Decision ID: 96dd96b6-04d5-4630-b70f-d5cc2f14c626
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1964 in Brasi
lien geborene und seit 2001 in d
er Schweiz lebende
X._
(geschieden und Mutter
von vier
erwachsenen Kindern) meldete sich am 17. Januar 2017 (Eingangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 11/2
)
. In der Folge tätigte die
IV-Stelle medizinische und erwerbliche Abklärungen. Mit Schreiben vom 27. Juni 2017 teilte sie der Versicherten mit, dass zurzeit aufgrund ihres Gesundheitszu
standes keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 11/10).
Mit Vorbescheid vom 9. März 2018 kündigte die IV-Stelle
X._
die Abweisung ihres Leistungsbegehrens (Rente)
an (
Urk. 11/19), wogegen
X._
am
24. April respektive
23. Mai 2018 Einwand erhob (Urk. 11/23 und Urk. 11/25). Die IV-Stelle holte daraufhin einen
Verlaufsb
ericht
der
Klinik
Y._
vom 18. Mai 2018 ein (
Urk. 11/27), wozu sich die Versicherte am 5. Juli 2018 äusserte (Urk. 11/28 und Urk. 11/33).
Nachdem
die IV-Stelle beim Regiona
len Ärztlichen Dienst (RAD) eine Stellungnahme ein
geholt hatte
(
vgl. Feststel
lungsblatt vom 2. August 2018, Urk. 11/34
S. 3-4
), verneinte sie m
it Verfügung vom
2. August 2018
wie vorbeschieden einen Rentenanspruch (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 14. September 2018 Beschwerde und bean
tragte, die Sache sei - unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung - zu ergänzender Abklärung
an die Vorinstanz
zurückzuweisen, eventuell sei ihr rück
wirkend ab 1. Juli 2017 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Bestellung von Rechtsanwältin
MLaw
Tania Teixeira
als unentgeltliche
Rechts
beiständin
(Urk. 1, unter Beilage des Formulars zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit samt Beilagen, Urk. 5/1-3). Mit Eingabe vom 24. September 2018 reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren Arztbericht
des Spitals
Z._
vom 28. Juni 2018
ein (Urk. 7-8), welcher der Beschwerdegegnerin ebenfalls zur Vernehmlassung zugestellt wurde (Urk. 6 und Urk. 9). Mit Beschwerdeantwort vom 19. Oktober 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 10,
unter Beilage ihrer Akten, Urk. 11/1-40), was der Beschwer
deführerin am 30. Oktober 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird -
soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse
ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137
V
334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
1.4
Der erstinstanzliche Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (
Art.
61
lit
. c ATSG). Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sor
gen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, 122 V 157 E. 1a, vgl. BGE 130 I 180 E. 3.2).
1.5
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung oder des
Einspracheentscheides
ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwal
tungsaktes gegeben war.
1.6
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fach
kompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersu
chen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht –
ge
-
wissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung
und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis
ver
-
siche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte
ge
-
hören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer
Zuver
-
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
1.7
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die Stellungnahme des
RAD
vom 25. Juli 2018 (Urk. 11/34 S. 3-4) davon aus, dass sich der somatische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin spätestens ab September 2017 insoweit gebessert habe, als ihr seither eine
angepasste
Tätig
keit (körperlich leicht, ohne besondere Belastung des linken
[
adominanten
] Hand
gelenks
) wieder zu 100 % zumutbar sei. Damit sei es ihr möglich, ein rentenaus
schliessendes Einkommen zu erzielen.
2.2
Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber der Ansicht, dass
die allfällige Restar
beitsfähigkeit nur ungenügend abgeklärt worden sei, weshalb auch nicht auf die RAD-Aktenbeurteilung abgestellt werden könne.
Entgegen den
(verfügungswei
sen)
Feststellungen der Beschwerdegegnerin würde sie im Gesundheitsfalle
zu
100
% einer Erwerbstätigkeit nachgehen
,
was sich auch aus ihren persönlichen und familiären Verhältnissen ergebe, zumal sie geschieden sei und keine Betreu
ungspflichten gegenüber Kindern habe. Sollte dennoch ab September 2017 von einem gebesserten Gesundheitszustand ausgegangen werden, dann hätte sie auf
grund der postoperativen Rehabilitationsphase (Operation am 9. März 2017) zumindest Anspruch auf eine vom 1.
Juli 2017 (
frühest
möglicher Rentenbeginn) bis 31. Dezember 2017 (
3 Monate dauernde Verbesserung, vgl.
Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung
) befristet
e
ganze Invalidenrente
(Urk. 1)
.
2.3
Strei
tig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente und dabei insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin die sozialversicherungs
rechtliche Qualifikation der Beschwerdeführerin und die medizinische Situation genügend abgeklärt hat.
3.
3.1
Der behandelnde Hausarzt
Dr.
A._
, Allgemeine Innere Medizin FMH, nannte in seinem Bericht vom 5. April 2017 (Urk. 11/7) zuhanden der Beschwerdegegnerin folgende Diagnose: persistierende
ulnocarpale
Handge
lenksschmerzen links nach
Ulnaverkürzungs
-Osteotomie im Dezember 2015 nach Ellbogenverletzung im Jahre 197
9.
Am 9. März 2017 sei die Beschwerdeführerin nochmals operiert worden. Es handle sich um eine spezielle Situation und die Beschwerdeführerin sei auf die Angaben der
Klinik
Y._
angewiesen, wel
che dort einzuholen seien.
3.2
Im Austrittsbericht der
Klinik
Y._
vom 14. März 2017 (Urk. 11/8 S. 9-10), wo die Beschwerdeführerin am 9. März 2017 operiert wurde, wurde folgende Diagnose aufgeführt: persistierende
ulnocarpale
Handgelenksschmerzen links nach
Ulnaverkürzungs
-Osteotomie (7 Millimeter) vom 10. Dezember 2015 bei schmerzhaftem
Ulnavorschub
links, differentialdiagnostisch: «Essex-
Lopresti
-ähnliche» Verletzung mit schlecht ausgebildeter
Signoid-Notch
am Radius und posttraumatischer Radiusköpfchenresektion 1979 mit Ellbogenverletzung in Bra
silien, differentialdiagnostisch:
Ulnaimpaktationssyndrom
und DRUG-Arthrose.
Es
s
ei eine
Osteosynthesematerial
-En
tfernung distale
Ulna
und verkürzende
Sau
vée
Kapandji
-Operation des distalen
Radioulnargelenks
links vorgenommen wor
den. Der Verlauf sei intra- und postoperativ komplikationslos gewesen.
Während der
Hospitalisation
hätten sich reizlose und trockene Wundverhältnisse gezeigt,
sodass die Beschwerdeführerin nach ergotherapeutischer Instruktion und in gutem Allgemeinzustand unter oraler Analgesie nach Hause entlassen worden sei.
3.3
Im Bericht der
Klinik
Y._
vom 3. Mai 2017 (Urk. 11/9) zuhanden der Beschwerdegegnerin wurde über die gleichentags erfolgte Konsultation der Beschwerdeführerin zwei Monate postoperativ berichtet. Die Beschwerdeführerin gebe an, dass sie seit einem Monat keine Schmerzmittel einnehme und deutlich weniger Schmerzen habe wie vor der Operation. Sie könne auch zuhause viele Haushaltsarbeiten bereits durchführen, wenn auch mit leichten Schmerzen. Sie sei mit der Operation sehr zufrieden. Die
radiologische
Untersuchung
zeige eine unveränderte Schrau
benlage ohne Hinweise auf eine S
chraubenlockerung mit zunehmender
Konsolidation. Das distale
Ulna
-Ende befinde sich in Achse. Der Verlauf sei klinisch und radiologisch
erfreulich. Es
sei eine zunehmende Belas
tung erlaubt mit zunehmendem Weglassen der Schiene unter ergotherapeutischer Begleitung. In circa 8 Wochen erfolge eine nochmalige Kontrolle. Bis dahin bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.4
Im Nachgang zu einer weiteren Konsultation (drei Monate postoperativ) wurde im Bericht der
Klinik
Y._
vom 28. Juni 2017 (Urk. 11/11) zuhanden der Beschwerdegegnerin ergänzend eine postoperative Entwicklung einer
Allodynie
diagnostiziert. Die
Allodynie
werde in der Ergotherapie behandelt, inklusive Anwendung von
TENS (
transkutane elektrische Nervenstimulation
)
.
Die Beschwerdeführerin berichte, dass sie seit drei Tagen keine Schmerzmittel mehr einnehmen müsse und die Ergotherapie zu einer Beschwerdelinderung führe. Die ergotherapeutischen Massnahmen zur Verbesserung insbesondere auch der Schmerzproblematik sei
e
n weiterzuführen. Aus
handchirurgischer Sicht zeige sich ein sehr gutes Resultat mit Funktion und Kraftentwicklung. Eine
Wiederauf
nahme der Arbeit sollte unter diesen Voraussetzungen möglich sein. Aus diesem Grund bestehe noch für zwei Monate eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, danach sollte ein Teilarbeitseinsatz evaluiert werden. Sollte sich die Situation in drei Monaten nicht deutlich verbessert haben, könne sich die Beschwerdeführer
in
wie
der vorstellen. Ansonsten könne der Hausarzt die Arbeitsfähigkeit evaluieren.
3.5
Im Bericht der
Klinik
Y._
vom 22. September 2017 (Urk. 11/16) zuhanden der Beschwerdegegnerin wurde anhand des gleichentags angefertigten CTs eine vollständige Konsolidation
festgehalten. Gemäss Angaben der Beschwerdeführe
rin habe sie aufgrund privater Probleme von einem Tag auf den anderen alle Medikamente pausiert. Hierunter
sei es jedoch nicht zu einer
Schmerzexazerba
tion
gekommen
.
es gehe ihr soweit gut mit der Hand. Sie möchte für zwei Monate nach Brasilien.
Das CT zeige eine vollständige Konsolidation mit
fest sitzender
Schraube. Eine mechanische Komponente der entwickelten Beschwerde
n
sei also ausgeschlossen. Da die Beschwerdeführerin die Schmerzmedikation pausiert habe und es hierunter nicht zu einer deutlichen Verschlechterung der Situation gekom
men sei, könnten die Medikamente auch weiterhin weggelassen werden. Es zeige sich aktuell eine
sehr gute Handfun
ktion bei nur minimen Schmerzen. Entspre
chend könne die
Beschwerdeführerin
auch für zwei Monate nach Brasilien reisen und die
Ergotherapie
sistieren respektive vollständig stoppen.
3.6
Auf entsprechenden Hinweis der Beschwerdeführerin im Einwand hin (Urk. 11/25 S. 2) holte die Beschwerdegegnerin einen weiteren Verlaufsberich
t der Klinik
Y._
vom 18.
Mai 2018 ein (Urk. 11/27).
Zur Anam
n
ese wurde darin zusammenfassend festgehalten, dass die Schmerzsymptomatik im Bereich des li
n
ken Handgelenkes (punktuell maximal
ulnocarpal
) persistiere. Die durchgeführten Operationen 2015 und 2017 hätten die Beschwerden jeweils nur intermittierend verbessert und insgesamt zeige sich ein undulierender
V
erlauf hinsichtlich der Schmerzsymptomatik. Die aktuelle perorale
anlagetische
Therapie führe zu keiner
Regredienz
der Schmerzen. Die ergotherapeutische Übung sei im September 2017 bei Befundstagnation sistiert worden
,
die Beschwerdeführer
in
führe aber weiter
hin zuhause regelmässig Übungen zum Kraftaufbau und zur Beibehaltung des Bewegungsumfanges aus. Die Beschwerdeführerin sei letztmals circa 2004-2007 als Reinigungsfachfrau tätig gewesen, wobei eine entsprechende
berufliche
Tätig
-
keit
aufgrund der Beschwerden der linken oberen Extremität nicht mehr durch
-
geführt
werden könnte. Aus handchirurgischer Sicht
beständen aktuell keine weiteren Therapieoptionen zur Verbesserung hinsichtlich
der
Schmerzprob
lematik. Der Bewegungsumfang des betroffenen Handgelenks zeige sich ange
sichts der stattgehabten Verletzung und bis dato erfolgten operativen Versorgung erwartungsgemäss. Die Vorstellung/Anbindung der Beschwerdeführerin an ein schmerzmedizinisches Zentrum, um ein optimales Therapiekonzept bei mittler
weile chronischen Schmerzen im Bereich des linken Vorderarmes
etablieren zu können,
wäre sinnvoll.
3.7
RAD
-Arz
t
Dr.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
,
fasste
am
25.
Juli 2018
(Urk. 11/34 S. 3-4) die Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gemäss
Aktenlage folgendermaßen zusam
men:
-
persistierende
ulnocarpale
Schmerzsymptomatik des Handgelenks links
(
adominant
) bei
-
Zustand nach
Sauvé
-
Kapandji
-Operation (Arthrose) des DRUG plus
OSME am 9. März 2017
-
Zustand nach
Ulnaverkürzungs
-Osteotomie am 1
0.
Dezember 2015
wegen schmerzhaftem
Ulnavorschub
mit posttraumatischer
ulnacarpaler
Arthrose bei
-
Zustand nach Verkehrsunfall 1979 mit komplexer
Ellbogenverletzung und posttraumatischer
Radiusköpfchenresektion
I
n Würdigung der medizinischen Aktenlage
gelangte
Dr.
B._
zum Schluss
, dass
anhand der vorliegenden Arztberichte der
Klinik
Y._
der somatische Gesundheitsschaden
einschliesslich
einer sich hieraus ableitenden Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit ausgewiesen sei. Hinsichtlich der Bewertung der Arbeitsunfähigkeit gebe es einige
wenige Angaben in den Berichten der
Klinik
Y._
, aus welchen sich aus versicherungsmedizinisch-orthopädi
scher Sicht für jegliche
erwerbsmässige
Tätigkeit mit besonderer Belastung der Handgelenke (zum Beispiel die frühere Tätigkeit als Reinigungskraft) definitiv ab dem 9. März 2017 (OP-Datum) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit durchgehend bis auf Weiteres ergebe. Für alle angepassten, körperlich leichten Tätigkeiten ohne besondere Belastung des linken (
adominanten
) Handgelenkes bestehe medizi
nisch-theoretisch ab spätestens
September 2017 wieder eine vollschichtige 100%ige Arbeitsfähigkeit.
Die eventuell bestehende Einschränkung im Haushalt wäre durch eine Haushaltsabklärung zu eruieren.
3.8
Im von der
Beschwerdeführer
in
während
des
Beschwerdeverfahrens nachgereich
ten Bericht
des Spitals
Z._
vom
28. Juni 2018 (Urk. 8/3
)
wurden folgende Diagnosen genannt:
-
Persistierende
ulno-carpale
Schmerzen links bei Verdacht auf Neuropathie
des
Nervus
ulnaris
-
Status
nach
Sauvé
-
Kapandji
-Operation DRUG am 9. März 2017
-
Status
nach
Entfernung des
Osteosynthesematerials
distale
Ulna
am
9.
März 2017
-
Status nach
Ulnaverkürzungs
-Osteotom
ie am 10.
Dezember 2015
bei schmerzhaftem
Ulnavorschub
ulnocarpaler
Arthrose
posttraumatisch nach Verkehrsunfall 1979
mit komplexer
Ellbogenverletzung und posttraumatischer
Radiusköpfchen-
R
esektion
-
Schmerzen und Schwellung des
Sternoclavikulargelenkes
rechts, aktuell noch unklare Ursache, differentialdiagnostisch: Gelenkarthritis,
rheu
matoide Arthritis,
Ostemyelitis
, SAPHO, Knochenzyste
Aufgrund der Schmerzqualität und -lokalität sei anzunehmen, dass ein
neuropa
thisches Schmerzbild vorliege. Bei
Voroperationen im Bereich der
U
lna
sei es möglich, dass eine Verletzung des
Nervus
ulnaris
oder dessen Kompression durch narbige Veränderungen
vorliege. Für die Schmerzen und die Schwellung im Bereich des
Sternoclavikulargelenkes
rechts sei die Ursache aktuell noch unklar. Differentialdiagnostis
ch kä
men verschiede
ne
Ursachen in Frage, wobei die Diag
nostik zunächst gestartet werden müsse. Seit über 30 Jahren seien Schmerzen im
Bereich des linken Ellbogens, Unterarmes und Handgelenks vorhanden, sodass vom Vorliegen einer chronischen Schmerzerkrankung
auszugehen sei. Diese habe zu somatischen und vor allem auch psychischen Beeinträchtigungen geführt. Es gebe deutliche Hinweise auf eine Angststörung und Entwicklung einer Depres
sion.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführerin (sinngemäss) als Teilerwerbstätige ohne Aufgabenbereich (Urk. 2 S. 2). Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, dass sie bei guter Gesundheit einem 100%-Pensum nachgehen würde (vorstehend E. 2.2). Streitig und zu prüfen ist demnach die sozialversicherungsrechtliche Qualifikation der Beschwerdeführerin.
4.
2
Die Beschwerdeführerin gab anlässlich einer telefonischen Besprechung mit der Beschwerdegegnerin vom 6. März 2017 an, dass sie zu 60 % gearbeitet habe, bevor die Beschwerden immer schlimmer geworden seien. Noch vor 10 Jahren habe sie sogar in einem 100%-Pensum gearbeitet und würde dies ohne Einschrän
kung auch aktuell noch tun (Urk. 11/6). Gestützt darauf
ging
auch die Beschwer
degegnerin im Feststellungsblatt
für den Beschluss vom 9.
März 2018
davon aus
, dass die Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige zu qualifizieren sei (Urk. 11/18 S. 1).
4.3
Die Beschwerdeführerin
ist zwischenzeitlich geschieden und erhielt bis 31. Dezember 2018
nach
ehelichen Unterhalt in der Höhe von Fr. 1'100.-- (vgl. Scheidungsurteil vom 8. Januar 2018, Urk. 5/1), sie lebt alleine in einem Zimmer zur Untermiete und gegenüber ihren erwachsenen Kindern treffen sie keine Betreuungspflichten mehr.
Aufgrund
d
ieser persönlichen und (prekären) finanziellen Verhältnissen bestehen gewichtige Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall einer 100%igen Erwerbstätigkeit nachge
hen würde.
Die Frage, welchem Pensum die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit nachgehen würde, kann jedoch, wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird (nachstehend E.
5.3
), offengelassen werden
.
5.
5
.1
Einig sind sich die Parteien darin, dass die Arbeits
un
fähigkeit der
Beschwerde
führerin in der bisherigen Tätigkeit als
Reinigungskraft
100 %
beträgt (vorste
hend E. 2), was sich mit den vorliegenden Arztbe
richten (vorstehend E. 3
) deckt.
5
.2
Bei der Beantwortung der umstrittenen Frage nach der Verweistätigkeit und dem dort möglichen Pensum stützt sich die Beschwerdegegnerin einzig auf die Ein
schätzung des RAD-Arztes
Dr.
B._
vo
m Juli 2017
, wonach in
allen angepassten, körperlich leichten Tätigkeiten ohne besondere Belastung des linken (
adominan
ten
) Handgelenkes medizinisch-theoretisch ab spätestens September 2017 wieder eine vollschichtige 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe (vorstehend E. 3.7
). Dieser hatte die Beschwerdeführerin
aber nicht
persönlich u
ntersucht und zudem war ihm der
Bericht des Spitals
Z._
vom 28. Juni 2018 (vgl. E. 3.8), welcher aber erst nachträglich im Beschwerdeverfahren von der Beschwerdeführerin ein
gereicht wurde, nicht bekannt (vgl. RAD-Stellungnahme vom 2
5.
Juli 2018, Urk. 11/345 S. 3-4). Darin wurde eine Neuropathie des
Nervus
ulnaris
vermutet, welche im Zusammenhang mit den Voroperationen stehen könne. Nachdem sich im Juni und September 2017 - im Nachgang zum operative
n Eingriff vom 9.
März 2017 - eine gebesserte Handfunktion mit weniger Schmerzen gezeigt hatte (vgl. E. 3.2-5)
, hielt die
Klinik
Y._
bereits
in i
hrem Verlaufsbericht vom 18.
Mai 2018 wiederum eine persistierende Schmerzsymptomatik im Bereich des linken Handgelenkes fest. Eine Besse
rung sei nur intermittierend aufgetreten und die Schmerzen seien undulierend (vgl. E. 3.6). Wenn auch RAD-Arzt
Dr.
B._
die Handgelenks-Problematik der Beschwerdeführerin
einschliesslich
der sich daraus ableitenden Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit mit dem formu
lierten Belastungsprofil einer ihr weiterhin zu 100 % zumutbaren angepassten Tätigkeit berücksichtigte, blieb dennoch der seit Mai 2018 wieder verschlechterte Gesundheitszustand unbeachtet.
Im Schmerzsprechstundenbericht des Spitals
Z._
vom 28. Juni 2018 wurden
überdies
Schmerzen und Schwellung des
Sternoclavikulargelenks
rechts diagnostiziert, womit eine neue somatische Gesundheitsbeeinträchtigung der
Beschwerdeführerin
zu
Tage
trat. Da die
Ursa
che dafür
noch unklar se
i,
sind
weitere neurologische Abklärungen in die Wege geleitet
worden
.
Ausserdem
wurden
zusätzlich
psychische Beeinträchtigungen festgehalten (vgl. E. 3.8).
5.3
Gestützt auf die vorliegenden Berichte kann der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht
abschliessend
beurteilt werden. Vielmehr besteht wei
terer Abklärungsbedarf bezüglich der Leistungseinschränkungen und deren Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Mithin ist die Sache zur Abklärung des Gesund
heitszustands und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an die Beschwer
degegnerin zurückzuweisen.
6.
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese den
somatischen
und gegebenenfalls auch
psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit abkläre und hernach über das Leistungsbegehren neu entscheide (vgl. vorstehend E. 4.3).
7
.
7
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Da die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin vor Fällung des Endentscheids keine Kostennote eingereicht hat, ist die Entschädigung nach § 7 Abs. 2 der Ver
ordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversi
cherungsgericht (
GebV
SVGer
) nach Ermessen festzusetzen. Vorliegend erscheint beim
praxisgemässen
Stundenansatz von Fr. 220.-- eine Prozessentsc
hädigung in der Höhe von Fr. 1‘7
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
7
.3
Entsprechend erweist sich das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2, 4. Antrag) als gegenstand
s
los.