Decision ID: 3101fc6c-c7d1-42f6-b68e-e30e81f57dae
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
betreffend Ehescheidung (Abänderung vorsorgliche Massnahmen)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen  am Bezirksgericht Zürich, 2. Abteilung, vom 20. März 2015 (FE090716-L)
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Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich vom 20. März 2015 (Urk. 2):
"1. Der Gesuchsteller ist berechtigt, das Kind D._ während einem  Wochenende pro Monat - auf Wunsch jeweils bereits ab Freitag Abend - sowie über das kommende Pfingstwochenende - auf Wunsch bereits ab Freitag Abend - bis zum 25. Mai 2015 auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Der Gesuchsteller ist darüber hinaus berechtigt, das Kind D._ vom 4. April bis zum 12. April 2015, wobei der Besuchskontakt von D._ mit der Gesuchstellerin vom 7. April 2015 vorbehalten bleibt und , sowie vom 4. Juli bis zum 26. Juli 2015 auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen.
Die E._ wird gebeten, Modalitäten, Organisation und Durchführung des Besuchskontaktes der Gesuchstellerin und D._s vom 7. April 2015 in Absprache mit beiden Parteien festzulegen.
2. Die Beiständin wird bezüglich der Besuchskontakte gemäss Ziffer 1. der Verfügung mit der Aufgabe betraut, den Gesuchsteller bei der  seiner Besuchskontakte zu unterstützen und diese  zu überwachen.
Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Zürich wird , der Beiständin die entsprechende Aufgabe zu übertragen.
3. Der Gesuchsteller wird aufgefordert, seine Besuchskontakte mit der E._ beziehungsweise der Pflegefamilie von D._ zu , und die E._ wird gebeten, mit D._ soweit nötig die Ferien beim Gesuchsteller vor- beziehungsweise nachzubesprechen.
4. Das Begehren der Gesuchstellerin um Erweiterung ihrer  zum Kind D._ wird abgewiesen.
5. Über das Begehren der Gesuchstellerin um Erweiterung ihrer  zu C._ wird in einem späteren Zeitpunkt entschieden.
6. Die Beiständin von C._ wird gebeten, dem Gericht baldmöglichst Bericht über den Verlauf der Besuchskontakte zwischen C._ und ihren Eltern zu erstatten.
7. [Schriftliche Mitteilung].
8. [Rechtsmittelbelehrung]."
Berufungsantrag:
der Berufungsklägerin (sinngemäss; Urk. 1):
Der Berufungsklägerin und ihrem Sohn D._ sei ein erweitertes Besuchsrecht : Sie sei berechtigt zu erklären, den Sohn D._ unbegleitet und ein  im Monat bei seiner Schwester Frau F._ zu besuchen.
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Considerations:
Erwägungen:
1. a) Die Parteien stehen seit Juni 2009 vor Vorinstanz in einem
Scheidungsverfahren. Beide Parteien beantragten mit Eingaben vom 28. Januar
2015 bzw. 26. Februar 2015 die Erweiterung des Besuchsrechts zu ihren Gunsten
(Urk. 748 und Urk. 763). Die Vorinstanz erliess am 20. März 2015 die eingangs
wiedergegebene Verfügung betreffend Abänderung vorsorglicher Massnahmen
(Urk. 2).
b) Dagegen erhob die im vorinstanzlichen Verfahren von Rechtsan-
wältin lic. iur. Z._ vertretene Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (fortan
Gesuchstellerin) mit Eingabe vom 2. April 2015, eingegangen am 7. April 2015,
persönlich Berufung mit dem eingangs aufgeführten Antrag (Urk. 1).
2. a) Das Scheidungsverfahren der Parteien ist seit Mitte 2009 hängig,
weshalb diesbezüglich weiterhin das kantonale Prozessrecht zur Anwendung ge-
langt (Art. 404 Abs. 1 ZPO). Hinsichtlich des zulässigen Rechtsmittels und im
Rahmen des Rechtsmittelverfahrens kommt dagegen die Schweizerische Zivil-
prozessordnung, welche am 1. Januar 2011 in Kraft getreten ist, zur Anwendung
(Art. 405 Abs. 1 ZPO). Für eine inhaltliche Überprüfung der Verfügung vom
20. März 2015 ist indes das (alte) kantonale Zivilprozessrecht (ZPO/ZH und
GVG/ZH) massgebend.
b) Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und un-
richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO).
Im Berufungsverfahren können neue Tatsachen nur noch berücksichtigt werden,
wenn diese ohne Verzug vorgebracht wurden und wenn sie trotz zumutbarer
Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317
Abs. 1 ZPO; BGE 138 III 625 E. 2.2).
3. a) Die Vorinstanz wies den Antrag der Gesuchstellerin auf Erweite-
rung des Besuchsrechts betreffend D._ ab. Sie erwog, die Gesuchstellerin
fühle sich ungerecht behandelt bzw. im Vergleich zum Gesuchsteller benachteiligt
(Urk. 2 S. 4). Die aktuell begleiteten Besuchskontakte zwischen D._ und der
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Gesuchstellerin würden teilweise für beide sehr anspruchsvoll verlaufen und die
Gesuchstellerin habe – aus nicht ersichtlichem Grund – die ihr am 23. Dezember
2014 zustehende Telefonzeit offenbar nicht einmal genutzt, obwohl sie zuvor bei
allfälligem Ausfall von Telefonzeiten auf Ersatzdaten bestanden habe. Die beiden
Besuchskontakte zwischen D._ und der Gesuchstellerin im Januar 2015 sei-
en zwar positiv verlaufen, jedoch lasse ihr Verhalten anlässlich des Besuchstreffs
vom 10. Februar 2015 – negative Äusserungen über ihre eigene Situation, an-
fängliche Weigerung, mit der Begleitperson Besuchstermine für den Monat März
abzumachen, wenig Verständnis für Terminschwierigkeiten unter anderem wegen
D._s schulischer Situation – darauf schliessen, dass bei der Gesuchstellerin
ihre eigenen Bedürfnisse und nicht diejenigen D._s im Vordergrund stünden.
Anstatt den Jungen in seiner momentanen Lebenssituation zu stärken, habe sie
einmal mehr mit ihm über ein mögliches Zusammenwohnen gesprochen, obwohl
eine Umplatzierung gerade auch wegen seines erhöhten Bedürfnisses für Stabili-
tät (Schulpsychologischer Bericht des Schulpsychologischen Dienstes ... vom
21. Januar 2015, Urk. 759) aktuell nicht dem Kindeswohl entspreche (Urk. 2 S. 5).
b) Als Grund für das Nichteinhalten des Telefontermins vom
23. Dezember 2014 bringt die Gesuchstellerin im Berufungsverfahren vor, sie ha-
be von Oktober 2014 bis am 8. Dezember 2014 ihren Lungentumor mit Chemo-
therapie und Bestrahlung behandeln lassen (Urk. 1 S.1). Damit liefert sie eine
(nachträgliche) Erklärung für die nicht genutzte Telefonzeit mit D._ am 23.
Dezember 2014, übersieht jedoch, dass dieser von ihrer Seite ungenutzt geblie-
bene Telefontermin zwei Wochen nach ihrer Behandlung stattfand und nicht allein
ausschlaggebend für die Abweisung ihres Gesuchs um Abänderung des Be-
suchsrechts im Rahmen von vorsorglichen Massnahmen war. Ohne sich mit den
Erwägungen der Vorinstanz auseinanderzusetzen, erschöpfen sich ihre Vorbrin-
gen in pauschalen Beanstandungen: So macht sie geltend, sie habe sich stets
bemüht, alle Forderungen, welche an sie gestellt worden seien, zu erfüllen. Sie
habe allen medizinischen und therapeutischen Terminen Folge geleistet. Unent-
wegt begegne man ihr aber mit Unmut und Abneigung, ohne Rücksichtnahme auf
ihre medizinische Situation. Man habe etwas gesucht, um sie zu verurteilen oder
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schlecht dastehen zu lassen (Urk. 1 S. 1). Inwiefern dies tatsächlich zutrifft, wird
von ihr indes nicht in konkreter Weise vorgebracht.
c) Was das Vorbringen der Gesuchstellerin hinsichtlich der Herbstfe-
rien 2014 von D._ anbelangt, ist sie darauf hinzuweisen, dass diese Ferien
bereits stattgefunden haben und im angefochtenen Entscheid nicht thematisiert
werden. Vor diesem Hintergrund erübrigt es sich, auf ihren Einwand, es sei ihr
während ihrer Therapiezeit nicht möglich gewesen, eine Eingabe dazu einzu-
reichen (Urk. 1 S. 1), einzugehen.
d) Mit ihrer Rüge, es sei keine Stellungnahme zu den Besuchsbe-
richten möglich gewesen bzw. ihre Anwältin habe dies immer verhindert (Urk. 1
S. 1), will die Gesuchstellerin wohl sinngemäss geltend machen, dass Rechtsan-
wältin lic. iur. Z._ ihre Interessen ungenügend wahrnimmt. Wie bereits im Ur-
teil der Kammer vom 3. Februar 2015 erwogen (Urk. 749 S. 5), ergeben sich aus
den Akten keinerlei Hinweise darauf, dass Rechtsanwältin lic. iur. Z._ die In-
teressen der Gesuchstellerin ungenügend wahrnehmen würde.
4. Vor diesem Hintergrund erweist sich die Berufung als offensicht-
lich unbegründet, weshalb auf das Einholen einer Berufungsantwort des Gesuch-
stellers und Berufungsbeklagten (fortan Gesuchsteller) verzichtet werden kann
(Art. 312 Abs. 1 ZPO). Die Berufung ist abzuweisen.
5. a) Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwen-
dung von § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG in Verbindung mit § 5 Abs. 1 GebV OG auf
Fr. 1'200.– festzusetzen. Die Gerichtskosten sind ausgangsgemäss der Gesuch-
stellerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Sie stellte für das Berufungsverfah-
ren kein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Dieses hätte
im Lichte der vorstehenden Erwägungen zufolge Aussichtslosigkeit der Berufung
abgewiesen werden müssen (Art. 117 lit. b ZPO).
b) Dem Gesuchsteller ist mangels relevanter Umtriebe im Beru-
fungsverfahren keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 95 Abs. 3
ZPO).
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