Decision ID: f1156a84-0c87-4693-bfb9-e7461fd2ee5b
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1976, meldete sich nach einem
am 1
1.
Juli 2016
erlitte
nen
Auffahru
nfall und erfolgter Früherfassung (vgl.
Urk.
8/108) am 1
1.
Juni 2017
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/111
). Die Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisc
he und erwerbliche Situation ab und zog
die
Akten des Unfallversicherers
bei (
Urk.
8/116,
Urk.
8/
129).
Nach
zweimalig
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/130
,
Urk.
8/131
;
Urk.
8/134,
Urk.
8/136
)
verneinte die IV-Stelle
mit Ver
fügung vom
5.
Dezember 2018
den Anspruch auf
eine Umschulung zum Chauffeur
(
Urk.
8/143
=
Urk.
2)
.
2.
Der Versicherte erhob am
1
8.
Januar 2019
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
5.
Dezember 201
8
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten
ihm
Umschulungs- respektive Integrations
massnahmen zum Buschauffeur
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
9.
Februar 2019
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Am 2
6.
Februar 2019 (
Urk.
10) reichte der Beschwerdeführer einen weiteren medizinischen Bericht ein (
Urk.
11), wozu sich die Beschwerdegegnerin nicht vernehmen liess (
Urk.
13).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.3
Die versicherte Person muss gemäss
Art.
7 IVG alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (
Art.
6 ATSG) zu verrin
gern und den Eintritt einer Invalidität (
Art.
8 ATSG) zu verhindern (
Abs.
1). Die versicherte Person muss gemäss Art. 7 Abs. 2 IVG an allen zumutbaren Mass
nahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Ein
gliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich (Aufgabenbereich) dienen, aktiv teilnehmen. Dies sind insbe
sondere:
a.
Massnahmen der Frühintervention (
Art.
7d);
b.
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche
Ein
gliede
rung
(
Art.
14a);
c.
Massnahmen beruflicher Art (
Art.
15–18 und 18b);
d.
medizinische Behandlungen nach Artikel 25
des
Bundesgesetz
es
über die Krankenversicherung (KVG)
e.
Massnahmen zur Wiedereingliederung von Rentenbezügerinnen und Rentenbezügern nach Art. 8a Abs. 2.
1.4
Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 % arbeits
un
fähig (Art. 6 ATSG) sind, haben Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vor
bereitung auf die berufliche Eingliederung (Integrationsmassnahmen), sofern dadurch die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen beruflicher Art geschaffen werden können (Art. 14a Abs. 1 IVG). Als Integrations
mass
nahmen gelten gemäss Abs. 2 gezielte, auf die berufliche Eingliederung gerichtete Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation (
lit
. a) und Beschäfti
gungs
massnahmen (
lit
. b). Es geht darum, bei denjenigen Versicherten, die aktuell nicht eingliederungsfähig sind oder deren Eingliederungsfähigkeit verloren zu gehen droht, die Eingliederungsfähigkeit herzustellen oder zu erhalten. Ist aber jemand in einer anderen zumutbaren Tätigkeit arbeitsfähig, so ist er (in dieser anderen Tätigkeit) bereits eingliederungsfähig; er braucht keine Integrationsmassnahmen mehr, um die Eingliederungsfähigkeit herzustellen. Es gibt keinen Grund, Mass
nahmen zur Ermöglichung einer beruflichen Eingliederung durchzuführen, wenn auch ohne solche Massnahmen eine berufliche Eingliederung bereits umgesetzt werden kann (BGE 137 V 1 E. 7.2.3 mit Hinweisen).
1.5
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wieder
einschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Umschu
lung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1
der
Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbs
tätigkeit ohne vor
gängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Ver
besserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu
nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.7
Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts
be
schwerde
verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht, indem Ver
wal
tung und Sozialversicherungsgericht von sich aus für die richtige und voll
stän
dige Abklärung des Sachverhaltes zu sorgen haben. Dieser Grundsatz gilt indes nicht uneingeschränkt, sondern wird in zweifacher Hinsicht ergänzt: durch die Mitwirkungspflicht der versicherten Person sowie durch die im Anspruch auf rechtliches Gehör enthaltenen Parteirechte auf Teilnahme am Verfahren und auf Einflussnahme auf den Prozess der
Entscheidfindung
. In diesem Sinne dient das rechtliche Gehör einerseits der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persön
lichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, der in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört auch das Recht, an der Erhe
bung wesentlicher Beweise mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Im Verwal
tungsverfahren gilt dieses Mitwirkungs- oder Äusserungs
recht der betroffenen Person namentlich im Zusammenhang mit der Durchführung eines Augenscheins, der Befragung von Zeugen sowie bezüglich eines Expertengutachtens. Infolge
dessen darf auf diese Beweismittel bei der Entscheidung nicht abgestellt werden, ohne der betroffenen Person Gelegenheit zu geben, an der Beweisabnahme mit
zuwirken oder wenigstens nachträglich zum Beweisergebnis Stellung zu nehmen (BGE 120 V 357 E. 1a mit zahlreichen Hinweisen = RKUV 1995 Nr. U 209 S. 27 f. E. 1a).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
5.
Dezember 2018 (
Urk.
2) hielt die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) fest,
dass eine Tätigkeit als Buschauffeur aus medizinischer Sicht grundsätzlich nicht behindertenangepasst sei und mit
Schwindel und Hals
wirbel
säulen
(HWS)-Einschränkungen eine Chauffeurtätigkeit nicht ausgeübt werden könne (S. 1).
Man habe
versucht, medizinische Unterlagen einzuholen, die bestä
tigen würden, dass keine Schwindelproblematik und HWS-Ein
schränkungen mehr vorliegen würden.
Jedoch
seien bis heute keine ent
sprechenden medizini
schen
Unterlagen eingereicht worden (S. 1 unten f.). Mit diesen Erkrankungen sei eine Umschulung zum Buschauffeur nicht behinderten
gerecht (S. 2 oben).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 18.
Januar
2019 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend, dass eine Schwindel
proble
matik gestützt auf die
Angaben der
behandelnden Ärzte nicht mehr bestehe (S.
3). Auch die durch den RAD vorgebrachte HWS-Problematik werde im neu
e
sten Bericht vom 1
7.
Dezember 2018 nicht mehr angesprochen. Die darin erwähnten Beschwerden stünden einer Ausbildung/Tätigkeit als Buschauffeur nicht ent
ge
gen (S. 3 unten f.)
. Beschwerden, die einer Ausbildung/Tätigkeit als Buschauffeur aus medizinischer Sicht entgegenst
ehen würden, würden nicht mehr b
estehen. Der Leistungsanspruch sei damit klar ausgewiesen (S. 4 oben).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf
eine Umschu
lung zum Buschauffeur.
3.
3.1
Im Bericht der
Y._
vom 2
2.
Dezember 2016 (
Urk.
8/116/83-92)
über ein ambulantes Assessment
nannten die Ärzte folgende Diagnosen (S. 1):
-
Unfall vom 1
1.
Juli 2016 mit HWS Distorsion QTF II
-
leichtes
Sulcus
ulnaris
Syndrom links
-
Status nach Morbus Scheuermann
-
Status nach Verbrennung
IIb
-III Unterarm links im Jahr 2011
-
arterielle Hypertonie
Dazu führten die Ärzte unter anderem aus, aus medizinisch-diagnostischer Sicht wäre bei besserer Kooperation und Leistungsbereitschaft mit einer Intensivierung der aktiven Therapie eine erhebliche Verbesserung der Beschwerden und der arbeitsbezogenen Belastbarkeit zu erreichen (S. 2 Mitte).
Es werde insgesamt eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet (S. 3 Mitte).
Unter
Berücksichtigung der
Therapie
empfehlungen und im Hinblick auf den bisherigen Verlauf und die heutigen Resultate sei von einer erschwerten Wiederaufnahme der Arbeit auszu
gehen. Gemäss Angaben des Beschwerdeführers sei er vor dem Unfall beschwer
de
frei gewesen. Bereits im Jahr 2012 sei eine erhebliche Symptom
ausweitung nach HWS-Distorsion aufgetreten. Unter Berücksichtigung der
erwähnten Punkte sei trotz Fehlen von
strukturellen Unfallfolgen eine Tendenz zur
Chronifizierung
und psychischer Überlagerung möglich (S. 4 Mitte).
3.2
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im Bericht vom 1
4.
März 2017 (
Urk.
8/116/152-154) als Diagnosen eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) sowie einen Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung nach Schleudertrauma. Funktionelle Ein
schrän
kungen bestünden in Form von Schmerzen im linken Arm sowie über den Nacken auf den Kopf ausstrahlend. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Spengler betrage derzeit 0
%
.
Eine Tätigkeit im
angepassten Bereich (beispiels
weise eine sitzende Tätigkeit) sei bis zirka zwei Stunden täglich möglich. Da dies bereits der zweite Vorfall sei und der Beschwerdeführer damals über ein Jahr Schmerzen gehabt habe, könnte es diesmal länger dauern. Die Prognose werde derzeit
eher als ungünstig eingestuft.
3.3
Med.
pract
. A._
, Fachärztin für
Otorhinolaryngologie
, führte im Bericht vom 1
0.
April 2017 (
Urk.
8/116/190-194) aus, die Beschwerdesymptomatik beur
teile sie im Rahmen eines
zervikogenen
Schwindels im Rahmen der HWS
Distorsion. Differentialdiagnostisch komme auch eine phobische Kompo
nente, im Sinne einer Panikattacke in Frage, da die Schwindelbeschwerden häufig in Menschenmengen auftreten würden. Es bestünden sowohl anam
nestisch als auch in der
otoneurologischen
Untersuchung keine Hinweise für eine peripher vestibuläre Funktionsstörung (S. 2).
3.4
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.2) berichtet
e
am
3.
Juli 2017 (
Urk.
8/116/208
209) von einem bisher mässigen Verlauf. Der Beschwerdeführer habe sich noch nicht auf eine höherfrequentierte Therapie einlassen können, zusätzlich bestehe eine schwierige psychosoziale Situation (Arbeitslosigkeit, Ehefrau mit Rücken
schmerzen).
3.5
Dr.
med. B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Arbeits
medizin, nannte im Bericht vom 1
7.
Oktober 2017 (
Urk.
3/3 =
Urk.
8/125
=
Urk.
8/129/14-15
) als Diagnosen eine HWS-Distorsion am 1
1.
Juli 2016 mit per
sistierender starker
Zervikalgie
und rezidivierender
Zervikobrachialgie
links sowie einen Status nach HWS-Distorsion am
3.
Februar 2012 mit persistierender starker
Zervikalgie
und rezidivierender
Zervikobrachialgie
links. Seit Januar 2017 zeige der Beschwerdeführer bis
heute ein unverändertes Bild,
wie es in der
Y._
beschrieben worden sei. Nach wie vor gebe der Beschwerde
führer intermittierende Nackenschmerzen an, insbesondere beim Beugen des Nackens und Kopfdrehen nach rechts und links sowie beim Bücken. Auch länge
res Sitzen und die Einwirkung von Kälte würden die
Symptome verstärken. Er habe auch oft im Liegen Nacken- und Rückenschmerzen und deshalb oft Schlaf
störungen. Er habe auch zeitweise Kribbelparästhesien in den Fingern III bis V. Schwindelsymptome würde der Beschwerdeführer keine angeben.
Im Oktober 2016 habe sich der Beschwerdeführer wegen unbefriedigen
der Besserung zur spezialärztlichen Behandlung angemeldet. Dort habe der Beschwerdeführer auch Schmerzen im Lumbalbereich angegeben (S. 1). Der Beschwerdeführer habe regelmässige NSAR erhalten und es sei Physiotherapie verordnet worden, welche ihm jeweils wieder für eine gewisse Zeit geholfen
hätten
. Leider müsse festgestellt werden, dass es dem Beschwerdeführer immer noch nicht bessergehe. Es handle sich hier, wie es gelegentlich bei HWS
Schleuder
traumen der Fall sei, um einen chronischen Verlauf mit schwierig zu objektivierenden Beschwerden.
Eine körperlich leichte bis mittelschwere Arbeit könnte mindestens als Arbeits
versuch ab dato zugemutet werden. Ein allfälliger Arbeitsversuch beziehungs
weise die Wiederaufnahme der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Spengler werde leider dadurch erschwert, dass der letzte Arbeitgeber zwischenzeitlich nicht mehr existiere. Der Beschwerdeführer selbst stehe einer Wiederaufnahme der Tätigkeit als Spengler skeptisch gegenüber, weil er von den damit verbundenen Belastun
gen ein vermehrtes Auftreten von Schmerzen befürchte.
Sein eigener Wunsch wäre es, eine Ausbildung als Buschauffeur zu machen und dann in diesem Beruf arbeiten zu können. Die Ausbildungskosten dafür würden gemäss seinen Anga
ben seine derzeitigen finanziellen Mittel aber übersteigen (S. 2).
3.6
Dr.
med. C._
, Facharzt für Chirurgie,
RAD,
führte in der Stellung
nahme vom 1
4.
Dezember 2017 (
Urk.
8/144/5) aus, nach Durchsicht der vor
liegenden Akten finde er keine aussagekräftigen medizinischen Befunde, die für eine Ausbildung zum Chauffeur sprechen würden. Es würden sich erhebliche psychosoziale Belastungen und Hinweise auf Inkongruenzen finden. Auch stelle sich aus medizinischer Sicht die Frage, ob bei an
haltendem
Schwindel und HWS
Ein
schränkungen eine Tätigkeit als Chauffeur sinnvoll sei. Es stelle sich auch die Frage, inwieweit eine schwere Depression nachvollziehbar sei. Die Aus
bildung zum Chauffeur sei aus medizinischer Sicht nicht sinnvoll.
3.7
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.2) führte im Bericht vom 2
2.
August 2018 (Urk.
8/140 =
Urk.
8/142) aus, seit dem 2
3.
Oktober 2017 sei der Beschwerde
führer nicht mehr bei ihm in Behandlung. Vom 1
7.
Februar bis 2
2.
Juni 2017 habe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden. Seit dem 2
2.
Juli 2017 bestehe gar keine Arbeitsunfähigkeit mehr.
3.8
Dr.
med. D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, nannte im Bericht vom 1
7.
Dezember 2018 (
Urk.
3/4) als Diagnose seit längerer Zeit rezidivierende belastungsbedingte tief lumbale Beschwerden mit Dysästhesie der unteren Extremität rechts. Morgens bestünden Anlaufschmerzen sowie Belastungsschmerzen mit Dysästhesie der rechten unteren Extremität ohne
radikuläre
Ausfälle bei oben erwähntem Befund mit im Vordergrund stehend
er
Osteochondrose
L5/S1 und paramedial rechts
sei
tiger Diskushernie. In Frage käme hier noch ein
Sacralblock
. Am ehesten jedoch würde hier langfristig ein Aufbau der Rücken- und insbesondere der
Abdominal
muskulatur
helfen. Sollten alle therapeutischen Massnahmen und Infiltrationen nicht weiterhelfen und sollten invalidisierende therapieresistente Beschwerden auftreten, müsste eine operative Versorgung (Spondylose L5/S1) dis
kutiert wer
den.
3.9
Dr.
B._
(vorstehend E.
3.5
) führte im ärztlichen Zeugnis vom 2
2.
Februar 2019 (
Urk.
11) aus, der Beschwerdeführer habe am 1
1.
Juli 2016 eine HWS-Distorsion wegen eine
s
Auto-Auffahrunfall
s
erlitten. In diesem Zusammenhang habe er eine Zeit lang auch Schwindel-Sensationen verspürt. Am
7.
April 2017 sei deswegen eine Untersuchung bei der ORL-Spezialistin
Dr.
A._
durchgeführt worden, bei welcher eine vestibuläre Ursache für Schwindel habe ausgeschlossen werden können. Der Beschwerdeführer sei seit dieser Zeit öfters bei ihm für Konsulta
tionen (zirka fünfzehn Mal bis heute) gewesen, bei denen er keine Schwindel
symptome mehr angegeben habe, beziehungsweise solche Beschwerden auf Nachfrage verneint habe. Es könne daher davon ausgegangen werden, dass die früheren Schwindelbeschwerden verschwunden seien.
4.
4.1
Den vorliegenden Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer am
1
1.
Juli 2016 in eine Auffahrkollision verwickelt war (vgl. Schadenmeldung vom 1
5.
Juli 2016;
Urk.
8/116/5) und in der Folge
eine HWS-Distorsion
mit Schwindel und
erheblicher Symptomausweitung sowie eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert wurde
n
(vgl. vorstehend E. 3.1-3)
. In der
angestammten
Tätigkeit als Spengler wurde dem Beschwerdeführer entsprechend eine bis mindestens
1.
November 2017 vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl. vorstehend E.
3.5). Aus psychiatrischer Sicht bestehe seit dem 2
2.
Juli 2017 keine Arbeits
unfähigkeit mehr (vgl. vorstehend E. 3.7).
4.2
Die Beschwerdegegnerin
verneinte
den Anspruch auf eine Ausbildung z
um Chauffeur mit der Begründung
, dass eine solche Tätigkeit aus medizinischer Sicht grundsätzlich nicht behindertenangepasst sei und eine Chauffeurtätigkeit mit HWS-Einschränkungen und Schwindel nicht ausgeübt werden könne (vgl.
Urk.
2 S. 1). Dabei bezog sich die Beschwerdegegnerin auf die Stellungnahme des RAD
Arztes
Dr.
C._
, welcher in seiner (E-Mail-)Stellungnahme vom 1
4.
Dezember 2017 ohne direkten Bezug auf einen der vorliegenden Berichte aus
führt
e
, dass die Chauffeurausbildung be
i anhaltendem Schwindel und HWS
Ein
schränkungen aus medizinischer Sicht nicht sinnvoll sei (vgl. vor
stehend E.
3.6).
4.3
Betreffend
die
Schwindelsymptomatik
macht
d
er Beschwerdeführer mit Verweis auf den Bericht von
Dr.
B._
vom 1
7.
Oktober 2017
geltend
, dass
daraus her
vorgehe, dass die Schwindelsymptomatik nicht mehr
bestehe
(vgl. vorstehend E.
3.5).
Das Gleiche gilt für den
beschwerdeweise eingereichten Bericht von
Dr.
B._
vom 2
2.
Februar 2019 (vgl. vorstehend E. 3.9).
Soweit sich der Beschwerdeführer
nun
aber
auf den Standpunkt stellt, dass
die vom RAD vorgebrachten Gründe im bisherigen Ausmass nicht mehr
bestünden
und damit
keine medizinischen Hinderungsgründe mehr vorhanden seien, die gegen eine Chauffeur-Ausbildung
sprächen
(vgl.
Urk.
1 S. 3 unten f.,
Urk.
10 S.
2), so kann ihm nicht gefolgt werden.
Zwar bestehen gemäss
Dr.
B._
seit
spätestens 1
7.
Oktober 2017 - und damit noch vor der RAD
Stellungnahme von
Dr.
C._
vom 1
4.
Dezember 2017 - keine Schwindel
symptome mehr. Dr.
B._
berichtet
e
aber
gleichzeitig
von inter
mittierenden Nacken
schmerzen ins
besondere beim Beugen des Nackens und Kopfdrehen nach rechts und links sowie beim Bücken und
hielt fest,
auch längeres Sitzen und
die Einwirkung von Kälte würden die Symptome verstärken
(vgl. vorstehend E. 3.5)
.
Angesichts dieser Aus
führungen bestehen zumindest
geringe -
wenn nicht
gar
erhebliche
-
Zweifel, ob eine Chauffeurtätigkeit mit
derartigen
Einschränkungen
sinnvollerweise
über
haupt
in Betracht gezogen werden
kann
.
Sodann trifft es – entgegen den Vorbringen des
Beschwerdeführer
s
-
nicht zu
, dass
Dr.
B._
bereits im dama
ligen Zeitpunkt festgehalten habe, dass
eine Ausbildung als Buschauffeur (zumindest versuchsweise) zugemutet werden könnte (vgl.
Urk.
1 S.
3
Ziff.
7)
.
Dr.
B._
führte im Bericht vom 1
7.
Oktober 2017 lediglich aus, dass eine körperlich leichte bis mittelschwere Arbeit
im Rahmen eines
Ar
beitsversuch
s
zugemutet werden könnte. Dass er diese Aussage auf die Tätigkeit als Chauffeur bezog
,
ergibt sich aus seinen Ausführungen nicht.
Auch a
ngesichts der von
Dr.
B._
berichteten Einschränkungen der HWS mit Schmer
zen beim Kopfdrehen und
verstärkten Symptomen bei längerem Sitzen,
ist eine solche Bezugnahme nicht anzunehmen.
Dr.
B._
erwähnte einzig, dass es der Wunsch des Beschwerdeführers wäre, eine Ausbildung als Buschauffeur zu machen (vgl. vorstehend E. 3.5).
Ob sich die von
Dr.
B._
beschriebene HWS-Problematik in der Folge (soweit) besserte, dass eine Chauffeurtätigkeit in Betracht gezogen werden könnte, lässt sich anhand der
vorliegenden
Berichte
(vgl. vorstehend E.
3.6-9)
nicht beantwor
ten.
Eine HWS-Problematik wird
-
wie der Beschwerdeführer zu Recht vor
bringt
im Bericht von
Dr.
D._
vom
1
7.
Dezember 2018
nicht mehr erwähnt (vgl.
Urk.
1 S. 3
Ziff.
8)
.
D
ieser berichtet hingegen von einer lumbalen Problema
tik
bei im Vordergrund stehender
Osteochondrose
L5/S1 mit morgen
d
lichen Anlaufschwierigkeiten sowie Belastungsschmerzen mit Dysästhe
sie der unteren rechten Extremität
(vgl. vorstehend E. 3.8)
. Es bestehen damit auch hinsichtlich der lumbalen Problematik
-
welche im Übrigen nicht neu
ist,
sondern früher bereits von
Dr.
B._
erwähnt wurde (vgl. vorstehend E. 3.5)
-
erhebliche Zweifel, ob
eine Buschauffeurtätigkeit, welche vorwiegend sitzend ausgeführt wird,
über
haupt
als leidensangepasste Tätigkeit
angesehen werden kann.
4.4
Es ist Aufgabe des Arztes, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Die
vorliegenden
Berichte
erfüllen diese Anforderung nicht
, lassen sich daraus weder Angaben zu
funktionellen Einschränkungen noch zu möglichen adaptierten Tätigkeiten ent
nehmen
.
Damit fehlt es an nachvollziehbaren medizinischen Ausführungen, die eine zuverlässige Beurteilung des Gesundheitsschadens erlauben würden
, was ange
sichts der in medizinischer Hinsicht
noch
laufenden Abklärungen im IV
Verfahren (vgl.
Urk.
8/145)
nicht überraschend ist.
Vor diesem Hintergrund lässt sich
weder die Frage beantworten, ob die Tätigkeit als Buschauffeur als leidensangepasste Tätigkeit anzusehen ist
,
noch der Anspruch auf eine Umschulung zum Buschauffeur
beurteilen
.
Die angefochtene Verfügung vom 1
8.
August 2017 (
Urk.
2) ist folglich aufzuhe
ben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit
sie
den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit abkläre
und dann
den Anspruch auf Eingliederungsleistun
gen prüfe
.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Die Prozessentschädigung ist gemäss
Art.
61
lit
.
g ATSG in Verbindung mit
§
34
GSVGer
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen.
Diese ist in Beachtung der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses sowie in Berücksichtigung eines gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- vorliegend auf
Fr.
1'800.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.