Decision ID: 4e09889a-a1f5-452b-8f48-c6131e86a729
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1976,
wurden
von der Invalidenversicherung
im
Zeitraum April 1977 bis Mai 1996 zwecks Behandlung des Geburtsgebre
chens
Nr. 324 (
bei gestellter
Diagnose
Hämophilie B) verschiedene Leistun
gen zu
ge
sprochen (vgl.
Urk.
9/1).
1.2
Am
5.
August 2010 erlitt der Versicherte
, der Lehre
n
als Maler
und
Strassen
bauer
absolviert hat
te
,
im Rahmen seiner Tätigkeit als
Strassenbauer
bei der
Y._
AG einen Unfall, bei dem er sich an der linken Schulter verletzte
(
Urk.
9/4/90)
.
Am
1.
Ju
li 2011 (Eingangsdatum) meldete
sich der Versicherte
wegen der
unfallbedingte
n
Schulterbeschwerden
links
bei der
damals zuständigen
IV-Stelle Schwyz
zum Leistungsbezug an (Urk.
9/2).
Daraufhin
nahm die IV-Stelle Schwyz beruflich-erwerbliche und medizini
sche Abklärungen vor und
zog
insbesondere
die
Akten der zuständ
igen Un
fallversicherung Suva
(
Urk.
9/4)
bei
.
Mit Mitteilun
g vom 19.
Juli 2011 ge
währte
sie
dem Versicherten eine Berufsberatung und eine Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten (
Urk.
9/9
; v
gl. auch Schlussbericht vom 15.
Februar 2012,
Urk.
9/17
).
In der Folge zog die IV-Stelle Schwyz
weitere Akten der
S
uva bei (
Urk.
9/21
).
Mit Verfügung vom 1
0.
Juli 2012 verneinte die Suva bei einem erm
ittelten Invaliditätsgrad von 0
% bis maxi
mal 4,7
%
einen Anspruch des Versicherten auf ei
ne Invalidenrente (
Urk.
9/25
), wogegen di
eser Einsprache erhob.
Mit Vorbescheid vom
5.
Oktober 2012
stellte die IV-Stelle Schwyz dem Versicherten
die Abwei
sung seines Rentenbegehrens in Aussicht (
Urk.
9/30).
Mit
Einspracheent
scheid
vom 7.
November 2012
sprach die Suva dem Versicherten
in teilwei
ser
Gut
heissung
der Einsprache
sodann
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von
11
% mit Wirkung ab dem
1.
Juli 2012
eine
Invalidenrente zu (
Urk.
9/32; vgl.
auch Verfügung der Suva vom 26.
November 2012,
Urk.
9/34).
Schliesslich
verneinte die IV-Stelle Schwyz m
it Verfügung vom 13.
November 2012
einen
Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente
(
Urk.
9/31).
1.3
Am 1
1.
April 2014 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte bei der
nun
mehr zuständigen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
unter Hinweis auf unfallbedingte Beschwerden sowie die Hämophilie
z
um Leistungsbezug an (
Urk.
9/42).
Am
7.
Mai 2014 fand bei der IV-Stelle ein Gespräch mit dem Versicherten betreffend seine
berufliche
Situation statt
(
Urk.
9/48).
M
it Vorbescheid vom 1
7.
Juni
2014
stellte die IV-Stelle
dem Ver
sicherten
in Aussicht, dass auf sein neues Leistungsbegehren nicht ein
ge
treten werde (
Urk.
9/49)
, wogegen dieser am
3
0.
Jun
i, 2
9.
September res
pek
tive 27.
Oktober 2014 Einwand
erhob
(
Urk.
9/56
,
Urk.
9/66 und Urk.
9/71
).
In der Folge holte die IV-Stelle Akten der Suva ein (
Urk.
9/73) und
lud den Versicherten zu einem weiteren Gespräch betreffend seine be
rufliche Situa
tion ein, das am
2.
Dezembe
r 2014 stattfand (
Urk.
9/80).
Am 1
2.
März 2015
wurde der Versicherte in der Un
iversitätsklinik
Z._
an der
linken Schulter
operiert (Arthroskopie,
posteriore
Bankar
t-
Repair
sowie Kapselraffung;
Urk.
9/77
).
Am 3
0.
Jun
i 2015 teilte die IV-Stelle
dem Versi
cherten
mit,
dass sein Begehren um berufliche
Massnahmen
abgewiesen werde, da
er
am
1
1.
Juni
2015 erklärt
habe
, sich derzeit nicht in der Lage zu fühlen
, beruf
liche
Massnah
men
anzugehen
(
Urk.
9/79). Mit Vorbescheid vom
7.
Juli 2015 stellte
die IV-Stelle
die Abweisung d
es Leistungsbegehrens in Aussicht
(
Urk.
9/82).
Nachdem der Versicherte
dagegen
am
9.
Juli 2015 op
poniert hatte
(
Urk.
9/83), zog die IV-Stelle we
itere Akten der Suva bei (
Urk.
9
/86).
Mit Eingabe vom 24.
September 2015 (
Urk.
9/90) reichte der Versicherte den Be
richt zur
ä
rztlichen Abschlussuntersuchung
der Suva vom 1
6.
September 2015
(Urk.
9/91)
ein
.
Mit Verfügung vom 2
0.
Oktober 2015 erhöhte die Suva die bisherige Rente mit Wirkung ab
dem
1.
Oktober 2015, da der Invalidi
täts
grad neu 18
%
statt 11
%
betrage (
Urk.
9/95 =
Urk.
9/329 im Prozess Nr. UV.2016.00136
). Dagegen erhob der Versicherte Einsprache
(
Urk.
9/344 im Prozess Nr.
UV.2016.00136
;
Einspracheentsche
id
vom 26.
April 2016,
Urk.
2 im
Prozess Nr. UV.2016.00136
).
Schliesslich
verneinte die IV-Stelle m
it Ver
fü
gung vom 1
8.
November 2015 einen Anspruch des Versicherten auf Leis
tungen der Invalidenversicherung (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
4.
Januar 2016 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
1.
Die Verfügung der IV-Stelle Zürich vom 1
8.
November 2015 sei aufzuheben.
2.
Die Angelegenheit sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese
weitere Abklärungen, insbesondere in der
Fachrichtung Hämophilie
,
vornimmt
.
3.
Allenfalls sei das IV-Verfahren
so
lange zu sistieren, bis die rechtskräftige
Verfügung der Suva
vorliegt.
4.
Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.
5.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen z
ulasten der Beschwerdegegnerin.
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
Februar 2016 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8). Am 1
9.
Mai
2016 teilte der Be
schwerdeführer mit, dass
er den Antrag auf unentgeltliche Prozessführung
zurückziehe (
Urk.
13).
In der Folge
stellte
er
erneut ein Gesuch um unent
gelt
liche Prozessführung (vgl.
Urk.
14 und
Urk.
16), welches
er am 2.
März
2017 wiederum zurückzog (
Urk.
18).
3.
Über die Beschwerde des Beschwerdeführers vom 3
0.
Mai 2016 geg
en den
Ein
spracheentscheid
der S
uva vom 2
7.
April 2016 (vgl. Sachverhalt Ziffer 1) wird mit Urteil vom heutigen Tag ebenfalls entschieden (vgl. Prozess Nr. UV.2016.00136).
4
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beu
r
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Vali
den
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versi
cherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruk
turerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Ein
zelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
1.4
Für die Festset
zung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätig
keit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsver
hält
nisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeits
fähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn,
gilt grundsätz
lich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
solches tat
sächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil d
ie versi
cherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden
falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss
LSE
herange
zoge
n werden (BGE 139 V 592 E. 2.3
mit Hinweisen).
1.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich
berücksich
tigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug ent
wickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Ab
zug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskate
gorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes habe
n können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Per
son wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ge
samthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
1.6
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.7
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaub
haft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräfti
gen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Ge
such ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117
V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kennt
nis der
Vorakten
(Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise be
grün
det sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 12
5 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c)
1.
9
Nach Art. 49 Abs. 1
IVV
beurteilen die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen. Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führen die RAD für die Beurteilung der medizini
schen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur „bei Bedarf“ selber ärzt
liche Untersuchungen durch. In den übrigen Fällen stützen sie ihre Beurtei
lung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab. Das Absehen von eigenen Untersuchungen ist somit nicht an sich ein Grund, um einen RAD-Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere, wenn es im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts geht und die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hinter
grund rückt (Urteile des Bundesgerichts 9C_58/2011 vom 25. März 2011 E.
2.2 mit Hinweisen; 9C_904/2009 vom 7. Juni 2010 E. 2.2; 9C_622/2007 vom 9. September 2008 E. 2.2; vgl. auch BGE 127 I 54 E. 2e und f).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom 1
8.
Novem
ber 2015 damit, dass der
Beschwerdeführer unter Berücksich
tigung des von der Suva festgelegten Zumutbarkeitsprofil
s
für leichte Arbei
ten
100
%
arbeitsfähig sei.
Die unfallfremden Beschwerden hätten keinen gros
sen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
D
ie Suva habe ab Oktober 2015
einen Invaliditätsgrad von 18
%
berechnet. Da der
Invaliditätsgrad unter
40
%
liege, bestehe kein Rentenanspruch der Invalidenversicherung
. Die beruf
li
chen
Abklärungen
, welche die Beschwerdegegnerin habe durchführen wol
len, habe der Beschwerdeführer am 1
9.
Oktober 2015 telefonisch abge
lehnt
(
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass sich sein Gesund
heitszustand
seit der letzten rechtskräftigen Verfügung der IV-Stelle Schwyz vom 1
3.
November 2012 bezüglich der
hämophilen
Arthropathie
eindeutig
versc
hlechtert habe. Trotz der Berichte
der Klinik für Hämophilie des
A._
, in denen ihm eine verminderte Arbeitsfähigkeit attestiert worden sei, seien von der Beschwerdegegnerin keine persönlichen Untersuchungen durchgeführt worden. Aufgrund dieser Arztberichte hätte er
jedoch in der Disziplin Hämophilie extern begutachtet werden müssen (
Urk.
1
S. 5 ff.).
2.3
Wie
die Beschwerdegegnerin zu Recht
bemerkte, hat der Beschwerd
eführer am 1
9.
Oktober 2015
mitgeteilt, dass es ihm nicht möglich sei, an einer beruflichen Abklärung teilzunehmen (
Urk.
9/93). Aus dem Schreiben des Beschwerdeführers vom
2.
März 2017 (
Urk.
18), mit dem er das Gesuch um un
entgeltliche Prozessführung zurück
ge
zogen hat, geht nun aber hervor, dass er inzwischen offenbar Wartezeittaggelder der Beschwerdegegnerin erhält. Dies lässt darauf schliessen, dass die Beschwerdegegnerin zwischenzeitlich bereits wieder
Eingliederungsmassnahmen
angeordnet hat.
Zu
prüfen ist vor
liegend daher der Anspruch auf eine Rente.
3.
3.1
3.1.1
Der
rentenablehnenden Verfügung vom 1
3.
November 2012 (
Urk.
9/31)
la
gen
im Wesentl
ichen folgende Arztberichte zugrunde:
3.1.2
PD
Dr.
med.
B._
, Teamleiter Schulter
-
Ellbogen
der
Universitäts
klinik
Z._
,
stellte i
m Be
richt vom 1
4.
November 2011 folgende Diagno
sen (
Urk.
9/15/1):
Status nach Schulterarthroskopie, vordere und hintere Bankart-Operation mit
Kapselraffung links vom 1
6.
August 2011 bei
posterior
er
positionaler
Schulterinstabilität links bei
Status nach Distorsionstrauma im August 2010
Als Nebendiagnosen nannte er
(
Urk.
9/15/1):
(1)
eine Hämophilie Typ B, mittelschwere Form, Fak
tor IV Restaktivität 1 bis 2
%
(2)
eine Hämophilie
Arthropathie
obere Sprunggelenke (OSG)
beidseits
(3)
eine chronische Hepatitis C
Dr.
B._
erklärte, dass sich (nach
der Schulterarthroskopie
vom 1
6.
August 2011) ein zeitgerechtes, stabiles Resultat zeige. Es sei nun eine Stabilität für moderate körperliche Tätigkeiten gegeben. Aufgrund der noch deutlichen, wenn auch nicht übermässigen Steifigkeit sei allerdings eine körperliche Überkopftätigkeit noch nicht möglich.
Der Beschwerdeführer habe nun eine Stelle im Gastronomiebereich in Aussicht, wo er in leitender Position Ange
stellte überwachen könnte. Dies wäre aus seiner Sicht machbar.
Als Strassen
bauer wäre eine theoretische Arbeitsunfähigkeit für einen weiteren Monat zu 100
%
zu vertreten (
Urk.
9/15/2
; vgl.
Urk.
9/21/24-25
).
3.1
.3
Dr.
med.
C._
, FMH Chirurgie,
hielt
im Bericht betreffend die kreis
ärzt
li
che Untersuchung vom 1
9.
Dezember 2011
fest,
dass dem Be
schwerde
führer aufgrund der klinischen Befunde aktuell eine leichte bis mittelschwere Arbeit ganztags zuzumuten sei, wobei Überkopfarbeiten zu meiden seien. Die Gewichte
seien körpernah zu heben und
tragen. Häm
mernde, stossende und vibrierende Tätigkeiten seien ungeeignet. Nach der
fortgesetzten
Therapie sei eine Anpassung des
Zumutbarkeitsprof
ils zu er
warten (
Urk.
9/21/57).
Im Bericht vom 2
6.
April 2012 betreffend die ärztliche Abschlussuntersu
chung vom gleichen Tag verwies Kreisarzt
Dr.
C._
auf das Zumutbarkeits
profil gemäss seinem Bericht vom 1
9.
Dezember 2011 und hielt fest, dass dieses Profil nicht weiter anzupassen sei (
Urk.
9/21/13).
3.2
3.2.1
Anlässlich der aktuellen Neuanmeldung
äusserten sich
die
involvierten
Ärzte wie folgt
:
3.2.2
Dr.
med.
D._
, Oberärztin der Klinik für Hämatologie des
A._
,
stellte
im ärztlic
hen Zeugnis vom
9.
Oktober 2014
folgende Diagnosen (
Urk.
9/69/1):
(1)
eine Hämophilie B, mittels
chwere Form FIX Restaktivität 1 bis
2
%
(2)
eine habituelle Schulterluxation links
(3)
eine chronische Hepatitis
C
Sie erklärte,
dass d
er Beschwerdeführer wegen seines
Geburtsgebrechen
s
einer mittelschweren Hämophilie B seit Ende der 1990er Jahre im
A._
in
Betreuung
sei
. Im Gegensatz zur schweren Hämophilie
komme es bei der mit
telschweren Form nur selten zu spontanen Blutungsereignissen. Meist seien diese getriggert durch Belastungen, Verletzungen oder
würden nach
Ge
lenkschäden
in den
sogenannten Zielgelenke
n auftreten
. Durch die hohe
körperliche
Belastung im Strassenbau habe der Beschwerdeführer neben Muskelblutungen am häufigsten Blutungen in beide Sprunggelenke erlitten. Eine
hämophile
Arthropath
ie
beider OSG
werde
bereits in ihren
Akten von 2000 festgehalten. Die Beschwerden bei
m
Stehen und
längeren
Gehen hätten in den
letzten
Jahren kontinuierlich zugenommen. Obwohl durch die Schul
ter-bedingte Arbeitsunfähigkeit seit 2011 die körperliche Bel
astung abge
nommen habe, leide der Beschwerdeführer
unter ausgeprägten Anlauf
schmer
zen am Morgen respektive auch nach längerem Sitzen (rechts
mehr als links). Seit 2011 sei es zu einer eindeutigen Verschlechteru
ng der
Arthro
pathie
gekommen.
Aufgrund der aktuellen Beschwerden und klinischen Be
funde
mit deutlich eingeschränkter Beweglichkeit der OSG
habe sie ein MRI veranlasst, das eine fortgeschrittene Arthrose des OSG und
des
unteren Sprunggelenks (USG) zeige. Die
hämophile
Arthropathie
sei leider nie rever
sibel. Es
sei mit einer abhängig von der Belastung der Gelenke langsameren oder rascheren, kontinuierlichen Verschlechterung der
Arthropathie
und da
mit des Gelenkzustandes und der Belastbarkeit des Beschwerdeführers zu rechnen.
In
seinem angestammten Beruf als Strassenbauer
sei
er
z
u 100
%
arbeitsunfähig
. Auf
grund der fortgeschrittenen Sprunggelenksarthrose gelte dies für alle stehenden Tätigkeiten, insbesondere bei unebenem Boden. Die Einschränkungen wegen der traumatisierten Schulter
seien
von der Suva
(vgl. Bericht betreffend die kreisärztliche Untersuchung vom 1
6.
Juni 2014, Urk. 9/52) korrekt beurteilt worden, wobei der Gesundheitszustand auch hier nicht stabil sei. Der Beschwerdeführer sei auch anlässlich der Behandlung im
A._
vereinzelt in Belastungssituationen psychisch aufgefallen. Eine psychi
atrische Unterstützung, welche sie ihm 2009 empfohlen habe, habe er aber
nicht wahrgenommen. Es werde festgehalten, dass der Beschwerdeführer moti
viert sei, in einer seinen körperlichen Einschränkungen angepassten Tä
tigkeit zu arbeiten. Bei einer Weiterbeschäftigung in der angestammten Tä
tigkeit sei
mit einer kurzfristigen weiteren Verschlechterung der
Arthropathie
der Sprung
gelenke sowie bei Fehlbelastungen auch mit Blutungen in die Schul
ter mit schneller Progredienz der Arthrose und der Dekompensation des ge
samten Systems zu rechnen. Sie befürworte deshalb eine Umschulung in eine
n körperlich angepassten Beruf (
Urk.
9/69/1-2).
3.2.3
RAD-Ärztin
me
d.
pract
.
E._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
erklärte in der Stellungnahme vom 1
8.
Oktober 2014, dass
mit
dem Bericht des
A._
keine wesentlichen neuen Aspekte mitgeteilt
würden
. Die
Arthrose des Sprunggelenkes sei be
reits bekannt und
b
erücksichtigt
worden
. Die Hepatitis sei nicht therapiebe
dürftig und habe
keine Auswi
rkung auf die Arbeitsfähigkeit;
ebenso die
Hämophilie, sofern Tätigkeiten mit besonderem Verlet
zungsrisiko ausge
schlos
sen
seien.
Aus versiche
rungsmedizinischer Sicht bestehe
bei Schädigung der Schulter und der Sprunggelenke eine
verminderte Belastbarkeit für
regel
mässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von
Lasten, für Arbeiten über Kopf- und Schulterhöhe, auf Leitern und Ge
rüsten, mit Schlag- und Vibrationsbelastungen des Schultergürtels, für aus
schliess
lich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken sowie für Tätigkeiten in kör
perlichen Zwangshaltungen. Leichte bis mittelschwere (angepasste) Tä
tig
keiten in Wechselbelastung mit der Möglichkeit abzusitzen, ohne Heben, Tragen
und Transportieren von Lasten von mehr als
10 kg, ohne Verharren
in Zwangshaltungen, ohne dauerha
fte Armvorhaltebelastungen und Über
kop
f
arbeiten seien
medizinisch-
theoretisch weiterhin zumutbar
(
Urk.
9/81/3-4
).
3.2
.4
Dr.
D._
ergänzte im E-Mail vom 2
7.
Oktober 2014 zuhanden des Beschwerdeführers, dass dieser keine Tätigkeiten ausüben sollte, die ein lan
ges Stehen (mehr als eine Stunde kontinuierlich respektive mehr als zwei Stunden/Tag), weite Gehstrecken (mehr als 500 m), Gehstrecken mit Lasten oder Gehen auf unebenem Gelände erfordern würden. Diese Einschränkun
gen seien durch die
Arthropathie
der Sprunggelenke, insbesondere rech
ts, bedingt. Eine ausschliesslich
sitzende Tätigkeit sei ungünstig, da es dadurch bei Arthrose zu Anlaufschmerzen in den Sprunggelenken komme. Es müsste auf die Möglichkeit von Pausen geachtet werden. Auch in einer angepassten Tätigkeit bestehe eine maximale
Arbeitsfähigkeit von 80
%
, da bei jeglicher körperlicher Belastung (stehen, gehen etc.) mit einer kontinuierlichen Ver
schlechterung der
Arthropathie
zu rechnen sei. Die Anamnese des Beschwer
deführers sei bezüglich Zahl der Blutungen leider nicht sehr präzise (er habe kein Tagebuch geführt). Der Verbrauch an Gerinnungsfaktoren sei 2013 noch
konstant gewesen, aber ab 2014 höher. Die deutlich
ausgeprägteren
Schme
rz
angaben im Frühling 2014 hätten zu den radiologischen Abklärun
gen (2
3.
Juli und
8.
August 2014) geführt, in welchen eine ausgeprägte Arthrose rechts im
USG und OSG
dokumentiert worden sei (
Urk.
9/70/5).
3.2.5
RAD-Ärztin
E._
hielt in der Stellungnahme vom
4.
Juli 2015 fest, dass d
ie jetzt operierte Instabilität der linken Schulter bereits zum Zeitpunkt der letzten Verfügung
bestanden habe
. Die Funktion der Schulter habe
sich
durch die Operation gebessert.
Aus medizinischer Sicht bestehe
weiterhin
ei
ne
Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne Belas
tungen über der eigenen Kopf- und Schulterhöhe und ohne Heben und Tra
gen unter ungünstigen Hebelwirkungen. Arbeit
en auf Leitern und Gerüsten seien
nicht mehr zumutbar.
Körperlich schwere Arbeiten seien nicht mehr zumutbar. Sie halte an ihrer Stellungnahme vom 1
8.
Oktober 2014 fest (
Urk.
9/81/5).
3.2.6
Kreisarzt
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Chirurgie und Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates,
stellte im Bericht vom 1
6.
September 2015
betreffend die ärztliche
Abschlussuntersuchung vom 1
4.
September 2015
folgende
(Haupt-)
Diag
nose
n (
Urk.
9/91/6):
(1)
eine Schulterluxation links mit ven
traler und dorsaler Instabilität
(2)
Status nach Schulterarthroskopie und vorderer und hinterer Bankart-Operation
mit Kapselraffung im August 2011
(3)
eine beginnende
Omarthrose
links
(4)
eine persistierende Subluxation bei
po
steriorer
traumatischer Rezidiv-
Schulterinstabilität
(5)
eine Schulterarthroskopie,
posteriorer
Bankart-Re-
repair
sowi
e Kapselraffung
links März 2015
Kreisarzt
Dr.
F._
erklärte, dass
beim Beschwerdeführer
un
ter
Berücksichti
gung
des Zumutbarkeitsprofils (kein Ü
berkopfa
rbeiten, keine Rotationsbewe
gun
gen des linken Schultergelenkes, kein Heben und Tragen von schweren Gegen
ständen von mehr als 5 kg, kein körperfernes
Tragen vo
n Gegenstän
den, die mehr als 3 bis 5 kg wiegen,
Arbeiten nur in Höhe des Brustkorbes, kein Arbeiten in der Höhe wie
auf
Leitern, Dächern, Hebebühnen etc., da eine reflexartige Bewegung seitens des linken Schultergelenkes zur Abwehr von
Gefahren nicht gewährleistet sei
, keine vibrationsähnliche
n
Tätigkeiten, die sich auf die linke Schulter negativ auswirken würden, kein Arbeiten in der Kälte, keine Aussenrotationsbewegungen des linken Schultergelenkes)
für leichte Arbeiten eine
100%ige
Arbeitsfähigkeit
gegeben sei (
Urk.
9/91/7
).
4
.
4
.1
Was die unfallbedingten Schulterbeschwerden links anbelangt,
ergibt sich aus den Berichten der Kreisärzte
Dr.
C._
vom
1
9.
Dezember 2011
(Urk.
9/21/53-58
) und
Dr.
F._
vom
1
6.
September 2015
(
Urk.
9/91
), wel
che
je auf eingehenden klinischen
Untersuchungen
beruh
e
n,
dass
dem Be
schwer
deführer
inzwischen
lediglich
noch leichte Arbeiten ganztags zumut
bar sind, nachdem ihm im Dezember 2011
respektive April 2012 (Urk.
9/21/13)
noch
leichte bis mittelschwere Arb
eiten ganztags zumutbar waren
.
Kreisarzt
Dr.
F._
erachtete dabei etwa
nur noch ein Heben und Tragen von Gegen
ständen bis 5 kg
als
möglich. Übe
rdies sind
dem Be
schwerdeführer
– anders als noch
im Dezember 2011
resp
ektive April 2012
–
insbesondere
auch keine
Aussenrotations
bewegungen
des linken Schulter
gelenks und keine Arbeiten über Höhe des Brustkorbes mehr möglich.
Inso
fern ist somit
von einer Ver
schlechterung des Gesundheitszustands
des Be
schwerdeführers
auszugehen, welche
jedoch
nur in qualitativer Hinsicht Auswirkungen auf
die Arbeits
fähigkeit
zeitigt.
Al
lein aufgrund der
Schulter
beschwerden links
ist dem Beschwerdeführer eine entsprechend angepasste Tätigkeit nach wie vor in einem 100%-Pensum
zumutbar.
4
.2
Was die Sprunggelen
ksbeschwerden
betrifft, kam
d
ie behandelnde Häma
to
lo
gin
Dr.
D._
im ärztlichen Zeugnis vom
9.
Oktober
2014
im Wesentlichen
zum Schluss
, dass der Beschwerdeführer in seinem ange
stammten Beruf als Strassenbauer
zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Dies gelte
für alle stehenden Tätigkeiten, insbesondere bei unebenem Boden
(Urk.
9/69/2)
. Erst im
an den Beschwerdeführer gerichteten
E-Mail vom 27.
Oktober 2014 ergänzte
Dr.
D._
dann, dass selbst in einer angepassten (
leichten,
wechselbelastenden) Tätigkeit eine
maximale
Arbeitsfähigkeit von 80
%
be
stehe
(
Urk.
9/70/5)
.
Diesbezüglich ist aber zu berücksichtigen, dass
behan
delnde
Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauensstellung in Zweifelsfällen
erfahrungsgemäss
eher zu Gunsten ihrer Pa
tientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc).
Zudem anerkannte auch der Beschwerdeführer selbst,
indem er
die Rückweisung der Sache zu weiteren medizinischen Abklärungen beantra
g
te
(
Urk. 1.
S. 2)
,
dass auf
diese
Einschätzung von
Dr.
D._
nicht
ohne Weiteres
abgestellt werden kann.
Selbst wenn
man
jedoch
mit
Dr.
D._
davon ausgehen würde
, dass dem Beschwerdefüh
rer nunmehr ledig
lich noch
die von ihr
ums
chriebene
n
angepasste
n
Tätigkeit
en
in einem 80%-Pensum
möglich wäre
n,
würde
– wie
der
nachfolgend
vorzunehmende Ein
kommensvergleich zeigen wird
– nach wie vor kein rente
nbegründender Invaliditätsgrad resultieren.
4.3
4.3
.1
Da die zuletzt ausgeübte Tätigkeit des Beschwerdeführers
als Strassenbauer
bei
der
Y._
AG
ab dem 1
2.
Juli 2010
auf drei Monate befris
tet war
, wären
aufseiten des
Valideneinkommens
die Tabellen
löhne gemäss LSE heranzuziehen
.
Auszugehen wäre
dabei
vo
m Zentralwert
de
r
monat
lichen
L
öhne von Männern im Baugewerbe
des Kompetenzniveaus 2 von
Fr.
5‘874.--
(LSE 2012, privater Sektor, Tabelle TA1, P
osition 41-43).
Bei ei
ner durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41,4 Stunden im Baugewerbe (Bundesamt für Statistik, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabtei
lungen, T 03.02.03.01.04.01) sowie unter Berücksichtigung der Nominallohn
entwicklung im Baugewerbe bis ins Jahr 2015 (von 101,7 Punkten im Jahr 2012 auf 102,5 Punkte im Jahr 2015; vgl. Bundesamt für Statistik, Nomi
nal
lohnindex, Männer, 2011 bis 2015, T.1.1.10)
würde
somit ein hypotheti
scher Jahresverdienst von Fr. 73‘529.-- (= Fr. 5‘874.-- : 4
0 x 41,4 x
12 : 101,7 x 102,5) resultieren (
vgl. Urteil des Sozialversicherungsgerichts UV.2016.00136 vom
heutigen Tag
E. 4.2).
4.3
.2
Angesichts dessen, dass der
Beschwerdeführer nach Eintritt des Gesundheits
schadens keine ihm an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat,
wären
für
die
Bestimmung des Invalideneinkommens
ebenfalls
die Tabellenlöhne
gemäss
LSE 2012
heranzuziehen
.
Der
Durchschnittslohn des
Kompetenzniveau
s
1
belief sich
gemäss LSE 2012 (privater Sektor, Tabelle TA1, Total) für Männer auf
Fr.
5‘210.--. Umgerechnet auf die betriebsübliche
wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (
Bundesamt für Statistik, be
triebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T 03.02.03.01.04.01)
und
angepasst an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2015 (von 2‘188 Punkten im Jahr 2012 auf 2‘226 Punkte im Jahr 2015; vgl.
Bundesamt für
Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Entwicklung der Nominall
öhne, Män
ner, Total, T39) würde
sich ein hypothetischer Jahreslohn von
Fr.
66‘309.-- (
= Fr.
5‘210.-- : 40 x 41,7
x 12 :
2‘188 x 2‘226
;
vgl. Urteil des Sozialversi
che
rungsgerichts UV.2016.00136 vom
heutigen Tag
E. 4.3
)
respektive beim
dem Beschwerdeführer noch zumutbaren Pensum von 80
%
von
Fr.
53‘047.20
(
Fr.
66‘309.-- x 0,8)
ergeben.
Da
den Schreiben von
Dr.
D._
zu entnehmen ist
, dass
auch in
ange
passten
Tätigkeiten aufgrund der Schulterbeschwerden links und der Sprunggelenksbeschwerden beidseits
Limitierungen
bestünden
(
Urk.
9/69/1-2 und
Urk. 9/70/5)
,
wären
Anhaltspunkte dafür
gegeben
, dass er seine gesund
heitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur noch mit unterdurchschnittlichem Ein
kommen verwerten könnte.
Zu beachten
wäre
in diesem Zusammenhang
al
lerdings
auch
, dass
Dr.
D._
ihre Beurteilung, wonach selbst
in an
gepassten
Tätigkeit
en
eine maximale Arbeitsfähigkeit von 80
%
bestehe
, nicht in erster Linie mit Be
funden
begründete
,
sondern damit
, dass bei jegli
cher körperlicher Belastung
(stehen, gehen etc.)
mit einer kontinuierlichen Verschlechterung der
Arthro
pathie
zu rechnen sei
(Urk. 9/70/5)
. Diese Beur
teilung erweist sich demnach jedenfalls als
grosszügig
. Insgesamt
wäre
vor
liegend
daher
ein
Abzug vom Tabellenlohn
in der Höhe
von
maximal
15
%
vertretbar
.
Andere Gründe, die einen höheren Abzug
vom Tabellenlohn des Kompetenzniveaus 1 der LSE 2012
rechtfertigen würden, wie das Alter, die Dauer der Betriebszuge
hörig
keit, die Nationalität oder Auf
enthaltskategorie
sowie der Beschäftigungs
grad
(vgl. E.
1.5
),
wären nicht ersichtlich
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3, insbesondere auch E. 3.2)
.
Bei einer R
eduktion des Tabellenlohns um 15
%
ergäbe sich
somit
ein Invali
deneinkommen von
Fr.
45‘090.10 (
Fr.
53‘047.20
x 0,85).
4.
3
.3
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 73‘529.-- und einem Invaliden
ein
ko
mmen von
Fr.
45‘090.10
würde
eine
Erwerbseinbusse
von
Fr. 28‘438.90
und damit
ein
rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von
38,
68
%
(
Fr.
28‘438.90
: Fr.
73‘529.--) respektive von aufgerundet 39 % resultieren.
5.
Die angefochtene Verfügung vom 1
8.
November 2015 (U
rk. 2), mit der ein Anspruch des
Beschwerdeführers
auf Leistungen der
Invalidenversicherung
- insbesondere auf eine Rente -
verneint wurde,
erweist sich damit als rech
tens. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwer
t festzule
gen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Ausgangsgemäss
sind sie
dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.