Decision ID: d6bdfd82-4c39-4167-ae60-2d95486a14aa
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1978,
war
seit
1. April 2010 als Betontrennfachmann bei der
Y._
GmbH tätig (Urk. 7/140)
, als er sich am 14. Juni 2013 beim Abbruch einer Backsteinwand
ein Polytrauma zuzog
.
Die Suva erbrachte Taggelder und Heilkosten.
Unter Hinweis auf Unfallfolgen meldete
der Versicherte
sich am 31. März 2014
(Eingangsdatum)
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/121, Urk. 7/133, Urk. 7/135).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und zog die Akten der Unfallversicherung bei (Urk. 7/1-120, Urk. 7/125-128, Urk. 7/130-132, Urk. 7/141-
223
).
Am 8. Dezember 2015
erteilte die IV-Stelle dem Versicherten Kostengutsprache für Arbeitsvermittlung plus
vom 16. November 2015 bis 15. April 2016
(Urk. 7/243
, vgl. auch Urk. 7/244 S. 1
).
Mit Mitteilung vom
13. Juni 2016 erteilte die IV-Stelle dem Versicherten Kostengutsprache für ein Arbeitstraining vom 1. Juni 2016 bis 30. November 201
6
(Urk.
7/256,
7/260), wobei dem Versicherten für die Dauer der Massnahme ein IV-Taggeld zugesprochen wurde (Urk. 7/268).
Am 7. November 2016
hob die IV-Stelle
die Mitteilung vom 13. Juni 2016 per 11. November 2016 auf
beziehungsweise
brach
die beruflichen Massnahmen
aufgrund einer erneuten Operation des Versicherten
ab
und
stellte
das Taggeld per 10. November 2016 ein
(Urk. 7/282
, Urk. 7/283/2
).
Am 1. März 2017 teilte die IV-Stelle mit, dass derzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 7/292).
Nach
durchgefüh
rtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/
311, Urk. 7/321) sprach die IV-Stelle d
em
Versicherten
mit Verfügung vom 11. April 2019
bei einem Invaliditätsgrad von
59
% eine
halbe
Rente
vom 1. November 2016 bis 31. Januar 2017 sowie bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente vom 1. Februar 2017 bis 31. August 2017
zu
. Ab September 2017 verneinte die IV-Stelle bei einem Invaliditätsgrad von 1
8
% einen Rentenanspruch
(Urk.
7/328, Urk. 7/342
= Urk. 2).
2.
Der
Versicherte erhob am 28. Mai 2019
Beschwerde (Urk. 1) gegen die Verfügung vom
11. April 2019
(Urk. 2) und beantragte,
die Beschwerdegeg
n
e
rin sei zu verpflichten,
die gesetzlichen Versicherungsleistungen auszurichten (S. 2).
Die IV-Stelle beantr
agte mit Beschwerdeantwort vom 3. Juli 2019
(Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde dem Beschwerdeführer
am
8. Juli 2019
zur Kenntnis gebracht (Urk.
11
).
Mit Gerichtsverfügung vom
17. September 2019
wurden antragsgemäss (vgl
. Urk. 1 S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt
(Urk. 12).
Mit Urteil vom 19. September 2019 im Prozess Nr. UV.2018.00121 bestätigte das Sozialversicherungsgericht die
dem Versicherten mit Ver
fügung vom 7. September 2017 (Urk. 7/
299/271-274
)
beziehungsweise
Einspracheentscheid
vom 20. April 2018 (Urk. 7/307)
zugesprochene
Integritätsentschädigung basierend auf einer
Integritätseinbusse
von 23 % und Invalidenrente von 17 % ab 1. September 2017
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (Abs. 1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld
nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 11. April 2019 (Urk. 2) davon aus, dass der Beschwerdeführer seit dem Unfall von Juni 2013 in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Nach Ablauf des Wartejahres sei aus ärztlicher Sicht eine körperlich angepasste Tätigkeit zu 50 % zumutbar gewesen.
Es seien die Kosten der Arbeitsvermittlung sowie des Arbeitstrainings übernommen worden,
dazu habe
der Beschwerdeführer bis zum 10. November
2016 IV-Taggelder erhalten
. Aus diesem Grund sei der frühestmögliche Anspruch auf eine Rente der 1. November 2016.
Gestützt auf einen Einkommensvergleich
ermittelte
sie
einen Invaliditätsgrad von 59 %
, was einen Anspruch auf eine halbe Rente ab November 2016 begründe. Aufgrund eines operativen Eingriffs am 11. November 2016 am rechten Knie sei der Beschwerdeführer in jeglicher Tätigkeit voll erwerbsunfähig gewesen, womit ab Februar 2017 Anspruch auf eine ganze Rente bestehe. Der Abschlussbericht des Kantonsspitals
Z._
habe am 28. Juli 2017 eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ergeben. Der Beschwerdeführer sei aus ärztlicher Sicht in einer angepassten Tätigkeit wieder 100 % arbeitsfähig. Sie ermittelte gestützt darauf einen Invaliditätsgrad von 18 % und
verneinte einen Rentenanspruch ab September 2017.
2.2
Demgegenüber
stellte sich
der Beschwerdeführer
auf den Standpunkt
(Urk. 1),
die einjährige Wartezeit sei am 14. Juni 2014 erfüllt gewesen. Infolge verspäteter Anmeldung vom 31. März 2014 entstehe der Rentenanspruch gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG am 1. September 2014
. Die IV-Taggelder seien vom 1. Juni 2016 bis zum 10. November 2016 ausgerichtet worden. Wenn überhaupt, so könnte eine Anwendung von Art. 29 Abs. 2 IVG lediglich für diese Taggeldperiode zur Diskussion stehen. Am Anspruchsbeginn bezüglich Invalidenrente per 1. September 2014 könne das vom 1.
Juni 2016 bis am 10. November 2016 ausgerichtete Taggeld nichts ändern.
Mithin sei der Einkommensvergleich per 1. September 2014 vorzunehmen und dementsprechend per 1. September 2014 eine Invalidenrente auszurichten.
Abgesehen davon treffe es nicht zu, dass er per 1. September 2014 eingliederungsfähig gewesen sei. Die Beschwerdegegnerin selbst datiere in ihrem Verlaufsprotokoll einen «Grundsatzentscheid» auf den 3. August 2015. Der Anspruch auf eine Rente beginne
somit am 1. September 2014
.
Abgesehen davon, sei auch die Rentenaufhebung per Ende August 2017 nicht gerechtfertigt. Er sei auch in angepassten Tätigkeiten erheblich qualitativ beeinträchtigt. Der zugebilligte Leidensabzug von 10 % sei ungenügend, angezeigt seien 25 % (S. 5).
2.3
Streitig und zu prüfen sind das Ausmass der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit sowie Rentenbeginn und -höhe.
3.
3.1
Kreisarzt Dr. med.
A._
, Facharzt für Chirurgie
, nannte nach Untersu
chung des Beschwerdeführers am
2. Juli 2015
in seinem
am 3. Juli 2015
erstellten Bericht (Urk. 7/
223
)
folgende Diagnose (S. 6 f.):
-
Polytrauma am 14. Juni
2013 mit
-
dorsaler Hüftluxation rechts
-
kontraktionsbedingter posttraumatischer Schädigung
N
ervus
ischiadi
cus (sensibel) rechts
-
O
pen
book
-Verletzung des Beckens mit
Symphysensprengung
-
S
tatus nach Plattenosteosynthese der Symphyse
-
ISG-Sprengung links
-
extraforaminaler
Sakrumlängsfraktur
rechts
-
Unterschenkelfraktur links
-
Status nach passagerer Fixateur externe Transfixation
-
Status nach Marknagelosteosynthese
-
ossärem Ausriss des hinteren Kreuzbands rechts
-
Status nach Schraubenfixation und erneutem Ausriss
-
Status nach medialer Seitenbandrekonstruktion rechtes Knie
-
persistierender Instabilität rechtes Knie
Er führte aus, dass sich bei der heutigen Untersuchung
, gemessen an der schweren Verletzung, ein gutes Heilergebnis
gezeigt habe. Problematisch bleibe
weiterhin die Instabilität des rechten Kniegelenks.
B
ei
m Beschwerdeführer
besteh
e
keine Arbeitsfähigkeit mehr als Betontrennfach
mann. Auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt bestehe ab dem Untersuchungstag (2. Juli
2015
)
wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit mit folgendem Zumutbar
keitsprofil: Leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, ohne das Tragen von Lasten und ohne
repetitives Gehen
,
ohne Last auf unebenem Gelände, ohne das Bestei
gen von Leitern und Gerüsten, ohne repetitives Treppengehen, ohne Arbeiten in hockender, knien
der und kauernder Stellung, seien
vollzeitig zumutbar.
Unfallfre
mde Faktoren
, die die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem allge
mei
nen Arbeitsmarkt einschränken würden
, lä
gen nicht vor. Die jetzt noch vor
handenen Beschwerden im Bereich d
es Beckens und beider Beine seien unfall
kau
sal
. Es
sei
ein Endzustand erreicht. Von weiteren Behandlungen k
ö
nn
e
keine wesentliche Ve
rbesserung mehr erwartet werden
(S. 7).
3.2
Die Ärzte des Kantonsspitals
Z._
berichteten am 20. Dezember 2016 (Urk. 7/286) über die Verlaufskontrolle der am 11. November 2016 erfolgten Operation. Sie führten aus, es liege insgesamt ein problemloser, zeitgerechter Verlauf sechs Wochen postoperativ vor. Allerdings habe der Beschwerdeführer bislang seine PCL-Rebound-
Brace
noch nicht bezogen. Er werde heute beim Orthoteam vorbei gehen
,
um diese bereits angepasste Schiene zu holen und zu tragen. Es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Am 7. Februar 2017 berichteten die Ärzte des
Z._
(Urk. 7/291/4-5) über die Verlaufskontrolle drei Monate postoperativ. Sie führten aus,
der Beschwerdeführer
berichte
über einen guten Verlauf mit regelmässiger ambulanter Physiotherapie. Die Arbeitsunfähigkeit für körperliche Tätigkeiten
betrage
weiterhin 100 % bis zur nächsten Konsultation.
3.3
Kreisarzt Dr. med.
B._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, berichtete am 3. August 2017 über die Untersuchung des Beschwerdeführers vom 28. Juli 2017 (Urk. 7/299/222-229), nannte die bekannten Di
agnosen und führte aus, mit heutigem Datum werde
von einem medizinisc
h stabi
len Zustand ausgegangen.
Durch weitere Behandlungen
könne
keine namhafte Besse
rung des unfallbedingten Gesundheitsschadens erwartet werden.
Durch die im November 2016 durchgeführte Operation am rechten Knie ha
be
sich im We
sentlichen an der Zumutbarkeitsbeurteilung nicht
s
geändert.
In Zusammenschau mit der Zumutbarkeitsbeurteilung von
2015 und der heutigen kreisärztlichen Untersuchung ergebe
sich folgendes Zu
mutbarkeitsprofil: Zumut
bar seien
alle Tätigkeiten im Si
tzen, Tätigkeiten im Stehen seien manchmal zu
mutbar. D
as Gehen auf langen Strecken sei
nicht zumutbar, ebenfalls nicht
das Gehen auf un
ebenem Gelände, das Treppensteigen und das Leitern besteigen. Vorgeneigtes S
tehen, Knien und Kniebeugen seien nicht zumutbar.
Als unfallfremde
r
Faktor w
erde
das beschriebene Ganglion
im Handgelenksbe
reich rechts do
kumentiert, diesbezüglich
sei der Beschwerdeführer
über die Mö
g
lichkeit
der operativen Entfer
nung im Rahmen einer Krankenbehandlung infor
miert
worden.
Die Beurteilung des Integritätsschadens vom
2. Juli
2015
habe
23
% betragen
, hierbei
seien
die Gelenksinstabilitäten wohlwollend mit 2
3 %
eingestuft
worden
. Eine erhebliche Veränderung der Schädigung
sei
nicht eingetreten, weshalb die
Einstufung nicht verändert werde.
Als weiterführende Behandlung nach Fallabschluss zusätzlich zu den bereits be
nötigten Schmerzbehandlungen und der orthopädischen Schuh
zurichtung könne die übliche Unterstüt
zung zum medizinischen Krafttraining in Form eines Zu
schusses zu einer Mitgliedschaft in
einem Fitnesscenter erfolgen (S. 7 f.).
3.4
Dr. med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 5. Februar 2018 (Urk. 7/305/1-7), nannte die bekannten Diagnosen und führte aus,
vom 14. Juni 2013 bis 30. September 2017 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Betontrennfachmann bestanden
(S. 4 Ziff. 1.6)
.
Leichte Tätigkeiten, ohne Tragen von Lasten, ohne repetitives Gehen ohne Last auf unebenem Gelände, ohne Steigen auf Leitern und Gerüsten, ohne repetitives Treppengehen, ohne Arbeiten in hockender, kniender und kauernde Stellung seien dem Beschwerdeführer
seit dem 1. Oktober 2017
zu 100 %
zumutbar (S. 4
f.
Ziff. 1.7).
3.5
Dr. med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 16. Februa
r 2018 Stellung (Urk. 7/309/8-9
)
und führte aus,
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei seit dem 28. Juli 2017 stabil. Ursprünglich sei bereits nach der Kreisarztuntersuchung vom 2. Juli 2015 von einem stabilen Gesundheitszustand die Rede gewesen, dann sei aber am 11. November 2016
nochmals
ein operativer Eingriff am rechten Knie erfolgt mit anschliessend nochmaliger 100%iger Arbeitsunfähigkeit bis zur Abschlusskontrolle im
Z._
am 8. Mai 2017 (S. 8 f.).
Angesichts der rein unfallbedingten Gesundheitsschäden sei bezüglich der Arbeitsunfähigkeits-Bewertung weiterhin mit der Suva zu koordinieren, was bedeute, dass die bisherige Tätigkeit dauerhaft nicht mehr möglich sei.
Für eine angepasste Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes habe – nach vorheriger Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab dem Unfalltag – erstmalig ab dem 2. Juli 2015 wieder eine Arbeitsfähigkeit von 100 % bestanden. Dann – nach
d
er erneuten Operation am 11. November 2016 – habe wieder eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und nun endgültig wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ab dem 28. Juli 2017 bestanden.
Es gelte das vom Kreisarzt formulierte Zumutbarkeitsprofil
(S. 9 oben)
.
Am 14. März 2018 nahm RAD-Arzt Dr.
D._
erneut Stellung (Urk. 7/309/9-10) und führte aus, im Juni/Juli 2014 habe als wesentliche Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit beziehungsweise der Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine weiterhin schmerzhafte Sch
w
ellneigung sowie eine Instabilität des rechten Kniegelenks bestanden. Diese Einschränkung habe auch in den nächsten zwei Jahren persistiert
und habe letztendlich erst durch die erneute Revision am 11. November 2016 beseitigt werden können. Danach habe dann nochmalig eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zur endgültigen Abschlusskontrolle im
Z._
am 8. Mai 2017 bestanden.
Rein medizintheoretisch wäre im Hinblick auf die aktenkundigen Befunde im Juni/Juli 2014 eine optimal behinderungsangepasste Tätigkeit überwiegend wahrscheinlich zu 50 % möglich gewesen (S. 10).
4.
4.1
Aus den medizinischen Berichten geht übereinstimmend hervo
r und ist unbestritten, dass der
Beschwerdeführer
in seiner
angestammte
n
Tätigkeit
als Betontrennfachmann
nach seinem Unfall vom 14. Juni 2013
dauerhaft nicht mehr arbeitsfähig
ist.
Was eine leidensangepasste Tätigkeit betrifft
, so ist
auf das Zumutbarkeitsprofil der Suva-Kreisärzte
abzustellen (vgl. vorstehend E. 3.1 und E. 3.3), wonach dem Beschwerdeführer l
eichte bis mittelschwere Tätigkeiten,
alle Tätigkeiten im Sitzen, Tätigkeiten im Stehen manchmal,
ohne das Tragen von Lasten und ohne repetitives Gehen
,
ohne Last auf unebenem Gelände, ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne repetitives Treppengehen, ohne Arbeiten in hockender, knien
der und kauernder Stellung, ohne v
orgeneigtes S
tehen, Knien oder Kniebeugen
zumutbar
seien
.
Diese Einschätzung wurde denn vom Beschwerdeführer auch nicht bean
standet und gibt aufgrund der übrigen medizinischen Aktenlage zu keinen Wei
terungen Anlass. Es kann darauf abgestellt werden.
Laut Bericht des
Suva-Kreisarzt
es
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.1)
ist dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit gemäss Zumutbarkeitsprofil seit dem 2. Juli 2015 zu 100 % zumutbar. RAD-Arzt Dr.
D._
bestätigte diese Einschät
zung in seiner Stellungnahme von
Februar 2018 (vorstehend E. 3.5) und führte aus, bezüglich der Arbeitsunfähigkeitsbewertung sei angesichts der rein unfallbedingten Gesundheitsschäden weiterhin mit der Suva zu koordinieren, womit dem Beschwerdeführer
eine angepasste Tätigkeit
des allgemeinen Arbeitsmarktes
nach vorheriger Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab dem Unfalltag
erstmalig ab dem 2. Juli 2015 wieder
zu 100 % zumutbar gewesen sei. Weiter
ging
RAD-Arzt Dr.
D._
– in Übereinstimmung mit Kreisarzt Dr.
B._
(vorstehend E. 3.3) -
davon aus
,
dass
nach
der erneuten Operation am 11. November 2016
wieder eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und
dann
endgültig wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ab dem 28. Juli 2017 bestanden
habe
.
Auf diese nachvollziehbare und schlüssig begründete Beurteilung des Verlaufs der Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers kann vorliegend abgestellt werden. Die Kreisärzte berücksichtig
t
en die vom Beschwerdeführer geklag
ten Beschwerden in angemessener Weise, erstatteten ihre Beurteilung in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
sowie tr
u
gen sie der konkreten medizinischen Situation Rechnung. Die Beurteilung leuchtet in der Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden aus
führlich begründet.
4.2
Hingegen überzeugt die retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch RAD-Arzt
Dr.
D._
von März 2018, wonach rein medizintheoretisch im Hinblick auf die aktenkundigen Befunde im Juni/Juli 2014 eine optimal behinderungsangepasste Tätigkeit überwiegend wahrscheinlich zu
50 % möglich gewesen wäre, aufgrund der Akten nicht
.
Eine solche Beurteilung für die
Vergangenheit ist rechtsprechungsgemäss grundsätzlich problematisch, wo
b
ei vorliegend hinzukommt, dass
RAD-Arzt Dr.
D._
in derselben Stellungnahme
befand
,
im Juni/Juli 2014
hätten
als wesentliche Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit beziehungsweise der Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine weiterhin schmerzhafte Sch
w
ellneigung sowie eine Instabilität des rechten Kniegelenks bestanden
,
d
iese Einschränkung auch in den nächsten zwei Jahren persistiert und letztendlich erst durch die erneute Revision am 11. November 2016
habe
beseitigt werden können
(vorstehend E. 3.5)
.
RAD-Arzt Dr.
D._
bestätigt
e
somit die echtzeitliche Einschätzung und Beurteilung der Suva-Kreisärzte
, weshalb seine
nachgehenden
Ausführungen zu
r
Arbeitsunfähigkeit
von März 2018 als
nicht nachvollziehbar erscheinen
. Diese werden denn von ihm auch nicht
weiter begründet.
Nach dem Gesagten besteht zusammenfassend folgende Arbeitsunfähigkeit nach Ablauf der einjährigen Wartezeit am 14. Juni 2014
in einer angepassten Tätigkeit gemäss beschriebenem Zumutbarkeitsprofil
(vgl. vorstehend E. 4.1)
:
-
100 %
vom 14. Juni 2014 bis zum 1. Juli 2015
-
0 %
vom 2. Juli 2015 bis zum 10. November 2016
-
100 %
vom 11. November 2016 bis zum 27. Juli 2017
-
0 %
ab dem 28. Juli 2017
4.3
Rentenleistungen
sind
erst dann auszurichten, wenn keine zumutbaren Ein
glie
derungs
massnahmen mehr in Betracht fallen. Der in der Invalidenversicherung
geltende Grundsatz «Ein
glie
de
rung vor Rente» bewirkt, dass die Rente hinter einer Eingliederungs
mass
nahme bzw. dem damit verbundenen Taggeld zurücktritt (so
Art.
28
Abs.
1
lit
. a IVG). Ein Rentenanspruch kann erst nach Beendigung der Eingliederungs
massnahmen entstehen, und zwar selbst dann, wenn diese nur einen Teilerfolg brachten oder scheiterten. Vor diesem Zeitpunkt ist eine Invali
den
rente, gegeben
en
falls auch
rückwirkend, nur zuzusprechen, wenn die ver
sicherte Person nicht oder noch nich
t eingliederungsfähig ist (Urteil des Bundes
gerichts 9C_689/2019 vom 20.
De
zem
ber 2019 E. 3.1 mit Hinweisen
; vgl.
auch Meyer/Reichmuth Recht
sprechung des Bundesge
richts zum IVG, 3. Aufl. 2014, Art. 28 IVG
Rz
.
7
).
Das Taggeld wird grundsätzlich zusätzlich zur Rente ausgerichtet, dieses wird jedoch während der Dauer des Doppelanspruchs bei der Durchführung von
Ab
klärungs
- oder Eingliederungsmassnahmen um einen Dreissigstel des Renten
betrags gekürzt (
Art.
47
Abs.
1
ter
IVG). Während einer Eingliederungsmass
nahme, die zu einer länger als drei Monate dauernden Taggeldberechtigung führt, wird die Rentenzahlung unterbrochen. Nach Wegfall des Taggeldanspruchs lebt die Rent
e wieder auf,
wobei der
Rentenanspruch für die Zukunft unter dem Gesichts
punkt der Revision zu erfolgen
hat
(AHI 1998 179 E. 2–3).
4.
4
Nach dem Gesagten ist
ausgewiesen
, dass der
Beschwerde
führer
nach
seinem Unfall vom 14. Juni 2013
volls
tändig arbeitsunfähig war (vgl. vorstehend E. 4.1
)
. Ausserdem
steht fest,
dass
die Beschwerdegegnerin am 3. August 2015 den Grundsatzentscheid zur Eingliederung fällte (Urk. 7/244 S. 1) und der Beschwerdeführer
Massnahmen beruflicher Art, ab dem 16. November 2015 bis 15. April 2016 eine Arbeitsvermittlung plus (Urk. 7/243, Urk. 7/244 S. 1) sowie vom 1. Juni 2016 bis zum 10. November 2016 ein Arbeitstraining (Urk. 7/256, Urk.
7/260, Urk. 7/282, Urk. 7/283/2)
, in Anspruch nahm.
Während der Zeit vom 1. Juni 2016 bis 10. November 2016 wurden dem Beschwerdeführer ausserdem Taggelder ausgerichtet (Urk. 7/268
, Urk. 7/282
).
Entgegen der Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin ist der
frühest
mögliche
Beginn des Renten
anspruch
s
jedoch
nicht erst auf den
1.
November
201
6
, sondern bereits auf den 1.
September
201
4
festzulegen. Denn bereits in diesem Zeitpunkt waren sowohl das Wartejahr wie auch die sechsmonatige Karenzzeit seit Geltend
ma
chung des Leistungsan
spruch
s
(
März
201
4
)
gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG abge
laufen
.
Zu diesem Zeit
pu
nkt hatte der Beschwerdeführer
überdies noch keinen Anspruch auf Tag
gelder der In
validenversicherung, weshalb Art. 29 Abs. 2 IVG nicht zum Tragen kommt
(
vgl.
vorstehend E.
1.3
).
E
benso war der
Be
schwer
de
führer
am
1.
September
201
4
noch nicht eingliederungs
fähig.
Die Suva-Kreisärzte attestierten
dem Beschwerdeführer aufgrund der Unfallfolgen bis zum 2. Juli 2015 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (vorstehend E. 4.1-4.2).
Darüber hinaus ging die Beschwerde
gegnerin in der besagten Zeit selber davon aus, dass noch keine Arbeits- und Eingliederungs
fähigkeit bestand.
So wurde im Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung der Grundsatzentscheid für Eingliederungsmassnahmen auf den 3. August 2015 datiert (Urk. 7/244 S. 1).
Der Beschwerdeführer war entsprechend nach Ablauf der einjährigen Wartezeit im Juni 2014 100 % arbeitsunfähig
(Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG) und bis
August
201
5
noch ni
cht eingliederungsfähig. Dabei spielt es keine Rolle, dass in Zukunft Ein
gliede
rungs
massnahmen beab
sich
tigt waren (vgl. Meyer/
Reichmuth,
a.a.O.
,
Art. 29
R
z
. 14 mit Hinweisen).
Der Taggeldanspruch des Beschwerde
führers
während der Zeit vom
1.
Juni 2016
bis
10
.
November
201
6
führt zwar zu einer Unterbrechung des Rentenanspruchs
(siehe E. 4.
3
)
, nicht jedoch zu einer Aufschiebung des Rentenbeginns (vgl. Meyer/ Reichmuth, a.a.O.,
Art.
29
Rz
. 11f.).
Vorliegend erstreckte sich d
ie Dauer des
Taggeldbezugs über eine längere Zeit als drei Mo
na
te, was eine Sistierung des
allfälligen
Rentenanspruchs zur Folge hat. Der
allfällige
Renten
an
spruch des Beschwerdeführers
würde
vom
1.
September
201
6
ruhen
(Ende des dritten vollen Kalen
der
monats, der dem Beginn der Massnahme folgte;
Art.
47
Abs.
1
bis
lit
. b IVG) und
grundsätzlich
am
1.
November
201
6
(Monat, in dem der Ta
ggeldanspruch endete; vgl. Art.
47
Abs.
2 IVG) wieder
auf
leben
.
5.
5.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen des festgestellten Gesundheits
schadens.
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
5.2
Der Beschwerdeführer war zuletzt als Betontrennfachmann
bei der
Y._
GmbH
tätig. Es ist zwischen den Parteien unbestritten, dass zur Ermittlung des
Valideneinkommens
am dort erzielten Einkommen anzuknüpfen ist.
Dies ist nicht zu beanstanden, nachdem mangels gegenteiligen Anhaltspunkten davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer diese Tätigkeit im Gesundheitsfall fortgesetzt hätte (vgl. BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Gemäss Angaben der
Y._
GmbH gegenüber der Suva
(Urk. 7/
187 S. 2
)
hätte
der Beschwerdeführer im Jahr 2014
einen Lohn von Fr.
7
0
'
056
.
-- (Fr. 5'112.-- x
13 plus Fr. 3
00.-- x 12)
und im Jahr 2015 einen Lohn von Fr.
7
4
'
112
.
-- (Fr. 5'424.-- x
13 plus Fr. 3
00.-- x 12)
pro Jahr
erziel
t
.
Dies ist als
Valideneinkommen
festzusetzen.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 0.6 % im Jahr 2016 und von 0.4 % im Jahr 2017 (vgl. Nominallohnindex, Männer, 2010-2018, Tabelle T39) resultiert ein
Valideneinkommen
von rund Fr. 74‘557.-- im Jahr 2016 (Fr. 74‘112.-- x 1.006) und von rund Fr. 74‘855.-- im Jahr 2017 (Fr. 74‘112.-- x 1.006 x 1.004).
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Die Beschwerdegegnerin legte das Invalideneinkommen gestützt auf die Tabelle TA1 der LSE 2014 fest, wobe
i sie vom Total des von Männern
erzielten
Einkommens im Kompetenzniveau 1,
mithin Fr.
5
'
312
.-- monatlich, ausging.
Dies ist nicht zu beanstanden.
Umgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Total; vgl. www. bfs.admin.ch, Statistiken, Arbeit und Erwerb) resultiert ein Invalideneinkommen von rund Fr.
66‘453
.-- im Jahr 2014 (Fr. 5‘312.-- : 40 x 41.7
x 12
).
U
nter Berücksichtigung der Nominallohnen
twicklung von 0.3 % im Jahr 2015 von 0.6 % im Jahr 2016
und
von 0.4 % im Jahr 2017
(vgl. Nominallohnindex,
Männer
, 201
0
-2018, Tabelle T
39) resultiert
ein Invalideneinkommen von rund F
r. 66‘652.-- im Jahr 2015
(Fr.
66
‘
453
.-- x 1.00
3
), von rund Fr. 67‘052.-- im Jahr 2016 (Fr. 66‘453.-- x 1.003 x 1.006) und von rund Fr. 67‘320.-- im Jahr 2017 (Fr. 66‘453.-- x 1.003 x 1.006 x 1.004).
5.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn)
allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
Die Beschwerdegegnerin gewährte vorliegend einen Abzug von 10
%
mit der Begründung, dass in Anbetracht der bisher getätigten Berufe in nicht-körperlichen Tätigkeiten keine Arbeitserfahrung bestehe. Es sei deshalb ein Schwerarbeiterabzug gerechtfertigt
(vgl. Urk. 7/308)
.
Im Rahmen der
Zumutbarkeit einer behinderungsangepassten Tätigkeit im Um
fang von
10
0 % (vorstehend E.
4
.
2
) steht de
m
Beschwerdeführer
auch mit der Einschränkung, dass ihm keine körperlichen Tätigkeiten mehr zumutbar sind,
eine breite Palette von Tätigkeiten offen.
Mithin schrän
ken die ausgewiesenen
Behinderungen den Beschwerdeführer nicht übermässig in der Wahl der Tätigkeit ein. Es ist daher nicht zu erwarten, dass der Beschwerde
führer seine verbleibende Ar
beitsfähigkeit nur zu einem unter
durchschnittlichen Lohn - der tiefer sein müsste als der verwendete Tabellen
lohn - verwerten kann. Auch die weiteren persönlichen und beruflichen Umstände sind nicht geeignet, einen höheren Ab
zug zu rechtfertigen.
In Würdigung sämtlicher Umstände erscheint
der gewährte
Abzug von 10 %
als angemessen
.
5.5
S
tellt man
für das Jahr 2015
das
Valideneinkommen
in Höhe von rund Fr.
74
‘
112
.
-- (vgl. vorstehend E. 5.2)
dem unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von
10
% resultierenden hypothetischen Invalideneinkommen in Höhe von
rund Fr
. 59'987.-- (
Fr. 66‘652.--
x 0.9, vorstehend E. 5.3
)
gegenüber, resultiert eine
Einkom
menseinbusse
von Fr.
14
‘
125.--, was
einem
I
nvaliditätsgrad von rund
19
% entspricht.
S
tellt man für das Jahr 2017 das
Valideneinkommen
in Höhe von rund Fr. 74‘855.-- (vgl. vorstehend E. 5.2) dem unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 10 % resultierenden hypothetischen Invalideneinkommen in Höhe von
rund Fr. 60'588.-- (
Fr. 67‘320.--
x 0.9, vorstehend E. 5.3)
gegenüber, resultiert eine
Einkom
menseinbusse
von Fr. 14‘267.--, was ebenfalls einem Invaliditätsgrad von rund 19 % entspricht.
5.6
Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer ab 1. September 2014
infolge vollständiger Arbeitsunfähigkeit auch in angepassten Tätigkeiten
Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung erwarb (vgl. vorstehend E.
4.2 und E. 4.4). Ab dem 2. Juli 2015 war ihm eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar (vgl. vorstehend E. 4.2). Der entsprechende Einkommensvergleich ergab einen Invaliditätsgrad von 19 % (vorstehend E. 5.5), was keine Rente mehr begründet.
Die per 2. Juli 2015 eingetretene Verbesserung des Gesundheitszustandes ist gestützt auf Art. 88a Abs. 1 IVV erst nach dem Ablauf von drei Monaten zu berücksichtigen, womit
der
Beschwerdeführer
bis Ende September 201
5
Anspruch auf eine ganze Rente hat.
Ab November 2016 war der Beschwerdeführer wiederum vollständig arbeitsunfähig
. Unter Berücksichtigung, dass die Arbeitsunfähigkeit
drei Monate und
länger
andauerte (vorstehend E. 4.2), besteht somit ab 1. Februar 2017 wiederum Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 88a Abs. 2 IVV).
Ab dem 28. Juli 2017 war ihm eine angepasste Tätigkeit wieder zu 100 % zumutbar (vgl. vorstehend E. 4.2). Der entsprechende Einkommensvergleich ergab einen Invaliditätsgrad von 19 % (vorstehend E. 5.5), was keine Rente mehr begründet. Die per 28. Juli 2017
eingetretene Verbesserung des Gesundheitszustandes ist gestützt auf Art. 88a Abs. 1 IVV erst nach dem Ablauf von drei Monaten zu berücksichtigen, womit der Beschwerdeführer bis Ende Oktober 2017 Anspruch auf eine ganze Rente hat.
Ab November 2017 besteht kein Rentenanspruch mehr.
Damit ist die Beschwerde gutzuheissen
und die angefochtene Verfügung aufzuheben
.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
-
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr. 9
00.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Ausgangsgemäss steht dem obsiegenden Beschwerdeführer eine Prozess
ent
schä
digung zu, die gemäss Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) – ohne Rücksicht auf den Streit
wert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen ist.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und beim praxis
gemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- ist die Prozessentschädigung vor
liegend auf Fr. 2’000.-- (inkl. Barlauslagen und
MWSt
) festzusetzen und der Beschwer
degegnerin aufzuerlegen.