Decision ID: 99547c88-75b7-4599-b78b-48d5241a75d6
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die
19
80
geborene
X._
absolvierte eine Ausbildung zur diplomierten Kos
metikerin und Nail Designerin (
Urk.
1 S. 3).
Sie war v
om
1.
Oktober 2008 bis
3
1.
Januar 2010
bei der
Z._
beziehungsweise
der
Y._
GmbH
angestellt (Urk. 1 S. 3, Urk. 9 S. 5, Urk. 14/84/2).
I
n dieser Eigen
schaft
war sie
bei d
er
Personalfürsorgestiftung der
Y._
AG berufsvor
sorgeversichert (
Urk.
2/2-3).
1.2
Am 19. November 2009 meldete
sich
X._
unter Hinweis auf ein seit Juni/
August 2009 bestehendes Burn-out und einen am 2
4.
November 2006 er
lit
tenen Arbeitsunfall (Nase) bei der IV-Stelle Schw
yz zum Leistungsbezug an
(Urk. 14/7). Die
IV-Stelle Schwyz
wies das Leistungsbegehren
mit Verfügung vom 2. April 201
2 ab
(Urk. 14/63). Dagegen
führte
X._
am 27. April 2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz (Urk. 14/67/2). Das Verwaltungs
gericht des Kantons Schwyz wies die Beschwerde mit Urteil vom 16. Oktober 2012 ab (Urk. 14/84).
Die dagegen erhobene
Beschwerde (Urk. 1
4/85/2-5)
wies das Bundesgericht mit Urteil vom 18. April 2013 ab (Urk. 14/86).
Am 1
7
.
Oktober 2013 meldete sich
X._
bei der IV-Stelle Schwyz erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
14/90). Die IV-Stelle Schwyz trat auf das neue Leistungs
begehren der Versicherten ein und sprach ihr - nach durchgeführten Abklärungen - mit Verfügung vom 2
2.
Dezember 2015 mit Wirkung ab
1.
April 2014 eine ganze
Invalidenr
ente zu (
Urk.
14/130).
1.3
In der Folge wandte sich
X._
am
22
.
Juli 2016
an die Personalfürsorge
stif
tung der
Y._
AG
und beantragte
e
ine Rente der beruf
lichen Vorsorge (Urk. 2/
5
).
Die Personalfürsorgestiftung der
Y._
AG
lehnte das Leistungsbegehren
am 2
7.
April 2017 ab
, weil sie nicht in das IV-Verfahren einbezogen worden sei und
deshalb an die
IV-Verfügung vom 2
2.
Dezember 2015 nicht gebunden sei. Sie führte weiter aus, dass den
IV-Akten
zudem
zu entnehmen sei, dass die Arbeitsunfähigkeit, welche zur Invalidität geführt habe, ausserhalb ihrer Versicherungsdeckung eingetreten sei (
Urk.
2/6)
.
2.
Am 18. Dezember 2017 erhob
X._
gegen die Personalfürsorgestiftung der
Y._
AG
Klage und beantragte,
die Beklagte sei zu ver
pflichten,
ihr
rückwirkend ab
1.
April 2014
eine Rente der obligatorischen und
überobligatorischen beruflichen Vorsorge zuzüglich Ver
zugszins ab Klage
erhe
bung
auszurichten
(
Urk.
1 S. 2).
Die Beklagte beantragte mit Klage
antwort vom 2
0.
April
2018, die Klage sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz zurück
zu
weisen (
Urk.
9 S. 2).
M
it Gerichtsverfügung vom
24
.
April 2018
(Urk.
11
)
wurden
die Akten der Eid
ge
nössischen Invalidenversicherung (Urk. 1
4
) beigezogen
.
Die Klägerin hielt mit Replik vom 2
7.
Juli 2018
(Urk. 18)
an ihren Rechtsbegehren fest. Alsdann reichte sie mit Eingaben vom 3
0.
Juli 2018 (
Urk.
19) und 3
1.
August 2018 (
Urk.
25) weitere Unterlagen ein (
Urk.
20,
Urk.
26/1-2), d
ie
der
Beklagte
n
in
Kopie
zugestellt wurden
(
Urk.
23,
Urk.
27).
Die Beklagte hielt mit Duplik vom 2
9.
Oktober 2018 ebenfalls an ihren Rechts
be
gehren fest (
Urk.
30), was der Klägerin mit Verfügung vom 3
1.
Oktober 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
31).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 73 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter
lassenen
-
und Invalidenvorsorge (BVG) bestimmt sich der Gerichtsstand nach dem schwei
zerischen Sitz oder Wohnsitz des Beklagten oder dem Ort des Be
trie
bes, bei dem der Versicherte angestellt worden war, wobei die klagende Partei den Gerichts
stand wählen kann (BGE 133 V 488 E. 2.1 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts B 93/04 vom 9. August 2005 E. 2.3 mit wei
teren Hinweisen).
1.2
Weil die Klägerin
im vorliegend zu prüfenden Zeitraum
vom
1.
Oktober 2008 bis 3
1.
Januar 2010
bei der
Y._
GmbH in
der Parfümerie des
A._ in Zürich
tätig
war
(Urk.
1 S. 3
,
Urk.
9 S. 5
,
Urk.
14/84/2
), ist das angerufene Gericht örtlich und - gestützt auf § 2 Abs. 2
lit
. a des
Gesetz
es
über das Sozialver
si
che
rungs
gericht (
GSVGer
)
- sachlich zuständig.
2.
2.1
2.1.1
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss
Art.
23 BVG Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40
%
invalid sind und bei Eintritt
der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren
. Nach
Art.
23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem
Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Versicherten
eigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Ver
schlimme
rung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitneh
mern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krank
heit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später invalid werden. Für eine einmal aus
-
während der Versicherungsdauer aufgetretene
-
Arbeitsun
fähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit leis
tungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorge
verhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicher
teneigenschaft kein Erlöschungsgrund (
Art.
26
Abs.
3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
2.1.2
Für den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
23
lit
. a BVG ist die Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf massgeblich; sie ist relevant, wenn sie mindestens 20
%
beträgt und sich auf das Arbeitsver
hältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat
(Urteil
des Bundesgerichts 9C_536/2012 vom 28. Dezember 2012 E. 2.1.3 mit weiteren Hinweisen).
2.1.3
Zwar bedarf es zum (
rechtsgenüglichen
) Nachweis einer berufsvorsorgerechtlich relevanten Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen nicht zwingend einer echtzeitlich attestierten Arbeitsunfähigkeit, jedoch muss sich bei deren Fehlen die gesundheitliche Beeinträchtigung sinnfällig auf das Arbeitsverhältnis auswirken oder ausgewirkt haben. Die Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen muss mit anderen Worten arbeitsrechtlich
in Erscheinung getreten sein, zum
B
eispiel
etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte aus dem Rahmen fallende ge
sundheitlich bedingte Arbeitsausfälle (Urteile
des Bundesgerichts
9C_856/2017 vom 7. September 2018 E. 4.3 und 9C_420/2015 vom 26. Januar 2016 E. 4.2.1 mit Hinweis auf 9C_419/2013 vom 9. Januar 2014 E. 2.2; Urteil des Bundes
gerichts 9C_333/2018 vom 25. Januar 2019 E. 6.2.1).
2.1.4
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts darf hinsichtlich des Eintritts der
be
rufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit nicht auf einen hinrei
chend
klaren Nachweis verzichtet werden. Er darf nicht durch spekulative An
nahmen und Überlegungen ersetzt werden, sondern hat nach dem im Sozialver
sicherungs
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen (Urteil des Bundesgerichts B 35/00 vom 22. Februar 2002 E. 1b mit Hin
weis auf BGE 126 V 360 E. 5b).
2.2
Art.
23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorgeein
richtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit be
reits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vor
sorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenver
siche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach
Art.
23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der inva
lidi
sierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Been
digung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Inva
lidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeit
lichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeits
unfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krank
heit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbrechung des zeitlichen Zusam
men
hangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an
die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusam
men
hangs zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität in schematischer (analo
ger) Anwendung der Regeln von
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invali
denversicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Ver
besserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des kon
kreten Einzelfalles, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen pro
gnostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
2.
3
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
ver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des
Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer
gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe
der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklä
rungen
freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beur
teilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festle
gung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorge
einrichtung beziehungs
weise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
a
Art
.
73
bis
IVV; seit
1.
Juli 2006:
Art.
73
ter
IVV) ein
bezo
gen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundes
gerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Ver
sicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach
dem
Bundes
gesetz über die Invalidenversicherung (IVG)
zu. Unterbleibt ein solches Einbe
ziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invalidi
tätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beklagte eine Leistungspflicht trifft, weil
die
Arbeitsunfähigkeit
, die zur Invalidität geführt hat, eingetreten ist, als d
ie
Klägerin
bei der Beklagten berufsvorsorgeversichert war.
3.2
Die Klägerin
lässt
im Wesentlichen
vorbringen
, dass die Beklagte nicht in das IV-Verfahren ein
bezogen worden sei, weshalb der IV-Entscheid für sie keine Bin
dungs
wirkung entfalten würde. Dies gelte vorliegend allerdings nicht nur für die Rentenverfü
gung vom 2
2.
Dezember 2015, sondern auch für die Verfügung der IV-Stelle Schwyz vom
2.
April 2012 und die Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz vom 1
6.
Oktober 2012 und
des Bundesgerichts vom
1
8.
April 201
3.
Damit würden auch den früheren, einen Rentenanspruch ab
lehnenden Ent
schei
den keine Bindungswirkung zukommen (
Urk.
1 S. 8).
Es stehe sodann fest,
dass d
ie Arbeitsunfähigkeit, welche zur Berentung durch die In
vali
denver
siche
rung geführt habe, während der Versicherungsdauer bei der Be
klag
ten eingetreten
sei
(
Urk.
1 S. 8-9). Wie aus dem psychiatrischen Konsilium des RAD
vom
2.
Dezem
ber 2012
hervorgehe, sei
die
für die Berentung massgebende Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen im August 2009 eingetreten. Im August 2009 habe die Klägerin, welche seit Oktober 2008 zu 100
%
arbeitstätig gewesen sei und über ihre Arbeitgeberin bei der Beklagten vorsorgeversichert gewesen sei, aus psy
chi
schen Gründen zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben werden
müssen
. Danach habe sie nie mehr einer Erwerbstätigkeit nachgehen können.
Wie aus dem zitier
ten Konsilium hervorgehe, sei gestützt auf die seither vorliegenden Arzt
berichte von einer durchgehenden vollen Arbeitsunfähigkeit aus psychia
trischer Sicht aus
zugehen (
Urk.
1 S. 9).
D
ie Klägerin habe von Anfang an einen Diagnose
komplex aufgewiesen, bei welchem einmal der Fokus mehr auf der depressiven Episode, dann auf der Anpassungsstörung oder auf der somato
formen Schmerz
stö
rung gelegen habe
(
Urk.
1 S. 9-10). In sämtlichen Berichten seien jedoch immer die Aspekte der von
Dr.
B._
im April 2014 gestellten Diagnosen ersicht
lich
,
nämlich Depression, Schmerzstörung und Belastungs
reak
tion, welche durch deren anhaltende Dauer und dadurch einhergehende
Chroni
fizierung
schliesslich zu der vom RAD in seinem Bericht des psychiatrischen Konsiliums gestellten Diag
nosen der andauernden Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung geführt hätten (
Urk.
1 S. 10
,
Urk.
18 S. 3
).
3.3
Die Beklagte
macht
demgegenüber
im Wesentlichen geltend
, dass bei der Klägerin am
2.
April 2012 kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorgelegen habe. Dies sei sowohl vom Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz als auch vom Bun
desgericht bestätigt worden. Im Rahmen der IV-Neuanmeldung im Oktober 2013 sei unter Hinweis auf den Arztbericht von
Dr.
B._
vom 2
7.
Januar 2014 eine gesundheitliche Verschlechterung geltend gemacht worden (
Urk.
9 S. 23). Als
dann habe die IV-Stelle Schwyz mit Verfügung vom
2.
November 2015 eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes angenommen und mit Wirkung ab
1.
Apr
il 2014 eine Rente zugesprochen
(
Urk.
9 S. 23-24).
Die IV-Stelle sei jedoch
zu Unrecht von einem invalidisierenden Gesundheitsschaden ausgegangen (
Urk.
9 S. 24-28
,
Urk.
30 S. 4
)
. Die
Zusprache
einer IV-Rente sei offensichtlich falsch und in keiner Weise gerechtfertigt (
Urk.
9 S. 28).
Zu berücksichtigen sei sodann, dass während der Versicherungszeit bei der Beklagten bei der ehemaligen Arbeit
geberin der Klägerin, der
Y._
GmbH, keine Arbeitsunfähig
keits
zeugnis
se des behandelnden Psychiaters
Dr.
C._
ein
gereicht worden seien. In den Akten fänden sich ausschliesslich Arbeits
zeug
nisse der verschiedenen Hausärzte der Klägerin. Dabei könne aber nicht
nach
vollzogen werden, was die Ursache der Arbeitsunfähigkeit gewesen sei. Auch die Krankschreibung im August 2009 sei
wegen einer Lungenentzündung erfolgt. Ein «Burn
-
out» sei erstmals im Zeitpunkt der (ersten) IV-Anmeldung beziehungsweise im Zeitpunkt des Ablaufs der Kran
kentaggeldversicherung erwähnt worden. Es gebe keine echtzeitlichen Zeugnisse eines Psychiaters, welche der Klägerin wäh
rend des
An
stellungsverhältisses
bei der
Y._
GmbH
eine (berufsvorsorge
rechtlich relevante)
Arbeitsun
fähig
keit
von mindestens 20
%
aufgrund eine
r
psy
chischen Erkrankung attestieren würden (
Urk.
9 S. 29
,
Urk.
30 S. 4
).
Die IV-Stelle Schwyz habe in ihrer Verfügung vom
2.
November 2015 festgehalten, dass die Arbeitsun
fähig
keit erstmals im April 2014 ausgewiesen gewesen sei. Damit habe während der Versicherungszeit bei der Beklagten keine erhebliche und dauerhafte Beein
träch
tigung wegen einer psychischen Gesundheitsstörung
bestanden
(
Urk.
9 S. 30). Zwischen der Arbeits
un
fähigkeit während des Arbeitsverhältnisses bei der
Y._
GmbH und der von der IV-Stelle Schwyz festgellten Invalidität aufgrund einer psychischen Ge
sundheitsstörung bestehe daher kein sachlicher Zusam
men
hang (
Urk.
9 S. 31,
Urk.
30 S. 4).
4.
4.1
4.1.1
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie sowie Pharmazeutische Medizin, bei welchem die Klägerin vom
8.
Februar 2008 bis 1
2.
Oktober 2009 in Behandlung war
(
Urk.
14/18/2-3)
, führte in seinem Bericht vom
1
3.
Januar 2010 (
Urk.
14/18)
aus, dass er das Krankheitsbild vor knapp zwei Jahren einer längeren depressiven Reaktion (Anpassungsstörung, ICD-10: F43.21) zugeordnet habe (
Urk.
14/18/3
). Zum Verlauf
hielt er fest, dass über weite Teile der Behandlung die Auseinandersetzung und Verarbeitung der schwierigen ehe
lichen Situation und die erfolgte Trennung vom Gatten im Vordergrund gestan
den habe. Da sich die Klägerin aus Angst, ihrem Ehegatten wieder gegen
über
treten zu müssen, ausserstande gesehen habe, einer Verhandlung vor Gericht bei
zuwohnen, habe er entsprechende Atteste ausgestellt, um sie davon zu be
freien. Beide Grossmütter seien im vorletzten Jahr verstorben, was sich als be
lastend ausgewirkt habe. Zwischendurch hätten sich auch persönliche Schwierig
keiten innerhalb der Familie ergeben, vor allem mit einer Schwester anlässlich deren Hochzeit. Ein weiteres Thema, welches für die Klägerin belastend gewesen sei, sei die Arbeitslosigkeit über längere Zeit hinweg gewesen. Schliesslich habe die Klägerin jedoch im Herbst vorletzten Jahres eine Vollzeitstelle im
A._
bei
Z._
gefunden. Die Stelle habe ihr sehr gut gefallen. Im Herbst letzten Jahres habe die Klägerin dann allerdings über Erschöpfung, Müdig
keit, Schlafstörungen, Herzrasen und körperliche Schmerzen in Form von «Mus
kel
kater» und
«Gliederschmerzen»
geklagt
. Ausserdem habe sie gesagt, dass sie nur wenig esse und Gewicht verloren habe
.
Er habe ihr eine Arbeitsunfähigkeit vom 11. bis 29. Februar 2008
attestiert. Er
habe sie zum letzten
M
al a
m 12. Okto
ber 2009 in
seiner Sprechstunde gesehen. Am 14. Dezember 2009 habe sie ihm per E-Mail
mitgeteilt, einen neuen Therapeuten anrufen zu wollen
(
Urk.
14/18/3).
4.
1.
2
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, welche
r
die Klägerin ab September 2009 behandelte (
Urk.
14/23/4), stellte in seinem Bericht vom 2
0.
Mai 2010 die Diagnose mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) und hielt dazu fest, dass aus psychiatrischer Sicht aktuell eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 80
%
bestehe (
Urk.
14/23/4,
Urk.
14/23/6).
Er hielt unter «Anam
nese» sodann fest, dass die Erkrankung der Klägerin mit einer Erschöpfungs
symptomatik im Juli 2009 begonnen habe. Im Vorfeld und dann auch wieder im Verlauf des Jahres 2009 sei es immer wieder zu kurzen Arbeitsausfällen gekom
men. Im Verlauf sei es zur Entwicklung weitere
r
depressive
r
Symptome, wie Stimmungstief, Antriebslosigkeit, Konzentration und Merkfähigkeitsstörungen und Kraftlosigkeit gekommen. In der Folge sei die Klägerin aufgrund ihres Zu
standsbildes nicht in der Lage gewesen, an ihre Arbeitsstelle auf dem realen Arbeitsmarkt zurückzukehren (
Urk.
14/23/5).
4.
1.
3
Dr.
med.
B._
, Psychiatrie und Psychotherapie, bei welcher die Klägerin seit
April
2011 in Behandlung war (
Urk.
26/2 S. 1
), diagnostizierte im Bericht
vom 1
2.
September 2011 (
Urk.
14/37) eine Depression sowie chronische Schmer
zen,
welche seit ca. August 2009 bestehen würden (
Urk.
14/37/3).
Im Bericht vom 1
3.
Januar 2012 stellte
Dr.
B._
sodann die folgenden Diag
nosen (
Urk.
14/52/2):
-
längerdauernde Anpassungsstörung bei diagnostizierter Sklerodermie
-
depressive Entwicklung
-
Schmerzsyndrom
-
Psychosomatisches Syndrom (v.a. vegetative Störungen, Schlafstörungen seit Jahren)
-
vordiagnostizierte Migräne
Dazu hielt
Dr.
B._
fest, dass die Klägerin nach wie vor äusserst gering belastbar und wenig leistungsfähig sei. Die Ausdauer und das Durchhaltevermögen seien erheblich einschränkt. Es bestünde keine Arbeitsfähigkeit. Bisher sei es zu einer leichten Verbesserung der Gesamtstimmung gekommen, die anfänglich durchweg schwer depressive Verstimmung sei nun etwas aufgelockert. Die Klägerin könne sich immer mal wieder freuen und auch positive Gedanken haben. Die übrigen Leistungsfähigkeiten sei
e
n nach wie vor sehr eingeschränkt. Sie (
Dr.
B._
)
rechne immer mit einer Verbesserungsfähigkeit des psychischen Allgemeinzu
standes, die auch hier erreichbar sein könnte (
Urk.
14/52/2).
4.
1.
4
Auch in Kenntnis des Berichts von Dr.
B._
vom 18. Februar 2012 hielt der RAD Zentralschweiz am 9. März 2012 daran fest, dass die Klä
gerin in der ange
stammten und in einer alternativen Tätigkeit zu 100 % arbeits
fähig sei (Urk. 14/62/5).
4.
1.5
Das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz führte im Urteil vom 16. Oktober 2012 aus, dass psychiatrisch von
Dr.
B._
namentlich eine längerdauernde Anpassungsstörung bei diagnostizierter Sklerodermie sowie eine depressive Ent
wick
lung diagnostiziert worden sei. Das der Diagnose einer Anpassungsstörung
mit depressiver Reaktion und somatischen Symptomen (ICD-10: F43.21) zu
grunde
liegende Beschwerdebild entspreche einem leichten depressiven Zustand als Reak
tion auf eine länger anhaltende Belastungssituation, der aber nicht länger al
s zwei Jahre
dauert. Dauer
te
n die Symptome an, sollte die Diagnose geändert werd
en. Dieses psychische Leiden sei
somit vorübergehender Natur und daher in der Regel nicht invalidisierend. Hierfür spreche im vorliegenden Fall einerseits auch, dass bei der erstmaligen Diagnose der Anpassungsstörung im Februar 2008 nur eine kurze Arbeitsunfähigkeit (bis Ende Februar 2008) attestiert worden sei, woraufhin die
Kläge
rin ihre Arbeitstätigkeit bis Mitte 2009 wieder auf
genommen habe. Anderseits habe
Dr.
B._
eine günstige Prognose gestellt und auch erste Fortschritte registriert (
Urk.
14/84/17). Vergleichbar zur Diagnose einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion und somatischen Symptomen handle es sich auch bei der von
D._
im Mai 2010 diagnostizierten «mittel
gradigen depressiven Episode F 32.1» (indes habe diese Diagnose ange
sichts der
jenigen von
Dr.
B._
als überholt zu gelten) um ein vorübergehendes Leiden, indem solche Episoden im Mittel etwa sechs Monate, selten länger als ein Jahr dauern würden (
Urk.
14/84/17). Länger dauernde Störungen seien unter ICD-10: F33 (rezidivierende depressive Störung) oder ICD-10: F34 (anhaltende affektive Störung) zu subsumieren
. Somit sei die IV-Stelle Schwyz diesbezüglich ebenfalls zu Recht nicht von einem dauerhaften Krankheitszustand ausgegangen (Urk. 14/84/18).
4.1.6
Das Bundesgericht hat in E. 3 des Urteils vom 18. April 2013 festgehalten, dass das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz die praxisgemäss zu berücksich
ti
gen
den tatsäch
lichen Verhält
nisse auf
grund des bis zum Verfügungszeitpunktes eingetretenen Sachverhaltes eingehend und um
fas
send gewürdigt habe. Es habe mit über
zeugender Be
gründung erkannt, dass den zahlreichen Unter
suchungs
berichten aus den verschiedensten Diszip
linen keine Hinweise auf eine an
hal
tende invali
disierende Gesundheitsstörung zu entnehmen seien, welche nach der
massgebenden Rechts
prechung auf eine unüberwindbare dauerhafte Ein
schrän
kung der Erwerbs
fähig
keit schliessen lassen würden (Urk. 14/86/3).
4.
2
4.2.1
In ihrem Bericht vom
2
7.
Januar 2014 führte
Dr.
B._
sodann aus, obwohl ihre somatische Grunderkrankung glücklicherweise nicht fortgeschritten sei, leide die Klägerin an einem chronischen Schmerzsyndrom, das sich trotz Behandlung und ihrer guten Mitarbeit leider zunehmend verschlechtern würde. Die Klägerin gerate zunehmend unter Druck, da sie ihr Ziel, möglichst bald wieder in ein eigen
stän
diges berufliches Leben einzusteigen, nicht erreicht habe. In letzter Zeit würden
sich die depressiven Versagenszustände mehren und die Klägerin zeige immer mehr
psychosomatische Störungen, so dass jetzt auch wieder eine anti
de
pressive medi
kamentöse Therapie eingeleitet worden sei. Mittlerweile sei ein patho
logischer Teufelskreis entstanden: Eine Verschlechterung des Befindens führe zur Entmu
tigung und dadurch zu erhöhtem existenziellen Druck. In Reaktion darauf komme es zu weiterer Verschlechterung, wodurch noch mehr Druck entstehe, endlich wieder arbeiten zu können. Da dies dann nicht möglich sei, führe dies
bei der Klägerin
letztlich zu schweren depressiven und weiteren somatischen Reak
tionen (
Urk.
14/103).
4.
2.2
Dem Bericht von
Dr.
B._
vom
9.
April 2014 ist zum B
ehandlungs
verlauf zu entnehmen, dass psychotherapeutisch zuerst die Krankheitsbewäl
tigung
im Vor
dergrund gestanden sei. Anfänglich sei die Klägerin sehr hof
fnungslos und voller Ängste gewesen. Sie habe aber nun wieder etwas Mut fassen können, da glück
licherweise ihre somatische Grunderkrankung nicht fortge
schritten sei. Dann sei langsam die schwierige Familiensituation deutlich ge
wor
den, die sich sehr un
günstig ausgewirkt habe. Der Druck, dass sie wieder habe funktionieren müsse, habe das Gegenteil bewirkt. Sie sei immer depressiver geworden und habe min
destens 5 kg an Gewicht verloren, die Schmerz
sympto
matik habe sich verstärkt und sie sei immer kraft- und energieloser geworden. Dadurch sei der Teufelskreis weiter
aufrecht erhalten
worden. Je schlechter es ihr gehe, umso weniger Hoff
nung habe sie, dass sie wieder «normal funktionieren könne» und desto weniger Anerkennung und Unterstützung bekomme sie vom Familienumfeld. Dies wiede
rum löse dann weitere depressive Reaktionen und eine Symptomverschlechterung
aus. Hinzu sei in letzter Zeit gekommen, dass die Klä
gerin im letzten Jahr einen schweren Übergriff und eine Gewalterfahrung er
lebt habe, von dem sie jetzt erst in der Therapie zu sprechen begonnen habe. Offenbar scheine diese Erfahrung nun in ihr früher verdrängte traumatisierende Erfah
run
gen zu reaktivieren, die jetzt langsam im therapeutischen Prozess auf
tauchen würden. Dies würde die
zunehmende Depressivität der Klägerin un
d
ihr weiterhin schlechtes Befinden erklären (
Urk.
14/112/4)
.
4.
2.3
Dr.
med.
E._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Arzt RAD, stellte in
seinem psychiatrischen Konsilium
vom
2.
Dezember 2014
die folgende Diagnose
(
Urk.
14/120
/11)
:
A
ndauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung
(ICD-10: F62.0)
-
mit Symptomen einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS)
-
mit
chronifizierter
, mittelgradiger depressiver Symptomatik
-
mit Sozialphobie und entsprechendem Vermeidungsverhalten
-
mit chronischer Schmerzstörung mit somatisch bedingten Korrelaten und starker psychischer Überlagerung bei primärem Krankheitsgewinn (Entwicklung unter ausgeprägter psychischer Belastung)
Der Beurteilung von
Dr.
E._
ist zu entnehmen, dass sich die Klägerin bereits um 2001 in ambulanter Behandlung im
F._
befunden habe. Zudem sei sie während rund zehn Tagen in stationärer Therapie in der
G._
ge
we
sen. Danach sei es offensichtlich wieder zu einer während Jahren an
hal
ten
den, psychischen Stabilisierung gekommen. Die Entwicklung des seit 2007 bestehen
den Leidens sei vor dem Hintergrund einer schweren, sequentiellen Trauma
ti
sierung zu sehen: Verbale Demütigung und Entwertung durch den jähzornigen, cholerischen Vater während der Kindheit und Jugend (was die Klägerin bis im Frühjahr 2014 verdrängt habe). Permanente Angst vor dem in emotionaler und körperlicher Hinsicht gewalttätigen Onkel mütterlicherseits, welcher
während der Kindheit und Jugend der Klägerin
den «Clan» beherrscht und immer
im gleichen Haus gewohnt habe. In der Zeit vor der Eheschliessung drei schwere, gewalttätige Attacken dieses Onkels ([u.a.] einmal mit Würgen, einmal mit einem Messer) sowie schwere emotionale/psychische Demütigung und Entwertung durch das Ver
halten ihres Ehemannes. Es sei eine Tatsache, dass sich sequentielle Trauma
tisierungen wie die hier vorliegenden in ihrer Wirkung nicht summier
t
en, sondern gegenseitig potenzier
t
en (
Urk.
14/120/9). Im weiteren Verlauf sei stark erschwe
rend dazu gekommen, dass die Klägerin rund 2012 glaubhaft Oper eines schweren Übergriffs mit sexueller Gewalt geworden sei, weshalb sie die Opferhilfe aufge
sucht habe (
Urk.
14/120/
11).
In Anbetracht der multiplen, schweren, sequen
tielle
n psychischen Traumatisierungen und der seit spätestens August 2009 (mithin seit über fünf Jahren) bestehenden, trotz etlicher Behand
lungsversuche persistie
ren
den, multiplen Auffälligkeiten sei eine andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung zu diagnos
ti
zie
ren. Alle ande
ren psychopathologischen Auffälligkeiten seien in de
n
Rahmen dieser schweren,
chronifizierten
psychischen Dekompensation zu stellen (
Urk.
14/120/11).
Zur Arbeitsfähigkeit der Klägerin hielt
Dr.
E._
Folgendes fest: Er gehe auf
grund der von ihm selbst erhobenen Befunde und aller vorliegenden Informa
tio
nen davon aus, dass die Klägerin seit August 2009 für jede Art von Erwerbs
tätig
keit zu 100
%
arbeitsunfähig sei
(
Urk.
14/120/12)
.
5
.
5
.1
Auf die erste Anmeldung der Klägerin zum Leistungsbezug bei der
Eidg
. Invali
denversicherung vom 1
9.
November 2009 (
Urk.
14/7) hin wurde
deren Leistungs
begehren
von der IV-Stelle Schwyz mit Verfügung vom
2.
April 2012 mit der Begründung, dass eine volle Arbeitsfähigkeit für die bisherige und eine alter
native Tätigkeit bestehe, abgewiesen (
Urk.
14/63).
Dagegen erhob die Klägerin am 2
7.
April 2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz (
Urk.
14/67/2
,
Urk.
14/84/3
). Das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz wies die Beschwerde mit Urteil vom 1
6.
Oktober 2012 ab (
Urk.
14/84).
Zur Begründung führte es unter anderem in
E.
3.3.3 aus, das
s
aus psy
chi
scher Sicht ebenfalls keine Arbeitsunfähigkeit
ge
geben sei (
Urk.
14/84/19).
Die von der Klägerin
am
5. Dezember 2012
gegen
dieses
Urteil des Ver
wal
tungs
gerichts des Kantons Schwyz
erhobene Beschwerde (
Urk.
14/85/2-5), wies das Bundesgericht mit Urteil vom 1
8.
April 2013 ab (
Urk.
14/86).
5.2
Weil
die Beklagte den
IV-Entscheid vom
2.
April 2012 akzeptiert hat, hat dieser Entscheid bezüglich der beruflichen Vorsorge auch gegenüber der Klägerin grundsätzlich Bindungswirkung, auch wenn dieser Entscheid gegenüber der Be
klagten nicht eröffnet worden ist. V
orbehalten bleibt nur die offen
sichtliche Unhaltbarkeit dieses IV-Entscheids (
BGE 130 V 270 E. 3.1;
Urteil des Bundes
gerichts B 39/03 vom
9.
Februar 2004 E. 3.1). Das diesbezügliche Vorbringen der Klägerin in E. 2.4
auf
S. 8 der Klageschrift geht daher fehl.
5.3
Unhaltbar k
ann
der IV-Entscheid vom
2.
April 2012 vorliegend nur schon deshalb nicht sein, weil er durch das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz und das Bundegericht überprüft und bestätigt worden ist. Damit hat es mit der Bindungs
wirkung de
s erstmaligen Rentenabweisungsentscheids sein Bewenden.
Weil die leistungsablehnende Verfügung der IV-Stelle Schwyz vom
2.
April 2012 mit der Begründung erfolgte, dass eine volle Arbeitsfähigkeit der Klägerin gege
ben war, ist im vorliegenden berufsvorsorgerechtlichen Verfahren von
der
ver
bind
lichen Feststellung der IV-Organe auszugehen, dass im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom
2.
April 2012 keine Arbeitsunfähigkeit der Klägerin bestand (Urteil des Bundesgerichts B 70/03 vom
1.
September 2004 E. 3.1).
Gestützt darauf
ist
somit davon auszugehen, dass der zeitliche Zusammenhang zwischen einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen, welche während der Zeit
,
als die Klägerin vom
1.
Oktober 2008 bis 3
1.
Januar 2010 bei der Beklagten berufsvorsorgeversichert war
,
bestanden haben könnte, und der späteren Invalidität unterbrochen
ist
. Bis zum
2.
April 2012 war die Klägerin
gemäss den Feststellungen der IV-Stelle Schwyz und dem Urteil des Ver
wal
tungs
gerichts des Kantons Schwyz vom 1
6.
Oktober 2012 auch in psychischer Hinsicht
voll arbeitsfähig
(
Urk.
14/63,
Urk.
14/84/19)
.
Im Übrigen
würde
sich auch erst aus den Berichten
der behandelnden Ärztin
Dr.
B._
ab 2014 eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes
der Klägerin ergeben
. Auf die Beurteilung von
Dr.
E._
kann
daher so oder anders nicht abgestellt werden.
6
.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Klage.
7.
Die Beklagte beantragte die
Zusprache
einer Prozessentschädigung (
Urk.
1 S. 2).
In ihrer Funktion als Trägerin der beruflichen Vorsorge steht ihr jedoch trotz ihres Obsiegens keine Prozessentschädigung zu (§ 34 Abs. 2
GSVGer
; vgl. statt vieler: BGE 128 V 124 E. 5b).