Decision ID: 799a9b79-cbdc-4431-aa2e-fb5eabd3e2ae
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1963, war zuletzt
v
om
1.
Juni 199
1 bis zum 3
1.
Mai 2001 als Hausangestellte im Altersheim
Y._
tätig
, wobei der letzte effektive Arbeitstag am
4.
März 1999 war
(
Urk.
6/
3,
Urk.
6/21)
. Unter Hinweis auf
Ischialgien mit Schmerzausstrahlung bis in den linken Fuss, Schmerzen
glut
eal
und sakral, Taubheitsgefühle
am linken
Unterschenkel/Fuss lateral sowie belastungsabhängigen Schmerzen
meldete sie sich am
6.
April 2000 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/1). Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerb
liche Situation (
Urk.
6/
3
-5,
Urk.
6/7-8,
Urk.
6/10-14) ab
und verneinte mit
Verfügung vom 1
8.
Januar 200
1 (
Urk.
6/16) einen Anspruch auf berufliche Mass
nahmen.
Am 1
0.
August 2001 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an, wobei sie in Bezug auf die Art der Behinderung auf die Angaben
in
der ers
ter Anmeldung verwies (
Urk.
6/18). Die IV-Stelle klärte erneut die medizinische und erwerbliche Situation (
Urk.
6/21-26,
Urk.
6/28
,
Urk.
6/31
)
ab
und zog die im Auftrag der Vorsorgeeinrichtung erstellten vertrauensärztlichen Gutachten bei (
Urk.
6/27).
Daraufhin
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 1
2.
April 2002 (
Urk.
6/37,
Urk.
6/43) bei einem Invaliditätsgrad von 59
%
eine halbe Rente mit Wirkung ab dem
1.
März 2000 zu.
Mit Mitteilungen vom 3
0.
April 2004 (
Urk.
6/50) sowie 2
1.
September 2007 (
Urk.
6/73) wurde der Anspruch auf die bisherige Invalidenrente bestätigt.
1.2
Nach Eingang des Revisionsfragebogens vom
8.
Oktober 2012 (
Urk.
6/76)
ver
anlasste die IV-Stelle insbesondere
ein
bidisziplinäres
Gutachten in den Berei
chen Rheumatologie und Psychiatrie, welches am 3
1.
Mai 2013 und 1
8.
Juni 2013 erstattet wurde (
Urk.
6/88,
Urk.
6/90). Die
bidisziplinäre
Zusammenfassung wurde am 2
0.
Juni 2013 (
Urk.
6/91) erstattet.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/97-99,
Urk.
6/106)
hob die IV-Stelle die bisherige halbe Rente mit Verfügung vom
2.
Mai 2014 (
Urk.
6/111 =
Urk.
2) auf.
2.
Die Versicherte erhob am 3
0.
Mai 2014 Beschwerde gegen die Verfügung vom
2.
Mai 2014 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr weiter
hin eine halbe Rente auszurichten (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
4.
Juli 2014 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde,
was der Beschwerdeführerin am 1
4.
Juli 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
1.
2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revi
sion keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleich
zustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.3
Der Revisionsordnung gemäss
Art.
17 ATSG geht jedoch der Grundsatz vor, dass die Verwaltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn diese zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 110 V 176 E. 2a;
Art.
53
Abs.
2 ATSG). Unter diesen Voraussetzungen kann die Verwaltung eine
Renten
verfügung
auch dann abändern, wenn die Revisionsvoraussetzungen des
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind. Wird die zweifellose Unrichtigkeit der ursprüng
lichen Rentenverfügung erst vom Gericht festgestellt, so kann es die auf
Art.
17
Abs.
1 ATSG gestützte Revisionsverfügung der Verwaltung mit dieser Begrün
dung schützen (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung lässt sich eine allgemein gültige
betragliche
Grenze für die Voraussetzung der Erheblichkeit der Berichtigung nicht festlegen. Massgebend sind vielmehr die gesamten Umstände des Einzelfalles. Bei periodischen Leistungen ist die Erheb
lichkeit der Berichtigung zu bejahen (BGE 119 V 475 E.
1c; Urteil des Bundes
gerichts 9C_11/2008 vom 29. April 2008 E. 4.2 mit Hinweisen
)
.
1.4
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen wer
den kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate
angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu not
wendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass seit jeher eine volle bezie
hungsweise 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit und
daher
nie eine langandauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden habe.
Im
psychiatrische
n Gutachten habe keine Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt werden können
. Gemäss dem rheumatologischen Gutachten sei es im Vergleich zur Untersuchung im August 1999 zu einer deutlichen Verbesserung gekom
men. Die damals diagnostizierten Beschwerden seien heute teils nicht mehr sichtbar oder würden keiner funktionellen Beeinträchtigung entsprechen. Dem
zufolge sei es zu einer deutlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes gekommen
und es
liege
nicht lediglich
eine andere Beurteilung des gleichen Sach
verhaltes vor. Da sich ein Invaliditätsgrad von 0
%
ergebe, bestehe kein Rentenanspruch mehr (S. 2).
In der Beschwerdeantwort (
Urk.
6) fügte sie ergänzend hinzu, es sei die Ver
fügung mit der substituierten Begründung der Wiedererwägung zu schützen, falls das Gericht von keiner Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgehe.
2.2
Demgegenüber vertrat die Beschwerdeführerin den Standpunkt (
Urk.
1),
das
rheumatologische
Gutachten tauge nicht zum Nachweis einer revisionsrechtlich relevanten Verbesserung des Gesundheitszustandes (S. 5).
Es sei nicht aufgezeigt worden,
in welcher Weise sich welche konkrete tatsächliche Verbesserung des Gesundheitszustandes auf die Steigerung der Arbeitsfähigkeit auswirken würde.
Da gemäss der gutachterlichen Beurteilung gar nie eine
langan
dauernde Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit bestanden
habe
,
werde der im Wesentlichen seit der Zusprechung der Rente unverändert gebliebene Gesundheitszustand anders beurteilt.
Es könne daher dahin gestellt bleiben, ob die
MRI-Aufnahme aus dem Jahr 2013 im Vergleich zu derjenigen aus dem Jahr 1999 überhaupt eine tatsächliche Veränderung an der Wirbelsäule zeige
(S. 6)
. Zudem sei
Dr.
Z._
als Rheumatologin nicht fachkompetent zur Würdigung der radiologischen Aufnahmen.
Es sei
naheliegend, dass die MRI-Aufnahmen keinen verbesserten Zustand zeig
t
en und in Bezug auf das Vorliegen einer
Ner
venkompression
lediglich unterschiedliche radiologische Würdigungen eines im Wesentlichen unveränd
ert gebliebenen Zustandes vorlägen
. Die Tatsache, dass anlässlich der Untersuchung im Jahr 2013 erstmals der klinische Befund des fehlenden Achillessehnenreflexes als Hinweis auf die Nervenwurzelschädigung erhoben werden konnte, weise
vielmehr
auf eine Verschlechterung hin (S. 7).
Wäre
im Übrigen
ein Revisionsgrund gegeben, so
hätten
vorgängig die notwen
digen beruflichen Abklärungs- und Eingliederungsmassnahmen durchgeführt werden
müssen
, werde die Rente doch schon seit 14 Jahren bezogen. Es bestün
den keinerlei Anknüpfungspunkte für die sofortige erwerbliche Verwertbarkeit einer Restarbeitsfähigkeit durch eine zumutbare Selbsteingliederung (S. 8). Schliess
lich sei auch die Bemessung des Invalidit
ätsgrades nicht haltbar (S. 9).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführe
rin seit der ren
tenzusprechenden Verfügung vom 1
2.
April 2002 (
Urk.
6/37,
Urk.
6/43
) verändert hat, und gestützt darauf die Frage, ob die verfügte Aufhe
bung der Rente rechtens ist.
Als Vergleichszeitpunkt nicht massgebend
sind die mit Mitteilungen vom 3
0.
April 2004 (
Urk.
6/50) und 2
1.
September 2007 (
Urk.
6/73
) abgeschlossenen Revisionsverfahren, da in deren Rahmen keine materielle Prüfung des Renten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung vorg
enommen wurde (vorstehend E. 1.2
). Das Einholen
von
Verl
aufsberichten des behandelnden Arztes
(
Urk.
6/49,
Urk.
6/59,
Urk.
6/61,
Urk.
6/71
) reicht für die Annahme einer materiellen Prüfung des Rentenan
spruchs nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_433/2011 vom
7.
Februar 2012 E. 4.5).
3.
3.1
Der letzten Verfüg
ung mit materieller Prüfung vom 1
2.
April 2002 (
Urk.
6/37,
Urk.
6/43
) lagen im Wesentlichen die nachfolgenden Arztberichte zugrunde.
3.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Endo
krinologie-
Diabetologie
, erstattete sein vertrauensärztliches Gutachten am
8.
November 1999 (
Urk.
6/27/18-21).
Dr.
A._
diagnostizierte
eine
Diskusher
nie
L5/S1 links partiell luxiert mit deutlicher Dorsalverlagerung der
Nervenwur
zel
S1 sowie eine
Diskusprotrusion
L4/5 wahrscheinlich nicht
kompressiv
(S. 2).
Die Beschwerden hätten sich deutlich gebessert, so
dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeit wieder
zu 50
%
aufn
ehmen
habe
können. Bei erfolgreichem
Verlauf sei eine volle
Wiedera
ufnahme der Tätigkeit (Teilarbeit zu 80
%
) ab Januar 2000 wahrscheinlich (S. 3).
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für
Rheu
ma
tologie
, erstattete am 1
0.
Januar 2000 sein vertrauensärztliches Gutachten (
Urk.
6/27/10-16) und führte folgende Diagnosen auf (S. 5):
chronisches
lumbospondylogenes
/
lumboradikuläres
Syndrom links bei
grosser,
nach unten
luxierter Diskushernie L5/S1 medialateral links mit Kompression S1 links
kleine mediale Diskushernie L4/5, wahrscheinlich ohne Kompression
Osteochondrosen
L5/S1 und L4/5, lumbaler Morbus Scheuermann
Das Reflexbild habe sich im Verlaufe der Zeit wieder normalisiert. Allerdings seien offenbar die früher deutlich
en
ischialgieformen
Schmerzen im linken Bein zurückgekommen und
es seien
vermehrt lumbale Schmerzen aufgetreten.
Dr.
B._
empfahl der
Beschwerdeführerin
daher
eine intensive stationäre Behandlung in de
r Rheumaklinik im Stadtspital
C._
(S. 5).
Die Beschwerde
führerin sei bis nach der erfolgten stationären Behandlung arbeitsunfähig. Der weitere Verlauf müsse abgewartet werden. Es sei zu hoffen, dass zumindest wieder eine Teilarbeitsfähigkeit erreicht werden könne (S. 6).
3.4
Die Ärzte des Stadtspitals
C._
, Klinik für Rheumatologie und Rehabi
litation,
informierten
mit
Schreiben
vo
m
2.
März
2000 (
Urk.
6/
7/3-5
)
über die stationäre Behandlung der Beschwerdeführerin vom 1
8.
Januar 2000 bis zum 1
7.
Februar 2000 und führten
folgende Diagnosen auf (S.
1
):
lumboradikuläres
Reizsyndrom, am ehesten S1 links sowie chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
mediolaterale
Diskushernie L5/S1 mit wahrscheinlicher
rezessaler
Ner
venwurzelkompression
S1 links, nach kausal luxiert, zum Teil ver
kalkt; kleine mediale Diskushernie L4/5 mit Duralsack-Eindellung L4/5; leichte
Spondylarthrose
L3-S1
Dekonditionierung
der Rumpfmuskulatur
Status nach erfolglosem Sakralblock August 1999
Die Ärzten gaben an, dass auch wenn die
Radikularität
der Beschwerden nicht gesichert sei, die Schmerzen
doch
glaubhaft und wohl
Ausdruck der schweren degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule (LWS) mit medianer Her
nie L4/5 und
mediolateraler
Hernie L5/S1 links
seien
(S. 2). Gemäss der neuro
chirurgisch-k
onsiliarischen Beurteilung führ
e ein mikrochirurgischer Eingriff allein nicht zu einer Schmerzbegrenzung.
A
ngesichts der
computertomogra
phisch
nachgewiesenen
bisegmentalen
Diskusläsion der beiden distalen
Seg
mente
seien
schwere rückenbelastende Tätigkeiten nicht mehr möglich. In einer behinderungsgerechten, wechselbelastenden Tätigkeit sei die Beschwerdeführe
rin zu 80
%
arbeitsfähig, wobei diese Tätigkeit keine stereotypen Körperhaltun
gen und kein Heben oder Tragen von Lasten von mehr als 10 kg umfassen solle
(S. 3).
3.5
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.3) führte in seinem zweiten vertrauensärztlichen Gut
achten vom 2
0.
März 2000 (
Urk.
6/27/6-9) aus,
dass
die intensive stationäre Behandlung
leider nur eine geringe
Verb
esserung der Rückenbeschwerden gebracht
habe
. In dieser Situation sei die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit bis au
f
weiteres nicht mehr voll arbeitsfähig. Die Beschwerdeführerin solle nur zu 50
%
arbeiten, das heisse 50
%
vom bisherigen Pensum von 80
%
. Dabei solle sie nicht mehr schwer tragen und eine möglichst Wechselpositionen beinhaltende Arbeit durchführen (S. 3).
3.6
Dr.
med
.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Medizinische Onkologie,
bestätigte mit Bericht vom 1
9.
April 2000 (
Urk.
6/7/1
2) die von den Ärzten des Stadtspitals
C._
(vorstehend E. 3.4)
gestellten Diagnosen.
Der Beschwerdeführerin seien schwere rückenbelastende Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. In der bisherigen Tätigkeit sei die Beschwer
deführerin halbtags arbeitsfähig, wobei Reinigungsarbeiten schwerer Natur nicht mehr möglich seien.
In einer behinderungsangepassten,
wechselbelasten
den
Tätigkeit sei sie zu 50
%
arbeitsfähig, wobei diese Tätigkeit keine stereoty
pen Körperhaltungen und kein Heben oder Tragen von Lasten von mehr als 10 kg umfassen solle (S. 2). Die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Mass
nahmen verbessert werden (S. 1).
3.
7
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.3, E. 3.5) bestätigte
mit Bericht vom 2
6.
April 2000 (
Urk.
6/8/3-4)
die von ihm
bereits
gestellten Diagnosen (S. 2). Die Beschwerde
führerin sei
in der bisherigen Tätigkeit
ab sofort zu 4 Stunden pro Tag
arbeits
fä
hig (S. 1
lit
. e). Körperlich belastende Arbeiten
seien nicht mehr durchzufüh
ren
(S. 2). Leichtere Arbeiten, beispielsweise in der Cafeteria, ohne Tragen von schwereren Gewichten, ohne Putzarbeiten,
seien möglich
. Wechselpositionen seien günstig (S. 1
lit
. d).
3.8
Die Ärzte des Stadtspitals
C._
bestätigten mit Bericht vom 2
2.
Juni 2000 (
Urk.
6/4/1-3) ihre bisher gestellten Diagnosen sowie ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
(vorstehend E. 3.4)
.
3.9
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie,
Privat-Klinik
F._
,
informierte mit Schrei
ben vom
9.
September 2000 (
Urk.
6/10/5-6) über den stationären Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom 1
1.
August bis zum
1.
September 200
0.
Er gab fol
gende Diagnosen an (S. 1):
linksseitige
Lumboischialgien
,
vertebrogene
Beschwerden bei
grösserer Diskushernie L5/S1 links, Tangierung der Wurzel S1
Diskusprotrusion
L4/5
mehrsegmental degenerative Veränderungen
zervikospondylogene
Beschwerden
Die Beschwerdeführerin habe von keiner therapeutischen Anwendung eine wesentliche Linderung erfahren können.
Es
sei leider kein erfreulicher Verlauf zu verzeichnen. Die Beschwerden in den Kreuzpartien hätten nicht beeinflusst werden können und es seien neu
e
Beschwerden in der
Halswirbelsäule (H
W
S)
aufgetreten (S. 2).
3.
10
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie,
verwies mit Bericht vom
2.
Oktober 2000 (
Urk.
6/10/3-4)
in Bezug auf
die Diagnosen
im Wesentlichen
auf die Berichtskopien der Privat-Klinik
F._
(vorstehend E. 3.9) sowie des
Stadtspital
s
C._
(vorstehend E.
3.4).
Die bisherige Tätigkeit im Haushaltsdienst mit 80%iger Anstellung sei aufgrund der gegebenen Veränderungen und
Chronifizierung
der Schmerzen zu streng und nicht mehr zumutbar. Aus psychischer Sicht bestünden keine Ein
schränkungen.
In einer behinderungs
angepassten
Tätigkeit sei die Beschwerde
führerin zu 100
%
arbeitsfähig, wobei es sich um eine leichte Tätigkeit ohne Heben von Gewichten, ohne gebückte Haltung, idealerweise mit Wechseln zwi
schen sitzender und stehender Position, nicht in nasser und kalter Umgebung, Gehstrecken im Bereich von 500 m täglich, handeln sollte (S. 2).
Mit Schreiben vom 2
2.
Januar 2001 (
Urk.
6/22/3-4) gab
Dr.
G._
an,
es
hätten
alle
bisher durchgeführten therapeutischen Massnahmen
keine Verbesserung
geb
racht
. Die Motivation der Beschwerdeführerin sei gut mit entsprechender Compliance.
Sie habe allerdings Angst vor einer möglichen Operation. In der angestammten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin nicht mehr arbeitsfähig. Sie
habe über längere Zeit versucht
,
ein 40%iges Arbeitspensum aufrecht zu erhal
ten, wobei ihr dies nicht mehr zumutbar sei (S. 1).
3.1
1
PD
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates,
informierte
mit Schreiben vom
6.
Februar 2001 (
Urk.
6/22/
5-6)
,
dass
eine klare S1-Ischialgie links
bestehe
. Zur Beurteilung der dorsalen Bandscheibenbegrenzung L4/5 und L5/S1 im Vergleich zu den
Vorauf
nahmen
werde eine CT-Kontrolle
erfolgen
. Je nach
Ergebnis
werde die Frage der operativen Dekompression primär L4/5 von links zu
beantworten
sein. Eine primäre
Mitspondylodese
sei bei ordentlichem Endzustand der Etage L4/5 eher problematisch, eine 2-Etagenspondylodese bei bereits
chronifiziertem
Verlauf kaum erfolgsversprechend. Es dürfte im heutigen Zeitpunkt bereits wenig rea
listisch sein, eine lumbale Schm
erzfreiheit zu erzielen (S. 2).
Mit erneutem Schreiben vom 1
6.
März 2001 (
Urk.
6/22/7) führte
PD
Dr.
H._
aus,
dass der Neurologe
ein
radikuläres
Syndrom L5 und S1 links bestätigt
habe
und aufgrund der gemessenen
Denervationen
der Meinung
sei
, dass eine operative Behandlung zu erwägen wä
re.
3.
12
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.2) erstattete sein zweites vertrauensärztl
iches Gut
achten am 1
7.
April 200
1 (
Urk.
6/27/2-5, unvo
llständige Kopie) und führte fol
gende Diagnosen auf (S. 3):
chronisches
lumbospondylogenes
und
lumboradikuläres
Syndrom links bei
mediolateraler
Diskushernie L5/S1, luxiert mit deutlicher
Dorsalv
erla
gerung
der Nervenwurzel S1
medialer
Diskushernie L4/5
Bei der Untersuchung sei aufgefallen, dass das lumbale Schmerzsyndrom gegen
über früher nicht mehr so stark ausgeprägt gewesen sei. Er sei deshalb zusammen mit
Dr.
G._
der Ansicht,
dass
keine Erwerbsinvalidität vor
liege
. Für eine körperlich leichtere Arbeit, die möglichst Wechselpositionen beinhalte und kein Tragen
von Gewichten über 10 kg beding
e, sei die Beschwerdeführerin arbeitsfähig (S. 4).
3.13
Dr.
G._
(vorstehend E. 3.10)
gab mit Bericht vom 2
9.
Oktober 2001 (
Urk.
6/28/4-5) an,
dass die Situation
unverändert
sei
. Eine operative Behand
lung
sei möglich. D
ie Prognose
sei jedoch
aufgrund der ausgedehnten Verän
derungen unsicher.
D
er Verlauf
sei
eher schlechte
r
. Auch eine leichte Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin lediglich noch zu 50
%
zumutbar (S. 2).
3.14
Dr.
med.
I._
, praktische Ärztin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), empfahl
am 1
7.
Dezember 2001
– gestützt auf das Gutachten von
Dr.
B._
und die
Beurteilung von
Dr.
G._
- die Berechnung auf der Basis einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit vorzunehmen (
Urk.
6/30).
4.
4.1
Beim Erlass der vorliegend angefochtenen, r
entenaufhebenden Verfügung vom
2.
Mai 2014
(
Urk.
2) stützte sich die Beschwerdegegnerin
auf die nachfolgenden Berichte.
4.2
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Reha
bilitation, Leitender Arzt, Privat-Klinik
F._
, informierte mit Austrittsbericht vom
9.
November 2010 (
Urk.
6/88/68-69) über die statio
näre Rehabilitation der Beschwerdeführerin vom 2
6.
Oktober bis zum
5.
November 201
0.
Als Diagnosen führte er ein
leichtgradiges
diffuses
myofas
ziales
Beschwerdebild sowie eine
Diskopathie
L5/S1 auf. Das Beschwerdebild habe durch die therapeutischen Anwendungen nicht wesentlich beeinflusst wer
den können. Die Beschwerden hätten unter der therapeutisch erhöhten Belas
tung auch nicht zugenommen.
Bei Beschwerden habe d
ie Beschwerdeführerin nicht viele Medikamente genommen (S. 1).
4.
3
Di
e Ärzte der Poliklinik
K._
, diagnostizierten
mit Bericht vom
4.
Januar 2011 (
Urk.
6/78/2-3) ein linksseitiges akutes präzip
itiertes zervikales und
zervikoz
ephales
Syndrom, einen
subakromialen
Engpass der linken Schul
ter
/
Im
pingementsyndrom
, eine thorakale
Kyphoskoliose
, eine zervikale und lumbale
Spondylarthrose
, eine
Diskopathie
L4/L5 und L5/S1, eine
Peritrochan
teritis
der rechten Hüfte sowie statische Beschwerden (S. 1).
4.4
Dr.
med.
L._
, Facharzt
für Radiologie
,
informierte mit Schreiben vom 1
5.
März 2011 (
Urk.
6/78/4) über die gleichentags erfolgte MRI-Untersuchung der HWS. Dabei führte er aus, dass ein schriftlicher Befund einer Voruntersuchung
aus dem
Jahr 2003 vorliege, die Bilder momentan aber nicht verfügbar seien. Wie bereits in der Voruntersuchung beschrieben, finde sich auf dem Niveau C5/C6 im Rahmen einer leichten Segmentdegeneration sowohl eine Spondylose wie auch
eine
mediolateral
linksseitige Diskushernie mit umschriebener Impression des Duralsackes und leichter Einengung des linksseitigen
Neuroforamens
,
wodurch wahrscheinlich die Nervenwurzel C6 links
foraminal
, allenfalls auch
C7
spinal irritiert werde.
4.5
Dr.
G._
(vorstehend E. 3.10, E. 3.13) führte in dem am
3
0.
Oktober 2012 bei der Beschwerde
gegnerin eingegangenen Bericht (
Urk.
6/78/1)
aus, dass der Beschwerdeführerin eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 50
%
bei einem
vollen Pensum
zumutbar wäre
und
verwies in Bezug auf die Diagnosen auf
den Bericht von
Dr.
L._
(vorstehend E. 4.4
).
4.
6
Am 2
2.
Mai und 1
3.
Juni 2013 erfolgte die von der Beschwerdegegnerin in Auf
trag gegebene
bidisziplinäre
Begutachtung der Beschwerdeführerin in den Bereichen Rheumatologie und Psychiatrie (
Urk.
6/87)
.
Dr.
med. und
Dr.
sc. nat. ETH
Z._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, erstattete ihr internistisch-rheumatolo
gisches Teilgutachten am 3
1.
Mai 2015 (
Urk.
6/88
/1-48
) und
nannte
dabei die nachfolgend gekürzt aufgeführten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 40)
:
lumbospondylogenes
Syndrom links bei
Osteochondrose
L5/S1
Modic
Typ 2 mit
Diskusprotrusion
mit zentra
lem
Anulus
-Riss und kleinem paramedianen
Luxat
links mit Einen
gung des
Recessus
late
ralis
link
s mit möglicher Beeinträchtigung der Nervenwurzel S1 links ohne Kompression
zervikospondylogenes
Syndrom links bei
multisegmentalen degenerati
ven Veränderungen vor allem C4/
5 und C5/
6 mit linksbetonten
Diskusprotrusionen
,
S
pondylarthrosen
und mä
ssiger bis ausge
prägter
foraminaler
Stenose C4/
5 links und m
ässi
ger
foraminaler
Stenose C5/
6 links ohne Kompression neuraler Strukturen
Sie führte insbesondere aus,
dass
in der klinischen Untersuchung ein fehlender Achillessehnenreflex links der wesentlichste Befund
sei
. Alle drei
Wirbelsäulen
abschnitte
seien normal beweglich. Es seien keine Gelenksergüsse,
Synovitiden
oder überwärmte
n
Gelenke vorhanden. Die ganze Muskulatur sei liegend geprüft nirgends verspannt. In der
Dolorimetrie
seien alle 18 Tender Points sowie alle acht Kontrollpunkte
pathologisch
. Dies entspreche einem pathologi
schen
Dolorimetrie
-Befund im Sinne einer Schmerzausweitung. Die MRI-Un
tersuchung der LWS habe bildgebend eine deutliche Verbesserung zur Vorun
tersuchung im August 1999 gezeigt. Es sei keine erhebliche Kompression der Wurzeltasche S1 links mehr erkennbar, sondern nur noch eine mögliche Beein
trächtigung. Die MRI-Untersuchung
der HWS
im Mai 2013 zeige degenerative Veränderungen, jedoch keine Kompression oder Irritation neuraler Strukturen. Die gesamte Wirbelsäule sei
szintigraphisch
nicht vermehr
t
aktiv. Die degenera
tiven Veränderung
en im Bereich der HWS und L
W
S
seien daher nicht aktiviert. Auch beide Schultergelenke, beide Ellbogen, beide Handgelenke und Hände, beide Hüftgelenke, beide Knie, beide Sprunggelenke und beide
Vorfüsse
seien
szintigraphisch
nicht vermehrt aktiv. Eine entzündlich-rheumatische Erkran
kung oder aktivierte Arthrosen seien bildgebend nicht erkennbar. Insbesondere bestehe weder ein Hinweis auf eine
Peritrochanteritis
rechts noch auf eine Seh
nenentzündung der
Supraspinatus
-Sehne links (S. 41).
Es bestehe
keine Ursache für eine deutlich verminderte Handkraft beidseits
, weshalb in der Untersuchung
eine Selbstlimitierung vorgelegen
habe
(S. 42).
Die Beschwerdeführerin könne eine adaptierte Tätigkeit zu 100
%
beziehungs
weise ganztags ausüben
, wobei sie leichte Lasten bis zu 10 kg heben oder tra
gen könne. In einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin nie lang
fristig arbeitsunfähig gewesen. Nicht angepasste Tätigkeiten
könne
sie
seit
dem
5.
März 1999 nicht mehr ausüben. Die Beschwerdeführerin habe
im
Unter
suchung
s
zeitpunkt
kein Schmerzmittel
eingenommen
. Die medikamentöse
Schmerz
therapie
habe daher noch ein grosses Optimierungspotenzial.
Auch sei d
ie letzte physiotherapeutische Behandlung
vor
mehr als einem halben Jahr gewesen. Solange die Beschwerdeführerin Beschwerde
n
angebe, sollte sie regelmässig physiotherapeutisch betreut werden. Die Prognose sei gut. Es sei wahrscheinlich, dass
die Beschwerdeführerin
eine adaptierte Tätigkeit langfristig ausüben könne (S. 43 f.).
Schliesslich führte
Dr.
Z._
aus, es sei zu einer deutlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes gekommen und
es liege keine andere
Beurteilung des gleichen Sachverhaltes
vor
. Die im August 1999 in der MRI-Untersuchung der LWS festgestellte erhebliche Kompression der Wurzeltasche S1 links habe deut
lich gebessert. In der MRI-Untersuchung der LWS im Mai 2013 sei keine Kom
pression mehr sichtbar, sondern nur noch eine mögliche Beeinträchtigung der Nervenwurzel S1 links. Ausserdem seien die vorhandenen degenerativen Verän
derungen im Bereich der HWS und LWS alle
szintigraphisch
nicht vermehrt aktiv. Daher sei die klinische Bedeutung der vorhandenen degenerativen Verän
derungen gering (S. 46).
4.7
PD
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstat
tete sein psychiatrisches Teilgutachten am 1
8.
Juni 2013 (
Urk.
6/90). Dabei
gab er an
,
es könne keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden (S. 8). Für einen Teil der Schmerzen
bestünden
organische Korrelate
, wobei diese
nicht das ganze Ausmass der subjektiv beklagten Körperschmerzen erklären
würden
. Die Beschwerdeführerin habe bei der Schmerzschilderung nicht ausgestaltend oder verdeutlichend gewirkt, auch nie
aggravierend
oder begehrlich. Auch h
ätten
keine Hinweise für anhaltende psychosoziale Konflikte oder Belastungen eruiert werden können. Eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung könne daher nicht diagnostiziert werden. Die von der Be
schwer
deführerin beklagten Schmerzen seien aus psychiatrischer Sicht nicht begründbar. Die Schmerzen würden sie in ihrem Alltagsleben auch nicht rele
vant beeinträchtigen (S. 9 f.). Es könne
des Weiteren
weder eine depressive
Störung
noch
eine Affektpathologie
oder
eine Persönlichkeitsstörung diagnosti
ziert werden. Als einzige psychiatrische Diagnose sei eine
Benzodiazepinabhän
gigkeit
zu erwähnen, welche allerdings keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe (S. 10). Aus psychiatrischer Sicht bestehe seit jeher sowohl in der ange
stammten Tätigkeit als auch in jeglicher Verweistätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
S. 11 ff.
).
Die Beschwerdeführerin bedürfe keiner
psychiatri
schen
Behandlung (S. 12).
4.8
In der
bidisziplinären
Zusammenfassung vom 2
0.
Juni 2013 (
Urk.
6/91) führten
Dr.
Z._
und
PD
Dr.
M._
die bereits in den Teilgutachten genannten Diagnosen mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit auf. Die Beschwerdefüh
rerin könne eine angepasste HWS- und LWS-schonende Tätigkeit zu 100
%
be
ziehungsweise während 40 Wochenstunden ausüben. Dabei könne sie Lasten bis zu 10 kg heben und tragen. Aus
bidisziplinärer
Sicht sei die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit nie langfristig arbeitsunfähig gewesen.
4.
9
Med.
pract
.
N._
, praktischer Arzt,
RAD,
empfahl in seiner Stellung
nahme vom 1
3.
August 2013
,
auf die Gutachten abzustellen. Es könne
seit jeher
von einer vollen beziehungsweise 100%igen Arbeitsfähigkeit in
einer adaptier
ten
Tätigkeit ausgegange
n werden. Es habe nie eine lang
andauernde Arbeits
unfähigkeit bestanden. Die zumutbaren Therapien seien ausgeschöpft und der aktuelle Zustand sei stabil. Die Prognose sei günstig (
Urk.
6/96 S. 3).
5.
5.1
Vorab zu prüfen ist, ob die Verfügung vom
1
2.
April 2002 (
Urk.
6/37,
Urk.
6/43
) zweifellos unrichtig war, so dass die vorliegend angefochtene rentenaufhebende Verfügung vom
2.
Mai 2014
(
Urk.
2) mit der substituierten Begründung der Wiedererwägung zu
schützen
wäre
(vorstehend E. 1.
3
).
5.2
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine
Leistungszusprache
aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener
Rechtsre
geln
erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig an
gewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung notwen
digerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher Anspruchsvoraussetzungen (Invaliditätsbemessung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung, Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräf
tigen Leistungszusprechung darboten, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit (nur), wenn kein
vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung – denkbar. Die Wiedererwägung im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich un
richtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts. Darunter fällt insbesondere eine unvollständige Sachverhaltsabklärung aufgrund einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (vgl.
Art.
43
Abs.
1 ATSG und
Art.
61
lit
. c ATSG; Urteil des Bundesgerichts 8C_752/2010 vom 2
7.
Januar 2011 E. 2).
5.3
Aus den
vor der
Rentenzusprache
im Jahr
2002
vorhandenen Berichten
ergibt sich,
dass
sich
der Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
mehrmals ver
ändert hat
und
die der
Beschwerdeführerin zumutbare Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
von den involvierten Ärzten
unterschiedlich eingeschätzt wurde. So wurde
anfänglich von
Dr.
A._
festgehalten, dass
sich
die Beschwerden gebessert hätten und er von einer vollen Wiederaufnahme der Tätigkeit ausgehe (vorstehend E. 3.2). Sodann kam es allerdings zu einer Ver
schlecht
erung des Gesundheitszustandes, w
obei
eine stationäre Therapie
die Folge war
. Nach der erfolgten Therapie wurde die Beschwerdeführerin
in einer adaptierten Tätigkeit
als zu 50
%
arbeitsfähig (vorstehend E. 3.5-6) und in an
deren Berichten als zu 80
%
arbeitsfähig (vorstehend E. 3.4, E. 3.8) erachtet.
Anschliessend
ist eine
weitere
Verbesserung des Gesundheitszustands
anzuneh
men
, da insbesondere
Dr.
A._
in seinem zweiten Gutachten erwähnte, dass das lumbale Schmerzsyndrom gegenüber früher nicht mehr so stark ausgeprägt sei und er zusammen mit
Dr.
G._
davon ausgehe, dass keine
Erwerbsinvali
dität
vorliege und die Beschwerdeführerin in einer behinderungsangepassten Tätigkeit arbeitsfähig sei
(vorstehend E. 3.12)
,
und auch
Dr.
G._
in seinem eigenen Bericht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit attestierte
(vorstehend E.
3.10
).
Ein halbes Jahr nach dem
besagten
Gutachten von
Dr.
A._
erachtete
Dr.
G._
die Beschwerdeführerin aufgrund des eher schlechten Verlaufes allerdings als nur noch zu 50
%
ar
beitsfähig (vorstehend E. 3.13). Im Anschluss an diesen letzten Bericht von
Dr.
G._
erliess die Beschwerdegegnerin die rentenzusprechende Verfügung.
Diese
Rentenzusprache
erscheint
aufgrund der
gestellten
Befunde
und
des schwankenden Gesundheitszustandes
zwar diskuta
bel, allerdings kam damals
in der Zeit vor Verfügungserlass
der
radikulären
Problematik S1 eine bedeutende Rolle zu, wobei sogar ein chirurgischer Eingriff erwogen wurde
und sich die Beschwerdeführerin
mehrmals
in stationärer The
rapie befand
.
Insoweit
ist
die
erfolgte
Rentenzusprache
aufgrund einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer adapt
ierten Tätigkeit vertretbar
,
handelt es sich doch
be
i der Beweiswürdigung der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit um eine Ermessensfrage
. Dass ein anderer Entscheid allenfalls richtiger gewesen wäre, genügt nicht als Grund für eine Wiedererwägung
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_779/2014 vom
6.
Mai 2015 E.
4.
3-
4
)
.
5.4
Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass eine zweifellose Unrichtigkeit der
ren
tenzusprechenden
Verfügung vom 1
2.
April 2002 (
Urk.
6/37,
Urk.
6/43) nicht ausgewiesen ist, weshalb die vorliegend angefochtene rentenaufhebende Verfü
gung vom
2.
Mai 2014 (
Urk.
2) nicht mit der substituierten Begründung der Wiedererwägung zu schützen ist.
6.
6.1
Zur Beurteilung der Frage, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdefüh
rerin
seit der
Rentenzusprache
verbessert hat und somit ein Revisionsgrund vorliegt, ist auf das Gutachten
von
Dr.
Z._
(vorstehend E.
4.6) abzustellen. Sie berücksichtigte die
von der Beschwerdeführerin
geklagten Beschwerden und erstellte das Gutachten in Kenntnis der
Vorakten
, wozu sie auch Stellung nahm.
Sie bejahte
gestützt auf die
erhobenen
Befunde
ausdrücklich
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes
, indem die im August 1999 festgestellte erhebliche Kompression der Wurzeltasche S1 links deutlich gebessert habe, da nun keine Kompression mehr sichtbar sei, sondern nur noch eine mögliche Beeinträchti
gung. Ausserdem seien die vorhandenen degenerativen
Veränderungen im Bereich der H
W
S
und LWS alle
szintigraphisch
nicht vermehr
t
aktiv.
Die
von
Dr.
Z._
angenommene
Verbesserung des Gesundheitszustandes wird
dadurch plausibilisiert, dass die Beschwerdeführerin bei der Untersuchung kein Schmerzmittel verwendete und auch die letzte physiotherapeutische Behandlung im Zeitpunkt der Untersuchung vor mehr als einem halben Jahr statt
fand
.
Schliesslich gab
Dr.
Z._
an,
dass die Untersuchungen
keine
Hinweise auf die von der Poliklinik
K._
(vorstehend E.
4.3)
zusätzlich gestellten Diagnosen einer
Peritrochateritis
rechts sowie einer Sehnenentzündung der
Supraspinatus
-Sehne links gezeigt h
ätten.
A
us dem Vorbringen,
Dr.
Z._
sei zur Würdigung der radiologischen
Auf
nahmen nicht fachkompetent (
Urk.
1 S. 7),
kann die Beschwerdeführerin nichts
zu ihren Gunsten ableiten. Die Befunde wurden anhand der erfolgten Untersu
chungen (MRI, Röntgen, Ultraschall, Szintigraphie) durch
Dr.
med.
O._
und Prof.
Dr.
med.
P._
formuliert
(vgl.
Urk.
6/88/49-53), wobei beide Ärzte über einen Facharzttitel für Radiologie verfügen. Die Fähig
keit zum Vergleich der
durch d
ie
Radiologen
schriftlich
festgehaltenen
Befunde und damit zur
Beurteilung, ob insoweit eine Verbesserung des Gesundheitszu
standes ausgewiesen ist, kommt jedem Arzt zu, folglich auch
Dr.
Z._
.
Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich gestützt auf die klinischen Beurte
i
lungen von
Dr.
B._
und
Dr.
G._
in den Jahren 2000 und 2001 - also
vor der
Rentenzusprache
-
geltend macht, die Verbesserung sei bereits damals ein
getreten und stelle somit gar keine nachträgliche Veränderung dar (
Urk.
1 S. 7 f.), so ist ihr entgegenzuhalten, dass
damals e
in
schwankender
Gesundheitszu
stand
vorlag und kurz vor der
Rentenzusprache
von
Dr.
G._
wiederum ein eher schlechter Verlauf attestiert wurde (vgl.
vorstehend
E.
5.3).
Wenn
Dr.
G._
ein halbes Jahr nach dem Gutachten von
Dr.
A._
, worin dieser erwähnte, dass das lumbale Schmerzsyndrom gegenüber früher nicht mehr so stark ausgeprägt gewesen sei (vorstehend E. 3.12), nur noch eine 50%ige Ar
beitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit attestierte, so erscheint es nahelie
gend, dass sich die
vor dem
weniger starke Ausprägung des lumbalen Schmerzsyndroms wieder vers
tärkt
haben muss.
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich der für die
Rentenzusprache
ents
cheidende Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verbessert hat (vorstehend E. 1.2)
. Damit besteht Anlass für eine Rentenrevision im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG.
6.2
Auch in Bezug auf die Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit im Zeit
punkt der Rentenrevision ist auf die Ausführungen von
Dr.
Z._
abzustel
len.
So erscheint ihre Einschätzung, dass die Beschwerdeführerin
eine nicht angepasste Tätigkeit nicht mehr ausüben
könne, indessen in einer adaptierten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei, aufgrund der
erhobenen Befunde sowie
des Aufgabengebiets einer Hausangestellten als nachvollziehbar und plausibel.
Daran vermag auch die abweichende Einschätzung
des behandelnden Arztes
Dr.
G._
(vorstehend E. 4.5) nichts zu ändern, welcher die Beschwerdeführerin als zu weiterhin 50
%
arbeitsfähig in einer adaptierten Tätigkeit erachtete.
Die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung kann zwar oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen, doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begut
achtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ande
rerseits nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandeln
den Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschät
zungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und
nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bun
desgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2). Solche Gesichtspunkte sind nicht ersichtl
ich, insbesondere führte
Dr.
G._
nicht aus, aufgrund wel
cher Einschränkungen sich eine reduzierte Arbeitsfähigkeit in einer
behinde
rungsangepassten
Tätigkeit ergibt. Im Übrigen ist in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
6.3
Nicht einleuchtend ist hingegen
die
retrospektive Feststellung
von
Dr.
Z._
, die Beschwerdeführerin
sei
nie längerfr
istig arbeitsunfähig gewesen
, da dies
insbesondere
im Widerspruch
steht
zu einem Teil der früheren Beurteilung
en
, welche nicht zweifellos unrichtig waren (vorstehend E. 5.3)
.
D
ies
e Feststellung
ist allerdings
nicht geeignet, die Kernaussage des Gutachtens, das heisst die bildgebend nachgewiesene Verbesserung des Gesundheitszustands und die plausible Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, in Frage zu stellen.
Demzufolge ist
die
100%ige Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten
Tätigkeit erst ab
dem Zeit
punkt der gutachterlichen Untersuchung, das heisst ab dem 2
2.
Mai 2013
,
gege
ben
.
6.4
Zusammenfassend ist
vorliegend ein verbesserter Gesundheitszustand und somit ein Revisionsgrund ausgewiesen, wobei festzustellen ist, dass die Beschwerde
führerin in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
seit dem 2
2.
Mai 2013 zu 100
%
arbeitsfähig
ist
.
7.
7.1
Das Bundesgericht geht in ständiger Rechtsprechung vom Regelfall aus, dass eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist (Ulrich Meyer, Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Inva
lidenversicherung (
IVG
),
2.
Auflage, Zürich 2010, S.
383). Prakt
isch bedeutet dies, dass aus ei
ner medizinisch attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit unmittelbar auf eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit geschl
ossen und damit ein entsprechen
der Einkommensvergleich (mit dem Ergebnis eines tieferen Invaliditätsgrades) vorgenommen werden kann.
In ganz besonderen Ausnahmefällen hat die R
echtsprechung dennoch nach lang
jährigem Rentenbezug trotz medizinisch (wie
der) ausgewiesener Leistungs
fähig
keit vorderhand weiterhin eine Rente zuges
prochen, bis mit Hilfe von medi
zinisch-rehabilitativen und/oder beruflich-e
rwerblichen Massnahmen das theo
retische Leistungspotential ausgeschöpft we
rden kann. Es können im Ein
zel
fall Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vor
handenen Leistungsfähigkeit und m
edizinisch zumutbaren Leistungs
entfal
tung entgegen stehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass
die Ver
wertung eines bestimmten Leistungsp
otentials ohne vorgängige Durchfüh
rung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung der
versicher
ten Person nicht möglich ist (Urteil des Bundesgeric
hts 9C_163/2009 vom 1
0.
Septem
ber 2010 E.
4.2.2).
Diese Rechtsprechung hat das Bundesgericht im Urteil 9C_228/2010 vom 26. April 2011 dahin gehend präzisiert, dass die revisions- oder
wied
ererwä
gungsweise
Herabsetzung oder Aufhe
bung der Invalidenrente bei versicherten Personen, die das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen haben, nur zulässig ist, wenn die Beschwerdegegnerin zuvor Eingliederungsmas
snahmen durchgeführt hat (E. 3.3).
Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass solche versicherte Personen aufgrund des fortge
schrittenen Alters oder der
langen Rentendauer und der dar
aus folgenden lang
jährigen Arbeitsabstinenz in der Regel nicht selber in der
Lage sind, sich dem Arbeitsmarkt zu stellen und sich dor
t selber wieder ein
zugliedern.
Dies führt zwar für die Betroffenen nicht zu einer Art Besitzstandsgarantie. Es wird ihnen lediglich, aber immerhin zugestanden, dass die Rente grundsätzlich erst nach geleisteter Eingliederungshilfe eingestellt werden darf (vgl. erwähntes Urteil 9C_228/2010 vom 26. April 2011 E. 3.5).
7.2
Im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom
2.
Mai 2014 (
Urk.
2) war die Beschwerdeführerin 50 Jahre alt und bezog die Rente seit März 2000, mithin seit 14 Jahren
, so dass sie
knapp
nicht unter den vom Bundesge
richt besonders geschützten
Bezügerkreis
fällt
.
Sie gehört somit zur Gruppe der Versicherten,
denen im Regelfall zumutbar ist, eine medizinisch attestierte Ver
besserung der Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwer
ten.
D
er
Beschwerdeführerin
wurde
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert
, wobei diese Tätigkeit
HWS- und L
W
S
-scho
nend sein soll
und sie
Lasten nur bis zu 10 kg heben und tragen k
ann
.
Tätig
keiten mit einem solchen, nicht allzu eingeschränkten Anforderungsprofil, sind auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ausreichend vorhanden.
Zudem
bestand
bereits
bisher
eine
Restarbeitsfähigkeit von 50
%
in einer adaptierten Tätigkeit
, welche die Beschwerdeführerin allerdings nicht wahrnahm.
Die Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie lebe seit über 15 Jahren im sozialen Rückzug und die angestammte Tätigkeit als Hausangestellte sei ihr gesundheitsbedingt nicht möglich (
Urk.
1 S. 8), sind
bei der vorliegenden Beurteilung
nicht relevant.
Es wird klar eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit attestiert, so dass die unbestrittene volle Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit unbeachtlich ist. Zudem sind nur somatische Befunde ausgewiesen und es lie
gen unbestrittenermassen keine psychiatrischen Diagnosen vor,
welche einen soz
ialen Rückzug begründen könnten
. Diesbezüglich gilt es
ferner
zu erwähnen, dass die Beschwerdeführerin in der psychiatrischen Exploration
bei PD.
Dr.
M._
selbst angab, dass sie einen guten Freundeskreis habe und sie sich in keiner Weise sozial zurückgezogen habe (
Urk.
6/90 S. 6 unten).
Es sind demnach keine Anhaltspunkte ersichtlich, warum der Beschwerdeführe
rin die sofortige Verwertung der Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der
Selbstein
gliede
rung
objektiv nicht möglich sein sollte, weshalb vorgängige
Eingliede
rungsleis
tungen
– entgegen
den Ausführungen der Beschwerdeführerin (vorstehend E.
2.2) - nicht notwendig sind.
8
.
8
.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen dies
er Einschrän
kungen
aufgrund eines Einkommensvergleichs
vorzunehmen.
8
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hest
mö
glichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mens
entwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
8
.3
Für die Bemessung des
Valideneinkommens
stellte die Beschwerdegegnerin auf
die Angaben des Alterswohnheims
Y._
ab, wonach die Beschwerde
führerin im Jahr 2000 ohne Gesundheitsschaden
Fr.
54‘572.--
verdient hätte (
Urk.
2 S. 2
).
Dies ist aufgrund der Tatsache, dass das Arbeitsverhältnis aus gesundheitlichen Gründen aufgelöst wurde
(
Urk.
6/21)
und die Beschwerdefüh
rerin seither mehrheitlich nichterwerbstätig war
(
Urk.
6/77)
, nicht zu beanstan
den
, wobei
dieses Einkommens
noch
an die seither eingetretene
Nominallohn
entwicklung
bei den Frauen
anzupassen ist.
Die Beschwerdegegnerin erwähnte
in der Verfügung
zwar die Nominallohnentwicklung, unterliess in der Folge allerdings die
diesbezügliche
Berechnung (vgl.
Urk.
2 S. 2). Im Jahr 2014 ergibt sich somit
ein hypothetisc
hes
Valideneinkommen
von
rund
Fr.
66‘023.--
.
8
.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
ment
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grun
de liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens a
uf der Grundlage der LSE kann
aus
nahmsweise
der Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder „Dienstleistungen") oder gar einer bestimmten Branche herangezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerbli
chen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Bereich tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E.
5.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3).
8
.5
Seit der
Auflösung des Arbeitsverhältnisses im Jahr 2001
durch
das Altersheim
Y._
(
Urk.
6/21 S. 1)
ging
die Beschwerdeführerin mehrheitlich
und auch
im Zeitpunkt der
vorliegend
angefochtenen Verfügung
keiner Erwerbstätigkeit nach (
Urk.
6/77
), so dass es sich rechtfertigt, für die Berechnung des
Invaliden
einkommens
auf die statistischen Werte der LSE abzustellen. Angesichts der Zumutbarkeit einer 100%igen behinderungsangepassten Tätigkeit steht der Beschwerdeführerin auch bei Beachtung dessen, dass diese
HWS- und LWS-schonend sein soll und die Beschwerdeführerin Lasten nur bis 10 kg heben und
tragen kann,
eine breite Palette von Tätigkeiten offen. Es rechtfertigt sich daher, für die Bemessung des Invalideneinkommens auf den standardisierten
Durch
schnittslohn
für einfache und repetitive Tätigkeiten in sämtlichen Wirtschafts
zweigen de
s privaten Sektors abzustellen.
Das im Jahr 2010 von Frauen im Durchschnitt aller einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielte Einkommen betrug pro Monat
Fr.
4‘225.
--
(LSE 2010, S. 26, Tabellengruppe TA1, Total,
Niveau 4). Der durchschnittlichen wöchen
tlichen Arbeitszeit im Jahr 2014 von 41.7
Stunden und der allgemeinen
Lohnentwick
lung
bei den Frauen
der Jahre 2011 bis 2014 in der Höhe von 1.0
%
, 1.0
%
, 0.7
%
und 1.0
%
angepasst
(www.bfs.admin.ch, Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit sowie Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne)
, ergibt dies ein hypothetisches Invalideneinkommen
von rund
Fr.
54‘
838
.--
für das Jahr 2014 bei der 100%igen Arbeitsfähigkeit (
Fr.
4‘225.-- : 40 x 41.
7
x 12 x 1.01 x 1.01 x 1.007 x 1.01).
8
.6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
8
.7
Das Belastungsprofil
der behinderungsangepassten Tätigkeit
rechtfertigt
vorlie
gend
k
einen Abzug vom Tabellenlohn, umfasst
der Tabellenlohn im
Anforde
rungsniveau
4
doch
bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren
Tätigkeiten
.
A
uch die Beachtung von Hebe- und
Tragelimiten
rechtfertigt
kei
n
en
Abzug (Urteile des Bundesgerichts 9C_386/2012 vom 1
8.
September 2012 E. 5.2 und 9C_454/2011 vom
3
0.
September 2011
E. 4.3).
Ebenfalls
begründet
die fehlende Berufsausbildung
der Beschwerdeführerin
keinen
Anspruch auf einen
Abzug,
ist diese doch bei der Bestimmung des Anforderungsniveaus zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 8C_427/2011 vom 1
5.
September 2011 E. 5.2). Dem wurde hier Rechnung getragen, indem die Tabellenlöhne auf dem niedrigsten Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten), welches keine Berufsausbildung erfordert, verwendet wurden.
Die Beschwerde
führerin war
allerdings während fast ihrer gesamten Berufszeit als Hausange
stellte im Altersheim
Y._
tätig,
wobei sie sehr lange
vom Arbeitsmarkt abwesend war. Ob eine lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt immer zu einem Abzug vom Tabellenlohn führt, wurde im Urteil des Bundesgericht
s
9C_315/2012 vom
1
8.
September 2011 offengelassen (verneint
im
Urteil des Bundesgerichts 8C_594/2011 vom 2
0.
Oktober 2011 E. 5
bei
fast 10-jähriger Abwesenheit
). Vorliegend erscheint allerdings aufgrund der Gesamtumstände ein leidensbedingter Abzug von 10
%
als angemessen. Damit resultiert ein hypothetisches Invalideneinkommen in der Höhe von rund
Fr.
49‘354.-- (
Fr.
54‘838.
--
x 0.9).
8
.8
Der Vergleich
des
Valideneinkommens
von
Fr.
66‘023.--
mit dem
Inva
lidenein
kommen
von
Fr.
49‘354
.--
ergibt eine Einkommensbusse von
Fr.
16‘669
.--
und damit einen nicht rentenbegrü
ndenden Invaliditätsgrad von gerundet
25
%
. Bei diesem Ergebnis
steht der Besch
w
erdeführerin somit keine Rente der Invaliden
versicherung mehr zu.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
9
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen
(
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerle
gen.