Decision ID: ffdd3464-e73c-44a8-a40f-b4d70e1705f5
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963, meldete sich erstmals am 1
4.
Oktober 1999 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf ein
Chronic
Fatigue
Syndrom (CFS) und eine Fibromyalgie (enorme Erschöpfung und Müdigkeit und sehr starke Schmer
zen in den Extremitäten) bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/10). Nach erwerblichen und medizinischen Abklärun
gen lehnte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 1
5.
März 2000 ab, da die Anmeldung für eine Rente verfrüht erfolgt sei (
Urk.
7/17). Mit Schreiben vom 1
6.
August 2000 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle (
Urk.
7/19 S. 2) an. Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen sprach die IV
Stelle dem Versi
cherten mit Verfügung vom
4.
Mai 2001 mit Wirkung ab August 2000 eine ganze Rente zu (
Urk.
7/32).
Im Rahmen einer
im Jahr 2004
von Amtes wegen eingeleiteten Revision (
Revisi
onsfragebogen
vom 2
3.
April 2004,
Urk.
7/35) wurde die ganze Rente gestützt auf einen unveränderten Invaliditätsgrad von 100
%
bestätigt (Schrei
ben vom
9.
Juni 2004,
Urk.
7/38). Mit Verfügung vom 1
0.
Juni 2004 wurde ein Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
verneint (
Urk.
7/39).
Im Jahr 2008 holte die IV-Stelle im Rahmen einer von Amtes wegen einge
lei
te
ten Revision (Revisionsfragebogen vom 2
2.
Juli 2
008,
Urk.
7/41) das rheuma
to
lo
gische
/
p
sychiatrische Gutachten vom 1
4.
April 2009 von
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, und
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein (
Urk.
7/47). Mit Schrei
ben vom 1
5.
April 2009 wurde die ganze Rente gestützt auf einen
Invaliditäts
grad
von 100
%
bestätigt (
Urk.
7/61). Im Mai 2010 erfolgte ein neuer
Einkom
mensvergleich
, wonach dem Versicherten mit Schreiben vom 1
1.
Juni 2010 mitgeteilt wurde, dass er gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 86
%
weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente habe (
Urk.
7/65).
Mit Schreiben vom 1
8.
Oktober 2010 ersuchte der Versicherte um
Kosten
über
nahme
für Spezialschuhe (
Urk.
7/68),
welches Begehren
mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom
6.
Januar 2011 (
Urk.
7/75) abge
lehnt wurde.
Die IV-Stelle leitete im Jahr 2013 von Amtes wegen eine Rentenrevision ein (
Urk.
7/76). Nach Einholung eines
bidisziplinären
Gutachtens (Rheumatologie und Psychiatrie,
Urk.
7/86) sowie durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vor
bescheid vom 1
0.
Dezember 2013,
Urk.
7/89; Einwand vom 2
3.
Januar 2014,
Urk.
7/96; ergänzende
Einwandbegründung
vom
6.
März 2014,
Urk.
7/101) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
6.
März 2014 (
Urk.
2)
die Rente
mit Wirkung auf den ersten Tag des zweiten Monats nach der Zustellung auf.
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 1
2.
Mai 2014 (
Urk.
1) Beschwerde mit folgen
den Rechtsbegehren:
„1.
Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 26. März 2014 aufzuheben.
2.
Es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer weiterhin einen Anspruch hat auf
Ausrichtung einer Rente der Invalidenversicherung gestützt auf einen
Invaliditätsgrad von mindestens 86 %.
3.
Es sei eventualiter ein Gerichtsgutachten einzuholen.
4.
Es sei der Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen
festzustellen.
5.
Es sei der vorliegenden Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen.
6.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.
7.
Es sei gestützt auf Art. 6 EMRK eine öffentliche Verhandlung durchzuführen.“
Mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Juni 2014 (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/1-108) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 2
4.
Juli 2014 (
Urk.
8) wurde dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht und das Gesuch um Wiederherstel
lung der aufschiebenden Wirkung sowie Durchführung eines zweiten
Schrif
tenwechsels
abgewiesen. Am
4.
November 2015 (
Urk.
10) zog der Beschwerde
führer den Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung zurück.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) dafür, dass die Überprüfung der Invalidenrente gemäss Schlussbestimmung der Ände
rung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
vom 1
8.
März 2011
ergeben habe, dass die vorliegenden Diagnosen, die zu einer
Rentenzu
sprache
geführt hätten, zu den ätiologisch-
pathogenetisch
unklaren
syndroma
len
Zustandsbilder ohne nachweisbare organische Grundlage gehörten. Die zu prüfenden Faktoren, welche zu einer ausnahmsweisen Unzumutbarkeit der Beschwerdeüberwindung führen könnten, lägen nicht in gehäufter und erhebli
cher Form vor. Die genannten Beschwerden seien somit nicht als invalidisierend im Rechtssinne zu werten.
1.2
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber im Wesentlichen vor,
das recht
liche
Gehör sei verletzt worden: Bei einem
bidi
s
ziplinären
Gutachten hätten zunächst Einigungsbemühungen betreffend die einzusetzenden Gutachter mit dem Beschwerdeführer vorgenommen werden müssen (
Urk.
1 S. 7). Des Weite
ren sei dem Beschwerdeführer das Gutachten zugestellt worden, ohne diesem eine Frist zur Stellung von allfälligen Ergänzungsfragen anzusetzen. Auch hät
ten die Gutachter Fragen beantwortet, die ihnen nicht gestellt worden seien (insbesondere auf Seite 10 des psychiatrischen Gutachtens,
Urk.
1 S. 7 ff.). Die Gutachter seien nicht neutral und unabhängig i.S.v.
Art.
44 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), da
sie sich zu Fragen geäussert hätt
en, welche die Beschwerdegegnerin nicht offiziell gestellt habe. Das Gutachten sei somit aus dem Recht zu weisen (
Urk.
1 S. 11 f.).
Auch hätten die Gutachter festgehalten, dass keine Diagnose mit langdauernder Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit vorliege
, obwohl im Gutachten die von den behandelnden Ärzten und bisherigen Gutachter geste
llten Diagnosen bestätigt wo
rden
seien
(
Urk.
1 S. 10). Eine Verbesserung des Gesundheitszustandes sei
im
bidisziplinären
Gutachten
in
keiner Art und Weise schlüssig und n
achvollzieh
bar begründet worden.
Die Beschwerdegegnerin treffe die volle Beweislast dafür, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert haben soll. Dies gehe allerdings nicht aus den Akten hervor.
Des Weiteren habe die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer nie mitge
teilt, dass sie eine Überprüfung gestützt auf die Schlussbestimmungen der Änderung des IVG beabsichtige. Damit habe die Beschwerdegegnerin die
Infor
mations
- und Beratungspflicht nach
Art.
27 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in krasser und gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstossender Art und Weise verletzt (
Urk.
1 S. 11).
2.
Vorab ist zu prüfen, ob die Rüge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör durchdringt, da
diesfalls
die angefochtene Verfügung ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde aufzuheben wäre.
2.1
Gemäss
Art.
29
Abs.
2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbeson
dere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Ent
scheids zur Sache zu äussern, erhebli
che Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).
2.2
In BGE 137 V 210 wurde zu der namentlich von Prof.
Dr.
iur
. Jörg Paul Müller und
Dr.
iur
. Johannes Reich („Rechtsgutachten zur Vereinbarkeit der
bundesge
richtlichen
Rechtsprechung zur medizinischen Begutachtung durch Medizini
sche Abklärungsstellen betreffend Ansprüche auf Leistungen der Invalidenversi
cherung mit
Art.
6 der Konvention vom
4.
November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten" vom 1
1.
Februar 2010) erhobenen Kritik an der Rechtsprechung zum Beweiswert von Expertisen der MEDAS unter
kon
ventions
- und verfassungsrechtlichem Blickwinkel Stellung genommen. Dabei ist das Bundesgericht zum Schluss gelangt, dass die Beschaffung medizinischer Entscheidungsgrundlagen durch externe Gutachtensinstitute wie die MEDAS in der schweizerischen Invalidenversicherung sowie deren Verwendung auch im Gerichtsverfahren an sich verfassungs- und konventionskonform ist (E. 2.1-2.3). Andererseits sah es die Verfahrensgarantien auf Grund des Ertragspotentials der Tätigkeit der MEDAS zuhanden der Invalidenversicherung sowie der damit gegebenen wirtschaftlichen Abhängigkeit als latent gefährdet an (E. 2.4) und bejahte daher die Notwendigkeit von Korrektiven. Auf administrativer Ebene sollen daher inskünftig eine Vergabe der MEDAS-Begutachtungsaufträge nach dem Zufallsprinzip erfolgen (E. 3.1), eine Mindestdifferenzierung des
Gutach
tenstarifs
Platz greifen (E. 3.2), die Qualitätsanforderungen und -kontrolle ver
bessert und vereinheitlicht (E. 3.3) sowie die Partizipationsrechte gestärkt wer
den (E. 3.4). Bei Uneinigkeit ist die Expertise - so das Bundesgericht im Weite
ren - durch eine beim kantonalen Versicherungsgericht beziehungsweise Bun
desverwaltungsgericht anfechtbare Zwischenverfügung anzuordnen (E. 3.4.2.6; Änderung der Rechtsprechung gemäss BGE 132 V 93). Der versi
cherten Person stehen ferner vorgängige Mitwirkungsrechte zu (E. 3.4.2.9; Änderung der Rechtsprechung gemäss BGE 133 V 446). Schliesslich hat auf gerichtlicher (erstinstanzlicher) Ebene das kantonale Versicherungsgericht oder das Bundes
verwaltungsgericht bei festgestellter Abklärungsbedürftigkeit grund
sätzlich sel
ber eine medizinische Begutachtung zu veranlassen (E. 4.4.1.3 und 4.4.1.4; Änderung der Rechtsprechung gemäss Urteilen [des
Eidg
.
Versi
che
rungs
gerichts
] H 355/99 vom 1
1.
April 2000 E. 3b und C 85/95 vom 1
3.
September 1995 E. 5d mit Hinweisen, in: ARV 1997 Nr. 18 S. 85).
Die rechtsstaatlichen Anforderungen gemäss BGE 137 V 210 sind - mit Aus
nahme der Auftragsvergabe nach dem Zufallsprinzip (
Art.
72
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV) - auf mono- und
bidisziplinäre
medizini
sche Begutachtungen, die nicht durch eine MEDAS durchgeführt wurden, sinn
gemäss anwendbar (BGE 139 V 349; Urteil des Bundesgerichts
8C_545/2013 vom 1
2.
November 2013 E. 4.2).
2.3
2.3.1
Zu prüfen sind vorab die Rügen, b
ei einem
bidiziplinären
Gutachten hätten zunächst Einigungsbemühungen betreffend die einzusetzenden Gutachter mit dem Beschwerdeführer vorgenommen werden müssen (
Urk.
1 S.7). Des Weiteren sei das Gutachten dem Beschwerdeführer zugestellt worden, ohne diesem eine Frist zur Stellung von allfälligen Ergänzungsfragen anzusetzen.
Gemäss
Rz
. 2080 ff. Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenversiche
rung (KSVI) teilt die IV-Stelle der versicherten Person in einem ersten Schritt mit, dass eine Expertise eingeholt werden soll; zugleich gibt sie ihr die Art der vorgesehenen Begutachtung (poly- oder mono- bzw.
bidisziplinär
) sowie die vorgesehenen Fachdisziplinen und Gutachterfragen bekannt. In diesem Stadium kann die versicherte Person erst einmal (nicht personenbezogene) materielle Einwendungen gegen eine Begutachtung an sich oder gegen Art oder Umfang der Begutachtung vorbringen. In einem zweiten Verfahrensschritt teilt die IV
Stelle der versicherten Person die durch
SuisseMED@P
zugeteilte
Gutach
terstelle
, bzw. bei mono- und
bidisziplinären
Expertisen die von ihr ausgewähl
ten Gutachter, und die Namen der Sachverständigen mit jeweiligem
Facharztti
tel
mit. Mit der Bezeichnung der Sachverständigen kommt die Möglichkeit (materieller oder formeller) personenbezogener Einwendungen hinzu. Bei mono- und
bidisziplinären
Begutachtungen ist im Falle aller zulässigen Einwendungen konsensorientiert vorzugehen. Erst wenn eine Einigung ausbleibt, ergeht eine (einheitliche) Zwischenverfügung über die Beweisvorkehr an sich (Notwendig
keit einer Begutachtung, Beschränkung auf eine oder zwei Fachdisziplinen, Bezeichnung der Disziplinen) und die Person der Gutachter. Das Kreisschreiben sieht vor, dass Einwände und Zusatzfragen innert zehn Tagen seit der Mittei
lung einzureichen sind; diese Frist kann auf schriftliches Gesuch hin verlängert werden. Gegen diese Regelung ist grundsätzlich nichts einzuwenden, da das Verfahren einfach und rasch bleiben muss (BGE 139 V 349 E. 5.2.2.2 und E.
5.2.2.3).
Mit Schreiben vom 3
0.
Juli 2013 (
Urk.
7/83) teilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit, dass eine medizinische Untersuchung (Rheumatologie
und Psychiatri
e) als notwendig erachtet werde
, gab ihm die Gutachterfragen bekannt (
Urk.
7/83
i.V.m
.
Urk.
7/82) und setzte eine Frist von 10 Tagen für all
fällige Zusatzfragen. Am 1
9.
August 2013 (
Urk.
7/85) wurde der Beschwerde
führer über die begutachtenden Fachpersonen,
Dr.
med.
A._
, Rheumatolo
gie, und
Dr.
med.
B._
, Psychiatrie, in Kenntnis gesetzt. Gleichzeitig wurde dem Beschwerdeführer eine Frist von 10 Tagen angesetzt, um allfällige Einwendungen gegen einen oder beide Gutachter vorzubringen (
Urk.
7/85). Der Beschwerdeführer liess sich nicht vernehmen.
Damit
ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin die durch
da
s Bundesge
richt präzisierten Vorgaben bezüglich Erstellung eines
bidisziplinären
Gutach
tens einhielt, womit
insoweit
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu vernei
nen ist.
2.3.2
Der Beschwerdeführer bringt des Weiteren vor, dass insbesondere
Dr.
B._
Fragen beantworte, welche so nicht gestellt worden seien. Die Fragen wurden zwar von der Beschwerdegegnerin nicht ausdrücklich gestellt, allerdings gehen die gegebenen Antworten nicht über das gemäss dem Merkblatt für
bidiziplinäre
Gutachten von der Beschwerdegegnerin verlangte Gutachtensdispositiv hinaus (
Urk.
7/82 S. 4). Damit ist die Verletzung des rechtlichen Gehörs
zu
verneinen. Es liegen im Übrigen keine weiteren Anhaltspunkte vor, dass einer der begut
achtenden Ärzte nicht unabhängig ist.
2.3.3
Die Beschwerdegegnerin lud den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 2
2.
November 2013 (
Urk.
7/87) zu einem Informationsgespräch ein. Anlässlich des Gesprächs am
3.
Dezember 2013 (
Urk.
7/88) wurde der Beschwerdeführer - ent
gegen seinen Ausführungen - über die Gesetzesänderung (
Art.
7 ATSG und Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 IVG) und
deren
Folgen auf seine Rente aufgeklärt (
Urk.
7/88 S. 6). Eine Verletzung der Aufklärungs- und Beratungspflicht i.S.v.
Art.
27 ATSG liegt nicht vor.
3.
3.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung
einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
3.2
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen
Schlussbestimmun
gen
der Änderung vom 1
8.
März 2011 des IVG (
6.
IV-Revision, erstes
Mass
nahmenpaket
; kurz:
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
) werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgeho
ben, auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Bestimmung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
Die in
lit
. a
Abs.
1
SchlB
6.
IV-Revision
vorgesehene Rentenherabsetzung bezie
hungsweise -aufhebung ist nicht auf vor dem
1.
Januar 2008 zugesprochene Renten beschränkt. Erging die fragliche
Rentenzusprache
aber bereits in Beachtung der jeweils relevanten Rechtsprechung zu
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage, bleibt kein Raum für ein Rückkommen unter dem Titel der
Schluss
bestimmung
(BGE 140 V 8 E. 2).
Laufende Renten sind vom Anwendungsbereich von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur
6.
IV-Revision nur ausgenommen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwer
den, das heisst auf einer nachweisbaren objektivierbaren Grundlage beruhen. Lassen sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen, können die
Schluss
bestimmungen
der
6.
IV-Revision auf erstere Anwendung finden (BGE 140 V 197 E. 6.2, in Präzisierung u.a. von
BGE 139 V 547
E. 10.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2013 vom
8.
April 2014 E. 3.1.2.1 mit Hinweis). Dem
nach ist die Schlussbestimmung bei kombinierten Beschwerden anwendbar, wenn die unklaren und die „erklärbaren" Beschwerden – sowohl diagnostisch als auch hinsichtlich der funktionellen Folgen – auseinandergehalten werden können. Ein organisch begründeter
Teil
der Arbeitsfähigkeit kann bei Anwend
barkeit der Schlussbestimmung nur neu beurteilt werden, sofern eine Verände
rung im Sinne von
Art.
17 ATSG eingetreten ist. Insoweit wird im Anwen
dungsbereich der Schlussbestimmung vom Grundsatz abgewichen, dass die Verwaltung im Rahmen einer materiellen Revision – um eine solche handelt es
sich auch hier – den Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend prüft (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.4.2 mit Hinweisen).
3.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
4.
4.1
Die bis zur
bidisziplinären
Begutachtung aufliegenden Arztberichte wurden in der Expertise vom 1
3.
November 2013 zusammengefasst (
Urk.
7/86 S. 5 ff.;
Urk.
7/86 S. 33 f.), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergege
ben werden.
4.2
4.2.1
Die begutachtenden Ärzte hielten interdisziplinär keine Diagnosen mit
langdau
ernder
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest. Ohne langdauernde Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit notierten sie folgende (
Urk.
7/86 S. 7):
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung, gemäss psychosomatisch-psy
chiatrischer Begutachtung von
Dr.
B._
Chronisches, generalisiertes Schmerzsyndrom
Nicht ausreichend somatisch abstützbar
Primäres Fibromyalgie-Syndrom
Panalgie
Diffuse Druckschmerzangabe
Polyarthralgien axialer und peripherer Gelenke
Multiple Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Erschöpfung, Herzrasen, Steifigkeit im Körper, Schmerzen im Brustkorb und Bauch,
ungerichtete
Steh- und Gehunsicherheit, Blockierungen am ganzen Körper
Anamnestisch arterielle Hypertonie
Nikotinkonsum von circa 15 pack
years
Gestörte
Gluconeogenese
Anamnestisch Reizmagen-Syndrom
Anamnestisch peripher-zentrale
vestibuläre
Funktionsstörung rechts
4.2.2
Dr.
A._
hielt fest, dass der Beschwerdeführer diffuse Druckschmerzen schildere, die neben sämtlicher an typischer Lokalisation gelegenen
Fibromyalgie-Trigger
punkt-Zonen
auch die Kontrollpunkte umfassen würden. Diese diffuse
Druck
schmerzangabe
könne vordergründig nicht auf ein be
kanntes
somatisch
patho
logisches
Krankheitsbild abgestützt werden, zumal auch kein korrelierender klinisch-pathologischer Befund, wie eine
Myogelose
oder ein
Triggerpunkt
, objek
tiviert werden könne. Bei einer generalisierten Druckschmerzangabe sei immer auch an die Möglichkeit eines Fibromyalgie-Syndroms zu denken, wobei eine primäre von einer sekundären Form abzugrenzen sei. Die primären Formen seien im Gegensatz zu den sekundären Formen meist nicht somatisch
ab
stütz
bar
. Zusammen mit den weiteren diskutierten Beschwerden sei beim Beschwer
de
führer ein primäres Fibromyalgie-Syndrom, gemäss der letztmals 2010 revidier
ten und international gültigen ACR-Diagnosekriterien für ein Fibromyalgie-Syndrom möglich, wobei dieses nicht vordergründig auf ein bekanntes somatisch-pathologisches Krankheitsbild abgestützt werden könne. Somit könne die Diagnose des Fibromyalgie-Syndroms bestätigt werden (
Urk.
7/86 S. 9).
Dr.
A._
konstatierte, dass die Arbeitsfähigkeit, aus rein somatisch-rheumatolo
gischer Sicht beurteilt, für die vom Beschwerdeführer früher durchgeführten Tätigkeiten zu keinem Zeitpunkt anhaltend eingeschränkt gewesen seien. Auch das derzeitige Backen, das er Wochentags durchführe, sei ihm weiterhin voll
umfänglich zumutbar. Für Haushaltsarbeiten mit einem leicht- bis mittelgradig körperlich belastenden Arbeitsprofil könne, aus rein
somatisch-rheumatologi
scher Sicht beurteilt, keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit formuliert wer
den (
Urk.
7/86 S. 16).
4.2.3
Dr.
B._
notierte, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht eine kaum auffällige Vorgeschichte zeige und es in der Herkunftsfamilie keine Geis
tes- oder Nervenkrankheiten gebe. Er habe eine etwas schwierige Jugend erlebt in frommen Verhältnissen und habe seine Homosexualität verbergen müssen, aber er habe sich mit diesen Problemen gut arrangiert und eine kaufmännische Lehre absolviert. Eine prägende Zeit habe er im
C._
erlebt, wo er von 1985 bis 1995 als Entwicklungshelfer tätig gewesen sei. Der Vorteil sei gewesen, dass er dort zusammen mit einem Partner
habe leben kö
nne
n
, was ihm in der Schweiz damals noch nicht möglich gewesen sei. Im
C._-
krieg habe er traumatische Erlebnisse gemacht, eine posttraumatische Belastungsstörung könne aber nicht nachgewiesen werden. Der Beschwerdeführer habe eine 1-jäh
rige Therapie gemacht, wo er diese Erlebnisse habe aufarbeiten können (
Urk.
7/86 S. 38 f.).
Der Beschwerdeführer sei überzeugt, im Krieg mit uranhaltiger Munition in Kon
takt gekommen zu sein, so dass sich bei ihm ein sogenanntes
Golfkriegs
syndrom
entwickelt habe.
Dr.
B._
hielt fest, dass er sich aus psychiatri
scher Sicht dazu nicht äussern könne (
Urk.
7/86 S. 39).
Im Vordergrund der Problematik stünden Krankheiten aus dem psycho-soma
tischen Formenkreis. Der Beschwerdeführer habe von 1999 bis 2004 an einem
Chronic
Fatigue
Syndrom gelitten, habe sich aber davon lösen können. Es bestünden heute keine Symptome mehr, welche auf diese Krankheit hinweisen würden. Es habe sich aber auch eine Schmerzkrankheit entwickelt, welche für die Lebensführung prägend sei. Er leide seit vielen Jahren an
Ganzkörper
schmer
zen
und fühle sich dadurch in seiner Lebensführung deutlich einge
schränkt. Soweit die Schmerzkrankheit rheumatologisch nicht erklärt werden könne, müsse auf eine psychosomatische Überlagerung geschlossen werden: Der Beschwerdeführer sei auf die Schmerzen fixiert, äussere hypochondrische Befürch
tungen und zeige eine Schmerzausdehnung. Es falle auch auf, dass
Le
bensprobleme
die Schmerzen oft verstärken würden. Diese würden den
Haupt
fokus
seines Interesses bilden. Es könne demnach zusammenfassend eine
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung diagnostiziert werden (
Urk.
7/86 S.
39).
Während Jahren solle der Beschwerdeführer unter anderem mit Cortison behan
delt worden sein, was zu einem Übergewicht geführt habe. Diese Behandlung sei vom neuen Hausarzt abgesetzt worden, er erhalte nun zwei Morphium Präpa
rate, welche die Schmerzen günstig beeinflussen würden. Seit einem Monat werde auch Citalopram 20 mg eingesetzt, was die Schmerzen günstig beein
flussen solle (
Urk.
7/86 S. 39 f.).
Die psychogene Seite sei beim Beschwerdeführer nicht auffällig. So könne darauf hingewiesen werden, dass er eine sthenische Persönlichkeit sei. Er sei fähig gewesen, die sehr belastende Zeit im
C._
zu verarbeiten. Er berichte weder über Verstimmungen, noch über Ängste oder Selbstwertprobleme. Die aktuellen Untersuchungsergebnisse vom 2
8.
Oktober 2013 seien unauffällig, er mache einen normalen Eindruck, pflege eine regelmässige Tagesgestaltung, habe seine mitmenschlichen Beziehungen behalten können und lebe in einer stabilen langjährigen Partnerschaft. Diese Faktoren sprächen dafür, dass er psy
chisch nicht angeschlagen sei (
Urk.
7/86 S. 40).
Es bestünden vermutlich krankheitsfremde Faktoren, so eine lange Phase von partieller Arbeitslosigkeit und der Abbruch der Lehre als Psychiatriepfleger. Mit der jetzigen Lebensführung sei er zufrieden (
Urk.
7/86 S. 40).
Es liege keine psychische Komorbidität vor und somatisch-rheumatologisch seien keine Befunde festgestellt worden, welche den Beschwerdeführer bei den früher ausgeübten Tätigkeiten einschränken würden. Die soziale Integration sei erhalten und die prämorbide Persönlichkeitsstruktur unauffällig. Die
Schmerz
störung
sei progredient und
chronifiziert
. Einige Förster-Kriterien lägen zwar vor, aber nicht in einem Ausmass, dass die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt wäre. Zu dieser Beurteilung führe insbesondere die Tatsache, dass keine psychische Komorbidität bestehe und die Prognose sei aus psychiatrischer Sicht günstig (
Urk.
7/86 S. 41).
4.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Allgemeine und Innere Medizin, nahm mit Schreiben vom 1
9.
Januar 2014 zuhanden des Beschwerdeführers Stellung zum Gutachten (
Urk.
7/100). Es würden verschiedene Punkte der Beurteilung seitens der Beschwerdegegnerin nicht vollständig mit dem
Krank
heitsverlauf
übereinstimmen. So sei die Schmerzbewältigung aufgrund eines Gewichtsabfalls von 20 kg innert sechs Monaten im Jahr 2011 intensiv und konstant behindert. Dieser Umstand habe zu allgemeiner Schwäche und ver
minderter Belastbarkeit geführt. Es liege des Weiteren ein mehrjähriger
chroni
fizierter
Krankheitsverlauf mit ausgeprägter Schmerzsymptomatik vor, die eine Betreuung durch medizinische Schmerzspezialisten erfordert habe,
wobei
es aber unter dieser Therapie keine relevante Besserung gegeben habe. Unbefriedi
gende Behandlungsbemühungen seien somit ausgewiesen und die zumutbare Willensanstrengung zur Verminderung der Schmerzsymptomatik müsse ver
neint werden. Ausser dem Gewichtsrückgang und dem Schwindelzustand im Jahr 2013 lägen keine chronischen körperlich-somatischen Begleiterkrankungen vor. Ein mehrjähriger Krankheitsverlauf sei entgegen dem Gutachten mit unver
ändert schwerer Symptomatik ausgewiesen. Der Beschwerdeführer beklage
einen chronischen Schwindel, welcher zu rascher Erschöpfung und Kopfschmer
zen führe, wodurch die Arbeitstätigkeit in der Gastwirtschaft erheblich vermin
dert werde. Die Prognose werde im Gutachten aus somatisch-rheumatologischer Sicht als gut bezeichnet, was einen vorbestehenden eingeschränkten Zustand voraussetze, der im Gutachten aber verneint werde, so dass ein Widerspruch bestehe (
Urk.
7/100).
5.
5.1
Mit Verfügung vom
4.
Mai 2001 (
Urk.
7/32) wurde dem Beschwerdeführer erst
mals eine ganze Rente gestützt auf ein
Chronic
Fatigue
Syndrom und eine generalisierte Fibromyalgie mit chronischem Schmerzsyndrom zugesprochen (Stellungnahme medizinischer Dienst vom 2
6.
Februar 2001,
Urk.
7/22).
Im Rahmen der amtlichen Revision im Jahr 2004 wurde die Rente
mit Mittei
lung vom
9.
Juni 2004 (
U
rk. 7/32) gestützt auf dieselb
en Diagnosen bestätigt (Feststellungsblatt Rentenrevision vom 1
0.
Juni 2004,
Urk.
7/37; Arztbericht von
Dr.
med.
E._
, Allgemeine Medizin FMH, vom
1.
Juni 2004,
Urk.
7/36 S. 8).
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
hielten in ihrem von der Beschwerdegegnerin eingehol
ten Gutachten vom 1
4.
April 2009 aus psychiatrischer Sicht eine schwere psy
chosomatische Entwicklung (ICD-10 F45.0) mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit fest. Die vom rheumatologischen Begutachter gestellten Diagnosen (Ganzkörperschmerzsyndrom
ohne organische Ursache [
Panal
g
i
e
-
Syndrom, ICD
10 M79], arterielle Hypertonie und anamnestisch Migräne) hätten keine Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/47 S. 22 ff.). Gestützt auf das Gutachten wurde die Rente bestätigt (Feststellungsblatt vom 1
5.
April 2010,
Urk.
7/60;
Mitteilung
vom 1
5.
April 2009,
Urk.
7/61).
Damit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die
Rentenzuspra
che
gestützt auf ein
pathogenetisch
-ätiologisch
syndromales
Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage erfolgte, womit die Voraussetzung für eine Revision nach
lit
. a
Abs.
1
SchlB
6.
IV-Revision gegeben ist. Sofern die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt sind, ist die Rente herabzu
setzen oder aufzuheben, und zwar auch
dann,
wenn die Voraussetzungen einer Revision im Sinne von Artikel 17 Absatz 1 ATSG, insbesondere eine Verände
rung, nicht erfüllt sind.
5.2
Das
bidisziplinäre
Gutachten vom 1
3.
November 2013 (
Urk.
7/86) erfüllt sämtli
che rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E. 3.3). Es beruht auf fachärztlichen Untersu
chungen durch die Gutachter (
Urk.
7/86 S. 4 ff.;
Urk.
7/86 S. 37 ff.) und wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
(
Urk.
7/86 S. 5 ff.;
Urk.
7/86 S. 33 f.) abge
geben. Es würdigt die vorhandenen Arztberichte sorgfältig (
Urk.
7/86 S. 13 f.;
Urk.
7/86 S. 44). Es berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist einleuchtend und das Gutachten ist schlüssig. Namentlich erlauben sie auch eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren gemäss dem kürzlich ergangenen BGE 141 V 281 (E. 5.3).
Daran vermag auch die Stellungnahme von
Dr.
D._
vom 1
9.
Januar 2014 nichts zu ändern. Er stützt sich im Wesentlichen auf die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden und stellt - bis auf die bereits im Gutachten berücksi
ch
tigte Gewichtsabnahme und HNO-
Abklärung - keine objektivierbaren Befunde dar. Des Weiteren ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass behandelnde Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel
lung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussa
gen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
5.3
Dr.
B._
prüfte die Überwindbarkeit der
somatoformen
Schmerzstörung anhand der sogenannten Förster-Kriterien und kam zu dem Ergebnis, dass zwar einige der verlangten Kriterien zutreffen würden, jedoch nicht in einem derarti
gen Ausmass, dass die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei (
Urk.
7/86 S.
41).
5.3.1
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursache und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 und anschlies
sende Urteile) angepasst und festgehalten, dass die
Invaliditätsbe
messung
stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksich
tigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen nie
derschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE 130 V 352 begründete Rechtsprechung die Sicherstellung eines gesetzmäs
sigen Versicherungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungs
weise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der
Überwindbarkeits
vermutung
. Deren Rechtsnatur kann offen bleiben. Denn an dieser Rechtspre
chung ist nicht festzuhalten. Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein strukturiertes Beweisverfahren ersetzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitli
chen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweislast der rentenansprechenden Person (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch nichts. An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) treten im Regelfall beachtliche Standardindikatoren. Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen ein
teilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die
Präponderanz
der psychiatrischen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist recht
licher Natur. Recht und Medizin wirken sowohl bei der Formulierung der
Stan
dardindikatoren
wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Ein
zelfall zusammen. Im Grunde konkretisieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psycho
so
matischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zu
lässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der
Standardindi
katoren
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der
Beweislo
sig
keit
nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6).
5.3.2
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht in BGE 141 V 281 wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten
(E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Einzelfall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern In
dizien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3).
5.3.3
Aus dem Gutachten ergibt sich hinreichend, dass die Ausprägung der
psychi-schen
diagnoserelevanten Befunde nicht stark ins Gewicht fällt. So führte
Dr.
B._
aus, dass das Bewusstsein, die Orientierung, die Aufmerksamkeit, die Konzentration und das Gedächtnis nicht eingeschränkt seien. Formale Denk
störungen, Wahn, Ich-Störungen, zirkadiane Besonderheiten und Sinnes
täu
schun
gen seien nicht vorhanden. Auch ein Zwangsverhalten zeige sich nicht, ausser einigen hypochondrischen Befürchtungen. Der Beschwerdeführer sei gefühlsmässig ausgeglichen, in der Regel gut gestimmt und zeige eine gute affektive Schwingungsfähigkeit. Die Affekte seien nicht verarmt oder verflacht. Der Antrieb und die Psychomotorik seien weder gesteigert noch verarmt. Es bestehe weder sozialer Rückzug noch Aggressivität oder Suizidalität. Der Rap
port sei gut herstellbar und das Intelligenzniveau wirke unter Berücksichtigung der schulischen und beruflichen Bildung sowie des klinischen Eindrucks durch
schnittlich. Der Beschwerdeführer sei motiviert, im gleichen Stil weiterzuleben. Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung seien keine feststellbar. Der Beschwer
deführer sei auf die Schmerzen fixiert, er äussere hypochondrische Befürchtun
gen und zeige eine Schmerzausdehnung. Auch würden die Schmerzen den Hauptfokus des Interesses bilden und lägen auf der Schmerzskala von 0-10 auf Stufe 5-6 (
Urk.
7/86 S. 38). Eine psychische Komorbidität bestehe nicht (
Urk.
7/86 S. 41).
Des Weiteren konstatierte
Dr.
B._
, der Beschwerdeführer lebe seit Jahren in einer stabilen Partnerschaft, helfe im Café seines Lebenspartners mit und führe Gespräche mit der Kundschaft. Unter der Woche stelle er verschiedene Kuchen her, welche im Café am Wochenende benötigt würden. Er sei auch fähig, die Leute psychisch zu unterstützen. Die Eltern als auch der Bruder hätten unterdessen akzeptiert, dass er einen Mann als Partner habe (
Urk.
7/86 S. 36). Die traumatischen Erlebnisse während des Krieges in
F._
habe er in einer ambulanten psychiatrischen Behandlung im Jahr 2009 verarbeiten können, so dass er die Therapie wieder habe aufgeben können (
Urk.
7/86 S. 35). Der Beschwerdeführer verfügt demnach über gute soziale Kontakte und persönliche Ressourcen und pflegt einen ausgefüllten Alltag mit unterschiedlichen Aktivi
täten.
Gesamthaft ist aufgrund dieser Feststellungen der Schweregrad als auch die Kon
sistenz der funktionellen Auswirkungen der Schmerzstörung als gering zu werten. Demnach ist auch unter Berücksichtigung der beachtlichen
Standardin
dikatoren
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
somatoforme
Schmerzstörung keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zei
tigt.
Der Beschwerdeführer ist damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in seiner angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfä
hig, womit keine Erwerbseinbusse und damit kein rentenrelevanter
Invaliditäts
grad
resultiert. Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen.
5.4
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den
beschwer
deweise
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
Soweit der Beschwerdeführer beantragte, es sei sein Anspruch auf berufliche Massnahmen festzustellen
,
ist demnach festzuhalten, dass die
Beschwerdegeg
nerin
in der angefochtenen Verfügung nicht darüber entschied
en hat
und dies
e
somit nicht Anfechtungsgegenstand des vorliege
nden Beschwerdeverfahrens bilden
.
6.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
800.-- festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.