Decision ID: e2717f56-f560-4ecf-a586-0de8aa596c12
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1988, meldete sich am 3. August 2004 unter Hinweis auf Beschwerden im Zusammenhang mit einem
pilozystischen
Astro
zytom
bei der Invalidenversicheru
ng zum Leistungsbezug an (Urk. 5
/1). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
erteilte der Versicherten Kostengutsprachen für Hilfsmittel sowie medizinische
und berufliche
Mass
nah
men und
sprach ihr mit Verfügung vom 5. November 2008 bei einem Invalidi
tätsgrad von 100 % eine ganze Re
nte ab 1. August 2006 zu (Urk. 5/254; Urk. 5
/240 Verfügungsteil 2).
1.2
Mit Verfügung vom 9. April 2009 sprach ihr die IV-Stelle mit Wirkung ab 1. Februar 2009 eine Hilflosenentschädigung
wegen Hilflosigkeit
leicht
en Grades zu (Urk. 5/275; Urk. 5
/274 Verfügungsteil 2).
1.3
Per
31. Juli 2013
schloss die Versicherte
im Rahmen einer erstmaligen beruflichen Ausbildung
mit Taggeldbezug
(Urk. 5/331-332,
Urk. 5/
354-355,
Urk. 5/
359
, Urk. 5/402)
eine
KV-Ausbildung
erfolgreich
ab
(
Urk. 5/356,
Urk. 5/391)
. Da sie
danach jedoch nur teilweise arbeitsfähig war, sprach ihr die IV-Stelle mit Ver
fü
gung
en
vom 21. Februar 2014 vom 1. August bis 31. Oktober 2013 sowie ab
1.
Februar 2014
eine
Dreiviertelsrente
(Invaliditätsgrad 63
%)
zu (Urk. 5
/460 so
wie Urk
. 5/465; Verfügungsteil 2 Urk. 5
/455).
1.4
Nach
dem die IV-Stelle im Mai 2014 einen unveränderten Anspruch auf eine Hilf
losenentschädigung
für eine leichte Hilflosigkeit
bestätigt hatte (vgl. Urk. 5/473), überprüfte sie diesen Anspruch
ab
Oktober
2015 (Urk. 5/485, Urk. 5/490)
erneut
(vgl.
Abklärungsbericht vom 28. April 2016,
Urk.
5
/502)
und
hob m
it Verfügung vom 18. Juli 2016 die bisher ausgerichtete Hi
lflosen
entschädigung auf (Urk. 5
/511). Die dagegen
erhobene Beschwerde (vgl. Urk. 5
/516/3-10) wurde mit Urteil vom 18. September 2017 im Prozess IV.2016.01017 abgewiesen (Urk. 8/536).
1.5
Nachdem eine im Februar 2016 eingeleitete Rentenrevision (vgl. Urk. 5/501) einen unveränderten Rentenanspruch
ergeben hatte
(vgl. Mitteilung vom 1. Juni 2016, Urk. 5/509)
und mit Verfügung vom 23. Oktober 2017 ein Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen
mangels Eingliederungsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt
verneint worden war (Urk. 5/535)
, überprüfte
die IV-Stelle den Rentenanspruch ab
November 2018
erneut (vgl. Urk. 5
/541-543)
. Dabei
holte
sie
ein polydisziplinäres Gutachten bei der
Medas
Y._
ein, welches am 22. Mai 2020 erstattet wurde (interdiszip
linäre Gesamtbeurteilung, Urk. 5
/
600
/1-12; vgl. a
uch diverse Teilgutachten Urk. 5
/
600
/13-131).
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheid
verfahren
(Urk. 5/626; Urk. 5/629) hielt die IV-Stelle mit Verfügung vom 16. März 2021 fest, der Invaliditätsgrad betrage neu 67 %, weshalb weiterhin An
spruch auf die bisherige
Dreiviertelsrente
bestehe (Urk. 5/632 = Urk. 2).
1.6
Zwischenzeitlich
hatte
sich die Versicherte im April 2019
erneut
zum Bezug einer Hilflosenentschädigung an
gemeldet
(Urk. 5/550).
Die gegen die einen ent
spre
chenden Anspruch verneinende Verfügung der IV-Stelle vom 22. September 2020 (Urk. 5/620) erhobene Beschwerde vom 21. Oktober 2020 (vgl. Urk. 5/621/3-8) wurde mit Urteil heutigen Datums abgewiesen
(Prozess IV.2020.00729).
2.
Die Versicherte erhob am
2
8
.
April 2021
Besch
werde gegen die Verfügung vom 16
.
März 2021
(
Urk.
2) und beantragte, diese
sei aufzuheben und es sei ihr
spätestens ab Juli 2017
eine ganze Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1
).
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom 4
.
Juni 2021 (Urk. 4
) die Abweisung der Beschwerde,
was der Beschwerdeführerin am 8
.
Juni 2021
zur
Kenntnis gebracht wurde (Urk. 6
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art.
17 Abs
.
1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesent
lichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabe
nbereich von Bedeutung (BGE 141
V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Fer
ner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Ände
rung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetisc
hen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I
28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Weder eine im Vergleich zu
früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang viel
mehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
li
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.2
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
1.
4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134
V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, im Rahmen der am 28. November 2018 eingeleiteten Rentenrevision
sei
ge
stützt auf das Gutachten vom 22. Mai 2020 davon auszugehen, dass keine Ver
änderung in der gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin vorliege (S. 1 f.). Auch
bei der
Überprüfung des I
nvaliditätsgrades habe keine
Ä
nderung fest
gestellt werden können
, welche sich auf die Rente auswirke. Der Invaliditäts
grad betrage neu zwar 67 %
, was jedoch weiterhin einen Anspruch auf die bis
herige
Dreiviertelsrente
ergebe (S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (Urk. 1), sie habe aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme das Gymnasium mit Matura nicht abschliessen können, jedoch eine kaufmännische Lehre im geschützten Rahmen abgeschlossen.
Da die Beschwerdegegnerin davon ausgegangen sei, sie könne auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine Teilzeittätigkeit ausüben, sei ihr am 21. Februar 2014 eine
Dreiviertelsrente
zugesprochen worden (S. 1). Leider habe sie trotz Unterstützung mit beruflichen Massnahmen und trotz grosse
r
eigene
r
Anstrengungen die auf dem ersten Arbeitsmarkt verlangte Leistung nicht erbringen können. Die Beschwerdegegnerin habe am 23. Oktober 2017 verfügt, berufliche Unterstützung werde abgelehnt, weil keine relevante Arbeitsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt erreicht werden könne. Ihr sei die Stellensuche im geschützten Rahmen empfohlen worden. Da sich spätestens ab dem 14. Juli 2017 ergeben habe, dass die beruflichen Massnahmen gescheitert seien und sie trotz abgeschlossener Lehre auf dem ersten Arbeitsmarkt kein Erwerbseinkommen erzielen könne, habe sie seit diesem Zeitpunkt Anspruch auf eine ganze Rente (S. 2).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin einen gleichbleibenden Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
mangels Vorliegen
s
eines Revisions- oder Wiedererwägungsgrundes zu Recht bestätigt hat.
3.
3.1
Aus dem Feststellungsblatt vom 26. September 2008 (Urk. 5/219) und den darin enthaltenen diversen Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), insbesondere jener vom 26. September 2008 (S. 4 f.)
,
geht Folgendes hervor:
Bei der Beschwerdeführerin seien folgende Diagnosen gestellt worden:
-
R
echtsseitig
es spastisches Hemisyndrom bei p
ilozytischem Astrozytom im Thalamus/Mittelhirn links mit
-
Status nach zweimaliger Exstirpation Juni
2004
und Januar
2006
-
Status nach
Radiot
herapie mit 54Gy
Februar bis März
2006
-
St
atus
n
ach Temodaltherapie bis Januar 2008
-
Status
n
ach
prolongierter elektromechan
ischer Reanimation bei
zentraler Lungenembolie am 23. Februar
2008 mit
-
Status
n
ach
Lysetherapie und cerebralen Einblutungen occipital und f
rontal
rechts
-
Status
n
ach
Krani
otomie und Hämatomausräumung Februar
2008
-
Status
n
ach
Glaskörpereinblutung beidseits
-
Status
n
ach
Vitrektomie beidseits 2. April
2008 und akutes
vorübergehendes Nierenversagen
Der RAD hielt fest, es seien im Bericht der Kliniken
Z._
vom 17. Juni 2008 (vgl. Urk. 5/158/1-15)
erhebliche Gleichgewichtsstörungen,
eine
erschwerte Steh- und Gehfä
higkeit,
eine
sensomotorische Halbseit
ensymptomatik rechts, deutliche Defizite der Feinmo
torik und Koordination rechts,
eine
inkomplette homonyme Hemianopsie nach links, Doppelbilder, deutlich ve
rmindert
e
Gedächtnisleistungen
, Wortfindungsstörungen und
eine
Dyskalkuli
e
beschrieben
worden
. Aufgrund des Gehirntumors sowie de
r
genannten multiplen Folgeerkrankungen und Defizite sei ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen. Es bestehe nachvollziehbar eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der freien Wirtschaft (bisher Schülerin).
Die Beschwerdegegnerin sprach der Beschwerdeführerin ab 1. August 2006 (1. Monat nach
Vollendung des
18. Altersjahr
s
; vgl. Urk. 5/219/5 oben) eine ganze Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % zu (
Verfügung vom 5. November 2008, Urk. 5/254; Verfügungsteil 2,
Urk. 5/240).
3.2
Im weiteren Verlauf zeigten sich Verbesserungen aus neuropsychologischer Sicht, wobei weiterhin leichte
bis mittelgradige
Funktionsstörungen bestehen blieben (vgl. Urk. 5/279/3-5; Urk. 5/294/2-4
; Bericht des
A._
Kantonspitals
vom 29. März 2010
, Urk. 5/317
). D
er
früher
behandelnde Neurologe
Dr.
med.
B._
hielt am 1
7.
A
pril 20
1
2
eine stationäre Situation gestützt auf die am
2.
April 20
12
angefertigten MRI-Aufnahmen des Hirns fest. Er rechne nicht damit, dass sich ein Tumorrezidiv einstellen werde. Vorübergehend attestierte er der Beschwerdeführerin für zwei bis drei Wochen ein
e 100%ige Arbeitsunfähigkeit we
gen Müdigkeit (Urk. 5/362).
Die
weitere Behandlung erfolgte bei
PD
Dr.
med. C._
, Fachärztin für Neurologie FMH, welche ihr - nebst
im Wesentlichen
unveränderten Diagnosen und den damit einhergehenden körperlichen sowie geistigen Einschränkungen - aufgrund der raschen Ermüdbarkeit eine 60%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit im KV-Bereich attestierte (Bericht vom 17. Juli 2013, Urk. 5/384, insbesondere Urk. 5/384/1-3). Aktuell bestehe jedoch bis 30. September 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der zunehmenden Dekompensation der psychischen und physischen Kräfte im Zusammenhang mit der erheblichen Belastung und Anspannung im Rahmen des Lehrabschlusses
vom Sommer 2013
(Urk. 5/384/5 unten
; vgl. auch Urk. 5/394
).
Zu
r genaueren Umschreibung des
Belastungsprofil
s
einer zumutbaren Arbeitstätigkeit sei der anstehende Arbeitsversuch abzuwarten (Schreiben von PD
Dr.
C._
vom 2. Oktober 2013
, Urk. 5/407). Seitens RAD wurde am 1. September 2013 ausgeführt, die aktuell bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten sei als vorübergehend anzusehen, da diese aufgrund einer Erschöpfung attestiert worden sei, welche reversibel sein sollte.
Im Anschluss
werde
hoffentlich
eine
60%
ige
Arbeitsfähigkeit im erlernten Beruf als Kauffrau Niveau B möglich sein. Diese Tätigkeit sei auch als angepasst anzusehen. Eine Verbesserung sei eher durch zunehmende Berufsroutine und nicht durch medizin
i
sche Massnahmen zu erwarten (Urk.
5/449/5-6). Daraufhin wurde der
Beschwerdeführerin
mit Verfügung
en
vom 21. Februar 2014 ausgehend von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 60 %
bei einem Invaliditätsgrad von 63 % vom 1. August bis 31. Oktober 2013 sowie ab
1.
Februar 2014
eine
Dreiviertelsrente
zugesprochen (Urk. 5/455, Urk. 5/460, Urk. 5/465
; Taggeldbezug vom 21. Okto
ber 2013 bis 2. Februar 2014
während Arbeitsversuch, vgl. Urk. 5/408
, Urk. 5/416, Urk.
5/425, Urk. 5/436
, Urk. 5/441
).
3.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie,
wies
mit Stellungnahme vom 10. Januar 2019
und unter Hinweis auf seinen Bericht vom August 2017 (vgl. Urk. 5/528)
auf einen weitgehend unveränderten Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin hin.
Die motorischen und kognitiven Defizite seien weit
gehend unverändert vor
handen.
Er würde lediglich die Fatigue als derzeit weniger ausgeprägt einschät
zen. Auf die Arbeitsfähigkeit habe dies im Moment aber keinen relevanten Ein
fluss. Eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt sei weiterhin nicht realistisch und werde dies auch in Zukunft kaum sein. Im geschützten Rahmen könne wohl ein Pensum von 60 %, allenfalls auch 80 %, geleistet werden (Urk. 5/547).
Im
Gutachten
der
Medas
Y._
vom 22. Mai 2020 (interdisziplinäre Gesamt
beur
teilung, Urk. 5/600/1-12),
in
welche
m
im Wesentlichen ebenfalls die berei
ts bekannten Diagnosen aufgelistet wurden
(vgl. Urk. 5/600/7-8)
, wurde
zur zumut
baren Arbeitsfähigkeit in der erlernten KV-Tätigkeit Folgendes aus
geführt
: Es sei ein
Pensum von sechs Stunden täglich
zumutbar, was einem 70 %-Pensum ent
spreche
. Im Rahmen dieses zeitlichen Pensums bestehe insbesondere aufgrund der neuropsychologischen Beurteilung eine Leistungsfähigkeit von 60 %. Somit ergebe sich eine Arbeitsfähigkeit von 42 %
. Dies sei retrospektiv seit Durch
füh
rung der Ausbildung
(2010-2013)
anzunehmen (Urk. 5/600/10 Ziff. 4.7).
In a
n
gepasst
er Tätigkeit
sei ebenfalls von einem zeitlich zumutbaren 70 %-Pensum und einer zusätzlichen Leistungsminderung von 30 % auszugehen, was eine Gesamtarbeitsfähigkeit von 50 % ermögliche. Dies gelte ebenfalls retrospektiv seit Durchführung der Ausbildung
. Es bestünden auch in einer ideal leidens
adap
tierten Tätigkeit eine verminderte Geschwindigkeit und
E
insatzfähigkeit des rech
ten Armes und der rechten Hand, eine etwas erschwerte Gehfähigkeit, eine Augenbewegungsstörung mit
Visus
- und Fokussierungseinschränkung sowie leicht- bis mittelschwere kognitive
Einschränkungen
und psychische Auffällig
keiten
(Ziff. 4.8).
Ob eine solche Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt existiere, sei nicht durch die Gutachter zu entscheiden (Urk. 5/600/11 Ziff. 4.10).
4.
Ob das Gutachten vom 22. Mai 2020 den erforderlichen Kriterien im Hinblick auf im Rahmen von Re
visionsverfahren zu erstellende
Gutachten entspricht, ist vor
liegend fraglich.
Denn der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweis
thema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Renten
berechti
gung beweisend wäre, mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärzt
liche Einschät
zung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Urteil des Bundesgerichts 8C_54/2021 vom 10. Juni 202
1 E. 2.3
).
Das vorlie
gende Gutachten äussert sich kaum zu den abweichenden ärzt
lichen Einschät
zungen.
Jedoch kann in medizinischer Hinsicht auf weitere Ab
klärungen verzich
tet werden, da einerseits gestützt auf die
vorhandenen
Arzt
berichte ein weitge
hend konstanter Gesundheitszustand seit der Verfügung vom 21. Februar 2014 vorliegt. Andererseits
stellte sich die Beschwerdegegnerin auch auf den Stand
punkt, es liege keine Veränderung in der gesundheitlichen Situation vor (Urk. 2 S. 2 oben). Dies bestritt die Beschwerdeführerin ebenfalls nicht.
5.
5.
1
Fraglich und strittig ist vorliegend jedoch insbesondere, ob die Beschwerde
füh
rerin
unter Berücksichtigung
ihres Gesundheitszustandes
auf dem ersten Arbeits
markt arbeitsfähig oder
ihr lediglich eine Arbeitstätigkeit
auf dem zweiten Arbeitsmarkt, mithin in geschütztem Rahmen
, zumutbar ist.
Gestützt
auf die Akten, welche de
n
Verfügung
en
vom 21. Februar 2014 zugrunde lagen, ist ersichtlich, dass die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit ihr zwar für eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt attestiert wurde
:
Die Beschwerde
führerin hatte
während der Lehre und danach stets
einen grossen Willen, einer Arbeitstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt nachzugehen
(
vgl. insbesondere
Urk.
5/372, Urk. 5/378/2,
Urk.
5/382/4,
Urk.
5/398,
Urk.
5/410/8,
Urk. 5/443-444, Urk. 5/446/5)
. Die behandelnde Neurologin attestierte ihr eine Arbeitsfähigkeit von 60 %
in
angepasst
er Tätigkeit
. Der RAD wies damals darauf hin, dass eine solche «hoffentlich» realisierbar sei, denn im Zeitpunkt seiner Aktenbeurteilung bestand eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, welche sich aus einem Erschöp
fungszustand infolge der hohen Anforderungen im Rahmen des Lehr
abschlusses
ergeben hatte
(vgl. E. 3.2)
. Der starke Wille, eine Arbeitstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt
ausüben
zu können,
ist auch aus den
Arztberichten
ersichtlich (vgl. insbesondere Urk. 5/407)
.
In den verschiedenen
vorliegenden Berichte
n
zur erstmaligen beruflichen Aus
bil
dung zeigte sich konstant, dass die Beschwerdeführerin
jedoch
leistungsmässig an ihre Grenzen
gestossen ist
. Wiederholt wurde eine realisierbare und insbeson
dere langfristig durchhaltbare Arbeitsfähigkeit lediglich im geschützten Rahmen
als realistisch und möglich erachtet:
Im Rahmen der beruflichen Abklärungen am
E._
hielten Fachpersonen im Abschluss
bericht vom 24. März 2010 fest, die Einschränkungen in der Aufmerk
samkeit und im Gedächtnis seien bedeutend und ausschlaggebend für die Empfehlung einer Ausbildung im geschützten Rahmen (Urk. 5/315/7 Ziff. 5.2). Die behinderungs
angepassten Tätigkeiten würden sich auf den Bürobereich beschränken (Ziff. 5.3). Der Beschwerdeführerin sei eine kaufmännische Ausbil
dung im geschützten Rahmen zu empfehlen, wobei das Niveau der Ausbildung zwischen Büro
assistentin mit Attest und Kauffrau Profil B liege. Die schulischen Leistungen würden einen Einstieg in die kaufmännische Ausbildung Profil B erlauben
,
d
och ihre kognitiven Einschränkungen würden dem entgegenwirken (Urk. 5/315/8 Ziff. 7).
Eine Ausbildung «unter guten Rahmenbedingungen (allen
falls im geschützten Rahmen)» wurde auch aus neuropsychologischer Sicht empfohlen (Urk. 5/317/7 unten).
Aufgrund der getätigten Abklärungen erachtete die Beschwerdegegnerin eine Ausbildung im geschützten Rahmen als ausgewiesen (vgl. Notiz
en
zu
den
Gespräch
en
vom 18. März
und 3. Mai
2010, Urk. 5/401/4).
Die Ausbildung konnte die Beschwerdeführerin bei der
F._
respektive der
G._
GmbH absol
vieren. Diese «bieten eine Arbeitsumgebung und ein soziales Umfeld, welches sich bestmöglich an den Normalitätskriterien im Hinblick auf den ersten Arbeitsmarkt orientiert» (vgl. Urk. 5/382
/1
). Die Lehre
zur Kauffrau mit eidgenössischen Fähig
keitszeugnis (EFZ)
konnte d
ie
Beschwerdeführerin
voll
ständig absolvieren und
erfolgreich
abschliessen
(vgl. Urk. 5/391)
. A
us den Zwischenberichten
ist zwar
ersichtlich, dass sie 2012 bis 2013 mit Erschöpfung und Müdigkeit
zu
kämpfe
n hatte
(vgl. Urk. 5/364, Urk. 5/372, Urk. 5/378).
Gemäss dem Ausbildungsbetrieb
G._
GmbH sei eine Präsenzzeit von 7.25 Stunden/Tag möglich gewesen, wobei sie aufgrund ihrer Erschöpfung einen durchschnittlichen Leistungsgrad im Mass
stab des ersten A
rbeitsmarktes/freien Wirtschaft
während dieser Präsenzzeit von 70 % habe erbringen können (Bericht vom 18. März 2013, Urk. 5/379 Ziff. 3.4 f.).
Im Abschlussbericht vom 27. Juni 2013 hielt die
G._
GmbH fest, die Beschwer
deführerin sei fähig, im ersten Arbeitsmarkt niederschwellige, einfache kaufmän
nische Aufgaben zu erledigen, wobei ihre Leistungsfähigkeit 60 % betrage bei einer Präsenzzeit von 100 % (Urk. 5/382/2).
In Bezug auf eine
Anschlusslösung
habe sich die
Beschwerde
führer
in
intensiv mit der Stellensuche befasst und aus Eigeninitiative unzählige Bewerbungen versendet mit dem Ziel einer Fest- oder
Temporäranstellung
ab August 2013 im kaufmännischen Berufsfeld
(Urk. 5/382/4)
.
Vo
n
Oktober 2013 bis
Ende
Januar 2014 absolvierte
die Beschwerdeführerin
einen Arbeitsversuch bei der
H._
AG.
Die Leiterin Verkauf Innendienst führte in ihrem Feedback
vom 14. Januar 2014
aus, in einem kundenorientierten Unter
nehmen, wie es die
H._
AG sei
und in welchem
die Zeit und viele kleine Details eine grosse Rolle spielen würden und es oft sehr hektische Phasen gäbe, sehe sie die Beschwerdeführerin weniger
. In den Bereichen Selbständigkeit,
Konzentrati
ons
-
und
Lernfähigkeit
sowie
Belastbarkeit
hätten
Defizite
bestanden
. Allenfalls könne sie ihre Stärke (Kreativität) in einem anderen Unternehmen besser einset
zen
(vgl. Urk. 5/440).
Somit ging die Beschwerdegegnerin zwar gestützt auf die damalige Aktenlage mit erfolgreichem Lehrabschluss
als Kauffrau mit EFZ
nachvollziehbar von einer verwertbaren Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt aus
, selbst wenn dies
bezüglich gewisse
Unsicherheiten bestanden
.
5
.2
Die t
atsächlich ausgeübte
n
Tä
tigkeiten nach
Abschluss der
Ausbildung
lassen
je
doch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf eine lediglich realisierbare
A
rbeitsfähigkeit
(im medizinisch-theoretisch attestierten Umfang von bis 60 %
in angepasster Tätigkeit
)
im geschützten Rahmen schliessen.
Vom 5. Mai 2014 bis 30. November 2015 arbeitete die Beschwerdeführerin bei der
I._
Stiftung 24 Stunden pro Woche im Mediawerk, wobei ein monat
licher Bruttolohn von Fr. 303.-- vereinbar
t
war. Im Dezember 2015 wechselte sie in den Bereich Administration, wo ihr nur noch das Leisten von wöchentlich 15 Stunden möglich war und sie einen Monatslohn von Fr. 198.-- erzielte (Urk. 5/529; vgl. auch Urk. 5/476). Der im Mai 2014 angetretene geschützte Arbeitsplatz sei extra für die Beschwerdeführerin geschaffen worden. Sie habe darauf hinarbeiten wol
len, später wenn möglich im Medienbereich im ersten Arbeitsmarkt
einsteigen zu können. Ab 22. September 2014 habe sie neben dieser Tätigkeit einen Tag wöchentlich in einem Betrieb des ersten Arbeitsmarktes in einem kleinen Archi
tekturbüro im administrativen Bereich mitarbeiten können. Dieses Arbeitsverhält
nis sei im gegenseitigen Einvernehmen per 31. Juli 2015 beendet worden. Bei der Beschwerdeführerin hätten sich in allen drei Tätigkeits
feldern (Mediawerk, Architekturbüro, Administration) dieselben behinderungs
bedingten Herausforde
rungen ergeben. Es sei bei den meisten Arbeiten ein sehr grosser Aufwand für Instruktionen, Kontrollen und Korrekturen nötig
gewesen
. Die Besc
hwerdeführe
rin sei bemüht, ihr Bestes
zu geben. Leider sei bisher trotz
dem kein wirklich anhaltender Erfolg mit dem Einüben und selbständigen An
wenden von unter
stützenden Werkzeugen/Massnahmen erzielt worden. Die Beschwerdeführerin traue sich selbst zwar viel zu und habe den ganz starken Wunsch, im ersten Arbeitsmarkt tätig sein zu können. Aktuell seien sie im Prozess und auf der Suche, ob es nicht T
ätigkeiten oder Arbeitsfelder gä
be, die besser geeignet seien für die weitere berufliche Entwicklung als der administrative Be
reich (Stell
ungnahme vom 15. August 2017
Leiter Fachstelle Arbeit und Integration,
I._
Stiftung, Urk. 5/530).
Im Jahr 2016 erzielte sie in der
I._
Stiftung einen Bruttojahreslohn von Fr.
2’552
.-- (vgl. Lohnausweis, Urk. 5/520/5).
Gemäss Auszug aus dem indi
viduellen Konto (IK-Auszug) war dieser auch 2017 in ähnlichem Umfang (Fr. 2'376.-
-
; Urk. 5/546).
Ab 4. März 2019
bis 31. Januar 2020
wurde die Beschwerdeführerin im Perso
nalverleih über
K._
.ch
an
der Berufsschule
L._
für wöchentlich sechs bis acht Stunden
zur Mithilfe in der Schuladministration
(Aufgaben-Scanning, Ablage und sortieren von Personaldossiers, vorbereiten des Versands, anpassen von Excel-Listen, aufräumen des Archivs und Recherchearbeiten)
ein
gesetzt
(Urk. 5/610/3
)
.
Der
Stundenlohn
betrug
Fr. 10.-- respektive Fr. 12.19 (mit
Feier
tags-/Ferienentschädigung und Anteil 13. Monatslohn; Urk.
5/554
/1; vgl. auch Lohnabrechnungen April bis Juni 2019, Urk. 5/554/2-4).
Im Rahmen eines Arbeitsversuchs
an der Kantonsschule
M._
(vgl. Urk. 5/597) war die Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 2019
unbefristet als
Verwaltung
saus
hilfe
angestellt
, wobei ein
Bruttos
tundenlohn von Fr. 33.86
,
je
doch
kein Mindest
pensum
vereinbart war (Urk. 5/593).
Das Anstellungsverhältnis wurde
per 31. Januar 2020
aufgelöst
(Urk. 5/610/3).
5.3
Ein Revisionsgrund in Form einer Änderung des Invalideneinkommens liegt vor, wenn das
Leistungsvermögen der versicherten Person unverändert bleibt, sich aber ihre erwerblichen Möglichkeiten
oder ihre berufliche Situation geändert haben (
BGE 130 V 343
E. 3.5).
Der weitere Verlauf nach Lehrabschluss zeigte, dass
sich in erwerblicher Hinsicht eine wesentliche Verschlechterung gegenüber dem de
n
Verfügung
en
vom 21. Februar 2014 zugrunde gelegten Invalideneinkommen von Fr. 30'085.-- (vgl. Urk. 5/448/2
, Urk. 5/455/2, Urk. 5/460, Urk. 5/465
) ergeben hat.
Die Beschwer
deführerin war seit dem Lehrabschluss nicht annähernd in der Lage, ein Invali
deneinkommen
in dieser Höhe
zu erzielen.
Gemäss IK-Auszug betrug das höchste Jahreseinkommen Fr.
4’021
.-- (
2015;
Urk. 5/546).
Selbst wenn der höchste
, bei
K._
.ch
erzielte Monatsbruttolohn von Fr. 356.25 (vgl. Urk. 5/554/3) hochge
rechnet wird auf einen Jahresverdienst, ergibt sich ein solcher von
lediglich
Fr. 4'275.--
respektive im voll zumutbaren Umfang von 60
%
und 1'151 Arbeits
stun
d
en pro Jahr (60
%
von 46 x 41.7 Stunden) bei 11'510.--
.
Im Vergleich mit dem von der Beschwerdegegnerin zu Recht
gestützt auf
Art. 26 Abs. 1
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
bezifferten
Valideneinkommen
–
welches
für Personen
ab
vollendetem 30. Altersjahr im Jahr 2018
Fr. 82'000.--
, im Jahr 2019 Fr. 83'
0
00.-- und in den Jahren 2020/2021 Fr. 83'500.--
betrug
(vgl. IV-Rundschreiben N
r.
369, 378, 393 und 40
3) – resultiert somit offenkundig ein Invaliditätsgrad von deutlich über 70 %.
5.4
Nach dem Gesagten ist eine Verschlechterung in erwerblicher H
insicht aus
gewie
sen. Die Erhöhung der Rente
erfolgt gemäss Art. 88
bis
Abs. 1
lit
. b
IVV
bei einer Revision von Amtes wegen
frühestens
von dem fü
r diese vorgesehenen Monat an. Folglich hat die
Beschwerdeführerin ab 1. November 2018
(vgl. Ein
leitung der Rentenrevision, Urk. 5/543)
Anspruch auf eine ganze Rente
(vgl. E. 1.3)
.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zule
gen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) u
nd auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.