Decision ID: 988c7f13-e2e8-4f98-b32f-d97174af411a
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960,
seit November 2001 bei der
Y._
AG angestellt
und
als Vorarbeiter und Baggerfahre
r
tätig
(
vgl.
Urk.
9/8,
9/14
, 9/89/12
),
bezieht seit
1.
Juli 2011 aufgrund einer am 1
6.
April 2007 erlit
tenen Schulterverletzung rechts eine Rente der Suva
auf der Basis
einer Erwerbsunfähigkeit von 17
%
(
Urk.
9/12/61).
Seit zirka Anfang 2012 arbeitete er im selben Betrieb im
Magazin
und als Chauffeur zu 83
%
; daneben
installierte er in selbständiger Tätigkeit seit 2007 Notstromgruppen (
Urk.
9/8/2, 9/10). Die Arbeitgeberin sprach am 2
3.
April 2014 die Kündigung per 3
1.
Juli 2014 aus, jedoch verlängerte sich die Kündigungsfrist infolge Krankheit/Unfall (vgl.
Urk.
9/14/4).
Am
9.
März 2015
meldete sich
der Versicherte
unter Hinweis auf eine
seit 2
6.
November 2014 bestehende
Diskushernie
und auf die beim
Skiunfall
vom 1
6.
April 2007
erlittene
Schulterverletzung rechts bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (im Folgenden: IV-Stelle), zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/3)
.
Die IV-Stelle klärte in der Folge die beruflichen und medizinischen Verhältnisse ab und
holte
die Akten der Suva und diejenigen des Krankentaggeldversicher
-
ers
Sympany
Versicherungen AG (im Folgenden:
Sympany
)
ein (
Urk.
9/8-
19
, 9/39-46
, 9/59-62, 9/71
).
Am 2
1.
April 2016 untersuchte
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädis
che Chirurgie und Traumatologie
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) den Versicherten (
Urk.
9/47). Gestützt auf dessen Beurteilung teilte
die IV-Stelle letzterem
mit Vorbescheid vom 1
7.
Juni 2016 mit, dass er voraussichtlich rückwirkend ab
1.
September 2015 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente habe (
Urk.
9/54).
Mit dem Einwand vom 2
1.
Juni 2016 dagegen erklärte der Ver
sicherte, dass er, nachdem er am 1
1.
Dezember 2014 und am 2
3.
April 2015 zwei weitere die Schultern betreffende Unfälle erlitten habe, weiterhin nicht arbeiten könne (
Urk.
9/56). Die Suva hatte ihm bereits mit Schreiben vom 1
8.
Juni 2015 mitgeteilt, dass die neuerlichen Unfälle keine Veränderung des Rentenanspruchs zur Folge hätten (
Urk.
9/59/235). Am 2
1.
Dezember 2016 reichte die Personalvor
sorgeeinrichtung der
B._
ebenfalls einen Einwand im laufenden Verfahren ein und beantragte, es sei festzustellen, dass kein zu einer Rente berechtigender Inv
aliditätsgrad vorliege (
Urk.
9/
7
4
)
. Die IV-Stelle nahm weitere Unterlagen zu den Akten, unter anderem einen von der Suva einge
holten Bericht des
C._
AG, vom
7.
Februar 2017
(
Urk.
9/89)
.
Mit Verfügung vom 1
3.
November 2017
stellte die IV-Stelle fest, dass der
Ver
sicherte
ab
1.
September 2015 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente habe und
sprach ihm rückwirkend ab
1.
Dezember 2017 eine monatliche Rente von
Fr.
987.--
zu; die
Verfügung über die rückwirkenden Leistungen für die Zeit vom
1.
September 2015 bis 3
0.
November 2017 erhalte
er
, sobald das Verfahren über
die
Verrechnungsan
sprüche von Dritten abgeschlossen sei (
Urk.
9/102). Mit Ver
fügung vom 2
2.
Februar 2018 sprach die IV-Stelle dem Versicherten für die Zeit vom
1.
September 2015 bis 3
0.
November 2017 dieselbe Leistung zu
, was unter Verrechnung mit
Rückforderungen anderer Sozialversicherer und dem Taggeld
versicherer zu einem Nachzahlungsbetrag von
Fr.
14'611.60 führte
(
Urk.
11/2).
2.
2.1
Gegen die Verfügung vom 1
3.
November 2017 lie
ss die Personalvorsorgeeinrich
tung der
B._
am 1
1.
Dezember 2017 Beschwerde erheben und beantragen, das Leistungs- beziehungsweise Rentenbegehren des Versicherten sei unter Auf
hebung des angefochtenen Entscheids abzuweisen; eventualiter sei die Angele
genheit zur ergänzenden medizinischen Abklärung zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 2
1.
Februar 2018 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8).
2.2
Am 2
8.
Februar 2018 liess
die Personalvorsorgeeinrichtung der
B._
im Ver
fahren Nr. IV.2018.00219 Beschwerde gegen die Verfügung
vom
2
2.
Februar 2018 mit demselben Antrag erheben (
Urk.
1 S. 2 im Verfahren IV.2018.00219). Mit Verfügungen vom 2
7.
April 2018 wurde der Prozess Nr. IV.2018.00219 mit dem vorliegenden Prozess verein
igt
und
als dadurch erledigt abgesc
hrieben und die Akten des abgeschriebenen Prozesses
wurden
in diesem Verfahren
als
Urk.
11/08 aufgenommen. Des Weiteren wurde
X._
zum Prozess beigeladen (
Urk.
11, 8, 12). Der Beigeladene liess am
7.
Juni 2018 Stellung neh
men und die Abweisung der Beschwerde
n
beantragen; eventualiter sei ein gerichtliches Obergutachten zu seiner Arbeitsfähigkeit einzuholen (
Urk.
14 S. 2). Die Beschwerdeführerin hielt im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels an ihren Anträgen fest (
Urk.
20); die Beschwerdegegnerin verzichtete auf
die
Einreichung einer Duplik (
Urk.
26). Zur Stellungnahme des Beigeladenen vom 1
3.
November 2018 (
Urk.
29) liess sich die Beschwerdeführerin am 2
9.
November 2018 vernehmen; die Beschwerdegegnerin verzichtete wiederum
auf Stellungnahme
(
Urk.
33,
34)
. Die jeweiligen Eingaben wurden den anderen Parteien mit Ver
fügung vom 3
0.
November 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
35).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, sofern für die Entscheidfindung erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat. Die Rechtsprechung betrachtet als schutzwürdiges Interesse im Sinne von
Art.
89
Abs.
1
lit
. c
des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG)
jedes praktische oder rechtliche Interesse, welches eine von einem Entscheid betroffene Person an dessen Änderung oder Aufhebung geltend machen kann. Das schutzwürdige Interesse besteht somit im praktischen Nutzen, den die Gutheissung der Beschwerde dem
Entscheidadressaten
verschaffen würde, oder – anders ausge
drückt – im Umstand, einen Nachteil wirtschaftlicher, ideeller, materieller oder anderweitiger Natur zu vermeiden, welchen der angefochtene Entscheid mit sich bringen würde. Das rechtliche oder auch bloss tatsächliche Interesse braucht somit mit dem Interesse, das durch die von der
beschwerdeführenden
Person als verletzt bezeichnete Norm geschützt wird, nicht übereinzustimmen. Immerhin wird verlangt, dass die Person durch den angefochtenen Entscheid stärker als jedermann betroffen sei und in einer besonderen, beachtenswerten, nahen Bezie
hung zur Streitsache stehe (BGE 133 V 188 E. 4.3.1, 239 E. 6.2; 131 II 361 E. 1.2; 131 V 298 E. 3; 130 V 560 E. 3.3).
1.2
Besondere Bedeutung kommt dem Legitimationserfordernis zu, wenn nicht der Verfügungsadressat im materiellen Sinn, sondern ein Dritter (Drittbeschwerde
führer) den Entscheid anficht (BGE 127 V 80 E. 3a/
aa
mit Hinweisen). Hier haben die Legitimationsanforderungen die Funktion, die Popularbeschwerde auszu
schliessen, weshalb bei der Bejahung der Beschwerdebefugnis von Drittbeschwer
deführern Zurückhaltung geboten ist. Erforderlich ist ein spezifisches Rechts
schutzinteresse, welches nur bejaht wird, wenn der Dritte ein unmittelbares und konkretes Interesse an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung hat oder eine spezifische, besonders nahe Beziehung zur Streitsache für sich in Anspruch nehmen kann. Das allgemeine Interesse an der richtigen Auslegung und Durch
setzung des Bundesrechts genügt nicht (BGE 133 V 188 E. 4.3.3).
1.3
Die Vorsorgeeinrichtungen sind im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen- und Inva
lidenvorsorge, BVG) an die Feststellungen der Organe der Invalidenversicherung gebunden, soweit die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise auf
grund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint. Die Bindungswirkung entfällt, wenn die Vorsorgeeinrichtung nicht (spätestens) ins
V
orbescheidverfahren
(
Art.
73
ter
der Verordnung über
die Invali
denversicherung, IVV
) einbezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen).
2.
Zu prüfen ist vorab, ob die angefochtenen Verfügungen vom 1
3.
November 2017 (
Urk.
2) und vom 2
2.
Februar 2018 (
Urk.
11/2) eine Bindungswirkung für die Beschwerdeführerin entfalten, dieser damit ein schützenswertes Interesse an der Aufhebung oder Änderung derselben zukommt und sie daher beschwerdelegiti
miert ist.
Die Beschwerdeführerin wurde in das
Vorbescheidverfahren
einbezogen (
Urk.
9/54) und ihr wurde
n
die Rentenentscheide
eröffnet (
Urk.
2, 11/2
).
Der
Ver
sicherte hatte
sich am
9.
März 2015 zum Leistungsbezug an
gemeldet
(
Urk.
9/3). Da der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach dessen Geltendmachung entsteht (
Art.
29
Abs.
1
des Bundesgesetzes über
die Invaliden
versicherung, IVG
) und zudem voraussetzt, dass die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchs
chnittlich mindestens 40
%
arbeitsunfähig gewesen i
st (
Art.
28
Abs.
1 IVG), waren
die tatsächlichen Verhält
nisse seit September 2014 für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invaliden
rente entscheidend. Gemäss Aktenlage kündigte die
A._
AG dem Beigeladenen am 2
3.
April 2014 z
war per 3
1.
Juli 2014, jedoch verlängerte sich die Kündigungsfrist infolge Krankheit/Unfall gemäss Aktenlage offensicht
lich zumindest bis April 2015 (vgl.
Urk.
9/14/4, vgl. auch
Urk.
9/8/2). Ent
sprechend stand der Beigeladene nicht nur zu Beginn des von der Beschwerde
gegnerin auf den Juni 2014 festgelegten Wartejahres (vgl.
Urk.
2 S. 5) in einem Vorsorgeverhältnis mit der Beschwerdeführerin, sondern auch noch über den
1.
September 2014 hinaus.
Damit kommt der Invaliditätsbemessung der Beschwerdegegnerin Bindungswir
kung für die Beschwerdeführerin zu, was zur Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin in diesem Verfahren führt.
3.
3.
1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversic
herungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
3
.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
3
.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
3
.4
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fach
kompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich unter
suchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
– gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Ver
fahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schluss
folgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den Anspruch auf eine halbe Invalidenrente des Beigeladenen im Wesentlichen gestützt auf die Beurteilung des RAD-Arztes
Dr.
Z._
vom 2
2.
April 2016 und bemass den Invaliditätsgrad ausgehend von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tä
tigkeit mit 52
%
(
Urk.
2, 9/51).
4.2
Die Beschwerdeführerin stellt sich dagegen zusammengefasst auf den Stand
punkt, dass vor dem Hintergrund der gesamte
n Aktenlage, so auch unter
Berück
sichtigung der mehrfach festgestellten Symptomausweitung, der Inko
nsistenzen und Limitierungen des
Beigeladenen von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen sei (
Urk.
1 S. 8 ff.
, 20 S. 12 ff
.
).
4.3
Der Beigeladene
lässt in Übereinstimmung mit der Argumentation der Beschwer
degegnerin im Wesentlichen geltend machen, es sei für die Feststellung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auf das beweiskräftige
Gutachten des
RAD abzustellen, welches sich im Gegensatz zum
C._
-Bericht
als
begründet und nachvollziehbar erweise und sich zudem mit der Beurteilung von
Dr.
D._
decke (
Urk.
14 S. 15, 29 S. 12 ff.).
5.
5.1
Den Akten ist zum Gesundheitszustand des Beigeladenen und seiner
Arbeits
fähigkeit
für die hier massgebliche Zeit
im Wesentlichen Folgendes zu entneh
men:
5.2
Der Beigeladene erlitt am 1
6.
April 2007 bei einem Skiunfall eine
subcapitale
Humerusfraktur rechts, welche am Folgetag offen
reposiert
und mittels
Osteosyn
the
se mit einer
Philosplatte
versehen wurde (
Urk.
9/12/215). Nach der Metallent
fernung vom
7.
August 2007 nahm der Beigeladene seine Arbeit
am 2
9.
Oktober 2007
wieder zu 50
%
und ab
3.
März 2008 zu 100
%
auf (vgl.:
Urk.
9/12/
142
und 9/12/
174
).
Gemäss Mitteilung des Beigeladenen an die SUVA vom 1
2.
August 2013
litt er neu unter vermehrten
Schmerzen in der linken Schulter (
Urk.
9/12/52-53). Ein
Arthro
-MRI der linken Schulter in der Uniklinik
E._
vom 2
3.
Sep
tember 2013 machte eine
Tendinopathie
sowie eine kleine gelenk
seitige Partial
ruptur der Supraspinatussehne, eine kleine intrasubstanzielle Partialruptur der
Infraspinatussehne
und eine
Tendinopathie
der
Sub
scapularissehne
mit kleinem Kalkdepot in der Sehne sichtbar (
Urk.
9/12/47).
Der Rheumatolog
e
Dr.
med.
D._
, welche
n
der Beigeladene am 1
3.
September 2013 erstmals aufgesucht hatte, erwähnte in
seinem
Bericht vom
7.
November 2013, dass zu den Schulterschmerzen neu lumbale Rücke
nschmerzen ohne Aus
strahlung hinzu
getreten seien (
Urk.
9/12/44).
Anlässlich einer Untersuchung in der
F._
Klinik vom 3
1.
März 2014 klagte der Beigeladene über belastungs
abhängige Schmerzen, welche vom Gesäss in den rechten lateralen Oberschenkel bis übers Knie ausstrahlen würden. Da die Befundkonstellation nicht für e
ine radikuläre Verteilung L5 typisch war
, führte die Diagnos
e zum Verdacht auf eine
Meralgia
paraesthetica
linksseitig (DD
:
rezidivierende
Lumboischialgie
L
5 links bei
Rezessusstenose
L4/5) (
Urk.
9/39).
5.3
Am 2
5.
August 2014 erstellte
Dr.
med.
G._
, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, besonders Rheumatologie, ein Gutachten im Auftrag des Taggeldversic
herers
Sympany
.
Sie schloss auf folgende Diagnosen (
Urk.
9/44/23):
-
Lumbospondylogenes
Syndrom links bei
-
insuffizienter Rumpfmuskulatur
-
Muskuläre
r
Dysbalance
-
klinisch keine neurologischen Ausfälle
-
Status nach Morbus Scheue
rmann L3/L4 und L4/L5
-
Diskrete
Re
cessusstenose
L4/L5 (MRI vom 17.
12.13)
-
Rechtes Schultergelenk:
-
Status nach o
ffe
ner Reposition und Osteosynthese
mit
Philosplatte
17.4
.
2007
-
Status nach Narkosemobilisation am 7.
6.2007
-
Status nach Metallentfern
ung 24.7.2007 bei
St
atus nach m
ehrfragmen
tärer
subcapitaler
Humerusfraktur rechts
-
Linkes Schultergelenk:
-
Tendinopathie
der Supraspinatussehne mit kleiner Partialruptur der Supraspinatussehne
-
Kleine Partialruptur der
Infraspinatussehne
-
Kleines Kalkdepot der
Subscapul
arissehne
(MRI vom 23.9.13)
-
Verdacht
auf Loge de
Guyon
Syndrom links mit pos
itivem
Phalen
-
Zeichen
.
Dr.
G._
schloss aufgrund der erhobenen Befunde eine segmentale Störung der Lendenwirbelsäule (LWS) aus
und
verneinte auch neurologische Hinweise für eine radikuläre oder medulläre Symptomatik. Zudem würden sich die angegebenen Beschwerden im
latero-posterioren
Oberschenkel
nicht
mit
der nur diskre
ten
Rezessusstenose
auf Höhe L4/L5
decken. In Bezug auf die Schultergelenke hätten sich rechts eine gute Beweglichkeit und bei resistiver Prüfung keine Abschwä
chung der Schultergelenksmuskulatur gezeigt. Auch links seien die Manöver in der Funktionsprüfung negativ ausgefallen und die Beweglichkeit sei gut (
Urk.
9/44/22 f.). In der angestammten respektive aktuell ausgeübten Tätigkeit als Maschinist oder Chauffeur für Lastwagen oder Lieferungswagen sei der Beigela
dene per sofort während vier Wochen zu 70
%
arbeitsfähig, danach sei von der bisherigen Arbeitsunfähigkeit von 17
%
(Rente der Suva) auszugehen
. In einer anderen mittelschweren Tätigkeit sei der Beigeladene zu 100
%
arbeitsfähig, jedoch seien das Heben vo
n Lasten über Kopf von über 20 k
g und längerdauernde Überkopfarbeiten zu vermeiden (
Urk.
9/44/23 ff.)
5.4
Am 1
1.
Dezember 2014 erlitt der Beigeladene, als er eine umstürzende Aluleiter auffing, einen Schlag auf die linke Schulter (vgl.
Urk.
9/88/315
, vgl. auch: Rück
fallmeldung vom 1
0.
Februar 2015,
Urk.
9/88/203
). Ein
Ar
th
ro
-MRI der linken Schulter
vom 2
1.
Januar 2015 führte
zum Schluss auf eine
Ansatztendinose
der Supraspinatussehne mit ödematösen Knochenmarksveränderungen am
Sehnen
footprint
bei im Übrigen intakter
Rotatorenmanschette
(
Urk.
9/12/38). Diejenige der rechten Schulter zeigte eine intakte Rekonstruktion der Supraspinatussehne
posterior
sowie der
Intraspinatussehne
, alte
Osteonekrosen des Humeruskopfes
und tiefe Knorpeldefekte
des Humeruskopfes
superomedial
(
Urk.
9/12/37).
Dr.
D._
attestierte dem Beigeladenen in
seinem
Zwischenbericht zu Händen der
Sympany
vom 2
7.
Januar 2015
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für Tä
tigkeiten ohne Überkopfarbeiten
(
Urk.
9/12/22 f.).
Anlässlich einer kreisärztlichen Untersuchung vom
1.
April 2015 klagte der Beigeladene über haltungs- und bewegungsabhängige Schmerzen in der linken, aber auch der rechten Schulter. Der Kreisarzt
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, ging auch unter Berücksichtigung der linksseitigen Schulterbeschwerden von einem unveränderten Zumutbarkeitsprofil aus
(
Urk.
9/12/9).
Dr.
D._
erklärte in seinem Bericht vom 2
3.
April 2015, dass es durch den Unfall vom 1
1.
Dezember 2014 zu einem massiven Schmerzschub im Bereich der linken Schulter mit massiver
Impingement
-Symptomatik bei einer Elevation des linken Oberarms bis 130° und einer Abduktion bis 110° gekommen sei. Der Beigeladene sei zurzeit aufgrund der Schulterbeschwerden zu 100
%
arbeitsun
fähig: Auch aufgrund der lumbalen Beschwerden bestehe weiterhin eine 100%ige A
rbeitsunfähigkeit, insbesondere
weil Tätigkeiten wie Arbeiten auf dem Bagger wegen auftretender Vibrationen zu massiven Schmerzen führten (
Urk.
9/88/231). Am selben Tag, mithin am 2
3.
April 2015,
erlitt der Beigeladene beim Lösen der Winterräder mit einem Newtonschlüssel einen Schlag auf die rechte Schulter (vgl.
Urk.
9/88/313).
Dr.
D._
führte in seinem Bericht vom 2
1.
Mai 2015 zu Hän
den der Beschwerdegegnerin aus, dass dem Beigeladenen schulterbelastende Tätigkeiten insbesondere Überkopfarbeiten nicht mehr zumutbar seien. Zudem sei ihm wegen der lumbalen Schmerzen die angestammte Tätigkeit als Baggerführer wegen der Vibrationen und Rüttelbewegungen ebenfalls nicht mehr zumutbar. Für eine leichte Tätigkeit ohne Heben von Lasten, ohne vermehrte Rotationen und ohne Bücken erachtete
Dr.
D._
den Beigeladenen nunmehr noch zu 50
%
arbeitsfähig. Er empfahl angesichts der komplexen Situation die Einholung eines Gutachtens mit konkreter Testung der Belastbarkeit (
Urk.
9/17).
Auch
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, erklärte in seinem Bericht vom 2
2.
Mai 2015 zu Händen
d
er
Sympany
, dass der Beigela
dene für Schwerarbeit bleibend arbeitsunfähig
sei
. Eine angepasste Tätigkeit hätte krankheitsbedingt, mithin unter Berücksichtigung der als krankheitswertig ein
gestuften Ischialgie links bei Diskushernie L4/5 mit Kompre
ssion der Nervenwur
zel L5 links
sicher ab zirka Mitte Januar 2015 vollschichtig aufgenommen werden können. Rein aufgrund der Krankheit könne
d
er
Beigeladene
wechselbelastende, leichte bis allenfalls mittelschwere Arbeiten mit einer
Gewichtslimite
von höchs
tens 15 kg ohne Zwangshaltungen und repetitive Rumpftorsionen ausüben. Bei der Untersuchung habe der Beigeladene ein gewisses Verdeutlichungsverhalten gezeigt. Die vom ihm gezeigten Beschwerden seien nur teilweise objektivier- und damit nachvollziehbar. Bei der Untersuchung hätten sich eine normale Kraft, ein normaler Reflux-Status
, ein letztlich negativer Lasègue und keine Muskelatro
phien gefunden. Die angegebene Reizsymptomatik vom Segment L4 links sei glaubwürdig, jedoch nicht einschränkend bezüglich einer leichten bis mittel
schweren Tätigkeit (
Urk.
9/19/2-3).
Eine MRI-Untersuchung der LWS in der Klinik
E._
vom
5.
April 2016 zeigte im Verlauf zur Voruntersuchung einen stationären Befund. Es bestehe eine flache linksbetonte
Discushernie
L4/5 mit Kontakt zur Wurzel L5 links (
Urk.
9/46/1).
5.5
Anlässlich der RAD-Untersuchung vom 2
1.
April 2
016 klagte der Beigeladene über Ruhe- und
Bewegungsschmerzen in der rechten und linken Schulter, Bewe
gungseinschränkungen und das Gefühl, die rechte Hand sei am Morgen geschwollen. Auch verspüre er ein Kribbeln und ein Taubheitsgefühl morgens im kleinen Finger und im Ringfinger der linken Hand. Mit dem Rücken sei es teil
weise schlecht. Er könne nicht lange sitzen. Der Schmerz
strahle
häufig von der Lendenwirbelsäule über die linke Gesässhälfte bis zum Kniegelenk des linken Beines aus. Auf ebener Strecke könne er zirka 1 km gehen, dann würden die Schmerzen im Bereich der LWS und des linken Beines zu stark. Stehen auf einer Stelle könne er zirka 10-15 Minuten, sitzen zirka 30-45 Minuten. Über das RAV habe er eine Tätigkeit als Taxi-Aushilfe erhalten und von Januar bis Mitte März 2016 3 bis 5 Stunden täglich gearbeitet. Obwohl er immer nur kurze Fahrten von maximal 30 Minuten gehabt habe, habe er dies wegen des Rückens nicht durch
gehalten und sei nun wieder krankgeschrieben (
Urk.
9/47/3 f.).
Der Befund von
Dr.
Z._
im Bereich der LWS lautete im Wesentlichen auf einen mässigen Druckschmerz im lu
mbosakralen Übergang in Bauchlage
, keine radiku
läre oder pseudoradikuläre Ausstrahlung, in Höhe L5 auch p
a
ravertebral links mehr als rechts mässiger Druckschmerz, hier auch deutlich verspannte Muskula
tur. Der Lasègue sei rechts negativ, links positiv bei etwa 45° mit Verstärkung durch Bragard. Der Pseudo-Lasègue sei rechts bei etwa 50° po
sitiv. Der
Langsitz
sei möglich. Positiv ausgefallen auf beiden Seiten sei auch der
Mennell
-Test. Bezüglich der medizinisch-technischen Untersuchungen verwies
Dr.
Z._
au
f
das Dossier. Seine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit lauteten wie folgt (
Urk.
9/47/9):
-
Schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung beider Schulterge
lenke
-
Li
nke Schulter:
Subakromiales
Impingementsyndrom
bei
Tendopathie
der Supraspinatussehne ohne Zeichen einer vollständigen, transmura
len Kontinuitätsunterbrechung
-
Rechte Schulter: Subacromiales
Impingementsyndrom
und
Tendopa
thie
der Bizepssehne bei Zustand nach operativ versorgter proximaler Humerusfraktur und Rotatorenmanschettenruptur 4/2007 - sowie
Ten
dopathie
der Supraspinatus-Sehne ohne Zeichen einer vollständigen, transmuralen Kontinuitätsunterbrechung
-
Chronische, belastungsabhängig verstärkte Lumbalgie und
Lumboischialgie
links bei
-
kernspintomographisch nachgewiesener flacher Diskushernie L4/5
-
Nervenwurzelreizung ohne radikuläre Ausfälle
.
Auch
Dr.
Z._
erachtete die frühere Tätigkeit als Baumaschinenführer aufgrund der Notwendigkeit zu häufigen Arbeiten über Schulterhöhe oder darüber und den unvermeidbaren Vibrationen, Erschütterungen und Schläge
n
als seit Dezember 2014 nicht mehr zumutbar. Wegen der lim
i
tierenden LWS-Problematik sei auch in einer angepassten Tätigkeit lediglich eine 50-60%ige Arbeitsfähigkeit gegeben, welche in 2 Blöcken von jeweils 2-3 h mit einer dazwischenliegenden Pause von mindestens 1 Stunde umzusetzen sei. Die zeitliche Begrenzung ergebe sich durch die bei langem Sitzen oder Stehen auftretende Schmerzausstrahlung von der LWS ins linke Bein, welche aufgrund des MRI-Befundes der LWS nachvollziehbar sei (
Urk.
9/47/10)
.
5.6
A
m 1
3.
Juli 2016
sprach sich
Dr.
D._
für einen verschlechterten Zustand und eine 50%ige Restarbeitsfähigkeit aus (
Urk.
9/60). Am 1
8.
Juli 2016 unterzog sich der Beigeladene einer Untersuchung in der Schulterspre
chstunde der
F._
Klinik, wo im Bereich der rechten Schulter neu eine beginnende
Humeruskopf
nekrose
und links ein subacromiales
Impingement
diagnostiziert wurde (
Urk.
9/61/1
).
Die Kreisärztin der Suva,
Dr.
med.
J._
, Fachärztin für Chirurgie, kam auf
grund ihrer Untersuchung vom
7.
Oktober 2016 zum Schluss, dass den angege
benen Beschwerden und dem Verhalten des Beigeladenen die Authentizität fehle. Aktiv würden beide Schultern nur bis zu Horizontalen bewegt, eine passive Prü
fung sei nicht möglich, weil der Beigeladene sofort dagegen spanne. In unbeo
bachteten Momenten beim An- und Ausziehen des Pullovers würden die Arme oberhalb der Horizontalen angehoben. Der
Rotatorenmanschettentest
sei weiter
hin, wie schon in Voruntersuchungen negativ. Gesamthaft seien die heute erho
benen klinischen Befunde aus med
i
zinisch-chirurgischer Sicht nicht erklärbar, vor allen, weil erst vor 2,5 Monaten eine Untersuchung in der
F._
Klinik stattgefunden habe und dort insgesamt eine wesentlich bessere Beweglichkeit beider Schultern dokumentiert worden sei. Auch seien dort keine neurologischen Beschwerden wie das Einschlafen der Hände festgehalten worden. Gesamthaft erachtete
Dr.
J._
das heutige Verhalten und den klinischen Befund im Gesamtkontext als nicht erklärbar. Da der Beigeladene aber über eine seit 3 Monaten deutlich verschlechterte Situation im Bereich der rechten Schulter geklagt habe, empfahl sie vor Fallabschluss eine neu
rologische Abklärung (
Urk.
9/88/320).
Anlässlich der sodann am
7.
November 2016 durchgeführten neurologischen und neurophysiologischen Untersuchung der Arme und Schultergelenke in der Klinik
E._
zeigte sich bei regelrechten sensiblen und motorischen Neurographien der oberen Extremitäten kein Anhalt für eine Neuropathie oder eine
Plexopathie
. Die S
chmerzen und Missempfindungen ko
nnten gemäss den beteiligten Fachärz
ten nicht eindeutig einem Dermatom zugeordnet werden (
Urk.
9/71/1 ff.).
5.7
Am 1
9.
und 2
0.
Januar 2017 wurde der Beigeladene im Auftrag der Suva im
C._
mittels funktionsorientierter medizinischer Abklärung (FOMA) untersucht. Die Abklärung umfasste gemäss Bericht des
C._
vom
7.
Februar 2017 ein struktu
riertes Interview, eine klinische Untersuchung,
eine angepasste Form d
e
r Evalu
ation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) sowie die Beurteilung der vorliegenden bildgebenden Untersuchungen und Akten. Die zuständigen Gutachter schlossen auf folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9/89/2 f.):
-
Funktionelle Schulterschmerzen
-
Schulter rechts:
-
Beginnende
Humeruskopfnekrose
-
Zustand nach OSME proximaler Humerus rechts am 23.07.2007
-
Zustand nach offener Reposition und Osteosynthese rechts bei sub
kapitaler Humerusfraktur am 17.04.2007
-
Zustand nach
Narkosenimmobilisation
bei Stagnation der Schulterbe
weglichkeit am 17.04.2007
-
Schulter links:
-
Subacromiales
Impingement
-
Zustand nach Kontusion 2014
-
Schulterblatt-/Handsyndrom links mehr als rechts
-
Verdacht auf
Meralgie
parästhetica
linksseitig, DD
:
rezidivierende
Lu
m
bo
ischialgien
L5 links bei
Rezessusstenose
L4/
5.
Die zuständigen Gutachterpersonen erachteten sowohl die geklagten Rücken
schmerzen, welche gemäss dem Beigeladenen nach längerem Sit
zen über 1,5 Stunden, dem
Heben
von
Lasten über 10 kg oder repetitive
n
drehende
n
Bewe
gungen aufträten, als auch die Schulterschmerzen beidseitig und die geklagten Ausstrahlungen in die linke Hand mit Taubheitsgefühlen als durch die klinischen und radiologischen
Befunde teilweise erklärbar. Die
EFL sei aufgrund der deut
lichen Selbstlimitierung des Beigeladenen und
seine
r nicht zuverlässigen Leis
tungsbereitschaft nicht verwertbar. Die abschliessende Beurteilung der Arbeits
fähigkeit erfolge daher aus ärztlich-medizinischer Sicht. Zusammengefasst bestehe eine funktionelle Einschränkung im Schulterbereich beidseits und im Lendenbereich, aufgrund welcher die Tätigkeit als Vorarbeiter im Tiefbau grund
sätzlich nicht mehr möglich sei
.
M
edizinisch-theoretisch
sei dagegen
eine ange
passte, knapp mittelschwer
e
und wechselpositionierte Tätigkeit, welche keinen repetitiv monotonen Einsatz der
Arme
mit gleichzeitigem Kraftaufwand verlange, keine Zwangshaltungen der Wirbelsäule und nur gelegentliches Hantieren von Lasten über 15 kg beinhalte, ganztags zumutbar (
Urk.
9/89/4 f.).
5.8
In einem Verlaufsbericht vom 2
9.
Juni 2017 sprach sich
Dr.
D._
bei stationä
rem Zustand hinsichtlich der Schultern und verschlechtertem Zustand lumbal für eine aktuell eingeschränkte Leistungsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von 20 bis 30
%
aus
. Die Motivation des Beigeladenen gab er mit 5 von 10 Punkten an
(
Urk.
9/90/1-2).
Dr.
Z._
nahm am 1
8.
Oktober
2017
zur aktualisierten medizinischen Aktenlage
Stellung
und s
prach sich dafür aus
, dass sich die Beurteilung des
C._
sowohl hinsichtlich der relevanten Diagnosen als
auch
bezüglich
der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit im Wesentliche
n mit der seinigen decke
. Einzig in Bezug auf die Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit, welche er mit mindestens 50 bis 60
%
beurteilt habe, weiche die Einschätzung des
C._
ab. Er empfehle, an seiner ursprünglichen Beurteilung fes
tzuhalten; diejenige
des
C._
stelle
aus versicherungsmedizinischer Sicht lediglich eine andere Beurtei
lung desselben medizinischen Sachverhaltes dar, wobei die im Bericht des
C._
genannte Selbstlimitierung sicher eine Rolle bei der Angabe einer ganztags zumutbaren Tätigkeit spiele (
Urk.
9/99/10).
6.
6.1
In Würdigung der medizinischen Aktenlage ist
Dr.
Z._
darin zuzustimmen, dass sich die ärztlichen Diagnosestellungen ebenso
wie di
e Beurteilungen, wonach der Beigeladene in der angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist, im Wesentlichen decken.
Der seit
der RAD-
Begutachtung aufgrund des MRI-Befundes vom 1
0.
Juni 2016
(erwähnt in:
Urk.
9/61/2)
neu hinzugetretenen Diagnose
einer beginnenden
Humeruskopfnekrose
rechts
mass selbst
Dr.
Z._
keine medizinisch-theoretische Auswirkung auf die Funktionsfähigkeit des rech
ten Schultergelenks bei
(
Urk.
9/99/10). Entsprechend ist aufgrund der diesbezüg
lich übereinstimmenden medizinischen Aktenlage mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beigeladene aufgrund der funktionel
le
n
Schulterschmerzen bei beginnender
Humeruskopfnekrose
rechts und eines subacromialen
Impingement
s
links sowie eines Schulterblatt-/Handsyndrom
s
mehr links
als rechts und
der lumbalen Probleme bei einem Verdacht auf
Meralgie
parästhetica
linksseitig (DD: rezidivierende
Lumboischialgien
L5 links bei
Rezessusstenose
L4/5) in seiner angestammten Tätigkeit im Tiefbau spätestens seit Dezember 2014 nicht mehr arbeitsfähig ist.
6
.2
Was die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit anbelangt,
stimmen die beteiligten ärztlichen Fachpersonen in den qualitativen Einschränkungen einer angepassten Tätigkeit ebenfalls im Wesentlichen überein. Jedoch
finden sich in den Akten abweichend
e Einschätzungen
zur Restarbeitsfähigkeit in quantitativer Hinsicht
.
Dabei sind die
Einwände
der Beschwerdeführerin gegen die diesbezügliche Beur
teilung von
Dr.
Z._
, wonach von einer zwar mindestens, aber dennoch lediglich 50-60%igen Restarbeitsfähigkeit auszugehen sei,
nicht ohne Weiteres von der Hand zu weisen. So trifft es zu, dass sich
Dr.
Z._
weder in seiner Beurteilung vom 2
2.
April
2016 (
Urk.
9/47/10) noch in d
er von
Dr.
med.
K._
visierten Stel
lungnahme vom 1
8.
Oktober 2017 mit den wiederholten Hinweisen in den medi
zin
ischen Akten auf Inkonsistenzen und Divergenzen sowie auf
S
ymptomauswei
tung und Selbstlimitie
rung
seitens des Beigeladenen
auseinandersetzte. Dass
sich
Dr.
Z._
trotz der abweichenden Einschätzungen der Restarbeitsfähigkeit durch das
C._
(
Urk.
90/89/4 f.),
durch
Dr.
G._
(
Urk.
9/44/23) und
Dr.
I._
(
Urk.
9/19) damit begnügte, die anderslautende Beurteilung des
C._
als bloss abweichende Einschätzung desselben medizinischen Sachverhalts zu bezeichnen
,
und ihr mit dieser Begründung keine Bedeutung bei
mass
(
Urk.
9/9910), überzeugt nicht.
Denn
vorliegend
ist
kein revisionsrechtlich
er Sachverhalt zu beurteilen
, bei welchem eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts keine revisionsbegründende Tatsachenänderung zu begründen vermag (B
GE 135 V 201; 112 V 371 E. 2b). Vielmehr handelt es sich um
eine
Erstanmeldung zum Rentenbezug,
bei welcher sämtliche ärztlichen Beurteilungen im Rahmen der Beweiswürdigung gleichermassen zu berücksich
tigen sind.
Abgesehen davon
wäre
Z._
auch aufgrund seiner eigenen Untersuchung gehal
ten gewesen, gewissen Unstimmigkeiten auf den Grund zu gehen. So korrespon
diert die anamnestische Angabe des Beigeladenen, wonach er auf ebener Strecke
nur
zirka 1 km gehen könne, bevor ihn die Schmerzen im Bereich der LWS und im linken Bein zum Stehen zwingen würden (
Urk.
9/47/2), kaum mir derjenigen zum
von ihm
geschilderten
Tagesablauf, wonach er nachmittags jeweils eine Stunde im Wald spazieren gehe (
Urk.
9/47/4). Im Rahmen der Abklärung im
C._
führte er gar aus, dass
er beim Gehen von mindestens 2 Stunden immer eine Verbesserung verspüre (
Urk.
9/89/3, 8/89/17).
Ebenfalls nicht aufgegriffen wurde von
Dr.
Z._
, dass der Beigeladene angab, er könne maximal 30 bis 45 Minuten sitzen, dann müsse er sich die Beine vertreten, also etwa 50
-100 Meter laufen (
Urk.
9/47/2), bei der Untersuchung
aber während 80 Minuten in der Lage war, zumeist ruhig und ohne verbale und mimische Schmerzäusserungen auf dem Stuhl zu sitzen, auch wenn er etwa alle 20-30 Minuten kurz aufgestanden und einige Schritte umherge
gang
en ist (
Urk.
9/47/5).
Dieser Umstand fällt umso mehr ins Gewicht, als
Dr.
Z._
die zeitliche Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit mit den bei langem Sitzen oder Stehen auftretenden Schmerzausstrahlungen von der LWS ins linke Bein begründete (
Urk.
9/47/10).
Aus welchem Grund eine wechsel
belastende Tätigkeit, welcher die Möglichkeit zum Positionswechsel per Definiti
onem eigen ist, trotz der Möglichkeit zum Sitzen von immerhin 80 Minuten mit
nur
kurzen Unterbrüchen und
der Fähigke
it zu
längerem Gehen von zumindest einem Kilometer am Stück, nicht vollschichtig möglich sein soll, wird von
Dr.
Z._
nicht ausgeführt. Letztlich findet sich in der Beurteilung von
Dr.
Z._
auch keine Erklärung für den
bei 45°
positiv ausgef
allenen
Lasuège
-Test rechts
trotz möglichem
Langsitz
(
vgl.
Urk.
9/47/5).
Damit aber bestehen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit durch
Dr.
Z._
, weshalb gemäss der oben zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht dar
auf abgestellt werden kann (E. 3
.4 letzter Absatz).
6.3
Zu prüfen bleibt, ob die übrigen ärztlichen Angaben als medizinische Beurtei
lungsgrundlage für die Feststellung der Restarbeitsfähigkeit des Beigeladenen genügen.
Bei der Würdigung der
Stellungnahmen von
Dr.
D._
ist zu beach
ten
, dass behandelnde Ärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patien
ten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5
, 125 V 351 E.
3b/cc). Zudem erweisen sich die Berichte von
Dr.
D._
in der
Gesamtschau in Bezug auf dessen Einschät
zungen der Restarbeitsfähigkeit als teilweise widersprüchlich. So ist nicht nach
vollziehbar, weshalb
Dr.
D._
in seinem Zwischenbericht
an die
Sympany
vom 2
7.
Januar 2015 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für Tätigkeiten ohne Überkopfar
beiten bescheinigte (
Urk.
9/12/22 f.), sich
dann
aber
in seinem Bericht vom 2
3.
April 2015 dafür aussprach, dass es durch den Unfall vom 1
1.
Dezember 2014 zu einem massiven Schmerzschub im Bereich der linken Schulter gekommen sei, weshalb der Beigeladene zur Zeit aufgrund
der Schulterbeschwerden zu 100
%
arbeitsunfähig sei (
Urk.
9/88/231).
Auch erstaunt, dass er in seinem Bericht
vom
2
3.
Dezember 2015, obwohl er angepasste Tätigkeiten wie diejenige als Kontrol
leur ohne Heben von Lasten über 20 kg und ohne Überkopfarbeiten als möglich bezeichnete, nunmehr erklärte, er könne die Frage nach der prozentualen Verminderung der Leistungsfähigkeit in einer solchen Tätigkeit nicht beantwor
ten (
Urk.
9/42/2), obwohl ihm dies zuvor
möglich gewesen war und
auch
im
Bericht vom 1
3.
Juli 2016 (
Urk.
9/60/2) durchaus wieder möglich schien. Letztlich erweist sich auch die chronologisch jüngste Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit durch
Dr.
D._
vom 2
9.
Juni 2017, gemäss welcher
er den
Beigeladene
n
in einer angepassten Tätigkeit als lediglich noch zu 20 bis
30
%
eingeschränkt beurteilt
e
(
Urk.
9/90/2 f
.
), insofern mit seiner früheren Einschätzungen im Wider
spruch stehend, als er trotz angeblich verschlechtertem Zustand lumbal und stationärem Zustand im Bereich der Schultern (
Urk.
9/90/1) nunmehr von einer grösse
ren Restarbeitsfähigkeit ausging
, als noch in seiner Beurteilung vom 1
3.
Juli 2016 (
Urk.
9/60/2). Damit aber kann
auch
auf die Einschätzungen der Restarbeitsfähigkeit von
Dr.
D._
nicht abgestellt werden.
Bezeichnend erweist sich aber
, dass selb
st
Dr.
D._
die Motivation des
Beige
ladenen in seinem Bericht vom 2
9.
Juni 2017 auf einer Skala von 1 bis 10 ledig
lich noch mit 5 beurteilte (
Urk.
9/90/4). Diese Einschätzung deckt sich mit den Feststellungen im Gutachten des
C._
vom
7.
Februar 2017
, gemäss welchem die Leistungsbereitschaft des Beigeladenen als nicht zuverlässig beurteilt wurde (
Urk.
9/89/4). Nicht nur das
C._
, sondern bereits
Dr.
I._
erkannte am 2
2.
Mai 2015 ein gewisses Verdeutlichungsverhalten und erachtete die vom Beigeladenen demonstrierten Beschwerden
als nur teilweise objektivier-
und nachvollziehbar
(
Urk.
9/19/2). Dass
sich
auch die Kreisärztin der SUVA,
Dr.
J._
, am
7.
Oktober 2016 dafür aussprach, dass dem Verhalten des Beige
ladenen die Authentizität fehle, ergänzt das so gewonnene Bild. Insgesamt erweist sich die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des
C._
im Lichte der gesamten medizinischen Aktenlage und dabei insbesondere unter Berücksichtigung der damit im Wesentlichen übereinstimmenden Einschätzung von
Dr.
I._
vom 2
2.
Mai 2015 (
Urk.
9/19) als überzeugende und nachvollziehbare
Beurteilung
.
Wie
Dr.
I._
erachtete auch das
C._
die rezidivierende
n
Lumboischialgien
als durch den objektiven Befund grundsätzlich erklärbar. Auch stellte es nicht in Frage, dass die degenerativen Zustände in beiden Schultergelenken trotz fehlender erheblicher Neuropathologie zu durchaus nachvollziehbaren funktio
nellen Einschränkung
en führen, stellte aber ebenfalls in Überstimmung mit
Dr.
I._
fest, dass dies keine quantitativen Einschränkungen in einer ange
passten Tätigkeit nach sich ziehe.
Dieser Schluss erweist sich im Lichte der gesamten Aktenlage als überzeugend und korrespondiert insbesondere a
uch mit dem vom Beigeladenen geschilderten Tagesablauf, gemäss welchem er meistens 3 bis 4 Stunden täglich in der Garage verbringe, wo er unter anderem, wenn auch mit zeitlichen Verzögerung
en
, wei
terhin in der Lage sei, Wasserpumpen zusammenzustellen. Ausserdem laufe er zwei Stunden täglich wegen der Diskushernie (vgl.
Urk.
9/88/318), was
ebenfalls
auf eine
doch hohe Aktivität schliessen lässt. Gleiches gilt für de
n Umstand, dass der Beigeladene
am 2
3.
April 2015
offensichtlich in der Lage war, die Räder seines Fahrzeugs selber zu wechseln
(
Urk.
9/88/313). Dass das Gutachten des
C._
wie auch der Bericht von
Dr.
I._
nicht von der Beschwerdegegnerin, sondern von der Suva respektive der
Sympany
eingeholt wurden, schmälert deren Beweis
kraft nicht, ist dies doch für den
Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens
nicht entscheidend
(
vgl. obige E
.
3.
3
mit dem Hinweis unter anderem auf
BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c
).
Damit aber
ist in Übereinstimmung mit der Beurteilung des
C._
und von
Dr.
I._
wie auch
von
Dr.
J._
davon auszugehen, dass der Beigeladene im hier massgeblichen Zeitraum respektive spätestens ab Mitte Januar 2015 in einer wechselbelastenden leichten bis knapp mittelschweren Tätigkeit mit einer
Gewichtslimite
von maximal 15 kg ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule und
ohne
repetitive Rumpftorsionen respektive ohne repetitiven Einsatz der Arme und ohne Überkopfarbeiten zu 100
%
arbeitsfähig ist (vgl.
Urk.
9/19/2-3, 9/89/5).
Auf ergänzende medizinische Abklärungen kann
angesichts dessen
in antizipier
ter Bew
eiswürdigung verzichtet werden
(BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d)
.
7
.
7
.1
Zu prüfen bleiben die Auswirkungen der eingeschränkten Leistungsfähigkeit auf die Erwerbsfähigkeit des
Beigeladenen
. Der massgebliche Invaliditätsgrad für Zeit vom
1.
September 2015 (
frühest
möglicher Rentenbeginn nach der Anmeldung vom
9.
März 2015 gemäss Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG) bis zum Erlass der hier angefochtenen Entscheide ist gestützt auf die allgemeine Methode des Ei
nkom
mensvergleichs zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermit
telt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdif
ferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Ein
kommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7
.2
7.
2.1
Bei der Bestimmung des
Valideneinkommens
wird in der Regel am zuletzt vor Eintritt der Invalidität erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre; Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt
sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1).
7
.2.2
Die Beschwerdegegnerin bemass das hypothetische
Valideneinkommen
d
es Beigeladenen gestützt auf das
dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) vom 2
1.
April 2015 zu entnehmende Einkommen
von
Fr.
73'378.--
, das der Beigelad
e
ne
bei der
B._
im Jahr 2012
erzielt hatte,
und berücksichtigte zusätzlich, dass der Beigeladene seit
Mai
2007 nebenberuflich einer selbständigen Tätigkeit nachging, welche im Jahr 2012 gemäss IK-Auszug
Fr.
9'094.-- eintrug (
Urk.
9/10, 9/51/1).
Die Beschwerdegegnerin verkannte dabei, dass der dem IK-Auszug zu entnehmende Lohn 2012 gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert war, weil der
Versicherte
sein Pensum ab 2012
im Umfang der Suva-Rente
von 17
%
auf 83
%
reduzierte
(vgl.
Urk.
9/8/2). Unter Berücksichtigung des dem IK-Auszug zu entnehmende
n
Einkommen
s
2011 von
Fr.
81'833.
--
(
Urk.
9/10/1) und
der bis ins Jahr 2015 eingetretenen Nominallohnentwicklung
bei Männern
von
2171 Punkten (2011)
auf
2226 Punkte im Jahr 2015
(Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsum
entenpreise und der Reallöhne, 1976-2016)
resultiert
hieraus
ein
hypothetischen
Einkommen
im Gesundheitsfall von Fr.
83'957.40
im Jahr 2015
(
Fr.
81'833.-- : 2171 x 2
226).
Was das Nebeneinkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit anbelangt, gilt es zu beachten, dass die Invalidenversicherung nach der gesetzgeberischen Konzep
tion grundsätzlich nur Versicherungsschutz im Rahmen eines normalen Einsatz
pensums von 100
%
gewährt (Urteil des Bundesgerichts 9C_45/2008 vom
3.
Juli 2008 E. 4.2). Schon deswegen ist ein Nebeneinkommen nur dann als
Validenlohn
zu berücksichtigen,
wenn
ein solches bereits im Gesundheitsfall erzielt wurde und weiterhin erzielt worden wäre, wenn die versicherte Person keine gesundheitliche Beeinträchtigung erlitten hätte (Urteil des Bundesgerichts 8C_491/2011 vom
7.
Oktober 2011 E. 4.1; vgl. auch SVR 2011 IV Nr. 55 E. 4.5.2 f.). Der Beigeladene nahm seine selbständige Erwerbstätigkeit, welche offensichtlich an das Arbeits
verhältnis mit der
B._
gekoppelt war (vgl.
Urk.
9/8/2)
,
gemäss IK-Auszug im Mai 2007, mithin erst nach dem Skiunfall vom 1
6.
April 2007 und der dabei erlittenen Schulterverletzung rechts auf (
Urk.
9/10/3). Bereits d
ieser Umstand
spricht gegen die Berücksichtigung dieser Einkünfte.
Damit bleibt es beim oben
berrechneten
hypothetischen
Valideneinkommen
von Fr. 83'957.40 im Jahr 2015.
7.
3
7
.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
7
.3.2
Die
Parteien
liessen unbestritten, dass für die Bemessung des hypothetischen Invalideneinkommens auf den branchenunabhängigen Durchschnittlohn für Hilfsarbeiten gemäss
der
LSE abzustellen ist, nachdem der Beigeladene im Laufe des Jahres 2015 seine Anstellung bei der
B._
definitiv verloren hat.
Der Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher und handwerklicher Art betrug
für Männer im Jahr 2014
monatlich
Fr.
5'
312.-- (LSE 2014
, Tabelle T1_tirage_skill-Level, Total, Kompetenzniveau 1), was der durchschnittlichen Arbeitszeit
über alle Branchen im Jahr 2015
von 41,7 Stunden und der Nominal
lohnentwicklung angepasst zu einem Invalideneinkommen
2015
von Fr.
66'632.75
(Fr.
5'312.—x 12 x 41,7 : 40 : 2220 x 2226
) führt.
7
.3.3
Dieser Betrag ist rechtsprechungsgemäss zu kürzen, wenn persönliche und beruf
liche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Der Abzug ist unter Würdi
gung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 134 V 322 E. 5.2; Urteil des Bun
desgerichts 8C_361/2011 vom 20. Juli 2011 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin verweigerte einen Abzug vom Tabellenlohn mit dem Argu
ment, ein solcher könne angesichts der 100%igen Arbeitsfähigkeit nicht gewährt werden
, bestünden doch genügend Verweisungstätigkeiten auf dem ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (
Urk.
2 S. 6).
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksich
tigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person realistischerweise noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkauf
nahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1 mit Hinweisen).
Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt
(Art.
16 ATSG) als
ausserordentlich
zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundes
gerichts 9C_366
/2015 vom 22. September 2015 E.
4.3.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_826/2015 vom 13. April 2016 E.
3.2.1).
Das fortgeschrittene Alter des 1960 geborenen Beigeladenen erlaubt keinen Abzug vom Tabellenlohn, gilt doch insbesondere im Bereich der Hilfsarbeiten, dass sich ein fortgeschrittenes Alter nicht zwingend lohnsenkend auswirken muss. Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt (Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3).
Dass der Be
igeladene
gemäss seinem Zumutbarkeitsprofil auf leichte bis
höchs
tens
mittelschwere Tätigkeiten angewiesen ist, rechtfertigt ke
inen Abzug vom Tabel
lenlohn, umfasst doch der
Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten (Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012 vom 18. September 2012 E. 5.2).
Zwar ist zu berücksichtigen,
dass der Beschwerdeführer
seine bisherige schwere Arbeit nicht mehr ausüben kann und
auch bei
der
Ausübung einer leichten bis mittel
schweren Tätigkeit behinderungsbedingt in mehrfacher Hinsicht eingeschränkt ist (vgl. obige E.
6.3
), was
gegebenenfalls das
Spektrum an zumutbaren Stellen auf dem Arbeitsmarkt einschränkt
und
möglicherweise auch dazu führt, dass nur unter Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung beste
hen. Unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu ähnlich gelagerten Fällen beschränkt sich aber der maximal mögliche Abzug jedenfalls auf 10 % (Urteile des Bundesgerichts 9C_11/2012 vom 28. Februar 2012 E. 2.1, 9C_643/2010 vom 27. Dezember 201 E. 3.4), was zu einem Invalideneinkommen von Fr. 59'
973.10
führt (Fr.
66'636.75
x 0,9).
7
.4
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr.
83'957
.
40
mit dem so errechneten Invalideneinkommen von Fr.
59'973.10
ergibt einen
rentenauschliessenden
Inva
liditätsgrad von
k
napp 29
%
.
Auf die Prüfung der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass kann bei diesem deutlichen Ergebnis und fehlenden Hinweisen auf rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174) verzichtet werden.
Die Beschwerden sind folglich gutzuheissen und die
angefochtene
n
Entscheid
e sind
aufzuheben.
8
.
8
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
I
VG) und ermessensweise auf Fr.
1‘0
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8
.2
Mit Beschwerde vom 1
1.
Dezember
2017 bea
ntragte die Beschwerdeführerin
eine Parteientschädigung. Der Beschwerde führenden (obsiegenden) Person wird zwar
gemäss
Art. 61
lit
. g ATSG grundsätzlich ein Anspruch auf Parteientschädigung zuerkannt, dies gilt jedoch nicht für Sozialversicherer. Diese sind in übereinstim
mender Auslegung mit Art. 68 Abs. 3 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung mit öffentlich-rechtlichen Auf
gaben betraute Organe (Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, 2015, N 200 zu Art. Art. 61 ATSG). Es besteht daher kein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Parteientschädigung.