Decision ID: b9502a1b-5512-4211-abe6-6a3dd73e7fbd
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971, war im Jahr 2001 bei der Helsana Unfall AG für die Folgen von Berufs-und Nichtberufsunfällen obligatorisch versichert, als sie bei einem Sturz von einem Heuwagen eine Wirbel
körper
fraktur
(LWK 1)
erlitt. Die
Helsana
Unfall AG
kam für die Heilungskosten auf, leistete Taggelder und sprach der Versicherten eine Integritätsentschädigung zu, verneinte h
ingegen ih
ren Anspruch auf eine Invalidenrente. Mit Urteil vom 3
0.
August 2016 bestä
tigte das Sozialversicherungsgericht den rentenvern
einenden Entscheid (Prozess Nr.
UV.2005.000261;
Urk.
22/4).
Mit den Eingaben vom 2
1.
Juli, vom 2
9.
September und vom
3.
Oktober 2
01
7 stellte
X._
bei der Helsana Unfall AG Antrag auf Übernahme der Kosten eines Unfalles vom
2.
Mai 2014, der als Folgeunfall des Unfalles aus dem Jahr 2001 zu qualifizieren sei (
Urk.
22/3,
Urk.
22/5 und
Urk.
22/6). Mit Schreiben vom
2.
November 2017 verneinte die Helsana Unfall AG ihre Leistungspflicht gegen
über der Versicherten und wies sie auf die Möglichkeit hin, innert 30 Tagen eine
einsprachefäh
ige
Verfügung zu verlangen (
Urk.
20,
Urk.
22/8).
X._
machte von dieser Möglichkeit mit Schreiben vom
4.
Dezember 2017 Gebrauch (Urk.
11/4,
Urk.
22/10), worauf die Helsana Unfall AG die Verfügung vom
8.
Dezember 2017 erliess und darin an der Verneinung ihrer Leistungspflicht fest
hielt (
Urk.
3/1,
Urk.
11/1, Urk
.
22/12
S. 2-4
). Des Weiteren richtete
die
Helsana Unfall AG einen Brief gleichen Datums an die Versicherte und wies sie auf die Akten hin, die ihr zusammen mit diesem Brief in zwei separaten Couverts zuge
stellt würden, nämlich im einen Couvert die Kopien der medizinischen Akten und die Rechnungskopien und im andern Couvert die Verfügung und die Kopien der Korrespondenzakten (
Urk.
22
/11
S. 1
und
Urk.
22
/12 S. 1
).
X._
erhob m
it Eingabe vom
8.
Februar 2018 Einsprache gegen die Verfü
gung vom
8.
Dezember 2017 (
Urk.
3/2,
Urk.
11/2). Die Helsana Unfall AG trat darauf mit Entscheid vom 1
9.
Februar 2018 wegen Verspätung nicht ein (
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
9.
Februar 2018 erhob
X._
mit Ein
gabe vom 1
3.
April 2018 Beschwerde (
Urk.
1) mit dem sinngemässen Antrag, die Einsprache sei als rechtzeitig erhoben zu beurteilen (
Urk.
1 S. 2
). Mit Verfügung vom 1
8.
April 2018 forderte das Gericht die Helsana Unfall AG vorab dazu auf, Belege über die erfolglose erste Zustellung des
Einspracheentscheids
vom 1
9.
Februar 2018 einzureichen (
Urk.
4). Die Helsana
Unfall AG
kam dieser Auf
forderung mit Eingabe vom 2
3.
April
2018 und den damit eingereichten Unter
lagen nach (
Urk.
6 und
Urk.
5/1+2). Mit Verfügung vom 2
4.
April 2018
wies das Gericht auf die Rechtzeitigkeit der Beschwerde hin und setzte der Helsana Unfall AG Frist zu deren Beantwortung an (
Urk.
7). Die Helsana
Unfall AG
schloss daraufhin
in der Beschwerdeantwort vom 3
0.
April 2018 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10
und die damit eingereichten Unterlagen,
Urk.
11/1-4
).
X._
machte von der Gelegenheit zur Stellungnahme zu den Akten der Helsana Unfall AG (Verfügung vom
7.
Mai 2018,
Urk.
12) mit Eingabe vom 1
1.
September 2018 Gebrauch (Urk
.
16) und reichte mit Eingabe vom
1.
Oktober 201
8 (
Urk.
21) Unterlagen nach (Ur
k.
22/1-8 und
Urk.
22/10-12).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Gemäss dem
Online-
Zustellnachweis der Post
(
Urk.
5/1 und
Urk.
5/2)
wurde der
Einspracheentscheid
vom 1
9.
Februar 2018
(
Urk.
2)
als Sendung mit der Nummer 98.42.108537.10369343 am gleichen Tag der Post übergeben
,
der Beschwerde
führerin am Dienstag, dem 2
0.
Februar 2018, zur Abholung bis am Dienstag, dem 2
7.
Februar 2018
,
gemeldet
und
nach einer Verlängerung der Abholfrist durch die Empfängerin s
chliesslich am 1
4.
März 2018
als nicht abgeholt
an die Beschwerdegegnerin
retourniert
.
Im Anschluss daran
versandte die Beschwerde
gegnerin den
Einsprac
heentscheid
am
1
6.
März 2018 unter Hinweis auf den bereits begonnenen Fristenlauf ein
zweites Mal
(vgl.
Urk.
2 S. 2).
Davon ausgehend, dass der angefochtene
Einspracheentscheid
bereits im Zuge des erstmaligen Versands als zugestellt galt
,
und zwar
am letzten Tag der
ursprünglichen
postalischen
Abholfrist, also
a
m Dienstag, dem 2
7.
Februar
2018
(
Art.
38
Abs.
2
bis
in Verbindung mit
Art.
60 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG])
,
und die 30tägige Beschwer
defrist somit am Mittwoch, dem 2
8.
Februar 2018
,
zu laufen begann, ist die Beschwerde vom 1
3.
April 2018
(
Urk.
1)
, die am selben Tag bei der Post aufge
geben worde
n ist (Briefumschlag zu
Urk.
1),
unter Berücksichtigung des Fristen
stillstands vom 2
5.
März bis
8.
April 2018 (
Art.
38
Abs.
4
lit
. a ATSG)
rechtzeitig erhoben worden. Es ist deshalb auf sie einzutreten.
2.
2.1
Nach Art. 52 Abs. 1
ATSG
kann gegen Verfügungen innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden. Die Frist beginnt gestützt auf
Art. 38 Abs. 1 ATSG
am Tag nach ihrer Mitteilung zu laufen
. Ist
der letzte Tag der Frist ein Samstag, ein Sonntag oder ein vom Bundesrecht oder vom kantona
len Recht anerkannter Feiertag, so endet
die Frist gemäss Art. 38 Abs. 3 Satz 1 ATSG am nächstfolgenden Werktag.
Erfolgt eine Zustellung zu einer Zeit, in der die Fristen stillstehen (
Art.
38
Abs.
4 ATSG), so beginnt die Rechtsmittelfrist am ersten Tag nach Ablauf des Fristenstillstandes zu laufen (BGE 131 V 305 E. 4.2 bis E. 4.4).
Damit die Frist gewahrt ist, muss die Sendung gestützt auf Art. 39 ATSG
spätestens am letzten Tag der Frist dem Versicherungsträger eingereicht oder zu dessen
Handen
der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.
Eine eingeschriebene Postsendung, welche einen mit Rechtsmittel anfechtbaren Entscheid enthält, gilt
grundsätzlich in dem
jenigen
Zeitpunkt als zugestellt, in
d
em
der Adressat
sie tatsächlich in Empfang nimmt. Wird der Adressat nicht angetroffen und wird daher eine Abholungseinladung in seinen Briefkasten oder sein Postfach gelegt, so gilt die Sendung in jenem Ze
itpunkt als zugestellt, in d
em sie auf der Poststelle abgeholt wird. Geschieht dies nicht innert der Abholfrist von sieben Tagen
,
so
gilt
die Sendung gestützt auf
Art.
38
Abs.
2
bis
ATSG als am letzten Tag der siebentägigen Abholfrist
zugeste
llt. Voraussetzung für diese sogenannte Zustellfiktion ist, dass der Adressat mit einer gewissen Wahrschein
lichkeit mit einer Zustellung hat rechnen müssen (BGE 134 V 49 E. 4, 130 III 396 E. 1.2.3).
Die Zustell
fiktion gilt rechtsprechungsgemäss auch im Falle eines
Post
rückbehaltungsauftrags
(
BGE
134 V 49 E. 4).
2
.2
Für die Tatsachen, welche die Rechtzeitigkeit eines Rechtsmittels betreffen, also für den Zeitpunkt der Übergabe der Rechtsschrift an den Versicherungsträger oder an eine der genannten Übermittlungsstellen, ist die Person beweispflichtig, die das Rechtsmittel ergreift; sie trägt die Folgen der Beweislosigkeit (BGE 142 V 389 E. 2.2 mit Hinweisen). Vorgängig zur Frage nach dem Zeitpunkt, zu dem eine Rechtsmittelschrift eingereicht werden muss, um rechtzeitig zu sein, ist die Frage nach dem Zeitpunkt der Zustellung des beanstandeten Entscheids zu beantwor
ten. Für die Tatsachen, welche diese Frage betreffen, trägt die Verwaltung die Beweislast, und massgebend ist der Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit (BGE 121 V 5 E. 3b). Dort, wo ein bestimmter Zeitpunkt der Zustellung einer Sendung feststeht, gilt
die Vermutung, dass die Sendung tatsächlich den zur Diskussion stehenden Entscheid enthält. Geben jedoch konkrete Anhalts
punkte Anlass zu Zweifeln am Inhalt der Sendung, so wird diese Vermutung umgestossen, und es ist der Absender, der die Folgen der Beweislosigkeit zu tra
gen hat (BGE 124 V 400 E. 2c).
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin hat die
Einspracheschrift
vom
8.
Februar 2018 (
Urk.
3/2,
Urk.
11/2) noch am selben Tag, einem Donnerstag, der Post übergeben. Dies ist
durch den Aufdruck
der Post auf dem Briefumschlag belegt (Anhang in
Urk.
11/2) und ist unumstritten. Die Verfügung vom
8.
Dezember 2017
(
Urk.
3/1,
Urk.
11/1,
Urk.
22/12
S. 2-4
)
darf
der Beschwerdeführerin
somit nicht früher als am Dienstag, dem
9.
Januar 2018, zugestellt worden sein, damit die Einsprache recht
zeitig erhoben worden ist.
Denn b
ei einer Zustellung am
9.
Januar 2018 fiele der letzte Tag der 30tägigen
Einsprachefrist
auf
das Datum der erhobenen Einsprache, also auf
Donnerstag, den
8.
Februar 2018, bei einer Zustellung vor dem
9.
Januar 2018 hingegen auf
Mittwoch
, den
7.
Februar 2018
, oder auf ein früheres Datum.
3.2
Dementsprechend bezeichnete d
ie Beschwerde
führerin
denn auch
den
9.
Januar 2018 als für den Fristenlauf massgebliches Zustelldatum (
Urk.
1 S. 10 und S. 11,
Urk.
16
S.
6).
Die
Beschwerdegegnerin
berief sich demgegenüber
auf die Online-Daten der Post, wonach
eine Sendung mit der Nummer 99.42.108.537.10187584 am Freitag, dem
8.
Dezember 2017, aufgegeben worden
war,
der Beschwerdeführerin am Montag, dem 1
1.
Dezember 2017, zur Abholung bis am Dienstag, dem 1
8.
Dezem
ber 2017, gemeldet worden war
, ihr anschliessend am Freitag, dem 1
5.
Dezember 2017, nochmals zur Abholung bis am Freitag, dem 2
2.
Dezember 2017, angezeigt wor
den war
(Vermerk "Der Empfänger hat einen Auftrag erfasst")
und aufgrund einer Verlängerung der Abholfrist durch den
Empfänger vom Mittwoch, dem 27.
Dezember 2017, schliesslich am Dienstag, dem
9.
Januar 2018, am Schalter zugestellt worden war (
Urk.
11/3).
3.3
3.3.1
Gemäss den
eigenen Angaben der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 10 und S. 11,
Urk.
16 S. 6) steht fest, dass sich die beiden Couverts, welche die Beschwerdegeg
nerin im Begleitbrief vom
8.
Dezember 2017 (
Urk.
22/11 S. 1 und
Urk.
22/12 S.
1) erwähnte, samt den im Brief aufgezählten Unterlagen - nämlich zum einen
den
Kopien
der
medizinischen Akten und den
Rechnungskopien und zum andern
der
Verfügung vom
8.
Dezember 2017 und
d
e
n
Kopien der Korrespondenzakten - in den Sendungen befanden, die sie am
9.
Januar 2018 am Postschalter abholte
, und dass zu diesen Sendungen auch das Couvert mit der Sendungsnummer 99.42.108.537.10187584 gehörte.
Die Beschwerdeführerin
brachte sinngemäss vor,
nur
eines der Couverts sei mit dem
Strichcode, also mit der Sendungsnummer 99.42.108.537.10187584
,
verse
hen gewesen (Notizen auf der Briefumschlagskopie in
Urk.
22/11 S. 3) und
es sei nicht klar gewesen, in welchem
der
Couverts sich die Verfügung befunden habe (
Urk.
1 S. 10 und S. 11,
Urk.
16 S. 5; vgl. auch die Notizen der Beschwerdeführerin auf den Briefumschlagskopien in
Urk.
22
/11
).
Zusätzlich
erwähnte
die Beschwer
deführerin
, dass
die eine der beiden Sendungen bereits am 1
5.
November 2017 zur Abholung bereit gewesen sei (
Urk.
16
S. 5).
3.3.2
Falls die Verfügung vom
8.
Dezember 2017 tatsächlich vordatiert gewesen und der Beschwerdeführerin bereits am 1
5.
November 2017 zuges
tellt worden wäre, so würde sich dies für
sie
nicht nachteilig auswirken, da die Beschwerdegegnerin sich nicht auf einen solchen Sachverhalt berief, sondern ausschliesslich auf die spätere, am 1
1.
Dezember 2017 zur Abholung gemeldete Sendung mit de
r Nummer 99.42.108.537.10187584
(
Urk.
10 S. 2,
Urk.
11/3).
Was den Inhalt der Sendung mit der Nummer 9
9.42.108.537.10187584 betrifft,
so ist im Adressfeld der Verfügung vom
8.
Dezember 2017 der Zusatz "Einschrei
ben" aufgeführt (
Urk.
3/1 S. 1,
Urk.
11/1 S. 1,
Urk.
22/12 S. 2), und die Beschwer
deführerin machte nicht geltend, ihr sei nach der Anzeige vom 1
1.
Dezember 2017 zur Abholung dieser Sendung, abgesehen von der nochmaligen Avisierung der gleichen Sendung am 1
5.
Dezember 2017, eine weitere Sendung zur Abho
lung angezeigt worden, welche die Verfügung vom
8.
Dezember 2017 enthalten habe oder hätte enthalten können. Es erscheint daher als wahrscheinlich, dass sich die Verfügung tatsächlich im Couvert mit der Sendungsnummer 99.42.108.537.10187584 befunden hat. Dies gilt ungeachtet dessen, dass diese
Sendung im eingereichten Online-Beleg
(
Urk.
11/3)
al
s "
PostPac
Priority
" bezeichnet
ist, dass es sich dabei also um ein Paket (mit einem angegebenen Gewicht von 1.240 kg) und nicht um einen Brief gehandelt hat. Denn der
Vermerk "
Signature
(SI)"
in der Rubrik "Zusatzleistungen"
weist darauf hin, dass
die Post angewiesen war, das Paket nur gegen Unterschrift auszuhändigen. Die Zustellungsart des Pakets entspricht somit derjenigen eines eingeschriebenen Briefes.
Es ist überdies fraglich, ob die Beschwerdegegnerin eines der beiden im Schreiben vom
8.
Dezember
2017 genannten Couverts tatsächlich
separat
ver
schickt hat, denn in diesem Fall
wäre es der Beschwerdeführerin
entweder
direkt
in den Briefkasten
an ihre
r
Wohnadresse
gelegt
worden oder
ihr bei zu grossem Paketumfang ebenfalls zur Abholung angezeigt worden.
Gut denkbar ist
demge
genüber
, dass d
a
s Couvert
mit der Sendungsnummer 99.42.108.537.10187584 die Verpackung der
beiden separaten Couverts
dargestellt
hat
.
3
.4
3.4.1
Ist damit
überwiegend wahrscheinlich im Sinne des erforderlichen Beweisgrades, dass die Sendung mit der Nummer 99.42.108.537.10187584 die Verfügung vom
8.
Dezember 2017 enthalten hat, so stellt sich die Frage nach dem Zeitpunkt der Zustellung und dem daraus abzuleitenden Lauf der 30tägigen
Einsprachefrist
.
3.4.2
Die Meldung zur Abholung vom 1
1.
Dezember 2017 war mit
der Ansetzung
einer siebentägigen Abholfrist verbunden, wie sie
in
Art.
38
Abs.
2
bis
ATSG
auch
gesetzlich statuiert ist
.
Ohne Berücksichtigung der Gerichtsferien, die für die postalische Abholfrist nicht gelten, fiel der letzte Tag der Abholfrist auf Montag, den 1
8.
Dezember 2017, also bereits in die Gerichtsferien (
vgl.
Art.
38
Abs.
4
lit
. c ATSG)
. Im Falle der Zustell
fiktion an diesem Tag nach
Art.
38
Abs.
2
bis
ATSG begann
die
30tägige
Ein
sprachefrist
, hier unter Berücksichtigung der Gerichtsferien, am ersten Tag nach
Feriene
nde und somit am Mittwoch, dem
3.
Januar 2018, zu laufen.
Nicht mass
gebend ist aufgrund der vorstehenden rechtlichen Erwägungen, dass die Beschwerdeführerin die Abholfrist ein zweites Mal hatte in Gang setzen und her
nach zusätzlich hatte verlängern lassen.
Mit dem Beginn des Fristenlaufs
am
3.
Januar 2018
lief die
30tägige
Einsprache
f
rist
am Donnerstag, dem
1.
Februar 2018, ab.
D
ies lässt die Einsprache vom 8.
Februar 2018 als verspätet erscheinen. An dieser Verspätung würde sich nichts ändern, wenn die Gerichtsferien auch für den Lauf der siebentä
g
igen Abholfrist zu beachten wären, was das Bundesgericht bisher
offen gelassen
hat (vgl. BGE 131 V 305 E. 4.2.2; Urteil des Bundesgerichts C 30/07 vom 2
1.
März 2007 E. 2.4). Denn
diesfalls
wäre der letzte Tag der Abholfrist zwar erst auf den
3.
Januar 2018 gefallen
, mit dem daraus folgenden
Beginn der
Einsprachefrist
am
4.
Januar 2018 und deren
Ablauf
am Freitag, dem
2.
Februar 2018,
wäre die Einsprache vom 8.
Februar 2018 aber immer noch verspätet erhoben worden.
3.4.
3
Die Beschwerdeführerin
wandte
sinngemäss ein, die Zustell
fiktion im Sinne von
Art.
38
Abs.
2
bis
ATSG gelange nicht zur Anwendung, denn sie habe beim Erhalt der
Abholeinladung vom 1
1.
Dezember 2017 nicht mit der Zustellung einer Ver
fügung mit Rechtsmittelfrist rechnen müssen, nachdem sie auf die Frist
ansetzung im Schreiben vom
2.
November 2017 (
Urk.
20,
Urk.
22/8) gerade erst mit
der
Ein
gabe vom
4.
Dezember 2017 (
Urk.
11/4,
Urk.
22/10
)
reagiert und eine
ein
sprache
fähige
Verfügung verlangt habe (
Urk.
1 S. 11
f
f.,
Urk.
16 S. 6).
Es mag zutreffen, dass die Beschwerdeführerin von sich aus nicht ohne Weiteres
erwarten
konnte, die
anbegehrte
Verfügung bereits wenige Tage
nach der Absendung der Eingabe vom
4.
Dezember 2017 z
u erhalten. Nachdem die Abhol
einladung
vom 1
1.
Dezember 2017
aber tatsächlich bei ihr eingetroffen war, musste sie aufgrund des
Verfahrensstandes in der Auseinandersetzung mit der Beschwerdegegnerin
entgegen
ihre
n ursprünglichen Erwartungen
eine
n
frist
aus
lösenden
Inhalt der angezeigten Sendung
zumindest in Betracht ziehen. Dies gilt
ungeachtet dessen, dass es sich bei dieser Sendung um ein Paket und nicht um einen Brief handelte und dies aus der Abholeinladung - wie dies üblicherweise der Fall ist -
hervorgegangen sein wird
. Denn auch wenn der Absender
in der A
bholeinladung nicht
genannt
war
, so
hatte
die Beschwerdeführerin in der Ein
gabe
vom 4.
Dezember 2017 neben der anfechtbaren Verfügung
doch
explizit die Zustellung von Kopien umfangreicher Akten
verlangt
(Urk. 11/4
S.
2 f.,
Urk.
22/10 S. 2 f.; vgl. auch das
Schreiben der Beschwerdegegnerin vom
2.
November
2017,
Urk.
20 und
Urk.
22/8)
.
Sie musste daher mit der Möglichkeit rechnen, dass die Beschwerdegegnerin die Absenderin des zur Abholung ange
zeigten Pakets war, und
durfte überdies
nicht ausschliessen, dass das Paket neben den verlangten Akten auch bereits die fristauslösende Verfügung enthielt
.
Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin die Verfügung vom
8.
Dezember 2017
am
9.
Januar 2018 tatsächlich zur Kenntnis
nahm, also z
u einer Zeit, als die
30tägige
Einsprachefrist
bei Annahme einer Zustellung am letzten Tag der Abholfrist
erst gerade
zu laufen begonnen hatte
.
Unter diesen Umständen hätte sie noch genügend Zeit gehabt, fristgerecht zu handeln, was einer Berufung
darauf, den Inhalt bei der Ansetzung der erstmaligen Abholfrist nicht erwartet zu haben,
zusätzlich
entgegensteht.
3.4.
4
Soweit die Beschwerdeführerin überdies
verwirrliche
Informationen der Beschwerdegegnerin zum
Fristenlauf rügte
(
Urk.
1 S. 11,
Urk.
16 S. 5), so ist nicht ersichtlich, wie das Fehlen des Hinweises
auf den Fristenstillstand über Weihnachten/Neujahr in der Verfügung vom
8.
Dezember 2017 (vgl.
Urk.
3/1 S.
2
, Urk.
11/1 S. 2,
Urk.
22/12 S. 3) sie vom fristgerechten Handeln abgehalten haben sollte. Dasselbe gilt für den Umstand, dass der Brief vom
8.
Dezember 2017
im
Gegensatz zur Verfügung
den Hinweis auf den Fristenstillstand enthielt (
Urk.
22/11 S. 1,
Urk.
22/12 S. 1), denn es handelt sich dabei um eine zutreffende
, bei der Berechnung des Fristenlaufs
auch tatsächlich
berücksichtigte
Information
.
Ebensowenig
vermag
die Beschwerdeführerin die verspätete Einsprache mit der Information im Brief vom
8.
Dezember 2017
zu
rechtfertigen, wonach die 30tägige
Einsprachefrist
"am Tag vom Erhalt der Verfügung" beginne
(
Urk.
22/11 S.
1,
Urk.
22/12 S. 1)
. Denn zum einen
wäre der unrichtige Hinweis, wonach der Fristenlauf bereits am Tag des Erhalts und nicht erst am Tag danach (
Art.
38 Abs.
1 ATSG
) in Gang gesetzt werde, allenfalls dazu geeignet gewesen, die Beschwerdeführerin zu einem verfrühten Handeln zu bewegen, hingegen fehlte ihm die Eignung dazu, sie zu einem verspäteten Handeln zu verleiten. Und zum andern durfte die Beschwerdeführerin auch nicht in guten Treuen annehmen, mit dem "Erhalt" der Verfügung sei
in jedem Fall
der effektive Erhalt gemeint und der fingierte Erhalt im Sinne von
Art.
38
Abs.
2
bis
ATSG falle ausser Betracht. Denn
die Erwähnung des "Erhalts" oder der "Zustellung" entspricht der üblichen
Rechtsmittelbelehrung. Diese ist in
Art.
52
Abs.
2 ATSG
gesetzlich vorge
schrieben;
es besteht
jedoch gemäss Bundesgericht keine Verpflichtung, auf die Zustellfiktion nach
Art.
38
Abs.
2
bis
ATSG hinzuweisen (Urteil des Bundesgerichts 9C_923/2015 vom
9.
Mai 2016 E. 4.3.2 mit Hinweis).
3.4.
5
Die Beschwerdeführerin hat schliesslich auch keinen Grund für eine Wiederher
stellung der verpassten
Einsprachefrist
geltend gemacht.
Aus den a
llgemein gehaltenen Ausführungen, wonach sie die Abholtermine wegen diverser anderer Angelegenheiten immer wieder habe verschieben müssen und
aufgrund ihrer Invalidität generell mehr Zeit als nur 30 Tage
benötige
(
Urk.
16 S. 6), lässt sich nicht ableiten, sie sei im Sinne von
Art.
41 ATSG unverschuldeterweise davon abgehalten worden, binnen Frist zu handeln.
3.5
Damit ist die Beschwerdegegnerin auf die Einsprache vom
8.
Februar 2018
gegen die Verfügung vom
8.
Dezember 2017 zu Recht nicht eingetreten, und die Beschwerde ist abzuweisen.