Decision ID: d3e91268-5b19-5326-8930-f3887dc12020
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1976, Mutter von drei Kindern (Jahr
g
ä
ng
e
1996, 1998, 2003
), war von
Juni 2000 bis
Ende November 2007
in einem Pensum von 80
%
als Pflegefachfrau
am
Y._
tätig
(vgl.
Urk.
6/11
Ziff.
2.1 und
Ziff.
2.7-9)
, als sie sich unter Hinweis auf Schulterschmerzen am
22.
Juli 2008 bei der
Invalidenversicherung anmeldete
(
Urk.
6/2
Ziff.
5.4,
Ziff.
6.5
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medi
zini
sche und erwerbliche Situation ab
und e
rteilte am 2
5.
Februar 2009
Kosten
gutsprache für eine Umschulung in den kaufmännischen Bereich vom
9.
März
2009 bis
2.
Februar 2011 (
Urk.
6/43). Am 2
2.
Februar 2011 teilte die IV-Stelle mit, dass die beruflichen Massnahmen erfolgreich abgeschlossen seien (
Urk.
6/83). In der Folge stellte das
Y._
die Beschwerdeführerin als Sachbear
be
i
terin in der Patientenadministration in einem Pensum von 40
%
an (
Urk.
6/86).
Die IV-Stelle auferlegte der Versicherten am 1
5.
Juni 2012 (
Urk.
6/119) und am
2
6.
Januar 2015 (
Urk.
6/149)
eine
Schadenminderungs
pflicht
.
W
eiter
veranlasste die IV-Stelle
beim
Z._
ein polydiszip
linäres Gutachten
, das am 1
8.
November
2014 erstattet wurde
(
Urk.
6/145)
und verneinte nach
durchgeführt
em
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/150
;
Urk.
6/155,
Urk.
6/159
)
mit Verfügung vom 2
2.
April
2015 einen Rentenanspruch (
Urk.
6/163
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 1
9.
Mai 2015
Besch
werde gegen die Verfügung vom 2
2.
April 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese
sei aufzuheben und es sei ihr eine halbe Invalidenrente auszurichten. Eventuell sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, eine Arbeitsplatzabklärung durchzuführen, worauf neu zu ent
scheiden sei (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom 1
8.
Juni 2015 (
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde
der Beschwerdeführerin am
3.
Juli 2015 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7
).
Am 2
0.
Juli 2015 reichte die Beschwerdeführerin ihre Replik (
Urk.
8) ein
,
und die Beschwerdegegnerin verzichtete am
3.
August 2015 auf das Einreichen einer Duplik (
Urk.
10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerb
s
un
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen
Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im
Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträch
ti
gung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung
über die Invalidenversicherung
; IVV
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im
Sozialver
si
che
rungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfor
derlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E.
2c, je mit Hin
weisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie all
fällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche
nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E.
3.3 in
fine
). Ist jedoch anzuneh
men
, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung teiler
werbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsät
zen für Erwerbs
tätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 e
contrario
). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne
Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das
Vali
denein
kommen
ist nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten
Teilerwerbstätig
keit
festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tat
sächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie besten
falls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversi
cherung einzu
stehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S.
92 E.
4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben
da
nach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durc
h
führung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zu
mutbare Tätig
keit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das – vom Arzt festzulegende – Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditäts
bemessungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheiden
den Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische
Willens
ent
scheidungen
der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die
Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beein
trächtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsa
chen sind indessen einer direk
ten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusse
ren Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypo
thetischer
Geschehensab
läufe
ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn
darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Le
benserfahrung mitbe
rüc
k
sichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folgerun
gen, die ausschliesslich – losgelöst vom konkreten Sachverhalt – auf die allge
meine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten In
dizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (vgl. Ur
teile des Bundesgerichts
9C_287/2013 vom
8.
November
2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezem
ber 2013, je
mit Hinweisen).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Inva
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
gegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
überge
stellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, die Beschwer
deführerin sei seit dem 3
0.
November 2007 in ihrer Arbeits- und Leis
tungs
fähigkeit erheblich eingeschränkt. Da bis im Februar 2011 eine Umschu
lung absolviert worden sei, sei der Invaliditätsgrad ab diesem Datum zu berech
nen.
Somatisch sei der Beschwerdeführerin ab Juni 2010 eine Restarbeitsfähigkeit
von 100
%
zumutbar gewesen. Hinsichtlich der
geklagten
psychisch
en
Einschrän
kungen dürften psychosoziale Belastungsfaktoren nicht angerechnet werden. Die Beschwerdeführerin habe gute Ressourcen
,
und ein sozialer Rückzug bestehe nicht, ebenso wenig eine relevante Komorbidität. Die Foerster-Kriterien seien nicht aus
reichend erfüllt. Es sei von einer Qualifikation als 80
%
Erwerbstätige und 20
%
im Aufgabenbereich Tätige auszugehen, womit unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 15
%
ein
rentenan
spruchsausschliessender
Invaliditätsgrad resultiere (S. 2 f.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
sie könne ihre psychischen Beschwerden aufgrund stark eingeschränk
ter Res
sourcen nicht überwinden.
Das
von der IV-Stelle eingeholte polydisziplinäre
Gutachten habe aufzeigen können, dass sie mit der aktuell ausgeübten 50%igen Arbeitstätigkeit bereits alle vorhandenen Res
sourcen aufbrauche (S. 2
Ziff.
3, S.
6
Ziff.
5). Zudem sei die Beschwerdegegnerin dazu zu verpflichten, die unter
lassene Arbeitsplatzabklärung nachzuholen (S.
3
Ziff.
4, S.
5
Ziff.
4).
Ein sozia
ler Rückzug in allen Belangen des Lebens sei gege
ben (S. 7
Ziff.
6). Auch seien das Validen- wie auch das Invalideneinkommen nicht korrekt berechnet wor
den. So hätte sie im Jahr 2011
, wenn sie gesund ge
blieben wäre,
ein
Vollpen
sum
ausgeübt, da die Familie auf ein zweites ganzes Einkommen angewiesen und das dritte Kind bereits alt genug gewesen sei, um es fremdbetreuen zu lassen. Beim Invalideneinkommen sei vom tatsächlich von der Versicherten im Jahr 2011 verdienten Einkommen auszugehen (S.
7
f.
Ziff.
8).
An der
Überwind
barkeitsrechtsprechung
könne nach deren Aufgabe nicht festgehalten werden (
Urk.
8 S. 2 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invali
denrente und in diesem Zusammenhang die Frage nach der Qualifikation.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
erstattete am 1
1.
November 2011 das von der BVK Personalvorsorge des Kan
tons
Zürich
veranlasste Gutachten (
Urk.
6/107). Sie stellte folgende Diagnosen (S.
13
lit
. b):
cervikal
betontes
Panvertebralsyndrom
mit/bei:
cervikocephaler
und
cervikospondylogener
Komponente rechts
neuropathischer Komponente
Fehlform
und Fehlhaltung der Wirbelsäule (Skoliose, Flachrücken)
Status nach mehreren Unfällen, letztmals 1
6.
Februar 2010
Status nach Arthroskopie rec
hte Schulter am 3
0.
Januar 2007;
Bursek
tomie
,
Acromioplastik
und
Arthotomie
Akromioklavikular
(
AC
)
-Gelenk
Knieschmerzen links bei
medialer Meniskusläsion linkes Knie
Status nach Kniedistorsion am 1
6.
Februar 2010
Status nach
lumbospondylogenem
Syndrom rechts
chronische Schmerzen mit medizinischen und psychologischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Agoraphobie mit Panikstörung, ICD-10 F40.1
fehlende Kontinuität von psychotherapeutischer Betreuung sowie medi
ka
mentöser Schmerz- und Depressionsbehandlung
Dr.
A._
führte aus,
aus somatischer Sicht könne ein Pensum von 60
%
in normaler Präsenzzeit bewältig
t
werden. Diese 40%ige
Erwerbs
inva
lidität
sei befristet (S. 13
lit
. c und d).
Die Versicherte könne aufgrund ihrer Ausbildung als Pflegefach- und Kauffrau im medizinischen Bereich sowohl in einem Spital, in einer Krankenkasse sowie in einer Arztpraxis als Sachbearbeiterin oder Medizinalassistentin für
eine
nicht be
lastende körperliche Tätigkeit, Telefonbedienung, Beratung etc. eingesetzt wer
den. Dabei sollte sie keine
Lasten über 10 kg heben müssen und mit dem rech
ten Arm keine Lasten
über 5 kg (S. 13 f.
lit
. f).
Die Erwerbstätigkeit könnte mit einem Case Management und kontinuierlicher psychotherapeutischer und medizinischer Betreuung verbessert werden. Eben
falls scheine in diesem Fall die Betreuung durch eine Sozialarbeiterin zur lang
fristigen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit beizutragen (S. 14
lit
. g).
Die Versicherte habe bis zum jetzigen Zeitpunkt einen grossen Teil der ihr zumut
baren Massnahmen zur Schadenminderung ergriffen, sie habe jedoch ge
gen den Rat der behandelnden Ärzte die psychotherapeutische Betreuung von sich aus abgebrochen
,
und auch die Durchführung einer suffizienten medika
mentösen antidepressiven und schmerzwirksamen Therapie
scheine
zweifelhaft (S. 14
lit
. h)
.
Dr.
A._
führte aus, aufgrund ihrer vertrauensärztlichen Untersu
chung vom 2
1.
Oktober 2011 sowie nach eingehender Prüfung der Akten, der
Vorgutachten sowie versch
iedener spezialärztlicher Untersuchungsbefunde komme
sie übereinstimmend mit dem Hausarzt zum Schluss, dass bei der Versi
cherten eine erhebliche psychosoziale Belastungssituation vorliege, welche wahrscheinlich seit der Schwangerschaft und der Geburt des dritten Kindes im Jahr 2003 andaure. Im Rahmen dieser Belastungssituation sei es zu einer unge
wöhnlichen Häufung von Unfällen und zu einer zunehmend
chronifizierten
Schmerzsymptomatik gekommen, welche von der Versicherten auf die verschie
denen Unfälle fokussiert werde.
Es
bestehe eine erhebliche Diskrepanz zwischen den objekti
ven somatischen Befunden und den
subjektiv als erheblich empfun
denen schmerzbedingten Einschränkungen, hauptsächlich im Bereich der rech
te
n Schulter
,
aber auch im Bereich
von Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule. Eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 40
%
lasse sich aktuell nach erfolgreicher Umschulung zur Kauffrau somatisch nicht begründen
(S. 12 Mitte)
. Längerfristig müsste jedoch rein aus somatischer Sicht in einer angepassten Tätigkeit eine Steigerung auf 80 bis 100
%
möglich sein.
Dr.
A._
führte aus, sie
sei mit der Beurteilung des Hausarztes einverstanden, dass die Prognose der lang
fristigen Arbeitsfähigkeit vom Verlauf der psychiatrischen Behandlung ab
hängig sei.
Empfohlen werde daher eine möglichst baldige vertrauensärztliche Nachunter
suchung durch einen Facharzt für Psychiatrie zur abschliessenden Beurteilung der Erwerbsinvalidität. Da sich die Versicherte in einer erheblichen psycho
sozialen Belastungssituation befinde und offenbar auch finanzielle Probleme
be
stünden, benötige sie
nicht nur eine dringende psychotherapeutische, sondern auch eine
sozialarbeiterische
Unterstützung (S. 12 unten f.).
3.
2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und für Psychotherapie
,
erstat
tete am 1
0.
Juli 2012 das von der BVK Personalvorsorge
des
Kanton
s
Zürich
veranlass
t
e psychiatrische Gutachten (
Urk.
6/127). Er stellte
folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 33
Ziff.
2):
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
mittelgradig
depressive Episode, ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.10)
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
akzentuierte Persönlichkeit mit emotional instabilen Zügen
(ICD-10 Z73.1)
Dr.
B._
führte aus,
aus psychiatrischer Sicht sei die Erwerbsfähigkeit der Explo
randin mittelfristig um 50
%
eingeschränkt (bezogen auf ein 100
%
Pen
sum).
Eine dauernde Einschränkung könne aus psychiatrischer Sicht hingegen nicht gesehen werden, weil die therapeutischen Möglichkeiten
vor allem im psychiatrischen Bereich
noch nicht ausgeschöpft worden seien
(S.
37 Mitte).
Therapeutisch sei
aus psychiatrischer Sicht bisher eine psychotherapeutische Behandlung am
C._
des
D._
von der Dauer von etwa acht Stunden durchge
führt worden, was für eine komplexe und chronische Störung, wie bei der Ex
plorandin vorhanden, erfahrungsgemäss viel zu kurz sei. Eine weitere psychiat
risch-psychotherapeutische Behandlung
von
Anfang 2011
an
für etwas mehr als sechs Stunden sei ebenfalls zu kurz
gewesen
. Zwar sei eine antidepressive Medikation angewendet worden, diese habe aber in der verabreichten Dosierung zu tief gelegen
,
und die depressive Störung auf Dauer nicht reduziert. Ein neuerli
cher psychotherapeutischer Behandlungsversuch, der noch nicht ein Jahr dauere und über den aus den Akten nichts bekannt sei, müsse hinsichtlich der
Thera
pieergebnisse
noch abgewartet werden. Zusätzlich sei ein
e
antidepressive
Medi
kation angezeigt, da entsprechend diverser Behandlungsleitlinien bei mitte
l
gra
dig depressiven Störungen mittels Medikation und Psychotherapie zu
sammen, die besten Behandlungsergebnisse erzielt würden
.
Prognostisch sei in Bezug auf eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit mittel- bis langfristig vorerst eher von einem positiven Verlauf auszugehen, sofern eine regelmässige psychopharmakologische und psychotherapeutische Behandlung durchgeführt werde (S. 37 unten f.).
In seiner Beurteilung der Leistungsfähigkeit führte
Dr.
B._
aus, die Leistungs
fä
higkeit der Explorandin als Kauffrau in einer Bürotätigkeit sei aus psychia
trischer Sicht eingeschränkt. Diese Einschätzung ergebe sich aus den er
hobenen psychopathologischen Befunden, namentlich einer traurig-depressiven Ver
stim
m
ung, Schlafstörungen, einer erhöhten Erschöpfbarkeit, kognitiven De
fiziten wi
e
Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie einer
Denkhem
mung
, aber auc
h aufgrund eines deutlich reduzierten Selbstwertgefühls. Diese führten zu Ein
schränkun
gen von psychischen Fähigkeiten
. Dabei handle es sich um folgende Einschränkungen von mittelgradigem Ausmass: Flexibilität und
Umstell
fähig
keit
, Durchhaltefähigkeit, Selbstbehauptungsfähigkeit, Kontaktfä
higkeit zu
Dritten
, familiäre beziehungsweise intime Beziehungen und Spontan-Aktivi
tä
ten. Diese führten zu einer Beeinträchtigung der beruflichen Teilhabe als
Pflege
fachfrau
und als Kauffrau (S. 36 oben).
Dr.
B._
führte aus, aus psychiatrisch-gutachterlicher Perspektive lasse sich feststellen, dass die Explorandin seit 2004 - dem ersten Unfall - an einer chro
nischen Schmerzverarbeitungsstörung leide. Dies bedeute, dass die Schmerzen zwar durch wiederholte Unfälle körperlich verursacht, jedoch aufgrund spezi
eller und individueller psychischer Faktoren mit aufrechterhalten worden seien.
Dabei handle es sich zum einen um eine für sich allein genommen nicht
krank
heitswertige
Persönlichkeitsakzentuierung mit emotional instabilen Zügen, die zur Folge habe, dass die Explorandin unangeneh
me Affekte schlechter toleriere und
diese auch weniger gut wahrnehmen und differenzieren könne als übli
ch
er
weise zu erwarten wäre und deswegen eine erhöhte Tendenz aufweise, sich meh
r auf körperliche Vorgänge wie Verletzungen oder Schmerzen zu fokussie
ren
,
statt auf innerpsychische oder zwischenmenschliche Belastungen (S. 36 unten).
Weiter bestehe eine mittelschwere depressive Störung,
die pathophysiologisch gesehen
die Schmerzschwelle senke und dadurch das Schmerzerleben verstärke. Darüber hinaus sei durch den Antriebs- und den Selbstwertmangel die Fähig
keit
,
Schmerzen zu überwinden zusätzlich eingeschränkt, weil entsprechende Ver
haltensweisen (zum Beispiel Ablenkung, Regulation von Aktivität und Ruhe, Zuversicht) viel weniger angeeignet oder durchgehalten werden könnten. Zu
sätzlich sei durch den Antriebsmangel die Durchhaltefähigkeit eingeschränkt,
wodurch
die Explorandin rascher
als üblich erschöpft sei
. Die Panikstörung sei gegenwärtig leicht ausgeprägt, so dass von dieser Seite wenig negative Einflüsse auf die Arbeitsfähigkeit zu erwarten seien (S. 37 oben).
Kämen nun nebst der chronischen Schmerzstörung noch psychosoziale
Belas
tungsfaktoren
wie chronische oder chronisch rezidivierende Eheprobleme, Über
forderung mit der Kindererziehung und als Folge davon Trennung von den Kindern (Internat im Libanon) oder finanzielle Probleme hinzu, so sei die Ex
plo
randin nicht oder nur sehr eingeschränkt in der Lage, diese innert nützlicher Frist zu lösen oder auch nur adäquat zu bearbeiten, so dass eine weitere anhal
tende Drucksituation hinzukomme, die die Schmerzen, aber auch die depressive Störung weiter aufre
cht erhalte. Da die Explorandin
auf
grund ihrer Gewissen
haftigkeit und hohen Selbstanforderungen eher die Tendenz habe, sich zu überfordern, gleichzeitig aufgrund der unauffälligen Konsistenzprüfung auf die subjektiven Beschwerdeklagen der Explorandin abgestellt werden könne, sei da
von auszugehen, dass ein Arbeitspensum von 50
%
als Kauffrau am
Y._
mit
tel
fristig die obere Leistungsgrenze darstelle. Mit diesem Pensum sei sie über
längere Zeit in der Lage, ihre Arbeit als Kauffrau zu erledigen, berufsbegleitend
eine Umschulung zum Handelsdiplom durchzustehen und ihre
n
täglichen Pflich
ten im Haushalt nachzukommen. Mit der Anstellung als Kauffrau sei zu
dem aus
psychiatrischer Sicht bereits
eine optimal angepasste Tätigkeit an das derzeitig
e Belastungsprofil gefunden
(S. 37 Mitte).
3.
3
Am 1
8.
November
2014 erstatteten die Gutachter des
Z._
das von der
Be
schwer
degegnerin
veranlasste polydisziplinäre Gutachten (
Urk.
6/145
/1-104
).
Die Gutachter stellten zusammenfassend folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 91 f.
Ziff.
6.1):
aktuell Beschwerde
n nach Fussdistorsion rechts März
2014
leichte
Periarthritis
humeroscapularis
(
PHS
)
tendomyotica
rechts bei/mit
:
mehreren direkten und indirekten Kontusionen
arthroskopisch
Bursektomie
,
Arthrotomie
und
Arthro
plastik
rechtes AC-Gelenk 3
0.
November
2007
r
eferred
pain
-Symptomatik ausgehend vom
Infraspinatus
rechts
wenig
periartikulären
Druckdolenzen
im Bereich der Sehnenansätze
klinisch Ausschluss eines relevanten
Thoracic
Outlet Syndrom
s
(
TOS
)
Cervicocephalsyndrom
bei/mit
:
Atlasverletzung nach Hyperflexionstrauma 1985, konservativ behan
delt
segmentalen Funktionsstörungen
kraniozervikaler
Übergang und obere
Brustwirbelsäule
(
BWS
)
r
eferred
pain
-Symptomatik ausgehend von subokzipital rechts
Restbeschwerden Lenden/Beckenregion bei/mit
:
Status nach
Verhebetrauma
mit nachgew
iesener
Diskusprotrusion
MRI Februar
2006
geringer
tendomyotischer
Periarthrosis
coxae
-Symptomatik
rechtsbe
tont
Status nach
arth
r
oskopischer
Revision wegen
Im
pingement
-Syndrom linke Hüfte Oktober
2013
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (
ICD-10
F33.1)
Persönlichkeitsakzentuierung mit emotional instabilen
Persönlichkeitszü
gen
(
ICD-10
Z73.1)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter
Rest
beschwerde
n
des linken Knies bei einem Status nach Kontusion und Arth
ros
kopie im März 2012 mit minimaler Meniskusresektion,
eine chronische
Schmerz
störung
bei psychosozialen Belastungsfaktoren (ICD-10 F45.41),
psy
chische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen bei schädli
chem Gebrauch von Alkohol
(
ICD-10 F
-10.1)
sowie
eine aktenkundige
Panikstö
rung
(ICD-10
F41.0) und Agoraphobie mi
t Panikattacken (ICD-10 F40.01)
,
beide
gegenwärtig unter Therapie remittiert (S. 92
Ziff.
6.2).
Die Gutachter führten aus, in
der zuletzt ausgeübten Erwerbstätigkeit als
Pfleg
kraft
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit der Aufgabe der Tätigkeit und Kündigung der Arbeitsstelle im
Jahr
2008
(S. 101
Ziff.
7.6).
In einer dem Leiden optimal angepassten, körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit,
so auch der gegenwärtig ausgeübten
Tätigkeit in der Administration am
Y._
in einem 50%igen Arbei
tspensum seit Januar 2014, sei
die Versicherte aus interdisziplinärer Sicht zu 50 % ar
beitsfähig, dies seit Juni 2010, was auf das psychiatrische Leiden zurückzuführen sei (S. 101
Ziff.
7.7). Die allfällige Ar
beitsunfähigkeit sei vor allem auf ein psychisches Leiden mit Krankheitswert zurückzuführen. Psychosoziale Belastungsfaktoren seien vorhanden und könn
ten sich insgesamt negativ auf den weiteren Verlauf der Erkrankung und die Prognose auswirken (S. 102
Ziff.
8).
Das aktuell ermittelte Belastbarkeitsprofil gelte
unter Verweis auf die akten
kundigen Arztberichte,
mit dem Grad der überwiegenden Wahrschei
nlichkeit seit Juni 2010 (S. 101
Ziff.
7.5)
.
Aus interdisziplinärer Sicht werde dringend eine Intensivierung der psychiat
risch-psychotherapeutischen Behandlung, gegebenenfalls eine medikamentöse Umstellung oder Augmentation zum Beispiel mit einem
Antipsychotikum
ana
log den Leitlinien zur Behandlung von unipolaren depressiven Störungen emp
fohlen (S. 102
Ziff.
7.8).
Berufliche Massnahmen seien aus medizinischer Sicht nicht indiziert, da die Ver
sicherte bereits in einer optimal angepassten Tätigkeit arbeite (S.
102
Ziff.
7.9
).
A
us rheumatologischer Sicht
sei der Versicherten
aufgrund der beschriebenen Befunde die Tätigkeit in der Administration am
Y._
mit folgenden unten be
schriebenen qualitativen Einschränkungen ganztags, je nach konkreter
Arbeits
platzsituation
allenfalls mit eingeschränktem Rendement von 10 bis 20 % in Form vermehrter Pausen zur Entlastung und Verhinderung einer zunehmenden
muskulären
Dysbalance
,
zumutbar. Ab Untersuchungsdatum bestehe eine 80%ige
Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht
(S.
100
Ziff.
7.4 oben)
.
Aus rheumatologischer Sicht sei hinsichtlich des Belastungsprofils für ange
passte Tätigkeiten zu beachten, dass
zervikokranial
keine länger dauernden Tätigkeiten in einer starken Extensionsstellung, was alle Überkopfarbeiten be
treffe, und/oder langandauernde stereotype Flexionshaltungen, zum Beispiel stun
denlang am Bildschirm, ausgeübt werden sollten. Wegen der rechten Schulter seien keine Überkopfarbeiten und/oder belastende repetitive Tätigkei
ten
rotatorischer
oder
elevatorischer
Art im Schultergürtel vorzunehmen und wegen der Restbeschwerden im Lenden/Beckenbereich sei auf ergonomisch ungünstige, den Rücken belastendende Arbeiten zu verzichten.
Zur Zeit
seien we
gen der Fussdistorsion rechts auch keine rein gehenden Tätigkeiten geeignet (S. 100
Ziff.
7.4 Mitte).
Aus
psychiatrischer Sicht bestehe eine 50%ige Einschränkung der Arbeitsfähig
keit für alle Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt.
Aufgrund der Akzentuie
rung der Persönlichkeitszüge mit emotional instabilen Verhalten reagiere die Versicherte mit Rigidität und
Unflexibilität
und aggressiven Ausbrüchen gegen
über ihrer Familie. Die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen, sowie ihrer Belastungsfähigkeit und Durchhaltevermögen seien leicht bis mittelgradig eingeschränkt. Die Versicherte sei auch dadurch in ihrer Flexibilität, Durch
halte- und Umstellungsfähigkeit leicht bis mittelgradig eingeschränkt. Die Ur
teilsfähigkeit und Entscheidungsunfähigkeit seien nicht eingeschränkt. Die sozi
alen Ressourcen seien leicht reduziert. Die Versicherte sei in ihrer verbindlichen Kontaktfähigkeit und Kontaktqualität zu Dritten leicht bis mittelgradig beein
trächtigt. Aufgrund der Komorbidität der Persönlichkeitsakzentuierung und der gegenwärtig bestehenden mittelgradigen depressiven Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung seien die oben genannten Ressourcen ge
genwärtig zusätzlich, zumindest mittelgradig beeinträchtigt
(S.
100
Ziff.
7.4 unten)
.
Der psychiatrische Gutachter führte aus,
z
um Zeitpunkt der Untersuchung hät
ten sich keine Hinweise auf entsprechende psychosoziale Probleme von beson
derem Schweregrad ergeben (S. 84 oben).
D
ie diagnostischen Kriterien einer an
haltenden somatofor
men Schmerzstörung ICD-10 F45.40
würd
en von der versi
cherten Person
nicht erfüllt (S.
86 oben).
Es sei stattdessen von einer chroni
schen
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren gemäss ICD-10 F45.41 auszugehen
(S. 86 Mitte).
3.
4
Pract
. med.
E._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD)
,
führte in seiner Stellungnahme vom 2
6.
November
2014 (
Urk.
6/148/16-17) aus, d
as vorliegende
Z._
-Gutachten sei umfassend, beruhe auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtige die beklagten Beschwerden und sei in Kenntnis der
Vorakten
erstellt worden. Das Gutachten sei nachvollziehbar und plausibel in seinen Schlussfolgerungen, weshalb darauf abgestellt werden könne.
Demnach bestehe in der bisherigen Tätigkeit als Pflegekraft seit 2008 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und in angepasster Tätigkeit eine Arbeits
unfähigkeit von 50
%
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ab Juni 2010, welche auf das psychiatrische Leiden zurückzuführen sei. Aus rein somatischer Sicht bestehe in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
ab Untersuchungsdatum.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin
ging entgegen der im Gutachten des
Z._
vom Novem
ber 2014 (vorstehend E. 3.3)
getroffenen Einschätzung der Arbeitsfähig
keit aus somatischer Sicht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit aus und erachtete die diagnostizierten psychischen Einschränkungen als überwindbar und daher
als
aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht relevant (vorstehend E. 2.1). Dagegen machte die Beschwerdeführer
in
im Wesent
lichen geltend, ihre psychischen Beschwerden seien mangels genügender Res
sourcen nicht überwindbar (vorstehend E. 2.2).
4.2
Eine psychisch bedingte Invalidität im Sinne des Gesetzes liegt nur dann vor, wenn ein psychisches Leiden mit Krankheitswert fachärztlich ausgewiesen ist und es der betroffenen Person trotz Aufbietung allen guten Willens, die verblei
bende Leistungsfähigkeit zu verwerten, wegen ihrer Beschwerden nicht zuzu
muten ist, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, wobei das
Mass
des
Forderbaren
weitgehend objektiv bestimmt wird (BGE 130 V 352 f. E. 2.2.1, 131 V 49).
Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsun
fähigkeit, als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit
sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (vgl. vorste
hend
E. 1.2).
Weiter ist zu beachten, dass es
gemäss
Rechtsprechung in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beeinträchtigungen keineswegs allein Sache der mit dem konkreten Einzelfall gutachtlich befassten Arztpersonen ist, selber
abschliessend
und für die rechtsanwendende Stelle verbindlich zu entscheiden, ob das medizi
nisch festgestellte Leiden zu einer andauernden oder vorübergehenden Arbeits
unfähigkeit in bestim
mter Höhe und Ausprägung führt.
Vielmehr hat die rechtsanwendende Instanz die ärztliche Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit auf ihre beweisrechtlich erforderliche Schlüssigkeit hin zu überprüfen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2-3.3).
4.3
Das polydisziplinäre
Z._
-
Gutachten (vorstehen
d E. 3.4) berücksichtigt die von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen
und ihrem Verhalten
umfassend auseinander. Es wurde sodann in Kenntnis der we
sentlichen
Vorakten
abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schlussfolgerung
en sind
in nachvollziehbarer Weise begrün
det. Es erfüllt daher die Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise (vor
stehend E. 1.4).
Während die aus rheumatol
o
gischer Sicht festgehaltene Arbeitsfähigkeit von
80
%
auch im Hinblick auf die von
Dr.
A._
getroffene Einschät
zung vom November 2011 (vgl. vorstehend E.
3.1) plausibel
ers
cheint, gilt das nicht hinsichtlich der psychiatrischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit.
So ist hinsichtlich der aus den genannten psychiatrischen Diagnosen einer
rezidi
vierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Epi
sode (ICD-10 F33.1)
und einer
Persönlichkeitsakzentuierung mit emotional insta
bilen Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1) abgeleiteten generellen Arbeits
unfähigkeit von 50
%
zu bemerken, dass
einerseits Z-codierte
Diagnosen keine
rechtserhebliche Gesundheitsbeeinträchtigung darstellen (vgl. Urteile des Bun
des
gericht 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni
2012 E.
3.3, 8C_302/2011 vom 2
0.
Septem
ber 2011 E.
2.3)
und
andererseits
d
as Bundesgericht
in
seinem Urteil 9C_13/2016
vom 1
4.
April
2016 E.
4.2 erneut festgehalten
hat
, dass depressive Störungen von leicht bis mittelgradig depressiver Natur, seien sie im Auftreten rezidivie
rend oder episodisch, einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht fallen, wenn sie
erwiesenermassen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E. 3.3).
Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich ver
langten Konstellation ist den normativen Anforderungen des
Art.
7
Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
).
Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich
sein
.
Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stationären)
Be
handlungsmöglichkeiten
in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausge
schöpft wurden
(
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
137 V 64
E. 5.2
).
Diesbezüglich wurde i
m Gutachten des
Z._
vom November 2014
festgehalten,
dass
dringend eine Intensivierung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Be
handlung
empfohlen werde und
gegebenenfalls eine medikamentöse Umstellung analog den Leitlinien zur Behandlung von u
nipolaren depressiven Störungen
vorzunehmen sei
.
Bereits
Dr.
A._
wies im November 2011
(vgl. vorstehend E. 3.1) darauf hin, dass die Beschwerdeführerin
gegen den Rat der behandelnden Ärzte die psychotherapeutische Betreuung von sich aus abgebrochen
habe und keine
suffizi
ente medikamentöse
antidepressive und schmerzwirksame Therapie durch
geführt werde. Sie hielt eine befristete Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40
%
in angepasster Tätigkeit fest, mit dem Hinweis darauf, dass
unter op
ti
maler psychiatrischer Behandlung und
sozialarbeiterischer
Unterstützung eine Arbeitsfähigkeit von 80 bis 100
%
aus somatischer Sicht erreicht werden könne.
Auch
Dr.
B._
ging in seinem Gutachten vom
Juli 2012 (vorstehend E. 3.2)
von einem grundsä
tzlich behandelbaren Leiden aus und wies darauf hin, dass die therapeutischen
Massn
ahmen
nicht ausgeschöpft seien.
Es besteht demnach nach wie vor Verbesserungspotenzial und die
Therapiemög
lichkeiten
können nicht als ausgeschöpft bezeichnet werden. Unter diesen Um
ständen kann demnach nicht
von einer im Sinne überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellten invalidenversicherungsrechtlich relevanten
Therapieresistenz
gesprochen
und damit auf das Vorliegen eines invalidisierend
en Leidens ge
schlossen wer
den.
4.4
Frag
lich ist
weiter, ob die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Über
wind
barkeitsprüfung
rechtens war
,
respektive ob in Anbetracht der mit
BGE 141 V 281
durch das
Bundesgericht
vorgenommene
n
Anpassung der bishe
rigen
Recht
sprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkenn
bare organische Ursache und vergleichbaren psychosomatischen Leiden
vorlie
gend ergänzende Abklärungen angezeigt gewesen wären.
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass im Gutachten des
Z._
die chronische
Schmerzstörung bei psychosozialen Belastungsfaktoren (ICD-10 F45.41) als oh
ne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit befunden wurde und auch ausführl
ich er
klärt
wurde, weshalb die Kriterien einer somatoformen Schmerzstörung
(ICD-10 F45.40
)
nicht erfüllt seien.
Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wurde ausdrücklich mit der
rezidi
vierende
n
depressive
n
Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode
(ICD-10 F33.1)
,
begründet.
Auch aus der
Beurteilung der Leistungsfähigkeit
durch
Dr.
B._
vom Juli 2012 (vorstehend E. 3.2) geht
hervor, dass die Beschwerdeführerin vor allem durch das depressive Leiden in ihrer Ar
beitsfähigkeit eingeschränkt sei
.
Zusätzliche Abklärungen hinsichtlich allfälliger Einschränkungen
der Arbeitsfähigkeit
durch eine Schmerzstörung erübrigen sich daher.
4.5
Aufgrund des Gesagten ist davon auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin aus
somatischer
Sicht
gestützt auf das Gutachten des
Z._
vom November 2014 respektive auf jenes von
Dr.
A._
vom November 2011
eine Arbeitsfähigkeit
in der derzeit ausgeübten Tätigkeit als Kauffrau sowie in jeder angepassten Tätigkeit von 80
%
besteht.
In Bezug auf die festgestellten psychi
a
trischen Leiden sind die Anforderungen von
Art.
7
Abs.
2 ATSG nicht erfüllt.
5
.
5.1
Strittig und zu prüfen ist weiter die sozialversicherungsrechtliche Qualifikation der Beschwerdeführerin. Die Beschwerdegegnerin
ging gestützt auf das ursp
rünglich als Pflegefachfrau
ausgeübte Pensum davon aus, die Beschwerde
führerin ginge im Gesundheitsfall einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 80
%
nach und würde zu 20
%
den Haushalt erledigen (vgl. vorstehend E.
2.1).
Dem setzte die Beschwerdeführerin entgegen, sie sei als zu 100 %
Erwerbstätige zu qualifizieren
(vorstehend E. 2.2).
5.2
Massgebend
für die Qualifikation der Beschwerdeführerin als Vollzeit- oder Teil
erwerbstätige ist die Frage, in welchem Umfang sie eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besonderen ihre persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persön
lichen Neigungen und Begabungen zu be
rücksichtigen (vorstehend E. 1.4
).
Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht
dürfen
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen über
zeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem
Be
weis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mög
lich
keit eines be
stimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen
Ge
schehensabläufen
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
5
.3
Für die von der
Beschwerdeführerin
geltend
gemachte 100%ige Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall spricht,
dass sie seit jeher in einem hohen Arbeitspensum tätig war und
erst zum Zeitpunkt der Geburt des dritten Kindes ihr
Arbeitspen
sum
von 100
%
auf 80
%
reduziert hat
(vgl.
Urk.
6/84 S. 2
Ziff.
2
,
Urk.
6/145 S.
49
Ziff.
3.1.2
).
Dass sie nun auch ihr drittes Kind fremdbetreuen lassen würde, erscheint
auch hinsichtlich
des Alters des Kindes und des Umstandes, dass be
reits die ersten zwei Kinder fremdbetreut worden sind
,
glaubhaft.
5.4
Im Hinblick auf die vorliegende
Erwerbsbiographie und insbesondere der mehr
jäh
rigen Tätigkeit in einem hohen Pensum trotz erziehungspflichtiger Kin
der rechtfertigt es sich, die Beschwerdeführerin als zu 100 % Erwerbstätige zu qualifizieren.
6.
6.1
In Anbetracht dessen, dass die Beschwerdeführerin als zu 100 % Erwerbstätige zu qualifizieren ist, ist der Invaliditätsgrad
gemäss
Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs
zu bestimmen (vorstehend E. 1.5
).
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mens
ent
wick
lung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
6.3
Für den
Einkommensvergleich
massgebend
ist der Zeitpunkt nach Abschluss der
Eingliederungsmassn
ahmen
, das
heisst
vorliegend das Jahr
2011 (
vgl.
Urk.
6/83
).
Im Arbeitgeberbericht
des
Y._
vom Juli 2008 wurde ausgeführt, di
e Be
schwer
de
führerin würde ab Januar 2008
ohne Gesundheitsschaden in der ursprüng
li
chen
Tätigkeit
Fr.
67‘396.80 verdienen (
Urk.
6/11
Ziff.
2.11).
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von
1.9
%
im Jahr 2009, von
1.0
%
im Jahr 2010
(Die Volkswirtschaft 6-2012, S. 95, Tabelle B10.2,
lit
. M-O)
und von
0.6
%
im Jahr 2011
(Die
Volkswirtschaft
3/4-2015, S. 89,
Tabelle B10.2
Ziff.
86-88)
resulti
ert damit, aufgerechnet auf ein
100%-Pensum ein
Va
lideneinkommen
von
rund
Fr.
87‘225.
--
im Jahr 2011
(
Fr.
67‘
396.80
x 1.
019
x 1.
010
x 1
.006
: 80 x 100).
6.4
Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens
(
Invalideneinkommen
)
ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, sowie das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Sozi
al
lohn erscheint, gilt grundsätzlich der von ihr erzielte Verdienst als
Inva
liden
lohn
. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung die Tabellenlöhne
gemäss
LSE beigezogen werden (BGE 126 V 76 E. 3b).
6.5
Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Brutto
löhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wo
bei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der
massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochen
arbeit
s
zeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E.
4.3.2, 126 V 75 E.
3b/
bb
, 124 V 321 E.
3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der LSE kann – ausnahmsweise – der Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder „Dienst
leistungen") oder gar einer bestimmten Branche herangezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Ver
wertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei
Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Be
reich
tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in
Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S.
63, 9C_237/2007 E.
5.1; Urteil des Bun
des
gerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3).
Es besteht kein Grundsatz, wonach stets auf die Tabelle TA1 abzustellen ist. So kann es sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls rechtfertigen, an
statt auf die Tabelle TA1 auf die Tabelle TA7 („Monatlicher Bruttolohn [
Zent
ralwert
] nach Tätigkeit, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen") abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt und dem Ver
sicherten der entsprechende Sektor offen steht und zumutbar ist (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1). Ferner kann bei qualifizierten Berufsleuten mit Fach- und Hochschulabschluss das Heranziehen der Tabelle TA11 („Monat
licher Bruttolohn [Zentralwert und
Quartilbereich
] nach Ausbildung, beruflicher Stellung und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zu
sammen") angezeigt erscheinen (SVR 2011 IV Nr. 55 S. 163, 8C_671/2010 vom
25. Februar
2011 E. 6.4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_841/2013
vom 7. März 2014 E. 4.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_660/2014 vom 5. November 2014 E. 4)
.
6.6
Da die
Beschwerdeführer
in
eine angepasste Tät
igkeit lediglich im Umfang von 4
0 %
respektive 50
%
ausübt (vgl. Urk.
6/86 und
vorstehend
E. 2.2)
und
sie
da
mit
ihre
noch mögliche Arbeitsfähigkeit nicht voll ausschöpft, ist vorliegend das Invalideneinkommen anhand der Tabellenlöhne und nicht anhand des effektiv erzielten Verdienstes zu
bestimmen (vgl. vorstehend E. 6.4
).
Das im Jahr 2010
durchschnittlich
von
Frauen
im Bereich „andere kaufmän
nisch-administrative Tätigkeiten“ mit vorausgesetzten Berufs- und Fachkennt
nissen erzielte Einkommen betrug pro Monat
Fr.
5‘925.--
(LSE 20
10, S.
31, Tabel
le T7S
, Niveau 3
).
Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (
Die Volkswirtschaft 3/4-2015, S.
88, Tabelle B9.2,
lit
. G-S
), de
r
Nominallohnentwicklung von 1.0
%
im Jahr 2011
(
Die Volkswirtschaft
3/4-20
15, S. 89
,
Tabelle 10.2,
Ziff.
45-96
) und des noch möglichen Arbeitspensums von 80 % ergibt sich ein hypothetisches Invalideneinkommen von rund Fr. 5
9‘890
.-- im Jahr 2011
(Fr. 5‘925
.-- x
12 :
40 x 41.7 x 1.
010
x 0.8).
6.7
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
Vorliegend wurde dem erhöhten Pausenbedürfnis der Beschwerdeführerin be
reits
mit de
m reduzierten Pensum von 80
%
genügend Rechnung getragen. Ein wei
terer Abzug vom Tabellenlohn erscheint daher nicht gerechtfertigt.
6.8
Bei einem
Valideneinkommen
von
rund
Fr.
87‘225.--
und einem
Invalidenein
kommen
von
Fr. 59‘890.--
resultiert eine Einkommenseinbusse von
Fr.
27‘335.--
,
was einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von
31
%
entspricht.
Die angefochtene Verfügung
erweist sich demnach
im Ergebnis
als rechtens, was
zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Be
schwer
deführer
in aufzuerlegen.