Decision ID: 26656afc-8eaf-4342-8ab4-cd916e4cb8f0
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1956, war vom 1. März 2010 bis 31. August 2015 bei der
Y._
AG als Warenlogistiker tätig, wobei er zuletzt in einem 50
%
-Pensum tätig und der letzte Arbeitstag der 18. November 2014 war (
Urk.
10/
16). A
m 1
2.
Mai 2015 meldete er sich wegen Herzbeschwerden bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
10/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, tätigte erwerblich
e und medizinische Abklärungen. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
10/26;
Urk.
10/28
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 15. März 2016 einen Rentenanspruch des Versi
cherten (
Urk.
10/32 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 15. März 2016 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am
19. April 2016 Beschwerde mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheides und
Zusprache
einer ganzen Rente ab 1. November 2015, eventuell Verpflichtung der IV-Stelle zu weiteren Abklärungen (
Urk.
1 S. 2). Mit
Be
schwerdeantwort
vom 25. Mai 2016 (
Urk.
9) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 7. Juni 2016 mitgeteilt wurde. Gleichzeitig wurde die SPAR BVG Stiftung zum Prozess bei
geladen (
Urk.
11). Die Beigeladene nahm am 11. Juli 2016 Stellung (
Urk.
13), wovon die Parteien am 13. Juli 2016 in Kenntnis gesetzt wurden.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
In
validität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG
.
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) wie folgt: Der Beschwerdeführer sei seit 18. November 2014 in seiner Arbeitsfähig
keit erheblich eingeschränkt. Er sei gemäss medizinischen Abklärungen für kör
perlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten, wie zum Beispiel im ange
stammten Beruf als Lagerist, zu 100
%
arbeitsunfähig. Eine angepasste Tätigkeit sei ihm jedoch seit Juni 2015 vollumfänglich zumutbar. Dazu gehörten leichte, sitzende oder wechselbelastende Aktivitäten, welche er für 8 Stunden täglich ausüben könne. Damit sei es ihm möglich, ein rentenausschliessendes Einkom
men zu erzielen (
Urk.
2 S. 2). Daran ändere auch der aktuelle Bericht des
Z._
nichts, da bei bekannten Diagnosen von einem einmaligen Ereignis berichtet werde und lediglich regelmässige Kontrollen beim Hausarzt empfohlen würden. Eine langdauernde Arbeitsunfähigkeit sei daraus nicht erkennbar (
Urk.
9).
2.2
Der Beschwerdeführer machte geltend, er sei aufgrund seiner Herzbeschwerden vollständig arbeitsunfähig, was auch aus ärztlicher Sicht bestätigt werde. Bereits die kleinste Anstrengung führe zu starkem Schwitzen, Blässe und Atemnot. Er habe zudem am 19. Februar 2016 erneut notfallmässig ins
Z._
eingeliefert werden müssen. Es sei ihm keine Erwerbstätigkeit mehr zumutbar, weshalb er Anspruch auf eine ganze Rente habe (
Urk.
1 S. 3 ff.).
2.3
Die Beigeladene
schliesst sich der Auffassung der Beschwerdegegnerin an (
Urk.
13 S. 2 f.).
2.4
Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers.
3.
3.1
Die Ärzte des
Z._
, Kardiologie,
stellten mit Bericht vom 1. Juni 2015 (
Urk.
10/14/7-9) folgende Diagnosen (S. 1):
Herzinsuffizienz NYHA II-III bei koronarer Zweigefässerkrankung und
di
latativer
Kardiomyopathie
dilatierter exzentrisch hypertrophierter linker Ventrikel mit knapp schwer eingeschränkter linker Ventrikel-Funktion
(Ejektionsfraktion EF 32
%
)
Zweikammer-ICD-Erstimplantation am 20. März 2015
bildgebend ausgeprägter
dilatativer
Kardiomyopathie bei
transmuraler
myokardialer
Narbenbildung, schwere Linksherzinsuffizienz mit einer EF von 20
%
,
geringgradiger
exzentrischer
Mitralklappeninsuffizienz
Koronarangiographie vom 20. November 2014: med. RCX 100
%
Ste
nose, med. RCA 70
%
Stenose
subakuter STEMI
inferolateral
am 18. November 2014
Status nach Myokardinfarkt 1999 Stent-Einlage
Status nach Zigarettenkonsum
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
wurden keine Angaben gemacht.
3.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Allgemeine
Innere Medizin,
wiederholte mit Bericht vom 29. Juni 2015 (
Urk.
10/14/2-6) die von den Ärzten des
Z._
ge
stellten Diagnosen (
Ziff.
1.1) und hielt fest, dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als
Magaziner
seit 18. November 2014 zu 100
%
ar
beitsunfähig sei (
Ziff.
1.6). Leichte sitzende oder wechselbelastende Tätigkeiten seien während 8 Stunden pro Tag zumutbar (
Ziff.
1.8). Diese Angaben gälten seit
2.
Juni 2015 (
Urk.
10/14/6).
3.3
Mit einem we
iteren Bericht vom 30. Juni 2015
(
Urk.
10/15/1-5) diagnostizierten die Ärzte des
Z._
eine Herzinsuffizienz NYHA II-III bei koronarer
Zweigefäs
serkrankung
und
dilatativer
Kardiomyopathie seit 18. November 2014 sowie eine chronische Niereninsuffizienz (
Ziff.
1.1); diese Diagnosen hätten Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit. Die Herzinsuffizienz sei aktuell auf niedrigem Ni
veau stabil, es sei jedoch im weiteren Verlauf mit einer Verschlechterung zu rechnen (
Ziff.
1.4). Im angestammten Beruf als Lagerist sei der Beschwerdefüh
rer seit 19. November 2014 bis 31. Mai 2015 zu 50
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.6). Rein sitzende, rein stehende und wechselbelastende Tätigkeiten seien dem Be
schwerdeführer seit 10. Juni 2015 nicht mehr zumutbar (
Urk.
10/15/5).
3.4
Gleichentags verfassten die Ärzte des
Z._
einen Bericht zuhanden der Taggeld
versicherung (
Urk.
10/29/2-4). Sie hielten bei unveränderter Diagnose (
Ziff.
2) fest, dass die aktuelle Tätigkeit des Versicherten Lagerist in einem Pensum von 50
%
sei (
Ziff.
3). In dieser Tätigkeit bestehe seit 19. November 2014 bis 31. Mai 2015 eine volle Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
8.1). Mit einer Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden und es sei keine andere, dem Krankheitsverlauf angepasste, zumutbare Tätigkeit möglich (
Ziff.
9.1).
3.5
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), hielt am 9. Oktober 2015 (
Urk.
10/25/3-4) fest, dass anhand der Aktenlage seit einem ausgedehnten Hinterwandinfarkt bei einer koronaren 2-Gefässerkrankung und initial hochgradig eingeschränkter linksventrikulärer Pumpfunktion eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit sowohl in der bisherigen Tätig
keit als
Magaziner
als auch in angepasster Tätigkeit ausgewiesen sei. Unter der Rehabilitation habe die Leistungsfähigkeit stufenweise gesteigert werden kön
nen. Die linksventrikuläre Pumpfunktion habe sich zwar gebessert, sei aber weiterhin
höhergradig
eingeschränkt. Damit sei die belastungsabhängige Luft
not und eingeschränkte Leistungsfähigkeit für schwere körperliche Tätigkeiten nachvollziehbar. Die von den Ärzten des
Z._
ausgewiesene 50%ige Arbeitsfä
higkeit beziehe sich auf leichte Arbeiten in der bisherigen Tätigkeit als Lagerist. Es könne jedoch davon ausgegangen werden, dass diese Teil-Arbeitsfähigkeit in der aktuellen Tätigkeit nicht umsetzbar sei. Aus versicherungsmedizinischer Sicht solle auf die Beurteilung durch
Dr.
A._
abgestellt werden, wonach der Versicherte für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten wie die ange
stammte als Lagerist andauernd zu 100
%
arbeitsunfähig und ab Juni 2015 in einer angepassten, körperlich leichten und überwiegend sitzenden Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei.
3.6
Dr.
A._
hielt mit Schreiben vom 30. Januar 2016 (
Urk.
10/27) fest, er komme auf seinen Bericht vom 29. Juni 2015 zurück. Die damalige Beurteilung der Er
werbsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sei ohne Kenntnis der diesbezügli
chen kardiologischen Einschätzung erfolgt. Die Angaben seien medizinisch-the
oretische Schätzungen gewesen und keinesfalls mit praktischer Erwerbsfähigkeit gleichzusetzen. Letztere müsse in einem praktischen Arbeitsversuch untersucht und ermittelt werden.
3.7
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung oder des
Einspracheentscheides
ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwal
tungsaktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert ha
ben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bil
den (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Sie können indessen, unter Wahrung des rechtlichen Gehörs, berücksichtigt werden, wenn sie kurze Zeit nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids eingetreten sind, sich ihre Beachtung aus prozessökonomischen Gründen unbedingt aufdrängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflus
sen (BGE 99 V 98 E. 4 mit Hinweisen).
Diese Voraussetzungen treffen für den im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht der Ärzte des
Z._
vom 24. Februar 2016 (
Urk.
6) zu, weshalb er zu berücksichtigen ist.
Die Ärzte stellten folgende Diagnose (S. 1):
kardiogener
Schock mit Bewusstseinsverlust bei erstmalig dokumentier
tem Kammerflimmern und adäquater Reaktion des ICD-Devices mit
Overpacing
Verdacht auf konsekutive Commotio cerebri
koronare
Zwei
gefässerkrankung und
dilatative
Kardiomyopathie
arterielle Hypertonie
chronische Niereninsuffizienz
anamnestisch Kontrastmittelallergie
Der Beschwerdeführer habe nach unauffälligem Beobachtungsintervall am Fol
getag wieder nach Hause entlassen werden können.
Erforderlich sei
eine regel
mässige Nachkontrolle (S. 2).
4.
4.1
Hinsichtlich der angestammten Tätigkeit als
Magaziner
und Lagerist wie auch für andere körperlich schwere bis mittelschwere Tätigkeiten ist der Beschwer
deführer aufgrund seiner Herzprobleme seit 18. November 2014 nicht mehr ar
beitsfähig; dies ist durch die medizinischen Akten ausgewiesen und unbestrit
ten. Entgegen der Beurteilung durch die Beschwerdegegnerin ist ihm aber
seit diesem Datum
auch eine behinderungsangepasste leichte Tätigkeit nicht mehr zumutbar. Die Kardiologen des
Z._
, deren Einschätzung ein höheres Gewicht zukommt als derjenigen durch
Dr.
A._
als Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielten im Bericht vom 30. Juni 2015 (vorstehend E. 3.3) zuhanden der Beschwerdegegnerin fest, dass dem Beschwerdeführer auch keine angepassten
Tätigkeiten mehr zumutbar sind. D
ies geht aus dem entsprechenden Formular (
Urk.
10/15/5) klar hervor. Soweit sie in
Ziff.
1.6 dieses Berichts darlegten, dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsunfähig sei, so ist dies so zu verstehen, dass dadurch das damals noch
bestehende
Ar
beitsverhältnis des Beschwerdeführers abgebildet wurde. Dies folgt aus der For
mulierung des zuhanden der Taggeldversicherung gleichentags ausgefüllten Formulars, worin festgehalten wurde, dass die aktuelle Tätigkeit des Versicher
ten diejenige als Lagerist in einem Pensum von 50
%
sei (vgl.
Urk.
10/29/2-4
Ziff.
3; vorstehend E. 3.4).
Denn auch
in diesem Bericht wurde klar festgehalten, dass keine andere, dem Krankheitsverlauf angepasste Tätigkeit mehr möglich sei (vgl.
Ziff.
9.1 des genannten Berichts
), was angesichts der gravierenden Diag
nosen zu überzeugen vermag
. Dass RAD-Ärztin
Dr.
B._
gestützt auf die Beur
teilung der Ärzte des
Z._
von einer verbleibenden 50
%
-
igen
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausging, lässt sich somit erklären, ist aber in Würdigung aller Umstände unzutreffend. Dies insbesondere, als
Dr.
B._
grundsätzlich ebenfalls von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auch in angepasster Tätigkeit ausging, auch wenn nach der Rehabilitation die Leistungsfähigkeit habe gesteigert werden
können (vgl. vorstehend E. 3.5)
,
und ihr d
er Bericht der Ärzte des
Z._
zuhanden der Taggeldversicherung
gar
nicht vorgelegt
worden war
(vgl.
Urk.
10/31/2 oben
). Dass
Dr.
A._
von einer vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausging (vgl. vorstehend E. 3.2), ist aufgrund seiner fachärztlichen Qualifikation für Allgemeine Innere Medizin von geringerer Überzeugungskraft, zumal er seine Einschätzung nachträglich relativierte (vgl. vorstehend E. 3.6).
Es ist somit gestützt auf den
zuhanden der Taggeldversicherung am 3
0.
Juni 2015 erstatteten
Bericht der Ärzte des
Z._
, Kardiologie, davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer auch behinderungsangepasste Tätigkeiten nicht mehr zumutbar sind. Damit resultiert ein Invaliditätsgrad von 100
%
.
4.2
Hinzu kommt das Folgende: Selbst wenn man
mit der Beschwerdegegnerin
von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer
sehr leichten, sitzenden
behinderungsan
gepassten
Tätigkeit ausgehen könnte, so wäre
mit überwiegender Wahrschein
lichkeit
eine Unverwertbarkeit dieser Restarbeitsfähigkeit des 1956 geborenen Beschwerdeführers anzunehmen.
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchti
gung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgegli
chenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von
Arbeitsge
legenheiten
und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 1
3.
März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Das fortge
schrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren per
sönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer ver
sicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Ar
beitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zu
mutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (Urteil
des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Massg
ebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer leidet an einem
schweren
Gesundheitsschaden, der bereits bei geringen Anstrengungen Atemnot, Blässe und starkes Schwitzen verursacht. Dies bestätigte die Eingliederungsberaterin
der Beschwerdegegnerin
und be
richtete von starkem Schwitzen und bleicher Gesichtsfarbe des Beschwerdefüh
rers, nachdem
dies
er zu
Fuss
vom Bahnhof zu den Räumlichkeiten der
Be
schwerdegegnerin
gegangen war (vgl.
Urk.
10/21/3). Auch anlässlich der Ab
klärung zur Festlegung der Qualifikation stellte die Sachbearbeiterin fest, dass der Kunde im Gespräch - somit ohne spezielle Anstrengung - bleich wirke und bläulich verfärbte Lippen habe (
Urk.
10/24/2 oben).
Wenngleich es sich dabei um Beobachtungen von medizinischen Laien handelte, bestätigen sie doch ei
nen Gesundheitszustand, der auch potentiellen Arbeitgebern auffallen würde.
Angesichts der bestehenden Diagnosen - nebst dem Alter -
ist nicht überwie
gend wahrscheinlich, dass ein potentieller Arbeitgeber diesen Versicherten, der wenige Jahre vor der Pensionierung steht, trotz dieser gesundheitlichen Belas
tung als Arbeitnehmer einstellt, ist doch zu befürchten, dass die Herzbeschwe
r
den - wie bereits im Februar 2016 geschehen (vgl. vorstehend E. 3.7) - erneut
dekompensieren
.
Dieses Risiko wird wohl kein Arbeitgeber auf sich nehmen.
Da die
Resterwerbsfähigkeit
somit
wirtschaftlich nicht mehr verwertbar
ist
, liegt
auch aus diesem Grund
eine vollständige Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG vor.
4.3
Der angefochtene Entscheid erweist sich nach dem Gesagten als nicht rechtens. Dies führt zur
Gutheissung
der Beschwerde mit der Feststellung, dass der Be
schwerdeführer ab
1.
November 2015 bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
Anspruch auf eine ganze Rente hat.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder die Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Soweit die
Beigeladene
wie
vorliegend
aktiv am Verfahren tei
lgenommen hat
, besteht grundsätzlich kein Dispens von der Kostenpflicht (vgl. Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, § 14 N 33 mit Hin
weis).
Die Gerichtskosten nach Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
sind auf Fr. 6
00.-- anzuset
zen und
ausgangsgemäss
hälftig
der Beschwerdegegnerin
und der Beigeladenen
aufzuerlegen.
5.2
Ausgangsgemäss
hat der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Pro
-
zess
entschädigung
, welche beim
praxisgemässen
Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich
MWSt
) und unter Berücksichtigung der Honorarnote vom 2
6.
April 2016 (
Urk.
7)
auf
Fr.
1‘600.-- (inkl.
MWSt
und Barauslagen) festzuset
zen ist.
Unterliegende
Beigeladene
können nur bei der Bejahung einer mutwilligen oder leichtsinnigen Prozessführung zur Bezahlung einer Prozessentschädigung an die obsiegende Partei verpflichtet werden (
vgl.
BGE 128 V 323). Ein solches Ver
halten lag bei der
Beigeladene
n
nicht vor, weshalb die Prozessentschädigung von der Beschwerdegegnerin zu leisten ist.