Decision ID: 6bef6e44-e879-4c7f-b375-6f2e13efdf3d
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1962 geborene
X._
war seit dem 18. Juni 1990 im
Y._
als Mitarbeiterin Hausdienst in einem 50%-Pensum angestellt und bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend AXA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 1. August 2012 einen Motorradunfall erlitt (Urk. 10/A1).
Der erstbehandelnde Arzt
im
Z._
diagnostizierte
eine distale, nicht dislozierte Fraktur der
Phalanges
proximales II bis IV Fuss links (Urk. 10/M2 und Urk. 10/M31). Die AXA kam für die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus.
Am 5. Februar 2014 wurde die Versicherte vom bera
tenden Arzt der AXA,
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Chirurgie, untersucht (Urk. 10/M21).
Am 14. Dezember 2015 holte die AXA
ausserdem
eine Stellungnahme von Dr.
A._
ein (Urk. 10/M30)
.
Mit Verfügung vom 11. Januar 2016 s
tellte
sie
gestützt darauf die
Leistungen
per
31. Oktober 2015
ein
und sprach der Versicherten
für die verbleibende Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 1. August 2012 eine auf einer Integritätseinbusse von 5 % beruhende Integritätsentschädigung zu
(Urk. 10/
A66
).
Die dagegen erhobene Einsprache der Versicherten (Urk. 10/
A70, Urk. 10/A71 und Urk. 10/A77
) wies sie mit Entscheid vom
30. Juni 2016
ab (Urk. 10/
A82
= Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
26. August 2016
Beschwerde und beantragte,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien weitere Sachverhaltsabklärungen durchzuführen und ihr danach die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen
(Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 19. Oktober
2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung
der Beschwerde (Urk.
9), was der
Beschwerdeführer
in
mit Verfügung vom
24. Oktober 2016
mitgeteilt wurde (Urk.
11
).
Mit Eingabe vom 14. Dezember 2016 reichte die Beschwer
de
führerin
weitere
medizinische Berichte ein (Urk. 12 und
Urk.
13/1-3), welche der Beschwerdegegnerin am 20. Dezember 2016 zur Kenntnisnahme zugestellt wurden (Urk. 14).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für
die Entscheidfindung erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzu
ge
hen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber
2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 1. August 2012
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung der Unfallfolgen, nämlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medi
zini
sche Hilfsperson sowie im
weiteren
durch den
Chiropraktor
(
lit
. a), die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Arzneimittel und Analysen (
lit
. b), die Behandlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (
lit
. c), die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (
lit
. d) und die der Heilung dien
lichen Mittel und Gegenstände (
lit
. e).
1.3
Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person
so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine nam
hafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies
nicht mehr zu und sind allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invaliden
versicherung abgeschlossen, geht die Unfallversicherung zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sinne von
Art.
8
Abs.
1 ATSG hinterlässt (
Art.
19
Abs.
1 UVG e
contrario
; BGE 116 V 41 E. 2c). Dem Rentenbezüger werden
Heilbehandlungsleis
tungen gemäss Art. 21 Abs. 1 UVG nur noch unter bestimmten Voraussetzungen ausgerichtet.
Da die Heilbehandlung
gemäss
Art.
10 UVG eine unfallbedingte Behandlungs
be
dürftigkeit, nicht aber eine Arbeitsunfähigkeit voraussetzt, vermag die trotz des Unfalls uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit allein ein Dahinfallen des An
spruchs auf Heilbehandlung nicht zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 8C_354/2014 vom 1
0.
Juli 2014 E. 3.2).
1.4
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit,
mithin im Zeit
punkt der vollen Wiedererlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (Art.
16 Abs.
1 und 2 UVG
i.V.m
. Art.
6 ATSG; BGE
137 V 199 E.
2.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2.
Dezember 2014 E.
3),
mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG). Das Taggeld der Unfallversicherung wird nicht gewährt, solange Anspruch auf ein Taggeld der Invaliden
ver
siche
rung besteht (Art. 16 Abs. 3 UVG).
1.5
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung
abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann
und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hin
weis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des
Begriffes „namhaft" in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch
weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG
erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss
. Weder eine weit entfernte Mög
lichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender
geringfügiger therapeutischer Fortschritt
verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beur
teilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit
Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.7
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche
rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
nach Würdigung aller Akten sei erstellt, dass es sich bei weiteren Therapiemassnahmen wie MTT und Physiotherapie lediglich noch um stabilisierende Massnahmen und nicht mehr um zielgerichtete Behandlungen zur namhaften Verbesserung des Gesund
heitszustandes handle. Der En
dzustand müsse spätestens am 31.
Oktober 2015 als erreicht gelten.
Da die Voraussetzungen von Art. 21 Abs.
1 UVG nicht erfüllt seien, sei keine Heilbehandlung mehr zu übernehmen. Weitere Abklärungen des
medizinischen Sachverhalts würden keine neuen Erkenntnisse bringen. Die regel
mässig stattgefundenen Konsultationen, die umfangreichen spezialärzt
lichen Untersuche und bildgebenden Abklärungen seien durchgehend dokumentiert worden, so dass der Beschwerdeverlauf rechtskonform abgeklärt sei.
Die zur Ver
fü
gung stehenden Abklärungsergebnisse der internen beratenden Ärzte seien gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte und
die
bildgebenden Abklä
rungen verfasst worden
(Urk. 2 S. 6).
2.2
Die Beschwerdeführerin
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt
,
der rechtserhebliche Sachverhalt sei nicht hinreichend abgeklärt worden (Urk. 1 S. 6). Die Versicherung habe kein Gutachten eingeholt und sich mit den spärlichen Ausführungen des beratenden Arztes begnügt. Es liege ein CRPS vor und die Beschwerden seien klarerweise auf den Verkehrsunfall vom 1. August 2012 zurückzuführen (Urk. 12 S. 3).
3.
In formeller Hinsicht ist vorab festzuhalten, dass das von der Beschwer
defüh
rerin beschwerdeweise gestellte Sistierungsgesuch m
it der Einreichung der
wei
te
ren medizinischen Berichte
am
14. Dezember 2016 (Urk. 12 und
Urk.
13/1-3
)
gegenstandslos geworden
ist
.
4
.
4
.1
Im Bericht des
Z._
vom 2. August 2012 betreffend die ambu
lante Behandlung
vom 1.
August 2012 wurde die Diagnose eines Hochge
schwin
digkeitstraumas (PKW gegen Motorrad) mit/bei distaler, nicht dislozierter Fraktur der
Pha
langes
proximales II bis IV Fuss
links gestellt. Es wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für sieben Tage attestiert (Urk. 10/M31).
4
.2
Das
MRI des linken Knies vom 13.
August 2012 ergab eine
undislozierte
Fibula
köpfchenfraktur
mit einem posttraumatischen „
bone
bruise
“ auch im lateralen Tibiakopf sowie in der medialen
Femurkondyle
mit einem generalisierten sub
kutanen Weichteilödem
, jedoch
k
eine Hinweise auf eine Kniebinnenverletzung, insbesondere kein Meniskusriss und intakte Kreuz-/Seitenbänder (Urk. 10/M19).
4
.3
Im Bericht der
B._
vom 4. Oktober 2012 betreffend die Konsultation vom 3. Oktober 2012 wurde als Diagnose eine verzögerte Wund
heilung
prätibial
links und ein Verdacht auf ein CRPS I genannt (Urk. 10/M5).
4
.4
.
Dr.
med.
C._
, FMH Rheumatologie und Innere Medizin
,
hielt in seinem Bericht vom 13. Dezember 2012 fest, es handl
e sich um ein abklingendes CRPS
I nach dem Unfallereignis vom 1. August 2012 (Urk. 10/M7).
4
.
5
Im Bericht der
D._
vom 7. März 2013 betreffend die Unter
suchung vom 6. März 2013 wurde die Diagnose eines CRPS Knie links und Fuss links bestätigt (Urk. 10/M11)
4
.6
Das MRI des linken Kniegelenkes vom 11. März 2013 ergab im Vergleich zur Voruntersuchung vom 13. August 2012 eine nahezu komplette Normalisierung des linken Kniegelenkes mit verheilter
Fibulaköpfchenfraktur
und einem
resi
duellen
Knochenmarködem in der medialen
Femurkondyle
(Urk. 10/M8).
Das MRI des linken Fusses vom 11. März 2013 zeigte bei Zehenfehlstellungen eine Reizung der PIP-Gelenke, insbesondere bei
Dig
. II sowie auch des
1.
MTP- und des
Lisfranc
-Gelenkes mit beginnenden
arthrotischen
Veränderungen und keine Fraktur (Urk. 10/M9).
4
.7
Dr.
C._
führte in seinem Bericht vom 2. April 2013 betreffend die Konsul
tation vom 26. März 2013 aus, in der Zwischenzeit habe sich nun nach anfänglich sehr protrahiertem Verlauf eine Besserung des Zustandes ergeben
(Urk. 10/M10).
4
.8
In seinem Bericht vom 21. Mai 2013 zuhanden der Beschwerdegegnerin führte
Dr.
C._
aus, die Beschwerdeführerin habe nur noch mässige Beschwerden und die Arbeitsfähigkeit betrage ab 26. Januar 2013 100 % (Urk. 10/M12).
4
.9
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin,
Dr.
A._
, hielt in seiner Stellung
nahme vom 11. November 2013 fest, anhand der Befunde lie
ge als Folge des Unfalls vom 1.
August 2012 keine dauernde er
hebliche Schädigung gemäss Art.
24 UVG und nach Anhang 3 UVV vor. Eine Integritätsentschädigung sei nicht geschuldet (Urk. 10/M
1
6).
4
.
10
Dr.
A._
führte in seiner Stellungnahme vom 5. Februar 2014 betreffend die gleichentags durchgeführte Untersuchung aus, die erhobenen Befunde am linken Bein seien vereinbar mit Residuen des durchgemachten CRPS nach den unfallbedingten Verletzungen an Knie und Zehen. Zudem bestehe der Verdacht
auf einen lokalisierten femoro
patellären Knorpeldefekt, welcher überwiegend wahrscheinlich als Spätfolge der Kniekontusion beurteilt werden müsse. Erfreu
licherweise seien die in der Anfangsphase des CRPS aufgetretenen heftigen neurogenen Schmerzen verschwunden; es zeigten sich aktuell noch kleine Areale mit vermindertem Gefühl. Bei der objektivierbaren
Quadrizeps
hypo
tro
phie
und dem
femoropatellären
Schmerzsyndrom erachte er eine erneute Auf
nahme der Physiotherapie und der MTT mit dem Ziel des muskulären Aufbaus und der Patella-Zentrierung/-Stabilisierung als medizinisch indiziert. In Anbe
tracht der geringen Schmerzproblematik sei ein forciertes Krafttraining überwie
gend wahrscheinlich geeignet, eine namhafte und effektive Verbesserung her
bei
zuführen
(Urk. 10/M21)
.
4
.
11
Dr.
med.
E._
, Orthopädische Chirurgie FMH,
hielt
in seinem Bericht vom 26. Oktober 2015
fest
, zusammengefasst sei die Schädigung von Fuss- und Kniegelenk mit der zur Verfügung stehenden Bildgebung, d.h. Röntgen und MRI-Bilde
r, nicht wesentlich. Damit könne
die Beschwerdesymptomatik nicht eindeutig erklärt werden (Urk. 10/M29).
I
n seinem Bericht vom 27. Oktober 2015
nannte
Dr.
E._
als Diagnosen unklare Fuss- und Unterschenkelschmerzen links bei posttraumatischer Krallenzehe
II
-IV bei Status nach Zehenfrakturen
im August 2012
und einen Verdacht auf
Femoropatellararthrose
links. Einzelphysiotherapie brauche es nicht. Ein regelmässiges Bewegen sei sinnvoll. Die Beschwerdeführerin könne dies sicherlich in selbständiger Regie durchführen. Aufgrund der zur Verfügung stehenden Befunde sei die Prognose gut. Die Gesamt-Beschwerdesymptomatik sei mit der organischen Schädigung nicht genügend erklärbar (Urk. 10/M28).
4
.12
Dr.
A._
führte in seiner Stellungnahme vom 14. Dezember 2015 aus, die von der Beschwerdeführerin beschriebenen linksseitigen Fuss- und Unterschenkel-Beschwerden liessen sich aufgrund der klinischen und radiologischen Unter
suchungen nicht objektivieren.
Eine neurologische Abklärung bringe keine weiteren Erkenntnisse, da die Schmerzen nicht einem bestimmten Nerv zuge
ordnet werden könnten.
Er beurteile die Beschwerdesymptomatik als Restbe
schwerden des durchgemachten CRPS. Weitere spezifische fachärztliche Abklä
rungen seien nicht notwendig.
Er teile die Beurteilung von
Dr.
E._
, dass mit einer spontanen Verbesserung der Beschwerden im mittel- bis langfristigen Verlauf zu rechnen sei und bis auf selbständiges Kraft- und Bewegungstraining keine anderen Massnahmen ergriffen werden müssten. Der
fomoropatelläre
– überwiegend wahrscheinlich unfallkausale – Knorpelschaden lin
k
s sei heute wenig symptomatisch und benötige zurzeit keine
separate Therapie. Mit dem empf
ohlenen selbständigen Krafttraining werde gleichzeitig die Patella stabili
siert, was die Beschwerden zusätzlich reduziere.
Es resultierten eine leichte Bewegungseinschränkung des linken Knies auf Flexion / Extension 130-3-0°, eine überwiegend wahrscheinlich unfallkausale Verschlimmerung von Krallen
zehen II-IV nach distalen Grundgliedfrakturen daselbst und unklare F
uss- und Unterschenkelschmerzen
wahrscheinlich als Restzustand nach CRPS. Die Bewegungseinschränkung werde sich drei Jahre nach dem Unfall kaum mehr verbessern. Eine Verschlimmerung sei nicht zu erwarten. Mit einer Zunahme der Krallenzehen und einer Abnahme der unklaren Schmerzsymptomatik könne gerechnet werden. Zudem resultiere ein Knorpelschaden an der Patella, welcher heute wenig symptomatisch sei. Eine mittel- bis langfristige Zunahme im Sinne der Entwicklung einer mässigen femoropatellären Arthrose sei vorauszusehen. Die zu erwartende Ausbildung einer mässigen femoropatellären Arthrose lin
k
s sei gemäss Anhang
3 UVV und Tabelle 5 der Suva
mit 5 % zu beziffern. Ein Vorzustand sei nicht bekannt
. Die restlichen Schädigungen der Integrität seien gemäss Tabelle 2 der Suva mit je 0 % zu beziffern. Damit resultiere ein unfall
bedingter Integritätsschaden von total 5 % (Urk. 10/M30).
4
.13
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin,
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Chirurgie, hielt in seinem Bericht vom 15. Juni 2016 fest, aufgrund der zur Verfügung stehenden Akten sei eine genügende Abklärung erfolgt. Weitere Untersuchungen seien nicht notwendig. Der Gesundheitszustand sei gemäss Akten seit Januar 2015 trotz Therapie unverändert. Mit einer weiteren und vor allem namhaften Verbesserung sei nicht zu rechnen (Urk. 10/M32).
4
.14
Das MRI des linken Fusses vom 31. August 2016 ergab einen generalisiert
demineraliserten
Aspekt der dargestellten intakt imponierenden Skelettelemente, (
dd
: im Rahmen einer Algodystrophie) sowie Zehenfehlstellungen und zarter degenerativer An
b
au im Bereich der vorderen distalen
Tibialippe
(Urk.13/1)
.
Das MRI de
s
linken Knies vom 31.
August 2016 ze
igte bis auf eine
Tendino
pathie
am Ansatz der pro
ximalen Patellarsehne
insgesamt unauffä
l
lige Verhält
nisse, insbesondere auch kein pathologisches Knochenmarködem, kein rele
vanter Erguss mit auch intakten Bandstrukturen
, kein Meniskusriss und kein ersichtlicher Knorpeldefekt (Urk. 13/1).
4
.15
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Neurologie FMH, hielt in ihrem Bericht vom 1. September 2016 betreffend die Untersuchung vom 31. August 2016 fest, klinisch neurologisch habe bis auf eine Dysästhesie oberhalb der Patella kein sensomotorisches Defizit erfasst werden können. In der elektrophysiologischen Untersuchung hätten sich für den
N.
peroneus
, den M
.
tibialis
anterior
und den M.
vastus
medialis
normale Befunde gezeigt
. Aufgrund der anamnestischen An
gaben und der vorliegenden Befunde gehe sie von einem
nozizeptiven
Schmer
z
am linken Knie aus und empfehle eine nochmalige orthopädische Mitbeur
tei
lung mit der Frag
e
nach behandelbaren posttraumatischen Läsionen. Die Parästhesien über dem
Fussrist
müssten als Reizphänomen der
Endäste
des
N.
cutaneus
dorsalis
medialis
Dig
II und III des
N.
peroneus
interpretiert werden
(Urk. 13/2).
4
.16
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Allgemeinmedizin, führte in seinem Bericht vom 5. Oktober 2016 aus, wie dem Bericht von
Dr.
G._
zu entnehmen sei, wür
den die anhaltenden Beschwerden einem Reizphänomen der distalen sensib
len Fussnerven und einem
nozizeptiven
Schmerz am linken Knie zugeschrieben. Beide diese Erscheinungen seien Folgen des CRPS (Urk. 13/3).
5
.
5
.1
Unbestritten ist, dass die noch vorhandenen Beschwerden der Beschwerde
füh
rerin auf den Verkehrsunfall vom 1. August 2012 zurückzuführen sind.
Streitig und zu prüfen ist hingegen
, ob die Beschwerdegegnerin mit der
Leistungs
ein
-
stellung
pe
r 31. Oktober 2015 den Fall zu Recht auf diesen Zeitpunkt hin
abgeschlossen hat
, da
von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden
konnte
,
beziehungsweise, ob diese Frage gestützt auf die vorliegenden Akten beurteilt werden kann
.
5
.2
Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Auffassung, wonach der medizinische End
zustand im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (
Oktober 2015
) erreicht gewesen sei, auf die Stellungnahmen
von
Dr.
A._
vom
5. Februar 2014
(Urk. 10/
M21) und
vom
14. Dezember 2015
(Urk. 10/
M30
)
.
Die darin
von
Dr.
A._
-
gestützt auf die den Verlauf seit dem Unfallereignis vom
1. August 2012
lückenlos dokumentieren
den
Berichte der behandelnden Ärzte
-
vorgenommene Beurteilung basiert auf einer
fachärztlichen Untersu
chung durch den
Vertrauensarzt
und wurde in Kenntnis der relevanten Vor
akten erstellt.
Dr.
A._
hat detaillierte Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden
auseinander
ge
-
setzt
. Er hat die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und
seine Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Somit liegt eine den rech
t
sprechungsgemäss erforderlichen Kriterien entsprechende ärztliche Entschei
d
ungs
grundlage vor (vgl. E.
1.5
und E.
1.6).
5
.3
Dr.
A._
kommt
in Übereinstimmung mit den übrigen medizinischen Akten zum Schluss, dass
die Beschwerdeführerin an Restbeschwerden des durchgemachten CRPS
nach den unfallbedingten Verletzungen am Knie und an den Zehen leidet. Zudem besteht
ein
überwiegend wahrscheinlich unfallkausaler
femoropatellärer
Knorpelschaden links, welcher jedoch wenig symptomatisch
ist
und im MRI vom 31. August 2016
(Urk. 13/1)
nicht ersichtlich ist
.
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass die klinischen Befunde seit Januar 2015 unverändert sind. Gemäss der Beurteilung von
Dr.
A._
wird sich die Bewegungsein
schrän
kung drei Jahre nach dem Unfall kaum mehr verbessern (aber auch nicht verschlimmern) und es ist mit einer Zunahme der Krallenzehen und einer Abnahme der unklaren Schmerzsymptomatik zu rechnen. Zudem ist davon auszugehen, dass sich mittel- bis langfristig eine mässige
femoropatelläre
Arthrose entwickeln wird.
Der behandelnde Orthopäde
Dr.
E._
weist ausser
dem darauf hin, dass
d
ie
gesamte
Beschwerdesymptomatik mit der organischen Schädigung nicht genügend erklärbar sei
(Urk. 10/M28)
.
Sowohl
Dr.
A._
wie
auch der behand
elnde Orthopäde empfe
hlen die selbständige Durchführung eines
Kraft- und Bewegungstrainings
. Eine medizinische Behandlung, von welcher eine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitsschadens hätte erwar
tet werden können,
steht nicht zur Diskussion
.
Im Übrigen ist darauf hin
zuweisen, dass es
nicht um einen Endzustand der medizinischen Behandlung,
mithin um das Dahinfallen jeglichen Bedarfs an Heilbehandlung
, geht
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_639/2014
vom 2. Dezember 2014
E. 3)
.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin enthalten die medizinischen Akten keine Angaben, welche
der
Beurteilung von
Dr.
A._
widersprechen würden
.
Auch die von der Beschwerdeführerin nachträglich eingereichten Be
richte, welche den Sachverhalt
nach Erlass des angefochtenen Entscheides
betreffen,
sind nicht geeignet, die Einschätzung von
Dr.
A._
in Frage zu stellen.
Weder das MRI vom
31. August 2016 (Urk. 13/1)
noch die neurologische Untersuchung vom
31. August 2016 (Urk. 13/2)
liefern Hinweise für eine
behandlungsbedürftige
relevante
organische Schädigung.
Dr.
H._
weist
ledig
lich darauf hin, dass die von
Dr.
G._
einem Reizphänomen der distalen und sensiblen Fussnerven sowie einem
nozizep
t
iven
Schmerz am linken Knie zuge
ordneten Beschwerden Folgen des CRPS seien
(Urk. 13/3)
.
Auch
Dr.
A._
beur
teilte die Beschwerdesymptomatik als Restbeschwerden des durchgemach
ten CRPS. Er hielt fest, dass
eine neurologische Abklärung keine weiteren Erkennt
nisse bringen würde.
En
t
sprechend kam
Dr.
G._
denn auch zum Schluss
, dass
elektrophysiologisch kein Hinweis f
ür eine Nervenschädigung bestehe
(Urk. 13/2)
.
Eine medizinische Behandlung, von welcher eine namhafte Besserung des unfall
bedingten Gesundheitsschadens hätte erwartet werden können,
ist den Berichten nicht zu entnehmen
.
Dr.
G._
schlägt lediglich
einen Therapieversuch mit einer schmerzmodulierenden Medikation
vor
, obwohl nie eindeutig ein neuropathischer Schmerz festgestellt
worden ist
.
Dem
Bericht von
Dr.
G._
sind
auch
keine relevanten medizinischen Erkenntnisse zu entnehmen, welche in den Stellungnahmen von
Dr.
A._
unerkannt geblieben und geeignet wären, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen oder weitere Abklärungen
zu recht
fertigen.
5
.4
Somit
ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt
,
dass
spätestens
seit
Oktober 2015 von der Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung keine namhafte Besserung der unfallbedingten Beschwerden mehr zu erwarten war
.
Da
der
medizinische
Endzustand erreicht
war
, hat die Beschwer
degegnerin den Fall zu Recht per Ende Oktober 2015 abgeschlossen
.
5
.5
Die von der Beschwerdegegnerin festgelegte Integritätsentschädigung ist nicht zu beanstanden und wird auch nicht bestritten.