Decision ID: ae04b6ce-63a9-5087-8c7d-85b72e7349fb
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1982, war seit
April 2010
bei
der
Y._
AG
als
Projektleiter
angestellt und damit bei der
Suva
versichert, als er sich am
2.
August 2017
bei
einem Motorradunfall Prellungen der Hals- und Brustwirbel
säule sowie des Beckens zuzog (Urk. 8/1
).
Nach getätig
ten Abklärungen stellte die Suva
die bis dahin erbrachte
n Leistungen mit Verfügung vom 18. Juli 2018
per
31. Juli 2018
ein und verneinte einen Ren
tenanspruch und einen solchen auf Integritätsentschädigung (Urk.
8/147).
Die vom Versicherten am
10. September beziehungsweise 29. November 2018 erho
bene Einsprache (Urk. 8/161, Urk. 8/178) wies die Suva
am
29. November 2019
ab (Urk.
8/191
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 14. Januar 2020
Beschwerde (Urk. 1) geg
en den Ein
spracheentscheid vom 29. November 2019 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei auf
zuheben und es seien ihm die gesetzlichen
Leistungen
auszurichten (S. 2 Ziff.
1), eventuell sei die Sache an die Beschwerdegegnerin unter Anweisung
zur
Ein
holung eines polydisziplinären Gutachtens zurückzuweisen, damit sie hernach nochmals über die gesetzlichen Ansprüche entscheide (S. 2 Ziff. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 23. März 2020 (Urk. 7) beantragte die Suva
die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerde
führer am 24. März 2020
zur Kenntnis gebracht (Urk.
9
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss Bundesgesetz über die Un
fallversicherung (UVG) setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzu
sammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur glei
chen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störung
en ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträch
tigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität, De
pression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausalzu
sammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- bezie
hungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu betonen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheit
liche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammenhang
gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Un
fall
versicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweis
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spät
folgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundes
gerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
inte
rnen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) davon aus,
unter Berücksichtigung der echtzeitlichen medizinischen Berichte ohne Hinweise auf eine objektivierbare Schulterschädigung, der bildgebenden Abklärungen
so
wie der kreisärztlichen Beurteilung scheine ausser Frage zu stehen, dass die vom Beschwerdeführer geklagten beidseitigen Schulterbeschwerden nicht als Unfall
folgen zu qualifizieren seien (S. 5 f.).
Die Abklärungen betreffend die Schädigungen an der Wirbelsäule und an der Hüfte hätten keine Hinweise für eine traumatische Läsion ergeben. Es zeigten sich einzig degenerative Veränderungen unter anderem in Form von krankhaften Band
scheibenschäden. Damit liessen sich keine unfallkausalen, objektivierbaren
Schädigungen im Zusammenhang mit den erwähnten Rückenbeschwerden bele
gen (S. 6).
Solche Beeinträchtigungen seien, wenn sie überhaupt als natürlich kausal zu einem bestimmten Unfall betrachtet würden, nicht ohne weitere
s
auch adäquat, wie dies bei Schädigungen mit organischem Substrat im Sinne struktu
reller Veränderungen der Fall sei.
Es müsse eine gesonderte, eigenständige Beur
teilung der Adäquanz erfolgen (S. 7).
Beim Beschwerdeführer sei von den Ärzten des Spitals
Z._
lediglich die Diagnose einer Halswirbelsäulenkontusion und von den Ärzten der Rehabilitationsklinik
A._
einzig eine entsprechende Prellung der Halswirbelsäule diagnostiziert worden. Damit sei die Einstellung der Leistungen per Ende
Juli 2018 nicht zu beanstanden. Selbst unter Berücksich
ti
gung eines Schleudertraumas würde sich am Ausgang des Verfahrens nichts ändern
(S. 7 f.)
.
Es sei vorliegend keines der erwähnten Adäquanzkriterien erfüllt, weshalb der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Rücken
be
schwerden und dem Unfall vom 2. August 2017 folglich zu verneinen sei (S. 14).
2.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde (Urk. 1) demgegenüber gel
tend
,
die Beschwerdegegnerin habe es unterlassen, ein Gutachten einzuholen. Damit habe sie Bundesrecht verletzt. Eine Adäquanzbeurteilung sei aufgrund der vorliegenden medizinischen Berichte evidenzbasiert gar nicht möglich, zumal weder eine Kausalitätsprüfung der bestehenden Hüftproblematik noch der Knie
problematik durch unabhäng
ige Gutachter erfolgt sei (S. 5).
Das Ausmass und die Dauer der Arbeitsunfähigkeit sprächen als Indiz für die Bejahung der Adäquanz des Kausalzusammenhangs zum Unfall. Sodann falle der schleppende Heilungs
verlauf auf, der im Sinne der Rechtsprechung als schwierig bezeichnet werden müsse.
Ferner liege eine Häufung der für das Schleudertrauma der Halswirbel
säule typischen Beschwerden vor. Damit sei auch das Kriterium der Dauerbe
schwerden erfüllt (S. 9).
Es sei vorliegend zwingend von adäquaten und kausalen Unfallfolgen auszugehen (S. 10).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer aus dem Unfallereignis vom 2. August 2017 über den 31. Juli 2018 hinaus Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung hat und damit insbesondere, wie es sich mit der Kausalität der über diesen Zeitpunkt hinaus geklagten Beschwerden verhält.
3.
3.1
Am 2. August 2017 stürzte der Beschwerdeführer mit dem Motorrad und verletzte sich dabei an der Hals
wirbelsäule (HWS)
und
der
Brustwirbelsäule
(BWS)
sowie am Becken (vgl. Urk. 8/1
Ziff. 9
). Die Erstbehandlung erfolgte im Spital in Kroatien
(vgl. Urk. 8/1 Ziff. 11).
Am 4. August 2017 wurde der Beschwerdeführer ambulant im Spital
Z._
behandelt (vgl. Urk. 8/8/7-9 = Urk. 8/170/19-22 = Urk. 8/9/2-4). Die Ärzte des Spitals
Z._
nannten als Diagnose einen Status nach Motorradunfall am 2. August 2017 mit HWS-Kontusion mit Verdacht auf muskuläre Zerrung des
Musculus
Sternocleidomastoideus
beidsei
ts,
Thoraxkontusion
beidseits s
o
w
ie Hüftkontusion beidseits. Sie führten aus,
der Beschwerdeführer sei nach dem Sturz selbständig aus der Grube
he
rausgestiegen. An den exakten Sturzvorgang könne er sich nicht mehr erinnern, es habe jedoch keine Bewusstlosigkeit und keine Amnesie bestanden (S. 1 unten). Die CT-Abklärung der HWS sowie des Thorax habe kein
en
Hinweis auf eine frische knöcherne Verletzung ergeben. Es bestehe eine regelrechte Segmentation sowie ein Status nach ventraler
Spondy
lodese
HWK
6/7. Es finde sich kein Hinweis
auf eine Lockerung des
Osteo
synthesematerials
.
Das Röntgen des Beckens habe ebenfalls kein
en
Hinweis auf eine
ossäre
Läsion ergeben.
Nach der klinischen und radiologischen Untersu
chung hätten Frakturen, ein Pneumothorax und eine Milzruptur ausgeschlossen werden können. Es werde eine gut eingestellte analgetische Behandlung emp
fohlen (S. 2).
3.2
Dr. med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, berichtete am 14.
August
2017 (Urk. 8/12) und nannte folgende Diagnosen:
-
zervikales Schmerzsyndrom nach HWS-Distorsion mit direktem Kopfauf
prall am 2. August 2017
-
lumbales Schmerzsyndrom nach Sturz am 2. August 2017
-
Status nach
Spondylodese
C6/7 vom 17. Juni 2013
Er führte aus,
der Beschwerdeführer
klage
über persistierende
Nackenschmerzen sowie tieflumbale Rückenschmerzen. Weiter erwähne er Schwindelgefühle sowie Kopfschmerzen. Da der Beschwerdeführer nun zunehmend auch neurovegetative Beschwerden entwickle, sollte eine rasche Beurteilung erfolgen, um zu klären, ob allenfalls eine Rehabilitation indiziert sei (S. 1).
3.3
Am 24. August 2017 (Urk. 8/63) wurde in der Radiologie
C._
eine Magne
tresonanztomographie (MRI) der
LWS durchgeführt, wobei Frakturen an der LWS und dem Becken ausgeschlossen wurden. Es fanden sich keine Knochenkontusionsmarken sowie eine unauffällige abgebildete Mus
kulatur ohne entzündliche Zeichen für Kontusionsmarken. Es wurde eine leichte Segmentdegeneration des Diskus L5/S1 festgestellt.
3.4
Am 1. September 2017 (Urk. 8/64) wurde in der Radiologie
C._
eine Magnetresonanztomographie (MRI) der HWS durchgeführt. Es fand sich kein Nachweis traumatischer Läsionen der HWS. Es wurden leichte dege
nerative
Veränderungen auf Höhe HWK5/6 mit leichter
breitbasiger
Diskus
protrusion
mit
foraminaler
Einengung links betont ohne Nervenwurzelkom
pres
sion festgestellt.
3.5
Kreisarzt
Dr. med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates, nahm am
17.
Oktober
2017 (Urk.
8/
51) Stellung und führte aus,
nach dem Motorradunfall seien keine struk
turellen Veränderungen festgestellt worden. Insbesondere sei es nach Aktenlage
zu keiner Lockerung des
Spondylodesematerials
C6/7 gekommen.
V
on Dr.
B._
(vorstehend E.
3.2)
würden zervikale Schmerzen und Kribbelparästhesien be
schrieben. Diese Symptome seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einer prolongierten Symptomatik unfallabhängig bei Vorzustand zuzuschreiben. Einer ambulanten Rehabilitation könne entsprochen werden. Eine Kontrolle sollte nach 12 Wochen erfolgen.
3.6
Die Ärzte der Rehaklinik
A._
berichteten am 23. Oktober 2017 (Urk. 8/55) über den Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 12. September bis 17. Oktober 2017 und nannten folgende Diagnosen (S. 1):
-
Unfall vom 2. August 2017: Motorradunfall
-
HWS-Kontusion mit Verdacht auf muskuläre Zerrung des
Musculus
sternocleidomastoideus
beidseits (bei Vorzustand)
-
Thoraxkontusion
beidseits
-
Hüftkontusion beidseits
-
Bandscheibenvorfall C6/7
nach Zerrung HWS beim Hantel Training
-
17. Juni 2013
Spondylodese
HWK6/7 mit Cage-Interposition
-
Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22)
Sie führten aus,
dass der Beschwerdeführer nach Austritt aus der stationären Rehabilitation ein zweiwöchiges Timeout wünsche, um sich um seine persön
lichen Dinge kümmern zu können. Anschliessend sei die Wiederaufnahme der Arbeit zunächst halbtags und begleitender zweiter
Rehaphase
auf ambulanter Basis per 6. November 2017 geplant.
Nach dem Reha-Aufenthalt seien keine spezifischen Massnahmen aus dem psychosomatischen Bereich notwendig. Bei Bedarf und Initiative des Beschwerdeführers sei eine Psychotherapie sinnvoll, da es doch zu psychischer Instabilität durch den Unfall komme. Dies könnte sich ungünstig auf die berufliche Reintegration auswirken. Im Moment sehe der Be
schwerdeführer diesbezüglich keinen Handlungsbedarf.
Die festgestellte psychi
sche Störung begründe aktuell keine arbeitsrelevante Leistungsminderung. Die Tätigkeit als Projektleiter könne der Beschwerdeführer zunächst halbtags und nach Abschluss der ambulanten Rehabilitation ganztags aufnehmen (S. 2).
3.7
Prof. Dr. med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates,
Klinik F._
, berichtete am 15.
Novem
ber 2017 (Urk. 8/62/2-3) und nannte folgende Diagnosen (S. 1):
-
Status nach Polytrauma am 2. August 2017 mit
-
Verdacht auf Micro Instabilität im Bereich der HWS bei Status nach
anteriorer
Diskektomie Stabilisation C6/7 2013
-
Verdacht auf
Fazettengelenksarthrose
und eventuell Kompression Wurzel S1 links lumbal
-
Verdacht auf
Impingement
-Konfiguration Hüfte beidseits
Er führte aus,
dass seit dem Polytrauma verschiedene Probleme bestünden. Einer
seits würden im Bereich der HWS unregelmässige Blockaden auftreten, zum Teil auch Kribbelparästhesien im Bereich der rechten Hand
ulnar
und
palmar
. Im Bereich lumbal bestünden einerseits Schmerzen, andererseits Gefühle von ziehen
den Schmerzen, welche auch ausstrahlen würden. Im Bereich der Hüfte beidseits bestünden inguinale Schmerzen und tief
gluteale
Schmerzen, welche bewegungs
ab
hängig seien
(S. 1)
.
3.8
Dr. med.
G._
, Fachärztin für Neurologie,
Klinik F._
, berich
tete am 5.
Dezember 2017 (Urk. 8/89/2-4) über die elektrophysiologische und neurologische Untersuchung des Beschwerdeführers.
Sie führte aus, dass sich angesichts der neurologischen, elektrophysiologischen und radiologischen Be
funde keinerlei Zeichen einer Nervenwurzel- oder
Myelonkompression
im HWS-Bereich fänden. Sowohl klinisch als auch elektrophysiologisch lasse sich auch eine radikuläre Ausfallsymptomatik S1 links ausschliessen. Eine regelmässige Physiotherapie sei konsequent weiterzuführen (S. 3).
3.9
Prof. Dr. med.
H._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates,
Klinik F._
, berichtete am 13.
Dezember 2017 (Urk. 8/76)
und nannte als Diagnose einen Knorpelschaden Grad IV am medialen
Femurkondylus
rechts. Er führte aus,
in der Anamnese des rechten Knies kämen drei Knieoperationen vor. 2005 sei eine
Teilmeniskektomie
medial rechts, 2005 eine weitere Knieoperation und 2006 eine dritte Knieoperation durchgeführt worden. Der Beschwerdeführer gebe an, nach der letzten Knieoperation keine Beschwerden mehr gehabt zu haben (S. 1).
Die Knieschmerzen rechts könnten auf einen Knorpelschaden des medialen
Femurkondylus
zurückgeführt werden. Eine nachweisbare Instabilität bestehe nicht. Falls die Beschwerden anhalten würden und mit konservativen Massnahmen nicht beherrscht werden könnten, müsste ein Knorpelreparationsverfahren zur Anwendung kommen. Dabei müssten aber wohl auch die Achsen des rechten Kniegelenks korrigiert werden. Das linke Knie
gelenk weise kein Substrat auf. Die Beschwerden müssten als Überlastung inter
pretiert werden (S. 2).
3.10
Die Ärzte der Rehaklinik
A._
berichteten am 15. Dezember 2017 (Urk. 8/77) über die ambulante Rehabilitation des Beschwerdeführers vom 6. November bis
1. Dezember 2017 und führten aus,
ab dem 4. Dezember 2017 bestehe eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit. Ab dem 3. Januar 2018 bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 2). Gesamthaft betrachtet könne aufgrund der Diagnosen, der klinischen und radiologischen Befunde die derzeit immer noch geltend gemachten, multiplen Beschwerden sowohl am Achsenskelett, als auch am rechten Knie und die ent
sprechenden Funktionseinschränkungen zwar teils in ihrer Lokalisation, jedoch nicht in ihrer Intensität erklärt werden. Die Beschwerden dürften am ehesten Ausdruck sein einer bereits sich abzeichnenden
Schmerzchronifizierung
.
Der Beschwerdeführer habe sich trotz mehreren
Schmerzexazerbationen
in der Lage gesehen, mit dem Trainingsprogramm fortzufahren und auf das Zurückgreifen auf die während des stationären Aufenthaltes abgesetzten Opiate weiterhin zu verzichten.
Die Beweglichkeit des Rückens habe verbessert werden können. Die Kraft in den Beinen habe sukzessive gesteigert werden können. Der Beschwer
de
führer habe eine deutlich verbesserte Stabilisierungsfähigkeit des Rückens gezeigt (S. 3).
3.11
Suva-Kreisarzt Dr.
D._
nahm am 3. Januar 2018 Stellung (Urk. 8/79) und führte aus, die geltend gemachten Beschwerden des rechten Knies seien nicht überwie
gend wahrscheinlich auf das Unfallereignis vom 2. August 2017 zurückzuführen. Das Unfallereignis habe das Knie nicht betroffen. Hier liege eine fortgeschrittene Verschleisserkrankung vor, welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht unfallkausal sei.
Am 4. Januar 2018 führte Dr.
D._
aus (Urk. 8/81), nach Berücksichtigung der ärztlichen Unterlagen im Dossier ab 2005 seien die Beschwerden des rechten Kniegelenks mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall von 2005 zurückzuführen.
3.12
Prof.
E._
,
Klinik F._
, berichtete am 10. Januar 2018 (Urk. 8/100/2)
und führte aus, der Beschwerdeführer habe sich in der Reha-Kur gut erholen können
. Mittlerweile habe auch eine Abklärung des rechten Knies stattgefunden. Diesbezüglich sei ihm eine Umstellungsosteotomie empfohlen worden. Der Be
schwerdeführer sei sich sehr unsicher, bezüglich dieser, aber auch bezüglich der beidseitigen chirurgischen Hüftluxationen. Vorerst möchte er nur die Infiltra
tio
nen im Lumbalbereich durchführen lassen.
3.13
Suva-Kreisarzt Dr.
D._
nahm am 24. Januar 2018 Stellung (Urk. 8/93) und führte aus, für die geplante stationäre Rehabilitation in
I._
könne Kostengutsprache erteilt werden.
3.14
Dr. med.
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates,
Klinik F._
, berichtete am 6.
Februar 2018 (Urk. 8/103)
und nannte als Diagnose einen Verdacht auf eine Labrum- oder SLAP-Läsion der
linken Schulter bei Status nach Motorradunfall am 2. August 2017. Er führte aus,
dass die Becken- und Kniebeschwerden im Vordergrund stün
den. Deshalb sei dem Beschwerdeführer empfohlen worden, die Schulter so zu belassen und den Spontanverlauf abzuwarten. Es bestehe noch eine ordentliche Chance, dass sich die Schulter spontan erholen werde.
3.15
Prof. Dr.
H._
,
Klinik
F._
, berichtete am 19.
Februar
2018 (Urk.
8/108/2-3)
und führte aus, dass der Beschwerdeführer berichte, die linke Hüfte schmerze genauso stark wie das rechte Kniegelenk. Es bestehe eine Grenz
indikation für eine
Valgisations
-Osteotomie rechts. Falls man sich aber ent
scheide, ein Knorpelreparationsverfahren rechts anzuwenden, müsste die
Valgisa
tion
durchgeführt werden. Da auch die linke Hüfte schmerzhaft sei, müsse diese allenfalls vorher angegangen werden (S. 1). Vor dem grossen Knieeingriff rechts wäre es aber sinnvoll, eine PRP-Behandlung durchzuführen, um allenfalls einen operativen Eingriff zu verhindern (S. 2).
3.16
Suva-Kreisarzt Dr.
D._
nahm am 5. März 2018 Stellung (Urk. 8/110) und führte aus,
das letzte Knie-MRI im Dossier sei vom 2. Februar 2006. Es seien aktuelle MRI Bilder einzuholen und dann eine Neubeurteilung durchzuführen. Im Rahmen der Reha in
A._
sei ein
Misstritt
erfolgt, woraufhin Knieschmerzen aufge
treten seien. Ausgehend von einer Kniedistorsion wäre der
status
quo sine drei Monate nach dem
Misstritt
, also am 8. Januar 2018
eingetreten
.
Am 14. März 2018 (Urk. 8/116) führte Suva-Kreisarzt Dr.
D._
sodann aus, an den Hüften und am Rücken lägen keine strukturellen Läsionen vor, welche überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 2. August 2017 zurückzuführen seien. Eine Arbeitsunfähigkeit sei aufgrund des Knies nicht ausgewiesen. Sitzende Tätigkeiten mit ab und zu Stehen und Gehen seien dem Beschwerdeführer zuzu
muten. Durch eine Kreisarztuntersuchung wären keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
3.17
Die Ärzte der
K
linik
I._
berichteten am 5. März 2018 (Urk. 8/123/2-7)
über die stationäre Rehabilitation des Beschwerdeführers vom 6.
Februar bis 5. März 2018 und führten aus,
der Beschwerdeführer sei multi
modal stationär rehabilitiert worden. Es sei dem Beschwerdeführer gelungen, während des gesamtem Aufenthaltes abgesehen von vier Einnahmetagen auf die Einnahme von Schmerzmitteln zu verzichten. Gesamthaft habe leider auch im Rahmen der Physiotherapie und physikalischen Therapie keine wesentliche Ver
besserung insbesondere der chronischen Schmerzsymptomatik erzielt werden können. Die fehlende Verbesserung der Schmerzsymptomatik nach Schmerz
mittelentzug spreche gegen das Vorliegen eines Medikamentenüber
gebrauchs
kopfschmerzes. Allerdings könne die Besserung auch hier mit Verzögerung nach bis zu zwei
Monaten auftreten. Es sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis zum 5. April 2018 bescheinigt worden (S. 2).
3.18
Suva-Kreisarzt Dr.
D._
nahm am 12. April 2018 Stellung (Urk. 8/124) und führte aus, von einer weiteren Behandlung könne mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden. Insbesondere seien
keine strukturellen Läsionen
durch den Unfall zu erkennen gewesen.
Am 12. Juli 2018 (Urk. 8/142) führte Dr.
D._
aus, dass keine strukturellen Läsionen an den beiden Schultern vorlägen, welche überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 2. August 2017 zurückzuführen seien.
3.19
Dr.
J._
berichtete am 11. Juli 2018 (Urk. 8/145) über die Infiltration
glenohumeral
rechts mit
Lidocain
und
Triamcort
. Es gehe dem Beschwerdefüh
r
er viel besser. Sollten die Beschwerden wieder auftreten, könnte die Schulter
arthros
kopisch
angegangen werden mit
Bicepsteno
d
ese
. Auch im Bereich der linken Schulter könnte das Gelenk
glenohumeral
mit Kortison infiltriert werden. Der Beschwerdeführer werde sich bei Bedarf melden.
Am 12. September 2018 (Urk. 8/163) führte Dr.
J._
aus, angesichts des Verlaufs sei dem Beschwerdeführer die Möglichkeit der
Bicepsteno
d
ese
erläutert und auch empfohlen worden. Beidseitig werde wahrscheinlich eine
Acromio
plastik
durchgeführt und die Manschette beurteilt werden.
3.20
Dr. med.
K._
, Facharzt für Anästhesiologie,
K
linik
L._
, berichtete am 28. September 2018 (Urk. 8/166) und führte aus,
priorisiert würden die Schmerzen im Nacken sowie die Schmerzen im rechten Knie. Die Schmerzen im Nacken und im Rücken seien kontinuierlich bestehend. Dabei berichte der Be
schwerdeführer von einer Einklemmung bei
Reklination
sowie von bei länge
ren Sitzen schmerzhaften Parästhesien im dorsalen Oberschenkel und Unter
schenkel sowie der Zehen links. Intermittierend bestehe ein Einschlafen des ge
samten Gesässes, darüber hinaus einschiessende Schmerzen in der Flanke links. In der klinischen Untersuchung heute zeige sich ein leicht unsicheres Gangbild. Der Zehen- und Fersenstand sei deutlich schmerzhaft eingeschränkt, jedoch mög
lich (S. 1 f.).
Als mögliches Vorgehen sei eine testweise Infiltration der die oberen sowie unteren zervikalen Facettengelenke versorgenden Nerven sowie des Nervus
occipitalis
und der
Ischiadicus
-Wurzeln links zur Evaluierung eines Targets für die minimalinvasive Schmerztherapie besprochen worden. Grundsätzlich könne für die Schulterproblematik die Eigenblut-Therapie mit
autologem
konditionier
tem Plasma in Erwägung gezogen werden, ebenso für die Hüft- und Kniegelenke (S. 2).
4.
4.1
Aus den medizinischen Akten ergibt sich, dass die zwei Tage nach dem Unfalltag, am 4. August 2017 durchgeführten Bildgebungen keine traumatischen Befunde
der Wirbelsäule und der Hüfte
ergaben (vorstehend E. 3.1).
Auch anlässlich der bildgebenden Abklärungen
der LWS und der HWS
vom 24. August 2017 (vor
stehend E. 3.3) und vom 1. Septembe
r 2017 (vorstehend E. 3.4)
wurden Frakturen ausgeschlossen. Es zeigten sich einzig degenerative Veränderungen auf Höhe LWK5/SWK1 sowie HWK5/6 ohne Nervenwurzelkompression.
Der klinische Untersuch im Spital
Z._
(vorstehend E. 3.1) ergab kein Hämatom am Nacken, keine Schwellung, eine
Druckdolenz
über der distalen HWS und Ruhe
schmerzen im Bereich des
Musculus
sternocleidomastoideus
beidseits. Es wurde
eine regelrechte Segmentation und ein Status nach ventraler
Spondylodese
HWK6
/7 bestätigt. Bildgebend konnte kein Hinweis auf eine Lockerung des
Osteo
synthesematerials
festgestellt werden. Im Austrittsbericht der Rehaklinik
A._
(vorstehend E. 3.6) wurde festgehalten, dass sich in den bildgebenden Abklä
rungen keine traumatischen Läsionen gefunden hätten, so dass von
myofaszialen
Restbeschwerden auszugehen sei, die sich unter der geplanten ambulanten Reha
bilitation weiter zurückbilden sollten.
Beim Beschwerdeführer liegt in der HWS mit dem Status nach ventraler
Spondylodese
HWK6/7 ein krankhafter Vorzustand vor. Gemäss Rechtsprechung muss eine richtungsgebende Verschlimmerung eines krankhaften Vorzustandes röntgenologisch ausgewiesen, also bildgebend nach
weisbar sein. Die vorliegenden bildgebenden Abklärungen konnten jedoch keine traumatischen Läsionen an der HWS nachweise
n. Insbesondere hinsichtlich
des Vorzustandes wird bestätigt, dass bildgebend keine unfallbedingte Veränderung vorliege. Das zwei Tage nach dem Unfall durchgeführte CT der HWS ergab keinen Hinweis auf eine Lockerung des
Osteosynthesematerials
. Auch Dr.
B._
be
stätigte am 14. August 2017 (vorstehend E. 3.2), dass die
Spondylodese
C6/7 fest sei. Aufgrund der Akten steht somit fest, dass eine unfallbedingte richtungs
ge
bende Verschlimmerung des Vorzustandes auf Höhe C6/7 nicht ausgewiesen ist.
Aus den medizinischen Akten ergibt sich somit, dass den vom Beschwerdeführer noch
geklagten
Rückenb
eschwerden kein unfallbedingtes organisches Substrat im Sinne einer
bildgebend oder sonst klar nachweisbaren strukturellen Veränderung zugrunde liegt.
Es ist hier auf die konstante Rechtsprechung hinzuweisen, wonach von orga
nisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen erst dann gespro
chen werden kann, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen
bestä
tigt werden (
BGE 138 V 248 E. 5.1
). Dies war vorliegend gerade nicht der Fal
l. Sodann lassen auch klinische Befunde wie Verhärtungen und Verspann
ungen der
Muskulatur,
Druckdolenzen
im Nacken oder Einschränkungen der HWS-Beweg
lichkeit recht
sprechungs
gemäss nicht auf ein klar fassbares unfallbedingtes orga
nisches Korrelat der geklagten Beschwerden schliessen (
vgl. etwa Urteil des Bun
desgerichts 8C_46/2010 vom 2
6.
April
2010 E.
4.3
). Die geltend gemachten Nacken
schmer
zen
sind dem
en
t
sprechend zwar klinisch fassbar, stellen aber keine strukturelle Läsion dar. Es verbleiben damit Beschwerden ohne objektivierbares organisches Korrelat.
Solche Beeinträchtigungen sind, wenn sie überhaupt als natürlich kausal zu einem Unfall betrachtet werden, nicht ohne weiteres auch adäquat, wie dies bei Schädigungen mit organischem Substrat im Sinne struktu
reller Veränderungen der Fall ist. Es muss bei solchen Gesundheitsschäden recht
sprechungsgemäss eine gesonderte, eigenständige Beurteilung der Adäquanz erfolgen (BGE 134 V 109 E. 2.1).
4.2
Treten nach einem Unfall wie vorliegend nicht strukturell nachweisbare Be
schwerden auf, ist gemäss Rechtsprechung im Zusammenhang mit der Adä
quanz
prüfung abzuklären, ob in Bezug auf den Unfall vom 2. August 2017
von einem
erlittenen
Schleudertrauma der
HWS
auszugehen ist. Dies erfordert nebst der entsprechenden medizinischen Diagnose das Vorliegen eines für solche Verlet
zungen typischen Beschwerdebildes
(vorstehend E. 1.2)
.
Gemäss
Rechtspre
chung des Bundesgerichts
müssen sich Nackenbeschwerden innert einer Latenz
zeit von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall manifestieren, damit der natürliche Kausalzusammenhang mit dem Un
fallereignis bejaht werden kann (Urteil des Bundesgerichts U 418/06 und U 420/06 vom 29. März 2007 E. 5.4.1), wobei es genügt,
wenn die versicherte Person an Nackenschme
rzen leidet, und weitere
praxisgemässe
Beschwerden erst mit der Zeit hinzukommen
(Urteil des
Bundes
gerichts U 336/06 vom 30.
Juli 2007 E. 5.1).
Die Ärzte des Spitals
Z._
stellten anlässlich der Erstuntersuchung vom 4. August 2017 lediglich die Diagnose einer HWS-Kontusion
mit Verdacht auf eine muskuläre Zerrung des
Musculus
Sternocleidomastoideus
beidseits
(vorste
hend E.
3.1) und auch die Ärzte der Rehaklinik
A._
stellten einzig eine entsprechende Prellung der HWS fest (vorstehend E. 3.6). Einzig Dr.
B._
diag
nostizierte am 14. August 2017 im Gegensatz dazu ein zervikales Schmerz
syndrom nach Distorsionstrauma der HWS und führte aus, der Beschwerdeführer
klage
über persistierende Nackenschmerzen
sowie Schwindel
(vorstehend E. 3.2).
Es bleibt zu beachten, dass im vorliegenden Fall jedoch
kein soge
nannt buntes Beschwerdebild vorliegt.
So
werden etwa Übelkeit, Erbrechen, Hör-, Seh- und Schlafstörungen,
Konzentra
tions
- und Gedächtnisstörungen, eine rasche Ermüd
barkeit,
Visusstörungen
, eine Reizbar
keit sowie Affektlabilität oder eine Depres
sion nicht erwähnt, dies auch nicht zu einem späteren Zeitpunkt.
Wie im Fol
genden zu zeigen ist, führt jedoch selbst die Beurteilung unter Berücksichtigung eines Schleudertraumas zur Verneinung der Adäquanz.
4.3
Für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhanges ist an das Unfall
ereignis anzuknüpfen. Angesichts des dokumentierten Ereignisablaufs (Telefon
notiz vom 11.
August
2017, Urk.
8/5; Bericht des Spitals
Z._
vom
4.
August
2017, Urk.
8/8/7-9; Bescheinigung der Polizeidienststelle vom 16.
August
2017, Urk. 8/16
und 8/30/3-4
) hat die Beschwerdegegnerin den Unfall als mittelschwer eingestuft. Dies ist im Lichte der Rechtsprechung (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_169/2007 vom 5. Februar 2008 E. 4.2, 8C_743/2007 vom
14. Januar 2008 E. 6, U 213/06 vom 29. Oktober 2007 E. 7.2, U 258/06 vom 15. März 2007 E. 5.2, U 492/06 vom 16. Mai 2007 E. 4.2) nicht zu beanstanden.
Für die Annahme einer Tendenz gegen schwer verlangt die Rechtsprechung viel erheb
lichere Umstände (vgl. die Beispiele aus dem mittleren Bereich bei
Rumo-Jungo
, Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts zum Bundes
gesetz über die Unfallversicherung, 3. Auflage, Zürich 2003, S. 57 f.).
Somit sind die gemäss der Rechtsprechung massgebenden Kriterien zu prüfen und die Adäquanz wird bejaht, wenn mindestens deren drei (oder eines in ausge
präg
ter Weise) erfüllt sind
(Urteile des Bundesgerichts 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 E. 4.5; 8C_996/2010 vom 14. März 2011 E. 7.3; 8C_464/2012 vom 21.
Dezember 2012 E. 4.2.2.2; 8C_372/2013 vom 28. Oktober 2013 E. 5.2)
.
4.4
Der Unfall hat sich objektiv betrachtet weder unter besonders drama
tischen Begleitumständen ereignet, noch ist er als besonders eindrücklich anzu
sehen. Der Beschwerdeführer gab zudem an, sich nicht mehr genau an das Geschehene
er
innern zu können (Bericht Spital
Z._
vom 4.
August
2017, Urk.
8/9/2
-
4
; Bericht der
K
linik
I._
vom 5. März 2018, Urk.
8/123/2-7). Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Ein
drücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Be
jahung des Kriteri
ums ausreichen kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_372/2013 vom 28. Oktober 2013 E. 7 mit Hinweis auf die nicht publizierte E. 3.5.1 des
Urteils
BGE 137 V 199
).
Das Kriterium der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung ist vorliegend ebenfalls als nicht erfüllt zu betrachten.
Der Beschwerdeführer
klagte zwar über Nackenschmerzen sowie Schwindel, wobei diese
allerdings keinem unfallbedingten objektiven Korrelat zugeordnet werden konnten
und der Be
schwerdeführer
auch kein für ein Schleudertrauma typi
sche
s buntes Beschwerde
bild aufwies.
Die Diagnose einer HWS
Distorsion genügt
zudem
für sich allein nicht zur Bejahung einer beson
deren Schwere (BGE 134 V 109 E.
10.2.2).
Sodann ist auch eine fortgesetzte belastende är
ztliche Behandlung zu verneinen.
Die durchgeführten Behandlungen
(Kontroll- und Abklärungsuntersuchungen, konservative medikamentöse sowie
manualtherapeutische
Methoden)
können nicht als überdurchschnitt
lich belastend bezeichnet werden (Urteile des Bundes
gerichts 8C_635/2013 vom 9. April
2014 E.
4.4.3 und 8C_52/2008 vom 5. Septem
ber
2008 E. 8.2).
Operative Massnahmen zur Sanierung der unfallbe
dingten Beschwerden waren nicht notwendig.
Beim Kriterium der Dauerbeschwerden können adäquanzrelevant nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verun
fallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (Urteil des Bundes
gerichts 8C_682/2013 vom 14. Februar 2014 E. 11.2 mit Hinweis auf BGE 134 V
109 E.
10.2.4). Eine erhebliche Einschränkung im Lebensalltag ist vorliege
nd allerdings nicht ersichtlich.
Der Beschwerdeführer habe sich in der Reha-Kur gut erholen können (vorstehend E. 3.12).
Es lassen sich keine erheblichen Beschwer
den im Lebensalltag erheben.
Zudem genügen die Ein
nahme
von
Medikamente
n
sowie
die Durchführung verschiedener Therapien ebenso wenig zur Bejahung dieses Kriteriums wie der Umstand, dass trotz regelmässiger Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine (vollständige) Arbeits
fähig
keit in der angestam
m
ten Tätigkeit erreicht werden konnten (Urteil des Bundes
gerichts 8C_623/2007 vom 22. August 2008 E. 8.6). Daher kann auch dieses Kriterium als nicht erfüllt betrachtet werden.
Den Akten lassen sich sodann keine Hinweise für einen schwierigen Heilungs
verlauf, erhebliche Komplikationen oder eine ärztliche Fehlbehandlung entneh
men. Schliesslich ist auch das Kriterium der erheblichen Arb
eitsunfähigkeit zu verneinen.
4.5
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass keines der praxisgemässen Kriterien als erfüllt erachtet werden kann, weshalb der adäquate Kausalzusammenhang zwi
schen dem Unfallereignis
vom 2. August 2017
und den über den 31.
Juli
201
8
hinaus anhal
tend geklagten, organisch nicht hinreichend nachweisbaren Be
schwerden zu vernei
nen ist. Damit erübrigen sich weitergehende Ausführung
en zur natürli
chen Kausalität.
4.6
Betreffend die Unfallkausalität der vom Beschwerdeführer geklagten Hüftprob
lematik bleibt anzufügen, dass diese umfassend abgeklärt wurde. Das CT vom 4.
August 2017 der HWS, BWS, LWS und
des
Becken
s
(vorstehend E. 3.1) zeigte keinen Nachweis einer frischen knöchernen Verletzung. Auch das MRI der LWS
und des ISG vom 24. August 2017 (vorstehend E. 3.3) ergab einen Ausschluss von
Frakturen an der LWS und dem Becken, keine Knochenkontusionsmarken, eine unauffällige abgebildete Muskulatur ohne entzündliche/
myogelotische
Zeichen für Kontusionsmarken und eine leichte Segmentdegeneration des Diskus LWK5/SWK1. Die am 28. November 2017 durchgeführte MRI-Untersuchung der Hüfte (Urk. 8/90/3-4) ergab keine unfallbedingten strukturellen Läsionen. Es liegen somit keine ärztlichen Berichte vor, welche die Hüftbeschwerden auf orga
nische strukturelle Läsionen zurückführen, die durch den Unfall vom 2. August 2017 verursacht worden wären. Die Unfallkausalität der Hüftbeschwerden wurde rechtsgenüglich abgeklärt. Die Beschwerdegegnerin hielt zu Recht fest, dass diese somit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 2. August 2017 zurückzuführen sind.
4.7
Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, die Schulterbeschwerden seien auf den Unfall vom 2. August 2017 zurückzuführen. Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer echtzeitlich nach dem Unfall und in den folgenden Monaten nie über Schulterschmerzen klagte (vorstehend E. 3.1-3.13). Weder im Rahmen der stationären noch der ambulanten Rehabilitation wurden vom Beschwerde
führer Schulterbeschwerden beklagt. Es kam erstmals am 6. Februar 2018 (vor
stehend E.
3.14) zu einer ärztlichen Konsultation aufgrund von beidseitigen Schulterbeschwerden.
Dr.
J._
diagnostizierte einen Verdacht auf eine Labrum- oder SLAP-Läsion der linken Schulter bei Status nach Motorradunfall am 2. August 2017. Das gleichentags angefertigte Röntgenbild fiel
bland
aus. Dr.
J._
hielt fest, dass die Becken- und Knieschmerzen im Vordergrund stünden und er dem Beschwerdeführer deshalb empfohlen habe, die Schulter so zu belassen und den Spontanverlauf abzuwarten. Im Austrittsbericht der
K
linik
I._
vom 5. März 2018 wurden keine Schulterbeschwerden erwähnt
(vorstehend E. 3.17)
. Bildgebend wurden am 25. Juni 2018 (
Arthro-MRT
; Urk. 8/141) sodann ausschliesslich degenerative Veränderungen festgestellt.
Auf
grund der medizinischen Abklärungen liegen vorliegend an beiden Schultern keine strukturellen Läsionen vor, welche überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 2. August 2017 zurückzuführen sind.
Die Beschwerdegegnerin ver
neinte auch diesbezüglich zu Recht eine überwiegend wahrscheinliche Unfall
kausalität.
4.8
Zusammenfassend ergibt sich, dass der medizinische Sachverhalt genügend abge
klärt wurde. Insbesondere finden sich auch keine anderslautenden ärztlichen Beurteilungen in den Akten
, weshalb für
weitere Abklärungen keine Notwendig
keit besteht (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
D
ie von der Beschwerdegegnerin per 31.
Juli 2018
verfügte Leistungseinstellung erfolgte demnach zu Recht.
Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.