Decision ID: ab1b402e-4896-44ee-a1b2-d6ba6ae3e6db
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1974,
besuchte
elf
Jahre die Volksschule im Irak
und verfügt über keine berufliche Ausbildung
.
Er arbeitet
e
bis Februar 2005 in ver
schiedenen
Hilfsarbeitertätigkeiten
– in erster Linie als Chauffeur
(vgl. Urk. 8/1)
. Laut
IK
-Auszug
verabgabte
er
abgesehen von einer dreimonatigen Beschäftigung im Jahr 2005 seit 1995
kein
e
Einkommen
(
vgl. Urk. 8/33
)
.
Am
23. Januar 2007 (Urk. 8/2)
meldete
er sich
wegen einer
Migräne bei der Inva
liden
versicherung zum Leistungsbe
zug an. Die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte in der Folge erwerbl
iche und medizinische Abklärung
en
, wobei sie unter anderem ein
pol
ydisziplinäres - internistisches, neu
ro
logisches und psychiatrisches
-
Gutachten bei
der
Z._
veranlasste
,
das
am
1. Juli 2008
(Urk. 8/
23
) erstattete
wurde
.
Am
19
.
November 2009
sprach
sie
ihm
mit Wir
kung
a
b
1. April 2009
bei
eine
m
Invaliditätsgrad von 100 %
eine
ganze
Invalidenrente
zu
(
Urk. 8/42,
Urk. 8/48
)
.
1.2
Im Rahmen eines im
Mai
2014 von Amtes wegen initiierten Revisionsverfahren
s
(vgl. Urk. 8/
95 S. 1
) tätigte
die IV-Stelle
Abklärung
en in erwerblicher sowie medi
zi
nischer Hinsicht
. Sie
veranlasste
unter anderem
ein
psychiatrisches
Gutachten bei
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
welches
dieser
am
16. Februar
2016 (Urk. 8
/
93
) erstattet
e
u
nd am 30. August
2016
(Urk. 8/11
3) ergänzt
e
.
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(vgl. Urk. 8
/
96
,
Urk. 8
/
99, Urk. 8/103
, Urk. 8/110
, Urk. 8/120
und Urk. 8
/
122
)
hob
die IV-Stelle
di
e Invalidenrente
bei einem
Invaliditätsgrad von 20 %
mit Verfügung vom
5.
April 2017 (Urk.
2)
auf
.
2.
Dagegen erhob
der
Versicherte am
22
.
Mai 2017 (Urk. 1) Beschwerde mit den Anträgen, es sei
die Verfügung vom
5.
April 2017 aufzuheben und
die Beschwer
degegnerin zu verpflichten,
ihm
auch weiterhin eine ganze Rente
beziehungs
weise
eine Rente nach Gesetz
zu
gewähren; eventualiter sei durch das Gericht eine unabhängige Begutachtung – insbesondere unter Einbezug eines Psychiaters – zur Klärung des medizinischen Sachverhaltes in Auftrag zu geben;
subeven
tualiter
sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und diese zu verpflichten, eine unabhängige verwaltungsexterne medizinische Begutachtung zur Klärung des medizinische
n Sachverhaltes durchzuführen
(S.
2).
Zudem bean
tragte er, es sei ihm
die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen sowie Rechts
anwalt Martin Hablützel, Zürich, als unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen (S. 3).
Die Beschwerdegegnerin beantragte am
30
.
Juni 2017 (Urk.
7
) Abweisung der Beschwerde, was
dem
Besc
hwerdeführer
mit Verfügung vom
22. August
201
8
(Urk.
12
) zur Kenntnis gebracht wurde.
Am 30. Juni 2017 (Urk. 9)
reichte der Beschwerdeführer das
Formular zur Abklä
rung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk. 10) sowie Unterlagen zu seiner Bedürf
tigkeit ein (Urk. 11) und am 6. September 2017 (Urk. 14) wurden
unter anderem
die Bestätigung betreffend Bezug wirtschaftlicher Sozialhilfe und die Kostennote des V
ertreters eingereicht (Urk. 15/2
-3).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen
Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung
allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbsein
kommen
zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus
(vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
be
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
ga
benbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
weisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (
BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerde
gegn
erin begründete ihre rentenaufhebende Verfügung vom
5. April 2017
(Urk. 2) damit, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers
wesentlich
verbessert habe, sodass
nur noch von einer Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
von 20 %
in
der bisherigen Tätigkeit als Chauffeur sowie
in
jegliche
r
angepasste
n
Tätigkeit
ausgegangen werden könne.
Aus psychiatrischer Sicht könne keine Diagnose mehr
genannt
werden mit Auswirkung auf die A
r
beitsfähigkeit
. Die depressive Störung sei remittiert.
Die noch vorhandene Ein
schränkung von 20 % begründe sich aufgrund der chronischen Kopfschmerzen.
Es resultier
e
ein Invaliditätsgrad von 20 %. Der Beschwerdeführer sei seit der Trennung der Ehefrau und bei fehlender Integration mit den alltäglichen Dingen des Lebens überfordert. Dabei handle es sich um psychosoziale Faktoren, welche bei der Beurteilung des Invaliditätsgrades nicht berücksichtigt werden könnten. Da die bisherige Tätigkeit aus gutachterlicher Sicht einer angepassten Tätigkeit entspreche, werde am Einkommensvergleich festgehalten. Ein leidensbedingter
Abzug sei
nicht begründet
(S.
2
).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde vom
22. Mai 2017 (Urk. 1) vor, es fehle an
einem Revisionsgrund nach Art.
17 ATSG, da keine Veränderung des Gesundheitszustandes vorliege (S. 9 f.). Ein Überwiegen von psychosozialen Faktoren sei nicht
rechtsgenüglich
nachgewiesen
. Eine
Aggravation
sei
nicht gege
ben
(S.
10
). Zudem sei das Gutachten von Dr.
A._
– aus näher darge
l
egten Gründen –
unverwertbar
(S. 12 f.)
.
2.3
Umstritten ist vorliegend, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in einer sich auf die Invalidenrente auswirkenden Weise verbessert hat und falls ja, ob er immer noch Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
Zeitlicher Referenz
punkt für die Prüfung der anspruchserheblichen Veränderung bildet die Verfü
gung vom 19.
N
ovember 2009, mit welcher dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. April 2009 eine ganze Rente zugesprochen worden war (Urk. 8/42, Urk.
8/48).
3.
3.1
Die Verfügung vom
19.
November 200
9 (Urk.
8/48)
basierte laut Feststel
lungs
blatt vom
3. September 20
0
9
(
vgl.
Urk. 8/
38 S.
4-7
)
im Wesentlichen
auf nach
stehenden medizinischen
Unterlagen
:
3.2
Oberarzt Dr. med.
B._
, Facharzt für Innere Medizin FMH, Assistenzarzt Dr. med.
C._
, Oberarzt PD Dr. med.
D._
, Facharzt für Neurologie FMH, Oberarzt Dr. med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
und
Chefärztin Prof. Dr. med.
F._
vom
Z._
nannten in ihrem Gut
achten vom 1. Juli 2008 (Urk. 8/23) folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 10):
-
Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2)
-
Chronifizierte
Kopfschmerzen vom
Mischtyp
(Erstdiagnose 1995, evtl. früher) bei/mit:
-
Dauerkopfschmerzen vom Spannungstyp (ICD-10 G44.22)
-
Migräniforme
Exazerbationen (ICD-10 G43.0) drei- bis viermal pro Monat
Zudem nannten sie
unter anderem
folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit
(S. 10):
-
Bekannte Psoriasis seit ca. 2004
-
Adipositas (BMI 37,5 kg/m
2
)
Die
Z._
-Gutachter führten aus, in der angestammten Tätigkeit als Camion-Fahrer sei di
e Arbeitsfähigkeit aufgrund d
er psychiatrischen Diagnose gegen
wärtig eingeschränkt. Die Arbeitsfähigkeit betrage maximal 50 %. Die Einschrän
kung von 50 % gelte für alle Verweistätigkeiten (S. 12). Die Einschränkung ergebe sich aufgrund des psychischen Leidens. Aus somatischer Sicht bestehe eine – nicht additive – Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von ca. 20 % (S. 13). Durch konsequente Umsetzung der Behandlungsvorschläge sei mit einer Verbesserung des
Zustandbildes
innerhalb eines Jahres zu rechnen. Formal-theoretisch sei mit einer Arbeitsfähigkeit von 80 % zu rechn
en (S. 13). Eine darüberhinausgehende
Steigerung der Arbeitsfähigkeit
erscheine auch aufgrund der somatischen Diag
nose nicht realistisch (S. 14).
3.3
Dr. med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
, welcher den Beschwerdeführer seit 13. Oktober 20
08 behandelt, führte in
seinem Bericht vo
m
26.
März 2009 (Urk. 8/34/7-9) aus,
der Beschwerdeführer sei seit 13. Oktober 2008 und weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig (
S. 2
).
3.4
Prof.
Dr. med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom Regio
nalen Ärztlichen Dienst (RAD) berichtete
a
m 13. August 2009 (Urk. 8/38 S. 7), laut gleichentags erfolgter psy
chiatrischer Standortbestimmung
verhindere aktu
ell ein chronischer psychischer und somatischer Gesundheitsschaden mit erheb
lichem Krankheitswert (Psoriasis, Adipositas, Lebererk
rankung unklarer Genese; ICD-10
F32.2
[
Schwere depressive Episode ohne psychotische Sympto
me]
; G44.22
[
Dauerkopfschmerzen vom Spannungstyp]
und G43.0
[
Migräniforme
Exazerba
tionen]
) die Ausschöpfung der funktionellen Leistungsfähigkeit für jede beru
flich zu verwertende Tätigkeit
vollständig
. Die im
Z._
-Gutachten formulierte Restar
beitsfähigkeit von 50 % sei nur unter der Voraussetzung einer koordiniert ver
lau
fenden therapeutischen und beruflichen Eingliederungsstrategie zu verwirkli
chen.
3.5
Die Beschwerdegegnerin schloss gestützt auf diese Aktenlage auf eine vollstän
dige Erwerbsunfähigkeit (Urk. 8/42).
4.
4.1
Die rentenaufhebende Verfügung vom
5. April 2017
(Urk. 2)
beruhte
auf nach
stehenden medizinischen
Ak
ten:
4.2
Hausarzt Dr. med.
I._
, Allgemeine Medizin FMH, sprach im Bericht vom 6. Okto
ber 2014 (Urk. 8/68) von einem sich verschlechternden Gesundheitszustand und diagnostizierte eine schwere Depression (Ziff. 1.1-2). Aus psychiatrischer Sicht seien mehrere - im Detail bezeichnete - Fähigkeiten schwer eingeschränkt (Ziff.
2.3).
Dr.
G._
beschrieb am 16. September 2015 einen stationären Ge
sund
heitszustand. Er diagnostizierte einen Rest einer posttraumatischen Belas
tungs
störung, eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach extremer Belastung
und eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom. Der Beschwerdeführer sei aufgrund dieser Störungen weiterhin arbeitsunfähig (Urk.
7/86/6).
4.
3
Dr.
A._
nannte
in seinem psychiatrischen Gutachten vom 16. Februar 2016 (Urk. 8/93) keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit;
ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit bleibe
eine
Dysthymia
(ICD-10 F34.1) bei depressiver Störung (gegenwärtig remittiert, ICD-10 F32.4/F33.4) und bei chroni
schen
Kopfschmerzen vom
Mischtyp
und Psoriasis sowie bei vielfältigen psycho
sozialen Belastungen (S. 25).
Zudem führte er aus,
die ICD-10-Kriterien einer depressiven Episode gemäss ICD-10
F32/F33 seien nicht (mehr) erfüllt (S. 15).
Der Beschwerdeführer nenne sehr viele der Symptome
einer Depression
. Bei ihm
best
ehe
objektiv aber keine
s
der Symptome in ausreichender Schwere bzw. in
ausreichender Länge, um eine depressive Episode zumindest
leichten Grades diagnostizieren zu
k
önnen
. Die
De
fi
nition einer
Dysth
y
mia
sei erfüllt. Weitere Störungen gemäss ICD-10 (Kapitel F
,
psychische und Verhaltensstörungen) könnten gegenwärtig nicht begründet werde
n
(S. 16)
.
Die Limitierung des
Aktivitätenniveaus
sei in allen vergleichbaren
Lebensbereichen weit überwiegend bis vollständig durch seine Selbstein
schätz
u
ng zu begründen. Eine Willensanstrengung zur Überwindung dieser rein subjektiven Defizite sei aus psychiatrisch- psychotherapeutischer Sicht medizinisch zumutbar und tatsächlich möglich (vgl. regelmässige Tätigkeit am Arbeitsort).
Die
Dyst
hy
mia
habe sich in der Folge
aus
einer gegenwärtig remittierten depressiven Störung bei körperlichen Missempfindungen und vielfältigen (psycho-)sozialen Belas
tungen entwickelt. Für die Zeit ab Oktober 2008 sei eine niederfrequente Ge
sprächstherapie dokumentiert. Eine regelmässige Psychopharmakotherapie ver
nein
e der Beschwerdeführer.
In seinem Fall
sei eine (bewusstseinsnahe) Aggravation vorhanden. Es sei eine erhebliche, nicht krankheitsbedingte Diskrepanz zwischen subjektiver Schilde
rung der affektiven und kognitiven Beschwerden einerseits, gegenüber dem beo
bachtbaren Verhalten und den objektivierbaren psychopathologischen Befunden andererseits festzustellen.
De
r
Beschwerdeführer
beschreibe seine Aktivitäten aus
weichend, vage, widersprüchlich und unglaubwürdig. Das «psychosoziale Um
feld» werde dabei als weitgehend intakt geschildert (S. 17).
Es sei ausdrücklich festzustellen, dass neben der
Dysthmia
keine psychisch ausgewiesene erheblich schwere, ausgeprägte, dauerhafte und intensive Komorbidität aus rein psychia
trisch-psychotherapeutischer Sicht begründet werden könne (S. 18).
Der Gutach
ter schilderte nicht krankheitsbedingte (soziale) Faktoren (Herkunft, Migration, fehlender Berufsabschluss, einfache und geringe Berufserfahrung, langjähriger Rentenbezug, Abstinenz vom und Lage am Arbeitsmarkt, finanzielle Sorgen, eheliche Konflikte/Scheidung), die von objektivierbaren Befunden abzugrenzen seien (S. 18). Sie würden nicht in die Beurteilung der medizinisch-theoretischen Zumutbarkeit eingehen (S. 19).
Eine relevante (>10 % von 100 %) anhaltende (längerfristige) Arbeitsunfähigkeit für ausserhäusliche Tätigkeiten und für Hausarbeiten sei aus rein psychiatrisch-
psychotherapeutischer Sicht aufgrund einer
Dysthymia
und den damit verbun
de
nen objektiv gering ausgeprägten Defiziten nicht mehr anzunehmen. Von dieser Einschätzung könne ab Datum der aktuellen Untersuchung am 28. Januar 2016 ausgegangen werden. Mit Bezug zum
p
sychiatrischen
Z._
-Fachgutachten vom 19. Mai 2008 sei von einer wesentlichen tatsächlichen Verbesserung des Gesund
heitszustandes auszugehen
(vgl. dazu auch S. 20)
. Eine depressive Episode sei remittiert. Eine darüber hinaus in den Akten postulierte Minderung der Arbeits
fähigkeit aus rein psychiatrisch-psychotherapeutischen Gründen könne nicht bestätigt werden. Eine trotzdem allfällig entsprechend postulierte Minderung der Arbeitsfähigkeit er
scheine aus rein psychiatrisch-
psychotherapeutische
r Sicht als eine therapeutisch-
wohlwollende sozial
medizinische Massnahme (S. 19).
4.
4
In seinem Bericht vom 18. Augu
st 2016
(Urk. 8/109/1-5) nannte Dr.
G._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 3):
-
unverarbeitete posttraumatische
Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
chronifizierte
depressive Störung, aktuell schwere Episode mit psycho
ti
schen Symptomen (ICD-10 F32.3
)
-
a
ndauernde Persönlichkeitsstörung nach extremer Belastung (ICD-10 F62.0)
-
Somatisch:
-
Psoriasis
vulgaris
(ICD-10 L40.0)
-
Migräne (ICD-10 G43.9)
-
c
hronische Polyarthritis: Mehrere Lokalisationen (ICD-10 M06.90)
Dazu
führte er aus,
die Behandlung dauere seit Jahren und habe zu keiner wahr
nehmbaren Verbesserung geführt.
I
nsgesamt
habe der Beschwerdeführer Schwie
rig
keiten in der Regulation von Gefühlen, was sich in verschiedensten Lebensbe
reichen niederschlage, insbesondere
den
zwischenmenschliche
n
Beziehungen. Er
berichte
über Versündigungsideen und Schuldideen, gebe sich die Schuld an geschichtlichen Ereignisse
n
und seiner Lebensgeschichte (S. 3). Aus psychia
tri
scher Sicht sei davon auszugeben, dass die drei psychischen Störungsbilder in ihrer Kombination, ihrem Schweregrad und ihrer bereits vorliegenden Dauer vor dem Hintergrund einer äusserst schlechten Prognose als entscheidend
l
eistungs
relevant anzusehen
seien. Die S
chwere und die Art der
Störung
hätten
sich in der Zwischenzeit vollständig
chronifiziert
und als
therapieresistent gezeigt.
Deswegen
sei
die Beurteilung
von Dr.
A._
nicht nachvollziehbar
. Di
e Diagnose einer
Dysthymia
könne aufgrund seiner unvollständigen psychopathologischen Befund
beschreibung nicht nachvollzogen werden (S. 4)
.
Auf Zuweisung durch Dr.
G._
war der Beschwerdeführer vom 12. bis 14. Juli 2016 bei schwerer depressiver Episode mit psychotischen Symp
tomen in der p
sychiatrischen
Klinik J._
hospitalisiert. Es wurden keine paranoiden Ideen erhoben und die Halluzinationen traten seit drei Tagen nicht mehr auf. Ein
Benzodiazepinentzug
wurde in Aussicht genommen. Bevor eine Anpassung der Medikation erfolgen konnte, wechselte der Beschwerdeführer aufgrund ausgeprägter
klaustrophobischer
und soziophobischer Symptomatik ins
ambulante Setting («Home Treatment»; Bericht vom 15. Juli 2016, Urk. 8/109/7-9).
4.
5
Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin führte Dr.
A._
nach Vorlage der Berichte von der
J._
vom 15
. Juli 2016 und
von Dr.
G._
vom 18. August 2015 (E
. 4.4
)
am 30. August 2016 (Urk. 8/113) aus,
die vom Beschwer
deführer beschriebene (seit ca. 2012 stabile/
erfolgreiche) Tätigkeit an einem «beschützenden» Arbeitsplatz werde
im Gutachten
angemessen beachtet (S. 2).
Im Bericht von Dr.
G._
werde auf die subjektive Einschätzung des Beschwerdeführers abgestellt. Die entsprechende fachärztliche Einordnung sei dabei zumindest vage (tatsächlich Schuldw
ahn
oder nur allfällig überwertige Schuld- und Versündigungs
ideen
?). Die Diagnosen würden auch weiterhin nicht mit Bezug zum Klassifikationss
ystem kritisch beschrieben und/
oder diskutiert
(überhaupt nicht bezüglich F32.3 [
depressive Störung
])
. Die formalen Kriterien zu F43.1
(
post
traumatische
Belastungsstörung)
würde
n dabei nur teilweise referiert
und nicht
substantiier
t
. Das angenommene Trauma werde ebenfalls rein pauschal benannt (S. 4). Eine allfällige andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrem
belastung könne somit auch nicht begründet werden, bleibe vollständig speku
lativ (S. 5). Durch die neu eingereichten Unterlagen ergebe sich somit keine Änderung an der Beurteilung im Gutachten (S. 6).
4.
6
Oberarzt Dr. med.
K._
und Assistenzarzt Dr. med.
L._
vom Home Treatment der
J._
, durch welche der Beschwerdeführer vom 1
5.
Juli bis zum 31. August 2016
ambulant
behandelt
wurde
,
nannten in ihrem Bericht zuhanden
von
Dr.
G._
vom 26. Oktober 2016 (Urk. 8/
123
)
folgende
psychiatri
schen
Diagnosen (S. 1
):
-
Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.3)
-
Aktenanamnestisch: Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
Agoraphobie (ICD-10 F40.0)
-
Tabakabhängigkeit (ICD-10 F17.2; aktuell zwei Packungen täglich)
-
Benzodiazepinabhängigkeit
(ICD-10 F13.2)
-
Migräne, nicht näher bezeichnet (ICD-10 G43.9)
-
Erektionsstörung (ICD-10 F52.2)
Sie führten aus,
Duloxotin
sei langsam
eindosiert
und bis auf 120 mg gesteigert worden, um die depressive Stimmung und die Antriebslosigkeit zu verbessern sowie die chronischen Schmerzen im Rahmen der Polyarthritis nach Möglich
keiten positiv zu beeinflussen. Dies habe der Beschwerdeführer als sehr positiv erlebt. Er habe an
ge
geben, sich
wacher und konzentriert zu fühlen. Er habe wieder eine mittelfristige Zukunftsperspektive entwickelt. Seine Stimmung habe sich im Verlauf der Behandlung aufgehellt und er sei besser schwingungsfähig. Die optischen und akustischen Halluzinationen seien nicht mehr aufgetreten, eben
falls keine
Orientierungsstörungen (S. 4
).
Weiter berichteten die Ärzte der
J._
, im Rahmen der Hausbesuche habe sich gezeigt, dass das familiäre System stark überlastet
,
der Beschwerdeführer mit der Führung seines Haushaltes deutlich überfordert und die Wohnung in einem leicht verwahrlosten Zustand sei. Deshalb sei eine
Haushaltsspitex
organisiert worden. Er habe sich mit den verschiedenen administrativen Angelegenheiten ebenfalls überfordert gezeigt und sei mit der Errichtung einer Beistandschaft einverstanden (S. 4).
Bezüglich der Psoriasis und den anderen somatischen Erkrankungen sei er in guter hausärztlicher Behandlung und bereits verschiedenen Fachärzten der Der
ma
tologie und Neurologie vorgestellt. Es bestehe kein weiterer Handlungsbedarf
(S. 4).
Am 31.
August 2016 sei der Beschwerdeführer in affektiv teilweise gebessertem Zustand entlassen worden. Die schwer depressive Symptomatik bei vorbeschrie
bener posttraumatischer Belastungsstörung habe partiell gut auf die integrierte psychiatrische Behandlung und antidepressive Medikation angesprochen (S. 4).
5.
5.1
Das psychiatrische Gutachten von Dr.
A._
vom 16. Februar 2016 (E
. 4.3
)
mit
Ergänzung vom 30. August 2016 (E.
4.
5
) beruht auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen
– was bei einer psychiatrischen
klinischen Untersuchung eine Anamneseerhebung
(
durch Dr.
A._
nach Angaben des Beschwerdeführers und gestüt
zt auf die Akten; vgl. Urk. 8/93 S. 3
f.
und Urk. 8/113 S. 1
),
Symptom
er
fassung und Verhaltensbeobachtung (vg
l.
Urk. 8/93
S. 9-11
) umfasst (vgl. Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_47/2016 vom 15.
März 2016 E. 3.2.2)
-
und
wurde in Kenntnis der
und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erst
attet
;
so zeigte
d
er
Gutachter
insbesondere auf, weshalb er
die
Einschätzung von Dr.
G._
nicht teilte
(vgl. Urk.
8/
93
S.
2 f.
,
S. 7-9
und S. 13 f.
und
insbesondere
Urk. 8/113 S. 2-4
)
.
Der Gutachter
berücksichtigt
e
die g
eklagten Beschwerden (vgl. Urk.
8/
93 S. 5-7
) und setzt
e
sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwer
deführers auseinander
, indem er insbesondere den Widerspruch zwischen
de
ssen
subjektiven Empfinden und dem objektivierbaren Befund herausstrich
(vgl. Urk.
8
/93
S. 10, S. 14-17
und Urk. 8/113 S. 6
).
D
r.
A._
hat die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und seine Schlussfol
ge
rungen nachvollziehbar begründet.
So
kam
er
mit
überzeugend
er Begründung
zum Schluss, dass eine (bewusst
seins
nahe) Aggravation vorhanden
sei
,
und
erläuterte eingehend, dass die ICD-10-Kri
t
erien für die Diagnose einer depressiven Episode nicht mehr
erfüllt
seien. Er
hielt
diesbezüglich
fest, dass der Beschwerdeführer zwar selbst sehr viele der Symptome einer Depression genannt habe, aber objektiv kein
e
s der Symptome in ausreichender
Schwere
r
espektive Länge beste
he
(vgl. E. 4.3
). Unter anderem führte er
dafür
einen «Montgomery
and
Asberg
Depression Rating
Scale
»-Test
(
MADRS
-Test)
durch
,
bei welchem der Beschwerdeführer mit einem Summenwert von 11 Punkten abschnitt, sodass ein depressives Syndrom nicht objektiviert werden konnte (vgl. Urk. 8/93 S. 11).
Dazu führte er aus, dass die objektivierbaren psychopathologischen Befunde anlässlich der Untersuchung gering ausgeprägt gewesen seien, während er eine massgebliche Verdeutlichungstendenz ausmachte und diese mit dem theatralischen, narzisstischen dominanten und sthenischen Verhalten des Beschwerdeführers einleuchtend begründete (Urk. 8/93/14). In Anbetracht der erwähnten massgeblichen Inkonsistenzen leuchtet ein, dass er die weitgehend als subjektiv gefassten Beschwerden einer
Dysthymia
und nicht einem eigentlichen depressiven Krankheitsbild zuordnete (Urk. 8/93/15).
5.2
Dagegen vermögen die von den behandelnden Ärzten gestellten Diagnosen nicht zu überzeugen, wobei auf die Beurteilung von Dr.
I._
mangels dessen fach
ärztlicher Qualifikation nicht weiter einzugehen ist.
Soweit die Behandler ein schweres depressives Geschehen diagnostizierten, ist festzuhalten, dass Dr.
G._
diese Diagnose nicht weiter begründete und insofern einfach auf die objektiven Befunde verwies (Urk. 8/109/4), was nicht zu genügen vermag. Er erläuterte auch nicht, weshalb er zunächst von einer mittelgradigen (vorstehend E. 4.2) und später von einer schweren depressiven Episode ausging (vorstehend E. 4.6.). Es ist auch nicht ersichtlich, weshalb er - trotz langjähriger
Behandlung (vorstehend E. 3.3) - erst im Rahmen der Kritik am Gutachten erstmals psychotische Symptome erwähnte, die beim Gutachter jedoch nicht angegeben worden waren (Urk. 8/93/4-7). Dr.
G._
lässt dies
bezüglich auch eine Auseinandersetzung mit der Möglichkeit von
benzodia
ze
pininduzierten
Erscheinungen (da die psychotischen Symptome nach der Neu
einstellung im Home Treatment regredierten; vgl. Urk. 8/123/4) beziehungsweise mit Verdeutlichungstendenzen des Beschwerdeführers vollständig vermissen. Fraglich bleibt schliesslich, wie der Beschwerdeführer mit einer solch schweren Störung - wie sie der behandelnde Psychiater fasst - seine Aktivitäten am geschützten Arbeitsplatz unverändert fortgesetzt haben soll (vgl. dazu die dies
bezüglichen Angaben im Gutachten Urk. 8/93/7).
Die Fachärzte der
J._
übernahmen im Bericht vom 15. Juli 2016 unbesehen die Zuweisungsdiagnose von Dr.
G
._
(Urk. 8/109/7), sodass ihrer Diag
nose
liste keine eigenständige Bedeutung beizumessen ist. Das Gleiche gilt für den
J._
-Bericht vom 26. Oktober 2016, der in Bezug auf die dort genannten Diag
nosen keine Begründung enthält (Urk. 8/123). Diesem Behandlungsbericht ist sodann zu entnehmen, dass unter dem «Home Treatment» eine Stimmungs
auf
hellung eingetreten und - nach Änderung der Medikation - keine Halluzinationen und Orientierungsstörungen mehr aufgetreten sind, was jedoch keinen Nieder
schlag in
der ärztlichen Diagnosen
gefunden hat.
5.3
Hinsichtlich der von Dr.
G._
postulierten (und im
J._
-Bericht lediglich aktenanamnestisch bestätigten)
postraumatischen
Belastungsstörung wies Dr.
A._
zu Recht darauf hin, dass diese Diagnose (ICD-10 F43.1) ein
belastendes Ereignis oder eine Situation aussergewöhnlicher Bedrohung od
er katastrophenartigen Ausmasses voraussetzt
(
Dilling
/
Mombour
/Schmid [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen; ICD-10 Kapitel V [F] Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl., 2015, S. 207 f., vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_676/2015 vom 7. Juli 2016 E. 5.1 und E. 5.2.2).
Dr.
G._
weist unspezifisch auf die Flucht der Familie und die in diesem Zusammenhang erlebten Repressalien hin, ohne konkrete Vorkommnisse, welche die diagnostischen Voraussetzungen erfüllten, zu bezeichnen (Urk. 8/109, Urk. 8/119). Wenn auch die vom Beschwerdeführer durchlebten Geschehnisse belastend gewesen sein mögen, kann nicht allein gestützt auf die vagen Aus
führungen seines behandelnden Arztes zur Situation im Heimatland und zur Flucht ein Ereignis aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Aus
masses als erstellt erachtet werden. Dies gilt umso mehr, als der Beschwer
deführer anamnestisch dazu
keine Angaben machte; weder die
Z._
-Gutachter noch Dr.
A._
erhoben - trotz Kenntnis der
Vorakten
und des Migrations
hintergrundes (Urk. 8/93/4) - im Zusammenhang mit
den lange zurückliegenden Vorkommnissen
(der Beschwerdeführer reiste 1994 in die Schweiz ein; Urk. 8/2/1) einschlägige Befunde und der Beschwerdeführer hat auch nicht über entspre
chende Störungen geklagt. Vielmehr erklärte er gegenüber Dr.
A._
, bis 2005 seien sein Gesundheitszustand und sein Wohlbefinden «
tipp-topp
und problem
los» gewesen (Urk. 8/93/5), was nicht auf eine posttraumatische Belastungs
störung hindeutet.
Angesichts der nicht ersichtlichen aussergewöhnlichen, lebensbedrohenden Erfa
h
rung vermag auch die von Dr.
G._
gestellte Diagnose einer andau
ernden Persönlichkeitsstörung nach extremer Belastung (ICD-10 F62.0) nicht zu überzeugen.
Die Berichte der behandelnden Ärzte sind demnach nicht geeignet, Zweifel am Gutachten von Dr.
A._
aufkommen zu lassen.
5.
4
Der Beschwerdeführer
bemängelte das
Gutachten von Dr.
A._
in verschiedener Hinsicht
.
Entgegen sein
er Ansicht (vgl. Urk. 1 S. 13) war es
Dr.
A._
bewusst, dass
er
an
einem geschützten Arbeitsplatz tätig ist
. Zudem ist
hinsichtlich des Vorwurfs einer mangelnden Abklärung beim Arbeitgeber darauf hinzuweisen, dass die medizinische Einschätzung
massgeblich ist und
Dr.
A._
denn auch
sehr wohl über die
Art der
Tätigkeit des Beschwerdeführers
– Besteck sortieren -
am Flughafen im Bilde
war
(vgl. Urk. 8/93 S. 4 und E. 4.5
)
.
D
i
e
Rüge
, Dr.
A._
habe
die geklagten Beschwerden weder genügend berücksichtigt, diskutiert, noch gewürdigt
,
ist
– wie bereits dargelegt -
nicht zutreffend
(Urk. 1 S. 14
und E. 5.1
).
Bezüglich der Kritik,
das
Gutachten
von Dr.
A._
entspreche nicht
den
Quali
tätsleitlinien der
Schweizerische
n
Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie
(
Urk.
1
S. 15-17)
,
ist darauf
hinzuweisen,
dass
weder
Gesetz noch Rechtsprechung
den Psychiatern eine Begutachtung nach den entsprechenden Richtlinien vor
schreiben
. Ein Gutachten verliert
rechtsprechungsgemäss
nicht automatisch seine Beweiskraft, wenn es sich nicht an die erwähnten Qualitätsrichtlinien anlehnt (
vgl.
Urteil des Bun
desgerichts 9C_273/2018 vom 28.
Juni 2018 E. 5.4).
Weiter brachte
der Beschwerdeführer
vor
, es handle sich bei Dr.
A._
s Ein
schätzungen lediglich um eine anderslautende Beurteilung desselben Sachver
haltes wie bei der
Rentenzusprache
, weshalb kein
Revisionsgrund vorliege
(
Urk.
1
S.
15)
.
Dr.
A._
zeigte – wie bereits ausgeführt - eingehend auf, dass die
Kriterien für die Diagnose einer depressiven Episode nicht mehr vorliegen (vgl. E. 5.1) und daher im
Vergleich zum Zeitpunkt der Begutachtung durch die
Z._
-
Gutachter
2008 eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes
eintrat
.
Entgegen der Kritik (
Urk. 1
S. 11) zeigte Dr.
A._
fundiert das Vorliegen psy
cho
sozialer respektive krankheitsfremde
r
Faktoren (Herkunft, Migration, fehlender Berufsabschluss, einfache und geringe Berufserfahrung, langjähriger Rentenbe
zug, finanzielle Sorgen, eheliche Konflikte/Scheidung) auf und grenzte diese von krankheitsbedingten objektivierbaren Befunden
ab
. Ebenso
strich
er
die Diskre
panz zwischen subjektiver Schilderung der Beschwerden gegenüber dem beob
acht
baren Verhalten und den objektivierbare
n
psychopathologischen
Befund
en
heraus
und
verwies auf die ausweichenden, vagen, unglaubwürdigen und wider
sprüchlichen Beschreibung
en
der Aktivitäten
(
vgl. E. 4.3
)
, womit
er die
Aggra
vation
begründete
(vgl.
dazu BGE
141 V 281
E. 2.2.1
)
.
D
a Dr.
A._
zum Schluss kam, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht zu 100 % in ange
stammter als auch angepasster Tätigkeit
a
rbeitsfähig sei (E. 4.3
), erübrigte sich auch die Formu
lierung eines Belastungsprofils
, was der Beschwerdeführer ver
k
ennt
(
Urk. 1
S. 17 f.).
5.5
Nach dem Gesagten ist auf das Gutachten von Dr.
A._
abzustellen.
Damit ist erstellt, dass der Beschwerdeführer
nurmehr
an einer
Dysthymie
bei gegenwärtig remittierter depressiver Störung leidet, bei chronischen Kopfschmer
zen vom
Mischtyp
und Psoriasis und bei vielfältigen psychosozialen Belastungs
situationen (vorstehend E. 4.3). Zur Zeit der
Rentenzusprache
lag eine schwere depressive Störung vor (vorstehend E. 3.2).
Eine Verbesserung des Gesundheits
zustandes ist demzufolge ausgewiesen.
Ein Revisionsgrund liegt damit vor
,
so dass der Rentenanspruch nachfolgend allseitig zu prüfen ist
(vgl. E. 1.4).
5.6
5.6.1
Der Gutachter attestierte eine Arbeitsfähigkeit von
wenigstens 90 % und stützte sich
dabei auf die einschlägigen Indikatoren (Urk. 8/93 S. 22). Die aus ärztlicher Sicht
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bei
Dysthymie
steht
grundsätzlich
im Einklang mit der Rechtsprechung, wonach es sich dabei um eine chronische depressive Verstimmung handelt, die weder schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, um die Kriterien einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen. Findet sich im Psychostatus nur eine
Dysthymie
, so kann dies rechtsprechungsgemäss wohl eine Einbusse an Leistungsfähigkeit mit sich bringen, kommt aber für sich allein betrachtet nicht einem Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes gleich. Diese Schlussfolgerung, die sich
auf medizinische Empirie abstützt und damit eine Rechtsfrage darstellt, ist freilich nicht absolut zu setzen; eine
dysthyme
Störung kann die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall erheblich beeinträchtigen, wenn sie zu
sammen mit anderen Befunden - wie etwa einer ernsthaften Persönlich
keits
stö
rung - auftritt (Urteile des Bundesgerichts 8C_623/2013 vom 11. März 2014 und 9C_146/2015 vom 19. Januar 2016 E. 3.2, je mit Hinweisen), was hier nicht der Fall ist. Diese Grundsätze wurden durch die Rechtsprechung gemäss BGE 141 V
281 nicht relativiert (Urteil des Bundesgerichts 9C_146/2015 vom 19. Januar 2016
E 3.2 mit Hinweis; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_162/2015 vom 30. Septem
b
er 2015 E. 3.3.3).
Da der Gutachter anhand der die massgebenden normativen Rahmenbedingungen (BGE 141 V 281) das Leistungsvermögen des Beschwerdeführer
s
dennoch in Be
rück
sichtigung der einschlägigen Indikatoren eingeschätzt hat, rechtfertigt sich mit Blick auf die neueste Rechtsprechung, wonach
bei psychischen Erkrankungen im Regelfall
die
Standardindikatoren
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit beachtlich sind
(
BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281)
, deren Überprüfung.
Das Bundesgericht hat die
Standardindikatoren
wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des struk
turierten Beweisverfahrens stattfinden (BGE 141 V 281 E. 5.2.3; vgl. auch Andreas
Traub, in: Ueli
Kieser
[Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2016, S. 142 Ziff. 3.3.3), sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft werden, ob die funk
tionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und wider
spruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rech
nung tragen (BGE 141 V 281 E. 6; Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2017
vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.4).
5.6.2
Im Hinblick auf den Komplex «Gesundheitsschädigung» ist zunächst die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde von Bedeutung. Dazu führte der Gutachter aus, die objektiven psychopathologischen Befunde seien bei der als
Dysthymia
gefasste
n
Gesundheitsschädigung gering ausgeprägt (Urk. 8/93/22), was im Einklang mit der Rechtsprechung steht (vorstehend E. 5.6.1). Er verneinte das Vorliegen von Komorbiditäten und äusserte sich im Weiteren zur Persön
lichkeit (Urk. 8/93/22-23). Dr.
A._
schilderte die vom Beschwerdeführer ein
gestandene fehlende Psychopharmakotherapie (vgl. dazu die Aussage des Be
schwer
deführers Urk. 8/93/6) und die niederfrequente Gesprächstherapie, für welche der Beschwerdeführer bloss teilweise motiviert sei (Urk. 8/93/26). Der da
durch belegte fehlende Leidensdruck wird zudem gestützt durch den umgehenden Wechsel des Beschwerdeführers von der stationären zur ambulanten Behandlung durch die
J._
(vgl. vorstehend E. 4.4).
Zum sozialen Kontext beschrieb der Gutachter zahlreiche im Vordergrund steh
ende psychosoziale Faktoren wie Herkunft, Migration, fehlender Berufsabschluss, einfache und geringe Berufserfahrung, langjähriger Rentenbezug, Abstinenz vom und Lage am Arbeitsmarkt, finanzielle Sorgen, eheliche Konflikte/Scheidung, die er - wie von der Rechtsprechung gefordert (BGE 130 V 352 E. 2.2.5) - von den krankheitsbedingten Befunden abgrenzte. Gleichzeitig wirkten sich die regel
mässige Tätigkeit am Arbeitsort und der Kontakt mit den Arbeitskollegen als ressourcenfördernd aus (Urk. 8/93/25). Diese Einschätzung wird bestätigt durch
die Aussagen des Beschwerdeführers, die Arbeitsatmosphäre sei positiv (Urk. 8/93/
4). Zudem wohnt er mit seinen beiden erwerbslosen Töchtern zusam
men, die i
h
n ganztägig betreuen, und er pflegt regelmässigen Kontakt mit seinem Bruder (Urk. 8/93/3-4), was auf ein insoweit intaktes Familienleben hindeutet.
Schliesslich erörterte der Gutachter die auschlaggebende Frage der Konsistenz ausgesprochen gründlich und sorgfältig. Dies betrifft einerseits die ausweichen
den, vagen und widersprüchlichen Aussagen des Beschwerdeführers zu seinen Aktivitäten
und andererseits sein verdeutlichendes oder sogar
aggravatorisches
Verhalten. Er erläuterte insbesondere, dass die Limitierung des
Aktivitätenniveaus
in den verschiedenen Lebensbereichen wenigstens weit überwiegend auf die Selbst
einschätzung des Beschwerdeführers zurückzuführen ist (Urk. 8/93/27-28). Immerhin ist er in der Lage, nicht nur Kontakte zu den Familienangehörigen zu pflegen, sondern auch in seiner Freizeit an seinen Arbeitsort am Flughafen zu fahren, weil er dort verständnisvolle Mitarbeitende und Vorgesetzte trifft (Urk.
8/93/7). Dass er entgegen der eigenen Darstellung über nicht unerhebliche Ressourcen verfügt, ergibt sich auch aus dem Umstand, dass er täglich mit dem eigenen Auto zum Flughafen zur Arbeit fährt (Urk. 8/93/4).
5.6.3
Aus medizinischer Sicht
schätzte der Gutachter die
Arbeitsfähigkeit des Be
schwer
deführers auf
90-100
%
für ausserhäusliche Tätigkeiten wenigstens seit der Begutachtung, was er mit den objektiv gerin
g ausgeprägten Defiziten und den
vielfältigen psychosozialen Belastungen plausibel begründete (Urk. 8/93/21). Aus juristischer Sicht besteht keine Veranlassung, von dieser schlüssigen, im Lichte der massgebenden Indikatoren erfolgten medizinischen Beurteilung des Leis
tungsvermögens abzuweichen.
In Anbetracht der
gegebenen Sach- und Rechtslage
sind vo
n den beantragten
zusätzlichen medizinischen Abklärungen (Urk. 1 S. 2) keine
entscheidwesent
lichen
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d).
Der Beschwerdeführer hat laut IK-Auszug praktisch keine Erwerbseinkommen
verabgabt
(Urk. 8/33), auch wenn er gegenüber Dr.
A._
behauptete, vor Eintritt des Gesundheitsschadens beziehungsweise bis 2005 als selbständiger und unselbständiger Chauffeur erwerbstätig gewesen zu sein (Urk. 8/93/4). Eine angestammte Tätigkeit ist daher nicht ausgewiesen. Unter diesen Umständen ist bei der gutachterlichen Formulierung «ausserhäusliche Tätigkeiten» davon auszu
gehen, dass diese Zumutbarkeitsbeurteilung gleichermassen für eine angestam
mte und/oder eine angepasste Tätigkeit zu gelten hat.
6
.
6.1
Aus somatischer Sicht
ergeb
en sich aus den
medizinischen Berichte
n
keine
Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit
.
Dem Bericht
des Hausarztes Dr. med.
I._
, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, vom 6. Oktober 2014 (Urk. 8/68)
ist nichts
hinsichtlich
eines somatischen Leidens
zu entnehmen und aus dem Bericht der
J._
vom
26.
Oktober 2016 geht hervor, dass die eingehende somatische Unter
suchung anlässlich des Eintritts unauffällig war
(vgl. Urk. 8/123 S. 3)
.
Jedoch stellten die
Z._
-Gutachter
im Jahr
2008 fest, dass aufgrund seiner damaligen
somatisc
hen Leiden (
chronifizierte
Kopfschmerzen
vom
Mischtyp
) eine
– nicht additive – Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit von ca.
20
%
bestand (E. 3.2
)
, weshalb zugunsten des Beschwerdeführers davon auszugehen ist, dass diese Ein
schränkungen noch bestehen.
6.2
Seit
28. Januar 2016 (Begutachtungszeitpunkt Dr.
A._
[vgl. Urk. 8/93 S. 93])
ist
somit
insgesamt
von einer
mindestens
80
%igen
Arbeits
f
ähigkeit
de
s Be
schwer
deführers auszugehen
. Ein Invaliditätsgrad über 40
%
besteht damit nicht und demgemäss auch kein Anspruch auf eine Invalidenrente mehr.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S.
19
) ist ein leidensbedingter Abzug vorliegend nicht angezeigt.
Die vorgebrachte Unmöglichkeit
der Verrichtung
schwerer Tätigkeiten
ist nicht nachgewiesen
und wäre auch kein Grund für einen Abzug (vgl.
Urteil
des Bundesgerichts
8C_
61/2018 vom 23
.
März
2018
E.
6
.
5.
2
)
.
Ebenso wenig bestehen – wie behauptet – mannigfache medizinische Einschrän
kungen oder müsste sich der potentielle Arbeitgeber über den gesundheitlichen Zustand informieren, sodass daraus Nachteile erwachsen könnten.
Eine Ein
schränkung von maximal 20 % rechtfertigt auch keinen Abzug wegen Teil
zeit
arbeit (Urteil des Bundesgerichts 9C_158/2016 vom 5. April 2016 E. 4.2.2).
Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
7
.
Der Beschwerdeführer beantragte (Urk. 1) die unentgeltliche Rechtspflege
unter Be
stellung von Rechtsanwalt Martin Hablützel
als unentgeltliche
n Rechtsver
treter
. Die Prozessführung
er
schien zum Zeitpunkt der Verfahrenseinleitung nicht aussicht
s
los, die Bedürftigkeit des Beschwerdefüh
rers ist ausgewiesen (vgl. Urk. 10
und Urk.
1
5
/2
) und eine
Rechtsverbeiständung
geboten. Ihm ist daher die unentgeltliche Rechtspflege unter Bestellung von
Rechtsanwalt Martin Hablützel
als unentgeltliche
n Rechtsbeistand
zu gewähren (vgl. BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
8
.
8
.1
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr. 800.
--
festzu
setzen. Diese sind ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, infolge der bewilligten unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Ge
richtskasse zu nehmen.
8
.2
Rechtsanwalt Martin Hablützel
,
Zürich, ist al
s unentgeltlicher
Rechtsvertreter aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich fest
zusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierig
keit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Der von Rechtsanwalt Martin Hablützel
mit Eingabe vom 6. September 2018 (Urk. 14) geltend gemachte Aufwand von 14 Stunden und Fr. 126.-- Barauslagen (Urk. 15/3) ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses angemessen. Die Entschädigung ist bei Anwendung des gerichtsüblichen Stun
den
ansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf Fr.
3'
453
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Auslagen für die Vertretung verpflich
tet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.