Decision ID: a7653701-edaa-4b42-9390-f7c7a25266e5
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1955, arbeitet seit April 2001
mit
einem Pensum von 75
%
als Leiterin Personaldienst bei der
Y._
AG und war dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert. Wegen einer früher zugezogenen Knieverletzung bezieht sie zudem eine Unfallrente für eine Erwerbs
unfähigkeit
von 25
%
(Urk. 13/72; vgl. auch
Urk.
13/110 S. 1).
Am
7.
Mai 2009 stürzte sie in den Ferien in
Z._
bei einem Ausritt vom Pferd. Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz
diagnostizierte
Dr. med.
A._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, am 26. Mai 2009 eine mehrfragmentäre Fraktur verschiedener Brustwirbelkörper
(BWK)
und eine Rippenkontusion (
Urk.
13/5) und in der Schadenmeldung UVG vom 25. Mai 2009
wurde
zudem eine Stauchung der Halswirbelsäule (HWS) angezeigt (Urk. 13/1).
Mit Verfügung vom 1
1.
Oktober 2012 hielt die SUVA fest, dass zwischen den geklagten Beschwerden an der HWS und dem Unfallereignis vom
7.
Mai 2009 kein
rechtsgenüglicher
Kausalzusammenhang bestehe, weshalb sie
hiefür
nicht leistungspflichtig sei (
Urk.
13/201).
Der Krankenversicherer zog s
eine vorsorglich erhobe
ne Einsprache am 29.
Oktober 2012 wieder zurück
(Urk. 13/205,
Urk. 13/211). Die Einsprache de
r
Versicherten vom 1
2.
November 2012 (Urk. 13/214) wies die SUVA mit Ent
scheid vom
6.
Februar 2013 ab (Urk. 13/234 =
Urk.
2).
2.
Hiegegen
erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1
1.
März 2013 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen; es sei ein Gerichtsgutachten betreffend die Frage des Kausalzusammenhangs anzuordnen oder eventualiter
sei
die Sache
hiefür
an die SUVA zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Diese ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
April 2013 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Verfügung vom
5.
September 2013 wies das Gericht das Begehren der Beschwerdeführerin um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde beziehungsweise um Erlass vorsorglicher Massnahmen ab (
Urk.
9). Die Parteien hielten mit Replik (
Urk.
11) und Duplik (
Urk.
14) an ihren
Rechts
begehren
fest.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
, ATSG), so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu
. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art.
8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E.
4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.3
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörun
gen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu beto
nen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürli
chen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.
1
Die Beschwerdegegnerin vertrat die Auffassung, dass sie in Bezug auf die Befunde im HWS-Bereich nicht leistungspflichtig sei. Dies begründete
s
ie damit, dass die anhaltenden Beschwerden im HWS-Bereich laut der überzeugenden Einschätzung des Kreisarztes
Dr.
med.
B._
mit überwiegender Wahrschein
lichkeit nicht als kausal zum Unfall einzustufen, sondern klar degenerativer Natur seien (
Urk.
2 S. 4
). Zum nämlichen Schluss seien die Ärzte
der
Abteilung Versicherungsmedizin in ihrer Aktenbeurteilung vom 1
6.
April 2013 (
vgl.
Urk.
8
) gelangt (
Urk.
6).
2.2
Dem hielt die Beschwerdeführerin entgegen, zur Frage des natürlichen Kausalzu
sammenhanges könne nicht auf die Beurteilung des Kreisarztes abge
stellt werden, da seine Einschätzung offensichtlich aktenwidrig sei. Zudem bestünden Hinweise auf seine Befangenheit, habe er doch den Zustand der Beschwerdeführerin als stabil und damit den versicherungstechnischen Abschluss als möglich bezeichnet, was sich im Nachhinein als Fehler herausge
stellt habe (
Urk.
1 S. 9 f.). Die Beschwerdegegnerin habe zu Unrecht auf eine Einschätzung des Kausalzusammenhangs durch
Dr.
med.
C._
,
Neurochirurgie FMH, Klinik
D._
,
der
die Beschwerdeführerin
am 6.
Februar
2012 (an der Brustwirbelsäule
; BWS
) und
am
5.
Juni 2012
(an der
BWS
und an der HWS)
operativ versorgt hatte (vgl. Urk.
13/153,
Urk.
13/180)
,
verzichtet und dadurch den Untersuchungsgrundsatz verletzt (
Urk.
1 S. 10). Ferner sei auch der adä
quate Kausalzusammenhang gegeben, da die organischen Auswirkungen der HWS-Beschwerden ausgewiesen seien (
Urk.
1 S.
11 f.).
In der Replik machte sie weiter geltend, die im Beschwerdeverfahren eingeholte orthopädische
Aktenb
eurteilung vermöge an ihren Ausführungen nichts zu ändern. Die Einschätzung sei ohne Wahrung ihrer Parteirechte eingeholt wor
den, so dass nicht darauf abzustellen sei. Die Bildgebungen lägen weder im Recht noch seien sie ärztlich beurteilt worden
(
Urk.
11)
.
2.3
Die Parteien gehen übereinstimmend davon aus, dass die Beschwerdegegnerin für die Folgen der beim Unfall zugezogenen Frakturen der BWK und die her
nach anhaltenden BWS-Beschwerden weiterhin aufzukommen ha
t
. Hingegen sind die Parteien uneins betreffend die Unfallkausalität der HWS-Beschwerden. Allein diese Frage
ist im angefochtenen Entscheid thematisiert und
bildet Gegenstand
dieses Verfahrens
.
Mit Blick auf den Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
hinsichtlich dieser Frage ist Folgendes zu bemerken: Nach der seit dem Unfall vom
7.
Mai 2009 anhaltenden Behandlung des Thorax erfuhr die Beschwerdegegnerin am 3
0.
Mai 2012 vom in Aussicht genommenen
neuerlichen
Eingriff an
der Rippe und
nunmehr
auch an der HWS (Urk.
13/172/2). Umgehend leitete sie Abklä
rungen bei
Dr.
C._
ein (Urk.
13/174),
die beim
Arzt - abgesehen von der Übermittlung des
Operati
onsberichts
vom
5.
Juni 2012 (
Urk.
13/180) - zunächst
erfolglos verliefen
(
Urk.
13/177-179,
Urk.
13/181-183,
Urk.
13/186-187). Die Beschwerdegegnerin verweigerte der Klinik
D._
am
4.
Juni 2012
die Kostengutsprache
für die
anstehende
Operation
(
Urk.
13/175
/
) und nach der Beurteilung durch den Kreis
arzt vom
3.
September 2012 (
Urk.
13/192)
informierte
sie,
dass sie für die Kos
ten der Rippenresektion, nicht jedoch für die Operation an der HWS aufkomme (
Urk.
13/193-194).
Auf Ersuchen der Beschwerdeführerin (
Urk.
13/198) verfügte sie am 1
1.
Oktober 2012 entsprechend (
Urk.
13/198).
Die Beschwerdegegnerin hat somit im Zusammenhang mit den HWS-Beschwer
den keine Leistungen ausgerichtet. Anders als bei der Einstellung von
Heilbe
handlungs
- und Taggeldleistungen,
wo
nach
Art.
19
Abs.
1 UVG für den Fallabschluss vorausgesetzt wird, dass von der Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarte
n
ist, kann über den hier strittigen Anspruch auf
erstmalige
Leistungen für die Befunde an der HWS in zeitlicher Hinsicht losgelöst vom gesund
heitlichen Ver
lauf hinsichtlich der
Brustkorbv
erletzungen verfügt werden.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin stürzte am
7.
Mai 2009 während ihren Ferien in
Z._
vom Pferd. Gemäss Schadenmeldung vom 2
5.
Mai 2009 verletzte sie sich dabei am Thorax (Rippen, Brustkorb), wobei handschriftlich „HWS
Stauchung“ angefügt wurde (
Urk.
13/1).
Ohne einen Arzt aufzusuchen reiste d
ie Beschwer
deführerin wie vorgesehen am 1
7.
Mai 2009 in die Schweiz zurück (vgl.
Urk.
13/2, Urk. 13/6
7).
3.2
Die nach der Rückreise durch Hausarzt
Dr.
E._
angeordneten Abklärungen (
Urk.
13/5,
Urk.
13/11) ergaben eine Rippenkontusion und Frakturen der BWK
11/12
und
des Brustwirbels Th7 (
Urk.
13/11
, Urk. 13/5
). Am 1
1.
Juni 2009
wur
den die Frakturen operativ stabilisiert
(
Spondylodese
;
Urk.
13/11,
Urk.
13/14,
Urk.
13/17). Der Operateur, PD
Dr.
med.
F._
, Teamleiter
Wirbelsäu
lenchirurgie
,
G._
, berichtete am 19. August 2009 von einem guten postope
rativen Ergebnis und von nur noch wenig Restbeschwerden (
Urk.
13/23/2-3).
Nach Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit
in reduzierte
m
Pensum
nahmen die angege
benen Beschwerden paravertebral, thorakal links respektive im
Operati
onsbereich
erneut zu, wobei PD
Dr.
F._
das Ausmass der geklagten Schmerzen nicht zu erklären vermochte (
Urk.
13/33,
Urk.
13/35). Anfang Januar 2010 konnte die Beschwerdeführerin ihre Erwerbstätigkeit auf 50
%
steigern (
Urk.
13/40-41,
Urk.
13/52), auch wenn sie im Operationsbereich weiterhin ein Druckgefühl verspürte (Urk. 13/54). Seit
1.
Juli 2010 arbeitete sie
wieder
in ihrem angestammten Pensum vo
n
75
%
(Urk. 13/68; vgl. auch Unfallschein von Hausarzt
Dr.
E._
,
Urk.
13/73)
trotz
Dauerschmerzen im Bereich der
Brust
wirbelsäule
(
Urk.
13/82).
3.3
Am 1
7.
Dezember 2010 wurden in der
G._
die Implantate entfernt (
Urk.
13/87-88). Ab
1.
Januar 2011 arbeitete
die Beschwerdeführerin
wieder zu 50
%
(
Urk.
13/90-91) und ab 1
8.
April 2011 zu 100 (beziehungsweise
wohl
zu 75)
%
(
Urk.
13/103-104).
PD
Dr.
F._
hielt am
8.
Februar 2011 eine deutliche Beschwerdebesserung fest (
Urk.
13/99).
3.4
Am 1
8.
Juli 2011 fand eine Untersuchung durch den Kreisarzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, statt, der glei
chentags darüber berichtete (
Urk.
13/110). Anamnestisch gab die Beschwerde
führerin dauernde Rückenbeschwerden im Bereich des
thorakolumbalen
Über
gangs sowie Kniebeschwerden an (S. 3). Der Kreisarzt erhob eine leicht vermehrte Kyphose der unteren BWS mit ebenfalls diskreter
Einsteifung
im Bereich des
lumbosakralen
Übergangs. Er diagnostizierte einen Status nach konservati
ver Behandlung einer stabilen Kompressionsfraktur
von BWK
7 und einen Sta
tus nach dorsaler
Spondylodese
Th11-L1 sowie einen Status nach Entfernung der dorsalen Instrumentierung (
vgl. auch
Urk. 13/111). Vor dem
versicherungs
technischen
Fallabschluss erachtete Dr.
B._
eine neurolo
gische Abklärung der bei ihm erstmals
geklagten
Dysästhesien
am linken Ober- und
Unterschen
kel und Schwäche der Dorsalextension des linken Fusses und der linken Grosszehe für
angezeigt
(S. 6).
3.5
PD
Dr.
med.
H._
, Facharzt Neurologie, Leitender Arzt des
I._
, hielt im gestützt auf die kreisärztliche Überweisung
(
Urk.
13/111) hin
ergangenen Bericht vom 7. September 2011 die
Parästhesien
links und die
Fussheberschwäche
am ehesten vereinbar mit einem sehr diskreten
radikulären
Syndrom L5 links. Nicht zu erklären vermochte er die leicht dislo
zierte Empfindungsstörung auf der Höhe C3/4,
das heisst
deutlich oberhalb des bislang untersuchten Bereiches. Er äusserte einen Verdacht auf
Contusio
spina
lis
im Rahmen des Rückentraumas und empfahl diesbezüglich eine bildgebende Abklärung (
Urk.
13/120). Das daraufhin durchgeführte MRI wies laut Bericht von PD
Dr.
H._
vom 1
0.
Oktober 2011 nicht sicher auf eine spinale Läsion am oberen Thorakal- oder
Zervikalbereich
hin.
Er führte aus, dass a
us den Befunde
n
kein sicherer Nachweis einer zervikalen Myelopathie als Folge der diskutierten
Contusio
spinalis
resultiere
(
Urk.
13/127 S. 2).
3.6
Dr.
F._
erwähnte am 2
1.
September 2011 den seit Juli 2011 aufgetretenen senso
motorischen Ausfall L5 ohne
radikuläre
Schmerzen sowie die
Facettenge
lenksdegeneration
L1/2, die am 24. August 2011 mittels Infiltration behandelt worden war, welche Behandlung bezüglich der Schmerzen am
thorakolumbalen
Übergang zu einer leichten Besserung geführt habe (Urk. 13/125).
3.7
Gestützt auf diese ergänzenden Erhebungen
zog
Dr.
B._
am 8. November 2011
den
Schluss, die neurologischen und wirbelsäulenorthopädischen Abklä
rungen hätten keinen Grund für die beklagten Beschwerden in den Beinen gezeigt. Ein leichtes
radikuläres
Syndrom L1 sei vermutet worden, aber
bildge
bend
ohne Korrelat geblieben. Wie schon
Dr.
F._
erachtete
Dr.
B._
eine volle Arbeitsfähigkeit (im Rahmen der Rente) für zumutbar, weshalb er den Fallabschluss nahe legte (
Urk.
13/125) und den Integritätsschaden auf 20
%
schätzte (
Urk.
13/130).
3.8
Im Einverständnis mit der Beschwerdegegnerin holte die Beschwerdeführerin hierauf bei
Dr.
C._
eine Zweitmeinung ein (
Urk.
13/138 S. 1 oben, Urk. 13/145). Dieser diagnostizierte am 2
0.
Januar 2012 degenerative Verände
rungen lumbal und zervikal und eine
ossär
nicht durchgebaute instabile
Fraktur der
BWK. Er empfahl einen nochmaligen Wirbelsäule
neingriff (Urk.
13/149), den er am
6.
Februar 2012 durchführe (Re-
Spondylodese
, Urk. 13/153)
. Diese Operation sah
die Beschwerdegegnerin als „sicher“ im Zusammenhang mit dem Reitunfall (Urk. 13/156), genauso wie die anschliessende stationäre Rehabilita
tion in der Privatklinik
J._
(
Urk.
13/165).
3.9
Im Rahmen des am
1.
Juni 2012 erstellten MRI der HWS wurde eine
Diskopa
thie
HWK 5/6 erhoben, mit linksseitiger
foraminaler
Stenose und potentieller Irritation der Wurzel C6 links (
Urk.
13/189/6). In der Folge äusserte
Dr.
C._
einen Verdacht auf traumatische Diskushernie (
Urk.
13/189/5).
Am 5. Juni 2012
operierte
Dr.
C._
auf der Höhe C5/6
bei
gleichzeitiger Rippenresektion (
Urk.
13/180). Die Mikrodiskektomie und
Spondylodese
C5/6 brachten eine Besserung der zervikalen Problematik (
Urk.
13/189/3).
3.10
Kreisarzt
Dr.
B._
verneinte am
3.
September 2012 einen Zusammenhang zwischen
dem Reitunfall und
den Befunden an der HWS, da diese im Verlauf nie erwähnt worden
seien
und die Pathologie aus radiologischer Sicht rein degenerativ sei. Zudem wies er auf die zwischenzeitlich diagnostizierte Osteo
porose (vgl.
Urk.
13/114) und die dadurch hervorgerufene krankheitsbedingte Genese weiterer Frakturen hin (
Urk.
13/192).
3.11
Diesen Schlussfolgerungen pflichteten
Dr.
med.
K._
, Neurologie FMH, und PD
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, von der
Abteilung
Versicherungsmedizin der Beschwerdegegnerin
im Aktengutachten vom 1
6.
April 2013
zur Hauptsache bei
(
Urk.
8)
.
In Würdigung der
Vorakten
(S.
2-9)
und in Auseinandersetzung mit der einschlägigen Literatur
(S. 10-12)
führten die Ärzte aus,
dass
bis zum Eingriff durch
Dr.
C._
auf der Höhe C3/4
dort
nie eine funktionelle oder andauernde Funktionsbeeinträchtigung aufge
treten
sei
.
Dr.
C._
habe
an der Bandscheibe HWK 5/6 operiert,
aber für die Operation
weder ein
en
klinische
n
Befund noch eine Indikation
genannt; das
am
5.
Juni 2012 diagnostizierte
zervikobrachiale
Schmerz- und sensible Ausfall
syndrom
stütze sich auf keine Befunde
.
Au
fgrund der
vom erstbehandelnden Dr.
E._
veran
lassten Röntgenaufnahmen vom 2.
Juni 2009 seien
degenera
tive Veränderungen auf Höhe HWK 5/6 und eine geringe
Gefügestörung
HWK 4/5, aber
k
eine strukturellen Verletzungen
nachweisbar (S.
13-
14).
Ein ärztlich dokumentierter, möglicher Hinweis auf die Beschwerden im operier
t
en
Bereich
HWK 5/6 finde sich erstmals im Bericht von
Dr.
C._
vom
4.
Juni 2012, während zeitnah
zum
Unfall
keine
neurologisch
e
n
oder bildgebend
e
n
klinische
n
Befunde dokumentiert seien.
Ein kausaler Zusammenhang zwischen den vom Eingriff vom
5.
Juni 2012 betroffenen Beschwerden an der Halswirbelsäule und dem Reitunfall sei daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht gegeben (
Urk.
S. 15-16).
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin erachtete Kreisarzt Dr.
B._
für befangen; dies mit der Begründung,
der Kreisarzt habe den Zustand als stabil und den
versiche
rungstechnischen
Abschluss als möglich bezeichnet, was sich im Nachhinein als falsch herausgestellt habe (
Urk.
1 S. 9).
E
ine ärztliche Einschätzung, die sich nicht mit jener der
beschwerdeführenden
Person deckt,
vermag ebenso
wenig eine Befangenheit zu begründen wie eine divergierende ärztliche Beurteilung.
Denn es ist gerade die Aufgabe des Sach
verständigen, seine eigene medizinische Überzeugung
darzulegen
, auch wenn sie von den übrigen
Einschätzungen
abweich
en sollte
. Der Verwaltung und dem Gericht obliegt sodann
im Rahmen der von der Rechtsprechung aufgestellten Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.4)
die Prüfung, ob diese
n
Darlegungen
Beweis
wert
beiz
umessen ist.
Bloss weil
Dr.
B._
nach seiner Untersuchung den
Fallabschluss
für
ange
zeigt
hielt
, kann nicht von seiner Befangenheit gesprochen werden.
4.2
Der Beschwerdeführerin ist insoweit beizupflichten, dass
der
Kreisarzt seine Beur
teilung der Unfallkausalität der HWS-Beschwerden kaum begründet hat (
Urk.
13/192). Allerdings
stimmt
dieser Schluss mit der
übrigen
Aktenlage
über
ein
, postuliert
e
doch kein befasster Arzt ein
e
Unfallkausalität
.
Der von
Dr.
H._
am
7.
September 2011 nach der ersten Untersuchung der Beschwerdeführerin geäusserte Verdacht auf eine Spinalläsion im
Zervikalbe
reich
(Urk. 13/120) liess sich anhand der folgenden bildgebenden Abklärungen nicht erhärten, w
ie
Dr.
H._
selbst erkannte (
Urk.
13/127). Indem er die zuvor diskutierte
Contusio
spinalis
ausdrücklich fallen liess, verneinte er wenigstens implizit eine Unfallkausalität der
Zervikalbeschwerden
.
Damit übereinstimmend diagnostizierte
Dr.
C._
am 2
0.
Januar 2012
zunächst
degenerative zervikale Veränderungen (
Urk.
13/149). Diese liess er nach seiner Untersuchung vom 3
0.
Mai 2012 unter dem Verdacht auf traumatische
Dis
kushernie
nochmals bildgebend abklären (vgl. Bericht vom
4.
Juni 2012,
Urk.
13/189/5). Aus dem
ausdrücklich zur Beantwortung der
Frage nach dege
nerativen Veränderungen angefertigten MRI der HWS vom
1.
Juni 2012 waren gemäss den Radiologen eine Höhenminderung und
eine
degenerative
Signalge
bung
der Bandscheibe auf Höhe HWK5/6 sowie
Bandscheibenprotrusionen
teil
weise mit
foraminaler
Einengung (Stenose) und potentieller Irritation der Wur
zel C6 ersichtlich (Urk. 13/189/6). Damit im Einklang stellte
Dr.
C._
am 1
4.
Juni, am 21. August und - nach
Computertomogramm
vom 2
6.
September 2012, bei dem in der HWS keine Diskushernie mehr nachweisbar war und eine
Degeneration der
Disci
intervertebralis
angeführt wurde (
Urk.
13/224) - auch am 10. Dezember 2012 sowie
4.
Januar 2013 nunmehr
die
Diagnose eines
zerviko
brachialen
Schmerz- und sensible
n
Ausfallsyndrom
s
links bei Diskushernie (
Urk.
13/189/2-3,
Urk.
13/231,
Urk.
13/238)
; einen
Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen
erwähnte Dr.
C._
nicht mehr
.
Daraus erhellt, dass aus ärztlicher Sicht eine Kausalität der HWS-Beschwerden entweder von vornherein
(
Dr.
B._
und die
Versicherungsmediziner der SUVA
)
verneint, oder aber - wie durch
Dr.
H._
und Dr.
C._
- zunächst in
Erwägung zogen,
aber
nach Einsicht in die bildgebenden Erhebungen
ver
worfen wurde. Auch wenn Dr.
C._
seitens der Beschwerdegegnerin nicht aus
drücklich zur Unfallkausalität befragt wurde, sind seinem nach MRI
beziehungsweise CT
verfassten Bericht
e
n
und den darin gestellten Diagnosen
keine Anhaltspunkte mehr zu entnehmen, dass
er
in Bezug auf die HWS Unfallfolgen
für möglich gehalten hätte.
Wie dargelegt
be
zogen d
ie befassten Ärzte durchwegs die
Resultate
von
MRI
und CT
in ihre Einschätzung ein
, weshalb den Vorbringen der Beschwerde
führerin nicht gefolgt werden kann,
es ermangle an der ärztlichen Beurteilung der Bildgebungen (
Urk.
11 S. 4). Es schadet auch nicht,
dass
die
Bildgebungen
nicht zu den Akten genommen wurden, genügt es doch für den
Rechtsanwen
der
, wenn die
entsprechenden
Abklärungen von den Ärzten beurteilt wurden.
4.
3
In Bezug auf die von
Dr.
C._
letztlich
diagnostizierte Diskushernie
im
Zervikal
bereich
bleibt zudem
auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts
hin
zuweisen. Demnach
entspricht
es
einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein
Unfall
ereignis
nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeig
net war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder
radikuläres
Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten. In solchen Fällen hat die Unfallversi
cherung praxisgemäss auch für Rezidive und allfällige Operationen aufzukom
men. Wird die Diskushernie durch den Unfall lediglich ausgelöst, nicht aber verursacht, übernimmt die Unfallversicherung den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub, spätere Rezidive dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome gegeben sind (
Urteil des Bundesgerichts 8C_281/2007 vom 1
8.
Januar 2008 E. 5.2.1).
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festhielt, sind i
n den medizinischen Akten für
längere
Zeit nach dem Unfall keine Symptome für eine Diskushernie ausgewiesen. Wie die Beschwerdeführerin zwar zutreffend ausführte, erwähnte sie beim ersten Gespräch mit der Beschwerdegegnerin neben den thorakalen Beschwerden auch Nackenbeschwerden und Sensibilitätsstörungen in der linken Gesichtshälfte wie auch eine Gehörsstörung (
Urk.
13/6).
Weiter trägt d
ie
Scha
denmeldung
neben der
Thoraxverletzung
auch den handschriftlich angebrach
ten Vermerk „HWS-Stauchung“, wobei über den Ursprung dieser Ergänzung nichts gesagt werden kann. Ausgewiesen ist sodann, dass der erstbehandelnde
Dr.
E._
kurz nach d
em Unfall die HWS
röngte
(Urk.
13/217).
Allerdings
lassen sich d
en vorstehend dargelegten medizinischen Unterlagen keine Hinweise darauf entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
im
weiteren Verlauf über anhaltende Nackenbeschwerden geklagt hätte. Die ärztlichen Behandlungen betrafen - abgesehen von den vorbestehenden
Kniebeschwer
den
- ausschliesslich die Brustwirbelsäule, bis
Dr.
B._
mehr als zwei Jahre nach dem Unfall am 18. Juli 2011
erstmals
abklärungsbedürftige
Dysästhesien
erwähnte (
Urk.
13/110), welche die vorstehend unter E.
3.5
geschilderten Abklärungen nach sich zogen. Wenn die Beschwerdeführerin beim Sturz auch mit dem Kopf auf den harten Boden
aufgeprellt
und dabei ihr Helm zerbr
ochen ist
(
Urk.
13/6), muss in Anbetracht der im weiteren Verlauf symptomlosen HWS geschlossen werden, dass diese nicht weiter beeinträchtigt wurde. Nichts ande
res ergibt sich aus den attestierten Arbeitsunfähigkeiten, die
Dr.
F._
stets mit den Beschwerden in der Brustwirbelsäule begründete
,
ohne Symptome einer möglichen Diskushernie namhaft zu machen.
Die vom
erstbehandelnde
n Dr.
E._
beigezogenen Röntgenbilder der HWS (vgl.
Urk.
13/217)
zeigten gemäss der Beurteilung der Versicherungsmediziner der SUVA denn auch keine strukturellen Verletzungen, sondern vorab degenerative Veränderungen (
Urk.
8 S. 14).
Doch
selbst wenn damals eine Diskushernie erhoben
worden wäre
, müsste die Kausalität
der während mehr als zwei Jahren stumm gebliebenen HWS in Nachachtung der vorstehend zitierten höchstrichterlichen Rechtspre
chung
verneint
werden
.
Dabei darf
beweisrechtlich auch auf die Erfahrungstat
sache abgestellt werden
, dass
der organische Zustand des Rückens nach Ver
letzungen wie Prellung, Verstauchung oder Zerrung in der Regel sechs Monate bzw. spätestens ein Jahr (bei degenerativen Veränderungen) nach dem Unfall wieder soweit hergestellt ist, wie er auch dann wäre, wenn sich der Unfall niemals ereignet hätte (Status quo sine; vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versi
ch
erungsgerichts
U 207/06 vom 29.
November 2006 E.
2.2
)
.
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Unfallkausalität der HWS-Beschwerden verneint hat.
4.
4
Zu keinem anderen Ergebnis führt die Annahme, die Beschwerdeführerin habe sich beim Kopfanprall eine Distorsion der HWS zugezogen,
die
später
- ohne organisches Korrelat -
Beschwerden verursacht
e
.
Diesfalls
könnte die natürliche Kausalität nur bejaht werden, wenn ein
Schleuder
trauma
diagnostiziert
wäre
und das für einer derartige Verletzung typische bunte Beschwerdebild (BGE 117 V 360 E. 4b
; vorstehende E. 1.2
)
vor
läge.
Hier ist keine dieser Voraussetzungen erfüllt. Selbst wenn
Dr.
E._
eine HWS-Distorsion diagnostiziert hätte, müsste dies
angezweifelt werden, da später keiner der befassten Ärzte diese Diagnose in Erwägung gezogen hat. Entschei
dend i
ns Gewicht fällt sodann, dass die Beschwerdeführerin
keine der nach
HWS-Verletzungen
typischen Beschwerden beklagte.
Sodann finden sich in den medizinischen Akten keine Schmerzklagen innert 72 Stunden (Urteil des Bun
desgerichts U 336/06 vom 3
0.
Juli 2007 E. 5.1).
Damit fällt die Bejahung der natürlichen Kausalität eines Schleudertraumas von vornherein ausser Betracht.
4.
5
Die
vorhandenen medizinischen Unterlagen
erlauben
eine verlässliche Beurtei
lung des Leistungsanspruches de
r
Beschwerdeführer
in. Von der beantragten Begutachtung sind
keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d).
D
er angefochtene
Einspracheentscheid
vom
6.
Februar 2013
erweist sich
als korrekt, was zur Abweisung der Beschwerde führt.