Decision ID: cf81be42-3194-55c1-893b-45700a4a1f57
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1952, erlitt am 11. Juni 2003 und am 11. Septem
ber 2005 bei der Allianz versicherte Unfälle; die diesbezüglichen Leis
tungen stellte
die
Allianz mit
Einspracheentscheid
vom 1. Dezember 2008 per 10. September 2006 ein (Urk. 11/I/
117
). Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 9. Juli 2010 im Verfahren Nr. UV.2009.00015 teilweise gut (Urk. 11/I/123), dies mit der
Feststellung
,
mit Ausnahme
einer begin
nenden Arthrose im linken oberen Sprunggelenk (OSG) seien die
im strit
tigen Zeitpunkt geklagte
n
Beschwerden nicht (mehr) unfallkausal
(S. 16 E. 7.3
); im Hinblick auf allfällige zu erbringende Leistungen seien strikt auf diesen Beschwerdekomplex (OSG-Arthrose links) fokussierte Abklärungen zu tätigen
(
S. 17
E. 7.
4
)
.
1.2
In der Folge veranlasste die Allianz ein Gutachten, das am 25. Januar 20
12
er
stattete wurde
(
Urk.
11/I/158)
. Mit
Verfügung
vom
31.
Mai 20
12 (
Urk.
11/I/174 =
Urk.
3/1b/4)
stellte sie ihre
Leistung
en p
er 10.
September 20
06
ein.
Die vom Krankenversicherer dagegen erhobene Einsprache
(
Urk.
11/I/175)
wurde von diesem wieder zurückgezogen
(
Urk.
11/I/179)
. Die V
ersicherte
erhob am
2.
Juli 201
2
Einsprache
(11/I/182)
. Diese wies die Allianz am 29. November 2012 ab (Urk. 11/I/194 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
29.
November 20
12 (
Urk.
2)
erhob die Versi
cherte am 15. Januar 2013 Beschw
erde
und beantragte in der Sache, dieser sei aufzuheben und es seien ihr rückwirkend ab
10.
September 20
06
Heilungskosten und Taggelder zu vergüten (S. 2
Ziff.
1) sowie eine Invalidenrente und Integritätsentschädigung zuzusprechen (S. 2
Ziff.
2).
Die Allianz beantragte mit Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2013 (Urk. 9) die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin reichte am 16. August 2013 eine Replik (Urk. 20) ein, die Beschwerdegegnerin am 18. September 2013 eine Duplik (Urk. 28) und am 26. September 2013 eine weitere Stellungnahme (Urk. 30). Diese wurden der Beschwerdeführerin am
30. September 2013 zur Kenntnis gebracht (Urk. 31).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Vorab ist auf prozessuale Belange näher einzugehen. Die Beschwerdeführerin beantragte
in
ihrer Beschwerde (Urk. 1)
unter anderem, das vorliegende Ver
fahren sei zu sistieren, bis die Beschwerdegegnerin über ihren Leistungsanspruch als Folge eines Unfallereignisses vom 6. März 2005 entschieden habe. Ferner beantragte sie, „dass die Parteien zur entsprechenden Verhandlung über den gesamten Anspruch der Beschwerdeführerin auf UVG-Leistungen vorzula
den sind“ (S. 2
Ziff.
3). Sollte dem Sistierungsantrag nicht stattgegeben werden, so sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen; anschliessend seien die Par
teien zur Verhandlung vorzuladen (S.
16
Ziff.
3).
1.2
Die Beschwerdeführerin führte mit Bezug auf den genannten Antrag aus, das Unfallereignis vom 6. März 2005 (Sturz auf Gesäss und Rücken) sei aktenkun
dig. Die Beschwerdegegnerin habe fälschlicherweise mit Schreiben vom 5. Ok
tober 2005 die Rechnung für die entsprechende Behandlung vom 15. Juni bis
8. Juli 2005 retourniert. Sie habe am 14. Januar 2013 nachträglich die Ausrich
tung von Leistungen beantragt (S. 16
Ziff.
1).
Weiter führte sie aus, sie habe bis vor Beginn des aktuellen Verfahrens nie voll
ständige Akteneinsicht erhalten. Deshalb habe sie erst mit Schreiben vom
14. Januar 2013 (vgl. Urk. 11/II/5) die Beschwerdegegnerin „darauf aufmerksam machen können, dass sich im Zusammenhang mit einem weiteren
Unfallereig
nis
Ungereimtheiten aus den UVG-Akten der Beschwerdegegnerin ergeben“ (Urk. 16 S. 2).
1.3
Aktenkundig ist
eine den 6. März 2005 betreffende Bagatell-Unfallmeldung (Urk. 11/II/1). Der behandelnde Arzt (und Arbeitgeber) der Beschwerdeführerin attestierte
am 16. April 2005
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 9. bis
14. März 2005 und datierte die volle Arbeitsaufnahme auf den 15. März 2005
(Urk. 11/II/3 S. 2
Ziff.
8 und 9). Am 20. Juni 2005 teilte er der
Be
-
schwerdegegnerin
mit, bei noch geringem Schmerz des Os
coccygis
sei die Behandlung am 19. Mai 2005 abgeschlossen worden (Urk. 11/II/4).
I
n eine
m 2007 erstatteten Gutachten (Urk. 11/III/74) wurde in der persönlichen Anamnese unter andere
m
ein Sturz auf Eis (ausgerutscht) am 6. Februar (rich
tig: März) 2005 aufgeführt (S. 5 oben), dies gestützt auf die Zusammenstellung der Beschwerdeführerin vom 11. Oktober 2006 zuhanden der Gutachterin (Urk. 11/III/74 Beilage), wo mit Datum vom 6. März 2005 ein Ausrutscher auf Glatteis angegeben wurde, von dem sich die Beschwerdeführerin gemäss eigener Dar
stellung erholt habe, ohne sich krank zu schreiben (S. 2 unten).
Auch in einem 2008 erstatteten Gutachten (Urk. 11/I/111) wurde anamnestisch ein Sturz auf Eis auf
das
Gesäss am 6. März 2005 festgehalten (S. 4 oben)
.
1.4
Der fragliche Unfall wurde mithin in den Gutachten, die Gegenstand des frühe
ren Verfahrens am hiesigen Gericht waren, aufgeführt. Mangels Relevanz wurde sodann von medizinischer Seite jedoch bei den Diagnosen, der Kausalitätsbeurteilung und den Angaben zur aktuellen Arbeitsfähigkeit nicht mehr darauf Be
zug genommen. Gleiches gilt für das in Rechtskraft erwachsene Urteil vom 9. Juli 2010 des hiesigen Gerichts, mit welchem der Sachverhalt bis zum Zeitpunkt des damals angefochtenen
Einspracheentscheids
(Dezember 2008) beurteilt wurde, dies mit dem Ergebnis, dass höchstens betreffen
d
die OSG-Arthrose links eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin bestehen könnte.
Der Beschwerdeführerin war der genannte Unfall bekannt (hat sie ihn doch sel
ber zuhanden der Gutachterin von 2007 aufgelistet). Bei pflichtgemässer Auf
merksamkeit konnte sie (beziehungsweise ihre Rechtsvertreterin)
im letzten Verfahren feststellen, dass ihm von medizinischer Seite, von der Beschwerdegegnerin und schliesslich vom Gericht keine leistungsrelevante Bedeutung bei
gemessen wurde. Sie hätte mithin das Urteil von 20
10
in diesem Punkt anfech
ten können und müssen.
Vor diesem Hintergrund erweist sich ihre Begründung der - angeblich - unvoll
ständigen Akteneinsicht überdies als Schutzbehauptung, die nichts daran zu ändern vermag, dass über die betreffende Frage - mit der Beschwerdeführerin zuzurechnendem Wissen - im Urteil von 20
10
entschieden worden ist.
1.5
Schliesslich ergibt sich auch aus den hier vorliegenden Akten, dass von angebli
chen „Ungereimtheiten“ keine Rede sein kann.
Gemäss eigener Erinnerung der Beschwerdeführerin folgte dem Unfall vom März 2005 keine Arbeitsunfähigkeit; der behandelnde Arzt attestierte eine solche für die Dauer von knapp einer Wo
che und schloss die Behandlung rund
11 Wochen nach dem Ereignis ab (vorste
hend E. 1.3). Inwiefern sich vor diesem Hintergrund - abgesehen von der zeitli
chen Verzögerung von über 8 Jahren bis zur Geltendmachung - eine
Leistungs
pflicht
der Beschwerdegegnerin begründen lassen sollte, ist nur schwer ersicht
lich, ebenso, was dies mit der vorliegend strittigen Beurteilung der OSG-Arth
rose zu tun haben könnte.
Der Sistierungsantrag erweist sich damit als vollkommen unbegründet
(wenn nicht gar
trölerisch
)
und ist abzuweisen.
1.6
Ob eine Instruktionsverhandlung (Art. 226 der
Schweizerische
n
Zivilprozessord
nung
,
ZPO)
anberaumt wird, liegt im Ermessen des Gerichts (Eric
Pahud
, Dike-
Kommentar ZPO,
Zürich / St. Gallen 2011,
Art. 226 N2) beziehungsweise des mit der Instruktion betrauten Mitgliedes.
Vorliegend hat diesbezüglich weder ein Bedarf nach Erörterung des Streitgegen
stands noch
nach
Ergänzung des Sachverhalts bestanden. Auch ein Einigungs
versuch erschien - in Würdigung des prozessualen Verhaltens der Parteien - mangels Erfolgsaussichten nicht angezeigt.
Das Gericht hat somit keine Veranlassung gesehen, dem von der Beschwerdefüh
rerin gestellten Antrag zu entsprechen, womit es sein Bewenden hat.
2.
2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammen
hangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Um
schreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht wer
den kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
2.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.3
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid
(Urk. 2)
davon aus,
der medizinische Endzustand sei per 10. September 2006 erreicht gewesen (S. 8
Ziff.
3b
)
; gemäss den Angaben des zuständigen Krankenversicherers seien seit
her lediglich drei (überwiegend bildgebende) Untersuchungen im Zusammen
hang mit de
m
linken OSG in Rechnung gestellt worden (S. 8 f.
Ziff.
3c). Im Hin
blick auf die Invaliditätsbemessung ging sie davon aus, dass die Beschwerde
führerin im Gesundheitsfall weiterhin angestellt tätig gewesen wäre (S. 11
Ziff.
4b/
aa
). Unfallbedingt sei die Beschwerdeführerin gemäss Gutachten um 17
%
in der angestammten Tätigkeit eingeschränkt; die entsprechende Erwerbseinbusse könne sie
zumutbarerweise
mit einem entsprechenden Teilzeitpensum in einer (leidensangepassten) rein sitzenden Tätigkeit kompensieren (S. 12 f.
Ziff.
4b/
bb
). Ferner begründe die leichte Arthrose mangels Erheblichkeit keinen Anspruch auf Integritätsentschädigung (S. 15
Ziff.
5d).
3
.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber in ihrer Beschwerde (Urk. 1) - nebst Ausführungen zum Unfallhergang (S. 7)
-
unter anderem
geltend, der be
handelnde Rheumatologe habe wiederholt aktenkundig erklärt, dass die diver
sen Stürze „Folgen der OSG-Arthrose und Bandinstabilität“ darstellten; in Kenntnis des laufenden Rechtsstreits und aufgrund der gesetzlichen
Vorleis
tungspflicht
habe er seine Rechnungen betreffend Behandlung der Unfallfolgen der Krankenkasse eingereicht (S. 7
Ziff.
4).
Sodann machte sie geltend, dass
sie
das Anstellungspensum von 60
%
nicht habe erhöhen beziehungsweise sich nicht habe selbständig machen könne, liege an den Folgen des 1998 erlittenen Unfalls (S. 8
Ziff.
5), gefolgt von Erläuterungen betreffend ihr effektiv erzieltes
Einkommen (S. 9 f.
Ziff.
7) und zum Invalideneinkommen (S. 10 f.
Ziff.
8). Fer
ner bestritt sie, dass die Beschwerden im linken OSG lediglich zu einem Drittel unfallbedingt seien (S. 11
Ziff.
9) und äusserte sich zur Unfallkausalität (S. 11 f.
Ziff.
10) sowie zu bereits im Urteil von 2010 berücksichtigten bildgebenden und anderen Befunden und den damaligen Gutachten (S. 12 f.
Ziff.
11).
3.3
Die Beschwerdegegnerin wies in ihrer Beschwerdeantwort (Urk. 9) darauf hin, dass die von November 2006 bis Februar 2010 erstellten Rechnungen zweimal den Diagnosecode (vgl. Urk. 10) D1 und D2 (Behandlung von Muskeln/Sehnen und Bändern/Gelenken), alle übrigen den Diagnosecode D5 (Wirbelsäule) und keine den Diagnosecode D4 (Arthrose) trügen (S. 6). Dass die Beschwerdeführe
rin wegen Einschränkungen aus dem Unfall von 1998 auf eine selbständige Er
werbstätigkeit verzichtet habe, sei deshalb wenig glaubhaft, weil sie 2005 dann - trotz Beschwerden - doch habe in die Selbständigkeit wechseln wollen (S. 7 unten).
3.4
Zu prüfen ist entsprechend der Vorgabe im Rückweisungsurteil von 2010, ob sich aus der OSG-Arthrose links Leistungspflichten der Beschwerdegegnerin er
geben.
4.
4.1
I
n der im März 2010 ergänzend zu
m Gerichtsgutachten
erstatteten Stellung
nahme
wurde ausgeführt, es sei wahrscheinlich, dass der Beginn einer Arthrose des linken OSG durch den Unfall von 1998 gelegt worden und dann richtungs
weisend durch den Unfall von 2005 eine Verschlimmerung eingetreten sei.
Al
lerdings handle es sich laut Beschreibung nach wie vor lediglich um eine be
ginnende Arthrose im OSG, wie sie in diesem Alter öfters vork
ä
me. Aufgrund des Verlaufs sei die Diagnose einer posttraumatischen Arthrose, wenn auch we
nig ausgeprägt, zu stellen (Urk. 11/I/122 S. 4 Mitte).
4.2
Dr.
med.
Z._
, Spezialarzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabi
litation, speziell Rheumaerkrankungen,
der die Beschwerdeführerin seit dem 15. Juni 2005 behandelt (Urk. 14 S. unten),
nannte in seinem Bericht
vom 18. Februar 2011 (Urk. 11/I/131 = Urk. 11/I/182 Beilage 2 = Urk. 3/16
= Urk. 25/3
) folgende Diagnose (S. 1
Ziff.
1):
laterale Bandinstabilität sowie OSG-Arthrose links, Ereignis vom
11. Sep
tember 2005
chronischer belastungsabhängig verstärkter Reizzustand des linken OSG/USG
Er führte unter anderem aus, als Kursleiterin Rheumaliga, insbesondere auch zum Erteilen von Wassergymnastik, bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit von 50
%
(bezogen auf 100
%
), dies weil diese Kurse nicht in entspre
chendem Schuhwerk gegeben werden könnten und andere Tätigkeiten nicht realistisch seien (S. 2
Ziff.
7).
4.3
Die Ärzte der
A._
untersuchten die Beschwerdeführerin auf Zuweisung von
Dr.
Z._
am 11. März 2003 und nannten in ihrem Bericht vom 5. Mai 2011 (Urk. 11/I/141)
folgende Diagnose
n
(S. 1):
Verdacht auf periphere Polyneuropathie bei subjektiver OSG-Instabilität links, bewegungs- und belastungsabhängige Schmerzen beider Füsse, Ruheschmerzen beider Füsse mit vermindertem Vibrationssinn, Diffe
rentialdiagnose (DD) im Rahmen eines Diabetes mellitus
anamnestisch Status nach Diskushernie L5/S1 links mit
radikulären
Schmerzen und
Fussheberschwäche
links
Sie führten unter anderem aus, bei der Patientin bestehe wahrscheinlich eine
residuelle
Fussheberschwäche
links bei bekannter Diskushernie L5/S1. Die von der Patientin geäusserten Schmerzen in beiden Füssen linksbetont seien wahr
scheinlich multifaktorieller Genese. Einerseits bestehe eine bekannte OSG-Arthrose, welche den Anlaufschmerz erklären könnte. Ansonsten könnten die Beschwerden auch im Rahmen einer Polyneuropathie interpretiert werden (S. 2 Mitte).
Aus neurologischer Sicht wurde sodann mit Bericht vom 25. Mai 2011 ausge
führt,
es lasse sich keine Polyneuropathie objektivieren. Auffällig sei eine leichte
axonale
Schädigung des
N.
peronaeus
links. Möglicherweise sei der Be
fund im Rahmen einer stattgehabten
Radikulopathie
L5 links zu sehen (
Urk.
11/I/144 S. 2 Mitte).
4.4
Am 25. Januar 2012 erstattete
Dr.
med.
B._
, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, ein
Gutachten
im Auftrag der
Be
schwerdegegnerin
(
Urk.
11/I/158). Sie stützte sich auf die ihr überlassenen Ak
ten (S. 2 ff.), darunter auch die vorstehend (E. 4.2 und 4.3) erwähnten Berichte von
Dr.
Z._
und der Ärzte der
A._
(S. 4 f.), die Angaben der Beschwerdeführerin (S. 6 ff.) und die anlässlich der Untersuchung vom
24. Mai 2011 (S. 6 oben) erhobenen Befunde
(S. 9 f.).
Die Gutachterin stellte folgende Diagnose (S. 10 Mitte):
chronische Fussschmerzen links mit wenig
Arthrosezeichen
antero
-late
ral bei / nach
Supinationstrauma
vom 16. Dezember 1998
erneutem, dokumentiertem
Supinationstrauma
am 11. September 2005
anamnestisch diverse weiter
Supinationstraumata
seit 1998
leichter
Fussheberparese
links bei konservativ behandelter
Diskusher
nie
L5/S1 links (unfallfremd, 2002)
Verdacht auf periphere Neuropathie beidseits (unfallfremd)
Die Gutachterin führte unter anderem aus, radiologisch fänden sich wenige An
-
zei
chen
einer Arthrose im
posterioren
Anteil des linken OSG. Orthopädisch könne die radiologisch beginnende leichteste Arthrose des OSG gut mit den
Su
pinationstraumata
erklärt werden; hier bestehe eine direkte Unfallkausalität. die radiologischen und klinischen orthopädischen Befunde könnten jedoch die aus
geprägten Beschwerden der Versicherten punkto linken Fuss nicht erklären. Die subjektiv beklagte Instabilität des linken OSG habe klinisch praktisch nicht be
stätigt werden können, hingegen hätten die neurologischen
Probleme mit einem leichten
Fallfuss
links bestätigt werden können (S. 11 unten).
Zusammenfassend führte die Gutachterin aus, die von der Beschwerdeführerin beklagte Instabilität des linken OSG und die chronischen Schmerzen würden vorwiegen
d
durch neurogene (nervliche) und nicht durch orthopädische (Verän
derung der Gelenke) respektive posttraumatische Befunde erklärt. Diese Beur
teilung beruhe auf den nur leichten orthopädischen und radiologischen Befun
den im Bereich des linken OSG (S. 12).
Die heutigen Beschwerden im linken Fuss seien maximal zu einem Drittel
unfall
kausal
, zu zwei Dritteln unfallfremd. In einer überwiegend sitzenden Ar
beit sei die Versicherte rein punkto linker Fuss vollschichtig zu 100
%
arbeits
fähig. In der angestammten Tätigkeit als Physiotherapeutin mit überwiegend stehender und gehender Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit 50
%
(S. 12 Mitte).
Zum Zumutbarkeitsprofil führte die Gutachterin gesamthaft (2/3 unfallfremd, 1/3 unfallkausal) aus, langes Gehen und Stehen von mehr als 1 h seien der Versicherten nicht zumutbar. Sitzende Tätigkeiten seien ihr vollumfänglich zu
mutbar. Das Gehen auf unebenem Gelände, langes Treppensteigen, das Bestei
gen von Gerüsten sowie das Gehen mit Tragen von Lasten über 10 kg seien nicht zumutbar (S. 15
Ziff.
3.1.2).
Die
Erheblichkeitsgrenze
für eine Integritätsentschädigung sei momentan noch nicht erreicht. Sollte die milde Arthrose fortschreiten, so sei die
Integritätsent
schädigung
- beispielsweise in 5 Jahren - entsprechend neu zu beurteilen (S. 17
Ziff.
7.1).
4.5
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie FMH,
berichtete a
m 6. Februar 2012
über seine
Untersuchung vom 11. Januar 2012
und nannte
folgende - hier leicht gekürzt angeführte - Diagnosen
(
Urk.
11/I/182 Beilage 17 S. 1)
:
posttraumatische Lumbalgie nach Sturz auf Rücken und Gesäss am 2
2.
September 2011
akute posttraumatische Kontusion der linken Schulter sowie akute Rücken
schmerzen nach Sturz auf Steissbein
vom
10.
Juni 2010
chronisches posttraumatisches
cervico-cephales
Schmerzsyndrom bei Status nach Sturz am 11. Juni 2003 mit Commotio cerebri und Überdehnungstrauma der Halswirbelsäule (HWS)
posttraumatische Migräne und Trigeminusneuralgie
posttraumatische OSG-Arthrose links; laterale Bandinstabilität seit mehreren
Supinationstraumen
im linken Fuss
In einem Bericht vom 11. Januar 2013 (
Urk.
21/5)
führte
Dr.
C._
- nebst vergleichbaren Angaben - ein erneutes
Supinationstrauma
des linken Fusses am 14. Oktober 2012 an (S. 2 oben).
4.6
Dr.
Z._
(vorstehend E. 4.2) nannte
in seinem Bericht vom 11. Mai 2012 (
Urk.
14 =
Urk.
21/4) folgende Diagnosen (S. 1):
posttraumatisches
lumboradikuläres
sensomotorisches Ausfallsyndrom S1 links bei Status nach Sturz auf Rücken und Gesäss am 2
2.
September 2011
posttraumatische
Periarthropathia
humero-scapularis
(PHS) links per
-
sistie
rend und bereits damals akute
Lumbovertebralsymptomatik
nach Sturz auf Steissbein am 10. Juni 2010
posttraumatische OSG-Arthrose links und laterale Bandinstabilität seit Er
eignis vom 11. September 2005; diverse weitere
Supinationstraumen
chronisches posttraumatisches
cervicocephales
Schmerzsyndrom bei Sta
tus nach Sturz am 11. Juni 2003 mit Commotio cerebri und
Überdeh
nungstrauma
der HWS
posttraumatische Migräne und Trigeminusneuralgie links
Er führte unter anderem aus, bei der Beschwerdeführerin bestehe eine Instabili
tät des linken OSG, welche im Zusammenhang mit den verschiedenen
Supinati
onstraumen
der letzten Jahre entstanden sei. Hinweise auf das Bestehen einer Polyneuropathie hätten nie bestanden, und auch die entsprechenden neurolo
gischen Abklärungen hätten eine solche ausschliessen lassen. Die
Gangunsi
cherheit
durch die OSG-Instabilität links sei mit Sicherheit wesentliche Ursache der multiplen Stürze (S. 2).
4.7
Im Bericht vom 30. April 2013 (
Urk.
11/I/204) über eine orthopädieschuhtechnische Kontrolle in der
A._
wurden
in
der Beurteilung
Rest
beschwerden
nach Distorsion beide
r
Knie und
des
linke
n
Fuss
es
am 14.
Oktober 2012 festgehalten (S. 2 oben).
4.8
Am 21. Juni 2013 erstatteten die Ärzte der
D._
ein Gutachten im Auftrag der Invalidenversicherung (
Urk.
21/1
/1
). Es wurden folgende (Haupt-)
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (S. 29 f.
Ziff.
6.1):
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
chronische
Zervikozephalgie
und
Zervikobrachialgie
beidseits
Polyarthrose
posteriore
OSG-Arthrose, Sehnenaffektation und laterale Bandinstabilität OSG links bei Status nach multiplen Distorsionstraumata OSG links (1998, 2001, 2003, 2005 und 2012)
Trigeminusneuralgie links
episodische Migräne mit Aura
Berufsanamnestisch wurde unter anderem ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe ab 2002 ihr Pensum als Physiotherapeutin freiwillig auf 60
%
reduziert, dies wegen zunehmender lumbaler Rückenschmerzen; damals sei erstmals eine Diskushernie L5/S1 festgestellt worden. Zusätzlich habe s
ie
von 1996 bis 2003 1.5 Stunden pro Woche für die Rheumaliga gearbeitet; ab 2003 habe sie dieses Pensum auf 4.5 Stunden pro Woche gesteigert. Im Jahr 2006 sei sie wegen Auflösung der Physiotherapiepraxis entlassen worden und habe ihr Pensum bei der Rheumaliga auf 15 Stunden pro Woche, einem Pensum von 30
%
entspre
chend, gesteigert (S. 31 Mitte).
4.9
Im orthopädischen Fachgutachten (
Urk.
21/1/3) wurde unter anderem ausge
führt, Beschwerden im Bereich der Daumen und der Finger und Beschwerden im Bereich des Knies schränkten die Arbeitsfähigkeit ein, ebenso erlaubten Be
schwerden im Bereich des oberen Sprunggelenkes mit Arthrose und lateraler Instabilität der Beschwerdeführerin kein problemfreies Gehen auf Treppen, Lei
tern und unebenem Gelände (Instabilität) und führten aufgrund der Arthrose zu einer verminderten Gehstrecke (S. 17 unten).
Somit sei die Beschwerdeführerin für schwere, mittelschwere körperliche Arbei
ten mit einer Belastung von über 10 kg, Gehen auf unebenem Gelände, Leitern, Treppen zu 100
%
arbeitsunfähig. In ihrem angestammten Beruf als Physiothe
rapeutin sei sie zum heutigen Zeitpunkt zu 50
%
arbeitsfähig. Die Arbeitsunfä
higkeit begründe sich mit der nachvollziehbaren Notwendigkeit von verlänger
ten Ruhephasen zur Vermeidung der Exazerbation vor allem der Wirbelsäulen- und Handbeschwerden (S. 18 oben).
4.10
Dr.
Z._
(vorstehend E. 4.2) führte in einer Stellungnahme vom
2.
September 2013
(
Urk.
25/1)
unter anderem aus, für die Rechnungsstellung zulasten der Krankenkasse werde zumeist nur ein Code angegeben. Um eine Bezahlung der
Rechnungen wie im hier vorliegenden Fall sicher zu stellen, habe er aus
Prakti
kabilitätsgründen
nur einen Code verwendet; es könne nicht auf die Bezahlung einer Rechnung über Jahrzehnte gewartet werden, bis dann vielleicht auch mal der Rechtsstreit erledigt sei (S. 1). Ein vollständiger Diagnosecode hätte gelautet: D4, D2, D1 und D5 (S. 1 unten).
Die Beschwerdeführerin sei sehr wohl auch nach September 2006 bezüglich ih
rer Unfallfolgen (OSG-Arthrose, Bandinstabilität, gestörte
Propriozeption
) re
gelmässig behandelt worden (S. 2).
Zusammenfassend betonte er, dass die mehrfachen Distorsionen des linken OSG mit der posttraumatischen OSG-Arthrose, der lateralen Bandinstabilität / Läsion und der gestörten
Propriozeption
die Hauptursache für weitere Stürze gewesen und damit auch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wesentlich für die jet
zige Gesundheitsbeeinträchtigung der Patientin verantwortlich seien (S. 2).
5.
5.1
Zu den genannten Arztberichten ist vorab der Hinweis angezeigt, dass nicht ersichtlich ist, was
Dr.
C._
im Februar 2012 veranlasste, im Zusammenhang mit dem Unfall vom 11. Juni 2003 unter anderem ein HWS-Überdehnungstrauma zu diagnostizieren (vorstehend E. 4.5). In
seinen Berichten vom 25. Au
gust 2003 (
Urk.
11/III/9), 28. November 2003 (
Urk.
11/III/13) und
25. Dezember
2003
(
Urk.
11/III/16)
war davon ebenso wenig die Rede wie
in
anderen 2003 erstatteten Berichten (
Urk.
11/III/4-5,
Urk.
11/III/7) oder
der
Unfallmeldung, die vom als Arzt tätigen Arbeitgeber erstattet wurde (
Urk.
11/III/2).
Ebenso wenig ist verständlich, dass
Dr.
Z._
im Mai 2012 die gleiche - iden
tisch formulierte
-
Diagnose neu aufführte (vorstehend E. 4.6); auch in seinen früheren Berichten war von solchem nicht die Rede gewesen.
5.2
Gegenüber den Beurteilungen durch
Dr.
Z._
sind weitere Vorbehalte ange
bracht. Dass er seine Bemühungen dem (vorleistungspflichtigen) Krankenversicherer in Rechnung stellte und nicht der Beschwerdegegnerin, die ihre Leistungspflicht verneinte, vermag einzuleuchten. Dass er aber dabei kein einziges Mal den für die Behandlung von Arthrosen vorgesehenen Code verwendete,
wi
derspricht diametral seiner späteren Schilderung, er habe die Beschwerdeführe
rin auch nach September 2006 wegen Unfallfolgen (OSG-Arthrose
,
Bandinsta
bilität
, gestörte
Propriozeption
)
behandelt
(vorstehend E. 4.10). Wenn dem so war, gibt es - auch abrechnungstechnisch gesehen - keinen plausiblen Grund, ausgerechnet den zutreffenden Diagnosecode nicht
zu
verwenden. Dies legt den Schluss nahe, dass dem eher nicht so gewesen sein könnte, sondern dass der langjährig behandelnde Arzt sich in diesem Punkt für seine Patientin engagiert (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a/cc).
Wie es sich mit seiner
These
verhält
, für weitere OSG-Distorsionen seien die genannten Beeinträchtigungen die Hauptursache gewesen,
ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens; sie ist gegebenenfalls vom Versicherer zu prüfen, dem solche späteren Ereignisse gemeldet wurden.
5.3
Somit ist für die Beantwortung der strittigen Frage (vorstehend E. 3.4) in erster Linie das von der Beschwerdegegnerin veranlasste Gutachten (vorstehend E. 4.4) massgebend.
Die Gutachterin stellte eine (unfallkausale) leichteste Arthrose des OSG fest, wel
che jedoch die ausgeprägten Fussbeschwerden der Beschwerdeführerin nicht erklären konnte. Die Gutachterin stellte fest, die Beschwerden würden vorwie
gend durch neurogene, nicht durch orthopädische beziehungsweise posttrauma
tische Befunde erklärt. Bezogen auf die Fussbeschwerden erachtete sie die Be
schwerdeführerin als in einer überwiegend sitzenden Tätigkeit zu 100
%
, und in der angestammten Tätigkeit als Physiotherapeutin als zu 50
%
arbeitsfähig. Diese Einschränkung um 50
%
bezeichnete sie als zu zwei Dritteln unfallfremd und zu einem Drittel unfallkausal.
Eine anspruchserhebliche Integritätseinbusse vermochte die Gutachterin nicht zu erheben.
5.4
Die Beurteilung durch die Gutachterin erweist
sich
im Vergleich mit derjenigen durch den
D._
-Fachgutachter (vorstehend E. 4.9) als grosszügig: Dieser postu
lierte aus orthopädischer Sicht zwar auch eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
, be
gründete dies jedoch hauptsächlich mit dem Bedarf an verlängerten Ruhephasen wegen Wirbelsäulen- und Handbeschwerden. Als einzige sich aus der OSG-Arthrose ergebende Einschränkung nannte er eine verminderte Gehstrecke.
Dies wirft die Frage auf, ob bezogen auf die angestammte Tätigkeit als Physiothe
rapeutin, die keine längeren Gehstrecken erfordert, überhaupt eine unfallkausale (durch die OSG-Arthrose bedingte) Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit besteht. Stellt man auf das
D._
-Fachgutachten ab, ist die Frage klar zu verneinen.
5.5
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin da
von ausging, dass ab September 2006 keine unfallbedingt
en
Heilbehandlung
en
der OSG-Arthrose mehr angefallen seien, dass die OSG-Arthrose keine relevante Integritätseinbusse begründe, sowie dass aufgrund der OSG-Arthrose eine volle Arbeitsfähigkeit für vorwiegend sitzende Tätigkeiten bestehe und die Arbeitsfä
higkeit als Physiotherapeutin deswegen um maximal ein Drittel von 50
%
(mit
hin rund 17
%
) eingeschränkt sei.
5.6
Die Invaliditätsbemessung betreffend hat die Beschwerdeführerin in erster Linie geltend gemacht, sie wäre im Gesundheitsfall selbständig erwerbend (
Urk.
1 S. 8
Ziff.
5 und S. 9 f.). Auf welche konkreten Anhaltspunkte sich diese These stützt, lässt sich der Beschwerde nicht entnehmen; auch die eingereichten Beilagen (
Urk.
3/1-28) enthalten nichts, das geeignet wäre, die betreffende Behauptung zu stützen. Der Umstand alleine, dass sie im November 2002
eine
Berufsausübungsbewilligung beantragte
und erhielt
(
Urk.
11/I/182 S. 6
Ziff.
4
sowie Bei
lage 16a
)
,
genügt nicht für die Annahme, ohne den Unfall von 2005 wäre der betreffende Schritt
- drei Jahre später -
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erfolgt.
Gemäss Unfallmeldung (
Urk.
11/I/1
Ziff.
13
)
erzielte die Beschwerdeführerin im Jahr 2005 einen Monatslohn von
Fr.
3‘930.-- (x 13), dies mit 25.2 von 42 Wo
chenstunden (
Ziff.
12), mithin einem Pensum von 60
%
.
Bei der Rheumaliga betrug der Lohn (inklusive Ferienentschädigung)
Fr.
85.-- pro Stunde (
Urk.
11/I/92 S. 2 sowie Beilage)
; angesichts von organisatorischen Besonder
heiten (vgl.
Urk.
11/I/92 S. 1
Ziff.
3) wäre es nicht sachgerecht, diesen Lohn auf ein Jahr hochzurechnen
.
Die Umrechnung des Lohnes bei 60
%
auf ein volles Pensum ergibt
Fr.
85‘180.--
im Jahr (
Fr.
3‘930.-- x
13 :
60 x 100
), was als hypothetisches
Validenein
kommen
einzusetzen ist.
5.7
Das hypothetische Invalidenkommen entspricht dem Verdienst, den die Beschwer
deführerin
unter Berücksichtigung der Einschränkungen, die in
rechtsgenüglichem
Kausalzusammenhang mit den erlittenen Unfällen stehen,
zumutbarerweise
erzielen könnte
. Ausser Betracht fallen somit alle anderen, nicht unfallkausalen Einschränkungen, wie sie insbesondere (und auftragsgemäss) im
D._
-Gutachten berücksichtigt wurden.
Unfallkausal ist einzig die Einschränkung aufgrund der Arthrose im linken OSG. Sie beeinträchtigt die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als Physiothera
peutin laut
D._
-Gutachten insofern, als sie eine verminderte Gehstrecke zur Folge hat. Gemäss dem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Gutachten schränkt sie die Arbeitsfähigkeit als Physiotherapeutin um rund 17
%
ein. Zu
gunsten der Beschwerdeführerin ist von dieser Einschränkung auszugehen.
Gemäss den Recherchen der Beschwerdeführerin beträgt das Jahreseinkommen einer angestellten Physiotherapeutin
in den ihrigen vergleichbaren Verhältnis
sen
Fr.
122‘809.-- (
Urk.
11/I/182 S. 6 unten).
Dieses Einkommen - abzüglich
unfallbedingte Einschränkung - könnte die Beschwerdeführerin
zumutbarerweise
erzielen. Somit beträgt das hypothetische Invalideneinkommen rund
Fr.
101‘931.-- (
Fr.
122‘809.-- x 0.83).
5.8
Das hypothetische Invalideneinkommen von
Fr.
101‘931.-- (vorstehend E. 5.7) fällt derart deutlich höher aus als das hypothetische
Valideneinkommen
von
Fr.
85‘180.-- (vorstehend E. 5.6), dass sich weitere Umrechnungen auf ein glei
ches Basisjahr erübrigen. Der Einkommensvergleich ergibt auf jeden Fall keinen Invaliditätsgrad.
5.9
Damit steht fest, dass die Arthrose des linken OSG unter keinem Titel weiterge
hende Leistungspflichten der Beschwerdegegnerin zu begründen vermag.
Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als rechtens, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.