Decision ID: b028133f-b4a7-4a35-8c00-3e21dba8a3d6
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1988, meldete sich am 9. September 2009
unter Hinweis auf Schmerzen, Erschöpfung und benötigte Dritthilfe bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/4-5). Die Sozialver
siche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, teilte der Versicherten mit Mittei
lung vom 5. Februar 2010 mit, dass berufliche Massnahmen zurzeit nicht ange
zeigt seien (Urk. 6/17). Mit Verfügung vom 25. August 2011 verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung (Urk. 6/61). Mit Verfügung vom 7. Oktober 2011 sprach die IV-Stelle der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 50 % eine halbe Rente ab 1. März 2010 zu (Urk. 6/65-68).
1.2
Nach Eingang eines am 17. Juli 2012 (Eingangsdatum) ausgefüllten Revisions
frage
bogens (Urk. 6/72) holte die IV-Stelle unter anderem beim Y._ ein rheumatologischen Gut
achten mit Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit ein, das am 3. Juni 2014 erstattet wurde (Urk. 6/87). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren
(
Urk. 6/99; Urk. 6/100, Urk. 6/103) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 7. April
2016 die bisher ausgerichtete Rente auf (Urk. 6/111 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
10. Mai 2016
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 7. April 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und die IV-Stelle sei zu verpflichten, die gesetzlich geschuldeten Leistungen, insbesondere weiterhin eine Invalidenrente auszurichten (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 10. Juni 2016 (Urk. 5) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 31. Oktober 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 7).
Mit Schreiben vom 22. Dezember 2016 (Urk. 8) reichte die Beschwerdeführerin weitere medizinische Berichte ein (Urk. 9/1-3), welche der Beschwerdegegnerin am 23. Dezember 2016 zur Kenntnis gebracht wurden (Urk. 10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbe
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
säch
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheits
zustan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art. 17 Abs. 1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer mate
riellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhalts
abklä
rung,
Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch
BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 201
0 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.3
Ändert sich der Grad der Invalidität eines Rentenbezügers oder einer Renten
be
zügerin in einer für den Anspruch erheblichen Weise, so ist die Rente laut
Art.
17
Abs.
1 ATSG für die Zukunft entsprechend zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben. Der Revisionsordnung gemäss
Art.
17 ATSG geht jedoch der Grundsatz vor, dass die Verwaltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf
eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller rich
ter
licher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn diese zweifellos un
richtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 110 V 176
E. 2a; Art. 53 Abs. 2 ATSG). Unter diesen Voraussetzungen kann die Verwal
tung
eine Rentenverfügung auch dann abändern, wenn die Revisionsvorausset
zung
en des
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind. Wird die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung erst vom Gericht festgestellt, so kann es die auf
Art.
17
Abs.
1 ATSG gestützte Revisionsverfügung der Verwaltung mit dieser Begründung schützen (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung lässt sich eine allgemein gültige betragliche Grenze für die Voraussetzung der Erheblichkeit der Berichtigung nicht festlegen. Massgebend sind vielmehr die gesamten Umstände des Einzelfalles. Bei periodischen Leis
tungen ist die Erheblichkeit der Berichtigung zu bejahen (BGE 119 V 475 E. 1c;
Urteil des Bundesgerichts 9C_11/2008 vom 29. April 2008 E. 4.2 mit Hinwei
sen).
1.4
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit - als Schranke für ein wiederer
wägungsweises Zurückkommen auf eine formell rechtskräftige Leistungszu
sprache - ist rechtsprechungsgemäss so zu handhaben, dass die Wiedererwä
gung nicht zum Instrument einer voraussetzungslosen Neuprüfung von Dauer
leistungen wird, zumal es nicht dem Sinn der Wiedererwägung entspricht, lau
fende Ansprüche zufolge nachträglicher besserer Einsicht der Durchfüh
rungs
organe jederzeit einer Neubeurteilung zuführen zu können (Urteil des Bundes
gerichts I 276/04 vom 2
8.
Juli 2005 E. 5.1).
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprache aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener Rechts
regeln erfolgt ist oder wenn massgebende Bestimmungen nicht oder unrichtig
angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im
Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung notwen
digerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher Anspruchsvoraussetzungen (Invaliditätsbemessung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung, Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechts
kräftigen Leistungszusprechung darboten, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein ver
nünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung – denk
bar (Urteil des Bundesgerichts 9C_837/2010 vom 3
0.
August 2011 E. 2.5.1).
Zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung kann (auch) bei unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts gegeben sein. Darunter fällt insbesondere eine unvollständige Sachverhaltsabklärung
auf
grund einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Eine auf keiner
nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der massgeblichen Arbeitsfähigkeit beruhende Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform und die entsprechende Verfügung zweifellos unrichtig im wiedererwägungs-rechtlichen Sinne (Urteil des Bundesgerichts 9C_1014/2008 vom 1
4.
April 2009 E. 3.2.2).
Nicht entscheidend ist, ob die frühere Leistungszusprache unter Berücksichti
gung sämtlicher Teilaspekte richtig und angemessen war, sondern ob sie mit Blick auf die damalige Sach- und Rechtslage insgesamt als vertretbar erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_575/2007 vom 1
8.
Oktober 2007 E. 3.3).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin im September 2013 eine Arbeitstätigkeit in der Z._ aufgenommen habe, womit ein Revisionsgrund gegeben sei (S. 2). Die Tätigkeit in der Z._ sei gestützt auf das Gutachten des Y._ ideal angepasst, da sie wechselbelastend sei und keine Gewichtsbelastungen bestehen würden. Aufgrund des erhöhten Pausenbe
darfs sei von einer 25%igen Einschränkung sowohl im Studium als auch bei der Z._ auszugehen (S. 2 oben). Im Rahmen des Studiums seien in der Regel alle 50 Minuten Pausen möglich. Zudem seien die Sitzeinrichtungen nicht individuell anpassbar und es finde sich nicht genügend Beinraum. Eine Verkürzung des Studientages von acht auf sechs Stunden beziehungsweise um 25 % sei in der Folge nachvollziehbar. Dem Stundenplan sei einzig dienstags eine sechsstündige Präsenz zu entnehmen. In der Zeit von 10 bis 16 Uhr reise die Beschwerdeführerin von Zürich nach Oerlikon und zurück für jeweilige Vor
lesungen. Am Mittwoch habe sie jeweils frei. Damit erweise sich die berück
sichtigte 25%ige Einschränkung, welche sich lediglich bei der Studientätigkeit effektiv (aktuell dienstags und Mittwoch sei jeweils frei) allenfalls auswirken könnte (sechs Stunden), als grosszügig bemessen (S. 3).
Im Übrigen wäre auch ein Wiedererwägungsgrund gegeben, da bei der Renten
zusprache die Abklärung der spezifischen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit unterblieben sei (S. 2 Mitte).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (Urk. 1), entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin lägen weder ein Wiedererwä
gungs- (S. 4 Ziff. 4 f.) noch ein Revisionsgrund vor (S. 6 Ziff. 5 f.). Insbesondere gehe aus dem Y._-Gutachten keine Verbesserung des Gesundheitszustandes hervor (S. 7 Ziff. 5.3). Auch die „üblichen Schwankungen“ der zeitlichen Anfor
derungen und Belastungen im Rahmen eines Werkstudiums würden keinen Revi
sionsgrund darstellen. Da sich die Beschwerdegegnerin nicht mit den Vorbring
en betreffend Revisions- und Wiedererwägung auseinandergesetzt habe, liege
ausserdem eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör vor (S.
6 Ziff
. 5.1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die bisherige ganze Inva
lidenrente zu Recht eingestellt hat, wobei insbesondere umstritten ist, ob ein Wie
dererwägungs- oder Revisionsgrund vorliegt.
Soweit die Beschwerdeführerin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend macht (vgl. Urk. 1 S. 6 Ziff. 5.1), ist diese - soweit sie überhaupt zu bejahen wäre - als geheilt zu betrachten, handelt es sich beim hiesigen Gericht doch um eine Beschwerdeinstanz, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei über
prüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/aa).
3.
3.1
Bei der ursprünglichen Zusprache einer halben Rente mit Verfügung vom 7. Okto
ber 2011 (Urk. 6/65-68) lagen die folgenden medizinischen Beurtei
lungen
vor:
3.2
Die Ärzte des A._, medizinische Poliklinik, Departe
ment für Innere Medizin, berichteten am 8. Januar 2008 (Urk. 6/9/54-58) über eine ambulante Behandlung vom 5. Oktober 2006 bis 23. August 2007 zur Abklärung einer Anämie und der chronischen Müdigkeit und nannten folgende Diagnosen:
-
latenter Eisenmangel mit/bei
-
aktuell: allergische Reaktion auf Venofer (juckende Urticaria an Extre
mitäten)
-
hypochromem und mikrocytärem Blutbild
-
orthostatische Dysregulation
-
chronische frontale Kopfschmerzen (Erstdiagnose zirka 2002) mit/bei:
-
differentialdiagnostisch im Rahmen des latenten Eisenmangels, Migräne
, Spannungskopfschmerzen
-
allergisches und anstrengungsbedingtes Asthma bronchiale mit/bei:
-
allergischer Rhinokonjunktivitis
-
diversen Pollen- und Gräserallergien
-
lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei leichter Skoliose
-
persistierende Dysphagien seit 2003, aktuell Hängenbleiben einer Tablette Oktober 2006
3.3
Die Ärzte des B._ berichteten am 30. Mai 2008 (Urk. 6/9/48-50) über
eine Hospitalisation vom 25. bis 29. Mai 2008 und nannten folgende Diag
nosen
:
-
venöse Thromboembolie
-
Beckenvene bis Vena femoralis superior rechts
-
Risikofaktoren: Immobilisation, hormonelle Kontrazeption
-
Status nach Sinusitis frontalis Mai 2008
-
diverse Allergien
-
Klacid (Exanthem), Ferrum (Exanthem und Ödeme)
-
diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Obstipation, Diarrhoe, Übelkeit, Juckreiz), Verdacht auf Eier, Weissmehlprodukte, Nüsse, Vanille, Paprika, Tomate, Schweinefleisch
3.4
Die Ärzte des A._, Herz-Kreislauf-Zentrum, Klinik für Angiologie, berichteten am 2. Juli 2009 (Urk. 6/9/13-15) über eine angiologische Evaluation nach erst
maliger Beckenvenenthrombose rechts. Aktuell berichte die Beschwerdeführerin über Konstanz der Beschwerden seit der letzten Vorstellung am 20. Januar 2009. Sie klage über ständige, druck- und krampfartige Schmerzen im rechten Unterbauch und periumbilikal mit einer durchschnittlichen Intensität von drei bis vier von zehn, die am besten im Liegen, am schlechtesten im Sitzen zu ertragen seien (dann sechs bis acht von zehn). Sie würden ferner durch Laufen induziert, würden nach drei bis vier Stunden Gehzeit auftreten und sich nur langsam nach Ruhen in liegender Position bessern. Ansonsten seien die Schmer
zen unabhängig von Nahrungsaufnahme, Stuhlgang, Menstruation, Tem
peratur, Tages- oder Jahreszeit. Die Beschwerden seien der Hauptgrund für die Beurlaubung an der Universität und die eingeschränkte Beweglichkeit (S. 1 unten).
Klinisch und duplexsonographisch bestehe bei der Beschwerdeführerin seit der letzten Vorstellung ein konstanter Befund. Bezüglich der Bauchschmerzen liege anamnestisch eine Schmerzbeeinflussung durch Körperpositionierung und kör
per
liche Betätigung vor. Aus angiologischer Sicht finde sich aber kein sicherer
Zusammenhang mit der teilrekanalisierten Beckenvenenthrombose. Es seien auch
keine weiteren Einflussfaktoren, die in der Differentialdiagnose wegwei
send wären, eruiert worden (S. 2 oben).
3.5
Die Ärzte der C._ berichteten am 1. Mai 2009 (Urk. 6/9/8-12) über eine Hospitalisation vom 30. März bis 17. April 2009 und nannten folgende Diagnosen:
-
chronische Unterbauchschmerzen mit/bei
-
persistierend klinisch im Vordergrund stehender venöser Insuffizienz mit venöser Claudicatio inguinal rechts
-
Status nach Beckenvenenthrombose der Vena femoralis superior rechts
bis in die Vena cava inferior
-
chronisches Müdigkeitssyndrom mit/bei
-
chronischem Eisenmangel
-
Unverträglichkeit sämtlicher Eisenpräparate (per os und i.v.)
-
fehlende Eisenaufnahme mit der Nahrung
-
Candidamykose des Darms
-
reaktive Depression mit Schlafstörungen
-
allergisches und anstrengungsabhängiges Asthma bronchiale mit/bei
-
multiplen Pollen- und Gräserallergien
Die Beschwerdeführerin
leide seit einer Beckenvenenthrombose im Mai 2008 unter persistierenden Unterleibsbeschwerden, die sich bei längerem Laufen und Sitzen versch
l
echtern
würden
. Die
Beschwerdeführerin sei
nach dieser Throm
bose mehrfach in der hämatologischen Sprechstunde im
B._ und
in der angiologischen Abteilung im
A._
untersucht worden. Es
würden
noch Ka
l
i
berschwankungen im Bereich der genannten Venen
bestehen
, ein akutes throm
boembolisches Geschehen
habe
jedoch nicht festgestellt werden
können
.
Die Beschwerdeführerin
sei
seit der
Thrombose mit Marcumar antikoaguliert und es
bestehe die Vorstellung, dass durch eine langsame Revaskularisierung eine Besse
rung der Beschwerden eintreten soll
e
.
Die Beschwerdeführerin
klag
e
weiter
hin über massive Schlafstörungen und über den Tag bestehende Müdigkeit, die sie bereits seit langen Jahren
kenne
. Sie
halte
eine streng vegane Diät ein und
könne auch diverse Obst und Gemüsesorten nicht vertragen. Bei Nicht-Ein
hal
ten
der Diät
trete
sehr schnell Übelkeit auf. Auch bei der Einnahme von Medi
ka
menten
könne es sehr schnell zu Magen-
Da
r
m-Prob
l
emen kommen. Psy
chisch
wirke
die Patientin deprimiert und
stelle
die Erfolge jeglicher Therapie in Frage
(S. 2 oben)
.
Die Behandlung der
Beschwerdeführerin habe sich schwierig
gestaltet, da
sie
sehr schnell überlastet
gewesen sei
. Sie
habe
auch unter naturheilkundlicher medikamentöser Behandlung nicht vor 12 Uhr in der Nacht einschlafen
können
und
sei
tagsüber sehr müde und erschöpft
gewesen
. Eine invasivere Schmerz
the
rapie mit Neuraltherapie, die eine vorübergehende Umstellung der Marcumar-
Therapie auf Fragmin erfordert hätte,
habe sie
strikt ab
gelehnt
, ebenso ein
en erneuten
Versuch einer parenteralen Eisensubstitution.
Auch aus psychologi
scher Sicht
sei
die Therapie schwierig
gewesen
. Soweit bisher eruierbar besteh
e
eine ausgeprägte Selbstablehnung, gleichzeitig aber auch eine Fixierung auf die derzeitigen Strukturen. Die These der Mutter, dass der miterlebte Tod des Vater
s
einen Schock bei der Patientin ausgelöst
habe
,
sei
eher unwahrscheinlich. Eine Verbesserung der
depressiven Stimm
ungslage
habe
nicht erzielt werden
können (S. 3 unten f.)
.
Leider habe der Zustand der Beschwerdeführerin nicht verbessert werden können (S. 4 Mitte).
3.6
Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte im Bericht vom 1. Oktober 2009 (Urk. 6/9) aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit Februar 2008 (Ziff. 1.2), und nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach venöser Thromboembolie der Beckenvene bis Vena femoralis superior rechts mit persistierenden Beschwerden im Hemiab
domen rechts und Umgehungskreislauf, eine Polyallergie, einen chronischen Eisen
mangel sowie eine Adynamie (Ziff. 1.1). Dazu führte er aus, im Vor
der
grund stünden die Beschwerden im rechten Unter-Mittelbauch und die allge
meine Schwäche (Ziff. 1.4). Es bestehe seit dem 25. Mai 2008 bis auf weiteres
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.5). Die Beschwerdeführerin sei bisher nicht
berufstätig gewesen, könne aber wegen der erwähnten Befunde das be
gon
ne
ne Studium nicht fortsetzen. Eine berufliche Tätigkeit sei zurzeit nicht möglich (Ziff. 1.7).
3.7
Die Ärzte des A._, Dermatologische Klinik, Allergologie, Dermato-Onkologie, Venerologie, führten in der Stellungnahme vom 9. Februar 2010 (Urk. 6/19) aus, in Bezug auf die allergologischen Diagnosen würden derzeit keine Einschrän
kungen der Arbeitsfähigkeit als Studentin bestehen.
3.8
Med. pract. E._, Fachärztin für Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), nannte im Untersuchungsbericht vom 7. Juli 2010 (Urk. 6/26) als Diagnosen einen Status nach tiefer Beckenvenenthrombose rechts im Mai 2009 mit Thrombosierung der gesamten Beckenvenenachse bis zur proximalen Vena femoralis communis sowie ein persistierendes Schmerzsyndrom des rechten Becken
bereichs/Unterbauchs unklarer Ätiologie (S. 3 Ziff. 9). Dazu führte sie in der versicherungsmedizinischen Beurteilung aus, die Beschwerdeführerin leide seit einer Thrombose des rechten Beckens an einem anhaltenden Schmerz
syn
drom des rechten Beckens/Unterbauches. Das Schmerzsyndrom behindere die Beschwerdeführerin subjektiv in der zügigen Absolvierung ihres Jurastudiums und verhindere subjektiv eine Teilerwerbstätigkeit zur Finanzierung des Studi
ums. Das postthrombotoische Syndrom sei gut kompensiert und es bestehe bezüglich dieses Syndroms eine normale Arbeitsfähigkeit auf lange Sicht, wobei die Befunde der stattgefundenen Verlaufskontrolle nicht vorliegen würden. Die Beckenvenenachse sei rekanalisiert worden. Es sei ein Kontroll-MRI geplant. Daher sei zu empfehlen, vor einer abschliessenden Stellungnahme, die beiden Berichte anzufordern und in die Beurteilung miteinzuschliessen (S. 4 Ziff. 10).
3.9
Dr. med. F._, Facharzt für Angiologie sowie für Allgemeine Innere Medizin, G._, führte in der Stellungnahme vom 7. Oktober 2010 (Urk. 6/35) aus, es bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit als Studierende. Die 50%ige Arbeitsunfähigkeit müsse rück
wirkend ab Diagnose der Beckenvenenthrombose im Mai 2008 gestellt werden. Eine Anpassung als Studierende sei relativ schwierig, da in Lernsituationen wie auch in Vorlesungen längeres Sitzen nicht zu vermeiden sei. Nach Rücksprache mit Dr. H._, Leitender Arzt Gefässchirurgie des I._, sei nach einer chirurgischen Rekonstruktion der venösen Beckenachse wieder mit einer 100%igen Arbeitsfähigkeit als Studentin zu rechnen.
4.
4.1
Für die Zeit nach der rechtskräftigen Verfügung vom 7. Oktober 2011 (Urk. 6/65-68) finden sich in den Akten die folgenden Berichte:
4.2
Dr. F._ (vorstehend E. 3.9) führte im Bericht vom 11. Juli 2012 (Urk. 6/71) zur Frage, in welchem Umfang eine der Behinderung angepasste Tätigkeit mit welchem Belastungsprofil möglich sei, aus, unabhängig vom Belastungsprofil sei eine Tätigkeit während drei bis vier Stunden pro Tag (inklusiv Studium) möglich.
4.3
Dr. med. J._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte im Bericht vom 17. Juli 2012 (Eingangsdatum, Urk. 6/72/3-4) aus, eine ange
passte Tätigkeit sei maximal zu 25 bis 50 % möglich. Nach einem Studientag sei nichts mehr möglich.
4.4
Med. pract. K._, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, PD Dr. med. L._, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabi
li
tation sowie für Rheumatologie, sowie M._, Physiotherapeutin,
nannten im
Y._
-Gutachten vom 3. Juni 2014 (Urk. 6/87/1-20 = Urk. 6/87/21-40
) die folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 7):
-
chronische Unterbauchschmerzen rechts mit/bei:
-
Zustand nach tiefer Venenthrombose mit Verdacht auf ungenügende Kompensation der Beckenstauung
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie:
-
allergisches und anstrengungsbedingtes Asthma bronchiale mit/bei:
-
allergischer Rhinokonjunktivitis
-
diversen Pollen- und Gräserallergien
-
Medikamenten- und Nahrungsmittelallergien
Dazu führten sie aus, z
usammenge
f
asst besteh
e
aus rein somatischer Sicht ein Schmerzsyndrom, welches sich im Bereich des Unterleibs, dem kleinen Becken, Leiste rechts und durch die untere Extremität zumindest als Spannung verbreite. Teilweise
liessen
sich die Veränderungen objektivieren im Sinne einer vermehr
ten Anspannung und muskulären Abwehrreaktion bei der manuellen
Untersu
ch
ung des Bauches. Ausserdem
würden
sich nach l
ängerer Belastung leichte
Stasezeichen ohne Zunahme des Extremitätenumfanges zeigen. Zusätzlich b
estehe eine allgemeine Dekon
ditionierung und belastungsabhängig auch bei der Untersuchung leichter Druckschmerz im Lendenbereich. Zurzeit
seien
diese Schmerzen im Kreuz nicht relevant. Eine Funktionsstörung
sei
jedoch bei
d
er Untersuchung nicht fassbar
gewesen
bei genereller Ausrichtung der EFL auf eine Wechseltätigkeit und entsprechend beschränkter Sitzdauer.
Eine namhafte Veränderung des Gesundheitszustandes
sei
in den letzten zwei Jahren ausser
dem nicht eingetreten
(S. 7 oben)
.
Ein arbeitsbezogenes relevantes Problem
könne
nicht eindeutig erhoben werden, da die
Beschwerdeführerin
die von ihr geschilderten Arbeitsaufgaben bezüglich
des
Studiums sowie der Arbeit in der
Z._
gemäss den Beobachtungen während der Tests vollständig erfüllt
habe
.
Es
seien
jedoch Zeichen einer leicht verminderten Belastungstoleranz des rechten Beines zu beobachten
gewesen
, was sich nach den Tests in einer leichten R
ötung sowie leichten Gewebe
span
nungszunahme des rechten Beines
gezeigt habe
. Zudem
seien
nach Test
ende herausstehende Venen im Bereich des rechten Knöchels
sichtbar gewesen
sowie
zirka
5 cm unterhalb und medial des rechten Kniegelenks
,
welche vor den Tests nicht sichtbar
gewesen seien
und die
Beschwerdeführerin
als schmerzhaft be
schrieben habe
.
Die Beschwerdeführerin
berichte bei der Anamnese über Schmerzen und Spannungszunahme im rechten Unterbauch und Bein vor allem nach längerem Sitzen, wie
sie es
während des Studiums an der Universität mehrere Stunden am Tag
müsse
. Es käme zu Stauungen im rechten Unterbauch und Bein, welche in Tagesverlauf deutliche Beschwerden verursachen würden. Diese Angaben
hätten
mittels EFL nicht eruiert werden
können
und
würden
daher medizinisch theoretisch beurteilt.
Die Leistungsbereitschaft der
Beschwer
de
führerin
sei
als durchwegs zuverlässig
zu beurteilen
. Sie
habe
bei allen Tests gut mit
gemacht
und
habe
sich bis zur Beobachtung der
funktionellen
Leis
tungs
grenze belasten
lassen
. Es
sei
keine Selbstlimitierung festgestellt
worden
. Die Konsistenz bei den Tests
sei
gut
gewesen
. Die Belastbarkeit lieg
e
allgemein im Bereich einer mittelschweren Arbeit
(S. 7 Mitte)
.
Die von der
Beschwerdeführerin
beschriebene Anforderung an das Studium ent
spr
e
ch
e
einer ausschliess
lich sitzenden Tätigkeit. Sie äussere die Zunahme ihrer Beschwerden vor allem bei längerem Sitzen, was mittels EFL jedoch nur bedingt eruiert werden könne. Daher erfolge die Beurteilung medizinisch-theoretisch.
Vermehrte Pausen dürften nachvollziehbar sein aufgrund der Testbeobach
tungen
.
Die Anforderungen an die Tätigkeit
i
n der
Z._
erfülle die Beschwerde
führerin (S. 8 oben)
.
Die angestammte Tätigkeit als Studierende
sei
der Versicherten aus rein rheu
matologisch-orthopädischer
Sicht
aus folgenden Gründen reduziert zumutbar: Pausen
würden
in al
l
er Rege
l
, aber nicht immer, alle 50 Minuten
erfolgen
. Die Sitzeinrichtungen
seien in aller Regel weder individuel
l anpassbar noch finde sich genügend Beinraum. Eine Kumulation der Problematik im Laufe des Tages
sei
nachvollziehbar aufgrund der erhobenen Befu
nde und Beobachtungen. Eine
Abschätzung der Auswirkungen sei schwierig. Eine Verkürzung des Studien
tages
um 2
Stunden pro Tag
auf de
r Basis einer Präsenzzeit von 8 Stunden
entspre
che
nd
einer Einschränkung von 25
%
sei nachvoll
ziehbar.
Die Nebentätigkeit in der
Z._
sei
ideal
(S. 8 Ziff. 5.1)
.
Eine wechselpositionierte mittelschwere Tätigkeit mit gegebener Möglichkeit im Sitzen, Stehen und Gehen abwechselnd, überwiegend stehend und gehend
sei
der
Beschwerdeführerin
zu 100
%
ganztags zumutbar. Nach Abschluss der Aus
bildung seien gegebenenfalls Eingliederungsmassnahmen zu prüfen (S.
8 Ziff. 5.2).
4.5
PD Dr. L._ (vorstehend E. 4.4) führte in der ergänzenden Stellungnahme vom 6. November 2014 (Urk. 6/93) aus, auf der medizinischen Seite sei der letzte vorliegende Bericht mit September 2010 datiert (Verlaufsbericht Gefäss
chirurgie I._). Damals sei eine Gefässrevision offenbar diskutiert aber nicht
weiterverfolgt worden. Die laufenden Massnahmen (OAK/Magenschutz, Kom
pres
sions
strümpfe Klasse 2, 1-2x wöchentliche Lymphdrainage) seien als zustan
ds
erhaltend zu qualifizieren. Das Verhalten sei bereits damals als adaptiert beschrieben und der Tagesablauf habe sich nicht wesentlich geändert. Aufgrund dieser Überlegungen sei auch nicht mit einer namhaften Veränderung der Arbeits
fähigkeit zu rechnen. Aus damaliger Sicht sei eine 50%ige Arbeitsun
fähig
keit festgelegt worden, aus heutiger Sicht werde die Arbeitsfähigkeit bekanntlich höher eingeschätzt. Ein Verlauf lasse sich demnach nicht ableiten, vielmehr dürfte es sich um eine Neubeurteilung des gleichen Sachverhalts handeln (S. 1).
Auf die Frage, ob es im Zusammenhang mit dem im Wesentlichen unverän
derten Gesundheitszustand überwiegend wahrscheinlich zu einer Adaption beziehungsweise einer verbesserten Alltagsaktivität und erhöhten Belastbarkeit gekommen sei, führte PD Dr. L._ aus, letztlich lasse sich diese Frage auf
grund der verschiedenen Grundlagen und damit ungenügenden Vergleichbarkeit nicht mit Sicherheit beantworten, da eine weitere Anpassung nicht ausge
schlossen werden könne. Es überwiege überwiegend wahrscheinlich die Proble
matik der Neubeurteilung des gleichen Sachverhaltes durch Einsatz neuer Mitte
l, woraus jedoch nicht geschlossen werden könne, dass die damalige Beurteilung aus der damaligen Sicht und unter Berücksichtigung der üblichen medizini
schen Mittel heraus falsch gewesen sei (S. 2 oben).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich für die Annahme eines verbesserten Ge
sundheitszustandes
der Beschwerdeführerin
und somit eines Revisionsgrundes im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG auf das Gutachten
und die Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
des Y._
(vorstehend E. 4.
4
).
Zu vergleichen sind vorliegend die Verhältnisse im Zeitpunkt der rentenzu
spre
chenden Verfügung vom 7. Oktober 2011 (Urk. 6/65-68) mit jenen im Zeit
punkt der hier strittigen Verfügung (vgl. vorstehend E. 1.2).
5.2
Der Vergleich des seinerzeit
durch die behandelnden Ärzte (vorstehend E. 3.2-9)
beschriebenen mit dem im Gutachten des
Y._ (E. 4.4
) geschilderten Gesund
heits
zustand ergibt, dass sich dieser im Wesentlichen nicht verändert hat.
So geht aus dem Gutachten des Y._ unter anderem hervor, dass eine namhafte Veränderung des Gesundheitszustandes in den letzten zwei Jahren nicht einge
treten sei. Auf entsprechende Nachfrage der Beschwerdegegnerin am 11. Juni 2014 (Urk. 6/88) führte PD Dr. L._ ergänzend zum Gutachten aus, dass es
sich um eine Neubeurteilung des gleichen Sachverhaltes handle (vorstehend E.
4.5
).
Mit Bezug auf das Gutachten des Y._ und die ergänzende Stellungnahme des Y._ hielt schliesslich auch med. pract. N._ des RAD in seiner
versicherungsmedizinischen Beurteilung am 17. November 2014 fest, dass es sich
überwiegend wahrscheinlich um die Neubeurteilung des gleichen Sachverhaltes handle (vgl. Urk. 6/106/5-6).
Daraus lässt sich
im Vergleich zur ursprünglichen Rentenzusprache kein ver
besserter Gesundheitszustand ableiten, sondern die Beurteilung der
Ärzte des Y._
stellt
- wie diese selber festhalten -
lediglich eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen
gesundheitlichen Zustandes dar.
Ein Revisionsgrund
im Sinne einer wesentlichen Veränderung des Gesundheits
zu
standes liegt nach dem Gesagten
demnach nicht vor (vgl. vorstehend E. 1.1).
5.3
Eine Rentenrevision kann hingegen auch bei gleich gebliebenem Gesundheits
zustand in Betracht fallen, wenn sich zum Beispiel wegen Angewöhnung oder Anpassung an die gesundheitliche Behinderung die Arbeitsfähigkeit verbessert oder wenn sich überhaupt die erwerblichen Auswirkungen bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitsschaden erheblich verändert haben. Da die Beschwer
de
gegnerin offenbar selber erkannte, dass aus dem Gutachten des Y._ keine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes hervorgeht, stellte sie den Gut
achtern auch zur Klärung der Frage einer Angewöhnung/Adaption an die gesundheitliche Behinderung ergänzende Fragen (Urk. 6/88). PD Dr. L._
hielt diesbezüglich in seiner ergänzenden Stellungnahme unter anderem fest, d
ass sich letztlich diese Frage aufgrund der verschiedenen Grundlagen und damit ungenügender Vergleichbarkeit nicht mit Sicherheit beantworten lasse, da eine weitere Anpassung nicht ausgeschlossen werden könne. Es überwiege aber über
wiegend wahrscheinlich die Problematik der Neubeurteilung des gleichen Sachverhaltes durch Einsatz neuer Mittel (vorstehend E. 4.4). Angesichts dieser Ausführungen ist es vorliegend mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu keiner Angewöhnung oder Anpassung an die gesundheitliche Situation gekommen, weshalb auch diesbezüglich ein Revisionsgrund ausscheidet.
5.4
Weiter stellt sich die Frage, ob vorliegend die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
in der
Z._
eine revisionsbegründende Tatsachenänderung darstellt. Die Be
schwer
degegnerin ging in der rentenzusprechenden Verfügung vom 7. Oktober 2011 (Urk. 6/65-68) davon aus, dass die Beschwerdeführerin neben dem Stu
di
um - im Gesundheitsfall - als Werkstudentin arbeiten würde. Mit Bezug auf die Studie des Bundesamtes für Statistik „Studieren unter Bologna“ (2010) errech
nete die Beschwerdegegnerin ein Valideneinkommen von Fr. 8‘520.-- (Fr. 710.-- x 12) für das Jahr 2009. Aufgrund der medizinischen Beurteilung einer 50%igen
Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Aufgabengebiet als Studentin, ging die Be
schwer
degegnerin davon aus, dass die Beschwerdeführerin ebenfalls ein halbes Einkommen eines Werkstudenten beziehungsweise einer Werkstudentin erzielen könnte (beispielsweise als Nachhilfelehrerin für Gymnasiasten). Entsprechend errech
nete die Beschwerdegegnerin ein Invalideneinkommen von Fr. 4‘260.-- (Fr. 8‘520.-- x 50 %) für das Jahr 2009. Daraus resultierte ein Invaliditätsgrad von 50 % (vgl. zur ganzen Berechnung Urk. 6/46). Dabei bezog die Beschwer
de
gegnerin die 50%ige Arbeitsunfähigkeit offenbar auf beide Teilbereiche - sowohl
Studentin als auch Werkstudentin - zu gleichen Anteilen von je 50 % (vgl. Urk. 6/64).
Dass die Beschwerdeführerin zwischenzeitlich tatsächlich einer Erwerbstätigkeit nachgeht, stellt für sich allein betrachtet noch keine revisionsbegründende Tat
sa
chen
änderung dar, da die Beschwerdegegnerin bereits bei Rentenzusprache von
einer - wenn auch hypothetischen - 50%igen Erwerbstätigkeit als Werkstuden
tin ausging. Von einem Revisionsgrund könnte erst dann ausgegangen werden,
wenn anhand der vorliegenden Akten erstellt wäre, dass durch die Aufnahme d
er Erwerbstätigkeit eine Änderung der Anteile Aufgabenbereich/Studium bezieh
ungsweise der Erwerbstätigkeit eingetreten ist. Eher gegen eine Änderung spricht
, dass die Beschwerdeführerin nach dem Wechsel der Fachrichtung weiter an der Universität studiert. Eine umfangmässig relevante Veränderung in diesem Be
reich ist nicht zu erwarten, zumal gewisse Schwankungen im Rahmen des
„Stundenplanwechsels“ normal sein dürften. Hinsichtlich der Änderung im Sinne
einer Ausweitung der Erwerbstätigkeit respektive der Erzielung eines höheren als des im Jahr 2009 bei der ursprünglichen Rentenzusprache berücksichtigten Einkommens (Urk. 6/64), lässt sich aus den Akten jedoch nichts entnehmen. So hat es die Beschwerdegegnerin unterlassen, über die aktuelle Erwerbstätigkeit in der Z._ einen entsprechenden Arbeitgeberbericht oder einen aktuellen Auszug aus dem individuellen Konto (IK) einzuholen, aus welchem das Ausmass der aktuellen Erwerbstätigkeit und der damit erzielten Einkünfte ersichtlich wäre. Schliesslich fehlt in der angefochtenen Verfügung sogar eine Invaliditäts
bemessung.
Nach dem Gesagten kann anhand der vorliegenden Akten nicht beurteilt werden
, ob es in erwerblicher Hinsicht zu einer tatsächlichen Änderung gekommen ist, welche den für den Umfang des Rentenanspruchs nach Art. 28 Abs. 2 IVG massgeblichen Invaliditätsgrad verändert.
5.5
Schliesslich erweist sich entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (Urk. 2 S. 2 unten) die seinerzeitige Annahme einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit nicht als zweifellos unrichtig (vgl. vorstehend E. 1.3-4). So kam med. pract. E._ vom RAD nach eigener Abklärung (vorstehend E. 3.9) und unter Berück
sich
tigung der vorhandenen und auch nachfolgend eingegangenen medizinischen Berichte (u.a. vorstehend E. 3.10) zum Schluss, dass eine Arbeitsunfähigkeit von
50 % zu übernehmen sei und weitere Abklärungen nicht nötig seien (Urk. 6/47/
5)
. Dass hierbei eine Abklärung der spezifischen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit unterblieb, ergibt sich mit Blick auf den Verfü
gungs
teil 2 der rentenzusprechenden Verfügung vom 7. Oktober 2011, wo sich die Beschwerdegegnerin unter anderem mit entsprechenden Einwänden der Be
schwerdeführerin auseinandersetzte (Urk. 6/64), sowie die obigen Ausfüh
rungen zum ursprünglichen Einkommensvergleich (vgl. vorstehend E. 5.4) nicht. So erscheint die Annahme einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit sowohl im Teilbereich als Studentin als auch bezogen auf den Teilbereich als Werkstudentin vor dem Hintergrund der medizinischen Aktenlage und den darin dokumentierten Be
schwerden (vgl. insbesondere E. 3.4, E. 3.6 und E. 3.9) respektive die Annahme einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in jeglichen Tätigkeiten durchaus als vertretbar. Dabei ist davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin bei der Annahme einer hypothetischen Erwerbstätigkeit als Werkstudentin bereits von einer adaptierten Tätigkeit ausging. Die Beschwerdeführerin war bis zu diesem Zeit
punkt noch nie einer Erwerbstätigkeit nachgegangen, weshalb zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit - ausser derjenigen einer Studentin - keine angestammte Tätigkeit vorhanden war. Weiter beinhaltet die Tätigkeit einer Werkstudentin eine Vielzahl von möglichen Tätigkeiten. Angesichts dieser Umstände erscheint der von der Beschwerdegegnerin durchgeführte Einkommensvergleich nicht als
zweifellos unrichtig, zumal die Beurteilung und Festlegung materieller An
spruchs
voraussetzungen notwendigerweise Ermessenszüge aufweist (vgl. vor
steh
end E. 1.4) und die Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Studenten - wie dies die Beschwerdeführerin richtigerweise anmerkte (vgl. auch Urk. 1 S. 5 oben) – keineswegs reichhaltig ist. Auch wenn der von der Beschwerdegegnerin
seinerzeit vorgenommene Einkommensvergleich hinsichtlich de
s Erwerbsanteils bei teilweiser Erwerbstätigkeit respektive der Qualifikation im Sinne der ge
mischten Methode
nicht vollumfänglich
klar ist
und
je nachdem auch
eine andere Lösung
hätte
in
Betracht gezogen werden können, kann dennoch nicht von
einer zweifellosen Unrichtigkeit der Zusprechung einer
halben Rente
rück
wirkend
ab
1.
März 2010 gemäss Verfügung vom
7. Oktober 2011
die Rede sein, da die Beurteilung der
Beschwerdegegnerin
zumindest
vertretbar erscheint
. Eine
Unrichtigkeit drängt sich jedenfalls nicht als einziger möglicher und zulässiger Schluss auf.
Für diese Ansicht spricht schliesslich auch der nachfolgende Verlaufsbericht von Dr. F._ vom 11. Juli 2012, welcher unabhängig vom Belastungsprofil eine Tätigkeit im Umfang von drei bis vier Stunden pro Tag als möglich erach
tete (vorstehend E. 4.2). Weiter hielt PD Dr. L._ in seiner ergänzenden Stellungnahme fest, dass aus der Neubeurteilung des gleichen Sachverhaltes durch den Einsatz neuer Mittel nicht geschlossen werden könne, dass die da
malige Beurteilung aus der damaligen Sicht und unter Berücksichtigung der üblichen medizinischen Anwendung der Mittel falsch gewesen sei (vorstehend E. 4.4).
Zusammenfassend steht fest, dass weder eine Nichtanwendung von massgeb
lichen Bestimmungen noch eine klare Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes in Form einer unrichtigen Feststellung oder Würdigung des Sachverhaltes vor
lag. Wie dargelegt weist die Beurteilung materieller Anspruchsvoraus
setz
ungen gerade im Bereich der Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit und Beweiswürdi
gung notwendigerweise Ermessenszüge auf. Solange in diese Fällen keine Miss
bräuchlichkeit oder eine anderweitige qualifizierte Fehlerhaftigkeit mit der Ermessensbetätigung einhergeht (Urteil des Bundesgerichts 9C_575/2007 vom 1
7.
Oktober 2007 E. 3.3), sondern diese - wie vorliegend – vertretbar ist, darf nicht auf eine zweifellose Unrichtigkeit geschlossen werden. Angesichts
dieser
Um
stände ist der Rentenentscheid vom 7. Oktober 2011 nicht zweifellos unrichtig
.
6.
Zusammenfassend hat sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ge
stützt auf die Begutachtung durch das Y._ insgesamt nicht wesentlich verän
dert. Etwas anderes lässt sich auch nicht den beschwerdeweise eingereichten neuen Berichten (Urk. 8-9) entnehmen. Eine wesentliche Änderung in erwerb
licher Hinsicht kann aufgrund der vorliegenden Akten hingegen nicht beurteilt werden.
Die angefochtene Verfügung vom 7. April 2016 ist folglich aufzuheben und die Sache ist zur Vornahme weiterer Abklärungen respektive zur Klärung des Aus
masses der aktuellen Erwerbstätigkeit und der damit erzielten Einkünfte und zur Durchführung der Invaliditätsbemessung an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig.
Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
700.-- anzusetzen und,
da die Rückweisung an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsiegen gilt (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts U 199/02 vom 10. Februar 2004 E. 6, mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S.
28 E.
3), ausgangsgemäss von der Be
schwer
de
gegnerin zu tragen.
7.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat,
die ohne Rücksicht auf den Streitwert, nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des
Obsiegens (§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht; GSVGer
) zu bemessen und beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 2
20
.-- (zu
züglich Mehrwertsteuer) auf Fr.
2
‘
800
.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) fest
zusetzen ist.