Decision ID: ffad5799-512f-4925-a6ec-cc8a98badbc2
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die im Jahre 1957 geborene
X._
besuchte in
Z._
die Primar- und Sekundarschule und reiste nach der Hochzeit (1978)
in
die Schweiz ein, wo sie als Mutter und Hausfrau tätig war
(2 Kinder, 1979, 1982;
Urk.
10/6,
Urk.
10/24 S. 8).
Nach der Scheidung im Jahre 1998 war sie mehrheitlich in unterschiedlichen
Teilpensen
als Haushaltshilfe und Pflegerin in
Privathaushal
ten
tätig und kümmert sich um ihre im Mai 2000 geborene Tochter. In den Jahren 2004 bis 2008 weilte sie mit ihrer Tochter in
Z._
und machte eine dreijährige Ausbildung als Orchideenpflegerin. Im Jahre 2009 war sie wie
der in der Schweiz als Haushaltshilfe und Pflegerin tätig, bevor sie von 2010 bis 2012 mit ihrer Tocht
er wieder in
Z._
lebte. Ab Mai 2012 war die Versi
cherte in der Schweiz als Reinigungskraft erwerbstätig, bei einem Pensum von 2.5 Stunden pro Tag, wobei sie die Tätigkeit aufgrund starker Schmerzen am ganzen Körper sowie ausgeprägter Müdigkeit nach kurzer Zeit aufgeben musste (
Urk.
10/28 S. 2 ff.).
In diesem Zusammenhang meldete sich die Versicherte am 9. Oktober 2012 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/6 S. 7).
Im Zuge der Abklärungen veranlasste die IV-Stelle die polydisziplinäre Begutach
tung der Versicherten (
A._
-Gutachten vom 30. Januar 2014,
Urk.
10/24); weiter fand eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt statt (Abklärungsbericht vom 15. April 2014,
Urk.
10/28). Mit Vorbescheid vom 15. April 2014 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
10/31) und hielt an diesem Entscheid mit Verfügung vom 23. Oktober 2014 fest (
Urk.
10/49 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter der Versicherten am 23. November 2014 Be
schwerde und beantragte, es
sei der Beschwerdeführer eine halbe Rente zuzu
sprechen sowie die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen (
Urk.
1).
Unter Hinweis auf die Akten beantragte die Beschwerdegegnerin mit
Beschwerde
antwort
vom 13. Januar 2015 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 9). Mit Verfügung vom 15. Januar 2015 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung gewährt sowie das Doppel der
Beschwerdeant
wort
zugestellt (
Urk.
11). Mit Schreiben vom 1
2.
Mai 2015 reichte der Vertreter der Beschwerdeführerin einen ergänzenden ärztlichen Bericht ein (
Urk.
13 f.).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, so
zialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einan
der gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angef
ochtene Verfügung damit, dass
die psychische Erkrankung mit einer zumutbaren Willensanstrengung über
windbar und damit nicht invalidisierend sei. Im erwerblichen Bereich liege bei einer Gewichtung mit 80
%
keine Einschränkung in der Erwerbsfähigkeit vor, da der Beschwerdeführerin alle leichten bis mittelschweren Tätigkeiten ohne re
petitive Überkopfarbeiten zuzumuten seien. Im Haushalt sei von einer Ein
schränkung von 14
%
auszugehen, was bei einer Gewichtung dieses Bereichs mit 20
%
zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von rund 3
%
führe (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter der Beschwerdeführerin
im Wesentlichen geltend, dass es
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie
(
A._
), bezüglich der rheumatologischen Beschwerden an der Fachkompetenz fehle. Weiter sei es nicht zutreffend, dass psychosoziale Faktoren die psychische Krankheit verursacht hätten. Die Ärzte des
C._
würden aufgrund des depressiven Geschehens von einer 100%igen Ar
beitsunfähigkeit ausgehen. Zudem leide die Beschwerdeführerin an Kopfschmer
zen und Gleichgewichtsstörungen, die bisher nicht abgeklärt worden seien (
Urk.
1).
3.
3.1
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Rheumatologie, diagnost
i
zierte in seinem Bericht vom
5.
März 2013 eine generalisierte
Tendomyopathie
, eine aktivierte Gonarthrose rechtsbetont, eine
Periarth
ropathia
humeroscapularis
tendopathica
vom
Supraspinatus
- mehr als vom
Infraspinatus
- und
Subscapularistyp
rechts sowie ein Status nach Depressionen ca. im 2
0.
Lebensjahr. Die Beschwerdefüh
rerin sei aktuell alleinerziehend mit ihrer 13-jährigen Tochter aus zweiter Bezie
hung und leide an ausgeprägten Beschwerden am Bewegungsapparat sowie an starker Müdigkeit. Grundsätzlich habe er versucht die Beschwerdeführerin zu beruhigen und ihr erklärt, dass aus rheumatologischer Sicht keine schwerwie
gende Erkrankung vorliege. Wegen der Gonarthrose komme eventuell noch eine
Condrosulfbehandlung
in Frage. Generell gelte es
,
Bewegung zur Erhaltung der Muskelmasse zu suchen, allenfalls könne gelegentlich zur besseren muskulären
Detonisierung
eine physiotherapeutische Behandlung hilfreich sein (
Urk.
10/13).
3.2
Die für das
A._
-Gutachten vom 3
0.
Januar 2014 verantwortlichen Fachärzte
(
Dr.
med.
E._
, FMH für Allgemeine Innere Medizin, SIM zertifizierter me
dizinischer Gutachter;
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, SIM zertifizierter medizinischer Gutachter;
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie)
diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) sowie ein klinisch beginnendes
Impingement
-Syndrom der rechten Schulter. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit leide die Beschwerde
führerin an einem generalisierten
myofaszialen
Schmerzsyndrom im Sinne einer Fibromyalgie, einer bildgebend beginnenden
Chondropathie
der Hüften ohne Funktionsstörung, einer bildgebend ersichtlichen L4/5-Osteochondrose sowie anamnestisch an einem Schmerzsyndrom beider Kniegelenke bei aktuell kli
nisch unauffällige
m
Befund (
Urk.
10/24 S. 21).
Aufgrund des aktuellen depressiven Zustandsbildes sei von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
auszugehen. Aus somatischer Sicht seien der Beschwerdeführerin alle leichten bis mittelschweren Tätigkeiten zuzumuten, wobei repetitive Überkopfarbeiten aufgrund der Probleme an der rechten Schulter zu vermeiden seien. Das Störungsbild sei ungenügend psychiatrisch behandelt, wobei Widerstände der Beschwerdeführerin eine wesentliche Rolle gespielt haben dürften. Weiter seien auch die psychopharmakologischen Be
handlungsmethoden nur ungenügend appliziert worden. Bei einer konsequenten psychotherapeu
tischen und pharmakologisch ant
idepressiven Behandlung sei von einer deutlich verbesserten Prognose auszugehen, eine entsprechende Be
handlung könne auch einen positiven Einfluss auf die Schmerzsymptomatik ha
ben (
Urk.
10/24 S. 22 f.).
Mit Schreiben vom 2
5.
März 2014 führten die
A._
-Gutachter auf entspre
chende Nachfrage aus, dass
vorliegend (zur Abgrenzung von psychosozialen Faktoren) ein psychischer Gesundheitsschaden ausgewiesen und die Arbeitsun
fähigkeit vollständig krankheitsbedingt sei. Seit 2011 seien mit hoher Wahr
scheinlichkeit die Symptome einer mittelgradig depressiven Störung erfüllt (
Urk.
10/27).
3.3
Im Rahmen des Abklärungsberichts vom 1
5.
April 2014 führte die Beschwerde
führerin aus, dass sie im Gesundheitsfall in einem Pensum von 80 bis 100% als Haushälterin/Pflegerin tätig wäre. Gestützt auf die Abklärung vor Ort ermittelte die Fachperson eine Einschränkung im Haushalt von 14
%
(
Urk.
10/28).
3.4
Die für den Bericht des
C._
verantwortli
chen Fachpersonen diagnostizierten eine rezidivierende depressive Störung, ge
genwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), eine generalisierte
Tendomyo
pathie
(
Dr.
D._
,
5.
März 2013), eine aktivierte Gonarthrose rechtsbetont (
Dr.
D._
,
5.
März 2013) sowie eine
Periarthr
opathia
humeroscapularis
ten
dopathica
vom
Supraspinatus
- mehr als vom
Infraspinatus
- und
Subscapula
ristyp
rechts (
Dr.
D._
,
5.
März 2013). Seit 2010 sei von einer 100%igen Ar
beitsunfähigkeit auszugehen. Die Depression habe sich bisher als
therapieresis
tent
erwiesen, neu werde
Cymbalta
verabreicht, die Wirkung bleibe abzuwarten (
Urk.
10/46).
4.
4.1
Gestützt auf die vorliegenden medizinischen Akten ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin an einer mittelgradig depressiven Episode leidet. Zu prüfen bleibt dabei zunächst, ob dabei im konkreten Fall von einem IV-rele
vanten Gesundheitsschaden auszugehen ist.
Gestützt auf die ständige Rechtsprechung des Bundesgerichts
gilt
die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode grundsätzlich als therapeutisch
angeh
bar
. In diesem Zusammenhang hielt das Bundesgericht fest, dass
im Gebiet der Invalidenversicherung ganz allgemein der Grundsatz
gelte
, dass die invalide Perso
n, bevor sie Leistungen verlange
, alles ihr
Zumutbare selber vorzukehren habe
, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern (BGE 113 V 28
E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der Selbsteingliederung
sei
Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der
Schadenminderungs
pflicht
(Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 1
0.
November 2014 E 4.2 mit weiteren Hinweisen). Daneben wies das Bundesgericht darauf hin, dass erst ein Scheitern einer konsequent durchgeführten Depressionstherapie ein Leiden als resistent ausweisen würde (Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 2
9.
April 2014 E 4.3.2). Dabei seien die Behandlungsmöglichkeiten optimal und nachhaltig auszuschöpfen (BGE 140 V 193).
Gestützt auf die Ausführungen der
A._
-Gutachter ist von einer ungenügen
den therapeutischen und pharmakologischen Behandlung der psychischen Be
schwerden auszugehen. So gab die Beschwerdeführerin im Rahmen der Begut
achtung auch an, nie in psychiatrischer Behandlung gestanden zu haben, da es ihr in psychischer Hinsicht gut gehe (
Urk.
10/24 S. 8). Auch aus den weiteren medizinischen Akten kann nicht auf eine konsequente Behandlung der depres
siven Erkrankung geschlossen werden. Dem Bericht von
Dr.
D._
vom
5.
März 2013 ist dabei zu entnehmen, dass ein Versuch
mit
Nortrilen
angestrebt
wurde
(im Bericht genannte Alternativen:
Fluoxetin
, Citalopram,
Cymbalta
;
Urk.
10/13 S. 2). Bereits anlässlich der Begutachtung im Januar 2014 wird aber keines der fraglichen Präparate mehr eingenommen, was in Anbetracht der Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin auch nicht verwunderlich ist (
Urk.
10/24 S. 9). Dem Bericht des
C._
vom 1
0.
Juli 2014 ist nun zu entneh
men, dass ein Versuch mit
Cymbalta
unternommen wird (
Urk.
10/46).
Aufgrund der Akten kann höchstens von punktuellen Versuchen mit einer pharmakologi
schen antidepressiven Therapie gesprochen werden, so dass keineswegs von ei
ner optimalen und nachhaltigen Ausschöpfung der Behandlungsmöglichkeiten gesprochen werden kann.
Insgesamt kann
das diagnostizierte depressive Ge
schehen
damit
nicht als resistentes Leiden bezeichnet werden.
4.2
Gestützt auf die schlüssigen und nachvollziehbaren Ausführungen der
A._
-Gutachter ist damit aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit allein das klinisch beginnende
Impingement
-Syndrom der rechten Schulter zu
berücksichtigen
.
An dieser Einschätzung vermag auch der
Bericht
des
C._
vom 1
0.
Juli 2014 nicht
s
zu ändern.
So gehen auch die Fachpersonen des
C._
im Wesentlichen von
einer gegenwärtig mittelgradig
depressiven Episode aus. Auch wenn diese als therapieresistent bezeichnet wird, sind auch dem genannten Bericht keine Angaben über eine konsequente Depressionstherapie zu entnehmen. Was die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit betrifft
,
ist
zudem in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen,
dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Zum Bericht des
C._
vom 2
7.
April 2015 (
Urk.
14) ist vorab anzumerken, dass
im vorliegenden Verfahren
der
Ver
fügungszeitpunkt
(2
3.
Oktober 2014) die Grenze der Überprüfungsbefugnis bil
det.
Hinsichtlich der Einschätzung der gesundheitlichen Situation stimmt der Bericht vom 2
7.
April 2015
weiter
im Wesentlichen mit demjenigen vom 1
0.
Juli 2014 überein, so dass sich keine neuen Ansatzpunkte ergeben, welche das
A._
-Gutachten in Frage stellen könnten.
Zusammenfassend ist damit in einer leidensangepassten Tätigkeit von einer voll
ständigen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen.
5.
5.1
Aufgrund der seit 1998 häufig wechselnden
und kurzen
erwerblichen Täti
gkei
ten erscheint es vorliegend angezeigt, sowohl das Validen- als auch das
Invali
deneinkommen
anhand statistischer Durchschnittswerte zu ermitteln. Dabei kann auf eine konkrete Bezifferung der Einkommen verzichtet werden und es stellt sich lediglich die Frage eines leidensbedingten Abzuges.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass di
e gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer Verminderung des hypothetischen Invalidenlohnes
führt, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/20
13 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4). Auch d
as fortgeschrittene
Alter führt nicht automatisch zu einem Abzug, zumal sich dieses im Anforderungsniveau 4 so
gar eher lohnerhöhend auswirkt
(Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.2). Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als
in
validitätsfremder
Faktor unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_808/201
3 vom 1
4.
Februar 2014 E. 7.3). Selbst d
as
Angewiesensein
auf das Entgegenkommen eines verständnisvollen Arbeitgebers stellt praxisgemäss kein anerkanntes eigenständiges Abzugskriterium dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8, Urteil 8C_91/2013 vom 2
2.
August 2013 E. 3.3.4).
Unter Beachtung der
obgenannten
Rechtsprechung des Bundesgerichts kann aufgrund der beginnenden Schulterbeschwerden, welche eine regelmässige Über
kopfarbeit verunmöglichen, kein
leidensbedingter Abzug gewährt werden. Im erwerblichen Bericht ist demnach von einer uneingeschränkten Erwerbsfä
higkeit der Beschwerdeführerin auszugehen.
5.2
Im Bereich Haushalt ist gestützt auf den unbestritten gebliebenen
Abklärungsbe
richt
vom 1
5.
April 2014 von einer Einschränkung von 14
%
aus
zugehen.
Geht man entsprechend dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin – was im Rah
men der Beschwerde nicht beanstandet wurde – von einer Gewichtung der der Bereiche Erwerb und Haushalt mit 80 und 20
%
aus
,
führt dies zu einem
ren
tenausschliessenden
Invaliditätsgrad von rund 3
%
(14 x 0.2 = 2.8). Ginge man im Gesundheitsfall von einer vollständigen erwerblichen Tätigkeit der Be
schwerdeführerin aus (
Urk.
14 S. 2), würde dies zu einem vollständigen
Wegfall der Invalidität führen.
Zusammenfassend führt dies in Bestätigung der angefochtenen Verfügun
g zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, infolge Be
willigung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
11) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.