Decision ID: 4489d3af-019d-5147-bd68-c4f27aa0ef78
Year: 2013
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Der am 28. November 1961 geborene, verheiratete und in seiner
Heimat Spanien wohnhafte A._ (im Folgenden: Versicherter oder
Beschwerdeführer) war von 1987 bis 2007 in der Schweiz als Maurer tä-
tig (VI 3, 9, 40). Anschliessend kehrte er in seine Heimat nach Spanien
zurück und arbeitete dort vom 31. August bis zum 19. Oktober 2007
ebenfalls als Maurer bzw. Hilfsbetonieren (VI 1, 21). Anschliessend war er
arbeitslos.
A.b Am 20. Mai 2010 stellte der Versicherte bei der spanischen Verbin-
dungsstelle zuhanden der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA, im
Folgenden: Vorinstanz) ein Gesuch um Bezug von Rentenleistungen der
Schweizerischen Invalidenversicherung (VI 1). Der vom Beschwerdefüh-
rer beauftragte Rechtsanwalt, Abelardo Vasquez Conde, Ourense, Spa-
nien, übermittelte am 30. September 2010 der Vorinstanz die massgebli-
chen medizinischen Unterlagen (VI 14-20). Weiter nahm die Vorinstanz
das Formular E213 (VI 21) sowie das medizinische Gutachten des Spitals
in Ourense vom 20. September 2009 (VI 22) zu den Akten.
A.c Gestützt auf die medizinische Stellungnahme von Dr. B._ vom
medizinischen Dienst der IV-Stelle vom 21. Oktober 2010, wonach der
Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit zu 60 % arbeitsunfähig
und in einer Verweistätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei (VI 24), ermittelte
die Vorinstanz gestützt auf den Einkommensvergleich vom 30. Dezember
2010 (VI 27) einen Invaliditätsgrad von 13,46 %. Mit Vorbescheid vom 11.
Januar 2011 (VI 28) teilte sie dem Versicherten mit, dass er in seiner letz-
ten Berufstätigkeit als Maurer zu 60 % arbeitsunfähig sei, jedoch in einer
seiner Gesundheit angepassten unqualifizierten Tätigkeit zu 100 % ar-
beitsfähig, was einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 13 %
ergebe. Das Gesuch müsse deshalb abgewiesen werden.
A.d Am 1. Februar 2011 liess der Versicherte Einsprache erheben und
forderte die Vorinstanz auf, ihm die gesamten medizinischen Unterlagen
zukommen zu lassen (VI 29). Die Zustellung der Unterlagen erfolgte am
11. Februar 2011 (VI 30). Am 24. Februar 2011 ergänzte der Anwalt des
Beschwerdeführers seine Einsprache und begründete sie damit, dass le-
diglich eine Ferndiagnose durchgeführt worden sei und dass der Ge-
sundheitszustand seines Mandanten viel schlimmer sei als der im Gut-
achten von Dr. B._ festgehaltene. Das Gutachten sei widersprüch-
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lich, unvollständig und ignoriere mehrere medizinische Unterlagen (VI
31). Zudem kündigte er an, dass sich der Beschwerdeführer privat von
einem Facharzt untersuchen lassen werde.
A.e Mit Verfügung vom 1. April 2011 wies die Vorinstanz das Leistungs-
begehren im Wesentlichen mit der Begründung ab, beim Versicherten lie-
ge – bei einem Invaliditätsgrad von 13 % – keine rentenbegründende In-
validität vor (IV 32). Am 14. April 2011 teilte die Vorinstanz dem Versicher-
ten mit, dass das privat in Auftrag gegebene medizinische Gutachten von
Dr. C._ vom 14. März 2011 (act. 1 Beilage 6) erst am 5. April 2011
bei der Vorinstanz eingetroffen sei und deshalb beim Erlass der Verfü-
gung nicht habe berücksichtigt werden können und verwies auf die Mög-
lichkeit der "Einsprache" (VI 35).
B.
B.a Am 14. April 2011 liess der Versicherte Beschwerde gegen die Verfü-
gung vom 1. April 2011 erheben (Beschwerdeakten act. 1). Als Begrün-
dung führte er aus, dass die medizinischen und sozialrechtlichen Voraus-
setzungen für die Ausrichtung einer Invalidenrente erfüllt seien. Die Vor-
instanz stütze sich zu Unrecht auf das ungenügende Gutachten E213 des
spanischen Versicherungsträgers. Er beantragte zudem eine persönliche
medizinische Abklärung durch die IV-Stelle Genf.
B.b Mit Zwischenverfügung vom 27. April 2011 forderte das Bundeverwal-
tungsgericht den Beschwerdeführer auf, einen Kostenvorschuss in der
Höhe von Fr. 400.- zu leisten (act. 2). Am 16. Mai 2011 leistete er fristge-
recht einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 525.04 (act. 3).
B.c In ihrer Vernehmlassung vom 28. Juli 2011 beantragte die Vorinstanz
– unter Hinweis auf die eingeholte Stellungnahme von Dr. D._ des
ärztlichen Dienstes der IVSTA vom 21. Juli 2011 (VI 42) – die Abweisung
der Beschwerde und die Bestätigung der angefochtenen Verfügung (act.
9).
B.d In seiner Replik vom 29. August 2011 wiederholte der Beschwerde-
führer, dass das bisher festgestellte Krankheitsbild nicht dem tatsächli-
chen Krankheitsbild entspreche und eine fachärztliche Untersuchung in
der Schweiz zwingend notwendig sei (act. 12).
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Seite 4
B.e In ihrer Duplik vom 9. September 2011 wiederholte die Vorinstanz ih-
ren Antrag auf Abweisung der Beschwerde und auf Bestätigung der ange-
fochtenen Verfügung (act. 14).
C.
Mit Zwischenverfügung vom 19. September 2011 schloss das Bundes-
verwaltungsgericht den Schriftenwechsel (act. 15). Auf die weiteren Aus-
führungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird – soweit
für die Entscheidfindung notwendig – in den nachfolgenden Erwägungen
näher eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs.
1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversi-
cherung (IVG, SR 831.20) sowie Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) beur-
teilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Aus-
land gegen Verfügungen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32
VGG liegt nicht vor.
1.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-
tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt.
Indes findet das VwVG aufgrund von Art. 3 Bst. d bis
VwVG keine Anwen-
dung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesgesetz vom 6.
Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG, SR 830.1) anwendbar ist.
1.3 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-
men; er ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 ATSG). Er ist da-
her zur Beschwerde legitimiert.
1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht und
der Kostenvorschuss fristgerecht geleistet wurde, ist auf die Beschwerde
einzutreten (60 ATSG, Art. 52 VwVG und Art. 63 Abs. 4 VwVG).
C-2296/2011
Seite 5
2.
Vorab ist zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren zur
Anwendung gelangen.
2.1 Der Beschwerdeführer ist spanischer Staatsangehöriger mit Wohnsitz
in Spanien, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen
vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft ei-
nerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihrer Mitgliedsstaaten
andererseits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) zu beachten
ist. Nach Art. 1 Abs. 1 des auf der Grundlage des Art. 8 FZA ausgearbei-
teten und Bestandteil des Abkommens bildenden (Art. 15 FZA) Anhangs
II ("Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit") des FZA in Ver-
bindung mit Abschnitt A dieses Anhangs wenden die Vertragsparteien un-
tereinander insbesondere die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates
vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit
auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehörige,
die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (SR 0.831.109.268.1;
nachfolgend: Verordnung Nr. 1408/71), und die Verordnung Nr. 574/72
oder gleichwertige Vorschriften an. Dabei ist im Rahmen des FZA auch
die Schweiz als "Mitgliedstaat" im Sinne dieser Koordinierungsverordnun-
gen zu betrachten (Art. 1 Abs. 2 Anhang II des FZA).
Noch keine Anwendung finden vorliegend die am 1. April 2012 in Kraft ge-
tretenen Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der so-
zialen Sicherheit sowie (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten
für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordi-
nierung der Systeme der sozialen Sicherheit.
2.2 Nach Art. 40 Abs. 4 der Verordnung Nr. 1408/71 ist die vom Träger ei-
nes Staates getroffene Entscheidung über die Invalidität eines Antragstel-
lers für den Träger eines anderen betroffenen Staates nur dann verbind-
lich, wenn die in den Rechtsvorschriften dieser Staaten festgelegten Tat-
bestandsmerkmale der Invalidität in Anhang V dieser Verordnung als
übereinstimmend anerkannt sind. Eine solche anerkannte Übereinstim-
mung besteht für das Verhältnis zwischen einzelnen EU-Mitgliedstaaten
und der Schweiz nicht. Der Invaliditätsgrad bestimmt sich daher auch im
Geltungsbereich des FZA nach schweizerischen Rechtsvorschriften resp.
des IVG, der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar
1961 (IVV, SR 832.201), des ATSG sowie der Verordnung vom 11. Sep-
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Seite 6
tember 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSV, SR 830.11; vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4).
2.3 In materiell-rechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechts-
sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden
Tatbestandes Geltung haben, wobei nach ständiger Praxis auf den im
Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes (hier: 1. Ap-
ril 2011) eingetretenen Sachverhalt abgestellt wird (BGE 130 V 329, BGE
129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither
verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-
tungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b).
Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel
aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den in Kraft ste-
henden Normen zu prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 130 V 445).
Bei den materiellen Bestimmungen des IVG und der IVV ist auf die Fas-
sung gemäss den am 1. Januar 2004 in Kraft getretenen Änderungen (4.
IV-Revision; AS 2003 3837) abzustellen. Soweit ein Rentenanspruch ab
dem 1. Januar 2008 zu prüfen ist, sind weiter die mit der 5. IV-Revision zu
diesem Zeitpunkt in Kraft getretenen Gesetzes- und Verord-
nungsänderungen zu beachten (AS 2007 5129 und AS 2007 5155). Noch
keine Anwendung findet vorliegend das am 1. Januar 2012 in Kraft getre-
tene erste Massnahmenpaket der 6. IV-Revision (IVG in der Fassung
vom 18. März 2011 [AS 2011 5659]).
2.4 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung
hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG), und beim Eintritt
der Invalidität während der vom Gesetz vorgesehenen Dauer Beiträge an
die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) geleistet
hat, d.h. während mindestens eines vollen Jahres gemäss Art. 36 Abs. 1
IVG in der bis 31. Dezember 2007 geltenden bzw. während mindestens
drei Jahren laut Art. 36 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden
Fassung. Diese Bedingungen müssen kumulativ gegeben sein; fehlt eine,
so entsteht kein Rentenanspruch, selbst wenn die andere erfüllt ist.
Der Beschwerdeführer hat unbestrittenermassen während mehr als drei
Jahren Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Inva-
lidenversicherung geleistet, so dass die Voraussetzung der Mindestbei-
tragsdauer für den Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente gemäss
Art. 36 Abs. 1 IVG erfüllt ist (IV 40).
C-2296/2011
Seite 7
2.5 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), die Folge
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. IVG).
Invalidität ist somit der durch einen Gesundheitsschaden verursachte und
nach zumutbarer Behandlung oder Eingliederung verbleibende länger
dauernde (volle oder teilweise) Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem
in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt resp. der Möglich-
keit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Der Invaliditäts-
begriff enthält damit zwei Elemente: ein medizinisches (Gesundheits-
schaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) und ein wirtschaftli-
ches im weiteren Sinn (dauerhafte oder länger dauernde Einschränkung
der Erwerbsfähigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich; vgl. zum
Ganzen UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 8 Rz.
7). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Un-
fähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu
leisten. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperli-
chen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
2.6 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der von 2004 bis Ende 2007 gültig ge-
wesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die
versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von min-
destens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Inva-
liditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. Hieran
hat die 5. IV-Revision nichts geändert (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG in der ab
dem 1. Januar 2008 geltenden Fassung). Laut Art. 28 Abs. 1 ter
IVG (in der
von 2004 bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) bzw. Art. 29 Abs. 4
IVG (in der ab dem 1. Januar 2008 geltenden Fassung) werden jedoch
Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50% entsprechen, nur
an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Auf-
enthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, was laut Rechtsprechung
eine besondere Anspruchsvoraussetzung darstellt (vgl. BGE 121 V 264
E. 6c). Eine Ausnahme von diesem Prinzip gilt seit dem 1. Juni 2002 für
Schweizer Bürger und Staatsangehörige der EU, denen bereits ab einem
Invaliditätsgrad von 40% eine Rente ausgerichtet wird, wenn sie – wie der
Beschwerdeführer – in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben.
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Seite 8
2.7 Der Rentenanspruch entsteht frühestens in jenem Zeitpunkt, in dem
die versicherte Person mindestens zu 40% bleibend erwerbsunfähig (Art.
7 ATSG) geworden ist oder während eines Jahres ohne wesentlichen Un-
terbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG)
gewesen war (vgl. Art. 29 Abs. 1 Bst. a und b IVG in den bis Ende 2007
gültig gewesenen Fassungen). Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab dem
1. Januar 2008 geltenden Fassung haben jene Versicherten Anspruch auf
eine Rente, welche ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Auf-
gabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass-
nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), und
die zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich zu mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewe-
sen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid
(Art. 8 ATSG) sind (Bst. b und c).
3.
3.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-
fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss-
brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder un-
vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die
Unangemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).
3.2 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Ver-
waltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur
Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahr-
scheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an
diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Ab-
nahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung;
UELI KIESER, Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, Zürich
1999, S. 212, Rz 450; vgl. auch BGE 122 V 162 E. 1d, 122 II 464 E. 4a,
120 Ib 224 E. 2b). Diese Praxis wurde vom Bundesgericht immer wieder
bestätigt (vgl. z.B. das Urteil des Bundesgerichts 9C_108/2010 vom 15.
Juni 2010 E. 4.2.2).
3.3 Während des Beschwerdeverfahrens eingereichte Beweismittel, wel-
che sich auf einen Sachverhalt vor dem Erlass der angefochten Verfü-
gung beziehen, aber der Vorinstanz zu spät zugestellt wurden, können
vom Bundesverwaltungsgericht – als Ausfluss der Untersuchungsmaxime
sowie des Devolutiveffekts der Verwaltungsbeschwerde (Art. 54 VwVG) –
ohne weiteres mit berücksichtigt werden. Das Bundesgericht hat zudem
mehrfach entscheiden, dass für die richterliche Beurteilung eines Falles
C-2296/2011
Seite 9
zwar grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zum Zeitpunkt des Ver-
fügungserlasses massgeblich, sind, dass aber Tatsachen, die sich erst
später verwirklichen und mit dem Streitgegenstand in engem Zusammen-
hang stehen und darüber hinaus geeignet sind, die Beurteilung im Zeit-
punkt dieses Verfügungserlasses zu beeinflussen, insoweit ebenfalls zu
berücksichtigen sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_278/2011 vom
26 Juli 2011, E. 5.5; 9C_116/2010 vom 20. April 2010 E. 3.2.2; BGE 121
V 362 E. 1b, BGE 118 V 200 E. 3a und BGE 116 V 80 E. 6b). Dies muss
umso mehr für einen Arztbericht gelten, welcher vor dem Verfügungser-
lass erstellt wurde und sich somit auf Tatsachen vor dem Verfügungser-
lass bezieht. Vorliegend ist dies für den Arztbericht von Dr. C._
vom 14. März 2011 der Fall.
3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und
im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszu-
stand zu beurteilen u die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen
der Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit
Hinweisen). Die - arbeitsmedizinische - Aufgabe der Ärzte und Ärztinnen
besteht darin, sich dazu zu äussern, inwiefern die versicherte Person in
ihren körperlichen oder geistigen Funktionen leidensbedingt einge-
schränkt ist. Im Vordergrund stehen dabei vor allem jene Funktionen,
welche für die nach der Lebenserfahrung im Vordergrund stehenden Ar-
beitsmöglichkeiten der versicherten Person wesentlich sind (so etwa, ob
diese sitzend oder stehend, im Freien oder in geheizten Räumen arbeiten
kann oder muss, ob sie Lasten heben und tragen kann). Die Frage, wel-
che konkreten beruflichen Tätigkeiten auf Grund der medizinischen An-
gaben und unter Berücksichtigung der übrigen Fähigkeiten der versicher-
ten Person in Frage kommen, ist demgegenüber nicht von der Ärztin oder
dem Arzt, sondern von der Verwaltung bzw. von der Berufsberatung zu
beantworten (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I
457/04 vom 26. Oktober 2004, in: SVR 2006 IV Nr. 10, E. 4.1 mit Verweis
auf BGE 107 V 20 E. 2b). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberich-
tes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben
worden ist, in der Darlegung der Zusammenhänge und in der Beurteilung
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der Expertinnen und Experten begründet sind (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a
und E. 3b/cc mit Hinweisen).
C-2296/2011
Seite 10
4.
Im vorliegenden Verfahren ist streitig und vom Bundesverwaltungsgericht
zu prüfen, ob die IVSTA zu Recht einen Rentenanspruch des Beschwer-
deführers verneint hat. Dieser macht geltend, die medizinischen und so-
zialrechtlichen Voraussetzungen für die Ausrichtung einer Invalidenrente
seien erfüllt.
4.1 Der aktuelle Gesundheitszustand des Beschwerdeführers wird akten-
kundig von den Ärzten wie folgt beurteilt:
In seinem Untersuchungsbericht vom 21. August 2006 stellte Dr.
E._, Spezialarzt FMH für Radiologie (VI 15), eine unregelmässige
Struktur des Pankreaskopfs mit multiplen amorphen Verkalkungen sowie
eine Erweiterung des Ductus pancreaticus fest.
Dr. F._, Facharzt Gastroenterologie FMH, schloss im Untersu-
chungsbericht vom 14. Juni 2007 (VI 16) auf das Vorliegen einer chroni-
schen Pankreatitis mit Kopfkalzifikation und Stauung des Wirsungianus.
Im Arztbericht vom 26. Juni 2007 diagnostizierte Dr. G._ (Depar-
tement Innere Medizin/Gastroenterologie des Kantonsspitals St. Gallen;
IV 17) eine chronische Pankreatitis ED 08/06 nach chronischem Alkoho-
labusus, einen Pankreatolyth im Pankreaticus ED 06/07, eine Pseudo-
cyste im Corpus (12 mm), grosse Leukozyten im Lungenbereich, signifi-
kanten Gewichtsverlust sowie Nikotinabusus.
Dr. H._ Maria Ines Castro Novo des Spitals in Ourense hielt in ih-
rem Arztbericht vom 3. Dezember 2008 (VI 19) folgende Diagnosen fest:
aethylbedingte Leberzirrhose CHILD A. 7/15, ascitis (Flüssigkeit in der
Bauchhöhle), insulinabhängiger Diabetes mellitus, chronische Pankreati-
tis, aethylbedingte plötzlich auftretende Krämpfe (konvulsive Krisen). Der
Patient habe 25 kg an Gewicht verloren.
In ihrem ärztlichen Bericht vom 4. Juni 2010 (E213) stellte Dr. I._
Alkoholismus in abstinenter Phase, insulinabhängigen Diabetes mellitus
und chronische Pankreatitis fest. Der Versicherte beklage Müdigkeit,
Kraftlosigkeit und der Verdauungsapparat müsse alle 6 Monate kontrol-
liert werden. Sie erachtete den Versicherten als zu 60% arbeitsunfähig in
seiner bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter, jedoch voll arbeitsfähig in ei-
ner leichten Verweistätigkeit (VI 21).
C-2296/2011
Seite 11
Dr. H._, Spital Ourense, hielt in ihrem zweiten Arztbericht vom 29.
September 2010 folgende Diagnosen fest: aethylbedingte Leberzirrhose
CHILD A, chronische Pankreatitis mit endokriner Insuffizienz und insulin-
abhängiger Diabetes mellitus. Erstmals sei der Patient im November
2008 in ihrem Spital behandelt worden; er sei seit eineinhalb Jahren Al-
kohol-abstinent (VI 22).
Im neuesten, vom Beschwerdeführer privat in Auftrag gegebenen Arztbe-
richt vom 14. März 2011 (act. 1 Beilage 6), erhob Dr. C._ (Fach-
arzt für Innere Medizin) folgende Diagnosen: chronischer Alkoholismus,
Krämpfe, aethylische Leberzirrhose, chronische Pankreatitis, schlecht
kontrollierbarer insulinabhängiger Diabetes mellitus, mögliche distale
Neuropathie. Der Patient sei generell geschwächt und verspüre ein Krib-
beln in Händen und Füssen, v. a. in den Nächten und während der langen
abstinenten Phase. Manchmal sei ihm schwindlig und er leide unter
Schweissausbrüchen. Er werde mit Insulin (Lantus), Topiramato, Xeristar
und Antabus behandelt.
4.2 Die Auswirkungen der gestellten Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers wurden in den medizinischen Unterlagen, soweit
sie sich dazu äussern, wie folgt wiedergegeben:
Dr. J._ stellte im Formular E213 (VI 21) fest, dass der Versicherte
unter Müdigkeit und Kraftlosigkeit leide (Ziff. 3.2); er sei bei Ausübung von
körperlich schweren Arbeiten eingeschränkt (Ziff. 11 2). In seiner zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Hilfsbetonierer könne er lediglich zu 60% arbei-
ten (Ziff. 11.4). Hingegen sei es ihm möglich, vollzeitig eine angepasste
Tätigkeit ausüben (Ziff. 11.6). Der Invaliditätsgrad wurde auf 30 % bezif-
fert (Ziff. 11.8).
Der Arztbericht von Dr. C._ vom 14. März 2011 kommt zum
Schluss, dass der Patient aufgrund seiner Beschwerden in seinem ge-
wohnten Beruf gänzlich arbeitsunfähig sei (act. 1 Beilage 6).
4.3 Der medizinische Dienst der Vorinstanz würdigte die ärztlichen Unter-
lagen wie folgt:
Dr. B._ hielt in seiner Stellungnahme vom 21. Oktober 2010 (VI
24) als Hauptdiagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine
chronische Pankreatitis fest. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit nannte er einen chronischen Aethylismus ohne psychi-
sche Störungen, in abstinenter Phase, sowie insulinabhängigen Diabetes
C-2296/2011
Seite 12
ohne aktuelle Komplikationen. Der Versicherte sei in seiner bisherigen
Tätigkeit zu 60 % arbeitsunfähig, jedoch in einer leichten Tätigkeit zu 100
% arbeitsfähig. Die Arbeitsunfähigkeit beginne ab dem 3. Dezember
2008. Der Versicherte sei zur Zeit abstinent und weiter ärztlich zu betreu-
en, damit sich sein Gesundheitszustand und seine Arbeitsfähigkeit nicht
verschlechterten.
In seiner Stellungnahme vom 21. Juli 2011 nannte Dr. D._ (VI 42)
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: chroni-
sche Pankreatitis, insulinbedürftiger Diabetes mellitus. Weiter stellte er
folgende Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: chroni-
scher Äthylismus (abstinent); "Status nach konvulsiver Krise 11/08", Zei-
chen von Leberzirrhose CHILD A, Gastroskopie 11/08: keine Ösophagus-
varizen; Verdacht auf periphere Neuropathie. Nach Durchsicht aller ein-
gereichten Berichte, insbesondere des neusten Berichts von Dr.
C._, könne die Schlussfolgerung von Dr. B._ in dessen
Stellungnahme bestätigt werden: die chronische Bauchspeicheldrüsen-
entzündung führe zu einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes mit
einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit für körperlich schwere Tätigkei-
ten; dies werde so im Formular E213 wie auch im Bericht von Dr.
C._ festgestellt und durch Dr. B._ angemessen berück-
sichtigt. Körperlich leichte und allenfalls mittelschwere Tätigkeiten seien
indessen vollzeitig zumutbar. Im Übrigen enthalte der Bericht von Dr.
C._ keine neuen relevanten Informationen, eine Begutachtung in
der Schweiz dränge sich nicht auf.
5.
5.1 Der Beschwerdeführer äusserte sich in der Beschwerde (act. 1) zu
den medizinischen Unterlagen und den darin gestellten Diagnosen wie
folgt:
Das Krankheitsbild sei insgesamt weitaus schwerwiegender als festge-
stellt; die Erkrankungen und Gesundheitseinschränkungen seien chroni-
scher und progressiver Natur. Das Gutachten auf dem Formular E213 er-
fülle weder die medizinischen noch die gutachterlichen Voraussetzungen.
In seiner Beschwerde führte er etliche Beispiele mangelhafter bzw. feh-
lender Untersuchungen an und stellte sinngemäss fest, dass deshalb
auch keine entsprechenden Diagnosen hätten erhoben werden können.
Bei Betrachtung aller medizinischer Unterlagen hätte sich folgendes
Krankheitsbild ergeben müssen: chronische Pankreatitis mit pankreatisch
endokriner Insuffizienz, chronischer Aethylismus mit Auswirkungen wäh-
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Seite 13
rend der Abstinenz, insulinabhängiger Diabetes mellitus Typ II, chronische
Lebererkrankung mit Lebersteatose, Leberfibrose und Leberzirrhose,
chronische Hepatopathie im zyrotischen Stadium, Anorexie mit schwerem
ständigem Erbrechen und starkem Gewichtsverlust, Asthenie, Ascites.
Aufgrund der Diskrepanz zwischen den festgestellten Diagnosen und
denjenigen, die hätten gestellt werden müssen, sei eine fachärztliche Un-
tersuchung in der Schweiz vorzunehmen.
Daneben machte er in Beschwerde unter Ziffer II/5 geltend, der Vorin-
stanz hätten nachweislich – nebst den ihr am 11. Februar 2011 zugestell-
ten Unterlagen – zusätzliche medizinische Unterlagen, Arzt- und Kran-
kenhausberichte sowie medizinische Gutachten vorgelegen; diese seien
vom medizinischen Dienst nicht in die Beurteilung mit einbezogen wor-
den.
5.2 Zur Würdigung der medizinischen Unterlagen durch die zwei IV-Ärzte
sowie zu deren Feststellungen zur Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nahm der Beschwerdeführer wie folgt Stellung:
Mit Einsprache (VI 31) rügte er, die beiden Stellungnahmen seien nur via
Ferndiagnose erfolgt, zudem habe Dr. B._ mehrere Erkrankungen,
welche in den medizinischen Unterlagen aufgeführt gewesen seien, igno-
riert (Lebersteatose, Chronische Hepatopathie im zyrotischen Stadium,
Anorexie, Asthenie, Ascites). Weiter wies er auf einen Widerspruch in der
Stellungnahme von Dr. B._ (act. 24) hin: auf Seite 2 habe er eine
Restarbeitsfähigkeit von 100% in einer Verweistätigkeit festgestellt; bei
der auf Seite 1 vorgedruckte Frage nach der "Incapacité de travail dans
les activités de substitution" habe er jedoch eine Arbeitsunfähigkeit von
60% festgehalten.
In seiner Beschwerde rügte er zusätzlich, die Vorinstanz habe sich bei ih-
rer Beurteilung einzig auf das Formular E213 gestützt, welches weder die
medizinischen noch die gutachterlichen Voraussetzungen erfülle. Die wei-
teren medizinischen Unterlagen seien völlig ignoriert worden (act. 1).
In der Replik (act. 12) machte er zudem geltend, dass eine korrekte, de-
taillierte und einigermassen sichere Sachverhaltsaufklärung zum Ge-
sundheitszustand des Beschwerdeführers nur mittels einer fachärztlichen
Untersuchung in der Schweiz unter Mitwirkung des Versicherten sowie
unter Berücksichtigung der sozialmedizinischen und sozialrechtlichen
Massstäbe des Auftraggeberlandes sowie abschliessendem Obergutach-
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Seite 14
ten erfolgen könne. Weiter führte er aus, dass zwischen dem ersten und
dem zweiten Gutachten des medizinischen Dienstes der Vorinstanz (Dr.
B._, VI 24, Dr. D._, VI 42) eine extreme Diskrepanz beste-
he, weshalb unbedingt eine Begutachtung in der Schweiz notwendig sei.
Der Gesundheitszustand sei wesentlich schlechter als festgestellt und der
Beschwerdeführer sei eindeutig nicht mehr in der Lage, irgendwelchen
Verweistätigkeiten nachzugehen. Es sei völlig unverständlich, dass zwar
eine Leberzirrhose festgestellt, aber als "ohne Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit" qualifiziert worden sei. Weitere Erkrankungen seien in den
beiden Gutachten gar nicht erst festgestellt oder falsch bewertet worden.
6.
6.1 Das Bundesverwaltungsgericht würdigt die in den medizinischen Un-
terlagen gestellten Diagnosen und die Feststellungen zu den Auswirkun-
gen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sowie die diesbezüg-
lichen Stellungnahmen der beiden IV-Ärzte wie folgt:
6.1.1 Den Akten ist übereinstimmend folgende Diagnosestellung zu ent-
nehmen: Chronische Pankreatitis, chronischer Äthylismus (abstinent, IV
16, 17, 19/20, 21, 22, 24, 33, 42); Leberzirrhose bzw. Zeichen von Lebe-
zirrhose CHILD A/Lebersteatose(IV 16, 17, 19/20, 22, 33, 42; nicht aus-
drücklich bestätigt im Formular E213 [IV 21] und der Stellungnahme von
Dr. B._ [VI 24]); insulinbedürftiger Diabetes mellitus (IV 19/20, 21,
22, 24, 33, 42). Daneben wurden in einzelnen Unterlagen weitere Diag-
nosen erhoben, auf welche später einzugehen ist.
6.1.2 Dem Beschwerdeführer werden verschiedene Erkrankungen meist
als Folge des übermässigen Alkoholkonsums attestiert. Nach ständiger
Rechtsprechung des Bundesgerichts begründet Alkoholismus für sich al-
leine keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird er invaliden-
versicherungsrechtlich erst relevant, wenn er eine Krankheit oder einen
Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher, geistiger oder psychi-
scher, die Erwerbstätigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden ein-
getreten ist, oder wenn er selber Folge eines körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt (Ur-
teil des Bundesgerichts 8C_480/2007 vom 20. März 2008 E. 6.1 mit wei-
teren Hinweisen).
6.1.3 Eine Folge des Alkoholabusus ist die chronische Pankreatitis. Laut
den übereinstimmenden Stellungnahmen der IV-Ärzte (VI 24/42) führt die
chronische Bauchspeichelentzündung zu einer Verschlechterung des All-
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Seite 15
gemeinzustandes des Versicherten und zu einer eingeschränkten Leis-
tungsfähigkeit, jedoch nur für körperlich schwere Tätigkeiten. Dies gilt
ebenso für den festgestellten insulinbedürftigen Diabetes mellitus Typ II.
Der erhobene Vorwurf des Beschwerdeführers, dass sich diese Wertung
ausschliesslich auf die Aussagen im Formular E213 beziehe, ist insofern
unzutreffend. Zudem ergeben sich aus dem neuesten Arztbericht von Dr.
C._ (act. 1 Beilage 6) keine neuen bzw. dieser Beurteilung wider-
sprechende Erkenntnisse. Er äussert sich im Übrigen nicht zur Frage, in-
wieweit der Beschwerdeführer in einer leichten oder mittelschweren Ver-
weistätigkeit eingeschränkt sein soll. Die Beurteilung der IV-Ärzte betref-
fend die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sind deshalb plausibel,
widerspruchsfrei und nachvollziehbar. Die aethylischen bzw. konvulsiven
Krisen sind vorübergehend und haben deshalb keine dauerhaften Aus-
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Im neueren Arztbericht von Dr.
H._ vom 29. September 2010 wurden sie zudem nicht mehr diag-
nostiziert (VI 22).
6.1.4 Bezüglich der – ebenfalls aethylbedingten - Leberzirrhose ist fest-
zuhalten, dass die Stufe "CHILD A" die mildeste Stufe darstellt. In diesem
Stadium wird die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht einge-
schränkt, wie dies die beiden Stellungnahmen der IV-Ärzte (VI 24/42) zu-
recht feststellen. Der Beschwerdeführer macht zwar geltend, die Tragwei-
te der Leberzirrhose sei viel schwerwiegender und müsse näher unter-
sucht werden. Dies ist jedoch nicht notwendig, da die medizinischen Un-
terlagen einheitlich die Stufe CHILD A bestätigen, soweit die Leberzirrho-
se überhaupt diagnostiziert wurde (VI act. 20, VI act. 22). Der neueste
Bericht von Dr. C._ bringt auch dazu keine wesentlichen neuen
Erkenntnisse. Gleiches gilt für die vom Beschwerdeführer geltend ge-
machte chronische Hepatopathie im zyrotischen Stadium, die Anorexie,
die Asthenie und den Ascites.
6.1.5 Der in den Unterlagen festgestellte in den Jahren 2007 und 2008 er-
littene Gewichtsverlust (VI act. 17/19) hat Auswirkungen auf die physi-
sche Kraft des Beschwerdeführers (VI 21 / act. 1 Beilage 6) und demzu-
folge Auswirkungen auf dessen Arbeitsfähigkeit. Diese Einschränkung
wird in den medizinischen Gutachten der IV-Ärzte berücksichtigt, indem
dort festgestellt wird, dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tä-
tigkeit als Mauer zu 60 % arbeitsunfähig sei. In einer leichten Verweistä-
tigkeit sei er jedoch weiterhin zu 100 % arbeitsfähig. Dies ist nicht zu be-
anstanden, wird doch im Formular E213 ausdrücklich festgehalten, der
Versicherte sei in einer Verweistätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Der neuste
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Arztbericht bringt zur Frage des Gewichtsverlustes insofern neuere Er-
kenntnisse, als dass der Ernährungszustand des Beschwerdeführers mit
"gut" beschrieben wird, was eine weitere Verschlechterung des Gesund-
heitszustandes ausschliessen lässt (act. 1 Beilage 6).
6.2 Insgesamt ergibt sich aufgrund der medizinischen Unterlagen ein ein-
heitliches Bild über den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und
die in den Stellungnahmen der IV-Ärzte gezogenen Schlussfolgerungen
zu den Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind schlüssig. Für den Be-
schwerdeführer ist es zumutbar, ab 3. Dezember 2008 (Zeitpunkt der ers-
ten Hospitalisierung infolge Erkrankung an Pankreatitis) zu 100 % in einer
leichten Verweistätigkeit zu arbeiten.
6.3 Auch die übrigen vorgebrachten Rügen des Beschwerdeführers zu
den medizinischen Unterlagen, zur Arbeitsfähigkeit und zum Verfahren
der Vorinstanz erweisen sich als nicht stichhaltig.
Die Rüge, die Vorinstanz stütze sich einzig auf das Formular E213, ist
nachweislich falsch. Ohne die vorhandenen zusätzlichen medizinischen
Unterlagen, – welche dem Beschwerdeführer am 11. Februar 2011 zuge-
stellt wurden und ihm somit bekannt sind – hätten die beiden Gutachter
der Vorinstanz keine Basis für ihre – insgesamt gesehen – ausführlichen
Stellungnahmen gehabt. Die Rüge, die Diagnosestellung sei unvollstän-
dig, ist ebenfalls unberechtigt. Die wichtigsten Diagnosen sind in den me-
dizinischen Unterlagen und in den beiden Stellungnahmen des medizini-
schen Dienstes der Vorinstanz erhoben und gewürdigt worden und sie
ergeben ein einheitliches Bild über den Gesundheitszustand des Be-
schwerdeführers. Der neuste ins Recht gelegte Bericht von Dr.
C._ enthält weder neue Diagnosen noch neue Erkenntnisse. Auch
die Stellungnahmen der IV-Ärzte zu den Auswirkungen auf die Arbeitsun-
fähigkeit ergeben ein einheitliches Bild. Die Behauptung des Beschwer-
deführers, die beiden Gutachten der Vorinstanz seien widersprüchlich,
erweist sich bei genauer Betrachtung als falsch: denn das Gutachten von
Dr. D._ ergänzt dasjenige von Dr. B._ im Hinblick auf die
eingegangene Beschwerde; inhaltliche Widersprüche sind keine vorhan-
den. Auch die – andeutungsweise – vorgebrachte Rüge, dass auf veralte-
te medizinische Gutachten abgestellt werde und deshalb zwingend ein
aktuelles Gutachten zu erstellen sei, erweist sich als nicht stichhaltig,
denn der neuste medizinische Bericht vom 14. April 2011 enthält, wie
schon mehrfach erwähnt, keine neuen Diagnosen und keine neuen Er-
kenntnisse.
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Der in der Einsprache gerügte Widerspruch im Gutachten von Dr.
B._ (60% Arbeitsunfähigkeit in einer Verweistätigkeit auf Seite 1,
100 % Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeit auf Seite 3) ist eindeutig als Irr-
tum aufzulösen; der Text auf Seite 3 ist klar, begründet und damit mass-
geblich; der Beschwerdeführer ist in einer Verweistätigkeit zu 100% ar-
beitsfähig. Diese Rüge wird denn auch weder in der Beschwerde noch in
der Replik weiter aufrechterhalten.
Der Vorwurf, dass zusätzliche zu den im Verfahren erwähnten medizini-
schen Gutachten nachweislich vorhanden aber nicht ausgewertet worden
seien, und der damit verbundene implizite Vorwurf, nicht nur eine unzu-
reichende Beweiswürdigung vorgenommen, sondern auch das rechtliche
Gehör des Beschwerdeführers durch die Nichtvorlage dieser Unterlagen
verletzt zu haben (act. 1 Ziff. II/5), ist haltlos und durch nichts belegt. Ein
Nachweis ist nicht erfolgt und es wurden dazu auch keine Beweisanträge
gestellt. Deshalb ist nicht weiter darauf einzugehen.
7.
Für die Invaliditätsbemessung bzw. den Erwerbsvergleich massgebend
ist, inwiefern sich das dem Versicherten verbleibende Leistungsvermögen
auf dem für ihn in Frage kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt wirt-
schaftlich verwerten lässt (BGE 110 V 276 E. 4b, ZAK 1991 S. 321 E. 3b).
Daraus folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen
ist, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnis-
sen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verblie-
bene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren
Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würde (AHI
1998 S. 291 E. 3b).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruf-
lich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person
konkret steht. Vorliegend ist jedoch die beruflich-erwerbliche Situation bei
Beendigung der Erwerbstätigkeit in der Schweiz massgeblich, da sich die
vom Beschwerdeführer ausgeübte berufliche Tätigkeit nach dessen
Rückkehr nach Spanien auf lediglich 7 Wochen beschränkte und damit
nicht repräsentativ ist. Zu berücksichtigen ist weiter, dass sich die für die
Invaliditätsbemessung massgebenden Vergleichseinkommen eines im
Ausland wohnenden Versicherten auf den gleichen Arbeitsmarkt beziehen
müssen, weil es die Unterscheide in den Lohnniveaus und den Lebens-
haltungskosten zwischen den Ländern nicht gestatten, einen objektiven
Vergleich der in Frage stehenden Einkommen vorzunehmen (BGE 110 V
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273 E. 4b, Urteil des Bundesgerichts I 817/05 vom 5. Februar 2007 E.
8.1). Da die Vorinstanz den Einkommensvergleich wie beschrieben vor-
genommen hat und die Einkommen auf der Grundlage der Saläre im Jah-
re 2008 (Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenanspruchs) ermittelt wur-
den, ist der ermittelte Invaliditätsgrad von 13,46% nicht zu beanstanden.
8.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die medizinischen Unterlagen eine
einheitliche Diagnosestellung erlauben und dass die daraus gezogenen
Schlussfolgerungen der IV-Ärzte begründet sind. Da es dem Beschwer-
deführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit möglich ist, weiterhin voll-
zeitig einer Verweistätigkeit in einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nach-
zugehen, sind die Voraussetzungen für die Ausrichtung einer Invaliden-
rente nicht gegeben. Auf weitere Abklärungen kann daher verzichtet wer-
den (zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. vorne E. 3.2). Die Beschwer-
de ist damit abzuweisen.
9.
Der unterliegende Beschwerdeführer hat gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG
die Verfahrenskosten zu tragen, welche auf Fr. 400.- festgesetzt werden.
Dieser Betrag ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 525.04 zu
verrechnen. Die Restanz ist dem Beschwerdeführer auf ein von ihm zu
bezeichnendes Konto zu überweisen.
Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1
VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt (VGKE, SR 173.320.2).
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