Decision ID: 718a3d02-2dc4-520f-85f7-6dc93f13ce31
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1989, meldete sich am 1
4.
Februar 2017 beim Regio
nalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an (
Urk.
8/1) und stellte am 1
8.
Februar 2016
(richtig: 2017)
einen Antrag auf Aus
richtung von Arbeitslosenentschädigung (
Urk.
8/4)
. In der Folge bezog sie
in einer vom
1
4.
Februar 2017 bis 1
3.
Februar 2019
laufenden Rahmenfrist Taggelder der Arbeitslosenversicherung (vgl.
Urk.
8/70
S. 26
).
1.2
Mit Verfügung vom
1
7.
Mai 2018
(
Urk.
8/72) forderte die Arbeitslosenkasse IAW (nachfolgend: IAW) von
der
Versicherten für die Kontrollperioden
Februar bis Juni 2017 und Oktober bis November 2017
ausbezahlte Arbeitslosenent
schädi
gung in der Höhe von
Fr.
19'059.55
zurück mit der Begründung, dass die Ver
sicherte die Beitragszeit nicht erfüllt habe.
Die von der
Versicherten dagegen am
1
8.
Juni 2018
erhobene Einsprache (
Urk.
8/69
) wies die IAW mit
Einspracheent
scheid
vom
1
0.
Juli 2018
(
Urk.
8/
73
=
Urk.
2) ab.
Am 1
2.
Juli 2018 trat die IAW die
der
Beschwerdeführer
in
gegenüber geltend gemachte Rückforderung der Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
(nachfolgend: ALK)
ab (
Urk.
8/75
).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
1
0.
Juli 2018 (
Urk.
2) erhob die
Versicherte
am
1
1.
September 2018
Beschwerde und bea
ntragte, dieser sei aufzuheben
.
In pro
zessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der
unentgeltlichen
Rechtspflege
(
Urk.
1 S. 2 oben).
Mit Beschwerdeantwort vom
3.
Oktober 2018
(
Urk.
7) beantragte die
ALK
die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der
Beschwerdeführerin am 2
3.
Novem
ber 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
14)
.
3.
3.1
Von
April bis Juni 2014 und März bis Dezember 2015 hatte auch der Ehemann der Beschwerdeführerin,
Y._
,
Arbeitslosentschädigung
bezogen.
M
it Verfügung vom 1
7.
Mai 2018 und diese bestätigendem
Einspracheentscheid
vom
1
0.
Juli 2018
forderte die IAW
die ausgerichteten Taggelder in der Höhe von
Fr.
45'488.--
zurück, mit der Begründung, dass
Y._
die Beitragszeit nicht erfüllt habe, nachdem in Bezug auf das von ihm für die Zeit vom
1.
März 2013 bis 3
1.
März 2014 angegebene Arbeitsverhältnis
bei der
Z._
AG
ein tatsächliche
r Lohnfluss nicht belegt
sei.
Die von
Y._
dagegen am 1
1.
September 2018 erhobene Beschwerde
wies das hiesige Gericht
mit Urteil heutigen Datums ab (Prozess Nr. AL.2018.00262).
3.2
Von
M
ärz 2014 bis Februar 2015 hatte zudem auch der Schwager der Beschwer
deführerin,
A._
, Arbeitslosenentschädigung bezogen. Mit Verfügung vom 2
4.
April 2018 und diese bestätigendem
Einspracheentscheid
vom 2
8.
Mai 2018 forderte die IAW die
ausgerichteten Taggelder in der Höhe von
Fr.
27'127.70
zurück
,
mit der Begründung, dass
A._
die Beitragszeit nicht erfüllt habe, nachdem in Bezug auf das von ihm für die Zeit vom
1.
Juni bis 3
0.
Novem
ber 2013 angegebene Arbeitsverhältnis bei der
Z._
AG ein tat
sächlicher Lohnfluss nicht belegt sei.
Die von
A._
dagegen am 2
8.
Juni 2018 erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil heutigen Datums ab (Prozess Nr. AL.2018.00195).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
9
Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
über die obligatorische Arbeitslosen
ver
sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
gelten - soweit das Gesetz nichts anderes vorsieht - für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit zwei
jährige Rahmenfristen. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind (
Art.
9
Abs.
2 AVIG), und die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (
Art.
9
Abs.
3 AVIG).
1.2
Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosen
ent
schädigung besteht darin, dass die ver
si
cherte Person die Beitragszeit erfüllt hat (Art. 8 Abs. 1
lit
. e AVIG). Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der Rahmen
frist nach Art. 9 Abs. 3 AVIG während mindestens zwölf Monaten eine beitrags
pflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor dem Tag, an welchem die versicherte Per
son sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt (Art. 9 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 AVIG).
Nach der Rechtsprechung ist die Ausübung einer an sich beitragspflichtigen Be
schäftigung nur Beitragszeiten bildend, wenn und soweit
hiefür
effektiv ein Lohn ausbezahlt wird. Mit dem Erfordernis des Nachweises effektiver Lohnzahlung sollen und können Missbräuche im Sinne fiktiver Lohnvereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer verhindert werden. Als Beweis für den tatsäch
lichen Lohnfluss genügen Belege über entsprechende Zahlungen auf ein auf den Namen des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin lautendes Post- oder Bank
konto. Bei behaupteter Barauszahlung fallen Lohnquittungen und Auskünfte von ehemaligen Mitarbeitern (allenfalls in Form von Zeugenaussagen) in Betracht. Höchstens Indizien für tatsächliche Lohnzahlung bilden Arbeitgeberbe
scheini
gungen, vom Arbeitnehmer oder der Arbeitnehmerin unterzeichnete Lohnabrech
nungen und Steuererklärungen sowie Eintragungen im individuellen Konto (BGE 131 V 444 E. 1.2 mit Hinweisen).
Im Übrigen ist Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung unter dem Gesichtspunkt der erfüllten Beitragszeit nach
Art.
8
Abs.
1
lit
. e in Ver
bindung mit
Art.
13
Abs.
1 AVIG grundsätzlich einzig die Ausübung einer bei
tragspflichtigen Beschäftigung während der geforderten Dauer von zwölf Beitragsmonaten. Diese Tätigkeit muss genügend überprüfbar sein. Dem Nach
weis tatsächlicher Lohnzahlung kommt dabei nicht der Sinn einer selbständigen Anspruchsvoraussetzung zu, wohl aber jener eines bedeutsamen und in kritischen Fällen unter Umständen ausschlaggebenden Indizes für die Ausübung einer bei
tragspflichtigen Beschäftigung. Soweit eine solche Beschäftigung nachgewiesen, der exakte ausbezahlte Lohn jedoch unklar geblieben ist, hat eine Korrektur über den versicherten Verdienst zu erfolgen (Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2013 vom 2
5.
Juni 2013 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 131 V 444 E. 3.2.3).
1.3
Nach
Art.
95
Abs.
1 AVIG in Verbindung mit
Art.
25
Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
sind unrecht
mässig bezogene Leistungen zurückzuerstatten. Zu Unrecht bezogene Geldleis
tungen, die auf einer formell rechtskräftigen Verfügung beruhen, können, unab
hängig davon, ob die zur Rückforderung Anlass gebenden Leistungen förmlich oder formlos verfügt worden sind, nur zurückgefordert werden, wenn entweder die für die Wiedererwägung (wegen zweifelloser Unrichtigkeit und erheblicher Be
deutung der Berichtigung) oder die für die prozessuale Revision (wegen vor
bestandener neuer Tatsachen oder Beweismittel) bestehenden Voraussetzungen erfüllt sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_789/2014 vom
7.
September 2015 mit Hinweis auf BGE 130 V 318 E. 5.2 in
fine
und BGE 129 V 110 E. 1.1).
Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Wird der Rückerstattungsanspruch aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, für welche
das Strafrecht eine längere Verjährungsfrist vorsieht, so ist diese Frist mass
ge
bend
(
Art.
25
Abs.
2 ATSG).
1.4
Gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide
in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen ent
deckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war (sogenannte prozessuale Revision; BGE 143 V 105 E. 2.1, 138 V 324 E. 3.2).
Der Begriff «
neue Tatsachen oder Beweismittel
»
ist bei der (prozessualen) Revision eines Verwaltungsentscheides nach Art. 53 Abs. 1 ATSG gleich auszulegen wie bei der Revision eines kantonalen Gerichtsentscheides gemäss
Art.
61
lit
. i ATSG oder bei der Revision eines Bundesgerichtsurteils gemäss Art. 123 Abs. 2
lit
. a BGG (BGE 144 V 245 E. 5.1 mit Hinweisen, 143 V 105 E. 2.3).
Im Rahmen von Art. 53 Abs. 1 ATSG sind Tatsachen neu, wenn sie sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung oder des
Einspracheentscheides
verwirklicht haben, jedoch dem Revisionsgesuchsteller
beziehungsweise dem Versiche
rungs
träger
trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt waren. Die neuen Tatsachen müssen ferner erheblich sein, das heisst sie müssen geeignet sein, die
tatbe
ständ
liche
Grundlage des zur Revision beantragten Entscheids zu verändern und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu einer anderen Entscheidung zu führen (
BGE
144 V 245
E. 5.2 und Urteil des Bundesgerichts 8C_210/2017 vom 22.
August 2017 E. 7.1). Neue Beweismittel haben entweder dem Beweis der die Revision begründenden neuen erheblichen Tatsachen oder dem Beweis von Tatsachen zu dienen, die zwar im früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zum Nachteil des Gesuchstellers unbewiesen geblieben sind. Erheblich ist ein Beweismittel, wenn anzunehmen ist, es hätte zu einem anderen Entscheid geführt, falls die Verwal
tung im früheren Verfahren davon Kenntnis gehabt hätte. Ausschlaggebend ist, dass das Beweismittel nicht bloss der Sachverhaltswürdigung, sondern der Sach
verhaltsfeststellung dient. Es bedarf dazu neuer Elemente tatsächlicher Natur, welche die Entscheidungsgrundlagen als objektiv mangelhaft erscheinen lassen (vgl. BGE 143 V 105 E. 2.3, 138 V 324 E. 3.2, je mit Hinweisen).
Neue Tatsachen und Beweismittel im Sinne von Art. 53 Abs. 1 ATSG sind innert 90 Tagen nach ihrer Entdeckung geltend zu machen; nebst dieser relativen Frist gilt eine absolute 10-jährige Frist, die mit der Eröffnung der Verfügung resp. des
Einspracheentscheides
zu laufen beginnt (BGE 143 V 105 E. 2.1 mit Hinweisen).
Der Zeitpunkt, in welchem die Partei den angerufenen Revisionsgrund hätte entdecken können, bestimmt sich grundsätzlich nach dem Prinzip von Treu und Glauben. Praxisgemäss beginnt die relative 90-tägige Revisionsfrist zu laufen, sobald bei der Partei eine sichere Kenntnis über die neue erhebliche Tatsache oder das entscheidende Beweismittel vorhanden ist. Blosse Vermutungen oder gar Gerüchte genügen dagegen nicht und vermögen den Lauf der Revisionsfristen nicht in Gang zu setzen. Die sichere Kenntnis ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht erst dann gegeben, wenn der Revisionsgesuchsteller
be
zieh
ungsweise der Versicherungsträger
die neue Tatsache sicher beweisen kann, sondern es genügt ein auf sicheren Grundlagen fussendes Wissen darüber (BGE
143 V 105 E. 2.4 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_2/2018 vom 1. März 2018 E. 4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Rückforderung zusammengefasst damit,
dass d
i
e Beschwerdeführer
in
ab
1
4.
Februar 2017
keinen Anspruch auf Arbeits
losenentschädigung gehabt habe, da
sie
in der massgebenden Rahmenfrist für die Beitragszeit
vom
1
4.
Februar 2015 bis 1
3.
Februar 2017
nicht
während mindes
tens zwölf Monaten eine
beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt habe und auch nicht von der Erfüllung der Beitragszeit befreit gewesen sei. Denn in Bezug auf das
von
der Beschwerdeführerin
für die Zeit vom
1
0.
November 2014 bis 3
0.
April 2016
angegebene Arbeitsverhältnis bei der
Z._
AG müsse davon ausgegangen werden, dass dieses entweder gar nicht bestanden oder d
ie
Beschwerdeführer
in
dort in einem bei den zuständigen Sozialversicherungen nicht korrekt beziehungsweise nicht vollumfänglich
deklarierten Arbeitsver
hält
nis gestanden habe. D
ie
Beschwerdeführer
in
könne den tatsächlichen Lohnfluss nicht belegen
.
Der Auszug aus dem
individuellen Konto
(IK)
weise für den
mass
gebenden Zeitraum keine
beitragspflichtigen Einkommen
der
Z._
AG
aus
. Im nachgereichten IK-Auszug
würden
sodann nicht
alle geltend gemachten
Beitragsmonate
bei der
Z._
AG
ausgewiesen und auf den Lohn
sum
mendeklarationen
der
Z._
AG
der Jahre 2015 und 2016 werde die Beschwerdeführerin nicht aufgeführt, obwohl sie gemäss Angaben in der Arbeit
geberbescheinigung vom 1
0.
November 2014 bis 3
0.
April 2016
bei dieser gear
beitet
haben soll und Lohnabrechnungen für die gesamte Zeit vorlägen
. Quitt
un
gen der Barzahlungen sowie PK-Auswe
i
se habe sie keine einreichen können
(
Urk.
2
i
n Verbindung mit
Urk.
8/72).
2.2
Die Beschwerdeführerin
machte demgegenüber geltend (
Urk.
1),
sie
habe vom 1
0.
November 2014 bis 3
0.
April 2016
vollzeitlich
als Hausmeisterin
bei der
Z._
AG
gearbeitet
und monatlich
Fr.
4’6
00.-- brutto beziehungsweise
Fr.
3'886.80
netto verdient, was aus den Lohnunterlagen der
Z._
AG hervorgehe (
Rz
4,
Rz
30 f.
).
Sie und ihre Familie
seien in der fraglichen Zeit denn auch
dringend
auf das
Einkommen
aus dem Arbeitsverhältnis mit
Z._
AG angewiesen gewesen, denn ohne dieses
wären
sie finanziell
nicht über
lebens
fähig
gewesen, w
ie die – näher dargelegte – Berechnung des Existenzminimums
für die
Jahr
e
2014 und 2015
zeige,
zumal
auch ihr Ehemann
,
Y._
,
vom
1.
September 2014 bis 2
8.
März 2015 bei der
Z._
AG
angestellt
ge
we
sen sei, womit sie – hätten sie wie von der Beschwerdegegnerin angenom
men
keinen Lohn bezogen – ganze vier Monate ohne Einkommen gewesen
wären, nach
dem sie auch keine Arbeitslosenentschädigung beziehungsweise Sozialhilfe beansprucht hätten. Dass sie
von
März bis Dezember 2015 bei der
Z._
AG angestellt gewesen sei, könne angesichts des (nachgereichten) IK-
Auszugs nicht bestritten werden. Dass die
Z._
AG dabei nur einen Teil des effektiven Lohnes, welcher - aus näher dargelegten Gründen – nicht in Frag
e
zu stellen sei (
Ziff.
33 f.) - deklariert habe, vermöge in Anbetracht dessen, dass sie (die
Z._
AG) sowohl bei ihr (der Beschwerdef
ührerin) wie auch ihrem Ehemann,
Y._
,
und in anderen Fällen keine Arbeitgeberbeiträge weiter
geleitet habe, nicht sonderlich zu erstaunen
(
Ziff.
9 ff.).
Der Inhaber der
Z._
AG sei ein Landsma
nn und in ihren Kreisen sei es gang und g
äbe, dass (Lohn-) Zahlungen in bar erfolgten.
Sie
habe auch keine Quittungen für die Lohnzahlungen erhalten und solche auch nicht benötigt, da die Lohnblätter für
ihre
Belange vollends ausgereicht hätten
(
Rz
35 ff.
).
Damit stehe fest, dass sie den zur Diskussion stehenden Lohn erhalten habe. Der Umstand, dass die
Z._
AG keine Sozialbeiträge an die zuständige Stelle entrichtet habe, könne ihr rechtsprechungsgemäss nicht zum Nachteil gereichen (
Rz
38, vgl. auch
Rz
7).
Schliesslich sei zu berücksichtigen, dass
ihr Mann
,
Y._
,
eben
falls bei der
Z._
AG gearbeitet h
abe, wobei die Beschwerdegegnerin auch einen Lohnfluss zu seinen Gunsten verneint habe. In der Beschwerde
vom 1
1.
September 2018
gegen diesen Entscheid habe belegt werden könne
n
, dass die
Z._
AG auch keine Sozialbei
träge auf den Löhnen ihres Ehem
annes an die zuständigen Stellen entrichtet habe. Zudem habe gezeigt werden könne
n
, dass ihr Ehemann
bei der
Z._
AG exakt
soviel
verdient habe, wie in den Lohnunterlagen der
Z._
AG angegeben worden sei. Das Gleiche gelte für die Beschwerde vom 2
8.
Juni 2018 in Sachen ihres Schwagers
,
A._
,
gegen die Beschwerdegegnerin (
Rz
39 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
, ob
die Beschwerdeführerin infolge Nichterfüllung der Beitragszeit die für die Zeit
von
Februar bis Juni 2017 und Oktober bis November 2017 bezogene
Arbeitslosenentschädigung in der Höhe von
Fr.
19'059.55
zurück
zuerstatten hat.
3.
3.1
Zur umstrittenen Tätigkeit bei der
Z._
AG gab
die Beschwerde
führerin
im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung vom
1
8.
Februar
2017 an,
vom 1
0.
November 2014 bis 3
1.
April 2016
vollzeitlich
für diese tätig gewesen zu sein (
Urk.
8/4
Ziff.
14).
Dazu reichte die
Beschwerdeführerin den Arbeitsvertrag vom 2
0.
Oktober 2014 ein (
Urk.
8/8). Gemäss diesem war sie ab 1
0.
November 2014 als
«
Hauswart
»
bei der
Z._
AG, angestellt, bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 42.5 Stunden und einem Bruttolohn von
Fr.
4'600.-- pro Monat. Ferner vereinbart war eine Kündigungsfrist von einem Monat. Sodann wurde festgehalten, dass die Arbeitnehmerbeiträge für AHV, IV, EO und ALV vom Salär abgezogen werden.
Im ebenfalls eingereichten Kündigungsschreiben der
Z._
AG vom 2
5.
Februar 2016 per 3
1.
April 2016 (
Urk.
8/9) wurden als Kündigungsgrund zu wenig Arbeit sowie finanzielle Gründe genannt. Unterzeichnet wurde das Schrei
ben von
B._
, gemäss Handelsregisterauszug vom
2
1.
Februar 2017
einzi
ges
Mitglied
(des Verwaltungsrates)
der
Z._
AG
(
Urk.
8/13).
Ferner reichte
die
Beschwerdeführerin die Arbeitgeberbescheinigung der
Z._
AG vom 1
6.
Februar 2017 ein (
Urk.
8/5). Darin wurde eine (nicht näher bezeichnete) Vollzeittätigkeit der Beschwerdeführerin vom 1
0.
November 2014 bis 3
0.
April 2016 angegeben (
Ziff.
1-2) bei einer vertraglichen
Arbeitszeit
von 42 Stunden pro
Woche
(
Ziff.
6)
und einem
letzten Monatslohn von
Fr.
4
'600.
-- (
Ziff.
17
).
Gemäss den ebenfalls
eingereichten Lohnabrechnungen für die Monate November 2014 bis April 2016 (
Urk.
8/7) betrug der m
onatliche Bruttolohn
stets Fr.
4
'600.
, entsprechend 170 Arbeitsstunden. Der Nettolohn nach erfolgten Abzügen (Sozial
versicherungsbeiträge, Unfallversicherung, Pensionskasse, Krankentaggeld)
sowie de
r
total ausbezahlte Lohn
wurde
n
immer mit
Fr.
3'886.80
beziffert
.
3.2
Mit Schreiben vom
1.
Dezember 2017
verlangte die IAW bei der Ausgleichskasse des Kantons Zürich zur Überprüfung der Anspruchsberechtigung einen IK-Aus
zug
der Beschwerdeführerin
ein
(
Urk.
8/59 letzte Seite)
.
In
den
IK-Auszügen
der SVA Zürich vom 1
1.
Dezember 2017
und
1.
Februar 2017
für die Jahre 2008 bis 201
7
wird die
Z._
AG nicht als Arbeitgeberin erwähnt
. Im IK-Auszug der Ausgleichskasse Luzern vom
3.
April 2018 wird die
Z._
AG für die Zeit von März bis Dezember 2015 als Arbeitgeberin ausgewiesen und ein Einkommen von
Fr.
38'000.-- deklariert
(
v
gl.
Urk.
8/59).
3.3
In den am 1
4.
Dezember 2017 bei der IAW
eingegangenen
Lohndeklaration
en
der
Z._
AG vom 1
3.
Mai 2017 für
die Jahre 2015
und 2016
wird die Beschwerdeführerin nicht als Mitarbeiterin aufgeführt
(
Urk.
8/60).
3.4
Mit Schreiben
vom 2
6.
März 2018
(
Urk.
8/65) informierte die IAW die Be
schwer
deführerin, dass sie zur Überprüfung des versicherten Verdienstes und der Bei
tragszeit ihrer Rahmenfrist vom 1
4.
Februar 2017 bis 1
3.
Februar 2019 Unter
lagen benötige, und forderte sie auf, bis spätestens 1
3.
April 2018
Kopien der Banküberweisungen oder der Q
uittungen für Barzahlungen 2015 und 2016
der Firma
Z._
AG, eine Kopie der Steuerunterlagen
2015 und 2016
sowie eine Kopie d
es Pensionskassenausweises 2015 und 2016
einzureichen
.
Am 1
1.
April 2018 liess
die Beschwerdeführerin
der IAW die
Steuererklärungen 2015 und 2016 (
Urk.
8/63-64) zukommen (
Urk.
8/
66
). Gleichzeitig teilte
sie
mit, dass
sie
keine Quittungen der Barzahlungen habe, da der Arbeitgeber keine
Quittung erstellt habe. Auch einen Pensionskassenausweis habe
sie
nicht erhal
ten
.
In der Steuererklärung 2015 mit Unterzeichnungsdatum vom 2
0.
März 2018 und Druckdatum vom 2
9.
März 2018
(
Urk.
8/63) gaben die Eheleute
X._
per 3
1.
Dezember 2015 als Arbeitgeber der Beschwerdeführerin die
Z._
AG an. Den Arbeitsort nannten sie nicht (S. 1). Sodann deklarierten sie für die Zeit vom
1.
März bis 3
1.
Dezember 2015 Einkünfte der Beschwerdeführerin aus unselbständiger Erwerbstätigkeit bei der
Z._
AG
in der Höhe von
Fr.
34'544.-- (
Urk.
8/63 drittletzte Seite
).
In der
Steuererklärung 2016
mit Druck- und Unterzeichnungsdatum vom 1
1.
Dezember 2017 (
Urk.
8/64) gaben die Eheleute
X._
per 3
1.
Dezember 2016 als Arbeitgeber der Beschwerdeführerin die
Z._
AG und als Arbeitsort
C._
an
(S. 1), während sie in der Beilage zu den Berufsauslagen als Arbeitsort
D._
nannten (S. 8)
. Als Beruf vermerkten sie «Re
i
nigung, Haus
frau» (S. 1). Sodann deklarierten sie für die Zeit vom
1.
Januar bis 3
1.
Dezember 2016
Einkünfte der Beschwerdeführerin aus unselbständiger Erwerbstätigkeit bei der
Z._
AG in der Höhe von
Fr.
12’137
.-- (
S. 6
).
4.
4.1
Die vorliegend in Frage stehenden Taggelder wurden der Beschwerdeführerin formlos und rechtsbeständig (vgl. dazu BGE 129 V 110 E. 1.2) zugesprochen. Eine Rückforderung ist somit nur
nur unter den Voraussetzungen der Wiedererwägung oder prozessualen Revision (
Art.
53 ATSG)
zulässig (vorstehend E. 1.3).
4.2
Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Arbeits
losenentschädigung gestützt auf die nachträglich eingegangenen Unterlagen (vgl. vorstehend E. 3.2-4) rückwirkend verneint. Damit nahm sie eine prozessuale Revi
sion
gemäss
Art.
53
Abs.
1 ATSG vor (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2017 vom 2
3.
Februar 2018 E. 5.3.2, E. 6.1). Zu prüfen ist die
Rechtmässigkeit
dieses
Rückkommenstitels
.
4.3
Dass sich die
IAW
Ende des Jahres 2017
veranlasst sah, weitere Abklärungen
hinsichtlich des
von der Beschwerdeführerin
für die Zeit vom
1
0.
November 2014 bis 3
0.
April 2016
angegebenen Arbeitsverhältnisses bei der
Z._
AG zu tätigen, lag offensichtlich darin begründet, dass sowohl der
Ehemann der Be
schwerdeführerin,
Y._
, welcher ab
1.
April 2014 Taggelder der Arbeits
losenversicherung bezog
en hatte
, als auch
der Schwager der Beschwerdeführerin
,
A._
, welche
r ab
3.
März 2014
Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezog
en hatte
, angegeben hatten, in der
für sie
jeweils
massgebenden
Rahmen
frist für die Beitragszeit bei der
Z._
AG gearbeitet zu haben. Darüber hinaus hatte sich der
Ehemann der Beschwerdeführerin
,
Y._
, nach seiner Aussteuerung per 1
9.
Dezember 2015 am 2
1.
Juli 2017 erneut bei der
Arbeits
losenversicherung an
ge
meldet und im Antrag auf Ausrichtung von Arbe
its
losenentschädigung angegeben, vom
1.
Oktober 2015 bis 3
1.
März 2016 und vom
1.
März bis 3
1.
August 2017 wiederum bei der
Z._
AG tätig gewesen zu
sein (vgl. Prozess Nr. AL.2018.00262 und dort
Urk.
8/92,
Urk.
9 S. 201 sowie
Urk.
9 S
.
222-225, im vo
rliegenden Verfahren als
Urk.
17-19
zu den Akten genommen). Aufgrund
dieser Verhältnisse ist nicht zu beanstanden, dass die
IAW
vorliegend prüfte, ob der Nachweis der tatsächlichen Lohnzahlung an
die Be
schwer
deführerin
mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit erbracht werden kann.
4.4
Im Zuge der getätigten Abklärungen konnte die
IAW
aus dem einverlangten IK-Auszug
der SVA Zürich
ersehen, dass für
die Beschwerdeführerin
in der in Frage stehenden Zeit (
November 2014 bis April 2016
, wobei die
massgebende
Rahmen
frist für die Beitragszeit am 1
4.
Februar 2015 zu laufen begann
) keine beitrags
pflichtigen Einkommen der
Z._
AG deklariert wurden. Diese Tatsache deckt sich
mit den Lohndeklarationen der
Z._
AG für die Jahre 2015 und 2016, in welchen die Beschwerdeführerin nicht als Arbeitnehmerin aufge
führt wird (vors
t
ehend E. 3.2-3)
.
Der IK-Auszug der Ausgleichskasse Luzern, in welchem für die Zeit von März bis Dezember 2015 ein Einkommen der
Z._
AG ausgewiesen wurde, datiert vom
3.
April 201
8.
Dieses Einkommen wurde mithin nach Einleitung der Lohnflussprüfung durch die IAW deklariert
. Abgesehen davon deckt sich die Deklaration nicht mit den Angaben der Be
schwerdeführerin, wonach sie vom 1
0.
November 2014 bis 3
0.
April 2016 unun
terbrochen – mithin auch in den nicht deklarierten Monaten Januar und Februar 2015 – für die
Z._
AG gearbeitet habe (vgl.
Urk.
1
Ziff.
4).
Im Weiteren konnte
die Beschwerdeführerin
auf
die
Aufforderung der
IAW
hin
für die Jahre 2015 bis 2016
weder Pensionskassenausweis
e
noch Quittungen der Lohn
zahlungen, welche
ihren Angaben
zufolge in bar erfolgt waren, einreichen. Sodann hat
die Beschwerdeführerin
für
die Jahre 2015 und 2016
auch keine zeit
nah ausgefüllte
n
und unterzeichnete
n
Steuererklärung
en
eingereicht, sodass das von ihr für diese
Jahr
e
effektiv versteuerte Einkommen unklar bleibt.
In der am 2
0.
März 2018 unterz
eichneten Steuererklärung 2015
deklarierte
die
Beschwerde
führer
in
abgesehen davon
wiederum
nur für die Monate März bis Dezember 2015 ein Einkommen
bei der
Z._
AG
(vorstehend E. 3.4
), währenddem
sie die ununterbrochene
Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung
vom 1
0.
November 2014
b
is 3
0.
April 2016 geltend machte.
Im Übrigen stimmt
das für die Zeit von
1.
März bis 3
1.
Dezember 2015 deklarierte Einkommen von
Fr.
35‘544.-- (mithin
Fr.
3‘554.40 pro Monat) nicht mit dem in den Lohnabrech
nungen ausgewiesenen Netto
e
inkommen von
Fr.
3‘886.80 (vgl. vorstehend E. 3.1) überein.
Weiter ist
aktenkundig, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann,
Y._
, drei Kinder haben, wobei das erste am 1
1.
Juni 2011, das zweite am
1
5.
Juli 2014 und das dritte am 1
5.
Juli 2017 geboren wurde (
Urk.
8/11,
Urk.
8
/44). Abgesehen davon, dass es bereits fraglich erscheint, ob die Beschwerdeführerin nur
dreieinhalb
Monate nach der Geburt des zweiten Kindes
per
1.
November 2017 eine
Vollzeitstelle als Hauswartin antrat – wobei der Arbeitsort aufgrund der Angaben in der Steuererklärung
en
nicht zweifelsfrei feststeht – scheint es insbesondere unwahrscheinlich, dass sie und ihr Ehemann in der Zeit von Oktober 2015 bis März 2016, für welchen Zeitraum
Y._
erneut ein Arbeits
verhältnis bei der
Z._
AG geltend
machte
(vgl.
Urk.
19
),
gleichzeitig einer vollzeitlichen E
rwerbstätigkeit nachgegangen sind. Wie
in diesem Zeitraum die Betreuung
der Kinder
sichergestellt war, lässt sich den Akten
jedenfalls
nicht entnehmen. Dagegen – und dies spricht offenkundig gegen eine Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführerin
ab November 2014
– findet sich in den Akten des Prozesses betreffend den Ehemann der Beschwerdeführerin,
Y._
, ein von der Beschwerdeführerin handschriftlich verfasstes und unterzeichnetes Schrei
ben,
welches am
7.
April 2015 bei der IAW einging,
in welchem
die Beschwerdeführerin
ausführte,
dass sie momentan nicht arbeite und Hausfrau
sei
(vgl. Prozess Nr. AL.2018.00262 und dort
Urk.
8/67, im vo
rliegenden Verfahren als Urk.20
zu den Akten genommen).
4.5
Vor diesem Hintergrund kann festgehalten werden, dass der IAW im Zeitpunkt der Leistungsausrichtung wesentliche Tatsachen nicht bekannt waren, von denen sie erst im Rahmen des Prüfverfahrens betreffend Lohnfluss Kenntnis erlangte. Dabei kann ihr keine mangelnde Sorgfalt vorgeworfen werden, da ihr bei Vor
liegen von Arbeitsvertrag, Kündigungsschreiben, Arbeitgeberbescheinigung, Lohn
abrechnungen und Arbeitszeugnis (vgl. vorstehend E. 3.1) im Zeitpunkt der
Leis
tungszusprache
jedenfalls nicht vorgeworfen werden kann, sie hätte daran zwei
feln müssen, dass
die Beschwerdeführerin
in der Zeit vom
1
0.
November 2014 bis 3
0.
April 2016
bei der
Z._
AG tatsächlich eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat und dementsprechend bereits dannzumal weitere Unterlagen einverlangen sollen.
Die
s gilt insbesondere auch hinsichtlich des am
7.
April 2015 eingegangenen Schreibens der Beschwerdeführerin, welches sich
nur
im Dossiers des Ehemannes der Beschwerdeführer
in, nicht aber im Dossier der Beschwerdeführerin selbst befand.
Davon, d
ass der Ehemann der Beschwer
deführerin für die Zeit ab Oktober 2015 erneut eine Arbeitstätigkeit bei der
Z._
AG geltend machte,
erlangte die Beschwerdegegnerin auch erst im Zuge der erneuten Anmeldung von
Y._
vom 2
1.
Juli 2017
Kenntnis
(vgl.
Urk.
18-19
).
4.6
Die nachträglich bekanntgewordenen Tatsachen erweisen sich als geeignet, die
tatbeständliche
Grundlage der
Taggeldzusprache
zu verändern. Auch wenn der Nachweis der tatsächlichen Lohnzahlung keine selbständige Anspruchsvoraus
setzung ist und aus dem Umstand, dass für
die Beschwerdeführerin
keine Sozial
versicherungsbeiträge entrichtet worden sind, nicht zwingend zu
schliessen
ist, dass
sie
nicht gearbeitet und keinen Lohn bezogen hat, ist der Nachweis des Lohn
flusses ein bedeutsames Indiz für die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäf
tigung. Diesem kann gerade in kritischen Fällen wie dem beziehungsweise den
vorliegenden, bei welchen mehrere Personen, die miteinander nahe verwandt sind
, die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung beim selben Arbeitgeber behaupten, sich aus den Akten jedoch zahlreiche Inkonsistenzen ergeben, aus
schlaggebende Bedeutung zukommen.
Ausserdem
führt die mangelnde Bestimm
barkeit der Löhne dazu, dass sich ein versicherter Verdienst im Sinne von
Art.
23
Abs.
1 AVIG nicht hinreichend zuverlässig festlegen lässt, was ebenfalls die Verneinung eines Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung zur Folge hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2013 vom 2
5.
Juni 2013 E. 3.5 mit Hinweis).
Vorliegend ist im Sinne einer die Tatsachen würdigenden Gesamtsicht nicht mit
dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt,
dass
die Beschwerdeführerin
vom
1
4.
Februar 2015 (Beginn der Rahmenfrist für die Beitragszeit) bis 3
0.
April 2016
den geltend gemachten Lohn tatsächlich erhal
ten hat. Die Folgen der Beweislosigkeit hinsichtlich der behaupteten Lohn
zahlungen wirken sich zu
ihren
Lasten aus. Damit ist für die strittige Zeit der Nachweis einer beitragspflichtigen Beschäftigung nicht erbracht
. E
in Zurück
kommen auf die zugesprochenen Leistungen
ist nach dem Gesagten
unter dem Titel der prozessualen Revision erlaubt.
4.7
Die Vorbringen
der Beschwerdeführerin
in der Beschw
erdeschrift (vorstehend E.
2.1), insbesondere die
umfangreichen Ausführungen zum Existenzminimum
, erweisen sich
als nicht geeignet,
einen Lohnfluss mit dem notwendigen Beweis
grad
der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit darzutun. Dies vor allem auch mit Blick
dar
auf
, dass die Eheleute
X._
in der
in
den Akten des Ehemannes der Beschwerdeführerin befindlichen Steuererklärung 2014 Privatschulden bei der Bank
D._
in der Höhe von
Fr.
28‘875.-- vermerkten, welche belegen, dass
die Eheleute
X._
ihren Lebensunterhalt nicht einzig mit Einkommen aus einer
Erwerbstätigkeit finanzierten (vgl. Prozess Nr. AL.2018.00262 und dort
Urk.
8/
100 zweitletzte Seite, im v
orliegenden Verfahren als
Urk.
21
zu den Akten ge
nommen).
4.8
Mit Erlass der Rückforderungsverfügung vom
1
7.
Mai 2018
hat die IAW die geltenden Fristen sowohl für die Geltendmachung des Rückforderungsanspruchs (
Art.
25
Abs.
2) als auch für die prozessuale Revision (
Art.
55
Abs.
1 ATSG in
Verbindung mit
Art.
67
des
Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren, VwVG
)
eingehalten (vgl. vorstehend E. 1.3 und E. 1.4). Denn (erst
) mit Eingang des Schreibens der
Beschwerdeführer
in
vom
1
1.
April 2018 samt den
einver
langten Steuererklärung
en 2015 und 2016
(vorstehend E.
3.4) hatte die IAW sichere Kenntnis über (alle) neuen erheblichen Tatsachen und stand für sie fest, dass die Voraussetzungen für eine Rückerstattung gegeben waren.
4.
9
Nachdem in Bezug auf das angegebene Arbeitsverhältnis bei der
Z._
AG die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung nicht n
achgewiesen ist, kann die
Beschwerdeführer
in in der
massgebenden
Rahmenfrist für die Beitrags
zeit (1
4.
Februar 2015 bis 1
3.
Februar 2017)
keine Beitragszeit vorweisen und hat sie damit
die Mindestbeitragszeit nicht erfüllt. Für den fraglichen Zeitraum sind sodann auch keine Gründe für eine Befreiung von der Beitragszeit (
Art.
14 AVIG) ersichtlich. Die Höhe der
ausbezahlten Taggelder hat die Beschwerdeführerin
schli
esslich
nicht bestritten (vgl.
Urk.
1 S. 3 oben), womit die Rückforderung auch in
masslicher
Hinsicht nicht zu beanstanden ist.
4.10
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass d
ie
Beschwerdeführer
in
infolge Nichter
füllung der Beitragszeit die für die Zeit von März 2014 bis Februar 2015 bezogene Arbeitslosenentschädigung in der Höhe von
Fr.
19'059.55
zurückzuerstatten hat. Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als rechtens.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
5.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
not
wendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
5.2
Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt
.
Antragsgemäss (
Urk.
1
S. 2 oben
) ist de
r
Beschwerdeführer
in
deshalb die unentgeltliche Prozessführung zu ge
wäh
ren und es ist ih
r
Rechtsanwalt
Imanuel
Darouich
, Rapperswil SG, als unent
gelt
licher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren zu bestellen.
Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung
(
Urk.
1 S. 2 oben)
erweist sich mangels Kostenpflicht
igkeit
des Verfahrens als gegenstandslos.
5.3
Mit Honorarnote vom
2
1.
Dezember 2018 (
Urk.
16)
machte Rechtsanwalt
Imanuel
Darouich
einen Aufwand von insgesamt
16
Stunden
und 40 Minuten
geltend
(
Urk.
16). Dazu führte er aus, die Redaktion der Beschwerde sei besonders auf
wendig gewesen, da aufgrund der Versäumnisse der IAW und der Beschwerde
gegnerin bei der Sachverhaltsabklärung auf eigene Faust viele bedeutende Aspekte des Sachverhalts zu ermitteln gewesen seien. Dazu gehörten namentlich die umfangreichen und komplexen Berechnungen, aus denen hervorgehe, dass die Beschwerdeführerin und ihr Gatte auf den Lohn der
Z._
AG angewiesen gewesen seien. Diese Berechnungen seien durch etliche Unterlagen belegt worden, die selber hätten beigebracht und ausgewertet werden müssen.
5.4
Nach
§
34
Abs.
3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
5.5
Der geltend gemachte Aufwand von
1
6 St
unden und
40 Minuten
ist der Be
deutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen
, dies
insbesondere aufgrund der Tatsache, dass Rechtsanwalt
Imanuel
Darouich
die
Beschwerdeführer
in bereits im
Einspracheverfahren
vertrat
und die Akten so
mit bekannt waren. Sodann entspricht die Beschwerdeschrift
weitestgehend wort
wörtlich
der Einsprache vom 1
8.
Juni 2018
(
Urk.
8/69)
.
Vor diesem Hintergrund
erscheint
namentlich
ein Aufwand von
sieben Stunden und 30 Minuten für das Verfassen der
Beschwerdeschrift als überhöht.
Sodann sind in der Honora
rnote explizit Positionen ausgewiesen, welche das vorinstanzliche
Einspracheverfahren
betreffen, namentlich das Verfassen der Einsprache selbst.
Unter Berücksichtigung eines gekürzten Aufwands für die Beschwerdeschrift,
den
Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche Rechts
ver
beiständung sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Bet
räge
ist die Ent
schädigung
von Rechtsanwalt
Imanuel
Darouich
bei Anwendung des gerichts
üb
lichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
1‘
6
00
.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und aus der Gerichts
kasse zu bezahlen.
5.6
Die Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.