Decision ID: 7deb1b3d-d0cd-4b22-aa5a-cab51ee6a18c
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
(
geborene
Y._
)
, geboren
1989
, war
seit
1
.
Januar 2007
als
Praxisassistentin
bei der
Z._
AG
angestellt und in dieser Funktion bei der
SWICA Versicherungen AG (nachstehend:
Swica
)
gegen die Folgen von Un
fällen versichert.
Mit Unfallmeldung vom
19
.
Januar 2015
liess
sie
der
Swica
mitteilen, dass
sie
am 1
8.
Januar 2015
beim Skifahren gestürzt sei und sich Ver
letzungen
am
rechten Knie zugezogen habe
(Urk.
6
/
5
).
Dr. med.
A._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie
FMH,
welcher die Versicherte am 19. Januar 2015 als erster behandelte hatte,
berichtete am
2
.
Februar
2015
(Urk.
6
/
11
)
, das schmerzhafte rechte Kniegelenk sei stark geschwollen und schmerzbedingt kaum untersuchbar.
Aufgrund des Röntgenbefundes bestehe der Verdacht auf freie Knorpelkn
o
chenfragmente. Am 27. Januar 2015 wurde die Versicherte am rech
ten Knie operiert (diagnostische Kniearthroskopie,
Refixation
des
osteochondralen
Fragments auf der Patella nach
Microfrakturierung
sowie
Microfrakturierung
der
Trochlea
und Deckung mit
Chondro
-Gide mit Fixation mit
tisseel
und Faden; Urk. 6/27/14-15).
Die
Swica
erbrachte
die gesetzlichen Leistungen
(Taggeld und Heilungskosten; vgl. Urk. 6/8-9
, Urk. 6/17-19
)
.
A
m 17. Dezember 2015 (Urk. 6/23)
liess die
Swica
die Versicherte
wissen, dass
sie
den Fall
abschliesse
.
1.2
Nach
neuerlich
auftretenden Schmerzen
am rechten Knie
Ende 2018
begab sich die Versicherte in Abklärung.
Am 17. Dezember 2018 wurde
sie
bei der Diagnose einer
Arthrofibrose
des rechten Kniegelenkes erneut am rechten Knie operiert (Kniegelenksarthroskopie mit
Knorpeldébridement
, Eröffnung des oberen
Rez
e
ssus
und
Arthrolyse
; Urk. 6/27/12).
Die
Swica
anerkannt
e
mit Schreiben vom 24. Juli 2019
ihre Leistungspflicht für den Rückfall
und
übernahm
vorläufig
die
Behandlungskosten
(
Urk
. 6/
36
).
Am 24. Juni 2020 erkundigte sich die
Swica
bei der Versicherten nach den Rechnungen der Physiotherapie und informierte
diese
darüber, dass sie
ihre
weitere Leistungspflicht prüfen werde (Urk. 6/37).
In der
Folge
tätigte die
Swica
diverse Abklärungen und holte unter anderem eine
Aktenbeurteilung
bei Dr. med.
B._
, Facharzt
FMH
für
Chirurgie
, ein, welche
am
22
. November 2020
erstattet wurde
(Urk. 6/
52
).
Mit
Verfügung
vom
15. Dezember 2020 (Urk. 6/55) stellte die
Swica
ihre Leistungen per 25. November 2020 ein, wobei sie auf die Rückforderung bereits erbrachter Leistungen verzichtete. Eine von der Helsana Versicherungen AG da
gegen erhobene Einsprache vom 29. Dezember 2020 (Urk. 6/57) zog diese mit
Schreiben vom 5. Januar 2021 (Urk. 6/59) wieder zurück. Die von der Versicherten am 25. Januar 2021 (Urk. 6/60/2-3) erhobene Einsprache wies die
Swica
mit Entscheid vom 9. April 2021 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob
die
Versicherte am
11
.
Mai 2021 (Urk. 1)
Beschwerde und beantragte, es sei
en
der
Einspracheentscheid
vom 9. April 2021 sowie die Ver
fügung vom 15. Dezember 2020 aufzuheben; eventualiter sei die Sache zu weiteren Abklärungen des medizinischen Sachverhaltes an die Vorinstanz zurückzuweisen
; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
(S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
11
.
Juni 2021 (Urk. 5)
beantragte die Beschwerde
gegnerin die Abweisung der Beschwerde, was
der
Beschwerdeführer
in
mit Ver
fügung
vom
14
.
Juni
202
1
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
7
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am
9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
18
.
Januar 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines
Unfallversicherers ge
mäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetr
etenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind a
lle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetr
eten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht wer
den kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen
ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen di
e körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohn
e dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begriffl
ich an ein bestehendes Unfall
er
eignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfall
versicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim
versicherten Unfall erlittenen Gesundheits
schädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
Bei einem Rückfall obliegt es der versicherten Person, das
Vorliegen eines natür
lichen Kausalzusammenhangs zwischen dem
neuen Beschwerdebild und dem Un
fall mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der über
wiegen
den Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je gr
össer der zeitliche Abstand zwi
schen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den W
ahrscheinlichkeitsbeweis des na
türlichen Kausalzusammenhangs zu stellen. Bei Beweislosigk
eit fällt der Entscheid zu Las
ten der versicherten Person aus (Urteil des Bundesgerichts 8C_113/2010 vom 7. Juli 2010 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
gestützt auf die Aktenbeurteilung von Dr.
C._
vom 22. November 2020
damit
, dass
die anhaltenden Kniebeschwerden rechts mit dem Beweismass der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit nicht unfallbedingt seien beziehungsweise die natürliche Kausalität hinsichtlich des Unfallereignisses am
18
. Januar 2015 und somit die Leistungspflicht aus UVG zu verneinen sei
(Urk.
2 S. 4-6
; vgl. auch die Beschwerdeantwort vom 11. Juni 2021 [Urk. 5 S. 3 f.]
).
2.2
Demgegenüber machte
die
Beschwerdeführer
in
im Wesentlichen geltend
,
es bestünden e
r
hebliche Zweifel an der vorhandenen kreisärztlichen Einschätzung von Dr.
B._
. Dieser habe nicht schlüssig und widerspruchsfrei aufgezeigt, wes
halb seine Einschätzung überzeugen solle. Die Beschwerdegegnerin habe es unterlassen, ihren Gesundheitszustand umfassend abzuklären und ein Gutachten einzuholen. Sie habe folglich ihre Untersuchungspflicht verletzt
(
Urk. 1 S. 5-7
).
3.
3.1
3.1.1
Dr.
Y._
, welcher die
Beschwerdeführerin
am 19. Januar 2015 als erster behandelte hatte, berichtete am 2. Februar 2015 (Urk. 6/11), das schmerzhafte rechte Kniegelenk sei stark geschwollen und schmerzbedingt kaum untersuchbar. Aufgrund des Röntgenbefundes bestehe der Verdacht auf freie Knorpelknochen
fragmente
(S. 1). Die Beschwerdeführerin sei seit 18. Januar 2015 voraussichtlich für sechs Wochen zu 100 % arbeitsunfähig. Der Behandlungsabschluss sei voraussichtlich in drei Monaten (S. 2).
3.1.2
Am 27. Januar 2015 wurde die Beschwerdeführerin
bei der Operationsdiagnose eines traumatischen
osteochondralen
respektive
chondralen
Defekts auf dem medialen Übergang der Patella und in der
Trochlea
am
rechten Knie am Ortho
pädie Zentrum D._
operiert (diagnostische Kniearthroskopie,
Refixation
des
osteochondralen
Fragment
s
auf der Patell
a
nach
Microfrakturierung
sowie
Microfrakturierung
der
Trochlea
und
Deckung
mit
Chondro
-Gide mit Fixation mit
tisseel
und Faden; Urk. 6/27/14-15).
3.1.3
Dr. med
. et Dr. sc. nat.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie sowie für Handchirurgie, vom
Orthopädie Zentrum
D._
stellte in seinem Bericht vom 10. Dezember 2015
(Urk. 6/22)
folgende Diagnose (S. 1):
-
traumatischer
osteochondraler
, respektive
chondraler
Defekt auf dem
medialen Übergang der Patella und in der
Trochlea
Knie rechts bei Ski
unfall am 18. Januar 2015
-
Status nach diagnostischer Kniearthroskopie, dann offene Darstellung mit
Refixation
des
osteochondralen
Fragments auf der Patella nach
Mikrofrakturierung
, sowie
Mikrofrakturierung
der
Trochl
ea
und Deckung mit
Chondro
-Gide, mit Fixation
Tisseel
und PDS-Faden am 27. Januar 2015,
fecit
Dr.
E._
und
Dr.
A._
Dr.
E._
führte aus, der Beschwerdeführerin
gehe
es
immer besser (S. 1). Es bestehe ein erfreulicher Verlauf mit noch leichten
re
s
i
d
uellen
Beschwerden bei intensivem Sporttreiben. Sie seien einverstanden, dass die Beschwerdeführerin wieder Ski fahre, da das Risiko einer Verletzung des Knies rechts gleich sei wie für das linke. Sie organisier
t
en in sechs Monaten eine Abschlusskontrolle (S. 2).
3.1.
4
In der
Telefonnotiz
vom 17. Dezember 2015 (Urk. 6/23)
vermerkte
die Beschwerdegegnerin
aufgrund eines Telefonates mit der Beschwerdeführerin
,
sie würde den Fall nun abschliessen und habe die Beschwerdeführerin gebeten,
sie
zu informieren, falls die Beschwerden wieder
«
rückläufig
»
seien. Die Beschwerde
führerin habe dies zur Kenntnis genommen.
3.2
3.2.1
Nach einem
aufgrund rezidivierender Schmerzen veranlassten
MRI des rechten Knies vom 29. November 2018 (Urk. 6/27/10) wurde die Beschwerdeführerin
er
neut am rechten Knie operiert (Kniegelenksarthroskopie mit
Knorpeldébridement
, Eröffnung des oberen
Rez
e
ssus
und
Arthrolyse
; Urk. 6/27/12). Dr
. med.
F._
von der Klinik
G._
, diagnostizierte in seinem Operationsbericht vom 17. Dezember
2018 (Urk. 6/27/
12
)
eine
Arthrofibrose
des rechten Kniegelenkes bei Status nach medialer
Arthr
ot
omie
vor circa drei Jahren.
3.2.2
Der beratende
Dr.
B._
hielt auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin zur Über
nahme der Kosten der Operation vom 17. Dezember 2018 sowie de
r
nach
folgende
n
Physiotherapie
mit
E-Mail vom 26. Juni 2019 (Urk. 6/30) fest, es sei bei der dürftigen Aktenlage nicht ganz einfach, Stellung zu beziehen. Eigentlich liege lediglich eine Telefonnotiz vor, in welcher die Beschwerdeführerin den zweiten Eingriff
(
vom 17. Dezember 2018
)
an ihrem Knie beschreibe. Darauf auf
bauend gehe er davon aus, dass der zweite Eingriff als Folge des Unfalls zu sehen sei und, wenn die erste Behandlung durch die Beschwerdegegnerin übernommen worden sei, dann sei sie auch dafür leistungspflichtig.
3.
2.3
Dr.
A._
führte in seinem Bericht vom 17. September 2020 (Urk. 6/44/2-3) aus,
die
klinischen und radiologischen
Abklärungen
hätten
einen traumatischen
osteochondralen
Defekt
der medialen
Trochlea
femoris
rechts
ergeben
. Am
27.
Januar 2
015
sei
dann
die
Kniegelenksarthroskopie
erfolgt.
Aktuell
bestünden
rezidivierende Kniegelenksbeschwerden
(S. 1).
3.2.4
Nachdem
Dr.
B._
nach einer ersten Anfrage der Beschwerdegegnerin
am 8.
November 2020 (Urk. 6/49
S. 4
)
zwecks
Ergänzung der Akten um das
MRI vom 21. Januar 2015
g
ebeten hatte und ihm dieses vorgelegt worden war,
stellte
er
in
der
von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen
Aktenbeurteilung
vom
22
.
November
2021
(Urk.
6
/5
2
/2-5
)
folgende Diagnose (S. 3
):
-
Sturz
beim Skifahren am 18. Januar 2015 mit/bei
:
-
osteochondralem
respektive
chondralem
Defekt medialer Übergang der Patella und
Trochlea
rechtes Knie
-
Status nach offener
Refixation
des
osteochondralen
Fragments auf der Patella nach
Mikrofrakturierung
der
Trochlea
und Deckung mit
Chondro
-Gide am 27. Januar 2015
-
Status nach
transar
t
hroskopischem
Knorpeldébridement
und offener
Arthrolyse
bei
Arthrofibrose
rechtes Knie am 17. Dezember 2018
Dr.
B._
hielt fest
, unter Heranziehen der CT des rechten Kniegelenks vom 23.
Januar 2015 erscheine
es eher unwahrscheinlich, dass der Knorpeldefekt post
traumatisch entstanden
sei. Die CT
zeig
e eine
Late
ralisation
der Patella und leicht
sklerosierte
Femurkondylen
ohne
ossäre
Eindellungen bei
unauffälligem
Tibia
plateau
.
Auch im MR
I
würden
keine Knochenmarksignale beschrieben, die für ein Ausschlagen der beschriebenen
F
lakes
typisch wären. Ein Distorsionstrauma, das geeignet gewesen wäre, die
beschri
ebenen Knorpelstück
e
auszuschlage
n,
habe
nicht stattgefunden. Der Kapsel-Bandapparat
zeig
e sich im MRI
völlig unauf
fällig. Auch eine
Patellaluxation
, bei
de
r
häufig derartige Knorpelschäden
traumatisch bedingt
auftr
e
ten
,
könne im MRI
ausgeschlossen
werden.
Bei einem geeigneten direkten
Anpralltrauma der Patella hätte sich dies im MRI in einem adäquaten Knochenmarksignal zeigen müssen. Auch dies sei nicht der Fall.
Ein
status
quo ante könne nicht definiert werden. Es liege eine progredient ver
laufende degenerative Knorpelerkrankung vor.
Unter Annahme eines minimalen Distorsionstraumas, für das es jedoch im MRI keinerlei Anhalt gebe, wäre der
status
quo sine spätestens am 21. Januar 2015 (MRI) wieder erreicht gewesen, da es mit dem geforderten Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auch ohne das Unfallereignis vom 18. Januar 2015 zu dieser durch dieses Unfall
ereignis verursachten Verschlechterung des vorbestehenden Gesundheitszustands im gegenwärtigen Umfang gekommen wäre.
Unter Annahme eines minimalen Distorsionstraumas sei dieses am 21. Januar 2015 abgeheilt gewesen. Die darüber hinaus anhaltenden Beschwerden seien den degenerativen
retropatellären
Ver
änderungen geschuldet (S. 3 f.).
4.
4.1
4.1.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre Leistungspflicht gestützt auf die
Akten
beurteilung
von Dr.
B._
(E. 3.2.4)
.
4.1.2
Die Beurteilung von Dr.
B._
ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den fallrelevanten Vorak
ten
sowie der fachärztlichen Einschätzungen
erstellt
(Urk.
6/52
/2-5
). Dr.
B._
lagen die vollständigen Unterlagen vor, so auch insbesondere das
kurz nach dem Unfall vom 18. Januar 2015 veranlasste
CT
des
rechten Knies
vom
2
1
.
Januar
2015
(vgl. Urk.
6/52
/2-5
S. 1 und S. 3
). Er legte die medizinischen Zusammen
hänge einleuchtend dar und beurteilte die medi
zinische Situation überzeugend.
So legte
Dr.
B._
in seiner Beurteilung
schlüssig dar
, dass
auf
dem
CT
vom 23. Januar 2015
eine
Lateralisation
der Patella und leicht
sklerosierte
Femurkondylen
ohne
ossäre
Eindellungen bei unauffällig
em
Tibiaplateau
zu er
kennen waren
und auch im MRI
vom 21. Januar 2015
keine Knochenmarksignale beschrieben wurde
n
, welche für ein Ausschlagen der beschriebenen
Flakes
typisch wären. Er kam daher zum überzeugenden Schluss, dass ein Distorsions
trauma, welches geeignet gewesen wäre, die beschriebenen Knorpelstück auszu
schlagen, nicht stattgefunden hatte. Er erläuterte nachvollziehbar, dass sich der Kapsel-Bandapparat im MRI völlig unauffällig zeigte und auch eine
Patella
luxation
, welche häufig bei derartigen traumatisch bedingten Knorpelschäden
auftreten
, im MRI ausgeschlossen werden konnte. Er erk
l
ä
r
te schlüssig, dass
sich
bei einem geeigneten direkten Anpralltrauma der Patella dies im MRI in einem adäquaten Knochenmarksignal hätte zeigen müssen, was aber nicht der Fall war
.
Dr.
B._
kam
folglich
überzeugend zum Schluss, dass eine progredient ver
laufende degenerative Knorpelerkrankung vorliegt und selbst unter der Annahme eines minimalen Distorsionstraumas, für das es jedoch im MRI keinerlei Anhalt gab, der
status
quo sine spätestens am 21. Januar 2015 (Vorliegen des MRI) wieder erreicht gewesen war, weil dieses minimale Distorsionstrauma dann ab
geheilt gewesen war.
Er folgerte daraus plausibel, dass d
ie darüber hinaus an
haltenden Beschwerden den degenerativen
retropatellären
Veränderungen geschuldet
sind
(
E. 3.2.4).
Die Aktenbeurteilung von Dr.
B._
entspricht damit den Voraussetzungen an einen beweiskräftigen Arztbericht (E. 1.4).
4.1.3
Bei Dr.
B._
handelt es sich um einen beratenden Arzt.
Beratende Ärzte
sind, was den Beweiswert ihrer ärztlichen Beurteilung angeht, versicherungsinternen Ärzten gleichzusetzen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_281/2018 vom 25. Juni 2018 E. 3.2.2
)
, weshalb
für die Beweiskraft ihrer
Beurteilungen strenge Anforderungen gelten (E. 1.5)
.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S. 5-7)
vermögen die
anderweitig vorliegenden
fachärztlichen Berichte
keine
auch nur geringe
n
Zweifel an der Beurteilung von Dr.
B._
zu wecken.
Den Berichten von Dr.
F._
lässt sich überhaupt nichts - nicht einmal in der von ihm gestellten Diagnose - zu
einer
allfälligen unfallbedingten Ursache entnehmen (E. 3.2.1, Urk. 6/27/12).
Gleich verhält es sich mit den weiteren vorliegenden MR
I
- und CT-Unterlagen (vgl. Urk. 6/2, Urk. 6/7, Urk. 6/27/9-10).
Bei
Dr.
Dr.
E._
findet sich ein Hinweis auf eine möglich
e
unfallbedingte Ursache
- abgesehen von der Erwähnung des Unfalls am 18. Januar 2015 -
einzig in
der von ihm gestellten Diagnose,
worin er von
einem
«traumatischen» Defekt
ausgeht, ohne darauf aber in seine
n
Berichten näher
einzugehen (E. 3.1.3
, Urk. 6/27/14-15
)
.
Nur
Dr.
A._
führt in seinem Bericht vom
17. September 2020 (E. 3.2.3)
an
, «
die klinischen und radiologischen Abklärungen
» hätten einen traumatischen
Defekt
ergeben.
Genauere
Ausführungen dazu finden sich aber in seinen Berichten nicht. Inwie
fern etwa seine klinische Untersuchung oder die
radiologischen Abklärungen
Aufschluss über eine traumatische Ursache der Ablösung des die Beschwerden verursachenden Knorpels
begründen sollte
n,
machte er nicht. Dr.
B._
begründete seine Schlussfolgerung hingegen überzeugend
damit, dass
die
in den echtzei
t
lichen bildgebenden Unterlagen festgestellten
Befunde (
Lateralisation
der Patella, leicht
sklerosierte
Femurkondylen
)
respektive eben gerade nicht vor
handenen V
erletzungen (
Femurkondylen
ohne
ossäre
Eindellungen bei unauf
fälligem
Tibiaplateau
, keine
Knochemarksignale
und unauffälliger Kapsel-Bandapparat) gegen die Annahme einer unfallbedingten Ursache der Knorpel
ablösung sprechen (E. 4.1.2 vorstehend).
Dass Dr.
B._
über
fünf
Jahre nach dem Unfall vom 18. Januar
2015
zur Beurteilung, ob die Beschwerden der Beschwerdeführerin auf
diesen
zurückzu
führen sei, keine eigene klinische Untersuchung durchführte
- wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht (Urk. 1 S. 5) -
vermag an der Beweiskraft seiner Beurteilung nichts zu ändern. So konnte
Dr.
B._
aufgrund der echt
zeitlichen bildgebenden Unterlagen überzeugend aufzeigen, dass
die auf den Knorpeldefekt zurückgehenden Beschwerden, welche
wiederholte operative Ein
griffe notwendig machten,
mit überwiegender Wahrscheinlichkei
t nicht au
f den Unfall vom 18. Januar 2015
zurückgehen
, sondern
degenerativen Veränderungen geschuldet sind
(E. 4.1.2 vorstehend)
.
Eine eigene klinische Untersuchung
,
um dies festzustellen, war demnach nicht notwendig.
4.1.4
Nach dem Gesagten ist auf die beweiskräftige Aktenbeurteilung von Dr.
B._
, woran weder die vorliegenden
Berichte der Behandler noch
die
Vorbringen
der Beschwerdeführerin nur auch geringe Zweifel zu wecken vermögen (E. 4.1.3 vor
stehend), abzustellen.
Der medizinische Sachverhalt ist damit erstellt und die von der Beschwerdeführerin eventualiter beantragten weiteren medizinischen Ab
klärungen (Urk.
1 S.
2) erübrigen sich. Weitere
entscheidwesentliche
Erkenntnisse sind davon nicht zu erwarten (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d
). Demnach ist
mit dem im Sozialversicherungsrecht massgeblichen Beweis
mass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass allfällige auf den Unfall vom 18. Januar 2015 zurückgehende Beschwerden spätestens am 21. Januar 2015 abgeheilt waren
(E. 4.1.
2
)
.
4.2
Auch liegt mit dem die Beschwerden verursachenden Knorpeldefekt (
osteo
chondralem
respektive
chondralem
Defekt
) keine unfallähnliche Körper
schädigung vor, welche eine Leistungspflicht nach UVG begründen könnte.
4.3
Zusammenfassend ist die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Leistungs
einstellung per 25. November 2020
nicht zu beanstanden, was in
Abweisung der Beschwerde zur Be
stätigung des angefochtenen
Einspracheentscheids
führt.