Decision ID: b5dfff91-7090-4bdd-b5f8-ce39b2f86dca
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
79
, absolvierte
die einjährige
Handelsschule
(Urk. 6/1, Urk. 6/3/5). Seit 2012 ist sie
Hausfrau und
Mutter von zwei
Kindern, geboren 2013 und 2015
(Ur
k.
6/3/6).
Sie leidet seit
der
Rückeno
peration
vom
26.
Oktober 2017
zur thorakalen
Skoliosekorrektur
(ventrale
Derotation
Spondy
lodese
Th8-Th12)
an Rückenbeschwerden (
Urk.
6/9/1-2
, Urk. 6/16/6
)
.
Am
9.
September
201
9
meldet
e
sich die Versicherte bei der Eidgenössischen Invali
denversicherung zum Leistungsbezug
an
(Urk.
6/3
). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die gesundheitlichen und e
rwerblichen Verhältnisse ab.
In medizinischer Hinsicht
holte
sie
Berichte der behandelnden Ärzte
ein
(Urk. 6/9, Urk. 6/12-16)
.
Am 1
1.
Mai 2020 nahm
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Orthopädische
Chirurgie, vom Regionalen Ärztli
chen Dienst (RAD)
dazu Stellung
(
Urk.
6/24/4).
Am
1
7.
Juni 2020
liess die IV-Stelle
eine Haushaltsabklärung durchführen (Bericht vom 1
7.
Juli 2020; Urk. 6/23). Gestützt auf
das Abklärungsergebnis
kündigte die IV-Stelle mit
Vor
bescheid vom 1. Juli 2019
unter
Hinweis darauf, dass sie einen Invaliditätsgrad von weniger
als 40
%
ermittelt habe
,
die Abweisung des
Leistungs
begehrens an (Urk. 6/25
). Dagegen erhob die Versicherte am
1
4.
August
2020
Einwände (Urk.
6/27
). Mit Verfügung vom
15. Oktober 2020
wies
die IV-Stelle
wie ange
kündigt
das Leistungsbegehren ab
(Urk. 2 S. 1).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
13. November 2020
Beschwerde und beantragte
sinngemäss
, die Verfügung vom
15. Oktober 2020
sei aufzuheben und es sei ihr
aufgrund ihrer vollständigen Arbeitsunfähigkeit
eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen
(Urk. 1
). Die Beschwerde
gegnerin schlos
s in der Beschwerdeantwort vom 30. Dezember 2020
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
5
). Dies wurde der Besc
hwerdeführerin am 5
. Januar 202
1
zur Kenntnis gebracht (Urk. 7
).
Mit Eingabe vom 1
2.
Januar 2021 (
Urk.
8) reichte die
Beschwerdeführerin
den Bericht der
Klinik Z._
vom 17. Dezember 2020 (
Urk.
9) ein. M
it Eingabe vom 1
5.
Januar 2021 (
Urk.
10) gab die
Beschwerdegeg
nerin
den Bericht von Prof.
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
vom
7.
Januar 2021
zu den Akten (
Urk.
11
).
Die
Beschwer
degegnerin
verzichtete am
1.
Februar 2021 auf eine Stellungnahme,
die
Beschwerdeführerin
liess sich nicht ver
nehmen
. Dies wurde den Parteien
am
8. März 2021 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
16).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 de
s Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglic
hkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Art.
29 Abs
.
1 ATSG, jedoch frü
hestens im Monat, der auf die Vollendung des 1
8.
Altersjahres folgt (
Art.
29
Abs.
1 IVG). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Art.
29
Abs.
3 IVG).
1.2.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.2.3
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 der Verordnung über die Inval
idenversiche
rung (IVV) per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (Art. 27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG, wobei das Erwerbsein
kommen, das die versicherte Person durch die Teiler
werbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die pro
zentuale Erwerbsein
busse anhand des Beschäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die
Betätigung im Aufgaben
bereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die ver
sicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (Art. 27
bis
Abs. 4 IVV).
1.2.4
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen
ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren (vgl. Art. 27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerbli
chen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massge
bend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_178/2021 vom 11. Mai 2021 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.2.5
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mas
s
-
gabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Ja
nuar 2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_37
3/2017 vom 6. September 2017 E.
3.1 mit Hinweisen).
1.
3
1.3.1
Art.
59
Abs.
2
bis
IVG
sieht vor, dass d
ie regionalen ärztlichen Dienste den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsan
spruchs zur Verfügung
stehen
. Sie setzen die für die
Invalidenversicherung nach Art.
6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachents
cheid im Einzelfall unabhängig
.
Nach Art. 49 IVV beurteilen die regionalen ärztlichen Dienste die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachli
chen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (
Abs.
1). Die regionalen ärztlichen Dienste können bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (
Abs.
2). Sie stehen den IV-Stellen der Region beratend zur Verfügung (Abs. 3).
1.3.2
Sowohl das sozialversicherungsrechtliche Administrativverfahren wie auch der kantonale Sozialversicherungsprozess sin
d vom Untersuchungsgrundsatz be
herrscht
(Art. 43
Abs.
1,
Art.
61
lit
.
c ATS
G). Danach haben Sozialversiche
rungs
träger und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs e
rforderlichen Tatsachen hinrei
chende Klarheit besteht (Urteile des Bundesgerichts 9C_662/2016 vom 1
5.
März 2017 E. 2.2 und 8C_794/2016 vom 2
8.
April 2017 E. 4.1).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung des angefochtenen Entscheids aus,
die
Beschwerdeführerin
wäre gemäss dem Abklärungsdienst im Gesundheits
fall zu 50
%
erwerbstätig und zu 50
%
im Haushaltsbereich tätig. Nach der Operation vom 2
6.
Oktober 2017 sei sie
zunächst
zu 100
%
arbeitsunfähig gewe
sen.
Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) sei unter Berücksichtigung aller vorliegen
den
medizinischen Unterlagen
zum Schluss gekommen, dass der
Beschwerdefüh
rerin
inzwischen
eine
körperlich sehr leichte bis leichte, wechsel
belastende und dabei häufig sitzende
Tätigkeit
im Umfang
von 70
%
zumutbar sei
.
Ohne gesund
heitliche Beschwerden könnte sie (nach dem statistischen Tabel
lenlohn der Lohn
strukturerhebung [LSE] des Bundesamtes für Statistik
[
BFS
]
) ein Einkommen von F
r.
61'261.-- erzielen
(
Valideneinkommen
)
.
In einer leidensan
gepassten Tätigkeit
könnte sie
sodann
ein Einkommen von F
r.
38'661.-- erwirt
schaften
(Invaliden
einkommen)
, womit
im Erwerbsbereich
eine E
inkom
men
sein
busse von
Fr.
22'600.-- respektive
von
37
%
resultiere.
Eine Einschrän
kung im Haushalt
s
bereich liege laut dem Abklärun
gsdienst nicht vor. Insgesamt ergebe dies ein
en
Invaliditätsgrad von 19
%
, womit kein Anspruch auf eine Rente gege
ben sei.
Da
d
ie
Beschwerdeführerin bei
der Stellensuche nicht eingeschränkt sei, sei die Regionale Arbeitsvermittlung (RAV)
zuständig
und
es
bestehe kein An
spruch auf Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung
(
Urk.
2 S. 1 f.)
.
2.2
Die
Beschwerdeführerin
wendet dagegen ein, sie sei zu 100
%
arbeitsunfähig. Ihre körperliche Behinderung und ihre Schmerzen würden weder eine berufliche noch eine häusliche Tätigkeit zulassen. Sie sei geschieden und könne nur mit Mühe und Not ihre beiden Kleinkinder versorgen. Sie verstehe zudem nicht, weshalb die
Beschwerdegegnerin
darauf beharre, dass sie (im Gesundheitsfall) nur in einem 50%igen Pensum arbeiten
würde
.
S
ie habe klar gesagt, dass sie als allein
erziehende Mutter nur solange
ein derart reduziertes Arbeitspensum beibehalten würde
, als die Kleinkinder von derzeit fünf und sieben Jahren sie zu Haus brau
chen würden. Sobald beide in die Primarschule
gingen
,
würde
sie ihr Pensum auf 80 bis 100
%
steigern.
Die Abweisung ihres Leistungsbegehrens sei zudem erfolgt, ohne dass sie je von einem neutralen oder einem Arzt der Invalidenversicherung begutachtet worden sei (
Urk.
1
,
Urk.
8
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die
Beschwerdeführerin
Anspruch auf eine Rente hat.
Ein solcher Rentenanspruch könnte
nach
Art.
29 Abs. 1 IVG
aufgrund der Anmeldung vom
9. September 2019
(
Urk.
6/3) frühestens
nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs
, mithi
n
im März 2020
entst
anden sein
. Weil nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG eine Arbeitsunfähigkeit (
Art.
6 ATSG) während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch von durch
schnittlich mindestens 40 % vorausgesetzt ist, interessiert im Folgenden vor allem die
erwerbliche
Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
ab März 201
9.
Zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet die am
15. Okto
ber 2020
erlassene angefochtene
Verfügung
(BGE
143 V 409 E. 2.1, 134 V 392 E.
6).
Daher sind die von den Parteien eingereichten medizinischen Berichte
, die nach
dem Verfügungszeitpunkt datieren
(
Bericht der
Klinik Z._
vom 17. Dezember 2020,
Urk.
9; Bericht von Dr.
A._
vom 7. Januar 2021, Urk. 11)
nur zu berücksichtigen,
wenn und soweit sie sich auf den Zeitraum vor Verfü
gungserlass beziehen resp
ektive
Rückschlüsse darauf zulassen (vgl. Urteil des Bundesgericht
s
9C_269/2021 vom
9.
Juli 2021 E. 2.4
mit Hinweis).
3.
3.1
3.1.1
Zu prüfen ist zunächst die
von der
Beschwerdegegnerin
gestützt auf den Abklä
rungsbericht vom 17. Juli 2020 (Urk. 6/23) vorgenommene Qualifikation
der
Beschwerdeführerin
als im Aufgaben- und
im
Erwerbsbereich im Umfang von je 50
%
Tätige (Ur
k.
2 S. 1, Urk. 6/23/
3
)
.
3.1.2
Die
Beschwerdeführerin
macht
diesbezüglich
geltend, dass sie
das 50%ige
Arbeitsp
ensum
im Erwerbsbereich
mit der Einschulung ihres jüngsten
, im Jahr 2015 geborenen
Kindes
auf ein 80%iges
oder gar ein
100%iges Arb
eitspensum
ge
steiger
t
hätte
(Urk.
8).
Bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 15. Oktober 2020,
welcher Moment
in diesem Gerichtsverfahren
die z
eitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis
bildet,
war
das jüngste Kind jedoch erst
rund
vier Jahre und
elf
Monate alt und damit
jedenfalls
noch nicht in der P
rimarschule. Denn
der Besuch der Primarschule im Kanton Zürich
ist
erst nach zwei Jahren Kindergarten vorgesehen,
welcher
frühestens mit vollendetem viertem Altersjahr auf das neue Schuljahr hin gestartet werden
kann
(vgl.
§
3 Abs. 2 des
Volksschulgesetz
es
,
VSG)
.
Zudem geht aus der Scheidungsvereinbarung gemäss dem Urteil FE180176 des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 25. Februar 2019 hervor, dass eine Erhöhung des Pensums als Pfleg
e
helferin
SRK
von 50
%
auf 80
%
erst per
1.
November 2027, wenn das jüngste Kind 12 Jahre alt wird (Phase IV), und eine weitere Steigerung auf 100
%
erst per
1.
November 2031, wenn das jüngste Kind 16 Jahre alt wird (Phase V), vorgesehen ist respektive wäre (
Urk.
6/2/5-7).
Des Weiteren
sind die Ausführungen der Abklärungsperson im Abklärungsbericht vom 1
7.
Juli 2020 (
Urk.
6/23/2-3)
zur Statusfrage
stimmig
. Es wurde insbeson
dere festgehalten, dass anlässlich der Abklärung die im Scheidungsurteil festge
haltenen Phasen hinsichtlich Kinderbetreuung und Erwerbstätigkeit zur Sprache kamen und die Beschwerdeführerin für die hypothetische Frage der Erwerbstätig
keit im Gesundheitsfall darauf verwiesen hat (
Urk.
6/23/3).
Die anlässlich der Haushaltabklärung
vorgenom
mene Qualifikation
ist
mithin
nachvollziehbar
und
begründet.
Im hier zu beurteilenden Zeitraum bis am 1
5.
Oktober
2020 ist
daher entspre
chend der Feststellung im Abklärungsbericht vom 17. Juli 2020 (Urk. 6/23/3)
im Gesundheitsfall
von einer 50%igen Erwerbstätigkeit der
Beschwerdeführerin
als Pflegehelferin SRK
auszugehen
, wobei zu beachten ist, dass die Beschwerdefüh
rerin in Phase I gemäss Scheidungsurteil bis Ende Juni 2019 ihre Berufsausbil
dung zur Pflegehelferin SRK
absolviert
und erst danach eine Tätigkeit in diesen Beruf
im Umfang von 50
%
aufgenommen hätte (
Phase II u. III
). Eine Erhöhung des Pensums über 50
%
hinaus war sodann erst ab November 2027 vorgesehen (Phase IV
,
Urk.
6/2/5 u. 7)
. Di
e von der
Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid
vorgenommene
Qualifikation
erweist sich somit als korrekt
.
Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin gemäss ihren Angaben bei der Haus
haltabklärung ab August 2018 befristet für ein Jahr und zudem nur während jeweils einer Stunde pro Woche eine Tätigkeit als Religionslehrerin ausgeübt hat (
Urk.
6/23/3).
Über die spätere Änderung der Lebensverhältnisse, die im Schei
dungsverfahren hinsichtlich der Regelung des nachehelichen und des Kinderun
terhaltes prospektiv Berücksichtigung fand (vgl.
Urk.
6/2/2 ff.), ist
sodann
in diesem Verfahren noch nicht zu entscheiden.
3.1.3
Ausgehend von einer Qualifikation mit der Aufteilung
des zeitlichen Pensums
von je 50
%
auf den
Aufgaben- und
auf den
Erwerbsbereich hat die
Beschwerde
gegnerin
den
Invaliditätsgrad
somit zu Recht
nach der gemischten Methode im Sinne von Art. 28a Abs. 3 IVG und Art. 27
bis
Abs. 2-4 IVV
ermittelt
.
3.2
3.2.1
Die
Beschwerdeführerin
macht
des Weiteren
geltend, ihre gesundheitlichen Beeinträchtigungen liessen nicht nur keine Erwerbstätigkeit, sondern auch keine häusliche Tätigkeit zu (
Urk.
1). Damit wendet sie sich sinngemäss gegen die Annahme der
Beschwerdegegnerin
, es sei entsprechend dem Ergebnis des Abklä
rungsberichts vom 17. Juli 2020 derzeit von keiner Einschränkung im Haushalts
bereich auszugehen
(
Urk.
2 S.
1 f.
, Urk. 6/23/7)
.
Im
Folgenden
ist
daher das Ergebnis des Abklärungsberichts
(
Einschränkung
im
Haushalts
bereich 0
%
,
Urk.
6/23/7)
zu prüfen.
3.2.2
Im Zusammenhang mit den Einschränkungen im Haushalt ist nicht die medizi
nisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit ausschlaggebend, sondern, wie sich der Gesundheitsschaden in der nichterwerblichen Betätigung konkret auswirkt, was durch die Abklärung an Ort und Stelle (vgl. Art. 69 Abs. 2 Satz 2 IVV) zu erheben ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_373/2017 vom 6. September 2017 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Abklärung erstreckt sich im Haushalt auch auf den zumutbaren Umfang der Mithilfe von Familienangehörigen, welche im Rahmen der Schaden
minderungspflicht zu berücksichtigen ist und
weiter geht
als die ohne Gesund
heitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (BGE 133 V 504 E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_161/2019 vom 28. Juni 2019 E. 6.1 mit Hin
weisen).
Für den Beweiswert eines derartigen Abklärungsberichts ist wesentlich, dass er von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den me
dizinischen Diagnosen sich erge
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Beri
chtstext muss plausibel, begrün
det und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_161/2019 vom 28. Juni 2019 E. 6.2 mit Hinweisen).
Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage in diesem Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet ins
besondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (Urteil des Bundesgerichts 8C_748/2019 vom 7. Januar 2020 E. 5.2 mit Hinweisen).
3.3.3
Der Abklärungsbericht vom 1
7.
Juli 2020 erfüllt die rechtsprechungsgemäss geforderten Voraussetzungen. Denn er wurde von einer qualifizierten Person ver
fasst, die durch ihren Besuch vor Ort am 1
7.
Juni 2020 (Urk. 6/23/1) Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse
des Haushaltes der
Beschwerdeführerin
erlangte. Auch hatte
die Abklärungsperson
Kenntnis von den
gesundheitlichen
Beei
nträchtigungen und Behinderungen, wie sich aus den im Bericht
wiederge
gebenen ärztlichen
Diagnosen ergibt (Urk. 6/23/1)
.
Die
Angaben der
Beschwer
deführerin
zur Krankengeschichte, zu ihren Beschwerden und Beeinträchtigungen
wurden ausführlich und differenziert
dargelegt
(
Urk.
6/23/2). Auch wurden die Angaben der
Beschwerdeführerin
zu
den einzelnen Aufgaben
sowie die
auf einen
geringe
n Umfang beschränkte
Mithilfe des Ex-Mannes angemessen
berücksich
tigt
(Urk. 6/23/2-7).
Der Bericht
ist insgesamt in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben, plausibel, begrün
det
,
angemessen detailliert
und somit nachvollziehbar
bezüglic
h der einzelnen Einschränkungen verfasst.
Klar feststellbare Fehleinschätzungen, welche ein Abweichen vom Abklärungsbericht rechtfertigen könnten, sind weder ersichtlich noch dargetan.
Die
Beschwerdeführerin
hat im Einzelnen nichts vorgebracht, was auf etwas
Anderes
schliessen liesse.
Im Wesentlichen
-
das heisst
bis auf sehr schweres Tra
gen
, insbesondere
das Hochtragen von Wasserflaschen
in die Wohnung
(Urk. 6/23/6) -
erledigt sie den Haushalt und die Kinderbetreuung ohne Dritthilfe, was sie so auch im Standortgespräch bei der IV-Stelle vom
26.
September 2019 erklärt hat (
Urk.
6/7/3).
Hinzu kommt, dass sie zusätzlich
zum Haushalt und zur Kinderbetreuung per August 2018
, befristet für ein Jahr
als Religionslehrerin (eine Lektion pro Woche) tätig war und gleichzeitig bis im Jahr 2019 eine einjährige Weiterbildung zur Pfleg
e
helferin SRK absolviert hat (Urk. 6/23/2-3). Der
Ansicht
der
Beschwerdeführerin
, dass ihre körperliche Behinderung und die Schmerzen
grundsätzlich
weder eine berufliche noch eine häusliche Tätigkeit
zulassen wür
den
,
kann daher nicht gefolgt werden
.
3.3
Dem
Abklärungsbericht vom 1
7.
Juli 2020
kommt
somit
voller Beweiswert zu
.
Auf die im Abklärungsbericht festgehaltene gesundheitliche Einschränkung im Aufgabenbereich von 0 % (
Urk.
6/23/7) ist somit abzustellen, was zu einem
(Teil-)Invaliditätsgrad von 0 % (50 x 0 : 100) im Haushaltsbereich führt.
4.
4.1
4.1.1
Z
ur Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
ist den medizinischen Akten
das Folgende zu entnehmen.
Gemäss
dem
Bericht
der Wirbelsäulenchirurgie, Orthopädie und Neurochirurgie
der
Klinik Z._
vom
25.
September 2019 (Urk.
6/9)
wurde
die
Beschwerde
führerin
zur Einholung einer Zweitmeinung nach ventraler
Skoliosekorrektur
-Operation vor fast zwei Jahren zugewiesen. Sie
habe von postoperativ entwickel
ten sehr starken Schmerzen berichtet, in deren Folge sie für einen Monat das Bett teilweise nicht habe verlassen können. Im weiteren Verlauf sei eine leichte Bes
serung eingetreten, aber die B
eschwerden hätten auf hohem Niveau persistiert. Diese bestünden im lateralen Thorax im Bereich der Inzision und seien verstärkt bei Belastung, aber prinzipiell Tag und Nacht vorhanden.
Die
Beschwerdeführerin
habe von einem sehr hohen Leidensdruck gesprochen und ein Schmerzniveau von 8 VAS (Visuelle Analogskala) angegeben. Weitere Erkrankungen seien nicht angegeben worden.
Es sei die
folgende
Diagnose
gestellt worden: Chronische
t
ho
rako
spondylogene
Schmerzen und Verdacht auf
Postthorakotomieschmerz
en
mit/bei Status nach thorakaler
Skoliosekorrektur
(
ventrale
Derotation
,
Spondylo
dese
Th8-Th12 über Mini-Thorakotomie
)
am 26. Oktober 2017,
nach
Implantat
bruch
(
differentialdiag
nostisch Lockerung/
Pseudarthrose
Th12
)
und
mit/bei
residueller
rechtskonvexer thorakaler Skoliose 36° Th6-Th1
2.
Die Ursache des sehr hohen Schmerzniveaus, welches einer Opiattherapie bedürfe, und der auch post
operativ für lange Zeit so ausgeprägt vorhandenen Beschwerden sei nicht klar und korreliere nicht mit der Bildgebung. Bei der Konsultation und der klini
schen Untersuchung hätten sich Hinweise auf verschiedene psychosoziale Einfluss-Faktoren gezeigt. Trotzdem zeige sich in der Bildgebung eine gebrochene beziehungsweise luxierte Schraube im unteren Bereich der Instrumentation. In der aktuellen Situation bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
6/9/1-2).
Im Bericht
der Wirbelsäulenchirurgie, Orthopädie und Neurochirurgie
der
Klinik Z._
vom 7
.
November 2019
wurde ausgeführt, die
Beschwerde
füh
rerin
erscheine nach der
Aktualisierung der Bildgebung mittels Computertomo
graphie
(CT
)
und Magnetresonanztomographie (MRT)
. Sie berichte weiterhin über starke Beschwerden rechts thorakal vor allem beim Bücken und beim längeren Stehen, was für mehr als
drei
Stunden nicht möglich sei. Die Arbeiten im Haushalt seien daher deutlich eingeschränkt. Die zuletzt durchgeführte Facettengelenksin
filtration Th12/L1 habe zu keiner Besserung der Beschwerden geführt.
Die aktive Bewegungs
prüfung der Brustwirbelsäule
und der Lendenwirbelsäule
habe
keine wesentlichen Schmerzen gezeigt.
Palpatorisch
hätten sich leichte Beschwerden im Bereich der Rippen rechts auf der Höhe der Tho
r
akotomie und in Bauchlage ein deutlicher Durchfederungs
schmerz in der mittleren Brustwirbelsäule gezeigt. Die Hals- und Lendenwirbel
säule seien je schmerzlos.
Die aktualisierte Bildgebung
zeige eine
Pseudarthrose
mit Schraubenbruch Th10 bis Th12, was möglicherweise zumindest eine Teilursache für die Beschwerden darstelle. Im Prinzip
bestehe
die Indikation für eine Revision mittels dorsaler, gegebenenfalls auch
längerstrecki
ger
Spondy
lodese
. Angesichts des früheren Verlaufs und der psychosozialen Situation seien die Erfolgschancen sicherlich reduziert. Die
Beschwerdeführerin
wünsche derzeit keinen Eingriff. Es
würden
eine
chiropraktische
Behandlung und eine medizinische Tra
iningstherapie empfohlen (
Urk.
6/12).
Laut dem
Bericht vom 26. Februar 2020 der Manuellen Therapie der
Klinik Z._
, wo die
Beschwerdeführerin
vom 1
9.
November 2019 bis 2
2.
Januar 2020 während vier Konsultationen behandelt wurde,
wurde
keine Arbeitsunfä
higkeit attestiert. Z
ur Bestimmung der Arbeitsfähigkeit
werde
eine Evaluation der funk
t
ionellen Leistungsfähigkeit empfohlen
(Urk.
6/13/1
)
.
4.1.2
Der RAD-Arzt
Dr.
Y._
führte nach
Einsicht in die
Bericht der behandelnden Ärzte
in
der
Stellungnahme vom 1
1.
Mai 2020 aus, bei der
Beschwerdeführerin
sei anhand der vorliegenden Arztberichte der
Klinik Z._
der somatische Gesundheitsschaden gemäss den dort aufgeführten D
iagnosen ausgewiesen,
ein
schliesslich einer daraus ab
zu
leitenden Einschränkung der funktionellen Leis
tungsfähigkeit,
wobei zur Arbeitsunfähigkeit so gut wie keine konkreten Angaben vorliegen würden, vor allem
keine längerfristigen.
Dieser Gesundheits
zustand sei im Moment stabil, da eine zwar prinzipiell indizierte operative Revision laut Angabe im Bericht der
Klinik Z._
vom 7. November 2019 wohl nur redu
zierte Erfolgschancen
hätte
.
Hinsichtlich der aktenkundigen Bewertung der Arbeitsunfähigkeit gebe es, abgesehen von der einmaligen Angabe einer 100%i
-
gen Arbeitsunfähigkeit
im Bericht vom 25. September 2019, keine Angaben, weshalb auch rein nach Aktenlage eine eindeutige versicherungsmedi
zinische Beurteilung schwer möglich sei.
Rein medizinisch-theoretisch sei allerdings unter Berücksichtigung der beschriebenen, klinischen Befunde aus versicherungsmedi
zi
nisch-orthopädischer Sicht über
wiegend wahrscheinlich eine zumindest 70%ige Arbeitsfähigkeit (= fünf bis sechs Stunden pro Tag) in einer leidensangepassten Tätigkeit möglich und zumutbar. Dies gelte für jede körperlich sehr leichte bis leicht
e
wechselbelastende und dabei häufig sitzende Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes, ohne häufiges Bücken, längeres vornübergebeugtes oder rückge
neigtes Stehen sowie ohne generelles Verharren in Zwangshaltungen der Wirbel
säule (
Urk.
6/24/4).
4.1.3
Gemäss dem von der
Beschwerdeführerin
vorgelegten
neuen
Bericht der
Klinik Z._
vom
1
7.
Dezember 2020 berichtete
jene
von im Vergleich zur Situation vor einem Jahr praktisch unveränderten Beschwerden.
Es handle sich um i
m Vordergrund
stehende
rechtsseitige
Thoraxschmerzen
im Bereich der Rip
pen grossflächig sowie Schmerzen
im Bereich
der gesamten Brustwirbelsäule.
Die Schmerzen würden bei Belastung zunehmen, das heisse beim längeren Stehen und Laufen. Die Gehstrecke sei auf eine halbe Stunde limitiert. Zwischenzeitlich müsse
die
Beschwerdeführerin
mehrmals pro Tag Abliegen. Nach zwei Stunden
Stehzeit
trete eine deutliche Schwäche und
Zittrigkeit
auf
. Die Bildgebung zeige sich wenig verändert. Eine Instabilität bestehe
jedoch
keine. Es scheine zu einer zunehmenden Kons
o
lidierung der
Spondylodese
auch im Bereich der gebroche
nen
respektive dislozierten
Schraube zu kommen.
Die Ursache der gesamten Beschwerdesymptomatik sei letztlich nicht klar.
Operative Massnahmen seien angesichts der Bildgebung und des Verlaufs nicht indiziert.
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit
(richtig wohl: Arbeitsunfähigkeit)
betrage diese für körperlich belastende Tätigkeiten wie in der Pflege oder
für
andere körperlich belastende Tätigkeiten 100
%
. Für leichte körperliche Arbeiten sei eine Teilarbeitsfähigkeit denkbar
(
Urk.
9 S. 1 f.).
Im von der
Beschwerdegegnerin
eingereichten Bericht von Prof.
Dr.
A._
vom 7. Januar 2021
wurde
nebst de
r
D
iagnose
einer
Pseudarthrose
Th11/12 mit Bruch der Wirbelkörperschraube Th12 (mit/bei Status nach Skoliose-Korrektur von ventral Th8 bis Th12 vom 26. Oktober 2017 bei progressiver,
langstreckiger
Sko
liose thorakal rechts über 45° mit Schmerzen)
und
den bekannten
Beschwerden
festgehalten
, der Schraubenbruch sei durch die
Pseudarthrose
Th11/12 bedingt bei fehlendem
Knochendurchbau
im Bandscheibenfach Th11/1
2.
Ob dieser Schraubendurchbruch alleine
für die Schmerzen der Beschwerde
führerin verant
wortlich (gemacht) werden könne, sei fraglich, da die Schmerzen nicht an der Wirbelsäule lokalisiert seien, sondern im Bereich des Rippenthorax.
Zudem seien die Schmerzen bereits vor Feststellung des Schraubenbruchs vorhanden gewesen. Bei Schraubenbruch und
Pseudarthrose
sollte die Wirbelsäule von dorsal noch
mals fixiert werden, Th7 bis L1 mit
Pedikel
schrauben
, so dass die Stellung der Wirbelsäule noch besser korrigiert und auch die Verstei
f
ung zur Heilung gebracht werde. Ob die Revisionsoperation von dorsal eine Verbesserung der subjektiven Schmerzen erzielen würde, könne nicht im Voraus beurteilt werden. Möglicher
weise könnten die Schmerzen zumindest teilweise gebessert werden. Die
Beschwerdeführerin
sei einer weiteren Operation gegenüber zögerlich und brau
che verständlicherweise Bedenkzeit (
Urk.
11).
4.2
4.2.1
Wie der RAD-Arzt
Dr.
Y._
zutreffend erkannt hat,
war
in den
ihm zur Verfügung stehenden
Akten
lediglich
eine
einmalige Angabe
zur Arbeitsfähigkeit zu finden, und zwar jene
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
gemäss dem Bericht der
Klinik Z._
vom 25. September 2019
(Urk. 6/9/2). Auf diese Einschätzung kann indes nicht abgestellt werden, da dazu nicht erklärt wurde, auf welche Tätigkeit sich diese Angabe bezieht. Wie dem von der
Beschwerdeführerin
im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht der Wirbelsäulenchirurgie, Orthopä
die und Neurochirurgie der
Klinik Z._
vom
1
7.
Dezember 2020 zu entneh
men ist, wurde - bei im Wesentlich
en
unveränderter Diagnose und unveränder
tem Beschwerdebild (Urk. 9 S. 1) und daher auch für die Zeit vor Erlass der angefochtenen Verfügung aussagekräftig - eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit lediglich in Bezug auf körperlich belastende Tätigkeiten wie in der Pflege oder
in
anderen körperlich belastenden Tätigkeiten attestiert (
Urk.
9 S. 2). Dass eine solche Tätigkeit der
Beschwerdeführerin
nicht mehr zumutbar ist
respektive darin eine
andauernde
erhebliche Einschränkung besteht und daher
auch
das soge
nannte Wartejahr na
ch Art. 28 Abs. 1
lit
.
b IVG erfüllt ist
, wurde von der
Beschwerdegegnerin
nicht bestritten
(Urk. 2 S.
1).
Entscheidend ist hier
indessen
die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepasst
en Tätigkeit (vgl. Art
.
6
Satz 2
ATSG). Hierzu wurde von den behandelnden Ärzten der
Klinik Z._
zumindest eine Teilarbeitsfähigkeit in körperlich leichten Tätigkeiten als denkbar erachtet (Urk. 9 S. 2), ohne allerdings anzugeben, in welchem Umfang eine solche Teilarbeitsfähigkeit zumutbar sei. Daher kann auch auf diesen Bericht nicht abschliessend abgestellt werden. Auch dem neuen Bericht von Prof.
Dr.
A._
vom
7.
Januar 2021
(
Urk.
11)
sind keine Angaben zur Arbeits
fähigkeit zu entnehmen.
Damit
steht
kein
Bericht
eines
behandelnden
Arztes
zur V
erfügung
, aus welchem die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
in einer leidensangepassten Tätigkeit für den hier zu beurteilenden Zeitraum
(vgl. E. 2.3 hiervor)
von März 2019 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1
5.
Oktober 2020
rechtsgenüglich
hervorgeht.
4.2.2
Zu prüfen
bleibt
, ob trotz dieser Ausgangslage in medizinischer Hinsicht abschliessend auf die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr.
Y._
vom 1
1.
Mai 2020 abgestellt werden kann.
Bei den Ausführungen des RAD
handelt es sich
mangels selb
er durchgeführter Untersuchung
nicht um
eine Stellungnahme
gemäss Art.
49
Abs.
2 IVV. Es sind damit keine medizinischen Befunde erhoben worden, sondern die
bereits doku
mentierten
Befunde wurden aus somatischer
, orthopädisch-chirurgischer
Sicht fachärztlich
gewürdigt. Es liegt folglich eine Empfehlung zur weiteren Bearbei
tung des Leistungsbegehrens aus medizi
nischer Sicht im Sinne von Art.
59
Abs.
2
bis
IVG und
Art.
49
Abs.
1 IVV vor (BGE 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweis).
Solche
RAD-Berichte vermögen daher lediglich dazu Stellung zu nehmen, ob der einen oder anderen Ansicht zu folgen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei (Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_647/2020 vom 2
6.
August 2021 E. 4.2 und
8C_756/2008 vom
4.
Juni 2009 E. 4.4, in: SVR 2009 IV Nr. 50 S. 153). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 f. mit Hinweisen; 135 V 465 E. 4.4 am Ende mit Hinweis).
Reine
Aktengutachten
können
beweiskräftig sein, sofern ein
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht
, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen region
aler ärztlicher Dienste (Urteil
des Bundesgerichts 9C_196/2014 vom 18.
Juni 2014 E.
5.1.1
; zum Ganzen: Urteil
des Bundesgerichts
9C_524/2017 vom 2
1.
März 2018
E. 5.1
)
.
4.2.3
Hier hat der RAD-Arzt selbst zu bedenken gegeben, dass
zur Arbeitsunfähigkeit so gut wie keine konkreten Angaben vorliegen würden, vor allem keine länger
fristigen, und dass
es hinsichtlich der «aktenkundigen Bewertung der Arbeitsun
fähigkeit» rein nach der Aktenlage eine eindeutige
versicherungs
medizinische Beurteilung schwer möglich sei
(
Urk.
6/24/4)
.
Zwar
legte
der RAD-Arzt die Arbeitsunfähigkeit schliesslich dennoch anhand der in den Berichten
d
er behan
delnden Ärzte beschriebenen Befunde
fest
, dies jedoch ohne weitere Begründung.
Die getroffene Schlussfolgerung
einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit
ist daher
mangels Begründung vor dem Hintergrund der übrigen Aktenlage
und der vom RAD-Arzt geäussert
en
Zweifel
nicht hinreichend
abgestützt und somit nicht
nachvollziehbar.
Es bestehen daher zumindest geringe Zweifel an der Schlüssigkeit der
versiche
rungsinternen ärztlichen Feststellungen
, weshalb in Anwendung der hiervor zitierten Rechtsprechung von ergänzenden Abklärungen nicht abgesehen werden kann.
4.2.4
Es ist ferner fraglich,
ob und wenn ja inwiefern die
nicht vollständig
mit den objektivierbaren bildgebenden Befunden
erklärbaren respektive die (auf hohem Schmerzniveau) letztlich unklaren Beschwerden (U
rk.
6/9/2, Urk. 6/12/2, Urk. 9 S. 2) von allfälligen psychischen Beschwerden überlagert sind. Denn gemäss dem
neu vorgelegten
Bericht der
Klinik Z._
vom 17.
Dezember 2020 wurde eine Medikamentenabgabe nach psychiatrischer Beurteilung vorgenommen
(
Urk.
9 S.
1
).
Den Akten lässt sich hingegen nicht entnehmen
, ob und seit wann eine psychiatrische Behandlung der
Beschwerdeführerin
gegebenenfalls aufgrund welcher Beschwerdebilder erfolgt
ist
.
Beachtlich sind dabei auch die von den somatischen Ärzten erwähnten Hinweise auf psychosoziale Faktoren (vgl.
Urk.
6/9/2, Urk. 6/12/2), welche bei der Bestim
mung der A
rbeitsfähigkeit
lediglich
,
aber immerhin auszu
klammern
sind, sofern und soweit sich (allfällige psychische) Beschwerden
darin erschöpfen
(
vgl. BGE
141 V 281 E. 3.4.2.1,
140 V 193; 130 V 352 E. 2.2.5
). Wenn und soweit psycho
soziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentlichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen verselbständigten Gesundheits
schaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen). Psychosoziale Belastun
gen gehören bei gewissen psychischen Leiden denn auch zu den Diagnose
-
kriterien, so namentlich bei einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.5; vgl.
Dilling
,
Mombour
, Schmidt [Hrsg.], ICD-10,
Internationale
Klassi
fikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnosti
sche Leitlinien, 10. Auflage 2015, S. 213 und S. 233).
Es
kann
daher nicht
ausgeschlossen werden
, dass
eine
ins Gewicht fallende
psy
chische
Problematik
gegeben ist
. Auch deshalb kann nicht abschliessend auf die RAD-Stellungnahme von
Dr.
Y._
abgestellt werden.
4.3
4.3.1
Nach dem Gesagten
ist festzuhalten, dass der relevante medizinische Sachverhalt nicht hinreichend abgeklärt ist. Die
Beschwerdegegnerin
hat
den Sachverhalt
daher
zu ergänzen und weitere medizinischen Abklärungen zum Gesundheits
zustand und zur Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
in einer leidens
-
angepassten Tätigkeit ab März 2019 vorzunehmen. Hierzu hat sie zunächst abzuklä
ren, ob die
Beschwerdeführerin
in psychiatrischer Behandlung war/ist, und diesbezüglich gegebenenfalls einen Bericht des behandelnden Arztes insbe
son
dere zum allfälligen Verlauf der Behandlung und den gestellten Diagnosen einzuholen.
Hernach ist eine gutachterlich-fachärztliche
Expertise in den rele
vanten Fachrichtungen
zur Arbeitsfähigkeit ab März 2019
einzuholen.
4.3.2
Die angefochtene Verfügung vom
15. Oktober 2020
(Urk. 2) ist somit aufzuheben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum neuen Entscheid über den Rentenanspruch
der Beschwerdefüh
r
erin
zurückzuweisen.
Die Beschwerde ist folglich in diesem Sinne gutzuheissen.
5.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in der hier anwendbaren, bis am 31. Dezember 2020 in Kraft gewesenen Fassung ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG (ebenfalls in der hier anwendbaren, bis am 3
1.
Dezember 2020 in Kraft gewesenen Fassung;
Art.
83 ATSG) kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfah
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt und vorliegend auf Fr. 700.-- festgesetzt.
Da n
ach ständi
ger Rechtsprechung die Rück
weisung der Sache an die Verwal
tung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen
gilt
(vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen)
, sind die Kosten
d
er Beschwerdegegnerin
aufzu
-
erle
gen
.