Decision ID: 7f2f8fb9-5d43-4dee-8940-b9356c96ca55
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1968 geborene X._ (geschieden und Mutter eines 1993 geborenen Sohnes) arbeitet seit April 2012 bei der
B._
als Briefsortiererin bei einem 60%-Pensum (Urk. 6/5). Am 4. März 2015 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 6/5). In der Folge tätigte die IV-Stelle medizini
sche und erwerbliche Abklärungen und liess X._ durch die E._ ag polydisziplinär begutachten (polydisziplinäres Gutachten vom 13. September 2016, Urk. 6/37).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 6/
42-44
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
26. Januar 2017
einen Leistungsanspruch der Versicherten (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob X._ am 15. Februar 2017 Beschwerde und beantragte sinngemäss, es sei ihr unter Aufhebung des angefochtenen Entschei
des eine Rente zuzusprechen, eventuell seien weitere Abklärungen zu tätigen
(Urk. 1 und Urk. 3/2 = Urk. 6/42
).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 3. April 2017 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 6/1-52), was der Beschwerdeführerin am 5. April 2017 mitgeteilt wurde (Urk. 7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG
,
BGE 139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130
V
352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl.
BGE 143 V 409 E. 4.2.1 unter Hin
weis auf 127 V 294 E. 4b/cc und 139 V 547 E. 5.2
).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosoma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächli
che Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281). Mit
BGE 143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätz
lich sämtliche psychischen
Erkrankungen
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
sourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder
herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsren
te und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Die Wartezeit im Sinne
von Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit einge
treten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005 E. 2.1.1 in fine mit Hinweisen). Unter relevanter Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bestimmung ist eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen. Das heisst, es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungs
vermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit ent
sprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitsgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Mit anderen Worten: Die Leistungseinbusse muss in aller Regel dem seinerzeitigen Arbeitgeber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Umgekehrt ist eine in der beruflichen Tätigkeit im Vergleich zu einer gesunden Person tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich allein gesehen in aller Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (überzeugenden) medizini
schen Einschätzung, die ordentlicherweise echtzeitlicher Natur ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil des Bundesge
richts 8C_204/2012 vom 19. Juli 2012 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe
richtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf ihre Abklärungen davon aus,
dass die Beschwerdeführerin lediglich von Januar bis Juni 2015 in ihrer Tätigkeit als Briefsortiererin bei der B._ teilweise arbeitsunfähig gewesen sei, sie seit Juli 2015 aber wieder voll arbeitsfähig sei. Da damit das gesetzliche Wartejahr nicht erfüllt worden sei, bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
2.2
Die Beschwerdeführerin
bestritt die von der Beschwerdegegnerin angenommene volle Arbeitsfähigkeit
und machte geltend, aufgrund ihrer gesundheitlichen Ein
schränkungen nur teilweise arbeitsfähig zu sein (Urk. 1).
3.
3.1
Dr. med. Y._, Facharzt Gynäkologie/Geburtshilfe FMH, stellte in seinem Bericht vom 7. April 2015 (Urk. 6/9) zuhanden der Beschwerdegegnerin als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende Blutungsstörung mit Hypermenorrhoe und Meno-Metrorraghien sowie einen auffälligen Krebsabstrich des Gebärmutterhalses (PAP). Die Beschwerden beständen anamnestisch seit circa Anfang 2012. Anlässlich der letzten Konsul
tation am 19. November 2014 sei nach erfolglosen konservativen Massnahmen und neu auch auffälligem PAP eine Hysterektomie besprochen worden. Die kör
perliche Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei wegen der Dauerblutung (Kreislaufinstabilität) eingeschränkt
. Eine Arbeitsunfähigkeit habe er nicht attes
tiert.
3.2
Dr. med. Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, nannte in ihrem Bericht vom 26. Juni 2015 (Urk. 6/13) zuhanden der Beschwerdegegnerin folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit:
-
Rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig etwa mittelgradig
depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F 33.11)
-
Somatisierungsstörung (ICD-10: F 45.0).
Diese psychiatrischen Diagnosen seien seit mindestens 2004 bekannt. Die Beschwerdeführerin habe einen Migrationshintergrund und eine langjährig bestehende komplexe psychosoziale Belastungssituation. Nebst den gestellten Diagnosen lägen bei der Beschwerdeführerin auch somatische Faktoren vor, welche jedoch allein das komplexe Krankheitsbild nicht erklären könnten. Erschwerend sei, dass die medizinische Betreuung durch vor allem unterschied
liche Auffassungen und Vorstellungen zu Gesundheit und Krankheit, aber auch teilweise durch unkoordinierte Diagnostik und Therapie, wenige nur wirklich einigermassen tragfähige Arzt-Patient-Beziehungen und relativ häufige Notfall
konsultationen gekennzeichnet sei. Angesichts der bekannten mehrjährigen
Krankheitsgeschichte sei retrospektiv davon auszugehen, dass seit 2004 nur eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
bestanden habe und zwar 50 % an 5 Tagen in der Woche und wegen der affektiven Erkrankung keine Nachtarbeit und keinen Schichtdienst zumutbar gewesen sei. Die Beschwerdeführerin habe aber immer die Ausstellung einer Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung abgelehnt.
3.3
Dr. med. A._, FMH Allgemeinmedizin, welcher die Beschwerdefüh
rerin seit 2008 hausärztlich betreut, führte in seinem Bericht vom 7. September 2015 (Urk. 6/17) zuhanden der Beschwerdegegnerin folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf.
-
Rezidivierende Depressionen mit Erschöpfungssymptomatik und
Somatisierungsstörung
-
Status nach psychiatrischer Behandlung in der Psychiatrischen
Universitätsklinik D._ (PUK) von 2004 - 2006
-
Zervikalgie bei Facettengelenksarthrose C2/3 bei Gelenksasymmetrie
ebenda
-
Mikrochirurgische Sequesterektomie L4/5 rechts bei Diskushernie
(April 2010)
-
Uterus myomatosus
-
Hypermenorrhoe
-
rezidivierender symptomatischer Eisenmangel
-
Status nach parenteraler Ferrumsubstitution, 900 Milligramm im
Oktober 2007
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben folgende Diagnosen:
-
Substituierte Hypothyreose
-
Status nach Radiojodtherapie bei Hyperthreose Morbus Basedow
(1995)
-
Unfall am 5. Juni 2015: Stumpfes Trauma Oberbauch/basaler Thorax
-
Heuschnupfen
-
rezidivierende Kopfschmerzen, differentialdiagnostisch: Migräne
Seit mindestens 2008 beständen bei der Beschwerdeführerin diffuse Schmerzen am Bewegungsapparat, Mattigkeitsgefühle, Erschöpfungszustände, Schlafstö
rungen, Traurigkeit, vegetative Symptome und depressive Phasen. Die Sympto
me würden jeweils verstärkt wahrgenommen, wenn somatische Befunde hinzu
träten wie Hypothyreose, Eisenmangel, radikuläre Symptome am Bewegungsap
parat, allergische Reaktionen mit Beeinflussung des Allgemeinzustandes. Die Beschwerdeführerin schildere, dass sie aktuell nur zu 50-60 % arbeiten könne, zu mehr reiche ihre Kraft nicht aus. Die Symptomatik dauere seit mindestens 2004 an und habe bisher trotz verschiedener
Massnahmen zu keiner anhalten
den Besserung geführt. In diesem Sinne sei weiterhin mit einer reduzierten Arbeitsfähigkeit von circa 50 % zu rechnen. Die reduzierte
Arbeitsunfähigkeit beziehe sich nicht auf eine bestimmte Tätigkeit, sondern auf das gesamte Leben, weshalb auch eine andere Tätigkeit nicht zu einer wesentlichen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führen würde. Vom 21. Januar bis 28. Februar 2015 sei die Beschwerdeführerin krankheitsbedingt zu 50 % und vom 8. bis 12. Juni 2015 unfallbedingt zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Aktuell arbeite sie bei einem 60%-Pensum bei der B._. Die Beschwerdeführerin sei vom 2. bis 18. Dezember 2014 in der Zürcher Höhenklinik C._ stationär hospitalisiert gewesen.
3.4
Dr. Y._ nahm in seinem Verlaufsbericht vom 27. Oktober 2015 (Urk. 6/22 S. 6) Stellung zur Frage der Beschwerdegegnerin bezüglich der empfohlenen Hysterektomie (S. 1 oben) und führte aus, dass er die Beschwerdeführerin am 19. November 2014 wegen Dauerblutungen, Unterbauchschmerzen trotz liegen
der Mirena-Spirale (bei Indikation Hypermenorrhoe) letztmals gesehen habe. Am 20. November 2014 sei die Beschwerdeführerin notfallmässig (nach telefo
nischer Konsultation) ins Universitätsspital O._ überwiesen worden, da sie offenbar auch kreislaufmässig bei Dauerblutung völlig erschöpft gewesen sei. Seither habe er die Beschwerdeführerin nicht mehr gesehen, doch habe sie sei
nes Wissens keine Hysterektomie erhalten. Angesichts der Klinik und der Befunde, die er zwischen August 2013 und November 2014 bei der Beschwerde
führerin erhoben habe, wäre eine Hysterektomie sicherlich gesundheitsförderlich gewesen.
3.5
Das polydisziplinäre (neurologische, psychiatrische und allgemein-internistische) Gutachten der E._ ag vom 13. September 2016 (Urk. 6/37) nannte keine Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeits
fähigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben aber folgende Diag
nosen (Urk. 6/67 S. 30):
-
Müdigkeitssyndrom unklarer Ursache und ohne Hinweise auf
neurologische Ursache
-
Chronischer Spannungskopfschmerz
-
Migräne mit einfachen Attacken
-
HWS-Syndrom mit pseudoradikulären Schmerzen ohne radikuläre Betei
ligung
-
LWS-Syndrom ohne radikuläre Beteiligung
-
Insomnie ohne Hinweise auf neurologische schlafassoziierte Störung
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10:
F 33.4)
-
Laktoseintoleranz (Erstdiagnose 2007)
-
Substituierte Hypothyreose
-
aktuell: hyperthyreote Stoffwechsellage
-
Status nach Radiojodtherapie bei Hyperthyreose bei Morbus Basedow
(1995)
-
Saisonale Rhinokonjunktivitis allergica
Die
Beschwerdeführerin berichte über
wei
tgehende Gesundheit bis zum 26.
Lebensjahr. Erst
mals sei nach der Geburt des 1.
Kindes und einer
Post
parta
len Blutung eine Eisenmangelanämie aufgetreten. Nach einer entsprechenden Therapie bestehe diese derzeit nicht mehr. Dennoch
werde
von der
Beschwerde
führerin
eine starke Müdigkeit angegeben. Bei bestehender Sch
ilddrüsenfunkti
onsstörung zeige
sich unter Substitution keine Hypothyreose, sondern eine Hyperthyreose, sodass die Dosis angepasst werden
müsse
. Hinweise für eine neurolog
ische Ursache der Müdigkeit ergä
ben sich nicht. Auch Müdigkeit im Rahmen einer depressiven Störung
sei
ni
cht möglich, da eine frühere De
pression remittiert
sei
. Möglich wäre ein neurasthenes Erschöpfungssyndrom, das aber nicht IV-relevant
sei. Die Kopfschmerzen entsprä
chen nach den Diagnosekrite
rien einer Kombination von Span
nungskopfschm
erzen und einer Migrä
ne mit einfachen Attacken. Es k
ämen leichtere Kopf
schmerzen mit vorwiegend cer
vikocephaler Lokalisation vor, die die
Beschwerdeführerin
mit Dafalgan und gegebenenfalls Spedifen erfolgreich behandeln
könne
. Zusätzlich
kämen stärke
re, ganz
tä
g
ige und mit Ruhebedürfnis verbundene Kopfschm
erzzustände vor, begleitet von Ü
belkeit
und sensorischer Ü
berempfindlichkeit, die mit
Almogran unter
drückt werden könn
t
en. Diese Kopfschmerzen
liessen
sich nach den Diag
nosekriterien zwan
g
los als einfache Migräne einordnen. Almogran
werde
etwa an 6 Tagen pro Monat benötigt. Die Gefahr eines Triptan-Kopfschmerzes beste
h
e
bei dieser Menge nicht. Bei Hinzu
rechnung der Spannungskopfschmer
zen
seien insgesamt 8-10
Tage pro Monat kopfschmerzbelastet, wobei die Kopf
schmerzen aber medikamentös abgefangen werden könn
t
en. Insofern
sei auch eine Thera
pie mittels medikamentöser Kopfschmerzprophylaxe zu e
mpfehlen, weil dadurch die Kopf
schmerzintensität und Kopfschmerzfrequenz reduziert werden
könne.
Einschränku
ngen der Ak
tivitäten aufgrund
von
Kopfschmerzen, auch in der nachmittäglich durchgeführten Arbeitstätigkeit,
hätten
nicht darge
stellt werden
können
. Dauerhafte Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
seien
nicht zu begründen
(S. 32).
Zudem
lägen
HWS-Degeneration
en
, die bildmorphologisch
gesichert
seien
,
und
ch
ronische Nackenschmerzen vor. Im
MRI der HWS zeig
e
sich keine cervikale Myelopathie und keine höhergradige cervikale Wurz
elkompromittierung. Eine Tangie
rung wäre allenfalls für die Nervenwurzel C5 links zu diskutieren. Aller
dings
gebe
die
Beschwerdeführerin
keine typischen cervikalen Wurzelreizer
scheinungen in diesem Wurzelbereich an, sondern mehr eine diffuse Schmerz
einstrahlung von der HWS aus zu
m Hinterkopf und in beide Schul
tergürtel, wobei diese Ausstrahlungen unter Berücksicht
igung des MRI der HWS mehr pseu
doradikulär zu sehen
seien
. Klinisch-neurologisch
beständen
keine Befunde für eine cervikale ra
diculä
re oder medulläre Kompression. Auch eine LWS-Degeneration
sei
bildmorphologisch im MRI der LWS
nachgewiesen. Dieses zei
ge
degenerative Veränderungen nur in Höhe LWK 4/5 mit
Post
operativ nur noch geringer Diskushernie LWK4/5 rechts (Op
eration vom
2.
Februar 2010
). Perioperativ
seien
keine lumbalen Wurzelkompressionsschäden festgestellt
wor
den
. Die
Beschwerdeführerin berichte
präoperativ ein LWS-Syndrom. Teilweise
sei
aber von Wurzelreizerscheinungen am rechten
Bein die Rede.
Post
operativ
sei
die Beweglichkeit der LW
S normalisiert und Wurzelreizer
scheinungen, ver
mutlich betreffend die Wurzel L5 rechts, remittier
ten. Die aktuelle neurologische Untersuchung zeige
keine sensomotorischen Ausfälle an den Beinen, weshalb weiter keine lumbale Wurzelkompression feststellbar
sei
. Die angegebene Stressinkontinenz, Grad l, bei abdomineller Druckerhöhung
sei
nicht neurogen bedingt, sondern durch Veränderungen i
m Beckenboden-Tonus. Sie bedinge
ohne erhöhten Hygienebedarf keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Zu empfehlen
seien
jedoch nur Tätigkeiten, die selbstbestimmt unterbrechbar
seien
, in einer relativen Toilettennähe stattf
ä
nden und auch körperlich nicht allzu schwer
seien
, wobei dies Limitierungen der
Arbeitsschwere infolge der Ske
letterkrankung orthopädisch
defi
niert
würden (S. 32)
.
Die angegebene Schlafstörung
sei
neurologisch nicht zu begründen. Es dürfte sich um eine psychophysiologische Insomnie handeln. Eine neurologische schlafassoziierte Erkrankung wie ein restless legs-Syndrom, ein Schlafapnoe-Syndrom oder eine REM-Schlaf
v
erhaltensstörung
lägen
nicht vor. Eine Nar
kolepsie, die ja m
it erhöhtem Schlafbedürfnis ver
bunden
sei
,
könne
nicht diag
nostiziert werden. Die Art der Schlafst
örung könnte zu der berichte
ten Müdig
keit am Tage
beziehungsweise
einer vorschnellen Erschöpfbarkeit am Tage bei
tragen und sollte dementsprechend behandelt werden, wobei gute therapeuti
sche Optionen
beständen. Die Stö
rung
sei
seit längerem unbehandelt, wobei dies eher als Indiz für einen geringen Leidensdruck zu werten
sei
. Neu angegeben
worden
bei der Begutachtung
seien
leichtere Hörstörungen. Die
Beschwerdefüh
rerin
habe ge
legentlich den Eindruck im Stimmengewirr weniger zu hören, was auf eine innenohrbedingte Hörstörung
spreche
. Beim Gutachten
hätten
aber fei
nere Geh
örsreize noch diskriminiert wer
den
können
. Bei beginnender Hörprob
lematik sollten keine Tätigkeiten mit höheren Anforderungen an die Gehörsleis
tung und möglicher gehörsschädigender Wirkung durchgeführt werden. Die beiden Unfälle im Jahr 2005 mit
Thorax- und
Abdomenprellung
hätten keine neurologisc
hen Folgen hinterlassen. Es
sei
nicht zu einer Schädeltr
aumatisie
rung oder zu einer Ver
letzung peripherer Nerven
gekommen (S. 32 f.)
.
Psychiatrische Erkrankungssymptome
träten
anamnestisch bis 2004 n
icht auf.
Seit 2004 habe sich die Beschwerdeführerin in der ambulanten und stationären psychiatrischen Behandlung in der PUK befunden. Zwischendurch sei sie an der medizinischen Poliklinik angebunden gewesen beziehungsweise habe häufig die Notfallstation wegen unspezifischer Beschwerden aufgesucht. Im Frühling 2008 hätten
zwei
Abklärungsgespräche zwecks stationärer Behandlung in der Zürcher Höhenklinik
C._
, in der Abteilung Psychosoziale Medizin, stattgefunden. Der erste Aufenthalt in besagter Klinik vom 22. April bis 29. Mai 2008 sei durchaus effizient gewesen, den zweiten Aufenthalt dort im Dezember 2014 habe die Beschwerdeführerin aus persönlichen Gründen vorzeitig beendet. Zwischen
durch, im Jahre 2009, sei sie in die Psychosomatische Klinik
F._
überwiesen worden, doch nach 3 Tagen aus Eigeninitiative ausgetreten. Die ambulante Behandlung bei
Dr. Z._
habe sie im August 2010 - nach der Wirbelsäulen
operation - aufgenommen und dann wieder nach 4 Jahren Pause, im Januar 2015, aufgenommen. Seit April 2015 befinde sich die Beschwerdeführerin in keiner ambulanten psychiatrischen Behandlung. Die seit mindestens 6 Jahren bestehende antidepressive Medikation mit Cipralex werde durch den Hausarzt
Dr. A._
fortgeführt.
Aktuell zeig
t
en sich labordiagnostisch keine nachweis
baren Spiegel der Medikation mit Escitalopram
beziehungsweise dessen Meta
boliten.
Es bestehe somit keine therapeutisch wirksame Konzentration der anti
depressiven Medikation. Zum aktuellen Zeitpunkt lasse sich kein relevanter Gesundheitsschaden aus psychiatrischer Sicht feststellen. Die depressive Stö
rung, die zum ersten Mal im Jahr 2004/2005 aufgetreten sei, sei aktuell als remittiert zu betrachten. Die Stimmung sei ausgeglichen, die affektive Schwin
gungsfähigkeit sei durchaus erhalten. Auch sei kein Antriebsmangel oder sozia
ler Rückzug festgestellt worden. Ebenso habe die Beschwerdeführerin definitiv Selbstmordgedanken oder -Absichten verneint. Lediglich Schlafstörungen im Sinne von früherem Erwachen seien feststellbar, wobei die Beschwerdeführerin diesbezüglich eine Strategie entwickelt habe, indem sie sich nach dem Aufste
hen noch einmal hinlege und gegebenenfalls einschlafe. Daher sei es völlig ver
tretbar, dass aktuell keine psychiatrische Behandlung mehr erfolge. Die Koope
ration während der
früheren ambulanten psychiatrischen Behandlung
sei durchaus als gut zu bezeich
nen. Auch wenn die behandelnde Psychiaterin der Ansicht
gewesen sei
, dass sich das somatische Konzept der Erkrankung bei der
Beschwerdeführerin
kaum
habe beeinflussen lassen
,
habe die erste stationäre psychosomatische Reha-B
ehandlung im Jahr 2008 doch eine erhebliche Verbes
serung des psychischen Zustandes
gebracht
. Die zwei weiteren Behandlungen
seien
seitens der
Beschwerdeführerin
beendet
worden
, allerdings nicht wegen der Behandlung selbst, sondern aus anderen Gründen. Zum aktuellen Zeitpunkt
sei
keine Behandlung, weder ambulant n
och stationär, erforderlich, so
dass
es
nicht notwendig
sei
, über verbleibende Therapieoptionen zu diskutieren. Es
sei
allerdings durchaus anzunehmen, dass invaliditätsfrem
de Faktoren, vor allem eine schwieri
ge wirtschaftliche Lage und
eine
angespannte finanzielle Situation, das psychophysische Befinden beeinflusst
en, jedoch scheine
es, dass die
Beschwerdeführerin
gewohnt
sei, mit wenig Geld auszukom
men,
so erlebe
sie dies nicht als riesige Belastung, sondern als gegebene Tatsache.
Während der Exploration
ergäben
sich keine Hinweise auf
Ag
gravation oder ähnliche Erschei
nungen. Es
lägen
nicht viele Hinweise betreffend die frühere Persönlich
keit der
Beschwerdeführerin
vor.
Dr. Z._
habe
in ihren Berichten überwi
e
gend das Einengen auf die ange
schlagene Gesundheit, Suche nach einem „guten" Hausarzt, Fokussierung auf die alternative, vor allem TCM-medizinische Behandlung
betont
. Andere Persönlichkeitszüge wie auch Ressourcen der
Beschwerdeführerin
seien ab
er ungenügend erwähnt. Angesic
hts ihrer Biogra
phie und der ak
tuellen Lebenssituation sowie des Erscheinungsbildes
lasse sich F
olgendes sagen:
Die Beschwerdeführerin lege
grossen Wert auf ei
n gepflegtes Äusseres, bevorzuge
nach wie vor die alternativen Medizinmethoden (vor allem Akupunktur),
sei mit wenig Luxus zufrieden, habe wenig Interessen, lerne gerne Leute kennen und habe
Freude daran. Die gute Kommunikationsfähigkeit
sei
somit als eine von ihren Hauptressourcen zu beschreiben. Die
Beschwerdeführe
rin berichte
internistisch noch über eine Laktose
intoleranz, immer wieder auf
tre
tende Infekte der oberen Atemwege und eine allergische Rhinitis. Weiter
werde sie bei einem Status nach
Radiojodt
herapie bei Hyperthyreose bei Morbus
Basedow
im Jahre 1
995 mit Euthyrox substituiert. Die internistischen Erkran
kungen
resultierten in
ein
em stabilen
Gesundheitszustand ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Bezüglich d
er Laktoseintoleranz
werde
die Einnahme von Lacdig
est empfoh
len. Hinsichtlich Euthyrox bei aktuell festgestellter Hyperthy
reose
sei
eine Anpassung der Dosis ind
iziert. Die Therapie mit Kaloba-
Tropfen
sei sinnvoll, eine Grippe-
Impfung und
gegebenenfalls Einnahme von Broncho-
Vaxom
könne
sich auch positiv auf die Infektneigung auswirken. Spezielle internistische Abklärungen oder Beurteilungen, insbesondere hinsichtlich der
Arbeitsfähigkeit
seien nicht erforderlich (S. 33 f.)
.
Es liegt keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit vor. Allerdings
sei es im Rahmen der depressi
ven Störung zu vorübergehenden Phasen von Arbeitsunfähigkeit
gekommen. Die zuletzt ausgeübte Tätig
keit
sei
die einer ungelernten Mitarbeite
rin (Sortieren der Briefe) bei der
B._
. Während der stationären Aufenthalte
habe definitionsgemäss eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit
bestanden
. Rückwir
kend
sei
anzunehmen, dass die Überweisung
in die Zürcher
Höhenklinik
C._
durch den Hausarzt
Dr. A._
im November 2014 infolge Verschle
chterung des Zustandes erfolgt sei
. Vermutlich
habe
er die
Beschwerdeführerin
an
geregt
, nach dem verfrühten Austritt aus der Klinik z
umin
dest die ambulante psychiat
rische Behandlung bei
Dr. Z._
wieder aufzunehmen, was dann im Januar 2015
geschehen sei
. Damit
sei
die Arbeitsunfähigkeit für das erste Halbjahr 2015, bedingt durch die psychiatrische Erkrankung
, auf 20
% festzulegen. Ab sp
ätestens Juli 2015 bestehe
aber
sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit,
wieder
eine 100
%ige Arbeitsfähigkeit.
Bei beginnender Hörproblematik sollten keine Tätigkeiten mit höheren Anforderungen an die Gehörsleistung und potenziell gehörsschädigender Wirkun
g durchgeführt wer
den. Aus poly
disziplinärer Sicht
beständen
sonst keine Einschränkungen.
Es
sei
aus polydisziplin
ä
rer Sicht eine günstige Prognose zu stellen. Die
Beschwerde
führerin
sei be
rufstätig und
habe
ihr
Arbeitspensum im Verlauf steigern
kön
nen. Während der geringfügigen Be
schäftigung bei der
B._
habe
sie sich auf
richtig um eine zusätzliche Stelle im Verkauf
bemüht
, so dass ihre Motivation bezüglich Arbeitstätigkeit als hoch zu bezeichnen
sei (S. 34)
.
4.
4.1
Das
polydisziplinäre
Gutachten der
E._ ag
vom
13. September 2016 (Urk. 6/37)
basiert auf einer umfassenden
neurologischen, psychiatrischen und allgemein-internistischen
Untersuchung und wurde in Kenntnis und in Ausei
nandersetzung mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben. Die Gutachter haben detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Zudem wurden die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situa
tion einleuchtend dargelegt und die Schlussfolgerung nachvollziehbar begrün
det. Dem
polydisziplinären
Gutachten kommt demnach grundsätzlich v
olle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.5
).
4.2
Hinsichtlich des somatischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin stellten die Gutachter weder in neurologischer noch in allgemein-internistischer Sicht einen Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest. Diese Beurteilung erscheint aufgrund der erhobenen Befunde - insbesondere auch der MRI-Bildgebung bezüglich des HWS- und LWS-Syndroms ohne radi
kuläre Beteiligung - nachvollziehbar und überzeugend. Zudem ist festzuhalten, dass sich auch die gynäkologische Problematik im Zusammenhang mit den Dauerblutungen gebessert hat, so wurden im Rahmen der allgemein-internistischen Untersuchung keine gynäkologischen Beschwerden festgestellt, sondern es wurde nur befunden, dass die Periode unregelmässig sei (vgl. Urk. 6/37 S. 26). Auch der aus der Dauerblutung resultierende Eisenmangel konnte mithilfe einer entsprechenden Therapie behoben werden (vgl. Urk. 6/37 S. 32). Zudem machte die Beschwerdeführerin denn nun weder im Einwand- noch im Beschwerdeverfahren geltend, dass ihre behauptete gesundheitliche Einschränkung wegen der andauernden Periodenblutung bestehe. Damit ist es vertretbar, dass durch die E._ ag keine zusätzliche gynäkologische Begutachtung stattfand.
4.3
Die psychiatrische Gutachterin diagnostizierte aufgrund der aktuellen Befundla
ge eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F 33.4), welche seit Juli 2015 vollständig remittiert sei. Von Januar bis Juni 2015 attestierte sie der Beschwerdeführerin aber eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit einer phasenweisen Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustan
des (Urk. 6/37 S. 33). Dass sich die Beschwerdeführerin auf Anraten ihres behandelnden Hausarztes Dr. A._ vom 2. bis 18. Dezember 2014 in die Zürcher Höhenklinik C._ überweisen liess und ab Januar 2015 bei ihrer Psy
chiaterin Dr. Z._ wieder eine ambulante (vor allem telefonische) Therapie aufnahm, spricht tatsächlich - wie von der begutachtenden Psychiaterin gefol
gert (vgl. Urk. 6/37 S. 33) - für eine zeitlich begrenzte Verschlechterung der psychischen Verfassung. Seit April 2015 nimmt die Beschwerdeführerin keine psychiatrische Therapie mehr wahr und auch die festgestellten Befunde im Rahmen der Begutachtung bestätigen eine Remission der depressiven Störung.
Lediglich Dr. A._ und Dr. Z._ attestieren der Beschwerdeführerin im Wesentlichen aufgrund der Depressions-Symptomatik eine seit Jahren beste
hende 50%ige Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 3.2 und E. 3.3).
In diesem Zusammen
hang hat das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass
nicht
nur allgemeinpraktizierende Hausärzte, sondern auch behandelnde Spezialärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/cc mit Hinwei
sen).
Sowohl Dr. A._ als auch Dr. Z._ behandeln die Beschwerdeführe
rin seit Jahren.
Die gegenwärtige Remission der Depression ergibt sich auch daraus, dass die Beschwerdeführerin (zumindest ab April 2015) keine weitere psychiatrische The
rapie mehr beanspruchte und im Zeitpunkt der Begutachtung laborchemisch keine therapeutisch wirksame Konzentration der antidepressiven Medikation nachgewiesen werden konnte (Urk. 6/37 S. 21). Dies spricht gegen einen rele
vanten Leidensdruck im Zusammenhang mit der depressiven Erkrankung. wes
halb davon auszugehen ist, dass sich die Beschwerdeführerin ab April 2015 in psychischer Hinsicht wieder besser fühlte. Folgerichtig hält die psychiatrische Gutachterin auch keine weitere psychiatrische und/oder psychotherapeutische Behandlung mehr für erforderlich.
4.4
Seit der gutachterlich festgestellten Besserung des
psychischen
Gesundheitszu
standes im
Juli 2015 (vgl. E. 4.3
) ist keine Verschlechterung ausgewiesen.
Die Beschwerdeführerin erwähnte in ihrem Einwand zwar weiterhin bestehende gesundheitliche Einschränkungen (Urk. 3/2), reichte aber trotz der von der Beschwerdegegnerin gewährten Frist (vgl. Urk. 6/44) weder im Einwand- noch im vorliegenden Beschwerdeverfahren weitere medizinische Berichte ein, welche solche Einschränkungen belegen könnten. Die Beschwerdeführerin macht gel
tend, sie sei davon ausgegangen, die Beschwerdegegnerin werde die Berichte automatisch bei ihren Ärzten einholen (vgl. handschriftlicher Vermerk auf Urk. 2). Aufgrund der telefonischen Erläuterung der zuständigen Sachbearbeite
rin der Beschwerdegegnerin, dass sie bis am 11. Januar 2016 Zeit habe, um all
fällig Beweismittel einzureichen (vgl. Urk. 6/44), wobei an der korrekten Wider
gabe des Gesagten in der Aktennotiz vom 20. Dezember 2016 nicht zu zweifeln ist, konnte die Beschwerdeführerin nicht annehmen, die Berichte würden durch die Beschwerdegegnerin eingeholt. Zudem machte die Beschwerdeführerin keine substantiierten Angaben zu ihren weiter bestehenden Beschwerden, sodass die Beschwerdegegnerin auch nicht gewusst hätte, wo sie weitere Berichte einzuho
len hätte.
4.5
Gestützt auf die überzeugenden Feststellungen im polydisziplinären Gutachten vom 13. September 2016 steht somit fest, dass ab Juli 2015 und damit bei Ablauf des einjährigen Wartejahres im Januar 2016 eine volle Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestand.
4.6
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass das
einjährige
Wartejahr
im Sin
ne von
Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG
nicht
erfüllt wurde und keine dauerhafte, anspruchsrelevante Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Damit besteht kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.
Der angefochtene Entscheid ist rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 600.-- anzuset
zen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.