Decision ID: 3aea94b6-f139-545e-88da-2edd1b12273d
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1970
, meldete sich am
1
0.
September
2015
unter Hinweis auf
eine Verengung des Spinalkanals
bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk.
7/8
Ziff.
6.2
, vgl.
Urk.
7/9 und
Urk.
7/14
). Die Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom
1
5.
Mai 2017
bei einem Invaliditätsgrad von
52
%
eine
halbe
Rente ab
1.
März 2016
zu (Urk.
7/59-60
).
1.2
Am
5.
September 2017 machte die Beschwerdeführerin eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes geltend (
Urk.
7/70). D
ie IV-Stelle
holte medizinische Berichte ein und verneinte nach
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk.
7/104
;
Urk.
7/109,
Urk.
7/113
,
Urk.
7/122
)
mit Verfügung vom
8.
März 2019
eine
Erhöhung der Invalidenrente
(Urk.
7/126
= Urk. 2
/1
).
2.
Die Versicherte erhob am
9.
April 2019
Beschwerde gegen die Verfügung vom
8.
März 2019
(
Urk.
2
/1
) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
die IV
Stelle anzuweisen, ihr gemäss Gesuch vom
5.
September 2017 eine höhere Invaliden
rente auszurichten beziehungsweise Integrationsmassnahmen anzu
ordnen (
Urk.
1 S. 1
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
4.
Mai 2019
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
1
7.
Mai 2019
wurde
antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 1
) die unentgeltliche Prozessführung
bewilligt
und der Beschwerdeführerin die Besch
werdeantwort zugestellt (
Urk.
8
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderer
seits
erlauben,
das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundes
ge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweise
n).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1
.6
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1
.7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E.
1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete in ihrer Verfügung (
Urk.
2
/1
) die Nicht
erhö
hung der Invalidenrente damit, dass lediglich eine vorübergehende Ver
schlechte
rung des psychischen Gesundheitszustandes bestanden habe, welche durch psychosoziale Gründe ausgelöst worden sei. Der Gesundheitszustand habe sich aufgrund der ökonomischen Faktoren (finanzielle Zuwendungen) wieder stabili
siert. Psychosoziale Gründe seien nicht invaliditätsbedingte Faktoren und somit nicht zu berücksichtigen. Der somatische Gesundheitszustand sei unver
ändert (S.
1). Es bestehe weiterhin ein Invaliditätsgrad von 52
%
.
Seit November 2015 sei es der Beschwerdeführerin möglich, eine behinderungs
angepasste Tätigkeit in einem Pensum von 50
%
auszuüben.
Sie hätte sich in der Zeit
bis heute eine Teilzeitarbeit suchen können. Eine Verbesserung der Erwerbs
fähigkeit über das 50%-Pensum hinaus sei durch berufliche Massnahmen nicht gegeben. Es bestehe weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
, weshalb kein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe (S. 2).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend, sie sei seit ihrer Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen im Jahr 2015 nahtlos arbeitsunfähig gewesen (S. 2
Ziff.
2). Sie sei nicht in der Lage gewesen, ergänzend zu der ihr zustehenden halben Invalidenrente ein Einkommen auf dem ersten Arbeitsmarkt zu erzielen (S. 2
Ziff.
3). Sie könne aufgrund ihrer verschiedenen Einschränkungen und der langen Absenz von der Arbeitswelt zudem auf nur sehr wenig berufliche Erfahrungen zurückgreifen (S. 2
Ziff.
4). Es sei vorschnell un
d spekulativ entschieden worden (S. 2 f.
Ziff.
6, S. 4
Ziff.
10). Es bestehe vielmehr seit langer Zeit eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit
,
und wesentliche Tatsachen seien nicht berücksichtigt worden (S. 3 oben, S. 3
Ziff.
8). Ihre verbleibende Restar
beits
fähigkeit liege unter 50
%
, womit sie unzweifelhaft die massgeblichen Rahmen
bedingungen zum Bezug von Eingliederungsmassnahmen erfülle (S. 3
Ziff.
9)
.
2.3
Strittig
und zu prüfen ist, ob seit der
Zusprache einer halben Rente mit Verfügung vom
1
5.
Mai 2017 (Urk. 7/59-60
) eine anspruchsrelevante Änderung eingetre
ten ist (vgl. vorstehend E.
1.3)
,
sowie der Anspruch der Beschwerdeführerin auf
berufliche Massnahmen
.
3.
3.1
Der mit
Verfügung vom
1
5.
Mai 2017 (
Urk.
7/59-60)
rückwirkend ab
1.
März 2016
erfolg
te
n
Zusprache einer halben Rente
lagen die folgenden medizinischen Berichte zu Grunde
(vgl.
Urk.
7/43 und
Urk.
7/57)
:
3.2
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
A._
,
stellte in seinem Bericht vom 1
2.
November 2015 (
Urk.
7/22
/1-6
) fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
Lumbovertebralsyndrom
-
MRI
vom
2.
Juli 2014: Schwere aktivierte Spondylarthrosen beidseits und Pseudospondylolisthesis mit hochgradiger E
inengung des Spinal
kanals L3/L4 und
leichtgradige
r
Einengung des Spinalkanals L4/L5
-
morbide Adipositas, BMI 50.3
-
depressive Störung, wahrscheinlich anhaltende mittelgradige Episode
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen latenten Eisenmangel (
Ziff.
1.1).
Dr.
Z._
führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem
9.
März 2015 bei ihm in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 31.
August 2015 erfolgt (
Ziff.
1.2).
In der Tätigkeit als ungelernte Raumreinigerin und bei der Stadtbusreinigung bestehe seit Oktober 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
F
ür körperlich mittelschwere bis schwere Arbeiten
bestehe
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Für
körperlich leichte Arbeiten mit Wechselbelastung und häufigerem Sitzen bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
. Aufgrund der Rückenproblematik sei die frühere Tätigkeit als Raumpflegerin nicht mehr zumutbar. Eine behinderungs
angepasste Tätigkeit sei vorläufig halbtags, sp
äter eventuell länger zumutbar
(
Ziff.
1.7
und
Ziff.
1.9
).
3.3
Dr.
med. B._
und
Dr.
med.
C._
, Fach
ärzte
für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte
n
in
ihrem
Bericht vom 2
4.
Februar 2016 (
Urk.
7/30) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10 F60.31)
-
rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig mittelgradige Episode
(ICD-10 F33.1)
-
Spinalkanalstenose
-
Adipositas per magna
-
Migräne
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
n sie
eine zeit
weise bestehende Kleptomanie (ICD-10 F63.2)
und
Kaufsucht (ICD-10 F63.8).
Dr.
B._
und
Dr.
C._
führte
n
aus, die Beschwerdeführerin sei s
eit dem 15.
Oktober 2013 bei ihnen
in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 3.
Februar 2016 erfolgt (
Ziff.
1.2). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als unge
lernte Reinigungskraft habe vom
1.
Mai bis 3
1.
August 2014 eine Arbeits
unfä
higkeit von 50
%
und ab dem
1.
September 2014 eine 100%ige Arbeitsun
fähig
keit bestanden. Die Patientin habe invalidisierende Rücken- und Gelenks
schmer
zen, sei in ihrer Mobilität und Handlungsf
ähigkeit deutlich eingeschränkt und
habe wiederkehrende Angstattacken, Konzentrations- und Merkfähigkeits
stö
rungen sowie Stimmungstiefs. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar.
Unter den aktuellen Bedingungen sei auch nicht an eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu denken
(
Ziff.
1.7).
Die Patientin sei im Haushalt seit September 2014 auf die Mithilfe ihres Ehemannes und anderer Per
sonen angewiesen. Sie könne nur einfache Gerichte kochen, viele Putzarbeiten könne sie nicht mehr erledigen.
Eine Erwerbsarbeit sei im Moment auf längere Zeit hinaus undenkbar (
Ziff.
1.11).
3.4
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner
Stellungnahme vom 3
0.
März 2016 (
Urk.
7/43/3-4
)
aus, g
emäss dem Arztbericht von
Dr.
C._
vom Februar 2016 lägen als Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Lumbovertebral
syn
drom, eine hochgradige Spinalkanalstenose L3/L4, eine leichtgradige Spinal
ka
nalstenose L4/L5 sowie eine morbide Adipositas per magna mit BMI 50.3 vor. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10 F60.31), eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD
10 F33.1), eine Kleptomanie (ICD-10 F63.2), eine Kaufsucht (ICD-10 F63.8) sowie
eine Migräne.
Dr.
D._
führte aus, in der bisherigen Tätigkeit als Putzfrau habe vom
1.
Mai bis 3
1.
August 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
und ab dem
1.
September
2014 bis auf weiteres eine 100%i
ge Arbeitsunfähigkeit bestanden. Es bestünden invalidisierende Rücke
n
- und Gelenkschmerzen mit deutlicher Einschränkung der Mobilität und Handlungsfähigkeit, zusätzlich rezidivierende Angstattacken, Kon
zentrations- und Merkfähigkeitsstörungen sowie Stimmungsschwankungen. In einer angepassten Tätigkeit bestehe
entsprechend dem Bericht von
Dr.
Z._
aus somatischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
für körperlich leichte Arbeiten.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe seit dem
1.
September 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
. Das Belastungsprofil bestehe in leichten, ange
passten Tätig
keiten
in Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten über 5 kg und ohne Verharren in Zwangshaltungen.
3.5
Dr.
D._
, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom
9.
August 2016 (Urk.
7/43/5-6) auf entsprechende Rückfrage der zuständigen Sachbearbeiterin hin, weshalb er einerseits sämtlichen psychiatrischen Diagnosen keine dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt habe und gleichzeitig eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgewiesen habe (vgl.
Urk.
7/43/4)
,
aus, dass empfohlen werde, die somatischen Arbeitsun
fähig
keits-Zeiten zu übernehmen, da übersehen worden sei, dass die psychiatri
schen Diagnosen keine dauerhafte
n
Auswirkung
en
auf die Arbeits
fähigkeit hätten.
Dr.
D._
führte aus, in der bisherigen Tätigkeit als Putzfrau habe vom
1.
Mai bis 3
1.
August 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
und seit dem 1.
September 2014 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden. I
n einer leichten, angepassten Tätigkeit in Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten über 5 kg und ohne Verharren in Zwangshaltungen bestehe seit dem 1
2.
Novem
ber 2015 eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
.
3.6
Dr.
Z._
,
A._
,
stellte in seinem Bericht
vom
3.
März 2017
(
Urk.
7/54
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.2):
-
Gonarthrose
n
beidseits medial betont, rechts symptomatisch
-
Lumbovertebralsyndrom, Einengung des Spinalkanals L3/L4
-
morbide Adipositas, weiter zunehmend (aktueller BMI 55.3)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärti
g mittlere Episode ICD-10 F33.1
Dr.
Z._
führte aus, e
s sei eine somatische Verschlec
hterung durch das Symp
tomatisch
werden der Gonarthrosen eingetreten, welches sich praktisch invalidi
sierend bezüglich der Gehfähigkeit auswirke
.
Zudem
sei eine weitere Gewichtzu
nahme auf 139 kg erfolgt
,
und das schon seit mehr als zwei Jahren bestehende Lumbovertebralsyndrom habe auf die Physiotherapie nicht wirklich angespro
chen (
Ziff.
1.3).
Im letzten Arbeitsunfähigkeitszeugnis zu Handen des Sozialamtes sei die arbeits
lose Beschwerdeführerin am
8.
Juli 2016 für körperlich leichte Arbeiten, wech
sel
belastend und vorwiegen
d
im Sitzen
,
noch als zu 100
%
arbeitsfähig e
inge
schätzt worden. Für mittelschwere
bis schwere körperliche Tätigkeiten insbesondere im Stehen und Gehen bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Im weiteren Verlauf
müsse
bei zunehmend invalidisierenden Knieschmerzen und Unbeweg
lichkeit durch das massive Übergewicht eine 100%ige Arbeitsun
fähig
keit angenommen werden bei zusätzlich
psychisch nicht gebesserte
r
Situation. In einer angepassten Tätigkeit bestehe keine Verminderung der Leistungs
fähigkeit (
Ziff.
2.1).
3.7
Med. pract.
E._
, Praktische Ärztin, stellte in ihrem Bericht vom
6.
März 2017 (
Urk.
7/53/1-5) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit (
Ziff.
1.1):
-
hochgradige Spinalkanalstenose L3/L4 (Diagnose 2014)
-
schwere aktivierte Spondylarthrose
(Diagnose 2014)
-
Spondylolisthese Grad 1
(Diagnose 2014)
-
schwere Gonarthrose (Februar 2017)
Als Diagnosen ohne Auswirkungen nannte sie eine Adipositas per magna u
nd eine Varicosis (
Ziff.
1.1).
Med. pract.
E._
führte aus, die Beschwerdeführer
in
sei mit Unterbrechung seit dem Jahr 2013 bei ihr in Behandlung, und die letzte Kon
trolle sei am 1
7.
Februar 2017 erfolgt (
Ziff.
1.2). In der zuletzt ausgeübten Tätig
keit als ungelernte Reinigungskraft sei vom
6.
Mai bis mindestens
4.
August 2014 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert wo
rden (
Ziff.
1.6). Die bisherige Tätig
keit sei nicht mehr möglich (
Ziff.
1.7). Eine behinderungsangepasste
,
rein sitzende Tätigkeit sei in einem Pensum von 30
%
bis 50
%
zumutbar (
Ziff.
3).
4.
4.1
Im Zusammenhang mit der im Schreiben vom
5.
September 2017 (
Urk.
7/70)
von der Beschwerdeführerin
geltend gemachten Verschlechterung
ihres Gesundheits
zustandes
gingen die folgenden medizinischen Berichte ein:
4.2
Dr.
C._
und
die in dessen Praxis angestellte Therapeutin
Dr.
F._
stellten in ihrem Bericht vom 1
7.
August 2017 (
Urk.
7/68) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
schwere Episode
(ICD
10 F33.21)
-
emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom emotional instabilen Typus (ICD-10 F60.31)
-
zeitweise
bestehende
Kleptomanie (ICD-10 F63.2)
-
zeitweise
bestehende
Kaufsucht (ICD-10 F63.8)
-
Adipositas per magna bei zeitweise Binge-eating Disorder (ICD-10 F50.9)
-
Migräne
-
Schlafapnoe
-
Status nach Karpaltunnelsyndrom beidseits
-
primäre Gonarthrose, beidseitig
-
Gelenkschmerz: Unterschenkel (Fibula, Tibia, Kniegelenk)
-
Spinalkanalstenose: Lumbalbereich
-
sonstige Rückenschmerzen: Lumbosakralbereich
-
Störung des Ganges und der Mobilität
Die Ärzte führten aus, die Beschwerdeführerin sei seit Dezember 2016 bei ihnen in Behandlung
,
und es fänden wöchentliche Kontrollen statt (
Ziff.
1.2). Eine stationäre Behandlung sei bisher aufgrund von somatischen Untersuchungen und Massnahmen nicht erfolgt, sei jedoch im weiteren Verlauf dringend indiziert (Ziff.
1.3). In der angestammten Tätigkeit als Raumpflegerin bestehe seit dem 1.
September 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.6). Körperlich bestünden deutliche Einschränk
ungen im Bereich
von Mobilität, Ganzkörper
be
wegung, Teilkörperbewegung und in der Grobmotorik. Länger als 30 Minuten sei keine Tätigkeit möglich im Gehen, Stehen oder Sitzen sowie keinerlei Tätig
keiten im Knien oder Bücken. Geistig sei keine Tätigkeit mit Anforderungen an die Auf
nahme und Umsetzung neuer Inhalte möglich, da die Beschwerde
führerin in der Konzentration, Auffassung und Anpassungsfähigkeit deutlich reduziert sei. Es bestehe eine deutlich eingeschränkte Belastbarkeit. Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar
. Auch eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei nicht mög
lich (
Ziff.
1.7,
Ziff.
3).
Die Ärzte führten aus,
die Beschwerdeführerin
könne die Ar
ztt
ermi
ne
nur mit Unterstützung wahrnehmen. Ansonsten verbringe sie ihre Zeit überwiegend zu Hause auf dem Sofa. Kontakte ausserhalb des Familiensystems pflege
sie
nicht. Haushalt und Hund würden deutlich vernachlässigt, ebenso Selbstfürsorge und Körperpflege
(
Ziff.
1.11).
4.3
Dr.
C._
und
Dr.
F._
ergänzte
n
in ihrem Bericht vom 1
2.
März 2018 (Urk.
7/87) die im Vorbericht vom
1
7.
August 2017 (vgl. vorstehend E. 4.2
) gestellten Diagnosen insoweit, als die Adipositas
per magna
nun als Adipositas gigantea bei zweiweise Bing
e
-eating Disorder (ICD-10 F50.9) und BMI grösser 58 bezeichnet wurde
und neu Blutungen des gynäkologischen Systems mit Opera
tionspflicht bei a
usgeprägter Myombildung genannt
wurden
(
Ziff.
1.2).
Die Ärzte führten aus, d
er Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich ver
schlechtert (
Ziff.
1.1).
Die
Beschwerdeführerin sei seit Dezember 2016 bei ih
nen
in Behandlung
, und die letzte Kontrolle sei am
7.
März 2018 erfolgt (Ziff.
3.1).
In der bisherigen Tätigkeit als Raumpflegerin bestehe keine Arbeits
fähigkeit mehr. A
uch in einer angepassten Tätigkeit sei die Leistungsfähigkeit um mi
ndestens 80
%
reduziert (
Ziff.
2
.1).
4.4
G._
, Assisten
z
ärztin,
H._
,
nannte in ihrem Bericht vom 2
3.
März 2018 (
Urk.
7/89) als Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit einen Uterus myomatosus
, bestehend seit Dezember 2017
(
Ziff.
2.5). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit nannte sie eine Adipositas per magna mit einem
BMI von 57.8
(Ziff.
2.6). Die Ärztin führte aus, die Beschwerdeführerin sei vom 2
5.
bis 26.
Januar 2018 bei ihr in Behandlung gewesen. Vom 2
5.
Januar bis
1.
Februar 2018 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (
Ziff.
1.3
,
Ziff.
2.7
).
4.5
Dr.
med.
I._
, Leitender Arzt,
J._
, führte in seinem Bericht vom
4.
April 2018 (
Urk.
7/90/7) aus, dass die Patientin bei morbider Adipositas zu einem bariatrischen Eingriff vorgesehen gewesen sei. Aufgrund von Malcompliance und Diätfehlern habe der gewünschte Eingriff nicht durchgeführt werden können. Die Beschwerdeführerin sei instruiert worden, nebst einer psychotherapeutischen Begleitung eine konsequente, temporär befristete Diät durch
zuführen, um die Operation überhaupt zu ermöglichen. Aufgrund von Malcompliance habe sie aber diese Massnahmen nie umgesetzt und sei seit Sep
tember 2017 nicht mehr in der Sprechstunde erschienen.
Dr.
I._
führte aus, die Patientin bedürfe dringend einer Gewichtsreduktion und würde in enormem Mass davon profitieren, auch hinsichtlich de
s
Erhalt
s
ihrer Arbeits
fähigkeit.
4.6
Dr.
C._
und
Dr.
F._
führten in ihrem Schreiben vom 1
1.
Juli 2018 (Urk.
7/102) aus, der psychische Gesundheitszustand der Patientin habe sich unter anderem wegen fin
anzieller Notlage und konsekutiven Existenzängsten ver
schlechtert (S. 1). Inzwischen sei die Patientin bezüglich eines stationären Auf
enthaltes in der Klinik
K._
vorstellig gewesen. Ent
sprechend der Rückmeldung sei
sie
aufgrund der körperlichen Erkrankungen nicht in das vorgesehene stationäre Behandlungskonzept integrierbar. Der psychische Zustand habe sich durch
die Aktivierung von Ressourcen und durch finanzielle Unterstützung der
Sozialberatung der katholischen Kirche sowie
mittels
d
er
Abgrenzung in familiären Dingen stabilisiert (S. 2).
4.7
Dr.
D._
, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 1
9.
Juli 2018 (
Urk.
7/103/8) aus, gemäss dem Arztbericht der Dres.
C._
und
F._
vom Juli 2018 habe sich der psychische Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin nach verm
ehrten finanziellen Zuwendungen und Stabilisierung der ökonomischen Faktoren (psychosozial) stabilisiert. Im
Verschlechterungsgesuch vom 5.
Sep
tember 2017 werde bei der Beschreibung der Verschlechterung auf den neusten Bericht von
Dr.
F._
vom August 2017 verwiesen.
Darin
werde jedoch nur eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes beschrieben, während die Beschreibung des somatischen Gesundheitszustandes mit den Beschreibungen vorheriger Arztberichte
geradezu identisch sei.
Dr.
D._
hielt abschliessend f
est, bei psychosozial bedingter
vorübergehender Verschlechterung des psychi
schen Gesundheitszustandes habe sich dieser inzwischen wieder stabilisiert,
so dass von einem unveränderten
Gesundheitszustand im Vergleich zur letzten Stellungnahme vom
9.
August 2016 ausgegangen werden könne.
4.8
In ihrem Schreiben vom
6.
Dezember 2018 (
Urk.
7/117
) führte
Dr.
F._
aus, dass in einer optimal angepassten Tätigkeit die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führe
r
in
psychiatrisch auf 30
%
eingeschätzt werde. Der entsprechende Rahmen sollte eine überwiegend sitzende Tätigkeit umfassen. Sinnvoll wäre auch eine Pausen
regelung von 15-minütiger Dauer nach einstündiger Arbeit mit der Möglichkeit sich hinzulegen.
5.
5.1
Die mit Verfügung vom
15. Mai 2017
(
Urk.
7/59-60)
erfolgte
Zusprache einer halben Rente mit Wirkung ab
1.
März 2016
basierte im Wesentlichen auf den
Stellungnahme
n
des RAD-Arztes
Dr.
D._
vom
3
0.
März 2016 und vom 9.
August 2016
(vgl. vorstehend E. 3.
4-5
)
.
Dr.
D._
stütze sich
in somatischer Hinsicht
auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
Z._
in seinem Bericht vom
1
2.
November 2015
(vgl. vorstehend E. 3.2
)
und ging davon aus, dass
in
der angestammten Reinigungstätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr gege
ben
sei
, hingegen in einer leichten wechselbelastenden
Tätigkeit
von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
auszug
ehen sei
.
Nach Eingang der
Berichte
von Dr.
Z._
vom
3.
März 2017 (vgl. vorstehend E. 3.6) sowie von med. pract.
E._
vom
6.
März 2017 (vgl. vorstehend E. 3.7), worin neu das Vorliegen von
aktivier
ten
Gonarthrosen beschrieben wurde, wurde das Belastungsprofil
entsprechend den Ausführungen von
Dr.
Z._
dahingehend angepasst, als dass es sich um eine vorwiegend sitzende Tätigkeit zu handeln hat (vgl.
Urk.
7/59).
In psychiatrischer Hinsicht mass
Dr.
D._
den von
Dr.
B._
und
Dr.
C._
im Februar 2016
(vgl. vorstehend E. 3.3
)
gestellten Diagnosen, namentlich der emotional instabilen Persönlichkeitsstöru
ng vom Borderline-Typ (ICD-
F60.31) sowie der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
,
keine dauerhaften Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu
(vgl.
vorstehend E. 3.4-5
)
.
5.2
In der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2
/1
) ging die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Stellungnahme von
Dr.
D._
vom 1
9.
Juli 2018 (vgl. vorstehend E. 4.7) davon aus, dass in somatischer Hinsicht seit der Rentenzusprache mit Verfügung vom 1
5.
Mai 2017 (vgl.
Urk.
7/59-60) ein unveränderter Gesundheit
s
zustand bestehe und in psychi
scher
H
insicht lediglich
von einer
durch psychosoziale Belastungsfaktoren ausgelöste
n
, aus invalidenversicherungs
rechtlicher Sicht unbeachtli
che
n
,
vorübergehende
n
Verschlechterung
auszugehen sei
(vgl. vor
ste
hend E. 2.1).
Dr.
D._
ist dahingehend beizupflichten, dass sich der somatische Sachverhalt im Vergleich zum Zeitpunkt der Rentenzusprache mit Verfügung vom 1
5.
Mai 2017 (vgl.
Urk.
7/59-60) nicht wesentlich verändert darstellt respektive keine fachärztlichen Bericht
e
vorliegen, welche solches als überwiegend wahrscheinlich erscheinen liessen.
Namentlich wurde im Bericht
der
H._
vom 2
3.
März 2018 (vgl. vorstehend E. 4.4)
lediglich eine vorübergehende vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert
,
und
Dr.
I._
nannte in seinem Bericht
vom 4.
April
2018 (vgl. vorstehend E.
4.5)
die Gründe, weshalb die geplante bariatri
sche Operation nicht habe durchgeführt werden können.
Dagegen liegen
in psych
ischer Hinsicht Anhaltpunkte dafür vor, dass eine rele
vante Verschlechterung eingetreten ist.
So diagnostizierten
Dr.
C._
und die behandelnde
Therapeutin
Dr.
F._
in ihren
Bericht
en
vom August 2017
und
März 2018 (vgl. vorstehend E. 4.
2-
3)
im Vergleich zu dem von
Dr.
B._
und Dr.
C._
verfassten
Vorbericht vom
2
4.
Februar 2016 (vgl. vorstehend E. 3.3)
neu eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD
10 F33.21)
.
Weiter wurde eine fortschreitende
Inanspruchnahme von
Dritthilfe
beschrieben
nebst
mangelnder Selbstp
flege und -fürsorge.
In Anbetracht dessen, dass
Dr.
C._
und
Dr.
F._
jedoch bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
eine Vermischung von somatischen und psychiatrischen Diagnosen
vornahmen (vgl. vorstehend E. 4.2-3 und E. 4.8)
und
weitgehend
unklar blieb, ob si
ch die in ihrem Schreiben vom 1
1.
Juli 2018 (vgl. vorstehend E. 4.6)
dargelegte Stabilisierung des Gesundheitszustandes ledig
lich auf die im Zusammenhang mit der Dauer des Abklärungsverfahrens der IV
Stelle au
fgetretene
Suizidalität
(vgl.
Urk.
7/91-92,
Urk.
7/96)
bezog oder auf den
psychischen Gesundheitszustand im Allgemeinen
, lässt sich der Sachverhalt nicht abschliessend feststellen
.
Die Beschwerdegegnerin hat es
vorliegend
unterlassen, ein psychi
atrisc
hes Gut
achten einzuholen.
Gemäss der geänderten Rechtsprechung des Bundes
gerichts hat neu für
sämtliche psychiatrischen Erkrankungen
unabhängig von der diagno
stischen Einordnung
bei psychischen Leiden
eine Prüfung anhand der soge
nannten
Standardindikatoren
zu erfol
gen (vgl. vorstehend E. 1.3-4
).
Namentlich dient die bei Beschwerdebildern aus dem depressiven Formenkreis vor
zu
nehmende Indikatorenprüfung dazu, eine im Rahmen einer psychischen Diagnose attestierte Arbeitsunfähigkeit zu validieren (vgl. Urteil des Bundes
gericht 8C_241/2018
vom 2
5.
September 2018 E. 7.5.2
).
Eine
Prüfung anhand der
Stan
dard
indikatoren erweist sich jedoch
gestützt auf die
Berichte
der behandeln
den Therapeuten
Dr.
F._
und
Dr.
C._
als nicht mög
lich.
5
.3
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der ent
scheid
rele
vante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
5
.4
Aufgrund des Gesagten liegen bei Hinweisen auf
eine seit der Rentenzusprache mit Verfügung vom
1
5.
Mai 2017
(
Urk.
7/59-60)
eingetretene
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes
der Beschwerdeführerin
keine ver
lässli
chen Grundlagen zu dessen Beurteilung und zur Beurteilung der Arbeits
fähigkeit aus psychiatrischer Sicht vor.
Für die Beantwortung der Frage, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwer
de
führerin seit der Rentenzusprechung im
Mai 2017 (
Urk.
7/59-60)
wesentlic
h verändert hat
, hat die Beschwerdegegnerin daher ein psychiatrisches Gutachten
einzuholen,
welches den
genannten
Anforderungen der Rechtsprechung genügt.
Die angefochtene Verfügung (Urk. 2
/1
) ist folglich aufzuheben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu erneutem Ent
scheid über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.