Decision ID: 9593bc92-4871-443c-8351-82f45acfbf4f
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 28. April 2000 zum Bezug von Leistungen bei der IV-Stelle
an (IV-act. 2). Mit Gutachten vom 13. September 2001 stellten die Gutachter der
Medizinischen Abklärungsstelle Ostschweiz (nachfolgend: MEDAS) folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Schmerzhafte
Bewegungseinschränkung Knie rechts nach Osteosynthese einer Patellafraktur infolge
Verkehrsunfall vom 18. September 1998 und postoperativem Infekt; Angststörung, vor
allem in Form von Panikattacken, wahrscheinlich auch generalisierte Angststörung, und
leichtgradige Depression, verdeckt hinter einem aufbrausend-gereizten und scheinbar
querulatorischen Verhalten bei ausgeprägter narzisstischer Problematik in schwieriger
psychosozialer Situation (Erbstreitigkeiten, Streitigkeiten mit Behörden, neu auch
Haftpflichtversicherung), exacerbiert in Folge unfallbedingter Körperbehinderung und
daraus resultierenden beruflichen und finanziellen Problemen (ICD-10 F41.0 / F41.2 /
F60.8 / F43.25 / Z56 / Z60.8); Schwerhörigkeit rechts und Tinnitus. Als Diagnose ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden Spannungskopfschmerzen erwähnt (IV-
act. 26-13). In der bisherigen Tätigkeit als Landwirt bestehe bei einer um ca. 20%
reduzierten Arbeitszeit eine Arbeitsfähigkeit von 50%. "Durch die Umsetzung auf eine
andere Erwerbstätigkeit wäre eine massive psychische Krise zu befürchten". Eine
A.a.
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Steigerung der Arbeitsfähigkeit durch eine allfällige körperlich besser geeignete
Tätigkeit sei daher nicht zumutbar (IV-act. 26-15).
Mit Verfügung vom 18. Juli 2002 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
rückwirkend ab 1. August 1999 eine halbe Rente zu (IV-act. 56). Die dagegen erhobene
Beschwerde wies das Versicherungsgericht am 1. Mai 2003 ab (IV-act. 60). Mit
Entscheid vom 11. November 2004 hiess das Eidgenössische Versicherungsgericht
(seit 2007 Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Bundesgerichts) die dagegen
erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde teilweise gut, hob die Verfügung sowie den
Entscheid der Vorinstanz auf und wies die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen und
neuerlicher Verfügung zurück (IV-act. 62). In der Folge wurde das Zentrum B._ mit
weiteren Abklärungen, insbesondere einem Betätigungsvergleich mit erwerblicher
Gewichtung bezüglich Landwirtschaft und Nebenerwerb beauftragt. In seinem Bericht
vom 19. Juni 2005 hält B._ fest, es sei unmöglich, Berechnungen über den
behinderungsbedingten Erwerbsausfall anzustellen. Tatsächlich dürfte die körperliche
Behinderung eine Arbeitsunfähigkeit in der Landwirtschaft von mindestens 50%
ergeben. Zusätzlich bestehe jedoch eine psychische Beeinträchtigung, die es dem
Versicherten scheinbar unmöglich mache, den Landwirtschaftsbetrieb ordentlich zu
führen. Insgesamt liege der behinderungsbedingte Erwerbsausfall damit bei
mindestens 70% (IV-act. 72).
A.b.
Mit Verfügung vom 4. August 2005 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine
ganze Rente ab 1. August 1999 zu (IV-act. 75 ff.). Anlässlich der Revision vom
15. Dezember 2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 6. Dezember 2007 mit,
dass er unverändert Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe (IV-act. 92).
A.c.
Am 23. August 2011 leitete die IV-Stelle ein weiteres amtliches Revisionsverfahren
ein (vgl. IV-act. 93 und IV-act. 117). Wegen fehlender Mitwirkung am
Revisionsverfahren wurde die Rente mit Verfügung vom 12. Februar 2014 eingestellt
(IV-act. 118). Mit Schreiben vom 14. März 2014 teilte der Versicherte, nun vertreten
durch Rechtsanwalt Reto Diggelmann, mit, er sei bereit, seine Mitwirkungspflicht zu
erfüllen (IV-act. 119). Mit Gutachten vom 9. November 2015 stellte die Medizinisches
Gutachtenzentrum Region St. Gallen GmbH (nachfolgend: MGSG), Dr. med. D._,
Spezialarzt Orthopädie FMH, und Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und
A.d.
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Psychotherapie, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Bewegungseinschränkung des rechten Kniegelenks nach Patellaosteosynthese 1998
mit fünffacher Revision bei Infekt und reduziertem femorotibialem Alignement,
Chondrokalzinose und degenerativen Veränderungen, kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen, reizbaren sowie narzisstisch
kränkbaren Persönlichkeitszügen mit sozialen Anpassungsschwierigkeiten, ICD F61.0.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter
Hüftschmerzen links, leichte laterale Bandinstabilität am linken oberen Sprunggelenk
mit Reizung der Peronealsehne, Senkfüsse, Impingement, Rotatorenmanschettenläsion
links nach Naht 2010 und Adipositas (IV-act. 147-33). In der bisherigen Tätigkeit als
Landwirt bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 30%, in einer adaptierten Tätigkeit eine
von 20% (IV-act. 147-34).
Mit Vorbescheid vom 22. März 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten eine
Renteneinstellung rückwirkend per 28. Februar 2014 in Aussicht. Gemäss MGSG-
Gutachten habe sich sein Gesundheitszustand seit der Rentenzusprache erheblich
verbessert. Er habe in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass es ihm möglich sei,
ein Arbeitspensum von 80% zu leisten. Da er bereits seit vielen Jahren ein
rentenrelevantes Einkommen erziele, werde die Rente rückwirkend eingestellt (IV-
act. 151).
A.e.
Gegen diesen Vorbescheid erhob der Versicherte am 10. Mai 2016 Einwand (IV-
act. 155). Am 10. Juni 2016 ergänzte er seinen Einwand (IV-act. 157). Daraufhin erliess
die IV-Stelle am 14. Dezember 2016 einen neuen Vorbescheid. Sie stellte in Aussicht,
die Rente aufgrund einer Meldepflichtverletzung rückwirkend per 1. Oktober 2010 auf
eine Viertelsrente zu reduzieren und per 30. Juni 2011 einzustellen (IV-act. 162).
Dagegen erhob der Versicherte am 3. Februar 2017 Einwand (IV-act. 163).
A.f.
Mit Verfügung vom 21. Februar 2017 reduzierte die IV-Stelle die Invalidenrente
rückwirkend per 1. Oktober 2010 auf eine Viertelsrente und stellte sie per 30. Juni 2011
vollständig ein. Zur Begründung führte sie aus, spätestens seit dem Jahr 2010 sei
gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (nachfolgend: IK-Auszug) eine berufliche
Neuausrichtung des Versicherten nachzuvollziehen. Nach einer stetigen Zunahme der
Hilfsarbeitertätigkeit und Reduktion der Tätigkeit als Landwirt sei sein Betrieb seit Juni
A.g.
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B.
2010 für eine Haupttätigkeit als Landwirt zu klein und werde nur noch im Nebenerwerb
geführt. Ein Revisionsgrund sei aufgrund der beruflichen Neuausrichtung und des seit
Juni 2010 erzielten rentenrelevanten Einkommens aus Hilfsarbeitertätigkeiten
ausgewiesen. Der gesetzlichen Meldepflicht gegenüber der IV-Stelle sei der Versicherte
nicht nachgekommen. Da ein wirtschaftlicher Revisionsgrund vorliege, bestehe für die
weitere Anspruchsprüfung volle Kognition. Aus diesen Gründen sei vollumfänglich auf
das aktuelle MGSG-Gutachten vom 9. November 2015 abzustellen und von einer
Arbeitsfähigkeit von 80% bei Ausübung einer ideal adaptierten Tätigkeit auszugehen.
Es könne nicht auf die ausserordentliche Bemessungsmethode, sondern müsse auf
den Einkommensvergleich abgestellt werden. Unter Berücksichtigung eines
Teilzeitabzugs von 8% betrage der Invaliditätsgrad 26%, womit der Versicherte keinen
Anspruch auf Invalidenrente habe (IV-act. 164).
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 27. März 2017. Der
Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, die Verfügung
vom 21. Februar 2017 sei aufzuheben und ihm sei auch nach dem 1. Oktober 2010
weiterhin eine ganze IV-Rente zu entrichten. Aus den Einkommen gemäss IK-Auszug
würde sich keine berufliche Veränderung vom selbständigen Landwirt zum Hilfsarbeiter
ergeben. Richtig sei, dass er ab dem Jahr 2010 teilweise vorübergehend
Hilfsarbeiterbeschäftigungen nachgegangen sei. Allerdings würden die im IK-Auszug
enthaltenen Gehälter nicht nur diejenigen Einkommen enthalten, die er tatsächlich als
Hilfsarbeiter erzielt habe, sondern auch Arbeitslosentaggelder, welche ohnehin nicht
mehr ausbezahlt würden, sowie Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit als
Landwirt. Das Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit habe wieder
bedeutend abgenommen. Für das Einkommen als Landwirt würden keinerlei Belege
vorliegen und weder Buchhaltung noch Steuererklärungen bestehen. Gerade deshalb
habe das Eidgenössische Versicherungsgericht im November 2004 das
ausserordentliche Bemessungsverfahren für den Invaliditätsgrad vorgesehen. Dies
hätte auch im vorliegenden Fall angewandt werden müssen, zumal sich aus dem
Einkommensvergleich gerade nicht ergebe, dass der Beschwerdeführer nunmehr
mehrheitlich unselbständig erwerbstätig wäre. Obwohl dies so im MGSG-Gutachten
behauptet werde, habe er nicht dargelegt, dass er als Landwirt lediglich noch am
B.a.
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Abend und am Wochenende tätig sei. Im MGSG-Gutachten werde aber immerhin
festgehalten, dass er erklärt habe, er betreibe weiterhin seine Landwirtschaft und gehe
derzeit keiner weiteren Tätigkeit nach. Die Landwirtschaft sei nach wie vor seine
Hauptbeschäftigung. Sein Landwirtschaftsbetrieb sei strukturell nach wie vor der
gleiche. Das Hauptgewicht liege auf der Futterproduktion und der Obstwirtschaft.
Zudem halte er Schafe. Im MGSG-Gutachten sei in orthopädischer Hinsicht die
Einschätzung des früheren orthopädischen Gutachters bestätigt worden. Allerdings sei
die Arbeitsunfähigkeit als Landwirt vorliegend im Sinne der ausserordentlichen
Bemessungsweise festzulegen. Die Würdigung durch den psychiatrischen Gutachter
Dr. E._ lasse vermissen, dass gemäss dem ursprünglichen
Rentenzuspracheentscheid bei einer nicht vom Beschwerdeführer mitgetragenen
beruflichen Umstellung eine massive psychiatrische Krise zu befürchten sei. Bereits
seinerzeit sei sein aufbrausend-gereiztes und scheinbar querulatorisches Verhalten bei
ausgeprägter narzisstischer Problematik in schwierigen psychosozialen Situationen
hervorgestrichen worden. In ähnlicher Weise werde er im MGSG-Gutachten
beschrieben. Die Feststellung im MGSG-Gutachten Dr. E._s, wonach für eine
depressive Störung sowie für eine Angststörung mit Krankheitswert keine ausreichende
Symptomatik mehr zu erheben sei, sodass angeblich eine Besserung der
Arbeitsfähigkeit anzunehmen sei, überrasche. Gemäss MGSG-Gutachten habe der
Beschwerdeführer negativistisch und auf seine körperlichen Beschwerden und seine
psychosoziale Problematik eingeengt gewirkt und eine mangelnde Zukunftsperspektive
gehabt. Er habe Zukunftsängste und Existenzängste und leide an Schlafstörungen und
vermehrtem Grübeln. Dass die Arbeitsfähigkeit im nun behaupteten Sinn 14 Jahre
zurück seit 2001 bestehen solle, erscheine in medizinischer Hinsicht doch recht
gewagt, zumal an anderer Stelle des MGSG-Gutachtens beklagt werde, es würden
kaum psychiatrische Unterlagen vorliegen (act. G1).
Mit Beschwerdeantwort vom 5. Juli 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin, es
sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer ab Januar 2012 keinen Anspruch mehr
auf Invalidenrente habe. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. Der psychische
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich gemäss MGSG-Gutachten
gegenüber dem MEDAS-Gutachten erheblich verbessert, wie Dr. E._ zu Recht
festhalte. Dass der psychische Leidensdruck nicht mehr erheblich sei, ergebe sich
B.b.
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auch aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der
psychiatrischen Begutachtung durch Dr. E._ nicht in psychiatrischer Behandlung
gestanden habe. Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer 2012 ein
Erwerbseinkommen als Arbeitnehmer von Fr. 40'235.-- und 2013 ein solches von
Fr. 44'305.-- erzielt habe, sei genügend belegt, dass ihm ein Wechsel in eine
Erwerbstätigkeit als Arbeitnehmer zumutbar sei. Dr. E._ habe sich somit zu Recht
nicht näher mit dieser vom Beschwerdeführer aufgeworfenen Frage
auseinandergesetzt. Auf das schlüssige MGSG-Gutachten sei abzustellen. Nebst dem
medizinischen Revisionsgrund sei zudem auch ein erwerblicher gegeben. 2005 sei die
Beschwerdegegnerin noch davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer als
Arbeitnehmer kein Einkommen erzielen könnte. In der Zwischenzeit sei nun belegt,
dass der Beschwerdeführer in einer unselbständigen Erwerbstätigkeit 2012 und 2013
Einkommen von über Fr. 40'000.-- erzielt habe. Gemäss IK-Auszug habe der
Beschwerdeführer als Landwirt seit 2010 lediglich Erwerbseinkommen von unter
Fr. 10'000.-- im Jahr generiert. Er habe auch eingeräumt, dass er nur noch am
Feierabend oder am Wochenende in seinem Betrieb arbeite. Investitionen in den
Landwirtschaftsbetrieb würden ihn abschrecken und der Betrieb werde immer kleiner
aufgrund der Kündigung von Pachtverträgen. Weil der Beschwerdeführer somit in
seinem Landwirtschaftsbetrieb offensichtlich keine existenzsichernde Erwerbstätigkeit
mehr ausübe und zudem in einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80%
aufweise, sei es ihm aufgrund der in der gesamten Sozialversicherung geltenden
Selbsteingliederungs- und Schadenminderungspflicht zumutbar, in eine lukrativere
Arbeit zu wechseln und seine Tätigkeit als Bauer ganz aufzugeben. Hinzu komme, dass
der Beschwerdeführer bereits seit 2010 relativ hohe Erwerbseinkommen als
Arbeitnehmer erziele und somit den beruflichen Wechsel entgegen seiner Behauptung
im Wesentlichen bereits vollzogen habe. Er verfüge demnach auch über berufliche
Erfahrung ausserhalb der Landwirtschaft und ein Berufswechsel sei ihm zumutbar. Da
Berufswechsel heute häufiger seien, könnten Landwirte nicht davon ausgenommen
werden. Die Beschwerdegegnerin habe am 4. August 2015 Kenntnis von den vom
Beschwerdeführer erzielten relativ hohen Einkommen erhalten. Nachdem der
fristwahrende Vorbescheid am 14. Dezember 2016 ergangen sei, sei es aufgrund der
fünfjährigen Verwirkungsfrist zulässig, die dem Beschwerdeführer ab 1. Januar 2012
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ausgerichtete Invalidenrente zurückzufordern. Bezüglich der Rückforderung vor diesem
Zeitpunkt sei die Revisionsverfügung rechtswidrig (act. G6).
Mit Replik vom 15. Dezember 2017 macht der Beschwerdeführer geltend, es treffe
nicht zu, dass sein psychischer Gesundheitszustand sich erheblich verbessert habe. Er
sei auch zum Zeitpunkt der Verfügung vom 4. August 2005 nicht in psychiatrischer
Behandlung gestanden. Im MGSG-Gutachten werde auch erklärt, dass in den Akten
keine psychiatrischen Arztberichte erhebbar seien. Bezeichnenderweise sei der
Beschwerdeführer hingegen zeitnah zum Erlass der vorliegend angefochtenen
Verfügung jedenfalls vorübergehend in psychiatrischer bzw. psychotherapeutischer
Behandlung gewesen, nämlich im Jahr 2014 für zwei bis drei Monate. Im Weiteren
halte Dr. E._ klar fest, dass die von ihm behauptete Arbeitsfähigkeit von 80% in einer
leidensadaptierten Tätigkeit bereits seit dem Jahr 2001 angenommen werden könne,
und gehe demgemäss schon vier Jahre vor Erlass der in Revision gezogenen
Verfügung vom 4. August 2005 vom gleichen Gesundheitszustand wie heute aus.
Dr. E._ habe somit nie eine Verbesserung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers festgestellt, sondern habe einen in psychiatrischer Hinsicht im
Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalt unterschiedlich beurteilt. Aus dem
MEDAS-Gutachten ergebe sich, dass der Beschwerdeführer bereits 2001 teilweise für
Dritte unselbständig erwerbstätig gewesen sei. Die von Dr. E._ erwähnte Kündigung
von Pachtverträgen sei bereits im Jahr 2000 erfolgt, wie dem Abklärungsbericht des
Landwirtschaftlichen Zentrums B._ vom 9. Juni 2005 entnommen werden könne.
Ganz offensichtlich habe der begutachtende Psychiater einiges nicht richtig
verstanden. Bei der ursprünglichen Zusprechung der Invalidenrente sei in
psychiatrischer Hinsicht im Vordergrund gestanden, dass bei einer nicht vom
Beschwerdeführer mitgetragenen beruflichen Umstellung eine massive psychische
Krise zu befürchten sei. Dr. E._ weise selbst darauf hin, dass je nach psychosozialer
Problematik mit verstärkten Symptomen der Persönlichkeitsstörung zu rechnen sei.

Considerations:
Allgemeine Erwägungen, gemäss welchen ein Berufswechsel aufgrund des
Strukturwandels in der Landwirtschaft gerade bei Landwirten häufig vorkommen
würde, seien somit gerade nicht auf den Beschwerdeführer übertragbar (act. G14).
B.c.
Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G15
i.V.m. act. G16).
B.d.
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Erwägungen
1.
Gegen die mit Verfügung vom 22. April 2017 gestellte Rückforderung von
Rentenleistungen der IV erhob der Beschwerdeführer am 29. Mai 2017 Beschwerde.
Das entsprechende Verfahren wurde sistiert (vgl. das Verfahren IV 2017/207).
B.e.
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Anlass zur
Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit
Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Anspruch
zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des
Gesundheitszustandes oder der erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes revidierbar. Kann eine rentenberechtigte Person
neu ein Erwerbseinkommen erzielen oder ein bestehendes Erwerbseinkommen
erhöhen, so wird die Rente dann im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG revidiert, wenn die
Einkommensverbesserung jährlich mehr als Fr. 1'500.-- beträgt (Art. 31 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]), wobei
teuerungsbedingte Einkommensverbesserungen nicht zu berücksichtigen sind (vgl. Art.
86 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
1.1.
ter
Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, ist für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung
von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie
voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen,
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und
voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). Die bloss
unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert
gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit stellt hingegen keinen
Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteile des Bundesgerichts vom
17. Januar 2008, 9C_552/2007, E. 3.1.2; vom 12. Januar 2010, 9C_798/2009, E. 3.1;
vom 27. Mai 2010, 8C_972/2009, E. 3.2; BGE 112 V 371 E. 2b, mit weiteren
Hinweisen).
1.2.
Das Invalideneinkommen kann sich verändern, weil die bisher als zumutbar
bezeichnete Tätigkeit aufgrund von strukturellen Änderungen des (ausgeglichenen)
1.3.
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2.
Arbeitsmarkts nicht mehr ausgeübt werden kann oder weil sich das tatsächlich erzielte
Erwerbseinkommen erhöht oder verringert hat. Eine Anpassung der Invalidenrente kann
auch erfolgen, wenn sich bei einem an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustand die
erwerblichen Auswirkungen geändert haben (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, Bern/
St. Gallen/Zürich 2015, 3. Auflage, Art. 17 N 32 und 36). Ist eine anspruchserhebliche
Änderung des Sachverhalts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt
es nach dem Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand
(Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juni 2014, 9C_273/2014, E. 3.1.1).
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung
des Invaliditätsgrads ist bei der Prüfung eines Gesuchs um Erhöhung der Rente wie
auch bei der Prüfung einer Rentenanpassung von Amtes wegen die letzte
rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht. Relevant ist mithin die letzte anspruchsändernde
Verfügung. Verfügungen, welche eine laufende Rente bloss bestätigen, sind
demgegenüber revisionsrechtlich unbeachtlich (BGE 133 V 108 E. 4.1 und 5.4). Ob
eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich also durch Vergleich
des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person eröffneten)
rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in
den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108),
mit demjenigen zur Zeit der streitigen Neubeurteilung (BGE 130 V 351 E. 3.5.2; BGE
125 V 369 E. 2).
1.4.
Wenn ein Revisionsgrund gegeben ist, prüft die Verwaltung den Rentenanspruch in
tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend ("allseitig"), wobei keine Bindung an
frühere Beurteilungen besteht. Es ist nicht erforderlich, dass gerade die geänderte
Tatsache zu einer Neufestsetzung der Invalidenrente führt; vielmehr kann sich bei der
allseitigen Prüfung des Rentenanspruchs ergeben, dass ein anderes Anspruchselement
zu einer Herauf-, Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente führt (Urteil des
Bundesgerichts vom 21. Oktober 2014, 9C_378/2014, E. 4.2 mit Hinweisen).
1.5.
Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des
Invaliditätsgrads ist vorliegend die Verfügung vom 4. August 2005 (IV-act. 75 ff.), da
anlässlich der früheren Rentenrevision keine umfassende materielle Prüfung des
2.1.
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Rentenanspruchs stattgefunden hatte (vgl. IV-act. 92). Nachdem die IV-Stelle die
vorliegende Rentenrevision im August 2011 eingeleitet hat, ist zu prüfen, ob zu jenem
Zeitpunkt bzw. bis zum Erlass der Revisionsverfügung am 21. Februar 2017 im
Vergleich zum Juli 2005 eine rentenrelevante Änderung eingetreten ist.
In der Verfügung vom 4. August 2005 hatte die Beschwerdegegnerin festgehalten,
der Beschwerdeführer sei aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, einen
Landwirtschaftsbetrieb zu führen. In dieser Tätigkeit sei von einer Einschränkung von
sicher 75% auszugehen, was einen entsprechenden Invaliditätsgrad nach sich ziehe.
Berufliche Alternativen ausserhalb des Landwirtschaftsbereichs mit
rententangierendem Einkommen gebe es für den Beschwerdeführer aus
gesundheitlichen Gründen nicht (IV-act. 75-1). Sie stützte sich dabei insbesondere auf
die Ergebnisse des MEDAS-Gutachtens vom 13. September 2001, welches eine
körperlich besser adaptierte Tätigkeit als unzumutbar qualifizierte, weil bei einem
Wechsel eine massive psychische Krise zu befürchten sei (IV-act. 26-15) sowie auf den
Abklärungsbericht des Landwirtschaftlichen Zentrums B._, wonach der
behinderungsbedingte Erwerbsausfall bei mindestens 70% liege (IV-act. 72).
2.2.
Im MGSG-Gutachten vom 9. November 2015 wird erwähnt, der Beschwerdeführer
sei seit 2006 temporär verschiedenen Tätigkeiten nachgegangen (IV-act. 147-17). Im
IK-Auszug galt der Beschwerdeführer im Jahr 2006 aber noch als selbständig
erwerbend in der Landwirtschaft. 2007 und 2008 erscheint kein Einkommen aus
selbständiger Erwerbstätigkeit, stattdessen aber Einkommen aus unselbständiger
Erwerbstätigkeit auf dem IK-Auszug. Ab 2009 werden sowohl Einkommen aus
selbständiger als auch aus unselbständiger Erwerbstätigkeit auf dem IK-Auszug
aufgeführt (IV-act. 159). Der Beschwerdeführer war namentlich für die beiden
Temporärbüros F._ AG und G._ AG tätig. Von diesen beiden Arbeitgebern liegen
Lohnabrechnungen ab Juni 2010 (IV-act. 103-5 ff.) bzw. Auszüge aus dem Lohnkonto
des Beschwerdeführers ab 2012 (IV-act. 137-7 ff.) bei den Akten. Bei der F._ war der
Beschwerdeführer in verschiedenen Hilfstätigkeiten, speziell als Hilfsschreiner,
Hilfsarbeiter auf dem Bau und im Gerüstbau sowie im Metallgewerbe jeweils temporär
angestellt (vgl. IV-act. 138). Es ist somit erstellt, dass der Beschwerdeführer entgegen
der ursprünglichen Annahme im MEDAS-Gutachten vom 13. September 2001 und der
Verfügung vom 4. August 2005 spätestens ab Juni 2010 als Angestellter auch
ausserhalb der Landwirtschaft beruflich tätig war, ohne dass es zu einer massiven
psychischen Krise kam.
2.3.
Ebenfalls ausgewiesen ist, dass der Beschwerdeführer mit seiner unselbständigen
Erwerbstätigkeit ein beachtliches Einkommen generieren konnte. Selbst wenn allein auf
2.4.
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die im Recht liegenden Lohnabrechnungen der F._ und G._ abgestellt würde (IV-
act. 103-5 ff. und IV-act. 137-7 ff.) und als Valideneinkommen gestützt auf die
Expertise "Kommentar zur Berechnung des Landwirtschaftlichen Einkommens und der
Kosten einer Ersatzkraft" des Vereins H._ (nachfolgend: H-Expertise; IV-act. 9-3) für
das Jahr 1998 von Fr. 55'000.-- (dem Durchschnittswert von Fr. 50'000.-- bis
Fr. 60'000.--) ausgegangen würde, wäre das aus unselbständiger Erwerbstätigkeit
erzielte Einkommen rentenrelevant. Beispielsweise würden sich für das Jahr 2013
folgende Werte ergeben: Das Valideneinkommen wäre anhand der Indices,
wiedergegeben in der Tabelle T 39 der vom Bundesamt für Statistik periodisch
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE), auf das entsprechende Jahr
hochzurechnen. Es würde sich für das Jahr 2013 auf Fr. 66'168.10 belaufen
(Fr. 55'000.-- / 1'832 x 2'204). Das Invalideneinkommen allein gestützt auf den im
Recht liegenden Auszug aus dem Lohnkonto der G._ für diesen Zeitraum wäre auf
Fr. 31'207.85 zu beziffern (IV-act. 137-7 ff.). Daraus würde ein Invaliditätsgrad von 53%
resultieren ([Fr. 31'207.85 x 100 / Fr. 66'168.10] - 100). Ein solcher Invaliditätsgrad
berechtigt lediglich zum Bezug einer halben Invalidenrente (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG).
Die Einkommensverbesserung in der unselbständigen Erwerbstätigkeit betrug seit
dem Jahr 2008 deutlich mehr als Fr. 1'500.-- jährlich (IV-act. 159) und dauerte
spätestens ab September 2010 ohne wesentliche Unterbrechung seit mindestens drei
Monaten an (vgl. Lohnabrechnungen der F._, IV-act. 103-5 ff.), sodass sie mit Blick
auf Art. 88a Abs. 1 IVV zwingend zu berücksichtigen ist. Damit haben sich die
erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers in
anspruchserheblichem Ausmass geändert.
2.5.
Der Beschwerdeführer bringt zwar vor, schon vor der Rentenzusprache 2005
teilweise für Dritte unselbständig erwerbstätig gewesen zu sein. Er verweist auf die
Tätigkeit für den Reitstall I._ sowie Transport- und Handelstätigkeiten (act. G14-3).
Die Tätigkeit für den Reitstall I._ wird zwar in den Akten tatsächlich einmal als
Lohnarbeit bezeichnet (IV-act. 16-6). Das erscheint aber anhand der übrigen Aktenlage
als unzutreffend. Ein Arbeitsvertrag liegt nicht im Recht. Auf dem IK-Auszug erscheint
der Reitstall I._ nicht als Arbeitgeber und es wurden auch keine
Sozialversicherungsbeiträge aus unselbständiger Erwerbstätigkeit einbezahlt (IV-act. 3
und IV-act. 159). Die Tätigkeit für den Reitstall I._ wurde also offenbar der
selbständigen Erwerbstätigkeit zugeordnet und als solche mangels Steuererklärung
und Unterlagen ermessensweise veranlagt. Einer Gesprächsnotiz vom 8. September
2000 ist zudem zu entnehmen, dass es bei der Betätigung im Bereich des Reitstalls
I._ um die Futterproduktion des Beschwerdeführers ging. Er sei jeweils mit dem
2.6.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/29
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3.
Traktor zum Reitstall I._ gefahren und habe Mist aufgeladen, um ihn dann auf seinem
Hof zu verarbeiten (IV-act. 17). Demnach ist die Arbeit im Reitstall I._ der
selbständigen Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers in der Landwirtschaft
zuzuordnen. Der Beschwerdeführer selbst hielt ausserdem Pferde, wobei 1998 von
zwei eigenen und zwei Pensionspferden und im Jahr 2000 von einer eigenen
Pferdezucht mit 11 Pferden (inkl. vier Fohlen) die Rede war (IV-act. 9-3; IV-act. 15 und
IV-act. 16-2). Es bleibt unklar, inwiefern die Arbeit im Reitstall I._ im Zusammenhang
mit seinen eigenen Pferden stand. Auch die vom Beschwerdeführer ins Feld geführten
"Transport- und Handelstätigkeiten" waren Teil seiner selbständigen Erwerbstätigkeit.
Er transportierte und handelte nämlich mit dem von ihm produzierten Heu und Stroh
(vgl. IV-act. 15, IV-act. 16-5 und IV-act. 72-2). Die auf dem IK-Auszug ab 2008
ersichtliche unselbständige Erwerbstätigkeit stellt somit eine Änderung der
tatsächlichen Verhältnisse, mithin einen Revisionsgrund dar.
Nachdem ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gegeben ist, ist
zunächst zu prüfen, für welchen Zeitraum eine Anpassung der Rente in Frage steht.
3.1.
Grundsätzlich gilt es, mit Wirkung ex nunc et pro futuro einen rechtskonformen
Zustand herzustellen. Dabei ist auf der Grundlage eines richtig und vollständig
festgestellten Sachverhalts der Invaliditätsgrad im Zeitpunkt der Verfügung über die
Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente zu ermitteln (Urteil des Bundesgerichts vom
5. März 2019, 9C_315/2018, E. 4.2 mit Hinweisen). Die Herabsetzung oder Aufhebung
der Rente erfolgt grundsätzlich frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung
der Verfügung folgenden Monats an (Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV). Die Herabsetzung oder
Aufhebung der Rente erfolgt jedoch ausnahmsweise rückwirkend ab Eintritt der für den
Anspruch erheblichen Änderung, wenn der Bezüger die Leistung zu Unrecht erwirkt hat
oder der ihm nach Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist,
unabhängig davon, ob die Verletzung der Meldepflicht oder die unrechtmässige
Erwirkung ein Grund für die Weiterausrichtung der Leistung war (Art. 88 Abs. 2 lit. b
IVV).
3.2.
bis
bis
Die berechtigte Person oder ihr gesetzlicher Vertreter sowie Behörden oder Dritte,
denen die Leistung zukommt, haben jede für den Leistungsanspruch wesentliche
Änderung, insbesondere eine solche des Gesundheitszustandes, der Arbeits- oder
Erwerbsfähigkeit sowie der persönlichen und gegebenenfalls der wirtschaftlichen
Verhältnisse der versicherten Person unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen (Art. 77 IVV;
vgl. auch Art. 31 Abs. 1 ATSG). Für den Tatbestand der Meldepflichtverletzung ist ein
3.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/29
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4.
schuldhaftes Fehlverhalten erforderlich, wobei bereits eine leichte Fahrlässigkeit genügt
(Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2018, 9C_294/2018 mit Hinweisen).
Vorliegend hat der Beschwerdeführer unstreitig die Meldepflicht verletzt, indem er
der Beschwerdegegnerin sein Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit nicht
gemeldet hat. Demnach hat eine allfällige Anpassung nicht bloss für die Zukunft,
sondern rückwirkend per Eintritt der rentenrelevanten Sachverhaltsänderung zu
erfolgen. Die Beschwerdegegnerin will in ihrer Beschwerdeantwort die rückwirkende
Anpassung auf fünf Jahre vor Erlass des Vorbescheids vom 14. Dezember 2016
beschränken und nimmt dabei Bezug auf Art. 25 Abs. 2 ATSG. Diese Bestimmung sieht
vor, dass der Rückforderungsanspruch spätestens mit Ablauf von fünf Jahren nach der
Entrichtung der einzelnen Leistungen erlischt. Im Rahmen der Rentenrevision nach
Art. 17 Abs. 1 ATSG ist jedoch nicht zu prüfen, ob allfällige Rückforderungen bereits
verwirkt sind. Rentenrevision und Rückforderungsverfahren sind nicht gleichzusetzen.
Die Rentenrevision bei Verletzung der Mitwirkungspflicht wurde zeitlich nicht auf fünf
Jahre nach Entrichtung der Leistung begrenzt (vgl. Art. 88 Abs. 2 lit. b IVV). Würde
bereits die Rentenrevision auf diesen Zeitraum begrenzt, wäre es nicht nötig, das
Erlöschen des Rückforderungsanspruchs zu statuieren. Eine Verwirkung ist deshalb
erst für das Rückforderungsverfahren relevant (vgl. Sachverhalt B.e vorstehend).
3.4.
bis
Der Beschwerdeführer hat gemäss IK-Auszug (IV-act. 159) erstmals im Jahr 2007
ein Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit generiert. Jenes
Jahreseinkommen lag jedoch noch unter der Erheblichkeitsgrenze von Fr. 1'500.-- (vgl.
Art. 31 IVG), sodass noch keine wesentliche Sachverhaltsänderung eingetreten ist.
Bereits 2008 erzielte der Beschwerdeführer mit seiner unselbständigen Erwerbstätigkeit
indes einen Verdienst von Fr. 14'684.--. Damit ist eine beachtliche Änderung des
Sachverhalts eingetreten, sodass für die vorliegend im Raume stehende Anpassung
der Rente der Zeitraum ab 2008 in Frage kommt.
3.5.
Nach dem Gesagten ist der Rentenanspruch ab dem Jahr 2008 in tatsächlicher
und rechtlicher Hinsicht umfassend zu prüfen. Das bedeutet auch, dass der Grad der
Arbeitsunfähigkeit neu festgelegt werden kann.
4.1.
Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
4.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/29
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und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der
Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden
können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob
die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie ist den im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -
ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227
E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
Über den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ab dem Jahr 2005 liegen
nur wenige Unterlagen im Recht. Eine eingehende Darlegung der Arbeitsfähigkeit durch
behandelnde Ärzte fehlt. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb ein Gutachten bei der
MGSG in Auftrag gegeben, das vom Beschwerdeführer teilweise in Zweifel gezogen
wird. Es ist daher zu prüfen, ob auf dieses Gutachten abgestellt werden kann.
4.3.
Der Orthopäde Dr. D._ kommt betreffend angestammter Tätigkeit zum
Schluss, dass dafür eine Arbeitsfähigkeit von 70% bestehe. In einer leidensadaptierten
Tätigkeit, also einer körperlich leichten Tätigkeit in temperierten Räumen,
abwechslungsweise sitzend und stehend ohne häufiges Laufen, insbesondere auf
Treppen, Leitern und unebenem Boden sowie ohne häufige kniende Positionen,
bestehe aus orthopädischer Sicht seit 2001 eine Arbeitsfähigkeit von 100% (IV-
act. 147-9 f.). Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung steht nicht im Widerspruch zum
MEDAS-Gutachten. Darin wurde die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit in
orthopädischer Hinsicht nicht thematisiert, nachdem ein Wechsel in eine adaptierte
Tätigkeit den Gutachtern damals aus psychiatrischer Sicht unzumutbar erschien und
eine Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit naturgemäss weit höher ausgefallen
wäre. Der Beschwerdeführer hat zudem seit dem Jahr 2010 gezeigt, dass er auch in
körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten erhebliche Arbeitspensen bewältigen kann. So
hat die F._ auf dem Fragebogen für Arbeitgebende angegeben, die Arbeitszeit des
Beschwerdeführers betrage acht bis neun Stunden pro Tag und 40 bis 45 Stunden pro
4.3.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/29
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Woche (IV-act. 103-2). Dass der Beschwerdeführer tatsächlich so viele Stunden pro
Einsatztag geleistet hat, lässt sich anhand der Lohnabrechnungen der F._ bestätigen
(IV-act. 103-5 ff.). Bei der G._ war der Beschwerdeführer ebenfalls für neun Stunden
pro Tag bzw. 45 Stunden pro Woche angestellt (IV-act. 137-3). Hinzu kommt, dass
Befunde, welche eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes in orthopädischer
Hinsicht ausweisen würden, fehlen. Insbesondere liegen keine entsprechenden
Röntgen- oder MRI-Befunde vor, nachdem sich der Beschwerdeführer geweigert hatte,
entsprechende Untersuchungen durchführen zu lassen (vgl. IV-act. 147-7).
Dr. E._ stellte als psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen,
reizbaren sowie narzisstisch-kränkbaren Persönlichkeitszügen mit sozialen
Anpassungsschwierigkeiten fest. Daneben würden sich keine Hinweise für depressive
Störungen oder Angststörungen mit Krankheitswert ergeben, jedoch würden sich im
Zusammenhang mit der psychosozialen Problematik Zukunftsängste und
Existenzängste erheben lassen. Die genannte Persönlichkeitsstörung mit
entsprechenden Persönlichkeitszügen sei gekennzeichnet durch emotionale Krisen im
Zusammenhang mit psychosozialen Problemen (IV-act. 147-22 und IV-act. 147-24 f.).
Zwar unterscheiden sich diese Diagnosen von denjenigen gemäss MEDAS-Gutachten.
Dr. E._ begründet aber seine abweichende Auffassung nachvollziehbar. Er schätzt
die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht sowohl in der angestammten als auch in
einer adaptierten Tätigkeit ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten
Zeitdruck, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte und
ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung auf 80% bei vollem Stundenpensum (IV-
act. 147-28). Andere ärztliche Berichte, welche diese Einschätzung entkräften würden,
fehlen. Zwar gab der Beschwerdeführer an, 2014 in psychiatrischer und
psychotherapeutischer Behandlung gewesen zu sein. Er konnte aber den
behandelnden Therapeuten nicht benennen. Hinzu kommt, dass der Zeitraum von
lediglich zwei bis drei Monaten für eine solche Behandlung extrem kurz ist.
Echtzeitliche Berichte behandelnder Ärzte existieren demnach nicht (vgl. hierzu auch
IV-act. 136-2, wonach der Beschwerdeführer in keiner medizinischen Behandlung
stehe und IV-act. 129-1, wo der Beschwerdeführer auf die Frage, bei wem er in
ärztlicher Behandlung stehe, weder einen Hausarzt noch Fachärzte genannt hat). Es ist
deshalb unter Berücksichtigung der nachfolgenden Einschränkung zumindest ab
Gutachtenszeitpunkt auf die begründete Arbeitsfähigkeitsschätzung Dr. E._s
abzustellen.
4.3.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 17/29
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Dr. E._ datiert den Beginn der von ihm beschriebenen Einschränkung auf
"etwa 2001" zurück (IV-act. 147-27, 147-28 und 147-29). Dem kann nicht gefolgt
werden, und zwar aus folgenden Gründen. Diese Einschätzung steht im Widerspruch
zum MEDAS-Gutachten vom 13. September 2001 (in welchem bei einer um ca. 20%
reduzierten Arbeitszeit von einer zusätzlichen Leistungsminderung ausgegangen und
insgesamt eine Arbeitsfähigkeit von 50% in der angestammten Tätigkeit festgesetzt
wurde; IV-act. 26-15), ohne dass begründet wird, weshalb das MEDAS-Gutachten
unzutreffend sein sollte. Zudem attestiert Dr. E._ dem Beschwerdeführer
verschiedentlich eine Verbesserung des Gesundheitszustandes. Beispielsweise
beschreibt er, es könne den diagnostischen Einschätzungen des MEDAS-Gutachtens
weitgehend zugestimmt werden, wobei inzwischen für eine depressive Störung sowie
eine Angststörung mit Krankheitswert keine ausreichenden Symptome zu erheben
seien. Damit sei aus psychiatrischer Sicht auch eine Besserung der Arbeitsfähigkeit
anzunehmen (IV-act. 147-27). Aus Sicht des medizinischen Laien leuchtet eine
Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes ein, nachdem gewisse
belastende Umstände weggefallen sind. So wurden Auseinandersetzungen um
Grundeigentum und Pachtverträge, Streitigkeiten wegen der haftpflichtrechtlichen
Ansprüche des Beschwerdeführers aus dem Unfall von 1998 sowie
Erbschaftsstreitigkeiten beendet (vgl. IV-act. 26-5 f., 26-13 und 147-17). Gleichzeitig ist
es insofern zu einer familiären Stabilisierung gekommen, als der Beschwerdeführer im
Jahr 2004 geheiratet hat und Partnerprobleme verneint (IV-act. 147-18). Zudem dürfte
die Angst vor einem lebenslänglichen Tierhalteverbot, welche den Beschwerdeführer
im Jahr 2001 noch beschäftigt hatte (vgl. IV-act. 41-9), wie auch die Angst vor
Inhaftierung oder Einweisung in die Psychiatrie (vgl. IV-act. 86 und IV-act. 26-4)
inzwischen nicht mehr akut sein.
4.3.3.
Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das
Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit
Hinweisen). Arztberichte, welche die Verbesserung des Gesundheitszustands
echtzeitlich dokumentieren würden, existieren offenbar nicht. Es muss daher anhand
der dokumentierten Umstände geprüft werden, ab wann eine Verbesserung des
Gesundheitszustands überwiegend wahrscheinlich ist.
4.3.4.
Als Indiz für eine Verbesserung seines Gesundheitszustandes kann überdies die
Aufnahme und Ausweitung der unselbständigen Erwerbstätigkeit des
Beschwerdeführers herangezogen werden. Wegen Fehlens anderer verlässlicher
Unterlagen (insbesondere in Ermangelung von mit den notwendigen Beilagen
4.3.5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/29
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versehenen Steuererklärungen) ist auf den IK-Auszug abzustützen, da dieses
Dokument alle Einkommen, Arbeitgeber und Beitragszeiten des Beschwerdeführers
enthalten sollte. Dem Beschwerdeführer ist insofern teilweise Recht zu geben, als
dabei die ermessensweise veranlagten Einkommen aus der selbständigen
Erwerbstätigkeit in der Landwirtschaft nicht vollumfänglich berücksichtigt werden
können. Der Beschwerdeführer leistete zeitweise ein hohes Arbeitspensum in
unselbständiger Erwerbstätigkeit (das er jedoch nie dauerhaft aufrechterhalten hat),
gerade auch während der Sommermonate. Es ist nicht anzunehmen, er habe nebst
diesen teilweise extensiven Arbeitspensen als Unselbständiger seinen Hof tatsächlich
noch gewinnbringend bewirtschaften können. Er hat denn auch zumindest für die Jahre
2011 bis 2013 selbst angegeben, dass aus der selbständigen Erwerbstätigkeit in der
Landwirtschaft Verluste resultierten (IV-act. 129-2). Aus dem IK-Auszug ergibt sich ab
dem Jahr 2008 erstmals ein signifikantes Einkommen aus unselbständigem Erwerb
(Fr. 14'684.--). 2009 erzielte der Beschwerdeführer ein vergleichbar hohes Einkommen
(Fr. 15'937.--). Dieses Einkommen konnte er in den kommenden Jahren in etwa
verdoppeln und danach sogar noch weiter steigern (vgl. zum Ganzen IV-act. 159).
Damit ist eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit mindestens in diesem Umfang
ausgewiesen. Zwar ging das Einkommen 2014 bzw. gemäss den Angaben des
Beschwerdeführers ab 2016 wieder merklich zurück. Dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ab 2014 bzw. ab 2016 wieder dauerhaft
verschlechterte, wurde aber nicht geltend gemacht und erscheint auch nicht
überwiegend wahrscheinlich, zumal keine Arztberichte bei den Akten liegen, welche
das nahelegen würden. Möglicherweise hatte der Beschwerdeführer im Jahr 2014 eine
kurze Krise, weshalb er für zwei bis drei Monate einen Facharzt aufsuchte. Diese Krise
dauerte aber offenbar nicht an, zumal er die Psychotherapie wieder beendete und
keine weiteren medizinischen oder therapeutischen Massnahmen ergriffen wurden. Im
Übrigen bezog der Beschwerdeführer 2014 und 2015 Arbeitslosentaggelder (vgl. IV-
act. 158 und 159). Das belegt, dass er als erwerbsfähig bzw. vermittelbar galt und legt
den Schluss nahe, dass er aus invaliditätsfremden Gründen, nämlich wegen der
Arbeitsmarktlage, weniger Arbeit erhalten hat.
Der Beschwerdeführer hat durch die Bewirtschaftung seines Hofs kein
existenzsicherndes Einkommen erzielt, ja sogar Verluste deklariert, wohingegen er in
einer unselbständigen Erwerbstätigkeit ein beachtliches Einkommen erreichen konnte.
Im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht (vgl. Art. 21 ATSG und Art. 7 ff. IVG) ist er
gehalten, seine unselbständige Erwerbstätigkeit aufrechtzuerhalten bzw. auszubauen.
Dies ist ihm auch zumutbar, zumal durch die bisherige unselbständige Erwerbstätigkeit
4.3.6.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/29
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über Jahre hinweg keine psychische Krise hervorgerufen wurde und er gegenüber dem
RAV und der Arbeitslosenkasse selbst angab, zu 100% vermittlungsfähig zu sein und
Arbeit zu suchen (IV-act. 158).
Gemäss IK-Auszug bezog der Beschwerdeführer 2014 und 2015
Arbeitslosenentschädigung. Diese Tatsache darf nicht, wie der Beschwerdeführer
beantragt, unberücksichtigt gelassen werden. Denn bei ganz oder teilweise
arbeitslosen Versicherten ist als hypothetisches Valideneinkommen dasjenige
Einkommen zu verstehen, das bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage ohne
Arbeitslosigkeit wahrscheinlich verdient würde (Kreisschreiben des Bundesamtes für
Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Hilflosigkeit in der
Invalidenversicherung [KSIH], gültig ab 1. Januar 2015, Rz 3024). Der
Beschwerdeführer hatte sich per 12. Februar 2014 arbeitslos gemeldet und dabei
angegeben, ein Arbeitspensum von 100% zu suchen und auch zu 100%
vermittlungsfähig zu sein (IV-act. 158). Diese Angaben dürften zwar wohl zu
optimistisch gewesen sein; gemäss MGSG-Gutachten bestand keine volle, sondern
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Auch faktisch konnte der Beschwerdeführer nie längere
Zeit am Stück arbeiten und war insbesondere während der Wintermonate häufig
arbeitslos, was aber auch mit der temporären Natur seiner Anstellung sowie saisonalen
Schwankungen zu tun gehabt haben dürfte. Der Bezug der Arbeitslosenentschädigung
erfolgte gemäss IK-Auszug in den Monaten März, November und Dezember 2014
sowie Januar bis Oktober 2015 (IV-act. 159).
4.3.7.
Es ist nicht auszumachen, ob der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit in
unselbständiger Tätigkeit zwischen 2008 und 2015 voll verwertet hat oder aus
invaliditätsfremden Gründen kein höheres Einkommen erzielen konnte. Es ist jedenfalls
erstellt, dass das vom Beschwerdeführer ausgeübte Arbeitspensum mindestens seiner
Arbeitsfähigkeit entsprach. Ab dem Zeitpunkt der Begutachtung durch die MGSG,
mithin ab 16. Oktober 2015 (IV-act. 147-1), ist ohne Weiteres von einer Arbeitsfähigkeit
von 80% in adaptierter Tätigkeit auszugehen (vgl. E. 4.3.2). Für die Zeit davor ist ca. ab
2004 (Heirat) von einer sukzessiven gesundheitlichen Verbesserung auszugehen, die
sich mehr oder weniger in den erzielten Einkommen aus der unselbständigen
Erwerbstätigkeit abzeichnete. Aufgrund der erzielten Einkommen ist daher nicht
lediglich von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit – wie sie das MEDAS im Jahr 2001 noch
attestiert hatte – auszugehen, sondern von einer wesentlich höheren. Spätestens ab
2010 wurden die Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit so hoch, dass sie
rentenrelevant sind. Zur Veranschaulichung werden nachfolgend die erzielten
Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit gemäss IK-Auszug aufgelistet. Die
4.3.8.
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2008 Fr. 14'684.00
2009 Fr. 15'937.00
2010 Fr. 27'080.00
2011 Fr. 32'118.00
2012 Fr. 40'235.00
2013 Fr. 44'405.00
2014 Fr. 36'521.00, davon Arbeitslosenentschädigung Fr. 9'630.--
2015 Fr. 46'860.00, davon Arbeitslosenentschädigung Fr. 27'365.--
Dementsprechend ist ab 2010 von einer adaptierten Arbeitsfähigkeit wie im MGSG-
Gutachten von 2015 auszugehen.
5.
5.1 Die Beschwerdegegnerin wendet den Einkommensvergleich zur Berechnung des
Invaliditätsgrades an, während der Beschwerdeführer unter Verweis auf die der
Rentenzusprache zugrunde liegende Berechnung die Anwendung der
ausserordentlichen Bemessungsmethode beantragt.
5.2 Wie bereits erwähnt, ist eine umfassende Prüfung ohne Bindung an frühere
Beurteilungen vorzunehmen, wenn ein Revisionsgrund gegeben ist (vgl. E. 1.5
vorstehend). Das hat auch zur Folge, dass der Invaliditätsgrad anhand der aktuellen
Sachverhalts- und Rechtslage neu zu ermitteln ist.
Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit werden nicht miteingerechnet, da diese
auf einer Ermessensveranlagung beruhen und somit nicht eins zu eins übernommen
werden können. Bei den nachstehenden Beträgen handelt es sich deshalb um
Mindestansätze, die für die Festsetzung des Invaliditätsgrades angemessen zu erhöhen
wären.
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5.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird grundsätzlich das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen; Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG). Für den
Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des
Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf
zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der
Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V
222 E. 4.1 f. mit Hinweisen).
5.4 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die
beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt
und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen
ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im
Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte
miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht
unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen.
Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne
Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100% zu
bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren
Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der
Invaliditätsgrad ergibt (sogenannter Prozentvergleich). Der Prozentvergleich bietet sich
somit namentlich an, wenn Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen
Tabellenlohn zu berechnen sind. Deren genaue Ermittlung erübrigt sich: Der
Invaliditätsgrad entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung
eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai
2019, 9C_851/2018, E. 5.1 mit Hinweisen).
5.5 Nur wenn sich das (hypothetische) Validen- und Invalideneinkommen der
versicherten Person nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen lässt, kommt die
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Methode des Einkommensvergleichs nicht zur Anwendung. Diesfalls ist in Anlehnung
an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige (Art. 27 IVV) ein
Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der
erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten
erwerblichen Situation zu bestimmen. Dieses Vorgehen wird als ausserordentliche
Bemessungsmethode bezeichnet (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Januar 2008,
I 981/06, E. 6.1). Der grundsätzliche Unterschied des ausserordentlichen
Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode besteht darin, dass die Invalidität
nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchem bemessen
wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte
Behinderung festzustellen; sodann aber ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche
Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen
Leistungsvermögen eines Erwerbstätigen kann zwar, braucht aber nicht
notwendigerweise, eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben (BGE
128 V 29 E. 1).
6.
6.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird
in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer
Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre. Relevant ist grundsätzlich das tatsächlich bezogene
Einkommen (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 und BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
6.2 Der Beschwerdeführer hat keine verwertbaren Angaben zu seinem
Valideneinkommen gemacht. Insbesondere hat er offenbar nie eine Steuererklärung
ausgefüllt und keine Buchhaltung geführt. Die Werte der LSE 2000, welche das
Jahreseinkommen in der Branche "Herstellung von Nahrungsmitteln und Getränken"
für eine Person mit Berufs- und Fachwissen mit Fr. 63'660.-- (Fr. 5'305.-- x 12) und für
die Verrichtung selbständiger und qualifizierter Arbeiten mit Fr. 86'052.-- (Fr. 7'171.-- x
12) beziffern, sind hier nicht angebracht. Ein solch hohes Einkommen hat der
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Beschwerdeführer nie erzielt und hätte es auch im Gesundheitsfall nicht erreicht. Das
Bundesgericht hielt in einem Fall aus dem Jahr 2008 fest, dass für die Ermittlung des
hypothetischen Valideneinkommens als selbständiger Landwirt nicht auf die
Tabellenwerte für Gartenbau abgestellt werden dürfe, sondern die jährlich
herausgegebenen Agrarberichte des Bundesamtes für Landwirtschaft massgebend
seien (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Mai 2008, 9C_335/2007, E. 3.3.3). Diese halten
als Arbeitsverdienst je Familienarbeitskraft (Median) für das Jahr 1998 für die Talregion
Fr. 39'191.-- fest (Agrarbericht des Bundesamtes für Landwirtschaft für das Jahr 2000,
Tabelle 15). Dieser Wert ist indes mit Blick auf die konkreten Umstände des
vorliegenden Einzelfalls klar zu tief. Gemäss der H._-Expertise hätte der
Beschwerdeführer 1998 deutlich mehr, nämlich zwischen Fr. 50'000.-- und
Fr. 60'000.-- verdienen können (IV-act. 9-3 ff.). Zwar verlor der Beschwerdeführer im
Frühjahr 2000 nach einer gerichtlichen Auseinandersetzungen 8.1 ha Pachtland (IV-
act. 72-2). Das hätte sich wohl einkommensvermindernd ausgewirkt, wenn es bei der
H._-Expertise berücksichtigt worden wäre. Dieser Verlust hat sich mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit bereits vor dem Unfall vom 13. August 1998 und der Exazerbation
der psychischen Leiden angebahnt (vgl. zu den Verhältnissen des Betriebs IV-
act. 72-2). Im Gesundheitsfall hätte der Beschwerdeführer diesen Pachtland-Verlust
aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit abwenden (der Verpächter hatte mit dem
Beschwerdeführer offenbar kein gutes Einvernehmen und löste den Pachtvertrag
wegen Misswirtschaft auf; IV-act. 72-2) oder den Verlust kompensieren können, sodass
das hypothetische Valideneinkommen deswegen nicht verringert zu werden braucht.
Auch wenn es sich bei der H._-Expertise um ein Privatgutachten zuhanden der
Haftpflichtversicherung handelt, mag daher die von ihr angegebene Bandbreite von
Fr. 50'000.-- bis Fr 60'000.-- als Richtwert dienen.
6.3 Der Beschwerdeführer hat – je nach Geschäftsgang und Saison – zuerst im
Rahmen seiner selbständigen Erwerbstätigkeit auch Arbeiten ausserhalb seines Hofes
verrichtet und in späteren Jahren als Angestellter gearbeitet. Seine
Einkommensentwicklung lässt sich auch aus diesem Grund nicht schematisch
modellieren. Fakt ist, dass er als gelernter Landwirt im eigenen Betrieb, in der
Futterproduktion, in der Pferdezucht, auf anderen Landwirtschaftsbetrieben, als
Hilfsschreiner und Hilfsarbeiter generell zum überwiegenden Teil manuelle Tätigkeiten
in Produktion und Transport, teilweise unterstützt von Maschinen, ausgeführt hat. Er
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hat mit anderen Worten als Landwirt auf seinem Hof Arbeiten verrichtet, die
vergleichbar und ähnlich anspruchsvoll waren wie jene Tätigkeiten, die er ausserhalb
des eigenen Landwirtschaftsbetriebs ausübte und zumindest teilweise noch heute
ausüben kann. Dabei konnte er als Angestellter im Vollzeitpensum im Jahr 2010 einen
Lohn von rund Fr. 4'500.00 monatlich verdienen (vgl. Fragebogen Arbeitgeber vom
23. Mai 2012, IV-act. 103-3). Das entspricht einem Jahresgehalt von Fr. 54'000.--, also
in etwa einem Hilfsarbeiterlohn im Jahr 2000 (bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten
Fr. 53'244.-- bzw. Fr. 4'437.-- x 12 gemäss LSE 2000). Nachdem dieser Lohn auch in
der Bandbreite des in der H._-Expertise geschätzten Jahreseinkommens liegt,
erscheint es vorliegend sachgerecht, von einem Valideneinkommen in dieser Höhe
auszugehen.
7.
7.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist
kein effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung statistische Werte, insbesondere die Tabellenlöhne gemäss LSE,
beigezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3).
7.2 Für die Jahre 2008 bis 2015 liegen die Werte der tatsächlich erzielten Einkommen
vor (IK-Auszug, IV-act. 159). Sie können indes nicht mit dem Invalideneinkommen
gleichgesetzt werden. Einerseits handelt es sich bei den Beträgen betreffend
selbständiger Erwerbstätigkeit in der Landwirtschaft um blosse Schätzungen der
Steuerbehörden (vgl. IV-act. 113). Es ist anzunehmen, dass der Beschwerdeführer
tatsächlich ein Einkommen aus seiner selbständigen Erwerbstätigkeit generieren
konnte. Die Höhe dieses Einkommens kann aber nicht bestimmt werden und dürfte je
nach Umfang der unselbständigen Erwerbstätigkeit auch erheblich geschwankt haben
(vgl. E. 4.3.5 vorstehend). Andererseits hätte der Beschwerdeführer bei entsprechender
Arbeitsmarktlage und ohne die saisonalen Schwankungen seiner Temporärarbeit
höhere Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit erzielen können (vgl. E. 4.3.7 f.
vorstehend). In den Akten finden sich keine Hinweise, wonach Arbeitseinsätze des
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Beschwerdeführers wegen Auswirkungen seines Gesundheitszustandes hätten
beendet werden müssen oder nicht fortgeführt worden wären. Das im IK-Auszug
ausgewiesene Erwerbseinkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit stellt nach
dem Gesagten die Untergrenze für das zu schätzende Invalideneinkommen dar, das
unter Berücksichtigung dessen, dass der Beschwerdeführer auch noch selbständig
erwerbstätig war und seine Arbeitsfähigkeit für die unselbständige Erwerbstätigkeit
nicht voll ausgeschöpft hat, angemessen zu erhöhen ist. Wie betreffend das
Valideneinkommen bereits dargelegt, ist davon auszugehen, dass er in Anbetracht der
von ihm ausgeübten diversen Tätigkeiten zumindest einen Lohn in der Höhe des
Hilfsarbeiterniveaus erzielen kann.
8.
8.1 Zwar will der Beschwerdeführer, dass ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird
und verweist auf den Entscheid des Bundesgerichts vom 11. November 2004, welches
die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen hat, damit sie eine Invaliditätsbemessung
nach der ausserordentlichen Methode vornehme (E. 3.2; IV-act. 62-6). Die IV-Stelle hat
daraufhin eine Abklärung beim B._ in Auftrag gegeben. Schon im Verlauf dieser
Abklärung wurde jedoch klar, dass wegen der betrieblichen Situation und der
Betriebsführung des Beschwerdeführers eine Berechnung über den
behinderungsbedingten Erwerbsausfall unmöglich ist. Im Abklärungsbericht wurde
deshalb ohne Betätigungsvergleich geschätzt, dass der behinderungsbedingte
Erwerbsausfall mindestens 70% betrage (IV-act. 72-3). Diese Einschätzung hat die IV-
Stelle für den Erlass ihrer Verfügung übernommen (vgl. IV-act. 75).
8.2 Auch zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Bemessung des Invaliditätsgrades nach der
ausserordentlichen Methode nicht durchführbar. Es kann namentlich nicht festgestellt
werden, welche Betätigungen der Beschwerdeführer konkret ausüben würde, wenn er
nicht invalid geworden wäre und welches Einkommen er damit erzielen könnte. Die
Struktur seines Hofes hat sich in verschiedener Hinsicht mehrmals markant verändert
(Verkauf von Bauland [IV-act. 26-4] / Verlust eines Pachtvertrags über 8.1 ha [vgl. IV-
act. 72-2] / Umstellung von Milchwirtschaft und Ackerbau auf Futterproduktion [vgl. IV-
act. 26-3 f.] / Umstellung auf Schafhaltung [vgl. IV-act. 147-18] / Änderungen im
Pferdebestand [IV-act. 9-3; IV-act. 15 und IV-act. 16-2] etc.). Deshalb wäre, selbst
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wenn mittels ausserordentlicher Bemessungsmethode ein hypothetisches Validen- und
Invalideneinkommen ermittelt werden könnte, nicht feststellbar, inwiefern die allenfalls
resultierende Differenz nicht auf eine Invalidität, sondern auf die betrieblichen
Veränderungen zurückzuführen wäre. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer seit
2008 immer wieder in einem Umfang einer unselbständigen Erwerbstätigkeit nachging,
welche es ihm verunmöglichte, gleichzeitig seinen Hof in einem Pensum von 80% zu
bewirtschaften. Dass er sich während solchen Zeiten extensiver unselbständiger
Erwerbstätigkeit nur noch am Feierabend und am Wochenende um seinen Hof
gekümmert hat, wie dies im MGSG-Gutachten erwähnt wird (IV-act. 147-18), leuchtet
ein. Da sich ein Landwirtschaftsbetrieb nicht kurzfristig reaktivieren lässt, sondern auf
längere, von der Fruchtfolge bzw. der Tierhaltung abhängige Zyklen ausgerichtet ist,
muss der Beschwerdeführer seinen Landwirtschaftsbetrieb spätestens seit 2008
gegenüber dem Stand von 1999 (Rentenzusprache) wesentlich verkleinert haben.
Mangels Unterlagen kann jedoch nicht festgestellt werden, wann es konkret zu einer
Verkleinerung des Landwirtschaftsbetriebes kam und in welchem Umfang dieser
tatsächlich noch fortgeführt wurde. Somit muss der Invaliditätsgrad mit der
ordentlichen Bemessungsmethode ermittelt werden.
9.
9.1 Da sowohl das Validen- wie auch das Invalideneinkommen nicht genau bestimmt,
wohl aber auf Hilfsarbeiterniveau angesiedelt werden können (vgl. E. 6 und 7
vorstehend) und der Beschwerdeführer vor wie nach dem Eintritt der Invalidität
vergleichbare Tätigkeiten ausübte (mit denen auch vergleichbare Einkommen erzielt
werden konnten), kann ein Prozentvergleich erfolgen. Demnach entspricht der
Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines
allfälligen Tabellenlohnabzugs.
9.2 Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend
einsetzbaren arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb
mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. In BGE 126 V 75 hat das
Bundesgericht festgestellt, dass es von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter,
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
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Dienstjahre, Nationalität, Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängt, ob
und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind. Bereits in der Beurteilung
der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen dürfen
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu
einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen. Der Einfluss sämtlicher
Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen
gesamthaft zu schätzen, d.h. dass nicht für jedes Merkmal der entsprechende Abzug
zu quantifizieren ist und die einzelnen Abzüge zusammenzuzählen sind. Der Abzug ist
auf höchstens 25% begrenzt (Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2018,
9C_833/2017, E. 2.2; BGE 134 V 327 E. 5.2).
9.3 Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer überwiegend
körperlich anspruchsvolle Arbeiten ausgeführt hat. Im MGSG-Gutachten wurde seine
Schwerhörigkeit rechts mit Tinnitus zwar erwähnt (vgl. IV-act. 147-5 und 147-13),
jedoch nicht in die Arbeitsfähigkeitsschätzung mit einbezogen. Der Beschwerdeführer
ist zudem inzwischen über sechzig Jahre alt und wird daher auch aufgrund seines
Alters einen tendenziell tiefen Lohn akzeptieren müssen. Schliesslich bedarf der
Beschwerdeführer wegen seiner psychischen Beeinträchtigung vermehrter
Rücksichtnahme und Verständnis (IV-act. 147-26). Ein Tabellenlohnabzug von 10%
erscheint deshalb angemessen.
9.4 Somit ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 28% (Valideneinkommen = 100%;
Invalideneinkommen = 80% / 100 x 90 = 72%). Dies gilt gemäss den vorstehenden
Ausführungen seit dem Jahr 2010 (vgl. E. 4.3.8 vorstehend).
9.5 Gestützt auf den Invaliditätsgrad von 28% hat der Beschwerdeführer grundsätzlich
rückwirkend per Eintritt der Verbesserung des Gesundheitszustandes keinen Anspruch
auf Invalidenrente mehr. Es ist jedoch anzunehmen, dass sich sein psychischer
Gesundheitszustand nicht schlagartig, sondern graduell verbessert und stabilisiert hat.
Zudem ist zu berücksichtigen, dass bei einer Rentenherabsetzung oder -aufhebung
nach längerer Zeit sinnvollerweise zuerst Massnahmen zur Eingliederung durchgeführt
werden; bei Personen, welche seit mindestens 15 Jahren eine Rente beziehen oder die
das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, entspricht es der gefestigten Praxis, dass
vorgängig Eingliederungsmassnahmen durchgeführt werden, bis das medizinisch-
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theoretische Leistungspotential mittels Eigenanstrengung ausgeschöpft und erwerblich
verwertet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2019,
8C_759/2018, E. 9.2).
9.6 Der Beschwerdeführer war im Jahr 2010 zwar noch nicht 55 (sondern 53) Jahre alt
und hatte auch die Rente noch nicht seit 15 (sondern 11) Jahren bezogen. Es
entspricht aber der allgemeinen Lebenserfahrung, dass er nicht sogleich (wieder) in der
Lage war, auf dem Arbeitsmarkt voll Fuss zu fassen. Er hat sich ohne Hilfestellungen
der Beschwerdegegnerin nach Kräften selbst eingegliedert und sein Einkommen aus
unselbständiger Erwerbstätigkeit von Jahr zu Jahr gesteigert. Es ist ihm deshalb eine
gewisse Angewöhnungsphase zuzugestehen. Dabei kann mit der Beschwerdegegnerin
auf den IK-Auszug abgestellt werden und die Rente kann mit Blick auf das
ausgewiesene Erwerbseinkommen aus unselbständiger Tätigkeit (welches angemessen
zu erhöhen ist) per 1. Oktober 2010 auf eine Viertelsrente reduziert und per 30. Juni
2011 vollständig aufgehoben werden.
10.
10.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.
10.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit angemessen. Sie ist
vollumfänglich dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]) und mit dem
geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. Da der Beschwerdeführer unterliegt, hat er
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.