Decision ID: 77d4f389-c6a1-4178-8803-ecfe5cc31b98
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1963 geborene
X._
meldete
sich a
m
18. Oktober 2007
unter Hinweis auf eine
am
6.
Mai 2007 erlittene
Hirnblutung
bei der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (Urk. 7/13).
Die IV-Stelle
liess in der Folge Auszüge aus dem Individuellen Konto (IK) des Versicherten erstellen
, holte medizinische Berichte ein und klärte die erwerbli
chen Verhältnisse ab.
M
it Verfügung vom 4. Februar 2008
verneinte die IV
Stelle
einen Anspruch
des Versicherten
auf berufliche Massnahmen
(Urk. 7/23).
Diese Verfügung blieb
unangefochten.
1.2
Mit Vorbescheid vom 30. Oktober 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung seines
Renten
begehrens in Aussicht (Urk. 7/37).
Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch
das Sozialamt seiner Wohngemeinde
, mit Ein
gabe vom 28. November 2008 (Urk. 7/38) beziehungsweise 15. Dezember 2008 (Urk. 7/41) Einwände. Die IV-Stelle tätigte in der Folge
weitere
medizinische
Abklärunge
n. Aufgrund eines Hinweises des Krankentaggeldversicherers
Axa
Winterthur, wonach der Versicherte in den Jahren 2007 und 2008 bei der
Y._
in einem 100 %-Pensum
gearbeitet habe
(Urk. 7/71)
,
zog
sie
einen aktuellen IK
Auszug
(Urk. 7/76)
des Versicherten bei
und
tätigte
weitere
erwerbliche Abklärungen
.
Am 27. Juli 2010 ordnete
sie
ein rheumatologische
s
Gutachten
bei
Dr.
med.
Z._
,
FMH Innere Medizin und
Rheumaerkrankun
gen
, an (Urk. 7/106)
, welches
am 3. Mä
rz 2011 erstattet
wurde
(Urk. 7/115).
1.3
Mit Vorbescheid vom 26. April 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
erneut
die Abweisung seines
Renten
begehrens in Aussicht (Urk. 7/119).
Dage
gen erhob der Versicherte, nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt Sebastian Lorentz, mit Eingabe vom 26. Mai 2011 (Urk. 7/122) beziehungsweise 1. Juli 2011 (Urk. 7/126) Einwände.
Am 7.
Oktober 2011 beauftragte die IV
Stelle die Klinik für Neurologie des
A._
mit der neuropsychologi
schen Begutachtung des
Versicherten
(Urk. 7/1
38). Das Gutachten wurde am 10.
Februar 2012 erstattet (Urk. 7/147).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
sprach die IV-Stelle dem Versicherten
mit Verfügung vom 6.
Februar 2013
ab
1
. Mai 2008
eine halbe Rente der Invalide
nversicherung zu (Urk.
2
).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
7. März 2013
Beschwerde und beantragte,
die angefochtene Verfügung sei insoweit aufzuheben, als sie den Rentenanspruch über eine halbe Rente hinaus negiere. Es sei ihm eine ganze Rente zuzusprechen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 26. April 2013 bean
tragte die Beschwerdegegnerin die Abw
eisung der Beschwerde (Urk. 6). In seiner Replik vom 4. September 2013 hielt der Beschwerdeführer an seinen
Beschwer
deanträgen
fest (Urk. 13).
Mit Eingabe vom 7
.
Oktober 2013 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf
Erstattung
eine
r
Duplik (Urk. 16), was dem Beschwer
deführer am 14. Oktober 2013 mitgeteilt wurde (Urk.
1
7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich,
in den
nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erle
digen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die IV-Stelle,
die Abklärungen hätten erge
ben, dass der Beschwerdeführer in seinem Leistungspensum zu 50 % einge
schränkt sei.
Sowohl die früher ausgeübte als auch jegliche angepasste Tätigkeit sei
en
ihm in einem Pensum von 50 % zumutbar.
Die Leistungsminderung sei
bei
der Invaliditätsbemessung bereits berücksichtigt, weshalb kein zusätzlicher Malus anerkannt werden könne. Ab Mai 2008 habe
der Beschwerdeführer
Anspruch auf eine halbe Rente (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer
bestritt
in
seiner Beschwerdeschrift
im Wesentlichen
das von der Beschwerdegegnerin festgelegte Invalideneinkommen.
Diese
gehe davon aus, dass er seine frühere Tätigkeit uneingeschränkt wahrnehmen könne. Seine frühere Tätigkeit sei Bauarbeiter. Das vo
n den
Gutachter
n
umschriebene Tätigkeitsprofil entspreche in keiner Art und Weise der Tätigkeit eines Bauar
beiters.
Die leidensadaptierte Tätigkeit im Umfang von 50 % schränke ihn derart stark ein, dass nicht mehr von konkreten Arbeitsmöglichkeiten ausgegangen werden könne, weshalb es an der Verwaltung sei, konkrete Arbeitsmöglichkei
ten zu bezeichnen. Der Hinweis auf Kontroll-, Überwachungs- und
Konfektions
arbeiten
sei nicht zulässig, da diese Tätigkeiten aufgrund der kognitiven Ein
schränkungen nicht mehr erfüllbar seien.
Das Invalideneinkommen sei daher mit
Fr.
0
.--
zu beziffern. Sollte dennoch von einer Einsatzmöglichkeit im Um
fang von 50 %
in einem adaptierten
Tätigkeitsbereich
ausgegangen werden
, sei ihm ein Leidensabzug von 20 % aufgrund seiner Teilarbeitsfähigkeit zu gewäh
ren.
Da er seit seinem Hirnschlag unter einer äusserst verwaschenen Sprache leide und eine ausserordentlich bemerkenswerte Distanzlosigkeit hinzukomme, sei der maximal zulässige Leidensabzug von 25 % zu gewähren (Urk. 1).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin aus,
u
nter dem Titel Beschäftigungsgrad rechtfertige sich ein Abzug
vom Tabellenlohn
von 10 %.
Es resultiere
somit
ein Invaliditätsgrad von 55 %.
Als Beispiele für die angepasste Tätigkeit
würden
Montage-, Kontroll- und Produktionsarbeiten genannt. Damit sei dem Erfordernis der Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten
G
enüge getan, insbesondere da dem Beschwerdeführer auch unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Einschränkungen im Anforderungsniveau 4 ein hinreichendes Spektrum an zumutbaren Tätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen
stehe
(Urk. 6)
.
2.4
Der Beschwerdeführer wandte in seiner Replik dagegen ein,
dass der Gutachter Prof.
B._
die Arbeitstätigkeit in geschütztem Rahmen als optimal
leidens
angepasst
qualifiziert habe. Wie die Beschwerdegegnerin vom geschützten Rahmen auf die Verwertbarkeit im freien Arbeitsmarkt gelange, sei nicht nach
vollziehbar. Im Hinblick auf das Anforderungsprofil der leidensangepassten Tätigkeit in somatischer Hinsicht könne nicht davon ausgegangen werden, dass ein einfacher Verweis auf Montage-, Kontroll- und Produktionsarbeiten ausrei
chend sei. Alle genannten Tätigkeiten ausserhalb des geschützten Rahmens setzten heutzutage kognitive Anforderungen voraus, die
er
klarerweise nicht erfüllen könne (Urk. 13).
3.
3.1
Am
3. März 2011
erstattete
Dr.
Z._
ein
rheumatologisches
Gutachten, welches sich auf
die medizinischen
Vora
kten
, die Angaben des Beschwerdeführers
und die Unter
suchung vom
28. Februar 2011
stützt
.
Dr.
Z._
nannte
folgende Diagnose mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 7/1
15 S.
7)
:
intracerebrale
bilokuläre
Stammganglienblutung links (06.05.07),
Aphasie, deutlich armbetontes senso
motorisches
Hemisyndrom
rechts
Er
stellte folgende Diagnosen ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit:
Arterielle Hypertonie
Gonarthrosen
, deutlich rechts betont
Anamnestisch Gicht
Unfallbedingte Fingeramputation
Dig
. V links mit Replantation (1992)
Chronisch rezidivierende Episoden mit Gefühlsstörungen der linken Extre
mi
täten mit Kopfschmerzen
nicht ausreichend somatisch abstützbar
Übergewicht mit Body-Mass-Index von 28,7 kg/m
2
Er
führte aus, die Arbeitsfähigkeit sei aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht für die vom Beschwerdeführer früher ausgeübten beruflichen
Tätigkeiten im Zeitraum vom 6.
Mai 2007 bis und mit dem Ende der Rehabilitationsphase vollumfänglich eingeschränkt gewesen
. Seit November 2007
bestehe
für eine angepasst
e
Verweistätigkeit aus somatisc
h-r
heumatologischer Sicht
keine Ein
schränkung
der Arbeitsfähigkeit. Dem Beschwerdeführer sei seit November 2007 ein 100 %-Pensum zumutbar, insbesondere wenn die berufliche Tätigkeit
Ver
weistätigkeiten
umfasse.
Die angepasste Verweistätigkeit sei in einem tempe
rierten Raum auszuführen, beschränke sich auf leicht- bis mittelgradig körperlich belastende Arbeiten und lasse die Möglichkeit zu, zwischen sitzender, stehender und gehender Körperhaltung zu wechseln
.
Nicht mehr zumutbar seien aus rein somatischer Sicht körperlich
schwergradig
belastende
Arbeiten mit einem erhöhten Risiko wie zum Beispiel Arbeiten auf einem Dach, repetitives Besteigen von Leitern oder Gerüsten.
Vermieden werden sollten ausserdem Arbeiten im Sicherheitsdienst, bei denen Aufgaben im Personenschutz auszu
üben seien.
Für die früher ausgeübte Tätigkeit im Baugewerbe bestehe
eine Arbeitsfähigkeit von 50 %
(Urk.
7/115 S.
13
f
.)
.
3.2
Am 10
.
Februar 2012 wurde ein neuropsychologisches Gutachten der Klinik für Neurologie des
A._
erstattet, welches sich auf
die medizi
nischen
Vora
kten
, die Angaben des Beschwerdeführers
und
die Unter
suchung vom
3.
Februar 2012 stützt
. Die Gutachter
nannten
folgende Diagnosen
(Urk. 7/147 S. 6):
Intrazerebrale
multilokuläre
Stammganglienblutung links am 06.05.2007
mit/bei u.a.
DD: am ehes
ten
hypertensiv
bedingt, DD:
Cav
e
r
nom
-Einblutung.
Initial: motorische Aphasie, armbetontes sensom
otorisches
Hemisyn
drom
rechts, D
ysphagie, PEG-Einlage am 18.05.2007.
Schädel-MRI vom 21.05.2007 (
A._
): Subakute Blutung im
putamen
, im
globus
pallidus
sowie im
anterioren
Schenkel der linken
capsula
interna
mit perifokalem Ödem und
gliotischen
Veränderungen. Suba
kute Infarzierungen im
pedunculus
cerebri links, rechts frontal sowie rechts temporal. Lakunäre
Läsionen
im
pons
paramedian rechts. Mul
tiple ältere, hämorrhagisch transformierte Läsionen
zerebellär
beid
seits, im
pons
beidseits sowie im Hirnstamm beidseits.
Neuropsychologische Untersuchung vom 03.02.2012 (
A._
): Mittel
schwere bis schwere kognitive Minderleistungen in den Bereichen kognitive Umstellfähigkeit, begriffliches Abstrahieren und
Visu
o
kon
struktion
sowie von leicht bis mittelschwer reichende Minderleistun
gen in der selektiven und geteilten Aufmerksamk
eit und beim verba
len episodisch
en Gedächtnis (Lernen, verzögerter Abruf);
vom klini
schen Eindruck fallen eine
Dysarthrie
, ein etwas aus- und abschwei
fendes Antwortverhalten während der Anamneseerhebung sowie ein um ca. 2 1⁄2 Stunden zu frühes Eintreffen am Untersuchungsort auf.
Rezidivierende stereotype Episoden mit linksseitigen Gefühlsstörungen begleitet von Kopfschmerzen in einer Dauer von weniger als zwei Minu
ten im Oktober 2008 mit/bei u.a.
DD: Migräne mit Aura;
somatoforme
Störung
Mittels EEG erfolgter Ausschluss eines partiellen epileptischen Anfalls
Primäre arterielle Hypertonie, DD: familiär
Diabetische Stoffwechsellage, passager insulinpflichtige
Blutzucker
ent
glei
sung
05/2007
Erosive
Gastritis 05/2007
Status nach Aspirationspneumonie 05/2007
Die Gutachter hielten fest,
die neuropsychologische Untersuchung habe mittel
schwere bis schwere kognitive Minderleistungen in den Bereichen kognitive Umstellfähigkeit, begriffliches Abstrahieren und
Visuokonstruktion
sowie von leicht bis mittelschwer reichende Minderleistungen in der selektiven und geteil
ten Aufmerksamkeit und beim verbalen episodischen Gedächtnis (Lernen, ver
zögerter Abruf) ergeben. Alle anderen testdiagnostisch oder kursorisch geprüf
ten kognitiven Hirnfunktionen seien unbeeinträchtigt. Ätiologisch seien für die genannten neuropsychologischen Auffälligkeiten am ehesten als Residuum der
mul
t
ilokulären
intrazerebralen Stammganglienblutung vom
6.
Mai 2007 inter
pretierbar. Unter Berücksichtigung von schul- und berufsana
mnestischen Anga
ben sowie der d
u
r
ch
sch
nittlichen Befunde in zwei
Testverfahren zur Schätzung des prämorbiden intellektuellen Niveaus könne zudem die Annahme möglich
erweise vorbestehender kognitiver Einschränkungen ausgeschlossen werden. Prognostisch sei mehr als vier Jahre nach erlittener Hirnschädigung von einem stabilen kognitive
n Leistungsprofil auszugehen.
Die
Arbeitsfähigkeit des Be
schwer
deführers sei durch die in der aktuellen Untersuchung festgestellten kognitiven Schwierigkeiten klar eingeschränkt. Da die Minderleistungen sowohl komplexe kognitive Leistungen wie die Umstellfähigkeit und das begriffliche Abstrahieren als auch eher grundlegende Aufmerksamkeits- und
visuokon
struktive
Prozesse betr
äf
en
, werde eine neuropsychologisch begründbare Arbeits
unfähigkeit von 50 % für alle bisherigen
(Metzger, Bauarbeiter, und Sicherheitsbeamter)
und etwaige leidensangepasste berufliche Tätigkeiten mit reduzierten körperlichen Anforderungen konstatiert
.
Hinsichtlich einer mögli
chen beruflichen Wiedereingliederung empfehle sich eine kognitiv und
sprach
produktiv
wenig anforderungsreiche Teilzeitstelle
(Urk. 7/147 S. 5 ff.).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützt
e
sich im
angefochtene
n
Entscheid auf
das rheu
matologische Gutachten vom 3. März 2011 und das neuropsychologische Gut
achten vom 10. Februar 2012
, welche
bezüglich ihres Beweiswertes
sämtliche von der Rechtsprechung geforderten Kriterien erfüllen
(vgl. E.
1.4)
.
Diese wur
den denn auch vom Beschwerdeführer nicht beanstandet.
4.2
Gestützt
auf
die erwähnten Gutachten
ist somit
mit dem im
Sozial
versi
cherungs
recht
massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lich
keit erstellt, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
sowohl
in der bis
herigen Tätigkeit
als Bauarbeiter
(
ohne körperlich schwer
e
Arbeiten mit einem erhöhten Risiko wie zum Beispiel Arbeiten auf einem Dach, repetiti
ves Besteigen von Leitern oder Gerüsten
)
wie auch
in einer
kognitiv und
sprach
produktiv
wenig anforderungsreichen
Verweistätigkeit
mit reduzierten körper
lichen Anforderungen
(leicht
e
- bis mi
ttelschwere wechselbelastende
Tätigkeit
)
50
% beträgt.
4.3
Soweit der
Beschwerdeführer geltend
macht
,
das ihm zumutbare
Belastungspro
fil
entspreche keiner Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt (
Urk. 13
)
, ist er darauf hinzuweisen, dass bei der Invaliditätsbemessung nicht auf die effektiven
Marktverhältnisse und die konkreten Chancen des Versicherten auf dem aktuel
len Stellenmarkt abzustellen ist.
Seine
Kritik verkennt den rein hypothetischen Charakter des ausgeglichenen Arbeitsmarktes
, welcher dazu dient, den
Leis
tungsbereich
der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen.
So geht es beim als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt nicht um reale, geschweige denn offene Stellen, sondern um
(
gesundheitlich zumut
bare
)
Arbeits
möglichkeiten, welche der Arbeitsmarkt von seiner Struktur, jedoch abstrahiert von den konjunkturellen Verhältnissen, umfasst
(
BGE 110 V 273 E. 4b)
.
D
er ausgeglichene Arbeitsmarkt
umfasst
auch sogenannte
Nischenar
beitsplätze
, also Stellen
-
und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts 9C_9
5/2007 vom 29.
August 2007 E.
4.3 mit Hin
weisen).
Die beim Beschwerdeführer aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigung resul
tierenden Einschränkungen erweisen sich nicht als derart erheblich, dass es als ausgeschlossen erschein
en würde
, dass er die ihm verbleibende Arbeitskraft
noch
verwerten
kann
.
So sind
Tätigkeiten im Anforderungsniveau 4 (
einfache und repetitive Tätigkeiten
)
regelmässig kognitiv und sprachproduktiv wenig anforderungsreich und
umfassen
auch genügend körperlich leichte bis mittel
schwere wechselbelastende Tätigkeiten.
An die Konkretisierung von
Arbeitsge
legenheiten
sind
im Übrigen
praxisgemäss nicht überm
ässige Anforderungen zu stellen, weshalb der Hinweis der Beschwerdegegnerin auf Montage-, Kontroll- und Produktionsarbeiten genügt.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mens
vergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhe
bungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen
und insgesamt auf höchstens 25
% des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
5.4
Das von der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung ermittelte und in
der
Beschwerdeantwort unter Berücksichtigung der
Nominal
lohnent
wicklung
korrigierte
Valid
eneinkommen
in der Höhe von Fr.
61‘311.92 ist
auf
grund der Akten ausg
e
wiesen
und wurde vom Beschwerdeführer auch nicht
beanstandet
.
5.5
Für die Berechnung des Invalideneinkommens stützte sich die
Beschwerde
gegne
rin
auf die Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) 2010,
Tabelle TA
1, Anforderungsniveau 4
,
und ging
bei einem 50%-Pensum von einem stan
dardisierten Jahreseinkommen von Fr. 30‘582.24 aus (Urk. 6).
Da männliche Teilzeitbeschäftigte des Anforderungsniveaus 4 bei einem Beschäfti
gungsgrad von 50 bis 74 % ein um rund 10 % tieferes Einkommen als Vollzeitbeschäftigte erzielen (vgl. LSE 2006, S. 16, Tabelle T2), ist – wie der Beschwerdeführer zu Recht geltend machte (Urk. 1 S.
5
) und die
Beschwer
degeg
nerin
in ihrer Beschwerdeantwort auch anerkannte (Urk. 6) – ein
leidens
be
dingter
Abzug von 10 % zu berücksichtigen.
Die Rechtsprechung gewährt im Übrigen insbesondere dann einen leidensbedingten Abzug, wenn eine versi
cherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter
Hilfsarbeiter
tätigkeit
in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Sind hingegen – wie vor
liegend – leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar, ist allein deswegen auch bei einge
schränkter Leistungsfähigkeit noch kein Abzug gerechtfertigt, da der
Tabellen
lohn
im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittel
schweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_72/2009 vom 30. März 2009 E. 3.4).
Die
aus neurologischer
und neuropsychologischer
Sicht
eingeschränkte Leistungsfähigkeit wurde mit der Reduktion der zumutbaren Arbeitsfähigkeit auf 50 % bereits
hinreichend
berücksichtigt
und führt im Anforderungsniveau 4
zu keinen weitergehenden Einschränkungen
, zumal ein
fache und repetitive Tätigkeiten
in der Regel
kognitiv und sprachproduktiv wenig anforderungsreich sind
. Eine Erhöhung des leidensbedingten Abzugs auf 25 % – wie vom der Beschwerdeführer gefordert (Urk.
1 S.
6
) – ist
somit
nicht gerechtfertigt
.
In Anbetracht sämtlicher massgebender Umstände erscheint ein leidensbedingter Abzug von 10 %
nicht
als
un
angemessen.
Die Beschwerdegegnerin ging
unter Berücksichtigung der
Nominal
lohnentwick
lung
von einem Invalideneinkommen von Fr. 27‘799.
26
aus und errechnete einen Invaliditätsgrad von 55 %
(
Urk.
6)
, was nicht zu beanstanden ist.
Dem
entsprechend hat der
Beschwerdeführer Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung.
5.6
Die angefochtene Verfügung erweist sich im Ergebnis
somit
als rechtens, wes
halb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.