Decision ID: e10d966f-dfb8-52d4-85d2-a26e9cc6c34b
Year: 2014
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der 1950 geborene, in Österreich wohnhafte A._ (nachfol-
gend: Versicherter oder Beschwerdeführer) am 14. April 2011 bei der
Schweizerischen Ausgleichskasse (nachfolgend: SAK oder Vorinstanz)
einen Antrag auf Rückvergütung von AHV-Beiträgen gestellt hat (SAK-
act. 2),
dass der Versicherte auf dem entsprechenden Gesuchsformular angege-
ben hat, er sei Doppelbürger und besitze die Staatsbürgerschaften der
Republik Serbien und der Republik Kosovo,
dass die SAK mit Verfügung vom 9. Juni 2011 das Gesuch des Versicher-
ten auf Rückvergütung mit der Begründung abgewiesen hat, dass auf ihn
als serbischen Staatsangehörigen das Sozialversicherungsabkommen
zwischen der Schweiz und Serbien anwendbar sei, was eine Rückvergü-
tung von Beiträgen ausschliesse (SAK-act. 7),
dass die SAK die dagegen erhobene Einsprache vom 2. September 2011
(SAK-act. 9), in welcher der Versicherte geltend gemacht hat, er besitze
nur die kosovarische Staatsbürgerschaft, mit Entscheid vom 9. Januar
2013 abgewiesen hat, weil aus den Unterlagen hervorgehe, dass er ko-
sovarisch-serbischer Doppelbürger sei (SAK-act. 13),
dass der Versicherte gegen diesen Einspracheentscheid mit Eingabe vom
4. Februar 2013 (Poststempel) Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-
richt erhoben und sinngemäss um Gutheissung seines Gesuchs um
Rückvergütung der von ihm geleisteten AHV-Beiträge ersucht hat
(BVGer-act. 1),
dass die Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 12. März 2013 die Gutheis-
sung der Beschwerde und Rückweisung der Akten zur Prüfung des
Rückvergütungsgesuches beantragt hat (BVGer-act. 4),
dass die Vorinstanz zur Begründung festgehalten hat, dass der Be-
schwerdeführer aufgrund der Mitteilungen des Bundesamtes für Sozial-
versicherungen (BSV) an die AHV-Ausgleichskassen und EL-
Durchführungsstellen Nr. 326 vom 20. Februar 2013 ausschliesslich als
kosovarischer Staatsangehöriger zu betrachten sei,
dass der Beschwerdeführer die Gelegenheit zur Einreichung einer Replik
nicht wahrgenommen hat (BVGer-act. 5).
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Considerations:
und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht zur Behandlung der vorliegenden
Beschwerde zuständig (Art. 85 bis
Abs. 1 AHVG [SR 831.10] sowie Art. 31,
32 und 33 Bst. d VGG) und der Beschwerdeführer als Adressat des ange-
fochtenen Einspracheentscheids zur Erhebung der Beschwerde legiti-
miert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG; siehe auch Art. 59 ATSG [SR 830.1]),
dass die Beschwerde vom 4. Februar 2013 frist- und formgerecht einge-
reicht wurde, weshalb darauf einzutreten ist (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52
Abs. 1 VwVG; siehe auch Art. 60 ATSG),
dass nach Art. 18 Abs. 3 AHVG und Art. 1 Abs. 1 der Verordnung über die
Rückvergütung der von Ausländern an die Alters- und Hinterlassenenver-
sicherung bezahlten Beiträge (RV-AHV, SR 831.131.12) Ausländern, die
ihren Wohnsitz im Ausland haben und mit deren Heimatstaat keine zwi-
schenstaatliche Vereinbarung besteht, die bezahlten AHV-Beiträge rück-
vergütet werden können, sofern diese gesamthaft während mindestens
eines vollen Jahres geleistet worden sind und keinen Rentenanspruch
begründen,
dass nach Art. 2 Abs. 1 RV-AHV die Beiträge zurückgefordert werden
können, sobald die Person aller Voraussicht nach endgültig aus der Ver-
sicherung ausgeschieden ist und sowohl sie selber als auch die Ehefrau
oder der Ehemann und ihre noch nicht 25-jährigen Kinder nicht mehr in
der Schweiz wohnen,
dass das Abkommen vom 8. Juni 1962 zwischen der Schweizerischen
Eidgenossenschaft und der ehemaligen (Sozialistischen) Föderativen
Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung (SR 0.831.109.818.1;
nachfolgend: Sozialversicherungsabkommen [in Kraft getreten am
1. März 1964]) im Verhältnis zur Republik Serbien bis heute seine Gültig-
keit bewahrt hat, auf kosovarische Staatsangehörige jedoch ab 1. April
2010 nicht weiter anzuwenden ist (BGE 139 V 263),
dass der Beschwerdeführer zwar in seinem Antrag vom 14. April 2011 auf
Rückvergütung von AHV-Beiträgen angemerkt hat, er sei serbisch-
kosovarischer Doppelbürger, dies aber nicht belegt hat,
dass er sich sowohl in seiner Einsprache, eingegangen bei der Vorinstanz
am 12. September 2011, wie auch in der Beschwerde vom 2. Februar
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2013 darauf beruft, er sei nur Staatsbürger der Republik Kosovo und be-
sitze die serbische Staatsbürgerschaft nicht (mehr),
dass sich bei den Akten ausschliesslich Nachweise betreffend die koso-
varische Staatsangehörigkeit des Beschwerdeführers befinden (act. 9
S. 2; act. 3 S. 1 und 3),
dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 12. März 2013 nun
ebenfalls davon ausgeht, der Beschwerdeführer sei einzig als Staatsan-
gehöriger der Republik Kosovo und nicht als serbisch-kosovarischer
Doppelbürger zu betrachten, weshalb die Beschwerde gutzuheissen sei,
dass hinsichtlich der Staatsangehörigkeit des Beschwerdeführers und
von einer übereinstimmenden Auffassung der Verfahrensbeteiligten aus-
zugehen ist, welcher sich das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der
geltenden Sach- und Rechtslage anschliessen kann,
dass der Beschwerdeführer das Rückerstattungsgesuch am 14. April
2011 gestellt hat, weshalb das Sozialversicherungsabkommen im vorlie-
genden Fall in zeitlicher Hinsicht nicht mehr anwendbar ist (vgl. BGE 136
V 24 E. 4.4) und hier folglich keine abweichende zwischenstaatliche Ver-
einbarung im Sinne von Art. 18 Abs. 2 AHVG vorliegt,
dass aufgrund der Akten ausgewiesen ist, dass der Beschwerdeführer
während mehr als einem Jahr AHV-Beiträge geleistet (SAK-act. 8) und
seinen Wohnsitz im Ausland hat (SAK-act. 3 S. 2),
dass die Vorinstanz die übrigen Anspruchsvoraussetzungen nicht geprüft
und insbesondere keine Berechnung der Höhe des Rückerstattungsbe-
trags vorgenommen hat,
dass unter diesen Umständen die Sache ausnahmsweise mit verbindli-
chen Weisungen an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (Art. 61 Abs. 1
VwVG; vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, S. 226 Rz. 3.195),
dass die Beschwerde vom 4. Februar 2014 demnach insofern gutzuheis-
sen ist, als der angefochtene Einspracheentscheid vom 9. Januar 2013
aufzuheben und die Sache gemäss Antrag der Vorinstanz zur abschlies-
senden Prüfung des Rückerstattungsantrags, zur Berechnung des Rück-
erstattungsbetrags und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorin-
stanz zurückzuweisen ist,
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dass vorliegend keine Verfahrenskosten zu erheben sind (Art. 85 bis
Abs. 2
AHVG),
dass dem obsiegenden, nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer
keine unverhältnismässig hohen Kosten entstanden sind, weshalb ihm
keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG
i.V.m. Art. 7 Abs. 3 und 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).