Decision ID: e07dbe01-64b5-4584-a8b4-18002537fdaf
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959, ist gelernte Verkäuferin (
Urk.
8/10/4). Zuletzt war sie ab dem 2
5.
August 2014 als Kiosk-Verkäuferin bei der
Y._
a
ngestellt, wobei das Arbeitsverhältnis krankheitsbedingt noch während der Probezeit aufgelöst wurde (
Urk.
8/48).
Zu
vor war sie vom 1. Oktober 2011 bis am 30. April 2012 als Modeberaterin bei der Z._ AG (Urk. 8/18/1 f.) sowie vom 1. Mai 2000 bis am 31. März 2013 zusammen mit ihrem Ehemann als Hauswartin bei der Genossenschaft A._ angestellt gewesen (Urk. 8/18/3, 8/27/8).
Am
19. März 2015
meldete sie sich wegen
eines beidseitigen
Hüftleiden
s
bei der Eidgenössischen Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (Urk.
8/10). In medizinischer Hinsicht holte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, Berichte der behandelnden Ärzte ein und liess die Versicherte
am 11. Februar 2016
durch
Dr. B._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates und Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (nachfolgend: RAD), untersuchen
(RAD-Untersuchungsbericht vom 17.
Febru
ar 2016,
Urk.
8/45). In erwerblicher Hinsicht zog sie
einen Auszug
aus dem Individuellen Konto der
Versicherten
(
Urk.
8/
14), Dokumente zu früheren Arbeitsverhältnissen (Urk. 8/18, 8/20/1) sowie die Akten der Arbeitslosen
ver
sicherung
(
Urk.
8/
22
)
bei
. Z
udem führte die IV-Stelle am 6.
Oktober 2015 eine
Haushaltsabklärung durch (Abklärungsbericht vom 12. Oktober 2015; Urk. 8/
52). Mit Vorbesc
heid vom 1. November 2016 (Urk.
8/56) stellte
sie
der Versicherten die Ausrichtung einer Viertelsrente ab dem 1.
Juli 2015 in Aussi
cht. Dagegen erhob diese am 13.
November 2016 Einwände (
Urk.
8/58). Mit Verfügung vom 26.
Januar 2017 (
Urk.
2) sprach die IV-Stelle der Versichert
en eine Viertelsrente ab dem 1.
September 2015
zu
.
2.
Mit Beschwerde vom 27. Februar 2017 (Urk. 1) beantragte die Beschwerde
füh
rer
in die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Zusprechung einer
ganzen Invalidenrente. Im Sinne eines Eventualantrages beantragte sie die Rüc
k
weisung der Sache zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts so
wie neuen Entscheidung an die Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2). Zudem reichte sie eine Stellungnahme vom 21. Februar 2017 (Urk. 5) zum Haushaltsabklä
rungs
bericht ein. Mit Beschwerdeantwort vom 3. April 2017 (Urk. 7) schloss die
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 8. Mai 2017
(Urk. 11) hielt die Beschwerdeführerin an den gestellten Anträgen fest und reichte den Bericht der Klinik für Rheumatologie des Stadtspitals C._ vom 25. April 2017 (Urk. 12/1) ein. Mit Schreiben vom 9. Juni 2017 (Urk. 14) teilte die Beschwerdegegnerin ihren Verzicht auf eine Duplik mit, was der Beschwer
deführerin mit Verfügung vom 12
. Juni 2017 (Urk. 1
5
)
zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hin
weisen).
Die angefochtene Verfügung ist am
26. Januar 2017
und somit vor dem Inkraft
treten
der Verordnungsänderung am 1.
Januar 2018 ergangen, weshalb die revi
di
erten Bestimmungen noch nicht zur Anwendung gelangen. Nachfolgend werden die Verordnungsbestimmungen daher in der hier massgebenden, bis E
nde 2017 gültig gewesenen Fassung zitiert.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit beziehungsweise - bei Versicherten, die vor der Beeinträchtigung ihrer Gesundheit nicht erwerbstätig waren - die Unmög
lich
keit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 1 des
Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein
(Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbs
un
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
glie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tig
en. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).
Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind
, w
ird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von
Art.
16 ATSG darauf ab
gestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen.
Art.
7
Abs.
2 ATSG ist sinngemäss anwendbar (
Art.
28a
Abs.
2 IVG in Verbindung mit
Art.
8
Abs.
3 ATSG; spezifische Methode; statt vieler BGE 130 V 97 E. 3.3.1). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten (
Art.
27
IVV)
.
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben im Aufgabenbe
reich tätig sind, wird die Invalidität für den erwerblichen Teil nach der Ein
kommensver
gleichs
me
thode nach Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG und für die Tätigkeit im Aufgabenbereich nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Auf
gabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinde
rung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder
herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG)
sind.
B
ei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass aufgrund der Haushaltsabklärung vom 6. Oktober 2016 ohne gesundheitliche Beeinträchtigung von einem 60%igen Erwerbspensum (je 30 % als Hauswartin und im Verkauf) und einer 40%igen Tätigkeit im Haushalt auszugehen sei. Aus medizinischer Sicht sei die Hauswarttätigkeit seit dem 1. Juli 2014 nicht mehr zumutbar. In einem Umfang von zehn Stunden pro Woche, entsprechend einem Pensum von 24 %, sei
hingegen
die Tätigkeit im Verkauf weiterhin zumutbar. Die Teilinvaliditätsgrade betrügen rund 36 % im erwerblichen Bereich (60 % Gewichtung x 59 % Einschränkung) sowie 6 % im Haushalt (40 % Gewichtung x 15,4 % Einschränkung). Damit betrage der Invaliditätsgrad 42 %. Es bestehe somit ein Anspruch auf eine Viertelsrente ab dem 1. September 2015 (Urk. 2 S. 3).
2.2
Dem hält die Beschwerdeführerin zusammengefasst entgegen, sie wäre im hypo
thetischen Gesundheitsfall aufgrund des Auszuges des Sohnes und des Gesund
heitszustandes des Ehemannes gezwungen, für den Lebensunterhalt aufzu
kommen
. Damit hätte sie nicht die Wahl, sich für eine Teilerwerbstätigkeit zu entscheiden, womit sie als Vollerwerbstätige zu qualifizieren sei. Sollte das Ge
richt sie als teilerwerbstätig qualifizieren, so sei zumindest von einem Pensum von
80 % auszugehen (Urk. 1 S. 10 f.). Bei der Annahme einer medizinisch-
theo
retischen Arbeitsfähigkeit von zwei Stunden pro Tag mit jeweils einer Stunde
Pause stelle sich ferner die Frage der Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit. Zu
dem sei sie zum Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung bereits 58 Jahre alt gewe
s
en. Vorliegend sei die Frage nach der Verwertbarkeit nicht bloss eine theoretische: Sie habe die Stelle als Kioskmitarbeiterin aus gesundheitlichen Gründen auf
geben müssen. Die attestierte Arbeitsfähigkeit sei damit nicht verwertbar, wes
halb von keiner Restarbeitsfähigkeit mehr auszugehen sei (Urk. 1 S. 8).
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin brachte vor, falls sie
das Gericht wider Erwarten als teilerwerbstätig
qualifiziere, sei
festzuhalten, dass sich die Beschwerdegegnerin zu Unrecht auf den Standpunkt
stelle
, die Beschwerdeführerin habe im Gespräch vor Ort bei der Haushalt
s
abklärung erwähnt, dass sie bei voller Gesundheit in einem Pensum von 60
% arbeiten würde. Die Beschwerdeführerin ha
be im Ge
spräch mit der Abklärungsperson festgehalten
, dass sie zu 80
% arbeiten würde, wäre sie frei von Beschwerden. Die Abkl
ärungsperson habe auf diese Ant
wort
hin
festgehalten, dass die Beschwerdeführerin in den letzten Jahren zu 60
% ge
ar
beitet hätte,
«
sodann fülle sie das Formular
mit einem Pensum von 50-60 % aus». Im
Feststellungsb
latt vom 29. Dezember 2016 habe
die Beschwerde
geg
nerin bezüglich
der
Statusfrage fest
gehalten
, dass die Beschwerdeführerin als Haus
wartin zu 30
%
und als Verkäuferin ebenfalls zu 30
%
erwerbstätig ge
we
sen sei
. Als Hauswartin
habe die Be
schwerdeführerin jedoch gestützt auf den Arbeitsvertrag in einem Pensum von 38
%
gearbeitet
. Berei
ts diese einfache Be
trachtung lasse
an den
Ausführungen der Abklärungsperso
n zweifeln. Sodann
sei
die Aussage der Beschwerdeführerin nachvollziehbarer, als diejenige der Ab
klä
rungsperson
.
Es sei somit
zumi
ndest von einer Tätigkeit im Er
werbsbereich von 80
% auszugeh
en. Denn
schon mit dem vorliegenden Gesund
heitsschaden ha
be
die Beschwerdeführerin ein Pensum von rund 70
% ausge
üb
t.
Angesichts dessen
sei
es überwiegend wahrscheinlich, dass
s
ie zumindest in einem Pensum
von 80 % arbeiten würde. Bei Anwendung der gemischten Methode würde ebe
n
falls ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente resultieren.
Gehe
das Ge
richt wider Erwarten von einer Teilerwerbstätigkeit von 70
% aus, würde unter Be
rück
sichtigung der nicht nachvollziehbaren Einschränkung im Haushalt von
15,4 % ebenfalls ein Anspruch auf eine ganze Rente resultieren. Der Abklä
run
gs
bericht im Haushalt weis
e
weitere Mängel auf, so dass diesem kein Beweiswert
zukommen könne. Wie die Abklärungsperson selbst ausführe, werde der Gesun
d
heitszustand des Ehemannes nicht berücksichtigt.
Dessen Mithilfe
sei
jeweils
bei der Beurteilung der invaliditätsbedingten Einschränkungen vollumfänglich als zumutbar erachtet
worden
.
Warum
der aktuelle gesundheitliche Zustand des Ehemannes nicht berücksichtigt
worden sei, sei
unerklärlich. Sodann
habe
die Beschwerdegegnerin aus
geführt, dass im Bereich Ernäh
rung lediglich eine Ein
schränkung von 20
% vorliege, da dem Ehemann die Mithilfe zumutbar sei.
Dasselbe gelte für
das Staubsaugen
,
das Auf- und
Abhängen der Vorhänge so
wie den
Bettenbezug
, so dass eine Einschrän
kung im Bereich Wohnungspflege von 32
% vorliege. In den Bereichen Einkauf und weitere Besorgungen, Wäsche und Kleiderpflege lägen keine Einschränkungen vor, da der Ehemann diese bewältigen könne.
Angesichts dieser Unstimmigkeiten
mang
le
es am Beweiswert des Berichts
,
b
e
z
iehungsweise
es müsste ein
e
neue Abklärung im Haushalt unter Berücksichtigung der
Einwände der Beschwerdeführerin durchgeführt werden (Urk. 1 S. 11 f.).
3.2
F
ür den Beweiswert eines Berichtes über
die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von
Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Per
son verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnissen
sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträch
ti
gun
gen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Per
son zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Be
richt auf
zu
zeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und ange
messen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Über
einstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.
2.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätig
keit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
3.3
3.3.1
Die von der Beschwerdeführerin als unzutreffend angezweifelte Annahme eines 60%igen Anteils der Erwerbstätigkeit und einer 40%igen Tätigkeit im Haushalt begründete die Abklärungsperson damit, dass die Beschwerdeführerin früher in diesem Umfang erwerbstätig gewesen sei. Zudem habe sie bei der Arbeitslosen
versicherung eine Vermittlungsfähigkeit von 60 % angegeben (Urk. 8/52/4). Da
gegen wandte die Beschwerdeführerin ein, ihr zuletzt als Hauswartin und Mode
beraterin geleistetes erwerbliches Pensum habe den angenommenen Umfang der Erwerbstätigkeit überstiegen (Urk. 1 S. 11).
3.3.2
Was das Arbeitspensum betrifft, ergibt sich aus dem Arbeitsvertrag mit der
Z._ AG vom 13. September 2011 (Urk. 8/18/1), dass ab dem 1. Oktober 2011 ein Arbeitspensum von 64 Stunden pro Monat vereinbart worden war. Als Entschädigung wurde dafür ein Bruttostundenlohn von Fr. 24.-- zuzüglich einer
Ferienvergütung von 8,33 % vereinbart, was insgesamt Fr. 26.-- pro Stunde ergibt. Mit Schreiben vom 26. März 2012 kündigte die Arbeitgeberin das Arb
eits
verhältnis per 30. April 2012 (Urk. 8/18/2). D
em Auszug aus dem Individuellen Konto vom 23. April 2015 sind
Lohnzahlungen der Z._ AG von total Fr. 4'842.-- für die Monate Oktober bis Dezember 2011 sowie von insgesamt Fr. 8'469.-- für die Monate Januar bis April 2012 zu entnehmen (Urk. 8/14/3). Da die Beschwerdeführerin im April 2012 unter Bezahlung des vertraglich ver
einbarten Lohnes von Fr. 1'664.-- (64 Stunden à Fr. 26.--/Stunde) von der Arbeit freigestellt war (Urk. 8/18/2), ist dieser Monat bei der Bestimmung des effektiv geleisteten Pensums nicht zu berücksichtigen. Damit ergibt sich eine
Gesamtlohnsumme von Fr. 11'647.-- für den Zeitraum von Oktober 2011 bis M
ärz 2012 (Fr. 4'842.-- + Fr. 8'469.-- - Fr. 1'664.--). Daraus resultiert ein monat
licher Durchschnittslohn von Fr. 1'941.16 (Fr. 11'647.-- / 6).
Effektiv
arbeitete die Beschwerdeführerin damit durchschnittlich 74,66 Stunden pro Monat (Fr. 1'941.16 / Fr. 26.--). Die betriebsübliche Wochenarbeitszeit im Detail
handel betrug im Jahr 2011 41,7 Stunden und im Jahr 2012 41,8 Stunden (BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [im Internet abrufbar], 2011 und 2012, je Ziffer 47). Die Beschwerdeführerin hat zusammenfassend von Oktober 2011 bis und mit März 2012 durchschnittlich 74,66 Stunden pro Monat gearbeitet bei einer betriebsüblichen Wochenarbeitszeit im Detailhandel in diesem Zeitraum von 41,75 Stunden. Für die Berechnung der durchschnittlichen betriebsüblichen Monatsarbeitszeit ist von 21,75 Arbeitstagen auszugehen (365 Tage pro Jahr ./. 104 arbeitsfreie Tage = 261 Arbeitstage pro Jahr : 12 = 21,75 Arbeitstage pro Monat; vgl. AHI 2000 S. 302 E. 3 lit. a). 41,75 Stunden Wochenarbeitszeit dividiert durch 5 Wochentage ergeben 8,35 betriebsübliche Arbeitsstunden pro Tag multizipliziert mit 21,75 Arbeitstagen ergibt 181,61 betriebsübliche Arbeitszeit pro Monat. Das Pensum der Beschwerdeführerin bei der
Z._
AG betrug somit [100 % : 181,61 betriebsübliche Arbeitszeit pro Monat x 74,66 effektive Arbeitszeit der Beschwerdeführerin =] 41,1 %.
Die wöchentliche Arbeitszeit der Beschwerdeführerin als Hauswartin wurde von der vormaligen Arbeitgeberin mit zehn bis zwölf Stunden pro Woche ange
geben (Urk. 8/27/2). Verglichen mit der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden (BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [im Internet abrufbar], 2011 und 2012, Total) entsprach diese Tätigkeit zwischen 24 % (10 h / 41,7 h x 100 %) und 28,8 % (12 h / 41,7 h x 100 %) eines Vollzeitpensums, womit vom Mittelwert von 26,4 % ausgegangen werden kann (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_193/2009 vom 2
0.
August 2009 E. 1.3.1).
Insgesamt war die Beschwerdeführerin damit als Modeberaterin und Hauswartin in einem Pensum von rund 68 % (41,1 % + 26,4 %) erwerbstätig.
3.3.3
Die Beschwerdeführerin hatte sich allerdings am 1. Mai 2012 unter Angabe einer Vermittlungsfähigkeit von 8 % weniger, das heisst 60 % zum Bezug von Arbeitslosentaggeldern angemeldet (vgl. Urk. 8/22/1). Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin kann nun aber von dieser gegenüber der Arbeitslosen
ver
sicherung angegebenen Vermittlungsfähigkeit nicht ohne weiteres direkt auf das
erwerbliche Pensum
im Gesundheitsfall
geschlossen werden.
Zu diesem Zeit
punkt war die Versicherte noch in ungekündigter Stellung als Hauswartin bei der Genossenschaft A._ ange
stellt. Die Kündigung erfolgte erst am 22. September 2012 (Urk. 8/18/5). Die Beschwerdeführerin wies zudem im Zusammenhang mit der hypothetischen Arbeitssituation im Gesundheitsfall zu Recht darauf hin, dass die von ihr ange
sprochene schwieriger gewordene finanzielle Lage keine Berücksichtigung ge
funden habe.
Die Frage der Qualifikation ist
daher
unter
gebührender Berück
sichtigung des effektiv geleisteten Arbeitspensums von rund 68 %, der Aus
sa
gen
der Beschwerdeführerin, wonach sie weiterhin im bisherigen Ausmass arbeiten würde
,
und der
ausgewiesenen
Verschlechterung der finanziellen Situation der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes im Juni 2015
wegen des
Auszug
s
des Sohnes, der sich
bis dahin
an den Haushaltskosten beteiligt hatte, zu beant
worten.
Anhand dieser Gesichtspunkte ergibt sich, dass es nachvollziehbar ist, dass die Beschwerdeführerin im hypothetischen Gesundheitsfall nicht nur noch in einem Pensum von 60 % erwerbstätig wäre. Stattdessen ist davon auszugehen, dass sie im hypothetischen Gesundheitsfall weiterhin zu 68 % erwerblich tätig wäre, nämlich
als Modeberaterin
zu ca. 41,1 % und als
Hauswartin
zu ca. 26,4 %, sowie zu 32 % im Haushalt.
4.
Über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin berichtete Dr. D._, Facharzt für Neurologie und leitender Arzt am Spital E._ der Beschwerdegegnerin am 21. Mai 2015. Er stellte die Diagnosen eines persistie
ren
den therapierefraktären S1-Schmerz-, Reiz- und sensiblen Ausfallsyndroms links
bei Diskushernie L5/S1 sowie einer Coxarthrose beidseits mit Status nach
Hüft
totalprothese
rechts (Urk. 8/24/1). Bezüglich der Arbeitsfähigkeit verwies er auf die Einschätzung des Hausarztes Dr. F._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie (Urk. 8/24/2). Dieser berichtete der
Be
schwerdegegnerin
am
2
4.
Juni 2015 (
Urk.
8/28)
und
nannte
a
ls
Diagnosen, welche
die Arbeitsfähigkeit beeinflussen
wür
de
n,
ein chronisches Schmerz
syn
drom L1 links sowie eine beidseitige Coxarthrose. Ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit hielt
Dr. F._
einen Verdacht auf eine Immundefizienz fest (
Urk.
8/28/1). Eine Arbeitsfähigkeit in der Hauswartstätigkeit verneinte er ab
ungefähr September 2013. Er hielt eine gestörte Konzentration sowie eine rasche
Erschöpfbarkeit fest und führte aus, die Beschwerdeführerin könne nicht länger
stehen, gehen oder sitzen (Urk. 8/28/2). Am 4. September 2015 äusserte sich noch
einmal Dr. D._ und beurteilte den Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin als stationär (Urk. 8/31/1).
Dr. G._
,
Facharzt für Neurochirurgie, führte am 12. Juni 2015 (Urk. 8/26) gegenüber der Beschwerdegegnerin aus, die Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin könne nur pauschal beurteilt werden, da eine differenzierte Erfassung einzelner Tätigkeiten nicht durchgeführt worden sei. Im Rahmen
einer im Juli 2014 durchgeführten Dekompressionsoperation habe wegen starker
Schmerzen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Im Herbst 2014 habe es zwar schmerzarme Phasen mit einer Teilarbeitsfähigkeit gegeben, aufgrund
immer wieder auftretender Schmerzrückfälle habe jedoch trotzdem eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden (Urk. 8/26/1). Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er ein chronisches lumbospondylogenes Schmerz
syndrom links sowie einen Status nach Dekompression L5/S1 am 17. Juli 2014
. Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit mass er dem Status nach einer am 2. April 2013 erfolgten Hüfttotalprothese rechts bei (Urk. 8/26/1).
Vom 4. Mai 2016 datiert ferner ein Verlaufsbericht des Hausarztes Dr. F._. Darin nannte er einen stationären Gesundheitszustand, ging jedoch von einer schlechten Prognose aus (Urk. 8/47/1 f.).
5.
5.1
In der Folge
entschied sich die IV-Stelle, den RAD mit einer orthopädischen Abklärung samt Untersuchung der Beschwerdeführerin zu beauftragen, da an
hand der Aktenlage über den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Versicherten keine Klarheit bestehe (Urk. 8/45/1).
Dr. B._, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates und Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der
Beschwerdegegnerin, untersuchte demgemäss die Beschwerdeführerin am 11. Februar
2016. Er stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (Urk. 8/45/7):
-
Chronische Lumbalgie und Lumboischialgie links mit Sensibilitätsstörungen am linken Bein
-
Anamnestisch Coxarthrose links
-
Zustand nach Implantation einer Hüfttotalprothese
Einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verneinte er bezüglich der folgenden Diagnosen (Urk. 8/45/7):
-
Klinischer Verdacht auf beginnende Retropatellararthrose links mehr als rechts
-
Klinische Zeichen einer Achillodynie links
Er hielt fest, aufgrund der Aktenlage und der klinischen Untersuchung sei ein die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigender somatischer Gesundheitsschaden ausge
wiesen. Dieser sei seit mindestens Anfang 2015 stabil gewesen, jetzt aber wieder als instabil zu betrachten, da am 15. Februar 2016 eine Vorstellung in der Hüft
sprechstunde der Uniklinik H._ vorgesehen sei (Urk. 8/45/7 f.).
In der früheren Tätigkeit als Hauswartin beurteilte Dr. B._ die Beschwerde
führerin spätestens ab der Bandscheibenoperation vom Juli 2014 als definitiv nicht mehr arbeitsfähig. Aufgrund der chronischen und bisher therapie
resi
sten
ten lumbalen und lumboischialgiformen Schmerzsymptomatik bestehe aktuell auch für die Tätigkeit als Verkäuferin keine Arbeitsfähigkeit. Beide Tätigkeiten seien in der Regel mit ständigem Stehen und die erstgenannte häufig mit einem Hantieren mit mittelschweren Lasten und Arbeiten in gebückter Haltung ver
bunden. In einer optimal behinderungsangepassten Tätigkeit sei zum Zeitpunkt der Untersuchung überwiegend wahrscheinlich von einer Arbeitsfähigkeit von zwei Stunden pro Tag, unterbrochen durch eine einstündige Pause, auszugehen. Sofern durch die Konsultation in der Uniklinik H._ und eine sich wahr
scheinlich daran anschliessende Therapie diese Schmerzsymptomatik reduziert werden könne, sei medizinisch-theoretisch mit einer höheren Arbeitsfähigkeit in einer entsprechend angepassten Tätigkeit zu rechnen, beispielsweise als Ver
käuferin in einem Kiosk. Entsprechend empfahl er, die Ergebnisse der Unter
suchung in der Uniklinik H._ abzuwarten (Urk. 8/45/8).
5.2
D
ie Arztpersonen der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie der Uniklinik
H._
berichteten a
m 8. April 2016 der Beschwerdegegnerin über die bisherige Be
hand
lung der Beschwerdeführerin. Sie stellten folgende Diagnosen (Urk. 8/46/6):
-
Verdacht auf chronische, schmerzhaft-sensorische L5- und/oder S1-Radikulopathie links
-
Coccygodynie
-
Dekompensierte Coxarthrose links (Erstdiagnose Februar 2015)
-
Plantar-Fibromatose rechts (Erstdiagnose 2012)
-
Status nach Hüfttotalprothese rechts 2013
Ab Mai 2014 sei aufgrund linksseitiger Lumboischialgien eine erstmalige Be
handlung erfolgt. Da eine diagnostisch-therapeutische Infiltration nur zu einer zweitägigen Schmerzlinderung geführt habe, sei die Indikation zur operativen Dekompression und Diskektomie L5/S1 gestellt worden, welche im Stadtspital
C._
durchgeführt worden sei. Am 22. März 2016
habe sich die Beschwer
deführerin
bei Persistenz einer S1-Radikulopathie links
erneut vorgestellt
.
S
ie leide aktuell unter Schmerzen im Bereich verschiedener Areale des Bewegungs
apparates. Hinsichtlich der Wirbelsäule bestehe kein Bedarf
nach
eine
r
chirur
gische
n
Intervention (Urk. 8/46/7). Eine Arbeitsunfähigkeit
habe man
nicht bescheinigt (Urk. 8/46/8).
5
.
3
Am 16. Juni 2016 nahm
Dr. B._
gegenüber der Beschwerdegegnerin Stellung zu den zwischenzeitlich eingegangenen Arztberichten der Uniklinik
H._
vom 24. März und 8. April 2016
(Urk. 8/46)
sowie von
Dr. F._
vom
4.
Mai 2016
(Urk. 8/47/1-3)
. Er hielt fest, der Bericht von
Dr. F._
enthalte ausser den bereits bekannten Diagnosen keine substantiellen medizinischen Informa
tionen. Der ausführliche Bericht der Uniklinik
H._
e
nt
halte zahlreiche Diag
nosen und Befunde,
aber keine neuen, nicht schon
bekannt
e
n. Anstelle konkre
ter Angaben zur Arbeitsfähigkeit werde nur ausgeführt, dass keine funktionellen Einschränkungen bestünden, weshalb
prinzipiell
keine Notwendigkeit
der
Belas
tungsreduktion bestehe und das Arbeiten zumutbar
wäre
,
«
solange
aufgrund der Schmerzen möglich
»
. Der Gesundheitszustand habe sich damit aus versiche
rungs
medizinischer Sicht seit der RAD-Untersuchung vom 11. Februar 2016 beziehungsweise der letzten RAD-Stellungnahme vom 17. Februar 2016 nicht wesentlich verändert. Jedoch sei jetzt von einem stabilen Gesundheitszustand aus
zugehen, da gemäss Bericht der Uniklinik
H._
seit
der einmaligen Unter
suchung vor zweieinhalb Monaten keine weiteren Konsultationen oder thera
peu
tische
n
Massnahmen erfolgt oder fest geplant
gewesen
seien. Damit hätten seine Aussagen zur Arbeitsfähigkeit weiterhin Gültigkeit
, dass eine angepasste Tätigkeit vorerst bis auf weiteres medizintheoretisch nur 2 Stunden pro Tag möglich respektive zumutbar sei
(Urk. 8/54/7).
5
.
4
Die behandelnden Ärzte der Klinik für Rheumatologie des Stadtspitals
C._
(nachfolgend: Rheumatologie des Spitals C._)
stellten
schliesslich
in ihrem Bericht vom 25. April 2017 die Diagnose einer chronifizierten Lumbosakro
coccygoischialgie links (Reizung der Wurzel des Nervus ischiadicus im Bereich
der Lendenwirbel, des Kreuzbeins sowie des Steissbeins; Urk. 12/1 S. 1). Sie gingen
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit sowie einer erheblichen Ein
schrän
kung im Haushalt, namentlich beim Staubsaugen, Bügeln und bei Reini
gungsarbeiten aus (Urk. 12/1 S. 3).
6.
6.1
Die in den Akten befindlichen Unterlagen stammen von den medizinischen Insti
tutionen respektive Fachleuten, welche die Beschwerdeführerin im Verlauf der zur Beurteilung der Beschwerde massgeblichen Zeit ambulant oder stationär behandelt haben. Zusätzlich hat d
ie IV-Stelle
in
medizinischer Hinsicht die Einschätzungen des RAD-Arztes
Dr. B._
vom 1
7.
Februar 2016 (
Urk.
8/45, 8/54/5 f.) sowie vom 1
6.
Juni 2016 (
Urk.
8/54/7)
veranlasst, beigezogen und
der angefochtenen Verfügung
ausschliesslich
zugrunde
gelegt (vgl. Urk. 8/53/2).
6.2
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifi
ka
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte ge
hören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
Die
Einschätzungen von Dr. B._
stützen sich auf
seine eigene
umfassende ortho
pädische Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 1
1.
Februar 2016 so
wie die Berichte der behandelnden Arztpersonen.
Dr. B._
als Facharzt für Orthopädie
verfügt über d
ie
erforderliche
Ausbildung
und begründete seine Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit
ausführlich und
nachvollziehbar.
Sein
Untersu
chungsbericht vom 1
7.
Februar 2016 und
die
Ergänzung vom 1
6.
Juni 2016
sind daher in ihrem
Beweiswert mit demjenigen eines versicherungsexternen Gutachtens gleichzusetzen.
6.3
Geht man de
mnach davon aus, dass die zuletzt ausgeübte Hauswartstätigkeit nicht mehr zumutbar ist
, hingegen
eine leidensangepasste leichte und wechsel
belastende Tätigkeit ohne Arbeiten in gebückter Haltung
während
zwei Stunden pro Tag, unterbrochen von e
iner einstündigen Pause, so stellt sich indessen tat
sächlich die von der Beschwerdeführerin aufgeworfene Frage, ob die verblie
ben
e Arbeitsfähigkeit von der Versicherten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch verwertet werden kann.
Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich um eine theoretische Grösse, so dass nicht leichthin angenommen werden kann, die verbliebene Leistungs
fähigkeit sei unverwertbar. Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist in denjenigen Fällen anzunehmen, in denen die zumutbare Tätigkeit nur in so ein
geschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt prak
tisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entspre
chenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erschein
t (Urteil des Bundesgerichts 9C_
485/2014 vom 28. November 2014 E. 3.3.1 mit Hinweisen).
Nach der Gerichtspraxis ist grundsätzlich auch ein auf 25 % beschränktes Pen
sum auf dem massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar (Urteil des Bundesgerichts 8C_12/2013 vom 13. Februar 2013 E. 3.2 mit Hinweis auf das Urteil 8C_489/2007
vom 28. Dezember 2007 E. 4.1).
6.4
Im Fall der Beschwerdeführerin
ist
allerdings
zu beachten, dass neben der quantitativen Einschränkung auch qualitative Limitierungen bestehen: Eine ange
passte Tätigkeit muss leicht und wechselbelastend sein und darf keine gebückte Haltung erfordern (vgl. Urk. 8/45/8).
Zudem kann die in diesem Sinn bereits eingeschränkte attestierte
Arbeitsfähigkeit von zwei Stunden
pro Tag
nur unter
zusätzlicher
Einschaltung einer einstündigen Pause verwertet werden. Unter
diesen
speziellen Umständen
ist die Annahme
, die attestierte Arbeits
fähigkeit sei auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
verwertba
r
,
nicht realistisch. Damit ist für den mit 6
8
% gewichteten Erwerbsbereich von einer 100%igen Ein
schränkung auszugehen, womit ein Teilinvaliditätsgrad von 6
8
% (0,6
8
x 100
%) resultiert. Die Addition der Teilinvaliditätsgrade
im Haushalt von
4
,
9
% (0,
32
x 15,4 %)
und im Erwerb von 68 %
führt
zu einem Invaliditätsgrad von 73
% (zu den Rundungsregeln: BGE 130 V 121 E. 3.2).
Damit hat die Be
schwer
deführerin seit dem 1. September 2015 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (vgl. E. 1.2), was zur Gutheissung der Beschwerde führt.
7.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr. 700.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten der Be
schwer
degegnerin aufzuerlegen.
Zudem hat die obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten (§ 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer).
Rechtsanwalt Fischer machte in seiner Honorarnote vom 25. April 2018 (Urk. 18
) einen Aufwand von 17,25 Stunden sowie Barauslagen von Fr. 143.50 (Fr. 117.-- Kopierkosten, Fr. 25.-- Portokosten, Fr. 1.50 Telefonkosten) geltend.
Der geltend gemachte Aufwand von 17,25 Stunden ist unter Berücksichtigung der
Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
(vgl. § 34 Abs. 3 GSVGer) bezüglich der Replik
überhöht
, d
a die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort inhaltlich nicht zur Sache Stellung nahm. Angemessen ist hierfür ein Aufwand von einer Stunde. Die weiteren Positionen der Hono
rarnote geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Damit ist ein Aufwand von 13,25 Stunden zu entschädigen. Unter Anwendung des gerichtsüblichen An
satzes von Fr. 220.-- pro Stunde resultiert ein Honoraranspruch von Fr. 2'915.--.
Zudem sind die geltend gemachten Barauslagen von Fr. 143.50 zu ersetzen. Unter Berücksichtigung des bis Ende 2017 geltenden Mehrwertsteuersatzes von 8 % resultiert eine Parteientschädigung von Fr. 3'303.20 (1,08 x [Fr. 2'915.-- + Fr. 143.50]).