Decision ID: 6bbe8c7f-ce87-5b09-8301-d3d474cf435e
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1953 geborene
X._
meldete sich am 26. Juni 2013
– unter Hinweis auf eine
Rhizarthrose
– zum Bezug von Leistungen (berufliche Integration, Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an (Urk. 8/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf daraufhin berufliche, erwerbliche sowie medizinische Abklärungen und holte am 29. November 2013 einen Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
ein (Urk.
8/17). In Bestätigung ihres Vorbescheids vom 3. Februar 2014 (Urk. 8/21) verfügte sie in der Folge am 14. November 2014 – unter Hinweis auf einen Invaliditätsgrad von 25 % - die Abweisung des Rentenbegehrens (Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung (Urk. 2) liess
X._
am 12. Dezember 2014 mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin rück
wirkend ab 1. Dezember 2013 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen und auszurichten,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwerdegegne
rin
.“
Die IV-Stelle schloss am 22. Januar 2015 auf Abweisung der Beschwerde (vgl. Beschwerdeantwort, Urk. 7), was der Beschwerdeführerin am 26. Januar 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist,
soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
enanntes
Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie ni
cht in
valid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mensdifferenz
der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sogenannte
allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
4
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung
einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die Leistungsverweigerung damit, dass die Beschwer
de
führerin
trotz
der physischen Beeinträchtigungen noch in der Lage sei,
voll
zeitlich
einer leidensangepassten Tätigkeit nachzugehen
und dabei – unter Berücksichtigung eines 5%igen leidensbedingten Abzugs vom
Invalidenein
kommen
aufgrund einerseits des Alters und andererseits der langen Tätigkeit als
Selbständigerwerbende
– ein 25 % unter dem
Validenlohn
liegendes Einkom
men zu erzielen
. Eine eigenständige, von den körperlichen Beschwerden unab
hängige psychiatrische Diagnose mit dauerhaftem Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit sei nicht ausgewiesen. Aufgrund ihrer Ausbil
dung
und ihrer bisherigen ber
uflichen Erfahrungen verfüge die Beschwerdeführerin
über die nötige Flexi
bilität für eine – ihr durchaus zumutbare – berufliche Umstellung
(Urk. 2 S. 2 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegen
über auf den Standpunkt, sie sei
aufgrund des Schadens am Daumengrundgelenk in der angestammten Tätigkeit lediglich noch zu 20 beziehungsweise 25 % arbeitsfähig
(Urk. 1 S. 4); d
iese R
estarbeit
sfähigkeit schöpfe sie vollumfänglich
aus (S. 5). Nebst dem somati
schen Gesundheitsschaden leide sie an einer depressiven Entwicklung und Anpassungsstörung bei chronischer Sch
m
erzstörung (S. 4). Eine berufliche Neu
orientierung beziehungsweise die Aufnahme einer ihr völlig unbekannten
Hilfs
arbeitertätigkeit
sei ihr aufgrund ihrer langjährigen selbständigen Erwerbstätig
keit und ihres fortgeschrittenen Alters nicht zumutbar.
Da die
Erwerbseinbusse
demnach
jedenfalls über 70 % liege, habe sie Anspruch auf eine ganze Rente (S. 7 f.).
3.
3.
1
Dr. med.
Y._
, Facharzt FMH für Chirurgie, stellte am 14. August 2013 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/13 S. 1):
Rhizarthrose
links
Komplexes regionales Schmerzsyndrom
(CRPS) im Verlauf; bestehend seit Ende November 2012
Es bestehe eine Kraftverminderung
und eine eingeschränkte Belastbarkeit
der linken (dominanten) Hand.
In der angestammten Tätigkeit als Masseurin sei die Beschwerdeführerin seit 1. Juli 2013 zu 50 % arbeitsunfähig (S. 2 ff.).
3.
2
Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Rheumatologie,
stellte
am 2
6. August
2013
nachstehende Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/14 S
. 6):
Rhizarthrose
links bei degenerativen Veränderungen
Status nach
Débridement
und
Arthrodese
linkes Daumensattelgelenk am 1. November 2012
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit hätten folgende Diagnosen:
Gelegentliches
lumbovertebrales
Syndrom
Status nach Kontusion der Hals-/Lendenwirbelsäule am 2. Oktober 2011
Die Beschwerdeführerin sei als Masseurin seit 12. März 2012 in variierendem Ausmass arbeitsunfähig. Seit 1. Juli 2013 und bis auf Weiteres bestehe eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Tätigkeit als Masseurin sei ihr noch zu 25 bis 50 % zumutbar
; mit einer Steigerung dieser Arbeitsfähigkeit sei nicht zu rech
nen
(S. 7)
.
3.3
Gestützt auf die Akten gelangte Dr. med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Hämatologie, Arzt des Regionalärztlichen Diensts (RAD) der IV, am 9. Oktober 2013 zum Schluss, dass die Beschwerde
führerin in einer
leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. In der angestammten Tätigkeit bestehe seit 18. Juli 2012 eine zwischen 50 und 100 % schwankende und seit 1. Juli 2013 und bis auf Weiteres
eine
80%ige Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/19 S. 3 f.).
3.4
Nach dem am 28. Dezember 2013 durchgeführten Abklärungs- un
d
Beratungs
gespräch
stellten
der zuständige Psychotherapeut und
der mit der ärztlichen Leitung des
B._
betraute
Psychiater
der Privatklinik
C._
im Bericht vom 31. Dezember 2013
folgende Diagnosen (Urk. 8/25 S. 2):
Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion; ICD-10 F43.21
Differentialdiagnose:
Dysthymia
, ICD-10 F43.1
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, ICD-10 F45.41
Burnout-Prozess, ICD-10 Z73.0
D
ie Beschwerdeführerin habe nach eigenen Angaben im Juni 2013 einen psychi
schen Zusammenbruch mit Weinattacken, starker Müdigkeit, Zittern, Erschöpfung, reduzierter Konzentration und Aufnahmefähigkeit sowie Schlaf
störung erlitten. Ein seit zirka vier Jahren bestehender Tinnitus habe sich noch verstärkt (Urk. 8/25 S. 1 f.). Seither habe sie etwa 44 Sitzungen bei Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, absolviert.
Von diesem sei ihr ab 17. Juli 2013 eine 75%ige, ab Oktober 2013 eine 60%ige und ab November 2013 noch eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Gleich
zeitig hätten sich die existenziellen Ängste aufgrund von Konkurrenzdruck und Neid betreffend ihre Arbeit noch verstärkt. Während eines Wellness-Urlaubs im November 2013 seien die Symptome aufgrund der Distanz vom Alltag vorüber
gehend verschwunden.
Die aktuellen psychischen und somatischen Beschwer
den seien wohl durch lang anhaltenden Stress und eine einseitige Fokussierung auf das Arbeitsleben bei fehlender Entspannung im Alltag verursacht worden und auch vor dem Hintergrund von altersentsprechenden Veränderungen zu sehen. In den letzten drei bis vier Jahren sei es schleichend zu einem Burnout-Prozess gekommen, wobei als Stressoren
einerseits
das
kompetitive
Arbeitsum
feld
und andererseits
die Verletzlichkeit aufgrund der körperlichen Leiden verstanden werden könnten.
S
tressverstärkend
wirkten sich zudem
die stark leis
t
ungsorientierte, sehr am W
ohl des a
nderen interessierte
und perfekt
ionis
ti
sche Persönlichkeitsseite sowie die Neigung der Beschwerdeführerin, körperliche und psychische Regungen zu verdrängen, aus (S. 2). Vom ambulant behandeln
den Psychiater werde derzeit eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt; bei Zunahme der Symptomatik und insbesondere der suizidalen Impulse sei die vorübergehende Bescheinigung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit und – etwa im Rahmen einer stationären Behandlung - eine Distanzierung vom Alltag in Betracht zu ziehen (S. 2 f.).
3.5
Dr.
D._
stellte am 23. Juni 2014 nachstehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/36 S. 1):
Sturz und Verletzung der linken Hand im Februar 2012
Operative Intervention und
Arthroplastik
links bei
Rhizarthrose
im Novem
ber 2012
Zweite Operation der deformierten Hand am 20. April 2014
Depressive Entwicklung und Anpassungsstörung bei chronischer
Schmerz
störung
Burnout-Syndrom, ICD-10 Z73.0
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten folgende Diagnosen:
Sturz und Meniskusriss links im April 2010
Knieoperation links im Juli 2010
Tinnitus, bestehend seit 2010
Seit der Beschwerdeführerin, die seit 17. Juli 2013 bei ihm in Behandlung stehe (S. 1), bewusst geworden sei, dass sie invalid blei
b
en werde
und nicht mehr als Masseurin arbeiten könne, sei sie depressiv geworden und weise somatische Beschwerden auf.
Was die Prognose anbelange, hänge das psychische Wohlbe
finden von den physischen Restbeschwerden und Schmerzen ab. Es finde eine integrierte psychiatrische und psychologische Behandlung statt; eine Medika
tion sei der Beschwerdeführerin nicht verordnet worden. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit richte sich nach dem Befund an der (linken) Hand. Die behandelnden Chirurgen bescheinigten seit 17. Juli 2013 und weiterhin eine Teilarbeitsunfähigkeit (S. 2). Das Ausmass der
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
als
Sport
masseurin
beziehu
ngsweise Gartenarchitektin korreliere mit dem
Erfolg der
chirurgischen Massnahmen respektive
mit der körperlichen Behinderung
(S. 2 f.).
3.6
PD Dr. med.
E._
, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Handchirurgie,
hielt in seinem Schreiben vom 1. Oktober 2014 fest, anlässlich der sechs Monate nach der Stabilisierung des CMC I an der dominanten linken Hand durchge
führten Kontrolluntersuchung habe sich die Beschwerdeführerin als zufrieden mit dem Resultat erklärt. Die präoperativ bestandenen Instabilitätsgefühle mit chronischer Schmerzhaftigkeit seien nun nicht mehr vorhanden, und es bestehe kein
Analgetikabedarf
mehr. Betreffend die Belastbarkeit der linken Hand bestehe für den Massageberuf eine erhebliche dauerhafte Einschränkung.
Die aktuelle Situation sei als Endzustand zu werten; ein weiterer Kraftzuwachs sei nicht zu erwarten. Prognostisch sei aufgrund der verbliebenen seitlichen Insta
bilität noch mit einer Zunahme der Art
hrose zu rechnen (Urk. 8/41 S. 6
). In der Tätigkeit als Masseurin und Floristin bestehe – dauerhaft – eine 75%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/43 S. 1 f.).
3.7
Nach Kenntnisnahme der aktuellen medizinischen Berichte hi
e
lt der RAD-Arzt med.
pract
.
F._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, in seiner Stellungnahme vom 13. Oktober 2014 (Urk. 8/45 S. 3) fest,
an der Beurteilung der Arbeitsfähig
keit vom 9. Oktober 2013 (Urk. 8/19 S. 3 f.) könne festgehalten werden.
4.
4.1
Aus den zitierten medizinischen Berichten ist zu schliessen
, dass die Beschwer
deführerin
aus physischer Sicht
aufgrund des verbleibenden Schadens an der linken Hand in der angestammten Tätigkeit als Masseurin und Gartenarchitektin
höchstens
noch zu 25 % arbeitsfähig ist
(
vgl.
Urk.
8/19 S. 3 f., Urk. 8/43 S. 1
). Eine der funktionellen Einschränkung der linken Hand Rechnung tragende Tätigkeit ist sie
nach Lage der Akten
indes vollzeitlich und ohne
Leistungs
einbusse
auszuüben in der Lage
(vgl. Urk. 8/19 S. 3, Urk. 8/41 S. 6)
.
Dies
stand
– entgegen den einschlägigen Ausführungen der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S.
6
)
-
nicht erst im
Oktober 2014
(sechs Monate nach dem letzten chirurgi
schen Eingriff)
fest
, sonde
rn spätestens nach
Ablauf des Wartejahrs im Juli 2013
(vgl.
hiezu
BGE 138 V 457 E. 3.4)
. So
gibt es in den Akten keinerl
ei Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin
in einer
die linke Hand nicht belastenden Tätigkeit
vor der
Operation vom
20
. April 2014
(vgl. Urk. 8/36 S. 1)
nicht oder nur eingeschränkt arbeitsfähig gewesen wäre. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang darauf, dass sie
gar
die - (auch) die lädierte linke Hand stark belastende und daher sehr ungünstige –
angestammte
Tätigkeit als Masseu
rin
schon
vor der
(
noch
eine wesentliche Besserung der Symptomatik zeitigenden [Urk. 8/41 S. 6])
operativen Massnahme
im April 2014 effektiv
im Umfang
der ihr nun dauerhaft attestierten Restarbeitsfähigkeit ausübte
(vgl.
hiezu
Urk. 8/
17 S. 4
).
Ein
sich (in
invalidenversicherungsrechtlich relevante
r Weise)
auf die Arbeits
fähigkeit auswirkender
psychischer G
esundheitsschaden
ist nicht ausgewiesen. So stellte der
behandelnde Psychiater Dr.
D._
in erster Linie (nicht in seinen Fachbereich) fallende somatische Diagnosen und
verwies betreffend die Ar
beitsfähigkeit auf die Einschätzung der
behandelnden
Chirurgen beziehungs
weise auf den Befund an der (linken) Hand und die daraus resultierende Behin
derung
. Von einer unabhängig
von de
r
– seit der Operation vom 20. April 2014 stark gebesserten (Urk. 8/43) -
körperlichen Beeinträchtigung
bestehenden, aus
schliesslich durch die psychischen Beschwerden bedingten erheblichen
Leis
tungs
einbusse
ging er demnach nicht aus
(Urk. 8/36 S. 2 f.).
Auf eine solche lässt auch d
er Bericht
der zuständigen Fachpersonen der Privatklinik
C._
vom 31. Dezember 2013 (Urk. 8/25) nicht schliessen. Auf deren
Einschätzung, die in den weiteren aktenkundigen medizinischen Beurteilungen keine Stütze findet,
kann nämlich schon deshalb nicht abgestellt werden,
weil sie
nicht etwa auf – anlässlich der einmaligen Konsultation vom 28. Dezember 2013 –
erhobe
nen Untersuchungsb
efunden, sondern lediglich
auf den anamnestischen Anga
ben der Beschwerdeführerin selbst beruht.
Die
se schöpft die
ihr unter Berück
sich
ti
gung
(ausschliesslich)
der somatischen Befunde
attestierte
Restarbeits
fähigkeit
in der angestammten Tätigkeit nach eigenen
Angaben
voll aus, indem sie noch
durchschnittlich
zwei Massagen pro Tag
durchführt
(Urk. 1 S. 5, Urk. 8/17 S. 4). Eine
arbeitsrelevante Auswirkung der psychischen Beschwerden
machte sie denn
auch nur insofern geltend, als ihr diese den Wechsel von der selbständi
gen in eine unselbständige Tätigkeit
(nicht aber deren Ausübung an sich)
unzu
mutbar machten (Urk. 1 S.
8
).
4.2
4.2.1
Was die Verwertbarkeit d
er 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer
behinderungsan
gepassten
Tätigkeit
anbelangt,
ist das
trotz der gesundheitlichen Beeinträchti
gung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen
rechtsprechungsgemäss be
zogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisie
rung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten
(Urk. 1 S. 6)
keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind. Das fortgeschrittene Alter
(Urk. 1 S. 5)
wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtspre
chung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird und ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeits
struktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil
des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom
13.
März 2014
E.
2.1
mit Hinweisen
).
D
ie Aufnahme einer unselb
ständigen Erwerbstätigkeit
kann nach der
Rechtspre
chung als zumutbar erscheinen, wenn
hievor
eine bessere erwerbliche Verwer
tung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbil
dung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint. Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grund
satz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumut
bare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht
, wobei jedoch von der versicherten Person
nur Vorkehren verlangt werden kön
nen, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Ge
gebenheiten des Einzelfall
s zumutbar sind. Als Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht geht die Pflicht, die notwendigen Schritte zur
Selbst
eingliederung
zu unternehmen, nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzlic
hen Eingliederungsanspruch vor (
Urteil
des Bundesgerichts 9C_356/2014 v
om 1
4.
November 2014
E. 3.1 mit Hinweisen).
4.2.2
Der Beschwerdeführerin, die im Zeitpunkt
der Festsetzung der Arbeitsfähigkeit in der
Verweistätigkeit durch
Dr.
A._
am
9.
Oktober 2013 (E. 3.3
hievor
; zum Zeitpunkt vgl. BGE 138 V 457 E. 3.3)
60.5
Jahr
e
alt war, stand damals für eine berufliche Tätigkeit und insbesondere einen allfälligen Berufswechsel noch ein Zeitraum von knapp vier Jahren zur Verfügung. Anders als beim Fall, der dem von ihr zitierten Urteil des Bundesgerichts 9C_358/2014 vom 21. November 2014 (Urk. 1 S. 5) zu Grunde liegt, weist sie weder eine
Polymor
bidität
auf, noch ist ihre Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit einge
schränkt
. Tatsächlich ist sie aufgrund der
Rhizarthrose
am Daumensattelgelenk links lediglich insofern in ihrem Leistungsvermögen eingeschränkt, als die Belastbarkeit der linken Hand reduziert ist. Ein anderweitiger
Gesundheitsscha
den
, der sich (in invalidenversicherungsrechtlich relevanter Weise)
leistungs
mindernd
auswirkte, ist nicht vorhanden. Zwar wies PD Dr.
E._
am 1. Oktober 2014 darauf hin,
dass
noch mit einer
– Folgeoperationen erforderlich machenden -
Zunahme der Arthrose zu
rechnen sei
(Urk. 8/41 S. 6).
Dass dies noch vor dem 1. April 2017 (E
ntstehung des Anspruchs auf eine Altersrente der Alters- und
Hinterlassenenversicherung
[AHV]; vgl. Art.
21 AHVG), mithin bereits innerhalb von
zweieinhalb Jahren, geschehen werde
(Urk. 1 S. 6)
, wurde von PD Dr.
E._
, der die Behandlung Anfang Oktober 2014 abschloss (Urk. 8/41 S. 7), weder explizit
prognostiziert
noch erscheint es als überwiegend wahrscheinlich
(zum in Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit vgl. BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
Angesichts der vollen
Arbeitsfähigkeit
in einer adaptierten
– kein Heben und Tragen schwerer Lasten, kein Arbeiten auf Leitern und Gerüsten und keinen kraftfordernden Einsatz der linken Hand
bedingenden
(Urk. 8/19 S. 3, Urk. 8/41 S. 6)
– Tätigkeit
steht der Beschwerdeführerin
noch
ein
weites Spektrum an
möglichen Tätigkeiten offen.
Auch lassen die Akten darauf schliessen, dass sie die
für den Wechsel in eine unselb
ständige Erwerbstätigkeit erforderlichen Fähigkeiten mit
sich bringt. So hat
sie – wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführte (Urk. 2 S. 2) -
i
m Rahmen ihrer bisherigen (
seit längerem
selbständi
gen
)
Erwerbstätigkeit
sowohl im Gesundheits-
(Massage und Fitness)
als auch im Gartenbereich
(vgl. Urk. 8/17 S. 2)
eine
grosse Flexibilität
und zudem eine
überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft gezeigt.
Namentlich zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass
ihre (in reduziertem Umfang weiterhin ausge
übte) Tätigkeit als Masseurin aus Einsätzen in verschiedenen Erstklasshotels in
G._
besteht
, wobei sie grundsätzlich
an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr
zur Verfügung steht und von den jeweiligen Concierges bei Bedarf
(sehr)
kurzfristig ab
gerufen
wird
(vgl. Urk. 8/17 S. 2)
.
Ihr früheres Arbeitspensum bezifferte sie anlässlich
des Standortgesprächs vom 12. Juli 2013
mit 200 % (Urk. 8/9 S. 2) und anlässlich der am 21. November 2013 durchgeführten Abklärung für
Selbständigerwerbende
mit 12 bis 15 Stunden pro Tag (Urk. 8/17 S. 3).
Zu beachten ist zudem, dass di
e Beschwerdeführerin, die
Einzelunterneh
merin
ist und nach Lage der Akten weder über Angestellte noch über eigene Geschäftsräumlichkeiten verfügt und deren Geschäftsvermögen im Wesentli
chen aus zehn Massagetischen besteht (Urk. 8/17
S. 2 ff), die
Tätigkeit
als Masseu
rin
aufgeben könnte,
ohne eine
Nachfolgeregelung
treffen und ohne grösserer (Geschäfts-)Vermögenswerte liquidieren zu müssen (vgl.
hiezu
Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.2).
4.2.3
Aufgrund der geschilderten Gegebenheiten hat die IV-Stelle
die objektive und subjektive
Zumutbarkeit eines Berufswechsels i
n eine unselb
ständige Erwerbs
tätigkeit
-
unter Berücksichtigung
sowohl der
verbleibenden Aktivitätsdauer
als auch sämtlicher weiterer relevanter Faktoren – zu Recht bejaht (Urk. 2).
4.3
Bei der Ermittlung des
Invaliditätsgrads
ging die
Beschwerdegegnerin
aufgrund des in den Jahren 2009 bis 2011 durchschnittlich erzielten Betriebsgewinns von Fr. 62‘336.
--
und der bis 2013 eingetreten
en Nominallohnentwicklung sowie jährlicher
AHV-Beiträge von Fr. 6‘047.-- von einem
Valideneinkommen
von Fr. 68‘383.
--
aus (Urk. 2 S. 2, Urk. 8/17 S. 5
ff.
, Urk. 8/18
).
Dieser Betrag kann indes insofern nicht mit dem im Jahr 2013 ohne Gesundheitsschaden mutmass
lich erzielten Einkommen gleichgesetzt werden, weil
die Beschwerdeführerin schon
während der genannten Zeitperiode
längere Phasen unfall- beziehungs
weise krankheitsbedingte
r Arbeitsunfähigkeit aufwies
,
deretwegen
ihr – im Betr
iebsgewinn nicht enthaltene und
betraglich
auch nicht mit dem hypotheti
schen Lohnausfall identische
– Taggelder ausgerichtet wurden
(vgl. Urk.
8/26)
.
Umgekehrt kann auch
auf
das von der
Beschwerdeführerin geltend gemachte
Salär von
Fr. 106‘461.
-- (Urk. 1 S.
8
, Urk. 8/30 S. 3)
, das
auf der Ermittlung eines durchschnittlichen Tagesverdienstes in den Jahren 2010 und 2011, basie
rend zu einem wesentlichen Teil auf (nach eigenen Angaben ausserordentlichen) Entge
lten für im Jahr 2009
im Zusammenhang mit einem Gartengestaltungs-Projekt
erbrachte Leistungen
,
beruht
,
dabei
saisonale
und/
oder ferienbedingte
Einkommenss
chwankungen
(vgl.
Urk.
8/1/64 unten)
ausser Acht lässt
und
sämtlich
e
seit 2002 im IK-Aus
zug (Urk.
8/10
S. 8 f.)
verzeichneten Ein
künfte
bei weitem übersteigt,
nicht abgestellt werden
.
4.4
D
ie Sache
ist daher zur Neuermittlung des massgebenden hypothetischen
Vali
deneinkommens
und zum neuen Entscheid
über den Rentenanspruch
an die
Beschwerde
gegn
erin
zurückzuweisen
.
5.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 800.-- der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin gestützt auf § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) zu verpflichten, der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu ent
richten, wobei ein Betrag von Fr.
1‘600
.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) als angemessen erscheint.