Decision ID: f2e131d4-6339-480b-b53e-9de6b5266d05
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. Mit Einspracheentscheid vom 24. Juli 2020 wies die AHV-Ausgleichskasse
des Kantons Graubünden (nachfolgend Ausgleichskasse) die Einsprache
vom 20. April 2020 des A._ ab und hielt an ihrer
Abweisungsverfügung vom 17. April 2020 betreffend Corona-
Erwerbsersatzentschädigung fest. Zur Begründung brachte die
Ausgleichskasse im Wesentlichen vor, dass sie den Einsprecher ab dem
1. September 2017 als Selbständigerwerbenden für die Tätigkeit als
B._ erfasst und ihm am 26. Juni 2019 – anhand seiner Selbstangaben
über seine Einkommensverhältnisse – die provisorischen Verfügungen für
Selbständigerwerbende für die Jahre 2017 bis 2019 zugestellt habe. Diese
Verfügungen hätten auf den von ihm mit Schreiben vom 24. Juni 2019
deklarierten Nettoumsätzen (beitragspflichtiges Einkommen im Jahr 2019
von provisorisch CHF 26'200.--) beruht. Der weitere Fallverlauf seit Juni
2019 habe nun aber gezeigt, dass die Verfügung vom 26. Juni 2019 auf
unzutreffenden Angaben seitens des Einsprechers beruht hätten. Aus den
vorhandenen Akten gehe nämlich hervor, dass er in den Jahren 2017 bis
2019 kein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit erzielt habe.
Dies sei den Meldungen der kantonalen Steuerverwaltung vom 1. April
2020 sowie den inzwischen rechtskräftigen Beitragsverfügungen für
Selbständigerwerbende für die Jahre 2017 bis 2019 vom 6. Mai 2020 zu
entnehmen. Ähnliches gelte in Bezug auf die provisorische
Beitragsverfügung für Selbständigerwerbende für das Jahr 2020 vom 5.
Februar 2020 (beitragspflichtiges Einkommen im Jahr 2020 von
provisorisch CHF 26'200.--). Mit Schreiben vom 15. Februar 2020 habe der
Einsprecher ausdrücklich selbst erklärt, dass er nicht mehr selbstständig
tätig, sondern nur noch festangestellt sei. Aus der (inzwischen
aufgehobenen) Verfügung vom 5. Februar 2020 könne der Einsprecher
daher nichts zu seinen Gunsten ableiten. Aufgrund der Akten sei davon
auszugehen, dass er auch im Jahr 2020 kein Einkommen aus
selbständiger Erwerbstätigkeit erzielt habe. Festzuhalten bleibe, dass der
Einsprecher die Sozialversicherungsbeiträge im Jahr 2020 – entgegen
eigener Darstellung – nicht auf der Grundlage eines Jahreseinkommens
von CHF 99'600.-- (12 x CHF 8'300.--) bezahle bzw. bezahlt habe. In
Bezug auf die geltend gemachte Corona-Erwerbsersatzentschädigung
bedeute dies, dass er als Selbständigerwerbender a priori keinen
Erwerbsausfall erleide bzw. erlitten habe und daher auch keinen Anspruch
auf eine solche Erwerbsausfallentschädigung haben könne. Mit
Einspracheentscheid vom 24. Juli 2020 wurde diese Beurteilung – wie
bereits einleitend ausgeführt – von der Ausgleichskasse bestätigt.
2. Dagegen erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 30. Juli
2020 (Poststempel 31. Juli 2020) Beschwerde beim Verwaltungsgericht
des Kantons Graubünden mit dem (sinngemässen) Begehren um
Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 24. Juli 2020
betreffend Corona-Erwerbsersatzentschädigung. Die Ausgleichskasse
habe im Vorjahr (2019) seine selbständige Erwerbstätigkeit verneinen
wollen. Unmittelbar nach seinem Antrag auf Corona-
Erwerbsersatzentschädigung habe die Ausgleichskasse seine
selbständige Erwerbstätigkeit mit Verfügung vom 22. April 2020 wieder
verneinen wollen. Um sich aus ihrer sozialen Verantwortung zu stehlen,
versuche sie nun eine andere Masche, indem sie sein Einkommen aus
selbständiger Erwerbstätigkeit als nicht existent verneine, um einen
Anspruch auf Corona-Erwerbsersatzentschädigung in Höhe von CHF 0.--
zu behaupten. Diese Fehlbeurteilung sei (erneut) auf dem Rechtsweg zu
verbessern. Zwischen den Parteien stehe ausser Streit, dass er Anspruch
auf Corona-Erwerbsersatzentschädigung habe, strittig sei einzig die Höhe
der Entschädigung. Gemäss den Vorgaben des SECO sei dafür das
Einkommen im Jahr 2020 heranzuziehen. Auch nach dem Ende des
behördlich verursachten Erwerbsausfalls verdiene er aus selbständiger
Erwerbstätigkeit mit seiner Firma pro Monat CHF 12'842.65. Auf Wunsch
würden weitere Kontoauszüge und Gehaltsabrechnungen der weiteren
Monate dieses Jahres vorgelegt. Daraus folge, dass dieses Einkommen
für die Berechnung der Erwerbsersatzentschädigung infolge Corona
heranzuziehen sei. Im konkreten Fall bestehe vom Zeitraum 17. März
2020 bis 31. Mai 2020 pro Kalendertag ein Anspruch auf Corona-
Erwerbsersatzentschädigung in der Höhe von CHF 196.-- bzw. bei 76
Kalendertagen von CHF 14'896.--. Zur Bezahlung dieses Betrags sei die
Ausgleichskasse vom Gericht zu verurteilen. Die Ausgleichskasse
versuche in ihrer bornierten bis querulatorischen Grundsatzopposition sein
Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit komplett zu verneinen,
obwohl er auch ab Juni 2020 wieder monatlich CHF 12'842.65
Nettoeinkommen mit seiner Einzelfirma erziele und auch in den weiteren
Monaten des Jahres 2020 erzielen werde. Insofern sei die Schätzung
seines Jahreseinkommens in der Höhe von CHF 99'600.-- noch zu
konservativ, wenn man CHF 12'842.65 immerhin nur auf 10 Monate dieses
Jahres (2020) hochrechne. Die anderslautenden Falschbehauptungen
und Fabulierungen der Ausgleichskasse gingen fehl. Diese sei
antragsgemäss unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu verurteilen.
3. Mit Vernehmlassung vom 7. August 2020 beantragte die Ausgleichskasse
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Sie
verwies auf die eingereichten Akten und auf den angefochtenen
Einspracheentscheid vom 24. Juli 2020. Zusätzlich brachte die
Beschwerdegegnerin vor, dass der Beschwerdeführer in seiner
appellatorischen Beschwerde vom 31. Juli 2020 keine neuen
rechtserheblichen Vorbringen anführe, weshalb – um Wiederholungen zu
vermeiden – auf die Begründung im angefochtenen Entscheid vom 24. Juli
2020 verwiesen und daran vollumfänglich festgehalten werde. In Bezug auf
den in die Beschwerde integrierten Kontoauszug vom 30. Juli 2020,
wonach dem Beschwerdeführer am 8. (recte 6.) Juli 2020 ein Salär für den
Monat Juni 2020 in der Höhe von CHF 12'842.65 überwiesen worden sei,
bleibe anzufügen, dass diese Zahlung die Rechtmässigkeit des
angefochtenen Entscheids nicht in Frage zu stellen vermöge. Denn diese
Zahlung ändere nichts daran, dass der Beschwerdeführer im Zeitraum von
2017 bis Ende Mai 2020 offensichtlich kein Einkommen aus selbständiger
Tätigkeit erzielt habe. Tatsache sei und bleibe somit, dass der
Beschwerdeführer als Selbständigerwerbender a priori keinen
Erwerbsausfall im Sinne der Verordnung über Massnahmen bei
Erwerbsausfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19)
erleide bzw. erlitten habe. Zudem sei erwähnt, dass der Rechtsgrund der
Zahlung vom 8. (recte 6.) Juli 2020 nicht bekannt sei. Falls es sich um ein
Entgelt aus einer Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers handle, sei
aufgrund des Informationstextes "Salär Juni 2020" davon auszugehen,
dass es sich um ein Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit (also nicht
aus selbständiger Tätigkeit) handle.
4. In seiner Replik vom 12. August 2020 (Poststempel 16. August 2020)
wiederholte und bekräftigte der Beschwerdeführer nochmals seine Kritik
am angefochtenen Entscheid. Er habe in arbeitgeberähnlicher Stellung aus
eigenem Unternehmen ein Einkommen in der Höhe von bewiesenen CHF
12'842.65 pro Monat generiert. Dieses Einkommen habe er in den Monaten
Januar und Februar 2020 und wieder ab Juni 2020 erzielt. Für den
dazwischenliegenden Zeitraum stehe dem Beschwerdeführer gerade
wegen seiner arbeitgeberähnlichen Stellung mit selbständiger
Erwerbstätigkeit im eigenen Unternehmen Corona-
Erwerbsersatzentschädigung in der Höhe von CHF 196.-- pro Kalendertag
und zwar vom 17. März 2020 bis 31. Mai 2020 zu. Weil die Vorjahreswerte
des Einkommens nicht aussagekräftig seien, seien die Werte des Jahres
2020 für die Berechnung der Corona-Erwerbsersatzentschädigung
heranzuziehen. Auch die Tatsache, dass er seit Jahresmitte nicht mehr in
der Schweiz ansässig sei, ändere nichts daran, dass ihm die
Beschwerdegegnerin die Corona-Erwerbsersatzentschädigung zu
bezahlen habe.
5. Am 20. August 2020 teilte die Beschwerdegegnerin dem Gericht – unter
Verweis auf ihre Vernehmlassung vom 7. August 2020 – ihren Verzicht auf
die Einreichung einer Duplik mit.
6. Unaufgefordert bekräftigte der Beschwerdeführer mit Eingaben vom 12.
September 2020 (Poststempel 14. September 2020) und 15. Januar 2021
(Poststempel 19. Januar 2021) nochmals seinen Standpunkt.
Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Einspracheentscheid
und in den Rechtsschriften sowie auf die im Recht liegenden Beweismittel
wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
II. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:
1.1. Gemäss Art. 84 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) entscheidet, in
Abweichung von Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), das
Versicherungsgericht am Ort der Ausgleichskasse über Beschwerden
gegen Verfügungen und Einspracheentscheide kantonaler
Ausgleichskassen. Der vorliegend angefochtene Einspracheentscheid
vom 24. Juli 2020, mit welchem die Beschwerdegegnerin die Einsprache
des Beschwerdeführers vom 20. April 2020 abwies und gleichzeitig ihre
Abweisungsverfügung vom 17. April 2020 betreffend Corona-
Erwerbsersatzentschädigung bestätigte, stellt demnach ein taugliches
Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden dar. Die sachliche Zuständigkeit des angerufenen
Gerichts zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus Art.
57 ATSG in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das
Verwaltungsgericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden
gegen Einspracheentscheide und Verfügungen in
Sozialversicherungssachen beurteilt. Die Beschwerdelegitimation des
Beschwerdeführers ergibt sich aus dessen Stellung als Adressat des
Einspracheentscheids (Art. 1 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Auf die
im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 und
61 ATSG) ist daher einzutreten.
1.2. Nach Art. 43 Abs. 3 lit. b VRG entscheidet das Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden in einzelrichterlicher Kompetenz, wenn ein
Rechtsmittel offensichtlich unzulässig oder offensichtlich begründet oder
unbegründet ist. Hier geht es konkret darum, ob das eingelegte
Rechtsmittel als offensichtlich unbegründet zu beurteilen ist. Die
Beantwortung dieser Rechtsfrage fällt deshalb in den Kompetenzbereich
der Einzelrichterin.
1.3. Strittig und zu klären ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen
Anspruch des Beschwerdeführers auf Ausrichtung einer Corona-
Erwerbsersatzentschädigung mangels Erwerbsausfalls verneint hat oder
ob sie verpflichtet gewesen wäre, eine solche für das Jahr 2020 zu
bezahlen.
2.1. Gemäss Art. 2 Abs. 3 der Verordnung über Massnahmen bei
Erwerbsausfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus (Covid-19-
Verordnung Erwerbsausfall; SR 830.31) sind Selbständigerwerbende im
Sinne von Art. 12 ATSG anspruchsberechtigt, wenn sie ihre
Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur
Bekämpfung der Covid-19-Epidemie unterbrechen müssen (Abs. 3 lit. a)
und einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden (Abs. 3 lit. b). Gemäss Art. 2
Abs. 3bis Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall haben
Selbständigerwerbende im Sinne von Art. 12 ATSG, die nicht unter Abs. 3
fallen, einen Anspruch, wenn sie ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von
behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-
Epidemie unterbrechen müssen (Abs. 3bis lit. a) und einen Erwerbs- oder
Lohnausfall erleiden (Abs. 3bis lit. b) und sie im Jahr 2019 für diese Tätigkeit
ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen von mindestens 10'000 Franken
erzielt haben; diese Voraussetzung gilt sinngemäss, wenn die Tätigkeit
nach dem Jahr 2019 aufgenommen wurde; wurde die Tätigkeit nicht
während eines vollen Jahres ausgeübt, so gilt diese Voraussetzung
proportional zu deren Dauer (Abs. 3bis lit. c).
2.2. Zunächst gilt es zu klären, ob der Beschwerdeführer in der Zeitspanne von
2017 bis 2019 sowie insbesondere im Jahr 2020 ein Einkommen aus
selbständiger Erwerbstätigkeit erzielt hat. Sollte dies nachweislich anhand
der vorhandenen Akten nicht der Fall sein, wäre auch keine Corona-
Erwerbsersatzentschädigung geschuldet.
2.2.1. In fünf Verfügungen vom 6. Mai 2020 betreffend Beiträge für
Nichterwerbstätige (2017) und für Selbständigerwerbende (2017 bis 2020)
ermittelte die Beschwerdegegnerin das AHV-pflichtige Einkommen des
Beschwerdeführers und teilte ihm dieses jeweils mit separat anfechtbarer
Verfügung mit. Die definitiven Verfügungen für die Jahre 2017, 2018 und
2019 für Selbständigerwerbende wiesen dabei ein beitragspflichtiges
Einkommen von jeweils CHF 0.-- auf. Diese drei Verfügungen (2017 bis
2019) sind inzwischen unangefochten in Rechtskraft erwachsen (vgl.
Einspracheentscheid vom 24. Juli 2020 S. 3 oben und Mitte) und damit nun
für alle beteiligten Parteien rechtsverbindlich. Für das Jahr 2020 wurde am
6. Mai 2020 eine provisorische Verfügung betreffend Akontobeiträge für
Selbständigerwerbende mit einen AHV-pflichtigen Einkommen von
ebenfalls CHF 0.-- ermittelt und der Verfügungsadressat darauf
hingewiesen, dass die definitiven Beiträge anhand der rechtskräftigen
Steuerveranlagung festgesetzt werden. Diese Verfügung ersetzte diejenige
vom 5. Februar 2020, worin anhand der Selbstangaben des
Beschwerdeführers noch von einem beitragspflichtigen Einkommen von
CHF 26'200.-- für das Jahr 2020 ausgegangen worden war, was in der
Folge vom Beschwerdeführer allerdings nicht belegt bzw. bestätigt werden
konnte und daher seitens der Beschwerdegegnerin mit provisorischer
Verfügung vom 6. Mai 2020 auch für das Jahr 2020 entsprechend auf CHF
0.-- (gleich wie für die vorherigen Jahre 2017 bis 2019) korrigiert wurde (vgl.
beschwerdegegnerischen Akten der AHV-Beiträge [Bg-AHV act.] 16-20).
2.2.2. Mit weiterer Verfügung vom 6. Mai 2020 hielt die Beschwerdegegnerin zum
sozialversicherungsrechtlichen Status 2017-2020/Anpassung der Beitrags-
verfügungen für die Jahre 2017-2020 (Definitiv) u.a. fest (Bg-AHV act. 21):
Auf die provisorische Beitragsverfügung als Selbständigerwerbender für
das Jahr 2020 vom 5. Februar 2020 (Bg-AHV act. 11) habe der
Beschwerdeführer mit Schreiben vom 15. Februar 2020 (Bg-AHV act. 13)
erklärt, nicht mehr als Selbständigerwerbender tätig zu sein. Danach habe
er es offen gelassen bzw. nie eindeutig erklärt, ob er nun weiterhin
selbständigerwerbend sei oder nicht. Mit Einsprache gegen die Abweisung
der Corona EO-Entschädigung habe er mitgeteilt, nun doch
selbständigerwerbend zu sein. Trotz mehrfacher Aufforderung habe der
Beschwerdeführer jedoch keinen Nachweis über Einkommen aus
selbständiger Erwerbstätigkeit erbracht. Mittlerweile habe die
Ausgleichskasse von der Steuerverwaltung die AHV-Steuermeldungen für
die Jahre 2017 bis 2019 erhalten (Bg-AHV act. 15), worin jeweils ein
Einkommen aus selbständiger Tätigkeit von CHF 0.-- vermerkt sei. Im AHV-
Register werde der Beschwerdeführer deshalb wie folgt erfasst.
2017: Als Nichterwerbstätiger
2018-2019: Als Selbständigerwerbender mit Einkommen 0.-- = beitragsfrei (definitiv)
Ab 2020: Als Selbständigerwerbender mit Einkommen 0.-- = beitragsfrei (provisorisch)
2.2.3. Gegen die provisorische Verfügung vom 6. Mai 2020 betreffend
Akontobeitrag als Selbständigerwerbender für 2020 (beitragspflichtiges
Einkommen CHF 0.--) erhob der Beschwerdeführer am 18. Mai 2020
Einsprache, die mit Einspracheentscheid vom 5. Juni 2020 abgewiesen
wurde und zum Beschwerdeverfahren (siehe verwaltungsgerichtliches
Verfahren S 20 72, Urteil vom 5. Juli 2021) führte.
2.2.4. Gegen die Abweisungsverfügung vom 17. April 2020 betreffend Corona-
Erwerbsersatzentschädigung erhob der Beschwerdeführer am 20. April
2020 Einsprache, die mit Einspracheentscheid vom 24. Juli 2020
(beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] B1) abgewiesen wurde und zum
vorliegenden Beschwerdeverfahren geführt hat.
2.3. In Würdigung der soeben erwähnten Rechtsschriften und weiteren Akten,
insbesondere der Beitragsverfügungen vom 6. Mai 2020, welche das
beitragspflichtige Einkommen des Beschwerdeführers aus selbständiger
Erwerbstätigkeit für die Jahre 2017 bis 2019 definitiv und rechtskräftig auf
CHF 0.-- festlegen, sowie auf die Beitragsverfügung ebenfalls vom 6. Mai
2020, welche das beitragspflichtige Einkommen des Beschwerdeführers
aus selbständiger Erwerbstätigkeit für das Jahr 2020 provisorisch auf CHF
0.-- festlegt - und dies gemäss Urteil vom 5. Juli 2021 im
verwaltungsgerichtlichen Verfahren S 20 72 ebenfalls rechtmässigerweise
-, ist das streitberufene Gericht zur Auffassung gelangt, dass dem
Beschwerdeführer der Nachweis nicht gelungen ist, dass er einen
Erwerbsausfall erlitten hat, welcher einen Anspruch auf Corona-
Erwerbsentschädigung entstehen liesse. Zumal der Beschwerdeführer mit
Schreiben vom 15. Februar 2020 (Bg-AHV act. 13) selbst einräumte, "nicht
mehr selbständig tätig, sondern nur noch festangestellt" zu sein. In seiner
Replik erklärte der Beschwerdeführer überdies, seit Jahresmitte (also ab
Juli 2020) nicht mehr in der Schweiz ansässig zu sein. Der vom
Beschwerdeführer in die Beschwerdeschrift reinkopierte Bankkontoauszug
vom 30. Juli 2020 betreffend Bestätigung Zahlungseingang "Salär Juni
2020" ist beweisrechtlich nicht aussagekräftig, weil der Rechtsgrund für
diese Überweisung im Dunkeln bleibt und der Terminus "Salär" eher auf
einen Lohnempfang aus unselbständiger Tätigkeit als auf einen
Selbständigerwerbenden schliessen lässt. Diese Betrachtungsweise
stimmt auch mit den von der Beschwerdegegnerin eingereichten AHV-
Steuermitteilungen vom 1. April 2020 der kantonalen Steuerverwaltung
(Bg-AHV act. 15) überein, worin ebenfalls bereits für die Vorjahre 2017 bis
2019 kein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit verzeichnet
wurde und der Beschwerdeführer aufgrund dessen stets mit einem
Einkommen von CHF 0.-- und daher als "beitragsfrei" erfasst wurde. Auch
ist bedeutsam, dass der Beschwerdeführer – entgegen eigener Darstellung
– nicht Sozialversicherungsbeiträge auf der Grundlage des von ihm
behaupteten – jedoch nicht rechtsgenüglich bewiesenen –
Jahreseinkommens von CHF 99'600.-- (12 x CHF 8'300.--) bezahlt hat.
Mangels Erwerbsausfalls als Selbständigerwerbender hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Corona-
Erwerbsersatzentschädigung im Sinne von Art. 2 Abs. 3 und 3bis Covid-19-
Verordnung Erwerbsausfall.
3.1. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 24. Juli 2020 ist demzufolge
rechtens, was zur Abweisung der offensichtlich unbegründeten
Beschwerde vom 30. Juli 2020 (Poststempel 31. Juli 2020) führt.
3.2. Nach aArt. 61 lit. a i.V.m. Art. 83 ATSG ist das kantonale
Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungssachen - ausser bei
leichtsinniger oder mutwilliger Prozessführung - für die Parteien kostenlos.
Demnach werden für das vorliegende Beschwerdeverfahren keine Kosten
erhoben.
3.3. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht überdies kein Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).