Decision ID: 541f7cde-f564-4339-9451-d0fe202cf141
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959, war
ab
1.
September 1987 als Bauführer bei der
Y._
zunächst
in einem 100%-Pensum tätig (
Urk.
7/13
,
Urk.
7/99/19,
Urk.
7/109/52
).
Am 1
7.
Oktober 2012 meldete er sich unter Hinweis auf eine
im Januar 2012 operierte
Arthrose
nsituation
an der Halswirbelsäule
und einer teilweisen Arbeits
un
fähigkeit
zum Leistungsbezug bei der Inval
iden
versi
cherung an (
Urk.
7
/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte
in der Folge
die beruflichen und
medizinischen Verhältnisse ab und
verneinte mit Verfügun
g vom 1
7.
September 2013
den An
spruch auf eine Inva
lidenrente
(
Urk.
7/36)
.
1.2
Am 2
5.
November 2014
meldete
sich der Versicherte unter Hinweis auf eine Verschlechterung des
physischen und psychischen
Gesundheitszustands erneut bei der Invalidenversicherung zum Lei
stungsbezug an (
Urk.
7
/39). Die IV-Stelle holte einen Bericht des
Z._
ein (
Urk.
7
/48
),
zog die Akten der Krankentaggeldversicherung Zürich Versicherungs-Gese
ll
schaft
AG bei (
Urk.
7/46,
Urk.
7
/53-54) und
liess den Versicherten durch das
A._
in den Fachbereichen Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Rheumatologie polydisziplinär begutachten (
A._
-Gu
tachten vom
3.
Juni 2016;
Urk.
7
/74
)
.
M
it
Verf
ügung vom
4.
Mai 2017
verneinte
sie
den Anspruch auf eine Invalidenrente
(
Urk.
7/96)
.
Die dagegen erho
bene Beschwerde hiess das Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2017.00654
vom 1
8.
September 2018
in dem Sinne gut, dass es di
e angefochtene Verfügung aufhob
und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Rentenanspruch neu verfüge (
Urk.
7/112).
1.3
Die IV-Stelle holte in der Folge aktuelle Berichte der beh
andelnden Ärzte ein (
Urk.
7/122,
Urk.
7/126 f.) und veranlasste ein polydisziplinäres Gutachten in den Fachdisziplinen Rheumatologie, Neurologie, Allgemeine Innere Medizin, Psychia
trie und Psychotherapie sowie Neuropsychologie bei der
B._
, das am
9.
Januar 2020 erstattet wurde (
Urk.
7/138). Nachdem die IV-
Stelle
Rückfragen an die Gutachter gestellt hatte (
Urk.
7/139), die am 1
1.
Februar 2020 beantwortet worden waren (
Urk.
7/142), stellte sie dem Versicherten mit Vorbescheid vom
2
6.
Mai 2020 die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/148). Der Versicherte erhob dagegen am 2
3.
Juni 2020 Einwand (
Urk.
7/151)
,
worauf die IV-Stelle m
it Verfügung vom
8.
Juli
2020 im angekündigten Sinne
entschied
(
Urk.
7/154 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Christina Ammann
, am
3.
September 2020 Beschwerde mit dem Antrag, es sei ihm ab
1.
November 2015 eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 70
%
zuzusprechen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeant
wort vom 1
5.
Oktober 2020 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
2.
Oktober 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über
die Invalidenversicherung; IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne
der Bestimmung über die Rentenrevision gemäss
Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
be
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
ga
benbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
weisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wes
ent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfe
n sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Abweisung des Rentenbegehrens damit, dass
der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht weiterhin in seiner bisherigen Tätigkeit als Bauführer zu 20
%
arbeitsunfähig sei. Die geschilderten psychischen Einschränkungen seien hingegen nicht
nachvollziehbar
. Aufgrund der
neuropsy
chologischen
Testung sollte es dem Beschwerdeführer
nicht möglich
sein
, den Alltag alleine zu bestreiten oder ein Auto zu fahren. Es sei ihm jedoch gelungen, in einer kognitiv sehr anspruchsvollen Tätigkeit zu arbeiten. Zudem verfüge er über ein fundiertes Wissen, eine gute Intelligenz und könne sich Fachwissen
schnell aneignen. Dies spreche nicht für eine schwerwiegende psychische Stö
ru
ng, welche die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. Der Beschwerdeführer zeige zwar ein
auffälliges Verhalten, es bestü
nden aber keine konkreten Hinweise, dass dieses bereits seit seiner Jugendzeit bestehe, was für die Diagnose einer Persön
lich
keitsstörung
vorauszusetzen wäre. Unter anderem sprächen seine erfolgreiche Karriere und das gute
Arbeitszeugnis
seines langjährigen
Arbeitgebers
dagegen
. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit sei im Übrigen nicht nachvollziehbar begründet. Die Leistungen in der neuropsychologischen Testung würden ferner auf eine Aggravationstendenz hinweisen.
Eine Verschlechterung der gesundheit
lichen Situation sei daher nicht ausgewiesen
(
Urk.
2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor, die Beschwerdegegnerin stütze sich zur Begründung ihrer Annahme, dass kein relevanter Gesundheitsschaden vor
liege
,
ausschliesslich auf die von der Sachbearbeiterin
geäusserte
Meinung, er
verfüge
über genügend Ressourcen
,
um zu arbeiten, weshalb keine schwerwie
gende psychiatrische Störung ausgewiesen sei. Diese
Auffassung
widerspreche sowohl der Einschätzung der
B._
-Guta
chter als auch derjenigen von med
.
pract
.
C._
,
Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie,
vom Regionalärztlichen Dienst
(RAD)
. Sodann stelle auch der behan
deln
de
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, invalidisierende Befunde fest (
Urk.
1 S. 4 f.). Es liege som
it ein invalidenversicherungsrec
htlich relevante
r Gesundheitsschaden vor und
er,
der
Beschwerdeführer
,
sei in einer optimal angepassten Tätigkeit zu 60
%
arbeitsfähig. Ein gestützt darauf durch
geführter Einkommensvergleich ergebe einen Invaliditätsgrad von 70
%
(
Urk.
1 S. 8).
2.3
Vorliegend ist noch immer die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom 2
5.
November 2014 zu beurteilen (
Urk.
7/39).
Es
ist daher zu
prüfen, ob
seit
der Verfügung vom
1
7.
September 2013
, mit welcher ein Anspruch auf eine Inva
lidenrente
verneint worden war (
Urk.
7/36
), und der angefocht
enen Verfügung vom
8.
Juli 2020 (
Urk.
2)
eine invalidenversicherungsrechtlich massgebliche Ver
änderung der Verhältnisse eingetreten ist, so
dass nunmehr
ein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht
(
Art.
87
Abs.
3 IVV)
.
3.
3.1
Die Verfügung vom 1
7.
September 2013 (
Urk.
7/36) basierte in medizinischer Hinsicht auf den Aktenbeurte
ilungen von med.
pract
.
C._
vom RAD vom 1
1.
und
1
3.
Mai 2013, worin diese gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom
4.
April 2013
(
Urk.
7/19/5-6)
und
PD
Dr.
med.
F._
,
Chefarzt Neurochirurgie an der
G._
, vom 2
0.
August und
4.
September 2012
(
Urk.
7/10/1-2)
ein chronisches
zervikospondylogenes
Syndrom bei Status nach ventraler
Dekom
pression
s
-
und Stabilisationsoperation der
Halswirbelsäule (
HWS
)
bei
Osteochon
drose
C5/6 und C6/7
im Januar 2012 diagnostizierte (
Urk.
7/22/3).
Med.
pract
.
C._
hielt fest,
PD
Dr.
F._
dokumentiere
am 2
0.
August 2012
eine Einschränkung der Beweglichkeit der HWS
für die Extension mit Schmerzangabe bei
endgradiger
Extension
ohne
Ausfallerscheinungen
und attestiere
eine Arbeits
fähigkeit von mindestens 50
%
.
Dem Bericht von
PD
Dr.
F._
vom
4.
Septem
ber 2013
sei sodann zu entnehmen, dass die
Arbeitsfähigkeit gesteigert werden
könne.
Med.
pract
.
C._
kam zum Schluss, aus
versicherungsmedizinischer Sicht bestehe nach
der Operation der Halswirbelsäule eine verminderte Belast
barkeit für regelmässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Trans
portieren von Lasten, für Arbeiten über Kopf- und Schulterhöhe, auf Leitern und Gerüsten, mit Schlag- und Vibrationsbelastungen des Schultergürtels, für häufi
ges Bücken sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen. Leichte (an
gepasste) Tätigkeiten in Wechselbelastung ohne dauerhaftes Heben, Tragen und Transportieren von Lasten über 10 kg, ohne Verharren in Zwangshaltungen, ohne dauerhafte Armvorhaltebelastungen und Überkopfarbeiten seien dem Versicher
ten medizinisch theoretisch ab April 2012 (Zeitpunkt des Erreichens der Arbeits
fähigkeit von mindestens 50
%
in der angestammten Tätigkeit) zu 100
%
zu
mutbar (
Urk.
7/22/3-4). Am 1
3.
Mai 2013 ergänzte med.
pract
.
C._
, dem Arbeitgeberfragebogen (vgl.
Urk.
7/13/14) sei zu entnehmen, dass die ange
stammte Tätigkeit als Bauführer mit häufigen monotonen Sitzhaltungen ein
her
gehe. Die Hebe- und Tragebelastungen würden 10 kg nicht überschreiten. Damit könne aus medizinischer Sicht davon ausgegangen werden, dass die angestammte Tätigkeit zu einem grossen Anteil zugleich eine angepasste Tätigkeit sei. Vor diesem Hintergrund erklärte sie, dass seit Januar 2013 eine Arbeitsfähigkeit
für die bisherige Tätigkeit als Bauführer
von 80
%
bei vermehrtem Pausenbedarf plausibel sei (
Urk.
7/22/4).
In erwerblicher Hinsicht ging die Beschwerdegegnerin in der Verfügung
vom 1
7.
September 2013
davon aus,
dem Beschwerdeführer sei eine Arbeitstätigkeit von 80
%
in der bisherigen Tätigkeit zumutbar, er leiste jedoch
effektiv
sogar
ein volles Pensum von 100
%
als Bauführer bei der
Y._
(
Urk.
7/36/2
)
.
Diese Arbeit leistete er zu einem grossen Teil von zu Hause aus
und mit Unterbrüchen für Pausen
, was ihm seitens des Arbeitgebers ermöglicht wurde (
Urk.
7/32/2).
3.2
Nach de
r
Verfügung
vom 1
7.
September 2013
war
der Beschwerdeführer weiter
hin als Bauführer bei der
Y._
tätig. Nachdem er aufgrund von Depressionen ab dem 1
2.
August 2014 zu 100
%
krank geschrieben
war, nahm er seine Tätigkeit ab dem 1
2.
September 2014 zu 30
%
wieder auf (
Urk.
7/38/1).
Es wurde ihm dabei
weiterhin
ermöglicht, von zu Hause aus zu arbeiten, zudem
sei
gemäss Auskunft des Arbeitgebers
das Büro des Beschwerdeführers an dessen Einschränkungen
ergonomisch und auch sonst
angepasst
worden
(
Urk.
7/42,
Urk.
7/55). Ab dem
1.
August 2016 wurde der Arbeitsvertrag des Beschwerde
führers angepasst und sein Beschäftigungsgra
d auf 30
%
reduziert (
Urk.
7/99/19).
Am 2
9.
Mai 2018 wurde das Arbeitsverhältnis per 3
1.
August 2018 gekündigt (
Urk.
7/109/52)
.
Im Mai 2019
nahm der Beschwerdeführer schliesslich
eine Tätig
keit bei der
H._
auf und reinigt
seitdem
während zwölf Stunden wöchentlich, verteilt auf drei bis vier Tage, mobile Holztoiletten und hält diese in Stand (
Urk.
7/138/42).
4.
4.1
Dem
Urteil
des hiesigen Gerichts
IV.2017.00654 vom 1
8.
September 2018
ist zu entnehmen
, dass
auf das vo
n der Beschwerdegegnerin beim
A._
eingeholte poly
disziplinäre Gutachten vom
3.
Juni 2016 nicht abgestellt werden kann. In soma
tischer Hinsicht sei nicht schlüssig
, wieso trotz dem diagnostizierten chronischen
zervikospondylogen
en
Schmerzsyndrom
, welches objektivierbare Einschränkun
gen in der Beweglichkeit der Halswirbelsäule zur Folge habe, nun für die ange
stammte (leichte) Tätigkeit aus somatischer Sicht keine Einschränkung anerkannt und eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert werde
,
ohne dass dieser Umstand im Gutachten diskutiert und erklärt werde.
Dem psychiatrischen Teilgutachten sei sodann
die unbegründete Aussage zu entnehmen, dass ein deutlicher
phasischer
Verlauf der Depression nicht bestehe. Dies sei angesichts der weiteren medi
zi
nischen Unterlagen nicht schlüssig.
Ebensowenig
sei das von der Taggeldver
sicherung bei
Dr.
I._
eingeholte psychiatrische Gutachten vom
2.
Mai 2015 beweiskräftig, da dieser die darin gestellte
Diagnose einer kombiniert
en Persön
lichkeitsstörung - insbesondere mit
Blick auf die klinisch-diagnostischen Leit
linien zu Persönlichkeitsstörungen (vgl. Horst
Dilling
/Werner
Mombour
/Martin H. Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10, Kapitel V (F), 10. Auflage 2015, F60-F61, S. 274-285), nach denen Persönlich
keitsstörungen in der Regel in der Kindheit oder Adoleszenz beginnen und bis ins Erwachsen
enalter dauern (a.a.O., S. 274) -
nicht nachvollziehbar begründe
. Gesamthaft erweise sich der medizinische Sachverhalt als nicht genügend abge
klärt, weshalb
das Sozialversicherungsgericht
die Sache zwecks Veranlassung einer erneuten polydisziplinären Begutachtung und neuer Beurteilung des Leis
tungsanspruchs an die Besch
werdegegnerin zurückwies
(
Urk.
7/112/14 ff.)
.
4.2
4.2.1
Nach der Rückweisung durch das Sozialversicherungsgericht holte die Beschwer
degegnerin die folgenden medizinischen Unterlagen ein:
4.2.2
Dr.
D._
, bei dem der Beschwerdeführer seit dem 2
1.
November 2016 in Be
handlung ist, attestierte dem Beschwerdeführer
im Bericht vom 2
4.
Juni 2019
eine Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten von 70
%
seit Beginn der Behandlung bis auf Weiteres (
Urk.
7/126/1) und diagnostizierte eine chronische depressive Störung schweren Grades (ICD-10 F33.2) sowie ein
chronifiziertes
Schmerz
syn
drom mit vor allem Rücken- und Kopfschmerzen und sensiblen Störungen
(
ICD-10
F45.4,
Urk.
7/126/2).
4.2.3
Dr.
E._
berichtete am 1
2.
Juni 2019 von einem weit
erhin bestehenden
chronischen
zervikospondylogenen
Syndrom mit muskulärer
Dysbalance
und einer depressiven Stimmungslage. Er habe dem Beschwerdeführer am 1
2.
August 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für einen Monat attestiert, seither sei
dies
er maximal zu 30
%
arbeitsfähig (
Urk.
7/127/7)
. Der Beschwerdeführer leide bis heute unter sehr starken Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule, was zu einer depressiven Entwicklung geführt habe. Es sei ihm nicht mehr möglich
,
Arbeiten
auszuführen
, die das Heben von Lasten oder längeres Sitzen bezie
hun
gsweise Stehen beinhalte
te
n
. Ebenso sei die Konzentrationsfähigkeit deutlich eingeschränkt (
Urk.
7/127/7).
4.2.4
Die Experten der
B._
(
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Rheu
ma
tologie,
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Neurologie,
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med. M._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
,
und
dipl.
-psych.
N._
, Fachpsychologin Neuropsychologie)
stellten
im
am
9.
Januar 2020 erstatteten polydisziplinären Gutachten
die
folgende
n
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/138/8):
-
k
ombinierte Persönlichkeitsstörung mit paranoiden, narzisstischen und impul
siven Anteilen (ICD-10 F61.0)
-
Dysthymie
(ICD-10 F34.1)
-
c
hronifiziertes
rechtsbetontes
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom
(ICD-10 M53.1)
Den
folgenden Diagnosen massen die Gutachter keinen Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit zu (
Urk.
7/138/9):
-
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
-
s
chädlicher Gebrauch von Cannabis (ICD-10 F12.0)
-
s
poradischer Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.0)
-
m
ögliche Neuropathie (
a.e
Druckläsion) des
Nervus
digitus
palmaris
probrius
radialseitig
Dig
2 links
-
Hiatushernie
mit
gastroösophagealem
Reflux (Erstdiagnose 2007 beziehungs
weise 2010)
-
a
namnestisch Status nach
Sigmadivertikulitis
circa 2012 und
Polypektomie
, regelmässige Nachkontrollen
-
Status nach geringem Nikotinabusus
-
n
ormochrome
normozytäre
leichte Anämie
-
Mikrohämaturie
-
r
ezidivierende
Gonalgie
rechts
-
a
namnestisch Status nach konservativer Therapie einer Oberschenkelfraktur
.
Gemäss der integrativen medizinischen Beurteilung der Gutachter
bestünden
aus allgemein-internistischer Sicht keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähig
keit, der Beschwerdeführer sei zu 100
%
arbeitsfähig
sowohl
für die bisherige Tätigkeit als Bauführer, als auch für alle anderen Tätigkeiten (
Urk.
7/138/6).
Aus neurologischer Sicht fänden sich keine klinischen Hinweise für eine relevante
Radikulopathie
. Diagnostiziert werde ein chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom rechtsbetont, wobei davon ausgegangen werde, dass seit Auf
treten der Erstsymptome im August 2011 zu keinem Zeitpunkt eine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe (
Urk.
7/138/6 f.).
Aus rheumatologischer Sicht ergäben sich bei identischen anamnestischen An
gaben des Beschwerdeführers und unveränderten klinischen Befunden keine neuen diagnostischen Gesichtspunkte bezüglich des im
rheumatologischen Vor
gut
achten
vom
3.
Juni 2016
diagnostizierten chronischen
zervikospondylogenen
Schmerzsyndroms rechts. Neu im Vergleich zum Vorgutachten zeige sich aktuell ein schmaler Aufhellungssaum neben den kranialen zwei Schraubenspitzen im
HWK5, weshalb eine beginnende Schraubenlockerung nicht ausgeschlossen werden
könne
. Bei der aktuellen rheumatologischen Begutachtung fänden sich aber auch Hinweise für eine chronische Schmerzstörung. Die objektivierbaren pathologischen rheumatologischen und radiologischen Befunde würden das sub
jektiv invalidisierende
Schmerzausmass sowie
die hochgradige Einschränkung der aktiven Beweglichkeit der Halswirbelsäule und insbesondere der Halswirbel
säulenrotation nicht hinreichend erklären. Nachvollziehbar sei aus rheumato
lo
gischer Sicht unverändert gegenüber dem Vorgutachten eine volle und dauerhafte Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers für mittelschwere und schwere beruf
liche Tätigkeiten
.
Arbeiten in extendierter HWS-Stellung sowie mit repetitiven HWS-Lateralflexionen seien ebenfalls zu vermeiden.
In körperlich leichten wechselbelastenden
beruflichen
Tätigkeiten
erscheine aufgrund des chronischen Schmerzsyndroms eine um 20
%
geminderte Arbeitsfähigkeit
nachvollziehbar
, bedingt durch die Notwendigkeit vermehrter und über das betriebliche Mass hin
ausgehender Pausen
zur
Einnahme von Entlastungsstellungen und Durchführung von Entspannungsübungen.
Eine berufliche Reintegration in die frühere Tätigkeit als Bauführer erscheine aus aktueller rheumatologischer Sicht n
icht realisierbar (
Urk.
7/138/7
).
Aus psychiatrischer Sicht
würden
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
paranoiden, narzisstischen und impulsiven Anteilen sowie eine
Dysthymie
diag
nos
tiziert.
Die
negativistische
Zukunftsbetrachtungsweise und die in der Ver
gan
genheit aufgetretenen latenten Todeswünsche seien zum einen durch die Cha
rak
terstruktur
und zum anderen
durch die vermutlich seit mehre
ren Jahren be
ste
hende
Dysthymie
bedingt,
so dass von einer Double Depression ausgegangen werden könne. Aktu
ell werde die aktenanamnestisch
rezidivierende depressive Störung als
remittiert
beurteilt. Die Ergebnisse der neuropsychologischen Tests seien diskrepant und nicht valide. Eine schlüssige Aussage über tatsächliche
kognitive Einschränkungen sei
aus neuropsychologischer Sicht nicht möglich. Das schmerzbezogene Verhalten werde als
histrionisch
gewertet. Die von
Dr.
D._
im Schreiben vom 2
1.
Oktober 2017 aufgeführten Symptome seien nicht typisch für eine chronische Depression. Die Diagnose einer Cannabisab
hängigkeit lasse sich nicht mit Sicherheit stellen. Eine Alkoholabhängigkeit bestehe nicht. Aufgrund der kombinierten Persönlichkeitsstörung und der
Dys
thy
mie
werde die Arbeitsfähigkeit in der vom Beschwerdeführer zuletzt ausge
übten Tätigkeit als Bauführer aus psychiatrischer Sicht auf 50
%
geschätzt (etwa 4.5 Stunden täglich an 5 Wochentagen). Retrospektiv werde eine Arbeitsunfähig
keit von 100
%
vom 1
2.
bis am 3
1.
August 2014, eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit vom
1.
September bis am 3
1.
Dezember 2014 und eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem
1.
Januar 2015 bescheinigt. Im Falle einer aus psychiatrischer Sicht optimal angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 60
%
. Aufgrund der schweren kombinierten Persönlichkeitsstörung werde eine optimal angepasste Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht
wie folgt beschrieben:
M
öglichst kein Kundenkontakt, äusserst seltener Kontakt zu Vorgesetzen, Sus
pen
dierung von Sitzungen, wenn möglich Arbeit in Eigenregie und mit der Möglichkeit einer freien Einteilung des Arbeitspensums.
Retrospektiv
werde der chronologische Verlauf in angepassten Tätigkeiten adäquat zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit festgelegt (Arbeitsfähigkeit von 60
%
ab dem
1.
Januar 2015;
Urk.
7/138/7 f.).
Die Gutachter kamen zum Schluss,
aus interdisziplinärer Sicht stehe
die Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der psychiatrischen Diagnose einer
kombiniert
en Persönlichkeitsstörung
im Vordergrund. In der angestammten Tätig
keit als Bauführer sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
vom 1
2.
bis am 3
1.
August 2014, einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit vom
1.
September bis am 3
1.
Dezember 2014 und einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ab dem
1.
Januar 2015 auszugehen. In körperlich optimal adaptierten beruflichen Tätigkeiten sei aus
interdisziplinärer
Sicht von einer Arbeitsfähigkeit von 60
%
auszugehen (Arbeits
unfähigkeiten vom 1
2.
August bis am 3
1.
Dezember 2014 korrelierend zur Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit angestammt
;
Urk.
7/138/8).
5
.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf das
B._
-
Gutachten vom
9.
Januar 2020 (
Urk.
7/138) davon aus, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in somatischer Hinsicht seit der
rentenabweisenden Verfü
gung vom 1
7.
September 2013 nicht verändert hat (
Urk.
2 S. 2). Dies wurde vom Beschwerdeführer nicht bestritten.
Angesichts der Tatsache, dass die Diagnose des
chronifizierten
rechtsbetonten
zervikospondylogenen
Schmerzsyndroms bereits am
4.
April 2013 durch
Dr.
E._
gestellt und das damals
zusätzlich
fest
gestellte
radikuläre
Syndrom als lediglich passager bezeichnet worden war, wobei diese Sy
mptomatik bereits anlässlich der
Begutachtung durch die Experten des
A._
am
3.
Mai
2016
klinisch nicht mehr feststellbar war
(
Urk.
7/19/5,
Urk.
7/74/23)
,
erscheint die Beurteilung des Gesundheitszustandes
durch die so
ma
tischen Gutachter der
B._
überzeugend
. Auch das von den Gutachtern formulierte somatische
Belastungsprofil
(vgl.
Urk.
7/138/10
)
sowie die aufgrund
des
erhöhten Pausenbedarfs
auf 80
%
reduzierte Arbeitsfähigkeit stimmt mit der Beurteilung von med.
pract
.
C._
vom
1
1.
Mai
2013 überein (vgl.
Urk.
7/22/4
).
Dass der
Beschwerdeführer zur Einnahme von Entlastungshaltungen und zur Durchführung von Entspannungsübungen längerer als der betriebs
üblichen Pausen bedarf, ist nachvollziehbar, ebenso ist überzeugend, dass er mit der gestellten Diagnose keine schweren und mittelschweren Ar
beiten sowie Tätig
keiten in HWS-
Extensionsstellung und mit repetitiven HWS-Lateralflexionen ausüben kann.
Insg
esamt ist festzuhalten, dass die
somatischen
Gutachter den medizinischen Sachverhalt in einer schlüssigen und nachvollziehbaren Weise darlegten. Das Gutachten basiert
sodann
auf den
Vorakten
und den eigenen klinischen Untersuchungen. Es erfüllt die von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen, so dass darauf abgestellt werden kann.
Es ist mithin von einem aus somatischer Sicht unveränderten Gesundheitszustand und einer Arbeits
fähigkeit von 80
%
in
einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit
auszugehen. Zu einer solchen gehört
grundsätzlich
auch die
in überwiegendem
M
ass
als Büroarbeit auszuführ
ende Bauleitertätigkeit (vgl.
Stellenbeschrieb in
Urk.
7/84/1 und detailliertes Arbeitszeugnis vom 3
1.
August 2018,
Urk.
7/137/16).
5
.2
5
.2.1
In psychiatrischer Hinsicht diagnostizierte
Dr.
M._
eine
kombinierte Per
sönlichkeitsstörung mit paranoiden, narzisstischen und impulsiven Anteilen (ICD-10 F61.0) sowie eine
Dysthymie
(ICD-10 F34.1)
und
hielt
gestützt darauf die Arbeitsfähigkeit
für die bisherige Tätigkeit um 50
%
und für eine angepasste
Tätigkeit um 40
%
vermindert
(
Urk.
7/138/8). Die Beschwerdegegnerin
erachtete
die Diagnose der Persönlichkeitsstörung
hingegen nicht für überzeugend
(
Urk.
2 S. 2).
Dr.
M._
leitete die gestellte Diagnose
hauptsächlich
aus dem vom Be
schwerdeführer während der klinischen Untersuchung gezeigten Verhalten und dessen Aussagen ab.
So hätten sich p
aranoide Persönlichkeitszüge unter anderem durch Verhaltensweisen wie dem Verlangen nach einer
Unterschrift
über d
en erhaltenen Lebenslauf und dem A
ufnehmen des Gesprächs auf dem Handy sowie durch die wiederkehrende Betonung von nicht wahrheitsgemässen Angaben in den Akten und Äusserungen über die Korruption des Systems gezeigt. Narziss
tische Anteile seien aufgrund der beiläufigen Erwähnung seiner überdurch
schnittlichen Intelligenz und Begabungen sowie der als Kränkung erlebten Kündigung
vorhanden. Als
histrionisch
könne schliesslich das schmerzbezogene Verhalten des Beschwerdeführers bewertet werden. Insgesamt sei das stets feind
selige Auftreten während der Begutachtung, begleitet von ironischen bezie
hungsweise sarkastischen Bemerkungen oder Verweigerung der Antworten unan
genehm gewesen und es sei ihr selten gelungen, auf die neutrale Gesprächsebene zurückzukehren (
Urk.
7/138/47).
Damit beschreibt
Dr.
M._
zwar durchaus ein
unangepasstes,
von der Norm abweichendes aktuelles
Verhalten. Gemäss den klinisch-diagnostischen
Leitlinien ist für die Diagnose einer Persönlich
keits
störung jedoch nicht
nur ein auffälliges Verhaltensmuster im Sinne einer deut
lichen Unausgeglichenheit in den Einstellungen und im Verhalten in mehreren Funktionsbereichen erforderlich, sondern dieses Verha
ltensmuster muss zusätz
lich
andauernd und gleichförmig und nicht auf Episoden psychischer Krankheiten begrenzt sein. Ferner begin
nen die
se
Störungen immer in der K
indheit oder Jugend und manifestieren sich auf Dauer im Erwachsenena
lter (
Horst
Dilling
/
Werner
Mombour
/Martin H. Schmidt [Hrsg.]
, a.a.O.
,
S. 276 f.
)
.
Zunächst ist dazu zu bemerken, dass
den Akten
weder in Bezug auf die Kindheit und Jugend des Beschwerdeführers noch auf dessen bisheriges
Erwachsenenleben
Hinweise
auf bereits früher dauerhaft bestehende
Verhaltensa
uffälligkeiten
zu entnehmen sind.
Diesbezüglich stellte
Dr.
M._
die Vermutung auf, der Beschwerdeführer habe seine Störung einigermassen kompensieren können, so
lange er schmerzfrei gelebt und eine leitende Position ausgeübt und dadurch Bestätigung und ein hohes
Einkommen erhalten habe (
Urk.
7/138/50).
Ande
rnorts legte sie sodann dar, so
lange der Beschwerdeführer die Möglichkeit gehabt habe,
seine Arbeit überwiegend von zu H
ause aus
zu
verrichten und das Arbeitspensum beliebig frei einzuteilen und weniger Gelegenheiten für Konfliktsituationen
gehabt habe
, sei das psychische Befinden mehr oder weniger stabil gewesen. Die Schmerzen hätten die Reiztoleranzschwelle gesenkt und als Trigger für die psychische Dekom
pen
sation gedient (
Urk.
7/138/49).
Dieser
Einschätzung
einer
bereits seit längerer Zeit
bestehenden
schweren
psychischen Störung, deren Kompensation
lediglich einiger
massen gel
ungen
sei,
steht
jedoch
die bisherige Erwerbsbiographie des Beschwerdeführers diametral entgegen. So war es
ihm
möglich
,
sich
- trotz fehlender
formeller
Ausbildung in diesem Bereich (vgl.
Urk.
7/137/12 ff.) - bei seinem langjährigen Arbeitgeber
innert wenige
r
Jahre vom Polier zum Bauführer hochzuarbeiten und diese
anspruchsvolle
Tätigkeit, die
unter anderem die Füh
rung von ihm übertragenen Baustellen inklusive die Koordination der techni
schen, administrativen und personellen Belange sowie der Bauleitung und de
r
Drittunternehmer beinhaltet
e
(
Urk.
7/137/14 f.)
,
während 28 Jahren
bei der gleichen Arbeitgeberin
auszuüben.
Dabei hat der Beschwerdeführer gemäss dem
Arbeitszeugnis
vom 3
1.
August 2018
nicht nur eine hohe fachliche Kompetenz
bewiesen
,
hervorgehoben werden
insbesondere auch
seine
kommunikati
ven
Fähig
keiten, die es ihm erlaubt hätten, sich mit verschiedensten Gesprächspartnern zu verständigen
. G
elobt werden ferner
auch sein sehr gutes Verhandlungsgeschick, seine Kritikfähigkeit sowie seine Fähigkeit,
auf Kundenbedürfnisse einzugehen
.
Auch von seinen Mitarbeitenden sei der Beschwerdeführer als Vorbild geac
htet worden (
Urk.
7/137/16 f.).
Hinweise für eine auch vor dem Ausbruch der
Schmer
zen an der Halswirbelsäu
le bereits vorhandene geringe
Frustrationstoleranz und dadurch entstehende interaktionelle Schwierigkeiten, wie sie
Dr.
M._
annahm (
Urk.
7/138/51), ergeben sich hingegen aus dem Arbeitszeugnis keine.
Auch nach den Arbeitsausfällen mit attestierter Arbeitsunfähigkeit wollte der Arbeitgeber dem Beschwerdeführer entgegenkommen und ihn gerne behalten,
wovon bei
einem
bekanntermassen
schwierigen A
rbeitnehmer
nicht unbedingt
aus
zugehen wäre
(
Urk.
7/42,
Urk.
7/55
).
Es ist nicht ersichtlich, wie diese jahrelange erfolgreiche Karriere, während der der Beschwerdeführer beträcht
liches zwischenmenschliches Geschick beweisen musste und in der Lage war, auf verschiedenste Bedürfnisse einzugehen
und mit vielen anderen Personen zusam
menzuarbeiten
,
mit einer bereits seit dem Kindes- und Jugendalter bestehenden Störung,
die tiefgreifende, in vielen persönlichen und sozialen Situationen ein
deutig unpassende Verh
altensmuster beinhaltet (
Horst
Dilling
/Werner
Mombour
/
Martin H. Schmidt [Hrsg.]
, a.a.O. S. 277
)
,
in Einklang zu bringen sein
sollte.
Zu diesem Widerspruch äusserte sich
Dr.
M._
jedoch nicht.
Weitere Aspekte in der persönlichen und der Erwerbsbiographie des Beschwer
deführers, die der Diagnose einer Persön
lichkeitsstörung entgegen
stehen,
erklärte
Dr.
M._
- ohne dies
durch eine Fremdanamnese zu überprüfen - mit blossen
Annahmen und
Vermutungen. So
erklärte sie die Tatsache
,
dass der Beschwer
deführer nicht alleine lebe
,
damit
, dass seine zweite Frau, die von den Philippinen stammt, durch kulturelle und Mentalitätsunterschiede vermutlich anders reagiere und geduldiger sei als seine erste Frau
(
Urk.
7/138/47)
. Zwar übernimmt die Ehe
frau die gesamte Haushaltsführung, ob sie jedoch tatsächlich die ihr von
Dr.
M._
zugeschriebenen Eigenschaften aufweist, ist nich
t bekannt.
Eben
sowenig
überprüfte
Dr.
M._
ihre Annahme
, dass
die
fehlende Diagnose
stellung der Persönlichkeitsstörung durch die behandelnden Psychiater dadurch zu erklären sei, dass die vormalig
behandelnde Psychiaterin
Dr.
O._
auf die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung verzichtet habe, um dem Beschwer
deführer nicht zu schaden
(
Urk.
7/138/47).
Gegen eine
invalidisierend
e
schwere
psychische Störung und insbesondere die von
Dr.
M._
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50
%
in der bisherigen und 40
%
in einer angepassten Tätigkeit
,
spricht sodann auch der vom Beschwerde
führer beschriebene aktuelle Tagesablauf. So ist es ihm möglich, neben der von ihm zwischenzeitlich angenomme
nen Teilzeitt
ätigkeit
bei der
H._
,
die
Fahrten
mit dem Lieferwagen zu den einzelnen Standorten, das Reinigen und Instandhalten von mobilen Toiletten sowie teilweise die Bedienung eines Krans beinhaltet (
Urk.
7/138/43), täglich eine Stunde zu spazieren und zusätzlich bis zu zwei Stunden im Fitnessstudio zu trainieren
(
Urk.
7/138/43)
.
Sodann verbringt er einige
Monate im Jahr im
wärmeren
Ausland,
wo es ihm gesundheitlich
besser gehe
.
Seine Behauptung, er habe überhaupt keine Interessen, beziehungsweise müsse auf viele Tätigkeiten schmerzbedingt verzichten, wird auch von
Dr.
M._
als nicht glaubhaft angesehen (
Urk.
7/138/50).
Ein solch aktiver Tagesablauf mit mehreren Tätigkeiten, die dem Beschwerdeführer gemäss seiner eigenen Einschätzung im Rahmen einer Arbeitstätigkeit nicht mehr möglich seien - unter anderem beinhaltet das Reinigen von Toiletten Arbeiten in
vornüber
ge
neigter
Haltung - ist nicht mit einer schweren psychischen Störung zu verein
baren.
Insgesamt bestehen somit
verschieden
e
Widersprüche zwischen der bisherigen Biographie beziehungsweise den aktuellen tatsächlichen Verhältnisse
n
des Be
schwerdeführers und der Annahme einer
- wie es für die Diagnose einer Per
sönlichkeitsstörung erforderlich wäre -
bereit
s
während dem ganzen Erwachse
nen
leben andauernd und gleichförmig bestehenden
bislang
einigermassen kom
pensierten schweren
psychischen Störung. Diese können auch durch die von
Dr.
M._
angestellten Vermutungen, deren Wahrheitsgehalt nicht überprüft
werden kann, nicht aufgelöst werden.
Die Diagnose einer gemischten Persön
lich
keitsstörung ist
daher
nicht lege
artis
aufgrund eines anerkannten
Klassifika
tionssystemes
erfolgt
und leuchtet nicht ein
. Es kann nicht darauf abgestellt werden.
5
.2.2
Was die von
Dr.
M._
ebenfalls diagnostizierte
Dysthymie
betrifft, ist festzu
halten, dass
eine
Dysthymie
nach der im gebräuchlichen Klassifikationssystem ICD-10 enthaltenen Umschreibung eine chronische depressive Verstimmung dar
stellt, die weder schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, um die Kriterien einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen. Findet sich im Psychostatus nur eine
Dysthymie
, so kann dies rechtsprechungsgemäss wohl eine Einbusse an Leistungsfähigkeit mit sich bringen, kommt aber für sich allein betrachtet nicht einem Gesundheits
schaden im
invalidenversicherungsrechtlichen
Sinne gleich. Diese Schluss
folge
rung, die sich auf medizinische Empirie abstützt und damit eine Rechtsfrage darstellt, ist freilich nicht absolut zu setzen; eine
dysthyme
Störung kann die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall erheblich beeinträchtigen, wenn sie zusammen mit anderen Befunden - wie etwa einer ernsthaften Persönlichkeitsstörung - auftritt (Urteile des Bundesgerichts 8C_623/2013 vom 11. März 2014 und 9C_146/2015 vom 19. Januar 2016 E. 3.2, je mit Hinweisen). Diese Grundsätze wurden durch die Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 nicht relativiert (Urteil des Bundes
gerichts 9C_146/2015 vom 19. Januar 2016 E 3.2 mit Hinweis; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_162/2015 vom 30. September 2015 E. 3.3.3).
Da die Diagnose der schweren Persönlichkeitsstörung
-
wie soeben erwähnt
-
von
Dr.
M._
nicht überzeugend begründet wurde, reicht die Diagnose der
Dysthymie
nicht aus, um einen invalidisierenden Gesundheitsschaden zu begründen
.
Dr.
M._
hat denn auch
bei ihrer Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
lediglich auf durch die Persönlichkeitsstörung verursachte Einschränkungen hingewiesen
.
Die ebenfalls diagnostizierte rezidivierende depressive Störung ist gegenwärtig remittiert und bleibt
aktuell
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/138/48).
5
.2.3
Nachdem d
as Vorliegen einer überzeugenden
relevanten
,
psychiatrischen
Diag
nose trotz
wiederholter Begutachtung
en
nicht mit dem Beweismass der überwie
genden Wahrscheinlichkeit
erstellt werden
konnte
,
ist in diesem Punkt zu Un
guns
ten des
Beschwerdeführers im
Sinne der
Beweislosigkeit
zu entscheiden
(BGE
144 V 50 E. 4.3,
115 V 133 E. 8a)
.
E
s ist
daher
im aktuellen Zeitpunkt
in Überein
stimmung mit der Beschwerdegegnerin
von
keiner relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigk
eit des Beschwerdeführers
aus psychisch
en Gründen auszugehen.
5
.2.4
Im Rückblick ist anzumerken, dass
Dr.
M._
von einer
remittierte
n
rezidi
vierende
n
depressive
n
Störung
sprach
(ICD-10 F33.4
;
Urk.
7/138/9).
Den
Berich
t
en
von
Dr.
O._
vom
2
7.
Oktober und
1
9.
Dezember 2014
lässt sich
dazu
entnehmen, dass die
se
zeitweise
das Ausmass einer schweren depressiven Episode angenommen hatte, worauf der
Beschwerdeführer
zunächst
kurzzeitig
zu 100
%
arbeitsunfähig war
und
nach einer Besserung seines Zustandes im Lauf
e
des Sommers 2014
seine Arbeit
ab Oktober 2014
wieder zu 30
%
aufnehmen konnte
(
Urk.
7/44/1,
Urk.
7/46/5).
Anlässlich der Begutachtung durch
Dr.
I._
am 1
6.
März 2015 war das depressive Geschehen bereits wieder in den Hinter
grund
getreten (
Urk.
7
/54/5). Z
um Zeitpunkt der Begutachtung durch das
A._
am
2.
Mai 2016 konnte
nurmehr
eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) festgestellt werden, die sich nicht über die bereits aus somatischen Gründen attestierte Arbeitsfähigkeit von 80
%
mit erhöhtem Pausenbedarf hinaus auf die Leistungs
fähigkeit des Beschwerdeführers auswirkte
(
Urk.
7/74/15
).
Die
ser Verlauf wieder
spiegelt sich auch in den
von
Dr.
M._
retrospektiv
attestierten Arbeitsun
fähigkeiten von 100
%
vom 1
2.
bis am 3
1.
August 2014 und von 70
%
vom
1.
September bis am 3
1.
Dez
ember 2014
(
Urk.
7/138/8)
. Es bestehen somit
zwar
Hinweise dafür, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerde
führers nach der rentenverneinenden Verfügung vom September 2013 zunächst verschlechterte,
worauf sich der Beschwerdeführer am 2
5.
November 2014 bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug anmeldete
(
Urk.
7/39)
. Da der Renten
anspruch
jedoch
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltend
ma
chung des Leistungsanspruchs
entsteh
en kann
(
Art.
29
Abs.
1 IVG)
- vorliegend also
per
1.
Juni
2015 -
und
sich der psychische Zustand des Beschwerdeführers
in diesem Zeitpunkt bereits wieder verbessert hatte und keine Hinweise für eine fortbestehende depressionsbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehen
,
wirkt
sich diese Entwicklung
nicht
auf den Rentenanspruch
des Beschwerde
führers aus.
Auf weitere
Ausführungen zum
Ausmass und zum
genauen Verlauf einer allfälligen
kurzfristigen
Arbeitsunfähigkeit
kann daher verzichtet werden
.
5.2.5
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand des Be
schwerdeführers im Zeitraum zwischen der Verfügung vom 2
3.
September 2013 und der Verfügung vom
8.
Juli 2020 nicht in relevanter Weise verändert hat
und er während der gesamten Zeitspanne - allenfalls abgesehen von einer kurzzei
tigen höheren Einschränkung aufgrund einer Depression - in der bisherigen Tätigkeit als Bauführer bei der
Y._
zu 80
%
arbeitsfähig war
.
Auch wenn er diese Stelle im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung nicht mehr innehat
te
, so hat er
diese aus invaliditätsfremden Gründen
verloren. Denn der
vom Beschwerdeführer vorgetragene
n
Ansicht
, dass
er
nur in sehr reduziertem Umfang arbeite
n
könne, kann –
wie gezeigt - nicht gefolgt werden, und die daraufhin erfolgte Kündigung
wegen dieses
nur sehr eingeschränkt
en Pensums (
Urk.
7/109) ist mithin aus Sicht der Invalidenversicherung nicht dem vorhan
denen und zu beachtenden, somatischen Gesundheitsschaden zuzusprechen. Mit dem Profil einer im Umfang von 80
%
zumutbaren leichten wechselbelastenden Tätigkeit ist die zur Hauptsache als Bürotätigkeit einzustufende
Arbeit als Bau
führer, die daneben auch Baustellenbesuche verlangt,
weiterhin zumutbar (vgl.
Urk.
7/
84).
Damit ist der Ansicht der Beschwerdegegnerin zu folgen, dass sich seit der erstmaligen Verfügung keine relevante Veränderung ergeben hat.
Die Beschwerde ist damit abzuweisen.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
8
00.-- anzusetzen und ausgangsgemäss de
m
Beschwerdeführer aufzuerlegen.