Decision ID: 854d0944-40db-49e8-a207-5ccb35522853
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1956 geborene
X._
war seit dem
2.
November 1994 als Maler bei der
Y._
be
schäftigt und damit bei der Suva
obligatorisch versichert. Am 1
5.
November 1994 rutschte er auf der T
reppe aus und verletzte sich am
rechte
n
Knie (
Urk.
8c/1 S. 13). In der Folge wurde
gestützt auf die
am
3.
Febru
ar 1995 durchgeführte
A
rthroskopie (
Urk.
8c/1 S. 2)
eine Teilruptur des vorde
ren Kreuzbandes
diagnostiziert (
Urk.
8c/1 S. 5). Am 1
9.
Mai 1995 teilte der behan
delnde Arzt der Arbeitgeberin mit, das Kniegelenk sei wieder voll belastbar und mit Problemen müsse nicht gerechnet werden (
Urk.
8c/1 S. 4
; vgl. auch Urk. 8c/1 S. 7
).
1.2
Ab
dem 1
5.
September 1997 war der Versicherte als Maler bei der
Z._
angestellt
und damit wiederum bei der Suva
obligatorisch versichert (
Urk.
8a/1 S. 24). Am
2.
November 1998 rutschte er aus und verdrehte und prellte sich beide Knie.
Aufgrund
einer im MRI nachgewiesenen linksseitigen Meniskusläsion w
urde am 1
5.
Januar 1999 eine
arthroskopische
Teilmeniskektomie
medial links durchgeführt (Urk. 8a/1 S.
16
). Dabei fand sich zudem
femoropatellär
eine leichte
Cho
ndropathie
und ein
Teilriss
des vorderen Kreuzbands. Lateral bestanden un
auffällige Verhältnisse (
Urk.
8a/1/12-14 S. 2).
X._
erlangte danach wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit (vgl.
Urk.
8a/1 und
Urk.
8a/1/5-7 S. 2).
1.3
Ab dem
1.
Februar 2000 arbeitete der Versicherte beim
A._
als Maler u
nd war damit erneut bei der Suva
obligatorisch versichert. Am 8. April 2013 rutschte er beim Ablösen einer Tapete auf einer Leiter aus und verletzte sich am linken Knie (
Urk.
8d/
2
).
Die Ärzte des
B._
diagnostizierten eine mediale Meniskusläsion links, eine mediale
Chondropathie
Grad 1, eine
Plica
me
dio- und
infrapatellaris
und eine Insuffizien
z des vorderen Kreuzbands (Urk.
8d/18 S. 1).
1.4
Mit Schadenmeldung UVG
liess
X._
der Suva
am 2
2.
Januar 2015 – und damit wenige Tage vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses
mit dem
A._
per Ende Januar
2015 – mitteilen, er sei am 1
4.
Januar 2015 in der Badewanne ausgerutscht und dabei auf die linke Schulter gefallen (
Urk.
8b/1).
Dr.
med.
C._
, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin, diag
nostizierte in ihrem Arztzeugnis UVG vom 1
8.
Februar 2015 eine linksseitige Schulterzerrung (
Urk.
8b/13).
Die in der Folge von der Suva
erbrachten gesetzli
chen Leistungen stellte diese mit Verfügung vom
9.
Juli 2015 – unter Hinweis darauf, dass die noch vorhandenen Schulterbeschwerden ausschliesslich krank
hafter Natur seien – rückwirkend per 3
0.
April 2015 ein (
Urk.
8b/39).
Daran hielt sie auf Einsprache des Versicherten hin am 1
1.
Januar 2016 fest (
Urk.
8b/52). Die dagegen erhobene
Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 30. April 2018 ab (Prozess-Nr. UV.2016.00050).
1.5
Mit
Verfügung vom
8.
Juni
2016
hatte
die Suva
dem Versicherten aufgrund der aus den Unfallereignissen vom
2.
November 1998 und
8.
April 2013 verbliebenen Beeinträchtigungen
am linken Knie
mit Wirkung ab
1.
Mai 2015 eine auf einem Invaliditätsgrad von 21
%
beruhende Rente sowie eine Entschädigung für eine Integritätseinbusse von 10
%
zu
gesprochen
(
Urk.
8a/21). Dagegen erhob der Ver
sicherte am
8.
Juli 2016 Einsprache (
Urk.
8a/24).
1
.
6
Mit Verfügung vom 2
0.
März 2017
teilte die
Unfallv
ersicherung mit, aufgrund der
aus dem Unfallereignis vom 1
5.
November 1994 resultierenden
Unfallfolgen am rechten Knie seien über die laufende Rentenleistung hinaus keine weiteren langfristigen Leistungen geschuldet
und es bestehe aktuell noch kein Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung.
Für die
notwendigen Schmerzmittel und even
tuell Kniegelenksinfiltrationen komme sie indes
auf Zusehen weiterhin auf (
Urk.
8c/89). G
egen diesen Entscheid erhob
X._
am
5.
Mai 2017
ebenfalls
Einsprache (
Urk.
8c/90).
1.7
Angesichts des Sachzusammenhangs
beurteilte die Suva
die beiden Einsp
rachen in einem Verfahren. Mit
Einspracheentscheid
vom 1
3.
Juni 2017 hielt sie an der Verfügung vom
8.
Juni 2016 fest. Die Einsprache gegen die Verfügung vom 20. März 2017 hiess sie insofern gut, als dass sie gesamthaft eine Integritätsent
schädigung von 12.5
%
(10
%
+ 2.5
%
) zusprach (
Urk.
8c/95 = Urk. 2).
2.
Gegen diesen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) erhob
X._
am 16. Au
gust 2017 Beschwerde mit folgendem Rechtsbegehren (
Urk.
1 S. 2):
„1.
Es sei der Einsprache-Entscheid vom 1
3.
Juni 2017 aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine ganze Rente der Unfallversicherung auszurichten.
2.
Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwer
deführer eine Rente der Unfallversicherung aufgrund eines Invaliditäts
grads von mindestens 27
%
auszurichten.
3.
Subeventualiter
sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei
sen und diese anzuweisen, ein medizinisches Obergutachten in Auftrag zu geben, welches eine Gesamtbeurteilung der beim Beschwerdeführer vorliegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen und deren Auswir
kung auf dessen Arbeitsfähigkeit vornimmt.
4.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung gestützt auf eine Integritätseinbusse von 22.5
%
auszurichten.
5.
Es sei das vorliegende Beschwerdeverfahren mit dem am angerufenen Gericht hängigen Beschwerdeverfahren UV.2016.00050 zu vereinigen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegeg
ne
rin.“
Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Oktober 2017 schloss die Suva auf Abw
eisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer mit Gerichtsverfügung vom 1
2.
Oktober 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
In
formellrechtlicher
Hinsicht beantragt der Beschwerdeführer eine Vereinigung des
vorliegenden Verfahrens mit dem ebenfalls seine Person betreffenden Be
schwerdeverfahren UV.2016.00050 (Urk. 1 S. 2). Diesem liegt das Unfallereignis vom 1
4.
Januar 2015 zugrunde,
bei dem
sich der Beschwerdeführer eine Schul
terverletzung zu
ge
zog
en hatte
. Da Letzteres bereits mit rechtskräftigem Urteil vom 3
0.
April 2018 entschieden worden ist, erweist sich der Antrag als gegen
standslos.
1.2
Streitig und zu prüfen bleibt damit, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine höhere als die zugesprochene Invalidenrente und auf eine höhere als die zuge
sprochene Integritätsentschädigung hat.
2.
2.1
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1
des Bundesgesetzes ü
ber die Unfallversicherung [
UVG
]
)
.
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
)
.
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworde
n wäre (sog.
Valideneinkommen
).
2.2
Entgegen dem Wortlaut von Art. 16
ATSG
ist das
Valideneinkommen
nicht jenes Einkommen, welches die versicherte Person ohne Unfall erzielen könnte, sondern jenes Einkommen, welches sie überwiegend wahrscheinlich ohne Unfall tatsäch
lich erzielen würde. Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tat
sächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst an
geknüpft, da es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Ge
sundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Entscheidend ist, was die versicherte Person verdient hätte und nicht, von welchem Lohn sie gestützt auf den guten Glauben allenfalls hätte ausgehen können (
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bun
desgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversiche
rung, Zürich 2012, Art. 18 S. 127 mit Hinweis auf BGE 134 V 322 E. 4.1 und Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 423/04 vom 20. Mai 2005 E. 2.3).
2.3
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zu
mutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich er
zieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumut
bare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtspre
chung entweder Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik perio
disch herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) oder die Zahlen der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der Suva herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweis).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich exis
tierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen Dar
stellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der Schweizerischen Lohn
strukturerhebung (LSE) vom Bundesamt für Statistik regelmässig erhoben werden. Neben allgemeinen Angaben und Verdienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninhaberinnen fest
gehalten. Der Raster der körperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem in
ternationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergonomische
Funk
tions
- und Leistungsprüfung). Die Suva entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalideneinkommen entsprechend den gerichtlichen Anforderungen so konkret wie möglich ermitteln zu können (BGE 139 V 592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungs
profil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der Suva verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die Suva die für die Invaliditätsbemessung im konkreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu äussern. Allfällige Einwendungen der ver
sicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren
zu erheben, damit sich die Suva im
Einspracheentscheid
damit auseinandersetzen kann. Ist die Suva nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu genü
gen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt wer
den; die Suva hat
diesfalls
im
Einspracheentscheid
die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gege
benenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen (BGE 139 V 592 E. 6.3 mit Hinweis).
Rechtsprechungsgemäss sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbeschreibungen konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grundsätzlich nicht sachgerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder leistungsmäs
sige Reduktionen medizinisch begründet sind. Im Übrigen wird spezifischen Be
einträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rechnung getragen. Bezüglich der weiteren persönlichen und beruflichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre, Aufenthaltsstatus), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, ist darauf hinzuweisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rücksicht genommen werden kann (BGE 139 V 592 E. 7.3 mit Hinweis).
2.4
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete ihren
Einspracheentscheid
vom 1
3.
Juni 2017 (
Urk.
2) – unter Hinweis auf das von ihrer Kreisärztin
Dr.
med.
D._
, Fachärztin
f
ür
Chirurgie
, am 1
0.
Januar 2017 beschriebene Zumutbarkeitsprofil – damit, auf dem hypothet
isch ausgeglichenen Arbeitsmarkt könne der Beschwer
deführer eine seinem unfallbedingten Gesundheitsschaden angepasste Arbeit fin
den und ausüben, weshalb
Art.
28
Abs.
4
der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV)
nicht anwendbar sei (S. 7). Das Invalideneinkommen sei mittels Lohnangaben aus der DAP ermittelt worden und habe einen Durchschnittslohn von
Fr.
61'965.-- ergeben. Abzüge seien keine vorzunehmen (S. 8). Das
Validen
einkommen
betrage gestützt auf die Angaben des ehemaligen Arbeitgebers des
Versicherten
Fr.
78'325.--, sodass
ein Invaliditätsgrad von 20.89
% resultiere.
Die zugesprochene Rente von 21
%
sei damit nicht zu beanstanden (S. 9). In der Be
urteilung des Integritätsschadens vom
4.
November 2014 habe der Kreisarzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für
Chirurgie
, die Entschädigung für die Kniebe
schwerden links auf 10
%
geschätzt.
Dr.
D._
sei in ihrer Beurteilung vom 2
4.
Mai 2017 für die Kniebeschwerden rechts von einem Schaden von 2.5
%
aus
gegangen. Vor diesem Hintergrund habe der Beschwerdeführer einen Integritäts
schadensanspruch von gesamthaft 12.5
%
(S. 12).
Im Rahmen der Beschwerdeantwort (
Urk.
7) führte die Beschwerdegegnerin aus, die Unfallversicherung versichere weder das Alter noch die Arbeitslosigkeit. Sol
che Gegebenheiten hätten deshalb keinen Einfluss auf die Berechnung der Ren
ten. Gestützt auf die höchstrichterliche Rechtsprechung enthalte der sogenannt ausgeglichene Arbeitsmarkt auch Nischenarbeitsplätze, weshalb zu schliessen sei, dass er auch Arbeitsplätze für Arbeitnehmer im fortgeschrittenen Alter zur Ver
fügung stelle
(S. 3 f.)
.
Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts dürf
t
en geleistete Überstunden bei der Bemessung des
Valideneinkommens
lediglich dann berücksichtigt werden, wenn sie auch
für die Zukunft zu erwarten seien
. Gemäss den Aussagen des ehemaligen Arbeitgebers könne mit dem Leisten von Überzeit nicht regelmässig gerechnet werden. Dass es bei der Invaliditätsberechnung mit
tels DAP-Profilen keinen leidensbedingten Abzug gebe, entspreche sodann ebenso der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (S. 4).
Die Kreisärztin habe in ihrem Bericht vom 1
0.
Januar 2017 nachvollziehbar dargelegt, dass aufgrund der von ihr erhobenen Befunde nicht von einer erheblichen Befundänderung seit der letzten kreisärztlichen Untersuchung ausgegangen werden könne (S. 5).
Bei der Festsetzung der Integritätsentschädigung für das linke Knie habe der Kreisarzt den ihm zugestandenen Ermessensspielraum zwischen 15
%
und 30
%
nicht ver
letzt (S. 5 f.). Betreffend das rechte Kniegelenk würden nur sehr geringe
Arthro
severänderungen
bildmorphologisch vorliegen. Die Situation unterscheide sich diesbezüglich von der Situation betreffend das linke Knie. Es könne nicht abge
schätzt werden, ob sich am rechten Kniegelenk überhaupt eine schwere Arthrose entwickeln werde. Deshalb könne zum heutigen Zeitpunkt auch keine Integritäts
entschädigung aufgrund einer schweren Arthrose am rechten Knie festgelegt wer
den (S. 6).
3.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
selbst wenn bei ihm von einer medizinisch theoretischen Restarbeitsfähigkeit ausgegangen werde, so würde sich diese auf dem «ausgeglichenen Arbeitsmarkt» mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit nicht umsetzen lassen. Der Arbeitsmarkt sei mittler
weile nicht konjunkturell, sondern strukturell verändert. Gehe man davon aus, dass selbst gesunde über 50jährige Menschen auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt aufgrund der strukturellen Veränderungen keine Anstellung oder nur unter erschwerten Bedingungen eine solche finden könnten, so müsse dies erst recht für Arbeitnehmer gelten, die in gesundheitlicher Hinsicht mehrfach beeinträchtig seien.
Die Annahme der Erziel
ung
eines Invalideneinkommens auf dem konjunk
turell ausgeglichenen Arbeitsmarkt verfahre gegenüber Versicherten mit einfa
chen beruflichen Qualifikationen zudem rechtsungleich, was
Art.
8
Abs.
2 der Bundesverfassung (BV) verletze. Das Zurechnen eines nicht erzielbaren Invali
deneinkommens verstosse
sodann
gegen das Diskriminierungsverbot im Sinne von
Art.
8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK)
i.V.m
.
Art.
14 EMRK. Überdies verstosse das Anrufen der Fiktion des aus
geglichenen Arbeitsmarkts, obwohl alle wüssten, dass es diesen für einen 61-jähirgen Versicherten nicht mehr gebe, gegen Treu und Glauben (
Art.
5
Abs.
3 BV). Das Statuieren und Unterhalten einer Invalidenversicherung, welche sich auf ein Invalideneinkommen bezieh
e
, welches auch bei ausgeglichener Konjunktur
lage nicht erzielt werden könne, verletze schliesslich
Art.
7 ff. des ILO-Abkommens 12
8.
Da er seine verbleibende Erwerbsfähigkeit auf dem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verwerten könne, sei von einem fehlenden Invalideneinkommen auszugehen. Dies führe zur
Zu
sprache
einer ganzen Rente (
S. 8 ff.)
.
Sofern davon ausgegangen werde, dass die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit zumutbar sei, sei von einem
Validenlohn
von
Fr.
85'681.50 auszugehen, da die geleisteten Überzeiten
aufsummiert
und von Zeit zu Zeit als Lohnzulage ausbezahlt würden (S. 12).
Bei der Ermittlung des Invalidenlohns gemäss den DAP-Profilen sei aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen und des fortgeschrittenen Alters ein leidensbedingter Abzug
von mindestens 15 %
vorzunehmen
. Damit betrage das Invalideneinkommen
Fr.
52'552.5
0.
Bei
einem
Valideneinkommen
von Fr.
85'107.-- ergebe sich ein In
validitätsgrad von
38
%
(S. 14 f.).
Der Beschwerdeführer brachte weiter vor, die Beschwerdegegnerin stütze sich bei der Beurteilung der zumutbaren Arbeitstätigkeit auf die kreisärztliche Untersu
chung vom Januar 201
7.
Nachdem nicht nur am linken, sondern auch am rechten Knie eine deutliche Einschränkung gegeben sei, sei nun nicht plausibel, dass eine
gleichbleibende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege. Vor diesem Hinter
grund sei die Einholung eines externen Gutachtens angezeigt. Dies folge auch daraus, dass seine gesundheitlichen Beeinträchtigungen bislang nur gesondert und nicht im Rahmen einer Gesamtbeurteilung untersucht worden seien (S. 16).
Was die Integritätsentschädigung betreffe, sei gemäss der Tabelle 5.2 bei
Femoro
tibialarthrosen
schweren Grades eine Entschädigung zwischen 15 % und 30
%
zuzusprechen. Der Kreisarzt habe bei der Ermittlung der Entschädigung auf einen Prozentwert im unteren Bereich der Skala abgestellt, was nicht gerechtfertigt sei. Sofern man von einem Mittelwert ausgehe, so liege die mittlere Integritätsent
schädigung bei 22.5
%
.
Da nur das mediale
Kompartiment betroffen sei, ergebe sich eine Integritätsentschädigung in der Höhe von 11.25
%
. Was die Integritäts
entschädigung am rechten Knie betreffe
,
sei nicht ersichtlich, weshalb bei gleich
lautender Diagnose und operativer Behandlung eine deutlich davon abweichende Einschätzung der Integritätseinbusse resultieren soll
e
. Für beide Knie sei damit eine Integritätsentschädigung in der Höhe von 22.5
%
geschuldet (S. 18).
4.
4.1
Nachdem sich der Beschwerdeführer vom 1
4.
Mai bis am 1
7.
Juni 2014 in der
F._
stationär aufgehalten hatte, nannten die behandelnden Ärzte in ihrem Austrittsbericht vom
9.
Juli 2014 (
Urk.
8d/123) folgende Diagnosen (S. 1
f.):
Unfall vom 0
8.
April 20
13: v
on Leiter gestürzt
-
Kniedistorsion links (bei Status nach
art
hroskopischer
Knieoperation beid
seits
vor etwa 30-35 Jahren)
-
April
2013
arthroskopische
Teilmeniskektomie
medial links
-
September 2013 Arthroskopie,
Sy
novektomie
und Knor
pelglättung
. Histologie postoperativ mit ausgeprägter chronischer unspezifischer
lymp
hoplasmozellulärer
Synovialitis
-
November
2013 Knieg
elenkspunktion mit Zellzahl 900, Differentialdi
agnose
: entzünd
lich-rheumatische Erkrankung
-
Dezember 2013 bis März
2014 Therapie mit
S
alazopyrin
bei fehlendem Effekt
-
Status nach
Steroidinfiltration ohne Effekt
-
8.
Februar 2014 MRI Kniegelenk links: l
eichter unspezifischer Reizer
guss. Postoperative Veränderungen am medialen Meniskus. Kein we
sentlicher Knorpelschaden und kein relevantes Markraumödem. Leichte intramurale degenerative Veränderungen des lateralen Meniskus.
Tendinose
der Patellarsehne
-
Kniekontusion rechts
-
3
0.
Juli 2013
MRI Knie rechts:
b
reiter Horizontalriss im medialen
Me
niskushinterhorn
bis in die
Intermediärportion
ziehend mit Subluxa
tions
stellung der
Intermediärportion
.
Reizerguss
im Kniegelenk.
Peri
arthropatische
Veränderungen im Bereich des medialen Kollateralban
des.
Ö
dem
in den dorsalen Weichteilen, Differentialdiagnose:
p
eriar
thopathisch
,
Differentialdiagnose:
möglicherweise als Zeichen einer
rupt
urierten
Baker-Zyste
-
Aktuell: 1
9.
Juni
2014 MRI-Kontrolle Knie rechts im
G._
:
v
erglichen mit der ext
ernen Voruntersuchung vom 3
0.
Juli
2013:
s
tationäre Ausdehnung des bekannten bis in die Unterkante
be
ziehungsweise
bis in die Pars
intermedia
verfolgbaren Risses des medi
alen
Meni
s
kushinterhorns
. Sekundäre Gonarthrose mit Knorpelschaden am medialen
Femurkondylus
Schmerzhaft eingeschränkte Schulterbeweglichkeit rechts
-
7.
Januar 2014 MRI Schulter rechts: b
is 6 cm messende, primär
fett-
dichte
Raumforderung im
Musculus
deltoideus
, in erster Linie einem Lipom ent
sprechend. Rein formal kann ein
Liposarkom
nicht ausgeschlossen wer
den. Ansonsten
blander
Befund
Hypertensive
und koronare Herzerkrankung
-
2
6.
Dezember
2013
PCI
und
Stenti
ng
des
1.
Posterolateralastes
der
Cir
cumflexa
und d
es mittleren Abschnittes des RIVAs
-
1
6.
Mai 2014 Ruhe-EKG:
Sinustyp
, Frequenz 71/min,
PQ
Zeit 206
ms
,
QRS
-
Dauer 100
ms
,
f
requen
z
korrigierte
QT
-Zeit 446
ms.
Linkshypertro
phie mit
Repolarisationsstörung
-
2
3.
Mai 2014 Ruhe-EKG:
Sinustyp
, Frequenz 62/
min,
PQ
Zeit 230
ms
,
QRS
-
Dauer 102
ms
, f
requenzkorrigierte
QT
-Zeit 454
ms
.
Linkshypertro
phie mit
Repolari
sationsstörung
-
2
2.
Mai 2014/2
3.
Mai
2014
Troponin
, D-Dimere: negativ
-
2
8.
Mai
2014 Kardiologische Kontrolle
B._
: a
us kardiologi
scher Sicht keine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit als Maler
2
8.
November
2013
Zerebrovaskulärer
Insult rechts
parie
too
kzipital
Asthma bronchiale
-
3
0.
Dezember 2013
Lufu
; FEV1: 80%, FEV: 1%,
FVC: 78%
Status nach
arthroskopischer
Knieopera
tion beidseits vor vielen Jahren
-
3.
Februar 1
995 Knie-Arthroskopie rechts
Psychiatrische Diagnosen
-
Panikstörung mit episodisch paroxysmaler Angst (ICD-10: F41.0)
-
1
6.
Mai
2014 Psychosomatisches Konsilium,
F._
Sie schilderten, in Folge des Sturzes von der Leiter sei eine
mediale
Teilmenis
kektomie
links sowie eine
Synovektomie
und Knorpelglättung am linken Kniege
lenk durchgeführt
worden
. Kernspintomo
graphisch
seien
zuletzt ein leichter un
spezifischer Reizerguss sowie posto
perative Veränderungen am medial
en Menis
kus nachweisbar
gewesen
,
jedoch
ke
in wesentlicher Knorpelschaden. Ein drei
Mo
nate nach
dem
Unfall festgestellter breiter
Intermediärriss
des medialen Meniskus recht
sseitig sei
bisher konservativ versorgt
worden;
kernspintomographisch
wür
de
n
sich eine stationäre Ausdehnung des Risses sowie eine sekundäre Gon
arthrose mit Knorpelschaden am medialen
Femurkondylus
zeigen
. Das Ausmass der
physischen Einschränkungen lasse
sich mit den objektivierbaren pathologi
schen Befunden der klinischen Untersuchung und
der
bildgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht
nur
zum Teil
erklären.
B
ei den
Hebe- und Tragetests präsentier
e sich der
Beschwerdeführer
durchaus leistungsbereit.
Jedoch zeige er
sich in den Ther
apien sehr schmerzfixiert und sehe
sich zu einer wesentlichen
Steigerung i
m Training nicht in der Lage. Die Frage nach der beruf
lichen Wiedereingliederung stehe für ihn nach eigener Aussage momentan im Hintergrund
(S. 4)
.
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führten sie aus, die Tätigkeit als Maler
sei aktuell nicht zumutbar. Die Ausübung einer leichten bis mittel
schweren Arbeit ohne häufiges Ersteigen von Treppen oder Leitern und ohne län
gerdauernde Zwangshaltung für beide Kniegelenke sei indes ganztags
möglich
(
S. 3).
4.2
Der kreisärztlichen Beurteilung von
Dr.
E._
vom
4.
November 2014 (Urk. 8d/152) können nachstehende Diagnosen (S. 6) entnommen werden:
-
Status nach Kniedistorsion links am
8.
April 2013 mit medialer Meniskus
läsion linksseitig und
arthroskopischer
medialer
Teilmeniskektomie
und
Plica
Resektion links am 1
9.
April 201
3.
Bei
weiter bestehenden
Be
schwerden und
Restriss
des
Hinterhorns
des Innenmeniskus erneute Knie
gelenksarthroskopie links mit
Synovektomie
, Knorpelglättung, Meniskus
glättung und Probenentnahme am 3. September 201
3.
Weiterbestehende therapierefraktäre Kniegelenksschmerzen mit erfolglosen konservativen Therapieversuchen.
-
Status nach Meniskusläsion medial dorsal und partieller VKB-Ruptur Knie links mit diagnostischer Arthroskopie und
Teilmeniskektomie
medial links am 1
5.
Januar 1999 (Fall-Nr. 07.24387.98.5)
Er gab an, beim Beschwerdeführer seien sämtliche konservativen Therapiemög
lichkeiten ausgeschöpft, so dass nicht zu erwarten sei, dass durch weitere kon
servative Therapiemassnahmen eine Verbesserung zu erreichen sei. Für eine Pro
thesenimplantation sei der Beschwerdeführer jedoch zu jung, so dass damit – wenn irgend möglich – noch zugewartet werden sollte; dies insbesondere, da
arthroskopisch
keine massiven Knorpelschäden gefunden worden seien. Radiolo
gisch seien dennoch
Arthrosezeichen
, i
n
sbesond
ere medial
,
vorhanden. Die Tä
tigkeit als Maler mit häufigem Treppensteigen und Besteigen von Leitern oder Gerüsten sei nicht mehr zumutbar. Aus medizinischer Sicht seien körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, wechselbelastend, mit circa zur Hälfte sit
zendem Anteil und zur Hälfte stehend/gehend ohne Tätigkeiten im
Hocksitz
oder im Knien und ohne Gehen auf unebenem
Gelände zu 100
%
möglich (S.
7
).
4.3
Kreisärztin
Dr.
D._
stellte am 1
0.
Januar 2017 (
Urk.
8c/83) folgende Diagno
sen (S. 6):
-
persistierende Restbeschwerden im Bereich des rechten Kniegelenks bei Status nach partieller vorderer Kreuzbandruptur Februar 1995 und medi
aler
Teilmeniskektomie
,
Plica
-Resektion
5.
November 2015
-
Restbeschwerden im Bereich des linken Kniegelenks bei Status nach par
tieller vorderer Kreuzbandruptur links, diagnostischer Arthroskopie,
Teil
meniskektomie
Januar 1999 (Schadennummer 07.24387.98.5) und Status nach
Teilmeniskektomie
und
Plica
-Resektion 1
9.
April 2013 (Schaden
nummer 07.40593.13.7).
Sie berichtete, bei der heutigen klinischen Untersuchung präsentiere sich der Be
schwerdeführer in einem guten Allgemein- und Ernährungszustand. Beide Knie
gelenke seien reizlos und es best
eh
e kein Anhalt für einen intraartikulären Erguss.
Es seien keine Schwellung, keine Überwärmung und keine Rötung feststellbar. Gesamthaft zeige sich bei den Gangproben eine leicht verminderte Stabilität und
Propriozeption
sowie eine Bewegungseinschränkung beider Kniegelenke. Verglei
che man die heute erhobenen Befunde im Bereich der Kniegelenke mit denen der letzten kreisärztlichen Untersuchung vom 4. November 2014
,
so habe sich keine gravierende Veränderung des Allgemeinzustands ergeben. Auch sei aufgrund der heute erhobenen Umfangmasse eine gravierende Muskelatrophie auszuschliessen. Gesamthaft könne vom einem stationären Zustand ausgegangen werden. Da sich seit der letzten kreisärztlichen Untersuchung keine Befundänderung ergeben habe, sei das damals erstellte Zumutbarkeitsprofil weiterhin gültig (S. 7).
5.
Nach Lage der Akten steht fest und ist unbestritten, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Maler aufgrund der verbleibenden Folgen der Un
fälle vom 1
5.
November 1994,
2.
November 1998 und
8.
April 2013 nicht mehr zumutbar ist. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit ist er indes gemäss der – in Anbetracht der erhobenen Befunde und der daraus resultierenden funktio
nellen Einschränkungen durchaus einleuchtenden – Beurteilung der Kreisärztin
Dr.
D._
vom 1
1.
Januar 2017 zu 100
%
arbeitsfähig.
Widersprechende
ärztli
che
Meinungsäusserungen sind keine auszumachen und werden vom Beschwer
deführer auch nicht vorgelegt.
Auch die in der Beschwerde vorgebrac
hte, wenig substanti
ierte Kritik
(
Urk.
1 S. 16) vermag das kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil nicht in Zweifel zu ziehen.
Für dieses ist – auch wenn seit der im Jahr 2014 abgegebenen Beurteilung
zusätzlich eine operative Sanierung des rechten Knies erfolgte (
Urk.
8c/13) –
weiterhin
einzig die verbliebene Leistungsfähigkeit
und nicht das subjektive Empfinden
relevant
.
Diesbezüglich
konnte die Kreisärztin lediglich eine leichte Funktionseinschränkung und eine leicht verminderte Be
lastbarkeit des rechten Kniegelenks feststellen (
Urk.
8c/94)
. Die Beschwerdegeg
nerin ging demnach zu Recht von einer vollzeitlichen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten, wechselbelastenden Tätigkeit aus, was im Übrigen auch mit dem vo
m Beschwerdeführ
er geschilderten Tagesablauf mit einer Gesamtdauer sei
ner Spaziergänge von bis zu vier Stunden und seines zweimaligen Trainings auf dem Hometrainer vereinbar scheint (
Urk.
8c/83 S. 5).
Bei dieser Sachlage
und da die Kreisärztin
Dr.
D._
eine beide Kniegelenke betreffende Beurteilung abge
geben hat
besteht kein Anlass für weitere medizinische Abklärungen (vgl.
Urk.
1 S. 16; antizipierte Beweiswürdigung [BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen]).
6.
6.1
Der Beschwerdeführer machte geltend,
auf dem konjunkturell ausgeglichenen Ar
beitsmarkt finde er als 61-jähriger mit seinen gesundheitlichen Beeinträchtigun
gen
aus strukturellen Gründen keine Stelle mehr
(
Urk.
1 S. 7 ff.
).
Diesbezüglich bleibt darauf hinzuweisen, dass der Bundesrat im Bereich der Unfallversicherung gestützt auf
Art.
18
Abs.
3 UVG in
Art.
28
Abs.
4
UVV eine besondere Regelung für die Ermittlung des Invaliditätsgrades bei Versicherten getroffen hat, welche die Erwerbstätigkeit nach dem Unfall altershalber nicht mehr aufnehmen (Va
riante I) oder bei denen sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache der Be
einträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt (Variante II). In diesen Fällen sind gemäss
Art.
28
Abs.
4 UVV für die Bestimmung des Invaliditätsgrades die Er
werbseinkommen massgebend, die ein Versicherter im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte. Damit wird bei der In
validitätsbemessung einerseits dem Umstand Rec
hnung getragen, dass nebst der –
gru
ndsätzlich allein versicherten –
unfallbedingten Invalidität auch das vorge
rückte Alter eine Ursache der Erwerbslosigkeit oder
–
unfähigkeit
bildet. Anderer
seits wird berücksichtigt, dass die Invalidenrente der Unfallversicherung bis zum Tod der Versicherte
n zur Ausrichtung gelangt (Art.
19
Abs.
2 UVG
; Urteil des Bundesgerichts 8C_346/2013 vom 1
0.
September 2013 E. 4.1 mit weiterem Hin
weis).
Das geltend gemachte vorgerückte Alter des Beschwerdeführers ist
demgemäss
bei der Beurteilung der Zumutbarkeit im Bereich d
er Unfallversicherung nicht zu berücksichtigen und die in diesem Zusammenhang vorgebrachten Einwendungen
– so auch die Rüge einer Verletzung der BV, der EMRK
und
des ILO-Übereinkommens Nr. 128 –
stossen von
v
ornherein ins Leere
.
Nach der Recht
sprechung findet
Art.
28
Abs.
4 (Variante II) UVV auch dann Anwendung, wenn das vorgerückte Alter einer versicherten
Person das Zumutbarkeitsprofil – wie vorliegend –
nicht zusätzlich beeinflusst, also keine zusätzlichen Einschränkun
gen des funktionellen Leistungsvermögens mit sich bringt, aber einer Verwertung der Restarbeitsfähigkeit (auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt) trotzdem entgegensteht, weil kein Arbeitgeber einen Angestellten im oder kurz vor dem AHV-Alter mit gesundheitlichen Einschränkungen einstellen würde (
Urteil des Bundesgerichts 8C_346/2013 vom 1
0.
September 2013 E. 4.2 mit weiterem Hin
weis).
Vor dies
em Hintergrund drängt sich
die Einholung des
anbegehrten
Gutachtens (
Urk.
1 S. 11) nicht auf
.
6.2
Zu ergänzen bleibt, dass nach gefestigter Rechtsprechung für
die Invaliditätsbe
messung nicht
massgebend
ist, ob eine invalide Person unter den konkreten Ar
beitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichge
wicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (Urteil des Bun
desgerichts 8C_645/2017 vom 2
3.
Januar 2018 E. 4.3.2 mit weiteren Hinweisen).
Hinzu kommt, dass
längst nicht alle im Arbeitsprozess
im weitesten Sinne not
wendigen Aufgaben und Funktionen im Rahmen der
Überwachung und Prüfung
– wie sie auch der Beschwerdeführer noch ausüben kann –
durch Computer und automatisierte Maschinen ausgeführt
werden
. Abgesehen davon müssen solche Geräte auch bedient und ihr Einsatz ebenfalls überwacht und kontrolliert werden
(Urteil des Bundesgerichts 9C_304/2018 vom
5.
November 2018 E. 5.2.2 mit wei
terem Hinweis)
.
7.
7.1
Weiter ist der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich zu überprüfen.
7.1.1
Der Beschwerdeführer rügt die fehlende Berücksichtigung
von geleisteten Über
stunden
bei der Ermittlung des
Valid
eneinkommens
.
Geleistete Überstunden dürfen bei der Bemessung des
Valideneinkommens
ledig
lich dann berücksichtigt werden, soweit sie auch für die Zukunft zu erwarten gewesen wären. Bei mehrjährigen Arbeitsverhältnissen ist erste Voraussetzung, dass dies in der Vergangenheit be
reits wiederholt geschehen ist. M
it anderen Worten sind Überzeiten beim
Valideneinkommen
(erst) dann zu berücksichtigen, wenn sie
1.
vor dem Unfallereignis
regelmässig
geleistet und ausbezahlt wurden, und
2.
auch nach dem Unfallereignis voraussichtlich erbra
cht und ausbezahlt worden wären.
Dabei ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass die Leistung von Überstunden oftmals grösseren Schwankungen unterworfen ist, weshalb nicht unbesehen auf den in den letzten zwölf Monaten vor dem Unfall
ereignis erzielten
(Zusatz-)
Verdienst abgestellt werden darf
(vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_744/2012 vom 2
0.
Dezember 2012 E. 2 mit weiteren Hinweisen).
7.1
.2
Auf Nachfrage hin teilte der ehemalige Arbeitgeber des Beschwerdeführers mit, mit der Leistung von Überstunden könne nicht regelmässig gerechnet werden
(
Urk.
8d/163).
Den mutmasslichen Lohn 2015 bezifferte
er
denn auch
ohne
ein Zusatzeinkommen zufolge Überstundenarbeit
mit
Fr.
6'025.
--
x 13 = Fr. 78'325.
--
(
Urk.
8d/199). Im Einklang damit stehen die Selbstangaben
des Beschwerdefüh
rers, der seinen Lohn mit ca.
Fr.
5'800.-- x 13 angab (
Urk.
8d/123 S. 7). Vor die
sem Hintergrund kann nicht davon ausgegangen werden, dass
auch in Zukunft Überstunden regelmässig zu leisten gewesen wären. Gegenteiliges geht auch nicht aus den Einträgen im individuellen Konto des Beschwerdeführers
hervor (
Urk.
8d/168). Entgegen den entsprechenden Ausführungen des Beschwerdefüh
rers (
Urk.
1 S. 12) verdiente er einzig in den Jahren 2008, 2009 und 2012 über
Fr.
80'000.--.
Die Beschwerdegegnerin ging damit zu Recht von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
78'325.-- aus.
7.2
7.2
.1
Das Invalideneinkommen ermittelte die Beschwerdegegnerin anhand ihrer inter
nen Dokumentation
von
Arbeitsplätzen (DAP). Der Beschwerdeführer fordert hiervon einen leidensbedingten Abzug von mindestens 15
%
(
Urk.
1 S. 15). Das
Bundesgericht hat sich zuletzt in BGE 139 V 592
– unter Hinweis auf BGE
129
V
472 –
einlässlich mit
der Frage
befasst
, ob bei der Festsetzung des Invalidenein
kommens mittels DAP-Profilen Abzüge zulässig sind.
Es hielt hierzu fest,
im Rah
men des DAP-Systems, bei welchem aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeur
teilung anhand von Arbeitsplatzbeschreibungen konkrete Ver
weisungstätigkeiten ermittelt wü
rden,
seien
Abzüge grundsätzlic
h nicht sachgerecht. Abzüge seien
nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder leistungsmässige Reduktionen medizinisch
begr
ündet seien
. Im Übrigen würden
spezifischen Beeinträchtigungen in der Leis
tungsfähigkeit bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rechnung getragen. Bezüglich der weiteren persönlichen und beruflichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre, Aufenthaltsstatus), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen könn
ten, sei
darauf hinzuweisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimu
m und ein Ma
ximum angegeben seien
, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Um
ständ
e Rücksicht genommen werden könne.
Der Beschwerdeführer bringt nun keine Gründe vor, welche ein
Abweich
en
von
di
eser Rechtsprechung erhei
schen.
Zu ergänzen bleibt, dass auch bei der Bestimmung des Invalideneinkommens ge
mäss
der LSE
die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hy
pothetischen Invalidenlohns führen würde. Vielmehr ist der Umstand allein, dass
nurmehr
leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei einge
schränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforde
rungsniveau 4) bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.2 un
ter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012 vom 18. September 2012 E. 5.2). Ob das Merkmal «Alter» einen Abzug vom Tabellen
lohn rechtfertigen würde, ist jeweils unter Berücksichtigung aller konkreter Um
stände des Einzelfalls zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 vom 22. September 2015 E. 4.3.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.2). Dies gilt insbesondere im Bereich der Hilfsarbeiten auf dem hypo
thetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG), wo sich ein fortgeschrit
tenes Alter nicht zwingend lohnsenkend auswirken muss. Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachge
fragt (Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3).
7.2
.2
Unbestritten ist, dass die Beschwerdegegnerin bei der Auswahl der DAP-Blätter rechtsprechungskonform vorgegangen ist und dass die ausgewählten Arbeits
plätze mit dem kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofil übereinstimmen. Damit ist von einem Invalideneinkommen von
Fr.
61'
837
.
-- (per 2015)
auszugehen.
7.3
Bei
einem Invalideneinkommen von
Fr.
61'
837
.--
resultiert im Vergle
ich zum
Va
lideneinkommen
von 78'325.--
eine Erwerbseinbusse von
Fr.
16'
488
.--
, was einem Invaliditätsgrad von
21
%
entspricht. Die zugesprochene Ren
tenleistung ist damit nicht zu beanstanden.
8
.
8
.1
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schä
digung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie An
spruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36
UVV
Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs
3.
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der ge
samten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchst
betrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Ver
schlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
8
.2
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der In
tegritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. Für die darin genannten Integritäts
schäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädi
gung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung
(Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
8
.3
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätli
chen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinras
ter) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso weniger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regelfall, welcher im Einzelfall Ab
weichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewähr
leistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
8
.4
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt, wobei die Gesamtentschädigung den Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen darf und be
reits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen prozentual angerechnet werden (Art. 36 Abs. 3 UVV). Die den einzelnen Schädigungen entsprechenden Prozent
zahlen werden selbst dann zusammengezählt, wenn eine, mehrere oder alle davon für sich die Schwelle von 5 % nicht erreichen; die Entschädigung ist geschuldet, sobald die Summe der Prozentzahlen die
Erheblichkeitsgrenze
von 5 % übersteigt (BGE 116 V 156 E. 3b mit Hinweis). Die Bestimmung regelt grundsätzlich nur das Zusammentreffen von Integritätsschäden, die nach dem UVG als solche versichert sind (BGE 113 V 54).
9
.
9
.1
In seiner Beurteilung vom
4.
November 2014 schätzte
Dr.
E._
den Integritäts
schaden des linken Knies auf 10
%
. Er gab an, gemäss der Feinrastertabelle 5.2 ergebe eine
Femorotibialarthrose
mässigen Ausmasses eine Integritätsentschädi
gung zwischen 5
%
und 15
%
und eine Arthrose schweren Ausmasses eine solche zwischen 15
%
und 30
%
. Beim Beschwerdeführer sei in Zukunft mit einer Zu
nahme der
meniscopriven
Arthrose zu rechnen, so dass eher mit einer schweren Arthrose zu rechnen sei. Diese beziehe sich unfallbedingt jedoch nur auf das me
diale Kompartiment. Ausgehend von einer Integritätsentschädigung von 20
%
für
eine
Femorotibialarthrose
beider Kompartimente seien somit
10
%
für das me
diale Kompartiment gerechtfertigt (
Urk.
8d/153).
9
.2
Dr.
D._
führte betreffend das rechte Kniegelenk am 2
4.
Mai 2017 aus, gemäss der Tabelle 5.2 gelte für eine mässige
Femorotibialarthrose
ein Wert von 5-15
%
. In der bildgebenden Diagnostik vom 2
8.
Januar 2016 hätten sich nur sehr geringe
Arthroseveränderungen
bildmorphologisch dargestellt. In der Tabelle 6.2 würde bei einer mittelschweren Instabilität betreffend das Seitenband und die Kreuz
bänder ein Wert von 0-5
%
empfohlen beziehungsweise bei Komplexinstabilitä
ten ein Wert zwischen 5
%
und 15
%
. Beim Beschwerdeführer liege nur eine leichte sagittale Instabilität vor bei leicht verlängertem
Lachman
-Test mit gutem Anschlag und ohne weitere Instabilitätszeichen im Bereich des rechten Kniege
lenks. In Zusammenschau der klinisch erhobenen Befunde und der bildgebenden Diagnostik schätze sie den aktuellen Integritätsschaden auf maximal 2.5
%
(
Urk.
8c/94).
10
.
10
.1
Gestützt auf Tabelle 5.2 der von der Beschwerdegegnerin erarbeiteten Feinraster ist bei einer
Femorotibialarthrose
mässigen Ausmasses von einer Integritätsein
busse von 5-15
%
und bei einer schweren Arthrose von einer solchen von 15-30
%
auszugehen.
Dr.
E._
legte in seinem Bericht vom 4. November 2014 auf
grund der stattgehabten Untersuchungen
am linken Kniegelenk
dar, dass zwar
Arthrosezeichen
, insbe
sondere medial vorhanden sind
, hingegen keine massiven Knorpelschäden gefunden wurden (
Urk.
8d/152 S, 7; siehe auch
Urk.
8d/81 S. 2).
Betreffend das künftige Ausmass der Arthrose bestanden für ihn Unsicherheiten (
Urk.
8d/153).
Entgegen den entsprechenden Ausführungen des Beschwerdefüh
rers (
Urk.
1 S. 17) kann damit die
Femorotibialarthrose
(noch)
nicht als ausge
sprochen schwer gefasst werden. Wenn
Dr.
E._
von einer Integritätsentschädi
gung von 20
%
für eine
Femorotibialarthrose
beider Kompartimente ausgeht und aktuell den Schaden des linken Kniegelenks mit 10 % bewertet, ist dies bei den ausgewiesenen Schäden nicht zu beanstanden.
10
.2
Was das Vorbringen des Beschwerdeführers, es sei nicht ersichtlich, weshalb bei gleichlautender Diagnose und operativer Behandlung der rechts- und linksseiti
gen Kniebeschwerden für die Einschränkung am rechten Kniegelenk eine anders
lautende Einschätzung der Integritätseinbu
sse resultieren soll
e
(
Urk.
1 S.
18), be
trifft,
ist darauf hinzuweisen, dass für die Beurteilung der Schwere des Integri
tätsschadens nicht die genaue Diagnose entscheidend ist, sondern der medizini
sche Befund. Diesbezüglich zeigte die bildgebende Diagnostik
des rechten Knie
gelenks
nur sehr geringe
Arthroseveränderungen
. Anlässlich der kreisärztlichen Testung konnte lediglich eine leichte sagittale Instabilität festgestellt werden (
Urk.
8c/94 S. 1). Vor diesem Hintergrund
erscheint die Beurteilung des abzugel
tenden Integritätsschadens durch
Dr.
D._
als schlüssig, weshalb es momentan mit der
Zusprache
einer Integritätsentschädigung von 2.5 % für das rechte Knie
gelenk sein Bewenden hat.
10
.3
Anzumerken bleibt, dass es dem Beschwerdeführer im Falle einer nennenswerten unvorhersehbaren Verschlimmerung der unfallbedingten Beschwerden an beiden Kniegelenken unbenommen ist, zu gegebener Zeit eine Anpassung der Integri
tätsentschädigung geltend zu machen.
11
.
Zusammenfassend erweisen sich sowohl der ermittelte Erwerbsunfähigkeitsgrad von 21
%
wie auch die geschätzte Integritätseinbusse
von gesamthaft
12.5 % als zutreffend, weshalb der angefochtene
Einspracheentscheid
zu bestätigen und die Beschwerde
abzuweisen ist.