Decision ID: 97e5f0b9-96f7-4389-b88e-788b1643a18f
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1960
, meldete sich am
1
1.
Oktober 2010
unter Hinweis auf
Lymphdrüsenkrebs
bei der Invalidenversicherun
g zum Leistungsbezug an (Urk. 10/14
). Die Sozialversicherungsanstalt des Ka
ntons Zürich, IV-Stelle, sprach
ihr mit Verfügung vom
1
9.
September 2011
eine befristete ganze Rente
vom
1.
April bis 3
1.
Juli 2011 sowie
eine halbe Rente
ab
1.
August 2011 zu
(Urk.
10/51 und
Urk.
10/60
).
1.2
Im November 2011 wurde eine
Revisio
n eingeleitet
(
vgl. Revisionsfragebogen,
Urk.
10/62
)
.
Am 3
1.
Dezember 2011 erlitt die Versicherte einen akuten Myo
kardinfarkt (vgl.
Urk.
10/67).
Mit Vorbescheid vom
6.
August 2012 (
Urk.
10/83) stellte
die IV-Stelle
die Aufhebung der Invalidenrente in Aussicht
.
Mit Einwand vom 1
2.
September 2012 (
Urk.
10/86) machte die Versicherte geltend, dass sie am 3
1.
August 2012 einen erneuten Herzinfarkt erlitten
habe
und am
2.
September 2012 eine Herzoperation erfolgt sei (S. 3 Mitte).
Mit Verfügung vom 1
8.
Februar 2013 (
Urk.
10/112 und
Urk.
10/104) erhöhte die IV
Stelle die bisherige halbe Rente der Versicherten ab
1.
November 2012 auf eine ganze Rente.
1.3
Nach Eingang eines am 2
2.
November 2013 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 10/118) holte die IV-St
elle unter anderem bei der M
EDAS
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 1
1.
Juni 2014 erstattet wurde (Urk. 10/131).
Nach er
gangenem Vorbescheid (Urk.
10/136
)
setzte die IV-Stelle
m
it Verfügung vom
3
0.
September 2014
die bisherige ganze Rente
der Versi
cherten
auf eine
Dreiv
iertelsrente herab (
Urk.
10/
147-148
=
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
2
9.
Oktober 2014
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 3
0.
September 2014 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine ganze Rente zuzusprechen
(
Urk.
1; Beschwerde wurde bei der IV-Stelle erhoben; die Überweisung erfolgte erst am 2
4.
März 2015
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
Mai 2015
(
Urk.
9
)
,
die Beschwerde
sei im Sinne einer Rückweisung zu weiteren Abklärungen teilweise gutzuheissen
. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
2
8.
Mai 2015
zur Kennt
nis gebracht (
Urk.
11
).
Gleichzeitig wurde sie aufgefordert, die Berichte von
Dr.
med.
Y._
betreffend die aktuellen Abklärungen einzureichen. Nachdem mitgeteilt wurde, dass die entsprechenden Abklärungen nicht erfolgt
seien
(vgl.
Urk.
13), holte das hiesige Gericht ergänzende Auskünfte zum Gut
achten der MEDAS ein (vgl.
Urk.
14-15). Die ergänzenden Berichte der Ärzte
der MEDAS
vom 1
5.
September 2015 (
Urk.
18/1) und 2
6.
August 2015 (
Urk.
18/2) wurden den Parteien zur Stellungnahme unterbrei
tet.
Die Beschwerdegegnerin nahm am 2
1.
Oktober 2015 Stellung (
Urk.
21). Die Beschwerdeführerin reichte keine Stellungnahme ein. Dies wurde den Parteien am 2
9.
Januar 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 22).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die massgebenden rechtlichen Grundlagen, insbesondere betreffend die
Invalidi
tätsbemessung
(
Art.
16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) und den Rentenanspruch (
Art.
28 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG)
,
sind im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben (
Urk.
2
S. 3). Darauf kann, mit den nach
stehenden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine Invalidenrente ist demgemäss nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 f. E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, 113 V 273 E. 1a mit Hinweisen). Ob eine solche Ände
rung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person eröffneten rechtskräftigen Verfü
gung vorlag, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung respektive des Einspracheentscheides (BGE 133 V 108 E. 5.4). Dabei stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszu
standes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisions
grund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG und alt
Art.
41 IVG dar (BGE 112 V
371 E. 2b mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 E. 3a; Urteil des Bundes
gerichts 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.1 mit Hinweis).
1.3
Fehlen die in
Art.
17 ATSG genannten Voraussetzungen, so kann die
Rentenverfü
gung
lediglich nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger Verwaltungsverfügungen geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Verwaltung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet haben, zurückzukom
men, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2 ATSG). Sie ist verpflichtet, darauf zurückzukommen, wenn neue Tatsachen oder neue Beweismittel entdeckt wer
den, die geeignet sind, zu einer andern rechtlichen Beurteilung zu führen (BGE 110 V 176 E. 2a, 292 E. 1 mit Hinweisen). Das Gericht kann eine zu Unrecht ergangene Revisionsverfügung gegebenenfalls mit der substituierten Begrün
dung schützen, dass die ursprüngliche Rentenverfügung zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 125 V 368 E. 2; vgl. auch BGE 128 V 272 E. 5b/
bb
; Urteil 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E.
2.2 mit Hinweis).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati
entinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behand
lung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach
) Person einer
seits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Ex
perten anderseits (BGE 124 I 170
E. 4
) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklä
rungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die
anderslautenden Einschätzungen wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation entsprin
gende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewür
digt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I
514/06]
).
2.
2.1
Strittig ist die revisionsweise Herabsetzung der bisher ausgerichteten ganzen Rente, wobei namentlich zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand de
r Beschwerdeführerin
wesentlich verbessert respektive sich die für die
Invalidi
tätsbemessung
massgebende Arbeitsfähigkeit verändert hat. Für die Beurteilung der Frage, ob eine anspruchserhebliche Änderung eingetreten ist, wird der Sachverhalt zur Zeit der strittigen Verfügung (hier:
September 20
15
) verglichen mit dem Sachverhalt, wie er im Zeitpunkt der
letzten rechtskräftigen Verfügung
(hier:
Febru
ar 20
13
) bestanden hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung (
Urk.
2) - gestützt auf das Gut
achten
der MEDAS
- davon aus, dass sich der Gesundheitszu
stand de
r Beschwerdeführerin seit 2
1.
Dezember 2011
verbessert habe und
sie seitdem
in einer angepassten Tätigkeit zu
40
%
arbeitsfähig sei (S.
3
f.
). Die Beschwerdegegnerin stellte einem
V
alideneinkommen
von
rund
Fr.
6
4
'
6
40
.
--
ein Invalideneinkommen von
rund
Fr.
21'817.
--
gegenüber und ermittelte einen Invaliditätsgrad von
66
% (S.
4
ob
en).
In der Beschwerdeantwort (
Urk.
9)
führte die Beschwerdegegnerin aus
, es lägen widersprüchliche Angaben zur Arbeitsfähigkeit vor. Es werde zu prüfen sein, ob die Rentenerhöhung vom Februar 2013 zweifellos unrichtig gewesen oder die Verbesserung des Gesundheitszustandes zu einem späteren Zeitpunkt eingetre
ten sei (S. 2).
Mit Stellungnahme vom 2
1.
Oktober 2015 (
Urk.
21) hielt sie fest, dass bezüglich der Verfügung vom 1
8.
Februar 2013 ein
Wiedererwägungs
grund
vorliege (S. 2).
2.3
Die Beschwerdeführerin beantragte in ihrer Beschwerde weiterhin eine ganze Invalidenrente und verwies auf ihre gesundheitliche Situation mit ausgeprägtem
Chronic
-
Fatigue
-Syndrom
und psychischer Erkrankung (
Urk.
1/1 sowie
Urk.
3).
2.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Vorliegend
beantragte
die Beschwerdegegnerin
eine Rückweisung zu weiteren Abklärungen, machte aber
nicht geltend, dass der Sachverhalt ungenügend festgestellt worden wäre. Vielmehr möchte sie den Sachverhalt in rechtlicher Hinsicht nochmals abklären, insbesondere prüfen
, ob ein
Wiedererwägungs
grund
vorliegt.
Da es somit
nur um die rechtliche Beurteilung des Sachverhalts
geht, liegt kein Grund für eine
Rückweisung vor.
3.
3.1
Medizinische Grundlage für die ursprüngliche
Rentenzusprache
waren
die Beur
teilungen von
Dr.
med.
Z._
,
Fachärztin für
Allgemeine
Innere Medi
zin
und für Medizinische
Onkologie,
welche als
Vertrauens
ärztin
der Pen
sionskasse
der Stadt Zürich die Berufsinvalidität
der Beschwerdeführerin
abklärte
.
3.2
Mit Bericht vom
8.
September 2010 zuhanden der Pensionskasse (
Urk.
10/26) nannte
Dr.
Z._
im Wesentlichen die Diagnose eines Hodgkin Lymphom Stadium IIB (
Ziff.
1). Sie gab an, dass die Beschwerdeführerin mittels Chemo- und konsolidierender Radiotherapie in kurativem Sinne behandelt werde. Es könne von einer günstigen Prognose ausgegangen werden (
Ziff.
10). Wahr
scheinlich sei ein Teilpensum ab Februar/März 2011 möglich (
Ziff.
7).
Am 1
8.
April 2011 (
Urk.
10/37) führte
Dr.
Z._
aus, dass die Beschwerde
führerin infolge Therapie-bedingter Nebenwirkungen eine längere
Rehabili
ta
tionszeit
brauche. Ab dem 1
1.
April 2011 sei eine Teilarbeitsfähigkeit von 30 % geplant mit anschliessender Steigerung auf das bisherige Pensum (
Ziff.
7).
Dr.
Z._
empfahl die Installation einer Reintegrationsstelle. Falls dies nicht möglich sei, müsse der Beschwerdeführerin ab dem
1.
Mai 2011 eine Berufsinvalidität ausgesprochen werden (
Ziff.
11).
Mit Bericht vom
5.
Mai 2011 (
Urk.
10/40) bezifferte
Dr.
Z._
den Grad der Arbeitsfähigkeit auf 50 % (S. 1 Mitte).
3.3
Gestützt auf diese Angaben
sprach die Beschwerdegegnerin
der Beschwerdeführe
rin
ab
1.
April 2011 eine ganze Rente sowie ab
1.
August 2011
eine halbe Rente zu (Verfügung vom 1
9.
September 2011; Urk. 10/51 und
Urk.
10/60).
4.
4.1
Die im Rahmen des
Ende 2011 eingeleiteten
Revisionsverfahrens eingegangenen Arztberichte geben über den Gesundheitszustand de
r Beschwerdeführerin
fol
gendes Bild:
4.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte im
Bericht vom
5.
Dezember 2011
zuhanden der Pensionskasse
(
Urk.
10/63)
aus, dass eine
stationäre Rehabilitation notwendig
sei, da die seit April 2011 doku
mentierten vielfachen Behandlungen und
Komplikationen
zu einer physischen
Dekonditionierung
geführt hätten (S. 4 unten). Die Beschwerdeführerin sei
vorübergehend
zu
100
% arbeitsunfähig (S. 8 unten).
4.3
Die
Ärzte des
Spital
s
B._
berichten a
m
9.
Januar 2012 (
Urk.
10/67)
über die
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin vom 3
1.
Dezember 2011 bis
9.
Januar 201
2.
Sie habe am 3
1.
Dezember 2011 einen akuten inferioren
ST-He
bungsinfarkt
erlitten (
Ziff.
1.1 und
Ziff.
1.4).
Bei Status nach akutem Myokardin
farkt bestehe eine leichte Einschränkung der körperlichen Leistungs
fähigkeit
(
Ziff.
1.7)
. Die Ärzte attestierten der Beschwerdeführerin vom 3
1.
Dezember 2011 bis 2
9.
Januar 2012 eine 100%ige sowie ab
1.
Februar 2012 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
(
Ziff.
1.6 und
Ziff.
1.9).
4.4
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
führte im
Bericht vom 1
1.
Januar 2012 (
Urk.
10/68/6)
aus, dass
im August
2011
ein Herpes Zoster
thoracal
2 links aufgetreten
sei
, der mit
Brivex
therapiert worden sei. Vom 1
5.
August bis 1
8.
September 2011 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Am 1
9.
September 2011 habe die Beschwerde
führerin die Tätigkeit im Reinigungsdienst wieder zu 50 % aufgenommen. Am 2
5.
Oktober 2011 sei im
Spital
D._
eine Gefässkrankheit diagnostiziert und ein Stent sowie eine Dilatation durchgeführt worden.
Dies habe vom 2
5.
bis 2
9.
Oktober 2011 zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit geführt. Der Arbeits
versuch sei gescheitert, weshalb seit dem 1
6.
November
2011
erneut eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe.
Am 2
3.
November 2011 sei die Beschwer
deführerin notfallmässig wegen
Thoraxbeschwerden
behandelt worden. Ende 2011 sei ein kardiales Ereignis aufgetreten, weshalb ein erneuter Stent eingelegt worden sei.
Zur weiteren Arbeitsunfähigkeit und zur Prognose könne sie
aktuell keine Stellung nehmen.
4.5
Vom 1
1.
bis 3
1.
Januar 2012 war die Beschwerdeführerin in der
Klinik E._
hospitalisiert. Dem
Bericht der Ärzte der
Klinik E._
vom
2.
Februar 2012 (
Urk.
10/73)
ist zu entnehmen, dass bezüglich der kar
dia
len Situation ab 1
0.
Februar 2012 keine Einschränkung
en
zu erwarten sei
en (
Ziff.
1.7).
4.6
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte mit Bericht vom 2
1.
März 2012 (
Urk.
10/74) die Diagnose einer
Anpassungs
störung
mit depressiver Reaktion, bestehend seit Juni 201
0.
Er hielt fest, dass a
us psychiatrischer Sicht
keine Arbeitsunfähigkeit bestehe.
4.7
Dr.
A._
führte in seinem Bericht vom
4.
März 2012 zuhanden der Pen
sionskasse (
Urk.
10/76) aus,
die Beschwerdeführerin habe in der vergangenen Woche wieder zu arbeiten begonnen, an fünf Wochentagen jeweils zwei Stun
den (S. 3 unten). Empfohlen werde eine Reduktion der Leistung auf zwei Drittel und eine Erhöhung von Präsenz und Leistung mit dem Ziel, nach etwa vier Monaten, also bis Ende Juni, spätestens Juli 2012, die volle Arbeitsfähigkeit von 50 % (Präsenz und Leistung) zu erreichen (S. 6 unten).
4.8
Mit
Bericht vom 2
2.
Oktober 2012
zuhanden der Pensionskasse
(
Urk.
10/91)
gab
Dr.
A._
an, die koronare Herzkrankheit sei grundsätzlich behandelbar. A
ufgrund
der
rasche
n
Progredienz
sei die Prognose jedoch eher ungünstig
.
Die Herzkrankheit habe eine körperliche
Dekonditionierung
sowie eine deutliche psychische Belastung zur Folge (S. 7 oben). Es bestehe eine v
orübergehende 100%ige A
rbeitsunfähigkeit
bis mindestens Ende Januar 2012
(richtig wohl 2013; S. 10 unten).
4.9
Dr.
med.
Dr.
rer
. pol.
G._
, Facharzt für Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), hielt mit Stellung
nahme vom 1
5.
November 2012 (
Urk.
10/94/2) fest, die Arbeitsfähigkeit für die zuletzt ausgeführte wie auch für die bisherige Tätigkeit betrage 50 % seit März 2012 sowie 0 % seit 3
1.
August 2012.
4.10
Gestützt auf die Beurteilung des RAD-Arztes
Dr.
G._
erhöhte die IV-Stelle die bisherige halbe Rente der
Beschwerdeführerin
ab
1.
November 2012 auf eine ganze Rente (vgl. Verfügung vom 1
8.
Feb
ruar 2013;
Urk.
10/112 und Urk.
10/104).
5.
5.1
Die
anlässlich
des
aktuellen
Revisionsverfahrens
vorliegend
en Berichte ergeben über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin folgendes Bild:
5.2
Die Ärzte des
Spital
s
D._
, Klinik für Kardiologie,
gab
en im Bericht vom 2
3.
August 2013 (Urk. 10/119) an
,
die Beschwerdeführerin sei
ab
dem
3
0.
August 2013 100% arbeitsfähig, dies
ohne Berücksichtigung
des Morbus Hodgkin (
Ziff.
1.9).
5.3
Dr.
C._
nannte im Bericht vom 1
2.
Dezember 2013 (
Urk.
10/121) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 3
1.
August 201
2.
Die Reintegration in den Arbeitsprozess habe sich trotz Vermittlung durch eine Case Managerin als sehr schwierig gestaltet. Beim Einsatz in der Reinigung habe die Beschwerde
führerin über Dyspnoe, thorakale Beschwerden sowie Übelkeit durch unange
nehme Gerüche
b
eklagt. Der Einsatz im Service habe sich ebenfalls schwierig gestaltet, da sie an einer zunehmenden Hörbehinderung leide. Dazu wirke sich die eingeschränkte sprachliche Verständigung negativ aus.
Die körperliche Belastungsfähigkeit sei wegen sch
neller Ermüdbarkeit und Dyspnoe
einge
schränkt
(S. 1)
.
5.4
Die
Oberärztin
der Onkologie des
Spital
s
B._
führte im
Bericht vom
3.
Dezember 2013
zuhanden der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
10/123)
aus, momentan bestehe kein Hinweis auf ein Rezidiv (
Ziff.
1.4). Zum Teil bestehe noch eine
residuelle
Anstrengungsdyspnoe. Die Beschwerdeführerin gebe an, beim Einkauf Hilfe zu benötigen (
Ziff.
1.7). Die Arbeitsfähigkeit sei für sie nicht beurteilbar (
Ziff.
1.6).
5.5
Das Gutachten der Ärzte der
M
EDAS
vo
m 1
1.
Juni 2014 (Urk. 10/131
/2-46
)
basiert auf einer
allgemein-
internistischen, einer onkologi
schen und einer psychiatrischen Untersuchung sowie den vorhandenen Akten (vgl. S. 1 f.).
Darin wurden folgende Hauptdiagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit genannt (S. 38
Ziff.
6.1.1):
Hodgkin-Lymphom Stadium IIB, intermediäres Stadium gemäss GHSG; aktuell anhaltende komplette Remission,
Chronic
-
Fatigue
-Syndrom
s
pezifische Phobie
Im Rahmen der zusammenfassenden Beurteilung wurde ausgeführt, im Gefolge der Erkrankung sowie der erforderlichen, intensiven Therapie
sei
eine Re
ihe
von
zum Teil akuten, zum Teil
chronischen gesundheitlichen Problemen aufgetreten. Diese stünden höchstwahrscheinlich in einem kausalen Zusammenhang mit der Erkrankung beziehungsweise Therapie. Dies seien insbesondere eine
Strahlen
pneumonitis
, die mit Cortison behandelt worden sei, ein Herpes
zoster
thorakal linksseitig, eine Schilddrüsenunterfunktion, eine periphere Durchblutungsstö
rung, eine koronare Herzerkrankung mit Status nach zweimaligem Herzinfarkt und fraglich derzeit stabiler Angina
pectoris
, sowie ein chronischer Er
schöpfungszustand (
Chronic
-
Fatigue
-Syndrom
). Infolge all dieser Probleme berichte die Beschwerdeführerin, dass sie deutliche Einbussen hinsichtlich ihrer körperlichen und geistigen Belastbarkeit verspüre (S. 40
Ziff.
6.2.2).
Aus häma
tologischer/onkologischer sowie allgemein-internistischer Sicht bestehe erfreuli
cherweise eine stabile Situation. Anhand der durchgeführten Befragung und klinischen Untersuchung könne ein tumorassoziiertes
Chronic
-
Fatigue
-Syndrom
diagnostiziert werden (S. 40
Ziff.
6.2.3).
Psychiatrischerseits
habe keine wesentliche depressive Symptomatik festgestellt werden können. Im Vordergrund stehe die noch deutlich vorhandene Angst vor den schweren körperlichen Erkrankungen, in
Folge derer
sich die Beschwerde
führerin eingeschränkt fühle und auch davon ausgehe, dass sie nicht mehr lange leben werde. In Zusammenhang mit dieser Angst
,
vor allem vor einem Herzinfarkt
,
zeige sie ein Vermeidungsverhalten, gehe Situationen mit Stress und Druck aus dem Weg, da sonst „wieder eine Drucksymptomatik auf der Brust“ eintrete. Es werde von einer spezifischen Phobie im Rahmen des Hodgkin-Lymphoms wie aber auch der Herzerkrankung ausgegangen (S. 40
Ziff.
6.2.3).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Serviererin im Altenheim liege aus häma
tologisch/onkologischer Sicht
aufgrund des
Chronic
-
Fatigue
-Syndrom
s
mit deutlicher Einschränkung der Konzentrationsfähigkeit sowie der Belastbar
keit
eine Arbeitsfähigkeit von 20 % vor. Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe eine Einschränkung von 20 %. Die Arbeitsfähigkeit betrage 20 % bezogen auf ein 100%-Pensum
(S.
4
1
f.
Ziff.
7.1.1
)
und bestehe seit Beginn der Hodgkin Lymphom Erkrankung im
April 2010 (S. 4
2
Ziff.
7.1.2
).
In einer adaptierten Tätigkeit, welche insbesondere
geringe
re
Anforderungen an
die
Konzentra
tionsfähigkeit und
die
körperliche Belastbarkeit
stelle, sei eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
darstellbar (S. 42
Ziff.
7.2).
5.6
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für
Ps
ychiatrie und Psychotherapie, gab mit Stellungnahme
vom 2
8.
Oktober
2014
zuhanden des hiesigen Gerichts
(
Urk.
3) an, dass die Beschwerdeführerin
seit
dem 2
2.
September
2014
bei ihr
in Behandlung
stehe;
zuvor
habe sie seit Beginn der Krebserkrankung eine Psy
chotherapie bei
Dr.
I._
gemacht
(S. 1)
.
Dr.
H._
nannte im Wesentli
chen folgende
Diagnosen
(S. 2 f.)
:
Chronic
-
Fatigue
-Syndrom
im Rahmen der Krebs
erkrankung sowie der Bestrahlungsfolgen und
der kardiologischen Erkrankung
mitt
elgradige depressive
Episode
chronische Schmerzstörung
spezifische Phobie
Verdacht auf hirnorganische Störung unklarer Genese
Schwerhörigkeit,
nicht ausreichend durch Hörgeräte korrigierbar
Ihres Erachtens sei die Beschwerdeführerin
aus psychiatrischer Sicht
zu 100
%
arbeitsunfähig
(S. 3 Mitte).
Zum psychopathologischen Befund gab
Dr.
H._
an, die Konzentration sei reduziert, Auffassung und Gedächtnis seien teilweise deutlich reduziert. Die Stimmung sei meist deutlich gedrückt, die
Schwin
gungsfähigkeit
reduziert. Es bestünden deutliche Ängste (vor Erkrankungen) und eine innere Unruhe. Die Beschwerdeführerin sei leicht erschöpfbar und ermüdbar, vermindert körperlich und seelisch belastbar. Es bestehe ein
Interes
senverlust
und sozialer Rückzug. Auch leide sie an Durchschlafstörungen und ausgeprägter Tagesmüdigkeit (S. 2 unten).
Die Hauptbeschwerde bestehe im ausgeprägten
Fatique
-Syndrom, das am ehesten mit den somatischen Erkran
kungen assoziiert sei und nicht nur im Rahmen einer depressiven Erkrankung. Zusammen mit diesem stellten die kognitiven Funktionseinschränkungen den limitierenden Faktor dar
. Der seitens der Ärzte der
Medas
attestier
ten Arbeitsfähigkeit von 20 % respektive 40 % (in angepasster Tätigkeit) könne sie sich nicht anschliessen, da die psychische Erkrankung dabei nicht ausrei
chend berücksichtigt und die kognitiven Funktionseinschränkungen nicht abge
klärt worden seien
(S. 4).
5.7
Im Rahmen des Gerichtsverfahrens wurden ergänzende Auskünfte der Ärzte der
Medas
eingeholt
(vgl.
Urk.
15)
.
Aus onkologischer Sicht wurde mit Bericht vom 2
6.
August 2015 (
Urk.
18/2) festgehalten, dass im Zeitraum zwischen
2.
November 2010 und 1
9.
August 2011 eine Restarbeitsfähigkeit von 0 % bis 20 % vorgelegen habe.
Spätere Ein
schätzungen aus onkologischer Sicht lägen nicht vor.
Auch
sei nicht spezifiziert worden, wie hoch die Restarbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit ein
geschätzt worden se
i
(S. 2 oben)
.
Aufgrund der vorliegenden Unterlagen sei der Verlauf aus onkologischer Sicht nicht suffizient beurteilbar (S. 2 Mitte).
Aus allgemein-internistischer und kardiologischer Sicht wurde im Bericht vom 1
5.
September 2015 (
Urk.
18/1) ausgeführt, aufgrund des Berichts des
Spital
s
D._
über die kardiologische Kontrolle vom 1
2.
Oktober 2012 ergebe sich eine volle Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten Tätigkeit. Auch die kardiologischen Kontrollen vom 2
4.
Januar 2013 sowie August 2013 hätten ein gutes Ergebnis gezeigt (S. 1 unten).
Die im Gut
achten vom 1
1.
Juni 2014 attestierte 40%ige Arbeitsfähigkeit in einer
leidens
angepassten
Tätigkeit bestehe ab Gutachtenerstellung.
Aufgrund der Aktenlage sowie
der Befragung und Untersuchung der Beschwerdeführerin werde davon ausgegangen, dass sich der Gesundheitszustand seit der Rentenerhöhung im Februar 2013 nicht wesentlich verändert habe (S. 2 Mitte).
6.
6.1
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin
an
Krebs
erkrank
te, die Krankheit jedoch
bis auf das damit zusammenhängende
Chronic
-
Fatigue
-Syndrom stabil remittiert ist. Am 3
1.
Dezember 2011 erlitt sie
einen Herzinfarkt
,
a
m
3
1.
August
2012
einen weiteren
.
D
ie
Beschwerdegegnerin wollte die
ursprünglich wegen der Krebserkrankung zugesprochene halbe Rente
z
uerst aufheben, erhöhte sie dann jedoch aufgrund der Herzproblematik mit Verfügung vom 1
8.
Februar
2013 per
1.
November
2012
auf eine ganze Rente
.
Gestützt auf das Gutachten
der MEDAS
vom 1
1.
Juni
2014 wurde die gan
ze Rente mit Verfügung vom 3
0.
September
2014 auf eine Dreiviertels
rente reduziert.
6.2
Angesichts der vorliegenden Berichte kann nicht von einer wesentlichen Verän
derung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin seit Februar 2013 ausgegangen werden.
Wie sich aus dem Bericht der Ärzte des
Spital
s
D._
vom 1
2.
Oktober 2012 (
Urk.
10/122/15-17) ergibt, war die Herzerkrankung bereits Mitte Oktober 2012 stabil. Die Ärzte berichteten über die kardiologische Verlaufskontrolle bei koronarer
Eingefässerkrankung
bei Status nach
Stenting
einer
filiformen
Hauptstammstenose am
2.
September 2012 (S. 1 unten). Seit dieser letzten Intervention sei die Beschwerdeführerin kardial beschwerdefrei (S. 2 oben). Sie sei körperlich aktiv, besuche die ambulante Rehabilitation im
B._
spital
und fahre zweimal täglich auf ihrem Hometrainer. Dabei würden typische Angina
pectoris
-Beschwerden verneint. Sie präsentiere sich kardial kompensiert,
normoton
und
normokard
(S. 2 unten). Insgesamt zeige sich einen Monat nach Hauptstamm-
Stenting
ein erfreulicher Verlauf mit Beschwerdefreiheit im Alltag und während der
Ergometrie
bei überdurchschnittlicher Leistungsfähigkeit (S. 3 oben).
Somit
kann aus
kardiologischer Sicht nicht von einer Verbesserung seit der
Ren
tenerhöhung
vom Februar 2013 ausgegangen werden,
war die Beschwerde
führerin doch bereits Mitte Oktober 2012 kardial beschwerdefrei.
Wie bereits ausgeführt (vgl. Erwägung 1.2), hat die Änderung des
Invali
di
tätsgra
des
stets eine erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse zur Voraussetzung
. Nach
Lage der Akten ist davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit de
r Beschwerdeführerin
gegenüber dem Sachverhalt im Zeitpunkt der Renten
erhöhung
im
Febr
uar 20
13
nicht wesentlich geändert haben. Gestützt auf das Gutachten
der
Medas
kann eine solche Änderung jedenfalls nicht begründet werden.
Mit ergänzender Stellungnahme hielten die Ärzte der
Medas
denn auch fest, es sei davon
auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand
seit der Rentenerhöhung im Februar 2013 nicht wesentlich verändert habe und lediglich die Aus
wir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit anders beurteilt würden (
Urk.
18/1 S. 2 unten).
E
ine unterschiedliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei einem im Wesentli
chen unverändert geb
liebenen Gesundheitszustand genügt indessen nicht
zur Annahme einer revisionsrelevanten Veränderung. Folglich fehlen die in
Art.
17 ATSG genannten Voraussetzungen für eine Rentenrevision. Zu prüfen bleibt ein Rückkommen auf die ursprüngliche Verfügung nach den Regeln der
Wiederer
wägung
.
6.
3
Die ursprüngliche Verfügung vom 1
8.
Febr
uar 20
13
ist formell rechtskräftig und bildete nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung, weshalb eine Wiedererwägung grundsätzlich in Betracht fällt. Die Renten
erhöhung
erfolgte gestützt auf die
erneute
Herzproblematik
vom 3
1.
August 201
2.
Sie
beruhte
jedoch
nicht
auf einer umfassenden Abklärung des mediz
inischen Sachverhal
tes. So lag
der
Beschwerdegegnerin zur
Situation ab September 2012
lediglich der Bericht
von
Dr.
A._
vom 2
2.
Oktober 2012 zuhanden der Pensions
kasse
vor.
Dr.
A._
attestierte der Beschwerdeführerin eine vorüberge
hende 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis mindestens Ende Januar 201
3.
Daneben lag der ergänzende Einwand der Beschwerdeführerin vom 2
5.
Oktober 2012 (
Urk.
10/92) vor, mit welchem sie auf den erneuten Herzinfarkt mit Herzopera
tion vom
2.
September 2012 verwies und – nach Einholung aktueller
Arztbe
richte
- eine Rentenerhöhung beantragte.
Weitere Abklärungen erfolgten
jedoch
nicht.
RAD-Arzt
Dr.
G._
zitierte in seiner Stellungnahme vom 1
5.
November 2012 aus dem Einwand der Beschwerdeführerin und attestierte ihr sowohl für die zuletzt ausgeführte als auch für eine adaptierte Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 0 % seit 3
1.
August 2012, ohne dies zu begründen.
G
estützt auf die Einschätzung
durch
Dr.
A._
(
vertrauensärztlicher
Bericht vom 2
2.
Oktober 2012,
Urk.
10/91)
konnte
Dr.
G._
nicht von einer
bis auf weiteres bestehenden
100%ige
n
Arbeitsunfähigkeit ausgehen. So bezeichnete
Dr.
A._
die volle Arbeitsunfähigkeit als vorübergehend und
bescheinigte diese lediglich bis Januar 2013
(S. 10 unten)
; im Februar/März 2013 hielt er eine vertrauensärztliche Überprüfung für angezeigt (S. 12 Mitte)
.
Er begründete die 100%ige Arbeitsunfähigkeit
nicht näher und hielt fest, dass Ein
schränkungen derzeit nicht beurteilt werden könnten
(S. 11 oben)
.
Als objekti
ven Befund nannte
Dr.
A._
hauptsächlich eine deprimierte Stimmung (S.
5 Mitte).
Bei der Prognose führte er eine körperliche
Dekonditionierung
sowie eine deutliche psychische Belastung an
(S. 7 oben)
.
Dr.
A._
zitierte auch den
Bericht der
Ärzte des
Spital
s
D._
vom 1
2.
O
ktober 2012 (Urk.
10/122/15-17), wonach die Beschwerdeführerin bereits zu diesem Zeit
punkt kardial beschwerdefrei
war
(
S. 4 Mitte).
Im Lichte der damals vorhandenen Akten
erweist sich die
Rentenerhöhung per November 2012 gestützt auf die Herzproblematik als
objektiv
falsch.
Die
Herz
probleme
führten
jeweils nur vorübergehend
zu
eine
r
zusätzliche
n Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit.
Im Zeitpunkt der RAD-Stellungnahme von Mitte November 2012 bestanden aus kardiologischer Sicht keine Einschränkungen mehr. Die
Annahme
einer –
bis auf weiteres vorliegenden –
0%igen Arbeitsfä
higkeit ab 3
1.
August 2012
war somit
zweifellos
unrichtig
. Die Beschwerdegeg
nerin durfte im Februar 2013 nicht
mehr
von einer weiterhin bestehenden vollen Arbeitsunfähigkeit ausgehen. Damit erweist sich die
Verfügung vom
1
8.
Febr
uar 20
13, mit welcher die Erhöhung auf eine ganze Rente erfolgte,
als zweifellos unrichtig.
6.4
In Bezug auf
die aktuelle gesundheitliche Situat
ion der Beschwerdeführerin kann
au
f das Gutachten der Ärzte der MEDAS
samt
ergänzenden Stellungnahmen abgestellt werden.
Das Gutachten
erfüllt die Anforderungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im Sinne der
Rechtsprechung (vgl. vor
steh
ende E. 1.4) vollumfänglich. Es setzt sic
h mit allen Aspekten der gesund
heitli
chen Beeinträchtigungen auseinander und berücksi
chtigt insbesondere auch sämtli
che bis dahin
eingegangenen
ärztli
chen Untersuchungsberichte. Ins
gesamt ist das Gutachten umfassend und vermag zu überzeugen.
Soweit
Dr.
C._
-
bei welche
r
die Beschwerdeführerin seit
August 2011
in Behandlung steht (vgl.
Urk.
10
/
68/6
)
–
im Dezember 2013
(weiterhin) von einer vollen Ar
beitsunfähigkeit aus
ging
, vermag dies das Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen, zumal
sie als Hausärztin
eine Vertrauensstellung gegen
über
der Beschwerdeführerin
hat
(vgl. E. 1.5).
Dr.
C._
beschrieb im Wesentlichen die Schwierigkeiten der Beschwerdeführerin bei der Reintegra
tion in den Arbeitsprozess. Auch aufgrund der von
ihr
genannten Ein
schrän
kungen – schnelle Ermüdbarkeit und
Dysponoe
- erscheint eine volle Arbeits
unfähigkeit nicht nachvollziehbar.
Die
behandelnde
Psychiaterin
Dr.
H._
ging im Oktober 2014 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht aus
, d
ies hauptsächlich aufgrund des
Chronic
-
F
atigue
-Syndroms sowie – noch nicht abgeklärten -
k
ognitive
n
Funktionseinschränkungen
.
Das
Chronic
-
F
atigue
-Syndrom (samt
der
damit ein
hergehenden
Einschränkung von Konzentrationsfähigkeit und Belastbarkeit) wurde
jedoch
seitens der Ärzte der M
EDAS
berücksichtigt und führte zu einer 80%igen respektive (in einer angepassten Tätigkeit)
60%igen
Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit.
Dr.
H._
vermochte nicht nachvollziehbar darzulegen, weshalb die
Beschwerdeführerin
entgegen der M
EDAS
-Beurteilung
gar nicht mehr arbeitsfähig sein sollte.
Zu beachten ist schliesslich, dass
zwi
schen
der behandelnden Psychiaterin
Dr.
H._
und de
r
Beschwerdeführer
in
ein vergleichbare
s
Vertrauens
verhältnis
besteht
wie zwischen dem Hausarzt und seinem Patienten
(vgl. E.
1.
5
).
Nach dem Gesagten kann auf das Gutachten
der Ärzte der M
EDAS
vom Juni 2014 abgestellt wer
den, wonach bei der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit eine 40%ige Arbeitsfähigkeit besteht
.
Der medizinische Sachverhalt ist als in diesem Sinne erstellt zu betrachten.
6.5
Ein Revisionsgrund liegt vor
, da
seit der
Rentenzusprache
im September 2011 eine
wesentliche Veränd
erung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführe
rin
erfolgte
. Dies ist nach Lage der Akten nachvollziehbar,
nach
dem im Zusam
menhang mit der Krebserkrankung
und der Therapie
weitere gesundhei
tliche Probleme aufgetreten waren
, die Beschwerdeführerin zwei Herzinfarkte
mit
darauffolgenden
Operationen
erlitten hat
te
und neu auch
eine psychische
Beeinträchtigung
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit besteht
.
Die seitens
der Beschwerdegegnerin
vorgenommene Invaliditätsbemessung (Urk.
2 S. 4 oben) ist nicht zu
beanstanden. Ausgehend vo
m
errechneten
Invali
ditätsgrad von 66 % hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Dreivier
telsrente.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die
Herabsetzung der bisher ausgerichteten ganzen Rente
auf eine Dreiviertelsrente mit der substituierten Begründung
der zweifellosen Unrichtigkeit der Verfügung vom 1
8.
Februar 2013
geschützt wer
den kann. Somit erweist sich die angefochtene
Verfügung
im Ergebnis als
rechtens
, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7
.
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr. 8
00.-- fest
zusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.