Decision ID: b64d30cc-f484-5a5b-95c2-98f2160f1fa5
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführerin, eine sri-lankische Staatsangehörige tamilischer
Ethnie, gelangte eigenen Angaben zufolge am 19. Juni 2017 in die
Schweiz, wo sie gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ)
B._ um Asyl nachsuchte. Am 26. Juni 2017 wurde sie zu ihrer Per-
son, zum Reiseweg sowie summarisch zu den Gesuchsgründen befragt
(Befragung zur Person [BzP]) und am 16. Januar 2020 eingehend ange-
hört.
Zur Begründung ihres Asylgesuchs machte die Beschwerdeführerin im
Wesentlichen geltend, sie sei in C._, Jaffna Distrikt, aufgewachsen
und habe die Schule bis zur zehnten Klasse besucht. Später habe sie wäh-
rend zwei Jahren in einer Buchhandlung gearbeitet. Seit 2003 habe sie
eine Beziehung mit ihrem Cousin geführt. Dieser habe die Liberation Tigers
of Tamil Eelam (LTTE) unterstützt, indem er Transporte für sie erledigt
habe. Manchmal seien Mitglieder der LTTE zu ihm nach Hause gekommen
und er habe diese verpflegt, wobei seine Mutter für sie gekocht und sie
(Beschwerdeführerin) ihr manchmal dabei geholfen habe. Wegen seiner
Tätigkeit für die LTTE habe ihr Cousin Probleme mit den Behörden bekom-
men. Im Jahr 1999 sei er im Gefängnis gewesen und im Jahr 2010 seien
Militärangehörige zu ihm nach Hause gekommen und hätten nach ihm ge-
sucht. Er habe sich in der Folge bei den Behörden gemeldet und sei da-
raufhin zwei Tage unbekannten Aufenthalts gewesen. Danach habe sie ihn
im Spital wiedergesehen, wo er aber nicht ansprechbar gewesen sei, son-
dern nur erbrochen habe und innert weniger Tage verstorben sei. Am (...)
hätten drei Personen sie (Beschwerdeführerin) zu Hause aufgesucht, wo-
bei zwei sie befragt hätten und insbesondere hätten wissen wollen, ob sie
die dritte Person kenne. Es habe sich dabei um eines jener LTTE-Mitglieder
gehandelt, das sie bei ihrem Cousin früher bekocht habe. Sie habe jedoch
angegeben, diese Person nicht zu kennen. Man habe sie in der Folge auf-
gefordert, sich einige Tage später für eine erneute Befragung beim Armee-
camp zu melden. Dieser Aufforderung sei sie nicht gefolgt, da sie von Fa-
milienangehörigen gewarnt worden sei, dass es bei einer solchen Befra-
gung zu Übergriffen kommen könnte. Stattdessen sei sie zu einer Bekann-
ten gegangen, die ungefähr fünfzehn Minuten von ihr entfernt gewohnt
habe. Bei ihr habe sie sich während der nächsten drei Monate aufgehalten.
Dieselben zwei Personen, die sie beim ersten Mal befragt hätten, hätten
währenddessen ihre Eltern aufgesucht und sich nach ihr erkundigt. Ihre
Familie habe deshalb entschieden, dass sie Sri Lanka verlassen solle. So
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sei sie im (...) 2015 nach D._ und von dort drei Monate später nach
E._ gereist. Dort habe sie sich über ein Jahr lang aufgehalten, wäh-
rend ein Schlepper versucht habe, ihre Weiterreise nach Europa zu orga-
nisieren. Dies habe aber nicht funktioniert, weshalb sie – mit Hilfe des
Schleppers – im (...) 2016 nach Sri Lanka zurückgekehrt sei. Während ih-
rer Abwesenheit sei mehrere Male zu Hause nach ihr gesucht worden. Sie
habe sich deshalb nach ihrer Rückkehr wieder bei ihrer Bekannten ver-
steckt gehalten. Im (...) 2017 sei erneut bei ihren Eltern nach ihr gesucht
worden, wobei man ihrer Mutter eine Fotografie aus dem Jahr 2004 gezeigt
habe, auf welcher sie (Beschwerdeführerin) mit ihrem Cousin und jenem
LTTE-Mitglied, welches beim ersten Besuch der Behörden bei ihr zu Hause
gewesen sei, gemeinsam abgebildet seien. Deshalb und da es ihren Gast-
gebern mit der Zeit zu riskant geworden sei, sie zu verstecken, sei sie Ende
Mai 2017 selbständig nach Bahrain gereist, von wo aus ein Schlepper die
Weiterreise in die Schweiz organisiert habe.
B.
Mit Verfügung vom 5. März 2020 – frühestens am 6.März 2020 eröffnet –
stellte das SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigen-
schaft nicht, lehnte ihr Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der
Schweiz sowie den Vollzug an.
C.
Dagegen erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 2. April 2020 Be-
schwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung
der vorinstanzlichen Verfügung, die Gutheissung des Asylgesuchs, even-
tualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahme sowie in prozessualer
Hinsicht die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und der unent-
geltlichen Rechtsverbeiständung, unter Verzicht auf Erhebung eines Kos-
tenvorschusses. Als Beweismittel reichte sie einen Artikel aus dem Daily
Mirror vom 30. März 2020, einen Artikel aus der Neuen Züricher Zeitung
(NZZ) sowie einen Auszug aus dem Positionspapier der Schweizerischen
Flüchtlingshilfe (SFH) «Sri Lanka: Situation des membres du LTTE et im-
pact de l’élection présidentielle du 16 novembre 2019» vom 19. Dezember
2019 zu den Akten. Ferner stellte sie die Einreichung weiterer Beweismittel
in Aussicht.
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht
vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten
(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht
(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen,
ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
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Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder
zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege-
ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Glaubhaftmachen im Sinne
des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein
reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände
und Zweifel an den Vorbringen des Beschwerdeführers. Für das Glaubhaft-
machen reicht es jedoch nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar
möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und
überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung
sprechen (vgl. dazu ausführlich BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1;
2012/5 E. 2.2; 2010/57 E. 2.3).
5.
5.1 Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid im Wesentlichen damit, es
sei der Beschwerdeführerin nicht gelungen, eine asylrelevante Verfolgung
glaubhaft zu machen. So mache sie keinen direkten Kontakt zu den LTTE
geltend, sondern gebe an, lediglich einige Male ihrer Tante geholfen zu ha-
ben, wenn diese für LTTE-Leute, die bei ihrem Sohn – dem Partner der
Beschwerdeführerin – zu Besuch gewesen seien, gekocht habe. Es er-
scheine sodann als überaus unwahrscheinlich, dass die Beschwerdefüh-
rerin lediglich aufgrund ihrer Beziehung zu ihrem Cousin, mit welchem sie
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weder verheiratet gewesen sei noch in einem gemeinsamen Haushalt ge-
lebt habe, in der geltend gemachten Weise von den Behörden gesucht
worden sei. Umso mehr erstaune, dass die Beschwerdeführerin keine be-
hördliche Suche nach ihrer Tante, der Mutter ihres Cousins, erwähnt habe,
zumal diese deutlich stärker involviert gewesen wäre als sie. Ferner er-
scheine die Aussage, die Behörden hätten ihr unterstellt, Kenntnis von
Waffenverstecken zu haben, stereotyp. Auch erstaune, dass die Beschwer-
deführerin geltend mache, erst vier Jahre nach dem Tod ihres Cousins von
den Behörden aufgesucht worden zu sein, das Interesse derselben dann
bis 2017 angehalten habe. Gegen die geltend gemachte Furcht vor be-
hördlicher Verfolgung spreche auch ihre Rückkehr nach Sri Lanka. Sie sei
gemäss ihren Aussagen mit ihrem eigenen Pass über Colombo eingereist,
ohne Probleme zu bekommen. Dies deute darauf hin, dass kein behördli-
ches Interesse an ihr bestanden habe. Daraus folge, dass ihre Vorbringen
den Anforderungen an das Glaubhaftmachen nicht standhalte. Ferner sei
aufgrund ihres Profils nicht ersichtlich, weshalb sie bei einer Rückkehr nach
Sri Lanka in den Fokus der Behörden geraten sein und in asylrelevanter
Weise verfolgt werden sollte. Auch die am 16. November 2019 erfolgten
Präsidentschaftswahlen würden an dieser Einschätzung nichts zu ändern
vermögen. Zwar habe die Überwachung der Bevölkerung nach den Terror-
anschlägen von Ostern 2019 und nach den Präsidentschaftswahlen erneut
zugenommen. Zum heutigen Zeitpunkt gebe es aber keinen Anlass zur An-
nahme, dass ganze Volks- oder Berufsgruppen unter Präsident Gotabaya
Rajapaksa kollektiv einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt seien. Den Akten
seien keine Hinweise auf eine Verschärfung der persönlichen Situation der
Beschwerdeführerin aufgrund dieser Ereignisse zu entnehmen. Die Anfor-
derungen an die Annahme einer begründeten Verfolgungsfurcht seien so-
mit nicht gegeben. Demnach erfülle sie die Flüchtlingseigenschaft nicht
und ihr Asylgesuch sei abzuweisen.
5.2 Dem hielt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen entgegen, die Aus-
sage des SEM, ihre einzige Verbindung zu den LTTE sei ihr Cousin, sei
nicht korrekt. So seien ein anderer Cousin und dessen Frau wegen Ver-
dachts auf Verbindungen zu den LTTE im Gefängnis gewesen. Diesbezüg-
lich werde das Einreichen einer Bestätigung in Aussicht gestellt. Dem Ar-
gument der Vorinstanz, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb sie und nicht
ihre Tante ins Visier der Behörden geraten sein sollte, sei entgegenzuhal-
ten, dass sie als Freundin eher als Geheimnisträgerin angesehen werde
als die Mutter, dies sei sehr wohl nachvollziehbar. Betreffend den Vorwurf
der Vorinstanz, bei einer tatsächlichen Furcht vor Verfolgung wäre die Be-
schwerdeführerin nicht nach Sri Lanka zurückgekehrt, sei festzuhalten,
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dass sie dies auch nicht gewollt, der Schlepper sie aber zu diesem Verhal-
ten gezwungen habe. Aufgrund ihrer Beziehung zu einem LTTE-Anhänger
sowie da ein anderer Cousin und dessen Frau wegen mutmasslichen
LTTE-Verbindungen verhaftet worden seien, habe die Beschwerdeführerin
asylrelevante Verfolgung zu befürchten.
6.
6.1 Nach Durchsicht der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum
Schluss, dass die Einschätzung des SEM zutreffend ist. Auf die Erwägun-
gen in der angefochtenen Verfügung kann zur Vermeidung von Wiederho-
lungen verwiesen werden. Dass die sri-lankischen Behörden die Be-
schwerdeführerin vier Jahre nach dem Tod ihres Cousins plötzlich in Bezug
auf diesen beziehungsweise von ihm versteckte Waffen befragen, ist zwar
nicht auszuschliessen, erscheint aber nicht als sehr wahrscheinlich. Nicht
plausibel ist sodann insbesondere die Intensität des Interesses der Behör-
den, welche gemäss Ausführungen der Beschwerdeführerin über Jahre
hinweg immer wieder nach ihr gesucht haben sollen. Gegen eine solche
Verfolgung durch die Behörden spricht denn auch die Rückkehr nach Sri
Lanka mit legaler Einreise über Colombo, ohne Behelligungen irgendeiner
Art. Dass ein Schlepper die Beschwerdeführerin zu einem solchen Verhal-
ten gezwungen haben soll, erscheint nicht nachvollziehbar. Die vom SEM
dargelegten Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Sachverhaltsdarstellung der
Beschwerdeführerin sind berechtigt und werden durch die Ausführungen in
der Beschwerde nicht aufgelöst. Zu erwähnen ist auch, dass die Schilde-
rung des Aufenthaltes in E._ und D._ äusserst oberflächlich
und kurz ausfallen, zumal sie sich dort über längere Zeit aufgehalten haben
will. Es muss angenommen werden, dass die Ausreise zu einem anderen
Zweck erfolgte, da insbesondere die Darstellung, sie habe sich während
ihres mehr als einjährigen Aufenthaltes in E._ stets im Hotel aufge-
halten und dieses nur verlassen, um einzukaufen, als äusserst realitätsfern
erscheint. Gesamthaft sind die Vorbringen der Beschwerdeführerin als un-
glaubhaft zu beurteilen.
6.2 Schliesslich ergibt sich auch unter Berücksichtigung allfälliger Risiko-
faktoren im Hinblick auf die Rückkehr der Beschwerdeführerin nach Sri
Lanka nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich
relevante Gefährdung beziehungsweise eine im heutigen Zeitpunkt be-
gründete Furcht vor künftiger Verfolgung (vgl. Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichtes E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 [als Referenzurteil publi-
ziert], E. 8.4). Unter dem Aspekt der vom Bundesverwaltungsgericht for-
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mulierten Risikofaktoren ergibt sich somit keine flüchtlingsrelevante Ge-
fährdung der Beschwerdeführerin. Insbesondere sind die Erläuterungen in
der Beschwerde betreffend Asylrelevanz nicht überzeugend. So führt ihre
Beziehung zu einem LTTE-Sympathisanten und ihre Verwandtschaft zu
Personen, die mit den LTTE in Verbindung gebracht und deshalb verhaftet
wurden, für sich allein nicht zu einem asylrelevanten Profil. Es kann des-
halb davon abgesehen werden, auf den Erhalt des in Aussicht gestellten
Beleges über den Gefängnisaufenthalt eines Cousins und seiner Frau zu
warten, da dieses an der Einschätzung des Gerichts nichts zu ändern ver-
mag. Dies gilt auch für das zweite in Aussicht gestellte Beweismittel, ein
Schreiben der Personen, bei welchen sie sich versteckt habe, da es sich
hierbei voraussichtlich um ein Gefälligkeitsschreiben mit sehr geringem
Beweiswert handelt. Die bereits eingereichten Beweismittel vermögen
ebenfalls nicht zu einem anderen Ergebnis zu führen, zumal diese keinen
direkten Zusammenhang zur Beschwerdeführerin oder ihren Asylgründen
haben.
6.3 An dieser Einschätzung ändern weder der Regierungswechsel vom
16. November 2019 noch die kürzlich erfolgte Verhaftung einer sri-lanki-
schen Mitarbeiterin der Schweizerischen Botschaft in Colombo, da diesbe-
züglich kein individueller Bezug zur Beschwerdeführerin ersichtlich ist.
Hinsichtlich des Machtwechsels vom 16. November 2019 gilt festzuhalten:
Gotabaya Rajapaksa wurde zum neuen Präsidenten Sri Lankas gewählt
(vgl. Neue Zürcher Zeitung [NZZ], In Sri Lanka kehrt der Rajapaksa-Clan
an die Macht zurück, 17.11.2019; https://www.theguar-
dian.com/world/2019/nov/17/sri-lanka-presidential-candidate-rajapaksa-
premadas-count-continues, abgerufen am 5. März 2020). Er war unter sei-
nem älteren Bruder, dem ehemaligen Präsidenten Mahinda Rajapaksa, der
von 2005 bis 2015 an der Macht war, Verteidigungssekretär und wurde an-
geklagt, zahlreiche Verbrechen gegen Journalistinnen und Journalisten so-
wie Aktivisten begangen zu haben. Zudem wird er von Beobachtern für
Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen verantwortlich ge-
macht; er bestreitet die Anschuldigungen (vgl. Human Rights Watch: World
Report 2020 – Sri Lanka, 14.1.2020). Kurz nach der Wahl ernannte der
neue Präsident seinen Bruder Mahinda sodann zum Premierminister und
band einen weiteren Bruder, Chamal Rajapaksa, in die Regierung ein; die
drei Brüder Gotabaya, Mahinda und Chamal Rajapaksa kontrollieren im
neuen Regierungskabinett zusammen zahlreiche Regierungsabteilungen
oder -institutionen (vgl. https://www.aninews.in/ne ws/world/asia/sri-lanka-
35-including-presidents-brother-chamal-rajapksa-sworn-in-as-ministers-
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of-state20191127174753/, abgerufen am 4. März 2020). Beobachter und
ethnische/religiöse Minderheiten befürchten verstärkte Repression und die
vermehrte Überwachung von Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten,
Journalistinnen und Journalisten, Oppositionellen und regierungskritischen
Personen (vgl. Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH]: Regierungswechsel
weckt Ängste bei Minderheiten, 21.11.2019). Anfang März 2020 löste Go-
tabaya Rajapaksa das Parlament vorzeitig auf und kündigte Neuwahlen an
(vgl. NZZ, Sri Lankas Präsident löst das Parlament auf, 3.3.2020).
Das Bundesverwaltungsgericht ist sich dieser Veränderungen in Sri Lanka
bewusst, beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt sie
bei der Entscheidfindung. Zwar ist beim derzeitigen Kenntnisstand durch-
aus von einer möglichen Akzentuierung der Gefährdungslage für Perso-
nen, die bestimmte Risikofaktoren erfüllen, auszugehen (vgl. Referenzur-
teil des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016, HRW,
Sri Lanka: Families of "Disappeard" Threatened, 16.02.2020). Zum heuti-
gen Zeitpunkt gibt es aber keinen Grund zur Annahme, dass seit dem
Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer
Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. Unter diesen Umständen ist im Ein-
zelfall zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Personen
zur Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 respektive deren Fol-
gen besteht.
Wie das SEM richtig festgestellt hat, sind den Akten keine Hinweise auf
eine Verschärfung der persönlichen Situation der Beschwerdeführerin auf-
grund dieser Ereignisse zu entnehmen. Die Anforderungen an die An-
nahme einer begründeten Verfolgungsfurcht sind somit nicht gegeben.
6.4 Der Beschwerdeführerin ist es aufgrund des Gesagten nicht gelungen,
die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nachzuweisen oder glaub-
haft zu machen. Die Vorinstanz hat ihr Asylgesuch zu Recht abgelehnt.
Weder die Vorbringen in der Beschwerde noch die eingereichten Beweis-
mittel vermögen an dieser Einschätzung etwas zu ändern.
7.
7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
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7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine auslän-
derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht
angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
8.2
8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
Da die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist das
flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkom-
mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR
0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzuges
beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völkerrecht-
lichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK).
Gemäss Praxis des EGMR sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses
müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachwei-
sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter
oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR, Saadi gegen
Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124–
127 m.w.H.).
Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka für sich allein lässt
den Wegweisungsvollzug nach konstanter Rechtsprechung des Bundes-
verwaltungsgerichts nicht als unzulässig erscheinen. Auch der EGMR hatte
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Seite 11
sich wiederholt mit der Gefährdungssituation für Tamilen auseinanderge-
setzt, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müs-
sen (vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013,
Beschwerde Nr. 10466/11; E.G. gegen Grossbritannien, a.a.O.; T.N. gegen
Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 20594/08; P.K.
gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 54705/08;
N.A. gegen Grossbritannien, Urteil vom 17. Juli 2008, Beschwerde
Nr. 25904/07). Dabei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in genereller
Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine un-
menschliche Behandlung. Vielmehr müssten im Rahmen der Beurteilung,
ob Betroffene ernsthafte Gründe für die Befürchtung ihrer Festnahme und
Befragung vorbringen können, verschiedene Aspekte beziehungsweise
persönliche Risikofaktoren in Betracht gezogen werden (vgl. EGMR, T.N.
gegen Dänemark, a.a.O., § 94; EGMR, E.G. gegen Grossbritannien,
a.a.O., § 13 und 69 sowie das bereits erwähnte Referenzurteil des Bun-
desverwaltungsgerichts E-1866/2015).
Nachdem die Beschwerdeführerin nicht darlegen konnte, dass sie bei einer
Rückkehr nach Sri Lanka befürchten müsste, die Aufmerksamkeit der sri-
lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf
sich zu ziehen (vgl. E. 5), bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, ihr
würde aus demselben Grund eine menschenrechtswidrige Behandlung in
ihrem Heimatstaat drohen. Daran vermögen der Regierungswechsel vom
November 2019 sowie die seither veränderte Lage in Sri Lanka nichts zu
ändern.
Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers erweist sich demzu-
folge als zulässig.
8.2.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
8.2.2.1 Im bereits zitierten Referenzurteil E-1866/2015 hat das Bundesver-
waltungsgericht seine bisherige Rechtsprechung (vgl. BVGE 2011/24) be-
stätigt, wonach der Wegweisungsvollzug in die Ost- und Nordprovinz zu-
mutbar ist, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien
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Seite 12
(insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Bezie-
hungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und
Wohnsituation) bejaht werden kann. Für Personen, die aus dem übrigen
Staatsgebiet von Sri Lanka (das heisst aus den Provinzen North Central,
North Western, Central, Western [namentlich: der Grossraum Colombo],
Southern, Sabarugamuwa und der Uva-Provinz) stammen und dorthin zu-
rückkehren, ist der Wegweisungsvollzug grundsätzlich zumutbar (vgl.
ebd.).
8.2.2.2 Betreffend Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs führte die Vor-
instanz in ihrem Entscheid aus, die Beschwerdeführerin stamme aus
C._ und habe ihr gesamtes Leben vor der Ausreise in der Nordpro-
vinz verbracht. Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts
sei der Wegweisungsvollzug dorthin zumutbar, sofern das Vorliegen der
individuellen Zumutbarkeitskriterien bejaht werden könne. Bei der Be-
schwerdeführerin handle es sich um eine junge, gesunde, alleinstehende
und kinderlose Frau. Sie verfüge über eine zehnjährige Schulbildung und
Arbeitserfahrung im Verkauf. Zudem verfüge sie vor Ort über ein grosses
familiäres Beziehungsnetz, welches ihr eine gesicherte Unterkunft und Un-
terstützung bei der Wiederintegration bieten könne. Der Vollzug der Weg-
weisung sei somit zumutbar.
8.2.2.3 In der Beschwerde wurde diesbezüglich ausgeführt, aufgrund der
Vorfälle in der Vergangenheit könne die Beschwerdeführerin nicht zu ihrer
Mutter zurück. Auch habe sie sonst niemanden, der sie aufnehmen würde,
und wolle auch niemanden einem Verhaftungsrisiko aussetzen. Weiter wird
auf die aktuelle Situation in Sri Lanka verwiesen, wobei verschiedene Be-
richte diesbezüglich eingereicht wurden. Der Wegweisungsvollzug der Be-
schwerdeführerin sei unzumutbar.
8.2.2.4 Die Beschwerdeführerin stammt aus C._, Jaffna Distrikt,
Nordprovinz, und hat bis zu ihrer Ausreise ihr ganzes Leben dort gelebt.
Der Vollzug dorthin ist grundsätzlich zumutbar. Sie verfügt dort mit ihren
Eltern, Geschwistern und weiteren Verwandten über ein familiäres Bezie-
hungsnetz. Nachdem sie keine asylrelevanten Verfolgungsgründe glaub-
haft machen konnte, ist auch nicht davon auszugehen, dass sie bei einer
Rückkehr jemand einem Verhaftungsrisiko aussetzen würde. Das SEM hat
zu Recht ausgeführt, dass davon ausgegangen werden kann, ihr als junge,
gesunde, alleinstehende und kinderlose Frau mit zehnjähriger Schulbil-
dung und Arbeitserfahrung könne die Wiederintegration gelingen.
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Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als
zumutbar.
8.2.3 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zustän-
digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen
Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch
BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-
lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
8.2.4 Auch die Corona-Pandemie steht dem Wegweisungsvollzug nicht
entgegen. Die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme setzt voraus, dass
ein Vollzugshindernis nicht nur vorübergehender Natur ist, sondern voraus-
sichtlich eine gewisse Dauer – in der Regel mindestens zwölf Monate –
bestehen bleibt. Ist dies nicht der Fall, so ist dem temporären Hindernis bei
den Vollzugsmodalitäten Rechnung zu tragen (vgl. Entscheidungen und
Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995
Nr. 14 E. 8d und e).
Bei der Corona-Pandemie handelt es sich – wenn überhaupt – um ein bloss
temporäres Vollzugshindernis, welchem somit im Rahmen der Vollzugsmo-
dalitäten durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tragen ist, indem
etwa der Zeitpunkt des Vollzugs der Situation im Heimatland angepasst
wird.
8.3 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
10.
10.1 Die Beschwerdeführerin hat die Gewährung der unentgeltlichen Pro-
zessführung und der amtlichen Rechtsverbeiständung beantragt. Wie sich
aus den vorstehenden Erwägungen ergibt, sind ihre Begehren als aus-
sichtslos zu bezeichnen, womit es an einer der kumulativ zu erfüllenden
Voraussetzungen gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG für die Gewährung der un-
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entgeltlichen Rechtspflege und in der Folge auch der amtlichen Rechtsver-
beiständung nach aArt. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG fehlt. Die entsprechenden
Gesuche sind deshalb abzuweisen.
10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-
samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung
eines Kostenvorschusses wird mit dem vorliegenden Entscheid gegen-
standlos.
(Dispositiv nächste Seite)
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