Decision ID: 96012c5f-db0b-53d8-8aef-adac0c35ee2c
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer – ein aus B._ stammender algerischer
Staatsangehöriger − reiste am (...) August 2020 in die Schweiz ein und
stellte am gleichen Tag ein Asylgesuch. Am 11. September 2020 wurde die
sogenannte Personalienaufnahme durchgeführt.
B.
Mit Eingabe vom 13. Oktober 2020 reichte die Rechtsvertretung des Be-
schwerdeführers zwei Konsultationsberichte der C._, vom 1. und
8. Oktober 2020 sowie einen Arztbericht der D._, vom 7. Oktober
2020 zu den Akten.
Am 23. November 2020 fand ein Konsultationsbericht von Dr. med.
E._, vom 19. November 2020 Eingang in die vorinstanzlichen Ak-
ten.
C.
C.a Am 14. Dezember 2020 fand eine Befragung des Beschwerdeführers
zu den Asylgründen nach Art. 26 Abs. 3 AsylG (SR 142.31) statt.
C.b Der Beschwerdeführer brachte zur Begründung seines Asylgesuchs
im Wesentlichen vor, er sei von zwei Cousins und deren Vater (einem On-
kel väterlicherseits) bedroht worden, weil er eine von diesen geforderte
Rückzahlung eines Darlehens nicht habe leisten können. Er habe bei der
Polizei eine Anzeige gegen seine Verfolger erstattet. Diese hätten ihn aber
trotz eines Vermittlungsversuches der Polizei weiterhin bedroht. Er habe
keine weitere Unterstützung durch die Polizei erwarten können, weil die
Polizisten mit seinen Verwandten befreundet gewesen und von diesen be-
stochen worden seien. Er sei nach einem Aufenthalt von rund eineinhalb
Monaten in F._ im Juli 2018 aus Algerien ausgereist und via die
Türkei, Griechenland und die Balkan-Route in die Schweiz gelangt.
D.
D.a Am 21. Dezember 2020 unterbreitete die Vorinstanz der zugewiese-
nen Rechtsvertretung des Beschwerdeführers einen Verfügungsentwurf
zur Stellungnahme.
D.b Mit Eingabe 22. Dezember 2020 nahm die Rechtsvertretung zum Ent-
wurf des Entscheides des SEM schriftlich Stellung. In der Beilage wurde
ein Arztbericht des Universitätsspitals G._, vom 18. November
2020 eingereicht.
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E.
Mit Verfügung vom 23. Dezember 2020 (eröffnet am gleichen Tag) stellte
das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft
nicht, wies sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der
Schweiz sowie den Vollzug an.
F.
F.a Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 20. Januar 2021 erhob der
Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die
Verfügung der Vorinstanz und beantragte, diese sei aufzuheben und die
Sache sei zur vollständigen Erhebung des Sachverhalts an das SEM zu-
rückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung sowie um Verzicht auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses ersucht.
F.b Zum Beleg seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer einen
CT-Bericht sowie einen MRI-Bericht des Universitätsspitals G._,
beide vom 14. Januar 2021, ein.
G.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
21. Januar 2020 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG).

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche
Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb
das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
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1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.3 Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Mit seiner Beschwerde vom 20. Januar 2021 liess der Beschwerde-
führer beantragen, die Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei
zwecks korrekter Feststellung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurück-
zuweisen. Im Rechtsmittel wurden hingegen keine Anträge auf Feststel-
lung der Flüchtlingseigenschaft, auf Asylgewährung, auf Nichtanordnung
der Wegweisung oder auf Feststellung der Undurchführbarkeit des Weg-
weisungsvollzugs (mit der Folge der Anordnung einer vorläufigen
Aufnahme) gestellt. Auch in der Begründung des von einer qualifizierten
Asyljuristin verfassten Rechtsmittels wurde – explizit oder sinngemäss –
nichts vorgetragen, das unter dem Asyl- oder dem Wegweisungs(voll-
zugs)punkt inhaltlich zu berücksichtigen wäre. Der Beschwerdeführer be-
schränkte sich vielmehr formal und inhaltlich darauf, Mängel des erst-
instanzlichen Verfahrens zu rügen (fehlerhafte Sachverhaltserhebung,
Verletzung der Begründungspflicht); die Richtigkeit der materiellen
Argumentation des SEM liess er nicht bestreiten.
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4.2 Das vorliegende Beschwerdeverfahren ist bei dieser Sachlage auf die
Frage der Korrektheit des erstinstanzlichen Asyl- und Wegweisungs-
verfahrens beschränkt (vgl. etwa Urteil des BVGer E-2259/2017 vom
22. Januar 2019 E. 3).
5.
5.1 Das SEM stellte sich zur Begründung seiner Verfügung auf den Stand-
punkt, die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Drohungen durch seine
Verwandten, bei welchen es sich um eine Verfolgung durch Dritte handle,
seien im Sinne von Art. 3 AsylG flüchtlingsrechtlich nicht relevant. Es könne
der Polizei nicht vorgeworfen werden, dass sie in seinem Fall untätig ge-
blieben sei, und es sei grundsätzlich von der Schutzfähigkeit und dem
Schutzwillen der algerischen Polizei- und Justizbehörden auszugehen.
Überdies seien die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Nachteile
lokal oder regional beschränkt, und er verfüge demnach über eine inner-
staatliche Schutzalternative in einem anderen Teil seines Heimatstaates.
Es bestehe ferner Anlass zu Zweifeln an der Glaubhaftigkeit seiner Asyl-
vorbringen, jedoch erübrige sich nach dem Gesagten eine abschliessende
Prüfung dieser Rechtsfrage.
Bezüglich allfälliger Wegweisungshindernisse könne festgestellt werden,
dass der Beschwerdeführer in der Lage sein dürfte, seine wirtschaftliche
Existenz allenfalls mit Unterstützung seiner Verwandten mütterlicherseits
oder seines Freundes in F._, zu sichern. Die vorgebrachten ge-
sundheitlichen Probleme seien nicht lebensbedrohlich und in Algerien be-
handelbar. Die Ausführungen in der Stellungnahme des Beschwerdefüh-
rers vermöchten keine andere Einschätzung zu rechtfertigen. Namentlich
sei es nicht Sache der Behörden, Nachforschungen über den Gesundheits-
zustand asylsuchender Personen anzustellen, sondern der Beschwerde-
führer wäre gehalten gewesen, den geltend gemachten gesundheitlichen
Vorfall vom 18. November 2020 zu dokumentieren. Selbst wenn bei ihm
eine Epilepsie festgestellt werden sollte, würde sich hieraus keine medizi-
nische Notlage ergeben. In Algerien sei für nicht arbeitsfähige Personen
eine staatliche Unterstützung verfügbar.
5.2 Der Beschwerdeführer rügte in seiner Beschwerdeeingabe, die Vor-
instanz habe den medizinischen Sachverhalt unvollständig festgestellt und
damit den Untersuchungsgrundsatz verletzt. Die Schwere seiner Erkran-
kung sei noch offen, und es seien weitere notwendige Untersuchungen an-
gezeigt. Das SEM hätte die Ergebnisse der MRI- sowie der EEG-Untersu-
chung abwarten müssen. Namentlich werde das EEG darüber Aufschluss
geben, ob seine gesundheitlichen Beschwerden auf eine epileptische
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Erkrankung zurückzuführen seien. Der Vorwurf, er habe den Vorfall vom
18. November 2020 zu spät dokumentiert, entbinde die Vorinstanz nicht
von der Pflicht, den medizinischen Sachverhalt mittels Ermittlungen von
Amtes wegen oder Abwarten der offerierten ärztlichen Fachberichte voll-
ständig abzuklären, falls Unsicherheiten am medizinischen Sachverhalt
weiterbestünden. Ohne diese Berichte habe nicht beurteilt werden können,
ob eine Wegweisung nach Algerien zu einer Gefährdung aus medizini-
schen Gründen führe und ob er fähig sei, einer Erwerbstätigkeit nachzuge-
hen und damit seine Existenz zu sichern. Der Verweis auf die Verfügbarkeit
staatlicher Unterstützung reiche nicht aus. Aufgrund seiner mehrmaligen
Ohnmachtsanfälle in letzter Zeit wären vertiefte Abklärungen hinsichtlich
der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zwingend angezeigt gewe-
sen. Die Vorinstanz habe mit ihrem voreiligen Entscheid und ihrer Argu-
mentation in der angefochtenen Verfügung den Untersuchungsgrundsatz
sowie die Begründungspflicht verletzt.
6.
6.1 Im Verwaltungs- und namentlich im Asylverfahren gilt der Untersu-
chungsgrundsatz, das heisst die Behörde stellt den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG; vgl.
Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Für das erstinstanzliche Asylverfahren be-
deutet dies, dass das SEM zur richtigen und vollständigen Ermittlung und
zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts verpflichtet ist und
auch nach allen Elementen zu forschen hat, die zugunsten der asylsuchen-
den Person sprechen. Der Untersuchungsgrundsatz gilt nicht uneinge-
schränkt, zumal er sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht des Asylsuchen-
den findet (Art. 13 VwVG und Art. 8 AsylG; vgl. CHRISTOPH AUER, in:
Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das
Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, Art. 12 Rz. 9; BVGE 2012/21
E. 5.1). Die entscheidende Behörde darf sich trotz des Untersuchungs-
grundsatzes in der Regel darauf beschränken, die Vorbringen einer asyl-
suchenden Person zu würdigen und die von ihr angebotenen Beweise ab-
zunehmen, ohne weitere Abklärungen vornehmen zu müssen. Nach Lehre
und Praxis besteht eine Notwendigkeit für über die Befragung hinaus-
gehende Abklärungen insbesondere dann, wenn aufgrund der Vorbringen
der asylsuchenden Person und der von ihr eingereichten oder angebote-
nen Beweismittel Zweifel und Unsicherheiten am Sachverhalt weiterbeste-
hen, die voraussichtlich mit Ermittlungen von Amtes wegen beseitigt wer-
den können (vgl. BVGE 2009/50 E. 10.2.1 S. 734 m.H.a. Entscheidungen
und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK]
1995 Nr. 23 E. 5a).
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6.2 Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29
VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) verlangt, dass die verfügende Behörde die
Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft
und in der Entscheidungsfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in
der Entscheidbegründung niederschlagen muss (vgl. Art. 35 Abs. 1
VwVG). Die Begründung eines Entscheids muss so abgefasst sein, dass
der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann, was nur
der Fall ist, wenn sich sowohl der von der Verfügung Betroffene als auch
die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen
können. Die verfügende Behörde kann sich auf die wesentlichen Gesichts-
punkte beschränken, hat aber wenigstens kurz die Überlegungen anzufüh-
ren, von denen sie sich leiten liess und auf die sie ihren Entscheid ab-
stützte. Die Begründungsdichte richtet sich dabei nach dem Verfügungs-
gegenstand, den Verfahrensumständen und den Interessen des Betroffe-
nen, wobei bei schwerwiegenden Eingriffen in die rechtlich geschützten
Interessen des Betroffenen eine sorgfältige Begründung verlangt wird.
Indessen ist nicht erforderlich, dass die Behörde sich in der Begründung
mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand ein-
lässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich
widerlegt (vgl. LORENZ KNEUBÜHLER / RAMONA PEDRETTI, in: Auer/Müller/
Schindler [Hrsg.], a.a.O., Art. 35 Rz. 7 ff.; BGE 136 I 184 E. 2.2.1, BVGE
2013/34 E. 4.1, 2008/47 E. 3.2 und 2007/30 E. 5.6).
7.
7.1 Nach Auffassung des Gerichts hat die Vorinstanz diesen Anforderun-
gen Genüge getan.
7.2 Die Rüge, die Vorinstanz habe den Sachverhalt nicht vollständig abge-
klärt, kann nicht gefolgt werden. Den Vorbringen des Beschwerdeführers
im erstinstanzlichen Verfahren sowie den eingereichten ärztlichen Berich-
ten sind keine stichhaltigen Hinweise auf das Vorliegen gesundheitlicher
Beschwerden wegweisungsrechtlich relevanten Ausmasses zu entneh-
men. Ferner ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzustellen, dass
Algerien über ein funktionierendes Gesundheitssystem verfügt und na-
mentlich eine Behandlung epileptischer Erkrankungen verfügbar ist (vgl.
UK HOME OFFICE, Country Policy and Information Note, Algeria: Internal
Relocation and Background Information, Rz. 12, S. 24 ff., September
2020; ACCORD – Austrian Centre for Country of Origin & Asylum Research
and Documentation, Anfragebeantwortung zu Algerien: Medizinische Be-
handelbarkeit von Epilepsie, 22. Januar 2016). Bei dieser Ausgangslage ist
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nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz in antizipierender Beweiswürdi-
gung davon ausging, dass auch die noch ausstehenden Arztberichte nichts
an der Einschätzung ändern würden, dass nicht von einer drohenden
lebensbedrohlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Be-
schwerdeführers im Falle einer Rückkehr nach Algerien auszugehen ist
und dass sie unter diesen Umständen auf weitere Abklärungen verzichtete.
Ebenso wenig ist ersichtlich inwiefern weitergehende Abklärungen bezüg-
lich der Frage der wirtschaftlichen Existenzsicherung erforderlich sein soll-
ten, zumal es dem Beschwerdeführer oblegen hätte, derartige Weg-
weisungsvollzugshindernisse konkret darzutun. Der Sachverhalt kann
demnach in Bezug auf das Vorliegen etwaiger Wegweisungshindernisse
als hinreichend abgeklärt erachtet werden. Es liegt keine Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes vor.
7.3 Im Weiteren ist auch keine Verletzung der Begründungspflicht erkenn-
bar. Das SEM hat sich mit den wesentlichen Vorbringen des Beschwerde-
führers − namentlich mit den in seiner Stellungnahme zum Entscheident-
wurf formulierten Einwänden sowie den im erstinstanzlichen Verfahren ein-
gereichten Arztberichten – hinreichend auseinandergesetzt und in der an-
gefochtenen Verfügung die Überlegungen genannt, auf welche es seinen
Entscheid stützte. Insgesamt ist die vorinstanzliche Verfügung so abge-
fasst, dass sich der Beschwerdeführer über die Tragweite des Entscheids
ein Bild machen konnte und es ihm möglich war, diese Verfügung sachge-
recht anzufechten.
7.4 Die verfahrensrechtlichen Rügen des Beschwerdeführers erweisen
sich demnach als ungerechtfertigt. Nach dem Gesagten ist das Rechts-
begehren des Beschwerdeführers abzuweisen, die angefochtene Ver-
fügung sei wegen einer Verletzung des rechtlichen Gehörs sowie einer
unvollständigen Erhebung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie einer
Verletzung der Begründungspflicht aufzuheben und die Sache an die Vor-
instanz zurückzuweisen.
7.5 Bei diesem Verfahrensgang besteht vorliegend keine Veranlassung für
eine inhaltliche Überprüfung der angefochtenen Verfügung von Amtes we-
gen (vgl. oben E. 4).
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8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.−
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-
führung (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG) ist unbesehen der finanziellen Verhält-
nisse des Beschwerdeführers abzuweisen, da die Beschwerde gemäss
den vorstehenden Erwägungen als aussichtslos zu bezeichnen ist und es
daher an einer gesetzlichen Voraussetzung zu deren Gewährung fehlt.
(Dispositiv nächste Seite)
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