Decision ID: dcf92c46-bc6c-5cab-95c1-d9bf83524413
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1988, wurde am 1
0.
Mai 1988 wegen
Geburts
ge
brechen
(Ziffer
n
273,
387, 390, 497 des Anhangs der Verordnung über
Geburts
ge
brechen
;
GgV
)
erstmals zum Bezug von Leistungen der Invali
denversic
herung
angemeldet (
Urk.
6/2)
.
D
em Versicherten
wurden
in der Folge im Zusammen
hang
mit der Behandlung der Geburtsgebrechen diverse Leistungen
zu
gesprochen
(vgl.
Urk.
6/5).
1.2
Mit Mitteilung vom
2.
Juli 1992 (
Urk.
6/25) sprach die
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
dem Versicherten einen Pflegebeitrag auf
grund
einer Hilflosigkeit mittleren Grades mit Wirkung ab dem
1.
Juli 1991 zu.
Mit Ver
fügungen vom
6.
Mai 1997 (
Urk.
6/44) und vom
4.
März 1999 (
Urk.
6/55) be
stätigte die IV-Stelle
einen unveränderten Anspruch
des Versi
cherten
au
f den bis
herigen Pflegebeitrag
.
Mit Verfügung vom 3
0.
April 2000
(
Urk.
6/70)
verneinte die IV-Stelle einen wei
teren Anspruch des Versicherten auf einen Pflegebeitrag mit der Begrün
dung, dass eine Verbesserung eingetreten sei.
Die vom Versicherten beim hiesi
gen Ge
richt
dagegen
erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 1
1.
Dezember 2002 im
Verfahren IV.2002.00151 abgewiesen (
Urk.
6/89).
1.3
Mit Verfügung vom 2
6.
Oktober 2006 (
Urk.
6/136,
Urk.
6/139) sprach die IV-Stelle
dem Versicherten mit Wirkung ab Mai 2006 eine ganze Rente der In
va
li
den
versicherung zu.
Mit Mitteilungen vom 1
3.
Oktober 2008 (
Urk.
6/152) und
vom
8.
November 2012 (
Urk.
6/178)
bestä
tigte die IV-Stelle
einen unverän
der
ten
Anspruch des Versicherten auf die bis
herige ganze Rente.
1.4
Am
2.
Juli 2012 meldete sich der Versicherte zum Bezug einer
Hilflosenent
schä
digung
an (
Urk.
6/170).
Die
IV-Stelle veranlasste eine Abklärung der Hilflosig
keit vor Ort, worüber am
7.
November 2012 berichtet wurde (
Urk.
6/187).
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahren
s
(Urk. 6/
188-192
)
veranlasste die IV-Stelle
eine weitere Abklärung vor Ort, worüber am 3
1.
Oktober 2013 berichtet wurde (
Urk.
6/193). Anschliessend verneinte sie mit Verfügung vom 1
3.
April 2014 (
Urk.
6/194 =
Urk.
2)
einen An
spruch de
s
Versicherten auf eine
Hilflo
senent
schädigung
.
2.
Gegen die Verfügung vom 1
4.
April 2014 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 1
2.
Mai
2014 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte sinngem
äss die
Zusprache
ei
ner
Hilflosenentschädigung
.
Mit Beschwerdeantwort vom 1
0
.
Juni
201
4
(Urk. 5) schloss die IV-Stel
le auf Ab
weisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 3
0.
Juni 2013 zur Kennt
nis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
42
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (
Art.
13
des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
) in der Schweiz, die hilflos (
Art.
9 ATSG) sind, Anspruch auf eine
Hilflo
senent
schä
digung
. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die we
gen
einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche
Le
bensverrich
tung
en
dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwa
chung bedarf (
Art.
9 ATSG).
Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dau
ernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (
Art.
42
Abs.
3 Satz 1 IVG;
Art.
38
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (IVV)
).
Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs all
täglichen Lebensverrichtungen massgebend (BGE 127 V 94 E.
3c, 125 V 297 E.
4a):
Ankleiden, Auskleiden;
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
Essen;
Körperpflege;
Verrichtung der Notdurft;
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme
.
1.2
Art.
37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss
Abs.
3 dieser Bestimmung
gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von
Hilfsmitteln:
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in
er
heb
licher
Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders auf
wen
digen Pflege bedarf;
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren
körper
lichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher
Dienst
leistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Artikel 38
angewiesen ist.
1.3
Nach
Art.
38
Abs.
1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne von
Art.
42
Abs.
3 IVG vor, wenn eine volljährige, versicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Ist lediglich die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer Hilflosigkeit gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine
Viertelsrente
bestehen (
Art.
38
Abs.
2 IVV).
Zu berücksichtigen ist nur diejenige lebenspraktische Begleitung, die regelmäs
sig und im Zusammenhang mit den in Absatz 1 erwähnten Situationen erfor
derlich ist. Nicht darunter fallen insbesondere Vertretungs- und
Verwaltungstä
tigkeiten
im Rahmen vormundschaftlicher Massnahmen nach
Art.
398-419 des Zivilgesetzbuches (
Art.
38
Abs.
3 IVV).
Der Anspruch auf Berücksichtigung des Bedarfs an lebenspraktischer Begleitung ist nicht auf Menschen mit Beeinträchtigung der psychischen oder geistigen Ge
sundheit beschränkt. Es ist durchaus möglich, dass auch andere Behinderte einen
Bedarf an lebenspraktischer Begleitung geltend machen können. Zu den
ken ist insbesondere an hirnverletzte Menschen (BGE 133 V 450 E. 2.2.3).
Unerheblich ist, in welcher Umgebung sich die versicherte Person - abgesehen da
von, dass sie ausserhalb des Heims wohnen muss - aufhält und ob sie auf die Hilfe des Ehegatten, der Kinder oder der Eltern zählen kann (BGE 133 V 450 E.
2.2.3 und 5).
Als regelmässig im Sinne von
Art.
38
Abs.
3 Satz 1 IVV gilt die
lebensprakti
sche
Begleitung, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durchschnitt mindestens 2 Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 133 V 450 E. 6.2).
Die lebenspraktische Begleitung beinhaltet weder die (direkte oder indirekte)
Dritt
hilfe
bei den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen noch die Pflege noch
die Überwachung. Sie stellt vielmehr ein zusätzliches und eigenständiges Insti
tut der Hilfe dar (BGE 133 V 450 E. 9).
Das Gesetz macht den Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
nicht davon ab
hängig, ob die lebenspraktische Begleitung kostenlos erfolgt oder nicht (BGE 133 V 472 E. 5.3.2).
1.4
Bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Bemessung der Hilflosigkeit ist eine enge, sich ergänzende Zusammenarbeit zwischen ärztlicher Fachperson und Ver
waltung erforderlich. Erstere hat anzugeben, inwiefern die versicherte Per
son in ihren körperlichen beziehungsweise geistigen Funktionen durch das Lei
den eingeschränkt ist. Der Versicherungsträger kann an Ort und Stelle weitere Abklärungen vornehmen. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Stö
rungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern not
wendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berück
sich
tigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzei
gen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert be
züglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie den
tatbe
stands
mässigen
Erfordernissen der dauernden persönlichen Überwachung und der Pfleg
e (
Art.
37 IVV) sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschrie
benen Sinne dar
stellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar
feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbe
sondere der Um
stand,
dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sach
verhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 130 V 61 ff. E. 6.1.1 und 6.2; AHI 2000 S. 319 f. E. 2b).
1.5
Wurde eine
Hilflosenentschädigung
wegen fehlender Hilflosigkeit verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Vo
raussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Hilflosigkeit der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell
ab
zuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Veränderung der Hilflosigkeit auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S.
84 E.
1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass die Hilflosigkeit seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zu
nächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Hilflosigkeit zu bejahen, und hernach zu be
schliessen.
Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch
dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b).
2
.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2)
gestützt auf die Ergebnisse der durchgeführten Abklärung vor Ort davon aus, dass in keinem Bereich der massgebenden Lebensverric
htungen eine regelmässige und
erhebliche Hilfsbedürftigkeit im Sinne des Gesetzes bejaht werden könne (S.
2 Mitte).
2.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde (
Urk.
1) demgegenüber sinn
gemäss geltend, er habe diverse Einschränkungen
in mehreren
Alltagssitua
tio
nen
und sei auf fremde Hilfe und Unterstützung angewiesen. Zurzeit werde er von seinen Eltern betreut und unterstützt. Dies werde aber nicht ewig möglich sein (S.
1). Die Abklärung betreffend
Hilflosenentschädigung
habe knapp eine Stunde gedauert, dies reiche nicht aus. Aufgrund seines Invaliditätsgrades von 80
%
sei ersichtlich, dass er eingeschränkt sei, weshalb er Anspruch auf eine
Hilf
losenentschädigung
habe (S. 2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Hilflo
sen
entschädigung
, mithin ob es seit der letzten Verneinung des Anspruchs zu einer wesentlichen Veränderung gekommen ist,
und
in diesem Zusammenhang na
ment
lich,
ob
der
Beschwer
deführer infolge Beeinträchtigung seiner
Gesund
heit dauernd auf
lebensprak
tische
Begleitung angewiesen ist.
In zeitli
cher Hinsicht steht die
Frage nach der Entwicklung des
anspruchsrele
vanten
Sachverhalts im Vergleichs
zeitraum
vom
Erlass der Urteils des hiesigen Gerichts vom 11. Dezember 2002
(
Urk.
6/89)
bis zum Erlass der Verfügung vom 14. April 2014 (Urk. 2) im Streit.
3.
3.1
Massgebend für die Beurteilung der Hilflosigkeit im Zeitpunkt des Urteils des hiesigen Gerichts vom 1
1.
Dezember 2002 (
Urk.
6/89) war
im Wesentlichen
fol
gende
r
Bericht:
3.2
Am 1
3.
Juni 2001 wurde gestützt auf einen Besuch am 1
4.
Februar 2001 ein Abklärungsbericht
(
Urk.
6
/
77
) erstellt
. Die Abklärungsperson führte aus, nach
Angaben der Mutter besuche
der
mittlerweile 13-jährige Versicherte eine nor
male Schulklasse, bewältige den Schulweg von 20 Minuten allein mit Kollegen und erledige die Hausaufgaben ohne Schwierigkeiten. Sie sei dem Versicherten zu Beginn des Gesprächs begegnet und habe zuerst gemeint, ein anderes Kind vor sich zu haben; die Behinderungen des Versicherten seien im Hintergrund geblieben, er habe normal mit ihr gesprochen, Jacke und Schuhe geholt, diese selbstständig angezogen und gebunden und vor dem Weggehen (zum Turnen) kontrolliert, ob
er sein
Natel
dabei habe (
S. 1 unten).
Im Gegensatz zum Eindruck aus dieser persönlichen Begegnung habe die Mutter
ausgeführt, der Versicherte brauche noch immer gelegentlich Hilfe beim
Schuh
e
binden
und mit Reissverschlüssen. Auch lege sie ihm jeweils die Kleider be
reit. Sie ziehe ihm auch die Nachtschiene (Unterschenkel-Orthese
)
an; ausziehen könne er diese wie auch die orthopä
dischen Schuhe selber (
S. 2).
Die Abklärungsperson hielt sodann fest, dass keine Hilfe nötig sei beim Aufste
hen,
Absitzen und Abliegen (
S. 2 Mitte).
Beim Essen habe der Versicherte gemäss Angaben der Mutter immer noch grosse
Schwierigkeiten mit dem Messer. Dies sei, so die Abklärungsperson, in
sofern un
glaubwürdig, als der Klassenlehrer
aussage
, dass der Versicherte in der Schule zum Beispiel beim Schr
eiben keine Mühe habe (
S. 2 unten).
Hinsichtlich der Körperpflege mache die Mutter geltend, der Versicherte habe am Morgen die grössten Schwierigkeiten, weil die Glieder wegen der Behinde
rung steif seien. Beim Duschen benötige er täglich etwa 15 Minuten Hilfe; ohne Hilfe werde das ganze Badezimmer von der Decke bis zum Boden nass. Die
Ab
klärungsperson
ergänzte, ihr sei diese Aussage nicht nachvollziehbar; vorstell
bar seien allenfalls leichte Koordinationsschwierigkeiten. Ein guter Duschvor
hang könnte die geltend gemachte Dritthilfe weitgehend ersetzen (S.
3 oben).
Hinsichtlich der Reinigung nach Verrichten der Notdurft mache die Mutter gel
tend, der Versicherte könne Toilettenpapier nicht zwischen den Fingern halten. In der Schule erledige er dies selber; der Intimbereich werde am Abend beim Duschen gewaschen (S. 3 Mitte).
Hinsichtlich Fortbewegung und gesellschaftliche Kontakte gab die Mutter an, der Versicherte sei zu Hause und in der Umgebung selbstständig. Für den Schul
weg von etwa 20 Minuten brauche er seit über sechs Monaten keine Be
gleitung mehr; er müsse allerdings vorsichtig sein, weil die Verkehrssicherheit nicht voll
kommen sei. Die Abklärungsperson ergänzte, laut Auskunft des Leh
rers sei der Versicherte vollkommen selbstständig, vielleicht etwas langsamer als andere
Gleich
altrige, aber nie auf Dritthilfe angewiesen. Schreiben, lesen und rechnen könne er etwa so gut wie alle anderen (S. 3 unten).
Betreffend dauernde medizinisch-pflegerische Hilfe wurden folgende Punkte, summiert zu 13 Stunden pro Woche, angeführt (S. 4 Mitte):
Physiotherapie zweimal wöchentlich auswärts, alleine zu Fuss (etwa 1 km);
p
sychomotorische Therapie einmal wöchentlich auswärts;
d
rei Stunden Turnen in der Schule;
e
ine Stunde täglich Turnübungen zu Hause, zusammen mit der Mutter, in
struiert von
Dr.
Y._
.
Eine persönliche Überwachung sei, nachdem die früher vorhandenen epilepti
schen
Anfälle seit mindestens zwei Jahren ausgeblieben
seien
,
nicht notwendig. Die Begleitung zu Konsultationen im Kinderspital und bei
Dr.
Y._
, je einmal pro Jah
r, ergäben einen täglichen Mehr
aufwand von einer Minute. In
s
gesamt resultiere ein Mehraufwand pro Tag von 1 Stunde 1 Minute, wenn die Turnübungen mitberechnet würden (S. 4 unten).
Ergänzend führte die Abklärungsperson aus, gemäss Auskunft des Klassenleh
rers des Versicherten sei dieser in der Schule bei allen Lebensverrichtungen vollkommen selbstständig. Er könne beim Turnen die Kleider selber aus- und anziehen und benötige nie Hilfe. Er habe bei der Orientierung keine Schwierig
keiten; er sei gut integriert; er sei etwas verlangsamt (S. 5 Mitte).
Die Abklärungsperson kam zum Schluss, der Versicherte sei wohl ab und zu auf Hilfe angewiesen. Die geleistete Hilfe erfülle aber auf keinen Fall die Vorausset
zungen der Regelmässigkeit oder der Erheblichkeit. Die Voraussetzungen für die
Zusprache
eines Pflegebeitrags seien nicht mehr erfüllt. Ebenso seien die Vo
raus
setzungen für die Ausrichtung einer Hauspflegeentschädigung nicht mehr ge
geben, da der zeitliche Mehraufwand weit unter zwei Stunden liege, auch wenn
Therapien zu Hause durchgeführt werden müssten. Eine
Überwachungs
bedürf
tig
keit
bestehe nicht (S. 5 unten und S. 6 oben).
3.3
In einer ergänzenden Stellungnahme vom 1
1.
Februar 2002 führte die
Abklä
rungsperson
aus, die meisten der in der Beschwerde erwähnten Schwierigkeiten im Alltagsleben könnten nicht in Zusammenhang mit der Hauspflege oder dem Pflegebeitrag berücksichtigt werden. Die Leiden des Versicherten seien nicht be
stritten; allerdings könne die geleistete Hilfe bei den Lebensverrichtungen nicht mehr als erheblich oder regelmässig betrachtet werden. Sodann sei die Aussage des Lehrers eindeutig: Der Versicherte sei in der Schule bei allen
Le
bens
ver
rich
tungen
selbstständig. Es ergäben sich zwei stark voneinander abwei
chende Aus
sagen: Die Mutter beschreibe den Versicherten als hilflos, der Lehrer und die
Ab
klärungsperson
als selbstständig (
Urk. 6/78
).
4.
4.1
Nach
Ergehen
des
Urteil
s
vom 1
1.
Dezember 2002 (
Urk.
6/89) bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1
4.
April 2014 (
Urk.
2) holte die
Beschwerde
gegnerin
weitere Abklärungsberichte betreffend d
i
e Verhältnisse am Wohnort des
Beschwerdeführers sowie
medizinische
Berichte
ein.
4.2
Dr.
med.
Z._
, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, berichtete am
7.
Juli 2008 (
Urk.
6/149
/3-8
) und führte aus, der Gesundheitszustand des Be
schwer
deführers sei stationär. Der Beschwerdeführer werde wegen seines
Läh
mungsleidens
kontrolliert. Im Januar und Februar 2007 seien ausserdem opera
tive Korrekturversorgungen durchgeführt worden (S. 2
Ziff.
1 und 2).
Der Be
schwerdeführer sei bei den alltäglichen Lebensverrichtungen nicht regelmässig auf Hilfe von Drittpersonen angewiesen (S. 1
Ziff.
6).
4.3
Dr.
med.
A._
, Leitender Arzt Orthopädie, Chirurgische Klinik,
B._
, berichtete am 2
4.
Juli 2008 (
Urk.
6/150/3-7) und nannte folgende Diagnosen (S. 1
Ziff.
2):
Bein- und linksbetonte
Tetraspastik
bei
Cerebralparese
(
CP
)
mit aus orthopädischer Sicht
Status nach Extensionsosteotomie
Femur
beidseitig und
aponeuroti
scher
Triceps
surae
Verlängerung sowie
Tibialis
anterior
Verkürzung beidseitig am 3
1.
Januar 2007
Status nach Re-Intervention proximales
Femur
beidseitig am
8.
Februar 2008 bei
Implantatversagen
Status nach Metallentfernung
Femur
beidseitig am 2
9.
April 2008
Er führte aus, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei stationär und
die durchgeführten Operationen hätten keinen direkten Einfluss auf die Ar
beits
fähigkeit. Zum Zeitpunkt der Metallentfernung habe sich ein gutes
Gang
bild
mit j
edoch eindrücklichem Pendeln des Oberkörpers gezeigt. Beide Hüft- sowie Knie
gelenke seien problemlos leicht überstreckbar gewesen. Der Be
schwerde
führer sel
bst
habe auch angegeben, dass er von den durchgeführten operativen Ein
griffen profitiert habe
(S.
1
Ziff.
3)
.
Der Beschwerdeführer benö
tige bis auf wei
te
res therapeutische Massnahmen (S.
1
Ziff.
4).
Bezüglich der alltäglichen
Lebens
verrichtungen
bedürfe der Beschwerdeführer keiner regel
mässigen
und erheb
lichen Hilfe (S.
5-7
). Einzig die Frage nach
der
Notwendigkeit
von
Hilfeleis
tung
en, die das selbständige Wohnen ermöglichten,
bejahte
Dr.
A._
(S.
7
oben)
.
4.4
Am
2.
November 2012 fand eine Abklärung der Hilflosigkeit zu Hause am Woh
nort des Beschwerdeführers stat
t (Abklärungsbericht vom
7.
November 2012;
Urk.
6/187).
Die Abklärungsperson führte aus,
dass ein geordnetes Gespräch nicht
möglich gewesen sei
, nachdem die Eltern des Beschwerdeführers zuneh
mend ge
reizt eingegriffen hätten
und
das Gespräch
deshalb nach zirka 15 Mi
nuten habe abgebrochen werden müssen.
Der
Beschwerdeführer
habe ihr zu Be
ginn des Ge
sprächs
erklär
t
,
dass er
bereits einmal schlechte Erfahrungen mit einer
Abklä
rungs
person
gemacht
habe. Er habe damals stolz gezeigt, was er al
les könne, ohne zu erkennen zu geben, wie mühevoll vieles
für ihn
sei
. Dies habe zu einem ganz falschen Resultat geführt. Er
fühle sich
in
jeder Hinsicht hilflos und be
nötige bei allen noch so kleinen Handlungen Dritthilfe. Sowohl in der
Selbst
pflege
wie auch im Haushalt müsse er unterstützt werden
(S. 1)
.
Weiter führte die Abklärungsperson aus, dass der Beschwerdeführer in diesem kurzen Gespräch angab, sich nicht gesund zu fühlen. Er habe ausgeführt, nebst den Gehschwierigkeiten seit längerer Zeit auch mit Schwindelanfällen rechnen zu müssen. Er denke, dies sei in Zusammenhang mit seinem schlechten Gleich
gewicht zu bringen. Der Schwindel trete vor allem dann auf, wenn er länger stehen müsse. Die Mutter
des Beschwerdeführers habe sodann ausge
führt
, dass Letzterer
schwer depressiv sei, worauf sich d
i
e
ser
dagegen
ge
wehr
t und gemeint habe, seine persönliche Situation führe lediglich dazu, dass es ihn immer wieder einmal herunterziehe. Es gehe darum, dass er gerne selbständig leben möchte, dies aber nicht möglich sei, da er immer jemanden brauche, der ihm helfe. Dies seien momentan seine Eltern oder seine Schwägerin (S. 2 unten).
Nach Angaben des Beschwerdeführers seien die Stellung seiner Beine und die Bewegungsfähigkeit seit den Operationen vor sechs Jahren besser geworden. Früher habe er dreimal wöchentlich Physiotherapie erhalten, heute bezahle die Krankenkasse nur noch zwei wöchentliche Sitzungen. Insgesamt habe sich der Gesundheitszustand in den letzten Jahren nicht verändert. Einmal jährlich finde eine Kontrolle im Kinderspital statt (S. 2 unten).
Der Beschwerdeführer gebe am Gespräch weiter an, er sei Rechtshänder. Die linke Hand sei schwächer als die rechte. Beim Ankleiden sei er ständig auf Dritthilfe angewiesen. Es sei für ihn ein Ding der Unmöglichkeit, einen Gurt zu schliessen oder die Schuhe genügend stark zu binden. Er trage gern
Basketball
kleidung
. Diese Hosen seien mit einem Bindeverschluss versehen, bei welchem er ebenfalls Hilfe brauche, wenn er ihn binde. Den Rest der Kleider könne er selbst anziehen.
Die Abklärungsperson hielt fest, dass dem Beschwerdeführer das
Absitzen
und aus
dem Sessel wieder
A
ufstehen ohne Probleme gelingen würden (S. 3).
4.5
Dr.
med.
C._
, FMH für Allgemeine Innere Medizin, führte am
2
2.
November 2013 aus (
Urk.
6/190 =
Urk.
3), er kenne den Beschwerdeführer seit
199
6.
Der
Beschwerdeführer leide seit Geburt an
cerebralen
Bewegungsstö
rung
en.
Der Beschwerdeführer sei mit seiner Behinderung in vielen alltäglichen Situationen eingeschränkt. Wegen seiner gestörten Feinmotorik brauche er zum
Beispiel Unterstützung beim Essen, beim Rasieren, beim Schuhe binden und auch
beim Ein- und Aussteigen aus der Badewanne. Er könne selber nicht ko
chen. Auch beim Anziehen könne er zum Beispiel Knöpfe nicht schliessen. Er lebe deshalb auch bei seinen Eltern.
Der Beschwerdeführer habe zudem grosse
Koor
dinationsprobleme
sowohl in den Armen als auch in den Beinen
, weshalb ge
wisse Dinge nicht möglich seien. Es bestünden sicherlich erhebliche Ein
schrän
kungen, die eine massive Unterstützung von Drittpersonen nötig machen würden
. Der Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
sei sicherlich gegeben.
4.6
Am 1
5.
Mai 2013 fand wiederum eine Abklärung der Hilflosigkeit zu Hause am
Wohnort des Beschwerdeführers statt (Abklärungsbericht vom 3
1.
Oktober 2013
;
Urk.
6/193).
Die Abklärungsperson führte aus,
d
er Beschwerdeführer sei selb
stän
dig
aus seinem Zimmer gekommen
und s
ei
selbständig ab
gesessen
. Er habe selb
ständig und adäquat auf die Fragen geant
wortet. Ab und zu habe der
ebenfalls anwesende
Bruder ergänzende Informati
onen gegeben
(S.
1 unten)
.
Gegenüber der Abklärungsperson gab der Beschwerdeführer an
, dass er schlecht geschlafen habe. Er habe Schmerzen in seinen Beinen und habe deshalb aufste
hen müssen. Er leide unter Stimmungsschwankungen und nehme deswegen Be
ruhigungstabletten, damit er wieder Fuss fassen könne.
Im Alltag brauche er viel
Hilfe (S.
2 oben). Seit der Bein- und Fussoperation vor 7 Jahren könne er besser stehen. Er sei nach der Operation aber enttäuscht gewesen, da die Ver
besserung höchstens 15 – 20
%
betrage und ihm eine 60%ige Verbesserung versprochen worden sei.
Er habe Schmerzen in beiden Hüften, vor allem aber links beim
Gehen
. Auch das Wetter habe einen Einfluss auf die Intensität der Beschwerden.
Ab und zu verspüre er einen Schwindel. Die Konzentration sei re
duziert. Länger
e Zeit an einer Aufgabe zu arbeiten sei schwierig für ihn.
Sein Gleichgewicht sei ebenfalls reduziert.
Er gehe wegen seiner Fussstellung auf den Zehenspitzen.
Weiter sei die Feinmotorik ein grosses Problem. Er habe zum Beispiel Schwierig
keiten
,
ein Messer oder eine Gabel zu heben, Fleisch zu schneiden, sich zu ra
sie
ren oder zu schreiben. Die rechte Seite sei besser als die linke. Duschen im
Stehen sei nicht möglich, er müsse in der Badewanne liegen.
Er stehe in der Rege
l spät auf, zwischen 10.00 und 12.00 Uhr morgens. Tags
über habe er keine Ver
pflichtungen, er sei mit der Mutter zu Hause. Er unter
stütze die Mutter nicht im
Haushalt, weil er aufgrund seiner Behinderung nicht in der Lage dazu sei. Abends
werde er öfters von Kollegen für den Ausgang ab
geholt (S. 2 Mitte).
Betreffend den Bereich „Ankleiden/Auskleiden“ gab der Beschwerdeführer ge
genüber der Abklärungsperson an,
dass er beim Anziehen Hilfe brauche. Seine Kleider wähle er selber aus. Er sei in der Lage ein T-Shirt selbständig anzuzie
hen. Bei der Hose habe er jedoch Probleme. Er brauche Hilfe bei den Knöpfen, da
er ansonsten zu lange brauche, bis sie zu seien. Mit grosser Anstrengung schaffe
er es auch
,
selbständig Knöpfe zu schliessen.
Socken könne er selber an
ziehen, ab und zu müssten diese jedoch von einer Drittperson hochgezogen werden. Schuhe anziehen sei schwierig für ihn, da er hohe Schuhe und Grösse 44.5 trage (S.
2 unten). Wenn er sich anziehe, müsse die Mutter anwesend sein, um Hil
fe
stellungen bieten zu können. Lockere Kleider
wie T-Shirts und
Trainer
hosen
könne er selbständig anziehen. Er trage vor allem lockere, weite Klei
dung. Beim Anziehen der Nachtschienen brauche er Hilfe, damit er richtig in die Schiene reinkomme
(S. 3 oben)
.
Die Abklärungsperson
kam zum Schluss
, dass der Beschwerdeführer weitgehend selbständig sei bei
m Anziehen, zumal es ihm zumutbar sei, weite Kleidung zu
tragen. Knöpfe und Reissverschlüsse könne er mit vermehrtem Zeitaufwand eben
falls selbständig schliessen.
Mit diesem erhöhten Zeitaufwand sei noch keine Hilf
losigkeit ausgewiesen. Der Beschwerdeführer sei nicht gezwungen, täglich Hemden mit Knöpfen und Hosen mit Reissverschlüssen oder Knöpfen zu tragen,
so dass die Erheblichkeit und Regelmässigkeit diesbezüglich nicht gege
ben seien.
Eine Selbständigkeit in diesem Bereich habe bereits bei der letzten Abklärung bestanden. Seither sei eine Verschlechterung nicht ausgewiesen, weshalb dieser Bereich zum jetzigen Zeitpunkt nicht angerechnet werden könne (S. 3 Mitte).
Betreffend den Bereich „Aufstehen/Absitzen/Abliegen“ gab der Beschwerdefüh
rer
gegenüber der Abklärungsperson an, er könne selbständig Absitzen und Auf
stehen, müsse sich jedoch dabei abstützen.
Ins Bett abliegen sei langsam und Schritt für Schritt selbständig möglich. Im Bett könne er sich selber lagern und zudecken. Auch das Aufstehen aus dem Bett sei selbs
tändig möglich, er brauche einfach Kraft und Zeit. Auch freies Stehen sei möglich
(S. 3 Mitte)
.
Betreffend den Bereich „Essen“ gab der Beschwerdeführer an, er könne selbstän
dig
essen. Der Umgang mit dem Besteck, vor allem das Schneiden, sei schwierig.
Ab und zu falle das Besteck zu Boden. Trotzdem könne er selbständig mit
dem
Be
steck essen.
Das Fleisch werde von der Mutter vorgeschnitten. Ein Glas zu fül
len
sei schwierig, jedoch möglich. Trinken könne er ebenfalls selbständig
(S.
3 unten)
.
Betreffend den Bereich „Körperpflege“ gab der Beschwerdeführer an, er brauche Hilfe beim Duschen. Er dusche täglich, manchmal auch zweimal täglich, weil er durch seine körperliche Anstrengung vermehrt schwitze.
Er sitze beim Duschen
in der Badewanne. Das Duschen im Stehen sei ihm wegen der Gefahr des Aus
rutschens zu unsicher. Absitzen in der Badewanne könne er selbständig, indem
er sich am Badewannenrand halte. Er brauche jedoch eine Kontrolle. Ein
Dusch
brett
habe er nicht. Beim Aufsteh
en brauche er Hilfe wegen seines
Kör
perge
wicht
s
. Den Oberkörper könne er selber waschen, wobei ihm die Mutter beim Einseifen helfe. Der Rücken werde von der Mutter gewaschen, da er dies selber nicht schaffe. Wenn er aus der Wanne steige, stehe die Mutter bereits mit einem Badetuch parat. Er habe Angst, bei den Transfers auszurutschen. Die Vorderseite seines Körpers könne er selber abtrocknen, den Rücken und die Beine anzu
trock
nen sei schwierig. Er sei durch seinen starken Bartwuchs ge
zwungen, sich nass zu rasieren. Das Rasieren versuche er selber, brauche jedoch Unterstützung,
weil er sich immer wieder schneide. Der Trockenrasierer werde nicht benutzt, weil
dieser zu unsauber rasiere.
Die Zähne könne er selbständig putzen. Er putze mit einer Handzahnbürste. Auch die Zahnpasta könne er selb
ständig anbringen (S.
4 oben).
Die Abklärungsperson fügte hierzu an, dass
der Beschwerdeführer beim Du
schen
keine Hilfsmittel benutze. Im Bad gebe es
keine Haltegriffe. D
ie Sicherheit
könnte
beim Transfer damit erhöht werden
. Es wäre dem Beschwerdeführer ausserdem
zumutbar, beim Duschen entweder ein Badewannenbrett oder einen
Dusch
hocker
zu benutzen. Ein mühsames Absitzen und Aufstehen in der Bade
wanne würde somit entfallen und die Gesamtsituation wäre sicherer.
Dem Be
schwerdeführer wäre es zumutbar, sich selber einzuseifen und hierzu für die schwer erreich
baren Körperabschnitte eine verlängerte Bürste einzusetzen. Im Sitzen wäre er ausserdem in der Lage, sich selber abzutrocknen, ohne die Gefahr dabei auszu
rutschen. Dieser Bereich sei somit nicht ausgewiesen und es bestehe keine Hilf
losigkeit im Sinne des Gesetzes (S. 4 Mitte).
Betreffend den Bereich „Reinigung nach Verrichtung der Notdurft“ gab der Be
schwerdeführer an,
er gehe selbständig auf die Toilette. Die Reinigung danach führe er selber durch. Diese sei zwar nicht 100
%
optimal, dadurch dass er jeden Tag
dusche
, werde dies jedoch kompensiert. Die Kleider könne er nach dem
Toi
lettenbesuch
wieder selber richten
(S. 4 unten)
.
Betreffend den Bereich „Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte“ gab der Beschwerdeführer an, innerhalb der Wohnung bewege er sich frei. Er halte
sich in der Wohnung wegen
des
Gleichgewicht
s
zur Sicherheit an der Wand fest.
Er wohne im dritten Stock ohne Lift. Die Treppe könne er selbständig be
wäl
tigen, er halte sich am Geländer. Beim Gehen benutze er keine Hilfsmittel (Geh
stöcke). Nach der Operation habe er an Gehstöcken gehen müssen, aber die Ko
ordination sei zu schwierig gewesen. Er habe gute Kollegen und Familie. Wenn
er sich ausser Haus bewege, sei oft jemand da. Oft werde er von Kollegen ab
geholt. Mit Kollegen gehe er auch in den Ausgang, zum Beispiel ins Kino. Gehen
schaffe er alleine und ohne Unterstützung. Er könne auch alleine aus dem Haus gehen und selbständig in die Physiotherapie oder zum Arzt gehen (S
.
4 f.).
Sein
Körpergewicht gehe auf die Knochen, er könne maximal 10 bis 15 Minuten gehen, nachher werde er müde. Mit dem Bus fahren habe er auch schon pro
biert,
aber dies sei zu gefährlich, er fühle sich unsicher. Er werde meistens von Kolle
gen oder jemandem aus der Familie gefahren. Er sei auch schon alleine in die Physiotherapie gegangen. Bei dieser Gehstrecke von 20 Mi
nuten lege er zwi
schendurch Pausen von ein paar Minuten ein.
Der Hausarzt sei für ihn ebenfalls zu Fuss erreichbar (S. 5 Mitte).
Zur Frage, ob der Beschwerdeführer dauernd und regelmässig auf eine
lebens
praktische
Begleitung angewiesen sei, vermerkte die Abklärungsperson,
dass alle
Aufgaben im Haushalt stellvertretend von der Mutter übernommen würden. Es finde keine Anleitung statt. Eine lebenspraktische Begleitung sei nicht aus
ge
wiesen (S. 5 unten).
Zusammenfassend führte die Abklärungsperson aus, dass der Beschwerdeführer
erst zwischen 10.00 und 12.00 Uhr selbständig auf
stehe
. Er stehe immer so spät auf.
Zuerst widme er sich im Bad der Körperhygiene. Bei schönem Wetter gehe
er
mit Kollegen raus. Meistens sei er tagsüber auch mit der Mutter zu Hause. Er mache entweder mit der Mutter zusammen Turnübungen oder schaue fern. Der Vater sei noch arbeitstätig, werde aber demnächst pensioniert. Eine Ausbildung oder Stelle habe er nicht. Der Alltag ergebe sich irgendwie. Die Mutter mache ihm das Morgen- und Mittagessen. Er unterstütze seine Mutter nicht dabei, weil
es ihm aufgrund der körperlichen Einschränkungen nicht möglich sei. Den Haus
halt könne er gar nicht erledigen und er helfe auch nicht mit. Kochen könne er
nicht, Waschen oder Staubsaugen seien wegen der fehlenden Stabilität im Stehe
n nicht möglich (S. 5 unten). Er habe keine Verpflichtungen im Alltag. Die Mutter sei ganztags zu Hause und er sei deshalb nie alleine. Die Eltern könnten nicht in die Ferien fahren, weil sie sich um ihn kümmern müssten. Es komme jedoch ab und zu vor, dass die Mutter tagsüber die Wohnung verlasse und er dann alleine zu Hause sei. Wenn er tagsüber alleine gelassen werde, gehe dies gut. Er schaue dann meistens fern. Das Telefon habe er immer dabei und er könnte jederzeit Hilfe anfordern, falls etwas wäre (S. 6 oben).
Betreffend Hilfeleistungen, die das selbständige Wohnen ermöglichten, führte die
Abklärungsperson aus, dass der Haushalt aus Gewohnheit vollumfänglich von der Mutter erledigt werde. Dies sei immer schon so gewesen. Der Beschwer
de
füh
rer habe keine Aufgaben. Es werde alles für ihn gemacht. Es wäre ihm je
doc
h
zuzumuten
, seine Mutter bei einfachen Haushaltsaufgaben zu unterstüt
zen. Auf
grund der Stabilitäts- und Gleichgewichtsproblematik könnten Aufga
ben auch im Sitzen erledigt werden. Die schweren Aufgaben könne er aufgrund der kör
per
lichen Einschränkungen nicht übernehmen
(S. 6 Mitte)
.
Zusammenfassen
d
könne in keinem Bereich eine regelmässige und dauernde er
hebliche Hilfsbedürftigkeit bejaht werden. Die Hilfsbedürftigkeit im Sinne des Ge
setzes sei bereits im Jahre 2001 verneint und vom hiesigen Gericht bestätigt
worden. Die gesundheitliche Situation habe sich seit diesem Zeitpunkt nicht ver
schlechtert (S. 7).
5.
5.1
Eine wesentliche Verschlechterung des
Gesundheitszustand
es
des Beschwerde
führers im Vergleich zur gesundheitlichen Situation zum Zeitpunkt des Urteils des hiesigen Gerichts vom 1
1.
Dezember 2002 (
Urk.
6/89)
geht aus den
medizi
ni
schen
Akten nicht hervor und wurde vom Beschwerdeführer auch nicht geltend
gemacht.
Bereits im Juli 2008 führten
Dr.
Z._
(vgl. vorstehend E.
4.2) und
Dr.
A._
(vgl. vorstehend E.
4.3) aus,
der Gesundheitszustand
sei statio
när und der Beschwerdeführer sei bei den alltäglichen
Lebensverrichtun
gen
nicht regelmässig auf Hilfe von Drittpersonen angewiesen.
Auch
Dr.
C._
stellte
in seinem Bericht vom 2
2.
November 2013 (vgl. vorste
hend E. 4.5) keine neuen Diagnosen und nannte lediglich die bereits bekannten Einschränkungen betreffend Stabilität und Gleichgewicht des Beschwerdefüh
rers.
Zudem gab der Beschwerdeführer
gegenüber der
Abklä
rungsperson
an
, dass sich die
Gehfähig
keit
nach den erfolgten Operatio
nen im Jahre 2006 um 10 bis 15
%
verbessert hat
(vgl. vorstehend E. 4.6).
5.
2
Gestützt auf die Angaben in den Abklärungsberichten (vgl. vorstehend E. 4.4
und E.
4.6) kann davon ausgegangen werden, dass
der Beschwerdeführer - o
b
wohl
er
a
m Anfang des Gesprächs
gegenüber der Abklärungsperson
angab, im
All
tag viel Hilfe zu benötigen -
in sämtlichen a
lltäglichen
Le
bensverrichtungen
selbständig
und ohne regelmässige Hilfe von Dritten
zu
recht
kommt
.
Er ist nach eigenen Angaben in der Lage, sich selbständig an- und auszuziehen
.
Wie die
Abklärungsperson
richtig anfügte, ist es dem Beschwerdeführer zumut
bar, geeignete Kl
eidung ohne Knöpfe beziehungsweise Reissverschlüsse
anzu
zieh
en
.
Mit
de
m
gelegentlich
erhöhten Zeitaufwand
für das Zuknöpfen von Hemden ist
noch keine Hilflosigkeit ausgewiesen
, zumal d
er Beschwerdeführer nicht täg
lich Hemden mit Knöpfen und Hosen mit Reissverschlüssen oder Knöpfen tragen
muss
. D
ie Erheblichkeit und Regelmässigkeit
ist deshalb
diesbezüglich nicht ge
geben
.
Auch im Bereich „Essen“ ist der Beschwerdeführer selbständig. Dass er das
Fleisch nicht selber schneiden kann, ist bedauerlich
. Gemäss der
Recht
sprech
ung
ist das Schneiden von Fleisch jedoch keine regelmässige und erhebliche Hilfe
leis
tung, welch
e die An
nahme einer erheblichen Hilfsbedürftigkeit im Bereich „Essen” rechtfertigt
(vgl. Urteil des Bundesge
richts I 318/01
vom 2
0.
September 2001
E.
2b
). Im Bereich „Körperpflege“
ist es dem Beschwerdeführer zumutbar,
Hilfsmittel
zur Verbesserung der
Gesamt
situation
zur Hand zu nehmen, so dass auch
in diesem Bereich eine Selbstän
digkeit ausgewiesen ist.
So kann seine Sicherheit beim Ein- und Aussteigen in die Badewanne
- wie bereits von der
Abklärungsperson vorgeschlagen -
mit Haltegriffen verbessert werden und wäh
rend
de
s
Duschen
s
kann der Beschwer
deführer
ein Badewannenbrett oder einen Duschhocker benutzen.
Schliesslich ist der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben in der Lage, sich selbständig in und auch ausserhalb der Wohnung zu
bewegen
und
ausserhäusliche Termine wie Physiotherapie und Arztbesuche selb
ständig wahr
zu
nehmen.
Soziale Kon
takte werden von ihm ebenfalls selbständig und regelmässig gepflegt. Er ist nicht auf eine Begleitung Dritter angewiesen.
Angesichts der im Abklärungsbericht vom 3
1.
Oktober 2013 (vgl. vorstehend E.
4.6)
gemachten Feststellungen ist
nachvollziebar
und plausibel, dass der Be
schwerdeführer in den praxisgemäss zu prüfenden sechs alltäglichen
Lebens
verrichtungen
nicht oder zumindest nicht in erheblicher und regelmässiger W
ei
se
eingeschränkt
und auf die Hilfe Dritter angewiesen
ist.
6.
6
.
1
Anders sieht die Aktenlage hinsichtlich des Bedarfs an lebenspraktischer Beglei
tung aus, welche als ein unabhängiges Institut der Hilfe losegelöst von den sechs
alltäglichen Lebensverrichtungen zu prüfen ist (vgl. vorstehend E.
1.2 und E. 1.3).
Im Gegensatz zur Beurteilung im Jahre 2002 ist der Beschwerdeführer in
zwi
schen
26 Jahre alt
, womit
eine relevante Veränderung in den tatsächlichen Ver
hältnissen ausgewiesen, die Voraussetzung der Volljährigkeit erfüllt (vgl. E.
1.3
und 1.5) und
das Bedürfnis,
möglicherweise selbständig zu wohnen, verständ
lich
und demnach
zu
prüfen ist.
Gestützt auf die angeführten ärztlichen Stellungnahmen
sowie
die
Abklärungs
berichte
lässt sich der Anspruch
des Beschwerdeführers
auf lebenspraktische Be
gle
itung nur ungenügend beurteilen. So liegen
für die Beurteilung der Frage
ins
besondere keine
ausreichend
en und aktuellen
medizinischen
Berichte vor.
Dr.
A._
be
jahte
in seinem Bericht vom Juli 2008 (vgl. vorstehend E. 4.3)
zwa
r
die Frage nach
dem Bedarf
von Hilfeleistungen, die das selbständige Woh
nen ermög
lichten,
weitere
diesbezügliche
Angaben
sind
seinem Bericht
jedoch
nicht
zu entnehmen.
Auch der Abklärungsbericht vom Oktober 2013 (vgl. vor
stehend E.
4.6) erweist s
ich in diesem Punkt als dürftig. So w
u
rd
e
darin ledig
lich festgehal
ten, dass die Mutter des Beschwerdeführers den Haushalt allei
n
e erledige.
I
hm
sei
jedoch zumutbar
, sie bei einfachen Aufgaben zu unterstützen
,
aufgrund sei
ner Stabilitäts- und Gleichgewichtsproblematik Aufgaben im Sitzen
zu erledi
gen
und s
chwere Aufgaben
nicht zu übernehmen.
Indem
im
Abklä
rungs
bericht
lediglich leichte und einfache Hilfsaufgaben als zumutbar erachtet
w
u
rden,
bestehen zumindest
Hinweise, wonach beim Beschwerdeführer
in Bezug
auf selbständiges Wohnen
wesentliche Ein
schränkungen vorliegen könnten.
Ge
stützt auf die
Aktenlage
blieb beispielsweise
unklar, ob der Beschwerdeführer
auf
grund seiner Stabilitäts- und
Gleich
gewichtsproblematik
sowie allfälliger mo
torischer Schwierigkeiten
kochen
,
die
Wohnung
reinigen
oder
Einkäufe tätigen
könnte, handelt es sich dabei nicht (ausschliesslich) um leichte und einfache Hilfs
aufgaben. Zudem sind gewisse Tätigkeiten insbesondere bei motorischen Schwierigkeiten nicht ungefährlich (beispielsweise das
Hantieren mit heissen Pfannen)
.
Zu prüfen wäre
demnach
insbesondere die Frage, ob der Beschwerdeführer ohne Begleitung einer Drittperson selbständig wohnen kann. Dabei ist unerheblich, in welcher Umgebung sich der Beschwerdeführer – abgesehen davon, dass er aus
serhalb eines Heims wohnen muss – aufhält und ob er auf die Hilfe der Eltern oder des Bruders zählen kann (BGE 133 V 450 E. 2.2.3 und 5).
6
.2
Zusammenfassend lässt
die
Aktenlage eine abschliessende Beur
teilung des
An
spruchs
de
s Beschwerdeführers auf lebenspraktische Begleitung
nicht zu.
Die Sache ist daher an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie
die erfor
derli
chen
medizinischen und spezifischen Abklärungen an Ort und Stelle tätige
und
an
schliessend
über den
Anspruch
auf lebenspraktische Begleitung
neu verfüge.
6
.3
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die an
ge
fochtene Verfügung vom 1
4
.
April
201
4
aufzuheben und die Sache an die
So
zial
versicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückzuweisen ist, da
mi
t diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.