Decision ID: 6d9885dd-e576-4b87-9993-ad259cf94231
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1975
, war
seit
1.
Mai 2005 bei der
Y._
AG,
Z._
, als Produktionsmitarbeiter tätig, als er am 1
0.
Juli 2006 als Lenker eines Personenwagens in
A._
an einer Auffahrkollision
beteiligt war (
Urk.
25/8/110), worauf der
Unfallversicherer der
Y._
AG, die S
uva
,
dafür
Taggeldleistungen
erbrachte
. Mit Verfügung vom
3.
Oktober 2008 (
Urk.
25/16/4-5) stellte die SUVA mangels Adäquanz die Ver
sicherungsleistungen per 3
1.
Oktober 2008 ein. Auf eine vom Versicherten dagegen erhobene Einsprache trat die S
uva
mit
Einspracheentscheid
vom 1
2.
Januar 2009 (
Urk.
25/43/6-
8
) nicht ein.
1.2
Am 2
0.
Dezember 2006 meldete sich der Versicherte
bei den Organen der Arbeitslosenversicherung zur Arbeitsvermittlung und zum Leistungsbezug ab
1.
Januar 2007 an (
Urk.
25/8/51), worauf das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Aargau mit Verfügung vom 2
2.
August 2007 (
Urk.
2/11) einen Anspruch des Versicherten auf Arbeitslosenentschädigung ab
1.
Januar 2007 infolge fehlender Vermittlungsfähigkeit verneinte.
1.3
Am
8.
März 2008 meldete sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
25/1.1).
Die Sozialversicherungsanstalt Kanton Aargau, IV-Stelle, liess den Versicherten polydisziplinär begutachten (Urk. 25/70.3-70.6)
und verneinte mit Verfügung vom 3
1.
Mai
2012 (Urk. 25/85) einen Anspruch des Versicherten auf Versicherungsleistungen. Die vom Versicherten dagegen erhobene Beschwerde wies das
Versicherungs
gericht
des Kantons Aargau mit Entscheid vom 2
8.
Februar
2013 (
Urk.
25/92) ab. Das Bundesgericht wies die vom Versicherten
da
gegen erhobene Be
schwer
de mit Entscheid vom
7.
Juni 2013 (Urk. 25/94) ab.
1.4
Der Versicherte war über die
Y._
AG
im
Rahmen eines kollek
tiven Krankenzusatz
versicherungsvertrages bei der
AXA Versicherungen AG
(
AXA
) g
emäss dem Bundesgesetz über den Versiche
rungsver
trag (VVG)
für ein Taggeld versichert (
vgl.
Urk.
9/29
), als die
Y._
AG
das Arbeitsverhältnis mit
dem
Versicherten am
1
0.
Oktober 2006
auf den 31.
Dezember 2006
kündigte (Urk.
25/3/9
).
Per
1.
Januar
2007
trat der Versicherte in die Einzelversicherung der AXA über (
Urk.
9/1), welche per
1.
Januar
2011 ver
l
ängert wurde (
Urk.
2/5,
Urk.
9/1).
Mit Schreiben vom 1
1.
Juni
2008 (
Urk.
9
/2) ersuchte der Versicherte die AXA um einen Verjährungsverzicht, worauf die AXA mit Schreiben vom
8.
Dezember 2010 (
Urk.
9/14) für die Folgen des Ereignisses vom
1.
November 2008 bis zum 3
1.
Dezember 2011 auf die Erhe
bung einer Verjährungseinrede verzichtete.
Mit Schreiben vom 2
4.
November 2011 (
Urk.
9/16) verzichtete die AXA auf die Erhebung einer
Verjährungs
einrede
für die Folgen des Ereignisses vom
1.
November
2008 bis 3
0.
Novem
ber 201
2.
Mit Schreiben vom 1
4.
Juni 2012 (
Urk.
9/18) verzichtete die AXA auf die Erhebung einer Verjährungseinrede für die Folgen des Ereignisses vom
1.
November 2008 bis 3
1.
Dezember 201
3.
Mit Schreiben vom
8.
Mai 2013 (
Urk.
9/22) teilte die AXA dem Versicherten mit, dass ab 3
1.
Oktober 2008 keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei und verneinte einen Anspruch auf Taggeldleistungen des Versicherten.
2.
2.1
Mit Eingabe vom 26
.
Nov
ember 201
4
(Urk. 1) erhob
der Versicherte gegen die AXA Klage und beantragte, diese sei zu verpflichten, ihm
Krankentag
gelder
im Umfang von 700 Tagen à Fr. 131.-- im Betrag von insgesamt Fr. 91‘735.-- zu bezahlen (S. 2).
Mit Klageantwort vom 23. März 2015 (Urk. 8) beantragte die AXA die Abweisung der Klage; eventuell sei der Kläger anzuweisen, seine Klage in zeitlicher Hinsicht zu präzisieren (S. 2).
2.2
Mit Verfügung vom
1
7.
April 2015 (
Urk.
10) wurde der Kläger aufgefordert,
den Zeitraum anzugeben, auf welchen sich die
eingeklagte Taggeldforderung bezieht, und es wurde ein zweiter Schriftenwechsel angesetzt. Mit Replik vom 15. Juni 2015 (Urk. 13) hat der Kläger angegeben, das sich die eingeklagte Taggeldforderung auf den Zeitraum vom 1. Oktober 2012 bis Ende Septem
ber 2014 beziehe. Im Übrigen hielt der Kläger an seinem klageweise gestell
ten Rechtsbegehren fest (S. 2). Mit Duplik vom 23. Oktober 2015 (Urk. 19) hielt die Beklagte an ihrem Antrag auf Abweisung der Klage fest und bean
tragte, dass der Kläger aufzufordern sei, den Str
eitgegenstand in zeitlicher Hin
sicht zu definieren (S. 2).
2.3
Mit Verfügung vom 1
9.
November 2015 (
Urk.
22) wurde der Kläger aufgefor
dert, die Beweismittel für die eingeklagte Taggeldforderung
für den Zeitraum vom 1. Oktober 2012 bis Ende September 2014 zu benennen und die Beweis
mittel, sofern
dies möglich ist, einzureichen, und es wurden bei der Sozial
versicherungsanstalt
des
Kanton
s
Aargau, IV-Stelle,
die Akten der Invaliden
versicherung in Sachen des Klä
gers
beigezogen (
Urk.
25)
.
Mit Eingabe vom 2
5.
Januar 2016 (
Urk.
31) reichte der Kläger verschiedene Unterlagen ein (U
r
k
.
32/18-34). Dazu nahm die Beklagte mit Eingabe vom
2.
Mai
2016
(
Urk.
36) Stellung und reichte eine Stellungnahme ihres beratenden Arztes
vom 22. April 2016
ein (
Urk.
37), wozu der Kläger am 1
5.
Juli 2016 Stellung nahm
(Urk. 42) und weitere Unterlagen (
Urk.
43/1-2) einreichte.
2.4
Mit Verfügung vom 2
2.
Juli 2016 (Urk. 44) wurden der Beklagten je eine Kopie der Stellungnahme des Klägers vom 1
5.
Juli 2016 (
Urk.
42) und der Beilagen (
Urk.
43/1-2) zugestellt und es wurde
den Parteien die Gelegen
heit eingeräumt, dem Gericht im Rahmen einer schriftlichen Stellungnahme mitzuteilen, falls s
ie die Durchführung einer Haupt
verhandlung wünschen. Mit Eingabe vom
3.
August 2016 (Urk. 46) verzichtete die Beklagte auf die
Durch
f
ührung einer Hauptver
handlung, wovon dem Kläger am 1
2.
September
2016 (Urk. 47) eine Kopie zugestellt wurde. De
r
Kläger
liess sich nicht ver
nehmen. Mit Eingabe vom
5.
Dezember 2016 (
Urk.
52) nahm die Beklagte zur Eingabe des Klägers vom 2
5.
Januar 2016 (Urk
.
31) und Beilagen sowie zu den Akten der IV-Stelle (
Urk.
25) ergänzend Stellung, wovon dem Kläger am
8.
Dezember 2016 eine Kopie zugestellt wurde (
Urk.
53).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 12 Abs. 2 und 3 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG)
unterliegen Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung dem
VVG. Streitigkeiten aus solchen Versicherungen sind privatrechtlicher Natur (BGE
124 III 44 E. 1a/
aa
und 232 E. 2b). Nach Art. 85 Abs. 1 des Bundesge
set
zes betreffend die Aufsicht über die privaten
Versicherungsein
richtungen
(VAG) ent
scheidet das Gericht privat
rechtliche Streitigkeiten zwi
schen Versicherungsunter
nehmen oder zwischen Ver
si
cherungsunternehmen und Versi
cherten.
K
ollektive Krankentaggeldversicherungen
werden vom Bun
desgericht
wie alle weiteren Taggeldversicherungen in ständiger Praxis unter den Begriff der Zusatzversiche
r
ung zur sozialen Krankenversicherung
subsu
miert
(BGE 138 III 2 E. 1.1; Urteile
des Bundesgerichts 4A_680/2014
vom 2
9.
April 2015
E. 2.1;
4A_382/2014 vom
3.
März 2015 E. 2
und
4A_47/2012 vom 1
2.
März 2012 E. 2).
1.2
Das So
zialversicherungs
gericht ist a
ls einzige kantonale Gerichtsin
stanz für Klagen über
Streitig
keiten aus Zusatz
versicherungen zur sozialen Kranken
versicherung nach
dem KVG zuständig (Art. 7
der Schweizerischen
Zivilpro
zessordnung, ZPO,
in Ver
bindung mit § 2 Abs. 2
lit
. b des Gesetzes über das
Sozial
versiche
rungs
ge
richt,
GSVGer
; BGE 138 III 2), ohne dass vorgängig ein
Schlichtungsverfahren durchzuführen
ist (
BGE
138 III 558
)
.
1.3
Ansprüche aus einer Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung nach dem KVG werden ohne Rücksicht auf den Streitwert im vereinfachten Verfahren nach
Art.
243 ff. ZPO beurteilt (
Art.
243
Abs.
2
lit
. f ZPO).
Gemäss Art. 247
Abs. 2
lit
. a in Verbindung mit Art. 243 Abs. 2
lit
. f ZPO stellt das Gericht im Ver
fahren be
treffend Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Kran
kenversiche
rung nach dem KVG den Sach
verhalt von Amtes we
gen fest. Der Untersu
chung
s
grundsatz befreit die Parteien indessen nicht davon, bei der Fest
stellung des
ent
scheidwesentlichen
Sachver
halts aktiv mit
zuwirken. Sie haben die rele
vanten Fakten vorzubringen und die allenfalls zu erhebenden Beweismittel nach Mög
lichk
eit zu bezeichnen (Urteil des Bundes
gerichts 4A_723/2012 vom 3. April 2013
E. 3.3 mit Hinweisen).
1.4
Der Anspruchsberechtigte - in der Regel der Versicherungsnehmer, der versi
cherte Dritte oder der Begünstigte - hat die Tatsachen zur B
egründung des Ver
sicherungsanspruches (Art. 39 VVG) zu beweisen, also namentlich das Bestehen
eines Versicherungsvertrags, den Eintritt de
s Versicherungsfalls und den Um
fang
des Anspruchs. Den Versicherer trifft demgegenüber die Beweis
last für Tatsa
chen,
die ihn zu einer Kürzung oder Verweigerung der vertrag
lich vorgesehenen Leis
tung berechtigen oder die den Versicherungsvertrag
gegenüber dem Anspruchs
berechtigten unverbindlich machen (BGE 130 III 32
1 E. 3.1 S. 323; Urteil 4A_393/2008 vom 17. November 2008 E. 4.1).
1.5
Da der Nachweis rechtsbegründender Tatsachen im Bereich des
Versicherungs
ver
trags
regelmässig mit Schwierigkeiten verbunden ist, geniesst der beweis
pflichtige Anspruchsberechtigte insofern eine Beweiserleichterung, als er in der
Regel
nur eine überwiegende Wahrscheinlichkeit
für das Bestehen des geltend gemach
ten
Versicherungsanspruchs darzutun
hat. Allerdings kann der Versi
cherer
im Rahmen des Gegenbeweises Indizien geltend machen, wel
che die Glaub
würdig
keit des Ansprechers erschüttern oder erhebliche Zweifel an seinen Schilderungen erwecken. Gelingt der Gegenbe
weis, dürfen die vom Anspruchs
berechtigten behaupteten Tatsachen nicht als überwiegend wahr
schein
lich und da
mit nicht als bewiesen anerkannt werden. Der Hauptbeweis ist vielmehr geschei
tert (BGE 130 III 326 E.
3.4 mit Hinweis, Urteil des Bun
desge
richts 5C.146/2000 vom 15. Februar 2001 E. 4b mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung (Urteile des Bundesgerichts 4A_382/2014 vom 3. März
2015 E.
5.3 und 4A_316/2013 vom 21. August
2013 E.
6.2) kann sich, wenn der strikte Beweis nach der Natur der Sache nicht möglich bezie
hungs
weise nicht zumutbar ist, auch der Versicherer
in Bezug auf Tatsachen, für wel
che ihm die Beweislast obliegt, auf eine Reduktion des
Beweismasses auf den Grad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit berufen.
1.6
Vorformulierte Vertragsbestimmungen sind grundsätzlich nach den gleichen Regeln wie individuell verfasste Vertragsklauseln auszulegen
(BGE 135 III 1 E. 2 mit
Hinweisen
)
. Gemäss Art. 18
Abs. 1
des Obligationenrechts (OR)
ist bei der Beurteilung eines Vertrages so
wohl
nach Form als nach Inhalt der über
einstimmende wirkliche Wille und nicht
die unrichtige Bezeich
nung oder Ausdrucksweise zu beachten, die von den Par
teien aus Irrtum oder in der
Absicht gebraucht wird, die wahre Be
schaff
en
heit des Vertrages zu verber
ge
n.
Entscheidend ist demnach in erster Linie der übereinstimmende wirkliche Wille der Vertragsparteien und in zweiter Linie, falls ein solcher nicht festgestellt werden kann, die Auslegung der Erklärungen der Parteien auf
grund des Vertrauensprinzips (BGE 140 III 391 E. 2.3; 138 III 659 E. 4.2.1
mit Hinweisen). Dabei ist vom Wortlaut der Erklärungen auszugehen, welche je
doch nicht iso
liert, sondern aus ihrem konkreten Sinngefüge heraus zu beur
teilen sind (BGE 140 III 391 E. 2.3
; 138 III 659 E. 4.2.1
; 123 III 165 E.
3a).
Demnach ist der vom Erklärenden verfolgte Regelungszweck massge
bend, wie
ihn der Erklärungsempfänger in guten Treuen verstehen durfte und musste (BGE 140 III
391 E. 2.3; 138 III 659 E. 4.2.1
; 132 III 24 E. 4; Urteil des Bundesgerichts 4A_10/2016 vom 8. September 2016 E. 3.3).
Darauf, dass der Vertragspartner eine Vereinbarung nach Treu und Glauben in einem gewissen Sinne hätte verstehen müssen, darf sich die Gegenpartei nur be
rufen, soweit sie selbst die Bestimmung tatsächlich so verstanden hat (vgl. BGE 105 II 16 E.
3a; Urteil des Bundesgerichts 4A_219/2010 vom 28. September 2010
E. 1, nicht
publ
. in: BGE 136 III 528). Die Auslegun
g nach dem Vertrau
ensprinzip
kann mithin nicht zu einem normativen Konsens führen, der so von keiner der Parteien gewollt ist (Urteil des Bundesgerichts 4A_538/2011 vom 9. März 2012 E. 2.2).
1.7
Schliesslich und s
ubsidiär wird die Geltung vorformulierter
Vertragsbestim
mun
gen
durch die so
ge
nannte Unklarheits- und die Ungewöhnlichkeitsregel eingeschränkt. Nach der
Unklarheitsregel sind mehrdeutige Klauseln in Ver
sicherungs
verträgen ge
gen den
Versicherer als deren Verfasser auszulegen (BGE 122 III 118 E. 2a, 126 III 388 E.
9d).
Diese Regel ist indessen erst dann
anzuwenden, wenn die übrigen Auslegungsmittel zu keinem Resultat führen und der bestehende Zwei
fel nicht anders be
seitigt werden kann (BGE 122 III 118 E. 2d).
1.8
Nach
Art.
46
Abs.
1 VVG verjähren die Forderungen aus dem
Versicherungs
vertrag
in zwei Jahren nach Eintritt der Tatsache, welche die Leistungspflicht begründet.
Diese Regelung geht der allgemeinen Bestimmung von
Art.
127 OR vor und gilt für alle vertraglichen Ansprüche zwischen dem Versicherer und dem Versicherungsnehmer (Urteil des Bundesgerichts 5C.59/2006 vom
1.
Juni 2006 E.
2.4).
Da eine fortlaufende Verjährung der
Taggeldforde
rungen
dem mit der Taggeldversicherung bezweckten Ersatz des
laufende
n
Ein
kommen
s
der versicherten Person entspricht, sind die Taggeldforderungen nach der Rechtsprechung nicht einer Gesamtverjährung unterstellt, sondern
die einzelnen Taggeldforderungen
verjähren fortlaufen
d
nach
Art.
46 VVG in zwei Jahren
. Voraussetzung für eine fortlaufende Verjährung der einzelnen Taggeldforderungen ist indes, dass die versicherte Person nach dem
Versi
cherungsvertrag
fortlaufend die Leistung von Taggeldern verlangen
kann. Ist dies der Fall
, verjähren
einzelne
Taggeldforderungen
mit der ärztlich beschei
nigten Arbeitsunfähigkeit und dem Ablauf der Wartefrist nicht gesamthaft, sondern einzeln ab dem Tag, für den sie beansprucht werden (
BGE 139 III 418
E. 3 und 4).
2.
2.1
Der Kläger macht geltend, dass er während der Zeit vom 1. Oktober 2012 bis 30. September 2014 für
700
Tage
(730 Tage abzüglich einer Wartefrist von 30 Tagen)
Anspruch auf Taggeldleistungen für eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % im Betrag von insgesamt
Fr.
91‘735.-- habe (
Urk.
1 S.
2
und S.
5
,
Urk.
13 S.
2).
Während dieses Zeitraumes sei er als Schreiner mangels einer Umschulung auf eine andere Tätigkeit stets vollumfänglich arbeitsunfähig gewesen (
Urk.
13 S. 7).
2.2
Die Beklagte bringt
hiegegen
vor, dass
auf Grund der Akten eine Arbeits
unfähigkeit während des streitigen Zeitraumes lediglich vom
4.
bis 2
5.
Dezem
ber 2012 im Rahmen einer
Cholezystolithiasis
mit chronischer
Choleszystitis
ausgewi
esen sei, dass dafür indes kein
Taggeldanspruch be
stehe, da dieser Zeitraum innerhalb der Wartefrist von 30 Tagen zu liegen komme (
Urk.
36 S. 2). Sodann seien die eingeklagten Taggeldleistungen zu
mindest teilweise bereits verjährt, da sie Verjährungsverzichtserklärungen aus
schliesslich für Taggelder auf Grund einer Arbeitsunfähigkeit ab
1.
November 2008 geleistet habe (
Urk.
52 S. 2).
3.
3.1
Die
Y._
AG und die Beklagte vereinbarten im
Rahmen eines kollektiven Krankenzusatzversicherungsvertrages
für die
Arbeitnehmenden
der
Y._
AG ein Krankentaggeld
(
vgl.
Urk.
9/29). Nach der Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch die
Y._
AG per 31. Dezember 2006 (Urk. 25/3/9) trat der Kläger per
1.
Januar 2007 in die Einzelversicherung der Beklagten über (
Urk.
2/5, Urk. 9/1
) und vereinbarte mit dieser
ein K
rankentaggeld in der Höhe von
100 % des
versicherten Jahreslohnes von
Fr.
47‘840.--
für
eine Leistungsdauer von 730 Tagen
, abzüglich einer
Wartefrist
von 30 Tagen
(Urk.
2/5
). Als Ver
tragsgrund
lage wurde
mit der Vertragsänderung vom
2
7.
beziehungsweise 2
9.
Oktober 2010 (
Urk.
2/5) auf
die Allgemei
nen Ver
tragsbedingungen, Ausgabe
06.2010
(
Urk.
20/35
;
n
achfolgend: AVB), verwiesen
, welche durch Übernahme Ver
tragsbestand
teil wurden.
3.2
In Art.
B1
Ziff.
1 AVB (Urk. 20/35) wird der Inhalt des Vertrags umschrieben. Danach
erbringt die Beklagte die
in der Police aufgeführten Leistungen für die
wirtschaftlichen Folgen
krankheitsbedingter
Arbeitsunfähigkeit
.
Das versicherte Ereignis Krankheit wird in Art.
A4
Ziff. 1 AVB definiert:
„
Krankheit ist jede Beeinträchtigung der körperlichen
,
geistigen
oder psychi
schen
Gesundheit, die nicht
Folge eines
Unfall
s
ist und die
eine medizinische Untersu
chung
oder
Behandlung
erfordert und
eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat
(...)
“.
Die Arbeitsunfähigkeit wird in Art.
A4 Ziff. 2
AVB definiert:
„
Arbeitsunfähigkeit
ist die durch Krankheit bedingte, volle oder teilweise Unfä
higkeit im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt
“.
3.3
Die versicherten Leistungen werden in Art.
B7
AVB umschrieben
. Deren
Ziff.
2 lautet folgendermassen
:
„
Bei voller Arbeitsunfähigkeit bezahlt die AXA das in der Police aufgeführte Taggeld. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit richtet sich die Höhe nach dem Aus
mass der Arbeitsunfähigkeit; weniger als 25
%
ergeben jedoch keinen An
spruch. Tage teilweiser Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25
%
zählen für die
Ermittlung der Wartefrist und der Leistungsdauer voll
“.
4.
4.1
M
angels
eines übereinstimmenden
wirklichen
Willens sind die Klauseln der AVB
nach dem
Vertrauensprinzip und somit nor
mativ auszulegen. Ent
schei
dend ist daher, wie
der
Kläger
als andere
Vertragspar
tei die Klauseln
verstehen durfte und musste.
In Art. A4 Ziff.
1 AVB ist der Begriff der Krankheit als eine Beein
trächtigung
der körperlichen
, geistigen
oder
psychischen
Gesund
heit, die
eine medizinische Untersuchung oder
Behandlung
und
eine Arbeits
unfähigkeit zur Folge hat
, und
die nicht Folge eines Unfalls ist, definiert
. Diese Definition stimmt grund
sätzlich mit der als allgemein gebräuchlich
gel
tenden Definition der Krank
heit von Art. 3
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
überein.
4.2
4
.2.1
Gleiches gilt für die Definition der Arbeits
unfähigkeit
in Art. A4 Ziff. 2
AVB
, welche grundsätzlich mit der
in Art. 6 ATSG ent
haltenen Definition der Arbeits
unfähigkeit übereinstimmt, wonach es sich bei
Arbeitsunfähigkeit
um eine
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen
Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten
,
handelt, und wo
nach
bei
langer Dauer auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt
wird.
4
.2.2
Nach der Rechtsprechung ist u
nter relevanter A
rbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 6 ATSG
eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bis
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen. Das heisst, es muss arbeits
rechtlich in Erscheinung treten, dass
die v
ersicherte
Person
an Leistungs
vermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit ent
sprechender Feststellung oder gar Ermahnung
ihres
Arbeitgebenden
oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallen
de gesundheitlich bedingte Ar
beits
ausfälle (Urteile des Bundesgerichts 9C_276/2010
vom 2. Juli 2010 E. 3.3, 8C_380/2009 vom 17. September
2009 E. 2.1 und
9C_368/2008 vom 1
1.
September 2008 E.
2
je
mit Hinweisen).
Eine erst nach Jahren rückwir
kend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit, ohne da
ss der seinerzeitige Arbeitgeber
die Leistungseinbusse bemerkt hätte, genügt nicht (Urteil
e des Bundesgerichts 8C_41/2011 vom 17. Mai 2011 E. 2.2 und
B
5/06 vom 4. Februar 2008 E. 3.3
).
4
.3
Bei den erwähnten Vertragsbestimmungen und Klauseln der AVB handelt es sich
weder um unklare noch um
ungewöhnliche Klausel
n
, welche von der globalen Zustimmung ausgenommen
und auf welche gesondert auf
merksam hätte
ge
macht werden müssen (Ungewöhnlichkeitsregel; vgl. Urteil des Bun
desge
richts
4C.175/2004 vom 31. August 2004 E.
2.3.1). Der Kläger
musste nach dem
klaren Wortlaut der AVB die Begriffe der Krankheit und der Ar
beits
unfähigkeit
nach dem Vertrau
ensprinzip
daher
grundsätzlich im Sinne der in Art. 3 und Art. 6 ATSG enthaltenen Begriffsbestimmungen verstehen.
5
.
5
.1
Die Parteien
haben, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
3.1
)
,
eine
Leistungs
dauer
für das Krankentaggeld von 730 Tagen abzüglich einer War
te
frist von
30 Tagen vereinbart. Demzufolge ist die Wartezeit von 30 Tagen an die maxi
male Leistungsdauer des Kranken
taggelds von 730 Tagen anzurech
nen
.
5
.2
Unbestrittenermassen (
Urk.
1,
Urk.
19) hat die Beklagte dem Kläger bis anhin noch keine Taggeldleistungen aus der Einzelversicherung ausgerichtet.
Der streitige Taggeldanspruch für den Zeitraum
vom
1. Oktober
2012 bis 30. September 2014
(
730 Tage, abzüglich einer Wartefrist von 30 Tagen)
kommt daher innerhalb de
r vertraglichen Taggeldbezugs
dauer
von 730 Ta
g
en
zu liegen.
5
.3
Im Folgenden ist
für den streitigen Zeitraum
vom
1. Oktober 2012 bis 30. September 2014
auf Grund der mass
gebenden medizinis
chen Aktenlage die Arbeitsunfäh
ig
keit
zu prüfen
:
5
.4
Die
Ärzte der
B._
erwähnten mit Bericht vom 1
1.
März 2008 (
Urk.
25/8/14-15), dass der Kläger am 1
0.
Juli 2006 in
A.
_
als Fahrzeuglenker an einer Auffahrkollision beteiligt
gewesen sei
und dabei eine Distorsion
der Halswirbelsäule (HWS)
erlitten habe, welche anschliessend in ein chronisches
zervikozepha
les
/
z
ervikovertebrales
Schmerzsyndrom übergegangen sei (S. 1). Im Zusammenhang mit diesem Unfall und der daraus entstandenen
Schmerz
situation
seien beim Kläger depressive Symptome aufgetreten, welche gegen
wärtig einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode entsprächen. Ge
genwärtig sei eine Abklärung der Schmerzsituation angezeigt (S. 2).
5
.5
Die Ärzte der
C._
stellten in ihrem Bericht vom
2.
Juli 2008 (
Urk.
25/16/13-17) die folgenden Diagnosen (S. 5):
chronisches
tendomyotisches
zervikovertebrales
und
zervikozephales
Syndrom mit/bei:
Status nach HWS-Distorsion infolge Auffahrunfall vom 1
0.
Juli 2006
Schmerzchronifizierung
chronisches unspezifisches
Lumbovertebralsyndrom
mit/bei:
Wirbelsäulenfehlform und -
fehlhaltung
leichte bis mittelgradige depressive Episode und Verdacht auf anhal
tende
somatoforme
Schmerzstörung
Beim Kläger müsse von einer fortgeschrittenen
Schmerzchronifizierung
aus
gegangen werden. Auf Grund von Symptomen einer verminderten Belastbar
keit, Antriebslosigkeit, inneren
Leere, Gleichgültigkeit, Freude- und
Interesse
verlust
, Niedergeschlagenheit
, Gefühlen von Wertlosigkeit sei auf eine mittel
gradige depressive Episode mit somatischem Syndrom zu schliessen (S
.
4).
5
.6
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
E._
AG,
F._
, diagnostizierte in ihren
Bericht
en
vom
1
6.
(
Urk.
25/62/2-
4
) und vom
2
3.
November 2008 (
Urk.
25/40/5-8
) eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom und erwähnte, dass der Kläger unter Niedergeschlagenheit, Interesse- und Freudlosigkeit, Reizbarkeit, Konzentrations- und Gedächtnisproblemen, A
l
bträumen, Ein- und Durchschlafstörungen, leichter Ermüdbarkeit, latenter Suizidalität und Zu
kunftsängsten leide (S.
2 bzw. S.
3). Aus psychischen Gründen sei der Kläger gegen
wärtig arbeitsunfähig (S.
3 bzw. S.
4).
5
.7
Die Ärzte der MEDAS
G._
,
H._
, erwähnten in ihrem polydisziplinären Gutachten vom 1
1.
Oktober 2011 (
Urk.
25/70.3
), dass
der
Kläger
am
7.
Dezember 2010 und am 2
5.
Januar
2011 psychiatrisch, neuropsycholo
gisch und orthopädisch untersucht
worden sei
(
Urk.
25/70.3 S.
12)
,
und stellten die folgenden Diagnosen (
Urk.
25/70.3 S. 26 f.):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
chronisches zervikales und lumbales Rückenschmerzsyndrom mit/bei:
Haltungsstörung mit
Insertionstendinosen
,
Myogelosen
der
para
vertebralen
Muskulatur
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
anamnestisch arterielle Hypertonie
anamnestisch
Refluxoesophagitis
anamnestisch
Ureterkonkrement
mit rezidivierenden Koliken
Sie führten aus, dass die psychiatrische Untersuchung keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ergeben habe. Eine depressive Episode beziehungsweise eine Depression könn
t
e
n
nicht diagnostiziert werden, weil
beim
Kläger
von den
diesbezüglichen
diagnostischen Kriterien lediglich
die Kriterien der
schmerzbedingte
n
Schlafstörungen und
der
finanzielle
n
Sorgen um die Zukunft vorlägen. Insbesondere leide der Kläger lediglich
unter
kopf
schmerzbedingten
Schlafstörungen
und nicht
unter Tagesmüdigkeit.
Sodann seien die fehlende Beteiligung des Klägers an der Haushaltführung und der Kinderbetreuung sowie
dessen
Verzicht auf eine Teilnahme am Spiel seiner Kinder nicht auf eine depressive Stimmung oder auf einen verminderten Antrieb
,
sondern auf kulturelle Gründe zurückzuführen.
Beim
Kläger
fehle sodann
eine erhebliche depressive Affektauslenkung
. Des Weiteren seien die vom Kläger angegebenen Antidepressiva im Blutspiegel lediglich unterhalb der Nachweisgrenze vorhanden gewesen. Dieser Umstand lasse darauf schliessen, dass bisher keine adäquate antidepressive Therapie durchgeführt worden sei. Durch die fehlende Compliance in Bezug auf die antidepressive Medikation werde zudem der vom Kläger dramatisch geschilderte
Leidens
druck
in Frage gestellt (S. 28 f.)
.
Eine
somatoforme
Schmerzstörung könne nicht diagnostiziert werden, weil beim Kläger ein enger ursächlicher Zusammenhang zwischen einer erhebli
chen psychosozialen Belastungsreaktion oder einem gravierenden emotiona
len Konflikt und dem Schmerzbeginn nicht bestehe. Insbesondere reichten die angegebenen finanziellen Sorgen und Einschränkungen in der Lebens
qualität nicht aus, um erhebliche Konflikte
beziehungsweise um eine gravie
rende psychosoziale Belastungssituation anzunehmen. Sodann bestünden bei
m Kläger weder eine seit Jahrzenten bestehende, zu Schmerzen neigende Per
sönlichkeit noch eine schmerzbedingte soziale Isolation. Vielmehr pflege der Kläger weiterhin anhaltende soziale Kontakte zu seiner Familie und reise in sein Heimatland (S.
30). Auf Grund der vom Kläger angegebenen
defizit
orientierten
Tagesgestaltung und passiven Grundhaltung lasse sich keine Schmerzverarbeitungsstörung mit eigenständigem Krankheitswert diagnosti
zieren. Zudem habe der Kläger während der Exploration wiederholt ein thea
tralisches und demonstratives Verhalten gezeigt, welches als Aggravation oder als bewusstseinsnahes Verhalten zu interpretieren sei
(S. 31)
.
Bei der neuropsychologischen Untersuchung seien sodann demonstrativ anmut
ende Fehler und widersprüchliche Befunde aufgefallen. So habe der Kläger teilweise leichteste Aufgaben nicht lösen, jedoch komplexere Aufga
ben bewältigen können. Zudem habe er eine derart massive Verlangsamung gezeigt, welche selbst bei Schwersthirnverletzten ausserhal
b
der Akutphase nicht anzutreffen sei, weshalb die Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchung als nicht valide gewertet worden seien. Beim Kläger
sei
eine psychiatrische Störung mit Krankheit
swert nicht zu diagnostizieren und es
sei von einer demonstrativen Symptomausweitung auszugehen. Eine Arbeits
unfähigkeit aus psychischen Gründen bestehe nicht (S. 31).
Aus orthopädischer Sicht stünden funktionelle Störungen des Stütz- und Bewegungsapparates mit
Insertionstendinosen
und
Myogelosen
der
paraver
tebralen
Muskulatur im Vordergrund. Ein wesentliches strukturelles Defizit sowie eine
radikuläre
Symptomatik seien nicht festzustellen. Aus orthopä
discher Sicht habe während einer Zeit von vier Wochen nach dem
Unfall
ereignis
vom Juli 2006 eine Arbeitsunfähigkeit bestanden. Gegenwärtig be
stehe keine Arbeitsunfähigkeit (S. 34).
Aus interdisziplinärer Sicht
sei dem Kläger
die bisherige Tätigkeit als
Produktionsmitarbeiter sowie andere, körperlich mittelschwere Tätigkeiten im Umfang eines Vollzeitpensums ohne Einschränkungen zuzumuten. Tätigkei
ten, welche Verrichtungen in Zwangshaltungen, in monotonen Positionen, in
vornübergeneigten
Haltungen sowie wiederholte Überkopfarbeiten umfassen, sollten indes vermieden werden (S. 37).
5
.8
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
E._
AG,
erwähnte mit Bericht vom
1.
April 2012 (
Urk.
25/81/2-4
), dass der Kläger unter diversen depressiven Beschwerden sowie unter auf spezifische Situationen bezogenen Ängsten leide, und führte aus, dass die körperlichen Beschwerden im Vordergrund stünden. Er diagnostizierte eine mittelgradige bis schwere depressive Episode und spezifische (isolierte) Phobien (S. 2) und attestierte dem Kläger eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit (S. 3).
5
.9
Mit Bericht vom
5.
Dezember 2012 (
Urk.
28/5)
erwähnten die
Ärzte des Spitals
J._
, dass der Kläger vom
3.
bis
6.
Dezember 2012 stationär be
handelt worden sei
,
und stellten
die folgenden Diagnosen (S. 1):
symptomatische
Cholezystolithiasis
(Gallenblasensteinleiden) mit/bei:
chronische Cholezysti
ti
s (Gallenblasenentzündung)
anamnestische Status nach mehreren Cholezysti
ti
den
arterielle Hypertonie
Lumbago
Sie führten aus, dass am
4.
Dezember 2012 eine
laparoskopische
Choleszy
stektomie
durchgeführt worden sei, und dass der postoperative Verlauf komplikationslos gewesen sei
(S. 1)
. Vom
4.
bis 2
5.
Dezember 2012 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden (S. 2).
5
.10
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Neurologie, erwähnte in seinem Bericht vom 2
9.
April 2013 (
Urk.
28/10 =
Urk.
28/11), dass der Kläger am 1
0.
Juli 2006 in
A._
als Fahrzeuglenker an einem Auffahrunfall beteiligt gewesen sei
,
stellte ein zervikales Syndrom nach Auffahrunfall
mit
migräniforme
r
Exazerbation der Kopfschmerzen mit Erbrechen fest und erwähnte, dass beim Kläger eine fortgeschrittene Anpassung des Verhaltens an die chronischen Schmerzen mit
Desozialisierung
stattgefunden habe. Gegenwärtig bestehe unfallbedingt eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (S. 2).
5
.11
Die Ärzte des
C._
erwähnten in ihrem Bericht vom 1
6.
Dezember 2013 (
Urk.
28/15), dass der Kläger zum Schmerzmittelen
t
zug eingewiesen und vom 1
1.
bis 1
6.
Dezember 2013
stationär behandelt worden sei, und
stellten die folgenden Diagnosen (S. 1):
Medikamentenübergebrauchskopfschmerz
migräniforme
Kopfschmerzen
rezidivierende Exazerbationen mit Erbrechen, Aura, Tinnitus und Schwindel
seit Autounfall im Jahr 2006
Depression mit Angststörung
arteriel
l
e
Hyperonie
Prädiabetes
Status nach Spontanabgang Nierenstein im Jahre 2008
Status nach Gallensteine
im Dezember 2012
Der Kläger leide anamnestisch seit dem Autounfall im Jahre 2006 unter Depressionen mit Angststörung sowie rezidivieren
den Kopfschmerzen mit Erbrechen,
Begleittinitus
und Schwindel. Am 1
6.
Dezember 2013 sei
er
zur weiteren Behandlung und zum Entzug in die
L._
verlegt worden (S. 2).
5
.12
Die Ärzte
der
L._
erwähnten
im Austrittsbericht
vom
5.
Febru
a
r 2014
(
Urk.
28/
27
), dass der Kläger vom 1
6.
bis
2
8.
Dezember 2013 hospitalisiert gewesen sei (S. 1)
. Der
Kläger
habe indes
wegen starker Kopf
schmerzen nur ungenügend an den
Therapien
teilnehmen können
, weshalb am 2
7.
Dezember 2013 entschieden
worden sei
,
seinen
stationären Rehabili
tationsaufenthalt abzubrechen (S. 2).
5
.13
Dr.
med.
M._, Facharzt für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie
, stellte in
seinem Bericht vom
1
1.
Juni 2014 (
Urk.
28/31) die folgenden Diagnosen
(S. 5
):
migräneartige Kopfschmerzen links
Zervikozephalgien
links
Verdacht auf „
analgetic
-
overuse
“-Syndrom
Hyperakusis
beidseits mit:
Belüftungsstörung der Pauke links
Reizlabyrinth links und
visuookulomotorische
Funktionsstörung mit:
visuovestibulärer
Integrationsstörung
Bei den chronischen linksbetonten Kopfschmerzen handle es sich um eine Kombination aus migräneähnlichen Schmerzen, Spannungskopfschmerzen und um Schmerzen im Rahmen des „
analgetic
-
overuse
“-Syndroms (S. 5). Die Schwindelbeschwerden seien durch ein Reizlabyrinth links und durch eine Belüftungsstörung der Pauke links zu erklären (S.
6
).
5
.14
Die
Ärzte der
B._
erwähnten in ihrem (provisorischen) Kurzaustrittsbericht vom 3
0.
April 2015 (
Urk.
32/34), dass der Kläger vom 1
0.
März bis
5.
Mai 2015 hospitalisiert gewesen sei
,
und stellten die folgenden Diagnosen (S. 1):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode ohne psychotische Symptome
somatoforme
Störung, nicht näher bezeichnet
Benzodiazepinabhängigkeit
Abhängigkeit von Schmerzmittel (
Targin
)
arterielle Hypertonie
Diabetes Mellitus
Differentialdiagnose: andauernde Persönlichkeitsveränderung bei chronischem
Schmerzsydrom
5
.15
Der beratende Arzt der Beklagten,
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Neurologie, führte in seiner Stellungnahme vom 2
2.
April 2016 (
Urk.
37) aus, dass auf Grund der Akten eine Verschlechterung der Depression im Zeitraumraum vom
1.
Oktober 2012 bis Ende September 2014 im Vergleich zum Zeitpunkt der Untersuchung des Klägers durch die Ärzte der MEDAS
G._
zu verneinen sei (S. 13). In somatischer Hinsicht
sei sodann von
eine
r
uneingeschränkte
n
Arbeitsfähigkeit
des Klägers im Zeitraum vom
1.
Oktober 2012 bis 3
0.
September 2014 in seiner bisherigen Tätigkeit als Schreiner aus
zugehen (S. 14).
6
.
6
.1
Den erwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die beteiligten Ärzte in
der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Klägers aus psychischen Gründen teilweise erheblich voneinander abwichen. Während die Ärzte der MEDAS
G._
in ihrem Gutachten 1
1.
Oktober 2011 (vorstehend E.
5.7
) davon ausgingen, dass der Kläger unter keiner, die Arbeitsfähigkeit beein
trächtigenden, psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung von Krankheitswert leide, stellte
Dr.
I._
in seinem Bericht vom
1.
April 2012 (vorstehend E.
5.8
) eine mittelgradige bis schwere depressive Episode und spezifische (isolierte) Phobien
fest
und attestierte dem Kläger deswegen eine vollumfängliche Ar
beitsunfähigkeit.
Demgegenüber stellten die Ärzte der
B._
in ihrem Bericht vom 3
0.
April 2015 (vorstehend E.
5.14
) unter anderem eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode ohne psychotische Symptome
, fest, äusserten sich
aber nicht
zur Frage nach
der
Arbeits
unfähigkeit
.
6
.2
In somatischer Hinsicht gingen die
Ärzte der MEDAS
G._
davon aus, dass ein wesentliches strukturelles Defizit sowie eine
radikuläre
Symptomatik nicht festzustellen seien, und dass in somatischer Hinsicht lediglich während einer Zeit von vier Wochen nach dem Unfallereignis vom Juli 2006 eine Ar
beitsunfähigkeit bestanden habe (vorstehend E.
5.7
). Demgegenüber ging
Dr.
K._
in seinem Bericht vom 2
9.
April
2013 (vorstehend E.
5.10
)
davon aus
, dass der Kläger an einem durch den Unfall vom 1
0.
Juli 2006 verur
sachten zervikalem Syndrom mit
migräniformer
Exazerbation der Kopf
schmerzen leide, und dass er deswegen vollumfänglich arbeitsunfähig sei.
7
.
7
.1
Gemäss
Art.
157 ZPO bildet sich das Gericht seine Überzeugung nach freier Würdigung der Beweise.
Das Gericht legt demzufolge
die Kraft eines Beweis
mittels nach seiner Überzeugung fest
und befindet
frei von Beweisregeln
,
nach sei
ner eigenen Überzeugung darüber
, ob es eine behauptete Tatsache als wahr oder unwahr einstuft
(BGE 137 III 266 E. 3.2
; Franz
Hasenböhler
, in:
Th
omas Sutter-
Somm
/Franz
Hasenböhler
/
Christoph Leuenberger
, Kommentar zu ZPO, 2. Aufl., Zürich 2013, Art. 157 ZPO N 8).
Das Gericht kann in antizi
pierter Beweiswürdigung auf die Abnahme von Beweisen verzichten, wenn es aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür annehmen kann, diese werde durch weitere Beweiser
hebungen nicht geändert (BGE 138 III 374 E. 4.3.2
; Franz
Hasenböhler
, a.a.O.,
Art.
157 ZPO N 45
).
7
.2
Nach Art. 168 Abs. 1 ZPO sind als Beweismittel
zulässig
das Zeugnis (
lit
. a), die Ur
kunde (
lit
. b), der Augenschein (
lit
. c), das Gutachten (
lit
. d), die schriftliche Auskunft (
lit
. e) sowie die Parteibefragung und die Bewei
saussage (
lit
. f). Diese Aufzäh
lung ist abschliessend; im Zivilprozessrecht besteht insofe
rn ein
numerus
clau
sus der Beweismittel (Urteil des Bundesgerichts 5A_957/2012 vom 28. Mai
2013 E.
2). Nach der Rechtsprechung stellen Privatgutachten keine Gutachten im Sinne von Art. 168 Abs. 1
lit
. d ZPO dar. Bei Letzteren handelt es sich vielmehr einzig um die vom Gericht eingeholten Gutachten (BGE
141 III 433
E. 2.5.2). Des Gleichen handelt es sich bei Privatgutachten nicht um Urkunden
im Sinne von Art.
168
Abs.
1
lit
. b
ZPO (BGE
141 III 433
E.
2.5.3). Privatgutachten stellen im Zivilprozess daher keine Beweismittel dar, s
ondern gelten lediglich als Par
teibehauptungen beziehungsweise als Bestandteil der Parteivorbringen (BGE 141 III 433 E.
2.5.2; Urteil des Bundesgerichts 4A_505/2012 vom 6. Dezember
2012 E.
3.5; vgl. BGE 132 III 83 E. 3.4).
Zu beweisen sind nur Tatsachenbehauptungen, die ausdrücklich bestritten sind.
Bestreitungen
sind so konkret zu halten, dass sich bestimmen lässt,
welche ein
zelnen Behauptungen damit bestritten werden (BGE 117 II 113 E. 2
); die Be
stre
i
tung muss ihrem Zweck entsprechend so konkret sein, dass die Gegenpartei weiss,
welche einzelne Tatsachenbehauptung sie beweisen muss (BGE 115 II 1 E. 4). Der Grad der
Substanziierung
einer Behauptung beein
flusst insofern den er
forderlichen Grad an
Substanziierung
einer Bestreitun
g; je detaillierter ein
zelne Tatsachen eines gesamten Sachverhalts behauptet werden, desto konkreter muss die Gegenpartei erklären, welche dieser einzel
nen Tatsachen sie bestreitet. Je detaillierter mithin ein Parteivortrag ist, desto höher sind die Anforderungen an eine
substanziierte
Bestreitung. Diese sind zwar tiefer als die Anforderungen an die
Substanziierung
einer Behauptung; pausch
ale
Bestreitungen
reichen indes
sen nicht aus. Erforderlich ist eine klare
Äusserung, dass der Wahrheits
gehalt einer bestimmten und konkreten geg
nerischen Behauptung infrage ge
stellt wird (
BGE 141 III 433
E. 2.6).
7
.3
Parteibehauptungen, denen ein Privatgutachten zugrunde liegt, werden indes meist besonders
substanziiert
sein. Entspr
echend genügt eine pauschale Be
streitung nicht; die Gegenpartei ist vielmehr gehalten zu
substanziieren
, welche einzelnen Tatsachen sie konkret bestreitet. Wird jedoch eine
Tat
sachen
behaup
tung
von der Gegenpartei
substanziiert
bestritten, so vermögen
Parteigutachten als reine Parteibehauptungen diese allein nich
t zu beweisen. Als Parteibehaup
tungen mögen sie allenfalls zusammen mit - durch Beweis
mittel
nachgewiese
ne
- Indizien den Beweis zu erbringen. Werden sie aber nicht durch Indizien gestützt, so dürfen sie als bestrittene Behauptungen nicht als erwiesen erachtet werden (
BGE 141 III 433
E. 2.6).
7
.4
Gemäss der Rechtsprechung (BGE 134 III 24 E. 3.3.1.3) darf das Zivilgericht ein Gutachten, das von einer anderen Behörde in Auftrag gegeben und in einem anderen Verfahren erstattet wurde (zum Beispiel ein im Strafverfahren eingeholtes verkehrstechnisches Gutachten oder eine von einem Sozialver
sicherungsträger veranlasste medizinische Expertise) beiziehen und als ge
richtliches Gutachten im Sinne von
Art.
183 ff. ZPO berücksichtigen
. F
remd
gutachten sind mithin ebenso beweistauglich wie die vom Zivilgericht selbst eingeholten Gutachten, wobei sich ihre Beweiskraft nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 157 ZPO) richtet und ein neues Gutachten zu denselben Gutachterfragen angeordnet werden kann, wenn die Feststellun
gen und Schlussfolgerungen eines Fremdgutachtens einer kritischen Würdi
gung nicht standhalten.
8
.
8
.1
Klageweise macht der Kläger eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der Zeit vom
1.
Oktober 2012 bis 3
0.
September 2014 geltend (
Urk.
13 S.
2). Zu
r Begründung dieser Tatsachenbe
hauptung stützt sich der Kläger
in somatischer Hinsicht
unter anderem
auf
den Bericht von
Dr.
K._
vom 2
9.
A
pril 2013 (vorstehend E.
5.10
) sowie in psychischer Hinsicht
auf die
psychiatrischen
Beurteilungen
durch
Dr.
D._
vom
2
3.
November 2008
(vorstehend E.
5.6
) und
durch
d
i
e
Ärzte der
B._
vom 3
0.
April 2015 (vorstehend E.
5.14
) und beantrag
t
die Einholung eines polydisziplinären Gerichtsgutachtens zur Frage nach der Arbeitsfähigkeit im streitigen Zeitraum (
Urk.
13 S.
5). Der Kläger macht geltend, dass das von den Organen der Invalidenversicherung in Auf
trag gegeb
ene und im Verwaltungsverfahren
der Invalidenversicherung erstattete Gutachten der MEDAS
G._
vom 1
1.
Oktober 2011 (vorstehend E.
5.7
) nicht den streitigen Zeitraum betreffe
und in inhaltlicher Hinsicht nicht überzeuge, da die Gutachter darin nicht berücksichtigt hätten,
dass er wegen einer vorübergehenden Erkrankung gewisse Medikamente nic
ht eingenommen
gehabt habe
, was er bereits im (Verwaltungs- und Beschwer
de)verfahren der Invalidenversicherung dargelegt habe (
Urk.
13 S.
5). Der Kläger macht indes zu Recht nicht geltend, dass das Gutachten der MEDAS
G._
vom 1
1.
Oktober 2011
nicht tauglich wäre,
im vorliegenden
Verfahren
als gerichtliches Gutachten
im Sinne
von
Art.
183 ff. ZPO berücksichtigt zu werden
.
8
.2
Dem
von den Organen der Invalidenversicherung in Auftrag gegeb
ene
n
und im Verwaltungsverfahren
der Invalidenversicherung erstatteten,
polydiszip
linären
Gutachten der MEDAS
G._
vom 1
1.
Oktober 2011 (vorstehend E.
5.7
) kommt im
vorliegende
n
Verfahren
daher
grundsätzlich
Beweis
tauglichkeit
als
gerichtliches Gutachten
zu.
Diesbezüglich gilt es
zudem
zu berücksichtigen, dass das Bundesgericht mit dem die Invalidenversicherung betreffenden Urteil 9C_270/2013 vom
7.
Juni 2013 (
Urk.
25/94/1-7) in Sachen des Klägers zum Beweiswert
dieses Gutachtens
das Folgende erwog:
„
(...) 4.
2.
Die Expertise des Medizinischen Begutachtungsinstituts O.“ (
=
MEDAS
G._
) „vom 1
1.
Oktober 2011 beleuchtet den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers umfassend aus somatischer und psychiatrischer Sicht. Sie erfüllt die Anforderungen, die an ein Administrativgutachten gestellt werden, in jeder Hinsicht, weshalb das kantonale Gericht zu Recht davon ausgegangen ist.
4.
3.
Die beschwerdeweise erhobenen Einwendungen vermögen keine offen
sichtlich unrichtige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts durch die Vorinstanz zu begründen. Der Hinweis auf frühere Arztberichte ist nicht geeignet, die Beweiswürdigung des Versicherungsgerichts als willkürlich erscheinen zu lassen. Ebenso wenig vermag der Beschwerdeführer zu begründen, inwiefern die Vorinstanz den Grundsatz der freien Beweiswürdigung (...) oder eine andere verfahrensrechtliche Bestimmung verletzt haben soll. Vielmehr hält das Abstellen auf die Expertise des Medizinischen Begutachtungsinstituts O. vor Bundesrecht stand.
4.
4.
Da das dem angefochtenen Entscheid zugrunde liegende interdisziplinäre Gutachten des Medizinischen Begutachtungsinstituts O. vom 1
1.
Oktober 2011 vollständig ist, indem der Gesundheitszustand des Versicherten aus somatischer und psychiatrischer Sicht vollständig untersucht, beschrieben und beurteilt wurde, ist dem Eventualantrag auf Einholung einer erneuten polydisziplinären Expertise nicht stattzugeben.“
8
.3
Die Gutachter der
MEDAS
G._
, welche als Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie und für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
über für die Beurteilung des Gesundheitszustandes des Klägers angezeigte fachärztliche Weiterbildungen verfügten, legten in ihrem Gutachten vom 1
1.
Oktober 2011 in nachvollziehbarer Weise dar, dass
in somatischer Hinsicht ein wesentliches strukturelles Defizit, eine
radikuläre
Symptomatik oder weitere objektivierbare Befunde, welche die geklagten
Beschwerden erklärten könnten, nicht festzustellen seien, weshalb eine Be
einträchtigung der Arbeitsfähigkeit in somatischer Hinsicht gegenwärtig nich
t bestehe, und dass eine solche lediglich während einer Zeit von vier Wochen nach dem Unfallereignis vom Juli 2006 bestanden habe.
Sodann vermag i
n psychischer Hinsicht zu überzeugen, dass die Gutachter kein die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigendes psychisches Leiden von
Krank
heitswert
fest
zustellen vermochten
. Insbesondere vermag zu übe
rzeugen, dass die Gutachter ein
depressives Leiden ausschlossen
, weil
die diesbezüglichen diagnostischen Kriterien nicht erfüllt
seien
. Sodann vermag zu überzeugen, dass die Gutachter die Ansicht vertraten, dass eine
somatoforme
Schmerz
störung
nicht diagnostiziert werden
könne
, weil
weder erhebliche Konflikte
noch eine gravierende psychosoziale Belastungssituation ausgewiesen sei, un
d weil
ein enger ursächlicher Zusammenhang zwischen einer erheblichen psychosozialen Belastungsreaktion oder einem gravierenden emotionalen Konflikt und dem Schmerzbeginn nicht
gegeben sei. Des Weiteren vermag zu überzeugen, dass die Gutachter, welche beim Kläger eine demonstrative Symptomausweitung beziehungsweise Aggravation feststellten, diesen Um
stand bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigten und dass sie
eine vollständige Arbeitsfähigkeit des
Kläger
s
in der von ihm
bisher ausge
übten Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter sowie
in körperlich mittelschwe
ren
Tätigkeiten
attestier
ten
.
8
.4
Dem Kläger ist nicht zu folgen, wenn er geltend macht, dass auf das
Gutachten
vom 1
1.
Oktober 2011 nicht abgestellt werden könne, weil es vor dem streitigen Zeitraum vom
1.
Oktober
2012 bis 3
0.
September
2014
ver
fasst worden sei. Denn der Kläger
begründet seinen Taggeldanspruch mit einer somatischen und psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung,
die
bereits zu einer Zeit erstmals eingetreten sei, als er noch Taggeldleistungen der SUVA für die Folgen des Unfalls vom 1
0.
Juli 2006 bezogen habe
,
und
er
bezieht sich in psychischer Hinsicht
diesbezüglich
insbesondere auf die Beur
teilung durch
Dr.
D._
vom
2
3.
November 2008
(
Urk.
13 S.
5
)
. In somatischer Hinsicht stützt sich der Kläger in der Begründung seines Taggeldanspruches
insbesondere
auf die Beurteilung durch
Dr.
K._
vom 2
9.
April 2013
(
Urk.
13 S. 3
).
Dieser
ging (vorstehend E.
5.10
) indes davon aus, dass der Kläger in somatischer Hinsicht unter den Folgen des Unfalls vom 1
0.
Juli 2006 im Sinne eines zervikalen Syndroms und
migräniformer
Exazerbation der Kopfschmerzen mit Erbrechen leide und deswegen in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt werde. Der Kläger macht demzufolge nicht geltend, dass der streitige Taggeldanspruch für die Zeit
vom
1.
Oktober 2012 bis 3
0.
September
2014 durch ein
en
neuen, nach dem Zeitpunkt der Begutachtung durch die Ärzte der MEDAS
G._
neu aufgetretenen Gesundheitsschaden, sondern durch eine somatische und psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verur
sacht worden sei, welche bereits zum Zeitpunkt der Begutachtung durch die Ärzte der MEDAS
G._
vorgelegen habe
. Diese habe sich
seither
lediglich
verschlimmert beziehungsweise
chronifiziert
(vgl.
Urk.
13 S.
2).
Insoweit der Kläger seinen Leistungsanspruch aus einem Gesundheitsschaden herleiten will, welcher bereits zum Zeitpunkt der Begutachtung durch die Ärzte de
r MEDAS
G._
bestand
, ist dem Kläger daher nicht zu folgen, wenn er geltend machen will, dass das Gutachten vom 1
1.
Oktober 2011 nicht den streitigen Zeitraum vom
1.
Oktober 2012 bis 3
0.
September 2014 betreffe.
Diesbezüglich kommt dem Gutachten der MEDAS
G._
vom 1
1.
Oktober 2011 vielmehr Beweiswert zu.
8
.5
Der Bericht von
Dr.
K._
vom 2
9.
April 2012 (vorstehend E.
5.10
)
vermag die
Beurteilung
durch die Ärzte der MEDAS
G._
vom 1
1.
Oktober 2011 nicht in Zweifel zu ziehen. Denn einerseits
enthält diese
r
keine nachvollzieh
bare Begründung der postulierten vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit. An
dererseits handelt es sich dabei im Vergleich zur Beurteilung durch die Ärzte der MEDAS
G._
lediglich um eine abweichende Beurteilung eines gleichen Sachverhalts. Jedenfalls lassen sich der Beurteilung durch
Dr.
K._
keine Hinweise auf eine seitherige Verschlechterung des Gesundheits
zustandes des Klägers ent
nehmen.
8
.6
Des Gleichen l
ä
ss
t
sich dem
Bericht von
Dr.
I._
vom
1.
April 2012 (Urk.
2
5/81/2-4) keine nachvollziehbare Begründung der postulierten voll
umfänglichen Arbeitsunfähigkeit entnehmen und es ist davon auszugehen, dass es sich hierbei im Vergleich zur Beurteilung durch die Ärzte der MEDAS
G._
lediglich um eine abweichende Beurteilung eines unveränderten Sachverhalts handelte. Auf eine Verschlechterung des psychischen Gesund
heitszustandes des Klägers lässt sich daraus nicht schliessen.
8.7
Der
Bericht
der
Ärzte der
B._
vom 3
0.
April 2015 (
vorstehend E.
5.14
)
enthält sodann
keine Anhaltspunkte für eine Verschlechterung des psy
chischen Gesundheitszustandes des Klägers im streitigen Zeitraum vom
1.
Oktober
2012 bis 3
0.
September
201
4.
Auf eine gesundheitliche Verschlech
te
rung ist
daraus vielmehr
erst für
den Zeitraum
vom
1
0.
März bis
5.
Mai 2015
zu
schliessen.
8.8
Nach Gesagtem
ist daher gestützt auf das Gutachten der Ärzte der MEDAS
G._
vom 1
1.
Oktober 2011 (vorstehend E.
5.7
) davon auszugehen,
dass
der Kläger im streitigen Zeitraum vom
1.
Oktober
2012 bis 3
0.
September
2014 auf Grund
von
somatischen und psychischen
Gesund
heitsbeein
träch
tigungen
,
welche
bereits zum Zeitpunkt der Untersuchung durch die Ärzte der MEDAS
G._
vom
7.
Dezember 2010 beziehungsweise 2
5.
Januar 2011 (vorstehend E.
5.7
)
vorlagen
,
in seiner Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigt wurde.
8.9
An diesem Ergebnis vermögen die Vorbringen des Klägers nichts zu ändern. Da das vorliegende Gutachten der Ärzte der MEDAS
G._
vom 1
1.
Oktober 2011 im Wesentlichen
daher
die vom Kläger aufgeworfenen Fragen bereits beantwortet, erübrigt sich
die Erstellung eines weiteren Gutachtens. Entgegen
den diesbezüglichen Vorbringen des
Klägers
(
Urk.
1 S. 3
f.
,
Urk.
13 S.
3 f.
)
ist auf weitere Beweismassnahmen und insbesondere auf die Einholung eines
weiteren
Gutachtens zu verzichten,
da in antizipierter Beweiswürdigung davon keine weiteren
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten sind
(vgl. vorstehend E.
7.1
)
.
9
.
9
.1
Demgegenüber ist dem Bericht der Ärzte des Spitals
J._
vom
5.
Dezember 2012 (vorstehend E.
5.9
) zu entnehmen, dass der Kläger vom
3.
bis
6.
Dezember 2012 wegen einer symptomatischen
Cholezystolithiasis
mit chronischer Cholezysti
ti
s hospitalisiert war, und dass
er in der Zeit
vom
4.
bis 2
5.
Dezember 2012 vollständi
g arbeitsunfähig war
.
Gemäss dem Be
richt der Ärzte des
C._
vom 1
6.
Dezember 2013 (vorste
hend E.
5.11
) war der Kläger
sodann
auf Grund eines Schmerzmittelen
t
zugs vom 1
1.
bis 1
6.
Dezember 2013
hos
pitalisiert. Anschliessend
war
der Kläger im Rahmen des Schmerzmittelentzug
s
vom 1
6.
bis 2
8.
Dezember 2013
in der
L._
hospitalisiert (vorstehend E.
5.12
).
9
.2
Demzufolge steht fest, dass vom
3.
bis 2
8.
Dezember 2012 eine Arbeitsun
fähigkeit wegen einer
Cholezystolithiasis
und vom 1
1.
bis 2
8.
Dezember 2013 eine Arbeitsunfähigkeit
des Klägers
wegen eines Schmerzmittelentzugs be
stand.
Dabei
bei handelt es sich im Vergleich zum Gutachten der Ärzte der MEDAS
G._
vom
7.
Dezember 2010
um
Arbeitsunfähigkeiten, welche durch
neu
aufgetret
ene Gesundheitsbeeinträchtigungen verursacht wurden.
Für diese Zeiträume
hat eine Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 100
%
daher als erstellt zu gelten
.
9
.3
Die vertraglich vereinbarte
n
Wartezeiten von 30 Tagen (vorstehend E.
3.1
) begannen für die
beiden
durch verschiedene Krankheiten verursachten Ar
beitsunfähigkeiten am
3.
Dezember 2012 und am 1
1.
Dezember 2013 je ge
sondert zu laufen und waren bei Beendigung
dieser
Arbeitsunfähigkeiten am 2
8.
Dezember 2012
beziehungsweise
am 2
8.
Dezember 2013 noch nicht ab
gelaufen, weshalb
ein Taggeldanspruch nicht gegeben ist. Unter diesen Um
ständen kann die Frage nach der Verjährung offen gelassen werden.
1
0
.
Nach Gesagtem steht fest, dass der Kläger einen Anspruch auf
Krankentag
geldleistungen
für den streitigen Zeitraum vom
1.
Oktober
2012 bis 3
0.
September 2014 nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit zu beweisen vermag, weshalb die Klage abzu
weisen ist.
11.
Gemäss Art. 114
lit
. e ZPO ist das Verfahren kostenlos. Diese Bestimmung betrifft
zwar
nur die Gerichtskosten
und
nicht die Prozessentschädigung an die Gegenpartei (Urteil des Bundesgerichtes 4A_194/2010 vom 17. November 2010, E. 2.1 nicht publiziert in: BGE 137 III 47).
Der
nicht berufsmässig ver
tretenen Beklagten
steht praxisgemäss
indes
keine
Partei
entschädigung zu (BGE 133 III 439 E. 4
; vgl. Art.
68
Abs.
1 und 2 des Bundesgeset
zes über das Bundesgericht, BGG
).