Decision ID: e05965c0-3b72-539c-b893-cae2a705e18b
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer reiste am 3. November 2015 in die Schweiz ein und
suchte am 5. November 2015 um Asyl nach. Am 20. November 2015 wurde
er im Empfangs- und Verfahrenszentrum zur Person befragt (BzP). Die
Vorinstanz hörte den Beschwerdeführer am 12. Februar 2018 zu seinen
Asylgründen an.
Im Wesentlichen machte der Beschwerdeführer geltend, er stamme aus
B._, Distrikt C._, Provinz D._.
Er habe einen Onkel, welcher Mitglied bei den Taliban sei. Bereits während
seiner Kindheit beziehungsweise Jugend habe seine Familie aufgrund ei-
ner Erbschaftsstreitigkeit Probleme mit diesem Onkel gehabt. Dabei habe
der Onkel Unterstützung von einem weiteren Mitglied der Taliban,
E._, erhalten. Dieser sei seiner Familie ebenfalls feindlich gesinnt.
Im Jahr 2003 habe er den Dienst als (...) angetreten. In dieser Funktion sei
er im Jahre 20(...) an der Festnahme von E._, dessen Bruder
F._ und eines weiteren Bruders beteiligt gewesen. Dabei sei es zu
einem Schusswechsel gekommen, bei welchem der Sohn von E._
angeschossen worden und von einem Dach gefallen sei. Seither sei dieser
gelähmt. Da er der Jüngste in der (...) gewesen sei, hätten seine Kollegen
zu Unrecht behauptet, er habe auf den Sohn geschossen, so auch
E._. Dieser habe ihm deshalb mit Rache gedroht. Zudem sei er an
weiteren Festnahmen von führenden Taliban-Mitgliedern beteiligt gewe-
sen. Im Jahre 20(...) sei F._ aus der Haft entlassen worden und
habe im Auftrag von E._ begonnen, ihn zu suchen. Auch habe er
seine Verlobte angegriffen und verletzt. Sodann hätten die Taliban im sel-
ben Jahr beim Dorfältesten in einem Brief die Überstellung sämtlicher (...)
gefordert. Er habe sich daraufhin entschlossen, das Land zu verlassen.
Nach seiner Ausreise im Jahre 20(...) habe er im Ausland gelebt, sei jedoch
diverse Male nach Afghanistan zurückgeschafft worden. Er sei nie lange
dort geblieben und habe sich letztendlich in G._ niedergelassen.
E._ sei im Jahre 20(...) aus dem Gefängnis entlassen worden. Die-
ser habe die Schwiegereltern unter Druck gesetzt, um die Scheidung sei-
ner Ehe zu bewirken. Seine Frau, seine Eltern und sein Bruder seien da-
raufhin ebenfalls nach G._ geflüchtet.
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Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer seine Tazkera im Original mit
Übersetzung, diverse Fotografien aus der Dienstzeit sowie ein Schreiben
eines Bezirksvorstehers mit Übersetzung zu den Akten.
B.
Mit Verfügung vom 3. Oktober 2018 stellte die Vorinstanz fest, der Be-
schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylge-
such ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz, schob den Vollzug
jedoch wegen Unzumutbarkeit zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme auf.
C.
Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 5. November 2018 Be-
schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt, die Ziffern 1 bis 3
der angefochtenen Verfügung (Flüchtlings- und Asylpunkt sowie Anord-
nung der Wegweisung) seien aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft sei
zu anerkennen und es sei ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter seien die
Ziffern 1 bis 3 der angefochtenen Verfügung aufzuheben und es sei die
Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Ferner sei
ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen, auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses sei zu verzichten und es sei ihm ein Rechtsbeistand
seiner Wahl zu bestellen.
Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer unter anderem diverse Foto-
grafien zu den Akten.
D.
Mit Zwischenverfügung vom 13. November 2018 hiess die Instruktionsrich-
terin die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung –
inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses – sowie um
Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung gut und forderte
den Beschwerdeführer dazu auf, innert Frist eine Rechtsvertretung zu be-
zeichnen und zu bevollmächtigen, welche ihm als amtlicher Rechtsbei-
stand beigeordnet werden soll.
E.
Der Beschwerdeführer gab am 16. November 2018 eine Vollmacht vom
15. November 2018 mit der von ihm mandatierten Rechtsvertretung zu den
Akten.
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F.
Die Instruktionsrichterin setzte mit Zwischenverfügung vom 20. November
2018 den vom Beschwerdeführer mandatierten Rechtsvertreter als amtli-
chen Rechtsbeistand ein. Gleichzeitig lud sie die Vorinstanz zur Vernehm-
lassung ein.
G.
Die Vorinstanz beantragt in der Vernehmlassung vom 29. November 2018
sinngemäss die Abweisung der Beschwerde. Im Einzelnen äusserte sie
sich zu den geltend gemachten Behelligungen der Angehörigen des Be-
schwerdeführers sowie zum Spitalaufenthalt der Ehefrau.
H.
Innert angesetzter Frist reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom
19. Dezember 2018 die Replik ein. Ferner gab er einen Arztbericht der (...)
Clinic, Dr. H._, vom 27. Oktober 2018 betreffend die Ehefrau des
Beschwerdeführers sowie die Kostennote des Rechtsvertreters zu den Ak-
ten.
I.
Mit Eingabe vom 18. März 2019 ersuchte der Rechtsvertreter um Entlas-
sung aus dem amtlichen Mandat und Einsetzung von MLaw Reto Ragettli.
Einen allfälligen Honoraranspruch trat er an die Rechtsberatungsstelle ab.
J.
In ihrer Zwischenverfügung vom 8. April 2019 entliess die Instruktionsrich-
terin den amtlichen Rechtsbeistand aus seinem Mandat und setzte gleich-
zeitig MLaw Reto Ragettli als neuen amtlichen Rechtsbeistand des Be-
schwerdeführers ein.
K.
Mit Eingabe vom 26. Juli 2019 gab der Beschwerdeführer eine (...) der
(...), PD. Dr. med. I._, vom 1. Februar 2019, ein ärztliches Attest
sowie ein ärztliches Schreiben von J._, von Facharzt für Allgemeine
Medizin, (...), vom 3. Juli 2019 beziehungsweise vom 9. Juli 2019 zu den
Akten.
L.
Am 20. August 2019 reichte der Beschwerdeführer eine weitere Kosten-
note seines Rechtsvertreters zu den Akten.
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Seite 5
M.
Mit Eingabe vom 12. Mai 2020 erkundigte sich der Beschwerdeführer beim
Gericht nach dem aktuellen Verfahrensstand.
N.
Die Instruktionsrichterin forderte den Beschwerdeführer mit Zwischenver-
fügung vom 18. Juni 2020 auf, dem Gericht innert Frist seine aktuellen fi-
nanziellen Verhältnisse darzulegen.
O.
Nach gewährter Fristverlängerung ging beim Gericht mit Eingabe vom
17. Juli 2020 das ausgefüllte Formular "Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege" mit diversen Dokumenten betreffend die finanziellen Verhältnisse
des Beschwerdeführers ein.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 (AS
2016 3101; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren
gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Än-
derung des AsylG vom 25. September 2015).
1.2 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig
und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-
gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwer-
deführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert
(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist
einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
2.1 Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden die Flüchtlingseigen-
schaft, der Asylpunkt sowie die Wegweisung. Der Wegweisungsvollzug ist
nicht mehr zu prüfen, nachdem die Vorinstanz den Beschwerdeführer zu-
folge Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufgenommen
hat.
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2.2 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-
gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE
2014/26 E. 5).
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken.
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-
machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt
dabei ständiger Praxis. Darauf kann verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3
E. 6.5.1 sowie 2012/5 E. 2.2).
4.
Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die
Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen an
das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die Flücht-
lingseigenschaft nach Art. 3 AsylG stand.
Zur Begründung führt die Vorinstanz zur Glaubhaftigkeit der Vorbringen
aus, der Beschwerdeführer habe anlässlich der Anhörung zuerst nicht er-
wähnt, dass er für die Verletzung des Sohnes von E._ verantwort-
lich gemacht werde, sondern dieses entscheidende Element erst bei sei-
nen späteren Schilderungen vorgebracht. Sodann seien seine Vorbringen,
insbesondere bezüglich der geäusserten Drohungen sowie der Suche
nach ihm, unsubstantiiert und ohne persönliche Merkmale ausgefallen. Es
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könne nicht geglaubt werden, dass er wegen seiner Tätigkeit als (...) von
E._, dessen Bruder F._ sowie dem eigenen Onkel bedroht
und gesucht worden sei. Bei dieser Ausgangslage könne auf eine einge-
hende Würdigung des als Beweismittel eingereichten Bestätigungsschrei-
bens des Bezirksvorstehers, dessen Inhalt im Übrigen nicht aussagekräftig
sei, verzichtet werden.
Zu Art. 3 AsylG hält die Vorinstanz sodann fest, selbst wenn der Beschwer-
deführer das Heimatland verlassen hätte, weil die Taliban, wie von ihm vor-
gebracht, sämtliche (...) in der Region verfolgt habe, sei nicht davon aus-
zugehen, dass er über ein (...) später deshalb noch persönlich gesucht
werde. Ferner komme der Scheidungsforderung seiner Schwiegereltern
keine flüchtlingsrechtliche Relevanz zu. Des Weiteren könne seinen Vor-
bringen nicht entnommen werden, es bestehe begründete Furcht, dass er
aufgrund seiner ethnischen Zugehörigkeit zu den (...) beziehungsweise
seiner religiösen Zugehörigkeit zu den (...) verfolgt werde. Schliesslich
seien die geltend gemachten Probleme in den Drittstaaten G._ und
K._ aufgrund der fehlenden flüchtlingsrechtlichen Relevanz nicht
näher zu erörtern.
5.
In der Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerdeführer vorab geltend,
seine Verfolger seien mittlerweile darüber informiert, dass er in die Schweiz
geflüchtet sei. Vor zwei Monaten hätten die Leute von E._ die Ehe-
frau zu Hause angegriffen und sie habe hospitalisiert werden müssen. Es
sei ihr gedroht worden, es würden alle getötet, sollte der Beschwerdeführer
nicht zurückkehren. Vor drei Monaten sei vom Vater verlangt worden, dass
der Bruder zu den Leuten von E._ gehen müsse.
Sodann habe er anlässlich der Anhörung in freier, ausführlicher und wider-
spruchsfreier Schilderung die relevanten Tatsachen dargelegt. Ferner wür-
den viele seiner Angaben Realkennzeichen und Details aufweisen sowie
persönliche und emotionale Komponenten enthalten.
6.
In der Vernehmlassung erachtet die Vorinstanz insbesondere die erneuten
Behelligungen der Angehörigen des Beschwerdeführers in G._ als
unsubstantiiert. Ferner erstaune es, dass sich die Ehefrau deshalb in
L._ pflegen lasse.
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Seite 8
7.
In der Replik hält der Beschwerdeführer fest, seine Ehefrau befinde sich
nicht in einer (...), sondern in einer (...) Klinik.
8.
Der Beschwerdeführer rügt in der Rechtsmitteleingabe, die Vorinstanz
habe den Massstab des Glaubhaftmachens nicht richtig angewendet und
ihn zu Unrecht nicht als Flüchtling anerkannt, mithin verletze sie Bundes-
recht.
Zunächst ist festzustellen, dass die Schilderungen des Beschwerdeführers
zu den Fluchtvorbringen von zahlreichen Zufällen geprägt sind. So habe
bereits der Vater Probleme mit E._ gehabt, als der Beschwerdefüh-
rer noch im Kindes- beziehungsweise Jugendalter gewesen sei (vgl. SEM-
Akten A19/25 F136). Später habe er selber, in der Funktion als (...), mit
diesem zu tun gehabt. Anlässlich der beschriebenen Verhaftung durch
mehrere (...) sei ausgerechnet er zu Unrecht für die schwere Verletzung
dessen Sohnes verantwortlich gemacht worden. Im K._ habe er
dann auch noch einen (...) von E._ getroffen, welcher anscheinend
wisse, dass er sich in der Schweiz aufhalte (a.a.O. F151).
Sodann ist nicht nachvollziehbar, dass von Seiten der (...) gegenüber
E._ kommuniziert worden sein soll, der Beschwerdeführer sei für
die Verletzungen des Sohnes verantwortlich. Einerseits ist schwer nach-
vollziehbar, weshalb dies überhaupt noch am Tatort mitgeteilt worden sein
soll. Andererseits erhellt aus den Ausführungen auch nicht, welches Motiv
die Kollegen gehabt haben könnten, den Beschwerdeführer gegenüber ei-
ner festgenommenen Person falsch anzuschuldigen. Dass der Grund darin
liege, dass er der jüngste (...) gewesen sei, erscheint nicht plausibel. Auch
ist – wie bereits von der Vorinstanz festgehalten – auffällig, dass die Be-
schuldigungen im Zusammenhang mit der Verletzung des Sohnes anläss-
lich der Anhörung erst nachträglich und eher zufällig vorgebracht wurden
(a.a.O. F74 sowie F99). Gleiches gilt für den geltend gemachten Angriff auf
seine Familie im Jahr 20(...) (vgl. a.a.O. F74 sowie F111).
Des Weiteren fällt auf, dass die Informationen darüber, dass der Beschwer-
deführer auch nach der Verhaftungsaktion im Jahre 20(...) im Fokus von
E._ und der Taliban gestanden haben soll, überwiegend von Dritt-
personen stammen. Teilweise gelangten auch deren Kenntnisse nur über
Vermittler zum Beschwerdeführer beziehungsweise stützt er sich auf Hö-
rensagen (vgl. a.a.O. F114 ff., F119, F151).
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Die Schilderungen des Beschwerdeführers wirken bisweilen konstruiert
und nachgeschoben. Auch wenn die Aussagen des Beschwerdeführers
stellenweise durchaus Details und Realkennzeichen enthalten, müssen
aufgrund des Ausgeführten insbesondere seine Verfolgung durch
E._ und dessen Umfeld als unglaubhaft eingestuft werden. Diesbe-
züglich kann weitergehend auf die zutreffenden Erwägungen der Vo-
rinstanz verwiesen werden.
Die auf Beschwerdeebene vorgebrachten neuen Behelligungen der Ange-
hörigen des Beschwerdeführers vermögen – auch in Anbetracht der bishe-
rigen Einschätzungen der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen – ebenfalls
nicht zu überzeugen. Diesbezüglich bleibt unter anderem unklar – trotz des
Hinweises auf die Organisation der Taliban –, wie die angeblichen Peiniger
die Angehörigen in G._ überhaupt hätten ausfindig machen kön-
nen. Die Person auf den eingereichten Fotos kann zudem nicht zuverlässig
als die Ehefrau des Beschwerdeführers identifiziert werden. Ort und Zeit
der Aufnahmen sind ebenfalls nicht bekannt. Sodann kann dem eingereich-
ten ärztlichen Bericht vom 27. Oktober 2018 nicht entnommen werden,
dass die Patientin tätlich angegriffen wurde. Nur als Ergänzung ist diesbe-
züglich festzuhalten, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung
erklärte, sein Vater behandle seine Ehefrau schlecht und habe diese auch
schon verletzt (vgl. A19/25 F165). Allfällige Verletzungen müssen also nicht
zwingend von aussenstehenden Dritten zugefügt worden sein.
Im Zusammenhang mit seiner Funktion als (...) sowie der angeblich im
Jahre 20(...) gestellten Forderung an den Dorfvorsteher, den Beschwerde-
führer der Taliban auszuhändigen, ist festzuhalten, dass in Ermangelung
einer glaubhaften aktuellen Verfolgung eine (...) Jahre zurückliegende Ge-
fährdungssituation heute keine flüchtlingsrechtliche Relevanz mehr zu ent-
falten vermöchte. Diesbezüglich ist im Übrigen festzuhalten, dass seine
Schilderung, wie die Taliban angeblich in den Besitz einer Fotografie, wel-
che ihn in (...) zeige, gekommen sein soll (vgl. A19/25 F119), lebensfern
sowie äusserst konstruiert wirkt und nicht als glaubhaft qualifiziert werden
kann.
9.
Aufgrund des Ausgeführten ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die
Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein
Asylgesuch abgelehnt hat.
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10.
Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus
der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt.
Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-
haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl.
BVGE 2009/50 E. 9, BVGE 2013/37 E. 4.4.). Die Wegweisung wurde dem-
nach zu Recht angeordnet.
11.
Die Vorinstanz hat in ihrer Verfügung vom 3. Oktober 2018 die vorläufige
Aufnahme des Beschwerdeführers in der Schweiz angeordnet, weshalb
sich weitere Ausführungen zum Wegweisungsvollzug erübrigen.
12.
12.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit Zwischen-
verfügung vom 13. November 2018 wurde ihm die unentgeltliche Rechts-
pflege gewährt. Die mit Eingabe vom 17. Juli 2020 dargelegten aktuellen
Einkommens- und Vermögensverhältnisse rechtfertigen kein zurückkom-
men auf die in der erwähnten Zwischenverfügung gewährte Kostenfreiheit.
12.2 Der bis am 9. April 2019 für den Beschwerdeführer tätige Rechtsbei-
stand reichte mit Eingabe vom 19. Dezember 2018 eine Kostennote ein.
Insgesamt macht er einen zeitlichen Aufwand von 220 Minuten zu einem
Stundensatz von Fr. 150.– sowie Barauslagen von Fr. 38.– geltend. Die
aufgeführten Aufwände erweisen sich als angemessen und das auszurich-
tende Honorar ist auf insgesamt Fr. 588.– festzusetzen. Seinen Honorar-
anspruch hat der Rechtsvertreter mit Schreiben vom 18. März 2019 an die
HEKS Rechtsberatungsstelle abgetreten.
12.3 Der aktuell mandatierte Rechtsbeistand reichte mit Eingabe vom
20. August 2019 eine Kostennote ein, in welcher er einen zeitlichen Auf-
wand von 105 Minuten zu einem Stundensatz von Fr. 220.–, zuzüglich Bar-
auslagen in der Höhe von Fr. 38.–, geltend macht. Die aufgeführten Auf-
wände erweisen sich als angemessen und das auszurichtende Honorar ist
auf insgesamt Fr. 423.– festzusetzen.
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