Decision ID: 86306709-d6b6-4dae-8180-fbb8833b7e50
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
in Sachen
A._
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Pascale Hartmann, c/o procap,
Froburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente (Aufhebung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ verletzte sich im Sommer 2000 bei einem Treppensturz am Rücken.
Nachdem im Jahr 1998 eine Rückenoperation (Wirbelversteifung) vorgenommen
worden war, stürzte die Versicherte am 30. Oktober 2001 und am 12. Mai 2003 erneut
auf einer Treppe (IV-Fremdakten; IV-act. 76-15/23f). Im November 2003 meldete sie
sich zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Dr. med. B._,
diagnostizierte am 29. Januar 2004 rezidivierende lumbale Rückenschmerzen bei
Status nach dorsaler Aufrichtungsspondylodese Th10 bis L4 1998 bei kongenitaler
Skoliose mit Stabbruch auf Höhe L2 links seit 1998. Die Ärztin bescheinigte eine
50 %ige Arbeitsfähigkeit seit 21. Mai 2003 (IV-act. 9). Mit Verfügung vom 12. März
2004 lehnte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Gesuch um berufliche
Massnahmen ab, da die Versicherte angemessen eingegliedert sei (IV-act. 15). Am 18.
Juni und 15. Juli 2004 erstattete Dr. med. C._, ärztliche Berichte (IV-act. 26f; vgl.
auch IV-act. 28). Mit Verfügungen vom 17. Dezember 2004 sprach die IV-Stelle der
Versicherten mit Wirkung ab 1. Mai 2004 eine halbe (IV-Grad von 50 %) und mit
Wirkung ab 1. August 2004 eine ganze (IV-Grad von 100 %) Rente zu (IV-act. 36).
A.b Dr. C._ berichtete am 21. Juli 2005, der Gesundheitszustand der Versicherten
sei stationär. Es bestehe (bei im Übrigen unveränderter Diagnose) der Verdacht auf
Pseudoarthrose und Nervenwurzelkompression rechts. Sie habe ausgeprägte lage-
und belastungsabhängige Schmerzen, so dass sie ihr drei Monate altes Kind nicht
selber herumtragen könne. Der arbeitslose Ehemann versorge den Säugling. Die
Beschwerden seien glaubwürdig. In der bisherigen sowie in anderer Tätigkeit betrage
die Leistungsfähigkeit der Versicherten ca. 30 % (IV-act. 45-3/7f). Nach Durchführung
von weiteren Abklärungen verfügte die IV-Stelle am 23. Januar 2006 die Herabsetzung
des Rentenanspruchs von einer ganzen auf eine halbe Rente. Zur Begründung führte
sie aus, seit der Geburt ihres Kindes im April 2005 wäre die Versicherte als Gesunde zu
50 % erwerbstätig; hier bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 70 %. Im Haushaltbereich
(Anteil 50 %) sei eine Einschränkung von 34 % ermittelt worden. Hieraus resultiere ein
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Invaliditätsgrad von 52 % (IV-act. 59). Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am
20. Februar 2006 Einsprache mit der Begründung, ihr Gesundheitszustand habe sich
nicht gebessert. Ihr Mann müsse für die elf Monate alte Tochter sorgen, da sie dazu
nicht in der Lage sei (IV-act. 65). Am 21. Juni 2006 sistierte die IV-Stelle das Verfahren
bis zum Vorliegen des MEDAS-Gutachtens (IV-act. 73). Am 20. Juni 2006 war das
zweite Kind der Beschwerdeführerin zur Welt gekommen (IV-act. 92-3/4).
A.c Nach Erstattung des MEDAS-Gutachtens (IV-act. 76) und Durchführung von
weiteren Abklärungen stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 5.
November 2007 die Wiedererwägung der Verfügung vom 17. Dezember 2004 wegen
offensichtlicher Unrichtigkeit (Einstellung der Rente per 1. August 2005) in Aussicht (IV-
act. 86). Am 19. November 2007 gab die Versicherte ihre Einwände zu Protokoll (IV-act.
90). Am 3. Januar 2008 reichte ihre Rechtsvertreterin eine Stellungnahme ein (IV-act.
100). Nachdem weitere Abklärungen durchgeführt worden waren, verfügte die IV-Stelle
am 19. Februar 2009, die Verfügung vom 17. Dezember 2004 werde in
Wiedererwägung gezogen und wegen offensichtlicher Unrichtigkeit insofern
aufgehoben, als sie der Versicherten ab 1. August 2004 eine ganze Rente zuspreche.
Ab 1. August 2005 bestehe kein Rentenanspruch mehr. Die ab 1. Januar 2005 zu
Unrecht bezogenen Rentenleistungen seien zurückzuerstatten. Die Rentenzahlungen
würden per sofort eingestellt (IV-act. 127).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwältin Pascale Hartmann, procap, Olten,
für die Versicherte mit Eingabe vom 23. März 2009 Beschwerde mit den Anträgen, die
Verfügung sei aufzuheben, es sei der Beschwerdeführerin weiterhin eine ganze
Invalidenrente auszurichten und es sei ihr für sämtliche ordentlichen und
ausserordentlichen Kosten die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und sie von
der Pflicht zur Leistung eines Kostenvorschusses zu befreien. Zur Begründung legte
die Rechtsvertreterin unter anderem dar, die nachträglich andere Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit durch die Medas sei eine unterschiedliche Würdigung des gleichen
medizinischen Sachverhalts. Es handle sich um eine retrospektive Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit zurückgehend auf März 2004. Dies rechtfertige noch keine
Wiedererwägung. Zudem könne die damalige Bestandesaufnahme noch nicht als
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offensichtlich falsch beurteilt werden. Es habe eine Beurteilung von Dr. C._ sowie
eine Bestätigung durch den RAD vorgelegen. Auch die spätere Beurteilung durch den
RAD vom Juli 2005 sei zu keinem anderen Ergebnis gekommen. Im Übrigen habe auch
der Vertrauensarzt der Concordia die Festlegung der 100 %igen Arbeitsunfähigkeit als
nachvollziehbar erachtet. Die Geburt des ersten und des zweiten Kindes sei von der
Beschwerdeführerin der Ausgleichskasse gemeldet worden. Die Beschwerdeführerin
habe im Einwand geltend gemacht, sie sei von der Concordia über die Reduktion des
Taggeldes von 100 % auf 50 % nicht informiert worden. Auch Dr. C._ habe ihr die
Steigerung der Arbeitsfähigkeit ab 7. September 2004 nicht mitgeteilt. Die Erhöhung
der Arbeitsfähigkeit auf 50 % sei versuchsweise erfolgt. Im Lauf der Zeit habe sich
gezeigt, dass die 50 %ige Arbeitsfähigkeit nicht umsetzbar gewesen sei. Es liege auch
diesbezüglich keine Meldepflichtverletzung vor. Die Beschwerdeführerin müsste bei
voller Gesundheit heute aus finanziellen Gründen 100 % arbeiten. Zum Zeitpunkt der
erstmaligen Abklärung und auch der zweiten Abklärung sei sie bereits nicht mehr durch
das Stillen ans Haus gebunden gewesen. Die finanziell schwierige Situation sei
aktenkundig. Der Ehemann sei im Rahmen von temporären Einsätzen als Bauarbeiter
tätig. Zudem bestünden private Schulden von Fr. 20'000.--. Heute beziehe die Familie
der Beschwerdeführerin Sozialhilfe. Die Betreuung der Kinder wäre durch die
verschiedenen Familienangehörigen und den Vater sichergestellt. Ein Grossteil der
Familie lebe im gleichen Dorf wie die Beschwerdeführerin. Die Beschwerdeführerin
wäre auch bereit, die Kinder vorübergehend bei Angehörigen im Ausland
unterzubringen. Bedingt durch die starken Rückenbeschwerden werde auch heute die
Kinderbetreuung durch den Vater und Familienmitglieder übernommen. Aus
medizinischer Sicht mache die Beschwerdeführerin geltend, dass sich die
gesundheitliche Situation verschlechtert habe. Es sei aus der Sicht der
Beschwerdeführerin notwendig, beim Kantonsspital St. Gallen eine medizinische
Stellungnahme zum Ausschluss der Pseudarthrose einzuholen. Der entsprechende
Arztbericht werde nachgereicht (act. G 1).
B.b Mit Eingabe vom 7. April 2009 reichte die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin einen Darlehensvertrag vom 9. Juli 2008 sowie eine Bescheinigung
der Gemeinde D._ vom 23. März 2009 nach (act. G 4).
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B.c In der Beschwerdeantwort vom 22. Juni 2009 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die
Ausführungen in der angefochtenen Verfügung und legte unter anderem dar, die
Beschwerdeführerin habe die Geburt des ersten Kindes nicht gemeldet. Im Medas-
Gutachten vom 8. Januar 2007 sei - für sie erstmals erkennbar - auf die Geburt des
zweiten Kindes der Beschwerdeführerin hingewiesen worden. Die zum Zeitpunkt der
erstmaligen Leistungszusprechung involvierten Ärzte seien sich darin einig gewesen,
dass die damals ausgeübte Tätigkeit der Beschwerdeführerin ungünstig gewesen sei,
da darin eine erhebliche Einschränkung bestanden habe. Es hätte damals eine
Diskussion über eine günstigere Tätigkeit stattfinden müssen. Dies sei unterblieben.
Damit sei eine Verletzung der Abklärungspflicht ausgewiesen, die eine
Wiedererwägung rechtfertige. Eine zweifellose Unrichtigkeit könne auch bei einer
unvollständigen Sachverhaltsabklärung aufgrund einer klaren Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes gegeben sein. Dazu komme, dass die damalige Annahme
einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit sich einzig auf die Schätzungen des behandelnden
Allgemeinmediziners gestützt hätten, der sich stark an die Angaben der
Beschwerdeführerin angelehnt habe. Eine fachärztliche Schätzung wäre daher
unumgänglich gewesen. Die Medas habe erstmals die Frage der Leistungsfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit beantwortet. Eine unterschiedliche Würdigung des gleichen
Sachverhalts könne allenfalls darin gesehen werden, dass dem behandelnden Arzt und
der Medas betreffend die ehemalige Tätigkeit unterschiedliche Stellenprofile
vorgeschwebt hätten, so dass die Medas zum Schluss gekommen sei, auch in der
bisherigen Tätigkeit bestehe keine wesentlich grössere Einschränkung als in einem
angepassten Arbeitsplatz. Die Beschwerdeführerin sei ihren Auskunfts- und
Meldepflichten nicht nachgekommen. Hätte sie diesen Pflichten entsprochen, wäre sie
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht in den Genuss der tatsächlich erwirkten
Leistungen gekommen. Die Beschwerdegegnerin hätte mit dem Rentenentscheid
zugewartet bis nach der Geburt des ersten Kindes und hätte über den gesamten
relevanten Zeitraum gemeinsam entschieden. Damit wäre es nicht zur Entrichtung der
ungerechtfertigten Leistung gekommen. Durch die verspätete Kenntnis des
vollständigen Sachverhalts sei sie zu einem offenkundig langwierigen
Revisionsverfahren gezwungen worden, währenddessen sie die bisherigen Leistungen
weiterhin habe erbringen müssen. Die Pflichtverletzung der Beschwerdeführerin sei
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kausal für die Weiterentrichtung der Leistungen. Zum Zeitpunkt der Geburt des ersten
Kindes sei es für die Beschwerdeführerin klar gewesen, dass zwar ein Zuverdienst
nötig gewesen wäre, dass sie sich aber auf ein halbes Pensum beschränkt hätte.
Dagegen sei ihre Darstellung vom 15. Juni 2007 völlig unglaubwürdig. Es sei nicht
anzunehmen, dass sie ihre beiden Kinder "irgendwo" untergebracht, allenfalls sogar im
Ausland platziert hätte. Da dies auch das Sozialamt für unzumutbar gehalten hätte,
hätte es die Beschwerdeführerin bei finanziellen Engpässen vorgezogen, Sozialhilfe zu
empfangen. Zudem habe ihr Ehemann damals wenigstens ein bescheidenes
Einkommen erzielen können. Die behauptete heutige Verschlechterung des
Gesundheitszustands vermöge die Rechtmässigkeit der Wiedererwägung nicht in
Frage zu stellen. Über eine allfällige Neuanmeldung sei hier nicht zu entscheiden.
B.d Am 23. Juni 2009 bewilligte die zuständige Abteilungspräsidentin das Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und unentgeltliche
Rechtsvereiständung) für das vorliegende Verfahren.
B.e Mit Replik vom 6. August 2009 (act. G 11) und Duplik vom 16. September 2009
(act. G 13) bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.
B.f Eine Anfrage des Versicherungsgerichts vom 23. Juni 2011 beantwortete Dr.
C._ mit Eingabe vom 30. Juni 2011 (act. G 18, 19). Hierzu nahm die Rechtsvertreterin
der Beschwerdeführerin am 25. Juli 2011 Stellung (act. G 21).

Considerations:
Erwägungen:
1.
1.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin
für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
ATSG [SR 830.1]). Anlass zur Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede
wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch
dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
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gebliebenen Gesundheitszustands erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw.
3.5). Bei der Rentenrevision (auf Gesuch hin oder von Amtes wegen) ist zeitlicher
Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des
Invaliditätsgrads die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V
108 Erw. 5). Zum Vergleich heranzuziehen ist der Sachverhalt zur Zeit der streitigen
Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 Erw. 2 mit Hinweisen) bzw. des
Einspracheentscheids.
1.2 Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG kann die Verwaltung eine formell rechtskräftige
Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat,
in Wiedererwägung ziehen, wenn sie zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von
erheblicher Bedeutung ist (BGE 127 V 469 Erw. 2c mit Hinweisen). Von der
Wiedererwägung ist die so genannte prozessuale Revision von
Verwaltungsverfügungen zu unterscheiden. Danach ist die Verwaltung verpflichtet, auf
eine formell rechtskräftige Verfügung zurückzukommen, wenn erhebliche neue
Tatsachen oder neue Beweismittel entdeckt werden, deren Beibringung zuvor nicht
möglich war (Art. 53 Abs. 1 ATSG) und die geeignet sind, zu einer andern rechtlichen
Beurteilung zu führen (BGE 127 V 469 Erw. 2c mit Hinweisen). Im Rahmen der
Wiedererwägung kann die Verwaltung nicht zu zusätzlichen Abklärungen verhalten
werden. Fehler in der ursprünglichen Sachverhaltsfeststellung lassen sich nur auf dem
Wege der prozessualen Revision korrigieren (SVR 1997 EL Nr. 36 S. 108 Erw. 3c;
RKUV 2000, 106 Erw. 3). Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel
daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss -
derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - möglich (BGE 125 V 383 Erw. 6a S. 393;
Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches
Versicherungsgericht, EVG] vom 10. Mai 2006 [U 378/05] Erw. 5.2 und 5.3, und Urteil
des EVG [C 29/04] vom 24. Januar 2005 Erw. 3.1.1, ferner etwa Urteil des EVG [I
912/05] vom 5. Dezember 2006 Erw. 3.2, je mit Hinweisen). Das Erfordernis der
zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn die gesetzeswidrige
Leistungszusprechung auf Grund falscher oder unzutreffender Rechtsregeln erlassen
wurde oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden
(BGE 103 V 126 E. 2a S. 128; ARV 1996/97 Nr. 28 S. 158). Anders verhält es sich, wenn
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der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt,
deren Beurteilung in Bezug auf gewisse Schritte und Elemente (z.B.
Invaliditätsbemessung, Einschätzungen der Arbeitsunfähigkeit, Beweiswürdigungen,
Zumutbarkeitsfragen) notwendigerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die
Beurteilung solcher Anspruchsvoraussetzungen (einschliesslich ihrer Teilaspekte wie
etwa die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit) vor dem Hintergrund der Sach- und
Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung
darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (Urteil des
Bundesgerichts [I 907/06] vom 7. Mai 2007 Erw. 3.2.1 mit Hinweisen; Urteil des
Bundesgerichts [9C_215/2007] vom 2. Juli 2007, Erw. 3.2 mit Hinweisen).
1.3 Eine Rückforderung von unrechtmässig bezogenen Geldleistungen (Art. 25 ATSG)
ist in der Sozialversicherung nur unter den für die Wiedererwägung oder die
prozessuale Revision formell rechtskräftiger Verfügungen massgebenden
Voraussetzungen zulässig (BGE 130 V 380 Erw. 2.3.1 mit Hinweisen). Eine
rückwirkende Aufhebung oder Berichtigung einer Invalidenrente (ex tunc) und damit
verbunden die Rückerstattung unrechtmässig bezogener Rentenbetreffnisse (Art. 25
Abs. 1 erster Satz ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG) greifen dann Platz, wenn
der Tatbestand des Art. 88 Abs. 2 lit. b IVV (SR 831.201) erfüllt ist. Danach erfolgt die
revisionsweise Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente rückwirkend vom
Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung an, wenn die unrichtige Ausrichtung
der Leistung darauf zurückzuführen ist, dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat
oder der ihm gemäss Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist.
Laut dieser Verordnungsbestimmung haben unter anderen der Berechtigte oder sein
gesetzlicher Vertreter jede für den Leistungsanspruch wesentliche Änderung,
namentlich eine solche des Gesundheitszustands, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit
und der persönlichen und gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse
unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen. Für den Tatbestand der Meldepflichtverletzung
ist ein schuldhaftes Fehlverhalten erforderlich, wobei nach ständiger Rechtsprechung
bereits eine leichte Fahrlässigkeit genügt (BGE 119 V 431 Erw. 2, Urteil des
Bundesgerichts [8C_1042/2009] vom 12. April 2010 Erw. 2.2; Ulrich Meyer,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 2. Auflage 2010, S. 406). Die Frage
nach der im Einzelfall gebotenen Aufmerksamkeit ist frei überprüfbare Rechtsfrage,
soweit es darum geht festzustellen, ob ein Rentenbezüger angesichts der jeweiligen
bis
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tatsächlichen Verhältnisse seine Pflicht zur Meldung einer für den Leistungsanspruch
wesentlichen Änderung hätte erkennen können (Urteil des Bundesgerichts vom 8.
September 2010 i/S J. [9C_570/2010] Erw. 3 mit Hinweisen).
2.
2.1 Nachdem Dr. B._ am 29. Januar 2004 eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit seit 21.
Mai 2003 attestiert hatte (IV-act. 9), bescheinigte Dr. C._ am 18. Juni und 15. Juli
2004 einen verschlechterten Gesundheitszustand mit veränderter Diagnose sowie eine
volle Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin an ihrem bisherigen Arbeitsplatz seit
27. Mai 2004. Zudem wolle sie schwanger werden (IV-act. 26f; vgl. auch IV-act. 28). Am
21. Juli 2005 bestätigte Dr. C._ einen stationären Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin bei unveränderter Diagnose (Zustand nach dorsaler
Aufrichtungspondylodese im November 1998 bei kongenitaler Lumbalskoliose). Es
bestehe der Verdacht auf Pseudarthrose und Nervenwurzelkompression rechts. Die
Beschwerdeführerin habe ausgeprägte lage- und belastungsabhängige Schmerzen, so
dass sie ihr drei Monate altes Kind nicht selber herumtragen könne. Der arbeitslose
Ehemann versorge den Säugling. Die Beschwerden seien glaubwürdig. Er habe immer
auf eine Leistungsfähigkeit von 50% gehofft (IV-act. 45-3/7f, 66). Eine
Haushaltabklärung vom November 2005 ergab ausgehend von der Annahme, dass die
Beschwerdeführerin als Gesunde zu 50 % erwerbstätig wäre, eine Einschränkung im
Haushalt von 34 %. Dabei seien nur jene Hilfeleistungen berücksichtigt worden, welche
das übliche Mass an Mitarbeit durch den (damals arbeitslosen) Ehemann im Sinn der
Schadenminderung übersteigen würden. Der Bericht wurde von der
Beschwerdeführerin visiert (IV-act. 56-14/15).
2.2 Eine Medas-Begutachtung ergab gemäss Bericht vom 8. Januar 2007 die
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eines persistierenden
lumbospondylogenen Syndroms mit pseudoradikulären Ausstrahlungen links. Als
Nebendiagnose (ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) führten die
Gutachter eine psychogene Überlagerung und einen Status nach zweimaliger Sectio
an. Zur Begründung legten sie unter anderem dar, der Pact-Test zeige eine sehr tiefe
Selbsteinschätzung der körperlichen Leistungsfähigkeit, welche rein somatisch nicht
erklärt werden könne und weder mit dem Untersuchungsbefund noch den
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angegebenen Haushalttätigkeiten und der Säuglingspflege vereinbar sei. Die im
Abklärungsbericht Haushalt vom 1. Dezember 2005 angegebene Einschränkung als
Hausfrau mit einem Drittel sei aus rheumaorthopädischer Sicht einigermassen
nachvollziehbar; wegen des Verhaltens der Beschwerdeführerin seien aber exaktere
Untersuchungen der thorakolumbalen Wirbelsäule und zum Teil des Neurostatus nicht
durchführbar, so dass auf die prozentualen Angaben nicht näher eingegangen werden
könne. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe aus rheumaorthopädischer Sicht
eine mindestens 50 %ige Arbeitsfähigkeit (vollschichtig halbtags), spätestens seit März
2004 (Arztbericht Kantonsspital St. Gallen vom 16. März 2004). Aus psychiatrischer
Sicht bestehe in einer rückenadaptierten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit. Wegen
verweigerter adäquater Untersuchung der Wirbelsäule seien in Bezug auf die
Arbeitsfähigkeit als Hausfrau exaktere Angaben aus rheumaorthopädischer Sicht nicht
möglich; diese dürfte eher mehr als 50 % betragen. Unter Berücksichtigung der zwei
Kleinkinder sei eine mehr als 50 %ige Beschäftigung ausser Haus nicht zumutbar. Bei
anderer Tätigkeit (keine körperlichen Schwerarbeiten mit Heben und Tragen schwerer
Gewichte über 20-30 kg, keine häufigen Tätigkeiten mit voller Rumpfrotation oder
Extension, keine langdauernden Arbeiten in einer unergonomischen Flexionsstellung
oder Tätigkeiten mit wiederholten axialen Schlägen) bestehe ebenfalls eine 50 %ige
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 76 S. 15-21). Im Abklärungsbericht Haushalt vom 23. Juli 2007
wurde eine Einschränkung im Haushalt von 32 % festgestellt. Bezüglich der einzelnen
Haushaltverrichtungen seien die Einschränkungen (nach Darlegung der
Beschwerdeführerin) im Vergleich zur ersten Abklärung vom November 2005
unverändert geblieben. Im ersten Bericht sei unter Punkt 6.1 (Haushaltführung) ein
Berechnungsfehler unterlaufen (IV-act. 83-8/8). Durch eine am 30. November 2007 am
Kantonsspital St. Gallen vorgenommene Infiltration der Facettengelenke konnte keine
Schmerzreduktion erzielt werden (IV-act. 125-8/10). Dr. med. E._, Kantonsspital St.
Gallen, berichtete am 31. Januar und 17. Oktober 2008, der Befund im
Thorakolumbalbereich habe sich nach Darlegung der Beschwerdeführerin seit ihrem
Treppensturz 2003 eigentlich nicht verändert. Sie sei zur Zeit zu 100 % berentet und
könne nur unter Einnahme von Analgetika den Tag beschreiten. Mit der Patientin sei
besprochen worden, dass nur durch eine Revision der Aufrichtungsspondylodese eine
Beschwerdebesserung erreicht werden könne. Sie werde sich überlegen, ob sie diese
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Operation durchführen möchte. Sie sei in der bisherigen Tätigkeit zu 100 %
arbeitsunfähig (IV-act. 115, 116-5/6).
3.
3.1 Mit der Verfügung vom 19. Februar 2009 (IV-act. 127) wurde diejenige vom
17. Dezember 2004 insofern abgeändert, als sie die der Beschwerdeführerin ab August
2004 zugesprochene ganze Rente als offensichtlich falsch bezeichnete (IV-act.
127-2/4), jedoch die Rente erst mit Wirkung ab August 2005 vollständig einstellte
(Verfügungsanpassung drei Monate nach Geburt des ersten Kindes im Zug des
Wechsels der Rentenbemessungsmethode [vgl. IV-act. 33-1/2 und 127-3/4]). Implizit
bestätigte sie die ganze Rente von August bis Dezember 2004 bzw. die halbe Rente
von Januar bis Juli 2005. Eine Rückforderung wurde denn auch - ohne Fixierung des
Betrages - erst per 1. Januar 2005 verfügt (Ziff. 3 des Dispositivs der angefochtenen
Verfügung). Ein Rückforderungsbetrag wurde von der SVA erst am 22. Mai 2009
separat verfügungsmässig festgelegt (Verfügung vom Referenten nachträglich
angefordert).
3.2 Ein Rentenanspruch kann sich nicht nur bei wesentlicher Veränderung des
Gesundheitszustands, der erwerblichen Auswirkungen (oder der Auswirkungen in
Bezug auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) und bei Wandlung des
Aufgabenbereichs (vgl. BGE 105 V 30 mit Hinweisen und BGE 113 V 275 Erw. 1a)
verändern, sondern auch dadurch, dass in dem für die Methodenwahl massgeblichen
hypothetischen Sachverhalt wesentliche Änderungen eingetreten sind. Die in einem
bestimmten Zeitpunkt massgebende Methode der Invaliditätsschätzung präjudiziert die
künftige Rechtsstellung des Versicherten somit nicht (BGE 117 V 198 Erw. 3b). Die
Rechtsprechung verlangt für neue Annahmen bei der Validenkarriere einen
überwiegend wahrscheinlichen hypothetischen Verlauf (BGE 117 V 194 Erw. 3b; SVR
1996 IV Nr. 76 Erw. 2c). Ein Methodenwechsel darf nur vorgenommen werden, wenn er
zwingend notwendig ist (vgl. ZAK 1969 S. 745; BGE 104 V 149 Erw. 2; vgl. Gabriela
Riemer-Kafka, Veränderungen der familiären Verhältnisse als Rentenrevisionsgrund in
der IV, in: R. Schaffhauser/F. Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der
Sozialversicherung, 111). Der Methodenwechsel setzt eine Nachführung der
hypothetischen Lebensentwicklung voraus. Es wird auf den realen Verlauf persönlicher
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und familiärer Verhältnisse nach Eintritt der Invalidität (und unter den Einwirkungen der
Invalidität) abgestellt, obwohl diese Verhältnisse an sich ohne kausalen Einfluss auf die
Invalidität sind. Aus dieser Realität wird auf wesentliche Änderungen im massgeblichen
hypothetischen Sachverhalt (BGE 117 V 198 Erw. 3b) geschlossen. Auf eine allgemeine
Erfahrung über das Verhalten der Mütter nach der Geburt von Kindern lässt sich
indessen heute nicht mehr zurückgreifen (Gabriela Riemer-Kafka, a.a.O., S. 93ff, 115
und 116). Auf eindeutige Lebensentwürfe und Lebenserfahrungen ist in der modernen
Gesellschaft für unterschiedlichste Arten beruflichen Fortkommens immer weniger
Verlass. Darum ist es gerechtfertigt, den Methodenwechsel nur bei triftigen Gründen
zuzulassen, etwa wenn ein Festhalten an der bisherigen Methode missbräuchlich wäre
(Entscheid des st. gallischen Versicherungsgerichts vom 25. Oktober 2001 i/S L.V.-R.
[IV 2001/3], Erw. 3e).
Sowohl bei der erstmaligen Rentenprüfung wie im Revisionsverfahren (BGE 117 V 199
Erw. 3b) sind bei der Wahl der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode die
persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse massgeblich. Bei
verheirateten Versicherten ist überdies die eherechtliche Aufgaben- und
Rollenverteilung im Rahmen der ehelichen Gemeinschaft zu beachten (BGE 117 V 196
Erw. 4). Es ist den Ehegatten überlassen, sich über die Rollenverteilung sowie über Art
und Umfang ihrer Beiträge an den Unterhalt der Familie zu einigen (Art. 163 Abs. 2
ZGB) und sich über die für die Bestreitung ihrer eigenen und der Bedürfnisse ihrer
Kinder zweckmässige und notwendige Aufgabenverteilung zu verständigen (BGE 117 V
196 f Erw. 4b, BGE 114 II 15 Erw. 3). Für die Beurteilung und Festlegung des von
Versicherten im Gesundheitsfall mutmasslich ausgeübten Aufgabenbereichs - nur
häusliche, teilweise oder gänzlich ausserhäusliche Tätigkeit - sind ausser der
finanziellen Notwendigkeit, eine Erwerbstätigkeit wiederaufzunehmen oder
auszudehnen, auch allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern,
ferner das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen
Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (BGE 117 V 194 f. Erw. 3b). Ob im
Gesundheitsfall eine Änderung der bisherigen Aufgabenteilung vollzogen worden wäre,
ist somit aufgrund einer Gesamtwürdigung der persönlichen, beruflichen, sozialen und
ökonomischen Umstände zu beurteilen, wobei keinem dieser Kriterien zum vornherein
vorrangige Bedeutung zukommt (BGE 117 V 197f Erw. 4b; AHI 1996 S. 198 Erw. 1c;
AHI 1997 S. 289 f. Erw. 2b). Eine Auswirkung der familiären Verhältnisse auf den
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Invaliditätsgrad kommt insbesondere dann zum Tragen, wenn sich die Anzahl der
Mitglieder der Gemeinschaft verändert. Damit präsentieren sich in der Regel Art und
Umfang der bisherigen Aufgaben in einem anderen Bild und lassen auch
Verschiebungen der nichterwerblichen zur erwerblichen Tätigkeit und umgekehrt zu
(Gabriela Riemer-Kafka, a.a.O., S. 106).
3.3 Die Beschwerdeführerin war seit August 2000 als Betriebsangestellte bei der
F._ AG vollzeitlich und nach Eintritt des Gesundheitsschadens ab August 2003 zu 50
% tätig (IV-act. 10, 11). Im Zeitpunkt der Verfügung vom 19. Februar 2009 war sie
Mutter von zwei Kindern im Alter von zwei und drei Jahren. Der Betreuungsbedarf der
Kinder in diesem Alter ist ganz erheblich. Andererseits ist zu berücksichtigen, dass die
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der ersten Verfügung vom 17. Dezember 2004 - vor
der Geburt der Kinder (im April 2005 und Juni 2006) - als vollerwerbstätig eingestuft
wurde. Anlässlich der Haushaltabklärung vom November 2005 wurde davon
ausgegangen, dass sie ohne Behinderung aus finanziellen Gründen mit dem Kleinkind
(damals war das zweite Kind noch nicht geboren) zu rund 50 % erwerbstätig wäre. Der
Ehemann sei seit rund acht Monaten arbeitslos, habe jedoch keinen ALV-
Leistungsanspruch. Die Familie lebe einzig von der IV-Rente der Beschwerdeführerin.
Sie habe auch Schulden machen müssen. Die Beschwerdeführerin hatte den
entsprechenden Bericht ohne weiteren Kommentar unterzeichnet (IV-act. 56-2/15,
56-14/15). Im Medas-Gutachten vom 8. Januar 2007 wurde festgehalten, die
Beschwerdeführerin könne nur leichtere Haushaltarbeiten selber machen; schwerere
Arbeiten würden vom Ehemann, von der im selben Ort wohnenden Schwester oder
weiteren Familienangehörigen oder einer Nachbarin übernommen. Der Ehemann erziele
aktuell ein monatliches Einkommen von ca. Fr. 3'000.-- (IV-act. 76-15/23). In einer
weiteren Haushaltabklärung vom Juni 2007 machte Beschwerdeführerin geltend, dass
sie ohne ihren Gesundheitsschaden (mit zwei Kindern) vollerwerbstätig wäre, obwohl
sie keine Verwandten in der Nähe habe. Sie würde die beiden Kinder einer
Pflegemutter oder Babysitterin übergeben. Der Berichterstatter hielt dazu unter
anderem fest, ein solches Vorhaben sei angesichts des Alters der Kinder (damals 12
bzw. 26 Monate) nicht realistisch. Deshalb werde an der bisherigen Aufteilung
Haushalt/Erwerb von 50/50 festgehalten. Zudem habe der Ehemann im Gegensatz zur
Situation anlässlich der ersten Abklärung seit rund einem Jahr wieder eine Arbeit (IV-
act. 83). Im Einwand vom 19. November 2007 brachte die Beschwerdeführerin dann
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vor, sie habe verschiedene Familienangehörige an ihrem Wohnort (Eltern, Schwester,
Onkel); vor allem die Mutter hätte die Kinder hüten können, oder sie würden in einer
Krippe untergebracht oder den Angehörigen im Kosovo übergeben (IV-act. 90). Im
vorliegenden Verfahren lässt sie daran festhalten, dass sie als Gesunde weiterhin zu
100% erwerbstätig wäre.
3.4 Den Akten ist zu entnehmen, dass die beiden Kinder - offenbar im
Zusammenhang mit dem Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin - im Jahr 2007
während einiger Zeit im Kosovo von Verwandten betreut wurden, wobei sie ihre Kinder
vermisst habe (IV-act. 83-1/8). Ob die Beschwerdeführerin auch im Gesundheitsfall
bereit gewesen wäre, diese (wohl für alle Beteiligten einschneidende) Betreuungsart zu
realisieren, erscheint nicht überwiegend wahrscheinlich, zumal es sich dabei nicht
bloss um kurzfristige Veränderungen gehandelt hätte. Nach Lage der Akten ist der
Ehemann der Beschwerdeführerin wieder erwerbstätig (vgl. IV-act. 116) und kann sich
dementsprechend lediglich in den arbeitsfreien Zeiten um die Kinder kümmern. Bei den
Hausarbeiten wird die Beschwerdeführerin ebenfalls vom Ehemann sowie von der
Schwester und weiteren Familienangehörigen unterstützt (IV-act. 76-15/23). Wäre die
Beschwerdeführerin als vollständig Gesunde wie ihr Ehemann zu 100% erwerbstätig,
müssten die beiden Kinder durch eine Drittperson betreut werden. Der Verdienst, den
die Beschwerdeführerin, welche über keine Berufsausbildung verfügt, erzielen könnte,
würde wohl zu einem recht erheblichen Teil in der Entschädigung dieser Drittperson
aufgehen. Vor diesem Hintergrund kann - ohne Gewährleistung einer entsprechend
kostengünstigen Kinderbetreuung - nicht angenommen werden, dass die
Beschwerdeführerin bei Fehlen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung auch nach der
Geburt der beiden Kinder eine vollzeitliche ausserhäusliche Tätigkeit aufgenommen/
beibehalten und für die Betreuungs- und Hausarbeit weitgehend die Hilfe Dritter in
Anspruch genommen hätte. Den Akten lässt sich nicht entnehmen, ob, inwiefern und
zu welchen (finanziellen) Bedingungen die Verwandten (Schwester, Mutter) der
Beschwerdeführerin oder Dritte im hypothetischen Gesundheitsfall zu einer Übernahme
der Betreuungs- und Hausarbeit bereit gewesen wären. Ohne diese Angaben lässt sich
die Aufteilung Erwerb/Haushalt nicht vornehmen. Weitere diesbezügliche Abklärungen
drängen sich auch deshalb auf, weil die Beschwerdeführerin in der Haushaltabklärung
vom Juni 2007 noch angegeben hatte, sie habe keine Verwandten in der Nähe und ihre
Kinder deshalb vorübergehend von Verwandten im Kosovo betreuen liess (IV-act. 83 S.
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1 und 8), im Einwand vom 19. November 2007 jedoch in Abweichung hierzu
vorbrachte, sie habe verschiedene Familienangehörige (Eltern, Schwester, Onkel) an
ihrem Wohnort, welche die Kinder hüten könnten (IV-act. 90). Eine detaillierte
Abklärung der Verhältnisse erscheint sodann auch vor dem Hintergrund erforderlich,
dass die Beschwerdeführerin anlässlich der ersten Haushaltabklärung die dort
vorgenommene hälftige Aufteilung Haushalt/Erwerb nicht beanstandet hatte (IV-act. 56)
und nunmehr seit der zweiten Haushaltabklärung für den Gesundheitsfall eine volle
Erwerbstätigkeit geltend macht. Zur genauen Eruierung der tatsächlichen
Gegebenheiten und zu neuer Verfügung des streitigen Rentenanspruchs ab März 2006
(vgl. einspracheweise angefochtene Verfügung vom 23. Januar 2006 [IV-act. 59-2/3]
und Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV) ist die Angelegenheit daher an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung fest, eine
Meldepflichtverletzung durch die Beschwerdeführerin liege zum einen deshalb vor, weil
sie die Geburt des ersten Kindes (am 11. April 2005) nicht gemeldet habe. Sodann
habe sie nicht bekannt gegeben, dass Dr. C._ die Arbeitsfähigkeit per 7. September
2004 auf 50 % festgelegt habe. Bei korrekter Meldung wäre die ganze Rente auf die
Zeit vom 1. August bis 31. Dezember 2004 befristet worden. Die Erhöhung der Rente
per 1. August 2004, die nie gerechtfertigt gewesen sei, stütze sich auf die Beurteilung
des Hausarztes. Dieser habe am 18. Juni 2004 erklärt, es bestehe am bisherigen
Arbeitsplatz ab 27. Mai 2004 eine volle Arbeitsunfähigkeit, weil jede Bewegung in
vorgeneigter Position Schmerzen verursache. Damit habe der Arzt aber keine
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit abgegeben. Die
unerfreuliche Situation am Arbeitsplatz hätte nicht zu einer Erhöhung der Rente führen
dürfen, da davon auszugehen gewesen sei, dass sie an einem geeigneten Arbeitsplatz
nach wie vor zu 50 % arbeitsfähig gewesen wäre. Diese Sicht werde auch durch das
Medas-Gutachten bestätigt, das seit spätestens März 2004 von einer mindestens 50
%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ausgehe. Die am 17. Dezember
2004 verfügte Zusprache einer ganzen Rente ab 1. August 2004 erweise sich als
offensichtlich falsch (IV-act. 127-2/4).
bis
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4.2 Aus einem Schreiben der Krankenversicherung Concordia vom 6. Juni 2005
zuhanden des Arztes der IV-Stelle ergab sich unter anderem, dass die
Beschwerdeführerin am 11. April 2005 (richtig: 7. April 2005; IV-act. 92-1/4) Mutter
geworden war und Dr. C._ die Arbeitsfähigkeit ab 7. September 2004 auf 50 %
festgelegt hatte (IV-act. 40). Mit Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 22. Juni 2005
(mit dem Vermerk "Rechtsgültig ohne Unterschrift") wurde der Beschwerdeführerin mit
Wirkung ab 1. April 2005 eine Kinderrente zu ihrer Rente zugesprochen (IV-act. 41).
Selbst wenn die Geburt des ersten Kindes nicht durch die Beschwerdeführerin
gemeldet worden wäre, hätte - wegen dieses Umstandes allein - nicht eine unrichtige
Leistungsausrichtung resultiert, da die Beschwerdegegnerin auf andere Weise weniger
als zwei Monate nach der Geburt hierüber Kenntnis erhalten hatte. Eine revisionsweise
Herabsetzung der Rente rückwirkend vom Eintritt der für den Anspruch erheblichen
Änderung im Sinn von Art. 88 Abs. 2 lit. b IVV kommt damit aus diesem Grund nicht
in Betracht. Was die Geburt des zweiten Kindes am 20. Juni 2006 (IV-act. 92-3/4)
betrifft, so ist festzuhalten, dass bereits am 13. Juli 2006 eine entsprechende
Kinderrentenverfügung der IV-Stelle erging (IV-act. 74) und die Beschwerdegegnerin
somit in Kenntnis gesetzt worden war. Es ist überwiegend wahrscheinlich davon
auszugehen, dass die Meldung dieser Geburt von Seiten der Beschwerdeführerin
erfolgt war, nachdem hierfür nach Lage der Akten keine andere Person oder Institution
zur Diskussion steht.
4.3 Nachdem Dr. C._ noch am 15. Juli 2004 zuhanden der Beschwerdegegnerin
eine volle Arbeitsfähigkeit ab 27. Mai 2004 bescheinigt und der RAD diese
Einschätzung offenbar übernommen hatte (vgl. IV-act. 27, 28, 31), gingen sowohl Dr.
C._ als auch der Vertrauensarzt der Krankenversicherung ab 7. September 2004 neu
von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit in einer leichteren, wechselbelastenden und
rückenschonenden Tätigkeit aus (IV-act. 80). Die Beschwerdegegnerin hatte erst
aufgrund des erwähnten Schreibens des Vertrauensarztes der Concordia vom 6. Juni
2005 Kenntnis von der durch Dr. C._ ab 7. September 2004 neu bescheinigten 50
%igen Arbeitsfähigkeit erhalten. Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin selbst
keine entsprechende Meldung gemacht hatte. Eine Rückfrage der
Beschwerdegegnerin bei der Concordia, ob die Beschwerdeführerin selbst über die
Arbeitsfähigkeits-Erhöhung per 7. September 2004 informiert worden sei (IV-act. 88),
blieb nach Lage der Akten unbeantwortet. Eine veränderte Arbeitsfähigkeits-Taxation
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setzt nun allerdings immer eine entsprechende Kommunikation durch den Arzt
gegenüber der betroffenen Person voraus, andernfalls sie keinen Sinn machen würde.
Dr. C._ bestätigte denn auch am 30. Juni 2011, dass er die Arbeitsfähigkeit mit den
Patienten jeweils intensiv bespreche (act. G 19), und die Beschwerdeführerin stellt die
Besprechung der Arbeitsfähigkeit auch nicht in Abrede (vgl. act. G 21). In einer
Aktennotiz des Vertrauensarztes der Concordia vom 9. November 2004 wurde sodann
festgehalten, Dr. C._ "zwinge" nun die Patientin, die 50 %ige Arbeitsfähigkeit ab 7.
September 2004 "durchzuziehen". Dennoch hätten sich im Oktober 2004 zweimal
kurzfristig 100 %ige Arbeitsunfähigkeiten ergeben (IV-act. 80-2/9). Der
Beschwerdeführerin selbst war somit die neue Taxierung (50 %ige Arbeitsfähigkeit)
zweifellos bekannt; der von ihr vertretene gegenteilige Standpunkt ist angesichts der
geschilderten Umstände nicht glaubwürdig. Im späteren Verlauf zeigte sich, dass die
50 %ige Arbeitsfähigkeit sich nicht umsetzen liess. Dr. C._ vermerkte im Arztbericht
vom 21. Juli 2005, er habe bis jetzt immer auf eine Leistungsfähigkeit von 50 %
gehofft, erachte nun jedoch eine solche von 30 % als realistisch. Er hoffe allerdings
immer noch auf die von ihm propagierte 50 %ige Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 45-3/7f,
66). Auch der RAD erachtete in einem Bericht vom 8. August 2005 die zumutbare
Arbeitsfähigkeit als unklar und eine genaue Abklärung als erforderlich (IV-act. 46).
Unter den dargelegten Umständen ist festzuhalten, dass die von Dr. C._ ab
7. September 2004 wohl auch gestützt auf eine entsprechende "Intervention" des
Krankenversicherers (vgl. dazu IV-act. 80-2/9, 80-4/9, 80-5/9) bescheinigte 50 %ige
Arbeitsfähigkeit damals auf einer unzureichend abgeklärten medizinischen Situation
beruhte. Die damals bestehende Unsicherheit in der Taxierung kommt in der an den
Vertrauensarzt der Concordia gerichteten Notiz von Dr. C._ vom 12. Januar 2005
("Was soll ich jetzt machen?..."; IV-act. 80-5/9) gut zum Ausdruck. Erst das Medas-
Gutachten brachte diesbezüglich Klarheit und eine Bestätigung des Standpunktes von
Dr. C._. Auch wenn die 50 %ige Arbeitsfähigkeit ab 7. September 2004 mit den
erwähnten Unsicherheiten behaftet bzw. weiter abklärungsbedürftig war, hätte die
Beschwerdeführerin diese der Beschwerdegegnerin melden müssen. Wenn die
Beschwerdeführerin diese Meldung gemacht hätte, wäre es überwiegend
wahrscheinlich gar nicht zur Ausrichtung einer ganzen Rente ab August 2004
gekommen bzw. die Verfügung vom 17. Dezember 2004 (IV-act. 36) in dieser Form
nicht erlassen worden. Hieran vermag der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin es
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auch nach Erhalt des Schreibens vom 6. Juni 2005 (IV-act. 40) bei der ganzen Rente
beliess bzw. weitere medizinische Abklärungen veranlasste und das Medas-Gutachten
abwartete, nichts zu ändern. Denn ohne Vorliegen des Begutachtungsresultats hatte
sie keine Möglichkeit, die Rentenzusprechung rückgängig zu machen. Somit sind die
Voraussetzungen für eine revisionsweise Herabsetzung der Rente rückwirkend vom
Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung im Sinn von Art. 88 Abs. 2 lit. b
IVV (d.h. ab 7. September 2004) insofern als erfüllt anzusehen, als die unrichtige
Leistungsausrichtung (Zusprechung einer ganzen Rente ab August 2004 mit Verfügung
vom 17. Dezember 2004) kausal auf eine Meldepflichtverletzung zurückzuführen ist.
5.
5.1 Die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Medas (50 % Arbeitsfähigkeit ab März 2004 in
einer dem Gesundheitsschaden adaptierten Tätigkeit) wurde von den Gutachtern
nachvollziehbar begründet, und auch die Beschwerdeführerin stellt diese Schätzung an
sich nicht in Frage. Hiervon ist für die Rentenbemessung somit auszugehen. Die
Beschwerdeführerin lässt jedoch (implizit für den Zeitraum ab Herbst 2008) eine
Verschlechterung des Gesundheitszustands geltend machen. In diesem
Zusammenhang ist zu dem von Dr. E._ im Bericht vom 17. Oktober 2008 erwähnten
Verdacht auf Pseudoarthrose (IV-act. 115) vorweg festzuhalten, dass die Medas-
Gutachter eine segmentale Instabilität/Pseudoarthrose ausgeschlossen hatten (IV-act.
76-14/23). Dr. C._ bestätigte noch am 31. Oktober 2008 einen stationären
Gesundheitszustand. Es würden immer wieder Blockaden im lumbalen Übergang
auftreten. Die Beschwerdeführerin brauche die Hilfe von Verwandten und des
Ehemannes (der glücklicherweise wieder eine Arbeitsstelle gefunden habe). Die
Beschwerdeführerin habe einen hohen Schmerzmittelverbrauch. Sie könne ca. 30 % im
Haushalt tätig sein; auswärts arbeiten gehe nicht (IV-act. 116). Der RAD-Arzt Dr. med.
G._ kam im Bericht vom 5. Februar 2009 zum Schluss, insgesamt lasse sich weder
aus den Berichten des Kantonsspitals (Dr. E._) noch aus denen von Dr. C._ eine
objektivierbare anhaltende Verschlechterung des Gesundheitszustands ablesen. Dieser
sei stationär. Bei den verschiedenen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit handle es
sich um eine andere Einschätzung der im Wesentlichen gleichen medizinischen
Sachlage. Die körperlichen Befunde vermöchten die Beschwerden nicht zu erklären.
Wie im Medas-Gutachten beschrieben, liege eine psychogene Überlagerung der
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Rückenschmerzen vor, die aber nicht arbeitsfähigkeits-relevant sei. In der
angestammten und einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine mindestens 50 %ige
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 126). Wenn die Beschwerdeführerin in diesem Verfahren
festhalten liess, es sei aus ihrer Sicht notwendig, beim Kantonsspital St. Gallen eine
medizinische Stellungnahme zum Ausschluss der Pseudoarthrose einzuholen und die
Nachreichung eines entsprechenden Berichts in Aussicht stellte (act. G 1 S. 12), so ist
festzuhalten, dass der angekündigte Bericht nicht eingereicht wurde (vgl. act. G 4 und
G 11). Bei der geschilderten Aktenlage kann eine revisionsrelevante Veränderung des
Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin seit 2004 bis zum Zeitpunkt des
Erlasses der angefochtenen Verfügung nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als
glaubhaft gemacht gelten. Sollte sich jedoch nach dem 19. Februar 2009 tatsächlich
eine Gesundheitsverschlechterung gezeigt haben, wäre dies der Beschwerdegegnerin
neu anzumelden (Art. 17 ATSG).
5.2 Die Medas-Gutachter bescheinigten wie erwähnt sowohl für die bisherige als
auch eine andere adaptierte Tätigkeit eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit und bestätigten
damit im Nachhinein die mit Wirkung ab 7. September 2004 vorgenommene (später
allerdings teilweise revidierte) Taxierung von Dr. C._. Damals bestand jedoch wie
dargelegt eine erhebliche Unsicherheit hinsichtlich der Auswirkung des
Gesundheitsschadens auf die Arbeitsfähigkeit, weshalb auch weitere Abklärungen (bei
der Medas) veranlasst wurden (vgl. vorstehende Erw. 4.3). Im Zeitpunkt des Erlasses
der Verfügung vom 17. Dezember 2004 bescheinigte keiner der involvierten Ärzte eine
volle bzw. keine über 50 % liegende Arbeitsunfähigkeit mehr. Insofern entbehrte die
Zusprechung einer ganzen Rente von der medizinischen Situation her bereits damals
einer Grundlage und hätte - jedenfalls ohne weitere Abklärungen - so nicht ergehen
dürfen, auch wenn Dr. C._, gestützt auf die Beschwerdeschilderungen der
Beschwerdeführerin, rund ein halbes Jahr später, im Juli 2005, wiederum lediglich von
einer 30 %igen Leistungsfähigkeit ausging (IV-act. 45-4/7). Zweifellose Unrichtigkeit
der ursprünglichen Rentenverfügung kann auch bei unrichtiger Feststellung im Sinn der
Würdigung des Sachverhalts gegeben sein. Darunter fällt insbesondere eine
unvollständige Sachverhaltsabklärung aufgrund einer klaren Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2008 i/S J.
[9C_19/2008] Erw. 2.1). Anderseits besteht bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit im
Zeitverlauf immer auch ein relativ grosser Ermessensspielraum, welcher allerdings hier
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im Zeitpunkt der Verfügung vom 17. Dezember 2004 insofern nicht vorlag, als wie
erwähnt damals kein Arzt eine über 50 % liegende Arbeitsunfähigkeit bescheinigte. All
dies spricht für die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügung. Die
abschliessende Beantwortung dieser Frage kann jedoch unterbleiben, nachdem eine
Rückabwicklung der Leistungsausrichtung wie dargelegt bereits wegen
Meldepflichtverletzung vorzunehmen ist.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
Verfügung vom 19. Februar 2009 in dem Sinn teilweise gutzuheissen, dass die
Angelegenheit zur Abklärung der Aufteilung Erwerb/Haushalt und zu entsprechend
neuer Verfügung des Rentenanspruchs und einer allfälligen Rückforderung für die Zeit
ab März 2006 (vgl. Verfügung vom 23. Januar 2006 [IV-act. 59-2/3] und Art. 88 Abs.
2 lit. a IVV) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. Für den Zeitraum von 7.
September 2004 (vgl. Art. 88 Abs. 2 lit. b IVV) bis Februar 2006 ist die Sache zur
Neuberechnung des Rentenanspruchs, ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 50 %
und voller Erwerbstätigkeit im hypothetischen Gesundheitsfall, und zur Verfügung einer
allfälligen Rückforderung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Was die vom
Gericht nachträglich angeforderte Rückforderungsverfügung vom 20. Mai 2009 betrifft,
so ist festzuhalten, dass diese (obschon von den Parteien in diesem Verfahren nicht
erwähnt) mit Blick auf die Ziff. 3 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung (IV-act.
127-4/4) als mit angefochten zu gelten hat. Eine Rechtskraft kann diesbezüglich schon
deshalb nicht eingetreten sein, weil das zugrunde liegende Rechtsverhältnis
Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens bildete.
6.2 Die teilweise unterliegende Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten zu tragen.
Diese bemessen sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Dementsprechend erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- als angemessen. Bei
diesem Verfahrensausgang besteht Anspruch auf eine Parteientschädigung im Umfang
des Obsiegens (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. U. Kieser, ATSG-Kommentar, Rz 98-100 zu Art.
61 ATSG). Bei vollem Obsiegen, worunter auch Rückweisungen zu weiteren
Abklärungen subsumiert werden, wird in vergleichbaren Fällen praxisgemäss eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- zugesprochen (einschliesslich Barauslagen und
bis
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Mehrwertsteuer). Es rechtfertigt sich mit Blick darauf, dass die Rückweisung (und
damit das Obsiegen) nur einen Teilbereich betrifft, die Entschädigung konkret auf
pauschal Fr. 2'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen. Im
Umfang des Unterliegens, und bezogen auf den verbleibenden Betrag von Fr. 1'500.--,
hat die Beschwerdeführerin aufgrund der bewilligten unentgeltlichen Rechtspflege
Anspruch auf Entschädigung durch den Staat. Nach Berücksichtigung der Kürzung um
einen Fünftel (Art. 31 Abs. 3 AnwG [sGS 963.70] verbleibt ein Betrag von Fr. 1'200.--.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP