Decision ID: 940078de-e30e-4926-bde5-938dc6426a45
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Mit Verfügung vom 27. Ja
nuar 2005 sprach die Suva X._
, geboren 1962, mit Beginn ab
dem
1. März 2005 für die Restfolgen des Unfalls vom 27.
September
1992 mit Knieverletzung rechts bei
Prägonarthrose
und Korrek
turo
steo
tomie eine Invalidenrente aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit von 26 % und eines versicherten Jahresverdienstes von Fr. 73'450.-- zu. Gleichzeitig rich
tete sie eine Integritätsentschädigung von 15 % aus (Urk. 7/32). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Für den nach Zusprechung der Invalidenrente gemeldeten Rückfall
(vgl. Urk. 7/34
)
erbrachte die Suva die gesetzlichen V
ersicherungsleistungen und
stellte
nach
kreis
ärztlicher Untersuchung am 7. Juli 2006 (Urk. 7/40)
mit Verfügung vom 30.
August 2006
die Taggeldleistungen per 16. April 2005 sowie die Heilkosten
leistungen per 19. Juli 2006 ein
(Urk. 7/44)
.
An d
ie
ser Anordnung hielt
die Suva mit
E
insprachee
ntscheid
vom 27. Oktober 2006
fest
(Urk. 7/47). Die dagegen
am 13. Februar 2007
erhobene Beschwerde
(Urk. 7/50)
wies das Sozialversiche
rungs
gericht mit Urteil
UV.2007.00068
vom 30. Mai 2008 (Urk. 7/57) ab.
Dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Mit
Schreiben vom 30. August 2011 sowie vom 25. November 2014
teilte die
Suva
dem Versicherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert (Urk.
7/66, Urk.
7/73
).
1.2
Mit Schadenmeldung vom
11. Januar 2016
(Urk. 7/
76
) wurde der Suva ein Rückfall gemeldet.
Bei der Diagnose einer beidseitig fortgeschrittenen
medial be
tonten Gonarthrose bei
Genu
varum
und Zustand nach
Valgisationsosteotomie
rechts im Jahr 2002
(Urk. 7/77)
erfolgte am 23. Dezember 2016 die Entfernung der
Valgisationsplatte
und Schrauben im Tibiakopf rechts (Urk. 7/84). Nach Ein
gang eines Revisionsgesuches vom 3. September 2018 (Urk. 7/97)
und einer wei
teren Rückfallmeldung vom 12. September 2018 (Urk. 7/101)
wurde der Ver
sicherte am 8. Februar 2019 kreisärztlich untersucht (Urk. 7/126). Mit Verfügung vom 17. Juni 2019 richtete die Suva dem Versicherten eine
(weitere)
Integri
täts
entschädigung von 15 % aus (Urk. 7/142).
Nach Eingang eines von der Invaliden
versicherung eingeholten
bidisziplinären
Gutachtens vom 29.
Januar
2020 (Urk.
7/155/3-41) holte die Suva zur Beurteilung des Zumutbarkeitsprofils
mit
Bezug auf die Unfallfolgen
eine weitere Stellungnahme des kreisärztlichen Dienstes
ein, welche am 1. April 2020 (Urk. 7/158) erstattet wurde. Mit Verfügung vom 28.
April 2020
verneinte die Suva bei einem Invaliditätsgrad von 27 % eine erheb
liche Veränderung und damit die Voraussetzungen für eine Rentenerhöhung (Urk. 7/161). Die dagegen
erhobene Einsprache vom 15. Mai 2020 (Urk. 7/168)
wies die Suva mit Entscheid vom 8. Juli 2020 (Urk. 7/175 = Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
17. Juli 2020
Beschwerde und beantragte, die Suva sei zu verpflichten, ihm eine
angemessene
,
jedenfalls höhere
Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
14. September 2020
schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
6
).
Dies wurde dem Be
schwerdeführer am 16. September 2020 zur Kenntnis gebracht (Urk. 9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
bezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
).
)
In Abweichung von Art. 17 Abs. 1 ATSG kann die Rente der Unfallversicherung ab dem Monat, in dem die berechtigte Person eine Altersrente der AHV bezieht, spätestens jedoch ab Erreichen des Rentenalters nach Art. 21
des
Bundesgesetz
es
über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG)
nicht me
hr revidiert werden (Art. 22
Bundesgesetz über die Unfallversicherung
,
UVG
).
1.2
Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
benem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung; dazu gehört die Verbesserung der Arbeits
fähig
keit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Hin
gegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen und E. 6.1).
Entsprechend ist gegebenenfalls nicht nur der natürliche Kausalzu
sammenhang, sondern auch dessen Adäquanz für die Zukunft neu zu prüfen, wobei die im Zeitpunkt der erwogenen revisionsweisen Leistungsanpassung gege
benen tatsächlichen Verhältnisse massgebend sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_248/2017 vom 24. Mai 2018 E. 3.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und – sofern Anhaltspunkte für eine Verän
derung der erwerblichen Auswirkungen einer Gesundheitsschädigung bestehen – Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 134 V 131 E. 3, 133 V 108 E. 5.3.1 und E. 5.4).
Bei den prozentgenauen Renten (Unfallversicherung nach UVG, Militärver
siche
rung) wird eine erhebliche Änderung angenommen, wenn sich der Invaliditäts
grad um 5 % ändert (BGE 133 V 545 E. 6.2
, Urteil des Bundesgerichts 8C_475/2016 vom 4
.
Oktober
2016
E. 2.3.3.2
).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Dies gilt auch für Spätfolgen und Rückfälle im Sinne von Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV). Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natür
licher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
in
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) erwog die Beschwerdegegnerin, gestützt auf die kreisär
z
tlichen Schlussfolgerungen vom 8. Februar 2019 sowie vom 1. April 2020 seien die vom Beschwerdeführer geklagten Kniebeschwerden links und die Rückenbeschwerden nicht als unfallbedingt einzustufen
. Folglich könne im Zu
mutbarkeitsprofil weiterhin nur die Problematik des rechten Kniegelenks berück
sichtigt werden. Gemäss diesem bestehe für eine leichte überwiegend sitzende Arbeit ohne kniebelastende Tätigkeiten keine Notwendigkeit für zusätzliche Pausen
(S. 8 f.). Ausgehend von einem Invalidenlohn von Fr. 60'990.-- und einem
unbestrittenen
Validenlohn
von Fr. 83'429.-- ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 26.9 %. Damit seien die Voraussetzungen für eine Rentenerhöhung mangels erheblicher Veränderung des Invaliditätsgrades zu verneinen (S. 11 ff.).
2.2
Dagegen stellte sich der Beschwerdeführer im Wesentlichen auf den Standpunkt (Urk. 1), im Vergleich zur kreisärztlichen Untersuchung vom 17. Juli 2006 habe sich der klinische Befund am Knie deutlich verschlechtert. Damit sei eine revi
sionsbegründende Veränderung des Gesundheitszustandes ausgewiesen. Es sei weder plausibel noch nachvollziehbar, dass diese signifikante Verschlechterung keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit und das Invalideneinkommen habe (S. 6). Dem
Y._
-Gutachten komme auch im Suva-Verfahren voller Beweiswert zu und es sei folglich von einer 70%igen Arbeits
fähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit auszugehen (S. 7 f.). Die kreis
ärztliche Beurteilung sei nicht geeignet, eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit zu belegen. Es rechtfertige sich daher kein Abwei
chen vom
Y._
-Gutachten. Bei der Bemessung des Invalideneinkommen
s
sei daher von einer maximalen Restarbeitsfähigkeit von 70 % in einer leidensan
gepassten Tätigkeit auszugehen. Auf der Basis der von der Beschwerdegegnerin bezifferten Einkommen resultiere ein Invaliditätsgrad von 49 %, weshalb rück
wirkend die Rente zu erhöhen sei (S. 8 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist,
ob sich seit der Festsetzung des Invaliditätsgrades im Jahre 2006 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ergeben hat, die zu einem höheren Invaliditätsgrad führt.
Zeitliche Vergleichsbasis zu den mit dem angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 8. Juli 2020 beurteilten Verhältnissen bildet der Sachverhalt, auf dessen
Grundlage mit
Einspracheentscheid
vom 2
7
. Oktober 2006 eine auf einer Erwerb
s
einbusse von 26 % beruhende Invalidenrente der Unfallversicherung
bestätigt
worden war.
3.
3.1
Die unveränderte Weiterausrichtung der Invalidenrente mit
Einspracheentscheid
vom 26. Oktober 2006 beruhte in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf der kreisärztlichen Beurteilung anlässlich der Abschlussuntersuchung vom 7. Juli 2006
(Urk. 7/40)
. Dr. med. Z._
, Facharzt für Chirurgie, führte aus, ob
jektiv bestehe eine chronische
Gonalgie
rechts
bei
Varusgonarthrose
und
Fe
moropatellararthrose
. Es bestehe ein Streckdefizit von 10 Grad. Die Stabilität im rechten Knie sei gut und es bestünden keine Schonungszeichen. Die
Varus
gonarthrose
sei gemäss Röntgenbildern vom 6. Juli 2006 leichteren mittleren Grades bei kongenitalen
Genu
vara
. Die anlässlich der kreisärztlichen Unter
su
chung am 9. Dezember 20
0
4 festgelegte medizinisch-theoretische Invalidität sei absolut korrekt. Am rechten Knie sei es nicht zu einer Verschlimmerung ge
kommen. Eine spezielle Behandlung wegen des Rückfalles sei nicht angezeigt. Zurzeit habe der Beschwerdeführer wie schon damals bei der Abschluss
unter
suchung vom 9. Dezember 20
0
4 ab und zu Schmerzmittel und entzündungs
hemmende Mittel und manchmal auch Physiotherapie nötig (S. 4).
3.2
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht mit Urteil vom 30. Mai 2008 im Verfahren UV.2007.00068 (Urk. 7/57) ab. Es stellte unter anderem fest, dass sich die durch den Unfall provozierten (somatischen) Knie
beschwerden im Vergleich zur Situation im Zeitpunkt der Rentenverfügung vom 27. Januar 2005 nicht massgeblich verschlechtert hätten. Bezüglich der Rücken
schmerzen im Sinne eines zervikal und lumbal betonten
Panvertebralsyndroms
ergebe sich aus den Berichten ohne weiteres, dass diese Beschwerden mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit durch objektiv nachweisbare degenerative Verän
de
rungen im Bereich der Lenden- und Halswirbelsäule verursacht würden, welche in keinem Zusammenhang zum Unfallereignis stünden. In den Akten würden jegliche Hinweise auf eine im Rahmen eines anderen Unfalls erfolgte Verletzung der Wirbelsäule fehlen und die These, wonach die Rückenschmerzen durch die unfallbedingte Fehlstellung des rechten Kniegelenks verursacht worden seien, finde in den medizinischen Akten keine Stütze (S. 9 f.
E
. 3.2-3). Sodann verneinte das Gericht einen adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und de
m
psychischen Gesundheitsschaden (S. 10 ff.
E
. 3.4).
3.3
3.3.1
Dem angefochtenen Entscheid vom 8. Juli 2020 liegen insbesondere die kreis
ärztliche Beurteilung gestützt auf die Untersuchung vom 8. Februar 2019 sowie
die Stellungnahme
vom 1. April 2020
zugrunde
, welche sich mit dem von der Invalidenversicherung eingeholten Gutachten auseinandersetzte.
3.3.
2
Med.
pract
. A._
, Fachärztin für Anästhesiologie, nannte in ihrer Beur
teilung vom 12. Februar 2019 (Urk. 7/126) als Diagnose eine mässige Belastungs
intoleranz bei radiologisch deutlich fortgeschrittener Gonarthrose und
Femoro
patellararthrose
rechts. Als unfallfremde Diagnosen nannte sie eine Gonarthrose links sowie rezidivierende
Lumboischialgien
(S.
4)
. Dazu führte sie aus, im Ver
gleich zur kreisärztlichen Untersuchung vom 17. Juli 2006 habe sich der klinische Befund verschlechtert, wobei besonders die Zunahme des Flexionsdefizites auf
falle. Die aktuelle Röntgenaufnahme des rechten Knies vom 14. Dezember 2018 weise ebenfalls eine deutliche Zunahme der arthrotischen Veränderungen auf. In der
kreisärztlichen Untersuchung im Jahr 2006 sei die
Varusgonarthrose
noch als leicht
-
bis mitt
e
l
gradig
bezeichnet worden, aktuell liege ein mittlerer bis schwerer Befund vor. Zusammenfassend zeige der Vergleich der kreisärztlichen Untersu
chungsbefunde von 2006 und 2019 eine natürliche Weiterentwicklung der post
trau
matischen Gonarthrose. Zukünftig müsse hier mit einer prothetischen Versor
gung gerechnet werden. Die Zumutbarkeit
s
beurteilung beruhe lediglich auf den traumatischen Schäden des rechten Knies. Die unfallfremden Beschwerden des linken Kniegelenkes und des Rückens sei
en
bei dieser Beurteilung nicht be
rück
sichtigt. Dem Beschwerdeführer sei auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine leichte
überwiegend sitzende Tätigkeit zumutbar. Überwiegend stehende sowie gehende Arbeiten seien ebenso wie Tätigkeiten, die in überwiegend unebenem Gelände wie auch auf Leiter
n
und Gerüsten mit häufigem Knien, Hocken oder Treppen
steigen erfolgen würden, aus dem Tätigkeitsprofil auszuschliessen
(S. 4 f.)
.
3.3.
3
PD Dr. med. B._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabili
tation und für Rheumatologie,
nannte im
Y._
-Gutachten vom 29. Januar 2020 (Urk. 7/155
S.
3-41
; vgl. zu den psychiatrischen Diagnosen Konsensbeurteilung vom 3. Februar 2020, Urk. 7/167
)
folgende Diagnosen
(Urk.
7/155 S. 25
)
:
-
Periarthropathia
genu
mit mediale
m
und vordere
m
Knieschmerz rechts
-
im
Verlauf progrediente und weit fortgeschrittene mediale und
femoropatelläre
Gonarthrose, aktuell mit deutlicher Kapselverdickung, deutlich reduzierter Beweglichkeit
femoro-tibial
und
femoro-patellär
-
Zustand nach Distorsion mit „
unhappy
triad
" 1992, Resektion des lateralen Meniskus 1993, Re-Arthroskopie 1994 sowie 2002 und
Valgisationsosteotomien
Tibia recht
s
am 19. April 2002
-
Periarthropathia
genu
mit mediale
m
und
femor
o
patelläre
m
Knieschmerz links
bei
-
Varusfehlstellung
und fortgeschrittene media
l
e und
femoropatelläre
Gonarthrose
-
c
hronisches
lumbospondylogenes
Syndrom rechts, aktuell ohne radikuläre Reizung oder Ausfallssyndrom
-
Spondylarthrosen L4-S1
,
L3-S1, L4/5
fortg
eschritten, L3/4 mit Hinweise
n
auf segmentale Instabilität
-
a
ktenanamnestisch Status nach radikuläre
m
Reizsyndrom Mai 2019 bei
Rezessusstenose
von L5, Zustand nach epiduraler Infiltration mit Kortikosteroid Juni 2019
-
Fingerpolyarthrosen beidseits
-
anamnestisch Schulterbeschwerden beidseits, aktuell ohne funktionelle Beeinträchtigung und spezifische Diagnose
Dazu führte
er
aus, anlässlich der aktuellen Untersuchung beschreibe der Be
schwerdeführer in Bezug auf das rechte Knie Schmerzen medial sowie im vorderen Bereich mit deutlicher Belastungsabhängigkeit und Verstärkung beim längeren Sitzen, Stehen, Gehen und Treppensteigen, wobei sowohl die qualita
tiven
als auch
die quantitativen Schmerzangaben plausibel und konsistent ge
wesen seien. Hinsichtlich des linken Knies würden qualitativ vergleichbare Beschwerden angegeben, jedoch auf einem tieferen Schmerzniveau auf der VAS Skala. An dritter Stelle würden die Rückenschmerzen angegeben, welche inzwi
schen meist lokalisiert seien, und bei trotzdem auftretenden Ausstrahlungen nicht über das Knie hinaus ausstrahl
t
en
, ebenfalls
mit Verstärkung beim längeren Sitzen
,
Gehen sowie Tragen und Heben von Koffern. Nächtliche Beschwerden
würden im Bereich der Knie nur bei ungünstigen Positionen auftreten, im Be
rei
che des Rückens seien sie verneint worden, wobei arbeitsbedingt kein regel
mässiger Tag-Nachtrhythmus eingehalten werde (S. 23 unten f.).
In objektiver Hinsicht bestehe eine fortgeschrittene mediale und femoropatellare Arthrose im Bereich des rechten Knies bei Zustand nach
Valgisationsosteotomie
und entsprechend geringer
Varusfehlstellung
. Aufgrund der derben und retra
hierten Kapsel sowohl
femorotibial
wie auch
femoro-patellär
k
ö
nn
e
klinisch
kei
ne Instabilität festgestellt werden, was eine Mikroinstabilität aber nicht ausschliesse. Die Gesamtbeweglichkeit des Kniegelenks habe gegenüber früher deutlich abge
nommen und radiologisch zeige sich eine fortgeschrittene
,
vor allem mediale, aber auch
femoropatell
ä
re
Arthrose, wobei auf der medialen Seite der Gelenkspalt weitgehend aufgehoben
sei, das heiss
t
eine Knor
pelschicht im Wesentlichen fehle
. Hinsi
chtlich des linken Knies bestehe
eine deutliche
Varusfehlstellung
mit gegenüber rechts verbesserter Beweglichkeit, jedoch ebenfalls fortgeschrittener medialer und
Femoropatellararthrose
. Hinsichtlich des Rückens
bestehe
eine m
ä
ssige Beweglichkeitseinschränkung, wobei die Befunde aktuell hauptsächlich im Bereiche der
Fazettengelenke
L3-S1 rechts mit sekundären muskulären Ver
spannungen und Einschränkung der Extension und Schmerzauslösung bei Rota
tions
bewegungen zu finden
seien
. Aktuell
bestünden
klinisch keine Hinweise auf ein radikuläres
Reiz-oder
Ausfallssyndrom trotz Nachweis einer
Rezessusstenose
L5 rechts und wahrscheinlich stattgefundener Reizsymptomatik mit gutem An
sprechen auf eine epidurale Infiltration. Die klinischen Befunde
würden
auch
hier
gut mit den radiologischen Befunden
übereinstimmen
, welche
eine
mehrseg
men
tale
Discopathie
mit fortgeschrittene
r
Spondylarthrose und zusätzlich
en
Zeich
en einer segmentalen Instabilitä
t L3/4 zeigen
würden (S. 24 oben)
.
Im Rahmen der Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit habe der Beschwerdeführer bei einer guten Leistungsbereitschaft und Konsistenz eine Belastbarkeit im leichten bis knapp mittelschweren Bereich sowie deutlich reduzierter Belastbarkeit im Bereiche beider Knie bei kniebelastenden Tests, ferner aber auch beim vorgeneigten Sitzen und rotierte
n
Sitzen und verschiedenen wei
teren in der Tabelle der Belastbarkeit festgehaltenen Funktionsfähigkeiten ge
zeigt. Hinsichtlich der arbeitsbezogenen Beschreibung der Problematik stünden nebst dem längeren Sitzen, Tragen, Treppensteigen und Erschwernissen beim An
laufen kumulative Probleme im Vordergrund, welche dazu führ
t
en, dass der Be
schwerdeführer seine Arbeitszeit auf ein 50
%
-
Pensum verkürzt habe. Aller
dings werde aus Gründen der Arbeitsorganisation respektive
aus
wirtschaftlichen Grün
den die Arbeit auf zwei ganze Tage sowie zwei halbe Nächte verteilt. Hobbys und spezifische Ressourcen seien nicht genannt worden (S. 24 Mitte).
Zusammengefasst bestünden beidseitige symptomatische, rechts stark fortge
schrittene, links mässig fortgeschrittene mediale und
femoropatelläre
Arthrosen, welche zu einer deutlichen Reduktion der Funktionsfähigkeit und Belastbarkeit führen würden. Während dem beim rechten Knie ein Unfallereignis mit einer „
unhappy-triad
" mit Verletzung des vorderen Kreuzbandes,
des
medialen Seiten
bandes sowie Verletzung des äusseren, jedoch auch des medialen Meniskus ursächlich genannt werden könne, seien die Veränderungen im Bereiche des linken Knies rein degenerativer Art bei beidseitigen Varus
-
Fehlstellungen und Neigung zu Polyarthrosen. Seit mindestens sechs Jahren bestünden rezidivierende belastungsabhängige Rückenschmerzen im Rahmen von degenerativen Verände
rungen, welche interkurrent im laufenden Jahr zu einer radikulären Reizsympto
matik bei
Recessuseinengungen
von L5 rechts geführt
habe
. Die Kooperation des Beschwerdeführers bei den Behandlungen sei durchgehend als gut bezeichnet worden, was auch im Rahmen der gutachterlichen Abklärungen bestätigt werden könne. Die Beschwerden, Befunde wie auch die Resultate bei den Belastbar
keits
tests würden eine gute Übereinstimmung und keine Widersprüchlichkeiten zeigen.
Hinsichtlich der Prognose müsse von einer weiteren Zunahme der degenerativen Veränderungen ausgegangen werden, welche bis zu einem gewissen Grad durch die bereits umgesetzten therapeutischen Massnahmen möglicherweise kompen
siert werden könnten. Aufgrund der nicht dominierenden Ruheschmerzen im Bereich des rechten Knies sei trotz weit fortgeschrittener medialer Gonarthrose aufgrund der übrigen Befunde mit gleichzeitiger
Femoropatellararthrose
und
kapsulären
Einschränkungen bei Versorgung mit einer Totalprothese zum aktu
ellen Zeitpunkt lediglich mit einer
möglichen
B
esserung zu rechnen, insbesondere aber auch von einer längeren Rehabilitationszeit mit längerer Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
Unter Berücksichtigung der vorliegenden Befunde
würden
die übri
gen Gesundheitsprobleme (Fingerpolyarthrosen, Makuladegeneration sowie Kata
rakt
mit noch eindeutig genügendem beidseitige
m
Visus
und entsprechend ge
gebener Fahrtauglichkeit) zum aktuellen Zeitpunkt nicht zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit be
i
tragen (S. 24 unten f.)
.
Im Zusammenhang mit der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkei
t hielt
PD
Dr.
B._
hinsichtlich der arbeitsrelevanten Probleme weiter fest, dass eine verminderte Belastungstoleranz beider Knie, insbesondere für
die
Beugung unter Belastung sowie für kniende Positionen, eine verminderte Stabilität der Beinachse bei Belastung und eine allgemeine Dekonditionierung mit Kraftdefizit in der Rumpf- und Beinmuskulatur best
ünden
. Als weitere funktionelle Probleme be
stünden eine verminderte Belastungstoleranz des Nackens, ein ungenügendes Gleichgewicht und eine unter dem Referenzwert liegende Handkoordination.
Die angestammte berufliche Tätigkeit als Taxifahrer sei
während
sechs Stunden pro Tag oder g
anztags mit zusätzlichen Pausen von
insgesamt zirka zwei St
unden
pro Tag
möglich. Die Pausen seien
aufgrund klinisch relevanter Schmerzver
stär
kung während des Tests bei massiver Kniearthrose
erforderlich
. Eine leichte bis mittelschwere Arbeit, wechselpositioniert, sei ganztags möglich
. Zu beachten seien
zusätzliche Pausen
von insgesamt eineinhalb Stunden pro Tag
aufgrund
der
klinisch relevante
n
Schmerzverstärkung während den Tests (S. 22 oben).
3.3.
4
In der
kreisärztliche
n
Stellungnahme
vom 1. April 2020 (Urk. 7/158)
führten Dr. med. C._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, und med
.
pract
.
A._
, aus,
im
Y._
-Gutachten vom 29. Januar 2020 sei
en
bei der Zumutbarkeitsbeurteilung neben der posttraumatischen Gonarthrose rechts
auch die unfallfremde Gonarthrose links mit
Varusfehlstellung
und das unfall
fremde chronische
lumbospondylogene
Syndrom berücksichtigt worden. Wie dem
Bericht der kreisärztlichen Untersuchung vom 1. April 2003 zu entnehmen sei,
sei die Gonarthrose links nicht traumatisch bedingt. Unfallereignis
se
von 15.
Septem
ber 2000 und
vom
15. Mai 2001 hätten nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung geführt (S. 5 unten).
Bezüglich des chronischen
lumbospondy
logenen
Syndroms sei anzumerken, dass der Suva keine Schadenfälle mit Ver
let
zung der Wirbelsäule vorliegen würden. Insofern könne bei dem rein unfall
be
din
g
ten Zumutbarkeitsprofil weiterhin nur die Problematik des rechten Knie
gelenkes berücksichtigt werden. Es liege eine schwere Arthrose des rechten Kniege
lenkes vor, welche die Belastung des Kniegelenkes beeinträchtige. Für eine leichte über
wiegend sitzende Arbeit ohne kniebelastende Tätigkeiten seien jedoch keine zu
sätzlichen Pausen notwendig, denn es seien keine aussergewöhnlichen, die Situa
tion der Arthrose zusätzlich belastenden Komplikationen beschrieben
worden
,
die
solche zusätzlichen Pausen
begründen würden (zum Beispiel: posttraumatische Thrombose mit
Ö
dem und Erforderlichkeit
,
das Bein hoch zu lagern
,
oder
intra
-
arti
kuläre
Entzündungen mit Fistelbildung). Daher werde an der Zumutbarkeits
beurteilung vom 2. August 2019 festgehalten (S. 6).
4.
4.1
Zunächst ist festzuhalten, dass d
er Unfallversicherer rechtsprechungsgemäss nicht an die Invaliditätsschätzung der Invalidenversicherung
gebunden ist
(BGE 133 V 549 E. 6.2, 131 V 362 E. 2.2.1). Vielmehr haben die IV-Stellen und die Unfallversicherer die Invaliditätsbemessung selbständig vorzunehmen und dürfen sich nicht ohne eigene Prüfung mit der Übernahme des Invaliditätsgrades des jeweils anderen Versicherers begnügen (BGE 133 V 549 E. 6.1 mit Hinweis). Dementsprechend ist auch aus dem Gebot in Art. 34 UVV, bei einer Änderung der Rente der Invalidenversicherung ebenfalls eine Revision der Rente der Unfall
versicherung vorzunehmen, keine Berechtigung oder gar Verpflichtung des Un
fall
versicherers abzuleiten, den Invaliditätsgrad der IV-Stelle unbesehen zu über
nehmen. Insbesondere kann eine solche Übernahme dort nicht statthaft sein, wo der Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung nicht nur Unfallfolgen, son
dern auch unfallfremde Faktoren zugrunde liegen (vgl. BGE 133 V 549 E. 6.2).
4.2
4.2.1
Soweit der Beschwerdeführer vorbrachte, dass dem von der IV-Stelle eingeholten
Y._
-Gutachten auch im vorliegenden Revisionsverfahren volle
r
Beweiswert zukomme, kann ihm
aufgrund der nachfolgenden Ausführungen
nicht gefolgt werden.
So erfolgte d
ie gutachterliche Abklärung
, unter Einbezug einer
Evalua
-
tion
der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL),
zur Abschätzung des Gesund
heits
schadens und der Arbeitsfähigkeit
unter
Berücksichtigung
sämtlicher Ge
sund
heitsprobleme
(vgl. Urk. 7/155 S. 23 Mitte
)
.
Die
Rückenbeschwerden standen neben den Unfallfolgen am rechten Knie bereits bei der
unveränderten
Weiter
ausrichtung der Invalidenrente mit
Einspracheentscheid
vom 26. Oktober 2006 (Urk. 7/47)
zur Diskussion und wurden
im Urteil vom 30. Mai 2008 als unfall
fremd beurteilt.
Auch im vorliegenden Revisionsverfahren beurteilten
sowohl die Kreisärzte als auch
der
Y._
-Gutachter
die vom Beschwerdeführer
g
eklagten Rückenbeschwerden und
auch die
Beschwerden am linken Knie als unfallfremd.
Der Gutachter hielt
explizit fest, dass die Beschwerden am rechten Knie ursächlich auf das Unfallereignis zurückgeführt werden können und die Veränderungen am linken Knie sowie die rezidivierenden belastungsabhängigen Rückenschmerzen degenerativer Natur
seien
.
Die
Y._
-Begutachtung
beinhaltete folglich sowohl unfallbedingte als auch unfallfremde Beeinträchtigungen.
4.2.2
Aus dem
Y._
-
Gutachten ergibt sich sodann nicht, dass die unfallbedingten Be
schwerden am rechten Knie bei der Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit klar im Vordergrund standen.
Zwar werden darin
die Schmerzen im rechten Knie im Vergleich zum linken Knie und dem Rücken
als
grösser
beschrieben
(vgl. Urk.
7/155 S. 23 unten)
, worauf der Beschwerdeführer
in seiner Beschwerde
offensichtlich
Bezug nimmt
(vgl. Urk. 1 S. 7 oben)
.
Die betreffenden Ausfüh
rungen im
Gutachten
geben allerdings explizit die
subjektive Darstellung des Beschwerdeführers w
ieder
. Aufgrund der erhobenen Befunde beschrieb d
er Gut
achter
hingegen
multiple Einschränkungen be
zügl
i
ch
beide
r
Knie
und
zusätzlich
eine
Beeinträchtigung aufgrund der Rückenproblematik
mit
gegenseitiger Beein
flussung (vgl. Urk. 7/155 S. 26 unten).
Weiter beziehen sich die im Rahmen der EFL festgestellten arbeitsrelevanten Probleme nicht überwiegend auf die Beschwerden am rechten Kniegelenk, son
dern auf die verminderte Belastungstoleranz beider Knie, insbesondere bei Beu
gung unter Belastung sowie für kniende Positionen,
auf
die
v
erminderte Stabilität der Beinachse
n
bei Belastung und entgegen de
n
Ausführungen des Beschwer
deführers auch auf die Rückenbeschwerden, indem eine allgemeine Dekonditio
nierung mit Kraftdefizit in der Rumpf- und Beinmuskulatur festgestellt wurde.
Mit Blick auf die Resultate der EFL ist davon auszugehen, dass die unfallfremden lumbalen Rückenbeschwerden eine beachtliche Rolle spielen.
So zeigte sich eine deutlich reduzierte Belastbarkeit bei vorgeneigte
m
und rotierte
m
Sitzen.
Die Ärzte beobachteten
beim längeren Sitzen ab einer Stunde eine Unruhe, wobei der Beschwerdeführer
begann
,
die Wirbelsäule zu beugen und zu strecken
und sich i
ns
Kreuz
fasste
. Im Testverlauf hatte der Beschwerdeführer bei der Rotation im Sitzen zunehmend Mühe
, woraufhin
eine
kompensatorische Gewichtsverlagerung und
eine
Seitneigung zur Gegenseite
zu beobachten war
(vgl. Urk. 7/155 S. 38).
Das
Sitzen
ohne Vorneigung oder Rotation und
mit der Möglichkeit, alle Stunden kurz aufzustehen oder
mit
angepasste
m
Sitz
ist hingegen
länger
e
Zeit
möglich (vgl. Urk. 7/155 S. 33).
4.2.3
Nach dem Gesagten
steht fest, dass die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im Gutachten sowohl die unfallbedingten als auch die unfallfremden Beeinträchtigungen be
rück
sichtigte. Dass die Beschwerdegegnerin folglich nicht auf die gutachterliche Beurteilung abstellte, sondern eine eigene (kreisärztliche) Beurteilung vornahm, erscheint angesichts der fehlenden
ausschliesslichen
Berücksichtigung der Unfall
folgen im Gutachten als nachvollziehbar und ist nicht zu beanstanden.
4.3
4.3.1
Die Kreisärzte legten in ihren Stellungnahmen vom 12. Februar 2019 und vom 1. April 2020
unter Berücksichtigung einzig der unfallbedingten Beschwerden des rechten Knies
in schlüssiger Weise dar,
dass
trotz verschlechterter Untersu
chungs
befunde
und eingeschränkter Belastbarkeit
im rechten K
niegelenk eine leichte
und
überwiegend sitzende Arbeit ohne kniebelastende Tätigkeiten zumut
bar ist und keine zusätzlichen Pausen notwendig sind. Zusätzliche Pausen erach
teten sie als nicht notwendig, da keine ausserg
e
wöhnlichen, die
Situation der Arthrose belastenden Komplikationen
vorhanden sind
.
Angesichts der im
Y._
-Gutachten beschriebenen deutlichen Belastungsabhängigkeit der Kniebeschwer
den
ist
dies
nachvollziehbar.
Ebenso ist es nachvollziehbar, d
ass die
Y._
-Gut
achter unter
Berücksichtigung sämtlicher Gesundheitsprobleme
im Vergleich zur Beschwerdegegnerin auch in einer angepassten Tätigkeit
insgesamt
eine redu
zierte Arbeitsfähigkeit attestierten. Jedoch
sind die
krankheitsbedingte
n
Beein
trächtigung
en
für das vorliegende unfallversicherungsrechtliche Verfahren nicht von Belang.
4.3.2
Angesichts der nicht dominierenden und untergeordneten Ruheschmerzen sowie der deutlichen Belastungsabhängigkeit
der Beschwerden
im rechten Kniegelenk erscheint es wenig
plausibel
und ergibt sich auch nicht aus den vorliegenden Akten, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit (ohne Kniebe
lastung) einen erhöhten Pausenbedarf haben soll.
Ein solcher ergibt sich im Übrigen auch nicht aus der Be
urteilung durch Dr. med. D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie,
der
den Beschwerdeführer im Auftrag der Krankenversicherung untersucht hatte. In seinem Bericht vom 13.
März 2018 hielt er fest, dass in einer knie- und wirbelsäulenschonenderen Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe (vgl. Urk. 7/115/13).
S
oweit
der Beschwerdeführer einwendet,
dass die Kausalität des Rückenschadens gar nicht geprüft und auf die indirekte Unfallfolge infolge jahrelanger Fehlbelastung gar nicht eingegangen worden sei
, ist zu bemerken,
dass ein Zusammenhang zum Unfallereignis bereits im Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 30. Mai 2008 verneint und die These der unfallbedingten Fehlstellung des rechten Kniegelenks als Ursache der Rückenschmerzen mangels Anhaltspunkten in den Akten ver
worfen wurde. Daran hat sich auch mit den neueren medizinischen Beurteilungen nichts geändert
.
Für eine indirekte Unfallfolge gibt es in den medizinischen Akten keinerlei Anhaltspunkte, so dass sich weitere Ausführungen hierzu erübrigen.
4.
3.3
Gestützt auf die versicherungsinterne Beurteilung ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
in
einer angepassten Tätigkeit - unter ausschliesslicher Berücksichtigung der Unfallfolgen
und des
diesbezügl
i
chen
Zumutbarkeitsprofils
-
weiterhin keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
besteht
.
Gestützt auf die im Übrigen unbestritten gebliebene
Invaliditätsbemessung
erweist sich der angefochtene Entscheid vom
8. Juli 2020
(Urk. 2)
nach dem Gesagten als rechtens.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.