Decision ID: 626a2a03-e92f-416c-a698-ef9cd06f2696
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die
im Hotelfach ausgebildete,
1979 geborene
,
X._
war zuletzt als
Assistant
Train
ee bei
Y._
(Urk. 7/19) tätig
(letz
ter Arbeitstag: 3
0.
November 2009)
. Am
8.
April 2010 (Eingangsdatum) meldete sie sich unter Hinweis auf
eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
Typus bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 7/7).
Diese tätigte daraufhin medizinische (Urk. 7/11, 7/17, 7/20, 7/25, 7/28, 7/31) und erwerbliche (Urk. 7/19) Abklärungen und zog die Akten des Taggeldversicherers (Urk. 7/26) bei.
Nach der Durchfüh
rung beruflicher Massnahmen (Urk. 7/
3
6, 7/50) und des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 7/54) sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom
2
7.
Januar 2012 (
Urk.
7/63) beziehungsweise vom
8.
Februar 2012 (Urk. 7/70 i.
V.m.
Urk. 7/59)
mit
Wirkung ab August 2011 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu. Auf die dagegen erhobene Drittbeschwerde trat das hiesige Gericht mit Beschluss vom
3.
September 2013 (Urk. 7/99) nicht ein.
1.2
Nach Eingang des Revisionsfragebogens am 1
7.
Februar 2014 (Urk. 7/100) liess die IV-Stelle die medizinische Situation erneut abklären und veranlasste hierzu insbesondere eine psychiatrische Begutachtung (Gutachten vom
7.
November 2016, Urk. 7/136).
Gestützt darauf hob sie
nach durchgeführtem
Vorbescheid
ver
fahren
(Vorbescheid vom 2
3.
März 2017,
Urk.
7/139; Einwand vom
4.
April 2017, Urk. 7/140 sowie Ergänzung vom
7.
Juni 2017,
Urk.
7/148) die Rente der Versi
cherten mit Verfügung vom
7.
November 2017 (Urk. 7/162) auf das Ende des auf die Zustellung folgenden Monats auf.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
7.
Dezember 2017 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die Verfügung der Beschwerdegegnerin sei aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine ganze Rente der Invalidenversicherung auszurichten. Mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
Januar 2018 (
Urk.
6) schloss die Beschwerde
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
2.
Feb
ruar 2018 (Urk. 8) mitgeteilt wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
)
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
Bundesgesetz
über die Inva
lidenversicherung [
IVG
]
)
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdi
gung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht.
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E.
7.4).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) damit,
im Dezember 2013 sei ein Revisions
verfahren eingeleitet worden. Anlässlich der Überprüfung der gesundheitlichen Situation sei am
7.
November 201
6
ein Gut
achten erstellt worden, welches über die gesundheitliche Situation der Beschwer
deführerin umfassend Au
fschluss
gebe. Demzufolge sei die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig. Aus dem Einkommensver
gleich resultiere ein Invaliditätsgrad
von 30 %, weshalb die Rente auf
zuheben sei. Die im
Einwandverfahren
vorgebrachten Mängel am Gutachten seien unbeacht
lich. Ein leidensbedingter Abzug sei nicht gerechtfertigt.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen (Urk. 1) geltend, die Beschwerdegegnerin habe den Grundsatz «Eingliederung vor Rente» verletzt, da sie die Eingliederungsmassnahmen vor Durchführung des Erstgesprächs stor
niert und später ohne Weiteres eingestellt habe.
Da sich die Beschwerdegegnerin nicht mi
t
den - im Vergleich zum Gutachten - anderslautenden ärztlichen Berich
ten auseinandergesetzt habe, verletze sie ihre Untersuchungs- und Begründungs
pflicht. Des Weiteren liege kein Revisionsgrund vor, da der gleichgebliebene Sachverhalt durch die Beschwerdegegnerin lediglich anders beurteilt worden sei. Das Gutachten werde in mehrfacher Hinsicht kritisiert, so sei vorweg die Unbe
fangenheit des Gutachters in Frage zu stellen, da dieser vormals ein Mitarbeiter des zur Beschwerdegegnerin gehörenden regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) gewesen sei. Das Gutachten sei zudem unsorgfältig erstellt worden, enthalte viele aktenwidrige Aussagen oder widerspreche sich
, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne. Der Gutachter
sei
ihr
gegenüber voreingenommen
und sexistisch
aufgetreten
. Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei zudem eine neuropsycholo
gische Testung erforderlich, welche jedoch nicht durchgeführt worden sei. Selbst wenn auf das Gutachten abgestellt würde, so sei zu bemerken, dass es auf dem
1.
Arbeitsmarkt keine Stellen gebe, welche d
as ihr zugeschriebene
Belastungspro
fil
erfüllen würden und selbst wenn es solche gäbe, so wäre ihr aufgrund ihrer Einschränkungen ein leidensbedingter Abzug zu gewähren.
3.
3.1
Ob eine revisionsrechtlich erhebliche Veränderung eingetreten ist, ergibt sich aus dem Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der Verfügung
en
vom
2
7.
Januar
2012 (
Urk.
7/63) bzw.
8. Februar 2012 (Urk. 7/70
i.V.m
. Urk. 7/59) bestand mit demjenigen, welcher der hier angefochtenen Verfügung (Urk. 2) zugrunde lag.
3.2
Die Verfügung
en vom 2
7.
Januar 2012 (
Urk.
7/63) bzw.
vom 8. Februar 2012 (Urk. 7/70
i.V.m
. Urk. 7/59) beruhte
n
im Wesentlichen auf den nachfolgenden medizinischen
Unterlagen.
3.2.1
Am
8.
Juni 2010 führte
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, aus (Urk. 7/20/5-6), bei der Beschwerdeführerin best
ünden
seit 2001 eine mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.10), ein Verdacht auf eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode
(ICD-10 F33.1)
, ein Verdacht auf eine emotional instabile Persönlichkeitss
törung vom
Borderline
Typus (ICD-10 F60.31), eine anamnestisch bekannte sexuelle Funktionsstörung nach Missbrauchserlebnissen (ICD-10 F52.0)
und ein nicht-organischer Vaginismus (ICD-10 F52.5).
Die Beschwerdeführerin befinde sich seit 2005 in ambulanter Behandlung, wobei sich die Therapiefrequenz unterschiedlich intensiv gestalte. Seit 2001 hätten ver
schiedentlich auch stationäre Behandlungen stattgefunden. Die Beschwerdefüh
rerin habe 2007 die Hotelfachschule mit Diplom abgeschlossen
.
Anschliessend habe sie kurze Zeit an unterschiedlichen Orten gearbeitet. Sie habe massive Prob
leme mit ihrem damaligen Freund gehabt und sei nach einem Suizidversuch 2008 auch hospitalisiert worden und habe ihre Schwangerschaft abgebrochen. Im Sep
tember 2009 sei sie bei der Arbeit zusammengebrochen und
sei
seither arbeitsun
fähig. Die Beschwerdeführerin sei erschöpft, desorientiert, defragmentiert, habe starke Schlafstörungen, sei verlangsamt und vergesslich, sie fühle sich wertlos, habe jeglichen Antrieb verloren und wirke sehr depressiv.
Seiner Einschätzung fügte
Dr.
Z._
die
Vorakten
bei, welche insbesondere die diversen Hospitalisierungen der Beschwerdeführerin in den J
ahren 2005/2006 dokumentierten (Urk. 7/20/7-44).
3.2.2
Vom 2
6.
Oktober bis
1.
November 2010 war die Beschwerdeführerin
im A._ der B._
ho
s
pita
lisiert (Urk. 7/28/5).
Gemäss Bericht ging dem Klinikeintritt eine
Auseinanderset
zung mit ihrem Freund und dessen Mutter
voraus
, was die vorbestehende Ver
stimmung
aggraviert
habe
. Im Verlauf der Hospitalisierung erfolgte eine rasche und deutliche subjektive und objektive Stabilisierung.
3.2.3
Mit Schreiben vom
4.
Februar 2011 teilte
Dr.
Z._
mit, dass er die Beschwerde
führerin für Integrationsmassnahmen teilweise
als
arbeitsfähig halte. Er
betrachte es
als realistisch
, dass innerhalb eines Jahres die Arbeitsfähigkeit auf 50 % gesteigert wer
den könne (Urk. 7/31).
3.2.4
Vom
9.
Mai bis 2
9.
Juli 2011 wurde mit der Beschwerdeführerin ein Belastbar
keitstraining durchgeführt (Urk. 7/51). Dabei ha
b
e sich gezeigt, dass die Beschwerdeführerin nicht in der Lage
gewesen sei,
ihren Präsenzumfang auf mehr als 3 Stunden an 4 Tagen zu steigern.
Weil sie jeweils frühzeitig erschöpft gewe
sen sei,
sei eine längere Aufenthaltsda
uer nicht möglich gewesen.
Die Konzent
ration der Versicherte
n
habe
insbesondere bei kognitiven Anstrengungen jeweils schnell abgenommen. Trotz regelmässiger Pausen sei die
Beschwerdeführerin damit an ihre Grenzen gestossen; zeitweise sei sie sogar beinahe eingeschlafen.
3.3
Die rentenaufhebende Verfügung vom
7.
November 2017 beruhte im Wesentli
chen auf dem ärztlichen Gutachten
von
Dr.
med. C._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie,
vom
7.
November 2016 (Urk. 7/136).
3.3.1
Dr.
C._
diagnostizierte bei der Beschwerdeführerin eine emotional instabile Per
sön
lichkeitsstörung vom
Borderline
-
Typ (ICD-10 F60.31)
, welcher er Auswirkun
gen auf deren Arbeitsfähigkeit zumass. Zudem notierte er bei gegenwärtiger Abs
tinenz psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol und
Cannabinoide
(Urk. 7/136/58-59)
.
Er führte aus, die
Beschwerdeführerin
berichte, sie
sei 1979 in Indien geboren und als Säugling von einer Schweizer Familie adoptiert wor
den. Zu den Adoptiveltern bestehe kein guter Kontakt mehr. 2012 habe
sie
einen 1971 geborenen Schweizer geheiratet; 2012 und 2014 seien die gemeinsamen Kinder (Sohn und Tochter) geboren. Vor der Geburt der Kinder habe sie sich oft mit ihrem Mann gestritten, nun habe sich das Verhältnis beruhigt. Von 2001 bis 2007 habe
sie
mit mehreren Unterbrüchen die Hotelfachschule besucht und letzt
lich erfolgreich abgeschlossen. Im Anschluss habe sie jeweils kurzfristig an
unterschiedlichen
Orten gearbeitet, zuletzt bei
Y._
.
Sie
bewohne
heute
mit
ihrer
Familie eine 5.5-
Zimmer Mietwohnung
und sei i
n der Haushaltsführung nicht eingeschränkt
.
Als Freizeitbeschäftigung habe sie kürzlich begonnen
,
jeweils am Montagabend Volleyball zu spielen.
Sie stehe morgens um 6 Uhr auf und bereite das Frühstück vor. Da ihr Sohn mittlerweile den Kindergarten besu
che, müsse sie darum besorgt sein, dass er
pünktlich um 8 Uhr dort abgeliefert werde. Wenn sie nach Hause komme, kümmere sie sich um den Haushalt und gehe manchmal auch alleine einkaufen. Um 12 Uhr komme der Sohn aus dem Kindergarten nach Hause und sie koche das Mittagessen und nehme es gemein
sam mit den Kindern ein. Nachmittags räume sie die Küche auf und gehe mit ihren Kindern auf einen Spielplatz oder es fänden
Spielbesuche mit anderen Familien statt, hin und wieder verabrede sie sich auch mit einer Freundin.
Am Abend komme ihr Ehemann nach Hause und sie würden gemeinsam Abendessen. Danach würden die Kinder zu Bett gebracht und sie räume noch die Küche auf. Im Anschluss sehe sie gemeinsam mit ihrem Mann fern oder erledige Dinge am Computer. Im Sommer habe die ganze Familie zwei Wochen Ferien auf Mallorca verbracht (Urk. 7/136/39-42).
3.3.2
An aktuellen Beschwerden gebe die Beschwerdeführerin an, sich kaum aus dem unmittelbaren Umfeld um ihr Haus in Winterthur zu entfernen. Zur Untersuchung habe sie alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen können, sie sei jedoch bereits Tage zuvor nervös gewesen deswegen. Sie sei mit den Kindern und dem Haushalt völlig ausgelastet und habe immer noch Mühe
,
sich länger zu konzent
rieren.
An den ihr bekannten Orten fühle sie sich
einigermassen sicher
; Neues bereite ihr Angst und Gefühle der Unsicherheit. Ihre Umgebung nehme sie oft nicht richtig, sondern nur verschwommen wahr und sie habe eine Art «Entfrem
dungsgefühl». Mit dem Kinderwagen fühle sie sich sicherer, alleine habe sie das Gefühl der Verlorenheit und Unsicherheit. Sie leide viel unter Stimmungsschwan
kungen, die Suizidgedanken hätten wegen der Kinder jedoch abgenommen. Kon
kret leide sie an Gedächtnis-
und Konzentrationsstörungen
.
Ihre Grundstimmung sei wechselhaft, es bestehe eine innere Unruhe und Reizbarkeit. Schlafstörungen bestünden nicht mehr, ebenso wenig wie Suizidgedanken oder selbstverletzendes Verhalten. Sie habe viele Bekannte, welche jedoch nicht über ihren Zustand Bescheid wüssten. Zu ihrer Familie habe sie kaum Kontakt, lediglich zu ihrem Mann und den Kindern
. Alkohol und Nikotin konsumiere sie seit ihrer ersten Schwangerschaft nicht mehr. Aktuell gehe sie etwa ein- bis zweimal im Monat zur Psychotherapie
(Urk. 7/136/49
-52
).
3.3.3
Zu den objektiven Befunden
stellte
Dr.
C._
fest, die Beschwerdeführerin sei bewusstseinsklar und vollständig orientiert, ihre Aufmerksamkeit habe sie wäh
rend der g
esamten Gesprächsdauer aufrecht
erhalten können
und die Konzentra
tion sei durchgehend ungestört gewesen. Das formale Denken sei durchgehend geordnet, beweglich und gut strukturiert und es seie
n
keine inhaltlichen Denk
störungen feststellbar. Ebenso bestünden keine Ich-Störungen, auf Nachfrage seien
Derealisations
- und Depersonalisationsphänomene
eruierbar
. Es bestünden keine Hinweise für Wahn- oder Sinnestäuschungen. Eine Affektpathologie sei nicht feststellbar, die Beschwerdeführerin sei in
euthymer
Mittellage, jedoch habe eine affektive Labilität in Form von emotionalen Ausbrüchen bei der Exploration von traumatischen Ereignissen beobachtet werden können. Die Psychomotorik sei
lebendig und der Sprachfluss normal. Unter Berücksichtigung der Angaben in den Versicherungsakten und der Biographie würden sich Hinweise auf eine emo
tional instabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typ ergeben, in der Exploration hätten sich jedoch klinisch keine negativen Interaktionen ergeben. Die Krankheitseinsicht sei vorhanden und eine Fremd- oder Selbstgefährdung bestehe nicht. Die Beschwerdeführerin äussere keine Motivation für berufliche Massnahmen (Urk. 7/136/52-54).
Bis auf die emotionale Labilität bei der Explo
ration belastender Themen, bestünden daher bei der Beschwerdeführerin keine psychopathologischen Auffälligkeiten (Urk. 7/136/62).
Typische Zeichen einer depressiven Episode hätten sich in der Untersuchung nicht finden lassen (
Urk.
7/136/71).
Die Prüfung der funktionellen Leistungsfähigkeit zeige, dass die Beschwerdefüh
rerin in ihrer Flexibilität
, ihrer Kontaktfähigkeit zu Dritten, ihrer Fähigkeit zu familiären und intimen Beziehungen und ihrer Fähigkeit zu ausserberuflichen Aktivitäten
leicht beeinträchtigt sei. In ihrer Durchhaltefähigkeit
, ihrer Selbstbe
hauptungsfähigkeit und ihrer Gruppenfähigkeit
sei sie mittelgradig einge
schränkt. Die restlichen Fähigkeiten (Anpassung an Regeln und Routinen, Pla
nung und Strukturierung von Aufgaben, Anwendung fachlicher Kompetenzen, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit,
Fähigkeit zur Selbstpflege und ihre Wege
fähigkeit)
seien nicht eingeschränkt
(Urk. 7/136/56-58).
Die Exploration des Tagesprofils weise auf kein reduziertes Aktivitätsniveau hin
,
und die Beschwerdeführerin habe berichtet
,
bei den Haushaltsarbeiten nicht ein
geschränkt zu sein
. Der Medikamentenspiegel weise auf eine Überdosierung mit
Escitalopram
(
Cipralex
) hin, weshalb empfohlen werde
,
die medikamentöse Behandlung anzupassen
(Urk. 7/136/63).
3.3.4
Im Zentrum der Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typ stehe bei der Beschwerdeführerin
eine gestörte Affektregulation, welche sich in einer niedrigen Reizschwelle für die Auslösung emotionaler Reaktionen
, einem hohen Erregungs
grad und einer verlängerten Dauer bis zum Abklingen der Gefühlsreaktion
äussere
. Die in der Literatur beschriebenen Verhaltensauffälligkeiten, die eine Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typ definierten
, seien in den
Vorakten
dokumentiert und seien durch die Beschwerdeführerin anlässlich der Exploration vorgetragen worden. Diese Kriterien seien aktuell jedoch nur noch teilweise erfüllt, ihr Gesundheitszustand habe sich weitgehend verbessert; sie habe sich durch ihre Beziehung zu ihrer Familie und ihrem Ehemann stabilisieren können (Urk. 7/136/
65-67).
Sodann notiert
Dr.
C._
, d
ie Präsentation einer erheblichen Behinderung stehe nicht im Einklang mit der Verhaltensbeobachtung und dem klinischen Befund, sei klinisch untypisch und daher auch nicht plausibel. Die vorliegenden Befunde würden bei kritischer Würdigung ein in sich unschlüssiges, inkonsistentes Bild ergeben (Urk. 7/136/67-68
)
.
Dr.
C._
schloss, gemäss den Leitlinien zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei einer Persönlichkeitsstörung sei immer die konkrete psychopathologische Symp
tomatik entscheidend. Solange die pathologischen Reaktions- und Verhaltens
muster sozialverträglich seien, bestehe eine Arbeitsfähigkeit. Eine im Verlauf
dekompensierte
Persönlichkeitsstörung könne hingegen zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit führen; dies sei bei der Beschwerdefüh
rerin jedoch nicht der Fall.
Zur Arbeitsfähigkeit hielt der Gutachter fest,
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bei
Y._
sei die Beschwerdeführerin
seit Erkrankungsbeginn zu 100 % arbeitsunfähig.
D
er Gesundheitszustand
habe sich zwar
gebessert, eine Tätigkeit mit häufigem Kundenkontakt, Überstunden und im Team
sei aber
nicht zu empfehlen.
In einer dem Leiden optimal angepassten Tätigkeit bei einem konfliktarmen Arbeitgeber mit der Möglichkeit, sich zurück
zuziehen
,
und mit klar strukturierten Aufgaben sei der Beschwerdeführerin jedoch ab sofort eine 80%-
ige
Arbeitstätigkeit zumutbar.
Die Arbeitsfähigkeit im Haus
halt sei gegenwärtig nicht eingeschränkt (Urk. 7/136/72-73).
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit 2011 massgeblich verbessert. Mit Ausnahme einer emotionalen Labilität, insbesondere bei der Exploration von belastenden Themen
,
bestünden nunmehr keine psychopatholo
gischen Auffälligkeiten.
Die Beschwerdeführerin lebe nun in einer stabilen Part
nerschaft und sei Mutter von zwei kleinen Kindern. Seit 2008 sei keine stationäre Behandlung mehr erforderlich gewesen. Bis auf die Anpassung der medikamen
tösen Behandlung, bei welcher eine Überdosierung festgestellt worden sei, könn
ten keine weiteren medizinischen Massnahmen empfohlen werden. Berufliche Massnahmen seien zwar indiziert, würden jedoch nicht empfohlen, da die Beschwerdeführerin sich selbst zu 100 % als arbeitsunfähig erachte
(Urk. 7/136/74-75).
4.
4.
1
Vorab ist zu prüfen, ob das von
Dr.
C._
erstellte Gutachten (
Urk.
7/136) ver
wertbar ist und in beweisrechtlicher Hinsicht darauf abgestellt werden kann.
4.1.1
D
ie Beschwerdeführerin
stellte
die Unabhängigkeit
von
Dr.
C._
in Frage, da dieser ein früherer Mitarbeiter des regionalen ärztlichen Dienstes
(RAD)
und bis 2013 für diese
n
tätig
gewesen sei
. So könne es sogar sein, dass
Dr.
C._
das Dossier bei der
Rentenzusprache
bereits
als RAD
beurteilt habe (Urk. 1 S. 10).
Weder ergibt sich aus den Akten irgendein Hinweis, dass
Dr.
C._
mit dem vor
liegenden Dossier vorbefasst sein könnte,
noch
lässt (zu Recht)
die
Beschwerde
führerin
vort
ragen,
die Akten
seien
unvollständig oder unwahr
. Ebenso wenig verfängt das Argument
,
eine frühere Arbeitstätigkeit beim RAD hebe per se die Unabhängigkeit eines medizinischen Sachverständigen auf.
Bereits als Mitarbei
ter des RAD war
Dr.
C._
nach
Art.
59
Abs.
2
bis
IVG zur
Unabhängigkeit ver
pflichtet, was er nach wie vor auch in seiner Funktion als medizinischer Sach
verständiger ist (
Art.
44 ATSG).
Es
sind keinerlei Hinweise ersichtlich, welche die Unabhängigkeit von
Dr.
C._
in Frage zu stellen
vermö
gen
.
4.1.2
Das Gutachten vom
7.
November 2016 (Urk. 7/136) beruht auf einer allseitigen psychiatrischen Untersuchung der Beschwerdeführerin. Dr.
C._
erhob eine aus
führliche Anam
nese (Urk. 7/136/39-44), berücksichtigte die geklagten Beschwer
den (Urk. 7/136/45-51) und seine Schluss
folgerung erging in Kenntnis der Vorak
ten (
Urk. 7/136/3-29).
Den
psychiatrischen Befund erhob er in Anlehnung an die AMDP-Richtlinien (
Urk.
7/136/52).
Dr.
C._
folgerte
aus den von ihm erhobenen Befunden auf die funktionelle Einschränkung der Leistungsfähigkeit und die Arbeitsfähigkeit (vgl. Urk. 7/136/72-73), was nicht zu beanstanden ist.
Hinweise dafür, dass – w
ie die Beschwerdeführerin vorbringt – das Gutachten unsorgfältig erstellt worden wäre, sind nicht auszumachen.
Soweit die Beschwerdeführerin die Verwertbarkeit des Gutachtens in Frage stellt (vgl.
Urk.
1 S. 10 ff.), zielt ihre Argumentation
damit
ins Leere.
Hervorzuheben ist etwa, dass sich
Dr.
C._
- entgegen ihrer Behauptung - sehr wohl mit den gescheiterten Eingliederungsmassnahmen auseinandersetzte (vgl. Urk. 7/136/30, 7/136/60
), wobei darauf hinzuweisen ist, dass
bei Durc
hführung derselben im Jahr 2011
noch kein stabiler Gesundheitszustand
bestand
(vgl. Urk. 7/52/6).
Akt
enwidrigkeiten
,
wie von der Beschwerdeführerin gerügt, können nicht festge
stellt werden. Bei der
Wiedergabe
der subjektiven Angabe zur Arbeitsfähigkeit handelt es sich offensichtlich um einen Schreibfehler (
vgl.
Urk.
7/136/52, 7/136/
73, 7/136/
75
), ebenso wie bei der Dauer der Eingliederungsmassnahme (vgl.
Urk.
7/136/60).
Zur bemängelten Einschätzung der Fahrtauglichkeit ist anzumer
ken, dass
Dr.
C._
lediglich darauf hinwies, dass die Beschwerdeführerin Kon
zentrationsstörungen schildere – welche er jedoch nicht habe
objektivieren kön
nen
(vgl. auch
Urk.
7/136/53)
–
weshalb sich
eine Überprüfung der Fahrfähigkeit
empfehle
(Urk. 7/136/74); eine aktenwidrige Feststellung kann darin nicht erblickt werden.
Sodann obliegt der Entscheid über die Art der Begutachtung und die Ein
schätzung, welche Untersuchungsmethoden anzuwenden sind, grundsätzlich dem das Gutachten erstellenden medizinischen Sachverständigen. Das Fehlen zusätz
licher Testuntersuchungen allein vermag den Beweiswert eines Gutachtens nicht zu schmälern. Schliesslich kann das
Dr.
C._
vorgeworfene voreingenommene und sexistische Verhalten weder anhand der von der Beschwerdeführerin genannten Textstellen noch gestützt auf andere Aussagen im Gutachten nach
vollzogen werden.
Auch kann es – entgegen den Ausführungen der Beschwerde
führerin – keinen Widerspruch darstellen, dass die Einschätzung von
Dr.
C._
nicht im Einklang mit den Berichten der behandelnden Ärzte steht.
Dr.
C._
hat sämtliche aufliegenden Akten berücksichtigt (
Urk.
7/136/3-29), sich mit
den darin genannten
Einschätzungen auseinandergesetzt (
Urk.
7/136/61-62, 7/136/68-71) und seine eigene Einschätzung eingehend begründet (Urk. 7/136/64-71).
A
uch der im Beschwerdeverfahren neu aufgelegte Bericht von
Dr.
Z._
vom
3.
Juli 2017 (Urk. 3/3), welcher im Wesentlichen die gleichen Angaben wie seine Berichte vom 1
7.
Mai 2016 (Urk. 7/130) und 1
8.
September 2017 (Urk. 7/158)
wiederhol
t
und keine neuen medizinischen Tatsachen enthält,
vermag an der Beweiskraft des Gutachtens nichts zu ändern.
Endlich ist die Frage, ob sich eine Veränderung der gesundheitlichen Situation (der Beschwerdeführe
rin) ergeben habe (Frage
1.
der Beschwerdegegnerin,
Urk.
7/136/74), zwingend in jedem Revisionsverfahren zu beantworten (
Art.
17 ATSG). Der Vorwurf der Beschwerdeführerin, der Gutachter habe sich mit der Feststellung, die aktuelle gesundheitliche Situation zeige sich gegenüber jener aus dem Jahr 2011 als erheblich verbessert, eine rückblickende Beurteilung abgegeben (
Urk.
1 S. 13), geht offensichtlich fehl.
4.1.3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die von der Beschwerdeführerin gerügten Vorbringen nicht zu verfangen vermögen und die gutachterliche Beweiserhebung nicht in Frage
stellen.
Das Gutachten genügt den an eine beweiskräftige Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 1.4)
,
weshalb darauf abzustellen ist
.
4.2
4.2.1
Sodann
ist zu prüfen, ob ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17 ATSG
vorliegt
.
4.
2
.
2
Im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
am
2
7.
Januar 2012 beziehungsweise 8.
Feb
ruar 2012
zeigte die Beschwerdeführerin in hohem Masse ausgeprägte Symptome einer emotional instabilen Persön
lichkeitsstörung vom
Borderline
Typus und Erkrankungen aus dem depressiven Formenkreis. Sie musste aufgrund dessen in
s
besondere in den Jahren 2005/2006 mehrfach hospitalisiert werden
.
Dr.
Z._
beschrieb
im Juni 2010
ihren Zustand als erschöpft, desorientiert, defragmentiert, mit starken Schlafstörungen, verlangsamt und vergesslich,
sowie ein
Gefühl von Wertlosigkeit, ohne jeglichen Antrieb und sehr depressiv
(E. 3.2.1). Zuletzt war
die Beschwerdeführerin
noch 201
0
im
A._
der
B._
hospitalisiert
gewesen
(E. 3.2.2)
.
Das Belastbarkeitstraining im Sommer 2011 hatte gezeigt, dass
sie
bei 3 Stunden an 4 Tagen ihre Belastbarkeitsgrenze erreicht hatte und ihre Konzentra
tion insbesondere bei kognitiven Aufgaben massiv eingeschränkt war (E. 3.2.4).
Seitens der Beschwerdegegnerin wurde daher auf eine derzeit unzureichende psy
chische Stabilität geschlossen und es wurde von einer Arbeitsfähigkeit von ledig
lich 20% ausgegangen (Urk. 7/52/6).
4.
2
.
3
Demgegenüber konnte
Dr.
C._
anlässlich seiner Untersuchung
im Oktober 2016
kaum relevante
pathologische
Befunde erheben. Einzig eine emotionale Labilität, insbesondere bei der Exploration von belastenden Themen
,
konnte festgestellt
w
erden. Die zuvor beschriebenen Beschwerden
wie
Erschöpfung, Desorientierung, starke Schlafstörungen, Verlangsamung und Vergesslichkeit, Gefühle von Wert
losigkeit, ein fehlender Antrieb
oder
eine depressive Erscheinung wurden durch
Dr.
C._
nicht mehr festgestellt.
Ebenso wurden neuerdings Suizidgedanken und selbstschädigendes Verhalten verneint.
Auch
war
die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Begutachtung in der Lage,
ihre
Kinder
zu betreuen und den Haus
halt
zu
führen.
Dr.
C._
erklärte
, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin seit
dem Zeitpunkt
der
Rentenzusprache
insbesondere im Zusammen
hang mit dem Halt in der Familie und der Partnerschaft stabilisiert habe
(vgl.
E.
3.3).
4.
2
.
4
Damit ist ausgewiesen, dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und dessen Auswirkungen auf ihre Arbeitsfähigkeit seit
der
Rentenzusprache
eine anspruchsre
levante Änderung erfahren haben.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin liegt nicht bloss eine anderslautende Beurteilung desselben Sachverhaltes vor, sondern der massgebliche
Sachverhalt hat sich
entscheidrele
vant
verändert.
Damit besteht ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17 ATSG, welcher die Beschwerdegegnerin berechtigte den Rentenanspruch vollumfänglich zu überprüfen.
4.3
4.3.1
Gestützt auf die medizinischen Erkenntnisse des Gutachtens ist folglich zu beur
teilen, inwieweit die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
4.3.2
Das Gutachten
(
Urk.
7/136)
datier
t
vom
7.
November 2016 und entstand damit vor der Rechtsprechungsänderung zur Anwendbarkeit des strukturierten Beweis
verfahrens bei sämtlichen psychischen Erkrankungen (vgl. E.
1.3
). Übergangs
rechtlich ist bedeutsam, dass die vor der Rechtsprechungsänderung eingeholten Gutachten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenhei
ten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im konkreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten – allenfalls zusammen mit weiteren fach
ärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung anhand der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 5.2.2 und 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
Vorliegend enthält das Gutachten Angaben zur Gesundheitsschädigung, der Per
sönlichkeit und dem sozialen Kontext sowie zur Konsistenz. Eine schlüssige Beurteilung der psychischen Gesundheitsschädigung anhand der massgeblichen Indikatoren (
vgl.
E.
1.3)
ist
daher möglich
, womit
auch unter der Anwendung der neuen Rechtsprechung auf d
as Gutachten abgestellt werden kann.
4.3.
3
Die funktionelle Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist daher in einem strukturierten Beweisverfahren anhand der Standardindikatoren (E. 1.3) festzule
gen.
Dr.
C._
führte aus,
die Kriterien für eine emotional instabile Persön
lich
keitsstörung vom
Borderline
-
Typ seien
aktuell
nur noch teilweise er
füllt (E.
3.3.4). Bis auf eine emotionale Labilität bei der Exploration belastender Themen konnte er keine psychopathologis
c
hen
Auffälligkeiten feststellen (E.
3.3.3)
, weshalb sich
d
ie diagnoserelevanten
Befunde
als wenig ausgeprägt
erweisen
.
Die Beschwerde
führerin ist seit 2005 bei
Dr.
Z._
respektive von
diesem delegiert bei
D._
, Psychotherapeut SBAP, in psychotherapeutischer Behandlung, welche durchschnittlich einmal monatlich stattfindet (Urk. 7
/
130/8, 7/158/4).
Da
seit der
Rentenzusprache
2012 eine
Stabilisierung und damit eine
Verbesserung des Gesundheitszustands
eingetreten ist (vgl. E. 4.1 sowie
Urk. 7/130/8)
, erweist sich d
ie Behandlung
als wirksam
und es ist ein Behandlungserfolg festzustellen. Komorbiditäten, welchen ressourcenhemmende Wirkung beizumessen wäre, w
er
den weder von
Dr.
C._
(vgl. E. 3.3) noch von
Dr.
Z._
(vgl. Urk. 7/130, 7/158)
erwähnt
.
Die Beschwerdeführerin ist in der Lage
,
sich um ihre Kinder zu küm
mern, den Haushalt zu erledigen, einkaufen zu gehen oder sich mit anderen Familien oder ihren Freundinnen zu verabreden und
spielt seit kürzerem
Volley
ball (E. 3.3.1)
. Dies lässt
insgesamt auf vorhandene persönlic
he Ressourcen schliessen
.
Demgegenüber ist jedoch zu
beachten
, dass
Dr.
C._
eine emotionale Labilität feststellte und die Beschwerdeführerin über eine wechselhafte Stimmung mit innerer Unruhe und Reizbarkeit sowie Unsicherheiten berichtete
, welche
Per
sönlichkeitszüge
sich
ressourcenhemmend auswirken
können
.
Zum sozialen Kon
text ist festzustellen, dass sich
die Beschwerdeführerin in einer stabilen Partner
schaft
befindet
und Mutter zwei
er Kinder ist.
Z
udem verfügt sie über viele Bekannte und trifft sich regelmässig mit Freundinnen oder andere
n Familien (E.
3.3.1 und
E.
3.3.2), weshalb in diesem Zusammenhang
mobilisierbare
Ressour
cen
vorhanden sind
.
Das Aktivitätsniveau der Beschwerdeführerin scheint im pri
vaten
und beruflichen
Bereich nicht gleichermassen eingeschränkt, da sie
zwar
in der Lage
ist
Alltagstätigkeiten wie Haushalt und Einkauf zu erledigen, Besuche zu machen und
ein Hobby auszuüben, währenddessen
sie keiner Berufstätigkeit nachgeht und eine solche auch nicht für möglich hält.
Der
Leidensdruck erweist sich – im Einklang mit der Stabilisierung des Gesundheitszustands – als nicht sonderlich ausgeprägt, da zur Behandlung des Leidens eine monatlich stattfin
dende Psychotherapie mit ergänzender
pharmakotherapeutischer
Behandlung (vgl. Urk. 7/158/4) ausreicht
und im Übrigen auch Erfolg zei
ti
gt
.
Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass
Dr.
C._
die Arbeitsfä
higkeit der
Beschwerdeführerin
als
nun mehr bloss noch
leichtgradig einge
schränkt erachtete
, sie deshalb
auf 80 % festsetzte und zudem den krankheitsspe
zifischen Leistungsgrenzen mit einer qualitativen Einschränkung
(keine Tätigkeit mit häufigem Kundenkontakt, keine Überstunden und keine Teamarbeit)
Rech
nung trug.
Nach dem Gesagten ist
darauf abzustellen, dass die Beschwerdeführe
rin ab dem Untersuchungszeitpunkt in
einer dem Belastungsprofil entsprechen
den
angepassten
Arbeitstätigkeit zu 80 % arbeitsfähig
ist
.
4.4
Die Beschwerdeführerin bemängelte des Weiteren, die Beschwerdegegnerin habe den Grundsatz «Eingliederung vor Rente» und ihre
Untersuchungs- und Begrün
dungspflicht
verletzt (Urk. 1 S.
5
ff.).
Im Regelfall ist eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähig
keit auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten.
Im Ausnahmefall ist nach langem Rentenbezug (15 Jahre) oder fortgeschrittenem Alter der versicherten Per
son (über 55
Jahre) die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar, weshalb vor der Rentenaufhebung Eingliederungsmassnahmen durchzuführen sind. Ein sol
cher Ausnahmefall liegt bei der 39-jährigen Beschwerdeführerin, welche während rund 6 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung bezog, nicht vor. Des Weite
ren sind sowohl die objektive und die subjektive Eingliederungsfähigkeit Voraus
setzung für Eingliederungsmassnahmen.
Nachdem der Gutachter mangels Moti
vation der Beschwerdeführerin berufliche Massnahmen nicht für indiziert (
Urk.
7/136/73f.), der behandelnde Arzt Dr.
Z._
Eingliederungsmassnahmen nicht für durchführbar gehalten (Urk. 7/149/4, 158/3) und die Beschwerdeführe
rin noch mit Schreiben vom 2
3.
Oktober 2017 am Antrag auf Weiterausrichtung der Rente festgehalten hatte (
Urk.
7/160), ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin vorerst von weiteren Schritten zur beruflichen Eingliede
rung der Beschwerdeführerin absah.
Mit der anderslautenden ärztlichen Einschätzung durch
Dr.
Z._
(welche 2016,
Urk.
7/130 und 2017,
Urk.
7/158 im Wesentlichen gleich
lautete)
hatte sich
Dr.
C._
bereits in seinem Gutachten auseinandergesetzt (Urk. 7/136/69)
.
Die Beschwerdegegnerin liess ein medizinisches Gutachten
erstellen
, welches sich als beweiskräftig erw
eist
und über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführer vollumfänglich Auskunft erteilt. In ihrer Verfügung (
Urk.
2) begründete sie zudem, dass sie auf dieses Gutachten abstelle und nicht auf die Berichte der behandelnden Ärzte, da diese lediglich eine andere Einschätzung desselben Sach
verhaltes darstellen würden. Damit kam sie ihrer Untersuchungs- und Begrün
dungspflicht hinreichend nach
.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die in einer angepassten Tätigkeit eingeschränkte Leis
tungsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf ihre Erwerbsfähigkeit auswirkt.
Das
trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln (Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis
).
Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss
keine übermässigen Anforderungen
zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_910/2011 vom 30. März 2012
E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1). Der ausgeglichene Arbeits
markt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeits
angebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 5.11 mit Hinweisen). Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so einge
schränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durch
schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
Die Beschwerdeführerin bemängelte
(Urk. 1 S. 17-18)
,
fü
r ihr Tätigkeitsprofil würden auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine Stellen existieren und die Beschwerdegegnerin habe solche auch nicht konkret benannt.
Dr.
C._
erachtete eine angepasste Tätigkeit
als
zumutbar, sofern diese bei einem konfliktarmen Arbeitgeber mit der Möglichkeit, sich zurückzuziehen und mit klar strukturierten Aufgaben ausgeübt werde (vgl. E. 3.3.4).
Der RAD formulierte
für die
Beschwerdeführerin
das Belastungsprofil gestützt auf das Gutachten sodann wie folgt: konfliktarmer Arbeitgeber, strukturierte Tätigkeiten ohne Anforderun
gen an die Entscheidungsfähigkeit, insbesondere die Flexibilität und das Durch
setzungsvermögen, kein erhöhter
Zeit- und Termindruck, kleines überschaubares Team (Urk. 7/143/7).
Inwiefern eine Tätigkeit mit diesen qualitativen Anforde
rungen auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr nachgefragt würde und
die Rest
arbeitsfähigkeit
somit nicht verwertbar wäre, ist nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht weiter begründet.
Vielmehr bestehen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine Vielzahl von Beschäftigungsmöglichkeiten, welche das genannte Belastungsprofil berücksichtigen, insbesondere, wenn dabei auch Nischenarbeitsplätze berücksichtigt werden. Die Verwertbarkeit der Restar
beitsfähigkeit ist damit ausgewiesen.
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.3
5.3.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
5.3.2
Als
Valideneinkommen
setzte die Beschwerdegegnerin das von der Beschwerde
führerin an ihrer letzten Arbeitsstelle bei
Y._
erzielte Einkommen
(Fr. 4'600.
/Monat, Urk. 7/19/3)
ein und bezifferte dieses au
fgerechnet auf das Jahr 2016
mit
rund
Fr. 62'604.
(vgl.
Urk.
7/137
). Dies wurde von der Beschwerdeführe
rin zu Recht
nicht beanstandet
, weshalb dem
Ein
kommensvergleich
ein
Valideneinkommen
von Fr. 62'604.
zugrunde
zu legen ist
.
5.4
5.4
.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten
Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
IVG
, 3. Aufl. 2014, N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hin
weisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
5.4.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte das Invalideneinkommen gestützt auf
d
en Tabellenlohn
für Hilfsarbeiten
– was nicht zu beanstanden ist – und bezifferte dieses
auf Fr. 43'595.5
5.
Einen Abzug vom Tabellenlohn nahm sie nicht vor. Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, dass sie aufgrund ihrer Einschränkungen ihre Restarbeitsfähigkeit nur unterdurchschnittlich verwerten
könnte, weshalb ihr ein Abzug vom Tabellenlohn zu gewähren sei.
Vor dem Hintergrund, dass Arbeitsplätze, an denen Tätigkeiten zu verrichten sind, die dem erstellten Belastungsprofil entsprechen, in allen Branchen bestehen, ist auf den branchenunabhängigen Lohn für Hilfstätigkeiten (Zentralwert), Kompe
tenzniveau 1, abzustellen und somit von einem standardisierten monatlichen Ein
kommen von Fr.
4’300
.-- auszugehen (LSE 2014, Tabelle TA1, TOTAL, Kompe
tenzniveau
1
,
Frauen
). Aufgerechnet auf die
durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche
(vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen, A-S) und angepasst an die Ent
wicklung der Nominallöhne für
weibliche
Angestellte von 2‘
673
Punkten im Jahr 2014 auf 2‘
709
Punkte im Jahr 201
6 ergibt dies bei einem – der
Beschwerdefüh
rer
in
zumutbaren - Beschäftigungsgrad von
80
% ein B
ruttoeinkommen von rund Fr. 4
3‘
614
.-- (Fr.
4‘300
.-- / 40 x 41.7 x 12 / 2‘
673
x 2‘
709
x 0.
8
).
Dass der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Erkrankung nicht sämtliche Tätig
keiten zumutbar sind, wurde bereits mit der Formulierung des Belastungsprofils berücksichtigt. Des
W
eiteren hat die Beschwerdegegnerin
der
eingeschränkten Leistungsfähigkeit
mit einem 80%-
igen
Arbeitspensum Rechnung getragen. Die Einschränkungen der Erwerbs
fähigkeit
aufgrund der
gesundheitlichen Beein
trächtigung
wurden damit bereits in qualitativer (Belastungsprofil)
als auch
quan
titativer (Arbeitspensum) Hinsicht ausreichend berücksichtigt, weshalb eine noch
malige Berücksichtigung beim Abzug vom Tabellenlohn nicht zulässig ist. Anhaltspunkte dafür, dass ein Abzug aus anderen Gründen gerechtfertigt wäre, bestehen nicht und wurden von der Beschwerdef
ührerin auch nicht vorgetragen, weshalb ein solcher von der Beschwerdegegnerin zu Recht nicht gewährt wurde.
5.5
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr. 62'604.
dem Invalideneinkommen von
Fr. 4
3
'
614
.
gegenübergestellt, resultiert eine
Erwerbseinbusse
von maximal Fr.
18
‘
990
.
und somit ein
rentenausschliessender
Invalidit
ätsgrad
von rund
30
%.
6.
Nach dem Gesagten erweist sich die
angefochtene Verfügung als rechtens. Die Beschwerde ist abzuweisen.
7.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von Fr.
200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt
.
Die Kosten d
es Verfahrens sind auf Fr. 800.
festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.