Decision ID: ff375b82-6ee1-4fdc-899f-ed255dfae794
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, 1966
in der
Y._
geboren
und am 23. August 2010 in die Schweiz eingereist
, war vom 26. Oktober 2010 bis am 31. Januar 2011
befristet
als Reinigungsmitarbeitende
zu
einem Pensum von rund 12 Wochenstunden bei der
Z._
AG
angestellt
(Urk. 7/1)
.
Nachdem sie am 27. Dezember 2010 auf die rechte Schulter gestürzt war, meldete sie sich a
m 25. Oktober 2011 unter Hinweis
auf
unfallbedingte
Bewegungs- und Belastungseinschränkungen der rechten Schulter
sowie
Dauerschmerzen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug
von Leistungen an
(Urk. 7/1)
. Die IV-Stelle liess einen Auszug aus dem individuellen Konto
(IK-Auszug, Urk. 7/9) er
stellen
,
holte einen Bericht
der
Z._
AG
ein (Bericht vom 31. Oktober 2011, Urk. 7/7)
und
zog
die Unterl
agen der
Schweizerischen Unfall
versicherungsanstalt (SUVA)
bezüglich des
Unfall
s
vom 27. Dezember 2010 bei (Urk. 7/10
,
Urk. 7/12
,
Urk. 7/17
).
A
m 16. Oktober 2012
erstellte die IV-Stell
e
so
dann
einen Abklärungsbericht hinsichtlich der Beeinträchtigung der Arbeitsfä
higkeit in Ber
uf und Haushalt (Ur
k. 7/23). Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 7/26-30)
wie
s
die IV-Stelle das Leistungsgesuch der Versicher
ten mit Verfügung vom 22. Februar 2013 (Urk. 2)
ab.
2.
X._
, vertreten durch Rechtsanwalt Bernhard
Zollinger
, erhob
hierge
gen
am 2
6
. März 2013 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte die Aufhebung der ange
fochtenen Verfügung und die Zusprech
ung einer ganzen Invalidenrente,
even
tualiter die Rückweisung
der Sache
an die Vorinstanz zur Neuabklärung. In pro
zessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung der un
ent
geltlichen Prozessführung sowie
um Bestellung
eines unentgeltlichen Rechtsbei
standes
(Urk. 1 S.
2). Mit Beschwerdeantwort vom 30. April 2013 (Urk. 6
unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-33
) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abwei
sung der Beschwerde,
was der Beschwerdeführerin am 16. Mai 2013 (Urk. 12) zur Kenntnis gebracht wurde.
Im Übrigen legte d
ie Beschwerdeführerin am 14. Mai 2013 das ausgefüllte Formular zur Abklärung der prozessualen Be
dürftigkeit (Urk.
10
unter Beilage der Belege, Urk. 11/2-21
)
auf
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die
Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung
aus
,
dass
die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden
zu 30 % als
Reini
gungs
mitarbeiterin
und
zu 70 % im
Haushalt
tätig
wäre
.
Im Haushaltsbereich be
stehe gemäss Abklärung eine Einschränkung von 8.5 %, was einen
Teilinvali
ditätsgrad
von 6 %
(8.5 % von 70 %)
ergebe.
Im Erwerbsbereich liege keine
Ein
schränkung
vor, d
a
der Beschwerdeführerin
gemäss medizinischen Abklä
rungen ein 100 %-Pensum
in angepasster Tätigkeit
zumutbar sei und gemäss
Ein
kom
mens
vergleich
keine Erwerbseinbusse resultiere.
Insgesamt bestehe
daher
ein
In
validitätsgrad
von 6 %, weshalb der Rentenanspruch der Beschwerdefüh
rerin zu verneinen sei
(Urk. 2).
1.2
Die Beschwerdeführerin brachte vor,
sie könne
aufgrund der gesundheitlich be
dingten Einschränkungen (häufige Rotationsbewegungen der rechten Schulter, Ersteigen von Leitern und Gerüsten, Tätigkeiten rechts über Brusthöhe) nicht mehr als Reinigungsangestellte
arbeiten. Entgegen der Ansicht der
Beschwerde
gegnerin
sei sie auch in adaptierter Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. Des Wei
teren bemängelte die Beschwerdeführerin
den von der Beschwerdegegnerin vor
genommenen Einkommensvergleich. Es
sei keine Parallelisierung
vorge
nommen
und
ke
in Leidensabzug gewährt worden, obwohl
sie ausländischer Herkunft sei,
schlechte
Deutschkenntnisse besitze und lediglich zu einem Pen
sum von 30 % arbeiten könne (Urk. 1/3-5).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erw
erbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann
Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
des
gesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
2.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG
) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent An
spruch auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
2.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander ge
gen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Inva
lidi
tätsgrad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Um
stände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu ver
gleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt
in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Viel
mehr
kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entspre
chend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der
Prozentdif
ferenz
der Invaliditätsgrad ergibt (sogenannter Prozentvergleich; BGE 114 V 310 E. 3a S.
313; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Ju
li 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis).
2.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das
heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
gemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das
So
zialversicherungsgericht
alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
ba
ren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches ge
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Be
rich
ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wür
di
gen
und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Be
urteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folge
rung
en begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
3.
3.1
Gemäss Austrittsbericht der
Klinik A._
, in der die Beschwerdeführerin
vom 8. September bis am 20. Oktober 2011
weilte
(
Bericht vom 3. November 2011,
Urk. 7/
12
/2-9
)
,
rutschte
L
etztere
am 27. Dezember 2010 auf Glatteis aus u
nd verletzte sich
an der
Schulter.
Im
Arthro
-MRI der rechten Schulter anfangs Januar 2011 sei
en
eine komplette Ruptur der Sehnen des
Supr
aspinatus
und des
Infraspinatus
,
eine Ruptur der oberen Hälfte des
Subscapularis
sowie
eine
Parti
alruptur
der langen
Bizepssehne
festgestellt worden
. Am 17. Januar 2011 sei
en
in der Folge
eine
arthroskopische
Tenotomie Bizeps
longus
, eine offene
Teno
dese
Bizeps
longus
, eine
Refixation
der
Rotatorenmanschette
, eine
Akromio
plastik
sowie eine ACG-Resektion durchgeführt worden.
Während des Aufent
haltes
in der
A._
sei
sodann
zur Ergänzung und Aktualisierung der Diagnostik am
15. September 2011
ein
Arthro
-
MRI
der rechten Schulter
an
ge
fertigt
worden.
Es sei
en
eine
postoperative Veränderung mit entsprechenden Arte
fakten
sichtbar
und
nur einzelne dünne Fasern der
Supraspinatussehne
ab
grenzbar
gewesen
bei weiterhin ausgedehntem Defekt. Auch die
Subskapula
rissehne
und
Infraspinatussehnen
sei
e
n weiterhin nur partiell abgrenzbar
ge
we
sen.
Im Austrittsbericht wurde
n
ausserdem eine
Schultereckgelenksarthrose
, eine
subakromiale
Enge, eine Hypothyre
ose (Status nach
Schilddrüsenopera
tion
),
eine Anämie
sowie -
aufgrund eines in der
A._
durchgeführten psycho
somatischen Konsiliums -
eine leichte depressive Episode
(ICD-10 F32.0)
diag
nostiziert
(Urk. 7/1
2
/2)
.
Beim Austritt aus der Klinik
bestanden gemäss Be
richt
folgende
Probleme
: Schmerzen in der rechten Schulter mit Ausstrahlung in den
Nacken, Bewegungseinschränkungen der rechten Schulter, Schlafstörung, Nervo
si
tät und innerer
Unruhe (Urk. 7/12/2).
Die behandelnden Ärzte
befanden,
eine Tätigkeit als Reinigungskraft
sei
auf
grund der
Schulterbelastung
und dem Ersteigen von Leitern
nicht mehr mög
lich. E
ine leichte Arbeit
sei hingegen ganztags zumutbar
, wobei
h
äufige Rotati
onsbewegungen der rechten Schulter, das Ersteigen von Leitern und Gerüsten sowie Tätigkeiten rechts über Brusthöhe
zu unterlassen seien
(Urk. 7/1
2
/3
).
Mit Verweis auf das psychosomatische Konsilium wurde
ausserdem
festgehalten, die psychische Störung begründe eine leichte arbeitsrelevante Leistungsminderung (Urk. 7/12/3).
3.2
Gemäss Bericht
(Urk. 7/17)
von
SUVA-
Kreisarzt
Dr. med.
B._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, der
am 18. April 2012 die kreisärztliche Untersuchung durchführte, klagte die Beschwerdeführe
rin über unveränderte Beschwerden gegenüber dem Austri
tt aus der
A._
(Schmerzen im Bereich der rechten Schulter mit Ausstrahlung in Na
cken und Oberarm, Einschränkung beim Anheben des rechten Armes, Kraftlo
sigkeit für längere Tätigkeiten über den Kopf). Die psychische Situation habe sie als positiv beurteilt (Urk. 7/17/9).
Dr.
B._
erklärte, die insuffiziente
Rotato
renmanschette
habe anlässlich der klini
schen Untersuchung erstaunlich wenig imponiert. Dank der Hilfsmuskulatur sei eine ordentliche Funktion möglich und der Arm könne sowohl seitlich als auch nach vorne deutlich über die Horizon
tale angehoben werden. Die Muskulatur am dominanten rechten Arm zeige sich kaum
hypotroph
, was einen weitgehend normalen Einsatz der dominanten obe
ren Extremität im täglichen Leben belege. Sodann gelte eine
Faustschluss
kraft
von
lediglich 6 kg bei normaler Innervation und normaler
Muskulierung
als klarer Beweis für ein
dysfunktionelles
Verhal
ten, insbesondere
wenn der rechte Arm bezüglich Gestik lebhaft bewegt sowie normal eingesetzt werde und sich überdies ein kräftiger Händedruck bei der Verabschiedung ergeben habe (
Urk.
7/17/9). Das von den Ärzten der
A._
erstellte
Zumutbar
keitsprofil
bestätigend
erachtete Dr.
B._
e
ine leichte Tätigkeit
ohne häufige
Rotationsbewegungen der rechten Schulter und ohne Tätigkeiten mit der rech
ten
Hand über Brusthöhe
ganztags
als
zumutbar
.
Als u
ngünstig
beurteilte
er
Tätig
keiten in der Höhe mit Absturzgefahr, weil sich die Versicherte dabei nicht fest
halten könne
,
oder Tätigkeiten, welche zu starken Schlägen oder Erschütte
rungen
der rechten oberen Extremität führten. Eine geeignete Tätigkeit könne vollzeitig
geleistet werden (Urk. 7/17/10).
Aus dem Bericht von
Dr.
B._
ergibt sich
im
Übrigen
,
dass
die Beschwerdeführerin an einer – umfallfremden
–
Pangon
arthro
se
beidseits leidet
(Urk. 7/17/8).
3.3
In der Stellungnahme vom 4. Mai 2012 (Urk. 7/25/3-4) attestierte
Dr. med.
C._
, Allgemeine Innere Medizin FMH,
D._
, der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsfähigkeit in angepasster
Tätigkeit.
Angepasst seien leichte und sehr leichte Tätigkeiten ohne häufige Ro
ta
tionsbewegungen der rechten Schulter, jedoch keine Tätigkeiten mit der rechten Hand über Brusthöhe oder solche mit Absturzgefahr. Tätigkeiten mit Schlägen oder Erschütterungen der rechten oberen Extremitäten seien ebenfalls nicht
geeignet. Aufgrund der
beidseitigen
Gonarthrosen
sei eine zukünftige Ein
schrän
kung im Profil zu erwarten. S
chwere und mittelschwere
kniebelas
tende
Tätig
keiten, lange Gehstrecken, Gehen in unebenem Gelände sowie
Knie
zwangs
hal
tungen
seien
nicht mehr dauerhaft geeignet. Eine leichte Tätigkeit, sitzend oder wechselnd stehend-sitzend könne als geeignet beurteilt werden.
3.
4
Im Haushaltsbericht vom 16. Oktober 2012 (Ur. 7/23)
notierte
die
Abklärungs
person
, die Beschwerdeführerin habe ihr gegenüber
angegeben
,
dass sie bei gu
ter Gesundheit
aus finanzieller Notwendigkeit
mit
einem Pensum von 100 % ar
beiten würde.
Der 14-jährige Sohn sei über Mittag
betreut. E
r gehe
oftmals
in eine nahe gelegene Moschee
, wo er das
Mittagessen
einnehme
.
Sie habe
in der Ver
gangenheit
lediglich in einem kleinen Pensum
gearbeitet
, da sie keine wei
tere Stelle gefunden habe. Ihr Ehemann hätte bei diversen Firmen mündlich an
gefragt, jedoch
durchgehend Absagen erhalten, weil sie zu wenig gut Deutsch
spreche
(Urk. 7/23/2-3). Im Weiteren
stellte
die Abklärungsperson
anlässlich der
Haushaltsabklärung unter Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin geklagten Gesundheitsbeeinträchtigungen sowie der Familien- und
Wohnver
hältnisse
eine Einschränkung von 8.5 % im Haushaltsbereich fest (Urk. 7/23).
4.
4.1
Zwischen den Parteien ist
insbesondere
umstritten, in welchem Pensum die Be
schwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden erwerbstätig wäre.
Während die
Be
schwerdegegnerin
in ihrer Verfügung die Beschwerdeführerin als zu 30 % Er
werbs
tätige und zu 70 % im Haushalt Tätige qualifizierte (E. 1.1),
erklärte die Be
schwerdeführerin, dass sie ohne gesundheitliche Behinderung zu einem Pen
sum von 100 % erwerbstätig
wäre
(E. 3.4). Die
Frage der
Qualifikation kann
vorliegend
offen bleiben, denn selbst
wenn man mit der
Beschwerdeführerin
von
einer
100 % Erwerbstätigkeit
ausginge,
resultierte ke
in rentenbegründender
Inva
liditätsgrad
,
wie
sich aus dem Nachfolgenden ergibt
.
4.2
Sowohl gemäss dem Austrittsbericht der
A._
(E. 3.1) wie auch nach Einsch
ätzung der
Dres
.
B._
(E. 3.2) und
C._
(E. 3.3) ist der Be
schwerdeführerin eine angepasste leichte Tätigkeit zu einem Pensum von 100 % zumutbar. Der Bericht der
A._
wie auch der Bericht von Dr.
B._
vermögen
hinsichtlich der Schulterbeschwerden vollumfänglich zu überzeugen. Bei beiden wurden
eigene
Abklärungen getroffen, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und die Einschätzungen in nachvollziehbarer Weise und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
begründet (E. 2.
4
).
Dass sodann
Dr.
C._
vom
D._
die
Gonarthrosen
im Rahmen einer Einschränkung des Zumutbarkeitsprofils berücksichtigte
(E. 3.3)
, ist nicht zu beanstanden.
Der we
der substantiierte noch begründete Einwand der Beschwerdeführerin, auch eine dergestalt angepasste Tätigkeit sei ihr nicht zumutbar (E. 1.2), entbehrt jeder Grundlage und vermag damit die vorgenannten Einschätzungen der Ärzte nicht in Frage zu stellen.
Was d
en
psychischen
Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin
betrifft, wurde im Austrittsbericht der
A._
eine lei
chte depressive Episode (ICD-10
F32.0) diagnostiziert
und erklärt, diese begründe eine leichte arbeitsrelevante Leistungsminderung
(E. 3.1)
.
Bei einer leichten depressiv
en Episode (ICD-10
F32.0) handelt es sich
definiti
ons
gemäss
um ein vorübergehendes Leiden, indem solche Episoden im Mittel
etwa sechs Monate, selten länger als ein Jahr dauern. Länger dauernde Störun
gen
sind unter F33 (rezidivierende depressive Störung) oder F34 (anhaltende affek
tive Störung) zu subsumieren (Urteil des Bundesgerichts I 510/06
vom 26. Januar
2007,
E
. 6.3
,
mit Hinweis auf
Dilling
/
Mom-bour
/Schmidt, Hrsg.,
Inter
nationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10,
7
. Aufl., Bern 20
10
, S. 14
9
ff.
; Ur
teil
8C_80/2011 vom 14. Juni 2011, E. 6.3.2
).
Mithin ist e
ine leichte depressive Episode grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Inva
lidität (Art. 4
Abs.
2 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG) zu begründen, zumal bei einem derartigen Gesundheitsschaden in der Regel davon auszugehen ist, dass die ver
sicherte Person die daraus resultierenden Einschränkungen der Er
werbsfähigkeit bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungs
fähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte (Urteil des Bundesgerichts
9C_6/2007
vom 22. Juni 2007,
E
. 4.1.2).
Vorliegend bestehen keine Anhaltspunkte, dass die leichte de
pressive Episode oder ihre Folgen mit
zumutbarer
Willensanstrengung nicht überwindbar wären.
Somit ist der Regelfall der zumutbaren
Überwindbar
keit
ge
geben, so dass die aufgrund der diagnostizierten leichten depressiven Episode
atte
stierte leichte arbeitsrelevante Leis
tu
ngsminderung
(E. 3.1)
im
versi
cherungs
rechtlichen
Rahmen ausser Betracht
zu bleiben ha
t.
Zusammenfassend
ist
somit
davon
auszugehen
, dass die Beschwerdeführerin in angepasster Tätigkeit
sowohl aus psychiatrischer als auch somatischer Sicht
zu 100 % arbeitsfähig ist.
4.3
4.3.1
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades bei Erwerbstätigen sind grundsätzlich das hypothetisch erzielbare Validen- und Invalideneinkommen zu ermitt
eln (E. 2.3
). Als hypothetisches
Valideneinkommen
gilt das Einkommen, das die ver
sicherte Person unter Berücksichtigung der gesamten Umstände überwiegend wahrscheinlich erzielen würde, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
BGE
129 V 222 E. 4.3.1). Die Beschwerdeführerin hat keine abgeschlossene
Berufsausbil
dung
und war in der
Y._
nicht erwerbstätig (Urk. 7/11/6 und 7/23/3). In der Schweiz arbeitete sie sodann für lediglich zwei Monate zu einem Pensum von 30 % in einer Reinigungsfirma (
befristete Anstellung,
Sachverhalt E. 1). Bei dieser Sachlage kann
– mangels angestammter Tätigkeit -
zur B
estimmung des
Valideneinkommens
nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen als
Teilzeitreini
gungs
mitarbeitende
abgestellt werden, sondern es sind
die Tabellenlöhne ge
mäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstruk
turerhebungen
(LSE)
heran
zuziehen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_595/2010 vom 14. Oktober 2010, E 3.3.3)
. In Anbetracht der Tatsache, dass die Beschwer
de
führerin keine Ausbildung vorweist und in der
Y._
nicht erwerbstätig war, ist auf die Werte gemäss Anforderungsstufe 4 (einfache und repetitive Tätigkei
ten) abzustellen.
4.3.2
Aufgrund der medizinischen Beurteilung (E. 3.1-3.4)
und unter Berücksichti
gung ihres
beruflichen
Werdegangs
(keine Ausbildung, keine Berufserfahrung) ist zur Festlegung des Invalideneinkommens ebenfalls auf den Tabellenlohn für einfache und repetitive Tätigkeiten abzustellen. Da demnach sowohl zur Be
stimmung des Invaliden
-
wie
auch des
Valideneinkommens
dieselben
Tabellen
werte
heran
zuziehen sind,
wird
ein zahlenmässiger Einkommensvergleich
hin
fällig
. Ebenso erübrigt sich - wie
von der Beschwerdeführerin
eingewendet (E. 1.2) – eine Parallelisierung
, da sowohl zur Bestimmung des
Valideneinkom
mens
als auch des Invalideneinkommens ein statistischer Wert herangezogen
wird
(Urteil des Bundesgerichts 9C_595/2010 vom 14. Oktober 2010, E
.
3.3.3).
4.
3.3
Was den von der Beschwerdeführerin (E. 1.2) geltend gemachte
n
Leidensabzug betrifft, mit dem die auf der Basis von statistischen Durchschnittswerte
n
be
rechneten Invalideneinkommen unter gewissen Bedingungen gekürzt werden, so ist zu beachten, dass dieser gemäss höchstrichterlichen Rechtsprechung auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen ist (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Die Festlegung der Höhe des Leidensabzuges kann
i
m vorliegenden Ver
fahren offen bleiben, führte doch eine Kürzung des Invalideneinkommens selbst
bei Annahme des maximalen Abzuges lediglich zu einem
rentenausschliessen
den
Invaliditätsgrad von 25 % (Anwendung des Prozentvergleichs
[E. 2.3]
:
Va
liden
einkommen
100 %, Invalideneinkommen 75 %).
4.3.4
Zusammenfassend ist somit
- selbst
bei
der Hypothese, die Beschwerdeführerin wäre bei guter Gesundheit voll
umfänglich erwerbstätig (vgl. E. 4.1) -
kein
ren
ten
begründender
Invaliditätsgrad gegeben, was zur Verneinung eines Renten
anspruches führt.
4.4
Bei dieser Sach- und Rechtslage kann offen bleiben, ob die Beschwerdeführerin
– in Anbetracht ihrer erstmaligen
Wohnsitznahme
in der Schweiz am 23. August
2010 (Sachverhalt E. 1) -
überhaupt die versicherungsrechtlichen Vorausset
zung
en für den Bezug einer Rente
erfüllen würde
.
5.
5.1
Da vorliegend die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen
Prozess
führung
und zur unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung
gemäss
§
16
Abs.
1 und 2
de
s Gesetzes über das Sozialversi
cherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt sind (Urk. 10 und 11/2-21), ist der Beschwerdeführerin -
antragsgemäss (Urk. 1 S.
2) - die un
entgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche
Rechtsverbei
ständung
in der Person von Rechtsanwalt
Bernhard
Zollinger
zu gewähren
.
5.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Gewährung der un
entgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen a
uf die Gerichtskasse zu neh
men.
5.3
Mit Honorarnote vom
24. September 2013
(Urk.
14
) machte
Rechtsanwalt
Zollinger
einen Aufwand von
6.5
Stunden
sowie
Barauslagen in Höhe von
Fr.
75.
--
und insgesamt F
r
. 1‘485.-- (inkl.
MWSt
) geltend, was knapp als ange
messen erscheint.
Rechtsanwalt Bernhard
Zollinger
ist daher
mit einem Betrag von
Fr.
1‘485.
-- (inkl. Barauslagen und
MWSt.
)
aus der Gerichtskasse zu ent
schädigen
.
Die Beschwerdeführerin ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur
Nachzahlung der Ge
richtskosten sowie der Entschädigung an Rechtsanwalt
Zollinger
verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.