Decision ID: a41b8677-992a-4f04-9e1f-3f2ee77ac16b
Year: 2020
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. A._, Jahrgang 1965, war seit Juni 2004 zu 100% als Schaler tätig,
seit ca. 10 Jahren bei der (heutigen) B._ AG mit Sitz in C._
angestellt und dadurch obligatorisch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen versichert.
2. Gemäss Schadenmeldung vom 11. November 2015 sei ihm am
10. November 2015 bei Ausschalarbeiten mit dem Hammer ein harter
Gegenstand (Stein, Beton, evtl. Holz) ins linke Auge geflogen, wobei der
Gegenstand eine Schnittwunde im Auge verursacht habe. Er wurde
deshalb ins Kantonsspital St. Gallen (nachfolgend KSSG) eingewiesen.
Die Diagnose lautete auf eine perforierende Hornhautverletzung zentral
sowie auf einen Vorderblattdefekt der Linsenkapsel mit Linsenquellung.
Noch am Unfalltag wurde eine Hornhautnaht mit drei Einzelknopfnähten
Dafilon 10-0 und eine Entfernung/Aspiration der Linse mit anschliessender
intrasakkaler Implantation einer Intraokularlinse durchgeführt.
3. Die behandelnde Augenärztin Dr. med. D._, Fachärztin für
Ophthalmologie, hielt mit Bericht vom 12. Januar 2016 fest, dass der Visus
durch die Hornhautnarbe links stark reduziert sei. Auch nach Ziehen der
Hornhautfäden in frühestens sechs Monaten werde das Sehen links
massiv eingeschränkt sein. Langfristig sei eventuell eine Keratoplastik zu
überlegen. A._ habe kein räumliches Sehen mehr, sei zurzeit in
seinem Beruf als Schaler nicht arbeitsfähig und sollte als funktionell
Einäugiger nicht mehr auf dem Gerüst arbeiten.
4. Ab dem 9. Mai 2016 unternahm A._ einen Arbeitsversuch. Dr. med.
D._ hielt ihn mit neuem ärztlichen Bericht vom 3. Juni 2016 nunmehr
für eingeschränkt arbeitsfähig. Für die Zeit vom 9. Mai 2016 bis 12. Mai
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2016 und vom 20. Mai 2016 bis 26. Mai 2016 wurde ihm eine
Arbeitsunfähigkeit von 60% bescheinigt. Am 26. Mai 2016 wurden die
Hornhautnähte entfernt, weshalb sich bis am 1. Juni 2016 wieder eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit ergab. Ab dem 9. Juni 2016 arbeitete er
wieder ganztags mit reduzierter Leistung.
5. Zur Abklärung betreffend die von Dr. med. D._ angedachte
Keratoplastik erfolgte eine Überweisung an die Augenklinik des Luzerner
Kantonsspitals (nachfolgend LUKS). Mit Bericht vom 18. Oktober 2016
empfahl der damalige Chefarzt Prof. Dr. med. Dr. phil. E._, Facharzt
für Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie, von weiteren chirurgischen
Massnahmen abzusehen. Eine Keratoplastik hätte eine sehr lange
Arbeitsunfähigkeit zur Folge und würde später voraussichtlich nur mit
Kontaktlinsen eine wesentliche Visusverbesserung gegenüber der
aktuellen Situation ermöglichen. Kontaktlinsen seien allerdings bei seiner
staubigen Tätigkeit auf dem Bau nicht realistisch. A._ habe sich sehr
gut an die neue Situation angepasst, die Binokularität sei im wiederholten
Trefftest zielsicher vorhanden. Die Arbeitsfähigkeit könne versuchsweise
wieder auf 75% für einen Monat und anschliessend auf 100% gesteigert
werden, wobei die Limitierung auf Arbeiten im Erdgeschoss wegfalle. In
der Folge bescheinigte auch Dr. med. D._ A._ ab dem 1. Januar
2017 eine volle Arbeitsfähigkeit.
6. Mit augenärztlicher Beurteilung vom 31. März 2017 empfahl auch der
SUVA-Augenarzt Dr. med. F._, Facharzt für Ophthalmologie,
vorderhand von einer perforierenden Keratoplastik abzusehen. Vielmehr
sei eine Anpassung einer formstabilen Kontaktlinse ins Auge zu fassen.
Bereits heute bestehe für eine leidensangepasste Tätigkeit eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit.
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7. Die für eine Zweitmeinung angefragte stellvertretende Chefärztin der Klinik
für Augenheilkunde am Inselspital Bern, Prof. Dr. med. G._,
Fachärztin für Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie, hielt hingegen in
ihrem Bericht vom 2. August 2017 eine perforierende Keratoplastik
durchaus für sinnvoll und meldete A._ beim KSSG für eine solche
Operation an. Darüber hinaus bemerkte sie, sie verstehe nicht, wie bei so
schlechtem Visus von einer guten Binokularität gesprochen werden
könne.
8. Der leitende Arzt der Augenklinik des KSSG Dr. med. H._, Facharzt
für Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie, teilte mit Bericht vom
7. Dezember 2017 mit, dass sich der Fernvisus durch das Tragen einer
Kontaktlinse auf 0.32 habe anheben lassen. Aufgrund dessen habe sich
A._ entschieden, aktuell auf eine perforierende Keratoplastik zu
verzichten und am KSSG eine Kontaktlinsenanpassung durchführen zu
lassen.
9. Mit Beurteilung vom 2. März 2018 erklärte der SUVA-Augenarzt Dr. med.
I._, Facharzt für Ophthalmologie und Ophtalmochirurgie, ohne
weitere operative Intervention bestehe ein stabiler Endzustand. Er
formulierte zudem das Zumutbarkeitsprofil und nahm eine Schätzung des
unfallbedingten augenärztlichen Integritätsschadens auf 8% vor.
Aus augenärztlicher Sicht seien alle Tätigkeiten geeignet und in vollem
Umfang zumutbar, welche für Einäugige geeignet seien. Nicht mehr
zumutbar seien Tätigkeiten, welche Stereosehen erfordern. Arbeiten an
Maschinen mit ungeschützten rotierenden Teilen, ebenso Arbeiten auf
unebenem Gelände oder an einem Fliessband seien nicht geeignet. Bei
allen Arbeiten, welche zu einer Absplitterung eines Fremdkörpers führen
können, sei Vorsicht geboten, insbesondere bei Arbeiten mit einem
Hammer auf metallische Teile. Letztlich gelte dies für jegliche Tätigkeiten
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mit Verletzungsgefahr für die Augen. Hierbei müsse konsequent eine
Schutzbrille getragen werden. Alle Tätigkeiten, bei welchen räumliche
Gegebenheiten beurteilt werden müssten, seien zwar im Prinzip möglich,
es brauche aber dazu mehr Zeit. Dies treffe vor allem für Tätigkeiten in die
Nähe zu, aber auch für die Abschätzung entfernterer Objekte. Aus diesen
Gründen seien feinmechanische Tätigkeiten nicht mehr geeignet bzw. es
bestehe dabei eine Leistungseinbusse von 20%. Tätigkeiten auf Gerüsten
seien nicht mehr zumutbar. Aufstieg auf Leitern dürfe nur bis
Schulterhöhe, etwa 1.5 m, stattfinden. Für alle Tätigkeiten, welche für
Einäugige geeignet seien und für solche, welche kein Stereosehen
erforderten, sei aus ophthalmologischer Sicht eine ganztägige
Arbeitsfähigkeit mit voller Leistung zumutbar. Falls eine neue Arbeit erlernt
werden müsse, sei eine Leistungseinbusse möglich. Diese betrage in der
Regel 10-20%, terminiert auf ein bis zwei Jahre.
10. Die SUVA sprach A._ mit Verfügung vom 4. April 2018 eine
Integritätsentschädigung von 8% bzw. CHF 10'080.00 zu, ausgehend von
einem Jahresverdienst von CHF 126'000.00. Diese Verfügung erwuchs
unangefochten in Rechtskraft. In der Folge stellte die SUVA gemäss
Mitteilung vom 15. Mai 2018 das bis anhin geleistete Taggeld per Ende
April 2018 und die Heilkostenleistungen per Ende Mai 2018 ein.
11. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden erteilte mit Mitteilung vom 25. Juni
2018 eine Kostengutsprache für ein Arbeitstraining bei der bisherigen
Arbeitgeberin von A._ vom 1. Mai 2018 bis 31. Oktober 2018, welche
in der Folge mit Mitteilung vom 22. Oktober 2018 bis am 31. Dezember
2018 verlängert wurde. Zusammen mit der Kostengutsprache sprach sie
ihm ein Taggeld für diese Zeit zu.
12. Am 7. Januar 2019 unterzeichnete A._ einen neuen Arbeitsvertrag
mit seiner bisherigen Arbeitgeberin per 1. Januar 2019, neu in der Funktion
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als Bauarbeiter. Am 22. Januar 2019 teilte die IV-Stelle mit, dass das
Arbeitstraining per Ende Dezember 2018 erfolgreich habe beendet werden
können und die Arbeitsvermittlung mit dem angepassten Arbeitsvertrag
ebenfalls als erfolgreich abgeschlossen gelte.
13. Mit Verfügung vom 13. Februar 2019 verneinte die SUVA den Anspruch
auf Unfallversicherungsrente mangels Erheblichkeit. Dabei nahm sie
einen Einkommensvergleich basierend auf den Lohnstrukturerhebungen
des Bundesamtes für Statistik von 2016 vor, wobei sie den Zentralwert der
Tabelle A1, ganze Schweiz, für im privaten Sektor im Kompetenzniveau 1
beschäftigte Männer von CHF 5'340.00 für 40 Arbeitsstunden annahm,
diesen auf Basis der betriebsüblichen durchschnittlichen Arbeitszeit von
41.7 Wochenstunden auf ein Jahreseinkommen von CHF 66'803.40 bzw.
nach Aufindexierung (Nominallohnindex 0.4% im 2017, 0.5% im 2018 und
0.5% im 2019) auf CHF 67'743.00 aufrechnete und diesen Betrag einem
Valideneinkommen von CHF 66'755.00 (=13 x CHF 5'135.00 gemäss
Auskunft der Arbeitgeberin für Schaler im Jahr 2019) gegenüberstellte.
14. Gegen diese Verfügung erhob A._ am 18. März 2019 Einsprache und
beantragte die Zusprechung einer Invalidenrente von 13%, rückwirkend
ab 1. Januar 2019.
Begründend brachte er vor, er habe dank der Bemühungen der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden seinen Arbeitsplatz
behalten können und arbeite dort zwar zu 100%, aber bekomme dafür nun
ca. 12.5% weniger Lohn, weil seine Funktion von Schaler auf Bauarbeiter
herabgestuft worden sei.
15. Die SUVA wies die Einsprache von A._ mit ausführlich begründetem
Einspracheentscheid vom 6. Juni 2019 ab und bestätigte die angefochtene
Verfügung vom 13. Februar 2019.
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16. Mit Beschwerde vom 8. Juli 2019 verlangt A._ (nachfolgend
Beschwerdeführer), ihm sei unter Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheides rückwirkend ab dem 1. Januar 2019 eine IV-Rente
von mindestens 13% zuzusprechen, unter gerichtlicher und
aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich
gesetzlicher Mehrwertsteuer zulasten der Vorinstanz.
Zur Begründung führt er aus, die Vorinstanz lasse die
beschwerdeführerische Betrachtung in der Einsprache mit der üblichen
Argumentationskette, dass nach den theoretischen Lohntabellen der
Beschwerdeführer mit dem Handicap mehr verdienen könne, als ohne,
nicht zu. Es könne nicht sein, dass ein Versicherter, welcher sich derart
anstrenge, seinen Arbeitsplatz – auch unter teilweiser Gefährdung seiner
weiteren Augengesundheit – zu sichern, von der Versicherung mit
theoretischen Betrachtungen abgestraft werde. Es sei willkürlich, wenn im
angefochtenen Entscheid vorgehalten werde, dass er nicht seine volle
Arbeitsfähigkeit ausschöpfe, denn dies sei nicht bei seiner Arbeitgeberin
abgeklärt worden. Es sei deshalb eine schriftliche Auskunft einzuholen. Er
schöpfe seine Arbeitskapazität voll aus. Die SUVA lasse unter dem Titel
"leidensangepasst" ausser Acht, dass er mit seinem linken Auge weniger
als 5% sehe und mehr Pausen einlegen müsse. Auch der SUVA-Arzt habe
sich diesbezüglich nicht geäussert, weshalb eine fachärztliche,
unabhängige Begutachtung beantragt werde, sollte die Vorinstanz nicht
einlenken. Fakt sei, dass der Beschwerdeführer ca. 13% weniger verdiene
als vor dem Unfall, bei derselben Arbeitgeberin, der ein Kränzchen
gewidmet gehöre, ihn auch unter solchen Umständen einzusetzen.
17. Die SUVA (nachfolgend Beschwerdegegnerin) beantragt mit
Stellungnahme vom 11. September 2019 die Abweisung der Beschwerde
und die Bestätigung ihres Einspracheentscheids vom 6. Juni 2019, im
Wesentlichen mit Verweis auf die Erwägungen desselben.
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18. Mit Replik vom 17. September 2019 hält der Beschwerdeführer an seinen
Ausführungen und Anträgen fest. Ergänzend bestreitet er, hypothetisch
mehr verdienen zu können. Auch andernorts könne er seine
Arbeitsfähigkeit nicht ausweiten, gebe er doch jetzt und seit geraumer Zeit
schon alles, was von ihm gefordert werde. Mehr liege nicht drin. Um dies
zu beweisen, seien die bereits gestellten Beweisanträge gutzuheissen.
19. Die Beschwerdegegnerin hält mit Duplik vom 30. September 2019 fest,
aus der Replik des Beschwerdeführers ergäben sich keine neuen
Gesichtspunkte, weshalb auf eine umfassende Duplik verzichtet werde.
Die Beschwerdegegnerin müsse für die erhebliche Differenz zwischen
dem, was der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit
erwirtschaften könnte, und dem tatsächlichen Jahresgehalt von nunmehr
CHF 58'409.00 nicht aufkommen, da der Beschwerdeführer auf
zumutbare Einkünfte verzichte. Im Übrigen verweist die
Beschwerdegegnerin auf die Begründung in der Beschwerdeantwort und
erneuert ihren Antrag auf Abweisung der Beschwerde.
Auf den angefochtenen Einspracheentscheid sowie auf die Begründungen
in den Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Considerations:
II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(UVG; SR 832.20) in Verbindung mit Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen
Einspracheentscheide der Unfallversicherungen innert 30 Tagen seit
Eröffnung beim Versicherungsgericht desjenigen Kantons Beschwerde
erhoben werden, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der
Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat.
Der Beschwerdeführer wohnt in C._ (Graubünden), weshalb die
örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden
gegeben ist. Die sachliche Zuständigkeit dieses Gerichts ergibt sich aus
Art. 57 ATSG in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Damit ist die Zuständigkeit
des angerufenen Gerichts für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache
zu bejahen.
Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen Entscheides ist
der Beschwerdeführer vom angefochtenen Einspracheentscheid berührt
und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf
(Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG).
2. Streitig ist hier der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Invalidenrente der Unfallversicherung ab dem 1. Januar 2019. Das Gericht
hat zu beurteilen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht diesen Anspruch
verneinte, weil der Beschwerdeführer seine (Rest-)Arbeitsfähigkeit nicht
zumutbar ausnutze. Dabei ist also das Invalideneinkommen zu prüfen,
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während hingegen das Valideneinkommen – zu Recht – unbestritten
geblieben ist.
3. Vorab sind die beweisrechtlichen Grundsätze in Erinnerung zu rufen.
3.1. Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch das kantonale
Sozialversicherungsverfahren sind vom Untersuchungsgrundsatz
beherrscht. Danach haben Verwaltung und Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhaltes zu sorgen (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Die
Verwaltung bzw. die Versicherung als verfügende Instanz und im
Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen
annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im
Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das
Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines
bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das
Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von
allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt.
Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des
Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist,
für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im
Sozialversicherungsverfahren tragen mithin die Parteien in der Regel eine
Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings
erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich
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hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_17/2017 vom 4. April 2017 E.2.2 mit Verweis auf BGE 138 V 218 E.6).
3.2. Die Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung
des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit
besteht. Der Untersuchungsgrundsatz weist enge Bezüge auf zum auf
Verwaltungs- und Gerichtsstufe geltenden Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Führen die im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden
Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender,
sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung zur
Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend
wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere
Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr
ändern, so liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (antizipierte
Beweiswürdigung). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Vollständigkeit
und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung
bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen
Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu
erwarten sind (vgl. zum Ganzen das Urteile des Bundesgerichts
8C_831/2019 vom 13. Februar 2020 E.3.2.1 und 8C_281/2018 vom
25. Juni 2018 E.3.2.1).
3.3. Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützt sich die Verwaltung und
im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen und
gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind.
Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die
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streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob
die Schlussfolgerungen der Expertinnen und Experten begründet sind
(Urteil des Bundesgerichts 9C_609/2018 vom 6. März 2019 E.3.2.1 f. mit
Verweis auf BGE 134 V 231 E.5.1).
3.4. In Bezug auf Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen
gilt zwar der Grundsatz, dass ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum
Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde Objektivität und
Befangenheit schliessen lässt. Soll ein Versicherungsfall aber ohne
Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Den Berichten und
Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen kommt also voller
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen
ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E.3b/ee). Bestehen auch
nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende
Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E.5.2; BGE 135 V 465 E.4.4;
BGE 122 V 157 E.1d).
3.5. Gemäss Rechtsprechung ist ein medizinischer Aktenbericht beweiskräftig,
wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und
gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der
Untersuchungsbericht muss lückenlos vorliegen, damit der
Berichterstatter imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen
ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil des Bundesgerichts
8C_397/2019 vom 6. August 2019 E.4.3). So kann praxisgemäss auf
Aktenberichte abgestellt werden, wenn ein lückenloser Befund vorliegt und
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es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich
feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des
Bundesgerichts 8C_840/2019 vom 14. Februar 2020 E.4.2.1). Zudem ist
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde
Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten
aussagen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.5; Urteil des Bundesgerichts
8C_68/2020 vom 11. März 2020 E.5.1).
3.6. Das Bundesgericht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind. Es gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung.
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten
(BGE 134 V 231 E.5.1; BGE 125 V 351 E.3a mit Hinweisen). Vielmehr gilt
es das gesamte Beweismaterial zu würdigen und bei sich
widersprechenden medizinischen Berichten die Gründe anzugeben,
warum auf die eine oder andere medizinische These abzustellen ist
(BGE 143 V 124 E.2.2.2).
4. Nach Art. 18 Abs. 1 UVG hat eine versicherte Person, die infolge eines
Unfalles zu mindestens 10% invalid wird, Anspruch auf eine
Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen
Rentenalters ereignet hat. Dieser Anspruch entsteht nach Art. 19 Abs. 1
UVG, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann
und allenfalls Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
abgeschlossen sind. Invalidität ist dabei die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit wiederum ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
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Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor,
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
4.1. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach geltendem Recht
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Für die Invaliditätsbemessung ist
nicht die medizinisch-theoretische Schätzung der Arbeitsfähigkeit durch
den Arzt ausschlaggebend, sondern vielmehr die durch die Unfallfolgen
bedingte Einschränkung der Erwerbsmöglichkeiten auf dem gesamten für
die versicherte Person in Betracht fallenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(ständige Praxis seit BGE 110 V 273 E.4, bestätigt etwa mit Urteil des
Bundesgerichts 8C_299/2020 vom 10. August 2020 E.3). Ärztliche
Auskünfte sind eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden
können (BGE 132 V 93 E.4; BGE 115 V 133 E.2). Dabei kommt der
ärztlichen Beurteilung, inwieweit die Leistungsfähigkeit der versicherten
Person durch die Unfallfolgen eingeschränkt ist, praxisgemäss erhöhtes
Gewicht zu, namentlich was die noch zumutbare Arbeitsleistung betrifft.
4.2. Bezüglich der Erwerbsfähigkeit ist schliesslich auf den in allen Zweigen
des Sozialversicherungsrechts geltenden Rechtsgrundsatz der
Schadenminderungspflicht hinzuweisen. Danach hat eine versicherte
Person von sich aus alles ihr Zumutbare vorzukehren, und zwar selbst um
den Preis beträchtlicher Anstrengungen, um die Folgen eines erlittenen
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Unfalles bestmöglich zu mildern (BGE 117 V 394 E.4). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der (unfallbedingten) gesundheitlichen Beeinträchtigung zu
berücksichtigen (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Erwerbseinbussen aus anderen
Gründen, namentlich mangelnde Ausbildung, unzureichende
Sprachkenntnisse, Alter und dergleichen, dürfen bei der
Invaliditätsschätzung nicht berücksichtigt werden.
5. Im vorliegend zu beurteilenden Fall lässt sich aus der ärztlichen
Zumutbarkeitsbeurteilung ableiten, welche Tätigkeiten für den
Beschwerdeführer trotz der unfallbedingten Einschränkungen noch in
Frage kommen. Mit der Beschwerdegegnerin ist festzustellen, dass der
Beschwerdeführer in leidensadaptierter Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist.
Dies ist in den Akten belegt, vom Beschwerdeführer selbst nicht bestritten
und weder durch Prof. Dr. med. Dr. phil. E._ noch durch Prof. Dr.
med. G._ widersprochen geblieben. Die Beschwerdegegnerin geht
mithin zu Recht davon aus, dass der Sachverhalt diesbezüglich richtig ist
und vollständig abgeklärt wurde. Damit erweist sich der Beweisantrag auf
eine weitere Begutachtung in antizipierter Beweiswürdigung als
unbegründet und dieser ist entsprechend abzuweisen. Ebenso gilt es mit
der Beschwerdegegnerin und entgegen den Ausführungen des
Beschwerdeführers festzuhalten, dass kein beteiligter Arzt eine
zusätzliche Pausenbedürftigkeit formulierte. Gemäss dem
Untersuchungsbericht des behandelnden Augenarztes Dr. med. H._
sowie der Oberärztin Dr. med. J._, Fachärztin für Ophthalmologie,
vom 29. Januar 2018 ist beim Beschwerdeführer die Tiefenschärfe
eingeschränkt, sodass mit Hantieren von gefährlichen Maschinen sowie
Arbeiten in der Höhe höchste Vorsicht geboten sei. Dies könne zudem zu
einer Gangunsicherheit auf unebenem Gelände wie auch auf Treppen
führen. Zudem sei dringend das Tragen einer Schutzbrille zu empfehlen.
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Das Tragen und Heben von schweren Gegenständen sei aus
ophthalmologischer Sicht unproblematisch. Auch sei die Arbeit im Sitzen
und Stehen unproblematisch (Beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.]
167). Im ergänzenden Bericht vom 26. April 2018 zuhanden des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers erklärte Dr. med. H._ in
Beantwortung der Fragen des Rechtsvertreters, dass mit der Kontaktlinse
eine Sehkraft von 0.32 habe erreicht werden können. Damit sei eine
leidensangepasste Tätigkeit zu 100% möglich. Obwohl eine Binokularität
vorhanden sei, seien seiner Meinung nach Arbeiten in grosser Höhe oder
an gefährlichen Geräten wie z.B. Kreissägen nicht sinnvoll, weil das
Abschätzen von Distanzen erschwert sei. Ohne Korrektur habe der
versicherte Beschwerdeführer am 31. Oktober 2017 eine Sehkraft von 5%
erreicht. Bei gutem Visus am rechten Auge denke er, dass eine
leidensangepasste Tätigkeit auch ohne Tragen der Kontaktlinse links, mit
den genannten Einschränkungen, zu 100% möglich sein sollte (Bg-act.
227). Am 2. März 2018 führte der Augenarzt der Beschwerdegegnerin Dr.
med. I._ in seinem Bericht aus, aufgrund des bisherigen Verlaufs sei
davon auszugehen, dass ohne weitere operative Intervention ein stabiler
Endzustand bestehe. Aufgrund des auch mit Kontaktlinse erreichten
Fernvisus von maximal 0.32 sei der Beschwerdeführer als einäugig
anzusehen. In der angestammten beruflichen Tätigkeit sei von einer
gewissen Einschränkung auszugehen. Für alle Tätigkeiten, welche für
Einäugige geeignet seien und für solche, welche kein Stereosehen
erfordern würden, sei aus ophthalmologischer Sicht eine ganztägige
Arbeitsfähigkeit mit voller Leistung zumutbar (Bg-act. 172 S. 2). Damit geht
der behandelnde Arzt Dr. med. H._, der eine Binokularität bejaht, gar
weiter als der Augenarzt der Beschwerdegegnerin Dr. med. I._,
welcher von Einäugigkeit ausgeht. Die Zumutbarkeitsbeurteilung beider
Ärzte zu 100% in leidensadaptierter Tätigkeit wird dadurch klar
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unterstrichen (Bg-act. 167, 172 und 227). Der Beschwerdeführer hat sie
auch nicht in Zweifel gezogen.
6. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung zur Verwertung der
Restarbeitsfähigkeit für die Ermittlung des Invalideneinkommens im Sinne
von Art. 16 ATSG setzt ein Abstellen auf den tatsächlich erzielten
Verdienst unter anderem voraus, dass die versicherte Person ihre
verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft. Dies ist
dann nicht der Fall, wenn sie auf dem hypothetischen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt einen höheren als den tatsächlich erhaltenen Lohn erzielen
könnte. Auf diesem hypothetischen Arbeitsmarkt ist ein Stellenwechsel
auch dann zumutbar, wenn es für die versicherte Person aufgrund der
wirtschaftlichen Gegebenheiten auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt sehr
schwierig oder gar unmöglich ist, eine entsprechende Stelle zu finden. Die
Anrechnung dieses hypothetischen höheren Einkommens beruht dabei
weniger auf der Schadenminderungspflicht, sondern auf der Überlegung,
dass die Unfallversicherung lediglich die durch den unfallkausalen
Gesundheitsschaden bedingte Lohneinbusse ausgleichen soll. Eine
versicherte Person muss sich bei der Invaliditätsbemessung die Einkünfte
als Invalideneinkommen anrechnen lassen, die sie auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt an einer zumutbaren Stelle erzielen könnte; selbst wenn sie
infolge günstiger Aussichten an der bisherigen Stelle von einem Berufs-
oder Stellenwechsel absieht, kann sie nicht erwarten, dass die
Unfallversicherung für einen wegen des Verzichts auf zumutbare
Einkünfte eingetretenen Minderverdienst aufkommt (Urteil des
Bundesgerichts 8C_631/2019 vom 18. Dezember 2019 E.6.1).
6.1. Es geht vorliegend deshalb nicht darum, dass die Beschwerdegegnerin
bei der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers hätte abklären müssen, ob
er mehr leisten könnte oder nicht. Das vom Beschwerdeführer beantragte
Einholen einer schriftlichen Stellungnahme der Arbeitgeberin erübrigt sich
- 18 -
damit. Selbst wenn die aktuell ausgeübte Tätigkeit hinsichtlich des
gesundheitlichen Anforderungsprofils zwar grundsätzlich ein geeignetes
Einsatzgebiet für den Beschwerdeführer ist, gewährleistet es noch nicht
die bestmögliche Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit, weil mit der
zumutbaren Ausschöpfung seiner Restarbeitsfähigkeit eine Rente
vermieden werden könnte. Der relevante ausgeglichene Arbeitsmarkt
bietet zahlreiche Optionen an, die behinderungsbedingt in Frage kämen
und mit denen der Beschwerdeführer ein rentenausschliessendes
Einkommen erzielen könnte (BGE 134 V 64 E.4.2.1; Urteil des
Bundesgerichts 8C_799/2012 vom 15. Januar 2013 E.4.3.1). Der
Beschwerdeführer kann sich nicht auf ein tieferes Einkommen berufen,
während ihm die Erzielung eines höheren zumutbar wäre (Urteil des
Bundesgerichts 9C_720/2012 vom 11. Februar 2013 E.2.3.2 mit
Hinweisen). Selbst wenn davon auszugehen ist, dass der
Beschwerdeführer seine Leistungsfähigkeit mit der 100%igen Tätigkeit bei
seiner bisherigen Arbeitgeberin vollständig ausschöpft, so bezieht er doch
einen Lohn, der erheblich unter dem auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt erzielbaren Einkommen liegt. Auf den Lohn in seinem Betrieb
kann somit nicht abgestellt werden. Kann nicht von seinem tatsächlich
erzielten Verdienst ausgegangen werden, weil er keine ihm an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so hat die
Beschwerdegegnerin korrekterweise die Tabellenlöhne der
Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statistik von 2016
herangezogen (vgl. BGE 135 V 297 E.5.2 mit Hinweis unter anderem auf
BGE 129 V 472 E.4.2.1). Die von der Beschwerdegegnerin im strittigen
Einspracheentscheid vorgenommene Ermittlung seines auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt hypothetisch erzielbaren
Invalideneinkommens von CHF 67'743.00, mindestens aber von
CHF 62'324.00 (nach Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges
von 8% gemäss Urteil des damaligen Eidgenössischen
- 19 -
Versicherungsgerichts U 122/01 vom 25. September 2001), anhand der
LSE 2016 wird vom Beschwerdeführer in rechnerischer Hinsicht nicht
beanstandet. Diese Berechnung der Beschwerdegegnerin gibt denn auch
zu keinen Weiterungen Anlass. Zwischen dem hypothetischen
Invalideneinkommen gemäss LSE 2016 von CHF 67'743.00 bzw. nach
Leidensabzug von 8% CHF 62'324.00 und dem vom Beschwerdeführer
bei seiner Arbeitgeberin tatsächlich erzielten Lohn von CHF 58'409.00
besteht eine Differenz von rund CHF 9'334.00 bzw. bei Berücksichtigung
des Leidensabzugs von 8% CHF 3'915.00. Da der Beschwerdeführer auf
dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt einen höheren als den
tatsächlich bezogenen Lohn erzielen könnte, schöpft er seine verbliebene
Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise aus (ALEXANDRA RUMO-
JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, in: Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 18 UVG S. 134
f.; Urteil des Bundesgerichts 8C_631/2019 vom 18. Dezember 2019 E.6.2
mit weiteren Hinweisen).
6.2. Setzt man das von der Beschwerdegegnerin berechnete
Valideneinkommen von CHF 66'755.00 (=CHF 5'135.00 x 13; vgl. Bg-act.
211), welches in der Berechnung vom Beschwerdeführer nicht
beanstandet wurde, dem Invalideneinkommen von CHF 67'743.00
gegenüber, so erkennt man, dass der Beschwerdeführer in
sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht keine unfallbedingte
Erwerbseinbusse erlitten hat. Selbst unter Berücksichtigung eines
leidensbedingten Abzuges von 8% gemäss Rechtsprechung (vgl. das
bereits erwähnte Urteil U 122/01, in welchem allerdings festgehalten
wurde, dass einer versicherten Person bei einem Verlust des
Stereosehens grundsätzlich zahlreiche Tätigkeiten offenstehen, bei
welchen sich die leidensbedingte Einschränkung nicht oder nur in
- 20 -
geringem Masse auswirkt), mit welchem der Tatsache Rechnung getragen
werden soll, dass persönliche und berufliche Merkmale wie Art und
Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität
oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die
Lohnhöhe haben können (vgl. auch BGE 146 V 16 E.4.1; siehe auch
MARCO WEISS, Der Abzug vom Tabellenlohn gemäss der
Lohnstrukturerhebung, in: HAVE 3/2020 S. 259 ff.) und je nach
Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V
75 E.5b/aa), ergäbe sich bei einem Invalideneinkommen von
CHF 62'324.00 ein Invaliditätsgrad von 6.6%, welcher mangels
Erheblichkeit von mindestens 10% nicht zu einer Invalidenrente der
Unfallversicherung berechtigt.
7. Zum Beweisantrag der Einholung der Bestätigung der Arbeitgeberin über
das Ausschöpfen seines Leistungspotenzials durch das Gericht ist zu
sagen, dass diese auch vom Beschwerdeführer selbst hätte
vorgenommen werden können (siehe Untersuchungsgrundsatz im Sinne
von Art. 61 lit. c ATSG). Aufgrund des Umstands, dass der
Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit – wie dargelegt – nicht in
zumutbarer Weise ausschöpft, erübrigt sich die Einholung obgenannter
Bestätigung über sein Leistungspotenzial oder eines Gutachtens über die
verwertbare Arbeitsfähigkeit in antizipierter Beweiswürdigung, da daraus
keine wesentlichen Erkenntnisse gewonnen würden (vgl. BGE 144 V 361
E.6.5 mit Verweis auf BGE 136 I 229 E.5.3; Urteil des Bundesgerichts
8C_831/2019 vom 13. Februar 2020 E.3.2.1).
8. Nach dem Gesagten erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid
somit als rechtens. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
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9. Es werden keine Kosten erhoben (Art. 61 lit. a ATSG in der im
Urteilszeitpunkt gültigen Fassung) und es wird auch keine
Parteientschädigung gesprochen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).
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