Decision ID: 943cb7f7-6f51-4b94-ba8d-bb3ec6b88134
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1966 geborene
X._
, ohne abgeschlossene Berufsausbildung,
ist Mutter eines Sohnes (geb. 1992) und
reiste im März 2010 in die Schweiz ein
. Z
uletzt
arbeitete sie
als Reinigungskraft
während 10
Stunden wöchentlich bei der
Y._
AG und 7,
5 Stunden wöchentlich bei der
Z._
AG (
Urk.
9/1/2
,
Urk.
9/13, Urk.
9/40, Urk.
9/44/
2
f.
)
. Am
1.
Juli 2013 (Eingangsdatum) meldete sie sich unter Hinweis auf eine chronische Entzündung der Blase bei der
Sozialversicherungsan
stalt
des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invaliden
versicherung an (Urk.
9
/
1
).
Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk.
9/9, Urk.
9/21
)
sowie die Akten de
r
Krankentaggeldversicherer (
Urk.
9/2,
Urk.
9/14,
Urk.
9/22)
bei und h
olte Arbeitgeberbericht
e
(Urk.
9/13
,
Urk.
9/40
)
sowie Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
9/16-17,
Urk.
9/19,
Urk.
9/28
)
ein
.
Die IV-Stelle prüfte
ferner in einem persönlichen Gespräch
Eing
liederungsmassnahmen (
Urk.
9/7) und klärte die Verhältnisse vor Ort ab (Abklärungsbericht
betreffend
die
beeinträchtigte Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vom 2
9.
Januar 2015;
Urk.
9/44).
Gestützt darauf sowie auf die Berichte der behandelnden Ärzte sprach die IV-Stelle der Versicherten – nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(Vorbescheid vom 1
9.
März 2015 [Urk. 9/48], E
inwand vom 1
7.
April 2015 [Urk.
9/52]) – mit Verfügung vom 29. Mai 2015 eine vom
1.
Januar 2014 bis 3
0.
September 2014 befristete halbe Rente der Invalidenversicherung zu (
Urk.
2 [=
Urk.
9/68]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 2
3.
Juni 2015 Beschwerde und
stellte folgende Anträge:
„1.
Es sei der Beschwerdeführerin auch ab Oktober 2014 eine Rente nach
Massgabe eines Invaliditätsgrades von mindestens 53
%
weiter zu
gewähren
.
2.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, den Leidensabzug zu
prüfen.
3.
Eventualiter: Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ein
medi
zi
nisches Gutachten in Auftrag zu geben, um die gesundheitlich
bedingte Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit abzuklären.
4.
Eventualiter: Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, eine
Haushaltsabklärung durchzuführen, um die Einschränkungen, die in der
Haushaltstätigkeit bestehen, abzuklären.
5.
Eventualiter: Es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen.
6.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwer
de
gegnerin
“
(Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom
2
5.
August 2015 und unter Einreichung einer Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes der Invalidenversicherung (RAD
;
Urk.
8
)
beantragte die IV-Stelle Abweisung der Beschwerde (Urk. 7).
Mit Replik vom 2
9.
September 2015
hielt die Beschwerdeführerin an den Anträgen
Ziff.
1-3 sowie 6 fest
(
Urk.
12). Mit Eingabe vom 2
6.
Oktober 2015 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik (
Urk.
15), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2
8.
Oktober 2015 zur Kenntnis gebracht wurde
(Urk.
16
).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhe
bung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gege
ben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der
Ren
tenzusprechung
oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise
Herabsetzung
der
Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinwei
sen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Renten
anspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von
Geburts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren
Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne
Gesundheitsscha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
IVV
)
. Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des
Invalidi
tätsgrades
(BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Das
Valideneinkommen
ist nach Massgabe der ohne
Gesundheits
schaden
ausge
übten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Das Invalideneinkommen bestimmt sich entspre
chend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungs
massnahmen durch eine
ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeits
marktlage
erzielen könnte. Dabei kann das – vom Arzt festzulegende –
Arbeits
pensum
unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträch
tigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditäts
be
messungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheiden
den Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsa
chen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypo
thetischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebens
erfahrung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folge
rungen, die ausschliesslich – losgelöst vom konkreten Sachverhalt – auf die all
gemeine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten Indizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E. 3.5 und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013, je mit Hinweisen).
1.
5
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des
Art.
69
Abs.
2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil
des Bundesgerichts
9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushalt
führung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versi
cherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hin
weisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E.
6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
1.
6
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG (bis 31. Dezember 2007:
Art.
29
Abs.
1
lit
. b IVG) entspricht der Einbusse an funktionellem
Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich (
Art.
6 ATSG; BGE 105 V 156 E. 2a). Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt täti
gen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit ein
teilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt täti
gen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöhnung
oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichti
gende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne
Gesund
heitsschädigung
üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine ver
nünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungs
leistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminderungspflicht nicht etwa die Bewältigung der
Haushalttä
tigkeit
in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmit
glieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied fin
den lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung zugrunde liegenden, in
Art.
159
Abs.
2 und 3 ZGB zwischen den Ehegatten und in
Art.
272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittelbar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können (
Hon
sell
/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar,
3.
Aufl., Basel 2006,
N.
9 zu
Art.
272 ZGB;
Bräm
/
Hasenböhler
, Zürcher Kommentar,
3.
Aufl., Zürich 1998, N.
168 zu
Art.
159 ZGB), an der Schadenminderungspflicht der im Haushalt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbsbereich
darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt grundsätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den
Haus
haltbereich
davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumut
bar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_729/2009 vom 3
0.
November 2009 E. 4.1-3).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
erwog im
angefochtenen Entscheid
,
die Beschwerde
führerin sei im Zeitraum zwischen dem
5.
Januar 2013 und
dem
30.
September 2014 in ihrer Arbeitsfähigkeit
zu 100
%
eingeschränkt gewesen.
Im Aufgaben
bereich
habe
eine Einschränkung von 19
,
4
%
bestanden
.
In
Anwendung der gemischten Methode ergebe
sich
ein Invaliditätsgrad von 53
%
.
Seit
Oktober 2014 sei ihr
die Ausübung
einer körperlich leichten bis manchmal mittel
schweren Tätigkeit
,
ohne Bücken
,
wieder im Umfang
ihre
s
bisherigen
42
%
Pen
sum
s
zumutbar
. Bei gleichgebliebener Einschränkung im Aufgaben
bereich ergebe dies
einen Invaliditätsgrad von 11
%
(
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte in ihrer Beschwerde dagegen sinngemäss vor,
die Beschwerdegegnerin habe ihre Abklärungspflicht verletzt
, da a
us dem spär
lichen
Bericht des Stadtspitals
A._
, auf welchen die Beschw
erdegegnerin
als einzigen
abstelle,
die zumutbare
(teilzeitliche)
Arb
eitsfähigkeit
keineswegs
her
vor
gehe
und d
er Bericht in sich widersprüchlich
sei
.
I
m H
aushalt
sei ihr
keine Tätigkeit
mehr zumutbar
. E
i
ne Haushaltsabklärung
habe
bisher
noch
nicht
stattgefunden
.
Auch sei kein Leidensabzug geprüft worden
(
Urk.
1)
.
2.3
In der Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin aus, eine
Haushalts
abklärung
habe stattgefunden, der Bericht vom 2
9.
Januar 2015 liege bei den Akten. Des Weiteren hielt sie
unter Hinweis auf die Stellungnahme des RAD vom 2
5.
August 2015 (
Urk.
8)
an
i
hren Ausführungen und
Anträgen
fest (Urk.
7).
2.4
Replicando
brachte die Beschwerdeführerin vor, sie würde bei Gesundheit heute einem 100
%
-Pensum nachgehen
, sie habe nur teilzeitlich gearbeitet, da sie keine Vollzeitstelle habe finden können. Im Haushalt sei sie im selben Ausmass beeinträchtigt, wie sie es in ihrer angestammten Tätigkeit als Putzfrau sei. Dem
zufolge seien ihr die Tätigkeiten wie Wohnungspflege und Wäsche sowie
Klei
derpflege
nicht
mehr
zumutbar.
Die ihrem Ehemann und ihrem Sohn auferlegte Schadenminderungspflicht sei zu hoch angesetzt.
Hinsichtlich des Berichts des
A._
könne bezüglich der zumutbaren Arbeitsfähigkeit nur gemutmasst werden, weshalb weitere Abklärungen unerlässlich seien (
Urk.
12).
3.
3.1
Dem Bericht von Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, zuhanden der Beschwerdegegnerin, am 2
2.
August 2013 im ELAR erfasst, können folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit entnommen werden (
Urk.
9/16/9): Verdacht auf
multiloculäres
,
exsulsurieren
des
, teils solides Harnblasenkarzinom sowie rezidivierende Harnwegsinfekte bei
Urolithiasis
. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde eine Hypothyreose
, eine
n
ormachrome
normacitäre
Anämie sowie ein Hämatom Mamma rechts (Differentialdiagnose
:
tubuläres Adenom)
genannt
. Sodann führte
Dr.
B._
aus, die Beschwerdeführerin sei in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit seit dem 1
7.
Januar 2013 bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
9/16/10). Mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden (
Urk.
9/16/11).
Dr.
B._
hielt zudem fest, der Beschwerde
führerin sei es zumutbar, rein sitzende sowie wechselbelastende Tätigkeiten aus
zuüben, die Rotation im Sitzen/Stehen sei möglich sowie auch
das
Treppenstei
gen (
Urk.
9/16/5). Unter Ziffer 1.7 notierte der Hausarzt sodann zur Frage, ob die bisherige Tätigkeit aus medizinischer Sicht noch zumutbar sei,
dass
die bis
herige Tätigkeit zu 50
%
zumutbar
sei
und keine verminderte Leistungsfähigkeit
bestehe
(
Urk.
9/16/10).
3.2
Dem Bericht des Stadtspitals
A._
vom 2
7.
Oktober 2014
zuhanden der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
9/28) kann mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose eines Status nach Zystektomie mit Anlage eines Ileum-
Conduits
bei chronischer “
encrusted
cystitis
“ mit rezidivierender
Urosepsis
und einer Blasenkapazität mit zu
letzt 30ml entnommen werden. Als Diagnose ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde
eine
substituiert
e
Hypothyreose genannt
(
Urk.
9/28/6)
.
Im September 2014 sei eine Zystektomie vorgenommen worden, wobei die Beschwerdeführerin am 2
4.
August 2014 im
A._
eingetreten sei und dieses am 2
2.
September 2014 wieder verlassen
habe (Urk.
9/28/6).
Sie könne
als Stoma-Trägerin
sicherlich ihre Arbeit als Putzfrau nicht mehr aus
führen
. V
or allem das Bücken sei wegen der Schmerzen im Stoma-Bereich
ein Problem
.
Das Stoma sei als Dauerlösung angelegt worden. Es sei deshalb von einer stabilen Situation auszugehen.
Ansonsten bestünden aber ihres Wissens keine Einschränkungen. Tätigkeiten mit viel Körpereinsatz
seien nicht geeignet. Anfangs sei
sicherlich eine Tätigkeit mit reduziertem Pensum sinnvoll. Sollte die
Beschwerdeführerin
eine körperlich nicht sehr anstrengende Tätigkeit (bspw.
Büro) ausüben könne
n
, wäre eine Steigerung des Arbeitspensum
s im Verlauf sicherlich denkbar (
Urk.
9/28/7)
.
3.
3
Der Stellungnahme der für den RAD tätigen
Dr.
med.
C._
, Praktische Ärztin, vom
2.
Dezember 2014 kann entnommen werden, die 100%ige Arbeits
unfähigkeit als Unterhaltsreinigerin seit
5.
Januar 2013 aufgrund der
gestellten Diagnosen sei nachvollziehbar
. Seit Oktober 2014 bestehe
bei der Beschwerde
führerin
für alle körperlich leichten bis manchmal mittelschweren Tätigkeiten, ohne Bücken,
eine Arbeitsfähigkeit im bisherigen Pensum. Der Einstieg in die Tätigkeit werde stufenweise
empfohlen
(Urk.
9/46/5).
3.
4
Am 1
4.
Januar
201
5
erfolgte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähig
keit in Beruf und Haushalt
in Anwesenheit eines Dolmetschers
. Im
Abklärungs
bericht
vom
2
9.
Januar 201
5
(
Urk.
9/44) hielt die Abklärungsperson
D._
fest, die Beschwerdefüh
rerin habe angegeben, ab dem 1.
Juli 2010 als Reinigerin bei der
Y._
AG im Umfang von 10
Stunden wöchentlich gearbeitet zu haben. Bei Bedarf habe sie unregelmässig auch Krankheitsvertretungen gemacht und mehr gearbeitet. Per 2
8.
Februar 2015 habe sie die Kündigung ihrer Arbeitgeberin erhalten. Ab dem
1.
März 2011 habe sie zusätzlich als Reinigerin bei der
Z._
AG im Ausmass von 7.5 Stunden wöchentlich gearbeitet.
Sie habe
zwar
noch keine Kündigung erhalten, bekomme aber seit Januar 2015 keinen Lohn mehr.
Ein fix
es
höheres Pensum sei
bei beiden
Arbeitgeber
innen
nicht möglich gewesen.
Seit Januar 2013 sei sie krankgeschrieben und habe nicht mehr gearbeitet.
Sie habe in der Schweiz keine weiteren ausserhäuslichen Erwerbstätigkeiten ausgeübt. Sie habe zwar weitere Teilzeitstellen gesucht, aber keine Arbeit gefunden. Wegen der Sprache habe sie immer wieder Absagen erhalten. Bewerbungsunterlagen habe sie keine, denn sie habe sich immer telefonisch beworben.
Vielfach –
vor allem auch
in
Restaurants
–
würde italienisch
ge
spr
o
chen und so habe sich die
Beschwerde
führerin
am Telefon verständigen können (
Urk.
9/44/3).
Die Abklärungsperson hielt weiter fest, d
ie
Beschwerdeführerin
sei seit
dem
29.
Dezember
1989 ver
heiratet
und habe a
m
6.
Mai
1992 ein Kind
geboren
. Aktuell wohne sie mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn zusammen
, wobei der
Ehemann zu 100
%
als Bauarbeiter tätig
s
ei und dabei monatlich rund Fr.
4‘000.-- verdiene
. Er leide unter Rückenschmerzen und habe Leberprobleme
; a
nsonsten gehe es ihm gesundheitlich gut. Der Sohn arbeite temporär als Bauarbeiter. Wenn er Arbeit habe, arbeite er im 100
%
-Pensum
; ma
nchmal finde er
jedoch
für einige Zeit
keine Arbeit.
Er gebe von seinem Lohn zuhause nichts ab.
Gesundheitlich gehe es dem Sohn gut.
Die Miete betrage zwischen Fr.
900.-- und Fr. 950.--
(
Urk.
9/44/3)
.
Laut
den
Angaben der
Beschwerdeführerin
hätte sie bei Gesund
heit ihre zwei bisherigen Jobs weitergeführt
und parallel
dazu nach weiteren
Teilzeitstellen gesucht. Sie hätte
aus finanzielle
n
Gründen
insgesamt
bis
zu
100
%
gearbeitet
(
Urk.
9/4
4/4
)
.
D
ie Beschwerdeführerin
habe
mit beiden Arbeit
sstellen ein Pensum von etwa
42
% erreicht und
sei
in der Schweiz nie
in
einem höheren Pensum
erwerbstätig gewesen
. Ausserdem verwerte sie die vom RAD in d
er Stellungnahme vom 2.
Dezember 2014
angegebene Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit nicht. Deshalb
könne bei der Qualifikation nur
im
bisher
ausgeübte
n
Pen
sum
von 42
%
eine
Erwerbstätigkeit
angenommen werden
und
sei für die
restli
chen
58
%
vom Aufgabenbereich
Haushaltstätigkeit auszugehen
(Urk.
9/44/4).
Zum Bereich Wohnungspflege notierte die Abklärungsperson,
die tägliche
Kehr mache jeder selbst, was schon immer so gewesen sei. Das Abstauben erledige die Beschwerdeführerin verlangsamt selbständig. Aus gesundheitlichen Gründen übern
ä
hme
n
der Ehemann oder der Sohn das Staubsaugen und das
Feuchtauf
nehmen
der Böden. Der Sohn müsse
ohnehin
sein Zimmer selber sauber halten
, was schon immer so gewesen sei
.
A
u
ch die
oberflächliche Badreinigung mache
– wie bisher –
jeder
selbst. Die gründliche Badreinigung werde wiederum vom Ehemann oder
vom
Sohn übernommen. Das tägliche Betten und
Neube
ziehen
seines
Bettes
mache
der Sohn selbst
, was schon immer so gewesen sei
. Die
Beschwerdeführerin
bette unter der Woche nicht und
auch
am Wochenende mache
dies
der Ehemann
; dies obwohl d
ie Beschwerdeführerin
angegeben habe
, dass ihr das tägliche Betten möglich wäre.
Der Ehemann beziehe zudem das
Ehebett frisch. A
us gesundheitlichen Gründen
werde die Fensterreinigung und das Auf- und Abhängen der Vorhänge ebenfalls vom Ehemann oder Sohn über
nommen.
Folglich sei es de
m Ehemann und dem Sohn
z
umutbar, abwech
selnd das Staubsaugen und Feuchtaufnehmen der Böden zu übernehmen. Dem Ehemann
sei es zudem
zumutbar, das Frischbeziehen des Ehebettes zu über
nehmen. Die Mithilfe bei der gründlichen Badreinigung, bei der
Fensterreini
gung
und beim Auf- und Abhängen der Vorhänge
sei
bei der Einschränkung berücks
ichtigt
worden
.
Bei einer mit 20
%
gewichteten Einschränkung von 24
%
mache dies
– im Sinne einer Teilsumme –
eine 4,8%ige Behinderung aus (Urk. 9/44/6).
Zum Teilbereich Wäsche und Kleiderpflege wurde festgehalten, die Familie habe jeweils am Samstag Waschtag und wasche
etwa
drei bis vier Maschinen wöchentlich. Die Beschwerdeführerin sortiere die Wäsche selbständig, welche anschliessend vom Ehemann oder vom Sohn in die Waschküche getragen werde. Das Einfüllen und Starten der Maschine und des Tumblers werde eben
falls unter Anleitung der Beschwerdeführerin
durch den Ehemann oder Sohn
übernommen
; dies obwohl die Beschwerdeführerin angegeben habe
, dies auch
selbständig zu können. Die gesamte Wäsche werde
getumblert
. Nach dem Wasche
n würden
wiederum der Ehemann oder der Sohn die Wäsche zurück in die Wohnung
tragen
, wo die Beschwerdeführerin diese selbständig zusammen
lege. Jeder versorge seine Wäsche selbständig, was schon immer so gewesen sei.
Wegen der
gesundheitlichen
Einschränkung
der Beschwerdeführerin bügle nun mehrheitlich der Sohn für die ganze Familie, selten auch der Ehemann. Die
Beschwerdeführerin
habe früher dafür jeweils
rund eineinhalb bis zwei
Stunden wöchentlich gebraucht. Der Sohn benötige dafür jedoch mehr Zeit.
Diesem sei
es zumutbar, die Wäsche in die Waschküche und später wieder in die Wohnung zu tragen. Die
Beschwerdeführerin
arbeite nicht mehr und der Ehemann und der Sohn
würden auf dem
Bau
arbeiten
. Es
sei
der Familie möglich,
behinderungs
angepasste
Kleider zu tragen, welche nicht gebügelt werden müss
t
en. Wenn es bei Bedarf für die Freizeit doch mal etwas zum Bügeln g
ebe
,
sei
es dem Ehe
mann und dem Sohn zumutbar, die eigenen Sachen selbst zu bügeln. Der
Beschwerdeführerin sei es
zumutbar
,
auch in der Freizeit
behinderungsange
passte
Kleider zu tragen, die nicht gebügelt werden müss
t
en
.
Es
bestehe
somit
keine Einschränkung, weshalb d
er
Beschwerdeführerin bei
15
%
iger Gewichtung
in diesem Teilbereich keine Behinderung an
gerechnet werde
(
Urk.
9/44/7)
.
4.
4.1
4.1.1
Es ist unbestritten und erstellt
, dass die Beschwerdeführerin
zum
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung an einem Status nach Zystektomie mit Anlage eines Ileum-
Conduits
bei chronischer “
encrusted
cystitis
“ mit rezidivierender
Urosepsis
litt (vgl. Urk. 9/28/6).
Ebenfalls ist unbestrittenermassen – gestützt auf den
am 2
2.
August 2013 im ELAR erfassten Bericht
von Dr.
B._
(vgl. Urk. 9/16)
–
im Zeitraum zwischen Januar 2013 und Oktober 2014 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen.
Strittig und zu prüfen ist jedoch
, ob
ab Oktober 2014
von einer Verbesserung des Gesundheitszustands auszugehen ist
.
4.
1.2
Auf den Be
richt des Stadtspitals
A._
vom 2
7.
Oktober 2014 (
Urk.
9
/28) kann entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin abgestellt werden. So geht daraus klar
hervor, dass
– dank der durchgeführten Zystektomie –
jegliche Tätigkeit, bei welcher sich die Beschwerdeführerin nicht bücken müsse und wel
che körperlich leicht bis manchmal mittelschwer sei, als zumutbar zu erachten sei, dass dieses Belastungsprofil die Tätigkeit als Putzfrau ausschliesse und ansonsten keine Einschränkungen bestünden (Urk. 9/28/7). Die von der
Beschwerdeführerin gerügte Widersprüchlichkeit ist nicht ersichtlich. Da somit feststeht, dass zumindest das bisher ausgeübte Pensum von
rund 42
%
zumut
bar ist und sie – wie nachstehend zu zeigen sein wird (vgl. E. 4.
2
) – auch im Gesundheitsfall kein höheres Pensum an
genommen hätte
, kann offen bleiben, in welchem (maximalen) prozentualen Pensum eine angepasste Tätigkeit – nach erfolgter
Pensumssteigerung
– zumutbar wäre
.
Diese Beurteilung erscheint angesichts der weiteren Feststellungen der Ärzte des
A._
sowie auch derjenigen de
r
RAD
-Ärztin
(vgl.
Urk.
9/46/5) nachvollziehbar. Auch die
mit Ver
nehmlassung
ein
gereichte Stellungnahme von Dr.
C._
vom 2
5.
August 2015 steht dem nicht entgegen. Sie wendet sich darin von ihrer ursprünglichen Stellungnahme vom 2. Dezember 2014,
worin sie dafür hielt,
d
ass seit Oktober 2014 alle körperlich leichten bis manchmal mittelschweren Tätigkeiten zumut
bar seien
,
nicht ab
(
vgl.
Urk.
8 S. 2).
4.
1.3
Nach dem Gesagten steht mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass
die
Beschwerde
führerin in ihrer angestammten und zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Reinigerin
von
Januar 2013
bis Oktober 2014
zu 100 % arbeitsunfähig
war
sowie
dass seit Oktober 2014
von einem wesentlich verbesserten Gesundheitszustand auszuge
hen ist und ihr
eine angepasste körperlich leichte bis manchmal mittelschwere Tätigkeit (ohne Bücken) zumindest im zuletzt ausgeübten Pensum
zumutbar ist
.
4.2
4.2.1
Strittig und zu prüfen ist sodann die für die Wahl der Methode der
Invali
ditätsbe
messung
ausschlaggebende Statusfrage (E. 1.
4
)
4.2.2
Die Beschwerdeführerin behauptete,
dass sie
ohne Gesundheitsschaden
aus finan
ziellen Gründen
zu 100 %
arbeits
tätig
wäre und
dass
sie stets eine
Voll
zeitstelle
gesucht, jedoch keine gefunden
habe
.
4.2.3
Den Akten lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
bei ihrer letzten Arbeitsstelle
bei der
Y._
AG
während zehn Stunden pro Woche
, was a
usgehend von einer 42-Stunden-Woche einem Pensum von 23,8
1
%
ent
spricht (
Urk.
9/13/10) und
seit März 2011
bei der
Z._
AG während 7,5
Stunden wöchentlich, was ausgehend von einer 42-St
unden-Woche einem Pensum von 17,
86
%
entspricht
(
Urk.
9/40/2), beschäftigt war
. Insgesamt lässt sich
ab März 2011
ein
Beschäftigungsgrad von rund
42
% errechnen.
S
eit ihrer Einreise in die Schweiz
hat die Beschwerdeführerin
noch nie
in
ein
em
höhere
n
Pensum
gearbeitet
; dies obwohl ihr Sohn (geb
oren
1992) bereits bei der Einreise in die Schweiz im Jahr 2010 volljährig war und sie somit keine entsprechenden Erziehungsaufgaben mehr wahrnehmen musste
(vgl.
Urk.
9/21 sowie
Urk.
9/13 und
Urk.
9/40).
Es ist
somit
nicht
nachgewiesen
, dass die Beschwerdeführerin
ohne Gesundheitsschaden
ihre aktuellen
Pensen
erhöh
t
oder
zu
ein
em
Vollzeit
pensum
ergänzt hätte
. Angesichts der aktenkundigen Einnahmen der Beschwer
deführerin sowie ihres Ehemannes
und aufgrund
des relativ geringen Mietzinses
sowie
der weiteren fixen Ausgaben (vgl. 9/44/3)
erscheint
dies
zudem aus finanziellen Gründen
nicht zwingend
notwendig
. Ferner dürfte aus wirtschaftli
cher Notwendigkeit allein nicht auf eine volle Erwerbstätigkeit geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_286/2013 vom 2
8.
August 2013 E. 4.4).
Dass die Be
schwerdeführerin – wie sie vorbringt – Suchbemühungen getätigt hatte, basiert allein auf ihren Angaben gegenüber der Abklärungsperson (vgl. Urk. 9/44/3)
und ist in
keinster
Wei
se belegt
, weshalb
keine
ernsthaften
Such
bemühungen
ausgewiesen sind
.
4.2.
4
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwer
deführerin ohne Gesundheitsschaden auch heute noch einem
42
%-Pensum nachgehen würde. Aufgrund der Qualifikation der Beschwerdeführerin als
Teil
zeiterwerbstätige
mit Betätigung im Aufgabenbereich (
rund
58
%
) kommt vor
liegend die gemischte Methode zur Anwendung.
4.3
4.3
.1
Strittig und zu prüfen ist ausserdem
der Teilinvaliditätsgrad
im Aufgabenbe
reich.
4.3.2
Die Abklärung der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit im Haushalt vom
29. Januar 2015 (
Urk.
9/
44
)
wurde im Beisein
eines Übersetzers
und in Kenntnis der Diagnosen und Beschwerden der Beschwerdeführerin
(rezidivierende Harn
wegsinfekte bei
Urolithiasis
und Status nach Zystektomie mit Anlage eines Ileum-
Conduits
bei chronischer “
encrusted
cystitis
“ mit rezidivierender
Urosep
sis
)
vorgenommen. Der Bericht enthält eine eingehende Abklärung der
Wohn
verhältnisse
sowie der im Haushalt der Beschwerdeführerin anfallenden Tätig
keiten. In Übereinstimmung mit der diesbezüglichen Verwaltungspraxis wurden darin die im Haushalt anfallenden Tätigkeiten in sieben Aufgabenbereiche auf
geteilt (Haushaltführung, Ernährung, Wohnungspflege, Einkauf, Wäsche und
Kleider
pflege
, Betreuung von Kindern oder anderen Familienangehörigen, Ver
schiedenes). Die sieben Aufgabenbereiche wurden nach deren prozentuale
r
Gewichtung im Vergleich zu sämtlichen anfallenden Tätigkeiten bewertet. Die Abklärungsperson ermittelte sodann für jeden der Bereiche die konkrete Behin
derung, woraus gesamthaft eine Einschränkung von
19,4
% resultierte. Die Abklärungsperson berücksichtigte dabei die Angaben der Beschwerdeführerin und begründete ihre Einschätzung ausführlich, pla
usibel und nachvollziehbar. Der Abklärungsbericht ist entsprechend voll beweiskräftig (vgl. E.
1.5
).
4.3.
3
Den Vorbringen der Beschwerdeführerin zu den einzelnen Punkten des
Abklä
rungsberichtes
(Urk. 1
2
S.
3 f.
) ist entgegenzuhalten, dass die
Ab
klärungs
per
son
die rechtsprechungsgemäss ü
bliche Mithilfe des 1992
geborenen
Sohnes
und
ihres
Ehemannes berücksichtigte, was nicht zu beanstanden ist
(vgl. E. 1.6)
.
Arbeiten, welche der Ehegatte und der Sohn im Haushalt ausüben, welche über das üblicherweise Zumutbare hinausgehen, wurden durch die Abklärungsperson unter Ermessensbetätigung berücksichtigt.
Eine Ermessensüber- oder -unterschreitung der Abklärungsperson ist nicht ersicht
lich.
Dies gilt umso mehr, als gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung die Mitwirkungspflicht der Familienangehörigen weiter geht als die ohne
Gesund
heitsschädigung
üblicherweise zu erwartende Unterstützung (BGE 133 V 509).
Daraus ergibt sich ohne weiteres, dass die Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich tiefer ist als die zumutbare Tätig
keit im Haushaltsbereich, da dabei auch die Schadenminderungs- respektive Mitwirkungspflicht der Familienangehörigen berücksichtigt wird.
Ob vorliegend die durch die Abklärungsperson vorgenommene
Bemessung
der Einschränkungen in den Bereichen Wohnungspflege sowie
Wäsche und
Kleider
pflege
angesichts
dessen, dass die Beschwerdeführerin
als Reinigungsangestellte
zu 100
%
arbeitsunfähig ist,
angemessen
ist
, kann
im Übrigen
offen
bleiben, da selbst bei Anrechnen einer
hälftigen
Einschränkung
aufgrund der gesamtheitli
chen Gewichtung
dieser beiden Teilbereiche
von
total
35
%
kein
rentenbegrün
dender
Inval
i
ditätsgrad resultieren würde
(vgl. E.
5.6
).
5
.
5.1
Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit im Zeitraum zwischen Januar 2013 und Oktober 2014 sowie von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit bezogen auf das zuletzt ausgeübte Pensum von
42
%
seit Oktober 2014
bleibt anhand des Einkommensvergleichs
zu
prüfen
, wie sich die gesundheitliche Beeinträchtigung in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
5.2.
1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mens
entwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt
worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausge
gli
chenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Fest
setzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
tur
erhebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
5.2.
2
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der
Invaliditätsbe
messung
nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren
Ein
kommensniveau
begnügen
wollte
. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleich
mässig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss entweder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entspre
chende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statisti
schen Wertes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen). Eine Parallelisierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massgebenden Durchschnitt deutlich ist. Deutlich unterdurchschnittlich im Sinne von
BGE 134 V 322
E. 4 ist der tatsächlich erzielte Verdienst, wenn er mindestens 5
%
vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn abweicht (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2).
Die Parallelisierung der Einkommen trägt somit dem Umstand Rechnung, dass die versicherte Person als Invalide realistischerweise nicht den Tabellenlohn erzielen kann, weshalb ein entsprechend tieferes Invalideneinkommen anzunehmen ist (BGE 135 V 58 E. 3.4.3, Urteil des Bundesgerichts 9C_488/2008 vom 5. September 2008 E. 6.4, zusammengefasst in: SZS 2008 S. 570; Urteile des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 7.2.2; I 630/02 vom 5. Dezember 2003 E. 2.2.2). Kann tatsächlich oder zumutbarerweise ein durchschnittliches Invalideneinkommen erzielt werden, dann besteht kein Grund, ein aus wirtschaftlichen Gründen unterdurchschnittliches Valideneinkommen auf ein durchschnittliches hochzurechnen. Denn mit einer solchen Vorgehensweise würden in gesetzwidriger Weise Einkommenseinbussen berücksichtigt, die nicht gesundheitlich bedingt sind. Entsprechend der gesetzlichen Regelung ist somit das (zumutbare) Invalideneinkommen nicht demjenigen Einkommen gegenüberzustellen, das ohne Gesundheitsbeeinträchtigung bei vollständiger Ausschöpfung des wirtschaftlichen Potenzials zumutbarerweise hätte erzielt werden können, sondern demjenigen, das konkret erzielt worden wäre (BGE 135 V 58 E. 3.4.3 in fine). Sind die Voraussetzungen der Einkommensparallelisierung erfüllt, weil die versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen infolge fehlender Berufsausbildung und mangelhafter Sprachkenntnisse ein unterdurchschnittliches Valideneinkommen erzielt hatte, welches um mindestens 5 % unter dem branchenüblichen LSE-Tabellenlohn liegt, so vermögen dieselben Faktoren praxisgemäss nicht zusätzlich auch noch einen Leidensabzug zu begründen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.2).
5
.3
Beim Einkommensvergleich stützte sich die Beschwerdegegnerin hinsichtlich des
Valideneinkommens
auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberinnen der Beschwerdeführerin
, die
Y._
AG und
die
Z._
AG
. Erstere
meldete
n
ihr für das Jahr 2013 einen Stundenlohn von Fr.
18.--
und eine betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit (100
%
-Pensum) von 42 Stunden (Urk.
9
/
13
/
10
). Ferner teilte sie der Beschwerdegegnerin mit, dass sie prozentual pro Monat eine Ferien
- und Feiertags
entschädigung
sowie anteilig den 13. Monatslohn
ausbezahle (Urk.
9
/
13
/
10
).
Die
Z._
AG hätte im Jahr 2013 einen Stundenlohn von
Fr.
17.60 ausbezahlt (
Urk.
9/43/1) bei einer betriebsüblichen Wochenarbeitszeit von 42 Stunden (
Urk.
9/40/2), wobei auch sie monatlich anteilig den 1
3.
Monatslohn sowie eine Feier- und
Ferientags
entschädigung
entrichte
(Urk.
9/43/1).
Gestützt auf diese Angaben ist mit der Beschwerdegegnerin von einem
Jahreseinkommen
(Stand 2013)
von Fr.
17‘
57
5
.
5
0
auszugehen
(
Y._
AG:
Fr.
18,00
Stundenlohn x
10
Stunden x 52 Wochen + 8,33 % Anteil 13. Monatslohn; jedoch ohne
8,33
% Ferienentschädigung und
1,2
% Feiertagsentschä
digung =
Fr.
10‘13
9
.
70
;
Z._
AG: Fr. 17,60 Stundenlohn x
7,5
Stunden x 52 Wochen + 8,33
% Anteil
13. Monatslohn; jedoch ohne 8,33 % Ferienentschädigung und 1,2 % Feiertagsentschädigung =
Fr.
7‘
43
5
.
80
;
vgl.
Urteil des Bundesgerichts I 305/00 vom 8. April 2002 E. 2b/cc).
Die Be
messung des Invaliditätsgrads ist für den Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns (2014 bei Anmeldung im Juli 2013) vorzunehmen
. Ange
passt an die Nominallohnentwicklung ergibt sich im Jahr 2014 somit ein
Vali
deneinkommen
von
Fr.
17‘7
41
.
45
(
Fr.
17‘57
5
.
5
0,
Index
stand
2648 [2013] auf 2673 [2014];
vgl. Bundesamt für Statistik, Schwei
zerischer Lohnindex, T 39: Entwicklung der Nominallöhne, der
Konsumenten
preise
und der Reallöhne, 1976-2015
).
Das
Valideneinkommen
wird vo
n der
Beschwerdeführer
in
nicht bestritten.
5
.4
Bei einer Berechnung gemäss der LSE 2012 ergäbe sich für das Jahr
2014
gestützt auf die Tabelle T
A1
(S.
3
4
) für Frauen,
Wirtschaftszweig 96
[sonst.
p
ersönliche Dienstleistungen]
,
Kompetenzniveau 1,
bei einem Tabellenlohn von Fr.
3‘
610
.
-- ein Einkommen von Fr.
4
5
‘
89
9.--
(Fr.
3
‘
610
.-- x 12 : 40 x 41,7
: 2630 x 2673
) für ein 100
%
-Pensum und ein Einkommen von Fr.
19
‘
278
.--
für ein
42
%
-Pensum
. Ef
fektiv
zu erziel
en vermochte die
Beschwerdeführer
in
aller
dings
20
1
4
in
ihrer
Anstel
lung
im Reinigungswesen l
ediglich Fr.
17
‘
7
41
.
4
5
, was ei
nem Minderlohn von
Fr.
1
‘
536
.5
5
, respektive gerundet
8
% (Fr.
1
‘
536
.
55
:
Fr.
19‘
27
8.--
x 100), entspricht. Das Invalideneinkommen ist somit um
3
% zu reduzieren
(E. 5.2.2)
.
5
.5
Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist mit der IV-Stelle auf die
Tabel
lenlöhne
der LSE
(2012)
abzustellen. Es ist von einem monatlichen Einkommen von weiblichen Hilfskräften von Fr. 4‘112.-- (
LSE 2012, TA1 Monatlicher Brut
tolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Kompetenzniveau 1, Frauen, Total
) auszugehen. Unter Be
rück
sichtigung der durchschnittlichen Ar
beits
zeit im Jahr 201
4
von 41.7 Stun
den pro Woche
(BFS, T 03.02.03.01.04.01, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilung in Stunden pro Woche, Total)
sowie der
Nominalloh
nentwicklung
bis ins Jahr 201
4
(Indexstand 2
630
[201
2
] auf 2
673
[201
4
],
vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39: Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2015)
ergibt sich bei einem zumutbaren Arbeitspensum von
42
% ein Jahreseinkommen von Fr.
21‘
958
.
50
(Fr. 4‘
112
.-- : 40 x 41.7 x 12 : 2
630
x 2
673 x
42
%
).
Vom
hypothetischen Jahreseinkommen 2014
im Betrag von
Fr. 21‘
958.50
sind
aufgrund der vorzuneh
menden Parallelisierung
3
% abzuziehen
, woraus ein Invalideneinkommen in der Höhe von
Fr.
2
1
‘
299
.
75
resultiert
.
Die Frage
, ob ein zusätzlicher Leidensabzug zu gewähren ist
,
kann offen bleiben.
Es würde näm
lich auch dann kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren, wenn der maximale Abzug von 25
%
gewährt würde.
Bei Vornahme eines Abzuges von 25 % würde
das
Invalid
enein
kommen
Fr. 15‘
974
.
80
(
Fr. 21‘
299
.
7
5
x 75 %) betragen und es resultierte ein
rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von gerundet 2
1
%
(
[
Fr.
17‘
7
41
.
45
-
Fr. 15‘
174
.
80
]
:
Fr.
17‘7
41
.
45
x 100
=
9
,
96
%
Teilinvaliditätsgrad
im Erwerbsbereich + 11,25
%
Teilinvaliditätsgrad im Aufga
benbereich
; zur Run
dung: BGE
130 V 121 E. 3.2)
.
5
.6
Während im Zeitraum zwischen Januar 2013 bis September 2014 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit auszugehen ist
und unter Berücksichtigung, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall ihr
42
%
Pen
sum beibehalten hätte, liegt im Erwerbsbereich eine 100%ige Ein
schränkung und ein Teilinvaliditätsgrad
von
42
%
vor
.
Im Aufgabenbereich ist – b
ei einem Anteil
von
58
%
und einer Einschränkung von 19
,
4
%
ein
Teil
invali
ditätsgrad
von 11,
25
%
erstellt. In Anwendung der gemischten Methode ergibt dies einen
Invaliditätsgrad von
gerundet 53 %
.
In der Zeit ab Oktober 2014 ist von einer mindestens
42
%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer Verweistätigkeit auszugehen.
Wird das
Validen
einkommen
2014 von Fr. 17‘7
41
.
4
5 dem Invalideneinkommen
von
Fr. 2
1
‘
299
.
75
gegenübergestellt, resultiert
k
eine Erwerbseinbusse
sowie ein
Teilinvaliditäts
grad
von 0
%
.
Im Aufgabenbereich ist wiederum von einem Teilinvaliditätsgrad von 11
,
25
%
auszugehen. In Anwendung der gemischten Methode ergibt dies einen
rentenausschliessende
n
Invaliditätsgrad von
gerundet 11 % (zur Run
dung: BGE
130 V 121 E. 3.2).
5
.7
Ein rente
nbegründender Invaliditätsgrad
von 53
%
lag demnach von Januar 2013 bis September 2014 vor. Unter Berücksichtigung des Wartejahres sowie der sechsmonatigen Wartefrist nach Geltendmachung des Anspruchs im Sinne von
Art.
29
Abs.
1 IVG ist mit der Beschwerdegegnerin von einem
Rentenbe
ginn
ab Januar 2014 auszugehen. Da der Klinikaustritt der Beschwerdegegnerin am 2
2.
September 2014 erfolgte
(vgl.
Urk.
9/28/6)
und die Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ohne wesentliche Unterbrüche drei Monate gedauert haben muss (
vgl.
Art.
88a
Abs.
1 IVV),
was am
1.
Oktober 2014 offensichtlich noch nicht der Fall war,
steht der Beschwerdeführerin
bis
3
1.
Dezember
201
4
– und nicht bis
3
0.
September
2014 - eine halbe
Rente zu
.
6
.
Somit ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde festzustellen, dass d
ie
Beschwerdeführer
in
vom
1.
Januar
201
4
bis
31. Dezember
201
4
Anspruch auf eine
halbe
Invalidenrente hat. Im Übrigen (Rentenanspruch ab Januar 201
5
) ist die Beschwerde abzuweisen.
7
.
7
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie zu einem Siebtel (
Fr.
100.--) der Beschwerdegegnerin und zu sechs Siebteln (Fr. 600.--) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
7
.2
Bei diesem
Ausgang des Verfahrens steht der
Beschwerdeführer
in
eine
redu
zierte
Prozessentschädigung
für das Beschwerdeverfahren
zu
.
Diese ist nach
Art. 61
lit
.
g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das
Sozialversi
che
rungs
gericht
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses
zu bemessen und auf
ins
gesamt Fr.
300.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.