenzen eines bloss
verdeutlichenden Verhaltens für den Gutachter klar überschritten waren
(vgl. dazu ausführlich act. 94 S. 56, ebenso S. 57 Ziff. 6.2.7 und S. 54 Ziff.
6.2.2). Aufgrund dieser Feststellungen im neuropsychologischen Gutach-
ten, die an sich vom Beschwerdeführer nicht bestritten werden, ist es nach-
vollziehbar, dass der Gutachter die vom Beschwerdeführer beklagten star-
ken Konzentrations- und Gedächtnisstörungen («er habe in der letzten Zeit
das Gefühl, dement zu sein») in Frage stellte. Er hielt im Rahmen der Be-
urteilung explizit fest, er gehe davon aus, dass der Explorand seine Ein-
schränkungen stark aggraviere (act. 94 S. 54 Ziff. 6.2.2). Dies ist auch in-
sofern von Belang, als der Beschwerdeführer auch gegenüber den Vorgut-
achterinnen sowie den behandelnden Ärzten stets über kognitive Defizite
wie Konzentrations- und Erinnerungsstörungen geklagt hat (vgl. beispiels-
weise act. 18 S. 6; act. 27 S. 1 f.; act. 34 S. 4; act. 80 S. 1), was in deren
Beurteilung eingeflossen ist, ohne dass jedoch die beklagten Defizite im
Rahmen einer neuropsychologischen Abklärung beurteilt und validiert wor-
den sind.
7.5.3 Gemäss psychiatrischem Gutachten hat der Beschwerdeführer über-
dies keine mit seinen beklagten Symptomen adäquate Inanspruchnahme
von Therapien gezeigt. Insbesondere den Umstand, dass der Beschwer-
deführer von Anfang an eine medikamentöse antidepressive Medikation
abgelehnt hat (vgl. Bericht Care Management vom 26. Oktober 2012;
act. 14), deutet der Gutachter als Widerspruch zum geltend gemachten
Leidensdruck. Gegenüber dem Gutachter äusserte der Beschwerdeführer,
dass er keine Antidepressiva nehme, weil diese nicht funktionierten. Früher
äusserte er, er wolle keine Psychopharmaka einnehmen, da er befürchte,
sich hierunter verändert zu fühlen und nicht mehr sich selbst zu sein (act.
18). Aus den Akten ergibt sich, dass die behandelnden Ärzte Dr. med.
D._ (Bericht vom 2. Januar 2016; act. 85) und Dr. med. C._
(Berichte vom 28. März 2014 [act. 45] und vom 8. Oktober 2014 [act. 64])
eine medikamentöse antidepressive Behandlung als notwendig erachte-
ten, diese jedoch mit Ausnahme eines kurzen Versuches im Juni 2013 nie
durchgeführt werden konnte. Auch die Gutachterin Dr. med. L._
ging von einer unzureichenden Ausschöpfung der Therapieoptionen aus
und empfahl – neben der Psychotherapie – eine adäquate medikamen-
töse, antidepressive Therapie und eine ganztätige, tagesklinische Betreu-
ung (Gutachten vom 30. Dezember 2013 act. 34). Vor diesem Hintergrund
ist es nachvollziehbar, dass der Gutachter die Schwere der subjektiv be-
C-1090/2018
Seite 18
klagten depressiven Symptome in Frage stellte, zumal angesichts des er-
hobenen psychiatrischen Befundes und der klaren Empfehlung der behan-
delnden Ärzte nicht einleuchtet, weshalb der Beschwerdeführer bei ent-
sprechendem Leidensdruck unfähig zur Krankheitseinsicht sein und nur
deshalb auf eine medikamentöse und allenfalls auch intensivere (auch sta-
tionäre) psychiatrische Behandlung verzichtet haben soll. Es ergeben sich
keine Hinweise aus den Akten, weshalb dem Beschwerdeführer eine me-
dikamentöse Therapie nicht zumutbar wäre, hätten doch ansonsten auch
die behandelnden Psychiater eine solche nicht empfohlen. Die Gutachterin
Dr. med. L._ hielt sogar ausdrücklich fest, dass dem Beschwerde-
führer eine psychopharmakologische Medikation zumutbar sei. Zwar
spricht die regelmässige Inanspruchnahme von Einzel- und Gruppenthera-
pie sowie die zweimalige stationäre Hospitalisation gegen das vollständige
Fehlen eines Leidensdrucks, da der Beschwerdeführer jedoch die gemäss
übereinstimmender fachärztlicher Einschätzung anerkannten und empfoh-
lenen Therapieoptionen (insbesondere medikamentöse Therapie – es er-
folgte nur ein kurzer Versuch im Juni 2013) nicht ausschöpft, ist das Vor-
liegen eines krankheitsbedingten grossen Leidensdrucks zu verneinen.
7.5.4 Überdies hat Dr. med. E._ erwähnt, dass sich auch in den
Vorgutachten Hinweise auf eine Aggravation fänden. So hat bereits
Dr. med. I._ im Gutachten vom 9. Januar 2013 auf eine neurotische
Fehlentwicklung mit Vermeidungsverhalten und Leistungshemmung sowie
einen sekundären Krankheitsgewinn hingewiesen. Zudem hat sie eine er-
hebliche Diskrepanz zwischen der Selbstwahrnehmung des Beschwerde-
führers und der Fremdeinschätzung beobachtet (act. 18). Gegenüber der
Gutachterin Dr. med. L._ habe er teilweise keine Auskunft gegeben.
Der Beschwerdeführer sei zurückhaltend und abweisend gewesen. Er
habe das Untersuchungsgespräch beenden wollen und die Praxis der Vor-
gutachterin relativ plötzlich verlassen (Gutachten vom 30. Dezember 2013;
act. 34). Schliesslich hielt der Gutachter fest, dass der Beschwerdeführer
eine Tendenz habe, Einschränkungen und Schwierigkeiten sehr stark zu
betonen und teilweise übermässig hervorzuheben.
7.5.5 Insgesamt ist es nachvollziehbar, dass der Gutachter Dr. med.
E._ angesichts der aufgezeigten Inkonsistenzen und Widersprüche
«viele Hinweise auf eine starke Aggravation» erkannte und sowohl die sub-
jektiv beklagten kognitiven Beeinträchtigungen, die sich im Rahmen der
psychiatrischen Untersuchung kaum gezeigt haben, als auch die Schwere
der beklagten depressiven Symptome als wenig glaubhaft betrachtet bzw.
C-1090/2018
Seite 19
relativiert hat. Daran ändert nichts, dass die behandelnden Ärztinnen und
Ärzte nie von einer Aggravation ausgegangen sind.
7.6 Zu den abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärztinnen
und Ärzte sowie der Vorgutachterinnen der Krankentaggeldversicherer ist
festzuhalten, dass die entsprechenden Berichte und Vorgutachten Dr. med.
E._ vorlagen. Er hat sich in seinem Gutachten sowie in der ergän-
zenden Stellungnahme mit den abweichenden Diagnosen auseinanderge-
setzt und überzeugend dargelegt, weshalb er die Einschätzung der behan-
delnden Ärztinnen und Ärzte sowie der Gutachterinnen der Krankentag-
geldversicherung hinsichtlich Schweregrad des depressiven Geschehens
sowie deren Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht übernommen hat. Al-
lein die abweichende diagnostische Einordnung des Leidens erweckt damit
keine Zweifel am Gutachten von Dr. med. E._, zumal er auch aus-
führlich erörtert hat, weshalb er trotz der festgestellten depressiven Symp-
tomatik zu einer anderen Einschätzung der Situation als die behandelnden
Ärztinnen und Ärzte sowie die Vorgutachterinnen gelangt ist. Die abwei-
chende Einschätzung hinsichtlich des Schweregrads der depressiven
Symptomatik lässt sich insbesondere mit der festgestellten Aggravation er-
klären, die von keinem der anderen involvierten Ärztinnen und Ärzte bei
der Beurteilung des Gesundheitszustandes sowie der Arbeitsfähigkeit be-
rücksichtigt worden ist. Zu beachten ist auch, dass die psychiatrische Ex-
ploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann
und dem medizinischen Sachverständigen deshalb praktisch immer einen
gewissen Spielraum eröffnet, innerhalb welchem verschiedene Interpreta-
tionen möglich, zulässig und im Rahmen einer Exploration lege artis zu
respektieren sind (vgl. Urteile des BGer 9C_634/2015 vom 15. März 2016
E. 6.1; 9C_761/2013 vom 16. Dezember 2013 E. 3.3.1).
7.6.1 Zu den drei von der Krankentaggeldversicherung nicht im gesetzlich
vorgesehenen Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten aus
dem Jahr 2013 ist festzuhalten, dass diesen lediglich der Beweiswert ver-
sicherungsinterner ärztlicher Feststellungen zukommt (vgl. Urteil des BGer
8C_71/2016 vom 1. Juli 2016 E. 5.3), weshalb bereits bei geringen Zwei-
feln an deren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit für die Anspruchsprüfung
nicht darauf abgestützt werden kann (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.4). Die Ein-
schätzung von Dr. med. I._ vermag nur deshalb keine Zweifel an
der Einschätzung von Dr. med. E._ zu wecken und kann für die
Anspruchsprüfung nicht herangezogen werden, weil sie über keinen psy-
chiatrischen Facharzttitel verfügt (BGE 130 V 352 E. 2.2.3). Die im Gutach-
C-1090/2018
Seite 20
ten von Dr. med. L._ gestellte Diagnose einer (mittleren) bis schwe-
ren depressiven Episode ist ebenfalls anzuzweifeln, zumal sie ausdrücklich
festhielt, dass ihr eine diagnostische Einschätzung und konsekutive Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit nur bedingt möglich gewesen sei. Ihre Einschät-
zung vermag daher das Gutachten ebenfalls nicht ernsthaft in Frage zu
stellen. Dr. med. E._ weist in seiner ergänzenden Stellungnahme
zudem zu Recht darauf hin, dass die Aussagekraft des Gutachtens von Dr.
med. L._ stark eingeschränkt sei, weil sie sich aufgrund der fehlen-
den Angaben des Beschwerdeführers stark auf die Vorakten habe stützen
müssen. Angesichts dieser Unklarheiten erübrigte es sich auch, dass sich
der Gutachter eingehender mit den von Dr. med. L._ erhobenen
Befunden auseinandersetzte. Schliesslich haben die Vorgutachterinnen –
wie auch die behandelnden Ärztinnen und Ärzte – im Rahmen der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit nicht auf die normativen Vorgaben Bezug genom-
men (siehe vorne E. 5.2) und auch nicht zwischen dem psychischen Leiden
und den ebenfalls festgestellten, nicht invalidisierenden psychosozialen
Belastungsfaktoren (Arbeitsplatzkonflikt) unterschieden, weshalb auch aus
diesem Grund auf ihre Einschätzungen nicht abgestellt werden kann (vgl.
BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des BGer 8C_753/2013 vom 13. Dezember
2013 E. 5.2.3).
7.6.2 Soweit der Beschwerdeführer seine Einwände gegen das Gutachten
mit anderslautenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte begründet,
ist darauf hinzuweisen, dass ein im Rahmen von Art. 44 ATSG eingeholtes
Administrativgutachten nach der Rechtsprechung nicht stets in Frage zu
stellen ist, bloss weil es zu anderen Einschätzungen als die behandelnden
Ärzte gelangt; vorbehalten bleiben Fälle, in welchen sich eine klärende Er-
gänzung oder direkt eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die be-
handelnden Ärzte wichtige, nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation
entspringende Aspekte benennen. Diesbezüglich ist auf die unterschiedli-
che Natur von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag zu verweisen (vgl.
Urteil des BGer 8C_137/2019 vom 27. Mai 2019 E. 6.1). Vorliegend sind
keine derartigen Aspekte ersichtlich, welche der Gutachter nicht erkannt
hat. Überdies hat der Gutachter überzeugend dargelegt, weshalb die im
Austrittsbericht der Klinik J._ vom 14. Juni 2013, der von keinem
Facharzt der Psychiatrie unterzeichnet wurde, gestellte Diagnose einer
schweren depressiven Episode nicht überzeugt. Er hat insbesondere zu
Recht darauf hingewiesen, dass gemäss ICD-10 nicht gleichzeitig eine
Dysthymie und eine (schwere) depressive Episode diagnostiziert werden
kann. Zudem haben die Klinikärzte nicht begründet, weshalb sie – trotz
C-1090/2018
Seite 21
Vorliegens einer leichten depressiven Episode beim Austritt – eine vollstän-
dige Arbeitsunfähigkeit attestierten. Der Bericht der Klinik M._ ver-
mag auch deshalb keine konkreten Zweifel an der Einschätzung von Dr.
med. E._ zu wecken, weil sich dieser im Wesentlichen auf die Zu-
sammenfassung des Behandlungsergebnisses beschränkt, aber keine Be-
gründung der gestellten Diagnose und keine Einschätzung der Arbeitsfä-
higkeit enthält (zum Beweiswert solcher Austrittsberichte siehe Urteil des
BGer 8C_753/2013 vom 13. Dezember 2013 E. 5.2.2). Die Berichte von
Dr. med. D._ und Dr. med. C._ stellen ebenfalls keine
rechtsgenügende Entscheidungsgrundlage dar, und vermögen das Gut-
achten nicht in Zweifel zu ziehen, zumal sie sehr rudimentär verfasst sind
und keine Begründung der attestierten vollständigen Arbeitsunfähigkeit
enthalten.
7.6.3 Was das – nur wenige Monate nach den Untersuchungen durch
Dr. med. E._ – von Dr. med. N._ erstellte Gutachten der
Pensionsversicherungsanstalt G._ vom 1. Februar 2017 anbelangt,
so vermag auch dieses weder konkrete Zweifel an der Einschätzung von
Dr. med. E._ zu wecken noch ergeben sich daraus konkrete Hin-
weise auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwer-
deführers seit den Untersuchungen vom 8. September 2016 und vom 12.
Dezember 2016. So benennt Dr. med. N._ insbesondere keine As-
pekte, die im Rahmen der vorangehenden Begutachtung unerkannt oder
ungewürdigt geblieben sind. Weiter weist er ausdrücklich auf einen unver-
änderten Zustand hin. Zudem begründet er nicht, weshalb dem Beschwer-
deführer geregelte Tätigkeiten nicht mehr zumutbar sein sollen.
7.6.4 Auch das vom Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren einge-
reichte Gutachten von Dr. med. N._ vom 3. Mai 2018 ist nicht ge-
eignet, die Beurteilung des Gutachters Dr. med. E._ betreffend den
Gesundheitszustand sowie die Arbeitsfähigkeit im Begutachtungszeitpunkt
in Zweifel zu ziehen. Zunächst wurde dieses Gutachten erst nach Erlass
der angefochtenen Verfügung vom 18. Januar 2018 erstellt und bezieht
sich auf die Situation im Zeitpunkt der Berichterstattung am 3. Mai 2018.
Im Übrigen steht die – zwar kaum begründete – Einschätzung einer voll-
schichtigen Arbeitsfähigkeit gemäss festgelegten Fähigkeitsprofil nicht in
Widerspruch zur Einschätzung von Dr. med. E._.
7.6.5 Der Gutachter Dr. med. E._ hat auch nachvollziehbar darge-
legt, dass keine Hinweise auf das Vorliegen einer neurotischen, Belas-
C-1090/2018
Seite 22
tungs- oder somatoformen Störung bestehen. Er hat sich auch zur Diag-
nose der kombinierten Persönlichkeitsstörung geäussert, welche die be-
handelnde Psychiaterin Dr. med. C._ im Bericht vom 8. Oktober
2014 gestellt hat. Er weist zu Recht darauf hin, dass die behandelnde Psy-
chiaterin diese Diagnose nicht begründet hat. Zudem fänden sich weder in
den Akten noch bei der aktuellen Untersuchung oder in der Anamnese ir-
gendwelche Hinweise auf das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung.
Auch habe sich der Beschwerdeführer trotz Fehlens einer beruflichen Aus-
bildung über viele Jahre beruflich erfolgreich etablieren können. Das leuch-
tet ein, zumal auch alle anderen Behandler sowie die Vorgutachter diese
Diagnose nicht gestellt haben, worauf der Gutachter ebenfalls hinweist.
Weiter hat der Gutachter auch das Vorliegen einer Schizophrenie, einer
schizotypen Störung oder einer wahnhaften Störung ausgeschlossen.
7.6.6 Soweit der Beschwerdeführer kritisiert, dass der Gutachter die Diag-
nose einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht diskutiert habe,
schmälert dies den Beweiswert des Gutachtens vom 12. Januar 2017 nicht,
zumal auch keiner der weiteren involvierten Ärzte eine entsprechende Di-
agnose gestellt hat. Allein aufgrund des Umstands, dass Dr. med.
D._ in seinem Bericht vom 2. Januar 2016 festhielt, es bestünden
Hinweise auf eine posttraumatische Belastungsstörung, ist das Gutachten
nicht anzuzweifeln. So hat Dr. med. D._ die entsprechenden Hin-
weise nicht benannt. Der Beschwerdeführer hat denn auch nicht über die
typischen Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung wie
Nachhallerinnerungen, Alpträume, Wiedererleben, Vermeidungsverhalten,
Überwachsamkeit, erhöhte Schreckhaftigkeit geklagt. Zudem soll gemäss
den diagnostischen Leitlinien der ICD-10 die Diagnose einer posttraumati-
schen Belastungsstörung nur dann diagnostiziert werden, wenn sie inner-
halb von sechs Monaten nach einem traumatisierenden Ereignis von aus-
sergewöhnlicher Schwere aufgetreten ist (DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT,
a.a.O., S. 207 f.; vgl. auch BGE 142 V 342 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
Abgesehen davon, dass der Beschwerdeführer vorliegend vom zeitlichen
Verlauf her die Voraussetzungen einer posttraumatischen Belastungsstö-
rung nicht erfüllt, ergeben sich auch trotz der vom Beschwerdeführer ge-
schilderten Erlebnissen in der Kindheit aus den Akten keine Hinweise auf
ein traumatisierendes Ereignis von aussergewöhnlicher Schwere gemäss
ICD-10.
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7.6.7 Insgesamt erwecken die abweichenden Einschätzungen der behan-
delnden Ärztinnen und Ärzten, der Vorgutachterinnen der Krankentaggeld-
versicherer sowie des Gutachters des österreichischen Versicherungsträ-
gers keine konkreten Zweifel am Gutachten von Dr. med. E._.
7.7 Hinsichtlich der retrospektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes
und der Arbeitsfähigkeit geht der Gutachter Dr. med. E._ davon
aus, dass aufgrund der starken Aggravation der Einschränkungen höchs-
tens eine seit Jahren anhaltende Dysthymie ohne Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit bestätigt werden könne. Das Vorliegen einer anhaltenden Depres-
sion mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seit Ende 2012 bzw. Anfang 2013
hat er ausdrücklich verneint. Dies ist insoweit nachvollziehbar, als der Be-
schwerdeführer seit Jahren keine einer mittelschweren oder schweren de-
pressiven Störung entsprechende Medikation eingenommen hat. Zwar
kann laut dem Gutachter nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass der
Beschwerdeführer in der Vergangenheit vorübergehend an einer depressi-
ven Störung gelitten hat, die einen Einfluss auf seine Arbeitsfähigkeit ge-
habt hat. Da die echtzeitlichen Einschätzungen der behandelnden und be-
gutachtenden Ärztinnen und Ärzte jedoch, wie dargelegt, nicht zu überzeu-
gen vermögen, ist eine allfällige vorübergehende psychisch bedingte Ar-
beitsunfähigkeit nicht mehr nachweisbar. Auch nicht ersichtlich ist, welche
(retrospektiven) Abklärungen diesbezüglich noch vorgenommen werden
könnten. Die Folgen dieser Beweislosigkeit wirken sich nach den Regeln
über die (materielle) Beweislast zu Ungunsten des Beschwerdeführers aus
(vgl. etwa BGE 142 V 106 E. 4.4; vgl. auch Urteil des BGer 9C_773/2017
vom 5. April 2018 E. 4.2). Auch weist der Gutachter zu Recht darauf hin,
dass das phasenweise Vorliegen depressiver Störungen in der Vergangen-
heit gemäss ICD-Kriterien die Diagnose einer Dysthymie nicht aus-
schliesst. Unter Berücksichtigung, dass die retrospektive Beurteilung von
Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit naturgemäss mit Unsicherheiten
behaftet ist (vgl. Urteil des BGer 8C_879/2017 vom 5. Februar 2018
E. 3.2.2) und vorliegend zusätzlich durch die festgestellten Inkonsistenzen
erschwert wird, ist die rückwirkend ab Ende 2012 bzw. Anfang 2013 attes-
tierte 100%ige Arbeitsfähigkeit nicht zu beanstanden.
7.8 Nach dem Dargelegten reichen zusammengefasst die vom Gutachter
Dr. med. E._ und dem Neuropsychologen Dr. phil. F._ fest-
gestellten Inkonsistenzen in Verbindung mit der gestützt auf die Akten aus-
gewiesenen fehlenden medikamentösen Behandlung des angeblich
schweren psychischen Leidens aus, um auf Aggravation im Sinne der
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Rechtsprechung (BGE 141 V 281 E. 2.2.1) zu schliessen. Nach der gut-
achterlich nachvollziehbar begründeten Einschätzung liegt beim Be-
schwerdeführer trotz der Aggravation der Beschwerden eine verselbstän-
digte Gesundheitsschädigung in Form einer Dysthymie vor, weshalb kein
Ausschlussgrund vorliegt. Der Gutachter hat somit die Auswirkungen der
verbleibenden Gesundheitsschädigung im Umfang der Aggravation bereits
korrekt im Sinne von BGE 141 V 281 E. 2.2.2 bereinigt, indem er die Ar-
beitsfähigkeit unter Berücksichtigung derselben festlegte. Findet sich wie
vorliegend im Psychostatus nur eine Dysthymie, so kann dies rechtspre-
chungsgemäss wohl eine Einbusse an Leistungsfähigkeit mit sich bringen,
kommt aber für sich allein betrachtet nicht einem Gesundheitsschaden im
Sinne des Gesetzes gleich (Urteil des BGer 8C_643/2015 vom 18. Dezem-
ber 2015 E. 5.2.1). Dr. med. E._ diagnostizierte allein eine Dysthy-
mie, während er andere gravierende Beeinträchtigungen wie namentlich
eine Persönlichkeitsstörung explizit und mit einleuchtender Begründung
ausschloss. Bei diesen Gegebenheiten kann keine andauernde und erheb-
liche Arbeitsunfähigkeit als rechtsgenüglich ausgewiesen gelten. Ein inva-
lidenversicherungsrechtlich relevanter psychischer Gesundheitsschaden
ist zu verneinen (vgl. Urteil des BGer 8C_95/2019 vom 3. Juni 2019 E. 3.4).
Weil auch den abweichenden Einschätzungen mangels fachärztlicher
Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen
werden kann, erübrigt sich bei dieser Ausgangslage eine indikatorengelei-
tete Überprüfung des psychischen Leidens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl.
auch Urteil 8C_728/2017 vom 31. August 2018 E. 3.2.2). Dies ist hier auch
deshalb entbehrlich, weil mit einer Indikatorenprüfung eine im Rahmen ei-
ner psychiatrischen Diagnose attestierte Arbeitsunfähigkeit validiert wird.
Vorliegend wird aber mit nachvollziehbarer und überzeugender Begrün-
dung von den Experten keine Arbeitsunfähigkeit in Zusammenhang mit ei-
nem psychischen Leiden festgestellt. Eine grössere Arbeitsunfähigkeit als
die gutachterlich attestierte kann jedoch auch aus einer Indikatorenprüfung
nicht resultieren (Urteil des BGer 8C_241/2018 vom 25. September 2018
E. 7.5.2).
7.9 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich in seiner Replik darauf hin-
weist, dass ihm in der Zwischenzeit in Österreich eine Berufsunfähigkeits-
pension zugesprochen worden sei, kann er daraus nichts zu seinen Guns-
ten ableiten, weil die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz nicht
an die Feststellungen ausländischer Versicherungsträger, Behörden und
Ärzte bezüglich Invaliditätsgrad und Anspruchsbeginn gebunden sind (vgl.
BGE 130 V 253 E. 2.4).
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8.
Die Vorinstanz ist aufgrund des Gesagten für den vorliegend einzig bis zum
Verfügungserlass zu beurteilenden Zeitraum gestützt auf das beweiskräf-
tige psychiatrische Gutachten von Dr. med. E._ vom 12. Januar
2017 zu Recht (auch retrospektiv) von einer uneingeschränkten Arbeitsfä-
higkeit des Beschwerdeführers in der angestammten Tätigkeit als Produk-
tionsmitarbeiter ausgegangen. Damit durfte sie ohne Durchführung eines
Einkommensvergleichs das Vorliegen einer anspruchsbegründenden Inva-
lidität verneinen. Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine ent-
scheidwesentlichen neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu
verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b; 122 V
162 E. 1d). Die angefochtene Verfügung vom 18. Januar 2018 ist damit
nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist unbegründet
und somit abzuweisen.
9.
9.1 Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder
die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem Bundesverwaltungsgericht ist
kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i.V.m. Abs. 2 IVG). Entsprechend dem Aus-
gang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Verfahrenskosten zu
tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 800.– festzusetzen. Der
einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu
verwenden.
10. Weder der unterliegende Beschwerdeführer noch die obsiegende
Vorinstanz haben Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1
VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 3 VGKE).
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