Decision ID: ed82a14e-b5cb-56da-b281-47caee5cc20a
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge Nigeria am (...) an Bord eines Schiffes verliess und am (...) illegal in die Schweiz gelangte, wo er am gleichen Tag um Asyl nachsuchte,
dass er im B._ am 13. Februar 2009 summarisch befragt und am 24. Februar 2009 vom BFM zu seinen Asylgründen angehört wurde,
dass er zur Begründung seines Asylgesuches geltend machte, er sei nigerianischer Staatsangehöriger anglikanischen Glaubens und  (...) mit letztem Wohnsitz in C._ (Bundesstaat D._), wo er geboren und aufgewachsen sei,
dass sein Vater Oberpriester des örtlichen Schreins des Orakels E._ gewesen und am (...) gestorben sei,
dass er am (...) von den Dorfbewohnern von C._ aufgefordert worden sei, das Amt seines verstorbenen Vaters auf den (...) oder (...) zu übernehmen,
dass er wegen dieser Aufforderung in einen Notstand geraten sei, weil er sich bereits früher dem Christentum zugewandt und die Verehrung des Orakels abgelehnt habe,
dass ihm am (...) ein Pastor der Kirche von F._ bestätigt habe, die Aufforderung der Dorfbewohner entspreche dem Brauch, und er werde geopfert, sollte er das Amt seines verstorbenen Vaters nicht übernehmen,
dass ihm der Geistliche von einer Kontaktaufnahme mit der Polizei  und in der Folge seine Ausreise aus Nigeria organisiert habe,
dass für den Inhalt der weiteren Aussagen auf die Akten verwiesen wird,
dass der Beschwerdeführer trotz wiederholter Aufforderungen keine Reise- oder Identitätspapiere zu den Akten reichte,
dass das BFM mit Verfügung vom 3. März 2009 - gleichentags eröff- net - in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom
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26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass für die Begründung der angefochtenen Verfügung auf die Akten und, soweit für den Entscheid wesentlich, auf die nachfolgenden  verwiesen wird,
dass der Beschwerdeführer mit in englischer Sprache verfasster Rechtsmitteleingabe vom 5. März 2009 (Poststempel) sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Rückweisung der Sache an das BFM zur materiellen Prüfung des Asylgesuchs ,
dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit für den  wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,
dass die vorinstanzlichen Akten am 6. März 2009 beim  eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),
und erwägt,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung  berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der  legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde  ist (Art. 108 Abs. 2 und 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),
dass Amtssprachen des Bundes das Deutsche, Französische und Italienische sind (vgl. Art. 70 Abs. 1 der Bundesverfassung der  Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]), indes-
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sen vorliegend die in englischer Sprache abgefasste Beschwerde  ihrer Verständlichkeit und im Interesse aller am Verfahren  trotzdem - ohne präjudizielle Wirkung - entgegenzunehmen ist,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu  ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich die Beschwerdeinstanz - sofern sie den  als unrechtmässig erachtet - einer selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl.  und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),
dass im Asylverfahren der Sachverhalt grundsätzlich von Amtes wegen festzustellen ist (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG) und diese  Untersuchungspflicht durch die den Asylsuchenden gestützt auf Art. 8 AsylG auferlegte Mitwirkungspflicht eingeschränkt wird, wobei sie insbesondere bei der Anhörung vollständig anzugeben haben, weshalb sie um Asyl nachsuchen (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. c AsylG),
dass die Asylsuchenden einen Anspruch auf Mitwirkung haben, was sich unmittelbar aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
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vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; Art. 29 ff. VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG) ergibt,
dass sich aus Akten ergibt, dass der Beschwerdeführer im B._ in seiner Muttersprache (...) summarisch befragt wurde und auf entsprechende Frage antwortete, er habe den Dolmetscher gut verstanden (Akten Vorinstanz A1/11 S. 8),
dass er im Unterschied dazu vom BFM aus nicht nachvollziehbaren Gründen in englischer Sprache zu seinen Asylgründen angehört wurde und sowohl zu Beginn als auch am Ende der Anhörung die Fragen, wie er den Dolmetscher verstehe respektive verstanden habe, mit „ein wenig“ beantwortete (A8/8 S. 2 und 7, Fragen 2 und 54),
dass die Anhörung nach der Frage 24 mit dem Einverständnis der Hilfswerkvertreterin wegen ungenügender Englischkenntnisse des  vorerst abgebrochen und ihm die Bekanntgabe eines Termins für die Anhörung in seiner Sprache in Aussicht gestellt wurde (A8/8 S. 4 Frage 25),
dass die Anhörung indessen vom Befrager nach Rücksprache mit der Sektionsleitung unter Hinweis auf die Englischkenntnisse des  später fortgeführt wurde,
dass die Hilfswerkvertreterin am Schluss der Anhörung im Anhang zum Protokoll festhielt, der Beschwerdeführer habe ihres Erachtens  Mühe gehabt, sich in englischer Sprache auszudrücken, sie rege deshalb eine Zweitbefragung in seiner Muttersprache (...) an,
dass angesichts dieser Sachlage nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Asylgründe des Beschwerdeführers auf Grund von  Schwierigkeiten, Missverständnissen oder Ungenauigkeiten nicht korrekt im Protokoll vom 24. Februar 2009 Eingang gefunden haben,
dass die diesbezüglichen Ausführungen des BFM in der  Verfügung, die Anhörung sei fortgesetzt worden, weil der  in Nigeria (...) lang die Schule besucht habe und auch in Englisch unterrichtet worden sei, an dieser Beurteilung nichts zu ändern vermögen, zumal er bei der Kurzbefragung die Frage, ob er neben seiner Muttersprache andere Sprachen beherrsche, die für eine Anhörung in Frage kämen, ausdrücklich verneinte (A1/11 S. 2),
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dass somit nicht mit genügender Sicherheit davon ausgegangen  kann, der rechtserhebliche Sachverhalt sei vollständig und richtig festgestellt worden,
dass zwar eine Missachtung von Verfahrensvorschriften durch die  aufgrund der umfassenden Kognition des  (vgl. Art. 106 AsylG) in bestimmten Schranken geheilt werden kann,
dass indessen vorliegend die Vorinstanz den Anspruch des  auf rechtliches Gehör (Anhörung zu seinen Asylgründen in seiner Muttersprache) in schwerwiegender Weise verletzt hat, weshalb eine Heilung nicht in Betracht kommt und die angefochtene Verfügung zu kassieren ist,
dass die Beschwerde demnach im Sinne der Erwägungen , die angefochtene Verfügung vom 3. März 2009 aufzuheben und das Bundesamt anzuweisen ist, den Beschwerdeführer in seiner  (...) zu seinen Asylgründen anzuhören, gegebenenfalls den rechtserheblichen Sachverhalt ergänzend vollständig festzustellen und in der Sache neu zu entscheiden.
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten  sind (Art. 63 Abs. 3 VwVG),
dass aufgrund der Akten nicht davon auszugehen ist, dem nicht  Beschwerdeführer seien verhältnismässig hohe Kosten , weshalb keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 7 Abs. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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