Decision ID: 92051b60-35ca-428c-9d8e-380c5c8e0d2c
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1961 geborene
X._
hat eine Ausbildung zum Zahntechnike
r absolviert und war
ab
Mai 1998
als IT-Systemspezialist bei der
Z._
AG, (
2009 umbenannt in
A._
AG)
,
angestellt (
Urk.
7/1, 7/8, 7/16 und 7/22).
Unter Hinweis auf ein Burnout sowie Schlaflosigkeit meldete er sich am 3
1.
März 2015 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte nebst einem aktuellen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
7/8) insbesondere einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
7/16)
, einen Beric
ht der i
ntegrierten Psychiatrie
B._
(
Urk.
7/21)
sowie Unterlagen des Krankentag
geld
versicherers (
Urk.
7/2, 7/23) ein.
Mit Schreiben vom
6.
Oktober 2015 erteilte sie
im Rahmen von Integrationsmassnahmen
Kostengutsprache für ein Aufbau
trai
ning (
Urk.
7/25), w
elches
mit Mitteilung vom 1
8.
Februar 2016 abgeschlossen
wurde (
Urk.
7/35).
Weitere Eingliederungsbemühungen wurden mit Schreiben v
om 1
8.
Mai 2016 nicht für möglich erachtet (
Urk.
7/42).
Per Ende Mai 2016 löste die Arbeitgeberin des
Versicherten
(
C._
AG
), an welche die Infor
matikabteilung
der
A._
AG im August 2014 übertragen worden war (
Urk.
7/22/4), das Arbeitsverhältnis auf (Urk. 7/44/1).
Nach Kenntnis
nahme eines weiteren Berichtes der
B._
(
Urk.
7/45/2 ff.) orientierte die IV-Stelle den Versicherten mit Vorbescheid vom 1
6.
August 2016
darüber, dass sie ge
denke, das Leistungsbegehren abzuweisen (
Urk.
7/47).
Hiergegen erhob der Versicherte unter Beilage
von zusätzlichen Arztberichten (
Urk.
7/54 f.) am 1
9.
Oktober 2016 Einwand, wobei er um die Gewährung von Eingliederungsmassnahmen ersuchte (
Urk.
7/56).
Nach Durchführung eines per
sönlichen Gesprächs (vgl.
Urk.
7/65) hielt die IV-Stelle mit Mitteilung vom 15. Februar 2017 erneut fest, dass zurzeit keine Eingliederungsaktivitäten mög
lich seien (
Urk.
7/64). Nach
Eingang
eine
s
Bericht
s
des behandelnden Psychiaters (
Urk.
7/66) und einer Stellungnahme des Versicherten (
Urk.
7/69) gab die IV-Stelle bei
Dr.
med.
D._
, Praktischer Arzt sowie Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dipl.-Psych. Dipl.-Inf.-Wiss.
E._
, Fachpsy
chologe für Neuro- und Verkehrspsychologie, ein psychiatrisch-neuropsycholo
gisches Gutachten in Auftrag
(
Urk.
7/72)
. Dieses wurde
am
2.
beziehungsweise 2
4.
Oktober 2017 erstattet (Urk. 7/77, 7/80).
Hierzu
äusserte sich
der Versicherte
unter Beilage von Beurteilungen der behandelnden Ärzte am
1.
März 2018
schrif
t
lich
,
wobei er um die Ausrichtung einer Invalidenrente ersuchte (
Urk.
7/86 f.). In der Folge nahmen
die Gutachter am 2
6.
respektive 3
0.
Juli 2018 ergänzend Stellung (
Urk.
7/90, 7/93). Nachdem der Versicherte mit Eingabe vom
2.
Oktober 2018 unverändert an seine
m Standpunkt
festgehalten hatte (
Urk.
7/95), verfügte
die IV-Stelle schliesslich am 1
3.
Oktober 2018 im angekündigten Sinne (
Urk.
7/97 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
2.
November 2018 Beschwerde mit dem Rechts
begehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine Rente zuzusprechen. Eventualiter seie
n ihm berufliche Eingliederungs
massnahmen zu gewähren (
Urk.
1 S. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 27. Dezember 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), worüber der Be
schwerdeführer mit Verfügung vom
4.
Januar 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
A
TSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dür
fen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 1
3.
Oktober 2018 (
Urk.
2) hielt die Be
schwerdegegnerin zusammengefasst fest, dass die beim Beschwerdeführer diag
nostizierte depressive Episode als reaktives Geschehen auf eine somatische Erkran
kung einzustufen sei. Die in diesem Zusammenhang bescheinigte Arbeits
unfähigkeit sei aus medizinischer Sicht nachvollziehbar. Definitionsgemäss handle es sich jedoch um ein vorübergehendes Leiden, weshalb aus rechtlicher Sicht kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung begründet werde.
Ein
invalidenversicherungsrechtlich
relevantes gesundheitliches Leiden sei auch in Anbetracht
der nicht ausgeschöpften
Behandlungsoptionen
nicht ausgewiesen
. Aus dem im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
eingeholten Gutachten gehe ausserdem hervor, dass in der angestammten Tätigkeit im IT-Bereich eine 70%ige Arbeitsfähigkeit bestehe.
Der Anspruch auf eine Invalidenrente sei auch ange
sichts dessen zu verneinen.
2.2
Dieser Argumentation hielt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift vom 1
2.
November 2018 im Wesentlichen entgegen,
dass auf das von der Be
schwerdegegnerin in Auftrag gegebene psychiatrisch-neuropsychologische Gut
ach
ten nicht abgestellt werden könne.
Das gesamtheitliche Krankheitsbild sei darin nicht erfasst worden und die gezogenen
Schlussfolgerungen
entsprächen
nicht den tatsächlichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, welche alle Lebens
bereiche betr
äfen
(
Urk.
1 S. 7).
Des Weiteren sei die Beschwerdegegnerin zu Unrecht davon ausgegangen, dass lediglich eine depressive Episode vorliege; es handle sich vielmehr um eine rezidivierende depressive Störung. Selbst wenn
diesbezüglich die Therapieoptionen noch nicht gänzlich ausgeschöpft wären, könne
die Erkrankung mit Blick auf die bund
esgerichtliche Praxis nicht a priori als invalidenversicherungsrechtlich irrelevant beurteilt werden, zumal seit meh
reren Jahren eine engmaschige Behandlung erfolge (
Urk.
1 S. 7 f.).
3.
3.1
Dem Bericht der
B._
vom 2
1.
August 2015 ist die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1) zu entnehmen (
Urk.
7/21/1).
Aus ärztlicher Sicht hätten beim Beschwerdeführer
Unklarheiten in B
ezug auf das Arbeits
ver
hältnis
zu einer psychischen Dekompensation mit Schlafstörungen und Burnout-Symptomatik geführt.
Die depressive Symptomatik zeichne sich unter anderem durch eine niedergeschlagene Stimmung, Müdigkeit, innere Unruhe und Inte
resse
losigkeit aus. Der Beschwerdeführer sei hinsichtlich Arbeitsgeschwindigkeit und Konzentration eingeschränkt, weshalb ihm die angestammte Tätigkeit derzeit
nur an drei bis vier Stunden pro Tag mit
einer etwa um 50
%
verminderten
Leis
tungsfähigkeit zumutbar sei (
Urk.
7/21/2 f.).
3.2
In seinem zuhanden des Krankentaggeldversicherers erstellten Untersu
chungs
be
richt vom
4.
August 2015
diagnostizierte
Dr.
med.
F._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0).
Retrospektiv erscheine plausibel, dass der Beschwerdeführer durch die anhaltend erhöhte Beanspruchung des Psychovegetativums im Herbst 2014 in eine Erschöpfung geraten sei. Aktuell stünden eine Niedergestimmtheit mit rele
vanter Einschränkung der affektiven Schwingungsfähigkeit, Störungen im sozia
len Verhalten,
Hyperarousal
sowie kognitive Defizite
im Vordergrund. Im Verlauf der bisherigen Behandlung habe sich eine mindestens 50%ige Besserung der depressiven Symptomatik erreichen lassen, jedoch keine Remission. In diesem Zusammenhang sei zu einer Intensivierung der Psychopharmakotherapie zu raten. Damit könne die aktuell 20%ige Arbeitsfähigkeit innert vier Wochen auf 50
%
gesteigert und danach innert acht bis zwölf Wochen gänzlich wieder
hergestellt werden (
Urk.
7/23/6 f.).
3.3
Im Bericht des
B._
vom 2
7.
Juli 2016 wurde der Gesundheitszustand des Be
schwerdeführers als stationär beurteilt. Zusätzlich zur mittelgradigen depressiven Episode wurde eine Persönlichkeitsakzentuierung mit schizoiden und zwang
haf
ten Anteilen (ICD-10 Z73.1) diagnostiziert (
Urk.
7/45/2).
Vom 2
9.
März bis 2
4.
Mai 2016 sowie
8.
Juni bis 2
0.
Juli 2016 habe sich der Beschwerdeführer in stationärer Behandlung befunden. Aufgrund der Schwere der Symptomatik sei auch nach Austritt längerfristig eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren (
Urk.
7/45/3
; vgl. auch Austrittsbericht vom
4.
August 2016,
Urk.
7/55/3 f.
).
Mit Bericht vom
3.
Okto
ber 2016
gingen die behandelnden Fachärzte der
B._
von einer rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtig mittelgradiger bis schwerer depressiver Episode aus (ICD-10 F33.1/F33.2). Die akzentuierte Persön
lichkeitsstruktur
sei aufgrund der depressiven
Symptomatik
in ihrem Ausmass nicht abschliessend beurteilbar und gehe gegebenenfalls unter anderem mit einer erhöhten Sensitivität und Kränkbarkeit einher. Eine Arbeitsfähigkeit in angestam
mter Tätigkeit als Informatiker in verantwortungsvollem Aufgabenbereich be
stehe derzeit und absehbar nicht. In angepasster Tätigkeit sei theoretisch eine
40-50%ige Arbeitsfähigkeit gegeben, wobei deren Umsetzbarkeit noch offen sei (
Urk.
7/54/2).
3.4
Auch
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diag
nostizierte in seinem Bericht vom
6.
März 2017 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere depressive Episode
(
Urk.
7/66/1).
Es bestehe eine starke Einschränkung der Alltagsgestaltung und
der
Wahrneh
mung der persönlichen Interessen. Bei fehlendem Antrieb und geringer Belast
barkeit würden schon einfache Haushaltaufgaben zu rascher Ermüdung und Erschöpfung führen. Bei der Erledigung seiner persönlichen Angelegenheiten sei der Beschwerdeführer auf Dritthilfe angewiesen. Des Weiteren sei ihm die Be
nützung öffentlicher Verkehrsmittel nur ausserhalb von Stosszeiten möglich; Autofahren könne er bloss in bekannter Umgebung (Nebenstrassen). Einkäufe seien nur in kleinen Läden möglich. Insbesondere aufgrund des fehlenden An
triebs, der Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie der raschen Ermüdung sei der Beschwerdeführer aktuell weder der zuletzt ausgeübten Tätig
keit als IT-Systemspezialist noch einer Tätigkeit im geschützten Rahmen ge
wachsen (Urk. 7/66/2 f.).
3.5
In der Folge gab die Beschwerdegegnerin bei Dipl.-
Psych. Dipl.-Inf.-Wiss.
E._
und
Dr.
D._
ein psychiatrisch-neuropsychologisches Gutachten in Auftrag (
Urk.
7/
75), welches am
2.
respektive 2
4.
Oktober 2017 erstattet wurde (Urk. 7/77, 7/80).
Dipl. Psych.
Dipl.-Inf.-Wiss.
E._
überprüfte die psychometrisch quantifi
zier
baren kognitiven und psychischen Leistungen in den Bereichen Aufmerksamkeit und Konzentration, in den exekutiven Funktionen, im kurz- und mittelfristigen figuralen und verbalen Lernen und Gedächtnis sowie in den visuell-räumlichen und räumlich-konstruktiven Fähigkeiten. In den durchgeführten Symptom
vali
dierungsverfahren hätten sich Auffälligkeiten ergeben, weshalb die Leistungs
bereitschaft als unklar zu bewerten und die Validität der erhobenen Befunden anzuzweifeln seien. Die erzielten Minderleistungen in den Testverfahren zu Auf
merksamkeit, Exekutivfunktionen, Lernen und Gedächtnis sowie Wahrneh
mung könnten nicht eindeutig als Funktionsstörungen interpretiert werden. Vielmehr sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nicht sein volles Potential abgerufen habe. Positiv belegbar und mit hoher Sicherheit nachweisbar seien negative Antwortverzerrungen. Die Erstellung eines gültigen Testprofils sei vor diesem Hintergrund nicht möglich gewesen.
Insgesamt lasse sich aufgrund der
Probleme bezüglich Beschwerdevalidierung aus neuropsychologischer Sicht weder
eine Gesamteinschätzung des aktuellen kognitiven Leistungsvermögens noch der Arbeitsfähigkeit vornehmen (Urk. 7/77/9 f.
, 7/80/39
).
Aus psychiatrischer Sicht diagnostizierte
Dr.
D._
eine rezidivierende depres
sive Störung, gegenwärtig mittelgradig ohne somatisches Syndrom
(ICD-10 F33.11, Urk. 7/80/21; [
gemeint
wohl: mit somatischem Syndrom, vgl. Urk. 7/80/23]
).
Anlässlich der Exploration sei der Beschwerdeführer bewusst
seins
klar und allseits orientiert gewesen. Auffälligkeiten in Bezug auf Zwänge, Wahn, Sinnestäuschungen
oder Ich-Störungen hätten nicht bestanden.
Hinsicht
lich Konzentration, Gedächtnis und Aufmerksamkeit seien relevante Störungen aufgefallen. Während der gesamten Untersuchung habe der Beschwerdeführer demonstrativ und übermässig müde, energielos und dann teilweise kurz explosiv aggressiv gewirkt. Ein affektiver Rapport habe nur teilweise hergestellt werden können. Die soziale Situation habe nur teilweise adäquat wahrgenommen und reaktiv verarbeitet werden können.
Es habe sich zudem eine motorische Unruhe mit stereotypen Bewegungen gezeigt, welche intensiviert worden seien, wenn be
merkt worden sei, dass sie beobachtet wurden.
Insgesamt hätten der Auftritt am Untersuchungsgespräch und dessen Gestaltung Hinweise auf eine ausgeprägte demonstrative Verdeutlichung der Befunde ergeben (
Urk.
7/80/9).
Mit Blick auf das Mini-ICF-APP seien jeweils leichtgradige Beeinträchtigungen in den Berei
chen Anpassung an Regeln und Routinen, Planung und Strukturierung von Auf
gaben, Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, Anwendung fachlicher Kompeten
zen, Entscheidungsfähigkeit und Urteilsbildung sowie Kontaktfähigkeit zu Dritte
n, Gruppenfähigkeit und Verkehrsfähigkeit vorhanden. Mittelgradig sei die Durch
haltefähigkeit beeinträchtigt (
Urk.
7/80/30 f.).
Vor diesem Hintergrund sei
für eine Verweistätigkeit mit ausreichenden Erho
lungsphasen, einer Tagesbelastung von maximal 6.7 Stunden pro Tag
, geringen bis mittelgradigen kognitiven Anforderungen sowie ohne Verkaufstätigkeit und Teamführung von einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
Dies gelte seit September 201
5.
Zuvor habe ab November 2014 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden, wovon auch für die angestammte Tätigkeit auszugehen sei.
Ab August 2015 (
richtig wohl: September 2015) sei diesbezüglich eine 70%ige Arbeits
fähig
keit zu attestieren (
Urk.
7/80/29, 7/80/31 f.).
Im interdisziplinären Konsens ge
langten die medizinischen Sachverständigen
ebenfalls zu dieser
Überzeugung
(Urk. 7/80/43 f.).
3.6
In seinem zuhanden der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers am 2
7.
Februar 2018 beantworteten Fragebogen hielt
Dr.
G._
insbesondere fest, dass er mit der von
Dr.
D._
gestellten Diagnose grundsätzlich einverstanden sei. Aller
dings lägen eine Auslenkung
zu einer schweren Erkrankung
sowie ein soma
tisches Syndrom vor.
Der Beschwerdeführer könne sein Potential krankheits
be
dingt nicht abrufen.
Bei dem in der Expertise
erwähnte
n
demonstrative
n
Ver
halten
handle es sich um eine subjektive Interpretation des Gutachters (
Urk.
7/86/1 f.).
Des
Weiteren seien die vorhandenen Behandlungsmöglichkeiten optimal ausgeschöpft worden. Aktuell bestünden weder therapeutische noch medikamentöse Optionen im Hinblick auf eine relevante Besserung der Sympto
matik. In absehbarer Zeit könne mit einer solchen nicht gerechnet werden. Der Beschwerdeführer sei seit Behandlungsbeginn im November 2016 durchgehend krankheitsbedingt vollständig arbeitsunfähig, was auch für eine angepasste Tätigkeit gelte. Die vom Gutachter dargelegte Begründung zur Arbeitsfähigkeit sei ein Konstrukt, das den realen Gegebenheiten in keiner Weise gerecht werde (
Urk.
7/86/2 f.).
3.7
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
B._
erachtete die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in seine
r Stellung
nahme
vom 2
8.
Februar 2018 e
benfalls für nicht überzeugend und verwies dies
bezüglich auf die Beurteilung im Bericht vom
3.
Oktober 2016 (vgl. E. 3.3 vor
stehend).
Darüber hinaus hielt er namentlich fest, dass im Rahmen der ambu
lanten Behandlung durchaus eine umfangreiche Pharmakotherapie stattgefunden habe.
In Bezug auf die gutachterliche Konsensbeurteilung merkte er zudem an, dass darin eine wesentliche Würdigung der anamnestisch bereits prämorbid bestehenden Persönlichkeitsakzentuierung fehle
(
Urk.
7/86/5 ff.).
3.8
In seiner Stellungnahme vom 2
6.
Juli 2018
zu den Einwendungen des Be
schwer
deführers und den von diesem aufgelegten Arztberichten
betonte Dipl. Psych. Dipl.-Inf.-Wiss.
E._
, dass
der Beschwerdeführer in zwei Beschwerdevalidie
rungsverfahren Ergebnisse erzielt habe, die knapp über dem Zufallsniveau lägen.
Naheliegende Ursache sei nicht eine sehr schwere authentische kognitive Störung,
sondern vielmehr eine negative Antwortverzerrung. Die Vermutung sei denn a
uch durch das Verhalten in einem dritten Verfahren untermauert worden, welches der Beschwerdeführer von sich aus abgebrochen habe, da es ihm zu schwer vorge
kommen sei. Dieser Test sei jedoch so leicht, dass er problemlos auch von Pati
enten mit
mittelschwerer oder schwerer Depression
zu beantworten sei
, solange eine ausreichende Mitwirkung erreicht werden könne. Insgesamt
stünden die in der Beschwerdevalidierung demonstrierten Beeinträchtigungen im Widerspruch zu den anamnestischen Angaben bezüglich der aktuellen Lebensgestaltung.
Die neu eingereichten ärztlichen Unterlagen würden an der
gutachterlichen
Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit
nichts zu ändern vermögen (Urk.
7/90/2 f.).
3.9
Dieser Sichtweise schloss sich auch
Dr.
D._
in seiner ergänzenden Stel
lungnahme vom 3
0.
Juli 2018 an. Es fänden sich keine neuen Tatsachen, welche im Gutachten nicht berücksichtigt worden seien (
Urk.
7/93/10).
Er halte daran fest, dass die Therapiemöglichkeiten nicht ausgeschöpft seien, sondern am ehe
s
ten das erste Level einer Optimierung der Behandlung durchgeführt worden sei
(
Urk.
7/93/6).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu Recht keine Invalidenrente zugesprochen hat.
Als medizinische Grundlage diente
dabei
in erster Linie
das psychiatrisch-neuropsychologische
Gutachten
vom 2.
respektive
2
4.
Oktober 2017
, welches d
ie
Beschwerdegegnerin
grundsätzlich als beweiskräftig erachtete.
Sie verneinte jedoch das Vorliegen eines invaliden
versicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschadens (
Urk.
2, Urk. 7/96/6 ff.).
Entgegengesetzter Auffassung ist der Besch
werdeführer, welcher
dem Gutachten die Beweiskraft abspricht und gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte von einem invalidisierenden psychischen Leiden ausgeht (
Urk.
1
S. 3 ff.
).
4.2
4.2.1
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom 11. Juni 2019 E. 2 mit Hinweisen).
Dabei ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die medi
zinische Folgenabschätzung notgedrungen eine hohe Variabilität aufweist und unausweichlich Ermessenszüge trägt. Die psychiatrische Exploration eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen mög
lich, zulässig und rechtlich zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (BGE 145 V 361 E. 4.1.2 mit Hinweisen).
4.2.2
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patien
tinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von
Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Be
gutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschät
zungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bun
desgerichts 8C_677/2014 vom 29.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
4.2.3
Die
Dres
.
G._
und
H._
nahmen am 2
7.
beziehungsweise 2
8.
Februar 2018 zum Gutachten Stellung
(
Urk.
7/86)
.
Abgesehen davon, dass ihre Berichte keine aktuelle objektive Befunderhebung enthalten
,
bekräftig
t
en die behandelnden Fachärzte darin zur Hauptsache ihre früheren medizinischen Einschätzungen (vgl.
Urk.
7/55, 7/66)
, welche
den beiden Gutachtern
bekannt
waren
(vgl.
Urk.
7/77/1, 7/80/8)
.
Dr.
D._
nahm darauf im Rahmen seiner Würdigung auch wieder
holt Bezug, unter anderem bei der Herleitung der Diagnosen (
Urk.
7/80/21 ff.), bei der Beurteilung der bisher stattgefundenen Therapien (
Urk.
7/80/24 f.) sowie
im Zuge der Festlegung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/80/29).
Insgesamt
werden in
den Berichten der behandelnden Ärzte keine Gesichtspunkte benannt, welche
ni
cht rein subjektiver Interpretation
entstammen
und
bei der Begutachtung uner
kannt oder ungewürdigt geblieben sind.
Zu betonen ist darüber hinaus, dass
mit Blick auf die gestellten Diagnosen nur geringfügige Unterschiede auszumachen sind
. Sowohl Dr.
D._
als auch die behandelnden Fachärzte sind sich dahingehend einig, dass der Beschwerdeführer an einer rezidivierenden depressiven Störung leidet
, wobei grundsätzlich auch übereinstimmend von einer gegenwärtig mittelgradigen Episode ausgegangen wird
. Nicht von entscheidender Bedeutung
sind
in diesem Kontext
die von den Medizinern
diskutierten
Fragen
, ob
ein somatisches Syndrom vorliegt und ob
tendenziell eher
von
eine
r
Auslenkung zu einer leichten oder
einer
schweren Erkrankung
auszugehen ist
(vgl. Urk.
7/
55, 7/66,
7/80/23, 7/86/1 und 7/86/6
).
So ist
nicht die diagnostische Einordnung eines Gesundheitsschadens
massgebend
, sondern
es sind
der
en konkrete
n
Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungs
fähigkeit (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 mit Hinweis und 143 V 418 E. 6).
Darauf ist
im Folgenden im Detail einzugehen.
5.
5.1
Für den Rechtsanwender ist eine medizinische Einschätzung der Arbeitsun
fähigkeit aus psychischen Gründen nicht ohne Weiteres verbindlich. Es kann davon abgewichen werden, ohne dass ein Gutachten seinen Beweiswert verliert (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_106/2015 vom
1.
April 2015 E. 6.3 mit Hin
weis). Grundsätzlich soll für sämtliche psychischen Leiden — namentlich auch für
depressive Störungen — ein
indikatorengeleitetes
Beweisverfahren gemäss BGE
141 V 281 Anwendung finden (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.3 und 143 V 418 E. 7.1)
, das Aufschluss über
das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen geben soll (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1).
Dabei
ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im konkreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten – allenfalls zusammen mit weiteren fachärzt
lichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung anhand der massgeblichen Indi
katoren erlauben oder nicht (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 5.2.2 und 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
5.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
Die Standardindikatoren erlauben
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
sour
cen) andererseits
das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2017 vom
1.
Dezember 2017 E. 4.2.3). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbelastete versi
cherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; 141 V 547 E. 2).
5.3
5.3.1
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» ist festzuhalten, dass
Dr.
D._
unter Berücksichtigung einer ausgeprägten demonstrativen Verdeutlichung der gesamten Befunde
zum einen
leichtgradige Beeinträchtigungen in Aufmerk
samkeit, Merkfähigkeit und Konzentration feststellen konnte.
Darüber hinaus
bezog er in seine Diagnosestellung mit ein, dass der Beschwerdeführer über Schlafstörungen,
leichten depressiven
Grübelzwang
,
Gefühle von Traurigkeit und Überforderung mit Interessensverlust, manchmal aufkommende Gefühle der Freundlosigkeit, eine erhebliche Antriebsverminderung sowie eine subjektiv stark gefühlte Ermüdbarkeit klagte. Die im Rahmen der Untersuchung gezeigte Ermüdung stufte
Dr.
D._
jedoch als übermässig und demonstrativ ein.
Im
Weiteren fand sich eine motorische Unruhe mit stereotypen Bewegungen («
Nestel
bewegungen
»), wobei keine eigentliche psychomotorische Hemmung oder Agi
tiertheit festgestellt werden konnte (
Urk.
7/80/9, 7/80/22 f.).
Der Schluss
auf eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode und somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11) erweist sich bei dieser Befundlage als nachvollziehbar. Diese Diagnose wei
s
t
einen direkten
Bezug
zum Schweregrad auf
und
deutet
formal
auf eine nicht mehr le
ichte psychische Erkrankung hin
, die grundsätzlich invalidisierend sein kann
(vgl. BGE 143 V 418 E. 5.2.2).
Entscheidend und zusätzlich zu prüfen ist rechtsprechungsgemäss allerdings, ob nach den übrigen Standardindikatoren auf einen funktionellen Schweregrad der psychischen Störung zu schliessen ist, der sich nach dessen konkreten Auswir
kungen und insbesondere danach beurteilt, wie stark die versicherte Person in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen dadurch beein
trächtigt ist (BGE 143 V 418 E. 5.2.3).
5.3.2
Mit Blick auf den Gesichtspunkt der «Therapieresistenz» ist
vorab dem Be
schwer
deführer beizupflichten, dass
allein die fehlende Ausschöpfung aller Be
hand
lungsmöglichkeiten nicht mehr ausreicht, um einen invalidisierenden Ge
sund
heitsschaden zu verneinen.
Zu berücksichtigen ist
trotzdem
, dass sich Dr.
D._
unter Bezugnahme auf Fachliteratur
klar gegen eine Therapieresistenz aussprach und auf verschiedene Möglichkeiten der Optimierung der Psychopharma
ko
the
rapie
und alternative Therapieoptionen
hinwies (Urk. 7/80/24 f., 7/93/2 ff.).
Dem wurde seitens der behandelnden Ä
rzte zwar widersprochen, was indes
nicht zu überzeugen vermag. So
ist
deren
im Februar 2018 verfassten
Stellungnahmen zu entnehmen, dass seit Oktober 2015 kein Wechsel respektive keine
Aufdosierung
der Medikation mehr
stattgefunden habe
. Eine Überprüfung des Serumspiegels erfolgte ebenfalls nicht. Dies erstaunt in Anbetracht dessen, dass
im Verlauf der Behandlung
keine wesentliche Besserung der depressiven Symptomatik festge
stellt werden konnte (
Urk.
7/86/2, 7/86/7).
Des Weiteren bleibt anzumerken, dass der behandelnde Psychiater
Dr.
G._
in seinem Bericht vom
6.
März 2017 eine Remission der depressiven Symptome noch langfristig für möglich hielt (
Urk.
7/66/3)
. Mit Bericht vom 2
7.
Februar 2018 verneinte er das Vorhandensein weiterer therapeutischer Möglichkeiten (
Urk.
7/86/3), was angesichts des Um
stands, dass sich der Beschwerdeführer nur noch «unregelmässig» bei ihm in Behandlung begibt (
Urk.
7/80/17), nicht einleuchtet.
Insgesamt ist mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit keine Therapieresistenz ausgewiesen.
Zum Eingliederungserfolg respektive zur Eingliederungsresistenz ist festzuhalten, dass
der Beschwerdeführer
vom 2
7.
Oktober 2015 bis 2
6.
Februar 2016 ein von
der Beschwerdegegnerin zugesprochenes Aufbautraining absolvierte
.
Dabei wurde
eine insgesamt unterdurchschnittliche Leistungsmotivation festgestellt, wobei eine allenfalls bestehende depressive Überlagerung in Betracht gezogen wurde (
Urk.
7/37/7).
Im weiteren Verlauf ersuchte
d
er
Beschwerdeführer
zwar nochmals
um die Gewährung beruflicher Massnahmen (
Urk.
7/56), unternahm ansonsten indes trotz der seitens des
B._
attestierten Arbeitsfähigkeit von 40
-50
% für angepasste Tätigkeiten (
Urk.
7/54/2)
keine Anstrengungen, sich wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern.
Vor diesem Hintergrund
kann nicht von einer Ein
gliederungsresistenz gesprochen werden.
5.3.3
In Bezug auf den Indikator «Komorbiditäten»
ist festzuhalten,
dass
von gut
achterlicher Seite
nebst der
rezidivierende
n
depressive
n
Störung
keine Diagnosen gestellt wurden. Dementsprechend bestehen keine Wechselwirkungen zwischen psychiatrischen Krankheitsbildern
(vgl.
Urk.
7/80/
21
)
. Auch somatische Begleiter
krankungen, welche potentiell negativen Einfluss auf den
Verlauf und den
Schwe
regrad der depressiven Störung haben könnten, liegen
unbestrittener
massen
nicht vor
(
vgl.
Urk. 7/80/17
f.
)
.
5.3.4
Was den Komplex «Persönlichkeit» anbelangt, gilt es zu beachten, dass von gutachterlicher Seite weder eine Persönlichkeitsstörung noch akzentuierte Per
sönlichkeitszüge festgestellt werden konnten.
Dr.
D._
führte
in schlüssiger Weise
aus, weshalb die
ICD-10-
Kriterien in diesem Zusammen
hang nicht erfüllt sind
. Insbesondere
finden sich keine auffälligen Verhaltensmuster, welche bereits
seit der Kindheit nachweisbar sind
(vgl.
zum schulischen Werdegang
Urk.
7/80/16)
.
Eine deutliche Unausgeglichenheit in den Einstellungen
oder im Verhalten
waren von gutachterlicher Seite ebenfalls nicht zu eruieren
(
Urk.
7/80/21).
Dies
ist ins
besondere auch vereinbar mit dem Eindruck, welchen der Beschwerdeführer im Rahmen des mehrmonatigen Aufbautrainings hinterliess. Gemäss
Schlussbericht
vom 2
6.
Februar 2016 wurde er als freundliche, im Umgang offene und am Aus
tausch interessierte Person wahrgenommen, die aber auch klar ihre Meinung vertreten konnte
(
Urk.
7/37/6).
Insgesamt fehlt es an Anhaltspunkten, welche für eine ressourcenhemmende Persönlichkeitsstruktur sprechen.
5.3.5
Zum sozialen Lebensk
ontext ist aktenkundig, dass der
Beschwerdeführer mit seiner Ehefrau zusammenlebt, mit welcher er seit
2002
verheiratet ist
(Urk. 7/77/3)
.
Trotz Hinweisen auf eine durch die depressive Erkrankung belastete Paarbeziehung (vgl.
Urk.
7/55/4) ist dies
e
als stützende Ressource zu werten. So teilen die Ehegatten die
Haushaltsführung
unter sich auf
, erledigen gemeinsam Einkäufe
und verbringen zusammen die Freizeit (
Urk.
7/80/18 f.).
Darüber hinaus scheint der Beschwerdeführer keine beständigen inner- oder ausse
r
familiären Kontakte zu pflegen und berichtete von einem sozialen Rückzug
mit weitgeh
en
dem Abbruch freundschaftlicher Beziehungen
(Urk.
7/80/10,
7/86/3
)
.
Er ist aber doch in der Lage, neue Bekanntschaften zu schliessen und in soziale Interaktion zu treten
, etwa im Rahmen eines Tanzkurses für Männer (
Urk.
7/37/3) oder der
wöchentlichen
Teilnahme am Saxophonunterricht (
Urk.
7/
80/18). Des Weiteren
hilft er einmal pro Woche
unentgeltlich
für zwei bis fünf Stunden in einer Kinderwerkstatt
aus und unterstützt die Leiterin bei der Betreuung der Kinder (
Urk.
7/65/1 f., 7/80/18 und 7/86/3).
Vor diesem Hintergrund kann
nicht
auf einen krankheitsbedingten sozialen Rückzug geschlossen werden.
5.3.6
Im Kontext der beweisrechtlich entscheidenden Kategorie «Konsistenz» ist einer
seits auf die
gutachterlich festgestellten Inkonsistenzen hinzuweisen.
Von neu
ropsychologischer Seite wurde festgehalten, dass die vom Beschwerdeführer in der Beschwerdevalidierung demonstrierten Beeinträchtigungen im Widerspruch zu seinen anamnestischen Angaben bezüglich seiner aktuellen Lebensgestaltung stünden. Mangels Vorliegens einer sehr schweren authentischen kognitiven Störung wie beispielsweise
einer
akute
n
Psychose oder
einer
schwere
n
Demenz
liege eine negative
Antwortverzerrung
nahe
(Urk. 7/90/2 f.).
Aus psychiatrischer
Sicht wurde
n
die anlässlich der Exploration gezeigte
Müdigkeit
und Körper
sprache
als
demonstrativ wahrgenommen, wobei Dr.
D._
ausserdem beo
bachten konnte, dass der Beschwerdeführer ausserhalb der Praxis ei
ne völlig andere Bewegungsweise und
Körpersprache
an den Tag legte
.
Des Weiteren fiel ihm auf, dass zwischen der offenen Befragung, den beobachtbaren Befunden und einer direkten geschlossenen Abfrage stets eine deutliche Lücke klaffte. Bei Letzterer seien starke bis stärkste Symptome angegeben worden; im Gegensatz dazu seien bei dualen Abfragen und offenen Fragen deutlich differente Befund
angaben erfolgt
. Insgesamt ging
Dr.
D._
von einer starken Verdeutlichung der Symptomatik aus
(Urk. 7/80/13 f.).
Andererseits fällt ins Gewicht, dass keine signifikanten krankheitsbedingten Ein
schränkungen in allen vergleichbaren
Lebensbereichen vorliegen.
So verfügt der Beschwerdeführer über eine im Wesentlichen geregelte Tagesstruktur, wobei er
diverse
Haushaltstätigkeiten
wie die Wohnungsreinigung übernimmt, kocht, teil
weise selbst Brot bäckt und gemeinsam mit seiner Ehefrau Einkäufe erledigt.
Darüber hinaus
ist
— selbst wenn damit auch therapeutische Zwecke verfolgt werden sollten (vgl.
Urk.
7/86/3) —
zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer jeden Tag das Saxophonspielen übt
und sich einmal pro Woche unterrichten lässt. Wie bereits ausgeführt, hilft er
zudem
jeweils freitags für mehrere Stunden in einer Kinderwerkstatt aus. Des Weiteren unternimmt er Spaziergänge und ver
sucht, alte Schuhe zu reparieren
(
Urk.
7/80/18 f.)
. In seiner Mobilität ist er ebenfalls nicht erheblich eingeschränkt, da es ihm sowohl möglich ist, die öffent
lichen Verkehrsmittel zu benützen als auch einen Personenwagen zu lenken.
Dabei ist er auch in der Lage,
längere Fahrten
wie beispielsweise in den Schwarzwald zu unternehmen
(
Urk.
7/77/2)
.
Das Aktivitätsniveau des Beschwer
deführers ist
gesamthaft jedenfalls
nicht mit der von ihm und dem behandelnden Psychiater geltend gemachten vollständigen Arbeitsunfähigkeit vereinbar
(vgl. auch Urk.
7/80/27)
.
Ein Leidensdruck ist
insofern ausgewiesen,
als der Beschwerdeführer
seit meh
reren Jahren in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung steht.
Er nimmt zudem die ihm verordneten Psychopharmaka ein, was die anlässlich der Begut
achtung veranlasste Blutanalyse ergab (
Urk.
7/80/15). Der Beschwerdeführer be
gab sich darüber hinaus bereits in stationäre Behandlung (vgl.
Urk.
7/45/3).
Bei
Dr.
G._
befindet
er sich allerdings nur noch unregelmässig in ambulanter thera
peutischer Behandlung (
Urk.
7/80/17).
Zu einer
gewisse
n
Relativierung des Leidensdrucks
führt
zudem
der Gesichtspunkt, dass der Beschwerdeführer
trotz persistierender
Beschwerden
selbst keine Anstrengungen unternimmt, alternative Behandlungsmöglichkeiten wahrzunehmen
, sondern
in passiver Haltung
von den Ärzten erwartet, ihn zu heilen (
Urk.
7/80/20).
5.3.7
Zusammenfassend ergibt sich aus der Prüfung der Standardindikatoren und deren Gesamtwürdigung, dass insbesondere weder eine Therapie- oder Eingliede
rungs
resistenz noch eine ressourcenhemmende
Persönlichkeitsstruktur vorliegen
. Im sozialen Lebenskontext ist
ein
krankh
eitsbedingter Rückzug
nur eingeschränkt
erkennbar. D
er
B
eschwerdeführer
scheint zwar eher zurückgezogen zu leben, pflegt aber eine stabile Beziehung zu seiner Ehegattin und ist auch in der Lage, ausserfamiliär regelmässig mit Personen in näheren Kontakt zu treten. Dies ist als stützende Ressource zu werten.
Für die Beurteilung ausschlaggebend ist schliess
lich, dass
zwar mit Blick auf die bis anhin wahrgenommenen Behandlungen ein Leidensdruck spürbar ist. Rechnung zu tragen ist einerseits jedoch
auch
den im Zuge der Begutachtung festgestellten
erheblichen
Inkonsistenzen. Andererseits liegt keine gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleichbaren Lebensbereichen vor. Bei dieser Ausgangslage
bestehen insgesamt keine triftigen Gründe
,
die von
Dr.
D._
sowie den Gutachtern im inter
di
s
ziplinären Konsens statuierte 7
0%ige Arbeitsfähigkeit
im
angestammte
n
Tätig
keit
sbereich
als IT-Systemspezialist
(Urk.
7/113/28 f.) in Zweifel zu ziehen.
Dadurch wird insbesondere auch dem Umstand hinreichend Rechnung getragen,
dass einzig die Durchhaltefähigkeit als mittelgradig eingeschränkt erachtet wurde
, was einen erhöhten Pausenbedarf nach sich zieht. In den übrigen Fähigkeits
bereichen ergaben sich aus gutachterlicher Sicht nur leichtgradige Beein
träch
tigungen (vgl.
Urk.
7/80/30 f.).
Im Übrigen ist nochmals zu betonen, dass die gutachterliche Beurteilung von der Natur der Sache her unausweichlich Ermes
senszüge trägt, die es zu respektieren gilt (vgl. E. 4.2.1 vorstehend).
Damit ist auch gesagt, dass d
er Einschätzung
der behandelnden Fachärzte, welche eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
atte
stierten, nicht gefolgt werden kann.
Retrospektiv kann
im Übrigen
ebenfalls auf die
gutachterliche Beurteilung
abgestellt werden
, wonach seit September 2015 von der 70%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist
(
Urk.
7/80/43)
. Im Monat davor befanden die Fachärzte des
B._
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
in der ange
stammten Tätigkeit als zumutbar (
Urk.
7/21/3).
Die im weiteren Verlauf von ihnen auf Dauer bescheinigte vollständige Arbeitsunfähigkeit im angestammten Tätig
keitsbereich vermag nicht zu überzeugen, da im Wesentlichen unveränderte Be
funde erhoben wurden (vgl.
Urk.
7/45/2 f., 7/55/3 ff.). Hervorzuheben ist ausser
dem, dass
Dr.
F._
im August 2015
von einer raschen
Möglichkeit der
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit aus
ging
(Urk.
7/23/7).
6
.
Auf der Grundlage
einer 70%igen Arbeitsfähigkeit im angestammten Tätig
keits
bereich als IT-Systemspezialist ab September 2015 erübrigt sich ein ordentlicher Einkommensvergleich. Sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen sind gestützt auf dieselbe Bemessungsgrundlage und der Invaliditätsgrad anhand
eines Prozentvergleichs zu bestimmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_463
/2012 vom
3.
August 2012 E. 4.2).
Dieser
liegt demnach bei nicht rentenbegründenden 30
%
(vgl. E. 1.2 vorstehend).
7.
7.1
In seinem Eventualbegehren ersucht der
Beschwerdeführer
um die Gewährung von beruflichen Eingliederungsmassnahmen in Form einer Potentialabklärung oder eines Belastbarkeitstrainings (
Urk.
1 S. 1 und S. 8).
Die Beschwerdegegnerin hielt
diesbezüglich in der angefochtenen Verfügung
fest, dass dem Beschwer
deführer Eingliederungsmassnahmen angeboten worden seien. Er habe diese je
doch mit der Begründung abgelehnt, dabei zu sein, eine tragfähige Tagesstruktur aufzubauen (
Urk.
2 S. 2).
7.2
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen setzt einen Eingliederungswillen beziehungsweise eine subjektive Eingliederungsfähigkeit voraus
.
In diesem Zu
sammenhang sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medi
zinischen Experten gemachten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung res
pektive Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im
Vorbescheidverfahren
und vor
dem kantonalen
Versicherungsgericht ge
machten Ausführungen beziehungsweise gestellten Anträge (Urteil des Bundes
gerichts 8C_611/2018 vom
7.
Januar 2019 E. 6.2 mit Hinweisen).
7.3
Im
Vorbescheidverfahren
ersuchte der Beschwerdeführer
zunächst
mit Einwand vom 19. Oktober
2016 um die Gewährung von beruflic
hen Massnahmen (Urk.
7/
56)
, welche nach einem
Gespräch mit einer Eingliederungsberaterin der Beschwerdegegnerin am
9.
Februar 2017 für nicht umsetzbar erachtet wurden (
Urk.
7/64 f.).
Im Rahmen der neuropsychologischen Begutachtung war die Moti
vationslage für eine berufliche Wiedereingliederung nicht deutlich erkennbar (
Urk.
7/77/4).
Anlässlich der psychiatrischen Exploration durch
Dr.
D._
äusserte
sich
der Beschwerdeführer dahin
gehend
, dass seine persönliche Perspek
tive der Erhalt einer Rente sei. Danach könne er sehen, wie er sein Leben weiter gestalten würde. Eine Vorstellung, wie er ohne Rente leben würde, habe er nicht. In Bezug auf Eingliederungsmassnahmen
fühle
er sich a
ktuell vollständig über
fordert
(
Urk.
7/80/16-19
).
Von gutachterlicher Seite wurden Eingliede
rungsmass
nahmen in Anbetracht dieser motivationalen Probleme für nicht sinnvoll erachtet (
Urk.
7/80/32).
In seinen weiteren Stellungnahmen vom 1. März und
2.
Oktober
2018 beantragte der Beschwerdeführer
denn auch ausschliesslich die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente (
Urk.
7/87, 7/95).
In Anbetracht dieser Gegeben
heiten
steht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
fest, dass
es
gegenwärtig
an einem Eingliederungswillen fehlt, welcher für die Durchführung von Einglie
de
rungsmassnahmen jedoch von essentieller Bedeutung ist.
Daran vermag auch nichts zu ändern, dass
nun im Beschwerdeverfahren wieder um die Zusprechung von beruflichen Massnahmen ersucht wird, zumal nach wie vor
das Renten
be
gehren
eindeutig in den Vordergrund gestellt wird
.
Ergänzend bleibt anzumerken, dass
die vom Beschwerdeführer beantragten Einglied
erungsmassnahmen unter Art. 14a
IVG (Integrationsmassnahmen) zu subsumieren sind und demnach von Gesetzes wegen eine seit mindestens sechs Monaten bestehende Arbeitsun
fähig
keit von mindestens 50
%
voraussetzen.
Ausgehend von der beweiskräftigen
gut
achterliche
n
Beurteilung ist auch dieses Erfordernis nicht gegeben.
8
.
Nach dem Gesagten
hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerde
führers auf Leistungen der Invalidenversicherung zu Recht verneint.
Die ange
fochtene Verfügung vom 1
3.
Oktober 2018 (
Urk.
2) erweist sich folglich als rech
tens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
9
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
I
VG)
und ermessensweise auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.