Decision ID: 0aba082b-edf7-4680-8557-3da3b2399f6d
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1980
,
arbeitete zuletzt seit März 1999 bei der
Y._
als Zustellungsbeamter, als er sich am 1
6.
Februar 2007 unter Hin
weis auf eine Sehnenentzündung und Schmerzen am Arm und den Schultern
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (
Urk.
8/2
Ziff.
7.2
)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medi
zinisc
he und erwerbliche Situation ab.
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/20-21) verneinte
die
IV
Stelle
mit Verfügung vom 2
4.
September 2007 einen
A
nspruch
des Versi
cherten auf IV-Leistungen
(
Urk.
8/22
)
1.2
Am 2
6.
Mai 2008 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/25).
Die IV-Stelle
klärte
erneut
die medizi
nisc
he und erwerbliche Situation ab
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/64-66)
sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügungen vom 2
5.
Februar,
3.
März und 2
2.
März 2010 mit Wirkung ab dem
1.
August 2008 eine ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
und mit Wirkung ab dem
1.
Juni 2009 eine
Drei
viertelsrente
bei einem Invaliditätsgrad von 61
%
zu (
Urk.
8/71 f.).
1.3
Im Rahmen eines Revisionsverfahrens holte die IV-Stelle
bei
der
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das
am
1
0.
April
2014 erstattet wurde (Urk.
8
/
121
).
Gestützt darauf teilte die IV
Stelle dem Versicherten am 2
0.
Juni 2014
mit, dass er weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente ha
be
(
Urk.
8/125).
Ebenfalls mit Schreiben vom 2
0.
Juni 2014 (
Urk.
8/124) forderte die IV-Stell
e den Versicherten auf, ihr bis zum 23
.
Juli
2014 bekanntzugeben, wo er eine stationäre Behandlung zur Verbesserung seines Gesundheitszustandes durch
führen wolle. Da sich der Versicherte innert Frist hierzu nicht äusserte,
stellte
die IV-Stelle nach
ergange
nem Vorbescheid
(Urk.
8
/
128
) mit Verfügung vom
3
.
Februar
201
5
die Invalidenrente
des Versicherten infolge Verletzung der Mitwirkungspflicht
per sofort ein
(
Urk.
8
/
135
)
.
1.4
Mit Verfügung vom 2
7.
Februar 2015
hob die IV-Stelle
die Verfügung vom
3.
Februar 2015 wiedererwägungsweise auf
und
hielt fest
, dass der Versicherte weiterhin aufgefordert sei, seiner Mitwirkungspflicht nachzukommen
und innert 10 Tagen
zum Resultat des
Vorgespräch
s
in der Klinik
A._
Mitteilung zu machen
(
Urk.
8/146).
Da sich der Versicherte innert Frist hierzu nicht äusserte,
stellte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 30
.
April
201
5
die Invalidenrente
des Versicherten infolge Ver
letzung der Mitwirkungspflicht
per sofort ein
(
Urk.
8
/
150
=
Urk.
2)
.
2.
Der
Versicherte erhob am 2
8
.
Mai 2015
Beschwerde gegen die Verfügung vom
30
.
April
201
5
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
(S. 2
Ziff.
1)
und
es sei ihm die bisher ausgerichtete Rente weiterhin zuzusprechen (S. 2
Ziff.
2).
In prozessualer Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels sowie die Gewährung der aufschiebenden Wir
kung
der Beschwerde
(S. 2
Ziff.
II und III).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6
.
Juli
201
5
(
Urk. 6
) die Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wer Versicherungsleistungen beansprucht, muss unentgeltlich alle Auskünfte erteilen, die zur Abklärung des Anspruchs und zur Festsetzung der Versiche
rungsleistungen erforderlich sind (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen beanspru
chen,
den Auskunfts- und Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versicherungsträger aufgrund der Akten verfügen oder die Erhebung einstellen und Nichteintreten beschliessen
. Er muss diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (
Art.
43
Abs.
3 ATSG).
1.2
Nach
Art.
7b
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
können die Leistungen nach
Art.
21
Abs.
4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach
Art.
7 IVG oder nach
Art.
43
Abs.
2 ATSG nicht nachgekommen ist (
Abs.
1).
Die Leistungen können in Abweichung
von
Art.
21
Abs.
4 ATSG ohne Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person unter anderem der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben benötigt
(Abs. 2
lit
. d).
Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles,
insbesondere das Ausmass des Verschuldens
der versicherten Person, zu berücksichtigen (
Abs.
3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (Urk. 2) damit, der Beschwer
deführer habe seine Auskunfts- und Mitwirkungspflicht in unent
schuld
barer Weise verletzt. Er sei mit
Verfügung vom
27
.
Februar
201
5
auf
gefor
dert worden,
innert 10 Tagen nach dem Erstgespräch am 1
6.
April 2015 über die weitere Durchführung der stationären Behandlung zu orientieren.
Es sei bisher keine Rückmeldung erfolgt, weshalb
die Renteneinstellung per sofort erfolge
(S.
1
f.).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (Urk. 1) geltend,
aus dem Arztbericht von
Dr.
med.
B._
vom 1
1.
Mai 2015 an
Dr.
med.
C._
gehe hervor, dass
er entgegen der Auffassung der
Beschwer
degegnerin
am 1
6.
April 2015 sehr wohl das Vorstellungsgespräch in der
A._
absolviert habe. Auch die Beurteilung von
Dr.
B._
gebe wieder, dass eine stationäre Behandlung problematisch sei, da sie als Trig
ger für die Haftbedingungen wirke. Deshalb sei bereits die Aufnahme in eine Klinik eine Konfrontation und nur sorgfältig dosiert und
angepasst möglich (S.
5 unten). Er sei nicht der Auffassung, dass er irgendwelche Auskünfte verwehrt habe, welche eine
pönale
Sanktionierung seines Verhaltens im Sinne einer sofortigen Renteneinstellung ermöglichen würde
(S. 6 oben)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist
,
ob die
Beschwerdegegnerin
gestützt auf
Art.
43
Abs.
3 ATSG
in Verbindung mit Art. 7b Abs. 2
lit
. d IVG
zu Recht eine
sofortige Leistungseinstellung verfügt
hat.
3.
3.1
3.1.1
Aus den Akten geht hervor, dass
die
seitens
der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene polydisziplinäre
Beg
utacht
ung
,
über
welche am 1
0.
April 2014
berichtet
wurde (
Urk.
8/121/1-25)
, in psychiatrischer Hinsicht
die Indikation für eine
stationäre Behandlung mit konsequenter medikamentöser Einstellung mit Übergang in eine teilstationäre
Behandlung ergab.
In der Folge auferlegte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 2
0.
Juni 2014 (
Urk.
8/
124) eine Schadenminderungspflicht in dem Sinne, als dass eine statio
näre Behandlung bis zum 2
3.
Juli 2014 in die Wege zu leiten sei. Da sich der Beschwerdeführer innert Frist hierzu nicht äusserte,
teilte
die
Beschwerdegeg
nerin
ihm mit
Vorbescheid
vom 2
7.
August 2014
(Urk. 8/128) mit
, dass die Rentenleistungen per sofort eingestellt würden, wenn er sich nicht der gefor
derten stationären Behandlung unterziehe.
3.1.2
Mit Schreiben vom
9.
September 2014 wandte sich der behandelnde Psychiater
Dr.
med.
C._
an die Klinik
A._
mit der Bitte, den Beschwerdeführer zu einem Vorstellungsgespräch betreffend stationäre Auf
nahme einzuladen (
Urk.
8/130).
Da die Beschwerdegegnerin keine
Rückmel
dung
, weder vom behandelnden Psychiater
Dr.
C._
, noch von der
A._
betreffend stationäre
n
Aufenthalt erhielt, verfügte sie am
3. Februar 2015 die
sofortige Einstellung der
Invalidenrente des Beschwerdeführers infolge Verlet
zung der Mitwirkungspflicht
(
Urk. 8/135
)
.
Daraufhin wandte sich der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 1
7.
Februar 2015 an die
Beschwerde
gegnerin
und rügte deren Vorgehensweise, insbesondere da er ein Aufgebot für ein Vorgespräch am 1
6.
April 2015 in der
A._
erhalten habe (
Urk.
8/136).
3.1.3
In der Folge
hob die Beschwerdegegnerin m
it Verfügung vom 2
7.
Februar 2015 die Verfügung vom
3.
Februar 2015
wiedererwägungsweise auf
und
hielt fest
, dass der Versicherte weiterhin aufgefordert sei, seiner Mitwirkungspflicht nach
zukommen und innert 10 Tagen zum Resultat des Vorgesprächs in der Klinik
A._
Mitteilung zu machen (
Urk.
8/146).
Da sich der
Beschwerdeführer
innert Frist hierzu nicht
äusserte, stellte die Beschwerdegegnerin
mit Verfügung vom 30. April 2015 die Invalidenrente des
Beschwerdeführers
infolge Ver
letzung der Mitwirkungspflicht per sofort ein
(
Urk. 8/150
)
.
3.1.4
Mit Schreiben vom 1
2.
Mai 2015 wandte sich der Beschwerdeführer an die Beschwerdegegnerin und machte geltend,
es sei
schleierhaft, welch
e Auskünfte nicht bekannt seien.
D
er Beschwerdegegnerin
sei bekannt
, dass er
einerseits
bei
Dr.
C._
in Behandlung stehe
und andererseits bei der
A._
eine stationäre Behandlung in die Wege geleitet sei (
Urk.
8/151).
3.1.5
Dem Bericht von
Dr.
B._
vom 1
9.
Mai 2015 ist
sodann
zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 1
6.
April 2015 am Vorgespräch in der
A._
teilgenommen ha
t
(
Urk.
8/155).
Weiter führte
Dr.
B._
aus, dass eine stationäre Behandlung problematisch sei, da sie als Trigger für die
Haftbe
dingungen
wirke. Deshalb sei bereits die Aufnahme in eine Klinik eine Kon
frontation und nur sorgfältig dosiert und angepasst möglich.
3.2
Die Beschwerdegegnerin begründete die sofortige Leistungseinstellung damit, dass der Beschwerdeführer ihr die Auskünfte nicht erteilt habe, die sie zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben benötige (Art. 7b Abs. 2
lit
. d des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG).
Der Beschwerdeführer
hat
unbestrittener
w
eise
innert der von der
Beschwer
degeg
nerin
im Schreiben vom 27. Februar 2015 (Urk. 8/146)
an
gesetzten
Frist bis
10 Tage nach dem Vor
stellungsgespräch vom 1
6.
April 2015 keine Rückmeldung gemacht. Er ist damit
diesbezüglich
seiner Auskunfts- und Mitwirkungspflicht nicht nach
gekommen.
D
ie Verletzung der Auskunfts- oder Mitwirkungspflicht
ist jedoch in der Regel
nur relevant, wenn sie in unentschuldbarer Weise erfolgt. Es muss sich mithin jedenfalls um eine schuldhafte Verletzung handeln, wobei das Verhalten der Person nicht mehr nachvollziehbar sein darf, was etwa dann gegeben ist, wenn ein
Rechtfer
tigungsgrund
nicht einmal ansatzweise erkennbar ist
,
oder wenn das Verhalten schlechthin unverständlich ist. Damit setzt die Bestimmung höhere Voraus
setzungen fest, als sie etwa nach
Art.
13
Abs.
2
des Bundesge
setzes über das Verwaltungsverfahren (
VwVG
)
gelten (
Kieser
ATSG-Kommentar Art.
43 N 51).
3.3
Gemäss
Urteil des Bundesgerichts 9C_744/2011 vom 3
0.
November 2011
sind
bei
eine
r
Kürzung oder Ve
rweigerung
gemäss
Art.
7b
Abs.
2
IVG
o
hne Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
alle Umstände des Einzelfalles, insbesondere das Aus
mass des Verschuldens und die wirtschaftliche Lage der versicherten Person zu berück
sichtigen (
Art.
7b
Abs.
3 IVG). Die Verweigerung der Rente ist ausserdem
auf besonders schwere Fälle beschränkt (
Art.
86
bis
Abs.
3 IVV). Die verschärfte Sanktionierung bedeutet nicht, dass nunmehr jede mangelnde Kooperation im Abklärungsverfahren eine Leistungsverweigerung ohne vorgängiges Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
rechtfertigen würde. Der als Ausnahmebestimmung konzi
pierte
Art.
7b
Abs.
2 IVG (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
9C_816/2008 vom 1
2.
März 2009 E. 3.3) lässt eine Rentenverweigerung nur bei qualifizierter Pflichtverletzung zu, was beispielsweise bei einer strafrechtlich relevanten Betrugshandlung zutrifft (z.B. Urteil
des Bundesgerichts
8C_325/2010 vom 2
7.
September 2010) oder
zumindest
- eine bewusste Verfälschung der medi
zinischen Untersuchungsergebnisse voraussetzt, etwa durch Vortäuschen eines beeinträchtigten Gesundheitszustandes mit dem Ziel, Versicherungsleistungen zu erschleichen (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
8C_920/2009 vom 2
2.
Juli 2010 E. 6.2).
Die
5.
IVG-Revision hat nichts daran geändert, dass in allen anderen Fällen selbst bei unentschuldbarer Verletzung der Mitwirkungspflicht, das heisst wenn kein Rechtfertigungsgrund erkennbar ist oder sich das Verhalten der ver
sicherten Person als völlig unverständlich erweist, zunächst ein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
durchgeführt werden muss (vgl.
- zum alten Recht - etwa Urteil
des Bundesgerichts
I 625/98 vom 2
6.
Juni 1999 E. 2).
3.4
Die Voraussetzungen für die Anwendung der
Ausnahmebestimmung
von
Art.
7b
Abs.
2 IVG
sind vorliegend nicht erfüllt.
Das Verschulden des Beschwerdeführers erscheint unter den gegebenen Umstän
den als eher gering. Zum Einen ist nicht auszuschliessen, dass die Ver
nachlässigung der Meldepflicht im Zusammenhang steht mit der bei
ih
m diag
nostizierten kombinierten Persönlichkeitsstörung sowie der rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode mit somatischem Syndrom (
Urk.
8/121 S. 12 f.). Zum Anderen
wurde der Bericht der
A._
zum Vorgespräch vom 1
6.
April 2015 erst am 1
1.
Mai 2015 und damit nach Ablauf der Meldefrist verfasst (
Urk.
8/155), weshalb es nicht als völlig unverständlich erscheint, dass der Beschwerdeführer - wie sein Rechts
vertreter mit Mail vom 1
9.
Mai 2015 (
Urk.
8/154) geltend machte - ohne ent
sprechende Informationen seitens der
A._
nicht gewusst habe, was er der Beschwerdegegnerin melden solle.
Warum die Beschwerdegegnerin, nachdem der Beschwerdeführer nicht wie vorge
sehen innert zehn Tag
en nach dem Vorgespräch in der
A._
Meldung betreffend das weitere Vorgehen erstattet hatte, deswegen nicht in der Lage gewesen sein sollte, die Durchführung der vorgesehenen stationären Behandlung zu überprüfen, ist nicht nachvollziehbar.
M
it Schreiben vom 17.
Februar 2015
hatte der Beschwerdeführer der
Beschwerdegegnerin
mitge
teilt, dass er eine Einladung zu einem
Vorgespräch in der
A._
am 1
6.
April 2015
erhalten habe (
Urk.
8/136). Der
beigelegten Kopie der
Einladung war der
Name des
vorgesehene
n
Therapeut
en
,
Dr.
med.
B._
, zu entnehmen (
Urk.
8/137).
Demnach wäre es der Beschwerdegegnerin ohne wei
teres möglich gewesen und sie wäre mit Blick auf den Untersuchungsgrundsatz dazu verpflichtet gewesen, sich direkt bei der
A._
oder allenfalls beim behandelnden Psychiater, mit dem sie bereits zuvor telefonischen Kontakt gehabt hatte (
Urk.
8/144), über den Stand der Dinge zu erkundigen.
3.5
Zusammenfassend liegt
demnach
keine schuldhafte Verletzung der
Mit
wirkungs
pflicht
im Sinne von
Art. 43 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 7b Abs. 2
lit
. d IVG
vor, indem der Beschwer
deführer nicht innert der von der
Beschwer
degegnerin
gesetzten Frist
über das Vorgespräch vom 1
6.
April 2015 betreffend
die stationäre Behandlung
informierte.
Demnach hat
die Besc
hwerdegegnerin zu Unrecht eine sofortige
Leistungsein
stellung
verfügt.
D
ie Verfügung vom
30
.
April 2015
ist daher aufzuheben und die Angelegenheit
zu
r
(
allfällig
en
)
Durchführung eines Mahn-
und
Bedenkzeit
verfahrens
und
hernach zu neuem Ent
scheid über das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers
an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen
.
3.6
Mit dem sofortigen Rückweisungsentscheid
erweisen
sich die prozessualen Anträge des Beschwerdeführers auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wir
kung der Beschwerde und auf die Durchführung eines zweiten
Schriftenwech
sels
(vgl. Urk. 1 S. 2
Ziff.
II und III)
als gegenstandslos
.
4.
4.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
5
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
4.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen, weshalb der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Prozessentschädi
gung
hat. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses und beim massgebenden Stundenansatz von
Fr.
2
2
0.-- (zuzüg
lich Mehrwerts
teuer) auf Fr. 1‘7
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.