Decision ID: 9d244b17-d854-5757-b946-25d1a84869de
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1965, meldete sich am 23. April 1996 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Umschulung) an (
Urk.
6/3
Ziff.
6.8). Am 3. Mai 1996 erlitt er einen Unfall (
Urk.
6/69/98
Ziff.
4).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfügung vom 25. Juni 1999 eine ganze befristete Rente von Mai 1997 bis De
zember 1998 zu (
Urk.
6/39 =
Urk.
6/41 =
Urk.
6/100). Die dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 23. Juni 2003 im Ver
fahren Nr.
IV.1999.00429 (
Urk.
6/99/1-22)
- dem Antrag der IV-Stelle folgend (
Urk.
6/99/34-35) -
mit der Feststellung teilweise gutgeheissen, dass ab 1. Ja
nuar 1999 Anspruch auf eine halbe Rente
bestehe
(S. 21 Dispo
Ziff.
1). Am
30. April 2004 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sein Anspruch unverändert sei (
Urk.
6/109; vgl.
Urk.
6/105).
Am 29. Mai 2007 trat die IV-Stelle auf eine am 1
2.
Januar 2007 eingegangene erneute Anmeldung (
Urk.
6/115) nicht ein (
Urk.
6/129) und verneinte einen Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
(
Urk.
6/130; vgl.
Urk.
6/116).
Mit Verfügung vom 10. September 2009 sprach die IV-Stelle dem Versicherten weiterhin eine halbe Rente zu (
Urk.
6/141; vgl.
Urk.
6/137), und am 5. Oktober 2009 teilte sie ihm mit, dass sein Anspruch unverändert sei (
Urk.
6/144).
1.
2
Nach
erneute
r
Anmeldung
am
13.
Juli 20
10 (
Urk.
6/150)
und Eingang des
Revisionsfragebogen
s vom 14. Juli 20
10 (
Urk.
6/151/1-3)
holte die IV-Stelle unter anderem ein
Gutachten
ein, das am
26.
Januar 20
12
erstattet wurde
(
Urk.
6/165)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
6/169
,
Urk.
6/171-172)
stellte die IV-Stelle die laufende Rente mit Verfügung vom 5. April 2012 ein
(
Urk.
6/174 = 2)
. Dagegen wandte sich der Versicherte am 8. Mai 2012 mit ei
nem als Einwand bezeichneten Schreiben
(
Urk.
6/177)
.
2.
Gegen die Verfügung vom 5. April 2012 erhob der Versicherte am 1. Juni 2012
Beschwerde
mit dem sinngemässen Antrag auf Weiterausrichtung der bisheri
gen Rente
(
Urk.
1)
.
Mit
Beschwerdeantwort
vom
6.
Juli 20
12 (
Urk.
5)
beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 19. Juli 2012 wurde festge
stellt
, dass der Beschwer
deführer mit seiner Eingabe vom 8. Mai 2012 (
Urk.
6/177) - welche die
Beschwerdegegnerin hätte weiterleiten müssen - die Beschwerdefrist gewahrt ha
t
.
Vom Beschwerdeführer nachgereichte medizinische Unterlagen (
Urk.
8/1-5) wurden der Beschwerdegegnerin am 9. Oktober 2012 zugestellt (
Urk.
9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.3
Gemäss
lit
. a der Schlussbestimmungen der Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 18. März 2011 sind Renten, die bei be
stimmten Beschwerdebildern gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren zu überprüfen und werden unter Umständen herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn (
also
eigentlich: obwohl)
die
Voraussetzungen der Rentenrevision gemäss Art. 17
Abs.
1 ATSG (vorstehend E. 1.2) - mithin eine erhebliche Änderung von Sachverhalt und Invaliditätsgrad - nicht erfüllt sind.
1.4
Zu den von
lit
. a der Schlussbestimmungen
von 2011 erfassten Beschwerdebildern (vorstehend E. 1.3) gehört insbesondere die
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
(BGE 130 V 352).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, gemäss der erfolgten medizinischen Abklärung sei der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig, und der gestützt auf Tabellenlöhne vorgenommene Einkommensvergleich ergebe einen Invaliditätsgrad von 10
%
(
Urk.
2 S. 2 oben), womit kein Rentenanspruch mehr bestehe.
Der Beschwerdeführer erklärte sich unter Hinweis auf seinen Gesundheitszu
stand damit nicht einverstanden (
Urk.
1).
2.2
Strittig und zu prüfen ist somit, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit sowie ei
nem allfälligen Invaliditätsgrad und Rentenanspruch verhält.
Da
mit
der angefochtenen Verfügung eine früher zugesprochene Rente aufgeho
ben wurde, ist vorab zu prüfen, ob sich zwischenzeitlich der Sachverhalt in revisionsrelevantem Masse verändert hat (vorstehend E. 1.2). Zu vergleichen
sind dabei der aktuelle medizinische Sachverhalt und derjenige, der im Urteil von 2003 festgehalten wurde und die halbe Rente ab Januar 1999 begründete. Spätere Bestätigungen der halben Rente basierten einzig auf Formularberichten des Hausarztes.
3.
3.1
Dr.
med.
Y._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, erstattete am 9. Januar 2002 ein Gutachten im Auftrag der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA;
Urk.
6/68/2-13). Er stützte sich auf die ihm überlassenen Akten (S. 1 ff.), fremdanamnestische Auskünfte (S. 7) und seine am 5. und 19. Januar 2001 erfolgten Untersuchungen (vgl. S. 1
Ziff.
2).
In seiner Beurteilung führte er aus, mit einer früheren Beurteilung, wonach aus psychiatrischer Sicht keine Diagnose gestellt werden könne, sei er nicht einver
standen. Es handle sich seiner Ansicht nach um eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
. Aufgrund der Persönlichkeit, dem Unfallerleben sowie angesichts der Tatsache, dass der Unfall doch mit einer gewissen Drama
tik verbunden und der Heilverlauf verzögert gewesen sei und verschiedene Operationen
erforderlich
gemacht habe, scheine ihm die Diagnose gerechtfertigt (S. 9 unten).
Im gegenwärtigen Zeitpunkt sei dem Patienten halbtags eine einfache sitzende Arbeit wie Sortieren, Montage, Löten oder Polieren zumutbar. Vielleicht werde in Zukunft eine Steigerung auf 75
%
noch möglich sein (S. 11
Ziff.
7).
3.2
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens gegen die befristete
Rentenzusprache
von Mai 1997 bis Dezember 1998 beantragte die Beschwerdegegnerin, es sei dem Beschwerdeführer ab 1. Januar 1999 eine halbe Rente zuzusprechen (
Urk.
6/99/34-35).
Im Urteil vom 23. Juni 2003 (
Urk.
6/99/1-22) wurde sodann festgehalten, die Arbeitsfähigkeit sei aus neurologischer Sicht nicht eingeschränkt und aus or
thopädischer Sicht sei dem Beschwerdeführer eine vorwiegend im Sitzen zu verrichtende Tätigkeit zu 100
%
zumutbar (S. 13 E. 2.5). Gestützt auf das Gut
achten von
Dr.
Y._
(vorstehend E. 3.1) erscheine die Annahme der Beschwerdegegnerin, dass der Beschwerdeführer aus psychischen Gründen zu 50
%
in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei, als nachvollziehbar (S. 13 f.).
4.
4.1
Dr.
med.
Z._
, Allgemeine Medizin FMH, führte in seinem Bericht vom 20. April 2004 (
Urk.
6/107/3) aus, er behandle den Beschwerdeführer seit 1996 (
lit
. D.1), bezeichnete den Gesundheitszustand als stationär (
lit
. C.1) und attes
tierte unter anderem eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
in der angestammten Tätigkeit seit dem 1. Oktober 1998 (
lit
. B).
In seinem Bericht vom 30. April 2007 (
Urk.
6/125/3) nannte
Dr.
Z._
als Diagnosen einen Status nach
Calcaneusfraktur
links und eine koronare
Eingefässerkrankung
(
Ziff.
2). Er verneinte eine allfällige Hilflosigkeit (
Ziff.
5) und bezeichnete den Zustand als stationär (
Ziff.
6).
4.2
Gemäss Bericht vom 21. März 2009 (
Urk.
6/151/4-10 =
Urk.
8/2) wurde am 19. März 2009 notfallmässig eine Koronarangiographie durchgeführt.
In seinem Bericht vom
21.
September 20
09 (
Urk.
6/142/6-7)
führte
Dr.
Z._
den Status nach
Calcaneusfraktur
1996 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf und die koronare Problematik (und eine
Hämorrhoidenoperation
2005) als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1). Er attestiere eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
als Mitarbeiter in der Gebäudereinigung seit Mai 2005 (
Ziff.
1.6).
Dr.
med.
A._
, Kardiologie und Innere Medizin FMH, führte in seinem Bericht vom 1. April 2010 (
Urk.
6/156/6-7 =
Urk.
8/3) aus, ein Jahr nach der
Katheterintervention
seien der bisherige Verlauf und die Untersuchungsparameter erfreulich
(
S. 2 Mitte).
In seinem Bericht vom 27. Juli 2010 (
Urk.
6/165/1-5) erklärte
Dr.
A._
, aus kardialer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nur leicht - um zirka 20
%
- reduziert (
Ziff.
1.7).
Die kardiale Situation sei gut kontrolliert und es bestehe lediglich eine geringe Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit (
Ziff.
1.11).
Dr.
Z._
bezeichnete in seinem Bericht vom 8. Oktober 2010 (
Urk.
6/158/5-7) eine behinderungsangepasste Tätigkeit als zu zirka 30
%
möglich (
Ziff.
1.7).
4.3
Am 26. Januar 2012 erstatteten
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Rheumatologie FMH,
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med. D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Innere Medizin FMH,
von der Einrichtung F._,
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
6/165). Die Gutachter stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten (S. 2 ff.), die Angaben des Beschwerdeführers (S. 28 f.) und die am 8. und 15. September 2011 (vgl. S. 1 unten) erhobenen Befunde.
Anamnestisch hielten sie unter anderem fest, der Beschwerdeführer sei seit dem Unfall vom 3. Mai 1996 keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen (S. 28
Ziff.
3.1.2). Er gebe als Freizeitbeschäftigung Spazieren und Fernsehen an; er
fahre Auto, aber nur kurze Distanzen. Im laufenden Jahr sei die Familie im Sommer mit dem Bus nach Mazedonien gereist (S. 28
Ziff.
3.1.3). Der Be
schwerdeführer stehe um zirka 7 Uhr auf. Nach dem Frühstück gehe er zirka eine halbe Stunde lang mit Kollegen spazieren und diskutiere mit ihnen Tagesaktualitäten. Auch nach dem Mittagessen gehe er nochmals spazieren, aber nicht lange, sitze bei schönem Wetter auf dem Balkon oder liege in der Stube und sehe fern. Nach dem Nachtessen schaue er fern und gehe
um
zirka 23 bis 24 Uhr zu Bett (S. 29
Ziff.
3.1.4).
Zum jetzigen Leiden berichte der Beschwerdeführer, seit dem Unfall von 1996 habe sich sein Leben grundlegend geändert. Trotz Operationen und Therapien seien die Schmerzen im linken Fuss geblieben, er brauche noch immer 2 Amerikanerstöcke zum Gehen und zudem orthopädische Schuhe.
2004 habe er Herzprobleme bekommen und 2009 auch noch einen Herzinfarkt erlitten (S. 30
Ziff.
3.4).
Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 45
Ziff.
6.1):
bewegungs- und belastungsabhängige Restbeschwerden im Bereich des Rückfusses links bei
Status nach Osteosynthese einer
Calcaneustrümmerfraktur
links am 10. Mai 1996 mit
Osteosynthesematerialentfernung
und Ausräumung des Sinus
tarsi
links
am 2
2.
Januar 1997 und Durchführen einer
Arthrodese
des
Talocalcaneargelenkes
links am 5. Februar 1998 mit
erheblich diskrepanten Untersuchungsbefunden und Hinweisen für eine subjektive Schmerzverdeutlichung mit bewusstseinsnaher
Selbst
limitierung
diffuse Hypästhesie im Bereiche des linken Fusses, ohne neurologi
sches Korrelat
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 45
Ziff.
6.2):
zeitweise auftretende belastungsabhängige
cerviko
- und
lumbovertebrale
Missempfindungen
koronare Herzkrankheit
kardiovaskuläre Risikofaktoren
In ihrer Beurteilung führten die Gutachter aus, internistisch lasse sich nur für körperlich schwere Tätigkeiten eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begrün
den, hingegen nicht für eine körperlich leichte, vorwiegend sitzende Verweistätigkeit (S. 51 Mitte). Aus rheumatologischer Sicht sei aufgrund der aktuellen Befunde eine körperlich leichte sitzende Tätigkeit zu 100
%
zumutbar (S. 51 unten). Bei der psychiatrischen Exploration ergäben sich aktuell keine
Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung. Zwar müsse psychiatrisch an eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung gedacht werden, eine solche liege aber aktuell nicht vor, denn in der Schmerzschilderung wirke der Versicherte nicht leidend, die Schmerzen stünden auch nicht im Hauptfokus seiner Aufmerksamkeit. Es gebe auch keine Hinweise für das Vorliegen einer anderen psychiatrischen Stö
rung, insbesondere zeige der Versicherte keine depressive Symptomatik, auch für eine Angsterkrankung gebe es keinerlei Hinweise. Psychiatrisch könne keine
Arbeitsunfähigkeit attestiert werden (S. 52).
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, für eine schwere körperliche Tätigkeit, auch die Tätigkeit als Baureiniger, bestehe seit dem Unfall von 1996 keine Arbeitsfähigkeit mehr (S. 53 Mitte), für eine angepasste Tätigkeit würden sie bereits a
b
Mai 1997 eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
attestieren (S. 53
un
ten). Das aktuell ermittelte Belastungsprofil gelte seit Mai 1997 (S. 54 Mitte).
4.4
Dr.
med.
G._
, Fachärztin Chirurgie FMH, berichtete dem Hausarzt am 1
5.
Mai 2012 über ihre Untersuchung vom
8.
Mai 2012 und nannte als Diag
nosen eine
Epicondylitis
humeri
ulnaris
links und einen Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom links (
Urk.
8/1).
Dr.
med. H._
, Fachärztin für Neurologie, berichtete am 2
9.
Mai 2012 über ihre Untersuchung vom 2
5.
Mai 2012 (
Urk.
8/4). Sie nannte als Diagnosen (S. 1 Mitte):
sehr leichtes Karpaltunnelsyndrom links
Epicondylitis
humeri
ulnaris
links, kein Hinweis auf ein zusätzliches
Sulcus
ulnaris
-Syndrom links
Als weitere bekannte Diagnosen nannte sie eine koronare Herzerkrankung mit Status nach Stent-Einlagen und einen Status nach
Calcaneus
-Trümmerfraktur links nach Sturz (S. 1).
Beide Ärztinnen machten keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit.
5.
5.1
Die
Rentenzusprache
im Jahr 2003 erfolgte ausschliesslich gestützt auf die aus psychiatrischer Sicht diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung und die daraus abgeleitete Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
(vor
stehend E. 3.2).
Die Gutachter
der Einrichtung F._
konnten aus psychiatrischer Sicht
weder eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung noch eine andere
zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führende Beeinträchtigung feststellen.
Insoweit ist von einem geänderten Sachverhalt auszugehen, der eine revisionsweise Überprüfung der zugesprochenen Rente (vorstehend E. 1.2) zul
assen beziehungsweise gebieten würde
.
5.2
Daraus, dass die
G
utachter
der Einrichtung F._
jedoch ausdrücklich ausführten, die von ihnen aktuell attestierte vollständige
Arbeitsfähigkeit für körperlich
angepasste Tätigkeiten gelte seit Mai 1997 (vorstehend E. 4.3), ist zu schliessen, dass sich gemäss ihrer Beurteilung der Sachverhalt seit 1997 beziehungsweise 2003 nicht geändert habe. Diese Betrachtungsweise lässt ihre Einschätzung als lediglich andere Beurteilung eines nicht wesentlich geänderten Sachverhalts erscheinen.
Dies würde im Regelfall eine revisionsweise Leistungsanpassung ausschliessen (vorstehend E. 1.2).
Vorliegend handelt es sich jedoch nicht um einen revisionsrechtlichen Regelfall, sondern einen Sachverhalt, der von den Schlussbestimmungen der Revision von 2011 (vorstehend E. 1.3) erfasst wird, erfolgte doch die
Rentenzusprache
aus
schliesslich wegen einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung.
Dies führt zum Schluss, dass
-
auch wenn es an den Voraussetzungen von Art. 17
Abs.
1 ATSG fehlt -
eine Überprüfung des Leistungsa
nspruchs erfolgen darf, ja muss
.
5.3
Weder wurde geltend gemacht noch sind Hin
weise ersichtlich, dass das
Gutachten
der Einrichtung F._
(vorstehend E. 4.3) in irgendeiner Hinsicht mangelhaft sein könnte. Es erfüllt alle praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.5) vollumfänglich, so dass darauf abzustellen ist.
Den späteren Berichten sind Hinweise auf ein sehr leichtes Karpaltunnelsyndrom und eine
Epicondylitis
zu entnehmen (vorstehend E. 4.4), jedoch keine Angabe einer daraus abgeleiteten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Somit ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt festzuhalten, dass aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht und aus somatischer Sicht eine körperlich leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeit zu 100
%
zumutbar ist.
5.4
Die Beschwerdegegnerin hat das
Valideneinkommen
aufgrund der langjährigen Abstinenz des Beschwerdeführers vom Arbeitsmarkt anhand von Tabellenlöhnen bestimmt. Das Invalideneinkommen hat sie ausgehend von den gleichen Tabellenlöhnen bestimmt
und sodann der Beschränkung auf vorwiegend sitzende Tätigkeiten mit einem Abzug von 10
%
Rechnung getragen, womit ein Invaliditätsgrad von 10
%
resultierte (
Urk.
6/166).
Diese Invaliditätsbemessung ist nicht zu beanstanden und erweist sich als kor
rekt.
Selbst wenn die später aufgetretene Problematik am linken Ellbogen und das leichte Karpaltunnelsyndrom mit einem höheren Abzug vom Tabellenlohn berücksichtigt
würde
, könnte der Invaliditätsgrad nicht mehr als 25
%
betragen.
5.5
Gemäss
lit
. a Abs. 4 der Schlussbestimmungen der Änderung von 2011 sind von der Rentenherabsetzung oder -aufhebung ohne Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG Personen ausgenommen, die am 1. Januar 2012 das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeitpunkt, in welchem die Überprü
fung eingeleitet wird, seit mehr als 15 Jahren eine Rente beziehen.
Der 1965 geborene Beschwerdeführer war im fraglichen Zeitpunkt 47 Jahre alt, womit ein
Bestandesschutz
aus Altersgründen entfällt.
Der Rentenanspruch des Beschwerdeführers bestand seit Mai 1997 und die zur Aufhebung führende Überprüfung wurde im Juli 2010 eingeleitet, was eine Rentenbezugsdauer von 13 Jahren und 3 Monaten ergibt. Somit ist auch unter diesem Titel keine Ausnahme gegeben.
5.6
Somit bleibt festzuhalten, dass beim genannten Invaliditätsgrad kein Rentenan
spruch mehr besteht, womit sich die angefochtene Verfügung als zutreffend er
weist.
Dies führt zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde.
5.7
Zu beachten ist, dass gemäss
lit
. a Abs. 2 der genannten Schlussbestimmungen ein Anspruch auf Wiederein
gliederungsmassnahmen besteht.
Aus diesem Grund sind die Akten nach Eintritt der Rechtskraft an die Beschwerdegegnerin zu überweisen.
6.
Die Verfahrenskosten betragen gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 200 bis 1‘000.-- Franken. Sie sind ermessensweise auf
Fr.
600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.