Decision ID: 53b8df11-bd3d-45ea-b698-abc43f17d2ba
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1968 geborene
X._
arbeitete seit dem 23. August 2005 als Hilfsarbeiter im Werkhof der Gemeinde
Y._
, als er sich am 7. September 2005 beim Mähen von Schilf bei einem
Misstritt
eine Distorsion des rechten oberen Sprunggelen
kes (OSG) zuzog (Urk. 7/14/2, 7/14/36, 7/14/42, 7
/14/45). Zusätz
lich arbeitete er stundenweis
e als Abwart für eine Turnhalle;
diese
Stelle wurde ihm
per 6. Novem
ber 2005 gekündigt (Urk. 7
/
14/43, 7/14/48-50
).
Nach dem Unfall vom 7. September 2005 wurde
ihm vom 8. September bis 19. Oktober 2005 sowie erneut ab 24. Januar 2006 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attes
tiert
(
Urk.
7/14/1-2
,
Urk.
7/14/30-33,
Urk.
7/14/35
). Die Beschwerden hielten an.
Am 29. Oktober 2006 meldete
sich
der Versicherte
unter Hinweis auf die anhaltenden Folgen des Unfalls bei der
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3).
Am 30. Oktober 2006 erfolgte in der Uniklinik
Z._
bei der Diagnose einer posttraumatischen Arthrose des rechten unteren Sprunggelenks (USG) eine Double-
Arthrodese
des oberen Sprunggelenks (OSG) rechts mit
autologer
Spongiosa aus der proximalen Tibia rechts (Urk. 7/14/7).
Wegen einer akuten Suizidalität und einer mittelgra
digen Depression mit somatischem Syndrom befand sich der Versicherte
in der Folge
vom 15. bis 20. Dezember 2006 in der Psychiatrischen Universitätsklinik
A._
(Urk. 7/41/1-2).
Nach Abklärungen
ging
die IV-Stelle
davon aus, der Versicherte sei seit dem Beginn der einjährigen Wartezeit im Januar 2006 zunächst zu 100
%
arbeits
unfähig gewesen, was einem Invaliditätsgrad von 100
%
entspreche.
Seit
Januar 2008 sei er in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig, wobei der Vergleich von Validen- und Invalideneinkommen ab dann einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 35
%
ergebe.
Gestützt darauf sprach sie dem Versicherten n
ach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
7/84)
mit Verfügung vom 19. Dezember 2008
eine befristete ganze Rente
für die Zeit
vom 1. Januar 2007 bis 31. März 2008 zu (
Urk.
7/
94,
Urk.
7/100
).
Die vom Versicherten gegen die Verfügung vom 19. Dezember 2008 erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich IV.2009.00105 vom 31. Oktober 2010 in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung insoweit aufgehoben wurde, als damit der An
spruch auf eine Invalidenrente ab 1. April 2008 verneint wurde
, und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen an die
IV-Stelle zurückge
wiesen wurde (
Urk.
7/146).
Das Gericht erwog, wegen der vorliegenden wider
sprüchlichen psychiatrischen Berichte sei die Einholung einer zusätzlichen
psychiatrischen Beurteilung erforderlich
(E. 5.1
;
Urk.
7/146/10-11
)
. Da die Ärzte der
B._
Klinik in ihrem Bericht vom 9. August 2010 neu ein neuropa
thisches Schmerzsyndrom diagnostiziert und dem Beschwerdeführer eine zeit
weise Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert
hätten, sei bei diesen Ärzten ein ergänzender Bericht zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit einzuholen. Nötigen
falls werde die IV-Stelle auch eine ergänzende orthopädisch/neurologische Beurteilung zu veranlassen haben, bevor sie erneut über den Rentenanspruch ab 1. April 2008 verfüge (E. 5.2
;
Urk.
7/146/11
).
1.2
In der Folge holte die IV-Stelle bei den behandelnden Ärzten Berichte
(
Urk.
7
/150
,
Urk.
7
/153,
Urk.
7
/162
,
Urk.
7/201
) sowie das
bidisziplinäre
, ortho
pädisch-psychiatrische Gutachten des
C._
vom 18. Juni 2011 ein (
Urk.
7/172).
Danach kündigt
e sie dem Versich
erten mit Vorbescheid vom 14. November 2011 die Verneinung eines Rentenanspruchs ab 1. April 2008
an
, nunmehr davon ausgehend, dass dem Versicherten die Ausübung
einer behinderungsangepassten Tätigkeit seit Januar 2008 im Rahmen eines 90%-Pensums zumutbar sei
(
Urk.
7/181).
Nachdem der Versicherte hiergegen Einwand erhoben hatte (
Urk.
7/196), zog die IV-Stelle noch Berichte der
B._
Klinik, Neurologie (
Urk.
7/201; vgl. auch
Urk.
7/212 S. 3), bei und verfügte am 11. Mai 2012 ankündigungsgemäss (
Urk.
7/213). Auch gegen diese Verfügung erhob der Versicherte Beschwerde (
Urk.
7/220). Mit Urteil des hiesigen Gerichts IV.2012.00505 vom 7. November 2012
wurde die Beschwerde in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache erneut an die IV-Stelle zur weiteren Sachverhaltsabklärung und zum anschliessenden Erlass einer Verfügung über den Rentenanspruch ab 1. April 2008
zurückgewiesen
wurde
. Das Gericht erwog, die IV-Stelle habe trotz gerichtlicher Anweisung im Urteil IV.2009.00105 nicht abgeklärt, ob der Versicherte an einem invalidisierenden neuropathischen Schmerzsyndrom leide.
Nötig sei weiterhin
eine fachärztlich-neurologische Beurteilung der Ar
beitsfähigkeit ab 1. April 2008
, wobei auch die vom Ver
sicherten eingereichten Arztberichte betreffend den Zeitraum März bis Mai 2012 sowie den weiteren gesundheitlichen Verlauf zu berücksichtigen
seien
. Gegebe
nenfalls werde sie eine interdisziplinäre Neubeurteilung zu veranlassen haben, sollte sich erweisen, dass der Beschwerdeführer an einem neuropathischen Schmerzsyndrom oder
einem anderweitigen, bisher unberücksichtigt gebliebe
nen Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit leide (
Urk.
7/244).
1.3
Daraufhin zog die IV-Stelle das vom Unfallversicherer in Auftrag gegebene Gut
achten des Kantonsspitals
D._
, Neurologische Klinik, vom 30. Juli 2012 bei (
Urk.
7/262/5-16) und holte bei den behandelnden Ärzten Verlaufsberichte ein
(
Urk.
7/251,
Urk.
7/252,
Urk.
7/253,
Urk.
7/257,
Urk.
7/258,
Urk.
7/261,
Urk.
7/263,
Urk.
7/266)
; vgl. auch
Urk.
7/272).
Nach Durchführung des
Vorbe
scheidverfahrens
(
Urk.
7/
273,
Urk.
7/276,
Urk.
7/291,
Urk.
7/307) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 26. Mai 2014 erneut das Bestehen eines Renten
anspruchs ab 1. April 2008 (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Markus Zimmermann, mit Eingabe
vom 18. Juni 2014 Beschwerde und beantragte, es seien ihm die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine Invalidenrente, zuzu
sprechen
; ferner
seien ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und Rechtsanwalt Markus Zimmermann als unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 26. August 2014 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Mit Verfügung vom
5
.
September 2014
gewährte das G
ericht dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Prozessführung und bestellte ihm
Rechtsanwalt Felix Schwarz als
unentgeltli
cher
Rechtsvertreter (Urk. 8
).
Am 20. März 2015 (
Urk.
10) liess der Beschwer
deführer den Bericht von
Dr.
med.
E._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie
, vom 1
2.
März 2015 zu den Akten reichen (
Urk.
11).
Die IV-Stelle verzichtete auf eine Stellungnahme zu diesem Bericht (
Urk.
12,
Urk.
13).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die massgeblichen rechtlichen Grundlagen zum strittigen Rentenanspruch wur
den bereits im Urteil des Soz
ialversicherungsgerichts IV.2009
.0
0105
vom
31.
Oktober 2010, E. 1-2
(
Urk.
7/146/3-6)
,
sowie – unter Hinweis auf das bereits genannte Urteil – im Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2012.00505
(
Urk.
7/244/2)
dargelegt. Darauf kann
verwiesen werden.
1.2
Zu ergänzen ist, dass
das Gericht die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen kann, wenn der Sachverhalt ungenügend festge
stellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
Be
i
ungenügenden Abklärungen
durch den Versicherungsträger holt
die Beschwer
deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein
, wenn sie einen (im
Verwaltungs
verfahren
anderweitig erhobenen) medizinischen Sach
verhalt überhaupt für gut
achtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betreffende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der -
anschliessend
refor
matorisch entscheidenden - Beschwerdeinstanz selber statt über eine
Rückwei
sung
an die Verwaltung. E
ine Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantona
len Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurückzuweisen, wenn lediglich eine Klarstel
lung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die Verneinung eines Rentenanspruchs ab 1. April 2008 in der angefochtenen Verfügung
damit,
die medizinische Aktenlage sei
in Nachachtung des Urteils des Sozialversicherungsgerichts
vom 30. Juli 2012 vollständig aktualisiert
worden
.
Dem beigezogenen neurologischen Gutachten des Kantonsspitals
D._
sei zu entnehmen, dass die Gutachter keinerlei
Anhaltspunkte für eine Neuropathie oder eine
Sudeck
Erkrankung gefunden
hätten
.
Das Gutachten sei vollständig und schlüssig, insbesondere hätten die Gutachter den neurologischen Bericht der
B._
Klinik vom 25. Februar 2010 in ihrer Beurteilung berücksichtigt. Da in den später erstellten neurologi
schen Berichten keine Befunde oder Erkenntnisse dokumentiert worden seien, welche die gutachterliche Beurteilung zu erschüttern vermöchten, könne auf das Gutachten abgestellt werden. Die weiteren eingegangenen Arztberichte
enthielten keine Hinweise auf eine relevante Änderung des Gesundheitszustan
des. Deshalb seien keine weiteren medizinischen Abklärungen nötig.
Für die Ermittlung des Invaliditätsgrades sei wie bisher von einer zumutbaren Arbeits
fähigkeit von 90
%
für einfach, leichte und vorwiegend sitzend ausgeübte Tätigkeiten auszugehen. Der Beschwerdeführer könnte ohne
Gesundheitsscha
den
gemäss
den Lohna
ngaben in der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
2010, Ausgabe 2011,
für den Sektor 3, Dienstleistungen, mit Hilfsarbeiten ein Jahreseinkommen von Fr. 58‘233.48 verdienen.
Zur Ermittlung des
Invali
deneinkommens
könne auf den Lohn für Hilfsarbeiten (Zentralwert) gemäss der
LSE abgestellt werden. Umgerechnet auf das noch zumutbare 90%-Pensum sowie
unter Berücksichtigung eines behinderungsbedingten Abzugs von 10
%
resultiere ein Invalideneinkommen von 50‘842.48. Der Vergleich von Validen- und Invalideneinkommen führe zu einem rentenausschliessenden
Invaliditäts
grad
von 13
%
(
Urk.
2; vgl. auch
Urk.
6
).
2.2
Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend,
er habe auch ab dem 1. April 2008 Anspruch auf eine Invalidenrente.
Das neurologische Gutachten des Kantonsspitals
D._
, Neurologische Klinik, vom 30. Juli 2012, auf welches sich die IV-Stelle stütze, sei von einer privatrechtlichen und
gewinnstrebigen
Gesellschaft in Auftrag gegeben worden,
und für die Gutachter sei erkennbar gewesen
, welches Int
eresse der Auftraggeber verfolge
. Deshalb bestünden von vornherein Zweifel an der Neutralität der Begutachtung. Sodann seien die Gut
achter nicht im Besitz sämtlicher relevanter
medizinischer
Vorakten
gewesen. Da die genaue Kenntnis der
Vorakten
für den Beweiswert eines Gutachtens von ausschlaggebender Bedeutung sei, könne auf das neurologische Gutachten nicht abgestellt werden.
Sodann habe sich sein psychischer Gesundheitszustand in den letzten Jahren massiv verschlechtert. Wie aus dem Bericht von
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Innere Medizin, vom 13. Juni 2014 hervorgehe, habe sich die depressive Symptomatik verschlechtert. Aufgrund der prekären finanziellen Verhältnisse habe er sich jedoch die Behandlung bei einem Psychiater nicht leisten können. Zusätzlich leide er neu an einem Diabetes Typ 2, und es seien Inhalationsbehandlungen nötig.
Diese gesundheitliche Verschlechterung habe die IV-Stelle nicht berücksichtigt. Es erscheine unumgänglich, zumindest einen aktuellen Bericht beziehungsweise ein Gutachten über den neurologischen und psychischen Gesundheitszustand einzuholen, zielführender wäre eine einge
hende interdisziplinäre Begutachtung (
Urk.
1
; vgl. auch
Urk.
3/4
).
3.
3.1
Am 28. Juni 2011 erstatteten die Experten des
C._
,
Dr.
med.
G._
, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie, sowie
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ihr
bidisziplinäres
Gutachten.
Dabei stützten sie sich auf die von der IV-Stelle
zur Verfügung gestellten
Akten, die orthopädische und psychiatrische Untersuchung vom 31. Mai 2011, die gleichentags durchge
führten Röntgenuntersuchungen, MRI-Bilder des rechten Fusses vom 7. Juni 2011 sowie die gutachterliche Konsensbeurteilung vom 17. Juni 2011 (
Urk.
7/172/2).
Der orthopädische Gutachter
erhob unter anderem beidseits unauffällige Schulter
gelenke und
führte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit eine leichte bis mässige Arthrose im
naviculo-cuneiformen
Gelenk (
inter
medium
und laterale) bei Status nach
subtalarer
,
calcanocuboidaler
und
t
L
._
a
viculärer
Arthrodese
mit Senk-/Spreizfuss rechts im Oktober 200
6 sowie eine
Präadipositas
auf
(
Urk.
7/172/6
-9).
Dem psychiatrischen Teil des
C._
-Gutachtens ist in anamnestischer Hinsicht zu entnehmen, dass
der aus
I._
stammende Beschwerdeführer in seiner Heimat als Leibwächter und Chauffeur für wichtige Persönlichkeiten tätig war und auch Militärdienst leistete. 2004 kam er in die Schweiz und war zunächst acht Monate lang als Chauffeur für ein Altersheim und danach vier Monate lang bis zum Unfall im September 2005 als Hilfsarbeiter bei einer Gemeinde tätig.
Seit eineinhalb Jahren handle er
mit ägyptischen Waren.
N
ach der im Oktober 2006 erfolgten Operation verschlechtert
e sich das psychische
Zustands
bild
seit Januar 2007.
2007/2008 war er in psychologischer Behandlung, seither erhalte er keine psychiatrische/psychotherapeutische Behandlung mehr.
Der Beschwerdeführer gab dem Gutachter an, ständig unter Schmerzen zu leiden und sich dadurch psychisch beeinträchtigt zu fühlen. Er sei traurig, manchmal etwas unruhig, und habe Zukunftsängste
. Weiter habe er Schlafstörungen mit ausgeprägten Durchschlafstörungen und vermehrter Müdigkeit tagsüber. Der Gutachter erhob während der Untersuchung eine leicht bedrückte bis gut gelaunte Stimmungslage, teils etwas vermindert mitschwingend. Der Beschwer
deführer habe im Denken auf seine Beschwerden eingeengt gewirkt und teils demonstrativ auf die Beschwerden hingewiesen.
Der psychiatrische
C._
-Gut
achter diagnostizierte
eine leichte bis mittelgradige depressive Störung, beste
hend seit etwa Januar 2007, welche seit etwa Januar 2008 den Schweregrad einer leichten depressiven Störung aufweise
, eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung, bestehend seit etwa Januar 2007 sowie akzentuierte kränkbare, narzisstische Persönlichkeitszüge
.
A
nlässlich der gutachterlichen Untersuchung
hätten sich
nur noch Symptome einer
chronifizierten
leichten depressiven Störung erheben lassen
.
Aufgrund der chronischen Schmerzsymptomatik mit Symptomausweitung sei zudem vom Bestehen einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung auszugehen.
Der Schmerz trete in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Problemen auf. Als psychosoziale
Belastungs
faktoren
seien Partnerschaftsprobleme, Arbeitslosigkeit, finanzielle Probleme und mangelnde Sprachbeherrschung bei Migrationshintergrund zu nennen. Wegen d
er psychischen
Leiden mit Krankheitswert – obwohl erhebliche psychosoziale Belastungsfaktoren bestünden, sei kein Überwiegen derselben anzunehmen -
erschienen die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität und die Dauerbelastbarkeit leicht beeinträchtigt. Trotz der depressiven Störung liessen sich Ressourcen und Restaktivitäten erheben. Der Beschwerdeführer
handle mit ägyptischen Waren und zeige durchaus Interessen. Ferner bestünden keine wesentlichen depressiven Verstimmungen, Kontaktstörungen
und kogniti
ven Störungen
. Da die depressive Störung zu keiner Beeinträchtigung der Schmerzverarbeitung und –
bewältigung
führe, liege keine psychische Komorbi
dität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer vor. Auch liessen sich keine weiteren massgeblichen Kriterien, wie chronische körperliche
Begleiter
krankungen
, sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, verfestigter, thera
peutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung mit primärem Krankheitsgewinn oder das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambu
lanten oder stationären Behandlung erheben. Der Beschwerdeführer verfüge über die notwendigen Ressourcen für den Umgang mit den Schmerzen, so dass diese, soweit organisch nicht begründbar, mit einer zumutbaren
Willensan
strengung
ausreichend überwindbar seien
(
Urk.
7/172/14-21)
.
Aus interdisziplinärer Sicht gingen die Gutachter
davon aus, der Beschwerdefüh
rer sei
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Hilfsgärtner wegen der psychischen Symptomatik
ab Januar 2008 zu 75
%
arbeitsfähig bei vollem Stundenpensum. Seit
dem Zeitpunkt der Begutachtung
sei er wegen der ortho
pädischen Diagnosen
bei voller Stundenpräsenz zu 60
%
arbeitsfähig.
Für k
ör
perlich leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeiten in temperierten Räumen ohne das regelmässige Heben und Tragen von Gegenständen über 5 kg
sowie ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck, ohne erforderliche geistige Flexibilität und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung bestehe bei vollem Stundenpensum ab etwa Januar 2008 eine Arbeitsfähigkeit von 90
%
. Im Rahmen der postoperativen Rehabilitation von Oktober 2006 bis April 2007 habe für sämtliche Tätigkeiten eine voll
e Arbeitsunfähigkeit bestanden
(
Urk.
7/172/24-26).
3.2
Im Auftrag des Unfallversicherers des Beschwerdeführers, der Zürich
Versiche
rungs
-Gesellschaft AG, erstellten
Dr.
med.
J._
, leitender Arzt, sowie
Dr.
med.
K._
, Assistenzärztin,
Kantonsspital
D._
, Neurologische Klinik,
am
30. Juli 2012
ein neurologisches Gutachten. Aufgrund der von den Ärzten der
B._
Klinik im Jahr 2010 gestellten Diagnose war hauptsächlich die Frage
nach dem Vorliegen einer auf den Unfall vom 7. September 2005 zurückzufüh
renden, die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Neuropathie im rechten Fuss zu klären. Die Gutachter stützten sich auf die vom Unfallversicherer gelieferten Unterlagen sowie die neurologische Untersuchung des Beschwerdeführers am 6. August 2012
(
Urk.
7/262/5,
Urk.
7/262/11
)
.
Der Beschwerdeführer berichtete den Gutachtern, seit der Fussoperation ohne relevante Verbesserung an ständi
gen, dumpf drückenden Schmerzen im rechten Fuss-/Sprunggelenk
zu leiden, mit
einer Schmerzintensität von 5 bis 6
auf der visuellen Analogskala (VAS)
. Bei Belastung seien die Schmerzen verstärkt, im Sitzen komme es nach 10 bis 20 Minuten zu einer deutlichen Zunahme der Schmerzintensität bis zu 10
auf der VAS
, der Schmerzcharakter sei brennend. Gleichzeitig komme es zu einer Schwellung am Fuss, teilweise auch zu einer Rötung. Daneben würden in liegender Position intermittierend stärkste schneidende und pulsierende Schmerzen der Intensität 10 auftreten, welche bis zu 15 Minuten andauerten. Deshalb sei der Nachtschlaf deutlich beeinträchtigt. Eine depressive Verstim
mung oder eine andere psychische Problematik bestehe momentan nicht
. Seit 2008 sei er selbständig erwerbend als Händler von Kleinwaren, in Abhängigkeit von den Schmerzen im Fuss
mit einem Arbeitsp
ensum zwischen 30
%
und 50
%
.
Die Gutachter gelangten aufgrund ihrer neurologischen Untersuchung zur Beurteilung, dass keine Anhaltspunkte für ein neuropathisches Schmerzsyndrom
oder eine
Algodystro
p
h
ie
bestünden. Neuropathische Schmerzen würden
sich infolge einer Beschädigung entweder des zentralen oder des peripheren Ner
vensystems entwickeln. Zwar sei der vom Beschwerdeführer angegebene Schmerzcharakter mit einem neuropathischen Schmerz vereinbar, der fluktuie
rende Verlauf der Schmerzsymptomatik passe allerdings nicht dazu. Zudem bestünden keine Anhaltspunkte für eine Schädigung des Nervensystems. Eine Schädigung des zentralen Nervensystems könne aufgrund der Anamnese und der klinischen Untersuchung ausgeschlossen werden. Eine periphere
Nervenlä
sion
sei durch einen sensiblen, motorischen oder sensomotorischen Ausfall im Versorgungsgebiet eines Nervs oder mehrerer Nerven definiert. Beim Beschwer
deführer hätten mit Blick auf die
Vorakten
weder nach dem initialen Trauma noch nach der Operation ein umschriebenes sensomotorisches Defizit oder ein
Kompartmentsyndrom
beobachtet werden können. Auch in der aktuellen neurologischen Untersuchung habe kein derartiger Befund erhoben
werden können
.
Die Ärzte der
B._
Klinik hätten gestützt auf die anamnestischen Angaben zwar im Februar 2010 neuropathische Schmerzen im
Versorgungsge
biet
des
Nervus
peroneus
superficialis
postuliert. Wie bereits dargelegt spreche die Anamnese nicht für ein neuropathisches Schmerzsyndrom. Zudem hätten die Ärzte der
B._
Klinik selbst auf gewisse Diskrepanzen bei den klini
schen Befunden hingewiesen, und mittels einer Neurographie habe keine umschriebene Nervenläsion nachgewiesen werden können (vgl.
Urk.
7/262/9). Eine Small-Fiber Neuropathie, welche mittels einer Neurographie nicht
nachzu
weisen sei
, könne ebenfalls ausgeschlossen werden. Eine solche Neuropathie lasse nämlich klinisch symmetrische Beschwerden erwarten und könne nicht durch ein Trauma ausgelöst werden, sondern sei durch eine langsame progre
diente Verschlechterung der Schmerzen charakterisiert, was aufgrund der
Vorakten
nicht auf den Beschwerdeführer zutreffe. Abschliessend hielten die Gutachter fest, eine neurologische Grunderkrankung habe nicht festgestellt werden können
namentlich keine Anhaltspunkte für einen Morbus
Sudeck
oder eine Neuropathie
. Hinsichtlich der zumutbaren Arbeitsfähigkeit könne auf das orthopädisch-psychiatrische Gutachten des
C._
von Mai 2011 verwiesen werden (
Urk.
7/262/
11-16).
3.3
Im Bericht zu
Handen
der IV-Stelle vom 30. Januar 2013 gab
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Anästhesiologie
von der Praxis für Schmerztherapie
,
an, er habe den Beschwerdeführer letztmals am 14. Mai 2012 gesehen. Der Beschwerdefüh
rer leide unter chronischen Schmerzen, zusätzlich bestehe der Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung. Aufgrund der Intensität und Dauer der Beschwerden müsse von einer
Chronifizierung
gesprochen werden. Prognostisch sei nicht mit einer spontanen Zurückbildung der Schmerzen zu rechnen. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit mit der Möglichkeit zur
Wechselposi
tion
und der Möglichkeit, repetitive Fussbewegungen zu vermeiden, sei der Beschwerdeführer für 4 Stunden pro Tag arbeitsfähig (
Urk.
7/251).
Gemäss Bericht der Klinik
M._
, Institut für Allgemeine Innere Medizin und
Infektiologie
, vom 5. Februar 2013 stellte sich der Beschwerdeführer wegen unklarer abdomineller Beschwerden vor, welche laut den Ärzten am ehesten einerseits im Rahmen einer Gastritis und andererseits im Rahmen einer
Obstipa
tionsproblematik
bei langjähriger
Tramalmedikation
zu deuten seien. Die Ärzte empfahlen die regelmässige Einnahme einer stuhlregulierenden Medikation. Bei den Diagnosen erwähnten sie auch eine latente Tuberkulose (
Urk.
7/253/1-3
; vgl. auch
Urk.
7/263/5-7
).
Im Verlaufsbericht vom 19. März 2013 diagnostizierte der
den Beschwerdefüh
rer seit November 2006 behandelnde
Hausarzt
und Internist
Dr.
F._
chro
nische, therapierefraktäre Fussschmerzen rechts, entsprechend einer Mischung aus neuropathischen und
nozizeptiven
Schmerzen mit zusätzlichen psychischen Anteilen, einen Status nach
Calcaneusfraktur
rechts im September 2005 und
Arthrodese
des USG bei posttraumatischer Arthrose im Oktober 2006, chroni
sches Asthma bronchiale, eine Anpassungsstörung mit agitiert-depressivem Syndrom sowie einen Diabetes mellitus Typ II
. Der Beschwerdeführer klage aktuell über Schmerzen im Bereich des ganzen rechten Fusses und distalen Unterschenkels, welche deutlich belastungsabhängig seien und auch in der Nacht stark ausgeprägt seien.
Begleitet würden die Schmerzen von Schwellun
gen und vermehrtem Schwitzen am rechten Fuss. Ausserdem bestünden Atem
beschwerden, deutliche Schlafstörungen,
Libidoverlust
, vermehrte Reizbarkeit und allgemeine Ermüdbarkeit, Mundtrockenheit und vermehrtes allgemeines
Schwitzen. Die Prognose sei bei Weiterführung der gegenwärtigen Behandlung
bestenfalls stationär.
Dr.
F._
attestierte dem Beschwerdeführer f
ür den
damals
aktuell
ausgeübten Beruf als Händler von Kleidungsstücken
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
unter Hinweis darauf, dass die Arbeitsfähigkeit je nach Krankheitsverlauf und je nach den aktuellen Behandlungsmassnahmen etwas schwanke. Die aktuelle Tätigkeit sei den körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen angepasst. Eingeschränkt werde der Beschwerdeführer einerseits durch die deutlich verminderte Belastbarkeit des rechten Beines und andererseits durch die Folgen des psychischen Leidens, welches vor allem das Konzentrationsvermögen und die Anpassungsfähigkeit einschränke
(
Urk.
7/257/1,
Urk.
7/257/5-7
).
Mit seinem Verlaufsbericht reichte der Hausarzt
Dr.
F._
der IV-Stelle den Bericht vom 9. Januar 2012 über das von den Ärzten der Praxis für Schmerztherapie,
den Anästhesisten
Dr.
L._
,
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Rheumatologie sowie
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Psychiatrie, am 9. Januar 2012 durchgeführte interdisziplinäre Schmerzkonsilium
. In
ihrem
Bericht diagnostizierten die Ärzte
der Praxis für Schmerztherapie
chronische Fussschmerzen rechts bei Status nach
Calcaneusfraktur
rechts und posttrauma
tischer USG-
Arthrodese
am 7. September 2005 sowie einen Status nach
Arthro
dese
rechts am 30. Oktober 2006, eine leichte PHS (
Periarthritis
humerosca
pularis
) rechts
und
den Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung.
Der Beschwerdeführer gab den Ärzten unter anderem an, nach einem Sturz, den er etwa einen Monat nach der Fussoperation erlitten habe, gelegentlich Schmer
zen in der rechten Schulter zu haben, vor allem beim Anheben des rechten Armes und in der Nacht, wenn er auf dem Arm liege. Die Ärzte hielten dazu in ihrer Beurteilung fest, die klinische Untersuchung habe Zeichen eines
subacro
mialen
Impingements
ergeben, so dass die Schulterschmerzen mit einer leichten PHS vereinbar seien. Weiter führten die Ärzte aus, eine abschliessende Beurtei
lung der übrigen Beschwerden sei auf Grund von Verständigungsschwierigkei
ten
und der äusserst komplexen Sachlage nicht möglich, weshalb lediglich eine Hypothese aufgestellt werden könne. Die Biographie des Beschwerdeführers lege nahe, dass er als Kollaborateur eines totalitären Regimes tätig gewesen und dadurch schuldbeladen sei
,
sich im aktuellen Leben im neuen Kulturkreis nicht mehr zurecht finde
und um seine Identität und emotionale Balance ringe. Er habe angegeben, ein Onkel sei General beim ägyptischen Geheimdienst gewesen und habe ihm den Besuch der Militärakademie ermöglicht, wo er eine Ausbil
dung zum Geheimagenten erhalten habe. In dieser Funktion sei er auch lange tätig gewesen, bis er eingesehen habe, dass alles „verbrecherisch“ sei und er die Tätigkeit nicht mehr mit seinem Gewissen habe vereinbaren können.
Die Ehe
frau des Beschwerdeführers gehe in ihrer Schilderun
g demgegenüber davon aus, dass
er vom Vater aus Ehrgefühl zu einem Rücktritt und zur Flucht gezwungen worden sei. Die Flucht sei laut dem Beschwerdeführer halsbrecherisch gewesen. Er sei, verfolgt vom ägyptischen Geheimdienst, über das Mittelmeer in die Türkei und von dort auf Umwegen in die Schweiz geflohen, wo er Asyl erhalten habe. Aufgrund dieser Angaben sei als zusätzlicher pathogener Faktor eine vielleicht lange verdrängte Traumatisierung durch die
Tätigkeit
in einem Geheimdienst
zu erwägen (
Urk.
7/257/31-35).
Gemäss Verlaufsbericht vom 1
2.
April 2013 erfolgte im
Muskulo
-Skelettal Zent
rum der
B._
Klinik wegen der chronischen Fussschmerzen rechts am 16. Januar 2013 sowie drei Tage später eine Behandlung mit
Neurontin
.
Die Ärzte hielten fest, aufgrund der
chronischen, therapierefraktären, invalidisierenden Fussschmerzen sei die Arbeitsfähigkeit erheblich beeinträchtigt gewesen. Unter
Berücksichtigung des bisherigen Verlaufs
mit fehlendem Ansprechen auf diverse Therapiestrategien sei auch in Zukunft mit einer erheblichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen (
Urk.
7/261).
3.4
In einem weiteren
B
ericht vom 13. Juni 2014
äusserte sich der Hausarzt
Dr.
F._
zum Krankheitsverlauf in den letzten zwei Jahren. Er führte aus
,
trotz der von den Spezialisten veranlassten Therapien sei es zu keinerlei Besse
rung gekommen. Die verwendeten Medikamente hätten kaum Wirkung gezeigt und seien schlecht verträglich gewesen. Gleiches gelte für die durchgeführten gezielten Infiltrationen. Die psychische Situation habe sich insgesamt ver
schlechtert. Die depressive Symptomatik habe zugenommen. Es sei
-
wohl vor dem Hintergrund von Verzweiflung wegen der schwierig auszuhaltenden Schmerzen und einer stetig sich verschlechternden sozialen Situation - zu star
ken Stimmungsschwankungen und zeitweilig auffallenden Aggressionen gekommen. Neu hinzugetreten seien in den vergangenen zwei Jahren die prak
tisch dauernde Notwendigkeit von Inhalationsbehandlungen bei bekanntem, chronischem Asthma bronchiale und ein Diabetes Typ II (
Urk.
3/3).
4.
4.1
4.1.1
Das neurologische
Gutachten
des Kantonsspitals
D._
, Neurologische Klinik, vom 30. Juli 2012 hatte aus Sicht der Invalidenversicherung vor allem die Frage zu klären, ob eine Neuropathie vorliege. Gestützt auf die zur Verfügung
gestellten medizinischen
Vorakten
sowie die neurologische Untersuchung des Beschwerdeführers am 6. August 2012 wurde von den Gutachtern das Bestehen einer Neuropathie oder einer anderen neurologischen Erkrankung, welche für die Beschwerden im rechten Fuss zumindest teilweise ursächlich ist, ausge
schlossen (vorstehend E. 3.2).
4.1.2
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, das Gutachten
sei von einer privat
rechtlichen und
gewinnstrebigen
Gesellschaft in Auftrag gegeben worden, und für die Gutachter sei erkennbar gewesen, welches Interesse der Auftragge
ber verfolge
, weshalb
Zweifel an der Neutrali
tät der Begutachtung bestünden
(
Urk.
1 S. 6)
, kann ihm
nicht gefolgt werden. Zum einen hat das Bundesgericht hinsichtlich der Zürich Versicherungs-Gesellschaft, welche als Unfallversicherer des Beschwerdeführers das Gutachten des Kantonsspitals
D._
in Auftrag gegeben hatte
(vgl.
Urk.
7/262/5)
,
wiederholt
festgehalten, dass
ein
Ausstands
begehren
gegen einen
privatwirtschaftlich organisierten
Unfallversicherer als solchen in Bezug auf die Schadensregulierung nicht zulässig sein könne. Es liege in der Natur der Sache, dass ein privatwirtschaftlich organisierter Versi
cherer ein eigenes ökonomisches Interesse daran habe, nicht übermässige Leis
tungen auszurichten. Dennoch sehe das Gesetz ausdrücklich vor, dass derartige Versicherungseinrichtungen die Unfallversicherung gemäss UVG durchführten (Art. 68
Abs.
1
lit
. a UVG) und demzufolge auch die Schadensregulierung vor
nähmen (Art. 45 ff. UVG
)
. Das Gesetz nehme damit in Kauf, dass eine privat
rechtliche juristische Person trotz ihrem wirtschaftlichen Eigeninteresse
Behör
denstellung
habe. Dies sei gesetzlich gewollt und könne keinen
Ausstandsgrund
darstellen
(Urteile des Bundesgerichts 8C_994/2012 vom 18. Februar 2013,
E. 4.1, sowie U 302/05 vom 30. August 2006, E. 4.3)
.
Zum anderen hat
des Bun
desgericht in
BGE 137 V 210
E. 2.3
festgehalten, der blosse Umstand, dass die Medizinischen Abklärungss
t
ellen der Invalidenversicherung regelmässig Gut
achtensauf
t
räge
der IV-Stellen erhielten, spreche noch nicht gegen deren Unab
hängigkeit, Neutralität und Objektivität.
Es
ist nicht
ersichtlich, weshalb diese Rechtsprechung nicht analog für das
durch den privatwirtschaftlich organisier
ten Unfallversicherer mit der Begutachtung
beauftragte Kantonsspital
D._
gelten sollte
, zumal der Beschwerdeführer auch keine konkreten Gründe nennt, welche gegen
die
Neutralität des Gutachtens sprechen
.
4.1.3
Die neurologische Expertise des Kantonsspitals
D._
ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Auch sind die Schlussfolgerungen in der Expertise nachvollziehbar begründet.
Der Vorwurf des Beschwerdeführers, die Gutachter seien nicht im Besitz sämtlicher
relevanter medizinischer
Vorakten
gewesen
(
Urk.
1 S. 6
f.)
, ist unbegründet.
Aus der Auflistung im Abschnitt „fallrelevante Vordokumente“ geht hervor, dass den Gutachtern zahlreiche medizinische und insbesondere auch neurologische Vorberichte
der
B._
Klinik
vorlagen (
Urk.
7/262/5-11).
Bei den
im Urteil IV.2012.00505 erwähnten,
vom Beschwerdeführer im entsprechenden Prozess eingereichten Arztberichten, welche
von der IV-Stelle
ebenfalls zu berücksichti
gen seien (
Urk.
7/244/3-5),
handelt es sich um Arbeitsunfähigkeitsatteste ohne Angabe von Befunden oder um internistische Befundberichte (
Urk.
7/220/17-19,
Urk.
7/222/1-3,
Urk.
7/234/14-30)
, also um Berichte, welche
zur Beantwortung der neurologischen Fragestellung nicht relevant waren
. Sodann
werden in
den
neueren Verlauf
sberichten der
B._
Klinik, Neurologie, etwa im Bericht vom 16. Januar 2013, keine neuen objektivierbaren Befunde erwähnt. Vielmehr wird dort festgehalten, der neurologische Befund sei im Detail unverändert zu den Vorbefunden (
Urk.
7/257/14-15). Die früheren Befunde der
B._
Klinik wurden im Gutachten des Kantonsspitals
D._
aber berücksichtigt.
Da das Gutachten damit auch
in Kenntnis der
rele
v
anten
Vorakten
abgegeben wor
den ist,
ist es voll beweiskräftig
(BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
4.1.4
Gestützt auf die beweiskräftige Expertise der neurologischen Klinik des Kantonsspitals
D._
vom 30. Juli 2012 steht damit fest, dass die Beschwerden im rechten Fuss nicht auf eine Neuropathie oder eine andere neurologische Er
krankung zurückzuführen sind.
4.2
4.2.1
Im
bidisziplinären
Gutachten des
C._
vom 28. Juni 2011
wurden als Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die
Arthrose im rechten Fuss, eine
P
räadipositas
, eine anamnestisch leichte bis mittelgradige depressive Störung gegenwärtig leichten Grades, eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
sowie eine akzentuierte Persönlichkeit mit kränkbaren, narzisstischen Zügen
erwähnt
.
Die
somatoforme
Schmerzstörung
wurde
von den G
utachter
n
als mit einer zumutbaren Willensanstrengung ausreichend überwindbar betrachtet, da die
chronifizierte
leichte depressive Störung
zu keiner Beeinträchtigung der Schmerzverarbeitung und Schmerzbewältigung führe und der Beschwerdeführer über die nötigen Ressourcen für den Umgang mit den Schmerzen verfüge. Die Gutachter sahen auch keine weiteren der massgeblichen Kriterien für eine Unüberwindbarkeit der Schmerzstörung als erfüllt an und wiesen darauf hin, dass weder ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, noch das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung festzustellen seien (
Urk.
7/172/23).
4.2.2
Im weiteren Verlauf wurde
von den Ärzten der
Praxis für Schmerztherapie gemäss Bericht vom 9. Januar 2012 erstmals – nachdem der Schulterbefund anlässlich der
C._
-Begutachtung noch unauffällig
gewesen
war (
Urk.
7/172/6)
-
ein
subacromiales
Impingement
d
er rechten Schulter erhoben und eine
leichte PHS (Periarthritis
humeroscapularis
) rechts
diagnostiziert.
Zu einer allfälligen Auswirkung dieser Problematik auf die Arbeitsfähigkeit
nahmen die Ärzte nicht Stellung, es
kann jedoch nicht ausgeschlo
ssen
werden
, dass sich dieser Befund
zumindest in qualitativer Hinsicht
auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit auswirkt.
In ihrem Bericht vom 9. Januar 2012 erwähnten die Ärzte der Praxis für Schmerztherapie sodann Stationen der Biographie des Beschwerdeführers, die von den
C._
-Gutachtern nicht erhoben worden waren
:
Laut dem Bericht
vom 9. Januar 2012
gab der Beschwerdeführer an, er habe an der Militärakademie
in
I._
eine Ausbildung zum Geheimagenten absolviert und sei längere Zeit in dieser Funktion tätig gewesen, bis ihn moralische Bedenken zur Beendigung der Tätigkeit bewogen und anschliessend zur Flucht in die Schweiz gezwungen hätten. Daraus schlossen die Ärzte der Praxis für Schmerztherapie auf eine mögliche Traumatisierung durc
h die Geheimdiensttätigkeit in
I._
und stellten die Verdachtsdiagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
(
Urk.
7/257/33-35)
. Zwar bestritt die Ehefrau des Beschwerdeführers später den Wahrheitsgehalt dieser Angaben, was aber noch nichts zu bedeuten hat, da die Ehefrau offenbar vermutete,
die Vergangenheit ihres Mannes beim Geheim
dienst w
irke sich negativ auf seine
Leistung
sansprüche
aus
(
Urk.
7/283,
Urk.
7/304/2
-3).
Auch geht aus den Akten hervor, dass der Beschwerdeführer in
I._
Militärdienst leistete (
Urk.
7/275/11)
, und die Ehefrau des Beschwerdeführers gab
in einem früheren Verfahrensstadium
selbst an, ihr Ehemann
habe eine Ausbildung in der Militärakademie in
I._
erhalten und verfüge über Berufserfahrung im Geheimdienst
(
Urk.
7/
275/13-14
).
I
nsgesamt erscheint ein
psychiatrisches Gutachten, in welchem derart wichtige biographi
sche Daten nicht diskutiert
– und allenfalls auch als unglaubwürdig klassifiziert -
werden, als unvollständig. Es ist nämlich durchaus vorstellbar, dass sich
eine allfällige psychische Traumatisierung durch die Tätigkeit in einem Geheimdienst und/oder eine Flucht aus
I._
auf die Diagnosestellung und die Beurteilung der Schwere der psychischen Beeinträchtigungen auswirken können.
Eine Ein
schätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit findet sich im Bericht vom 9. Januar 2012 der Praxis für Schmerztherapie nicht
.
Im Bericht vom 13. Juni 2014 äusserte sich der Hausarzt
Dr.
F._
zum
Krank
heitsverlauf
in den letzten zwei Jahren. Dieser Bericht wurde zwar erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 26. Mai 2014 erstellt, äussert sich aber zu
r g
esundheitlichen Situation vor Erlass der angefochtenen Verfü
gung.
Deshalb ist er im vorliegenden Verfahren zu berücksichtigen.
Dr.
F._
berichtete über eine in den letzten zwei Jahren erfolgte Verschlechterung der psychische
n
Situation mit Zunahme der depressiven Symptomatik. Weiter hielt er fest, trotz verschiedener Ansätze sei die Therapie der Schmerzen
erfolglos verlaufen
(
Urk.
3/3). G
leiches ergibt sich aus dem Verlaufsbericht vom 1
2.
April 2013 des
Muskulo
-Skelettal Zentrums der
B._
Klinik, in welchem die Ärzte darauf hinwiesen, unter Berücksichtigung des bisherigen Verlaufs mit fehlendem Ansprechen auf diverse Therapiestrategien müsse auch in Zukunft mit einer erheblichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gerechnet werden (
Urk.
7/261).
Dr.
F._
erwähnte in seinem Bericht vom 13. Juni 2014 zudem
, dass
in den vergangenen zwei Jahren
n
eu
eine
praktisch dauernde Notwendig
keit von Inhalationsbehandlungen bei bekanntem, chronischem Asthma bron
chiale und ein Diabetes Typ II
hinzugetreten seien
.
Auch im Bericht von
Dr.
F._
vom 13. Juni 2014 fehlt eine Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
3/3)
.
Hinweise für eine Verschlech
terung der Fussproblematik ergeben sich auch aus dem Bericht von Dr.
E._
vom 12. März 2015 (Urk. 11).
4.2.3
Aus den
wiedergegebenen medizinischen Berichten (vorstehend E. 3.2.-4), die von der IV-Stelle im Nachgang zum Rückweisungsurteil des
Sozialversiche
rungsgerichts
IV.2012.00505 vom 7. November 2012 eingeholt beziehungsweise im vorliegenden Verfahren eingereicht wurden, und welche die Entwicklung des Gesundheits
zustandes in der rund dreijährigen Zeitperiode
zwischen der Begut
achtung im
C._
am
31. Mai 2011
und dem Erlass der angefochtenen Verfü
gung vom
26. Mai 2014 dokumentieren
, ergeben sich nach dem Gesagten Hinweise für ein neu hinzugetretene
s Schulterleiden
(
PHS rechts
)
, internistische Probleme
,
eine Verschlechterung
der depressiven Symptomatik und
eine
weitere
Chronifizierung
der Schmerzsymptomatik
bei anhaltender Therapieresistenz
.
Zudem stellt sich aufgrund der von den Ärzten der Praxis für Schmerztherapie
am 9. Januar 2012
gestellten Verdachtsdiagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung die Frage, ob die
psychischen Krankheitssymptome in diag
nostischer Hinsicht und bezüglich ihrer Schwere im
C._
-Gutachten richtig eingeschätzt wurden.
In den fraglichen Berichten fehlt eine Stellungnahme zur Auswirkung
dieser
Gesundheitsstörungen auf die Arbeitsfähigkeit.
Sie erschei
nen indes durchaus als geeignet
, sich auf die
zumutbare
Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in einer leidensangepassten Tätigkeit im relevanten
Z
eit
raum bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 26. Mai 2014 auszu
wirken.
Unter diesen Umständen
trifft
die Beurteilung der IV-Stelle,
d
ie
bei den Akten liegenden
Arztberichte enthielten keine Hinweise auf eine relevante Än
derung des Gesundheitszustandes (
Urk.
2 S. 3,
Urk.
6),
nicht
zu
. Vielmehr wären weitere
Abklärungen
angezeigt
gewesen.
Da
die IV-Stelle den genannten Hinweisen auf eine gesundheitliche Verschlechterung
gar nicht
nachgegangen ist und insbe
sondere nicht abgeklärt hat, ob und inwiefern sich eine allfällige gesundheitli
che Verschlechterung seit der Begutachtung im
C._
auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hat
,
und s
ie bereits im Rückweisungsurteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2012.00505 vom 7. November 2012 darauf hin
gewiesen wurde, dass allenfalls eine interdisziplinäre Neubeurteilung
angezeigt sein werde
(
Urk.
7/244/3-4),
rechtfertigt es sich, die Sache
zur Vornahme der nötigen weiteren Abklärungen
abermals
an die IV-Stelle zurückzuweisen (vor
stehend E. 1.2).
Die angezeigte
interdisziplinäre
medizinische
Verlaufsbegut
achtung
hat insbesondere
die Fachdisziplinen Innere Medizin, Orthopä
die/Rheumatologie sowie Psychiatrie
zu umfassen. Bezüglich der von den
C._
-Gutachtern gestellten Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstö
rung
(
Urk.
7/172/38) ist zudem die
geänderte Rechtsprechung zur Abklärung psychosomatischer Leiden (zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesge
richts 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015)
zu berücksichtigen
. Gemäss dieser kann die Überwindbarkeit der Folgen eines psychosomatischen Leidens nicht mehr vermutet werden und an die Stelle de
s
bisherigen Regel/Ausnahmemodells hat ein strukturiertes Beweisverfahren zu treten (E.6). Auch diesen neuen Grundsät
zen ist bei der noch nötigen weiteren Tatsachenfeststellung Rechnung zu tragen. Für eine weitere Begutachtung wird
dem Beschwerdeführer falls nötig ein Dolmetscher beizustellen sein
(vgl.
Urk.
7/172/2
Ziff.
1.2 und
Urk.
7/262/5
Ziff.
1.2)
.
Die
Gutachter
werden
zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit und in behinderungsangepassten Tätigkeiten in der Zeit ab dem
1.
Januar 2008 Stellung zu nehmen haben
, und die IV-Stelle wird über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers ab
1.
April 2008 eine neue Verfügung zu erlassen haben
.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Ausgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten von
Fr.
800.-- zulasten der unterlie
genden Beschwerdegegnerin (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG).
5.2
Nach
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) und
Art.
61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf den vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses festzusetzenden Ersatz der Parteikosten
, wobei nach ständiger Rechtsprechung die Rückweisung der Sache
an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollstän
diges Obsiegen gilt (BGE 137 V 57 E. 2.2).
Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze und nach E
insicht in die Kostennote vom 2
2.
Juli 2015 (
Urk.
16
) von Rechtsanwalt
Markus Zimmermann
erscheint der gel
tend gemachte Zeitaufwand von 10,05
Stunden
als
im angemessenen Rahmen liegend. Beim gerichtsüblichen Ansatz von
Fr.
200.-- für Aufwendun
gen bis 3
1.
Dezember 2014 und von
Fr.
220.-- für solche ab
1.
Januar 2015 sind gemäss
Honorarnote 8,45 Stunden à
Fr.
200.-- (
Fr.
1‘690.--
) und 1,60 Stunden à
Fr.
220.-- (
Fr.
352
.--) zuzüglich
Barauslagen
von
Fr.
66.35
(
Urk.
16) und Mehrwertsteuer von 8
%
zu entschädigen, was eine Prozessentschädigung von
Fr.
2‘277.--
ergibt.