Decision ID: b3506164-c54d-4d05-a16b-8a01e63ce05e
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der am (...) 1934 geborene portugiesische Staatsangehörige B._
bezog ab dem 1. September 1998 eine Rente der Schweizerischen Alters-
und Hinterlassenenversicherung (AHV; Akten [im Folgenden: act.] der
Schweizerischen Ausgleichskasse [im Folgenden: SAK oder Vorinstanz] 1
bis 8). Nachdem die Rentenzahlung für den Monat August 2016 von der
Empfängerbank mit dem Vermerk "compte résilié" an die SAK retourniert
worden war (act. 18), erfuhr diese am 30. September 2016 vom Hinschied
des B._ selig am (...) 2015 (act. 19 bis 23).
B.
In der Folge eröffnete die SAK am 23. November 2016 dem Sohn und ein-
zigen Erben von B._ selig, A._ (im Folgenden auch: Be-
schwerdeführer), eine Verfügung, mit welcher sie die Rentenleistungen für
die Monate November 2015 bis Juli 2016 in der Höhe von insgesamt Fr.
15'606.- zurückforderte (act. 24). Nach durchgeführtem Einspracheverfah-
ren (act. 27 bis 58) erliess die SAK am 21. Dezember 2017 einen Ent-
scheid, mit welchem sie die Einsprache von A._ abwies (act. 59).
C.
Hiergegen liess A._, vertreten durch Advokatin
C._, mit Eingabe vom 30. Januar 2018 beim Sozialversicherungs-
gericht D._ Beschwerde erheben und unter anderem beantragen,
es seien der Einspracheentscheid vom 21. Dezember 2017 und die Verfü-
gung vom 23. November 2016 vollumfänglich aufzuheben; eventualiter sei
die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zu-
rückzuweisen (act. 72; vgl. auch act. 66 bis 71). Daraufhin trat das Sozial-
versicherungsgericht D._ mit Urteil vom 12. Februar 2019 mangels
Zuständigkeit auf die Beschwerde nicht ein und leitete die Sache zustän-
digkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht weiter, damit dieses über
die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der SAK vom 21. Dezem-
ber 2017 entscheide (act. 84). In der Folge erliess das Bundesverwaltungs-
gericht am 27. Dezember 2019 ein Urteil, mit welchem die Beschwerde
abgewiesen wurde (act. 86; vgl. auch act. im Beschwerdeverfahren [im Fol-
genden: B-act.] C-922/2019). Dieser Entscheid trat unangefochten in
Rechtskraft.
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Seite 3
D.
D.a Mit Datum vom 30. Januar 2020 reichte der Beschwerdeführer bei der
SAK ein Erlassgesuch ein. Zur Begründung machte er zusammengefasst
geltend, die Voraussetzung des guten Glaubens sei in jedem Fall zu beja-
hen; dies unter Berücksichtigung des Umstands, dass er nach Ansicht des
Bundesverwaltungsgerichts offenbar für die Bank, die ihm keine weiteren
Auskünfte erteilen wolle, einzustehen habe. Sodann sei der beiliegenden
Bestätigung des Pfändungsdienstes des Betreibungsamtes des Kantons
D._ vom 28. Januar 2020 zu entnehmen, dass er leider nach einer
selbstständigen Erwerbstätigkeit seit längerem ohne Einkommen sei und
weiterhin sein werde. Der Pfändungsdienst habe festgestellt, dass die
pfändbare Quote in seinem Fall bei Fr. 0.- liege. Entsprechend sei die wei-
tere Voraussetzung für den Erlass der Rückforderung – die grosse Härte –
ebenfalls erfüllt (act. 87 und 88).
D.b Nachdem die SAK vom Beschwerdeführer im Rahmen der Schreiben
vom 16. und 17. März 2020 weitere Unterlagen angefordert hatte (act. 89
und 90), reichte dieser im Rahmen der E-Mail vom 19. März 2020 weitere
Dokumente sowie eine ergänzende Stellungnahme ein (act. 91 und 92; vgl.
auch act. 94). Nach einer seitens der SAK am 20. Mai 2020 erfolgten Mah-
nung betreffend die Einreichung der verlangten Akten (act. 96) liess der
Beschwerdeführer dieser unter anderem am 28. Mai 2020 per E-Mail zahl-
reiche weitere Unterlagen zukommen (act. 97 bis 106). In der Folge erliess
die SAK am 29. Juli 2020 eine Verfügung, mit welcher das Erlassgesuch
des Beschwerdeführers mangels Leistungsempfangs in gutem Glauben
und in Ermangelung einer grossen Härte abgewiesen wurde (act. 110).
D.c Hiergegen erhob der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 3. August
2020 Einsprache und beantragte (sinngemäss) die Aufhebung der Verfü-
gung vom 29. Juli 2020 bzw. die nochmalige Prüfung seines Gesuches.
Weiter verlangte er bei eventuell erneuter Ablehnung eine klare Begrün-
dung und einen Vorschlag zur Begleichung der "Fremdschuld" (act. 114).
In der Folge erliess die SAK mit Datum vom 5. November 2020 einen Ent-
scheid, mit welchem die Einsprache des Beschwerdeführers vom 3. August
2020 abgewiesen wurde (act. 118).
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Seite 4
E.
E.a Mit Schreiben vom 10. November 2020 gelangte der Beschwerdefüh-
rer erneut an die SAK (act. 119). Diese Eingabe samt Kopie des Ein-
spracheentscheids vom 5. November 2020 wurde daraufhin von der SAK
mit Schreiben vom 16. November 2020 zuständigkeitshalber an das Bun-
desverwaltungsgericht zur weiteren Veranlassung übermittelt (act. im Be-
schwerdeverfahren [im Folgenden: B-act.] 1 und 2).
Der Beschwerdeführer beantragte in seiner Eingabe vom 10. November
2020 sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 5. No-
vember 2020. Zur Begründung führte er zusammengefasst aus, er habe
kein Geld von der SAK erhalten, und er habe keine Ahnung, wo dieses
hingekommen sei. Da er das Geld nie empfangen habe, habe er zu diesem
Zeitpunkt gar nichts Ungewöhnliches feststellen oder melden können. Der
Sachverhalt sei ihm völlig unbekannt und nicht wahrnehmbar gewesen. Er
sei seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen, indem er die Bank F._
(im Folgenden: F_) und die E._ kontaktiert und diese über
den Verbleib des Geldes gefragt habe. Die Antwort darauf habe er bereits
mehrfach "beschrieben" und weitergegeben. Eine Klärung und echte Er-
mittlung habe nie stattgefunden, stattdessen sei ein Urteil ergangen, weil
die Problemsituation einfach auf ihn verlagert werden könne. Daher bleibe
nur noch der Weg über ein Erlassgesuch, da die finanziellen Mittel doch
sehr dürftig seien. Da die Einkommen beider Lebenspartner zusammenge-
zählt würden, sei das Existenzminimum tatsächlich nicht erreicht. Es liege
sehr wohl eine schwere Härte vor als Erwerbsloser und mit einem Leben-
spartner, der als Pandemiebeauftragter schwer überlastet sei. Er unter-
stütze auch kranke Familienmitglieder, und sie müssten sehr sparsam ih-
ren Haushalt führen. Es sei die aktuelle Situation zu berücksichtigen, und
es liege eine grosse Härte vor.
E.b In ihrer Vernehmlassung vom 8. Februar 2021 beantragte die
Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde (B-act. 4).
Zur Begründung führte sie zusammengefasst aus, der Beschwerdeführer
sei unbestrittenermassen Erbe seines am (...) 2015 verstorbenen Vaters.
Er sei rückerstattungspflichtig, da Leistungen unrechtmässig gewährt wor-
den seien; deren Höhe (Fr. 15'606.-) sei im Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts vom 27. Dezember 2019 bestätigt worden. Im Einspracheent-
scheid vom 5. November 2020 sei ausführlich begründet worden, weshalb
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Seite 5
der Antrag auf Erlass der Schuld abgewiesen worden sei. Ebenso sei auf-
gezeigt worden, zu welchem Zeitpunkt die Bedingungen betreffend gutem
Glauben und grosser Härte erfüllt sein müssten. Man verweise deshalb auf
die Begründung im Einspracheentscheid und zusätzlich auf das Berech-
nungsblatt Erlassgesuch vom 15. Juli 2020 (act. 109) sowie die Auskunft
der Ausgleichskasse D._ vom 27. Oktober 2020 (act. 117). Weiter
gehe man auf die Rügen, welche das Urteil vom 27. Dezember 2019 be-
treffen würden, nicht ein; dieser Entscheid sei rechtskräftig.
E.c In seiner Replik vom 14. Februar 2021 beantragte der Beschwerdefüh-
rer erneut (sinngemäss) die Aufhebung des Einspracheentscheids vom
5. November 2020 und explizit die "Untersuchung" der gesamten Situation
und die "Untersuchung" des Erlassgesuchs (B-act. 6).
Zur Begründung führte er zusammengefasst aus, ohne ihn zu informieren,
sei sein "Gesuchseinspruch" direkt an das Bundesverwaltungsgericht wei-
tergeleitet worden. Es habe keine ordentliche Untersuchung über den Ver-
bleib des Geldes gegeben. Er beanstande daher nicht nur den Entscheid
über das Erlassgesuch, sondern auch die vorgängige "Untersuchung" als
Ganzes. Der Sachverhalt sei nicht ziel- und lösungsorientiert überprüft wor-
den. Vielmehr sei alles wegbedungen worden, was hätte zur Klärung füh-
ren können. Es sei nicht bewiesen worden, dass er das Geld erhalten hätte,
und es sei seinerseits offengelegt worden, dass das fehlende Geld auf sei-
nem einzigen portugiesischen Konto bei der F._ nicht eingegangen
sei. Die Vorinstanz habe darauf bestanden, dass es nicht relevant sei, wo-
hin das Geld geflossen sei. Im Rahmen seiner Möglichkeiten habe er ko-
operiert und mitgewirkt durch seine Kommunikation mit der F._.
Doch er sei aus dem Kommunikationsprozess ausgeschlossen worden mit
der Begründung, er als Person sei nicht Teil der Transaktionen zwischen
der E._ und der F._. Daher habe er der Vorinstanz zur
Durchführung weiterer Abklärungen eine Generalvollmacht erteilt. Er habe
vorgängig nichts von diesen Zahlungen auf ein ihm "anvertrautes" Konto
gewusst. Dieser Sachverhalt habe aber dazu geführt, dass er in keiner
Weise hätte informiert sein können über ein eigenes Fehlverhalten. In den
Unterlagen, die an die Vorinstanz gegangen seien, werde die finanzielle
Situation bescheinigt. Im Entscheid werde dies lapidar als ungenügende
Härte deklariert. Auf eine Erklärung von ihm werde gar nicht näher einge-
gangen, sondern schlicht behauptet, dass jeder vernünftige Mensch auf
den Missstand hätte reagieren können. Er betone jedoch, dass er von den
Zahlungen auf ein ihm unbekanntes Konto erst viel später erfahren habe.
Hinzu komme noch, dass er seinen Vater in (...) statt in (...) abgemeldet
C-5731/2020
Seite 6
habe. Auf diesem Punkt beruhe die gesamte Beschuldigung. Da er die
Summe nie erhalten habe, betrachte er diese Sache wie eine enorm hohe
Busse, die er nicht stemmen könne.
E.d In ihrer Eingabe vom 16. März 2021 führte die Vorinstanz insbesondere
aus, nach Einsicht in die Replik des Beschwerdeführers werde von der Ein-
reichung einer Duplik abgesehen und an der Vernehmlassung vom 8. Feb-
ruar 2021 festgehalten (B-act. 8).
E.e Mit prozessleitender Verfügung vom 19. März 2021 wurde der Schrif-
tenwechsel unter dem Vorbehalt weiterer Instruktionsmassnahmen abge-
schlossen (B-act. 9).
E.f Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften und Be-
weismittel der Parteien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Er-
wägungen einzugehen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kog-
nition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]; BVGE
2016/15 E. 1; 2014/4 E. 1.2).
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern kein Ausnah-
metatbestand erfüllt ist (Art. 31 und 32 des Bundesgesetzes über das Bun-
desverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 [VGG; SR 172.32]). Zulässig
sind Beschwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33
VGG. Die SAK ist eine Vorinstanz im Sinn von Art. 33 Bst. d VGG (vgl. auch
Art. 85bis Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlas-
senenversicherung vom 20. Dezember 1946 [AHVG; SR 831.10]). Eine
Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsge-
richt ist zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesver-
waltungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes be-
stimmt. Das VwVG findet aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG jedoch keine
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Seite 7
Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesgesetz vom
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG; SR 830.1) anwendbar ist. Nach Art. 2 ATSG sind die Bestimmun-
gen des ATSG anwendbar, soweit die einzelnen Sozialversicherungsge-
setze des Bundes dies vorsehen. Nach Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die Nor-
men des ATSG auf die im ersten Teil geregelte Alters- und Hinterlassenen-
versicherung anwendbar, soweit das AHVG nicht ausdrücklich eine Abwei-
chung vom ATSG vorsieht.
1.3 Der Beschwerdeführer stellte im Rahmen der Replik vom 14. Februar
2021 (vgl. Bst. E.c hiervor) seinen Beschwerdewillen nicht in Abrede, nach-
dem seine Eingabe vom 10. November 2020 von der Vorinstanz am
16. November 2020 zuständigkeitshalber an das Bundesverwaltungsge-
richt zur weiteren Veranlassung übermittelt worden war (vgl. Bst. E.a). Als
direkter Adressat ist der Beschwerdeführer vom angefochtenen Ein-
spracheentscheid vom 5. November 2020 (act. 118) besonders berührt und
kann sich auf ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Än-
derung berufen (Art. 59 ATSG; Art. 48 Abs. 1 VwVG). Er ist zur Beschwerde
legitimiert. Auf die im Übrigen als frist- und formgerecht zu qualifizierende
Beschwerde (Art. 60 ATSG; Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist
deshalb einzutreten.
1.4 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet der
angefochtene Einspracheentscheid der Vorinstanz vom 5. November 2020
(act. 118). Streitig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit dieses Entscheids
resp. ob das Erlassgesuch des Beschwerdeführers vom 30. Januar 2020
(act. 106 S. 28 und 29) seitens der Vorinstanz zu Recht abgewiesen wor-
den ist.
1.5 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
1.6 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-
grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im
Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser
Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet zum einen sein
Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (Art. 28 ff. ATSG; BGE
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Seite 8
125 V 193 E. 2 und 122 V 157 E. 1a, je mit Hinweisen). Im Sozialversiche-
rungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht
etwas Abweichendes vorsieht, zum anderen nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines
bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Ge-
richt hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE
126 V 353 E. 5b und 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
Hinsichtlich des Rückforderungsbetrags in der Höhe von Fr. 15'606.- ist
vorab auf das unangefochten am 10. Februar 2020 in Rechtskraft erwach-
sene Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-922/2019 vom 27. Dezem-
ber 2019 (act. 86) zu verweisen und betreffend die Rechtskraft folgende
Präzisierung anzubringen.
2.1 Materielle Rechtskraft bedeutet Massgeblichkeit eines formell rechts-
kräftigen Urteils in jedem späteren Verfahren unter denselben Parteien. Sie
hat eine positive und eine negative Wirkung. In positiver Hinsicht bindet die
materielle Rechtskraft das Bundesverwaltungsgericht in einem späteren
Prozess an alles, was im Urteilsdispositiv des früheren Prozesses festge-
stellt wurde (sog. Präjudizialitäts- oder Bindungswirkung; vgl. hierzu BGE
139 III 126 E. 3.1; 116 II 738 E. 3; 121 III 474 E. 4a). In negativer Hinsicht
verbietet die materielle Rechtskraft grundsätzlich jedem späteren Gericht,
auf eine Klage einzutreten, deren Streitgegenstand mit dem rechtskräftig
beurteilten (res iudicata, d.h. abgeurteilte Sache) identisch ist (vgl. BGE
139 III 126 E. 3.1; 121 III 474 E. 2). Eine abgeurteilte Sache (res iudicata)
liegt vor, wenn der streitige Anspruch mit einem schon rechtskräftig beur-
teilten identisch ist (BGE 144 I 11 E. 4.2; 142 III 210 E. 2.1; 139 II 404 E.
8.2). Dies trifft zu, falls der Anspruch dem Gericht aus demselben Entste-
hungsgrund und gestützt auf denselben Sachverhalt erneut zur Beurteilung
unterbreitet wird und sich wieder die gleichen Parteien gegenüberstehen
(BGE 144 I 11 E. 4.2; 139 II 404 E. 8.2; 139 III 126 E. 3.2.3). Bei der Prüfung
der Identität des Anspruchs ist nicht der Wortlaut, sondern der Inhalt mass-
gebend. Der neue Anspruch ist deshalb trotz abweichender Umschreibung
vom beurteilten nicht verschieden, wenn er in diesem bereits enthalten war
oder wenn im neuen Verfahren das kontradiktorische Gegenteil zur Beur-
teilung gestellt wird. Anderseits sind Ansprüche trotz gleichen Wortlauts
dann nicht identisch, wenn sie nicht auf dem gleichen Entstehungsgrund,
d.h. auf denselben Tatsachen und rechtlichen Umständen beruhen (BGE
http://links.weblaw.ch/BGE-126-V-353 http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-193
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Seite 9
144 I 11 E. 4.2; 139 III 126 E. 3.2.3; 123 III 16 E. 2a). Die materielle Rechts-
kraft eines früheren Entscheids bedeutet grundsätzlich nur eine Bindung
an das Dispositiv. Allerdings können zur Feststellung der Tragweite des
Dispositivs weitere Umstände, namentlich die Begründung des Entscheids
herangezogen werden (BGE 142 III 210 E. 2.2; 116 II 738 E. 2a; 115 II 187
E. 3b; 101 II 375 E. 1). Nach der Praxis des Bundesgerichts bestimmt das
Bundesrecht über die materielle Rechtskraft, soweit der zu beurteilende
Anspruch auf Bundesrecht beruht (BGE 144 I 11 E. 4.2; 125 III 241 E. 1).
2.2 Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet nur die
Frage nach der Rechtmässigkeit der Abweisung des Erlassgesuches des
Beschwerdeführers vom 30. Januar 2020 (vgl. E. 1.4 hiervor) und nicht die
Rechtmässigkeit der Rückforderung als solche im Betrag von Fr. 15'606.-;
über diese wurde bereits im Urteil C-922/2019 vom 27. Dezember 2019
(act. 86) befunden. Da der Beschwerdeführer die Rechtsmittelfrist zur An-
fechtung dieses nicht letztinstanzlichen Entscheids verstreichen liess,
wurde dieser einerseits formell rechtskräftig (vgl. hierzu FRITZ GYGI, Bun-
desverwaltungsrechtspflege, 2. überarbeitete Auflage, Bern 1983, S. 322).
Andererseits ist auch die materielle Rechtskraft gegeben. Dieser Umstand
führt zum einen dazu, dass das Bundesverwaltungsgericht in positiver Hin-
sicht im vorliegenden Beschwerdeverfahren an alles gebunden ist, was im
Dispositiv des Urteils C-922/2019 vom 27. Dezember 2019 festgestellt wor-
den ist, wobei zur Feststellung der Tragweite des Dispositivs weitere Um-
stände, namentlich die Begründung des Entscheids herangezogen werden
können. Zum anderen führt die materielle Rechtskraft in negativer Hinsicht
dazu, dass hinsichtlich der Rückforderung eine abgeurteilte Sache (res iu-
dicata) vorliegt (vgl. E. 2.1 hiervor).
2.3 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen 2.1 und 2.2 ist als Zwischen-
ergebnis festzuhalten, dass bei der nachfolgenden Prüfung der Rechtmäs-
sigkeit des Einspracheentscheides der Vorinstanz vom 5. November 2020
(act. 118) das Bundesverwaltungsgericht an den Entscheid C-922/2019
vom 27. Dezember 2019 (act. 86) zufolge dessen Rechtskraft gebunden
ist.
3.
3.1 Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten. Wer
Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstat-
ten, wenn eine grosse Härte vorliegt (Art. 25 Abs. 1 ATSG). Massgebend
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Seite 10
ist der gute Glaube während des Bezugs der unrechtmässigen Leistung
(SVR 2018 EL Nr. 7 S. 17 E. 1.1).
3.2 Wer einen Rechtsmangel kennt, gilt diesbezüglich nicht als gutgläubig.
Sodann darf sich derjenige nicht auf seinen guten Glauben berufen, dem
der Mangel bei Anwendung zumutbarer Aufmerksamkeit erkennbar gewe-
sen wäre. Dabei ist diejenige Aufmerksamkeit geboten, die nach den Um-
ständen verlangt werden kann. Diese zivilrechtlichen Grundsätze gelten
gleichermassen für den Bereich des Sozialversicherungsrechts (BGE 120
V 319 E. 10a). Nach ständiger Rechtsprechung ist der gute Glaube als
Erlassvoraussetzung nicht schon mit der Unkenntnis des Rechtsmangels
gegeben. Vielmehr darf sich die Leistungsempfängerin oder der Leistungs-
empfänger nicht nur keiner böswilligen Absicht, sondern auch keiner gro-
ben Nachlässigkeit schuldig gemacht haben. Daraus erhellt einerseits,
dass der gute Glaube von vornherein entfällt, wenn die zu Unrecht erfolgte
Leistungsausrichtung auf eine arglistige oder grobfahrlässige Melde- oder
Auskunftspflichtverletzung zurückzuführen ist. Andererseits kann sich die
rückerstattungspflichtige Person auf den guten Glauben berufen, wenn ihr
fehlerhaftes Verhalten nur eine leichte Fahrlässigkeit darstellt. Wie in an-
deren Bereichen beurteilt sich das Mass der erforderlichen Sorgfalt nach
einem objektiven Massstab, wobei aber das den Betroffenen subjektiv
Mögliche und Zumutbare (Urteilsfähigkeit, Gesundheitszustand, Bildungs-
grad usw.) nicht ausgeblendet werden darf (BGE 138 V 218 E. 4; SVR 2019
IV Nr. 6 S. 18 E. 3.1).
3.3 Das Verhalten, welches den guten Glauben ausschliesst, braucht nicht
in einer Verletzung der Melde- oder Auskunftspflicht zu bestehen. Dies ist
nur eine zwar häufige, aber nicht die einzige Form eines schuldhaften Ver-
haltens. Vielmehr fällt auch ein anderes Verhalten in Betracht, z.B. die Un-
terlassung, sich bei der Verwaltung zu erkundigen (ARV 2002 S. 195
E. 2a). Liegt ein leicht erkennbarer Rechtsmangel vor, so kann die anfäng-
lich fehlende Gutgläubigkeit nicht durch das Andauern der von der Verwal-
tung fälschlicherweise ausgerichteten Leistung wiederhergestellt werden
(BGE 118 V 214 E. 2b; ARV 2002 S. 196 E. 3).
3.4 Eine grosse Härte im Sinne von Art. 25 Abs. 1 ATSG liegt vor, wenn die
vom Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlasse-
nen- und Invalidenversicherung vom 6. Oktober 2006 (ELG; SR 831.30)
anerkannten Ausgaben und die zusätzlichen Ausgaben nach Abs. 4 die
nach ELG anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 5 Abs. 1 ATSV).
C-5731/2020
Seite 11
Massgebend für die Beurteilung, ob eine grosse Härte vorliegt, ist der Zeit-
punkt, in welchem über die Rückforderung rechtskräftig entschieden ist
(Art. 4 Abs. 2 ATSV).
4.
4.1 Die Vorinstanz führte im vorliegend angefochtenen Einspracheent-
scheid vom 5. November 2020 (act. 118) unter anderem aus, auf die vom
Beschwerdeführer in der Einsprache vom 3. August 2020 (act. 114) unter
1), 2) und 6) gemachten Ausführungen gehe sie nicht mehr ein, da diese
im Rahmen des rechtskräftigen Urteils vom 27. Dezember 2019 entschie-
den worden seien. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz war gemäss
dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-922/2019 vom 27. Dezember
2019 (act. 86) die mit Einspracheentscheid vom 21. Dezember 2017 ver-
fügte Rückforderung der Rentenleistungen in der Höhe von insgesamt
Fr. 15'606.- rechtmässig. Da das Bundesverwaltungsgericht an diesen for-
mell und materiell unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Entscheid
gebunden ist (vgl. E. 2. hiervor) und es sich in diesem Entscheid bereits
mit den Zahlungsbestätigungen von der E._ für die neun Monate
von November 2015 bis Juli 2016, dem Konto IBAN (...), dem Auszug für
das eigene Konto des Beschwerdeführers bei der gleichen Bank, der Ab-
klärungspflicht der Vorinstanz sowie in genereller Hinsicht mit dem mass-
geblichen Sachverhalt befasst hatte, ist der Auffassung der Vorinstanz bei-
zupflichten resp. ist auf die diesbezüglichen Ausführungen des Beschwer-
deführers nicht weiter einzugehen.
4.2
4.2.1 Im Rahmen des vorliegend angefochtenen Einspracheentscheids
vom 5. November 2020 (act. 118) führte die Vorinstanz weiter aus, aus der
Abweisung des Erlassgesuches gehe nicht hervor, weshalb sie den guten
Glauben und die grosse Härte verneint habe. Auch dieser Auffassung ist
beizupflichten, denn Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Be-
gehren der Parteien nicht voll entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Zwar
muss sich die Vorinstanz nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Be-
hauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen, sondern
kann sich vielmehr auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte
beschränken. Mit Blick auf den Hinweis in der ursprünglichen Verfügung
vom 29. Juli 2020 (act. 110), man stelle fest, dass die Leistungen nicht in
gutem Glauben empfangen worden seien und keine grosse Härte vorliege
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Seite 12
(act. 110), ist in keiner Weise davon auszugehen, dass die Vorinstanz we-
nigstens kurz die Überlegungen genannt hatte, von denen sie sich hatte
leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung gestützt hatte. Es ist somit
erstellt, dass sie die Begründungspflicht als wesentlichen Bestandteil des
Anspruchs auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV verletzt
hatte (vgl. hierzu BGE 136 I 229 E. 5.2 und BGE 124 V 180 E. 1a; vgl. auch
SVR 2020 IV Nr. 57 S. 194 E. 3.1.2).
4.2.2 Aufgrund der ausführlichen und begründenden Ausführungen im vor-
liegend angefochtenen Einspracheentscheid vom 5. November 2020, mit
welchem die ursprüngliche Verfügung vom 29. Juli 2020 (act. 110) ersetzt
und das Verwaltungsverfahren abgeschlossen wurde (vgl. hierzu BGE 131
V 407 E. 2.1.2.1), liegt keine Verletzung der Begründungspflicht mehr vor,
wie es vom Beschwerdeführer zumindest sinngemäss in seiner Eingabe
vom 3. August 2020 unter Ziffer 3 (act. 114) geltend gemacht worden ist.
Die Verletzung einer solchen wäre im Übrigen im vorliegenden Beschwer-
deverfahren auch einer Heilung zugänglich gewesen, da sich der Be-
schwerdeführer beschwerde- und replikweise (B-act. 1, 2 und 6) hatte äus-
sern können und die Vorinstanz eine Vernehmlassung (B-act. 4) einge-
reicht hatte (vgl. hierzu BGE 116 V 28 E. 4b und BGE 107 Ia 1 E. 1).
4.3 Wie vorstehend dargelegt (vgl. E. 3.1 hiervor), ist der gute Glaube wäh-
rend des Bezugs der unrechtmässigen Leistung massgebend.
4.3.1 Im Urteil C-922/2019 vom 27. Dezember 2019, an welchen das Bun-
desverwaltungsgericht – wie bereits dargelegt (E. 2.3 und E. 4.1 hiervor) –
zufolge dessen Rechtskraft gebunden ist, erwog das Bundesverwaltungs-
gericht insbesondere, dass für die Vorinstanz Anlass bestanden habe, auf
der Grundlage von Art. 25 Abs. 1 Satz ATSG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1
Bst. a der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts vom 11. September 2002 (ATSV; SR 830.11) eine Rückforderung an
den Beschwerdeführer als einzigen Erben zu stellen (E. 4.1). Die
Vorinstanz habe mit Vernehmlassung vom 5. März 2018 sämtliche Zah-
lungsbestätigungen von der E._ für die neun Monate von Novem-
ber 2015 bis Juli 2016 beigebracht, womit einwandfrei erstellt sei, dass die
zurückgeforderten Rentenzahlungen im Betrag von Fr. 15'606.- von der
Vorinstanz tatsächlich ausgerichtet worden seien (E. 4.2). Demgegenüber
belegten die mit der Beschwerde eingereichten Unterlagen nicht, dass das
Konto IBAN (...) nach dem Tod von B._ sofort gesperrt und danach
keine Rentenzahlungen mehr gutgeschrieben worden seien. Es sei nicht
dargetan, dass das Konto von B._ nach dessen Ableben am (...)
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2022&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-V-407%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page407 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2022&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-V-407%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page407
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2015 sofort gesperrt worden sei und die Veränderung des Kontostands im
Gegenteil darauf schliessen lasse, dass weiterhin Transaktionen möglich
gewesen seien. Erstellt sei nur, dass die Rentenzahlung für den August
2016 mit dem Vermerk «Konto gekündigt» an die Vorinstanz retourniert
worden sei. Weshalb der Beschwerdeführer keinen Auszug für das betref-
fende Konto bis zur Saldierung beigebracht habe, sei nicht nachvollzieh-
bar. Der Verweis auf den Auszug für das eigene Konto des Beschwerde-
führers bei der gleichen Bank sei dagegen unbehelflich. Im Ergebnis sei
nicht auf seine Sachverhaltsdarstellung abzustellen, wonach die Renten-
zahlungen auf dem Konto seines Vaters nicht eingegangen seien (E. 4.3).
B._ bzw. der Beschwerdeführer als dessen Erbe hätten im Verhält-
nis zur Vorinstanz für die von B._ mit dem Empfang der monatlichen
Rentenzahlungen beauftragte Zahlstelle einzustehen, und allfällige Unre-
gelmässigkeiten seitens der Empfängerbank bei der Verbuchung von Zah-
lungseingängen oder bei der Kontoführung würden nicht zu Lasten der
Vorinstanz gehen. Diese habe weiter ihrer Abklärungspflicht nach Art. 43
Abs. 1 ATSG Genüge getan, indem sie zwei «finanztechnische Untersu-
chungen» mit dem Zahlungspartner E._ durchgeführt habe. Zudem
habe sie die Empfängerbank mit Schreiben vom 10. August 2017 und Mah-
nung vom 19. Oktober 2017 erfolglos zur Rücküberweisung der
Fr. 15'606.- aufgefordert. Mehr habe die Vorinstanz nicht tun können und
müssen (E. 4.4). Der Beschwerdeführer habe im Übrigen keine weiteren
Einwände gegen die Rechtmässigkeit der verfügten Rückforderung erho-
ben. Es seien denn auch keine Anhaltspunkte ersichtlich, weshalb die
Rückforderung im Betrag von Fr. 15'606.- nicht rechtmässig sein sollte
(E. 4.5). Zusammenfassend sei festzuhalten, dass sich die Beschwerde als
unbegründet erweise, weshalb sie abzuweisen sei (E. 5.).
4.3.2 Nachdem der Beschwerdeführer die Verfügung der Vorinstanz vom
23. November 2016 erhalten hatte (act. 24 und 25), kooperierte er zwar
unbestrittenermassen mit dieser (act. 27 bis 32, 36, 45, 48 bis 52, 54 und
57). Diese Tatsache ändert jedoch nichts daran, dass gemäss dem Urteil
des Bundesverwaltungsgerichts C-922/2019 vom 27. Dezember 2019
nicht auf seine Sachverhaltsdarstellung, wonach die Rentenzahlungen auf
dem Konto seines Vaters nicht eingegangen seien, abzustellen war. Die
Umstände, dass die mit der Beschwerde in diesem Beschwerdeverfahren
eingereichten Unterlagen nicht belegt hatten, dass das Konto IBAN (...)
nach dem Tod von B._ am (...) 2015 sofort gesperrt und danach
keine Rentenzahlungen mehr gutgeschrieben worden waren, und die Ver-
änderung des Kontostands im Gegenteil hatte darauf schliessen lassen,
dass weiterhin Transaktionen möglich gewesen waren, sprechen ebenso
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wie die Tatsache, dass der Beschwerdeführer zum damaligen Zeitpunkt
keinen Auszug für das betreffende Konto bis zur Saldierung beigebracht
hatte, gegen die Annahme eines bloss leicht fahrlässigen Verhaltens sei-
tens des Beschwerdeführers.
4.3.3 Mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach sich
das Mass der erforderlichen Sorgfalt nach einem objektiven Massstab be-
urteilt, übersteigt der Verzicht des Beschwerdeführers auf die Kontrolle des
betreffenden Kontos bzw. die Überprüfung der entsprechenden Kontoaus-
züge sowie deren Beibringung das Mass der leichten Fahrlässigkeit resp.
war dieser grob nachlässig, weshalb die Annahme dessen guten Glaubens
im massgeblichen Zeitpunkt (während des Bezugs der unrechtmässigen
Leistung) zu verneinen ist (vgl. E. 3.2 hiervor). Daran ändert auch der vom
Bundesverwaltungsgericht bereits als unbehelflich qualifizierte Verweis auf
den Auszug für das eigene Konto des Beschwerdeführers bei der gleichen
Bank nichts.
4.3.4 Zu keinem anderen Resultat führt auch die Eingabe des Beschwer-
deführers vom 26. November 2016. Darin machte er unter anderem unter
Beilage des Schreibens an die Ausgleichskasse D._ vom 17. De-
zember 2015 geltend, es sei in (...) längst eine "Abmeldung des Verstor-
benen" erfolgt (act. 27 und 28). Die Ausgleichskasse des Kantons
D._ bestätigte hingegen bloss, dass dieses Schreiben erstmals am
30. November 2016 als Beilage in Kopie zur Einsprache vom 26. Novem-
ber 2016 eingegangen sei (act. 118 S. 3). Mit Blick auf diese divergieren-
den Aussagen resp. in Ermangelung entsprechender Beweise ist einerseits
nicht erstellt, ob der Beschwerdeführer dieses Schreiben tatsächlich im De-
zember 2015 versandt hat, und andererseits, ob die Ausgleichskasse des
Kantons D._ ihre Aktenführungspflicht als Gegenstück zum (aus
Art. 29 Abs. 2 BV fliessenden) Akteneinsichts- und Beweisführungsrecht
verletzt hat (vgl. hierzu BGE 138 V 218 E. 8.1.2 [zu geringfügigen Unzu-
länglichkeiten bei der Dossierverwaltung vgl. BGE 138 V 218 E. 8.3]; SVR
2019 IV Nr. 23 S. 72 E. 3.2). Es erweist sich somit als unmöglich, durch
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahr-
scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen. Unter diesen
Umständen resp. zufolge dieser Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Un-
gunsten des Beschwerdeführers aus (vgl. hierzu BGE 144 V 427 E. 3.2
und BGE 138 V 218 E. 6; SVR 2021 UV Nr. 27 S. 129 E. 2.2.2), und es
kann aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt letztlich auch nicht auf
den guten Glauben des Beschwerdeführers geschlossen werden.
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4.4 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist zusammengefasst festzu-
halten, dass sich der Beschwerdeführer nicht auf den guten Glauben beru-
fen kann. In Anwendung von Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG erübrigt sich bei
der Verneinung der Erlassvoraussetzung des guten Glaubens eine Prüfung
der Erlassvoraussetzung der grossen Härte (vgl. E. 3. hiervor; vgl. auch
Urteil des BGer 9C_4/2011 vom 30. März 2011 E. 1.3). Mit Blick auf die
prekäre finanzielle Situation des Beschwerdeführers regt das Bundesver-
waltungsgericht an, dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer im Rah-
men der Begleichung der Rückerstattung in der Höhe von insgesamt
Fr. 15'606.- mittels angemessener Ratenzahlung entgegenkommt.
5.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist zusammenfassend festzustel-
len, dass sich der vorliegend angefochtene Einspracheentscheid vom
5. November 2020 als rechtens erweist, weshalb die dagegen erhobene
Beschwerde vom 10. November 2020 als unbegründet abzuweisen ist.
6.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-
teientschädigung.
6.1 Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG),
so dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind.
6.2 Weder die obsiegende Vorinstanz noch der unterliegende Beschwer-
deführer haben einen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 1
und 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.
2] und Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).