Decision ID: 32887990-8884-59ca-aa7a-39743190a629
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1968 geborene und
zuletzt
in der Kontrolle des ruhenden Verkehrs tätig gewesene
X._
meldete sich am
1.
Juni 2018 unter Hinweis auf eine Depression, Sozialphobie und ein Kurzdarmsyndrom bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/7).
Nach einem durch
ge
führten Standortgespräch holte die IV-Stelle Auskünfte über die erwerbliche und medizinische Situation ein und erteilte am 3
0.
Januar 2019 (Urk. 8/32) Kosten
gutsprache für eine Vorbereitungsmassnahme in Form einer Abklärung und Ausbildung zur Pflegehelferin SRK via
Y._
.
Mit Mitteilung vom 1
1.
September 2019 (
Urk.
8/38) erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine Verlängerung der Vorbereitungsmassnahme in Form des Berufspraktikums
. Am
2
2.
November 2019 (
Urk.
8/53)
schloss
die Versicherte
den Lehrgang
erfolg
reich ab und
wurde
anschliessend
mittels
J
obcoaching
unterstützt
(
Urk.
8/41,
Urk.
8/46 und
Urk.
8/52).
Mit Mitteilung vom 11.
Dezember 2019 (Urk. 8/56) schloss die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen
nach erfolglosem Jobcoaching
ab
(
Urk.
8/59) und holte weitere medizinische Unterlagen ein
.
Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/65,
Urk.
8/66 und
Urk.
8/68) verneinte die IV-Stelle am 1
4.
September 2020 (
Urk.
2) verfügungsweise einen Leistungsan
spruch der Versicherten.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 1
3.
Oktober 2020 (
Urk.
1)
unter Beilage einer medizinischen Stellungnahme (
Urk.
3)
Beschwerde und beantragte sinngemäss
die
Zusprache
eine
r
halbe
n
Invalidenrente (S. 2).
In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Prozess
füh
rung sowie die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels, da sie noch auf der Suche nach einer Rechtsvertretung sei (S. 2).
Am
1.
November 2020 reichte die Beschwerdeführerin das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftig
keit (
Urk.
6) ein. Mit Beschwerdeantwort vom
1
6.
November 2020 (
Urk.
7) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerde
führer
in
mit Verfügung vom 1
7.
November 2020 (
Urk.
9) zur Kenntnis gebracht wurde.
Da der Beschwerdeantwort
keine
neuen
Vorbringen
zu entnehmen waren,
wurde
auf
die Anordnung eines
zweiten Schriftenwechsel
s
verzichtet.
Am 2
3.
November 2020 (
Urk.
10) reichte die Beschwerdeführerin
sodann
eine
Unter
stützungsbestätigung der
Sozialhilfe ein.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215
E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4
der
Verordnung über die Invalidenver
siche
rung
(IVV)
(
per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
tätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (Art. 27
bis
Abs. 2
IVV
). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbs
tätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teil
erwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die pro
zentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads, den die versi
cherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (Art. 27
bis
Abs. 4 IVV).
1.5
Für die richterliche Beurteilung eines Falles sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berück
sichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beein
flussen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass der Beschwerdeführerin nach ihrer Ausbildung zur SRK Pflegehelferin
in diesem Bereich ein Pensum von 60
%
zumutbar sei. Die restlichen 30
%
entfielen
auf
den Haus
h
altbereich
(S. 1)
. Eine Einschränkung im Haushaltbereich sei hingegen nicht ausgewiesen. Aus dem Einkommensvergleich resultiere ein Invaliditätsgrad von 33
%
, sodass kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe. Die medizinischen Abklärungen hätten eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
ergeben und darauf stütze sich
der Einkommensvergleich (S. 2).
2.2
Demgegenüber wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein (
Urk.
1), dass sie nicht mehr als 50
%
arbeiten könne. Sie sei schnell überfordert, habe eine Existenzangst und der Gedanke sich aufgrund der Überforderung das Leben zu nehmen, habe sich immer mehr zugespitzt. Ihr stehe eine Teilrente zu und auf
grund der zahlreichen Einschränkungen sei zudem ein leidensbedingter Abzug vorzunehmen (S. 2)
.
2.3
Streitig und zu prüfen ist, wie es sich mit der sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation der Beschwerdeführerin verhält und ob sie Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine I
nnere Medizin FMH, führte in seinem Bericht vom 2
4.
Juli 2018 (
Urk.
8/12) aus, dass die Beschwerdeführerin aus soma
tischer Sicht mindestens halbtags für leichte Arbeiten arbeitsfähig sei. Die letzten Kontrollen seien einerseits wegen dem subjektiven Gefühl der Atemnot und wegen Durchfall
sowie
häufigem Stuhlgang erfolgt. Alle Untersuchungen (Labor, Status, Thorax-Röntgen, Lungenfunktionsprüfung, infektiöser Durchfall) seien jedoch normal gewesen.
3.2
Die zuständigen Fachpersonen der Psychiatrie
A._
,
Dr.
med.
B._
und
Msc
.
C._
, Psychologin,
führten in ihrem Bericht vom 2
1.
September 2018 (
Urk.
8/26/6-9) aus, die Beschwerde
füh
rerin sei vom 17. Juli bis 1
2.
September 2018 in stationärer Behandlung gewesen. Dazu nannten sie folgende Diagnosen (S. 1):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10: F33.3)
-
Verdacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-insta
bi
len und zwanghaften Anteilen (ICD-10: F61)
Die Beschwerdeführerin habe sich zu Beginn der Behandlung im interpersonellen Kontakt sehr misstrauisch, ablehnend und fordernd gezeigt. Es sei ihr aber den
noch gelungen
,
sich sehr rasch auf eine therapeutische Beziehung einzulassen
und sich intensiv mit ihren zugrundeliegenden Themen auseinanderzusetzen. Sie habe dabei sehr hohe Ansprüche an sich selbst gezeigt, sich auch zwischen den Therapien intensiv mit ihren Themen auseinandergesetzt und sei dadurch zuneh
mend an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gestossen, was sich darin geäussert habe, dass sie zunehmend den Bezug zum Alltag zu verlieren
ge
schien
en habe
. Es sei ein deutlicher Zusammenhang zwischen der psychischen Belastung und den
gastrointestinalen Beschwerden (Obstipation) deutlich geworden, welche zwischen
zeitlich einen grossen Raum in der Behandlung eingenommen hätten. Die de
pressive Symptomatik habe sich im Behandlungsverlauf sehr schwankend gezeigt und über den gesamten Behandlungsverlauf habe diesbezüglich aber eine deut
liche Reduktion der Symptome erreicht werden können (S. 2).
Somatisch sei es während des Aufenthalts am
3.
September 2018 zu einer Synkope in einem Nagelstudio gekommen, bei der sich die Beschwerdeführerin eine nicht dislozierte Fraktur der linken proximalen Fibula
zugezogen habe
. Die rezidivierende depres
sive Symptomatik werde auf dem Boden von tiefgreifenden Schwierigkeiten im Selbstbild, insbesondere in der Selbstwahrnehmung und -regulation verstanden. Kompensatorisch seien hohe Ansprüche an sich selbst, die genaue Einhaltung von Regeln und Strukturen sowie die Aufopferung für die Bedürfnisse anderer ohne Rücksicht auf die eigenen Bedürfnisse und Leistungsgrenzen deutlich geworden. Aufgrund der schweren depressiven Symptomatik und möglichen Verzerrung der Reliabilität habe man auf eine testdiagnostische Abklärung der zugrunde
lie
genden Persönlichkeitsstruktur verzichtet. Es werde aber eine testdiagnostische Bestätigung der vermuteten kombinierten Persönlichkeitsstörung nach weiterer
Reduktion der depressiven Symptomatik empfohlen. Differentialdiagnostisch lasse
sich die ausgeprägte Dysphorie seit Kindheit bzw. Jugendalter möglicherweise durch eine zugrundeliegende
Dysthymia
, im Sinne einer double Depression, erklären.
Die Symptomatik werde aber eher im Rahmen der emotional-instabilen Persönlichkeitsanteile
verstanden
, die jahrelang anhand der zwanghaften Anteile
hätten
kontrolliert und reguliert werden
können
. Dafür spreche auch die gestei
gerte Nahrungsmittelaufnahme als Versuch
,
die eigenen Emotionen zu regulieren. Die sozialen Ängste und das Misstrauen im interpersonellen
K
ontakt werde auch im Rahmen der kombinierten Persönlichkeitsstörung eingeordnet und es werde daher von der Diagnose einer sozialen Phobie abgesehen (S. 3).
3.3
Die behandelnde Psychotherapeutin
Dr.
phil.
D._
gab in ihrem Bericht vom 10. Dezember 2018 (
Urk.
8/26/1-5) an, die Beschwerde
gegnerin sei seit dem 26. Januar 2018 bei ihr in Behandlung, welche alle zwei Wochen stattfinde (S. 2). Die Beschwerdeführerin sei allgemein sehr erschöpft und resigniert, müde vom
Leben und oft hoffnungslos. Sie könne für Momente auch zielstrebiger und moti
vierter wirken, bis die Stimmung dann wieder erneut abfalle. Sie denke aktiv mit, kommuniziere und argumentiere kohärent und intelligent. Zeitweise sei sie ge
reizt oder aufgebracht und habe Mühe
,
sich unter mehreren Menschen aufzu
halten. Sie müsse sich dann abrupt zurückziehen und alleine sein. Sie halte es in Gruppen nicht lange aus und klage zeitweise über Kopfschmerzen und Schlaf
störungen (S. 3).
Dr.
phil.
D._
nannte zudem folgende Diagnosen
mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
:
-
Rezidivierende depressive Episode, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10: F33.1)
-
Verdacht auf Neurasthenie (ICD-10: F48.0)
-
Verdacht auf
s
oziale Phobie (ICD-10: F40.1)
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit gab
sie
an, die Beschwerdeführerin könne ein Arbeitspensum von 50
%
leisten. Es sollte sich dabei um einen ruhigen Arbeits
platz handeln, bei welchem sie von Vorteil alleine arbeiten könnte oder in einem kleinen Team (S. 3). Den Haushalt könne die Beschwerdeführerin bewältigen, sei aber damit öfters im Rückstand. In Gruppen oder in einem Team könne sie nicht arbeiten, da sie das auf die Länge nicht aushalte (S.
5
).
3.4
Dr.
med.
Z._
führte in seinem Bericht vom 2
3.
Dezember 2019 (
Urk.
8/58) aus, die Beschwerdeführerin leide seit 2019 an einer anhaltenden depressiven Störung. Sie habe im Jahr 2019 im Rahmen der IV Reintegration eine Ausbildung als Pflegehelferin inklusive eines Praktikums gemacht und suche nun eine Stelle im Pensum von 60
%
. Mehr könne sie nicht arbeiten, da sie die berufliche Belastung nicht gut vertrage und zusätzlich ein seelisches Tief bestehe. Häufig ertrage sie Menschen in der Umgebung nicht, könne nicht in einem Team arbeiten, vertrage keinen beruflichen Stress, sei rasch überfordert und habe Angst
,
bei der Arbeit zu versagen resp. etwas nicht zu können. Sie möchte eigentlich nur sterben, da ihr alles zu viel werde. Sie könne sich eine Tätigkeit als Pflegehelferin vorstellen und würde am liebsten schwer kranke oder sterbende Menschen betreuen.
Sie leide
neben der depressiven Störung auch an einer sozialen Phobie und könne in einer angepassten Tätigkeit in einem Pensum von 50
%
arbeiten.
3.5
Dr.
phil.
D._
nannte in einem undatierten Bericht aus dem Jahr 2020
(
Urk.
8/62
, eingegangen am 1
5.
April 2020
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1)
-
Differentialdiagnostisch: Verdacht auf
Dysthymia
seit der Jugend (ICD-10: F34.1)
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen und zwang
haften Anteilen (ICD-10: F61)
-
Sozialphobie (ICD-10: F40.1)
Sie führte aus, d
ie Therapie finde weiterhin alle zwei Wochen statt, manchmal wöchentlich, wobei es dann wieder längere Unterbrüche gebe.
Die Arbeits
fähig
keit als Pflegekraft betrage 60
%
.
Die Beschwerdeführerin würde gerne in der Pflege arbeiten, habe aber bis jetzt keine Stelle gefunden
. Ein grösseres Arbeits
pensum als 60
%
würde
n
«
sie
»
(
wohl
Dr.
phil.
D._
und der delegierende med.
pract
.
E._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie) ausschliessen, da die Be
schwer
deführerin schnell erschöpft sei (
Urk.
8/62/7).
3.6
Lic
. phil.
F._
und
Dr.
med. univ.
G._
von der
Psychiatrie A._
nannten in ihrem Bericht vom 2
8.
September 2020 (
Urk.
3) folgende Diagnosen (S. 2):
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen und zwang
haften Anteilen (ICD-10: F61)
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1)
-
Essattacken bei anderen psychischen Störungen (ICD-10: F50.5)
Die Fachpersonen führten aus, die Beschwerdeführerin nehme seit dem 3. Juli 2020 an fünf halben Tagen die Woche an einem integrierten psychiatrisch-psy
chotherapeutischen Behandlungsprogramm teil.
Zur Arbeitsfähigkeit
hielten sie fest
, dass die Beschwerdeführerin bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Nach einer weiteren Stabilisierung im Rahmen einer stationären Therapie und weiteren ambulanten Therapien sei das Erreichen einer Teilarbeitsfähigkeit von möglicherweise 40-50
%
in angepasster Tätigkeit mittelfristig denkbar. Das tagesklinische Setting sei zum Erreichen einer Teilarbeitsfähigkeit deutlich nicht ausreichend.
Aufgrund der schwerwie
g
enden Einschränkungen bestehe keine Mög
lichkeit für das Erreichen einer 60%igen Teilarbeitsfähigkeit, sondern maxi
mal 40 bis 50
%
in angepasster Tätigkeit.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die Akten davon aus, dass die Be
schwerdeführerin zu 30
%
als im Haushalt tätig zu qualifizieren ist und
zu
70
%
als erwerbstätig (
Urk.
2
S. 2).
4.2
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend is
t somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im
Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hy
po
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonde
ren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrsc
hein
lichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Be
urteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
4.3
Anlässlich des ersten Standortgesprächs am 10. Juli 2018 (
Urk.
8/10) gab die Beschwerdeführerin an, dass sie bei voller Gesundheit in einem Pen
sum von 70
% arbeiten würde (S. 2). Aufgrund der Akten ist ausgewiesen, dass die Beschwer
deführerin in ihrer letzten Tätigkeit als Kontrolleurin im ruhenden Verkehr im Umfang von ca. 57
%
(
Urk.
8/16
Ziff.
2.3
) tätig war. Weiter ist aufgrund der Akten ausgewiesen, dass bei der Beschwer
deführerin keine Einschränkung im Haushalt besteht. Eine solche lässt sich auch weder den
Berichten
entnehmen noch wurde sie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht. Die Qualifikation der Beschwerdeführerin von 70
%
Erwerbstätigkeit und 30
%
Haushalt blieb so
dann auch zwischen den Parteien unbestritten. Obwohl die Beschwerdeführerin in ihrer letzten Tätigkeit nicht in einem Umfang von 70
%
gearbeitet hat,
ist die Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 70 % im Erwerbsbereich und zu 30 % im Haushalt tätig aufgrund der fehlenden Einschränkung im Haushalt zu ihren Gunsten nicht zu beanstanden.
5.
5.1
Angesichts der Ausrichtung von Taggeldern bis am 3
1.
Oktober 2019 (
Urk.
8/39/
2) stehen Rentenleistungen ab
1.
November 2019 im Raum.
Währenddem
die Be
schwerdegegnerin von einer 60
%
igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausging, schloss die Beschwerdeführerin auf eine solche von höchstens 50
%
.
5.2
De
r Hausarzt
und die behandelnde Psychotherapeutin attestierten von B
eginn weg
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
(E. 3.1 und E. 3.3), welche die Beschwer
de
führerin derart umzusetzen in der Lage war, dass sie die Ausbildung zur Pfle
ge
helferin SRK absolvieren konnte. Diese bestand aus einem vierwöchigen Vor
bereitungs
kurs (5 Tage/Woche) gefolgt von einem acht Wochen dauernden Ver
tiefungskurs (2-3 Tage/Woche). Im Anschluss absolvierte die Beschwerdeführerin einen drei
mo
na
tigen Praktikumseinsatz mit einem Pensum von 60
%
. Die Begleitpersonen waren mit dem
Einsatz zu
frieden (
Urk.
8/36/1 und
Urk.
50/1 und
Urk.
8/45/1).
Damit zeigte die Beschwerdeführerin, dass sie eine 60%ige Arbeitstätigkeit aus
zuüben vermag.
5.3
In diesem Sinne verwies denn auch Hausarzt
Dr.
Z._
nach Abschluss der Aus
bil
d
ung mit Bericht vom 2
3.
Dezember 2019 auf ihre Stellensuche im Umfang von 60
%
, ohne dass er dieses Pensum als überfordernd bezeichnete, auch wenn er eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50
%
attestierte (E. 3.4). Die behandelnde Psychotherapeutin bestätigte eine 60%ige Arbeitsfähigkeit
,
offenbar nach Rück
sprache mit dem delegierenden Psychiater (E. 3.5). Bei dieser Ausgangslage mit effektiver Arbeitsausübung in diesem Rahmen und durch die betreuenden Fach
personen bestätigter Arbeitsfähigkeit im Umfang von 60
%
ist es nicht zu bean
standen, dass die Beschwerdegegnerin hiervon ausging. Die Beschwerdeführerin verwies denn auch hauptsächlich auf Probleme
mit den Mitarbeiterinnen, wel
chen durch eine passende Organisationsstruktur entgegengewirkt werden kann.
Angesichts der eindeutigen erwerblichen Situation (E. 6) kann
von einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden
.
5.4
Zu den Angaben im Bericht von
lic
. phil.
F._
und
Dr.
G._ von der Psychiatrie A._
vom 2
8.
September 2020 (E. 3.6) ist zu bemerken, dass diese im Wesentlichen die hin
län
glich bekannten D
iagnosen stellten und vorweg auf das von der Beschwer
de
führerin geschilderte deutlich verstärkte Misstrauen verwiesen (
Urk.
3 S. 1). An
lässlich der Therapie fielen vor allem die geringe Flexibilität bei Veränderung des Gruppensettings auf, wobei die Beschwerdeführerin
offenbar zuweilen
gereizt reagier
t
e. Dem Bericht fehlt indes jegliche Auseinandersetzung mit den Beurtei
lungen der
Vorbehandler
und insbesondere mit der
a
bsolvierten Ausbildung samt Praktikum. Dass die Fachleute
bei dieser Ausgangslage und wenig auffälligen Befunden eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit attestierten, ist demgemäss nicht nachvollziehbar. Dies umso weniger, als die Beschwerdeführerin selber von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgeht und der Bericht keinen Hinweis auf ein Überforderungsverhalten der Beschwerdeführerin enthält.
Zudem
brachten die Fach
leute nicht vor, die Arbeitsfähigkeit sei bereits seit Juli 2020 derartig ein
geschränkt. Bezieht sich das Attest
indes
auf das Berichtsdatum vom 2
8.
Septem
ber 2020, ist es von vornherein irrelevant, da das Datum des Erlasses der ange
fochtenen Verfügung
(1
4.
September 2020) die zeitliche Grenze der Überprü
fungs
befugnis darstellt.
Eine allfällig
e
Verschlechterung nach dem massgebenden Zeitpunkt wäre in einem Neuanmeldungsverfahren zu prüfen.
6
.
6
.1
Zu prüfen bleibt, wie sich das Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin in wirt
schaftlicher Hinsicht auswirkt.
6
.
2
Die Beschwerdeführerin war zuletzt als Kontrolleurin im ruhenden Verkehr tätig und erzielte im Jahr 2017 in einem Pensum von ca. 57
%
ein jährliches Ein
kommen von
Fr.
31‘131
.--
(
Urk.
8/16/9)
.
Da anzunehmen ist, dass sie bei intakter Gesundheit nach wie vor die gleiche Tätigkeit ausführen würde, ist dieses Ein
kommen dem
Valideneinkommen
zugrunde zu legen. Hochgerechnet
auf eine hypo
thetische Vollerwerbstätigkeit
und angepasst an die Nomi
n
allohn
entwick
lung bis ins Jahr 201
8
(
aktuellster verfügbarer Wert, vgl. Nominallohnindex Frauen, Bundesamt für Statistik, Tabelle T1.2.10, Index 105.4 auf Index 105.9) ergibt sich ein Wert von
Fr.
54'875.--.
6
.
3
6
.
3
.1
Unter zutreffender Annahme einer 60%igen Arbeitsfähigkeit ging
d
ie Beschwer
degeg
nerin
davon aus, dass die Beschwerdeführerin in einem 60%igen Pensum ein jährliches Einkommen von Fr. 30‘000.-- erzielen könnte (
Urk.
8
/63
und
Urk.
8/55/2
).
Nach der Lohnstrukturerhebung (LSE) 2018 des Bundesamtes für Statistik, Tabelle T17 betrug der Lohn für Frauen in Betreuungsberufen im Kompetenzniveau 2 (praktische Tätigkeiten)
Fr.
4‘839.-- für Arbeitnehmerinnen bis 29 Altersjahren
, welcher Wert leicht unter dem Wert des Kompetenzniveaus 1 (einfache Tätig
keiten körperlicher oder handwerklicher Art) der grundsätzlich anwendbaren Tabelle TA1 von
Fr.
4‘860.-- liegt.
Die Beschwerdeführerin ist wohl älter, steigt
in diesem Beruf jedoch neu ein und hat dementsprechend auch ein eher gerin
geres Einkommen zu erwarten. Angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit (Bundesamt für Statistik, Tabelle T 03.02.03.01.04.01
Ziff.
86
)
von wöchentlich 41.6 Stunden ergibt sich ein mögliches Einkommen von
Fr.
60‘391.-- respektive
Fr.
36‘234.-- für das noch zumutbare 60
%
-Pensum.
Wollte man davon ausgehen, dass in anderen Berufssegmenten den Defiziten (vor allem im zwischenmenschlichen Bereich) besser begegnet werden könnte
,
und auf das Total der Löhne im Kompetenzniveau 1 abstellen, ergäbe sich ein Lohn von
Fr.
4‘371.-- und ang
e
passt an die durchschnittliche Ar
b
eitszeit von 41.7 Stunden ein solcher von
Fr.
54‘681.-- pro Jahr respektive - bei 60%igem Pensum - von
Fr.
32‘809.--.
6.3.2
Die Beschwerdeführerin machte geltend, bei der Berechnung des Invaliden
ein
kommens müsse ein leidensbedingter Abzug gewährt werden. Als Begrün
dung führte sie ihre zahlreichen Einschränkungen auf (Urk. 1 S. 2
).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf
die Lohnhöhe haben können (BGE
124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigke
it auch auf einem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender ersc
hein
en lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Die Beschwerdeführerin ist gemäss ärztlicher Einschätzung im Bereich der Pflege
hilfe zu 60
%
arbeitsfähig. Die gesundheitlichen Einschränkungen, wonach sie Menschen in der Umgebung nicht vertrage, nicht in einem Team arbeiten
könne, keinen beruflichen Stress
vertrage und rasch überfordert sei (E. 3.4 hiervor),
führen
nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypothetischen Invaliden
lohns.
Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens
drängt
sich vorliegend kein leidensbedingter Abzug auf,
da
die
Leistungseinbusse
infolge des angegebenen Leistungsprofils bereits bei der zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 60 % berück
sichtigt wurde (vgl. E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2013 vom 2. April 2014 E. 4.3)
. M
it
der attestierten Arbeitsfähigkeit von 60 % wurde ihren gesund
heitlichen Einschränkungen bereits hinreichend Rechnung getragen. Ein (weite
rer) Abzug wegen der leidensbedingten Einschränkung rechtfertigt sich daher nicht. Es ist nicht erkennbar, dass anderweitige einkommensbeeinflussende Fak
toren
derart gravie
rend wären, dass
die Beschwerdeführerin
deswegen negative Auswirkungen auf die Lohnhöhe zu gewärtigen hätte.
Immerhin
ist darauf hin
zuweisen, dass auch e
ine psychisch bedingt verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen nach der Gerichtspraxis in der Regel nicht als eigenständiger Abzugsgrund anerkannt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.4.2; vgl. auch Urteil 9C_233/2018 vom 11. April 2019 E. 3.2 mit Hinweisen).
6.4
Demgemäss steht dem
Valideneinkommen
von Fr.
54'875.--
ein Invalidenein
kommen von
mindestens
Fr.
32'809.--
gegenüber. Im Erwerbsbereich resultiert eine Einkommenseinbusse von
Fr.
22'
066
.--
und somit ein
Invaliditätsgrad
von 4
0
%
respektive gewichtet mit dem Erwerbsanteil von 70
%
ein solcher von 28
%
.
Die Beschwerdeführerin ist in ihrem zu 30 % zu gewichtenden Aufgabenbereich im Haushalt nicht eingeschränkt, was einen Teilinvaliditätsgrad von 0 % ergibt.
Damit resultiert
einrentenausschliessender
Gesamtinvaliditätsgrad von 28
%
.
Selbst unter Zugrundelegung der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Arbeitsfähigkeit von maximal 50
%
(vgl. vorstehend E. 2.2) würde die
Erheb
lichkeitsgrenze
von 40 % für einen Rentenanspruch nicht erreicht (vgl. vorste
hend E. 1.2). Bei einem
Valideneinkommen
von Fr.
54’875
.-- sowie einem Inva
lidenein
kommen von Fr.
27'341.--
resultierte eine Erwerbs
einbusse von Fr.
27'534.--
und somit eine Einschränkung im Erwerbsbereich von
50
%. Unter Berücksichtigung der Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 70 % im Erwerbsbereich und zu 30 % im Haushaltbereich Tätige ergäbe dies einen Inva
liditätsgrad von
35
%.
7.
Soweit
die Beschwerdeführerin geltend macht, es seien keine beruflichen Mass
nahmenabklärungen hinsichtlich ihrer Restarbeitsfähigkeit gemacht worden (
Urk.
1 S. 1), kann ihr nicht gefolgt werden. Im Rahmen
von
beruflichen Mass
nahme
n
schloss die Beschwerdeführerin eine Ausbildung zur SRK Pflegehelferin ab, welche mit Mitteilung vom 1
1.
Dezember 2019 (
Urk.
8/56) sodann auch
be
endet wurde
. Im Dezember 2019 lehnte die Beschwerdeführerin zudem ein Stel
lenangebot ab und gab an, sich für ein 60%iges Pensum zu wenig stabil für die Stellensuche zu fühlen, wodurch die Eingliederungsberatung und das Job Coaching zu Gunsten der Rentenprü
fung abgeschlossen wurden (Urk.
8/64 S. 3).
Anzumerken bleibt zudem, dass die beruflichen Massnahmen nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens
bilden
, hat doch die Beschwerdegegnerin im ange
fochtenen Entscheid darüber nicht befunden
.
Der Beschwerdeführerin ist es unbe
nommen, sich bezüglich beruflicher Massnahmen erneut anzumelden. So
weit solche vorliegend beantragt werden, ist auf die Beschwerde jedoch nicht einzu
treten.
8
.
Nach dem Gesagten wird der für den Anspruch auf eine Invalidenrente voraus
gesetzte Invaliditätsgrad von mindestens 40 % (vgl. vorstehend E. 1.2) auch unter Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Arbeits
unfähigkeit nicht erreicht.
Die Beschwerdegegnerin hat einen Renten
anspruch der Beschwerdeführerin somit zu Recht verneint. Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt
, soweit darauf einzutreten ist.
9
.
9
.1
Die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss § 16 Abs. 1 und 2 des Gesetztes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) sind vorliegend erfüllt (vgl. insbesondere Urk. 10). Demzufolge ist der Beschwer
deführerin antragsgemäss (Urk. 1) die unentgeltliche Prozessführung zu bewilli
gen.
9
.2
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr.
6
00.-- fest
zusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
Die Beschwerdeführerin wird auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) aufmerksam gemacht.