Decision ID: a3a4015f-b8b3-4a1d-9c83-f2c47933a70e
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1956, war von Juni 2010 bis Oktober 2013 für die
Z._
AG in der Garten- und Umgebungspflege tätig, wobei der letzte effektive Arbeitstag am 1
7.
Juni 2013 war (
Urk.
7/16/1-7)
.
Unter Hinweis auf
Rücken- und Gelenk
beschwerden
meldete sich
die Versicherte
am 1
4.
August 2013 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/3). Die
Sozialversi
che
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizini
sche und erwerbliche Situation ab
und
verneinte n
ach durchgeführtem
Vorbe
scheidver
fahren
(
Urk.
7/25;
Urk.
7/32) mit Verfügung vom 2
8.
November 2014 einen Rentenanspruch (
Urk.
7/48 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
5.
Januar 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
8.
November 2014 (
Urk.
2) und beantragte
sinngemäss
, diese sei aufzuheben (
Urk.
1 S. 1 unten). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Februar 2015 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
6.
Mai 2015 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die massgebenden rechtlichen Grundlagen, insbesondere betreffend die
Invali
ditätsbemessung
(
Art.
16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) und den Rentenanspruch (
Art.
28 des Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung, IVG), sind im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben (
Urk.
2 S. 1). Darauf kann, mit den nachstehenden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der un
entgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.3
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG entspricht der Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufga
benbereich (
Art.
6 ATSG; BGE 105 V 156 E. 2a). Bei der Bemessung der Invali
dität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der
Schadenminde
rungspflicht
Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhal
tensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versi
cherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familien
angehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöh
nung
oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiese
nermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versi
cherungsleistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminderungspflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen
Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Famili
enmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der ent
sprechenden Teilfunktion in Frage kommt
(BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 8C_729/2009 vom 3
0.
November 2009 E. 4.1-3).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
5
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des
Art.
69
Abs.
2
der Verordnung
über die Invalidenversicherung
,
IVV; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigke
it in der Invalidenversicherung
) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Ein
schränkung im Haushalt dar (Urteil
des Bundesgerichts
9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen
Fach
person
, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahme
fällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträch
tigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundes
gerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und
128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Haus
pflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinde
rung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch, insbesondere das Ausmass der Einschränkung
en
im Aufgabenbereich und im Erwerbsbereich. Nicht bestritten wird die Qualifikation der Beschwerdeführerin als
zu 43 % im Erwerb und zu 57 % im Haushalt tätig.
2.2
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass der Beschwerdeführerin eine
behinderungs
angepasste Tätigkeit
zu
100 % zumutbar sei (
S. 3 oben). Sie
stellte
einem
Valideneinkommen
von Fr.
26'
830.
--
ein Invalideneinkommen von
Fr.
2
3
'
291.
--
gegenüber und ermit
telte eine Einschränkung von
13
% im Erwerbsbereich, entsprechend einem
Teil
invaliditätsgrad
von
6
%. Zusammen mit dem Teilinvaliditätsgrad im
Haus
haltsbereich
von
19
% (Einschränkung von
34
% bei einem Anteil von
57
%) resultierte somit ein Invaliditätsgrad von
25
%, weshalb die
Beschwerdegegne
rin
das Rentenbegehren abwies (S.
3
Mitte).
2.3
Die Beschwerdeführerin
bestritt in ihr
er Beschwerde (
Urk.
1),
dass ihr eine an
ge
passte Tätigkeit zumutbar sei,
insbesondere unter Verweis auf die Berichte von
Dr.
A._
und Dr.
B._
(
S. 2 f.). Zudem korrigierte sie die seitens der
Beschwerdegegnerin
eruierten Einschränkungen im Haushaltsbereich auf
insge
samt 55 % (
S. 4). I
hr Ehemann habe sich vorzeitig pensionieren lassen, um sie bei den Haushalts- und Umgebungsarbeiten tatkräftig zu unterstützen und habe dadurch eine Erwerbseinbusse
und
Rentenkürzung
in Kauf genommen (S.
4 f.)
.
3.
3.1
Dem
Bericht
von
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für
Innere Medizin und Rheu
matologie, vom 3
0.
November 2012 (Urk. 7/31/1-2) ist zu entnehmen, dass
bei der
Beschwerdeführerin
eine Osteoporose
bestehe
(S. 1 unten).
Zudem
sei
wegen einer
radikulären
Reizsymptomatik mit sensor
ischem Ausfallsyndrom L5/S1
eine
epidurale
Infiltration erfolgt
(S. 2)
.
3.2
Dr.
med.
C._
,
Facharzt für
Innere Medizin,
nannte im Bericht vom 1
9.
September 2013
zuhanden der
B
eschwerdegegner
in
(Urk. 7/13) folgende
D
ia
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1)
:
Fingerpolyarthrose
chronische Polyarthritis
chronisches
Lumbovertebralsyndrom
mehrsegmentale Degenerationen
Als
Diagnosen ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
nannte
Dr.
C._
eine Depression sowie eine
Ost
eoporose (Ziff. 1.1).
Die Beschwerdeführerin leide seit Jahren an Schmerzen im Bereich der Finger, vor allem belastungsabhängig.
Ausserdem
leide sie an belastungsabhängigen Rückenschmerzen. Vor allem a
ufgrund der Handproblematik sei eine Arbeit als Gärtnerin kaum mehr möglich (
Ziff.
1.4)
. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit verwies er auf
Dr.
A._
(Ziff. 1.11).
3.3
Dr.
A._
nannte im Bericht vom 2
3.
September 2013
zuhanden der
Beschwer
degegnerin
(Urk. 7/14)
im Wesentlichen
die
selben
Diagnosen
wie
Dr.
C._
(vgl.
Ziff.
1.1). Er attestierte der Beschwerdeführerin
seit dem 1
9.
Juni 2013 bis auf weiteres
eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit
in der bisheri
gen Tätigkeit in
der Gartenpflege (
Ziff.
1.6).
Es bestünden Einschränkungen beim Heben und Tragen von Lasten, bei Zwangshaltungen und bei manuellen Arbeiten.
I
n einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit bestehe wahrscheinlich
eine Leistungsfähigkeit von vier bis fünf Stunden pro Tag (Ziff.
1.7)
.
3.4
Mit undatiertem Bericht zuhanden der
Beschwerdegegnerin
(Urk. 7/21/1-4; ein
gegangen am 1
9.
Februar 2014) verwies
Dr.
C._
auf die Beurte
ilung
durch
Dr.
A._
, bei welchem die Beschwerdeführerin in rheumatologischer Behandlung stehe (
Ziff.
1.4 und
Ziff.
1.6-1.9)
. Zudem gab er an, dass sich ab Mai 2012 eine depressive Entwicklung eingestellt habe, was bis zum heutigen Zeitpunkt die Behandlung mit Citalopram notwendig mache (
Ziff.
1.4).
3.5
Dr.
A._
führte
mit Bericht
vom 2
0.
März 2014
zuhanden der
Beschwerde
gegnerin
(Urk. 7/22)
aus
, dass
gemäss
Angaben der
Beschwerdeführerin
eine
angepasste Tätigkeit
im Umfang
von
maximal
ein bis zwei
Stunden täglich oder
zwei
Halbtage
n
pro Woche
möglich sei
(
Ziff.
1.7)
.
3.6
M
ed.
pract
.
D._
,
Fachärztin für
Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie,
Regional
er Ä
rztlicher Dienst
der
Beschwerdegegnerin
(RAD
)
,
führte mit Stellungnahme
v
om 3
0.
April 2014 (Urk. 7/24 S.
4 f.) aus,
dass mit
telschwere und schwere körperliche Tätigkeiten vermieden werden sollten. Anhand der mitgeteilten Un
tersuchungsbefunde (
Dr.
A._
und
Dr.
C._
) sei
eine
dauerhafte Arbeitsunfähigkeit
für angepasste Tätigkeiten aus medi
zini
scher
Sicht nicht plausibel
ausgewiesen
. Leichte
Tätigkeiten in
Wechselbelas
tung
unter Ausschluss ungünstiger Witterungsbedingungen, auch mit gelegent
lichem Heben, Trage
n
und Transportieren von Lasten bis maximal 10 kg körpernah, ohne Verharren in Zwangshaltungen, ohne erhöhte Anforderungen an die Kraft und Haltefunktion der Hände, daher auch ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Heben und Tragen von Lasten und ohne Arbeiten mit ungünstigen Hebelwirkungen am Handgelenk (Stielwerkzeuge, Arbeiten mit ausgestreckten Armen), ohne repetitive Beanspruchung der Hände und ohne erhöhte Anforderungen an das feinmotorische Geschick der Hände seien
der Beschwer
deführerin
weiterhin
zumutbar. In angepassten Tätigkeiten
gemäss diesem Belastungsprofil
bestehe eine
100%ige
Arbeitsfähigkeit.
3.7
Im
Bericht
vom 2
7.
Juni 2014 (Urk. 7/37) führte
Dr.
A._
aus,
die
Gelenk
beschwerden
infolge der entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und auf dem Boden von
arthrotischen
Veränderungen hätten Einschränkungen bei manuellen Arbeiten, Arbeiten über Kopfhöhe und auch beim
Gehen zur Folge (S. 1 unten). D
ie Rückenbeschwerden respektive die Befunde der Wirbelsäule führten zu Einschränkungen beim Heben und Tragen von Lasten, bei vorgeneigten
Rumpf
haltungen
als auch bei längerem Einhalten gleicher Rumpfstellung, besonders
in Zwangshaltungen. In der ursprünglichen Tätigkeit bestehe auf Dauer eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit
. Hinsichtlich einer Verweistätigkeit seien die ange
gebenen Einschränkungen zu berücksichtigen
(S.
2 oben)
.
3.8
Über die am
2.
September 2014 durchgeführte Haushaltsabklärung berichtete die Abklärungsperson am
4.
September 2014 (
Urk. 7/45)
. Sie führte aus, die Beschwerdeführerin wohne
zusammen mit dem Ehem
ann in einem Mehrfamili
enhaus. D
er Ehemann
, welcher als Chauffeur gearbeitet habe,
ha
be sich im Jahr 2011 mit 60 Jahren
frühzeitig pensionieren lassen. Hauptgrund sei der Gesund
heits
zustand der
Beschwerdeführerin
gewesen;
sie habe Unterstützung im
Haus
halt benötigt (
Ziff.
2.3.1).
Die Abklärungsperson gab weiter an,
gemäss Angaben der Beschwerdeführerin vor Ort habe ihr durchschnittliches Arbeitspensum etwa 50 % betragen. Anhand der Lohnausweise der Jahre 2011 und 2012 ergebe sich ein durchschnittliches Pensum von etwa 43 %.
Somit könne davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin weiterhin mit einem Pensum von etwa
43 %
erwerbstätig wäre;
die restlichen
57 %
würden auf den Haushaltbereich
ent
fallen
(
Ziff.
2.6.1)
.
Entsprechend
den Angaben der Abklärungsperson betrug die Einschränkung im
mit
40 % gewichteten Bereich
„Ernährung“
2
0 %
,
im mit
18
% gewich
teten Bereich „Wohnungspflege“ 25
%
,
im mit
12
% gewichteten Bereich „Wäsche und Kleiderpflege“
15 %
sowie im mit
20
% gewichteten Bereich „Verschiede
nes“
100 %
. Im
mit
2
% gewichteten Bereich „Haushaltsführung“
und im
mit
8
% gewichteten Bereich „E
inkauf und weitere Besorgungen“
wurden keine Ein
schränkungen festgestellt (vgl. S.
5
ff. Ziff. 6.1 - 6.7). Dabei rechnete die Abklärungsperson die zumutbare Schadenminderungspflicht des Ehemannes der Beschwerdeführerin in den einzelnen Bereichen mit ein
, berücksichtigte indes
sen, dass er bei Gesundheit der Beschwerdeführerin heute noch 100 % erwerbs
tätig wäre (vgl. S. 5 Mitte).
Die entsprechend gewichteten einzelnen Einschrän
kungen ergaben eine Einschränkung von insgesamt
34.3
% (S. 8 Ziff. 6.8).
3.9
Dem
Bericht der Radiologie der
Klinik E._
vom
9.
Januar 2015 (Urk. 3/10
) über die
MR-Untersuchung
der Hände
ist zu entnehmen, dass
an bei
den Händen einzelne Arthrosen
bestehen, das Maximum am DIP-II-Gelenk beidseits sowie am Daumensattelgelenk rechts
. I
nsgesamt seien beidseits sowohl degenerative als auch entzün
dliche Veränderungen vorhanden (S. 2).
3.10
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin,
führte mit Stel
lungnahme
vom 1
3.
Januar 2015 (Urk. 3/11) zuhanden des
hiesigen Gerichts
aus,
die
Beschwerdeführerin
leide seit Jahren an chronischen Gelenkschmerzen, vor allem an den Händ
en.
Trotz Medikation
bestünden
wiederkehrende Schmer
zen mit Morgensteifigkeit und Problemen bei der Kraftanwendung und dem H
alten von Gegenständen (S. 1). A
ufgrund der fortgeschrittenen Beschwerden seien der
Beschwerdeführerin
aus aktueller Sic
ht keine Arbeiten mehr zumutbar und es sei von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
D
aneben leide die
Beschwerdeführerin
seit längerer Zeit
an einer depressiven Episode. E
ine aktu
elle Testung mit Messung habe einen Wert von 18 Punkten im Sinne einer
mit
telgradigen Episode gezeigt. Die gesundheitliche
Einschränkung aufgrund der depressiven Komponente
sei aktuell mit 50 % zu beziffern
(S. 2 Mitte)
.
3.11
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
gab im Bericht vom 1
2.
Oktober 2015 (
Urk.
10/1) an, dass die Beschwerdeführerin seit längerer Zeit an lumbalen Schmerzen mit
ischialgieformer
Ausstrahlung in das rechte Bein leide. Klinisch seien die Beschwerden durch die degenerativen Verände
rungen der Bandscheibe L4/5 mit
Modic
-Veränderungen sowie
rezessaler
Ste
nose erklärbar.
Bei Therapieresistenz mit konservativen Massnahmen empfehle er in dieser Situation die Dekompression und Ruhigstellung der Bandscheibe. Bei bekannter Osteoporose wäre die Operation mit einer seitlich
en und
dorsalen
Spondylodese
durchzuführen.
Gemäss dem
Bericht von
Dr.
F._
vom 1
9.
November 2015 (
Urk.
10/
3)
wurde
die empfohlene Rückenoperation am
18. November 2015 durchgeführt
.
4.
4.1
Die Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 43
%
im Erwerb und zu 57
%
im Haushalt tätig erscheint aufgrund des bisher Gelebten als angemessen und wurde
von ihr auch nicht beanstandet.
4.2
Angesichts der vorliegenden
medizinischen
Berichte ist unbestritten, dass d
er Beschwerdeführerin die bisherige Arbeit als Gärtnerin nicht mehr zumutbar ist.
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
liegen die Berichte
d
es Rheumatologen
Dr.
A._
sowie die Stellungnahmen der RAD-Ärztin und
des Hausarztes
Dr.
B._
vor.
Dr.
A._
ging im September 2013 von einer Leistungsfähigkeit von
vier bis fünf Stunden pro Tag aus. I
m März 2014 bescheinigte er der Beschwerdeführerin – explizit gestützt auf deren eigene An
gabe –
nur noch
eine Leistungsfähigkeit von
ein bis zwei
Stunden täglich oder zwei Halbtage
n
pro Woche
.
Im Juni 2014 führte
Dr.
A._
aus, dass hin
sichtlich einer Verweistätigkeit die von ihm angegebenen Einschränkungen zu berücksichtigen seien, äusserte sich jedoch nicht zum Ausmass der Arbeits
fähig
keit.
RAD-Ärztin med.
pract
.
D._
ging
im April 2014
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten gemäss Belastungsprofil aus.
Dr.
B._
gab
im Januar 2015
an
, dass
der Beschwerdeführerin
keine Arbeiten mehr zumutbar seien; es sei von einer
volle
n
Arbeitsunfähigkeit
aus
zugehen
.
4.
3
Auf die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit
durch
Dr.
A._
vom März 2014
kann nicht abgestellt werden, handelt es sich doch um eine Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin.
Auch die frühere Beurteilung vom September 2013 vermag nicht zu überzeugen, gab
Dr.
A._
doch lediglich Einschränkungen beim Heben und Tragen von Lasten, bei Zwangshaltungen und bei manuellen Arbeiten an.
Auch
Dr.
B._
begründete
in seiner Stellungnahme vom Januar 2015
die von ihm attestierte volle
Arbeitsunfähigkeit
aufgrund der chronischen Gelenksschmerzen nicht näher („aufgrund der fortgeschrittenen Beschwerden“).
Dies ist nicht
ausreichend
.
Es kann a
uf die Beurteilung der RAD-Ärztin
abgestellt werden, wonach in leich
ten, wechselbelastenden Tätigkeiten unter Ausschluss ungünstiger
Witterungs
bedingungen
, auch mit gelegentlichem Heben, Tragen und Transportieren von Lasten bis maximal 10 kg körpernah, ohne Verharren in Zwangshaltungen, ohne erhöhte Anforderungen an die Kraft und Haltefunktion der Hände, ohne repetitive Beanspruchung der Hände und ohne erhöhte Anforderungen an das feinmotorische Geschick der Hände eine volle Arbeitsfähigkeit besteht.
Dass
trotz der verschie
denen körperlichen Beschwerden, welche
vor allem die Hände und den Rücken betre
ffen,
eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit besteht, erscheint
nachvollziehbar
.
So kann d
ie Beschwerdeführerin beispiels
weise
auch
die meisten Haushaltsarbeiten noch selbst erledigen (vgl. Bericht über die Haushaltsabklärung
,
Urk. 7/45
).
Das Bundesgericht hat wiederholt bestätigt, dass die faktische
Einhändigkeit
oder die Beschränkung der dominanten Hand als
Zudienhand
Tatbestände einer erheblich erschwerten Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auch auf einem aus
geglichenen Arbeitsmarkt darstellen, dass jedoch genügend realistische
Betäti
gungsmöglichkeiten
zu finden sind (Urteil 8C_726/2014 vom
2.
April 2015 E. 4 mit Verweis auf Urteil 8C_1050/2009 vom 2
8.
April 2010 E. 3.4). Im Unter
schied dazu kann die Beschwerdeführerin
– trotz
Einschränkungen wie vermin
derte
Kraft –
beide Hände noch einsetzen. Es kann
gestützt auf die Beurteilung
durch
med.
pract
.
D._
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit ausgegangen werden, wobei den Einschränkungen der Be
schwerdeführerin allenfalls im Rahmen eines Leidensabzugs vom
Tabellen
lohn
Rechnung zu tragen ist.
4.
4
Soweit der Hausarzt
Dr.
B._
aufgrund einer depressiven Episode eine Ein
schränkung von 50 %
annahm,
ist festzuhalten, dass bereits früher eine Depression festgestellt, dieser aber keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt
worden war
(vgl. Berichte des früheren Hausarztes Dr.
C._
).
Bei
Dr.
B._
handelt es sich nicht um einen Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie
. Zudem nannte er in seiner Stellungnahme keinerlei psychische Be
funde.
Auf seine Einschätzung kann somit nicht abgestellt werden.
Im Übrigen gilt
die von
Dr.
B._
gestellte Diagnose einer mittelgradigen de
pres
siven Episode gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung grundsätzlich
als therapeutisch
angehbar
(vgl. Urteil 9C_6
26/2013 vom 1
8.
Februar 2014 E. 4.3
).
4.
5
Für die richterliche Beurteilung eines Falles sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berück
sich
tigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sach
zusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98).
Mit Verfügung vom
2
8.
November 2014
wurde das Verwaltungsverfahren abge
schlossen.
In Bezug auf die am 1
8.
November 2015 durchgeführte
Rückenope
ration
und die damit verbundene Arbeitsunfähigkeit ist festzuhalten, dass diese nicht den vor
liegend massgebenden Zeitraum betrifft.
4.6
In Bezug auf den Haushaltsbereich liegt der Bericht vom
4.
September 2014
über die beeinträchtigte Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt
(
Urk. 7/45)
vor.
Die Beschwerdeführerin machte dazu geltend, dass ihr Ehemann eine
Erwerbs
ein
busse
erlitten habe; er müsse sehr viele Haushaltstätigkeiten übernehmen, so dass eine Erwerbstätigkeit in vollem Umfang nicht mehr möglich sei (Urk. 1 S. 4 f.). Zudem bezifferte sie die Einschränkungen in den verschiedenen Bereichen höher, begründete dies aber nicht näher (
Urk.
1 S. 4 Mitte).
Die Haushalt
s
abklärung berücksichtigt
e
die
bei der Beschwerdeführerin vor
lie
gen
den
Beschwerden
und Beeinträchtigungen
respektive
das seitens der
RAD-Ärztin med.
pract
.
D._
erstellte Belastungsprofil (vgl.
Urk.
7/45
S. 1 f. und
S. 5 Mitte)
und ist sorgfältig abgefasst. Die Ein
schränkungen in den verschiede
nen Haushaltsbereichen werden nachvollziehbar begründet. Es ist dem Ehemann der Beschwerdeführerin im Rahmen der Schadenminderungspflicht zumutbar, den Gesc
hirrspüler ein- und auszuräumen sowie
das Abstauben in der Höhe und Tiefe, das Staubsaugen und das Feuchtaufnehmen der Böden zu übernehmen. Auch kann ihm zugemutet werden, die
grossen
und schweren Sachen einzu
kau
fen
, das Bett frisch zu beziehen und die Wäsche in die Waschküche und später wieder zurück in die Wohnung zu tragen
(vgl. Urk. 7/45 S. 5 ff.). Eine solche Mithilfe im Haushalt kann vom Ehemann der Beschwerdeführerin erwartet wer
den und
würde
auch neben einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit
keine
unver
hält
nismässige
Belastung
bedeuten
. Dabei ist auch die erwähnte
bundesgericht
liche
Rechtsprechung (vgl. E. 1.3) zu berücksichtigen, wonach die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen weiter geht als die ohne
Gesundheitsschädi
gung
üblicher
weise zu erwartende Unterstützung.
F
estzuhalten
bleibt
, dass die
Beschwerde
gegnerin
bei der Haushalt
s
abklärung berücksichtigt hat, dass der Ehemann bei Gesundheit
der Beschwerdeführerin noch
zu
100
% erwerbstätig wäre
(
Urk.
7/45 S. 5 Mitte). A
b Juni 2016 sei ihm mehr Mithilfe im Haushalt zuzumuten (
Urk.
7/45
S. 8 Mitte
).
Der Haushaltsbericht erfüllt die massgeblichen Kriterien hinsichtlich des
Beweis
wertes
eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt (vgl. E.
1.5
) und vermag zu überzeugen. Demnach kann darauf abgestellt werden. Insgesamt ergibt sich somit eine Einschränkung im Haushalt im Umfang von
34.3
%.
4.
7
Zusammenfassend ist demnach für
den Erwerbsbereich von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Im Haushaltsbereich besteht eine Einschränkung im Umfang von 34.3
%.
Der medizinische Sachverhalt ist als in diesem Sinne erstellt zu betrachten.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin ermittelte gestützt auf die Tabellenlöhne gemäss LSE (Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik) ein
Invalideneinkom
men
von
Fr.
2
3
'
291.
--
, welches sie dem
Valideneinkommen
von Fr.
26'
830.
--
(ausgehend von den Jahreseinkommen 2011 und 2012, angepasst an die
Ein
kommensentwicklung
im Jahr 2013)
gegenüberstellte
(vgl.
Urk.
2 S. 3)
. Dies ist nicht zu beanstanden.
5.2
Sel
bst unter Berücksichtigung des maximalen behinderungsbedingten Abzug
s vom Tabellenlohn von 25 % würde somit kein anspruchsbegründender
Invali
ditätsgrad
resultieren
. So ergäbe sich bei einem
Invalideneinkommen von
Fr.
17‘
468.
--
(
Fr.
23‘291.
--
x 0.75) eine Erwerbseinbusse von
Fr.
9‘362.
--
, ent
sprechend einer
Einschränkung von
rund
35
%
.
Dies ergibt einen
Teilinvalidi
tätsgrad
von
rund
15 %
(
Einschränkung von
35
% bei einem Anteil von
43
%
).
Zusammen mit dem Teilinvaliditätsgrad im Haushaltsbereich von
19
%
(
Ein
schränkung von
3
4
% bei einem Anteil von
57
%
)
würde
somit ein
Gesamti
n
validitätsgrad
von
34
%
resultieren
, der
unter dem anspruchsbegründenden Minimum von 40 % liegt
.
5.3
Damit erweist sich die anspruchsverneinende Verfügung vom 2
8.
November 2014 (
Urk.
2) als zutreffend, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzu
weisen ist.
6
.
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
7
00
.-- fest
zusetzen und ausgangsgemäss de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.