Decision ID: e1967712-c9e0-49d6-9dd4-f17bcd815f45
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1967 geborene
X._
meldete sich unter Hinweis auf be
lastungs
bedingte Schmerzen am rechten Handgelenk
erstmals
am 17. September 2003
bei
der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leis
tungs
bezug
an (Urk. 8/1).
Mit Verfügung vom 13. Februar 2004 erteilte die IV-Stelle
unter Ausrichtung von Taggeldern
Kostengutsprache für eine Umschulung (Urk. 8/12,
8/13
, 8/15, 8
/22
)
und schloss mit
Verfügung vom 15. Juni 2007 die be
ruflichen Massnahmen ab (Urk. 8/33)
.
1.2
Am
2. Juli 2013 meldete sich der Ver
sicherte aufgrund einer Operation am linken Knie abermals bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 8/34)
. Mit Ver
fügung vom 30. Juni 2014
verneinte
die IV-Stelle
einen Leistungsanspruch
(Urk. 8/59)
; diese Verfügung blieb unange
fochten.
1.3
Am 1
5
. Juni 2018 meldete sich der Versicherte
unter Hinweis auf
unfallbedingte
Frakturen an
Brustbein und
Wirbel
n
erneut bei der IV-Stelle zum Leistun
gsbezug an (Urk. 8/62
).
Nach
beruflich-erwerbliche
n
Abklärungen
(Urk. 8/75
, 8/97
)
und
Beizug
der
Akten der Suva (Urk. 8/91
, 8/
102, 8/107, 8/112
) teilte
die IV-Stelle
dem Versicherten am 2. August 2019 mit, dass zurzeit keine Eingliede
rungsmass
nahmen möglich seien (Urk. 8/96).
Mit Schreiben vom 14. Mai 2020 erteilte die IV-Stelle
sodann
Kostengutsprache für eine Arbeitsvermittlung
(Urk. 8/114)
.
Mit Verfügung vom 12. Februar 2021 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch
des Versicherten
auf Umschulung (Urk. 8/133 [Vorbescheid vom 15. Dezember 2020, Urk. 8/124]) und
–
nach d
urchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(Vorbescheid vom 17. Dezember 2020 [Urk. 8/128]; Einwand vom 5. Februar 2021 [Urk. 8/131] sowie vom 17. März 2021 [Urk. 8/135])
–
mit Ver
fügung vom
27. April 2021
einen
Anspruch
des Ver
sicherten
auf eine
Invalidenrente
(Urk. 2 [=
Urk. 8/
138
])
.
2.
Dagegen
erhob der Versicherte mit Ein
gabe vom
28. Mai 2021 Beschwerde
und beantragte die Aufhebung der ange
fochtenen Verfügung
sowie die
Zusprache
einer halben Invalidenrente ab De
zember 2018
und
die
Zusprache
einer
Dreivier
telsrente
ab September 2019
;
e
ven
tualiter sei
eine umfassende Begutachtung zu veranlassen
, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be
schwer
de
gegnerin (Urk. 1).
Mit Ein
gabe vom 8. Juni 2021 reichte der Be
schwerdeführer eine Arbeitsbestätigung seines ehemaligen Arbeitgebers zu den Ak
ten (Urk. 5 und 6). Die IV-Stelle schloss mit Beschwerdeantwort vom
8. Juli 2021 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), worüber der Beschwerdeführer mit Ver
fügung vom 13. Juli 2021 in Kenntnis ge
setzt wurde (Urk. 9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmun
gen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Ver
ordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1; 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy
chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art.
28 Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art.
28 Abs.
2 IVG).
1.
4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraus
setzungen gemäss Abs.
2 dieser Be
stimmung erfüllt sind. Danach ist im Revi
sions
gesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der ver
sicherten Person in einer für den Anspruch
erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der ver
sicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE
133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungs
pflicht auc
h dem Gericht (
Urteil des Bundesgerichts 9C_351/2020 vom 21. Sep
tember 2020 E. 3.1, insbesondere mit Hinweis auf
BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b
).
1.
5
Ist
die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfe
n, ob im Sinne von Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invalidi
tätsgrades eingetreten ist (BGE
117 V 198 E. 3a mit Hin
weis
; Urteil des Bundesgerichts I 659/04 vom 9. Februar 2005 E. 1.1
).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stel
lung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 140 V 193 E. 3.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle erwog in der angefochtenen Verfügung,
der Beschwerdeführer sei zwar in seiner angestammten Tätigkeit als Polier im Tiefbau nicht mehr arbeits
fähig, hingegen sei ihm eine gesundheitlich angepasste Tätigkeit mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit seit Dezember 2018 mit einem Pensum von 80 % zu
mutbar. Die vom Beschwerdeführer
während mehrerer Jahre
ausgeübte Tätigkeit als tech
nischer Aussendienstmitarbeiter entspreche dabei dem Belastungsprofil,
welches
leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne monotone Haltung des Rückens wäh
rend mehr als 30 Minuten und mit vermehrtem Pausenbedarf
um
fasse
.
Der Beschwerdeführer habe das ihm zumutbare Pensum von 80 % bislang aus wirt
schaftlichen Gründen nicht verwerten können, da seine letzte Arbeits
stelle zeit
lich befristet gewesen sei.
Der Einkommensvergleich habe einen Inva
lidi
tätsgrad von 25 %
ergeben
, weshalb kein Anspruch auf eine Invaliden
rente be
stehe. Dies gälte selbst dann, wenn
das
Valideneinkommen
der Unfall
ver
siche
rung übernommen würde, wozu die IV-Stelle indes nicht verpflichtet sei (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer vor,
ein höheres als das zuletzt aus
geübte Pensum von 50 % als Aussendienstmitarbeiter sei ihm keinesfalls zumut
bar. Ebenso wenig entspreche diese Tätigkeit einer optimal angepassten Tätigkeit,
da
längere Autofahrten mit einer monotonen Haltung des Rückens während mehr als 30 Minuten einhergingen
, was gemäss Belastungsprofi zu vermeiden sei
.
Die von der Suva als zumutbar erachtete Arbeitsfähigkeit von 80 % basiere auf dem Abklärungsbericht des
Zentrums Y._
, welcher vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) indes aufgrund fehlender Nachvollziehbarkeit unberücksichtigt geblieben sei. Wie der RAD jedoch entgegen der Meinung der behandelnden Fachärzte, welche eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestierten, und ohne eigene Untersuchung von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgehen könne, sei unerklärlich.
Auch habe die IV-Stelle weder Arztberichte bei seinem behandelnden Arzt eingeholt
,
noch die von ihm eingereichten Berichte berücksichtigt. Sofern nicht auf die Ein
schätzung der
behandelnden
Fachärzte abgestellt
werde
, sei folglich ein um
fassendes Gutachten einzuholen, welches sämtliche Beschwerden berücksichtige, auch die Handbeschwerden, welche auf einen früheren Unfall zurückzuführen seien. Schliesslich sei nicht einleuchtend, weshalb die IV-Stelle nicht auf den Ein
kommensvergleich der Suva abstelle, zumal deren Vorgehen – Ermittlung des Invalideneinkommens mittels
Heranziehens der
Tabellenlöhne – bundesrechts
konform sei
(Urk. 1)
.
3.
3.1
Vorab ist festzuhalten, dass es sich vorliegend um eine Neuanmeldung handelt. Unbestritten und durch die Akten ausgewiesen ist zudem, dass sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers aufgrund des am 16. Dezember 2017 er
litte
nen Unfalls (vgl. Schadenmeldung UVG vom 20. Dezember 2017, Urk. 8/60 S. 5) verschlechtert hat
, weshalb
die IV-Stelle angesichts
dieser Sachlage zu Recht auf das neue Leistungsbegehren ein
trat
. Strittig und zu prüfen ist demnach, ob eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Verschlechterung des Gesund
heitszu
standes des Beschwerdeführers eingetreten ist (vgl. E. 1.5).
3.2
Dem Austrittsbericht des Universitäts
s
pitals
Z._
, Klinik für Traumatologie, vom 20. Dezember 2017 (Urk. 8/60 S. 36-38) sind folgende Diagnosen zu ent
nehmen:
-
Deckplattenimpressionsfrakturen BWK 1-4 Typ A1 nach
AOSpine
vom 16.12.2017
-
Nicht-dislozierte Fraktur Corpus
sterni
im oberen Drittel, 16.12.2017
-
Kalzifizierter Diskusprolabs
Th
9/10 mit relativer,
geringgradiger
Spinal
kanalstenose, Erstdiagnose 16.12.2017, geringe
Diskusprotrusion
Th
8/9
-
Ovaläre
Struktur an der Aorta
descendens
, Erstdiagnose 16.12.2017, Diffe
rentialdiagnose kleiner Lymphknoten, kleine
aortale
Ausstülpung der Aorta
-
Restless
-Leg Syndrom, Bewegungstherapie bei Bedarf
3.
3
A._
, Psychotherapeutin,
Psychiatriezentrum
B._
,
führte in ihrem Bericht vom 30. April 2019 (Urk. 8/97) als Diagnose eine chronische Insomnie mit auftretenden Ein- und Durchschlafstörungen (ICD-10: G47.0) im Rahmen des bestehenden Schmerzsyn
droms auf. Sie
äusserte sich zwar nicht zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, hielt indes fest, dass die chronische In
somnie in engem Zusammenhang mit dem auftretenden Schmerzsyndrom stehe, weshalb sie einer beruflichen Wiedereingliederung nach
einer entsprechenden
Schmerzbehandlung positiv
gegenüberstehe
.
3.
4
Nachdem der Beschwerdeführer ab 1. September 2018 in einem Pensum von 50 % eine Stelle als Aussendienstmitarbeiter angetreten hatte (Urk. 8/79-81), liess die Suva den Beschwerdeführer kreisärztlich untersuchen. Im Untersuchungsbericht vom 10. Mai 2019 (Urk. 8/91 S. 14-21) führte
Suva-Kreisärztin
med.
pract
.
C._
, Fachärztin Anästhesiologie, folgende Diagnosen auf:
-
Zustand nach Deckplattenimpressionsfrakturen BWK 1-4, konservativ be
handelt
-
Zustand nach nicht dislozierter Fraktur Corpus
sterni
im oberen Drittel, konservativ behandelt
-
Kalzifizierter Diskusprolabs
Th
9/10 mit relativer,
geringgradiger
Spinal
kanalstenose, Erstdiagnose 16.12.2017
-
Geringe
Diskusprotrusion
Th
8/9
-
Ovaläre
Struktur an der Aorta
descendens
, Erstdiagnose 16.12.2017
-
Restless
-Leg Syndrom
-
Leichte Schlafapnoe
Med.
pract
.
D._
erläuterte, beim Beschwerdeführer zeige sich eine mässig bis stark ausgeprägte Belastungsintoleranz der Wirbelsäule mit Einschränkungen aller Bewegungsrichtungen, die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % sei ange
sichts
dieses
klinischen Befunds nachvollziehbar. Unter Fortführung der Physio- und manuellen Therapie könne noch eine gewisse Besserung erzielt werden, was zu einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 70 bis 80 % führen sollte. Nach aktu
eller Datenlage sei keine psychiatrische Problematik diagnostiziert worden, die Schlafstörungen im Rahmen des bestehenden Schmerzsyndroms müssten nicht zwingend psychiatrisch behandelt werden.
3.
5
Am 1
6.
und 17. Januar 2020 unterzog sich der Beschwerdeführer im Auftrag der Suva einer funktionsorientierten medizinischen Abklärung
(FOMA)
. Im Bericht des
Y._
vom 13. Februar 2020 (Urk. 8/107 S. 3-26) führten med.
pract
.
E._
, Fachärztin
P
hysikalische Medizin
und Rehabilitation
,
F._
, Physiotherapeutin, sowie PD Dr. med.
G._
,
MSc
, Facharzt
P
hysika
lische Medizin und Rehabilitation/Rheumatologie, folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
auf:
-
Thorako-spondylogenes
Schmerzsyndrom nach stabiler Deckenplatten-Kompressionsfraktur BWK 1-4 und inkompletter
Sternumfraktur
am 16.12.2017, eher muskulär
er
Genese
-
MRI BWS 16.08.2019: alte Wirbelkörperfrakturen BWK 1-4 ohne Ak
tivität
;
a
uf Höhe BWK 9/10 stationär im Vergleich zu den Vorbefunden mediane Diskushernie mit Kontakt zum
Myelon
, aber ohne Myelo
pa
thie-Zeichen
;
k
eine Nervenwurzelkompression
-
Verdacht auf episodenhafte
sternocostale
Luxation der fünften oder sechsten Rippe links
-
MRI ventrale
Thoraxwand
vom 27.09.2019: diskrete Reizung zwischen
Manubrium
und Corpus
sterni
;
m
inimales flaues Knochenmarksödem an der kaudalen Spitze des Corpus
sterni
; di
e
Sternocostal
-Gelenke kommen reizlos zur Darstellung
;
i
ntakte Darstellung der
costalen
Strukturen
;
Sternoclaviculargelenke
reizlos
-
Radikuläres
Reizsyndrom C6 rechts
-
Gonalgie
links mit/bei
-
Zustand nach medialer
Teilmeniskektomie
vom 23.05.2011 und 30.09.2011 bei komplexer Instabilität bei hinterer Kreuzbandinsuffi
zienz,
Vargusgonarthrose
(Dr.
H._
,
in I._
)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden die folgenden gestellt:
-
Schweres
Restless
-Leg Syndrom
-
Zustand nach Bizeps-Ruptur rechts Mai 2016
-
Chronische Insomnie
Sie stellten fest, beim
Versicherten
sei neben einer Fehlhaltung eine starre Körperhaltung mit deutlich eingeschränkter Beweglichkeit im Brustwirbelsäulen
bereich und einer verminderten Stabilität der Bänder des rechten Knies eruiert worden. Bei der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit bei fraglicher Leis
tungsbereitschaft und mässiger Konsistenz lasse er sich bis zum leichten Bereich belasten, er habe sich bei einigen Abklärungstests selbstlimitiert. Es be
stün
den strukturell-organische Veränderungen der Wirbelsäule sowie des Ster
nums und des linksseitigen Kniegelenks,
wodurch
eine Leistungsminderung teil
weise medizinisch erklär
t
und als nachvollziehbar angesehen werden könn
e
. Sie attes
tierten dem Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit
als Polier eine Arbeitsfähigkeit von 75 % und in einer angepassten, mindestens leichten, wech
selbelastenden Tätigkeit ohne vorgeneigtes Stehen von mehr als drei Stun
den täglich eine vollständige Arbeitsfähigkeit.
3.
6
In ihrer Stellungnahme zum Abklärungsbericht des
Y._
(vgl. E. 3
.5
)
bestätigten
die behandelnden Ärzte des Beschwerdeführers,
Dr. med.
J._
und Dr. med.
K._
,
Klinik L._
,
am 27. März 2020
die
im Abklä
rungsbericht aufgeführten Diagnosen, hielten indes fest,
die rein subjektive und nicht nachvollziehbare Beurteilung stehe im Konflikt mit den objektiven Be
fun
den. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der Tätigkeit bis Ende 2019 (Polier, aufgrund der Schmerzen Aussendiensttätigkeit, ohne Heben von Lasten) liege bei 50 % (Urk. 8/112 S. 31-33).
3.7
Die Suva-Kreisärzte Dr. med.
M._
, Facharzt Physikalische Medizin und Rehabilitation, und med.
pract
.
D._
hielten in ihrem Bericht vom 30. März 2020 (Urk. 8/112 S. 52 f.) fest, die Resultate des durch das
Y._
durch
ge
führten Belastbarkeitstests seien bloss teilweise verwertbar. Aufgrund der kreis
ärztlichen Beurteilung vom 14. Mai 2019, der Berichte der behandelnden Ärzte sowie der Befunde der radiologischen Diagnostik sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer vermehrt Pausen benötige. Entsprechend sei ihm auf dem all
gemeinen Arbeitsmarkt eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit, ohne monotone Haltung des Rückens über dreissig Minuten
,
zumutbar. Aufgrund der zusätzlich benötigten Pausen sei eine zeitliche Einschränkung von 20 % ausgewiesen, was
in einer
Arbeitsfähigkeit von 80 %
resultiere
.
3.
8
RAD-Arzt m
ed.
pract
.
N._
, Facharzt Arbeitsmedizin, attestierte dem Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 31. Juli 2020 (Urk. 8/121)
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Polier sowie
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit und stützte sich dabei
im Wesentlichen
auf die
Einschätzung
der
Suva-Kreisärztin
med.
pract
.
D._
vom 10. Mai 2019
(vgl. E. 3.
4
)
sowie
auf die Z
umutbarkeitsbeurtei
lung der Suva-Kreisärzte Dr.
M._
und
med.
pract
.
D._
vom 30. März 2020 (
vgl. E. 3.7
).
Er führte aus, entsprechend dem Belastungsprofil sei die bisherige Tätigkeit dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar, aus arbeitsmedizinischer Sicht könne die aktuelle kreisärztliche Einschätzung jedoch plausibel nachvoll
zogen werden.
4.
4.1
Aus medizinischer Sicht ist aktenkundig und unbestritten, dass der Beschwerde
führer aufgrund
der
unfallbedingten Frakturen an Wirbel
n
und Brustbein
in seiner angestammten Tätigkeit als Polier seit dem Unfallereignis vom 16. Dezem
ber 2017 nicht mehr arbeitsfähig ist (
vgl. E. 3.
8
).
Strittig und zu prüfen ist jedoch die Frage der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit.
4.2
Die IV-Stelle stützte sich bei ihrem Entscheid bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit im Wesentlichen auf die Beurteilung der Suva-Kreis
ärztin med.
pract
.
D._
(vgl. E. 3.4)
sowie die Zumutbarkeitsbeurteilung der Suva-Kreisärzte Dr.
M._
und med.
pract
.
D._
vom 30. März 2020 (
vgl. E. 3.7
)
.
Die Beurteilung durch Suva-Kreisärztin med.
pract
.
D._
erging unter Berücksichtigung der
Vorakten
(Urk. 8/91 S. 14-18), der Anamnese sowie den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden (Urk. 8/91 S. 18 f.). Med.
pract
.
D._
erhob
eigene
Befunde (Urk. 8/91 S. 19 f.)
und legte nach
vollziehbar in ihrer Beurteilung dar,
dass
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als wenig wahrscheinlich erscheine, sie jedoch eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit von 50 % auf 70-80 % als realistisch erachte. Dies bestätigte
n sie und Dr.
M._
denn auch in ihrer Zumutbarkeitsbeurteilung, wobei sie die Berichte der behan
delnden Ärzte
sowie die radiologische Diagnostik im Rahmen ihrer Beurteilung
berücksichtigten
.
Darüber hinaus hielten sie fest, die Resultate des durch das
Y._
durchgeführten Belastbarkeitstests seien bloss teilweise verwertbar
; dement
sprechend
attestierten
sie dem Beschwerdeführer
–
abweichend von der Einschät
zung durch die Ärzte des
Y._
–
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit und verneinten eine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tä
tigkeit als Polier.
Die Einschätzung de
r med.
pract
.
D._
sowie des
Dr.
M._
erfüllt die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweistaugliche Entscheidungs
grundlagen (statt vieler BGE 122 V 157 E. 1c), weshalb darauf abzustellen ist.
4.3
Was der Beschwerdeführer hiergegen vorbrachte, vermag die kreisärztlichen
Beurteilungen
und die darauf gestützte Beurteilung durch RAD-Arzt med.
pract
.
N._
nicht in Frage zu stellen.
Soweit der Beschwerdeführer
geltend machte
, es sei unerklärlich, wie der RAD ohne eigene Untersuchung und entgegen der Meinung seiner behandelnden Ärzte
eine
80%ige Arbeitsfähigkeit
attestieren könne
(vgl. E. 2.2), ist
zunächst festzuhalten, dass der RAD selber ärztliche Unter
suchungen durchführen kann, dazu jedoch nicht verpflichtet ist (Art. 49 Abs. 2 IVV). Viel
mehr dienen Stellungnahmen des RAD als Hilfestellung für die Ver
waltung, in
dem die verschiedenen – teilweise widersprüchlichen – Akten durch den RAD einer Wertung unterzogen
werden, um
anschliessend
beurteilen zu können
, ob auf die eine oder
die
andere Ansicht abzustellen oder eine zusätz
liche Untersu
chung vorzunehmen ist
, wobei der RAD die geeigneten Prüfmetho
den
im Rahmen seiner medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des BSV frei wählen kann
(
Art. 49 Abs. 1 IVV;
vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinwei
sen).
Weiter läuft s
ein Einwand, wonach die behandelnden Ärzte eine 50%ige Arbeits
fähigkeit in einer angepassten T
ätigkeit attestiert hätten
und ihm eine höhere Arbeitsfähigkeit nicht zumutbar sei
(vgl. E. 2.2)
, ins Leere. So berichtete bereits Dr.
J._
i
n seinem
Sprechstundenbericht vom 10. Oktober 2019 (Urk. 8/
102
S.
39
f.) von Besserungstendenzen, zumal der Ruheschmerz abgenommen habe und
sich
hinsichtlich
des
Rückenschmerz
es eine
positive Tendenz zeige, weshalb das Schmerzniveau insgesamt abgenommen habe.
Auch Prof. Dr. med.
O._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
Zentrum P._
, hielt im Rah
men seines Berichtes vom 22. Oktober 2019 (Urk. 8/102 S. 29 f.) fest, die Schmer
zen der oberen Brustwirbelsäule, welche die Nachtruhe des Beschwerde
führers störten, seien zwar weiterhin bestehend, hingegen nicht mehr so stark wie nach dem Unfall. Der Beschwerdeführer habe zudem keine Probleme in den Beinen oder beim Gehen. Die Diskushernie
Th
9/10 sei klinisch nicht sympto
ma
tisch, weswegen keine Behandlung notwendig sei. Die jetzigen Schmerzen würden dadurch nicht erklärt, diese seien sehr wahrscheinlich weichteilbedingt, zumal die Frakturen Th1, Th2, Th3 und Th4 ohne signifikanten Stellungsverlust geheilt seien.
Weitere Besserungstendenzen wurde
n
im Bericht vom 19. Dezember 2019 (Urk. 8/107 S. 69 f.) beschrieben,
in welchem
Dr.
J._
ausführte, seit der letz
ten Konsultation seien keine Brustschmerzen mehr aufgetreten, auch habe der Beschwerdeführer mittlerweile mit Bankdrücken angefangen, wobei unter einer Belastung bis 15 kg keine Schmerzen mehr aufgetreten seien. Betreffend
die Rückenschmerzen
hielt Dr.
J._
darüber hinaus fest, aktuell sei bloss noch das Gebiet zwischen HWK
7 und BWK
4 betroffen; aufgrund der Besserungstendenz könne
der Beschwerdeführer
die Therapie mit
Targin
beenden.
Ungeachtet dieser verschiedentlich beschriebenen Besserungstendenzen attestierten Dr.
J._
und Dr.
K._
in ihrer Stellungnahme zum Abklärungsbericht des
Y._
(vgl. E. 3.6) nach wie vor
lediglich
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
. Sie
hielten fest, dass die Schmerzen bei körperlicher Arbeit zunähmen
und sich der Beschwerdeführer zwecks körperlicher Schonung eine Tätigkeit im Aussendienst gesucht habe
, ohne jedoch
näher auszuführen
,
inwiefern sich diese körperlich schonendere Tätigkeit auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würde
.
Angesichts des durch die Suva-Kreis
ärzte festgelegte
n
Belastungsprofi
ls, welches den vermehrten Pausenbedarf ein
schliesst (vgl. E. 3.7)
,
erscheint eine 50%ige Arbeitsfähigkeit jedenfalls als nicht nachvollziehbar.
Schliesslich
verfängt
auch der Einwand des Beschwerdeführers, die IV-Stelle habe die von ihm eingereichten Arztberichte nicht berücksichtigt
(vgl. E. 2.2)
,
nicht
, zumal bereits die Einschätzung von Suva-Kreisärztin med.
pract
.
D._
in Kenntnis der
Vorakten
erging (vgl. E. 4.2)
.
Auch holte d
ie IV-Stelle mehrfach die Akten der Suva ein, wie dem Feststellungsblatt vom 17. Dezember 2020 (Urk. 8/127) und vom 27. April 2021 (Urk. 8/137) zu entnehmen ist.
Aus letzterem ist zudem ersichtlich, dass die IV-Stelle
über den Termin des Beschwerdeführers in der
Klinik L._
am 24. März 2021 informiert war und mit ihrem Ent
scheid zuwartete, indes am 27. April 2021
– über einen Monat später – noch nicht im Besitz des Sprechstundenberichtes war (Urk. 8/137 S. 3 f.; vgl. auch Urk. 3/6)
.
Dass sie angesichts dieses Umstandes ihre Verfügung vom 27. April 2021 (Urk. 2) ohne Kenntnis dieses Berichtes erliess, ist nicht zu beanstanden.
Was sodann die vom Beschwerdeführer mit Erheben der Beschwerde eingereichten Sprechstun
denberichte der
Klinik L._
vom 28. April 2021 (Urk. 3/5) und vom 26. Mai 2021 (Urk. 3/4) angeht, ist er daran zu erinnern, dass das Sozialversicherungs
gericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abstellt, sich die gerichtliche Überprüfungsbefugnis mithin auf diesen Zeitpunkt beschränkt (BGE 130 V 445 E. 1.2; 129 V 1 E. 1.2).
Was die in den Berichten vom 24. März 2021 (Urk. 3/6) sowie vom 28. April 2021 (Urk. 3/5) aufgeführten Beschwerden am rechten Knie anbelangt, ist im Übrigen festzuhalten, dass sich diese offensichtlich nicht zusätzlich auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken (vgl. Urk. 3/6 S. 2), bereits wieder eine Beschwerdelinderung eingetreten ist (vgl. Urk. 3/5 S. 2) und die Beschwerden der Ausübung einer leichten, wechselbelas
tenden Tätigkeit
n
icht entgegenstehen.
4.4
Nach dem Gesagten erweisen sich sämtliche Einwendungen des Beschwerdefüh
rers als unbegründet. Der medizinische Sachverhalt erweist sich als hinreichend abgeklärt, weshalb von einem Gutachten – wie vom Beschwerdeführer beantragt (Urk. 1 S. 4 f.) – keine massgeblich neuen Erkenntnisse zu erwarten sind.
Es ist mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer in angepasster Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig ist
.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die 80%ige Arbeitsfähigkeit in
einer
angepasste
n
Tätigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
Da vorliegend
von einem Beginn der mass
gebenden Arbeitsunfähigkeit zum Unfallzeitpunkt am 16. Dezember 2017 auszu
gehen ist und
weil
der Beschwerdeführer seinen Leistungsanspruch erstmals am
18. Juni 2018
geltend machte (Art. 29 Abs. 1 ATSG), konnte ein Renten
anspruch des Beschwerdeführers frühestens im
Dezember
201
8
entstehen (Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG in Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 IVG), weshalb bei der Invali
di
tätsbe
messung die Verhältnisse zu diesem Zeitpunkt massgebend sind.
5.2
Bei erwerbs
tätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe
tischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invalidi
tätsgrad be
stimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
; 128 V 29 E. 1
).
5.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
mög
lichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mens
entwicklung an
ge
passten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bis
herige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1
;
139 V 28 E. 3.3.2
;
135 V 58 E. 3.1
;
134 V 322 E. 4.1).
Dem Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug) vom
31. Juli 2018
(Urk.
8/77
) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer im Jahr
2017
einen effektiven Jahreslohn von Fr.
96'561.--
erzielte
(vgl. auch Urk. 8/75)
.
Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis ins massgebliche Jahr
2018
(
0.5
%, vgl. Nominallohnindex
,
Männer,
2016-2019
, T1.1.
15
,
F 41-43
) resultiert ein
Validen
ein
kommen
von Fr.
97’044
.--
.
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Recht
sprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik
(BFS)
perio
disch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3
;
135 V 297 E. 5
.2; 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statis
tischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2
;
142 V 178 E
. 2.5.8.1; 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BG
E
142 V 178 E. 2.5.7
;
139 V 592 E. 2.3
;
135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, 3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Vorliegend stellte die IV-Stelle zur Ermittlung des Invalideneinkommens auf das vom Beschwerdeführer zuletzt als technischer Aussendienstmitarbeiter erzielte Einkommen ab, wobei sie das vom Beschwerdeführer effektiv ausgeübte Pensum von 50 % auf ein Pensum von 80 %
hochrechnete, was in einem Invalidenein
kommen
von Fr.
75'894.-- resultierte
(Urk. 8/126)
.
Wie der Beschwerdeführer indes zu Recht darlegte
(vgl. E. 2.2)
, entspricht die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
als technischer Aussendienstmitarbeiter, welche mit Autofahrten und folglich mit monotoner Haltung des Rückens verbunden ist, nicht dem Belastungsprofil (vgl. E. 3.7)
, was im Übrigen auch
für die
Kniebeschwerden
gilt
(vgl. E. 4.3). Ent
sprechend
sind zur Ermittlung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne der LSE heranzuziehen.
Gestützt auf das standardisierte
E
inkommen im Kompetenzniveau 2 der LSE 2018
,
Total
,
Männer
,
ist von einem
monatlichen
Invalideneinkommen von Fr. 5'649.-- auszugehen. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahr
2018
(vgl. BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stun
den pro Woche, Total, A-S
, 2018
) ergibt
dies
für das Jahr 201
8
ein Invalidenein
kommen von Fr.
70’669
.--
(Fr. 5
’
649.-- x
12 :
40 x 41.7)
für ein voll
schichtiges respektive Fr.
5
6
’
535
.-- für ein 80%iges Pensum (
Fr. 70’669.--
x 0.8).
5.5
Ein basierend auf der Grundlage von statis
tischen Durchschnittswerten ermittel
tes Invalideneinkommen ist allenfalls zu kürzen, da persönliche oder berufliche Merkmale wie Lebensalter, Nationalität oder Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Indes soll der Abzug nicht automatisch erfolgen; er ist vielmehr unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 332 E. 5.2).
Die IV-Stelle sah von der Gewährung eines leidensbedingten Abzuges ab (Urk. 8/126), was nicht zu beanstanden ist, zumal
den gesundheitsbedingten Ein
schränkungen des Beschwerdeführers bereits im Rahmen der ihm aus medizi
nischer Sicht zumutbaren Arbeitsfähigkeit hinreichend Rechnung getragen wurde
und eine hohe Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit vorliegt
. Einen solchen Leidensabzug macht der Beschwerdeführer im Übrigen auch nicht geltend.
5.
6
Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen (
Valideneinkommen
Fr. 97’044.--
; Invalideneinkommen
Fr. 56’535.--
) resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 40'
509
.--, was eine
m
Invaliditätsgrad von gerundet
42
% entspricht
.
Folg
lich hat der Beschwerdeführer ab
1. Dezember 2018
Anspruch auf eine
Vier
telsrente
(vgl. E. 1.3).
An diesem Ergebnis würde sich selbst dann nichts ändern, wenn – wie vom Beschwerdeführer verlangt (vgl. E. 2.2) – als
Valideneinkommen
dasjenige der Suva herangezogen würde (
Valideneinkommen
Fr. 104'053.-- [Urk. 8/134 S. 9]; Invali
deneinkommen Fr. 56'535.--; Invaliditätsgrad gerundet 46 %) oder auf das von der IV-Stelle ermittelte
Valideneinkommen
abgestützt würde (
Validenein
kommen
Fr. 101'644.--
[Urk. 8/126]
; Invalideneinkommen Fr. 56'535.--; Invaliditäts
grad gerundet 45 %).
6.
Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer ab 1. Dezember 2018 Anspruch auf eine
Viertelsrente
der I
nvalidenversicherung
.
Insofern
ist die Beschwerde gutzu
heissen.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
7.1
Die Verfahrenskosten sind auf Fr.
7
00.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss der IV-Stelle aufzuerlegen
.
7.2
Der Beschwerdeführer beantragte die Zusprechung einer Parteientschädigung (Urk. 1 S. 1). Da er nicht anwaltlich vertreten ist, kann seinem Begehren jedoch nicht entsprochen werden. Für persönlichen Arbeitsaufwand und Umtriebe einer nicht durch einen berufsmässigen Rechtsvertreter vertretenen Partei ist in der Regel keine Parteientschädigung zu gewähren. Besondere Verhältnisse, welche ausnahmsweise die Zusprechung einer Parteientschädigung rechtfertigen würden (vgl. BGE 129 V 113 E. 4 und 110 V 132 E. 4d)
,
liegen nicht vor
, zumal
der
Arbeitsaufwand und
die
Umtriebe
des Beschwerdeführers
nicht den Rahmen dessen überschritten, was der Einzelne
zumutbarerweise
nebenbei zur Besorgung sei
ner persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat (vgl. BGE 144 V 280 E. 8.2.2)
.