Decision ID: f820663f-75e4-4937-8071-be748a091e02
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, war seit 1998 bei der
Y._
AG als Vorarbeiter tätig (
Urk.
6/7). Am
6.
August 2003 meldete er sich wegen einer
Epi
condylitis
radialis
humeri
(vgl.
Urk.
6/20/1) bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
6/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und zog die Akten der Krankentag
geldversicherung (
Urk.
6/11/1-86) bei. Mit Verfügung vom 2
0.
Dezember 2004 (
Urk.
6/23) sprach
s
ie
dem Versicherten
eine ganze Rente
vom
8.
Juli 2003 bis 1
4.
März 2004 und eine Dreiviertelsrente bis Mai 2004 zu.
Am 1
2.
Oktober 2011 (
Urk.
6/25) meldete sich der Versicherte
mit Hinweis auf
ein Magenkarzinom erneut bei der Invalidenversicherung an. Nach Vornahme der notwendigen Abklärungen sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügun
g
en
vom
1
2.
Dezember 2012 (
Urk.
6/53) und 3
0.
Januar 2013
(
Urk.
6/54) ab
1.
April 2012
eine ganze Rente zu.
Im Rahmen der im November 2013 veranlasste
n
Rentenrevision (
Urk.
6/56) holte die IV-Stelle bei Prof.
Dr.
Z._
, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin,
Universitätsspital
A._
,
ein internistisches Gutachten ein, welches am
4.
November 2014 erstattet wurde (
Urk.
6/80/1-11). Mit Mitteilung vom
2.
Dezember 2014 bestätigte die IV-Stelle einen unveränderten Renten
anspruch (
Urk.
6/82).
1.2
Im Januar 2016 wurde eine erneute Rentenrevision veranlasst (
Urk.
6/83). Die IV-Stelle veranlasste eine polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten durch das
I
nstitut
B._
(Gutachten vom
3.
Januar 2017;
Urk.
6/102) und erteilte am 2
7.
Februar 2017 Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining (
Urk.
6/106), welches per 2
8.
April 2017 aus gesundheitlichen Gründen beendet wurde (
Urk.
6/118). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
6/135;
Urk.
6/141;
Urk.
6/152;
Urk.
6/160) setzte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 1
8.
Juli 2019
die bisherige
ganze Rente per Ende August 2019 auf eine Viertels
rente herab (
Urk.
6/165 und
Urk.
6/164 =
Urk.
2).
2.
Am 1
6.
September 2019 erhob der Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
8.
Juli 2019 (
Urk.
2) und beantragte deren Aufhebung sowie die Zusprache einer ganzen Rente (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
Oktober 2019 (
Urk.
5) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 1
4.
November 2019 mitgeteilt wurde (
Urk.
7). Am
2.
Dezember 2019 (
Urk.
8) reichte der Beschwerdeführer einen weiteren Arzt
be
richt (
Urk.
9) ein, wovon die Beschwerdegegnerin am
3.
Dezember 2019 in Kennt
nis gesetzt wurde (
Urk.
10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesent
lichen Änderung des
Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an
sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf
den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht u
m eine formelle Verfügung (Art.
49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle des
wegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit. f
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
auf dem W
eg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauf
folgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangs
sachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bun
desgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E.
3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 201
3 E.
3.1.2).
1.4
Bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, sind nach mindestens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, praxisgemäss in der Regel vorgängig Einglie
derungsmassnahmen durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten.
1.5
Hinsichtlich des Beweis
wertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochten Entscheid (
Urk.
2) wie folgt: Die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers habe sich verbessert. Es werde eine deutliche Reduktion der Schmerzen unter der aktuellen Therapie beschrieben und die Nahrungsaufnahme sei ohne Probleme möglich. Das Körper
gewicht sei stabil und bei der klinischen Untersuchung zeigten sich im betroffe
nen
Bereich keine Auffälligkeiten. Es sei somit am Vorbescheid festzuhalten (Verfügungsteil 2 S. 1).
2.2
Der Beschwerdeführer machte geltend (
Urk.
1), die Beschwerdegegnerin gehe gestützt auf das
B._
-Gutachten von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus (S. 4), welches aber mittlerweile drei Jahre alt sei und die aktuellen Berichte nicht berücksichtige (S. 5). Er sei maximal zu 30
%
arbeits
fähig und eine verwertbare Arbeit
sfähigkeit liege gar nicht vor. Das Belastbar
keitstraining habe ergeben, dass eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt nicht möglich sei (S. 6).
Da die eingeleiteten Integrationsmassnahmen aus gesundheit
lichen Gründen hätten abgebrochen werden müssen und die Beschwerdegegnerin keine Wiederaufnahme veranlasst habe, sei eine Herabsetzung der Rente nicht zulässig. Zudem habe sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfü
gung nicht zum Lohnvergleich und den dazu erhobenen Einwänden geäussert, womit sein rechtliches Gehör verletzt worden sei. Aus näher dargelegten Gründen sei das
Valideneinkommen
auf
Fr.
91'000.-- festzusetzen (S. 7). Zudem sei ein Abzug von 25
%
vom Invalideneinkommen zu gewähren. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei jedoch nicht ausgewiesen (S. 8).
2.3
Streitig und zu prüfen ist die Herabsetzung der Rente. Massgebliche Vergleichs
basis bildet dabei die Mitteilung vom
2.
Dezember 2014
(
Urk.
6/82; vgl. vorstehend E. 1.3).
3.
3.1
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Dar
stellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwä
gungen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2 ATSG). Gemäss
Art.
52
Abs.
2 Satz 2 ATSG werden
Einspracheentscheide
begründet. Die Begründung eines Ent
scheides muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechts
mittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem r
echtlichen Ein
wand auseinander
setzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56
E. 5b).
Der Mangel eines nicht oder nur ungenügend begründeten Entscheides kann gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Rechtsmittelverfahren geheilt werden, sofern die fehlende Begründung in der Vernehmlassung der entscheiden
den Behörde zum Rechtsmittel enthalten ist oder den
beschwerdeführenden
Parteien auf andere Weise zur Kenntnis gebracht wird, diese dazu Stellung nehmen können und der Rechtsmittelinstanz volle Kognition zukommt (BGE 107
Ia
1). Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann es jedoch nicht der Sinn des durch die Rechtsprechung geschaffenen Instituts der Heilung des recht
lichen Gehörs sein, dass Versicherungsträger sich über den elementaren Grund
satz des rechtlichen Gehörs hinwegsetzen und darauf vertrauen, dass solche Verfahrensmängel in einem vom durch den Verwaltungsakt Betroffenen allfällig angehobenen Gerichts
verfahren behoben würden. Der Umstand, dass eine solche Heilungsmöglichkeit besteht, rechtfertigt es demnach nicht, auf die Anhörung des Betroffenen vor Erlass eines Entscheides zu verzichten. Denn die nachträgliche Gewährung des rechtlichen Gehörs bildet häufig nur einen unvollkommenen Ersatz für eine unterlassene vorgängige Anhörung. Abgesehen davon, dass ihr dadurch eine Instanz verloren gehen kann, wird der betroffenen Person zugemu
tet, zur Verwirklichung ihrer Mitwirkungsrechte ein Rechtsmittel zu ergreifen.
Von der Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzusehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst beförder
lichen Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (BGE 120 V 357
E. 2b, 116 V 182 E. 3c und d).
3.2
Der Beschwerdeführer rügt zu Recht die ungenügende Begründung der angefoch
tenen Verfügung (
Urk.
2). Diese enthält weder Angaben zu
seine
r Arbeitsfähigkeit noch zur Berechnung des Invaliditätsgrades. Da das Gericht jedoch über volle Kognition verfügt und eine Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und weiteren Verzögerungen führen würde, ist von einer solchen abzusehen.
4.
4.1
Prof.
Z._
stellte in seinem am
4.
November 2014 zusammen mit
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, erstatteten Gutachten (
Urk.
6/80/11) folgende, hier verkürzt wiedergegebene Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 9
Ziff.
6.1):
-
Schwächegefühl mit Myalgien bei schwerer Eisenmangelanämie bei
-
Hämorrhoidalblutung und Status
nach Gastrektomie
-
Status nach
Hämorrhoidektomie
2001
-
aktuell: erneute
Hämorrhoidektomie
am
9.
Oktober 2014
-
erschwerte Essensaufnahme bei
-
kurativ behandeltem Adenokarzinom des
ösophagogastralen
Über
gangs
-
Status nach distaler
Ösophagusresektion
und Gastrektomie mit Rekon
struktion durch
Ösophagojejunostomie
2011
-
Status nach neoadjuvanter Chemotherapie
-
bisher
rezidivfrei
-
Müdigkeit bei Leberzirrhose Child A unklarer Genese
-
kälteabhängige Kribbelparästhesien an allen
Akren
-
differentialdiagnostisch im Rahmen der stattgehabten Chemotherapie 2011
Die folgenden Diagnosen hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 9
Ziff.
6.2):
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
Status nach Ellbogeninstabilität und
Epicondylopathia
ulnaris
links
-
unklare
Lymphopenie
Erstdiagnose 2014
Insgesamt sei die berichtete Schwäche mit den Myalgien im Rahmen der schweren chronischen Blutungsanämie ausreichend erklärt. Diese führe auch allein zu einer vollen Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten. Diesbezüglich sei die Zuweisung zur operativen Sanierung der Blutungsquelle (Hämorrhoiden) erfolgt. Auch die bekannte Leberzirrhose trage zur Müdigkeit bei. Zusätzlich spielten die erschwerte Essensaufnahme mit Mahlzeiten alle zwei Stunden und einer nach dem Mittag nötigen Ruhezeit von 40 Minuten sowie die kälteassoziierten Kribbelparästhesien eine wichtige Rolle und führten zu einer vollen Arbeitsunfähigkeit auf dem Bau.
Aktuell könne insbesondere wegen der schweren Anämie keine leidensangepasste Tätigkeit zugemutet werden. Nach Korrektur der Anämie sollte die Gesundheits
situation erneut überprüft werden (S. 10).
Somit bestehe weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten (S. 10
Ziff.
7.4). Eine Re-Evaluation sei in sechs Monaten sinnvoll (S. 11
Ziff.
7.7). Der Gesundheitszustand habe sich seit 2012 aufgrund der schweren Blutungsanämie verschlechtert (S. 11
Ziff.
8).
4.2
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), hielt am 2
0.
November 2014 fest, der Beschwerdeführer sei gestützt auf das Gutachten von Prof.
Z._
weiterhin in jeder Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig. Bei besserungsfähigem Gesundheitsschaden sei eine Revi
sion in einem Jahr zu empfehlen (
Urk.
6/81/5).
4.3
Gestützt auf diese medizinischen Berichte teilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer am
2.
Dezember 2014 mit, er habe bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente (
Urk.
6/82).
5.
5.1
Eine Kontrolle an der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie am 1
5.
März 2016 (
Urk.
6/89/
9-11) ergab keine Anzeichen eines Tumorrezidivs. Der Verlauf sei erfreulich (S. 2). Der Patient berichte, bei gutem Befinden zu sein, es bestünden keine wesentlichen Beschwerden (S. 1).
5.2
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte mit Bericht vom
4.
April 2016 (
Urk.
6/89/5-6) folgende Diagnosen (
Ziff.
2):
-
Status nach
Narbenhernienrepair
am 1
2.
Oktober 2015 bei symptoma
tischer Narbenhernie, Status nach Operation eine
s Wundhämatoms im Narbenbereich
-
vor allem im Winter sehr störende und die Arbeit vollständig einschrän
kende Missempfindungen an Händen und Füssen, Ätiologie unklar
-
rezidivierendes
lumbospondylogenes
Syndrom
-
Status nach Hämorrhoiden-Operation
Die narbigen Veränderungen der Bauchwand wirkten sich auf das Heben und Tragen von Lasten aus (max. 10 kg, nicht repetitiv). Die Missempfindungen an Händen und Füssen in den kälteren Monaten seien derart störend, dass sie in der kalten Jahreszeit keine Tätigkeit
im Freien
zuliessen (
Ziff.
2). Unverändert sei die rasche Müdigkeit und Erschöpfung sowie die rezidivierenden allgemeinen
Schwächezustände. Unverändert zu 2014 sei die körperliche Belastbarkeit stark eingeschränkt (
Ziff.
3).
5.3
Die Gutachterin und die Gutachter des
B._
stellten in ihrem am 2
0.
Dezember 2016 nach Berücksichtigung der Akten, Erhebung der Anamnese und Durchfüh
rung einer allgemeininternistischen, gastroenterologischen, neurologischen, rheumatologischen und psychiatrischen Untersuchung
erstatteten Gutachten (
Urk.
6/102)
folgende
,
hier
verkürzt wiedergegebene
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S.
23
Ziff.
5.1):
-
Status nach Adenokarzinom der Kardia Siewert Typ II
-
neoadjuvante Chemo-Radiotherapie
-
Status nach distaler
Ösophagusresektion
und Gastrektomie mit
Öso
phago-Jejunostomie
-
Status nach
Narbenhernienrepair
am 1
2.
Oktober 2015
-
Tumor
- und Chemotherapie-assoziierte
Fatigue
-
Leberzirrhose CHILD A unklarer Genese
-
Verdacht auf nicht-alkoholische Steatohepatitis
-
leichte
Thrombozytopenie
Die folgenden Diagnosen hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 23
Ziff.
5.2):
-
Diabetes mellitus
-
innere Hämorrhoiden Grad II-III
-
schwere Blutungsanämie
-
Status nach
Hämorrhoidektomie
am
9.
Oktober 2014
-
unklare Kälte-assoziierte distale Schmerzen
-
Status nach
Débridement
Flexor
pronator
Ursprung, Neurolyse
Nervus
ulnaris
und mediale Seitenbandrekonstruktion mit
Palmaris
longus-Sehne linker Ellenbogen am 2
1.
Januar 2003
-
beschwerdefrei, klinisch unauffälliger Befund
-
Status nach submuskulärer Vorverlagerung
Nervus
ulnaris
Ellenbogen links am 1
6.
Dezember 2003
-
beschwerdefrei, klinisch unauffälliger Befund
-
Status nach arthroskopischer
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
,
Akro
mioplastik
und Bizepstenotomie rechts am 3
0.
Oktober 2003
-
postoperativ Auftreten einer
Frozen
Shoulder
-
beschwerdefrei, klinisch unauffälliger Befund
Aus polydisziplinärer Sicht bestehe in der angestammten Tätigkeit als Zimmer
mann, Maurer und Bauarbeiter sowie in jeder anderen körperlich mittelschweren oder schwer belastenden Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit. In körperlich leichten, adaptierten Tätigkeiten sei der Beschwerdeführer zu 75
%
arbeitsfähig. Das Pensum
könne vollschichtig umgesetzt werden mit erhöhtem Pausenbedarf von 10 bis 15 Minuten pro Stunde und leicht reduziertem Rendement (S. 24). Die Einschränkungen aus neurologischer und gastroenterologischer Sicht addierten sich nicht, da die gleiche Erkrankung für die Einschränkung verantwortlich sei. Diese Einschätzung gelte mit Sicherheit ab dem Zeitpunkt der Untersuchung im Oktober und November 201
6.
Die im letzten Gutachten als im Vordergrund stehend beschriebene Anämie bestehe nicht mehr. Seit der Tumorbehandlung seien inzwischen fünf Jahre vergangen und eine höhergradige Einschränkung sei dadurch nicht mehr begründbar (S. 25 oben).
Es bestehe eine deutliche Diskrepanz zwischen dieser Beurteilung und der Selbst
einschätzung des Beschwerdeführers, welcher sich auch in leichten Tätigkeiten für nur noch maximal 25
%
arbeitsfähig halte. Ursächlich für diese Diskrepanz seien wahrscheinlich in erster Linie IV-fremde Gründe wie der schwierige Arbeitsmarkt, die jahrelange Arbeitsabstinenz, die bestehende Berentungssitua
tion und ein eventuell vorhandener sekundärer Krankheitsgewinn. Der Beschwer
deführer könn
t
e durchaus seine Ressourcen, die er im ausgefüllten Alltag
inklusive Schrebergarten nutzen könne, auch in eine Erwerbstätigkeit einbringen. Berufliche Massnahmen seien aufgrund der ausgeprägten subjektiven Krankheits- und Behinderungsüberzeugung kaum durchführbar und könnten deshalb nicht empfohlen werden (S. 25).
5.4
Vom
3.
bis 1
0.
Mai 2017 war der Beschwerdeführer in der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
zwecks Durchführung einer laparoskopischen Dünn- und
Dickdarmadhäsiolyse
sowie Reposition des
Enterothorax
und einer
Hiatusplastik
hospitalisiert
(vgl. Bericht vom
4.
Mai 2017;
Urk.
6/122/6-7). Der klinische Verlauf sei regelrecht gewesen (S. 2).
Dr.
med.
F._
, Zent
rum für Leber-, Pankreas- und
Gallengangserkrankungen
,
A._
, hielt mit Bericht vom 2
7.
Juni 2017 (
Urk.
6/122/1-4) fest, aus
viszeralchirurgischer
Sicht seien die Einschränkungen bei der angestammten Arbeit als Zimmermann nicht beurteil
bar. In dieser Tätigkeit bestünden keine Einschränkungen, sie sei noch zumutbar und der Beschwerdeführer sei aus
viszeralchirurgischer
Sicht voll belastbar
(
Ziff.
1.7). Mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne sofort gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
Bei einer Verlaufskontrolle am 1
5.
August 2017
an der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie,
A._
(
Urk.
6/128/6-7) habe der Beschwerdeführer mitgeteilt, dass die
(richtig wohl: der)
Enterothorax
zu keiner Verbesserung, son
dern eher zu einer Verschlechterung der vorbestehenden Beschwerden geführt habe. Es
werde zur weiteren Abklärung der Schmerzen eine Koloskopie sowie eine Computertomographie veranlasst.
5.6
Dr.
med.
G._
, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie,
A._
, führte mit undatier
te
m
, bei der Beschwerdegegnerin am
8.
September 2017 eingegangenen (vgl.
Urk.
6/134/5)
Bericht (
Urk.
6/128) aus, der Beschwerdeführer sei derzeit aufgrund von Schmerzen zu 100
%
arbeitsunfähig und sei noch in Abklärung (
Ziff.
1.7). Aus
viszeralchirurgischer
Sicht bestehe für rein sitzende Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Eine schrittweise Steigerung sei vorstellbar, sofern es keine körperliche Arbeit sei (
Urk.
6/128/5).
5.7
Dr.
D._
, RAD (vorstehend E. 4.2)
,
hielt am 2
1.
September 2017 (
Urk.
6/134
S.
6) fest, es sei aufgrund der Aktenlage davon auszugehen, dass sich der Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers aufgrund einer
Dünndarmpassagestörung
vorübergehend verschlechtert habe. Er sei deshalb erneut laparoskopisch operiert worden und habe nach unkompliziertem Verlauf am 1
0.
Mai 2017 entlassen wer
den können. Vom
A._
sei deshalb bis zum 3
1.
Mai 2017 eine volle Arbeitsun
fähigkeit ausgewiesen worden. Aktuell würden erneut subjektive diffuse Bauchschmerzen beschrieben, wofür jedoch kein organisches Korrelat genannt werde.
Es könne ab
1.
Juni 2017, somit nach Abschluss der operativen Therapie, von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
für eine angepasste, überwiegend sitzende Tätigkeit ausgegangen werden.
Am 2
7.
März 2018 wurde festgehalten, nach gleichentags erfolgter Rücksprache mit
Dr.
D._
sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit auszugehen, die innerhalb von drei Monaten auf 75
%
steigerbar sei. Es habe sich nicht um eine grosse Operation gehandelt (
Urk.
6/134/6). Somit wäre per
1.
September 2017 wieder eine Arbeitsfähigkeit von 75
%
ausgewiesen (
Urk.
6/134/7).
5.8
Die Ärzte der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie,
A._
, führten mit Bericht vom
9.
Januar 2018 (
Urk.
6/154/21-23) aus, die Untersuchungen hätten eine weiterhin regelrechte Verlaufskontrolle ohne Nachweis eines Rezidivs, Lymphknoten- oder Fernmetastasen, jedoch einen grössenstationären pulmona
len Nodulus im Oberlappen rechts ergeben (S. 2). Die leider weiter persistierenden
Abdominalschmerzen
seien im Anschluss an die im Oktober 2015 durchgeführte
Narbenhernienoperation
aufgetreten. Klinisch und radiologisch ergebe sich keine klare Ursache, weshalb als
ultima
ratio
eine Entfernung des damals eingebrachten Netzes zu diskutieren sei (S. 2).
5.9
Dr.
med.
H._
, Schmerzambulatorium des Instituts für Anästhesio
logie,
A._
,
hielt mit Bericht vom
8.
März 2018 (
Urk.
6/154/17-18) fest, der Beschwerdeführer sei mit
dem eigenen
TENS
(
transkutane elektrische
Nerven
stimulation) Gerät noch zufriedener als mit dem Leihgerät. Nach Anwendung seien die Schmerzen über längere Zeit
regredient
(S. 1).
Am 2
9.
Mai 2018 (
Urk.
6/154/15-16) führte
Dr.
H._
aus, der Beschwerdeführers sei nach drei Monaten unter TENS-Therapie sehr zufrieden mit der Schmerzsituation. Er habe Lyrica weiter reduzieren können und sage, er fühle sich wieder wie sich selbst, könne Heimwerken, Musizieren und sozialen Aktivitäten nachgehen (S. 1). Die Behandlung könne somit abgeschlossen werden (S. 2).
5.10
Die Ärzte der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie hielten mit Bericht vom 1
0.
Juli 2018 (
Urk.
6/148) fest, der Beschwerdeführer berichte über die bekannten Schmerzen, die aktuell unter TENS
-
Therapie
regredient
seien. Der Befund habe ein weiches Abdomen ohne Hinweis auf ein
Hernienrezidiv
, keine Schmerzen und keine Resistenzen ergeben. Zusammengefasst sei von einem zufriedenstellenden Verlauf auszugehen. Die vom Patienten
g
eklagten Schmerzen seien unter der derzeitigen Therapie deutlich geringer. Die nächste Nachkontrolle sei in einem Jahr vorgesehen. Bezüglich der
Abdominalgie
sei aktuell bei guter Kontrolle unter TENS keine chirurgische Intervention nötig (S. 2).
5.11
Dr.
H._
(vorstehend E. 5.9)
hielt am
3.
Januar 2019 (
Urk.
6/146) fest, die Behandlung des Beschwerdeführers sei abgeschlossen (
Ziff.
1.2). Er leide an chronischen Bauchschmerzen
bei Verwachsungsbauch sowie an neuropathischen Schmerzen nach Chemotherapie. Er gebe keine Prognose zur Arbeitsfähigkeit ab (
Ziff.
2.7).
5.12
Dr.
E._
(vorstehend E. 5.2)
führte mit Bericht vom
8.
März 2019 (Urk.
6/154) aus, der Beschwerdeführer sei in der angestammten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig. In einer sitzenden Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähig
keit von mindestens 70
%
(
Ziff.
1.3). Es habe lediglich die TENS-Behandlung zu einer leichten Besserung geführt (
Ziff.
2.1).
Die Arbeitsfähigkeit von 15 bis 25
%
für angepasste Tätigkeiten, welche noch definiert werden müssten, werde sich bei den chronischen Grunderkrankungen in den nächsten Jahren mit Sicherheit vermindern. Zudem sei nur schon aufgrund des fortschreitenden Alters eine Verminderung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten (
Ziff.
2.7). Starke Einschränkun
gen bestünden für sitzende und stehende Tätigkeiten, nur wenig besser mit der Möglichkeit der Wechselbelastung, weitere Einschränkungen durch die multi
faktoriell verminderte Konzentrationsfähigkeit, die verminderten mnestischen Funktionen sowie die deutlich verminderte Belastbarkeit (
Ziff.
3.4).
5.13
Dr.
D._
, RAD (vorstehend E. 4.2)
,
führte am 1
1.
Juni 2019 (
Urk.
6/161
S.
5
) aus, es werde eine bekannte Situation beschrieben. Gemäss
A._
würden sogar keine Schmerzen angegeben. Die Nahrungsaufnahme funktioniere problemlos, das Gewicht sei stabil und das Abdomen in der klinischen Kontrolle weich gewesen. Die abdominalen Schmerzen seien somit unter guter Kontrolle. Der Beurteilung durch
Dr.
E._
könne somit nicht gefolgt werden. Zusammenfassend beschreibe der Beschwerdeführer eine subjektive Zunahme der Schmerzen, was jedoch im Widerspruch zu den Angaben des
A._
stehe. Eine glaubhafte Verschlechterung des Gesundheitsschadens sei nicht ausgewiesen und es lasse sich daraus keine weitere Einschränkung der Arbeitsf
ähigkeit ableiten als bisher.
5.14
Die Ärzte der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie hielten mit Bericht vom 1
3.
August 2019 (
Urk.
9) fest, der Beschwerdeführer stelle sich zur regulären Nachsorge des Adenokarzinoms des
gastroösophagealen
Überganges vor. Essen und Trinken gehe gut, das Gewicht sei stabil. Im Vordergrund stünden weiterhin die abdominellen bewegungsabhängigen Schmerzen, die seit der Netz
einlage im Jahr 2015 vorhanden seien und trotz Lyrica und elektrischer Impuls
therapie die Lebensqualität des Beschwerdeführers stark beeinträchtigten und ihn auch arbeitsunfähig machen würden. Aufgrund eines Berichtes, der ihm volle Arbeitsfähigkeit attestiere, habe er aktuell mit weiteren Kürzungen seiner Rente zu rechnen (S. 2).
Seitens des Adenokarzinoms zeigten sich erfreulicherweise keine Hinweise auf ein Rezidiv oder Metastasen. Entsprechend könne die Tumornachsorge abge
schlossen werden. Betreffend die invalidisierenden Beschwerden seit der
Narben
hernienversorgung
2015 werde man die Beschwerdegegnerin bitten, die Einschät
zung (des
A._
) revidieren zu können, die offenbar nur aufgrund des erfreulichen Verlaufs nach Gastrektomie und nicht im Hinblick auf die invalidisierenden Schmerzen nach
Hernienrepair
ausgestellt worden sei (S. 2).
6.
6.1
Die
Bestätigung
der ganzen Rente
im Dezember 2014
erfolgte aufgrund der
von Prof.
Z._
gestellten
Diagnosen eines Schwächegefühls mit Myalgien bei schwerer Eisenmangelanämie insbesondere aufgrund von Hämorrhoidalblutun
gen, einer erschwerten Essensaufnahme, einer Müdigkeit bei Leberzirrhose und kälteabhängigen Kribbelparästhesien. Dabei war die schwere Anämie ausschlag
gebend für eine volle Arbeitsunfähigkeit auch für angepasste Tätigkeiten. Prof.
Z._
hielt fest, dass nach der Korrektur der Anämie die Gesundheitssituation erneut überprüft werden sollte (vgl. vorstehend E. 4.1).
6.2
Im seitherigen Verlauf ergab sich, dass keine Anzeichen eines Tumorrezidivs festgestellt
wurden
(vgl. vorstehend E. 5.1). Es wurde bei einer symptomatischen Narbenhernie am 1
2.
Oktober 2015 eine Korrekturoperation durchgeführt (vgl. vorstehend E. 5.2).
6.3
Das
B._
-Gutachten erging unter sorgfältiger Abklärung sämtlicher Beeinträchti
gungen des Beschwerdeführers und unter Berücksichtigung der praxisgemässen Beweiskriterien (vgl. E. 1.5), weshalb grundsätzlich darauf abzustellen ist. Während zuvor die schwere Anämie massgeblich für die volle Arbeitsunfähigkeit verantwortlich war, war diese nun aufgrund der
Hämorrhoidektomie
behoben. Dies
steht in Übereinstimmung mit dem Umstand, dass Prof.
Z._
eine Über
prüfung der Gesundheitssituation nach der operativen Korrektur empfahl (vgl. E. 4.1) und bedeutet bereits für sich allein eine relevante Veränderung des Gesund
heitszustandes.
Während die
B._
-Gutachter die Leberzirrhose unklarer Genese
wie auch eine Tumor- und Chemotherapie-assoziierte Fatigue
w
eiterhin als die Arbeitsfähigkeit beeinflussend erachteten
, war d
ie Essensaufnahme im Gegensatz zur Situation 2014 nicht mehr erschwert. Zwar wurde anlässlich der gastroente
rologischen Untersuchung festgehalten, dass der Beschwerdeführer durch die veränderte Anatomie gezwungen sei, täglich mehrere Mahlzeiten einzunehmen und
anamnestisch
Mühe habe, sein Gewicht zu halten (vgl. S. 22
Ziff.
4.4.4 des Gutachtens).
Während bei der Begutachtung 2014 bei gutem Allgemeinzustand ein Gewicht von 67.8 kg bei anamnestisch 160 cm Grösse erhoben wurde (vgl.
Urk.
6/80 S. 9
Ziff.
5), hat sich dies im Jahr 2016 lediglich
geringfügig
verändert, wurde doch ein Gewicht von 65 kg bei einer Körpergrösse von 159 cm festgestellt, was die Gutachter sogar als leichtes Übergewicht bezeichneten (vgl. S. 10
Ziff.
3.2.1 des Gutachtens). Es vermag daher zu überzeugen, dass die erschwerte Essensaufnahme von den
B._
-Gutachtern nun nicht mehr als Diagnose aufgelis
tet wurde. Auch darin lässt sich eine Verbesserung erblicken. Dass der Beschwer
deführer über den Tag verteilt mehrere Mahlzeiten einnehmen muss, erscheint zudem für sich allein betrachtet nicht als geeignet, die Arbeitsfähigkeit zu beein
flussen.
Sodann wurden die von Prof.
Z._
als arbeitsrelevant eingeschätzten kälteabhängigen Kribbelparästhesien von den
B._
-Gutachtern nicht mehr als die Arbeitsfähigkeit beeinflussend beurteilt
, was angesichts der Beschränkung auf die kalte Jahreszeit zu überzeugen vermag.
6.4
Somit ist im Zeitpunkt des
B._
-Gutachtens Ende Dezember 2016 eine gesund
heitliche Verbesserung eingetreten. In ihrer Gesamtbeurteilung gingen die Gutachter von einer weiterhin bestehenden vollen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Zimmermann, Maurer und Bauarbeiter sowie in jeder mittelschweren oder schweren Tätigkeit aus. In körperlich leichten adaptierten Tätigkeiten bestand nun eine Arbeitsfähigkeit von 75
%
, vollschichtig umsetzbar mit erhöhtem Pausenbedarf von 10 bis 15 Minuten pro Stunde und leicht redu
ziertem Rendement. Dabei wiesen die Gutachter darauf hin, dass der Beschwer
deführer durchaus seine Ressourcen, die sich im ausgefüllten Alltag inklusive Schrebergarten zeigten, in einer Erwerbstätigkeit einbringen könn
t
e (vgl. vorste
hend E. 5.3).
Damit ist ein Revisionsgrund zu bejahen.
6.5
Im weiteren Verlauf ist eine vorübergehende Verschlechterung eingetreten. So musste sich der Beschwerdeführer aufgrund von Schmerzen Anfang April
erneut in
ärztliche Behandlung begeben (vgl.
Urk.
6/114/7) und es erfolgte am
3.
Mai 2017 eine laparoskopische Dünn- und
Dickdarmadhäsiolyse
sowie Reposition des
Enterothorax
und eine
Hiatuspla
stik
(vgl. vorstehend E. 5.4). Soweit
Dr.
F._
im Anschluss
daran
davon ausging, der Beschwerdeführer sei als Zimmermann voll belastbar, ist dies nicht schlüssig begründet, da
Dr.
F._
gleichzeitig festhielt, aus
viszeralchirurgischer
Sicht seien die Einschränkungen als Zimmermann nicht beurteilbar (vgl. vorstehend E. 5.4). Zudem verfügt
Dr.
F._
nicht über einen Facharzttitel. Vielmehr ist auf die Einschätzung
durch
Dr.
D._
(E. 5.7) abzustel
len, wonach bis Ende Mai 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
% in jeder Tätigkeit, ab Juni 2017 eine Arbeitsfähigkeit in angepassten, überwiegend sitzen
den Tätigkeiten von 50
%
und ab September von wieder 75
%
in angepassten Tätigkeiten bestand. Dass die Ärzte der Klinik für Viszeral- und Transplantation
schirurgie von seit Oktober 2015 bestehenden
Abdominalschmerzen
nach der
Narbenhernienoperation
ausgingen (vgl. vorstehend E. 5.8), ist in Anbetracht der Würdigung dieser Beeinträchtigung durch die
B._
-Gutachter nicht ausschlag
gebend, zumal dabei keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen wurde. In der Folge waren denn diese Schmerzen aufgrund der neu aufgenommenen TENS-Therapie deutlich
regredient
; der Beschwerdeführer berichtete
,
wieder Heimwerken,
M
usizieren und sozialen Aktivitäten nachgehen zu können und sich wieder wie sich selbst zu fühlen (E. 5.9).
Dass Hausarzt
Dr.
E._
(vgl.
Urk.
6/25
Ziff.
6.7) im März 2019 eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 15 bis 25
%
annahm, ist nicht schlüssig begründet, zumal
Dr.
E._
seine Einschätzung auch auf das - invalidenversicherungsrechtlich in diesem Zusammenhang unbe
achtliche - fortschreitende Alter des Beschwerdeführers zurückführte (E. 5.12).
Hier ist zu berücksichtigen, dass
die behandelnden Ärztinnen und Ärzte in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person
stehen
und
sich
zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren
haben
. Ihre Berichte verfolgen daher nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versiche
rungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungs
tatsache, dass Hausärzte – beziehungsweise regelmässig behandelnde Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 551/06 vom
2.
April 2007 E. 4.2) – mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifels
fall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, kommt im Streitfall ein direktes Abstellen einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte nur selten in Frage (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 1
7.
Feb
ruar 2011 E. 4.1).
Zudem ist nicht auszuschliessen, dass
Dr.
E._
bei seinen Angaben den Vorbescheid vom
1
7.
September 2018 und die drohende Renten
herabsetzung berücksichtigte. Dies gilt auch für den Bericht der Ärzte der
Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
vom 1
3.
August 2019 (E. 5.14)
6.6
Zusammenfassend ist somit eine relevante Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu bejahen. Die vorübergehende Verschlechterung im Jahr 2017 ist, nachdem die Beschwerdegegnerin die Herabsetzung per Ende August 2019 verfügte (
Urk.
2), nicht zu berücksichtigen. Die Beschwerdegegnerin hat Eingliederungsmassnah
men begonnen und diese nach der vorübergehenden Verschlechterung wieder angeboten (
Urk.
6/127/1), womit den diesbezüglichen Vorgaben (vgl. vorstehend E. 1.4) Genüge getan wurde.
7.
7.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe
tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
7.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
7.3
Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall weiterhin als Vorarbeiter in einer Baufirma arbeiten würde. Er erzielte im Jahr 2010 einen Jahreslohn von
Fr.
86’995.-- (vgl. IK-Auszug;
Urk.
6/30).
Unter Berücksichtigung der Entwicklung der Nominallöhne der
im Baugewerbe tätigen
Männer von
101.0
Punkten
im Jahr 2011
auf
103.8
Punkte im Jahr 2018 (aktuell vorhandene Zahlen, Bundesamt für Statistik,
Nominallohnentwicklung
Männer, 2011
-2018
, T1.1.10
)
ergibt sich ein hypothetisches
Valideneinkommen
von rund
Fr.
89'407.-- (
Fr.
86’995.--
: 101.0 x 103.8).
7.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Angesichts der Zumutbarkeit einer
75
%igen behinderungsangepassten Tätig
keit steht dem Beschwerdeführer eine breite Palette von Tätigkeiten offen. Es
recht
fertigt sich daher, für die Bemessung des Invaliden
einkommens auf den standar
disierten Durch
schnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerk
licher Arbeit in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors abzu
stellen (LSE 2018, Tabellengruppe
TA1_tirage_skill_level
, Total, Niveau 1).
7.5
Das im Jahr 2018 von Männern im Durchschnitt aller einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art erzielte Einkommen betrug pro Monat Fr. 5‘417.--, mithin Fr. 65‘004.-- im Jahr (Fr. 5‘417.-- x 12). Der durch
schnitt
lichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2018 von 41.7 Stunden
(Bundesamt
für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen,
T. 03.02.03.01.04
.01)
angepasst, ergibt dies den Betrag von rund Fr. 67‘767.-- (Fr. 65‘004.-- : 40.0 x 41.7).
Bei einem Pensum von 75
%
resultiert ein hypothe
tisches Invalideneinkommen von
rund
Fr.
50'825.--.
7.6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn)
allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1
und
9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesam
thaft neu zu schätzen (vgl.
Urteile des Bun
desgerichtes
9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
7.7
Die Beschwerdegegnerin gewährte keinen Abzug vom Tabellenlohn (vgl.
Urk.
6/133). Dies ist nicht zu beanstanden, denn
d
ie gesundheitlichen Beeinträch
tigungen
wurden
sowohl im eingeschränkten Tätigkeitsprofil als auch in der sich daraus ergebenden Arbeitsunfähigkeit vollumfänglich
berücksichtigt.
Weiter führt die
gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypothe
tischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungs
fähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im
Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_82/2019 vom 19. September 2019 E. 6.3.2
).
Ob das Merkmal «Alter» einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt, ist jeweils unter Berücksichtigung aller konkreter Umstände des Einzelfalls zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 vom 22. September 2015 E. 4.3.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.2). Dies gilt insbesondere im Bereich der Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG), wo sich ein fortgeschrittenes Alter nicht zwingend lohnsenkend auswir
ken muss. Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellen
markt altersunabhängig nachgefragt (Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3).
Ein Abzug aufgrund des Alters des Beschwerdeführers rechtfertigt sich somit nicht. Denn der Umstand, dass
die Stellensuche
altersbedingt erschwert sein mag, fällt als
invaliditätsfremder Faktor
regelmässig ausser Betracht
(Urteil des Bundesge
richts 8C_
219/2019 vom 30. September 2019 E. 5.3; vgl. auch Urteil 8C_312/2017 vom 22.
November 2017 E. 3.3.2).
Ebenso
rechtfertigt d
ie lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt bei Hilfstätigkeiten im untersten Kompetenz
niveau rechtsprechungsgemäss keinen Abzug (Urteil des Bundesgerichts 8C_219/2019 vom 30. September 2019 E. 5.2 in
fine
).
7.8
Der Vergleich des hypothetischen
Valideneinkommens
von
Fr.
89'407.--
mit dem hypothetischen Invalideneinkommen von
Fr.
50'825.-- ergibt einen Invaliditäts
grad von gerundet
43
%
und damit Anspruch auf eine Viertelsrente.
Der angefochtene Entscheid ist somit rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
8
.
Die Verfahrenskosten
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
I
VG sind ermessensweise auf Fr. 8
00.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.