Decision ID: 3c29f896-2753-46da-a043-d813b4559482
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1954 geborene
X._
ist gelernter Stereotypeur und arbeitete seit
2000 bei der
Y._
als
Teamleader
sowie
seit ca. 1999
im Nebenerwerb als Aushilfschauffeur bei der
Z._
(Urk. 7/1). Am 28. Oktober 2009
(Eingang)
meldete er sich unter Hinweis auf eine seit dem 27. April 2009
be
steh
ende Hüftarthrose
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Mass
nah
men für die berufliche Eingliederung) an (Urk. 7/1). In der Folge tätigte die
So
zial
versicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, beruflich-erwerbliche
(Urk. 7/7, Urk. 7/13, Urk. 7/15, Urk. 7/16, Urk. 7/18) sowie medizinische (Urk. 7/10
, Urk. 7/11, Urk. 7/20) Abklärungen und zog die Akten der
Kranken
taggeldversicherung
bei (Urk. 7/9). Am 8. Dezember 2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass der Arbeitsplatzerhalt erfolgreich abgeschlossen sei (Urk. 7/17).
Nachdem der Versicherte zusätzlich psychische Probleme entwickelt
hatte (Urk. 7/23),
deretwegen
er sich vom 23. Juni bis 21. Juli 2011 in statio
nä
rer
Behandlung in der
A._
befunden hatte (Urk. 7/29/6-14), und ihm die Stelle bei der
Y._
per Ende November 2011 gekündigt wor
den
war (Urk. 7/30), stellte der Versicherte am 6./9. September 2011 ein erneu
tes Ge
su
ch um Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 7/31, Urk. 7/32).
Anschlie
s
send
klärte die
IV-Stelle
den erwerblichen (Urk. 7/35, Urk. 7/38) und
medizi
ni
sche
n (Urk. 7/40) Sachverhalt weiter ab und führte das
Vorbescheid
verfahren
durch (Urk. 7/46, Urk. 7/55). Mit Verfügung vom 6. September 2012 sprach sie dem
Ver
sicherten eine vom 1. April
bis 31. Dezember 2010 befristete ganze In
va
lidenrente zu (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 8. Oktober 2012 Beschwerde mit den An
trägen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die
Beschwerdegegne
rin
sei zu verpflichten, ein polydisziplinäres Gutachten zu veranlassen und ge
stützt darauf den Invaliditätsgrad neu zu bestimmen (Urk. 1 S. 2). Mit
Be
schwerde
ant
wort
vom 13. November 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin eine
reformatio
in
peius
in dem Sinne, dass der Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. Mai bis 31. August 2010 Anspruch auf eine ganze und für den Monat September 2010
auf eine halbe Rente ha
be
(Urk. 6). Mit Stellungnahme vom 6. Februar 2013 hielt
der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest (Urk. 12).
3.
Auf
die
Vorbringen der Parteien ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 ATSG). Die Invalidität kann Folge
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 IVG). Er
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
s
chliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichti
gen
.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG
) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine
halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Gemäss
Art.
29
bis
IVV werden bei der Berechnung der 1-jährigen Wartezeit nach
Art.
29
Abs.
1 IVG früher zurückgelegte Zeiten angerechnet, wenn eine Rente nach Verminderung des Invaliditätsgrades aufgehoben wurde, aber in den drei darauf folgenden Jahren die auf dasselbe Leiden zurückzuführende Arbeitsun
fähigkeit erneut ein rentenbegründendes Ausmass erreicht.
Art.
29
bis
IVV zielt darauf ab, dass beim Wiederaufleben der Invalidität nach Aufhebung der Rente eine versicherte Person unter bestimmten Voraussetzun
gen (zeitlicher Konnex zwischen Aufhebung der Rente und Neuanmeldung; Ar
beitsunfähigkeit in rentenbegründendem Ausmass bedingt durch gleiches Lei
den)
die im Rahmen der erstmaligen Rentenzusprechung bereits bestandene Warte
zeit
nicht ein zweites Mal er
füllen muss (BGE 117 V 24 f. E
.
3a; vgl. Urteil des da
maligen Eidgenössischen Versicherungsgerichtes [EVG] vom 2
2.
August 2001 [I
11/00] E
. 3c-d mit Hinweisen). Die fragliche Ausnahme
bestimmung ist auch
anwendbar, wenn der (erste) Rentenanspruch nur deshalb nicht bestand, weil die
versicherte Person den Anspruch verspätet geltend ge
macht hatte. Dadurch soll vermieden werden, dass diese durch eine verspätete Anmeldung gleichsam
doppelt bestraft wird (BGE 117 V 23; vgl. Urteil des
BGer
vom 1
3.
September 200
6 [I 73/05] E
. 6.3).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz
zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
di
ger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
relevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S.
69).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid zusammengefasst damit,
ab dem 2
7.
April 2009 sei der Beschwerdeführer aufgrund eines somatischen Leidens
zu 100 %
in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen
, was
nach
Ablauf des Wartejahres
An
spruch auf eine ganze Invalidenrente
gebe
. Sein Ge
sundheitszustand habe sich
danach
verbessert und er habe am 2. September 201
0 die berufliche Tätigkeit beim bis
herigen Arbeitgeber an einem angepassten Ar
beitsplatz im Pensum von 50 % aufgenommen. Bereits ab dem 1. Oktober 2010 habe er das Pensum auf 100 % steigern können. Bei dieser Tätigkeit habe er
das
selbe Einkommen wie vor Ein
tri
tt des Gesundheitsschadens erzielt
, weshalb der
Invaliditätsgrad 0 % betrage. Die ab Februar 2011 eingetretene Arbeits
unfähigkeit fusse auf einem psychi
schen und damit neuen Leiden, weshalb die Wartezeit für eine Rente im Februar 2011 erneut eröffnet werden müsse. Das psychische Leiden sei behandelbar und somit vorübergehend (Urk. 2 S. 6 f.).
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer im Wesentlichen entgegen, die Beschwerde
führerin gehe zu Unrecht von zwei voneinander unabhängigen
Beschwerdebil
dern
aus. Er könne weder in der angestammten noch in jeder anderen
an
spruchsvollen
Tätigkeit wieder voll arbeiten. Von einem hypothetischen Ein
kommen sei zu Unrecht kein leidensbedingter Abzug vorgenommen worden. Es seien keine fachärztlichen Abklärungen durch die Beschwerdegegnerin erfolgt, welche über die tatsächlich allenfalls noch gegebene Restarbeitsfähigkeit
inklu
sive des
psychisch
und körperlich zumutbaren Belastungsprofils Auskunft gebe (Urk. 1 S. 5).
3.
3.1
Dr. med.
B._
,
Allgemeine Innere Medizin FMH, diagnostizierte im Bericht vom 11. Dezember 2009 (Urk. 7/10) eine rasch progrediente, muskulär
dekom
pen
sierte
und invalidisierende
Coxarthrose
rechts seit Februar 2009 bei Status nach Hüft-Transplantation rechts im Juli 200
9.
Aktuell sei die bisherige Tätig
keit zu maximal 50 % zumutbar. Die Prognose sei günstig. Mit einer Wiederein
gliederung könne anfangs 2010 zu 75 % und auf Frühjahr 2010 zu 100 % ge
rechnet werden.
3.2
Dr. med.
C._
,
FMH Orthopädische Chirurgie, hielt im Bericht vom 12. Feb
rua
r 2010 (Urk. 7/11) eine Rückkehr in die aktuelle Tätigkeit nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber für möglich. Allerdings bedürfe der Be
schwerdeführer einer längeren und intensiven physiotherapeutisch geführten Rehabilitation bei doch massiv vorbestehender Bewegungseinschränkung und muskulären Kontrakturen präoperativ. Aktuell betrage die Arbeitsfähigkeit 50 % (Urk. 7/11/5).
3.3
Dem Bericht der
Klinik D._
vom 24. Juni 2010 (Urk. 7/20
/5-6
) ist zu ent
nehmen, dass beim Beschwerdeführer am 12. Mai 2010 ein
Hüfttotalprothesen
wechsel
rechts und am 14. Mai 2010 eine
Hämatomausräumung
Hüfte rechts
stattgefunden hatte.
Im Bericht vom 4. August 2010 (Urk. 7/20/7-8) hielten die behandelnden Ärzte der
Klinik D._
fest, im Vergleich zur Voruntersu
chung Ende Juni sei das hinkende
Gangbild
deutlich
regredient
. Der Beschwer
deführer komme ohne Gehstöcke in die Sprechstunde. Nach mehreren Wochen intensiver Physiotherapie zur Beinachsenstabilisierung und
zum
Muskelaufbau zeige sich nun ein deutlicher Fortschritt. Es werde die Fortführung der Physio
the
rapie für die kommenden zwei bis drei Monate empfohlen.
3.4
Dr.
B._
berichtete am 7. Februar 2011 (Urk. 7/22),
der Beschwerdeführer ar
beite seit November 2010 in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % bei einer auf 75 bis 80 % reduzierten Leistung.
3.5
Dem Austrittsbericht der
A._
vom 28. Juli 2011 (Urk. 7/33) sind als Hauptdiagnosen eine fortgeschrittene
muskulokoordinative
Dekonditio
nierung
bei Instabilität der Körperachse durch muskuläre
Dysbalance
mit
cer
vikocephal
und
lumbovertebral
betontem
Panvertebralsyndrom
und eine an
haltende psychosoziale Belastungssituation (familiär/beruflich) zu entnehmen (Urk. 7/33/1). Bei Eintritt habe der Beschwerdeführer über persistierende
Rest
beschwerden
der rechten Hüfte und chronische
Rückenschmerzen, besonders im Bereich
der H
als
-
und Lendenwirbelsäule
berichtet. Die lumbalen Schmerzen hätten nach der zweiten Hüftoperation zugenommen und seien seit sechs bis sieben Monaten an Intensität und Dauer intensiv. In der Zwischenzeit seien die Schmerzen chronisch geworden und durch die anhalten
d
massive psychosoziale Belastungssituation (Ehesituation, Ehefrau Tumorpatientin und
Alkoholprob
leme
sowie Arbeitsplatzsituation) habe er eine zunehmende Depression entwi
ckelt mit der Folge persistierender Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/33/2).
Im
Aus
trittsgespräch
gebe der Beschwerdeführer an, dass sich die Schmerzen nicht re
duziert hätten. Es sei eine deutliche Verbesserung der körperlichen Fähigkeiten,
insbesondere der Ausdauer und muskulären Stabilisierung/-Koordination im Ge
gensatz zu seinen Erwartungen erzielt worden. Die Bewegungs- und
Gangs
ta
bilität
habe zugenommen. Nervosität und innere Unruhe hätten sich leicht ver
bessert. Eine leichte Reduktion der Schmerzmedikation sei auch er
reicht. Der Beschwerdeführer sei mit dem Rehabilitationsergebnis bei zunächst skeptischer Einstellung bei Eintritt sehr zufrieden gewesen. Es wurde die Wei
terführung der
Physiotherapie
in ambulanter Form zur Stabilisierung der
Kör
perachse
und die
kontinuierliche Anbindung an eine ambulante Psychotherapie empfohlen.
Die Ar
beitsfähigkeit
(gemeint wohl
:
Arbeitsunfähigkeit)
betrage ab Eintritt am 23. Juni 2011 bis ein
schliesslich 4. August 2011 100 %. Danach sei eine
Neuein
schätzung
durch den weiterbehandelnden Kollegen vorzunehmen (Urk. 7/33/3).
3.6
Im Bericht vom 24. August 2011 (Urk. 7/29) hielt der neue Hausarzt des Be
schwer
deführers, Dr. med.
E._
,
FMH für Innere Medizin/Rheuma fest, der Beschwerdeführer sei bis heute zu 100 % erwerbsunfähig. Auf längere Sicht sei
zur Zei
t
noch keine Prognose abzugeben
(
Urk. 7/29/2).
3.7
Der behandelnde Dr. med.
F._
,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diag
nostizierte im Bericht vom 23. Februar 2012 (Urk. 7/40) eine depressive Episode mit somatischen Symptomen, mittelgradig (ICD-10 F32.11), seit ca. Februar 2011 sowie ein
Panvertebralsyndrom
cervicocephal
und
lumbovertebral
betont (Urk. 7/40/6). Er attestierte dem Beschwerdeführer als Lastwagenchauffeur,
La
germitarbeiter
und Abteilungsleiter eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem
2. Februar 2011 bis auf
Weiteres
(Urk. 7/40/8). Aus psychiatrischer Sicht sei eine
behinderungsangepasste Tätigkeit nicht genau festlegbar. Die Schmerzen seien
limitierend. Eine wechselbelastende Tätigkeit sei unbedingt erforderlich (Urk. 7/40/9)
.
Wenn auch unter der aktuellen Medikation der gesundheitliche Zustand ein wenig stabiler geworden sei, so
sei
dieser doch ganz klar in deutli
chem Mass beeinträchtigt. Hierbei seien es letztlich nicht die einzelnen Fakto
ren, die entscheidend seien, sondern die Summe aller Beeinträchtigungen. In ihrer Gesamtheit beeinträchtigten sie den Zustand des Beschwerdeführers be
trächtlich und erklärten damit die vollständige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/40/2).
4.
Wie der Beschwerdeführer zu Recht ausführte, ist der medizinische Sachverhalt zu wenig abgeklärt. In somatischer Hinsicht liegen keine
aktuellen
spezialärztli
chen
Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit vor. Dr.
B._
stellte zwar im De
zember 2009 nach der ersten Hüftoperation im Juli 2009 eine günstige Prog
nose (E. 3.1). Auch Dr.
C._
erachtete die Rückkehr in die aktuelle Tätigkeit für möglich und attestierte im Februar 2010 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (E. 3.2). Allerdings hatte sich der Beschwerdeführer am 12. Mai 2010 einer erneuten Operation mit Hüfttotalprothesenwechsel und zwei Tage später einer
Hämatom
ausräumung
zu unterziehen (E. 3.3). Für die postoperative Periode fehlen Anga
ben zur Arbeitsfähigkeit durch die behandelnden Ärzte.
Es ist lediglich von deutlichen Fortschritten die Rede. Aktenkundig und unbestritten ist zwar die Arbeitsaufnahme im September zu 50 % und im Oktober zu 100 % (Urk. 7/18). Gemäss Dr.
B._
war dem Beschwerdeführer die angepasste Tätigkeit in einem Pensum von 100 % möglich, jedoch mit einer Leistungsminderung um 20 bis 25 % (E. 3.4). Rund vier Monate später war der Beschwerdeführer bereits wieder zu 100 % arbeitsunfähig, wobei er unter chronischen Hüft- und Rückenschmer
zen sowie einer neu hinzugetretenen psychischen Erkrankung litt (vgl
.
ELAR-
Notiz vom 25. Mai 2011, Urk. 7/23, E. 3.5). Die später erhob
ene Neigung des Be
schwerdeführers zu
r
Dissimulation (vgl. Urk. 7/40/12) lässt Zweifel aufkom
men,
ob das ab Oktober 2010 effektiv ausgeübte Arbeitspensum der tatsächli
chen Leis
tungsfähigkeit des Beschwerdeführers in somatischer Hinsicht ent
sprach. Dies umso mehr, als der Beschwerdeführer auch nach der ersten
Hüfto
peration
seine angestammte Tätigkeit anfangs Januar zu 100 % aufgenommen hatte, obwohl der behandelnde Dr.
C._
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert hatte. In der
Folge musste der Beschwerdeführer sein Pensum
denn auch
auf 50 % redu
zie
ren
(vgl. ELAR-Not
iz vom 4. März 2010, Urk. 7/13) und sich im Mai aufgrund anhal
tender Beschwerden einer erneuten Hüftoperation unterzie
hen.
Richtig ist, dass
im weiteren Verlauf eine psychische Erkrankung hinzu
kam. Die von der
A._
und von Dr.
F._
attestierte Arbeits
unfähigkeit von 100 % fusst jedoch auf dem gesamten Beschwerdebild, welches sowohl somatisch als auch psychisch gefärbt ist. Da nicht klar ist, in welchem Ausmass der Be
schwerdeführer bei Ausbruch der psychischen Erkrankung in somatischer Hin
sicht noch eingeschränkt war, kann nicht beurteilt werden, ob
er je während mindestens 30 Tagen wiederum voll arbeits- und leistungsfähig geworden war und gegebenenfalls die
psychischen Beschwerden in direktem Zusammenhang
mit den somatischen stehen und daher eine sachliche
Konnexität
anzunehmen ist
. In psychiatrischer Hinsicht ist festzuhalten, dass aus der blossen Diagnose des behandelnden Psy
chiaters noch nicht auf ein nicht invalidisierendes Leiden geschlossen werden kann.
Massgebend ist die Klinik.
Der
Beschwerdeführer
war
im Zeitpunkt der Verfügung vom 6. September 2012 bereits seit eineinhalb
Jah
ren
zu 100 % ar
beitsunfähig.
Mitte 2011
befand er sich in
stationäre
r
Behand
lung in der
A._
und seither
in regelmässiger
ambulanter
psy
chiatrischer Behandlung
. Den Akten
sind
keine Anhaltspunkte auf mangelnde Compliance oder Inkonsistenzen
zu entnehmen
(vgl. Urk. 7/40/12)
. Daher ist
für die Beur
teilung der psychischen Erkrankung
und insbesondere deren willent
li
chen Überwindbarkeit trotz Hinweisen auf psychosoziale Belastungsfaktoren
die ge
naue Abklärung des medizinischen Sachverhalts auch in psychiatrischer Hin
sicht unumgänglich. Die Sache ist daher zur wei
teren medizinischen Abklärung
und erneutem Entscheid
an die IV-Stelle
zurückzuweisen.
5.
5
.1
Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und vorliegend auf Fr. 600.-- an
zusetzen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung einer Sache an die Ver
wa
ltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsie
gen (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 199/02 vom 10. Februar 2004 E.
6 mit Hin
weis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3), weshalb die Gerichtskosten entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der
Beschwerdegeg
nerin
aufzuerlegen sind.
5.3
Nach
§ 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierig
keit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Vorliegend erscheint eine
Prozessentschädigung von Fr. 1'9
00.-- (inkl. Mehrwert
steuer und Barauslagen) als angemessen.