Decision ID: 34a6df5d-32c5-5f6f-9590-9e5ba235f3df
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die im Jahre 1964 geborene
X._
war seit dem 1. Juli 2007 bei der
Y._
AG
zu einem Pensum von 80 %
als Vulkanisationsmitarbeiterin an
gestellt und in dieser Eigen
schaft bei der Schweizerischen
Unfallversicherungs
anstalt
(SUVA
) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrank
heiten versichert. Am 4. August 2009 wurde sie von einem Auto angefahren und
zog sich – neben weiteren Verletzungen – eine LWK 1
Berstungsspaltfrak
tur
zu (Urk. 12/1, Urk. 12/12). In diesem Zusammenhang musste sie sich am 7. und 1
2.
August 2009
im
Z._
einem operativen Eingriff un
terziehen (
Spondylodese
BWK 12 bi
s LWK 2, Diskektomie und
Teil
korpo
rek
tomie
mit Implantaten
; Urk. 12/12 f.). Vom 21. August bis 17. September 2009 weilte sie zwecks Erholung in der
A._
(Urk. 12/21); ein weiterer operativer Eingriff erfolgte am 18. Februar 2010 (Schraubenentfernung,
Urk.
12/97). Infolge persistierender Beschwerden wurde vom 2
5. Oktober bis 24.
No
vember 2010
ein stationärer Aufenthalt in der
B._
nötig (
Urk.
12/237). Gestützt auf die dabei gewonnenen Er
kenntnisse stell
te die SUVA
mi
t Verfügung vom 17. Februar 2011
die Taggeld
er
und Heil
behandlungen
ein und sprach der Versicherten eine
Integritätsentschädi
gung
in der Höhe von 5 % zu
(Urk. 12/257
/2-4
). Im Rahmen des
Einsprache
verfahrens
veranlasste die
be
schwer
de
führende
Partei ein Gutachten bei
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates (Gut
achten vom 19. September 2011;
Urk.
12/278), zu welchem sich
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie (Kompetenzzen
trum
Versicherungs
medizin
SUVA
), in seiner ärztlichen Beurteilung vom 27. Oktober 2011 äusserte (
Urk.
12/289).
In der Folge bestä
tigte die SUVA
mit
Einspracheentscheid
vom 23. Dezember 2011 die angefoch
tene Verfügung (Urk. 12/300 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Vertreterin der Versicherten am 31. Januar 2012 Beschwerde und beantragte, es seien der Beschwerdeführerin weiterhin ab 1. März 2011 die
Hei
lungskosten
und Taggeldleistungen auf der Basis einer 100%igen Arbeits
un
fähigkeit zu erbringen, eventualiter sei der Beschwerdeführerin eine ange
messene
Rente bei einem IV-Grad von mindestens 25 % zuzusprechen. Weiter sei ihrer Mandantin auf der Basis eines Integritätsschadens von mindestens 30 % eine Integritätsentschädigung auszurichten; unter Kosten- und
Entschädi
gungsfolgen
zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 4. Juni 2012 beantragte der Vertreter der
Be
schwer
degegnerin
die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11). Mit Replik vom 16. Au
gust
2012 beantragte die Vertreterin der Beschwerdeführerin im Hauptantrag die voll
ständige Gutheissung der Beschwerde (
Urk.
15); der Vertreter der
Be
schwer
de
geg
nerin
hielt mit Duplik vom 23. Oktober 2012 am Rechtsbegehren gemäss
B
e
schwerdeantwort fest (
Urk.
21), wovon der Beschwerdeführerin am 31. Oktober 2012
Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
22).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der
Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind,
in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne
des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vor
handensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht wer
den kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
tür
li
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein
natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die V
er
waltung beziehungsweise im Be
schwerdefall das Gericht i
m Rahmen der ihm obliegenden Beweis
würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
a
nspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit
Hinwei
sen).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invaliden
rente
(Art. 18 Abs. 1 UVG in der bis 30. Juni 2001 gültig gewesenen Fassung). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Be
hand
lung
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und all
fällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung ab
ge
schlossen
sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Tag
geld
leis
tung
en
dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.4
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
; ATSG), so hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invali
den
rente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (ATSG). Für die Bestim
mung des
Inva
li
ditätsgrades
wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut
bare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Bezie
hung gesetzt zum
Er
werbseinkommen
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Art. 16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
1.5
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde er
hebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die
In
tegritätsentschädigung
wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschä
di
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung über die Unfall
ver
sicherung (UVV) Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des gan
zen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, au
gen
fällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Be
m
es
sung
der Integri
tätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges 3. Fallen meh
rere kör
per
liche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Un
fällen
zu
sammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Be
einträch
ti
gung
fest
gesetzt (Abs. 3).
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 U
VG
nach der Schwere des Integri
tätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medi
zinischen Befund. Bei gleichem
mediz
inischen
Befund ist der
Integri
täts
schaden
für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die
Inte
gri
tätsentschädigung
der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der privat
rechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nach
teil indivi
duell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im
Gegensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112 II
131 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizi
nischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemessung des
Integritätsscha
dens
auf
stellen; spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den
Integritäts
schaden
bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des I
ntegri
tätsschadens hängt so
mit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medi
zi
nisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körper
lichen oder geis
tigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 218 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff.).
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der
In
tegritätsschäden
aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typi
sche Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin ge
nannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem an
gegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1
Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte
Integritätsschä
den
wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2).
Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 Prozent nicht erreichen, ge
ben keinen
Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige
Gebrauchs
unfähigkeit
eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teil
weisem Verlust und teil
weiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der
Integritäts
schaden
weniger als 5 Prozent des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
Die Medizinische Abteilung der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(SUVA) hat in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen
Skala weitere
Bemes
sungs
grundlagen
in tabellarischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar
und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des
Integri
tätsschadens
für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthal
ten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
da
mit,
dass gestützt auf die Ausführungen von
Dr.
D._
in seiner ärztlichen Be
urteilung vom 2
7.
Oktober 2011 auf das von der
B._
erstellte Zumutbarkeitsprofil abgestellt werden könne.
Unter Berücksichtigung der
un
fall
kausalen
Beschwerden
sei demnach in einer behinderungsangepassten Tätig
keit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
auszugehen
, was zu einem für den Be
reich der Unfallversicherung nicht rentenrelevanten Invaliditätsgrad führe. Für die Bemessung der Integritätsentschädigung sei im vorliegenden Fall die Tabelle
7 über die Integritätsentschädigung gemäss UVG massgebend (
Integri
tätsscha
den
bei Wirbelsäulenaffektionen), was zu einem Integritätsschaden von 5 % führe (
Urk.
2).
Mit Blick auf die im Beschwerdeverfahren aufgelegten Arztberichte (
Urk.
3/3-4;
Urk.
16) beantragte die Beschwerdegegnerin mit der Beschwerdeantwort und der Duplik, es sei ihr in die in diesen Berichten erwähnten Bilddokumente Einsicht und - falls das Gericht eine Begutachtung anordne - das rechtliche Gehör zu ge
währen (
Urk.
11,
Urk.
21).
2.2
Demgegenüber machte die Vertreterin der Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass ihre Mandantin gestützt auf die Einschätzung von
Dr.
C._
weiterhin auf Heilbehandlungen angewiesen sei. Allein aufgrund der
Wirbel
fraktur
sei bis September 2011 noch von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, weshalb die Einstellung der Heilungskosten und Taggelder nicht ge
rechtfertigt erscheine. Zudem habe sich die Beschwerdeführerin beim Unfall
vom
4.
August 2009 auch eine Bodenplattenimpressionsfraktur HWK 5 zugezo
gen
und leide seither an belastungsabhängigen Schulterbeschwerden links, wel
che radiologisch bestätigt worden seien (Partialruptur der
Supraspinatussehne
,
Urk.
3/4). Die Vorwürfe der Beschwerdegegnerin, es liege eine erhebliche
Symp
tom
ausweitung
vor, seien vor diesem Hintergrund nicht haltbar, vielmehr dräng
e
sich eine orthopädisch chi
rurgische Expertise auf. Falls eine solche nicht als not
wendig erachtet werde, sei die Invalidenrente anhand der Daten der Schwei
ze
rischen Lohnstrukturerhebung (LSE) zu ermitteln, wobei bei einem
lei
dens
be
dingten
Abzug von 25 % zumindest von einer gleich hohen Invalidität auszugehen sei. Hinsichtlich des Integritätsschad
ens sei allein aufgrund der LWS-
Fraktur von einem solchen von 20 % auszugehen, so dass eine
Integritäts
ent
schädigung
auf der Basis eines Integritätsschadens von mindestens 30 % aus
zu
richten sei
(
Urk.
1
,
Urk.
15
).
2.3
2.3.1
Die für den Austrittsbericht der
B._
vom 2
5.
November 2010
ver
antwortlichen Fachärzte diagnostizierten einen Status nach Unfall vom
4.
August 2009 mit Berstungsspaltfraktur LWK 1 (
7.
August 2009:
Dorsalin
stru
mentierte
Spondylodese
BWK 12 bis LWK 2; 1
2.
August 2009:
Thorakosko
pische
,
ventrale
Spondylodese
BWK 12 bis LWK 2,
Teilkorpektomie
LWK 1,
Dis
kek
tomie
BWK 12/LWK 1 und LWK 1/LWK 2, VLIFT-Cage [3° Deck- und Bo
den
platte
]
und MACS-Platte,
autologe
Spongiosaplastik
; 1
8.
Februar 2010:
Me
tall
entfernung
[
Fixateur intern
]
;
1.
Juli 2010: Röntgen
thorakolumbaler
Über
gang: unveränderte Stellungsverhältnisse, OSM intakt und in situ, keine
Lo
ckerungs
zeichen
oder Zeichen der
Einsinterung
, unveränderte
Retrolisthesis
BWK 12 ge
gen
über LWK 1 um max. 6 mm; 2
5.
August 2010: Interdisziplinäre
Schmerz
s
prechstunde
Z._
:
interventionell
zurzeit aus anästhesiologischer Sicht keine
Möglichkeiten, Rehabilitation in
B._
empfohlen) sowie ein lumbales
Schmerz
syndrom
. Vorbestehend leide die Beschwerdeführerin seit Jahren an ei
nem chronischen
lumbospondylogenen
Syndrom mit
Fehlform
und Fehlhaltung der Wirbelsäule (Skoliose, leichte Hyperkyphose der BWS, Hyperlordose unter
e
LWS) und
Dekonditionierung
sowie an einer chronischen Schmerzkrankheit.
Bei Austritt sei von den folgenden Problemen auszugehen: Erhebliche
Symp
tom
ausweitung
, dauer- und belastungsabhängige HWS- und LWS-Schmerzen, Ver
dacht auf
Schmerzchronifizierung
, Schmerzen im Bereich der linken Schulter und
Kribbelparästhesien
im gesamten linken Arm und der lin
ken Hand, inter
mittierende linksseitige Nacken- und Kopfschmerzen, Angabe von Schmerzen in beiden Beinen. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden nur zum Teil er
klä
ren. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich demnach auch auf medi
zi
nisch-theoretische Überlegungen. In
der angestammten – ge
kündigten – wie auc
h
in
einer leichten bis mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit, ohne
Zwangs
haltungen
des Rückens wie länger dauernd vorgeneigt oder mit wieder
holter
Rumpfrotation sei von einer ganztägigen Arbeitsfähigkeit auszugehen (
Urk.
12/237)
.
2.3.2
Dr.
C._
stellte in seinem Gutachten vom 1
9.
September 2011 die fol
gen
den Unfalld
iagnosen: Zustand nach Berstungsfraktur LWK1 (wurde als Fuss
gängerin am
4.
August 2009 von einem PW erfasst und stürzte ca. 3
m tief in einem Kanal); Zustand
nach
Spondylodese
n
am
7.
August 2009 und
am 1
2.
Au
gust 2009; Metallentfernung am 1
8.
Februar 2010; persistierende Retro
listhesis BWK 12 gegenüber LWK 1 um 6
mm; leicht vermehrte Knochenum
bau
rate der
Spondylodesenschrauben
Höhe BWK 12 und etwas geringer bei Schrau
ben LWK 2 (mögliche beginnende Schraubenlockerung); fehlender
ossä
rer
Durch
bau
zwi
schen den Wirbelkörpern auf der rechten und linken Seite des Cages, ventraler
Durchbau
BWK 12/LWK 1 vollständig; leichte Einengung der
Neuro
foramina
LWK4 bis S1 beidseits bei den bestehenden
ossären
und
dis
cogenen
, posttrau
ma
tischen Veränderungen (
szintigraphisch
und
computerto
mographisch
bestätigt,
Untersuchung vom 1
4.
Juni 2011);
Dekonditionierung
der Rücken- und
Bauch
mus
kulatur
(mehrere Operationen); Verdacht auf Verlet
zung der linken Schulter.
Als krankheitsbedingte Diagnose nannte er ein Schmerzsyndrom im Rücken bei Diskushernie L5/S1.
Aktuell sei von einer vollständigen Einschränkung der Beschwerdeführerin als Hilfsarbeiterin auszugehen. Er empfehle, die Patientin so rasch wie möglich zu 30 % arbeitsfähig zu erklären. Bei entsprechender ärztlicher
und physiothera
peutischer
Betreuung könne im Verlauf eines Jahres eine Steigerung der Ar
beits
fähigkeit auf 80 % erwartet werden. Vom Anteil der verbleibenden Arbeits
unfähigkeit sei 20 % auf unfallfremde Gründe zurückzuführen (degenerative Ver
änderungen). Da die Heilung noch nicht abgeschlossen sei (fehlender
Kno
chendurchbau
der
Spondylodese
, mögliche Schraubenlockerung) sollte seines Er
achtens der Integritätsschaden erst nach Bestätigung der knöchernen Heilung festgelegt werden (
Urk.
12/278).
2.3.3
Dr.
D._
hielt in seiner ärztlichen Beurteilung vom 2
7.
Oktober 2011 fest, dass die Stabilität der Implantate zusammen mit der knöchernen Fusion zentral und plattennahe völlig ausreichend sei für sämtliche alltägliche Verrichtungen. Aus
dem Fehlen des vollständigen knöchernen Durchbaus rechts-lateral könnten sich
keine Symptome ableiten lassen, ganz besonders nicht eine vollständige Un
fähigkeit für einen nicht rückenbelastenden Beruf. Die von
Dr.
C._
for
mulierten hochgradigen Einschränkungen in praktisch allen täglichen Ver
rich
tungen seien medizinisch nicht fundiert und würden auf falschen Annah
men
in
Bezug auf den Fusionsstand der
Spondylodese
beruhen. Auch seine Ver
schrei
bun
g von vollständiger Schonung zur Gewährleistung des
weiteren
knöcherne
n Durchbaus dürfte wenig erfolg
versprechend sein.
Zusammenfassend sei das Ergebnis der
Spondylodese
vollständig vereinbar mit einer die Wirbelsäule wenig bestastenden Tätigkeit wie im Austrittsbericht der
B._
beschrieben; auch grösseren Belastungen sei die
Spondylo
dese
gewachsen. Der Integritätsschaden sei mit 5 % zu bemessen (Urk. 12/289).
2.3.4
Dr.
med.
E._
, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin und
Reha
bi
li
tation, diagnostizierte
in ihrem Bericht vom 1
7.
November 2011 – neben den be
kannten Diagnosen im Bereich BWK 12 bis LWK 1 – ei
n posttraumatisches, chronisches
Cervicocephalsyndrom
links (im MRI Nachweis einer
Bodenplat
tenimpressionsfraktur
HWK 5 sowie möglicherweise zusätzlich
Baastrup
-Prob
lematik der Dornfortsätze; eine
Periarthropathia
humeroscapularis
links, DD:
Tendinopathie
/Bursitis, beginnende Gelenksarthrose mit Aktivierung); chroni
sche mediale Rückfuss- und Mittelfussschmerzen rechts (im MRI Tendovagin
itis der Flexor
hallucis
longus
–
Sehnenscheide, vor allem in seinem plantaren Ver
lauf) sowie chronisch posttraumatische rechtsbetonte und
distalbetonte
Paräs
the
sien
der Beine, DD: neuropathisch,
myofascial
.
Zurzeit sei von einer 75%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, wobei sie grosses Rehabilitationspotential sehe (
Urk.
3/3).
2.3.5
Am 1
4.
Dezember 2011 wurde an der
F._
ein
Arthro
-MRI der lin
ken Schulter durchgeführt. Dabei wurde eine Bursitis
subacromia
lis
/
subdel
toidea
festgestellt. Es liege eine tiefe
bursaseitige
Partialruptur der
Supraspinatussehne
anterior
vor; zudem eine Obliteration des Fettgewebes im
Rotatorenman
schetten-
Intervall
als Zeichen einer
Capsul
itis
adhäsiva
(
frozen
shoulder
;
Urk.
3/4).
2.3.6
In ihrem Bericht vom 2
3.
April 2012 hielt
Dr.
E._
fest, dass die
Boden
plattenimpressionsfraktur
HWK 5 wohl nicht auf das Unfallereignis vom
4.
Au
gust 2009 zurückgeführt werden könne. Festzustellen sei aber eine
Fehl
hal
tung
/
Fehlstellung im Bereich HWK 5, wobei schwierig zu beurteilen sei, ob dies post
traumatisch bedingt sei. Die Beurteilung der
B._
könne sie nicht nachvollziehen, insbesondere seien die Schulterbeschwerden nicht un
tersucht worden, obschon diese neben den Nacken- und Beinschmerzen erwähnt worden seien. Ihres Erachtens
sei es nicht gerechtfertigt, die Schmerzausweitung in den
Vordergrund zu stellen, dies auch aufgrund der neusten Abklärungen im Be
reich
der linken Schulter (
Urk.
16).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stützt sich in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf den Austrittsbericht der
B._
vom 2
5.
November 2010 sowie
die ärztliche
Beurteilung von
Dr.
D._
vom 2
7.
Oktober 201
1.
Dazu ist aus heu
tiger Sicht anzumerken, dass die Beschwerden an der linken Schulter am 1
4.
De
zember 2011 – und damit noch vor dem angefochtenen
Einspracheent
scheid
– genauer abgeklärt wurden, wobei eine klare objektive Ursache ermittelt
werden konnte. Unbestritten ist dabei, dass die Beschwerdeführerin bereits im Zei
t
punkt des Aufenthalts
in
der
B._
über Schulterbeschwerden
links geklagt und eine Kraftminderung im linken Arm angegeben hat (
Urk.
12/237
S.
1
und 3). Die angegebenen Beschwerden wurden dannzumal nicht weiter abgeklärt und fanden keine Aufnahme in der Diagnoseliste. Zu ver
muten ist dabei, dass sie unter dem Titel „Symptomausweitung“ behandelt wur
den. Im Rahmen des vorliegenden Unfallversicherungsverfahrens könnte dem
nach
allein dann noch auf den Bericht der
B._
abgestellt wer
den, wenn die Schulterbeschwerden von vornherein als nicht kausal zum Unfall vom
4.
August 2009 qualifiziert würden.
3.2
Die Beschwerdeführerin gab diesbezüglich an, die linksseitigen
Schulterschmer
zen
erst einige Monate nach dem Unfall wahrgenommen zu haben. Die LWS-Fraktur habe im Vordergrund gestanden, zudem habe sie starke Schmerzmitt
el eingenommen (
Urk.
3/3 S. 1). Es ist zwar zutreffend, dass sie stets unter medi
kamentöser Schmerzbehandlung stand und dass die Rückenbeschwerden das grösste Problem darstellten. Genau deswegen stand sie jedoch in ständiger ärzt
licher Behandlung und in den (echtzeitlichen) Berichten des
Z._
werden wäh
rend längerer Zeit nach dem Unfall keine Schulterbeschwerden genannt. Die Medikamente vermochten dabei auch die Rückenschmerzen nicht zu lindern,
wie aus dem
Z._
-Bericht
vom 2
5.
August 2010
(
Urk.
12/195)
und auch aus dem
Bericht der Hausärztin
,
Dr.
med.
G._
, Fachärztin FMH für Allge
meine Medizin,
vom 2
1.
April 2010 hervorgeht (
Urk.
12/122), weshalb nicht einsehbar ist, weshalb die Medikamente in Bezug auf die Schulterbeschwerden schmerz
lin
der
nd hätten gewirkt haben sollen.
Auch in den persönlichen Bespre
chungen
mit der Sachbearbeiterin vom 1
7.
Dezember 2009 (
Urk.
12/69-70) und vom
4.
Mai
2010 (
Urk.
12/126) erwähnte die Beschwerdeführerin keine
Schul
ter
schmer
zen
, ebenso wenig wie in der Anmeldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung vom 1
6.
Februar 2000 (
Urk.
12/108). Am
6.
April und
4.
Mai 2010 berichteten die Ärzte des
Z._
zwar von neuen Beschwerden im
Fuss - die später wieder abklangen (vgl.
Urk.
12/173) -, doch
erwähnten sie keine
Schulterbeschwerden (
Urk.
12/99,
Urk.
12/124,
Urk.
12/129), g
enau so weni
g wie
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin,
am 2
0.
Mai 2010 (
Urk.
12/139) und Kreisarzt PD
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Orthopä
dische Chirurgie,
am 1
5.
Juni 2010 (
Urk.
12/17
0). Dagegen dokumentierte die
Haus
ärz
tin
bereits am 2
2.
Mai 2006 (
Urk.
12/147) und
Dr.
med.
J._
, Facharzt FMH
für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen,
am
7.
Juli 2006
vorbe
s
tehend
e
Schulterschmerzen (Urk.
12/151 Mit
te: „
Dolenz
über
Bizepssehne
“).
Nach dem Unfall sind die Schulterschmerzen erstmals im Bericht des
Z._
vom 2
5.
August 2010 - eher am Rande - beschrieben (
Urk.
12/195 und 193 oben) und als leichte PHS diagnostizie
rt
worden
(
Urk.
12/191).
Da die Schulterbeschwerden - soweit sie nicht ohnehin als vorbestehend zu betrachten sind - erst so lange nach dem Unfall erstmals dokumentiert sind, ist die natürliche Kausalität dieser Be
schwer
den nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Da an dieser
echtzeit
lichen
Aktenlage neue medizinische Abklärungen nichts zu ändern ver
mögen, kann
da
von abgesehen wer
den. Ebenso wenig lässt der nach dem Schulter-MRI angefertigte Bericht von
Dr.
E._
andere Schlüsse zu. Sie selbst be
zeichnete im Bericht vom 2
3.
April 2012 die Schulterbeschwerden nicht als
un
fall
kausal
, sondern hielt dafür, sie vermöge nicht zu beurteilen, welche Problem
kreise als
un
fallbedingt
und welche als krankheitsbedingt
zu betrachten seien (
Urk.
16).
3.3
Darüber hinaus legte
Dr.
D._
nachvollziehbar dar, dass sich aus dem von
Dr.
C._
postulierten mangelhaften
ossären
Durchbau
der
Spondylodese
weder die erhobenen Symptome noch die von ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit ableiten lasse. Das Ergebnis der
Spondylodese
sei vielmehr vereinbar mit einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer leidensangepassten Tätigkeit (
Urk.
12/289).
Festzuhalten
ist dabei, dass seitens der
B._
keineswegs von ei
ner uneingeschränkten Belastbarkeit der Wirbelsäule ausgegangen wird. Viel
mehr wird festgehalten, dass eine Tätigkeit nur „ohne Zwangshaltungen des Rü
ckens wie länger dauernd vorgeneigt oder mit wiederholter Rumpfrotation“ zu
zumuten sei. Vor diesem Hintergrund erscheinen hinsichtlich der Frage des „
ossären
Durchbaus“ ebenfalls keine weiteren Abklärungen angezeigt.
Weiter
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch nicht von einer
Schraubenlocke
rung
auszugehen, da selbst
Dr.
C._
eine solche lediglich für möglich hält.
Auch erscheint es aufgrund der aktuellen Aktenlage nicht überwiegend wahrscheinlich zu sein, dass die Bodenplattenimpressionsfraktur HWK 5 auf den
Unfall vom
4.
August 2009 zurückzuführen ist (
Urk.
12/288,
Urk.
16).
Das
Gleiche
gilt
f
ür die im Bericht von
Dr.
E._
vom 1
7.
November 2011 genann
ten Fussbeschwerden (
Urk.
3/3).
3.4
Insgesamt kann auf die Einschätzung der
B._
(Bericht vom 2
5.
November 2011) abgestellt werden. In der angestammten wie auch in einer leichten bis mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit, ohne
Zwangshaltun
gen
des Rückens wie länger dauernd vorgeneigt oder mit wiederholter
Rumpf
rotation
ist somit von einer ganztägigen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
4.
4.1
Hinsichtlich des
Valideneinkommens
ist entsprechend den Ausführungen der
Be
schwerdegegnerin
per 2011 von einem Einkommen von
Fr.
3‘121.-- x 13 auszu
gehen, was bei einem Pensum von 100 % einem Jahrestotal von Fr. 50‘716.-- entspricht (
Urk.
2 S. 8,
Urk.
12/242).
4.2
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe
Schul
bildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, be
s
chränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unter
durchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der
Invaliditätsbe
mess
ung
nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür be
stehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren
Ein
kommens
niveau
begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf
in
validitätsfremde
Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder über
haupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleich
mässig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss ent
weder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entspre
chende Herauf
setzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des
Invali
den
einkommens
durch eine entsprechende Herabsetzung des statisti
schen Wertes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59, 134 V 322 E. 4.1 S. 325 mit Hinweisen).
Eine Parallelisierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Dif
ferenz zum mass
gebenden Durchschnitt deutlich ist.
D
as Bundesgericht
hat
die bis
da
hin
offen
gelassene Rechts
frage betreffend die rechtsprechungsgemäss geforderte Höhe
der
Deutlichkeits
schwelle
in dem Sinne beantwortet, dass der
Erheblich
keits
grenzwert
der Ab
weichung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom bran
chenüblichen
LSE-Ta
bellenlohn
, ab welchem sich eine Parallelisierung der
Ver
gleichseinkommen
im Sinne von BGE 134 V 322 E. 4.1 rechtfertigen kann, auf 5 % festzusetzen ist (
BGE 135 V 297
E. 6.1.2).
Im Rahmen der Ermittlung, ob vorliegend eine Parallelisierung der
Ver
gleichs
einkommen
nötig ist, stützte sich die Beschwerdegegnerin auf den Brut
tolohn für Frauen bei der Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren (
LSE 2
0
10, TA
1
Ziffer 22, per 2010 monatlich
Fr.
4‘203.--), da die Beschwerdeführerin vormals in dieser Branche gearbeitet hat
te
. Bei der Ermittlung des
Invalidenein
kommens
zieht die Beschwerdegegnerin dann aber das Durchschnittstotal der Tabelle TA1 heran (per 2010 monatlich
Fr.
4‘225.--), was dem Grundgedanken
der Paralleli
sierung widerspricht. Entweder ist das Invalideneinkommen eben
falls
gestützt auf die Werte der Tabelle TA1 Ziffer 22 zu ermitteln, oder die Frage der Paralle
lisierung
ist anhand des Durchschnittstotals zu prüfen.
Geht man von einem monatlichen Einkommen von
Fr.
4‘203.-- aus, ergibt sich nach Berück
sichti
gung der durch
schnittlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (Die Volkswirt
schaft,
10-2013
S. 9
0
)
sowie der seither eingetretenen
Nominallohnent
wicklung
(Schweizerischer
Lohn
index
insgesamt (1939 = 100), Frauen, Stand 2010: 2579, Stand 2011: 2604;
Die Volkswirtschaft 10-2013, S. 91
) ein Jahres
ein
kommen von
Fr.
53‘089.--.
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
50‘716.-- führt dies entsprechend den Ausfüh
rung
en
der Beschwerdegegnerin mangels Erheblichkeit nicht zu einer Parallelisierung der Vergleichseinkommen (Diffe
renz von 4.46 %).
Geht man von einem statis
tischen Durchschnittseinkommen von
Fr.
4‘225.-- aus,
ergibt sich ein Jahres
einkommen von
Fr.
53‘367.--, was bei einer Differenz von 4.96 % ebenfalls nich
t zur Parallelisierung der
Ver
gleichs
einkommen
führt.
4.3
In der weiteren Invaliditätsbemessung hielt die Beschwerdegegnerin einen
lei
dens
bedingten
Abzug von 5 % als angemessen. Dies erscheint aufgrund des
Ar
beitsplatzbeschriebs
einer leidensangepassten Tätigkeit an der unteren Grenze des Ermessens zu liegen. Ginge man von einem etwas grosszügigeren
leidens
be
dingten
Abzug von 10 % aus, führte dies selbst bei Annahme
des tieferen
Inva
lideneinkommens
von
Fr.
47‘780.-- (
Fr.
53‘089.-- abzüglich 10 %) zu einem
ren
ten
ausschliessenden
Invaliditätsgrad von rund 6 %
([
Fr.
50‘716.--
-
Fr.
47‘780.--
]
x 100 /
Fr.
50‘716.--
=
5.78
).
Der angefochtene
Einspracheent
scheid
ist damit hin
sichtlich der Renten
frage
zu bestätigen.
5.
Was die Einschätzung des Integritätsschadens angeht, kann hinsichtlich der me
di
zinischen Einschätzungen von
Dr.
I._
,
Dr.
C._
sowie
Dr.
D._
auf
die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen
Einspracheentscheid
ver
wie
sen
werden (
Urk.
2 S. 11 f.).
Zutreffend ist weiter, dass die Bemessung des
Inte
gri
tätsschadens
praxisgemäss
anhand des
Feinraster
s
der SUVA (
Integritäts
ent
schä
digung
gemäss UVG, Tabelle 7, Integritätsschaden bei
Wirbelsäulenaf
fektionen
)
zu erfolgen hat
.
Unbestritten ist dabei, dass von einer Fraktur inklu
sive
Spon
dy
lodese
, Kyphose oder Skoliose bei einer Deformität von 10° auszu
gehen ist. Strittig
ist allein, welcher
Wert auf der Schmerzfunktions
skala
mass
gebend
ist.
Dr.
D._
wählte diesbezüglich + bis ++ (mässige
Beanspruchungs
schmerzen
, in Ruhe selten oder keine, gute und rasche Erholung, 1-2 Tage; ge
ringe
Dauer
schmer
zen
, bei Belastung verstärkt, auch in Ruhe), während
Dr.
C._
+++ wählte (+/- Dauerschmerzen, Zusatzbelastung nicht mög
lich, auch nachts
und in Ruhe, bei Verstärkung lange Erholungszeit). Zu be
rücksichtigen ist ge
stützt
auf den Bericht der
B._
vom 2
5.
November 2011 dabei, dass bei der Beschwerdeführerin von einer chroni
schen Schmerzkrankheit sowie
einer erheblichen Symptomausweitung auszuge
hen ist.
Die Ermittlung des
Schmerz
niveaus
muss daher auch unter Berücksich
tigung objektiver Kriterien erfolgen,
da bei den genannten Diagnosen nicht al
lein die subjektiven Angaben einer Versicherten übernommen werden können. Ausgehend von einer voll
stän
digen Arbeitsfähigkeit in einer leichten bis mit
telschwer
en leidensangepassten Tätigkeit
erscheint sich die Einschätzung von
Dr.
C._
aber zu sehr auf
die subjektiven Angaben der Beschwerdefüh
rerin zu stützen, weshalb auf sie nicht abgestellt werden kann. Demgegenüber erscheint
es
entsprechend dem Vor
gehen der Beschwerdegegnerin angemessen zu sein, die Einschränkung
mit dem
Mittelwert der Spalten + (0-5) und ++ (5-10) zu beziffern. Dabei wird aner
kannt,
dass die Beschwerdeführerin aus objek
tiver Sicht an mässigen
Beanspruch
ungs
schmerzen
sowie geringen
Dauer
schmerzen
leidet, was aufgrund der Schwere des
Unfalls sowie der erfolgten Operationen nachvollziehbar erscheint. Gegen eine höhere Einschätzung des
In
te
gritätsschadens
spricht dabei – neben den
obge
nannten
Überlegungen - dass die Beschwerdeführerin auch vorbestehend schon
seit Jahren an
lumbos
pon
dylogenen
Beschwerden gelitten hat (
Urk.
12/237 S. 1).
Ausgehend von einem Integritätsschaden von 5
%
ist der angefochtene
Ein
spracheentscheid
somit auch hinsichtlich der Einschätzungen der
Integritäts
ent
schädigung
zu bestätigen, was insgesamt zur Abweisung der Beschwerde führt.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigen sich weitere prozessuale Schritte,
wie sie die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Beschwerdeantwort
sowie der Duplik
beantragt hat (
Urk.
11
,
Urk.
21
).