Decision ID: ac5bd4be-14e6-4dfb-8b1f-7fb007403e9d
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1953, bezieht seit September 2014 eine halbe Invali
denrente. Mit Beschluss der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) der Stadt Zürich vom 24. September 2013 wurde entschieden, für X._ eine Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung nach Art. 394 in Verbindung mit Art. 395 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuch
s
(ZGB) zu errichten (Urk. 3/3). Am 23. Oktober 2014 meldete sie ihr
Berufs
beistand
beim Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV der Stadt Zürich (nachfolgend: Durchführungsstelle) zum Bezug von Zusatzleistungen zur Invalidenrente an (Urk. 9/6).
Die Durchführungsstelle klärte die finanziellen Verhältnisse ab und verneinte mit Verfügung vom 7. Mai 2015 einen Anspruch auf Zusatzleistungen für die Berechnungsperiode September 2014 bis Dezember 2015, wobei sie der Ver
sicherten für das Jahr 2015 ein Verzichtsvermögen von Fr. 463‘000.-- anrechnete (Urk. 9/V1). Nach durchgeführtem
Einspracheverfahren
(Urk. 9/36-48) hielt sie mit
Einspracheentscheid
vom 1. September 2015 hieran fest (Urk. 2).
2.
Gegen diesen Entscheid liess X._ am 2. Oktober 2015 Beschwerde erheben und beantragen, es seien ihr unter Aufhebung des angefochtenen Entscheids ab September 2014 Ergänzungsleistungen auszurichten (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 16. Dezember 2015 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8). Am 1. März 2017 wurde die Beschwerdegegnerin telefonisch aufgefordert, zwei in den Akten erwähnte (vgl. Urk. 9/31) Ordner mit Rechnungs- und Kontobelegen sowie zwei
Post
zahlungsbüchlein
einzureichen (Urk. 11), welche am 23. März 2017 eingin
gen (vgl. Urk. 14-16/6/div.). Die Beschwerdeführerin liess auf eine Stellung
nahme dazu verzichten (Urk. 17).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.
Der Bund und die Kantone gewähren Personen, welche die Voraussetzungen nach den Art. 4 bis Art. 6 des gültigen Bundesgesetzes über die
Ergänzungs
leistungen
zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) erfüllen, Zusatzleistungen bestehend aus bundesrechtlichen
Ergänzungsleis
tungen
, kantonaler Beihilfe und Gemeindezuschüssen zur Deckung ihres Existenzbedarfs (Art. 2 Abs. 1 ELG; §§ 1, 13, 15 und 20 des Gesetzes des Kan
tons Zürich über die Zu
satzleistungen zur AHV/IV, ZLG).
1.2
Die jährliche Ergänzungsleistung hat dem Betrag zu entsprechen, um den die anerkannten
Ausgaben
die
anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
Zeitlich
massgebend
sind in der Regel die während des vorausgegangenen Kalenderjahres erzielten anrechenbaren Einnahmen sowie das am
1.
Januar des Bezugsjahres vorhandene Vermögen (
Art.
23
Abs.
1 der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenver
sicherung, ELV).
Die anerkannten Ausgaben bestimmen sich nach Art. 10 ELG; die anrechen
baren Einnahmen werden nach Art. 11 ELG ermittelt.
Als Einnahmen ange
rechnet werden
unter anderem auch
Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist (
Art.
11
Abs.
1
lit
. g ELG
, Art. 15 ZLG
).
Das anrechenbare Vermögen ist nach den Grundsätzen der Gesetzgebung über die direkte kantonale Steuer für die Bewertung des Vermögens im Wohnsitzkanton zu bewerten (
Art.
17
Abs.
1 ELV). Das Vermögen wird zum Verkehrswert bewertet (
§
39
Abs.
1 des Steuergesetzes des Kantons Zürich,
StG
).
1.3
Zweck der Ergänzungsleistungen ist eine angemessene Deckung des
Existenz
bedarfs
. Bedürftigen Rentnern der
Alters- und Hinterlassenen- sowie der Invalidenversicherung soll ein
regelmässiges
Mindesteinkommen gesichert werden. Die Einkommensgrenzen haben dabei die doppelte Funk
tion einer
Bedarfslimite
und eines garantierten Mindesteinkommens. Deshalb sind bei der Anspruchsbe
rechnung grundsätzlich nur tatsächlich ve
rein
nahmte Einkünfte und vorhan
dene
Vermögenswerte zu berücksichtigen, über die der Leistungsansprecher unge
schmälert verfügen kann. Dieser Grundsatz g
ilt nicht und es liegt eine Ver
zichts
handlung vor
, wenn die versicherte Per
son ohne rechtliche Verpflichtung und
ohne adä
quate Gegenleistung auf Ein
künfte oder Vermögen verzichtet hat, wenn
sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte Einkünfte und Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch macht oder ihre Rechte nicht durchsetzt,
oder wenn sie aus von ihr zu verantwortenden Gründen von
der Aus
übung eine
r möglichen und zumut
baren Erwerbstätigkeit absieht (
nicht publizierte E. 3e des Urteils BGE 128 V 39, BGE 121 V 204 E. 4a, AHI 2001 S. 133 E. 1b,
SVR
2011 EL Nr. 4,
Urteil des Bundesgerichts 9C_558/2013
vom 12.
No
vember 2013 E.
3.1.2
mit Hin
weisen).
Ob eine adäquate Gegenleistung vorliegt, beurteilt sich nach dem Verhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung im Zeitpunkt der
Entäusserung
(BGE 120
V 182 E. 4a
; Urteil des Bun
desgerichts 9C_198/2010 vom 9. August 2010 E.
3.1
).
1.4
1.4.1
Art. 11 Abs. 1
lit
. g
ELG enthält keine zeitliche Beschränkung in Bezug auf die Berücksichtigung des Vermögensverzichts. Ein hypothetisches Vermögen ist also auch dann anzurechnen, wenn die Verzichts
handlung sehr lange zurückliegt
. Dem Aspekt des Zeitablaufs wird durch die
jährliche Reduktion
gemäss
Art.
17a
ELV
Rechnung getragen. Danach wird der anzurechnende Betrag von Vermögenswerten, auf die verzichtet worden ist, jähr
lich um Fr.
10'000.
--
vermindert, wobei der Wert des Vermögens im Zeitpunkt des Ve
rzichtes unverändert auf
den 1.
Januar des Jahres, das auf den Verzicht folgt, zu übertragen und dann jeweils nach einem Jahr
zu vermindern ist (Abs. 1 und Abs. 2;
Urteil des Bun
desgerichts 9C_198/2010 vom 9. August 2010 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4.2
Ist ein einmal bestehendes Vermögen nicht me
hr vorhanden, so trägt die
leis
tungs
ansprechende
Person die Beweislast dafür, dass es in Erfüllung einer recht
lichen Verpflichtung oder gegen adäqua
te Gegenleistung hingegeben wor
den ist,
wo
bei der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt (BGE 131 V 329,
121 V 204; Urteil des Bundesgerichts 8C_1039/2008 vom 25. Februar 2009 E. 2 mit Hinweisen). Derjenige, der nicht darzutun vermag, dass seine Geldhin
gabe im Austausch gegen eine adäquate Gegenleist
ung er
folgt ist, kann sich mit
hin nicht auf den gegebenen Vermögensstand berufen, sondern muss sich die
Frage nach den Gründen für den Vermögensrückgang gefallen und
mangels entspre
chender Beweise hypot
hetisches Vermögen ent
gegenhal
ten lassen
(BGE 121 V 205 E. 4b).
1.5
Gemäss §§ 15 und 19a Abs. 3 ZLG finden die
Vorschriften, die für die jähr
liche Ergänzungsl
eistung nach Art. 9 ff. ELG gel
ten,
entsprechende Anwen
dung auf die Beihilfen und Zuschüsse, soweit im ZLG nichts
Abweichendes bestimmt ist.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid davon aus, dass der Beschwerdeführerin für die Bemessung des Leistungsanspruchs auf der Einnahmenseite die Invalidenrente in vollem Umfang von jährlich Fr. 12‘804.-- anzurechnen sei und auf der Vermögensseite ein
Verzichtsver
mögen
für das Jahr 2014 von Fr. 463‘000.-- und von Fr. 453‘000.-- für 2015, was einen Anspruch auf Ergänzungs- und Zusatzleistungen verhindere (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin lässt dagegen im Wesentlichen vorbringen, dass die Beschwerdegegnerin es unterlassen habe, den allgemeinen Lebensbedarf in ihrer Vermögensberechnung zu berücksichtigen. Soweit das Vermögen nach
vollziehbar für den Lebensunterhalt verwendet worden sei, handle es sich ohnehin um keinen ungeklärten Verbrauch. Im Weiteren sei aufgrund der
Regelmässigkeit
der Barbezüge vom Postkonto, der Renovation der Wohnung für Fr. 12‘000.-- und des Autokaufs für Fr. 26‘830.-- unmittelbar nach Erhalt der Kapitalabfindung infolge der Scheidung vom 29. Oktober 2009 davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ab diesem Zeitpunkt einen gehobe
nen Lebensstil geführt habe. Hierfür seien neben den Lebenshaltungskosten von jährlich Fr. 48‘156.-- zusätzlich Fr. 24‘000.-- jährlich zu berücksichtigen. Hinzu komme, dass aus den Umständen, die zur
Verbeiständung
der Beschwerdeführerin geführt hätten und einem Suizidversuch im November 2011 zu
schliessen
sei, dass es der Beschwerdeführerin in Bezug auf die
Ver
mögenshingaben
in der Zeit nach der
Kapitalauszahlung an der Urteilsfähig
keit gemangelt habe.
In jedem Fall aber seien für die Festsetzung des Verzichtsvermögens vorab jährliche Vermögensreduktionen jeweils Fr. 72‘156.-- für den Unterhalt und die gehobene Lebensführung abzuziehen.
Ausserdem
abzuziehen seien die Schulden der Beschwerdeführerin gegenüber ihrem Exmann, sei sie doch im Scheidungsurteil verpflichtet worden, diesem den hälftigen Betrag der Invali
denrente zurückzuerstatten. Entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin liege keine Abtretung einer Invalidenleistung vor. Letztlich sei für die An-
spruchsberechtigung
2014 ein Renteneinkommen von lediglich Fr. 4‘268.-- anstatt Fr. 12‘804.-- anzurechnen, bestehe der Rentenanspruch doch erst seit September 2014 (Urk. 1).
2.3
Strittig ist damit neben der Höhe des anzurechnenden Einkommens aus der Invalidenrente im Jahr 2014 die Urteilsfähigkeit in Bezug auf die
Vermö
genshingaben
in den Jahren 2010 bis 2013, die Höhe des
Vermögensver
zichts
und ob der hälftige Betrag der Invalidenrente vom anzurechnenden Vermögen abzuziehen ist.
3.
3.1
Was zunächst die Höhe der im Jahr 2014 zu berücksichtigenden Invaliden
rente, welche gemäß Art. 11 Abs. 1
lit
. d ELG als Einnahme anzurechnen ist, anbelangt, folgt aus dem System der jährlichen Berechnung der
Ergän
zungsleistungen
, dass die Beschwerdegegnerin die Berechnung richtigerweise sowohl auf der Ausgaben- als auch auf der Einnahmenseite für die
Berech
nungsperiode
September bis Dezember 2014 auf das Jahr hochrechnete. Für die Beschwerdeführerin, welche frühestens ab Beginn des IV-Rentenan
spruchs per 1. September 2014 einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen erlangen konnte (Art. 4 Abs. 1 litt. c ELG), resultiert hieraus kein Nachteil, würde
doch bei Berücksichtigung nur der effektiv erhaltenen IV-
Betreffnisse
2014 von September bis Dezember 2014 auch die Ausgabenseite anteils
mäßig auf einen Viertel gekürzt.
3.2
Streitig ist im Weitern die Höhe der Verzichtsvermögen der Jahre 2010 bis 2013.
Es steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin, welche auf
grund der mit Scheidungsurteil des Bezirksgerichts Zürich vom 29. Oktober 2009 bestätigten Vereinbarung zur Abgeltung sämtlicher
unterhaltsrecht
licher
Ansprüche eine einmalige Kapitalabfindung von Fr. 506‘000.-- erhielt (Urk. 9/5), ihr Vermögen bis Ende 2013 bis auf Fr. 16‘420.-- verbraucht hat (vgl. Urk. 1, 9/11-16).
Aus den in den Akten liegenden Postkontoauszügen der Jahre 2009 bis 2013 erklärt sich der Vermögensrückgang großmehrheitlich mit teilweise sehr hohen Bargeldbezügen (Urk. 9/29a-e), wobei diese insbesondere in den Jah
ren 2009 und 2010 getätigt wurden. Wie den Auszügen des Jahres 2009 zu entnehmen ist, wurde dem Konto der Beschwerdeführerin mit Valuta 4. März 2009 ein Betrag Fr. 320‘000.-- gutgeschrieben (Urk. 9/29a). Gemäß Ausfüh
rungen der Beschwerdeführerin handelte es sich dabei um einen ersten Teil
betrag der sodann kapitalisierten Unterhaltszahlung (Urk. 1 S. 2). Wenige Wochen danach tätigte die Beschwerdeführerin die ersten großen
Bargeldbe
züge
von Fr. 10‘000.--, Fr. 30‘000.-- und Fr. 10‘000.-- (Urk. 9/29a). Die bereits dannzumal getrennt lebende Beschwerdeführerin, welche im Jahr 2008 durchschnittlich lediglich zirka Fr. 4‘000.-- von ihrem Postkonto bezo
gen hatte (vgl. Urk. 3/6), erhöhte nunmehr ihren Bezug zwischen März und Dezember 2009 auf monatlich durchschnittlich über Fr. 22‘000.-- (Urk. 9/29a).
Erklären ließ sie dies im Wesentlichen damit, dass sie einen Teil des Vermö
gens für die Bestreitung des normalen Lebensbedarfs benötigt und darüber hinaus
unmittelbar nach Erhalt der Kapitalleistung begonnen habe, einen gehobenen Lebensstil zu führen. Dies ergebe sich sowohl aus den regelmäßi
gen hohen Bargeldbezügen als auch aus dem Umstand, dass sie ihre Woh
nung für Fr. 12‘000.-- renoviert und ein Auto für Fr. 26‘830.-- gekauft habe (Urk. 1 S. 4 f.). Im Jahr 2010 sank der durchschnittliche monatliche
Post
kontobezug
auf zirka Fr. 14‘600.-- (Urk. 9/29b) und im Jahr 2011 auf gut Fr. 8‘500.-- (Urk. 9/29c). Im Jahr 2012 resultierte noch ein durchschnittlicher monatlicher Bezug von zirka Fr. 5‘600.-- (Urk. 9/29d) und im Jahr 2013 ein solcher von gut Fr. 3‘100.-- (Urk. 9/29e).
3.3
Was den konkreten Vermögensverbrauch anbelangt, stützte sich die
Beschwer
degegnerin
ganz wesentlich auf die in den Akten liegenden Steuer
erklärungen der Beschwerdeführerin. Gemäß den Steuererklärungen der Steuerjahre 2009 bis 2013 reduzierte sich das Vermögen der Beschwerde
führerin von Fr. 541‘773.-- per Ende 2009 (vgl. Urk. 9/12) auf Fr. 433‘514.-- per Ende 2010 (vgl. Urk. 9/13). Im Folgejahr ging das Vermögen der Beschwerdeführerin gemäß dem der Steuererklärung beigelegten Wertschrif
ten- und Guthabenverzeichnis mit Kontobeilagen gar auf Fr. 131‘384.-- zurück (Urk. 9/14). Ende 2012 resultierte noch ein Restvermögen von Fr. 63‘353.-- (Urk. 9/15) und per Ende 2013 ein solches von Fr. 16‘420.-- (Urk. 9/16).
Diese Zahlen blieben von der Beschwerdeführerin zwar unbestritten; jedoch trägt das bloße Abstützen auf die Zahlen der Steuererklärungen dem Fall nicht angemessen Rechnung, zeigt doch ein genauerer Blick in dieselben und die übrigen Akten, dass der Hauptverbrauch in den Jahren 2009 und 2010, nicht – wie von der Beschwerdegegnerin angenommen - im Jahr 2011 statt
gefunden hat, und dass der Beschwerdeführerin bei der Steuerdeklaration Fehler unterliefen.
4.
4.1
4.1.1
Was zunächst das Jahr 2009 anbelangt, welches von der Beschwerdegegnerin in der Berechnung der Vermögensverzichte unberücksichtigt blieb, sind den Postkontoauszügen dieses Jahres neben den monatlichen Überweisungen des Exmannes von Fr. 4‘000.-- bis Oktober 2009 (Scheidung) die oben erwähnte Gutschrift von Fr. 320‘000.-- vom 4. März 2009 und eine Gutschrift von Fr. 9‘503.40 vom 1. Juli 2009 zu entnehmen (Urk. 9/29a). Diese standen mutmaßlich mit dem Verkauf einer Liegenschaft in der Gemeinde Y._ im Tessin (vgl. dazu: Urk. 9/5c S. 2; Steuererklärung 2008, Urk. 9/11) im Zusammenhang und scheinen im Rahmen der Scheidung offensichtlich im Umfang von Fr. 296‘000.-- der Unterhaltsabfindung von insgesamt Fr. 506‘000.-- angerechnet worden zu sein (vgl. Urk. 9/5); im Übrigen han
delte es sich wohl um eine güterrechtliche Ausgleichszahlung.
Am 31. Dezember 2009 ging vom Exmann der Beschwerdeführerin eine wei
tere Zahlung von Fr. 145‘000.-- mit dem Vermerk „Abfindung“ ein (Urk. 9/29a), welche zusammen mit der letzten Tranche von Fr. 65‘000.-- vom 4. Januar 2010 (Urk. 9/29b) die Restzahlung der Abfindung gemäß Zif
fer 2.2 der mit dem Scheidungsurteil vom 29. Oktober 2009 bestätigten Vereinbarung zwischen den Eheleuten, gemäß welcher der Ehemann der Beschwerdeführerin Fr. 296‘000.-- des kapitalisierten Unterhaltsanspruchs bereits überwiesen und noch Fr. 210‘000.-- bis am 1. Januar 2010 zu bezah
len hatte (Urk. 9/5 S. 2), betraf.
Wohl irrtümlich führte die Beschwerdeführerin im Wertschriften- und
Gutha
benverzeichnis
des Steuerjahrs 2009 ein Guthaben gegenüber ihrem Exmann aus der Scheidung von Fr. 210‘000.--, anstatt der noch ausstehenden Fr. 65‘000.-- an (Urk. 9/12). Das steuerbare Vermögen per Ende 2009 wäre mithin bei korrekter Deklaration nicht bei Fr. 541‘773.--, sondern Fr. 145‘000.-- tiefer bei Fr. 396‘773.-- gelegen.
In der irrtümlichen Annahme, die Beschwerdeführerin sei erst nach der Schei
dung vom 29. Oktober 2009 zu Vermögen gekommen, verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Berechnung der Vermögensreduktion im Jahr 2009, obwohl gemäß Aktenlage der größte Vermögensverbrauch in dieses Jahr fiel. Die drei oben erwähnten Überweisungen von Fr. 320‘000.--, Fr. 9‘503.40 und Fr. 145’000.-- beliefen sich insgesamt auf Fr. 474‘503.40. Der Saldo auf dem Postkonto belief sich per Anfang 2009 auf Fr. 3‘024.45, Ende 2009 jedoch trotz der drei Überweisungen vom selben Jahr nur noch auf Fr. 288‘512.35 (Urk. 9/29a), was einer
Vermögensreduk
tion
von Fr. 182‘966.60 im Jahr 2009 auf dem Postkonto entspricht.
4.1.2
Zu prüfen ist im Weitern, ob und in welcher Höhe der Beschwerdeführerin diese Vermögensreduktion als Vermögensverzicht im Sinne von Art. 11 Abs. 1 litt. g ELG anzurechnen ist.
Was den Einwand der Beschwerdeführerin anbelangt, ein Vermögensver
brauch für die Kosten des allgemeinen Lebensbedarfs sei ab November 2009 unvermeidbar gewesen, habe sie doch ab diesem Zeitpunkt über keinerlei Einkünfte mehr verfügt (Urk. 1 S. 5), ist ihr zuzustimmen. Ausgehend von der Begrifflichkeit gemäß Art. 10 Abs. 1 ELG beinhaltet der allgemeine Lebensbedarf namentlich die Kosten für Nahrungsmittel, Bekleidung, Körper
pflege, Energieverbrauch, Kommunikation, Transport und Freizeitaktivitäten sowie laufende Steuerschulden (Müller, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG, 3. Auflage, Zürich, Basel, Genf, 2015,
Rz
142 zu Art. 10). Bis Okto
ber 2009 erhielt die Beschwerdeführerin, welche über kein eigenes Einkom
men verfügte, eine monatliche Unterhaltszahlung von ihrem Ehemann über Fr. 4‘000.-- (vgl. Urk. 9/29a). Dieser Betrag bildete denn auch Basis des im Rahmen der Scheidung kapitalisierten Unterhaltsanspruchs (vgl. Urk. 9/5c) und deckt sich nahezu mit dem monatlichen Bezug vom Postkonto im Jahr 2008 von Fr. 4‘013.-- (vgl. Urk. 1 S. 5 und Urk. 3/6). Aus welchem Grund die
Beschwerdegegnerin bei der Berechnung des Vermögensverzichts in den Folgejahren keinerlei Lebensbedarfskosten mitberücksichtigte, obwohl der Unterhaltsanspruch der Beschwerdeführerin aus der Scheidung im Oktober 2009 als kapitalisierte Abfindung ausbezahlt worden war, ist nicht nachvoll
ziehbar. Dies gilt umso mehr, als die Kostenaufstellung der Beschwerdefüh
rerin hierzu durchaus plausibel erscheint (Urk. 1 S. 5, 9/44) und im Rahmen des Verwaltungsverfahrens auch durch diverse Belege untermauert wurde (Urk. 16/1-6/div.).
Entsprechend rechtfertigt es sich, der Beschwerdeführerin einen Betrag von monatlich Fr. 4‘000.-- zur Bestreitung der laufenden Lebensbedürfnisse anzurechnen, wobei derselbe bis Oktober 2009 durch die monatliche Unter
haltszahlung des Exmannes gedeckt wurde. Für November und Dezember 2009 sind je Fr. 4‘000.-- zu berücksichtigen, weshalb in diesem Rahmen kein Vermögensverzicht vorliegt.
Nicht berücksichtigt werden können dagegen die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten zusätzlichen Fr. 24‘000.-- für einen angeblich ab Erhalt der Kapitalabfindung aufgenommenen gehobenen Lebensstil. Die Beschwer
deführerin ließ hierfür, abgesehen von Rechnungen für einen Autokauf am 27. März 2009 (Urk. 9/43) und Kosten für Renovationsarbeiten in der Woh
nung (Urk. 9/30) keine Belege einreichen. Der bloße Umstand, dass sie ab März 2009 wiederkehrend, wenn auch in sehr unregelmäßigen Abständen teilweise sehr hohe Bezüge (zum Beispiel: Fr. 32‘821.-- am 1. April 2009, Urk. 9/29a) tätigte, vermag den von der Beschwerdeführerin zu erbringenden Beweis für den gehobenen Lebensstandard nicht zu erbringen, bleiben die Gründe für die massiven Geldbezüge, abgesehen vom Bezug für den Auto
kauf und die Renovation der Wohnung doch letztlich völlig unklar.
Kein Verzichtsvermögen stellt der Kaufpreis für den am 27. März 2009 erwor
benen Mazda 3 1.6 Exklusive für
Fr. 26‘830.-- (Urk. 9/43) dar, steht doch dieser Vermögenshingabe eine adäquate Gegenleistung gegenüber (BGE 131 V 336 E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_934/2009 vom 28. April 2010 E. 4.2). Die in den Jahren 2009 und 2010 angefallenen Renovationskosten von zirka Fr. 12‘000.-- berücksichtigte die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Berechnung für das Jahr 2010 (vgl. Urk. 9V/3 S. 3; nachfolgende E.4.2.2).
Damit resultiert für das Jahr 2009 ein Verzichtsvermögen von Fr. 148‘136.60 (Fr. 182‘966.60 - 2x Fr. 4‘000.-- - Fr. 26‘830.--).
4.2
4.2.1
Gemäss
Steuererklärung 2010 betrug das Vermögen per Ende 2010 Fr. 433‘514.--. Auch in der Steuererklärung 2010 führte die Beschwerdefüh
rerin irrtümlich eine
Guthabensposition
von Fr. 210‘000.-- gegenüber ihrem Exmann aus der Scheidung auf (Urk. 9/13), welche nicht zu berücksichtigen ist. Der Exmann der Beschwerdeführerin hatte am 4. Januar 2010 die noch ausstehenden Fr. 65‘000.-- überwiesen (Urk. 9/29b).
Ausgehend von einem Vermögensstand per Ende 2009 von Fr. 396‘773.-- (Fr. 541‘773.--
gemäss
Steuererklärung 2009, Urk. 9/12, abzüglich Fr. 145‘000.--, vgl. obige E. 4.1.1) und einem solchen von Fr. 223‘514.-- per Ende 2010 (Fr. 433‘514.--
gemäss
Steuererklärung 2010, Urk. 9/13, abzüglich Fr. 210‘000.--) resultiert eine Vermögensreduktion 2010 von Fr. 173‘259.--.
4.2.2
Hiervon abzuziehen sind anzuerkennende Ausgaben für den allgemeinen Lebensunterhalt von Fr. 48‘000.-- (12 x Fr. 4‘000.--) sowie die Kosten für die Renovation der Wohnung von Fr. 12‘030.35 (Urk. 9/13), was zu einem unbelegten Vermögensverbrauch im Jahr 2010 von Fr. 113‘228.65 (Fr. 173‘259.-- - Fr. 48‘000.-- - Fr. 12‘030.35) führt.
4.3
Was das Jahr 2011 anbelangt, betrug das steuerbare Vermögen
gemäss
Steuer
erklärung 2011 per Ende Jahr noch Fr. 137‘000.--. Ein Guthaben im Zusammenhang mit der
bereits erfolgten Abfindungszahlung erscheint rich
tigerweise nicht mehr in den aufgeführten Vermögenspositionen (Urk. 9/14). Verglichen mit dem Vermögensstand per Ende 2010 von Fr. 223‘514.-- (vgl. obige E. 4.2.1) resultiert eine Vermögensreduktion im Jahr 2011 von Fr. 86‘514.--.
Für die Berechnung des nicht belegten Vermögensrückgangs sind auch hier
von wieder Fr. 48‘000.-- für den allgemeinen Lebensbedarf abzuziehen. Es resultiert ein Verzichtsvermögen von Fr. 38‘514.--.
4.4
Der Schlussrechnung für die Staats- und Gemeindesteuern 2012 der Stadt Zürich vom 17. Juni 2013 lag ein satzbestimmendes Vermögen von Fr. 63‘000.-- zugrunde (Urk. 9/15), was zu einem Vermögensverbrauch von Fr. 74‘000.-- und zu einem unbelegten Vermögensabbau von Fr. 26‘000.-- im Jahr 2012 führt (Fr. 74‘000.-- - Fr. 48‘000.--).
4.5
Per Ende 2013 hatte sich das deklarierte steuerbare Vermögen
auf Fr. 16‘420.-- reduziert (Urk. 9/16). Der Vermögensverbrauch von Fr. 46‘580.-- lag damit tiefer als die zu berücksichtigenden Kosten für den allgemeinen Lebensbedarf von Fr. 48‘000.--, weshalb kein Verzichts-vermögen vorliegt.
4.6
Zusammenfassend resultieren gerundete Verzichtsvermögen für die Jahre 2009 bis 2012 von Fr. 148‘000.-- (2009), Fr. 113‘000.-- (2010), Fr. 38‘000.-- (2011) und Fr. 26‘000.-- (2012), welche entsprechend Art.
17a
ELV
jähr
lich um Fr.
10'000.
-- zu vermindern sind,
wobei der Wert des Vermögens im Zeitpunkt des Ve
rzichtes unverändert auf den 1.
Januar des Jahres, das auf den Verzicht folgt, zu übertragen und dann jeweils nach einem Jahr
zu ver
mindern ist (Abs. 1 und Abs. 2;
Urteil des Bun
desgerichts 9C_198/2010 vom 9. August 2010 E. 3.2 mit Hinweisen). Hieraus folgt die nachstehende Berechnung des Vermögensverzichts für die strittigen Anspruchsjahre 2014 und 2015:
Jahr
Vermögensverzicht
Amortisation
im Vorjahr
Verzicht per 1.1. laufendes Jahr
2009
148‘000
2010
113‘000
148‘000
2011
38‘000
10‘000
251‘000
2012
26‘000
10‘000
279‘000
2013
10‘000
295‘000
2014
10‘000
285‘000
2015
10‘000
275‘000
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, die Verzichtshandlungen seien ihr mangels Urteilsfähigkeit in Bezug auf die Vermögenshingaben nicht anzurechnen (Urk. 1 S. 6).
5.2
Für die Annahme einer Verzichtshandlung im Sinne von Art. 11 Abs. 1
lit
. g ELG ist nicht erforderlich, dass beim Verzicht der Gedanke an
Ergänzungs
leistungen
tatsächlich eine Rolle gespielt hat (BGE 131 V 329 E. 4.4). Es ist also nicht wesentlich, dass sich die versicherte Person über die sozialver
sicherungsrechtlichen Konsequenzen ihres Tuns im Klaren war. Eine
Ver
zichtshandlung
setzt aber schon begrifflich - Verzicht - voraus, dass die Vermögensverminderung mit Wissen und Wollen der versicherten Person geschehen ist. Dabei ist nur, aber immerhin erforderlich, dass sie hinsichtlich der Vermögensverminderung an sich urteilsfähig war, nicht aber, dass sie von der möglichen ergänzungsleistungsrechtlichen Qualifikation als
Ver
zichtshandlung
wusste und eine solche in Kauf nahm.
5.3
Urteilsfähig im Sinne des Gesetzes ist ein jeder, dem nicht wegen seines Kindes
alters oder infolge von
Geisteskrankheit, Geistesschwäche, Trunkenheit oder ähnlichen Zuständen die Fähigkeit mangelt, vernunftgemäss zu handeln (Art. 16 ZGB). Der Begriff der Urteilsfähigkeit enthält zwei Elemente: einer
seits eine intellektuelle Komponente, nämlich die Fähigkeit, Sinn, Zweck
mässigkeit und Wirkungen einer bestimmten Handlung zu erkennen, ande
rerseits ein Willens- bzw. Charakterelement, nämlich die Fähigkeit, gemäss der vernünftigen Erkenntnis nach seinem freien Willen zu handeln und all
fälliger fremder Willensbeeinflussung in normaler Weise Widerstand zu leis
ten. Die Urteilsfähigkeit ist aber auch relativ zu verstehen; sie ist nicht abs
trakt festzustellen, sondern in Bezug auf eine bestimmte Handlung je nach deren Schwierigkeit und Tragweite zu beurteilen. Es ist daher denkbar, dass eine Person trotz allgemeiner Beeinträchtigung der Urteilsfähigkeit zwar gewisse Alltagsgeschäfte noch zu besorgen vermag und diesbezüglich urteilsfähig ist, während ihr für anspruchsvollere Geschäfte die Urteilsfähig
keit abzusprechen ist (BGE 124 III 5 E. 1a; vgl. auch BGE 122 I 6 E. 7b/
aa
).
Die Urteilsfähigkeit ist die Regel und wird nach der Lebenserfahrung vermu
tet, solange keine Anzeichen dafür bestehen, dass die betroffene Person auf
grund ihrer allgemeinen Verfassung - etwa bei bestimmten Geisteskrankhei
ten oder Altersschwäche - im Normalfall und mit grosser Wahrscheinlichkeit als urteilsunfähig gelten muss (BGE 129 I 173 E. 3.1, 127 V 237 E. 2c, 124 III 5 E. 1b).
5.4
Gemäss Aktenlage beschloss die KESB der Stadt Zürich am 24. September 2013, für die Beschwerdeführerin eine Vertretungsbeistandschaft mit Vermö
gensverwaltung gemäss Art. 394 in Verbindung mit Art. 395 ZGB zu errich
ten. Dem Beistand, Herrn Z._, wurde auferlegt, für eine geeignete Wohnsituation besorgt zu sein und die Beschwerdeführerin bei allen hierfür erforderlichen Handlungen zu vertreten, sie beim Erledigen der administrati
ven Aufgaben und der finanziellen
Angelegenheiten zu vertreten und insbe
sondere ihr Einkommen und allfälliges Vermögen sorgfältig zu verwalten (Urk. 3/1).
Anlass zur Errichtung der Beistandschaft bildete ein ärztlicher Bericht von Dr. med. A._ vom 12. August 2013 (nicht in den Akten), gemäss welchem die Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen nicht aus
reichend in der Lage gewesen sei, ihre Angelegenheiten unter anderem bezüglich Verwaltung von Einkommen und Vermögen zu erledigen, was sich anlässlich der Anhörung vom 19. September 2013 bestätigt habe (vgl. Urk. 3/3). Mit Schreiben vom 16. Juli 2013 hatte der Sohn der Beschwerde
führerin, B._, die KESB um Hilfe gebeten. Seine Mutter sei phy
sisch, psychisch und finanziell überfordert, sei seit der Trennung von seinem Vater in einem sehr schlechten Zustand und habe am 11. November 2011 einen Selbstmordversuch überlebt. Er könne die Mutter zufolge eigener gesundheitlicher Probleme und einer Umschulung nicht mehr unterstützen (Urk. 3/1).
Weiter findet sich in den Akten ein Kurzaustrittsbericht des C._, Zürich, vom 12. November 2011, wo die Beschwerdeführerin am 11. November 2011 notfallmässig mit einer
Benzodiazepinintoxikation
in suizidaler Absicht mit oberflächlichen Schnittverletzungen an beiden Hand
gelenken eingeliefert worden war (Urk. 9/45). Die Beschwerdeführerin wurde am 12. November 2011 in die D._ überwiesen und fürsorgerisch untergebracht. Der dortige Aufenthalt dauerte bis zum 25. November 2011. Die psychiatrische Austrittsdiagnose lautete auf eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome bei einem Status nach Medikamentenintoxikation in suizidaler Absicht und oberfläch
lich zugefügten Schnittverletzungen an beiden Handgelenken am 11. November 2011. Anamnestisch erwähnt wurde eine stark belastende familiäre Situation seit der Trennung der Eheleute; psychische
Vorerkran
kungen
seien keine bekannt. Im Eintrittsbefund fand sich eine
krank
heitseinsichtige
und bewusstseinsklare Beschwerdeführerin mit formal und inhaltlich regelrechten Gedankengängen. Die Beschwerdeführerin zeigte sich anfänglich in einer sehr gedrückten Stimmung, jedoch fehlten Anhaltspunkte für eine Sinnestäuschung (Urk. 9/46).
5.5
Im Zusammenhang mit der Frage der Urteilsfähigkeit und der am 24. Sep-
tember
2013 beschlossenen Errichtung einer
Vertretungsbeistand
schaft
mit Vermögensverwaltung lässt zwar der Umstand, dass eine solche Massnahme als notwendig erachtet wurde, auf das Vorliegen eines Schwächezustandes schliessen und darauf, dass die Beschwerdeführerin dannzumal unter anderem als nicht in der Lage erachtet wurde, ihr Einkom
men und Vermögen adäquat zu verwalten. Jedoch fällt auf, dass die KESB der Stadt Zürich darauf verzichtete, die Handlungsfähigkeit der Beschwerde
führerin ganz oder teilweise einzuschränken; auch wurde ihr der Zugriff auf einzelne Vermögenswerte nicht entzogen (vgl. Urk. 3/3), was gegen die Annahme einer diesbezüglichen Urteilsunfähigkeit spricht, auch wenn in Fällen, in welchen ohnehin kein Vermögen mehr vorhanden ist, auf die Anordnung einer schärferen Massnahme in der Praxis gegebenenfalls ver
zichtet wird (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_934/2009 vom 28. April 2010 E. 5.6).
Des Weitern sind weder dem Austrittsbericht der D._ vom 5. Dezember 2011 (Urk. 9/4) noch demjenigen des C._ vom 12. November 2011 (Urk. 9/3) Hinweise auf das Vorliegen einer Geisteskrankheit mit längeren Auswirkungen auf die Urteilsfähigkeit hinsichtlich der finanziellen Angele
genheiten zu entnehmen. Zwar diagnostizierte die D._ eine schwere depres
sive Episode; jedoch wurden psychotische Symptome ausdrücklich verneint und die Krankheitseinsicht bejaht (Urk. 9/4). Hinweise auf eine irgendwie geartete Verschwendungssucht, eine Spielsucht, ein wahnhaftes Verhalten oder eine bipolare Störung, mithin auf ein
Krankheitsbild, welches mit einem typischerweise verschwenderischen Verhalten einhergehen oder ein solches triggern könnte, fehlen gänzlich.
Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen des Beschwerde-
verfah
rens
nicht erklären konnte/wollte, aus welchem Grund sie die vor allem in den Jahren 2009 und 2010 angefallenen hohen Geldbezüge tätigte und wofür sie die Beträge verwendete. Entsprechend ist es auch nicht möglich, die bezogen auf die konkreten Rechtsakte zu beachtende Urteils
fähigkeit angemessen zu beurteilen, sind doch die Anforderungen an Ver
nunft, Bewusstsein und Entschlossenheit je nach Schwierigkeit und Trag
weite einer Handlung unterschiedlich (
Margrith
Bigler
-Eggenberger, in:
Honsell
/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar ZGB, 3. Auflage, 2006, Art. 16 ZGB
Rz
35). Ob und wofür die Beschwerdeführerin das Geld hingege
ben hat und ob sie dies mit Wissen und Wollen sowie hinsichtlich der
Ver
mögensminderung
in einem urteilsfähigen Zustand getan hat, ist mithin nachträglich nicht überprüfbar.
Da es sich b
eim Fehlen von Einkommen oder Vermögen
beziehungsweise
d
essen Verbrauch
um anspruchsbegründende Tatsachen
handelt
,
liegt die Beweislast bei der Beschwerdeführerin
. Dabei genügt weder die blosse Mög
lichkeit eines bestimmten Sachverhalts noch Glaubhaftmachen (dazu Urteil
des Bundesgerichts
9C_760/2014 vom 1
2.
Januar 2015 E. 2.2), sondern es gilt der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Danach gilt ein Beweis als erbracht, wenn für die Richtigkeit der Sachbehauptung nach objektiven Gesichtspunkten derart gewichtige Gründe sprechen, dass andere denkbare Möglichkeiten vernünftigerweise nicht massgeblich in Betracht fallen (Urteil
des Bundesgerichts
4A_319/2014 vom 1
9.
November 2014
E. 4.1). Im
Falle der Beweislosigkeit, das heisst,
wenn es dem
Leistungsan
sprecher
nicht gelingt, einen (überdurchschnittlichen) Vermögensrückgang zu belegen oder die Gründe dafür rechtsgenügend darzutun, wird ein
Vermö
gensverzicht
angenommen und ein hypothetisches Vermögen sowie darauf entfallender Ertrag angerechnet (SZS 2015 S. 264,
Urteil des Bundesgerichts
9C_732/2014
vom 12. Dezember 2014
E. 4.1.1; vgl
. auch BGE 138 V 218
E. 6
, je mit Hinweisen).
Dies gilt auch für den Beweis der behaupteten
Urteils
unfähigkeit
bezüglich des Vermögensverbrauchs, welcher der Beschwerde
führerin misslingt (Urteil des Bundesgerichts 9C_115/2016 vom 12. Juli 2016 E. 4.1).
6.
6.1
Strittig und zu prüfen bleibt, ob vom anzurechnenden Vermögen Schulden in der Höhe der hälftigen Invalidenrente der Beschwerdeführerin gegenüber ihrem Exmann abzuziehen sind, sind doch Schulden, welche tatsächlich ent
standen und nachgewiesen sind, vom rohen Vermögen abzuziehen, bevor der Vermögensverzehrbetrag gemäss Art. 11 Abs. 1
lit
. c ELG ermittelt wird (BGE 142 V 311 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_806/2010 vom 31. Mai 2011 E. 4.2, 9C_822/2009 vom 7. Mai 2010 E. 3.3).
6.2
Gemäss Ziffer 3 der mit Scheidungsurteil vom 29. Oktober 2009 genehmigten Scheidungsvereinbarung verpflichtete sich die Beschwerdeführerin, sofern sie in der Zeit bis zum 31. Januar 2017 eine Rente der Invalidenversicherung erhält, ihrem Exmann jeweils bei Fälligkeit der
Rentenbetreffnisse
die Hälfte im Sinne einer Rückzahlung von Unterhaltsbeiträgen zurückzuerstatten (Urk. 9/5). Seit September 2014 erhält die Beschwerdeführerin eine Invali
denrente von Fr. 1‘067.-- monatlich.
6.3
Die Beschwerdegegnerin verneinte die Anrechenbarkeit dieser Schulden mit der Begründung, dass eine Abtretung oder Verpfändung von
Sozialversiche
rungsleistungen
gemäss Art. 22 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) nichtig sei, weshalb die Vereinbarung zwischen den Eheleuten ungültig sei und die Beschwerdefüh
rerin ohne gültigen Rechtsgrund auf Einkommen verzichtet habe. Dieser Einkommensverzicht sei unbeachtlich (Urk. 2 S. 5).
6.4
Dabei verkennt die Beschwerdegegnerin, dass mit dem in Art. 22 Abs. 1 ATSG verankerten Abtretungsverbot die Zession nach Art. 164 ff. des
Obli
gationenrecht
s gemeint ist, mithin die Abtretung einer Forderung mit Gläu
bigerwechsel und Übergang der Nebenrechte. Mit der Verpflichtung zur Zahlung eines Betrags in der Höhe des hälftigen IV-
Rentenbetreffnisses
an den Exmann im Sinne
einer Rückzahlung von Unterhaltsbeiträgen gemäss Ziffer 3 der Scheidungsvereinbarung wurde aber lediglich eine Zahlungs
pflicht der Beschwerdeführerin gegenüber dem Exmann vereinbart, nicht den (ungültigen) Eintritt desselben in das Versicherungsverhältnis mit der Invali
denversicherung. Mit dieser Vereinbarung wurde dem Umstand Rechnung getragen, dass in der Berechnung der Abfindungssumme des kapitalisierten Unterhaltsanspruchs weder ein Erwerbseinkommen noch ein sonstiges Ein
kommen aus zum Beispiel zukünftigen Rentenleistungen miteingerechnet worden war (vgl. dazu: Urk. 9/5c).
Zudem sind die Organe der Sozialversicherung an den Entscheid des Zivilge
richts, welches die Unterhaltspflicht rechtskräftig beurteilt hat, gebunden und folglich nicht mehr befugt, über die rechtskräftig entschiedene Frage selb
ständig zu befinden. Es ist der Verwaltung grundsätzlich verwehrt, bei der EL-Berechnung vom richterlich festgesetzten Unterhaltsbeitrag abzuweichen, unabhängig davon, ob das entsprechende, in Rechtskraft getretene Urteil materiell richtig war (ZAK 1991 S. 138). Dies gilt auch, wenn ein Unterhalts
beitrag auf einer gerichtlich genehmigten Scheidungskonvention beruht. So verliert eine solche durch die erteilte Genehmigung ihren vertraglichen Charakter und wird vollständiger Bestandteil des Urteils. Im Rahmen dieser Genehmigung überprüft das Zivilgericht die Vereinbarung über die
Schei
dungsfolgen
nicht nur auf ihre Vollständigkeit und Klarheit hin, sondern zusätzlich auf ihre rechtliche Zulässigkeit und ihre sachliche Angemessenheit (Urteil des Bundesgerichts 5A_661/2012 vom 17. Januar 2013 E. 5.1.2 mit Hinweis auf BGE 138 III 532 E. 1.3). Die Rechtmässigkeit der Verpflichtung der Beschwerdeführerin zur Rückzahlung der Unterhaltsabfindung in der Höhe der hälftigen Invalidenrente ist damit nicht in Frage zu stellen, zumal eine Abänderungsklage gemäss Art. 127 ZGB, wie von der
Beschwerdegeg
nerin
im Verwaltungsverfahren verlangt (vgl. Urk. 9/34), im Falle einer Kapitalabfindung gemäss
Art. 126 Abs. 2 ZGB nicht offen steht (Schwander, in: Kommentar ZGB,
Kostkiewicz
/ Wolf/ Amstutz/Fankhauser, 2016, Art. 126
Rz
2).
Entsprechend verlangte die Beschwerdeführerin zu Recht den Einbezug der dem Exmann ab September 2014 geschuldeten Fr. 533.50 monatlich in die Vermögensberechnung. Das anrechenbare Vermögen per 1. Januar 2015 (vgl. Art. 23 Abs. 1 ELV) ist um Fr. 2‘134.-- (4 x Fr. 533.50) zu reduzieren.
7.
Zusammenfassend beträgt das anrechenbare Verzichtsvermögen per 1. Januar 2014 Fr. 285‘000.-- und per 1. Januar 2015 Fr. 272‘866.--.
Die Beschwerdegegnerin wird den Zusatzleistungsanspruch der Beschwerde
führerin ab September 2014 und ab Januar 2015 unter Berücksichtigung dieser Verzichtsvermögen neu zu berechnen haben. Die Sache ist hierfür zurückzuweisen; die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.