Decision ID: 1310f995-7f0c-4ea9-928f-ce2fb42b48b3
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1985 geborene
X._
ist
seit dem
1.
August 2012 bei Dr.
med.
dent
.
Y._
als Dentalassistentin angestellt und damit bei der Hels
an
a Unfall AG (nachfolgend
:
Helsana)
gegen die Folgen von Unfällen versi
chert.
A
m 2
1.
März 2015
verletzte sie
sich
während eines
Fussballspiel
s
in der Mehr
zweck
halle
an der Achilles
sehne (
Urk.
7/K27).
Die Erstbehandlung fand gleichentags bei
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, statt, der eine
Achillesseh
nenruptur
rechts
diagnostizierte (
Urk.
8/M2).
Mit Verfügung vo
m
8.
Juni 2015
verneinte
die Helsan
a
ihre Leistungspflicht im
Zusammenhang mit dem Ereignis vom 2
1.
März
2015, da
es
sich dabei um keine
n
Unfall
gehandelt habe und auch keine
unfallähnliche Körperschädigung
vorliege (
Urk.
7/K18)
.
Die von der Versicherten gegen diesen Entscheid erho
be
ne Einsprache (
Urk.
7/K10) wies die Helsana am 2
5.
September 2015 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte mit
E
ingab
e
vom 1
9.
Oktober 2015 Beschwerde und beantragte sinngemäss die Aufhebung des
Einspracheentscheids
und die
Zu
sprache
der gesetzlichen Leistungen (
Urk.
1). Die Helsana schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 2
7.
November 2015 auf Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
6
), w
as der Beschwerdeführerin mit
Verfügung vo
m 3
0.
November 2015
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Mit Verfügung vom 2
1.
Juli
2016
(Urk.
11)
zog das Gericht die Krankengeschichte der Versicherten sowie all
fällige weitere Berichte, soweit sie die Achillessehnenruptur betreffen, von den
Dres
.
Z._
und
A._
bei.
I
n der Folge reichten die behandelnden Ärzte ihre en
tsprechenden Berichte ein (
Urk.
15
-18
/2-7),
zu welchen sich die Parteien nicht vernehmen liessen (Urk. 20-23)
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2).
1.2
1.2.1
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gen
de Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).
1.2.2
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äusse
re Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebens
bereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begrün
den keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.2.3
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusse
ren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 2000 Nr. U 368 S.
100
E.
2d mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S.
176 f.)
bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfor
der
nis
der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam „programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten
Pro
grammwidrigkeit
zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1; RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.1, Nr. U 510 S. 275, Nr. U 523 S. 541 E. 3.1).
Ohne besonderes Vorkommnis ist bei einer Sportverletzung das Merkmal der Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 117 E. 2.2; RKUV 2004 Nr. U 523 S. 541 E. 3.2).
1.3
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2
der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV)
Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, so
fer
n sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzu
führen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
zerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
1.4
Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der versicherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser For
derung nicht nach, indem sie un
voll
ständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen las
sen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglichkeit genügt nicht
–, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der ver
sicherten Person aus
wirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b, 111 V 201
E. 6b;
Urteil des Bundesgerichts 8C_50/2012 vom 1. März 2012 E. 5.1;
RKUV
1990 Nr. U 86 S. 50).
1.5
Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person über den Unfall
her
gang ist auf die Beweismaxime hinzuweisen, wonach die sogenannten spon
ta
nen
„
Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuver
lässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nach
träglichen
Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können.
Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im Laufe der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, meistens
grösseres
Ge
wicht zu als jenen nach Kenntnis einer
Ablehnungsverfü
gung
des Versicherers. Der Grundsatz, wonach die ersten Aussagen nach einem schädigenden Ereignis
in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, stell
t eine im Rahmen der freien Beweiswürdigung zu berücksichtigende
Ent
schei
dungs
hilfe
dar. Sie kann nur zur Anwendung gelan
gen, wenn von zusätz
li
chen
Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bundes
ge
richts 8C_696/2013 vom 14. November 2013 E. 2).
1.6
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht
dürfen
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem
Be
weisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglich
keit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin berief sich
auf die Beweismaxime der „Aussage der ersten Stunde“.
Sie führte aus, d
ie Schilderung des Sachverhaltes
sei
sowohl in der
Unfallmel
dung
vom 2
9.
März 2015 als auch im Fragebogen
zum
Hergang
/
Ereignis vom 1
9.
Mai 2015
identisch
. Darin
gebe
die
Beschwerdeführerin
an, dass sie sich beim Fussballspielen die Achillessehne gerissen habe. Im Frage
bogen erwähn
e
sie explizit, dass sich nichts Besonderes/
Unvorher
ge
sehenes
ereig
net habe.
N
achträgliche Ausführungen zum Unfallhergang
seien
erst ge
macht
worden, nachdem sie
von der ablehnenden Verfügung vom
8.
Juni 2015 Kenntnis er
halten
habe
.
I
n ihrer Beschwerdeantwort ergänzte
sie
ih
re diesbezüglichen Ausführungen
in dem Sinne, dass davon ausgegangen werden könne,
dass die Angaben in der Einsprache von Überlegungen versicherungsrechtlicher
Art be
einflusst gewesen
seien
. Aufgrund der Fragestellung im Fragebogen
müsse
das Schildern des ge
nauen und präzisen Unfallereignisses auch
e
inem Laien
offen
sichtlich sein. Die
geäusserten Beschwerden der Achillessehne rechts
stellten demnach
weder die Folgen eines
Unfalls
noch
einer
unfallähnlichen
Körper
schädigung
dar, womit sie nicht leistungspflichtig sei (
Urk.
2
und
Urk.
6 S. 3).
2.2
Dem
gegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, sie habe bereits in ihrer
Einsprache erklärt, dass
sie
die Fragestellung nach „Unvorher
ge
sehenem" falsch verstanden
habe
. So habe
sie
gedacht
, die Frage beziehe sich auf Personen, die sie (im Sinne eines Fouls) getreten o
der Ähnliches
getan
hätten, was sie
verneint habe
. Da sie von Anfang an
geschrieben habe
, dass der Unfall beim Fussball
passiert sei
,
sei
sie davon ausgegangen,
es sei
selbst
erklärend
, dass ein Fussball im Spiel
gewesen sei
. Das „plötzliche Ein
knicken"
sei
die Folge des Traumas
gewesen
(mit gerissener Sehne
habe
sie nicht mehr stehen
können
). Es
sei
naheliegend, dass
sie
erst bei der Einsprache die Um
stände nochmals konkretisiert
habe
, da
sie
zuvor überhaupt nicht davon ausge
gangen
sei
, dass dieser so klare Sachverhalt als Unfall abgelehnt werden könnte
(
Urk.
1)
.
3.
3.1
Gegenüber dem erstbehandelnden Dr.
Z._
gab die Beschwerdeführerin am 2
1.
März 2015
an, beim Fussballspielen im Rahmen
eines
Grümpelturniers
habe sie einen
Schlag in der rechten Achillessehne gespürt und danach das Fussge
lenk nicht mehr bewegen können (
Urk.
8/M2).
In seinem Bericht vom 2
1.
März 2015 hielt
Dr.
Z._
fest, dass die
Beschwer
deführerin plötzlich einen heftigen Schlag
in der rechten Achillessehne verspürt habe und danach das Fussgelenk nicht
mehr
richtig
habe bewegen können (
Urk.
8/M3 und
Urk.
15).
3.2
Dr.
med.
A._
, Spezialarzt für Chirurgie FMH,
B._
,
hielt am 2
3.
März
2015 (
Urk.
18/3 S.
1) eine Achillessehnenruptur bei Status nach
Grümpelturnier
verletzung
fest – die Beschwerdeführerin habe einen
„Peitschen
schlag“ verspürt.
3
.
3
Gemäss
Unfallmeldung vom 2
9.
März 2015
zog
sich d
i
e Beschwerdeführer
in
die
Verletzung
(Achillessehne gerissen)
in der Mehrzweckhalle anlässlich e
ines
Selbst
unfalls
während eines
Fussballspiel
s
zu (Urk.
7
/
K27
).
3.4
In seinem Operationsbericht vom 3
1.
März 2015 (
Urk.
18/5) gab
Dr.
A._
an, dass die Beschwerdeführerin bei einem
Grümpelturnier
verunfallt sei und sich
dabei eine traumatische Achillessehnenruptur zugezogen habe. Weiter führte er aus, bereits drei Wochen vor dem Unfall habe sie einmal anlässlich ei
ner Dis
torsion einen Schmerz in der Achillessehne erlitten.
3.
5
A
m
7.
April
2015
(Urk. 7/K26)
beziehungsweise
4.
Mai 2015
(Urk.
7/K23)
bat die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin um ergän
zende Angaben zur
Unfall
meldung
. Nach der ge
nau
en Schilderung des Unfalls mit Angaben zum
Unfall
ort
, Ursache und Un
fall
hergang gefragt (Ziff. 1)
be
richtete die Beschwerde
führerin am 1
9.
Mai 2015, sie habe bei einem Fussball-
Grümpelturnier
die Achil
les
sehne gerissen
(Ziff. 1)
. Sie hielt weiter fest, dass sie norma
lerweise
keinen
Fussball spiele
(Ziff. 2)
und verneint
e
sodann die Frage, ob
beim
Unfall
ereignis
etwas Besonderes, Unvorhergesehenes
(
z
um Beispiel: Ausgleiten, Sturz, Anschlagen, usw
.)
passiert
sei. Ergänzend führte
sie
aus,
dass sie plötzlich
zusam
mengeknickt
sei
(Ziff.
3
).
3.6
Mit E-Mail vom 1
7.
Juni 2015 (
Urk.
18/7) hielt
Dr.
A._
fest, mit grossem Erstaunen habe er die Ablehnung der Kostenübernahme
für eine traumatische Achillessehnenruptur zur Kenntnis genommen, obwohl eindeutig ein
Unfaller
eignis
vorgelegen habe: „Unfall beim
Grümpelturnier
, auf dem Fussballplatz, Schlag auf den vom Gegner blockierten Ball, anschliessend starker Schmerz mit Zusammensacken“ der Beschwerdeführerin. Was brauche es mehr, das
Unfaller
eignis
sei ganz klar. Die histologische Untersuchung durch Prof.
C._
habe keine Hinweise auf eine Vorschädigung im Sinne einer Degeneration oder eines vorexistierenden Traumas gegeben
.
3.
7
Nach Erhalt der die Leistungspflicht verneinenden Verfügung vom
8.
Juni 2015
(Urk. 7/
K18) gab die
Beschwerdeführer
in
in der Einsprache vom
2
2.
Juni 2015
(Urk. 7/
K
10) an,
der Unfall habe sich beim Fussballspiel im Zweikampf um den Ball ereignet. Der Fuss sei mit voller Kraft auf den vom Gegner blockierten Ball eingetroffen. Gemäss
Art.
4 ATSG sei hiermit sogar die klassische Definition eines Unfalls erfüllt. Dies wäre nicht einmal
nötig, da gemäss
Art.
9 UVV ein Sehnen
riss auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung einem Unfall gleichgestellt w
e
rde, wenn er nicht eindeutig einer Erkrankung oder Degeneration zugewiesen werden könne. Das histologische Gutachten beweise die vorherige Integrität der Seh
n
e. Sie sei lediglich durch den Fragebogen irritiert gewesen, weil sie die
Frag
stellung
so verstanden habe, dass sich
die
Fremdeinwirkung auf eine konkrete Person
zu beziehen habe,
und sie nicht auf die Idee gekommen sei, dass ein blo
ckierter Ball auch als Fremdeinwirkung hätte deklariert werden müssen.
4
.
4
.1
In
sachverhaltlicher
Hinsicht liegen bezüglich des
E
reignisses unterschied
lic
he Darstellungen
vor
.
4.1.1
Der Unfallmeldung und der
Hergangsschil
derung
im
Fragebogen zufolge
hat die Beschwerdeführerin
anlässlich eines Fussballspiels (
Grümpelturn
ier
) die Achilles
sehne gerissen;
dabei sei nichts Besonderes oder Unvorhergesehenes passiert, sie sei einfach plötzlich zusammengeknickt
.
Insofern hatte die Beschwerdeführerin
im besagten Fragebogen zum Unfallhergang keine abweichende Präzisierung zur
Unfallmeldung
vorgenommen.
So war weder die Rede von einem Kontakt mit
dem
Ball noch
von einem Zweikampf
.
Gemäss den Angaben geg
enüber dem
am Unfalltag
erstbehandelnden Dr.
Z._
hat die Beschwerdeführerin
sodann
beim Fuss
ballspielen einen Schlag in der rechten Achillessehne
ver
spürt und
danach das Fussgelenk nicht mehr bewegen können. Dieser
ergänzte bezieh
ung
s
weise prä
zisierte
in seinem Bericht
deren Angaben in
d
em
Sinne
, dass
sie
plötz
lich einen
heftigen Schlag
in der Achillessehne verspürt habe.
Dr.
A._
sprach gar
von einem „Peitschenschlag“
– betreffend Unfallhergang
machte er keine Aus
führungen
.
4.1.2
Erstmals
sprach
Dr.
A._
in seinem E-Mail vom 1
7.
Juni 2015 gegenüber der Beschwerdegegnerin von einem Schlag auf den vom Gegner blockierten Ball und anschliessend
em starken
Schmerz mit
einhergehendem
Zusammensacken der Beschwerdeführerin.
D
iese
führte schliesslich anlässlich
ihrer Einsprache
das
erste Mal
aus
, d
ass sich der Unfall beim Fussballspiel im Zweikampf um den
Ball ereignet habe, wobei der Fuss mit voller Kraft auf den vom Gegner blo
ckierten Ball eingetroffen sei
.
4.1.3
Gestützt a
uf die in E. 1.5 wiedergegebene
Beweisre
gel
der „Aussagen der ersten Stunde“
ist
grundsätzlich
da
von aus
zu
gehen, dass sich das Ereignis so zugetra
gen hat, wie es aus dem Bericht von
Dr.
Z._
vom 2
1.
März 2015 (E.
3.1
hievor
) – gleich nach dem entsprechenden Ereignis – und der
Un
fall
meldung
vom 29. Januar
2015 (E.
3.3
hievor
) hervorgeht.
Daran vermögen
d
ie Vor
bringen
der Beschwerdeführerin
, sie
h
ab
e den Begriff
„
Unvorhergesehenes"
im Fragebogen
falsch verstanden, nichts zu ändern.
Insbesondere wenn die
Be
schreibung deckungsgleich mit der Unfallmeldung ist,
ist grundsätzlich
davon ausgehen, dass sich das geschilderte E
reignis derart zugetragen hat.
In
sofern kann die Beschwerdeführerin auch mit dem Einwand, dass ihre Glaub
würdigkeit in Frage gestellt worden sei, nichts zu ihren Gunsten ableiten
.
Nicht ein
leuch
tend ist sodann, weshalb weder die behandelnden Ärzte
Dres
.
Z._
und
A._
noch die Arbeitgeberin, welche von Anfang an detailreiche Kenntnis vom „nachpräzisierten“ Ablauf gehabt haben
sollen
, dies nicht ent
sprechend festhielten (vgl.
Urk.
1 S. 2).
Dem Umstand, dass
die
Beschwerdefüh
re
r
in
trotz klarer Fragestellung im Frage
bogen kein spezielles Ereignis nannte, das den
Schmerz unmittelbar aus
löste oder mit zeitlicher Verzögerung im Sinne einer Teilursache ausgelöst ha
ben könnte, ist daher entscheidendes Gewicht beizu
messen. In Übereinstim
mung damit steht, dass eine entsprechende Angabe auch im zum Unfallereignis
zeit
nahsten
medizinischen Bericht
und auch in den weiteren medizinischen Auf
zeichnungen
fehlt (
E.
3.1
hievor
[Urk.
8/M3 und
Urk.
15]), besonders da der
Be
schwerde
führer
in
zum damaligen Zeitpunkt der Unfallher
gang noch am besten in Erinne
rung sein musste.
4
.2
Der Ereignishergang ist demnach wie in der Unfallmeldung vom
2
9.
März 2015
und im Fragebogen vom
7.
April 2015
beschrieben als erstellt zu be
trachten. Mangels eines ungewöhnlichen äusseren Faktors kann der fragliche Vorfall daher nicht als Unfall im Sinne von A
rt. 4 ATSG qualifiziert werden.
5
.
5
.1
Zu prüfen bleibt, ob das Ereignis vom
2
1.
März 2015
unfallähnlich war. Mit de
m diagnostizierten rechtsseitigen
Riss der Achillessehne
(
Urk.
8/M2-M3)
hat
sich die
Beschwerdeführer
in
eine Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Ab
s. 2
lit
. f
UVV zugezogen.
5
.2
B
ei unfallähnlichen
Kör
per
schä
digungen
nach
Art.
6
Abs.
2 UVG in Verbindung mit
Art.
9
Abs.
2 UVV müssen zur Begründung der Leistungspflicht des
Unfall
ve
r
sicherers
sämt
liche Tatbestandsmerkmale
des Unfallbegriffs
–
mit Ausnahme
der Ungewöhnlichkeit –
erfüllt sein
. Besondere Bedeutung kommt dabei der Vor
aussetzung eines äusseren Ereig
nisses zu, das heisst eines ausserhalb des Körper
s liegenden, objektiv fest
stellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalles
(BGE 129 V 466
E. 2.2
)
. Wo ein solches Ereignis mit Einwirkung auf den Körper nicht stattgefunden hat, und sei es auch nur als Auslöser eines in Art. 9 Abs. 2
lit
. a-h UVV aufgezählten Gesundheitsschadens, liegt eine eindeu
tig krankheits- oder degenerativ bedingte
Gesundheitsschädi
gung
vor. Kein unfallähnliches Ereig
nis liegt in all jenen Fällen vor, in denen der äussere Fak
tor mit dem (erst
maligen) Auftreten der für eine der in Art. 9 Abs. 2
lit
. a-h UVV enthaltenen Gesundheitsschäden typischen Schmerzen
gleichgesetzt wird. Auch nicht erfüllt
ist das Erfordernis des äusseren schädi
gen
den Faktors, wenn das (erstmalige) Auf
treten von Schmerzen mit einer blossen Lebensverrichtung einhergeht, welche die versicherte Person zu be
schreiben in der Lage ist; denn für die Bejahung eines äusseren, auf den menschlichen Körper schädigend ein
wirkenden Faktors ist stets ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses gestei
gertes
Gefährdungs
po
tential
innewohnt. Das ist zu bejahen, wenn die zum ein
schiessenden Schmerz führende Tätigkeit im Rahmen einer all
gemein gestei
gerten Gefahrenlage vorge
nommen wird, wie dies etwa für viele sportliche Be
tätigungen zutreffen kann.
Erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, so etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen und/oder belastenden Bewegungen und bei durch äussere Einflüsse un
kon
trollierbaren Änderungen der Körperlage (BGE 129 V 466 E. 2.2 und 4.2 und Urteil des EVG U 94/03 vom 31. Oktober 2003 E. 2.1). Der äussere Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial ist sodann auch zu bejahen, wenn die in Frage stehende Lebensverrichtung einer mehr als physiologisch normalen und
psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner Glied
massen, gleichkommt. Deswegen fallen einschiessende Schmerzen als Symp
tome einer Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV ausser Betracht, wenn sie allein
bei der Vornahme einer alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass
hiezu
ein davon unter
scheidbares äusseres Moment hineinspielt. Wer also lediglich beim Aufstehen, Absitzen, Abliegen, der Bewegung im Raum, Handrei
chungen und so weiter ei
nen einschiessenden Schmerz erleidet, welcher sich als Symp
tom einer Schädi
gung nach Art. 9 Abs. 2 UVV herausstellt, kann sich nicht auf das Vorliegen ei
ner unfallähnlichen Körperschädigung berufen (BGE 129 V 466 E. 4.2.2).
Erforderlich und hinreichend für die Bejahung eines äusseren Faktors ist, dass diesem ein gesteigertes Schädigungspotential zukommt, sei es zufolge einer all
gemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Un
kontrol
lierbarkeit der Vornahme der alltäglichen Lebensverrichtung führen
den Faktors (BGE 129 V 466 E. 4.3).
5.3
Nach der Rechtsprechung wurden insbesondere die folgenden Vorfälle als aus
serhalb des Körpers liegende, objektiv feststellbare, sinnfällige und
unfallähnli
che
Ereignisse qualifiziert:
Die schädigende äussere Einwirkung kann in einer körpereigenen Bewegung bestehen oder einem Fehlschlag beim Fuss
ballspiel (RKUV 1990 Nr. U 112 S. 375 E. 3), der Ausführung einer ruckartigen Bewe
gung und Verdrehung des rechten
Knies (RKUV 2000 Nr. U 385 S. 267), im
Be
mühen, balgende Hunde zu trennen, worauf die versicherte Person auf unebe
nem Gelände ausrutschte und sich das Knie verdrehte (Urteil des EVG U 127/00 vom 27. Juni
2001), im Stolpern, einer unkoordinierten
Ausweichbewe
gung
des Beines und daraufhin erfolgtem Anschlagen des linken Knies an ei
nem
Anhän
ger
wagen
(Urteil des EVG U 158/00 vom 27. Juni 2001) und in ei
nem brüs
ken Umdrehen beim Kochen in Richtung Küchenschrank mit ein
schiessen
den Schmer
zen im Knie (Urteil des EVG U 5/02 vom 21. Oktober 2002).
Hingegen wurde nach der Rechtsprechung der äussere schädigende Faktor bei folgenden Vorfällen verneint: Bei vermehrter Arbeitsbelastung, welche zu kon
ti
nuierlicher Zunahme und Verschlechterung der Kniebeschwerden führte (Urteil des EVG U 198/00 vom 30. August 2001), beim Auspacken von Waren aus
einem Karton in gebückter Stellung, beim Abdrehen des Oberkörpers nach hinten
und Anheben eines Armes im Sitzen, beim Einsteigen in die Badewanne und Anheben des Beines, beim Gehen, beim Aufstehen aus dem Bett und beim Weg
gehen mit Abdrehen nach dem Verschliessen einer Haustüre (BGE 129 V 466 E. 4.3).
5
.
4
Mit dem in der Unfallmeldung und im Fragebogen geschilderten
Ereignisher
gang
(E. 4.2
hievor
)
geht
weder eine unkontrollierte Bewegung, ein Stolpern, ein F
ehltritt noch Ähnliches einher
.
Das Fussballspiel beinhaltet zwar eine Reihe einzelner Aktionen mit Bewegungsabläufen, die mit einer erhöhten
Gefahren
lage
verbunden sind. Sie sind aber nicht in ihrer Gesamtheit als besonders risi
koreich einzustufen, gibt es dabei doch auch einzelne Aktivitäten, welchen ohne
Hinzutreten besonderer Vorkommnisse kein erhebliches Gefährdungspotenzial innewohnt. Dazu ist auch das blosse Rennen auf dem Spielfeld zu zählen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_172/2015 vom 2
3.
April 2015 E. 3.2)
.
Da vorliegend ein
hinzukommendes äusseres Element im ganzen
Geschehensab
lauf
nicht
erstellt
ist
,
lässt
sich die Annahme einer unfallähnlichen Schä
digung im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVV nicht rechtfertigen.
5
.5
Was das Vorbringen der
Beschwerdeführer
in
,
durch den
Einspracheentscheid
stelle die Beschwerdegegnerin die Glaubwürdigkeit des operierenden Arztes (
Dr.
A._
) in Frage (
Urk.
1 S. 1),
welcher das Ereignis vom 2
1.
März 2015 klar als Unfall qualifiziert
habe
,
betrifft, ist anzumerken, dass sich
rechtspre
chungs
gemäss
der mangelnde Nachweis eines Unfalls nur selten durch medizi
nische Feststellungen ersetzen lässt. Diese dienen mitunter aber als Indizien im Beweis für oder gegen das Vorliegen eines Unfalls (BGE 134 V 72 E. 4.3.2.2). Dabei ist zu beachten, dass sich
beispielsweise
der medizinische Begriff des Traumas nicht mit dem Unfallbegriff deckt. Ein traumatisches Ereignis schliesst zwar eine patholo
gische Ursache aus, umfasst jedoch neben dem eigentlichen Unfall im
Rechts
sinne
auch Ereignisse, denen der Charakter der Ungewöhn
lich
keit und/oder der Plötzlichkeit abgeht (Urteil des Bundesgerichts U 236/98 vom 3. Januar 2000 E. 2d). Im Übrigen
ist darauf hinzuweisen, dass
bereit
s
eine ein
zelne abrupte Bewegung
– was gerade beim Fussballspiel, welches schnelle Sprints, jähe Stopps und Richtungswechsel erfordert –
bei einer Vorschädigung der Sehne
zu einem Achillessehnenriss führen
kann;
aber auch bei völlig un
trai
nierten Personen, die ihre Sehnen plötzlich überfordern
(www.wikipedia.
org/
wiki
/Achillessehnenruptur)
.
6.
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass das Ereignis vom
2
1.
März 2015
weder
als Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zu qualifizieren ist, noch dass die Vo
raus
set
zungen für die Bejahung einer unfallähnlichen Körperschädigung gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV gegeben sind. Die Beschwerdegegnerin hat demnach den Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung zu Recht verneint, weshalb die Be
schwer
de abzuweisen ist.