Decision ID: 8694baab-3dfd-401e-84d8-970a5b427ec8
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) wurde anlässlich eines stationären
Spitalaufenthalts vom 4. bis 21. Juli 2017 eine Takayasu-Arteriitis diagnostiziert
(Austrittsbericht der Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin des Kantonsspitals
St. Gallen [KSSG] vom 31. Juli 2017, IV-act. 52; Sprechstundenbericht PD Dr. med.
B._, Facharzt für Rheumatologie, Klinik für Rheumatologie des KSSG, vom
15. August 2017, IV-act. 9). Der Versicherte meldete sich am 27. November 2017 bei
der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Als Grund nannte er die
diagnostizierte Takayasu-Arteriitis, Schwindel, Schmerzen am ganzen Körper,
Kopfschmerzen, eine Blutgefässkrankheit und eine starke Müdigkeit. Der
Gesundheitsschaden bzw. eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe seit dem 27. Juni
2017 (IV-act. 1). Das am 1. Februar 2015 angetretene Arbeitsverhältnis als Night
Manager und Geschäftsführer bei der N._ AG endete am 31. Oktober 2017 (IV-
act. 1-6; IV-act. 13; Auszug aus dem individuellen Konto [IK], IV-act. 11).
A.a.
Dr. B._ hielt im Sprechstundenbericht vom 2. März 2018 fest, das allgemeine
Befinden und die Schwindelsymptomatik hätten sich innerhalb der letzten Monate
weiter verbessert. Fieber oder weitere Allgemeinsymptome seien nicht aufgetreten. Es
bestünden allerdings weiterhin eine chronische Müdigkeit und Kopfschmerzen, die
möglicherweise mit der Leflunomidtherapie assoziiert seien. Hinsichtlich der Vaskulitis
seien derzeit keine Aktivitätszeichen vorhanden. Die Therapie werde gut vertragen. Die
Genese der beklagten Gelenkbeschwerden sei nicht klar (IV-act. 22). Im Arztbericht
A.b.
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vom 3. Mai 2018 führte er aus, in der MRI-Untersuchung vom November 2017 sei noch
ein residueller Entzündungs-Zustand erkennbar. Die maximale physische Belastbarkeit
und Dauerbelastbarkeit seien aufgrund der Erkrankung weiterhin deutlich reduziert. Im
Hinblick auf die berufliche Reintegration solle insbesondere darauf geachtet werden,
dass keine schweren körperlichen Tätigkeiten ausgeübt würden. Hierbei solle das
Heben von Lasten über 10 kg wegen der Aorten-Beteiligung vermieden werden.
Inwieweit sich die Situation weiter stabilisiere und eine bessere körperliche
Belastbarkeit erreicht werde, könne derzeit noch nicht abschliessend beurteilt werden
(IV-act. 25).
Mit Mitteilung vom 14. Februar 2019 wies die IV-Stelle das Gesuch hinsichtlich
beruflicher Massnahmen ab, da der Versicherte weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig sei
(IV-act. 43).
A.c.
Im Verlaufsbericht vom 30. Januar 2019 führte Dr. B._ aus, es bestünden
weiterhin diffuse Schmerzereignisse im Bereich des Thorax und des Abdomens. Mit
Hilfe mehrerer bildgebender Verfahren (MRI und PET-CT) sei eine weitgehende
Rückbildung der Erkrankungsaktivität nachgewiesen worden, wobei im PET-CT-Befund
vom Januar 2019 weiterhin eine Aktivität im Bereich der Aorta darstellbar sei.
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit könne derzeit noch keine abschliessende Beurteilung
abgegeben werden, da sich die Erkrankung weiterhin im Heilungsprozess befinde (IV-
act. 38). Im Sprechstundenbericht vom 5. Juni 2019 hielt er fest, der Versicherte
berichte über paravertebrale Beschwerden zunehmender Intensität und Schmerzen in
mehreren Gelenken ohne klassische Entzündungszeichen. Die allgemeine
Leistungsfähigkeit sei nicht wesentlich eingeschränkt, sodass längere Spaziergänge
möglich seien. Es sei anzunehmen, dass die Rückenschmerzen Ausdruck der
Entzündung seien. Daher werde die Beurteilung geändert und eine Umstellung der
Therapie auf Tocilizumab vorgenommen (IV-act. 53).
A.d.
Der Auftrag der IV-Stelle für ein polydisziplinäres Gutachten entfiel auf das
Medizinische Zentrum Römerhof (MZR; Gutachten vom 9. Dezember 2019; Dr. med.
C._, Facharzt für Innere Medizin, Dr. D._, Diplompsychologin Neuropsychologie,
Dr. med. E._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. F._, Facharzt
für Rheumatologie; Dr. med. G._, Facharzt für Innere Medizin spez. Angiologie,
A.e.
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- Verdacht auf koronare Herzkrankheit mit Myokardinfarkt,
- Takayasu-Arteriitis mit Erstdiagnose im Juli 2017, im Verlauf und aktuell keine
sicheren Hinweise mehr für eine Restaktivität (anamnestisch; ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit),
- Diabetes mellitus Typ 2,
- Adipositas
- chronifiziertes nicht näher spezifizierbares weichteilrheumatisches
Beschwerdesyndrom im Sinne einer Fibromyalgie mit tendenziell generalisierender
Tenderpointbildung in der oberen und unteren Körperhälfte und para-panvertebral
sowie
- minimale neuropsychologische Störung mit/bei leichten Einschränkungen der
Aufmerksamkeit und der Impulskontrolle und leichte Einschränkungen beim verbalen
und visuellen Gedächtnis sowie beim Arbeitsgedächtnis (zum Ganzen: IV-act. 77-7 f.,
44, 48, 69, 94).
Die Gutachter kamen zum Schluss, in der angestammten Tätigkeit im Gastrobetrieb mit
Einsatz als Reinigungskraft mit Führungsposition bestehe aufgrund des
weichteilrheumatischen Beschwerdebildes eine bleibende Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit um 20 %, bezogen auf ein volles Pensum, seit 2011. Diese diene dazu,
regelmässig kurze Erholungspausen einzuhalten (IV-act. 77-9, 51). In einer weniger
belastenden, vor allem administrativen Tätigkeit mit Wechsel zwischen sitzenden und
stehenden Arbeitsabläufen und ohne Exposition in kalt-feuchtem Milieu (Fibromyalgie)
bestehe bezogen auf ein volles Pensum eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 77-10,
52).
Dr. med. H._, Fachärztin für Kardiologie; Untersuchungen vom 25./26. September,
11., 15., 23. und 29. Oktober 2019; IV-act. 77). Die Gutachter erhoben im Wesentlichen
folgende Diagnosen:
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A.f. Der RAD-Arzt Dr. J._ nahm am 18. Dezember 2019 Stellung, das Gutachten sei
umfassend und schlüssig. Die medizinischen Schlussfolgerungen seien
versicherungsmedizinisch nachvollziehbar. Die Indikatoren gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung würden eingehend erörtert. Entgegen des
erhobenen Verdachts auf koronare Herzkrankheit mit Myokardinfarkt sei jedoch
festzuhalten, dass alle im Hinblick auf eine mögliche koronare Herzkrankheit
durchgeführten Untersuchungen unauffällige Befunde ergeben hätten. Zwar empfehle
die Kardiologin die Durchführung eines Coro-CTs, um eine koronare Herzkrankheit
definitiv auszuschliessen. Der Versicherte habe jedoch in der Ergometrie 132 W leisten
können, sodass mittelschwere Tätigkeiten möglich seien. Das empfohlene Coro-CT
werde daran nichts ändern und das Untersuchungsergebnis müsse deshalb nicht
abgewartet werden (IV-act. 78).
A.g. Mit Vorbescheid vom 10. Januar 2020 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten
das rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Leistungsbegehrens um Rente.
Gestützt auf die gutachterlich bescheinigte 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 0 % (IV-act. 82). Dagegen
erhob das Sozialamt I._ am 10. Februar 2020 Einwand. Es machte geltend, der
Versicherte sei körperlich stark eingeschränkt, die Schmerzen seien schubförmig und
liessen keinesfalls eine ganztägige Arbeit zu (IV-act. 87-1). Dazu reichte es eine
Stellungnahme von Dr. B._ vom 4. Februar 2020 ein. Darin führte dieser aus, unter
Einsetzung von Leflunomid und Tocilizumab habe im Herbst 2019 eine gewisse
Stabilisierung der Erkrankung erreicht werden können. Leider sei die Kostengutsprache
zur Fortführung der Behandlung mit Tocilizumab im Oktober 2019 ausgelaufen, womit
die Therapie habe beendet werden müssen. In der Folge habe der Versicherte über
eine deutliche Verschlechterung der Allgemeinsymptome, insbesondere der
allgemeinen Leistungsfähigkeit und der Rückenschmerzen, berichtet. Es handle sich
um eine chronische Autoimmunerkrankung, deren Verlauf günstigenfalls unter einer
suffizienten immunsuppressiven Therapie positiv beeinflusst werden könne. Das Ziel
der Behandlung sei die Vermeidung von Folgeschäden an den Gefässen sowie eine
Verbesserung der Lebensqualität und eine Schmerzreduktion. Derzeit sei man von
diesem Therapieziel noch entfernt und es sei aktuell auch nicht davon auszugehen,
dass in den nächsten Monaten eine signifikante Besserung auftreten werde. Der
Entscheid der IV sei nicht nachvollziehbar, da aufgrund der Krankheit zum jetzigen
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Zeitpunkt und auch zukünftig die Erwerbsfähigkeit deutlich eingeschränkt sei (IV-
act. 87-2 f.). Der RAD-Arzt Dr. J._ äusserte sich am 4. März 2020 dahingehend, der
behandelnde Arzt teile keine neuen objektiven Funktionseinschränkungen mit, die
geeignet seien, Zweifel an der Richtigkeit des erstellten Gutachtens zu wecken.
Vielmehr gebe er lediglich die subjektiven Angaben des Versicherten wieder.
Versicherungsmedizinisch ergebe sich aus der vorliegenden medizinischen
Stellungnahme keine Veranlassung, von der gutachterlichen Einschätzung
abzuweichen (IV-act. 88). Mit Verfügung vom 5. März 2020 wies die IV-Stelle das
Rentenbegehren mangels rentenbegründender Erwerbsunfähigkeit ab. Der mit dem
Einwand vorgelegte Bericht von Dr. B._ vermöge das beweistaugliche Gutachten
nicht zu entkräften (IV-act. 89).
B.
B.a. Mit Beschwerde vom 4. Mai 2020 beantragt A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. M. Roos, die Verfügung vom
5. März 2020 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben, die Sache sei
zur Vornahme weiterer Sachverhaltsabklärungen an die IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen und das MZR-Gutachten vom 9. Dezember
2019 sei zu ergänzen. Er macht geltend, das Gutachten sei nicht durchgehend
stringent und unvollständig. Aufgrund der stark auseinanderfallenden Einschätzungen
und Beurteilung der teilweise identischen Diagnosen hätte die Beschwerdegegnerin
weitere Abklärungen vornehmen und insbesondere die Stellungnahme von Dr. B._
der Gutachterstelle mit Ergänzungsfragen unterbreiten müssen. Im Gutachten fehle
eine Auseinandersetzung mit der diagnostizierten Takayasu-Arteriitis gänzlich. Ebenso
seien ihm keine konkreten Aussagen zum Verlauf der Fibromyalgie während der
vorangehenden neun Jahre zu entnehmen. Aufgrund des durchwegs positiven
Resultats der Konsistenzprüfung sei nicht nachvollziehbar, dass sich der
Beschwerdeführer nur subjektiv als arbeitsunfähig betrachte und objektiv keine
Anhaltspukte für eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gegeben sein
sollten. Der rheumatologische Gutachter habe keine körperlichen Leiden feststellen
können und sei davon ausgegangen, dass die Beschwerden psychologisch-
psychiatrischen Ursprungs seien, während die psychiatrische Gutachterin keine
Diagnosen stellen und keine Arbeitsfähigkeitseinschränkung habe attestieren können.
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Die als angepasst anzusehenden Tätigkeiten erforderten eine hohe
Konzentrationsfähigkeit und viel Durchhaltevermögen. Diese fehlten bei ihm
nachweislich. Die Beurteilung der Gutachter zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen sowie
in angepasster Tätigkeit seien deshalb nicht nachvollziehbar. Die neuropsychologische
Gutachterin habe nicht angegeben, ob bzw. inwieweit die von ihr festgestellte
Ermüdbarkeit, Leistungseinbusse und Konzentrationsschwäche die Arbeitsfähigkeit
einschränkten. Die Einschränkung von 0 % bzw. 20 % der Arbeitsfähigkeit sei nicht
stringent zum vom Gutachter empfohlenen stationären Rehabilitationsaufenthalt (act. G
1).
B.b. Mit Beschwerdeantwort vom 2. Juli 2020 beantragt die Beschwerdegegnerin, die
Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung führt sie aus, entgegen den
Ausführungen des Beschwerdeführers habe der rheumatologische Gutachter
nachvollziehbar dargelegt, dass keine sicheren Hinweise mehr für eine Restaktivität der
Takayasu-Arteriitis bestünden und die anfallsbedingten Beschwerden in den letzten
Monaten abgenommen hätten. Ob die beim Beschwerdeführer vorhandenen
Beschwerden unter der Takayasu-Arteriitis oder unter der Fibromyalgie diagnostiziert
würden, sei irrelevant, da letztendlich die funktionellen Auswirkungen der Befunde bzw.
Diagnosen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und damit des Rentenanspruchs
relevant seien. Diese seien vom Gutachter berücksichtigt worden, indem er in der
angestammten Tätigkeit eine 20%ige Reduktion der Arbeitsfähigkeit festgestellt habe.
Dr. B._ bringe keine neuen Tatsachen bzw. Anhaltspunkte vor, welche den
Gutachtern entgangen wären. Aus seinen Ausführungen gehe klar hervor, dass ihm das
polydisziplinäre Gutachten nicht vorgelegen habe, wodurch er sich auch nicht mit
dessen Inhalt habe auseinandersetzen können. Dass die neuropsychologische
Gutachterin keine eigene Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben habe, bewirke keinen
Mangel des Gutachtens. Die Neuropsychologie stelle eine Hilfsdisziplin bei der
gesamtmedizinischen Beurteilung dar und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
obliege grundsätzlich den Fachärzten und nicht den Psychologen (act. G 4).
B.c. Mit Replik vom 1. September 2020 bringt der Beschwerdeführer vor, das
Gutachten gehe nur am Rande auf die diagnostizierte Takayasu-Arteriitis ein, stelle
lediglich auf die eigenen Befunde ab und lasse die Krankengeschichte sowie die
Befunde des behandelnden Arztes völlig ausser Acht. Weitere in den Teilgutachten
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dokumentierte Beschwerden (Thoraxschmerzen, übermässiger Harndrang, Müdigkeit
etc.) hätten keinen Eingang in die Gesamtbeurteilung gefunden. In der Stellungnahme
vom 18. Dezember 2019 setze sich der RAD-Arzt nicht mit den beanstandeten
Mängeln des Gutachtens auseinander. Es bestünden objektive Anhaltspunkte, dass die
medizinischen Gutachter wichtige Beurteilungsgrundlagen nicht berücksichtigt hätten,
was nachzuholen sei. Es sei äusserst unwahrscheinlich, dass er ausschliesslich unter
einer Fibromyalgie leide und dass folglich die Diagnose und Behandlung des
behandelnden Arztes falsch gewesen wären. Da die Beschwerden schubweise
verlaufen würden, sei davon auszugehen, dass er am Tag der Untersuchung kaum
Symptome gehabt habe. Ein erneuter Erfolg der Behandlung mit Tocilizumab sei
ungewiss und könne nicht einfach angenommen werden. Unabhängig von der
tatsächlichen Tagesform sei er als Folge seiner Erkrankung seit Jahren faktisch
arbeitsunfähig. Das Gutachten berücksichtige die Auswirkung der
neuropsychologischen Einschränkungen und der nachweislich vorliegenden schnellen
Ermüdung sowie der Konzentrationsschwächen auf die Arbeitsfähigkeit nicht (act. G 6).
B.d. Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 7. September 2020 auf eine Duplik
(act. G 8).
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die
Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

Considerations:
Erwägungen
1.
Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
1.1.
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Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf
objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem
wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 141 V 289 E. 3.2).
Erforderlich ist zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden objektiviert werden
können und sich auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken (vgl. BGE 143 V 427
E. 6). Für somatisch unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und
gleichgestellte Diagnosen wie Fibromyalgie) und psychische Erkrankungen (wie
namentlich Depressionen und Abhängigkeitserkrankungen) ist der Beweis nach dem
strukturierten Verfahren mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE 145 V 226 E. 6;
BGE 143 V 429 E. 7.2; BGE 141 V 294 f., E. 3.5 f. und S. 298, E. 4.2). Der Beweis für
eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur
dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen
Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild
einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer
Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143 V 427, E. 6 a. E.).
1.2.
Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.3.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen
haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie
umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
1.4.
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2.
Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung bildet das MZR-Gutachten vom
9. Dezember 2019. Strittig ist dessen Beweistauglichkeit. Im Wesentlichen hält der
Beschwerdeführer das Gutachten für mangelhaft und unvollständig, da sich
insbesondere der rheumatologische Gutachter zu wenig mit der vom behandelnden
Rheumatologen gestellten Krankheit auseinandergesetzt und schlussendlich eine
andere Diagnose als dieser gestellt habe. Zudem habe die neuropsychologische
Gutachterin keine Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben, obwohl sie eine erhöhte
Ermüdbarkeit, Leistungseinbusse und Konzentrationsschwäche festgestellt habe.
Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob
die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; Urteil des
Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).
Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle
Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder
anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das
Versicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu
veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den
Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 4. Aufl., Bern/St. Gallen/Zürich 2020, Art. 61 N 107).
1.5.
Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz
nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit
Hinweisen).
1.6.
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Aufgrund dieser Einschränkungen sei es auch nicht nachvollziehbar, weshalb eine
Tätigkeit im Bereich administrativer Aufgaben, welche hohe Anforderungen an die
Konzentrationsfähigkeit stellen würde, als adaptiert erachtet werde.
2.1.
Der Beschwerdeführer gab im Rahmen der Begutachtung an, er leide unter
Schmerzen am Hinterkopf, paracervikal und parathorakal (IV-act. 77-31, 36, 45, 56, 63,
77), sowie an den Schultern bzw. im Bereich der linken Schulter und lumbal (IV-
act. 77-36, 77). Weiter berichtete er über eine verbliebene grosse, vor allem
nachmittags auftretende Müdigkeit, derentwegen er sich jeweils nachmittags für zwei
bis drei Stunden hinlege (IV-act. 77-30 f., 33, 56, 65, 78, 84).
2.1.1.
Der behandelnde Dr. B._ berichtete am 30. Januar und am 1. Februar 2019,
aktuelle bildgebende Befunde (MRI, PET-CT) hätten eine weitgehende Rückbildung der
Erkrankungsaktivität der Takayasu-Arteriitis nachgewiesen, wobei im Bereich der Aorta
weiterhin eine Aktivität bzw. sehr diskrete Restentzündung darstellbar sei. Die
Entzündungsparameter seien mit einer Ausnahme im Oktober 2018 (vgl. dazu Bericht
vom 17. Oktober 2018, IV-act. 35-4 ff.) jeweils normal gewesen. Gemäss Bericht vom
5. Juni 2019 waren keine weiteren Zeichen einer Entzündung (wie Fieber etc.)
aufgetreten (IV-act. 53). Neben den Arteriitis-Befunden im engeren Sinne erwähnte
Dr. B._ weitere vom Beschwerdeführer geschilderte Beschwerden: Im Bericht vom
17. Oktober 2018 ein wechselhaftes Befinden mit regelmässig auftretenden
Gelenkschmerzen, ohne Arthritiszeichen, muskuläre Beschwerden und eine allgemeine
Leistungseinschränkung (IV-act. 35-4 ff.), im Verlaufsbericht vom 10. Dezember 2018
eine intermittierend, schubweise auftretende, lahmlegende Müdigkeit (IV-act. 35-1 ff.),
im Bericht vom 30. Januar 2019 weiterhin diffuse Schmerzereignisse im Bereich des
Thorax und des Abdomens (IV-act. 38) und in demjenigen vom 5. Juni 2019
zunehmende paravertebrale Beschwerden und Schmerzen in mehreren Gelenken (IV-
act. 53). Bezüglich der Rückenschmerzen hielt er fest, diese stünden möglicherweise
doch im Zusammenhang mit der Entzündung und die Therapie werde folglich auf
Tocilizumab (Actamara) umgestellt (IV-act. 48, 53). Der Beschwerdeführer gab im
Rahmen der Begutachtung an, im Verlauf habe er unter ausstrahlenden lumbalen
Rückenschmerzen gelitten, wobei sich seit Beginn der Medikation mit Actamara und
Pregabalin im Juni 2019 die Häufigkeit der zwei bis drei Tage andauernden
Schmerzanfälle deutlich reduziert habe (IV-act. 77-33, 36, entsprechend Teilgutachten
Innere Medizin S. 8 f., und IV-act. 77-45, 79).
2.1.2.
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Der rheumatologische Gutachter erhob als Hauptbefund eine tendenzielle
generalisierende Tenderpointbildung an der oberen und unteren Körperhälfte und pan-
paravertebral mit einem Widespread-Index von 15 (IV-act. 77-47). Der klinische Befund
zeigte sodann eine geringe Schmerzprovokation L4/L5 ohne radikuläre Symptomatik
und bei unauffälligem peripherem Gelenkstatus. Im Röntgenbefund war eine diskret
beginnende Spondylarthrose L4/L5 beidseits ersichtlich (IV-act. 77-47). Gestützt auf
diesen Befund und die Angabe des Beschwerdeführers, es sei bei ihm bereits im Jahr
2011 eine Fibromyalgie diagnostiziert worden, stellte der Gutachter diese Diagnose. Er
hielt fest, als deren Symptome seien unspezifische Arthralgien mit erhöhter
Ermüdbarkeit und subjektiv genereller Leistungseinbusse typisch (vgl. IV-act. 77-47,
49). Hinsichtlich der Takayasu-Arteriitis befand er, es werde eine fehlende respektive
kaum mehr vorhandene Entzündungsaktivität unter entsprechender
immunsuppressiver Behandlung bestätigt, was als positiver Krankheitsverlauf zu
bewerten sei (IV-act. 77-49). Das weichteilrheumatische Beschwerdebild und nicht die
Takayasu-Arteriitis seien für die aktuellen Einschränkungen dominant (IV-act. 77-49).
Seitens der Takayasu-Arteriitis könne aktuell keine Aktivität mehr erfasst werden,
weshalb sie die Arbeitsfähigkeit nicht einschränke. Im Rahmen der Fibromyalgie finde
er keine strukturell fassbare Änderung am Bewegungsapparat, es handle sich um eine
Schmerzverarbeitungs- oder -wahrnehmungsstörung. Aufgrund dieser bestehe eine
erhöhte Ermüdbarkeit und Leistungseinschränkung, weshalb diesem Faktor des
Beschwerdebildes in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen werden
müsse, zumal es sich um eine eher generalisierende Form von Tenderpoints mit einem
Widespread-lndex von 15 handle (IV-act. 77-50). In der bisherigen Tätigkeit als
Reinigungskraft sowie in Führungsposition der Reinigungsequipe bestehe eine
aufgrund erhöhten Pausenbedarfs um 20 % eingeschränkte Arbeitsfähigkeit (IV-
act. 77-51). In einer weniger belastenden, vor allem administrativen Tätigkeit im
Wechsel zwischen Sitzen und Gehen und ohne Exposition in kalt-feuchtem Milieu sei
der Beschwerdeführer (aus rheumatologischer Sicht) zu 100 % arbeitsfähig (IV-
act. 77-52).
2.1.3.
Ob die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden der Takayasu-Arteriitis
oder einer Fibromyalgie zuzuordnen sind, ist nicht relevant. Denn für die
invalidenversicherungsrechtliche Beurteilung massgebend ist nicht die Diagnose,
sondern unter welchen Beschwerden die versicherte Person leidet, ob diese
objektiviert werden können und welche Tätigkeiten der versicherten Person trotz ihrer
gesundheitlichen Einschränkungen noch zumutbar sind (BGE 136 V 281 E. 3.2.1; Urteil
des Bundesgerichts vom 23. November 2020, 9C_524/2020, E. 5.1 mit weiteren
2.1.4.
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Verweisen). Es kann daher nicht als Mangel des Gutachtens angesehen werden, dass
der Gutachter die vom behandelnden Rheumatologen gestellte Diagnose Takayasu-
Arteriitis lediglich als anamnestisch diagnostiziert anerkannte und aktuell keine
Hinweise mehr auf eine Restaktivität feststellen konnte. Zudem begründete der
rheumatologische Gutachter nachvollziehbar, dass keine bzw. kaum eine
Entzündungsaktivität vorhanden seien und die unspezifischen Arthralgien mit erhöhter
Ermüdbarkeit und subjektiv genereller Leistungseinbusse als typische Symptome einer
bereits im Jahr 2001 schon einmal diagnostizierten Fibromyalgie zu betrachten seien
(IV-act. 77-49 f.). Entscheidend ist indes wie dargelegt, ob die sich aus den
Beschwerden ergebenden Einschränkungen bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung
nachvollziehbar berücksichtigt wurden. Ebenso ändert der Hinweis des
rheumatologischen Gutachters auf die nicht ausgeschöpfte Behandlung der
Fibromyalgie nichts an der Arbeitsfähigkeitsschätzung. Dabei handelt es sich lediglich
um eine Empfehlung, nicht jedoch um eine Massnahme, die die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers noch verbessern könnte, zumal diese für angepasste Tätigkeiten
gemäss dem Gutachter bereits ohne die vorgeschlagene Rehabilitation 100 % beträgt.
Aus internistischer, angiologischer und kardiologischer Sicht wurden ebenfalls
keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit festgestellt. Die kardiologische Abklärung
ergab eine normale systo-diastolische Funktion des linken Ventrikels. Bei der
Fahrradergometrie war die Belastung wegen Oberschenkelschmerzen submaximal
(Abbruch bei 132 W [63 % des Sollwertes]). Die Echokardiographie war von
eingeschränkter Qualität, weshalb die Gutachterin zum Ausschluss einer relevanten
Koronarstenose die Durchführung eines Coro-CT empfahl (IV-act. 77-99 f., 105). Der
internistische Gutachter übernahm die Beurteilung der kardiologischen Gutachterin.
Allerdings wurde die Aussage, dass bei einer Leistung von 132 W mittelschwere
Tätigkeiten möglich seien, von ihm ergänzt (vgl. IV-act. 77-39 und IV-act. 77-100).
Unter dieser Annahme ist schlüssig, dass er den Verdacht auf eine koronare
Herzkrankheit als - allerdings sich nur auf die qualitative Arbeitsfähigkeit auswirkend -
aufführte (IV-act. 77-40). Der angiologische Gutachter erhob keine Hinweise auf eine
klinisch relevante periphere arterielle Verschlusskrankheit und keine venös auffälligen
Befunde. Die vom Beschwerdeführer angegebenen subjektiven Beschwerden seien
aus angiologsicher Sicht nicht erklärbar. Aus fachspezifischer Sicht sei die
Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt (IV-act. 77-59 f.). Auch diese Beurteilung ist
mangels anderslautender Berichte behandelnder Ärzte nachvollziehbar. Der
Beschwerdeführer bemängelt denn auch diese Teilgutachten nicht explizit.
2.2.
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2.3.
In der psychiatrischen Begutachtung berichtete der Beschwerdeführer, dass er
sich nebst der vorhandenen Schmerzen und der Müdigkeit psychisch gut und nicht
bedrückt fühle (IV-act. 77-77 f.). Auch die gezielte systematische Befragung ergab
keine weiteren relevanten aktuellen Beschwerden (IV-act. 77-84 f.). Die Schmerzen
hätten sich unter Pregabalin gebessert, so dass dieses vor eineinhalb Monaten bei
reduzierten Schmerzen habe abgesetzt werden können. Seither leide er beim Lesen
und Tätigkeiten am PC unter Konzentrationsstörungen. Auch im Verlauf seien keine
psychischen Beschwerden aufgetreten (IV-act. 77-79). Weiter schilderte der
Beschwerdeführer, der Vater sei gegenüber ihm und seinen Geschwistern brutal
gewesen und habe ihn trotz seines Wunsches, die kaufmännische Ausbildung zu
absolvieren, zur Verkaufslehre gezwungen. Auch habe er ab dem siebten Lebensjahr
helfen müssen, Zeitungen zu vertragen und beim K._ gearbeitet (IV-act. 77-80, 82).
Als Rüster und Kommissionierer bei der L._ sei er nach drei Jahren zum
stellvertretenen Abteilungsleiter befördert worden. Auch habe er eine Profikarriere als
Gamer verfolgt und später die Billardhalle in M._ gekauft und geführt. Wegen des
Rauchverbots und finanzieller Scheidungsfolgen habe er Konkurs anmelden müssen.
Ab Ende 2014 oder Anfang 2015 habe er bei der N._ AG in einer Diskothek
Reinigungsarbeiten verrichtet und sei nach drei Monaten zum Chef der Abteilung über
25 Mitarbeitende und im April 2016 zum stellvertretenden Manager Assistant befördert
worden. Er sei für administrative Belange verantwortlich gewesen, habe aber auch bei
der Reinigung mitgeholfen. Er sei seit Juni 2017 zu 100 % krankgeschrieben gewesen
und nach Ablauf der Sperrfrist gekündigt worden (IV-act. 77-82 f.; vgl. auch IV-
act. 77-64 f.).
2.3.1.
In der neuropsychologischen Untersuchung fielen eine sprunghafte und nicht
sehr differenzierte Antwortweise sowie ein unkonzentriertes Zuhören auf (IV-act. 77-65).
Die Symptomvalidierung war unauffällig. Die Testung zeigte eine minimale
neuropsychologische Störung bei leichten Einschränkungen der Aufmerksamkeit, der
Impulskontrolle, des verbalen und visuellen Gedächtnisses sowie des
Arbeitsgedächtnisses (IV-act. 77-69). Die neuropsychologische Gutachterin kam zum
Schluss, ob diese Störung beim Beschwerdeführer eine funktionelle Einschränkung
bewirke, könne aktuell aus neuropsychologischer Sicht nicht eingeschätzt werden (IV-
act. 77-70). Während des psychiatrischen Untersuchungsgesprächs waren
Aufmerksamkeit, Konzentration, Merkfähigkeit und Langzeitgedächtnis durchgehend
ungestört (IV-act. 77-88). Im Übrigen war der psychopathologische Befund bis auf eine
gegebenenfalls leicht erhöhte Psychomotorik unauffällig (IV-act. 77-88 ff.). Auch die
2.3.2.
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Parameter der funktionellen Leistungsfähigkeit gemäss Mini-ICF-APP waren nicht
beeinträchtigt (IV-act. 77-90 ff.).
Die psychiatrische Gutachterin legte dar, die Diagnosekriterien einer depressiven
Episode seien nicht erfüllt und eine solche sei auch nie diagnostiziert worden. Die
Schmerzen seien aus rheumatologischer Sicht erklär- und nachvollziehbar. Die
minimalen neuropsychologischen Störungen hätten keinen wesentlichen Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 77-95). Die psychiatrische Gutachterin kam zum Ergebnis,
aus Sicht ihres Fachgebietes bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-
act. 77-96 f.). Dies erscheint nachvollziehbar. Weder ist aktenkundig, dass der
Beschwerdeführer psychiatrisch behandelt worden wäre, noch beklagte er – ausser der
Schmerzen – psychische Beschwerden. Die Einschränkungen durch die Schmerzen
wurden vom rheumatologischen Gutachter gewürdigt und - obwohl ohne strukturelles
fassbares Korrelat (IV-act. 77-50) – von diesem bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung
berücksichtigt. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die gestellte Diagnose
oft auch davon abhängt, aus Sicht welchen Fachgebiets sie gestellt wird: Der
Rheumatologe wird in der Regel eine Fibromyalgie diagnostizieren, der Psychiater/
Psychotherapeut eine somatoforme Schmerzstörung (P. Henningsen, Probleme und
offene Fragen in der Beurteilung der Erwerbsfähigkeit bei Probanden mit funktionellen
Körperbeschwerdesyndromen, in: SZS 06/2014, S. 515). Der rheumatologische
Gutachter hat diese Gleichsetzung für den Beschwerdeführer ausdrücklich betont (IV-
act. 77-50). Komplementär dazu und mit Bezug auf das rheumatologische
Teilgutachten hat die psychiatrische Gutachterin ausgeführt, es bestehe eine aus
rheumatologischer Sicht erklär- und nachvollziehbare Fibromyalgie und auf das
rheumatologische Teilgutachten verwiesen (IV-act. 77-95). Es trifft somit nicht zu, dass
die Beurteilung der Schmerzen durch die Gutachter dem jeweils anderen Fachgebiet
zugeschoben und somit nicht in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit eingeflossen wäre
oder dass sich das rheumatologische und das psychiatrische Teilgutachten
widersprächen.
2.3.3.
Der Beschwerdeführer bemängelt, dass die neuropsychologische Gutachterin
keine eigene Arbeitsfähigkeitseinschätzung abgegeben habe. Sie hat die von ihr
erhobene minimale neuropsychologische Störung als solche ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit aufgeführt. Dabei stellte sie leichte Einschränkungen der
Aufmerksamkeit, der Impulskontrolle, beim verbalen und visuellen sowie beim
Arbeitsgedächtnis fest (IV-act. 77-69). Im Anschluss erwähnte sie, dass sich aktuell
nicht einschätzen lasse, ob die Einschränkungen der Aufmerksamkeit beim
Beschwerdeführer funktionell einschränkend seien (IV-act. 77-70). Hervorzuheben ist,
2.3.4.
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dass die Einschränkungen lediglich als minimal bezeichnet wurden und sich nicht auf
die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auswirken. Weiter hat die
Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hingewiesen, dass es sich bei der
Neuropsychologie nicht um eine selbständige Gutachtensdisziplin handle;
entsprechend hat die psychiatrische Gutachterin das Ergebnis in ihre Einschätzung
einbezogen. Es ist grundsätzlich Aufgabe des psychiatrischen Facharztes, die
Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung allfälliger neuropsychologischer Defizite
einzuschätzen. Eine neuropsychologische Abklärung stellt lediglich – aber immerhin –
eine Zusatzuntersuchung dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. April 2021,
8C_11/2021, E. 4.2, mit Verweisen). Vorliegend berücksichtigte die psychiatrische
Gutachterin die neuropsychologische Untersuchung und hielt fest, dass die erhobene
minimale neuropsychologische Störung keinen wesentlichen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit habe (IV-act. 77-95).
Der geschilderte Tagesablauf des Beschwerdeführers beinhaltet Spaziergänge mit
den Hunden, Gamen, bis die Rückenschmerzen zu stark würden, sowie die
Zubereitung einfacherer Malzeiten. Alle zwei Tage habe er Physiotherapie bzw.
Physiofit (IV-act. 77-30 f., 65, 84). An Tagen, an denen es ihm besser gehe, könne er
den Haushalt selbständig besorgen, an schlechteren Tagen erhalte er Unterstützung
von Nachbarn bzw. das Essen geliefert (IV-act. 77-46, 79). Befragt zu Ferienreisen gab
er an, im Sommer 2019 sei er mit seinem Bruder und dessen Familie in O._ gewesen
und vor drei Wochen habe er seine Tochter in P._ besucht. Er reise monatlich
dorthin. Nach der 18-stündigen Reise dorthin (mit dem Flixbus) sei er jeweils für einen
bis zwei Tage erschöpft (IV-act. 77-84, 86). Aufgrund der Schmerzen und Erschöpfung
sei er nicht bzw. maximal an einem Tag pro Woche arbeitsfähig (IV-act. 77-41, 59, 83).
Als belastende Faktoren erwähnten die Gutachter, dass der Beschwerdeführer durch
die unerwartete Takayasu-Arteriitis unvermittelt arbeitsunfähig geworden sei und sich
aufgrund der Beschwerden, die er dieser Erkrankung zuschreibe bzw. aus somatischer
Sicht für gänzlich arbeitsunfähig halte (IV-act. 77-41, 59, 87). Als Ressourcen werden
eine humorvolle Haltung, ein stabiles und stützendes soziales Umfeld mit guter
Beziehung zu seiner Lebenspartnerin und seiner Tochter, die absolvierte Ausbildung,
die bis zur Erkrankung stetige Arbeitstätigkeit, die Motivation für seine berufliche
Wiedereingliederung, die (wohl fremd-)sprachlichen Kenntnisse und das Fehlen
psychischer Belastungsfaktoren genannt. Seine schwierige Kindheit habe der
Beschwerdeführer gut verarbeitet, was für eine gute Resilienz spreche (IV-act. 77-41,
51, 96). Zur Konsistenz hielt der internistische Gutachter fest, die vom
Beschwerdeführer angegebenen Schmerzen parathorakal beidseits und parazervikal
rechts seien nicht nachvollziehbar und es fänden sich darüber und über eine
2.4.
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verringerte Gehstrecke keine Angaben in den Akten (IV-act. 77-41). Bezüglich der
Schmerzen cervikal links und thorakal (vgl. Angaben in IV-act. 77-36, 45, 63 und in IV-
act. 77-56, wo insbesondere auch Schmerzen im Hinterkopf- und Nackenbereich
angegeben werden) sei eine gewisse Verdeutlichung ersichtlich (IV-act. 77-35). Der
rheumatologische Gutachter führte aus, in vergleichbaren Lebensbereichen bestünden
gleichmässige Einschränkungen des Aktivitätsniveaus, je nach Ausprägung des
weichteilrheumatischen Beschwerdebildes. Der Leidensdruck sei mässig (IV-
act. 77-51). Auch aus neuropsychologischer und psychiatrischer Sicht ergaben sich
keine Hinweise auf Symptomverdeutlichung oder Aggravation (IV-act. 77-70, 71, 96).
Die Angaben zur Häufigkeit der Schmerzattacken sind nicht übereinstimmend (im Jahr
2018 zwei, im Jahr 2019 vier, im Juni und Juli 2019 keine [IV-act. 77-36]; im Jahr 2019
fünf oder sechs [IV-act. 77-77]; demgegenüber die Angabe, alle zwei Tage könne er
sich vor Schmerzen kaum bewegen [IV-act. 77-64], wobei hier eventuell ein
Missverständnis vorliegen und die Dauer der Schmerzen gemeint sein könnte).
Insgesamt zeigt sich ein stimmiges Gesamtbild der Einschränkungen des
Beschwerdeführers.
Das Gutachten ist nachvollziehbar und schlüssig, berücksichtigt die geklagten
Beschwerden und relevanten Befunde sowie die massgeblichen Indikatoren des
strukturierten Beweisverfahrens. Auf die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung
kann daher abgestellt werden. Die Arbeitsfähigkeitseinschätzung überzeugt
insbesondere, da die Schmerzattacken lediglich sporadisch auftreten. Zum Vorbringen
des Beschwerdeführers, die attestierte Arbeitsfähigkeit von 100 % in adaptierten
Tätigkeiten berücksichtige nicht, dass es sich dabei vorwiegend um administrative
Tätigkeiten handle, bei denen Einschränkungen der Konzentration zu berücksichtigen
seien, ist festzuhalten, dass solche weder die neuropsychologische (vgl. IV-act. 77-69,
wonach Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und gewisse Aspekte des Gedächtnisses nur
leicht eingeschränkt seien, die Konzentration aber nicht erwähnt wird) noch die
psychiatrische Gutachterin (vgl. IV-act. 77-88) erheben konnte (vgl. auch E. 2.3.4).
Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, die Aufnahme einer geregelten Arbeit sei
wegen der durch die Takayasu-Arteriitis verursachten Beschwerden verunmöglicht.
Obwohl die Gutachter die Konsistenz durchwegs als gegeben erachteten, würden sie
von seiner subjektiven Einschätzung abweichen, was nicht nachvollziehbar sei. Dazu ist
festzuhalten, dass sich die Konsistenz auf die Auswirkungen der Einschränkungen
bezieht, insbesondere auf die Frage, ob diese in sämtlichen Alltagsbereichen in
vergleichbarer Intensität vorliegen. Die subjektive Einschätzung des Beschwerdeführers
hat demgegenüber die Einschätzung seiner Arbeitsfähigkeit zum Gegenstand,
beinhaltet also zusätzlich die Auswirkung konsistenter Einschränkungen auf diese. Aus
2.5.
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der gegebenen Konsistenz der Einschränkungen kann daher nicht gefolgert werden,
dass auf die subjektive Arbeitsfähigkeitsschätzung des Beschwerdeführers abzustellen
ist. Betreffend die Berichte der behandelnden Ärzte ist auszuführen, dass diese keine
von den Gutachtern nicht berücksichtigten objektivierten Tatsachen enthalten, welche
die gutachterliche Beurteilung in Frage zu stellen vermögen. Schliesslich ist bezüglich
der Einschätzungen behandelnder Ärzte auch in Betracht zu ziehen, dass diese als
Beauftragte eine andere Aufgabe wahrnehmen als Gutachter und sich die Sichtweise
dadurch unterscheidet (Urteil des Bundesgerichts vom 27. September 2017,
8C_295/2017, E. 6.4.2, mit weiteren Verweisen; BGE 135 V 470, E. 4.5). Die
unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen
(Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten
fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein Administrativ- oder
Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu
nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen.
Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil
die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation
entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder
ungewürdigt geblieben sind (Entscheid des Bundesgerichts vom 17. Februar 2021,
8C_783/2020, E. 5.2, mit Hinweisen). Wie bereits ausgeführt berücksichtigten die
Gutachter, insbesondere auch der rheumatologische Gutachter, alle wesentlichen
Aspekte wie die von den Behandlern gestellten Diagnosen und Befunde in ihrer
Einschätzung (vgl. auch Diagnoseherleitung im rheumatologischen Gutachten, IV-act.
77-49 f.). Der Sachverhalt erweist sich folglich als rechtsgenüglich abgeklärt, weshalb
entgegen dem Antrag des Beschwerdeführers von weiteren Abklärungen abgesehen
werden kann.
2.6.
Die behandelnden Ärzte attestierten dem Beschwerdeführer ab der Diagnose der
Takayasu-Arteriitis im Juli 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Bereits am
27. November 2017 meldete sich der Beschwerdeführer zum Leistungsbezug an,
womit ein allfälliger Rentenanspruch ab 1. Juli 2018 gegeben ist, sofern zu diesem
Zeitpunkt eine mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit bestand (Art. 28 Abs. 1 lit. b und
lit. c IVG; Art. 29 IVG). Der Hausarzt Dr. P._ attestierte dem Beschwerdeführer zwar
bis zum 28. November 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Arztzeugnis vom
17. Oktober 2018, Fremdakten, act. 5-12). Im Arztbericht vom 18. April 2018 und im
Verlaufsbericht vom 10. Dezember 2018 nahm er jedoch keine eigene
Arbeitsfähigkeitsschätzung vor, sondern verwies auf die Einschätzung des
2.6.1.
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3.
Der Einkommensvergleich (siehe angefochtene Verfügung, IV-act. 89) wird vom
Beschwerdeführer nicht bestritten und erweist sich nach summarischer Prüfung als
korrekt. Der Beschwerdeführer erzielte bei der letzten Arbeitsstelle sowie früheren
Anstellungen ein Einkommen knapp unter bzw. um das Kompetenzniveau 1 der
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) periodisch
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE; siehe Anhang 2 der vom Bundesamt
für Sozialversicherungen herausgegebenen IV-Textausgabe, Ausgabe 2019, S. 228,
basierend auf der LSE). Grundsätzlich kann damit sowohl beim Validen- als auch beim
Invalideneinkommen vom gleichen Tabellenlohn ausgegangen und ein sogenannter
Prozentvergleich vorgenommen werden. Der Invaliditätsgrad entspricht damit dem
Grad der Arbeitsunfähigkeit, dies unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom
Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2019, 9C_851/2018, E. 5.1, mit
Hinweisen). Bei der gutachterlich festgesetzten Arbeitsfähigkeit von 100% in einer
adaptierten Tätigkeit ergäbe sich selbst bei Gewährung des nach der Praxis
höchstzulässigen 25%igen Tabellenlohnabzugs (Urteil des Bundesgerichts vom 25.
März 2021, 9C_568/2020, E. 8.1; BGE 134 V 327 E. 5.2) kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad von 40%. Somit hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch
des Beschwerdeführers zu Recht verneint. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
Spezialarztes, namentlich des behandelnden Rheumatologen Dr. B._ (IV-act. 20-1 ff.;
IV-act. 35-1 f.). Dieser hielt im Verlaufsbericht vom 19. Januar 2019 fest, die
Prednisolon-Therapie habe im Sommer 2018 beendet werden können. Bildgebend sei
eine weitgehende Rückbildung der Entzündungsaktivität nachweisbar, die
Entzündungsparameter seien bis auf eine Ausnahme im Oktober 2018 jeweils normal
gewesen (IV-act. 38; vgl. auch Sprechstundenbericht vom 1. Februar 2019 (IV-act. 48).
Im Bericht vom 5. Juni 2019 führte Dr. B._ aus, die allgemeine Leistungsfähigkeit sei
nicht wesentlich eingeschränkt, so dass längere Spaziergänge möglich seien. Aufgrund
einer Zunahme der verbliebenen paravertebralen Beschwerden werde die Medikation
auf Tocilizumab umgestellt (IV-act. 53). Gemäss Angaben des Beschwerdeführers
anlässlich der Begutachtung führte dies zu einer weiteren Verbesserung (IV-act. 77-45;
IV-act. 77-77). Damit erscheint die gutachterliche Einschätzung, wonach die attestierte
Arbeitsfähigkeit während des ganzen erheblichen Zeitrahmens bestand,
nachvollziehbar. Bei Beendigung des Wartejahres im Juli 2018 bestand bereits keine
Arbeitsfähigkeit mehr, welche einen Invaliditätsgrad von 40 % oder mehr begründete.
Der Beschwerdeführer hat somit auch keinen befristeten Rentenanspruch.
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4.
4.1. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen und durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.--
gedeckt. Der Beschwerdeführer hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch
auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).