Decision ID: e4367fb9-e401-5434-811d-22c11c49928a
Year: 2015
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Am 19. und 30. April 2012 sowie am 7. Mai 2012 veranlagte die Zollstelle
Basel St. Jakob DA Rheinfelden insgesamt drei für die A._ AG
(nachfolgend: Zollpflichtige) bestimmte Sendungen Allanblackia-Saatöl
(nachfolgend: AB-Öl) antragsgemäss zur definitiven Einfuhr. Das Gesamt-
gewicht (Eigenmasse) dieser drei Sendungen betrug 177'960 kg. Der an-
lässlich der Einfuhr erhobene Abgabebetrag (Zollabgaben und Zollbegüns-
tigungskontrollgebühren) belief sich auf insgesamt Fr. 274'744.90. Aus den
entsprechenden Veranlagungsverfügungen geht hervor, dass die Zoll-
pflichtige das AB-Öl zwecks Nachraffinierung und anschliessender Herstel-
lung von Speiseölen und -fetten einführen liess.
B.
Am 4. Februar 2014 meldete die Zollpflichtige sieben Sendungen raffinierte
pflanzliche Fette im Gesamtgewicht (Eigenmasse) von 139'100 kg zur Aus-
fuhr an. Gleichzeitig ersuchte sie um "Rückerstattung der Einfuhr[zoll]ab-
gaben wegen Wiederausfuhr" (so auch in ihrem Schreiben vom 28. März
2014 an das Zollinspektorat Rheinfelden-Autobahn [Beschwerdebeilage
22]).
C.
Mit Verfügung vom 1. Juli 2014 wies die Zollkreisdirektion Basel das Ge-
such mit der Begründung ab, die gesetzlichen Voraussetzungen für eine
Qualifikation der fraglichen Waren als ausländische Rückwaren bzw. für
eine entsprechende Rückerstattung der Einfuhrzollabgaben seien nicht er-
füllt.
D.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies die Oberzolldirektion (OZD) mit
Beschwerdeentscheid vom 23. Februar 2015 ab.
E.
Gegen diesen Beschwerdeentscheid erhob die Zollpflichtige (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 27. März 2015 Beschwerde beim
Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt die Aufhebung des angefochte-
nen Beschwerdeentscheids und die Rückerstattung der Einfuhrzollabga-
ben in Höhe von Fr. 274'744.90 (vgl. oben Bst. A) zuzüglich Zins zu 5% seit
dem 1. Juli 2014. Eventualiter seien der Beschwerdeführerin die Einfuhr-
zollabgaben im Betrag von Fr. 202'105.-- (keine Rückerstattung für Verar-
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beitungsverluste) zuzüglich Zins zu 5% seit dem 1. Juli 2014 zurückzuer-
statten. Ihren Antrag begründet die Beschwerdeführerin im Wesentlichen
mit der Anwendbarkeit von Art. 11 des Zollgesetzes vom 18. März 2005
(ZG; SR 631.0).
F.
In ihrer Vernehmlassung vom 12. Juni 2015 beantragt die OZD (nachfol-
gend: Vorinstanz) die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Die Be-
schwerdeführerin reichte hierzu mit Datum vom 17. Juli 2015 eine Replik
ein.
Auf die Vorbringen der Parteien wird – soweit entscheidwesentlich – in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Angefochten ist ein Beschwerdeentscheid der OZD und damit eine Ver-
fügung nach Art. 5 VwVG. Das Bundesverwaltungsgericht ist die zustän-
dige Beschwerdeinstanz (Art. 31, Art. 32 e contrario und Art. 33 Bst. d
VGG). Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts
anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht
(Art. 50 und 52 VwVG) eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid
grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführerin kann
neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der un-
richtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge der Unangemessenheit er-
heben (Art. 49 Bst. c VwVG).
1.3 Gemäss der allgemeinen Beweislastregel hat, wo das Gesetz es nicht
anders bestimmt, diejenige Person das Vorhandensein einer behaupteten
Tatsache zu beweisen, die aus ihr Rechte ableitet (Art. 8 ZGB). Bei Be-
weislosigkeit ist folglich zu Ungunsten derjenigen Person zu entscheiden,
welche die Beweislast trägt (BGE 130 III 321 E. 3.2; Urteil des BGer
4C.269/2005 vom 16. November 2006 E. 6.2.2; ANDRÉ MOSER/MICHAEL
BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht, 2. Aufl. 2013, N 3.149 ff.). Abgesehen von Besonderheiten, welche
die Natur des im Zollrecht geltenden Selbstanmeldungsprinzips (vgl.
http://links.weblaw.ch/BGE-130-III-321 http://links.weblaw.ch/4C.269/2005
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Art. 21 ff. ZG) mit sich bringt, gilt auch in diesem Rechtsgebiet – wie allge-
mein im Abgaberecht – folgender Grundsatz: Die Behörde trägt die Be-
weislast für Tatsachen, welche die Abgabepflicht begründen oder die Ab-
gabeforderung erhöhen; demgegenüber ist die abgabepflichtige bzw. ab-
gabebegünstigte Person für die abgabeaufhebenden und -mindernden Tat-
sachen beweisbelastet (statt vieler: Urteil des BVGer A-5216/2014 vom
13. April 2015 E. 1.5.2 mit Hinweisen).
2.
Waren, die ins schweizerische Zollgebiet verbracht werden, sind grund-
sätzlich zollpflichtig und nach dem ZG sowie nach dem Zolltarifgesetz vom
9. Oktober 1986 (ZTG; SR 632.10) zu veranlagen (Art. 7 ZG). Ausnahmen
von diesem Grundsatz werden unter anderem für inländische (Art. 10 ZG)
und ausländische (Art. 11 ZG) "Rückwaren" vorgesehen. Da es sich im
vorliegenden Fall unbestrittenermassen um ausländische Ware handelt, ist
im Folgenden in erster Linie auf die Bestimmungen von Art. 11 ZG einzu-
gehen.
2.1 Für ausländische Waren, die wegen Annahmeverweigerung oder
Rückgängigmachung des Vertrags, auf Grund dessen sie ins Zollgebiet
eingeführt worden sind, oder wegen Unverkäuflichkeit innerhalb von drei
Jahren unverändert an die Versenderin oder den Versender im Zollausland
zurückgesandt werden, werden die erhobenen Einfuhrzollabgaben zurück-
erstattet und keine Ausfuhrzollabgaben erhoben (Art. 11 Abs. 1 ZG).
2.2 Für verändert wieder ausgeführte Waren werden Rückerstattung und
Zollbefreiung gewährt, wenn sie wegen eines bei ihrer Verarbeitung im Zoll-
gebiet entdeckten Mangels zurückgesandt werden (Art. 11. Abs. 2 ZG).
2.3 Sodann wird Rückerstattung der Einfuhrzollabgaben auch für Waren
gewährt, die wieder ausgeführt werden, weil sie nach schweizerischem
Recht nicht in Verkehr gebracht werden dürfen (Art. 11 Abs. 3 ZG).
2.4 Gemäss Art. 11 Abs. 4 ZG regelt der Bundesrat, in welchem Ausmass
Rückerstattung oder Zollbefreiung für Waren gewährt wird, die nicht wieder
ausgeführt, sondern auf Antrag im Zollgebiet vernichtet werden. Die Rück-
erstattung wird der zollpflichtigen Person auf Gesuch hin gewährt, wenn
die ausländische Lieferantin oder der ausländische Lieferant ihr die zu ver-
nichtenden Waren vergütet (Art. 39 der Zollverordnung vom 1. November
2006 [ZV; SR 631.01]).
3.
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Im vorliegenden Fall macht die Beschwerdeführerin geltend, dass hinsicht-
lich des von ihr im April und Mai 2012 eingeführten AB-Öls die Vorausset-
zungen für eine Rückerstattung der Einfuhrzollabgaben nach Art. 11 ZG
erfüllt seien. Wie es sich damit verhält, ist nachfolgend zu prüfen:
3.1 Dass die Ware "unverändert" gewesen sein soll, macht die Beschwer-
deführerin zu Recht nicht geltend. Damit entfällt die Anwendung von Art. 11
Abs. 1 ZG auf den vorliegenden Fall, was wiederum bedeutet, dass die
Beschwerdeführerin nichts aus der von ihr geltend gemachten "Unverkäuf-
lichkeit" der Ware ableiten kann (vgl. E. 2.1).
3.2 Für verändert wieder ausgeführte Waren ist nach Art. 11 Abs. 2 ZG eine
Rückerstattung der Einfuhrzollabgaben möglich, wenn sie wegen eines bei
ihrer Verarbeitung im Zollgebiet entdeckten Mangels zurückgesandt wer-
den (E. 2.2).
3.2.1 Die Beschwerdeführerin macht im Ergebnis unter Bezugnahme auf
den Mangelbegriff des Kaufvertragsrechts geltend, mit dem fraglichen AB-
Öl habe entgegen der Zusicherung der Verkäuferin kein marktfähiges Raf-
finat hergestellt werden können. Das fragliche Erzeugnis sei von ihren Kun-
den wegen unzureichender Qualität ("gurkiger Geschmack") zurückgewie-
sen worden. Die ausländische Verkäuferin habe diesen Mangel ausdrück-
lich anerkannt, das eingeführte (und in der Schweiz nachraffinierte) AB-Öl
zurückgenommen und der Beschwerdeführerin den vollen Kaufpreis zu-
rückerstattet.
3.2.2 Ob das allgemeine Kaufvertragsrecht vorliegend überhaupt alleine
massgeblich ist, kann an dieser Stelle offen bleiben. Festgehalten werden
kann aber, dass nach der diesbezüglichen bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung eine Ware mangelhaft ist, wenn sie vom Vertrag abweicht, d.h. wenn
ihr eine ausdrücklich zugesicherte oder nach dem Vertrauensprinzip vo-
rausgesetzte und voraussetzbare Eigenschaft fehlt. Mithin beurteilt sich
ausschliesslich nach Massgabe des konkreten Vertragsinhalts, ob ein
(kaufrechtlicher) Mangel vorliegt oder nicht (vgl. BGE 114 II 239 E. 5a/aa;
Urteil des BGer 4A_428/2007 vom 2. Dezember 2008 E. 3.1).
3.2.3 Die Beschwerdeführerin hat drei Sendungen AB-Öl im Gesamtge-
wicht von 177'960 kg importiert; dies in Kenntnis davon, dass die Ware eine
zu hohe Konzentration an freien Fettsäuren (FFA) aufwies und daher (im
Zustand anlässlich der Einfuhr) nicht zum Konsum in der Schweiz zugelas-
sen war (vgl. E. 3.3). In der Folge hat sie über ein Jahr lang versucht, das
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AB-Öl in eine für die Schweiz marktfähige Beschaffenheit zu verarbeiten,
was ihr letztlich jedoch nicht gelungen ist. Mit der der Beschwerdeführerin
zur Verfügung stehenden Verarbeitungsmethode zur Reduzierung der An-
teile an freien Fettsäuren ("physikalisches Verfahren") konnte keine für ihre
Kunden genügende Qualität des Raffinats erzielt werden (vgl. Schreiben
der Abteilung Forschung & Entwicklung der Beschwerdeführerin vom
27. März 2014 [Beschwerdebeilage 28]). Bei dieser Sachlage ist mit der
Vorinstanz und entgegen der impliziten Behauptung der Beschwerdeführe-
rin davon auszugehen, dass die gelieferte Ware bzw. Qualität des AB-Öls
jener Ware bzw. Qualität entsprach, die vertraglich vereinbart und von der
Beschwerdeführerin für eine Weiterverarbeitung in der Schweiz eingekauft
worden war. Die Beschwerdeführerin hätte das gelieferte AB-Öl kaum über
ein Jahr lang verarbeitet, hätte dieses von Anfang an nicht der vereinbarten
bzw. vorausgesetzten und voraussetzbaren Qualität entsprochen.
3.2.4 Weiter ist aufgrund der vorliegenden Akten nicht anzunehmen, dass
die Verkäuferin der Beschwerdeführerin eine explizite oder – nach dem
Vertrauensprinzip – implizite Zusicherung abgegeben hat, dass sich mit
dem eingekauften AB-Öl und der Verarbeitungsmethode der Beschwerde-
führerin ("physikalisches Verfahren") ein für deren Kunden zufriedenstel-
lendes Erzeugnis herstellen lasse. Vielmehr handelte es sich beim gelie-
ferten AB-Öl offenbar – gemäss Schreiben der Abteilung Forschung & Ent-
wicklung der Beschwerdeführerin vom 27. März 2014 (Beschwerdebeilage
28) – um einen "neuartigen Fettstoff", bei dem die Verkäuferin "bislang [nur]
mit dem alkalischen Prozess" Erfahrungen habe sammeln können. Da die
Beschwerdeführerin jedoch "keine Zentrifugenlinie für die alkalische Neut-
ralisation" besitze, habe sie – anders als die Verkäuferin – das "physikali-
sche Verfahren" anwenden müssen. Dieses Verfahren habe "leider zu sen-
sorisch unstabilen Resultaten" geführt.
3.2.5 Die von der Beschwerdeführerin eingereichten Einfuhrveranlagungs-
verfügungen, wonach das fragliche AB-Öl zwecks "Nachraffinierung und
anschliessender Herstellung von Speiseölen und -fetten" importiert worden
war (Beschwerdebeilagen 4-6), mögen allenfalls nahe legen, dass die Ver-
käuferin wusste, dass die Beschwerdeführerin versuchen würde, die frag-
liche Ware in eine in der Schweiz marktfähige Beschaffenheit zu verarbei-
ten. Allein deshalb lässt sich aber nicht bereits auf eine (explizite oder im-
plizite) vertragliche Zusicherung der Verkäuferin schliessen, mit dem frag-
lichen AB-Öl und der von der Beschwerdeführerin verwendeten Verarbei-
tungsmethode lasse sich ein für deren Kunden zufriedenstellendes Raffinat
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herstellen. Ein solcher Schluss rechtfertigt sich auch nicht unter zusätzli-
cher Berücksichtigung des E-mails der Verkäuferin vom 11. Juli 2012 (Be-
schwerdebeilage 37). Darin ist lediglich Folgendes festgehalten:
"[...] the findings of A._ are confirmed by our taste panel, the re-
fined AB [AB-Öl] is out of spec on taste, POV and FFA are within specifi-
cation. The type of taste is a 'not fully deodorized' greenish bleached oil
taste. I assume that the oil after rerefining (normally not advised) will be
good in taste."
Dass der Geschmack des Raffinats nach Ansicht der Verkäuferin "out of
spec[ification]" war, bestätigt insbesondere nicht, dass zwischen der Ver-
käuferin und der Beschwerdeführerin vereinbart worden war, mit dem frag-
lichen AB-Öl und der fraglichen Verarbeitungsmethode ("physikalisches
Verfahren") lasse sich ein Raffinat mit einer bestimmten (vertraglich verein-
barten) geschmacklichen Spezifikation herstellen. Aus dem "Einkaufskon-
trakt 73" vom 10. April 2012 (Beschwerdebeilage 24) geht dies ebenfalls
nicht hervor, und die Beschwerdeführerin macht derlei auch nicht geltend.
Anders als die Beschwerdeführerin behauptet, bestätigt die Verkäuferin im
betreffenden E-mail auch nicht, "dass das Produkt normalerweise einen
guten Geschmack aufweist". Vielmehr wird darin lediglich die Vermutung
geäussert, dass das AB-Öl nach einer Nachraffinierung ("rerefining"), wel-
che normalerweise nicht zu empfehlen sei ("normally not advised"), einen
guten Geschmack aufweisen sollte.
3.2.6 Fraglich ist bei alledem ohnehin, weshalb die Beschwerdeführerin
keine ausdrückliche Bestätigung der Mangelhaftigkeit der Ware durch die
Verkäuferin ins Recht gelegt hat, obschon die Verkäuferin ihr gegenüber
eine solche Bestätigung (zumindest mündlich) abgegeben haben soll. Dem
bei den Akten liegenden Rückkaufvertrag vom 19. Dezember 2013 (Be-
schwerdebeilage 33) lässt sich jedenfalls keine solche Bestätigung entneh-
men. Vielmehr ist dort in Ziff. 1.4 festgehalten, dass die Beschwerdeführe-
rin selbst für die Rückerstattung der Einfuhrzollabgaben verantwortlich sei
und die Verkäuferin – sollte die Rückerstattung scheitern – die entspre-
chenden Kosten nicht übernehmen werde. Die Verkäuferin hätte eine sol-
che vertragliche Regelung kaum durchsetzen können, hätte sie die Man-
gelhaftigkeit der gelieferten Ware gegenüber der Beschwerdeführerin tat-
sächlich anerkannt.
3.2.7 Im Ergebnis ist es dem unternehmerischen Risikobereich der Be-
schwerdeführerin zuzuordnen, dass es ihr nicht gelungen ist, mit dem ein-
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geführten AB-Öl ein für ihre Kunden zufriedenstellendes Raffinat zu erzeu-
gen. Ein kaufvertragsrechtlicher Warenmangel ist – soweit relevant
(E. 3.2.2) – nicht nachgewiesen. Auch sonst ist weder ersichtlich noch dar-
getan, inwiefern ein Mangel im Sinn von Art. 11 Abs. 2 ZG vorliegen sollte.
Die Folgen dieses Umstandes hat die Beschwerdeführerin zu tragen
(E. 1.3).
Trifft all dies für die gesamte importierte Warenmenge zu, dann ohne wei-
teres auch für die darin enthaltenen Verarbeitungsverluste (Eventualan-
trag; vgl. Sachverhalt Bst. E).
3.2.8 Nach dem Gesagten fällt auch eine Rückerstattung der Einfuhrzoll-
abgaben gestützt auf Art. 11 Abs. 2 ZG ausser Betracht.
3.3 Es bleibt zu prüfen, ob eine Rückerstattung der Einfuhrzollabgaben ge-
stützt auf Art. 11 Abs. 3 ZG zu erfolgen hätte. Gemäss dieser Bestimmung
werden Rückerstattung und Zollbefreiung für Waren gewährt, welche wie-
der ausgeführt werden, weil sie nach schweizerischem Recht nicht in Ver-
kehr gebracht werden dürfen (E. 2.3; vgl. auch IVO GUT, in: Martin Ko-
cher/Diego Clavadetscher [Hrsg.], Handkommentar zum Zollgesetz, 2009,
N. 11 zu Art. 11).
3.3.1 Zwar war das im April 2012 eingeführte AB-Öl bis zum 31. Dezember
2013 in der Schweiz nicht zum Verkehr zugelassen. Dies änderte sich je-
doch per 1. Januar 2014. Seither ist raffiniertes AB-Öl in der Schweiz zum
Verkehr zugelassen, sofern es (u.a.) einen Anteil an freien Fettsäuren von
höchstens 0,1% aufweist (Art. 5f Abs. 2 i.V.m. Anhang 6 der Verordnung
vom 23. November 2005 des Eidgenössischen Departements des Innern
über Speiseöl, Speisefett und daraus hergestellte Erzeugnisse [SR
817.022.105]). Die fragliche Änderung wurde am 17. Dezember 2013 in
der Amtlichen Sammlung (AS) Nr. 49 publiziert (AS 2013 4943).
Nun macht die Beschwerdeführerin diesbezüglich geltend, es sei im Rah-
men der von ihr durchgeführten Raffinierung "nur teilweise" gelungen, den
für ein Inverkehrbringen in der Schweiz rechtlich vorausgesetzten Grenz-
wert von 0,1 % FFA zu erreichen.
3.3.2 Ob Art. 11 Abs. 3 ZG überhaupt auf Fälle anwendbar ist, in welchen
ein Produkt, bewusst in einer Form, welche in der Schweiz nicht zugelas-
sen ist, eingeführt wird, um es in der Folge in eine zugelassene Form zu
verarbeiten, braucht vorliegend nicht geprüft zu werden. Die Anwendung
von Art. 11 Abs. 3 ZG scheitert nämlich vorliegend bereits daran, dass nicht
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erstellt ist, dass der für eine Zulassung von AB-Öl in der Schweiz vorge-
schriebene Grenzwert von höchstens 0,1% FFA zum Zeitpunkt der Wieder-
ausfuhr des Öls im Februar 2014 immer noch überschritten wurde. Wie in
E. 1.3 ausgeführt, trägt die Beschwerdeführerin die Beweislast für behaup-
tete Tatsachen, aus denen sie Rechte (hier: die Rückerstattung der Ein-
fuhrzollabgaben) ableitet. Der Nachweis, dass die zurückgesandte Ware
den Grenzwert von 0,1% FFA zum Zeitpunkt der Wiederausfuhr überschritt
und somit in der Schweiz nicht hätte in Verkehr gebracht werden dürfen,
gelingt der Beschwerdeführerin vorliegend nicht. Im Gegenteil: Mit ihrer
Aussage, eine Reduktion des FFA auf den nötigen Grenzwert sei "nur teil-
weise" gelungen, bestätigt die Beschwerdeführerin gerade, dass die für ein
rechtskonformes Inverkehrbringen des Öls in der Schweiz nötige Reduk-
tion des FFA eben zum Teil gelungen ist. Wie gross oder klein dieser Teil
effektiv war, wird nicht dargelegt und kann im Nachhinein auch nicht mehr
eruiert werden, zumal die Ware bereits wieder ausgeführt worden ist. Die
Folgen dieser Beweislosigkeit hat die Beschwerdeführerin zu tragen (vgl.
E. 1.3).
3.3.3 Inwiefern bei der ausgeführten Ware die übrigen Zulassungsvoraus-
setzungen gemäss den erwähnten Vorschriften (vgl. E. 3.3.1) nicht erfüllt
gewesen sein könnten, geht weder aus den Akten hervor, noch macht die
Beschwerdeführerin dergleichen geltend.
3.3.4 Nach dem Dargelegten ist auch keine Rückerstattung der Einfuhrzoll-
abgaben gestützt auf Art. 11 Abs. 3 ZG angezeigt.
4.
4.1 Nach dem Vorstehenden ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Die Kosten des vorliegenden Verfahrens sind auf Fr. 7'000.-- festzuset-
zen (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]) und dem Verfahrensausgang entsprechend durch
die unterliegende Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
Der in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der
Verfahrenskosten zu verwenden. Eine Parteientschädigung ist nicht zuzu-
sprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).
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