Decision ID: 82c6a744-e42e-5107-92b0-bc24140287cd
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1987, war seit dem
1.
März 2015 als Montage-Elektriker bei der
A._
AG angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
. Gemäss Angaben in der
Schadenmel
dung UVG vom 1
7.
Februar 2017
hob der Versicherte am 1
1.
Februar 2017 zusammen mit fünf Männern
eine
200 kg schwere Kabelrolle und verletzte sich dabei
am Rücken und am linken Bein
(
Urk.
9/1). Di
e erstbehandelnde
n Ärzte der Notfallstation des Stadtspi
tals
B._
diagnostizierten in den
Kurzbericht
en
vom 1
1.
Februar 2017 eine akute Lumbago
bzw.
einen Verdacht auf einen
Dis
cusprolaps
Lendenwirbelsäule (
LWS
) 4-5
(
Urk.
9/8
/2-3 und
Urk.
9/17/3-4
). Mit Verfügung vom 1
8.
April 2017 verneinte die Suva einen Leistungsanspruch mit der Begründung, dass die Beschwerden des Versicherten weder auf einen Unfall noch auf eine
unfallähnliche Körperschädigung
zurückzuführen seien (
Urk.
9/16). D
ie dagegen vom Versicherten am
8.
Mai 2017 (Eingangsdatum) erhobene Einsprache (
Urk.
9/17) wies die Suva mit Entscheid vom
2
2.
Juni 2017
(
Urk.
2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 2
3.
August 2017 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 1):
1.
Der Einsprache-Entscheid der Suva vom 2
2.
Juni 2017 sei aufzuheben.
2.
Es seien für den Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen nach
UVG
(
Bundesgesetz über die Unfallversicherung
)
für die Folgen des Unfallereig
nisses vom
1
1.
Februar 2017 zu erbringen.
3.
Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur erneuten Überprüfung unter
Einholung eines umfassenden ärztlichen Gutachtens zurückzuweisen.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
Oktober 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8),
was dem Beschwerdeführer am 31.
Oktober 2017 angezeigt wurde (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
Abs.
1
UVG
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewähr
t.
1.2
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Nach der Rechtsprechung bezieht sich
das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rah
men des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Aus
wirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.4
Selbst bei fehlender Störung des Bewegungsablaufs durch einen äusseren Faktor kann die Aussergewöhnlichkeit auch dann gegeben sein, wenn beim Heben oder Schieben einer Last zufolge ausserordentlichen Kraftaufwandes, das heisst einer sinnfälligen Überanstrengung, eine Schädigung eintritt. Es muss allerdings jeweils geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und berufliche und ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausseror
dentlicher Art war (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38). Kein Unfall liegt vor, wenn die Anstrengung nur wegen bestehender krankhafter Veränderungen zu Schädigungen führen kann, weil sich dann eine innere Ursache auswirkt, während der äussere, oft harmlose Anlass bloss den pathologischen Faktor manifest werden lässt (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinwei
sen).
1.5
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (
lit
.
a); Verrenkungen von
Gelenken (
lit
.
b)
,
Meniskusrisse (
lit
.
c)
,
Muskelrisse (
lit
.
d)
,
Muskelzerrungen (
lit
.
e), Sehnenrisse (
lit
.
f)
,
Bandläsionen (
lit
.
g)
und
Trommelfellverletzungen (
lit
.
h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 202).
1.6
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
1.7
Praxisgemäss sind die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens von der versi
cherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die not
wendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereig
nisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglichkeit genügt nicht –, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person auswirkt. Diese Grundsätze gelten auch bezüglich des Nach
weises unfallähnlicher Körperschädigungen (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b).
1.8
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die sogenannten Aussagen der ersten Stunde ab, denen in beweismäs
siger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtli
cher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
damit, dass der Beschwerdeführer gemäss der Unfallmeldung
vom 1
7.
Februar 2017
und
den
eigenhändigen,
unterschriftlich bestätigten Angaben
vom
4.
März 2017
am 1
1.
Februar 2017
zusammen
mit fünf Arbeitskollegen eine Kabelrolle mit einem Gewicht von rund 200 kg habe heben wollen und daraufhin
im Rücken und im linken Bein Schmerzen verspürt habe.
Gemäss
dieser Sachverhaltsschil
derung habe sich nichts
Ausser
gewöhnliches wie ein Sturz, Ausgleiten oder Abgleiten
ereignet
.
Im Weiteren sei die
konkrete Gewichtsbelastung von 200 kg für
den
als Montage
-E
lektriker tätigen
Beschwerdeführer
zusammen
mit fünf weitere
n Mitarbeitern
nicht ungewohnt
gewesen und habe
keine sinnfällige Überanstrengung dar
gestellt
.
Erst in Kenntnis der ablehnenden Verfügung
habe der Beschwerdeführer
in der Einsprache vom
8.
Mai 2017
neu plötzlich geltend
gemacht
, die Arbeitskollegen hätten die Kabelrolle fallen lassen, weshalb deren ganzes Gewicht auf ihn gefallen sei.
Diese
zweite, korrigierte Sachverhaltsschil
derung
erscheine indes
nicht glaubhaft.
Mangels eines ungewöhnlichen äusseren
Faktor
s
sei das Vorliegen eines Unfallereignisses zu verneinen.
Zudem sei auch keine der in
Art.
6
Abs.
2
lit
. a bis h
UVG abschliessend aufgezählten Körper
schädigung
en
rechtsgenüglich
diagnos
tiziert worden, womit auch keine
Leistun
gen
aufgrund einer
unfallähnlichen Körperschädigung erbrac
ht werden könnten (
Urk.
2 S. 5 ff.
).
2.2
Der Beschwerdeführer machte
demgegenüber geltend, dass
er nicht deutscher Muttersprache sei und
die
detaillierte
schriftliche
Schilderung des Unfallhergangs
vom 1
1.
Februar 2017
für ihn
eine Herausforderung
dargestellt habe.
Der
Trag
weite der Aussagen der ersten Stunde
sei er sich
als jur
istischer Laie nicht bewusst gewesen.
Gemäss
Bericht
der behandelnden
Dr
.
C._
,
FMH Allgemeine Medizin
,
von der
D._
habe
er
das
plötzliche Loslassen des Ge
wichts
jedoch
bereits bei der Konsultation vom
2
1.
Februar 2017
erwähnt
. Entgegen den Ausführungen
der Beschwerdegegnerin
habe er
somit
in der
Einsprache vom 8
.
Mai 2017
nicht
plötzlich ein gänzlich neues
Ereignis
vorgebracht
.
Das
unerwartete
Loslassen der Kabelrolle durch die Arbeitskollegen sei
als ungewöhnlich
zu qualifizieren
,
und es liege
ein Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG vor.
Zudem
handle es sich beim
diagnostizierte
n
Gesundheitsschaden
auch um eine
unfallähnliche Körperschädi
gung im Sinne von
Art.
6
Abs.
2
lit
. e
UVG. Gemäss den Aus
führungen von
Dr.
C._
habe er
eine Zerrung der Rücken- und Wadenmu
skulatur erlitten (
Urk.
1
).
3.
3.1
Die
erstbehandelnden
Ärzte der Notfallstation des Stadtspitals
B._
hielten in den
an den Beschwerdeführer gerichteten
Kurzbericht
en
vom 1
1.
Februar 2017 fest,
dass der
Beschwerdeführer
berichtet
habe
,
er habe
heute bei der Arbeit mit fünf Kollegen
versucht
,
ein ca. 200 kg schwere
s
Kabel über Kopf
zu positionieren. Dabei habe er
einen plötzlich einschiessenden stechenden Schmerz im Rücken verspürt, welcher nun vor allem bei Rotationsbewegungen reproduzierbar sei (
Urk.
9/8/
2
-3 und
Urk.
9/17/3-4
; vgl. auch Arztzeugnis UVG des Stadtspitals
B._
vom
6.
März 2017,
Urk.
9/8/1)
.
3.2
Der Schadenmeldung UVG vom 1
7.
Februar 2017 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer beim Heben einer 200 kg Kabelrolle mit fünf Männern den Rücken überbelastet und sich am linken Bein ei
ne Zerrung zugezogen habe (Urk.
9/1).
3.3
Dr.
E._, FMH Radiologie,
erklärte
im Bericht vom 2
1.
Februar 2017
zuhanden von
Dr.
C._
von der
D._
, dass der Beschwerdeführer am 1
1.
Februar 2017 beim Heben eines schweren Kabels einen Unfall erlitten habe. Die Wade sei bisher nicht untersucht worden.
Bei der Ultraschall-Untersuchung
des Beines links
sei
eine Thrombose der
Vena
poplitea
über eine Distanz von etwa 4 cm
festgestellt wor
den. W
ahrscheinlich
handle es sich um
eine konsekutive Stase des venösen Blutes innerhalb der Muskelvenen (
Urk.
9/13).
3.4
Dr.
F._
,
FMH
Angiologie
und Innere Medizin, vom Zentr
um
G._
diagnostizierte im
an
Dr
.
H._
, FHM Allgemeine Innere Medizin, von der
D._
gerichteten
B
ericht vom 2
2.
Februar 2017
eine forcierte 2-Etagen-Venenthrombose links bis in die mittler
e
Vena
poplitea
reichend und
ein
Verhebetrauma
am 1
1.
Februar 2017 mit massiver Lumbago.
Dr.
F._
erklärte, dass der Beschwerdeführer beim Heben einer Kabelrolle von ca. 200 kg plötzlich einschiessende Schmerzen lumbal ver
spürt habe. Gleichzeitig sei auch die linke Wade deutlich verhärtet gewesen (
Urk.
9/5).
3.5
Der Beschwerd
e
führer gab im Fragebogen vom
4.
März 2017 an, dass
sie ein Kabel (95 m
2
) gezogen und gehoben hätten. Er habe im Rücken einen Schmerz gespürt und sich nicht mehr gut bewegen können.
Auch
die linke Wade
habe er
verletzt. Es habe sich etwas
Besonderes ereignet, nämlich beim
Ziehen und Hoch
heben (
Urk.
9/6).
3.6
Dr.
I._
, FHM Allgemeine Innere Medizin,
von der
D._
diagnostizierte im Arzt
zeugnis UVG vom 1
0.
April 2017
ein
Verhebe
trauma
lumbal,
eine akute muskuläre Überbelastun
g
Musculus
triceps
surae
links (
Differentialdiagnose: Muskelzerrung
) und
eine posttraumatische Thrombose der
Vena
poplitea
links
. Sie erklärte,
der Beschwerdeführer habe angegeben, am 1
1.
Februar 2017 beim Heben eines schweren Kabels plötzlich einen einschies
senden Schmerz lumbal und in der
linken Wade
verspürt zu haben. In der Folge habe
er
anhaltend starke Schmerzen und eine Ver
härtung in der Wade links gehabt
(
Urk.
9/14).
3.7
Dr.
C._
von der
D._
gab im an den Beschwerdeführer gerichte
ten Bericht vom
8.
August 2017 an, dass
die
Er
stkonsultation bei ihnen am 15.
Februar 2017 stattgefunden
habe
. Der Beschwerdeführer habe erklärt, dass er am 1
1.
Februar 2017 ein schweres Kabel abbekommen habe. Daher könne
die Zerrung der Rücken-
und der Wadenmuskulatur kommen.
Ab dem 2
1.
Februar 2017 seien die Rückenbeschwerden besser gewesen
,
und
die Wadenschmerzen hätten
in ihrer Untersuchung im Vordergrund gestanden. Ab dem
3.
Juli 2017 habe aufgrund der vorherigen Ereignisse erneut eine Thrombose vorgelegen. Nicht bei jedem Unfall müssten Prellmarken auftreten. Bei einem plötzlich
en
unvorhergesehenen Ereignis könnten auch nur Zerrungen auftreten. Ein Gutach
ten wäre deshalb sinnvoll. Gemäss Schilderung des Beschwerdeführers sei es kein
Verhebetrauma
gewesen. Vonseiten des Stadtspitals
B._
sei der Beschwerde
führer
nachweislich
nicht vollständig untersucht worden und
k
eine Zerrung der Wadenmuskulatur mit posttraumatischer
Thrombose festgestellt worden
(
Urk.
3/2a).
4
.
4
.1
Zu prüfen ist zunächst, ob
ein Unfallereignis im Sinne des UVG
gegeben ist.
4.2
Was die
Hergangsschilderung
des Ereignisses vom 1
1.
Februar 2017
anbelangt
,
ist
den
Kurzbericht
en
der erstbehandelnden Ärzte des Stadtspitals
B._
vom 1
1.
Februar 2017 (
Urk.
9/8/2
und
Urk.
9/17/3
), der Schadenmeldung UVG
vom 1
7.
Februar 2017 (
Urk.
9/1),
d
em
Bericht von
Dr.
F._
vom Zentrum
G._
vom 2
2.
Februar
2017 (
Urk.
9/5),
dem vom Beschwerdeführer ausgefüllten Fragebogen vom
4.
März 2017
(
Urk.
9/6)
und dem Arztzeugnis UVG der
D._
vom 1
0.
April 2017
(
Urk.
9/14)
im Wesentli
chen
zu entnehmen
, dass der Beschw
erdeführer beim Heben einer 200
k
g schwe
ren Kabelrolle mit fünf Arbeitsk
ollegen einen plötzlich
einschiessenden
Schmerz im Rücken und in der linken Wad
e vers
pürt habe.
Aus
keinem dieser
zeitnah
nach dem Ereignis vom 1
1.
Februar 2017 erstellten
Berichte
– und
ebensowenig
aus dem
vom Beschwerdeführer ausgefüllten
Fragebogen
-
geht
hervor, dass
die fünf
Arbeitskollegen
die 200 kg schwere Kabelrolle, welche sie gemeinsam
h
och
hoben
, plötzlich fallen gelassen hätten. Die
ausdrücklich gestellte
Frage im Fra
gebogen
vom
4.
März 2017
, ob sich etwas Besonderes ereignet habe (A
usgleiten, Sturz, Anschlagen
usw
.),
bejahte der Beschwerdeführer zwar.
Er präzisierte
dann aber lediglich an,
dass es sich um ein Ziehen und Hochheben gehandelt habe
(
Urk.
9/6).
4.3
Angesichts dieser Aktenlage hat die Beschwerdegegnerin
den sogenannten
Aus
sagen
der ersten Stunde
des Beschwerdeführers zum Ereignis
vom 1
1.
Februar 2017
zu Recht den höheren Beweiswert zuerkannt
als dessen
nachträglicher Sa
chverhaltsdarstellung (vgl. E. 1.8)
.
Mit Blick auf die Ausführungen im Frage
bogen vom
4.
März 2017
(
Urk.
9/6
) und in der Einspr
ache vom
8.
Mai 2017 (
Urk.
9/17
)
kann davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer
grund
sätzlich
in der Lage ist, sich auf Deutsch
gut
auszudrücken und damit
ein Ereignis wie dasjenige vom 1
1.
Februar 2017
hinreichend
zu
b
eschreiben
.
Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend bemerkte (
Urk.
8 S. 5
), vermag der Umstand, d
ass
Dr.
C._
im Eintrag i
n der Krankengeschichte vom 21.
Feb
ruar 2017 festhielt, dass das schwere Kabel gehoben und
dann
von allen fallen gelassen
worden
sei
(
Urk.
3/2b S. 1)
,
nichts daran zu ändern, dass die erste Sach
verhaltsdarstellung die wahrscheinlichere ist
.
Zum einen liegt kein
Bericht zu dieser Konsultation vor.
Zum anderen ist
zu be
achten, dass
im ersten Eintrag in der Krankengeschichte
der
D._
vom 1
5.
Februar
2017,
verfasst von
Dr.
H._
,
ebenfalls
lediglich die Rede davon war, dass beim Heben eines 200 kg schweren Kabels plötzlich starke Schmerzen lumbal aufgetreten seien
(
Urk.
3/2b S. 1
).
Dr.
E._
vom Medizinisch Radiologischen Institut sprach im Bericht vom 2
1.
Februar 2017 sodann zwar von einem Unfall,
erwähnte diesbezüglich aber auch nur ein Heben eines schweren Kabels (
Urk.
9/13).
Im Weiteren
kann der Beschwerdeführer
aus
dem
Eintrag in der Krankengeschichte
von Dr.
C._
vom 2
0.
April
2017, wonach
das Kabel oben gewesen sei, die fünf Leute es alle losgelassen und
er
die volle Belastung gehabt habe (
Urk.
3
/2b S. 4),
nichts zu seinen Gunsten ableiten
.
Dies insbesondere
auch deshalb, weil
dieser
Eintrag offenbar nach einem Telefonat mit
der Ehefrau des Beschwerdeführers zwei Tage nach Erlass der leistungsverneinenden Verfügung
der Beschwerdegegnerin
vom 1
8.
April 2017 (
Urk.
9/16)
verfasst wurde.
Das Argument
der Beschwerdegegnerin,
wonach
bei einem
Fallenlassen der Kabelrolle
durch die fünf Kollegen beim Beschwerdeführer
auch Verletzungen wie
Kontusions- oder
Kompressionsmarken aufgetreten wären, welche in den aktenkundigen medizinischen Berichte
n
indes nicht erwähnt worden seien
(Urk.
2 S. 6
)
,
ist
schliesslich
wenig überzeugend. Auch dies vermag allerdings nichts daran zu ändern, dass der
vom Beschwerdeführer
nachträglich behauptete Geschehensverlauf nicht als erstellt gelten kann.
4.4
Gestützt
auf die ursprüngliche Sachverhaltsschilderung des Beschwerdeführers
ist somit davon auszugehen
, dass er am 1
1.
Februar 2017
im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit
als Montage
-E
lektriker mit fünf Arbeitsk
ollegen eine 200
kg schwere Kabelrolle
hochhob und dann plötzlich einen
einschiessenden
Schmerz im Rücken
und
S
chmerzen in der
linken
Wade verspürte.
Demzufolge ist sowohl das Vorliegen einer
Störung des Bewegungsablaufs durch ei
nen äusseren Faktor als auch
das Vorliegen einer sinnfälligen Überanstrengung zu verneinen
(vgl. E. 1.4)
. Der Unfallbeg
riff ist damit nicht erfüllt.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt,
ob
eine unfallähnliche Körpers
chädigung
im Sinne
des UVG
gegeben ist.
5.2
Was die Rückenbeschwerden betrifft, diagnostizierten die erstbehandelnden Ärzte des S
tadtspitals
B._
in den Kurzb
erichten vom 1
1.
Feb
ruar 2017 eine akute Lumbago bzw.
einen Verdacht auf einen
D
iscusprolaps
LWS
4-5 (
Urk.
9/8/2 und
Urk.
9/17/3
).
Dr.
I._
diagnostizierte im
Arztzeugnis UVG
der
D._
vom 1
0.
April 201
7, wo der Beschwerdeführer am 1
5.
Feb
ruar 2017
von
Dr.
H._
erstmalig untersucht wurde, ein
Verhebetrauma
lumbal (
Urk.
9/14).
Im Eintrag in der Krankengeschichte vom 2
1.
Februar 2017 hielt
Dr.
C._
von der
D._
fest, dass der Rü
cken nun deutlich besser sei. Anlässlich der Kontrolle vom
2
6.
Februar 2017 stellte sie Schmerzen rechts paravertebral und muskulär nachts rechts fest und diagnostizierte eine Zerrung der Rückenmuskulatur (
Urk.
3/2b).
Da nicht davon auszugehen ist, dass sowohl den Ärzten des Stadtspitals
B._
am 1
1.
Februar 2017
als
auch
Dr.
H._
von der
D._
am 1
5.
Februar 2017
eine Zerrung der Rückenmuskulatur entgangen war, kann diese erstmals anlässlich der dritten Konsultation in der
D._
erwähnte Zerrung, bei wel
cher es sich um ein
e Listenverletzung nach
Art.
6
Abs.
2
lit
. e UVG
handelt,
indes
nicht mit überwiegender Wahrscheinl
i
chkeit auf das Ereignis vom 11.
Februar 2017
zurückgeführt werden.
5.3
Was die Wadenbeschwerden links anbelangt,
diagnostizierte
Dr.
I._
im Arztzeugnis UVG der
D._
vom 1
0.
April 2017 eine
akute muskuläre
Überbelastung
d
es
Musculus
triceps
surae
links (
Differ
entialdiagnose: Muskelzer
rung) und eine posttraumatische Thrombose der
Vena
poplitea
links (
Urk.
9/14).
Dr.
E._
vom Medizinisch Radiologischen Institut
st
ellte im Rahmen der Ultraschall-U
ntersuchung des linken
Beins
vom 2
1.
Februar 2017
eine Throm
bose der
Vena
poplitea
über eine Distanz von etwa 4 cm, wahrscheinlich konse
kutive Stase des venösen Blutes innerhalb der Muskelvenen fest. Soweit bei pro
minenter Wadenmuskulatur beurteilbar
,
lägen keine weiteren thrombotischen Veränderungen am Unterschenkel links vor
(
Urk.
9/13)
.
Dr.
F._
vom Zentrum
G._
diagnostizierte im Bericht vom 2
2.
Februar 2017 sodann eine forcierte 2-E
tagen-Venenthrombose links bis in
die mittlere
Ve
na
poplitea
reichend (
Urk.
9/15
).
Angesichts der lediglich
von
sei
ten
der
D._
differentialdiagnostisch gestellten Diagnose einer (leichten) Zerrung der Wadenmuskulatur
(vgl.
Urk.
3/2b S. 1)
ist auch hier nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit kein
e Listenverletzung nach
Art.
6
Abs.
2
lit
. e
UVG
nachgewiesen.
5.4
Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend bemerkte (
Urk.
8 S. 6), findet sich ferner in keinem der aktenkundigen Arztberichte eine Diagnose, welche unter die abschliessend aufgezählten Listenverletzungen nach
Art.
6
Abs.
2
lit
. a bis h
UVG fallen würde. Demzufolge ist auch das Vorliegen einer unfallähnlichen Körper
schädigung zu verneinen.
5.5
Die vom Beschwerdeführer beantragte erneute Überprüfung
des Sachverhalts
unter Einholung eines umfassenden ärztlichen Gutachtens ist
im Übrigen
nicht erforderlich (Urk. 1 S. 1; antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
6.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.