Decision ID: 011b2641-550c-44d6-a571-230d4a7f87e1
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971, arbeitete seit dem
6.
Januar 2004 in einem 50
%
-Pensum als Hausangestellte bei
Y._
und war dadurch bei der Helsana Unfall AG
(nachfolgend: Helsana)
obligato
risch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Am 3
0.
November 2013 rutschte die Versicherte bei der Reinigung einer
Volière
auf dem Boden aus, konnte sich am Käfiggitter halten und machte dadurch eine unkontrollierte Bewegung. Daraufhin traten Schmerzen in der rechten Hüfte und im rechten Ellbogen auf (Bagatellunfall-Meldung UVG vom
1
8.
Dezember 2013,
Urk.
8/K1).
Das am 1
8.
Dezember 2013 in der
Z._
durch
geführte MR
I
der Hüfte rechts ergab eine leichte
Koxarthrose
bei
dysplastischer
Hüftpfa
nne beidseits mit
Labrumdegeneration und Einriss
an
der Basis lateral und
anterior
superior
. Weiter zeigte sich
vom Basisriss ausgehend
ein
polylo
buliert
es
,
teils nach
intraossär
, teils periostal ausdehnendes Ganglion (
Urk.
8/M1).
Hinsichtlich des Ellbogens rechts war radiologisch
kein Nachweis einer
ossären
Läsion
ersichtlich
(
Bericht von
Dr.
med.
A._
, F
MH
All
gemeine Medizin, vom 2
3.
Dezember 2013,
Urk.
8/M9).
Die Helsana erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen.
Im Februar 2014
bemerkte die Versi
cherte beim
Versuch, Snowboard zu fahren
,
dass
ihr linkes Kniegelenk
instabil war
(
Bericht von
Dr.
A._
vom
7.
April 2014,
Urk.
8/M8
).
In der Folge wurde a
m 1
8.
März 2014 im
B._
ein MRI des Kniegelenks links durch
geführt,
bei dem sich ein erneuter Ri
ss des vorderen Kreuzbandes (VKB
;
bei Status nach Bandplastik
), starke Signalveränderungen im
Hinterhorn
des medi
alen Meniskus mit einem degenerativen Einriss und ein leichter Gelenk
serguss sowie eine kleine Baker-Z
yste zeigten (
Urk.
8/M3).
Am 3
0.
Mai 2014 nahm
Dr.
med.
C._
, FMH Innere Medizin, beratender Arzt der Helsana, eine Aktenbeurteilung vor (
Urk.
8/M7).
Am
6.
Juni 2014 war die Versicherte mit dem Hund von
Y._
unter
wegs, als sie von dies
em plötzlich mitgerissen und
gestossen wurde und zu
Boden
fiel
(
Bagatellunfall-Meldung
UVG
vom 1
2.
Juni 2014,
Urk.
8/K16
; vgl.
auch
Urk.
8/K20
).
Dr.
med. D._
, FMH Innere Medizin,
nannte
im
ärztlichen Zeugnis
vom
4.
November 2014 betreffend die Erstbehandlung vom 1
6.
Juni 2014
als Diagnose
einen Verdacht auf eine Meniskusläsion links (
Urk.
8/
M18
).
Am
8.
Juli 2014
war
die Versicherte
mit
den
Einkäufen auf dem Weg nach
Hause, als sie auf den nassen Holzb
rettern des Aussenbereichs eines Restaurants ausrut
schte und auf
das Gesäss
fiel
(
Unfall
meldung vom 1
0.
Juli 2014, Urk.
8/
K17).
Dr.
A._
stellte im Arztzeugnis UVG vom
5.
September 2014 betreffend die Erstbehandlung vom 1
6.
Juli 2014 die D
iagnose eines akuten
Lumboverte
bralsyndroms
(
Urk.
8/M12).
Am 2
5.
August 2014 erfolgte in der
E._
ein operativer Eingriff
am linken Knie der
Versicherten
(
arthroskopisch
-assistierte
femorale
und
tibiale
Bohrkanalauffüllung mit
ipsilate
ralen
Beckenkammzylindern, Urk.
8/M10).
Am 2
2.
September 2014
(
Urk.
8/M16), 1
3.
Dezember 2014 (Urk.
8/M20) und 1
3.
März 2015 (
Urk.
8/M23) nahm
Prof.
Dr.
med. F._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates, beratender Arzt der Helsana,
Aktenbeurteilungen vor
(
Urk.
8/M16).
Mit Verfügung vom 2
4.
März 2015 hielt die Helsana fest, dass sie die gesetzlichen Leistungen für das Ereignis v
om 3
0.
November 2013 bis zum 7.
März 2014 übernehme. Für die Unfälle vom
6.
Juni und
8.
Juli 2014 übernehme sie die gesetzlichen Leistunge
n bis zum 3
0.
Januar 2015 (Urk.
8/K39).
Am 2
0.
April 2015 wurde in der
E._
ein weiterer operativer Eingriff am linken Knie der Versicherten
durchgeführt (Urk.
3). Am
2
3.
April 2015
erhob die Versicherte gegen die Verfügung
vom 24.
März 2015 Einsprache
(
Urk.
8/K46, vgl. auch
E
insprache
ergänzungen
vom 2
9.
Mai 2015,
Urk.
8/K48, und vom 1
8.
Juni 2015,
Urk.
8/K49), welche die
Helsana mit
Entscheid
vom 1
1.
August 2015 (
Urk.
2) abwies.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
7.
September
2015 Beschwerde und bean
tragte, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und es seien ihr über den 3
0.
Januar 2015 hinaus Leistungen
gemäss
Bundesgesetz über die Unfallversi
cherung (UVG) zuzusprechen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
2.
Oktober 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Beschwerdeführerin am
5.
Oktober 2015 angezeigt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die einge
tretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte
(Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungs
kosten
nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134
V
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Leistungseinstellung
per
7.
März 2014
betreffend das Ereignis vom 3
0.
November 2013
damit,
dass hinsichtlich der
damals aufgetretenen
Hüftbeschwerden rechts der Status quo sine am
7.
März 2014 erreicht gewesen sei.
Zwischen dem Ereignis
vom 3
0.
November 2013
und der späteren Knieproblematik links
bestehe
mit überwiegender Wahrscheinlich
keit kein
natürlicher Kausalzusammenhang.
Für
diese
Kniebeschwerden
könne sie daher
keine Le
istungen erbringen.
Die Leistungseinstellung
per 3
0.
Januar
2015
betreffend d
ie Ereignisse vom
6.
Juni und
8.
Juli 2014 begründete die Beschwerdegegnerin damit, dass es sich
bei
den
damals aufgetretenen
Lenden
wirbelsäule
n
-(LWS-)Beschwerden
laut den e
chtzeitlichen Berichten um
leichte Traumatisierung
en
gehandelt
habe, die
nach drei Monaten abgeklungen sein
sollten (
Urk.
2 S. 6 f.; vgl. auch
Urk.
8/K39
).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass gemäss dem Bericht der Abteilung für Kniechirurgie der
E._
vom 10.
Juni 2015 auch nach dem 3
0.
Januar 2015 eine volle unfallbedingte Erwerbsunfähigkeit ausgewiesen sei. Der Kausalzusammenhang zwischen den erlittenen Unfällen und den heutigen Beschwerden sei eindeutig
gegeben
. Auf
grund der
andauernden
unfallbedingten Erwerbsunfähigkeit seien ihr daher auch nach dem 3
0.
Januar 2015 UVG-Leistungen auszurichten (
Urk.
1).
3.
3.1
Dr.
A._
stellte im Bericht vom 1
9.
Mai 2014 folgende Diagnosen (
Urk.
8/M5):
p
ersistierende
rechtsseitige
Hüftschmerzen be
i Status nach Distorsion am 30.
November 2013
Labrumdegeneration und Einriss an der Basis lateral und
anterior
superior
v
om Basisriss ausgehendes
bis periostal sich ausdehnendes
Ganglion
b
ei
leichten
K
oxarthrosen
rechtsbetont bei Hüftdysplasie beidseits
a
nteriores
Impingement
ein Distorsionstrauma linkes Kniegelenk 3
0.
November 2013
Re-Ruptur VKB
Status nach
arthroskopisch
-
assistierter VKB-Ersatzplastik März 2010
b
ei Status nach Kniegelenksarthroskopie und medialer TME sowie
Plikarresek
tion
März 2011
Status nach vollständiger Rehabilitation nach Operation März 2010
Status nach Ellbogen-Distorsion und
-
Kontusion rechts mit
regredientem
Bewegungs
defizit
r
adiologisch kein Nachweis einer
ossären
Läsion
Dr.
A._
erklärte,
dass die Erstbehandlung am
3.
Dezember 2013 erfolgt sei. Die
Beschwerdeführerin
habe
bei Wiederaufnahme der sportlichen Aktivitäten im Februar 2014
eine Instabilität i
m linken Kniegelenk bemerkt
, die zuvor bei Beschwerdefreiheit im linken Kniegelenk nicht bestanden habe. Im MRI habe sich dann eine Re-Rup
tur bei Status nach VKB-Ersatzp
lastik März 2010
gezeigt. Vom 3
0.
November 2013
bis zum
7.
Januar 2014 sei die Beschwerdeführerin zu
100
%
arbeitsunfähig gewesen. Seit dem
8.
Januar 2014 bestehe bis dato eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
8/M5).
3.2
Dr.
C._
hielt in der Aktenbeurteilung vom 3
0.
Mai 2014 fest, dass bezüglich der rechten Hüfte der Labrumriss überwiegend wahrscheinlich
unfallkausal
sei. Es bestehe allerdings ein Vorzustand im Sinne einer Hüftdysplasie und Labrumdegeneration. Der Labrumriss müsse als vorübergehende Verschlimme
rung betrachtet werden. Er würde erwarten, dass bei Persistenz der Beschwer
den eine Hüftarthroskopie vorgenommen werde. Gemäss Verlaufsbericht
der Abteilung für Orthopädie der
E._
stehe
aber
die (begin
nende)
K
oxarthrose
im Vordergrund. Eine
Indikation für eine Arthroskopie bestehe nicht
, hingegen werde eine Infiltration geplant
.
In
der Unfallmeldung
(
vom
1
8.
Dezember 2013) sei
kein Knietrauma erwähnt worden.
E
bensowenig
sei
in der
Erstkonsultation bei
Dr.
A._
von entsprechenden Beschwerden
die Rede gewesen
. Erst bei Belastungen im Februar 2014 sei eine Instabilität bemerkt worden. Bei den folgenden Abklärungen sei dann eine Re-Ruptur des 2009 operierten VKB festgestellt worden.
Ein natürlicher Kausalzusammenhang
mit dem Unfallereignis vom 30.
November 2013 sei damit möglich, aber nicht überwiegend wahrscheinlich. Der Status quo ante
vel
sine
(betreffend die rechte Hüfte) sei noch nicht erreicht. Im August 2014 sei eine Neubeurteilung vorzu
nehmen. Die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin sei teilweise durch das rechte Hüftgelenk, andererseits aber durc
h das linke Kniegelenk bedingt
(
Urk.
8/M7).
3
.3
Dr.
A._
stellte im Arztzeugnis UVG
vom
5.
September 2014
betreffend das
Ereignis
vom
8.
Juli 2014 die Diagnose eines akut
en
Lumbovertebralsyndroms
. Er erklärte, dass
die Erstbehandlung am 1
6.
Juli 2014 erfolgt sei. Die
Beschwer
deführerin
sei zu 100
%
arbeitsunfähig
, voraussichtlich für 14 Tage (
Urk.
8/M12).
3.4
Dr.
med.
D._
, FMH Innere Medizin, diagnostizierte im ärztlichen Zeugnis vom
4.
November 2014
(
betreffend
das Ereignis
vom
6.
Juni 2014
)
verdachtsweise eine Meniskusläsion links. Er gab an, dass
die Erstbehandlung am 1
6.
Juni 2014 stattgefunden habe. Von ihm sei
keine Arbeitsu
nfähigkeit attestiert worden
(
Urk.
8/M18).
3.5
Prof.
F._
erklärte in der Aktenbeurteilung vom 1
3.
Dezember 2014, dass
a
n der rechten Hüfte
im MRI vom 1
8.
Dezember 2013
ein
e
Hüftdysplasie
beid
seits
nachgewiesen worden
sei
.
Weiterhin werde
von einem Riss im
Labrum gesprochen. Der Riss werde
als mehr
vorne liegend charakterisiert.
Vom
bera
tenden Arzt
Dr.
C._
werde
am 3
0.
Mai 2014
eine Unfallkausalität
im Sinne einer vorübergehenden Verschlimmerung
eines Vorzustandes durch das Ereig
nis vom 3
0.
November
2013 postuliert.
Dieser versicherungs
medizinischen Ein
ordnung könnte man zustimmen, wenn nicht
ein Labrumriss existieren würde,
der
eventuell
durch das Unfallereignis herbeigeführt worden sei. Ein Labrumriss
sei etwas Definitives und nicht Vorübergehendes
und schliesse das Erreichen eines Status quo
antes
aus.
Die neuere Literatur (auf Wunsch könne
diese vor
gelegt werden) bring
e
allerdings den Nachweis
, dass
Labrumrisse in der Nor
malbevölker
ung häufiger auch ohne Trauma vorhanden seien
. Bei
der Beschwerdeführerin liege
die Lokalisation d
es Risses auch nicht im hinteren (
posterioren
) Bereich,
sondern mehr vo
rne. Traumatisch hervorgerufene Läsio
nen lägen
aber mehr
posterior
. Dies
spreche im
vorliegenden Fall gegen eine
Traumagenese
. Als
entscheidende
Tatsache müsse
jedoch
die
bereits etablierte
sekundäre
Koxarthros
e
auf dem Boden einer Hüftdys
plasie
beidseits
angesehen werden, die per se
schon zu verschiedenen pathologischen V
eränderungen am Hüftgelenk führe
.
Eine später in
Aussicht gestellte
Hüftendoprothese
(
Arztbe
richte
!) könne somit versicherungsmedizinisch nicht
mit der notwendigen überwiegenden Wahrscheinlichkeit mit diesem Trauma
in Verbindung gebracht werden,
das
di
e Beschwerdeführer
in im Jahr
2013 erlitten habe
. Aus
seiner
Sicht
könne
bezüglich des Ereignisses vom 3
0.
November 2013
nur
von einer Tr
aumatisierung
einer
vorbestehenden
Koxa
r
throse
gesprochen werden. Der Status
quo sine sei zu dem Zeitpunkt erreicht
worden
, an dem
wieder sportliche
Aktivi
täten ausgeübt
werden sollten
,
spätestens somit am
7.
März
2014, als Snowbo
ardfahren auf dem Programm gestanden habe
. Der Grund für das Auf
geben des S
nowboards
portes an diesem Tag sei das
Kniegelenk und
dessen
Bänderschwäche
gewesen, nicht das
Hüftgelenk
(Urk.
8/M20/4-5).
Weiter legte Prof.
F._
dar, dass v
on Pro
blemen mit dem linken Kniege
lenk
, welches im
März 2010
mit einer VKB-Plastik operativ ve
rsorgt worden sei,
erstmals im Bericht von
Dr.
A._
vom 1
9.
Mai 2014 die Rede
sei
. Es werde notiert, dass bei der Wiederaufnahme
von Sport Instabilitätsprobleme aufgetre
ten seien.
Ein Zusammenhang mit de
m Ereignis vom 3
0.
November 2013
werde nicht hergestellt. Weiterhin führe der Bericht des Schade
ninspektors vom 2
8.
Juli 2014 da
nn auch keine Knieprobleme nach dem Sturz vom 3
0.
November 2014 (
Vogelvolière
) auf, sondern „nur“ Hüft- und
Ellbogenverlet
zungen
. Einzig
in einem späteren Bericht
der
E._
vom 2
2.
Mai 2014
werde die Beschwerdeführerin
zitiert, dass
sie seit November 2013 Instabilitätsprobleme mit dem linken Kniegelenk habe
. Weiter
hin sei eine beginnende Gonarthrose
an diesem Gelenk aktenkundig (
Röntgenbefundung
mit CT vom 2
2.
Mai 2014,
E._
)
. Die bei der Beschwerde
führerin
vorliegende Pathologie nach VKB
-Ersatz
mit Operation im März 2010 zeige ein Bild der zunehmenden Auslockerung des Kreuzbandtransplantates in den
Knochentunneln spezie
ll
an der Tibia. Es sei eine zweiz
eitige Operation notwendig: Bei der ersten würden die durch die Auslockerung bedingten zu weit geword
enen Knochentunnel ausgefüllt; i
n eine
r zweiten Operation erfolge
der eigentliche VKB-Ersatz. Zum Verständnis: Bei ein
er traumatisch bedingten Re-R
uptur der Kreuzbandplastik seien die Knochentunnel für die
Transplantat
verankerung
geschlossen und nicht ausgeweitet. Zusammenfassend könne für das Bestehen einer natürlichen Kausalität zwischen dem Ereignis am 3
0.
November 2013 und der späteren Knieproblematik keine überwiegende Wahr
scheinlichkeit begründet werden. Überwiegend wahrscheinlich sei eine zunehmende Insuffizienz der mechanischen Festigkeit des VKB-Konstruktes durch Auslockerung anzunehmen, die ein zweizeitiges operatives Vorgehen bei den aktuellen Massnahmen zur „Reparatur“ des Schadens notwendig mache. Ein Unfallereignis komme für diesen sich über längere Zeit hinziehenden Pro
zess überwiegend wahrscheinlich nicht in Frage (
Urk.
8/M20/5-6).
Die Verletzung am
rechte
n
Ellbogen sei
rasch abgeheilt und habe keine weite
ren Probleme bereitet. Auch hier könne
der Beginn der
versuchten
Sportaus
übung
(
7.
März 2014)
spätestens als Zeitpunkt der Heilung
anges
ehen werden (
Urk.
8/M20/6).
3.6
In der Aktenbeurteilung vom 1
3.
März 2015
ergänzte
Prof.
F._
, dass
zwei Berichte vorlägen, welche das Ereignis vom
6.
Juni 2014 thematisieren würden. Im Bericht von
Dr.
G._
,
Chiropraktor
, vom 1
2.
Februar 2015
werde von nur noch
leichtgradigen
Schmerzen in
Reklination
der
LWS
gesprochen. Neurologisch seien die Verhältnisse unauffällig
gewesen
. Im Bericht von
Dr.
A._
(Eingang bei der Be
schwerdegegnerin am
5.
März 2015
) werde notiert, dass nachfolgend an den
6.
Juni 2014 rezidivierende
lumbover
tebrogene
Schmerzen und eine
Lumboischialgie
beidseits aufgetreten seien. Aufgrund des Berichts von
Dr.
G._
könne angesichts der erhobenen Befunde von einer sehr leichten Traumatisierung der LWS ausgegangen werden. In der Regel sei spätestens nach drei Monaten nach einem solchen Ereignis die Symptomatik so weit abgeklungen, mit vielleicht gelegentlichen Kreuzschmer
zen, wie sie auch in de
r Normalb
evölkerung häufig sei (Urk.
8/M23/2).
Betreffend das Ereignis vom
8.
Juli 2014
erklärte Prof.
F._
, dass im
Bericht
von
Dr.
G._
vom 1
2.
Februar 2015 der Befund vom 1
0.
Juli 2014 festgehalten werde. Darin werde von einer
leichtgradigen
Bewegungseinschrän
kung
der LWS gesprochen und einer
Druckdolenz
über der Bursa
trochanterica
. Nach dem 1
0.
Juli 2014 sei die Beschwerdeführerin nicht mehr in der Praxis gesehen worden.
Dr.
A._
habe
sie
am 1
6.
Juli 2014 gesehen: Besondere Befunde seien von ihm nicht notiert worden. Für den
bagatellären
Charakter des Ereignisses
spreche die Tatsache, dass eine Arbeitsunfähigkeit von nur
14
Tagen ausgesprochen worden sei. Bezüglich
der
Hüfte sei bekannt, dass bei der Beschwerdeführerin eine beidseitige Hüftdysplasie bestehe, die wahr
-
scheinlich
zum jetzigen Zeitpunkt im Rahmen ei
ner sekundären beginnenden
Ko
xarthrose
immer wieder Symptome auslöse (
Urk.
8/M23/2-3).
3.7
Die Ärzte der Abteilung für Kniechirurgie der
E._
erklär
ten im Bericht vom 1
0.
Juni 2015, dass die Operation der Beschwerdeführerin (am linken Knie) am 2
0.
April 2015 stattgefunden habe. Zurzeit sei eine
unfall
bedingte
Erwerbsunfähigkeit gegeben. Unfallfremde Faktoren
, welche die Erwerbsfähigkeit einschränken würden,
würden aus ihrer Sicht nicht
vorliegen
(
Urk.
3)
.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
1.
August 2015 (
Urk.
2)
in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die fachärztlich-orthopädischen Beurteil
ung
en von Prof.
F._
vom 13.
Dezember 2014 (
Urk.
8/M20) und vom 1
3.
März 2015 (
Urk.
8/M23)
, welche dieser in Kenntnis und Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgab
.
4.2
Was die
linksseitigen
Kniebeschwerden
betrifft
, wies die Beschwerdegegnerin
im angefochtenen
Einspracheentscheid
zu Recht darauf hin (
Urk.
2 S. 6), dass diese wede
r in der Bagatellunfall-Meldung UVG vom 1
8.
Dezember 2013 (Urk.
8/K1)
noch
in
den anfänglichen Arztberichten
(
Urk.
8/M9; vgl. auch
Urk.
8/M1-2)
Erwähnung
gefunden hatten
.
Die Besc
hwerdeführerin klagte nach dem Unfalle
reignis vom 3
0.
November 2013 vielmehr über Hüftbeschwerden
rechts
und über Ellbogenbeschwerden
rechts
(vgl. dazu den Bericht von Dr.
A._
vom 2
3.
Dezember 2013,
Urk.
8/M9
, der die Beschwerdeführerin ab d
em
3.
Dezember 2013 behandelte,
Urk.
8/M5
)
. Wie sich aus dem
Bericht von
Dr.
A._
vom 1
9.
Mai 2014
ergibt,
bemerkte die Beschwerdeführerin
erst im Februar 2014 be
im Versuch, Snowboard zu fahren
,
eine Instabilität im linken Knie
gelenk
(
Urk.
8/M5).
Im Weiteren wies Prof.
F._
darauf hin, dass an diesem Kniegelenk ein Vorzustand im Sinne einer bekannten Gonarthrose und eines VKB-Ersatzes aktenkundig sei. Bei
einer traumatisch bedingten
Re-
Ruptur der Kreuzbandplastik
wären
die Knochentunnel
für die
Transplantatveranke
rung
sodann
– anders als
vorliegend
bei der Beschwerdeführ
erin –
geschlossen
gewesen
(
Urk.
8/M
20/
5-6
). Unter diesen Umständen
ist daher mit Prof.
F._
davon auszugehen, dass
ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem
Ereignis
vom 3
0.
November 2013 und den Kniebeschwerden links
höchs
tens
möglich
, nicht
aber überwiegend wahrscheinlich ist
(
Urk.
8/M20/6)
. Daran
vermögen die Berichte von
Dr.
A._
vom 1
9.
Mai 2014 (
Urk.
8/M5
) und
der
Abteilung für Kniechirurgie
der
E._
vom 1
0.
Juni 2015 (
Urk.
3),
in
denen
weder
begründet wurde,
weshalb
die festgestellte
n
Knie
be
schwerden
links
unfallbed
ingt
sind
noch
weshalb
diese Beschwerden
erst mit einer Verzögerung von mehr als zwei Monaten nach dem Ereignis vom 3
0.
November 2013 aufgetreten sind
, nichts zu ändern
.
Schliesslich ist hinsichtlich der Kniebeschwerden links noch darauf hinzuwei
sen, dass d
er von
Dr.
D._
nach dem
Unfallereignis
vom
6.
Juni 2014 geäus
serte Verdacht auf eine Meniskusläsion (
Urk.
8/M18)
im
Rahmen der darauffol
genden Untersuchungen
nicht erhärtet wurde
(vgl. etwa
Operationsbericht der Abteilung für Kniechirurgie der
E._
vom 2
5.
August 2014,
Urk.
8/M10).
4
.3
Was die
rechtsseitigen
Hüftbeschwerden
anbelangt, legte Prof.
F._
in der Aktenbeurteilung vom 1
3.
Dezember 2014
–
unter
Verweis auf die ein
schlägige Fachliteratur –
in nachvollziehbarer Weise
dar,
dass bei der Beschwerdeführerin bereits vor dem 3
0.
November 2013 eine etablierte
sekun
däre
Koxarthros
e
auf dem Boden einer Hüftdys
plasie
beidseits vorgelegen habe,
die per se
schon zu verschiedenen pathologischen Veränderungen am Hüftge
lenk führe.
Sodann
seien
Labrumrisse in der Normalbevölker
ung häufiger auch ohne Trauma vorhanden
und
t
raumatis
ch hervorgerufene Läsionen
lägen zudem eher
posterior
, währenddessen der Labrumriss der Beschwerdeführerin eher vorne liege
.
Prof.
F._
kam deshalb
zum Schluss, dass bezüglich des E
reignisses vom 3
0.
November 2013
nur von einer Traumatisierung einer
vor
bestehenden
Koxarthrose
gesprochen werden könne und der Status quo sine zu dem Zeitpunkt erreicht worden sei,
da wieder sportliche
Aktivi
täten
hätten
aus
geübt werden so
ll
en
(
7.
März 2014)
.
Diese
Beurteilung von Prof.
F._
, der
sich insbesondere
auch
mit der
abweichende
n
Einschätzung
des Internisten
Dr.
C._
auseinandersetzte
(vgl.
Urk.
8/M20/4-5),
ist
ebenfalls
überzeugend.
Zu präzisieren ist einzig, dass die Beschwerdeführerin gemäss Bericht von
Dr.
A._
vom 1
9.
Mai 2014 bereits im Februar 2014 den Versuch unternom
men hatte, wieder Snowboard zu fahren
(
Urk.
8/M5).
4.4
Hinsichtlich der Beschwerden am Ellbogen rechts
ist
zu bemerken
, dass
Dr.
A._
schon im Bericht vom 2
3.
Dezember 2013 von einem
regredienten
Bewegungsdefizit sprach und
sich nach dem
E
reignis vom 3
0.
November 2013 radiologisch
auch
kein Nachweis einer
ossären
Läsion
gezeigt hatte (
Urk.
8/M9).
Wie
sich
aus dem Bericht von
Dr.
A._
vom 1
9.
Mai 2014
schliessen lässt
(
Urk.
8/M5), bildete der Ellbogen rechts dann
auch
nicht mehr Gegenstand weiterer Behandlung (
Urk.
8/M5). Dass Prof.
F._
vor diesem Hintergrund davon ausging,
die Verletzung am
rechte
n
Ellbogen
sei rasch abgeheilt
und
habe
k
eine
weiteren Probleme bereitet
, weshalb auch
hier
als
Zeitpunkt der Heilung
spätestens der
7.
März 2014
anzusehen sei (
Urk.
8/M20/6), ist
daher
ebenfalls
einleuchtend.
4
.5
Betreffend die im Anschluss an die
Unfalle
reignisse
vom
6.
Juni und
8.
Juli 2014 geklagten Beschwerden im Bereich der L
WS hielt Prof.
F._
zusammengefasst fest, dass
angesichts der von
Dr.
G._
am 1
0.
Juli 2014
erhobenen Befunde von einer sehr leichten Traumatisierung de
r LWS ausge
gangen werden könne, deren Symptomatik in der Regel spätesten
s nach drei Monaten abgeklungen
sei
. Als Zeitpunkt des Fallabschlusses sei diesbezüglich der 3
0.
Januar 2015 zu werten
(
Urk.
8/M
23
/2-3
). Auch diese Einschätzung von Prof.
F._
ist plausibel, zumal
Dr.
G._
bereits am 1
0.
Juli 2014
im Wesentlichen
lediglich
noch
eine
leichtgradige
Bewegungseinschränk
ung der LWS in Inklination und
ansonst
en einen
Bewegungsumfang der
LWS im
Norm
bereich
festgestellt hatte
(
Urk.
8/M22).
Die
Beurteilung
von
Prof.
F._
steht
dabei
auch
im Einklang mit der bun
desgerichtlichen Rechtsprechung, wonach es der medizinischen Erfahrung ent
spricht, dass der organische Zustand des Rückens nach allfällig erlittenen Ver
letzungen wie Prellung, Verstauchung oder Zerrung i
n der Regel sechs Monate
nach dem Unfall wieder so weit herge
stellt ist, wie er es auch wäre, wenn sich der Unfall nicht ereignet hätte (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 8C_29/2009 vom 1. Mai
2009 E. 3.5 und
8C_
744/2008 vom 26. November 2008 E. 4, je mit Hinweisen).
4.6
Es kann demnach auf die Beurteilungen von
Prof.
F._
vom 13. Dezember 2014 (
Urk.
8/M20) und vom 1
3.
März 2015 (
Urk.
8/M23) abge
stellt werden.
5.
Es ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin die gesetzlichen Leistun
gen für
das
Unfallereignis vom 3
0.
November 2013 zu Recht per
7.
März 2014 und für die Unfallereignisse vom
6.
Juni un
d
8.
Juli 2014 zu Recht per 30.
Januar 2015 eingestellt hat. Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich
damit
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.