Decision ID: 4a5419ba-1ff2-4edb-8809-bd9f22a9f69e
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_006
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten:
A.
Nachdem die 1991 geborene Beschwerdeführerin am 24. September 2016
den in der Schweiz aufenthaltsberechtigten Landsmann C. geheiratet
hatte, reiste sie am 6. Februar 2017 zu ihrem Ehemann in die Schweiz ein.
Am 17. Februar 2017 erhielt sie eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib
bei ihrem Ehemann, welche letztmals am 19. November 2019 bis zum
31. Dezember 2020 verlängert wurde (Akten des Amtes für Migration und
Integration betreffend die Beschwerdeführerin [MI1-act.] 5 ff., 60 ff., 86).
Aus der Ehe gingen die beiden in der Schweiz aufenthaltsberechtigten Kin-
der E. (geb. 2017) und F. (geb. 2018) hervor (Akten des Amtes für Migration
und Integration betreffend E. [MI2-act] 1; Akten des Amtes für Migration
und Integration betreffend F. [MI3-act.] 1).
Mit (zweitinstanzlichem) Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom
5. November 2019 wurde der Ehemann der Beschwerdeführerin wegen
sexueller Nötigung und sexueller Handlungen mit einem Kind unter ande-
rem für fünf Jahre des Landes verwiesen (MI1-act. 98, 151). Die hiergegen
erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht mit Urteil 6B_83/2020 vom
18. Juni 2020 ab, soweit es auf diese eintrat. Hierauf liess sich die Be-
schwerdeführerin per 28. August 2020 (MI1-act. 95) scheiden.
Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs verfügte das Amt für Migration
und Integration Kanton Aargau (MIKA) am 4. Juni 2021, dass die am
31. Dezember 2020 abgelaufene Aufenthaltsbewilligung der Beschwerde-
führerin nicht mehr verlängert werde und die Genannte sowie deren beiden
Kinder aus der Schweiz weggewiesen würden (MI1-act. 122 ff.).
B.
Gegen die Verfügung des MIKA vom 4. Juni 2021 erhob die Beschwerde-
führerin mit Eingaben vom 1. Juli 2021 beim Rechtsdienst des MIKA
(Vorinstanz) Einsprache (MI1-act. 132 ff., 144).
Am 5. Oktober 2021 erliess die Vorinstanz folgenden Einspracheentscheid
(act. 1 ff.):
1. Die Einsprache wird abgewiesen.
2. Es werden keine Gebühren erhoben.
- 3 -
3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen
eingegangen.
C.
Mit Eingabe vom 5. November 2021 erhob die Beschwerdeführerin gegen
den Einspracheentscheid vom 5. Oktober 2021 beim Verwaltungsgericht
des Kantons Aargau (Verwaltungsgericht) Beschwerde und stellte folgende
Anträge (act. 11 ff.):
1. Der Einspracheentscheid des Rechtsdienstes des Amtes für Migration und Integration vom 5. Oktober 2021 sei aufzuheben und die  der Beschwerdeführerin und ihren minderjährigen Kindern zu verlängern.
2. Eventuell sei die Sache in Aufhebung des angefochtenen  zwecks weiterer Abklärungen und Neubeurteilung an den Rechtsdienst und die Sektion Aufenthalt des Amtes für Migration und  des Kantons Aargau zurückzuweisen und diese seien , der Beschwerdeführerin und ihren minderjährigen Kindern die  Aufenthaltsbewilligungen zu erteilen.
3. Es sei eine Bestätigung zuhanden der Arbeitslosenversicherung , dass die Beschwerdeführerin den Entscheid in der Schweiz  darf und ihr die Ausübung einer Erwerbstätigkeit erlaubt ist.
- Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -
Die Begründung der Beschwerde ergibt sich, soweit erforderlich, aus den
nachstehenden Erwägungen.
Mit Instruktionsverfügung vom 8. November 2021 wurde die Beschwerde-
führerin betreffend ihren Antrag auf Ausstellung einer Bestätigung zuhan-
den der Arbeitslosenversicherung an die Vorinstanz verwiesen und ihr
überdies Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses angesetzt (act. 18 f.).
Nach Eingang des einverlangten Kostenvorschusses hielt die Vorinstanz
mit Beschwerdeantwort vom 25. November 2021 an ihren Erwägungen im
angefochtenen Einspracheentscheid fest und beantragte die Abweisung
der Beschwerde (act. 20 ff.). Am 29. November 2021 (Postaufgabe) teilte
die Beschwerdeführerin dem Verwaltungsgericht unter Beilage eines ent-
sprechenden Arbeitsvertrages mit, sie habe am 13. November 2021 eine
Stelle als Hilfsköchin/Reinigungskraft angetreten (act. 27 ff.). Die Be-
schwerdeantwort der Vorinstanz und die nachgereichten Unterlagen der
Beschwerdeführerin wurden mit Instruktionsverfügungen vom 29. Novem-
ber bzw. 1. Dezember 2021 der jeweiligen Gegenpartei zur Kenntnisnahme
- 4 -
zugestellt (act. 25 f., 30 f.). Es wurde kein weiterer Schriftenwechsel ange-
ordnet.
Das Verwaltungsgericht hat den Fall auf dem Zirkularweg entschieden (vgl.
§ 7 des Gerichtsorganisationsgesetzes vom 6. Dezember 2011 [GOG;
SAR 155.200]).

Considerations:
Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:
I.
1.
Einspracheentscheide des MIKA können innert 30 Tagen seit Zustellung
mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (§ 9
Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 25. November
2008 [EGAR; SAR 122.600]). Beschwerden sind schriftlich einzureichen
und müssen einen Antrag sowie eine Begründung enthalten; der angefoch-
tene Entscheid ist anzugeben, allfällige Beweismittel sind zu bezeichnen
und soweit möglich beizufügen (§ 2 Abs. 1 EGAR i.V.m. § 43 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Verwaltungs-
rechtspflegegesetz, VRPG; SAR 271.200]).
Die Beschwerdeführerin beantragt mit ihrer Beschwerde unter anderem die
Verlängerung ihrer eigenen Aufenthaltsbewilligung und derjenigen ihrer
Kinder. Das Verwaltungsgericht kann jedoch keine Aufenthaltsbe-
willigungen erteilen oder verlängern. Der Antrag ist daher so zu verstehen,
dass das MIKA anzuweisen sei, der Beschwerdeführerin und ihren Kindern
jeweils eine (neue) Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.
Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Vorinstanz vom 5. Oktober 2021. Die Zuständigkeit des Verwaltungs-
gerichts ist somit gegeben. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde ist daher, unter Beachtung der vorstehenden Präzisierung, ein-
zutreten.
2.
Unter Vorbehalt abweichender bundesrechtlicher Vorschriften oder Be-
stimmungen des EGAR können mit der Beschwerde an das Verwaltungs-
gericht einzig Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung oder
Missbrauch des Ermessens, und unrichtige oder unvollständige Feststel-
lung des rechtserheblichen Sachverhaltes gerügt werden. Die Ermessens-
überprüfung steht dem Gericht jedoch grundsätzlich nicht zu (§ 9 Abs. 2
EGAR; vgl. auch § 55 Abs. 1 VRPG). Schranke der Ermessensausübung
bildet das Verhältnismässigkeitsprinzip (vgl. BENJAMIN SCHINDLER, in:
MARTINA CARONI/THOMAS GÄCHTER/DANIELA THURNHERR [Hrsg.], Stämpflis
- 5 -
Handkommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Auslän-
der [AuG], Bern 2010, N. 7 zu Art. 96 mit Hinweisen).
II.
1.
1.1.
Die Vorinstanz hält im angefochtenen Entscheid zusammengefasst fest,
dass sich der Aufenthalt der Beschwerdeführerin und ihrer Kinder von dem-
jenigen des früheren Ehemannes der Beschwerdeführerin abgeleitet habe
und ihr derivatives Aufenthaltsrecht erloschen sei, nachdem dieser zufolge
schwerwiegender Straffälligkeit rechtskräftig des Landes verwiesen
worden und inzwischen auch die Scheidung erfolgt sei. Nacheheliche Auf-
enthaltsansprüche fielen sodann ausser Betracht, da das originäre Aufent-
haltsrecht des früheren Ehemannes zum Zeitpunkt der Auflösung der Ehe-
gemeinschaft bereits untergegangen sei und kein schwerwiegender per-
sönlicher Härtefall ersichtlich sei. Sowohl ihr als auch ihren Kindern sei die
gemeinsame Ausreise nach Serbien zumutbar, wo im Übrigen auch der
Kindsvater lebe. Aufgrund der Zumutbarkeit der gemeinsamen Ausreise
der Familie, der inzwischen erfolgten Scheidung und der nicht über eine
normale Integration hinausgehenden Eingliederung der Beschwerde-
führerin liege auch kein Eingriff in das konventions- und verfassungsmässig
geschützte Recht auf Privat- und Familienleben vor. Ebensowenig seien
Vollzugshindernisse ersichtlich.
Anders als das MIKA liess die Vorinstanz offen, ob ein nachehelicher Auf-
enthalt nicht auch am Erfordernis einer mindestens dreijährigen Ehege-
meinschaft in der Schweiz scheitern würde, nachdem die Beschwerdefüh-
rerin zunächst noch behauptet hatte, sich bereits im Januar 2020 von ihrem
damaligen Ehemann getrennt zu haben, den Trennungszeitpunkt aber spä-
ter auf Mai 2020 terminierte.
1.2.
Die Beschwerdeführerin bringt hiergegen vor, dass das eheliche Zusam-
menleben mit ihrem früheren Ehemann in der Schweiz vom 17. Februar
2017 bis Mai 2020 und mithin mehr als drei Jahre gedauert habe, weshalb
sie (und ihre Kinder) ein nacheheliches Aufenthaltsrecht hätten. Insbeson-
dere sei die gegen ihren früheren Ehemann ausgesprochene Landesver-
weisung erst am 18. Juni 2020 durch das Bundesgericht bestätigt und erst
auf diesem Zeitpunkt rechtskräftig geworden, weshalb zum Zeitpunkt der
Auflösung der Ehegemeinschaft (Mai 2020) noch ein abgeleiteter Aufent-
haltsanspruch bestanden habe bzw. vom MIKA hätte geprüft werden
müssen, ob ihre Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 77 Abs. 1 VZAE
zu verlängern sei. Weiter lägen sowohl ein Härtefall als auch Vollzugshin-
dernisse vor, zumal sie aufgrund ihrer Scheidung sowohl von ihrer eigenen
Familie als auch von derjenigen ihres früheren Ehemannes verstossen wor-
den sei und ihr im Falle einer Rückkehr in ihre Heimat ernsthafte Nachteile
- 6 -
drohen würden. Zudem ersucht die Beschwerdeführerin um Bestätigung
ihres prozeduralen Aufenthaltsrechts und ihrer Erwerbsberechtigung
während der Verfahrenshängigkeit.
2.
Vorab ist festzuhalten, dass das Bundesgesetz über die Ausländerinnen
und Ausländer vom 16. Dezember 2005 (Ausländergesetz, AuG;
SR 142.20) per 1. Januar 2019 revidiert und zum Bundesgesetz über die
Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration vom 16. Dezember
2005 (Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG umbenannt wurde (Ände-
rung vom 16. Dezember 2016; AS 2017 6521, 2018 3171; Bundesblatt
[BBl] 2013 2397, 2016 2821). Seither wurden diverse weitere Bestim-
mungen des AIG revidiert. Gleiches gilt für das einschlägige Verordnungs-
recht.
Wurde, wie hier, das Verfahren durch ein Gesuch um Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung eingeleitet, ist zur Bestimmung des anwendbaren
materiellen Rechts aufgrund der analog anwendbaren übergangsrecht-
lichen Regelung von Art. 126 Abs. 1 AIG auf die Rechtslage bei Ein-
reichung des Verlängerungsgesuchs abzustellen (Urteile des Bundes-
gerichts 2C_212/2019 vom 12. September 2019, Erw. 4.1, 2C_911/2019;
vom 6. Februar 2020, Erw. 4.1, und 2C_9/2020 vom 29. Juni 2020,
Erw. 4.1; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 2C_496/2019 vom 13. No-
vember 2019, Erw. 4 betr. Gesuch um Erteilung der Niederlassungs-
bewilligung, und 2C_35/2019 vom 15. September 2020, Erw. 3.4 betr. Ge-
such um Familiennachzug; eingehend Entscheid des Verwaltungsgerichts
WBE.2017.206 vom 26. März 2019, Erw. II/1.3; anderer Meinung das Bun-
desverwaltungsgericht mit Urteil F-6799/2016 vom 11. Februar 2019,
Erw. 3).
Die Beschwerdeführerin ersuchte im Oktober 2019 um die Verlängerung
ihrer Aufenthaltsbewilligung (MI1-act. 83 f.). Massgebend für das vorlie-
gende Verfahren sind damit in materiell-rechtlicher Hinsicht das AIG und
die Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit vom
24. Oktober 2007 (VZAE; SR 142.201) in ihrer jeweiligen Fassung vom
1. Juni 2019.
Was das Verfahren angeht, so richtet sich dieses mangels besonderer
Übergangsbestimmungen stets nach dem neuen Recht (Art. 126 Abs. 2
AIG analog). Auf Verfahrensfragen – wie namentlich das Erfordernis der
Zustimmung des Staatssekretariats für Migration (SEM) zur allfälligen Er-
teilung einer Aufenthaltsbewilligung an Beschwerdeführende im Rahmen
eines nachehelichen oder schwerwiegenden persönlichen Härtefalls (vgl.
auch Art. 4 lit. d und Art. 5 lit. d der Verordnung des EJPD über die dem
Zustimmungsverfahren unterliegenden ausländerrechtlichen Bewil-
ligungen und Vorentscheide vom 13. August 2015 [Verordnung des EJPD
- 7 -
über das ausländerrechtliche Zustimmungsverfahren, ZV-EJPD;
SR 142.201.1; Stand 1. Mai 2022]) – kommen deshalb vorliegend das AIG
und die VZAE in der jeweils aktuell geltenden Fassung zur Anwendung.
3.
3.1.
Gemäss Art. 44 Abs. 1 AIG kann ausländischen Ehegatten von Personen
mit Aufenthaltsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung erteilt und ver-
längert werden, sofern sie mit diesen zusammenwohnen (lit. a), eine be-
darfsgerechte Wohnung vorhanden ist (lit. b), sie nicht auf Sozialhilfe an-
gewiesen sind (lit. c), sie sich in der am Wohnort gesprochenen Landes-
sprache verständigen können (lit. d) und die nachziehende Person keine
jährlichen Ergänzungsleistungen nach dem Bundesgesetz über die Ergän-
zungsleistungen zur Alters- Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
vom 6. Oktober 2006 (ELG; SR 831.30) bezieht oder wegen des Familien-
nachzugs beziehen könnte (lit. e).
3.2.
Die Beschwerdeführerin hat das eheliche Zusammenleben eigenen Anga-
ben zufolge aufgegeben und sich am 28. August 2020 (Rechtskraftdatum)
in Serbien von ihrem Ehemann scheiden lassen (MI1-act. 94 und, leicht
abweichend bezüglich Rechtskraftdatum des Scheidungsurteils, MI1-
act. 102). Zudem musste ihr früherer Ehemann aufgrund der gegen ihn ver-
hängten Landesverweisung die Schweiz inzwischen verlassen. Die Be-
schwerdeführerin erfüllt damit unbestrittenermassen die Anforderungen für
eine Aufenthaltsregelung gestützt auf Art. 44 AIG nicht mehr. Zu prüfen
bleibt, ob der weitere Aufenthalt der Beschwerdeführerin im Rahmen eines
nachehelichen Aufenthalts zu regeln ist.
4.
4.1.
4.1.1.
Gemäss Art. 77 Abs. 1 lit. a VZAE kann die Aufenthaltsbewilligung der Ehe-
gattin bzw. des Ehegatten nach Art. 44 AIG trotz Auflösung der Ehe oder
der Familiengemeinschaft verlängert werden, wenn die Ehegemeinschaft
mindestens drei Jahre bestanden hat und die betroffene Person die In-
tegrationskriterien nach Art. 58a Abs. 1 AIG erfüllt. Gleich wie bei Art. 50
Abs. 1 lit. a AIG besteht die gemäss Art. 77 Abs. 1 lit. a VZAE geforderte
Ehegemeinschaft grundsätzlich solange, als die Eheleute in der Schweiz
zusammenleben (vgl. MARC SPESCHA, in: MARC SPESCHA/ANDREAS
ZÜND/PETER BOLZLI/CONSTANTIN HRUSCHKA/FANNY DE WECK [Hrsg.], Kom-
mentar Migrationsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, N. 4 zu Art. 50 AIG;
BGE 136 II 113, Erw. 3.3). Massgeblicher Zeitpunkt für die retrospektive
Berechnung der Dauer der ehelichen Gemeinschaft ist in der Regel die
Aufgabe der Haushaltsgemeinschaft (BGE 136 II 113, Erw. 3.2; 137 II 345,
Erw. 3.1.2), wobei in diesem Zusammenhang Art. 49 AIG zu beachten ist
- 8 -
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_544/2010 vom 23. Dezember 2010,
Erw. 2.3.1). Dies gilt jedoch nicht, wenn klare Anhaltspunkte dafür be-
stehen, dass trotz gemeinsamer Wohnung keine eheliche Gemeinschaft
(mehr) besteht (Urteil des Bundesgerichts 2C_1174/2013 vom 8. Dezem-
ber 2014, Erw. 3.2). Das Erfordernis einer mindestens dreijährigen Ehege-
meinschaft gilt im Übrigen absolut, selbst wenn die Frist nur um wenige
Wochen oder Tage verpasst wurde (BGE 137 II 345, Erw. 3.1.3).
4.1.2.
Weiter setzt der nacheheliche Aufenthalt nach Art. 77 Abs. 1 lit. a VZAE
voraus, dass bis zum Zeitpunkt der Auflösung der Ehegemeinschaft noch
ein abgeleiteter Anspruch nach Art. 44 AIG bestand. Ist ein derartiger An-
spruch bereits vor der Auflösung der Ehegemeinschaft untergegangen,
kann ein nachehelicher Aufenthaltsanspruch nicht mehr entstehen. Folglich
ist massgeblich, zu welchem Zeitpunkt die Ehegemeinschaft (gegebenen-
falls) aufgelöst wurde: Erfolgte die Auflösung der Ehegemeinschaft erst,
nachdem das (abgeleitete) eheliche Aufenthaltsrecht bereits unterge-
gangen war, kann ein nacheheliches Aufenthaltsrecht nach Art. 77 AIG
nicht durch Aufgabe des ehelichen Zusammenlebens neu entstehen (vgl.
mit Blick auf die analoge Regelung von Art. 50 AIG BGE 137 II 345,
Erw. 3.2.3 am Schluss, mit Hinweis).
Ist eine Landesverweisung gegen den originär aufenthaltsberechtigten
Ehegatten ausgesprochen worden, erlischt dessen Bewilligung gemäss
Art. 61 Abs. 1 lit. f AIG bei einer fakultativ angeordneten Landesverweisung
im Sinne von Art. 66abis des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom
21. Dezember 1937 (StGB; SR 311.0) erst mit dem Vollzug der Landesver-
weisung. Hat das Strafgericht jedoch eine obligatorische Landesverwei-
sung im Sinne von Art. 66a StGB verfügt, erlischt die Bewilligung gemäss
Art. 61 Abs. 1 lit. e AIG ohne Weiteres bereits mit der Rechtskraft dersel-
ben, und zwar in Abweichung vom Grundsatz gemäss Art. 70 Abs. 1 VZAE,
wonach die bisherige Bewilligung ihre Gültigkeit bis zur Entlassung aus
dem Straf- oder Massnahmenvollzug behalten würde (Urteil des Bundes-
gerichts 2C_144/2018 vom 21. September 2019, Erw. 5; Weisungen und
Erläuterungen des SEM zum Ausländerbereich [Weisungen AIG], Bern Ok-
tober 2013 [aktualisiert am 1. Oktober 2022], Ziff. 8.4.2.2).
Im vorliegenden Fall wurde gegen den Ehemann der Beschwerdeführerin
eine obligatorische Landesverweisung ausgesprochen, womit dessen
originäres Aufenthaltsrecht gemäss Art. 61 Abs. 1 lit. e AIG mit Rechtskraft
der Landesverweisung erloschen ist und sich die Beschwerdeführerin ab
diesem Zeitpunkt für die Berechnung einer gestützt auf Art. 77 Abs. 1 lit. a
VZAE zu erteilenden Aufenthaltsbewilligung bezüglich der Dreijahresfrist
nicht mehr auf die Ehe berufen kann. Wann eine obligatorische Landesver-
weisung in Rechtskraft erwächst, wenn eine kantonal letztinstanzlich ver-
- 9 -
hängte Landesverweisung mit strafrechtlicher Beschwerde beim Bundes-
gericht angefochten wird (im Zeitpunkt des letztinstanzlichen kantonalen
Berufungsurteils oder des Urteils des Bundesgerichts), ist in der Lehre um-
stritten und wurde durch das Bundesgericht noch nicht geklärt. Wie nach-
folgend zu zeigen sein wird, bedarf die Frage im vorliegenden Verfahren
keiner abschliessenden Klärung, da die Beschwerdeführerin unabhängig
von der Rechtskraft der gegen ihren früheren Ehemann verhängten Lan-
desverweisung nicht drei Jahre in ehelicher Gemeinschaft mit ihrem Ehe-
mann in der Schweiz zusammengelebt hat.
4.1.3.
Die Beschwerdeführerin reiste am 6. Februar 2017 zu ihrem damaligen
Ehemann in die Schweiz ein und lebte gemäss ihren erst im Einsprache-
und Beschwerdeverfahren gemachten eigenen Angaben bis Mai 2020 mit
diesem in ehelicher Gemeinschaft zusammen. Wie sich aus den Akten er-
schliesst, erscheinen ihre Angaben zum Trennungszeitpunkt jedoch wenig
überzeugend und widersprechen ihren früheren Angaben:
Mit Stellungnahme vom 22. Dezember 2020 liess die Beschwerdeführerin
dem MIKA mitteilen, sie habe sich Mitte Januar 2020 von ihrem Ehemann
getrennt (MI1-act. 96). In einer weiteren Stellungnahme ihres damaligen
Vertreters vom 16. Februar 2021 bestätigte sie erneut ihre Trennung im
Januar 2020, wobei sie sich – offenbar in Fehlinterpretation der rechtlichen
Voraussetzungen – auf ein nacheheliches Aufenthaltsrecht aufgrund ihrer
mehr als dreijährigen Ehe berief (MI1-act. 102).
Erst in ihrer Einsprache vom 1. Juli 2021 korrigierte die Beschwerdeführerin
ihre früheren Angaben und machte stattdessen geltend, trotz ihrer im Ja-
nuar 2020 begonnenen Eheprobleme die eheliche Beziehung und das Zu-
sammenleben zunächst noch fortgesetzt zu haben, während ihr damaliger
Ehemann erst im Mai 2020 aus der ehelichen Wohnung ausgezogen und
zu seinem Bruder gezogen sei. Ihre abweichenden früheren Angaben er-
klärte sie damit, dass sie sich auf unzutreffende Angaben im serbischen
Scheidungsverfahren gestützt habe und ihr die Bedeutung ihrer Angaben
nicht bewusst gewesen sei. Sodann versuchte sie, ihre neuen Angaben
damit zu plausibilisieren, dass ihr früherer Ehemann noch bei seinem Ge-
such um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung Anfang Februar 2020
den Fortbestand der ehelichen Gemeinschaft bestätigt habe (MI1-
act. 132 ff.).
Während die ursprünglichen Angaben der Beschwerdeführerin glaubhaft
und schlüssig erscheinen, erfolgte ihre Korrektur des Trennungsdatums im
Einspracheverfahren offenkundig zweckgerichtet zur Sicherung ihres wei-
teren Aufenthalts: So war der Beschwerdeführerin die Bedeutung der
Dauer der Ehegemeinschaft bereits bei ihrer Stellungnahme vom 16. Feb-
ruar 2021 bewusst, wenngleich sie in Fehlinterpretation der rechtlichen
- 10 -
Bestimmungen zunächst wohl davon ausging, dass die formelle Ehedauer
massgeblich sei. Soweit die Beschwerdeführerin angab, sich auf ein feh-
lerhaftes Trennungsdatum im serbischen Scheidungsverfahren gestützt zu
haben, ist einerseits nicht ersichtlich, weshalb sie sich hierauf trotz erkann-
ter Fehlerhaftigkeit überhaupt stützte, zumal ihre Trennung bei ihren ersten
Stellungnahmen noch nicht lange zurücklag und deshalb eine korrekte zeit-
liche Einordnung auch ohne Rückgriff auf schriftliche Unterlagen zu erwar-
ten gewesen wäre. Andererseits ist auch nicht glaubhaft dargelegt worden,
dass aufgrund eines Fehlers des Gerichts ein fehlerhaftes Trennungs-
datum in das serbische Scheidungsverfahren Eingang gefunden hatte.
Vielmehr erscheint wesentlich wahrscheinlicher, dass sich auch die
serbischen Behörden hierbei auf die Angaben der Eheleute stützten. Die
Datierung der Trennung im serbischen Scheidungsverfahren ist damit ein
weiteres Indiz für die ursprünglich behauptete Trennung im Januar 2020.
Weiter ist dem Umstand, dass der (damalige) Ehemann Anfang Februar
2020 noch eine fortbestehende Ehegemeinschaft behauptet haben soll,
kein massgebliches Gewicht zuzumessen, da dieser ein offenkundiges
Eigeninteresse an einer derartigen Behauptung hatte, um seine eigenen
Bewilligungschancen zu verbessern. Wie die Beschwerdeführerin bereits
in ihrer Stellungnahme vom 22. Dezember 2020 festhielt, zog ihr damaliger
Ehemann bereits nach der Trennung im Januar 2020 zu seinem Bruder,
wobei er sich aber erst später umgemeldet haben soll (MI1-act. 96). Auf die
Meldeverhältnisse kann entsprechend nicht abgestellt werden. Abschlies-
send ist zu bemerken, dass das effektive Auszugsdatum des (damaligen)
Ehemannes nach dargelegter Rechtslage ohnehin nicht entscheidend ist,
nachdem die Beschwerdeführerin (ursprünglich) wiederholt bestätigt hatte,
dass ihre Ehe bereits im Januar 2020 definitiv gescheitert sei.
Damit bestehen keine ernsthaften Zweifel, dass die eheliche Gemeinschaft
in der Schweiz bereits im Januar 2020 aufgegeben wurde und nicht die
erforderlichen drei Jahre gedauert hat. Eine Verlängerung der Aufenthalts-
bewilligung gestützt auf Art. 77 Abs. 1 lit. a VZAE fällt damit unabhängig
vom Integrationsgrad der Beschwerdeführerin ausser Betracht. Eine erfolg-
reiche Integration bzw. die Erfüllung der Integrationskriterien nach Art. 58a
Abs. 1 AIG ist kumulatives Kriterium zum dreijährigen Bestand der Ehege-
meinschaft und deshalb nicht hinreichend zur Begründung eines nachehe-
lichen Aufenthalts gestützt auf Art. 77 Abs. 1 lit. a VZAE (vgl. BGE 136 II
113, Erw. 3.3.3; vgl. auch Entscheid des Verwaltungsgerichts
WBE.2019.359 vom 22. Januar 2020, Erw. II/3.4.1).
Wie bereits festgehalten, ist damit nicht entscheidwesentlich, ob die Lan-
desverweisung des früheren Ehemannes der Beschwerdeführerin bereits
mit Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich am 5. November 2019 oder
erst mit Urteil des Bundesgerichts am 18. Juli 2020 in Rechtskraft erwach-
sen ist. Selbst wenn Letzteres der Fall wäre, hätte die Beschwerdeführerin
- 11 -
nicht während dreier Jahre in ehelicher Gemeinschaft mit ihrem damaligen
Ehemann zusammengelebt.
5.
5.1.
Zu prüfen bleibt, ob wichtige persönliche Gründe gemäss Art. 77 Abs. 1
lit. b VZAE vorliegen, die den weiteren Aufenthalt der Beschwerdeführerin
(mit ihren Kindern) in der Schweiz erforderlich machen. Nach Art. 77 Abs. 2
VZAE können wichtige persönliche Gründe namentlich dann vorliegen,
wenn die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde, die
Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen wurde oder die Wiedereingliede-
rung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint. Die Aufzählung ist nicht
abschliessend. Dem Wortlaut der beiden Bestimmungen ist jedoch zu ent-
nehmen, dass nicht jeder beliebige Grund für eine Bewilligungsverlänge-
rung genügt. Dies ergibt sich auch aus der Formulierung, dass die Bewilli-
gung dann verlängert werden kann, wenn der weitere Aufenthalt erforder-
lich ist (vgl. Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2019.359 vom 22. Ja-
nuar 2020, Erw. II/3.5.1.1).
Ein persönlicher, nachehelicher Härtefall im Sinne von Art. 77 Abs. 1 lit. b
VZAE setzt demnach aufgrund der gesamten Umstände des Einzelfalls
eine erhebliche Intensität der Konsequenzen für das Privat- und/oder Fa-
milienleben voraus, die mit der Lebenssituation nach dem Dahinfallen der
abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung verbunden sind (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 2C_781/2010 vom 16. Februar 2011, Erw. 2.2). Die wichti-
gen persönlichen Gründe für einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz
müssen hierbei in Kontinuität bzw. Kausalität zur gescheiterten Ehege-
meinschaft und dem damit verbundenen (abgeleiteten) Aufenthalt stehen
(BGE 137 II 345, Erw. 3.2.3). Fehlt es an einem derartigen Konnex, kann
allenfalls gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG von den Zulassungsvoraus-
setzungen abgewichen werden, um schwerwiegenden persönlichen Härte-
fällen oder wichtigen öffentlichen Interessen Rechnung zu tragen. Hat der
Aufenthalt nur kürzere Zeit gedauert und wurden keine engen Beziehungen
zur Schweiz geknüpft, ist der weitere Verbleib in der Schweiz in der Regel
nicht zu bewilligen, wenn die erneute Integration im Herkunftsland keine
besonderen Probleme stellt (Botschaft vom 8. März 2002 zum Bundes-
gesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [Botschaft AuG],
BBl 2002 3709 ff., 3754). Eine erfolgreiche Integration bzw. die Erfüllung
der Integrationskriterien von Art. 58a Abs. 1 AIG vermag hingegen noch
keinen Härtefall zu begründen (vgl. zum Ganzen das Urteil des Bundes-
gerichts 2C_830/2010 vom 10. Juni 2011, Erw. 3.1.3).
Bei der Beurteilung, ob wichtige persönliche Gründe im Sinne von Art. 77
Abs. 1 lit. b VZAE bzw. Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG vorliegen, sind insbeson-
dere die Konkretisierungen in Art. 31 VZAE zu beachten. Die Bestimmung
umschreibt in allgemeiner Form, dass Ausländerinnen und Ausländern, die
- 12 -
ihre Identität offenlegen, bei Vorliegen eines schwerwiegenden persön-
lichen Härtefalls eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden kann. Sie be-
zieht sich gemäss Klammerverweis im Titel sowohl auf Art. 14 des Asylge-
setzes vom 26. Juni 1998 (AsylG; SR 142.31) als auch auf den Anwen-
dungsbereich des AIG (Art. 30 Abs. 1 lit. b, Art. 50 Abs. 1 lit. b und Art. 84
Abs. 5 AIG) und ist sinngemäss auch auf den nachehelichen Härtefall ge-
mäss Art. 77 Abs. 1 lit. b VZAE anwendbar (Entscheid des Verwaltungsge-
richts WBE.2019.359 vom 22. Januar 2020, Erw. II/3.5.1.2). In Art. 31
Abs. 1 VZAE werden folgende zu berücksichtigende Kriterien aufgelistet:
- die Integration anhand der Kriterien von Art. 58a Abs. 1 AIG (Beach-
tung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, Respektierung der Werte
der Bundesverfassung, Sprachkompetenzen und Teilnahme am Wirt-
schaftsleben oder am Erwerb von Bildung; Art. 31 Abs. 1 lit. a VZAE),
- die familiären Verhältnisse unter besonderer Beachtung des Zeitpunkts
der Einschulung und der Dauer des Schulbesuchs der Kinder (lit. c),
- die finanziellen Verhältnisse (lit. d),
- die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz (lit. e),
- der Gesundheitszustand (lit. f) und
- die Möglichkeiten der Wiedereingliederung im Herkunftsstaat (lit. g).
Diese Kriterien beziehen sich einerseits auf härtefallbegründende Um-
stände und andererseits auf Aspekte des öffentlichen Interesses, die der
Erteilung einer Härtefallbewilligung entgegenstehen können. Mit Blick auf
Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG und Art. 77 Abs. 1 lit. b VZAE sind zunächst nur die
härtefallbegründenden bzw. privaten Interessen massgebend, da vorab zu
klären ist, ob wichtige persönliche Gründe vorliegen, die einen weiteren
Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen und somit einen Grund
setzen, die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen oder zu verlängern. Liegt ein
wichtiger persönlicher Grund bzw. ein schwerwiegender persönlicher
Härtefall im Sinne der genannten Bestimmungen vor, ist die Aufenthalts-
bewilligung grundsätzlich zu erteilen, es sei denn, der Erteilung der Bewil-
ligung stehen Gründe entgegen, die zu einem überwiegenden öffentlichen
Interesse an der Bewilligungsverweigerung führen.
Die für das Vorliegen eines Härtefalls gemäss Art. 31 VZAE zu beachten-
den Kriterien stellen weder einen abschliessenden Katalog dar noch
müssen sie kumulativ erfüllt sein, damit von einem Härtefall ausgegangen
werden kann. Indes sind die Voraussetzungen zur Anerkennung eines Här-
tefalls aufgrund ihres Ausnahmecharakters restriktiv zu handhaben, wobei
an die vom Bundesgericht massgebend mitgeprägte Praxis zum schwer-
wiegenden persönlichen Härtefall gemäss Art. 13 lit. f der Verordnung über
die Begrenzung der Zahl der Ausländer vom 6. Oktober 1986 (BVO; aufge-
hoben am 1. Januar 2008) angeknüpft werden kann, den Aspekten der In-
tegration unter neuem Recht jedoch verstärktes Gewicht beizumessen ist
(Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2019.359 vom 22. Januar 2020,
- 13 -
Erw. II/3.5.1.2; Botschaft AuG, BBl 2002 3709 ff., 3786; vgl. zum Ganzen
PETER UEBERSAX, Einreise und Aufenthalt, in: PETER UEBERSAX/BEAT
RUDIN/THOMAS HUGI YAR/THOMAS GEISER [Hrsg.], Handbücher für die An-
waltspraxis, Band VIII, Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 7.191 ff.;
vgl. auch Art. 3 Abs. 1 sowie Art. 96 Abs. 1 AIG).
5.2.
5.2.1.
Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen
ist, dass bei der Beschwerdeführerin kein nachehelicher bzw. schwerwie-
gender persönlicher Härtefall im Sinne der genannten Bestimmungen vor-
liegt.
5.2.2.
Die Beschwerdeführerin macht weder geltend, Opfer ehelicher Gewalt ge-
worden zu sein, noch bestreitet sie, ihre Ehe aus freiem Willen geschlossen
zu haben.
Zu ihren Wiedereingliederungschancen im Herkunftsland lässt sie sich im
Beschwerdeverfahren lediglich insoweit vernehmen, als dass sie aufgrund
ihrer Scheidung sowohl von der eigenen Familie als auch von derjenigen
ihres früheren Ehemannes verstossen worden sei. Zudem würden ihr im
Falle einer Rückkehr in ihr Heimatland ernsthafte Nachteile drohen.
Praxisgemäss muss eine soziale Stigmatisierung im Heimatland aufgrund
einer erfolgten Scheidung substanziiert dargelegt werden und müssen die
geltend gemachten Nachteile in der Heimat zumindest glaubhaft gemacht
werden (vgl. z.B. Urteile des Bundesgerichts 2C_822/2018 vom 23. August
2019, Erw. 3.3.3, und 2C_982/2013 vom 21. Juni 2014, 2C_982/2013,
Erw. 2.3.3).
Die diesbezüglichen Angaben der Beschwerdeführerin sind äusserst vage
und unbelegt geblieben. Weder werden konkrete Gegebenheiten geschil-
dert, welche die behauptete Verstossung durch nahe Angehörige unter-
mauern könnten, noch ist konkret dargelegt worden, welche Nachteile der
Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Serbien drohen könnten (vgl.
auch MI1-act. 103). Es ist insbesondere auch nicht ersichtlich, weshalb ihr
in ihrer Heimat die Straffälligkeit ihres früheren Ehegatten angelastet wer-
den könnte. Sodann hat die Beschwerdeführerin ihre Heimat – wo sie auf-
gewachsen ist und sozialisiert wurde und eine Ausbildung als staatlich dip-
lomierte Kindergärtnerin absolvierte (MI1-act. 43, 65) – erst vor wenigen
Jahren verlassen. Weshalb sie für ihre Wiedereingliederung in Serbien
zwingend auf die Unterstützung ihrer Herkunftsfamilie oder der Familie
ihres Ehemannes angewiesen sein sollte, ist nicht dargelegt worden. Sie
macht denn auch nicht weiter geltend, dass ihr die Wiedereingliederung in
- 14 -
ihrem Herkunftsland nicht gelingen würde und in dieser Hinsicht ein Härte-
fall vorliege. Eine härtefallbegründende Gefährdung der Wiedereingliede-
rung ist damit nicht rechtsgenügend dargelegt worden.
Damit ist keiner der in Art. 77 Abs. 2 VZAE namentlich aufgeführten Gründe
für einen nachehelichen Härtefall substanziiert dargelegt worden.
Die Aufzählung in Art. 77 Abs. 2 VZAE ist aber nicht abschliessend, wobei
nach dargelegter Rechtslage die in Art. 31 Abs. 1 VZAE erwähnten Krite-
rien beizuziehen sind und bei fehlendem Konnex zum ehebedingten Auf-
enthalt gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG (i.V.m. Art. 31 Abs. 1 VZAE) von
den Zulassungsbedingungen abgewichen werden darf. Nachfolgend ist
damit zu prüfen, ob – über die Aufzählung in Art. 77 Abs. 2 VZAE hinaus –
die in der Beschwerdeschrift vorgebrachten Umstände geeignet sind, einen
schwerwiegenden persönlichen Härtefall im Sinne der genannten Bestim-
mungen zu begründen bzw. ein solcher vorinstanzlich bei pflichtgemässer
Ermessensausübung hätte bejaht werden müssen.
5.2.3.
5.2.3.1.
Bei der Beurteilung, ob ein Härtefall vorliegt, kommt der Aufenthaltsdauer
in der Schweiz eine erhebliche Bedeutung zu. Je länger eine Person in
einem bestimmten Land lebt, desto enger werden in der Regel die Be-
ziehungen sein, die sie dort geknüpft hat, umso grösser ist grundsätzlich
ihr privates Interesse an einem Verbleib in diesem Land und umso eher ist
im Fall einer Wegweisung von einem schwerwiegenden persönlichen Här-
tefall auszugehen.
Massgebend ist aber nicht die Aufenthaltsdauer für sich alleine. Wie gross
das aus der Aufenthaltsdauer resultierende private Interesse an einem wei-
teren Verbleib ausfällt und inwieweit demzufolge die Aufenthaltsdauer
dafürspricht, dass bei einer Wegweisung ein Härtefall vorliegt, lässt sich
vielmehr erst unter Berücksichtigung der während der Aufenthaltsdauer er-
folgten Integration – namentlich in sprachlicher, kultureller, sozialer, beruf-
licher und wirtschaftlicher Hinsicht – bestimmen. Damit gilt der Grundsatz
"je länger die Aufenthaltsdauer, umso eher ist von einem Härtefall auszu-
gehen" nur, wenn die Integration einen der Aufenthaltsdauer entsprechen-
den Grad erreicht. Wird der aufgrund der Aufenthaltsdauer zu erwartende
Integrationsgrad übertroffen, ist entsprechend (noch) eher von einem Här-
tefall auszugehen. Erreicht die Integration demgegenüber den mit Blick auf
die Aufenthaltsdauer zu erwartenden Grad nicht, stellt die Entfernungs-
massnahme für die betroffene Person einen weniger gravierenden Eingriff
dar und ist entsprechend weniger von einem Härtefall auszugehen. Dem-
nach lässt sich erst im Rahmen einer Gesamtbetrachtung feststellen, in-
wieweit die Dauer des bisherigen Aufenthalts in der Schweiz für einen
schwerwiegenden persönlichen Härtefall spricht.
- 15 -
5.2.3.2.
Die Beschwerdeführerin reiste im Februar 2017 in die Schweiz ein und hat
hier seit bald sechs Jahren ihren ständigen Aufenthalt. Unter diesen Um-
ständen ist grundsätzlich von einer bestehenden, aber (noch) nicht engen
Beziehung zur Schweiz auszugehen (vgl. auch BGE 144 I 266, Erw. 3.9).
Zu prüfen ist im Folgenden, wie sich die Beschwerdeführerin mit Blick auf
die noch nicht lange Aufenthaltsdauer in der Schweiz integriert hat und in-
wieweit letztlich die Aufenthaltsdauer unter Berücksichtigung des Integra-
tionsgrads für einen Härtefall spricht.
5.2.3.3.
Die Beschwerdeführerin besuchte nach ihrer Einreise wiederholt Deutsch-
kurse und hatte gemäss Aktenlage bereits im April 2019 das Sprachniveau
B.1.1/2 erreicht (MI1-act. 76, 87 ff., 105 ff.). Es ist deshalb mit Blick auf ihre
noch nicht lange Aufenthaltsdauer von einer normalen oder gar leicht über-
durchschnittlichen sprachlichen Integration auszugehen.
5.2.3.4.
Unter dem Aspekt der kulturellen und sozialen Integration ist namentlich zu
berücksichtigen, in welchem Alter die betroffene Person in die Schweiz ein-
gereist ist, welche sozialen Beziehungen sie ausserhalb ihrer Familie in der
Schweiz pflegt und ob aufgrund ihres gesamten Verhaltens auf eine ver-
tiefte Verwurzelung in der Schweiz zu schliessen ist.
Die Beschwerdeführerin reiste kurz vor ihrem 26. Geburtstag in die
Schweiz ein. Bis auf die schulische Einbindung ihrer Kinder (im Kindergar-
ten) und ihre Absichtsbekundungen, sich weiter in der Schweiz integrieren
zu wollen, sind den Akten und Beschwerdevorbringen keine Hinweise auf
eine besondere kulturelle Einbindung in der Schweiz oder auf besonders
enge soziale Beziehungen zu Personen in der Schweiz zu entnehmen. Ins-
besondere belegt auch ihre nicht weiter dokumentierte Behauptung in der
Stellungnahme vom 16. Februar 2021, sich in der Schweiz einen eigenen
Bekannten- und Freundeskreis aufgebaut zu haben (MI1-act. 103), keine
vertiefte kulturelle oder soziale Integration. Insgesamt ist bei ihr in kulturel-
ler und sozialer Hinsicht mit Blick auf die noch nicht lange Aufenthaltsdauer
höchstens von einer normalen Integration auszugehen.
5.2.3.5.
Was die berufliche und wirtschaftliche Integration der Beschwerdeführerin
angeht, ist festzuhalten, dass diese trotz ihrer Betreuungspflichten gegen-
über zwei relativ kleinen Kindern immer wieder einer Erwerbstätigkeit nach-
ging, wenngleich in wechselnden Anstellungen und unterbrochen von Zei-
ten längerer Arbeitslosigkeit (MI-act. 109 ff., act. 27 ff.). Seit dem 13. No-
vember 2021 arbeitet sie als Hilfsköchin/Reinigungskraft im Stundenlohn
- 16 -
(act. 27 ff.). Betreibungen, Verlustscheine oder ein Bezug von Sozialhilfe
sind aus den Akten nicht ersichtlich. Damit ist der Beschwerdeführerin mit
Blick auf die noch nicht lange Aufenthaltsdauer und ihre Betreuungspflich-
ten (vgl. Art. 77f lit. c Ziff. 3 VZAE) in beruflicher und wirtschaftlicher Hin-
sicht insgesamt wiederum eine normale Integration zu attestieren.
5.2.3.6.
Gesamthaft betrachtet ist die Beschwerdeführerin mit Blick auf ihren
inzwischen rund sechsjährigen Aufenthalt in der Schweiz normal in die
schweizerischen Verhältnisse integriert. Eine besonders tiefgreifende Ver-
wurzelung in der Schweiz ist indes nicht ersichtlich. Damit spricht – wie
bereits durch die Vorinstanz richtig festgestellt – die Dauer des bisherigen,
noch nicht langen Aufenthalts unter Berücksichtigung der währenddessen
erfolgten Integration insgesamt nicht in entscheidrelevantem Mass für die
Annahme eines nachehelichen bzw. schwerwiegenden persönlichen Här-
tefalls.
5.2.4.
Wie die Vorinstanz weiter richtig festgehalten hat, führen auch die fami-
liären Verhältnisse der Beschwerdeführerin nicht dazu, dass bei dieser ein
nachehelicher bzw. schwerwiegender persönlicher Härtefall vorläge. Ge-
mäss einer früheren Stellungnahme ihres Ehemannes vom 1. Februar
2017 leben lediglich eine Cousine, ein Cousin und eine Tante in der
Schweiz. Bei ihrer Befragung durch das MIKA vom 17. März 2017 führte
die Beschwerdeführerin keine Verwandten oder Bekannten in der Schweiz
auf (MI1-act. 65). Sodann macht die Beschwerdeführerin auch vor Verwal-
tungsgericht nicht geltend, in der Schweiz engere, konventionsrechtlich ge-
schützte familiäre Beziehungen zu unterhalten (MI1-act. 43). Damit sind
keine familiären Beziehungen zu Personen in der Schweiz ersichtlich, wel-
che einen Härtefall zu begründen vermöchten.
5.2.5.
Gesundheitliche Probleme, welche einen weiteren Verbleib der Beschwer-
deführerin in der Schweiz erforderlich machen könnten, werden nicht vor-
gebracht. Sodann wurde bereits erörtert, dass auch die Reintegrations-
chancen der Beschwerdeführerin intakt sind bzw. eine ernsthafte Gefähr-
dung der Wiedereingliederung nicht substanziiert dargelegt wurde.
5.2.6.
Die Verweigerung des weiteren Aufenthalts und die Wegweisung der Be-
schwerdeführerin hätten zur Folge, dass auch deren minderjährige Kinder
das Land verlassen müssten (siehe hinten Erw. 8). Entsprechend ist zu
prüfen, ob der weitere Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der Schweiz
allenfalls deshalb erforderlich ist, weil es für ihre Kinder eine unzumutbare
Härte darstellen würde, mit ihr zusammen aus der Schweiz ausreisen und
nach Serbien übersiedeln zu müssen (vgl. Art. 3 des Übereinkommens vom
- 17 -
20. November 1989 über die Rechte des Kindes [Kinderrechtskonvention,
KRK; SR 0.107]; Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte
[EGMR] Nr. 56971/10 in Sachen El Ghatet gegen die Schweiz vom 8. No-
vember 2016, §§ 27 f. und 46 f. betr. Berücksichtigung des Kindswohls
beim Entscheid über ausländerrechtliche Massnahmen gegen einen
Elternteil; vgl. auch Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2020.195
vom 11. November 2020, Erw. II/3.3.3.4.1).
Beide Kinder der Beschwerdeführerin sind in der Schweiz geboren und
haben ihr gesamtes bisheriges Leben hier verbracht, befinden sich jedoch
noch in einem anpassungsmässigen Alter (vgl. dazu BGE 143 I 21,
Erw. 5.4; Urteil des Bundesgerichts 2C_870/2018 vom 13. Mai 2019,
Erw. 6.3) und wurden erst kürzlich im Kindergarten eingeschult (betreffend
das ältere Kind: MI1-act. 118). Bei gesamthafter Betrachtung der relevan-
ten Umstände ist ihnen daher zumutbar, zusammen mit ihrer Mutter nach
Serbien zu übersiedeln (vgl. zum Ganzen Entscheid des Verwaltungs-
gerichts WBE.2020.195 vom 11. November 2020, Erw. II/3.3.3.4.2).
Nach dem Gesagten ist mit Blick auf das Kindswohl zu berücksichtigen,
dass es den Kindern der Beschwerdeführerin, welche in der Schweiz ge-
boren sind und hier den Kindergarten besuchen, schwerfallen wird, zusam-
men mit ihrer Mutter nach Serbien auszureisen. Eine unzumutbare Härte
für die Kinder, die den weiteren Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der
Schweiz erforderlich machen würde, ist indes zu verneinen. Folglich führt
auch die Situation der Kinder nicht dazu, dass bei der Beschwerdeführerin
ein nachehelicher oder schwerwiegender persönlicher Härtefall vorläge,
aufgrund dessen ihr eine neue Aufenthaltsbewilligung erteilt werden
könnte.
5.2.7.
Im Sinne eines Zwischenfazits ergibt sich, dass die Wegweisung der Be-
schwerdeführerin weder einen nachehelichen noch einen schwerwiegen-
den persönlichen Härtefall zu begründen vermag.
6.
Zu prüfen bleibt, ob die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und
die Wegweisung der Beschwerdeführerin vor Art. 8 der Konvention zum
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950
(EMRK; SR 0.101) standhalten.
Art. 8 Ziff. 1 EMRK und der – soweit hier von Interesse – inhaltlich im We-
sentlichen übereinstimmende Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101) ge-
währleisten das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens. Diese
Garantien können namentlich dann verletzt sein, wenn eine ausländische
- 18 -
Person die Schweiz verlassen muss, nachdem sie sich lange hier aufge-
halten und entsprechend integriert hat, bzw. wenn einer ausländischen Per-
son, deren Familienangehörige in der Schweiz leben, die Anwesenheit un-
tersagt und damit das gemeinsame Familienleben vereitelt wird.
Die Beschwerdeführerin hält sich seit knapp sechs Jahren in der Schweiz
auf (siehe vorne Erw. 5.2.3.2) und hat sich während dieser noch nicht
langen Aufenthaltsdauer normal in der Schweiz integriert. Der Vorinstanz
ist daher zuzustimmen, dass die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilli-
gung und die Wegweisung aus der Schweiz keinen Eingriff in ihr Privat-
leben im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK darstellen (vgl. BGE 144 I 266,
Erw. 3.9). Mangels familiärer Beziehungen im Sinne der Rechtsprechung
zu in der Schweiz lebenden Personen (siehe vorne Erw. 5.2.4) wird durch
die aufenthaltsbeendenden Massnahmen gegen die Beschwerdeführerin
(und deren Kinder) sodann auch das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte
Familienleben nicht tangiert. Ein Verstoss gegen Art. 8 EMRK liegt demzu-
folge nicht vor und wird von der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde
denn auch nicht substanziiert geltend gemacht.
7.
Schliesslich ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass keine Hinweise er-
sichtlich sind, wonach der Vollzug der Wegweisung im Sinne von Art. 83
AIG unzulässig, unmöglich oder unzumutbar sein könnte. Die Beschwer-
deführerin macht in ihrer Beschwerde denn auch keine Vollzugshindernisse
geltend.
8.
Unmündige Kinder teilen aus familienrechtlichen Gründen grundsätzlich
das ausländerrechtliche Schicksal des sorgeberechtigten Elternteils und
haben gegebenenfalls mit diesem das Land zu verlassen, wenn jener
seinerseits sein Anwesenheitsrecht verloren und kein eigenständiges Auf-
enthalts- oder Verbleiberecht erworben hat (BGE 143 I 21, Erw. 5.4; Urteil
des Bundesgerichts 2C_730/2018 vom 20. März 2019, Erw. 3.2.1).
Entsprechend wurden auch die Aufenthaltsbewilligungen der minderjähri-
gen Kinder zu Recht nicht mehr verlängert, nachdem die Beschwerdefüh-
rerin ihr Aufenthaltsrecht im dargelegten Sinne verloren und kein eigen-
ständiges Aufenthalts- oder Verbleiberecht erworben hat. Dies zumal auch
der Kindsvater nach seiner Landesverweisung wieder in Serbien lebt.
9.
Da der Entscheid nach dargelegter Sach- und Rechtslage spruchreif er-
scheint, kann auch von der eventualiter beantragten Rückweisung an die
Vorinstanz abgesehen werden und insbesondere auch eine weitere Abklä-
rung des Integrationserfolgs der Beschwerdeführerin unterbleiben.
- 19 -
10.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die mittlerweile abgelaufene Auf-
enthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin aufgrund des erfüllten Aufent-
haltszwecks nach der Trennung und Scheidung von ihrem Ehemann zu
Recht nicht verlängert wurde und mangels Härtefall auch keine andere
Grundlage im nationalen oder internationalen Recht ersichtlich ist, gestützt
auf welche der Beschwerdeführerin eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen
bzw. diese zu verlängern wäre. Die Verweigerung der Aufenthaltsbewilli-
gung und die Wegweisung der Beschwerdeführerin halten vor dem natio-
nalen Recht sowie Art. 8 EMRK stand. Die unmündigen Kinder teilen das
ausländerrechtliche Schicksal der sorgeberechtigten Beschwerdeführerin.
Nachdem auch dem Vollzug der Wegweisung keine Hindernisse entgegen-
stehen, ist der Entscheid der Vorinstanz nicht zu beanstanden und die Be-
schwerde vollumfänglich abzuweisen. Aufgrund des negativen Bewilli-
gungsentscheids entfällt auch die Notwendigkeit, diesen dem SEM zur Zu-
stimmung zu unterbreiten.
III.
Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin die verwal-
tungsgerichtlichen Verfahrenskosten zu tragen (§ 31 Abs. 2 VRPG). Ein
Parteikostenersatz fällt ausser Betracht (§ 32 Abs. 2 VRPG).