Decision ID: 4dfe683d-2a41-4db2-b2d1-6663df5044cd
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960,
war ab
3
0.
Januar 1986
als Direktionsassis
tentin/Prorektorin bei der
Y._
angestellt (Urk. 5/2-4). Am 2
2.
Mai 2017 kündigte sie ihre Anstellung per 31.
August 2017 (Urk. 5/5).
In der Folge meldete sie sich a
m 22. August 2017
beim Regiona
len Arbeitsvermitt
lungs
zentrum (
RAV
) Zürich
Hardturmstrasse
zur Arbeitsvermittlung an und beantragte ab dem
1.
September 2017 Arbeitslos
en
entschädigung (
Urk.
5/1-2).
Mit Verfügung vom
4.
Oktober 2017 stellte die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich die Versicherte wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ab 1.
Sep
tember 2017 für 36 Tage in der Anspruchsberechtigung ein (
Urk.
5/
2
6).
Die da
gegen von der Versicherten am
2
6.
Oktober 2017
erhobene Einsprache (
Urk.
5/33
)
hiess die Arbeitslosenkasse
mit
Einspracheentscheid
vom 18. Dezem
ber 2017
teilweise gut
und reduzierte die Einstellung in der Anspruchs
berech
ti
gung auf
31 Tage (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
3.
Januar 2018 Beschwerde u
nd bean
tragte, der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Dezember 2017 sei aufzu
heben und sie sei in der Anspruchsberechtigung nicht einzustellen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
0.
Februar 2018 beantragte die Beschwerde
gegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
4, unter Beilage ihrer Akten [
Urk.
5/1
49]
)
, was der Be
schwerdeführerin am 2
1.
Februar 2018 zur Kenntnis gebracht wurde
(
Urk.
7)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Die Einzelrichterin

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt
(vgl.
Urk.
2,
Urk.
5/29,
Urk.
5/32)
, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzel
richterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht).
1.2
Gemäss
Art.
30
Abs.
1
lit
.
a
des
Bundesgesetz
es
über die obligatorische Arbeits
losenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
ist die versicherte Person
in der Anspruchs
berechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschul
den arbeitslos ist. Die Arbeitslosigkeit gilt insbesondere dann als selbst verschul
det, wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert
war
, es sei denn, dass ihr das Ver
bleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (
Art.
44
Abs.
1
lit
. b
der
Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol
venzentschä
digung
,
AVIV
).
1.3
Nach der Rechtsprechung ist bei der Frage der Unzumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz ein strenger Massstab anzulegen (ARV 1989 Nr. 7 S. 89 E. 1a; vgl. auch Gerhards, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, Band I, Bern und Stuttgart 1987, N. 14 zu Art. 30). Ein schlechtes Arbeitsklima und Mei
nungsverschiedenheiten mit Vorgesetzten oder Arbeitskollegen können grund
sätzlich keine Unzumutbarkeit der Fortführung des Arbeitsverhältnisses begrün
den (BGE 124 V 234 E. 4b/
bb
; Urteil des Bundesgerichts 8C_943/2012 vom 1
3.
März 2013 E. 2).
1.4
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (
Art.
30
Abs.
3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittel
schwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45
Abs.
3 AVIV).
Ein schweres Verschulden liegt nach
Art.
45
Abs.
4 AVIV vor, wenn die versi
cherte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle aufgegeben (
lit
. a) oder eine zumutbare Arbeit abgelehnt hat (
lit
. b). Bei Vorliegen eines entschuldbaren Grundes kann der Sanktionsrahmen des schweren Verschuldens rechtsprechungsgemäss unter
schritten werden. Unter einem entschuldbaren Grund im Sinne von
Art.
45
Abs.
4 AVIV ist demnach ein Grund zu verstehen, der das Verschulden leichter als schwer erscheinen lässt (BGE 130 V 125 E. 3.5).
2.
2.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Dezember 2017 gelangte die Beschwerde
gegnerin zum Schluss, dass eine
selbstverschuldete
Arbeitslosigkeit
im Sinne von
Art.
30
Abs.
1
lit
. a AVIG vorliege, weil
die
Beschwerdeführerin
ihre
Stelle bei der
Y._
gekündigt habe, ohne über eine andere Stelle zu ver
fügen, und ihr
das Verbleiben bei der
Y._
bis zum Finden einer neuen Arbeitsstelle zumutbar gewesen wäre (
Urk.
2 S. 5-
7
). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass
die Beschwerdeführerin mehrfach auf die nach ihrer Ansicht «zweifelhaften
Machenschaften» des neuen Rektors der
Y._
hin
ge
wiesen habe. Gemäss der Beschwerdeführerin habe der Rektor
namentlich
die von der Beschwerdeführerin aufgestellte Finanzplanung, welche die desolate finan
zi
elle Situation der
Y._
aufgezeigt habe, unter Verschluss gehalten und dem Vorstand eine beschönigte Version vorgelegt (
Urk.
2 S. 5).
Hierzu sei festzuhalten, dass
Span
nungen am Arbeitsplatz nach arbeitslosen
versiche
rungs
recht
lichen Gesichts
punkten nicht zu einer unzumutbaren Arbeitsstelle führen
würden
.
Auch d
er von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Kündigungsgrund, wo
nach sie durch die geschilderten Vorfälle mit dem Mobiltelefon und die Arbeits
weise des Rektors vor allem das Vertrauen in das Rektorat und den Vorstand der
Y._
verloren habe, führe nicht zur
Annahme der
Unzumutbarkeit der Arbeits
stelle. Die Beschwerdefüh
rerin habe
sodann
keine schwerwiegenden persönlich
keitsver
letzenden Situationen er
wähnt. Auch habe sie nirgends geltend gemacht, dass die Löhne
-
wegen angespannte
r
Finanzlage der Schule -
nicht mehr recht
zeitig und vollständig hätten beglichen werden können.
Angesichts dieser Sachlage
sei ihr das zumindest vorübergehende Verbleiben an der Arbeitsstelle bis zum Finden einer ihr besser zusagenden Stelle aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht zumutbar gewesen (
Urk.
2 S. 6).
Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführe
rin sei sodann
im
Zeitpunkt, als
s
ie ihre Stelle bei der
Y._
gekündigt habe, keine definitive Kürzung ihres Lohnes beschlossen
gewesen
. Es komme hinzu, dass die fragliche Lohnkürzung um 20
%
unter dem Blickwinkel von
Art.
16
Abs.
2
lit
.
i AVIG nicht zur Unzumutbarkeit führen würde (
Urk.
2 S.
6).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber
im Wesentlichen
vor, dass die Beschwerdegegnerin den Untersuchungsgrundsatz massiv verletzt habe, weil sie die von ihr (der Beschwerdeführerin) geltend gemachten Gründe für die Selbst
kündigung nicht vollständig geprüft habe. Die Beschwerdegegnerin habe weit
ge
hend nur die Frage der drohenden Lohnkürzung behandelt (
Urk.
1 S.
3).
In ihrer Einsprache habe sie unter anderem geltend gemacht, dass sie in zwei Fällen nicht gesetzeskonforme Zahlungen auf Veranlassungen des Rektors habe vor
nehmen müssen (
Urk.
1 S.
4). Ausserdem habe sie die Mitglieder des Vorstandes nicht über die tatsächliche, finanzielle Situation des Trägervereins
(der
Y._
)
orientieren dürfen (
Urk.
1 S.
4-5). Diese Umstände hätten zur Folge, dass die Beschwerde
führerin sowohl zivil- wie strafrechtlich haftbar gemacht werden könne. Ein solches Verhalten, das die Arbeit
geberin ihr abverlangt habe, sei gewiss nicht gesetzes
kon
form. Weil sie dies in Zukunft habe vermeiden wollen, sei sie gezwungen gewesen, das seit 31 Jahren
bestehende Arbeitsverhältnis selbst zu kündigen. Die Beschwerde
geg
nerin habe diese geltend gemachten Umstände, die eine Fortführung des Arbeits
verhältnisses unzumutbar gemacht hätten, nicht wirklich ernsthaft geprüft. Vielmehr seien diese Umstände von der Beschwerde
gegnerin als hinzunehmende Spannungen am Arbeitsplatz abqualifiziert worden.
Mit der Einstellungsregelung soll
e
eine missbräuchliche Inanspruchnahme der Arbeitslosenversicherung ver
hin
dert werden. Eine selbstverschuldete Arbeits
losigkeit liege nur dann vor, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren zuzu
schreiben sei, sondern in vermeidbaren Verhalten der versicherten Person liege. Wenn von einem Arbeitnehmer ein rechtswidriges Ver
halten verlangt werde respektive ver
langt werde, rechtswidriges Verhalten zu tolerieren, so könne die versicherte Person solche Faktoren nicht mehr selbst ver
meiden. Darum könnten diese durch die Arbeitgeberin gesetzten Faktoren nicht der versicherten Person als schuld
haftes Verhalten angerechnet werden. Ihr sei vorliegend ein weiteres Verbleiben an der bisherigen Arbeitsstelle deshalb nicht zuzumuten gewesen (Urk. 1 S. 5).
3.
3.1
In ihrem Kündigungsschreiben vom 2
2.
Mai 2017 führte die Beschwerdeführerin aus, dass sie stets einen ganz wesentlichen Beitrag zum Funktionieren des Schul
betriebs
(der
Y._
)
geleistet habe. Sowohl die Zusammenarbeit mit dem jetzi
gen Rektor wie auch das verlorene Vertrauen in den Vorstand hätten sie dazu gebracht, ihren im Jahr 1986 abgeschlossenen Arbeitsvertrag per 3
1.
August 2017 zu
kündigen. Dass der Rektor dem Vorstand anlässlich der letzten Vor
standssitzung den Antrag ge
stellt habe, ihr den Lohn zu kürzen, beziehungsweise
ihr Pensum
zu verkleinern, sei mehr als nur beleidigend.
Die Reaktionen des Vor
standes darauf,
hätten
ihr aber auch deutlich
ge
zeig
t
, dass der gesamte Schul
vor
stand ihre enorme Arbeit nicht wür
di
gen würde. Die vorgeschlagenen Lohn
kür
zungen seien mit einem verständnis
vol
len Kopfnicken quittiert und ihr Ein
wand, dass Lohnkürzungen bei langjährigen Dozenten und Rektorats
mit
gliedern nicht akzeptabel seien, mit dem simplen Spruch «Lohnkürzungen seien nie erfreulich» abgetan worden. Dabei sei über
sehen worden, dass Lohn auch etwas mit Wert
schätzung zu tun habe
. Ausserdem hätten sowohl der Rektor als auch der gesamte Vorstand ihre Analyse zur finan
ziellen
Situation
der
Y._
kaum zur Kenntnis genommen, obwohl die Revisionsstelle die Resultate der Analyse als plausibel erachtet habe. Ihre übrigen Vorschläge zur Zukunft der
Y._
seien nicht einmal diskutiert worden (
Urk.
5/5).
3.2
In ihrer Stellungnahme zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit der
Y._
vom 1
6.
September 2017
führte die Beschwerdeführerin sodann aus, dass der neu gewählte Rektor der
Y._
am
1.
September 2015 seine Arbeit aufgenommen habe. Anstatt sich um seinen eigenen Arbeitsbereich (Strategie Schulkonzept, Dozentensuche, Marketing) zu kümmern, habe er permanent und unkoordiniert in ihren Arbeitsbereich (Organisation, Administration, Rechnungswesen, Bera
tung von Studierenden, Dozierenden und Experten, Kontakte mit Ämtern, Sub
ventionsinstanzen, Verbänden, Schulvorstand) eingegriffen. Ausserdem habe die Schule ein massives finanzielles Problem, vor dem sie mit Unterstützung der Revisionsstelle
den Rektor und den Präsidenten rechtzeitig gewarnt habe. Anstatt echte Sanierungsmassnahmen zu ergreifen, habe der Vorstand auf Antrag des Rektors beschlossen, ihr nach über 31 Dienstjahren den Lohn massiv zu kürzen. Damit sei es für sie unzumutbar geworden, weiter für die
Y._
zu arbeiten, weshalb sie per 3
1.
August 2017 gekündigt habe (
Urk.
5/20).
4.
4
.1
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin das Anstellungsverhältnis bei der
Y._
am 22. Mai 2017 per 31. August 2017 gekündigt hat, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert gewesen wäre (Urk. 5/5,
Urk.
5/20). Im Folgenden ist deshalb zu prüfen, ob ihr das Verbleiben bei der
Y._
im Zeitpunkt der Kün
di
gung noch zumutbar war oder nicht.
4
.2
4
.2.1
Die Beschwerdeführerin bringt vor, von ihr sei bei der
Y._
ein rechtswidriges Verhalten verlangt worden.
Dabei habe es sich um Vorgänge gehandelt, für die sie sowohl
zivil- wie
auch
strafrechtlich
hätte
haftbar gemacht werden könne
n (Urk. 1 S. 5).
Sie
macht geltend, dass sie
in
den auf Seite 6 ihrer Einsprache vom 26. Okto
ber 2017 beschriebenen zwei Fällen nicht gesetzeskonforme Zahlungen auf Veranlassungen des Rektors habe vornehmen müssen (Urk. 1 S. 4). Dies
be
züglich
führt
e sie in ihrer Einsprache vom 26. Okto
ber 2017
zunächst
aus
, der Rektor der
Y._
sei anlässlich der Vorstandssitzung vom 27.
März 2017
damit
beauftragt worden, dem Vorstand noch vor der Mai-Sitzung
Entscheidgrundlagen
vorzulegen, wie mit der Schule weiter verfahren werden solle.
Da er in der kri
ti
schen Zeit in den Ferien gewesen sei, habe er das Konzept nicht selbst
erarbeite
t, sondern damit einen Kollegen beauftragt. Die Rechnung für die Arbeit des Kolle
gen habe dann die
Y._
bezahlen müssen (Urk. 5/33 S. 6
, vgl. die Beilage 4 zu
Urk.
5/33
). Selbst wenn der Rektor der
Y._
damit tat
sächlich seine Kompe
tenzen über
schritten haben sollte, ist nicht ersichtlich, ge
stützt auf welcher Grundlage die Beschwerdeführerin deswegen zivil- oder straf
rechtlich
hätte belangt werden könn
e
n
.
Der zweite Vorfall betraf das Mobiltelefon, das
sich
der Rektor
offenbar
gekauft hat
te
. Gemäss den Vorbringen der Beschwerdeführerin in ihrer Einsprache
vom 2
6.
Oktober 2017
hat
te
sich der Rektor im Mai 2017 für private Zwecke ein neues Mobiltelefon gekauft. Auf die privat zu bezahlende Rechnung habe
er
sich den Rabatt des
Y._
-Mobiltelefon
s
der Beschwerde
führerin anrechnen lassen
(Urk. 5/33 S. 6)
. In ihrer Einsprache
liess die Beschwer
de
führerin
dazu
noch
ausführen
, dass dies «kein weltbewegender Verstoss gegen die Rechtsordnung» sei
(Urk. 5/33 S. 6)
. Im vorliegenden Ver
fahren
bewertet
die Beschwerdeführerin
den Vorfall als
rechtswidriges Verhalten, was von ihr abver
langt worden sei und sie dem Risiko einer zivil- und strafrecht
lichen Haf
tung ausgesetzt
habe
(
Urk.
1 S. 4-5).
Inwiefern sie mit rechtlichen Konsequenzen hätte rechnen müssen, legte die Beschwerdeführerin nicht dar und ist auch nicht ansatzweise erkennbar.
Der Rektor der
Y._
hat die Beschwerde
führerin einzig gebeten, das Packet mit dem Mobiltelefon ent
gegen zu nehmen und ihm die Rechnung hinzulegen, falls
das Packet
während seiner Ab
wesenheit in der Post sein sollte (
Urk.
5/37). Aufgrund dieser beiden
von der Beschwerde
führerin angeführten
Begebenheiten lag mithin klarerweise keine Un
zumut
barkeit der Fortführung
ihrer
Tätig
keit als Prorektorin der
Y._
vor.
Dass diese beiden Vorkommnisse der Beschwerdeführerin Anlass zur Kündigung ge
geben hätten, ergibt sich denn -
entgegen dem Vor
bringen der Beschwerdeführerin -
weder aus dem Kündigungsschreiben noch aus der
Stellungnahme vom 16. September 2017 E. 3).
4
.2.2
Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, es sei von i
hr
ebenfalls
verlangt wor
den, rechtswi
driges Verhalten zu tolerieren, denn sie habe
den
Mitglieder
n
des
Vorstandes der
Y._
die tatsächliche, finanzielle Situation des Trägervereins (der
Y._
)
nicht mitteilen
dürfen (
Urk.
1 S. 4-5). Dem von der Beschwerde
füh
rerin verfassten Protokoll zur Vorstandssitzung vom 2
7.
März 2017 ist
allerdings
zu entnehmen, dass sie die bei dieser Sitzung Anwesenden über den finanziellen Stand der
Y._
orientiert hat (Beilage 3 zu
Urk.
8/33). Auch aus diesem Vor
bringen kann die Beschwerdeführerin mithin nichts zu ihren Gunsten ableiten.
4
.3
Wenn auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin in ihrem Kündigungs
schreiben vom 2
2.
Mai 2017 (Urk. 5/5) und ihrer Stellungnahme vom 16. Sep
tem
ber 2017 (
Urk.
5/20) abgestellt wird, so ergibt sich, dass
sie mit der
Arbeits
weise des neuen
Re
ktors nicht
einverstanden war
. Dem Schreiben des Rektors vom 1
4.
März 2017 ist sodann zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin Informationen
weiter
ge
geben habe, ohne dies vorgängig mit
ihm
zu besprechen. Er führte dazu aus, dass
er
das «Vertrauensverhältnis zurzeit als empfindlich gestört» empfinde. Er
bat
die Beschwerdeführerin
im selben Schreiben
, ihm ihre Vorgehens
weise und die Hinter
gründe zu erläutern (Beilage 11 zu
Urk.
5/33).
Nach einer solchen Aussprache hätte sich d
as Arbeits
verhältnis
zwischen der Beschwerde
führerin und dem Rektor
freilich auch wieder verbessern können.
Den Protokollen zu den Vorstandsitzungen vom 2
7.
März
und 1
1.
Mai 2017 ist sodann zu ent
nehmen, dass die Beschwerdeführerin de
n
Vorstand über die finan
zielle Situation der
Y._
informieren und auch ihre eigenen Ideen für eine Neuor
ganisation der Schule einbringen konnte (Beilagen 3 und 12 zu
Urk.
5/33). Bei der Sitzung vom 1
1.
Mai 2017
waren die Vorstandsmitglieder der Meinung, dass versucht werden sollte, in diesem Jahr mit einem
(neuen)
Studiengang zu
beginnen
. Jegliche Änderungen der Kostenstruktur
, somit auch
die
Erhöhung der Schulgelder und Lohn
kürzungen
,
sollten
für dieses Ziel
ausgeschöpft werden. Die Beschwerdeführerin
teilte
dem Vorstand
bei dieser Sitzung mit
,
dass
für sie
Lohn
kürzungen bei langjährigen Dozenten und Mitgliedern des Rektorats inakzeptabel s
eien. Danach
beschloss
der Vorstand bei der Sitzung vom
1
1.
Mai 2017
, dass bei 12 Anmeldungen von neuen Studierenden im Sommer 2017 definitiv ein neuer Studiengang gestartet werden
soll
e
. Bei weniger als 12 Anmeldungen solle der Rektor zusam
men mit dem Präsidenten nach weiteren Bu
dgetberechnungen ent
scheiden, ob
mit dem Studiengang begonnen
werden soll. Notwendige Kosten
strukturänderungen sollten je
nach der
Zahl der Angemeldeten der Rektor zusam
men mit dem Präsidenten be
schliessen (Beilage 12 zu
Urk.
5/33). Demnach wusste die Beschwerdeführerin am 2
2.
Mai 2017, als sie ihr Arbeitsverhältnis bei der
Y._
kündigte gar noch nicht, ob
und wie
die befürchtete
Lohnkürzung
tatsäch
lich r
ea
lisiert werden würde
.
Darüber wäre gemäss diesem Vorstands
beschluss erst im Sommer 2017
definitiv
entschieden worden.
Etwas anders lässt sich
auch der
Kündigung
der Beschwerdeführerin
vom 2
2.
Mai 2017 (
Urk.
5/5) nicht ent
nehmen. Die
Y._
führte in ihrer Stellungnahme vom 2
9.
September 2017
dazu
aus, dass
im Zeitpunkt der Kündigung der Beschwerde
führer
in
keine kon
kreten Schritte zum Vollzug der Kostensenkungsmassnahmen bekannt gewesen seien.
Deme
ntsprechend sei damals auch noch keine Änderungs
kündigung bezüglich des Arbeitsverhältnisses der Beschwerdeführerin vorbereitet worden (
Urk.
5/24).
Vor diesem Hintergrund war es somit nicht gerechtfertigt, dass die Beschwerde
führerin bereits rund 10 Tage nach der Vorstandsitzung vom 1
1.
Mai 2017 die Kündigung ausgesprochen hat. Wie festgehalten (E. 1.3) ist bei der Frage der Unzumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz ein strenger Massstab anzu
le
gen. Meinungsverschiedenheiten am Arbeitsplatz oder ein gespanntes Ver
hältnis zu Vorgesetzen
genügen nicht, damit eine Unzumutbarkeit a
ngenommen werden
kann
(E. 1.3;
ARV 1977 Nr. 8 S. 33,
ARV 1986 Nr. 23 S. 92 E. 2b).
D
ie von der Beschwerdeführerin befürchtete Lohnkürzung, war im Zeitpunkt der Kündigung am 2
2.
Mai 2017 noch nicht konkret beschlossen. Es ist nicht aus
ge
wiesen, dass die Beschwerdeführerin im Sinne der Schadenminderungs
pflicht alles Zumutbare unternommen hat, um das aus ihrer Sicht schwierige Arbeits
ver
hältnis zu ver
bessern.
Hinzu kommt:
Auch wenn sie
im Mai 2017
wusste, dass die Möglichkeit einer Lohn
reduktion besteht, wenn sich im Sommer 2017 für den nächsten Studiengang an der
Y._
zu wenig Studierende anmelden
w
ü
rden
, wäre es ihr zumutbar gewesen, am Arbeitsverhältnis zu
mindest so lange festzu
halten, bis sich eine
andere
Arbeits
möglichkeit gezeigt hätte (ARV 1977 Nr. 8 S.
33).
4.4
Unter Würdigung sämtlicher Umstände kann daher nicht davon ausgegangen werden,
dass der Beschwerdeführerin die Fortführung des Arbeitsverhältnisses im Zeitpunkt der Kündigung vom 2
2.
Mai 2017
(
Urk.
5/5)
nicht m
ehr zumutbar war.
Weitere Sachverhaltsabklärungen sind nicht erforderlich (antizipierte Beweis
wür
digung; BGE 124 V 9
0
E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
Auch liegt keine Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
durch die
Beschwerdegegnerin
vor
.
Der Tatbestand der selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit gemäss Art. 30 Abs. 1
lit
.
a AVIG ist demzufolge erfüllt.
5.
5.1
Zu prüfen ist sodann die Dauer der Einstellung, insbesondere der Grad des dafür massgebenden Verschuldens.
5.2
Diesbezüglich führte die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einsprache
ent
sch
eid
vom 18. Dezember 2017 aus, d
ie
Beschwerdeführerin
habe mit ihrer Ein
sprache glaubhaft gemacht, dass sie die Entwicklung am Arbeitsplatz und der damit verbundene subjektiv empfundene Vertrauensverlust in das Rektorat sowie den
Vorstand beschäftigt hätten. Es sei nachvollziehbar, dass bei der Beschwer
de
führerin subjektiv der Wunsch aufgekommen sei, etwas an ihrer Arbeits
situation zu ändern. Dies könne vorliegend zusätzlich in die Beurteilung des Ver
schuldens
grades miteinfliessen, da aufgrund der Rechtslage alle Umstände des konkreten Einzel
falls zu beachten seien. Insgesamt würden jedoch keine Umstände vor
liegen, die ein Abweichen vom schweren Verschuldensgrad recht
fertigen wür
den. Unter Berücksichtigung der gesamten Situation würden daher 31 Ein
stelltage als ange
messen erscheinen (Urk. 2 S. 7).
Aufgrund des Vorge
nannten ist dies nicht zu beanstanden.
6.
Schliesslich beantragt
e
die Beschwerde
führe
rin,
dass
ihr für das
Einsprache
ver
fahren
eine Parteientschädigung zuzusprechen
sei
(
Urk.
1 S. 6).
Mit angefoch
te
ne
m
Ein
spracheentscheid
vom
1
8.
Dezember 2017 hiess die Beschwerdegeg
nerin die Einsprache der Beschwerdeführerin teilweise
gut
und reduzierte die Ein
stellung in der Anspruchsberechtigung von 36 auf 31 Tage (Urk. 2).
Eine Partei
entschädigung hat sie der Beschwerdeführerin jedoch nicht zugesprochen
, weil g
emäss
Art.
52
Abs.
3 Satz 2
ATSG
im
Einspracheverfahren
in der Regel keine Partei
entschädigungen
zugesprochen
würden und keine Umstände ersichtlich seien, welche ein Abweichen von der Regel erlauben würden (
Urk.
2 S. 7-8).
In seiner neueren Rechtsprechung führte das Bundesgericht aus, dass der Gesetz
ge
ber die ausnahmsweise Zusprechung einer Parteientschädigung im
Einsprache
verfahren
lediglich unter einer Bedingung als zulässig und geboten erachtet habe: Der Ein
sprecher, der nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, um die Anwalts
kosten selbst zu tragen, und der im Fall des Unterliegens einen unentgeltlichen Rechtsvertreter (
Art.
37
Abs.
4 ATSG) hätte beanspruchen können, soll bei Obsie
gen vom unterliegenden Versicherungsträger entschädigt werden (Urteil des Bun
desgerichts
9C_877/2017 vom 2
8.
Mai 2018
E. 8.2
mit Hinweis auf BGE 130 V 570 E. 2.2
)
.
Weil die Beschwerdeführerin nicht dargetan hat, dass sie
wegen prozessualer Bedürftigkeit
Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsvertreter hätte (
Art.
37
Abs.
4 ATSG),
und ein solcher Anspruch aufgrund der Angaben in den vor
liegenden Akten auch nicht offen
sichtlich erscheint,
besteht
auch kein An
spruch auf eine Parteientschädigung im
Einspracheverfahren
.
7.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.