Decision ID: c9bf83c7-472c-4286-a2d8-7508a5bc6a81
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1978, absolvierte in ihrer Heimat eine Ausbildung zur Schneiderin, arbeitete jedoch in der Folge nicht in diesem Beruf. Nach der im Jahr 1996 erfolgten Einreise in die Schweiz ging sie verschiedenen Erwerbstätigkeiten nach (Urk. 8/19/3 f.). Seit dem 22. April 2009 ist sie bei der
Y._ GmbH
als Unterhaltsreinigerin angestellt (Urk. 11/31), wobei ihr aktuelles vertragliches Pensum 90 % beträgt (Urk. 3/14). Seit dem 17. Juli 2014 arbeitet sie zusätzlich in gleicher Funktion rund 10,5 Stunden für die
Z._
AG (Urk. 11/32). Am 9. Juli 2014 (Urk. 8/2)
hat
te sie sich unter Angabe eines seit einer Operation wegen Gebärmutterhalskrebs bestehenden ausgeprägten Lymphödems beider Beine bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Berufliche Massnahmen, Rente) an
gemeldet
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, nahm in der Folge medizinische (Urk. 8/5, 8/7, 8/49, 8/60) sowie erwerbliche (Urk. 8/6, 8/45, 8/59, 8/61) Abklärungen vor
.
Zudem holte sie bei der Klinik und Poli
klinik für Innere Medizin des Universit
ätsspitals A._
ein Gutachten ein, das am 6. Januar 2015 (Urk. 8/15) erstattet und am 3. Juli 2015 (Urk. 8/18) ergänzt wurde. Mit Vorbescheid vom 19. Oktober 2015 (Urk. 8/31) stellte die IV-Stelle der Versicherten die Ausrichtung einer Viertelsrente ab dem 1. Januar 2015 in Aussicht. Am 3. Dezember 2015 (Urk. 8/39) erhob die Pensi
ons
kasse der Versicherten, die AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Einwände gegen den Vorbescheid. Mit Vorbescheid vom 27. Juli 2016 (Urk. 8/64) sah die IV-Stelle die Verneinung eines Rentenanspruchs vor. Dagegen erhob die Ver
sicherte
am 29. August 2016 (Urk. 8/69) Einwände. Wie angekündigt verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 3. Januar 2017 (Urk. 2) einen Rentenanspruch.
2.
Mit Beschwerde vom 24. Januar 2017 beantragte die Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwältin Sandra Umiker, die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer Viertelsrente ab dem 1. Januar 2015 sowie eines Verzugszinses von 5 % auf den Nachzahlungen. Im Sinne eines Even
tualantrages beantragte sie die Rückweisung der Sache an die Beschwer
degeg
nerin zu neuer Entscheidung über den Rentenanspruch. In prozessualer Hinsicht stellte sie ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung von
Rechtsanwältin Umiker
als unentgeltliche Rechtsvertreterin (Urk. 1 S. 2). Mit Schreiben vom 3. März 2017 (Urk. 7) verzichtete die Beschwer
degegnerin auf die Einreichung einer Beschwerdeantwort. Am 21. März 2017 (Urk. 12) teilte die Beschwerdeführerin mit, dass sie neu von Rechtsanwältin
Flavia Dudler vertreten werde. Mit Verfügung vom 22. März 2017 (Urk. 13) wur
de
der Beschwerdeführerin das Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 3. März 2017 (Urk. 7) zur Kenntnis gebracht und
das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung und unentgeltliche Prozessführung abgewiesen
.
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
,
IVG)
.
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung zusammenge
fasst damit, gestützt auf das tatsächlich erzielte Einkommen ergebe sich für die Jahre 2013 bis 2015 kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Dem Einwand, dass die Beschwerdeführerin über das Zumutbare hinaus gearbeitet habe, könne unter dem Aspekt, dass sie ihr Einkommen über die Jahre kontinuierlich gesteigert habe, nicht gefolgt werden (Urk. 2 S. 2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin insbesondere geltend, aufgrund ihrer Scheidung habe sie ihr Arbeitspensum ab Juli 2014 aus finanziellen Gründen auf 100 % erhöhen müssen (Urk. 1 S. 4). Aus dem Gutachten des A._ gehe eine medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit von 40 % hervor. Ab
schliessend sei im Gutachten festgehalten worden, bei einer weiteren Vollzeit
tätigkeit als Raumpflegerin seien bei ungenügender Pflege und Therapie der Lymphödeme ernsthafte gesundheitliche Komplikationen zu erwarten (Urk. 1 S. 6). Aufgrund ihres Vollzeitpensums sei es ihr aus zeitlichen Gründen nicht mehr möglich, dreimal wöchentlich die dringend indizierten Lymphdrainage
behandlungen in Anspruch zu nehmen (Urk. 1 S. 8).
3.
3.1
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin lässt sich anhand der Aktenlage zusammengefasst wie folgt darstellen:
Med. pract. B._, Fachärztin für Innere Medizin, berichtete der IV-Stelle am 21. Juli 2014 über die hausärztliche Behandlung der Beschwerdeführerin (Urk. 8/5). Sie diagnostizierte ein seit 2010 bestehendes linksbetontes, ausge
prägtes sekundäres Lymphödem beider unterer Extremitäten (Urk. 8/5/1). Sie hielt fest, die Patientin habe in den letzten Monaten nur drei bis vier Stunden pro Tag im Reinigungsdienst gearbeitet, sich aber nie krankschreiben lassen. Im Rahmen einer 100%-Tätigkeit würde sicherlich eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestehen. Die aktuelle Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht noch während drei bis vier Stunden pro Tag zumutbar (Urk. 8/5/2).
Am 13. April 2016 hielt med. pract. B._ gegenüber der IV-Stelle unver
änderte Verhältnisse fest (Urk. 8/60/1).
3.2
Dr. med. C._, Facharzt für Angiologie, stellte in seinem Bericht an die Be
schwer
degegnerin vom 31. Juli 2014 folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/7/6):
-
Sekundäres Lymphödem der unteren Extremitäten beidseits linksbetont
-
Status nach Wertheim-Operation bei Adenokarzinom Cervix uteri April 2005
-
Lymphödem Stadium II nach Földi
-
Status nach stationärer Lymphdrainage Bad O._ 21. Mai - 19. Juni 2012
-
Unter ambulanter Lymphdrainage.
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit mass er einem Status nach operiertem Adenokarzinom der Cervix uteri
bei (Urk. 8/7/6). Er ging von einer aus angio
logischer Sicht um 30 bis 40 % reduzierten Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Raumpflegerin aus. Diese Einschränkung begründete er mit Schwellungen und Schmerzen in den Beinen sowie der zeitintensiven Pflege (Urk. 8/7/6 f.).
3.3
Das von der IV-Stelle beim A._ in Auftrag gegebene Gutachten wurde von der Oberärztin Dr. med. D._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, sowie vom Klinikdirektor Prof. Dr. med. E._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, erstattet. Die Gutachter legten ihrer Expertise die von der IV-Stelle zur Verfügung gestellten medizinischen Akten sowie die am 6. Januar 2015 durch
geführte persönliche Untersuchung zugrunde.
Anlässlich der Begutachtung klagte die Beschwerdeführerin über Schwellungen und Schmerzen in den Beinen bei Bestehen eines Lymphödems seit der Gebär
mutteroperation im Jahr 2005. Seit fünf Jahren hätten die Schwellung und die Beschwerden langsam zugenommen. Die Pflege der Beine sei sehr zeitauf
wen
dig. Am Morgen benötige sie ungefähr eine Stunde, um ihre Beine zu pflegen, einzucremen, zwei Paare Stützstrümpfe anzuziehen sowie Kurzzugbinden an der linken Seite anzubringen. Um ein weiteres Anschwellen der Beine zu verhin
dern, sei es zudem notwendig, dass sie dreimal pro Woche zur Lymphdrainage gehe. Dies sei beim aktuellen Pensum von 100 % nicht möglich. Stehen oder sitzen während mehr als 40 Minuten führe zu einer massiven Zunahme der Schmerzen sowie zur Entwicklung von Schmerzen im Bereich des rechten Beines. Anstrengungen wie Treppenlaufen von mehr als zehn Stufen oder Berg
aufgehen lösten Müdigkeit und Atemnot aus (Urk. 8/15/3).
Neurologisch hätten sich bei der Untersuchung bis auf eine Hyposensibilität des linken Beines symmetrische Befunde ohne motorische Ausfälle gezeigt. Das Gehen inklusive Zehen- und Fersengang, Einbeinstand und in die Hocke gehen seien problemlos möglich gewesen. Beide Beine seien deutlich geschwollen gewesen, wobei die Schwellung des linken Beins deutlich stärker gewesen sei. Im Leistenbereich sei keine Lymphadenopathie (Erkrankung der Lymphknoten) palpabel gewesen. Die Haut wurde mit Ausnahme diskreter Hyperkeratosen an den Fussrücken als unauffällig beurteilt. Die Ödeme seien auch unter längerem Druck nicht einzudrücken gewesen und hätten keine Delle hinterlassen (Urk. 8/15/4 f.).
4.
4.1
Die A._-Gutachterpersonen
erhoben
die Anamnese sowie
den
internistischen
Status und liessen eine Laboruntersuchung des Blutes durchführen (Urk. 8/15
/4)
.
Sie
berücksichtigte
n
die Angaben de
r Beschwerdeführerin
zu
ihren
Beschwerden (Urk.
8
/15/
3
), zu
ihrem
Tagesablauf und
ihrer
Arbeitsfähigkeit (Urk.
8
/15/
3
)
sowie die Vorakten (Urk. 8
/15/
2 f.
).
A
ls Diagnose mit Einfluss auf die Arbeits
fähig
keit nannte
n
sie
einzig eine
linksbetonte Schwellung der Beine und Schmerzen bei sekundärem Lymphödem
(Urk.
8/1
5/
5
). Nach
ihrer
Ansicht liegt deshalb
seit August 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
in der ange
stammten wie auch in anderen leidensangepassten Tätigkeiten
vor
(Urk. 8/15/6, 8/18/2)
.
Nach der Rechtsprechung ist es in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beein
trächtigungen
nicht
allein Sache der mit dem konkreten Einzelfall (gutachterlich) befassten Arztpersonen, selber abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, Gericht) verbindlich zu entscheiden, ob das medi
zinisch festgestellte Leiden zu einer (andauernden oder vorübergehenden) Arbeits
un
fähigkeit (bestimmter Höhe und Ausprägung) führt.
D
ie Rechtspre
chung
hat
seit jeher die Aufgaben von Rechtsanwender und Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt verteilt: Sache des (begutachten
den) Mediziners ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, das heisst mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Ver
waltung und im Streitfall das Gericht nicht kompetent sind. Bei der Folgen
abschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeits
fähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende Be
urteilungs
kompetenz zu (BGE 140 V 193 E.
3.1 und 3.2). Es kann damit von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit aus rechtlicher Sicht abge
wichen werden, ohne dass ein grundsätzlich beweiskräftiges Gutachten dadurch seinen Beweiswert verlöre (Urteil des Bundesgerichts 9C_106/2015 vom
1.
April 2015 E. 6.3).
4.2
Die A._-Gutachterpersonen begründeten ihre Annahme einer 40%igen Arbeits
unfähigkeit mit der für die Pflege der Beine erforderlichen Zeit sowie mit den Lymphdrainagebehandlungen an drei Nachmittagen pro Woche (Urk. 8/15/6).
Unter dem
Gesichtspunkt der Schadenminderungspflicht ist es der Beschwerde
führerin zumutbar, die erforderlichen Lymphdrainagebehandlungen werktags nach dem Arbeitsende sowie am Samstag in Anspruch zu nehmen (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_708/2009 vom 19. November 2009 E. 2.4).
Dies ist ohne Weiteres möglich: Im Umkreis von 10 Kilometern vom Wohnort der Beschwerdeführerin bestehen namentlich folgende Angebote für mit einem Vollzeitpensum zu vereinbarende Lymphdrainagebehandlungen:
-
Physiozentrum F._, Montag bis Freitag bis 20.30 Uhr
-
G._, Montag und Mittwoch bis 21 Uhr
-
H._, Montag bis Freitag bis 20 Uhr, Samstag 9 bis 12 Uhr
Auch die Beinpflege mit An- und Ausziehen der Stützstrümpfe steht einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nicht entgegen, da sie vor dem Arbeitsantritt und nach dem Arbeitsende erfolgt. Abweichend von der gutachterlich attestierten medizinisch-theoretischen Arbeitsunfähigkeit von 40 % ist
, da keine weiteren Einschränkungen attestiert wurden oder ersichtlich sind,
von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auszugehen.
4.3
Selbst wenn der erforderliche Zeitaufwand für die Pflege der Beine und die Lymphdrainage von der Arbeitszeit abzuziehen wäre, ist die im Gutachten fest
gehaltene Arbeitsunfähigkeit von 40 % nicht nachvollziehbar:
Die Gutachterpersonen gingen für drei
Lymphdrainagebehandlungen
pro Woche von einem Zeitaufwand von drei Nachmittagen aus (Urk. 8/15/6). Eine
Lymph
drai
nage
behandlung
dauert zwischen 60 und 75 Minuten. Unter Berücksichtigung von An- und Rückreise zu den vorge
nannten Therapie
orten kann von einem Zeitaufwand von zwei Stunden pro Behandlung aus
gegangen werden. Bei drei Behandlungen pro Woche ergäbe sich entsprechend ein Aufwand von sechs Stunden.
Hingegen ist die gutachterliche Annahme eines wöchentlichen Aufwands von einem Halbtag beziehungsweise 10 % eines Vollzeitpensums für die Beinpflege (An- und Ausziehen der Stützstrümpfe, Eincremen und Einbandagieren der Beine) nachvollziehbar (40 % - 3 Nachmittage à 10 % [Lymphdrainage] = 10 %, vgl. Urk. 8/15/6).
Dies entspricht bei einer 42 Stundenwoche, wie sie in der Reinigungsbranche üblich ist, einem Aufwand von 4,2 Stunden (vgl. Art. 6.2 des mit Bundesratsbeschluss
vom
4. September 2003 allgemeinverbindlich erklärten
Gesamtarbeitsvertrages für die Reinigungsbranche
in der Deutsch
schweiz:
https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Arbeit/Personenfreizugigkeit_
Arbeitsbeziehungen/Gesamtarbeitsvertraege_Normalarbeitsvertraege/Ges
D
amtarbeitsvertraege_Bund/Allgemeinverbindlich_erklaerte_Gesamtarbeitsvertraege/Reinigung_Deutschschweiz.html
, besucht am 29. März 2018. Damit
würden die Beinbehandlungen
die
Arbeitszeit
um 10,2
Stunden
pro Woche reduzieren (6
h
+
4,2
h
).
4.4
Die behandelnden
Arztpersonen
gingen von einer Einschränkung der Arbeits
fähigkeit durch das Leiden an sich aus
und
attestierten in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsu
nfähigkeit von 30 bis 40 % (Dr. C._
,
Urk.
8/
7/7) beziehungsweise 50 % (med. pract. B._
, Urk. 8/5/2 f.).
Dr. C._
berücksich
tigte in seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vom 31. Juli 2014 Schwellung
en und Schmerzen
der Beine (Urk. 8/7/7), med. pract. B._
hielt am 21. Juli 2014 ein Anschwellen der Beine nach d
rei bis vier Stunden Tätigkeit
in aufrechter Position und ein entsprechend reduziertes Arbeitspensum in den Monaten zuvor fest (Urk. 8/5/2). Dies
e Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit überzeugen
aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse nicht:
D
ie
Y._ GmbH verneinte
Arbeitsabsenzen der Beschwerdeführerin
in den Jahren 2013 und 2014 (Urk. 8/45/1
). Zudem nahm
diese am 17. Juli 2014 eine zusätzliche Nebentätigkeit im Stundenlohn bei der
Z._
AG
auf (Urk. 11/32).
Ohne
Einnahme von Medikamenten (vgl. Urk.
8/5/2, 8/7/7 und
8/15/4)
vermochte sie beide Tätigkeiten im vereinbarten Umfang über das Ver
fügungsdatum hinaus auszuüben (vgl. Urk
.
3/14, 3/15, 8/49, 8/56/1, 8/61, 8/72, 8/73).
Zudem ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass
behandelnde Ärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung eher zu Gunsten ihrer Patiente
n
aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5 mit Hinweis auf 125 V 351 E. 3a/cc).
Unter diesen Umständen gingen die A._-Gutachter abweichend von Dr. C._ und med. pract. B._ zu Recht davon aus, dass die Schwellungen und Schmerzen die Arbeitsfähigkeit nicht zusätzlich
ein
-
schrän
kten.
4.
5
Zur Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit ist damit einzig der Aufwand für die Beinpflege sowie die Lymphdrainagebehandlungen massgebend.
Die Arbeitsun
fähig
keit bestimmt sich durch
den
Vergleich des wöchentlichen Behandlungs
auf
wandes (10,2 Stunden) mit der Wochenarbeitszeit im hypothetischen Gesund
heitsfall (42 Stunden) und beträgt rund 24 % (10,2 h / 42 h).
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invaliden
einkommen),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Inva
lid
i
tätsgrad bestimmen lässt (sog.
allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
In gewissen Fällen, insbesondere dort, wo Validen- und Invalideneinkommen anhand derselben Tätigkeit zu ermitteln sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_295/2017 vom 2
7.
September 2017 E. 6.5), kann auch eine Gegen
über
stel
lung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne Invalidität erzielbare hypothe
tische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100
%
zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz
veranschlagt wird, sodass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (soge
nannter Prozentvergleich; BGE 114 V 310 E. 3a mit Hinweisen).
5.2
Die Beschwerdeführerin übt auch nach dem Krankheitseintritt weiterhin die gleiche (Haupt-)Tätigkeit bei der bisherigen Arbeitgeberin aus
. Es ist davon auszugehen, dass einer Pensumsreduktion dieser Arbeitsstelle ein proportional vermindertes Erwerbseinkommen gegenübersteht.
Damit ist der Invaliditätsgrad mittels Prozentvergleich zu bestimmen und entspricht dem Prozentwert der
Arbeitsunfähigkeit. Der Invaliditätsgrad beträgt dementsprechend höchstens 24 %
. Damit erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, womit die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab
hängig v
om Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
I
VG) und ermessensweise auf Fr. 6
00.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind
die Kosten der
Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.