Decision ID: 0b2a57e3-a1bd-4a3a-9d76-b831907f7572
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 19
59
geborene
X._
war
im März 2011 als
Bezüger von Leistungen der Arbeitslosenversicherung
bei der Schweizerischen
Unfall
ver
si
che
rungsanstalt
(Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert (Urk. 10/1).
Am
3.
März 2011
erlitt er beim
Heben eines schweren Gegenstandes be
zie
hungs
weise beim Versuch, diesen aufzufangen, eine Verletzung am rechten Ellenbogen (Urk. 10/1)
.
Gleichentags fand die Erstbehandlung durch
Dr.
med.
Y._
,
Z._
,
statt
(Urk. 10/16)
.
Am 1
1.
März 2011 erfolgte die Unfallmeldung an die Suva, in welcher als Verletzung eine Zerrung am rechten Ellbogen aufgeführt wurde (Urk. 10/1).
Am 2
4.
Juni 2011 teilte der Versicherte
der Suva
mit, seine gesundheitliche Situa
tion habe sich verschlechtert und er
müsse
erneut einen Arzt aufsuchen (Urk. 10/7
, Urk. 1 S. 3
Rz
8
).
Daraufhin folgten weitere Arztkonsultationen und medizinische Behandlungen.
Unter anderem
wurde der Versicherte am 2
4.
November 2011 operiert (Urk. 10/36).
Mit Mitteilung vom 2
9.
November 2011 (Urk. 10/39) sowie m
it Verfügung vom
3.
Mai 2012 (Urk. 10/60)
schloss die Suva den Fall per 2
4.
November 2011 ab, stellte die bisher durch sie erbrachten Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) auf diesen Zeitpunkt hin ein und verneinte den Anspruch auf wei
tere Versicherungsleistungen
.
Dies mit der Begründung, dass die heutigen Be
schwerden nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur seien.
Dagegen erhob
der Versicherte am 2
1.
Mai 2012 Ein
sprache
(Urk. 10/62)
. Die
Suva
teilte dem Versicherten am 1
6.
August 2012 mit, dass sie nun zur Ansicht gelangt sei, dass der rechtliche Unfallbegriff gar nie erfüllt gewesen sei, und bot ihm Gelegenheit, hierzu Stellung zu nehmen (Urk. 10/66). Der Ver
sicherte nahm mit Eingabe vom 3
1.
August 2012 Stellung, wobei er an seiner Einsprache festhielt (Urk. 10/67). Mit
Einspracheentscheid
vom 4. September 2012
wies
die Suva
die Einsprache ab
(Urk. 10/68 = Urk. 2)
.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
4. September 2012
liess der Versicherte am
4. Oktober 2012
Beschwerde erheben
(Urk. 1)
und beantragen, der
Einsprache
entscheid
sei aufzuheben und
die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
ihm
für die Zeit ab 2
4.
November 2011 die Versicherungsleistungen
gemäss
Bundes
gesetz über die Unfallversicherung (UVG)
zu erbringen, insbesondere die K
osten für die Behandlung ab 24.
November 2011 sowie Taggeldleistungen für die Zeit der anschliessenden Arbeitsunfähigkeit zu übernehmen (S. 2
Ziff.
1)
. Eventuali
ter sei
ein Kausalitätsgutachten einzuholen (S. 2
Ziff.
2).
Mit Beschwerdeantwort
vom 2
1.
Dezember 201
2
(
Urk.
8
)
sowie unter Beilage einer chirurgischen Beur
teilung vom 1
7.
Dezember 2012 (Urk. 9)
beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde.
Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren Anträgen fest (Replik vom
28. Januar 2013
,
Urk.
1
2
; Dup
lik vom
6.
Februar 2013
,
Urk.
1
5
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1).
1.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gen
de Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).
1.3
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das
Be
griffsmerkmal
der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begrün
den keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 2000 Nr. U 368 S.
100 E.
2d mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S.
176
f.) bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer
Körperbewe
gung
gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordi
nierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor - Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt - ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1; RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E.
4.1, Nr. U 510 S. 275, Nr. U 523 S. 541 E. 3.1).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natür
li
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
lei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000
Nr.
U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich
hiebei
um eine
anspruchs
aufhebende
Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammen
hang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversi
cherer
(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S.
76).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich auf den
Standpunkt, das Ereignis vom 3.
März 2011 stelle keinen Unfall im Sinne des ATSG dar. Insbesondere fehle es an einem ungewöhnlichen äusseren Faktor (Urk. 2 S. 3 f., Urk. 8 S. 4 f.).
Selbst wenn der Unfallbegriff erfüllt wäre, sei d
ie Leistungseinstellung per 24.
November 2011 zu Recht erfolgt, da spätestens zu diesem Zeitpunkt der
status
quo sine
vel
ante erreicht gewesen sei
und ausschliesslich Beschwerden krankhafter Natur vorgelegen hätten (Urk. 2 S.
4 f.,
Urk. 8 S. 5 und 8)
.
Dies ergebe sich aus den uneingeschränkt beweistauglichen Einschätzungen des Kreisarztes
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Chirurgie
, und von
Dr.
B._
, Arzt für Chirurgie
(
Urk. 2 S. 4 unten,
Urk. 8 S.
4
ff.).
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen,
die abrupte und nicht geplante Bewe
gung beim Versuch, die
dem Arbeitskollegen entglittene Stange alleine zu halten
, was zu einer Hebelwirkung geführt habe, habe die Schmerzen sowie die nachträglich festgestellte Verletzung verursacht. Dieser Vorgang sei vom Nor
malmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper stark abge
wichen. Im normalen Bewegungsablauf des Tragens der Aluminiumstange sei es zu einer Programmwidrigkeit gekommen. Der Vorfall habe sich unter besonders sinnfälligen Umständen ereignet, weshalb von einem ungewöhnlichen äusseren Faktor im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auszugehen und der Unfallbegriff zu bejahen sei (Urk. 1 S. 7 f.).
Zudem bestehe ein Kausalzusam
menhang zwischen dem Ereign
is vom 3.
März 2011 und den im Sommer 2011 aufgetretenen Beschwerden, welche zur Operation vom 2
4.
November
2011
ge
führt
hätt
en
(Urk. 1 S. 8 f.).
Dabei sei es ausreichend, wenn der Unfall eine
Teil
ursache
dar
stelle (Urk. 1 S. 9, Urk. 12 S.
4).
Dass der
status
quo sine
vel
ante spätestens zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung erreicht gewesen sei, sei nicht ausgewiesen. Auf die kreisärztliche Beurteilung vom
9.
November 2011 könne nicht abgestellt werden, da diese nicht nachvollziehbar begründet und nicht ersichtlich sei, auf welcher Grundlage sie erfolgt
s
e
i
(Urk. 12 S. 3). Auch
au
s der chirurgischen Beurteilung
von Dr.
B._
vom
17.
Dezember 2012 könne nicht abgeleitet
w
erden, dass das Ereignis vom 3.
März 2011 nicht zumindest mitverantwortlich
sei für die Operation vom 24.
November 2011 (Urk. 12 S. 4).
3.
3.1
In der Schadenmeldung UVG vom 1
0.
März 2011 wurde angegeben, der Be
schwerdeführer habe sich beim Heben eines schweren Gegenstandes bezie
hungsweise beim Versuch, diesen aufzufangen, als jener aus der Hand geglitten sei, am Arm verletzt. Unter „beteiligte Personen“ wurde eine weitere männliche Person aufgeführt (Urk. 10/1). Im Bericht des
Z._
vom
9.
August 2011 steht, der Beschwerdeführer habe beim Heben einer circa 20 kg schweren Platte heftige Schmerzen in der Ellenbeuge rechts verspürt (Urk. 10/16). Dem Bericht des Spitals
C._
vom 8. September 2011 ist der Hinweis auf eine
Retraumatisierung
des rechten Ellbogens mit grossem Gewicht im März 2011 zu entnehmen (Urk. 10/20 S. 1). Gemäss dem Bericht der Klinik
D._
vom
7.
Juli 2011 hatte der Beschwerdeführer
Dr.
E._
in der Sprech
stun
de vom
1.
Juli 2011 angegeben, eine schwere Platte von etwa 20 Kilo
gramm gehoben zu haben und dabei einen heftigen Schmerz in der Ellenbeuge rechts verspürt zu haben (Urk. 10/21). Am
7.
Februar 2012 wurde der Be
schwerdefüh
rer selber zum Geschehen befragt. Er führte aus, er habe zusammen mit einem Arbeitskollegen eine vier Meter lange und etwa 25 kg schwere
Alu
minium
stange
vom Boden auf ein etwa 1,5 Meter hohes Regal heben wollen. Beim Hochheben sei dem Arbeitskollegen die Stange aus der Hand geglitten, wodurch er (der Beschwerdeführer) in der Folge die Stange auf einer Seite zu halten versucht habe, wobei infolge der Hebelwirkung eine hohe
Gewichtsbe
lastung
erfolgt sei (Urk. 10/45 S. 2).
3.2
Insgesamt ergibt sich unter Berücksichtigung aller in den Akten befindlichen Aussagen bezüglich Form und Länge des Gegenstandes kein einheitliches Bild. Angesichts des Umstandes, dass die Unfallmeldung und damit die erste Aussage sehr offen formuliert ist und insbesondere keine näheren Angaben zur Be
schaffenheit des Gegenstandes enthält, ist es nicht ausgeschlossen, dass sich das Ereignis so zugetragen hat, wie der Beschwerdeführer dies am
7.
Februar 2012 schilderte. Um was für einen Gegenstand es sich im Detail handelte, ist zudem nicht von entscheidender Bedeutung. Entscheidend ist, dass es sich, wie allen Schilderungen entnommen werden kann, um einen schweren Gegenstand ge
han
delt hat. Gemäss der Unfallmeldung kam es beim Hebevorgang zudem zu einem Entgleiten des Gegenstandes. Auch davon ist auszugehen, denn keine der auf die Unfallmeldung folgenden Ergänzungen zum Ereignisablauf enthält abweichende Angaben. Schliesslich ist auch davon auszugehen, dass ein Ar
beitskollege am Vorfall beteiligt war. Von einer am Hebevorgang beteiligten
zweiten Person ist ebenfalls bereits in der Unfallmeldung die Rede. Es handelte sich somit um einen gemeinsam geplanten Hebevorgang.
3.3
Da der Gegenstand dem Arbeitskollegen entglitten war, woraufhin der Be
schwer
deführer ihn aufzufangen versuchte, ist auch das Erfordernis der mecha
nischen Einwirkung eines äusseren Faktors erfüllt (vgl. Urteil des Bundesge
richts U 421/01 vom 1
5.
Januar 2003, E. 2 f.).
Mit dem Entgleiten lag ein in der Aussenwelt begründeter Umstand vor, der den natürlichen Ablauf des
Hebevor
gangs
"programmwidrig" beeinflusste und zu einer unkoordinierten, abrupten und nicht geplanten Bewegung des Beschwerdeführers beim Heben des Gegen
standes führte. Ähnlich gelagert war der Sachverhalt, der dem Urteil des Bun
desgerichts U 9/04 vom 1
5.
Oktober 2004 zugrunde lag: Eine Krankenschwester wollte zusammen mit einer Kollegin eine Patientin vom Bett auf einen Stuhl verlagern, wobei die Kollegin ins Leere griff und unvermittelt das gesamte Gewicht der Patientin auf der Versicherten lastete. Das Bundesgericht bejahte den Unfallbegriff, da es sich beim Umlagern um einen Vorgang handelte, der zu zweit ausgeführt wurde und es für die Versicherte unerwartet kam, dass sie plötzlich das ganze Gewicht der Patientin zu halten hatte (E. 5; vgl. dazu auch
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversiche
rungsrecht
, Bundesgesetz über die Unf
allversicherung, 4.
Auflage, Zürich/Ba
sel/Genf 2012, S.
42). Gleich verhielt es sich beim Beschwerdeführer, als seinem Kollegen, mit welchem er den schweren Gegenstand umlagern wollte, dieser Gegenstand entglitt, was zu einer Programmwidrigkeit im gesamten Bewe
gungsablauf führte. Damit ist das Kriterium der Ungewöhnlichkeit erfüllt, wes
wegen das Ereignis vom
3.
März 2011 als Unfall zu qualifizieren ist.
4
.
4
.1
Noch am Unfalltag hatte sich der Beschwerdeführer
bei
Dr.
med.
Y._
vom
Z._
in ärztliche Behandlung begeben
.
Dr.
Y._
diagnostiziert
e
Schmerzen unklarer Ätiologie in der Ellenbeuge rechts bei einem Status nach Re-Fixation der distalen
Bicepssehne
rechts im
Jahr
200
3.
Als Dif
ferentialdiagnose
nannte er
eine partielle Sehnenruptur (Bericht des
Z._
vom
9.
August 2011, Urk. 10/16).
Dr.
Y._
attestierte
dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 1
3.
März 2011 und verschrieb ihm nicht
steroidale
Antirheumatika (NSAR
; Urk. 10/16).
4
.2
Am 2
4.
Juni 2011 teilte der Versicherte der Suva mit, seine gesundheitliche Situa
tion habe sich
wieder
verschlechtert und er habe erneut einen Arzt aufsu
chen müssen (Urk. 10/7).
Dr.
med.
E._
, Chefarzt Chirurgie der Klinik
D._
, beschrieb in der Folge im Bericht der Klinik
D._
vom
7.
Juli 2011 eine deutliche
Druckdolenz
über dem Radiusköpfchen. Die distale
Bicepssehne
erschien ihm intakt. Er diagnosti
zierte
Schmerzen unklarer Ätiologie in der Ellenbeuge rechts bei einem Status nach Re-Fixation der distalen
Bicepssehne
rechts im
Jahr
2003 mit gleichzeiti
ger Sanierung einer
Epikondylitis
humer
i
radialis
sowie differentialdiagnostisch
eine
r
partielle
n
Sehnenruptur
(Urk. 10/21).
Dr.
E._
meldete den Versicherten zur MRI-Abklärung in der Klinik
F._
an, da
er
eine Sehnenläsion nicht
ausschliessen konnte
(Urk. 10/21).
Die MRI-Befunde
vom 7.
Juli 2011
zeigten eine Verdickung sowie ein erhöhtes Signal am Ansatz der
E
xtensorenmuskulatur
am
Epikondylus
radialis
humeri
.
Dr.
med.
G._
, Spezialarzt für Röntgendiagnostik, Klinik
F._
,
gab an, es liege eine
Epikondylitis
radialis
humeri
mit Partialläsion am Ansatz der Exten
soren / des radialen Ligamentes mit wenig Reizerguss und
fibrovaskulärer
Tendinose
vor (Urk. 10/22).
4
.
3
Am
7.
September 2
0
11 wurde der Versicherte im
Spital
C._
untersucht.
Dr.
med.
H._
, Leitender Arzt Chirurgie,
stellte hernach folgende Diagnose: Verdacht auf
„
Rezidiv
Supinator
-Syndrom und
Epikondylitis
humeri
radialis
rechts
“
bei Status nach einer Operation beider Pathologien vor circa acht Jahren sowie bei
Retraumatisierung
der
Ellbeuge
rechts im März 201
1.
Weiter führte
Dr.
H._
aus, der Versicherte habe angegeben, nach der dama
ligen Operation beschwerdefrei gewesen zu sein.
Nach einer
Retraumati
sierung
des rechten Ellbogens
mit grossem Gewicht im März 2011 klage der Versicherte
nun
über die
genau gleichen Symptome wie damals präoperativ (Urk. 10/20/1).
Am
5.
Oktober 2011 hielt
Dr.
H._
fest, durch die MRI-Untersuchung hätten sich die Verdachtsdiagnosen (Rezidiv
des
Supinatorsyndrom
s
rechts und Rezidiv
der
Epikondylitis
humeri
radialis
rechts) bestätigt. Aufgrund des hohen
Leidens
druckes
bei nun auch strukturell nachgewiesenen Diagnosen werde am
3.
November 2011
erneut
eine Operation stattfinden (Urk. 10/30).
4
.
4
Der Kreisarzt der Suva gab am 2
2.
November 2011
gestützt auf die ihm zur Ver
fügung gestellten medizinischen Berichte sowie die Röntgen-CD
an, es sei mög
lich, hingegen weder sicher noch wahrscheinlich, dass die geplante Operation vom
3.
November 2011 infolge des Ereignisses vom
3.
März 2011 notwendig sei. Eine
Richtungsgebung
durch das Ereignis vom
3.
März 2011 könne er nicht erkennen (Urk. 10/33).
Nachdem der Beschwerdeführer am 24.
November 2011 operiert
worden war
(Urk. 10/36)
, gab der Kreisarzt am 15.
Dezember 2011 an, es sei unwahrscheinlich, dass noch Unfallfolgen vorliegen würden. Dies
gelte
seit sechs bis acht Wochen nach dem Trauma (Urk. 10/37).
Am
3.
April 2012 gab der Kreisarzt
Dr.
A._
eine ärztliche Beurteilung ab.
Dabei stützte er sich auf die vorhandenen medizinischen Akten (Urk. 10/57 S. 1
-2
).
Er verneinte das Vorliegen eines Kausalzusammenhangs zwischen dem Ereignis vom
3.
März 2011 und der
Epikondylitis
humeri
radialis
sowie des
Supinator
-Logen-Syndroms. Es habe weder ein direktes Trauma am lateralen
Epikondylus
noch eine Traumatisierung der
Supinator
-Loge stattgefunden. Wäre dies der Fall gewesen, wäre zwingend umgehend eine Behandlung notwendig gewesen. Der Beschwerdeführer sei zwar am Unfalltag einmal am
Z._
vorstellig geworden, dort sei ihm jedoch lediglich ein NS
A
R verordnet worden. Dann habe er sich erst Monate später wieder in ärztliche Behandlung begeben (Urk. 10/57 S. 2).
Des Weiteren führte
Dr.
A._
aus, die MRI-Befunde vom 7.
Juli 2011 hätten die typischen Verhältnisse bei
Epikondy
litis
humeri
radialis
gezeigt. Unfallbedingte Verletzungen seien keine zu sehen gewesen. Bei der Operation vom 2
4.
November 2011 sei bei
Epikondylitis
humeri
radialis
operiert und
es sei
eine Dekompression des
Nervus
radialis
in der
Supinator
-Loge
durchgeführt worden
, wofür die Suva nicht
leistungspflich
tig
sei
, da es sich hierbei um anlagebedingte Beschwerden handle
(Urk. 10/57 S.
2-3
).
4
.
5
Am 1
7.
Dezember 2012 beantwortete
Dr.
B._
die ihm von der Suva gestellten Fragen (Urk. 9). Dabei berücksichtigte er die medizinischen Akten und die
Mag
netresonanz
tomogramme
des rechten Ellenbogengelenks (Urk. 9 S. 2-4).
Er gab an, der bildgebende Befund, für welchen
Dr.
G._
den Begriff der
Partial
läsion
am Ansatz der Extensoren verwendet habe, sei typisch für eine
Epikon
dylitis
radialis
humeri
und dementsprechend habe
Dr.
G._
in seiner Beur
teilung vom
8.
Juli 2011 diese Diagnose explizit gestellt
. Des Weiteren habe er
eine
Tendinose
diagnostizier
t.
E
ine
Tendinose
stelle eine Läsion einer Sehne dar und habe
ebenfalls
eine Ursache
degenerativer
Art.
Auch der Operationsbe
richt von
Dr.
H._
gebe klar
Auskunft darüber, dass es sich bei den Pathologien am Ellenbogengelenk des Beschwerdeführers um degenerative Veränderungen handle. Jegliche Hinweise auf Rupturen von Sehnen oder anderen Strukturen dieser Körperregion würden fehlen (Urk. 9 S. 6).
Unter Berücksichtigung der Vorgeschichte mit einer operativen Behandlung einer
Epikondylitis
radialis
hu
meri
im Jahr 2003 und in Kenntnis der am 2
4.
November 2011 durchgeführten Operation sei die in den
Tomogrammen
dargestellte Läsion eindeutig auf eine Erkrankung und Degeneration zurückzuführen (Urk. 9 S. 7).
5
.
5.1
Zur Beantwortung der Frage nach der
natürlichen
Kausal
ität zwischen dem Unfall vom 3.
März 2011 und den am 2
4.
November 2011 noch vorhandenen
Be
schwerden stützte sich die
S
uva
auf die
Beurteilung de
s Kreisarztes
Dr.
A._
vom 3.
April 2012
.
Bei d
ies
er Beurteilung fanden die vorhandenen medizinischen Akten B
erück
sich
tigung (Urk. 10/57 S. 1-2
).
E
in Aktengutachten
war
in diesem Fall
zulässig,
da die Befunde bereits vollständig erhoben waren
und es im Wesentlichen nur
noch
um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts
ging (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts U 66/05 vom 1
7.
August 2005, E. 5).
Gemäss den Angaben von
Dr.
A._
zeigten
die MRI-Befunde vom
7.
Juli 2011 die typischen Verhältnisse bei
Epikondylitis
humeri
radialis
.
Unfall
bedingte
Verletzungen seien keine zu sehen gewesen. Bei der Operation vom 2
4.
November 2011 sei
die
Epikondylitis
humeri
radialis
operiert worden und eine Dekompression des
Nervus
radialis
in der
Supinator
-Loge erfolgt,
wobei es sich
um
die Behebung
anlagebedingte
r
Beschwerden
gehandelt habe
(Urk. 10/57 S. 2
-3
).
Auch die Beurteilung von
Dr.
B._
vo
m 1
7.
Dezember 2012
erfolgte
unter Be
rücksichtigung der
medizinischen Akten und
der
Magnetresonanz
tomogramme
des rechten Ellenbogengelenks (Urk. 9 S. 2-4). Er
gelangte gestützt auf die erho
benen Befunde und auf die Vorgeschichte in überzeugender Weise zum Schluss, dass
die in den
Tomogrammen
dargestellte Läsion eindeutig auf eine Erkran
kung und Degeneration zurückzuführen
sei
(Urk. 9 S. 7).
5.2
Der Beschwerdeführer wandte gegen die Beurteilung von
Dr.
B._
ein, es sei widersprüchlich
, dass er sage, Veränderungen im
Zusammenhang mit natür
lichen Prozessen wie dem Altern würden nicht als Läsionen bezeichnet, dann aber behaupte, bei den Pathologien am Ellbogengelenk des Beschwerdeführers handle es sich um degenerative Veränderungen, was gleichbedeutend sei mit alterungsbedingten Veränderungen (Urk. 12 S. 4).
Der vermeintliche Wider
spruch entsteht jedoch nur dadurch, dass vom Beschwerdeführer beziehungs
weise von dessen Rechtsvertreterin degenerativ mit alterungsbedingt gleich
gesetzt wird.
Der Bericht von
Dr.
B._
ist hingegen so zu verstehen, dass die normalen alterungsbedingten
, also die altersgemässen,
Veränderungen nicht als Läsionen zu bezeichnen sind, durch Verschleiss bedingte pathologische Verän
derungen
wie beim Beschwerdeführer vorliegend
jedoch durchaus (vgl. Urk. 9 S. 5).
5.3
Somit wurde von Fachärzten nachvollziehbar dargelegt, dass beim Beschwerde
führer
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
degenerativ bedingte Befunde vorlagen.
Diese Beurteilungen stimmen mit der Fachliteratur überein, wonach eine
Epikondylitis
durch ständige Überbelastung und Mikrotrau
men
verursacht wird (Psch
y
rembel
, Klinisches Wörterbuch, 26
3.
Auflage 2012, S
. 601
).
Ist eine
Verletzung wiederholten Mikrotraumata des täglichen Lebens zuzuschreiben, welche zu einer allmählichen Abnützung geführt haben, so ist sie als
Krank
heitsfolge
zu betrachten (BGE 134 V 72 E. 4.3.2.
1.
mit Hinweisen).
Die Schädigungen, welche bei der Leistungseinstellung noch vorhanden waren
und welche zur Operation vom 2
4.
November 2011 führten
, waren damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit degenerativen Ursprungs.
Damit fällt der Unfall vom
3.
März 2011 auch
als Teilursache ausser Betracht und weitere dies
bezügliche Abklärungen erübrigen sich.
Bereits die ersten ärztlichen Beurteilun
g
en (Urk. 10/16, Urk. 10/
21-22
)
belegten keine Unfallläsion
en
beziehungsweise fehlte es bereits damals an Anzeichen für
eine traumatische Verletzung.
Auch die medizinischen Abklärungen im weiteren Verlauf zeigten ausschliesslich degenerativ bedingte Pathologien.
5.4
Aus all diesen Erwägungen ergibt sich, dass
die am 2
4.
November 2011 noch vorhandenen Beeinträchtigungen
am rechten Arm
des Beschwerdeführers mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht
auch nicht teilweise
auf das
Unfall
ereignis
vom
3.
März 2011 zurückz
uführen sind.
Infolgedessen sind
die Ein
stellung der Versicherungsleistungen per 2
4.
November 2011 und die
Vernei
nung
des Anspruchs auf weitere Versicherungsleistungen durch die Suva nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.