Decision ID: fff429a4-d7a1-54f5-8b4c-7fe887f57c33
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 22. Juni 2010 in der Schweiz um Asyl nachgesucht hat,
dass ihm das BFM am 25. Juni 2010 das rechtliche Gehör zum  Nichteintretensentscheid, zur Zuständigkeit Österreichs für das Asylverfahren und zur Wegweisung nach Österreich gewährte,
dass der Beschwerdeführer ausführte, er werde in Österreich von  (...), welcher ein Freund des Geschäftspartners seines Vaters sei, gesucht, und er sei dort schlecht behandelt worden,
dass das BFM mit Verfügung vom 11. August 2010 – dem  eröffnet am 18. August 2010 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 22. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und den Beschwerdeführer nach Österreich wegwies,
dass ihn das Bundesamt aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, und den zuständigen Kanton Aargau mit dem Vollzug der Wegweisungsverfügung ,
dass die Vorinstanz festhielt, eine allfällige Beschwerde gegen diese Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung, und die Aushändigung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den  anordnete,
dass das BFM zur Begründung seiner Verfügung anführte, der  habe, wie aus einem Fingerabdruckvergleich mit der Datenbank EURODAC hervorgehe, am 3. Januar 2007 in Österreich ein Asylgesuch eingereicht,
dass gemäss dem Dublin-Assoziierungsabkommen (DAA, SR 0.142.392.68) und dem Übereinkommen vom 17. Dezember 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Republik Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands und über die Kriterien und  zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines
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in der Schweiz, in Island oder in Norwegen gestellten Asylantrags Österreich für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei,
dass das BFM am 19. Juli 2010 an Österreich ein Ersuchen um  des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-Verordnung (Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur  des Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist) gestellt habe,
dass am 21. Juli 2010 eine positive Antwort Österreichs eingegangen sei,
dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder Verlängerung – bis spätestens am 21. Januar 2011 zu erfolgen habe,
dass die Aussage des Beschwerdeführers anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs zu einer allfälligen Wegweisung nach , er wolle nicht dorthin zurück, weil er in Österreich wegen  Streitigkeiten im Anschluss an das Ableben seines Vaters von einem Freund des Geschäftspartners des Vaters gesucht werde, und er in Österreich nicht gut behandelt worden sei, kein Hindernis für den Wegweisungsvollzug nach Österreich darstelle, da dieses Land ein Rechtsstaat und gemäss Dublin-Abkommen zur Rückübernahme verpflichtet sei, wobei Österreich die Minimum-Standards der EU für die Aufnahme der Asylgesuchsteller anwende und demzufolge die Aufnahmestrukturen zur Verfügung stelle,
dass auf das Asylgesuch somit nicht einzutreten sei,
dass die Wegweisung aus der Schweiz die Regelfolge des  auf ein Asylgesuch sei (Art. 44 AsylG),
dass der Beschwerdeführer in einen Drittstaat reisen könne, in dem er Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finde, und das Non-Refoulement-Gebot bezüglich des Heimat- oder  nicht zu prüfen sei,
dass ferner keine Hinweise zu einer Verletzung von Art. 3 der  vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und
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Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) im Falle einer Rückkehr des  nach Österreich bestehen würden,
dass der Vollzug der Wegweisung nach Österreich zulässig, zumutbar und möglich sei und eine entsprechende Zustimmung dieses Landes vorliege,
dass der Beschwerdeführer mit Rechtsmitteleingabe vom 25. August 2010 (Poststempel) in materieller Hinsicht beantragt, die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben und die Vorinstanz, indem die Angelegenheit zur Neubearbeitung und zu weiteren Abklärungen an das BFM zurückzuweisen sei, anzuweisen, ihr Recht auf  auszuüben,
dass er in prozessualer Hinsicht beantragt, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die fremdenpolizeiliche  des Aufenthaltskantons Aargau sei anzuweisen, die  des Beschwerdeführers nach Österreich bis zum definitiven  des Bundesverwaltungsgerichts nicht zu vollziehen,
dass er weiter beantragt, es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren,
dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit für den  wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,
dass das Bundesverwaltungsgericht mit per Telefax übermittelter  vom 26. August 2010 den Vollzug der Wegweisung per sofort aussetzte,
dass die vollständigen vorinstanzlichen Akten am 27. August 2010 beim Bundesverwaltungsgericht eingingen,
und erwägt,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des  über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m.
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Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz  hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde  ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den  als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen  Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent - scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  geprüft hat, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht  grundsätzlich volle Kognition zukommt, wobei sich diese Fragen – namentlich diejenigen hinsichtlich des Bestehens von  (Durchführbarkeit der Überstellung an den zuständigen Staat) – in den Dublin-Verfahren bereits vor Erlass des  stellen,
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl - suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die  des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich  ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),
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dass das BFM am 19. Juli 2010 an Österreich ein Ersuchen um Über - nahme des Beschwerdeführers gestellt und Österreich dieses am 21. Juli 2010 positiv beantwortet hat,
dass die Vorinstanz deshalb zu Recht feststellte, gestützt auf die -II-Verordnung sei die Zuständigkeit auf dieses Land ,
dass der Beschwerdeführer somit ohne weiteres in einen Drittstaat (vorliegend Österreich) ausreisen kann, welcher für die Prüfung des Asylantrages staatsvertraglich zuständig ist,
dass Österreich unter anderem Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), der EMRK und des Übereinkommens vom 10.  1984 gegen Folter oder andere grausame, unmenschliche oder  Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist,
dass keine Hinweise dafür bestehen, wonach Österreich sich nicht an die massgebenden völkerrechtlichen Bestimmungen, insbesondere an das Rückschiebungsverbot oder die einschlägigen Normen der EMRK, halten würde,
dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe einzig und ohne irgendwelche nähere Angaben dazu geltend macht, sein  in Österreich sei rechtskräftig abgeschlossen, indem das Bundesasylamt ihm internationalen Schutz verweigert habe; das  sei nicht korrekt verlaufen,
dass indessen die in der Beschwerde gemachten Einwände in  Hinsicht nicht durchzudringen vermögen und in keiner Weise geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung als die  kommen, welche dazu feststellte, diese seien kein Hindernis für den Vollzug der Wegweisung nach Österreich,
dass für das Bundesverwaltungsgericht insbesondere keine Gründe ersichtlich sind, die das BFM zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der Schweiz (Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung) hätten veranlassen sollen,
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dass das BFM demzufolge zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht  ist,
dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die  aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), wobei in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach der Zu- lässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs regelmässig  Voraussetzung (und nicht erst Regelfolge) des  und deshalb vorliegend nicht zu prüfen ist,
dass sich die Frage nach der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]) stellt, sondern vor der Prüfung des Nichteintretens im Rahmen der  des Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Dublin-II-Verordnung) oder  – wenn sich Familienmitglieder in verschiedenen  befinden und zusammengeführt werden sollen – bei der Ausübung der sogenannten Humanitären Klausel (Art. 15 Dub- lin-II-Verordnung),
dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,
dass der Beschwerdeführer nicht darzutun vermag, inwiefern die  Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,
dass mit dem Entscheid in der Hauptsache ohne vorgängige Instrukti - on die Anträge auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung der  und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses  geworden sind,
dass sich die gestellten Rechtsbegehren aufgrund vorstehender  als aussichtslos erweisen, weshalb der Antrag auf  der unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG)  der allenfalls bestehenden Bedürftigkeit abzuweisen und bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.− (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
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gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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Considerations: