Decision ID: 88eb273b-3a9f-5b6b-aac7-02846fcb65df
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer – ein somalischer Staatsangehöriger mit angebli-
chem Wohnsitz in B._ – reiste eigenen Angaben zufolge am 2. Ja-
nuar 2020 in die Schweiz ein, wo er am selben Tag um Asyl nachsuchte.
Auf dem gleichentags ausgefüllten Personalienblatt gab er an, er sei am
(...) geboren. Am 23. Januar 2020 erhob das SEM im Bundesasylzentrum
(BAZ) der Region C._ seine Personalien und befragte ihn summa-
risch zu seinem Reiseweg sowie zu seinen Ausreisegründen (nachfolgend
EB [Protokoll der Erstbefragung UMA] genannt). Dabei gab er unter ande-
rem an, er sei am (...) geboren und somit noch minderjährig. Er kenne sein
Geburtsdatum, weil er es immer wieder gehört habe. Er sei ungefähr sie-
ben Jahre alt gewesen, als seine Mutter ihm erstmals sein Alter genannt
habe. Die Schule habe er nur während eines Monats besucht. Wann das
gewesen sei, wisse er nicht. Seinen Lebensunterhalt habe er als (...) und
(...) verdient. Eine Berufsausbildung habe er nicht. Er habe seine im Quar-
tier D._ wohnhafte Familie bereits im Alter von sieben Jahren ver-
lassen und diese seither nie mehr gesehen. Dies deshalb, weil Familien-
angehörige seiner Mutter seinen Vater umgebracht hätten, weil dieser dem
Minderheitsstamm der E._ angehört habe und seine Mutter ihn aus
Sicht dieser Verwandten nie hätte heiraten dürfen. Deshalb habe seine
Mutter befürchtet, ihre Verwandten könnten dereinst auch ihn töten. Seine
übrigen drei Geschwister stammten von anderen Vätern, weshalb für sie
diese Gefahr nicht bestanden habe. Seit dem Fortgang von seiner Familie
habe er auf der Strasse, aber im selben Stadtquartier wie seine Familie,
gelebt. Seine drei Geschwister, F._ (19), G._ (14) und
H._, die heute ungefähr zwölf Jahre alt sei, lebten bei seiner Mutter.
Ob seine Eltern Geschwister hätten, wisse er nicht. Er habe Somalia im
Mai 2018 verlassen. Anschliessend sei er via I._ nach Jemen, den
Sudan, die Sahara und Libyen Ende November 2019 nach Italien und von
dort aus Anfang Januar 2020 in die Schweiz gelangt. Er verfüge weder über
einen Pass noch über eine Identitätskarte, da er so etwas nie gebraucht
habe.
B.
Aufgrund von Zweifeln an den Altersangaben des Beschwerdeführers er-
teilte das SEM dem Institut für Rechtsmedizin (IRM) des Kantonsspitals
J._ am 29. Januar 2020 den Auftrag zur Erstellung eines Altersgut-
achtens. Am 31. Januar 2020 führte das IRM beim Beschwerdeführer eine
Röntgenuntersuchung der linken Hand, eine Computertomografie der
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Schlüsselbeine, eine Panoramaschichtaufnahme des Gebisses sowie eine
körperliche Untersuchung zur Ermittlung des Entwicklungsstadiums der
sexuellen Reifezeichen durch. Dabei hielt das rechtsmedizinische Institut
in seinem Gutachten vom 4. Februar 2020 fest, bei einer Gesamtschau al-
ler Untersuchungsergebnisse lägen aus rechtsmedizinischer Sicht keine
Hinweise auf eine relevante Entwicklungsstörung vor. Die Untersuchungen
zeigten, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Untersuchung das
16. Lebensjahr sicher vollendet habe. Eine Vollendung des 18. Lebensjah-
res könne nicht mit der notwendigen Sicherheit belegt werden. Das vom
Betroffenen angegebene Geburtsdatum (chronologisches Lebensalter von
16 Jahren) könne somit aufgrund der Ergebnisse der forensischen Alters-
schätzung zutreffen.
C.
Am 7. Februar 2020 teilten die italienischen Behörden dem SEM im Rah-
men des dannzumal noch hängigen Dublin-Rückführungsverfahrens mit,
der Beschwerdeführer sei in Italien unter den Personalien K._, ge-
boren am (...), Somalia, als unbegleiteter Minderjähriger registriert worden,
und sei während seines Aufenthalts in Italien auch in einem Zentrum für
Minderjährige untergebracht gewesen.
D.
Am 6. März 2020 hörte das SEM den Beschwerdeführer einlässlich an. Da-
bei gab er in Bezug auf sein Alter an, er sei ungefähr 16 Jahre alt. Seine
Mutter habe ihm im Alter von ungefähr sieben Jahren gesagt, dass er an-
fangs des Jahres (...) geboren worden sei. Am Ende der Anhörung teilte
das SEM dem Beschwerdeführer mit, es glaube ihm nicht, dass er minder-
jährig sei, sondern gehe im Laufe des weiteren Verfahrens von seiner Voll-
jährigkeit aus, weshalb sein Geburtsdatum im ZEMIS auf den (...) geändert
werde. Der Beschwerdeführer erklärte hierzu im Rahmen der Gewährung
des rechtlichen Gehörs, er akzeptiere die Vorhaltung, volljährig zu sein,
nicht, und hielt an dem von ihm geltend gemachten Geburtsdatum fest.
E.
Mit Zwischenverfügung vom 13. März 2020 teilte das SEM dem Beschwer-
deführer mit, sein Asylgesuch werde fortan im erweiterten Verfahren be-
handelt, da es weiterer Abklärungen bedürfe. Gleichzeitig wies es ihn für
die Dauer seines Verfahrens dem Kanton C._ zu.
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F.
F.a Mit – selbentags eröffneter – Verfügung vom 13. März 2020 lehnte das
SEM das Gesuch um Berichtigung der Personendaten ab und beliess
diese unverändert im ZEMIS (d. h. geboren am ...).
F.b Zur Begründung führte es dabei aus, der Beschwerdeführer habe auf
dem Personalienblatt angegeben, er sei am (...) geboren. Bei der EB vom
23. Januar 2020 habe er angegeben, seine Mutter habe ihm dieses Ge-
burtsdatum wiederholt mitgeteilt, als er sieben Jahre alt gewesen sei. Bei
der einlässlichen Anhörung habe er demgegenüber ausgesagt, er sei
16 Jahre alt, ohne sein genaues Geburtsdatum zu kennen, da ihm seine
Mutter lediglich gesagt habe, er sei Anfang des Jahres (...) zur Welt ge-
kommen. Darüber hinaus hätten die italienischen Behörden im Rahmen
einer Informationsanfrage mitgeteilt, dass er in Italien sein Geburtsdatum
mit (...) angegeben habe. Darauf angesprochen, habe er lediglich erklärt,
er wisse, dass er im Jahr (...) geboren worden sei und in Italien sein Alter
mit 16 Jahren angegeben habe.
Das Bundesverwaltungsgericht habe im Grundsatzurteil E-891/2017 vom
8. August 2018 (BVGE 2018 VI/3, Anmerkung des Gerichts) in Bezug auf
die Feststellung einer Minder- beziehungsweise Volljährigkeit einen Krite-
rienkatalog aufgestellt, wie die Ergebnisse der Altersuntersuchungen als
Indizien für die Beurteilung der Minder- beziehungsweise Volljährigkeit zu
gewichten seien. Gemäss den Ausführungen in diesem Urteil sei das Al-
tersgutachten als starkes Indiz für die Volljährigkeit zu werten, wenn das
Mindestalter bei der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse oder
der zahnärztlichen Untersuchung über 18 Jahren liege und sich die anhand
der beiden Analysen ergebenden Altersspannen überlappen würden (vgl.
a.a.O. E. 4.2.2). Gemäss der Skelett- beziehungsweise Schlüsselbeinana-
lyse gestützt auf Thiemann, Nitz und Schmeling entspreche der radiologi-
sche Befund der linken Hand im vorliegenden Fall einem mittleren skeletta-
len Alter von 18 Jahren (18.2 ± 0.7) und die Ergebnisse der computertomo-
grafischen Schlüsselbeinuntersuchung, linke Seite ergebe ein durch-
schnittliches Lebensalter von 19 Jahren (19.6 ± 1.5). Die zahnärztliche Un-
tersuchung wiederum weise auf ein Durchschnittsalter zwischen 16 und 22
Jahren hin. Die entsprechenden Untersuchungsergebnisse würden auf ein
Alter über 18 Jahren hinweisen, wobei sich die anhand der beiden Analy-
sen ergebenden Altersspannen überlappen würden, was ein starkes Indiz
für seine Volljährigkeit sei. Damit verstärkten sich die Zweifel an der Glaub-
haftigkeit der Minderjährigkeit des Beschwerdeführers.
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Auch die unklaren, unsubstanziierten und widersprüchlichen Aussagen des
Beschwerdeführers zu seinen Lebensumständen, zum sozialen Umfeld,
dem Wohnort, zur Schulausbildung, zur beruflichen Tätigkeit und zum Rei-
seweg innerhalb von Somalia würden nicht zur Glaubhaftigkeit seiner Min-
derjährigkeit beitragen.
Der Beschwerdeführer entschuldige seine unklaren, widersprüchlichen
oder fehlenden Antworten oft mit dem Hinweis, dass er ungebildet und
noch sehr jung sei. Diese Argumentation sei als Schutzbehauptung zu wer-
ten. Zwar sei bei der Beurteilung der Antworten auf die Minderjährigkeit
Rücksicht zu nehmen. Allerdings falle auf, dass der Beschwerdeführer im
Rahmen der Anhörung genaue Datums- und Zeitangaben zum Reiseweg
nach der Ausreise gemacht habe (vgl. act. SEM 1059365-21/20 S. 8 F67
bis 79). Das weise darauf hin, dass er durchaus in der Lage sei, eine Er-
eigniskette, die sich über einen längeren Zeitraum hinziehe, chronologisch
und geografisch genau zu beschreiben. Weiter sei auch davon auszuge-
hen, dass der Beschwerdeführer die Schweizer Asylbehörden hinsichtlich
seiner Schulausbildung zu täuschen versuche, habe er doch einerseits an-
gegeben, weder lesen noch schreiben zu können (vgl. act. SEM 1059365-
21/20 S. 14 F141 bis 142), um andererseits das Personalienblatt eigen-
händig auszufüllen. Die fehlende Substanz und die zahlreichen Ungereimt-
heiten bei diversen Schilderungen könnten somit nicht auf das jugendliche
Alter oder eingeschränkte Kommunikationsfähigkeiten zurückgeführt wer-
den. Weiter habe er auch keine Papiere zu den Akten gereicht, die seine
Identität bestätigen könnten.
Aufgrund der Gesamtbeurteilung sämtlicher Indizien habe der Beschwer-
deführer nicht glaubhaft machen können, minderjährig zu sein. Dement-
sprechend sei das geltend gemachte Geburtsdatum (...) nicht wahrschein-
lich. Gemäss Amtspraxis werde das Geburtsdatum in der Datenbank
ZEMIS auf den (...) gesetzt.
G.
G.a Mit Eingabe vom 3. April 2020 erhob der Beschwerdeführer gegen
diese Verfügung durch seinen Rechtsvertreter Beschwerde beim Bundes-
verwaltungsgericht. Darin wurde beantragt, die angefochtene Verfügung
sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, sein Geburtsdatum im
ZEMIS mit dem (...) einzutragen. Im Weiteren sei ihm die unentgeltliche
Prozessführung zu gewähren und von der Erhebung eines Kostenvor-
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schusses abzusehen. Weiter hielt der Rechtsvertreter in seiner Be-
schwerde fest, sein Mandant erhalte in der Unterkunft des Asylzentrums
C._ volle fürsorgerische Unterstützung.
G.b Zur Begründung wird im Wesentlichen geltend gemacht, das Bundes-
verwaltungsgericht habe in BVGE 2018 VI/3 klare Regeln aufgestellt, wie
medizinische Altersschätzungen zu würdigen seien. Liege dabei das (ge-
schätzte) Mindestalter sowohl bei der Skelett- als auch bei der Zahnana-
lyse unter 18 Jahren, liessen sich keine Schlüsse auf die Wahrscheinlich-
keit einer Minder- oder Volljährigkeit ziehen. Das IRM sei in seinem Gut-
achten sowohl bei der Skelettanalyse als auch bei der zahnärztlichen Un-
tersuchung zum Ergebnis gelangt, dass das Mindestalter des Beschwer-
deführers unter 18 Jahren liege, weshalb nach der vorstehend erwähnten
Beweiswürdigungsregel klarerweise ein Fall vorliege, bei dem die Alters-
schätzung keinen Schluss hinsichtlich der Minder- oder Volljährigkeit zu-
lasse. Aus diesem Grund sei unerfindlich, wie die Vorinstanz zu ihrer Ein-
schätzung gelangt sei, das Altersgutachten vom 4. Februar 2020 sei als
starkes Indiz für seine Volljährigkeit zu werten, zumal sie den Entscheid
des Bundesverwaltungsgerichts E-891/2017 in ihren Erwägungen selbst
zitiert und die darin aufgestellten Beweiswürdigungsregeln erwähnt habe.
Da die medizinische Altersschätzung im vorliegenden Fall kein Indiz für die
Voll- oder Minderjährigkeit des Beschwerdeführers darstelle, müsse die
Wahrscheinlichkeit des von ihm angegebenen Geburtsdatums anhand ei-
ner Gesamtwürdigung eruiert werden. Dabei stehe das im Altersgutachten
vom 4. Februar 2020 angegebene Mindestalter nicht im Widerspruch zu
dem von ihm angegebenen Geburtsdatum. Ausserdem habe er in seinem
Asylverfahren in der Schweiz von Beginn an angegeben, 16 Jahre alt zu
sein. Auch das in Italien festgehaltene Geburtsdatum (...) stimme mit ei-
nem Alter von 16 Jahren überein. Ausserdem habe er sich korrekt in das
Alter seiner Geschwister eingeordnet (vgl. act. SEM 1059365-12/14 S. 6
Ziff. 3.01). Ferner habe er angegeben, zum Zeitpunkt seiner Ausreise aus
der Heimat 14 Jahre alt gewesen zu sein, was ebenfalls mit seinem aktu-
ellen Alter von 16 Jahren übereinstimme (vgl. a.a.O. S. 8 Ziff. 5.01).
Soweit die Vorinstanz ihm widersprüchliche und unplausible Angaben zu
seinem Leben in der Heimat sowie zu seiner Reise in die Schweiz vorhalte,
stünden diese nicht direkt in Verbindung zu seinem Alter und wären somit
höchstens geeignet, seine persönliche Glaubwürdigkeit zu reduzieren. In
einer Gesamtabwägung ändere dies allerdings nichts daran, dass das von
ihm angegebene Alter immer noch das wahrscheinlichste sei. Dagegen
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fehlten jegliche Gründe, weshalb das von der Vorinstanz im ZEMIS einge-
tragene Geburtsdatum wahrscheinlich zutreffend sein sollte.
H.
Mit Schreiben vom 6. April 2020 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht
den Eingang der Beschwerde.
I.
Mit Zwischenverfügung vom 9. April 2020 hiess der Instruktionsrichter des
Bundesverwaltungsgerichts das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-
chen Prozessführung vorbehältlich einer nachträglichen Veränderung der
finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers gut und verzichtete auf
die Erhebung eines Kostenvorschusses. Gleichzeitig lud er die Vorinstanz
zur Einreichung einer Vernehmlassung bis zum 24. April 2020 ein.
J.
In seiner am 6. Mai 2020 innert einmalig erstreckter Frist eingereichten Ver-
nehmlassung führte das SEM aus, es pflichte dem Beschwerdeführer nach
erneuter Durchsicht der entsprechenden Leiturteile des BVGer bei, dass
gemäss Entscheid E-891/2017 vom 8. August 2018 aus dem Altersgutach-
ten im vorliegenden Verfahren keine direkten Rückschlüsse auf die Minder-
beziehungsweise Volljährigkeit gezogen werden könnten. Folglich spreche
der Umstand, dass das Ergebnis der forensischen Untersuchung mit den
Altersangaben des Beschwerdeführers übereinstimmen könnte, nicht für
die Glaubhaftigkeit der Minderjährigkeit. Wie bereits in der Verfügung vom
13. März 2020 erwähnt, könnten die Teilresultate der Altersuntersuchung
mit jeglichem Alter zwischen 16 und zirka 22 Jahren vereinbar sein bezie-
hungsweise ebenso mit einem Alter über 18 Jahren übereinstimmen. Da-
bei sei hervorzuheben, dass das Altersgutachten nicht festhalte, der Be-
schwerdeführer sei 16-jährig, sondern, dass er mindestens 16 Jahre alt –
oder eben älter – sei. Gleichfalls habe der Beschwerdeführer zutreffend
festgestellt, dass das im ZEMIS erfasste Geburtsjahr (...) auf den Durch-
schnittsaltersangaben der Altersuntersuchung beruhe. Aufgrund der vor-
stehenden Bemerkungen zur Interpretation des Altersgutachtens sei das
Geburtsjahr dementsprechend nicht korrekt eingetragen worden und neu
mit der Jahresangabe (...) im ZEMIS zu erfassen.
Es treffe zwar zu, dass der Beschwerdeführer immer geltend gemacht
habe, 16 Jahre alt zu sein. Dieser Umstand sei indessen für sich allein kein
stichhaltiges Indiz für die Richtigkeit seiner Altersangaben, spreche doch
sein Aussageverhalten (diffuse und widersprüchliche Angaben, woher er
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sein Alter beziehungsweise sein Geburtsdatum kenne; unterschiedliche
Geburtsdaten in Italien und in der Schweiz; bekanntes Muster von angeb-
lich minderjährigen Personen, das Geburtsdatum im Laufe der Zeit in ver-
schiedenen Asylverfahren in unterschiedlichen Ländern immer so anzu-
passen, dass sie im gleichen Lebensalter bleiben) gegen die Glaubhaf-
tigkeit des angegebenen Alters.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ermögliche es die Verschlei-
erung der Lebensumstände durchaus, Fragen in Bezug auf das Alter aus-
zuweichen. Verneine der Beschwerdeführer zum Beispiel einen Schulbe-
such, erübrigten sich automatisch Fragen zum Alter bei Schulanfang oder
-austritt. Dementsprechend entstünden Zweifel an den Altersangaben,
wenn der Beschwerdeführer angebe, Analphabet zu sein, offensichtlich
aber lesen und schreiben könne (eigenhändiges Ausfüllen des Personali-
enblatts).
K.
In der Replik vom 22. Mai 2020 wird demgegenüber geltend gemacht, bei
der Verfügung des SEM handle es sich primär um eine registerrechtliche
Erfassung von Personendaten. Rechtsgrundlage dafür sei das Daten-
schutzgesetz. Das SEM hätte als ZEMIS-Eintragungsbehörde im vorlie-
genden Beschwerdeverfahren die Aufgabe, die Gründe darzulegen, aus
welchen sie ableite, das von ihr eingetragene Geburtsdatum sei korrekt.
Sie komme dieser Aufgabe nicht nach und führe stattdessen detailliert aus,
weshalb der Beschwerdeführer ihrer Ansicht nach das von ihm geltend ge-
machte Geburtsdatum nicht bewiesen habe. Sie gebe damit zu erkennen,
dass keine sachlichen Gründe für die Annahme bestünden, das von ihr
eingetragene Geburtsdatum sei tatsächlich korrekt. Richtigerweise hätte
die Vorinstanz unter diesen Umständen abzuwägen gehabt, ob das von ihr
vorgeschlagene Geburtsdatum oder das vom Beschwerdeführer selber An-
gegebene wahrscheinlicher sei. Da keine Gründe vorliegen würden, die
das vom SEM eingetragene Geburtsdatum stützten, dagegen aber sehr
wohl Gründe bestünden, die für die Angaben des Beschwerdeführers sprä-
chen, sei das von ihm angegebene Geburtsdatum als das Wahrscheinli-
chere im ZEMIS einzutragen.
Massgebend sei, ob die konstanten Aussagen des Beschwerdeführers,
16 Jahre alt zu sein, ein Indiz für dieses Alter darstellten. Es treffe zwar zu,
dass seine Aussagen hinsichtlich seines exakten Geburtstags beziehungs-
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weise das in Italien registrierte Geburtsdatum nicht genau übereinstimm-
ten. Auch dieser Umstand sei kein Indiz dafür, das vom SEM angenom-
mene Alter von 19 beziehungsweise 18 Jahren sei korrekt.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Da keine Ausnahme
nach Art. 32 VGG vorliegt, ist es zur Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht
richtet sich nach dem VwVG, sofern das VGG nichts anderes bestimmt
(Art. 37 VGG).
1.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men und ist als Adressat des angefochtenen Entscheides davon be-
schwert, weshalb er zur Beschwerde legitimiert ist (Art. 37 VGG i.V.m.
Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist
somit einzutreten.
2.
Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet im vorliegenden Verfahren mit
uneingeschränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügung so-
mit auf Verletzung von Bundesrecht, unrichtige oder unvollständige Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie auf Unangemessenheit
hin (Art. 49 VwVG).
3.
3.1 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das
ZEMIS, welches der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer-
und dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes
über das Informationssystem für den Ausländer- und den Asylbereich vom
20. Juni 2003 [BGIAA, SR 142.51]) und in der Verordnung über das Zent-
rale Migrationsinformationssystem vom 12. April 2006 (ZEMIS-Verord-
nung, SR 142.513) näher geregelt ist. Nach Art. 19 Abs. 1 ZEMIS-Verord-
nung richten sich die Rechte der Betroffenen, insbesondere deren Aus-
kunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrecht sowie das Recht auf Informa-
tionen über die Beschaffung besonders schützenswerter Personendaten,
nach dem Datenschutzgesetz (DSG, SR 235.1) und dem VwVG.
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3.2 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu ver-
gewissern (Art. 5 Abs. 1 DSG). Werden Personendaten von Bundesorga-
nen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlangen, dass
unrichtige Personendaten berichtigt werden (Art. 5 Abs. 2 i.V.m. Art. 25
Abs. 3 Bst. a DSG). Ist die Unrichtigkeit erstellt, besteht auf Berichtigung
ein uneingeschränkter Anspruch (vgl. die Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts [BVGE] A-4256/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 3.2 und A-
4313/2015 vom 14. Dezember 2015 E. 3.2, je m.w.H.; vgl. ferner Urteil des
Bundesgerichts [BGer] 1C_224/2014 vom 25. September 2014 E. 3.1). Die
ZEMIS-Verordnung sieht in Art. 19 Abs. 3 ausdrücklich vor, dass unrichtige
Daten von Amtes wegen zu berichtigen sind.
3.3 Grundsätzlich hat die das Berichtigungsbegehren stellende Person die
Richtigkeit der von ihr verlangten Änderung, die Bundesbehörde im Be-
streitungsfall dagegen die Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personen-
daten zu beweisen (vgl. Urteil des BGer 1C_240/2012 vom 13. August
2012 E. 3.1; BVGE 2013/30 E. 4.1; vgl. Urteile des BVGer A-4313/2015
vom 14. Dezember 2015 E. 3.2 und A-1732/2015 vom 13. Juli 2015
E. 4.2). Nach den massgeblichen Beweisregeln des VwVG gilt eine Tatsa-
che als bewiesen, wenn sie in Würdigung sämtlicher Erkenntnisse so wahr-
scheinlich ist, dass keine vernünftigen Zweifel bleiben; unumstössliche Ge-
wissheit ist dagegen nicht erforderlich. Die mit dem Berichtigungsbegehren
konfrontierte Behörde hat zwar nach dem Untersuchungsgrundsatz den
Sachverhalt grundsätzlich von Amtes wegen abzuklären (Art. 12 VwVG);
die gesuchstellende Person ist jedoch gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG
verpflichtet, an dessen Feststellung mitzuwirken (vgl. Urteile des BVGer
A-7615/2016 vom 30. Januar 2018 E. 3.3, A-7588/2015 vom 26. Februar
2016 E. 3.3, A-4256/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 3.3 und
A-2291/2015 vom 17. August 2015 E. 4.3). Die materielle Beweislast, also
die Folgen der Beweislosigkeit, trägt aber grundsätzlich die Behörde, wenn
sie wie vorliegend im Bereich der Eingriffsverwaltung tätig ist (vgl. Urteil
des BVGer A-4035/2011 vom 19. Dezember 2011 E. 4.3).
3.4 Kann bei einer verlangten beziehungsweise von Amtes wegen beab-
sichtigten Berichtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch diejenige
der neuen Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich weder
die einen noch die anderen Daten bearbeitet werden (vgl. Art. 5 Abs. 1
DSG). Dies ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Per-
sonendaten zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendiger-
weise bearbeitet werden. Dies gilt namentlich auch für die im ZEMIS er-
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fasste Herkunft, den Namen und die Geburtsdaten. In solchen Fällen über-
wiegt das öffentliche Interesse an der Bearbeitung möglicherweise unzu-
treffender Daten das Interesse an deren Richtigkeit. Art. 25 Abs. 2 DSG
sieht deshalb die Anbringung eines Vermerks vor, in dem darauf hingewie-
sen wird, dass die Richtigkeit der bearbeiteten Personendaten bestritten
ist. Spricht dabei mehr für die Richtigkeit der neuen Daten, sind die bishe-
rigen Angaben zunächst zu berichtigen und die neuen Daten anschlies-
send mit einem derartigen Vermerk zu versehen. Ob die vormals eingetra-
genen Angaben weiterhin abrufbar bleiben sollen oder ganz zu löschen
sind, bleibt grundsätzlich der Vorinstanz überlassen. Verhält es sich umge-
kehrt, erscheint also die Richtigkeit der bisher eingetragenen Daten als
wahrscheinlicher oder zumindest nicht als unwahrscheinlicher, sind diese
zu belassen und mit einem Bestreitungsvermerk zu versehen. Über dessen
Anbringung ist jeweils von Amtes wegen und unabhängig davon zu ent-
scheiden, ob ein entsprechender Antrag gestellt worden ist (vgl. zum Gan-
zen Urteile des BVGer A-7615/2016 vom 30. Januar 2018 E. 3.5,
A-7588/2015 vom 26. Februar 2016 E. 3.4 und A-7822/2015 vom 25. Feb-
ruar 2016 E. 3.4, je m.w.H.; vgl. ferner Urteil des BGer 1C_240/2012 vom
13. August 2012 E. 3.2.; JAN BANGERT, in: Maurer-Lambrou/Blechta
[Hrsg.], Datenschutzgesetz, Basler Kommentar, 3. Aufl., 2014, Art. 25/25bis
N. 53 ff.).
4.
4.1 Vorliegend obliegt es demnach grundsätzlich der Vorinstanz zu bewei-
sen, dass das von ihr eingetragene Geburtsdatum des Beschwerdeführers
korrekt ist. Dieser wiederum hat nachzuweisen, dass das von ihm geltend
gemachte Geburtsdatum (...) richtig beziehungsweise zumindest wahr-
scheinlicher ist als das nunmehr vom SEM im Rahmen der Vernehmlas-
sung auf (...) berichtigte Geburtsdatum. Gelingt keiner Partei der sichere
Nachweis des Geburtsdatums, ist dasjenige im ZEMIS einzutragen, des-
sen Richtigkeit wahrscheinlicher ist.
4.2 Im Asylverfahren ist das Geburtsdatum – der allgemeinen asylrechtli-
chen Beweisregel folgend – von der asylsuchenden Person zumindest
glaubhaft zu machen. Anders verhält es sich im datenschutzrechtlichen
Verfahren betreffend die Berichtigung von Personendaten im ZEMIS. Hier
wird verlangt, dass die wahrscheinlichsten – also überwiegend wahr-
scheinlichen – Personendaten eingetragen werden (vgl. BVGE 2018 VI/
E. 3 und 4.2.3).
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Seite 12
5.
5.1 Laut dem Altersgutachten des IRM J._ vom 4. Februar 2020
weist der Beschwerdeführer aufgrund der Skelettaltersuntersuchung ein
Mindestalter von 16.1 Jahren, aufgrund der Schlüsselbeinanalyse ein sol-
ches von 16.4 Jahren sowie aufgrund der zahnärztlichen Untersuchung ein
Mindestalter von 14.6 Jahren auf. In einer zusammenfassenden Beurtei-
lung geht das IRM davon aus, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der
Untersuchung das 16. Lebensjahr sicher vollendet habe, eine Vollendung
des 18. Lebensjahres indessen nicht mit der notwendigen Sicherheit belegt
werden könne – die Behauptung in der Beschwerde, wonach sich aus dem
Altersgutachten des IRM ergebe, dass das Mindestalter des Beschwerde-
führers unter 18 Jahren liege, trifft nicht zu. Damit liegt das Mindestalter
sowohl bei der Skelettaltersuntersuchung respektive der Schlüssel-
beinanalyse als auch bei der Zahnuntersuchung unter 18 Jahren, weshalb
im Ergebnis in Beachtung der genannten Beweiswürdigungsregeln weder
in Bezug auf die Minder- noch die Volljährigkeit verbindliche Schlüsse ge-
zogen werden dürfen (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.2).
5.2 Der Beschwerdeführer gab auf dem am 2. Januar 2020 ausgefüllten
Personalienblatt den (...) als Geburtsdatum an (vgl. act. SEM 1059365-1/2
Ziff. 5). Bei der Erstbefragung vom 23. Januar 2020 wiederholte er dieses
Datum und fügte ergänzend bei, er kenne sein Geburtsdatum, weil er die-
ses immer wieder von seiner Mutter gehört habe (vgl. act. SEM 1059365-
12/14 S. 2 f. Ziff. 1.06). Bei der Anhörung vom 6. März 2020 gab der Be-
schwerdeführer demgegenüber zu Protokoll, er sei 16 Jahre alt, kenne sein
genaues Geburtsdatum aber nicht, da ihm seine Mutter lediglich gesagt
habe, er sei Anfang des Jahres (...) zur Welt gekommen (vgl. act. SEM
1059365-21/20 S. 5 F40 bis F42). An früherer Stelle derselben Anhörung
äusserte er sich hinsichtlich seines Alters dahingehend, er sei im Zeitpunkt
des Weggangs von seiner Familie ungefähr sieben Jahre alt gewesen, was
"jetzt zehn Jahre her" sei (vgl. a.a.O. S. 4 F25 bis F27 i.V.m. S. 5 F32).
Letztere Verlautbarung würde demnach ein effektives Alter von 17 Jahren
nahelegen. Im Weiteren haben Abklärungen bei den italienischen Behör-
den ergeben, dass der Beschwerdeführer dort mit einem Geburtsdatum
vom 4. November 2003 vermerkt ist (vgl. act. SEM 1059365-18/1). Sein
auf Vorhalt hin in der Anhörung geltend gemachter Einwand, er habe den
italienischen Behörden nur sein ungefähres Alter von 16 Jahren genannt
und diese hätten dann einfach willkürlich den (...) als sein Geburtsdatum
eingetragen (vgl. a.a.O. S. 15 F160), vermag nicht zu überzeugen. Viel-
mehr korrespondiert sein Vorgehen, sich auf dem Weg in die Schweiz suk-
D-1882/2020
Seite 13
zessive mit einem jüngeren Alter auszugeben, mit einem gängigen Verhal-
tensmuster von Asylsuchenden, ihr Alter im Verlaufe ihrer Reise jeweils
derart anzupassen, dass sie im Ergebnis konstant dasselbe Alter (im vor-
liegenden Fall 16 Jahre) bewahren. Somit ist vorab festzuhalten, dass die
Altersangaben des Beschwerdeführers insgesamt in verschiedener Hin-
sicht widersprüchlich, aber auch stereotyp ausgefallen sind.
5.3 Dem SEM ist weiter zuzustimmen, dass die Angabe des Beschwerde-
führers, die Schule insgesamt nur einen Monat lang besucht zu haben,
nicht den Tatsachen entsprechen kann, hat er doch das Personalienblatt
selbständig ausgefüllt, was den Schluss zulässt, dass er des Lesens und
Schreibens kundig ist, was einen längeren Schulbesuch indiziert. Vor die-
sem Hintergrund ist auch die Argumentation der Vorinstanz nicht zu bean-
standen, die vagen Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Schulbe-
such liessen vermuten, dass er genaueren Fragen in Bezug auf den Zeit-
punkt seiner Einschulung und der Gesamtdauer seines Schulbesuchs
habe ausweichen wollen. Es versteht sich von selbst, dass genauere An-
gaben in Bezug auf den Zeitpunkt der Einschulung sowie der Gesamtschul-
dauer unerwünschte Auswirkungen in Bezug auf die Feststellung seines
effektiven Alters im Ausreisezeitpunkt hätten zeitigen können. Mit seinen
undifferierenden Aussagen zum eigenen Alter kontrastiert ferner die Tatsa-
che, dass der Beschwerdeführer in Bezug auf seine drei Halbgeschwister
F._ (19), G._ (14) und H._ (12) durchwegs konzise
Altersangaben machen konnte, was umso mehr erstaunt, als der Be-
schwerdeführer seine Familie bereits im Alter von sieben Jahren verlassen
haben und mit dieser seither nie mehr in Kontakt getreten sein will (vgl. act.
SEM 1059365-12/14 S. 6 Ziff. 3.01). Zumindest seltsam mutet sodann die
Aussage des Beschwerdeführers in der Anhörung vom 6. März 2020 an,
nach der Tötung seines Vaters habe seine Mutter erneut geheiratet und
aus dieser Beziehung sei dann sein (angeblich ältester) Halbbruder
F._ hervorgegangen, während seine beiden (jüngeren) Geschwis-
ter G._ und H._ aus einer weiteren Verbindung seiner Mut-
ter mit einem dritten Ehemann stammen sollen (vgl. act. SEM 1059365-
21/20 S. 5 F36), wiewohl er diese Aussage an späterer Stelle auf Nach-
frage seiner Rechtsvertretung dahingehend korrigierte, F._, sein äl-
tester Bruder, sowie seine beiden jüngeren Halbgeschwister (G._
und H._), stammten von verschiedenen Vätern (vgl. a.a.O. S. 18
F179). Indessen kann der Vater des vor dem Beschwerdeführer geborenen
Halbbruders F._ (19) nicht ein Mann sein, mit dem seine Mutter erst
nach dem Tod des Vaters des Beschwerdeführers eine Verbindung einge-
gangen ist. Mit den durchwegs vagen Angaben des Beschwerdeführers zu
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seiner Kindheit stehen auch seine zeitlich und chronologisch präzisen An-
gaben bezüglich des Zeitpunkts seiner Ausreise aus Somalia, der Nennung
der einzelnen durchquerten Länder, der Dauer des jeweiligen Aufenthalts
in den Drittländern in merklichem Gegensatz (vgl. act. SEM 1059365-12/14
S. 9 Ziff. 5.02 und 1059365-21/20 S. 8 f. F67 bis 82 und S. 10 F95).
Schliesslich spricht auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer keiner-
lei Identitätspapiere zu den Akten reichte, im Ergebnis gegen die Glaubhaf-
tigkeit seiner Altersangaben. All diese Widersprüche und Ungereimtheiten
führen zum Schluss, dass der Beschwerdeführer sein wahres Alter gegen-
über den Schweizer Behörden zu verschleiern versucht und er in Wirklich-
keit um einiges älter als wie von ihm angegeben sein muss.
6.
Zusammenfassend ergibt sich, dass weder das SEM noch der Beschwer-
deführer die Richtigkeit des jeweils behaupteten Geburtsdatums des Letz-
teren nachzuweisen vermögen. Aufgrund des oben Gesagten erscheint
das vom Beschwerdeführer geltend gemachte Geburtsdatum vom (...)
aber weniger wahrscheinlich als dasjenige, welches vom SEM im Rahmen
der Vernehmlassung korrigierend zugunsten des Beschwerdeführers (...)
angenommen hat. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.
7.
7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm indessen mit
Zwischenverfügung vom 9. April 2020 die unentgeltliche Prozessführung
gewährt wurde, ist von der Kostenerhebung abzusehen.
10.
Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet des Daten-
schutzes sind gemäss Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 14. Juni 1993
zum Bundesgesetz über den Datenschutz (VDSG, SR 235.11) dem Eidge-
nössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) bekannt
zu geben.
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