Decision ID: 515c307e-a2e8-4f12-8400-924f07cf0ce1
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1961
geborene X._
war vom
1.
November
2016
bis
3
0.
April 2017 und vom
1.
November 2017 bis
zur Kündigung per 3
1.
August 2018
im
Rahmen von
Zwischenverdienst
einsätzen
während laufender Rahmenfrist für den Leis
tungs
bezug bei der Arbeitslosenversicherung
bei der
Y._
GmbH als Gipser angestellt
und über den Arbeitgeber bei
der Suva
gegen die Folgen von
Unfällen versichert
(
Urk.
14/1 und
Urk.
14/157)
. Mit «Schadenmeldung UVG»
vom
31
.
August
2018
liess der Versicherte
der
Suva mitteilen, dass er
am
9.
August 2018 in den Ferien von einem Jet Ski gestürzt sei und sich den rechten Fuss gebrochen
habe
(
Urk.
14/1
). Am
3.
September 2018 wurde beim Versicherten eine
Lisfranc
-Verletzung am rechten Fuss
diagnostiziert und die Indikation zur ope
rativen Revision gestellt
(vgl. Operationsbericht des Spitals Z._
vom 1
1.
September 2018 [
Urk.
14/10]
)
.
Die Suva erbrachte
die gesetzlichen
Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld [
Urk.
14
/30 und
Urk.
14/32
]). Am 1
3.
Februar 2019
wurde das
Osteosynthesematerial
entfernt (
Urk.
14/82
/3
).
Nachdem die Suva die Akten
ihrem
Krei
sarzt
vor
gelegt hatte
(
Urk.
14/83)
,
teilte
sie
dem Versicherten
mit,
dass
in angepasster
Tätigkeit
von
eine
r
100%igen Arbeitsfähigkeit
ausge
gangen werde und sie
die
Taggelder per 3
0.
April 2019 ein
stelle
(
Urk.
14/89
/2
;
vgl. auch
Urk.
14/134
).
Dagegen erhob der Versicherte Einwand
(
Urk.
14/146)
. B
e
i
weiterhin
persistierenden
Beschwerden
war
a
m
8.
August 2019
am rechten Fuss
eine
Infiltration
des
TMT II
(
Tarsometatarsalgelenk
)
durchgeführt
worden
(
Urk
.
14/141)
und im weiteren Verlauf
wurde
eine
Arthrodese
von TMT I und TMT II
vorgesehen
(
Urk.
14/177)
. Der geplante
Eingriff
wurde
jedoch
vom
Versicherten
abgelehnt
(
Urk.
14/181).
Am 2
1.
Januar 2020
(
Urk.
14/200)
zeigte
die Suva
den Fallabschluss und
die
Einstellung der
Leistunge
n per 31. Januar 2020
an
.
Nach einer kreisärztlichen Untersuchung am
20.
Februar 2020 (
Urk.
14/216)
sprach die Suva
dem Versi
cher
ten
basierend auf einer Integritätseinbusse von 10
%
eine Integritätsent
schä
di
gung von Fr. 14'820.--
zu,
verneinte
indes
den Anspruch auf eine Invalidenrente
(
Verfügung vom 2
5.
März 2020
[
Urk.
14/229
]
)
.
Dagegen erhob der Versicherte
E
insprache
(
Urk.
14/244)
. Diese
wies die Suva
,
nachdem
verschiedene A
rztbe
richte eingegangen waren
und
sie
den
Fall erneut
dem
Kreisarzt
unterbreit
et
hatte
(
Urk.
14/262)
,
mit
Entscheid vom 2
9.
Juli 2020 (
Urk.
2)
ab
.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
9.
Juli
2020 erhob der Versicherte am
14.
September 2020 Beschwerde mit folgenden Anträgen:
1.
Die Verfügung der SVA Zürich
(richtig
:
Suva)
vom 29.07.2020 sei aufzu
heben.
2.
Es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer einen wesentlich höheren Integritätsschaden als 10
%
erlitten hat.
3.
Die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer, rück
wirkend ab dem 01.02.2020 weitere Taggelder zu entrichten.
4.
Die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine angemessene Invalidenrente zuzusprechen.
5.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine
Genugtuung in Höhe von CHF 2'000.00 sowie die ihm entstandenen rechtsanwaltlichen Kosten gemäss nachzureichender Honorarnote zu be
zahlen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um unentgeltliche Rechts
pflege und
Bestellung
eines unentgeltlichen Rechtsvertreters. Die Beschwerde
gegnerin beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 2
6.
Oktober 2020 (
Urk.
13)
die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 2
6.
Oktober 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
15).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 aufgeführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie An
spruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordent
lichen Rentenalters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch ent
steht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Bes
serung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem
Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art.
19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).
1.3
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädi
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Inte
gritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht über
steigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
Ent
-
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein U
nfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen
ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Bei Entscheiden gestützt auf versicherungsinterne ärztliche Beurteilungen, die im Wesentlichen oder ausschliesslich aus dem Verfahren vor dem Sozialversi
che
rungsträger stammen, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der ärztlichen Feststellungen, ist eine versicherungsexterne medizinische Begutachtung anzuordnen (vgl. BGE 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4).
2.
2.1
D
ie Beschwerdegegnerin begründet
ihren
Einspracheentscheid
damit (
Urk.
2
S.
7
f.
),
dass
auf die kreisärztliche Beurteilung
der
unfallbedingten Restarbeits
fähigkeit
abzustellen sei. W
eder
aus der
Befragung
zum Unfallhergang
durch die Suva-Aussendienstmitarbeiterin
noch aufgrund der
Berichte
der
erstbehandeln
den Ärzte sowie
de
r
Verlaufsberichte
könne
geschlossen
werden, dass es
beim Jetskiunfall vom
9.
August
2018
auch
zu einem Wirbelsäulen-
oder
einem
Kopf
anprall gekommen sei
.
B
is zum 2
0.
Februar 2020
seien
auch
weder
entsprechende Beschwerden
aufgeführt
worden
noch
hätten solch
e
näher objektiviert
werden können
. Die im Bereich der Wirbelsäule und des Kopfes angegebenen und
all
fällige
psychische Beschwerden seien
somit
nicht auf das Unfallereignis zurück
zuführen.
G
emäss dem kreisärztlichen Belastungsprofil
sei die angestammte Tätigkeit als Gipser
nicht
mehr
vollzeitig und v
orwiegend stehende und gehende Tätigkeiten
unfa
llkausal nicht
mehr
zumutbar
.
Hingegen entspreche d
as leidensangepasste
Zumutbarkeitsprofil
einer
vollzeitigen vorwiegend sitzenden Tätigkeit, bei
der
keine
Gewichts
l
imite
n
einzuhalten
sei
en
(S. 11).
Da
der Beschwerdeführer im
Zeitpunkt d
es Unfalls
als
arbeitslos
gemeldet respektive
lediglich im Zwischen
verdienst
bis zum 3
1.
August
2018 angestellt
gewesen sei, könne
für die Ermitt
lung des
Valideneinkommens
nicht auf den
zuletzt
erzielten Lohn
abgestellt werden
,
sondern
es seien
die Sockellöhne gemäss der Zusatzvereinbarung zum Gesamtarbeitsvertrag (GAV) 2016-2019 für das Maler- und
Gipsergewerbe
heran
zuziehen. Daraus ergebe sich ein hypothetisches
Valideneinkommen
von
Fr.
60'203.--. Das hypothetische Invalideneinkommen sei aufgrund der
Tabellen
werte der
LSE
mit
Fr.
68’376.60 festzulegen
und somit sei erkennbar, dass der Beschwerdeführer trotz seiner körperlichen Unfallfolgen in der Lage wäre, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen (S. 13 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellt sich
demgegenüber
auf den Standpunkt
(
Urk.
1 S.
6
ff
.
)
,
es sei unbestritten, dass er nach wie vor unfallbedingte Restbeschwerden im Bereich seines rechten Fusses zu erdulden habe. Bestrittenen seien hingegen die Nachwirkungen an der Wirbelsäule, im Kopf und den damit in Verbindung stehenden psychischen Folgeschäden.
Dies
e
stünden entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis.
Dazu
seien
mit Fachmeinungen der
Dre
s
. med.
A._
,
B._
,
C._, D._
,
E._
,
F._
,
G._
und
den
Berichte
n
des Spitals
Z._
insgesamt neun sp
ezialärztliche Fachmeinungen
vorhanden
, die den
kausalen Zusammenhang
zwis
chen dem Unfallereignis am
9.
August 2018 und den immer
noch anhaltenden gesundheitlichen Folgen beim Beschwerde
füh
rer
bejahten
. Der natürliche und adäquate Kausalzusammenhang sei
damit
gege
ben und die Einstellung der Zahlungen der Taggelder, die Verweigerung einer entsprechenden Invalidenrente sowie die Integritätsschadenseinstufung nicht ge
recht
fertigt. Es
stehe
ihm eine wesentlich höhere Einstufung seines Integritäts
schadens und damit einhergehend die Zusprechung einer angemessenen Invali
den
rente zu (S. 10 f.).
Die gegenteilige Auffassung des Kreisarztes erscheine dagegen nicht überzeugend und dieser habe sich auch nicht mit den anderen ärztlichen Meinungen auseinandergesetzt (S. 11).
3.
3.1
Im
Austrittsbericht des Spitals
Z._
vom
7.
September 2018 (
Urk.
14/9) über die
Hospitalisation
vom
3.
bis
7.
September 2018 nannten die Ärzte die fol
gen
den Diagnosen:
Lisfranc
-Verletzung Fuss rechts am
9.
August 2018
-
gering dislozierte mehrfragmentäre Fraktur der Basis des Os
metatarsale
II und III
-
mehrfragmentäre Fraktur Os
cuneiforme
mediale bis laterale sowie nach
laterokaudal
dislozierte Fragmente am Os
cuboideum
Die Ärzte führten aus
, der Beschwerdeführer habe sich am
9.
August 2018 in den Ferien den rechten Fuss angeschlagen, wobei die konventionell-radiologisch
en
Bild
gebungen
keine Fraktur hätten nachweisen können. Am 2
6.
August 2018 h
abe er sich notfallmässig mit persistierenden Schmerzen und vorhandener Schwel
lung über dem gesamten rechten Fuss vorgestellt
, dabei sei
c
omputertomografisch
die
genannte Verletzung diagnostiziert
worden
und aufgrund
des stark erhöhten
Arthroserisiko
s
sei
ein operatives Vorgehen empfohlen
und durchgeführt worden
. Der Beschwerdeführer habe in gutem Allgemeinzustand am
7.
September 2018 nach Hause entlassen werden können.
3.2
Im
Austrittsbericht des Spitals
Z._
vom 1
3.
Februar 2019 (
Urk.
14/63
) führten die Ärzte aus,
der elektive
Eintritt
sei
zur
Osteosynthese
material
ent
fernung
(
OSME
)
bei
Status nach
Lisfranc
-V
erletzung Fuss rechts beim Jetski
fahren am
9.
August 2018
erfolgt. D
er Beschwerdeführer
gehe
nach wie vor an einem b
is zwei Gehstöcken und berichte
noch über
Schmerzen beim längeren Gehen
, die im Verlauf
regredient
seien.
Er habe
am 14.
Februar 2019 in schmerz
kompensiertem Allgemeinzustand
und
mit reizlosen Wundverhältnissen nach Hause entlassen werden können.
3.3
Dr.
med.
E._
, Allgemeine Innere Medizin, meldete im
Bericht vom 2
8.
Juni 2019 (
Urk.
14/280 S. 41-42) im
Zusammenhang mit einem Hausarztwechsel
die
Diagnosen:
-
Vitamin D
3-Mangel ausgeprägt, Hypercholesterinämie und
Hypertri
gly
cerid
ämie
-
Kognitive Einschränkungen seit circa 11/2018 unklarer Zuordnung
mit/
bei
MoCA
-Test vom 2
1.
Mai 2019:
13 Punkte mit aber Hinweisen auf nicht valide Testergebnisse
-
MMS 04/2019:25 26/30 Punkten
-
Lisfr
anc
-Verletzung Fuss rechts vom
9.
August 2018 mit
/bei:
-
gering dislozierter mehr
fragmentärer Frak
tur der Basis des Os
meta
t
arsale
II und III
-
mehrfragmentärer Fraktur Os
cuneiforme
mediale
bis laterale sowie
nach lateralkaudal
dislozierte Fragmente am
Kuboid
-
o
ffene
r
Reposition mit
Metatarsal
e
II und temporäre
r
Transfixation mit
7 Loch 2.
4 mm Viertelrohrplatte am
3.
September
2018
-
Osteosynthese Material Entfernung 1
3.
Februar
2019
-
Nachträglich auftretende
migräniforme
Kopf
schmerzen mit assoziiert
Sensorikst
örung
im linken Arm, DD Migräne mit Aura,
h
ypnic
headache
-
Senk-
S
preiz
Fuss beidseits
-
Septumdeviation
links
P
olyposis
nasi
rechts,
Adipositas
-
unklar erhöhtes
Prolakt
in
3
.4
Dr.
med.
B._
, FMH Innere Medizin und Nephrologie,
wies
im Bericht vom
1.
Juli 2019
(
Urk.
14/120)
auf einen guten V
erlauf bei jedoch bestehenden anhal
tenden belastungsabhängigen Schmerzen im rechten Fuss hin.
Die gegenwärtigen Behandlungen seien
ein bis z
weimal pro Woche Physiotherapie, NSAR,
Bedarfs
an
algesie
sowie
zwei bis drei Konsultationen pro Monat.
Es wurde festgehalten, dass m
öglicherweis
e
ein bleibender Nachteil aufgrund der anhaltenden Fussbe
schwerden rechts zu erwarten
sei
.
3.5
Im Sprechstundenb
erich
t vom 1
9.
Juli
2019
(
Urk.
14/123) führte
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH Chirurgie und FMH Orthopädie
und Traumatologie am Spital
Z._
,
aus (S. 2), ein Jahr postoperativ sei trotz orthopädischer Schuhversorgung keine relevante Besserung der Gehfähigkeit oder
Regredienz
der Beschwerden eingetreten. Klinisch bestehe der Eindruck eine
r
symptoma
ti
sche
n
posttraumatische
n
TMT I- und II-Arthrose während die TMT Gelenke III-V auch radiologisch anatomisch reponiert und klinisch asymptomatisch zu sein schienen. Trotz Sohlenversteifung und Abrollrampe sei eine länger dauernde Belastung kaum möglich und es sei in einem ersten Schritt eine BV-gesteuerte Infiltration der TMT I- und II-Gelenke besprochen worden und
,
falls die Schmer
zen relevant vermindert werden könnten, wäre die Indikation zu einer definitiven
Arthrodese
der schmerzhaften Gelenke gegeben. Aufgrund der Belastungsinto
leranz des rechten Fusses kämen derzeit eigentlich nur sitzende Tätigkeiten mit kurzen Gehstrecken in Frage.
3.6
Anlässlich einer verhaltensneurologischen Unte
rsuchung in der Klinik I._
hielt der zuständige Neurologe im Bericht vom
3.
September 2019 (
Urk.
14/280 S. 12 - 14) fest, der Beschwerdeführer erscheine alleine und 30 Minuten zu früh zur Untersuchung. Er gebe an
,
mit dem Auto gekommen
zu sein
,
und es würden sich
keine Probleme beim Autofahren ergeben. Die verhaltensneurologisch
e
und neuropsychologische Untersuchung zeige in allen Untersuchungsmodalitäten hochgradige Beschränkungen, wobei wie bereits anlässlich eine
s
Mentalstatus vom 2
1.
Mai 2019 an der Validität der Befunde gezweifelt werden müsse.
Im Vor
dergrund stehe eine
massive kognitive Verlangsamung, die neurologisch auf
grund der Abklärungsergebnisse inklusive MRI nicht erklärt werden könne
,
und es sei in erster Linie eine kognitive Beschränkung im Rahmen einer psy
chia
tri
schen Erkrankung mit Anklängen an eine sogenannte Pseudodemenz
zu
ver
m
uten (S. 14).
3.
7
Im
Sprechstundenbericht
vom 2
7.
September 2019 (
Urk.
14/159)
hielt
Dr.
H._
fest, der Beschwerdeführer stelle sich sechs Wochen nach Infiltration in das
Tarsometatarsalgelenk
II rechts erneut zur Verlaufskontrolle vor, gebe an
,
in keiner Weise von der Infiltration profitiert zu haben und dass ganz im Gegenteil der Schmerz nach der Infiltration eher zugenommen und im Verlauf dann wieder auf das vorherige Mass abgenommen habe. Er schildere zudem eine Müdigkeit, eine gedämpfte Stimmung aufgrund beruflicher und vor allem auch finanzieller Sorgen sowie eine zunehmende Vergesslichkeit wahrscheinlich im Rahmen einer depressiven Entwicklung.
In einem weiteren Sprechstundenbericht
vom 1
5.
November 2019 (
Urk.
14/181)
führte
er
aus,
der Beschwerdeführer habe die bereits geplante
Arthrodese
im TMT
I
und TMT II Gelenk rechts abgesagt, da er sich vor dem Eingriff fürchte. Die konservativen Massnahmen mit Schuhversorgung seien bereits ausgeschöpft und hätten nicht zu einer durchschlagenden Verbesserung des Gangbildes führen können. Die Befunde seien sowohl klinisch wie auch in der SPECT CT-Unter
suchung bestens dokumentiert und eindrücklich. Da der Beschwerdeführer sich derzeit nicht zum Eingriff entscheiden könne
, sei vorerst kein
weite
rer
Opera
tions
termin geplant.
3.
8
Der Kreisarzt
Dr.
med. J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
und Trau
matologie
, führte
im Bericht vom
2
0.
Februar 2020
(
Urk.
14/216)
aus
(S. 5
)
, der Beschwerdeführer berichte, es
gehe
ihm nicht gut und er habe Probleme mit seinem rechten Fuss, mit dem Rücken und mi
t seiner geistigen Verfassung. E
r werde zunehmend vergesslich und habe Probleme mit der Orientierung. Gegen
wärtig möchte er auf eine Operation seines rechten Fusses verzichten, da er grosse Angst vor der Operation habe.
Aktuell erhalte er Physiotherapie für den rechten Fuss. Bei
Dr.
A._
sei er zu Kontrollen bestellt, welcher Behandlungen für den Rücken mache. Sport übe er keinen aus, Schwimmen würde er zwar gerne, traue sich jedoch nicht, ebenso habe er Angst
vor dem Velofahren wegen seines
geistigen Zustandes. Er sei auch in psychiatrischer Behandlung, da er seit dem
Unfall psychische Probleme habe. Dieser Unfall habe sei
n komplettes Leben um
gekrempelt und
seit dem Unfall gehe alles bachab. Er lebe nun von der Unter
stützung des Sozialamtes, seine Frau sei nicht berufstätig, das Geld reiche gerade für das Nötigste.
Zur Untersuchung gab der Kreisarzt an,
die geklagten Einschränkungen der Steh- und Gehfähigkeit
bestünden
dauerhaft
und willentlich oder durch konservative Therapiemassnahmen
könnten
diese
nicht mehr überwunden
werden. Es
finde
sich ein üblicher
l
äsional
bedingter Schmerz als Begleitsymptom der
Gewebs
schädi
gung,
wobei
die subjektiv geschilderte Intensität der Beschwerden und die Bildgebung in Einklang zu bringen
seien
und die langdauernde Minderbelastung anhand der Muskelhypotrophie
objektiviert werden
könne
.
E
ine namha
fte Besse
rung des Gesundheitszus
tandes im Sinne einer Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit könnte
auch
durch
eine Versteifu
ng des
Lisfranc
-Gelenks nicht mehr erreicht werden
. D
ie zu erwartende mögliche
Besserung durch
eine solche
Operation falle
nicht ins Gewicht
und es sei
höchstens eine unbedeutende Besserung zu erwarten. Der medizinische
End
zustand
sei somit
erreicht. Unabhängi
g von einer Operation entspreche
das leidensangepasste
Zumutbarkeitsprofil einer vollzeitigen vorwiegend sitzenden Tätigkeit, bei
der
keine
Gewichtslimite
n
einzuhalten
seien
.
In
Anbetracht der Unfallfolgen sei
ein erheblicher und dauernder körperlicher Integritätsschaden
entstanden,
zu dessen S
chätzung
eine gesonderte
Stellungnahme
erfolge (S. 8)
.
4.
4.1
D
er
kreisärztliche Untersuchung
sbericht und
die
Berichte
der
behandelnden Ärzte
stimmen darin überein
, dass
zufolge des Ereignisses vom
9.
August 2018 beim Beschwerdeführer
Restbeschwerden
im Bereich des rechten Fusses
verblieben sind
, die sich auf
die
Arbeitsfähigkeit auswirken.
Die diesbezüglichen Beschwer
den und Be
e
int
r
ächtigungen
sind unbestritten.
Indes
bringt
der
B
eschwerdeführer
vor
, dass
nebst den Fussbeschwerden auch Schäden
an der W
irbelsäule,
a
m Kopf und psychische Folgeschäden
in kausalem Zusammenhang
mit dem
Unfallereig
nis
stünden
(vgl.
Urk.
1
Ziff.
21)
.
4.2
Aus den medizinischen Akten erhellt, dass keine o
rganische
n
Schäden
an Wirbel
säule oder am Kopf z
eitnah zum Unfallereignis vom
9.
August 2018
dokumentiert
sind
.
E
s
ergeben sich
auch
weder
aus der Schadenmeldung vom 3
1.
August 2018 (
Urk.
14/1) noch aus
der
späteren
Darstellung
des Beschwerdeführers zum Sach
verhalt vom
3.
Januar 2019
Hinweise, dass ein
Kopf- und
oder Wirbelsäulen
an
prall stattgefunden hat, gab
er
doch an, dass er beim
Jetski
fahren
seit
lich weg
geschleudert und dann
mit dem F
uss direkt auf den
Jetski
und dan
ach
ins Meer gefallen sei
, wobei er sich den Fuss gebrochen habe
(
Urk.
14/45).
4.3
Ins
o
weit
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Chirurgie FMH
,
erstmals in einem Bericht vom 20. April 2020 (
Urk.
3/21) einen Motorradunfall
vom
9.
August 2018
mit multiple
n
Verletzungen im Sinne eines Polytraumas
schildert
und dabei angibt
, dass der Beschwerdeführer Sekunden
eventuell
gar
Minuten
lang be
wusst
los
gewesen sei
,
eine
a
ntero
-
und r
etrograde Amnesie sowie
eine
Amnesie für das Unfallereignis
erlitten habe
und der Arzt
auch noch
eine
Contusio
capitis
,
multiple Prellungen und Kontusionen nebst der Fussverletzung
aufführt
, kann
der Beschwerdeführer daraus nichts für sich ableiten. Offenkundig wurde der Arzt falsch informiert oder er hat die Patientendossiers verwechselt. Ein Motorrad
unfall ist nicht aktenkundig und ein Polytrauma wurde von keinem Arzt fest
gestellt.
4.4
Gleiches
gilt
für den Bericht des
Zentrum
s
K._
vom 9.
Juni 2020 (
Urk.
3/25)
, wo sich der Beschwerdeführer erstmals
im März 2020 auf Zuweisung von
Dr.
A._
aufgehalten hat.
D
abei
führten
die Ärzte
in der Diagnoseliste
zwar
ein
p
osttraumatische
s
cervical
und lumbal betontes
Panve
r
t
ebralsyndrom
(PVS) bei Status nach
Trauma mit Commotio cerebri, komplexer Fussfraktur rechts
und
Traumatisierung der Wirbelsäule
a
uf. Die Ärzte
verwiesen
dabei aber explizit
auf
die
(wortwörtlich
gleich lautende
)
Diagnosest
ellung von
Dr.
A._
vom 20.
A
pril 2020
(
Urk.
31 S. 2)
.
Naheliegend ist
somit
,
dass die Ärzte
auch
hinsichtlich ihrer
weiteren Ausführungen auf
die Darstellung des Be
schwerdeführers oder jene von
Dr.
A._
abstellten
. Dies
insofern
,
als
im
Bericht
des
Zentrum
s
K._
Anästhesiologe
Dr.
med.
L._
im
Zusammenhang mit dem E
reignis vom 9.
August 2018
- ohne objektivierbare Befundschilderung -
nebst
der
Fussfraktur
zusätzlich
eine lumbale Distorsion und SHT mit kurzer Bewusstlosigkeit und seither
bestehenden
chro
nischen Kopf- und Rückenschme
rzen
auf
ge
fü
hrt hat
, welche bislang nie Thema waren und vom Beschwerdeführer echtzeitlich nicht geschildert wurden
.
Zudem sind
sowohl
Dr.
L._
wie
auch
Dr.
A._
im
Zentrum
K._
tätig
(vgl.
Urk.
3/25 S. 1), sodass auch in dieser Hinsicht deren
gleiche
Meinung
zur Wirbelsäulenproblematik im Zusammenhang mit dem Ereignis vom
9.
August 2018 nicht überrascht.
4.
5
Aus der Berichterstattung von
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Neurologie, vom
7.
Januar 2020 (
Urk.
3/24)
lässt sich hinsichtlich
Kausalität der angegebene
n
Rücken-, Nacken- und Kopfschmerzen zum Unfallereignis vom
9.
August 2018
ebenfalls
nichts herleiten.
Einerseits sah
auch
Dr.
F._
den Beschwerdeführer
,
nachdem er
von
Dr.
A._
zugewiesen w
o
rde
n war
,
erst
am
6.
J
anuar 2020
und
damit erstmals rund
eineinhalb Jahre nach dem Ereignis.
Sodann weichen
auch hier
die Angaben zum
Unfall
vom
9.
August 2018, w
onach
der Beschwer
deführer mit
einem
Jetski
durch eine Welle in die Höhe geworfen
worden
sei,
ihm
dann die Erinnerung
en
fehlten
und er
erst wie
der schwimmend im Wasser
, mit starken Schmerzen am
rechten Fuss
zu sich gekommen sei
und
wonach er
,
n
ach
dem er das Ufer
schwimmend
habe
erreichen können
, starke Rückenschmerzen, Nackenschmerzen und Kopfschmerzen
hinzugekommen
seien,
erheblich
von den Erstangaben ab
.
Die von
Dr.
F._
gestellte
Diagnose eines
posttraumatischen,
panvertebralen
Schmerzsyndrom
s
mit
zervikal unterhaltenen Spannungskopf
schmerze
n
bei einem Status nach
Jetskiunfall am
9.
August
2018
mit wahr
scheinlich Commotio cerebri
ist damit
auch nicht
geeignet
,
eine Kausalität dieser Beschwerden zum Unfallereignis zu be
legen
.
In diesem Zusammenhang
ist
auch der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass
sogenannte Aussagen der ersten Stunde in beweismässiger Hinsicht
zuver
lässiger sind und
grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrecht
licher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2, 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
4.6
Im Weiteren ist in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Dies gilt insbesondere auch für die Berichterstattung des behandelnden Arztes
Dr.
B._
vom 1
8.
April 2020 (
Urk.
3/18). In diesem Bericht
nennt er
erstmals die Diagnose eines posttraumatischen, paravertebralen Schmerzsyndroms mit zervikal unterhaltenen Spannungskopf
s
chmerzen bei Status nach Jetskiunfall am
9.
August 2018 mit wahrscheinlich Commotio Cerebri und Traumatisierung der Wirbelsäule. Dies
,
nachdem
er
weder im aktenkundigen Erstbericht vom
1.
Juli
2019 (
Urk.
14/120) noch in den späteren Berichten, letztmals am
1
4.
Februar 2020
(
Urk.
3/12
-17
)
,
je
eine entsprechende Diagnose
genannt hatte
.
D
ie
neu aufge
führte Diagnose
lässt sich damit
nicht
auf
frühere
B
efundungen
abstützen
, sodass
davon auszugehen ist, dass
die
Angaben und
A
uskünfte
der Ärzte
übernommen wurden
, die der Beschwerdeführer
aufsuchte,
nach
dem er Kenntnis über
die
Ab
weisung eines Anspruchs auf Rentenleistungen der Unfallversicherung
erlangt
hatte
.
4.7
Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Beschwerdeantwort zutreffend festgehalten (vgl.
Urk.
13
Ziff.
22
-39
), dass sich der Kausalitätsnachweis zwischen dem Unfall
ereignis und den geltend gemachten
Beschwerden an Wirbelsäule und Kopf
auch aufgrund der anderen in der Beschwerdeschrift zitierten Berichte
n
nicht erbringen lässt. Denn
die
Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Un
fall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 2
5.
Juli 2013 E.
5.1). Ärztliche Auskünfte, die allein auf dieser Argumentation beruhen, sind beweisrechtlich nicht zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts 8C_241/2020 vom 2
9.
Mai 2020 E.
3).
Vorliegend finden sich keine einschlägigen echtzeitlichen Unter
suchungsergebnisse und die Argumentation erschöpft sich einzig in dieser nicht zulässigen Kausalitäts
begründung
.
5.
E
in
K
ausalzusammenhang
zwischen dem Unfallereignis
vom 9.
August 2018
und den angegeben
Kopf-
und
Wirbelsäulen
beschwerden
ist damit nicht ausgewiesen.
Der Sachverhalt ist hinreichend erstellt und von weiteren Untersuchungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten
(antizipierte Beweiswürdigung
122 V 157 E. 1d
).
Damit besteht auch kein Anlass
,
von der
Beurteilung
der unfallbedingten Rest
arbeitsfähigkeit ab
zuweichen
,
welche
der Kreisarzt
im
Untersuchungsbericht
vom 2
0.
Februar 2020 (
Urk.
14/216)
vorgenommen hat
.
Dass unfallbedingte
Beein
träch
tigungen am rechten Fuss bestehen
samt
Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit
,
ist unbestritten
und
diese
wurde
n
vom Kreisarzt
aufgrund seiner Unter
suchung nachvollziehbar dargelegt und
angemessen berücksichtigt
.
Dass diesbe
züglich eine weitergehende Arbeitsunfähigkeit besteht, machte auch der Be
schwer
deführer selber nicht geltend.
Begründet
ist auch die vom Kreisarzt vorge
nommene
B
e
urteilung
des Integritätsschadens
,
die
er unter Berücksichtigung, dass eine mässige
Lisfranc
-Arthrose
vorliegt
,
und bei einem
vorgesehenen
Rah
men
einer Einbusse
von 5 bis 10
%
,
im obersten Bereich
mit 10
%
festgelegt
hat (vgl.
Urk.
14/217).
Die Höhe der Integritätsentschädigung wie auch die Höhe des Invaliditätsgrades wurde
n denn auch b
eschwerdeweise einzig dahingehend bean
standet, dass neben den Verletzungen am rechten Fuss
unfallbedingt noch weitere Schädig
ungen zu berücksichtigen
seien, was nach dem hiervor G
esagten jedoch nicht zutrifft.
Unbegründet und im Hinblick
darauf
, dass gleichermassen R
enten- und Taggeld
leistungen
beantragt werden, widersprüchlich ist der Antrag des Beschwerde
füh
rers auf Ausrichtung von T
aggelder
n
rückwirkend ab dem 1.
Februar
202
0.
Denn ein Anspruch
auf
Taggeldleistungen
besteht nur solange
,
als von
ärztlichen Be
handlung
en
noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erwar
ten
ist
,
und dieser Anspruch fällt mit
dem Rentenbeginn
dahin (vgl. E. 1.1 hier
vor).
I
nwiefern von
weiteren Behandlungen noch eine
Besserung des Gesund
heits
zustandes zu erwarten ist
,
zeigt der Beschwerdeführer nicht auf.
Anhalts
punkte dafür
enthalten
auch
die Akten nicht, na
chdem der Beschwerdeführer
im
Herbst
2019
eine
bereits
geplante
Arthrodese
am
Fussgelenk
abgesagt hat
(vgl. E. 3.7 hiervor
). I
m Übrigen
führte
er im Schreiben vom
3
1.
Januar 2020 selber an, dass er mit dem Fallabschluss und der Rentenprüfung
per diese
s
Datum einverstanden sei
(
Urk.
14/203).
Keine Begründung lieferte der Beschwerdeführer
im Weiteren
zum
Antrag einer Genugtuung
in Höhe von
Fr.
2'000.-- und der
Bezahlung
rechtsanwaltliche
r
Kos
ten
für
das Verwa
ltungsverfahren
. Mangels jeglicher Begründung
,
ohne
Nennung einer
Rechtsgrundlage
und eines fehlenden
Erkenntnisses
im angefochtenen
Ein
spracheentscheid
ist
darauf nicht
einzutreten
.
Insgesamt ist
damit
der angefoc
htene
Einspracheentscheid
vom 2
0.
Juli 2020
(
Urk.
2) nicht zu be
anstanden
und die
Beschwerde
abzuweisen
,
soweit
darauf einzutreten ist.
6.
6.1
Der Beschwerdeführer beantrag
t
e die unentgeltliche Rechtsvertretung für das Beschwerdeverfahren vor dem Sozialversicher
ungsgericht (vgl.
Urk.
1 S. 2).
6.2
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvertretung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeiständung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V
115).
Die unentgeltliche Rechtspflege kann nur gewährt werden, wenn die Rechts
vorkehr nicht aussichtslos ist. Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten (ex ante betrachtet) beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Ge
winnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob
eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen).
6.3
Die Beschwerdegegnerin hat in ihrem
Einspracheentscheid
vom 2
9.
Juli 2020
(
Urk.
2
) ausführlich
dargelegt
, dass
gestützt auf die medizinischen Akten und den kreisärztlichen Untersuchungsbericht die geklagten Wirbelsäulen- und Kopf
schmerzen nicht dem Unfallereignis vom
9.
August 201
8 zugeschrieben werden können.
Zur Klärung dieser Frage wurde vom ehemaligen
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers offenbar
zusätzlich
ein P
arteigutachten bei
Dr.
M._
in Auftrag
gegeben
, welches
am
1.
September 2020 erstellt und dem Beschwerde
führer
vor Beschwerdeerhebung
zugestellt wurde (vgl.
Urk.
10). Gemäss dem Schreiben der
Protekta
Rechtsschutz-Versicherung AG
ist
dabei auch
Dr.
M._
zum Schluss gekommen,
dass einzig
die Fussbeschwerden, nicht
aber
die kog
nitiven Einschränkungen,
Kopf-, Nacken-, Schu
lter- und Rückenbeschwerden mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit a
uf das Unfallereignis vom
9.
August 2018 zurückgeführt werden
können.
D
em Beschwerdeführer musste
damit
klar sein, dass seine
Gewinnaussichten kaum als ern
sthaf
t bezeichnet werden können. E
nt
sprechend mochte er das Parteigutachten
im vorliegenden Prozess denn
auch nicht auflegen. Vor diesem Hintergrund und den vorstehenden Erwäg
ungen ist
die Beschwerde
des
B
eschwerdeführers
offensichtlich aussichtslos
und d
as Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvertretung im Verfahren vor dem Sozialversicherungsgericht demnach abzuweisen.