Decision ID: e03e46c7-e326-462f-87b5-b21be58daac6
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965,
Mutter dreier erwachsener Kinder,
ist
diplo
mier
te
Krankenschwester (Urk. 7/2/1) und
Kinesiologin
(Urk. 7/2/2) und
arbei
tete seit dem 1. Juli 2009 in einem Pensum von 40 % als Sachbearbeite
rin (Urk. 7/3 Ziff. 5.4)
, als sie sich
am 3. Januar 2010 wegen einer Diskushernie mit neurologischen Ausfällen bei der Invalidenversicherung zum
Leistungsbe
zug
an
meldete
(Urk. 7/3 Ziff. 6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle, tätigte erwerbliche (Urk. 7/7, Urk. 7/12) und medizinische Ab
klärung
en (Urk. 7/8, Urk. 7/11, Urk. 7/13)
. Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 7/17) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 28. September 2010
einen Rentenanspruch der Versicherten (Urk. 7/20). Mit Schreiben vom 16. Januar
2011 ersuchte die Versicherte um Neubeurteilung des
Rentengesu
ches
(Urk. 7/21
, Urk. 7/26-27), worauf die IV-Stelle am 11. März 2011 auf den Ab
lauf des Wartejahres am 29. August 2011 hinwies (Urk. 7/28).
Nach
Ablauf des Wartejahres sowie Eingang eines Gesuches der Beschwerde
führerin
um Gewährung
berufliche
r
Massnahmen (vgl. Urk. 7/34) holte die IV-Stelle einen aktuellen Arztbericht
(Urk. 7/30)
ein und
veranlasste eine
Haus
haltsabklärung
(Urk. 7/37)
.
In der Folge erteilte sie a
m 15. Dezember 2011 Kostengutsprache für eine
Umschulung zum Bachelor
of
Science in Pflege (Urk. 7/46). Nach erfolgreichem Studienabschluss (Urk. 7/60/2) trat die Versi
cherte am 1. März 2014
in einem Pensum von 50 %
eine Stelle als Study Nurse am Kantonsspital
Y._
an (Urk.
7/60/3).
Nach weiteren medizinischen Massnahmen (Urk. 7/64) sowie einer aktuellen Haushaltsabklärung (Urk. 7/66)
verneinte die IV-Stelle nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/69-71) mit Verfügung vom 4. Februar 2015 einen Rentenanspruch (Urk. 7/75 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 4. Februar 2015 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 27. Februar 2015 Beschwerde und beantragte die
Zusprache
einer Rente (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 2. April 2015 schloss die IV-Stelle auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 6)
. Die Beschwerdeführerin reichte die Replik am
1. Dezember 2015 ein (Urk. 11) und
die
Be
schwerdegegnerin
verzichtete
mit Schreiben vom 17. Dezember 2015 auf das Einreichen ei
ner Duplik (Urk. 14). Dies wurde der Beschwerdeführerin am 18. Dezember
2015 zur Kenntnis ge
bracht (Urk. 15).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Inva
liditätsgrad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung
(Urk. 2)
ging die
Beschwerde
gegnerin
davon aus, dass der Beschwerdeführerin trotz der bestehenden ge
sundheitlichen Beein
trächtigungen eine wechselbelastende, körperlich leichte bis selten mittel
schwere
Tätigkeit in einem Pensum von 80 % zumutbar sei. Der lange Anfahrtsweg sowie die Kinderbetreuung der im Jahre 2014 bereits 17 und 22 Jahre alten Kinder seien
invalidenversicherungsrechtlich
nicht relevant. Ins
gesamt bestehe ein
renten
ausschliessender
Invaliditätsgrad von 21 % (Urk. 2 S. 2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 27. Febru
ar 2015 geltend, sie sei bereits mit ihrer heutigen 50%igen Tätigkeit, welche optimal an ihre Behinderung angepasst sei, am gesundheitlichen Limit (Urk. 1 S. 4 Ziff. 5).
Auch gemäss dem behandelnden Spezialarzt sei nicht davon auszugehen, dass sie zu 80 % arbeitsfähig sei. Unter Berücksichtigung des Arbeitsweges und des Haushaltes sei eine ausserhäusliche Tätigkeit bis maximal sechs Stunden täglich möglich (S. 4 Ziff. 6). Auch wenn ihr Sohn bereits 17 Jahre alt sei, habe sie noch Betreuungspflichten zu erfüllen (S. 5 Ziff. 7). Ausser
dem sei das
Valideneinkommen
nicht korrekt erhoben worden, mit ihrem
Abschluss als Bachelor in Pflege könnte sie mehr verdienen als von der
Be
schwerdegegnerin
angenommen (S. 5 Ziff. 8).
In
der
Replik vom 1. Dezember 2015 führte die Beschwerdeführerin ergänzend aus,
nach neuesten Untersuchungen sei eine Nervenschädigung vorhanden, welche die Beschwerden verursache (Urk. 11 S. 2 Ziff. 1). Nach dem
Lohnreg
lement
des Kantons Zürich
liege
der Lohn als Pflegefachfrau FH
mbA
zwischen Fr. 85‘705.-- und Fr. 122‘809.--, im Kanton
Z._
zwischen Fr. 83‘461.60 und Fr. 117‘516.10 (S. 2 Ziff. 2 und 3). Da sie keine pflegerischen Tätigkeiten mehr ausüben könne, sei das Invalideneinkommen beträchtlich tiefer als das
Valideneinkommen
(S. 3 Ziff. 4).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
3.
3.1
Vom
5.
bis 13. Oktober 2009 war die Beschwerdeführerin aufgrund einer
Dis
kus
hernie
L4/5 rechts
caudal
sequestriert mit L5-Syndrom rechts
im
A._
, Chirurgische Klinik und Poliklinik,
hospitalisiert und wurde am 6. Oktober 2009 operiert (Urk. 7/11/8).
Am
14. Oktober 2009 be
richteten die Ärzte über die e
rfolgreich durchgeführte Mikrod
i
skektomie L4/5 rechts sowie einen erfreulichen postoperativen Verlauf. Die Schmerzen seien postoperativ deutlich
regredient
, die Mobilisation gelinge unter physiothera
peutischer Anlei
tung problemlos. Die Wundkontrollen seien stets unauffällig. Bei Austritt bestehe
eine leicht
regrediente
, aber immer noch deutliche
Fusshe
berparese
rechts, für die eine physiotherapeutische Nachbehandlung empfohlen werde (Urk. 7/11/9). Bis zum 25. November 2009 bestehe eine vollständige Ar
beitsunfähigkeit (Urk. 7/11/8).
Am 1. Dezember 2009 verlängerte der zuständige Arzt des
A._
die Arbeitsun
fähigkeit bis Ende des Jahres 2009 (Urk. 7/11/7) und führte i
m
Bericht vom 26. April 2010 (Urk. 7/11/1-5) aus, bei der letzten Kontrolle am 25. November 2009 hätten sich noch deutliche sensomotorische Defizite im Bereich des rechten Beins gezeigt, ob
es
hier
zu einer
vollständige
n
Rückbildung
komme
, könne aktuell noch nicht eingeschätzt werden (Ziff. 1.2 und 1.4).
3.
2
Der behandelnde
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Rheumato
logie, nannte in seinem Bericht vom 5. Februar 2010 (Urk. 7/8) folgende Diag
nosen (Ziff. 1.1):
chronisches
lumbovertebrales
bis
lumbospondylogenes
Syndrom mit/bei:
Status nach
lumboradikuläre
m
Reiz- und Ausfallsyndrom L5 rechts
Status nach Mikrodiskektomie und Entfernung Diskushernie L4/5 rechts 6. Oktober 2009
regredienter
Parese L5-Muskulatur rechts
aktuell: Rest-Belastungsintoleranz
Vom 29. Juli bis 31. Dezember 2009 sei die Beschwerdeführerin vollständig arbeitsunfähig gewesen, seit Januar 2010 bestehe wieder eine 40%ige Arbeits
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Sachbearbeiterin (Ziff. 2). Auch nach der im Oktober 2009 durchgeführten Mikrodiskektomie bestünden noch
belas
tungs
abhängige
lumbale Rückenschmerzen sowie eine Schwäche im rechten Fus
s
und im Beckenbereich (Ziff. 3.3-4). Der Gesundheitszustand sei noch besse
rungs
fä
hig (Ziff. 4.1). Eine berufliche Umstellung sei nicht zu prüfen, seit Januar 2010 könne sie das bisherige Pensum von 40 % unverändert wieder ausführen (Ziff. 5.2).
3.3
Am 2. Juli 2010 wies Dr.
B._
auf eine Verschlechterung der Situation am Rücken hin, einerseits bestehe eine
Rezidivhernie
, andererseits auch lumbale Rü
ckenschmerzen, welche durch die zunehmende Segmentdegeneration bedingt seien. Ob hier eine erneute Operation durchgeführt werden müsse, sei in Ab
klärung (Urk. 7/13).
3.4
In seinem Bericht vom 13. September 2011 (Urk. 7/30) nannte Dr.
B._
fol
gen
de Diagnosen (Ziff. 1.1):
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom rechts, intermittierend
radi
kuläre
Reizung mit/bei:
Status nach
radikulärem
Reiz- und Ausfallsyndrom L5 rechts mit per
sistierenden funktionell relevanten Residuen
Status nach Mikrodiskektomie L4/5 am 6. Oktober 2009 im
A._
Rezidivhernie
L4/5, mediane Diskushernie L3/4 und Vernarbungen mit neurogenen Schmerzen und Instabilitätssymptomatik
e
rfolglose konservative Behandlung Januar bis Juli 2010
Entfernung
Rezidivhernie
,
interkorporelle
Fusion L4/5 un
d
dynami
sche Stabilisierung L3/4 mit DTO System am 31. August 2010 im
A._
Die Beschwerdeführerin leide seit vielen Jahren an rezidivierend auftretenden lumbalen Rückenschmerzen. Die festgestellte paramedian gelegene Diskushernie L4/5 sei am 6. Oktober 2009 im
A._
behandelt worden. Nach initial leichter Besserung sei es erneut zu ausstrahlenden Beschwerden in das rechte Bein so
wie zu zunehmenden belastungsabhängigen Rückenschmerzen und einer
Belastungsintoleranz gekommen. Im April 2010 sei
en
eine
Rezidivhernie
im gleichen Segment sowie eine mediane Diskushernie L3/4 festgestellt worden. Die konser
vative Therapie inklusive mehrmaligen Infiltrationen seien ohne an
haltenden klinischen Erfolg geblieben. Am 31. August 2010 sei die Beschwer
de
führerin erneut operiert worden, wobei
s
ich mittlerweile eine Besserung der lumbalen Rückenschmerzen ergeben habe. Unverändert verspüre die Patientin neurogene Beschwerden im linken Bein, vor allem ausstrahlende Schmerzen am lateralen
Unterschenkel sowie eine Restschwäche der Hüftabduktoren, Fussheber und damit resultierende muskuläre
Dysbalance
im Beckengürtel. Die Rehabili
tation
in der Klinik
C._
vom
3.
bis 29. Januar 2011 habe eine Linderung und Stabilisierung gebracht, die Beschwerden seien aber immer noch vorhanden (Ziff. 1.4).
Seit Februar 2011 sei die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer 40 % Bürotätig
keit arbeitsfähig. Im Haushalt bestünden Einschränkungen bei grösseren
Haus
haltsarbeiten
. Medizinisch-theoretisch schätze er die zumutbare Belastung folgendermassen: wechselbelastend, leicht-mittelschwer ganztags mit Bedarf an vermehrten Pausen
von bis zu zwei Stunden täglich
und
schmerzbedingte
Ein
schränkungen des Arbeitstempos. Zusammengefasst seien täglich zirka sechs Stunden zumutbar. Die genauen Haushaltseinschränkungen müssten vor Ort abgeklärt werden
(Ziff. 1.6
-7
).
3.5
Am 27. Mai
2014 nannte Dr.
B._
im Wesentlichen folgende Diagnosen (Urk. 7/64
Ziff. 1.1):
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom
rechts, chronisch neurogene
ra
dikuläre
Reizung
Hashimoto Thyreoiditis, Erstdiagnose 2012, initial Arthralgien
Nach der Rehabilitation in der Klinik
C._
hätten die
neurogenen Ausstrahlungen in das rechte Bein
persistiert
, die lumbalen Schmer
zen seien mit konsequentem Training kaum mehr vorhanden
(
Ziff. 1.4).
Die Prog
nose be
züglich der neurogenen Schmerzen im Bein sei unklar, der Gesund
heitszustand sei wahrscheinlich chronisch stabil, eventuell sich verbessernd. Eventuell sei eine Neurostimulation möglich (S. 4 Mitte). Die Beschwerde
füh
rerin arbeite auf eigenen Wunsch in einem Pensum von 50 % als
Studien
ko
ordinatorin
am Palli
ative Care Center im Kantonsspital
Y._
und habe dort organisatorische Aufgaben mit Patientenkontakt.
Das aktuelle Arbeitspensum entspreche zusammen mit dem langen Arbeitsweg von je einer Stunde der derzeit zumutbaren Tätigkeit (Ziff. 1.6). Mit einer Erhö
hung der Einsatzfähigkeit könne nicht gerechnet werden (Ziff. 1.9).
4.
4.1
Unbestritten und aufgrund der Akten auch ausgewiesen ist die Qualifikation der Beschwerdeführerin als voll Erwerbstätige (Urk. 1 S. 5 Ziff. 7, Urk. 2 S. 2, vgl. auch Urk. 6/66 S. 2), sodass der Invaliditätsgrad aufgrund eines
Einkommens
vergleiches
zu bestimmen ist (vgl. vorstehend E. 1.2).
Festzuhalten bleibt
, dass die Ausführungen der Beschwerdeführerin, wonach die Wechselwirkung zwi
schen Haushalt und Erwerb auch für Vollerwerbstätige gelten müsse (Urk. 1 S. 5 Ziff. 7), nicht zutreffend sind und für die Bestimmung des Invaliditätsgrades einzig und allein die
verbliebene
Restarbeitsfähigkeit relevant ist
.
Dementsprechend ist im Folgenden die verbliebene Arbeitsfähigkeit der Be
schwer
deführerin zu prüfen.
4.2
Sowohl die Beschwerde
führ
erin als auch die Beschwerdegegnerin stützen
ihren Standpunkt
auf d
i
e
E
inschätzung
des behandelnden Rheumatologen Dr.
B._
.
Aufgrund des Berichts von Dr.
B._
vom 13. September 2011 (E. 3.4) ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer wechselbelastenden leichten bis mittelschweren ganztägigen Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von sechs Stun
den täglich bei einem erhöhten Pausenbedarf von bis zu zwei Stunden und einer schmerzbedingten Einschränkung des Arbeitstempos aufweist. Der
Pau
sen
bedarf
von bis zu zwei Stunden täglich ist in den von Dr.
B._
ange
gebenen 6 möglichen Arbeitsstunden pro Tag bereits berücksichtigt, ergeben die sechs Arbeitsstunden und die zwei Stunden Pause doch in etwa die zumutbare Ganztagestätigkeit. Die sechs Stunden täglich entsprechen 30 Stunden pro Woche (6 Stunden x 5 = 30 Stunden) und ausgehend von 41.5 branchenüb
li
chen Wochenstunden (Die Volkswirtschaft, 3/4-2015, S. 88, Tabelle B 9.2
lit
. Q) einem Pensum von rund 73 %.
Dem Bericht von Dr.
B._
vom 27. Mai 2014 (E. 3.5) ist keine Verschlechterung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin zu entnehmen, im Gegenteil wird darauf hingewiesen, die lumbalen Schmerzen seien bei konsequentem Training kaum mehr vorhanden. Dr.
B._
machte zwar in diesem zweiten Bericht geltend, die Beschwerdeführerin schöpfe ihre Arbeitsfähigkeit mit ihrer 50 %-Tätigkeit am Kantonsspital
Y._
aus, bezog aber bei dieser Aussage explizit den erheblichen Arbeitsweg von je einer Stunde mit ein. Das konkrete Arbeitsverhältnis mit dem langen Arbeitsweg, in welchem die Beschwerdefüh
rerin steht, kann jedoch zur Bestimmung der
medizinsch
-theoretischen Arbeits
fähigkeit nicht massgebend sein. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt hält genügend angepasste Tätigkeiten in der Wohngegend der Beschwerdeführerin bereit.
4.3
Zusammenfassend ist der medizinische Sachverhalt gestützt auf den Bericht von Dr.
B._
als dahingehend erstellt zu betrachten, dass d
i
e Beschwerdeführerin
seit
Februar 2011
in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von rund 73 % aufweist
.
5.
5.1
Zu prüfen bleiben
die erwerblichen Auswirkungen der bestehenden Einschrän
kungen
(vgl. vorstehend E. 1.2).
5.2
Für die Ermittlung des ohne invalidisierenden Gesundheitsschaden erzielbaren Einkommens (
Valideneinkommen
) ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden, aber sonst bei un
veränderten Verhältnissen verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 11 E. 3b mit Hinweis), wobei für die Vornahme des Einkommensvergleiches grundsätz
lich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt der mutmasslichen
Rentenzusprache
, mithin das Jahr 2014, abzustellen ist (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Im vorliegenden Fall
absolvierte die Beschwerdeführerin eine Erstausbildung als Krankenschwester (Urk. 7/2/1) und bildete sich in den Jahren 2005 bis 2009 zur diplomierten
Kinesiologin
weiter (Urk. 7/2/2). Im April 2014 sodann schloss sie an der
D._
den Lehrgang Bachelor
of
Science FHO in Pflege ab (Urk. 7/60/2)
, wobei sie diesen auch im Gesundheitsfall wohl kaum früher absolviert hätte.
Mit dieser Ausbildung
hätte
sie
im Jahre 2014
im
Kanton Zürich ein Einkommen zwischen Fr. 79‘815.-- und Fr. 122‘809.
--
erzie
len
können
(Urk. 12/1, Urk. 12/2 S. 2), im
Kanton
Z._
ein solches zwi
schen
Fr. 82‘461.60
und Fr. 117‘516.10 (Urk. 12/3 S. 4, Urk. 12/4)
.
Nachdem die Be
schwerdeführerin die Ausbildung erst im April 2014 abgeschlossen hat,
ist grundsätzlich von
einer Einstufung
im unteren Bereich dieser Bandbreiten aus
zugehen.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich
bei der Berechnung des
Validen
einkommens
auf die Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik (Lohn für medizinische und soziale Tätigkeiten, Anforderungsniveau 2, Ver
richtung selbständiger und qualifizierter Arbeiten) und setzte
dieses
auf
rund
Fr. 84‘11
1
.
--
fest (Urk. 7/68 S. 1)
, was im Rahmen des Ermessens nicht zu be
an
standen ist
.
5.3
Das von der Beschwerdeführerin mit ihrem 50 %-Pensum am Kantonsspital
Y._
erzielte Einkommen kann nicht als Invalideneinkommen herange
zogen werden, da sie damit die
ihr zumutbare
Erwerbsfähigkeit
pensumsmässig
nicht ausschöpft. Die ausgeübte Tätigkeit als Study Nurse ist jedoch eine an
gepasste Tätigkeit, soweit sie sechs Stunden am Tag nicht übersteigt: Sie erfüllt das Profil „wechselbelastend leicht bis mittelschwer“, da es sich dabei in der Regel um eine administrative Tätigkeit ohne körperlich schwere Arbeit am Patienten
handelt. Das ermittelte
Valideneinkommen
umfasst Anstellungen als Study Nurse. Damit errechnen sich das Validen- und das hypothetische
Invali
den
einkommen
auf gleicher lohnmässiger Grundlage, womit der
Invaliditäts
grad
mittels Prozentvergleich bestimmt werden kann. Die Anwendung dieser Methode ist vorliegend insbesondere deshalb möglich, da keine weiteren aner
kannten Faktoren erkennbar sind, welche der Beschwerdeführerin die Ver
wer
tung der Restarbeitsfähigkeit erschweren würden. So ist der erhöhte
Pausen
bedarf
bereits im Pensum berücksichtigt und weitere einschränkende Faktoren für eine Tätigkeit als Study Nurse sind nicht erkennbar. Das ohne Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist mit 100 % zu bewerten, wäh
rend das hypothetische Invalideneinkommen mit 73 % zu veranschlagen ist. Daraus ergibt sich eine Differenz von 27 %, welche dem Invaliditätsgrad ent
spricht. Ein Anspruch auf eine Invalidenrente ist folglich nicht gegeben, wes
halb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind der Beschwerde
führ
erin aufzuerlegen.