Decision ID: 1151ab8c-dfe1-4b40-ba81-dab11892a080
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961, war vor dem Eintritt gesundheitlicher Beschwerde
n
zuletzt
seit
15. August 2002 bei der
Y._
AG Bauunternehmung als Kran
führer tätig
,
wobei der l
etzte
effektive
Arbeitstag am 19. Oktober 2008 (Urk. 9/17/3)
war.
Am 7. Januar 2009 meldete er sich wegen eines
Rücken
leide
n
s
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an (Urk. 9/6
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten des Krankentaggeldversicherers
(U
rk. 9/8, 9/28 und 9/32)
bei und führte erwerbliche (Urk. 9/
11, 9/17 und 9/39
) sowie medizinische (Urk. 9/
14, 9/16, 9/25/3 f., 9/40, 9/41 und 9/44
) Abklärungen durch. Gestützt auf das orthopädi
sche Gutachten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, vom 6. Mai 2009 (Urk. 9/24)
sowie de
n Arztbericht
der Klinik für Neurochirurgie des
A._
vom 29. Mai 2010 (Urk. 9
/
44
)
,
sprach
die IV-Stelle
dem
Versicherten
mit
Verfügung vom
23. September 2010
(Urk. 9/54)
eine
Dreiviertelsrente
ab 1. Oktober 2009 bei einem Invaliditätsgrad von 65 % zu.
1.2
Am 20. August 2013 leitete die IV-Stelle ein Revision
s
verfahren ein (Urk. 9/58/4)
.
Sie
tätigte weitere
erwerbliche
(Urk. 9/59)
und medizinische Abklärungen
.
Insbesondere
gab
sie
ein rheumatologisches Gutachten
bei Dr. med. et Dr. sc.
nat
ETH
B._
, Fachärztin für Innere Medizin
sowie zertifizierte Gutachterin SIM
, in Auftrag, welches am 9. April 2014 erstattet wurde (Urk. 9/67).
Gestützt auf dieses Gutachten stellte
d
ie
IV-Stelle
dem
Versicherten
mit Vorbescheid vom 24. April 2014 (Urk. 9/72) bei einem Invaliditätsgrad von 12 % die Einstellung der bisherigen Rente auf das Ende des auf die Zustellung der Verfügung folgenden Monats in Aussicht. Mit Schreiben vom 26. Mai 2014 (Urk. 9/77) liess der
Versicherte
Einwand erheben und die Durchführung beruflicher Massnahme
n
sowie nach deren Abschluss die weitere Ausrichtung von mindestens einer
Viertelsrente
beantragen. Mit Schreiben vom 27. August 2014 (Urk. 9/84) erfolgte eine Ergänzung des Einwandes.
Mit Verfü
gung vom 12. Dezember 2014 (Urk. 9/88 = Urk. 2) stellte die IV-Stelle auf der Grundlage eines Invaliditätsgrades von 23 % die Rente auf das Ende des deren Zustellung folgenden Monats ein.
2.
Gegen die Verfügung vom 12. Dezember 2014 liess der
Beschwerdeführer
am 2. Februar 2015 Beschwerde erheben (Urk. 1). Seine Rechtsvertreterin beantragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Ausrichtung einer hal
ben Rente.
Mit
Beschwer
deantwort
vom 2. M
ärz
2015 (Urk.
8
) beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be
schwerde.
Dies
e
wurde dem
Beschwerdeführer am 3. März 2015 zur Kenntnis gebracht (Urk. 10).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit er
forderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil de
s Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kommen
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validenein
kommen
). Der
Einkommensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst ge
nau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der
Ein
kommensdifferenz
der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Me
thode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbe
sondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesund
heitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
stellte in ihrer Verfügung
vom 12. Dezember 2014 (Urk. 2) sinngemäss fest, dass
dem Beschwerdeführer
die angestammte Tätigkeit als Kranführer wegen der fehlenden Wechselbelastung nicht mehr zumutbar sei.
Gemäss dem eingeholten Gutachten sei ihm e
ine angepasste, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit in Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten mit einem Gewicht von mehr als 15 Kilogramm und ohne Verharren in Zwangshaltungen, wie namentlich Lagerarbeiten oder
Hilfs
arbeiten
im Baugewerbe
,
ab dem Zeitpunkt der Begutachtung am 31. März 2014 wieder in einem Pensum von 100 % zumutbar.
Auf der Grundlage
der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung des Jahres 2010 (LSE 2010)
und unter Berücksichtigung einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.6 Stunden sowie der
Nominall
ohnentwicklung
betrage der Lohn für
entsprechende
Hilfsarbeiten in den Bereichen Industrie, Fertigung oder Ver
packung (Tabelle TA1, Total, Männer, Anforderungsniveau 4)
für das Jahr 2014 Fr. 63‘270.64 brutto (Invalideneinkommen). Ausgehend vom im Jahre 2008 effektiv erzielten Einkommen
und unter Berücksichtigung der
Nominall
ohnent
wicklung
stehe diesem
für den nämlichen Zeitraum
ein
Valideneinkommen
von Fr. 82‘453.73 brutto gegenüber. Der Einkommensvergleich zwischen Valid
en- und Invalideneinkommen führe damit zu einer Erwerbseinbusse von
Fr. 19‘165.09 und einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 23 %.
2.2
Mit Beschwerde vom 2. Februar 2015 (Urk. 1) lässt der Beschwerdeführer gel
tend machen, dass auf das
im Revisionsverfahren
eingeholte Gutachten nicht abgestellt werden könne, da es den Anforderungen der Rechtsprechung nicht genüge. Es sei von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer angepassten
Tätig
keit, wozu die angestammte Tätigkeit als Kranführer nicht zähle, auszugehen. Es sei von einer Hilfstätigkeit im Dienstleistung
s
bereich auszugehen, da lediglich dort leichte wechselbelastende Tätigkeiten vorhanden seien. Gestützt auf die LSE 2010, Tabelle TA1, ergebe sich unter Berücksichtigung der Nominal
-
lohnentwicklung
und des 80%igen Pensums ein Invalideneinkommen von
Fr. 45‘961.--. Aufgrund des eingeschränkten Pensums, der
limitierten
Deutsch
kenntnisse
und der fehlenden Berufsausbildung
des Beschwerdeführers
sei ein leidensbedingter Abzug von 10 % zu berücksichtigen. Im Vergleich mit dem von der Beschwerdegegnerin ermittelten
Valideneinkommen
von Fr. 82‘435.--
resultiere
eine Einkommenseinbusse von Fr. 42‘218.-- und ein Invaliditätsgrad von 51 %. Zudem sei die Rente
entgegen der gesetzlichen Pflicht ohne
vorgän
gig
e
Durchführung von beruflichen Massnahmen
eingestellt worden. Entspre
chend sei die
unveränderte
Rente noch bis zum Abschluss der beruflichen Massnahmen weiter auszurichten.
3.
Nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen wurde de
m
Versicherten mit Verfügung vom
23
.
September 2010
(Urk. 9/54)
auf der Grundlage einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in angepasster Tätigkeit und unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10 % eine
Dreiviertelsrente
ab 1. Oktober 2009 zugesprochen.
Im Fragebogen betreffend Rentenrevisi
on vom 9. September 2013 (Urk.
9/58) gab der
Beschwerdeführer an,
dass nach dem 1. Oktober 2009 und vor Einlei
tung des Revisionsverfahrens
die letzte Kontrolle
bei der Hausärztin am 26. Oktober 2011 und die letzte Kontrolle in der Klinik für Neurochirurgie des
A._
ungefähr 2010 stattgefunden
habe
.
Dr.
B._
hielt in ihrem rheumatologischen Gutachten vom 9. April 2014 (Urk. 9/67) fest, dass beim Beschwerdeführer ab dem 31. März 2014
neu
eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in angepassten Tätigkeiten bestehe. Der Beschwer
deführer geht
ebenfalls
von einer verbesserten Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten
aus, jedoch nur von
80 %
,
und beantragt die weitere Ausrichtung einer halben Rente.
Eine Revision ist gemäss Art. 17 ATSG aufgrund einer eingetretenen Verände
rung des Gesundheitszustands somit grundsätzlich möglich. Der Invaliditätsgrad ist daher auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachver
haltes neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu ermitteln (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_484/2012 vom 14. Februar 2013
E.
4) und eine gesamthaft neue Bestimmun
g des Invaliditätsgrads durchzu
führen, wobei sowohl die gesundheitlichen Beschwerden als auch deren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu prüfen sind.
4.
4
.
1
Die
erstmalige
Zusprechung einer
Dreiviertelsrente
ab 1. Oktober 2009 erfolgte gestützt auf die Stellungnahme von
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Innere Medizin, Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD)
der
Beschwerdegeg
nerin
,
vom 8. Juli 2010 (Urk. 9/46/3)
. Sie führte damals aus,
dass der Gesund
heitszustand des Versicherten
gemäss dem ärztlichen Bericht der Klinik für Neurochirurgie
des
A._
vom 29. Mai 2010 (Urk. 9/44)
bei bekanntem chroni
schem und
therapierefrektärem
lumboradikuläre
m
Reiz- und Schmerzsyndrom
vom Typ S1 links und
lumbosakraler
Di
s
kusprotrusion
unverändert sei
. Der Versicherte sei damit in der bisherigen Tätigkeit weiterhin zu 100 % arbeitsun
fähig und in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig. Das
Ressourcen
profil
habe sich gegenüber der RAD-Stellungnahme
vom 5. Juni 2009
nicht geändert
(Urk. 9/25/5)
.
4
.
2
Dem Bericht der
Klinik für Neurochirurgie
des
A._
vom 29. Mai 2010 (Urk. 9/44), auf welchen
Dr.
C._
Bezug nahm, ist zu entnehmen, dass bereits am 18. Juni 2009 eine relative Operationsindikation gestellt worden sei, wobei sich der Versicherte sowohl hinsichtlich operativer als auch hinsichtlich
inter
ventioneller
Massnahmen weiterhin zurückhaltend zeige. Es gebe keine
Erfolgs
garantie
in Bezug auf eine Verminderung der Einschränkungen durch medizi
nische Massnahmen, auch nicht bei operativem Vorgehen.
4
.
3
Mit der erwähnten RAD-Stellungnahme vom 5. Juni 2009 (Urk. 9/25/4) kommen
tierte
Dr.
C._
das orthopädische Gutachten von
Dr.
Z._
vom 6. Mai 2009 (Urk. 9/24). Diesem sind als Diagnosen
ein
akutes
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom
S1 link
s
(Oktober 2008)
ein immer noch subakutes
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom
S1 links bei nachgewiesener Diskushernie L5-S1
links mit Kontakt zur
Nerven
wurzel
S1 links
eine aktuell
klinisch
stumme
mediolaterale
Diskushernie L4-l5 rechts
eine Hal
tungsinsuffizienz und muskuläre
Dysbalance
zu entnehmen.
Zwar bestehe in der bisherigen Tätigkeit als Kranführer keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr, in einer angepasst
en, leichten bis mittelschweren
, vor
nehmlich in Wechselbelastung ausgeübten Tätigkeit mit Tragen und Heben von maximal 10
kg pro Seite und ohne länger dauernde
vornübergeneigte
Haltung oder asymmetrische Lasteinwirkungen bestehe jedoch eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
.
4
.
4
Im Rahmen des im September 2013 eingeleit
eten Revisionsverfahrens (Urk. 9/58
ff.) holte die Beschwerdegegnerin
einen ärztlichen Bericht
bei
der Hausärztin des Versicherten,
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Innere Medizin und Fachärztin für Rheumatologie
(Urk. 9/60)
,
sowie ein rheumatolo
gisches Gutachten ein (Urk. 9/67).
Dr.
D._
konnte mangels Behandlung in letzter Zeit keine Angaben zum aktu
ellen Gesundheitszustand des Versicherten machen (Urk. 9/60).
4
.
5
In ihrem Gutachten vom 9. April 2014 (Urk. 9/67)
stellte
Dr.
B._
folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
:
eine verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der Lendenwirbelsäule
(LWS)
bei
degenerativen Veränderungen mit
mässiger
Osteochondrose
L4/L5 und L5/S1 mit klei
ner
subligamentärer
medianer Diskushernie L5/S1
-
ohne Kompression neuraler Strukturen und
deutlicher Arthrose der Facettengelenke L4/L5 links mehr als rechts mit leichter Ein
engung des
Recessus
lateralis
L5 beidseits
- ohne Kompression neuraler Strukturen (MRI 04/2014) mit
-
deutlicher Besserung der bildgebenden Befunde
-
MRI 06/2008 zeigte zwei Diskushernien mit Kompression der
Nervenwurzel L5 rechts sowie Kontakt zur Nervenwurzel S1 links
-
MRI 04/2014 zeigt keinen Kontakt und auch keine Kompression
neuraler Strukturen
Sie führte dazu aus, dass die MRI-Untersuchung der LWS im April 2014
im Ver
gleich zur MRI-Untersuchung im
Juni
2008
eine deutliche Besserung des
Befundes zeige. Damals
sei
ein Kontakt zur Nervenwurzel S1 links und sogar eine Kompression der Nervenwurzel L5 rechts erkennbar gewesen. Dies sei nun nicht mehr vorhanden. Weiterhin vorhanden mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit seien deutliche Arthrosen der Facettengelenke L4/L5 links mehr als rechts mit Hypertrophie der Ligamenta
flava
sowie mässige
Osteochondrosen
L4/L5 und L5/S1.
Diese Befunde hätten Auswirkungen auf seine Arbeitsfähig
keit.
Von den drei geprüften Medikamenten
sei einzig das Beruhigungsmittel
Demet
rin
im Blut des Beschwerdeführers in therapeutischer Konzentration nachweis
bar. Das
Antihypertensivum
Co-
Enatec
sei zwar vorhanden, jedoch deutlich unterhalb des
therapeutischen Bereichs. Vom Schmerzm
it
t
el
Dafalgan
fehle in seinem Blut jede Spur.
Es bestünden strukturelle Veränderungen im Bereich der
Lenden
wirbelsäule, welche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Die bildgebenden Befunde im Bereich der LWS hätten sich allerdings deutlich gebessert. Die vor
handenen Befunde erklärten das Ausmass seiner Beschwerden nicht. In einer angepassten Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
Der
Slump
-Test verlaufe beidseits normal. Diskrepant dazu sei, dass er unmittel
bar nach dem
Slump
-Test bei der Prüfung der
Lasègue
-Zeichen rechts bereits bei 30° und links bei 45° starke Schmerzen äussere und keine weitere Prüfung zulasse. Da kein reflektorischer Bewegungswiderstand feststellbar gewesen sei, handle es sich keinesfalls um ein
patholgisch
positives
Lasègue
-Zeichen, son
dern am ehesten um eine Verdeutlichungstendenz.
Er klage nicht über Handschmerzen und sein Handeinsatz bei der Untersuchung sei beidseits normal. Diskrepant dazu sei die gezeigte Handkraft von rechts 47 % der Norm und links 46 %. Aus rheumatologischer Sicht gebe es keine Ursache für eine deutlich verminderte Handkraft beidseits. Es habe sicher eine Selbstlimitierung bestanden.
Entsprechend seiner Angabe sei im Blut des Versicherten
Demetrin
im therapeu
tischen Bereich nachweisbar.
Dafalgan
sei jedoch nicht vorhanden, weshalb seine Angabe, er habe am Morgen des Untersuchungstages eine Tablette
Dafalgan
eingenommen, nicht stimme.
Er sei durch die eingeschränkte Funktion der LWS limitiert. Gemäss Empfehlun
gen der Swiss Insurance Medizin habe eine eingeschränkte Funktion der LWS folgende Auswirkungen: Rückenfunktionseinschränkungen könnten sich je nach Art und Ausmass auf die Fähigkeit auswirken, häufig Lasten ohne Hilfs
mittel zu heben und zu tragen. Das längere Verharren in vornüber geneigter Haltung - ob stehend oder sitzend - sei zu vermeiden. Ebenso seien unerwartete, asymmetrische Lasteinwirkungen auszuschliessen. Eher günstig seien wechsel
belastende Tätigkeiten.
Der Versicherte
könne Lasten bis zu 12,5 Kilogramm heben oder tragen (leichtes bis mittelschweres Belastungsniveau).
Tätigkeiten, welche diesem Profil ent
sprächen
,
könne er ganztags mit einem Pensum von 100 % ausüben.
Die angestammte Tätigkeit als Kranführer sei nicht wechselbelastend. Deshalb benötige er in der Kabine im Kran pro
Halbtag
eine
halbe
Stunde zusätzliche Pause, um Lockerungsübungen zu machen. Die Tätigkeit vom Boden aus mit einer Fernbedienung könne er dagegen zu 100 % ausüben, da er dabei aus
reichend Bewegung habe.
Eine nicht angepasste Tätigkeit habe der Beschwerdeführer seit dem 26. August 2008 nicht mehr ausüben können. Aus den Akten gehe nicht hervor, wann die Besserung der Befunde eingetreten sei. Daher gelte die attestierte Arbeitsfähig
keit von 100 % in
angepassten
Tätigkeiten ab dem Datum der rheumatolo
gischen Untersuchung am 31. März 2014.
Nachdem er kein Schmerzmittel im Blut gehabt habe, habe die medikamentöse Schmerztherapie noch grosses Optimierungspotenzial. Solange er noch Schmer
zen angebe, sollte eine konsequente medikamentöse Schmerztherapie nach dem Dreistufenschema der Behandlung
chronischer Schmerzen
durchgeführt werden
sowie eine regelmässige therapeutische Betreuung stattfinden, wobei die letzte physiotherapeutische Behandlung vor zwei Jahren stattgefunden habe.
Schliesslich sei eine Normalisierung des Gewichts notwendig, wobei das maxi
male Normalgewicht 70 Kilogramm betrage (BMI 24.9 kg/m
2
)
.
Die bildgebenden Befunde im Bereich der LWS seien viel besser geworden. Die Kompression der Ne
r
venwurzel L5 rechts sowie der Kontakt zur Nervenwurzel S1 links, welche in der M
RI
-Untersuchung im Juni 2008 vorhanden gewesen seien,
seien
nun abgeheilt, wie die MRI-Untersuchung im April 2014 zeige. Die von
Dr.
Z._
im Mai 2009 empfohlene lumbale Operation sei daher nicht mehr notwendig. Auch sein klinischer Gesundheitszustand habe sich offen
-
sichtlich gebessert. Er habe
Dr.
Z._
am 30. April 2009 berichtet, dass er nur 500 Meter weit gehen, nur 15 bis 20 Minuten sitzen oder stehen und nur eine halbe Stunde Auto
fahren könne. Nun sei er in der Lage an einem Tag zweimal 40 Minuten lang zu spazieren
und mit dem Bus nach
E._
zu fahren, was etwa 26 Stunden dauere.
Dr.
Z._
habe einen fehlenden Achillessehnen-Reflex links festgestellt, bei der aktuellen Untersuchung seien beide Achillessehnen-Reflexe vorhanden gewesen.
4
.
6
Aufgrund des vorgebrachten Einwandes, wonach die angestammte Tätigkeit nicht als angepasst zu betrachten und damit nicht mehr zumutbar sei (vgl. Urk. 9/77), ersuchte die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 15. Juli 2014 (Urk. 9/78) die Gutachterin um neuerliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit. Mit Stellungnahme vom 12. August 2014 (Urk. 9/79/3 = Urk. 9/81) führte
Dr.
B._
sinngemäss
aus, dass
der Aufstieg in die Führerkabine des Kranes beziehungsweise der nachfolgende Abstieg die gewünschte Wechselbelastung z
ur Folge hätten. Auch könne ein
Kran vom Boden aus in ergonomisch korrekter Weise geführt werden. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei damit unverändert.
5
.
5
.1
D
as Gutachten von Dr.
B._
vom 9. April 2014 (Urk. 9/67) basiert auf allsei
tigen Untersuchungen, wobei neben dem klinischen Zustand
-
mittels
Auftrag
s
vergabe an ein externes
Labor
-
auch das Blut des Versicherten
unter
sucht
wurde.
Dr.
B._
verfügte, wie der summarischen
Wiedergabe in Ziff. 6 des Gutachtens zu entnehmen ist, über umfassende Aktenkenntnis. Die aus den Akten gewonnenen Erkenntnisse wurden an den entsprechenden Stel
len ins Gutachten einbezogen.
Die Gutachterin ging auf die geklagten Beschwerden des Versicherten ein und würdigte diese, indem sie
auch
Diskre
panzen zu ihren anlässlich der Begutachtung erhobenen Befunde
n
aufzeigte. Auf der Grundlage des diagnostizierten Krankheitsbildes legte sie sodann das
Profil der weiterhin
zumutbaren, leidensangepassten Tätigkeiten dar und attes
tierte in diesem entsprechenden Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 100 %.
Das Gutachten ist für die streitigen Belange umfassend.
Die Beurteilung der medizinischen Situation findet in den einbezogenen Berichten über die MRI-Untersuchungen in der Klinik für Radiologie des Spitals Wetzikon vom 4. September 2008 (Urk. 9/67/38) sowie im
F._
, vom 4. April 2014 (Urk. 9/67/35) ihre
Stütze
und
erweist
sich aus medi
z
inischer Sicht als einleuchtend sowie
die Schlussfolgerungen als begründet.
Die Gutachterin zeigt auch auf, inwiefern sich der Gesundheitszustand seit dem der
Rentenzusprache
zugrunde liegenden Gutachten von Dr.
Z._
im Jahr 2009 verändert hat (Urk. 9/97/28).
M
it dem Beschwerdeführer (Urk. 1 S. 4) und der Beschwerdegegnerin (Urk. 2/
3)
ist davon auszugehen
, dass dem Beschwerdeführer die Tätigkeit
als Kranführer
,
nicht
zuletzt auch aus Sicherheitsgründen (vgl. Art. 5 Abs. 1
lit
. a der Verord
nung über die sichere Verwendung von Kranen), nicht
mehr zumutbar ist.
Dies entgegen der Feststellung einer vollen Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätig
keit im rheumatischen Gutachten bei zusätzlichem Pausenbedarf zur Vornahme von Lockerungsübungen (Urk. 9/67/30).
Auch wenn in diesem Punkt
von der medizinischen Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit
durch
Dr.
B._
abzuweichen
ist, kann dem überzeugenden Gutach
ten in den übrigen Punkten entgegen der vom Beschwerdeführer
vertetenen
Ansicht (
Urk.
1 S. 2 ff.) gefolgt werden
(vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1 f. mit Hin
weisen; vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_3/2015 vom 20. Mai 2015
E. 3.3.2
und 9C_651/2014 vom 23. Dezember 2014 E. 5.1 mit Hinweisen).
5.2
Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die
gutachterlich festgestellte Ver
besserung des Gesundheitszustandes seit der ursprünglichen
Rentenzusprache
sei darin begründet, dass das neueste MRI
der LWS keine
radikuläre
Sympto
matik mehr zeige. Ansonsten seien jedoch weiterhin deutliche Arthrosen der Facettengelenke links L4/5 mit
Hyperthrophie
der Ligamenta
flava
sowie eine mässige
Osteochondrose
L4/5 sowie L5/S1
vorhanden.
In Anbetracht dieses Befundes sei eine Verbesserung des Gesundheitszustandes zwar nachgewiesen, doch sei die Einschätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auch in einer leich
ten, wechselbelastenden Tätigkeit nicht ganz nachvollziehbar, da auch die Arthrose sowie die
Osteochondrose
durchaus Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten und damit gestützt auf die Einschätzung des Erstgutachters
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädie, mit einer Leistungseinschränkung von 20 % zu rechnen sei.
5
.
3
D
ie
zitierte
Beurteilung
im Gutachten
von
Dr.
Z._
(Urk. 6/24/7)
datiert
vom 6. Mai 2009
und
es
handelt
sich dabei
led
iglich um eine
prognostische
Schät
zung des Verlaufs
der
Arbeitsfähigkeit nach Durchführung der
damals
indizier
ten Operation
.
S
either
ist jedoch
eine
deutliche
Verbesserung
des Gesundheits
zustandes
eingetreten
, weshalb die
se
Einschätzung nicht de
m
der angefochtenen Verfügung zugrunde liegenden
, tatsächlich eingetroffenen
Sachverhalt
ent
spricht
.
Dass sich das Krankheitsbild geändert hat,
zeigt
sich namentlich
in den
Aussagen des Beschwerdeführers anläss
lich der beiden Explorationen: B
ei der Begutachtung im Frühjahr 2014 führte er aus, dass er
am Vortag
zweimal 40 Minuten spaziere
n gegangen sei
und
über den Jahreswechsel
eine 26stündige Busreise nach
E._
unternommen habe (Urk. 9/67/
19
), wogegen er anlässlich der ersten Begutachtung im Frühjahr 2009 noch angab, lediglich 500 Meter gehen und 15 bis 20 Minuten sitzen zu können
(Urk. 9/24/3)
.
D
iese
im
Verfü
gungszeitpunkt
bereits
fünf
Jahre alten
Ausführungen genügen
entsprechend
nicht, um die Feststellungen im Gutachten
von
Dr.
B._
in Zweifel zu zie
hen
.
Bei
der anlässlich der
rheumatologischen
Begutachtung
in Auftrag gegebe
nen
Labor
untersuchung
konnte
das
Schmerzmittel
Dafalgan
beziehungsweise dessen Wirkstoff Paracetamol
im
Blut nicht nachgewiesen werden (Urk. 9/67/28, 9/67/36). Dies
steht im Widerspruch zu
seiner Aussage, wonach er
bei Bedarf gegen Schmerzen eine oder zwei Tabletten
Dafalgan
1 g einnehme
und
dies zuletzt
am Morgen des Untersuchungstages
erfolgt sei
(Urk. 9/67/
20
).
Gegen die geltend gemachte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
spricht
auch die Tatsache, dass
der Beschwerdeführer offenbar seit
Oktober 2011 nicht mehr in
spezial
ärztlicher
(Urk. 9/60/3) und seit 2012 nicht mehr in physiotherapeutischer
Behandlung steht
(Urk. 9/
6
7
/3
1
)
.
Schliesslich ist
auch
das auffällige Verhalten anlässlich der Begutachtung (stark eingeschränkte Handkraft ohne Nennung von Beschwerden, anschliessend an problemlosen
Slump
-Test Äusserung starker Schmerzen beidseits bei der Prüfung des
Lasègue
-Zeichens)
entsprechend zu würdigen
.
D
ie gestellten Diagnosen
haben insofern
einen Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers, als die
sem nur noch angepasste Tätigkeiten zumutbar sind
.
Eine weitere Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit wird weder substantiiert geltend gemacht, noch ist sie ersichtlich.
5
.4
In Übereinstimmung mit der
angefochtene
n
Verfügung vom 12. Dezember 2014 (Urk. 2)
ist damit
gestützt auf das
rheumatol
o
gische
Gutachten v
on Dr.
B._
vom 9. April 2014 (Urk. 9/67)
von einer Restarbeitsfähigkeit von 100 % in angepasster Tätigkeit auszugehen. Als angepasst ist jede körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit zu betrachten, in welcher der
Beschwerdeführer keine Lasten über 12
,
5 kg zu heben, tragen oder trans
portieren hat, die keine asymmetrischen Lasteinwirkungen
ent
hält und in wel
cher er nicht länger in vornüber geneigter Haltung zu verharren hat.
6
.
6
.1
Die Beschwerdegegnerin legt ihrer Verfügung vom 12. Dezember 2014 (Urk. 2) ein
Valideneinkommen
von
Fr.
82‘435.73 zugrunde. Der Beschwerdeführer geht vom selben
Valideneinkommen
aus (Urk. 2 S
. 5).
Dem Einkommensvergleich vom 22. April 2014 (Urk. 9/69/1) ist zu
entnehmen, dass
dieses de
m
Bruttojah
reslohn
im Jahre 2008 gemäss Arbeitgeberbericht vom
18
.
Februar 2009
(Urk. 9/
17
) unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
in den
Jahre
n
2008 bis 2014
entspricht
. Unter
Einbezug
der
vom Bundesamt für Statistik
(BFS)
publizierten
definitiven Werte der Jahre 2009 bis 2014
(
2009:
2.1 %,
2010:
0.7 %,
2011:
1.0%,
2012:
0.8 %,
2013:
0.8 %,
2014:
0.7 %)
ergibt sich folgendes
Valideneinkommen
für das Jahr 2014:
Fr.
78‘130.-- x 1.021 x 1.007 x 1.01 x 1.008 x 1.008 x 1.007 =
Fr.
83‘012.78
6
.2
Ist kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheits
schadens
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätig
keit aufgenommen hat, so kön
nen nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne ge
mäss den vom Bundesamt für Statistik
(BFS)
periodisch herausgegebenen
Lohnstruk
turerhebungen
(LSE) her
angezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V
472 E
4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe
A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hin
weis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, wes
halb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75
E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
6
.3
In Bezug auf das Invalideneinkommen gehen sowohl die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 12. Dezember 2014 (Urk. 2) als auch der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 2. Februar 2015 (Urk. 1 S. 5) von der Anwendbarkeit von Tabellenlöhnen aus.
Die Anwendung der Tabellenlöhne gemäss der vom
BFS
herausgegebenen Lohnstrukturerhebung
des Jahres 2010 (LSE 2010)
erweist
sich, nachdem der Beschwerdeführer
seit September 2008
keiner Erwer
bstätig
keit nachgeht (Urk. 9/58
, 9/59, 9/67/19) als korrekt. Während die
Beschwerde
gegnerin
vom
Gesamtdurchschnitt des monatlichen Medianlohns für männliche Arbeitnehmer
aller Branchen
der Privatwirtschaft ausgeht (
TA1, Total, Männer Anforderungsniveau 4), erachtet der Beschwerdeführer einzig Hilfstätigkeiten im Dienstleistungsbereich als
zumutbar.
6
.4
D
er Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4
umfasst
eine Vielzahl von körper
lich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten
(Urteil des Bundesgerichts 9C_630/2014 vom 23. Dezember 2014 E. 2.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_97/2014 vom 16. Juli 2014 E. 4.2, Urteil des Bundesgerichts 8C_870/2011 vom 24. August 2012 E. 4.1).
Da dem
Beschwerdeführer körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zumutbar sind, ist
damit
nicht zu beanstanden,
dass
die Beschwerdegegnerin vom Durchschnittswert aller Branchen
und nicht vom
-
tieferen
-
Tabellenlohn für einfache und repetitive Tätigkeiten im
Dienstleis
tungssektor
ausgegangen
ist.
Zur Bestimmung de
s Invalideneinkommen
s
des Beschwerdeführers
im Zeitpunkt der Revision
ergibt sich
unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden
(BFS
-
Statistik d
er betriebsüblichen Arbeitszeit
)
sowie der Nominallohnentwicklung
folgende Rechnung
:
Fr. 4‘901.-- x 12 / 40 x 41.7 x 1.01 x 1.008 x 1.008 x 1.007 =
Fr. 63‘359.82
6
.5
In der Beschwerde (Urk. 1 S. 5) wird ein leidensbedingter Abzug von 10 % vom Tabellenlohn geltend gemacht. Begründet wird dies damit, dass der Beschwer
deführer nur noch einem Pensum von 80 % nachgehen könne, er nicht so gut Deutsch spreche und er keine Berufslehre absolviert habe, weshalb keine Umschulung möglich sei.
Nachdem der Beschwerdeführer wie dargelegt in angepasster Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist, erübrigen sich Ausführungen betreffend Teilzeitpensum als Abzugsgrund. Sowohl die geltend gemachten limitierten Deutschkenntnisse als auch die fehlende berufliche Ausbildung sind invaliditätsfremd und
wären
demzufolge
nur im Rahmen einer
Einkommenspa
rallelisierung
bei unterdurchschnittlichem
Valideneinkommen
zu berücksich
tigen
.
Es wird weder geltend gemacht, noch ist es ersichtlich, dass das vor Ein
tritt des Gesundheitsschadens erzielte Einkommen um mindestens 5 % unter dem branchenüblichen LSE-Tabellenlohn liegt und damit als unterdurchschnitt
lich zu qualifizieren wäre (BGE 135 V 297 E. 6.2). Damit finden die einge
schränkten Sprachkenntnisse und die fehlende Berufsausbildung keine Berück
sichtigung in Form eines leidensbedingten Abzuges. Es sind auch keine weiteren Umstände ersichtlich, welche die Berücksichtigung eines leidensbedingten
Abzuges rechtfertigen würden.
Dem Einkommensvergleich ist damit ein
Invali
deneinkommen
von Fr. 63‘359.82 zugrunde zu legen. Verglichen mit dem
Vali
deneinkommen
von Fr. 83‘012.78 resultiert somit eine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse von Fr.
19
‘
652.96
und damit ein Invaliditätsgrad von 24 %, womit kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente besteht.
Auch
bei Berück
sichtigung des beantragten leidensbedingten Abzuges von 10 % ergäbe sich
im Übrigen mit 31
%
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad.
7
.
7
.1
S
chliesslich
wird
die
Renteneinstellung
ohne Durchführung beruflicher Mass
-
nah
men
beanstandet
und geltend gemacht, es sei gesetzlich vorgesehen, dass vor Einstellung der Rente des Beschwerdeführers zwingend berufliche Massnahmen durchzuführen seien, wobei dies insbesondere bei Geltendma
chung einer Verbesserung des Gesundheitszustandes gelte
.
7
.2
Im Regelfall ist eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts
9C_363/2011
vom 31. Oktober 2011
E. 3.1
).
E
ine Notwendigkeit für (vorgängige) befähigende berufliche Massnahmen bei wiedergewonnener Arbeitsfähigkeit
besteht nur ausnahmsweise
,
wenn die revisions- oder
wieder
erwägungsweise
Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente eine versi
cherte Person betrifft, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat (Urteil des Bundesgerichts
9C_228/2010
vom 26.
April 2011
E. 3.3
). Massgeblicher Zeitpunkt zur Beurteilung dieser zeitlichen Voraussetzung ist dabei der Zeitpunkt der rentenaufhebenden Verfügung res
pektive der darin festgehaltene Zeitpunkt der Rentenaufhebung (BGE 141 V 5
E. 4.2.1).
7
.3
Der Beschwerdeführer wurde am 3. Juli 196
1 geboren und bezog seit dem 1.
Oktober 2009 eine
Dreiviertels
rente
.
Zum Zeitpunkt der
rentenaufhebenden
Verfügung (1
2.
Dezember 2014,
Urk.
2) bezog er damit seit rund fünf Jahren eine Rente und war gut 53 Jahre alt. Nachdem damit beide von der Rechtspre
chung aufgestellten
, alternativen
Voraussetzungen für die Annahme einer Not
wendigkeit von beruflichen Massnahmen vor der Renteneinstellung nicht erfüllt sind und den Akten keine Anhaltspunkte für eine gegenteilige Annahme
zu entnehmen
sind
, erweist sich
eine Verwertung der verbesserten Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung als zumutbar. E
ine vorgängige Durch
führung beruflicher Massnahmen vor der Rentenaufhebung
ist damit nicht
not
wendig, womit
auch aus diesem Grund
kein Anspruch des Beschwerdeführers
auf eine weitere Ausrichtung der Rente besteht.
Somit
wurde richtigerweise gestützt auf Art. 88
bis
Abs.
2
lit
.
a
IVV entschieden, dass die bestehende
Rente auf das Ende des der Zustellung
der Verfügung
folgenden
Monats eingestellt wird. Damit erweist sich die Verfügung vom 12. Dezember 2014 als rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen.
8
.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversi
cherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht
in Abweichung von Art. 61
lit
.
a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig v
om Streitwert im Rahmen von Fr.
200.-- b
is Fr.
1'000.-- fest
gesetzt. Vorliegend erweist si
ch eine Kostenpauschale von Fr.
700.-- als ange
messen. Weil die Beschwerde abzuweisen ist, sind die Kosten dem Beschwerde
führer aufzuerlegen und
es ist ihm zufolge Unterliegens keine
Parteientschä
digung
zuzusprechen.