Decision ID: dd0f326e-985f-40f0-98e0-9be51af560c8
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1983 geborene
X._
war seit dem 24. Juni 2009 teilzeitlich
mit einem Arbeitspensum von vier Stunden pro Woche
als Mitarbeiterin
Veranstal
tungsdienst
bei der
Y._
angestellt
und damit bei der AXA Versiche
rungen AG (AXA) im Rahmen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) obligatorisch versichert (Urk. 9/1).
Mit Unfallmeldung UVG vom 21. Januar 2011 (Urk. 9/1
f.
) liess
X._
der AXA mitteilen, dass ihr am 31. Oktober 2010 während der Arb
eit im
Ver
kehrsdienst
ein Auto auf den Fuss und gegen das rechte Schienbein gefahren sei. Dabei habe sie s
ich an der rechten Hand, am Sch
i
e
nbein rechts und am Vorderfuss rechts verletzt. Mit Schreiben vom 18. Mai 2011 (Urk. 9/6) lehnte die AXA ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem fraglichen Ereignis ab, da die gesundheitlichen Beschwerden in keine
m
ursächlichen Zusammenhang dazu stünden.
Nachdem die Versicherte
hiegegen
opponiert hatte (Urk. 9/
9-11
, Urk. 9/13
)
, teilte die AXA
ihr mit Verfügung vom 4. November 2011 (Urk. 9/
20
) mit, dass
hinsichtlich der rechtsseitigen Kniebeschwerden kein
Leistungsan
spruch
bestehe.
Daran hielt sie auf Einsprache der Versichert
en (Urk. 9/22)
hin
am 23. April 2012
fest (Urk. 2).
2.
Gegen diesen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) liess
X._
am 23. Mai 2012 mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„1.
Der
Einspracheentscheid
vom 23. April 2012 sei insoweit aufzuheben, als dass der Beschwerdeführerin für die Kniebeschwerden rechts kein Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung gewährt wird.
2.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Insbesondere sei die
Be
schwer
degegnerin
zu verpflichten, der Beschwerdeführerin sowohl aufgrund der Knieverletzung als auch aufgrund der
Fussver
letzung Tag
gelder auszurichten, Kosten zu übernehmen und weitere Leistungen zu erbringen.
3.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin.“
Die AXA schloss am 29. August 2012 auf Abweisung der Beschwerde (vgl.
Be
schwerdeantwort
, Urk. 8).
Replicando
(Urk. 15) und
duplicando
(Urk. 19) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen;
nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheitsschadens
muss mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lich
keit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein
leistungsbegründen
der
natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
2.
2.1
Die AXA verneinte ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit den rechtsseiti
gen Kniebeschwerden im Wesentlichen
– unter Hinweis auf
die Beurteilungen ihrer beratenden Chirurgen
Dr. med.
Z._
vom 17. April 2012 (Urk. 10/27
) und Dr. med.
A._
vom 12. September 2011 (Urk. 10/20)
-
mit der Begrün
dung,
ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem
Ereignis vom
31. Oktober 2010 und der fraglichen Gesundheitsstörung erscheine nicht als überwiegend wahrscheinlich (Urk. 2 S. 6 ff., Urk. 8 S.
5
f.,
Urk. 19).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Standpunkt,
der am 31. Oktober 2010 erlittene Unfall habe zu einer richtungge
benden Verschlimmerung des Vorzustandes am rechten Knie geführt und sei demnach (auch) für die
– unmittelbar
da
nach aufgetretenen –
rechtsseitigen
Kniebeschwerden
zumindest teilursächlich
(Urk. 1 S. 5 ff.
, Urk. 15 S. 3 ff.
)
. Sofern davon ausgegangen werde, dass d
er
natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem fraglichen Geschehnis und der Kniesymptomatik aufgrund der vorhandenen medizinischen Berichte nicht
rechtsgenüglich
nachgewiesen sei, habe die Beschwerdegegnerin ein externes Gutachten einzuholen (Urk. 1 S. 9 f., Urk. 15 S. 7 f.).
3.
3.1
Die
noch
am 31. Oktober 2010 konsultierten Ärzte des
B._
,
Notfallpraxis, diagnostizierten in ihrem gleichentags verfassten Bericht (U
rk. 10/
4
=
Urk
. 10/
8
) Kontusionsmarken an der rechten
Hand und
am rechten
Schienbein. Die Untersuchung habe ein Hämatom über der
Vola
manus
/Tibia rechts und eine
Druckdolenz
über dem lateralen
Vorfuss
rechts ergeben.
In ihrem – ebenfalls auf den Ergebnissen der noch am Unfalltag erfolgten ambu
lanten Untersuchung basierenden – Bericht vom
1
4
. März 2011
(Urk. 10/3
)
hielten
d
ie
Ärzte des
B._
fest, die
erhobenen
Befunde seien auf den Unfall, bei dem die Beschwerdeführerin als Verkehrsteilnehmerin angefahren worden sei, zurückzuführen. Therapeutisch fielen abschwellende Massnahmen in Betracht. Eine Arbeitsunfähigkeit sei nicht bescheinigt worden.
3.2
Gestützt auf die Ergebnisse ihrer – auch radiologischen - Untersuchung vom 14. Januar 2011 stellten die Ärzte des Sp
itals
C._
,
Notfallpraxis, im
Bericht
vom nämlichen Datum
nachstehende Diagnosen (Urk. 10/6 S. 2):
Rezidivierende
Patellateilluxationen
rechts
vermehrt und schmerzhaft seit 31. Oktober 2010
Status nach
Patellalängsfraktur
rechts zirka 1995
Unklare Schmerzen
Malleolus
lateralis
rechts seit 31. Oktober 2010
Spontan-/Belastungsschmerz
Die Beschwerdeführerin habe am 31. Oktober 2010 einen Autounfall erlitten, bei dem das Auto auf ihrem rechten Fuss zum Stehen gekommen sei. Sie habe den Fuss reflexartig weggezogen und
sich
dabei eine Knie- und OSG-Distorsion
zugezogen
. Dies sei – ohne radiologische Diagnostik – auf der Notfallstation ebenfalls so gewertet worden. Vorbestehend sei eine traumatische
Patellalängs
fraktur
im Kindesalter. Diesbezüglich hätten bis anhin keine Probleme bestan
den; die ab und zu aufgetretenen Luxationen des lateralen
Patellaanteils
hätten jeweils spontan reponiert. Seit dem genannten Unfall luxiere der laterale
Patellaanteil
jedoch häufiger (zirka einmal pro Woche). Zudem müsse die Beschwerdeführerin nun für die Reposition manuell nachhelfen. Insgesamt sei dieser Bereich stets leicht gereizt mit fast konstant vorhandener Missempfin
dung (kein eigentlicher Schmerz). Überdies verspüre die Beschwerdeführerin seit dem Unfall einen Bewegungsschmerz (Dorsalflexion, beispielsweise beim Auto
fahren), einen Belastungsschmerz (Joggen) und teilweise einen Spontanschmerz im lateralen
Malleolusbereich
mit Schwellung (Urk. 10/6 S. 1).
3.3
Die Ärzte der
D._
stellten
am 20.
Januar 2011
folgende Diagno
sen
(
Urk.
10/2 S. 1):
Unfallereignis am 31. Oktober 2010 mit Traumatisierung des rechten Knies und des rechten
oberen Sprunggelenks
(
OSG
)
Verdacht auf traumatisierte Patella
bipartita
rechts (allenfalls Zustand nach
Patellafraktur
)
Laterale Bandläsion am rechten OSG;
osteochondrale
Läsion nicht ausge
schlossen
D
ie Beschwerdeführer
in
, die sich vor fünfzehn Jahren eine Verletzung der rech
ten Patella ohne therapeutische Konsequenzen zugezogen habe, sei gemäss anamnestischen Angaben am 31. Oktober 2010 angefahren worden und habe
dabei eine direkte Kontusion mit Distorsion sowohl des rechten Knies als auch des rec
hten Fusses erlitten.
Primär sei keine spezifische Behandlung erfolgt. Die Mitte Januar 2011 in der Notfallpraxis des Spitals
C._
durchgeführte radio
logische Untersuchung habe die bekannte
Patellalängsfraktur
(Patella
bipartita
?) ergeben. Die Röntgenaufnahme des
OSG
habe im Wesentlichen keine Pathologie gezeigt. Die Beschwerdeführerin gebe
superolaterale
Schmerzen an der rechten Patella und laterale Schmerzen am rechten OSG an.
Eine Arbeitsunfähigkeit bestehe nicht.
3.4
Am 2. Februar 2011 hielten die Ärzte der
D._
fest, die MRI-Un
tersuchung des rechten Knies und des OSG
rechts
(vgl.
Bericht vom 26. Januar 2011,
Urk. 10/1)
habe
ergeben, dass die rechte Patella in Längsrichtung im Bereich des lateralen Viertels auf der gesamten Länge von kranial nach kau
dal gespalten sei; dazwischen sei eine klare
ossäre
Dehiszenz
zu erkennen. Die wei
teren Strukturen im Bereich des rechten Knies seien unauffällig. Im Bereich des OSG bestehe eine laterale Bandläsion mit Restreizung der Kapsel; eine
osteo
chondrale
Läsion habe sich nicht gezeigt (Urk. 10/2 S. 1).
Betreffend das rechte Knie sei
en
– je nach Beschwerdeentwicklung – eine operative Entfernung des lateralen
Patellafragments
und eine
Refixation
des lateralen
Retinakulums
indi
ziert. Auf Wunsch der Beschwerdeführerin sei keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (Urk. 10/2 S. 2).
3.5
Dr. med.
E._
,
Fachärztin FMH für Allgemeine Medizin, gab am 28. April 2011 an, die Beschwerdeführerin, von der sie letztmals im August 2010 konsul
tiert worden sei, habe vor dem 31. Oktober 2010 nicht wegen rechtsseitiger Kniebeschwerden bei ihr in Behandlung gestanden (Urk. 10/7).
3.6
Aufgrund der Akten gelangte Dr.
A._
,
Leiter des medizinischen Dienstes der AXA,
am 17. Mai 2011 zum Schluss, dass
es
beim
fraglichen Geschehnis
zu
keine
r
Kontusion des rechten Knies
gekommen sei
. Die rechtsseitigen
Kniebe
schwerden
seien nicht
auf den Unfall
, sondern auf die
Patellalängsfraktur
im Kindesalter mit rezidivierenden Subluxationen zurückzuführen (Urk. 10/10).
3.7
Die Ärzte der
D._
stellten, nachdem sie die Beschwerdeführerin vom 1
7.
bis 23. Mai 2011 stationär behandelt
hatten, im Austrittsbericht vom
24. Mai 2011 nachstehende Diagnosen (Urk. 10/17 S. 1):
Traumatisierung Knie rechts und OSG rechts am 31. Oktober 2010
Traumatisierte, subluxierende
patella
bipartita
(Differentialdiagnose:
Patellafraktur
)
Laterale Bandläsion OSG rechts mit schmerzhafter
anteriorer
Synovitis
Hinsichtlich des rechten Knies sei im Rahmen eines operativen Eingriffs am 17. Mai 2011 die Revision der Patella erfolgt; das laterale
Patellafragment
sei entfernt und das
Retinakulum
transossär
refixiert
worden (Urk. 10/17 S. 1
; vgl. auch Operationsbericht vom 17. Mai 2011, Urk. 10/18
).
3.8
Am 30. Mai 2011 hielt Dr.
E._
fest,
sie habe
die Beschwerdeführerin
, die
seit
dem
15. März 2010 ihre Patientin
sei, nie we
gen Beschwerden im rechten Knie untersucht oder behandelt (Urk. 10/11
= Urk. 16/2
).
3.9
Mit
Schreiben vom 31. Mai 2011 (Urk. 9/10
= Urk. 16/1
) bestätigte Dr. med.
F._
,
Facharzt FMH für Allgemeine Medizin,
von
d
er Beschwerdeführerin
während der Zeit vom 22. August 2007 bis 16. Mai 2009, als er sie hausärztlich betreut habe, nie wegen Kni
ebeschwerden konsultiert worden zu sein.
3.
10
In seiner am 12. September 2011 gestützt auf die Akten verfassten Stellung
nahme hielt Dr.
A._
fest,
während
die Befunde im Bereich des rechten OSG unfallkausal
seien
,
sei
das rechte Knie beim fraglichen Ereignis nicht geschädigt worden.
So seien von den noch am Unfalltag konsultierten Ärzten des
B._
keine pathologischen Veränderungen am rechten Knie beschrieben worden, und die Ärzte des Spitals
C._
hätten am 14. Januar 2011 einen Status nach rezidivierender
Patellaluxation
rechts bei bekanntem Status nach
Patellalängsfraktur
rechts zirka 1995 konstatiert (Urk. 10/20 S. 3
= Urk. 9/19 S. 3
).
3.1
1
Die Ärzte der
D._
gaben auf entsprechende Anfrage des Rechts
vertreters der Beschwerdeführerin am 10. November 2011 an, diese habe sich am 31. Oktober 2010 sowohl am rechten Knie als auch am OSG rechts verletzt. Das fragliche Unfallereignis habe zur Verschlechterung eines bekannten und wohl dokumentierten Vorzustandes
am rechten Kniegelenk
(Zustand nach wahrscheinlich erlittenem Bruch der Kniescheibe 1995 und dokumentierte parti
elle Ausrenkung
en
der
Kniescheibe)
geführt
. Angesichts des krankhaften
Vor
zustands
am rechten Knie
gelenk
könnten die rechtsseitigen Kniebeschwerden nicht als rein unfallkausal bezeichnet werden. Es bestehe eine geteilte Kausali
tät, wobei die Frage, ob der Unfall oder der krankhafte Vorzustand
haupt
u
r
sächlich
für die Symptomatik sei, wohl zu einer endlosen Diskussion zwischen Unfall- und Krankenversicherer führen werde (Urk. 10/26
= Urk. 3/7
).
3.1
2
In seiner auf den Akten beruhenden Beurteilung vom
17
. April 2012 (Urk. 10/27) hielt
der beratende Arzt der AXA
Dr.
Z._
betreffend das rechte Knie
fest
, aufgrund de
r Schilderungen des Unfalls vom 31. Oktober 2010
sei schwer vorstellbar, dass es
dabei
zu einer
– weder klinisch noch bildgebend feststellbaren -
strukturellen Schädigung des Kniegelenks gekommen sei.
Als Vorzustand finde sich eine nicht vollständig verheilte
Patellalängsfraktur
im
lateralen
Patellabereich
, in deren Zusammenhang es offenbar immer wieder zu Luxationen oder Subluxationen mindestens diese
s
frakturierten Anteils mit spontaner Reposition gekommen sei.
Aus biome
chanischer Sicht und unter Be
rücksichtigung des Unfallhergangs lasse sich kaum nachvollziehen, dass die Beschwerdeführerin eine Zunahme der Frequenz der Luxationen und der damit verbundenen Schmerzhaftigkeit seit dem 31. Oktober 2010 angebe (Urk. 10/27 S. 1).
Luxationen oder Subluxationen der Patella seien in ihrer Frequenz sehr unterschiedlich und hätten normalerweise die Tendenz,
mit der Zeit
in ihrer
Häufigkeit zuzunehmen. Ob es sich vorliegend um eine normale Entwicklung handle oder ob es aufgrund des Unfallereignisses tatsächlich zu einer unge
wöhnlichen Überlastung des rechten Kniegelenks gekommen sei, lasse sich im Nachhinein nicht mehr mit Sicherheit feststellen. Es sei daher lediglich möglich, dass das fragliche Geschehnis ursächlich für die Kniesymptomatik sei (Urk. 10/27 S. 1 f.).
3.13
Nach Kenntnisnahme dieser Beurteilung von Dr.
Z._
(Urk. 10/27) hielten die Ärzte der
D._
in ihrem Schreiben an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vom 4. Mai 2012 (Urk. 10/30
= Urk. 3/8
) fest,
Dr.
Z._
sei insofern zuzustimmen, als angesichts des Vorzustandes am rechten Knie nicht von der alleinigen Ursächlichkeit des Unfalls für die Kniesymptomatik ausgegangen werden könne. Der fragliche Vorfall habe indes zu einer Ver
schlechterung des Vorzustandes geführt und schliesslich den operativen Eingriff notwendig gemacht (Urk. 10/30 S. 1).
4.
4.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) verneinte die AXA ausschliess
lich ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit den rechtsseitigen
Kniebe
schwerden
.
Sofern beziehungsweise s
oweit sich die Beschwerde auf die Zuspre
chung
von
(
weiteren
)
Leistungen
bezüglich der
Verletzung am rechten Fuss
(Urk. 1
S. 2
)
richtet,
ist daher nicht
darauf einzutreten
.
4.2
Die AXA
hat
es von Anfang an abgelehnt, Leistungen betreffend das rechte Knie zu erbringen
(vgl. insbesondere Urk. 9/4, Urk. 9/6).
Zu prüfen ist daher nicht d
as Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
(
wofür
die
AXA die Beweislast trüge
[
vgl. E. 1.2
]
)
, sondern das Bestehen eines leistungsbegründenden natürlichen Kausalzusam
menhangs.
4.3
4.3.1
Fest steht und unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin sich zirka 1995 eine
Verletzung am rechten Knie (wahrscheinlich
e
Patellalängsfraktur
)
zugezogen hat und seither unter rezidivierenden
Patellateilluxationen
leidet (vgl. etwa Urk. 10/1 f.
, Urk. 10/6
und Urk. 10/
2
6; Urk. 1
und Urk. 9/10
)
. Aufgrund der
entsprechenden ärztlichen Bestätigungen
ist sodann davon auszugehen, dass im Zeitpunkt des Unfalls keine
behandlungsbedürftigen
Beschwerden im Bereich des rechten Knies bestanden (vgl. insbesondere
Urk. 9/10,
Urk. 10/7
und
Urk. 10/11).
Da sich e
in durch den Unfall vom 31. Oktober 2010 verursachter (neuer) organisch objektivierbarer Schaden aufgrund der einschlägigen Unter
suchungen nicht nachweisen
liess
(vgl. insbesondere
Urk.
10/1, Urk. 10/6
, Urk. 10/17 S. 1)
, fällt ein
e
Leistungspflicht der AXA betreffend das rechte Knie nur in Betracht, wenn es beim Ereignis vom 31. Oktober 2010 zu einer trauma
tischen Einwirkung kam, die zu einer Verschlimmerung de
r
vorbestandenen
Kniebeschwerden
führte.
4.3.2
Aufgrund der A
kten ist zu schliessen, dass der
Beschwe
rdeführerin am 31. Oktober 2010 beim Zuweisen von Parkplätzen im Rahmen einer
verbalen
Auseinandersetzung eine Frau mit
dem
Auto aus dem Stand zirka zehn Zenti
meter vorwärts auf den rechten Fuss und gegen das Schienbein fuhr. Nachdem die Beschwerdeführerin mit der flachen Hand auf die Frontscheibe geschlagen und die Automobilistin aufgefordert hatte, von ihrem Fuss zu fahren, setzte diese zurück und fuhr davon. Nach der Arbeit rief
die Beschwerdefüh
r
erin
we
gen dieses Vorfalls
die Polizei an und konsultierte
– auf deren Anweisung hin -
einen Arzt (vgl.
Polizeiprotokoll vom 4. November 2010 [Urk. 3/6 S. 2 ff.] und
„Bericht über Ereignis vom 31.10.
2010
, Herbstmeeting
“
[Urk. 9/2]). In der -
rund
drei Monate nach dem fraglichen Ereignis erstatteten - Unfallmeldung vom 21. Januar 2011 (Urk. 9/1) liess sie der AXA mitteilen, dass sie sich am rechten Fuss, am rechten Schienbein und an der rechten Hand ver
letzt habe.
Dies ist auch dem Bericht der noch am Unfalltag konsultierten Ärzte des
B._
zu entnehmen, diagnostizierten diese doch – nach Feststellung eines Hämatoms über der
Vola
manus
/Tibia rechts sowie einer
Druckdolenz
über dem lateralen
Vorfuss
rechts - Kontusionsmarken an der rechten Hand und am rechten Schienbein (vgl. Berichte vom 31. Oktober 2010 [Urk. 10/8] und vom 1
4
. März 2011 [Urk. 10/
3
]
sowie
– fälschlicherweise vom 2. November 2010 datierende
r
, der AXA am 25. Januar 2011 zugestellte
r
– „Be
richt über das Ereignis vom 31.10.2010, Herbst
meeting
“
[Urk. 9/10]).
Dass die Beschwerdeführerin, wie sie am 14. Januar 2011 gegen
über den Ärzten des Spitals
C._
geltend machte, ihren rechten Fuss reflexar
tig weggezogen und dabei eine Kniedistorsion erlitten habe (Urk. 10/6 S.
2
; vgl. auch Schreiben an AXA vom 26. Mai 2011 [Urk. 9/10]
) – steht
nicht nur
im Widerspruch zu ihren ursprünglichen Angaben
gegenüber der AXA und der Kantonspolizei
G._
(Urk.
9/1
f. und Urk. 3/6)
, sondern lässt sich auch nicht mit
den Berichten der notfallmässig konsultierten Ärzte des
B._
(Urk. 10/
3
, Urk. 10/8) vereinbaren und
erscheint nicht als gla
ubhaft
(zum Beweiswert der „Aussagen der ersten Stunde“ vgl. BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis)
.
Nämliches gilt für die Darstellung gegenüber den Ärzten der
D._
,
gemäss der es zu einer direkten Kontusion mit Distorsion des rechten Knies gekommen sei (Urk. 10/2).
Die Beschwerdeführerin hielt denn im Rahmen dieses Verfahrens auch selbst nicht mehr an diese
n
Sachverhaltsschilderung
en
fest (vgl. Urk. 1 S. 3).
Demnach ist davon auszuge
hen, dass d
as rechte Knie beim Unfall weder touchiert noch verdreht
wurde
.
4.3.3
Auch e
ine t
rotz
des
Fehlens einer direkten Einwirkung auf das Knie
infolge des
Drucks gegen das rechte Schienbein
eingetretene
Verschlimmerung des
vorbe
stehenden
Schadens an der Patella
ist aufgrund
der medizinischen Berichte
nicht ausgewiesen
. Wohl gab die Beschwerdeführerin der Kantonspolizei
G._
gegenüber am
4. November 2010 an,
als Folge de
s Unfalls (unter anderem) an Schmerzen am Knie und am Aussenband zu leiden (Urk. 3/6 S. 6). Indes
wurden
Kniebeschwerden
von den erstbehandelnden Ärzten des
B._
weder im Bericht vom 31. Oktober 2010 (Urk. 10/8) noch in demje
nigen vom 1
4
. März 2011 (Urk. 10/
3
) erwähnt.
Angesichts der Tatsache, dass es erst
am 14. Januar 2011
,
mithin
rund zweieinhalb
Monate nach dem Unfall
,
zu einer (auch) im Zusammenhang mit der Kniesymptomatik stehenden
-
notfall
mässigen
-
Arztkonsultation
kam
(vgl. Urk. 10/6)
,
lässt sich die von der Be
schwerdeführerin am 26. Mai 2011 geltend gemachte (und auf eine beim Unfall zugezogene Distorsion zurückgeführte) akute Verschlechterung des Zustands am rechten Knie (Urk. 9/10) kaum nachvollziehen.
Daran ändert auch der Umstand, dass die
Ärzte der
D._
von der
Teilursächlichkeit des Unfalls für die Kniesymptomatik aus
gingen, nichts
,
stützten sich die
Orthopäden der
ge
nannten
Klinik
bei ihrer Beurteilung
doch
auf
die – wie bereits dargelegt unzu
treffenden
- A
ngaben der Beschwerdeführerin, gemäss der es am 31. Oktober 2010 zu einer direkten Kontusion mit Distorsion des Knies gekommen sei (Urk. 10/2)
,
und begründeten die von ihnen statuierte Unfallkausalität nicht etwa mit medizinischen Befunden
.
Auch der Umstand
, dass die
(erst)
ab Mitte Januar 2011 behandelten Kniebeschwerden in ihrer Häufigkeit und ihrem Aus
mass gegenüber der vor dem Unfall
bestandenen Sym
p
t
omatik zugenommen hatten
, lässt
an sich
noch nicht auf die Ursächlichkeit
des
fraglichen Vorfalls für die
vermehrten
Subluxationen
und die Schmerzen am rechten Knie
schlies
sen (unzulässiger
"
post
hoc, ergo
propter
hoc"-Schluss [BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
])
.
Denkbar ist etwa
, dass sich die vorbestehende Symptomatik – wie es Dr.
Z._
mit einleuchtender Begründung
in Betracht zog (Urk. 10/27) – spon
tan
verschlechterte oder sich die Beschwerdeführerin
nicht beim, sondern erst
nach dem Unfall vom 31. Oktober 2010 ein
(
allenfalls
nicht unter den Versi
cherungsschutz der AXA fallendes)
Trauma am
rechten
Knie zuzog.
4.3.4
Wenn eine Verschlimmerung des Vorzustandes am rechten Knie durch das Ereig
nis
vom 31. Oktober 2010
auch möglich ist, so erscheint sie
nach dem Gesagten
aufgrund de
s Unfallhergangs, der zeitlichen
Gegebenheiten und der im Rahmen der fundierten
(auch bildgebenden)
Untersuchungen erhobenen Befunde jedenfalls nicht als überwiegend wahrscheinlich. Dass weitere medizi
nische Abklärungen (Urk. 1 S. 9) zu einem anderen Ergebnis führten, ist nicht anzunehmen, weshalb davon abgesehen werden kann (antizipierte
Beweiswür
digung
; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
Anzumerken
bleib
t
, dass der Unfallversicherer nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen hat (vgl.
hiezu
etwa Urteil des Bundesgerichts
U 290/06
vom 11. Juni 2007
E. 3.3 mit Hinweisen).
4.4
Die Leistungsverweigerung im Zusammenhang mit dem Schaden am rechten Knie erweist sich demnach als rechtens.