Decision ID: f69ffbc7-64fe-470b-807b-eb5e8196ae25
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1960, meldete sich am 4. August 2008 unter Hinweis auf die Folgen eines Sturzes sowie Rückenbeschwerden bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3 Ziff. 6.2 und 6.5). Die Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/19, Urk. 7/21) mit Verfügung vom 8. September 2009 einen Rentenanspruch (Urk. 7/29), erteilte jedoch am 30. November 2009 Kostengutsprache für eine Ausbildung bis zum Bürofachdiplom (Urk. 7/37) so
wie am 9. März 2011 für ein zusätzliches Lerncoaching (Urk. 7/54) beziehungs
weise Stützkurse in Deutsch (Urk. 7/55). Nachdem die Versicherte die Ab
schlussprüfungen nicht bestanden hatte (vgl. Urk. 7/63), erteilte die IV-Stelle am 28. Juli 2011 Kostengutsprache für die Wiederholung des zweiten Semesters (Urk. 7/67). Nach Abbruch der beruflichen Massnahmen am 2. November 2011 stellte die IV-Stelle eine Rentenprüfung in Aussicht (Urk. 7/82).
1.2
In der Folge tätigte die IV-Stelle medizinische Abklärungen (Urk. 7/83, Urk. 7
/89, Urk. 7/97) und veranlasste eine polydisziplinäre Begutachtung der Versicherten
(Urk. 7/104 = Urk. 7/107). Nach durchgeführtem Vorbescheidver
fahren
(Urk. 7/112)
sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom 8. August 2013 eine
ganze Rente ab 1. November 2011 zu (Urk. 7/120). Kurz zuvor, am 4. August 2013, hatte sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug angemeldet (Urk. 7/116).
1.3
Im Rahmen des im März 2014 eingeleiteten amtlichen Rentenrevisionsver
fahrens (Urk. 7/123) tätigte die IV-Stelle erneut medizinische Abklärungen (Urk. 7/126-128, Urk. 7/137, Urk. 7/143, Urk. 7/147, Urk. 7/149) und stellte nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/153, Urk. 7/155, Urk. 7/159, Urk. 7/162) mit Verfügung vom 18. Dezember 2015 die bisher ausgerichtete Rente ein (Urk. 7/166 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 18. Dezember 2015 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 28. Januar 2016 Beschwerde und beantragte die Weiterausrichtung der bisheri
gen ganzen Rente (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 10. März 2016 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwer
deführerin am 24. März 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 8). Mit Verfügung vom 25. April 2016 wurden die Suva Versicherungsleistungen, die Swiss Life sowie die Basler Leben AG zum Prozess beigeladen (Urk. 9). Mit Schreiben vom 28. April 2016 beziehungsweise 16. August 2016 verzichteten die Swiss Life sowie die Suva ausdrücklich auf eine Stellungnahme (Urk. 11, Urk. 15), wohin
gegen die Basler Leben AG mit Schreiben vom 29. April 2016 mitteilte, die Versicherte sei nicht im Rahmen einer beruflichen, sondern einer privaten Vor
sorge versichert (Urk. 12). Dies wurde den Prozessbeteiligten am 26. August 2016 mitgeteilt (Urk. 16).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Verwaltung hat die massgeblichen Gesetzesbestimmungen über die Voraus
setzungen für den Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 28 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG), die Bemessung der Invalidität aufgrund eines Einkommensvergleiches (Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) sowie die Voraussetz
ungen zur Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente (Art. 88a Abs. 1 und Art. 88
bis
Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV, sowie Art. 31 Abs. 1 IVG) zutreffend dargelegt, weshalb mit nachstehenden Ergänzungen darauf verwiesen werden kann.
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im
Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lun
g einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbe
messung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.3
Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell rechts
kräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeu
tung ist. Die Wiedererwägung dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdi
gung des Sachverhalts (Urteile des Bundesgerichts 9C_215/2015 vom 10. Juni 2015 E. 2 und 9C_135/2014 vom 14. Mai 2014 E. 3, je mit Hinweisen).
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprache aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener Rechts
regeln erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig an
gewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung not
wen
digerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher Anspruchsvoraussetzungen (Invaliditäts
be
messung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung, Beweiswürdigung, Zumutbarkeits
fragen
) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräf
tigen Leistungszusprechung darbot, als vertretbar, scheidet die An
nahme zwei
felloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünfti
ger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - denkbar (Ur
teile des Bundesgerichts 9C_215/2015 vom 10. Juni 2015 E. 2 und 9C_135 2014 vom 14. Mai 2014 E. 3, je mit Hinweisen).
Um wiedererwägungsweise auf eine verfügte Leistung zurückkommen zu kön
nen, genügt es nicht, wenn ein einzelnes Anspruchselement rechtswidrig fest
gelegt wurde. Vielmehr hat sich die Leistungszusprache auch im Ergebnis als offensichtlich unrichtig zu erweisen. So muss etwa, damit eine zugesprochene Rente wegen einer unkorrekten Invaliditätsbemessung wiedererwägungsweise aufgehoben werden kann - nach damaliger Sach- und Rechtslage - erstellt sein, dass eine korrekte Invaliditätsbemessung hinsichtlich des Leistungsanspruchs zu einem anderen Ergebnis geführt hätte (BGE 140 V 79 f. E. 3.1).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b.cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Bei der ursprünglichen Rentenzusprache im August 2013 ging die Beschwerde
gegnerin insbesondere gestützt auf das Y._-Gutachten vom 8. November 2012 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten auf dem freien
Arbeitsmarkt aus und sprach der Beschwerdeführerin dementsprechend eine ganze
Rente zu (vgl. Verfügungsteil 2, Urk. 7/114; Feststellungsblatt Urk. 7/109
).
Die Aufhebung der Rente begründete die Beschwerdegegnerin in der ange
foch
te
nen Verfügung vom 18. Dezember 2015 sodann damit, dass sich der Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin insgesamt verbessert habe. Die vorhan
de
nen gesundheitlichen Einschränkungen seien gemäss geltender Rechtsprechung neu als überwindbar zu beurteilen. Mit einer zumutbaren Wil
lensanstrengung könne die angestammte Tätigkeit wieder zu 100 % ausgeübt werden. Somit sei kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesund
heitsschaden ausgewie
sen und es bestehe kein Rentenanspruch mehr (Urk. 2 S. 2). Die aktuelle psy
chiatrische Abklärung durch Dr. med. Z._ habe ergeben, dass sich sowohl die Befunde als auch die Diagnosen verbessert hätten (S. 2).
Im Rahmen der Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin weiter aus, im Zeitpunkt der Rentenzusprache habe wegen der persistierenden psychischen Labilität lediglich von einer Tätigkeit im geschützten Rahmen ausgegangen werden können, die Prognose sei dabei explizit als günstig bezeichnet worden. Der behandelnde Psychiater gehe in seinem Bericht vom 10. April 2014 von einem verbesserten Gesundheitszustand aus und habe eine Arbeitsfähigkeit von 20-30 % attestiert. Es müsse daher zumindest von einer dahingehenden Stabili
sierung des Gesundheitszustandes ausgegangen werden, dass nun eine auf dem ersten Arbeitsmarkt verwertbare Arbeitsfähigkeit vorliege. Weiter sei darauf hinzuweisen, dass die bisherige Rentenzusprache unter Berücksichtigung der substituierten Begründung eines in psychischer Hinsicht von Beginn weg nicht invalidisierenden Gesundheitsschadens wiedererwägungsweise für die Zukunft aufzuheben gewesen wäre (Urk. 6 S. 2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, der ursprüngliche posi
tive Leistungsentscheid könne nicht als zweifellos falsch bezeichnet werden. Aus dem Y._-Gutachten gehe in nachvollziehbarer Weise hervor, dass sie auf
grund ihrer psychischen Labilität im Rahmen der depressiven Störung nur im geschützten Rahmen arbeitsfähig sei und es ihr nicht möglich sei, ihre psychi
schen Beeinträchtigungen willentlich zu überwinden und arbeiten zu gehen. Es liege zudem nicht bloss eine depressive Episode, sondern eine rezidivierende
depressive Störung vor, von welcher nicht von Vornherein gesagt werden könne
, sie wirke nicht invalidisierend. Ein Wiedererwägungsgrund liege damit nicht vor (Urk. 1 S. 8). Ein Vergleich der medizinischen Situation im Zeitpunkt der Rentenzusprache mit der aktuellen Situation ergebe, dass sich am psychi
schen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin mit Auswirkung auf die Ar
beits
fähigkeit nichts verändert habe (S. 8 Ziff. 7). Die aktuell von Dr. Z._ erhobenen Befunde würden ohne Weiteres in den früher von diesem sowie den Gutachtern festgestellten Beeinträchtigungen aufgehen. An der psychischen Situation habe sich nichts verändert. Dr. Z._ halte sie nach wie vor für voll
ständig arbeitsunfähig. Zudem sei sie bereits jahrelang in psychotherapeutischer und medikamentöser Behandlung, trotzdem habe sich die Situation nicht ver
bessert (S. 9). Unhaltbar sei der Schluss der Beschwerdegegnerin, wonach sie aufgrund der vorhandenen Ressourcen zu 100 % arbeitsfähig sein solle. Die Beschwerdegegnerin beziehe sich dabei einzig auf den Umstand, dass sie einmal pro Woche in der Ladenkirche F._ beim Kaffeeausschenken helfe und an Spielnachmittagen teilnehme. Dabei lasse die Beschwerdegegnerin die Angaben des behandelnden Psychiaters gänzlich ausser Acht und berücksich
tige auch den Umstand nicht, dass sie sich Mitte des Jahres 2014 bei der Pro Infirmis erfolglos um eine Eingliederung in den zweiten Arbeitsmarkt bemüht habe (S. 10). Hinzu komme, dass sich ihr Gesundheitszustand in physischer Hinsicht verschlechtert habe und im Januar 2014 sowie November 2015 zwei Operationen stattgefunden hätten (S. 11 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach, ob und in welchem Ausmass sich der Gesund
heitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit der Rentenzusprache im Jahre 2013 verändert haben, und damit die Frage, ob die verfügte Aufhebung der Rente rechtens ist.
3.
3.1
Am 24., 29. sowie 30. Mai 2012 wurde die Beschwerdeführerin im Auftrag der Be
schwerdegegnerin durch die Ärzte des
Y._
internistisch, orthopädisch, neuropsychologisch sowie psychiatrisch un
te
r
sucht. In ihrem Gutachten vom 8. November 2012 nannten die Ärzte im Wesent
lichen folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/107 S. 58 Ziff. 6.1):
chronisches lumbales Syndrom
posttraumatische OSG-Arthrose rechts
AC-Gelenksarthrose beidseits rechts mehr als links
beginnende OSG Arthrose links
beginnende Gonarthrose beidseits rechts mehr als links
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode ohne soma
tisches Syndrom (F33.0)
Weiter nannten die Ärzte folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeits
fähig
keit (S. 59 Ziff. 6.2):
anamnestisch Panikstörung (F41.0)
Symptomausweitung und Tendenz zu Schmerzgeneralisierung
metabolisches Syndrom
chronisch venöse Insuffizienz Stadium 1 nach Widmer
Aus somatischer Sicht bestehe seit der Unterschenkelfraktur rechts im Januar 2008 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für die Tätigkeit als Lageristin. Unter Ein
bezug der Einschränkungen seitens der Wirbelsäule und unter Berücksichtigung qualitativer Kriterien hätten für angepasste Tätigkeiten nur temporäre Arbeits
unfähigkeiten bestanden. Eine anhaltende und dauerhafte Arbeitsunfähigkeit sei aus retrospektiver Sicht zu keinem Zeitpunkt ausgewiesen. Seit Januar 2008 bestehe folgendes Belastungsprofil: wechselbelastende, sehr leichte bis leichte Tätigkeiten mit Zusatzbelastungen von seltenem Heben von Gewichten von 5 bis 10 kg, gehend kurzstreckig bis 5 kg, mit Möglichkeit zu wechselnden Körperpositionen ohne rückenergonomisch ungünstige Zwangshaltungen und ohne anhaltend kniende und kauernde Haltungen, ohne Überkopfarbeiten, mit mehr
fachem Gehen von 100 bis 200 m pro Arbeitszeit auf ebenem Boden ohne repe
titives Begehen von Treppen und Leitern seien ganztägig möglich (S. 69 Ziff. 7.5 Mitte).
Der psychiatrische Fachgutachter beschrieb die Beschwerdeführerin als wach, bewusstseinsklar und zu allen Qualitäten orientiert. Im Kontakt sei sie freund
lich und bereitwillig auskunftgebend. Auffallend sei eine monotone wenig modulierte Stimme. Der formale Denkablauf sei unauffällig, es gebe keine Hin
weise für inhaltliche Denkstörungen. Die Aufmerksamkeit könne von der Ver
sicherten die ganze Zeit gehalten werden, es imponierten aber leichte Gedächt
nisstörun
gen. Grob orientierend seien keine Konzentrationsstörungen eruierbar. Keine Hinweise gebe es sodann für Halluzinationen, Wahn oder Ich-Störungen. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei leicht eingeschränkt, ins Depressive verschoben. Die Beschwerdeführerin wirke deprimiert, mit leichten Insuffizienz
ge
fühlen, die Vitalgefühle seien deutlich herabgesetzt. Sie beschreibe Panikat
tacken, Ängste und Zwänge verneine sie. Die Ein- und Durchschlafstörungen seien unter Antidepressiva leicht gebessert. Die Libido sei vorhanden, es be
stünde weder ein sozialer Rückzug noch ein Interesseverlust, allerdings eine leichte Freudlosigkeit (S. 54 f.). Aus psychiatrischer Sicht sei zu erwarten, dass die Beschwerdeführerin auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt schnell wieder de
pressiv dekompensiere, insbesondere gefährdet sei sie durch Stresssituationen, hohe Anforderungen und Leistungsdruck. Die Arbeitsfähigkeit von 50 % auf dem freien Arbeitsmarkt sei zum jetzigen Zeitpunkt daher eher theoretischer Natur, da sie auf dem freien Arbeitsmarkt zurzeit kaum einsetzbar wäre. Emp
fohlen werde zunächst eine angepasste Tätigkeit an einem geschützten Arbeits
platz, wo sie sich zunehmend stabilisieren könne. Unter diesen Voraussetzungen bestehe durchaus eine günstige Prognose, so dass die Beschwerdeführerin in einem bis zwei Jahren wieder auf dem freien Arbeitsmarkt vermittelbar sein werde (S. 70 Mitte).
Zusammengefasst sei die Beschwerdeführerin sowohl in den zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als Lageristin und Etikettiererin als auch in einer dem Leiden opti
mal angepassten Tätigkeit aktuell zu 100 % arbeitsunfähig (S. 73 Ziff. 7.6-7).
3.2
Med. pract. A._, Facharzt für Neurologie, sowie Dr. med. B._, Regionaler Ärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), führten am 19. Dezember 2012 aus, die berufliche Leistungsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Bürofachkraft sei aufgrund der kognitiv-psychischen Überforde
rung überwiegend wahrscheinlich zu 100 % eingeschränkt. Für angepasste Tätigkei
ten unter Berücksichtigung verschiedener Schonkriterien sei aus ortho
pädischer Sicht von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % auszugehen (Urk. 7/109 S. 4 unten). Aus kognitiver Sicht sei ebenfalls von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen. Dabei sei jedoch zu berücksichtigen, dass bei erhöhten mentalen Anstrengungen die Gefahr einer psychischen Dekom
pensation bestehe. Dies zeige die bereits dokumentierte Lern
schwäche in der Kindheit, die abgebrochene Lehre als Konfektions
schnei
derin sowie die aktuell abgebrochene Umschulung zum Bürofachdiplom. Auf
grund der aktuellen psy
chischen Konstitution mit geringen kognitiven Ein
schrän
kungen, jedoch per
sistenter psychischer Labilität in remittierender de
pressiver Störung sei derzeit eine berufliche Tätigkeit in geschütztem Rahmen zu empfehlen. Die maximale Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit im ge
schützten Rahmen betrage derzeit 50 %. Zur Gewährleistung einer anhal
ten
den Stabilisierung solle mit einem re
duzierten Pensum von 20 bis 30 % begon
nen und symptomadaptiert kontinuierlich gesteigert werden. Unter Berücksichtigung dieser Massnahmen sei die Prognose der psychischen Beschwerden günstig. Die körperlichen Ein
schränkungen seien als dauerhaft anzusehen (S. 5).
4.
4.1
Vom 16. bis 22. November 2013 war die Beschwerdeführerin aufgrund anhal
ten
der massiver Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) im C._, Klinik für Unfallchirurgie, hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 18. November 2013 nannten die Ärzte folgende Diagnosen (Urk. 7/127/8):
pseudoradikuläre Symptomatik Bein links
fluktuierende Armschwäche links/sensibles Hemisyndrom seit November 2009
anamnestisch Apoplex/TIA vor zirka acht Jahren
Status nach zweifacher OSG-Fraktur rechts zirka 2007/2008
Gonarthrose rechts
Am 18. November 2013 sei eine Infiltration der Facettengelenke L4/5 und L5/S1 sowie der Iliosakralgelenke beidseits erfolgt, der intra- und postoperative Ver
lauf habe sich komplikationslos gestaltet. Aufgrund der anhaltenden Beschwer
desymptomatik sei die konsiliarische Einbindung des Schmerzdienstes erfolgt. Die Beschwerdeführerin sei in gutem Allgemeinzustand, afebril und mit reizlo
sen Wundverhältnissen entlassen worden (Urk. 7/127/9).
Am 16. Dezember 2013 hielten die Ärzte ergänzend fest, die Beschwerdeführe
rin habe auf die Infiltration nicht suffizient angesprochen. Es müsse daher von einer kompletten Segmentinstabilität L4/5, möglicherweise verstärkt durch eine sagittale Dysbalance, ausgegangen werden. Es werde zunächst Physiotherapie empfohlen, Mitte Januar 2014 erfolge eine Verlaufskontrolle (Urk. 7/127/7).
4.2
Am 21. Januar 2014 wurde im C._ eine perkutane ISG-Fusion links sowie eine endoskopische Rhizotomie mit partieller Facettengelenksresektion L5/S1 beid
seits und ISG links durchgeführt. Im Austrittsbericht vom 24. Januar 2014 (Urk. 7/127/1-3) führten die Ärzte aus, bereits am ersten postoperativen Tag habe die Beschwerdeführerin von einer Schmerzregredienz berichtet, wenn auch noch nicht vollständig. Sie sei ohne neurologische Defizite und mit reizlosen Wundverhältnissen entlassen worden (S. 2).
4.3
In ihrem Bericht vom 18. März 2014 (Urk. 7/137/11-12) nannten die Ärzte des C._ folgende Diagnosen (S. 1):
chronisches Lumbalsyndrom mit symptomatischer, instabiler Facettenge
lenksarthropathie L5/S1 sowie ISG-Arthropathie links
fluktuierende Armschwäche links und sensibles Hemisyndrom seit Novem
ber 2009 unklarer Ätiologie
Gonarthrose rechts
rezidivierende depressive Störungen und Panikstörung
Adipositas
Die Beschwerdeführerin berichte über einen äusserst zufriedenstellenden 6-Wo
chen-Verlauf. Seit zirka eineinhalb Wochen habe die Schmerzmedikation komplett gestoppt werden können, seither bestünden gelegentliche belastungs-ab
hängige Schmerzen ohne wesentliche Ausstrahlung (S. 1).
Am 30. April 2014 hielten die Ärzte weiter fest, die Beschwerdeführerin berichte über einen sehr erfreulichen Verlauf mit nur noch seltenen Schmerzen bei Wetterumschwüngen. Die Gefühlsstörungen hätten sich nahezu komplett regre
dient auf das Niveau von 2010 gezeigt (Urk. 7/137/13).
In ihrem Bericht vom 25. Juni 2014 wiesen die Ärzte ausdrücklich darauf hin, dass eine Aussage über die aktuelle Belastbarkeit respektive Zumutbarkeit von verschiedenen Tätigkeiten nur im Rahmen eines ausführlichen freien Gutach
tens möglich sei (Urk. 7/137/6-8 Ziff. 1.11).
4.4
Die Hausärztin Dr. med. D._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, nannte in ihrem Bericht vom 21. März 2014 im Wesentlichen
fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/126 Ziff. 1.1):
chronisches Lumbalsyndrom, Facettengelenksarthropathie L5/S1, ISG Arthropathie links
Status nach ISG-Fusion links und arthroskopischer Rhizotomie L5/S1 und Ileosakralgelenk (ISG) links am 22. Januar 2014
depressive Störung
Seit dem Jahre 2008 hätten diverse Operationen und Hospitalisationen statt
gefun
den. Nach abgeschlossener Therapie der Unterschenkelfraktur hätten läng
ere Zeit die Depressionen und Panikattacken im Vordergrund gestanden. Seit Ende
des Jahres 2013 seien wieder vermehrte Rückenschmerzen aufgetreten (Ziff. 1.4).
Eventuell wäre eine langsame begleitete Arbeitsintegration mit klei
nem Pensum, keiner stehenden Tätigkeit und keiner Rückenbelastung möglich (Ziff. 1.8).
4.5
Der die Beschwerdeführerin seit dem Jahre 2006 behandelnde Psychiater Dr. med. Z._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in seinem Bericht vom 10. April 2014 folgende Diagnosen (Urk. 7/128 Ziff. 1.1):
Status nach Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (F43.2) und Sui
zidversuch Februar 2006
rezidivierende depressive Episoden (F33.1) seit März 2006
Erschöpfungssyndrom (F48.1) seit August 2011
generalisiertes Schmerzsyndrom
Nachdem die Beschwerdeführerin die Umschulung am 26. Oktober 2011 wegen Erkrankung habe abbrechen müssen, habe sich der Allgemeinzustand nach einer fünfwöchigen Rehabilitation in der Höhenklinik E._ leicht gebessert. Es sei jedoch zu einem sozialen Rückzug und einer Überforderung in alltäglichen Auf
gaben gekommen, so dass ab Januar 2012 die psychiatrische Spitex beigezogen worden sei, welche die Beschwerdeführerin vierzehntäglich begleite. Neben zu
nehmenden Schmerzen und erfolgter Rückenoperation im Januar 2014 sei die Patientin teilweise mittelgradig depressiv und hoffnungslos, träume jedoch mit hohen Erwartungen und Selbstüberschätzung von einer beruflichen Integration. Sie leide unter Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit sowie Hoffnungslosigkeit und sei im Denken verlangsamt. Sie überschätze sich selber und sei in alltäglichen Aufgaben überfordert (Ziff. 1.4). Im Vordergrund der Behandlung stünden stützende Psy
chotherapie und Ermutigung, eine Aufarbeitung und Lernprozesse seien zurzeit kaum möglich (Ziff. 1.5). Seit dem Abbruch der Umschulung sei die Beschwer
deführerin zu 100 % arbeitsunfähig (Ziff. 1.6). In einer behinderungsan
ge
passten Tätigkeit wie einer Arbeit im Bürobereich in geschütztem Rahmen bestehe seit April 2012 eine Arbeitsfähigkeit von einer bis zwei Stunden pro Tag (Ziff. 1.7 und 1.11).
4.6
Am 18. Juni 2014 führte med. pract. A._ aus, der Gesundheitszustand habe sich nicht verbessert (Urk. 7/152 S. 4), und verwies am 18. August 2014 auf die im früheren Gutachten festgestellte 100%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatri
schen Gründen. Damals sei aufgrund der Gesamtsituation mit labiler psychi
scher Situation eine Tätigkeit im geschützten Rahmen mit einem aus orthopä
discher Sicht zu berücksichtigenden positiven Leistungsbild empfohlen worden. Im Januar 2014 sei eine ISG-Arthrodese links erfolgt, welche bezüglich der Arbeitsunfähigkeit keine erkennbaren Veränderungen ergebe. Bezüglich der psy
chischen Situation müsse jedoch ein fachpsychiatrischer Bericht mit Stellung
nahme zur Arbeitsfähigkeit eingeholt werden (S. 5).
4.7
Mit Schreiben vom 2. März 2015 teilte Dr. Z._ mit, die Beschwerdeführerin habe sich auf eigenen Wunsch Mitte des Jahres 2014 bei der Pro Infirmis um
eine Eingliederung in den zweiten Arbeitsmarkt bemüht und enttäuscht einse
hen
müssen, dass sie selbst bei einer angepassten Tätigkeit sowohl bezüglich Prä
senzzeit als auch Leistungsvermögen überfordert sei. Sie besuche regelmäs
sig am Freitag in ihrer Nachbarschaft die Ladenkirche und helfe dort als freiwil
lige Mitarbeiterin beim Kaffeeausschank. Die Tätigkeit sei für sie sehr anstren
gend und nach zirka einer Stunde sei sie erschöpft und müsse sich hinlegen (Urk. 7/143).
Am 24. April 2015 hielt Dr. Z._ bei unveränderten Diagnosen (Urk. 7/147 Ziff. 1.1) fest, seit zirka einem Jahr chronifiziere sich die Erkrankung ohne Bes
serung. Die Beschwerdeführerin sei müde, erschöpft, innerlich unruhig, schnell überfordert und nicht belastbar. Sie sei vergesslich, zerstört, kraftlos und sozial isoliert bei depressivem Rückzug. Die Beschwerdeführerin sei zeitlich, örtlich und situativ orientiert und es bestehe keine Ich-Störung. Die Stimme sei mono
ton und wenig moduliert und es komme teilweise im Affekt zu inadäquaten Reaktionen. Sie sei verlangsamt im Denken, freudlos, überfordert in alltäglichen Belangen und leide an einer Selbstwertstörung. Ansonsten besuche sie die Ladenkirche und helfe etwas beim Kaffeeausschank (Ziff. 1.4). Es bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, die Beschwerdeführerin sei nicht mehr belast
bar (Ziff. 1.7).
4.8
Mit Schreiben vom 24. April 2015 attestierten die Ärzte des C._ eine vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit bis 21. Januar 2015 (Urk. 7/149). Der weitere Verlauf nach diesem Zeitpunkt sei nicht bekannt und könne nicht beurteilt werden. Die Arbeitsunfähigkeit auf längere Sicht müsse durch ein ärztliches Gutachten be
stimmt werden (Urk. 7/149).
4.9
Die übrigen bei den Akten liegenden Berichte (Urk. 7/127/4-5, Urk. 7/127/11-12, Urk. 7/137/9-10) enthalten keine für die Beurteilung des vorliegenden Falles relevanten Angaben und insbesondere keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, so dass auf eine detaillierte Wiedergabe verzichtet werden kann.
5.
5.1
Voraussetzung für eine Rentenrevision ist das Vorliegen eines Revisionsgrundes und damit eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen (vgl. vorstehend E. 1.2).
Die am 8. August 2013 verfügte ursprüngliche Rentenzusprache erfolgte ge
stützt auf das Gutachten des Y._, wobei neben somatischen Diagnosen auch eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode ohne so
ma
tisches Syndrom, diagnostiziert worden waren. Als weitere Diagnosen, je
doch ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, nannten die Ärzte sodann ins
be
sondere eine Panikstörung sowie eine Symptomausweitung und Tendenz zur Schmerzgeneralisierung (E. 3.1). Der behandelnde Psychiater Dr. Z._ nannte im April 2014 ähnliche Diagnosen, nämlich einen Status nach Anpassungsstö
rung, rezidivierende depressive Episoden, ein Erschöpfungssyndrom sowie ein generalisiertes Schmerzsyndrom (E. 4.5).
Auch ein Vergleich der in den genannten Berichten festgehaltenen Befunde zeigt, dass nicht von einer Verbesserung des medizinischen Sachverhaltes aus
gegangen werden kann. Der psychiatrische Y._-Gutachter beschrieb die Be
schwerdeführerin im Jahre 2012 als wach und bewusstseinsklar mit unauffälli
gem Denkablauf ohne inhaltliche Denkstörungen. Es gab keine Hinweise auf Aufmerksamkeits- oder Konzentrationsstörungen und lediglich leichte Gedächt
nisstörungen. Die affektive Schwingungsfähigkeit war leicht eingeschränkt und die Beschwerdeführerin wirkte deprimiert mit leichten Insuffizienzgefühlen, die Vitalgefühle waren deutlich herabgesetzt. Ein sozialer Rückzug oder ein Inte
resseverlust wurde verneint. Demgegenüber stellte Dr. Z._ einen sozialen Rückzug sowie eine Überforderung in alltäglichen Aufgaben fest, welche den Beizug der psychiatrischen Spitex nötig gemacht hatten. Weiter beschrieb er Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, eine Antriebs-, Freud- und Hoffnungslosigkeit sowie eine Verlangsamung im Denken.
Die von der Beschwerdegegnerin geltend gemachte Verbesserung des Gesund
heits
zustandes kann damit weder aufgrund der Diagnosen noch der fest
ge
stellten Befunde nachvollzogen werden.
5.2
Soweit die Beschwerdegegnerin darauf hinweist, dass Art. 17 ATSG eine ein
gehen
dere Abklärung der Sache zu einem späteren Zeitpunkt nicht aus
schliesse, wenn eine Rente gestützt auf eine nicht abschliessende Aktenlage zu
gesprochen worden sei (Urk. 6 S. 1), kann dieser Argumentation nicht gefolgt werden. Der ursprünglichen Rentenzusprache lag eine umfassende polydiszipli
näre Begut
ach
tung durch die offizielle Begutachtungsstelle Y._ zugrunde und die von den Gutachtern im Rahmen der Prognose für möglich gehaltene Ver
besserung des Gesundheitszustandes ist im Rahmen eines ordentlichen Renten
revisions
verfahrens zu prüfen.
Ebenso vermag der Hinweis der Beschwerdegegnerin, wonach die vom behan
deln
den Psychiater im April 2014 attestierte Arbeitsfähigkeit von 20 % auf eine Stabilisierung des Gesundheitszustandes hindeute und nun eine auf dem ersten Arbeitsmarkt verwertbare Arbeitsfähigkeit bestehe (E. 2.2), nicht zu überzeugen. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass Dr. Z._ im April 2014 zwar eine Arbeitsfähigkeit von einer bis zwei Stunden pro Tag attestierte, dabei jedoch von einer Tätigkeit im geschützten Rahmen ausging (E. 4.5), welche nicht mit einer Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt gleichzusetzen ist. Hinzu kommt, dass sich die Beschwerdeführerin im weiteren Verlauf zwar mit Hilfe der Pro Infirmis um eine Eingliederung in den zweiten Arbeitsmarkt bemühte, dieses Vorhaben jedoch scheiterte (E. 4.7).
Im Übrigen würde selbst eine verwertbare Arbeitsfähigkeit von lediglich 20 % kaum zu einer Aufhebung der bisherigen ganzen Rente führen, nachdem bei einem Invaliditätsgrad von 70 % ein Anspruch auf eine ganze Rente besteht.
Ebenfalls nicht als Indiz für eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation kann das Engagement bei der Ladenkirche F._ gelten. Die Be
schwerdeführerin hilft einmal wöchentlich beim Kaffeeausschank, wobei sie nach einer Stunde erschöpft ist und sich hinlegen muss (vgl. E. 4.7). Auch die Tatsache, dass sich die Projektleitung der Ladenkirche F._ im Nachweis für freiwilliges und ehrenamtliches Engagement vom 10. April 2015 sehr positiv über die Beschwerdeführerin äussert, vermag nichts an der Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit zu ändern. Bei der Ladenkirche F._ handelt es sich um ein niederschwelliges Angebot und der entsprechende Nach
weis ist nicht mit einem ordentlichen Arbeitszeugnis gleichzusetzen (vgl. Urk. 7/146).
5.3
Zusammenfassend ist die von der Beschwerdegegnerin geltend gemachte Ver
besserung der Gesundheitssituation weder aufgrund der medizinischen Akten noch aufgrund der allgemeinen Lebensumstände nachvollziehbar und die Voraussetzungen für eine Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind nicht er
füllt.
6.
Zu prüfen bleibt, ob die ursprüngliche Rentenzusprache per 1. November 2011 zweifellos unrichtig war und aus diesem Grund zu korrigieren ist (vgl. vorste
hend E. 1.3).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich damals auf das polydisziplinäre Y._-Gut
achten vom 8. November 2012, in welchem die Gutachter eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode ohne somatisches Syndrom, di
agnostiziert hatte (E. 3.1). Dabei handelt es sich aus objektiver Sicht zwar nicht um eine sehr schwerwiegende Diagnose, dennoch gingen die Gutachter auf
grund der Gefahr einer schnellen depressiven Dekompensation bei Stress, hohen Anforderungen und Leistungsdruck von einer lediglich rein theoretischen Ar
beitsfähigkeit von 50 % aus, welche auf dem freien Arbeitsmarkt kaum umsetz
bar sei. Empfohlen wurde ein geschützter Arbeitsplatz mit der Möglichkeit zur zunehmenden Stabilisierung (E. 3.1). Von dieser Beurteilung ging im Weiteren auch der RAD der Beschwerdegegnerin aus (E. 3.2). Hinweise darauf, dass die Diagnosestellung oder die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit offensichtlich un
richtig gewesen wären, ergeben sich keine aus den Akten.
Zwar geht die Rechtsprechung davon aus, dass eine leichte depressive Störung in aller Regel nicht invalidisierend ist und möglicherweise würde im Licht der heutigen, strengeren Rechtsprechung ein ähnlich gelagerter Fall aktuell anders entschieden. Doch dies reicht aufgrund der gesamten Umstände (Lernschwäche aufgrund einer Meningitis-Erkrankung im Kindesalter, Lehrabbruch, Abbruch der Umschulungsmassnahme, keine Vermittlungsmöglichkeit selbst auf dem zweiten Arbeitsmarkt und mit Unterstützung durch die Pro Infirmis) nicht aus, um rückwirkend von einer zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen und rechtskräftigen Rentenzusprache auszugehen.
7.
Zusammenfassend sind die Voraussetzungen für eine Rentenrevision bezieh
ungsweise ein Zurückkommen auf die ursprüngliche Rentenzusprache nicht er
füllt und die der Beschwerdeführerin per 1. November 2011 zugesprochene ganze Rente kann nicht aufgehoben werden.
Dementsprechend ist die Beschwerde gutzuheissen und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin weiterhin eine ganze Invalidenrente aus
zurichten.
8.
8.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer). Vorliegend er
scheint eine Prozessent
schädi
gung von Fr. 2‘200.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) als angemessen.
Damit wird der Antrag auf Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2) gegenstandslos.