Decision ID: 6934b9c8-d1ae-4ff1-a009-c185d258ebc9
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1976 geborene X._
ist Mutter von vier 2001, 2004, 2006 und 2010
geborenen Kindern (
Urk.
11/
2 und
Urk.
11/
49). Sie war vom 2. März bis 30. Au
gust 2007 als Reinigun
gsmitarbeiterin für Y._, Z._
,
tätig (
Urk.
11/
7). Am 26. August 2008 meldete sie sich unter Hinweis auf psychi
sche Beschwerden und Rückenschmerzen bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (
Urk.
11/
4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, liess die Versicherte psychiatrisch begutachten (Expertise vom 9. Juli 2009;
Urk.
11/
28) und führte am 5. November 2009 eine Abklärung im Haushalt durch (
Urk.
11/
30). Mit Verfügungen vom 8. Februar 2011 sprach sie der Versi
cherten gestützt auf eine 100%ige Einschränkung im Erwerbsbereich
(hypotheti
sche Erwerbstätigkeit 50 %) und eine Einschränkung von 23.25 % im
Haushalt (Anteil 50 %) eine vom 1. März bis 31. August 2009 befristete
Drei
viertelsrente
zu (Gesamtinvaliditätsgrad 62 %;
Urk.
11/
52/2 und
Urk.
11/
54/5
-8
).
Am 15. Februar 2012 machte die Versicherte eine Verschlechterung ihres Gesund
heitszustandes geltend (
Urk.
11/
61). Die IV-Stelle holte verschiedene Arzt
be
richte ein und wies das Gesuch um Ausrichtung einer Invalidenrente mit Ver
fü
gung vom 25. September 2013 ab (
Urk.
11/
101).
Am 9. Januar 2015 ersuchte die Versicherte mit Hinweis auf eine Verschlechte
rung ihres Gesundheitszustandes erneut um Ausrichtung einer Invalidenrente (
Urk.
11/
103). Die IV-Stelle tätigte medizinische Abklärungen und wies das Ren
tenbegehren mit Verfügung vom 19. Juni 2015 (
Urk.
11/
127) ab. Die dagegen er
hobene Beschwerde vom 2
4.
August 2015 (
Urk.
11/
129/3-8) wies das hiesige Ge
richt mit Urteil vom 2
0.
Dezember 2016 (
Urk.
11/
131
; Prozess Nr.
IV.2015.00838) ab.
1.2
Am
1.
Dezember 2017 meldete sich die Versicherte wiederum bei der IV-Stelle an (
Urk.
11/133). M
it Verfügung vom
7.
März
2018 (
Urk.
11/
140
) trat die IV-Stelle auf das neue Leistungsbegehren nicht ein. Die von der Versicherten dagegen er
hobene Beschwerde vom
6.
April 2018 (
Urk.
11/
141/3-5
) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom
2.
Juli 2019 (
Urk.
11/147
;
Prozess-Nr. IV.2018.00320
) teilweise gut und wies die Sache an die IV-Stelle zurück, damit sie auf die
Neuanmeldung eintrete und diese materiell prüfe. Die IV-Stelle tätigte
erneut
medizinis
che und erwerbliche Abklärungen
und
liess die Versicherte insbesondere durch die
A._
GmbH Gutachtenstelle
B._
polydisziplinär begutachten (Expertise vom
2.
Juni 2020
;
Urk.
11/
188
)
. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
11/
191
und
Urk.
11/196
) wies sie das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
1
4.
Januar 2021
(Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
1
2.
Februar 2021
Beschwerde (Urk. 1) und be
antragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei
die Vorinstanz zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Versicherungsleistungen auszurichten.
Zu
dem sei ihr die unentgeltliche Prozessführung unter Bestellung einer unentgeltli
chen Rechtsvertretung zu bewilligen. Am
2
2.
März 2021
(Urk.
10
) beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen.
Mit Eingabe vom
9.
Juli 2021 (
Urk.
19)
legte die Beschwerdeführerin einen weiteren Bericht auf (
Urk.
20)
, was der
Beschwerdegegnerin am 1
9.
Juli 2021 zu
r Kenntnis gebracht wurde (Urk.
21
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs-
oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner
kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
li
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die
angefochtene leistungsabweisende
Ver
fügung vom
1
4.
Januar 2021
(Urk. 2) damit, dass
das eingeholte Gutachten sämt
liche objektivierbaren Befunde und deren funktionelle
n
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar und schlüssig schildere. An den Schlussfolge
rungen aufgrund des Gutachtens werde festgehalten. Der Beschwerdeführerin sei aus ärztlicher Sicht jegliche Tätigkeit zu 100
%
zumutbar. Sie könne somit ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen. Da eine volle Arbeitsfähigkeit für jegliche Tätigkeit bestehe, sei das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
für die Unterstützung bei der Stellensuche
zuständig.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
gemäss Gutachten habe die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren keinen Einfluss auf ihre Arbeitsfähigkeit. Dies erstaune an
gesichts des langjährigen Verlaufs doch sehr. Eine Diskussion oder Begrün
dung
,
weshalb bei diesem langjährigen und chronifizierten Verlauf gleichwohl keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestehen solle
n
,
finde man weder in der psychiatrischen Beurteilung noch in der abschliessenden Konsensbeurtei
lung.
Erst kürzlich habe sie infolge Schmerzexazerbation die Universitätsklinik
C._
aufsuchen müssen. Die im Gutachten postulierte volle Arbeitsfähigkeit sei dem
nach nicht rechtsgenüglich erstellt (S. 4-5). Abgesehen davon bean
spruche sie berufliche Massnahmen, der Verweis auf das RAV sei nicht zulässig, vielmehr sei die Beschwerdegegnerin zuständig (S. 5).
Im Laufe des Verfahrens ergänzte sie (
Urk.
19), gemäss Sprechstundenbericht der Universitätsklinik
C._
vom 1
2.
März 2021 würden sich im MRI LWS vom 12. Juli 2019
Diskusprotrusionen
L4
/
5 und L5/
S
1 mit jeweils Kontakt zur Ner
venwurzel L5 beidseits und S1 rechts zeigen. I
m
rheumatologischen Teil
gutachten
vom 1
1.
März 2020 sei aufgrund desselben MRIs ein Kontakt zur Nervenwurzel nur als möglich und nur hinsichtlich S1
rezessal
links beurteilt worden. Es bleibe dabei, dass die der angefochtenen Verfügung gestützt auf das Gutachten vom
2.
Juni 2020 zugrunde gelegte volle Arbeitsfähigkeit nicht erstellt sei (S. 2).
3.
Vergleichs
zeitpunkt für eine für die Neuanmeldung relevante Veränderung des Gesund
heitszustands bildet
die mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
0.
Dezember 2016 (
Urk.
11
/131
;
Prozess Nr. IV.2015.00838) bestätigte Verfügung der Be
schwerdegegnerin vom 1
9.
Juni 2015 (Urk.
11
/127), mit welcher sie
das Gesuch um Ausrichtung einer Invalidenrente vom 9. Januar 2015 abwies.
4.
Der am 1
9.
Juni 2015 verfügten (zweitmaligen) Rentenverweigerung (Urk.
11
/127) lagen im Wesentlichen folgende medizinische Akten zugrunde:
4.1
Im nach dem Unfall vom 2. Mai 2014 (Heckkollision) erstellt
en Kurzbericht des Spitals D._
vom 5. Mai 2014 (Urk.
11
/122) wurde ein Schleudertrauma diag
nos
tiziert und festgehalten, dass die gesamte Brustwirbelsäule, HWS7 und die rechte
Skapula
druckdolent seien. Die Inklination/Reklination/Seitneigung sei schmerz
bedingt eingeschränkt. Die Motorik der oberen Extremität sei allseits M5 (normale Muskelkraft), die Lendenwirbelsäule indolent, die gesamte Sensi
bilität seiten
gleich intakt. Es bestehe kein Beckenkompressionsschmerz, das Becken sei stabil, die Beine seien frei beweglich und indolent. Der restliche Bodycheck sei unauf
fällig und es bestünden keine ossären Läsionen.
4
.2
Im Bericht des
Universitätsspitals E._
, Klinik für Rheumatologie, vom 9. Februar 2015 (ambulante Konsultation vom 24. November 2014; Urk.
11
/109) wurden folgende Diagnosen gestellt:
-
chronisches
lumbovertebrales
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Haltungsinsuffizienz. Skoliose thorakal nach links. Schulterhochstand links, myofasziale Befunde paravertebral zervikal und lumbal
-
bisegmentäre
Bandscheibendegeneration L4/5 und L5/S1
-
Facettengelenksarthrose (MRI 12. Dezember 2012)
-
PHS
tendinopathica
rechts
-
mit milder
tendinopathischer
Verdickung der Supraspinatussehne im an
terolateralen Drittel bei funktionellem subacromialem
Impingement
bei
Humeruskopfprotraktion
im Rahmen einer muskulären Dysbalance. Keine
Omarthritis
, Bursitis, Ruptur
-
Exazerbation nach Unfall Mai 2014
-
ausgeprägter Vitamin D Mangel
-
25-OH-Vitamin D 8.4
ug
/l 11/2014
-
leichter Vitamin B12-Mangel
-
aktuell substituiert
-
Hämangiom OP links
supraclaviculär
-
rezidiv
paracervical
links
-
unklare Hypästhesie linke Körperhälfte
-
Verdacht auf Encephalomyelitis
disseminata
(MRI Schädel 7. September 2012)
-
unauffällige Lumbalpunktion (LP) 27. September 2012
-
chronische Gastritis
-
erfolglose
Eradikationsversuche
mit
Klacid
und Metronidazol sowie Levofloxacin und
Rifabutin
-
Hypothyreose
-
substituiert
-
Penicillinallergie
Zusammenfassend wurde festgehalten, dass bei der Beschwerdeführerin chroni
sche lumbale Rückenschmerzen bestünden, di
e als mechanisch-degenerativ in
ter
pretiert würden, bei klinisch deutlicher Haltungsinsuffizienz sowie thora
kalbe
tont skoliotischer Fehlhaltung mit myofaszialen Befunden thorakolumbal und in der Bildgebung tieflumbaler Spondylarthrose. Die fraglich entzündlichen Verän
derungen in den Iliosakralgelenken würden als degenerativ bei beginnen
der
Iliosakralgelenksarthrose
interpretiert. Anamnestisch bestünden keine Hin
weise für eine chronisch entzündliche rheumatolog
ische Krankheit. Auch in der La
boruntersuchung seien Entzündungsfaktoren sowie Rheumafaktoren und anti
nukleäre Antikörper negativ bei ausgeprägtem Vitamin D-Mangel und grenz
-
wer
tigem Vitamin B12-Mangel. Zusätzlich bestehe auch eine
Periarthro
pathia
humeroscapularis
(PHS)
tendinopathica
rechts mit sonographisch milder
tendino
pathischer
Verdickung der Supraspinatussehne bei funktionellem sub
acromialem
Impingement
, die anamnestisch nach dem Autounfall im Mai 2014 deutlich
exazerbiert
werde.
4
.3
In seinem ärztlichen Attest vom 17. Februar 2015 (Urk.
11
/111) hielt
d
er behan
delnde Psychiater
Dr.
med. Dipl. Psych.
F._
, FA für Gynäkologie und Geburts
hilfe FMH, Dignität Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
folgende Diagnosen fest:
-
Dysthymie (ICD-10 F34.1)
-
Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10 F68.0)
-
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
-
sonstige Probleme in Bezug auf die Lebensbewältigung (ICD-10 Z73.8)
-
Ehe- und Beziehungsprobleme (ICD-10 Z63)
-
chronische Eisenmangelanämie (ICD-10 D50.8)
Dazu führte er aus, dass die Beschwerdeführerin seit Jahren unter Problemen in der Ehe leide. Sie fühle sich durch ihren Ehemann weitgehend im Stich gelassen und müsse ohne dessen Hilfe Haushalt und vier Kinder betreuen. Ständig gebe es finanzielle Probleme, da er einen grossen Teil des Einkommens für sich ver
brau
che. Er sei IV-Rentner, hätte Zeit zu helfen, kümmere sich aber nicht um die Kinder, sondern sei eher mürrisch bis aggressiv.
Gemäss Dr.
F._
zeigt der psychopathologische Befund eine anhaltende depres
sive Verstimmung, die jedoch den Schweregrad einer Depression nicht erreicht. Die Beschwerdeführerin fühle sich erheblich krank und arbeitsunfähig. Ein Ar
beitsunfähigkeitszeugnis sei von ihm nicht ausgestellt worden.
5
.
Der vorliegend massgebenden Neuanmeldung liegen unter anderem folgende Be
richte zugrunde:
5.1
Dr.
med. G._
, Assistenzarzt Orthopädie, von der Universitätsklinik
C._
führte in seinem Bericht vom
1.
Oktober 2019 (
Urk.
11/154/7-11) zu Händen der Beschwerdegegnerin aus, eine Arbeitsunfähigkeit sei von ihnen nicht attestiert worden. Das MRI LWS vom 1
2.
Juli 2019 habe eine geringe Degeneration mit p.m. LWK 5/SWK 1 und hier mögliche
m
Kontakt zur Nervenwurzel S1
recessal
rechts gezeigt. Aktuell werde ein physiotherapeutisches
Beüben
durchgeführt. Die Prognose zur Arbeitsfähigkeit insbesondere zu körperlich belastenden Arbeits
tä
tigkeiten werde als schlecht angesehen. Weitere Kontrollen seien nicht geplant (S. 2-3).
5.2
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Rheumatologie,
Dr.
med. I._
, FMH Allge
meine Innere Medizin,
Dr.
med. J._
, FMH Neurologie
,
und
Dr.
med. K._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, von der
A._
GmbH Gutachtenstelle
B._
stellten in ihre
r Expertise
vom
2.
Juni 2020
(Urk.
11/188
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
9
):
-
c
hronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
myostatische Insuffizienz
mit den entsprechenden
muskulol
iga
mentären
Überlastungsreaktionen
-
Beckentiefstand rechts von
1
cm mit leichter s-förmiger
Thorakolum
balskoliose
-
klinisch keine Hinw
eise für radikuläre Symptomatik
-
kernspintomographisch
Chondrose
L5/S1 (MRI 07/2019)
-
Hypermobilität
Zudem hielten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S.
9-10
):
-
r
ezidivierende depressive Störung gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.00)
-
c
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (
I
CD-10 F45.41)
-
multilokuläre
Arthralgien
-
c
hronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Dysbalancen der Schultergürtelmuskulatur
-
klinisch keine Hinweise für radikuläre Symptomatik
-
radiologisch und kernspintomographisch unauffälliger Befund (MRI 05/2018,
Rx
03/2020)
-
Migräne ohne Aura
-
Hypothyreose unklarer Ätiologie
-
unter Substitutionsbehandlung kompensiert
-
v
enöse Malformation
im Nacken-Schulterbereich links
-
Status nach
mehrmaligen Sk
lerosi
erungen
-
bei der aktuel
len Untersuchung asymptomatisch
Dazu führten sie aus,
d
ie
Beschwerdeführerin
habe
vorwiegend Beschwerden am Bewegungsapparat mit Rücken- und Gelenkschmerzen an
gegeben
. Bei
der
rheu
ma
tologischen Untersuchung
sei
ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom, vorwiegend bei myostatischer Insuffizienz und kernspintomo
graphisch nachgewiesener
Chondrose
L5/S1 diagnostiziert
worden
. Weiter besteh
e
auch eine Hypermobilität. Diese Diagnosen könn
t
en bei stärkerer körper
li
cher Belastung Beschwerden auslösen. Ein chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsynd
rom sei auf die muskuläre Dysbal
ance der Schultergürtelmuskulatur zurückzuführen. Für die Arthralgien
habe
sich kein somatisches Korrelat
gefun
den
. Die körperliche Belastbarkeit
sei
aus rheumatologischer Sicht etwas vermin
dert, wobei Tätigkeiten bis zu mittelschwerer Belastung möglich
seien
. Bei
der
neurologischen Untersuchung
seien
keine radikulären Befunde festgestellt
worden
, welche die von der
Beschwerdeführerin
angegebenen ausstrahlenden Schmerzen erklären würden. Eine Migräne ohne Aura ha
be
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Bei
der
allgemeininternistischen Untersuchung
sei
eine Hy
pothyreose diagnostiziert
worden
, welche medikamentös genügend substitu
iert
sei
. Die mehrmals sklerosierte venöse Malformation im Nacken-Schulter
bereich links
sei
aktuell asymptomatisch. Eine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit besteh
e aus al
lgemeininternistischer Sicht nicht. Bei
der
psychiatrischen Untersuchung
sei
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode diagnostiziert
worden
. Die depressive Symptomatik schränk
e
die
Beschwerdefüh
rerin
nicht wesentlich ein. Weiter besteh
e
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Diese erklär
e
Beschwerden, für welche keine somatische Ursache
habe
gefunden werden
können
. Zusammengefasst
sei
die Arbeitsfähigkeit aus polydisziplinärer Sicht durch die rheumatologischen Befunde für körperlich sch
were Tätigkeiten eingeschränkt (S. 10).
Die
Beschwerdeführerin
ha
be
Ressourcen für eine Erwerbstätigkeit. Sie ha
be
Anstellungen für Hausha
l
treinigungen, auch wenn sie aktuell arbeitsunfähig geschrieben
sei
. Sie führ
e
auch Haushaltarbeiten aus und betreu
e
die Kinder. Belas
tungsfaktoren könn
t
en im psychosozialen, insbesondere finanziellen Bereich liegen. Bei
den
Untersuchungen
seien
insofern Inkonsistenzen festgestellt
worden
, indem die von der
Beschwerdeführerin
angegebenen Beschwerden mit den medi
zinischen Befunden nicht vollständig
hätten erklärt werden können
.
Bei den Untersuchungen
seien
auch spontan keine wesentlichen Einschränkungen festge
stellt
worden
, welche die subjektive Arbe
itsunfähigkeit erklären würden (S. 11).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Raumpflegerin
sowie i
n einer körperlich leichte
n
bis gelegentlich mittelschwere
n
, wechselbelastende
n
Tätigkeit, wie sie auch die derzeitige Arbeit als Raumpflegerin in Familienhaushalten darstelle
,
bestehe eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit.
Zumindest seit Oktober 2017 h
ätten sich keine Hinweise für eine
länger andauernde, höhergradige Arbeitsun
fähigkeit
ergeben (S. 11).
Die Einschränkungen der körperlichen Belastbarkeit für schwere Tätigkeiten
seien
begründet mit den rheumatologischen Befunden. Für die meisten bisher ausge
übten Tätigkeiten im maximal intermittierend mittelschweren Belastungsbereich
ergäben
sich aus
den
Untersuchungen weder vom Bewegungsapparat her noch von den anderen Fachgebieten Einschränkungen der Arbe
itsfähigkeit (S. 12).
5.
3
Dr.
L._
, Oberarzt chiropraktische Medizi
n, und Cand.
chiro
. med. M._
, Unterassistenzärztin, von der Universitätsklinik
C._
hielten in ihrem Sprech
stundenbericht vom 1
2.
März 2021 (
Urk.
20
) folgende Diagnosen fest
(S. 1-2)
:
-
c
hronische
Zervikobrachialgie
rechtsbetont mit/bei
-
s
egmentalen Dysfunktionen C3/4 und C4/5 rechtsbetont, sowie
myotendinotischen
Veränderungen in den
M
usculi
trapezius und infraspi
natus rechtsbetont
-
MRI
HWS
vom
1
7.
Dezember
2018:
-
C5/6: l
eichte mediane
Discusprotrusion
-
Neuroforamina
allseits frei
-
n
europhysiologisc
he Untersuchung vom 3
1.
Januar
2019:
-
k
ein Hinweis für radikuläre o
der periphere neurogene Störung
-
c
hronische
Lumboglut
aea
lgie
beidseits mit/bei
-
s
egmentalen Dysfunktionen L1/2 und L5/S1, sowie
myotendinotische
n
Ver
änderungen im M
usculus
quadratus
lumborum
,
glutaeal
und
peritrochantär
beidseits
-
MRI
LWS
vom
1
2.
Juli
2019
:
-
LWK 4/5:
Discusprotrusion
mit
recessalem
Kontakt zur Nervenwurzel L5 beidseits
-
LWK 5/SWK 1:
b
reitbasige
Discusprotrusion
mit
recessalem
Kontakt zur Nervenwurzel S1 rechts und leichter foraminaler Enge links
-
Infiltrationen
-
St
atus nach
Epiduralinfiltration
L4/5 1
4.
November 2018: k
ein Therapie
ansprechen
-
St
atus nach
Epiduralblock
L5/S1 1
2.
Januar 2018:
Ther
apieansprechen für 5 - 6 Wochen
-
Bursitis subacromialis-
subdeltoidea
beidseits
-
Ultraschall Schultern b
eid
s
eits vom 2
0.
Januar
2021:
-
v
ollständige
Regredienz
der vermehrten Flüssigkeit in der Bursa subacro
mialis/
subdeltoidea
b
eidseits
, leichtgradige Verdickung und
Tendino
pathie
der Supraspinatussehne rechts, intakte
Rotatorenmanschetten
sehnen
beidseits
-
Ultraschall Schultern b
eidseits
vom
7.
Juli
2020
-
Bursitis subacromialis-
subdeltoidea
beidseits, keine Zeichen einer
Tendinopathie
-
m
ultilokuläre
Arthralgien
-
Schulter-/Nackenbereich rechtsbetont, Handgelenke beidseits rechtsbetont seit 11/2018, DIP rechtsbetont mit teilweise Schwellungen
-
Labor:
-
1
2.
Mai 2
020:
k
eine humorale Entzündungsaktivität, Rheumafaktor, Anti-CCP, ANA negativ, TSH normwertig
-
Bildgebung:
-
Rx
Hände und Füsse
dp
beidseits 1
2.
Mai 2020: ke
ine erosiven Verände
rungen, Füsse b
eidseits
: Os tibiale
externa
-
Rx
Becken
ap
1
2.
Mai 2020: b
eginnende Mehrsklerose
Acetabulumdach
des Hüftgelenkes
beidseits
, ansonsten keine degenerativen oder entzünd
lichen Veränderungen
-
Ultraschall Hüfte b
eidseits 1
9.
Mai
2020:
k
eine Bursitis trochanterica
beidseits
, keine
Tendinopathie
der Glu
taeus medius oder minimus Sehne
-
Hypothyreose, substituiert
-
a
ktuell: TSH basal in der Norm
-
c
hronische Gastritis
-
u
nter PPI
-
25-OH-Vitamin D-I
nsuffizienz
-
u
nter Vi-De
3-Substitution
Dazu führten sie aus,
die Beschwerdeführerin leide einerseits an einer chronischen
Zervikobrachialgie
mit segmentalen Dysfunktionen C3/4 und C4/5 rechtsbetont sowie
myotendinotischen
Veränderungen in den
Musculi
trapezius und infraspi
natus rechtsbetont. Andererseits leide sie an einer chronischen
Lumboglutaealgie
beidseits mit segmentalen Dysfunktionen
L
1/2 und L5/S1 sowie
peritrochantär
beidseits. Bildmorphologisch zeige sich zervikal im MRI HWS vom 1
2.
Dezember 2018 kein Korrelat. Im MRI LWS vom 1
2.
Juli 2019 würden sich
Diskusprotrusi
onen
L4/5 und L5/S1 mit jeweils Kontakt zur Nervenwurzel L5 beidseits und S1 rechts zeigen. Die Behandlung bestehe aus chiropraktischer Manipulation und myofaszialen Massnahmen (S. 4).
6.
6.1
Das polydisziplinäre Gutachten
der
A._
GmbH Gutachtenstelle
B._
vom
2.
Juni 2020
(E.
5
.2 hiervor) beruht auf den erforderlichen allgemeininter
nistischen, rheumatologischen, psy
chi
atrischen und
neurologischen
Unter
suchungen, ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den fallrelevanten
Vorakten
erstellt. Die Gutach
ter legten die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar, beurteilten die medizinische Situation überzeugend und setzten sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander.
Sie zeigten auf, dass
das
chronische
lumbospondylogene
Schmerzsyndrom sowie die Hypermobilität bei stärkerer körperlicher Belastung zu Beschwerden führen kön
nen
und wiesen auf
das Ergebnis
der klinischen Untersuchung ohne Hinweis auf eine radikuläre Symptomatik oder Wurzelkompressionssymptomatik hin, welches mit
der
im Juli 2019 durchgeführte
n
Kernspintomographie der LWS
überein
stimmt
, bei der
-
bei geringer Degeneration der LWK5/SWK1 mit möglichem Kontakt zur Nervenwurzel S1
-
keine Neurokompression, sondern nur die Beschwerde
symptomatik nicht erklärende, beginnende
,
altersentsprechend
e
degenerative Veränderungen nachgewiesen werden konnten
(
S. 41
und S.
44
)
.
Die Gutachter verneinten eine Einschränkung aus allgemeininternistischer Sicht, zumal die gesundheitlichen Probleme wie Hypothyreose, venöse Malformation und Magenschmerzen kompensiert sind (S
.
27).
Die Gutachter hielten fest, dass d
ie
leichte
depressive Symptomatik die
Beschwerdeführerin
nicht wesentlich ein
schränkt und wiesen auf Ressourcen sowie psychosoziale Belastungsfaktoren (
Todesfälle in der Familie, angespannte finanzielle Situation)
sowie eine unein
geschränkte Konzentration
hin (S.
34-
36)
. Sie führten auf, dass sie sich seit 2013 nicht mehr in psychiatrischer Behandlung befindet
und keine psychopharma
kologische Medikation erhält
(S
. 31 und S. 35).
Die Gutachter hielten fest
, dass in den Akten nie eine radikuläre Symptomatik dokumentiert
worden war
,
die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung keine radikulären Sc
hmerzaus
strahlungen beschrieb und sich
bei der klinischen Untersuchung weder Hinweise auf eine radikuläre Reizsymptomatik noch Anhaltspunkte für eine radikuläre sen
somotorische Ausfallssymptomatik und auch keine indirekten Hinweise auf eine erhebliche Einschränkung aufgrund der Schmerzproblematik
fanden
(S. 52). Die präsentierten Einschränkungen in der Untersuchungssituation erachteten sie als wenig plausibel (S. 53).
Die Gutachter gelangten sodann zum begründeten und nachvollziehbaren Schluss, dass
die Beschwerdeführerin in der angestammten sowie
in
jeglicher
körperlich leichte
n
bis gelegentlich mittelschwere
n
, wechsel
belastende
n
Tätigkeit
zu 100
%
arbeitsfähig ist.
Das Gutachten entspricht
somit
den rechtsprechungsgemässen Anfor
derungen an eine beweiskräftige medizini
sche Ent
scheidungsgrundlage (vgl. E. 1.
4
hiervor).
6.2
Soweit die Beschwerdeführerin die gutachterliche Einschätzung kritisierte
(
Urk.
1 S. 4)
,
gemäss welcher
die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psy
chischen Faktoren aus psychiatrischer Sicht keine Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit habe,
ist dazu festzuhalten, dass
sie
sich seit 2013 nicht mehr in psychiatrischer Behandlung befindet und auch keine psychopharmakologische Medikation erhält. Die psychischen Beschwerden scheinen sie also nicht in einem Ausmass zu beeinträchtigen, dass sie diese als behandlungsbedürftig
erachten würde
.
Auch liegen keine aktuellen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen auf
grund der psychischen Beschwerden in den Akten.
In Anbetracht dieser Umstände
sowie gestützt auf ihre Erkenntnisse anlässlich der Begutachtung
ist ohne weite
res
nachvollziehbar, dass
die Gutachter eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht verneinten.
Dies steht auch mit der gutachterlichen Ein
schätzung vom 9. Juli 2009
in Einklang, welche die damals bestehende 20%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen als innert etwa zwei bis drei Mona
ten therapierbar erachtet
e
(Urk. 11/28 S. 13), ebenso mit der Einschätzung des damaligen behandelnden
Psychiaters, welcher eine Somatisierungsstörung diag
nostizierte aber keine
Arbeitsunfähigkeit bescheinigte (E. 4.3 hiervor).
Die Beschwerdeführerin
verwies zudem auf
zwei Sprechstundenberichte der Uni
versitätsklinik
C._
vom
5.
Januar und 1
2.
März 2021 (
Urk.
3 und
Urk.
20) sowie
ein MRI der LWS vom 1
2.
Juli 2019 und erachtete eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit
in einer
körperlich leichte
n
bis gelegentlich mittelschwere
n
, wechselbelastende
n
Tätigkeit
aus somatischer Sicht als nicht erstellt (
Urk.
1
S.
4-5 und Urk.
19 S. 2). Die Fachärzte der Universitätsklinik
C._
äusserten sich bereits im Sprechstundenbericht vom
1.
Oktober 2019 (E. 5.1 hiervor) zum genannten MRI. Sie erachteten einen Kontakt zur Nervenwurzel lediglich als mög
lich
, verneinten das Vorliegen einer radikulären Symptomatik
und sahen zur Behandlung der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Beschwerden einzig ein physiotherapeutisches
Beüben
als angezeigt. Entsprechend
attestierten
sie auch
keine Arbeitsunfähigkeit
.
Die Gutachter wiesen in ihrer Expertise darauf hin, dass im Sprechstundenbericht die Beschwerden der Beschwerdeführerin als pseudoradikulär interpretiert und keine klinischen Befunde, welche das Vorliegen einer radikulären Symptomatik nahelegen würden, beschrieben wurden (Urk. 11/188/53). Wie bereits dargelegt, beschrieb die Beschwerdeführerin auch anlässlich der Begutachtung keine radikulären Schmerzausstrahlungen und es fanden sich bei der klinischen Untersuchung weder Hinweise auf eine radikuläre Reizsymptomatik noch Anhaltspunkte für eine radikuläre sensomotorische Aus
fallssymptomatik und auch keine indirekten Hinweise auf eine erhebliche Ein
schränkung aufgrund der Schmerzproblematik. Aus dem Umstand, dass im Sprechstundenbericht vom 1
2.
März 2021 davon ausgegangen wurde, dass sich im MRI der LWS vom 1
2.
Juli 2019 Kontakte zur Nervenwurzel gezeigt haben (vgl. E. 5.3 hiervor),
kann
damit
nicht auf eine auch in einer körperlich leichten bis
gelegentlich mittelschwere
n
, wechselbelastende
n Tätigkeit bestehende Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden
, zumal sich die Fachärzte
im Bericht vom 1
2.
März 2021
zur fehlenden radikulären Symptomatik nicht äusserten, keine Arbeitsunfähigkeit attestierten und zur Behandlung der Beschwerden
auch einzig
konservative Massnahmen empfahlen.
6.3
Die Einwendungen der Beschwerdeführerin und die von ihr eingereichten Unter
lagen vermögen
zusammenfassend
nichts an der Beweiskraft des Gutachtens der
A._
GmbH Gutachtenstelle
B._
zu ändern und es ist von einer 100%i
gen Arbeitsfähigkeit in der angestammten sowie
in
jeglicher
körperlich leichte
n
bis gelegentlich mittelschwere
n
, wechselbelastende
n
Tätigkeit
auszugehen.
In Anbetracht dieser Umstände
kann offenbleiben, ob und inwiefern sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit dem Vergleichszeitpunkt
über
haupt
verändert hat.
Ebenso kann offenbleiben, ob an
ihrer
Qualifikation (50
%
Erwerb, 50
%
Haushalt) festzuhalten ist,
da
keine Anhaltspunkte für eine hoch
gradige Einschränku
ng im Aufgabenbereich bestehen und bei auch in der ange
stammten Tätigkeit uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit sowohl bei der bisherigen Qualifikation als auch bei der von ihr geforderten Qualifikation als zu 100
%
erwerbstätig ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad resultiert
. Mangels relevanter gesundheitlicher Einschränkung besteht auch
kein Anspruch
auf - von der Beschwerdeführerin im Übrigen nicht näher spezifizierte - berufliche Mass
-
nahmen.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7
.
7
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren
gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
kostenpflichtig
. D
ie Gerichtskosten
sind
ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Be
schwerdeführerin aufzuerlegen.
Da die Voraussetzungen für die unentgeltliche Prozessführung
gemäss
§ 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungs
gericht (
GSVGer
) erfüllt sind, sind sie jedoch
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7
.2
Ebenso sind die Voraussetzungen für die unentgeltliche Rechtsvertretung erfüllt und es ist
Rechtsanwalt Dominique
Chopard
aus der Gerichtskasse zu ent
schädi
gen. Nachdem die Beschwerdeführerin keine Honorarnote eingereicht hat, wird die Entschädigung vom Gericht nach Ermessen (vgl. dazu
Urk. 18
S. 2) und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwie
rigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festge
setzt (§ 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
).
Entsprechend ist
Rechtsanwalt Dominique
Chopard
eine Prozessentschädigung von Fr. 2‘
2
00.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) auszurich
ten.
7
.3
Die Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Auslagen für die Vertretung verpflich
tet werden kann, sofern sie dazu in der Lage ist.