Decision ID: 89c8304e-c25b-40fc-8134-70fc0d718ff0
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961,
arbeitete zuletzt ab dem 2
1.
Juli 2007 für die
Y._
AG
als Reinigerin in einem 100%igen Pensum (
Urk.
8/8 S. 4
Ziff.
5.4).
Die
Versicherte
leidet
an Kniebeschwerden, weshalb am 2
4.
Oktober 2011 eine
arthroskopische
Teilmeniskektomie
am rechten Knie
vorgenommen wurde (
Urk.
8/16). Vom 19.
September 2011 bis 2
9.
Februar 2012 erhielt die Versicherte Krankentaggelder aufgrund einer 100%igen Arbeits
un
fähigkeit (Urk. 8/10 S. 1). In der Folge bestand eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/16 S. 2
Ziff.
4 und Urk.
8/17)
.
Am
8.
März 2012 meldete sich die Versicherte bei der
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die erwerblichen (
Urk.
8/
1
und
Urk.
8/19
), persönlichen (
Urk.
8/2-3,
Urk.
8/5-7 und
Urk.
8/11-12), beruflichen (
Urk.
8/4) und medizini
schen (Urk. 8/9-10 und
Urk.
8/15-16) V
erhältnisse der Versicherten ab.
Nachdem der Ehem
ann der Versicherten der IV-Stelle am 2
7.
März 2013 mitge
teilt hatte, dass sie aktuell zu 50
%
und ab dem
2.
April 2012 wieder zu 100
%
arbeiten w
e
r
de, teilte ihr die IV-Stelle mit Mitteilung vom 2
8.
März 2012 (Urk. 8/18) mit, dass keine Eingliederungsmassnahmen notwendig seien.
An
schliessend verneinte die IV-Stelle n
ach erfolgtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/21
ff.)
mit Verfügung vom 1
4.
Juni 2012 (
Urk.
2) einen Rentenanspruch.
2.
Gegen die Verfügung vom 1
4.
Juni 2012
(
Urk.
2) erhob die Versicherte
am 19. Juni 2012 Beschwerde
mit dem sinngemässen Antrag auf
Zusprechung einer Invalidenrente. Dabei wies sie
darauf hin, dass sie seit dem 1
1.
Mai 2012 wieder zu 100
%
arbeitsunfähig sei
(
Urk.
1/1
i.V.m
.
Urk.
1/2 und
Urk.
4)
.
M
it Beschwerdeantwort vom 1
0.
September
2012 (
Urk.
7
) schloss die IV-Stelle auf Beschwerdeabweisung
.
Am 1
9.
September 2012 reichte
die Hausärztin der Versicherten
Dr.
med.
Z._
,
Fachärztin für Innere Medizin,
namens derselben Arztbericht
e
ein (Urk.
11/1-5)
.
Am
1
0.
Okto
ber 2012 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die E
inreichung einer Stellungnahme
dazu
(
Urk.
13
).
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien und die weiteren Unterlagen wird, soweit erforderlich,
in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemein
en Teil des Sozialversicherungs
rechts
; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Proz
ent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs (
Art.
29
Abs.
1 IVG).
2.
Die IV-Stelle ging aufgrund der
Arztberichte von
Dr.
med.
A._
, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie, vom 2
7.
Februar (
Urk.
8/10 S. 2) und 25. April 2012 (
Urk.
8/15)
,
der
Taggeldabrechnung der Helsana Versicherungen
AG
vom 1
3.
März 2012
(Urk.
8/10 S. 1)
und der Telefonnotiz
zum Gespräch
mit dem Ehemann der Versi
cherten vom 2
7.
März 2012 (Urk.
8/17)
davon aus, dass bei der
Beschwerdeführerin
lediglich vom 19.
September 2011 bis
1. April 2012 eine Arbeitsunfähigkeit bestanden habe
.
Dementsprechend verneinte sie in der angefochtenen Verfügung den Rentenanspruch mit der Begründung, die Be
schwerdeführerin sei nicht während eines Jahres zu mindestens 40
%
arbeits
unfähig gewesen und weiterhin mindestens in diesem Umfang erwerbsunfähig (
Urk.
2).
3.
Aus dem Bericht der
K
linik
B._
vom 1
4.
Mai 2012 (
Urk.
11/5) ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin gemäss MRI am rechten Knie eine ausge
prägte
Pangonarthrose
, degenerative Veränderungen der Kreuzbänder und be
trächtliche Meniskusschäden aufwies. Am 2
6.
Juni 2012 berichtete die
K
linik
B._
von einem unbefriedigenden Verlauf, einem unveränderten Zustand mit Schmerzen bei längerer Belastung und vom Abbruch des Arbeitsversuchs (
Urk.
11/3). Im Bericht vom
2.
August 2012 beschrieb
Dr.
Z._
ein chroni
sches
Lumbovertebralsyndrom
bei mittelschweren degenerativen Veränderun
gen der Wirbelsäule (
Urk.
11/2), und ein MRT vom 2
2.
August 2012 zeigte auch im linken Knie eine degenerative Veränderung im Sinne einer fortgeschrittenen
Gonarthrose
, Meniskusläsionen und einer
Bakerzyste
(
Urk.
11/1).
Obwohl diese Berichte erst im Beschwerdeverfahren eingereicht und teilweise auch erst nach Verfügungserlass erstellt wurden, vermögen sie den Sachverhalt, wie er für die angefochtene Verfügung massgeblich war, entscheidend zu be
einflussen (vgl. BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98), da sie wesentliche Hinweise dafür enthalten, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht im von
Dr.
A._
im Februar 2012 beschriebenen und prognostizierten Mass stabilisierte beziehungsweise sich wieder verschlechterte.
Da entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7 S. 2) ein gescheiterter Arbeitsversuch die Arbeitsunfähigkeit selbst dann nicht im Sinne von
Art.
29
ter
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) zu unter
brechen vermag, wenn er länger als 30 Tage gedauert hat
(Meyer, Rechtspre
chung des Bundesgerichts zum IVG,
2.
Aufl., Zürich 2010,
Ziff.
II.2 zu
Art. 28 IVG, S.
2
83, mit Hinweis auf EVGE 1963 290), ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die Entwicklung des Gesundheitszustandes ab April 2012 - gegebenenfalls nach weiterer medizinischer Abklärung - und die daraus resultierende Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit berücksichtige und gestützt darauf über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu befinde.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene Verfü
gung ist aufzuheben.
4
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtsk
osten sind nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
1'000.--
festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 500.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Beschwerde
gegner
in aufzuerlegen.