Decision ID: 55fda88f-3f18-43e8-9bfe-9c0050f1c5a2
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ war seit 1. Januar 2009 als Assistenzärztin in der Abteilung Geburt und
Gynäkologie am Kantonsspital B._ angestellt und dadurch obligatorisch bei der
Basler Versicherung AG gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 22. März
2009 beim Snowboarden auf den Rücken fiel und sich dabei eine Wirbelfraktur zuzog
(Unfallmeldung vom 30. März 2009, UV-act. 1.1). Am 23. März 2009 wurde die
Versicherte in der Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen
(KSSG) operiert (dorsale Spondylodese BWK12-LWK1; UV-act. 2.2) und blieb bis zum
7. April 2009 im KSSG hospitalisiert (Austrittsbericht vom 8. April 2009; UV-act. 2.3).
Die Basler Versicherung AG erbrachte Versicherungsleistungen (Übernahme
Heilbehandlungskosten und Taggelder; UV-act. 5.2 ff.). Am 22. August 2009 kündigte
die Versicherte ihre Anstellung als Assistenzärztin in der Abteilung Geburt und
Gynäkologie am Kantonsspital B._, da sie aufgrund ihrer körperlichen
Einschränkungen einen neuen fachlichen Weg einschlagen werde (UV-act. 4.7.1). Ihre
anschliessend aufgenommene Tätigkeit im C._ am KSSG (zur entsprechenden
Anstellungsbestätigung siehe UV-act. 5.14) führte zu einer Zunahme der Beschwerden,
weshalb die Versicherte zur Fachrichtung Psychiatrie wechselte und am 1. Januar 2010
eine Anstellung in der Klinik D._ antrat (UV-act. 1.37; zur Anstellungsvereinbarung
vom 28. Dezember 2009 siehe UV-act. 5.27). Zuvor, am 7. September 2009 wurde die
Segmentfreigabe durchgeführt (UV-act. 2.10; zur Operation sowie Hospitalisation vom
A.a.
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6. bis 9. September 2009 siehe den Austrittsbericht des KSSG vom 14. September
2009, UV-act. 2.11). Zur stationären Rehabilitation befand sich die Versicherte vom
16. November bis 4. Dezember 2009 in der Klinik E._. Die dort behandelnde Ärztin
berichtete, die Versicherte habe vom Aufenthalt profitieren können (UV-act. 2.15).
Prof. Dr. med. F._, Chefarzt der Klinik G._, erstatte im Auftrag der Allianz
Versicherungs-Aktiengesellschaft am 16. Mai 2010 ein Gutachten über den
Gesundheitszustand der Versicherten. Er diagnostizierte einen osteosynthetisch
versorgten inkompletten Berstungsbruch LWK 1 mittels Fixateur interne und ventraler
Spondylodese durch Harmskörbchen und autologer Spongiosa. Es bestehe eine
20%ige Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit. Über eine dauernde Beeinträchtigung
könne noch keine Aussage gemacht werden (UV-act. 3/2; zu den Ergebnissen der
bildgebenden Abklärungen siehe den Bericht des Instituts H._, UV-act. 3.1). Nach
der ambulanten Nachkontrolle am 18. Mai 2010 berichteten die Ärzte an der Klinik für
Orthopädische Chirurgie am KSSG, insgesamt zeige sich hinsichtlich der Fusion ein
erfreulicher Verlauf mit vollständiger knöcherner Durchbauung. Bei schmerzhaftem
Osteosynthesematerial könne eine elektive Materialentfernung der dorso-lateralen
Schrauben angeboten werden. «Körperlich sollte eine volle Belastbarkeit wieder
aufzunehmen sein» (UV-act. 2.18).
A.b.
Die Versicherte liess am 25. Mai 2010 einen Rückfall melden (UV-act. 1.45). Sie
arbeite wegen der Schmerzen zurzeit lediglich 50% (UV-act. 1.47 und UV-act. 1.49).
Die Basler Versicherung AG meldete die Versicherte daraufhin bei der AEH Zentrum für
Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG (nachfolgend: AEH) zum Case
Management an (E-Mail vom 10. Juni 2010, UV-act. 1.50; zum Assessmentbericht vom
23. Juni 2010 siehe UV-act. 6.1). Am 26. Juli 2010 teilte die Versicherte mit, dass sie
zurzeit 70% arbeite (UV-act. 1.51). Aus gesundheitlichen Gründen kündigte sie am
29. Juli 2010 das Arbeitsverhältnis mit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
D._ (UV-act. 1.52). Im Zwischenbericht Case Management vom 12. Oktober 2010
wurde ausgeführt, die Versicherte habe am 1. Oktober 2010 eine neue Stelle mit einem
100%igen Pensum in der Rehaklinik I._ angetreten. Momentan schaffe sie das
100%ige Pensum nur knapp. Die Case Managerin empfahl, trotz Erreichens der
100%igen Arbeitsfähigkeit ab dem 1. Oktober 2010 das Case Management
weiterzuführen, um allfällige Rückschläge abfangen zu können (UV-act. 6.3). Im
A.c.
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Zwischenbericht vom 17. Januar 2011 hielt die Case-Managerin fest, im Dezember
2010 habe die Versicherte wegen Rückenbeschwerden ihr Pensum auf 60% reduziert,
jedoch ohne Zeugnis, da sie dafür Ferientage eingesetzt habe (UV-act. 6.4)
Am 24. Februar 2011 wurde die Versicherte von Dr. med. J._, Chefarzt
Wirbelsäulenchirurgie an der Klinik K._, operiert (Metallentfernung im
thorakolumbalen Übergang von dorsal; UV-act. 2.28; hierzu sowie zur Hospitalisation
vom 23. bis 28. Februar 2011 siehe den Austrittsbericht vom 1. März 2011, UV-
act. 2.29). Der Vertrauensarzt der Basler Versicherung AG, Dr. med. L._, Facharzt für
Innere Medizin, empfahl in der Stellungnahme vom 30. März 2011 zur Behandlung der
Versicherten eine mehrwöchige stationäre Rehabilitation (UV-act. 2.32). Hierzu befand
sich die Versicherte vom 11. April bis 5. Mai 2011 erneut in der Klinik E._. Die dort
behandelnde Dr. med. M._, Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie,
diagnostizierte eine muskuläre Dekonditionierung bei Status nach LWK 1-Fraktur. Bei
Austritt führte sie aus, dass die Versicherte zunächst in reduziertem Pensum wieder in
das Berufsleben einsteigen und nach Möglichkeit im Verlauf das Pensum wieder auf
100% steigern werde (Austrittsbericht vom 26. August 2011, UV-act. 2.34). Im
Verlaufsbericht vom 9. August 2011 gab Dr. J._ an, es würden weiterhin
belastungsabhängige lumbale Beschwerden persistieren, die besonders in den
Vordergrund getreten seien, seitdem die Versicherte wieder ihr 100%iges
Arbeitspensum bewältige. Langes Stehen, Sitzen oder Gehen würden die Schmerzen
im unteren LWS-Bereich verstärken. Die medizinische Trainingstherapie könne
weitergeführt werden, eventuell in leicht reduzierter Form (UV-act. 2.37). Im
Schlussbericht vom 2. September 2011 gab die Case Managerin an, die Versicherte
arbeite seit Juni 2011 wieder ihr volles Pensum. Das Ziel einer optimalen Reintegration
habe erreicht werden können. Die Versicherte habe wieder zu 100% beruflich integriert
werden können. Deshalb werde das Case Management abgeschlossen (UV-act. 6.14).
Am 14. Februar 2012 berichtete Dr. J._, die Versicherte habe ausgeführt, v.a. im
lumbosakralen Übergangsbereich einmal wöchentlich starke Schmerzen zu haben.
«Nach Durchsicht der bisher angefertigten Röntgen- und MRI-Aufnahmen sind die
Beschwerden schwer zu erklären mit somatischen Problemen» (UV-act. 2.38).
A.d.
Am 30. August 2013 informierte die Versicherte eine Schadeninspektorin der
Basler Versicherung AG telefonisch darüber, dass sie selbstständig in einer eigenen
A.e.
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Arztpraxis arbeite und immer noch unter Atemnot leide. Die Inspektorin hielt fest, die
Versicherte würde sich gerne untersuchen lassen, da sie denke, dass es einen
Zusammenhang mit der «OP von seitlichem Rippenbereich» gebe (UV-act. 1.81).
Dieses Anliegen blieb seitens der Basler Versicherung AG unbeantwortet.
Der behandelnde med. pract. N._, Facharzt für Allgemeine Medizin, berichtete
am 4. August 2014 auf Anfrage der Basler Versicherung AG (UV-act. 2.40), der
Gesundheitszustand der Versicherten sei stagnierend. Sie habe «Schmerzen im
Bereich des Operationsgebietes, vor allem bei längerem Stehen und nach längerer
körperlicher Belastung, auch Gehen» (UV-act. 2.41; siehe auch den weiteren ärztlichen
Bericht von Dr. N._ vom 9. Februar 2015, UV-act. 2.44).
A.f.
Am 15. Juli 2015 zeigte sich die Basler Versicherung AG bereit, sich mit Fr. 500.--
an den Kosten für ein Fitness-Abo zu beteiligen. Die aktuell angefallenen Rechnungen
für die Physiotherapie würden ebenfalls übernommen (UV-act. 4.1; zur
vorausgegangenen Stellungnahme der beratenden Ärztin Dr. med. O._, Fachärztin für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 20. April
2015 siehe UV-act. 2.45). Die Versicherte wandte sich mit Schreiben vom 7. August
2015 an die Basler Versicherung AG, worin sie um ein erneutes Case Management
ersuchte, da die unfallbedingten Einschränkungen an der Wirbelsäule zunehmen
würden (UV-act. 4.2; zum u.a. beigelegten Bericht von Dr. N._ vom 23. Juli 2015
siehe UV-act. 2.47). Dr. J._ berichtete am 7. Dezember 2015, die bildgebenden
Abklärungen bei der Versicherten hätten einen völlig normalen Spinalkanal ergeben. Es
hätten sich keine Überlastungserscheinungen im Knochen oder in den
Bandscheibenstrukturen gezeigt. Auch in der Muskulatur zeige sich wenig Vernarbung
im Operationsgebiet (UV-act. 2.52; zu den Ergebnissen der vorangegangenen
klinischen Untersuchung durch Dr. J._ siehe dessen Bericht vom 22. September
2015, UV-act. 2.50). Dr. O._ vertrat in der Stellungnahme vom 28. Dezember 2015
die Ansicht, der medizinische Endzustand sei erreicht. Im Untersuchungsbericht von
Dr. J._ vom 22. September 2015 seien keinerlei sensomotorische Auffälligkeiten
beschrieben worden. Es habe sich eine gute Beweglichkeit in der Rumpfbeugung und
eine lotrechte Körperhaltung gezeigt. Dr. O._ empfahl zum Erhalt der recht guten
Funktionsfähigkeit, wie sie von Dr. J._ beschrieben worden sei, eine finanzielle
Beteiligung an einem Fitnessabonnement (UV-act. 2.53).
A.g.
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Mit Verfügung vom 4. Januar 2016 stellte die Basler Versicherung AG die
Leistungen für Heilbehandlung per 15. Juli 2015 ein und sprach der Versicherten
einmalig eine Beteiligung von Fr. 500.-- an das Fitness-Abonnement zu (UV-act. 4.3).
Dagegen erhob die Versicherte am 31. Januar 2016 Einsprache und beantragte die
Übernahme der Kosten für die letztjährigen Untersuchungen in der Klinik K._ sowie
der letztjährigen und zukünftigen Physiotherapiekosten. Die Physiotherapie sei für sie
notwendig, damit sie ihre 100%ige Arbeitsfähigkeit aufrechterhalten könne (UV-
act. 4.4). In der ergänzenden Eingabe vom 3. Mai 2016 brachte die Versicherte vor, es
sei am 25. Mai 2010 kein Rückfall erfolgt. Es handle sich durchgehend um die gleiche
Behandlung seit 22. März 2009. Der Fall sei noch nicht abgeschlossen. Die Versicherte
beantragte eine Begutachtung durch einen Wirbelsäulenspezialisten, zusätzliche
Taggeldleistungen sowie - falls der medizinische Endzustand erreicht sei - die
Ausrichtung einer Invalidenrente und einer Integritätsentschädigung (UV-act. 4.7). In
der Stellungnahme vom 30. Mai 2016 hielt Dr. O._ fest, aus orthopädisch/
traumatologischer Sicht sei die von der Versicherten angegebene
Beschwerdesymptomatik nicht nachvollziehbar. Die Versicherte sei seit 2011
arbeitsfähig und hätte problemlos eine Facharztausbildung durchlaufen können. Es
gebe auch in der Medizin Facharztrichtungen, in denen in Wechselbelastung gearbeitet
werden könne (UV-act. 2.55). Im weiteren Schreiben vom 24. Juni 2016 beantragte die
Versicherte zusätzlich eine Entschädigung für die im Zusammenhang mit der
medizinischen Behandlung entstandenen Transportkosten (UV-act. 4.8).
A.h.
Am 29. August 2016 teilte die Basler Versicherung AG der Versicherten mit, dass
seit 1. Juni 2011 eine volle, rentenausschliessende Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe.
Für die Transportkosten werde der Versicherten ein Betrag von Fr. 2'610.70
überwiesen (UV-act. 4.9). Auf Verlangen der Versicherten (Schreiben vom
13. September 2016, UV-act. 4.10) verfügte die Basler Versicherung AG am
28. September 2016 die Abweisung des Rentengesuchs und eine Beteiligung an den
Transportkosten im Betrag von Fr. 2'610.70 (UV-act. 4.11). Dagegen erhob die
Versicherte am 31. Oktober 2016 Einsprache. Sie beantragte die Aufhebung der
Verfügung vom 28. September 2016, die weitere Übernahme der Kosten für
Heilbehandlungen, eine Aufstellung der bereits geleisteten Taggelder und die
Ausrichtung des ausstehenden Taggelds samt Verzugszinsen. Für den Eventualfall,
A.i.
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dass der medizinische Endzustand erreicht sei, sei ihr eine 74%ige Invalidenrente und
eine 30%ige Integritätsentschädigung samt Verzugszinsen sowie jährlich
4 Physiotherapieserien, jährliche ärztliche Kontrollen und Schmerzmittel zuzusprechen.
Des Weiteren seien ihr Fahrkosten und Aufwendungen in der Höhe von Fr. 4'707.80 zu
vergüten (UV-act. 4.12, zur Noveneingabe und zum Korrigendum vom 7. November
2016 siehe UV-act. 4.13).
Dr. O._ äusserte sich am 21. November 2016 zum Integritätsschaden. «Bei
Wirbelsäulenaffektionen Frakturen versorgt mit Spondylodese Schmerzfunktionsskala +
+» sei eine Integritätsentschädigung zwischen 5 und 10% geschuldet (UV-act. 2.56;
siehe auch die ergänzenden Ausführungen vom 13. Februar 2017, UV-act. 2.57). Die
Basler Versicherung AG teilte der Versicherten am 28. November 2016 mit, seit dem
1. Juni 2011 sei eine Arbeitsunfähigkeit nicht mehr ausgewiesen, weshalb ein
Taggeldanspruch lediglich bis zum 31. Mai 2011 bestanden habe. Sie sehe vor, eine
7.5%igen Integritätsentschädigung auszurichten (UV-act. 4.14). Hierzu nahm die
Versicherte am 23. Dezember 2016 Stellung (UV-act. 4.15). Am 13. Februar 2017
verfügte die Basler Versicherung AG die Einstellung der Taggeldleistungen per 31. Mai
2011 und die Ausrichtung einer 7.5%igen Integritätsentschädigung im Betrag von
Fr. 9'450.-- (UV-act. 4.16). Dagegen erhob die Versicherte am 16. März 2017
Einsprache, worin sie u.a. die Zusprache von Taggeldern für den Zeitraum vom
1. Oktober 2009 bis 31. Dezember 2016 samt Verzugszinsen und eine 30%ige
Integritätsentschädigung beantragte. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie
die Vereinigung dieses Einspracheverfahrens mit den übrigen hängigen
Einspracheverfahren (UV-act. 4.17).
A.j.
Dr. O._ führte in der Stellungnahme vom 30. Oktober 2017 zur Arbeitsfähigkeit
der Versicherten aus, grundsätzlich sei die Fachrichtung Gynäkologie durchführbar.
Allerdings sei das Belastungsprofil zu beachten. Folgende Fachrichtungen seien mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit gut durchführbar und berücksichtigten das
Belastungsprofil: Handchirurgie, Dermatologie, Gastroenterologie, Ophtalmologie und
allgemeine Radiologie (UV-act. 2.58). Im Auftrag der Basler Versicherung AG wurde die
Versicherte von Dr. med. P._, Stellvertretender Chefarzt an der Klinik für
Rheumatologie am Spital Q._, am 6. Juni 2018 begutachtet. Der
Administrativgutachter diagnostizierte belastungsabhängige thorakolumbale
A.k.
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B.
Schmerzen (ICD-10: M54.5). Diese seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das
Unfallereignis vom 22. März 2009 und die danach erfolgten Operationen
zurückzuführen. Aus orthopädisch-traumatologisch-chirurgischer Sicht seien aktuell
keine operativen Massnahmen mehr angezeigt. Physiotherapeutische Behandlungen
sollten in die Eigenverantwortung der Versicherten übergehen. Die Tätigkeit als
Gynäkologin/Reproduktionsmedizinerin sei der Versicherten, abgesehen von speziellen
operativen Tätigkeiten, im Rahmen eines Vollpensums zumutbar. Funktionelle
Einschränkungen bestünden im Grunde nicht. Die Ausdauer der Versicherten sei aber
eingeschränkt. Als Ärztin sei die Versicherte 100% arbeitsfähig. Die Versicherte wäre in
der Lage gewesen, die Ausbildung zur Fachärztin Gynäkologie/Geburtshilfe/
Reproduktionsmedizin abzuschliessen, allerdings nicht in der dafür vorgesehenen
Regelzeit. Grundsätzlich bestünden keine Behinderungen oder
Leistungseinschränkungen, die eine Ausbildung zur Fachärztin ausschliessen würden.
Den Integritätsschaden schätzte der Administrativgutachter auf 7.5% (Gutachten vom
18. Juli 2018, UV-act. 3.10). Die Versicherte hielt die gutachterliche Beurteilung nicht
für beweiskräftig (Schreiben vom 27. August 2018, UV-act. 4.18). Zur Kritik der
Versicherten nahm der Administrativgutachter am 22. Januar 2019 Stellung (UV-
act. 3.12). Im Einspracheentscheid vom 18. Februar 2019 ordnete die Basler
Versicherung AG an: 1. Die Einsprachen der Versicherten würden teilweise
gutgeheissen. 2. Der Endzustand sei per 31. Mai 2011 eingetreten. Die Versicherte
habe Anspruch auf Heilungskosten bis 31. Mai 2011. Auf eine Rückforderung der
darüber hinaus zuviel ausgerichteten Heilungskosten würde verzichtet. 3. Die
Versicherte habe auf der Integritätsentschädigung von 7.5% einen Anspruch auf einen
Verzugszins von 5% ab 1. Juni 2013. Ansonsten würden die Einsprachen abgewiesen
(UV-act. 4.19).
Gegen den Einspracheentscheid vom 18. Februar 2019 erhob die
Beschwerdeführerin am 21. März 2019 Beschwerde. Sie beantragte 1. dessen
Aufhebung; 2. die Nachzahlung von Taggeldern in angemessener Höhe auch über den
31. Mai 2011 hinaus bis zum Erreichen des medizinischen Endzustands nebst
Verzugszins von 5% seit dem 1. Juni 2011; 3. für den Fall, dass der medizinische
Endzustand erreicht worden sei, die Zusprache einer 64%igen Invalidenrente und einer
B.a.
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30%igen Integritätsentschädigung plus Verzugszins von 5%; 4. die Kosten für
Heilbehandlungen, insbesondere für Physiotherapie, seien ab 16. Juli 2015 weiterhin
von der Beschwerdegegnerin zu übernehmen und ab der Rentenzusprache seien
Heilbehandlungen mit jährlich zwei Physiotherapieserien, jährlichen ärztlichen
Kontrollen und Schmerzmitteln zuzusprechen; 5. es seien «die Reisekosten für alle
medizinisch oder therapeutisch bedingten Transportkosten» ab Unfall bis zum Eintritt
des medizinischen Endzustands nachzubezahlen, soweit sie nicht bereits bezahlt
worden seien; 6. falls die Taggelder, Rente, Integritätsentschädigung, die
Heilbehandlung und Reisekosten nicht genau wie beantragt zugesprochen würden, sei
der Fall an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen zwecks Vornahme zusätzlicher
tatsächlicher und medizinischer Abklärungen sowie zur Neuverfügung; sollte vom
Gericht in Zweifel gezogen werden, ob sie (die Beschwerdeführerin) trotz ihres Unfalls
vom 22. März 2009 in der Lage gewesen wäre, eine Facharztausbildung zu absolvieren,
sei eine bidisziplinäre rheumatologische und gynäkologische Begutachtung einzuholen;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 13. August
2019 die Abweisung der Beschwerde (act. G 8).
B.b.
In der Replik vom 29. Oktober 2019 hielt die Beschwerdeführerin grundsätzlich an
der Beschwerde fest. In Abweichung hierzu beantragte sie neu eine
Integritätsentschädigung von 20% (act. G 13). Mit der Replik reichte sie ein von ihr bei
Dr. med. univ. R._, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
medexperts ag, St. Gallen, in Auftrag gegebenes Privatgutachten vom 14. August 2019
ein, dem eine persönliche Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 3. Juli 2019
zugrunde liegt. Der Privatgutachter diagnostizierte chronische Schmerzen mit
Verstärkung bei Belastung bei einer unfallbedingten Fehlstellung und Fehlhaltung im
Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule nach einem operativ versorgten Bruch des
ersten Lendenwirbelkörpers (ICD-10: S32.01, M54.5 und M54.6). Die am 3. und 4. Juli
2019 durchgeführten bildgebenden Abklärungen (siehe hierzu die am Privatgutachten
angefügten Berichte, act. G 13.1) hätten zusammenfassend die bekannte
Spondylodese und ansonsten keine relevante, über die Altersnorm hinausgehende
Degeneration gezeigt. Zusammenfassend könne die Einschätzung des
Administrativgutachters in Hinsicht auf den relevant erhöhten Pausenbedarf bestätigt
B.c.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/22
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werden. Es erscheine allerdings nicht ganz klar, wie unter dieser Voraussetzung eine
volle Arbeitsfähigkeit vorliegen sollte. In Hinsicht auf die zumutbaren Belastungen sei
das Vorgutachten nicht brauchbar, da die wesentlichen unfallbedingten Schäden
(Fehlhaltung der Wirbelsäule, Insuffizienz der Rückenmuskulatur) nicht berücksichtigt
bzw. nicht erkannt worden seien und auch die Arbeitsbelastungen im Fachgebiet
Gynäkologie bzw. bei operativen Tätigkeiten falsch eingeschätzt worden seien. Der
aktuell ausgeübte Beruf als selbstständige, praktische Ärztin und Mitarbeiterin an der
Privatklinik S._ (Hypnose und Akupunktur) sei als ideal angepasst anzusehen, da die
Beschwerdeführerin im Rahmen dieser Tätigkeit die Belastung und auch den
Pausenbedarf im grösstmöglichen Rahmen selbstständig steuern könne. Für eine
Tätigkeit als Gynäkologin bzw. Reproduktionsmedizinerin bestehe eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit. Für eine andere medizinische Fachrichtung, wo keine vermehrte
körperliche Belastung und vor allem keine vermehrte Beanspruch der Wirbelsäule
gefordert sei, verfüge die Versicherte über eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Eine
regelmässige konservative Therapie mit physikalischen Behandlungen, einem
selbstständigen Training zur Kräftigung der Stütz- bzw. Rumpfmuskulatur und eine
bedarfsweise Anpassung der Schmerzmedikation seien notwendig, um die aktuelle
Leistungsfähigkeit zu erhalten. Den Integritätsschaden schätzte der Privatgutachter auf
15% (act. G 13.1).
Die Beschwerdegegnerin hielt in der Duplik vom 23. Januar 2020 unverändert an
der von ihr beantragten Beschwerdeabweisung fest (act. G 21). Mit der Duplik reichte
sie eine Stellungnahme des Administrativgutachters vom 17. Dezember 2019 ein.
Dieser äusserte sich darin zur Einschätzung des Privatgutachters und vertrat den
Standpunkt, dass sich keine wesentlichen neuen Aspekte finden liessen, die zu einer
Veränderung seiner Einschätzung führen könnten. Im Administrativgutachten sei eine
eventuell eingeschränkte Ausdauer der Beschwerdeführerin miteingeflossen. Die
Ausdauer könne eventuell durch ein Training wieder gesteigert werden. Insbesondere
sei eine gesteigerte Knickbildung im Bereich der Versteifung Th12/LWK1 und eine
daraus resultierende sagittale Profilstörung, wie sie vom Privatgutachter angenommen
würden, nicht dokumentiert, vor allem auch nicht durch die radiologischen
Untersuchungen (act. G 21.1).
B.d.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen sind verschiedene
Ansprüche sowohl auf Leistungen für vorübergehende Schäden (Heilbehandlung nach
Art. 10 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20], Reise- und
Transportkosten [Art. 13 UVG] sowie Taggeld [Art. 16 UVG]) als auch auf Leistungen für
Dauerschäden (Integritätsentschädigung [Art. 24 UVG], Invalidenrente [Art. 18 UVG]
und Heilbehandlung nach Festsetzung der Rente [Art. 21 UVG]).
2.
In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin die Leistungen für
vorübergehende Schäden zu Recht per 31. Mai 2011 einstellte.
Wie schon nach dem früheren Bundesgesetz über die Kranken- und
Unfallversicherung vom 13. Juni 1911 (KUVG; SR 832.10; in Kraft gewesen bis
31. Dezember 1983) fallen die Ansprüche auf Heilbehandlung (nach Art. 10 UVG) und
Taggelder mit dem Rentenbeginn bzw. in dem Zeitpunkt dahin, in dem ein
Rentenanspruch in Betracht kommt (Philipp Geertsen, N 2 und N 16 zu Art. 19, in: Marc
Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar
zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018, mit Hinweisen). Dieser Zeitpunkt
ist in Art. 19 Abs. 1 UVG geregelt und wird erreicht, wenn von der Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der
versicherten Person mehr erwartet werden kann (Geertsen, a.a.O., N 13, N 16 und N 18
zu Art. 19 mit Hinweisen).
2.1.
Der Begriff der ärztlichen Behandlung setzt eine kontinuierliche, mit einer
gewissen Planmässigkeit auf eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands
gerichtete Vorkehr voraus. Ärztliche Verlaufskontrollen, die Einnahme von
Medikamenten sowie manualtherapeutische Behandlungen gelten nicht als
kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf eine namhafte Verbesserung des
Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung im Sinn der Rechtsprechung
(Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2016, 8C_306/2016, E. 5.3). Gleiches
gilt auch für eine ärztliche Empfehlung zu einem Fitnesstraining, da es sich dabei nicht
um eine ärztliche Behandlung medizinischen Charakters im Sinn von Art. 19 Abs. 1
2.1.1.
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UVG handelt (Urteil des Bundesgerichts vom 22. November 2010, 8C_188/2010,
E. 3.2).
Der Begriff «namhaft» bringt zum Ausdruck, dass die durch weitere
Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende
Verbesserungen sowie nur vorübergehende Verbesserungen des Gesundheitszustands
oder Verbesserungen allein der Befindlichkeit genügen diesem Erfordernis nicht. Dies
gilt ebenfalls für Massnahmen, die lediglich der Symptombekämpfung dienen und nicht
auf die Heilung des Gesundheitsschadens gerichtet sind (Urteil des Bundesgerichts
vom 27. Mai 2010, 8C_29/2010, E. 4.2). Für die Beendigung des Anspruchs auf
Heilbehandlung im Sinn von Art. 10 UVG ist ein Dahinfallen jeglichen Bedarfs an
medizinischer Behandlung somit nicht vorausgesetzt (Urteil des Bundesgerichts vom
2. Mai 2014, 8C_888/2013, E. 4.1 und E. 4.2.2).
2.1.2.
Dr. L._ ging bereits in seiner Stellungnahme vom 30. März 2011 davon aus,
dass nach einer mehrwöchigen stationären Rehabilitation als weitere Massnahmen
noch Physiotherapie, MTT und ein Fitnesstraining in Betracht fallen könnten, um eine
100%ige Arbeitsfähigkeit zu erreichen (UV-act. 2.32, S. 2). Für die Zeit nach
Beendigung der stationären Rehabilitation vom 11. April bis 5. Mai 2011 empfahl
Dr. M._ lediglich die Fortführung der «Krankengymnastik» unter ambulanten
Bedingungen (siehe hierzu sowie zur Medikation bei Austritt den Austrittsbericht vom
26. August 2011, UV-act. 2.34). Aus dem AEH-Schlussbericht vom 2. September 2011
ergibt sich ausserdem, dass die Beschwerdeführerin ab Juni 2011 wieder ihr volles
Pensum absolvierte. Sie wolle weiterhin 100% arbeitsfähig bleiben (UV-act. 6.13,
Ziff. 4.2 und Ziff. 5.2; siehe zur 100%igen Arbeitsfähigkeit und der medizinischen
Trainings- und Physiotherapie den Bericht von Dr. J._ vom 9. August 2011, UV-
act. 2.37). Auch in der Folge empfahl Dr. J._ der Beschwerdeführerin, sich anstelle
des Kräftigungstrainings in die Relaxationsrichtung zu bewegen und eventuell Shiatsu
anzuwenden oder autogenes Training. Im Übrigen äusserte er, dass die Beschwerden
schwer mit somatischen Problemen zu erklären seien (UV-act. 2.38). Aus diesen
Umständen ergibt sich, dass die von der Beschwerdeführerin fortgeführten
therapeutischen Massnahmen und eingenommene Schmerzmedikation spätestens ab
1. Juni 2011 keine ärztliche Behandlung mehr darstellte, von der eine namhafte,
nachhaltige Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden konnte. Die
Einstellung der Taggeldleistungen und der Heilbehandlung nach Art. 10 UVG erfolgte
daher zu Recht per 31. Mai 2011, womit offenbleiben kann, ob die Beschwerdeführerin
im Zeitpunkt des mutmasslich von ihr angenommenen Abschlusses der
gynäkologischen Facharztausbildung (per 31. Dezember 2013) ein höheres Taggeld
2.1.3.
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hätte beanspruchen können (siehe hierzu act. G 1, S. 11 f.). Soweit die
Beschwerdegegnerin weitere Heilbehandlungsleistungen erbrachte, so erfolgten diese
zu Unrecht (siehe auch die Ausführungen der Beschwerdegegnerin im
Einspracheentscheid vom 18. Februar 2019 in UV-act. 4.19, Ziff. II Rz 8). Aus den
späteren Akten, insbesondere aus dem Administrativgutachten vom 18. Juli 2018 (UV-
act. 3.10, S. 7 und S. 12) oder dem Privatgutachten vom 14. August 2019 (act. G 13.1,
S. 13 unten, S. 14, S. 16 Mitte und S. 24 Mitte), geht keine retrospektive Einschätzung
hervor, welche den Einstellungszeitpunkt in Frage zu stellen vermag. Vielmehr ging
auch der Privatgutachter davon aus, dass die «konservative Therapie» notwendig sei,
um die Leistungsfähigkeit «zu erhalten» (act. G 13.1, S. 25 unten). Aus den Akten ergibt
sich auch nicht, dass sich der Dauercharakter des von der Beschwerdeführerin
geklagten Gesundheitsschadens vorübergehend relevant verschlechtert hätte.
Ergänzend kann auf die zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin
verwiesen werden (act. G 8, S. 8 f.). Die Beschwerdegegnerin verzichtete im
Einspracheentscheid (Dispo-Ziffer 2, UV-act. 4.19, S. 10) auf eine Rückforderung der
zuviel bezahlten Heilbehandlungskosten. Da die absolute Verjährungsfrist (Art. 25
Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]) bereits abgelaufen ist bzw. allfällige Rückforderungsansprüche
verwirkt sind, erübrigen sich Weiterungen hierzu.
Bezüglich der Höhe der bis 31. Mai 2011 ausgerichteten Taggelder rügt die
Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin habe lediglich Taggelder basierend auf
dem zur Zeit der jeweiligen Arbeitsunfähigkeiten bestehenden Lohn ausgerichtet. Dies
unregelmässig bis und mit Mai 2011. Die Grundlage für sämtliche
Taggeldauszahlungen hätte jedoch das Einkommen bilden sollen, das sie im Zeitpunkt
des Unfalls vom 22. März 2009 beim Kantonsspital B._ erzielt habe, womit ein
Taggeldansatz von Fr. 204.10 resultiere (act. G 1, S. 11). Die Beschwerdegegnerin
entgegnete hierzu, dass die ausgerichteten Taggeldleistungen in Rechtskraft
erwachsen und damit einer nachträglichen Korrektur nicht mehr zugänglich seien (act.
G 8, S. 10). Vorliegend kann die Frage offenbleiben, ob die Taggeldleistungen hätten
förmlich verfügt werden müssen oder ohne die Beachtung jeglicher Form und
insbesondere ohne Hinweis auf Anfechtungsmöglichkeiten ausgerichtet werden
durften. Denn gemäss konstanter Praxis des Bundesgerichts erlangen selbst
formwidrig erlassene Anordnungen des Versicherungsträgers «im Regelfall» für die
versicherte Person dann rechtliche Verbindlichkeit, wenn sie nicht innerhalb eines
Jahres Einwände erhebt (BGE 134 V 152 f. E. 5.3.2 bestätigt etwa im Urteil des
Bundesgerichts vom 28. März 2017, 8C_738/2016, E. 3.2). An solchen rechtzeitig
vorgebrachten Einwänden fehlt es vorliegend. Im Übrigen wird weder geltend gemacht
2.2.
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3.
Des Weiteren ist zwischen den Parteien der Rentenanspruch umstritten.
noch ist ersichtlich, dass die Voraussetzungen für einen Rückkommenstitel
(prozessuale Revision oder Wiedererwägung im Sinn von Art. 53 Abs. 1 und Abs. 2
ATSG) erfüllt sind.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid (Art. 8
ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen
des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
3.1.
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten
Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG). Die
Invalidenrente beträgt bei Vollinvalidität 80% des versicherten Verdienstes; bei
Teilinvalidität wird sie entsprechend gekürzt (Art. 20 Abs. 1 UVG). Als Grundlage für die
Bemessung der Renten gilt der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bei einem oder
mehreren Arbeitgebern bezogene Lohn, einschliesslich noch nicht ausbezahlter
Lohnbestandteile, auf die ein Rechtsanspruch besteht (Art. 22 Abs. 2 Satz 1 der
Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]).
3.2.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
3.3.
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Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a).
Zwischen den Parteien ist zunächst die Höhe der für leidensangepasste
Tätigkeiten verbliebenen Arbeitsfähigkeit umstritten. Gestützt auf die
administrativgutachterliche Einschätzung vertritt die Beschwerdegegnerin den
Standpunkt, die Beschwerdeführerin verfüge über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten (UV-act. 3.10, S. 14 f., und UV-act. 3.12).
Demgegenüber schätzte der Privatgutachter die Restarbeitsfähigkeit auf 80% (act.
G 13, S. 25).
3.4.
Die abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung des Privatgutachters beruht im
Wesentlichen darauf, dass er von einer gesteigerten Knickbildung im Bereich der
Versteifung Th12/L1 mit der daraus resultierenden sagittalen Profilstörung ausgeht,
«welche mit Sicherheit» auch schon 2018 bestanden habe. Diese Gesichtspunkte und
auch die daraus resultierende Einschränkung der Belastbarkeit seien vom
Administrativgutachter nicht erkannt worden (act. G 13, S. 23). Hierzu führte der
Administrativgutachter in der Stellungnahme vom 17. Dezember 2019 nachvollziehbar
begründet aus, dass die vom Privatgutachter angenommene Knickbildung und
sagittale Profilstörung nicht dokumentiert seien (act. G 21, S. 4). Die Einschätzung des
Administrativgutachters wird insoweit bestätigt, als Dr. J._ früher ausdrücklich
anlässlich der klinischen Untersuchung vom 13. Februar 2012 ein «gutes sagittales
Profil» feststellte (UV-act. 2.38, S. 1 unten). Im Rahmen der Untersuchung vom
21. September 2015 stellte Dr. J._ eine lotrechte Körperhaltung fest (UV-act. 2.50).
Die danach durchgeführten bildgebenden Abklärungen ergaben einen völlig normalen
Spinalkanal. Es zeigten sich keine Überlastungserscheinungen im Knochen oder in den
Bandscheibenstrukturen. Auch in der Muskulatur zeigte sich wenig Vernarbung im
Operationsgebiet (Bericht vom 7. Dezember 2015, UV-act. 2.52). In damit zu
vereinbarender Weise stellte der Administrativgutachter im Rahmen der Begutachtung
fest, dass die Wirbelsäule im Lot sei (UV-act. 3.10; zur gleichen Einschätzung gelangte
auch Dr. O._ am 13. Februar 2017, UV-act. 2.57). Die Röntgenuntersuchung vom
3. Juli 2019 ergab u.a. eine normale Brustkyphose und Lendenlordose sowie ein
normales Alignement und normale Höhen der Intervertebralräume, insbesondere auch
3.4.1.
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im Bereich der Anschluss-Segmente (act. G 13.2). Mit dem MRT vom 4. Juli 2019
lassen sich die vom Privatgutachter als im Vordergrund stehend erachteten Befunde
nicht begründen (act. G 13.3). Darauf wies auch der Administrativgutachter in der
Stellungnahme vom 17. Dezember 2019 hin (act. G 21.1, S. 4). Im Übrigen wirft die
Eindeutigkeit und das Zweifellose, mit welcher sich der Privatgutachter bei der
retrospektiven Beurteilung äusserte («welche mit Sicherheit» schon 2018 bestanden
habe; act. G 13.1), Fragen an der Aussagekraft auf, zumal sich aus der übrigen
Aktenlage gerade nichts zu Gunsten seiner Einschätzung ergibt.
Ausserdem bemängelte der Privatgutachter, dass unklar sei, weshalb der
Administrativgutachter trotz des von ihm erkannten Pausenbedarfs von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit ausging (act. G 13, S. 23). Der Administrativgutachter legte in sich
schlüssig begründet unter Einbezug der aktuellen Erwerbstätigkeit und der
Alltagsaktivitäten (u.a. mit «mindestens täglichen» Spaziergängen von 30 bis
40 Minuten, act. G 3.10, S. 8) dar, dass die Beschwerdeführerin in der Lage sei,
ganztags zu arbeiten, wenn sie nach einer halbtägigen Arbeit eine längere Pause (eine
bis zwei Stunden) einschalten könne (UV-act. 3.10, S. 14). Vorliegend ist weder
erkennbar noch substanziiert von der Beschwerdeführerin geltend gemacht worden,
weshalb ihr eine entsprechende Mittagspause - die wohl den Gepflogenheiten eines
Grossteils der Erwerbstätigen entspricht - nicht zumutbar wäre. In der Zeit zuvor
vermochte die Beschwerdeführerin sowohl eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zu verwerten
(UV-act. 4.4, UV-act. 4.12, S. 16 oben; vgl. auch das Protokoll der AEH vom 11. August
2011, UV-act. 4.17.3, S. 1 unten) als auch daneben - in anerkennenswerter Weise -
zahlreiche Weiterbildungen zu absolvieren. Schliesslich würdigte auch Dr. O._ die
Akten in der Stellungnahme vom 30. Oktober 2017 dahingehend, dass die
Arbeitsfähigkeit (lediglich) aus qualitativer Sicht beschränkt ist. Quantitative
Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit bezogen auf leidensangepasste Tätigkeiten
gehen daraus nicht hervor (UV-act. 2.58). Schliesslich scheint auch die
Beschwerdeführerin davon auszugehen, bezogen auf aus ihrer Sicht leidensangepasste
Tätigkeiten «langfristig voll arbeitstätig sein zu können» (act. G 1, S. 7 Mitte). Diese
Einschätzung deckt sich auch mit dem belastungsabhängigen Charakter der von ihr
geklagten Beschwerden.
3.4.2.
Die Beschwerdeführerin legt weder dar noch ist erkennbar, inwiefern die von ihr
geltend gemachte eineinhalbstündige Untersuchung durch den Administrativgutachter
zu kurz gewesen wäre und welche objektiv wesentlichen Gesichtspunkte
unberücksichtigt geblieben wären. Es bleibt auch unklar, was aus dem von ihr als um
15 Minuten verspätet beschriebenen Beginn der Untersuchung zulasten des
3.4.3.
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Beweiswerts der administrativgutachterlichen Beurteilung abgeleitet werden kann (zur
Kritik der Beschwerdeführerin siehe act. G 1, S. 14). Zwar wäre es im Rahmen einer
umfassenden Begutachtung wünschenswert gewesen, dass der Administrativgutachter
bildgebende Abklärungen veranlasst hätte. Der Verzicht darauf stellt vorliegend
indessen keinen Mangel dar, zumal die später im Rahmen der privatgutachterlichen
Beurteilung durchgeführten Abklärungsergebnisse (act. G 13.2 f.) mit der Einschätzung
des Administrativgutachters vereinbar sind bzw. keine davon abweichenden Befunde
ergaben.
Die Kritik der Beschwerdeführerin, der Administrativgutachter habe die grossen
Hämatome am Rücken und den deutlichen Narbeneinzug nicht erwähnt (act. G 1,
S. 14), vermag die administrativgutachterliche Beurteilung nicht in Zweifel zu ziehen, da
nicht erkennbar ist, dass sich diese Befunde auf die Leistungsfähigkeit auswirken. Aus
dem Privatgutachten ergibt sich nicht, dass den geltend gemachten Hämatomen oder
dem deutlichen Narbeneinzug bei der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung ein Gewicht
zukommen würde (siehe die Ausführungen bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in
act. G 13.1, S. 22 f.). Der Privatgutachter hielt anlässlich der klinischen Untersuchung
bezüglich der verschiedenen Narben stets einen blanden Zustand fest (act. G 13.1,
S. 18 oben). Nichts anderes ergibt sich bezüglich der von der Beschwerdeführerin ins
Feld geführten Verklebungen der Faszien «als Problemstellung im OP-Gebiet» (act. G 1,
S. 15 oben).
3.4.4.
Unbestritten ist, dass der Administrativgutachter über eine ausreichende
Fachkompetenz zur Beurteilung orthopädischer Gesundheitsschäden verfügt. Dass
gutachterliche Beurteilungen von Chefärzten regelmässig im Rahmen einer Supervision
(etwa zur Qualitätskontrolle) mitunterzeichnet werden, stellt für sich allein und entgegen
der nicht näher substantiierten gegenteiligen Sichtweise der Beschwerdeführerin (act.
G 1, S. 15) offenkundig keinen Mangel am Inhalt des Administrativgutachtens dar. Der
Administrativgutachter war bei Erstattung der Expertise stellvertretender Chefarzt (UV-
act. 3.10, S. 1 oben). Die Beschwerdeführerin legt weder dar noch ist erkennbar, dass
er aufgrund dieser Funktion nicht befugt gewesen wäre, den Chefarzt bei der
Ausfertigung des Administrativgutachtens am 18. Juli 2018 zu vertreten. Ausserdem ist
auch nicht ersichtlich, inwiefern die vertretungshalber anstelle des Chefarztes
vorgenommene Unterzeichnung den Administrativgutachtensinhalt in Zweifel zu ziehen
vermag.
3.4.5.
Der Administrativgutachter legte schlüssig dar, dass die von der
Beschwerdeführerin ausgeübte Tätigkeit leidensangepasst sei (UV-act. 3.10, S. 14).
3.4.6.
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Eine gynäkologische Tätigkeit hielt er den Leiden der Beschwerdeführerin für
angepasst, sofern sie nicht mit operativen Arbeiten verbunden sei (UV-act. 3.10, S. 13;
siehe ferner UV-act. 3.12, S. 3, und act. G 21.1, S. 3). Dies deckt sich mit der
Einschätzung des Privatgutachters zu den Anforderungen an eine leidensangepasste
Tätigkeit. Eine gynäkologische Tätigkeit hielt dieser hauptsächlich mit Blick auf
operative Arbeiten für unzumutbar (act. G 13.1, S. 25). Offenbleiben kann die Frage, ob
eine Ausbildung zur Gynäkologin und eine spätere Erwerbstätigkeit auf diesem
Fachgebiet zwingend mit operativen Tätigkeiten verbunden ist. Denn selbst wenn dies
verneint würde, hätte es keinen Einfluss auf die Beweiskraft der
administrativgutachterlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für übrige
leidensangepasste Tätigkeiten (wie die von der Beschwerdeführerin ausgeübten) und
damit keinen Einfluss auf den Rentenanspruch (siehe nachstehende E. 3.5). Der
Vollständigkeit halber bleibt anzufügen, dass entgegen der Sichtweise der
Beschwerdeführerin nicht davon ausgegangen werden kann, sie wäre unfallbedingt
generell nicht in der Lage gewesen, eine fachärztliche Ausbildung abzuschliessen. So
gelangte das Bundesgericht im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren plausibel
zum Schluss, dass ihr die Ausbildung zur Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie
möglich gewesen wäre (Urteil des Bundesgerichts vom 16. August 2019, 9C_278/2019,
E. 4.3.2).
Bei der Würdigung des Administrativgutachtens fällt des Weiteren ins Gewicht,
dass es auf einer vollständigen persönlichen Untersuchung sowie einer
Berücksichtigung der Ressourcen und Alltagsaktivitäten beruht, in Kenntnis der
Vorakten ergangen ist und die Beurteilungen hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit für den
Leiden der Beschwerdeführerin angepassten Tätigkeiten in sich schlüssig ist. Gestützt
darauf ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin für leidensangepasste Tätigkeiten über eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit verfügt. Ein weiterer Abklärungsbedarf besteht nicht, weshalb das
(Eventual-)Gesuch der Beschwerdeführerin um eine bidisziplinäre Begutachtung (act.
G 13.1, S. 3) abzuweisen ist.
3.4.7.
Gestützt auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten ist
für die Beurteilung des Rentenanspruchs ein Einkommensvergleich vorzunehmen. Aus
dem Curriculum vitae der Beschwerdeführerin geht hervor, dass sie in den Jahren 20_
bis 20_ u.a. einer Forschungstätigkeit auf dem Gebiet der experimentellen
Hirnforschung nachging und im Jahr 20_ ihre Doktorarbeit im Bereich _ erfolgreich
abschloss. Zudem absolvierte sie in den Jahren 20_ bis 20_ eine berufliche
Weiterbildung im Bereich Akupunktur. Im Zwischenbericht der AEH vom 12. Oktober
3.5.
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4.
Da die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Invalidenrente hat, besitzt sie
folglich auch keinen Anspruch auf eine Heilbehandlung (auch «Nachbehandlung»
genannt; BGE 140 V 135 E. 2.7) im Sinn von Art. 21 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 10 UVG
(BGE 140 V 135 ff. E. 2.2 ff.; kritisch hierzu Miriam Lendfers, Heilbehandlung und
Hilfsmittel nach Fallabschluss, in: Ueli Kieser/Miriam Lendfers [Hrsg.], Jahrbuch zum
2010 wurde überdies festgehalten, während des Studiums habe die
Beschwerdeführerin eine «TCM Ausbildung als Ärztin abgeschlossen und teilweise
auch schon darauf gearbeitet» (UV-act. 6.3, S. 3). Allein schon vor diesem Hintergrund
erscheint das Vorbringen der am 22. März 2009 verunfallten Beschwerdeführerin -
zumindest in der geltend gemachten Eindeutigkeit (act. G 13, S. 4, Mitte) - fraglich, sie
hätte ohne die Folgen des Unfalls eine gynäkologische Fachausbildung abgeschlossen
und wäre in diesem Fachbereich tätig gewesen. Letztlich kann die Frage, ob die
Beschwerdeführerin ohne den von ihr beklagten Gesundheitsschaden als Gynäkologin
tätig wäre, offenbleiben. Denn selbst wenn dies bejaht und auf das von ihr geltend
gemachte Valideneinkommen von Fr. 258'895.77 (act. G 1, S. 20 oben) abgestellt
würde, resultierte kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 10%. Entscheidend ist
vorliegend, dass die Beschwerdeführerin als «Kaderärztin für Z._» bei der Klinik S._
AG per 1. Dezember 2016 eine Anstellung fand. Mit einem 20%igen Pensum erhält sie
einen Jahreslohn von Fr. 65'000.--. Bei einem vollzeitlichen Beschäftigungsgrad - wie
sie auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nachgefragt würde (Art. 7 Abs. 1 und
Art. 16 ATSG) -, könnte die Beschwerdeführerin somit einen Jahreslohn von
Fr. 325'000.-- erzielen (UV-act. 4.15.17). Aus- bzw. Weiterbildungen sowie Tätigkeiten
im Bereich Z._ gehörten bereits vor dem Unfallereignis vom 22. März 2009 zur
Erwerbsbiographie der Beschwerdeführerin Die Tätigkeiten in diesem Bereich sind
nicht mit operativen oder anderweitig den Leiden der Beschwerdeführerin nicht
angepassten Verrichtungen verbunden. Sie entsprechen mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit den Anforderungen für leidensangepasste Tätigkeiten, wie sie vom
Administrativgutachter beschrieben wurden (siehe hierzu UV-act. 3.10, S. 13; vgl. auch
die Beurteilung von Dr. O._ in UV-act. 2.55 und UV-act. 2.58). Der Privatgutachter
ging ebenfalls davon aus, dass die Tätigkeit bei der Klinik S._ als ideal angepasst
anzusehen sei (act. G 13.1, S. 24). Insgesamt ist also davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt - auch rückwirkend -
keinen Verlust an Erwerbsmöglichkeiten im Sinn von Art. 7 Abs. 2 ATSG erlitt bzw.
erleidet, womit der Invaliditätsgrad 0% beträgt, da auch keine Gesichtspunkte
vorliegen, die einen Tabellenlohnabzug rechtfertigen würden. Die Abweisung des
Rentengesuchs erfolgte daher zu Recht.
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Sozialversicherungsrecht 2017, S. 199 ff.). Der Gesetzgeber mutet den Versicherten zu,
den Schaden einer Invalidität von weniger als 10% selbst zu tragen (Art. 18 Abs. 1
UVG). Nichts anderes legte er hinsichtlich der Heilbehandlung der Invalidität bzw. der
Nachbehandlung des entsprechenden Dauerschadens fest, die ausdrücklich einen
Rentenanspruch voraussetzt (Art. 21 Abs. 1 UVG).
5.
Die Beschwerdeführerin beantragt ausserdem, dass die Beschwerdegegnerin die im
Zusammenhang mit Heilbehandlungen bis zum 15. Juli 2015 entstandenen
Reisekosten zu übernehmen habe. Jedenfalls seien diese Reisekosten nicht bloss bis
zum 25. April 2011, sondern wenigstens bis 31. Mai 2011 zu erstatten (act. G 1, S. 23;
zur schwer entzifferbaren «Kilometeraufstellung» der Beschwerdeführerin siehe act.
G 1.17).
Bis zum Erreichen des medizinischen Endzustands (Art. 19 Abs. 1 UVG) sind die
für die Heilbehandlung nach Art. 10 UVG notwendigen Reise- und Transportkosten
gemäss Art. 13 UVG zu ersetzen. Nach dem Erreichen des medizinischen Endzustands
werden rentenbeziehenden Personen die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen
nach Art. 10 bis Art. 13 UVG gewährt (Art. 21 Abs. 1 UVG). Für die Heilbehandlung
nach Art. 21 Abs. 1 UVG notwendige Reise- und Transportkosten werden den
rentenbeziehenden Personen entschädigt (Art. 21 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 13 UVG). Es
werden nur Reise- und Transportkosten vergütet, die medizinisch notwendig waren
(Art. 20 Abs. 1 Satz 1 UVV).
5.1.
Die Einstellung der Heilbehandlung nach Art. 10 UVG erfolgte zu Recht per 31. Mai
2011 (siehe vorstehende E. 2.1.3). Da die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf
eine Invalidenrente hat, besitzt sie folglich keinen Anspruch auf eine Heilbehandlung im
Sinn von Art. 21 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 10 UVG (siehe vorstehende E. 4). Mangels
Anspruchs auf Heilbehandlung bzw. Nachbehandlung ab 1. Juni 2011 entfällt von
vornherein auch ein Anspruch auf Vergütung von Reise- bzw. Transportkosten zu den
ab diesem Zeitpunkt von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Therapieorten.
Die Beschwerdegegnerin sprach der Beschwerdeführerin eine Entschädigung von
Fr. 2'610.70 entsprechend Reisewegen von 4'351.2 Kilometern zu (UV-act. 4.11). Diese
Entschädigung übersteigt bei Weitem die von der Beschwerdeführerin bis zum 31. Mai
2011 geltend gemachten Reisewege (siehe hierzu act. G 1.17 und UV-act. 4.12.6). Die
rechtskundig vertretene Beschwerdeführerin legt denn auch nicht dar und es ist nicht
erkennbar, inwiefern diese Entschädigung unter dem bis 31. Mai 2011 gesetzlich
vorgesehenen Anspruch liegt, wie er von der Beschwerdegegnerin im angefochtenen
5.2.
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6.
Zu prüfen bleibt die Höhe des Integritätsschadens.
7.
Einspracheentscheid und der Beschwerdeantwort nachvollziehbar begründet wurde
und worauf verwiesen wird (UV-act. 4.19 S. 9, act. G 8, S. 20 f.). Insbesondere legte sie
nicht näher dar, für welche in Anspruch genommenen, im Sinn von Art. 10 UVG
zweckmässigen Heilbehandlungsmassnahmen sie notwendigerweise Strecken zu
bewältigen hatte, die von der zugesprochenen Reisekostenentschädigung nicht
gedeckt sind.
Die Beschwerdegegnerin erkannte bei Erlass des Einspracheentscheids am
18. Februar 2019 die Grosszügigkeit der Vergütung (UV-act. 4.19, S. 9). Spätestens zu
diesem Zeitpunkt war ihr der damit allenfalls verbundene Rückforderungsanspruch
bekannt. Weder der Beschwerdeantwort vom 13. August 2019 (act. G 8, S. 20 f.) noch
der Duplik vom 23. Januar 2020 (act. G 21, S. 15) lässt sich entnehmen, dass die
Beschwerdegegnerin die Geltendmachung einer allfälligen Rückforderung von zuviel
ausgerichteten Reisekostenentschädigungen in Betracht zog, geschweige denn eine
solche bislang verfügte. Somit kann die Frage nach einer allfälligen Reduktion des
Anspruchs bzw. einer reformatio in peius offenbleiben, da eine allfällige Rückforderung
wegen fehlender Wahrung der relativen Frist von Art. 25 Abs. 2 ATSG ohnehin verwirkt
wäre.
5.3.
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche
Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie
Anspruch auf eine angemessene Entschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
6.1.
Die Beschwerdegegnerin sprach der Beschwerdeführerin eine
Integritätsentschädigung entsprechend einem Integritätsschaden von 7.5% zu. Dieser
Leistungszusprache lagen die Einschätzungen des Administrativgutachters und von
Dr. O._ zugrunde (UV-act. UV-act. 2.56 f.). Der Privatgutachter schätzte den
Integritätsschaden auf 15%. Allerdings berücksichtigte er dabei u.a. die kombinierte
Fehlhaltung mit einer sagittalen Profilstörung, eine Kyphose und Skoliose (act. G 13.1,
S. 26). Wie bereits erwähnt, können diese Befunde mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit jedenfalls nicht in einem relevanten Ausmass bejaht werden (siehe
vorstehende E. 3.4.1), wie der Administrativgutachter im Einklang mit der Aktenlage
schlüssig darlegte (act. G 21.1, S. 2). Es bleibt folglich bei einem 7.5%igen
Integritätsschaden bzw. einer entsprechenden Integritätsentschädigung, wie sie von
der Beschwerdegegnerin zugesprochen wurde.
6.2.
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St.Galler Gerichte
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung.