Decision ID: bceb80a1-1274-41c7-a623-c0ec16f5b475
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
betreffend Kollokationsklage
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Horgen vom 24. September 2013 (FO120002-F)
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Rechtsbegehren: (Urk. 1 sinngemäss)
Es sei die Forderung von Fr. 189'338.20 im Konkurs der Beklagten zu kollozieren, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der .
Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Horgen:
1. Die Klage wird abgewiesen.
2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 10'000.–.
3. Die Entscheidgebühr wird der Klägerin auferlegt und aus dem von ihr geleis-
teten Vorschuss bezogen.
4. Der Beklagten wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
5. (Mitteilung)
6. (Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
Der Klägerin und Berufungsklägerin (Urk. 27): " das vorinstanzliche Urteil sei aufzuheben und es sei die Forderung
von Fr. 189'338.20 im Konkurs der Beklagten zu kollozieren, eventuell sei die Forderung als bedingte Forderung und mit dem
Vermerk, dass es sich um einen Vorschuss handle, über den eine  zu erstellen sei, zu kollozieren.
eventuell sei das Verfahren gestützt auf Art. 318c.2. in Verbindung mit Art. 56 ZPO an die Vorinstanz zurückzuweisen, um der Klägerin  zu geben, ihren unvollständigen Parteivortrag zu ergänzen.
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen beider Instanzen zulasten der Beklagten und Berufungsgegnerin"
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Considerations:
Erwägungen:
A. Sachverhaltsübersicht/Prozessgeschichte
1. Gegenstand der vorliegend zu beurteilenden Kollokationsklage ist der Kollo-
kationsplan im Konkursverfahren Nr. ... des Konkursamtes D._ über
C._.
2. Die Klägerin und Berufungsklägerin (fortan Klägerin) hat im Konkursverfah-
ren diverse Forderungen im Gesamtbetrag von Fr. 310'112.40 angemeldet,
wovon Fr. 74'836.20 zugelassen wurden. Im Restbetrag wurde die Forde-
rung vom Konkursamt nicht anerkannt und abgewiesen (Urk. 4/4).
3. Die Klägerin erhob bei der Vorinstanz rechtzeitig Kollokationsklage und ver-
langte die Kollozierung einer Forderung von Fr. 189'338.20 (Urk. 1). Dieses
Begehren wies die Vorinstanz nach durchgeführtem doppeltem Schriften-
wechsel mit Urteil vom 24. September 2013 ab (Urk. 28).
4. Hiergegen erhob die Klägerin mit Eingabe vom 22. November 2013 innert
Frist Berufung und stellte die eingangs wiedergegebenen Anträge (Urk. 27).
Da sich die Berufung sogleich als unbegründet erweist, kann auf die Einho-
lung einer Berufungsantwort verzichtet werden.
B. Parteistandpunkte
1. Die Klägerin stellte sich vor Vorinstanz auf den Standpunkt, die Forderung
im Betrag von Fr. 189'338.20 beruhe auf dem Beschluss der Stockwerkei-
gentümerversammlung A._-Weg vom 19. November 2008 über eine
Vorschusspflicht betreffend eines Bauvorhabens. Dieser Beschluss sei
formgerecht ergangen und innert Frist nicht angefochten worden, weshalb er
rechtswirksam sei. Der Konkursit habe die festgesetzten Vorschüsse nie be-
zahlt. Da die Konkurseröffnung die Fälligkeit sämtlicher Forderungen bewirkt
habe, könne sich die Konkursmasse nicht auf die üblichen Fälligkeiten je
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nach Baufortschritt berufen. Eine Vorschussleistungspflicht sei in diesem
Sinne durchaus ein möglicher Inhalt einer Forderung (Urk. 1 und 16).
2. Die Beklagte und Berufungsbeklagte (fortan Beklagte) hielt demgegenüber
dafür, dass die Kollozierung einer pauschalisierten Forderung nicht mehr
möglich sei, da der Klägerin andernfalls eine zu hohe Konkursdividende
ausbezahlt würde. Die Arbeiten seien bereits ausgeführt worden und die
Rechnungen der Handwerker würden vorliegen. Die Kosten des Bauvorha-
bens müssten daher positionsbezogen in den Kollokationsplan aufgenom-
men werden (Urk. 8).
3. Die Vorinstanz wies die Kollokationsklage ab und begründete dies wie folgt:
Abgesehen davon, dass die Klage bereits zufolge ungenügender Substanti-
ierung abzuweisen wäre, gelinge es der Klägerin nicht, den Bestand einer
Beitragsforderung der Stockwerkeigentümergemeinschaft gegen den Kon-
kursiten zu beweisen. Zwar gehe aus dem Protokoll der Stockwerkeigentü-
merversammlung vom 19. November 2008 hervor, dass die Stockwerkei-
gentümerversammlung einstimmig die Durchführung von Unterhalts- und In-
standstellungsarbeiten im Betrag von Fr. 558'000.– beschlossen habe
(Urk. 2/5). Auch sei die entsprechende Aufteilung der Fr. 558'000.– auf die
entsprechenden Wertquoten der Stockwerkeigentümer ersichtlich. Dass die
Stockwerkeigentümerversammlung diese Beitragsforderung im Sinne einer
Vorschussleistung beschlossen hätte, gehe aus dem Protokoll aber nicht
hervor. Mit keinem Wort werde erwähnt, dass die einzelnen Stockwerkeigen-
tümer die entsprechenden Beträge für die Unterhalts- und Instandstellungs-
arbeiten bereits im Voraus zu leisten hätten. Zur Begründung einer Vor-
schussleistung bedürfe es aber eines ausdrücklichen Beschlusses, da die
Stockwerkeigentümer grundsätzlich nicht verpflichtet seien, Vorschüsse zu
leisten. In diesem Sinne liege lediglich ein Beschluss über die Bewilligung
bzw. Durchführung der entsprechenden Unterhalts- und Instandstellungsar-
beiten vor. Eine Verpflichtung zur Vorschussleistung sei damit aber nicht
begründet worden. Vor diesem Hintergrund habe die Begleichung der Un-
terhalts- und Instandstellungsarbeiten mittels Beitragsforderungen im Sinne
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von Deckungsbeiträgen zu erfolgen, welche zum Zeitpunkt der Entstehung
der Verpflichtung gegenüber Dritten ex lege entstünden. Solche gegenüber
Dritten eingegangenen Verpflichtungen würden von der Klägerin aber nicht
konkret behauptet und seien daher nicht Gegenstand der vorliegenden Kla-
ge (Urk. 28 S. 5-10).
4. Die Klägerin führt berufungsweise an, es sei bedeutungslos, dass der Be-
schluss vom 19. November 2008 nicht sämtliche Voraussetzungen zur Be-
gründung einer Vorschusspflicht erfülle. Zum Urteilszeitpunkt habe nämlich
ein rechtsgenügender Beschluss zur Festsetzung einer Vorschusspflicht
vorgelegen. Als die Verwaltung die Vorschussforderung im Konkursverfah-
ren angemeldet habe, habe sie ohne rechtsgenügende Grundlage gehan-
delt. Das Gesetz vermeide indessen solche allfälligen Diskrepanzen zwi-
schen prozessualen Handlungen der Verwaltung und den Beschlüssen der
Stockwerkeigentümergemeinschaft, also ein im eigentlichen Sinne voll-
machtloses Prozessieren der Verwaltung, indem ausdrücklich vorgesehen
sei, dass die Prozessführung einer ausdrücklichen Ermächtigung bedürfe.
Diese Ermächtigung sei mit Beschluss vom 9. September 2013 erteilt wor-
den und könne in ihrer Bedeutung gewiss nicht auf das rein Prozessuale re-
duziert werden. Werde die Verwaltung ermächtigt, im Prozess einen Vor-
schuss geltend zu machen, sei damit auch zugleich beschlossen, diesen
Vorschuss zu fordern (Urk. 27 S. 6-8).
C. Beschluss über die Vorschusspflicht
1. Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass der Beschluss vom 19. No-
vember 2008 keine rechtsgenügende Grundlage zur Installierung einer Vor-
schusspflicht darstellt. Dies wird von der Klägerin im Berufungsverfahren
auch gar nicht bestritten. Vielmehr macht die Klägerin neu geltend, sie habe
den fehlenden Beschluss der Stockwerkeigentümergemeinschaft durch die
Forderungseingabe im Konkursverfahren und die anschliessende Ermächti-
gung zur Kollokationsklage durch die Stockwerkeigentümergemeinschaft
"nachgeholt". Die Ermächtigung, eine Vorschussleistung im Konkursverfah-
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ren geltend zu machen, bedeute gleichzeitig auch den Beschluss, eine Vor-
schussleistung zu fordern.
2. Die klägerische Ansicht geht fehl. Zunächst ist die Behauptung der nachträg-
lichen Beschlussfassung im Rahmen der Erteilung der Ermächtigung neu
und damit verspätet (Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO). Unbesehen davon hat die
Vorinstanz bereits ausgeführt, dass es zur Festsetzung einer Vorschuss-
pflicht eines ausdrücklichen Beschlusses bedarf. Der von der Klägerin in
diesem Zusammenhang ins Feld geführte Beschluss der Stockwerkeigen-
tümergemeinschaft vom 9. September 2013 spricht sich in keiner Art und
Weise über die Festsetzung einer Vorschussleistung aus. Mit dem Be-
schluss wird lediglich der Verwaltung der Auftrag erteilt, eine Kollokations-
klage zu führen. Es wird nicht einmal erwähnt, dass diese Kollokationsklage
Vorschussleistungen zum Gegenstand haben könnte. Vor diesem Hinter-
grund von einem ausdrücklichen Beschluss zur Festsetzung einer Vor-
schusspflicht auszugehen, geht nicht an. Damit bleibt es dabei, dass kein
rechtsgenügender Beschluss vorliegt, mit welchem eine Pflicht des Konkur-
siten zur Vorschussleistung begründet wird.
3. Die Klägerin lässt unbestritten, dass gegenüber dem Konkursiten auch keine
Forderung zur Bezahlung von Deckungsbeiträgen besteht. Daher ist mit der
Vorinstanz festzuhalten, dass es der Klägerin nicht gelingt, den Bestand ei-
ner Beitragsforderung der Stockwerkeigentümergemeinschaft gegenüber
dem Konkursiten zu beweisen.
D. Eventualantrag: Kollozierung als bedingte Forderung
1. Die Klägerin verlangt im Berufungsverfahren eventualiter die Kollozierung
der Forderung als bedingte Forderung mit dem Vermerk, dass es sich um
einen Vorschuss handle, über den eine Abrechnung zu erstellen sei.
2. Da der Klägerin - wie unter Ziffer C festgehalten - der Nachweis über den
Bestand einer Beitragsforderung (sei es als Vorschussleistung oder als De-
ckungsbeitrag) nicht gelingt, kommt auch eine Kollozierung als bedingte
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Forderung nicht in Frage, da auch eine bedingte Forderung den Bestand der
Forderung voraussetzt.
E. Subeventualantrag: Rückweisung zufolge Verletzung von Art. 56 ZPO
1. Im Subeventualstandpunkt verlangt die Klägerin die Rückweisung der Sache
an die Vorinstanz. Sie führt in diesem Zusammenhang an, das Gericht treffe
gemäss Art. 56 ZPO die Pflicht, den Prozessstoff durch Fragen zu ergänzen,
falls es der Ansicht sei, den Fall nur ungenügend zu verstehen (Urk. 27
S. 2). In diesem Sinne sei ihr - der Klägerin - Gelegenheit einzuräumen, ih-
ren unvollständigen Parteivortrag zu ergänzen.
2. Die Klägerin stellt diesen Rückweisungsantrag offensichtlich im Zusammen-
hang mit den vorinstanzlichen Ausführungen zur ungenügenden Substantiie-
rung der Klage (vgl. Urk. 28 S. 5 f.). Die Vorinstanz hat die Klage aber letzt-
lich nicht wegen ungenügender Substantiierung abgewiesen. Vielmehr hat
eine materielle Prüfung der Sach- und Rechtslage zur Abweisung der Klage
geführt. Vor diesem Hintergrund ist nicht weiter auf den Rückweisungsan-
trag der Klägerin einzugehen.
F. Zusammenfassung
Der Klägerin gelingt es nicht, den Bestand einer Beitragsforderung gegen
den Konkursiten nachzuweisen, weshalb die Kollokationsklage abzuweisen
ist.
G. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Abschliessend ist über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des erst- und
zweitinstanzlichen Verfahrens zu befinden.
2. Da die Berufung vollumfänglich abzuweisen ist, ist das erstinstanzliche Kos-
tendispositiv (Dispositiv-Ziffer 2-4) zu bestätigen.
3. Die Gerichtsgebühr des Berufungsverfahrens ist in Anwendung von § 4
Abs. 1 i.V.m. § 12 Abs. 1 und 2 der Gebührenverordnung des Obergerichts
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vom 8. September 2010 auf Fr. 10'000.– festzusetzen und ausgangsgemäss
der Klägerin aufzuerlegen.
Da der Beklagten kein relevanter Aufwand entstanden ist, ist von der Zu-
sprechung einer Parteientschädigung abzusehen.