Decision ID: f42b2bcb-da34-4aef-bece-56f48072dbf6
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1953,
kam
mit einem Missbildungssyndrom rechts zur Welt und
litt in seiner
Kindheit unter einer
Poliomyelitis
(Urk.
7/19)
.
Hie
r
für richtete die Invalidenversicherung die gesetzlichen Leistungen aus (
Urk.
7/1).
Nach Erreichen
der Volljährigkeit im Jahr 1973
sprach die Invalidenversiche
rung
dem Versicherten
diverse
Hilfsmittel
(
Urk.
7/1
-67)
und
zeitweilig auch
eine Rente
zu. Letztere wurde
– soweit aus den vo
rliegenden Akten ersichtlich
(vgl.
Urk.
7/8)
– offenbar
bereits vor längerem aufgehoben.
1.2
Am
2.
April 2013 meldete
sich
X._
, der
aktuell
je in einem
50%-Pensum
als Redaktor bei
Y._
in Zürich und als Mitarbeiter
im
Z._
in Bern angestellt ist
(
Urk.
7/78
),
erneut bei der Sozi
alversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
. Er
teilte mit
, dass s
ein altes Auto (Opel
Zafira
, Jahrgang
2002) kaum noch funkti
onstüchtig sei und ersetzt werden müsse. Er habe deshalb einen neuen VW Touran bestellt
und stelle nun das Gesuch um Übernahme der behinderungsbe
dingten Mehrkosten an diesem Fahrzeug (im Betrag von insgesamt
Fr.
17‘571.55
). Weiter beantrag
t
e er
die Ausrichtung eines
entsprechenden
Amortisationsbeitrags
(
Urk.
7/73). Die IV-Stelle holte
vom Versicherten
die letzten drei Lohnabrechnungen
ein (
Urk.
7/79) und teilte ihm am 1
4.
Mai 2013 mit, dass sie für sein
(neues)
Motorfa
hrzeug
pro Kalenderjahr
bis 31.
Dezember 2017 weiterhin einen Amortisationsbeitrag von
Fr.
3‘000.-- übernehmen werde (
Urk.
7/80).
In der Folge
erstattete die Schweizerische
Arbeitsgemeinschaft Hilfsmittelberatung für Behinderte
(SAHB)
die Stellungnahme
vom 1
0.
Juli 2013 (
Urk.
7/83
),
und
die IV-Stelle
stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom
8.
August 2013 die Übernahme eines Kostenbeitrags von
Fr.
13‘033.55 für den Autoumbau und
Fr.
1‘300.-- für einen Getriebeautomat
en
in Aussicht (
Urk.
7/88). Dageg
en erhob der Versicherte am 20.
August 2013 Einwand und beantragte, es seien
ihm
auch die in diesem Kostenbeitrag nicht enthaltenen Kosten für
eine Standheizung zu vergüten
(Urk.
7/92).
D
ie
IV-Stelle
holte daraufhin
die
Stellungnahme der SAHB
vom 11.
Oktober 2013
(
Urk.
7/96)
ein
und sprach
dem Versicherten mit Verfügung vom
1.
November 2013
– wie angekündigt -
einen Kos
tenbeitrag von Fr.
13‘033.55 für den Autoumbau und
Fr.
1‘300.-- für einen Getriebeautomat
en
zu, verneinte jedoch den Anspruch auf
Kostenübernahme für die Standheizung (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am
2.
Dezember 2013 Beschwerde und bean
tragte, die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
1.
November 2013 sei auf
zuheben und es seien ihm neben dem unbestrittenen Kostenbe
itrag
für den
Au
toumbau und für d
en Getriebeautomaten zusätzlich die Kosten für die Standheizung zuzusprechen (
Urk.
1).
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
1.
Januar 2014 die
Abweisung der Beschwerde (Urk.
6), was dem Beschwerdeführer am 2
3.
Ja
nuar 2014 angezeigt wurde (Urk.
8).
Der Einzelrichter

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Di
e Kosten der Standheizung
inkl. Fernbedienung
, die vo
rliegend Streitgegen
stand bilden
, belaufen
sich
gemäss
Rechnung der
A._
auf
Fr.
1‘
379.63
(
minus ca. 11
%
Preisnachlass
,
Urk. 7/81/3
)
.
Da der Streitwert Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzel
richterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht).
1.2
Gemäss
Art.
21 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) hat die versicherte Person im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste Anspruch auf jene Hilfsmittel, deren sie für die Ausübung der Erwerbstätigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbildung oder zum Zwecke der funktionellen Angewöhnung bedarf. Ferner bestimmt
Art.
21
Abs.
2 IVG, dass Versicherte, die infolge ihrer Invalidität für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge kostspieliger Geräte bedürfen, im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf solche Hilfsmittel haben. Die Versicherung gibt die Hilfsmittel zu Eigentum oder leihweise in einfacher und zweckmässiger Ausführung ab. Ersetzt ein Hilfsmittel Gegenstände, die der Versicherte auch ohne Invalidität anschaffen müsste, so hat er sich an den Kosten zu beteiligen (Absatz 3). Der Bundesrat kann vorsehen, dass der Versi
cherte ein leihweise abgegebenes Hilfsmittel nach Wegfall der Anspruchs
voraussetzungen
weiter verwenden
darf (Absatz 4).
Die Befugnis zur Aufstellung der Hilfsmittelliste und zum Erlass ergänzender Vorschriften im Sinne von
Art.
21
Abs.
4 IVG hat der Bundesrat in
Art.
14
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
an das Eidgenössische Departement des Innern übertragen, welches die Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI) mit anhangsweise auf
geführter Hilfsmittelliste erlassen hat. Laut
Art.
2 HVI besteht im Rahmen der im Anhang aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die Fortbewegung, die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge notwendig sind (
Abs.
1). Anspruch auf die in dieser Liste mit * bezeichneten Hilfsmittel besteht nur, soweit diese für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder die Tätigkeit im Aufgabenbereich, für die Schulung, die Ausbildung, die funktionelle Angewöhnung oder für die in der zutreffenden Ziffer des Anhangs ausdrücklich genannte Tätigkeit notwendig sind (
Abs.
2; BGE 122 V 212 E. 2a).
1.3
Als Hilfsmittel gelten laut Ziffer 10.05 Anhang HVI
auch
die invaliditätsbedingten Abänderungen von Motorfahrzeugen. Dieser Hilfsmittelanspruch ist nicht durch * gekennzeichnet, so dass
hiefür
keine erwerbliche Eingliederungsausrichtung vorausgesetzt wird.
Massgeblich
ist ein
zig, dass der Versi
cherte für die Fortbewegung,
die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt o
der für die Selbstsorge auf
den Autoumbau angewiesen ist; die Erwerbsfähigkeit ist in diesem Zusammenhang nicht zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 8C_262/2010
vom 1
2.
Januar 2011
E.
3.2; Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesge
setzes
über die Invalidenversicherung
,
2.
Auflage, Zürich 2010, S.
238).
1.
4
In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungs
zweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren (BGE 110 V 99). Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Ein
zelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 124 V 108 E. 2a mit Hinweisen; AHI 2003 S. 213 E. 2.3, 2002 S. 106 E. 2a). Eine Eingliederungsmassnahme hat neben den in
Art.
8
Abs.
1 IVG ausdrücklich genannten Erfordernissen der Geeignetheit und Notwendigkeit auch demjenigen der Angemessenheit (Ver
hältnismässigkeit im engeren Sinne) als drittem Teilgehalt des Verhältnismäs
sigkeitsgrundsatzes zu genügen. Sie muss demnach unter Berücksichtigung der gesamten tatsächlichen und rechtlichen Umstände des Einzelfalles in einem angemessenen Verhältnis zum angestrebten Eingliederungsziel stehen. Dabei lassen sich vier Teilaspekte unterscheiden, nämlich die sachliche, die zeitliche, die finanzielle und die persönliche Angemessenheit. Danach muss die Mass
nahme prognostisch ein bestimmtes Mass an Eingliederungswirksamkeit auf
weisen;
sodann muss gewährleistet sein, dass der angestrebte Eingliederungs
erfolg voraussichtlich von einer gewissen Dauer ist; des Weiteren muss der zu erwartende Erfolg in einem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten der konkre
ten Eingliederungsmassnahme stehen; schliesslich muss die konkrete Mass
nahme dem Betroffenen auch zumutbar sein (BGE 132 V 215 ff. E. 3.2.2 und 4.3.1, 130 V 488 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_812/2007 vom 6. Oktober 2008 E. 2.3; Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässigkeitsgrundsatz im staatlichen Leistungsrecht,
Diss
. Bern 1985, S. 77 ff., insbes. S. 83 ff
.)
2
.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin stützte
sich in der angefochtenen Verfügung
vom 1.
November 2013
im Wesentlichen auf die
beiden
Stellungnahmen der SA
HB. Diese hielt am 1
0.
Juli
2013
fest,
dass die Kosten einer Standheizung
gemäss
aktueller Gerichtspraxis nicht mehr übernommen würden
(
Urk.
7/83)
.
Am 11.
Oktober 2013 erklärte die SHAB
weiter
, es sei
dem Beschwerdeführer
, der über keinen Garagenplatz verfüge,
zu
empfehlen, entweder am Abend vorher jeweils einen Karton
auf die Scheiben zu legen
oder einen Enteiser-Spray zu verwenden
. In unseren Breitengraden
komme es
auch im Winter
äusserst
selten vor, dass die Scheiben tagsüber vereisen würden. Sollte dies trotzdem einmal der Fall sein, lasse sich die Entfernung von Eis und Beschlag in leichten Fällen auch mit der Standardheizung erreichen. In den seltenen Fällen einer starken Vereisung könne auch von Drittpersonen
Mithilfe erwartet werden (
Urk.
7/96).
In der Beschwerdeantwort ergänzte die Beschwerdegegnerin,
dass
es gerade
in der Stadt Zürich in der Winterzeit nich
t täglich zu vereisten Scheiben
komme
u
nd
es deshalb auch der Ehefrau zumutbar
sei
, bei der Enteisung Unterstützung zu leisten (
Urk.
6).
2
.2
Der B
eschwerdeführer machte geltend, er sei gezwungen, das Auto auch im Win
ter frühmorgens zu benutzen, da er
in einem
100%
-Pensum
arbeite. Ohne Auto könne er behinderungsbedin
gt nicht zur Arbeit gehen
. Von Schnee und Eis gereinigte Scheiben seien polizeilich vorgeschrieben und für die Sicherheit im Verkehr unerlässlich. Die Standheizung sei deshalb kein Luxus, sondern Voraussetzung, um trotz schwindenden Kräften den Lebensunterhalt weiterhin selbst zu finanzieren. Weiter wies er darauf hin, dass das Bundesgericht die Finanzierung einer Standheizung auch s
chon als möglich era
chtet habe
. In einem Fall, der sehr ähnlich wie der v
orliegende sei,
habe
das
Verwaltungsge
richt Bern
zudem
vor
kurzem
einen Anspruch auf
Kostenübernahme für eine
Standheizung
bejaht
.
Im Unterschied
zu jenem Versicherten
aus dem Kanton Bern
wohne der Beschwerdeführer zwar
nicht
an
einer höheren Lage, sondern in der Stadt Zürich. Auch der Beschwerdeführer besitze aber einen Rollstuhl
, und
auch ihm
sei
das
Enteisen der Scheiben
bei den normalen Parkierungsmöglich
keiten häufig nicht möglich, da das Auto
von der Seite her für einen Rollstuhl
vielfach
nicht zugänglich sei.
Dem
Beschwerdeführer
könne es
im Übrigen
nicht zugemutet werden
, jedes Mal seine Ehefrau anzurufen oder einen Passanten zu bitten, die Scheiben zu enteisen.
Schliesslich
sei
auch eine Enteisung mit der Standardheizung n
icht möglich, da
Art.
33 lit. a
der Verkehrsregelverordnung
(VRV)
das unnötige Vorwärmen und Laufenlassen des Motors von stillstehen
den Fahrzeugen verbiete (
Urk.
1).
3.
3.1
Im Urteil
I 589/03
vom 1
1.
Dezember 2003, auf das sich die Beschwerdegegne
rin
anscheinend
beruft
, verneinte das Bundesgericht
den Anspruch auf eine Standheizung eines
Paraplegikers
, der über keinen Garagenplatz verfüg
te und sein Auto deshalb ganztäg
ig im Freien parkieren musste. Das Bundesgericht erwog, Vereisung und Beschlag an den Scheiben
liessen
sich auch mit der Stan
dardheizung des Fahrzeugs entfernen. Zudem könne der Betroffene dies selbst vom Rollstuhl aus zumindest an den Seitenscheiben durch mechanische oder chemische Mittel unterstützen. Eine Standheizung führe zwar allenfalls rascher zu klaren Scheiben und lasse sich mittels einer Zeitautomatik oder Fernbedie
nung bereits in Gang setzen, bevor sich der
Versicherte ins Fahrzeug begebe
. Eine wesentliche Erleichterung für die behinderte Person, welche die Finanzie
rung dieser kostspieligen Zusatzausrüstung durch die Invalidenversicherung als
verhältnismässig
erscheinen
liesse
, könne darin aber nicht gesehen werden. Einer allfälligen Unterkühlung des Körpers
, bis die Standardheizung das Wageninnere erwärmt habe,
lasse sich
mit
tels
geeigneter Kleidung vorbeugen (E. 3.2).
3.2
Im
Urteil I 829/05 vom 16.
August 2006 betreffend
einen nicht an einer Paraple
gie, sondern an einer inkompletten
Tetr
aplegie
leidenden Versicherten, führte das Bundesgericht
aus, der Betroffene könne
gemäss
Abklärungsbericht des
SAH
B
-Zentrums die beschlagenen Scheiben nicht vom Rollstuhl aus säu
bern. Zudem könne ihm weniger als einem
Paraplegiker
zugemutet werden, in einem kalten Auto sitzend zu warten, bis die Standardheizung die Scheiben ent
eist habe. Andererseits falle der
Umstand ins Gewicht, dass der Beschwerdefüh
rer zu Hause über einen Garagenplatz verfüge. Das Problem einer Vereisung oder eines Beschlags der Scheiben stelle sich somit nur, wenn er sich mit dem Auto auswärts aufhalte (E.
3.3.2).
In
unseren Breitengraden
komme es
aber
auch im
Winter
äusserst
selten vor
, dass die Scheiben tagsüber, während eines Arbeitstages, vereisen
würden
. Sollte diese Situation doch einmal eintreten, lasse sich die Entfernung von Eis und Beschlag in leichteren Fällen mit der Standardheizung erreichen, in den sehr seltenen Fällen einer starken Vereisung auch mit einer zu erwartenden Mithilfe von Drittpersonen, z.B. Kolleginnen und Kollegen. Angesichts des ausgesprochenen Ausnahmecharakters dieser Konstel
lation sei es dem Beschwerdeführer zuzumuten, den mit diesem Vorgehen ver
bundenen erhöhten Aufwand in Kauf zu nehmen (E. 3.4).
3.3
Weiter befasste sich d
as Bundesgericht noch im Urteil I 578/06
vom 1
6.
Juli 2007
mit der Frage der Standheizung, wobei in jenem Entscheid
zur Hauptsache
der Anspruch
eines Querschnittgelähmten
auf einen Treppenli
ft nac
h Ziffer
13.05
Anhang
HVI streitig
und zu
beurteilen war.
Dabei hielt es fest, dass sich die
Schadenminderungspflicht
,
soweit es um sporadische kleinere, nicht mit
erheblichem Zeitaufwand verbundene und/oder spezifische Kenntnisse
vor
aus
setzende Hilfeleistungen gehe
, gar auf solche von nicht behinderten
ausserfa
miliären Personen, beispielsweise Arbeitskolleginnen und
–
kollegen
, erstrecke
.
Das Zumutbarkeitsprinzip, welches die S
chadenminderungspflicht begrenze
,
schütze
andererseits aber
nicht nur die versicherte
Person, sondern bezwecke
auch eine
Begrenzung der Belastungen Dritter auf
ein erträgliches Mass. Es müsse
daher
in jedem Fall geprüft werden, ob ein vom Versicherten verlangtes Verhalten
für Dritte unzu
mutbare Nachteile zur Folge habe.
Gemä
ss geltender Rechtsprechung dürfe
sich die Verwaltung bei den
Anforderungen, welche unter dem Titel der Schadenminderung an eine
versicherte Person gestellt würden
, nicht einseitig vom öffentlichen
Interesse an einer sparsamen und wirtschaftli
chen Versicherungspraxis leiten
lassen, sondern sie habe
auch die grundrecht
lich geschützten
Betätigungsmöglichkeiten des Leistungsansprechers in seiner Lebensgestaltung
angemessen zu berücksichtigen. Welch
em Interesse der Vor
rang zukomme, könne
nicht generell entschie
den werden. Als Richtschnur gelte
, dass die
Anforderungen an die Schadenminderungspflicht zulässigerweise dort strenger
seien
, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage
stehe
(
E.
4.1 mit Hinweisen).
Schliesslich zog das Bundesgericht in diesem Entscheid in einem
obiter
dictum
die Finanzierung einer Standheizung durch die
Invalidenversicherung als Alternative in Betracht, ohne
die Frage im kon
kreten Fall allerdings
genauer zu prüfen
(E. 4.2).
3.4
Wie der Beschwerdeführer zutre
ffend darlegte, kann angesichts
der bundesgericht
lichen Rechtsprechung
somit
davon ausgegangen werden, dass eine Standheizung
grundsätzlich
ein Hilfsmittel
im Sinne des IVG
darstellt, für welches die Invalidenversicherung aufzukommen hat, wenn die Umstände des konkreten Einzelfalls dies rechtfertigen.
4.
4.1
Den vorliegenden medizinischen Akten lässt sich entnehmen, dass
der Beschwer
deführer
körperlich schwer behindert ist. Er kam
mit einem Mis
sbil
dungssyndrom rechts zur Welt
(die rechte Hand und der rechte Fuss fehlten, der linke Fuss war nur rudiment
är ausgebildet,
Urk.
7/1
/1) und litt in der Kindheit
zudem
unter einer Poliomyelitis. Er hat deshalb einen Oberschenkelgehapparat, rechts eine Prothese und um den Torso ein elastisches Band zwecks Stabilisie
rung des Rückens (
Urk.
7/19).
Um sich fortbewegen zu können, ist er
grund
sätzlich
auf einen Rollstuhl
angewiesen. A
uf
grund der starken Behinderung am Oberkörper
benötigt er
zusätzlich eine Fahrhilfe
(Urk.
7/45).
Weiter
steht fest
,
dass der
zu 100
%
erwerbstätige
Beschwerdeführer
(Arbeitsorte Zürich und Bern
)
aus beruflichen Gründen und
zweifelsohne
auch
für die Fortbewegung und
Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt auf
ein Auto
angewiesen ist
(vgl. E. 1.3).
4.2
Was den
Anspruch auf eine Standheizung betrifft, ist zunächst von Bedeutung, dass der Beschwerdeführer - i
m Gegensatz zum inkompletten
Tetraplegiker
, dessen Anspruch auf eine Standheizung das
Bundesgericht
im Urteil
I 829/05 verneinte
–
zu Hause
unbestrittenermassen
über keinen Garagenplatz
verfügt
(
Urk.
7/96).
Wenn das Bundesgericht in jenem Ent
scheid davon ausging, es sei in
unseren Breitengraden auch im Winter
äusserst
selten, dass die Sche
iben tagsüber vereisten
, so gilt das
nicht, wenn das Auto auch über Nacht im Freien steht.
Bei den
nachts in der Regel tieferen Temperaturen und kalter,
feuchter Witterung in den Wintermonaten kommt es
auch in der Stadt Zürich nicht sel
ten vor, dass die Autoscheiben vereisen
und manchmal auch
schneebedeckt sind.
Des Weitere
n
ist zu berücksichtigen, dass
das
mechanische
oder chemische
Enteisen
und
/oder
Schneeräumen
der Scheiben
für den Beschwerdeführer
teil
weise schon
deshalb
nicht möglich
sein dürfte
, weil
er bei
den
oftmals engen Parkplatzverhältnissen
in der Stadt Zürich
mit dem Rollstuhl gar nicht
von
allen Seiten Zugang zum Auto h
at
.
A
ngesichts
d
er
Behinderung am Oberkörper und der sehr ein
geschränkten Funktionalität d
es rechten Armes
dürfte ihm sodann
- a
nders als de
m
im bundesgerichtlichen Urteil I 589/03 betroffene
n
Paraplegiker
–
selbst
eine Enteisung
an den Seitenscheiben des Autos
nur unter erschwerten Bedingungen möglich
sein
.
Auch die
ohnehin etwas fragwürdige
Empfehlung der Beschwerdegegnerin, es sei jeweils
abends
ein Karton aufzulegen (konse
quenterweise müssten wohl an sämtlichen Scheiben entsprechende Kartons befestigt werden)
,
erweist sich unter diesen Umständen
als
un
praktikabel
.
E
benso wenig umsetzbar ist
die
Empfehlung
, sämtliche
Scheiben des Autos jeweils mit ei
nem Enteiser-Spray zu behandeln
.
Schliesslich
ist auch zu beach
ten, dass
sich die Kosten der vom Beschwerdeführer beantragten Standheizung
(
inkl. Funkfernbedienung
), die auf die Lebensdauer d
es Fahrzeugs ausgelegt sein dürfte (vgl.
http://www.auto-motor-und-sport.de/news/10-tipps-rund-um-die-standheizung-7789093.html
, besucht am 1
2.
März 2014)
auf Fr.
1‘379.63
(minus ca. 11
%
Preisnachlass)
belaufen
(Ur
k.
7/81/3)
.
Angesichts
dessen
kann – ebenfalls anders
als noch im
bundesgerichtlichen
Urteil
I 589/03
, als entspre
chende Standheizungen offenbar noch teurer waren
–
vorliegend
nicht mehr von einer kostspieligen Zusatzausrüstung die Rede
sein
.
Die betreffenden
Kosten
stehen vielmehr
in einem vernünftigen Verhältnis zum Erfolg der
Eingliederungsmassnahme
.
Unter Berücksichtigung all dieser Umstände erscheint es
nicht zumutbar, von der
Ehefrau oder Drittpersonen
zu verlangen,
dem Beschwerdeführer
, der im
Übrigen im
Rahmen seiner
journalistischen Tätigkeit wohl
nach wie vor ver
mehrt unterwegs ist (vgl.
Urk.
7/19),
bei ungünstigen Witterungsverhältnissen
immer zur Verfügung zu stehen und ihm allenfalls
bei der Enteisung
und/oder Schneeräumung d
er Autoscheiben behilflich
zu sein
.
Weit
er ist es auch dem Beschwerdeführer
nicht zuzumuten,
den Zeitaufwand, der sich aus dem
(even
tuell
möglichen)
Abtauen gefrorener Scheiben bei l
aufendem Motor ergeben würde
, in Kauf zu nehmen.
D
ementsprechend
braucht
auch nicht
erörtert zu werden, ob das Abtauen der Scheiben
mit laufendem
Motor
einen
Verstoss
gegen
Art.
33 lit. a VRV darstellen
oder
bei den Nachbarn zu
übermässigen
und vermeidbaren Lärm- und
Abgasimmissionen führen
könnte
.
Die Beschwerde ist demnach
gutzuheissen
.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitw
ert festzulegen (Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen.
Ausgangsgemäss
sind sie der B
eschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Der Beschwerdeführer
hat gestützt auf
Art.
61
lit. g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
in Verbindung mit §
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht Anspruch auf eine Prozessentschädigung, die unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf
Fr.
1‘
0
00.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen ist.