Decision ID: 1f46a00c-7352-41a5-8444-b16ec0e9092c
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
X._
,
geboren 1950,
war bis zur Kündigung per Ende Februar 2008 bei der
Y._
angestellt. Es
wurde
ihm
von der Schweize
rischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) ab 1. August 2005 bei einem
Invali
ditätsgrad
von 25
%
eine Rente zugesprochen, die ab 1. November 2007 bei einem Invaliditätsgrad von 34
%
erhöht wurde (Verfügung vom 3. Dezember 2007,
Urk.
3/4
).
Am 4. Oktober 2007 hatte sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung zum Bezug von Leistungen angemeldet. Im Nachgang
zum
Urteil
des Sozial
versicherungsgerichts vom 30. Januar 2012 im
invalidenversicherungsrechtli
chen
Verfahren
(Verfahren Nr. IV.2010.00513;
Urk.
9/88) verfügte die IV-Stelle am 25. Mai 2012 bei einem Invaliditätsgrad von 40
%
ab 1. November 2006 bis 31. Januar 2007 eine
Viertelsrente
,
ab 1. Februar 2007 bis 29. Februar 2008 bei einem Invaliditätsgrad von 50
%
eine halbe Rente und bei einem
Invaliditäts
grad
von 72
%
ab 1. März 2008 eine ganze Rente
(
Urk.
3/6-3/10
).
Diese Renten werden von der Ausgleichskasse Grosshandel und Transithandel ausgerichtet. Die IV-Stelle
verfügte
am 25. Mai 2012
eine Nachzahlung
an den Versicherten
für die Zeitspanne vom 1. November 2006 bis 31. Mai 2012 von
Fr.
58‘971
.
—
.
Sie
vermerkte gleichzeitig, dass
Fr. 20‘050
.—
zurückgestellt würde
n
, bis die Ab
klärungen mit der CSS V
ersicherung
AG
abgeschlossen seien
(
Urk.
3/10
)
.
Die CSS Versicherung AG
hatte gegenüber der
Ausgleichskasse mittels F
ormular
vom 23. April 2012
Vorschussleistungen in Form von
Kollektivtaggeld
leistun
gen
nach VVG
in diesem Betrag
angemeldet
, die sie während des Zeitraums vom 30. Januar 2008 bis 30. Oktober 2009 erbracht habe,
und
hatte dafür
das
Gesuch um
direkte Auszahlung der
Nachzahlungen
an sie
gestellt (
Urk.
3/11).
Gegen das angekündigte Vorgehen der Ausgleichkasse wandte sich der Versi
cherte mit Schreiben vom 14. Mai 2012 und er verlangte, dass das
Auszah
lungsgesuch
der CSS Versicherungen AG abgewiesen werde (
Urk.
3/12.0).
Am 3. Dezember 2012 verfügte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, die Auszahlung von
Fr.
20‘050
.—
an die
CSS Versicherung AG (
Urk.
2).
Dagegen liess der Versicherte am 3. Januar 2013 Beschwerde einreichen mit dem Rechtsbegehren, es sei die Auszahlungsverfügung aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, ihm
Fr.
20‘050
.—
zu überweisen (
Urk.
1).
In der Beschwerdeantwort vom 6. März 2013 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10).
Das Gericht lud am 14. Mai 2013 die CSS Versicherung AG zum Verfahren bei (
Urk.
14), welche sich jedoch nicht ver
nehmen liess. Der Versicherte äusserte sich erneut in der Replik vom 3. Dezem
ber 2013 und hielt an seinem Antrag fest (
Urk.
20), die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (
Urk.
23).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Nach Art. 85
bis
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
können Arbeitgeber, Einrichtungen der beruflichen Vorsorge, Krankenversi
cherungen, öffentliche und private Fürsorgestellen oder Haftpflichtversicherun
gen mit Sitz in der Schweiz, welche im Hinblick auf eine Rente der Invaliden
versicherung Vorschussleistungen erbracht haben, verlangen, dass die Nach
zahlung dieser Rente bis zur Höhe ihrer Vorschussleistung verrechnet und a
n sie ausbezahlt wird. V
orbehalten bleibt di
e Verrechnung nach Art. 20 AHVG. D
ie bevorschussenden Stellen haben ihren Anspruch mit besonderem Formular frü
hestens bei der Rentenanmeldung und spätestens im Zeitpunkt der Verfügung der IV-S
telle geltend zu machen
.
Laut
Abs.
2 dieser Bestimmung gelten als Vorschussleistungen einerseits frei
willige Leistungen, sofern die versicherte Person zu deren Rückerstattung ver
pflichtet ist und sie der Auszahlung der Rentennachzahlung an die bevor
schussende Stelle schriftlich zugestimmt hat (
lit
. a), und andererseits vertraglich oder aufgrund eines Gesetzes erbrachte Leistungen, soweit aus dem Vertrag oder dem Gesetz ein eindeutiges Rückforderungsrecht infolge der
Rentennach
zahlung
abgeleitet werden kann (
lit
. b).
Art. 85
bis
Abs.
3 IVV schliesslich sieht vor, dass die Nachzahlung der bevor
schussenden Stelle höchstens im Betrag der Vorschussleistung und für den Zeitraum, in welchem diese erbracht worden ist, ausbezahlt werden darf.
2.
Der Beschwerdeführer rügt
die seitens der CSS V
ersicherung AG geltend gemachte
Rückforderung. Denn die ehemalige Arbeitgeberin habe dem Taggeld
versicherer lediglich ein AHV-pflichtiges Einkommen von
Fr.
39‘400
.—
gemeldet statt
s
ein Einkommen von
Fr.
78‘800.—
pro
Jahr
. Indem der Taggeldversicherer nur Taggelder auf der Basis einer 50%igen Leistungsfähigkeit ausgerichtet habe, von der Invalidenversicherung jedoch den Betrag der ganzen Rente verlange, sei der Grundsatz der sachlichen Kongruenz verletzt. Die CSS Versicherungen AG habe nur Anspruch auf die halbe Invalidenrente (
Urk.
1 S. 5).
Wegen des Um
standes, dass die CSS Versicherungen AG nur einen AHV-pflichtigen Lohn von
Fr.
39‘000.—
pro Jahr versichert habe, sei zu wenig Taggeld ausbezahlt worden
; es sei ihm vielmehr
über die
Fr.
20‘050.—
hinaus ein Schaden von
Fr.
4‘679.60 entstanden
, weshalb der Betrag von
Fr.
20‘050.—
ihm und nicht der CSS Versi
cherung AG zu überweisen sei
(
Urk.
1 S. 6)
.
Die Beschwerdegegnerin
bringt dagegen vor, sie habe die Betrags- und
Zeitgleich
heit
festgestellt und es bestehe ein direktes Forderungsrecht der CSS Versicherung AG. Demzufolge habe sie zu Recht die Drittauszahlung verfügt. Die vorliegend strittige Frage nach der korrekten Höhe des versicherten AHV-pflichtigen Lohnes als Grundlage der Krankentaggelder sei nicht in diesem Verfahren zu prüfen sondern in einem gegen die CSS Versicherung AG anzu
strengenden Verfahren
(
Urk.
10)
.
Dem hält der Beschwerdeführer entgegen, dass es nicht angehen könne, dass die CSS Versicherung AG ihn unterversichert habe und nun voll von der
Renten
auszahlung
profitieren könne, nachdem sie auf den Fehler aufmerksam gemacht worden sei. Die Beigeladene habe sich nicht vernehmen lassen in diesem Ver
fahren, was zeige, dass sie
selber nicht von der Berechtigung der Auszahlung ausgehe (
Urk.
20).
3.
3.1
Es ist unbestritten und geht aus den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) der Krankentaggeldversicherung für Unternehmen
BVG-Koordinationsde
ckung
der CSS Versicherung AG (
Urk.
3/21)
hervor, dass im Rahmen dieses Versicherungsvertrages nach dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG) der CSS Versicherung AG ein direktes Forderungsrecht gegenüber dem zuständigen Sozialversicherer
zusteht
, der Leistungen an die versichert
e
Person erbringt (vgl. Zusammentreffen mit Le
istungen Dritter, Art.
20.7 der AVB,
Urk.
3/21).
Denn vorgesehen ist, dass wenn die versicherte Person Leistungen aus einer schweizerischen Sozialversicherung erhält,
die CSS diese Leistungen bis zur Höhe des im Vertrag versicherten Taggeldes
ergänzt (Art. 20.1 der AVB,
Urk.
3/21)
, was diese Taggeldleistungen zu Vorschussleistungen macht.
Wie sich weiter aus den
Akten ergibt
,
hatte
die
CSS Versicherung AG
vom
3
0.
Januar 2008 bis 3
0.
Oktober 2009
Fr.
54‘681
.
—
Taggeldleistungen erbracht und damit während des gleichen Zeitraums Leistungen ausgerichtet, während dessen auch seitens der Invalidenversicherung Rentenleistungen
im Umfang von
Fr.
41‘211.15
geflossen sind; die zeitliche Kongruenz ist mithin gegeben. Die beiden Leistungsarten entsprechen sodann auch dem Erfordernis der sachli
chen Kongruenz
(dazu: BGE 132 V 113 E. 3.2.2
; oben erwähnter Art. 20.1 der AVB;
Urk.
3/21
)
, zumal der Taggeldversicherer im Rahmen der angestellten Überentschädigungsberechnung nur einen Betrag von
Fr.
20‘050
.—
geltend machte (
Urk.
3/11).
3.2
Wenn, wie der Beschwerdeführer moniert, die
CSS Versicherung AG
bei der Aus
richtung ihrer Tagg
eldleistungen Fehler gemacht haben sollte
, indem die Leistungen auf einem zu geringen versicherten Verdienst berechnet worden
waren, so hat dies, wie die Beschwerdegegnerin richtig ausführt, nicht im vor
liegenden öffentlich-rechtlichen Beschwerdeverfahren
,
sondern in einem zivil
rechtlichen Verfahren
zu geschehen
, das der Beschwerdeführer gegen den
Kran
kentaggeldv
ersicherer
anzustrengen hat
. Denn es betrifft
letztlich die
Frage, ob die Rückerstattungsforderung
materiell
überhaupt im geltend gemachten Um
fang besteht
, was von der Beschwerdegegnerin nicht geprüft werden kann
(vgl. Urteil
e
des
Bundesgerichts 4A_24/2012 vom 3
0.
Mai 2012 E. 4.3; I 296/03 vom 3
1.
Oktober 2004 E. 4.2)
.
Dass sich die
Beigeladene
im vorliegenden Verfahren nicht hat vernehmen lassen, präjudiziert das zivilrechtliche Verfahren
und ihre Sichtweise in dieser Frage
nicht.
Dieser Punkt kann im vorliegenden Verfahren nicht behandelt werden und auf die Beschwerde ist in diesem Punkt nicht ein
zutreten.
3.3
Die Beschwerdegegnerin konnte damit die strittige Drittauszahlung nach Vor
nahme der dargelegten Prüfung verfügen, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, soweit auf sie einzutreten ist.