Decision ID: b36071e9-bee4-40f4-8672-e2f9935d46a3
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1
X._
, geboren 1959
,
war
zuletzt
vom 1
6.
Oktober 2006
bis 3
1.
Januar 2009 im Bereich Reinigungen
in einem Einsatzprogramm der Stadt Zürich
, Soziale Einrichtungen und Betriebe,
angestellt
(
vgl.
Urk.
7/13
/2
-4
) und meldete sich u
nter Hinweis auf seit etwa 2005 bestehende schwere rheumatische Beschwerden am ganzen Körper und schwere Depres
sionen am 3
0.
September 2013
bei der Invalidenversicherun
g zum
Leistungs
bezug
an (
Urk.
7/21
Ziff.
6.2-3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab
und holte bei
m
Z._
ein polydiszip
linäres Gutachten ein, das am 3
0. Oktober 2014
erstattet wurde (
Urk.
7/54
).
Nach durchgeführt
em
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/57;
Urk.
7/59
,
Urk.
7/66
) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 2
5.
November 2015
einen Ren
tenanspruch (
Urk.
7/
74
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
8.
Januar 2016
Beschwerde gegen die Verfügung vom
2
5.
November 2015
(
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben und es sei
ihr
ab April 2014
eine
befristete
Dreiviertelsrente
der Invalidenversiche
rung
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
8.
Januar 2016
(
Urk
.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde
der Beschwerdeführerin am 1
0.
März 2016 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
ein
kommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er
folge
n, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch
zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit,
dass auf das
Z._
-Gutachten
vom Oktober 2014 abzustellen sei
.
Demnach bestehe bei der Beschwerdeführerin seit Mai 2013 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.
Aufgrund der wesentlichen und kontinuierlichen Besserung des Gesundheits
zustandes nach Ablauf der Wartezeit (Mai 2014) mit dem Erreichen der Arbeitsfähigkeit von 70
%
im September 2014 liege keine längere Zeit dau
ernde Arbeitsunfähigkeit vor.
Auch berufliche Eingliederungsmassnahmen seien damit
nicht angezeigt
. Zudem sei es der Beschwerdeführerin kurz vor der hausärztlich attestierten voll
ständigen Arbeitsunfähigkeit im April 2013 noch möglich gewesen, die Rückreise aus der
A._
in die Schweiz durchzuführen. Eine gesundheitliche Einschränkung mit vollständiger Erwerbsunfähigkeit sei damit aus versicherungsmedizinischer Sicht ab April 2013 nicht nachvollziehbar
(S. 2 f.)
.
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) gel
tend, gemäss der Früherfassungsmeldung sei sie seit dem 3
0.
Apri
l 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig
,
und
der Beginn des Wartejahres
sei
auf April 2013 festzulegen.
Gestützt auf das
Z._
-Gutachten
sei ihr damit eine von April bis
und mit
Dezember 2014 befristete
Dreiviertelsrente
zuzusprechen (S.
4
Ziff.
4-5, S. 5
Ziff.
4). Dass sie nicht vollständig arbeitsunfähig gewesen sein könne, wenn sie eine längere Flugreise durchstehen könne, sei nicht nach
vollziehbar
,
und die bei
ihr gestellten Diagnosen stünden
dem nicht entgegen (S. 5
Ziff.
2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invali
denrente und in diesem Zusammenhang ins
besondere
,
auf welchen
Zeitpunkt
der Beginn des Wartejahres
zu setz
en ist. In medizinischer Hinsicht ist unbestritten, dass auf das
Z._
-Gutachten
abgestellt werden kann.
3.
3.
1
Im Rahmen der
Früherfassung f
ührte
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, am 2
8.
August 2013 (
Urk.
7/7) aus, aufgrund
ein
er Depression mit
somatoformen
Schmerzsyndrom,
ein
es
Aortena
neurys
mas
, operiert im Mai 2013
,
sowie aufgrund
ein
es Di
abetes Mellitus Typs 2 und
ein
er a
rteriellen Hypertonie sei
die Beschwerdeführerin in ihrer
ausge
übten Tätig
keit als Hilfsarbeiterin im Einsatzprogramm der Stadt
Zürich seit dem 3
0.
April 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig
(vgl.
Ziff.
2-3).
3.
2
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
,
stellte in ihrem Bericht vom
2
3.
Oktober 2013 (
Urk.
7/28/1-4)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
Depression mit
somatoformen
Schmerzsyndrom, bestehend etwa seit 2008
Aortenaneurysma
, bestehend seit 2011, Operation im Mai 2013
Fibromyalgie, bestehend seit 2010
chronische Fingerschmerzen, bestehend seit 2007
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
C._
einen seit 2009 bestehenden Diabetes mellitus und eine arterielle Hypertonie (
Ziff.
1.1)
.
Dr.
C._
führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit Juli 2005 bei ihr in Be
handlung und die letzte Kontrolle habe am 2
3.
Oktober 2013 stattgefunden (
Ziff.
1.2). Aufgrund der multiplen Schmerzen sei die Beschwerdeführerin in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Putzfrau seit dem 2
6.
September 2009 zu 100
%
arbeitsunfähig.
Sie habe Schmerzen in den Händen, in der Brust und in den Beinen und es bestehe eine Unmöglichkeit
,
körperliche Arb
eiten auszuführen (
Ziff.
1.6-7). E
ine rein sitzende Tätigkeit sei während 30 Minu
ten bis zu einer St
unde möglich (
Ziff.
3).
3.
3
Die Ärzte der
D._
,
E._
,
stellten in ihrem
Be
richt
vom
2
4.
Januar 2014 (
Urk.
7/32) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), bestehend seit 2008
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.0), bestehend seit 2009
Die Ärzte führten aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem 2
9.
März 2012 bei ihnen in Behandlung und die letzte Kontrolle habe am 1
0.
Januar 2014 statt
gefunden (
Ziff.
1.2).
Sie
sei ohne erlernten Beruf. Für die letzte Stelle im
Rei
ni
gungsdienst
im Jahr 2005 sei sie seit dem 3
0.
September 2008 bis voraus
sichtlich Ende 2014 zu 100
%
arbeitsunfähig
. Es bestünden folgende psychi
sche Einschränkungen: chronische Schmerzen, depressive Stimmung, starke Müdigkeit und eine eingeschränkte Konzentration. Dies wirke sich in einer geringen Belastbarkeit und in einer geringen Anpassungsfähigkeit aus
. Es bestehe eine chronische Schmerzproblematik mit Einschränkungen des Be
wegungsapparates (
Ziff.
1.6-7)
. Die Ärzte führten aus, aufgrund der Erfah
rungen, welche sie mit der Beschwerdeführerin in der ambulanten Behand
lung gemacht hätten, gingen sie davon aus,
dass eine Tät
igkeit in der freien Marktwirtsc
h
af
t nicht zumutbar sei.
Es handle sich um eine
n
chronifizierten
Verlauf mit zunehmender Einschränkung der Lebensqualität, mit Problemen bei der Bewältigung des Alltags, mit sozialem Rückzug und der Entwicklung eines maladaptiven Schmerzbewältigungsmechanismus. Es bestehe eine hohe Inanspruchnahme medizinischer Dienstleistungen (
Ziff.
1.4). Es werde die Weiter
führung der ambulanten psychiatrischen Behandlung mit stützenden Gesprächen
und eine medikamentöse Behandlung
empfohlen
. Eine
teilsta
tionäre
Behandlung sei
wegen geringer
Deutschkenntnisse nicht mö
glich (
Ziff.
1.5).
3.
4
Die Gutachter des
Z._
erstatteten am
3
0.
Oktober 2014
das von der
Be
schwerdegegnerin
veranlasste polydisziplinäre Gutachten
(
Urk.
7/54). Sie stellte
n folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S.
41
Ziff.
7
):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis höchstens mittelgradige Episode mit multiplen funktionellen Symptomen im Sinne einer
somatoformen
/dissoziativen Störung
primärer
Hyperparathyreoidismus
Polyarthralgien, vor allem
Metacarpophalangeal
(
MCP
)
-Gelenke inklu
sive Beugesehne, Fussballen, Nacken und Beine, anamnestisch mit intermittierender Schwellung der Hände und Füsse
multifaktorieller Genese,
partiell degenerativer Genese, Differenzial
diagnose partiell im Rahmen eines
Hyperparathyreoi
dismus
Differenzialdiagnose
palindromer
Rheumatismus
mit
unterhalten durch
somatoforme
Schmerzstörung
Die Gutachter führten
zur Auswirkung der Störung auf die bisherige Tätigkeit
aus, gesamtmedizin
isch sei die Versicherte in einer
körperlich leichten Tätig
keit als zu 70
%
arbeitsfähig zu erachte
n. Eine entsprechende Tätigkeit auch als Reinigerin mit leichten Reinigungsarbeiten wäre
ihr
in diesem Ausmass zumutbar. Vermindernd für die Arbeitsfähigkeit wirk
t
e
n
sich hier die leichte Antriebsverminderung der Versicherten, das affektive Leiden, die Müdigkeit und auch die beklagte Schmerzsymptomatik aus.
Die attes
tierte Arbeitsfähig
keit in angestammter Tätigkeit gelte seit Gutachtensdatum
. Die Arbeitsfähig
keit in adaptierter Tätigkeit sei analog der Arbeitsfähigkeit in anges
tammter Tätigkeit zu beurteilen,
es sei mithin
hier von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit ab Gutachten
s
datum für körperliche leichte Tätig
keiten, den Ressourcen der Versicherten entsprechend, auszugehen
(S. 44
Ziff.
10
-11
).
Die Gutachter führten aus, im somatischen Bereich fänden sich keine wes
ent
li
chen Diskrepanzen zu vorhandenen Arztberichten. Die Diagnose einer Fibr
o
myalgie im engeren rheumatologischen Sinne habe heute allerdings nicht gestellt werden können, vielmehr seien die diesbezüglichen Klagen der Ver
sicherten zumindest teilweise als
somatoform
zu beurteilen. Die von der Ver
sicherten damals dem
Aortenaneurysma
zugeschriebenen Beschwerden (
links
thorakale
Schmerzen/Synkopen) seien heute noch vorhanden
,
und es stelle sich die Frage, inwieweit diese Symptomatik effektiv durch das
Aortenan
eurysma
verursacht worden sei. Eine mittelgradige depressive Episode habe heute nicht diagnostiziert werden können. En
t
sprechend sei die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit heute diskrepant zu früheren Berichten der
D._
. Immerhin sei auch dort eine Arbeitsunfähigkeit bis Ende 2014 attestiert worden, das heisse, es sei ebenfalls mit der Verbesserung des psychischen Leidens gerechnet worden.
Es sei davon auszugehen, dass sich das früher diagnostizierte mittelschwere depressive Symptom zwischenzeitlich verbessert habe. Insofern sei von einer kontinuierlichen Zunahme der Arbeitsfähigkeit seit Januar 2014 auszugehen (S. 46
Ziff.
14).
Zuvor sei während Jahren aus psychiatrischer, aber auch von internistischer Seite her aufgrund des psychiatrischen Krankheitsbildes seit 2008/2009 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Retrospektiv könnten keine siche
ren Aussagen gemacht werden. Diesbezüglich sei auf die Akten zu verweisen. Allerdings erscheine es schwierig, die damalige vollschichtige Arbeits
unfähigkeit aus rein psychiatrischer Sicht nachzuvollziehen. Es sei im Rahmen der Berichte aber doch vermerkt, dass eine Arbeitsfähigkeit in der
freien Wi
rtschaft nicht zumutbar gewesen
und die Beschwerdeführerin immer als depressiv beurteilt worden
sei
. Die Gutachter führten aus, sie gingen heute davon aus, dass sich das psychopathologische Zustandsbild seither ver
bessert habe. Sicherlich sei die Versicherte im Rahmen der Operationen und während der Rekonvaleszenz
ab Mai 2013 auch
aus somatischer Sicht nicht arbeitsfähig gewesen (S. 46 f.
Ziff.
15).
3.
5
Dr.
med.
F._
,
Facharzt für Anästhesiologie,
Regionaler Ärztlicher Dienst
(RAD)
, führte in seiner Stellungnahme vom 1
0.
November
2014
(
Urk.
7/56/3-4)
aus, auf das Gutachten des
Z._
vom 3
0.
Oktober
2014 könne
abgestellt werden. Demnach bestehe in der bisherigen und in angepasster Tätigkeit bei Einhaltung des Belastungsprofils seit September 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
. Vorangehend habe von Mai bis Dezember 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden und ab Januar 2014 eine pro
grediente Abnahme der Arbeitsunfähigkeit
. Ü
berwiegend wahrscheinlich habe
im Januar 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
, im April 2014 eine von 60
%
, im Juni 2014 eine von 40
%
und im September 2014 eine von 30
%
bestanden.
3.
6
Die Ärzte der
D._
,
E._
,
führten in ihrem
Bericht
vom 2
8.
Januar 2015 (
Urk.
7/61) aus, die Beschwerdeführe
rin habe sie informiert, dass eine Invalidenrente bei ihr abgelehnt worden sei. Es sei klar zum Ausdruck zu bringen, dass die psychischen Beschwerden der Patientin mit grossem Krankheitswert zu bemessen seien. Der psychische Zustand der Beschwerdeführerin habe sich unter ambulanter, integrierter, psychiatrischer Behandlung stabilisiert, jedoch sei sie weiterhin aus psychiatrischer Sicht zu 100
%
arbeitsunfähig. Es handle sich um einen
chronifizierten
Verlauf mit zunehmender Einschränkung der Lebensqualität, mit Problemen bei der Bewältigung des Alltags, sozialem Rückzug und der Entwicklung eines maladaptiven Schmerzbewältigungsmechanismus. Die Beschwerdeführerin habe die therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten inklu
sive antidepressiver Medikation bei ihnen wahrgenommen. Wegen der sprach
lichen Barriere sei bis Datum eine teilstationäre oder stationäre Be
handlung nicht möglich gewesen.
3.
7
Dr.
C._
führte in ihrem Schreiben vom
4.
Februar 2015 (
Urk.
7/63)
aus, sie sei die Hausärztin der Beschwerdeführerin
,
und diese habe sie informiert, dass eine Invalidenrente abgelehnt worden sei. Bei der Beschwerdeführerin bestü
nden neben diversen somatischen
vor allem psychische Beschwerden. Im Vordergrund stehe ein psychosomatisches Schmerzsyndrom, welches die
Patientin im Alltag stark einschränke und zu einer 100%igen Arbeitsun
fähigkeit führe. Sie nehme gewissenhaft all
e
ihre Therapien wa
h
r und zeige eine gute Compliance bezüglich der Medikation. Darunter sei ihr Zustand stabil, habe jedoch nicht zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit geführt.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte
gestützt auf das Gutachten des
Z._
vom Oktober 2014
(vgl. vorstehend E. 3.4
)
a
ufgrund der wesentlichen und konti
nu
ierlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes nach Ablauf
der Warte
zeit
und dem Erreichen der Arbeitsfähigkeit von 70
%
im September
2014
eine länger dauernde Erwerbsunfähigkeit
der Beschwerdeführerin
(vgl. vor
stehend E. 2.2).
4.2
Das
Z._
-Gutachten
vom Oktober 2014
erfüllt die formalen Beweiswert-An
forderungen (vorstehend E.
1.4) ohne weiteres, ist es doch für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt
sowohl das Verhalten der Beschwerdeführerin als
auch die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben.
Dar
über hinaus leuchtet es auch in der
Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und ent
hält nachvollziehba
r begründete Schlussfolgerungen, so dass darauf abge
stellt werden kann.
Die Gutachter des
Z._
attestierten der Besch
werdeführerin ab Zeitpunkt der
Begutachtung
sowohl in ihrer angestammten als auch in
einer
angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
. Zum retrospektiven Verlauf der
Arbeits
unfähigkeit
und der gesundheitlichen Situation
äusserten
sie
sich
inso
fern
zurückhaltend
, als dass
s
ie die von den Ärzten der
D._
im Januar 2014 (vgl. vorstehend E.
3.3)
ab September 2008 attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit nicht für vollends nachvollziehbar erachteten. Zumindest bestätigten die Gutachter des
Z._
eine im Zusammenhang mit der Operation des
Aortenaneurysmas
und der nötigen Rekonval
eszenz
bestehende Arbeitsunfähigkeit ab Mai 2013 sowie eine kon
tinuierliche Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes ab Januar 201
4.
4.3
An der Schlüssigkeit der Einschätzung der Gutachter des
Z._
vermögen auch die
im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
eingegangen Berichte der Ärzte der
D._
vom Januar 2015
(
vgl.
vorstehend E. 3.6)
sowie die
Stellungnahme von
Dr.
C._
vom Februar 2015 (
vgl.
vorstehend E. 3.7) nichts zu ändern.
Betreffend die Ausführungen der Ärzte der
D._
vom Januar 2014 (vgl. vorstehend E.
3.3)
und 2015
lässt sich die seit September 2008 vollumfänglich attestierte Arbeitsunfähigkeit aus den gestellten Diagnosen nicht begründen
. Weiter stehen auch die
Therapiefrequenz und die psychiatrische Medikation einzig mit
Redormin
, einem pflanzlichen Sedativum, im Widerspruch dazu.
Soweit
die Ärzte der
D._
auf die sprachlichen Barrieren hinwiesen, welche
eine teilstationäre Behandlung verunmöglichten, wäre diesbezüglich eine Übe
rweisung an einen die Sprache der Beschwerdeführerin beherrschenden
Psychiater ohnehin angezeigt gewesen.
Im Übrigen bestätigten auch die Ärzte
der
D._
in ihrem Bericht vom Ja
nuar 2015 eine Stabilisierung der psychischen Situation.
Hinsichtlich der Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
von
Dr.
C._
vom Februar 2015 (vorstehend E. 3.7)
ist zu beachten, dass das Gericht in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten der Erfah
rungstatsache Rechnung zu tragen hat, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aus
sagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Was
weiter
die retrospektiv vorgenommene Staffelung der Arbeitsunfähigkeit dur
ch
Dr.
F._
, RAD, in seiner Stellungnahme vom November 2014 (vgl. vor
steh
end E.
3.
5
)
anbelangt
, lässt sich diese so nicht auf die vorliegenden medi
zini
sche Akten abstützen. In Anbetracht der Aktenlage und der zurück
haltenden Einschätzung des retrospektiven medizinischen Verlaufes
durch die Gutach
ter des
Z._
ist damit erst ab Zeitpunkt der Begutachtung
im September 2014
von einer ausgewiesenen Verbesserung des Gesundheitszustandes und
vom Erreichen der Arbeitsfähigkeit von 70
%
auszugehen und zuvor
zumindest ab Mai 2013
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit.
4.4
Aufgrund des Gesagten ist
der medizinische Sachverhalt als dahingehend er
stellt zu erachten, dass
die Beschwerdeführerin ab Mai 2013 auch aus so
ma
tischer Sicht zu 100
%
arbeitsunfähig war. A
b Zeitpunkt der Begutach
tung am
Z._
im September 2014
ist
von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und in jeder angepassten Tätigkeit
auszugehen.
5.
5.1
Für den Einkommensvergleich ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenb
eginns, mithin auf das Jahr 2014
, ab
zustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Gemäss
Art.
29
Abs.
1
IVG
entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten
nach der Geltendmachung des Leistungsanspruches nach
Art.
29
Abs.
1 ATSG
,
jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 1
8.
Altersjahres folgt
. Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenan
spruch entsteht (
Art.
29
Abs.
3 I
VG).
5.2
Strittig und zu prüfen ist vorliegend de
r Beginn des Wartejahres
(vgl. vor
stehend E. 1.2)
.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich diesbezüglich auf die Angaben im
Z._
-Gutachten vom
Oktober 2014 (
vgl.
vorstehend E. 3.
4
)
und setzte den
Beginn
des Wartejahres
auf Mai 2013
fest
.
Dies ist jedoch aus dem Zusammenhang des
Z._
-Gutachtens gerissen, führten die Gutachter doch aus,
die Beschwer
deführerin
sei bei bestehender psychischer Beeinträchtigung und seit 2008/
200
9
attestierter - zwar nicht vollumfänglich nachvollziehbarer -
vollständiger Arbeitsunfähigkeit
,
ab Mai 2013 auch aus somatischer Sicht nicht arbeitsfähig gewesen. Es rechtfertigt sich daher,
auch
aufgrund der im
Rahmen der Frühanmeldung der Beschwerdeführerin zum Leistungsbezug von
Dr.
B._
getätigten Angaben
(vgl. vorstehend E.
3
.1
)
,
den Beginn des Wartejahres auf April 2013
festzusetzen
.
Da sich die Beschwerdeführerin am
3
0.
September 2013 zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an
meldete
(
Urk.
7/21),
bildet
der
1.
April 2014 Zeitpunkt des hypo
thetischen Rentenbeginns
(vgl. vorstehend E. 5.1)
.
5
.
3
Laut der medizinischen Akten bestand bei der
Beschwerdeführer
in im
renten
relevanten
Zeitraum ab April 2014
eine generelle Arbeitsunfähigkeit
(vgl. vorstehend E.
4.3)
. Ab
September 2014 war ihr
die zuletzt ausgeübte
wie auch jede andere
angepasste
Tätigkeit wieder in einem Umfang von 70 % möglich.
Da sich die attestierte Einschränkung und damit auch die damit korre
spon
dierende Arbeitsfähigkeit auf
die angestammte
wie auf andere
an
gepasste Tätigkeiten
beziehen, ist zur Bestimmung des Validen- wie des
Invalidenein
kommens
auf die gleichen Lohndaten abzustellen. Somit genügt für die
Ermit
tlung der Einschränkung im Erwerbsbereich die Gegenüberstellung
blosser
Prozentzahlen (Prozentvergleich, BGE 114 V 313 E. 3a, 107 V 22, 104 V 136 E. 2a und b). Das ohne Invalidität erzielbare hypothetische
Erwerbs
einkommen
ist mit 100 % zu bewerten, während das
Invalidenein
kommen
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (BGE 114 V 313 mit Hin
weisen). Der Invaliditätsgrad entspricht dem Grad der Arbeitsunfä
higkeit (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_130/2007
vom 30. Oktober 2007, E. 3.2
).
Bei
bis zum
Zeitpunkt der Begutachtung
im
September
2014 anzunehmender Arbeitsunfähigkeit von 100
%
resultiert bis dahin ein Invaliditätsgrad von 100
%
. Ab
September
2014
lag sodann eine Arbeitsfähigkeit von 70 % vor, was zu einem
rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von 30 % führt.
5.4
In Anwendung von
Art.
88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (IVV) besteht demzufolge ab Rentenbeginn per 1.
April 2014 ein bis
3
1.
Dezember 2014
befristeter Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente
.
6.
In
Gutheissung
der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung
(
Urk.
2)
da
her aufzuheben mit der Feststellung, dass vom
1.
April bis zum 3
1.
Dezember 2014
ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
ganze Rente
der Invali
denversicherung besteht.
7
.
7
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Unter diesen Umständen erweist sich das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Prozessführung
(
Urk.
1 S. 2
)
als gegenstandslos.
7
.2
Der
durch eine Person der öffentlichen Sozialhil
fe vertretenen Beschwerde
führerin
steht keine Prozessentschädigung zu (vgl.
Urk.
1 S. 2; BGE 126 V 11).