Decision ID: 9667dfbb-c95d-4fa6-844a-fcee0d3a125e
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1967, arbeitete vom 24. Mai 1989 bis 31. Dezember 1995 als Auslieferungschauffeur bei der Z._ AG (vgl. Urk. 7/12 S. 1 Ziff. 1, S. 5) sowie seit dem 1. Juni 1998 als Eisenleger bei der A._ GmbH (vgl. Urk. 7/29 S. 1 Ziff. 1, Ziff. 6), als er am 27. Juni 1998 einen Autounfall erlitt (vgl. Unfallmeldung vom 7. Juli 1998, Urk. 7/25/58) und sich daher
erstmals am
8.
September 1998 bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug anmeldete (
Urk.
7/2). Nachdem die Sozialver
siche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, die medizinische und
erwerb
liche Situation (Urk. 7/6-9, Urk. 7/12-15, Urk. 7/17-18, Urk. 7/29-30, Urk. 7/36
37) abgeklärt und die Akten der Schweizerischen Unfallversiche
rungsanstalt (SUVA; Urk. 7/25-26, Urk. 7/32-33) beigezogen hatte, verneinte sie mit Verfügung vom 10. November 1999 (Urk. 7/47) einen Leistungsanspruch des Versicherten.
1.2
Am 21. Mai 2008 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine Beein
trächtigung der Bandscheibe erneut zum Leistungsbezug an (vgl. Urk. 7/52 S. 7 Ziff. 6), worauf die IV-Stelle Abklärungen der medizinischen und erwerbli
chen Situation (Urk. 7/60-63, Urk. 7/66-67) tätigte und die Akten der Kranken
taggeldversicherung (Urk. 7/73-74) sowie der SUVA (Urk. 7/75-76) beizog. Mit Verfügung vom 31. März 2009 (Urk. 7/84) verneinte sie abermals einen Leistungs
anspruch des Versicherten.
1.3
Nachdem der Versicherte am 12. November 2010 einen Motorradunfall erlitten und sich dabei an der linken Schulter verletzt hatte (vgl. Schadenmeldung vom 6. Dezember 2010, Urk. 7/87/2), meldete er sich am 22. März 2011 wiederum zum Leistungsbezug an (Urk. 7/88). Die nun zuständige Sozialversicherungs
anstalt des Kantons B._, IV-Stelle, klärte daher die medizinische und erwerbli
che Situation (Urk. 7/97-99, Urk. 7/101-102, Urk. 7/120, Urk. 7/134, Urk. 7/161, Urk. 7/180) ab und zog die Akten der SUVA (Urk. 7/94, Urk. 7/110, Urk. 7/119, Urk. 7/125, Urk. 7/132) sowie der IV-Stelle des Kantons Zürich (Urk. 7/96) bei. Mit Verfügung vom 28. August 2012 (Urk. 7/123) verneinte sie einen Anspruch auf eine Umschulung, wogegen sie dem Versicherten mit Ver
fügung vom 7. Oktober 2014 (Urk. 7/193) eine befristete ganze Invaliden
rente für die Zeit vom 1. November 2011 bis 30. September 2013 zusprach. Die SUVA verneinte mit Verfügung vom 18. Februar 2014 (Urk. 7/164/1-3) sowohl einen Rentenanspruch als auch einen Anspruch auf eine Integritäts
ent
schädigung.
1.4
Am 20. Mai 2015 meldete sich der Versicherte unter Beilage eines Arztberichtes erneut zum Leistungsbezug an, wobei sich sein Wohnsitz wieder im Kanton Zürich befand (Urk. 7/202-203). Nachdem die IV-Stelle des Kantons Zürich die Akten der IV-Stelle des Kantons B._ einverlangt hatte (vgl. Urk. 7/208, Urk. 7/212), forderte sie den Versicherten mit Schreiben vom 10. Juni 2015 (Urk. 7/209) auf, bis spätestens 13. Juli 2015 entsprechende aktuelle Beweis
mittel zur Prüfung des Anspruches einzureichen, unter Androhung, dass ansonsten auf sein Gesuch nicht eingetreten werde.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/214-215) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 30. September 2015 (Urk. 7/218 = Urk. 2) auf das neue Leistungs
begehren des Versicherten nicht ein.
2.
Der Versicherte erhob am 29. Oktober 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 30. September 2015 (Urk. 2) und beantragte sinngemäss, es sei auf das neue Leistungsbegehren einzutreten (Urk. 1). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwer
deantwort vom 19. November 2015 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 9. Dezember 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, das
s sich der Grad der Invalidität
der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Verände
rung des Invaliditätsgrades a
ch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie
fest, dass der Invaliditätsgrad
eit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117
V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dement
sprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anfor
de
rungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E.
2.2 mit Hinweisen). Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der Eintretensfrage durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der Ein
tretensfrage, wenn die Verwaltung auf die Neuanmeldung eingetreten ist (BGE
109 V 108 E. 2b).
1.3
Mit
Art.
87
Abs.
3 in Verbindung mit
Abs.
2 IVV
soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsver
weige
r
ung immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E. 2a, 264 E. 3). Hingegen kann diese Eintretensvorschrift nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Ände
rung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sach
verhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachen
spektrum glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbst
verständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E.
3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E.
2.2 mit Hinweisen).
1.4
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tat
sachen
änderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E.
5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend ge
machten rechtserheblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei ein
gehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine Sach
ver
haltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (hö
here) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom
7.
April 2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E. 3.3.2).
1.5
Da die versicherte Person im Rahmen der Neuanmeldung die massgebliche Tat
sachenänderung glaubhaft zu machen hat, spielt der Untersuchungs
grundsatz, wonach das Gericht (oder die Verwaltung) für die richtige und voll
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat, insoweit nicht. M
ithin
kommt der versicherten Person
ausnahmsweise eine Beweis
führungs
last
zu. Wird in der Neuanmeldung kein Eintretenstatbestand glaubhaft gemacht, sondern bloss auf ergänzende Beweismittel, insbesondere Arztberichte hinge
wiesen, die noch beigebracht würden oder von der Verwaltung beizu
ziehen seien, ist der versicherten Person eine angemessene Frist zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen. Diese Massnahme setzt voraus, dass die ergän
zenden Beweisvorkehren geeignet sind, den entsprechenden Beweis zu erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten gegeben
enfalls auf Nicht
eintreten zu erkennen sei. Dasselbe gilt, wenn der Neuan
meldung zwar ärztliche Berichte beigelegt sind, diese indessen so wenig sub
stan
ziiert sind, dass sich eine neue Prüfung nur aufgrund weiterer Erkennt
nisse allenfalls rechtfertigen würde. Diesfalls ist die IV-Stelle zur Nachforderung weiterer Angaben nur verpflichtet, wenn den – für sich allein genommen nicht Glaubhaftigkeit begründenden – Arztberichten konkrete Hinweise entnommen werden können, wonach möglicherweise eine mit weiteren Erhebungen erstell
bare rechtser
hebliche Änderung vorliegt. Ergeht eine Nichteintretens
ver
fügung im Rahmen des Verwaltungsverfahrens, das den Erfordernissen betreffend Frist
ansetzung und Androhung der Säumnisfolgen genügt, legen die Gerichte ihrer beschwer
de
weisen Überprüfung den Sachverhalt zu Grunde, wie er sich der Ver
waltung bot. Für das Beibringen neuer Beweismittel bleibt im anschliessen
den Gerichts-verfahren kein Raum mehr (BGE 130 V 64 E. 5.2.5, Urteil des Bundes
gerichts 8C_844/2012 vom 5. Juni 2013 E. 2.1-2.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) fest, mit dem neuen Gesuch sei nicht glaubhaft dargelegt worden, dass sich die tat
sächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten. Es liege lediglich eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts vor. Dem eingereichten Arztbericht seien keine konkreten funktionellen Einschränkungen und Symptome zu entnehmen, welche eine Verschlechterung glaubhaft machen würden. Die Funktionsminderung der linken Schulter bestehe seit 1998, ebenso sei das chronische Lendenwirbelsäulen (LWS) Syndrom bekannt und berück
sichtigt worden. Dasselbe gelte für die Folgen der erlittenen Unfälle. Es sei nichts Neues hinzugekommen, und es lägen ausser subjektiven Angaben keine fundierten Anhaltspunkte vor, die weitere Abklärungen begründen würden (S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1), es sei nicht zutreffend, dass aus dem eingereichten Bericht nicht hervorgehe, dass sich die Beschwerden wesentlich verschlechtert hätten und keine Besserung in Aussicht stehe. Die Beschwerdegegnerin habe ihm zudem mitgeteilt, dass ein vertrauensärztliches Gutachten über seinen Gesundheitszustand erstellt werde. Auf das Begehren sei daher erst nach Eintreffen des Gutachtens einzutreten (S. 1 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin – mangels einer glaubhaft gemachten Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der letztmaligen materiellen Prüfung – zu Recht nicht auf das neue Leistungsbegehren ein
getreten ist.
3.
3.1
Die massgebende medizinische Aktenlage stellte sich bei der letztmaligen mate
riellen Prüfung, wobei dem Beschwerdeführer gestützt auf die kreisärztli
che Untersuchung eine für die Zeit vom 1. November 2011 bis 30. September 2013 befristete ganze Rente zugesprochen wurde (vgl. Verfügung vom 7. Okto
ber 2014, Urk. 7/193; vgl. auch Urk. 7/192 S. 2), wie folgt dar:
3.2
Mit Bericht vom 1. Mai 2012 (Urk. 7/125/156-165) informierten die Ärzte der Rehaklinik C._ über die erfolgte Evaluation der funktionellen
Leistungs
fähigkeit (EFL). Gestützt auf die Akten führten sie folgende Diagnosen auf (S. 1
f.):
Motorradunfall vom 12. November 2010:
mehrfragmentäre nicht dislozierte Skapulafraktur links
konservativ therapiert
Arthro-MRI der linken Schulter am 20. Dezember 2010: oben genannte Fraktur, Zerrung der Supraspinatussehne
Röntgen der linken Schulter am 18. Januar 2012: Konsolidation der mehrfragmentären Skapulafraktur, mit leichter Fehlstellung, Humeruskopf zentriert, unveränderte Lage des Osteosynthese
mate
rials im proximalen Humerus, Subakromialraum regulär weit
dorsale, nicht wesentlich dislozierte Rippenserienfraktur Rippe 2-7 links
Sturz auf den rechten Fuss vom 13. Juli 2002:
Abrissfraktur des Prozessus anterior calcanei rechts, konservativ the
ra
piert
Metatarsale V-Fraktur rechts
24. Oktober 2002: Plattenosteosynthese
16. März 2004: Entfernung des Osteosynthesematerials Metatarsale Dig. V rechts
Selbstunfall mit dem Auto vom 27. Juni 1998:
anamnestisch Fraktur linker Oberarm und Unterarm, Fraktur linker Oberschenkel und Beckenfraktur
Motorradunfall vom 18. August 1986:
offene Unterschenkelfraktur rechts und Status nach Lappenplastiken und –deckung
15. Juni 2011: Nachexzision Lappenplastik und Spalthauttransplan
tation sowie Débridement
chronisches lumbospondylogenes beziehungsweise ischialgiformes Schmerz
syndrom mit bekannten Diskusprotrusionen L3/4 und L4/5 (Erst
diagnose 2006)
Status nach Achillessehnenverlängerung bei Spitzfuss rechts
Adipositas per magna
Der Beschwerdeführer habe insbesondere Dauerschmerzen unter Belastungsver
stärkung der linken Schulter beklagt. Zudem habe er gürtelförmige Dauer
schmerzen im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule angegeben. Ausserdem seien Schmerzen im Bereich des rechten Kniegelenks bis zum proximalen Unter
schenkel vorhanden. Schliesslich träten rezidivierend Wunddehiszenzen der Lappen
plastik des proximalen, ventralen Unterschenkels auf (S. 2). Die Ärzte kamen zum Schluss, dass die Resultate der physischen Leistungstests infolge mässiger Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenzen für die Beur
teilung der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar seien. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden aus somatischer Sicht nur teilweise erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich deshalb auf medizinisch-theoretische Überlegungen unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests. Die bisherige Tätigkeit als Kunststoffarbeiter sei dem Beschwer
de
führer nicht mehr zumutbar. In einer behinderungsangepassten leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne wiederholtes Heben über Kopfhöhe, ohne Kriechen und Knien sowie ohne wiederholte Einnahme der Hockstellung sei der Beschwerdeführer ganztags arbeitsfähig (S. 4).
3.3
Am 8. August 2012 erfolgte eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med. D._, Facharzt für Chirurgie (Urk. 7/125/56-70). Als Diagno
sen hielt er in Kenntnis der umfangreichen Aktenlage (vgl. S. 2 ff. Ziff. 2) Fol
gendes fest (S. 13 f. Ziff. 5):
Motorradunfall am 18. August 1986 mit:
offener Unterschenkelfraktur rechts
Status nach osteosynthetischer Versorgung
Status nach muskulärer Lappenplastik
Status nach Nachexzision, erneuter Lappenplastik und Spalthaut
transplantation sowie Débridement am 15. Juni 2011
Selbstunfall mit dem Auto am 27. Juni 1998 mit:
Ober- und Unterarmfraktur links
Fraktur des linken Oberschenkels und Beckenfraktur mit Sprengung der Iliosakralgelenke (ISG) beidseits
oberer und unterer Schambeinastfraktur rechts, Sakrumfraktur rechts
Blasenruptur
distaler Femurfraktur links
Vorderarmschaftfraktur links
instabilem Kniegelenk links
Humerusschaftfraktur links
Dünndarm Adhäsionsileus
Status nach osteosynthetischer Versorgung der Frakturen
Status nach Dünndarm Adhäsiolyse
Fussheberschwäche links
Status nach Arthrodese der ISG-Fugen beidseits
Motorradunfall am 12. November 2010 mit:
mehrfragmentärer nicht dislozierter Skapulaschaftfraktur links
Status nach konservativer Therapie
dorsaler, nicht wesentlich dislozierter Rippenserienfraktur 2-7 links
Bei der heutigen Untersuchung zeige sich ein gutes Heilergebnis. Die Beweg
lich
keit in den unteren Extremitäten sei in allen Gelenken nahezu seitengleich. Die Fussheberschwäche links sei deutlich ausgeprägt, wobei der Beschwerde
führer aber keine Schiene trage und keinen Steppergang zeige. Die Beweglich
keit im linken Schultergelenk sei gut und das Bewegungsausmass nur gering
gradig eingeschränkt. Ein Anhaltspunkt für eine Rotatorenmanschetten
ruptur ergebe sich nicht. Auffällig sei die massive Beschwielung beider Hände, obwohl der Beschwerdeführer angeblich keiner Arbeit nachgehe. Auch die gut ausge
bildete Muskulatur des Schultergürtels sowie beider Arme spreche gegen eine Belastungskarenz. Schliesslich spreche auch die starke Beschwielung der Fusssohlen eher dafür, dass der Beschwerdeführer die überwiegende Zeit des Tages auf den Beinen sei (S. 14). Ein Endzustand sei noch nicht erreicht. Auf
grund des Befundes der Magnetresonanztomographie (MRI) sowie der klinischen Untersuchung bei fast freier Beweglichkeit im linken Schultergelenk sei eine operative Revision nicht indiziert (S. 15).
3.4
Eine erneute kreisärztliche Untersuchung durch Dr. D._ erfolgte am 10. Juni 2013 (Urk. 7/132/3-16). In diagnostischer Hinsicht wies er ergänzend zu seinem ersten Bericht bezüglich des Motorradunfalles vom 12. November 2010 auf eine Rotatorenmanschettenruptur links sowie eine am 30. Januar 2013 erfolgte Schulterarthroskopie, Akromioplastik, Rotatorenmanschettenrekonstruktion (Subscapularis) und Bizepstenotomie links hin. Bei der aktuellen Untersuchung habe sich eine Verbesserung der Schmerzsituation bei in etwa gleich gebliebe
nem Bewegungsumfang im linken Schultergelenk gezeigt. Auffällig seien wiederum die massive Beschwielung beider Hände sowie die athletisch ausge
bildete Muskulatur des Schultergürtels und beider Arme gewesen, was gegen eine Belastungskarenz spreche. Dem Beschwerdeführer sei seit dem Zeitpunkt der Untersuchung eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Tragen von Lasten auf unebenem Gelände, ohne Überkopfarbeiten, ohne Arbeiten an stossenden, schlagenden und vibrierenden Maschinen vollzeitig zumutbar. Es sei zudem von einer Gewichtsbelastung beidarmig von maximal 20 kg und einarmig links von maximal 8 kg aus
zu
gehen (S. 4). Der Endzustand dürfte ein Jahr nach der Schulteroperation erreicht sein (S. 5).
4.
4.1
Bei der vorliegenden Neuanmeldung lag der Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 30. September 2015 (Urk. 2) lediglich ein Bericht des Hausarztes Dr. med. E._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 7. Mai 2015 (Urk. 7/202/1 = Urk. 3/1) vor. Dieser gab an, dass er den Beschwer
deführer seit dem 3. April 2014 behandle und folgende Diagnosen stellen könne:
Status nach arthroskopischer Rotatorenmanschettenrekonstruktion links nach traumatischer Ruptur am 30. Januar 2013
chronisches lumbospondylogenes Syndrom bei degenerativen Wirbel
säulen
veränderungen
Status nach Fraktur des Calcaneus und Metatarsale V-Fraktur rechts, 2002
Status nach Fraktur des linken Ober- und Unterarms, Oberschenkel
fraktur links und Beckenfraktur, 1998
Status nach komplizierter Unterschenkelfraktur rechts, 1986
Der Beschwerdeführer leide an Schmerzen der linken Schulter, an Rücken
schmerzen mit Ausstrahlung in beide Beine sowie an residuellen Beschwerden im rechten Fuss, im rechten Unterschenkel sowie im linken Arm und Bein. Aufgrund des langjährigen Verlaufs und der komplexen Problematik sei nicht mit einer weiteren Verbesserung zu rechnen.
4.2
Med. pract. F._, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), kam in ihrer Stellungnahme vom 8. August 2015 zum Schluss, dass keine neuen wesentli
chen Befunde vorlägen und daher keine Änderung des Gesundheits
zustandes ausgewiesen sei (vgl. Urk. 7/213 S. 3).
5.
5.1
Mit dem im Rahmen der Neuanmeldung eingereichten Bericht von Dr. E._ (vorstehend E. 4.1) vermag der Beschwerdeführer keine relevante Ver
schlechte
rung seines Gesundheitszustandes glaubhaft darzutun. Anzumerken ist, dass die Neuanmeldung lediglich sieben Monate nach der letztmaligen mate
riellen Beurteilung erfolgte. Dem Bericht von Dr. E._ sind insbesondere keine bisher unberücksichtigten Befunde oder Symptome zu entnehmen. Auch wurden sämtliche aufgeführten Diagnosen bereits bei den vorangegangenen Leistungsbeurteilungen berücksichtigt. Eine Einschätzung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit lässt sich dem Bericht ebenfalls nicht entnehmen.
Das chronische lumbospondylogene Schmerzsyndrom wurde bereits im Jahr 2008 diagnostiziert, wobei Dr. E._ dieses damals selbst als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufführte und auf die wiederholten prolongierten Episoden von Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein hinwies (vgl. Bericht vom 6. Juni 2008, Urk. 7/60/1-7 S. 3 f. Ziff. 1.1, Ziff. 3.3; vgl. auch Urk. 7/73/20-22). Zudem ist auf die im August 2008 erfolgte ortho
pädische Begutachtung durch Dr. med. G._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hinzu
weisen (vgl. Gutachten vom 11. August 2008, Urk. 7/73/11-19). Dabei diagno
stizierte Dr. G._ unter anderem ebenfalls ein lumboischialgiformes Syn
drom beidseits (vgl. Urk. 7/73/11-19 S. 5 unten). Bereits damals klagte der Beschwerdeführer über Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen in beide Beine, links mehr als rechts, sowie gelegentlich auftretende Schmerzen im linken Arm (vgl. Urk. 7/73/11-19 S. 2 unten). Auch im Rahmen der letztmaligen materiellen Beurteilung wurden das diagnostizierte Schmerzsyndrom und die vom Beschwer
de
führer beklagten Dauerschmerzen berücksichtigt (vorstehend E. 3.2). Dass sich die Beschwerden seither verstärkt hätten, lässt sich dem aktuellen Bericht von Dr. E._ nicht entnehmen.
Auch die Schmerzen an der linken Schulter und die damit einhergehende Funktions
einschränkung sind seit dem im November 2010 erlittenen Unfall mit mehrfragmentärer nicht dislozierter Skapulaschaftfraktur bestens bekannt (vgl. hierzu die SUVA-Akten, Urk. 7/125). Die danach festgestellte Rotatoren
manschetten
ruptur und die deswegen im Januar 2013 erfolgte operative Revision wurden bei der letztmaligen materiellen Beurteilung ebenfalls bereits berücksichtigt (vorstehend E. 3.4; vgl. auch Urk. 7/132/3-16 S. 14). In dem im Rahmen der Neuanmeldung eingereichten Bericht von Dr. E._ lässt sich diesbezüglich keine Verschlechterung erkennen. Dies gilt ferner auch für die übrigen durch die mehrmaligen Unfälle verursachten Einschränkungen.
Schliesslich vermag auch die Einschätzung durch Dr. E._, wonach auf
grund des langjährigen Verlaufs und der komplexen Problematik mit einer weite
ren Verbesserung nicht zu rechnen sei, keine Verschlechterung glaubhaft zu machen. Soweit der Beschwerdeführer im Rahmen des Vorbescheid
ver
fahrens auf depressive Phasen und die Gefahr eines Burnouts hinwies (vgl. Urk. 7/215 = Urk. 3/3 S. 1 unten), so erfolgte dies ohne Einreichen eines ent
sprechenden Berichtes und ohne Angabe eines fachpsychiatrisch behandel
nden Arztes, weshalb damit ebenfalls keine Verschlechterung des Gesundheits
zustandes glaubhaft gemacht wurde.
5.2
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass verglichen mit der letztmaligen Beurteilung eine erhebliche gesundheitliche Verschlechterung nicht glaubhaft dargelegt wurde. Die Beschwerdegegnerin traf somit keine Pflicht zur Vornahme von weiteren Abklärungen des Sachverhalts (vorstehend E. 1.5).
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Ab
weisung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.