Decision ID: ce2ac060-8633-4677-865a-9f8f8a2c3662
Year: 2014
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_001
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
würden keineswegs auf analogen Sachverhalten basieren. Es sei der
Einzelfall zu beurteilen und die gesamten äusseren Umstände würden in
ihrem Fall eindeutig zeigen, dass sich ihr Wohnsitz und ihr
Lebensmittelpunkt in O.1._ befänden.
7. Die Gemeinde O.1._ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) beantragte
in ihrer Vernehmlassung vom 14. Oktober 2013 die Abweisung der
Beschwerde. Der Ausgangspunkt zum täglichen Leben – nämlich der
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Arbeitsaufnahme – befinde sich bei den Beschwerdeführern seit Jahren in
O.2._. Die Beschwerdeführer würden zwar eine gewisse Bindung zu
O.1._ bzw. zur Gemeinde O.3._ darlegen. Eine besondere
Beziehung zu O.1._ wie etwa die Teilnahme am Vereins- oder
politischen Leben oder der Einkauf in Dorfläden sowie Besuche von
Restaurants würden nicht behauptet und seien auch nicht bekannt. Weiter
hätten die Beschwerdeführer ihr Wohneigentum in O.1._ aufgegeben
und eine Mietwohnung bezogen. Diese Umstände würden dazu führen,
dass sich der Lebensmittelpunkt bzw. der zivilrechtliche Wohnsitz der
Beschwerdeführer nicht in O.1._ befinde, weshalb diese die Kriterien
zur Hinterlegung der Heimatscheine bei ihr nicht erfüllen würden. Sie
habe demzufolge zu Recht verlangt, dass sich die Beschwerdeführer als
Niedergelassene bei ihr abmelden und die hinterlegten Heimatscheine
abholen würden.
8. Am 19. Oktober 2013 reichten die Beschwerdeführer ihre Replik ein und
führten aus, die Beschwerdegegnerin würde in ihrer Vernehmlassung
vom 14. Oktober 2013 die absolut gegenteilige Meinung vertreten, als sie
dies in ihrer Feststellungsverfügung vom 30. Dezember 2011 getan habe.
Es sei nicht auszumachen, warum die Beschwerdegegnerin ihre Meinung
plötzlich um 100 % geändert habe.
9. Die beigeladene Gemeinde O.2._ (nachfolgend Beigeladene) reichte
am 24. September 2014 ihre Stellungnahme ein und beantragte, es sei
festzustellen, dass der steuerrechtliche Wohnsitz mit dem zivilrechtlichen
Wohnsitz übereinstimme. Sie argumentierte, die Beschwerdeführer hätten
ihre Eigentumswohnung in O.1._ gemäss Kaufvertrag vom 18. Juli
2011 verkauft und stattdessen eine Mietwohnung bezogen, was auf ein
blosses Verbringen der Wochenenden in O.1._ hinweise.
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Demgegenüber befänden sich die Arbeitsstellen der Beschwerdeführer im
Kanton Aargau ebenso wie deren steuerrechtlicher Wohnsitz.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und
Verfügungen sowie die im Recht liegenden Beweismittel wird, soweit
rechtserheblich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist die
Feststellungsverfügung der Beschwerdegegnerin vom 2. August 2013,
wonach der steuerrechtliche Wohnsitz mit dem zivilrechtlichen Wohnsitz
übereinstimmen soll. Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
ist aufgrund von Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) zur Beurteilung der
vorliegenden Beschwerde sachlich und örtlich zuständig. Als Adressaten
der angefochtenen Verfügung sind die Beschwerdeführer gemäss Art. 50
VRG zweifelsohne zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und
fristgerecht eingereichte Beschwerde vom 30. August 2013 ist folglich
einzutreten.
2. a) Strittig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu
Recht festgestellt hat, der steuerrechtliche Wohnsitz stimme mit dem
zivilrechtlichen Wohnsitz der Beschwerdeführer überein und die
Beschwerdeführer dementsprechend zu Recht zur Abmeldung in der
Gemeinde und zur Abholung der Heimatscheine aufgefordert hat.
b) Gemäss der in Art. 24 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) garantierten Niederlassungsfreiheit hat
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jeder Schweizer Bürger das Recht, sich an jedem Ort der Schweiz im
Sinne der Wohnsitznahme niederzulassen, wobei auch der bloss
vorübergehende Aufenthalt gewährleistet ist. Gemäss Art. 3 lit. a des
Bundesgesetzes über die Harmonisierung der Einwohnerregister und
anderer amtlicher Personenregister (RHG; SR 431.02) und Art. 3 lit. a des
kantonalen Gesetzes über die Einwohnerregister (ERG; BR. 171.200) ist
die Niederlassungsgemeinde die Gemeinde, in der sich eine Person in
der Absicht dauernden Verbleibens aufhält, um dort den Mittelpunkt ihres
Lebens zu begründen, welcher für Dritte erkennbar sein muss. Gemäss
Art. 12 ERG befindet sich der Wohnsitz in der Niederlassungsgemeinde
(Hauptwohnsitz, Niederlassung), wobei eine Person neben der
Niederlassungsgemeinde eine oder mehrere Aufenthaltsgemeinden
haben kann (Nebenwohnsitz, Aufenthalt). Wer sich in einer Gemeinde
zwecks Niederlassung anmeldet, hat sich bei der Gemeinde anzumelden
(Art. 13 Abs. 1 ERG) und den Heimatschein zu hinterlegen (Art. 17 Abs. 1
ERG). Wer aus einer Gemeinde wegzieht, hat sich bei der betreffenden
Gemeinde abzumelden (Art. 13 Abs. 3 ERG) und Anspruch auf Erstattung
der hinterlegten Schriften (Art. 17 Abs. 3 ERG). Die Beschwerdegegnerin
hat durch die Verpflichtung der Beschwerdeführer ihre Heimatscheine
abzuholen und sich abzumelden Art. 45 BV dann verletzt, wenn die
Beschwerdeführer sich mit der Absicht dauernden Verbleibens in
O.1._ aufhalten und nicht bereits in O.2._ Wohnsitz begründet
haben. Da sich der verwaltungsrechtliche Wohnsitzbegriff (Niederlassung)
mit dem zivilrechtlichen Begriff des Wohnsitzes deckt (vgl. PVG 1989
Nr. 3 E.1), ist im Folgenden also zu prüfen, wo sich der zivilrechtliche
Wohnsitz der Beschwerdeführer befindet.
3. a) In formeller Hinsicht ist zunächst festzuhalten, dass hinsichtlich des
steuerrechtlichen Wohnsitzes bereits ein rechtskräftiger Entscheid des
Steuerrekursgerichts des Kantons Aargau vom 25. März 2010 existiert.
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Gemäss diesem Entscheid befindet sich der steuerrechtliche Wohnsitz
der Beschwerdeführer in O.2._. Diesen Entscheid haben die
Beschwerdeführer akzeptiert und damit anerkannt, dass sie mit der
Absicht dauernden Verbleibens in O.2._ wohnen und dort ihren
Lebensmittelpunkt haben.
b) Bei der Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes wird grundsätzlich
auf die Begriffsmerkmale des zivilrechtlichen Wohnsitzes abgestellt.
Somit fällt der steuerrechtliche Wohnsitz i.d.R. mit dem zivilrechtlichen
zusammen, wobei davon in besonderen Fällen abgewichen werden kann
(vgl. BAUER-BALMELLI/NYFFENEGGER, in: ZWEIFEL/ATHANAS (Hrsg.),
Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, StHG, 2. Aufl., Basel
2002, Art. 3 Rz. 4 f.). Im vorliegenden Fall liegt keine solche Ausnahme
vor und der steuerrechtliche Wohnsitz deckt sich mit dem zivilrechtlichen
– welche beide auf den Lebensmittelpunkt der Beschwerdeführer
abstellen – weshalb sich die angefochtene Verfügung auch in materieller
Hinsicht als korrekt erweist, wie nachfolgend zu zeigen ist.
4. Der zivilrechtliche Wohnsitz befindet sich gemäss Art. 23 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) in der Regel an dem
Ort, an dem sich die betreffende Person mit der Absicht dauernden
Verbleibens aufhält (Abs. 1), wobei niemand an mehreren Orten
gleichzeitig seinen Wohnsitz haben kann (Abs. 2). Gemäss Art. 24 Abs. 1
ZGB bleibt der einmal begründete Wohnsitz einer Person bis zum Erwerb
eines neuen Wohnsitzes bestehen. Ist ein früher begründeter Wohnsitz
nicht nachweisbar oder ist ein im Ausland begründeter Wohnsitz
aufgeben und in der Schweiz kein neuer begründet worden, so gilt der
Aufenthalt als Wohnsitz (Art. 24 Abs. 2 ZGB). Der Aufenthalt bildet das
erste Wohnsitzbegriffselement gemäss Art. 23 ZGB. Aufenthalt im
Rechtssinne ist gegeben, wenn eine Person am betreffenden Ort
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bewohnbare Räume benutzt (vgl. BGE 96 I 145 E.4c; RIEMER,
Personenrecht des ZGB, Studienbuch und Bundesgerichtspraxis, 2. Aufl.,
Bern 2002, § 10 Rz. 183). Mit dem zweiten Begriffselement des
Wohnsitzes – der Absicht des dauernden Verbleibens – sollen bloss
vorübergehende Aufenthaltsorte (wie z.B. der Ferienort) als Wohnsitz
ausgeschlossen werden. "Dauernd" bedeutet in diesem Zusammenhang
"bis auf weiteres" und nicht "für immer" oder "lebenslänglich". Die Absicht,
einen Ort später wieder zu verlassen, schliesst die Wohnsitzbegründung
nicht aus (vgl. BRÜCKNER, Das Personenrecht des ZGB, Zürich 2000,
Rz. 328). Eine Person hat dort ihren Wohnsitz, wo sich faktisch der
Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen befindet. Dieser Mittelpunkt bestimmt
sich nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände, aus denen
sich diese Interessen erkennen lassen und nicht nach den bloss erklärten
Wünschen der Person. Der Wohnsitz – sei es der zivilrechtliche oder der
steuerrechtliche – ist nicht frei wählbar. Eine bloss affektive Bevorzugung
des einen oder anderen Ortes fällt nicht ins Gewicht (vgl. BGE 132 I 29
E.4.1, 125 I 54 E.2, 123 I 289 E.2a und b). Bei der Bestimmung des
Wohnsitzes ist u.a. der regelmässige Gebrauch von Räumlichkeiten zur
Verbringung des Privatlebens entscheidend. Weiter kann die Hinterlegung
der Ausweisschriften, die Bezahlung der Steuern und die Ausübung der
politischen Rechte als Indiz bei der Prüfung der Frage, wo eine Person
ihren Lebensmittelpunkt hat, neben anderen Umständen in Betracht
gezogen werden. Hält sich eine Person abwechslungsweise an mehreren
Orten auf, ist darauf abzustellen, zu welchem Ort sie gesamthaft die
stärkeren, engeren, intensiveren und überwiegenderen Beziehungen
pflegt und unterhält (vgl. BGE 132 I 29 E.4.2, 125 I 54 E.2a, 123 I 289
E.2b; PVG 1999 Nr. 33, 1996 Nr. 2, 1993 Nr. 54, 1991 Nr. 57, 1990
Nr. 4). Bei Personen mit Familie gilt als Lebensmittelpunkt i.d.R. der
Aufenthaltsort der Familie (Ehepartner mit oder ohne Kinder) und nicht
der Arbeitsort, sofern diese nicht in einer leitenden Stellung tätig sind. Bei
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Personen ohne Familie wird für die Ermittlung des Lebensmittelpunktes
eher auf die beruflichen und gesellschaftlichen Beziehungen abgestellt.
Bei unselbständig erwerbenden Personen ist das gewöhnlich der Ort, wo
sie für längere oder unbestimmte Zeit Aufenthalt nehmen, um von dort
aus der täglichen Arbeit nachzugehen, ist doch der Zweck des
Lebensunterhalts dauernder Natur. Bei Personen ohne intensive Kontakte
zu nahen Familienangehörigen sind kaum Ausnahmen vom
Lebensmittelpunkt am Arbeitsort anzunehmen (vgl. zum Ganzen: BGE
132 I 29 E.4.2, 125 I 54 E.2b und 3a, 123 I 289 E.2a und b, 101 Ia 557
E.4a, 97 II 1 E.3 und 4; Urteil des Bundesgericht vom 20. September
1997, in: Praxis 87 [1998] Nr. 4 E.2c; RIEMER, a.a.O., § 10 Rz. 184 ff.;
BRÜCKNER, a.a.O., Rz. 321 ff.).
5. a) Im Folgenden ist auf die einzelnen objektiven, äusseren Umstände
einzugehen, aus denen sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen der
Beschwerdeführer erkennen lässt.
b) Die Beschwerdeführer führen aus, sie hätten sich im Jahr 2003 bewusst
entschlossen, ihren Lebensmittelpunkt in O.6._ zu setzen und
umzuziehen. Diese Absicht bzw. Willensbekundung ist nicht massgebend,
da der Wohnsitz – wie bereits vorstehend in Erwägung 4 erläutert – nicht
frei wählbar ist und eine bloss affektive Bevorzugung des einen oder
anderen Ortes nicht ins Gewicht fällt (vgl. BGE 132 I 29 E.4.1, 125 I 54
E.2, 123 I 289 E.2a und b).
c) In Bezug auf die Wohnverhältnisse stehen vorliegend theoretisch zwei
mögliche Standorte und Gemeinden als Wohnsitz zur Diskussion, nämlich
O.1._, wo sich die Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben fast
jedes Wochenende und jeweils während ihren Ferien aufhalten und
O.2._, von wo aus die Beschwerdeführer ihrer Arbeit in O.4._
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bzw. O.5._ nachgehen. Mit Kaufvertrag vom 2. September 2005
erwarben die Beschwerdeführer eine 21⁄2-Zimmerwohnung in O.1._
mit einer Grundfläche von rund 80 m2 (vgl. beschwerdeführerische
Beilage [BF-act.] 5). In O.2._ mieteten die Beschwerdeführer mit
Vertrag vom 24. November 2006 eine 42 m2 2-Zimmerwohnung (vgl. BF-
act. 7). Am 5. Juli 2011 schlossen die Beschwerdeführer einen
Mietvertrag für eine 31⁄2-Zimmerwohnung mit einer Grundfläche von rund
100 m2 in O.1._ ab. Als Mietbeginn wurde der 1. September 2011
vereinbart (vgl. BF-act. 6). Gleichzeitig verkauften die Beschwerdeführer
mit Vertrag vom 18. Juli ihre 21⁄2-Zimmerwohnung in O.1._, wobei
vereinbart wurde, dass der wirtschaftliche Antritt mit Nutzen und Lasten,
Rechten und Pflichten durch die Käuferin am 15. August 2011 erfolgen
sollte (vgl. Beilage der Beigeladenen [BL-act.] 1). Die Beschwerdeführer
machen geltend, der Vergleich des Ausbaustandards und der Grösse der
beiden Wohnungen zeige, dass ihr Lebensmittelpunkt in O.1._ liege
(vgl. die Fotoaufnahmen der beiden Wohnungen in BF-act. 27). Aus der
Tatsache allein, dass jemand am Freizeitort über eine grössere
Eigentumswohnung und am Arbeitsort über eine kleinere Mietwohnung
verfügt, kann noch nicht geschlossen werden, dass die Verbindungen
zum Freizeitort stärker sind als zum Arbeitsort. Wesentlich sind vorab die
persönlichen Beziehungen (vgl. Urteil des Bundesgericht vom
20. September 1997, in: Praxis 87 [1998] Nr. 4 E.2d). Dies gilt umso
mehr, wenn ein kinderloses Ehepaar – wie im vorliegenden Fall – am
Arbeitsort über eine ordentliche Wohnung und nicht bloss über eine
Schlafgelegenheit verfügt (vgl. BGE 131 I 145 E.5). Ferner ist in diesem
Zusammenhang zu prüfen, ob sich die Situation mit dem Verkauf der 21⁄2-
Zimmerwohnung und der Miete der 31⁄2-Zimmerwohnung in O.1._
nach dem Urteil des Steuerrekursgerichts des Kantons Aargau vom
25. März 2010 massgeblich verändert hat. Die Vergrösserung der
Wohnfläche um rund 20 m2 erscheint nicht wesentlich, war doch auch
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schon die Eigentumswohnung grösser als die in der Gemeinde O.2._
bewohnte Mietwohnung, was – wie vorher gezeigt – allein nicht
ausschlaggebend ist. Demgegenüber schwächen die Aufgabe von
Wohneigentum und der Bezug einer Mietwohnung die Verbindungen zu
O.1._. Ausserdem erfolgte der wirtschaftliche Antritt für die 21⁄2-
Zimmerwohnung durch die Käuferin bereits am 15. August 2011,
währendem die Beschwerdeführer die Miete ihres neuen Objektes erst
am 1. September 2011 antraten, was ebenfalls eher für den
Lebensmittelpunkt der Beschwerdeführer in O.2._ spricht. Das
Gesamtbild hat sich somit seit dem Urteil des Steuerrekursgerichts des
Kantons Aargau vom 25. März 2010 nicht wesentlich verändert. Die
Wohnverhältnisse der Beschwerdeführer lassen vorliegend zwar
eindeutige Schlussfolgerungen weder in die eine noch in die andere
Richtung zu, sprechen aber insgesamt eher für den Lebensmittelpunkt in
O.2._, da die Beschwerdeführer von dort aus ihrer täglichen Arbeit
nachgehen währendem sie in O.1._ nur ihre Freizeit verbringen.
d) Bei abweichenden Arbeits- und Freizeitorten kommt bei der Bestimmung
des Lebensmittelpunktes den familiären Beziehungen grosses Gewicht
zu. Dabei sind in erster Linie die Beziehungen zu Ehegatten und Kindern
ausschlaggebend. Im vorliegenden Fall sind die Beschwerdeführer
miteinander verheiratet und reisen gemeinsam zwischen Arbeitsort und
Freizeitort hin und zurück. Die Tochter der Beschwerdeführerin wohnt in
der Nähe von O.2._, nämlich in O.7._, was für den
Lebensmittelpunkt der Beschwerdeführerin in O.2._ spricht. Weiter
interessieren bei den familiären Beziehungen auch die Verbindungen zu
den Eltern und Geschwistern, in casu v.a. die Beziehung des
Beschwerdeführers zu seinem Vater. Dieser wohnt in O.8._ nahe
von O.2._, was ebenfalls für den Lebensmittelpunkt des
Beschwerdeführers in O.2._ spricht. Über andere
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Familienangehörige der Beschwerdeführer insbesondere in O.1._
oder andernorts im Kanton Graubünden ist nichts bekannt. Die
Beschwerdeführer führen aus, ihre Beziehungen zur Tochter respektive
zum Vater seien eher locker. Die familiären Beziehungen sprechen zwar
eher für einen Lebensmittelpunkt in O.2._. Es können aber
vorliegend aus diesen Kontakten für die Bestimmung des
Lebensmittelpunktes der Beschwerdeführer keine eindeutigen Schlüsse
gezogen werden. Bei verheirateten Personen, mit gemeinsamem
Wochen- und Freizeitaufenthaltsort überwiegen in aller Regel die
Beziehungen zum Arbeits- bzw. Wochenaufenthaltsort. Ein kinderloses
unselbständig erwerbendes Ehepaar, das während der Woche
gemeinsam am Arbeitsort in einer Wohnung und am Wochenende an
einem anderen Ort in einer eigenen Wohnung lebt, hat seinen Wohnsitz
grundsätzlich am Arbeitsort (vgl. ASA 75 [1988/89], S. 297 ff.). Da die
Beschwerdeführer keine intensiven familiären Beziehungen pflegen und
gemeinsam über eine Wohnung am Arbeits- und am Freizeitort verfügen,
ist vorliegend davon auszugehen, dass die Beziehungen zum Arbeitsort,
wo sie sich unter der Woche aufhalten, überwiegen.
e) Hinsichtlich ihrer Verbindungen zum Arbeitsort führen die
Beschwerdeführer aus, sie hätten beide keine leitende Stellung inne, die
wirtschaftliche oder gesellschaftliche Verpflichtungen am Arbeitsort zur
Folge hätten. Weiter würden sie im Kanton Aargau keine Kontakte
pflegen und gehörten auch keinem Verein an. Wie bereits in Erwägung 4
erläutert, liegt der Lebensmittelpunkt bei Personen, die in der Nähe des
Arbeitsortes eine Wohnung mieten und am Freizeitort keine familiären
Beziehungen pflegen, i.d.R. an dem Ort, wo sie für längere oder
unbestimmte Zeit Aufenthalt nehmen, um von dort aus der täglichen
Arbeit nachzugehen. Aufgrund der täglichen Arbeit und des Verweilens
während der Woche entsteht eine starke Bindung zu diesem Ort. Dies gilt
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umso mehr, als die Beschwerdeführer in einem unbefristeten und lange
bestehenden Arbeitsverhältnis stehen. Ferner ist davon auszugehen,
dass die Beschwerdeführer auch am Arbeitsort Kontakte zu den
Berufskollegen und Nachbarn geknüpft haben, auch wenn diese das
Gegenteil behaupten. In Bezug auf ihr Verhältnis zum Freizeitort machen
die Beschwerdeführer geltend, sie verbrächten in O.1._ ihre
Wochenenden vom Freitagabend bis Montagmorgen sowie den ganzen
Januar und Teile des Februars. Die Aufenthalte der Beschwerdeführer in
O.1._ beschränken sich folglich auf die arbeitsfreie Zeit, welche den
geringeren Zeitraum des Jahres umfasst. Den überwiegenden Teil der
Woche verbringen die Beschwerdeführer in O.2._, wobei es keine
Rolle spielt, ob sie bereits am Sonntagabend oder erst am Montagmorgen
dorthin zurückkehren. Überdies werden die Beschwerdeführer wohl den
Grossteil ihrer alltäglichen Besorgungen in O.2._ erledigen müssen
(vgl. BGE 125 I 54 E.3b; Urteil des Bundesgericht vom 20. September
1997, in: Praxis 87 [1998] Nr. 4 E.2d). Die starken Verbindungen der
Beschwerdeführer zum Wohnort in der Nähe ihrer Arbeitsorte sprechen
vorliegend also für den Lebensmittelpunkt der Beschwerdeführer in
O.2._.
f) Zu ihren persönlichen und gesellschaftlichen Beziehungen in O.1._
führen die Beschwerdeführer aus, der Beschwerdeführer habe bereits als
Kind mit seinen Eltern die Ferien und die Freizeit in O.6._ verbracht,
wodurch er sehr viele persönliche Beziehungen und Kontakte aufgebaut
habe. Die Beschwerdeführer machen geltend, ihr Freundeskreis befände
sich in O.6._ bzw. in der Region (vgl. den Unterschriftenbogen der
persönlichen Freunde in BF-act. 17). Weiter seien sie Mitglieder der
neuapostolischen Kirche in O.9._ (vgl. die Bestätigung von C._
in BF-act. 16). Die Bestätigungen der Bäckerei-Konditorei D._ (vgl.
BF-act. 18) und des Cafés E._ (vgl. BF-act. 19) würden zeigen, dass
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sie sich regelmässig in O.6._ aufhalten und dort am wirtschaftlichen
und gesellschaftlichen Leben teilhaben würden. Es werde vom
Gemeindeschreiber der Beschwerdegegnerin in deren Verfügung vom
30. Dezember 2011 bestätigt, dass sie häufig in O.1._ anzutreffen
seien. Sie seien ausserdem Kunden bei F._ in O.1._, nähmen
an den Abstimmungen teil und seien z.B. an der 1. Augustfeier
anzutreffen. Die Beschwerdeführer können zwar nachweisen, dass sie
sich regelmässig in O.1._ und der Umgebung aufhalten und dass sie
dort auch Freunde und Bekannte gefunden haben. Die Kontakte
beschränken sich allerdings auf Freunde und Bekannte und umfassen
keine engen Familienmitglieder. Die persönlichen Verbindungen und die
Teilnahme am gesellschaftlichen Leben in O.1._ gehen nicht über
Beziehungen hinaus, wie sie an einem Ort gepflegt werden, an dem
regelmässig die Ferien und die Wochenenden verbracht werden. Es
liegen aber keine besonders starken Verbindungen zu O.1._ oder
der Umgebung vor. Die Beschwerdeführer sind nicht in O.1._ oder in
der Umgebung aufgewachsen und zur Schule gegangen. Der
Beschwerdeführer hat gemäss seinen Angaben während seiner Kindheit
"nur" die Wochenenden und Ferien mit seiner Familie in O.3._
verbracht. Auch wenn diese Freundschaften und gesellschaftlichen
Kontakte nicht unbedeutend sind, überwiegen sie auf jeden Fall nicht die
Bindungen der Beschwerdeführer zu O.2._, welche aufgrund der
täglichen Arbeit und des Verweilens während der Woche als intensiver zu
beurteilen sind (vgl. dazu auch BGE 125 I 54 E.3b; Urteil des
Bundesgericht vom 20. September 1997, in: Praxis 87 [1998] Nr. 4 E.2d).
g) Weiter bringen die Beschwerdeführer vor, sie hätten bis heute erfolglos
versucht, ähnliche Arbeitsstellen in der Umgebung von O.6._ zu
finden (vgl. diverse Bewerbungsabsagen in BF-act. 26). Dies belege ihren
Wunsch, auch den Arbeitsort in den Kanton Graubünden zu verlegen.
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Weiter würden sie beabsichtigen, nach der Pensionierung ihren
Lebensabend in O.1._ zu verbringen. Daraus können die
Beschwerdeführer nichts ableiten. Ihre Bemühungen, eine Arbeitsstelle im
Kanton Graubünden zu finden, und ihre Absicht, ihr Pensionsalter im
Kanton Graubünden verbringen zu wollen, sagt nichts aus über den
jetzigen effektiven Lebensmittelpunkt (vgl. dazu auch BGE 125 I 54 E.3b;
Urteil des Bundesgericht vom 20. September 1997, in: Praxis 87 [1998]
Nr. 4 E.2d, Urteil des Bundesgerichts 2C_178/2011 vom 2. November
2011 E.3.4).
h) Die Beschwerdeführer argumentieren ausserdem, ihr Hausarzt befände
sich in O.6._ (vgl. BF-act. 20) und sie hätten sämtliche
Versicherungen wie z.B. die Krankenkasse und Hausratsversicherung im
Kanton Graubünden abgeschlossen (vgl. BF-act 21-23). Auch die
Autokontrollschilder hätten sie in O.9._ eingelöst (vgl. BF-act. 24-25)
und ihre Post werde an die Adresse in O.1._ gesandt. Dem
Argument bezüglich des Hausarztes, welcher sich in O.6._ befinde,
kommt im Hinblick auf den Lebensmittelpunkt grundsätzlich vor allem
dann Bedeutung zu, wenn die Frequenz der Arztbesuche eine gewisse
Dimension aufweist, was vorliegend nicht dargetan wird (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 2C_178/2011 vom 2. November 2011 E.3.4). Ebenso ist
der Umstand, dass O.1._ als Korrespondenzadresse angeben wird,
wenig aussagekräftig, da für viele v.a. amtliche Zusendungen die Adresse
in jener Gemeinde Verwendung findet, in welcher die Betroffenen (bis
anhin) ihre Schriften hinterlegt hatten (vgl. Urteil des Bundesgerichts
2C_178/2011 vom 2. November 2011 E.3.4). Das Gleiche gilt für die
Versicherungsverträge und die Fahrzeugeinlösung. Auch aus diesen
Ausführungen ergibt sich folglich nichts, was eindeutig für einen
Lebensmittelpunkt in O.1._ sprechen würde und die Verbindungen
der Beschwerdeführer zu O.2._ überwiegen würde.
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i) Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführer sowohl
zu O.2._ in der Nähe ihrer Arbeitsorte als auch zu ihrem
Freizeitaufenthaltsort in O.1._ verschiedene Verbindungen haben.
Die Kontakte und Verbindungen zu O.1._ sind nicht unbedeutend
und der vorliegende Fall lässt sich nur nach umfassender Abwägung
sämtlicher Gegebenheiten beurteilen. In Würdigung der Gesamtheit der
Umstände muss davon ausgegangen werden, dass die Verbindungen der
Beschwerdeführer zu O.2._, wo sie beide eine Vollzeitstelle
innehaben, während der Woche wohnen und wo sie sich damit
hauptsächlich aufhalten, intensiver sind als diejenigen zu O.1._, wo
sie einzig die Wochenenden und die Ferien verbringen, keine familiären
Beziehungen und keine besonders enge freundschaftliche Beziehungen
pflegen. Somit liegt der Lebensmittelpunkt der Beschwerdeführer in
O.2._. Die Beschwerdegegnerin hat folglich zu Recht festgestellt,
dass der zivilrechtliche Wohnsitz der Beschwerdeführer mit dem
steuerrechtlichen Wohnsitz übereinstimmt und sich in O.2._ befindet
und diese zu Recht zur Abmeldung in der Gemeinde und zur Abholung
der Heimatscheine aufgefordert. Die vorliegende Beschwerde erweist sich
somit als unbegründet und ist abzuweisen.
6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG den Beschwerdeführern aufzuerlegen. Die
Beschwerdeführer weisen in ihrer Beschwerde allerdings zu Recht darauf
hin, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom
2. August 2013 ihre vorher in der Feststellungsverfügung vom
30. Dezember 2011 und ihren diesbezüglichen Erläuterungen vom
20. Januar 2012 vertretene Ansicht um 100 % geändert hat. Die
Beschwerdegegnerin hat mit den gleichen Fakten für jeweils gegenteilige
Ansichten argumentiert. Diese "Kehrtwende" ist zwar aus
- 18 -
Praktikabilitätsgründen und in finanzieller Hinsicht nachvollziehbar und die
Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung vom 2. August
2013 auch entsprechend begründet. Dennoch soll dieses
widersprüchliche Verhalten der Beschwerdegegnerin vorliegend bei der
Kostenverteilung in dem Sinne berücksichtigt werden, dass den
Beschwerdeführern lediglich eine Staatsgebühr von Fr. 1'000.--
aufzuerlegen ist. Der Beschwerdegegnerin wird gemäss Art. 78 Abs. 2
keine Parteientschädigung zugesprochen, da sie lediglich in ihrem
Wirkungskreis obsiegt.