Decision ID: 9537ce5f-6343-4dec-b89c-4c1712b64c7b
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1956 geborene
X._
erlitt
am 1
7.
Dezember 2005 einen Verkehrsunfall mit Verletzungen an beiden
Beinen
. Am 1
8.
September 2006
meldete er sich
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), zum Leistungsbezug an. Diese wies das Leistungsbe
gehren mit Verfügung vom 1
2.
Dezember 2012 ab (vgl. Sachverhalt im Urteil IV.2013.00093 vom 2
1.
Mai 2013,
Urk.
6/77). Die Beschwerde dagegen hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil IV.2013.00093 vom 2
1.
Mai 20
13 in dem Sinne gut, als es
die Sache entsprechend den überein
stimmenden Anträ
g
en
der Parteien zu ergänzenden medizinischen Abklärungen
an die Verwaltung zurückwies
.
1.2
Am 1
2.
September 2013 teilte die IV
-Stelle dem Versicherten
mit, dass eine umfas
sende medizinische Untersuchung zur Klärung der Leistungsansprüche not
wendig sei
,
und erteilte ihm die Möglichkeit, innert Frist Zusatzfragen oder materielle Einwendungen vorzubringen (
Urk.
6/83). Am 2
6.
September 2013 erfolgte die Auftragszuteilung über die Zuteilungsplattform SwissMED@P unter der Au
f
tragsnummer 756.5904.7633.36/9450 (vgl.
Urk.
6/87). Mit Eingabe vom 1
1.
Oktober 2013 an die Verwaltung liess der Versicherte die Notwendigkeit ergänzender Abklärungen sowohl in somatischer als auch psychischer Hinsicht bestreiten (
Urk.
6/89
). Mit Zwischenverfügung vom 1
7.
Januar 2014 hielt die IV-Stelle an der Notwendigkeit einer umfassenden medizinischen Untersuchung fest (
Urk.
6/91). Nachdem der Versicherte dage
gen Beschwerde im Verfahren IV.
2014.00208 erhoben hatte (
Urk.
6/94), hob die IV-Stelle den angefochtenen Zwischenentscheid mit Verfügung vom
2.
April 2014 wiedererwägungsweise auf, da sie dem Versicherten bis anhin weder die Gutachterstelle noch die ein
zel
nen Gutachterpersonen mitgeteilt hatte (
Urk.
6/95). Das Verfahren IV.2014.00208 wurde mit Verfügung vom
7.
April 2014 als gegenstandslos geworden abgeschrieben (
Urk.
6/101).
1.3
Am 2
6.
August 2014 teilte die IV-Stelle hierauf dem Versicherten die Begutach
tung durch die MEDAS
Y._
unter Bekanntgabe der Fachdisziplinen
(Allgemeine Innere Medizin, Neurologie,
Neuropsychologie, Psychiatrie, Ortho
pädie, Rheumatologie)
und
der
vorgesehenen Gutachterpersonen mit und
räumte ihm die Möglichkeit ein,
Einwendungen gegen letztere vorzubringen (
Urk.
6/105). Im Einwand vom 2
2.
September 2014 liess der Versicherte neuer
lich die
sachliche
Notwendigkeit der Begutachtung bestreiten (
Urk.
6/111). Mit Zwischenverfügung vom 1
3.
Oktober 2014 hielt die IV-Stelle an der polydiszip
linären Abklärung durch das
Y._
fest (
Urk.
2).
2.
X._
liess dagegen am 1
7.
November 2014 Beschwerde erheben und die Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragen (
Urk.
1). Die Be
schwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom
8.
Januar 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anfechtungsgegenstand in diesem Verfahren ist die Verfügung vom
1
3.
Oktober 2014
(
Urk.
2), mit welcher die Beschwerdegegnerin an der po
lydisziplinären Be
gutachtung des Beschwerdeführers
durch die Begutachtungsstelle
Y._
und die vorgesehenen Fachdisziplinen festhielt
. Hierbei handelt es sich um eine Zwischen
verfügung im Sinne von
Art.
55
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Verbindung mit
Art.
5
Abs.
2 und
Art.
46 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (VwVG), welche bei Bejahung des nicht wieder gutzumachenden Nachteils (
Art.
46
Abs.
1 lit. a VwVG; BGE 132 V 93 E. 6.1) grundsätzlich selbständig mit Beschwerde angefochten werden kann.
1.2
Die Anfechtbarkeitsvoraussetzung des nicht wieder gutzumachenden Nachteils ist beim
nunmehrigen
V
erfahrensstand der Gutachtensan
ordnung mit Bezeich
nung des Gutachtensinstituts und der Gutachtenspersonen ohne Weiteres zu bejahen (vgl. dazu insbesondere BGE 138 V 271 E. 1.2.1 bis 1.2.3; Beschluss des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich IV.2012.01042 vom 2
2.
April 2013 E. 2.1-2.3 und Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich IV.2013.00867 vom 3
1.
Dezember 2013 E. 1.2).
1.3
Im Licht
e der mit dem Urteil IV.2014.006
65 vom 2
3.
März 2015
präzisierten
Rechtsprechung
zum Verfahren der Anordnung eines polydisziplinären Gut
a
chtens (E. 1.3 bis 1.8 des
zitierten Urteils) ist festzustellen, dass die IV-Stelle das Verfahren nunmehr vollständig und korrekt durchgeführt hat:
Sie teilte dem Beschwerdeführer mit, dass eine polydisziplinäre Begutachtung an
ge
ordnet werde, erwähnte die beteiligten Fachdisziplinen, stellte ihm den Fragen
katalog zu und räumte ihm die Möglichkeit
ein
, Zusatzfragen zu stellen (
Urk.
6/83). In der Folge wurde das V
erfahren der Auftragsvergabe vi
a Suisse
MED@P durchgeführt (vgl.
Urk.
6/87). Nach der wiedererwägungsweisen Auf
hebung der Zwischenverfügung vom 1
7.
Januar 2014 (
Urk.
6/91 und 6/95) und der Abschreibung des gerichtlichen Verfahrens IV.2014.00208 zufolge Gegen
standslosigkeit (
Urk.
6/101) setzte die IV-Stelle das Verfahren fort und teilte dem Beschwerdeführer die nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Gutachterstelle mit den Fachdisziplinen und den vorgesehenen Gutachterpersonen mit (
Urk.
6/105). Gleichzeitig wurde er darauf hingewiesen, dass die Gutachterstelle den Ort und den Termin
der Untersuchungen
mitteilen werde
,
und es wurde ihm eine Frist angesetzt, um allfällige Einwendungen gegen die Gutachter
personen
zu erheben.
Entsprechend ist die angefochtene Verfügung materiell zu prüfen und abzu
klären, ob mit der angefochtenen Verfügung sämtliche noch offenen Punkte geregelt beziehungsweise sämtliche Einwendungen, denen nicht vollumfänglich stattgegeben wurde, behandelt wurden
(Urteil IV.2014.00665 E
1.8).
2.
2.1
Der Beschwerdeführer liess bereits am 1
1.
Oktober 2013 (
Urk.
6/89)
die Notwen
digkeit einer Begutachtung bestreiten. Am 2
2.
September 2014 liess er unter Verweis auf die Eingabe vom 1
1.
Oktober 2013 neuerlich und einzig geltend machen
,
eine Begutachtung sei nicht notwendig, da mit Blick auf die somati
schen gesundheitlichen Einschränkungen die Abklärungspflicht vor allem den Unfallversicherer getroffen habe,
mit welchem er
am 1
1.
März 2013
einen Ver
gleich
mit einem Invaliditätsgrad von 55
%
abgeschlossen habe. Aufgrund die
ses Vergleichs sei davon auszugehen, dass die somatischen Unfallfolgen mit einer erwerblichen Einschränkung von 55
%
rechtsgenüglich abgeklärt seien und kein zusätzlicher Abklärungsbedarf in diesem Zusammenhang bestehe.
In psychiatrischer Hinsicht liege mit dem Gutachten von
Dr.
Z._
vom 2
2.
Januar 2013 eine schlüssige psychiatrische Beurteilung vor, welche die von
Dr.
A._
gestellte Diagnose bestätige, weshalb auch diesbezüglich kein wei
terer Abklärungsbedarf vorliege (
Urk.
6/89).
2.2
Die Beschwerdegegnerin legte in der angefochtenen Verfügung dar, dass sie aufgrund des zustande gekommenen Vergleichs mit der Unfallversicherung gerade nich
t mit dieser koordinieren könne
. Zudem sei das Gesamtbild des Gesundheitszustandes bis zum Zeitpunkt der zu erlassenden Verfügung zu er
fassen. Um die somatischen und psychischen Einschränkungen einzeln und die entsprechende Wechselwirkung adäquat und vollumfänglich feststellen zu kön
nen, werde an der geplanten Abklärung festgehalten (
Urk.
2 S. 2).
3.
3.1
Nach
Art.
43
Abs.
1
ATSG
prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Satz 1). Das Gesetz weist dem Durchführungsorgan die Aufgabe zu, den rechtserheblichen Sachverhalt nach dem Untersuchungsgrundsatz abzu
klären, so dass gestützt darauf die Verfügung über die in Frage stehende Leis
tung ergehen kann (
Art.
49 ATSG).
3
.2
Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unt
erziehen (
Art.
43
Abs.
2 ATSG).
Die Notwendigkeit der Anordnung eines weiteren Gut
achtens ergibt sich aus der Beantwortung der Frage, ob bereits bei den Akten liegende Gutachten die inhaltlichen und beweismässigen Anforderungen an eine ärztliche Exper
tise (BGE 125 V 351 E. 3a) erfüllen.
Die IV-Stellen haben nach der Rechtsprechung (BGE 137 V 210 E. 1.2.1) externe (meist polydiszipli
näre) Gutachten einzuholen, wenn der ausgeprägt interdisziplinäre Charakter einer medizinischen Problemlage dies gebietet.
3.3
Mit Urteil IV.2013.00093
(
Urk.
6/77)
stellte das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich am 2
1.
Mai 2013 die Notwendigkeit einer weiteren medizini
schen Abklärung
fest
und wies die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurück.
Die
Rückweisung der Sache
erfolgte
mit den Erwägungen, dass es der medizinischen Aktenlage sowohl in Bezug auf das Schmerzgeschehen als auch in Bezug auf die psychische Problematik an einer klaren Diagnose respektive einer Begründung, weswegen eine genauere diag
nostische Eingrenzung nicht möglich sei, fehle.
Insbesondere in psychischer Hinsicht wurde der Sachverhalt als ungenügend abgeklärt erachtet.
Die vom Beschwerdeführer
bereits
im Beschwerdeverfahren eingebrachte Stel
lung
nahme von
Dr.
Z._
vom 2
2.
Januar 2013 (
Urk.
6/68)
wurde
als für die Ent
scheidfi
ndung ebenso ungenügend beurteilt
, wie das von der Unfallversi
cherung veranlasste polydisziplinäre Gutachten der
B._
Klinik (
vgl. E. 6 im
Urteil IV.
2013.00093 vom 2
1.
Mai 2013
)
.
Der Rückweisungsentscheid
vom
2
1.
Mai
2013 erwuchs unangefochten in Rechts
kraft. Seit Erlass desselben fanden weder ergänzende ärztliche Abklärun
gen statt, noch reichte der Beschwerdeführer neue medizinische Berichte zu den Akten. Angesichts der gerichtlich festgestellten Notwendigkeit ergänzender medizinischer Abklärungen,
wobei
übereinstimmende
Parteianträge auf Rück
wei
sung der Sache zur ergänzen
den medizinischen Abklärung
vorlagen
(vgl.
Sachverhalt und Erwägungen im Urteil
IV.2013.00093 vom 2
1.
Mai 2013)
, recht
fertigten sich keine Zweifel an der weiter bestehenden Notwendigkeit einer Abklärung.
Hieran ändert der Vergleich im unfallversicherungsrechtlichen
Verfahren
nichts.
Nach konstanter
Rechtsprechung
kommt der
Invaliditätsschätzung der Unfall
versicherung keine Bindungswirkung für die Invaliden
versicherung
zu
(BGE 133 V 549); beruht
die Rente des Unfallversicherers
– wie hier -
auf einem Vergleich mit dem Versicherten,
bleibt die Schätzung des Unfallversicherers für die Inva
lidenversicherung ohnehin ohne Auswirkungen
(BGE 126 V 288 E. 2b mit Hin
weis auf BGE 112 V 174
).
Entsprechend erweisen sich zusätzliche
medizinische Abklärung
en
für eine Leis
tungsfeststellung
weiterhin als notwendig. Der Beschwerdeführer verzichtete auf konkrete Einwendungen s
owohl gegen die Gutachterstelle
als auch gegen die Gutachterpersonen oder die einzelnen Disziplinen. Auch verzichtete er auf Ergänzungsfragen. A
nhaltspunkte für eine diesbezügliche Fehlerhaftigkeit der
angefochtenen
Verfügung bestehen keine. Angesichts des klar interdisziplinären Charakters der medizinischen Probleme (vgl. E. 3 im oben zitierten Urteil IV.2013.00093) erweist sich die Anordnung eines externen polydisziplinären
Gutachten
s
als sachgerecht (vgl. obige E. 3.2).
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.
Da es vorliegend nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von Versiche
rungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenlos (
Art.
61 lit. a ATSG in Ver
bin
dung mit
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversiche
rung).