Decision ID: 9d886be2-d26e-402f-8240-28df4cf9d903
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964, leidet seit
Geburt respektive
frühester
Kindheit an einer Schwerhörigkeit. Seit der erstmaligen Anmeldung im Juli 1968 gewährte ihm die Invalidenversicherung verschiedene Leistungen; ins
besondere erteilte sie Kosten
gutsprache für Hörgeräte (
Urk.
7/1,
7/9, 7/23
, 7/54, 7/55, 7/94
). Nach der Schul
zei
t absolvierte
er
zunächst eine Lehre als Hochbau
zeichner und danach
eine Ausbildung zum Architekten HTL
sowie ein Wirt
schaftsstudium
(
Urk.
7/97/4
, 7/124/2, 7/143/2).
Nach den Studi
en arbeitete er ab 1994 für 2 1/2
Jahre bei der
A._
AG. 1998 machte er sich
als Architekt
selbständig (
Urk.
7/96,
7/143/2).
1.2
Nach 2006 verschlechterte sich das Gehör
des Versicherten
. Di
e Messung vom 2
1.
Juni 2011
zeigte im Vergleich zur jener vom 1
5.
Februar 2006 eine
deutliche Verschlechter
u
ng des Sprachgehörs. Hatte im
2006
der Diskriminationsverlust bei maximaler Lautstärke (110
db
) im rechten und im linken Ohr
noch
50
%
betragen
,
lag
er
im Juni 2011
rechts bei 80
%
und links bei 70
%
.
Zudem hatte sich, wie dem Bericht von
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für
Hals-, Nasen- und Ohrenkrank
hei
ten, vom
4.
Juli 2011 zu entnehmen ist,
d
as berufliche Umfeld des
Versicher
ten
geändert
. A
nders als früher war er nun
häufiger
auf der Baustelle und dadurch erheblichem Bau- und sonstigem
Störlärm
ausgese
tzt (
Urk.
7/86
).
1.3
Am 2
6.
August 2013 meldete sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung
zur beruflichen Integration und
zum Rentenbezug an (
Urk.
7/96
-97
).
Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
-Stelle, tätigte erwerbliche sowie
me
dizinische Abklärungen
und liess ihren Regionalen Ärztlichen Dienst Stellung nehmen
(
Urk.
7/102-103, 7/105, 7/107, 7/108, 7/110, 7/113, 7/116
,
7/117
,
7/
124, 7/148/3 [=7
/194/4
]
).
I
m August 20
15 leitete sie
e
in Coaching in die Wege
(
Urk.
7/148, 7/149
, vgl. auch
Urk.
7/153, 7/154
). In de
ss
en Rahmen konnte der Versicherte ein dreimonatiges Praktikum bei der
Z._
GmbH absolvieren.
Dieses mündete in eine Festanstellung per
1.
Juni 2016 als Architekt
in einem 60
%
-Pensum
(
Urk.
7/
156, 7/157, 7/163, 7/165, 7/167,
7/179).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
verneinte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 1
1.
November 2016 einen Anspruch des Versicherten auf eine Invali
denrente mangels leistungsbegründe
nd
en Invalid
itätsgrads (
Urk.
2, 7/181, 7/188, 7/192).
2.
Dagegen liess der Versicherte am 1
3.
Dezember 2016 Beschwerde erheben und beantragen, es sei die IV-Stelle in Aufhebung der Verfügung vom 1
1.
November
2016 zu verpflichten, ihm die gesetzlich geschuldeten Leistungen zu
erbringen, insbesondere
eine Invalidenrente auszurichten (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 3
0.
Januar 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Der Versicherte verzichtete
am 1
6.
Mai 2016
auf eine Replik, was der IV-Stelle zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
11, 12).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. In
soweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den be
schwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (
BGE
131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
Mit Verfügung vom 1
1.
November 2016 hat die IV-Stelle einzig über den An
spruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente entschieden. Weitere ge
setzliche Leistungen bilden somit nicht Prozessthema.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2
.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkom
mensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander ge
gen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
di
täts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
3.
3.1
Streitig und
prüfen ist
, ob der Beschwerdeführer
Anspruch auf eine Rente
der Invalidenversicherung hat.
3.2
Die
IV-Stelle beurteilte in der angefochtenen Verfügung vom 1
1.
November 2016 die ausgeübte Tätigkeit als Architekt bei der
Z._
GmbH
als
nicht
optimal ange
passt. Sie ging davon aus, dass dem Beschwerdeführer in einer anderen leidens
angepassten Tätigkeit eine
volle Arbeitsfähigkeit möglich
wäre. Dazu führte sie aus, der Beschwerdeführer verfüge über eine langjährige Berufs
erfahrung im Bau
bereich
und könne diese Erfahrung auch in anderen branchen
verwandten Tätig
keiten einbringen, etwa in der Sachbearbeitung im Hochbauamt ohne telefoni
schen Kontakt. Zur Ermittlung des Validen- und Invalideneinkom
mens zog sie
die Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik periodisch durchgeführten Lohnstrukturerhebung (LSE) 2014 heran, wobei sie für beide Ver
gleichseinkom
men auf die Tabelle T1
7 abstellte
(
Urk.
2).
3.3
Der Beschwerdeführer
macht geltend, aufgrund der bisherigen beruflichen Ab
klärungen sei erstellt, dass er in der nun von ihm ausgeübten
Tätigkeit
bestmög
lichst
eingegliedert sei. Eine gänzlich kommunikationsfreie Tätigkeit gebe es ent
gegen der Ausführungen der IV-Stelle auch auf dem freien Arbeitsmarkt nicht (
Urk.
1 S. 9 f.).
Das
Valideneinkommen
sei anhand der
Lohnerhebungen des
Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein
s
(SIA)
zu ermitteln (
Urk.
1 S. 7)
.
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens sei auf das tatsächlich erzielte Einkommen bei der
Z._
GmbH oder sonst auf die LSE 2014, Tabelle TA1, Kom
petenzniveau 1, abzustellen. Im ersteren Fall sei der Anspruch auf eine ganze Rente ausgewiesen. Auch bei Anwendung der Tabellenlöhne be
stehe ein Renten
anspruch (
Urk.
1 S. 9 ff.).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer leidet an einer an Taubheit grenzenden
Resthörfähigkeit.
Sein
Gehör nimmt zudem altersbedingt ab
(
Urk.
7/86/7,
7/107
)
. Die Hörgeräte bringen
eine Verbesserung, jedoch kann der Beschwerdeführer
nur Vokale gu
t unterscheiden. Er
nimmt Geräusche und
Stimmen wahr, kann diese aber
nur ein
geschrän
kt verstehen. Für die Verständigung liest er primär von den Lippen ab. Gesprächsrunden oder schnelle Gespräche ohne direkten Blickkontakt sind nicht
oder nur deutlich
erschwert
möglich. Damit der Beschwerdeführer alles verstehen kann, ist ein bilaterales Gespräch mit zugewandtem Gesi
cht notwendig. I
m Beruf
wirkt sich dies
insbesondere dann nachteilig aus, wenn Unterlagen und
Pläne besprochen werden müssen. D
er Beschwerdeführer
muss in solchen
Situationen sich einerseits
auf die Unterlagen konzentrieren und anderseits von den Lippen ablesen.
Erheblich störend wirkt sich im Weiteren
ein
Hintergrundlärm aus
, da dieser durch die Hörgeräte verstärkt wird
.
Eine besondere Herausforderung ist das Führen von Telefongesprächen. Soweit dem Beschwerdeführer das Thema be
kannt ist, kann
er ein kurzes Gespräch führen. Ein Themenwechsel
ist
aber
kaum möglich
(
Urk.
7/
91, 7/
108,
7/116,
7/
124/2
). Die schwere Hörbehinderung führt zu
einer schnelleren Ermüdung und
zu
Erschöpfung
szuständen
, was sich mit zuneh
menden Alter akzentuiert
(
Urk.
7/108
,
7/116,
7/124/2
)
.
4.2
Zu seinem bisherigen beruflichen Werdegang führte der Beschwerdeführer aus,
nach den Studien habe
er gezielt eine Anstellung in einem Grossbetrieb (Gene
ralunternehmung) gesucht. Er habe trotz seiner Behinderung eine Karriere ma
chen wollen. Die Idee sei gewesen, dass er seine Fähigkeiten gezielt hätte einset
zen können und ihm gleichzeitig diejenigen Tätigkeiten, die er aufgrund seines verminderten Gehörs nicht oder
nur erschwert ausführen könne
, abgenommen worden wären. Auf die Dauer habe er aber wegen der Hörbehinderung und der eingeschränkten Kommunikationsfähigkeit nicht genügend Kontakte pflegen können. Es sei zu Mobbingsituationen
gekommen. Schliesslich sei ihm gekündigt worden
(
Urk.
7/124/
2
). Danach habe er sich auf verschiedene Stellen beworben, aber wegen der Hörb
ehinderung keine Stelle erhalten
(
Urk.
7/124/3). 1998 habe er sich im Sinne einer Notlösung selbständig gemacht.
Als
selbständiger
werben
der
Architekt sei
er
in
einem Büroatelier mit ei
gener
Bürobox
eingemietet gewe
sen
(
Urk.
7/116, 7/124/3). Ein existenzsicherndes Einkommen habe er dabei nie erzielt (
Urk.
7/124/3).
Er
habe viele
Mobbingsituationen
erlebt (
Urk.
7/116).
4.3
Was die
Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit
aus ärztlicher Sicht
anbelangt, betonte der behandelnde Ohrenarzt
Dr.
med.
Y._
im Bericht vom 2
1.
März 2014, dass von seiner Seite keine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden sei. Jedoch würde die
Hörrestigkeit
sowohl im Beruf als Architekt als auch in einer angepassten Tätigkeit sicherlich eine Rolle spielen
(
Urk.
7/117
/5
). D
ie
RAD
-Ärztin
beurteilte in der Stellungnahme vom
8.
April 201
4
den Beschwerdeführer
mindestens seit Juni 2011 massgeblich in der Arbeitsfähigkeit als Architekt eingeschränkt. Indes
sen erachtete sie eine Tätigkeit, auch als Architekt, vorwiegend ohne Ansprüche an das Hörverstehen, ohne mündliche Kundenkontakte und ohne Notwendigkeit, an Sitzungen teilnehmen und im Team mit häufigem verbalem Austausch arbei
ten zu müssen, als zu 100
%
möglich. Ergänzend führte d
ie
RAD
-Ärztin
aus, die Leistungsfähigkeit müsse allerdings praktisch evaluiert werden und werde je nach Anforderungsprofil unterschiedlich ausfallen. Bei der Suche nach einer hörbehin
derten Tätigkeit sei der Versicherte auf Unterstützung angewiesen (
Urk.
7/148/3, vgl. auch
Urk.
7
/194/4).
5.
5.1
Es liegt auf der Hand und ergibt sich aus den
Arztberichte
n
, dass sich die einge
schränkte Kommunikationsfähigkeit aufgrund der Hörbehinderung auf die Ar
beitsfähigkeit auswirkt. Hat der Beschwerdeführer
direkten Blickkontakt zu sei
nem Gegenüber und kann er von den Lippen ablese
n,
ist die Kommunikation ohne
Weiteres
möglich (vgl. dazu auch
Urk.
7/107/7 letzter Abschnitt).
Schwierig wird
es für ihn
, wenn er nicht mehr von den Lippen ablesen kann, wie etwa bei Projektbesprechungen oder am Telefon, und bei Hintergrundlärm.
Zudem führt
die
ständig erforderliche Konzentration
,
um der Kommunikation folgen zu kön
nen, insbesondere mittels Ablesen von der Lippe, z
u einer schnelleren Erschöp
fung.
5.2
Im Rahmen der Anstellung bei der
Z._
GmbH wird der ein
geschränkten Hörbe
hinderung
insbesondere dadurch
Rechnung
ge
tragen, als der Beschwerdeführer lediglich als Projektarchitekt eingesetzt wird (
Urk.
3). Projekt
leiterfunktionen werden ihm keine übertragen, obschon er hierfür fachlich qua
lifiziert wäre (
Urk.
7/166). Er arbeitet eng mit einem Projektleiter zusammen und bearbeitet für ihn Planunterlagen. Er nimmt teilweise an Sitzungen und Bespre
chungen teil. Baustellenbesuche sind möglich, aber nur im Zusammenhang mit durch ihn er
stellte Planunterlagen und im Beisein des Projektleiters.
Kurze Ab
klärungen und Telefonate werden, sofern möglich und nötig, durch ihn erledigt. Sein Arbeitsbe
reich befindet sich am Ende eines Grossraumbüros, um ihn räum
lich etwas abzu
schirmen. Die Kommunikation wird auf das Nötigste reduziert. Muss der Beschwerdeführer an Sitzungen mit mehreren Personen teilnehmen, werden die Beteiligten über seine Hörbehinderung informiert und es wird, soweit möglich, darauf Rücksicht genommen (
Urk.
3).
Das Pensum beträgt 60
%
. Dazu wurde im Arbeitsvertrag festgehalten, aufgrund seiner starken Hörbehinderung habe der Beschwerdeführer eine Arbeitspräsenz
zu 60
%
zu leisten, um eine Leis
tungsfä
higkeit zu erreichen, die einem 50
%
-Pensum entspreche (
Urk.
7/167/1).
5.3
Für die Invaliditätsbemessung
ist nicht massgeblich, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen wür
den (AHI 1998 S. 287 E. 3b S. 290 f.). Zu berücksichtigen ist zudem, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG) auch sogenannte Nischenarbeits
plätze umfasst, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können
(Bundesgerichtsurteil 9C_124/2010 vom 2
1.
September 2010 E. 2.2)
. Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tä
tigkeit
nurmehr
in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgegli
chene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen er
scheint
(Bunde
sgerichtsurteil 8C_133/2018 vom 2
6.
Juni 2018 E. 2.2.1).
Da der Beschwerdeführer über eine Ausbildung als Architekt HTL und über ent
sprechende Berufserfahrung sowie über ein Wirtschaftsstudium verfügt, ist die Annahme der IV-Stelle, dem Beschwerdeführer sei die Ausübung
eine
r
Tätigkeit,
in welcher
ihn
seine Behinderung nicht oder
kaum einschränke
,
etwa in einer Sachbearbeitung,
vollzeitlich möglich, nicht zu beanstanden.
Ob ihm das hypo
thetische Einkommen aus einer solchen Tätigkeit anzurechnen ist, ist eine Frage der Schadenminderungspflicht, worauf nachfolgend im Rahmen
der Invaliditäts
bemessung (E. 6
) einzugehen ist.
Eine
r
praktische
n
Evaluierung, wie sie vom RAD empfohlen wurde
und worauf in der Beschwerde Bezug genommen wird (
Urk.
1 S.
8), bedarf es jedoch nicht, da
die aus medizinischer Sicht
objektiv realisierbare Leistung
aufgrund des Berichts des behandelnden Facharztes hinreichend klar belegt ist und
sich der Beschwerdeführer die
zumutbare
Arbeitsfähigkeit anzu
rechnen lassen
hat
, auch wenn er sie nicht umsetzt.
6.
6.1
6.1.1
Was den Einkommensvergleich betrifft, sind sich die Parteien
uneinig, wie d
ie beiden Vergleichseinkommens zu
ermitteln
sind
. Z
ur
Bestimmung
des
Validen
einkommens
will der Beschwerdeführer
auf die Lohnerhebungen
des SIA zurück
greifen. Der E
rhebung von 2015 ist zu entnehmen, dass ein Projetleiter inter
dis
ziplinärer
Grossprojekte, Experte,
Fr.
171
'869.
-- verdient. Ein Architekt als Pro
jektleiter erzielt ein Einkommen vo
n
Fr.
117'255.-- (
Urk.
7/191/10). D
er Be
schwerdeführer
postuliert daher
ein durchschnittli
ches
Valideneinkommen
von
Fr.
15
0'000.-- (
Urk.
1 S. 7).
Dazu ist festzuhalten, dass
die Erhebung der SIA auch Löhne von Architekten ETH umfasst. Konkrete
Anhaltspunkte
für eine
Validenkarriere
des Beschwerde
führers als Projektleiter interdisziplinärer Grossprojekte, Experte, fehlen. Dagegen spricht auch, dass der Lohn bei der
A._
AG
in den Jahren 1995/1996
knapp
Fr.
85'000.-- betrug
(
Urk.
7/105/
5
)
.
Dies entspricht - angepasst an die Nominal
lohnentwicklung (Bundesamt für Statistik [BFS], Ent
wicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne [1976-2016], Tabelle T39; Stand Index 1996: 1811, Stand Index 2015: 2226) - einem Einkommen von
Fr.
104'478.-- (
Fr.
85'000.
-- :
1811 x 2226) im Jahr 2015, was sich im Rahmen eines Lohnes von leitenden Architekten bewegt
(vgl.
Urk.
7/191/10
).
Da t
heoretisch vorhan
dene beruflich
e Entwicklungsmöglichkei
ten
rechtsprechungsgemäss nur
zu be
achten
sind
, wenn sie mit hoher Wahr
scheinlichkeit
eingetreten wären (Bundes
gerichtsurteil 8C_882/2017 vom
9.
Mai 2018 E. 4.3)
,
rechtfertigt sich e
in Abstel
len auf den Verdienst eines Projektleiters interdisziplinärer Grossprojekte, Ex
perte
,
nicht
. Hingegen verfügt der Beschwer
deführer über Kenntnisse eines Pro
jektleiters (
Urk.
3, 7/166). In Betracht käme daher als Grundlage für das
Validen
einkommen
der Lohn von
Fr.
117'255.--.
Indessen kann
offen bleiben
, ob die SIA-Lohnerhebung überhaupt geeignet ist, um als Grundlage für die Ermittlung des
Valideneinkommens
zu dienen. Das Bundesgericht hat soweit ersichtlich, wenn es um die Ermittlung von Architek
tenlöhnen ging, noch nie auf diese Lohnerhebung abgestellt, sondern gegebenen
falls die Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen (vgl. etwa Bundesgerichtsur
teile 9C_874/2014 vom
2.
September 2015 E. 3
.1
, 8C_475/2011
vom 1
2.
Dezem
ber 2011
E. 4
,
ferner Urteil des
Eidg
. Versicherungsgerichts I 724/2004 vom 3
0.
März 2005 E. 2.5.2
). So verfuhr auch die IV-Stelle
vorliegend
(
Urk.
2, 7/
180).
6.1.2
Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorgenommenen Einkommensvergleich von der Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszugehen (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Üblich ist die Tabelle TA1 (BGE 126 V 75 E. 7a; SVR 2003 IV Nr. 1 S. 1, I 518/01 E. 4b). Dieser Grundsatz gilt jedoch nicht absolut, sondern kennt Ausnahmen. Es kann sich durchaus rechtfertigen, auf
die Tabelle TA7 respektive
T17 (ab 2012) abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invaliden
einkommens erlaubt und wenn der versicherten Person der öffentliche Sektor auch offensteht (Bundesgerichtsurteil 8C_212/2018 vom 1
3.
Juni 2018 E. 4.4.1)
, was beim Beschwerdeführer der Fall ist.
Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle im konkreten Fall die Tabelle T17, Zeile 21 (Naturwissen
s
chaftler/innen, Mathematiker/innen und Ingenieur/innen)
, gemäss LSE 2014
anwendete.
Als einschlägig erweist sich dabei aber nicht der Bruttolohn «Total», sondern der Bruttolohn für Männer, Le
bensalter ab 50, von
Fr.
10'231.-- (vgl. Bundesgerichtsurteil 9C_72/2017
vom 1
9.
Juli 2017
E. 4.2.3). Mithin ergibt sich ein
Valideneinkommen
von
Fr.
127'990.-- (
Fr.
10'231.-- x
12 :
40 x 41,7 [
wöchentliche Arbeitszeit im Jahr 2014 resp. 20
16 von Architekturbüros, vgl. BF
S Tabelle
T 03.02.03.01.04.01
Zeile 71
]). Massgebend sind die Verhältnisse zum Zeitpunkt des Erlasses der angefoch
tenen Ver
fügung (1
1.
November 2016; BGE
129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2
). Vorlie
gend kann eine Hochrechnung des
Valideneinkommens
jedoch unterbleiben, da das Invalideneinkommen ebenfalls gestützt auf die LSE 2014 zu erfolgen hat (vgl. d
azu nachfolgend E. 6.2
), und
d
ie Lohnentwicklung der beiden Einkommen somit gleich ausf
ällt
.
6.2
6.2.1
Der Beschwerdeführer macht geltend, dass für die Festsetzung des Invalidenein
kommens auf das Einkommen aus seiner Tätigkeit bei der
Z._
GmbH abzustel
len sei (
Urk.
1 S. 8 ff.). Dort erzielt er einen jährlichen Verdienst von
Fr.
37'700.-- (
13 x
Fr.
2'900.--,
Urk.
7/167/2
).
F
ür die Festsetzung
des
Invalideneinkommen
s
ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht.
Voraussetzung hierfür ist aber, dass sie die verblie
bene Arbeitsfähigkeit voll ausschöpft
(BGE 139 V 592 E. 2.3
). Ist dies nicht der Fall
, ist die
versicherte Person
im Rahmen der ihr obliegenden Schadenminde
rungspflicht gehalten, andere zumutbare Stellen in Betracht zu ziehen, welche die erwerbliche Verwertung ihrer Arbeitsfähigkeit besser gewährleisten. Zur Bestim
mung des hie
r
bei
zumutbarerweise
erzielbaren Einkommens können Tabellen
löhne gemäss LSE herangezogen werden
(Bundesgerichtsurteil
9C_508/2016 vom 2
1.
November 2016 E. 5.2
).
6.2.2
Die IV-Stelle setzte das Invalideneinkommen gestützt auf
die Tabelle T17, Berufs
hauptgruppe
4 (Berufsgruppe «Bürokräfte und verwandte Berufe») fest. Dabei zog sie den Bruttolohn «Total Männer»
von monatlich
Fr.
5’789.--
heran (
Urk.
2, 7/180).
Da der Beschwerdeführer Architekt HTL ist und über mehrjährige Berufserfahrung als Architekt, welche Tätigkeit dem Bürobereich zugeordnet werden kann, und darüber hinaus über ein Wirtschaftsstudium und gute Sprachkenntnisse (insbe
sondere auch in Französisch
,
Urk.
7/143/2
) verfügt, rechtfertigt sich der Schluss
, dass ihm Tätigkeiten
aus dem Bereich «Allgemeine Büro- und Sekretariatskräfte» offen stehen
(vgl. dazu auch Bundesgerichtsurteil
e
8C_926/201
5
vom 1
1.
April 2016 E. 3.3.1, 8C_212/2018 vom 1
3.
Juni 2018 E. 4.4.2)
. Zu beachten ist, dass der Beschwerdeführer nicht in seinen intellektuellen Fähigkeiten eingeschränkt ist, sondern
primär
in der Fähigkeit, mit anderen
Personen mündlich zu kommu
nizieren. In einem branchenverwandten Büroberuf dürfte ihm sein Fachwissen nach wie vor zu Gute kommen (vgl. dazu auch Bundesgerichtsurteil
9C_72/20
17 vom 1
9.
Juli 2017 E. 4.2.3).
Angesichts
dessen
ist ein Abstellen
auf den Tabellenlohn, Berufsuntergruppe
Ziff.
41 «Allgemeine Büro- und
Sekretariatskräfte» sachgerecht
(vgl. dazu a
uch Bundesgerichtsurteile 8C_926
/2015 vom 1
1.
April 2016 E. 3, 8C_212/2018 vom 1
3.
Juni 2018 E. 4.2
u. 4.4.2).
Der Einwand des Beschwerdeführers, ihm seien nur noch Tätigkeiten gemäss Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher
oder handwerklicher Art) zumutbar (
Urk.
1 S. 10), entbehrt
in Anbetracht der ab
geschlossenen Hochschulausbildung
jeglicher Grundlage.
Beim anzuwendenden
Tabellenlohn ist
nicht der
Bruttolohn «Total Männer
», sondern der Bruttolohn für Männer,
Lebensalter ab 50, von
Fr.
7'647
.-- massgebend (vgl. Bundesgerichtsur
teil 9C_72/2017
vom 1
9.
Juli 2017
E. 4.2.3). Daraus resultiert
e
in Einkommen von
Fr.
95’664
.--
(
Fr.
7’647
.-- x
12 :
40
x
41,7).
Praxisgemäss kann von dem anhand von LSE-Tabellenlöhnen ermittelten Invali
deneinkommen unter bestimmten Voraussetzungen ein leidensbedingter Abzug vorgenommen werden. Dieser soll persönlichen und beruflichen Umständen (lei
densbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationali
tät/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) Rechnung tragen, welche ne
gative Auswirkungen auf die Lohnhöhe der gesundheitlich beeinträchtigten Per
son haben können. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkom
men ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Ab
zug auf höchstens 25
%
zu begrenzen ist (BGE 126 V 75 und seitherige Ent
scheide).
Die eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit aufgrund der Hörbehin
derung rechtfertigt die Annahme einer lei
densbedingten Einschränkung
,
was die Beschwerdegegnerin
zu Unrecht ausser Acht gelassen hat
(BGE 137 V 71 E. 5.1)
. Weitere Kriterien, die zu einem Abzug vom Tabellenlohn führen müssten, sind weder ersichtlich noch geltend gemacht,
so
dass sich in der Gesamtbetrachtung ein leidensbedingter Ab
zug von 10
%
rechtfertigt, womit gestützt auf die Tabel
lenlöhne ein Invaliden
einkommen
von
Fr.
86'098.-- (
Fr.
95'664.
-- :
100 x 90) resultiert.
6.2.3
Im Vergleich zum effektiven Invalidenlohn von
Fr.
37'700.-- ist das gestützt auf die Tabellenlöhne errechnete Invalideneinkommen von
Fr.
86'098
.-- bedeutend höher, weshalb der
Beschwerdeführer in Berücksichtigung seiner Schadenminde
rungspflicht
sich dieses anrechnen lassen
muss
. Gemessen am
Valideneinkommen
von
Fr.
127'990.-- resultiert mithin ein
(rentenausschliessender)
Invaliditätsgrad von 33
%
.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Die Verfahrenskosten
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IV
G sind ermessensweise auf Fr. 8
00.-- festzusetze
n und
ausgangsgemäss
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.