Decision ID: 4b788830-f4ce-4338-9572-5a84d5ae28da
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1964 geborene
X._
, Vater von vier Kindern (
Jahrgang 1999, 2010, 2011 und
2016), ohne Berufsausbildung, erhielt im Jahr 2001 das Schweizer Bürgerrecht und zog im Juni 2009 nach Algerien. Im April 2014 kehrte er schliesslich definitiv wieder in die Schweiz zurück (Urk. 8/3, Urk. 8/39 und Urk. 8/56). Seit seinem Wegzug im Jahr 2009 war er in der Schweiz nicht mehr erwerbstätig (Urk. 8/8 und Urk. 8/80).
Am
28. Mai 2015
(Eingangsdatum) meldete er sich unter Hinweis
auf ein invalidisierendes chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom r
echts bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leis
tungsbezug an
(Urk.
8
/
3
).
Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse holte die IV-Stelle zunächst
Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk. 8/7, Urk. 8/19-20, Urk. 8/22
,
Urk. 8/24-25, Urk. 8/27-28, Urk. 8/30, Urk.
8/33) und zog einen Auszug aus dem individuellen Konto bei (Urk. 8/8). Mit Verfügung vom
8. Juli 2016
sprach ihm die IV-Stelle wie vorbeschieden mit Wirkung ab 1. November 201
5 eine ganze Rente zu
.
Gleichzeitig
wurden ihm auch die entsprechenden Kinderrenten zugesprochen (Urk. 8/49-50).
Nach der Geburt
seines
Sohnes
am 4. Oktober 2016
(Urk. 8/56) berechnete die IV-Stelle
die Kinderrenten
mit Verfügung
vom 28. Oktober 2016 neu
(Urk.
8
/
62
).
Mit Ver
fügung vom 9. August 2017 wurde aufgrund des Entfallens der Kinderrente für seine älteste Tochter die nächste Neuberechnung vorgenommen (Urk. 8/70 und Urk. 8/78).
Im Zuge einer im September 2017 eingeleiteten Rentenrevision (Urk. 8/76) zog die IV-Stelle einen weiteren Auszug aus dem individuellen Konto bei (Urk.
8/80), ho
lte neue Arztberichte ein (Urk.
8/81,
Urk. 8/87, Urk. 89-90 und Urk.
8/93) und lies
s
den Vers
icherten durch Dr. med. Y._
, Fachärztin für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie, des RAD untersuchen (Bericht vom 21.
Juni 2018, Urk. 8/97). Mit Vorbescheid vom 2. Juli 2018 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Aufhebung der Invalidenrente wegen seines verbesserten Ge
sundheitszustands in Aussicht (Urk. 8/101). Dagegen erhob
der Beschwerde
führer unter Beilage der Stellungnahme vom 1. September 2018 von
Dr. med.
Z._
, Facharzt Neurologie,
am 3.
September
2018
Einwa
nd (Urk.
8/
113-
114).
Mit Verfügung vom 21. November 2018 wurde die Rente auf Ende des folgenden Monats aufgehoben (Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 8. Januar 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom 21. November 2018 beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, ihm sei in Aufhebung der angefochtenen Verfügung weiterhin eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen
und es
sei ein multidisziplinäres medizi
nisches Gutachten einzuholen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte
der Beschwerde
führer
um eine öffentliche Gerichtsverhandlung und
die
Gewährung der
unent
geltliche
n
Rechtspflege
(Urk. 1
und Urk. 3/3-10
).
Mit Beschwerdeantwort vom 30. Januar 2019 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde
und
ver
langte die
Freistellung
von ihrem Erscheinen
vor Gericht bei einer allfälligen öffentlichen Gerichtsverhandlung (Urk. 7), was dem Beschwerdeführer mit Ver
fügung vom 27. Februar 2019 angezeigt wurde. Gleichzeitig wurde ihm das Ge
such um unentgeltliche Rechtspflege bewilligt
und Rechtsanwalt Dr. Kurt Pfau als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt
(Urk. 12 und Urk. 10-11).
Mit Eingabe vom 22. Juli 2020 verzichtet der Beschwerdeführer auf eine mündliche Verhandlung (Urk. 16).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist – auch bei psychischen Er
krankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das
(fach-)
ärzt
licherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zu
kunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren her
rühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokul
tu
rellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselb
stän
digte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden
kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde er
hebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psy
chischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundes
gerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigent
lichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad sei
ner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfe
n sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.
6
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG).
Nach Art. 49 Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1).
Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die
Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts
9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3
.5).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxis
gemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versi
che
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
1
.
7
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich geblie
benen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, dass sich aus ärztlicher Sicht der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers wesentlich verbessert habe
und ihm eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei. Dabei sei folgendes Belas
tungsprofil zu berücksichtigen: leichte Tätigkeiten in Wechselbelastung unter Ausschluss ungünstiger Witterungsbedingungen, gelegentliches Heben, Tragen und Transportieren von Lasten bis max. 10 kg körpernah und ohne Verharren in Zwangshaltungen. Aufgrund der Einschränkungen werde ein zusätzlicher Abzug von
10 % gewährt. Somit resultiere aus dem Einkommensvergleich ein Invalidi
tätsgrad von 10 %. Da der IV-Grad unter 40 % liege, bestehe kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente. Gemäss
der RAD-
Stellungnahme vermö
cht
e
n
die aufge
führten Behauptungen von Dr.
Z._
die Beurteilung des RAD nicht zu ent
kräf
ten. Demnach
würden
keine weiteren medizinischen Abklärungen vorge
nom
men (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt
, das
s
b
i
s
heu
te
keine
signifikante Verbesserung des Gesundheitszustandes seit Zuspre
chung einer
ganz
en
Rente am 8. Juli 2016
eingetreten
sei. Die Annahme des RAD für eine Verbesserung mit nur geringer Inanspruchnahme von medi
zi
nisc
h
er Hilfe sei in keiner Weis
e
zutreffend. Richtig sei vielmehr, dass lediglich eine leicht
e
Besserung durch die Einnahme von
Transtec
und
Lyrica
stattgefunden habe, wie dies Dr. med.
Z._
in
seiner
Stellungnahme
vom 17.
Dezember 2018
festge
halten habe
.
Die enormen
Schmerzen
und die damit verbundenen psychischen Belastungen seien seit der Operation
zweifelsfrei
dokumentiert
. So sehe denn auch Dr. med. Z._
überhaupt keine Gründe
,
an
seinen
Aussagen zu zweifeln. Der Untersuchungsbericht des RAD erfülle
keineswegs
die vom
Bundesgericht
erwähnten
Kriterien
. Er sei weder umfassend noch
berücksichtige
er die
beklagten
Beschwerden. Zudem
s
e
i
der Bericht in der Beurteilung der medizinischen
Situa
tion
nicht einleuchtend
. Ferner seien die Schlussfolgerungen keinesfalls nachvoll
ziehbar und schlüssig. Aus all diesen Gründen bestünden daher erhebliche Zwei
fel am
Beweiswert
diese
s
Untersuchungsbericht
s
. Sodann sei zu berücksichtigen, dass die von Dr. med.
A._
diagnostizierte mittelschwere Depression mittlerweile einen selbständigen Krankheitswert entwickelt habe und zu einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % führe, was auch für eine dem Leiden angepasste Tätigkeit gelte.
Es sei daher
absolut nicht gerechtfertigt, die Rente aufzuheben. Sofern ernste Zweifel aus medizinischer Hinsicht bestünden, seien diese durch ein
unabhängiges
multidisziplinäres medizinisches Gutachten zu klären. Bis zu dessen
Vorliegen solle die Rente einstweilen ausgerichtet werden
(Urk. 1)
.
3.
3.1
Vergleichsbasis im vorliegenden
Revisions
verfahren bildet
die Verfügung
vom
8. Juli
2016 (Urk. 8
/
43
und Urk. 8/46), welche
r
in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen
der Arztbericht der
B._
vom
3. Juni 2015
(Urk.
8/7
)
sowie die Stellungnahmen des RAD
vom 14. September 2015 (Urk. 8/36/2-3)
, vom
8. Januar 2016 (Urk. 7/36/4)
und vom 3. Mai 2016 (Urk. 7/36/5)
zugrunde liegen.
3.2
Im Austrittsbericht der
B._
vom 3.
Juni
2015
wurde
folgende Diagnose festgehalten (Urk. 8/7/6):
-
Chronisches
lumbospon
d
ylogenes
Schmerzsyndrom rechts mit/bei
-
Im postoperativen MRI der LWS am 27.4.2015: Segmentdegeneration L5/S1 mit
Rezessus
- und
Foraminalstenose
rechts
-
23.04.2015:
Spondylodese
L5/S1 mit
Expedium
, autologen Becken
kammknochen und
Grafton
sowie mit Concorde-Cage
intercorporal
,
Fenestration
L5/S1 rechts mit
Fazettektomie
und mikrochirurgisch
er Dekompression unter
Neuromon
i
t
oring
-
Laut Akten waren präoperativ diffuse Gefühlsminderung im linken Unterschenkel sowie eine diffuse Kraftminderung im Bereich der rechtsseitigen unteren Extremität feststellbar
Dem Beschwerdeführer sei seine frühere Tätigkeit als Maler/Lager
ist
nicht mehr zumutbar. Aktuell sei ihm auch keine andere berufliche Tätigkeit zumutbar (Urk.
8/7/7). Es seien aktive therapeutische Massnahmen mit physiotherapeu
tischer Einzelbehandlung manuell komplex und individuelles Gruppentraining durchgeführt worden (Urk. 8/7/8).
3.3
Dr. med.
C._
, Facharzt Chirurgie, hielt in seiner Stellungnahme vom 14. September 2015
für den RAD fest, es bestehe aus versicherungs
medi
zinscher Sicht nach
der
Operation der Lendenwirbelsäule eine verminderte Be
lastbarkeit für: regelmässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten mit Überstreckbelastung der Wirbelsäule über Kopf- und Schulterhöhe, auf Leitern und Gerüsten, für ausschliesslich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken und Arbeiten in vorgeneigter Körper
position sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen. Leichte (ange
passte Tätigkeiten
)
in Wechselbelastung unter Ausschluss ungünstiger Witte
rungs
bedingungen, auch mit gelegentlichem Heben, Tragen und Transportieren von Lasten bis max. 10 kg körpernah, ohne Verharren in Zwangshaltungen, seien medizinisch theoretisch zumutbar. Der Beschwerdeführer sei seit dem 25. August 2014 bis auf weiteres 100 % arbeitsunfähig. Im Moment bestehe noch ein insta
biler Gesundheitszustand. Laut
dem
Arztbericht von Dr.
med.
Z._
,
Fach
arzt Neurologie, vom 11. August 2015
(Urk. 8/20)
und dem Arztbericht von Dr.
med.
D._
, Facharzt Neurochirurgie, vom 4.
September
2015
(Urk. 8/
22)
bestünden noch massive stärkste Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Ende Oktober 2015 seien aktuelle Arztbericht einzuholen (Urk. 8/36/
2-
3).
3.4
In der Stellungnahme vom 8. Januar 2016
für den RAD
führte Dr.
C._
aus, laut aktuellem Arztbericht von Dr.
Z._
vom 18. November 2015
(Urk. 8/24
)
finde sich eine unveränderte Schmerzsymptomatik mit Laufen an zwei Unterarm
gehstützen. Eine Befundbesserung sei nicht eingetreten. Eine Stellungnahme zur Arbeitsunfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit finde sich nicht. Es sei weiterhin von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Eine Vorstellung des Besc
hwerdeführers bei Dr.
D._
habe seit August 2015 nicht mehr stattge
funden
(Urk. 8/28)
. Als weit
eren Behandler werde D
r.
med.
E._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin,
ange
geb
en. Es
bestehe
zurzeit
noch ein instabiler
Gesundheitszustand
. In 6 Wochen seien aktuell
e Arztberichte bei D
r
.
E._
und Dr.
Z._
einzufordern (Urk. 8/
36/
4
).
3.
5
In der
Stellungnahme
vom 3. Mai 2016
für den RAD
verwies Dr.
C._
, zunächst auf seine vorhergehenden Stellungnahmen und führte aus, es lägen aktuelle Arztberichte von Dr.
E._
vom 26. April 2016 (Urk. 8/33)
und Dr.
Z._
vom 29. Februar 2016 (Urk. 8/30) vor. Es werde in beiden Arztber
ichten ein unveränderter bis verschlechterter
Gesundheitszustand
dokumentiert. Bis auf weiteres bestehe eine volle
Arbeitsunfähigkeit
in
bisheriger
und angepasster
Tätigkeit
. Mit einer
Wiederaufnahme
einer beruflichen
Tätigkeit
sei nicht zu rechnen. V
o
n medizinsicher Seite sei eine vorzeitige
medizinische
Überprüfung in
eineinhalb
Jahren zu
empfehlen (Urk. 8/36/5).
4.
4.1
Im Rahmen
des im September 2017 eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens
(Urk.
8/76
)
veranlasste
die IV-Stelle
eine medizinische Unte
rsuchung durch Dr. med.
Y._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie, des RAD
(
Be
richt vom 21. Juni 2018
, Urk.
8
/
9
7)
als Entscheidungsbasis zur Bestimmung, ob eine anspruchsrelevante Änderung eingetreten ist.
4.2
Dr.
Y._
erhob in ihrem Untersuchungsbericht vom 21. Juni 2018 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/97/9):
-
Schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der LWS bei
-
Status nach Dekompression und
Spondylodese
L5/S1 am 23. April 2015
-
Generalisierte Schmerzen des Achsenorgans ohne Hinweise auf ein organisches Korrelat
Im Verlauf des Untersuc
hungsgangs hätten auch mit Hinw
e
i
s auf die nötige Kooperation keine konklusiven Befunde erhoben werden können. Die gesamte Untersuchung sei von erheblicher Verdeutlichung und Aggravation gekenn
zeichnet
gewesen, so dass die Be
f
underhebung n
ur zum Teil möglich gewesen sei (Urk. 8/97/4).
Bei der Untersuchung sei als objektive Veränderung festzustellen, dass das freie Gehen möglich gewesen se
i
. Der Beschwerdeführer
sei
ohne Geh
stützen
erschienen
. Er habe kein Korsett, sondern eine elastische Bandage ge
tragen. Das Liegen in Rückenla
ge sei möglich gewesen. Die gek
l
ag
ten
Schmerzen
und das präsentierte Beschwerdebild seien nicht durch objektive
Befunde
zu
stützen
oder zu erklären. Der
Beschwerdeführer
berichte auch
in der Unter
suchung
, die Operation
sei
falsch ausgeführt worden.
Objektive
Hinweise
auf eine Schädigung der Nerven- oder Muskels
t
r
u
kturen oder eine
andere Beeinträch
ti
gung durch
das leichte Überragen
einer
Schra
u
be bei sonst
unauffälligem
post
operativem Befund
hätt
en sich
bei
der Untersuchung nicht
gefunden
. Eine
objektive
Einschätzung
der tatsächlichen Beweglichkeit und
Belastbarkeit
der Wirbelsäule sei angesichts der massiven Aggravation nicht möglich. Die
Beurtei
lung
müsse daher anhand der
Beobachtungen
im Rahmen
d
er Sp
o
ntan
beweg
lichkeit, anhand der Hinweise auf körperliche Aktivitäten und
medizinisch
-theo
retisc
h erfolgen. Aus versi
ch
e
rungsmedizinisch
e
r Sicht bestehe nach
Spondy
lodese
eines
Segments der Lendenwirbel
s
ä
ule ohne
residuale
neurologische
Ausfälle eine
verminderte
Belastbarkeit
für: regelmässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren
von Lasten, für
Arbeiten
mit
häufige
r
Überstre
c
k
un
gs
belast
u
ng der
Wirbelsäule
über Kopf- und Schulterhöhe, auf Leitern und
Gerüsten
, für
ausschliesslich
stehende
Tätigkeiten
, für häufiges
Bücken
und
A
rbeiten in
vorgeneigter Körperpos
it
i
on sowie für Tätigkeiten in
körperlichen
Zwangshaltungen.
Leichte (angepasste) Tätigkeiten in Wechselbe
lastung unter Ausschluss ungünstiger Witterungsbedingungen, auch mit gele
gent
lichem Heben, Tragen und Transp
or
tieren von Lasten bis max. 10 kg körper
nah, ohne Verharren in Zwangshaltungen, s
eien
medizinisch theoretisch zumut
bar
.
In seiner bisherigen Tätigkeit als Maler bestehe seit dem 25. August 2014 keine Arbeitsfähigkeit mehr. In angepasster Tätigkeit mit dem oben genannten Profil sei spätestens seit dem 19. April 2018 eine vollständige Arbeitsfähigkeit gegeben
(Urk. 8/97/10
)
.
4.3
Dr.
Z._
hielt in seiner Stellungnahme vom 1. September 2018
unter anderem
fest,
di
e
Erstuntersuchung bei ihm
sei am 27. Juli 2015 (
Überweisung
durch Dr.
E._
)
erfolgt
. Die
Symptomatik
sei wie in der
B._
beschrieb
en
bzw
.
ein
Schmerzsyndrom (nach
«
failed
back
surgery
»
)
gewesen
. Er habe seine
Befunde
und Behandlung in ausführlichen Berichten an die SVA
übermittelt
. Im
Vordergrund
habe
die Behandlung der Schmerzen
gestanden
, welche bei n
e
uropathischer
Komponente
zunächst mit
Lyrica
h
ätten
behandelt
werden
müssen.
D
e
r
Erfolg
der Behandlung sei
abhängig
von
Verträglichkeit
und
Wirksamkeit
der individuellen Dosierung.
Daneben
erhalte der
Beschwerdeführer
Transtec
Pflaster
(
Opio
i
d
)
sowie Physiotherapie. Die Behandlung
solcher
Schmer
zen
sei
erfahrungsgemäss
langwierig
. Er habe de
n
Beschwerdeführer
im Durch
schnitt in ein bis zwei
monatigen Abständen
kontrolliert
. Eine Besserung von ca. 30% habe
erreicht werden können. Der Beschwerdeführer habe auch psychisch
unter
seinen Beschwerden und der misslungenen Operation gelitten. Er habe sich Vorwürfe gemacht, überhaupt in die Operation
eingewilligt
zu haben. Radiolo
gisch überrage die
Schraube
links nach
anterior
und
laterala
den Wirbelkörper. Es bestehe eine
Listh
e
sis
von L5 über S1, sodass die Frage einer
Gefügelockerung
aufgeworfen
werden mü
ss
e
resp.
Fraglich sei,
o
b ein
Durchbau
interkorp
o
r
ell
L5/S1 erfolgt sei bzw. zu welchem Grad
. Bei der RAD
-
Untersuchung sei «vieles nicht prüfbar» gewesen, weil der Beschwerdeführe
r Schmerzen gehabt habe. Es sei
auch eine allgemeine Beobachtung erfolgt, dass z.B. «unter Ablenkung die Schmerzen nicht reproduzierbar gewesen seien
»
o
der «die Ergebnisse der Vibra
tionsempfindung sich nur durch bewusste Falschangaben erklären liessen». Es sei tatsächlich schwierig
,
genaue Angaben zu erhalten, wenn der Beschwerdeführer das Abklingen der Vibration nicht genau bestimmen könne
.
Falschangaben
seien aber bei dieser Untersuchung
kaum zu erwarten,
da
dies für den Be
schwer
deführer keinen Sinn machen würde. Dann lasse die
Beschwielung
im Bereich der Beine/Füsse auf «regelmässige Ge
hbe
lastung der Füsse und regelmässige Reli
gions
ausübung mit Gebet in kniender Position» schliessen. Dies sei eine gewagte Behauptung und es fehle zudem eine Befragung des Beschwerdeführers. Trotz den vielen widrigen Umständen bei der Untersuchung mit
Aggravation bei jeder Bewegung
werde die Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mit «Schmerzhafter Bewegung
s
- und Belastu
n
g
seinschränkung der LWS bei
St.n
.
Spondylodese
sowie
generalisierte
Schmerzen ohne Hinweise auf
organisches
Korrelat» angegeben. Die Beurteilung sei
aufgrund
der Beobachtung medizinisch theoretisch
erfolgt
(Urk. 8/113/2).
Medizinisch sei die Situation nach dem RAD-Bericht etwas verwirrend. Eine objektive solide Grundlage für die Beurteilung fehle, ebenso ein Beweis für eine Verbesserung der Gesundheitssituation. Unver
ständlich sei die Beurteilung einmal aufgrund der «Beobachtung» «medizinisch theoretisch» und «ohne organische Grundlage», und dann «versicherungs
medi
zinisch» mit ausgewiesenem organischem Gesundheitsschaden. Der Gesundheits
zu
stand habe sich nicht verändert. Die Quelle der Schmerzen liege wie schon nach der Operation im Operationsgebiet selber. Die Aufgabe der Osteosynthese sei die Stabilisierung vom Segment und Eliminierung der falschen Beweglichkeit, dies umso mehr
,
als der Beschwerdeführer operationsbedingt eine
F
ac
ettektomie
habe. Ein ausführlicher
Operationsbericht in den Akten fehle. Zudem bestünden Nervenreizungen mit neuropathischen Schmerzkomponenten. Mit der Medi
kation mit
Lyrica
und
Tr
a
n
stec
habe eine gewisse Linderung erreicht werden können. Er habe den Beschwerdeführer nicht als
Aggravant
erlebt. Er sei so auch nicht in den medizinischen Akten beschrieben worden. Die Schmerzen intervenierten bei jeder Tätigkeit. Der Beschwerdeführer sei ein chronischer Schmerzpatient. Er sei keinem Arbeitgeber zumutbar und könne keine nutzbare regelmässige Leistung erbringen. Der Bericht gebe keine
s
chlüssige Antwort darauf, was sich zwischen August 2017 und April 2018 aus Sicht
des
RAD verbessert habe. Er bestimme aber
trotz
dem
eine 100%
-
ige
Arbeitsfähigkeit
i
m
Profil
einer
angepassten
Tätig
keit
. Dies sei
erklärungsbedürftig
(Urk. 8/113/3).
4.4
Dr. med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seinem B
e
richt vom 4. Dezember 2018 aus, dass sich der Beschwerdeführer seit dem 23. August 2018 in seiner Behandlung befinde. Seit Beginn der Therapie hätten bis jetzt ca. fünf Sitzungen stattgefunden. Er diagnostizierte eine depres
sive Verstimmung als Ausdruck einer Anpassungsstörung bei einem chronischen Schmerzsyndrom infolge körperlicher Krankheit (ICD-10: F43.8). Zu Beginn der Therapie hätten sich die Gespräche auf die Rückenschmerzen, den Umgang mit solchem Leiden sowie die psychosoziale Situation konzentriert. Der Beschwerde
führer sei zudem sehr froh über die Untersuchung durch
die RAD-Ärztin sowie den Entsch
e
i
d der IV. Er befinde sich aufgrund des Gesundheitszustandes in einer belastenden Situation. So habe er wegen de
r
Rückenbeschwerden, der Operation sowie de
s
langen R
eh
a-Aufenthalt
s in
B._
seine
Arbeit als Mitarbeiter in der Firma
F._
und als Autohändler nicht mehr weiterführen können und es sei zunächst die Arbeitsunfähigkeit eingetreten. Danach folgten mehrere Untersu
chungen und Behandlungen und verschiedene Gänge durch die medizinischen Institutionen. Ebenfalls sei die IV eingeschaltet und der Beschwerdeführer sei berentet worden. 2015 seien
beim Beschwerdeführer
massive
Rückenschmerzen
aufgetreten
,
die zur Operation geführt hätten. In diesem Zusammenhang habe sich beim Beschwerdeführer eine
Depression
als
Reaktion
auf das körperliche
Leiden
entwickelt
.
Zudem
seien intrafamiliäre Konflikte aufgetreten. Diese Situation sei für den Beschwerdeführer neben den Schmerzen eine
grosse
Be
lastung
und fü
r
die
Genesung g
a
r nicht
förderlich
. Die fehlende
Zukunfts
per
spektive
, die Verzögerung des IV-Entsch
e
i
d
s
und die
damit
verbundenen
Un
sicherheiten sowie die finanzielle Situation würden dem Beschwerdeführer weiter zu schaffen machen. Zurzeit leide er immer noch unter der aktuellen Situation. Psychopathologisch könne
ein mittelschwerer depressiver Zustand festgestellt werden. Dieser zeige sich in folgenden Symptomen: wechselnde Stimmung (hoffnungslos
,
bedrück
t
, z
eitweise aber auch resigniert), pessimistische Zukunfts
perspektiven, morgendliche Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Interessenlosigkeit, Grü
bel
n, sich zurückziehen sowie Schlafstörung. Der Beschwerdeführer sei aus rein psychiatrischer Sicht schätzungsweise zu 50 % arbeitsunfähig
(Urk. 3/10 S. 1).
5.
5.1
Der orthopädische Untersuchungsbericht vom
21. Juni
2018
des RAD
beruh
t
auf
für die streitigen Belange umfassenden fachärztlichen Untersuchungen (Urk.
8
/97
/4-9
)
und wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) verfasst. Die vorhandenen Arztberich
te wurden sorgfältig gewürdigt
(Urk.
8
/
97/9-10
)
.
Die RAD-Ärztin hat
detaillierte Befunde und hieraus begründete Diagnosen erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Ver
halten des Beschwerdeführers ausführlich auseinandergesetzt
(Urk.
8
/97/1, Urk.
9/97/9-10).
Zudem
hat sie
die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet.
Damit vermag der
orthopädische Untersuchungsbericht
die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen (E. 1.5)
vollumfänglich zu erfüllen und es kommt
ihm
voller Beweiswert zu.
5.2
Der Beschwerdeführer kritisierte
den Untersuchungsbericht
unter
Verweis auf
die Stellungnahme vom 1. September 2018 von Dr.
Z._
(Urk. 8/113/
1-
2)
dahin
gehend
, dass die Operation vom 23. April 2015 ein völliger Misserfolg gewesen sei. Es sei radiologisch offenbar festgestellt worden, dass die beiden Schrauben
,
insbesondere die rechte Schraube
,
den Wirbelkörper rechts nach
anterior
und lateral deutlich mehr als zwei Millimeter durchstiesse. Es bestehe danach eine
Listhesis
von L5 über S1, sodass sich offenbar die Frage einer
Gefügelockerung
stelle (Urk. 1 Ziff. 4).
Dem ist entgegenzuhalten, dass die RAD-Ärztin in ihrer
Beurteilung nachvollziehbar
zum Schluss kam, dass nur ein leichtes
Überragen der Schraube vorliege und sich keine objektiven Hinweise auf eine Schädigung von Nerven- oder Muskelstrukturen oder eine andere Beeinträchtigung bei sonst unauffälligem postoperativem Befund finde (Urk. 8/97/10 und Urk. 8/119/3
), wobei
die RAD-Ärztin, welche als Fachärztin für orthopädis
che Chirurgie und Traumatologie
über die erforderlichen persönlichen und fachli
chen Qualifika
tionen verfügt, d
e
n
MRI-
Befund im Original an
gefordert hatte
(Urk.
8/100/3).
Sodann
berücksichtigte sie
sämtliche von
Dr.
Z._
erhobenen Befunde, so auch
sein
en
Bericht
vom
11.
August 2015
, in welchem er sich zur
nativen und
kon
trastmittelverstärkten MR-Untersuchung
sowie der nativen
CT-Untersuchung
der LW
S
vom
17
. Juni 2015 von Dr. med. G._
, Spezialarzt Neuroradiologie der
H._
, äusserte (Urk. 8/25/2)
, wobei
bereits
Dr.
G._
zum gleichen Schluss
wie die RAD-Ärztin
kam
(
Urk. 8/93
)
.
Auch dem Bericht der
B._
vom 3. Juni 2015 ist zu entnehmen, dass sich in der
konventionell-radiologischen
Kontrolle eine unveränderte Stellung der Implantate zeigte, keine Hinweise auf eine Lockerung bestanden und keine
Durchbauung
zu er
kennen
sei
, was gemäss der RAD-Ä
rztin allerdings ein Monat nach der Operation auch nicht
zu erwarten gewesen sei
.
Weitere
bildgebende Untersuchungen
seien
dann allerdings
nicht mehr möglich
gewesen
, da sich der Beschwerdeführer selber nach Hause
entlassen habe
(Urk. 8/7/7-8
und Urk. 8/7/10
vgl. auch Urk. 8/119/3
).
Ferner
führte
Dr.
Z._
in seinem Bericht vom 11.
August 2015
lediglich aus
, dass die Schraube links den Wirbelkörper nach
anterior
und lateral überrage
und
sich in der
Umgebung
des
Musculus
psoa
s
befinde
.
Zum Ausmass der Überragung äusserte er sich nicht
,
insbesondere
b
eschrieb er keine klinischen Hinweise auf
eine
mangelnde Stabilität der
Spondylodese
.
Des Weiteren
diagnostizierte
er
zu diesem Zeitpunkt keine
Listhesis
von L5 über S1 und warf die Frage einer
Gefügelockerung
nicht auf.
D
a er den Beschwerdeführer
nach der
bildgebenden
Untersuchung im Juni 2015
nicht nochmals zu einer radiologischen Kontrolle der LWS überwies
,
erachte
te
er offenbar seinen Befund
selber nicht als
weiter abklärungsbedürftig
(Urk. 8/25/2
vgl. auch Urk. 8/119/3
).
Im Übrigen ist die Erfahrungstatsache zu berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Die
erfolgten
Ausführungen
von Dr.
Z._
vermögen
demnach
den RAD-Untersuchungsbericht
nicht
zu
entkräften.
Daran
vermag
auch der
Bericht von Dr.
Z._
vom 17. Dezember 2018
, welcher sich auf den Behandlungszeitpunkt vor Verfügungserlass (November 2018) be
zieht,
nichts
zu ändern
(Urk. 3/8)
.
Darin äusserte
er sich
im Wesentlichen
zur Stellungnahme der RAD-Ä
rztin vom 23.
Oktober 2018
und
zitierte
in diesem Rahmen
neu
MRI-Befunde von
I._ von Dr. J._
vom 27. August 2018
. Gemäss Dr.
Z._
habe Dr.
J._
die Schraubenlage
der extrakor
po
ralen Lage der Spitze nicht beurteilt
, jedoch auf ein Ödem
hingewiesen.
Zusätzlich
machte
Dr.
Z._
Ausführungen zu seiner Untersuchung des Beschwerdeführers am 3. September 2018,
anlässlich
welcher
er
eine Interpretation der MRI Bilder vom 27.
August 2018 vornahm
(Urk. 3/8 S.
2
).
Mit Blick auf die fachfremde Beur
teilung des Neurologen Dr.
Z._
der MRI Bilder vom 27. August 2018, der
ungefähr vier Monate zuvor ergangenen klinischen Untersuchung durch den RAD sowie des nicht Einreichens de
s Originalberichts von Dr. J._
erscheint eine potentiell
invalidisierende
Auswirkung
der MRI-Befunde
unw
ahrscheinlich
.
5.3
Der Beschwerdeführer
bestritt
zudem unter Hinweis auf die Stellungnahme von Dr.
Z._
vom 1. September 2018 (Urk. 8/113/2-3) die im Untersuchungsbericht festgehaltene
Aggravation
und stellte sich insbesondere gegen die in einer an
gepassten Tätigkeit attestierte Arbeitsfähigkeit
von 100 %
(Urk. 1 Ziff. 6 und 8)
.
Die
RAD-Ärztin
berichtete über eine bei der
orthopädischen
Untersuchung fest
gestellte massive Selbstlimitation des Beschwerdeführers und unzählige Inkonsi
stenzen
.
Die Schmerzangaben und demonstrierten Einschränkungen
waren
nicht durch physiologische Zusammenhänge zu erklären (Urk. 8/97/9)
.
Der Beschwer
de
führer präsentierte sich als in grossem Mass hilflos.
Er habe angegeben
sich nicht alleine an- und auskleiden zu können. Trotz der Hilfe,
sei
es schliesslich nur unter Protest möglich
gewesen
, d
ass er die Arme aus den Ärmeln gezogen habe
. Ebenso
habe
e
r
sich beim Ablegen der Hose und beim Ankleiden mit viel
Ächzen
und Stöhnen
verhalten
(
Urk. 8/97/
4)
.
Gemäss dem RAD-Untersuchungsbericht war e
ine konsistente Bewegu
n
g
sprüfung
der Halswirbelsäule
bei Gegenspannen und lautem Protest gegen die in
seiner
Angabe im höchsten Masse schmerz
auslösende Bewegungsprüfung
nicht möglich
. Dieses Verhalten
steh
t
in klarem Widerspruch dazu, dass sich im
spontanen Bewegu
n
g
sve
rhalten
keine Auffällig
keiten
ergaben
sowie unter Ablenkung kein Druckschmerz erkennbar
war
. Auch der
Versuch
einer Untersuchung
der Brust
- und Lendenwirbelsäule
war
von lauten Schmerzäuss
e
rungen und
Protest
begleitet
.
Hingegen
war
unter Able
n
kung an zuvor stark
schmerzhaften
Berei
chen keine Reaktion auslösbar
gewesen
. Vegetative Anzeichen starker Schmerzen wie Sch
wi
tzen oder
erhöhte
Atemfre
quenz
waren
nicht vorhanden gewesen
(
Urk.
8/97/
5
)
.
Ebenso war
die Bewe
gungs
prüfung der oberen Extremitäten bei Gegenspannen und Schmerzangabe in der gesamten Wirbelsäule nicht möglich. Jedoch
sprachen
im Spontanverhalten
keine Hinweise
für
eine Funktionsminderung der
Schultern
.
Kli
nische Hinweise auf eine Schulter
steife oder einen verminderten
Gebrauch
der Arme (Muskelatrophien)
lagen auch nicht vor
(Urk. 8/97/6).
Gemäss der RAD-Ärztin seien d
ie Umfang
masse der Arme und Beine bei regelrechten Muskelkonturen unauffällig
(
Urk.
8/97/
9
). Sodann
waren die Vibrationsangaben deutlich variabe
l und
klinisch
nicht plausibel
(Urk.
8/97/
8-9). Zudem
lie
s
s
sich eine deutliche
Schwielenbildung
über der
Tuberositas
tibiae
bei der Untersuchung des Sprunggelenks
,
eine
kräf
t
ig
e
Beschwielung
der Fuss
s
o
hlen
und
Schwielenbildu
n
g
des Fussrückens über der
Metatarsale
l B
a
sis beidseits
finden
(Urk. 8/97/
7-8
)
, was im Wiederspruch zu seinem angegebenen Tagesablauf steht (Urk. 8/97/3 und Urk. 8/119/4)
. Die
Beschwielung
im Bereich der Beine lasse auf eine regelmässige Gehbelastun
g
der Füsse und regelmässige Religionsausübung mit Gebet in kniender
Position schliessen (Urk. 8/97/
9
).
In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer angab, er könne nicht stehen. Bei der Untersuchung
war
das Aufstehen aus dem Sitzen ohne Abstützen mit den Händen möglich und im Rahmen der Untersuchung
stand
er
zumindest kurzfristig frei und ohne Abstützen mit den Armen. Auch war ihm das Sitzen
während 1 Stunde und 20
Minuten
ruhig und ohne auffällige Positionswechsel auf dem Stuhl möglich (Urk.
8/97/2).
Hinzu kommt,
dass die im
Rahmen
der
Untersuchung
durchge
führte
n
Laborkontrollen
der Medikamenteneinnahme
ergaben
, dass
die therapeu
tischen Vorgaben vom Beschwerdeführer nicht eingehalten
werden
(Urk.
8/97/2 und
Urk.
8/97/9).
Demnach
war die gesamte
Untersuchung
von einer
massive
n
Aggravation und Verdeutlichung sowie
inkonsistentem
Verhalten
und dadurch von
mangelnde
r
Kooperationsbereitschaft
geprägt
. Dies
obwohl
der Beschwerde
führer
auf
seine
nötige
Kooperation hingewiesen wurde
(Urk.
8/97/4
).
Dem Be
schwerdeführer ist zuzustimmen, dass
alleine aufgrund der
Beschwielung
der Beine nicht konkrete Aktivitäten abgeleitet werden können (Urk. 1 S. 5), jedoch entstehen die Schwielen durch die Beanspruchung der entsprechenden Hautareale
(Urk. 8/119/3). Somit widerspricht die starke
Beschwielung
noch immer
seinen Angaben, dass er aufgrund seines Leidens den Tag hauptsächlich sitzend und liegend verbringt
(Urk. 8
/
9
7/1-3
).
Aus
der Tatsache, dass eine konklusive Untersuchung in weiten Teilen unmöglich war, kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten. So führte die RAD-Ärztin nachvollziehbar aus, dass dies eine Folge des
aggravatorischen
und verdeutlichenden Verhaltens des Beschwerdeführers sei. Die Untersuchung sei dabei von einer schlechten Kooperation gekennzeichnet gewesen. Die Schmerz
angaben und demonstrier
t
en Einschränkungen seien nicht
durch
physiologische Zusammenhänge zu erkläre
n
. Unter Ablenkung hätt
en die geklagten Druck- und Ber
ü
h
run
gssch
m
e
rzen nicht reproduziert werden können (Urk. 8/97/4 und Urk.
97/9. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der erstinstanz
liche Sozialversicherungsprozess zwar vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht ist (Art. 61
lit
. c ATSG), wonach das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen hat. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, 122 V 157 E. 1a, vgl. BGE 130 I 180 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversiche
rungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b). Insoweit der gesundheitliche Zustand aufgrund der mangelnden Kooperation in der Untersuchung somit nicht beurteilt werden konnte, trifft den Beschwerdeführer die Beweislast in dem Sinne,
dass ein
rentenrelevanter
Gesundheitsschaden nicht dargetan
ist, zumal Dr.
Z._
in seinem Bericht vom
24. Oktober 2017
keine Untersuchungsbefunde
aufführte, die dem widersprechen würden
. Die Diagnose wurde alleine aufgrund der sub
jek
tiven Schmerzangaben des Beschwerdeführers gestellt (Urk. 8/81). Gleich verhält es sich mit dem Bericht von Dr.
E._
vom Februar 2018 (Urk. 8/87).
Damit hat es mit der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im RAD-Untersuchungsbericht sein Bewenden (E. 4.2).
5.
4
Nach dem Gesagten
bestehen keinerlei Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Abklärungen
des RAD, wes
halb
mit einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einer Verbess
e
rung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers auszugehen
ist
, zumal in der Unter
suchung keine objektiven Hinweise auf eine Minderbenutzung oder Funktions
minderung der Beine
bestanden
und keine objektivierbare
n
neurologische
n
Aus
fälle zu erkennen
waren
. Es deuten auch keine objektivierbaren Hinweise auf eine Schädigung der Nerven- oder Muskelstrukturen oder andere Beeinträchtigungen durch das leichte Überragen einer Schraube. Die Verbesserung seines Gesund
heitszustands nach über drei Jahre
n
nach der Operation
zeigt sich auch dadurch, dass das freie Gehen wieder möglich ist, der Beschwerdeführer anstelle eines Korsetts eine elastische Bandage trägt und das liegen in Rückenlage wieder möglich ist (Urk. 8/97/10).
Des Weiteren ist m
ittlerweile
auch
eine stabile Situa
tion gegeben. D
er Beschwerdeführer ist nicht mehr in Behandlung ausser zur Schmerzkontrolle
und
zur
Medikamentenversorgung
durch Dr.
Z._
(Urk. 3/8
).
Dies im Unterschied zur Situation im September 2015, als Dr.
C._
grund
sätzlich eine
Arbeitsfähigkeit
in leichter Tätigkeit als zumutbar erachtete, wobei er
aber
im Moment noch
von einem instabilen Zustand ausging
(E. 3.3).
6.
Aus psychiatrischer Sicht machte der Beschwerdeführer geltend, es habe sich bei ihm im Laufe der letzten Jahre eine Depression als Folge der langandauernden chronischen Schmerzsymptomatik und der erfolglosen Operation vom 23. April 2015 entwickelt. Die von Dr. med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte mittelschwere Depression habe sich mittlerweil
e zu einem selbständigen Krankh
e
i
tswert entwickelt
und führe
zu
einer
Arbeitsun
fähigkeit
von 50 %. Dieser Umstand
sei zusätzlich zu beachten (Urk. 1 S.
6
und Urk. 3/10).
Der
nach Verfügungserlass zuhanden des Beschwerdeführers erstellte Bericht von Dr.
A._
vom 4. Dezember 2018
befasst sich mit der seit dem 23. August 2018 stattfindende
n
psychiatrische
n
Behandlung des Beschwerdeführers.
Aus dem Bericht geht hervor
, dass psychosoziale Faktoren
, insbesondere intrafami
liäre Konflikte, fehlende Zukunftsperspektive, Verzögerung des IV-Entscheids und damit verbundene Unsicherheiten sowie die finanzielle Situation,
klarerweise im Vordergrund stehen
.
Daneben
hielt
Dr.
A._
ausgehend von der
erho
benen Psychopathologie und der Diagnose
eine
r
depressive
n
Verstimmung als Ausdruck einer Anpassungsstörung bei einem chronischen Schmerzsyndrom (ICD-10: F43.8)
nur einen leichten Befund fest
.
Dafür spricht auch,
dass
vorliegend von keinem grossen Leidensdruck auszugehen ist, da das Therapie
verhalten des Beschwerdeführers d
urch das laufende Ver
s
i
cherungsverfahren beeinflusst erscheint
(
BGE 141 V 281
E. 4.2.2). Der Beschwerdeführer
begann mit der
psychiatrische
n
Behandlung erst nach dem negativen Vorbescheid
und
im
Vorbescheidverfahren
reichte er noch
kein
en
Arztbericht zu den Akten
, obwohl er angab, an einer Depression zu leiden (Urk. 8/114/3)
.
Zudem erscheint
auch
die Therapiefrequenz mit fünf Terminen während dreieinhalb Monaten als nicht hoch
(
E. 4.4
)
.
Hinsic
htlich der Psychopathologie ist
anzumerken, dass aufgrund
der von Dr.
A._
typisch genannten Symptome
n für
eine Depression zusammen mit den zwei weiter genannten F32
-
Symptomen (pessimistische Zukunftsper
spektive sowie Schlafstörung) insgesamt entweder von einer leichten depressiven Episode oder dann von einer Anpassungsstörung auszugehen ist (vgl. Horst
Dilling
/Werner
Mombour
/Martin H. Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10, Kapitel
V (F), 10. Auflage 2015, F32 S. 1691170
und S. 172) und nicht
,
wie im Bericht vermerkt, von einem mittelschweren depres
siven Zustand
, womit
der Befund zweifellos als leicht anzusehen ist
.
Nach dem Gesagten
liegt
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
kein invalidisierender
psychischer
Gesundheitsschaden vor.
7
.
Zusammenfassend
ist der RAD-Untersuchungsbericht
voll
b
eweiskräftig und es bestehen daran keine Zweifel
.
Spätestens im Zeitpunkt der Begutachtung
besteht
somit
in einer angepassten Tätigkeit gemäss Belastungsprofil eine volle Arbeits
fähigkeit
, wodurch sich
der
Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers
verbessert hat
. Die Aufhebung der Invalidenrente per
1. Januar 2019
ist gerechtfertigt und die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist damit ab
zu
weisen.
8
.
Die von der IV-Stelle für die Invaliditätsbemessung verwendeten Bemessungs
faktoren werden weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht beanstandet. Es besteht angesichts
der vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
auch kein Anlass für eine nähere Prüfung von Amtes wegen
.
9
.
9.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unab
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr.
9
00.-- als angemessen. Ausgangsgemäss ist diese
dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen, zufolge
der be
willigten
unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen
,
dies unter Hinweis auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozi
alversicherungsgericht (
GSVGer
)
.
9.2
Mit Honorarnote vom
28. Juli 2020
(Urk.
17
) machte
der unentgeltliche Rechts
vertreter
einen Aufwand von Total Fr.
3'358.40
(Fr.
3'025.--
Arbeitsaufwand für
13 Stunden und 45 Minuten
plus Fr.
93.30
Barauslagen zzgl. MwSt.) geltend, was der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (§ 34 Abs. 3
GSVGer
)
gerade noch als
angemessen erscheint, weshalb
er
in diesem Umfang aus der
Gerichtskasse zu entschädigen ist.
Der Beschwerdeführer
ist zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet, sobald
er
dazu in der Lage ist (§ 16 Abs. 4
GSVGer
).