Decision ID: 6170aad8-af7c-55ff-b619-87a07f4a5832
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), (...), erwarb nach ei-
ner vierjährigen Ausbildung (...) in Bosnien-Herzegowina das Diplom
"Krankenschwester für Gynäkologie und Geburtshilfe".
A.b Auf Gesuch hin und nachdem die Beschwerdeführerin einen vom SRK
(nachfolgend: Vorinstanz) geforderten Anpassungslehrgang von sechs
Monaten erfolgreich absolviert hatte, anerkannte die Vorinstanz mit Verfü-
gung vom 11. Oktober 2018 das (...) in Bosnien-Herzegowina erworbene
Diplom der Beschwerdeführerin "Krankenschwester für Gynäkologie und
Geburtshilfe" als gleichwertig mit der schweizerischen Ausbildung als
Fachfrau Gesundheit.
A.c Am 22. Mai 2020 beantragte die Beschwerdeführerin gestützt auf das
(...) in Bosnien-Herzegowina erworbene Diplom "Krankenschwester für
Gynäkologie und Geburtshilfe" den sog. "PreCheck" (eine kostenlose obli-
gatorische Online-Vorprüfung) für die Anerkennung ihrer ausländischen
Ausbildung in der Schweiz als Pflegefachfrau.
A.d Mit Schreiben vom 29. Mai 2020 teilte die Vorinstanz der Beschwerde-
führerin mit, dass eine Anerkennung als Pflegefachfrau voraussichtlich
nicht möglich sein werde.
A.e Mit Antragsformular vom 1. Juni 2020 bat die Beschwerdeführerin um
einen formellen Entscheid bezüglich ihres Gesuchs um Anerkennung als
Pflegefachfrau.
A.f Mit Verfügung vom 20. Januar 2021 wies die Vorinstanz das Gesuch
der Beschwerdeführerin um Anerkennung ihrer ausländischen Ausbildung
als Pflegefachfrau ab.
Zur Begründung führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, dass die
Schweiz bei der Anerkennung von reglementierten Berufen im Bereich der
Pflege zwei verschiedene Bildungsstufen unterscheide: Fachfrau Gesund-
heit auf der Sekundarstufe II und Pflegefachfrau auf der Tertiärstufe. Das
Diplom "Krankenschwester für Gynäkologie und Geburtshilfe" von Bos-
nien-Herzegowina entspreche in der schweizerischen Bildungssystematik
einem Abschluss auf der Sekundarstufe II. Ein solcher Bildungsabschluss
auf der Sekundarstufe II sei die Voraussetzung für die auf der Tertiärstufe
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angesiedelte dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau. Der Bildungsab-
schluss von Bosnien-Herzegowina der Beschwerdeführerin "Kranken-
schwester für Gynäkologie und Geburtshilfe" befinde sich nicht auf dersel-
ben Bildungsstufe wie das schweizerische Diplom "Pflegefachfrau" (Ni-
veau Höhere Fachschule). Ein derartiger Unterschied der Bildungsstufe
könne nicht mit Ausgleichsmassnahmen kompensiert werden, weshalb
eine Anerkennung als Pflegefachfrau nicht möglich sei.
B.
Mit Eingabe vom 14. Februar 2021 erhob die Beschwerdeführerin beim
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen den Entscheid der Vor-
instanz vom 20. Januar 2021. Sie beantragt Folgendes:
"Meine Forderung im Hinblick auf die vollständige Anerkennung meines Dip-
loms ist, dass es mindestens fair und richtig wäre das mir das SRK wenigstens
die Möglichkeit gibt, entsprechende Ausgleichsmassnahmen zu absolvieren,
damit mir mein Diplom vollständig anerkannt wird."
C.
Mit Vernehmlassung vom 12. Mai 2021 beantragt die Vorinstanz die Ab-
weisung der Beschwerde.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig (Art. 31 f. sowie Art. 33 Bst. h VGG; vgl. Zwischenent-
scheid des BVGer B-1813/2020 vom 26. Februar 2021 E. 2.2.4). Die Be-
schwerdeführerin ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung zur Be-
schwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG), hat den einverlangten Kosten-
vorschuss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die Beschwerde frist- und
formgerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
Die Beschwerdeführerin verlangt vor dem Bundesverwaltungsgericht, dass
ihr die Vorinstanz wenigstens die Möglichkeit geben müsse, entspre-
chende Ausgleichsmassnahmen zu absolvieren, um gestützt auf ihre Aus-
bildung und das entsprechende Diplom "Krankenschwester für Gynäkolo-
gie und Geburtshilfe" von Bosnien-Herzegowina die Anerkennung in der
Schweiz als Pflegefachfrau erlangen zu können. Die Beschwerdeführerin
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schränkt den Streitgegenstand damit insoweit ein, als dass sie nicht mehr
auf eine "direkte" Anerkennung ihres Bildungsabschlusses ohne Aus-
gleichsmassnahmen abzielt, sondern von der Vorinstanz "wenigstens" die
Anordnung von Ausgleichsmassnahmen verlangt, um die geforderte Aner-
kennung zu erhalten.
Das Bundesverwaltungsgericht hat nach dem Gesagten zu beurteilen, ob
die Vorinstanz Ausgleichsmassnahmen hätte anordnen müssen, um der
Beschwerdeführerin die von ihr anbegehrte Anerkennung in der Schweiz
als Pflegefachfrau insoweit zu ermöglichen. Unbestritten ist somit, dass der
Bildungsabschluss der Beschwerdeführerin "Krankenschwester für Gynä-
kologie und Geburtshilfe" von Bosnien-Herzegowina ohne Ausgleichsmas-
snahmen nicht zu einer "direkten" Anerkennung in der Schweiz als Pflege-
fachfrau führt. Mit anderen Worten verlangt die Beschwerdeführerin was
die Vorinstanz in der Regel zum Gegenstand eines Teilentscheides hin-
sichtlich einer späteren Anerkennung macht, sofern die angeordneten Aus-
gleichsmassnahmen erfolgreich umgesetzt werden (vgl. www.redcross.ch
-> Gesundheit/Integration -> Anerkennung Gesundheitsberufe -> Der
zweite Schritt zur Anerkennung; Urteil des BVGer B-2752/2018 vom
13. November 2018 E. 4 ff.).
3.
3.1 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung, wie bereits er-
wähnt, festgehalten, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Bildungsab-
schluss "Krankenschwester für Gynäkologie und Geburtshilfe" von Bos-
nien-Herzegowina die Voraussetzung für eine Anerkennung in der Schweiz
als Pflegefachfrau (Niveau Höhere Fachschule) in Bezug auf die Bildungs-
stufe nicht erfülle. Ein derartiger Unterschied der Bildungsstufe könne nicht
mit Ausgleichsmassnahmen kompensiert werden, weshalb eine Anerken-
nung als Pflegefachfrau (Niveau Höhere Fachschule) nicht möglich sei.
Zum einen sei es die ständige Praxis der Vorinstanz, Personen mit Ausbil-
dungen auf der Sekundarstufe II, die wie die Beschwerdeführerin ein Ge-
such um Anerkennung als Pflegefachfrau/-mann stellen würden, als Fach-
frau/-mann Gesundheit anzuerkennen. Würde die Vorinstanz im konkreten
Fall nun Ausgleichsmassnahmen verfügen, verletzte sie damit das Gleich-
behandlungsgebot. Zum anderen kämen Ausgleichsmassnahmen im kon-
kreten Fall gar nicht in Betracht, da sie der Absolvierung der gesamten bzw.
eines bedeutenden Teils der schweizerischen Ausbildung zur Pflegefach-
frau gleichkämen. Das Anerkennungsgesuch der Beschwerdeführerin
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müsse folglich abgewiesen werden. Die Frage der allfälligen Berücksichti-
gung von Berufserfahrung und Weiterbildungen im Rahmen der Festle-
gung der Ausgleichsmassnahmen stelle sich nach dem Gesagten vorlie-
gend nicht. Trotzdem sei darauf hinzuweisen, dass es sich bei den von der
Beschwerdeführerin eingereichten Weiterbildungsbestätigungen um kurze,
praxisorientierte, von ihrem Arbeitgeber durchgeführte Kurse im Rahmen
ihrer Tätigkeit als Fachfrau Gesundheit handle, welche das Ausbildungsni-
veau nicht anheben würden.
Der Unterschied zwischen einer Fachfrau Gesundheit und einer Pflege-
fachfrau (Niveau Höhere Fachschule) sei, so die Vorinstanz weiter, dass
die Pflegefachfrau die fachliche Verantwortung für die Pflege trage und die
Fachfrau Gesundheit ihr unterstellt sei. Im von der Beschwerdeführerin ein-
gereichten Zwischenzeugnis vom 9. Februar 2021 ihres aktuellen Arbeits-
gebers, (...), wird der Berufsbereich der Beschwerdeführerin geschildert,
der dem Tätigkeitsfeld einer Fachfrau Gesundheit entspreche. Die Be-
schwerdeführerin sei gemäss dem eingereichten Zwischenzeugnis auch
mit der Tagesverantwortung betraut. Es sei davon auszugehen, dass sie
diese im Rahmen ihrer Kompetenzen als Fachfrau Gesundheit wahr-
nehme. Die Stationsleitung liege nicht bei ihr.
3.2 Die Beschwerdeführerin führt aus, sie habe in Bosnien-Herzegowina
die vierjährige medizinische Ausbildung "Krankenschwester für Gynäkolo-
gie und Geburtshilfe" absolviert und das entsprechende Diplom erhalten.
Sie stellt sich auf den Standpunkt, in der Schweiz würde die Ausbildung zur
Fachfrau Gesundheit, zu welcher ihre in Bosnien-Herzegowina absolvierte
Ausbildung von der Vorinstanz mit Verfügung vom 11. Oktober 2018 als
gleichwertig anerkannt worden sei, drei Jahre bzw. in verkürzter Form zwei
Jahre dauern und es sei kein Abschluss mit einem Diplom. Mit anderen
Worten sei ihr von der Vorinstanz mit der Anerkennung ihres Bildungsab-
schlusses "Krankenschwester für Gynäkologie und Geburtshilfe" als Fach-
frau Gesundheit ein Jahr ihrer Ausbildung in Bosnien-Herzegowina und ihr
Diplom nicht anerkannt worden. Darüber hinaus habe sie sich in der
Schweiz und in Bosnien-Herzegowina fundierte Kenntnisse aneignen kön-
nen, welche sie mit Diplomen, Zeugnissen und verschiedenen Kursab-
schlüssen belegen könne. Bei ihrem jetzigen Arbeitgeber, (...), arbeite sie
in der Funktion als Tagesverantwortliche und wende alle Kompetenzen ei-
ner diplomierten Pflegekraft bereits an, was sie mit dem entsprechenden
Zwischenzeugnis vom 9. Februar 2021 belegen könne.
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3.3
3.3.1 Das am 1. Februar 2020 in Kraft getretene Bundesgesetz über die
Gesundheitsberufe vom 30. September 2016 (Gesundheitsberufegesetz,
GesBG, SR 811.21) legt zum Zweck der im Interesse der öffentlichen Ge-
sundheit liegenden Qualitätssicherung national einheitliche Anforderungen
an die Ausbildung und Ausübung der Gesundheitsberufe fest (vgl. Bot-
schaft zum Bundesgesetz über die Gesundheitsberufe vom 18. November
2015 [nachfolgend: Botschaft GesBG], BBl 2015 8715, 8716). Das GesBG
regelt zum einen unter anderem die (Fach-)Hochschulstudiengänge der
Gesundheitsfachpersonen in der Pflege, der Physiotherapie, der Ergothe-
rapie, der Ernährung und Diätetik, der Optometrie, der Osteopathie sowie
für Hebammen (vgl. Art. 1 Bst. a GesBG [mit Verweis auf Art. 2 Abs. 2
HFKG] und Art. 2 Abs. 1 und Abs. 2 Bst. a-b GesBG; Botschaft GesBG,
BBl 2015 8715, 8716 f. und 8723). Zum anderen normiert es namentlich
die fachlich eigenverantwortliche Berufsausübung dieser Gesundheits-
fachpersonen. Die hierfür notwendige Berufsausübungsbewilligung
(Art. 11 ff. GesBG) im Bereich der Pflege wird gemäss Art. 12 Abs. 2 Bst. a
GesBG auch Personen erteilt, die – alternativ zu dem im GesBG reglemen-
tierten Fachhochschulabschluss – über einen entsprechenden Abschluss
einer höheren Fachschule verfügen, welcher grundsätzlich vom Geltungs-
bereich des Berufsbildungsgesetzes vom 13. Dezember 2002 (BBG,
SR 412.10) erfasst wird. Überschneidungen zwischen dem GesBG und
dem BBG ergeben sich für den vorliegenden Fall also insofern, als die Aus-
bildung zur Pflegefachfrau, Niveau Höhere Fachschule, den (höheren) Be-
rufsbildungsbereich (Tertiär-B-Bereich) betrifft und, wie bereits erwähnt,
grundsätzlich durch das BBG (bzw. die Berufsbildungsverordnung vom
19. November 2013 [BBV, SR 412.101] und die Verordnung des WBF vom
11. September 2017 über Mindestvorschriften für die Anerkennung von Bil-
dungsgängen und Nachdiplomstudien der höheren Fachschulen [MiVo-HF,
SR 412.101.61]) geregelt wird (vgl. Botschaft GesBG, BBl 2015 8715,
8716 f., 8723 und 8748). Die Anerkennung von ausländischen Bildungsab-
schlüssen im Geltungsbereich des GesBG wird indessen, um entspre-
chend der Grundkonzeption des GesBG, harmonisierte Qualitätsstandards
für den definierten Gesundheitsberufebereich sicherzustellen, einheitlich
durch Art. 10 GesBG normiert (Art 2 Abs.2 Bst.c GesBG; vgl. Botschaft
GesBG, BBl 2015 8715, 8716 f. und 8746). Im Lichte dessen, dass der
Gesetzgeber in Art. 10 GesBG die Anerkennung von ausländischen Bil-
dungsabschlüssen im Gesundheitsberufebereich einheitlich geregelt hat,
bleibt für die Anwendung des BBG, insbesondere auch von Art. 68 Abs. 1
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BBG, welcher sich mit der Anerkennung ausländischer Diplome und Aus-
weise befasst, ausserhalb der Titelanerkennung auf der Sekundarstufe II
kein Raum. Mit anderen Worten geht das GesBG im (höheren) Berufsbil-
dungsbereich (Tertiär-B-Bereich) als Spezialgesetz dem BBG vor, soweit
es den Gesundheitsberuf der Pflegefachpersonen einheitlich, d.h. ohne
Differenzierung zwischen den Bildungsgängen, reglementiert, was für den
Bereich der Anerkennung ausländischer Abschlüsse – wie soeben darge-
legt – zutrifft (vgl. Zwischenentscheid B-1813/2020 E. 2.2.2 ff.). Gestützt
auf das GesBG hat der Bundesrat sodann die Gesundheitsberufeanerken-
nungsverordnung vom 13. Dezember 2019 (GesBAV, SR 811.214) erlas-
sen, die im 2. Abschnitt (Art. 2 ff. GesBAV) die Anerkennung ausländischer
Bildungsabschlüsse regelt, wofür die Vorinstanz zuständig ist (Art. 10
Abs. 3 i.V. mit Art. 2 Abs.1 GesBAV).
3.3.2 Gemäss Art. 10 Abs. 1 GesBG wird ein ausländischer Bildungsab-
schluss anerkannt, wenn seine Gleichwertigkeit mit einem inländischen Bil-
dungsabschluss nach Art. 12 Abs. 2 GesBG in einem Vertrag über die ge-
genseitige Anerkennung mit dem betreffenden Staat oder einer überstaat-
lichen Organisation festgelegt ist (Art. 10 Abs. 1 Bst. a GesBG) oder im
Einzelfall nachgewiesen wird anhand von Bildungsstufe, -inhalt, -dauer und
im Bildungsgang enthaltenen praktischen Qualifikationen (Art. 10 Abs. 1
Bst. b GesBG).
Beim im vorliegenden Verfahren gegenständlichen Bildungsabschluss
"Pflegefachfrau" (Niveau Höhere Fachschule) handelt es sich um einen Ab-
schluss nach Art. 12 Abs. 2 GesBG (Art. 12 Abs. 2 Bst. a GesBG), zu wel-
chem die Gleichwertigkeit eines ausländischen Bildungsabschlusses ge-
mäss dem soeben erwähnten Art. 10 Abs. 1 GesBG geprüft wird.
Am 1. Juni 2002 trat das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Ge-
meinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit
(Freizügigkeitsabkommen, FZA, SR 0.142.112.681) in Kraft. Dieses hat un-
ter anderem zum Ziel, den Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten der Eu-
ropäischen Union und der Schweiz ein Recht auf Einreise, Aufenthalt, Zu-
gang zu einer unselbständigen Erwerbstätigkeit und Niederlassung als
Selbständige einzuräumen (Art. 1 Bst. a FZA). Der Grundsatz der Nichtdis-
kriminierung gewährleistet den Staatsangehörigen der Vertragsparteien
das Recht, in der Anwendung des Abkommens nicht schlechter gestellt zu
werden als die Angehörigen des Staates, der das Abkommen handhabt
(Art. 2 FZA; vgl. BGE 140 II 364 E. 6.1-6.3). Bosnien-Herzegowina ist kein
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Mitgliedstaat der Europäischen Union bzw. war kein Mitgliedstaat der Eu-
ropäischen Gemeinschaft. Das FZA kommt dementsprechend nicht zur An-
wendung. Demnach kommt auch die Richtlinie 2005/36 EG des Europäi-
schen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die Aner-
kennung von Berufsqualifikationen nicht zur Anwendung. Ebenso wenig
existiert ein anderer einschlägiger völkerrechtlicher Vertrag zwischen der
Schweiz und Bosnien-Herzegowina. Die Anerkennung des Bildungsab-
schlusses der Beschwerdeführerin "Krankenschwester für Gynäkologie
und Geburtshilfe" von Bosnien-Herzegowina setzt nach dem Gesagten den
einzelfallweisen Nachweis der Gleichwertigkeit mit dem schweizerischen
Bildungsabschluss "Pflegefachfrau" (Niveau Höhere Fachschule) gemäss
Art. 10 Abs. 1 Bst. b GesBG voraus (vgl. Botschaft GesBG, BBl 2015 8715,
8746).
3.3.3 Der einzelfallweise Nachweis der Gleichwertigkeit gemäss Art. 10
Abs. 1 Bst. b GesBG erfordert, dass die Bildungsstufe (Art. 6 Abs. 1 Bst. a
GesBAV) sowie die Bildungsdauer (Art. 6 Abs. 1 Bst. b GesBAV) des Bil-
dungsabschlusses "Krankenschwester für Gynäkologie und Geburtshilfe"
von Bosnien-Herzegowina mit dem schweizerischen Bildungsabschluss
"Pflegefachfrau" gleich und die Bildungsinhalte (Art. 6 Abs. 1 Bst. c Ges-
BAV) vergleichbar sind. Zudem setzt die Anerkennung eines ausländi-
schen Bildungsabschlusses im Berufsbildungsbereich voraus, dass der
ausländische Bildungsgang neben theoretischen auch praktische Qualifi-
kationen umfasst oder dass die Gesuchstellerin bzw. der Gesuchsteller
über einschlägige Berufserfahrung verfügt (Art 6 Abs. 3 GesBAV); Art. 6
Abs. 2 GesBAV enthält eine ähnliche Regelung für den im vorliegenden
Fall nicht relevanten Fachhochschulbereich.
Sind die Voraussetzungen nach Art. 6 Abs. 1 Bst. a oder b GesBAV, sprich
die Gleichheit der Bildungsstufe und der Bildungsdauer, nicht erfüllt, so
kann die Vorinstanz den ausländischen Bildungsabschluss als mit einem
schweizerischen Bildungsabschluss nach dem BBG gleichwertig anerken-
nen (Art. 6 Abs. 4 GesBAV). Sind die soeben erwähnten Voraussetzungen
hinsichtlich der Bildungsstufe (Art. 6 Abs. 1 Bst. a GesBAV) und der Bil-
dungsdauer (Art. 6 Abs. 1 Bst. b GesBAV) oder die weiteren Voraussetzun-
gen hinsichtlich der Bildungsinhalte (Art. 6 Abs. 1 Bst. c GesBAV) und der
praktischen Qualifikation (Art. 6 Abs. 3 GesBAV) nicht alle erfüllt, sorgt die
Vorinstanz für Massnahmen zum Ausgleich der Unterschiede zwischen
dem ausländischen und dem entsprechenden schweizerischen Bildungs-
abschluss (Ausgleichsmassnahmen) namentlich in Form einer Eignungs-
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prüfung oder eines Anpassungslehrgangs; die Vorinstanz kann dazu Ex-
pertinnen und Experten beiziehen (Art. 7 Abs. 1 GesBAV). Käme der Aus-
gleich der Absolvierung eines bedeutenden Teils der schweizerischen Aus-
bildung gleich, so kommen Ausgleichsmassnahmen nicht in Betracht
(Art. 7 Abs. 2 GesBAV). Die Kosten für die Ausgleichsmassnahmen tragen
die Absolventinnen und Absolventen (Art. 7 Abs. 3 GesBAV).
4.
Die Vorinstanz siedelt, wie bereits erwähnt, den ausländischen Bildungs-
abschluss der Beschwerdeführerin "Krankenschwester für Gynäkologie
und Geburtshilfe" in der schweizerischen Bildungssystematik auf der Se-
kundarstufe II und den schweizerischen Bildungsabschluss "Pflegefach-
frau" (Niveau Höhere Fachschule) auf der Tertiärstufe an.
Im Folgenden ist erstens zu beurteilen, ob die in Frage stehenden Bil-
dungsabschlüsse, wovon die Vorinstanz ausgeht, tatsächlich unterschied-
liche Bildungsstufen betreffen. Zweitens ist der Frage nachzugehen, ob die
Vorinstanz im vorliegenden Fall Ausgleichsmassnahmen zur Ermöglichung
der Anerkennung des beschwerdeführerischen Bildungsabschlusses
"Krankenschwester für Gynäkologie und Geburtshilfe" als Pflegefachfrau
hätte anordnen müssen.
4.1 Der einzelfallweise Nachweis der Gleichwertigkeit eines ausländischen
Bildungsabschlusses mit einem schweizerischen Bildungsabschluss erfor-
dert gemäss Art. 10 Abs. 1 Bst. b GesBG i.V.m. Art. 6 Abs. 1 Bst. a Ges-
BAV unter anderem, dass die Bildungsstufen gleich sind. Unbestritten ist,
dass der schweizerische Bildungsabschluss "Pflegefachfrau" auf der Terti-
ärstufe anzusiedeln ist. Die Ansiedelung des ausländischen Bildungsab-
schlusses "Krankenschwester für Gynäkologie und Geburtshilfe" der Be-
schwerdeführerin in der schweizerischen Bildungssystematik auf der Se-
kundarstufe II begründet die Vorinstanz weder in der angefochtenen Ver-
fügung noch in der Vernehmlassung. Sie hält diesbezüglich lediglich fest,
in der schweizerischen Bildungssystematik sei der in Frage stehende aus-
ländische Bildungsabschluss der Beschwerdeführerin "Krankenschwester
für Gynäkologie und Geburtshilfe" auf der Sekundarstufe II angesiedelt.
Die Beschwerdeführerin setzt sich in der Beschwerdeschrift nicht mit der
Ansiedlung ihres Bildungsabschlusses von Bosnien-Herzegowina in der
schweizerischen Bildungssystematik auseinander. Die Beschwerdeführe-
rin verlangt vor dem Bundesverwaltungsgericht, wie bereits erwähnt, zu-
dem keine "direkte" Anerkennung ihres ausländischen Bildungsabschlus-
ses in der Schweiz als Pflegefachfrau (Niveau Höhere Fachschule). Damit
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Seite 10
scheint die Beschwerdeführerin selber implizit davon auszugehen, dass
nicht alle Voraussetzungen für den Nachweis der Gleichwertigkeit der in
Frage stehenden Ausbildungen erfüllt sind, weshalb sie vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nur noch Ausgleichsmassnahmen verlangt, nach deren
Absolvierung eine Anerkennung ihres ausländischen Bildungsabschlusses
als Pflegefachfrau möglich wäre. Aus der Begründung in der Beschwerde-
schrift in Verbindung mit dem Rechtsbegehren ist der Schluss naheliegend,
dass die Beschwerdeführerin die Ansiedlung ihres in Bosnien-Herzego-
wina erworbenen Bildungsabschlusses "Krankenschwester für Gynäkolo-
gie und Geburtshilfe" in der schweizerischen Bildungssystematik auf der
Sekundarstufe II nicht bestreitet.
Klarheit in Bezug auf die Ansiedlung des beschwerdeführerischen Bil-
dungsabschlusses "Krankenschwester für Gynäkologie und Geburtshilfe"
schafft der bei den Akten liegende Teilentscheid der Vorinstanz vom
11. Oktober 2018 betreffend die Anerkennung des Bildungsabschlusses
der Beschwerdeführerin als Fachfrau Gesundheit, welcher in Rechtskraft
erwachsen ist. Im genannten Entscheid der Vorinstanz wird der betroffene
ausländische Bildungsabschluss "Krankenschwester für Gynäkologie und
Geburtshilfe" der Beschwerdeführerin mit dem schweizerischen Bildungs-
abschluss "Fachfrau Gesundheit" verglichen. Es wird aufgezeigt, dass und
weshalb für die Anerkennung des beschwerdeführerischen Bildungsab-
schlusses "Krankenschwester für Gynäkologie und Geburtshilfe" in der
Schweiz als Fachfrau Gesundheit (Sekundarstufe II) ein Anpassungslehr-
gang von sechs Monaten notwendig ist. Namentlich erwähnt die Vor-
instanz, dass die Ausbildung in der Schweiz als Fachfrau Gesundheit eine
Ausbildung mit insgesamt 3280 Stunden verlange, wovon 1280 Stunden
theoretische und 2000 Stunden praktische Ausbildung seien. Der Bildungs-
abschluss der Beschwerdeführerin "Krankenschwester für Gynäkologie
und Geburtshilfe" von Bosnien-Herzegowina habe gemäss der eingereich-
ten Bestätigung 2470 Stunden gedauert und es würde insbesondere prak-
tische Ausbildungszeit fehlen. Zudem seien auch die Inhalte der genannten
Ausbildungen unterschiedlich. Namentlich in den Bereichen berufliches
Handeln, Hygiene und Sicherheit, Pflege und Betreuung, medizinal-techni-
sche Verrichtungen, Krise und Notfall, Ressourcenerhaltung und Präven-
tion, Alltagsgestaltung, Ernährung, Kleidung und Wäsche, Haushalt, Admi-
nistration, Logistik und Arbeitsorganisation seien beim gegenständlichen
Bildungsabschluss von Bosnien-Herzegowina "Krankenschwester für Gy-
näkologie und Geburtshilfe" im Vergleich zur schweizerischen Ausbildung
als Fachfrau Gesundheit Inhalte nicht vorhanden oder ungenügend vertieft
worden. Insgesamt hat die Vorinstanz im rechtskräftigen Teilentscheid vom
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Seite 11
11. Oktober 2018 nachvollziehbar begründet, dass und weshalb für die An-
erkennung des beschwerdeführerischen Bildungsabschlusses "Kranken-
schwester für Gynäkologie und Geburtshilfe" in der Schweiz als Fachfrau
Gesundheit (Sekundarstufe II) ein Anpassungslehrgang von sechs Mona-
ten notwendig ist. Nach dem Gesagten trifft der Vorwurf der Beschwerde-
führerin nicht zu, dass von ihrer vierjährigen Ausbildung ein oder zwei
Jahre nicht anerkannt worden seien, sondern der Vergleich des Bildungs-
abschlusses "Krankenschwester für Gynäkologie und Geburtshilfe" von
Bosnien-Herzegowina und des schweizerischen Bildungsabschlusses
"Fachfrau Gesundheit" hat einen gewissen Nachholbedarf auf Seiten der
Beschwerdeführerin aufgezeigt. Mit anderen Worten überzeugt die Ansied-
lung des Bildungsabschlusses "Krankenschwester für Gynäkologie und
Geburtshilfe" von Bosnien-Herzegowina durch die Vorinstanz in der
schweizerischen Bildungssystematik auf der Sekundarstufe II, weil über-
zeugend begründet ist, dass sogar für die Anerkennung des ausländischen
Bildungsabschlusses als Fachfrau Gesundheit, einer auf der Sekundar-
stufe II angesiedelten Ausbildung, ein Anpassungslehrgang von sechs Mo-
naten notwendig war.
Das von der Beschwerdeführerin eingereichte Zwischenzeugnis des (aktu-
ellen Arbeitgebers) vom 9. Februar 2021 bestätigt die Anstellung der Be-
schwerdeführerin als Fachfrau Gesundheit (Hervorhebung durch das Bun-
desverwaltungsgericht). Das Zwischenzeugnis hält die Aufgaben der Be-
schwerdeführerin wie folgt fest: "(...)". Hervorzuheben ist, dass die Be-
schwerdeführerin im Rahmen der soeben genannten Aufgaben unter an-
derem auch die Tagesverantwortung übernimmt. Dies führt jedoch nicht
automatisch zu einer Fachverantwortung oder zur Stationsleitung, was ge-
mäss den nachvollziehbaren und nicht bestrittenen Ausführungen der Vo-
rinstanz typische Aufgaben einer Pflegefachfrau wären. Vielmehr ist auf-
grund der Erwähnung der Übernahme der Tagesverantwortung im Rahmen
der Aufzählung der übrigen Tätigkeiten der Beschwerdeführerin anzuneh-
men, dass sie die Tagesverantwortung als Fachfrau Gesundheit über-
nimmt. Die Beschwerdeführerin kann nach dem Gesagten aus dem einge-
reichten Zwischenzeugnis des (aktuellen Arbeitgebers) nichts zu ihren
Gunsten ableiten.
Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz den Bil-
dungsabschluss der Beschwerdeführerin "Krankenschwester für Gynäko-
logie und Geburtshilfe" von Bosnien-Herzegowina in der schweizerischen
Bildungssystematik auf der Sekundarstufe II ansiedelt, zumal der Vor-
instanz in dieser Frage ohnehin ein gewisses Ermessen einzuräumen ist
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Seite 12
(vgl. Erläuternder Bericht der Verordnung über die Anerkennung ausländi-
scher und die Gleichstellung inländischer Bildungsabschlüsse nach bishe-
rigem Recht in den Gesundheitsberufen nach dem GesBG [Gesundheits-
berufeanerkennungsverordnung, GesBAV], November 2019, nachfolgend:
EB GesBAV, S. 3 sowie nachfolgend E. 4.3). Der Bildungsabschluss der
Beschwerdeführerin "Krankenschwester für Gynäkologie und Geburtshilfe"
von Bosnien-Herzegowina ist damit zurecht nicht wie der schweizerische
Bildungsabschluss "Pflegefachfrau" auf der Tertiärstufe angesiedelt. Mit
der Bestätigung der unterschiedlichen Bildungsstufen der in Frage stehen-
den Bildungsabschlüsse wird im Übrigen die nicht streitgegenständliche
Frage geklärt, dass eine "direkte" Anerkennung ohne Ausgleichsmassnah-
men des beschwerdeführerischen Bildungsabschlusses "Krankenschwes-
ter für Gynäkologie und Geburtshilfe" von Bosnien-Herzegowina als Pfle-
gefachfrau nicht möglich wäre (Art. 10 Abs. 1 Bst. b GesBG i.V.m. Art. 6
Abs. 1 Bst. a GesBAV).
4.2 Nach dem bisher Gesagten erfüllt die Beschwerdeführerin die Voraus-
setzung der gleichen Bildungsstufe gemäss Art. 10 Abs. 1 Bst. b GesBG
i.V.m. Art. 6 Abs. 1 Bst. a GesBAV für die Anerkennung der Gleichwertigkeit
ihres ausländischen Bildungsabschlusses "Krankenschwester für Gynäko-
logie und Geburtshilfe" mit dem schweizerischen Bildungsabschluss "Pfle-
gefachfrau" (Niveau Höhere Fachschule) nicht.
Wenn die Voraussetzungen hinsichtlich der Bildungsstufe nach Art. 6
Abs. 1 Bst. a GesBAV nicht erfüllt sind, kann die Vorinstanz, wie bereits
erwähnt (vgl. E. 3.3.3), den ausländischen Bildungsabschluss einem
schweizerischen Bildungsabschluss gemäss dem BBG gleichsetzen (Art. 6
Abs. 4 GesBAV). Nach Art. 7 Abs. 1 GesBAV sorgt die Vorinstanz zudem
für Massnahmen zum Ausgleich der Unterschiede zwischen dem auslän-
dischen und dem entsprechenden schweizerischen Bildungsabschluss
(Ausgleichsmassnahmen) namentlich in Form einer Eignungsprüfung oder
eines Anpassungslehrgangs. Ausgleichsmassnahmen fallen jedoch ausser
Betracht, wenn deren Absolvierung einem bedeutenden Teil der schweize-
rischen Ausbildung gleichkäme (Art. 7 Abs. 2 GesBAV). Nach der von der
Vorinstanz hervorgehobenen Praxis werden Personen mit Ausbildungen
auf der Sekundarstufe II, die ein Gesuch um Anerkennung als Pflegefach-
frau/-mann stellen, gestützt auf Art. 6 Abs. 4 GesBAV als Fachfrau/-mann
Gesundheit anerkannt, nicht jedoch als Pflegefachfrau/-mann. Der auslän-
dische Bildungsabschluss der Beschwerdeführerin "Krankenschwester
Gynäkologie und Geburtshilfe" wurde von der Vorinstanz, wie bereits er-
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wähnt, mit Verfügung vom 11. Oktober 2018 als Fachfrau Gesundheit an-
erkannt und somit einem schweizerischen Bildungsabschluss gemäss dem
BBG gleichgesetzt. Es bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz im vorliegenden
Verfahren, welches das Gesuch der Beschwerdeführerin um Anerkennung
ihres ausländischen Bildungsabschlusses "Krankenschwester für Gynäko-
logie und Geburtshilfe" als Pflegefachfrau zum Gegenstand hat, Aus-
gleichsmassnahmen gemäss Art. 7 GesBAV hätte anordnen müssen bzw.
ob die Vorinstanz zu Recht davon ausgeht, dass Ausgleichsmassnahmen
nicht in Frage kommen, weil der Ausgleich der Absolvierung eines bedeu-
tenden Teils der schweizerischen Ausbildung gleichkäme.
4.3 Die Vorinstanz verfügt hinsichtlich der stufengerechten Anerkennung
einer ausländischen Ausbildung und der damit möglicherweise verbunde-
nen Anordnung von Ausgleichsmassnahmen über besonderes Fachwis-
sen. Sie vermag eine stufengerechte Anerkennung einer ausländischen
Ausbildung daher sachgerechter zu beurteilen als das Bundesverwaltungs-
gericht. Insofern ist der Vorinstanz ein Ermessens- und Beurteilungsspiel-
raum zu belassen, soweit sie die für den Entscheid wesentlichen Gesichts-
punkte geprüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und umfas-
send durchgeführt hat. Das Bundesverwaltungsgericht weicht nicht ohne
Not von der Auffassung der Vorinstanz ab. Es korrigiert nur unangemes-
sene Entscheidungen, überlässt aber der Vorinstanz die Wahl unter meh-
reren angemessenen Lösungen (vgl. BGE 133 II 35 E. 3; 131 II 680
E. 2.3.2; Urteil des BVGer B-1989/2019 vom 19. August 2019 E. 3; MO-
SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsge-
richt, 2. Aufl. 2013, S. 90 Rz. 2.154). Zudem ist bei der Abwägung gemäss
Art. 7 Abs. 2 GesBAV, ob die Ausgleichsmassnahmen der Absolvierung ei-
nes bedeutenden Teils der schweizerischen Ausbildung gleichkäme und
Ausgleichsmassnahmen damit ausgeschlossen wären, die Wendung "be-
deutender Teil" massgebend. Es handelt sich dabei um einen unbestimm-
ten Rechtsbegriff, dessen Auslegung und Anwendung das Bundesverwal-
tungsgericht als Rechtsfrage grundsätzlich frei zu überprüfen hat. Der Vor-
instanz ist jedoch, wiederum aufgrund ihres Fachwissens, mithin aufgrund
ihrer Kompetenzen im Bereich der Pflege und der langjähren Erfahrung
hinsichtlich der Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse, ein ge-
wisser Beurteilungsspielraum zuzugestehen (vgl. EB GesBAV, S. 6), wes-
halb das Bundesverwaltungsgericht bei der Überprüfung eine gewisse Zu-
rückhaltung walten lässt (vgl. Urteile des BVGer B-5988/2020 vom 28. April
2021 E. 5.1; B-655/2016 vom 30. Juni 2017 E. 9.2). Es hat eine unange-
messene Entscheidung zu korrigieren, stellt im Zweifel aber nicht seine ei-
gene Einschätzung an die Stelle der für die kohärente Konkretisierung und
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Anwendung des Gesetzes primär verantwortlichen Vorinstanz (vgl. Urteil
des BVGer B-6879/2018 vom 29. Mai 2019 E. 6.2.2).
Personen mit Ausbildungen auf der Sekundarstufe II, die ein Gesuch um
Anerkennung als Pflegefachfrau/-mann stellen, werden gemäss der Praxis
der Vorinstanz als Fachfrau/-mann Gesundheit und nicht als Pflegefach-
frau/-mann (Niveau Höhere Fachschule) anerkannt. Diese Praxis ist inso-
fern nachvollziehbar, weil die Schweiz im Bereich der Pflege zwischen Bil-
dungsabschlüssen auf der Sekundarstufe II und solchen auf der Tertiär-
stufe unterscheidet. Sachlich hat die Vorinstanz demnach zu prüfen, auf
welcher Bildungsstufe ein ausländischer Bildungsabschluss anzusiedeln
ist. Hinsichtlich des in Frage stehenden ausländischen Bildungsabschlus-
ses "Krankenschwester für Gynäkologie und Geburtshilfe" hat die Vor-
instanz, wie bereits in E. 4.1 dargestellt, zutreffend festgehalten, dass die-
ser ausländische Bildungsabschluss der Beschwerdeführerin in der
schweizerischen Bildungssystematik auf der Sekundarstufe II anzusiedeln
ist. Um eine Gleichbehandlung aller Gesuchstellenden zu gewährleisten,
erscheint die Lösung der Vorinstanz, Personen mit einem ausländischen
Bildungsabschluss auf der Sekundarstufe II grundsätzlich als Fachfrau Ge-
sundheit und nicht als Pflegefachfrau anzuerkennen, sachgerecht, zumal
die wesentlichen Inhalte des ausländischen Bildungsabschlusses vorlie-
gend umfassend und sorgfältig beurteilt bzw. mit einem schweizerischen
Bildungsabschluss verglichen wurden (vgl. E. 4.1). Nach Ansicht des Bun-
desverwaltungsgerichts ist es daher im vorliegenden Fall ohne weiteres
vertretbar, dass die Vorinstanz das beschwerdeführerische Gesuch um An-
erkennung ihres ausländischen Bildungsabschlusses als Pflegefachfrau
aufgrund der Ungleichheit der betroffenen Bildungsstufen abgewiesen und
auf die Anordnung von Ausgleichsmassnahmen verzichtet hat, nachdem
bereits für die Anerkennung des ausländischen Bildungsabschlusses
"Krankenschwester für Gynäkologie und Geburtshilfe" als Fachfrau Ge-
sundheit (Sekundarstufe II) ein Anpassungslehrgang von sechs Monaten
notwendig war. Mit anderen Worten wäre es nach Ansicht des Bundesver-
waltungsgerichts nicht einleuchtend, dass gestützt auf denselben auslän-
dischen Bildungsabschluss eine Anerkennung in der Schweiz auf zwei un-
terschiedlichen Bildungsstufen erfolgen könnte, zumal bereits die Anerken-
nung auf dem tieferen Niveau mit einem Anpassungslehrgang verbunden
war.
Aus dem gleichen Grund ist die Ansicht der Vorinstanz nachvollziehbar,
dass für eine Anerkennung der Gleichwertigkeit mit dem Bildungsab-
schluss "Pflegefachfrau" auf der höheren Tertiärstufe viele Inhalte fehlen
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würden und auch deshalb auf die Anordnung von Ausgleichsmassnahmen
zu verzichten ist, da die Absolvierung derselben einem bedeutenden Teil
der schweizerischen Ausbildung gleichkäme (Art. 7 Abs. 2 GesBAV). Mit
anderen Worten ist aufgrund des bereits notwendigen Anpassungslehr-
gangs für die Anerkennung des in Frage stehenden ausländischen Bil-
dungsabschlusses auf der tieferen Sekundarstufe II die Auffassung der
Vorinstanz nicht zu beanstanden, dass die vorliegend zum Ausgleich nöti-
gen Massnahmen zeitlich und inhaltlich zumindest einem "bedeutenden
Teil" der schweizerischen Ausbildung zur Pflegefachfrau gleichkäme. Die
Anerkennung des ausländischen Bildungsabschlusses "Krankenschwester
für Gynäkologie und Geburtshilfe" in der Schweiz als Pflegefachfrau würde
in casu darauf hinauslaufen, dass ein Bildungsabschluss auf der Sekun-
darstufe II alleine durch Ausgleichsmassnahmen zur Anerkennung eines
Bildungsabschlusses auf der Tertiärstufe führen würde. Das würde zu
Rechtsungleichheiten gegenüber den Inhabern von entsprechenden
schweizerischen Bildungsabschlüssen sowohl der Sekundarstufe II (Fach-
frau/-mann Gesundheit EFZ) als auch der Tertiärstufe (diplomierte Pflege-
fachfrau) führen. Es sind nach dem bisher Gesagten keine Anhaltspunkte
ersichtlich, wonach die Anwendung von Art. 7 Abs. 2 GesBAV durch die
Vorinstanz im konkreten Fall rechtsfehlerhaft sein könnte.
Was das Vorbringen der Beschwerdeführerin betrifft, sie habe sich in der
Schweiz und in Bosnien-Herzegowina nach der Ausbildung "Kranken-
schwester Gynäkologie und Geburtshilfe" fundierte Kenntnisse aneignen
können, was ebenfalls für die Anerkennung ihrer Ausbildung als Pflege-
fachfrau spreche, gilt Folgendes: Im Rahmen des Anerkennungsverfah-
rens wird ein ausländisches Diplom als "Endresultat" mit dem entsprechen-
den schweizerischen Titel verglichen. Zeitlich nach dem Diplom absolvierte
Weiterbildungen und Berufserfahrungen stellen daher für die Anerkennung
eines ausländischen Diploms keine rechtserheblichen Tatsachen dar
(vgl. Urteile des BVGer B-6408/2009 vom 7. Oktober 2010 E. 4.8,
B-6201/2011 vom 6. März 2013 E. 7.1). Diese Rechtsprechung behält auch
nach Inkrafttreten der GesBAV ihre Gültigkeit, da sich die wesentlichen
Punkte aus der früher anwendbaren Bestimmung (Art. 69a BBV) in den
Art. 6 und 7 GesBAV wiederfinden und kein Grund für eine Änderung der
Rechtsprechung ersichtlich ist. Im Übrigen ist der Vorinstanz zuzustimmen,
dass es sich bei den Weiterbildungen gemäss den von der Beschwerde-
führerin eingereichten Bestätigungen eher um kurze, praxisorientierte, von
ihrem Arbeitgeber durchgeführte Kurse im Rahmen ihrer Tätigkeit als Fach-
frau Gesundheit handelt. Es ist daher kein Grund ersichtlich, um von der
Einschätzung der Vorinstanz abzuweichen, dass diese Weiterbildungen,
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selbst wenn sie berücksichtigt würden, das Ausbildungsniveau der Be-
schwerdeführerin nicht entscheidwesentlich anheben würden.
Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz keine
Ausgleichmassnahmen zur Ermöglichung der Anerkennung des ausländi-
schen Bildungsabschlusses "Krankenschwester für Gynäkologie und Ge-
burtshilfe" der Beschwerdeführerin in der Schweiz als Pflegefachfrau an-
geordnet hat.
5.
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden.
Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.
6.
Entsprechend dem Verfahrensausgang hat die unterliegende Beschwerde-
führerin die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie
Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
Die Kosten sind in Anwendung der gesetzlichen Bemessungsfaktoren
(Art. 63 Abs. 4 bis VwVG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 VGKE) auf Fr. 1'000.– festzu-
setzen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. Eine Par-
teientschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7
Abs. 3 VGKE).
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