Decision ID: 8017d028-9770-486c-90be-4c1af46b9850
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ bezog ab dem 1. Februar 1997 Ergänzungsleistungen zu seiner halben IV-
Rente (IV-Grad von 50 %, Dossier 2, 266-21 ff., 258-16).
A.a.
Am 22. Dezember 2005 teilte die EL-Durchführungsstelle dem Rechtsvertreter des
Versicherten mit, dass dieser aus seiner selbständigen Erwerbstätigkeit seit Jahren
kein Einkommen mehr erziele (Dossier 2, act. 178). Der Versicherte sei zu 50 %
arbeitsfähig, weshalb die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens zu
prüfen sei. Der Versicherte gab im Formular betreffend hypothetisches
Erwerbseinkommen am 16. Januar 2006 an, er sei von Beruf Autolackierer (Dossier 2,
act. 166-6). Von 1984 bis 1990 habe er zu 100 % als Lackierer und von 1990 bis 1994
zu 100 % als Versicherungsmitarbeiter gearbeitet (siehe auch Dossier 2, act. 41-3). Seit
2004 sei er im Aufbau einer Massagepraxis in einem Pensum von 40 %. Er falle in
unregelmässigen Abständen − bis zu drei Tage hintereinander − aus. Die EL-
Durchführungsstelle verzichtete vorerst auf die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens (Dossier 2, act. 140). Am 19. Oktober 2007 heiratete der
Versicherte (Dossier 2, act. 132). In der Folge hob die EL-Durchführungsstelle die
A.b.
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Ergänzungsleistungen wegen eines Einnahmenüberschusses per 1. Februar 2008 auf
(Dossier 2, act. 108).
Im August 2010 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von
Ergänzungsleistungen an (Dossier 2, act. 100). Er war inzwischen geschieden und lebte
im Kanton Thurgau (Dossier 2, act. 97). Im Oktober 2010 zog er wieder in den Kanton
St. Gallen. Ab dem 1. April 2011 richtete wieder die EL-Durchführungsstelle des
Kantons St. Gallen die Ergänzungsleistungen aus (Verfügung vom 10. Juni 2011,
Dossier 2, act. 74; siehe auch Dossier 2, act. 78 und 85). In der Anspruchsberechnung
war unter anderem ein hypothetisches Erwerbseinkommen von Fr. 19'050.-- pro Jahr
berücksichtigt worden (Dossier 2, act. 75).
A.c.
Aufgrund der erfolglosen Arbeitsbemühungen verzichtete die EL-
Durchführungsstelle ab dem 1. März 2012 vorläufig auf die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens (Verfügung vom 29. März 2012, Dossier 2, act.
56). Per 1. Oktober 2013 nahm die EL-Durchführungsstelle wieder ein hypothetisches
Erwerbseinkommen von Fr. 19'210.-- pro Jahr in die Anspruchsberechnung auf, da sie
die eingereichten Belege für die Arbeitsbemühungen als qualitativ ungenügend
bewertet hatte (Verfügung vom 27. September 2013, Dossier 2, act. 18 ff.). Die
dagegen erhobene Einsprache wies die EL-Durchführungsstelle am 22. Januar 2014 ab
(Dossier 2, act. 4). Die gegen den Einspracheentscheid erhobene Beschwerde hiess
das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen am 11. November 2014 gut; es hob
den Einspracheentscheid auf und wies die Sache zur Neuberechnung der
Ergänzungsleistung ab Oktober 2013 ohne die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens an die EL-Durchführungsstelle zurück (EL 2014/3, Dossier 1, act.
102). Das Gericht erwog, dass der Versicherte nicht in der Lage sei, seine
Bewerbungsunterlagen selbständig zu verbessern und an die spezifischen
Anforderungen der konkreten Stellenausschreibung anzupassen. Er sei nur in der Lage,
auf bestimmte generelle Anweisungen zu reagieren, wobei er belegt habe, dass er
sämtliche Anweisungen der verschiedenen EL-Sachbearbeiter stets so gut als möglich
befolgt habe. Der Versicherte sei mit den Anforderungen und Gesetzmässigkeiten des
Arbeitsmarktes nicht vertraut. Er sei offensichtlich nicht in der Lage, sich das
entsprechende Wissen autodidaktisch anzueignen. Aus diesem Grund sei ihm nichts
anderes übriggeblieben, als mit Hilfe des regionalen Arbeitsvermittlungszentrums
A.d.
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möglichst optimale Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen und diese dann für
sämtliche Arbeitsbemühungen zu verwenden. Obwohl der Versicherte wohl kaum
verstanden habe, weshalb diese Unterlagen aus der Sicht der EL-Durchführungsstelle
unzureichend gewesen seien, habe er die Hinweise zur Verbesserung der Unterlagen
umgesetzt, wobei er aber die Anweisungen der EL-Sachbearbeiter offenbar teilweise
nicht habe nachvollziehen können. Vor diesem Hintergrund hätten von ihm keine
qualitativ besseren Arbeitsbemühungen erwartet werden können. Der Versicherte habe
also das ihm Mögliche und Zumutbare unternommen, um ein Erwerbseinkommen zu
erzielen. Gemessen an seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten habe er sich ernsthaft um
eine Arbeitsstelle bemüht. Die gesammelten Absagen belegten, dass ihm im
massgebenden Zeitraum der Erfolg verwehrt geblieben sei. Das bedeute, dass der
Versicherte die Vermutung, ihm sei die Erzielung eines Erwerbseinkommens möglich
und zumutbar gewesen, wiederlegt habe, weshalb die revisionsweise Anrechnung
eines hypothetischen Erwerbseinkommens nicht zulässig gewesen sei.
Mit Verfügung vom 27. November 2014 setzte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen für den Zeitraum 1. Oktober 2013 bis 31. Dezember 2013 unter
Ausscheidung des hypothetischen Erwerbseinkommens neu fest (Dossier 1, act. 100).
In der Verfügungsbegründung verwies sie auf den Gerichtsentscheid. Sie wies
ausserdem darauf hin, dass für die Festsetzung des EL-Anspruchs ab 1. Januar 2014
weitere Abklärungen notwendig seien, da der Versicherte seit Januar 2014 keine
Stellenbewerbungen mehr erbringe, sondern versuche, durch die Ausübung einer
selbständigen Erwerbstätigkeit die ihm zumutbare Arbeitsfähigkeit zu verwerten. Der
Versicherte hatte der EL-Durchführungsstelle bereits am 14. Januar 2014 mitgeteilt,
dass er die selbständige Tätigkeit als Masseur wieder aufgenommen habe (Dossier 2,
act. 5). Mit Verfügung vom 28. November 2014 (Dossier 1, act. 98) eröffnete die EL-
Durchführungsstelle dem Versicherten, dass das hypothetische Einkommen (weiterhin)
in der EL-Berechnung belassen werde. Zur Begründung hielt sie fest, der Versicherte
habe nicht glaubhaft darlegen können, dass er mit der selbständigen Erwerbstätigkeit
erfolgreich sein werde. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte Einsprache
(Dossier 1, act. 93). Am 1. März 2015 reichte er die Nachweise für die im Zeitraum
August 2014 bis Februar 2015 getätigten Arbeitsbemühungen ein (Dossier 1, act. 85).
A.e.
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Mit Verfügung vom 23. März 2015 setzte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen rückwirkend ab 1. Januar 2014 unter Ausscheidung des
hypothetischen Erwerbseinkommens neu fest (Dossier 1, act. 76). Zur Begründung hielt
sie fest, dass der Versicherte zunächst als selbständig Erwerbender und anschliessend
durch die genügende Suche nach Teilzeitstellen stets versucht habe, seine
Arbeitsfähigkeit zu verwerten. Betreffend die künftigen Arbeitsbemühungen sei zu
beachten, dass monatlich rund acht Bewerbungen auf ausgeschriebene oder nicht
ausgeschriebene Stellen verlangt würden, ein monatliches Übersichtsblatt über die
getätigten Bewerbungen zu führen sei und der Lebenslauf angepasst werden müsse;
statt der Angabe, dass er seit Jahr(zehnt)en IV-Rentner sei, solle er angeben, dass er
seither bis Dezember 2014 selbständig eine Massagepraxis geführt habe.
A.f.
Am 5. Oktober 2015 verlangte die EL-Durchführungsstelle die Nachweise der
Arbeitsbemühungen ab Juli 2015 ein (Dossier 1, act. 69). Am 20. Oktober 2015 gingen
Übersichtsblätter über die getätigten Bewerbungen samt Absageschreiben ein (Dossier
1, act. 68). Am 12. November 2015 forderte die EL-Durchführungsstelle den
Versicherten auf, sämtliche Bewerbungsschreiben seit Juli 2015, eine Kopie des
Lebenslaufs sowie sämtliche Nachweise der Arbeitsbemühungen von November 2015
einzureichen (Dossier 1, act. 67). Am 20. November 2015 reichte der Versicherte eine
Kopie des Lebenslaufs, eine Kopie eines Bewerbungsschreibens sowie das
dazugehörige Stelleninserat ein. Er merkte an, dass er diese Bewerbung zusammen mit
16 anderen am 23. November verschicken werde (Dossier 1, act. 66). Der zuständige
EL-Sachbearbeiter notierte am 20. November 2015, dass der Versicherte die
quantitativen Anforderungen mehr als erfülle und auch den Lebenslauf − wenn auch
nicht ganz korrekt − angepasst habe (Dossier 1, act. 58). Deshalb schlage er vor,
weiterhin auf die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens zu verzichten.
Am 27. November 2015 teilte die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten mit, dass er
den Bezug einer IV-Rente im Lebenslauf vollständig weglassen und den angepassten
Lebenslauf bis 23. Dezember 2015 einreichen solle (Dossier 1, act. 63). Die
Bewerbungen hätten in Zukunft zeitlich näher an den Inseraten und nicht alle am
selben Tag zu erfolgen. Am 29. Dezember 2015 ging der angepasste Lebenslauf bei
der EL-Durchführungsstelle ein (Dossier 1, act. 59). Am 4. Januar 2016 informierte die
EL-Durchführungsstelle den Versicherten darüber, dass ihm weiterhin kein
A.g.
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hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet werde (Dossier 1, act. 57). Er habe
sich allerdings weiterhin aktiv und gezielt im bisherigen Umfang um eine Stelle zu
bemühen. Die Nachweise der Arbeitsbemühungen (Kopie Bewerbungsschreiben,
Antwort der Firma, E-Mail-Kontakt) seien aufzubewahren.
Am 19. Dezember 2016 bat die EL-Durchführungsstelle den Versicherten darum,
die Nachweise seiner Arbeitsbemühungen ab 1. Mai 2016 einzureichen (Dossier 1, act.
47). Am 9. Januar 2017 gingen eine Kopie des Lebenslaufs, ein Bewerbungsschreiben,
diverse Absageschreiben (per E-Mail, ohne Datum, aber nach Monat sortiert) sowie
monatliche Auflistungen von Arbeitgebern, von denen der Versicherte keine Antwort
erhalten hatte, bei der EL-Durchführungsstelle ein (Dossier 1, act. 41). Die EL-
Durchführungsstelle verzichtete in der Folge weiterhin auf die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens.
A.h.
Am 8. September 2017 forderte die EL-Durchführungsstelle den Versicherten auf,
die Nachweise seiner Arbeitsbemühungen der letzten vier Monate einzureichen
(Dossier 1, act. 40). Am 15. September 2017 reichte der Versicherte eine Kopie des
Lebenslaufs, eine Kopie des Bewerbungsschreibens, welches er bereits bei der letzten
Überprüfung im Dezember 2016 eingereicht hatte, diverse, nach Monaten sortierte
Absageschreiben sowie eine Auflistung der Arbeitgeber, von denen er keine Antwort
erhalten hatte, ein (Dossier 1, act. 39). Der zuständige EL-Sachbearbeiter notierte am 8.
November 2017, dass das Bewerbungsschreiben in Ordnung sei (Dossier 1, act. 28).
Es fehle jedoch wieder das monatliche Übersichtsblatt. Im Lebenslauf habe der
Versicherte seine zuletzt ausgeübte selbständige Erwerbstätigkeit als Masseur nicht
aufgeführt. So entstehe der Eindruck, dass er seit 1996 gar nicht mehr gearbeitet habe.
Trotzdem sei dem Versicherten kein hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen,
denn das Versicherungsgericht sei im Entscheid vom 11. November 2014 zum Schluss
gekommen, dass auch mit den Absageschreiben nachgewiesen worden sei, dass der
Versicherte genügend Bewerbungen erbracht habe. Der Gruppenleiter
Ergänzungsleistungen notierte am 14. November 2017, aufgrund des
Gerichtsentscheids vom 11. November 2014 sei die Chance, dass dem Versicherten
ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet werden könne, gering (Dossier 1,
act. 28-2 f.). Dem Versicherten sei vorläufig weiterhin kein hypothetisches
Erwerbseinkommen anzurechnen. Der Lebenslauf sei jedoch anzupassen. Am 4.
A.i.
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Dezember 2017 teilte die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten mit, dass ihm
aufgrund der eingereichten Arbeitsbemühungen weiterhin kein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet werde (Dossier 1, act. 38). Er habe sich im gleichen
Ausmass weiterhin um eine Arbeitsstelle zu bemühen. Der Lebenslauf sei zu ergänzen
und anzupassen.
Am 15. Februar 2018 forderte die EL-Durchführungsstelle vom Versicherten die
Nachweise der Arbeitsbemühungen der letzten vier Monate ein (Dossier 1, act. 34). Am
27. März 2018 teilte der Versicherte dem zuständigen EL-Sachbearbeiter mit, dass er
wegen eines Computervirus alle Daten bis 13. März 2018 verloren habe (Dossier 1, act.
32). Auch die neue Vorlage für den Lebenslauf sei weg. Am 5. April 2018 teilte die EL-
Durchführungsstelle dem Versicherten die notwendigen Anpassungen des Lebenslaufs
noch einmal mit und kündigte ihm an, dass sie den angepassten Lebenslauf wie auch
die Arbeitsbemühungen ab 14. März 2018 zu einem späteren Zeitpunkt einverlangen
werde (Dossier 2, act. 31).
A.j.
Am 4. Juli 2018 bat die EL-Durchführungsstelle den Versicherten um die
Zustellung der Nachweise für die Arbeitsbemühungen der letzten drei Monate (Dossier
1, act. 30). Am 11. Juli 2018 gingen der angepasste Lebenslauf, das bereits in den zwei
vorhergehenden Überprüfungen eingereichte Bewerbungsschreiben sowie diverse
Absageschreiben (per E-Mail, undatiert und unsortiert) ein (Dossier 1, act. 29). Der
Gruppenleiter Ergänzungsleistungen notierte am 15. August 2018, dass der Lebenslauf
wie gefordert angepasst worden sei (Dossier 1, act. 28-2 f.). Bei den letzten
Bewerbungen falle auf, dass die angeschriebenen Arbeitgeber durchgehend in einer
Kurzmitteilung via E-Mail mitgeteilt hätten, dass derzeit keine Stellen verfügbar seien.
Die Bewerbungsanforderungen seien anzupassen. Am 16. August 2018 teilte der
zuständige EL-Sachbearbeiter dem Versicherten mit, dass ihm weiterhin kein
hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet werde (Dossier 1, act. 27). Künftig
müsse er pro Monat acht schriftliche Bewerbungen auf in Frage kommende Stellen
tätigen, wovon mindestens vier Bewerbungen auf inserierte Stellen zu erfolgen hätten.
Erfolgten die Bewerbungen auf inserierte Stellen, sei im Bewerbungsschreiben auf die
Stelle einzugehen und das Inserat sei aufzubewahren. Die Bewerbungen seien
spätestens eine Woche nach Erscheinen des Inserates zu tätigen. Ungünstige
A.k.
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Formulierungen seien zu unterlassen. Über sämtliche Bewerbungen sei ein monatliches
Übersichtsblatt zu führen.
Am 6. September 2019 forderte die EL-Durchführungsstelle den Versicherten auf,
die Nachweise der in den letzten vier Monaten getätigten Arbeitsbemühungen
einzureichen (Dossier 1, act. 23). Am 20. September 2019 gingen der Lebenslauf des
Versicherten und Absageschreiben (per E-Mail, undatiert und unsortiert) bei der EL-
Durchführungsstelle ein (Dossier 1, act. 21). Am 24. September 2019 bat die EL-
Durchführungsstelle den Versicherten darum, die restlichen Nachweise seiner
Arbeitsbemühungen (monatliche Übersicht über die getätigten Bewerbungen, alle
Bewerbungsschreiben, die dazugehörigen Stelleninserate, alle Antwortschreiben, eine
Kopie des vollständigen Bewerbungsdossiers) einzureichen (Dossier 1, act. 20). Am
8. Oktober 2019 gingen weitere (undatierte) Absageschreiben sowie das
Bewerbungsschreiben, welches er schon die letzten Male eingereicht hatte, ein
(Dossier 1, act. 19).
A.l.
Die zuständige EL-Sachbearbeiterin notierte am 22. Oktober 2019, dass der
Versicherte am 20. September 2019 etliche Absageschreiben eingereicht habe (Dossier
1, act. 17). Die meisten seien Kurzbriefe per E-Mail. Anhand dieser Unterlagen könne
nicht eruiert werden, von welchem Zeitpunkt die Bemühungen seien. Das
Bewerbungsschreiben sei gleich wie beim letzten Mal. Bisher sei dies nicht bzw. nur
bemängelt worden, dass bei ordentlichen Bewerbungen auf die Stelle einzugehen sei.
Gemäss den Absageschreiben seien die meisten Bewerbungen Blindbewerbungen.
Den Absageschreiben könne nur eine ordentliche Bewerbung entnommen werden. Der
Versicherte erfülle die Auflage von acht schriftlichen Bewerbungen, wovon vier auf
offene Stellen erfolgen müssten, klar nicht. Der Versicherte sei mehrmals auf die Folgen
des Nichterfüllens aufmerksam gemacht worden. Daher sei ihm ab 1. November 2019
ein hypothetisches Erwerbseinkommen gemäss Art. 14a ELV anzurechnen.
A.m.
Mit Verfügung vom 23. Oktober 2019 setzte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen per 1. November 2019 unter Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens von Fr. 19'450.-- pro Jahr neu auf Fr. 1'163.-- pro Monat fest
(inkl. Prämienpauschale Krankenversicherung und ausserordentliche
Ergänzungsleistungen; Dossier 1, act. 16). Zur Begründung hielt sie fest, dass die
A.n.
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eingereichten Arbeitsbemühungen ihre Auflagen nicht erfüllten. Gemäss den
eingereichten Absageschreiben handle es sich bis auf eine ordentliche Bewerbung um
Blindbewerbungen. Daher werde ab 1. November 2019 ein hypothetisches
Erwerbseinkommen gemäss Art. 14a ELV von Fr. 19'450.-- pro Jahr angerechnet.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 7. November 2019 Einsprache
(Dossier 1, act. 13). Er machte geltend, dass er sich jeden Monat auf mindestens vier
ausgeschriebene Stellen beworben habe. Er könne lediglich diejenigen Antworten, die
er erhalten habe, der EL-Durchführungsstelle weiterleiten. Auf zehn Blindbewerbungen
sowie die letzten zwanzig Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen habe er lediglich
je zwei Antworten erhalten.
A.o.
Am 5. Dezember 2019 forderte die EL-Durchführungsstelle den Versicherten auf,
ihr die Stelleninserate und die Übersichtsblätter der von Juni bis Oktober 2019
getätigten Bewerbungen zuzustellen (Dossier 1, act. 11). Der Versicherte antwortete am
3. Januar 2020, dass er sich nach dem Schreiben der EL-Durchführungsstelle − er
könne nicht genau sagen, ob es "dieses" Schreiben gewesen sei, denke aber schon −
mit einer "Frau" in der SVA (Sozialversicherungsanstalt) getroffen habe (Dossier 1, act.
7). Sie hätten sich darauf geeinigt, dass er mit seinen Arbeitsbemühungen so
weitermachen könne. Das habe er auch getan. Wenn man jetzt etwas Anderes
wünsche, solle man das sagen, und nicht gleich die Rente (gemeint:
Ergänzungsleistungen) wegnehmen. Am 14. Januar 2020 antwortete eine EL-
Sachbearbeiterin, die EL-Durchführungsstelle habe mit Schreiben vom 16. August 2018
darauf hingewiesen, dass monatlich mindestens vier Bewerbungen auf
ausgeschriebene Stellen zu tätigen und sämtliche Nachweise der Bewerbungen
aufzubewahren seien (Dossier 1, act. 6). Dazu gehörten unter anderem auch die
vollständig ausgefüllten Übersichtsblätter und Inserate. Eine andere Abmachung sei
der EL-Durchführungsstelle nicht bekannt. Die EL-Sachbearbeiterin räumte dem
Versicherten noch einmal die Gelegenheit ein, ihr allfällig noch vorhandene
Bewerbungsunterlagen (Übersichtsblätter, Inserate etc.) des Zeitraums Juni bis
Oktober 2019 zuzustellen. Am 4. Februar 2020 teilte der Versicherte der EL-
Sachbearbeiterin mit, dass er in der SVA gewesen sei und man ihm gesagt habe, dass
er "vorerst" so weitermachen solle (Dossier 1, act. 5). Er halte deshalb an seiner
Einsprache fest.
A.p.
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B.
Mit Entscheid vom 2. März 2020 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache
ab (Dossier 1, act. 3). Zur Begründung hielt sie fest, aus den eingereichten Unterlagen
sei weder ersichtlich, wann die Bewerbungen getätigt worden seien, noch ob eine
Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle erfolgt sei. Aus den meisten
Absageschreiben lasse sich ableiten, dass es sich um Blindbewerbungen gehandelt
habe. Falls der Versicherte tatsächlich keine Antworten auf die ordentlichen
Bewerbungen erhalten habe, hätte er zumindest die Bewerbungsschreiben und die
Inserate einreichen können. Weiter sei darauf hinzuweisen, dass aus den eingereichten
Unterlagen nicht klar werde, ob sich der Versicherte auf die offene Stelle als
Maschinenführer bei der B._ noch beworben habe. Zusammenfassend müsse
festgehalten werden, dass die Bewerbungen insgesamt nicht zielgerichtet auf
tatsächlich freie Stellen getätigt worden seien. Inserate lägen keine vor. Der Versicherte
sei mehrfach darauf hingewiesen worden, was er einreichen müsse, um genügende
Arbeitsbemühungen nachzuweisen. Die allesamt undatierten Absageschreiben reichten
dazu nicht aus. Der Versicherte könne keine Beweise für die angebliche Abmachung
mit der EL-Durchführungsstelle vorlegen. So sei nicht bekannt, wann und durch welche
Person ihm diese Auskunft erteilt worden sein solle. Die mangelhaften
Arbeitsbemühungen wiesen darauf hin, dass der Versicherte tatsächlich nicht gewillt
sei, ein Erwerbseinkommen zu erzielen. Die natürliche Vermutung für die Verwertbarkeit
der Erwerbsfähigkeit des Versicherten sei durch die eingereichten Arbeitsbemühungen
nicht widerlegt worden. Die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens sei
daher zu Recht erfolgt, weshalb die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden sei.
A.q.
Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
am 11. März 2020 Beschwerde (act. G 1). Er machte geltend, dass ihm nicht erklärt
worden sei, wie er sich bewerben müsse; er habe die "Computerausdrücke" nicht
verstanden. Er beantragte die Durchführung einer mündlichen Verhandlung.
B.a.
Die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 2.
April 2020 die Abweisung der Beschwerde (act. G 3). Zur Begründung verwies sie auf
die Erwägungen im Einspracheentscheid.
B.b.
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Am 20. Juli 2021 teilte das Gericht dem Beschwerdeführer mit, dass, sollte das
Gericht zur Auffassung gelangen, dass ihm ab dem 1. November 2019 ein
hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen sei, dieses wohl auf einen höheren
Betrag festgelegt würde (act. G 8). Der Entscheid des Gerichts könnte folglich dazu
führen, dass er ab dem 1. November 2019 weniger Ergänzungsleistungen zugute habe,
als ihm mit der Verfügung vom 23. Oktober 2019 zugesprochen worden seien. Das
Gericht räumte dem Beschwerdeführer die Möglichkeit ein, die Beschwerde
zurückzuziehen. Dieser liess sich nicht vernehmen.
B.c.
Am 7. Oktober 2021 gingen die bei der Beschwerdegegnerin angeforderten IV-
Akten des Beschwerdeführers ein (act. G 9 f.). Die IV-Stelle hatte dem
Beschwerdeführer mit Verfügung vom 12. Mai 1999 rückwirkend ab 1. Februar 1996
bei einem IV-Grad von 50 % eine halbe IV-Rente zugesprochen (IV-act. 6 f.). Sie war
davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu 70
% arbeitsfähig sei. Dabei sei jedoch zu berücksichtigen, dass er zwischendurch
Pausen einlegen müsse. Der Beschwerdeführer müsse daher eine Erwerbseinbusse
von 50 % in Kauf nehmen. Dem polydisziplinären Medas-Gutachten vom 25. Mai 1998
waren die folgenden Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit zu
entnehmen (IV-act. 18): Posttraumatische Kopfschmerzen bei wahrscheinlicher
Contusio cerebri am 14.12.1992 und leichte neuropsychologische Funktionsstörung bei
Status nach Schädelhirntrauma am 14.12.1992. Die Gutachter hatten die
Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auf 30 % geschätzt.
B.d.
Am 25. Januar 2022 lud das Gericht die Parteien zur mündlichen Verhandlung am
15. Februar 2022 ein (act. G 12). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine
Teilnahme (act. G 14).
B.e.
Anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 15. Februar 2022 führte der
Beschwerdeführer sinngemäss aus, dass er die Beschwerdegegnerin nach Erhalt des
Schreibens betreffend die neuen Anforderungen (vom 16. August 2018) telefonisch um
einen Termin gebeten habe, da er dieses Schreiben nicht verstanden habe. Man habe
ihm mitgeteilt, dass er ohne Termin vorbeikommen dürfe, um sich das Schreiben
erklären zu lassen. Den Namen der Frau, die ihn in der Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen empfangen habe, kenne er nicht. Sie habe von "PDF", "entzippen",
B.f.
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Considerations:
Erwägungen
1.
"extrahieren" etc. gesprochen, was er nicht verstanden habe. Nachdem die Frau ihm
das Ganze noch einmal mit den genau gleichen Worten zu erklären versucht habe, sei
er "hässig" geworden. Auch die Frau sei etwas aufgebracht gewesen. Sie habe sein
Dossier kurz durchgeschaut und gesagt, das seien ja genügende Bewerbungen und er
solle einfach so weitermachen. Er habe das Schreiben noch Kollegen gezeigt, die es
auch nicht verstanden hätten. Er habe erwartet, dass er von der Beschwerdegegnerin
noch einmal ein Schreiben erhalten und man ihn in eine "Schule" schicken werde. Er
habe jedoch nichts mehr gehört. Deshalb habe er sich weiterhin so beworben wie
bisher. Zwei Jahre später habe man ihm dann das hypothetische Erwerbseinkommen
angerechnet.
Der Entscheid des Versicherungsgerichts wurde dem Beschwerdeführer im
Anschluss an die Verhandlung mündlich eröffnet.
B.g.
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist der Einspracheentscheid
vom 2. März 2020, mit welchem die Einsprache gegen die Verfügung vom 23. Oktober
2019 abgewiesen worden ist. Mit der Verfügung vom 23. Oktober 2019 hatte die
Beschwerdegegnerin den EL-Anspruch ab 1. November 2019 aufgrund der
Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens von Fr. 19'450.-- pro Jahr von
monatlich Fr. 2'188.-- (inkl. Prämienpauschale Krankenversicherung) auf Fr. 1'163.--
reduziert. Strittig und zu prüfen ist somit, ob die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer ab dem 1. November 2019 zu Recht ein hypothetisches
Erwerbseinkommen in der Höhe von Fr. 19'450.-- pro Jahr angerechnet hat.
1.1.
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung, ELG, SR 831.30). Die anerkannten Ausgaben und die
anrechenbaren Einnahmen werden nach den Art. 10 und 11 ELG sowie den Art. 11 bis
18 der Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung (ELV; SR 831.301) ermittelt. Als Einnahmen anzurechnen sind
gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG auch Einkünfte, auf die verzichtet worden ist.
1.2.
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Invaliden EL-Ansprechern wird als Erwerbseinkommen grundsätzlich der Betrag,
den sie im massgebenden Zeitabschnitt tatsächlich verdient haben (Art. 14a Abs. 1
ELV i.V.m. Art. 9 Abs. 5 lit. c ELG), mindestens jedoch der in Art. 14a Abs. 2 lit. a-c ELV
angegebenen Grenzbetrag, angerechnet. Wird dieser nicht erreicht, insbesondere
wenn keine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird, gilt die Vermutung eines Verzichts auf
Einkünfte im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG. Diese Vermutung kann durch den
Nachweis, dass invaliditätsfremde Gründe wie Alter, mangelhafte Ausbildung und
Sprachkenntnisse, persönliche Umstände oder die Arbeitsmarktsituation die
Verwertung der Resterwerbsfähigkeit übermässig erschweren oder verunmöglichen,
widerlegt werden. Massgebend für die Berechnung der Ergänzungsleistungen ist daher
das hypothetische Einkommen, das die versicherte Person tatsächlich realisieren
könnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 18. April 2019, 9C_515/2018 E. 2.2 f. mit
Hinweisen). Auf die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens ist zu
verzichten, wenn der invalide EL-Bezüger trotz ausreichender Arbeitsbemühungen
keine Stelle findet. Diese Voraussetzung ist unter anderem dann erfüllt, wenn der EL-
Bezüger beim RAV zur Arbeitsvermittlung angemeldet ist sowie qualitativ und
quantitativ ausreichende, aber erfolglose Stellenbemühungen nachweist (vgl.
Rz. 3424.07 der Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherungen über die
Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, WEL, gültig ab 1. April 2011, Stand 1. Januar
2019).
1.3.
Die Beschwerdegegnerin hat die vom Beschwerdeführer am 20. September 2019
eingereichten Arbeitsbemühungen als in qualitativer Hinsicht ungenügend eingestuft.
Sie hat bemängelt, dass es sich bei den meisten Bewerbungen um Blindbewerbungen
gehandelt habe. Die eingereichten Arbeitsbemühungen erfüllten die mit Schreiben vom
16. August 2018 neu aufgestellten Anforderungen (pro Monat acht schriftliche
Bewerbungen, davon mindestens vier Bewerbungen auf inserierte Stellen) nicht.
1.4.
Mit Schreiben vom 16. August 2018 hat die Beschwerdegegnerin die
Bewerbungsanforderungen angepasst. Neu hat sie mindestens vier schriftliche
Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen verlangt. Der Beschwerdeführer hat sich,
wie die eingereichten Arbeitsbemühungen zeigen, nach Erhalt des Schreibens vom
16. August 2018 weiter im bisherigen Umfang beworben (Dossier 1, act. 19). Das
Gericht hat sich bereits einmal mit der Frage befasst, ob die Arbeitsbemühungen des
Beschwerdeführers ausreichend seien. Es ist in seinem Entscheid vom 11. November
2014 (EL 2014/3) zum Schluss gekommen, dass der Beschwerdeführer aus
gesundheitlichen Gründen in der Stellensuche eingeschränkt sei. Das Gericht hatte
damals erwogen, dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage sei, seine
1.5.
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Bewerbungsunterlagen selbständig zu verbessern und an die spezifischen
Anforderungen einer konkreten Stellenausschreibung anzupassen. Er sei nur in der
Lage, auf generelle Anweisungen zu reagieren. Der Beschwerdeführer sei mit den
Anforderungen und Gesetzmässigkeiten des Arbeitsmarktes nicht vertraut. Er sei
offensichtlich nicht in der Lage, sich das entsprechende Wissen autodidaktisch
anzueignen. Aus diesem Grund sei ihm nichts Anderes übriggeblieben, als mit Hilfe des
regionalen Arbeitsvermittlungszentrums möglichst optimale Bewerbungsunterlagen
zusammen zu stellen und diese dann für sämtliche Arbeitsbemühungen zu verwenden.
Obwohl er kaum verstanden habe, weshalb diese Unterlagen aus der Sicht der
Beschwerdegegnerin unzureichend gewesen seien, habe er die Hinweise zur
Verbesserung der Unterlagen umgesetzt, wobei er aber die Anweisungen der
Sachbearbeiter der Beschwerdegegnerin offenbar teilweise nicht habe nachvollziehen
können. Dies belege, dass er sich ernsthaft um eine Arbeitsstelle bemüht habe. Vor
diesem Hintergrund hätten von ihm keine qualitativ besseren Arbeitsbemühungen
erwartet werden können. Der Beschwerdeführer habe also das ihm Mögliche und
Zumutbare unternommen, um ein Erwerbseinkommen zu erzielen (Erw. 1.3). Aus den
eingeholten IV-Akten ist nicht ersichtlich, dass sich die gesundheitliche Situation des
Beschwerdeführers seit dem Gerichtsentscheid vom 11. November 2014 geändert
hätte. Der Beschwerdeführer ist demnach − aus gesundheitlichen Gründen − weiterhin
nicht in der Lage respektive überfordert gewesen, neue Anforderungen an seine
Bewerbungsbemühungen ohne Hilfe umzusetzen oder wenigstens selbständig Hilfe
einzufordern. Die Beschwerdegegnerin hätte die Anforderungen an die
Bewerbungsbemühungen also nicht einfach mit dem Schreiben vom 16. August 2018
verschärfen dürfen, sondern sie hätte gleichzeitig dafür sorgen müssen, dass der
Beschwerdeführer die nötige Hilfe erhalten würde, um die neuen Anforderungen auch
umsetzen zu können. Das hat die Beschwerdegegnerin jedoch unterlassen. Dem
Beschwerdeführer kann daher nicht vorgeworfen werden, dass er die neuen
Bewerbungsanforderungen nicht umgesetzt habe. Der Beschwerdeführer hat nach
dem Erhalt des Schreibens vom 16. August 2018 nichts Anderes tun können, als sich
weiterhin im bisherigen Umfang zu bewerben, was er auch getan hat. Seine
Bewerbungsbemühungen müssen deshalb unter Berücksichtigung seiner Fähigkeiten
und Möglichkeiten als ernsthaft bezeichnet werden. Die eingereichten
Absageschreiben belegen, dass er im hier relevanten Zeitraum trotzdem keine
Arbeitsstelle gefunden hat. Die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens
ab 1. November 2019 ist somit unzulässig gewesen.
Demnach ist der angefochtene Einspracheentscheid in Gutheissung der
Beschwerde ersatzlos aufzuheben. Der Beschwerdeführer hat ab dem 1. November
1.6.
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2.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember
2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 82a ATSG noch
anwendbaren Fassung).