Decision ID: 8d1e2b56-2553-47d0-9a54-f4d577a63768
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1976 geborene und zuletzt vom 2
2
. April 2013 bis
31. Dezember 2014
als
Spezialreiniger
bei der
Y._
AG angestellt
gewesen
e
X._
meldete sich am 24. Juni 2015 unter Hinweis auf Rücken- und Fussschmerzen erstmalig bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 10/9,
Urk.
10/25).
Mit Verfügung vom 19. Mai 2016 (Urk. 10/36) wies die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stell
e,
das Leistungsbegehren ab.
1.2
Am 20. Dezember 2017 (
Eingang bei der IV-Stelle am 7. März 2018;
Urk. 10/40) meldete sich der Versicherte unter Hinweis
auf Muskelschmerzen am ganzen Kör
per, Knie- und Schulterprobleme
sowie
allgemeine
Kraftlosigkeit ern
eut zum Leistungsbezug an.
Mit Vorbescheid vom 2. Mai 2018
(Urk. 10/43) stellte ihm die IV-Stelle in Aussicht, dass auf das Begehren nicht eingetreten werde.
In der Folge verfügte die IV-Stelle nach Einwand vom 28. Mai 201
9
(Urk. 10/50) und Eingang weiterer medizinischer Unterlagen am 5. Juli 2019 (Urk. 2) im angekündigten Sinne.
2.
Dagegen erhob
der Versicherte am 30. August 2019 (Urk. 1) Beschwerde und be
antragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Beschwerde
gegnerin zu verpflichten
,
auf das IV-Gesuch vom 7. März 2018 (
beziehungsweise
20. Dezember 2017) einzutreten und über die IV-Rente zu entscheiden, es sei eventuell die angefochtene Verfügung aufzuheben und dem Beschwerdeführer eine IV-Rente zuzusprechen, es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung (be
treffend Gerichtskosten) zu bewilligen (S. 1).
Die IV-Stell
e
schloss am 30. September 2019 (Urk. 9)
auf Abweisung der Be
schwerde. Mit Schreiben vom 12. Dezember 2019 (Urk. 11)
legte der Versicherte einen weiteren Arztbericht auf. Beides wurde den Parteien mit Verfügung vom 16. Dezember 2019 (Urk. 13) zur Kenntnis gebracht.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über
die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraussetzungen gemäss Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache
materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der ver
sicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE
117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Inva
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auc
h dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b
).
1.4
Gemäss Art. 87 Abs. 2 IVV muss mit einem Revisionsgesuch und gemäss Art. 87 Abs. 3 IVV mit einer Neuanmeldung glaubhaft gemacht werden, dass sich der Invaliditätsgrad anspruchsrelevant verändert hat. Der versicherten Person kommt ausnahmsweise eine Beweisführungslast zu (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Die
Ein
tretensvoraussetzung
des Glaubhaftmachens soll verhindern, dass sich die Ver
waltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, mithin keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1). Dies gilt auch für eine erneute Anmeldung nach einer vorangegangenen, aber befristeten
Rentenzusprache
(BGE 133 V 263 E. 6.1; siehe
auch Frey/
Mosimann
/Bollinger [Hrsg.], AHVG/IVG Kommentar, 2018,
Mosi
mann
,
N 20 zu Art. 17 ATSG).
Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement be
treffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungs
ab
weisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Renten
be
rechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2).
Ist die Änderung nicht glaubhaft gemacht, wird auf das Revisionsgesuch oder die erneute Anmeldung nicht eingetreten (BGE 133 V 64 E. 5.2.5). Dabei wird die Verwaltung unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht
ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn d
ie Verwaltung gestützt auf Art. 87 Abs.
3 IVV
Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neu
anmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die B
eschwerdegegnerin erwog in der a
ngefochtenen Verfügung vom 5. Juli
2019 (Urk. 2) zur Hauptsache, es lägen keine neuen Diagnosen und Befunde vor, welche eine wesentliche Veränderung der gesundheitlichen Situation auswiesen. Somit lägen keine Anhaltspunkte vor, die weitere Abklärungen begründeten. Auf das Gesuch vom 7. März 2018 werde nicht eingetreten (S. 2
; vgl. auch Urk. 9)
.
2.2
Dagegen wendet der Beschwerdeführer (Urk. 1) im Wesentlichen ein,
dass es s
ich um Krankheiten handle, die
e
ine
Verschlimmerungstendenz in sich hätten, was die ärztlichen Bericht
e
klar bestätigten (S. 3).
2.3
Vergleichszeitpunkt für eine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes
des Beschwerdeführers bildet die leistungsablehnende Verfügung vom 19. Mai
2016,
welcher umfassende erwerbliche und medizinis
che Abklärungen zugrunde lagen.
Zu beurteilen ist vorliegend lediglich die
Eintretensfrage
.
Auf den
Eventuala
ntrag auf Ausrichtung einer
IV-
Rente ist mangels Anfechtungs
gegenstande
s nicht ein
zutreten (vgl. BGE 1
21 V 157 E. 2b, 116 V 265 E. 2a;
SVR 1997, UV Nr. 66 S. 225
E. 1a
).
3.
3.1
Die
rentenabweisende Verfügung vom 19. Mai 2016
basierte
vornehmlich
auf
nachstehende
n
medizinische
n Unterlagen
:
3.1.1
Der behandelnde Psychiater Dr. med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
hielt im Bericht vom 20. November 2015 (Urk. 10/28/1-6) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) so
wie eine chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto
ren (ICD-10 F45.41) bei chronischem
Panvertebralsyndrom
mit ausgeprägter
myo
faszialer
Komponente mit aktivierten
Triggerpunkten
und chronischem genera
lisiertem Schmerzsyndrom fest (S. 1). Er
befand
,
der Beschwerdeführer sei be
wusstseinsklar und in allen Qualitäten voll orientiert. Es sei keine Auf
fassungs
störung vorhanden aber eine leichte Aufmerksamkeits- und Konzen
tra
tions
stö
rung. Im formalen Denken sei er kohärent, jedoch deutlich
eingeengt auf seine Gesundheit
und persistierende Schmerzen und
die
damit verbundenen Ein
schrän
kungen im Alltag. Es bestünden deutlich ausgeprägte hypochondrische Bef
ür
ch
tungen (er frage sich immer wieder
,
ob er an multipler S
klerose
leide). Er berichte
weiterhin über wiederkehrende Angstattacken und
Schreckhaftigkeit. Seine Schmer
zen n
ä
hmen bei körperlichen Belastungen und
Anstrengungen deutlich zu.
Es bestünden k
eine A
nhaltspunkte
für
Zwangsgedanken und –
h
and
lungen
und
k
eine
Anhaltspunkte für inhaltliche Denkstörungen und
Sinnestäuschungen sowie Ich-Störungen. Im
Affekt
sei
er deprimiert, ängstlich und hilflos.
Die v
itale
n
Gefühle
seien
deutlich herabgesetzt. Das
Selbstwertgefühl
sei
deutlich vermindert.
Der
Antrieb
sei
leicht vermindert, psychomotorisch
sei er
zeitweise
unruhig. Ein- und Durchschlafstörungen
seien
unter aktuelle
r
Medikation kupiert.
Es bestehe ein s
ozia
l
er
Rückzug. Er
berichte
über
eine
geringe Frustrations
tole
ranz und Gereiztheit. Es
bestünden
keine
Anhaltspunkte für akute Suizidalität
(S. 2)
.
Die Arbeitsunfähigkeit sei aktuell durch die depressive Symptomatik mit rascher Ermüdbarkeit, Antriebsarmut, kognitiven Beeinträchtigungen, depressiver Stim
mungs
lage und Angstsymptomatik sowie generalisiertem Schmerzsyndrom beei
n
trächtigt (S. 3). Eine angepasste Tätigkeit (40-50 %) sei aus therapeutischer Sicht und zur Förderung des Selbstwertgefühls sowie der Tagesstrukturierung sinnvoll (S. 4).
3.1.2
Im Bericht vom 4. Dezember 2015 (Urk. 10/29/1-5)
stellte
Dr. med.
A._
, Fach
ärztin für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin FMH, mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit folgende Hauptdiagnosen (S. 1):
-
Chronisches
Panvertebralsyndrom
-
Chronisches generalisiertes Schmerzsyndrom
-
Depression
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte sie (S. 1):
-
Chronische Insomnie
-
Chronische Müdigke
it und Gewichtsverlust unklarer
Genese
-
Differenz
ial
diagnose bei Diagnose 3, bei tiefnormalen
Ferritin
werten
Sie führte aus, aus rheumatologischer Sicht bestünden keine körperlichen Ein
schränkungen. Aus psychiatrischer Sicht sollte der Beschwerdeführer beurteilt werden, da am ehesten eine Depression mit Angststörung und Insomnie eine grosse Rolle spielten (S. 3)
.
3.2
Dem
am
5. Juli 2019
(
Urk.
2) verfügte
n
Nichteintreten lag
en
vornehmlich
die
Bericht
e
des Zentrums
B._
vom
20. November 2017 be
zie
hungsweise
27. Februar 2018 (Urk. 10/39
/1
-12
; vgl. auch Urk. 10/65/1-9
) zu
grunde.
Dabei ist festzuhalten, dass der erst
im Rahmen des B
eschwerdeverfahrens einge
reichte Bericht von Dr. med.
C._
, Facharzt für Chirurgie, vom 25. Oktober 2019 (Urk. 12
) für die vorliegend allein interessierende Frage, ob die Verwaltung auf die Neuanmeldung zu Recht wegen fehlender Glaubhaftmachung veränderter Tatsachen nicht eingetreten ist, unbe
achtlich ist (Urteil des Bundes
gerichts 8C_196/2008 vom 5. Juni 2008).
3.2.1
Die medizinischen Fachpersonen diagnostizierten aus interdisziplinärer Sicht zur Hauptsache (Urk. 10/39/3-12 S. 1):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1)
-
Chronisches
Panvertebralsyndrom
-
Chronisches generalisiertes Schmerzsyndrom
-
Schulter-Arm-Syndrom beidseits
Aus psychiatrischer Sicht befanden sie,
der 40-jährige Beschwerdeführer sei äusserlich gepflegt, altersentsprechend, bewusstseinsklar, und allseits orientiert, in der emotionellen Kontaktaufnahme abwartend, sachlich, aktiv im Spontan
ver
halten, die Stimmung sei deutlich depressiv-resigniert
, er sei affektiv kontrolliert, im Gesprächsverlauf verbal mitteilungsaktiv, schildere sein Symptomerleben und –verhalten in Zusammenhang mit unbekannten Ursachen. Der
Beschwerdeführer sei
kognitiv
in Aufmerksamkeit, Konzentration, Merkfähigkeit und Ge
dächtnis verlangsamt
beziehungsweise
deutlich eingeschränkt, es
bestehe
eine deutliche Vergesslichkeit
,
im Denken sei er
formal
beweglich. Es
bestehe
keine Denkver
langsamung, Denkeinengung, Gedanken
drängen oder Denkhemmung, inhaltlich sei er problemzentriert. Es bestünden keine Anhaltspunkte für psy
chotische Erleb
nisweisen
.
Anamnestisch bestünden
kein
e Suizidgedanken/-wünsche, kein
Sui
zid
versuche
, keine konkre
ten Ausführungspläne, aktuell b
estehe keine akute Suizidalität
(S. 6 f.
;
vgl. auch
Urk. 10/39/1 f. S. 3
)
.
Bei einer objektiveren Beur
tei
lung der Arbeitsfähigkeit sei der Beschwerdeführer aufgrund der Diagnosen, der Schmerzen
sowie des positiven und negativen Leistungsbildes auch für an
gepasste Tätigkeiten 100 % arbeitsunfähig. Insgesamt be
stehe daher heute eine klinisch
relevante Depression neben den Schmerzen, der Zustand des Beschwer
deführers habe sich verschlechtert.
3.2.3
In somatischer Hinsicht hielten die Fachpersonen fest, orthopädisch-chirurgisch sei versuchsweise ein 35 % Pensum für leichte angepasste Tätigkeiten möglich. Eine definitive diesbezügliche Einschätzung erfordere ein
en
Arbeitsver
such/Be
las
tungstest mit Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
. Aus
wirbelsäu
len
-chirurgischer Sicht sei der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit aufgrund der vor allem belastungsabhängigen Beschwerden zurzeit und bis auf weiteres 100 % arbeitsunfähig.
Die
anästhesiologische Sicht
entspreche der orthopädisch-chirurgischen Sicht, aus neurol
ogischer Sicht bestehe ein 100%
ige Arbeitsunfähigkeit (S. 8).
4.
4.1
Im Vergleichszeitpunkt litt der Beschwerdeführer in erster Linie
an einer
mittel
gradige
n
depressive
n
Episode mit soma
tischem Syndrom (ICD-10 F32.11),
eine
r
chronische
n
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
sowie
einem c
hronische
n
Panvertebralsyndrom
(vgl. E. 3.1).
4.2
In psychiatrischer Hinsicht zeigte sich im Zeitpunkt der Neuanmeldung ein im Wesentlichen identisches Befundbild. Namentlich beschieden die verantwort
lichen medizinischen Fachpersonen dem Beschwerdeführer bei identischer Diag
nose einer r
ezidivierende
n
depressive
n
Störung, gegenwärtig mittelgradige de
pres
sive Episode
,
in Abweichung zum
im
Vergleichszeitpunkt
leicht
in kognitiver Hinsicht
nunmehr eine
deutlich
eingeschränkt
e Aufmerksamkeit, Konzentration und Merkfähigkeit sowie eine Verlangsamung des Gedächtnisses.
Da sich im Übrigen – vorbehaltlich
einer
unveränderten depressiven Stimmung
,
einer
An
triebs
minderung
und den
Verlust von Selbstvertrauen
– weitgehend unauffällige Befunde zeigten, ist in Betrachtung der
Gesamtbefundlage
wenn überhaupt eine Ver
schlecht
erung
-
jedenfalls
keine wes
entli
che Verschlechterung erkennbar.
Nach der tagesklini
schen Behandlung vom 27. Januar bis 8. Mai 2017 war sogar von einer leichten Verbesserung berichtet worden (Urk. 10/65/1-9 S. 3).
Der diesbezügliche Gesund
heitszustand erweist sich damit als
weitgehend unverändert und vermag kein Eintreten auf di
e Neuanmeldung zu rechtfertigen.
4.3
Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ist auch aus somatischer Sicht nicht nachvollziehbar. Während Dr.
A._
(E. 3.1.2)
im Vergleichszeitpunkt ein chronisches
Panvertebralsyndrom
sowie ein chronisches generalisiertes Schmerz
syndrom diagnostizierte, bestanden rheumatologisch keine Einschränkungen der
Leistungsfähigkeit.
Dementgegen attestierten die Fachpersonen des
Zentrum
s
B._
eine Arbeitsfähigkeit von bestenfalls 35 %, jedoch nur versuchsweise und für leichte angepasste Tätigkeiten. Indes setz
t
en sie sich weder
mit den erhobenen Befunden,
den
hierdurch
bestehenden Einschränkungen
,
deren
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
sowie einer hier stattgehabten Veränderung aus
einander. Den diesbezüglichen Ausführungen mangelt es demnach an Schlüssig
keit
.
Bei
unveränderte
r Diagnosestellung wurde
damit keine Veränderung glaubhaft gemacht
.
4.
4
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin man
gels glaubhaft gemachter erheblicher Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist.
D
amit ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die Gerichtskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind
sie
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Da die Voraussetzungen für die unent
geltliche Prozessführung
gemäss
§ 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversi
cherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt sind, sind sie jedoch
einstweilen auf die Ge
richtskasse zu nehmen.
Der Besch
werdeführer ist auf die Nachzah
lungspflicht
gemäss
§ 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen.