Decision ID: bad0b116-54a7-42ee-86d4-2d675f3abceb
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973 und Mutter dreier Kinder (Jahrgänge 1998, 2002 und 2008), war zuletzt vom 1. Juli 2012 bis 31. August 2018
in einem
Teilzeit
pensum
als Reinigungs
kraft bei der Y._
AG tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 4. Januar 2018 war (Urk. 18/67/2 Ziff. 2.1-2.3). Unter Hinweis auf eine Depression sowie eine Angststörung meldete sich die Versicherte
erstmals
am 17. Juli 2008 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 18/2 Ziff. 6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte ein rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten ein, welches im März 2010 erstattet wurde (Urk. 18/17, Urk. 18/19), und veranlasste eine
Abklärung der beein
trächtigen Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Abklärungsberich
t vom 1. Dezember 2010; Urk. 18/28
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 18/32-33, Urk. 18/36, Urk. 18/39, Urk. 18/41-42) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 4. März 2011 einen Rentenanspruch (Urk. 18/44).
1.2
Unter Hinweis auf Schulterbeschwerden meldete sich die Versicherte am 22. Februar 2018 erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 18/48 Ziff. 6.1). Die IV-Stelle klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (Urk. 18/62-63, Urk. 18/84) und hielt mit Mitteilung vom 20. Juli 2018 fest, dass aufgrund des Gesundheitszustands der Versicherten zurzeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 18/71). Überdies veranlasste sie im September 2020 eine
Ab
klärung der beeinträchtigen Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Abklärungs
bericht vom
12. Oktober 2020; Urk. 18/130
).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 18/146, Urk. 18/152) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 3. Mai 2021
eine ganze Inva
lidenrente
ab November 2018 sowie
eine Viertelsrente
ab August 2020 zu (Urk. 18/167, Urk. 18/160 = Urk. 2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 4. Juni 2021 Beschwerde gegen die Verfügung vom 3. Mai 2021 (Urk. 2) und beantragte, diese sei
i
n Bezug auf die Herabsetzung der Invalidenrente per 1. August 2020
aufzuheben
,
und es sei ihr weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventuell sei die Sache zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte sie die
unent
geltliche Proz
essführung und Rechtsvertretung
(Urk. 1 S. 2 Z
iff. 1-4
).
Die IV-
Stelle beantragte mit
Beschwerdeantwort vom 13. September 2021 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 17).
Mit Beschluss vom
16. November 2021 (Urk. 23)
wurde der Beschwerdeführerin Frist angesetzt, um zu der vom Gericht nicht auszu
schliessenden Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur ergänzen
den Abklärung und der damit verbundenen möglichen Abänderung der ange
fochtenen Verfügung zu ihrem Nachteil (reformatio in peius) Stellung zu nehmen oder die Beschwerde zurückzuziehen
. Mit Stellungnahme vom 1. Dezember 2021 (Urk. 25) teilte die Beschwerdeführerin mit, dass sie an der Beschwerde festhalte, was der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 7. Dezember 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 28).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraus
set
zungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisions
gesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Ver
änderung des Invaliditätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist;
sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfü
gung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andern
falls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und her
nach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungs
pflicht auch dem Gericht (
Urteil des Bundesgerichts 9C_351/2020 vom 21. Septem
ber 2020 E. 3.1, insbesondere mit Hinweis auf
BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
benem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wes
entlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
achtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu frü
heren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine
unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens ge
nügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesund
heits
zustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bun
desgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl.
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014
, Rn 11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung ins
ge
samt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der ge
richtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
genständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügun
gen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundesge
richts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1
.6
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
tu
rierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7,
Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
hielt in der Begründung zur
angefochtenen Verfügung (Urk. 2)
fest
, dass die Beschwerdeführerin seit 13. November 2017 in ihrer Arbeits
fähigkeit eingeschränkt sei. Am 28. September 2020 habe eine Abklärung der
beeinträchtigen Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt
stattgefunden.
Die Be
schwer
deführerin sei als zu 80 % im Erwerbsbereich und zu 20 % im Aufga
ben
bereich (Haushalt/Kinderbetreuung) tätig qualifiziert worden, wobei im Aufga
ben
bereich eine 5%ige Einschränkung festgestellt worden sei.
Nach Ablauf des gesetzlichen Wartejahres sei ihr aus medizinischer Sicht keine Erwerbs
tätigkeit
mehr zumutbar gewesen, weshalb die Einschränkung im Erwerbsbereich bei 100 %
liege (Begründung, S. 1). Ab 1. November 2018 bestehe daher Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich
im Verlauf gebessert. Die bisherige Tätigkeit in der Reinigung sei ihr weiterhin nicht möglich. Spätestens ab 22. April 2020 sei ihr jedoch eine behinde
rungs
an
gepasste Tätigkeit zu 50 % zumutbar. Das Belastungsprofil beinhalte körperlich sehr leichte sowie leichte Tätigkeiten, ohne Hantieren mit Lasten über zwei Kilo
gramm, ohne besondere Anforderungen an Kraft und Geschicklichkeit
der rechten Hand
und des rechten Armes
, welcher nur unterhalb der Brusthöhe und nur als
Hilfsarm
einsetzbar sei. Aus dem Einkommensvergleich resultiere ein Invalidi
tät
s
grad von 45 %
,
und somit
habe die Beschwerdeführerin
ab 1. August 2020 An
spruch auf eine
Viertelsrente
(S. 2). Die volle Arbeitsunfähigkeit als Reini
gungs
m
itarbeitende sei unbestritten, h
ingegen werde weiterhin daran festge
hal
ten, dass spätestens seit 22. April 2020 eine Verbesserung des Gesundheitszu
standes ausgewiesen und eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 50 % zumut
bar sei (S. 3).
2.2
Demgegenüber wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein (Urk. 1), aus den Akten ergebe sich keine Veränderung des Gesundheitszustandes per April
2020. Sie leide nach wie vor an einer Kapsulitis beziehungsweise Frozen Shoulder
, wobei ihr Arm weiterhin mindestens im gleichen Masse in seiner Beweglichkeit eingeschränkt sei und jede Bewegung enorme Schmerzen verursache
(S. 5 Ziff. 2
lit
. a
). Die einzige Ver
änderung, welche im April 2020 aus den Akten ersichtlich sei, sei die neu gestellte Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit soma
tischen und psychischen Faktoren durch die Integri
erte Psychiatrie Z._
, welcher indes nicht ohne Weiteres gefolgt
werden könne. Die Ärzte der
Z._
hätten explizit darauf hingewiesen, dass sie nicht in der Lage seien, auf der Grundlage von zwei Konsultationsterminen einen Bericht zu erste
llen. Ihre Ein
schätzung sei ent
sprechend kurz und summarisch gewesen. Aus de
n übrigen Arztberichten sei fer
ner nicht ersichtlich, dass die Schmerzproblematik
eine psy
chische Komponente habe
(S. 5
Ziff. 2 lit. b
). Es ergebe sich gestützt auf die aktuellen Akten keine genügende Grundlage für die Annahme
der im Bericht der Ärzte der
Z._
genannten Diagnose, folglich könne auch nicht die Rede da
von sein, dass sie ihre Schaden
minderungspflicht verletze. Einerseits stelle die
Be
schwerdegegnerin nicht in Ab
rede, dass nach wie vor eine massive Ein
schrän
kung in der Funktion des Armes und der Hand bestehe, andererseits bestreite sie jedoch die Möglichkeit, dass mit dieser Erkrankung weiterhin Schmerzen ein
her
gingen. Diese Beurteilung sei widersprüchlich. Zudem sei darauf hinzuwei
sen, dass sich der fragliche Ab
klärungsbericht der
Z._
gar nicht zur Frage der Arbeits
unfähigkeit äussere. Es sei folglich unklar, ob diese Diagnose an der Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit überhaupt etwas verändere. Es fänden sich folglich keine genügenden Hinweise für eine Neubeurteilung des
Invaliditätsgrades, und es sei ihr seit 1. August 2020 weiterhin eine ganze Inva
lidenrente auszurichten (S. 6-7 Ziff. 2 lit. c
).
Soweit das Gericht zum Schluss gelange, dass sich der Gesund
heits
zustand beziehungsweise der Invaliditätsgrad gestützt auf die aktuelle Aktenlage nicht abschliessend beurteilen lasse, sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eine polydisziplinäre Begutachtung erscheine ange
zeigt, um das Zusammenspiel der neu gestellten Diagnose mit dem bisherigen Krankheitsbild zu eruieren (S. 7 Ziff. 2 lit. d).
2.3
Streitig
und zu prüfen
ist,
ob
seit Erlass der Verfügung vom
4.
März
2011 (Urk.
18/44
) eine Änderung des
Invaliditätsgr
ades beziehungsweise des
Renten
an
spruchs der Bes
chwerdeführerin eingetreten ist, und ob
ihr
zu Recht eine von
November 2018
bis Juli 2020 befristete ganze Rente sowie eine Viertelsrente
ab August 2020
zu
gesprochen wurde
.
Die gerichtliche Prüfung erfasst dabei den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweisen geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprache als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente, selbst wenn nur die Abstufung oder Befristung der Leistungen angefo
chten wird (vgl. vorstehend E. 1.5
).
3.
3.1
Die
Verfügung vom
4. März 2011 (Urk. 18/44)
, mit welcher
die Beschwer
de
geg
nerin einen
Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin verneinte
, beruhte im Wes
ent
lichen
auf dem
von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen
psy
chia
trisch-rheumatologischen Gutachten von
Dr. med. A._
, Fach
ärztin
für Allgemeine Innere Medizin
und für Rheumatologie
, und Dr. med. B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom
19. März 2010 (Urk. 18/19)
.
Dr.
A._
führte im internistisch-rheumatologischen Teilgutachten vom 16. März 2010 (Urk. 18/17) aus, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Klagen, der Anamnese, der k
linischen Untersuchung sowie der Resultate
der bi
l
dgebenden
Abklärungen und Laborabklärungen sämtliche Tätigkeiten au
süben könne, welche
Frauen ihres Alters
üblicherweise möglich seien. Die CT-Untersuchung der Len
denwirbelsäule (LWS) zeige fortgeschrittene degenerative Veränderungen mit mässiger Einengung des Spinalkanals, jedoch keine wesentliche Kompression neu
raler Strukturen, weshalb diese Befunde keine Auswirkung auf ihre Arbeits
fähigkeit hätten. Der Diabetes mellitus sei sehr gut eingestellt und beeinflusse ihre Arbeitsfähigkeit nicht. Aus rheumatologischer Sicht gebe es keine Ursache für eine deutlich
verminderte Handkraft, d
aher sei am ehesten von einer Selbst
limi
tation in der Untersuchungssituation auszugehen. Ferner könne postuliert werden
,
dass sich die Beschwerdeführerin selbst nicht als derart schmerzgeplagt ein
schätze, dass sie die ohne Weiteres zumutbare medikamentöse Schmerztherapie korrekt durchführen würde. Aus rheumatologischer Sicht bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S.
28 Ziff. 6 und S.
29
Ziff.
7.1-7.4).
In psychiatrischer Hinsicht (Urk. 18/19) diagnostizierte Dr.
B._
eine leichte depressive Episode mit somatischen Symptomen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (ICD-10 F32.01; S. 6 Ziff. 5.1). N
ach
der Erkrankung des jüngeren Soh
nes beziehungsweise der Mitteilung der schweren Diagnose sei es bei der Be
schwerde
führerin zu einer massiven Akzentuierung der histrionisc
hen Persön
lich
keitszüge gekommen, welche die
psychische Belastbarkeit der Beschwerde
füh
rerin reduziert
habe. I
m Rahmen der Anpassungsproblematik sei es zur Ent
wicklung der depres
siven Anpassungsstörung gekomm
en, weshalb die Beschwer
deführerin
seit dem
8. September 2007 in regelmässiger psychiatrischer Behand
lung stehe. Die Akze
n
tuierung der Persönlichkeitszüge sei keine psychiatrische Diagnose und schränke
ihre
Arbeitsfähigkeit nicht anhaltend ein. Andererseits sei eine leichte depressive
Episode zu bestätigen, welche die Arbeitsfähigkeit wegen der reduzierten geis
ti
gen
Flexibilität beziehungsweise reduzierten Stresstoleranz um höchstens 20-30 % einschränke. Die Arbeitsfähigkeit im Haushalt sei aber allgemein mit grosser Flexibilität bezüglich der Arbeitseinteilung beziehungsweise Pausenmöglichkeit verbunden, weshalb man der Beschwerdeführerin im Haushalt eine volle Arbeits
fähigkeit attestieren könne (S. 6 f. Ziff. 6).
Aus gesamtmedizinischer Sicht
sei aufgrund des psychischen Leidens seit Beginn der psychiatrischen Behandlung von einer 20-30%igen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen sowie einer ideal angepassten Tätigkeit auszugehen. Aus rheumato
logischer Sicht sei die Beschwerdeführerin nie langfristig arbeitsunfähig gewesen (S. 8 Ziff. 9.2).
3.
2
Im Rahmen der Abklärung der beeinträchtigen Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haus
halt vom 19. November 2010 (Abklärungsbericht vom 1.
Dezember
2010; Urk.
18/28)
wurde die Beschwerdeführerin als zu 100 % im Haushalt tätig quali
fiziert und im Haushaltsbereich als nicht eingeschränkt erachtet. Gestützt auf diese Aktenlage verneinte die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 4. März 2011 (Urk. 18/44) bei einem Invaliditätsgrad von 0 % einen Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin
.
4.
4.1
Der vorliegend angefochtenen Verfügung vom
3. Mai 2021
(Urk. 2) lagen im Wesentlichen die folgenden medizinischen Berichte zugrunde
:
4.2
Mit Bericht vom 20. Februar 2018
(
Urk.
18/59/12-13 =
Urk.
18/59/26-27 =
Urk.
18/63/9-10)
nannten die Ärzte
der Klinik für Orthopädie und Traumatologie
de
s Kantonsspitals C._
die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Status nach
arthroskopischer
Rotatorenmanschette
n
-Rekonstruktion
der rechten Schulter
vom 7. Februar 2018
-
aktuell: Schmerzexazerbation, Differentialdiagnose (DD): bei Irritation
durch die Abduktionsorthese, beginnende reaktive
Kapsulitis
Nebendiagnosen:
-
begleitend zervikovertebrales Schmerzsyndrom
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
intermittierend reaktiv depressive Stimmungslage
Die Ärzte führten aus, dass sich die Beschwerdeführerin aufgrund einer
Schmerz
exazerbation
im Bereich der rechten Schulter nach dem Eingriff vom 7. Februar 2018 (vgl.
Operat
ionsbericht vom 8. Februar 2018
, Urk. 18/59/22-23;
Austritts
bericht vom 13. Februar 2018
,
Urk.
18/59/14-15 =
Urk.
18/59/24-25
)
am 13
.
und 14. Februar 2018
vorzeitig in der Sprechstunde vorgestellt habe
(S. 1). Am heutige Tage zeige sich unter der erweiterten Medikation sowie nach dem Wechsel des orthopädischen Hilfsmittels eine deutliche Beschwerdeverbesserung. Aktuell sei die Beschwerdeführerin bezüglich der Schmerzen gut kompensiert (S. 2).
4.3
In ihrem Bericht vom 5. Juli 2018 zuhanden der IV-Stelle (Urk. 18/70/8-9
;
vgl.
auch
Urk. 18/70/18-19
) hielt
Dr. med. D._
,
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparate
s,
C._
,
fest, dass die Be
schwerdeführerin seit dem 15. Dezember 201
7
im
C._
in Behandlung stehe. Aktuell bestehe im Rahmen der postoperativen Rehabilitation eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Wie lange diese noch andauern werde,
könne
bei kompli
ziertem Verlauf mit Entwicklung einer aus
geprägten, reaktiven adhäsiven
K
apsu
litis
zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht konklusiv beurteilt werden (S. 1).
4.4
Dr. med. E._
, Fachärztin für
Physikalische Medizin und Rehabili
tation
, beratende Ärztin des Krankentaggeldversicherers, führte in ihrer Stellung
nahme vom 11. September 2018 (Urk. 18/84/7-8) aus, dass
aufgrund
der noch starken, postoperativen Kapsulitis rechts von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit auszugehen sei. Für eine leichte Tätigkeit mit Schulter-/Armbewegungen bis auf die Brusthöhe sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit (halbtags) auszugehen. Eine Begutachtung erachte sie derzeit nicht als notwendig (S. 1).
4.5
Mit Bericht vom 11. Dezember 2018 zuhanden der IV-Stelle (
Urk. 18/85)
hielt Dr.
D._
fest, dass bei der Beschwerdeführerin in der Folge der Operation nach wie vor ein
e ausgeprägte reaktiv adhäsive K
apsulitis bestehe, welche auf bisherige Therapiemassnahmen noch nicht ausreichend anspreche. Sie
sei daher zum jetzigen Zeitpunkt nach wie vor zu 100 % arbeitsunfähig ge
schri
eben (vgl. auc
h Bericht vom 10. Dezember 2018;
Urk. 18/87 = Urk. 18/88/6-7).
Dr.
D._
berichtete am
25. Februar 2019
über die Sprechstunde
vom 22. Februar 2019 (Urk. 18/91/6-7) und nannte die folgenden Diagnosen (S.
1
):
-
Status nach
arthroskopischer
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion (SSP)
rechts vom 7. Februar 2018
-
protrahierter Verlauf mit reaktiver Kapsulitis
Nebendiagnosen:
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
zervikovertebrales Schmerzsyndrom
-
intermittierend reaktiv depressive Stimmungslage
Nach wie vor sei die Beweglichkeit stark eingeschränkt und die Schmerzsituation im Grunde genommen nahezu unverändert. Sollte eine
Kortisoninfiltration
nicht möglich sein, müsse überlegt werden, wie der Teufelskreis zwischen der
diabe
togenen
Stoffwechsellage und der sicherlich dadurch mit unterhaltenen Kapsulitis
auf andere Weise
durchbrochen werden könne (S. 2).
Mit Verweis auf den Bericht vom 25. Februar 2019 hielt Dr.
D._
am 27. Februar 2019 zuhanden der IV-Stelle (Urk. 18/91
/5
) fest, dass sich die Situation bedauerlicherweise wenig geändert habe und die Beschwerdeführerin zurzeit zu 100 % arbeitsunfähig für die bisherige, aktuell auch angepasste Tätig
keit
bleibe
.
4.6
Dr. med. F._
, Facharzt für Chirurgie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD)
,
nahm am 11. März 2019 Stellung zum medizinischen Sachverhalt (Urk. 18/144 S. 6-7), und nannte als Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit einen Status nach
arthroskopischer
Rotatorenmanschetten
-Rekon
struktion rechts vom 7. Februar 2018
mit/bei protrahiertem Verlauf mit reaktiver Kapsulitis (S. 6). In der bisherigen Tätigkeit als Reinigungskraft erachtete er die Beschwerdeführerin seit 13. November 2017
als
zu 100 % arbeitsunfähig. Auch in eine
r angepassten Tätigkeit habe vom
13. November 2017 bis 10. September 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden
, seit 11. September 2018
(vgl. vorstehend E
. 4.4
)
sei der Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit wieder zu 50 % möglich. Das Belastungsprofil beinhalte leichte (angepasste) Tätigkeiten
ohne Heben, Tragen und Transportieren von mittelschweren und schweren Last
en, ohne rechtsseitiges Arbeiten in Armvorhalteposition und Überkopfarbeiten. Eine
wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes, insbesondere eine Verbesse
rung
der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, sei noch nicht zu erwarten (S. 7).
4.7
Mit
Bericht vom 29. April 2019 (Urk. 18/95/4-5) führte Dr.
D._
bei gleichgebliebenen
Diagnosen (vgl. vorstehend E. 4.5
) aus,
dass die Be
schwer
deführerin verständlicherweise weiterhin über den protrahierten Verlauf sehr frustriert sei, die begleitende Depression spiele hier sicherlich auch eine relevante Rolle (S. 1). Gemäss MRI-Bildgebun
g
sei die Sehne nach Rekonstruktion in Konti
nuität, sicherlich mit einer gewissen Ausdünnung beziehungsweise einem dis
kreten Kalibersprung. Es bestehe keine Indikation für eine erneute Rekon
struk
tion. Insgesamt zeige sich sogar ein recht zufriedenstellendes Ergebnis, mit vor allem auch vollständig erhaltender muskulärer Qualität. Ebenso bestätige sich im MRI jedoch die Diagnose einer weiterhin ausgeprägten adhäsiven Kapsulitis mit praktisch vollständig verlegtem Recessus. Es gelte weiterhin die Stoffwechsel-, aber sicherlich au
ch
die Gemütslage der Patientin optimal einzustellen, um als nächstens dann im besten Fall nochmals eine
Kortisoninfiltration
durchführen zu können (S. 2).
4.8
Dr. med. G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie, stellte mit Bericht vom 27. Mai 2019
(Urk. 18/116)
die folgenden Dia
gnosen (S. 1):
-
PHS (
Periarthritis humeroscapularis
)
ankylosans
rechts, mit
-
ausgeprägtem Kapselmuster, bei
-
Status nach
arthroskopischer
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion
SSP
rechts vom 7. Februar 2018
-
im MRI vom 27. März 2019
unauffälligem
postoperativem Befund
-
Diabetes mellitus Typ II
-
chronisch rezidivierendes cervico-vertebrales Syndrom, bei
-
Streckhaltung
-
myofascialen
Beschwerden
-
Status nach PHS tendopathica links 2002
Bei der Beschwerdeführerin zeige sich über die Monate ein unbefriedigender
Ver
lauf
bei
Status nach
arthroskopischer
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion
mit inzwischen ausgeprägtem Kapselmuster. Allenfalls werde das Kapselmuster noch durch den Diabetes mellitus Typ II mitbegünstigt. In der MRI-Untersuchung vom 27. März 2019 zeige sich ein regelrechter postoperativer Befund (S. 1). Aktuell bestehe sicher keine Operationsindikation
,
und es gelte
,
das Kapselmuster noch
mals mittels Infiltration zu behandeln, dies sei bereits geplant. Nur bei völligem Versagen dieser Massnahmen komme eine Mobilisation in Narkose oder auch eine
Adhäsiolyse
in Fr
age. Trotz des mühsamen Verlauf
s bleibe äusserst fraglich,
ob
sich die aktuellen Beschwerden mit der psychischen Situation der Beschwer
de
füh
rerin erklären liessen. Dies
sei
eher unwahrscheinlich (S. 2).
Am 2. Juli 2019 (Urk. 18/117) führte Dr.
G._
aus, dass auch die zuletzt im
C._
durchgeführte Infiltration das Beschwerdeausmass nicht habe lindern respektive das Bewegungsausmass nicht habe verbessern können (S. 1). Aufgrund der Ge
samtsituation sei er als Rheumatologe etwas ratlos und frage sich einzig, ob die Beschwerdeführerin nicht doch von einer Mobilisation in Narkose profitieren k
önn
e (S. 2).
4.9
Im Bericht vom 8. August 2019 zuhan
den
der IV-Stelle (Urk. 18/99/4;
vgl.
auch Bericht vom 15. Juli 2019
,
Urk. 18/99/5-6) äusserte sich Dr.
D._
dahingehend, dass weiterhin eine sehr schwierige Situation mit Persistenz der Beschwerdesymptomatik und vor allem auch einer deutlichen Bewegungsein
schränkung von Seiten der rechten Schulter bestehe. Daher liege nach wie vor eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und im Grunde auch generell für körperlich belastende Tätigkeiten mit Gebrauch der rechten oberen Extremität vor.
Allenfalls sei eine rein administrative Tätigkeit unter intermittierender Beanspruchung der rechten Hand beziehungsweise der Schulter und mit entsprechender Möglichkeit zu regelmässigen Pausen als zumutbar zu erachten und auch hier sicherlich zumindest anfangs sehr
niedriggradig
.
4.10
Dr. med. H._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates
,
RAD,
nahm am 13. November 2019 Stellung zum medizinischen Sachverhalt (Urk. 18/144 S. 8-9)
und führte aus, dass
unverändert gegenüber dem Zeitpunkt der letzten RAD-Stellungnahme vom März
2019 (vgl.
vorstehend E. 4.6
)
der bereits bekannte, somatische Gesundheitsschaden ein
schliess
lich
der sich daraus ableitenden Einschränkung der funktionellen Leis
tungs
fähigkeit vor
liege
. Der wirklich aktuelle Gesundheitszustand sei nicht be
kannt, was einerseits die im Vordergrund stehen
de Schulterproblematik betreffe
,
aber auch das als «Nebendiagnose» aufgeführte
«
zervikovertebrale
Schmerzsyn
drom» sowie die «intermittierend reaktiv depressive Stimmungslage», über deren momentane Ausprägung und gegebenenfalls deren Einfluss auf die funktionelle Leistungsfähigkeit leider gar nichts bekannt sei. Während die aktenkundige, fort
dauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die frühere Tätigkeit als Reinigungs
kraft
aus versicherungsmedizinisch-orthopädischer Sicht ohne Weiteres nachvollzieh
bar sei, gebe es für die Arbeitsfähigkeit in einer behinderung
s
angepassten Tätigkeit nur die äusserst vage Angabe im Bericht von Dr.
D._
vom August 2019 (vorstehend E. 4.9
).
Eine abschliessende versicherungs
medizi
ni
sche Beurteilung sei nicht möglich, dazu bedürfe es weiterer Abklärungen, zu
nächst in Form einer Anfrage bei der Versicherten selbst, danach wahrscheinlich
in Form
einer bidisziplinären, orthopädisch-psychiatrischen RAD-Untersuchung oder gegebenenfalls auch einer Begutachtung (S. 9).
4.11
Dr. med. I._
, Fachärztin für
Anästhesiologie
,
C._
, führte im Bericht vom 7.
April
2020 (Urk.
18/120) aus, dass sie die Beschwerdeführerin seit 19.
November 20
19
ambulant behandle (Ziff. 1.1), und nannte die folgenden
, hier
verkürzt aufgeführten
Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
(Ziff.
2.5):
-
schmerzhafte reaktiv adhäsive Kapsulitis rechte Schulter bei
Status nach
Supraspinatussehnen
-Rekonstruktion rechts
am
7. Februar 2018
-
aktenanamnestisch rechtsseitiges
cervicocephales
Syndrom
-
Schwindel
Die Beschwerdeführerin sei für jedwede Tätigkeit zu 100
% arbeitsunfähig (Ziff.
1.3). Theoretisch habe eine Kapsulitis eine gute Spontanheilungstendenz, allerdings bestünden in 3-6 %
auch noch nach vier Jahren
Schmerzen und Funk
tionseinschränkungen. Würde die frozen shoulder ausheilen, blieben noch Ein
schränkungen durch die partielle Supraspinatussehnenruptur (
Z
iff. 2.7).
Es be
stehe theoretisch die Indikation für Co-Analgetika, möglicherweise könne im Rahmen der psychotherapeutischen Behandlung eine Motivation und ein Ver
ständ
nis dafür erarbeitet werden, was aktuell aufgrund schlechter
Erfahrungen aus der Vergangenheit (Status nach depressiver Episode) nicht der Fall sei (Ziff.
2.8).
Die Prognose h
ä
nge wesentlich vom weiteren Verlauf der Kapsulitis ab (Ziff. 4.3).
4.12
Die Ärzte der Inte
grierten Psychiatrie
Z._
berichteten am
18. Mai 2020 (Urk. 18/127/2-3) über zwei im Zeitraum vom 16. bis 22. April 2020
durch
geführte Konsultationstermine (vgl. Urk. 18/127/1) und nannten
die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Die Zuweisung der Beschwerdeführerin
sei
durch die Spezialisten der Schmerz
sprechstunde des
C._
mit dem Auftrag einer integrativen psychiatrisch-psycho
therapeutischen Abklärung
,
gegebenenfalls Behandlung
,
bei Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung
erfolgt (S. 1), wobei die
zur Zuweisung führenden Symptome im Rahmen einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren gewertet
würden
. Die Beschwerdeführerin sei ausführlich über die Natur der chronischen Schmerzen und die Behandlungsansätze aufge
klärt worden, habe sich jedoch kategorisch geweigert, irgendwelche psychotropen
Medikamente einzunehmen
. Sie habe angegeben, dass
sie
-
wenn sie sich zwi
schen der Einnahme der psychopharmakologischen Medikamente und dem Leiden
an Schmerzen entscheiden müsste
-
immer noch lieber die Schmerzen tolerieren würde.
Sie bezweifle die Sinnhaftigkeit der Psychotherapie und habe schlussend
lich mitgeteilt, dass sie die Behandlung nicht beginnen wolle (S. 2).
4.13
RAD-Arzt Dr.
H._ und RAD-Arzt Dr. med. J._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
, nannten in ihrer Stellungnahme vom 6. beziehungsweise vom 8. Juni 2020 (Urk. 18/144 S. 11-13) die folgenden aktuellen Diagnosen mit möglicher Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 11
-12
):
-
chronifizierte Schmerzproblematik der rechten Schulter, mit/bei
-
therapieresistenter reaktiver adhäsiver Kapsulitis der rechten Schulter, bei
-
Zustand nach
Schulterarthroskopie
am 7. Februar 2018 mit
Supra
spinatus
-Rekonstruktion
rechts am
7. Februar 2018
-
chronisch-rezidivierendes
zervikovertebrales
Syndrom, bei
-
Streckhaltung und myofaszialen Beschwerden
-
rechtsseitiges zervikozephales Syndrom mit rezidivierendem Kopfschmerz (seit 2001)
-
rezidivierender Schwindel
-
DD: peripher-vestibulärer Schwindel, DD: benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
aktuell: kategorische Ablehnung einer psychotropen Medikation oder Psychotherapie
Die aktuellen Arztberichte
würden
in somatisch-orthopädischer Hinsicht eigent
lich nichts Neues
enthalten
,
jedoch in psychiatrischer Hinsicht schon.
Es werde ausdrücklich festgestellt, dass derzeit keine Depression oder Anpassungsstörung mehr vorliege, vielmehr sei eindeutig die Diagnose einer «chronischen Schmerz
störung mit somatischen und psychischen Faktoren» gestellt worden. Die Ver
sicherte lehne allerdings die ihr diesbezüglich von fachärztlich-psychiatrischer Seite vorgeschlagene und offensichtlich im Gespräch ausführlich begründete, adäquate (leitliniengerechte) Therapie dieser Gesundheitsstörung kategorisch ab, obwohl diese keine invasiven und damit unzumutbaren Massnahmen beinhalte. Damit verletze sie aus versicherungsmedizinischer Sicht ihre gesetzlich vorge
schriebene Schadenminderungspflicht
. Aufgrund einer «chronifizierten Schmerz
prob
lematik der rechten Schulter», die aus rein medizinisch-orthopädischer Sicht bei seit mehr als zwei Jahren anhaltender, vollkommener Therapieresistenz der
bestehenden «reaktiven adhäsiven Kapsulitis» der rechten Schulter völlig unty
pisch sei, werde auch weiterhin und unbefristet von schmerztherapeutischer Seite eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit bescheinigt. Dies sei
aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht länger nachvollziehbar. Schmerz alleine
begründe keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit, zumal dann, wenn vorge
schlagene, nicht-invasive und damit zumutbare Therapiemassnahmen abgelehnt würden mit der Begründung, dann doch lieber die Schmerzen aushalten zu wollen (S. 12).
Aus versicherungsmedizinisch-orthopädischer Sicht sei zwar die bisherige bezie
hungsweise frühere Tätigkeit im Reinigungsdienst bis auf Weiteres nicht mehr möglich, eine optimal behinderungsangepasste Tätigkeit sei medizintheoretisch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätesten
s ab 22. April 2020 (zweiter
Tag der psychiatrischen Abklärung im
Z._
) zumindest zu 50 % möglich und zu
mutbar, wobei bereits eine erhebliche Leistungsminderung des (dominanten) rechten Armes berücksichtigt sei. Das Belastungsprofil beinhalte körperlich sehr leichte und leichte Tätigkeiten, ohne Hantieren mit Lasten über 2 kg, ohne besondere Anforderungen an Kraft und Geschicklichkeit
der rechten Hand und
d
es rechten Armes, welcher nur unterhalb
der Brusthöhe und nur als
Hilfsarm
einsetzbar sei (S. 12-13).
4.14
Im Bericht
vom 12. Oktober 2020
über die am
28. September 2020
erfolgte Ab
klärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Urk.
18/130
) wurde insbesondere festgehalten
, dass die Aussage der Beschwerdeführerin, sie würde heute ein höheres Arbeitspensum ausführen, aufgrund ihrer plausibel ge
schilderten Angaben zur beruflichen Situation ohne Gesundheitsschaden über
nommen werden könne.
Im Ergebnis wurde die
Beschwerdeführerin
vo
n der Ab
klärungsperson ab November 2017 als zu 80
% erwerbstätig u
nd zu 2
0 %
im Haushalt tätig qualifiziert (S. 5 Ziff. 2.6).
Die Abkläru
ngsperson erkannte in dem mit 35
% gewichteten Bereich
«
Woh
nungs
- und Hauspflege, Haustierhaltung»
sowie dem mit 8
% gewichteten Bereich «
Einkauf sowie weite
re Besorgungen» Einschränkungen
von 1
0 %
und in dem mit
12 % gewichteten Bereich «Wäsche und Kleiderpflege» eine Einschränkung von 5
%
(S. 7-8 Ziff. 6.2
-6.
4
). Hingegen erachtete sie die
Beschwerdeführerin
in den Bereichen «
Ernährung
»
sowie
«Betreuung von Kindern und/oder Angehörige
n» als nicht eingeschränkt (S. 7 Ziff. 6.1, S. 8 Ziff. 6.5
). Insgesamt ermittel
te sie eine
Einschränkung von 4.9
%, was einen (Teil-)Invaliditätsgrad von
0.98
% ergab (S.
9
Ziff
. 7).
5.
5.1
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte die Beschwerdeführerin weitere medizinisch
e Berichte (Urk. 3/4-
5
, Urk. 3/8, Urk. 16/2
) zu den Akten.
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die
Ge
setz
mässigkeit
der Verwaltungsverfügungen beziehungsweise der
Einspracheent
scheide
in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungs
ver
fügung sein (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Jedoch sind Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitge
genstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurtei
lung im Zeitpunkt des Erlasses der Verwaltungsverfügung beziehungsweise des Einspracheentscheides zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b, 99 V 98 E. 4; Urteil des Bundesgerichts 8C_95/2017 vom 15. Mai 2017 E. 5.1 mit Hinweisen).
Diese Voraussetzungen sind hinsichtlich der genannten Berichte erfüllt, weshalb diese im vorliegenden Verfahren Berücksichtigung finden.
5.2
Dr. med. K._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
C._
,
berichtete am 20. August 2020 über die am Vor
tag erfolgte Sprechstunde (Urk. 3/4) und stellte die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
persistierende Schultersteife rechts, bei
-
Status nach
arthroskopischer
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion (
Supraspina
t
us
) rechts vom 7. Februar 2018 mit protrahiertem Verlauf
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
Asthma bronchiale
-
chronische Anämie im Rahmen eines Glucose-6
Phosphat-Dehydro
gena
se
mangels
seit 2005
Die Beschwerdeführerin zeige zweifellos weiterhin eine erhebliche funktionelle Einschränkung ihres rechten Schultergelenks bei der Verdacht
sdiagnose einer postoperativen
K
apsulitis
. Die Kapselvernarbung lasse sich bereits auf dem MRI vo
n
2019 klar dokumentieren. Als nächster Schritt werde nochmals eine Arthro-MRI-Untersuchung durchgeführt, dies insbesondere zur Dokumentation de
r
K
ap
su
litis
respektive der Kapselschrumpfung, aber auch zur nochmaligen Beurteilung der Rotatorenmanschette. Aus rein schulterorthopädi
scher Sicht könn
e sicherlich eine Schulterarthroskopie und
Kapsulotomie
diskutiert werden. In der Regel
wür
den
die Patienten dadurch an Beweglichkeit
gewinnen
. Ob si
ch
die Schmerzen dadurch zu 100 % beeinflussen liessen, könne nicht vorausgesagt werden (S. 2).
Mit Bericht vom 4. September 2020 (Urk. 3/5) hielt Dr.
K._
fest, dass die
Arthro
-MRI-Untersuchung eine strukturalterierte
Supraspinatussehne
zeige, welche je
doch in Kontinuität stehe. Die restlichen Sehnen der Rotatorenmanschette seien intakt. Der Hauptbefund sei jedoch weiterhin die praktisch vollständige Oblitera
tion des inferioren
Gelenkrecessus
, was im Sinne der adhäsiv
en
K
apsulitis
beur
teilt werden könne. Die Kapselobliteration erkläre sicherlich zum grössten Teil die persistierende funktionelle Einschränkung
. Da keinerlei Garantie für eine sichere Beschwerdefreiheit nach einer
ar
t
hroskopischen
Kapsulotomie
gegeben werden könne
, habe sich die Beschwerdeführer klar geg
en ein solches Vorgehen entschie
den (S. 1).
5.3
Dr. med. L._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, äusserte sich in seine
r
E-
Mail vom 14. Mai 2021 zuhanden der Rechtsvertreterin der Be
schwerdeführerin (Urk. 3/8) dahingehend, dass die Schulterbeweglichkeit im Ver
lauf sogar eher noch eingeschränkter sei. Der Schürzen- und Nackengriff seien nicht möglich, bereits die Abduktion des rechten Arms sei stark eingeschränkt und verursache gleich Schmerzen. Die Prognose sei leider als ungünstig einzu
schätzen. Es bestehe ein chronifizierter Zustand, welcher schwierig zu beein
flusse
n
sei. Gemäss Bericht von Dr.
K._
vom Sept
ember 2020 (vgl. vorstehend E. 5.2
) bleibe chirurgisch als einzige Behandlungsoption nur noch die
arthrosko
pische
Kapsulotomie
. Weitere Therapieoptionen, wie zum Beispiel Physiotherapie und Analgetika, seien eher
supportiver
Art und müssten eventuell durch einen spezialisierten Rheumatologen evaluiert werden, welcher auch gegenüber der IV-Stelle zur Arbeitsunfähigkeit Stellung nehmen könnte.
5.4
Im Bericht vom 24. Juni 2021 (Urk. 16/2) führte Dr.
med. M._
, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
C._
,
aus, dass
die Beschwerdeführerin die aktive und passive Beweglichkeits
prüfung schmerzbedingt kaum zu
gelassen habe
. Ein klares Kapselmuster
habe
in der passiven Untersuchung nicht erfasst werden
können
, da die Beschwerde
füh
rerin den Arm in N
eutralstellung aktiv gegengespannt habe
. In Rückenlage
habe
sie den Arm
unter Ablenkung
allerdings auf den Bauch legen
können
, sodass eine passive Innenrotation von mindestens 50 Grad möglich erscheine. Ebenfalls
sei
beim Schuhe ausziehen im Sitzen eine (passive) Flexion von mindestens 70 Grad beobachtet
worden
. Die Prüfung der Rotatorenmanschette sei nicht konklusiv, da eine aktive Belastung kaum möglich
gewesen
sei. Die aktive und passive Be
weglichkeit der Ellbogen-, Hand- und Fingergelenke sei allerdings nicht einge
s
chränkt (S. 2
oben).
Die Beschwerdeführerin zeige nach wie vor einen protrahierten Rehabilita
tions
verlauf drei Jahre nach
arthroskopischer
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion rechts. Klinisch bestehe in erster Linie ein c
hronifiziertes Schmerzsyndrom. I
nwiefern die adhäsive Kapsulitis für den Funktionsverlust verantwortlich sei, könne in der heutigen klinischen Untersuchung kaum eruiert werden. Auch bei aufgehobener
glenohumeraler
Beweglichkeit müsste zumindest
skapulothorakal
noch eine Restbeweglichkeit möglich sein. Auch seien die Diskrepanzen zwischen der klinischen Untersuchung und der unabhängigen Beobachtung unklar
. Für eine objektive Beurteilung des IV-Anspruchs werde ein unabhängiges fachärzt
liches Gutachten vorgeschlagen. Vorgängig werde auf jeden Fall die neurolo
gische Abklärung empfohlen, da die neurologischen Beschwerden (Sensibili
täts
störungen, Kraftverlust) durch die Vorgeschichte nicht erklärt seien (S. 2).
6.
6.1
Die Beschwerdegegnerin ist auf die erneute Anmeldung der Beschwerdeführerin
vom 22. Februar 2018 (Urk. 18/48
), welche
infolge der im J
ahr 2017
aufge
tre
tenen Schulterbeschwerden
erfolgte
(vgl.
Urk. 18/63/21,
Urk. 18/63/26),
materiell eingetreten und qualifizierte die Beschwerdeführerin im
Rahmen der Abklärun
gen
neu
als zu 80 % erwerbstäti
g und zu 20 % im Haushalt tätig
(vgl. vorstehend E. 4.14
)
.
Somit hat sich der
massgebliche Sachverhalt
seit der letztmaligen mate
riellen Prüfung des Anspruchs der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
4. März
2011 (Urk. 18/44
; vgl. vorstehend E
. 3
)
, mit welcher
ein Anspruch auf eine Inva
lidenrente verneint wurde
,
a
ufgrund der neu ausgewiesenen Schulterbe
schwerden sowie der Qualifikation der Beschwerdeführerin als Teilerwerbstätige
ausgewiese
ner
massen
geändert
(vgl. vorstehend E. 1.3-1.4
).
Dies ist, wie auch
die neu festge
legte Qualifikation der Beschwerdeführerin
als
Teilerwerbstätige
, unbestritten, weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen.
Zu prüfen bleibt, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsrelevante Invalidität zu beja
hen, und ob hierfür der Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt ist.
6.2
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit
jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten
vergleichbar, sofern sie den
praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1
) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines
externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver
lässig
keit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
Reine Aktengutachten sind beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich fest
stehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befas
sung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundes
gerichts 8C_750/2020 vom 23. April 2021 E. 4 mit Hinweisen).
6.3
Aufgrund der medizinischen Aktenlage
ist
ausgewiesen
, dass die
Beschwer
de
führerin eine
Supraspinatussehnen
-Läsion der rechten Schulter
erlitt (vgl. Urk.
18/59/16-17)
,
welche am 7. Februar 2018
im Rahmen einer
arthr
oskopischen
Rota
torenmanschetten-Rekonstruktion
operativ versorgt wurde
.
Im
postopera
ti
ve
n Verlauf
entwickelte sich
eine
reaktive
adhäsive
Kapsulitis
, welche
trotz di
vers
er Therapiemassnahmen bisher nicht zur Abheilung gebracht werden konnte
(vgl. vorstehend E. 4-5
).
In Anbetracht der ausgewiesenen Befunde und festgestellten
Funktionseinschränkungen
sowie im Hinblick auf das Anforderungsprofil der Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin
erweist sich die - sowohl von den behan
delnden Ärzten als auch von den RAD-Ärzten - attestierte 100%ige Arbeitsun
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit somit grundsätzlich als nachvollziehbar.
Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer dem Leiden angepassten Tätig
keit, insbesondere deren Umfang und Verlauf, lässt sich gestützt auf die vor
han
denen medizinischen Akten indes nicht rechtsgenüglich beurteilen.
6.4
Für die Beurteilung des psychischen Gesundheitszustands der Beschwerde
füh
rerin stützen sich die RAD-Ärzte Dr.
H._
und Dr.
J._
in ihrer
S
tellungnahme vom Juni 2020 (vorstehenden E. 4.13
) im Wesentlichen
auf den Bericht der Ärzte der
Z._
vom
Mai 2020 (vgl. vorstehend E. 4.12
). Diese wiesen
indes
in ihrem Schreiben vom 19. Mai 2020 (Urk. 18/127/1)
explizit darauf hin, dass sie gestützt auf lediglich zwei Konsultationstermine nicht in der Lage seien
,
den von der IV-Stelle eingeforderten Bericht zu erstellen, und verwiesen stattdessen a
uf ihren Abklärungsbericht vom 18. Mai 2020
(vgl. Urk. 18/127/
2-3
).
Inwiefern sich die von ihnen diagnostizierte chronische Schmerzstörung mit somatischen und psy
chischen Faktoren auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirkt, kann
ihrem Bericht d
emgemäss nicht entnommen werden.
Der psychische Ge
sund
heits
zustand der Beschwerdeführerin beziehungsweise die konkreten psychiatrischen Diagnosen sind gestützt auf den lediglich zwei Konsultationen beurteilenden Bericht
somit
nicht hinreiche
nd klar erstellt, weshalb dieser keine
verlässliche
Grundlage für eine abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin
in psychiatrischer Hinsicht darstellt
und sich weitere Abklärungen
als erforderlich erweisen
.
Des Weiteren vermögen sowohl der Bericht der Ärzte der
Z._
als auch die RAD-Aktenbeurteilung
der geltenden Rechtsprechung, wonach
grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeit
s
fähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unter
zie
hen sind, nicht zu genügen
(vgl. vorstehend E. 1.6
)
.
Im Übrigen ist darauf hin
zuweisen, dass der Beschwerdeführerin
in Bezug auf die von den Ärzten der
Z._
im Rahmen der Konsultation erörterten Behandlungsansätze seitens der Be
schwer
degegnerin bisher keine Schadenminderungspflicht
auferlegt worden ist, dem
zu
folge
kann
ihr - entgegen den Ausführungen der RAD-Ärzte - auch keine
Verlet
zung der Schadenminderungspflicht
vorgeworfen werden.
Die Würdigung der
Gesichtspunkte ihres Verhalten
s
sowie Behandlungserfolg beziehungsweise
–
resi
stenz
sind indes,
sofern sich ein psychischer Gesundheitsschaden
anlässlich der fachärztlichen Begutachtung als ausgewiesen erweist,
im Rahmen
eines
struktu
rierten Beweisverfahrens angemessen zu
beurteilen
.
6.5
Der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die RAD-Ärzte Dr.
H._
und Dr.
J._
fehlt es sodann an einer Diskussion der somatischen Befunde sowie an einer Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der funktionellen Einschränkungen, um die ab dem 22. April 2020
attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit in ange
passter Tätigkeit nachvollziehen zu können. Dabei erweist sich insbesondere ihre - im Übrigen zur Frage der Rechtsanwendung zählende - Argumentation, wonach Schmerzen alleine keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründen würden, angesichts der ausgewiesenen objektiven Befunde im Zusammenhang mit der Kapsulitis als nicht
schlüssig
.
Sodann
fehlt es der RAD-Stellungnahme an einer Auseinandersetzung mit der divergierenden Beurteilung durch
die
RAD-
Ä
rzt
in
Dr.
E._
vom
September 2018 (vorstehend E. 4.4
),
welche
die Beschwer
deführerin in einer angepassten Tätigkeit
bereits seit 11. September 2018
als zu
50
%
arbeitsfähig
erachtete
.
Nach dem Gesagten vermag die Aktenbeurteilung durch die RAD-Ä
rzt
e
Dr.
H._
und Dr.
J._
, auf welcher der Leistungsentscheid der Beschwerdegegnerin mas
s
geblich beruhte,
die an eine beweiskräftige ärztliche Entscheidungs
grund
lage gestellten Anforderungen
(vorstehend E
. 1.7
)
nicht zu
erfüllen
.
Sie erlaubt somit keine rechtsverbindliche Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
füh
rerin
, weshalb sich ergänzende Abklärungen
in somatischer und psychia
tri
scher Hinsicht
als notwendig
erweisen (vgl. vorstehend E. 6.2
).
6.6
Auch gestützt auf die weiteren aktenkundigen Berichte lassen
sich der Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin
und dessen Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit nicht abschliessend beurteilen.
Wä
hrend Dr.
I._
im Bericht vom April 2020 (vorstehend E. 4.11
) ohne nähere Begründung von einer
100%ige
n
Arbeits
unfähigkeit für jedwede Tätigkeit
ausging, erachtete
Dr.
D._
in ihre
m Bericht
vom August 2019 (vorstehend E. 4.9
) eine zumindest anfangs sehr
niedriggradige
, angepasste Tätigkeit allenfalls als zumutbar.
Auch Dr.
E._
era
chtete die Beschwerdeführerin, ohne dies näher auszuführen,
in einer ange
passten Tätigkeit
als
zu 50 % ar
beitsfähig (vgl. vorstehend E. 4.4
).
Dr.
L._
(vorstehend E. 5.3
)
verw
ies
sodann
insbesonder
e auf eine Evaluierung durch einen spezialisierten Rheumatologen, welcher auch gegenüber der IV-Stelle zur Arbeitsunfähigkeit Stellung nehmen könnte.
Auch
Dr.
M._
schlug
für die objektive Beurteilung des IV-Anspruchs
angesichts der im Rahmen der klinischen Untersu
chung beobachteten Diskrepanzen
eine unabhängige fachärztliche Begut
achtung vor
. Des Weiteren empfahl er eine
neurologische Abklärung
(vgl. vors
te
hend E. 5.4
).
6.7
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Be
schwe
r
deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im Verwal
tungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt überhaupt für gutachterlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betreffende Beweiser
hebung erfolgt alsdann vor der – anschliessend reformatorisch entscheidenden – Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurückzuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausfüh
rungen erforderlich ist (B
GE 139 V 99 E. 1.1, 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_354/2020 vom 8. September 2020 E. 2.1)
.
6.8
Zusammenfassend
ist festzuhalten, dass
ein abschliessender materieller Entscheid gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich
ist.
Die vor
handenen medizinischen Unterlagen erlauben keine zuverlässige Beur
teilung der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, weshalb die Beschwerdegegnerin weitere
Abklärungen hinsichtlich des
somatischen und psychischen
Gesundheitszustands der
Beschwerdeführerin
vorzunehmen hat.
Die angefochtene Verfügung (Urk. 2) ist folglich aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie ein den praxisgemässen An
for
derungen entsprechendes polydisziplinäres Gutachten insbesondere in den Dis
zi
plinen Allgemeine Innere Medizin,
Orthopädie
/
Rheumatologie, Neu
rologie und Psychiatrie einhole und über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge. In diesem Sinne i
st die Beschwerde gutzuheissen.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung sowohl für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als vollstän
diges Obsiegen (BGE 137 V 57; vgl. auch BGE 141 V 281 E. 11.1 mit Hinweis), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessent
schä
digung hat.
Mit
Honorarnote vom
1. Dezember 2021
machte Rechtsanwältin
Laura
Aeberli
,
Advokatur
Aeberli
, Aufwendungen von insgesamt 13.1 Stunden sowie Spesen in der Höhe von Fr. 87.10 (
zuzüglich Mehrwertsteuer)
geltend (Urk.
27
), was gerade noch angemessen erscheint.
Beim praxisgemässen Stunden
ansatz von Fr. 220.--
beläuft sich die von der Beschwerdegegnerin zu leistende Entschädigung auf insgesamt Fr.
3'197.70
(inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer)
.
Das Gesuch um
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege u
nd Rechtsver
tre
tung (Urk. 1 S. 2 Ziff. 4, S. 7-8
)
erweist sich damit als gegenstandslos.