Decision ID: 605a86c1-b69c-4c17-b935-db1af8f01c04
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._, geb. 25. April 1988, irakischer Staatsangehöriger, reiste am 27. Oktober 2010 in
die Schweiz ein und stellte unter der Identität B._, geb. 16. Juli 1988, iranischer
Staatsangehöriger, ein Asylgesuch. Mit Verfügung vom 10. November 2014 wies das
Bundesamt für Migration (BFM, heute: Staatssekretariat für Migration, SEM) das
Asylgesuch mangels Flüchtlingseigenschaft ab. Da eine Rückkehr in den Iran nicht als
zumutbar erachtet wurde, verfügte das BFM die vorläufige Aufnahme. Auf Ersuchen
von A._ erteilte das Migrationsamt des Kantons St. Gallen diesem unter der falschen
Identität B._ die humanitäre Aufenthaltsbewilligung. In den folgenden Jahren wurde er
im Rahmen der jährlichen Verlängerung wiederholt erfolglos aufgefordert, eine
Passkopie einzureichen. Am 31. Oktober 2019 wurde die Aufenthaltsbewilligung
letztmals bis 24. Februar 2020 verlängert.
B.
Mit Schreiben seines Rechtsvertreters vom 27. November 2019 ersuchte A._ das
Migrationsamt um Anpassung seiner Personalien. Unter Vorlage eines irakischen
Personalausweises gab er seine korrekte Identität bekannt. Das Migrationsamt
erstattete in der Folge Strafanzeige, worauf A._ mit Strafbefehl des
Untersuchungsamtes Y._ vom 24. September 2020 wegen Täuschung der Behörden,
begangen im Zeitraum 24. November 2015 bis 27. November 2019, zu einer bedingten
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Geldstrafe von 120 Tagessätzen à CHF 110 und einer Busse von CHF 2'600 verurteilt
wurde.
C.
Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs verlängerte das Migrationsamt die
Aufenthaltsbewilligung von A._ mit Verfügung vom 27. April 2021 nicht und wies ihn
aus der Schweiz weg. Zur Begründung wurde ausgeführt, dass er die Behörden über
Jahre hinweg getäuscht habe, womit ein Widerrufsgrund vorliege. Der dagegen
erhobene Rekurs wurde vom Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom
6. Januar 2022 abgewiesen.
D.
Gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) vom
6. Januar 2022 erhob A._ (Beschwerdeführer) mit Eingabe seines Rechtsvertreters
vom 21. Januar 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen mit
den Anträgen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Sache zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; eventualiter sei das Migrationsamt
anzuweisen, seine Aufenthaltsbewilligung zu verlängern, subeventualiter sei das
Migrationsamt anzuweisen, beim SEM die vorläufige Aufnahme zu beantragen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge. In der Vernehmlassung vom 14. Februar 2022
beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie
auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid. Der Beschwerdeführer nahm mit
Schreiben vom 4. März 2022 Stellung. Auf die Vorbringen des Beschwerdeführers und
die Akten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachstehenden
Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der Beschwerdeführer
ist als Adressat des angefochtenen Rekursentscheids, in welchem er unterlegen ist, zur
Erhebung der Beschwerde legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Beschwerde wurde rechtzeitig erhoben und entspricht formal und inhaltlich den
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Insofern, als der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die
Vorinstanz rügt, weil diese seinen Antrag auf erneute Prüfung der vorläufigen Aufnahme
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im Rekursverfahren nicht behandelt habe, braucht darauf angesichts des
Verfahrensausganges nicht näher eingegangen zu werden.
3.
In materieller Hinsicht macht der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, es sei
davon auszugehen, dass ihm die Aufenthaltsbewilligung aus humanitären Gründen
auch erteilt worden wäre, wenn seine irakische Staatsangehörigkeit bereits damals
bekannt gewesen wäre. Dabei habe nämlich seine erfolgreiche Integration in der
Schweiz die wesentliche Rolle gespielt und nicht die Frage der Wiedereingliederung im
Heimatland. Da er wegen Täuschung der hiesigen Behörden strafrechtlich verurteilt,
aber keine Landesverweisung ausgesprochen worden sei, könne die Vorinstanz keine
Wegweisung mehr verfügen. Selbst wenn dem so wäre, müsste sie prüfen, ob er
wieder in den Status einer vorläufig aufgenommenen Person mit Bewilligung F zu
versetzen wäre. Dazu müsste dem SEM die Möglichkeit eingeräumt werden, erneut die
vorläufige Aufnahme zu prüfen und anzuordnen. Massgebend seien damals mit
höchster Wahrscheinlichkeit die überlange Verfahrensdauer und die gelungene
Integration, nicht aber die Staatsangehörigkeit gewesen. Sodann bestehe gestützt auf
das konventions- und verfassungsrechtlich garantierte Recht auf Privat- und
Familienleben ein Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, insbesondere
vor dem Hintergrund, dass er und seine langjährige Partnerin nun heiraten wollten. Er
habe sich von Anfang an in der Schweiz integriert und sich ein neues Privat- und
Familienleben aufgebaut. Eine Rückkehr in den Irak wäre nach so langer Zeit nicht
zumutbar.
Die Vorinstanz erwog in der angefochtenen Verfügung, der Beschwerdeführer habe vor
den Asylbehörden und dem Migrationsamt seine irakische Staatsangehörigkeit
verschwiegen. Dass er diese besitze, sei ihm schon vor seiner Einreise in die Schweiz
bekannt gewesen. Damit habe er bei den Gesuchen um Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung aus humanitären Gründen wesentliche Tatsachen mit
Täuschungsabsicht verschwiegen, womit ein Widerrufsgrund vorliege, und zwar
unabhängig davon, ob er auch noch über die iranische Staatsangehörigkeit verfüge. Er
halte sich sodann weniger als zehn Jahre rechtmässig in der Schweiz auf, weshalb
auch nicht davon auszugehen sei, dass seine sozialen Beziehungen so eng geworden
seien, dass es besonderer Gründe für die Aufenthaltsbeendigung bedürfe. Trotz einer
Dauer von mehr als sechs Jahren sei das Konkubinat mit seiner Schweizer Partnerin
nicht stabil, da keine konkreten Pläne für eine Heirat vorlägen. Mit seinem jahrelangen
Verschweigen seiner Herkunft habe er sodann gezeigt, dass er zur Kooperation nicht
bereit sei. Zudem sei er im Zusammenhang mit der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung bzw. wegen rechtswidrigen Aufenthalts mehrmals verurteilt
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worden. Das öffentliche Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung
sei daher erheblich. Eine Rückkehr in den Irak, wo der Beschwerdeführer die
prägenden Kinder- und Jugendzeit verbracht habe, sei zumutbar.
4.
Die Aufenthaltsbewilligung wird für Aufenthalte mit einer Dauer von mehr als einem
Jahr erteilt. Sie wird für einen bestimmten Aufenthaltszweck erteilt und kann mit
weiteren Bedingungen verbunden werden (Art. 33 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes
über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration, SR 142.20, AIG). Sie
ist befristet und kann verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 Abs.
1 AIG vorliegen. Nach Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG liegt ein Widerrufsgrund vor, wenn der
Ausländer oder sein Vertreter im Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder
wesentliche Tatsachen verschwiegen hat. Dabei ist erforderlich, dass die ausländische
Person wissentlich falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen
verschwiegen hat, in der Absicht, gestützt darauf den Aufenthalt bewilligt bzw.
verlängert zu erhalten (BGer 2C_403/2018 vom 19. Februar 2019 E. 3, 2C_225/2017
vom 22. Mai 2017 E. 2.1). Eine solche Täuschungsabsicht ist zu bejahen, wenn die
ausländische Person einen falschen Anschein über Tatsachen erweckt hat oder
aufrechterhält, von denen sie vernünftigerweise wissen musste, dass sie für den
Bewilligungsentscheid von Bedeutung sein könnten (BGE 142 II 265 E. 3.1 in: Pra 106
Nr. 10, BGer 2C_562/2019 vom 12. November 2019 E. 5.3, 2C_296/2019 vom 31. Juli
2019 E. 3.2). Der Widerrufsgrund ist im Zusammenhang mit der Mitwirkungspflicht des
Ausländers gemäss Art. 90 lit. a AIG zu betrachten. Auch nach Art. 8 Abs. 1 des
Asylgesetzes (SR 142.31, AsylG) ist der ausländische Asylsuchende verpflichtet,
wahrheitsgetreue und vollständige Angaben über die für die Regelung des Aufenthalts
wesentlichen Tatsachen zu machen (vgl. dazu BGer 2C_878/2013 vom 13. Februar
2014 E. 1.3.1). Nicht erforderlich ist, dass die Bewilligung bei richtigen oder
vollständigen Angaben mit Sicherheit verweigert worden wäre. Es genügt, wenn der
Anspruch auf eine Bewilligung bei Offenlegung der Verhältnisse ernsthaft in Frage
gestellt gewesen wäre (BGE 142 II 265 E. 3.1 in: Pra 106 Nr. 10, BGer 2C_562/2019
vom 12. November 2019 E. 5.2).
4.1.
Der Beschwerdeführer gab sich im Asylverfahren als iranischer Staatsangehöriger aus
und führte stets an, er verfüge über keine Ausweispapiere. Mangels
Flüchtlingseigenschaft wurde sein Asylgesuch zwar abgewiesen, aufgrund der
Unzumutbarkeit in den angeblichen Herkunftsstaat (Iran) wurde der Vollzug der
4.2.
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Wegweisung jedoch vorübergehend ausgesetzt und die vorläufige Aufnahme verfügt
(Verfügung des BFM vom 10. November 2014, Migrationsakten [MA] 63). Durch die
Angabe des falschen Namens, des falschen Geburtsdatums und der falschen
Staatsangehörigkeit verhinderte der Beschwerdeführer eine korrekte Überprüfung des
Asylantrags samt allfälligem Vollzug der Wegweisung. Am 25. Februar 2016 wurde mit
Zustimmung des SEM die vorläufige Aufnahme nach mehr als fünfjährigem Aufenthalt
in der Schweiz beendet und dem Beschwerdeführer gestützt auf Art. 84 Abs. 5 AIG in
Verbindung mit Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG eine humanitäre Aufenthaltsbewilligung (mit
Erwerbstätigkeit) erteilt. Sowohl die vorläufige Aufnahme und gestützt darauf die
Erteilung der Aufenthaltsbewilligung fussten auf der falschen Herkunftsangabe Iran,
wohin eine Wegweisung als nicht zumutbar beurteilt wurde. Für die Erfüllung des
Widerrufsgrunds von Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG ist dabei nicht entscheidend, ob eine
Wegweisung in den Irak damals mit Sicherheit vollzogen und somit keine vorläufige
Aufnahme verfügt worden wäre. Wissentlich falsche Angaben mit der Absicht, den
Aufenthalt zu erhalten oder zu verlängern, genügen.
In den folgenden Jahren wurde der Beschwerdeführer vom Migrationsamt wiederholt
aufgefordert, eine Kopie des heimatlichen Reisepasses einzureichen. Der
Beschwerdeführer kam diesen Aufforderungen nicht nach und wurde entsprechend
wegen Verletzung der Mitwirkungspflichten bei der Beschaffung von Reisepapieren
gebüsst. Er machte stets geltend, keine Ausweispapiere zu besitzen. Einen iranischen
Pass erhalte er von der Botschaft nicht, da er das iranische Militär nicht absolviert habe
(MA 232). Ein weiteres Mal führte er aus, es sei ihm nicht möglich, eine iranische
Geburtsurkunde zu besorgen, da er nicht an seinen iranischen Geburtsort reisen könne
(MA 255). Dass er im Irak aufwuchs, irakischer Staatsangehöriger ist und seit 2006 über
einen irakischen Personalausweis verfügt, der noch im Jahr 2014 verlängert wurde,
verschwieg er während all der Jahre. Der Beschwerdeführer hielt seine falsche Identität
somit über neun Jahre aufrecht und setzte das Migrationsamt erst nach dessen
mehrmaligem Ersuchen um Auskünfte über seine korrekte Identität und Herkunft in
Kenntnis. Daher wurde er wegen mehrfacher Täuschung der Behörden, begangen im
Zeitraum 24. November 2015 bis 27. November 2019, strafrechtlich verurteilt.
Die Behauptung des Beschwerdeführers, dass er auch bei Angaben seiner korrekten
irakischen Staatsangehörigkeit eine Aufenthaltsbewilligung aus humanitären Gründen
erhalten hätte, ist einerseits weder erwiesen noch stichhaltig, nachdem die Erteilung
einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 84 Abs. 5 AIG eine Folge der aufgrund
einer falschen Staatsangehörigkeit gewährten vorläufigen Aufnahme im Asylverfahren
war und nicht allein auf seiner guten Integration beruhte. Andrerseits zielt sie ins Leere,
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da nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein Widerruf auch dann zulässig ist,
wenn die falschen Angaben oder das wissentliche Verschweigen wesentlicher
Tatsachen für die Bewilligungserteilung nicht kausal waren (BGer 2C_47/2010 vom 16.
Juni 2010 E. 3.1, 2A.485/2003 vom 20. Februar 2004 E. 2.1).
Der Widerruf ist unzulässig, wenn er nur damit begründet wird, dass ein Delikt
begangen wurde, für das ein Strafgericht bereits eine Strafe oder Massnahme
verhängt, jedoch von einer Landesverweisung abgesehen hat (Art. 62 Abs. 2 AIG).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers steht die Verurteilung wegen mehrfacher
Täuschung der Behörden einem Widerruf bzw. einer Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung durch das Migrationsamt nicht entgegen. Art. 62 Abs. 2 AIG
bezieht sich nämlich auf den Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. b (Verurteilung zu
einer langfristigen Freiheitsstrafe oder zu bestimmten Massnahmen), allenfalls noch Art.
62 Abs. 1 lit. c (Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung). Damit soll der
Dualismus von strafrechtlicher Landesverweisung und ausländerrechtlicher
Entfernungsmassnahme vermieden werden (M. Spescha, in: Spescha/Zünd/Bolzli/
Hruschka/de Weck [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, N 18 zu Art. 62
AIG). Beim Beschwerdeführer wurde die Aufenthaltsbewilligung jedoch gestützt auf
den Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG nicht verlängert, wozu das
Migrationsamt somit trotz strafrechtlicher Verurteilung grundsätzlich befugt war. Etwas
anderes ergibt sich auch nicht aus BGE 146 II 321, wo die Frage der Zulässigkeit des
Widerrufs im Zusammenhang mit dem Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG
erörtert wurde. Zudem erfolgte keine Verurteilung wegen eines Delikts, das eine
Landesverweisung gerechtfertigt hätte und somit aufgrund fehlender Thematisierung
durch den Strafrichter von einem Verzicht auf eine Landesverweisung auszugehen
wäre (vgl. BGE 146 II 321 E. 3).
4.3.
Zusammengefasst machte der Beschwerdeführer sowohl im Asylverfahren als auch im
Verfahren betreffend die Aufenthaltsbewilligung bewusst falsche Angaben zu seiner
Person (Name, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit) und verschleierte damit seine
wahre Identität vor den Behörden, um eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten bzw.
diese zu verlängern. Bei dieser Sachlage gelangte die Vorinstanz zu Recht zum
Schluss, dass der Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG zu bejahen und damit
auch ein Grund für die Nichtverlängerung der am 24. Februar 2020 abgelaufenen
Aufenthaltsbewilligung grundsätzlich gegeben ist.
4.4.
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5.
Da der Widerruf nach Art. 62 AIG im Ermessen der Behörde liegt ("Die zuständige
Behörde kann Bewilligungen ... widerrufen ... "), hat auch die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung bei Vorliegen von Widerrufsgründen verhältnismässig zu sein.
Ansonsten kämen die Widerrufsgründe den Erlöschensgründen von Art. 61 AIG nahe.
Der Widerruf oder die Nichtverlängerung sind nicht die automatische Rechtsfolge bei
Vorliegen eines entsprechenden Grundes, sondern kommen nur dann in Frage, wenn
sie bei sorgfältiger Ausübung des Ermessens verhältnismässig erscheinen. Ob eine
Bewilligung tatsächlich widerrufen oder nicht verlängert wird, ist eine Ermessensfrage
(S. Hunziker, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die
Ausländerinnen und Ausländer AuG, Bern 2010, N 6 f. zu Art. 62 AuG; Spescha, a.a.O.,
N 2 zu Art. 62 AIG). Die zuständigen Behörden sind dabei an das Völkerrecht
(insbesondere Art. 8 der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte
und Grundfreiheiten, SR 0.101, EMRK) und die Verfassung (Art. 5 Abs. 2 und Art. 13
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV)
gebunden. Erforderlich ist immer eine Interessenabwägung nach Art. 96 Abs. 1 AIG,
wobei die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse unter
Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalls gegeneinander
abzuwägen sind (BGE 139 I 145 E. 2.2). Massgebend sind namentlich das Vorliegen
eines Verschuldens und dessen Schwere bei der Unterdrückung einer für die
Bewilligungsbehörden wesentlichen Tatsache, die persönliche Situation der
Ausländerin oder des Ausländers, der Grad der Integration, die Dauer der bisherigen
Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile, falls
die strittige Massnahme umgesetzt würde (BGE 135 II 377 E. 4.3 mit weiteren
Hinweisen). Die Ermessensausübung soll die Einzelfallgerechtigkeit verwirklichen und
dabei die zentralen Grundrechtsgedanken (z.B. persönliche Freiheit, Ehefreiheit,
Willkür- und Diskriminierungsfreiheit, Privat- und Familienleben sowie Kindeswohl)
hinreichend beachten (Spescha, a.a.O., N 1 zu Art. 96 AIG).
Insofern, als die übrigen Widerrufsgründe von Art. 62 Abs. 1 AIG primär künftigen
Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung vorbeugen wollen und somit nicht
unmittelbaren Strafcharakter haben, erscheint es generell als angezeigt, die Bewilligung
langjährig anwesender, gut integrierter Personen wegen des Widerrufsgrunds des
täuschenden Verhaltens nicht zu widerrufen. Ein Widerruf der Bewilligung wird sodann
als unverhältnismässig erachtet, wenn der Bewilligungsanspruch auch bei richtigen und
vollständigen Angaben bestanden hätte (Spescha, a.a.O., N 4 f. zu Art. 62 AIG mit
5.1.
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weiteren Hinweisen). Je weiter der verschwiegene Sachverhalt zurückliegt, desto
weniger wird man ihm für spätere Bewilligungsentscheide eine relevante kausale
Bedeutung zumessen können.
Zu den öffentlichen Interessen gehören mit Blick auf Art. 3 Abs. 1 und 3 AIG
gesamtwirtschaftliche Interessen der Schweiz, aber auch kulturelle und
wissenschaftliche Bedürfnisse sowie die Berücksichtigung demografischer, sozialer
und gesellschaftlicher Entwicklungen. Als zulässiges öffentliches Interesse gilt auch
das Durchsetzen einer restriktiven Einwanderungspolitik. Diese sorgt für ein
ausgewogenes Verhältnis zwischen der schweizerischen und der ausländischen
Wohnbevölkerung, die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die Eingliederung
der in der Schweiz bereits ansässigen Ausländer und die Verbesserung der
Arbeitsmarktstruktur sowie eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung (BGE 135 I
153 E. 2.2.1 mit Hinweisen). Das öffentliche Interesse an einem Widerruf der
Aufenthaltsbewilligung bzw. an einer Nichtverlängerung derselben, wenn diese auf
falschen Angaben beruht und der Ausländer deswegen auch rechtskräftig verurteilt
wurde, ist beträchtlich (BGer 2C_631/2018 E. 4.1). Gerade aus ausländerrechtlicher
Sicht darf ein solches Verhalten nicht einfach gebilligt werden, da sonst der Zweck
einer geordneten Asyl- und Einwanderungspolitik vereitelt würde (VerwGE B 2018/133
vom 7. Februar 2019 E. 5).
Auch wenn letztlich nicht feststeht, dass die Wegweisung des Beschwerdeführers nach
dem abschlägigen Asylentscheid im Jahr 2014 in den Irak tatsächlich hätte vollzogen
werden können, wiegt das Verschulden am Verschweigen seiner wahren Herkunft
schwer. Dafür wurde er auch strafrechtlich verurteilt, weshalb vorliegend von einem
gewichtigen öffentlichen Interesse auszugehen ist. Bei den übrigen von der Vorinstanz
angeführten strafrechtlichen Verfehlungen, namentlich der Busse (CHF 100) wegen
Verletzung der Mitwirkungspflicht vom 20. Februar 2017 und der Busse wegen
fahrlässigen rechtswidrigen Aufenthalts und verspäteter Einreichung des
Verlängerungsgesuchs (CHF 200) vom 26. Juli 2019, handelt es sich indessen um reine
Bagatelldelikte. Dass sich der Beschwerdeführer in den vergangenen elf Jahren nichts
zuschulden kommen lassen hat, ist unbestritten. Auch die anfängliche Abhängigkeit
von der Sozialhilfe (im Umfang von rund CHF 12'000 zwischen Mai 2011 und Juli 2012)
fällt nicht negativ ins Gewicht, zumal der Beschwerdeführer eine Sonderabgabe von
rund CHF 15'000 geleistet hat (MA 133).
5.2.
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Der Begriff der persönlichen Verhältnisse erstreckt sich auf die Anwesenheitsdauer in
der Schweiz, die berufliche Qualifikation, die finanziellen Verhältnisse, die persönlichen
und verwandtschaftlichen Bindungen des Ausländers zur Schweiz und die
Lebenssituation im Herkunftsland. Der Integration kommt insbesondere bei
Entscheiden über die Verlängerung oder den Widerruf von Bewilligungen eine
wesentliche Bedeutung zu. Unter Berücksichtigung der Kriterien gemäss Art. 58a AIG
(Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, Respektierung der Werte der
Bundesverfassung, Sprachkompetenz und Teilnahme am Wirtschaftsleben oder am
Erwerb von Bildung) hat die erforderliche Güterabwägung im konkreten Einzelfall
sorgfältig zu erfolgen (B. Schindler, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], a.a.O., N 13 ff.
zu Art. 96 AuG; Spescha, a.a.O., N 7 f. zu Art. 96 AIG). Die Zeit, die wegen der erfolgten
Täuschung in der Schweiz verbracht wurde, ist gemäss bundesgerichtlicher Praxis im
Rahmen der Prüfung der Verhältnismässigkeit dabei entsprechend zu relativieren (BGer
2C_234/2017 vom 11. September 2017 E. 7.1; 2C_1115/2015 vom 20. Juli 2016 E.
6.1).
Art. 8 EMRK verschafft praxisgemäss keinen Anspruch auf Einreise und Aufenthalt oder
auf einen Aufenthaltstitel. Er hindert Konventionsstaaten nicht daran, die Anwesenheit
auf ihrem Staatsgebiet zu regeln und den Aufenthalt ausländischer Personen unter
Beachtung überwiegender Interessen des Familien- und Privatlebens gegebenenfalls
auch wieder zu beenden. Dennoch kann das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK verankerte Recht
auf Achtung des Privat- und Familienlebens berührt sein, wenn einer ausländischen
Person mit in der Schweiz aufenthaltsberechtigten Familienangehörigen das
Zusammenleben verunmöglicht wird. Nach der Rechtsprechung bezieht sich der
Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK in erster Linie auf die Kernfamilie
(Ehegatten und minderjährige Kinder). In den Schutzbereich von Art. 8 EMRK fallen
jedoch auch nicht rechtlich begründete familiäre Verhältnisse, sofern eine genügend
nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung besteht; entscheidend ist die Qualität
des Familienlebens und nicht dessen rechtliche Begründung (BGE 144 II 1 E. 6.1, 135 I
143 E. 3.1). Im Unterschied zu den Mitgliedern der Kernfamilie, welche aufgrund eines
gemeinsamen Lebensplans (Ehe bzw. Kindsverhältnis) grundsätzlich
zusammengehören und demzufolge gestützt auf Art. 8 EMRK einen Anspruch auf
Zusammenführung geltend machen können, muss beim erweiterten Familienbegriff
eine besonders enge Beziehung bestehen, damit im Fall der Verweigerung des
Aufenthaltsrechts überhaupt von einem Eingriff in das Familienleben gesprochen
werden kann. So fällt etwa die Beziehung von Konkubinatspaaren oder Verlobten nur
unter qualifizierten Voraussetzungen unter den Schutz von Art. 8 EMRK. Geht es um
5.3.
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den Familiennachzug, ergibt sich ein völkerrechtlicher Anspruch aus Art. 8 Ziff. 1 EMRK
bei einer kinderlosen Konkubinatsbeziehung nur, wenn eine lang dauernde und
gefestigte Partnerschaft vorliegt und die Heirat unmittelbar bevorsteht. Soll indessen
der ausländische Konkubinatspartner weggewiesen werden, wird mit Blick auf den
Schutzbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK verlangt, dass eine gefestigte eheähnliche
Gemeinschaft vorliegt oder eine Heirat bzw. Eintragung der Partnerschaft unmittelbar
bevorsteht (vgl. BGE 144 I 266 E. 2.4 u. 2.5 mit Hinweisen; BGer 2C_456/2016 vom 15.
November 2016 E. 4). Die Beziehung der Konkubinatspartner muss bezüglich Art und
Stabilität in ihrer Substanz einer Ehe gleichkommen. Dabei ist wesentlich, ob die
Partner in einem gemeinsamen Haushalt leben; zudem ist der Natur und Länge ihrer
Beziehung sowie ihrem Interesse und ihrer Bindung aneinander, etwa durch Kinder
oder andere Umstände wie die Übernahme von wechselseitiger Verantwortung oder
konkrete Hinweise auf eine bevorstehende Hochzeit, Rechnung zu tragen (vgl. BGer
2C_244/2019 vom 5. Dezember 2019 E. 3.1, 2C_458/2013 vom 23. Februar 2014
E. 2.1).
Das vorliegend gewichtige öffentliche Interesse an der Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers kann nur durch entsprechend
gewichtige private Interessen aufgewogen werden. Der Beschwerdeführer hat in der
Schweiz eine Lehre (EBA) als Landschaftsgärtner erfolgreich absolviert und arbeitet
seither in diesem Beruf. Er ist beruflich, sprachlich und gesellschaftlich bestens
integriert und kommt seit Jahren für sich selber auf. Während des Aufenthalts von
mittlerweile mehr als elf Jahren hat er enge Beziehungen zur Schweiz geknüpft. Der
Integrationsverlauf kann somit durchaus als gelungen bezeichnet werden. Der
Beschwerdeführer lebt mit seiner Schweizer Partnerin seit 1. Juli 2015 in einer
gemeinsamen Wohnung. Sie haben keine gemeinsamen Kinder, jedoch einen
gemeinsamen Freundes- und Bekanntenkreis sowie ein Patenkind. Trotz dieses
anerkannten (act. 2, E. 4.d.bb) und in den Akten ausgewiesenen Sachverhalts ging die
Vorinstanz nicht von einem stabilen Konkubinat aus. Insbesondere fehlten ihr dafür die
konkreten Pläne für eine Heirat. Da es um die Wegweisung des ausländischen
Konkubinatspartners geht, sind solche gemäss erwähnter bundesgerichtlicher
Rechtsprechung aber nicht zwingend erforderlich, sofern eine eheähnliche
Gemeinschaft vorliegt. Bei einem während mehr als sechs Jahren ununterbrochen
gelebten Konkubinat ist von einer nahen, echten und tatsächlich gelebten Beziehung
auszugehen, die bezüglich Art und Stabilität in ihrer Substanz einer Ehe gleichkommt.
In jenen Fällen, bei denen gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wegen Fehlens
von gemeinsamen Kindern und Heiratsabsichten kein Bewilligungsanspruch bestand,
dauerte das Zusammenleben jeweils maximal vier Jahre, während ein
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Bewilligungsanspruch trotz Fehlens von gemeinsamen Kindern in Fällen bejaht wurde,
in denen die Beziehungen jeweils sechs bis achtzehn Jahre gedauert hatte (vgl.
Zusammenfassung der Rechtsprechung hinsichtlich des Vorliegens eines
ausländerrechtlich massgeblichen Konkubinats in Auseinandersetzung mit der
einschlägigen Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] in
BGer 2C_880/2017 vom 3. Mai 2018 E. 3.2.1 und 3.2.2 mit Verweis auf BGer
2C_702/2011 vom 23. Februar 2012 E. 3.2 sowie im BGer 2C_97/2010 vom 4.
November 2010 E. 3.2 und 3.3). Aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer
und seine Lebenspartnerin einer vollen Erwerbstätigkeit nachgehen und sich die
Übernahme gegenseitiger Verantwortung in Form von finanzieller Unterstützung folglich
erübrigt, gereicht das Fehlen solcher Umstände dem Beschwerdeführer sodann nicht
zum Nachteil. Hinzu kommt, dass das Paar mittlerweile beabsichtigt zu heiraten und
die entsprechenden Ehevorbereitungen in die Wege geleitet hat. Der Beschwerdeführer
hat beim Migrationsamt seine dort hinterlegten Identitätsdokumente angefordert, um
beim irakischen Konsulat zwecks Heirat einen Pass zu beantragen. Die dafür
erforderliche Geburtsurkunde konnte er im Irak ebenfalls erhältlich machen. Entgegen
Art. 61 Abs. 3 VRP, wonach neue Begehren unzulässig sind, berücksichtigt das
Verwaltungsgericht Tatsachen, die nach Abschluss des Rekursverfahrens eingetreten
sind ("echte Noven"), im Bereich des Ausländerrechts als Ausnahme von diesem
Grundsatz (vgl. Looser/Looser-Herzog, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über
die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, N 19 zu Art. 61
VRP; VerwGE B 2018/183 vom 3. Juli 2019 E. 2.1).
Zusammenfassend liegen unter den geschilderten Umständen gewichtige private
Interessen am Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz vor, die das öffentliche
Interesse an der Wegweisung trotz Täuschung der Behörden ausnahmsweise
überwiegen. Es kann nicht gesagt werden, dass die Fernhaltung des
Beschwerdeführers für die nationale oder öffentliche Sicherheit, für das wirtschaftliche
Wohl des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung von Straftaten,
zum Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten
anderer zum jetzigen Zeitpunkt unabdingbar notwendig ist (vgl. Art. 8 Ziff. 2 EMRK). Die
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung sowie die Wegweisung des
Beschwerdeführers erweisen sich somit aktuell als unverhältnismässig. Die
Beschwerde ist dementsprechend gutzuheissen, und der angefochtene Entscheid der
Vorinstanz vom 6. Januar 2022 ist aufzuheben. Das Migrationsamt ist anzuweisen, die
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers zu verlängern.
5.4.
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6.
Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des Rekurs- und
Beschwerdeverfahrens zulasten des Staates (Art. 95 Abs. 1 VRP). Die von der
Vorinstanz für das Rekursverfahren festgesetzte Entscheidgebühr von CHF 1'000 ist
nicht zu beanstanden. Für den Beschwerdeentscheid ist eine Gebühr von CHF 2'000
angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtkostenverordnung, sGS 941.12). Auf die
Erhebung der amtlichen Kosten in den beiden Verfahren ist zu verzichten (Art. 95
Abs. 3 VRP). Dem Beschwerdeführer sind die geleisteten Kostenvorschüsse von
CHF 1'000 im Rekursverfahren und CHF 2'000 im Beschwerdeverfahren
zurückzuerstatten.
6.1.
Angesichts des Verfahrensausganges ist der Beschwerdeführer für das
Rekursverfahren und das Beschwerdeverfahren ausseramtlich zu entschädigen (Art. 98
Abs. 1 und Art. 98 VRP). Sein Rechtsvertreter hat im Rekursverfahren keine
Kostennote eingereicht; im Beschwerdeverfahren hingegen hat er eine solche über
CHF 1'595.70 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) eingereicht. In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar pauschal CHF 500 bis CHF 6'000 vor
Verwaltungsbehörden und CHF 1'000 bis CHF 15'000 vor Verwaltungsgericht,
Verwaltungsrekurskommission und Versicherungsgericht (Art. 22 Abs. 1 Ingress und
lit. a und b der Honorarordnung, sGS 963.75, HonO). Innerhalb dieses Rahmens wird
das Grundhonorar nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang
der Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen
der Beteiligten bemessen (Art. 19 HonO). Die Pauschale in ausländerrechtlichen
Verfahren, in denen über das Anwesenheitsrecht zu befinden ist, bewegt sich in der
Regel für das Rekursverfahren in der Grössenordnung von CHF 1'000 bis CHF 2'500
und für das Beschwerdeverfahren in der Höhe bis zu CHF 2'500. Mit diesen
Pauschalansätzen wird praxisgemäss auch Art und Umfang der üblicherweise
erforderlichen Bemühungen angemessen Rechnung getragen. Gründe, um im
vorliegenden Fall davon abzuweichen, liegen nicht vor. Im Rekursverfahren erscheint
angesichts des getätigten Aufwands und der sich stellenden Rechtsfragen ein Honorar
von CHF 1'200 angemessen; hinzu kommen die Barauslagen von pauschal 4 Prozent
sowie die Mehrwertsteuer (Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 HonO), womit die
Entschädigung insgesamt CHF 1'344.10 beträgt. Das im Beschwerdeverfahren geltend
gemachte Honorar von CHF 1'595.70 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) erscheint
angemessen. Der Staat (Migrationsamt) hat entsprechend den Beschwerdeführer für
6.2.
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