Decision ID: 69e913f7-d6e7-48d8-bb68-00716a51d492
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1979, gelernte zahnmedizinische Assistentin, erlitt bei einem Auffahrunfall am 18. Januar 1999 als Beifahrerin eines Personenwagens multiple Verletzungen (vgl. Unfallmeldung UVG vom 24. Februar 1999, Urk. 6/2). Nach der Behandlung im Kantonsspital Y._ diagnostizierte Dr. med. Z._, FMH Allgemeine Medizin, im ärztlichen Zwischenbericht vom 20. März 1999 zuhanden der Unfallversicherung Win
terthur Versicherungen einen Status nach C3/4-Wirbelbogenluxationsfraktur mit ventraler
Spondylodese
C3/4 (Morscher-Platte) und
Minervagips
vom 19. Januar 1999 und einen Status nach II.
gradiger
Verbrennung im Bereich des distalen Oberschenkels, Poplitea und proximalen Unterschenkels links vom 19. Januar 1999 (Urk. 6/4/4). Am 9. März 2000 erstattete Dr. med. A._, FMH Orthopädische Chirurgie, im Auftrag der Winterthur Versicherungen ein Gutachten (Urk. 6/17).
Am 4. Mai 2000 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf die Folgen des Unfallereignisses vom 18. Januar 1999 bei der Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (Umschu
lung) an (Urk. 6/19 und Urk. 6/21). Die IV-Stelle veranlasste bei der Medizini
schen Abklärungsstelle B._ ein polydisziplinä
res Gutachten in den Fachrichtungen Innere Medizin, Rheumatologie, Neurolo
gie, Neuropsychologie und Psychiatrie, das am 30. Juni 2002 erstattet wurde (Urk. 6/120). Am 13. Januar 2003 erteilte die IV-Stelle der Versicherten Kosten
gutsprache für eine Ausbildung in der Kosmetikfachschule vom 6. Januar bis zum 13. Juli 2003 (Urk. 6/86 und 6/94/1-2). Mit Verfügung vom 28. August 2003 schloss sie die beruflichen Massnahmen ab (Urk. 6/94/3-4; gemäss Schreiben der Schweizerischen Mobiliar
Versicherungsgesellschaft vom 8. September 2003 bestand die Versicherte nicht sämtliche erforderlichen Prüfungen; Urk. 6/102).
1.2
Am 8. September 2006 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug (Rente) an (Urk. 6/108).
Mit Verfügung vom 30. Oktober 2007 sprach die AXA Winterthur der Versi
cherten mit Wirkung ab dem 1. August 2006 bei einem ermittelten Invaliditäts
grad von 50 % eine Rente der Unfallversicherung und ausgehend von einem Integritätsschaden von 45 % eine Integritätsentschädigung von Fr. 43'740.-- zu (Urk. 6/126).
Mit Verfügung vom 14. Februar 2008 sprach die IV-Stelle der Versicherten sodann ebenfalls gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50 % mit Wirkung ab dem 1. August 2006 eine halbe Invalidenrente zu (Urk. 6/136).
Im Rahmen eines im November 2010 von Amtes wegen eingeleiteten Revisi
onsverfahrens (Urk. 6/137) wurde der Anspruch auf eine halbe Invalidenrente mit Mitteilung der IV-Stelle vom 2. Februar 2011 bestätigt (Urk. 6/146).
1.3
Im November 2011 gebar die Versicherte einen Sohn (Urk. 6/148). Im Januar 2016 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein weiteres Revisionsverfahren ein (Urk. 6/153). Die IV-Stelle liess einen Auszug aus dem individuellen Konto erstellen (IK-Auszug vom 21. Januar 2016, Urk. 6/154) und holte den Bericht von Dr. Z._ vom 17. Februar 2016 (Urk. 6/155) ein.
Daraufhin beauftragte sie ihren Abklärungsdienst mit der Abkläru
ng der beeinträchtigten Arbeits
fähigkeit in Beruf un
d Haushalt (Bericht vom 10. Juni 2016, Urk. 6/157
).
Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 18. Juli 2016, Urk. 6/160, und Einwand vom 24. August 2016, Urk. 6/164; vgl. auch Rückzug des Einwands vom 29. August 2016, Urk. 6/169) hob die IV-Stelle die Rente der
Versicherten mit Verfügung vom 29. September 2016 (Urk. 2) gestützt auf einen Invaliditäts
grad von 10 % per Ende Oktober 2016 auf.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 27. Oktober 2016 Beschwerde und beantrag
te, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine IV-Rente nach
Massgabe
eines Invaliditätsgrades von 50 % auszurichten (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1. Dezember 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was der Beschwerdeführerin am 5. Dezember 2016 angezeigt wurde (Urk. 7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teiler
werbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a
Abs.
3 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]) in
Art.
27
bis
Absatz 2 – 4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt
verwirklicht hat
(vgl. BGE
130 V 445 E.
1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinwei
sen).
Die angefochtene Verfügung ist am
29. September 2016
und somit vor dem Inkrafttreten
der Verordnungsänderung am 1.
Januar 2018 ergangen, weshalb die revidierten Bestimmungen noch nicht zur Anwendung gelangen. Nachfol
gend wird daher auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtspre
chung Bezug genommen.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist
(Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
1.5
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.6
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei
einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Rentenaufhebung damit,
dass die Beschwerdeführerin
gemäss
der Haushaltabklärung vom 8. Juni 2016 bei guter Gesundheit nun im Umfang von 50 % einer
ausserhäuslichen
Tätigkeit nachge
hen würde. Für die Berechnung des Invaliditätsgrades sei somit neben der
Erwerbseinbusse
auch die Einschränkung im Haushalt relevant.
Gemäss
Abklä
rungsdienst betrage die Einschränkung im Haushalt 2 %. Da die Beschwerde
führerin ohne Behinderung ein Einkommen von Fr. 33‘683.70 und mit Behinde
rung ein solches von Fr. 27‘437.10 erzielen könnte,
resultiere sodann eine
Erwerbseinbusse
von Fr. 6‘246.60 und im Erwerbsbereich damit eine Einschrän
kung von 19 %. Es resultiere daher ein (Gesamt-)Invaliditätsgrad von 10 % (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass auf die Einschät
zung des Abklärungsdienstes, wonach sie als zu 50 % im Erwerbs- und zu 50 % im Aufgabenbereich zu qualifizieren sei, nicht abgestellt werden könne. Im Gesundheitsfall würde sie vielmehr ganztags arbeiten und ihren Sohn fremdbe
treuen lassen. Im Weiteren sei die gemischte Methode im Lichte der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) und des Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) Di
Trizio
gegen die Schweiz vom 2. Februar 2016 diskriminierend und dürfe vorliegend nicht angewendet werden. Ein Revisionsgrund bestehe nicht (Urk. 1 S. 6 ff.).
3.
3.1
Das Urteil
des EGMR
Di
Trizio
gegen die Schweiz vom 2. Februar 2016 betrifft eine versicherte Person, welche unter dem Status einer Vollerwerbstätigen eine Invalidenrente beanspruchen konnte und diese
n Anspruch
zu einem späteren Zeitpunkt allein aufgrund des Umstandes verliert, dass s
ie wegen der Geburt ihrer Kinder
und der damit einhergehenden Reduktion des Erwerbspensums für die Invaliditätsbemessung neu als Teilerwerbstätige mit einem Aufgabenbereich qualifiziert wird. Denn diese als Revisionsgrund geltende Statusänderung hat zur Folge, dass der Invaliditätsgrad nicht mehr anhand eines (auf Vollerwerbs
tätige anwendbaren) Einkommensvergleichs
im Sinne von Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG
ermittelt wird, sondern nach der (auf Teiler
werbstätige mit einem Aufgabenbereich anwendbaren) gemischten Methode
im Sinne von Art. 28a Abs. 3 IVG, was im
Falle der am Recht stehenden Versicher
ten
zur revisionsweisen Aufhebung der Invalidenrente beziehungsweise zur Befristung der rückwirkend zugesprochenen Rente
führt
.
A
ls Verletzung von Art. 14 (Diskriminierungsverbot) in Verbindung mit Art. 8 EMRK (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens)
ist demnach
zu betrachten, wenn die von der versicherten Person getroffenen, in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK fallenden Dispositionen - die Geburt
von Kindern
und die damit (hypothetisch) verbundene teilweise Aufgabe der Erwerbstätigkeit - die einzige Grundlage des Statuswechsels bilden und aus der Änderung der Invaliditätsbemessungsmetho
de (Anwendbarkeit der gemischten statt der Einkommensvergleichsmethode) die revisionsweise Aufhebung der Invalidenrente (beziehungsweise die Befristung der rückwirkend zugesprochenen Rente) resultiert (BGE 143 I 50
E. 4.1).
Zur Herstellung des konventionskonformen Zustandes ist in der in E. 4.1 beschriebenen Konstellation auf die Aufhebung der Invalidenrente im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG
alleine zu
folge eines Statuswechsels von vollerwerbs
tätig zu
teile
rwerbstätig mit Aufgabenbereich
zu verzichten. In
diesem
Fall ist die Aufhebung der Invalidenrente EMRK-widrig
(BGE 143 I 50 E. 4.2).
3.2
Medizinische Grundlage der
Rentenzusprache
ab August 2006 bildete insbeson
dere das polydisziplinäre Gutachten
der B._
vom 3
0.
Juni 2002 (
Urk.
6/120
; vgl.
Stellungnahme des Regio
nalen Ärztlichen Dienstes vom 26. März 2007, Urk. 6/128
). Die Ärzte der
B._
stellten darin folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/120/15):
Status nach Autounfall am 1
8.
Januar 1999 mit
(1)
Flexions- und Distraktionsverletzung der
Halswirbelsäule (
HWS
)
mit
Halswirbelkörper (
HWK
)3/4-
Luxati
onsfraktur links (ICD-10 S12.2)
-
geschlossene HWS-Reposition mit Halo und ventrale
Spondylodese
C3/4 mit
Morscher-Platte am 19. Januar 1999
, im Anschluss Minerva-Gips-Fixation
der HWS
-
aktuell freie HWS-Beweglichkeit mit
nuchalen
Muskelverspannungen und
rezidivierenden Kopfschmerzen
(2)
Contusio
spinalis
-
sensibles
ra
dikuläres Ausfall
syndrom C4 und C5 links bei
initial Ver
dacht
auf
Wurzelausriss C4 (ICD-10 G54.2)
(
3
)
Verschluss der
Arteria
vertebralis links möglicherweise im Rahmen einer
Dissektion, ohne Anhaltspunkte für klinisch manifeste Ischämie (ICD-10
I
65.0)
(
4
)
Commotio cerebri mit wahrscheinlich mild
traumatic
brain
injury
(ICD-10 F06.9)
mit
-
posttraumatischen intermittieren
den Spannungskopfschmerzen, zurzeit
mit
migräniformer
Komponente (ICD-10 G44.2, G43.9)
-
leichtgradige
n
neuropsychologische
n
Funktionsstörungen
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie Narben nach umschriebener Hautschürfung und Verbrennung II. Grades im Bereich des lin
ken Oberschenkels dorsal. Die Ärzte der B._ kamen
im Wesentlichen zum Schluss, dass aufgrund der
am 18. Januar 1999 erlittenen
Verletzungen
und der nach wie vor bestehenden glaubhaft geschilderten belastungs- und positions
abhängigen Schmerzen im Nacken-/Kopfbereich
von einer verminderten Belastbarkeit des oberen Achsenskeletts auszugehen sei. Dies betreffe speziell die Einnahme von längerdauernden Zwangspositionen, wie sie im erlernten Beruf als Zahnarztgehilfin erforderlich seien. Aus rheumatologischer Sicht sei diese Tätigkeit daher nicht mehr geeignet. In einer angepassten Tätigkeit wie der (damals) ausgeübten Tätigkeit als Promoterin bestehe eine 70%ige Arbeits
fähigkeit. Die Einschränkung ergebe sich aufgrund der leichten neuropsycholo
gischen Defizite, speziell
der
Konzentrationsfähigkeit, sowie
auch
aufgrund
der belastungsabhängigen Ko
pfschmerzen (Urk. 6/120/17-18).
Seit der
Rentenzusprache
ab August 2006 wurde sodann keine umfassende materielle Prüfung des Rentenanspruchs mehr durchgeführt (vgl. E. 1.6). Bi
s zur Einleitung des
vorliegenden
Revisionsverfahrens im Januar 2016
wurde die Beschwerdeführerin dabei als zu 100 % im Erwerbsbereich qualifiziert (Urk. 6/136 und Urk. 6/145-146).
3.3
Der
von der Beschwerdegegnerin
nun vorgenommene umstrittene Statuswech
sel von vollerwerbstätig zu teilerwerbstätig mit Aufgabenbereich erfolgte
aus
schliesslich
aufgrund der Geburt Sohnes der Beschwerdeführerin im November 2011 (vgl. Urk. 6/157/3).
Dabei ist
grundsätzlich unumstritten, dass sich ihr
Gesundheitszustand seit der
Rentenzusprache
nicht
wesentlich
verändert hat
(vgl. dazu die Stellungnahme KB vom 10. Juni 2016 im Feststellungsblatt zur Rentenrevision, Urk. 6/159/3). Im einzigen von der Beschwerdegegnerin im vor
liegenden Revisionsverfahren eingeholten Arztbericht hielt Dr. Z._ ausdrück
lich fest, dass der Gesundheitszustand stationär sei. Im Weiteren wies Dr. Z._ unter anderem noch darauf hin, dass sich die Situation in den letzten Jahren insofern verbessert habe, dass nur noch ca. neun Therapien pro Jahr nötig seien (Urk. 6/155). Allein aufgrund dieser Bemerkung kann jedoch nicht auf eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands geschlossen werden.
Gestützt auf den
zitierte
n
bundesgerichtliche
n
Leitentscheid
BGE 143 I 50
(vgl. E. 3.1)
ist
die Aufhebung der Invalidenrente
somit
EMRK-widrig.
Ob die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Aussagen anlässlich der Haushaltabklärung vom 8. Juni 2016 tatsächlich als zu 50 % im Erwerbs- und zu 50 % im Aufga
benbereich zu qualifizieren wäre (vgl. Urk. 6/157), kann unter diesen Umstän
den offen bleiben.
4.
In
Gutheissung
der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung demnach auf
zuheben und es ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf die bisherige halbe Invalidenrente hat.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwer
t festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr. 6
00.-- anzusetzen.
Ausgangsgemäss
sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Die vertretene Beschwerdeführerin hat gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Ver
bindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsge
richt Anspruch auf eine angemessene Prozessentschädigung, die unter Berück
sichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
1‘900.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen ist.