Decision ID: 6d372e1a-ae17-496f-ac22-f108d19a8753
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
Der 1972 geborene
X._
,
seit 1988 mit einem Pensum von 100 % bei
der
Genossenschaft
Y._
als Stap
ler
fahrer angestellt
(Urk. 11/
1
4 und Urk. 11/8
)
,
meldete sich am
19. Juni 2011 unter Hinweis auf Diabetes
und
Kniebeschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 11/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab und
zog unter anderem die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (Urk. 11/
38 und Urk. 11/43
).
Mit Schreiben vom
5. September 2011
(Urk. 11/17)
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
ihre
Dienst
leistungen im Bereich berufliche Eingliederung per
1. September 2011 abgeschlossen
seien
, da
er
sich aktuell gesundheitlich
beziehungsweise
sub
jektiv nicht in der Lage fühle, einer Arbeit nachzugehen respektive eine Arbeit zu s
uchen
.
Am 5. April 2012
wurde
eine allgemeinmedizinische sowie eine psychiatrische Untersuchung des Versicherten durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der
IV-Stelle
durchgeführt
(Untersuchungsberichte vom 15. Mai 2012
des
Dr.
med.
Z._
, Praktischer Arzt FMH, und
des
dipl.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Fach
arzt für Neurologie; Urk. 11/33-34).
Mit
-
in Rechtskraft erwachsener
-
Ver
fügung vom 10. Dezember 2012 (Urk. 11/58) wies die IV-Stelle
das Leis
tungsbegehren
unter Hinweis auf einen Invaliditätsgrad von 6 %
ab
.
Am 27. August 2013
und 5. März 2014
erteilte die IV-Stelle im
Rahmen von
Frühinterventionsmassnahmen Kostengutsprachen für die Ausbildung zum
Lastwagenchauffeur (Urk. 11/68)
,
die
Absolvierung der
CZV-Kurse
(Urk. 11/76)
sowie für die LKW-Ausbildung der Kategorie CE (Urk. 11/77) und informierte
den Versicherten
am 5. März 2014
über den Abschluss der Eingliederungsberatung (
Arbeitsvermittlung;
Urk. 11/
75).
In der Folge ver
an
lasste
sie
eine Begutachtung durch
Dr.
med.
B._
, Psychiatrie und Psycho
therapie
FMH
(Expertise vom 8. Mai 2015;
Urk. 11/102).
M
it
Vorbe
scheid
vom 25. August 2015 (Urk. 11/107)
stellte die IV-Stelle
unter Hinweis auf
das Fehlen einer dauernden Arbeitsunfähigkeit
die Abweisung des Anspruchs auf IV-Leistungen in Aussicht, wogegen der
Versicherte
am 9. September 2015 Einwand (Urk. 11/109) erhob. Nach Eingang des Berichts
des behandelnden Psychiaters
respektive
Psychologen
vom 11. September 2015 (Urk. 11/108)
holte
die IV-Stelle die ergänzende Stellungnahme
des
Gutachter
s Dr.
B._
vom 21. Dezember 2015 (Urk. 11/112)
ein und
ver
neinte
mit Verfügung vom 4. Februar 2016 (Urk. 2) den A
nspruch auf eine Invalidenrente
.
Dagegen erhob der
Versicherte am 4. März 2016 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 4. Februar 2016 sei aufzuheben und es sei ihm eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht stellte
er
das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertre
tung (
Urk. 1
S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 29. April 2016 (Urk. 10) ersuchte die Beschwerdegegnerin um Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 9. Mai 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 12).
Mit Schreiben vom 2
4.
März 2017 (
Urk.
15) liess der Beschwerdeführer einen Bericht der Klinik
C._
vom 3
0.
Januar 2017 über den stationären Aufenthalt vom 1
3.
Dezember 2016 bis 1
3.
Januar 2017 (
Urk.
16) nachreichen.
Das Gericht
zieht in Erw
ägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Die
R
egionalen
Ä
rztlichen Dienste (RAD)
stehen den IV-Stellen zur Beurtei
lung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfü
gung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massge
bende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungs
anspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medi
zinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schrift
lich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entschei
den haben
den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu wür
digen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu
nehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen
-
zu denen die RAD
Be
richte gehören
-
nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bun
desgerichts
8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre leistungsabweisende Verfügung damit, dass eine
-
wie beim Beschwerdeführer diagnostizierte
-
Anpassungs
störung nur vorübergehender Natur sei und keine Arbeitsunfähigkeit
zu bewirken vermöge
. Aus somatischer Sicht sei der Beschwerdeführer in der ange
stammten Tätigkeit zu 80 % respektive in einer angepass
ten Tätigkeit (ohne Nachtarbeit und
mit zusätzlichem Pausenbedarf zur Stoffwechselkon
trolle) zu 100 % arbeitsfähig. Entsprechend
bestehe kein
Gesundheitsschaden
im Sinne der Invalidenversicherung, welche
r
die Erwerbsfähigkeit bleibend oder längere Zeit dauernd beeinflusse
(
Urk. 2
S. 1 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber
auf den Standpunkt, auf das
psychiatrische
Gutachten von Dr.
B._
könne nicht abgestellt werden, da es auf unvollständigen Akten und
einer
ungenügende
n
Anamnese beruhe
und keine vertiefte psychiatrische Abklärung vorgenommen worden sei
(Urk. 1 S. 5-7
). Des Weiteren habe es die Beschwerdegegnerin versäumt, den aktuellen medizinischen Sachverhalt vollständig zu erheben
,
und habe trotz zwischenzeitlicher Verschlechterung
der
somatischen Beschwerden auf
den
Gesundheits
zu
stand im Jahre 2012 abgestellt. Di
e Beschwerdegegnerin hätte sich
nicht auf die Einholung eines rein psychiatrischen Gutacht
ens beschrän
ken dürfen, sondern
hätte ein polydisziplinäres Gutachten
veranlassen
müs
sen, um namentlich
das Zusammenspiel
mit den
somatischen Beschwerden beurteilen zu können
(S. 7-9).
3.
3.1
RAD-Arzt Dr.
Z._
stellte in seinem Untersuchungsbericht vom 15. Mai 2012 (Urk.
11/33) folgende Diagnosen (S. 3
f.):
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Diabetes mellitus Typ II, insulinpflichtig mit/bei
schlechter Einstellung
massiver Adipositas
fraglicher Polyneuropathie
Plantarfasziitis
links mit Fersensporn
Peri
arthropathi
a
Genu
rechts
rezidivierende
m
Lumbovertebralsyndrom
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
chronische Bronchitis
D
as massive Übergewicht
sei
zentral, da es eine Belastung für den Gelenk- und Wirbelsäulenapparat darstelle und auch die schlechte diabetische Stoff
wechsellage verursache.
Es schienen sich
bereits
Spätfolgen des Diabetes (Polyneuropathie, Retinopathie) zu manifestieren, wobei diese Vermutung
aus
de
n
anamnestischen Angaben gefolgert werden könne und entspre
chende fachärztliche Untersuchungen noch ausstünden.
Dr.
Z._
empfahl
dem Beschwerdeführer, sich in eine spezialärztliche Behandlung (Adipositas-Sprechstunde, wo neben diätetischen Massnahmen auch allfällige bariatrische Massnahmen besprochen werden könnten) zu begeben (S. 4)
.
In somatischer Hinsicht ging der RAD-Arzt für die bisherige Tätigkeit als Staplerfahrer, die teilweise mit körperlich mittelschweren bis schweren Arbeiten verbunden
war
(gemäss Arbeit
geber
fragebogen bis zu 10 % der Arbeitszeit) sowie bis zu 40 % gehend und stehen
d
verrichte
t
wurde, von einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit aus. Für eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei hingegen auf Dauer gesehen keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit zu begründen (S. 4).
3.2
In seinem Bericht zuhanden des Krankentaggeldversicherers vom 5. Oktober 2012 (Urk. 11/43/2-3) nannte
Dr.
med.
D._
, Innere Medizin und Rheuma
tologie FMH, folgende Diagnosen (S. 1):
Plantarfasziitis
links mit Fersensporn
Periarthropathi
a
Genu
rechts
geringe bis mässige Gonarthrose beidseitig, Röntgen Knie 03.05.11
rezidiviere
ndes
Lumbovertebralsyndrom
, 3/10
oligosymptomatisch
Beckenkammtendinosen
beidseits,
Tractus
iliotibialis
Syndrom links
mediane/linksparamediane Dis
k
ushernie L4/5, MR
I
Lendenwirbelsä
u
le
(LWS)
12/07
metabolisches Syndrom mit Diabetes mellitus Typ II
Adipositas Grad III BMI 47 kg/m2
Status nach Pankreatitis
3/09
Dr.
D._
hielt fest, dass vorwiegend die erste und zweite Diagnose
sowie
teilweise auch die dritte Diagnose die Arbeitsfähigkeit beeinflussten. Auf
grund der eingeschränkten Belastbarkeit der Knie und der linken Ferse seien verschiedene Arbeitsversuche durchgeführt worden, wobei letztlich seit
dem
23. April eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Die Progn
ose se
i ungewiss und das Therapieziel
ausgeschöpft, wobei die Gelenksbeschwerden teils als degenerativ
beziehungsweise
belastungsbedingt bei Adipositas zu interpre
tieren seien (S. 1).
Im Weiteren
führte Dr.
D._
aus
, für eine körperlich leichte Arbeit (regelmäs
sige Gewichtsbelastung von 5 bis 10 kg) mit
der
Möglichkeit zur Wechsel
belastung und ohne länger dauernde Stehzeiten
bestehe aus rheu
matologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Die Einschränkungen beträfen die linke Ferse, beide Knie,
den
Rücken und eine weitere Überbe
lastung des Bewegungsapparates
aufgrund der Adipositas
. Für die ange
stammte Tätigkeit
bestehe aktuell eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
(S. 2).
3.
3
Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med.
E._
, FMH Allgemeine Innere Medizin,
führte
in seinem Be
richt vom 7. Juli 2015 (Urk. 11/
108/1-2) folgende somatische Diagnosen
auf
(S. 1):
symptomatische Polyarthrose
Valgusgonarthrose
rechts betont bei Adipositas
permagna
Sprunggelenksarthrose links
Schmerzen Schulter links, Ellbogen beidseits
muskuloligamentäre
periarti
culäre
Überlastung
allgemeine
Dekonditionierung
wegen Adipositas
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
bekannte mediane/links paramediane Diskushernie L4/L5 (MRI L
WS
12/07)
aktuell keine
radikuläre
Symptomatik
metabolisches Syndrom
Diabetes mellitus Typ II, Erstdiagnose 2003
i
nsulinpflichtig
Adipositas WHO Grad III (BMI aktuell 42,7 kg/m
2
)
a
rterielle Hypertonie
arterielle Hypertonie
Diabetes mellitus Typ
II
insulinpflichtig
m
ittelschweres, ausgeprägt positionsabhängiges obstruktives Schlafapnoe
syndrom
Dr.
E._
wies darauf hin, dass der Beschwerdeführer durch grossen Willen und
Anstrengung eine massive Gewichtsreduktion h
abe erreichen können (von 143
auf 121 kg).
Er habe durch Umstellen seiner Tagesstruktur und aus
geprägte
n
Sport (Laufen zirka 15 km pro Tag) trotz Schmerzen an den Knie
gelenken (
„
nimmt Analgetika vor dem Laufen
“
) den Gewichtsverlust bewerk
stelligen und sein Selbstbewusstsein steigern können. Durch den Gewichts
verlust habe auch die Insulindosis reduziert werden können.
Im Weiteren führte der Hausarzt aus, die Arbeitsfähigkeit betrage somatisch gesehen für leichtere Arbeiten mit Wechselbelastung (oder sitzende Tätigkei
t
en
)
etwa 50 % „bei jedoch einer Leistungsminderung von bis zu 50 % wegen
d
er Knie
- und Adipositas-
Problematik“. Seine Empfehlung sei es jedoch, die Arbeitsunfähigkeit somatisch und psychiatrisch auf 100 % zu belassen, um das fragile Gleichgewicht nicht zu stören (Tagesstruktur), welches dem Beschwerdeführer den Gewichtsverlust ermöglicht habe. Die „Compliance“ sei aktuell sehr gut und längerfristig könne aus somatischer Sicht, wenn er so weiterfahre mit dem Abnehmen, mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit gerechnet und das Insulin nach weiteren 20 bis 30 kg Gewichtsverlust lang
sam weggelassen werden. Entsprechend empfahl Dr.
E._
, die 100 %
ige
Arbeitsunfähigkeit (psychiatrisch und somatisch) bis Ende Oktober 2015 zu belassen, um dann eine erneute Beurteilung
abzugeben
(S. 2).
3.4
Der RAD-Arzt
Dr.
med.
Dr.
rer
. pol.
F._
, Facharzt für Innere Medizin, wies in seiner
Aktenbeurteilung
vom 11. Juni 2016 (Urk. 11/106 S. 7) darauf hin, dass das Gutachten
des Psychiaters
Dr.
B._
umfassend sowie schlüssig sei und
der Beschwerdegegnerin
als sachlicher Bezugspunkt eigener Urteilsbildung diene
n könne
.
Die somatischen Diagnosen seien
bereits genü
gend gew
ürdigt und auch durch eine RAD-
Untersuchung
(Dr.
Z._
)
unterlegt. Während ein psychiatrischer Gesundheitsschaden zu verneinen sei, lägen in somatischer Hinsicht eine Adipositas Grad III
(46,5
kg/m2)
, ein insu
linpflichtiger Diabetes mellitus Typ II, ein obstruktives Schlafapnoesyndrom mit CPAP-Therapie sowie degenerative Veränderungen an den Knie- und Fussgelenken (Arthrose) vor. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei weiterhin von einer 80%
igen Arbeitsfähigkeit respektive in einer adaptier
ten Tätigkeit (ohne Nachtarbeit und mit
zusätzl
ichem
Pausenbedarf zur Stoffwechselkon
trolle)
seit
jeher von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
4.
4.1.
4.1
.1
Während die
von den behandelnden Ärzten und
dem
RAD-Arzt Dr.
Z._
in somatischer Hinsicht gestellten Diagnosen
im Wesentlichen über
einstimmen (vgl. E.
3.1
-3
hievor
), bestehen unterschiedliche Auffassun
gen
zum Umfang der Arbeitsfähigkeit
. RAD-Arzt Dr.
Z._
postulierte eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit
in
bisherige
r
Tätigkeit respektive eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
in
eine
r
behinderungsangepasste
n
Tätigkeit.
Der Internist und Rheumatologe
Dr.
D._
ging
in
angestammte
r
Tätigkeit
von
eine
r
Arbeitsfähigkeit von 50 %
beziehungsweise
für
körperlich leichte Arbeiten
von
eine
r
solche
n
von 100 %
aus
(vgl. E. 3.
2
hievor
)
.
Der Hausarzt des Beschwerdeführers
attestierte
schliesslich
für leichtere
Arbeiten mit Wechs
el
belastung respektive sitzende
Tätigkeiten eine 50%ige
Arbeitsfähig
keit
mit ent
sprechender Leistungsminderung von bis zu 50 % aufgrund der Knie
- und Adipositas-Problematik
.
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid
wie erwähnt
davon aus, dass der Beschwerdeführer
aus somatischer Sicht
in der ange
stammten Tätigkeit zu 80 % und
in
einer angepassten Tätigkeit (ohne Nacht
arbeit und mit zusätzlichem Pausenbedarf zur Stoffwechselkontrolle) zu 100 % arbeitsfähig sei (Urk. 2 S. 2). Sie stützte sich dabei auf die
Ein
schätzung
des R
AD-Arztes Dr.
F._
vom 11. Juni 2015, welcher
betreffend die
körperlichen
Beschwerden
auf die Untersuchung des RAD
Arztes Dr.
Z._
vom 5. April 2012 abstellte (
Urk. 11/106 S. 7,
vgl.
auch
E. 3.4
hievor
).
4.1.2
Gemäss den vorliegenden Arztberichten
beschlagen
die im Vordergrund
stehen
den
somatischen
Beschwerden mehrere medizinische Fach
gebiete
(
ins
besondere
I
nnere Medizin,
Rheumatologie
und
Neurologie
),
während
RAD
Arzt Dr.
Z._
lediglich
über den Titel „Praktischer Arzt FMH“
verfügt (Urk. 11/33 S. 4)
.
Dr.
Z._
wies
unter der Bemerkung,
dass sich die Spätfolgen des Diabetes (Polyneuropathie, Retinopathie)
bereits
zu mani
festieren schienen,
denn auch darauf hin, dass
entsprechende fachärztliche Untersuchungen noch ausstünden. Des Weiteren empf
ahl
er
dem Beschwer
deführer, sich in eine spezialärztliche Behandlung respektive Adipositas-Sprechstun
de zu begeben (Urk. 11/33 S. 4).
Damit
dürfte
das Ausmass der
gesundheitlichen Auswirkungen
des Diabetes im Zeitpunkt der Untersuchung dur
ch Dr.
Z._
zumindest
unklar
gewesen sein
.
Im Weiteren
war
d
er Untersuchungsbericht von Dr.
Z._
vom 15. Mai 2012 (Urk. 11/33 S. 1)
bei
Erlass der leistungsabweisenden Verfügung vom
4. Februar 2016 (Urk. 2)
bereits mehr als
3
1⁄2
Jahre alt und
trug
dem im Nachgang
zur
RAD-Untersuchung
diagnostizierten Schlafapnoe-Syndrom (
Urk.
11/95/5-7 S. 1, Urk. 11/95/33-34
S. 1 und Urk. 11/108/1-2 S. 1)
sowie
den
zunehmenden Beschwerden am linken Knie (Urk. 11/95/24-25)
keine Rechnung.
Entsprechendes
gilt
umgekehrt
bezüglich
de
s
vom Hausarzt i
m
Bericht vom 7. Juli 2015
erwähnten massiven Gewichts
verlust
s
(zu den Voraussetzungen einer [ausnahmsweise] invalidisierenden Adipositas vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 8C_496/2012 vom 1
9.
September 2012 E. 2.2 mit diversen Hinweisen)
und
der
damit verbundene
n
Reduktion der Insulindosis
(Urk. 11/108/1-2 S. 2)
.
4.1.3
Nach dem Gesagten
durfte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungsablehnung nicht auf die Einschätzung
ihres
RAD-Arztes Dr.
Z._
beziehungsweise auf die auf diese abstellende Aktenbeurteilung des RAD-Arztes
Dr.
F._
abstützen
. In den Akten finden sich sodann keine fachärztlichen
Stellung
nahmen
, welche ein abschliessendes Bild betreffend Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
in
somatische
r
Hinsicht ergeben würden. Im
Bericht des Hausarztes
(
vom 7. Juli 2015
)
, welcher über einen Facharzttitel
in Allg
emei
ner Innerer Medizin verfügt
,
wird
die von ihm postulierte
Arbeit
s
(
un
)
fähigkeit
von
an sich
50 % in einer angepassten Tätigkeit nicht näher begründet (
Urk. 11/108,
S. 2). Im Übrigen
wäre diesbezüglich der
Erfahrungs
tatsache
Rechnung
zu
tragen
, dass Hausärztinnen und Hausärzte
mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
4.2
Was die psych
ischen
Beschwerden betrifft,
hat
die Beschwerdegegnerin
weder den
Bericht der Klinik
C._
betreffend den stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 16. Oktober bis 20. November 2014 (vgl. Urk. 11/102 S. 6)
noch den Bericht der
G._
vom 9. Juli 2015 (vgl. Urk. 11/108 S. 6)
eingeholt
.
Ersterer lag denn auch Dr.
B._
nicht vor, weshalb sein Gutachten vom
8.
Mai 2015 an einem Mangel leidet.
4.3
Nach dem Gesagten ist die
angefochtene Verfügung vom 16. Februar 2016 (Urk. 2) aufzuheben und die Sache zwecks
umfassender fachmedizinischer Abklärung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Dabei wird der nach
gereichte Bericht der Klinik
C._
vom 3
0.
Januar 2017 (
Urk.
16) im Gesamtkontext soweit zu berücksichtigen sein, als er Rückschlüsse auf die bis
4.
Februar 2016 (Verfügungserlass) bestehende Situation zulässt (vgl. BGE 131 V
242 E. 2.1, 121
V
366 E. 1
b
).
Hernach wird
sie
über die Rentenfrage neu entscheiden.
5.
5.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen und, da die Rück
weisung an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsiegen gilt (vgl. etwa Urteil des damaligen Eidgenössischen Versiche
rungsgerichts U 199/02 vom 10. Februar 2004 E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3), ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (
Art. 69 Abs. 1bis IVG).
Damit
erweist sich das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung (Urk. 1 S. 2) als gegenstandslos.
5.2
Dem Verfahrensausgang entsprechend
ist
die Beschwerdegegnerin
zu ver
pflichten
, eine Prozessentschädigung zu bezahlen.
Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
)
wird
namentlich für unnöti
gen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Mit Eingabe vom
2
5. November 2016 (Urk. 13)
machte Rechtsanwältin Stephanie Schwarz für das vorliegende Verfahren einen Aufwand von 11.40
Stunden und
Fr. 77.--
Barauslagen
geltend. Dieser
erscheint mit Blick auf die
Bedeutung der Streitsache und
die
Schwierigkeit des Prozesses nicht angemes
sen
, namentlich in Bezug auf die Dauer der Ausarbeitung der Beschwer
deschrift, den nicht in
s
Verfahren eingeflossene Kontakt zum Psycho
l
ogen sowie die Nachbearbeitung.
Angesichts der
notwendigen Instruk
tion
,
der
gut
116
Aktenstücke der Be
schwerdegegnerin
(Urk.
11
/1
116
),
der
11
-
seitigen Rechtsschrift
(wovon knapp
9
Seiten mate
riellen Inhalts;
Urk. 1) sowie
der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträge ist
die Entschädigung
bei Anwendung des ge
richtsübli
chen Stundenansatzes von Fr. 220.--
(zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2
‘
4
00.--
(inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung erweist sich als gegen
standslos.

Considerations: