Decision ID: f2374b33-3bbb-5b35-a8df-359fda20f8a9
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1993, war seit dem 5. August 2013 als Lernende Fachangestellte Gesundheit befristet mit einem Pensum von 100 % bei den Y._ angestellt und dadurch bei der Unfall
versicherung Stadt Zürich obligatorisch unfallversichert (vgl. Urk. 10/G1).
Am 4. Juli 2015 wurde die Versicherte bei einem Bootsausflug ins Wasser gestossen, wobei sie auf eine badende Person fiel und ihr die stossende Person auf den Kopf fiel (vgl. Unfallmeldung, Urk. 10/G1; Unfallschilderung, Urk. 10/G4). In der Folge traten Kopfschmerzen und zwei Tage später auch Schwindel auf (vgl. Urk. 10/M1 S. 3 oben). Vom 6. bis 8. Juli 2015 war die Ver
sicherte im Z._, Klinik für Neurologie, hospitalisiert. Die erstbehandelnden Ärzte des Z._ diagnostizierten im Wesentlichen eine Commotio cerebri bei Status nach Kopfanprall sowie intermittierende frontal betonte Kopfschmerzen und verordneten ihr Medikamente (vgl. Austrittsbericht vom 8. Juli 2017, Urk. 10/M1). Die Unfallversicherung Stadt Zürich erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Seit dem 19. August 2015 arbeitete die Versicherte wieder zu 60 % (Urk. 10/G13).
1.2
Mit Verfügung vom 1. Juli 2016 teilte die Unfallversicherung Stadt Zürich mit, dass sie die Versicherungsleistungen per 4. Juli 2016 einstelle, da der Status quo ante erreicht sei (Urk. 10/G39).
Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1. September 2016 Einspra
che (Urk. 10/J1), welche mit Einspracheentscheid der Unfallversicherung Stadt Zürich vom 19. Oktober 2016 abgewiesen wurde (Urk. 10/J5 = Urk. 2).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom
19. Oktober 2016
(
Urk.
2) erhob d
ie
Versi
cherte mit Eingabe vom
23. November 2016
Beschwerde (
Urk.
1) und beantrag
te, dieser sei aufzuheben und es seien
ihr
die
gesetzlich
en Leistungen (
Hei
lungs
kosten
,
Taggeld
, Rente etc.
)
auch für die Zeit ab 4. Juli 2016 auszurichten
(S. 2
Ziff.
1). Die
Unfallversicherung Stadt Zürich
schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
7. Dezember 2016
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk. 9
). Mit Verfügung vom
5. Januar 2017
wurde
der Beschwerdeführerin antragsgemäss (Urk. 1 S. 2)
die
unentgeltliche Rechtsvertretung
bewilligt und ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet
(
Urk.
1
1
).
Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik vom 2. Februar 2017 an ihren Anträgen fest (Urk. 12). Die Beschwerdegegnerin hielt mit Duplik vom 15. Februar 2017 ebenfalls an ihrem Antrag fest (Urk. 15). Dies wurde der Beschwerdeführerin am 21. Februar 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 16).

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Sep
tember 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 4. Juli 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden
1.2
Gemäss Art. 6 UVG wer
den
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
die Versicherungs
leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.6
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vor
genommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/aa; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Str
i
t
tig und zu prüfen ist, ob eine über den Zeitpunkt der erfolgten Leistungs
einstellung (
4. Juli 2016
) hinausgehende Leistungspflicht der Beschwerdegegne
rin besteht, mithin der rechtsgenügliche Kausalzusammenhang zwischen den zu diesem Zeitpunkt noch vorhandenen Beschwerden und dem Unfallereignis vom
4. Juli 2015
.
2.2
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen Einspracheentscheid (Urk. 2) aus, hinsichtlich der bestehenden Kopfschmerzproblematik sei ein erreichter Status quo sine vel ante ein Jahr nach dem Unfall mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit aktenmässig ausgewiesen und nach diesem Zeitpunkt die natürli
che Kausalität zu verneinen (S. 4 unten). Selbst in der Annahme, dass eine Commotio cerebri erlitten worden wäre, sei nach der Rechtsprechung von einer voll reversiblen Verletzung auszugehen, welche innert ein paar Wochen beziehungsweise Monaten spontan und folgenlos abheile (S. 4 f.).
In der Beschwerdeantwort (Urk. 9) hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass auf
grund der Aktenlage erwiesen sei, dass die Beschwerdeführerin kein Halswirbelsäulen-Beschleunigungstrauma, sondern lediglich eine Commotio cerebri erlitten habe, wobei zu keinem Zeitpunkt ein Bewusstseinsverlust statt
gefunden habe (S. 3 Mitte). Die Schwere des Unfallereignisses sei nicht ent
scheidrelevant und somit von ihr zu Recht nicht im Speziellen abgeklärt worden (S. 5).
Im Rahmen der Duplik (Urk. 15) führte die Beschwerdegegnerin an, dass auf
grund der echtzeitlichen Berichte keine erlittene HWS-Distorsion ausgewiesen sei (S. 2 Mitte). In der Annahme, es würde sich um ein Ereignis von mittlerer Schwere im Grenzbereich zu den leichten Unfällen handeln, wäre die Adäquanz nach der Psychopraxis nach BGE 115 V 133 angesichts zu weniger entspre
chender Kriterien zu verneinen (S. 3 unten).
2.3
Die Beschwerdeführerin machte in der Beschwerde (Urk. 1) insbesondere gel
tend, dass die Beschwerdegegnerin das Ereignis vom 4. Juli 2015 als Unfall und die bestehenden Kopfschmerzen als deren Folge anerkannt habe (S. 5 Ziff. 3). Es genüge, wenn der Unfall auch eine Teilursache darstelle, welche nicht mehr im Vordergrund stehe (S. 6 Ziff. 4). Der Unfall sei kein nebensächliches Ereignis, sondern habe zu erheblichen, mechanischen Einwirkungen auf ihren Kopf geführt. Die Krafteinwirkungen seien, anders als bei Verkehrsunfällen, bis heute nicht untersucht worden (S. 6 Ziff. 5). Die Ansicht von Dr. B._, dass Kopf
beschwerden nach sechs bis zwölf Monaten ausgeheilt seien, treffe nicht zu. Posttraumatische Kopfschmerzen könnten auch über die Dauer von einem Jahr chronifizieren (S. 6 Ziff. 6). Bei der Stellungnahme von Dr. A._ handle es sich um ein reines Aktengutachten, welchem nur der Beweiswert einer versiche
rungsinternen Beurteilung zukomme (S. 5 Ziff. 2).
Im Rahmen der Replik (Urk. 12) hielt die Beschwerdeführerin fest, dass ein Fall
abschluss eindeutig zu früh sei. Bevor die Frage der Adäquanz geprüft werden könne, sei festzustellen, ob von der Heilbehandlung keine namhafte Besserung zu erwarten sei. Die Sache sei bei weitem nicht austherapiert (S. 2 Ziff. 2). Inwiefern psychische Leiden im Vordergrund stehen sollen, damit die sogenann
te Psychopraxis zur Anwendung kommen solle, sei nicht nachvollziehbar. Psychische Auffälligkeiten seien nicht ersichtlich (S. 2 Ziff. 3).
3.
3.1
Vom 6. bis 8. Juli 2015 war die Beschwerdeführerin im Z._, Klinik für Neuro
logie, hospitalisiert. Die Ärzte des Z._ nannten im Austrittsbericht vom 8. Juli 2015 (Urk. 10/M1) folgende Hauptdiagnosen (S. 1 Mitte):
-
Commotio cerebri bei Status nach Kopfanprall am 4. Juli 2015
-
intermittierende frontal betonte Kopfschmerzen
-
Asthma bronchiale
Die Ärzte des Z._ führten aus, die Beschwerdeführerin sei notfallmässig zuge
wiesen worden, bei Verdacht auf Schädelhirntrauma. Klinisch-neurologisch zei
ge sich eine Druckdolenz über der gesamten HWS, paravertebral betont bei normaler, jedoch teilweise schmerzhafter HWS-Beweglichkeit. Zusätzlich hätten sich eine diskrete linksseitige Kraftminderung sowie eine leichtgradige brachio-facio-crurale Hypästhesie gefunden. Im MRI des Kopfes habe sich kein Hinweis für eine Ischämie, Dissektion oder sonstige Pathologie im Hirnparenchym gefunden (S. 4 unten). Im HWS-Röntgen habe sich kein Hinweis auf eine ossäre Läsion gezeigt. Das MRI der HWS sei altersentsprechend gewesen, insbesondere ohne Weichteilverletzung. Unter der Analgesie sei es rasch zu einer deutlichen Schmerzminderung gekommen (S. 5 oben).
3.2
Mit Bericht vom 7. September 2015 (Urk. 10/M3) diagnostizierten die Ärzte des Z._, Klinik für Neurologie, als Hauptdiagnose eine posttraumatische Migräne. Sie führten aus, dass die Beschwerdeführerin seit einem Unfall mit Kopfanprall unter täglich vorhandenen, pulsierenden Kopfschmerzen leide. Bei Verdacht auf einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz sei die Tramal-Dosis reduziert und mit Saroten begonnen worden. In der Folge seien starke Entzugser
scheinungen mit innerer und äusserer Unruhe aufgetreten (S. 3 oben). Aktuell bestünden trotz Einnahme von Novalgin weiterhin Schmerzen sowie Schlafstö
rungen. Aufgrund der angegebenen Beschwerdesymptomatik werde der Kopf
schmerz als posttraumatischer migränoser Kopfschmerz gewertet (S. 3 unten).
3.3
Die Ärzte des Z._, Klinik für Neurologie, nannten mit Bericht vom 4. November 2015 (Urk. 10/M5) folgende Hauptdiagnosen (S. 1 Mitte):
-
Migräne ohne und teilweise mit Aura, seit Diagnose 2
-
Kopfanprall bei Sprung von Boot
Die Ärzte des Z._ gaben an, die Beschwerdeführerin leide an frontal betonten, pulsierend-drückenden Kopfschmerzen mittlerer bis starker Intensität, mit Nausea, Photo- und Phonophobie, Rückzugstendenz sowie passager während der Kopfschmerzen bestehenden Sehstörungen in Form von Verschwommen
sehen als Migräne ohne und teilweise mit Aura. Die klinisch-neurologische Untersuchung zeige einen stationären Befund ohne Hinweis auf eine zentrale Läsion. Seit der letzten Kontrolle sei es zu einer Reduktion der Kopfschmerztage auf vier Mal pro Woche gekommen (S. 3 unten).
3.4
Dr. med. B._, Fachärztin für Neurologie, erstellte am 14. Januar 2016 ein Gutachten zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 10/M10). Sie nannte folgende neurologische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit (S. 4 unten):
-
p
osttraumatische Migräne bei le
ichter Kopfverletzung am 4. Juli 2015
-
s
ekundärer Kopfschmerz
durch Medikamentenübergebrauch
Dr. B._ führte aus, dass der neurologische Befund keine objektivierbaren Auffälligkeiten zeige; es ergäben sich Hinweise auf eine gewisse funktionelle Symptomatik bei Testung der Koordination des linken Armes im Finger-Nase-Versuch beziehungsweise ein Absinken des linken Armes im Armhalteversuch ohne Pronationstendenzen, was gegen eine organische Parese spreche (S. 5 oben). Die geschilderten Kopfschmerzen seien insgesamt mit einer post
trauma
tischen Migräne vereinbar. Erstmanifestationen einer Migräne als Unfall
folge seien selten, kämen jedoch durchaus vor allem bei jüngeren Personen vor. Post
trauma
tische Kopfschmerzen könnten über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten nach dem Ereignis durch eine sogenannte leichte zentral-vege
tative Störung bestehen (S. 5 Mitte). Bei Anhalten der Kopfschmerzen auch mehr als ein Jahr nach dem Unfall seien unfallfremde Faktoren als über
wiegende Teil
ursache anzunehmen, beispielsweise weiterhin betriebener Analgetika
über
konsum beziehungsweise psychiatrische Komorbiditäten. Bei Disposition zur Entwicklung einer Migräne sei das Unfallereignis als sogenannte Gelegenheits
ursache zu werten (S. 5 unten).
Dr. B._ bejahte einen erreichten Status quo sine vel ante per spätestens ein Jahr nach dem Unfallereignis (S. 5 unten). Die Arbeitsfähigkeit der Beschwer
de
führerin in ihrer Tätigkeit (Auszubildende Fachangestellte Gesund
heit) sei qualitativ nicht eingeschränkt. Wegen der noch anhaltenden Kopf
schmerzen und der Begleitsymptomatik sollte sie die Möglichkeit haben, mehr Pausen einzulegen, sich gegebenenfalls dabei auch hinlegen zu können (S. 6 oben). Die Arbeitsunfähigkeit betrage ab dem 5. Oktober 2015 40 %. Eine monatliche Steigerung des Arbeitspensums um 10 % sei vertretbar. Spätestens im Juli 2016 sollte eine vollständige Arbeitstätigkeit erreicht sein (S. 6 Mitte).
3.5
Dr. med. C._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, führte im Bericht vom 24. März 2016 (Urk. 10/M11) aus, dass trotz ausgebauten Therapie
formen (medikamentös und körpertherapeutisch) keine wirkliche Stabilisierung ersichtlich sei (S. 2).
3.6
Dr. med. D._, Facharzt für Neurologie, erstellte am 22. März 2016 ein Aktengutachten zuhanden des Haftpflichtversicherers (Urk. 10/M12). Dr. D._ führte aus, die initialen schweren Kopfschmerzen müssten im Zusammenhang mit dem Unfall gesehen werden. Der Verlauf sei jedoch ungewöhnlich. Norma
lerweise würden gerade die Migränesymptome wie Licht- und Lärmempfind
lichkeit in der Tendenz langsam abklingen. Hier hätten sich aber die typischen Migränesymptome offenbar gesteigert und letztlich sei es zu einer Migräne mit Aura gekommen, was für eine posttraumatische Migräne ungewöhnlich sei (S. 3 oben). Es müsse angenommen werden, dass sich hier neben posttraumatischen Kopfschmerzen eine klassische Migräne entwickelt habe, welche in jedem Lebensalter auftreten könne (S. 3 Mitte). Die
aktuelle Migräne
sei
nicht mehr
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf
den
Unfall zurückzuführen
(S. 4 oben)
.
Eine Commotio cerebri könne bei diesem Kopfanprall nicht angenommen werden, da keine Bewusstlosigkeit vorhanden gewesen sei (S. 3 unten).
3.7
Die Ärzte des E._ nannten im Bericht vom 2. Februar 2016 (Urk. 10/M13) folgende Diagnosen (S. 1 oben):
-
chronische Migräne ohne Aura
-
posttraumatisch nach Unfall mit Kopfanprall am 4. Juli 2015
-
chronischer Kopfschmerz bei leichter Kopfverletzung
-
Kopfanprall bei Sprung von Boot
-
Anstrengungsasthma seit Jahren
Sie gaben an, dass die Beschwerdeführerin seit Dezember 2015 an vier Mal wöchentlich auftretenden Kopfschmerzen leide, wobei die Dauer zwischen vier Stunden bis zu einem Tag betrage (S. 1 unten).
3.8
Dr. med. A._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, nahm am 22. Juni 2016 aufgrund der Akten Stellung zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 10/M23). Er führte aus, dass gemäss Aktenlage eine Bewusstlosigkeit beziehungsweise eine Bewusstseinsminderung der Beschwer
de
führerin verneint worden, aber trotzdem eine Commotio cerebri diagnostiziert worden sei. Dies stelle einen Widerspruch dar, offensichtlich habe keine Commotio cerebri bestanden. Zudem könne er die in den Akten beschriebene posttraumatische Genese der Migräne nicht nachvollziehen (S. 2 oben). Dr. A._ hielt fest, dass strukturelle Veränderungen nicht hätten nach
gewiesen werden können. Bei einer bestehenden Disposition zur Entwicklung einer Migräne sei das Unfallereignis als sogenannte Gelegenheits
ursache zu werten (S. 2 Mitte). Die Beurteilung von Dr. B._, wonach der Status quo sine vel ante spätestens ein Jahr nach dem Ereignis erreicht werde, sei nach
vollziehbar. Offensichtlich bestehe eine Disposition zu chronischen Kopf
schmerzen mit einem, wie von Dr. B._ beschrieben, zusätzlich vorliegen
den unfallfremden Kopfschmerz durch Medikamentenüber
gebrauch (S. 2 unten). Die Beschwerden seien
höchstens möglicherweise unfall
kausal
(S. 3).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte die natürliche Kausalität zwischen der noch bestehenden Kopfschmerzproblematik und dem Unfall vom 4. Juli 2015. Wie gesehen (vorstehende E. 1.3), ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittel
bare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht.
Gestützt auf die Beurteilungen von Dr. B._ und Dr. A._ war der Status quo sine vel ante spätestens ein Jahr nach dem Ereignis erreicht. Bei einer bestehenden Disposition zur Entwicklung einer Migräne wurde das Unfallereig
nis als sogenannte Gelegenheitsursache beurteilt. Auch Dr. D._ hielt fest, dass die
aktuelle Migräne
nicht mehr
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf
den
Unfall zurückzuführen
sei. Die Frage der natürlichen Kausalität kann indessen offengelassen werden, wie im Folgenden zu zeigen sein wird.
4.2
Vorliegend ist unbestritten, dass
die im Zeitpunkt des Fallabschlusses noch geklagten Beschwerden kein o
rganisches Korrelat
aufweisen.
Denn von orga
nisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst dann gesprochen
werden, wenn die erho
benen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestä
tigt wurden und die hierbei angewendet
en Untersuchungsmethoden wissen
schaftlich aner
kannt sind (
Urteil des Bundesgerichts 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 2 mit Hinweis
). Bei
der
Beschwerdeführer
in
zeigten die
kli
nisch-neurologischen Untersuchungen keine Hinweise auf eine zentrale Läsion
(E. 3.1 und E. 3.
3
vorstehend).
I
m MRI des Kopfes ergab sich kein Hinweis für eine Pathologie im Hirnparenchym und das
MRI
der HWS zeigte altersent
spre
chend
e unauffäl
lige Befunde (
E. 3.1
).
Bei allfälligen natürlich unfallkausalen verbliebenen Schädigungen infolge einer Commotio cerebri, wozu auch die seit dem Unfall geklagten Kopfschmer
zen gehören würden, wäre daher die Adäquanz gesondert zu prüfen (vgl. E. 1.5 und 1.6).
Ergibt sich, dass es an der Adäquanz fehlt, erübrigen sich auch Weite
rungen zur natürlichen Kausalität (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_70/2009 vom 31. Juli 2009 E. 3 mit Hinweisen).
4.3
Es stellt sich die Frage, ob die Adäquanz nach der Schleudertrauma- oder nach
d
er
Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 (sogenannte Psycho-Praxis)
zu beurteilen ist. Aufgrund der vorliegenden Akten ist keine erlittene HWS-Distorsion ausgewiesen. Die analoge Anwendung der Schleudertrauma-Praxis rechtfertigt sich bei einem erlittenen Schädelhirntrauma nach der Rechtspre
chung nur dann, wenn dieses mindestens im Grenzbereich zwischen einer Commotio und einer Contusio cerebri liegt, nicht hingegen, wenn der Schwere
grad bei einer Commotio cerebri (milde traumatische Hirnverletzung) liegt (vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_75/2016 vom 18. April 2016 E. 4.2 sowie
8C_270/2011 vom 2
8.
Juli 2011 E. 2.1 mit Hinweisen
).
Vorliegend diagnostizierten die Ärzte des Z._ eine Commotio cerebri, Dr. B._ und die Ärzte des E._ sprachen in ihren Berichten von einer leichten Kopfverletzung. Dr. D._ und Dr. A._ wiesen darauf hin, dass keine Bewusstlosigkeit eingetreten sei, weshalb offensichtlich keine Commotio cerebri bestanden habe. Unbestritten ist, dass keine im Grenz
bereich zu einer Contusio liegende Commotio cerebri diagnostiziert wurde. Ent
sprechend gelangt die Schleudertrauma-Praxis nicht zur Anwendung. Ist die Schleudertrauma-Praxis nicht anwendbar, so ist grundsätzlich die Psycho-Praxis anzuwenden (
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, S. 59).
4.4
Nach dem Gesagten ist die adäquate Kausalität nach der Praxis zu den psychi
schen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu prüfen.
Die Beschwerdeführerin beanstandete den Fallabschluss ein Jahr nach dem Unfall als verfrüht. Die Prüfung der Adäquanz ist bei Anwendung der Psycho-Praxis in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in dem von der Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 60 f.).
Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes zu verstehen ist, bestimmt sich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit
,
soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist (vgl. BGE 134 V 109 E. 4.3).
Dazu ist fest
zuhalten, dass der Beschwerdeführerin spätestens ein Jahr nach dem Unfall wieder eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert wurde. Kopfschmerzen könnten gemäss Angaben von Dr. B._ über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten nach dem Ereignis bestehen, danach sei der Status quo sine vel ante erreicht. Objektivierbare, mit apparativen oder bildgebenden Abklärungen aus
zumachende Unfallfolgen bestanden zu jenem Zeitpunkt nicht mehr, weshalb ein Fallabschluss zulässig war.
5.
5.1
Während der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfäl
len ohne weiteres bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich
nicht auf
grund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/aa).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwieri
gen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfall
bezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbs
unfähigkeit mitbe
günstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/bb, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/aa; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
5.2
Im Hinblick auf die Prüfung der Adäquanz ist zunächst der Unfall nach seiner Schwere zu qualifizieren, welche sich nach dem augenfälligen Geschehens
ablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften bestimmt.
Nicht massgebend sind demgegen
über Folgen des Unfalls oder Begleitumstände
, die nicht direkt dem Unfallge
schehen zugeordnet werden können (Rumo-Jungo/Ho
lzer, a.a.O., S. 61 mit Hin
weis). Als banaler oder leichter Unfall gelte
n beispielsweise ein geringfügi
ges Aufschlagen des Kopfes, ein gewöhnlicher Sturz sowie ein Sturz auf einer Treppe. Ein schweres Unfallereignis lag vor, als eine versicherte Per
son aus einer Höhe von vier bis fünf Metern von ei
ner Leiter stürzte und sich ver
schiedene schwere Knochenbrüche zuzog, und
bei einem Absturz mit dem Gleit
schirm, welcher multiple, schwerste und lebensgefährliche Verletzungen zur Folge hatte. Um einen mittelschweren Unfa
ll im Grenzbereich zu den leich
ten Ereignissen handelte es sich, als eine Velofahrerin
von einem überholenden Automobi
listen an der Lenkstange touchiert wurde, zu Fall kam und mit dem helmgeschützten Kopf aufschlug, und als jemand beim Eislaufen rückwärts auf den Hinterkopf prallte (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 62 ff. mit Hinweisen). Als mittelschwer im engeren Sinn wurde
n
beispielsweise Stürze aus einer Höhe zwi
schen etwa zwei und etwa vier Metern in die Tiefe oder selbst
ein Sturz aus einer Höhe
von fünf Metern mit Landung auf den Füssen qualifiziert (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S.
66 f. mit Hinwei
sen).
5.3
Der Unfall ereignete sich so, dass die Beschwerdeführerin von einem
Boot aus einer Höhe von etwa 1.5 Meter (vgl. Urk. 10/M10 S. 2 unten) ins Wasser gestossen wurde, wobei sie auf eine badende Person fiel und ihr die stossende Person auf den Kopf fiel.
Die Beschwerdegegnerin stufte das Unfallereignis als leicht ein und hielt ferner fest, dass selbst
in der Annahme, ein Unfall mittlerer Schwere im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen würde vorliegen,
die Adä
quanz
zu verneinen wäre
(vgl.
Urk. 15
S.
3 f.
). Dieser Einstufung ist gestützt auf das objektiv erfassb
are Unfallereignis sowie unter Berücksichtigung der vorste
hend genannten Beispiele zuzustimmen
.
Die Adäquanz eines Kausalzusammen
hanges wäre somit nur dann zu bejahen, wenn vier der massgeblichen Kriterien (oder eines der Kriterien ausgeprägt) erfüllt wären (vgl.
Urteil des Bundesge
richts 8C_833/2016 vom 14. Juni 2017 E. 6.1 mit Hin
weisen).
5.4
Von besonders dramatischen Begleitumständen oder besonderer Eindrück
lichkeit kann bei diesem
U
nfall nicht gesprochen werden.
Die
Beschwerde
führer
in konnte selbst zum Boot zurückschwimmen und
hat erst
zw
ei Tage spä
ter
ihr
en Hausarzt aufgesucht
(vgl. Urk. 10/M10 S. 2 unten).
Eine ausgeprägte Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere bezüglich ihrer allfälligen Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen,
ist
nicht ersichtlich. So liegen
keinerlei
organisch ausgewiesene
Unfallfolgen
vor (vgl.
E.
4.2).
Ferner kann nicht von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behand
lung gesprochen werden.
Eine lange andauernde Behandlung bedurfte
n nur die organisch nicht ausge
wiesenen Beschwerden, welche indes keine Berücksichti
gung finden (
vgl.
Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 71).
Auch ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen lagen nicht vor, ebenso wenig eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte. Zur Arbeitsfähigkeit ist zu erwähnen, dass der Beschwerdeführerin aus physischer Sicht, welche vorliegend massgebend ist, keine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde. Zum Kriterium „erhebliche Beschwerden“ ist festzuhalten, dass psychische und andere organisch nicht ausgewiesene Beschwerden auch dann nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen sind, wenn sie als körperlich impo
nieren (Urteil des Bundesgerichts 8C_825/2008 vom 9. April 2009 E. 4.6).
Da die nach dem Fallabschluss noch geklagten Beschwerden nicht körperlicher Natur sind, ist dieses Kriterium ebenfalls als nicht erfüllt zu erachten.
Nach dem Gesagten steht fest, dass
von den sieben
praxisgemässen
Kriterien keines erfüllt ist
. Folglich sind die bei der Beschwerdeführerin nach dem 4. Juli 2016 noch vorhandenen Beschwerden nicht mehr adäquat kausal zum Unfaller
eignis vom 4. Juli 2015.
5.5
Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden
, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per 4. Juli 2016 eingestellt hat
.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Mit Honorarnote vom
7. Februar
201
8
machte Rechtsanwalt
Markus Bischoff
einen Aufwand von
insgesamt 625 Minuten (entsprechend knapp 10.42 Stun
den)
und Barauslagen von
Fr. 203.--
(zuzüglich Mehrwertsteuer) geltend (
Urk. 17
), was angesichts der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Falles angemessen erscheint. Beim praxi
sgemässen Stundenansatz von Fr.
2
2
0.-- ist der unentgeltlich
e Rechtsvertreter somit mit Fr. 2'693.20
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Die Beschwerdeführerin wird auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (GSVGer) hingewiesen, wonach sie zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern sie dazu in der Lage ist.