Decision ID: 7d7f70ed-20ef-4b95-8452-a643c982220a
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren
1973,
verfügt über
eine in Slowenien absolvierte Lehre als Maurer
(Urk.
7
/
1
S. 1
-3
und S. 5).
Der
Versicherte war ab
1
.
Juni
2014
als
Mon
teur
Aussenwärmedämmungen
bei der
Y._
GmbH
in einem 100 %-Pensum tätig, wobei sein letzter Arbeitstag am 3. Oktober 2016
war
(vgl. Urk.
7
/19
/1-6
S.
1 f.
, Urk. 7/19/16
)
.
Vom
23. Januar bis 27. März 2017 nahm er die Arbeit
kurz
zeitig
in einem Teilzeitpensum wieder auf, stellte sie danach aber
gesund
heits
bedingt
wieder ein (vgl.
Urk. 7/17/7,
Urk. 7/19/18-
27
)
.
Unter Hinweis auf eine
seit
3.
Oktober 2016 bestehende
Diskushernie
meldete sich
der
Versicherte am
5
. April 2017
bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk.
7
/
1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte in der Folge die medizinische
sowie
erwerbliche Situation ab
und
zog Akten der
Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 7/10-12, Urk. 7/33, Urk. 7/36).
Am 18. April 2017 wurde der Versicherte am Rücken (
Fenestration
L5-S1 linksseitig und
Sequesterektomie
) a
m Universitätsspital Z._
operiert (vgl. Austritts
bericht Z._
vom 20. April
2017
[Urk. 7/15]). Nach absolvierter Rekonvaleszenz nahm der Versicherte die Arbeit Ende Juni 2017 vorübergehend teilzeitig wieder auf, aufgrund fortwährender Schmerzen konnte er jedoch nach wenigen Wochen nicht mehr arbeiten (vgl. Urk. 7/22-23,
Urk. 7/
68
/2-3
S. 1
).
Am
6
.
Oktober
2017 (Urk.
7
/
28
) teilte
die IV-Stelle
dem
Versicherten mit, dass aufgrund
seines
Ge
sundheitszustandes zurzeit keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich
seien.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
7
/
80
, Urk.
7
/
8
9
, Urk.
7/105
)
sprach
die IV-Stelle
dem Versicherten
mit Verfügung vom
12. Oktober
2020
(Urk.
2)
von
Oktober 2017 bis Mai 2019 eine
befristete ganze Rente zu
.
2.
Hiergegen erhob
der
Versicherte am
13
.
November
2020 (Urk. 1) Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom
12
.
Oktober 2020
sei aufzuheben und es sei die
Sache an die
Beschwerdegegnerin z
urückzuweisen
,
damit diese eine externe Be
gut
achtung (Rheumatologie/Neurologie/Orthopädie/Psychiatrie) einhole und her
nach erneut über seine gesetzlichen Ansprüche entscheide
(S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
4
.
Januar
2021
(Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde, was
dem
Beschwerdeführer mit Verfügung vom
5
.
Januar
2020 (Urk.
8
) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.
4
Sowohl
das
Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale Sozialversi
cherungs
prozess sind vom
Untersuchungsgrundsatz
beherrscht. Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende
Klarheit besteht. Führen die im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatz
es von A
mtes wegen vorzunehmenden Abklärungen den Versicherungsträger oder das Ge
richt bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweis
wür
digung (BGE 132 V 393 E. 4.1 S. 400) zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten, und es könnten weitere
Beweis
massnahmen
an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Ver
zicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine
Verletzung
des Anspruchs auf
rechtliches Gehör (antizipierende Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f.
mit weiteren Hinweisen). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen
Abklärungsmassnahmen
noch neue
wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_
662/2016 vom 15. März 2017 E. 2.2 mit Hinweis).
1.
5
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt
nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nach
vollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE
125 V 351 E. 3b/
ee
). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässig
keit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
Reine Aktengutachten sind praxisgemäss be
weiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sach
verhaltes geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil 8C_239/2008 E. 7.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in ihrer Verfügung vom 12. Oktober
2020 (Urk. 2) aus,
sie habe die Berichte der behandelnden Ärzte und Ärztinnen sowie die Akten der Krankentaggeldversicherung eingeholt und geprüft.
Seit
Oktober 2016 sei der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig. Das Wartejahr habe er im Oktober 2017 erfüllt. Zu diesem Zeitpunkt
sei
er auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Dies entspreche einem Invaliditätsgrad von 100 %, womit Anspruch auf eine ganze Rente bestehe.
Im Verlauf habe sich s
ein Gesundheitszustand wieder verbessert. Seit Februar 2019 sei er in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig
.
Eine Verbes
se
rung der gesundheitlichen Situation müsse mindestens drei Monate andauern, bevor sie berücksichtig
t
werden könne.
Nach Einwand habe sie weitere Unter
lagen eingeholt. Gemäss der medizinischen Beurteilung
sei
aus den neu einge
holten Unterlagen keine wesentliche Änderung hervor
gegangen
. Ein Gutachten sei nicht zwingend erforderlich. Auch der regional
e
ärztliche Dienst (RAD) könne eine langjährige Erfahrung vorweisen. Daher bestehe kein Grund zur Annahme, dass die abgegebene Stellungnahme ungenügend sei. Es sei bemängelt worden, dass kein strukturiertes Beweisverfahren durchgeführt worden sei. Dies sei dann durchzuführen, wenn psychiatrische Diagnosen ausgewiesen seien, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Dies sei nicht der Fall. Selbst wenn ein
– vor
liegend nicht gerechtfertigter -
voller
leidensbedingter Abzug von 25 %
gewährt würde, ergäbe sich bei einem Einkommen ohne gesundheitliche Einschränkung von Fr. 63'700.-- und einem Einkommen mit gesundheitlicher Einschränkung von Fr. 67'406.-- eine Erwerbseinbusse von Fr. 16'851.50, was einem Invalidi
tätsgrad von 25 % entspreche.
Von Oktober 2017 bis Mai 2019 bestehe Anspruch auf eine ganze Rente.
Ab Juni 2019 sei kein Rentenanspruch ausgewiesen
(S. 4 f.).
2.2
Der
Beschwerdeführer stellte sich hingegen in
seiner
Beschwerde vom
13
.
Novem
ber
2020 (Urk. 1) auf den Standpunkt,
die Beschwerdegegnerin habe sich bei ihrem Entscheid auf die Beurteilung des RAD gestützt. Es bestünden Zweifel an der Vollständigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung des RAD. Die Beschwerde
gegnerin hätte daher zwingend weitere A
bklärungen im Hinblick auf Art.
43 ATSG an die Hand nehmen müssen
(S.
5
f.).
Zudem halte die Beschwerde
gegnerin einen leidensbedingten Abzug des Tabellenlohnes für nicht gerechtfertigt. Auf
grund seiner gesundheitsbedingten Defizite in Verbindung mit seinen mangel
haften Deutschkenntnissen bei unqualifizierte
n
Hilfstätigkeiten
des untersten Kompetenzniveaus
sei ein leidensbedingter Abzug gerechtfertigt (S. 7 f.).
Weiter
liege ein Gesundheitsschaden vor, welcher bereits zu Einbussen
beziehungsweise
Ausfällen der erwerblichen Leistungsfähigkeit geführt habe. Die Beschwerde
gegnerin sei daher auch anzuweisen, den Anspruch auf berufliche Massnahmen zu prüfen (S. 8 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Sachverhalt genügend abgeklärt worden ist und damit ein Entscheid über den Rentenanspruch ergehen konnte und falls ja, ob sich
dieser im Anspruch auf eine befristete ganze Rente von Oktober 2017 bis Mai 2019 erschöpft.
Dabei unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer seit dem
4
.
Oktober 2016
in seiner angestammten Tätigkeit als
Maurer/Monteur Aussendämmung
auf Dauer nicht mehr arbeitsfähig ist und ebenso bis
mindestens
im
Februar
2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit bestand (E. 2.1-2), weshalb zu
mindest von Oktober 2017 bis Mai 2019 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente bestand. Dies ist mit der Sach- und Rechtslage vereinbar (
vgl.
E. 1.1-3 vorstehend,
Art. 88a
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV],
Urk. 7/12/24-28,
Urk. 7/12/50, Urk. 7/15,
Urk. 7/19/11-12,
Urk. 7/21/
1
-6,
Urk. 7
/34, Urk. 7/38/6-
14
,
Urk. 7/40
, Urk.
7/
46/7-10, Urk.
7
/46/17-21,
Urk. 7/78 S. 4
-6
).
3.
3.1
3.1.1
Oberarzt in Vertretung Dr. med.
A._
und Assistenzärztin Dr. med.
B._
von der
Klinik für Rheumatologie des Z._
stellten in ihrem
Austrittsbericht
vom 13. Februar 2018 (Urk. 7/46/
12
-
16
)
über
die
Hospitalisation
vom 3
1.
Januar bis 1
3.
Februar 2018
folgende Diagnosen:
-
Lumboradikuläres
Syndrom L5 und S1 links mit muskulärer Schwäche
-
ausgeprägte
Myogelosen
,
Osteochondrose
L5/S1 und Einengung S1 links
-
Status nach mikrochirurgischer
Fenestration
und
Sequesterektomie
L5/S1 links am 18. April 2017
-
Klinik
:
-
Seit Januar 2018 verstärkte
lumbovertebrale
Schmerzen links
-
Atrophie Bein links (Wadenumfang links 36 cm, rechts 38 cm)
-
Bildgebung
:
-
MRI Lendenwirbelsäule (LWS) 31. Januar 2017: Verglichen mit der Voruntersuchung vom 23. August 2017 bei bekanntem Status nach
Fenestration
und partieller Diskektomie links im Segment LWK 5/SWK 1 mit kleiner, unveränderter Resthernie deutlich progre
dientes Granulationsgewebe mit zunehmender Einengung des
Recessus
links und möglicher Affektion des deszendierenden S1 links.
-
Elektromyographie
und Elektroneurographie (ENMG) 5. Februar 2018
: keine Hinweise auf eine
Radikulopathie
L5 oder S
1.
In den
Myographien
des
Musculus
tibialis
anterior
links sowie des
Mus
cu
lus
gastrocnemius
links zeigen sich bei fehlender pathologischer
Spontanaktivitat
keine Hinweise auf eine akute neurogene Schä
di
gung der untersuchten Muskulatur. Keine sicheren Hinweise auf chronische neurogene Schädigung.
-
Therapie
:
-
Status nach
periradikuläre
r
Nervenwurzelinfiltration S1 links am 10. Oktober
2017
mit Ansprechen für 2-3 Monate
-
Infiltration Facettengelenke L4/5 und L5/S1 links am 6. Februar 2018
-
Unklare Leberwerterhöhung, differentialdiagnostisch medikamentös (Paracetamol), Differentialdiagnose chronische Hepatitis
-
Unklare
Thrombopenie
, differ
e
ntialdiagnostisch bei
Dig
3
-
Coombs
-Test negativ
-
Anstrengungsabhängige
Thoraxschmerzen
-
differentialdiagnostisch
pectanginös
, differentialdiagnostisch
musku
loskelettal
-
EKG: unauffällig
-
Anamnestisch Blutabgang ab
ano
-
am ehesten bei Hämorrhoiden
3.1.2
Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin
berichteten
Dr.
A._
und Dr.
B._
am 29. März 2018 (Urk. 7/46/7-10),
die letzte Kontrolle habe am 13. Februar 2018 stattgefunden (Ziff. 1.1). Für
körperliche Tätigkeiten mit insbesondere Heben schwerer Lasten hätten sie eine Arbeitsunfähigkeit attestiert (Ziff. 1.3
,
S. 2 oben
).
Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden keine er
schwerenden zusätzlichen Erkrankungen (Ziff. 2.5). Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die unklare Leberwerterhöhung, die unklare
Thrombopenie
, die anstre
ng
ungsabhängigen
Thoraxschmerzen
und der anamnes
tische Blutabgang (S. 2 Ziff. 2.6). Zum Zeitpunkt der letzten klinischen Kontrolle habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf bestanden (Ziff. 4.1).
3.
2
Hausarzt D
r.
med.
C._
,
Facharzt für Innere Medizin FMH, hielt in einem Schreiben vom 12. November 2018 (Urk. 7/58/7
)
zuhanden der Beschwerdegeg
nerin fest, er
kenne und betreue
den Beschwerdeführer (
inkl. Ehefrau und
deren gemeinsame
Tochter
)
seit 4.
Oktober
201
6.
Als langjähriger Hausarzt und in der Medizin seit 35 Jahren tätiger Arzt könne er sich beim besten Willen
k
einen somatischen Grund für
den
hartnäckigen Verlauf
vorstellen
.
Auffallend sei auch
der
appellative
Charakter, mit welchem sich der Beschwerdeführer mittels ver
krümmter Körperhaltung immer wieder in der Praxis zeige
beziehungsweise
zeigen wolle,
wie stark die Schmerzen seien.
3.
3
Dr. med.
D._
, Spezialarzt FMH für Chirurgie und Schmerzspezialist SGSS (vgl. Urk. 7/68/2-3),
bei welchem sich der Beschwerdeführer seit 30. August 2018 in
Behandlung
befand, führte in seinem Bericht vom 3. Dezember 2018 (Urk. 7/62/3-7)
aus
,
es handle sich um eine
schwere,
chronifizierte
Schmerzprob
lematik, einerseits auf neurogener, muskulärer, aber auch psychosozialer Ebene.
Es wäre
wichtig, nochmals Schmerzursachen mit minimalinvasive
r
Diagnostik zu suchen, um eine therapeutische Behandelbarkeit des Schmerzzustandes abschät
zen zu können (Ziff. 2.8). Beim
Beschwerdeführer, den er
erst so kurz kenne und therapeutisch mit ihm noch nicht
habe
arbeiten
können
,
könne
er
weder über die Behandelbarkeit des Schmerzzustandes noch über das Potenzial einer Einglie
de
rung im Moment eine Aussage machen (
Ziff.
5).
3.
4
Prof.
Dr. med.
E._
, Facharzt für Neurochirurgie
,
hielt in seinem Schreiben vom
14.
Januar
20
19 (Urk. 7/68/8)
über
die
ambulante Sprechstunde vom gleichen Tag fest, b
ei
m
besten Willen könne er hier in dieser äusserst anspruchsvollen psychosozial komplexen Situation
nicht
weiterhelfen.
3.
5
Am
4.
Februar 20
19 (Urk. 7/68/2-
3
)
berichtete Dr. D._
,
im Moment sei die Behandelbarkeit des Schmerzzustandes unklar. Der
Beschwerdeführer
sei
bei der IV angemeldet, voraussichtlich
werde
dieser Prozess aber lange dauern und unter
dessen
habe
er sich beim Sozialamt angem
eldet. Diese Situation erschwere
die Behandlung enorm. Einerseits
sei
die Unsicherheit bezüglich finanzieller Situa
tion und Rente ein stark belastende
r Faktor, anderseits führe
ein offenes Renten
verfahren häufig auch zu einer Selbstlimitation
(S. 2)
.
3.
6
Oberärztin Dr. med.
F._
und Assistenzärztin Dr.
med.
G._
von d
er Klinik für Rheumatologie des Z._
hielten in ihrem Bericht vom 26. Februar 2019 (Urk. 7/75)
fest
,
beim Beschwerdeführer bestehe ein chronisches
lumbo
spondy
logenes
Syndrom links bei
Wirbelsäulefehlhaltung
, Haltungsinsuffizienz sowie möglicher intermittierender
lumboradikulärer
Reizung L5/S1 links ohne
höher
gradiges
motorisches Defizit und ohne sensorisches Defizit.
Die
Atrophie im Bereich des linken Beines
sei
am ehesten im Rahmen des Nichtgebrauches
zu sehen
und zeig
e sich im Vergleich
zu
m
Februar 2018 nicht progredient. Leider sei es im Verlauf zu einer
Chronifizierung
der Schmerzsymptomatik gekommen.
Z
udem sähen sie auch die Behandelbarkeit aufgrund des laufenden IV-Verfahrens als erschwert
an
(S. 2)
.
3.
7
Dr. med
.
H._
,
Facharzt für
o
rthop
ädische
Chirurgie und Traumatologie
, vom RAD, nannte in seiner aktengestützten Stellungnahme vom 7. Mai
2019 (Urk. 7/78 S. 4-6) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 5 oben):
-
Chronisches
lumboradikuläres
Schmerz-Syndrom L5 und S1 links
-
Status nach mikrochirurgischer
Fenestration
und
Sequesterektomie
L5/S1 links am 18. April 2017
-
Lendenwirbelkörper (LWK) 5
/ Sakralwirbelkörper (SWK 1) mit kleiner, unveränderter Resthernie deutlich progredientes Granulationsgewebe mit zunehmender Einengung des
Rec
essus
links und möglicher Affek
tion des deszendierenden S1 links.
-
ENMG
vom 5.
Februar 2018: keine Hinweise au
f eine
Radiku
lo
pathie
Lendenwirbelsäule oder SI
. Keine Hinweise
auf eine akute neurogene S
chädigung des
Musculus
tibialis
anterior
und
Musculus
gastrocnemius
links. Keine
sicheren Hinweise auf chronische neuro
gene Schädigung.
-
Atrophie des linken Beines (Wadenumfang links 35.5 cm, rechts 37 cm) bei Schonung
-
ausgeprägte
Myogelosen
,
Osteochondrose
L5/S1 und Einengung S1 links
Daneben nannte Dr.
H._
folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 5 oben):
-
Leberwerterhöhung
-
Thrombopenie
-
Anstrengungsabhängige
Thoraxschmerzen
-
Verdacht auf Hämorrhoiden
Dr.
H._
führte aus, körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeit
en
, ohne Arbeiten auf Leitern
und Gerüsten, ohne
häufiges Treppensteigen, ohne wirbel
säulenbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten
(Bücken, Hocken, Kauern, Knien, Überkopfarbeit, Arbeiten in weiter Armvorhalte), ohne
häufige Rumpf
rotationen
und
ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände
seien zumutbar
. Andauernde
Vibrationsbelastungen und Nässe- / Kälteexposition
seien
ebenfalls zu vermeiden.
In der bisherigen Tätigkeit als Maurer/Aussenwärmedämmung be
stehe seit 10. Oktober 2016 auf Dauer eine 100
%
ige
Arbeitsunfähigkeit
. In ange
passter Tätigkeit habe vom 10. Oktober 2016 bis 26. Februar 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Danach bestehe medizinisch-theoretisch keine Arbeitsunfähigkeit, da die objektivierbaren Untersuchungsbefunde das Schmerz
ge
baren nicht erklären könnten.
Die Stärke und Dauer der Beschwerden
seien
durch die Untersuchungsbefunde nicht zu erklären. Es lägen erhebliche psycho
soziale Belastungsfaktoren vor. Der Ausgang der weiteren internistischen Dia
gnostik habe keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 5).
3.
8
Oberarzt Dr. med. I._
von der Klinik für
Rheumatologie
des Z._
hielt in seinem Bericht vom
23.
Juli 20
19 (Urk. 7/88/2-3)
fest, es sei eine
deutliche Schmerzuntermalung
festzustellen
. Wenngleich gewisse
Waddell
-Zeichen zu bestehen
schienen
, g
e
be es doch eine relativ umschriebene Irritation im Segment L5 links.
Diese gehe
einher mit haltungsabhängige
r
Provokation und morgend
licher Beschwerdeakzentuierung. Passend
dazu
sei das
MRI
vom Januar
2018
mit
Zeichen
einer
ak
tivierten
Spondylarthrose
L4/5 und
L5/S1
links
sowie eine
r
Modic
-Läsion im Segment L5/S1, klar linksbetont. Geplant
sei eine
schrittweise
interventionelle
Etagendiagnostik.
3.
9
PD Dr. med. J._
und As
sistenzarzt med.
pract
. K._
vom Institut für Diagnostische und
Int
erventionelle
Radiologie vom Z._
berichteten über ein
MRI
der LWS vom 23. September 20
19
tags darauf (Urk. 7/96/2), verglichen mit der Voruntersuchung vom 31. Januar 2018 sei
en
ein
s
tationäres Granulationsgewebe LWK5/SWK1
sowie eine
unveränderte
Diskusprot
r
usion
LWK 4/5
und eine aktivierte
Osteochondrose
LWK5/SWK1
festzustellen.
3.
10
Dr. I._, Klinik für Rheumatologie, Z._
,
führte in seinem Bericht vom
31.
Dezember
2019 (Urk. 7/99/3-5)
aus, das klinische
Bild
sei
unverändert.
Die
Schmerzen
würden
deutlich untermalt und das Ganze wirk
e
sehr theatralisch.
Lumbosakral
bestehe unverändert wie in der Vergangenheit eine Hyperalgesie (Schmerzüberempfindlichkeit).
Er kenne den Beschwerdeführer seit fünf Mona
ten. D
er
Befund
sei
absolut konstant und therapie
re
fraktär (
S. 1
). Es gebe
mit der
M
odic
L
äsion im MRI ein strukturelles Korrelat als Ursprung der Beschwerden, wenngleich Schmerzintensität und
Beeinträchtigung
in
keinem Verhältnis zum bildgeben
den Befund
ständen
(S. 1
f.
)
.
Eine psychosomatische Behandlung dürfte unmöglich sein, auch die
Introspektionsfähigkeit scheine
l
imitiert (S. 2 oben).
Es
beständen
zwar Veränderung
en
im MRI, diese seien aber insgesamt mild aus
geprägt und mit solchen
Veränderungen
,
wie sie
im MRI vorlägen
,
könne m
an vollständig schmerzfrei lebe
n und voll
belastbar
sein in jeder erdenklichen Tätigkeit
(S. 2 Mitte)
.
3.
11
Dr.
C._
nannte
in seinem Bericht vom
24
.
März
2020 (Urk. 7/100
/1-3
)
al
s Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Verdacht
auf
eine
soma
toforme Schmerzstörung
(Ziff. 1.2)
.
Die
Arbeitsfähigkeit
sei
weiter wie bisher
(Ziff. 4.1)
.
Er legte seinem Bericht den
Bericht von Dr. I._
vom 31.
Dezember 2019
(vgl. Urk. 7/100/4-6)
bei.
3.
12
RAD-Arzt
Dr.
H._
hielt
in seiner Stellungnahme vom
7
.
Mai
2020
(Urk.
7
/
109
S.
2
f.) nach Vorlage
der
neuen
medizinischen
Unterlagen (Be
richt von Dr.
C._
vom 1.
April 2020 sowie
die
Berichte
des Z._
vom
23
.
Juli, 24. September und
31.
Dezember 2019 [E. 3.
8-E. 3.11
vorstehend])
fest
,
die Schmerzintensität und Beeinträchtigung stünden in keinem Verhältnis zum bild
gebenden Befund. Radiologisch bestehe ein im Wesentlichen stationärer Be
fund im
Vergleich zur Voruntersuchung vom 31. Januar 2018 (
Dres
.
J._
/
K._, Z._
, 24. September 2019). Gegenüber der letzten RAD-Beurteilung vom 7. Mai 2019
(E. 3.7)
hätten sich keine wesentlichen neuen medizinischen Aspekte erge
ben.
4
.
4
.1
Als Grundlage für ihre Verfügung vom
12
.
Oktober
2020
(Urk. 2) dienten der
Beschwerdegegnerin gemäss den versicherungsinternen Feststellungsblättern vom
17
.
Juli 2019
und
26
.
August
2020
(Urk. 7/
78
, Urk. 7/
109
)
für die Beurteilung des
Gesundheitszustandes ab
Februar
2019
die Unterlagen des
Z._
(E. 3.1
, E. 3.6, E. 3.8-E. 3.
10
),
von Dr.
C._
(E. 3.
2
, E. 3.
11
), von Dr. D._
(E. 3.
3, E. 3.5
),
von Prof. Dr.
E._
(E. 3.
4
) sowie
insbesondere
die
darauf
aktengestützte
n
Stellungnahme
n
des RAD-Arztes Dr.
H._
(E. 3.
7
und E. 3.12
).
Die Beschwer
de
gegnerin schloss aus den ihr vorliegenden Unterlagen
,
dass der Beschwerde
führer
seit Oktober 2016 in seiner angestammten Tätigkeit auf Dauer arbeits
unfähig, jedoch spätestens seit
Februar
2019 in einer angepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung des von
Dr.
H._
formulierten Belastungsprofils zu 100 % arbeitsfähig
war
(E. 2.1).
4.2
RAD-Arzt Dr.
H._
konnte in
seinen
Stellungnahme
n vom
7. Mai 2019
und vom
7. Mai 2020
(E. 3.
7,
E. 3.12
)
gestützt auf alle ihm vorliegenden medizi
ni
schen Unterlagen nachvollziehbar darlegen, dass beim Beschwerdeführer
aus somatischer Sicht
aufgrund eines chronischen
lumboradikulären
Schmerzsyn
drom
s
L5 und S1 links zwar seit Oktober 2016 eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit als Maurer/
Monteur
Aussenwärmedämmerung besteht, aber
spätestens nach der Untersuchung an der
Klinik für Rheumatologie des Z._
im
Februar 2019 (E. 3.6),
unter Berücksichtigung des von ihm formulierten Be
lastungsprofils
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten Tätig
keit
auszugehen ist. Diese
Schlussfolgerung ist schlüssig und
steht in Einklang
mit
den
vorliegenden medizini
schen Unterlagen der Behandler.
So nannten Dr.
A._
und Dr.
B._
von der Klinik
für Rheumatologie vom Z._
am 13. Februar respektive am 29. März 2018 (E. 3.1) als einzige Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ebenfalls das
lumboradikuläre
Schmerz
syndrom und stellten fest, dass sie nur für körperliche Tätigkeiten mit insbe
sondere Heben schwerer Lasten eine Arbeitsunfähigkeit attestierten. Hausarzt Dr.
C._
konnte sich am 12. November 2018 (E. 3.2) keinen somatischen Grund für den hartnäckigen V
erlauf vorstellen. Dr. D._
sah die somatische Problematik
– neben
in
psychosozialen Gründen -
in
den
bekannten neurogenen und muskulären Ebenen,
konnte sich am 3.
Dezember 2018 (E.3.3) aufgrund
der kurzen Bekanntschaft mit dem Beschwerdeführer nicht zur Behandelbarkeit der Schmerzproblematik äussern und sah diese am 4. Februar 2019 (E. 3.5) insbesondere aufgrund des laufenden IV-Verfahrens als unklar an
. Prof. Dr.
E._
konnte am 14.
Januar 2019 (E. 3.4)
wegen
der psychosozialen Situation nicht weiterhelfen. Dr.
F._
und Dr.
G._
erläuterten am 26. Februar 2019 (E. 3.5), dass bezüglich des
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms kein
höhergradiges
motorisches Defizit und kein sensomotorisches Defizit besteht. Eine weiterge
hende als von Dr.
H._
beschriebene funktionelle Einschränkung stellten sie nicht fest. Zudem bemerkten sie, dass die Atrophie des linken Beines, welche auf Nicht
gebrauch
wegen Schonhaltung zurückzuführen ist, seit Februar 2018 nicht weiter progredient war.
Dementsprechend ist auch keine weiter
gehend
e Nichtbe
anspruch
ung
anzunehmen.
Die weiteren Abklärungen
respektive fortgeführte Diagnostik
des Z._
nach der ersten Stellungnahme von Dr.
H._
vom 7. Mai 2019 (E. 3.
7
)
brachte
n
keine neuen Erkenntnis
se. So waren die im MRI vom 23.
September 2019 festgestellten
Granulationsgewebe LWK5/SWK1 seit der Voruntersuchung vom 31. Januar 2018
stationär und die
Diskusprotrusion
LWK 4/5 unverändert (E. 3.
9
). Die festgestellte aktivierte
Osteochondrose
LWK5/SWK1 (E. 3.
9
)
ist gemäss Dr. I._
eine milde Veränderung, mit welcher
man vollständig schmerzfrei leben
kann
und voll
belastbar
ist
(E. 3.
10
).
Dr.
H._
kam in seiner Stellungnahme vom 7. Mai 2020 (E. 3.12)
daher nachvollziehbar
zum Schluss, dass sich gegenüber seiner letzten Beurteilung vom 7. Mai 2019 (E. 3.7) keine wesentlichen Veränderungen ergeben haben (E. 3.12).
Vom Beschwerdeführer selbst wird denn auch nicht angezweifelt, dass die Beurteilung von Dr.
H._
in
somatische
r Hinsicht
in Frage zu stellen wäre (E. 2.2).
Nach
dem Gesagten bestehen keine
auch
nur geringe
n
Zweifel an der Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit der
somatischen Beurteilung durch Dr.
H._
.
4.3
Was das Vorbringen des Beschwerdeführers hinsichtlich allfälliger Anhaltspunkte für das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung
– und damit
einem
psy
chisch bedingte
n
Leiden -
,
welchen die Beschwerdegegnerin in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nicht nachgegangen sei
(E. 2.2)
, angeht, kann ihm nicht gefolgt werden.
Eine psychiatrische Abklärung ist im vorliegenden Fall
nicht angezeigt. Abge
sehen vom behandelnden Hausarzt Dr.
C._
, welcher
-
ohne jedoch auf ein
e fachärztliche Einschätzung zurückzugreifen oder überhaupt selbst eine dies
be
züg
liche Befunderhebung vorgenommen zu haben
-
einzig in seinem Formu
lar
bericht vom
24
.
März
2020
(E. 3.11) einen
blossen
Verdacht
auf
eine somato
forme Schmerzstörung nannte, weisen alle Einschätzungen der übrigen konsul
tierten Ärzte nicht in diese Richtung. Dr.
C._
legte dem F
ormularbericht
lediglich die Berichte des Z._
bei, ohne sich im Wesentlichen überhaupt mit der Befundlage auseinanderzusetzen oder irgendwelche konkreten Ausführungen zu machen. Keiner der zur Behandlung der Schmerzen konsultierten (somatischen) Fachärzte, welche durch ihre Expertise einer allfälligen psychisch bedingten Ein
schränkungen in Form einer somatoformen Erkrankung gewahr sein müssen, äusserten einen diesbezüglichen
Verdacht. Vielmehr betonten sie die invaliden
versicherungsrechtlich nicht zu berücksichtigenden psychosozialen –
und
nicht etwa psychosomatischen - Umstände als Ursache für die an den Tag gelegte
Schmerzdarstellung
. So sprach Dr. D._
als Schmerzspezialist unter anderem von der psychosozialen Ebene als eine
r
Ursache der Schmerzproblematik (E. 3.3) und führte dementsprechend aus, dass
die Behandelbarkeit des Schmerzzustandes unklar ist, was er im Zusammenhang mit dem
laufenden
IV-Verfahren sah, da die Unsicherheit bezüglich der finanziellen Situation und der Rente ein st
a
rk belastender Faktor ist
und das laufende Rentenverfahren
häufig zu einer Selbst
limitation führt (E. 3.5). Ebenso sahen Dr.
F._
und Dr.
G._
die Behan
delbarkeit aufgrund des IV-Verfahrens als erschw
ert an (E. 3.6). Auch Dr. I._
verwies auf die deutliche Schmerzuntermalung und das theatralische Schmerz
vorbringen des Beschwerdeführers (E. 3.10). Selbst der behandelnde Hausarzt Dr.
C._
strich den
appellativen
Charakter in der Schmerzdarstellung her
vor (E. 3.2)
.
Genügend Anhaltspunkte für das Vorliegen eine
r
somatoformen
Schmerzstörung und somit eines psychischen Leidens
bestehen demnach nicht.
So ä
usserte
keiner der auf Schmerzen und deren Behandlung spezialisierten Fachärzte
auch nur den Verdacht eine
r
solchen, welcher Anlass für weiter
vorzunehmende Abklärungen
hätte sein können. Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG, zu welchen soma
toforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden zählen, setzt
aber
eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Darüber hinaus spri
cht der Umstand, dass der anwalt
lich vertretene Beschwerdeführer keinerlei diesbezügliche Unterlagen
–
etwa
in Form eines Nachweises einer psychiatrischen Behandlung -
einreichte dafür, dass keine entsprechenden Diagnosen oder gar nur Verdachtsdiagnosen gestellt werden konnten
.
Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes kann der Beschwerdegegnerin nicht
vorgeworfen werden.
Es besteht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein genügender Anhalt auf eine
n
Verdacht einer somatoformen Schmerzstörung, welche zusätzlicher Abklärungen bedürfte.
4.
4
Nach dem Gesagten kann auf die Beurteilung des RAD-Arztes Dr.
H._
abge
stellt werden
(E. 4.2)
.
Die Vorbringen
des Beschwerdeführers vermögen keine Zweifel an der Beurteilung des RAD sowie der Vollständigkeit und/oder Richtig
keit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung durch
die Beschwerdegegnerin zu erwecken. In Anbetracht der gegebenen Sach- und Rechts
lage sind von zu
sätzlichen medizinischen Abkl
ärungen keine
entscheidwesentli
chen
Erkenntnisse zu erwarten
(E. 4.3)
, weshalb darauf zu verzichten ist (
antizipierte Beweis
wür
digung; BGE 136 I 229 E. 5.3
).
Es ist somit spätestens
ab
Ende
Februar 2019 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen (E. 4.1-2 vorstehend).
5.
Für die wirtschaftlichen Auswirkungen
für die Zeit ab der gesundheitlichen Ver
besserung im Februar 2019
kann auf den vom Beschwerdeführer
zu Recht
grund
sätzlich nicht in Frage gestellten
– er machte lediglich die Gewährung eines leidensbedingten Abzuges geltend (E. 2.2) -
Einkommensvergleich
der Beschwer
degegnerin verwiesen werden (
E. 2.1, Urk. 2 S. 5
). So stellte
diese
dem zuletzt erzielten Einkommen (
Valideneinkommen
)
korrekterweise als zumutbares Invali
den
ei
n
kommen
ein
gestützt auf die Tabellenlöhne gemäss Tabelle
TA1_tira
ge_skill_level, Total,
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizeri
schen Lohnstrukturerhebung (LSE)
für Hilfsarbeiter
hypothetisches Einkommen
gegenüber, sodass selbst unter Gewährung eines nicht näher geprüften maximalen leidensbedingten Abzuges von 25 % ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von unter 40 % resultiert
e
(
E. 2.2,
Urk. 2 S. 5; vgl. auch Urk. 7/77). Damit erübrigen
sich Weiterungen zu einem vom Beschwerdeführer geltend gemachten leidens
bedingten Abzug (E.
2.2
).
Dementsprechend hat die Beschwerdegegnerin zu Recht von einer über
den
Mai 2019 hinausgehenden Ausrichtung einer Invalidenrente abgesehen (
vgl. E. 2.3, Art. 88a
Abs.
2 IVV
).
Die Beschwerde ist
demnach
abzuweisen.
6.
In der angefochtenen Verfügung vom
12. Oktober
2020
werden berufliche Mass
nahmen nicht behandelt und bilden somit auch nicht Streitgegenstand, weshalb auf diesbezügliche Ausführungen nicht einz
ugehen ist (
vgl.
Urk.
1
S.
8
f.). Es bleibt dem Beschwerdeführer jedoch unbenommen
,
sich erneut für berufliche Massnahmen anzumelden.
7
.
Ausgangsgemäss gehe
n die Verfahrenskosten von Fr. 8
00.-- zulasten des unter
li
egenden Beschwerdeführers (Art.
69 Abs.
1
bis
IVG).