Decision ID: 96f6e851-880d-4744-9810-d3c4d452d1f4
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957, ohne abgeschlossene Beruf
s
ausbildung,
war zuletzt
von Januar 2000 bis Juni 2005 als
Hilfspflegerin
beim Zentrum
Y._
angestellt (
Urk.
7/11/3
, Urk.
7/38/52
)
.
Ab
1.
August 20
0
5 bezog die Versicherte eine Berufsinvalidenrente
sowie einen Überbrückungszuschuss
der Pensionskasse (Beamtenversicherungskasse des Kanton
s Zürich
[BVK]
; Urk.
7/42/3
-4
).
Die BVK leitete im April 2014 eine Überprüfung des Rentenan
spruchs in die Wege und liess ein
vertrauensärztliches
bidisziplinäres
Gutachten (
rheumatologisches
Gutachten von
Dr.
med.
Z._
, FMH Rheuma
tologie und Allgemeine Innere Medizin, vom 2
6.
Mai 2015 [Urk. 7/32/3-19]
, psychiatrisches
Gutachten von Dr. med.
A._
,
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
2.
Juni 2015 [
Urk.
7/35/20-38])
erstellen
(
Urk.
7/42/3)
.
Mit Verfügung vom 2
3.
Juni
2015 hob die BVK die bisherige Berufsi
nvaliden
rente und
den
Überbrückungszuschuss
rückwirkend per 3
1.
Juli 2014
auf
(
Urk.
7/42/4)
.
Nachdem die Versicherte dagegen Einsprache erhoben hatte, hiess die BVK mit Entscheid
vom
1.
Oktober 2015
diese
teilweise gut und wies die Sache an den Vorsorge Service der BVK, Leistungsdienst, zurück, damit dieser, nach
erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Erwerbsinvali
denrentenanspruch der Versicherten neu befinde und wies die Einsprach
e
im Übrigen ab (
Urk.
7/42).
Am
5.
Juni 2015 (Eingangsdatum) meldete
sich
die Versicherte
bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
(
Urk.
7/5).
Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem indiv
iduellen Konto (IV-Auszug, Urk.
7/11)
bei
und
holte einen Bericht des behandelnden Allgemeinarztes ein (
Urk.
7/16).
Am
4.
Januar 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie eine umfas
sende medizinische Untersuchung für notwendig erachte (
Urk.
7/19).
Die IV-Stelle prüfte Eingliederungsmassnahmen und
setzte die Versicherte
mit
Mittei
lung vom
1
9.
Januar 2016
in Kenntnis
, dass
zurzeit
keine solchen
möglich
sei
en
(
Urk.
7/20)
.
Mit Eingaben vom 2
9.
Januar sowie 1
0.
Februar 2016 sprach sich die Versicherte mit der Begründung, sie sei bereits vor rund einem halben Jahr im Auftrag der
BVK
bidisziplinär
begutachtet worden, gegen die in Aus
sicht gestellte
Begutachtung aus
(Urk.
7/27,
Urk.
7/32) und reichte das
zu Hän
den der BVK erstellte psychiatrisch-orthopädische Gutachten zu den
Ver
-
wal
tungsakten
(
Urk.
7/32/3-
36)
.
Am 4.
März 2016 erging das zu Händen der IV-Stelle eingeholte
bidisziplinäre
psychiatrisc
h-orthopädische Gutachten (Urk.
7/38)
. Nach durchgeführtem
Vorbeschei
dverfahren
(Vorbescheid vom 18.
März 2016 [
Urk.
7/41], Einwand vom
2.
Mai 2016 [
Urk.
7/43]) verneinte die IV-Stelle mit
Verfügung vom 8. November 2016
– gestützt auf einen Invalidi
tätsgrad von 38 % –
einen Rentenanspruch von
X._
(
Urk.
7/48 [=
Urk.
2]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
8.
Januar 2017 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; eventuell sei die Sache zur ergänzenden Abklärung an
die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht bean
tragte die Beschwerdeführerin die Durchführung einer öffentlichen Hauptver
handlung
(
Urk.
1 S. 2)
.
Mit Beschwerdeantwort vom 1
5.
Februar 2017 beantrag
te die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Mit Replik vom 1
8.
Mai 2017 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest
(
Urk.
12). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom
7.
Juni 2017 auf das Einrei
chen einer Duplik (
Urk.
14)
, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
8.
Juni 2017 mitgeteilt wurde (
Urk.
15).
Die Parteien wurden am 2
9.
März 2018 (
Urk.
16) sowie am
6.
September 2018 (
Urk.
30)
zur Hauptverhandlung
vorgela
den.
Die erste Vorladung
wurde den Parteien
zufolge Verhandlungsunfähigkeit der Beschwerdeführerin
abgenommen
(
Urk.
23
).
Mit Eingabe vom
4.
September 2018 zog die Beschwerdeführerin den Antrag um Durchführung einer Haupt
verhandlung zurück (
Urk.
33).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkom
men zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396
E.
5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143
V
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hin
weisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankun
gen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressio
nen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfah
ren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Recht
sprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störun
gen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Pra
xisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychi
sche Gesundheitsschädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indi
katoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung mitein
zubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die
funktionellen
Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweis
belastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.2.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «
funktioneller Schweregrad
»
(E. 4.3)
-
Komplex «
Gesundheitsschädigung
»
(E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «
Persönlichkeit
»
(Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «
Sozialer Kontext
»
(E. 4.3.3)
-
Kategorie «
Konsistenz
»
(Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.2.4
Übergangsrechtlich ist bedeutsam, dass die vor der Rechtsprechungsänderung eingeholten Gutachten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im
Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im kon
kreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten – allenfalls zusammen mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung anhand der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 5.2.2 und 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt
(ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersu
chungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenen
falls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklar
heiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122
V
157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invali
denrente hat.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen,
die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass
der Beschwerdeführerin die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit
im
70%
-Pensum
zumutbar
sei
.
Sie stütze sich dabei auf das
bidisziplinäre
Gutachten
vom
4.
März 201
6.
Beim Einkommensvergleich result
i
ere
ein
Invaliditätsgrad
von 38
%
(
Urk.
2)
.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend,
laut dem im Rahmen der revisionsweisen Rentenüberprüfung durch die
Pensionskasse
veranlassten
bidisziplinären
Gutachten bestehe nach wie vor eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit. Als Folge dieser
kürzlichen
Begutachtung bezahle die
se
bis auf den heuti
gen Tag eine volle IV-Rente mit Überbrückungszuschuss aus.
Die Gutachter sei
en sich einig, dass aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Beschwerdeführe
rin bis zur Alterspensionierung nicht von einer möglichen Wiedereingliederung ausgegangen werden könne.
Die Beschwerdeführerin sei 13 Jahre nach dem invaliditätsbedingten Ausscheiden aus dem Arbeitsprozess nicht in der Lage, bei zumutbarer Anstrengung eine körperlich angepasste Tätigkeit aufzunehmen.
Selbst wenn auf das jüngste Gutachten abgestellt würde, könnte die festgestellte Arbeitsfähigkeit nicht mehr verwertet werden
(
Urk.
1).
2.3
Die Beschwerdegegnerin erwog in der Beschwerdeantwort, auf das Gutachten vom
4.
März 2016 könne abgestellt werden, insbesondere setzten sich die Gut
achter mit sämtlichen vorbestehenden Arztberichten und Gutachten auseinan
der. Die Beschwerdeführerin stehe in keiner psychiatrischen Behandlung und auch in somatischer Hinsicht könne die gesundheitliche Situation durch gezielte Therapiemassnahmen verbessert werden (
Urk.
6).
2.4
Replicando
brachte die Beschwerdeführerin vor, aufgrund der stark voneinander abweichenden Beurteilungen der
beiden
Gutachte
n
wäre eine vertiefte Abklä
rung unerlässlich
gewesen,
insbesondere deshalb, da das Gutachten der
Pensi
onskasse
erst kürzlich erstellt worden sei.
Allein aus der Ta
tsache, dass momen
tan keine psy
chiatrische Behandlung beim behandelnden Psychiater erfolge
,
könne nicht auf eine Überwindbarkeit im Sinne der früheren Rechtsprechung geschlossen werden (
Urk.
12).
3.
3.1
3.1.1
Dem
vertrauensärztlichen
r
h
eumatologischen Gutachten von
Dr.
med.
B._
, FMH Allgemeine Innere Medizin und Pneumologie, vom 3
0.
November 2004 zu Händen der Pensionskasse der Beschwer
deführerin (
Urk.
7/13
/1-5
) können die Diagnosen
eines
Panvertebralsyndrom
s
,
eines
w
eichteilrheumati
sche
n
Schmerzsyndrom
s
,
einer
möglichen,
b
eginnende
n
Coxarthrose
links
sowie eines
r
ezidivierende
n
depr
essive
n
Zustandsbild
s entnommen werden
(Urk. 7/13/5).
Bei der vertrauensärztlichen Untersuchung habe sich eine auf ihre Schmerzen fixierte Beschwerdeführerin mit diffusen
Druckdolenzen
gezeigt, kli
nisch ohne weitergehende invalidisierende somatische Pathologie. Insgesamt bestehe ein sich
chronifizierendes
Schmerzsyndrom und eine depressive Ver
stimmung. Eine Besserung sei jedoch immer noch möglich und es bestehe wenig fassbares Korrelat für die Schmerzen. Eine Invalid
it
ät könne zum jetzigen Zeit
punkt nicht attestiert werden (
Urk.
7/13/5).
3.1.2
Dem vertrauensärztlichen Gutachten von
Dr.
B._
vom 1
4.
März 2006 zu Hän
den der Pensionskasse der Beschwerdeführerin (
Urk.
7/13/6-9
=
Urk.
3/4
) kann entnommen werden, die Beschwerdeführerin leide an einer chronischen Schmerzkrankheit mit panvertebralem Schmerzsyndrom, schmerzhaftem Schul
ter-Arm-Syndrom und
Hüft-/Beinschmerzen rechts betont sowie an einem depressiven Zustandsbild (
Urk.
7/13/8).
Radiologisch habe eine Halswirbelsäu
lenaufnahme im April 2004 eine fortgeschrittene
Osteochondrose
C5/6 mit ventraler Spondylose und
Unkovertebralspondylose
gezeigt. In einer Becken
übersichtsaufnahme habe eine beginnende
Coxarthrose
links nicht ausgeschlos
sen werden können. Insgesamt seien die Schmerzen aber im Sinne eines weich
teilrheumatischen Schmerzsyndroms zu sehen. Zusätzlich bestehe eine ausge
prägte depressive Verstimmung. Die medikamentöse antidepressive Therapie, Physiotherapie sowie die
chiropraktischen
Anwendungen hätten keine Verbes
serung gebracht. Wegen starke
r
Schmerzen werde nun auch eine Behandlung mit einem Opiatpflaster durchgeführt. Die Schmerzen seien glaubhaft. Mit einer Besserung sei in absehbarere
r
Zeit nicht zu rechnen.
In der
bisherige
n
Arbeit als Hilfspflegerin sei die Beschwerdeführerin nicht mehr arbeitsfähig (
Urk.
7/13/9).
3.2
Med.
pract
.
C._
führte im Bericht vom 1
1.
September 2015 zu Händen der Beschwerdegegnerin aus (
Urk.
7/16), die Beschwerdeführerin leide an einem chronischen Schmerzsyndrom des Bewegungsapparates (hochgradige
Osteo
chondrose
,
Spondylarthrose
und
Un
k
arthrose
C4-7 mit mässiger Einengung der
Neuroforamina
), einem chronisch depressiven Zustandsbild sei
t
2002 (
Fluoxetin
Dauermedikation) und Polyarthrosen. Diese Diagnosen hätten Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/16/1)
. Als Raumpflegerin sei die Beschwerdeführerin seit
9.
Juli 2004 bis heute
zu
100
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
7/16/2)
.
3.3
3.3
.1
Dem
rheumatologischen
Gutachten von
Dr.
Z._
vom 2
6.
Mai 2015 zu Händen der Pensionskasse der Beschwerdeführerin (
Urk.
7/32/3-18
=
Urk.
7/35/3-19 =
Urk.
3/5
)
können folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit entnommen werden (
Urk.
7/32/14):
-
c
hronisches
cervicocephales
bis
cervicobrachiales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0
resp. M53.1) bei/mit:
-
fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen der H
alswirbelsäule
-
Haltungsinsuffizienz
-
m
uskulärer
Dysbalance
-
p
anvertebraler
Generalisationstendenz
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende fest
gehalten (
Urk.
7/32/14-15):
-
g
eneralisiertes Schmerzsyndrom bei Diagnose
1
bei
-
Sym
p
tomausweitung
-
psychosoziale
r
Problemkonstellation
-
V
erdacht auf
sekundären Krankheitsgewin
n
durch Rentensituation
-
Schmerzmeide- und Schonverhalten, Schonfamilie?
-
anamnestisch depressive Verstimmung
-
seit 2004 unverändert fortgeführte antidepressive Therapie
-
radiologisch beginnende
Coxarthrose
links
-
ohne klinisches Korrelat
-
Übergewicht (BMI 29.6
kg/m
2
)
-
behandelte arterielle Hypertonie
-
kontrollbedürftig, Differentialdiag
nose: situativ bedingte Exazerbation
Zur Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, aus rein rheumatologischer Sicht halte er die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit für noch etwa
zu
30
%
arbeitsfähig, bei Meiden schweren Hebens und Tragens sowie wirbelsäulenbelastende
r
Tätigkeiten in
vornübergeneigten
Körperhaltungen oder im Überkopfbereich oder in
Haltungsmonotonien
im Stehen oder Sitzen. In ide
al an das somatische Leiden angepassten Tätigkeiten
sei
medizinisch-theoretisch eine A
rbeitsfähigkeit
von 50
%
anzunehmen, die allerdings aufgrund der Kon
textfaktoren wie langdauernde Rentens
i
tuation und
Chronifizierung
d
es Leidens und subjektiver Invalid
itätsüberzeugung kaum realisierbar sein dürfte
.
Die Aus
wirkungen
einer psychiatrischen Komorbidität auf die A
rbeitsfähigkeit
s
eien
dabei von dieser Ein
s
chätzung explizit ausgenommen (
Urk.
7/32/16)
.
3.3
.2
Dem
psychiatrischen
Gutachten von
Dr.
A._
vom 1
2.
Juni 2015 zu Händen der Pensionskasse der Beschwerdeführerin (
Urk.
7/35/20-38
=
Urk.
3/6
) kann als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
chronifizierte
depressive Störung im Sinne einer leichtgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.0) ent
nommen werden. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54; Differentialdiagnose: anhaltende somatoforme Schmerzstörun
g [ICD-10 F45.4]) genannt (Urk.
7/35/33).
Der Gutachter hielt fest, die Beschwerdeführerin habe nach eigenen Angaben noch nie eine psychotherapeutische, psychiatrische od
er weitere spe
zifische Behandlung zum Thema Schmerzverarbei
tung in Anspruch genommen
. In der klinischen Untersuchung habe sich eine depressive Symptomatik gezeigt, wel
che das Ausmass einer leichten depressiven Episode hinsichtlich der dazu not
wendigen Kriterien erfülle. Das depressive Leiden sei nicht isoliert von der Schmerzproblematik zu sehen. Aufgrund der deutlichen Schmerzausweitung mit Schmerzmeide- und Schonverhalten müsse von einer Schmerzverarbeitungsstö
rung respektive differentialdiagnostisch von einer anhaltend
en
somatoformen Schmerzstörung ausgegangen werden
. Aus rein fachärztlich-
psychiatrischer Sicht bestehe aufgrund des depressiven Geschehens eine Teilarbeitsunfähigkeit von 30
%
respektive eine 30%ige Berufsunfähigkeit für die angestammte Tätig
keit als Hilfspflegerin. Eine solche sei auch für angepasste Tätigkeiten anzu
nehmen. Die Prognose für eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei aufgrund der langjährig
en Rentensituation, der über 13
Jahren bestehenden
Chronifizie
rung
, des fortgeschrittenen Alters der Beschwerdeführerin und des einge
schränkten Bildungshintergrundes schlecht. Es mache daher kaum Sinn, die Beschwerdeführerin zu forcierten therapeutischen Bemühungen zu drängen, wenngleich solche grundsätzlich möglich wären
(Urk.
7/35/35).
3.4
3.4.1
Dem
bidisziplinären
Gutachten des
D._
vom
4.
März
2016 (Urk.
7/38
)
sind
folgende Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (Urk.
7/38/2
):
-
chronisches
cervicocephales
Schmerzsyndrom mit multidirektionaler Bewegungseinschränkung um 1/3 ohne
Radikulopathie
(ICD-10
M53.0) bei:
-
hochgradiger Höhenminderung der Bandscheiben HWK4 bis HWK7 mit begleitender hochgradiger
Unkarthrose
-
ventrale
r
und dorsale
r
Spondylosen bei HWK5/6 sowie HWK6/7
-
generalisierte
n
mittel- bis hochgradige
n
Facettengelenksarthrosen der gesamten
Halswirbelsäule
-
c
hronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom ohne
Radikulopathie
(ICD-10 M54.17)
bei:
-
f
ortgeschrittenen
Spondylarthrosen
im unteren
Lendenwirbelsäulen
b
ereich
-
i
nitiale, beidseitige, jedoch linksseitig betonte
Coxarthrose
mit Aussenro
tationseinschränkung um 1/3 mit
chondraler
Höhenminderung des Gelenkspaltes und beginnender
Osteophytenbildung
entsprechend einer
Chondropathie
Grad
Kellgren
II
(ICD.10
M16.0)
-
c
hronifizierte
rezi
divierende depressive Störung, gegenwärtig
und im Verlauf anhaltend leichtgradig
(ICD-10
F33.0)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende fest
gehalten (
Urk.
7/38/2):
ISG-Blockade beidseits
(ICD-10
M54.17)
,
Enthesiopathie
im Bereich des rechten Trochanter
(ICD-10 M76.
0)
,
Pes
planovalgus
beidseits
(ICD-10
M21.61)
,
c
hronische Schmerzs
t
örung mit psychischen und somatischen Faktoren
(ICD-10
F 45.41)
.
Die Gutachter führten sodann aus, aus versicherungsmedizinisch psychiatrischer Sicht – in Übereinstimmung mit dem Vorgutachter von
Dr.
A._
– sei die Beschwerdeführerin für die zuletzt ausgeübte und eine somatisch leidensadap
tierte Tätigkeit mit 30
%
in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt (70
%
Arbeitsfä
higkeit). Die Einschätzung beziehe sich auf ein Vollpensum. Das Störungsbild scheine aufgrund der Aktenlage und den Angaben der Beschwerdeführerin seit 2004 kontinuierlich in unveränderter Ausprägung zu bestehen. Daher könne diese Einschätzung seit dem Auftreten des psychiatrischen Störungsbildes ange
nommen werden. Die Bewertung der Arbeitsfähigkeit durch den psychiatrischen Gutachter des
D._
stehe in Einklang mit der kürzlich durchgeführten
psychiat
rischen Begutachtung für die Pensionskasse durch
Dr.
A._
. Das internisti
sche Gutachten aus dem Jahr 2004 sei zu einer 10%igen Arbeitsunfähigkeit gekommen. Aus orthopädischer Sicht sei die Beschwerdeführerin gemäss den klinischen und bildtechnischen Befunden in der biomechanischen Funktion ihrer Hals- und Lendenwirbelsäule sowie ihrer Hüftgelenke limitiert
, dies mi
t einer hieraus unweigerlich resultierenden Einschränkung ihrer Geh- und Steh
fähigkeit
(
Urk.
7/38/3)
.
Zum negativen Leistungsbild wurde ausgeführt, die festgestellten wesentlichen Gesundheitsstörungen auf orthopädisch-chirurgischem Fachgebiet bedingten gemäss den Empfehlungen der Swiss Insurance
Medicine
(SIM) bei der Beschwerdeführerin nachfolgende Leistungseinschränkungen in qualitativer Hinsicht: Für eine überwiegend mittelschwere körperliche Arbeit in überwie
gend stehender und gehender Körperposition sei die Beschwerdeführerin nicht mehr arbeitsfähig. Des Weiteren bestünden Einschränkungen
beim
Heben und Tragen von Lasten körperfern über 5 kg ohne technische Hilfsmittel
,
Heben und Tragen von Lasten körpernah über 10 kg ohne technische Hilfsmittel
, r
epetitive stereotype Bewegungsabläufe
, T
ätigkeiten mit repetitivem Bücken, Kauern und Hocken
,
mehr als gelegentliche
m
Arbeiten in Zwangshaltungen
,
Tätigkeiten mit vermehrter Vibrationsbelastung
,
Tätigkeiten mit Pressen oder Stemmen, welche zu einer intraspinalen Druckerhöhung führ
t
en
, m
ehr als gelegentliche
n Ü
ber
kopfarbeiten (
Hyperlordosierung
der
Halswirbelsäule
)
,
Tätigkeiten in einem automatisierten Produktionsprozess, die eine mehr als gelegentliche
Kopfum
wendbewegung
beding
t
en
,
Gehen auf unebenem Gelände
,
Besteigen von Lei
tern, Gerüsten und schrägen Ebenen
,
mehr als gelegentliche
m
Treppensteigen
,
Tätigkeiten im Freien, ohne Schutz vor Kälte, Zugluft, Nässe sowie Tätigkeiten auf r
egen- und eisglattem Untergrund
(
Urk.
7/38/3)
.
Zum positiven Leistungsbild kann dem Gutachten entnommen werden, die Gut
achter sähen die Beschwerdeführerin unter Wahrung der obgenannten qualitati
ven Schonkriterien in einer leidensadaptierten, optimal angepassten, wechselnd belastenden, überwiegend sitzenden Tätigkeit mit manuell ausgeübten Tätigkei
ten auf Tischhöhe aus orthopädisch-versicherungsmedizinischer Sicht bezogen auf ein volles Pensum zu 70
%
arbeitsfähig. Die Einschränkung von 30
%
erge
be sich aus der reduzierten Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit, dem Bedürf
nis nach vermehrten Pausen sowie der reduzierten Arbeitsschnelligkeit. Aus
bidiziplinärer
Sicht sei bei der Beschwerdeführerin sowohl aus psychiatrischer als auch aus somatischer Sicht von Störungen mit
handicapiere
nden
Auswir
kungen auf die mittel
- und langfristige Arbeitsfähi
gkeit auszuge
h
en (
Urk.
7/38/4).
3.4.2
Zum zu Händen der Pensionskasse der Beschwerdeführerin eingeholten Gutach
ten des Internisten
Dr.
B._
vom 3
0.
November 200
4 hielt der psychiatrische Konsiliarius des
D._
fest, dieser habe (fachfremd) ein panvertebrales Schmerzsyndrom und eine chronische Schmerzkrankheit ohne Codierung gemäss
eines international gültigen Klassifizierungsschemas
diagnostiziert. Zudem habe
Dr.
B._
als Diagnose - wiederum fachfremd und sein Fachgebiet signifikant überschreitend - die Diagnose eines rezidivierenden depressiven Zustandsbildes seit mindestens 2002 ohne Codierung gemäss
eines international gültigen Klassifizierungsschemas
, gestellt
. Aus psychiatrischer Sicht sei zu die
sem Gutachten anzumerken, dass einerseits fachfremde Diagnosen begründend für die 100%ige Invalidität gestellt worden seien, die andererseits noch nicht einmal nachvollziehbar gemacht worden seien. So gebe es im Gutachten von
Dr.
B._
weder einen Psychostatus, noch seien die Diagnosen anhand einer gültigen psychiatrischen Klassifikation überprüft worden. Das Gutachten sei somit nicht nachvollziehbar. Aus aktueller gutac
hterlicher Sicht sei damit die «
Berentung
»
der Versicherten auf sehr dünnem Eis gestanden
(
Urk.
7/38/53)
.
Zum
zu Händen der Pensionskasse der Beschwerdeführerin eingeholten
bidis
ziplinären
Gutachten
von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
führte
Prof. Dr. med. habil.
E._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
im
psy
chiatrischen
Teilgutachten
aus,
d
ie Störungsbilder würden mit
der
HADS
begründet
. Dies sei ein Selbstbeurteilungsinstrument. Die leichtgradige Depres
sion sei anhand des Psychostatus nachvollziehbar. Auf die Schmerzverarbei
tungsstörung werde nicht näher eingegangen und die Kriterien würden nicht überprüft. Das Gutachten berücksichtige die vom Bundesgericht aufgestellten Standardindikatoren gemäss dem Urteil 9C_492/2014 vom
3.
Juni
2015 sowie die im IV-Rundschreiben 339 gemachten Umsetzungsempfehlungen noch nicht (
Urk.
7/3
8
/54).
3.4.3
Dem
orthopädisch
-
tr
aumatologischen
Teilgutachten
vom
2
5.
Februar 2016 von
Dr.
med.
F._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
kann zu den vorbestehenden Arztberichten und Arbeits
fähigkeitszeugnissen entnommen werden, die Beschwerdeführerin sei im November 2004 im Auftrag der Pensionskasse der Beschwerdeführerin erstmals rheumatologisch bei Dr.
G._
gutachterlich untersucht worden. In seinen klini
schen Untersuchungsbefunden habe der Kollege damals ein vertebrales Schmerzsyndrom mit
chronifizier
ter
Schmerzkrankheit geäussert.
In
einer am 5.
August sowie am 2
3.
April 2004 durchgeführten nativradiologischen Bildge
bung hätten sich jedoch gemäss
Dr.
G._
keine wesentlichen degenerativen Veränderungen im Bereich der
Lendenwirbelsäule
gezeigt. Auch habe sich hin
sichtlich der
Halswirbelsäule
lediglich eine
Osteochondrose
C5/C6 mit ventraler
Spondylose und
Unkovertebralspondylose
gezeigt. Aufgrund der rheumatologi
schen Einschätzung durch
Dr.
G._
sei durch
die Pensionskasse seit dem Jahre 2004 eine 100%ige Berentung der damals 47-jährigen Beschwerdeführerin erfolgt. Unter Verweis auf die
Leitlinien zur
Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit nach Unfall und bei Krankheit der
SIM
sowie der Wegleitung zur Einschätzung der zumutbaren Arbeitstätigkeit nach Unfall und bei Krankheit der Swiss Insu
rance
Medicine
erachte
der Gutachter
die versicherungsmedizinische Einschät
zung des
Rheumatologen
Dr.
G._
im
Kontext mit den obj
e
ktivierbaren Befundkriterien für sehr wohlwollend.
I
m Auftrag der
Pensionskasse der Beschwerdeführerin sei
daraufhin am 16.
Dezember 2
014 ein neuerliches rheu
matologisches Gutachten bei Dr.
Z._
durchgeführt
worden
. Nach einge
hendem Studium der Aktenlage, der Bildgebung sowie insbesondere anhand
der
heutigen klinischen Untersuchung gehe
der Gutachter mit den von
Dr.
Z._
erhobenen Untersuchungsbefunden grösstenteils einig. In Bezug auf die klinische Untersuchung der H
ü
ftgelenke
habe
sich im Rahmen
der
heu
tigen klinischen Untersuchung jedoch eine beidseitige Aussenrotationsein
schränkung um 1/3 mit
endgradiger
Schmerzfortleitung in die Leiste gezeigt (
Urk.
7/38/109).
4.
4.1
4.1.1
In formeller Hinsicht machte die Beschwerdeführerin geltend, ihr Anspruch auf Wahrung des rechtlichen Gehörs sei verletzt worden, indem sich die Beschwer
degegnerin nicht mit de
n
Widerspr
ü
ch
en
zwischen de
m
Gutachten
der Pensi
onskasse der Beschwerdeführerin und demjenigen des
D._
auseinandergesetzt habe und auf einen nicht näher bezeichneten Bundesgerichtsentscheid vom
3.
Juni 2015 verwiesen habe.
4.1.2
Gemäss
Art.
29
Abs.
2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbeson
dere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Ent
scheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).
Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des rechtli
chen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Es kommt mit ande
ren Worten nicht darauf an, ob die Anhörung im konkreten Fall für den Aus
gang der materi
el
len Streitentscheidung von Bedeutung ist, das heisst die Behörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE 132 V 387 E. 5.1; 127 V 431 E. 3d/
aa
).
Nach der Rechtsprechung kann eine – nicht besonders schwerwiegende – Ver
letzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leer
lauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderli
chen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis).
4.1.3
Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung ausgeführt, dass sie für die Beurteilung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin auf das Gutachten des
D._
und nicht auf
das
zu Händen der
Pensionskasse
eingeholte Gutachten abgestellt hat. Den Feststellungsblättern
«
für den Beschluss
»
(Urk.
7/40) sowie
«
Einwand
»
(
Urk.
7/47) ist sodann zu entnehmen, dass eine Prüfung und Beurteilung der Gutachten sowohl durch den Regionalen Ärztli
chen Dienst (RAD) als auch und den
Rechtsdienst (KB)
stattgefunden hat.
Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
konnte
den
Verweis
der Beschwerde
gegnerin auf den Bundesgerichtsentscheid vom
4.
Juni 2015
letztlich
nachvoll
ziehen
,
nimmt er doch in der
Beschwerdeschrift vom
8.
Januar 2017
gerade auf diesen
Entscheid
Bezug
(
Urk.
1 S. 9)
.
Selbst wenn von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs auszugehen wäre
, hätte diese als geheilt zu gelten, zumal die Beschwerdeführerin gleichwohl in der Lage war, den Entscheid sachbezogen anzufechten, und das hiesige Gericht den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Mit Blick auf die Verfahrensökonomie und da die Beschwerdeführerin trotz ihrer Rüge
primär
nicht um Rückweisung der Sache
,
sondern um
Zusprache
einer Invalidenrente ersuchte, würde eine Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen, weshalb
so oder so
davon abzusehen ist.
4.2
4.2.1
Im angefochtenen Entscheid stützte sich die Beschwerdegegnerin in erster Linie auf das
bi
disziplinäre
Gutachten
des
D._
vom
4.
März 201
6.
Dieses basiert auf fachärztlichen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der und Auseinanderset
zung mit den
Vorakten
- insbesondere die Gutachten, welche zu Händen der Pensionskasse der Beschwerdeführerin erstellt worden waren – sowie auch unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden erstattet. Die Gutachter haben die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Das
bidisziplinäre
Gutachten des
D._
erfüllt demnach alle rechtsprechungsgemässen Kriterien für eine beweistaugliche medizinische Entscheidungsgrundlage, weshalb ihm grundsätz
lich voller Beweiswert zukommt (vgl. E.
1.5
). Der Schlussfolgerung der Gutach
ter, wonach bei der Beschwerdeführerin aus psychiatrischen Gründen eine sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit
um 30
%
ein
geschränkte Arbeitsfähigkeit bestehe, kann indessen aus den nachfolgenden Gründen nicht gefolgt werden (vgl. E.
4.4
).
4.2.2
Vorauszuschicken ist, dass nach der Rechtsprechung die Aufgaben von Rechts
anwender und Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt ver
teilt sind: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschrei
ben, das heisst mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, das heisst, sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliesslich sind die ärzt
lichen Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Fra
ge, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können. Nöti
genfalls sind, in Ergänzung der medizinischen Unterlagen, für die Ermittlung des erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens die Fachpersonen der beruflichen Integration und Berufsberatung einzuschalten (BGE 140 V 193 E. 3.2 mit Hin
weisen).
Weil die Arbeitsfähigkeit somit keine medizinische, sondern eine rein juristische Frage ist, können sich Konstellationen ergeben, bei welchen von der im medizi
nischen Gutachten festgestellten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verlöre (Urteil des Bundesgerichtes 9C_651/2014 vom 23. Dezember 2014 E. 5.1 mit Hinweisen).
4.3
4.3.1
Zunächst ist auf die im Gutachten aus somatischer Sicht attestierte Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit einzugehen. Eine solche wurde vom Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie attestiert.
Der
orthopädische Gutachter des
D._
kam aufgrund seiner klinischen Untersu
chung zum Schluss, dass die Untersuchungsbefunde grösstenteils denjenigen entsprächen, die Dr.
Z._
in seinem Teilgutachten
erhoben habe.
In Bezug auf die Hüftgelenke stellte der
D._
-Gutachter
zusätzlich
eine beidseitige Aus
senrotationseinschränkung um
einen Drittel
mit
endgradiger
Schmerzfortleitung in die Leiste fest. Dementsprechend ging der
D._
-Gutachter in der zuletzt aus
geübten Tätigkeit als Pflegehilfskraft von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus. I
n
einer optimal adaptierten Tätigkeit, entsprechend dem positiven und negativen Leistungsbild (vgl. E.
3.4
) erachtete er die Beschwerdeführerin als 70
%
arbeitsfähig (
Urk.
7/38/110).
Diese
grosszügige
– in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
vorgenommene und nachvollziehbar begründete – Einschätzung des
D._
-Gutachters erscheint überzeugend. Es ist daher davon auszugehen, dass aus rein somatischer Sicht im Zeitpunkt der Begutachtung im
D._
(Februar 2016) in einer optimal adaptierten Tätigkeit, entsprechend dem positiven und negativen Leistungsbildes weiterhin eine
70
%ige Arbeitsfähigkeit bestand.
D
ie
Einschätzung
von
Dr.
Z._
im Gutachten zu Händen der Pensionskasse der Beschwerdeführerin
steht
dieser
Beurteilung
nicht entgegen
, zumal
jenes
Gutachten im Rahmen eines Revisionsverfahrens bei der Anspruchsprüfung auf Leistungen der beruflichen Vorsorge
eingeholt wurde und somit nicht auf die im IV-Erstanmeldungsverfahren zu klärenden Fragen ausgerichtet ist
. Dr.
Z._
nahm Stellung zu einer Veränderung des Gesundheit
s
zustands seit der
Leistungszusprache
durch die Pensionskasse der Beschwerdeführerin
i
m Jahr 2004
und stellte keine wesentliche Veränderung fest
(
Urk.
7/32/16).
Nicht nachvollziehbar erscheint angesichts der Untersuchungsbefunde
–
die
unstrittig
grösstenteils mit dem
D._
-Gutachter übereinstimmen
–
die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
.
Es ist nicht ersichtlich
, weshalb die Beschwerdeführerin selbst in ideal ihren Beeinträchtigungen angepassten Tätigkeiten
nur noch zu 30 % resp. 50
%
arbeitsfähig sein soll
bzw.
gar nicht
mehr
.
Dr.
Z._
beachtete ausserdem nicht medizinische Gründe, wenn er sich
dafür aus
sprach
, dass diese Arbeitsfähigkeit kaum realisierbar sein dürfte.
Dr.
Z._
führt
e
jedoch eben
so aus, dass der Beschwerdeführerin leicht belastende Verrichtungen zugemutet werden könnten.
Unklar erscheint sodann, ob
Dr.
Z._
von einer 30
%igen
oder 50%igen Arbeitsfähigkeit ausging.
Sodann
ist dem Gutachten zu entneh
men
,
dass die Zumutbarkeit eventueller
Teilpensen
erst nach dem Vorliegen einer ergänzenden psychiatrischen Expertise abschliessend beantwortet werden könne (
Urk.
7/32/17).
Somit erweisen sich die Angaben im Gutachten von
Dr.
Z._
in sich widersprüchlich (
Urk.
7/32/16).
Mangels Nachvollziehbar
keit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vermag die Beschwerdeführerin nichts aus dem Gutachten von
Dr.
Z._
zu
i
hren Gunsten abzuleiten.
Auch die
weiteren
Gutac
hten zu Händen der BVK (E. 3.1.1
- E. 3.
1.2
) und der Bericht von med.
pract
.
C._
(
E.
3.2
)
stehen der Beurteilung der
D._
-Gutachter nicht entgegen
.
4.3.
2
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in der ange
fochtenen Verfügung vom
8.
November 2016
gestützt auf das
D._
-Gutachten in somatischer Hinsicht von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus
gegange
n ist.
4.4
4.4.1
Aus psychiatrischer Sicht wurde der Beschwerdeführerin im
D._
-Gutachten –übereinstimmend mit demjenigen zu Händen der Pensionskasse der Beschwer
deführerin – eine 70
%ige Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
attes
tiert. Auf
die Arbeitsunfähigkeit aus
psychischen
Gründen
ist deshalb im Nach
folgenden einzugehen.
4.4.2
Zu den von ihm erhobenen Diagnosen hielt der psychiatrische Gutachter
des
D._
im Wesentlichen fest,
aufgrund des depressiven Geschehens bestehe
eine
Arbeitsun
fähigkeit
von 30
%
in der zuletzt ausgeübten sowie einer angepasste
n Tätigkeit (
Urk.
7/38
/34). Als Diagnose ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit wurde eine chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Fak
toren
aufgeführt (Urk.
7/38/
2)
.
4.4.3
Es ist nachfolgend aus rechtlicher Sicht zu beurteilen, ob aufgrund der
depressi
ven Symptomatik sowie der chronischen Schmerzstörung
eine Arbeitsunfähig
keit ausgewiesen ist
(vgl. E. 1.2)
.
Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
steht dem
Gericht die Prüfung der Stand
ardindikatoren gemäss der aktuellen bundesge
richtlichen Rechtsprechung
zur Verfügung
. Auf
grund der im
bi
disziplinären
Gutachten gestellten Diagnosen ist ein struk
tu
riertes Beweisverfahren durchzu
führen (BGE 141 V 281 sowie BGE 143 V 409 und BGE 143 V 418). Da das Gutachten eine schlüssige Beurteilung im Lichte der nunmehr massgeblichen Indikatoren erlaubt
– wobei sich der Gutachter des
D._
im Wesentlichen mit den Feststellungen des zu Händen der Personalvorsorgeeinrichtung berichten
den
Dr.
A._
(
Urk.
7/35/20-38) einig erklärte –
, kann es vorliegend als Grundlage für die Rentenprüfung dienen (E.
1.2.3
).
4.4.4
Unter der Kategorie «funktioneller Schweregrad» ist zur Ausprägung der diagno
serelevanten Befunde festzuhalten, dass das depressive Zustandsbild als leicht
gradig
erachtet wurde
.
Hinsichtlich des Gesundheitsschadens
bezeichnete der Gutachter
die qualitativen Einschränkungen ebenfalls als
leichtgradig (Urk.
7/38/55).
Er
beschrieb ein leichtgradiges affektiv-depressives Zustandsbild mit leichter Störung der Aufmerksamkeit und Konzentration, mit gedrückter
Stimmung und leichter Agitiertheit, Schlafstörungen und Hoffnungslosigkeit
, was nicht ausgeprägten Befunden entspricht
(
vgl.
Urk.
7/37/54)
.
Hinsichtlich des unklaren Beschwerdebildes (chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren) kommt hinzu, dass
auch diesbezüglich
nicht von einem schweren Leiden auszugehen ist. Die Einordnung der Schmerz
störung durch den Gutachter als Leiden ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit ist als starkes dahingehendes Indiz zu werten. Zudem wird
das subjektive Schmerzerleben der Beschwerdeführerin durch psychosoziale und emotionale Belastungsfaktoren signifikant verstärkt (
Urk.
7/38/55).
Bezüglich des Indikators «Behandlungs- und Eingliederungserfolg» ist darauf
hinzuweisen, dass
die Beschwerdeführerin weder psychopharmakologisch noch psychotherapeutisch adäquat behandelt
wurde oder
wird. Fest steht, dass die Beschwerdeführerin in keiner ambulanten, teilstationären oder stationären psy
chiatrischen Behandlung steht, auch ist bisher noch keine solche erfolgt (
Urk.
7/38/47). Der
D._
-Gutachter bemängelte in seiner Expertise, dass bisher zu keinem Zeitpunkt multimodale schmerztherapeutische Massnahmen mit res
sourcenorientierten, die Selbstwirksamkeitserwartung der Beschwerdeführerin stärkenden und insbesondere aktivierenden Massnahmen stattgefunden haben, dies obwohl solche Massnahmen bei den vorliegenden psychischen Störungsbil
dern der Beschwerdeführerin als angezeigt erachtet wurden (Urk. 7/38/57). Psychopharmakologisch wurde der Beschwerdeführerin
Fluoxetin
20mg,
Mianserin
60mg sowie ein
Fentanyl
-Pflaster (alle drei Tage, 25 Mikrogramm pro Liter) verschrieben (
Urk.
7/38/47). Bei den
Mianserin
- und
Fentanyl
-Werten lagen gemäss
dem Laborbefunde
von 1
6.
Februar 2016
zwar
adäquate Wirk
spiegel vor. Dem Laborbefund lässt sich jedoch entnehmen, dass der
Fluoxetin
-Anteil mit 20 Mikrogramm pro Liter weit unterhalb des therapeutischen Bereichs lag (Vergleichswert: 60-450 Mikrogramm pro Liter). Ebenso lag der
Tolperison
-Wert unterhalb der Nachweisgrenze. Der psychiatrische Konsiliarius kam zum Schluss, dass eine unzureichende Dosierung bzw. ein
Compli
anceproblem
vorliege (
Urk.
7/38/
50,
Urk.
7/38/
57).
Bezüglich des Indikators «Komorbiditäten» ist festzuhalten, dass
die depressive Sym
p
tomatik in Wechselwirkung zum unklaren Beschwerdebild der chronischen
Schmerzstörung
bzw. reaktiv zu dem chronischen Schmerzerleben seht. Ein eigenständiges depressives Leiden konnte nicht diagnostiziert werden.
Wesentli
che Interaktionen zwischen den psychischen und somatischen Störungsbildern verneinte
der psychiatrische Konsiliarius. Die objektiv nachweisbaren somati
schen Befunde haben demnach keinen Einfluss auf das psychische Leiden. Vielmehr wird dieses durch psychosoziale und emotionale Belastungsfaktoren ausgelöst bzw. signifikant verstärkt (
Urk.
7/38/55).
Hinsichtlich der Persönlichkeit gilt es anzumerken, dass
der psychiatrische
Gut
achter kein eigenständiges, die Persönlichkeit betreffendes Krankheitsbild
fest
stellen konnte. Insbesondere ergab sich keine S
törung der Ich-Funktionen (Urk.
7/38/56)
und keine Persönlichkeitsstörung, eine Sucht oder wahnhafte Störungsbilder (
Urk.
7/38/55)
.
Der Gutachter stellte fest, die persönlichen Res
sourcen der Beschwerdeführerin sollten weiterhin gestärkt werden. Sie verfügt trotz fehlender Berufsausbildung über eine grosse Berufserfahrung, hat eine intakte Ehe und geniesst familiäre Unterstützung. Als wesentliche Ressource bezeichnete der Gutachter das regelmässig gepflegte und intakte soziale Helfer- und Bekanntennetzwerk (
Urk.
7/38/56).
Beim «sozialen Kontext» ist zu berücksichtigen, dass soziale Belastungen nach wie vor ausgeklammert bleiben, sofern sie direkt negative Folgen zeitigen. Ande
rer
seits sind positive Lebensumstände, welche (mobilisierende) Ressourcen dar
stellen, einzubeziehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.3). Diesbezüglich
ist zu berück
sichtigen, dass die Beschwerdeführerin seit 1982 verheiratet ist und die Ehe als stabil bezeichnet wurde (
Urk.
7/38/42).
Die Beschwerdeführerin ist
zwar
arbeits
los und verfügt nur über wenig Deutschkenntnisse. Hinsichtlich der sozialen Kontakte berichtete sie gegenüber dem psychiatrischen Gutachter
jedoch
, sie habe guten Kontakt mit allen ihren Geschwistern, welche alle in Spanien lebten
. Diese besuche sie
jedes Jahr
zusammen
mit ihrem Ehemann und verbringe
dort den Sommer
. Zu ihrer Tochter hat die Beschwerdeführerin regelmässigen
per
sönlichen
Kontakt (
Urk.
7/38/42
,
Urk.
7/38/72
).
Sodann hat die Beschwerdefüh
rerin ein gutes soziales Netzwerk, sie hat zahlreiche Kolleginnen und Freunde und gibt an, sich sozial gut eingebunden zu fühlen
(
Urk.
7/38/73)
.
Die Beschwerdeführerin beschrieb einen relativ unauffälligen Alltag
. Sie gab an,
regelmässig zwischen 10.00 und 11.00 Uhr auf
zu
stehe
n
,
Frühstück zuzuberei
ten
, Morgentoilette
zu
mache
n
,
mit dem Ehemann
Spazieren
zu
gehe
n
, Mittag
essen vor
zu
bereite
n
,
a
b
zu
wasche
n
,
zu
lese
n
, TV
zu
schaue
n
, Kollegen zu Besuch
zu
habe
n
,
Einkaufen
zu
gehe
n
, Kaffee
zu
trinke
n
, Nachtessen vor
zu
bereite
n
, die Tochter
auf
Besuch
zu
empfange
n
und zwischen 21.00 und 23.00 zu Bett
zu
gehe
n
(
Urk.
7/38/46).
Ein sozialer Rückzug liegt jedenfalls nicht vor, vielmehr pflegt die Beschwerdeführerin ihre Kontakte weiterhin, was als wesentlicher
Stabilisierungsfaktor ihres psychischen Gesundheitszustands erachtet wurde
. Im Aktivitätsniveau stellte der Gutachter keine immensen Einschränkungen in der sozialen Teilhabe fest (
Urk.
7/38/
49,
Urk.
7/38/
56).
Alsdann ist zur Kategorie «Konsistenz» zu vermerken, dass
die Beschwerdefüh
rerin trotz geklagter immenser Schmerzen (VAS
9, täglich und ununterbrochen [
Urk.
7/38/45]
) zu keinem Zeitpunkt multimodale schmerztherapeutische Mass
nahmen mit ressourcenorientierten, die Selbstwirksamkeitserwartung der Beschwerdeführerin stärkenden, und insbesondere aktivierenden Massnahmen in Anspruch genommen hat. Solche Massnahmen wären bei den vorliegenden Störungsbildern laut dem Gutachter allerdings angezeigt. Die Blutuntersuchung gab sodann Hinweise auf mangelnde Compliance bei der Medikamentenein
nahme. Trotz der depressiven Symptomatik steht die Beschwerdeführerin auch in keiner psychiatrischen Behandlung, was auf
keinen
(
erheblichen
)
Leidens
druck hinweist.
Beide
Gutachter stellte
n
sodann
fest, dass zwischen dem priva
ten Aktivitätsniveau und den beruflichen Aktivitäten eine Diskrepanz
bestehe
. Motivation zur Wiedereingliederung bestehe nicht, die Beschwerdeführerin habe sich in die Krankenrolle mit sekundärem Krankheitsgewinn zurückgezogen, währenddessen sie zahlreiche soziale Aktivitäten wahrnehme und den Haushalt weitgehend selber führe (
Urk.
7/38/54,
Urk.
7/38/57
,
Urk.
7/38/114
).
Hinzu
kommt, dass die Beschwerdeführerin angab, in den Ferien in Spanien jeweils eine Linderung der Schmerzen zu erfahren, da ihr die Sonne und das warme Wasser guttue (Urk. 7/38/45), was als Indiz für eine entgegen den Angaben des Gutachters doch massgebliche Wirkung vorherrschende
r
psychosoziale
r
Fakto
ren im Alltag/Berufsleben zu werten ist.
Die Beschwerdeführerin gab denn auch an, bei Auftreten psychosozialer und emotionaler Faktoren verstärke sich der Schmerz (VAS 10 [
Urk.
7/38/45]).
Hinsichtlich des Schlafverhaltens, gab die Beschwerdeführerin an, (Durch-)Schlafstörungen zu haben (
Urk.
7/38/70). Trotzdem steht sie laut den Feststellungen des psychiatrischen Gutachters jeden Morgen erst zwischen 10.00 und 11.00 Uhr auf, dies obwohl sie
an anderer Stelle
ebenfalls angab, unter längerem Liegen oder Sitzen eine Schmerzver
schlechterung
zu erfahren
(
Urk.
7/38/45).
4.4.5
Demzufolge sind unter Berücksichtigung der massgeblichen Standardindikato
ren (insbesondere nicht erheblicher funktioneller Schweregrad der diagnostizier
ten Gesundheitsschädigung
en
bei Vorliegen zahlreicher Ressourcen sowie Opti
mierungspotential in therapeutischer Hinsicht und eher auffällige Indikatoren in der Kategorie Konsistenz) mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit keine erheblichen funktio
nellen Auswirkungen der
chronifizierten
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig und im Verlauf anhaltend leichtgradig
,
sowie der chronischen
Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren erstellt, weshalb aus psychiatrischer Sicht nicht von einem invalidenversicherungsrechtlich rele
vanten Gesundheitsschaden auszugehen ist.
5.
5.1
Im Weiteren ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit durch eine ihr zumutbare Tätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch wirtschaftlich verwerten kann.
5.2
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist ein theoretischer und abstrak
ter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struk
tur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991
S.
321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Kon
kretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisge
mäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur so weit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditäts
grades gewährleistet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustel
len, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeits
plätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 1
3.
März 2000 und U 176/98 vom 1
7.
April 2000). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteile des Bun
desgerichts 9C_95/2007 vom 2
9.
August 2007 E. 4.3 und 9C_98/2014 vom 2
2.
April 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen).
5.3
Das seitens der
D._
-Gutachter (Urk. 7/38) formulierte Anforderungsprofil für eine – der Beschwerdeführerin nach dem Gesagten (vgl. E. 4)
jedenfalls
zu 70
%
zumutbare – angepasste Tätigkeit lautet folgendermassen: wechselbelastende,
überwiegend sitzende und manuell ausgeübte Tätigkeiten auf Tischhöhe
, ohne körperlich mittelschwere bis schwere Arbeiten in überwiegend stehender und gehender Körperposition
(
Urk.
7/38/4).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin darf vorliegend angenommen werden, dass auf dem hypothetischen Arbeitsmarkt genügend Tätigkeiten exis
tieren, welche diesem Anforderungsprofil entsprechen. Es gibt in Industrie und Gewerbe einfache Hilfsarbeiten, die den obigen Anforderungen zu genügen vermögen, zu denken ist dabei an Kontroll- und Überwachungsarbeiten. Inwie
fern solche Überwachungs- und Kontrollarbeiten nicht zumutbar sind, ist nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin nicht begründet. Es ist diesbe
züglich nicht von realitätsfremden und in diesem Sinn unmöglichen oder unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es kann keineswegs gesagt werden, dass die zumutbare Tätigkeit
nurmehr
in so eingeschränkter Form mög
lich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_82/2009 vom 9. Oktober 2009 E. 5.5 mit Hinweisen; ZAK 1989 S. 322 E. 4a). Das Alter der (1957 geborenen) Beschwerdeführerin sowie die fehlenden Deutschkenntnisse stehen der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit in einer einfachen Hilfsarbeit ebenfalls nicht entgegen. Hilfsarbeiten werden auf dem hier massgebenden hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ASTG) grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt und das Alter wirkt sich in diesen Tätigkeiten auch nicht lohnsenkend aus (AHI 1999 S. 242 E. 4a; vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 303/06 vom 17. August 2006 E. 6.2.1).
Anzufügen ist, dass es der
Beschwerdeführerin unbenommen
bleibt
, bei der Beschwerdegegnerin Eingliederungsmassnahmen zu beantragen.
6
.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit de
r
Beschwer
deführer
in
in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
6.2
Aufseiten des
Valideneinkommens
ging die Beschwerdegegnerin –
da die letzte
Arbeitstätigkeit
der Beschwerdeführerin
im Jahr 2004
zu weit zurückliege
– gestützt auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2012
von einem Lohn für Hilfsarbeiten im Gesundheits- und Sozialwesen in der Höhe von monatlich
Fr.
4‘610.-- aus
(
Urk.
7/39)
. Es gilt
, dass bei der Festlegung der Vergleichseinkommen gestützt auf Tabellenlöhne der LSE grundsätzlich immer
die aktuellsten statistischen Daten verwendet werden müssen (BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 a. E.). Die Zahlen der LSE 2014 sind vom Bundesamt für Statistik (BFS) am 1
5.
April 2016 veröffentlicht worden (
https://www.bfs.ad
-
min.ch/bfs/de/home/statistiken/arbeit-erwerb/loehne-erwerbseinkommen-ar
-
beitskosten/lohnniveau-schweiz/privater-oeffentlicher-
s
ektor.asset
-
detail.327886.html
). Nachdem
die
angefochtene Verfügung vom 8.
November 2016
datiert, ist
im vorliegenden Verfahren
auf diese abzustellen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4).
Nicht streitig ist, dass bezüglich
des
V
alideneinkommen
s
auf lohnstat
ist
ische Angaben abzustellen ist. Gemäss der Tabelle TA1 LSE 201
4
(monatlicher Brut
tolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor),
Gesundheits- und Sozialwesen,
Kompetenzniveau 1, Frauen, ergibt sich ein Lohn von Fr. 4‘545.--. Aufgerechnet auf die durch
schnittliche Wochenarbeitszeit 2016 von 41,6 Stunden (vgl. Tabelle T03.02.03.01.04.01 “Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen“ des BFS) resultiert ein Wert von monatlich Fr. 4‘726.80 beziehungsweise ein Jahreseinkommen von Fr. 56‘721.6
0.
Bereinigt um die Nominallohnentw
ick
lung/Frauen (2014: 2673; 2016
: 2
709
, vgl. die Tabelle
T 39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne,
1910-2017
des BFS) führt dies zu einem hypothetischen
Valideneinkommen
von Fr.
57’485.5
0
(100%-Pensum).
6.3
6.3.1
Aufseiten des Invalideneinkommens ermittelte die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2012 des
BFS
(Tabelle TA1, Bruttolohn "Total" für Frauen im Anforderungsniveau 4, einfache und repetitive Tätigkeiten) ein hypothetisches Jahreseinkommen de
r
Beschwer
deführer
in
von Fr.
50‘688.--
(
Urk.
7/39)
.
Auch beim Invalideneinkommen ist
aus den obgenannten Gründen
korrigierend einzugreifen und dieses nach den Zahlen der LSE 2014 zu berechnen.
Nicht streitig ist wiederum, dass au
f
die Tabellenlöhne und das Einkommen einer weiblichen Hilfsarbeiterin im Kompe
tenzniveau 1 abzustellen ist. Ausgehend von einem monatlichen Einkommen von
Fr.
4‘300.-- und auf
gerechnet auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit 2016 von 41,
7
Stunden (vgl. Tabelle T03.02.03.01.04.01 “Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen“ des BFS) resultiert ein Wert von monatlich Fr.
4‘482.75
beziehungsweise ein Jahreseinkommen von Fr.
53‘793
.
--.
Bereinigt um die Nominallohnentwicklung/Frauen (2014: 2673; 201
6
: 2
709
, vgl. die Tabelle
T 39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise
und der Reallöhne, 19
10
-201
7
des BFS) führt dies zu einem
E
inkommen von Fr.
54‘
517.50
(100%-Pensum).
Gemäss den Gutachtern der
D._
ist d
ie
Beschwerdeführer
in in körperlicher Hin
sicht – unter Ausklammerung der psychischen Beeinträchtigungen (vgl. E.
4.4
) –
in einer
leidensangepassten
Tätigkeit
zu
70
%
arbeitsfähig. Mithin resultiert ein hypothetisches Invalideneinkommen 201
6
von Fr.
38'162.25
(
Fr.
54
‘
517.50
x 0.
7
).
6.3.2
Die Grundlagen des Validen- und Invalideneinkommens wurden von der Beschwerdeführerin nicht in Zweifel gezogen (Urk. 1). Für eine nähere Überprü
fung von Amtes wegen besteht kein Anlass (BGE 125 V 413 E. 1b und E. 2c).
6.3.3
Dass die Beschwerdegegnerin keinen Leidensabzug gewährte ist nicht zu bean
standen. Die Leistungseinschränkungen der Beschwerdeführerin sind bereits bei der gutachterlichen Reduktion der zumutbaren Arbeitsfähigkeit auf ein Teilpen
sum von 70 % voll abgegolten. Die Beschwerdeführerin war bei Fertigstellung des Gutachtens rund 58,5 Jahre alt. Selbst ein fortgeschrittenes Alter führt jedoch nicht automatisch zu einem Abzug, zumal sich dieses im Kompetenzni
veau 1 nach
den Tabellen der
LSE sogar eher lohnerhöhend auswirkt. Es ist jedoch bezogen auf die durchschnittliche Lebensarbeitszeit als ein abzugsrele
vanter Aspekt immer unter Berücksichtigung aller konkreten Umstände des Ein
zelfalles zu prüfen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.2). Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bundes
gerichts 8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.3). Vorliegend ist ein entspre
chender Abzug aufgrund des Alters nicht gerechtfertigt. Der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 enthält eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten, welche diesem Profil entsprechen, so dass auch aufgrund der quali
tativen Leistungseinschränkung kein Abzug angezeigt erscheint (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4). Weitere Anhalts
punkte, dass die Beschwerdeführerin ihre eingeschränkte Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann, liegen nicht vor. Damit ist ein Lei
densabzug nicht gerechtfer
tigt.
6.4
Beim Einkommensvergleich (
Valideneinkommen
:
Fr.
57’485.5
0
, Invalidenein
kommen:
Fr.
38'162.25
) resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr.
19'323.
25
beziehungsweise ein
rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von gerundet 3
4
%.
7.
Die Beschwerde
erweist sich somit im Ergebnis als unbegründet und
ist daher abzuweisen
.
8.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen und auf Fr.
1’000
.
--
anzusetzen
.
Ausgangsgemäss sind sie der
Beschwerdeführerin
aufzuerleg
en
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
.