Decision ID: 4a5f9c47-018e-4c09-b7f4-fab75443c998
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1966 geborene
X._
ist seit dem 1. Mai 2004 bei der
Y._
AG als IT-Mitarbeiter tätig und bei der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft
AG
(nachfolgend Mobiliar) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 13. Juli 2010 stürzte er eine Treppe hinunter und erlitt dabei eine Distorsion des rechten Fusses und ein
durch den Sturz und die Rückenprellung aktiviertes
panvertebrales Schmerzsyndrom
. Der Röntgenbefund ergab keine ossäre Verletzung des Oberen Sprunggelenks,
es wurden aber
degenerative Veränderungen der Brust
- und Lenden
wirbelsäule
festgestellt.
Das MRI der Halswirbelsäule zeigte eine
Dis
kusprotrusion
auf Höhe
C6
(
Urk. 10/M2).
Die Mobiliar kam für die Heil
behand
lung auf und richtete Taggelder aus
.
Gemäss Unfallschein war der Versicherte a
b dem 7. Oktober 2010 wieder zu
100
% arbeitsfähig (Urk. 10/M3).
Am
25. April 2012 wurde
wegen
Schulterbeschwerden
eine MR-Arthographie der rechten Schulter durchgeführt. Diese zeigte eine gelenkseitige Partialruptur der Supraspinatussehne mit leichter Atrophie des Musculus supraspinatus und eine leichte Bursitis subacromialis und deltoidea (Urk. 10/M10).
Die Mobiliar holte weitere medizinische Berich
te ein und teilte dem Versicherten
a
m 14. Juni 2012 mit, dass mangels Unfallkausalität
der Beschwerden
kein weiterer Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung bestehe (Urk. 9/K12).
Mit seiner
Stellungnahme vom 17. August
2012
erhob der
Versicherte
dagegen Einwände (Urk. 9/39).
In der Folge beauftragte die Mobiliar ihren beratenden Arzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie, ein Aktengutachten zu erstellen, welches am 3. September 2012 erstattet wurde (Urk. 10/M15).
Mit Verfügung vom 19. September 2012 verneinte die Mobiliar einen
weiteren
Leistungsanspruch des Versicherten (Urk. 9/
42-
43).
Die dagegen erhobene Ein
sprache wies sie mit Entscheid vom 12. Dezember 2012
ab (
Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
24. Januar 2013
Beschwerde und beantragte,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Beschwer
degegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.
Even
tualiter
sei durch das Gericht eine medizinische Expertise bei einem unabhängi
gen Gutachter einzuholen
oder
die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Urk. 1). Mit Beschwer
deantwort vom
7. März 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 8).
Am 11. März 2013 wurde dem Beschwerdeführer d
as Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Gemäss
Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1
.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetre
-
tene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402
E. 4.3.1
,
119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1
.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BG
E 125
V
351 E. 3a, 122 V 157 E.
1c).
1.4
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche
rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356
S.
572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
2
.
2
.1
Im angefochtenen Einspracheentscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
in tatsäch
licher Hinsicht stehe fest, dass der Beschwerdeführer am 13. Juli 2010 seinen Hausarzt
Dr.
A._
aufgesucht habe, nachdem er seinen Angaben zufolge am gleichen Tag auf einer Treppe auf den Rücken gestürzt sei und sich dabei den rechten Fuss verdreht habe. Aktenkundig sei, dass er damals Schmer
zen im Ber
e
ich des rechten oberen Sprunggel
e
nkes sowie Druckdolenzen im Bereich des Thorax und der Lende beklagt habe. Prellungen der Brust- und Len
denwirbelsäule seien unbestritten.
Unbestritten sei zudem, dass in Bezug auf die Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule lediglich degenerative Veränderungen aus
gewiesen seien und weitere Rückenbeschwerden mangels ossärer oder struktu
reller Veränderungen nicht mehr dem Sturzereignis angelastet werden könnten.
Von einer Distorsion des Armes oder einer Schulterkontusion sei initial nie die Rede gewesen und dortige Schmerzen, Druckdolenzen, Ergüsse oder Kontusio
nen seien nie beschrieben worden.
Dr.
B._
habe in seinem Bericht vom 21. Februar 2012 explizit festgehalten, dass die peripheren Gelenke unauffällig gewesen seien
.
All
f
ä
llige erneute Beschwerden hätten sich in bescheidenen Grenzen
gehalten, nachdem diese vom 7. Oktober 2010 bis zum 12.
Juli 2012
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nach sich gezogen hätten, was bei einem Riss
der Suprasp
i
natussehne
im Juli 2010 kaum denkbar gewesen wäre.
Die Beurteilungen
Dr.
C._
und
Dr.
D._
beruhten alleine auf späteren, ab April 2012 nachgeschobenen Schutzbehauptungen des Beschwerdeführers. Diese seien nicht geeignet, die Beurteilung des beratenden Arztes
Dr.
Z._
in Frage zu stellen.
Die im April / Mai 2
012 akut aufgetretenen Schulter
beschwer
den liessen sich nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dem Unfallereignis vom 13. Juli 2010
zuschreiben
(Urk. 2).
2
.2
Der Beschwerdeführer
machte
demgegenüber
im Wesentlichen geltend,
die Schul
ter sei nach dem Unfall vom 13. Juli 2010 vom behandelnden Arzt trotz einer sich zunehmend manifestierenden Schmerzproblematik nicht bildgebend abgeklärt worden. Es sei vorübergehend zu einer Beschwerdeverbesserung gekommen und er sei von den behandelnden Ärzten als 100 % arbeitsfähig erklärt worden. Er habe jedoch weiterhin Beschwerden
an der rechten Schulter
gehabt. Erst im Frühjahr 2012 seien die Schulterschmerzen seriös abgeklärt worden.
Gemäss
Dr.
E._
und
Dr.
F._
sei die Partialruptur der Supra
spinatussehne wahrscheinlich posttraumatisch.
Die Beschwerdegegnerin habe nicht korrekt abgeklärt, ob die Ruptur der Supraspinatussehne und die Schulter
beschwerden auf den Unfall vom 13. Juli 2010 zurückzuführen seien. Diese habe ein Aktengutachten des berate
nden Arztes
Dr.
Z._
eingeholt.
Darin
sei
Dr.
Z._
auf die Ruptur und deren mögliche Ursache nicht eingegangen. Eine Auseinandersetzung mit den Beurteilungen von
Dr.
E._
und
Dr.
F._
sei nicht erfolgt.
Dr.
Z._
habe pflichtwidrig nicht in Erwägung gezogen, dass Verletzungen der Supraspinatussehne sich nicht immer sofort in vollem Umfang manifestier
t
en. Die Behauptung der Beschwerdegegnerin, bei einer Ruptur der Supraspinatussehne wären sofort heftigste Schmerzen im Bereich des Schulter
gelenks beklagt worden, sei ohne m
e
dizinisches Fundament und sei nicht ein
mal von
Dr.
Z._
bestätigt worden. Insgesamt bestünden mehr als nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit des Aktengutachtens von
Dr.
Z._
, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne.
Der medizinische Sachverhalt sei bezüglich der Unfallkausalität der Ruptur der Supraspinatus
sehne und der Schulterbeschwerden ungenügend abgeklärt
(Urk. 1)
.
3.
3.1
Vorab ist
in formeller Hinsicht
zu prüfen, ob die Rüge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör durchdringt
.
Der Beschwerdeführer macht geltend, die Beschwerdegegnerin habe das rechtliche Gehör verletzt, indem sie ihm das Aktengutachten von
Dr.
Z._
vom 3. September 2012 vor Erlass der Verfügung vom 19. September 2012 nicht zur Stellungnahme vorgelegt habe. Zudem erfülle die Verfügung die Minimalanforderungen an die Begründungs
pflicht nicht (Urk. 1 S. 4 ff.).
3.2
Der für das Sozialversicherungsverfahren auch in Art. 42
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
festgehaltene Gehörsanspruch beinhaltet unter anderem das Recht, sich zu einem durch den Ver
sicherung
sträger eingeholten Gutachten zu äussern (ATSG-Kommenta
r, Kieser, 2.
Auflage,
Art.
42 Rz 15). Stützt sich der Unfallversicherer auf einen im Einspracheverfahren eingeholten versicherungsinternen Arztbericht, hat er der versicherten Person Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben, wenn die Beur
teilung neue entscheidwesentliche Gesichtspunkte oder erhebliche neue Begrün
dungselemente enthält (RKUV 1998 Nr. U 309 S. 461 E. 4c).
Da vorliegend ein Aktengutachten beim beratenden Arzt der Beschwerdegegne
rin eingeholt wurde, womit lediglich die bereits vorhandenen Akten gewürdigt wurden und sich der Beschwerdeführer im
Rahmen des
Einspracheverfahren
s
noch
ausführlich dazu äussern konnte, ist d
arin
, dass die Beschwerdegegnerin
vor Erlass der Verfügung
auf die Zustellung des Aktengutachtens zur Stellung
nahme verzichtet hat
, keine Verletzung des
Anspruchs auf rechtliches Gehör
zu sehen
.
Im Übrigen müssen
die
Parteien vor Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind, nicht angehört werden (
Art.
42 ATSG).
3.3
Die Begründungspflicht als Ausfluss des Anspruchs auf rechtliches Gehör bedeu
tet nicht, dass sich die Behörde mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Es ge
nügt, wenn die Begründung kurz die Überlegungen nennt, auf die sich der Ent
scheid stützt und dieser sachgerecht angefochten werden kann (Urteil des Bun
desgerichts 8C_511/2007 vom 22. November 2007 E. 4.2.2 mit weiteren Hin
weisen).
Der
angefochtene Einspracheentscheid
enthält
eine angemessene Begründung
und der Beschwerdeführer konnte diesen auch sachgerecht anfechten
. Die Anforderungen an die Begründungspflicht sind somit erfüllt und eine Verlet
zung des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor.
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist
weiter
, ob
zwischen dem Unfallereignis vom
13. Juli 2010
und den vom Beschwerdeführer geklagten Schulterbeschwerden ein Kau
salzusammenhang besteht.
4.2
Im Arztzeugnis
v
om 22. September 2010 diagnostizierte der Hausarzt des Beschwerdeführers
,
Dr.
med.
A._
,
I
nnere Medizin FMH, eine Distorsio pedis und ein panvertebrales Schmerzsyndrom aktiviert durch Sturz und Rückenprellung. Der Röntgenbefund habe keine
ossäre Verletzung am oberen Spru
nggelenk ergeben, jedoch
degenerative Veränderungen a
n der Brust- und Lendenwirbelsäule. Das MRI der Halswirbelsäule zeige eine D
is
kusprotrusion auf
Höhe C6 (Urk. 10/M2
).
4.3
Im Bericht vom 21. Februar 2011 stellte
Dr.
med.
B._
, Innere Medizin, Rheumatologie FMH, die Diagnose eines cervicovertebralen und lumboverteb
ralen Syndroms bei Status nach Sturz über Treppe am 13. Juli 201
0.
Von Seiten des Achsenorgans bestehe freie Beweglichkeit sämtlicher Wirbelsäulenab
schnitte bis auf die schmerzhafte Rotation im Bereich der Halswirb
elsäule end
gradig nach rechts. Im Bereich der Lendenwirbelsäule bestehe ein Phasen
schmerz beim Aufrichten mit lokaler Druckdolenz auf Höhe L4/5 und L5/S
1.
Hüfte,
Iliosakralgelenk
und periphere Gelenke seien unauffällig. Nach Beendigung der Physiotherapie und der medizinischen Training
s
therapie se
i der Beschwerdeführer seit 28.
Januar 2011 weitgehend beschwerdefrei (Urk. 10/M9).
4.4
Am 24. April 2012 wurde eine MR-Arthographie der rechten Schulter durchge
führt.
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Radiologie FMH, hielt in seinem Bericht vom 26. April 2012 fest, es zeige sich eine ausgedehnte gelenkseitige Partialruptur der Supraspinatussehne mit leichter Atrophie des Musculus sup
raspinatus sowie eine leichte Bursitis subacromialis und deltoidea. Diese Befunde könnten durchaus posttraumatischer Natur sein, insbesondere da sie primär gelenkseitig seien und da sonstige prädisponierende Faktoren für ein subakromiales Impingement morphologisch nicht vorlägen. Es bestehe eine geringgradige Tendinose der Subscapularissehne und eine mässige Tendinose der langen Bizepssehne mit wahrscheinlich nicht mehr frischer Slap-I-Läsion und chronischer Pulley-Läsion (Urk. 10/M10).
4.5
Dr.
med.
G._
, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, führte in seinem Bericht vom 4. Mai 2012 aus, es bestehe eine ausgeprägte Bewegungseinschrän
kung der rechten Schulter, welche auch knapp zwei Jahre nach dem Unfallge
schehen persistiere trotz wiederholten Physiotherapien, subacromialer Steroid
injektion und täglich regelmässiger Anwendung von Schmerzmedikamenten. Die Bewegungseinschränkung sei sehr ausgeprägt, so dass die Symptomatik
teilweise einer Frozen Shoulder entsprechen könnte, allerdings bestehe eine sehr ausgedehnte Partialruptur der Supraspinatussehne (Urk. 10/M11).
4.6
Im Bericht der
H._
Klinik vom 16. Mai 2012 wurde die Diagnose einer aktivierten Omarthrose Schulter rechts nach Sturz und Schulterprellung 07/2010 gestellt. Als Nebendiagnosen wurde ein chronisches C
er
vicalsyndrom mit Osteochondrose C5/6 und C6/7 sowie Diskusprotrusion C5/6 linksseits, ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit mässiger Osteochond
rose L5/S1 sowie L4/5 und eine bekannte Epilepsie mit einmaligem Anfall vor Jahren genannt.
Das Röntgen der rechten Schulter zeige glenohumeral ein
en verschmälerten
Gelenkspalt mit akzentuierter subc
h
ondraler Sklerosierung glenoidseitig. Subacromial zeige sich ein unauffälliger Befund mit Acromion-Form Typ Bigliani I und keine wesentliche AC-Gelenksarthrose. Das MRI der rechten Schulter zeige eine zentrale Omarthrose mit deutlicher Abnahme der Knorpelsubstanz sowie beginnender ventraler caudaler Osteophytenbildung humeralseitig. Das dorsale Labrum zeige sich verplumpt mit fraglich zurücklie
gendem Trauma. Die Rotatorenmanschette weise im Bereich des Supraspinatus eine Tendinopathie mit möglicher artikularseitiger Teilruptur auf. Insgesamt bestehe jedoch kein Anhaltspunkt für das Vorliegen einer Komplettruptur. Die Darstellung des Bicepssehnenankers sei im Wesentlichen unauffällig
(Urk. 10/M12
)
.
4.7
Am 13. Juni 2012 gab
Dr.
Z._
auf die Frage, ob die neu aufgetretenen Beschwerden unfallbedingt seien, an, diese könnten nicht ausreichend mit dem Ereignis vom 13. Juli 2010 begründet werden. Bildgebend hätten keine Schäden nachgewiesen werden können. Aus dem Bericht von
Dr.
B._
vom 21. Februar 2011 hätten sich keine Hinweise für damals bestehende Schulterbeschwerden ergeben, so dass die am 14. Mai 2012 akut aufgetretenen Schulterschmerzen nach üb
er einjähriger nicht behandlungs
bedürftiger Latenz nicht ausre
ichend mit dem Ereignis vom 13.
Juli 2010 begründet werden könnten (Urk. 10/M13).
4.8
Im Bericht der Rheumaklinik des Universitätsspitals
I._
vom 12. Juli 2012 wurde neben weiteren nicht die Schulter betreffenden Diagnosen ein Verdacht auf reaktive Arthritis sowie Omarthrose beidseits rechtsbetont erwähnt (Urk. 10/M14).
4.9
Dr.
Z._
erstattete am
3. September 2012
eine als „Aktengutachten“ bezeich
nete Stellungnahme
.
Bezüglich der Schulterbeschwerden führte er aus
,
bis zur Terminierung des Falles Ende Januar 2011 seien in keinem Bericht rechtsseitige Schulterbeschwerden dokumentiert.
Dr.
B._
habe in seinem Bericht vom 30. August 2010 explizit festgehalten, dass die peripheren Gelenke unauffällig gewesen seien. Eine unfallbedingte Schulterpathologie habe bis zu diesem Zeit
punkt demnach nicht bestanden. Aufgrun
d dieses dokumentierten Verlauf
s könne für die später aufgetretenen rechtsseitigen Schult
erbeschwerden keine überwiegend wahrscheinliche
Kausalität
mit dem Ereignis vom 13. Juli 2010 begründet werden, zumal für die rechte Schulter wä
hrend des mehrmonatigen Verlauf
s weder eine Klinik beschrieben noch Bewegungseinschränkungen dokumentiert worden seien. Insofern basierten die späteren Aussagen von
Dr.
G._
und von
Dr.
D._
(
H._
Klinik)
nicht auf der Echtzeitdoku
mentation (Urk. 10/M15).
4.10
Im Bericht der
H._
Klinik vom 10. September 2012 wurde ausgeführt, seitens der Schulter rechts bestehe grundsätzlich die Problematik, ein arthriti
sches Schmerzbild von einem eher arthrotisch geprägten Beschwerdebild zu unterscheiden. Die Angaben des Beschwerdeführers hinsichtlich der Schmerzintensität und des Schmerzverlaufes sprächen im Moment für ein arth
ritisches Überwiegen der Beschwerden (Urk. 10/M16).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich für die Leistungseinstellung im Wesentli
chen auf die vers
icherungsinterne Stellungnahme
von
Dr.
Z._
vom 3. September 2012.
Ein medizinischer Aktenbericht als Entscheidgrundlage ist zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind; der Untersuchungsbefund muss lückenlos vorliegen, damit der Experte imstande ist, sich aufgrund der vorhan
denen Unterlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil des Bundesge
richts 8C_833/2009 vom 26. Januar 2010 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen). Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kann Beweiswert beige
messen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässig
keit bestehen.
Es kommt ihnen jedoch nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten zu.
Soll ein Versiche
rungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind a
n die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 122 V 157).
5.2
Dr.
Z._
führte in seinem Aktengutachten vom 3. September 2012 aus, dass bis Ende Januar 2011 keine rechtsseitigen Schulterbeschwerden dokumentiert seien und dass die Aussagen von
Dr.
G._
und von
Dr.
D._
nicht auf der Echtzeit
dokumentation beruhten.
Einzig gestützt darauf gelangt er
zum Schluss, dass für die später aufgetretenen rechtsseitigen Schulterbeschwerden keine überwie
gend wahrscheinliche Kausalität
zum
Unfalle
reignis vom 13. Juli 2010 begrün
det werden könne
. Er äussert sich
weder
zu der mittels MR-Arthographie dia
g
n
ost
izierten Partialruptur der Supraspinatussehne
noch zu
den in der Folge erhobenen Befunden
.
Zur Aussage von
Dr.
E._
,
wonach die Befunde durchaus pos
ttraumatischer Natur sein könnten, insbesondere da sie primär gelenkseitig seien und da sonstige prädisponierende Faktoren für ein subakro
miales Impingement morphologisch nicht vorlägen (Urk. 10/M10)
,
nimmt er nicht Stellung.
In seinem Bericht
finden sich
auch
keine
rlei
Ausführungen dazu, welche Ursachen für die vorliegenden Beschwerden in Frage kämen. So
erörtert er nicht
, ob
Befunde vorliegen, die auf eine krankhafte Entwicklung oder ein degeneratives Geschehen hinweisen.
Er legt auch nicht dar,
welche Symptome
bei
einer T
eilruptur der Supraspinatussehne
in der Regel
auftreten und ob
es bei den
vorliegenden Befund
en
möglich
wäre
, dass sich
die
Beschwerden
erst später manifestie
rt
hätten
, was bei
Partial
rupturen durchaus vorkommen kann
(vgl.
zum Beispiel
Urteil des Bundesgerichts 8C_656/2008
vom 13. Februar 2009)
.
Hierzu ist auch darauf hinzuweisen, dass am 1
8.
August 2010 die MRI der HWS unter der Indikation „Schmerzausstrahlung und Parästhesie rechter Arm“ statt
fand (
Urk.
9/
M
5).
Insgesamt bestehen somit
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen
von
Dr.
Z._
, weshalb mangels vollen Beweiswertes nicht auf seinen
Bericht abgestellt werden kann.
5.3
Nach dem Gesagten
erweist sich der
medizinische
Sachverhalt
als ungenügend abgeklärt
, weshalb
der angefochtene Entscheid
aufzuheben und die
Sache
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist
, damit diese zur Frage der Unfall
kausalität weitere
medizinische Abklärungen tätige
.
6.
Da die Rückweisung an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als voll
ständiges Obsiegen gilt (BGE 137 V 57 E. 2.2)
, ist die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem vertretenen Beschwerdeführer eine angemessene Parteient
schädigung zu bezahlen (Art. 61 lit. g A
TSG in Ver
bindung mit § 34 Abs. 1 und 3 GSVGer). Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
1‘600
.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.