Decision ID: a947f0b5-1799-46fb-bd3e-3dfb3df77999
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1956, arbeitete nach seiner Einreise in die Schweiz ohne Berufsausbildung zunächst als Gipser, seit März 2003 als Ausrüster/Chauffeur bei der
Y._
(Urk. 7/12, Urk. 7/62/17). Am 28. August 2007 erlitt er anlässlich eines Verkehrsunfalles mit Seitenkollision eine HWS-Distorsion sowie Kontusion der linken Schulter und des Thorax (Urk. 7/
60/375
). Nach Wieder
aufnahme der Arbeit (November 2007) rutschte
X._
am 14.
Februar 2009 auf
dem Eis aus und fiel auf das rechte Bein mit Distorsion des rechten Knies (Urk. 7/2/3
, Urk. 7/19/7
). Infolge persistierender Nacken- und linksseitiger Schulterschmerzen unterzog er sich am 26. März 2009 im
Z._
einer diagnostischen Schulterarthroskopie links mit Tenodese der langen
Bizeps
sehne, AC-Gelenksresektion sowie einer Acromioplastik links (Urk. 7/7
/50). Im gleichen Jahr am 10. September 2009 liess der Versicherte ebenfalls im
Z._
eine diagnostische Kniearthroskopie rechts mit Teilmeniskus
resek
tion lateral sowie Osteophytenabtragung und Narbenentfernung intercondylär rechts durchführen (Urk. 7/11/7). An der linken Schulter erfolgte am 16. Septem
ber 2010 ein weiterer Eingriff mit Rekonstruktion der
Rotatorenman-schette
und Stabilisation der Clavicula in der
A._
(Urk. 7/35). Ferner wurde im Zuge neurologischer Abklärungen im September 2010 als Zufallsbefund eine Ausweitung der
Arteria
vertebralis links (Aneurysma) fest
-
gestellt (Urk. 7/36/2
6
). Nachdem
X._
seit dem 22. März 2009 nicht mehr gearbeitet hatte (Urk. 7/12), kündigte die Arbeitgeberin das Arbeits
ver
hältnis per Ende Mai 2010 (Urk. 7/62/11 und Urk. 7/68/3). Seither geht er keiner Erwerbstätigkeit mehr nach und bezieht Sozialhilfe.
2.
Am 25. August 2009 meldete sich
X._
bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf seine gesundheitlichen Probleme an der linken Schulter, dem rechten Knie sowie an Milz und Herz zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3). Die IV-Stelle zog einen Auszug aus dem Indivi
duellen Konto des Versicherten (Urk. 7/9, Urk
.
7/28 und Urk. 7/68) sowie die Unfallversicherungsakten bei (Urk. 7/7, Urk. 7/21, Urk.
7/31
) und ersuchte die behandelnden Ärzte (Urk. 7/11, Urk. 7/19) sowie die (ehemalige) Arbeitgeberin um Auskunft (Arbeitgeberbericht vom 13. Oktober 2009, Urk. 7/12). Die für beide Ereignisse zuständige Unfallversicherung ihrerseits stellte ihre Leistungen
sowohl für die rechtsseitigen Kniebeschwerden (ab 10. September 2009) als au
ch die linksseitigen Schulter/Nackenbeschwerden (ab 28. Oktober 2008) ein. Mit
Rechtsmittelentscheid vom 10. November 2011 (Prozess Nr. UV.2010.00321) ve
r
pflichtete das hiesige Gericht die Unfallversicherung zu weiteren medizini
sche
n
Abklärungen hinsichtlich Unfallkausalität der Knie- und Schulterbe
schwerden (Urk. 7/49). Dieses Urteil vollziehend beauftragte die Unfallversi
che
rung die Begutachtungsstelle
B._
, mit einer orthopädischen Begutachtung des Versicherten (Urk. 7/54), die im Zuge der Aktenergänzungen interdisziplinär auf die Fachdisziplinen Neuro
logie, Innere Medizin und Psychiatrie (Urk. 7/60/16-18) ausgeweitet wurde und der sich die IV-Stelle mit Zusatzfragen anschloss (Schreiben vom 14. März 2012, Urk. 7/55; vgl. auch Urk. 7/61/39-41). Die gutachterlichen Untersuch
ungen fanden vom 6. bis 9. November
2012 sowie - erneut orthopädisch (vgl. Urk. 7/61/7) - am 21. August 2013 statt und das interdisziplinäre Gutachten wurde am 18. März 2014 erstattet (Urk. 7/62). Gestützt hierauf teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 1. September 2014 mit, dass für den Zeitraum Februar 2010 bis Ende Juni 2011 Anspruch auf eine ganze Inva
lidenrente bestehe (Urk. 7/71). Gegen die Befristung wandte sich der Be
schwerdeführer mit Schreiben vom 26. September 2014 (Urk. 7/78), ergänzt am 5. Juni 2015 (Urk. 7/93), unter Beilage diverser ärztlicher Berichte. Die IV-Stelle ersuchte die Gutachter des
B._
um eine Stellungnahme (Urk. 7/84) und holte bei den behandelnden Ärzten Verlaufsberichte ein (Bericht der Chirurgi
schen Klinik
C._
vom 26. Juni 2015 [Urk. 7/98], Bericht der
D._
, Dr. med.
E._
, Orthopädische Chirurgie FMH, vom 19. August 2015 [Urk. 7/105], Bericht von Dr. med.
F._
, Facharzt FMH für Neurologie, vom 21. August 2015 [Urk. 7/107], Bericht von
G._
, Facharzt FMH für Psychiatrie, vom 29. September 2015 [Urk. 7/111], Bericht der
A._
, Kniechirurgie, vom 8. Oktober 2015 [Urk. 7/113], Bericht des
H._
, Klinik für Neuroradiologie, eingegangen am 4. Januar 2016 [Urk. 7/116], jeweils unter Beilage diverser Konsiliar- und Verlaufsberichte). Diese Akten wurden sowohl dem Versicherten (Urk. 7/118) wie auch dem Regio
nalen Ärztlichen Dienst (RAD), Dr. med.
I._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, zur Stellungnahme unterbreitet (Urk. 7/123/5-6). Entgegen dem Antrag des Versicherten auf erneute polydisziplinäre Begutach
tung (Stellungnahme vom 9. Februar 2016, Urk. 7/121) verfügte die IV-Stelle
am 12. April 2016 im Sinne ihres Vorbescheides und sprach
X._
für den
Zeitraum vom 1. Februar 2010 bis 30. Juni 2011 eine befristete ganze Inva
liden
rente zu (Urk. 2).
3.
Hiergegen erhob
X._
mit Schreiben vom 13. Mai 2016 (Urk. 1) Be
schwerde mit folgendem Rechtsbegehren:
„1.
Es sei die IV-Verfügung vom 12.04.2016 insofern aufzuheben, als die IV-Stelle zu
verpflichten sei, eine bidisziplinäre Begutachtung (rheumatologisch/orthopädisch
und psychiatrisch) durchzuführen. Gestützt auf das von der IV in Auftrag zu
gebende bidisziplinäre Gutachten sei die IV-Stelle zu verpflichten, den Anspruch
auf eine unbefristete IV-Rente abzuklären.
%1.
Eventualiter sei die IV-Verfügung vom 12.04.2016 insofern aufzuheben, als dem Beschwerdeführer für die Zeit vom 01.02.2010 bis 30.06.2011 eine ganze IV-Rente und danach eine Viertels-IV-Rente zuzusprechen sei.
%1.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gegenpartei.“
Die IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom 26. Juli 2016 Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Mit Eingabe vom 29. August 2017 (Urk. 9) legte der Beschwerdeführer aktuelle medizinische Berichte (Bericht der D._, Dr. med. E._, vom 20. April 2017 [Urk. 10/1] und von Dr. med. F._ vom 16. Juni 2017 [Urk. 10/2]) auf. Diese wurden der Beschwerdegegnerin am 31. August 2017 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 11).
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhal
ten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypo
the
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Inva
liden
ein
kommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass
zu berücksichtigen sind
(BGE 129 V 222 E.
4.1 und E. 4.2; BGE
128 V 174
;
Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.1 und 9C_22/2014 vom 18. Februar 2014 E. 4.3
).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
ben
enfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kö
nnen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
gemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe
richtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange um
fassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be
schwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Gutachter der B._ diagnostizierten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (1)
eine Acromioclavicular-Gelenksinstabilität bei Status nach Rotatorenman
schetten
ruptur (Supraspinatus- und Subscapularis-Partialruptur) Schulter links, (2) eine lateral betonte Gonarthrose rechts mit Knorpelschäden kondylär und vorderer Kreuzband-Insuffizienz, (3) ein chronisches Zervikalsyndrom (ICD-10: M54.2) ohne Anhaltspunkte für eine zervikale Radikulopathie und mit degene
ra
tiven Veränderungen auf mehreren Etagen (MRI HWS vom 23.08.2010) sowie (4) ein oligosymptomatisches Aneurysma der Arteria vertebralis links im V4-Seg
ment (Urk. 7/62/27 f.). Ferner erhoben sie krankheitswertige Befunde ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit und diagnostizierten (1) eine arterielle Hyper
tonie, (2) Adipositas, (3) Polypen in beiden Kieferhöhlen, (4) Status nach chro
nisch rezidivierender Gastritis mit Helicobacter pylori-Eradikation im Juni 2005, (5) Status nach ossärer und weichteilmässiger Verletzung der Finger II und III links 2004, (6) Status nach Kniedistorsion links 2003 sowie (7) Status nach Umbilikalhernioplastik 1990 und 1992 (Urk. 7/62/20).
Im Vordergrund der spontanen Beschwerdeschilderung des Beschwerdeführers stünden chronische Schulterschmerzen links. Ferner bestünden seit dem Unfall vom August 2007 unveränderte Nackenschmerzen auf der linken Seite. Deutlich im Hintergrund stünden die Kniebeschwerden rechts. Ferner beklage der Be-schwerdeführer einen Schwindel beim Vornüberbeugen (Urk. 7/62/19).
An der linken Schulter (orthopädische Untersuchungen vom 7. November 2012 und 21. August 2013) habe sich eine reizlose aber keloidartig verbreiterte Narbe von ca. 10 cm ventral über einem wenig ausgebildeten Musculus deltoideus im Vergleich zur gesunden Seite gezeigt. Der Musculus supraspinatus sei leicht schwächer ausgebildet als auf der normalen rechten Seite. Das Acromio
claviculargelenk links sei auf tiefe Palpation dolenter als rechts. Hier liessen sich leichte Krepitationen beim Heben des Armes über die Horizontale fest
stellen. Das Sternoclaviculargelenk auf der linken Seite sei nicht verdickt, gerötet oder luxiert. Das Bewegungsausmass der linken Schulter betrage für Vor- und Rückelevation 180/0/60°, für die Aussenrotation, allerdings unter Schmerzen, bis 85°, beim Nackengriff links sei die HWS knapp erreichbar und beim Schürzengriff könne mit dem Daumen die Rima ani nur knapp erreicht werden. Die Schulter- und Nackengürtelmuskulatur seien leicht induriert.
Die HWS-Beweglichkeit sei beidseits unter Schmerzangabe bei 45° einge
schränkt, die Re- und Inklination im Ausmass jedoch weitgehend frei. Weder anamnestisch noch klinisch ergäben sich Anhaltspunkte für das Vorliegen einer zervikalen sensiblen oder motorischen radikulären Reiz- oder Ausfallsymp
tomatik. Die Muskeleigenreflexe seien beidseits allseits voll entfaltbar, obschon es im Bereich des linken Armes oft zu einem schmerzbedingten Giving way komme.
Im Bereich des rechten Knies hätten als Befunde keine Schwellung und reizlose Arthroskopie-Einstichstellen erhoben werden können. Das Kniegelenk sei lateral leicht vermehrt aufklappbar bei Status nach lateraler Teilmeniskektomie im September 2009. Der Vorschub (Kontrolle der Kreuzbänder) zeige einen leicht verlängerten ventralen Weg mit endständigem Anschlag in der Lachman
posi
tion und einen leicht vermehrten ventralen Weg im Schubladentest. Die Gelenk
spalten seien medial und lateral indolent gewesen. Es hätten sich keine klini-schen Zeichen einer Meniskusläsion gezeigt. Die Patella sei normal verschieb
lich mit nur angedeutetem retropatellaren Reiben, das Zohlenzeichen leicht positiv gewesen (Urk. 7/62/19f.). Letztere Befunde galten auch für das linke
Knie, in dessen Bereich sich ansonsten stabile Bandverhältnisse fanden (Urk. 7/62
/58 f.).
In der psychiatrischen Untersuchung konnten keine Befunde erhoben werden, die zu einer psychiatrischen Diagnose nach ICD-10 führen würden. Insbeson
dere wurde das Vorliegen einer depressiven Störung verneint (Urk. 7/62/20, Urk. 7/62/36-44).
2.2
Aufgrund dieser Befunde beurteilten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit gemäss Konsensbesprechungen vom 20. Dezember 2012, 26. Februar und 7. März 2014 wie folgt (Urk. 7/62/7): Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Kurier und Allroun
der in einer Druckerei mit der Notwendigkeit, vorwiegend stehend Maschinen zu bedienen, Druckererzeugnisse bereitzustellen und diese zu verladen und aus
zuliefern, würden sie als mittelschwere bis schwere Tätigkeit beurteilen. Eine derartige Arbeit sei aufgrund der degenerativen (unfallfremden) Veränderungen im Bereiche der Schulter, des Nackens und des rechten Knies dauernd nicht mehr möglich. Für eine leichte körperliche Tätigkeit bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit, begründet mit einem erhöhten Pausenbedarf. Psychiatrische Ein
schränkungen bestünden keine. In der Antwort auf die Zusatzfragen der Beschwerdegegnerin hielten die Gutachter fest, für eine körperlich leichte Ver
weistätigkeit bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Die Einschränkung begründe sich durch das chronische Zervikalsyndrom, durch die Schulterbeschwerden links sowie die Gonarthrose rechts. Die 20%ige Einschränkung ergebe sich vor allem aus Gründen des vermehrten Pausenbedarfs und auch weil der Beschwer
deführer seine Position immer wieder ändern müsse. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass er keine Gewichte über 15 kg heben müsse (Urk. 7/62/29).
Im neurologischen Teilgutachten wird zur Arbeitsfähigkeit ausgeführt (Urk. 7/62/53
), aus rein neurologischer Sicht sei der Beschwerdeführer für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten durch sein Zervikalsyndrom sowie den neurovaskulären Befund ungeeignet. Für körperlich leichte Tätig
keiten sei er 70 bis 80 % arbeitsfähig aus rein neurologischer Sicht, dies bedingt durch einen etwas erhöhten Pausenbedarf durch das Zervikalsyndrom. Diese neurologische Beurteilung zur Arbeitsfähigkeit wird im Gesamtgutachten voll
ständig wiedergegeben (Urk. 7/62/17).
2.3
Hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit rückblickend und im zeitlichen Verlauf gaben die Gutachter folgende gesamthafte Einschätzung (Urk. 7/62/28): Nach dem ersten Unfallereignis vom 28. August 2007 habe zuerst eine vollständige, dann eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Die Wiederaufnahme der 100%igen Arbeitstätigkeit am angestammten Arbeitsplatz sei ab dem 9. Novem
ber 2007 erfolgt. Es könne aber glaubhaft davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer infolge der persistierenden Beschwerden im Schulterbereich bereits damals keine volle Leistungsfähigkeit mehr habe erzielen können. Diese dürfte im Vergleich des Tätigkeitsprofils (Transportieren von Druckereierzeug
nissen) und objektiv gegebenen Einschränkungen der Schulterbelastbarkeit irgend
wo zwischen 50 % bis 70 % gelegen haben. Gegen Ende 2008 sei eine operative Schulterbehandlung in Erwägung gezogen worden und intermit
tie
rend habe sich am 14. Februar 2009 der zweite Unfall mit Sturz auf das linke Knie ereignet und es sei am 26. März 2009 eine erste Schulteroperation durch
geführt worden. Ab dem zweiten Unfall vom 14. Februar 2009 würden sie von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgehen, hätten doch dannzumal die Schulterbeschwerden ein Ausmass erreicht, das eine operative Intervention erfordert habe, und hätten zusätzlich Einschränkungen durch die Knieverlet
zung bestanden. Im weiteren Verlauf habe am 19. September 2010 eine zweite Schulteroperation durchgeführt werden müssen (Instabilität des Schlüsselbeins, Zunahme der Partialruptur der Rotatorenmanschette). Ausgehend vom klini
schen Erfahrungswert würden sie von einem mindestens sechs Monate dauern
den Heilungsverlauf nach dieser Operation ausgehen. Dies korreliere gut mit der postoperativen Verlaufskontrolle vom 23. März 2011 der A._ (vgl. Urk. 7/46). Zusammenfassend habe daher bis zum Abschluss der Heilungsphase eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit vorge
legen. Die von ihnen nachfolgend (vgl. E. 2.2) beschriebene Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit gelte somit ab 24. März 2011.
3.
3.1
Das von der Unfallversicherung in Auftrag gegebene Gutachten vom 18. März 2014, welches auch Zusatzfragen der Beschwerdegegnerin beantwortet, erging gestützt auf die umfassenden medizinischen Vorakten der Unfallversicherung wie der Invalidenversicherung (Urk. 7/62/5) und beruht auf eingehenden fach
ärztlichen Untersuchungen auf dem Gebiet der Allgemeinen Medizin (8. Novem
ber 2012), Psychiatrie (9. November 2012), Neurologie (6. November 2012) und Orthopädie (7. November 2012 und 21. August 2013), welche mit Hilfe eines Dolmetschers geführt wurden. Die geklagten Beschwerden werden eingehend - auch in ihrem Verlauf - aufgeführt und berücksichtigt und fliessen zusammen mit den erhobenen Befunden in die Beurteilung. Die Diagnosestellung wird begründet, ebenso die Einschätzung der Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit. In den Schlussfolgerungen vermag das Gutachten in allen Teilen als nachvollziehbar zu überzeugen. In den jeweiligen Teilgutachten werden ausserdem frühere ärztliche Beurteilungen diskutiert und allfällige Abweichungen begründet. Dem Gesamtgutachten ist zu entnehmen, dass die Schlussfolgerungen auf Konsensbesprechungen vom 20. Dezember 2012 sowie 26. Februar und 7. März 2014 beruhen. Entgegen dem Vorbringen des Be
schwer
deführers besteht daher kein Grund zur Annahme, dass die darin wiedergegebenen Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit nicht auch der Beurtei
lung des mitwirkenden Neurologen entsprochen hätten. Eine Divergenz zum neurologischen Teilgutachten, worin der Facharzt eine Bandbreite angegeben hatte, ist ferner nicht auszumachen.
3.2
3.2.1
In somatischer Hinsicht lassen sich den Vorakten auch keine anderslautenden Befunde mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit entnehmen. So erachtete Dr. med. J._, Spezialarzt für Chirurgie FMH, in Bezug auf das rechte Knie bereits im Gutachten vom 17. August 2010 zu Händen der Unfallver
siche
rung eine knieadaptierte, d.h. leichte, wechselbelastende, vorwiegend sitzende Tätigkeit als zu 100 % zumutbar (Urk. 7/26/13). Dr. med. F._ fand in diversen neurologischen Verlaufskontrollen keine Hinweise für eine Neurokom
pression und beurteilte die geklagte Hemihypästhesie links als organisch nicht erklärbar (Berichte vom 20. Januar 2010, Urk. 7/21/15-17, vom 1. September 2010, Urk. 7/36/25-27, und vom 23. März 2011, Urk. 7/43). Die die Schulter
prob
lematik behandelnden Ärzte der A._ berichteten anlässlich der Verlaufskontrolle vom 23. März 2011 (Behandlungsabschluss), dass aus schulterchirurgischer Sicht für leichte Tätigkeiten die Arbeit wieder aufzu
nehmen sei (Urk. 7/46).
3.2.2
Der Beschwerdeführer bringt vor, entgegen den Feststellungen im B._-Gut
achten gehe er seit 11. Mai 2010 regelmässig in psychiatrische Behandlung. Nach dem behandelnden Psychiater G._ liege eine psychiatrisch relevante Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor und sei von einer chroni
fizierten Störung auszugehen. Dem Bericht von G._ vom 29. September 2015 (Urk. 7/111) ist zu entnehmen, dass er den Beschwerdeführer seit Mai 2010 ambulant behandelt und eine Anpassungsstörung mit Beeinträchtigung von Gefühlen wie Angst, Depression, Besorgnis, Anpassung und Ärger (ICD-10 F43.23), bestehend seit 2007, diagnostiziert. Von Mai 2010 bis Herbst 2014 habe der Beschwerdeführer ein Antidepressivum genommen, was eine leicht beruhigende Wirkung gezeigt habe. Ferner erhalte er gegen Schlafstörungen und Anspannungszustände Medikamente bei Bedarf. Über die Behandlungs
frequenz sagt dieser Bericht nichts aus und eine eigentliche psychothera
peu
tische Behandlung scheint angesichts des aufgeführten Befundes („wach, allseits orientiert. Der Patient wirkt meistens niedergeschlagen, um Hilfe bittend. Er möchte ein Medikament haben, um sich zu beruhigen, seine Gedanken zu ordnen und besser schlafen zu können“) nicht stattzufinden. G._ erachtet den Beschwerdeführer im Beruf Gipser seit 2009 als zu 100 % arbeitsunfähig, für eine körperlich leichte Tätigkeit arbeitsfähig für 1 bis 2 Stunden pro Tag, wobei er anfügt, die körperlichen Einschränkungen stünden seines Erachtens im Vordergrund.
Insoweit steht dieser Bericht nicht in Widerspruch zum psychiatrischen Teilgut
achten der B._, worin aus psychiatrischer Sicht keine relevanten Befunde erhoben wurden, welche für sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen würden. So führte der psychiatrische Gutachter aus, der Beschwerde
führer präsentiere ein Bild einer Befindlichkeitsstörung, mit episodisch auf
tretendem Gedankendrängen, wo er insbesondere durch Erinnerungen an Krän
kungen und nachteilige Behandlungen gestört werde, und begleitend dazu psy
chovegetative Erscheinungen entwickle, die jedoch nicht das Ausmass einer Panik
attacke erreichten. Angstsymptome würden konsequent verneint. Das geringfügige Ausmass der geschilderten Beschwerden, zusammen mit prakti
schem Fehlen von objektivierbaren Defiziten lasse keine Diagnose einer psy
chischen Störung nach ICD-10 stellen (Urk. 7/62/43). Ob mit dem behan
deln
den Psychiater tatsächlich seit 2007 eine Anpassungsstörung zu diagnosti
zieren wäre (wofür seinem Bericht keine schlüssige Begründung zu entnehmen ist), ist letztlich indes irrelevant. Einer solchen müsste angesichts der Recht
sprechung des Bundesgerichts (statt vieler vgl.: SVR 2015 IV Nr. 27 S. 82,
9C_65
3/2014 vom 6. März 2015 E. 3.2)
sowie der praktisch fehlenden fachärzt
lichen Behand
lung eine invalidenversicherungsrechtliche Relevanz abgespro
che
n werden.
3.3
Zusammenfassend erweist sich das polydisziplinäre Gutachten als umfassende Abklärung und in allen Teilen als voll beweiskräftig. Damit ist darauf abzu
stellen und davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seit Februar 2009 in einer schweren und mittelschweren körperlichen Tätigkeit, wozu auch die zuletzt ausgeübten Verrichtungen als Ausrüster/Chauffeur zu zählen sind (vgl. Urk. 7/7/8), arbeitsunfähig ist, in einer körperlich leichten Tätigkeit - wie von den Gutachtern umschrieben (E. 2.2) - indes seit mindestens März 2011 wieder ganztags mit einer Leistungseinbusse von 20 % infolge vermehrtem Pausen
be
darf arbeitsfähig ist.
3.4
Strittig und zu prüfen bleibt, ob sich die Arbeitsfähigkeit seit den gutach
ter
lichen Untersuchungen verschlechtert hat. Hierbei bleibt zu beachten, dass für die richterliche Beurteilung eines Falles grundsätzlich die tatsächlichen Ver
hältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend sind. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berück
sichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Entscheiderlasses zu beeinflussen (BGE
131 V 242 E. 2.1,
121 V 362 E. 1b; 99 V 98).
4.
4.1
Die Gutachter der
B._
hielten in ihrer Stellungnahme vom
4.
Dezember 2014 (
Urk.
7/84) nach Vorlage des Verlaufsberichts von
Dr. med. F._
vom 2
5.
April 2014 (
Urk.
7/76) sowie des Zeugnisses
von Dr. med. K._ vom 22.
September 2014 (
Urk.
7/75) an ihrer Beurteilung im Gutachten vom 1
8.
März 2014 fest, konnten jedoch aufgrund der ihnen vorgelegten Akten keine Angaben dazu machen, ob
aufgrund einer erneuten Verschlechterung des Gesundheitszustandes die Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit
anders zu beurteilen wäre.
Hierzu bedürfte es eine
r
neuerliche
n
Begutachtung.
4.2
Dr. med. F._ untersuchte den Beschwerdeführer auch nach der Begut
ach
tung regelmässig (Berichte vom 25. April 2014, Urk. 7/107/12 ff., vom
6. Februar 2015, Urk. 7/107/15 f., und vom 2. September 2015, Urk. 7/117/1 ff.).
In seinem zu Händen der Beschwerdegegnerin verfassten Arztbericht vom 21. August 2015 (Urk. 7/107/1 ff.) führt er nebst den bekannten Zuständen an HWS, Schulter und Knie sowie dem Aneurysma keine neurologischen Diag
no
sen oder Befunde auf. Er erachtet den Beschwerdeführer seit mindestens Früh
jahr 2012 zu 100 % arbeitsunfähig infolge der Nacken- und Kopfschmer
zen, dem Schwindel sowie der Depression. Den beigelegten Verlaufsberichten lässt sich ein stationärer Zustand entnehmen. Dr. med. F._ fand in den Ver
laufskontrollen keine neurologische Läsion oder Mitbeteiligung an den geklag
ten Beschwerden, sondern schliesst wiederholt auf eine funktionelle Störung. Ferner lässt sich dem im Einwandverfahren aufgelegten Bericht vom 18. März 2016 (Urk. 7/126) entnehmen, dass der Beschwerdeführer zwar über eine seit September 2015 eingetretene Verschlechterung klage, mit ständigen Nacken- und Kopfschmerzen, welche an Intensität zugenommen hätten, ferner zuneh
mend begleitendem Schwankschwindel und Schmerzen an der rechten Schulter. Dr. med. F._ beurteilt dieses Schmerzsyndrom indes als unverändertes, subjektiv progredientes cervico-cephales Schmerzsyndrom, ohne Verände
rung
en des klinischen Befundes. Eine Verschlechterung der Arbeits- und Leistungs
fähigkeit lässt sich aus diesen Berichten nicht entnehmen, auch wenn Dr. med. F._ nunmehr (vgl. Bericht vom 6. Mai 2011 [Urk. 7/48/3], worin noch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in bisherigen Beruf mit 10-20%iger Leistungs
min
derung festgehalten ist) auf eine volle Arbeitsunfähigkeit seit mindestens Früh
jahr 2012 (einem Zeitpunkt vor den gutachterlichen Untersuchungen) schliesst, was er indes nicht in seinem Fachgebiet begründet.
4.3
Das unter regelmässiger neuroradiologischer Kontrolle stehende Aneurysma hat sich gemäss Bericht des H._ vom 4. Januar 2016 (Urk. 7/116) nicht ver
schlechtert. Die Befunde auf neuroradiologischem Fachgebiet erwiesen sich bei der letzten Kontrolle als stabil und bedurften keiner Behandlung.
4.4
Dr. med. Thomas K._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt in seinem ärztlichen Zeugnis zu Händen des Rechtsvertreters vom 22. September 2013 (Urk. 7/75) fest, dass sich der gesundheitliche Zustand des Beschwerde
führers in keinem Fall seit März 2011 verbessert habe. Das genaue Gegenteil sei aufgetreten, die durch Unfälle entstandenen Vorschäden hätten sich durch natür
liche Alterungsprozesse noch vertieft. Auch hieraus ergibt sich per sei keine massgebliche Leistungseinbusse in einer Verweisungstätigkeit seit den gutachterlichen Abklärungen.
4.5
Am 12. Mai 2015 unterzog sich der Beschwerdeführer einer Hernien-Operation (Hernienplastik umbilical mittels Parietex Ventral Patch). Im Austrittsbericht des C._ vom 13. Mai 2015 (Urk. 7/109/3 f.) wird von einer kompli
ka
tionslosen Operation berichtet. Der Beschwerdeführer sei rasch beschwerdefrei gewesen und in gutem Allgemeinzustand und mit reizlosen Wundverhältnissen wieder nach Hause entlassen worden. Postoperativ wurde eine volle Arbeits
unfähigkeit für die Dauer von zwei Wochen attestiert. Zu Händen der Beschwer-degegnerin konnten keine Angaben zum weiteren Verlauf gemacht werden (Urk. 7/98/7). Wie RAD-Arzt Dr. med. I._. Facharzt für Ortho
pä
dische Chirurgie und Traumatologie, in seiner Stellungnahme vom 15. Dezem
ber 2015 (Urk. 7/123/5) ausführt, vermag die operativ sanierte abdominale Narbenhernie keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit zu begründen.
5.
5.1
Dr. med. E._, Orthopädische Chirurgie FMH, der D._ berichtete der Beschwerdegegnerin am 19. August 2015 (Urk. 7/105) über beginnende Gon
arthrosen beidseits und zunehmende Reizerscheinungen des linken Knie
gelenks, nebst dem Zervikovertebral- und linksbetonten Zervikobrachial-Syn
drom sowie der Schulterbeschwerden links. Er behandle den Beschwerdeführer alle zwei bis drei Monate seit Februar 2012. Hinsichtlich der Kniegelenke sei rechts eine beginnende Degeneration mit radiologisch moderaten Verände
rungen festzuhalten. Links hätten in den letzten Monaten die Beschwerden kontinuierlich zugenommen mit Reizergussbildungen, die punktiert worden seien. Aufgrund einer MRI-Abklärung bestehe rechts eine beginnende, lateral betonte Gonarthrose und vordere Kreuzband-Insuffizienz. Links bestehe eine medial betonte Gonarthrose und Femoropatellararthrose sowie degenerative Ver
änderungen beider Menisken, die nun offenbar symptomatisch geworden seien und möglicherweise in absehbarer Zeit eine arthroskopische Weiterab
klärung und Behandlung indizieren liessen. Dr. med. E._ schliesst mit der Ansicht, der Beschwerdeführer sei zu 100 % arbeitsunfähig seit er ihn kenne (Februar 2012).
5.2
Dem Bericht der A._ vom 8. Oktober 2015 (Urk. 7/113) lassen sich hinsichtlich der Knie ebenfalls die Diagnosen Retropatellararthose Knie links (mit/bei Status nach Kniedistorsion links 2003) sowie beginnende lateralbetonte Gonarthrose sowie Vordere-Kreuzband-Insuffizienz des rechten Knies entneh
men. Der Beschwerdeführer, überwiesen vom Hausarzt, klage seit dem letzten Jahr über zunehmende belastungsabhängige linke Knieschmerzen. Das Gelenk sei durch die orthopädischen Kollegen bereits zweimal punktiert und infiltriert worden, mit mässiger Besserung. Auf der rechten Seite sei der Beschwerdeführer aktuell beschwerdearm. Anlässlich der Konsultation vom 29. September 2015 zeige sich am linken Knie ein intaktes Integument, ein leichter palpabler Erguss
und ein stabiler Seitenbandapparat bei negativem Lachman-Test. Die Flexion
/ Extension betrage 110-0-0°. Es bestünden deutliche Krepitationen bei Patella-Tracking und eine leichte Druckdolenz am lateralen Patellarand. Die periphere Durchblutung, Motorik und Sensibilität seien allseits intakt. Die Behandlung beinhalte gegenwärtig konservative Massnahmen mit therapeutischer Infiltra
tion sowie ambulanter Physiotherapie und Analgetika. Die Ärzte des H._ enthielten sich einer Angabe zur Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/113/7).
Im Sprechstundenbericht vom 15. Dezember 2015 zu Händen des Hausarztes (Urk. 7/120/3-4) führten die Ärzte der A._ aus, dass gemäss Anga
ben des Beschwerdeführers die Infiltration während zirka zwei Wochen eine ordentliche Schmerzlinderung gebracht habe, jedoch habe die Schmerz
reduktion bloss zirka 10 % betragen. Anlässlich der heutigen Konsultation habe der Beschwerdeführer belastungsabhängige Schmerzen im Bereich beider Knie, rechts zusätzlich ein leichtes Instabilitätsgefühl beklagt. Im Befund wird ein leichtes antalgisches Hinken links beschrieben. Klinisch imponiere heute ein Hauptschmerz im Bereich der lateralen Patellafacette, zusätzlich am medialen Gelenkspalt bei angedeuteten positiven Meniskuszeichen. Die letztmalig durch
geführte Bildgebung mittels MRI am linken Knie aus dem Jahr 2013 zeige bereits eine myxoide Degeneration des vorderen Kreuzbandes (VKB) sowie de
generative Veränderungen der Menisken und eine medial betonte Gonar
throse sowie Retropatellararthrose. Bei persistierendem Leidensdruck wäre gegebenen
falls ein arthroskopischer Eingriff denkbar, wobei vorerst eine MRI-Unter
suchung anberaumt würde (Urk. 7/120/4). Im nachfolgenden Bericht vom 7. Januar 2016 wird festgehalten, dass der Beschwerdeführer über tendenziell progrediente linksseitige Kniebeschwerden klage, welche insbesondere beim Treppensteigen auftreten würden. Selten bestünden die Schmerzen auch in der Nacht. Der Gelenkserguss habe ebenfalls tendenziell zugenommen. Die Knie
beschwerden rechts hätten sich seit der letzten Konsultation nicht verändert. Klinisch präsentiere sich ein mässiger Kniegelenkserguss mit Flexion/Extension 125-0-0°. Das MRI des linken Knies vom 7. Januar 2016 zeige einen progre
dienten Knorpeldefekt an der lateralen Trochlea femoris sowie femorotibial in der medialen Femurkondyle, fortschreitende Degeneration des Innenmeniskus
hinterhorns mit Extrusion der Pars intermedia, progrediente Bakerzyste und progredienter Gelenkserguss. Auf Wunsch des Beschwerdeführers werde zurzeit auf ein operatives Vorgehen verzichtet und konservativ behandelt. Eine Gewichtsreduktion sei zu unterstützen. Bei Beschwerdeprogredienz bzw. einem Operationswunsch solle sich der Beschwerdeführer erneut in ihrer Kniesprech
stunde vorstellen (Urk. 7/120/2).
5.3
Zu dieser Aktenlage nahm RAD-Arzt Dr. med. I._ am 18. Februar 2016 Stellung (Urk. 7/123/6 f.). Er führt aus, die eingereichten Arztberichte der A._ enthielten keine anderen als die bereits bekannten Diagnosen, jedoch anhand des MRI-Befundes (vom 7. Januar 2016) die Information einer Progredienz der Gonarthrose links, weshalb man eine arthroskopische Operation mit „Gelenktoilette“ (=Débridement) empfohlen habe. Da der Beschwerdeführer sein 59. Lebensjahr vollendet habe, sei eine festzustellende Progredienz einer Arthrose, also eines degenerativen Gelenkprozesses, nicht ungewöhnlich. Die versicherungsmedizinische Bewertung der bestehenden Diagnosen und Ein
schrän
kungen und damit diejenige des B._-Gutachtens sei weiterhin zugrunde zu legen. Anzumerken sei, dass die letzten klinischen Untersuchungen mittler
weile schon zweieinhalb bis drei Jahre alt seien.
5.4
Nach Erlass der angefochtenen Verfügung (12. April 2016) ergingen die Be
richte von Dr. med. E._, D._, vom 20. April 2017 (Urk. 10/1) sowie von Dr. med. F._ vom 16. Juni 2017 (Urk. 10/2). Während letzte
rem ein unverändert ausgeprägtes cervico-cephales Beschwerdebild zu entneh
men ist, berichtet Dr. med. E._ davon, dass er am 2. November 2016 sowie
am 12. April 2017 jeweils eine Injektion des linken Kniegelenkes und im April 2017
auch der linken Schulter vorgenommen habe. Der Beschwerdeführer be
klage sich, nachts wegen der starken Schulter- und Knieschmerzen nicht mehr schlafen zu können. Das rechte Kniegelenk sei auch nicht gut und instabil. Zusätzlich habe er Nackenschmerzen und Schwindel. Dr. med. E._ emp
fiehlt, von einem operativen Eingriff abzusehen, da eine vollkommene Be
schwer
defreiheit bei diesem chronifizierten Schmerzverlauf nicht zu erwarten se
i.
6.
Aus diesen Berichten ergibt sich hinsichtlich der Kopf-, Nacken- und Schul
terschmerzen keine nennenswerte Verschlechterung vor Erlass der angefoch
tenen Verfügung, sowohl hinsichtlich der - soweit geschildert - objektiven Befunde als auch der subjektiven Klagen. Dies gilt indes nicht für die Knie
beschwerden, insbesondere links. Bei den orthopädischen Untersuchungen der B._ Begutachtung, welche am 7. Juli 2012 und 21. August 2013 stattfanden, stand das rechte Knie als schmerzhaft im Vordergrund, wobei bereits damals über eine gewisse Instabilität der Seiten- und Kreuzbänder berichtet wurde (Urk. 7/62/25 ff., Urk. 7/62/61, Urk. 7/62/65 ff.). Hingegen wurden weder für das linke noch rechte Knie Schwellungen, druckdolente Gelenkspalten oder klinische Zeichen einer Meniskusläsion festgehalten. In der orthopädischen Diagnoseliste erscheint das linke Knie lediglich als „Status nach Kniedistorsion links 2003“, was als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit befunden wurde (Urk. 8/62/58 f.). Der Beschwerdeführer soll seit 2015 (vgl. E. 5.1) oder seit 2014 (vgl. E. 5.2), also jedenfalls nach der letzten gutachterlichen Untersuchung, zunehmend über linksseitige Knieschmerzen geklagt haben, welche anfänglich belastungsabhängig (beim Treppensteigen, vgl. E. 5.2), zumindest nach Erlass der angefochtenen Verfügung indes auch in Ruhe aufgetreten sein sollen (E. 5.4). Jedenfalls traten im linken Knie nach der Begutachtung Schwellungen auf, welche (mindestens einmal) eine Punktion zur Folge hatten, und wurde dieses Knie wiederholt infiltriert, offenbar ohne länger anhaltende Wirkung (E. 5.2). Auch wenn die gutachterliche Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit die Läsionen am rechten Knie berücksichtigt, also generell knieschonende Tätig
keiten einbezieht, so ist nicht ausgeschlossen, dass durch die neu aufgetretenen Beschwerden auch am linken Knie die zumutbare Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht seit der gutachterlichen Untersuchung (letztmals August 2013) aber noch vor Erlass der angefochtenen Verfügung (12. April 2016) eine Veränderung erfuhr, wel
cher durch erneute Abklärungen Rechnung zu tragen ist. Hierauf scheinen auch die Gutachter in ihrer Stellungnahme vom 4. Dezember 2014 (E. 4.1) wie auch der RAD-Arzt Dr. med. I._ (E. 5.3) letztlich hinzuweisen.
Diesbezüglich rechtfertigt es sich, die Akten an die Beschwerdegegnerin zur erneuten medizinischen Abklärung zurückzuweisen. Da dies den Zeitraum ab August 2013 betreffen wird, bleibt für die Periode, während welcher auf die gutachterliche Einschätzung abzustellen ist (vgl. E. 3.3), einen Erwerbsvergleich vorzunehmen.
7.
7.1
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer aufgrund der gutachterlichen Ein
schätzung (E. 2.3) ein Jahr nach Eintritt der ununterbrochenen Arbeitsun
fähig
keit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit am 1. Februar 2010 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente erwarb. Dies ist aufgrund der Aktenlage nicht zu bean
standen (vgl. zur richterlichen Überprüfungsbefugnis bei befristeten Renten: BGE
125 V 413 E. 2d
,
Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 3
1.
Oktober 2006 E. 2.3
je
mit Hinweisen
).
Gestützt auf die gutachterliche Einschätzung, wonach der Beschwerdeführer spätestens im März 2011 wiederum eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit wiedererlangte, ist für diesen Zeitpunkt ein Erwerbsvergleich durchzu
führen.
7.2
Das Valideneinkommen ist nicht strittig. Die Beschwerdegegnerin ging von einem zu erzielenden Jahreseinkommen von Fr. 73‘921.50 (Basis 2011) aus. Hierbei stützte sie sich infolge vorangegangenen Taggeldbezuges auf das durch
schnittliche Einkommen der Jahre 2004 bis 2006 gemäss IK-Eintragungen (vgl. Urk. 2, Beilage). Laut Arbeitgeberbericht vom 13. Oktober 2009 (Urk. 7/12/1-7) wurde der vertraglich vereinbarte Lohn pro Monat per 1. Januar 2009 von vor
mals Fr. 5‘678.-- (Fr. 73‘814.-- p.a.) auf Fr. 5‘240.-- (Fr. 68‘120.-- p.a.) redu
zier
t. Dennoch soll die Arbeitsleistung nicht dem Lohnbezug entsprochen haben, sondern einen Soziallohnanteil von Fr. 740.-- enthalten haben. Dies, weil der Beschwerdeführer ein mangelhaftes technisches Verständnis, keine EDV-Kennt
nisse, keine selbständige Arbeitsweise und sprachliche Schwierigkeiten mitbrin
ge und aus diesen Gründen die Arbeiten nur unter genauen Anweisungen habe durchführen können. Im Bericht von Dr. med. L._, FMH für Arbeitsmedizin und Psychosomatik APPM, vom 26. November 2007 (Urk. 7/60/365 f.) wird ausgeführt, dass der Beschwerdeführer durch die technisch komplexen und an
spruchsvollen Aufgaben seit Beginn seiner Anstellung überfordert gewesen sei. Die Arbeitgeberfirma habe schon seit längerem bemerkt, dass der Beschwer
de
führer mit technisch anspruchsvollen Aufgaben Mühe bekunde und daher ver
schiedene (für die Stelle geforderte) Aufgaben nur ungenügend erfüllen könne. Aufgrund der guten und loyalen Bindung zur Arbeitgeberfirma sei damit zu rechnen, dass er sich für Aufgaben, welche seinem Bildungs- und Erfah
rungs
niveau entsprechen würden, weiterhin gut einsetzen würde. Ein Einsatz bei solchen Tätigkeiten führe zur Entspannung der Situation für beide Seiten.
Gestützt hierauf ist daher fraglich, ob für die Bestimmung des Validen
ein
kommens vom effektiv erzielten Jahreslohn 2004-2006 auszugehen ist, da Anzeichen dafür bestehen, dass der Beschwerdeführer die angetretene Stelle bei der Arbeitgeberin aus invaliditätsfremden Gründen nicht restlos auszufüllen vermochte und vermutlich jedenfalls bis Ende 2008 keinen Leistungslohn erhielt. Da diese Problematik für den hier abschliessend zu beurteilenden Zeit
raum indes keine Auswirkungen zeitigt, kann die genaue Bestimmung des Validenlohnes offengelassen werden, jedenfalls ist er nicht höher anzusetzen, als in der angefochtenen Verfügung.
7.3
Hinsichtlich des Invalidenlohnes stellte die Beschwerdegegnerin auf die
Tabel
lenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
, konkret die LSE 2010,
ab und rechnete die Nominallohnerhöhung 2011 hinzu. Dies ist praxisgemäss nicht zu beanstanden (
BGE 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2,
129 V 472 E. 4.2.1 126 V 75 E. 3b
).
Strittig und zu prüfen ist, ob ein sogenannter Malusabzug - die Beschwerde
gegenerin gewährte keinen solchen - vorzunehmen ist (vgl. Urk. 1 S. 8 f.).
7.4
7.4.1
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprüng
lich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszu
gehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwer
ten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichs
einkommen mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
7.4.2
Das Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei gesundheitlich bedingt nicht mehr in der Lage, seinen früher ausgeübten, körperlich schweren Beruf als Gipser auszuüben, weshalb ein Abzug zwingend sei, ist nicht stichhaltig. Der Beschwerdeführer arbeitete vor Eintritt des Gesundheitsschadens seit 2002 nicht mehr als Hilfsgipser. Ferner führt d
ie gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer Verminderung des hypothetischen Invalidenlohnes, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4).
Ebenso wenig vermag d
as fortgeschrittene Alter automatisch zu einem Abzug
zu führen
, zumal sich dieses im Anforderungsniveau 4 sogar eher lohnerhöhend auswirkt. Es ist jedoch bezogen auf die durchschnittliche Lebens
arbeitszeit als ein abzugsrelevanter Aspekt immer unter Berücksichtigung aller konkreten Umstände des Einzelfalles zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober
2013 E.
4.2). Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor unbe
rücksichtigt bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_808/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E.
7.3).
Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers sind für medi
zinisch angepasste, leichte Tätigkeiten, die ungelernt ausgeführt werden könne
n, keine spezifischen beruflichen Erfahrungen notwendig und kann
aufgrund seiner beruflichen Laufbahn
nicht gesagt werden, dass er über keine solchen verfügt. Der angeführten mehrfachen Einschränkung ist entgegenzuhalten, dass bei der medizinischen Umschreibung der zumutbaren Tätigkeit den einzig vor
liegenden somatischen Leiden genügend Rechnung getragen wurde und das Anforderungsprofil keine lohnmindernden Umstände für den Arbeitsplatz ent
hält. Dem notwendigen Pausenbedarf wurde mit einem 20%igen Abzug bereits abschliessend Rechnung getragen.
Demzufolge besteht kein Anlass, die Bemessung des Invalideneinkommens durch die Beschwerdegegnerin zu korrigieren.
7.5
Da sich aus der Gegenüberstellung beider Werte ein Invaliditätsgrad von jeden
falls unter 40 % ergibt, besteht ab März 2011 keine rentenbegründende Er
werbs
unfähigkeit mehr, weshalb die Beschwerdegegnerin die Rente in Anwen
dung von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) zu Recht auf Ende Juni 2011 aufhob.
Ob sie nach diesem Zeitpunkt allenfalls wiederauflebte, wird die Beschwerde
gegnerin nach den notwendigen medizinischen Abklärungen neu zu entschei
den haben (E. 6).
8.
Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die ange
fochtene Verfügung vom 12. April 2016 insoweit aufzuheben, als sie für den Zeitraum ab August 2013 (= Zeitpunkt der letztmaligen orthopädischen Begut
achtung) einen Rentenanspruch verneint, und die Sache ist an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen, damit diese nach erfolgter medizinischer Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Rentenanspruch ab August 2013 neu verfüge. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
9.
9.1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
waltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2)
. Der Beschwerdeführer obsiegt jedoch nur teilweise, wobei seine Vorbringen gegen die Befristung nicht alleine eine sogenannte Überklagung darstellen, sondern zusätzlichen Aufwand generierten, weshalb eine Kürzung der Parteientschädigung um die Hälfte gerechtfertigt erscheint.
Die so gekürzte Parteientschädigung ist in Berücksichtigung von §
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) ermessensweise auf Fr.1‘100.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
9.2
Die Gerichtskosten sind auf Fr. 800.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. a ATSG), und den Parteien je zur Hälfte (Fr. 400.--) aufzuerlegen.