Decision ID: 9cbb0147-938e-4abc-bd6a-37bd72b7bbbd
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1959
,
war seit
1.
Januar 2011
in der Firma des Ehe
mannes,
der
Y._
GmbH,
Z._
,
zunächst zu 3.75 Stunden pro Tag und ab
1.
Januar 2014 zu 4.5 Stunden pro Tag
als
Reinigungsfrau
tätig, w
obei der letzte Arbeitstag am
3.
August 2014
war (
Urk.
11/10
Ziff.
2
.
1,
Ziff.
2.7
,
Ziff.
2.9
). Unter Hinweis auf
seit August 2014 bestehende ausstrah
lende Nacken- und Rücken
beschwerden meldete sich die Versicherte am
2
5.
Februar 2015
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/2
Ziff.
6.2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbl
iche Situation ab, zog Akten des Krankentaggeldversicherers bei (
Urk.
11/9
) und
verneinte nach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
11/15;
Urk.
11/16
)
mit Verfügung vom
7.
Juli 2015
einen Rentenanspruch (
Urk.
11/
24
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 2
3.
Juli 2015 direkt bei der IV-Stelle
Beschwerde gegen die Verfügung vom
7.
Juli 2015
(
Urk.
2) und beantragte
sinngemäss
, diese sei aufzuheben
(
Urk.
1
/1
; vgl. auch
Urk.
1/2
,
Urk.
4
,
Urk.
5/1-2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
0.
November 2015
(
Urk.
9
) die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde der Beschwerdeführerin am 3
0.
November 2015 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
12
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
1.3
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne
Gesundheitsscha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des
Invalidi
tätsgrades
(BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträch
tigung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
). Ist jedoch anzunehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchti
gung teilerwerbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 e
contrario
). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das
Valideneinkommen
ist nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versi
cherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganzta
gestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das – vom Arzt festzulegende – Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleis
tete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditätsbemes
sungsmethode
und damit der Beantwortung der entscheidenden Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische
Wil
lensentscheidungen
der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypothetischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebenserfah
rung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folgerungen, die ausschliesslich – losgelöst vom konkreten Sachverhalt – auf die allgemeine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten Indizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013, je
mit Hinweisen).
1.4
Bei Versicherten, die nur zum Te
il erwerbstätig sind,
wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, es sei keine langandauernde, nicht therapierbare gesundheitliche Einschränkung vorhanden, welche eine Invalidität begründen würde. Die therapeutischen Möglichkeiten seien nicht ausreichend ausgeschöpft. Eine wesentliche Verbesserung der Beschwerden könnte zum Beispiel mit einer intensiven Physiotherapie kombi
niert mit Infiltrationen und einer fachlich begleiteten Gewichtsreduktion erreicht werden. Berufliche Eingliederungsmassnahmen seien aufgrund der feh
lenden Deutschkenntnisse nicht möglich (S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend, sie sei mit dem Entscheid der Beschwerdegegnerin nicht einverstanden, da sie auch kleinste Arbeiten nicht ausführen könne. Sie mache weiter eine Therapie und habe vom Hausarzt viele Spritzen bekommen. Ihr Gewicht sei hoch, sie sei jedoch
daran
,
es zu reduzieren.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf Leis
tungen der Invalidenversicherung hat.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
,
Fachärztin für Neurologie, stellte in ihrem Bericht vom
2
3.
Januar 2015 (
Urk.
1
1/1/11-13
)
folgende Diagnosen (S. 1)
:
radikuläres
C7-Schmerzsyndrom beidseits ohne sensomotorische Aus
fälle oder subakute beziehungsweise
chronische
neurogene Veränderun
gen in den
Nadelmyographien
MRI der Halswirbelsäule (HWS)
vom 1
0.
Oktober 2014: M
ultisegmen
tale Segmentdegeneration der HWS mit Punktum
maximum
C6/C7 mit
breitbasiger
Diskusprotrusion
und
foraminaler
Stenose C7 beid
seits, links betont
vaskuläre Risikofaktoren: Diabetes mellitus Typ II, Hypercholesterinämie, arterielle Hypertonie und Adipositas
Hypothyreose, substituiert
Dr.
A._
führte aus, die Patientin spüre seit August 2014 anhaltend sehr starke Schmerzen vom Nackenbereich über di
e Schulter, am dorsalen Oberarm
, zum Teil bis zum Unterarm und Handrücken, insbesondere auch
Dig
iti
II und III. Im Moment seien die Beschwerden beidseits gleich ausgeprägt. Sie sei seither zu 100
%
arbeitsunfähig. Vorher habe sie Lastwagen i
m Geschäft vom Ehemann geputzt
. Die konservative Therapie mit Analgetika habe bisher keinen Erfolg gebracht. Vorgesehen seine Infiltrationsmassnahmen im
B._
(S. 1).
Dr.
A._
führte aus, die Gesamtkonstellation erscheine wenig günstig. Es sei keine direkte Sprachverständigung möglich und die Beschwerdeführerin habe eine sehr passive Haltung, wenig Antrieb, eine schlechte Körperhaltung und eine ausgeprägte Adipositas mit wahrscheinlich seit mehreren Jahren bestehen
der
Dekonditionierung
der Muskulatur. In dieser Situation seien die Erfolgs
chancen sowohl einer konservativen und insbesondere einer allfälligen operati
ven Therapie denkbar schlecht. Die Schmerzschwelle der Patientin sei derzeit auch stark erniedrigt.
Sie habe bereit
s
eine Schmerzangabe gemacht und das Gesicht verzogen, als sie -
Dr.
A._
- bei der Prüfung der Eigenreflexe zu
nächst auf ihre eigenen Finger geklopft habe (S. 2 unten).
3.
2
PD
Dr.
med.
C._
, Teamleiter Wirbelsäulenchirurgie, und
Dr.
med.
D._
, Oberärztin Wirbelsäulenchirurgie,
B._
, stellten in ihrem Bericht vom
2.
Februar 2015 (
Urk.
11/9/14-15) folgende Diagnosen (S. 1):
schmerzhafte C7-Radikulopathie beidseits mit/bei:
medialer Diskushernie C6/7 beidseits
ohne chronische neurogene Veränderungen in der Nadelmyelographie vom 2
1.
Januar 2015
metabolisches Syndrom mit/bei:
arterieller Hypertonie
Hypercholesterinämie
Diabetes mellitus Typ 2
Adipositas
Hy
pothyreose
PD
Dr.
C._
und
Dr.
D._
führten aus, aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht bestehe bei der Patientin mit einem geringen Anteil an der gesamten
Schmerz
situation
eine schmerzhafte C7-Radikulopathie beidseits. Die gesamte Beschwerdesymptomatik könne dadurch bei weitem nicht erklärt werden. Es habe sich eine adipöse Patientin mit einem schwerfälligen Gangbild gezeigt. Es habe kein sensomotorisches Defizit der oberen oder unteren Extremitäten bestanden, jedoch überall eine
Druckdolenz
(S. 2).
Die von
Dr.
A._
durchge
führte neurophysiologische Untersuchung habe einen unauffälligen Befund der von
C7-innervierten
Muskulatur gezeigt. Insgesamt leide die Patientin unter ausgeprägten muskulären Beschwerden ohne klare Zuordnung zu einem Prob
lem. Sie sei letzten Sommer als Putzkraft wegen dieser
muskuloskelettalen
Beschwerden zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 1).
3.
3
Dr.
med.
E._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte in seinem
Bericht vom 2
3.
März 2015 (
Urk.
11/11/1-6)
als Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit ein in beide Hände und Arme ausstrahlendes
Cer
vik
al
-Syndrom
(
Ziff.
1.1).
Dr.
E._
führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit 1999 bei ihm in Behand
lung
,
und die letzte Kontrolle habe am 2
3.
März 2015 stattgefunden (
Ziff.
1.2). Die Beschwerdeführerin sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit seit August 2014 zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.6). Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar (
Ziff.
1.7). Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei ebenfalls seit
August 2014 nicht mehr möglich
,
und sowohl das Konzentrations- und Auffassungsvermögen als auch die Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit der Beschwerdeführerin seien eingeschränkt
(
Ziff.
3).
3.
4
PD
Dr.
C._
und
Dr.
med.
F._
, Assistenzarzt Orthopädie,
B._
, stellten in ihrem Bericht vom
3.
Juli 2015 (
Urk.
11/25) die gleichen Diagnosen wie in ihrem Bericht vom Februar 2015 (vgl. vorstehend E. 3.
2
). Sie führten ergänzend aus, die Beschwerdeführerin sei vom 2
8.
Oktober 2014 bis 3
0.
Januar 2015 bei ihnen in Behandlung gewesen
,
und die letzte Kontrolle habe am 3
0.
Januar 2015 stattgefunden (
Ziff.
1.2). Die Patientin sei seit Januar 2015 nicht mehr in ihrer Sprechstunde gewesen
,
und die Arbeitsunfähigkeit werde nicht durch sie koordiniert (
Ziff.
1.6). Zur bisherigen Tätigkeit sei keine aktuelle Aussage möglich (
Ziff.
1.7).
3.
5
Med.
pract
.
G._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, R
egionaler Ärztlicher Dienst (R
AD
)
, stellte in
ihrer Stellungnahme vom
7.
November
2015 (
Urk.
10)
folgende Diag
nose
mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
chronische C7-Radikulopathie
bei im MRI nachgewiesener
Discushernie
(2
8.
Oktober 2014)
ohne Nachweis von Nervenwurzelschädigungen
mit
multilokulärem
Schmerzsyndrom (
Dr.
C._
,
2.
Februar 2015)
Als Diagnose ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte med.
pract
.
G._
ein metabolisches Syndrom mit Diabetes mellitus und Hyperto
nie bei Adipositas (
Dr.
C._
,
2.
Februar 2015).
Med.
pract
.
G._
führte aus, aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe bei Schädigung der HWS eine verminderte Belastbarkeit für regelmässiges mit
telschweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten über Kopf- und Schulterhöhe, auf Leitern und Gerüsten, mit Schlag- und Vibrationsbelastungen des Schultergürtels, für häufiges Bücken sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen (S. 1 f.).
Eine leichte angepasste Tätigkeit in Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten über 10 kg, ohne Verharren in Zwangshaltungen und ohne dauerhafte Armvorhaltebelastungen und Überkopfarbeiten wäre aus medi
zinisch-theoretischer Sicht weiterhin zumutbar.
In der bisherigen Tätigkeit als Reinigungskraft bestehe seit August 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. In einer angepassten Tätigkeit gemäss dem Belastungsprofil sei die Beschwerdeführerin seit jeher vollständig arbeitsfähig gewesen. Aus medizinischer Sicht sei die von
Dr.
E._
at
testierte Arbeitsunfä
higkeit auch
für angepasste Tätigkeiten nicht nachvollziehbar. Aus fachärztli
cher Sicht sei
von
Dr.
C._
am
2.
Februar 2015
festgestellt worden, dass die geklagten Beschwerden anhand der objektiven Befunde nicht zu erkl
ären seien (S. 2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Leistungsanspruch der Beschwerde
füh
re
rin
insbesondere
unter Hinweis (vgl.
Urk.
9)
auf di
e Einschätzung der RAD-Ärztin med
.
pract
.
G._
vom November 2015 (vorstehend E. 3.5), welche
seit August 2014 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten Reinigungstätigkeit ausging, jedoch seit jeher
in angepasster Tätigkeit
eine vollständige
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
bestätigte.
4.2
Auf die Einschätzung von med
.
pract
.
G._
, RAD, vom November 2015 kann
vorliegend
abgestellt werden.
Die Beschwerd
eführerin wurde umfassend neurophysiologisch
bei
Dr.
A._
im
Januar 2015 abgeklärt, was
einerseits
unau
f
fällige Befunde erga
b, andererseits
beschrieb
Dr.
A._
ein nicht adäqua
tes Schmerzverhalten der Beschwerdeführerin, indem diese schon das Gesicht verzogen habe, bevor sie überhaupt berührt worden sei (vgl. vorstehend E. 3.1). Ebenso konnten sich PD
Dr.
C._
und
Dr.
D._
die von der Beschwerde
führerin dargebotene Schmerzsym
p
tomatik nicht erklären und massen der C7-Radikulopathie lediglich einen geringen Anteil an der gesamten
Schmerzsitua
tion
zu (vgl. vorstehend E. 3.
2
)
.
Hinsichtlich der
Ausführungen von
Dr.
E._
im März 2015 (vorstehend E. 3.3)
ist zu beachten, dass das Gericht in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen hat, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E.
3b/cc).
Sei
ne attestierte vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit entbehrt einer fundierten medizinischen Begründung und
ist so nicht nachvollziehbar
,
indem
Dr.
E._
abgesehen davon, dass er die Beschwerdeführerin generell als zu 100
%
arbeitsunfähig erachtete, ohne jede Begründung a
ngab,
diese
sei nun auch im
Konzentrations-, Auffassungsvermögen-, in der Anpassungs
fähigkeit und Bel
astb
arkeit eingeschränkt
.
4.3
Aufgrund des Gesagten ist gestützt auf med.
pract
.
G._
, RAD, davon auszu
gehen, dass die Beschwerdeführerin seit August 2014 in ihrer ange
stammten Reinigungstätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist, jedoch in einer ange
passten Tätigkeit seit jeher
eine vollständige
Arbeitsfähigkeit besteht.
Aufgrund des von med.
pract
.
G._
, RAD, formulierten
Zumutbarkeits
profils
ist überwiegend wahrscheinlich, dass auch im Haushalt keinerlei
invali
denversicherungsrelevante
Eins
chränkungen resultieren dürften
.
Die
Beschwer
degegnerin
hat
demnach
zu Recht auf eine Haushaltabklärung verzichtet
(vgl.
Urk.
11/21 S. 3)
.
5
.
5
.1
Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades aufgrund der gemischten Methode ist zunächst die Invalidität im erwerblichen Bereich zu prüfen. Nach der Rechtspre
chung ist die Einschränkung im erwerblichen Bereich nach der Methode des Einkommensvergleiches auf Grundlage der Teilerwerbstätigkeit, welche die Beschwerdeführerin ohne Behinderung
aus
üben würde (vorliegend etwa
50 %
; vgl.
Urk.
11/10
Ziff.
2.9
und Urk. 11/21 S. 3
), zu ermitteln. Diese Einschränkung im erwerblichen Bereich ist
anschliessend
bei der Festsetzung der
Gesamtinvali
dität
nicht voll in Anschlag zu bringen, sondern gewichtet mit dem hypotheti
schen Teilzeitpensum entsprechenden Anteil mit zu berücksichtigen (BGE 125 V 152 E. 4 mit Hinweisen).
5.
2
Für den
Einkommensvergleich
ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeit
punkt des (hypothetischen) Rentenbeginns, m
ithin auf das Jahr 2015
abzustel
len (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Gemäss
Arbeitgeberbericht
der Firma des Ehemannes der Beschwerdeführerin
vom 2
3.
März 2015
arbeitete
sie
bis Ende 2013 3.75 Stunden pro Tag und erzielte
gemäss
Auszug aus dem individuelle
n Konto (vgl. IK-Auszug;
Urk.
11
/8) einen Lohn von
Fr.
18‘000.-- pro Jahr
.
Ab
1.
Januar 2014
soll sie
4.5 Stunden pro Tag
gearbeitet haben
und damit einen Lohn von
Fr.
36‘
000.-- pro Jahr
erzielt haben (vgl.
Urk.
11/10
Ziff.
2.9
und
Ziff.
2.10
). Der vorliegende
Lohnan
stieg
um das Doppelte bei lediglich geringer
Pensumssteigerung
erscheint nicht nachvollziehbar.
Es ist daher gerechtfertigt,
sowohl z
ur Bestimmung des
Valideneinkommens
als auch des Invalideneinkommens
auf die vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebene Lohnstrukturerhebung (LSE) ab
zustellen
.
Hinsichtlich der bis
lang a
usgeübten Reinigungstätigkeiten
ist d
amit
gemäss
LSE als Ausgangslage für die Berechnung des
Valideneinkommens
von einem Lohn
für Frauen bei der
Erbri
ngung von sonstigen Dienstleistu
ngen
von
Fr.
3‘708.-- auszugehen (LSE 2012 S. 35, Tabelle TA1,
Ziff.
94-96, Niveau 1).
Hinsichtlich des
Invalidenein
kommens
ist
von einem Lohn von Fr. 4‘112.--
und damit einem höheren Lohn auszugehen, da der Beschwerdeführerin sämtliche angepasste leichte Tätigkeiten weiter zumutbar sind, und auf den
standardisierten Durchschnittslohn für einfa
che und repetitive Tätigkeiten in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors abzustellen
ist
(
LSE
2012
, S. 35, Tabelle TA1, Total, Niveau 1).
Da das mögliche Invalideneinkommen im Ausgangswert der Berechnung bereits höher ist als das
Valideneinkommen
, erübrigen sich weitere Berechnungen und der Teilinvaliditätsgrad liegt
jedenfalls
bei 0
%
.
5
.3
Betreffend den H
aus
haltsbereich ist
, wie ausgeführt (vgl. vorstehend E. 4.3)
,
von keiner Einschränkung auszugehen, womit
ein
Teilinvaliditätsgrad von 0
%
resultiert
.
5
.4
Nach Addition der Teilinvaliditätsgrade im Erwerbs- und H
aus
haltsbereich resul
tiert ein I
nvaliditätsgrad von 0 % (0 % + 0
%).
Demzufolge besteht kein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invaliden
rente
, selbst wenn man von einer anderen Qualifikation ausginge
. Die ange
fochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang
des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdeführer
in aufzuerlegen.