Decision ID: 2676e1ea-cdc4-4663-9f15-e1ddeb7ca4f0
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1972, meldete sich am 11. März 1998 bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug (berufliche Massnahmen, Rente) an (Urk. 6/1 Ziff. 7.8).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfügung vom 24. Oktober 2000 bei einem Invaliditätsgrad von 42 % eine halbe (Härtefall-) Rente ab September 1998 zu (Urk. 6/50). Dies wurde
letztin
stanzlich
vom Bundesgericht mit Urteil vom 2. Dezember 2002 (Urk. 6/86) be
stätigt.
Mit Verfügung vom 16. Mai 2003 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine ganze Rente ab Dezember 2001 zu (Urk. 6/101). Am 1. Juni 2006 teilte die IV
Stelle dem Versicherten mit, er habe bei einem Invaliditätsgrad von 100 % wei
terhin Anspruch auf die bisherige Rente (Urk. 6/110). Am 2
9.
Juni 2010 erstat
teten die Ärzte der
Y._
ein Gutachten im Auftrag der IV-Stelle (
Urk.
6/131/1-24).
Mit Verfügung vom 16. November 2011 (Urk. 6/146) hob die IV-Stelle die am 16. Mai 2003 zugesprochene ganze Rente - mit der Begründung, die
Rentenzu
sprache
sei zweifellos unrichtig gewesen - wiedererwägungsweise auf und setzte sie auf eine halbe Rente herab. In Gutheissung der dagegen erhobenen Be
schwerde hob das hiesige Gericht mit Urteil vom 1
2.
März 2013 die
Herab
setzungsverfügung
auf (
Urk.
6/155).
1.2
Am 1
0.
Juni 2013 reichte der Versicherte den ihm von der IV-Stelle unterbreite
ten Fragebogen (
Urk.
6/160) ein. Am
3.
September 2013 fand ein
Informations
gespräch
mit dem Versicherten statt (vgl.
Urk.
6/193).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/196,
Urk.
6/200) hob die IV-Stelle die bisher ausgerichtete Rente mit Verfügung vom
6.
Januar 2014 (
Urk.
6/208 =
Urk.
2) auf.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Im Regelfall kann eine rechtskräftig zugesprochene Dauerleistung - wie nament
lich die Invalidenrente - nur überprüft und angepasst werden, wenn eine relevante Änderung eingetreten ist (Art. 17 ATSG).
Von dieser Regel weicht
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 des Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG
) ab. Gemäss dieser Bestimmung
werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft.
Ergibt die Überprü
fung, dass keine versicherungsrechtlich massgebende Erwerbsunfähigkeit (vgl. Art. 7 ATSG) vorliegt,
so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind
.
1.
3
Die genannte Überprüfung trotz fehlendem Revisionsgrund ist nicht zulässig bei Personen, die am 1. Januar 2012 das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet wurde, seit mehr als 15 Jahren eine Rente bezogen haben (
lit
. a Abs. 4 der erwähnten Schlussbestimmungen).
1.4
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt.
Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjäh
riger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter
Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psy
chisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; „Flucht in die Krankheit"); ein unbefriedigendes Behandlungsergebnis trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte
Rehabilitati
onsmassnahmen
bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung (koopera
tive Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - aus
nahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3 ff.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, die Diagnosen, die zur
Rentenzusprache
geführt hätten, gehörten zu den
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage (S. 1 unten). Die - näher dargelegte - Prü
fung der massgebenden Kriterien (S. 2) lasse darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer die Folgen der Gesundheitsbeeinträchtigung überwinden könnte, weshalb die Beschwerden nicht als invalidisierend im Rechtssinne zu werten seien (S. 2 unten).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich in seiner Beschwerde (
Urk.
1) auf den Stand
punkt, in versicherungsmedizinischer Hinsicht liege tatsächlich kein somatischer Befund vor, aufgrund dessen eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen wäre (S. 5
Ziff.
2). Die Prüfung der im Bereich der
somatoformen
Schmerzstö
rung
massgebenden Kriterien sei eine von den rechtsanwendenden Behörden zu klärende Rechtsfrage; unabdingbare Grundlage für die Beurteilung der Rechts
frage seien fachärztliche Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszustand und zum aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leistungspotential (S.
5 f.
Ziff.
3).
Auf das
Y._
-
Gutachten könne in diesem Zusammenhang nicht abgestellt wer
den (S. 6
Ziff.
4); es setze sich nicht mit den genannten Kriterien auseinander (S. 6 f.
Ziff.
4.1), die Schmerzproblematik sei ausgeprägt (S. 7 f.
Ziff.
4.2), es fehle eine Auseinandersetzung mit einer
- im Jahr 2000 (vgl.
Urk.
6/32) - vorausgegangenen fachärztlichen Beurteilung (S. 9
Ziff.
4.4), und hinsichtlich der Bezugsdauer der Rente handle es sich um einen Grenzfall (S. 9 f.). Auch sei
die zeitliche Distanz der Verfügung vom Januar 2014 zum 2010 erstatteten
Y._
-
Gutachten unannehmbar gross (S. 10
Ziff.
4.5).
2.3
Strittig und zu prüfen ist mithin, ob die gestützt auf die Schlussbestimmungen zur
6.
IV-Revision erfolgte Rentenaufhebung rechtens ist.
3.
3.1
Gemäss Feststellungsblatt vom
6.
März 2000 (
Urk.
6/35) erging die
Rentenzu
sprache
im Jahre 2000 gestützt auf ein am
2.
Februar 2000 von
Dr.
med.
Z._
,
Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattetes Gutach
ten (
Urk.
6/32). Der Gutachter hatte folgende Diagnosen gestellt (S. 4
Ziff.
4):
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) als Ausdruck einer psychogenen Angststörung (F43.2) mit
hypochondrisch-ängstlicher-neurasthenischer Reaktion (F45.2, F41.1, F48.0) bei einer
retardierten, einfachstrukturierten (F60.8) grenzbegabten Persön
lichkeit (F70.0)
Er hatte unter anderem ausgeführt, die Erklärung für das seines Erachtens bewusstseinsferne
aggravierte
Verhalten des Exploranden - die Diskrepanz zwi
schen objektiven Befunden und subjektiven Klagen - sei seines Erachtens in einer typischen Konstellation zu sehen: Retardiert, mit grenzwertiger Intelligenz und sehr schwacher Bildung ausserstande, die körperlichen Beschwerden im Gefolge des bekannten Unfallgeschehens einzuordnen und zu verarbeiten, rea
giere der Explorand mit einer Anpassungsstörung und im Gefolge dessen mit ängstlichen, hypochondrischen und neurasthenischen Symptomen, zusammen
gefasst als
somatoforme
Schmerzstörung (S. 4
Ziff.
5). Es handle sich um eine psychogene Störung von Krankheitswert, welche die Arbeitsfähigkeit des Ex
ploranden seines Erachtens zu 40
%
einschränke (S. 5 oben).
3.2
Gemäss Feststellungsblatt vom 1
9.
März 2003 (
Urk.
6/
89
) erfolgte die
Zusprache
einer ganzen Rente im Jahr 2003 gestützt auf Arztberichte, denen gemäss eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (invalidisierende Rückenschmerzen) und eine mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen zu diagnostizieren waren (S. 1) und in denen eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestiert wurde (S. 2).
3.3
Am 2
9.
Juni 2010 ersta
ttete
Dr.
med.
A._
,
FMH Psychiatrie und Psycho
therapie, fallverantwortlicher Arzt
Y._
,
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
6/131/1-24). Er stützte sich auf die den Gutachtern überlassenen und von ihnen zusätzlich eingeholte
n
Akten (S. 2 ff.), ein neuro
logisches Fachgutachten (S. 6 f.; vgl.
Urk.
6/131/30-34), sein psychiatrisches
Fachgutachten (S. 7 ff.; vgl.
Urk.
6/131/35-42) und ein rheumatologisches Fachgutachten (S. 10 ff.; vgl.
Urk.
6/131/43-60).
Es wurden folgende - hier gekürzt angeführte - Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (S. 17
Ziff.
4.1):
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
intermittierendes chronisches
cervicales
Schmerzsyndrom
anhaltend
somatoforme
Schmerzstörung ICD-10 F45.4
dysphorische
Gestimmtheit im Sinne einer leicht- bis mittelgradigen de
pressiven Episode, F32.1,
chronifiziert
akzentuierte Persönlichkeitszüge vom hypochondrisch ängstlichen, retar
dierten, anamnestisch auch grenzbegabten Typ, Z73.1
Die von den drei Gutachtern erarbeitete Gesamtbeurteilung (vgl. S. 18 Mitte) ergab, dass die objektiven Befunde in keiner Weise der vom Exploranden sub
jektiv empfundenen und dargestellten Symptomatik und dessen Schlüssen hin
sichtlich der Arbeitsfähigkeit entsprächen; die subjektive Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit habe mit objektiven Gründen nicht abgestützt und erklärt werden können (S. 22 oben).
Die Gutachter kamen zum Schluss, dass der Beschwerdeführer in seiner ange
stammten Tätigkeit als Hilfsarbeiter nicht mehr arbeitsfähig sei (S. 22
Ziff.
6.2).
Für eine - näher umschriebene - angepasste Tätigkeit bestehe aus rheumatologi
scher Sicht eine Beeinträchtigung von 20
%
. Aus neurologischer Sicht bestehe für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit keine Beeinträchtigung. Aus psychi
atrischer Sicht bestehe eine Verminderung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 20
%
aufgrund der Depression und der anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung, wobei die Aggravationstendenz und die zumutbare
Willens
anstrengung
berücksichtigt seien, was den Unterschied zur Einschätzung durch
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.1) begründe (S.
22 f.
Ziff.
6.3).
3.4
Im psychiatrischen Fachgutachten vom 2
3.
Februar 2010 (
Urk.
6/131/35-42) wurde zum Tagesablauf festgehalten, der
Explorand schlafe meist erst in den frühen Morgenstunden ein und bleibe dann bis 11 Uhr im Bett. Nach dem Auf
stehen nehme er die Medikamente. Am Nachmittag versuche er zwischendurch eine Siesta zu machen, was ihm aber meistens nicht gelinge. Ansonsten liege er auf dem Sofa oder im Bett; er schaue viel fern. Am Nachmittag mache er ab und zu einen kleinen Spaziergang, maximal eine halbe Stunde. Gegen 3 Uhr morgens gehe er ins Bett. Im Haushalt müsse er nichts helfen (S. 3 oben).
Weiter wurde ausgeführt, der Explorand lebe zusammen mit der Ehefrau und seinen fünf Kindern - geboren 1995, 1997, 2001, 2005 und 2007 (S. 4 Mitte) -
in einer 41⁄2-Zimmerwohnung. Die Situation sei schwierig; er ertrage die Familie schlecht, vor allem Lärm und Auseinandersetzungen. Er habe wenig Kontakt zu Kollegen, lebe zurückgezogen. Er verkehre noch mit seinen Familienangehöri
gen; der Vater, zwei Brüder und eine Schwester lebten in der Schweiz. Die Ehe
frau gehe keiner ausserhäuslichen Arbeit nach (S. 3).
3.5
Am
8.
Juli 2012 berichtete
Dr.
me
d.
B._
,
Oberarzt, Rheumaklinik
,
C._
,
über seine gleichentags erfolgte Untersuchung (
Urk.
6/198/3-5).
Er nannte die folgenden - hier verkürzt angeführten - Diagnosen (S. 1):
thorakospondylogenes
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
Vitamin D Mangel
somatoforme
Schmerzstörung Erstdiagnose (ED) 2001
grenzwertige
Erythrozytose
ED 2010
habituelles Schnarchen
arterielle Hypertonie
Adipositas Grad II
In der aktuellen Untersuchung finde sich ein ausgeprägtes, „mechanisch“ beding
tes
thorakospondylogenes
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei ausgeprägter
Dekonditionierung
, Adipositas, muskulärer
Dysbalance
und
Wir
bel
säulenfehlhaltung
(S. 2 Mitte).
Klinisch und radiologisch fänden sich keine Hinweise für eine entzündlich-rheu
matologische Erkrankung. Eine frühere umfassende immunologische Ab
klärung sei diesbezüglich ebenfalls
bland
gewesen. Eine klassische
Fibromyalgie
liege nicht vor, wobei der Patient, wahrscheinlich im Rahmen der
somatofor
men
Schmerzstörung, Teilsymptome einer
Fibromyalgie
aufweise (S.
2).
3.6
Dr.
med.
D._
,
Facharzt FMH für Allgemeinmedizin
und seit jedenfalls 2002 behandelnder Arzt (vgl.
Urk.
6/155 S. 7 E. 4.5), führte am
4.
September 2013 aus, er bestätige, dass beim Patienten, den er seit vielen Jahren betreue, keine Verbesserung eingetreten sei. Im Gegenteil, es habe sich eine Gewichtszu
nahme eingestellt und der Patient klage immer wieder über stärkere
lum
bosakrale
Schmerzen. Aus seiner Sicht sei es nicht realistisch, den Patienten zu einer Arbeit zu zwingen, wenn er über 10 Jahre nicht gearbeitet habe (
Urk.
6/197).
4.
4.1
Die
Zusprache
einer Rente im Jahr 2000 und im Jahr 2003 erfolgte aufgrund der damals diagnostizierten anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung (vor
stehend E. 3.1 und 3.2).
Somit ist die gesetzliche Voraussetzung für eine Überprüfung ohne Vorliegen eines Revisionsgrundes gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG (vorstehend E. 1.2) erfüllt.
Die entsprechende Überprüfung wurde im Mai oder Juni 2013 eingeleitet: Der entsprechende Fragebogen wurde vom Beschwerdeführer am 10. Juni 2013 aus
gefüllt (Urk. 6/160). Seit der erstmaligen
Rentenzusprache
mit Wirkung ab 1. Oktober 1998 waren somit noch nicht 15 Jahre verstrichen, dies wäre frü
hestens am 1. September 2013 der Fall gewesen. Somit steht auch die
Rentenbe
zugsdauer
(vorstehend E. 1.3) einer Überprüfung nicht entgegen.
4.2
Die medizinischen Akten belegen einen weitgehend stationären Gesundheitszu
stand. Eben dies ist der Grund dafür, dass eine konventionelle
Leistungsanpas
sung
gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG, die eine Veränderung voraussetzen würde, nicht erfolgen kann und die Anspruchsprüfung lediglich aufgrund der in den Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision getroffenen Ausnahmeregelung mög
lich ist.
Vor diesem Hintergrund erweist sich der Einwand des Beschwerdeführers, das
Y._
-
Gutachten liege zu weit zurück (Urk. 1 S. 10 Ziff. 4.5), als nicht durch
schlagend. Im Bericht über die Untersuchung im
C._
von Mitte 2012 wurden weitgehend identische Befunde und Diagnosen genannt wie im Mitte 2010 er
statteten
Y._
-
Gutachten. Hinweise, dass sich zwischenzeitlich bis zum
Verfü
gungserlass
nennenswerte Änderungen ergeben hätten, sind weder aus den Akten ersichtlich noch konkret geltend gemacht worden.
4.3
Im
Y._
-
Gutachten wurde aus rheumatologischer und psychiatrischer Sicht (aber nicht kumulativ) eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % attes
tiert (vorstehend E. 3.3).
Damit bestand bereits gemäss ärztlicher Beurteilung eine Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten von 80 %, womit, davon ausgehend, Validen- und das Invalideneinkommen seien gestützt auf Tabellenlöhne zu ermitteln, kein anspruchsbegründender Invaliditätsgrad mehr bestand.
Wenn - wie hier - bereits aus medizinscher Sicht die Arbeitsfähigkeit in einem nicht anspruchsrelevanten Umfang beeinträchtigt ist, besteht an sich keine Ver
anlassung, die ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit anhand der Kriterien der Schmerzrechtsprechung zusätzlich danach zu qualifizieren, ob sie
versiche
rungsrelevant
sei oder nicht.
4.4
Wie der Beschwerdeführer richtig festhielt, ist (oder - siehe vorstehend E. 4.3 - wäre) die Rechtsfrage, ob Beeinträchtigungen bei unklaren Beschwerdebildern anspruchsrelevant sind, von der Rechtsanwendung zu klären (Urk. 1 S. 5). Die dafür benötigten Informationen sind aus dem gesamten Aktenmaterial zu ge
winnen; auch entsprechende Angaben von Gutachtern sind dafür geeignet, aber nicht unabdingbar.
Nebst der anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung wurde eine leicht- bis mittelgradige depressive Episode diagnostiziert (vorstehend E. 3.3). Bei einer
mittelgradige
n
depressive
n
Episode
(
ICD-10 F32.1
)
handelt es sich
definitions
gemäss
um ein vorübergehendes Leiden,
und es liegt
ebenso
wenig wie bei der
Dysthymie
eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) im Sinne eines verselb
ständigten Gesundheitsschadens vor (
Urteil des Bundesgerichts 8C_80/2011 vom 14. Juni 2011 E. 6.3.2, SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203). Eine
psychische
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer
ist damit nicht gegeben
.
Das diagnostizierte
lumbovertebrale
und intermittierende
cervikale
Schmerzsyn
drom
weist
zwar auf
chronische körperliche Begleiterkrankungen
und einen
chronifizierte
n
V
erlauf
hin, dies jedoch angesichts der daraus resultierenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % in sehr geringer Intensität. Gemäss den Angaben im psychiatrischen Gutachten hat der Beschwerdeführer zwar wenig Kontakt zu Kollegen, verkehrt aber mit Verwandten (vorstehend E. 3.4);
ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens
ist somit nicht
aus
gewiesen
. Hinweise auf einen primären Krankheitsgewinn in dem Sinne, dass das Schmerzempfinden eine Art von
psychisch entlastende
r
Konfliktbewälti
gung
wäre, gibt es nicht. Schliesslich sind auch nebst einer Schmerzmedikation keine
konsequent durchgeführte
n ambulanten und/oder stationären
Behandlun
g
en
oder
gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung
aktenkundig.
Zusammengefasst führt demnach auch die Prüfung anhand der Kriterien der Schmerzrechtsprechung zum Schluss, dass im Verfügungszeitpunkt keine
an
spruchsrelevante
Einschränkung bestanden hat.
4.5
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die - aus den genannten Gründen zulässiger
weise erfolgte - Anspruchsprüfung ergeben hat, dass gemäss ärztlicher Beurtei
lung, wie auch in der Perspektive der Schmerzrechtsprechung, im
Verfügungs
zeitpunkt
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden hat, die einen weiteren Rentenanspruch zu begründen vermocht hätte.
Die angefochtene Verfügung, mit welcher die Beschwerdegegnerin die zu
gespro
chene Rente aufgehoben hat, erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
5.
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerle
gen.