Decision ID: fc1ff6c5-0d21-40e9-905c-a20651195e92
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B._AG als Chauffeur angestellt und
dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) unfallversichert, als
er am 17. Mai 2019 beim Entladen eines Lastwagens von einem unbekannten
Ladungsteil getroffen wurde und verletzt liegen blieb (vgl. Suva-act. 2 und 45 S. 3 ff.).
Per Rettungsdienst wurde er ins Kantonsspital C._ eingeliefert, wo er sich bei Eintritt
situativ und örtlich desorientiert und mit einer Amnesie zum Unfallereignis präsentierte.
Eine am selben Tag durchgeführte Computertomographie (CT) des Schädels sowie der
Halswirbelsäule (HWS) zeigten keine frischen Traumafolgen. Die Ärzte diagnostizierten
eine Mehrfachverletzung nach Direktanprall Gesicht links mit Commotio cerebri,
Hämatom über Os zygomaticum und Verdacht auf Glaskörperablösung bei subjektiver
Seheinschränkung links. Der Versicherte wurde zur GCS-Überwachung stationär
aufgenommen, welche sich allseits unauffällig zeigte. Am 18. Mai 2019 konnte er in
gebessertem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden mit der dringenden
Empfehlung, sich sofort augenärztlich vorzustellen (vgl. Suva-act. 11 und 4, vgl. ferner
Suva-act. 116). Es wurde dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum
24. Mai 2019 bescheinigt (Suva-act. 9).
A.a.
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Am _ Mai 2019 fand in der Augenklinik des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) ein
orthoptisches Konsil statt. Im entsprechenden Untersuchungsbericht vom _ Mai 2019
nannte der behandelnde Arzt als Diagnose eine Optikusatrophie am linken Auge mit
altitudinalem Gesichtsfeldausfall (zentral) nach inferior. Weiter hielt er fest, dass der
Versicherte anamnestisch über unspezifische Sehstörungen des linken Auges berichtet
habe, die ihm nach dem Schädel-Hirntrauma aufgefallen wären. In der Octopus-
Perimetrie habe sich ein altitudinaler, zentraler Gesichtsfeldausfall des linken Auges
gezeigt. Der Visus sei mit 1,0 beidseits voll gewesen. Funduskopisch und in der OCT-
Untersuchung der Papille habe sich eine Optikusatrophie am linken Auge nachweisen
lassen. Diese sei sicher schon länger vorbestehend und unabhängig vom erlittenen
Schädelhirntrauma. Sehr wahrscheinlich sei eine abgelaufene anteriore ischämische
Optikusneuropathie die Ursache. Zum Ausschluss einer Raumforderung mit
Kompression des Nervus optikus erfolge die Anmeldung für eine cranielle MRT-
Untersuchung mit zusätzlicher Darstellung der Orbitae. Infolge des zentralen
Gesichtsfeldausfalles links sei die Fahrtauglichkeit für Lastkraftwagen (LKW) aus
augenärztlicher Sicht nicht gegeben. Die Fahrtauglichkeit für Personenkraftwagen
(PKW) sei bei intaktem Gesichtsfeld des rechten Auges gegeben. Eine Kontrolle bei
einem niedergelassenen Augenarzt sei empfohlen (Suva-act. 34).
A.b.
Ab dem 24. Mai 2019 wurde dem Versicherten von Dr. med. D._, Allgemeine
Medizin FMH, weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl. Suva-act. 10
und 23).
A.c.
Am 29. Mai 2019 fand eine MRT-Untersuchung des Neurocraniums nativ und mit
Kontrastmittel sowie eine MR-Angiographie der hirnversorgenden Gefässe extra- und
intrakraniell statt. Die untersuchenden Radiologen hielten in der gleichentags erstellten
Beurteilung fest, dass eine Optikusatrophie links ohne erkennbare Ursache und
ansonsten ein normales orbitales und kraniozerebrales Kernspintomogramm ohne
Nachweis einer Raumforderung sowie normale intra- und extrakranielle
hirnversorgende Gefässe vorlägen (vgl. Suva-act. 25).
A.d.
Mit Schreiben vom 6. Juni 2019 informierte die Suva den Versicherten darüber,
dass sie für die Folgen des Berufsunfalls vom 17. Mai 2019 die
Versicherungsleistungen ausrichten werde (vgl. Suva-act. 12).
A.e.
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In einem Bericht vom 15. Juni 2019 nannte Dr. D._ als Diagnosen einen Status
nach Schädel-Hirntrauma mit/bei Direktanprall Gesicht links mit Commotio cerebri,
Hämatom über Os zygomaticum mit Visusstörung links mit/bei Optikusatrophie. Weiter
hielt er fest, dass der Versicherte anlässlich der Kontrolle vom 11. Juni 2019 weiterhin
stark müde gewesen sei, an Gedächtnisstörungen und insbesondere an einer
retrograden Amnesie gelitten habe. Die Kopfschmerzen seien bereits deutlich besser
geworden. Weiterhin habe der Versicherte über Visusstörungen links mit
eingeschränktem Gesichtsfeld und verschwommenem Sehen geklagt. Aktuell sei eine
Wiederaufnahme der Arbeit als Chauffeur aufgrund der Visusproblematik nicht möglich.
Allenfalls wäre es sinnvoll, wenn der Versicherte im Logistikbereich beschäftigt werden
könnte. Als Behandlung empfahl Dr. D._ eine bedarfsgerechte Analgesie, eine
möglichst gute Reizabschirmung, allenfalls eine neuropsychologische Therapie sowie
eine ophthalmologische Kontrolluntersuchung im Juli 2019 (Suva-act. 17).
A.f.
Am 18. Juni 2019 erfolgte eine Vorstellung bei Dr. med. E._, Augenarzt FMH.
Dieser nannte in seinem Untersuchungsbericht vom 19. Juni 2019 als Diagnose eine
partielle Optikusatrophie links; DD: posttraumatisch nach Schädel-Hirntrauma vom 17.
Mai 2019 oder vorbestehend bei Status nach arterieller Zirkulationsstörung des
Sehnervenkopfs (anteriore ischämische Optikusneuropathie) oder postentzündlich nach
Neuritis nervi optici. Bezüglich der Ursache der partiellen Optikusatrophie links hielt er
fest, dass man angesichts der subjektiv blanden Vorgeschichte und des
Unfallgeschehens mit schwerer Schädelprellung am ehesten an eine traumatische
Genese denken würde. Eine Contusio nervi optici könne sich durchaus derart
präsentieren. Im Allgemeinen brauche eine posttraumatische Ausbildung von atrophen
Veränderungen an der Sehnervenpapille jedoch mehr Zeit. Die Latenzzeit zwischen
dem Unfall vom 17. Mai 2019 und der morphologisch-perimetrischen Untersuchung im
KSSG sei doch etwas sehr kurz. Aufgrund des heftigen direkten Traumas scheine ein
Status nach Contusio nervi optici links jedoch denkbar. Wäre es früher schon zu einer
Sehnervenentzündung oder zu einem Sehnerveninfarkt gekommen, hätte der
Versicherte sicher akute Symptome beklagt und eine zentrale Visusminderung bemerkt,
was eine Augenarztkonsultation zur Folge gehabt hätte und auch die regelmässigen
fliegerärztlichen Untersuchungen (der Versicherte ist [...] [vgl. Suva-act. 57 S. 2]) hätten
eine Visusminderung zu Tage gebracht. Folglich sei der Fall nicht derart eindeutig, wie
A.g.
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man meinen könnte. Die aktuelle Perimetrie zeige gegenüber der Erstuntersuchung
bereits ein etwas weniger tiefes Skotom, was allenfalls für eine gewisse
postcontusionelle Nerven-Regeneration sprechen könnte. Bezüglich der visuellen
Fahrtüchtigkeit für die Führerausweisgruppe 2 müsse das zentrale Gesichtsfeld auf
jedem Auge bis 30 Grad normal sein, was beim Versicherten links nicht der Fall sei.
Trotzdem sei das Ganze nicht so eng zu sehen, zumal der Defekt im nasal unteren
Gesichtsfeldquadranten links beim binokularen Sehen durch die rechte Seite
kompensiert werde. Im Übrigen würden die Bedingungen für die
Gesichtsfeldaussengrenzen mit horizontal minimal 140 Grad problemlos erreicht.
Aktuell halte sich der Versicherte ohnehin nicht für fahrtüchtig. Eine perimetrische
Verlaufskontrolle sei in gut einem Monat geplant (vgl. Suva-act. 35; vgl. ferner Bericht
vom 1. Juli 2019 an die Suva, Suva-act. 24).
In einer Beurteilung vom 5. Juli 2019 kam Kreisarzt Dr. med. F._, Facharzt für
Chirurgie, spez. Unfallchirurgie, zum Schluss, dass keine Unfallfolgen vorlägen. Es sei
eine volle Arbeitsfähigkeit, wie sie bereits im Zeitpunkt des Unfalls bestanden habe,
gegeben, da die Visuseinschränkung gering und vorbestehend gewesen sei. Aus
unfallkausaler Sicht sei keine Behandlung notwendig, da keine nachweisbaren
Unfallfolgen vorlägen (vgl. Suva-act. 26).
A.h.
Anlässlich einer Besprechung mit der Suva vom 10. Juli 2019 schilderte der
Versicherte, dass im Kantonsspital C._ am Unfalltag ein CT vom Schädel und vom
Nacken gemacht worden sei. Zum Glück habe keine Hirnblutung bestanden, jedoch
habe er Probleme auf dem linken Auge gehabt. Er habe teilweise nur Schatten
gesehen. Auch habe er einen starken Druck auf der linken Kopf- und Stirnseite
verspürt. Am nächsten Morgen sei er aus dem Spital entlassen worden mit einem
Überweisungsschreiben für die Augenklinik. Er sei noch am selben Vormittag in den
Notfall gegangen, weil er noch immer den starken Druck auf dem Kopf gespürt habe
und auf dem linken Auge nicht mehr richtig habe sehen können. Im Notfall sei er kurz
untersucht worden und es sei dann für den _ Mai 2019 ein Termin in der Augenklinik
abgemacht worden. In den ersten drei bis vier Wochen habe er einen ständigen Druck
im linken Bereich des Kopfs und hinter dem linken Auge verspürt. Auch habe er links
weiterhin nur Schatten gesehen. Sobald er sich überanstrengt habe, sei es zu
Kopfschmerzen und Schwindel gekommen. Nachts habe er nicht gut geschlafen. Auch
A.i.
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habe er seit dem Unfall unter einer Amnesie gelitten. Teilweise habe er auch Sachen
vergessen, Personen nicht mehr erkannt und sich kaum mehr zugetraut, das zu Hause
zu verlassen, weil er Angst gehabt habe, den Heimweg nicht mehr zu finden.
Inzwischen habe sich das linke Auge etwas erholt. Deswegen hätten sich auch die
Werte anlässlich der Kontrolle vom 18. Juni 2019 etwas gebessert. Das Auge
regeneriere sich langsam. Die Schatten seien verschwunden. Probleme habe er in der
Nacht, wenn das Auge am Arbeiten sei. Er merke dann ständig ein Zwicken und
Pulsieren. Dadurch könne er nicht schlafen. Wenn er sich im Kopf anstrengen müsse,
komme dieses Pulsieren auch. Er brauche tagsüber einfach seine Ruhe und lege sich
zwischendurch hin. Sobald er sich anstrenge, nehme das Pulsieren und Zwicken zu
und er habe dann auch Kopfschmerzen. Der Versicherte erklärte weiter, dass im MRT-
Bericht vom 29. Mai 2019 eine Voruntersuchung vom 2. November 2011 erwähnt sei.
Er wisse nicht mehr genau, was dies für eine Untersuchung gewesen sei (vgl. Suva-act.
36).
Anlässlich einer Verlaufsuntersuchung bei Dr. E._ vom 22. Juli 2019 zeigte sich
eine leichte Besserung der Gesichtsfeldeinschränkung am linken Auge. Das zentrale
Gesichtsfeldskotom entsprechend der Teilatrophie des Sehnervs temporal-oben stellte
sich weniger tief und gegen zentral abnehmend dar (vgl. Suva-act. 40).
A.j.
Am _, _, und _ August 2019 fanden auf Zuweisung von Dr. D._
neuropsychologische Untersuchungen in den Kliniken Valens statt. Im
Untersuchungsbericht vom _ August 2019 hielten die Untersuchenden fest, der
Versicherte habe berichtet, dass sein Gedächtnis seit dem Unfall deutlich
verschlechtert sei, vor allem das Kurzzeitgedächtnis. Das Langzeitgedächtnis wäre
nicht betroffen und schon immer gut gewesen. Auch hätten sich die Defizite bereits
deutlich verbessert durch das tägliche Training, das er am Computer mache. Direkt
nach dem Unfall hätte er niemanden mehr erkannt und auch Schwierigkeiten gehabt,
sich zu orientieren und den Heimweg zu finden. Bezüglich Orientierung hätte er
weiterhin Schwierigkeiten, gerade wenn er einen Weg nicht kenne. Auf Nachfrage habe
der Versicherte bekundet, keine Konzentrationsstörungen zu haben. Anfänglich hätte er
nach dem Unfallereignis diesbezüglich grosse Schwierigkeiten gehabt. Er hätte nicht
Fernsehen oder am Computer arbeiten können und ein Gespräch mit mehreren
Personen hätte ihn überfordert. Dies wäre nun aber wieder gut. Die administrativen
A.k.
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Aufgaben zu Hause könnte er problemlos erledigen und er würde strukturiert und mit
gezielter Handlungssteuerung arbeiten. Sodann hielten die Behandler fest, dass im
Rahmen der ausführlichen neuropsychologischen Untersuchung leichte bis
mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörungen sowie leichte bis
mittelschwere Auffälligkeiten in der Antriebs-, Affekt- und Verhaltensregulation
objektivierbar gewesen seien. Ein Einfluss der Auffälligkeiten im Bereich der Affekt- und
Verhaltensebene auf die kognitive Leistungsfähigkeit sei anzunehmen. Auch könne
insgesamt angenommen werden, dass es sich um eine Akzentuierung bereits vor dem
Unfallereignis bestehender Funktions- und Verhaltensauffälligkeiten handle. Es sei zu
erwarten, dass die Funktionsfähigkeit aufgrund der beschriebenen Defizite im Alltag
und unter den meisten beruflichen Anforderungen leicht eingeschränkt sei. Bei
Aufgaben mit hohen Anforderungen sei zu erwarten, dass die Funktionsfähigkeit bis zu
mittelgradig eingeschränkt sei. Aus dem kognitiven Profil sei zu schliessen, dass der
Versicherte mehr Zeit benötige, um komplexe Tätigkeiten umzusetzen, und dass er
auch langsamer als andere in der Ausführung von selbständigen Tätigkeiten sei. Vor
allem bei vorstrukturierten Aufgaben könne er eine relativ gute Leistung erbringen.
Tätigkeiten, welche eine flexible Arbeitsweise erforderten und unter Zeitdruck ausgeübt
werden müssten, seien nicht geeignet. Die mögliche Präsenz betrage nicht mehr als
vier Stunden pro Tag. Innerhalb dieser Zeit bestehe eine Einschränkung der
arbeitsbezogenen Leistungsfähigkeit von 30-50 % abhängig von den Anforderungen.
Aus der Zusammenschau der vorliegenden Ergebnisse bestünden aus
neuropsychologischer Sicht Zweifel an der Fahreignung bei privater Nutzung, da die
leistungsbezogenen Minimalforderungen für die aktive Teilnahme am motorisierten
Strassenverkehr nicht erfüllt seien. Bezüglich der privaten und beruflichen Abklärung
der Fahreignung werde eine ambulante Untersuchung in frühestens drei Monaten
empfohlen. Auch werde eine neuropsychologische Therapie und eine Ergotherapie mit
Hirnleistungstraining empfohlen (Suva-act. 51 und 73). Am _ September 2019
berichtete Dr. med. G._, Neurologie, Kliniken Valens, über die im Anschluss an die
neuropsychologischen Untersuchungen erfolgte neurologische Konsultation vom _
September 2019. Der Versicherte habe seine berufliche Reintegration zusammen mit
dem Hausarzt und dem Arbeitgeber mit einem Einstieg in eine Bürotätigkeit in einem
Teilpensum vom 50 % geplant. Er, Dr. G._, empfehle einen schrittweisen
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Wiedereinstieg mit Erhöhungen des Pensums um jeweils 10 % in Intervallen von
voraussichtlich drei Wochen (vgl. Suva-act. 51-8 f.).
In einem Bericht zur Verlaufskontrolle vom 30. September 2019 hielt Dr. E._ fest,
dass sich in der Perimetrie noch immer ein stationärer Quadrantenausfall nasal-unten
am linken Auge zeige, was bezüglich Fahrtüchtigkeit ohne grössere Relevanz sein
dürfte. Die horizontalen Gesichtsfeldaussengrenzen lägen im Normbereich. Unter
Berücksichtigung der Visusverhältnisse sei seines Erachtens die visuelle
Fahrtüchtigkeit für die Führerausweisgruppen 1 und 2 noch ohne Sehhilfe gegeben
(Suva-act. 67).
A.l.
In einer Beurteilung vom 2. Oktober 2019 kam Dr. F._ erneut zum Schluss,
dass keine Unfallfolgen vorlägen. Durch das Unfallereignis sei es zu keiner strukturellen
Schädigung gekommen. Die Optikusatrophie könne nicht unfallkausal sein und auch
bei den kognitiven Einschränkungen handle es sich um keine Unfallfolgen, weil keine
Hirnschädigung verursacht worden sei und die Einschränkungen im
neuropsychologischen Bericht zudem als vorbestehend dokumentiert seien (vgl. Suva-
act. 53).
A.m.
Anlässlich einer Besprechung vom 8. Oktober 2019 gab der Versicherte an, dass
es ihm aus körperlicher Sicht soweit gut gehe, die Kopfschmerzen seien
verschwunden. Auch bezüglich der Augen sei wieder alles gut. Er sehe wieder normal
und das Zwicken sei verschwunden. Was die Augen betreffe, dürfe er auch wieder
LKW fahren, jedoch fahre er aktuell nicht wegen der Probleme mit dem
Kurzzeitgedächtnis. Dieses sei noch nicht vollständig zurückgekehrt und zum Teil
ermüde er recht schnell, wenn viele Personen an einem Tisch sässen und miteinander
sprächen. Seit September 2019 leide er auch an Verspannungen im rechten
Schulterbereich und sei der Meinung, dass diese vom Sturz kämen. Ihm sei
Physiotherapie verordnet worden. Als Chauffeur werde er vermutlich nicht mehr
arbeiten können, jedoch wolle er die Arbeit ab Januar 2020 wenigstes in einem Pensum
von 50 % im Bereich Z._ aufnehmen (vgl. Suva-act. 57).
A.n.
Mit Verfügung vom 14. Oktober 2019 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass
die bestehenden Beschwerden nicht mehr durch den Unfall bedingt seien.
A.o.
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Entgegenkommenderweise würden die Versicherungsleistungen noch bis und mit 31.
Oktober 2019 übernommen, auf diesen Zeitpunkt jedoch eingestellt (Suva-act. 58).
Am 22. Oktober 2019 erhob der Versicherte gegen die Verfügung vom 14. Oktober
2019 Einsprache (vgl. Suva-act. 69; zur vorsorglichen Einsprache der
Krankenversicherung vgl. Suva-act. 74). In einem gleichentags erstellten Bericht hielt
auch Dr. D._ fest, mit dem Entscheid der Suva nicht einverstanden zu sein. Der
Vorzustand, wie er vor dem Unfallereignis bestanden habe, sei keineswegs wieder
erreicht. Der Versicherte sei nicht in der Lage, einen PKW oder LKW zu fahren, was ihm
vor dem Unfall keine Probleme bereitet habe. Er sei vor dem Unfall jährlich vom
flugärztlichen Dienst sowie in grösseren Abständen vom vertrauensärztlichen Dienst
des Strassenverkehrsamtes untersucht worden. Er sei noch immer stark verunsichert,
habe Probleme mit der Konzentration, dem Gedächtnis und der Orientierung (vgl.
Suva-act. 71).
A.p.
Am 31. Oktober 2019 gingen bei der Suva ärztliche Berichte aus den Jahren 2010
und 2011 ein (vgl. Suva-act. 75 ff. und 79 ff.), aus denen unter andrem hervorging, dass
eine neuropsychologische Testung vom 24. Februar 2010 auf dem Hintergrund eines
insgesamt eher niedrigen kognitiven Leistungsvermögens leichte bis mittelschwere
kognitive Funktionsstörungen und eine Störung der Persönlichkeit ergeben hatte (vgl.
Suva-act. 80 und 83-2).
A.q.
Auf eine Nachfrage der Suva, ob der neurologische Bericht über die Konsultation
vom _ September 2019 ausreiche oder noch eine neurologische Untersuchung
durchzuführen sei, meinte Dr. F._ am 4. November 2019, dass der vorliegende
neurologische Bericht nicht aussagekräftig sei (vgl. Suva-act. 86). Anlässlich einer
Besprechung vom 7. November 2019 informierte die Suva den Versicherten darüber,
dass sie zur Ergänzung der medizinischen Unterlagen noch eine neurologische
Abklärung durchführen lassen möchte. Wenn der Versicherte damit einverstanden sei,
würde die Suva die Verfügung vom 14. Oktober 2019 widerrufen und bis zum Vorliegen
der Beurteilung die Versicherungsleistungen weiterhin ausrichten (vgl. Suva-act. 100).
Mit Schreiben vom 8. November 2019 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie
ihre Verfügung vom 14. Oktober 2019 widerrufe und die gesetzlichen
A.r.
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Versicherungsleistungen weiterhin erbringe, womit das Einspracheverfahren als erledigt
zu betrachten sei (vgl. Suva-act. 90).
Am _ November 2019 fand eine neurologische Abklärung bei Dr. G._ statt,
anlässlich welcher der Versicherte angab, dass sich das Kurzzeitgedächtnis im Verlauf
wieder gebessert habe. Im Vordergrund stünden aktuell rechtsbetonte
Schulterschmerzen, bewegungs- und belastungsabhängig, die über den vorderen und
hinteren Oberarm zum Ellbogen hin ausstrahlen würden und auch nachts aufträten (vgl.
Suva-act. 111). Unter Berücksichtigung dieses Berichts kam Dr. F._ am 30.
Dezember 2019 zum Schluss, dass unverändert von keiner Unfallfolge und keiner
strukturellen Schädigung als Ursache der psychischen Beschwerden auszugehen sei.
Letztere seien ohnehin vorbestehend, wie umfassend dokumentiert sei. Daher sei der
Status quo sine spätestens am 8. Oktober 2019 erreicht gewesen. Weder die
medizinische Behandlung noch die Arbeitsunfähigkeit könnten als unfallkausal erachtet
werden. Zur Beurteilung der Unfallkausalität der Optikusatrophie und derjenigen der
kognitiven Defizite sei gegebenenfalls noch eine Vorlage an einen VMG Augenarzt und
die VMG Neurologie zu erwägen (vgl. Suva-act. 112). Am 31. Januar 2020 hielt Dr.
med. H._, Facharzt für Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie, Mitglied FMH,
Kompetenzzentrum Versicherungsmedizin der Suva, fest, dass die Optikusatrophie und
die damit verbundene Visusstörung nicht auf das Unfallereignis zurückgeführt werden
könnten. Eine Optikusatrophie sei klinisch nicht bereits fünf Tage nach dem
Unfallereignis erkennbar (vgl. Suva-act. 120).
A.s.
In einem bei der Suva am 5. Februar 2020 eingegangenen Bericht erklärte Dr.
D._, dass der Versicherte bei der bisherigen Arbeitgeberin die Arbeit wieder zu 50 %
in einem geschützten Rahmen aufgenommen habe und vorwiegend mit leichter Arbeit
beschäftigt werde. Dabei habe sich rasch gezeigt, dass er weiterhin an den
Unfallfolgen leide. Gemäss eigenen Aussagen und derjenigen der Arbeitgeberin kämpfe
der Versicherte weiterhin mit Vergesslichkeit sowie Konzentrationsstörungen und er sei
nach zweieinhalb Stunden leichter Arbeit erschöpft. Der Versicherte brauche klare
Anweisungen. Nach Rücksprache mit der Arbeitgeberin und der IV-Stelle werde er ab
dem 1. Februar 2020 daher wiederum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestieren und
die Arbeit im Umfang von drei bis vier Stunden werde als therapeutische Massnahme
A.t.
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B.
angesehen. In ca. vier Wochen werde die Situation erneut beurteilt werden (vgl. Suva-
act. 122).
In einer Aktenbeurteilung vom 18. Februar 2020 kam Dr. med. I._, Facharzt für
Neurologie, Kompetenzzentrum Versicherungsmedizin der Suva, zum Schluss, dass
aus neurologischer Sicht aufgrund des Unfallgeschehens eine leichte traumatische
Hirnverletzung (Commotio cerebri) ohne bilddiagnostischen Nachweis einer
substantiellen Hirnverletzung vorliege. Von neurologischer Seite sei der protrahierte
Verlauf mit einer klinischen Besserung und später erneuter klinischer Verschlechterung
mit 100%iger Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar. Die festgestellte leichte bis
mittelschwere kognitive Funktionsstörung sei vorbestehend und unfallfremd, wie aus
dem Bericht zur neurologischen Untersuchung vom Februar 2010 hervorgehe. Bei als
abgeheilt geltenden Unfallfolgen bestehe aus neurologsicher,
versicherungsmedizinischer Sicht keine Notwendigkeit zur weiteren Behandlung und es
sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auszugehen (vgl.
Suva-act. 126). In einer Kurzbeurteilung vom 10. März 2020 hielt Dr. F._ fest, dass an
den beiden Schultern keine Unfallfolge nachgewiesen sei. Folglich könne
allerhöchstens von einer vorübergehenden Verschlimmerung krankhafter Vorschäden
ausgegangen werden, wobei der Status quo sine längstens als erreicht zu beurteilen
wäre. Abgesehen davon seien die Schultern laut den Angaben des Versicherten vom 8.
Oktober 2019 nicht beim Unfall geschädigt worden (vgl. Suva-act. 131).
A.u.
Mit Verfügung vom 11. März 2020 stellte die Suva die Versicherungsleistungen per
31. März 2020 ein, da aus ihrer Sicht keine Unfallfolgen mehr ausgewiesen seien. Sie
verzichtete auf die Rückforderung bereits bezahlter Rechnungen (Suva-act. 133).
A.v.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt S.
van der Werff, St. Gallen, am 17. April 2020 Einsprache (vgl. Suva-act. 142), welcher er
unter anderem einen Untersuchungsbericht eines Flugarztes von Ende September
2018 sowie einen Bericht zur Fahreignungsuntersuchung vom 3. Mai 2019 beilegte (vgl.
Suva-act. 142-12 ff.). Am 8. Mai 2020 erfolgte eine ergänzende Begründung der
Einsprache, mit welcher eine Schilderung der Arbeitgeberin vom _ April 2020
eingereicht wurde (vgl. Suva-act. 145). Am 30. Juli 2020 liess der Versicherte der Suva
B.a.
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C.
eine ärztliche Bestätigung der Kliniken Valens vom _ Juli 2020 zukommen, wonach die
Fahrtauglichkeit zum Lenken eines LKW's nicht mehr gegeben sei (vgl. Suva-act. 157).
Mit Einspracheentscheid vom 6. August 2020 wies die Suva die Einsprache des
Versicherten ab (Suva-act. 161; zum Zwischenentscheid bezüglich aufschiebender
Wirkung der Einsprache vgl. Suva-act. 150).
B.b.
Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer), weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt van der Werff, am 7.
September 2020 Beschwerde. Er beantragte, der Einspracheentscheid vom 6. August
2020 (und damit die Verfügung vom 11. März 2020) sei aufzuheben und ihm seien mit
Wirkung ab wann rechtens die ihm zustehenden gesetzlichen Leistungen der
Unfallversicherung zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Diese sei anzuweisen, das Beweisverfahren
formgerecht durchzuführen und dabei ein polydisziplinäres Gutachten, welches über
seinen Gesundheitszustand, über die Behandlungsfähigkeit sowie über den
Zusammenhang der aktuellen Beschwerden mit dem Unfallereignis vom 17. Mai 2019
Auskunft gebe, einzuholen und anschliessend über die ihm zustehenden gesetzlichen
Leistungen neu zu befinden; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten
der Beschwerdegegnerin (act. G 1).
C.a.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 9. Oktober 2020 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 6. August 2020 (act. G 3).
C.b.
In seiner Replik vom 4. Dezember 2020 hielt der Beschwerdeführer an den in der
Beschwerde gestellten Anträgen fest (vgl. act. G 9).
C.c.
In ihrer Duplik vom 23. Februar 2021 erneuerte die Beschwerdegegnerin ihren
Antrag auf Abweisung der Beschwerde (vgl. act. G 13).
C.d.
Mit Schreiben vom 23. März 2021 reichte der Beschwerdeführer weitere
medizinische Berichte (vgl. act. G 15) und am 20. April 2021 ein Schreiben der IV-Stelle
C.e.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin die im Nachgang zum Unfall vom 17. Mai 2019
erbrachten Heilkosten- und Taggeldleistungen zu Recht auf den 31. März 2020 hin
eingestellt und den Anspruch auf weitere Leistungen der Unfallversicherung abgelehnt
hat.
2.
ein (vgl. act. G 17 und 17.1). Die neu eingereichten Unterlagen wurden der
Beschwerdegegnerin zur Kenntnis zugestellt (vgl. act. G 16 und 18).
Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht nur für Gesundheitsschäden,
die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis
zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181 E. 3; Alexandra Rumo-
Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/
Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Wenn der Unfallversicherer den
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und einer
entsprechenden Gesundheitsschädigung einmal anerkannt hat und entsprechende
Leistungen erbringt, entfällt der Leistungsanspruch erst, wenn das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich
dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als
bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang
gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer. Dieser
Grundsatz gilt aber nur für Verletzungen, welche Gegenstand der Anerkennung bildeten
(Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2009, 8C_363/2009, E. 1; Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 27. April 2005, U 6/05, E. 3.2). Auch
hat der Unfallversicherer nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen,
sondern nur darzutun, dass die unfallbedingten Ursachen des Gesundheitsschadens
ihre kausale Bedeutung verloren haben (zum Ganzen Urteil des EVG vom 27. Februar
2004, U 29/03, E. 3.1 mit Hinweisen; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen;
vgl. Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4.
Aufl. 2014, § 70 Rz. 58).
2.1.
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Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1 und 123 III 110; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen spielt die
Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE
134 V 111 f. E. 2.1 und 127 V 103 E. 5b/bb). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch
nicht (hinreichend) fassbar, ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen,
bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein
Schleudertrauma bzw. keine schleudertraumaähnliche Verletzung und kein
Schädelhirntrauma erlitten, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6
zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen das Vorliegen einer
Schleudertraumaverletzung oder eines Schädelhirntraumas, muss geprüft werden, ob
zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörende
Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik
aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung
ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6 für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen
aufgestellten Grundsätze massgebend. Dasselbe gilt, wenn es sich bei der nach einem
Unfall aufgetretenen, psychischen Fehlentwicklung nicht um eine mit dem organisch-
psychischen Beschwerdebild nach Schleudertrauma (oder äquivalenter Verletzung) eng
verflochtene Entwicklung handelt, sondern um einen selbständigen (sekundären)
psychischen Gesundheitsschaden. Nicht zur Anwendung gelangen die besonderen
Schleudertrauma-Kriterien ferner bei einem durch den Unfall verschlimmerten
psychischen Vorzustand (vgl. Urteil des EVG vom 7. November 2002, U 377/01, E. 4.3).
Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz bei einer Schleudertraumaverletzung
oder eines Schädelhirntraumas gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE
134 V 109 präzisierten Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten
Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS und Schädelhirntraumen setzt
voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen und
zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis
zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 327
E. 3b; zum Ganzen Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
9. Januar 2018, UV 2016/6, E. 3.4).
2.2.
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3.
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und
nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen
Inhalt (BGE 134 V 232 f. E. 5.1 und 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
2.3.
Zunächst ist zu prüfen, ob im Zeitpunkt der Leistungseinstellung noch organisch
objektivierbare Unfallfolgen vorhanden gewesen sind, welche die vom
Beschwerdeführer über den 31. März 2020 hinaus geklagten Beschwerden (v.a.
neurokognitive Einschränkungen wie Vergesslichkeit, Gedächtnisstörungen oder
schlechte Orientierung) erklären können.
3.1.
Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden grundsätzlich eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der
Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten bzw. der Patientin
unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen
Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit -
wissenschaftlich anerkannten - apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen,
MRT, CT, EEG [Elektroenzephalogramm]) bestätigt werden können (vgl. BGE 134 V 121
f. E. 9 und 134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober
2009, 8C_216/2009, E. 2 mit Hinweisen).
3.2.
Ein noch am Unfalltag durchgeführtes CT des Schädels sowie der HWS hat keine
frischen Traumafolgen zum Vorschein gebracht (vgl. Suva-act. 11 und 4). Eine MRT-
Untersuchung des Neurocraniums nativ und mit Kontrastmitteln sowie eine MR-Angio
graphie der hirnversorgenden Gefässe extra- und intrakraniell vom 29. Mai 2019 hat mit
Ausnahme einer Optikusatrophie ohne erkennbare Ursache ebenfalls keine
pathologischen Befunde, namentlich keine Raumforderung, zur Darstellung gebracht
(vgl. Suva-act. 25).
3.3.
Die objektivierbare Optikusatrophie ist bereits im Bericht der Augenklinik des
KSSG vom _ Mai 2019 als sicher schon länger vorbestehend und unabhängig vom
3.4.
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erlittenen Schädelhirntrauma bestehend eingestuft worden. Als wahrscheinliche
Ursache der Optikusatrophie hat der behandelnde Arzt eine abgelaufene anteriore
ischämische Optikusneuropathie gesehen, zum Ausschluss einer Raumforderung mit
Kompression des Nervus opticus aber noch die soeben erwähnte MRT-Untersuchung
vom 29. Mai 2019 in die Wege geleitet (vgl. Suva-act. 34). Wie bereits erwähnt, hat
auch diese bilddiagnostische Abklärung keine erkennbare strukturelle Ursache für die
Optikusatrophie erkennen lassen (vgl. Suva-act. 25; vgl. ferner E. 3.3), was die
Annahme einer vorbestehenden Optikusatrophie stützt. Dr. E._ hat zur Ursache der
partiellen Optikusatrophie ausgeführt, dass man angesichts der subjektiv blanden
Vorgeschichte und des Unfallgeschehens mit Schädelprellung zwar am ehesten an eine
traumatische Genese denken würde, zumal sich eine Contusio nervi optici durchaus
derart präsentieren könne. Im Allgemeinen brauche eine posttraumatische Ausbildung
von atrophen Veränderungen an der Sehnervenpapille jedoch mehr Zeit. Die Latenzzeit
zwischen dem Unfall vom 17. Mai 2019 und der morphologisch-perimetrischen
Untersuchung im KSSG sei doch etwas kurz. Aufgrund des direkten Traumas scheine
ein Status nach Contusio nervi optici links jedoch denkbar, zumal der
Beschwerdeführer bei einer früheren Sehnervenentzündung oder einem Sehnervinfarkt
eigentlich akute Symptome beklagen und eine Visusminderung hätte bemerken
müssen. Folglich sei der Fall nicht derart eindeutig, wie man denken könnte (vgl. Suva-
act. 35). Dr. E._ hält also namentlich aufgrund der unauffälligen Vorgeschichte eine
traumatische Entstehung für denkbar, kann sich diese aber aufgrund der zu kurzen
Latenzzeit eigentlich nicht erklären. Angesichts der Wortwahl, wonach der Fall also
nicht derartig eindeutig sei, wie man denken könnte, kommt zum Ausdruck, dass ohne
die blande Vorgeschichte des Beschwerdeführers auch Dr. E._ relativ sicher davon
ausgehen würde, dass die Optikusatrophie beim Beschwerdeführer nicht unfallkausal
sei, was denn auch mit der Ersteinschätzung des behandelnden Arztes des KSSG
übereinstimmen würde. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vorbringt (vgl. act. G 3),
kann aus dem Umstand, dass vor dem Unfall keine Beschwerden vorhanden gewesen
sind, grundsätzlich nicht abgeleitet werden, die nach dem Unfall vorhandenen
Beschwerden seien unfallkausal (unzulässige Beweismaxime "post hoc ergo propter
hoc"; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2018, 8C_355/2018, E. 3.2 mit
Hinweisen). Dies muss umso mehr gelten, da die Latenzzeit nach einhelliger Meinung
der behandelnden Ärzte eindeutig gegen eine Unfallkausalität spricht und
bilddiagnostisch keine Kontusion des nervus optici ersichtlich gewesen ist (vgl. E. 3.3).
Schliesslich hat auch Dr. H._ am 31. Januar 2020 festgehalten, dass die
Optikusatrophie und die damit verbundene Visusstörung nicht auf das Unfallereignis
zurückgeführt werden könnten. Eine Optikusatrophie sei klinisch nicht bereits fünf Tage
nach dem Unfallereignis erkennbar (vgl. Suva-act. 120). Folglich ist mit überwiegender
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Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Optikusatrophie als strukturelle
Schädigung nicht unfallkausal ist. Im Übrigen scheint der Beschwerdeführer bezüglich
der Augen auch kaum mehr Probleme zu haben, auch wenn er in der Beschwerde
vorbringt, an Visusstörungen zu leiden (vgl. act. G 1). Anlässlich der Besprechung vom
8. Oktober 2019 hatte er nämlich angegeben, dass er wieder normal sehe, das Zwicken
verschwunden sei und er aus augenärztlicher Sicht auch wieder LKW fahren dürfte (vgl.
Suva-act. 57). Dazu passend hatte Dr. E._ im Bericht zur Kontrolle vom _
September 2019 festgehalten, dass sich in der Perimetrie noch immer ein stationärer
Quadrantenausfall nasal-unten am linken Auge zeige, was bezüglich Fahrtüchtigkeit
ohne grössere Relevanz sein dürfte. Die horizontalen Gesichtsfeldaussengrenzen lägen
im Normbereich. Unter Berücksichtigung der Visusverhältnisse sei die visuelle
Fahrtüchtigkeit für die Führerausweisgruppen 1 und 2 noch ohne Sehhilfe gegeben
(vgl. Suva-act. 67).
Eine strukturelle unfallkausale Schädigung der Schulter, welche die gemäss
Aussagen des Beschwerdeführers erst ab September 2019 und somit rund drei Monate
nach dem Unfallereignis aufgetretenen Schulterbeschwerden (vgl. Suva-act. 57)
erklären könnte, ist nicht ersichtlich. Aus dem im Beschwerdeverfahren eingereichten
Ultraschallbericht von einer rund ein Jahr nach dem Unfallereignis stattgehabten
Untersuchung vom 13. Mai 2020 (vgl. act. G 1.17) kann der Beschwerdeführer nichts
zu seinen Gunsten ableiten, zumal dort die linksseitigen Beschwerden als dominant
erwähnt sind (vgl. act. G 1.17), während beim Beschwerdeführer am 26. November
2019 noch rechtsbetonte Schulterschmerzen im Vordergrund gestanden haben (vgl.
Suva-act. 111). Unter Berücksichtigung der Aktenlage erscheint die Kurzbeurteilung
von Dr. F._ vom 10. März 2020, wonach an den beiden Schultern keine Unfallfolge
nachgewiesen sei, sodass allerhöchstens von einer vorübergehenden Verschlimmerung
krankhafter Vorschäden ausgegangen werden könne, wobei der Status quo sine
längstens als erreicht zu beurteilen wäre, jedenfalls schlüssig (vgl. Suva-act. 131). Nach
dem Gesagten gelingt es dem Beschwerdeführer also nicht, die von der
Beschwerdegegnerin zu keinem Zeitpunkt als unfallkausal anerkannten
Schulterbeschwerden als überwiegend wahrscheinlich unfallkausal nachzuweisen.
3.5.
Von neurologischer Seite sind ebenfalls keine bleibenden strukturellen
Schädigungen dokumentiert. Die Berichte von Dr. G._ erschöpfen sich im
Wesentlichen in der Wiedergabe der subjektiven Beschwerden und
Eingliederungsversuche des Beschwerdeführers, ohne eine neurologische Schädigung
zu erwähnen (vgl. Suva-act. 111 und 51-8 f.). Dr. I._ hat in seiner umfassenden
Aktenbeurteilung vom 18. Februar 2020 sodann nachvollziehbar dargelegt, dass aus
3.6.
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4.
neurologischer Sicht aufgrund des Unfallgeschehens eine leichte traumatische
Hirnverletzung (Commotio cerebri) ohne bilddiagnostischen Nachweis einer
substantiellen Hirnverletzung vorliege. Der protrahierte Verlauf mit klinischer Besserung
und erneuter klinischer Verschlechterung sei nicht nachvollziehbar. Bei als abgeheilt
geltenden Unfallfolgen bestehe aus neurologischer Sicht keine Notwendigkeit zur
weiteren Behandlung (vgl. Suva-act. 126).
Schliesslich ist auch Dr. F._ in mehreren Beurteilungen zum Schluss gekommen,
dass keine strukturellen Unfallfolgen vorlägen (vgl. Suva-act. 26, 53 und 131).
3.7.
Zusammenfassend ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass die
beim Beschwerdeführer durchgeführten Untersuchungen keine fassbaren organischen
unfallbedingten Befunde gezeigt haben, welche die über den 31. März 2020 hinaus
geklagten Beschwerden erklären könnten (vgl. Suva-act. 161-9). Wie die
Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid zu Recht angemerkt hat (vgl. Suva-act.
161-9), vermögen die Einwände des Beschwerdeführers, er sei vor dem Unfall
beschwerdefrei gewesen bzw. ihm sei von den Ärzten eine gute Gesundheit attestiert
worden (vgl. act. G 1 und 9), daran nichts zu ändern (vgl. dazu nochmals die
unzulässige Beweismaxime "post hoc ergo propter hoc"; vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Juni 2018, 8C_355/2018, E. 3.2 mit Hinweisen). Eine
Notwendigkeit zur weiteren medizinischen Abklärung der strukturellen somatischen
Unfallfolgen ist nach dem Gesagten nicht erkennbar.
3.8.
Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist nun aber bekannt, dass
bei Schleudertrauma- sowie äquivalenten Verletzungen auch ohne nachweisbare
pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle
Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein
Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen
Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (wie Röntgen, MRT,
CT, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die diesbezüglichen
Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 363 f. E. 5d/aa).
4.1.
Aus diesem Grund ist das Bundesgericht in seiner älteren Rechtsprechung davon
ausgegangen, dass der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der
danach eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen ist,
wenn ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung
diagnostiziert worden ist und ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit
einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel,
4.2.
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Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und
Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.
innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden - wenn auch zunächst nicht in seiner
umfassenden Ausprägung - nach dem Unfall aufgetreten ist (BGE 117 V 360 E. 4b; vgl.
BGE 117 V 379 f. E. 3e und Urteil des Bundesgerichts vom 15. März 2007, U 258/06, E.
4.3). In späteren Urteilen hat das Bundesgericht seine Rechtsprechung bezüglich der
Voraussetzungen zur Annahme eines natürlichen Kausalzusammenhangs in
Schleudertraumafällen jedoch verschärft. So hat es in BGE 119 V 340 E. 2b/aa bereits
betont, dass auch bei Schleudermechanismen der HWS zuallererst die medizinischen
Fakten wie die fachärztlichen Erhebungen über Anamnese, objektiven Befund,
Diagnosen, Verletzungsfolgen, unfallfremde Faktoren etc. die massgeblichen
Grundlagen für die Kausalitätsbeurteilung durch die Verwaltung und die Gerichte seien.
Das Vorliegen eines Schleudertraumas und dessen Folgen müssten somit durch
zuverlässige ärztliche Angaben gesichert sein. Treffe dies zu und sei die natürliche
Kausalität aufgrund der ärztlichen Feststellungen im konkreten Fall unbestritten, so
könne der natürliche Kausalzusammenhang ebenso aus rechtlicher Sicht als erstellt
gelten (vgl. dazu auch BGE 134 V 122 E. 9.1). In BGE 134 V 109 hat das Bundesgericht
weitere Anforderungen zu den vorzunehmenden medizinischen Abklärungen gestellt
und namentlich auch festgehalten, dass inhaltlich überzeugende Aussagen dazu
erforderlich seien, ob die geklagten Beschwerden überhaupt glaubhaft seien, und
bejahendenfalls, ob für diese Beschwerden trotz Fehlens objektiv ausgewiesener
organischer Unfallfolgen ein beim Unfall erlittenes Schleudertrauma der HWS, eine
äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma überwiegend wahrscheinlich
zumindest eine Teilursache darstelle (vgl. BGE 109 V 125 E. 9.5).
Vorliegend ist, wie auch die Beschwerdegegnerin anerkennt (vgl. Suva-act. 161-9),
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ein Schädel-Hirntrauma im Sinne einer
Commotio cerebri erlitten hat und zum typischen Beschwerdebild gehörende
Beeinträchtigungen zumindest teilweise vorhanden sind bzw. gewesen sind (vgl. Suva-
act. 11, 17, 36, 51, 73, 116 und 126).
4.3.
Ein Schädel-Hirntrauma, welches höchstens den Schwergrad einer leichten
Commotio cerebri (Gehirnerschütterung, SHT 1. Grades) nicht im Grenzbereich zu einer
Contusio cerebri (Gehirnprellung, SHT 2. Grades) – erreicht, rechtfertigt jedoch gemäss
der Rechtsprechung grundsätzlich nicht die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis.
Üblicherweise wird die Schwere eines Schädel-Hirntraumas nach dem Punktwert in der
GCS-Skala eingeteilt. Bei einem GCS-Wert von 13 bis 15 Punkten wird von einem
leichten Schädel-Hirntrauma gesprochen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. August
4.4.
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5.
2008, E. 4 [publ. in: SVR 2008 UV Nr. 35 S. 133]; Urteil des EVG vom 13. Juni 2005, U
276/04, E. 2.2; vgl. ferner Urteile des Bundesgerichts vom 14. August 2014,
8C_358/2014, E. 2.4.1, vom 16. Oktober 2013, 8C_258/2013, E. 4.3.2, und vom 28. Juli
2011, 8C_270/2011, E. 2.1 ausgegangen werden kann).
Im Protokoll des Rettungsdienstes sind die GCS Werte mit 4/4/6 angegeben
worden (vgl. Suva-act. 116-2), was gemäss Dr. I._ einem GCS-Wert von 14
entspricht (vgl. Suva-act. 126-1 und 126-6). Auch heisst es im Austrittsbericht des
Kantonsspitals C._ vom 27. Mai 2019, dass sich die GCS-Überwachung problemlos
gestaltet habe. Bereits nach einer Nacht hat der Beschwerdeführer aus dem Spital
entlassen werden können. Sodann ist im Austrittsbericht des Kantonsspitals C._ die
Diagnose einer Commotio cerebri gestellt worden (vgl. Suva-act. 11). Folglich ist
anzunehmen, dass der Beschwerdeführer ein leichtes Schädel-Hirntrauma erlitten hat,
welches die Anwendung der Schleudertraumapraxis ausschliesst (vgl. E. 4.4).
4.5.
Nachdem die Schleudertraumapraxis keine Anwendung findet und im Zeitpunkt
vom 31. März 2020 keine strukturellen somatischen Unfallfolgen mehr vorhanden
gewesen sind, die eine weitere medizinische Behandlung erfordert hätten (vgl. E. 3), ist
der medizinische Endzustand damals erreicht gewesen. Folglich hat die
Beschwerdegegnerin die vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld)
zu Recht auf diesen Zeitpunkt eingestellt (Art. 19 Abs. 1 UVG).
4.6.
Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid auch den Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen
(namentlich Rente und Integritätsentschädigung) mangels Kausalzusammenhangs zu
Recht verneint hat (vgl. Suva-act. 161-14).
5.1.
Der Beschwerdeführer beklagt über den Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus
neben Schulterschmerzen im Wesentlichen neuropsychologische Einschränkungen wie
Gedächtnisstörungen und Orientierungsschwierigkeiten (vgl. act. G 1 und 1.11). In
neuropsychologischen Untersuchungen vom _, _, und _ August 2019 haben sich
denn auch leichte bis mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörungen sowie
leichte bis mittelschwere Auffälligkeiten in der Antriebs-, Affekt- und
Verhaltensregulation gezeigt (vgl. Suva-act. 51 und 73). Allerdings sind bereits in einer
am 24. Februar 2010 und damit viele Jahre vor dem Unfallereignis durchgeführten
neuropsychologischen Testung leichte bis mittelschwere kognitive Funktionsstörungen
sowie eine Störung der Persönlichkeit festgestellt worden (vgl. Suva-act. 80 und 83-2).
Folglich ist es nachvollziehbar, dass Dr. I._ in seiner Beurteilung vom 18. Februar
5.2.
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2020 die festgestellten leichten bis mittelschweren kognitiven Funktionsstörungen als
vorbestehend und unfallfremd eingestuft hat (vgl. Suva-act. 126). Damit
übereinstimmend hatte Dr. F._ die psychischen Beschwerden in seiner
Stellungnahme vom 30. Dezember 2019 ebenfalls als vorbestehend bezeichnet (vgl.
Suva-act. 112). Nach dem Gesagten gibt es starke Anhaltspunkte dafür, dass bereits
der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 17. Mai 2019
und den über den 31. März 2020 hinaus geklagten neurokognitiven Beschwerden nicht
gegeben ist. Der Beschwerdeführer macht diesbezüglich unter Vorlage entsprechender
Atteste (vgl. act. G 1.13 und 1.14) allerdings geltend, dass am 3. Mai 2019, also wenige
Tage vor dem Unfallereignis, eine vertrauensärztliche Fahreignungsuntersuchung
durchgeführt worden sei, wobei keine gesundheitlichen Einschränkungen festgestellt
worden seien. Auch anlässlich der fliegerärztlichen Kontrolluntersuchung vom 29.
September 2018 sei keine gesundheitliche Einschränkung festgestellt worden (vgl. act.
G 1 S. 4 f.). Ob anlässlich dieser Untersuchungen allerdings auch die
neuropsychologische Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers eingehend abgeklärt
worden ist, erscheint fraglich. Die neuropsychologischen Untersuchungen vom August
2019 haben denn auch gezeigt, dass der Beschwerdeführer in vielen Aufgaben
lediglich leicht eingeschränkt ist, während er aber in Berufen oder Aufgaben mit hohen
Anforderungen bis zu mittelgradig eingeschränkt ist. Dem Untersuchungsbericht vom
_ August 2019 ist zu entnehmen, dass er namentlich bei selbständigen und
komplexen Tätigkeiten mehr Zeit als andere benötige, während es ihm bei
vorstrukturierten Aufgaben möglich sei, eine relativ gute Leistung zu erbringen (vgl.
Suva-act. 73-5). Demnach ist denkbar, dass es ihm gelungen ist, in der täglich
ausgeübten Tätigkeit als LKW-Fahrer dank Routine - trotz eines bestehenden
Gefahrenpotentials - lange Zeit ohne Auffälligkeiten zu bestehen und auch bei den
ärztlichen Kontrolluntersuchungen einen entsprechend gesunden Eindruck zu
erwecken, während die nach dem Unfall angestrebte Y._ ihn plötzlich vor komplett
neue Herausforderungen gestellt hat, bei welchen sich die neuropsychologischen
Defizite stärker bemerkbar gemacht haben (zum zunächst angedachten Einstieg in eine
Bürotätigkeit vgl. Suva-act. 57 und act. G 1.4). Ob bzw. in welchem Ausmass die
neuropsychologischen Defizite tatsächlich vorbestehend gewesen sind oder allenfalls
doch durch das Unfallereignis vom 17. Mai 2019 mitversursacht worden sind, braucht
vorliegend jedoch nicht abschliessend geklärt zu werden. Denn die im
Einstellungszeitpunkt vorzunehmende Adäquanzprüfung fällt zu Ungunsten des
Beschwerdeführers aus, wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt. Weitere
medizinische Abklärungen zum natürlichen Kausalzusammenhang erübrigen sich
damit.
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Soweit der Beschwerdeführer rügt, die Beschwerdegegnerin habe die Adäquanz
zu früh geprüft, da er noch in die Ergotherapie gehe und einer therapeutischen Arbeit
nachgehe (vgl. act. G 1 S. 6), kann ihm nicht gefolgt werden. Wie im
Einspracheentscheid zutreffend dargelegt worden ist (vgl. Suva-act. 161-11), kann die
Prüfung der Adäquanz nach der vorliegend einschlägigen Psycho-Praxis (vgl. E. 2.2
und 3) nämlich im Zeitpunkt, in dem von der Fortsetzung der auf die somatischen
Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann, erfolgen (BGE 134 V 116 E. 6.1).
Mangels somatisch ausgewiesener Unfallfolgen (vgl. dazu E. 3) stehen die vom
Beschwerdeführer genannten Behandlungen, die zudem therapeutischer und nicht
ärztlicher Natur sind, der Annahme des medizinischen Endzustandes nicht entgegen.
5.3.
Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs gestützt auf die
Psycho-Praxis ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu
betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört (BGE 115 V 139 E. 6).
Massgebend für die Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige
Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden, auf die versicherte Person
wirkenden Kräften (Urteil des Bundesgerichts vom 15. Mai 2014, 8C_899/2013, E. 5.1).
Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher
Beeinträchtigung ist bei leichten Unfällen in der Regel ohne weiteres zu verneinen und
bei schweren Unfällen ohne weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren
Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung miteinzubeziehen sind. Je nachdem, wo im
mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne Kriterien
in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten
Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden. Als
Kriterien nennt die Rechtsprechung: – besonders dramatische Begleitumstände oder
besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; – die Schwere oder besondere Art der
erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen; – ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen
Behandlung; – körperliche Dauerschmerzen; – ärztliche Fehlbehandlung, welche die
Unfallfolgen erheblich verschlimmert; – schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen; – Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. Die
Adäquanzkriterien nach BGE 115 V 133 werden nur aufgrund der organischen
Unfallfolgen, unter Ausschluss von psychischen Aspekten oder als körperlich
imponierenden, organisch jedoch nicht hinreichend erklärbaren Beschwerden geprüft
(zum Ganzen BGE 115 V 139 E. 6; Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 29. März 2021, UV 2019/80, E. 3.2, und vom 2. März 2020, UV 2018/10,
E. 2.2; vgl. ferner BGE 134 V 126 ff. E. 10).
5.4.
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Die Beschwerdegegnerin hat sowohl im angefochtenen Einspracheentscheid vom
6. August 2020 (Suva-act. 161-12 ff.) als auch in ihrer Beschwerdeantwort (vgl. act. G
3) schlüssig aufgezeigt, dass beim Unfallereignis vom 17. Mai 2019 mit Blick auf die
Rechtsprechung von einem mittelschweren Unfall auszugehen ist und keines der
Adäquanzkriterien nach der Psycho-Praxis bejaht werden kann, sodass der adäquate
Kausalzusammenhang zu verneinen ist.
5.5.
Gegen die von der Beschwerdegegnerin durchgeführte Adäquanzprüfung bringt
der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, es habe sich um einen schweren Unfall
gehandelt, von dem er noch bis heute an Dauerbeschwerden leide, in ärztlicher
Behandlung stehe und arbeitsunfähig sei. Folglich seien die Kriterien der langen Dauer
der Arbeitsunfähigkeit, der Dauerbeschwerden, der besonderen Eindrücklichkeit des
Unfalls, der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlungen sowie des
schwierigen Heilverlaufs gegeben (vgl. act. G 1 S. 8 f.).
5.6.
Was die Schwere des Unfalls betrifft, ist gemäss der Rechtsprechung auf den
augenfälligen Geschehensablauf abzustellen (vgl. E. 5.4). Ausgehend von diesem ist es,
wie gesagt, nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin von einem
mittelschweren Unfall ausgeht (vgl. Suva-act. 161-12 und act. G 3 S. 6). Den
Einwänden des Beschwerdeführers, er stehe noch immer in ärztlicher Behandlung und
leide an Dauerschmerzen, ist mit der Beschwerdegegnerin entgegenzuhalten, dass die
Folgen psychischer bzw. organisch nicht ausgewiesener Beschwerden bei der
Beurteilung der Adäquanzkriterien im Rahmen der Psychopraxis nicht zu
berücksichtigen sind (vgl. E. 5.4; vgl. act. G 3 S. 6 mit Hinweisen). Dasselbe gilt bei der
Beurteilung des Kriteriums der besonders langen Dauer der Arbeitsunfähigkeit (vgl. E.
5.4). Eine ausgewiesene besonders lange andauernde physische Arbeitsunfähigkeit
kann aufgrund der Aktenlage nicht angenommen werden. Die Beschwerdegegnerin hat
in ihrer Beschwerdeantwort zutreffend darauf hingewiesen (vgl. act. G 3 S. 6), dass Dr.
F._ bereits am 2. Oktober 2019 keine unfallkausale Arbeitsfähigkeit mehr als
ausgewiesen gesehen habe (vgl. Suva-act. 53) und Dr. I._ in seiner umfassenden
Aktenbeurteilung vom 18. Februar 2020 eine volle Arbeitsfähigkeit aus somatischer
Sicht bestätigt habe (vgl. Suva-act. 126). Schliesslich ist der Beschwerdegegnerin auch
darin zuzustimmen, dass das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände
oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls objektiv und nicht aufgrund des
subjektiven Empfindens der versicherten Person zu beurteilen ist (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, U 56/07, E. 6.1 mit Hinweisen; vgl. act. G 3 S. 6),
weshalb der Beschwerdeführer mit seinen subjektiven Empfindungen keine besondere
objektive Eindrücklichkeit zu begründen vermag. Ausserdem ist zu beachten, dass
5.7.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 24/24
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
6.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 2020 gültigen, für das
vorliegende Verfahren gemäss Art. 82a ATSG noch anwendbaren Fassung).
Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.