Decision ID: e4e5db3b-c470-4061-958e-65bb8156c0c7
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 195
9
,
bezieht wegen Kniebeschwerden zufolge einer Distorsion im Jahr 2002 eine 17%ige Rente von der
Schweizeri
sche
n
Unfallver
sicherungsanstalt
(nachfol
gend: Suva;
Urk.
9/39/4). Er
war
in einem
Teilzeit
p
ensum
als
Sortierer
bei der
Y._
ebenfalls
obli
ga
torisch bei der
Suva
gegen die Folgen von Unfällen ver
sichert, als er am
24. November 2011
auf seinem Motorrad
roller (
Vespa
)
mit einem
entgegen
kommenden
, nach links abbiegenden
Personen
wagen
kolli
dierte
und sich ver
schieden
e
Ver
letzungen zuzog
(Urk.
9/1/1, Urk. 9/17/5-6
, 9/21
). Bei der glei
chentags durch
geführten ambu
lanten Erst
ver
sorgung im Spital
Z._
wurde
n
die Diagnose
n
einer
Rissquetschwunde am rechten
Oberlid
, einer
Na
sen
bein
fraktur
mit
Nasen
schiefstand
nach links bei geradem
Nasenseptum
, einer Dis
torsion de
r
Halswir
belsäule
(HWS) Grad II und
Kontusionen am
thorako
lum
balen
Übergang bei bekannter Diskushernie L4/5, am
tuber
ischiadicum
links, an beiden Händen
sowi
e
am rechten Unterschenkel
gestellt
(
Kurzbericht vom 24. November 2009,
Urk.
9/21
).
Die Suva
erbrachte
die gesetzlichen Leistun
gen (Heilbehand
lung, Tag
geld).
1.2
Anlässlich der kreisär
ztlichen Untersuchung durch Dr.
med. A._
, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie,
am 26. April 2010
klagte der Versicherte
gemäss dem Bericht gleichen Datums
über
Be
schwerden
im
Nacken mit Aus
strahlung in die Hände,
i
m Rücken und
i
m linken Knie
und
nunmehr auch über Schmerzen
i
n der linken Schulter und an der Aussenseite des Ellbo
gens seit zwei Monaten
(Urk. 9/
39
/2), welche Dr.
A._
als nich
t unfallkausal be
urteilte (Urk.
9/
39
/
4
).
Am 7.
April 2011 wurde eine Sono
graphie der Schul
tern durch
ge
führt, welche beid
seits eine
transmurale
Ruptur der
Supraspi
natussehne
und eine Ruptur der lan
gen
Biceps
sehne
, rechtsbetont,
zeigte
(Urk.
9/78).
Mit Schrei
ben vom
28.
Feb
ruar 2012 überwies der Hausarz
t des Versicherten
, Dr. med. B._
, Facharzt für Allge
meine Medizin, diesen an die
C._
zur Be
hand
lung der an
dauern
den beidseitigen
Schul
terbeschwerden
(
Urk.
9/74)
, wo er am
30. April 2012 in der Schulter-/
Ellbo
gensprechstunde
untersucht
(
Bericht vom 10.
Mai 2012, Urk. 9/83) und ein
e
Arthro-Magnet
reso
nanztomographie
(MRT) durch
ge
führt wurde
(
Be
richt vom 19.
Juni 2012,
Urk. 9/8
5-8
6).
1.3
In der Stellungnahme vom 17. September 2012
bestätigte
der Kreisarzt
Dr.
med. D._
, Facharzt für Chirurgie
,
dass die
Schulterbeschwerden des Ver
sicher
ten keine Unfallfolgen, sondern degenerative Veränd
erungen darstellen würden (Urk.
9/101). Mit
Schreiben vom 3. Oktober 2012
teilte die Suva dem Ver
sicher
ten
mit, dass
man
gels eines natürlichen Kau
sal
zusammenhanges zwischen den
Nacken- und Kopfbeschwerden, an den beiden Händen und den beid
seitigen Schulterbeschwerden einerseits und dem Unfall vom 24. November 2009 ande
rerseits keine Leistungspflicht
bestehe
(Urk.
9
/104
).
Am
22. Februar 2013 wurde
der Versicherte
an der
linken Schulter
in der C._
mittels Arthroskopie operiert (
Urk.
9/111-112).
1.4
Am 11
.
September 2013
erstellte
Dr.
med. E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
im Auftrag des Versicherten ein Gutachten
zur Frage des
natürliche
n
Kausalzusammenhang
es
de
r
Schulterbeschwerden zum Unfallereignis vom
24.
November 2009
und kam zum Schluss, dieser sei zu bejahen
(Urk.
9/116
/15
18
).
Im Bericht vom
1.
November 2013
nahm die Kreisärztin Dr.
med. F._
, Fachärztin für Chirurgie, zu dieser Frage Stellung und
ver
neinte die
Unfall
kausalität
(
Urk.
9/124).
Gestützt hierauf verneinte die Suva mit
Verfügung vom 26.
November 2013 eine Leistungspflicht in Bezug auf die beidseitigen
Schulter
beschwerden
(
Urk.
9/128). Dagegen erhob der Ve
rsicherte mit Schreiben vom 19.
Dezember 2013 Einsprache (
Urk.
9/129), welche die
Suva mit
Einsprache
ent
scheid
vom 1
2.
Februar 2014 abwies (
Urk.
9/132).
2.
Mit
Eingabe vom
17. März 2014 (Urk. 1) erhob der Versicherte gegen den
Ein
spracheentscheid
vom 1
2.
Februar 2014
Be
schwerde und beantragte,
dieser sei
aufzuheben und
die Akten seien an die Beschwerdegegnerin zurückzu
wei
sen, damit diese die eingestellten Taggel
dleistungen wieder aufnehme und
nach den sich aufdrängenden Abklärungen einen Rentenentscheid fälle
sowie
eine
Inte
gri
täts
entschädigung
ausrichte (Urk. 1
S. 2
).
In prozessualer Hinsicht stellte er zudem den Antrag,
die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm die Kosten für das orthopädische Gutachten von Dr.
E._
im Betrag von Fr. 3‘000.--
zu vergüten (Urk. 1 S. 7).
Die Be
schwerdegeg
nerin schloss in der
Beschwerde
ant
wort
vom
16. Mai 2014
auf Abwei
sung der Be
schwerde (Urk.
8
S.
2
).
Im zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Anträ
gen fest (Replik vom 1
8.
Juni 2014, Urk. 12 S. 2
und S. 4 f.
; Duplik vom 22. August 2014, Urk.
16 S. 2).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
so
weit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Ver
siche
rungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Für die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt das UVG das Vor
liegen eines Unfalls (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts, ATSG) oder einer unfallähnlichen Körperschädigung (Art. 6 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfall
ver
siche
rung, UVV) voraus. Ausserdem muss zwischen dem Unfallereignis und dem ein
ge
tretenen Schaden ein natür
licher und ein adäquater Kausal
zusam
menhang be
stehen.
1.2
1.2.1
Als natürlich
kausale
Ursachen für einen gesundheitlichen Schaden
gelten alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise be
ziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Dabei genügt es, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedin
gungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Wor
ten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heit
lichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Ge
richt im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im
Sozial
versiche
rungsrecht
übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammen
hangs genügt für die Be
grün
dung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
Eine allfällige hinsichtlich des natürlichen Kausalzusammenhangs bestehende
Be
weis
losigkeit
wirkt sich zum Nachteil des Versicherten aus, da dieser aus dem unbe
wiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten
wollte
(
RKUV 1994 Nr. U
206 S. 328 E. 3b
;
Urteil
des Bundesgerichts
8C_560/2007
vom 1
7.
März 2008
E. 1).
1.2.2
Die
Argumentation nach der Formel „
post
hoc ergo
propter
hoc", nach deren Be
deutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall ver
ursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zu
lässig und vermag zum Beweis natürlicher Kausalzusammenhänge nic
ht zu
ge
nügen (BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
., Urteil des Bundesgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1).
1.
3
Als adäquate Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis nach der Rechtsprechung zu gelten,
wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allge
meinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des ein
ge
tretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereig
nis
allgemein als begünstigt erscheint (
BGE 129 V 177 E. 3.2,
40
2 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen orga
nischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausali
tät weit
gehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2
.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf den Standpunkt, gestützt auf die Beurteilung de
r Kreisärztin
Dr.
F._
, welche im Einklang mit den kreisärztlichen Einschätzungen von
Dr.
A._
und Dr
.
D._
stünden,
sei davon auszugehen, dass
die Schulterbeschwerden des Be
schwerdeführers
keine Unfallfolgen
darstellen würden, zumal weder im Bericht des Spitals
Z._
vom 2
4.
November 2009 noch im Arztzeugnis
von Dr.
B._
vom 24.
Januar 2010 eine Beteiligung der Schultern erwähnt sei. Daran vermöge das Parteigu
tachten von
Dr.
E._
vom 11.
September 2013 nichts zu ändern, da dieser eine rein zeitliche
Kausalattribution
vorgenommen habe, die für nichts beweisbildend sei. Ein natürlicher Kausalzusammenhang habe sich nicht mit dem erforderlichen Beweismass der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit nachweisen lassen.
D
ie blosse Möglichkeit eines Zusammen
han
ges genüge nicht (Urk. 2 S. 4 f.
).
2.2
Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein,
er sei beim Unfall vom 2
4.
Novem
ber 2009 mit
der relativ hohen Geschwindigkeit von
zirka 40 km/h gefahren und habe nicht mehr bremsen können, als die Lenkerin des entgegenkom
men
den Wagens plötzlich nach links auf die andere Strassenseite ausge
schwenkt sei, so dass er auf die Seite des Personenwagens geprallt sei. Er sei über das Auto hinaus auf die Strasse geschleudert worden, wo er mit den Hän
den voraus aufgeprallt sei und sich multip
le Verletzungen zugezogen habe.
D
ie
Sehnen
ruptur
sei
beim heftigen Aufprall am Boden geschehen, als er versucht habe, den Sturz mit den beiden Händen aufzuhalten. Hierauf würden seine
Hand
ver
stauchung
und die inter
mittierenden
Parästhesien
in beiden Armen hin
deu
ten.
Entgegen der Annahme von
Dr.
F._
sei somit kein direktes
,
sondern ein indirektes
Anpralltrauma
erfolgt. Ein solcher Aufprallmechanismus sei
,
wie
Dr.
F._
selber darstelle, kausal für die Ruptur der beiden
Rotatorenman
schetten
.
In den ersten Fest
stellungen der Sehnenrupturen sei die Rede von alten Rupturen gewesen; sie könnten somit sehr wohl 18 Monate alt gewesen sein. In den Akten finde sich kein Hin
weis auf degenerative Erscheinungen im Schulterbereich. Der Befund und die noch be
stehenden erheblichen Be
schwer
den würden im Gutachten von Dr.
E._
sehr übersichtlich dargestellt.
Ent
ge
gen der Ansicht der Kreisärztin habe
Dr.
E._
den Befund beur
teilt und festgestellt, dass beide Gelenke beim Sturz
direkt betroffen gewesen seien.
Seine Schulterbeschwerden seien spä
testens nach dem Untersuc
h durch Dr.
A._
zirka 5
Monate nach dem Unfall doku
mentiert worden, als die Un
fallfolgen noch nicht ausgeheilt gewesen seien
und er immer noch starke Medikamente habe einnehmen müssen.
Seine Wahr
nehmung der
Schulter
be
schwerden
habe eingesetzt, nach
dem die übrigen Beschwerden nachgelassen hätten.
Aufgrund der vielen Verletzungen am gan
zen Körper seien die Schmer
zen anfangs nicht leicht lokalis
ierbar gewesen. Alle Ärzte
hätten in erster Linie nach Schädi
gungen im Wirbelsäulenbereich ge
sucht.
Es
habe sich niemand die Mühe genommen, die Schulterschmerzen abzu
klären, obschon sie in der Folge überall in den Akten aufg
etaucht seien, bis der Haus
arzt
Dr.
B._
im Frühling 2011 eine Abklärung veranlasst habe, die eine beid
seitige Sehnenruptur be
stä
tigt habe. Auch sei er erst nach zwei Jahren nach dem Unfallverlauf be
fragt worden. Dr.
A._
hätte auch die Schulter unter
suchen
und min
destens ein bildgebendes Dokument erstellen
müssen
, und die Suva hätte die Frage der Kausalität bereits im Früh
jahr 2010 abklären müssen. Es könne nicht angehen, dass ihm dies
an
gelastet werde
und er für die Unter
lassung der
Beschwerde
gegnerin
einen hohen Preis bezahlen müsse
.
Zudem sei die Stellungnahme von
Dr.
D._
nicht sehr ausführlich und nicht überzeugend aus
gefallen, zumal es den von diesem erwähnten orthopädischen Bericht vom 1
5.
Juni 2012 nicht gebe.
Dr.
F._
sei unzutreffend von einem direkten Anpralltrauma ausge
gan
gen.
Im Übrigen habe er vor dem Unfall nie
Schulterbeschwerden gehabt und die Unfallkausalität
sei durch das Gutachten von Dr.
E._
bestätigt
worden
(Urk. 1
S.
2 ff., Urk.
12 S. 2 ff.
).
2.3
Strittig zu prüfen ist allein, ob
zwischen den beidseitigen Schulterbeschwerden und dem Unfall vom 2
4.
November 2009 ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht und die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht
diesbezüglich
zu
Unr
echt verneinte.
Da die Beschwerdegegnerin die Leistungspflicht für die Schulterbeschwerden von Anfang an ablehnte,
liegt die Beweislast für den Kausalzusammenhang
insofern beim Beschwerdeführer, als
sich e
ine
allfällig
e
Beweislosigkeit
zu
sei
nem
Nachteil auswirken
würde
(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b).
3.
3.1
3.1.1
D
ie Parteien gehen beide zutreffend davon aus, dass nach dem Unfall vom 24. No
vember 2009 Schulterbeschwerden erstmals im kreisärztlichen Bericht von Dr.
A._
vom 2
6.
April 2010
(
Urk.
9/39/2)
, mithin rund fünf Monate nach dem Unfallereignis dokumentiert
wurden und zuvor in keinem Bericht Erwähnung fanden
.
Zu betonen ist
zudem
, dass
der Beschwerdeführer anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 22. April 2010 ausschliesslich über Schmer
zen in der linken Schulter und an der Aussen
seite des Ellbogens, vor allem bei kräftigem Zupacken, klagte
(Urk. 9/39/2
).
Dr.
A._
unter
suchte
entsprechend
die
linke
Schulter
klinisch
und stellte als Befund eine
Druck
dolenz
über dem
Coracoid
, eine freie Schulterfunktion, ein schmerzhafter Bogen zwi
schen 80
°
und 120° sowie ab 150°, keine wesentliche Kraftminderung,
Impin
gementzeichen
nach Neer negativ, nach Hawkins positiv sowie Nacken- und Schürzengriff symmetrisch
fest (
Urk.
9/39/3).
Dr.
A._
beurteilte diese Be
schwer
den an der linken Schulter und am linken Ellbogen angesichts der gros
sen Latenz zum Unfallgeschehen
als unfallfremd
und stellte überdies fest, dass sie nicht derart im Vordergrund stünden, dass sie nach einer Be
hand
lung verlangen würden
.
Die darüber hinaus
ge
klagten
inter
mittierenden
Parästhesien
in beiden Armen, die sei
t dem Sturz vom 24.
Novem
ber 2009 auf
ge
treten
seien
,
erachtete
Dr.
A._
als wahr
schein
lich lagerungsbedingt und empfahl eine neurologische Unter
suchung, falls sie weiter
hin stören sollten
(
Urk.
9/39/4)
.
Die neurologis
che Abklärung durch
Dr.
med. G._
, Facharzt für Neurologie, vom 1
8.
Juli 2012 ergab keine Befunde, insbesondere habe neuro
physiologisch ein Karpaltunnelsyndrom ausgeschlossen werden können
(Urk.
9/100/3).
Auch
anlässlich der
Wirbelsäulensprechstunde vom 21. Mai
2010
hatte der Beschwerdeführer gemäss dem Bericht der
C._
vom 19.
März 2012
über Schmerzen
allein
an der linken Schulter
geklagt
.
Bezüglich der rechten Seite wurden keine Beschwerden aufgeführt
(
Urk.
9/76/2).
3.1.2
Beschwerden an der rechten Schulter
wurden
erstmals im
Bericht der ADUS-Radio
logie vom 2
8.
März 2011
erwähnt
, wonach Schulterschmerzen rechts und konventionell radiologisch Zeichen einer leichten AC-Gelenks- beziehungsweise Om
arthrose rechts bestanden
(Urk.
9/79).
D
r.
B._
hielt im Bericht
vom 28.
Februar 2012
zudem
fest, zu Be
ginn hätten die Nackenschmerzen im Vor
dergrund ge
standen, die sich zwischen
zeitlich
chronifiziert
hätten. Zu
nehmend seien auch Schulterschmerzen, zuerst rechts, jetzt beidseitig aufge
treten. Die Sonographie
(vom
7.
April 2011, Urk. 9/78)
habe eine Rup
tur der
Supra
spi
natus
sehne
rechts ergeben. Die Beweglichkeit sei erhalten, jedoch schmerz
haft
(Urk. 9/74)
.
Beschwerden an der rechten Schulter
sind
somit frühestens
mehr als
ein Jahr nach dem Unfallereignis
vom No
vember 2009
ausgewiesen
, wobei
aufgrund der Berichte von
Dr.
A._
(
Urk.
9/39/2-4
)
und der
C._
zur Sprech
stunde vom 2
1.
Mai 2010
(
Urk.
9/76/2
) e
ntgegen der Darstellung von Dr.
B._
nicht davon auszugehen ist
, dass die Schulterschmerzen zuerst rechts
und danach beidseitig
aufgetreten sind.
3.1
.3
Ebenfalls im Bericht vom 2
8.
Februar 2012 erstmals
führte
Dr.
B._
aus
, dass be
im Sturz mit dem Roller vom 24.
November 2009 eine Kontusion der rechten Schulter eingetreten sei
(Urk.
9/74).
Eine solche
unfallbedingte
Kontusion an der rechten Schulter
und überhaupt eine Verletzung an den Schultern
war
aller
dings
nach dem Unfall
weder
im Bericht des Spitals
Z._
zur Erstversorgung vom
24. November 2009 (Urk. 9/21
)
noch
im
Bericht
vom 24. Januar 2010
von Dr.
B._
, der den Beschwerdeführer einen Tag nach dem Unfall
am 25.
No
vember 2009 behandelt hat
(
Urk. 9/22/1), oder in einem anderen Bericht
er
wähnt worden.
Im Spital
Z._
wurden
lediglich die Diag
nosen einer
Riss
quetsch
wunde
am rechten
Oberlid
, einer
Na
sen
beinfraktur
mit
Nasen
schief
stand
nach links bei geradem
Nasenseptum
, einer Dis
torsion der
Hals
wirbelsäule
(HWS) Grad II und Kontusionen am
thorako
lumbalen
Übergang bei bekannter Diskushernie L4/5, am
tuber
ischiadicum
links (Sitzknochen), an beiden Händen sowie am rechten Unterschenkel gestellt
.
Es bestand keine Indi
kation zur
w
e
i
teren
Unter
suchung der Schultern und entsprechend wurde
- mit Ausnahme der allge
meinen Bemerkung, dass alle Extremitäten in den Gelenken frei beweglich
seien - weder zur linken noch zur rech
ten Schulter
ein
Befund festgehalten
(Kurz
bericht vom 24. No
vember 2009, Urk. 9/21
).
Auch
Dr.
B._
hatte
in seinem
früheren
Bericht
vom
24. Januar 2010
lediglich
eine
Riss
quetsch
wunde
am rechten
Oberlid
,
eine
Nasenbein
fraktur
,
eine
HWS
Dis
tor
sion und Kontusionen
thorakolumbal
, an beiden Händen, am linken Ge
säss sowie am rechten Unterschenkel
aufgeführt
.
Beschwerden oder Befunde an den Schul
tern
hatte er nicht festgestellt
(
Urk.
9/22/1).
I
n den von Dr.
B._
ausgefüllten Ver
ordn
ungen zur Physiotherapie vom 7.
Dezember 2009
(Urk.
9/18)
,
1. F
ebruar 2010 (
Urk.
9/40) und vom 16. April 2010
(Urk.
9/43)
waren
ebenfalls
lediglich eine HWS-Distorsion und Kontusion des Thorax rechts sowie der Hand rechts
für die
Behandlung erwähnt worden
.
3.
2
Allein schon diese Aktenlage
,
welche keine echtzeitlichen medizinischen Belege für eine Schulterbeteiligung beim Unfall vom 2
4.
November 2009 und e
ine zeit
liche
Diskrepanz der
Schulterbe
schwerden
links zum Unfallereignis von meh
re
ren Wochen
sowie
eine weitere sehr grosse zeitliche Diskrepanz zu den
Schul
terbeschwerden
rechts von mehr als
einem Jahr
aufweist,
lässt
erhebliche
Zweifel daran aufkommen, dass beim Unfall vom 24. November 2009 die Schul
tern
, vor allem auch die rechte Schulter
,
verletzt wurden.
Vor diesem Hintergrund führte
Kreisarzt Dr.
D._
in seiner Stellungnahme vom 1
8.
Juli 2012
nachvollziehbar aus
, dass
(unfallbedingte)
Verletzungen an den Schulter
n
nicht dokumentiert seien und es sich bei den
Schulter
be
schwer
den
- wie schon von
Dr.
A._
im Bericht vom 22.
April 2010 festgehal
ten - nicht um Unfallfolgen handle, auch nich
t an der rechten Schulter
(Urk. 9/93)
. Entgegen der Ansicht des Be
schwerdeführers ist
in diesem Zusam
menhang
auch
nachvollziehbar, dass Dr.
D._
aufgrund der in der
C._
vorge
nommenen
bildgebenden Unter
suchungen
auf dege
nerative Ver
än
derun
gen schloss (
Urk.
9/93).
Denn gemäss dem Be
richt
der
C._
vom
3
0.
April 2012 wurden bei der Fragestellung nach dege
nerativen Ver
än
derungen
in der Radio
logie
an der rechten Schulter
initiale
Om
arthro
se
zeichen
mit geringen
osteo
phytären
Rand
kanten
anbauten
an der
inferioren
Hume
rus
kopfkalotte
und am inferioren
Glenoid
, ein verminderter
Subakro
mialraum
mit einer
akromio
hume
ralen
Distanz
(ACHD)
von 8,2
mm,
eine
leichte
Acromio-Clavikular
-(
AC
)-Ge
lenksarthrose sowie an der linken Schulter initiale
Arthrose
zeichen
mit
osteo
phytären
Randkanten
anbauten
am inferioren
Glenoid
und an der in
ferioren
Humeruskopfkalotte
,
einem
nach kaudal abfallende
n
Acromion
,
einem
ver
minderte
n
Subakromial
raum
mit einer
akromiohumeralen
Distanz
(ACHD) von 8
mm und einer
leichte
n
AC-Gelenksarthrose
dargestellt (Urk.
9/85).
Das
Arthro
-MRT ergab g
emäss dem Bericht der
C._
vom 19.
Juni 2012
zudem
rechts eine
trans
murale
Supraspintussehnen
ruptur
mit
Re
traktion bis auf die Mitte des
Humeruskopfes
, eine starke Ausdünnung der
Sub
sca
pularis
sehne
und einer intra
arti
kulär
rupturierten
Bi
ceps
sehne
mit verklebter
Sulcus
bicipitalis
sowie links
eine
transmurale
Ruptur der
Supra
spi
natus
sehne
im ventralen Gebiet mit ebenfalls Oberflächenruptur der
Subsca
pularisseh
n
e
und der
Bicepssehne
(Urk. 9/
86
/2
).
Diese Befunde
schliessen
dege
nera
tive Ursachen
nicht aus
.
Eindeutige Hinweise auf traumatische Läsionen bestehen keine.
H
i
erzu
überzeugt insbesondere auch die Begründung von Dr.
D._
, dass das Auftreten von beidseitigen
Rotatorenmanschettenrupturen
und das Alter des Beschwerdeführers von
damals bereits über 50 Jahre für da
s
Vorliegen von kon
stitutionell-degenerative
n
Veränderungen
sprechen
(Urk. 9/93)
. Dies
gilt
umso mehr, als die Beschwerden an den Schulter
gelen
ken zeitlich ver
zögert auftraten
und unmittelbar nach dem Unfall keinerlei Hinweise auf
Schul
terbeschwerden
respektive -verletzungen gegeben waren
.
3.3
3.3
.1
Zu keiner anderen
Betrachtungsweise führt das vom Beschwerdeführer in Auf
trag gegebene Gutachten von
Dr.
E._
vom
1
1.
September 2013 (
Urk.
9/116).
Dr.
E._
ging davon aus, dass der Besch
werdeführer beim Unfall vom 24.
November 2009 mit seinem Roller auf die rechte Seite und dabei insbe
son
dere auf die rechte Schulter gestürzt sei
. Wegen Rückenbeschwerden und Schmerzen im ganzen Körper habe er ab dem 1
8.
Dezember 2009 ambulante Physiotherapien absolviert u
nd
sei insgesamt während drei bis vier Monaten regelmässig auf Analgetika angewiesen gewesen. Diese Analgetika hätten in der
Folge reduziert wer
den können und der Beschwerdeführer habe ab dem 8. Feb
ruar
2010 seine Arbeit wieder zu 50
% aufgen
ommen. Seither seien
belastungs
abhängige
und nächtliche rechtsbetonte Schmerzen in den Schul
tergelenken beidseits aufge
tre
ten.
Der Hausarzt habe daher weiterhin zweimal pro Woche physio
thera
peu
tische Massnahmen und schlussendlich wegen fehlenden Er
fol
ges und Zu
nahme der Beschwerden Akkupunktur verordnet. Da die
Schulter
be
schwerden
per
sis
tiert hätten, sei am 7.
April 2011 eine
sono
graphische
Ab
klä
rung der Schulter
gelenke beidseits erfolgt.
Das rechte Gelenk sei beim Unfall zwar direkt betroffen worden, jedoch habe er erst nach Reduk
tion der Analge
tika und nach Be
lastung des rechten Armes entsprechende Schmer
zen in der rechten Schulter verspürt. Dies sei dur
chaus glaubhaft und verständlich, zumal auch die - laut Schilderung des Be
schwerdeführers - erheblichen primären Schmerzen den ganzen Körper be
trof
fen hätten und im Vordergrund gestanden hätten.
Die Sonographie 16 Monate nach dem Unfall
habe
eine grosse Ruptur der
Supra
spinatussehne
rechts mit Re
traktion
gezeigt
. 28 Monate nach dem Unfall habe die
Supraspinatussehne
rechts bereits eine Retraktion bis auf Mitte des
Hu
merus
kopfes
im Sinne von Patte II mit leichter Muskelatrophie gezeigt. Diese Befunde würden mit dem zurück
liegenden Unfalldatum korrelieren.
Beim Sturz am 2
4
.
November 2009 auf die rechte Körperseite seien offensichtlich auch linksseitige anatomische Struk
turen betroffen worden, indem danach Schmer
zen am ganzen Körper be
standen hätten. Wie erwähnt hätten diese nach dem
Un
fallereignis
zunächst weit im Vordergrund
gestanden
und erst nach Reduktion der Analgetika sowie nach Be
lastung des linken Armes hätten sich die linksseitigen Schulterschmerzen
gezeigt.
Die
sonographische
Abklärung 16
Monate nach dem Unfall habe eine kleinere ältere
transmurale
Ruptur der
Supraspinatussehne
gezeigt. 28 Mo
nate nach dem Ereignis habe diese un
verän
dert und ohne Retraktion im
Arthro
-MRT abgebildet werden können. Wenn
wie im vorliegenden Fall - nur ein kleiner Teil der Sehne betroffen sei, so könne die Retraktion der Sehne und der Muskel
atrophie auch bei weit zurück
liegen
dem Ereignis fehlen. Auch diese Be
funde an der linken Schulter würden mit de
m Vorkommnis vom 24
. No
vem
ber 2009 korrelieren.
Zusammenfassend sei festzuhalten, dass die von der Schultersprechstunde
C._
gemäss den Berichten vom 1
0.
Mai und 19. Juni 2012 festgestellten
Schulterbeschwer
den
mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit auf den Unfall vom 2
3.
November 2009 zurückzuführen seien (
Urk.
9/116/1
6
-18).
3.3.2
Die Ausführungen von Dr.
E._
überzeugen
, insbesondere
angesichts der hier
vor dar
gestellten Aktenlage
,
nicht.
Denn d
ie Begründung seiner Schluss
fol
gerung, es sei von eine
m
natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom
2
4.
November 2009
und den Schulterbeschwerden
auszugehen,
beschränkt sich
im Wesentlichen
auf die Feststellung, dass die Verzögerung der spe
zifi
schen Schmerzwahrnehmung an beiden Schultern aufgrund d
er
anfäng
li
chen
Be
schwer
den am ganzen Körper
und
der
Einnahme der Analgetika
glaub
haft und verständlich sei
.
Dies erklärt indes nicht
, weshalb
auch nicht
anlässlich der umfassenden Unter
suchung
un
mittelbar nach dem Unfalltag, mithin vor Einnahme der Analgetika,
gemäss dem Bericht des Spitals
Z._
vom 2
4.
November 2009
und unstrittig
weder Schmer
zen noch Befunde wie Bewegungseinschränkungen oder Kontu
si
onen an den Schultern angegeben und festgestellt wurden, wäh
rend an den an
deren Körperteilen eine solche genaue Lokalisation durchaus mög
lich war.
Bei
einer unfallbedingten Ruptur einer Sehne an einem
oder beiden
Schulter
ge
lenke
ist
jedoch davon auszugehen
, dass
der
Betroffene
eine Be
einträchtigung
im Be
reich der Schultern
, dabei vor allem eine Schwäche und Kraftlosigkeit bzw. einen D
r
op-Arm
zumindest anfangs deutlich
wahrnimmt
, wie es die Kreisärztin
Dr.
F._
im Bericht vom 1. November 2013 mit Verweis auf die medi
zinische Literatur zum
Beschwerde
n
verlauf
nach unfallbedingter Ruptur der
Rotatoren
manschette
festge
halten
hat
(
Urk.
9/124/6).
In
Bezug auf die Zeit ab Februar 2010, als der Beschwerdeführer seine Erwerbs
tä
tigkeit wieder im Pensum von
50
%
aufgenommen hatte
(
Urk.
9/39/2),
ging Dr.
E._
zudem aktenwidrig davon aus, dass der Hausarzt
Dr.
B._
weiter
hin physiotherapeutische Mass
nah
men und schliesslich Akkupunktur
wegen der beidseitigen Schulterbeschwerden
verordnet habe
(
Urk.
9/116/16)
.
In den von Dr.
B._
ausgefüllten Ver
ordnungen zur Physiotherapie vom 7. De
zember 2009 (Urk. 9/18), 1. Februar 2010 (
Urk.
9/40) und vom 16. April 2010 (Urk. 9/43) waren vielmehr - wie erwähnt - lediglich eine HWS-Distorsion und
eine
Kontusion des Thorax rechts sowie der Hand rechts
für die Behandlung
ge
nannt
worden.
A
uch
die Akkupunkturbehand
lungen
wurden laut dem Beschwerde
führer im Protokoll vom 2
5.
April 2012
nicht zur Be
hand
lung der
Schulterbe
schwerden
, sondern gegen die Nacken- und Kopfschmerzen
durch
geführt (Urk.
9/80/2)
.
Nicht ausgewiesen ist auch, dass ab Februar 2010 zuerst im Bereich der rechten Schulter oder beid
seits, aber rechtsbetont, Beschwerden auftraten.
Wie bereits ausgeführt
(E. 3.1.2)
,
ist
aufgrund der Berichte von
Dr.
A._
vom 26. April 2010 (Urk.
9/39/2-4) und der
C._
zur Sprechstunde vom 21.
Mai 2010 (
Urk.
9/76/2)
davon auszugehen, dass zuerst an der linken Schul
ter
und erst Wochen oder Monate später
Beschwerden
an der rechten Schulter
auf
traten.
Denn es ist unwahrscheinlich, dass bei zwei voneinander un
ab
hän
gigen Unter
suchungen Beschwerden an der rechten Schulter nicht aufgeführt worden wären, wenn diese schon damals
(im April/Mai 2010)
be
standen hätten.
Sodann ist auch
die weitere
Feststellung
von Dr.
E._
,
dass
die Ent
wick
lungen der Sehnenrupturen
und
insbesondere der Sehnenretraktion rechts mit dem Unfalldatum korrelieren
würden
,
nicht
dazu geeignet, das Unfallereignis vom 24. November 2009
überzeugend
als Ursache für die beidseitigen
Sehnen
rupturen
darzustellen
.
Dr.
E._
lag
die Sono
graphie
nicht vor, sondern ledig
lich der Bericht vom 7. April 2011
(Urk.
9/
78
) hierzu
(Urk.
9/116/1, Urk. 9/116/18-19)
.
Aus dem
Bericht
geht indes
nicht hervor, wie weit die rechte Sehne
damals
bereits
retrahiert
war, weshalb daraus
- wenn überhaupt -
auch nicht
schlüssig
abgeleitet werden konnte, dass
die weitere Re
traktion
bis zum
Zeitpunkt des
Artro
-MRT rund ein Jahr später
bis zur Mitte des
Humeruskopfes
mit dem Unfallereignis vom 24. November 2009 korreliert habe.
Es fehlt
insbe
sondere
an einer
nachvollziehbaren
Begründung, inwiefern und weshalb eine Korrelation zwischen dem Unfallereignis und den Befunden 16 und 28 Monate
nach dem Unfall
bestand
en haben soll, welche nicht genauso gut zwischen
den Befunden und
fortschreitenden degenerativen Pro
zessen
hätte
bestehen
könne
n
.
Zudem wurde
im
Sonogra
ph
iebericht
vom 7. April 2011 (Urk. 9/78) die
Sehnen
ruptur
links
als ältere
transmurale
Ruptur bezeichnet, was eher darauf schlies
sen lässt, dass sie - entsprechend dem Auftauchen der Beschwerden
(zuerst links und dann rechts)
- vor der rechten Ruptur
entstanden war, was
wiederum
eher auf eine degenerative Ursache hinweist.
3.3.3
Auf das Gutachten von
Dr.
E._
vom 11. September 2013 (
Urk.
9/116) kann zur Frage der Kausalität der beidseitigen Schulterbeschwerden damit entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht abgestellt werden.
3.
4
3.4.1
Schliesslich kann der Beschwerdeführer auch aus dem Unfall
hergang
nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Den Unfall
beschrieb der Beschwerde
führer gemäss dem
Polizei
protokoll
vom 20. Dezember 2009 am Unfallort im Wesentlichen folgen
dermassen: Er sei mit seinem Roller mit einer Geschwindig
keit von zirka 40 km/h gefahren, als ein aus der Gegenrichtung kommender Personenwagen unmittelbar vor ihm (in Fahrtrichtung des Personenwagens) nach links abgebogen sei. Er habe eine Voll
bremsung eingeleitet und gleich
zeitig auszuweichen ver
sucht. Dennoch sei er mit der rechten Seite des Perso
nen
wagens kollidiert und zu Fall gekommen. Weil er einen sogenannten
Jethelm
getragen habe, habe er sich unter anderem eine blutende
Gesichts
ver
letzung
zugezogen (
Urk.
9/17/7-8). Dem Skizzenblatt des Polizeiprotokolls vom Unfallhergang ist zudem zu ent
nehmen, dass der Beschwerdeführer nach links auszuweichen versucht habe, eine Kollision jedoch nicht mehr habe ver
hin
dern können, den Personenwagen auf der rechten Seite gestreift habe und in der Folge zu Boden gestürzt sei. An beiden Fahrzeugen sei Sachschaden ent
stan
den (Urk. 9/17/13).
Beim Personenwagen habe es sich um einen Opel D, Vectra B25 CVAN (Karosserie: Stationswagen), gehandelt, der am rechten Kotflügel und an der Beifahrertür sowie am Radkasten hinten rechts beschädigt gewesen sei (Urk. 9/17/4). Der Roller (
Piaggio
I, VNX1
Vespa
P125X) sei vorne und hinten rechts beschädigt gewesen (
Urk.
9/17/5-6).
Gemäss dem Bericht des S
pitals
Z._
vom 24. November 2009 be
rich
tete der Beschwerdeführer, dass er mit dem Roller nicht mehr genügend habe bremsen können, als ein Auto vor ihm nach rechts abgebogen sei. Er sei mit zirka 40 km/h in die Seite des Autos geprallt und dabei übers Auto auf den Boden geflogen. Er habe einen Helm getragen und sei nicht bewusstlos ge
we
sen. Nach dem Unfall sei er in den Tankstellenshop gelaufen, wo der Rettungs
dienst informiert worden sei (
Urk.
9/21/1).
Laut dem Bericht vom 24. Januar 2010 von
Dr.
B._
, der den Beschwerde
führer am 25. November 2009 untersucht habe, sei der Beschwerdeführer am 24. November 2009 in ein abbiegendes Auto gefahren, das ihm den Weg ab
ge
schnitten habe. Dabei sei er über das Auto auf die Strasse gestürzt (Urk. 9/22/1).
Anlässlich der Befragung vom 25. April 2012 erklärte der Beschwerdeführer, er könne nicht mehr sagen, wie der Sturz vom 2
4.
November 2009 genau gelaufen sei, obschon es zu keiner Bewusstlosigkeit gekommen sei. Den Helm habe er getragen, dieser sei stark zerkratzt gewesen und habe entsorgt werden müssen. Er wisse lediglich, dass er die rechte Seite des Kopfes auf dem Belag ange
schla
gen habe und die rechte Schulter. An eine sichtbare Prellung der rechten Schulter ver
möge er sich nicht zu erinnern. Die Schulterbeschwerden rechts und
links hätten später eingesetzt. Nacken- und Kopfschmerzen habe er von Beginn weg verspürt (
Urk.
9/80/2).
3.4.2
Diese
Unfallbeschreibungen lassen darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer
am 2
4.
November 2009 bei der Kollision seines Motorradrollers
(
Vespa
)
mit dem vo
r ihm
(in Fahrtrichtung) nach links
abbiegenden Personenwagen,
-
da er nach links auswich
-
nicht f
rontal, sondern
eher
rechtsseitig
mit seinem Roller
auf die rechte Seite des
Personenwagens
auf
prallte
,
zumal der Roller vorne und hinten rechts beschädigt war (
Urk.
9/17/6).
Dabei dürfte
seine ur
sprüngliche Ge
schwin
digkeit von zirka 40 km/h
wegen der Vollbrem
sung
deutlich weniger betragen haben.
Es ist fraglich, ob
der Beschwerdeführer
hierbei tat
sächlich über den Personenwagen geworfen wurde, da dies im Polizeirapport nicht erwähnt wurde
,
es sich beim involvierten
Personenwagen
um ein
en
solche
n
mit einem erhöhten Kofferraum (Stationswagen
, Urk.
9/17/4) handelte
und
dessen Be
schä
digungen vom rechten Kotflügel über die rechte Beifahrertür bis zum hin
teren Radkasten reichten (Urk. 9/9/17)
.
Unabhängig davon kann zumindest als erwiesen angesehen werden
, dass er beim Sturz - sei es direkt vom Roller, sei es über den Per
sonen
wagen - auf die rechte Seite gefallen ist
und angesichts der Be
schädi
gungen am Helm und de
r
Gesichtsverletzungen am rechten Auge
sowie
an der Nase mit Schiefstand nach links und
HWS-Distorsion
(Urk.
9/21/1
) dabei
rechts
seitig
mit dem Kopf aufgeschlagen ist.
E
ntgegen der Ansicht des Be
schwerdeführers
ist
nicht
mit dem mass
geblichen Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erwiesen, dass
die
beid
seiti
gen
Sehnenrupturen an den Schul
tern eingetreten sind, als er ver
sucht habe, den Sturz mit beiden Händen aufzu
halten
(
Urk. 1 S. 3 f.,
Urk.
12 S. 2
f.
)
.
Zwar wurde
n
im Bericht des Spitals
Z._
vom 24. November 2009
Kontusionen an beiden Hän
den diagnostiziert. Den Befunden ist jedoch zu entnehmen, dass lediglich an der linken Hand ein Hämatom und eine Schwel
lung, und zwar
über
den Hand
wurzelknochen mit
Druckdolenz
festgestellt wurden. An der rechten Hand be
fan
den sich weder ein Hämatom noch eine Schwellung, sondern ledig
lich eine starke
Druckdolenz
über dem
Metacarpal
V-Köpfchen, mithin über dem
Mittel
handknochen
oben beim
kleinen Finger
rechts (Urk.
9/21/1
), was ein Abwehren oder
einen
Aufprall mit der rechten Hand voraus nicht nahe legt.
Der Schwer
punkt des Aufpralls lag angesichts der aufgeführten Befunde am Kopf rechts
seitig.
Ein detailliertere
r
Vorgang beim Sturz und insbe
sondere beim Auf
prall lässt sich aufgrund der gegebenen aktenkundigen Um
stände nicht genauer rekapitulieren.
3.4.3
D
ie von der Kreisärztin Dr
.
F._
im Bericht vom 1. November 2013 beschrie
be
nen Unfallmechanismen, welche gemäss der Literatur als geeignet angesehen
und akzeptiert
würden, eine
Rotatorenmanschettenruptur
zu verursachen,
beschränken sich zudem auf solche mit einer dehnenden Kraft
einwirkung auf die Schulterbänder
1.
durch eine passive forcierte Aussen-/Innenrotation bei an
liegen
dem oder abgespreiztem Arm, zum Beispiel bei einem Sturz nach vorne mit
dem Versuch
,
den Fall durch Festhalten abzufangen,
2.
durch eine passive Traktion (
Ziehen
) nach kaudal/ventral oder medial, zum Beispiel ungeplantes Auffangen eines schwer fallenden oder stürzenden Gegen
standes oder Einzug eines Armes in eine laufende Maschine,
3.
durch eine starke Zugbelastung bei Ab
duktion des Armes, zum Beispiel durch das Hineinfallen einer Last in die aus
ge
breiteten Arme oder
4.
durch eine Schulterluxation
.
Dr.
F._
kam zum Schluss,
es sei ein Sturz vom Roller auf die rechte Seite und damit
ein direktes Schulteranpralltrauma dokumentiert
. Eine plötzliche, von aussen auf das
Sehnen
gewebe
ein
wirkende, dehnende Kraft
sei damit
nicht gegeben,
so dass der Unfallmechanismus nicht geeignet sei, eine
Rotatorenmanschettenruptur
zu ver
ursachen (Urk. 9/124/5 f.).
Auch wenn eine Verletzung durch ein Schulteranpralltrauma rechts, namentlich durch ein Hämatom oder initiale Schmerzangaben, nicht ausgewiesen ist, ist m
it Dr.
F._
dennoch
festzuhalten, dass beim Unfall vom 2
4.
November 2009 eine
stark
dehnende Krafteinwirkung entsprechend den genannten
Unfallme
chanismen
1.-
4.
auf die Schulterbänder weder aufgrund des Unfallherganges noch aufgrund der Ver
letzungen überwiegend wahrscheinlich
belegt
ist
.
Die Mög
lichkeit, dass sich hier ein solcher Unfallmechanismus ereignete, genügt nicht.
E
ntgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
(
Urk.
1 S. 3)
läge
im Übrigen
selbst dann
der
1.
Unfallmechanismus mit
(Über-)Deh
nung
der Sehnen
aufgrund einer passiv
en
forcierten Innen- oder
Aussen
rotation
der Arme
(Polizeigriff)
nicht vor
, wenn man von einem Sturz auf beide Hände
ausginge, da hierbei ins
besondere keine passive R
otation stattfinden würde
.
Stauchungen oder Quet
schun
gen der Sehne im Schulterdach, welche durch einen Sturz auf den nach vorne ausgestreckten Arm verursacht werden, werden nicht als geeigneter Unfallmechanismus für eine
Rotatorenmanschettenruptur
angesehen (vgl.
Mehr
hoff
/
Ekkernkamp
/
Wich
, Unfallbegutachtungen, 13. Auflage
,
2012, S. 279 f.).
3.5
3.5.1
Nach dem Gesagten ist der Beweis, dass die beidseitigen Schulterschädigungen überwiegend wahrscheinlich durch das Unfallereignis vom 2
4.
November 2009 verursacht wurden, nicht erbracht.
An diesem Ergebnis ver
mögen
sämtliche weitere
n
Vorbringen des
Beschwerdeführers
nichts zu ändern.
Von weitere
n
Beweismass
nahmen
sind keine anderen
entscheidrelevanten
Erkennt
nisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (
antizipierte
Beweis
wür
digung
; BGE 136 I 229 E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts 8
C_607/2011 vom 16.
März 2012 E.
7.2
). Der Beschwerdeführer hat entsprechend der
Beweis
last
verteilung
bei der beurteilten Frage, ob ein leistungsbegründender natür
licher Kausalzusam
menhang gegeben ist,
somit
die Folgen der Beweislosigkeit zu tra
gen.
3.5.2
M
it der Beschwerdegegnerin
ist
der natürliche Kau
sal
zusammenhang zwischen den beidseitigen Schulterbeschwerden und
dem Unfallereignis vom 24.
Novem
ber 2009
daher
zu verneinen.
Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
4.
Das Verfahren ist kostenlos.
Nach der Rechtsprechung sind unter dem Titel Parteientschädigung die not
wendi
gen Kosten privat eingeholter Gutachten zu vergüten, soweit die
Partei
ex
pertise
für die
Entscheidfindung
unerlässlich war (BGE 115 V 62
E. 5c
; Urteil
des Bundesgerichts
8C_673/2009
vom 2
2.
März 2010
E. 8
.2). Dem Antrag
des Beschwerdeführers
,
die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
ihm
die Kosten für das
orthopädische
Gutachten von Dr.
E._
im Betrag von Fr.
3‘0
00.--
zu vergüten (Urk. 1 S.
7
,
Urk. 12 S. 4 f.,
Urk.
13
), ist ausgangsgemäss nicht zu ent
sprechen. Wie sich aus den Erwägungen ergibt, hat die Beschwerdegegnerin
den Sachverhalt zur Frage der Unfallkausalität
der Schulterbeschwerden
rechts
ge
nüglich
abgeklärt. Es kann insbesondere nicht gesagt werden, das
Privat
gut
achten
sei für die abschlies
sende Beurteilung
des Leistungsanspruches
erfor
der
lich gewesen und die Beschwerdegegnerin habe zufolge man
gelhafter Sachverhaltsabklärung unnötig Kosten verur
sacht.