Decision ID: f183bcd4-8d22-470d-8775-f688b53fb055
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
«...»
Staatsangehöriger, geboren 1968, trat am 22. Juli 2014 über die
Y._
AG eine Vollzeitstelle als Plattenleger an und
war im Rahmen dieses
Arbeitsverhältnisses bei der Suva unfallversichert (vgl.
die
Angaben in der Schadenmeldung UVG vom 3. November 2014,
Urk.
11/47/671).
Mit Schreiben vom 2
5.
September 2014 über
wies die Hausärztin
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Al
lgemeinmedizin,
X._ an Dr. med.
A._
, Spezialarzt für Orthopädie, und wies darauf hin, dass
ihr Patient
sie im November 2013 wegen Problemen im rechten Knie aufgesucht habe und die Beschwerden seit August 2014 zugenommen hätten, weshalb sie ihm ab dem 15. August 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert habe (Urk. 11/47/577).
Dr.
A._
führte daraufhin am 3
1.
Oktober 2014 eine Arthroskopie
durch, anlässlich der er neben der Entfernung des
Osteosynthese
materials
aus einer früheren Operation
eine
Teilmeniskektomie
vornahm und freie
Gelenkskörper
en
t
fernte
(Operationsbericht in Urk. 11/47/582
583; Bericht
e
von
Dr.
A._
vom 2
6.
September
und vom 2
5.
Oktober
2014,
Urk.
11/47/580-581
und
Urk.
11/47/578).
Kurz vor der Operation hatte
Dr.
Z._
den Orthopäden Dr.
A._
darüber informiert, dass
X._
ihr nachträglich von einem Sturz auf
einer
Bau
stelle
vom 1
4.
August 2014 berichtet habe, der di
e Schmerzzunahme ausgelöst habe
(
Brief vom 2
3.
Oktober 2014,
Urk.
11/47/584). Dies führte zur Meldung an die Suva (
Urk.
11/47/671)
,
die in der
Folge weitere Berichte von Dr.
Z._
und
Dr.
A._
entge
gennahm
(
Urk.
11/47/585-587, Urk.
11/47/591,
Urk.
11/47/612-616,
Urk.
11/47/636)
und
mit
X._
verschiedene Gespräche führte (
Urk.
11/47/57
2-573,
Urk.
11/47/566-567, Urk.
11/47/561).
Gestützt auf
eine
Kurz
beurteilung des
Kreisarztes
Dr.
med. B._
, Spezialarzt für
Chirurgie
(
Urk.
11/47/560)
, informierte die Suva
X._
sodann
mit Schreiben
vom 2
6.
April 2016
darüber, dass
sie den Fall per 3
1.
Oktober 2014 abschliesse und den Anspruch auf weitere Versicherungs
leistungen
mangels fortbestehender Unfallfolge
n ablehne (Urk.
11/47/545-546). Mit
Verfügung vom
1
0.
August 2017
hielt sie
an dieser Leistungseinstellung fest
(
Urk.
11/47/458-459)
, nachdem sie zuvor den Verlaufsbericht von
Dr.
A._
vom 2
9.
April 2016 erhalten hatte (Urk.
11/47/
541-543) und durch
Dr.
B._
die Aktenbeurteilung vom 14. Juli 2017
hatte
erstellen
lassen (
Urk.
11/47/460-465).
Die Einspr
ache von
X._
wies die Suva
mit Entscheid vom
8.
Januar 2018 ab (Urk. 11/47/416
428).
X._
, vertreten durch Rechtsanwältin
Ama
Mülthaler
,
liess gegen den
Einspracheentscheid
vom
8.
Januar 2018 beim Sozialversicherungsgericht
Beschwerde erheben. Dieses hiess die Beschwerde mit Urteil vom
2.
September 2019 in dem Sinne gut, dass es den angefochtenen Entscheid aufhob und die Sache zur Einholung eines Gutachtens zur strittigen Kausalitätsfrage bei einer versicherungsexternen, auf Knieprobleme spezialisierten Fachperson zurückwies (
Urk.
11/47/272-287
; Prozess UV.2018.00045
). Der Entscheid blieb unangefochten.
1.2
Am 3
0.
April 2019 meldete sich
X._
bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
11/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte den Bericht von
Dr.
Z._
vom
7.
Juni 2019 ein (
Urk.
11/11/1-6) und ge
langte dabei auch in den Besitz von Berichten der Universitätsklinik
C._
vom 1
5.
Januar, vom 1
9.
März und vom 2
4.
Mai 2019, gemäss denen für Juni 2019 eine Operation des rechten Knies mit Anbringen einer
Totalendoprothese
geplant war (
Urk.
11/11/9-11). Die IV-Stelle teilte dem Versicherten daraufhin am 2
0.
Jun
i
2019 mit, dass keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien, sondern der Anspruch auf eine Rente geprüft werde (
Urk.
11/12).
Die geplante Knie
operation fand am 2
4.
Juni 2019 in der
Universitätsk
linik
C._
statt
(Operationsbericht in
Urk.
11/47/163-164; Austritt
sbericht vom
1.
Juli 2019, Urk.
11/47/166-167),
worüber die Klinik mi
t Bericht an die Hausärztin Dr.
Z._
vom 2
4.
September 2019 (
Urk.
11/47/260-261)
und
Bericht zu
handen der IV-Stelle vom
1.
November 2019 (
Urk.
11/13) informierte.
Im Zuge ihrer weiteren Abklärungen holte die IV-Stelle den Verlaufsbericht von
Dr.
Z._
vom 1
5.
Januar 2020 und den Verlaufsbericht der Universitäts
klinik
C._
vom 2
4.
Juni 2020 ein (
Urk.
11/14 und
Urk.
11/19
/1
6
ein
schliess
lich Physiotherapieverordnungen und Arbeitsunfähigkeits
bescheinigungen in
Urk.
11/15
) und nahm
die Sprechstundenberichte
der Universitätsklinik
C._
vom
5.
und
v
om 2
3.
Juni
2020 zu den Akten (
Urk.
11/19/7-8 und
Urk.
11/20).
Danach unte
rbreitete sie die Akten dem RAD
Arzt
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie, der am 1
3.
Juli 2020 seine Stellungnahme dazu abgab (
Urk.
11/21/5-6). G
estützt darauf eröffnete die IV
Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 3
0.
Juli 2020, dass sie einen Rentenanspruch zu verneinen gedenke, da er seit dem
1.
März 2020 für eine überwiegend sitzende Tätigkeit mit leichter Wechselbelastung voll arbeitsfähig sei (
Urk.
11/22; Feststellungsblatt in
Urk.
11/21).
Der Versicherte, auch hier vertreten durch Rechtsanwältin
Ama
Mülthaler
, liess mit den Eingaben vom
8.
und vom 1
3.
S
eptember sowie vom 1
9.
Oktober 2020
Einwendungen erheben (
Urk.
11/23
,
Urk.
11/32
und
Urk.
11/43
)
und
liess einen Bericht von
Dr.
Z._
vom
8.
September 2020 (
Urk.
11/30
) sowie
Bericht
e
der
Universitätsklinik
C._
vom
4.
August 2020
und vom
8.
September 2020
einreichen
(
Urk.
11/31
und
Urk.
11/37
mit den Arbeitsunfähigkeits
bescheinigungen in
Urk.
11/38
)
.
Auf den entsprechenden Antrag des Versicherten hin (
Urk.
11/32 und
Urk.
11/43) zog die IV-Stelle die Akten der Suva bei (
Urk.
11/47/1-671) und erhielt dadurch
unter anderem
Kenntnis von
einem Aus
zug aus der Krankengeschichte, den
Dr.
Z._
zuhanden der S
uva erstellt hatte
(
Urk.
11/47/180 und
Urk.
11/47/250-254),
einem Schreiben von
Dr.
A._
an die Rechtsvertreterin des
Versicherten vom 29.
Oktober 2018 (
Urk.
11/47/184
-185
),
einem Bericht der Universitätsklinik
C._
vom 2
2.
Mai 2019 über das Ergebnis einer
Magnetresonanzuntersuchung der
Lenden
wirbel
säule (
Urk.
11/47/158-159)
,
einem Bericht über eine Besprechung zwischen der Suva und dem Versicherten im Beisein von dessen Rechtsvertreterin vom 2
1.
November 2019 (
Urk.
11/47/201-
204) und
dem Gutachten von
Dr.
med.
E._
, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom
7.
September 2020, das die Suva in Nachachtung des Urteils vom
2.
September 2019
in Auftrag gegeben hatte (Urk.
11/47/13-42)
. Der Versicherte liess daraufhin mit Eingabe
vom 30.
November 2020
nochmals Stellung nehmen (
Urk.
11/48)
und einen weiteren Sprechstundenbericht der
Universitätsklinik
C._
vom 1
2.
November 2020 einschliesslich einer Arbeits
unfähigkeitsbescheinigung einreichen (
Urk.
11/49 und
Urk.
11/50).
Mit Verfügung vom 1
6.
Dezember 2020 entschied die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbescheids und verneinte den Anspruch des Versicherten auf eine Invaliden
rente (
Urk.
2 =
Urk.
11/53; Feststellungsblatt in
Urk.
11/51).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
6.
Dezember 2020 liess
X._
durch Rechts
anwältin
Ama
Mülthaler
mit Eingabe vom
1.
Februar 2021 Beschwerde erheben (
Urk.
1) und beantragen, die Verfügu
n
g sei aufzuheben, es sei eine angemessene Invalidenrente ab Entstehung des Anspruchs zu berechnen und ihm diese auch rückwirkend nebst gesetzlich anfallenden Zinsen auszurichten und es seien mögliche und geeignete Eingliederungsmassnahmen, beispielsweise Umschulung, anzuordnen (
Urk.
1 S. 1 f.). In prozessualer Hinsicht liess er um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Einsetzung seiner Rechtsvertreterin als unentgeltliche Vertreterin ersuchen (
Urk.
1 S. 2).
Als neues Beweismittel liess der Versicherte namentlich den noch nicht eingereichten Sprechstundenbericht der Universitätsklinik
C._
vom 2
4.
März 2020 und eine aktuelle Arbeitsunfähig
keitsbescheinigung der Universitätsklinik
C._
beibringen (
Urk.
3/5
sowie
Urk.
7 und
Urk.
8/2
). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom
3.
März 2021
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10)
.
M
it Verfügung vom
1
1.
März 2021 wurde die Beschwerdeantwort dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht, und gleichzeitig wurde ihm antragsgemäss die unentgeltliche Rechts
pflege gewährt (
Urk.
13).
Mit Eingabe vom 2
6.
März 2021 liess der Beschwerdeführer nochmals Stellung nehmen (
Urk.
15) und einen Bescheid des Sozialzentrums
F._
vom 1
9.
März 2021 zur Finanzierung eines Deutschkurses (
Urk.
16/1) sowie eine Beurteilung der Universitätsklinik
C._
vom 1
9.
März 2021 einreichen, die seine Rechts
vertreterin eingeholt hatte (
Urk.
16/2). Die Beschwerdegegnerin gab dazu am 2
9.
April 2021 eine Stellungnahme ab (
Urk.
19). Mit Eingabe vom 1
7.
Mai 2021 liess sich auch der Versicherte nochmals vernehmen (
Urk.
21).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Art.
6 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
regelt die generelle
n Voraussetzungen, unter denen s
chweizerische und ausländische Staatsangehörige sowie Staatenlose Anspruch auf Leistungen der Inv
a
liden
versicherung haben. Nach
Art.
6
Abs.
2
IVG sind
a
usländische Staatsangehörige
(vorbehältlich
Art.
9
Abs.
3 IVG)
nur anspruchsberechtigt, solange sie ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (
Art.
13
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG])
in der Schweiz haben und sofern sie bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleistet oder sich ununterbrochen während zehn Jahren in
der Schweiz aufgehalten haben.
Ein volles Beitragsjahr liegt gestützt auf
Art.
32
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
in Verbindung mit
Art.
50
der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV)
dann vor, wenn eine
Person ins
gesamt länger als elf Monate gemäss
Art.
1a oder 2
des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG)
versichert war und während dieser Zeit den Mindestbeitrag bezahlt hat oder B
eitragszeiten im Sinne von Art.
29
ter
Abs.
2
lit
. b und c AHVG
(doppelter Mindestbeitrag des Ehegatten, Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften)
aufweist (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_510/2020 vom
2.
November 2020 E. 3.2 mit Hinweisen).
Für
Angehörige eines Vertragsstaates des
Personenfreizügigkeitsabkommen
s
(Ab
kommen vom 2
1.
Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die
Freizügigkeit [FZA]) gelten zudem
(vgl.
Art.
80a IVG)
die Vorschriften dieses Abkommens und der
im Anhang II als ma
ssgebend erklärten Verordnungen,
insbesondere
(ab April 2012)
der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 vom 2
9.
April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (VO 883/2004).
Gestützt auf
Art.
46
Abs.
1 in Verbindung mit
Art.
57 VO 883/2004 ist
Art.
6
Abs.
2 IVG
hinsichtlich der Mindestbeitragsdauer (nicht aber hin
sichtlich des Wohnsitzes und gewöhnlichen Aufenthaltes in der Schweiz; vgl. BGE 130 V 253 E. 2.3)
auch auf Angehörige eines EU-Mitgliedstaates anwendbar.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Im Invalidenversicherungsrecht kann die Invalidität Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 IVG). Sie gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (
Art.
4
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Gemäss Art. 28 Abs.
2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente
, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertels
rente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invaliden
einkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkommen
).
Bei der Ermittlung des hypothetischen
Valideneinkommens
ist im Regelfall am Einkommen anzuknüpfen, das die versicherte Person vor dem Eintritt des Gesundheitssc
hadens tatsächlich erzielt hat,
da es
der empirischen
Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre
(BGE 134 V 322 E. 4.1).
1.3.2
Der Rentenanspruch entsteht nach Art. 28 Abs. 1 IVG frühe
stens in dem Zeit
punkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig war (
lit
. b), so
fern sie nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (
lit
. c). Zusätz
lich kann der Rentenanspruch gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG (in der ab dem 1. Januar 2008 gültigen Fassung) nicht vor Ablauf von sechs Monaten nach der Geltend
machung entstehen.
Während
für die Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG) und den Invaliditätsgrad (Art. 8 und Art. 16 ATSG), wie sie nach Art. 28 Abs. 1
lit
. c IVG massgebend sind, nach dem Einkommen zu fragen ist, d
as
eine Person auf
dem gesamten in Frage kommenden Arbeitsmarkt mit einer dem Gesundheitsschaden angepassten zu
mutbaren Tätigkeit erzielen könnte
, beurteilt sich die Arbeitsunfähigkeit (
Art. 6 ATSG), wie sie für das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG massgebend ist,
nach der
gesundheitlich
bedingten Einbusse an funktionellem Leistungs
vermögen, und es kommt dabei in der Regel einzig auf die Einschränkungen im bisherigen Beruf an (vgl. BG
E 130 V 97 E. 3.2, 105 V 156 E.
2a, 97 V 226 E. 2).
1.4
Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar bedrohte Versicherte haben nach Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese not
wendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im (nicht erwerblichen) Aufgabenbereich zu betätigen, wiederherzustellen, zu verbessern, zu erhalten oder ihre Verwertung zu fördern. Zu diesen Massnahmen gehören die in Art. 15 ff. IVG geregelten Massnahmen beruflicher Art (Art. 8 Abs. 3
lit
. b IVG), und diese umfassen unter anderem
Berufsberatung (
Art.
15 IVG),
Umschulung (Art. 17 IVG) und Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG).
Nach dem Grundsatz «Eingliederung vor Rente»
, wie er in
Art.
28
Abs.
1
lit
. a IVG in der ab
1.
Januar 2008 geltenden Fassung ausdrücklich festgeschrieben worden ist, aber schon vorher gegolten hat, kann vor der Durchführung von Ein
gliederungsmassnahmen eine Rente nur gewährt werden, wenn die versicherte
Person wegen ihres Gesundheitszustandes (noch) nicht eingliederungsfähig ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_186/2009
vom 29. Juni 2009
E. 3.2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 121 V 190 E. 4a und c).
1.5
Für die Beurteilung von Rechtsfragen, denen medizinische Sachverhalte zugrunde liegen, ist das Gericht auf Angaben und Unterlagen von medizinischen Fach
personen, namen
tlich von Ärztinnen und Ärzten, angewiesen.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist nach höchstrichterlicher Praxis entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind (
BGE 134 V 231 E. 5.1, 1
25 V 351 E. 3a).
2.
Strittig und zu prüfen ist, ob und gegebenenfalls ab welchem Zeitpunkt der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
Diese Frage ist im vor
liegenden internationalen Sachverhalt, auf den
aufgrund der
«...»
Staats
angehörigkeit des Beschwerdeführers
das FZA und die
VO 883/2004
anwendbar sind, allein nach schweizerischem Recht zu beurteilen (vgl. BGE
130 V 253 E. 2.4).
3.
3.1
Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin
aufgrund des Folgenden
die versicherungsmässige Voraussetzung in
Art.
6
Abs.
2 IVG
(zur Massgeblichkeit dieser Voraussetzung vgl. vorstehend E. 1.1)
- eine Beitragsleistung während m
indestens eines
vollen Jahr
es bei Eintritt der Invalidität
-
zu Recht als gegeben erachtet
hat
(vgl.
Urk.
11/21/1)
.
3.2
Hinsichtlich des Ren
tenanspruchs tritt der Versicherungsfall
, wie er in
Art.
4 Abs.
2 IVG
definiert ist,
am ersten Tag nach Ab
lauf der einjährigen Wartezeit
ein
, also
sobald die versicherte Person
im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b und c
IVG
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich wenigstens zu 40 Prozent
arbeitsunfähig war und wei
terhin mindestens zu 40 Prozent erwerbsunf
ähig ist (
Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der In
validenversicherung [KSIH],
Rz
1
030
).
Zwar ist bekannt, dass sich der Beschwerdeführer das rechte Knie bereits im Jahr 1988 erheblich verletzt hatte, und
Dr.
E._
gelangte in seiner Kausalitäts
beurteilung vom
7.
September 2020 zum Schluss, dass es diese Verletzung und die damals deswegen durchgeführte Operation gewesen seien, die im Laufe der Jahre zum Zustand des rechten Knies geführt hätten,
wie er Mitte August 2014 vorgelegen und die Operationen vom Oktober 2014 und vom Juni 2019 nach sich gezogen habe (
Urk.
11/47/33-39).
D
ie Hausärztin
Dr.
Z._
attestierte dem
Beschwerdeführer
gemäss ihrem Schreiben vom 2
5.
September 2014
jedoch
erst ab dem 1
5.
August 2014
, im Anschluss an den geltend gemachten Arbeitsunfall während seiner Anstell
ung als Plattenleger ab dem 22.
Juli 2014 (vgl.
Urk.
11/47/671),
eine Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
11/47/577
).
Wohl sind in der Zeit davor bereits die
Konsultationen bei
Dr.
Z._
vom
November 2013 dokumentiert, und die Ärztin vermutete einen Zusammenhang mit der früher er
littenen Knieverletzung. Sie beschrieb die
festgestellte Schwellung aber
anlässlich der zweiten der beiden Konsultationen als rückläufig und attestierte keine Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
11/47/180).
Und was die Zeit davor betrifft, so berichtete der Beschwerdeführer gegenüber
Dr.
E._
, er habe ein Jahr nach dem Unfall des Jahres 1988 und der damaligen Operation seine angestammte Tätigkeit als Stationsvorstand
wieder aufgenommen
und habe später in
G._
und in der Schweiz ohne Proble
me auf dem Bau gearbeitet (Urk.
11/47/26-27).
Die Schilderungen des Beschwerdeführers hierzu sind zwar nicht in jeder Hinsicht konsistent
;
insbesondere kann aus dem Auszug aus dem individuellen Konto vom 2
6.
April 2019
(
Urk.
11/1)
nicht auf ein durchgehendes Arbeitsverhältnis seit dem Jahr 2012 beim selben Arbeitgeber geschlossen werden
. Aus diesem Auszug ist aber immerhin ersichtlich, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2012
, dem ersten Jahr, in dem er in der Schweiz gearbeitet hatte,
während sechs Monaten (
Juli bis Dezember)
und im Jahr 2013 während acht Monaten
(April bis November)
bei
tragspflichtige Einkünfte erzielt hatte
. Des Weiteren kann
aufgrund der Höhe dieser
Einkünfte (
Fr.
23'433.-- + Fr.
9'317.-- im Jahr 2012 und
Fr.
36'182.-- im Jahr 2013)
ausgeschlossen werden, dass der Beschwerdeführer schon damals während eines ganzen Jahres im Sinne von
Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG
durch
schnittlich
zu
mindestens 40
%
a
rbeitsunfähig
gewesen war
und somit da
s an
spruchsrelevante Wartejahr
bestanden hatte
.
Damit
kann
der Versicherungsfall
in Bezug auf den Rentenanspruch nicht vor dem J
ahr 2014 eingetreten sein.
Bis Ende 2013 hatte der Beschwerdeführer aber auch die Voraussetzung der Beitragsleistung während mindestens eines vollen Jahres erfüllt; nach dem bereits Ausgeführten sind in den Jahren 2012 und 2013 Beiträge während einer insgesamt 14-monatigen Dauer ausgewiesen.
3.3
D
ie versicherungsmässige Voraussetzung
nach
Art.
6
Abs.
2 IVG
wäre
somit auch dann erfüllt, wenn
das Wartejahr im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin (
vgl.
Urk.
11/21/6) nicht erst mit der Operation vom 2
4.
Juni 2019, sondern bereits mit der Attestierung der Arbeits
unfähigkeit durch
Dr.
Z._
ab dem 1
5.
August 2014 zu laufen begonnen hätte und bereits vor der Operation vom Juni 2019 abgelaufen gewesen wäre und wenn de
r Beschwerdeführer
nach diesem früheren Ablauf im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. c IVG zu mindestens 40
%
invalid gewesen wäre.
Im Folgenden ist zu prüfen, wie es sich damit verhält.
4.
4.1
4.1.1
Gemäss dem Auszug aus der Krankengeschichte, der den Zeitraum von November 2013 bis Mitte Oktober 2019 umfasst (
Urk.
11/47/180 und
Urk.
11/47/250-254), begrenzte
Dr.
Z._
das Attest der 100%igen Arbeitsunfähigkeit ab dem 1
5.
August 2014 vorerst auf zwei Wochen (
Urk.
11/47/250), verlängerte
dieses
aber schliesslich bis zur Operation vom 3
1.
Oktob
e
r 2014, nachdem ein Arbeits
versuch ab dem
1.
Oktober 2014 nicht erfolgreic
h gewesen war (Urk.
11/47/251).
Als der Beschwerdeführer auch nach
der Opera
tion vom 3
1.
Oktober 2014 (Urk.
11/47/582-583)
über
vor allem
belastungsabhängige Knieschmerzen
klagte, attestierte ihm
Dr.
Z._
bis Ende April 2015
weiterhin
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
11/47/591)
,
und
Dr.
A._
konstatierte
anlässlich der Verlaufskontrolle vom 2
9.
A
pril 2016 einen
gegenüber Februar 2015 (vgl.
Urk.
10/47/615-616)
im Wesentlichen unveränderten Z
ustand und
hielt fest,
dass der Beschwerdeführer bis anhin wegen der Einschränkungen im längeren Gehen und Stehen keiner geregelten Arbeit habe nachgehen können,
und
empfahl
schon damals die Implantation einer K
nietotalprothese
(
Urk.
11/47/541-543).
Die
Universitätsk
linik
C._
stellte daraufhin am 1
9.
März 2019 definitiv die Indikation für diese Prothese
, nachdem
auch in den Jahren 2017 und 2018
davon
wieder die Rede gewesen war (vgl.
Urk.
11/47/253
-254
),
und machte den Beschwerdeführer darauf aufmerksam, dass es ihm danach nicht mehr möglich sein werde, den mit Knien verbundenen Beruf als Plattenleger weiter auszuüben (
Urk.
11/11/10).
Dementsprechend schloss die Universitätsklinik
C._
nach der Operation vom
Juni 2019
eine teilweise Wiedere
rlangung der Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf zwar
zunächst
noch nicht vollständig aus (vgl.
die Berichte vom
1.
November 2019 und vom 2
4.
Juni 2020,
Urk.
11/13/9 und
Urk.
11/19/5), attestierte dem Beschwerdeführer jedoch bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit
für die entsprechende Tätigkeit
(
Urk.
11/19/8,
Urk.
11/38
, Urk.
11/50
)
, letztmals im Zeugnis vom 1
1.
Februar 2021 (
Urk.
8/2).
4.1.2
Bei dieser Aktenlage ist
in Übereinstimmung mit der Darstellung in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 5 und S. 6)
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
die Arbeitsfähigkeit
für die
angestammte
Tätigkeit auf dem Bau und
insbesondere
als Plattenleger
im gesamten Zeitraum ab
Mitte August 2014 bis zum
Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1
6.
Dezember 2020
nicht wiedererlangte. Dies erscheint auch angesichts der Beur
teilung von
Dr.
E._
plausibel; dieser bezeichnete
die Schädigung
des rechten Kniegelenks
, die der Beschwerdeführer im Jahr 1988 erlitten hatte, als schwer (
Urk.
11/47/34) und
hielt fest
, das
Gelenk habe seither
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit trotz anfänglich fehlender Symptomatik nie mehr eine physiologische Stabilität er
reicht
(
Urk.
11/47/35). Eine Unzumutbarkeit der angestammten Tätigkeit seit längerer Zeit scheint im Übrigen auch der RAD-Arzt
Dr.
D._
in der Stellung
nahme vom 1
3.
Juli 2020 angenommen zu haben, wenn er für die Zeit bis zur Operation vom Juni 2019 nur von der vollumfänglichen Zumutbarkeit einer
an
gepassten
Tätigkeit sprach (
Urk.
11/21/6).
Das Wartejahr nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG war somit im Zeitpunkt der Anmeldung vom 3
0.
April 2019, die am
2.
Mai 2019 bei der Beschwerdegegnerin einging (
Urk.
11/4)
, schon lange abgelaufen und wurde entgegen der Sichtweise der Beschwerdegegnerin (
Urk.
11/21/6) nicht erst im Juni 2020 bestanden.
D
em Beschwerdeführer könnte demnach
bereits ab dem
1.
November 2019, im An
schluss an die sechsmonatige Frist nach
Art.
29
Abs.
1 IVG
(vgl.
Art.
29 Abs.
3 IVG)
, eine Rente zugesprochen werden, wenn er ab dann
in Anwendung von Art.
28
Abs.
1
lit
. c IVG
eine
Erwerbseinbusse von mindestens 40
%
zu verzeichnen hätte.
4.2
4.2.1
Der RAD-Arzt
Dr.
D._
definierte in seinem Belastungsprofil vom 1
3.
Juli 2020 eine angepassten Tätigkeit als überwiegend sitzend ausgeübte (angepasste) Tätig
keit mit leichter Wechselbelastung und
erachtete den
Beschwerdeführer in der Zeit vom Operationsdatum des 2
4.
Juni 2019 bis zur
ärztlichen Kontrolle vom 1
0.
Oktober 2019
auch für eine solche Tätigkeit als zu 100
%
arbeitsunfähig, hielt jedoch für die Zeit danach eine Arbeitsaufnahme und eine langsame Steigerung der Arbeitsfähigkeit bis auf 100
%
für realisierbar (
Urk.
11/21/6). Auf diese Beurteilung stützte sich die Beschwerdegegnerin bei ihrer Annahme, der Beschwerdeführer sei ab dem
1.
März 2020 zu 100
%
arbeitsfähig für eine zu
mutbare, angepasste Tätigkeit (
Urk.
11/21/6)
.
4.2.2
Es fehlt indessen an einer zuverlässigen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung einer medizinischen Fachperson, die sich anhand einer eigenen klinischen Unter
suchung
ein Bild
zum Zustand des rechten Knies
ge
mach
t
, die persönlichen An
gaben des Beschwerdeführers
entgegengenommen
und sich erkennbar mit der Krankengeschichte und dem gesamten V
erlauf auseinandergesetzt hat
.
Die Universitätsklinik
C._
beschränkte
das Arbeitsunfähigkeitsattest
im Bericht an die Beschwerdegegnerin vom
1.
November 2019 zwar auf die Zeit bis Ende Oktober 2019 und hielt fest, eine dem Leiden angepasste Tätigkeit sei
im Verlauf
in vollem Umfang möglich (
Urk.
11/13/9-10). Im nachfolgenden Ver
laufsbericht vom
2
4.
Juni 2020 bezeichnete
der Klinikarzt
den Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers aber als verschlechtert (
Urk.
11/19/4),
nachdem am Vortag die Jahreskontrolle des rechten Knies erfolgt war (vgl. den Sprech
stundenbe
richt vom 2
3.
Juni 2020,
Urk.
11
/20) und Anfang Juni
die
zusätzliche
Diagnose einer paravertebralen Myalgie mit B
andscheibenbefunden
gestellt wor
den war
(B
ericht vom
5.
Juni 2020,
Urk.
11
/19/7-8). E
ntsprechend
der fest
gestellten Verschlech
t
erung
erachtete der Klinikarzt das Ausmass der Beeinträchtigung in der Leistungsfähigkeit nunmehr als unklar und umschrieb eine angepasste Tätigkeit nur sehr allgemein
als Bürotätigkeit beziehungsweise
als Tätigkeit, die nicht auf den Knien zu verrichten sei (
Urk.
11/19/5).
Im weiteren Sprechstundenbericht vom
4.
August 2020
sodann wiesen die Klinikärzte auf die geplante Evaluierung in Bezug auf eine nochmalige Operation hin
, ohne sich zur Arbeitsfähigkeit zu äussern
(
Urk.
11/36). Des Weiteren führte
im Beric
ht vom 8. September 2020
ein anderer Arzt der
Universitätsklinik
C._
aus
, dass es dem Beschwerdeführer nach der Operation (vom Juni 2019) während vier bis fünf Monaten etwas
besser gegangen
sei, dass die Schmerzen jedoch in den letzten fünf Monaten besonders intensiv gewesen seien und ihn erheblich eingeschränkt hätten (
Urk.
11/37/1), und
stellte
in objektiver Hinsicht
unter anderem eine Hypotrophie der Oberschenkelmuskulatur des rechten Beins fest (
Urk.
11/37/2).
Überlegungen zur Arbeitsfähigkeit finden sich in diesem Bericht
wiederum
nicht, und
Dr.
Z._
erklärte in ihrem gleichentags verfassten Bericht, aufgrund des noch unsicheren Verlaufs
könne die Arbeitsfähigkeit nicht abschliessend beurteilt werden (
Urk.
11/35). Schliesslich sind auch den Berichten der Universitätsklinik
C._
vom 1
8.
Novembe
r 2020 (
Urk.
11/49) und vom 19.
März 2021 (
Urk.
16/2) keine weiterführenden, umfassenden Angaben zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit zu entnehmen.
Die
behandelnden
medizinischen Fachpersonen
be
zogen ihre Einschätzung
somit entsprechend ihrem Behandlungsauftrag weitgehend auf d
en Zustand
zur Z
eit der jeweiligen Konsultation. Dieser Zustand
präsentierte sich indessen nicht derart eindeutig, dass
sich schon allein aus den behandlungsbezogenen, punktuellen Beurteilungen
ein klares, kohärentes Bild in Bezug auf das Profil und die zeitliche Zumutbarkeit einer angepassten Tätigkeit ergäbe.
Dr.
E._
sodann setzte sich zwar
als Spezialist der Orthopädischen Chirurgie
in seinem Gutachten zuhanden der Suva (
Urk.
11/47/13-42) eingehend und gut verständlich mit den
Vorakten
, den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers und den erhobenen Befunden auseinander; wie der Beschwerdeführer zutreffend bemerken liess (
Urk.
1 S. 7,
Urk.
15 S. 2,
Urk.
21),
beschränkte sich der Auftrag an
Dr.
E._
jedoch auf die Beurteilung d
er Unfallkausalität, und dement
s
prechend nahm der Gutachter keine Stellung zur Arbeitsfähigkeit.
4.2.3
Es ist daher unabdingbar, dass im
Rahmen einer Begutachtung durch eine
Fach
person der Orthopädie, die zudem auf das Knie spezialisiert ist,
näher abgeklärt wird, welche Tätigkeiten
dem Zustand des rechten Knies angepasst sind und ab wann sowie in welchem zeitlichen Umfang sie dem Beschwerdeführer zuzumuten sind. Im Rahmen dieser Begutachtung, zu deren Anordnung die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, wird sich zudem zeigen, ob der
Beizug
einer weiteren, auf die Beurteilung von Wirbelsäulenbeschwerden ausgerichteten Fachperson erforderlich ist.
4.3
Nach Vorliegen der
Begutachtungsergebnisse wird sich die Besc
hwerdegegnerin sodann
mit der erwerblichen Situation
noch eingehender
zu befassen haben, als sie dies bisher getan hat.
Sie
wies
zwar zutreffend auf die vergleichsweise
niedrigen Einkünfte hin
, die im Auszug aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers vom 2
6.
April 2019 (
Urk.
11/1) eingetragen sind (vgl.
Urk.
11/21/6). Entgegen ihrem Vorgehen ver
bietet es sich jedoch, aus diesen Ein
künften direkt auf das
Validen
einkommen
zu schliessen. Denn
soweit die Beschwerdegegnerin feststellte, dass seit dem Jahr 2015 nur Beiträge für Nichterwerb
stätige abgerechnet worden seien
, so war der Beschwerdeführer seit dann
bereits
beeinträchtigt in seiner Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als Plattenleger. Auffallend ist
immerhin
, dass sich die eingetragenen Einkünfte schon in den Jahren 2012 und 2013 nur auf sechs beziehungsweise auf acht Monate erstrecken und dass im Jahr 2014
- erst in diesem Jahr hatte sich der Beschwerdeführer mit Einreisedatum des 2
8.
April 2014 in
H._
angemeldet (vgl. die Wohnsitzbestätigung vom 1. April 2016, Urk. 11/47/531) -
ebenfalls erst für die Zeit ab Juli Einkünfte registriert sind
, dem Monat, in dem der Beschwerdeführer über die
Y._
AG seine Voll
zeitstelle als Plattenleger antrat.
Die Beschwerdegegnerin erhob jedoch nicht, auf
grund welcher Umstände der Beschwerdeführer von 2012 bis 2014 nur während eines Teils des Jahres erwerbstätig gewesen war und ob sich in den Jahren danach etwas geändert hätte daran.
Es wird daher Sache der Beschwerdegegnerin sein, der Frage auf den Grund zu gehen, in welchem Umfang der Beschwerdeführer bei guter Gesundheit
- in der Schweiz oder anderswo -
er
werbstätig wäre
.
Ebenfalls wird die Beschwerde
gegnerin zu erheb
en haben, ob und
welche Vorkehren der beruflichen Ein
gliederung zu treffen sind.
4.4
Damit ist die angefochtene Verfügung vom 1
6.
Dezember 2020 aufzuheben, und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die erforderlichen Abklärungen im Sinne der Erwägungen treffe und hernach über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für die
unterliegende Be
schwerdegegnerin kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des g
esetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) ermessensweise auf
Fr.
600.--
festzusetzen.
6.
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person An
spruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere Bemessungskrite
rien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie
§
8 der Verordnung über die Gebüh
ren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien rechtfertigt es sich,
dem Beschwerde
führer
eine Proze
ssentschädigung von
Fr.
3'
2
00.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.