Decision ID: 3e0a1e4f-4510-4b44-b5ce-ec1012af27b0
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1979, war ab 12. April 2010 als stellvertretende
Bereichs
leiterin
bei der
Y._
angestellt und bei der Unfallversi
cherung
B._
gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als sie am 5. August 2010 als Gast an einer Abschiedsfeier in einem Restaurant teilnahm, dabei ein Kellner zwei volle Getränke-
Harassen
fallen liess und sie am rechten
Fuss
verletzt
wurde
(Urk. 10/G1 und 10/G7).
Die medizinische Erstversorgung fand in der
Z._
statt (Urk. 10/G1). Es wurde eine Kontusion des oberen Sprunggelenks rechts mit Re-Traumatisierung bei Restbeschwerden am ventralen oberen Sprunggelenk bei Status nach OSG-Arthroskopie rechts und Abtragung des
Bassett
-Ligaments am 14. Oktober 2009 bei traumatisiertem lateralem Bandapparat (mit Verdacht auf Rezidiv-Instabilität OSG rechts) und bei Status nach modifiziertem laterale
m
Brostroem
rechts und intraoperativer Prüfung des Ligamentum
deltoideum
rechts vom 22. Februar 2008 diagnostiziert (Urk. 10/M4). In der Folge wurde die Versicherte weiter in
der
Z._
behandelt (vgl. Urk. 10/M2-M7 sowie Urk. 10/M9-M13). Am 3. Dezember 2010 nahm der beratende Arzt der Unfallversicherung
B._
,
Dr.
med.
A._
, zu den
Gesundheitsbe
einträchtigungen
der Versicherten am oberen Sprunggelenk rechts Stellung (Urk. 10/M8).
1.2
Mit E-Mail vom 16. Dezember 2010 (Urk. 10/G14) teilte die Unfallversicherung
B._
der Versicherten mit, dass sie für die
an der
Z._
geplante Operation vom 20. Dezember 2010 mangels einer
Leistungs
pflicht
keine Kostengutsprache erteile. Man werde in nächster Zeit eine entspre
chende Verfügung erlassen.
Mit Verfügung vom 16. Dezember 2010 (Urk. 10/G15) stellte die Unfallversiche
rung
B._
ihre Leistungen per 30. November 2010 ein. Zur Begründung führte sie aus, dass der Unfall vom 5. August 2010 höchstens für eine be
schränkte Zeit für die vorhandenen Beschwerden verantwortlich gewesen sei (vorübergehende, nicht richtungsgebende Versc
hlimmerung des Vorzustandes). Nach
dem 30. November 2010 könnten die geklagten
Gesundheitsbeeinträchti
gungen
nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das
Unfallereig
nis
vom 5. August 2010 zurückgeführt werden.
Die dagegen erhobene Einsprache der Versicherten vom 4. Januar 2011 (Urk. 10/J1) wies die
Unfallversicherung
B._
mit
Entscheid vom 16. März 2011 (Urk. 2/2 = Urk. 10/J6) ab.
2.
2.1
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 12. April 2011 (Urk. 2/1) Be
schwerde bei der
Unfallversicherung
B._
, welche
sie an das Sozialver
sicherungsgericht weiterleitete (vgl. Urk. 2/4). Mit Verfügung vom 26. April 2011 (Urk. 2/6) wurde der Versicherten Frist zur Verbesserung der Beschwerde angesetzt. Mit Verfügung vom 6. Juni 2011 (Urk. 2/10
, UV.2011.00117
) trat das Sozialversicherungsgericht auf die Beschwerde nicht ein. Die dagegen von der Versicherten erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten hiess das Bundesgericht mit Urteil vom 20. Dezember 2011 (Urk. 1; 8C_582/2011) gut, soweit darauf eingetreten wurde, und wies dies Sache an das Sozialversicherungsgericht zurück.
2.2
Mit Verfügung vom 25. Januar 2012 (Urk. 6) wurde
der Unfallversicherung
B._
Frist zur Erstattung der Beschwerdeantwort und zur Einreichung der Akten angesetzt. In ihrer Beschwerdeantwort vom 1. Februar 2012 (Urk. 9) schloss die Unfallversicherung
B._
auf
Abweisung der Beschwerde. In ihrer Replik vom 2. Mai 2012 (Urk. 16) liess die - inzwischen vertretene - Versi
cherte folgende Anträge stellen:
Die Beschwerde sei vollumfänglich gutzuheissen.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin für die Folgen des Unfallereignisses vom 5. August 2010 die gesetz
lichen Leistungen aus UVG auszurichten;
insbesondere seien der Beschwerdeführerin weiterhin die Taggelder nach Massgabe der ärztlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit auszu
richten und die Heilungskosten zu übernehmen.
Es sei durch das Gericht ein neutrales orthopädisches Gutachten einzuholen.
Alles unter Entschädigungsfolgen (zuzüglich
MWSt
) zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
Zudem liess die Versicherte die
Beiladung der
Visana
Unfallversicherung sowie die Bewilligung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung beantragen. Die Unfall
versicherung
B._
hielt in ihrer Duplik vom 23. Mai 2012
(Urk. 20) an ihrem Abweisungsantrag fest.
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) noch nicht abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG e
contrario
).
Ist sie infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.2
1.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.2.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 26. April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich
hiebei
um eine
anspruchsaufhe
bende
Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang ge
geben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten darf und soll das Ge
richt der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte die Versicherungsleistungen per Ende November 2010 im Wesentlichen mit der Begründung ein, dass gestützt auf den Bericht ihres beratenden Arztes
Dr.
A._
zum
genannten Zeitpunkt
ein Status quo sine
vel
ante vorhanden gewesen sei. Es sei von einem relevanten symptomati
schen Vorzustand auszugehen, wobei es durch das Ereignis vom 5. August 2010 zu einer nicht richtungsgebenden vorübergehenden Verschlimmerung gekom
men sei. Aus diesem Grunde sei eine zeitliche Terminierung im Sinne des er
wähnten Status quo sine
vel
ante vorzunehmen. Auf die von dieser Einschät
zung abweichenden Meinungsäusserung von behandelnden Ärzten und Ärztin
nen könne nicht abgestellt werden; ihnen komme praxisgemäss nur ein geringer Beweiswert zu. Hinzu komme, dass die Einschätzung
von
Dr.
A._
auch durch den Vertrauensarzt der
Visana
Unfallversicherung
,
Dr.
med.
C._
, geteilt werde (Urk. 2/2, 9 und 20).
2.2
Demgegenüber liess die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vortragen, dass sie am 12. April 2009, als sie bei
der
Visana
Unfallversicherung versichert
gewesen sei, einen Unfall erlitten habe (
Suspinationstrauma
am oberen Sprunggelenk rechts). Nach einer
früheren
Operati
on im Oktober 2009 sei sie
ab 1. Januar 2009 wieder voll arbeitsfähig und beschwerdefrei gewesen. Nachdem die
Be
schwerdegegnerin
die Ausrichtung von Leistungen für die bestehenden
Gesund
heitsbeeinträchtigungen
eingestellt habe, habe sich die Beschwerdeführerin an
die
Visana
Unfallversicherung gewandt, welche jedoch ihre Leistungspflicht mit der Begründung der fehlenden Rückfallkausalität verneint habe (vgl. Urk. 17/3). Die Beschwerdegegnerin
stelle
zu Unrecht auf die stichwortartige Beurteilung von
Dr.
A._
ab. Dieser habe die Beschwerdeführerin nie gesehen oder gar untersucht. Auch gestützt auf den Bericht des beratenden Arztes der
Visana
Unfallversicherung könne nicht abgestellt werden. Auch dieser Arzt habe die Beschwerdeführerin nie
untersucht. Beiden Ärzten hätten
wohl auch nicht die gesamten Akten vorgelegen. Beweiskräftig sei vielmehr die Einschätzung der behandelnden Ärztin der
Z._
(Urk. 16).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht per Ende November 2010 eingestellt hat, weil die ab diesem Zeitpunkt noch von der Beschwerdeführerin geklagten Gesundheitsbeeinträchtigungen nicht mehr auf den Unfall vom 5. August 2010 zurückzuführen sind (Erreichen des Status quo sine
vel
ante), beziehungsweise ob die Beschwerdeführerin über den ge
nannten Zeitpunkt hinaus Anspruch auf die gesetzlichen Leistungen hat.
3.2
3.2.1
Dr.
med.
D._
von der
Z._
führte am 18. August 2010 eine Infiltration des rechten oberen Sprunggelenks durch.
Nach einer Viertel
stunde habe die Beschwerdeführerin über eine Schmerzreduktion von 6 auf 4 auf der visuell-analogen Skala (Skala von 0 bis 10) berichtet (Urk. 10/M6).
3.2.2
Dr.
med.
E._
, Teamleiter Fusschirurgie, von der
Z._
hielt in seinem Bericht vom 4. Oktober 2010 (Urk. 10/M1) fest, dass die Be
schwerdeführerin
immer noch über Schmerzen
anterior
im Bereich des
Kapsel
bandapparates
klage. Es gehe ihr zwar etwas besser,
sie sei
jedoch nicht be
schwerdefrei. Angesichts des protrahierten Verlaufs werde eine
Magnetreso
nanz-Untersuchung
durchgeführt.
3.2.3
Dr
.
E._
und
Assistenzärztin
Dr.
med.
F._
von
der
Z._
führten
in ihrem Bericht vom 17. November 2010 (Urk. 10/M3; vgl. auch Urk. 10/M7) aus, dass die Beschwerdeführerin über Ruheschmerzen am rechten oberen Sprunggelenk und eine
Schmerzexazerbation
beim Autofahren (
beim Bremsen und
beim
Gas
g
eben
) klage. Es werde eine OSG-Infiltration zur Schmerzlinderung empfohlen. Die Beschwerdeführerin sei bis 27. August 2010 zu 100 % arbeitsunfähig.
In der konventionell-radiologischen Untersuchung zeige sich keine frische
ossäre
Läsion. Ebenso unverändert sei die Lage der beiden
Mitek
-Anker (Urk. 10/M4 S. 2).
3.2.4
Dr
.
A._
hielt in seinem Bericht vom 3. Dezember 2010 (Urk. 10/M8) fest, dass d
er
Beschwerdeführerin
am 5. August 2010 eine Getränke-Harasse auf den Fuss gefallen sei. Es sei folgende Erstdiagnose gestellt worden: „
Kontusion
OSG rechts am 05.08.10 mit Re-Traumatisierung bei - Restbeschwerden ventrales OSG bei Status nach OSG-Arthroskopie rechts und Abtragung des
Bassett
-Li
gaments am 14.10.09 bei traumatisiertem lateralen Bandapparat mit
Verdacht
auf Rezidiv-Instabilität OSG rechts bei Status nach modifiziertem
Brostorem
rechts und intraoperativer Prüfung
lig
.
deltoideum
rechts vom 22.02.08.“ Die ihm gestellte Frage, ob die heutigen Beschwerden aufgrund der erhobenen me
dizinischen Befunde nicht mehr auf das Ereignis vom 5. August 2010 zurück
zuführen sei, beantwortete
Dr
.
A._
dahingehend, dass dies überwiegend wahrscheinlich sei. Es bestehe ein relevant
er
symptomatischer Vorzustand. D
as Ereignis vom 5. August 2010 sei nicht richtung
s
gebend. Eine vorübergehende Verschlimmerung sei deshalb zeitlich zu terminieren; entsprechend sei der Sta
tus quo sine Ende November 2010 (nach durchgeführter Infiltration) erreicht worden.
3.2.5
Dr
.
E._
und Assistenzarzt
Dr.
med
.
G._
von der
Z._
erklärten am 29. Dezember 2010, dass gemäss den Angaben der Be
schwerdeführerin
und ihren Untersuchungsbefunden die Beschwerden eindeutig
durch das
erneute Trauma vom 5. August 2010 hervorgerufen worden seien. Die Beschwerdegegnerin werde deshalb um Kostenübernahme für die bevorstehende operative Versorgung ersucht. Die Beschwerdeführerin sei bereit, sich einer ver
trauensärztlichen Untersuchung zu unterziehen (Urk. 10/M9).
3.2.6
In der Folge wurde die Beschwerdeführerin
weiter in der
Z._
behandelt; es wurden ihr jeweils eine Arbeitsunfähigkeit von 50 bis 100 % attestiert (vgl. Urk. 10/M10-M12). Am 28. Dezember 2011 führte PD
Dr.
E._
aus, d
ass aus orthopädisch-chirurgischer Sicht keine weiteren Massnahmen mehr geplant seien. Des Weiteren empfehle er eine Kontaktauf
nahme mit der Versicherung betreffend Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Aus seiner Sicht seien der Beschwerdeführerin eine abwechselnd sitzende und ste
hende Tätigkeit durchaus zu 100 % zumutbar.
3.2.7
Am 13. Januar 2012 äusserte sich
Dr.
med.
C._
, beratender Arzt der
Visana
Unfallversicherung, mündlich zum vorliegenden Fall (Urk. 17/6): Er vertrat die Ansicht, dass ein erheblicher symptomatischer Vorzustand am rechten Fussge
lenk bestehe und dass der frühere Unfall aus dem Jahr 2009 (als die Beschwer
deführerin noch bei der
Visana
Unfallversicherung versichert war) keine Ursa
che der aktuellen Beschwerden sei. Bezüglich des Unfallereignisses vom 5. August 2010 führte er Folgendes aus: Gemäss den Akten der
Beschwerdegeg
nerin
habe die Versicherte eine Kontusion am rechten
Fussgelenk erlitten. Bei der Kontrolle vom 10. August 2010 sei keine Rötung und keine Schwellung festgestellt worden. Auch hier
liege
keine richtungsgebende Verschlimmerung des krankheitsbedingten Vorzustandes
vor
.
3.3
Aufgrund der vorliegenden Arztberichte ist erstellt, dass bei der Beschwerdeführe
rin nach wie vor erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigungen am rechten oberen Sprunggelenk vorhanden sind. Umstritten ist unter den medizi
nischen Experten allerdings die Frage, ob diese Gesundheitsstörungen immer
noch auf das Unfallereignis vom 5. August 2010 zurückzuführen sind oder ob Ende November 2010 der Status quo sine
vel
ante eingetreten ist. Letztere Auf
fassung vertrat die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Meinungsäusserungen der
Dres
.
A._
und
C._
(Urk
. 10/M8 und Urk. 17/6).
Bei diesen beiden Ärzten handelt es sich – wie bereits ausgeführt – um den beratenden Arzt der Beschwerdegegnerin beziehungsweise
der
Visana
Unfallver
si
cherung.
Demge
genüber vertraten die behandelnden Ärzte der
Z._
, die
Dres
.
E._
und
G._
, dezidiert
die Auffassung, dass die Beschwerden
„eindeutig“
vom Trauma vom 5. August 2010 hervorgerufen worden seien (Urk. 10/M9).
In Bezug auf die Einschätzung der
Dres
.
E._
und
G._
ist zwar
einerseits
dem Umstand Rechnung zu tragen, dass sie die Beschwerdeführerin behandelten und somit ihre
n
Meinungsäusserungen
grundsätzlich (wie bei Berichten von Hausärzten [vgl. dazu oben E. 1.4
a.E
.]) ein verminderter Beweiswert zukommt.
Andererseits verfügen
die beiden genannten Ärzte der
Z._
über ein spezifisches Fachwissen;
PD
Dr.
E._
ist Teamleiter der dortigen
Fusschirurgie
. Hinsichtlich der Einschätzungen der
Dres
.
A._
und
C._
ist zunächst festzuhalten, dass
grundsätzlich
auch ein
versicherungsin
terner
und aktengestützter Arztbericht beweistauglich sein kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_754/2011 vom 20. April 2012 E. 5.3.2 mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3b/
ee
S. 353 f.; SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63, 8C_239/2008 E. 7.2; RKUV 2006 Nr. U 578 S. 170, U 245/05 E. 3.4 und 8C_641/2011 vom 2
2.
Dezember 2011 E. 3.2.2; je mit Hinweisen). Dies ändert jedoch nichts daran, dass im vorliegenden Fall die Berichte der
Dres
.
A._
und
C._
nicht rest
los überzeugen.
D
ie Berichte
sind
sehr kurz; es geht aus ihnen nicht hervor, welche Akten den Ärzten zur Verfügung standen. Weder
Dr.
A._
noch
Dr.
C._
begründen nachvollziehbar, weshalb ihrer Ansicht nach die bei der Beschwerdeführerin noch vorhandenen Gesundheitsbeeinträchtigungen nicht (mehr) in einem Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 5. August 2010 stehen sollen. Sie weisen einfach auf einen krankhaften Vorzustand hin und erklären, dass dieser durch den Unfall vom 5. August 2010 nicht
richtungs
gebend
verschlimmert worden sei
,
ohne die Gründe für diese Beurteilung deut
lich zu machen.
Hinzu kommt, dass weder
Dr.
A._
noch
Dr.
C._
die Be
schwerdeführerin jemals
selbst
untersucht haben.
Zwar kann wie erwähnt auch ein reines Aktengutachten voll beweiskräftig sein. Angesichts der divergenten Einschätzung insbesondere des
Fachspezialisten
PD
Dr.
E._
,
welcher
die Unfallkausalität eindeutig bejahte,
handelt es sich aber offenbar nicht ohne weiteres um einen
klaren und einfachen Fall. Auf eine eingehende Untersu
chung der Beschwerdeführerin hätte demzufolge nicht verzichtet werden
dürfen.
Daran ändert der Umstand nichts, dass
a
uch
PD
Dr.
E._
und
Dr.
G._
ihre Kausalitätseinschätzung nur rudimentär begründeten (vgl. Urk. 10/M9 S. 2).
J
edenfalls
bestehen
erhebliche Zweifel an der Kausalitätsbeurteilung, die aus
geräumt werden müssen.
Aus dem Gesagten folgt, dass die Aktenlage keinen Entscheid in der Sache selbst erlaubt und weitere medizinische Abklärungen erforderlich sind. Der an
gefochtene
Einspracheentscheid
vom
16. März 2011 (Urk. 2/2) ist demzufolge aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie ein versicherungsunabhängiges Gutachten einhole (insbesondere zur Frage der Unfallkausalität) und hernach neu verfüge.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens braucht dem Antrag der Beschwerdeführe
rin auf Beiladung der
Visana
Unfallversicherung nicht weiter nachgegangen
zu
werden. Ob und in welchem Rahmen
die Beschwerdegegnerin der
Visana
Un
fallversicherung
Gelegenheit geben will, sich
bei der Einholung des
Gutachtens
ein
zu
bringen
, liegt allein im Ermessen der Beschwerdegegnerin.
4.
4.1
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Als Obsiegen gilt insoweit auch die Rückweisung an den Versicherungsträger zur weiteren Abklärung (BGE 110 V 57 E. 3a).
4.2
Mit Honorarnote vom 11. September 2013 (Urk. 25) machte Rechtsanwältin Laur einen Aufwand von 12 Stunden und 25 Minuten zu einem Stundenansatz von Fr. 200.
(zuzüglich Mehrwertsteuer) sowie Barauslagen von Fr. 153.90 (zuzüglich Mehrwertsteuer)
, mithin insgesamt Fr. 2‘848.
geltend.
Das erscheint angemessen. Demzufolge ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Be
schwerdeführerin eine Prozessentschädigung von Fr. 2‘848.
(inklusive
Bar
auslagen
und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.