Decision ID: 06bd7991-47c4-4295-af43-41ce6985e765
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1989 geborene
und zum Sanitärinstallateur ausgebildete (Urk. 7/24/6)
X._
meldete sich unter Hinweis
auf eine
Neurodermitis
bei
Hyper
(
IgE
)Syndrom am 18. Dezember 2014 (Eingang bei der IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/4).
Infolge Nichterfüllens
des Wartejahres und der Erzielung eines rentenausschliessenden Erwerbsein
kom
mens
durch den
Versicherten
im Gartenbauunternehmen seines
Vaters (Urk. 7/23)
wurde das Verfahren bei der IV-Stelle
mit Mitteilung vom 17. Juli 2015
abge
schlossen (Urk. 7/22).
Am 22. Juni 2018 meldete si
ch X._
erneut zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle an (Urk. 7/24)
.
Diese
klärte den medizinischen und erwerblichen Sachverhalt ab (Urk. 7/28-30
, 57-68
) und gab ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (Expertise vom 31. Januar 2019, Urk. 7/50)
.
Am 26. Juni 2019 wurde der Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
erstattet (Urk. 7/72). Nach durch
ge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 3. Oktober 2019, Urk. 7/74;
Einwände vom 4. November 2019, Urk. 7/75 und vom 20. Januar 2020, Urk. 7/85
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 24. Januar 2020 einen Rentenan
spruch (Urk. 2).
2.
Dagegen liess X._
am 26. Februar 2020 Beschwerde erheben und beantragen, es sei unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung
die Sache
zur weiteren Abklärung
an die Vorinstanz zurückzuweisen (Urk. 1). Die Beschwer
degegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 7. April 2020 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 14. April 2020 (Urk. 8) mitgeteilt wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfe
n sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge
ben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf i
hre Abklärungen davon aus, die Anstellung des
Beschwerdeführers als Ge
schäftsleiter bei der
Y._
GmbH entspreche in Bezug auf seine
gesundheitliche Einschränkung
einer
angepasste
n
Tätigkeit, wobei diesbezüglich eine gesundheitsbedingte Leistungseinbusse von 24 % bestehe.
Trotz der gesund
heitlichen Einschränkung sei der Lohn des Beschwerdeführers nicht gesunken, sondern gar markant gestiegen. Der Beschwerdeführer habe daher keine finan
zielle Einbusse zu tragen, weshalb keine Grundlage für
den Bezug
von
Leistungen
der Invalidenversicherung
bestehe.
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend (Urk. 1)
, die Beschwerde
gegnerin habe trotz
der
Kenntnis, dass der Krankentaggeldversicherer Leistungen erbringe, deren Akten nicht beizogen. Dies sei auch nicht erfolgt, nachdem der Beschwerdeführer mit Einwand darauf hingewiesen habe, er
sei
seit August 2019 wieder ganz arbeitsunfähig. Auch habe die Beschwerdegegnerin die Umstände der angeblich ausgebliebenen finanziellen Einbusse trotz gesundheitlicher Ein
schrän
kung des Beschwerdeführers ausser Acht gelassen. So habe der Beschwer
de
führer Krankentaggelder und
-
von
seine
r
Mutter als
Gesellschafterin der Unternehmung
-
Soziallohn erhalten
.
Diese Umstände wären bei der Berechnung des Invalideneinkommens zu berücksichtigen gewesen. Auch hätte die Beschwer
degegnerin anhand der Akten des Krankentaggeldversicherers ohne Weiteres eine
Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers ab August 2019
feststellen können.
3.
3.1
Im
interdisziplinären
Z._
-Gutachten vom 31. Januar 2019
, welc
hes auf den vom
2
0.
b
is 27. November 2018 durchgeführten Untersuchungen basiert
(Urk. 7/50)
,
wurden folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit festge
halten
(Urk. 7/50/7)
:
-
Hyper-IgE-Syndrom mit
-
a
usge
prägter
exzematoider
(
atopischer
) Dermatitis
-
Status nach multiplen Abszessen an unterschiedlicher Lokalisation und verminderte Immunkompetenz
-
Eisenmangel
-
Rechtkonvexe
Thorakolumbalskoliose
(Cobb-Winkel 37°, 6.03
.2018) im Rahmen des Hyper-IgE-
Syndroms mit
-
i
ntermittierenden
Thorakalgien
bei Verdacht auf symptomatische
costotransversale
Funktionsstörungen («Blockierungen»)
-
b
ewegungs- und belastungsabhängigen Facettenarthrosen und
ilio
sa
kraler
Schmerzsymptomatik bei muskulärer Insuffizienz und
Dekondi
tionierung
-
Dysplasiecoxarthrose
beidseits mit schmerzhafter Beugehemmung
-
Rx
Beckenübersicht 21.11.2018: fliehender Pfannenerker, zentrale Gelenksspaltverschmälerung. Beidseits, CE rechts
ca
20°, links ca. 15°
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurde
F
olgendes festgehalten
(Urk. 7/50/7-8)
:
GERD (
ED 2016)
; Hörminderung rechts unklarer Ätiologie (ED 2007
); Leberenzymerhöhung unklarer Ätiologie; Fussinsuffizienz mit Rückfuss-
Valgus
,
Pes
planus
, intermittierend symptomatischem
Hallux
rigidus
und Sublu
xation der
Peronealsehne
submalleolär
rechts; Status nach Unterarmfrakturen beidseits im Kindesalter mit leichter Einschränkung der Unterarmwende
bewe
gun
gen; Status nach rezidivierenden Bursitiden am
Olecranon
beidseits und mehr
fachen operativen Eingriffen; Status nach Knochenmarksödemen unklarer Ätio
logie; Vitamin D-Mangel.
Im Rahmen der Begutachtung durch das
Z._
wurde der Beschwerdeführer allge
mein internistisch, orthopädisch, dermatologisch und psychiatrisch untersucht (Urk.
7/
50/2-3). Aus interdisziplinärer Sicht seien durch
die
erhöhte Infektan
fällig
keit
leicht vermehrte Absenzen durchaus denkbar. Unter der aktuellen pro
phylaktischen antibiotischen Therapie und raschem Eingreifen bei beginnenden Infekten sei dieser Punkt aktuell jedoch von geringem Ausmass, auch wenn weitere Infekte durchaus denkbar seien. Aufgrund der Neurodermitis würden sich weitere Einschränkungen im Bereich von manuellen Tätigkeiten ergeben, das Tragen von Schutzhandschuhen und Plastik-/Gummihandschuhen
sei indesse
n nicht indiziert. Betreffend
de
s Achsenskelett
s
und der Hüftproblematik würden sich ebenfalls Einschränkungen ergeben. Körperlich schwere Arbeiten seien nicht möglich
(Urk. 7/50/8)
.
Aus psychiatrischer Sich
t
lasse sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ableiten (Urk. 7/50/7).
Durch die immer wiederkehrenden Infekte und die verminderte Belastbarkeit des Achsenskel
ettes sei der Beschwer
deführer
sicherlich deutlich belastet.
An seiner jetzigen Arbeitsstelle sei er jedoch optimal angepasst und habe gelernt
,
mit den Belastungen adäquat umzugehen. Im beruflichen als auch im privaten Be
reich sei der Beschwerdeführer
gleicher
massen eingeschränkt. Anlässlich der Untersuchung hätten sich keine Hinweise auf Symptomverdeutlichung, Aggravation oder gar Simulationen ergeben. In der aktuellen Tätigkeit bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 10 bis 20 % aufgrund vereinzelter vermehrter Absenzen bei Infekten, eines leicht ver
mehr
ten Pausenbedarfs und eines gering eingeschränkten Rendements. Diese Ein
schränkung bestehe seit Beginn der aktuellen Tätigkeit im Jahr 2013 (Urk. 7/5
0/9).
Wie
sich der Zustand weiterentwickle
, könne aus
aktueller
Sicht nicht voraus
gesagt werden. Eine Tätigkeit, in welcher der Beschwerdeführer in grösserem Um
fang arbeitsfähig wäre, könne nicht genannt werden (Urk. 7/50/10).
3.2
Vom 19. b
is 28. März 2019 war der Beschwerdeführer in
der
Rehaklinik A._
hospi
talisiert. Gemäss dem Austrittsbericht vom 5. April 2019
(Urk. 3/4)
sei der Beschwerdeführer zur Schmerzreduktion und Verbesserung der Beweglichkeit in ein multimodales, individuell abgestimmtes und leistungsangepasstes Therapie
programm integriert worden. Nach wenigen Tagen sei es zu einer deutlichen Schmerzzunahme gekommen und der Beschwerdeführer habe
über
Ganzkör
per
schmerzen berichtet. Sein Gang habe sich sehr verkrampft und steif gezeigt und das Auf- und Absitzen sei nur ganz langsam und
mit viel Abstützen auf
den Armlehnen möglich gewesen. Nach Erschöpfung aller therapeutischen Möglich
keiten habe der Beschwerdeführer sodann den Wunsch geäussert, frühzeitig aus der Rehabilitation auszutreten.
3.3
Aus dem Bericht vom 12. Novembe
r 2019 des Spitals B._
(Urk.
3/5) zuhanden des Kranken
taggeldversicherers geht
hervor,
im März 2019 sei die Erstdiagnose eines
restless
legs
Syndroms und im
Oktober 2019
diejenige eines
chronifizierten
Panvert
ebralsyndrom
s
gestellt worden.
Dr.
med.
C._
, stellvertre
tende leitende Ärztin, hielt im Bericht sodann fest, der Beschwerdeführer
werde seit dem 8. März 2019 alle
vier Wochen
mit
Privigen
, einem
Human-Immun
globuli
n, therapiert.
Bis anhin habe sich ein stabiler und insbesondere kein
exa
cerbierter
Verlauf des Hyper-IgE-Syndroms unter der
Privigen
-Therapie gezeigt. Jedoch habe sich auch keine wesentliche Besserung der
Sinusitisbeschwerden
e
rgeben; die
Privigen
-Therapie we
rde vorerst weitergeführt. Der Beschwerde
führer habe die stationäre
muskuloskelettale
Rehabilitation zur Behandlung von progredienten Rückenschmerzen bei vorbekannter Skoliose bei fehlendem Effekt und
Ex
a
cerbation
der Beschwerden abgebrochen. Bei weiterhin fehlender Be
schwerdeverbesserung
trotz täglichen Übungen zuhause
sei der Beschwerdeführer
zur
Rückensprechstunde auf der Rheumatologie des Universitätsspital
s
D._
angemeldet
worden
, wo inzwischen
ein
chronifiziertes
Panverteb
ralsyndrom
habe
diagnostiziert werden können
. Weitere Abklärungen, vor allem in der Schmerz
sprech
stunde, seien geplant. Aufgrund der ausgeprägten Schmerzsymptomatik sei der Besch
werdeführer seit August 2019 zu
100 % arbeitsunfähig.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrer Beurteilung, wonach in angepasster Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80 bis 90 % bestehe, vorwiegend auf das
Z._
-Gutachten (vgl. Verfügung vom 24. Januar 2020, Urk. 2 und
Feststellungs
blatt vom 6. November 2019
, Urk. 7/78
)
. Das
Z._
-Gutachten wurde unter Ein
bezu
g aller relevanter
medizinischer
Disziplinen (
allgemeine innere Medizin, Orthopädie, Dermatologie und Psychiatrie
)
erstellt, erging unter Berücksichtigung der
Vorakten
, der Anamnese sowie der vom Beschwerdeführer geklagten Be
schwer
den (Urk. 7/50/16-30, 38-40, 48 f. und 54-58).
Die Gutachter legten ihr
e
Schlussfolgerung, wonach die aktuelle Tätigkeit des Beschwerdeführers als opti
mal angepasst anzusehen sei und aufgrund der vereinzelt vermehr
ten Absenzen bei Infekten, eines
leicht vermehrten Pausenbedarf
s und gering eingeschränkten
Rendement
s
von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 10 bis 20 % auszugehen sei, nachvollziehbar dar.
Das Gutachten erweist sich
damit
als beweiskräftig, was der Beschwerdeführer
indessen auch
nicht bestreitet.
4.2
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Leistungsanspruch des Beschwerde
füh
rers
,
weil er
in seiner aktuellen Tätigkeit, welche einer angepassten Tätigkeit entspreche, keine finanzielle Einbusse
erleide
(Urk. 2).
Anhand der Akten ergeben sich allerdings Hinweise, welche es
als
fraglich erscheinen lassen, ob der Be
schwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit im Rahmen seiner
aktuellen Tätigkeit noch
in zumutbarer Weise
umsetz
en kann.
Zwar erachteten die Gutachter die aktuelle Tätigkeit als Geschäftsführer in der Gartenbauunternehmung seiner Mutter als optimal angepasst (E. 3.1). Im Rahmen der Konsensbeurteilung führten sie aber aus, nachdem der Vater des Beschwerdeführers 2016 überraschend ver
storben sei, habe der Beschwerdeführer die Leitung des Unternehmens übernom
men. Damit sei er knapp an seiner Leistungsfähigkeit angelangt, beziehungsweise sei er damit zeitweise auch überfordert, weshalb er die Unterstützung seiner ältesten Schwester, die während zwei bis drei Tagen im Betrieb mithelfe, benötige (Urk. 7/50/6; vgl. auch Urk. 7/50/62, wonach sich der Beschwerdeführer
–
insbe
sondere infolge seiner Rückenschmerzen - zunehmend ausserstande fühle, die anfallende Arbeit noch zu bewältigen). In den Akten finden sich denn auch unter
schiedliche Angaben zum Arbeitsumfang in der aktuellen Tätigkeit des Beschwer
deführers. Während der Beschwerdeführer anlässlich der orthopädischen Begut
achtung ausführte, etwa 60 Stunden wöchentlich zu arbeiten, wobei er sich auf reine Organisations- und Bürotätigkeiten beschränke (Urk. 7/50/39), führte er im Rahmen der internistischen Abklärung aus, wenn er zu 50 % arbeiten könne, dann sei dies ein besonders guter Tag (Urk. 7/50/27). Im Rahmen der Erhebung
des Abklärungsberichts erklärte der Beschwerdeführer im Juni 2019, sein gesund
heitlich schlechter Zustand bestehe schon seit etwa 2.5 Jahren. Seither sei er als Mitarbeiter auf den Baustellen nicht mehr anzutreffen; er übe eigentlich nur noch Kontrollfunktion aus. Dadurch benötige er mehr temporäre Arbeitskräfte und übertrage Aufträge an Subunternehmer. Eigentlich nehme er nur noch Aufträge entgegen, die er dann zur Erledigung an Subunternehmer weiterleite. Die ganze Administration (Büro, Offerten, Abrechnungen, Akquisition, Kundenpflege usw.) erledige er weiterhin, brauche hierfür aber mehr Zeit, als eigentlich üblich wäre. Was er vorher am Abend noch an Büroarbeiten erledigt habe, verteile er nun über den ganzen Tag. Diese Arbeitssituation bestehe schon seit etwa 2017. Trotz diesen
Anpassungen an seine gesundheitlichen Probleme sei sein Lohn von Fr. 12'000.--,
den er seit 2018 monatlich erziele, unverändert geblieben. Den einst in der Haus
wartung ausgeübten Nebenerwerb habe er im Jahr 2016 aufgegeben, da er nicht mehr in der Lage gewesen sei, die dafür notwendigen körperlichen Arbeiten auszuführen (Urk. 7/72/3). Gestützt auf diese Angaben ermittelte die Abklärungs
person für den Arbeitsalltag eine gesundheitsbedingte Leistungseinbusse von 24 %
(Betriebsleitung, gewichtet: 76 %; keine Einschränkung; Garten- und Land
schafts
bau, Gewichtung: 24 %, Einschränkung: 100 %; Urk. 7/72/5). Ob, wie die Be
schwerdegegnerin annimmt, der Beschwerdeführer die von den Gutachtern atte
stierte Restarbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit noch verwerten kann, bleibt angesichts dieser widersprüchlichen Angaben unklar, zumal dem Beschwerde
füh
rer seit Februar 2018 Taggelder der Krankentaggeldversicherung für eine Arbeits
unfähigkeit im Umfang von 50 bis 100 % ausgerichtet werden (Urk. 3/6 S. 6) und der Geschäftsabschluss für das Jahr 2018 der Abklärungsperson noch nicht vorlag (Urk. 7/72/8). Es kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer das Vorliegen von Soziallohn geltend macht (Urk. 1 S. 6), was mit Blick darauf, dass die Mutter des
Beschwerdeführers alleinige Gesellschafterin des Familienbetriebs ist (Urk. 7/72
/2;
vgl. auch den Handelsregistereintrag
), nicht ohne Wei
teres auszuschliessen ist, fallen
doch als Indiz für eine freiwillige Sozialleistung insbesondere verwandtschaftliche Beziehungen zwischen dem Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin und der versicherten Person oder eine lange Dauer des Arbeits
verhältnisses in Betracht (Urteil des Bundesgerichts 8C_320/2012 vom 11. Septem
ber 2012 E. 4.1 mit Hinweisen; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
20 ff. zu Art. 28a).
Die Beschwer
degegnerin tätigte in diesem Zusammenhang keine weitergehenden Abklärungen (vgl. Urk. 7/72/8 und Urk. 7/78/5)
und begründete ihren Entscheid damit, dass der Beschwerdeführer keine Erwerbseinbusse erleide. Ob dies zutrifft und die Annahme gestattet, von einem stabilen Arbeitsverhältnis auszugehen, ist, wie dargelegt, nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen.
Auch wenn
für
die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch reali
sierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) nach der Rechtsprechung primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen
ist
, in welcher die ve
rsi
chert
e Person konkret steht,
ist zu klären, ob
sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zu
mutbarer Weise voll ausschöpft und das
Einkommen aus der Arbeitsleistung als ange
messen und nicht als Soziallohn
gilt
(
vgl.
BGE 139 V 592 E. 2.3;
135 V 297 E.
5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Was das Vorbringen des Beschwerdeführers anbelangt, es sei aufgrund einer
Schmerzexazerbation
im August 2019 gar von einer 100%igen Erwerbseinbusse auszugehen (Urk. 1 S. 2, 6), erlauben die Akten auch dies betreffend keine ab
schliessende Beurteilung. Es trifft zwar zu,
dass die Ärzte des Spitals B._
seit August 2019 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bescheinigten, nachdem zuvor eine solche von 70 % bestanden habe (E. 3.3). Dazu, ob diese Einschätzung auch die funktionelle Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in angepassten Tätig
keiten beschlägt, lassen sich dem Bericht keinerlei Angaben entnehmen. Dass der Beschwerdeführer aufgrund der
skoliotischen
Fehlstellung an Schmerzzuständen leidet, erkannten auch die Gutachter (Urk. 7/50/4-6), weshalb sie denn auch kör
perlich schwere Arbeiten für nicht mehr zumutbar erachteten, leichte, inter
mit
tierend auch mittelschwere Tätigkeiten jedoch mit einer Einschränkung von 10
bis 20 % wegen vermehrter Absenzen bei Infekten und leicht vermehrten Pausenbedarfs für möglich hielten (E. 3.1; Urk. 7/50/8). Dass sich hieran bis zum Verfügungszeitpunkt eine relevante Veränderung zugetragen hat, lässt sich mit Blick auf die nach der Begutachtung ergangenen Arztberichte jedenfalls nicht ausschliessen. Mithin besteht auch in dieser Hinsicht Klärungsbedarf.
4.3
Nach dem Gesagten lässt sich vorliegend weder abschliessend feststellen, ob sich der gesundheitliche Zustand des Beschwerdeführers nach der Begutachtung rele
vant verschlechtert hat, noch ob er im Stande ist, seine Restarbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit zu verwerten.
Der Sachverhalt erweist sich unter diesen Umständen als nicht hinreichend ab
geklärt, weshalb die angefochtene Verfügung vom 24. Januar 2020 aufzuheben und die Sache zur ergänzenden Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen ist.
D
ie Beschwerde
ist daher
gutzuheissen.
5.
5.1
Die Kosten des Verfahrens sind gestützt auf
Art.
69
Abs.
1bis IVG auf
Fr.
700.--festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegner
in aufzuerlegen
5.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
5.3
Dem obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer steht damit eine Prozessentschädigung zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf
Fr. 1’5
00.--
(inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuer
legen ist.