Decision ID: 0aac4725-df46-489a-9e8e-875142a7a4ec
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961, reiste i
m Jahr 1986 aus Österreich in die Schweiz ein (
Urk.
6/1/3). Sie
hatte
in Österreich den Beruf der Krankenschwester
erlernt
. In der Schweiz erlangte sie zusätzlich ein Diplom als Sozialpädagogin (
Urk.
6/1/4
, Urk. 6/8/17
).
Am
1
0.
Oktober 1999 meldete
sie
sich unter Hinweis auf eine seit ca. 11 Jahren bestehen
de Depression bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/1, Aktenverzeichnis zu
Urk.
6/1-192).
Nach durchgeführten Abklärungen sprach ihr die IV-Stelle mit Verfügung vom
10
.
März
2000
wegen
einer rezidivierenden depressiven Stö
rung, damals schwe
re Episode ohne psychotische Symptome
,
sowie einer Pers
ön
lich
keits
störung mit selbstunsicheren, selbstkritischen und passiven Zügen (Urk.
6/9/1) mit Wir
kung ab
1.
Januar 1999 eine halb
e Invalidenrente u
nd ab 1.
Januar 2000 eine ganze Invalidenrente zu (
Urk.
6/1
1
,
Urk.
6/13
).
1.2
Mit Schreiben vom 1
8.
Juni 2001 meldete die Versicherte der IV-Stelle, dass sie wieder ein Einkommen erziele (Urk.
6/15)
.
Am
8.
Januar 2002 teilte ihr die IV-Stelle mit, dass
sie weiterhin Anspruch auf
eine
ganze Invalidenrente habe (Urk.
6/24).
Entsprechendes teilte sie ihr nach dem im Jahr 2004 von Amtes we
gen durchgeführten Rentenrevisionsverfahren mit (vgl. die Mitteilung der IV-Stelle vom 2
5.
April 2005 [Urk.
6/33]). In der Folge meldet
e
die Versicherte
fort
laufend
Veränderungen ihres Einkommens (vgl.
Urk.
6/36). Nach der dies
bezüg
lichen Meldung vom 2
7.
Januar 2008
(Urk. 6/38) antwortete ihr die IV-Stelle am 21. Februar 2008, dass sie wie bis anhin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe (Urk. 6/40).
1.3
Im Zuge eines
am
6.
Februar 2009 eingeleiteten
Rentenrevisionsverfahrens
(vgl. Urk. 6/42)
holte die IV-Stelle unter anderem das Gutachten von
Dr.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie FMH, vom 1
7.
November 2009 ein (
Urk.
6/48).
Da
nach teilte sie der Ver
sicherten am 1
5.
Januar 2010 mit, dass weiterhin Anspruch auf eine ganze In
validenrente bestehe (
Urk.
6/51).
1.
4
In der Folge gewährte die IV-Stelle der Versicherten Arbeitsvermittlung (Urk. 6/57), wodurch
sie
per 1
5.
Juni 2011
eine Anstellung in einem 30%-Pensum als Betreuerin (Fachperson Wohnen)
bei der Stiftung
B._
fand
(
Urk.
6/62/3)
. Daneben arbeitete sie
für diese Arbeitgeberin zusätzlich im Stundenlohn als “Be
gleiterin Sport“ (
Urk.
6/62/2).
Unter Berücksichtigung des von der Versicherten
bei der Stiftung
B._
erzielten
Einkommens
(vgl.
Urk.
6/66/2,
Urk.
6/70/1-2)
setzte die IV-Stelle die bisherige ganze Invalidenrente der Versicherten mit Ver
fügung vom
25.
Januar 2012
auf eine
Dreiviertelsrente
herab
(Urk.
6/72)
.
1.
5
Am 1
1.
Januar 2012 erlitt die Versicherte einen Verkehrsunfall. In der Folge be
antragte sie am 1
7.
April 2012
bei der IV-Stelle
eine Erhöhung ihre
r
Invaliden
rente (
Urk.
6/81-82).
Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in medizinischer und beruflich-erwerblicher Hinsicht und zog die Akten de
r
zuständigen Unfall
versi
ch
erung, der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva),
bei
(vgl. Urk. 6/88, Urk. 6/103, Urk. 6/129, Urk. 6/131
, Urk.
6/133)
.
Am
9.
Juni 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass zur Klärung ihrer Leistungs
an
sprüche eine poly
disziplinäre medizinische Untersuchung (Allgemeine Innere Medizin, Ortho
pädie, Neurologie, Psychiatrie) notwendig sei (Urk. 6/137). Die Untersuchungen fanden am 5., 14
.
, und 2
3.
September 201
6
bei der C._ AG st
att (
Urk.
6/154). Am 1
7.
Oktober 2016 erstattete die
C._
AG ihr Gutachten (nachfolgend:
C._
-Gutachten vom 1
7.
Oktober 2016 [Urk. 6/154]). Mit Schreiben vom
8.
Mai 2017 äusserten sich
C._
-Gutachter
ergänzend
zur Arbeitsfähigkeit der Ver
sicherten aus psychia
t
rischer Sicht (
Urk.
6/160).
Hernach kündigte die IV-Stelle der Ver
sicher
ten mit Vorbescheid vom 1
9.
Juni 2017 die Herabsetzung der bis
herigen
Drei
viertelsrente
auf eine halbe Rente an (Urk. 6/164). Dagegen erhob die Versicherte am 2
2.
August 2017 Einwand (Urk. 6/165).
Mit Eingabe vom 1
1.
Oktober 2017 reichte sie eine ergänzende Begründung (
Urk.
6/169) und die Stellungnahme ihres behandelnden Psychiaters
, Dr.
D._
, Facharzt für Psychia
trie und Psychotherapie,
vom
25.
September 2017 (
Urk.
6/170)
ein.
Die IV-Stelle
er
suchte die
C._
-Gutachter um eine Stellungnahme. Die
C._
-Gutachter erstatten ihre Antwort am 18.
Januar 2018 (
Urk.
6/174).
Dazu liess sich die Versicherte am 26.
Februar 2018 vernehmen (
Urk.
6/179, unter Beilage der Stellungnahme
von
Dr.
D._
vom
2.
Februar 2018 [
Urk.
6/178]).
Nach Prüfung
der Vorbringen
der Versicher
ten setzte die IV
-Stelle deren bisherige
Drei
viertelsrente
mit Verfügung vom 2
7.
April 2018 mit Wirkung ab dem
1.
Juli 2018 auf eine halbe Rente herab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
8.
Mai 2018 Beschwerde und beantragte,
in Aufhebung der
Verfügung
vom 2
7.
April 2018 sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr weiterhin eine
Dreiviertel
s
rente
auszurichten.
Sodann sei d
ie Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr die Kosten für die Stellungnahmen von
Dr.
D._
im Betrag
von insgesamt
Fr.
1‘000.-- zu ersetzen (
Urk.
1 S.
2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
Juni 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
5, unter Beilage ihrer Akten [
Urk.
6/1-192])
, was der Beschwerdeführerin am 2
0.
Juni 2018 zur Kennt
nis gebracht wurde (
Urk.
7).
Am
5.
Juli 2018 reichte die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme ein (
Urk.
8). Der Beschwerdegegnerin wurde am
6.
Juli 2018 das Doppel dieser Eingabe samt
Kopien der damit eingereichten Unterlagen (
Urk.
9/3-5) zur Kenntnisnahme zu
gestellt (
Urk.
10).
3.
Zu ergänzen ist, dass die Suva ihre Versicherungsleistungen
mit Verfügung vom 1
4.
März 2016 per
1.
April 2016 eingestellt hatte. Dagegen erhob die Beschwer
de
führerin am 2
7.
April 2016 Einsprache, welche die Suva mit
Einspracheent
scheid
vom 1
7.
Februar 2017 abwies. Die dagegen von der Beschwerdeführerin am 23.
März 2017 beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich erhobene Beschwerde ist Gegenstand des Verfahrens UV.2017.00080 und wurde mit Urteil heutigen Datums abgewiesen.
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin auch
ab
dem
1.
Juli 2018
Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
hat.
1.2
In der angefochtenen Verfügung vom 2
7.
April 2018 führte die Beschwerde
geg
nerin aus, dass die Beschwerdeführerin seit 1999 eine Invalidenrente beziehe. Seit 2012 habe sie Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
. Im April 2012 habe sie auf
grund des Unfalls vom
Januar
2012 ein Zusatzgesuch eingereicht. Daraufhin sei die gesamte medizinische Situation noch einmal abgeklärt worden. Sie habe die Akten der Unfallversicherung beigezogen. Zudem sei die Beschwerdeführerin im September
2016 durch die
C._
AG medizinisch untersucht worden. Unter Be
rücksichtigung der gesamten medizinischen Abklärungen sei folgende Ein
schät
zung abgegeben worden: Die Arbeitsunfähigkeit aufgrund des Unfalles sei
nur von kurzer Dauer gewesen (ca. 3 Monate). Im Juni sei sie aufgrund des gleichen Unfalls nochmals für ca. 6 Wochen arbeitsunfähig gewesen. Da es sich diesbe
züglich nicht um eine langandauernde Arbeitsunfähigkeit gehandelt habe, wür
den diese Zeiten nicht berücksichtigt.
Dem Gutachten sei aber ebenfalls zu ent
nehmen, dass
sich
der Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
seit 2012
ins
gesamt
verbessert
habe
.
Die Gutachter hätten festgehalten, dass ihr d
ie Tätig
keit als
“
Fachfrau
Wohnen“, welche sie auch heute noch ausführe, zu 40
%
zu
mutbar
sei
. E
iner
leidens
angepassten Tätigkeit könnte sie sogar
in
einem Pensum von
50
%
nachgehen
(
Urk.
2 S. 2).
Der Einkommensvergleich ergebe sodann, dass
die Beschwerdeführerin
nur noch
Anspruch auf eine halbe Invali
denrente habe (
Urk.
2 S. 3).
1.3
Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber im Wesentlichen vor,
die Beschwerdegegnerin rechtfertige die Reduktion der Invalidenrente damit, dass es zu einer Verbesserung ihrer Arbeitsfähigkeit gekommen sei (
Urk.
1 S. 5). Das
C._
-Gutachten vom
17. Oktober 2016
vermöge aber nicht zu überzeugen. D
ie
C._
-Gutachter
hätten
sich
zu den unterschiedlichen Beurteilungen
von
Dr.
E._
,
FHM
Radiologie,
und
Dr.
F._
, Fachärztin FMH Radiologie, spez. Neuroradiologie,
zu den
bildgebenden
Unter
suchungen
äussern müssen und sich nach eingehender Diskussion eine Meinung bilden sollen. Dies sei weder im orthopädischen noch im neurologischen noch im Hauptgutachten gemacht worden (
Urk.
1 S. 3-4).
Sodann könne aufgrund der
Akten
des Unfallversicherers
festgestellt werden, dass die unfallbedingte Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit entgegen der Behauptung im orthopädischen Teil
gutachten, welche auch ins Hauptgutach
t
en übernommen worden sei, nicht ledi
glich maximal 6 Wochen, sondern mindestens 6 Monate angedauert habe (
Urk.
1 S.
4).
Des Weiteren ergebe der Vergleich der Diagnosen von
Dr.
A._
vom 1
7.
November 2009, welches die Vergleichsgrundlage für eine allfällige Ver
ände
rung des Gesundheitszustandes bilde, und der Diagnosen im psychia
trischen Teil
gutachten der
C._
AG, dass es zu einer erheblichen Ver
schlechterung ihres Gesundheitszustandes gekommen sei (
Urk.
1 S.
4-5).
Versicherungsmedizinisch dürften die gestellten Diagnosen bei einer Be
urteilung betreffend die Funktions
einschränkung und Arbeitsfähigkeit nicht un
berücksichtigt gelassen werden.
D
ie
C._
-Gutachter
seien
nicht auf die von
Dr.
A._
gestellte Diag
nose einer “emotional instabilen Persön
lichkeitsstörung vom
Borderline
-Typus“ ein
gegan
gen und hätten nicht nachvollziehbar dargelegt, weshalb diese Diagnose heute nicht mehr vorliegen würde. Es könne sodann nicht nach
voll
zogen werden, wes
halb der psychiatrische
C._
-Gutachter
von angeblichen Inkonsistenzen im orthopädischen Teilgutachten auf eine Aggravation respektive eine Selbst
limi
tie
rung schliesse (
Urk.
1 S. 5).
Die Begründung der
C._
-Gutachter für eine Ver
besserung der Arbeitsfähigkeit sei widersprüchlich und nicht nachvollziehbar (
Urk.
1 S.
6).
Alsdann liege g
emäss
Dr.
D._
sehr wohl eine “
Traumadiagnose
“ vor, was von den Gutachtern übersehen worden sei
(Urk. 1 S. 7)
.
Anzufügen sei ferner, dass de
r
psychiatrische
C._
-Gutachter ihre Arbeitsfähigkeit als Wohn
gruppenleiterin retrospektiv mit 40
%
,
ihre
Arbeitsfähigkeit als Sozialpädagogin hingegen mit 0
%
ein
ge
schätz
t habe. Zwischen den Tätigkeiten einer Wohn
grup
penleiterin und einer Sozialpädagogin
bestehe aber kein Unterschied
(
Urk.
8 S.
2).
Es komme
hinzu, dass die Beschwerdegegnerin auch die Einschränkung in der Haus
haltführung
hätte abklären müssen (
Urk.
1 S. 7).
In erwerblicher Hinsicht sei s
chliesslich
auch
zu rügen, dass die Beschwerdegegnerin
beim Einkommens
ver
gleich ein Abzug vom Invalideneinkommen von 25
%
hätte
vornehmen
müs
sen
(
Urk.
1 S. 7-8).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundes
ge
setzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglich
keiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG
)
.
2.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine
ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG
).
2.3
2.3.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbeson
dere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesund
heits
zustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesund
heitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisions
grund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebe
nen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
li
cher und tat
sächlicher Hinsicht umfassend (“
allseitig
“
) zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.3.2
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Invali
ditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den er
werblichen Auswirkun
gen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_297/2016 vom
7.
April 2017 E.
2.2, nicht publiziert in: BGE 143 V 77, aber in SVR 2017 IV Nr. 51 S. 152). Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (
Art.
49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durch
geführter Renten
revision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Renten
an
spruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionser
gebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art.
51 ATSG), ist im
darauf folgenden
Revisions
verfahren zeitlich zu ver
gleichender Ausgangs
sach
verhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 2
9.
März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
2.
4
2.4.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invalidi
täts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.4.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen w
erden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1,
126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten ver
öffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (
BGE 143 V 295 E. 4.1.3
; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE
143 V 295 E. 4.2.2,
142 V 178 E. 2.5.8.1
,
133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Er
mitt
lung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der kon
kreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich i
st (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
IVG
, 3. Aufl.
2014
, N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Recht
sprechung).
2.5
Gemäss
BGE
131 V 51
E. 5.1.2 bemisst sich die Invalidität bei einer hypothe
tisch im Gesundheitsfall lediglich teilerw
erbstätigen versicherten Person ohne
Aufga
benbereich im Sinne von
Art. 27
IVV nach der allgemeinen Methode des Ein
kommensvergleichs oder einer Untervariante davon (Schätzungs- oder Prozent
vergleich,
ausserordent
liches
Bemessungsverfahren). Dabei ist das
Validenein
kommen
nach
Massgabe
der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbs
tätigkeit festzulegen, wo
bei entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum, um mehr Freizeit zu haben, hat dafür nicht die Invaliden
versicherung einzustehen. Das Invalidenein
kommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das - ärztlich festzulegende - Arbeitspensum unter Umstän
den grös
ser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete.
Mit BGE 142 V 290 präzisierte das Bundesgericht diese Rechtsprechung dahin
ge
hend, dass bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Aufgaben
bereich die anhand der Einkommensvergleichsmethode (
Art.
16 ATSG) zu er
mittelnde Ein
schrän
kung im allein versicherten erwerblichen Bereich pro
por
tional - im Um
fang der hypo
thetischen Teilerwerbstätigkeit - zu berück
sichtigen ist. Der Inva
liditätsgrad ent
spricht der proportionalen Einsch
ränkung im erwerblichen Bereich
und kann damit den versicherten Bereich, welcher durch das hypo
thetische Teilzeitpensum defi
niert wird, nicht übersteigen. Denn andernfalls könnte ein das hypothetische erwerbliche Pensum übersteigender Invaliditäts
grad resul
tieren, womit indirekt
unzulässigerweise
eine Einschrän
kung in den weder Erwerbs- noch Aufgabenbe
reich darstellenden, nicht ver
sicherten Freizeitaktivi
täten mitabgegolten würde
(BGE 142 V 290 E. 7.3; vgl. für einen Anwen
dungs
fall: Urteil des Bundesgerichts 9C_286/2017 vom 14. Juni 2017 E. 5.2-5.4)
.
2.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusam
menhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht aus
zu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
3.
Mit Verfügung vom 1
2.
Januar 2012 setzte
die Beschwerdegegnerin die bisherige ganze Invalidenrente der Beschwerdeführerin mit Wirkung auf den
1.
März 2012 auf eine
Dreiviertelsrente
herab (
Urk.
6/73). Sie begründete
dies
mit den verän
derten Verhältnisse
n
aufgrund des von der Beschwerdeführerin bei der Stiftung
B._
erzielten Einkommens. Die Beschwerdegegnerin führte einen neuen Ein
kom
mensvergleich durch. Sie ermittelte
dabei
einen Invaliditätsgrad von 62
%
(
Urk.
6/66/2,
Urk.
6/70/2).
Sie
tätigt
e vor dieser Renten
herabsetzung
aber keine Abklärungen in medizinischer Hinsicht.
Vergleichsbasis
zur Beurteilung der Frage, ob sich der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ver
än
dert hat,
ist
daher
das
von
der
IV-Stelle
vor der Mitteilung vom 1
5.
Januar 2010 (
Urk.
6/51)
eingeholte
psychiatrische Gutach
ten
von Dr.
A._
vom
1
7.
Novem
ber 2009 (
Urk.
6/48).
Strittig und zu prüfen ist
daher
, ob sich der Gesundheits
zustand der Beschwerde
führerin und/oder dessen er
werb
liche Aus
wirkungen seit der Mit
teilung vom 15.
Januar 2010
(
Urk.
6/51)
derart wesentlich verändert haben, dass ihr ab
1.
Juli 2018 nur noch eine halbe Rente zusteht.
Vor der ange
foch
tenen Ver
fügung vom 27. April 2018 (Urk. 2)
veranlasste
die IV-Stelle unter anderem das
C._
-Gutachten vom 1
7. Oktober 2016 (Urk. 6/154)
.
4.
4
.
1
In seinem Gutachten vom 17. November 2009 diagnostizierte
Dr.
A._
eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typus
gemäss
ICD-10: F60.31
(
Urk.
6/48/18
)
.
Dr.
A._
führte dazu
aus
, die Beschwerdeführerin habe angegeben, dass sich ihr Gesundheitszustand seit 2008 verschlechtert habe. Dies insbesondere auf
grund von körperliche
n
Beschwerden, die sie bei der Arbeit zu
nehmen
d
ein
schränken würden.
Dr.
A._
hielt in diesem Zusammenhang fest
, dass er als Psychiater nicht beurteilen könne, inwiefern sich diese Beschwerden auf ihre Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Die Beschwerdeführerin habe zudem an
ge
geben, dass der Tod ihrer Mutter
im April 2008 sie psychisch stark mitgenommen habe
. S
either gehe es ihr deutlich schlechter (Urk. 6/48/18). Trotzdem sei sie
zur Zeit
im Pensum von ca. 20% als Betreuerin für behinderte Kinder arbeitstätig. Eine Erhöhung dieses Pensums komme für sie momentan nicht in Frage (Urk. 6/48/18-19).
Er hielt dazu fest, aufgrund der Angaben der Beschwerde
füh
rerin, der Auskunft der behan
delnden Psychiaterin und den Angaben in den Vor
akten sei insgesamt von
einem unveränderten psychischen Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin auszu
gehen
. Die vorhandenen Informationen und Befun
de seien kongruent, schlüssig und nachvollziehbar. Bei der Beschwerdeführerin bestehe eine hohe Motivation zur Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt
, aber auch ein schwerer
,
gut dokumen
tierter psychischer Gesundheitsschaden.
Die Prognose sei ungünstig. Trotz um
fangreichen, langjährigen Behandlungsbemühungen sei eine weit
gehende
Chronifizierung
der psychischen Beschwerden eingetreten. Erschwerend
kämen
in letzter Zeit die körperlichen Beschwerden und psychoso
ziale Belastungsfaktoren (Tod der Mutter, Suizide im sozialen Umfeld) hinzu. Die starke emotionale Reak
tion auf solche Ereignisse (Verlust von Bezugspersonen) sei krankheits
inhärent und deshalb IV-relevant
(
Urk.
6/48/19).
Dr.
A._
hielt ferner fest, dass bei der Beschwerdeführerin aus rein
psychiat
ri
scher Sicht zum Zeitpunkt der Untersuchung (
4.
September 2009)
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als Sozialpädagogin sowie eine
70%ige Arbeitsunfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit (aktuell als Behinderten
betreuerin) bestanden habe (
Urk.
6/48/18).
Ihr
Gesundheitszustand sei - trotz vor
übergehenden leichten Verbesserungen und Verschlech
terungen - seit der
Zusprache
einer ganzen Rente (
1.
Januar 2000) im Wesent
lichen gleichgeblieben (
Urk.
6/48/20-21).
4
.
2
4
.
2
.1
Am
C._
-Gutachten
vom 17. Oktober 2016 (Urk. 6/154)
waren die
Dres
.
G._
, Facharzt für P
sychiatrie und Psychotherapie, H._
, Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie/Ortho
pädische Rheumatologie (D),
I._
, Facharzt für Innere Medizin und Onkolo
gie, und J._
, Fachärztin für Neu
rologie, beteiligt (
Urk.
6/154/28, Urk.
6/154/41,
Urk. 6/154/51, Urk. 6/154/61,
Urk.
6/154/69
)
.
Die
C._
-Gutachter stellten folgende Diagnosen mit Auswir
kun
gen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6
/154/17):
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen und selbst
unsicheren Persönlichkeitsanteilen (ICD-10: F61.0)
-
Angst und depressive Störung, gemischt (ICD-10: F41.2)
-
Posttraumatische Arthrose des rechten
Subtalargelenkes
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (
Urk.
6/
154/17):
-
Psychologische und Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassifizierten Krankheiten (ICD-10: F54)
-
Geringgradiges
cervicales
und thorakales Schmerzsyndrom ohne behin
de
rungsrelevante
s
Korrelat
-
Senk-Spreizfuss beidseits
-
Labile Hypertonie, diastolisch normalisiert bei zweiter Messung
-
Status nach
Glomerulonephritis
1974, heute ohne Folgen
-
Nephrolithiasis
links mit Koliken mindestens 1998 und 2012
4
.
2
.2
Der
v
ersicherungsmedizinischen Beurteilung der
C._
-Gutachter ist zu ent
neh
men, dass in psychiatrischer Hinsicht
bei der Beschwerdeführerin
eine aus
ge
prägte kombinierte Persönlich
keitsstörung (ICD-10: F61.0) mit insbesondere emo
tionaler Instabilität
ganz im Vordergrund
stehe
und
auch
von entscheidender Bedeutung für die Frage der Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin sei
. Darüber hinaus bestünde aber auch
eine
Selbstunsicherheit. Des Weiteren sei die Be
schwerdeführerin hinsichtlich der Persönlichkeit übermässig selbstkritisch, habe ausgeprägte Ängste davor, Fehler zu machen. Aufgrund der Persönlich
keits
stö
rung sei davon auszugehen, dass die Versicherte für jegliche Form sozialer Inter
aktion, aber auch ganz allgemein für Alltags- und berufliche Aktivitäten über
mässig viel psychische Energie benötige beziehungsweise auf deutlich längere Ruhe- und Regenerationszeiten angewiesen sei (
Urk.
6
/154/17). In diagnostischer Hinsicht ergebe sich des Weiteren, dass eine langjährige be
ste
hende rezidi
vie
rende depres
sive Störung inzwischen remittiert sei
.
Eine depressive Episode gemäss ICD-10 liege nicht mehr vor.
Es bestehe eine, unter Berücksichtigung des Eindrucks in der Untersuchungssituation, der Aktenlage sowie auch der Tages
ak
tivitäten, mässige Depressivität. Sodann würden verschiedene körperliche Beschwerde vorliegen, die gemäss den vorlieg
enden Unterlagen nur unzureichen
d organmedizinisch erklärbar seien. Unter Berücksichtigung von i
n der orthopä
di
schen und in der neurologischen Untersuchung beobachteten Inkonsistenzen sei eine gewisse Aggravation zu vermuten. Darüber hinaus bestehe aber auch eine psychogene Überlagerung der körper
lichen Beschwerden im Sinne der Diagnose psychologische Faktoren und Ver
haltensfaktoren bei anderorts klassifizierten Krankheiten. Es bestünden Fähigkeitsstörungen in den Bereichen Durchhalte
fä
higkeit, Flexibilität und Umstellungsfähigkeit und Selbstbehauptungsfähigkeit. Die derzeitige Tätigkeit mit sehr ungünstigen Arbeitszeiten (sehr lange Schichten, dann viele freie Tage) könn
e die
Beschwerdeführerin nur im derzeit ausgeübten Um
fang von 40 % aus
üben. Eine optimal adaptierte Tätigkeit mit insbesondere gleichmässig verteilten Arbeitszeiten, wäre medizinisch-theoretisch zu 50 % möglich
(
Urk.
6/154/18)
.
Die
C._
-Gutachter führten weiter aus, dass die Beschwerdeführerin b
ei der orthopädischen Untersuchung über verstärkte
Nackenschmerzen seit dem Auf
fahrunfall vom 1
1.
Januar 2012 geklagt
habe
. Bei der klinischen Untersuchung habe sich eine lotgerechte Halswirbel
säule mit massiv eingeschränkt demons
trier
ter Beweglichkeit gezeigt. Die spontanen Kopf
bewegungen seien jedoch ohne Ein
schränkungen möglich gewesen. Hinweise auf das Vorliegen einer Reizung zer
vikaler Nervenwurzel
n
hätten sich nicht
finden lassen
. In den aktuellen Röntgen
auf
nahmen der Halswirbelsäule (HWS)
sei
en
im mittleren und unteren
HWS
-Bereich eine
Unkarthrosis
un
d
Spondylar
t
hrose
n
sichtbar gewesen
. Weiterhin habe ein verkalktes vorderes Längsband auf Höhe Hals
wirbelkörper (HWK) 4/5 sowie eine
Spondylosis
HWK
6/7 mit leicht verschmälerter Bandscheibe
bestan
den
. Eine eventuelle In
stabilität im Segment HWK 4/HWK
5 sei radiologisch bereits in der Vergangenheit ausgeschlossen worden. Das an
ge
gebene nächtliche Ameisen
krib
beln in beiden Armen und tagsüber
palmarseitig
in den Händen sei von ortho
pädisch-
traumatologischer
Seite nicht nachvollziehbar. Die demons
trierte mas
sive Bewegungseinschränkung der HWS lasse sich anhand der radio
logisch sicht
baren degenerativen Veränderungen nur bedingt erklären. Di
e von
der Beschwer
deführerin angegebenen belastungsabhängigen Schmerzen beidsei
tig der Brust
wirbelsäule
(
BWS
)
seien von orthopädisch-
traumatologischer
Seite anhand der vor
liegenden kli
nischen und radiologischen Befunde nicht nachzu
vollziehen
(
Urk.
6/154/18).
In den aktuellen Röntgenaufnahmen des rechten Fus
ses habe sich ein post
trauma
tisch deformiertes Fersenbein mit Arth
rose des dor
salen An
teils des
Sub
talar
ge
lenks
dargestellt. Aufgrund dieses Befun
des ergebe sich eine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit für Tätigkeiten mit aus
schliessli
chem Stehen und Gehen. Die Diagnose Fibromyalgie könne dem
gegenüber nicht be
stä
tigt werden.
Insgesamt
bestünden i
n
orthopädisch-/
traumatologischer
Hinsicht
keine quantitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, weder in der bis
herigen Tätigkeit als Betreue
rin/Sozialpädagogin n
o
ch in einer leidensange
passten Tätig
keit (
Urk.
6/154/19).
Aus internistischer Sicht bestehe
sodann
keine Verminderung von Leistungs- und Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/154/19).
In neurologischer Hinsicht sei festzuhalten, dass
die
Beschwerdeführerin am 1
1.
Januar 2012 ein HWS-Schleudertrauma erlitten habe. Alsdann habe sie am 2
5.
Juni 2012 von einem schwerstbehinderten Bewohner bei dessen Pflege mit voller Wucht einen Schlag in den Nacken
erhalten
. Weiter leide die Beschwerde
führerin unter Kopfschmerzen, Schmerzen im Nacken mit Ausstrahlung in den rechten Oberarm, Schmerzen vom Brustwirbel aus bis vorne zu den Rippen, Sch
m
erzen in der Lendenwirbelsäule (LWS), Kribbeln/Einschlafgefühl in den Händen, Schlafs
törungen und leichten Gehbeschwerden im Sinne einer Gleich
gewichtsstörung (breit
spuriges Laufen)
. Eine neurologische Untersuchung vom 2
5.
Juli 2013 habe klinisch-neur
ologisch kein fassbares Defizit und
keine
radi
ku
läre
Ausfallsympto
matik ergeben. Die
se
ne
urologische Untersuchung habe einen unauf
fäl
ligen Befund gezeigt. Damals
sei eine funktionelle Komponente eventuell auf dem Boden einer psy
chischen Belastung vermutet worden. Die aktuelle Begutach
tung habe ein identisches Ergebnis auf neurologischem Gebiet erbracht. Es seien unverändert die gleichen Beschwerden berichtet worden. Der Neurostatus sei un
verändert unauffällig. Er würden sich keine Hinweise für eine
Radikulopa
thie
oder
eine
Myelonschädigung
ergeben. Die beklagten Gleich
ge
wichts
störun
gen hätten sich nicht objektivieren lassen und es sei eine psychogene Überlage
rung vermutet w
orden. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei daher
nicht einge
schränkt
(Urk. 6/154/19)
.
4.2.3
Die
C._
-Gutachter führten weiter aus,
dass sich
unter Berücksichtigung sämt
licher beteiligter Fachgebiete in der bisherigen Tätigkeit eine Arbeits
fähig
keit von 40
%
und
in einer optimal adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
ergebe
n würde
(
Urk.
6/154/19).
Die
C._
-Gutachter formulierten
sodann
folgend
es Belastungs-/Ressourcen
pro
fil: Nicht geeignet
seien
emotional belastende Tätigkeiten. Eine soziale Tätig
keit, wie derzeit die
Begleitung von Behinderten
,
sei durchaus möglich, es dürfe sich aber bei sozialen Tätigkeiten nicht um Tätigkeiten mit Konfliktpotential han
deln. Die Arbeitszeiten sollten regelmäss
ig und relativ gleichmässig verteilt sein. Die jetzige Situation -
die Beschwerdeführerin
absolviere
als Behinderten
be
glei
terin volle Schichten
, bis zu 11
Stunden oder ganze Wochenenden -
sei sicher nicht optimal. In körperlicher Hinsicht seien leichte bis mittelschwere, wechsel
belas
tende Tätig
keiten möglich (
Urk.
6/154/20).
5.
5.1
Die
C._
-Gutachter erstatteten ihr Gutachten in Kenntnis der
Vorakten
(vgl. Urk. 6/154/3 ff.).
Ihr Gutachten beruht auf den erforderlichen Untersuchungen, welche
am
5.
September 2016 (Fachgebiet Orthopädie/Traumatologie) und 1
4.
September 2016 (Fachgebiete Innere Medizin und Neurologie)
und
23. Sep
tember 2016 (Fachgebiet Psychiatrie)
stattfanden (
Urk.
6/154/1).
Da
bei
wurde
die Beschwerdeführerin
zu ihren Beschwerden
befragt
(
vgl. Urk.
6/154/30,
Urk.
6/154/43,
Urk. 6/154/56, Urk. 6/154/63).
Unter Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin geklag
ten Beschwerden, den von ihnen erhobenen Befunde
n
und der
Vorakten
gaben die
C._
-Gutachter insgesamt eine schlüs
sige und nachvollziehbare Beurteilung ab.
5.2
5.2.1
Zu prüfen ist
zunächst
, ob sich der psychische Gesundheitszustand
der Beschwer
deführerin seit der Untersuchung durch
Dr.
A._
am 4.
September 2009 ver
bessert hat. Ausschlaggebend ist d
abei
vor allem
der Ver
gleich der von
Dr.
A._
erhobenen objektiven Befunde mit denjenigen
,
welche
C._
-Gutachter
Dr.
G._
bei der Untersuchung vom
2
3.
September 2016
festgestellt hat.
Zum Psychostatus hielt Dr.
A._
fest, dass Mimik und Gestik
der Beschwerdeführe
rin
verhalten ge
we
sen seien. Sie sei allseits orientiert gewesen. Auffassung, Kon
zentration und Gedächtnis hätten kursorisch geprüft unauffällig gewirkt. Im for
malen Denken sei sie etwas verlangsamt, aber kohärent gewesen. Es hätten sich sodann keine Hinweise auf wahnhaftes Erleben, Sinnes
täuschun
gen oder Ich-Störungen gefun
den. Intelligenz und Bildung hätten über
durchschnittlich gewirkt. Im Affekt habe sie wenig schw
ingungsfähig und
generell
herabgestimmt gewirkt. Es seien keine Zwänge, jedoch Ängste vor eine
r
Invalidisierung, fest
stellbar gewesen. Sodann hätten rezidivierende Suizidgedan
ken, aktuell ohne konkrete Pläne, sowie eine soziale Isolation bestanden (Urk. 6/48/18).
In seinem Gutachten vom 17.
Novem
ber 2009 führte
Dr.
A._
sodann
aus,
dass der psy
chische Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
chronifi
ziert
und die Prog
nose ungünstig sei (
Urk.
6/48/19).
Gemäss den vorliegen
den
Akten ist es danach aber zu einer Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes der Beschwer
deführerin gekommen.
Die ehemalige Psychotherapeutin der Beschwerdeführerin,
K._
, welche die Beschwerde
führerin seit 2002 ambulant psy
chiatrisch behan
delt
hatte
, hielt am
3.
August 2012 fest, dass die Beschwerdefüh
rerin in den letzten 10 Jahren “beein
druckende Fortschritte“ gemacht habe.
Die selbstdestruk
tive Impulsivität sei schon seit 2007 vollständig remittiert.
Dies gelte
sei
t
2011
ebenfalls für
die schweren chronischen Depressionen. Die Angststörung sei vollständig in Re
mis
sion (keine Medikamente). Auch die Temporallappen
epilepsie, die mit einer orga
nisch bedingten leichten Persönlichkeitsveränderung einhergegangen sei, sei remittiert und die Beschwerdeführerin habe ohne Medi
kamente Auto fahren dür
fen
.
Dank intensiver Bewegung und einem täglichen sportlichen Training sei eine rheumatische Erkrankung seit zwei Jahren fast voll
ständig verschwunden. Die Beschwerdeführerin sei in ihrer Freizeit eindrückliche Distanzen gelaufen und habe sich konsequent an einen Trainingsplan gehalten, der ihr viel Freude ge
macht habe. Sie habe neue Freunde gewonnen und habe sich wieder ebenbürtig mit den anderen gefühlt (
Urk.
6/104/10).
Zudem habe sie am
Ausbau einer Ferienwohnung im elterlichen Haus in Österreich mitgewirkt und regelmässig ihren Vater in Österreich besucht (
Urk.
6/104/13).
Die Belastbar
keit in ihrem alten Beruf sei zwar noch nicht wieder voll erreicht gewesen, aber die Beschwerde
führerin habe ihre Erwerbstätigkeit sukzessive aufstocken wollen (
Urk.
6/104/11).
Die Beschwerdeführerin
selbst
gab gegenüber
einem Mitarbeiter der Suva
an, dass sie ihr Arbeit
spensum im Frühjahr/Sommer 2012 auf 40 bis 50
%
habe erhöhen
wollen
, da eine Arbeitskollegin ihr Pensum habe reduzieren wollen. Der Zeitpunkt sei noch nicht genau festgelegt worden. Zudem habe sie eine Ausbildung zur Trainerin im Behindertensport und eine Leiterprüfung absolvieren sowie im Mai 2012 an eine
m
Halbmarathon teilnehmen wollen (
Urk.
6/88/101).
Alsdann
erwähnte K._
i
n ihrem Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom
5.
Februar 2013 ebenfalls
eine Remission der psy
chischen Erkrankungen. Die Beschwerdeführerin brauche keine Medikamente (Psychopharmaka) mehr. Es bestünde jedoch eine persi
stie
rende
Stressempfind
lichkeit und
eine etwas ver
minderte Kognition. Diese habe sich nach dem Auto
unfall
(vom 1
1.
Januar 2012)
stark verschlimmert. Die Konzentra
tionsfähigkeit sei (danach) stark eingeschränkt gewesen, seit ein paar Wochen jedoch wieder etwas besser.
Bei der Beschwerde
führerin
bestünden eine erhöhte
St
r
essempfind
lichkeit
und eine
verringer
te kognitive Leistung (d
.
h
.
sie könne im Beruf nicht mehr im Akutbereich ar
beiten)
, weshalb
i
n der zuletzt ausgeübten Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit
von 70
%
bestehe. Bei realistischen
Erwartungen sei die Prognose jedoch gut (
Urk.
6/104/2).
Nach seiner Untersu
chung der Beschwerde
führerin vom 2
3.
September 2016 hielt
Dr.
G._
zum psy
chiatrischen Befund unter anderem fest, dass die Auffassung der Beschwerdefüh
rerin nicht erschwert ge
we
sen sei.
Zwar habe s
ie anamnestisch über eine Kon
zentrationsstörung ge
klagt. In der Untersuchungssituation selbst habe sich die Konzentration aber nicht auffallend gestört gezeigt. Die Beschwerdeführerin habe dem Unter
suchungs
gespräch durch
gehend gut folgen können. Sie habe auch The
men
wech
sel prob
lemlos bewältigt und nie den Gesprächsfaden verloren (
Urk.
6/154/34).
Damit besteht ein Unter
schied zum Bericht von
K._
, welche in ihrem Bericht vom 5. Februar 2013 eine etwas verminderte Kognition erwähnte (Urk. 6/104/3).
Zur Affektivität der Beschwerdeführerin führte
Dr.
G._
sodann
aus, dass sie sich in leicht bedrückter, ge
dämpfter Grundstimmung
gezeigt habe. Anders als
Dr.
A._
(Urk. 6/48/18) hielt
Dr.
G._
aber
fest, dass die Schwin
gungsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht beeinträchtigt sei. Die Beschwerde
führerin be
schreibe ausgeprägte Versagens
ängste beziehungsweise Ängste, am Arbeits
platz Fehler zu machen. Es bestünden keine Affektlabilität oder Affektin
kon
tinenz, keine Interes
selosigkeit, kein aus
ge
wiesener Rückzug und keine
Anhe
donie
(
Urk.
6/154/35).
Dr.
G._
führte weiter aus, dass das Gut
achten von
Dr.
A._
vom 1
7.
Novem
ber 2009
sehr gut nach
vollziehbar sei und er ins
besondere dessen Auffassung teilen würde, dass eine Persönlichkeitsstörung im Vordergrund der Symptomatik stehe und diese die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin re
du
ziere (
Urk.
6/154/39).
Entscheidend sind
indes
die
von
K._
beschriebene Ver
besserung des psychischen Gesund
heits
zu
standes seit
Untersuchung durch Dr.
A._
am 4. September 2009 - sie erwähnte unter anderem, dass die Depression seit 2011 remittiert sei -
und
die
von
Dr.
G._
erhobenen, im Vergleich zur Untersuchung durch
Dr.
A._
ver
besserten psychischen Be
funde. Damit
kann
die
Beurteilung
von
Dr.
G._
, wo
nach sich die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin gesteigert habe, gut nach
vollzogen werden.
Die
C._
-Gutachter hielten in ihrer Stellungnahme vom
8.
Mai 2017 sodann fest, dass aufgrund der aktuellen Befundlage und der sich daraus er
geben
den beruf
lichen Leistungsfähigkeit eindeutig eine Verbesserung zur Situation im Jahr 2009, als
Dr.
A._
sein Gutachten erstellt habe, gegeben sei (
Urk.
6/160/2).
5.2.2
Die Beschwerdeführerin
vertritt den Standpunkt
, dass
das psychiatrische Gutach
ten von
Dr.
G._
nicht nachvollziehbar sei. Sie weist
zunächst
auf die Stellung
nahmen ihres Psychiaters,
Dr.
D._
, vom 2
5.
September 2017
(Urk. 6/170)
und
2.
Februar 2018 (
Urk.
6/178) hin (
vgl.
Urk.
1 S.
7
,
Urk.
6/169,
Urk.
6/179)
.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann die
psychiatrische Exploration
von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Der begutachtenden Person ist deshalb praktisch ein gewisser Spielraum
-
innerhalb dessen verschiedene
medizinische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind
-
zu gewähren, sofern dabei lege
artis
vorgegangen worden ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von medi
zini
schem Behandlungs- und Abklärungs
auf
trag (BGE 124 I 170 E. 4) kann eine medizinische Administrativ- oder Gerichts
expertise nicht stets in Frage gestellt und zum Anlass weiterer Abklärungen ge
nommen werden, wenn die behandelnden Ärzte zu unterschiedlichen Einschät
zungen gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn diese
objektiv feststellbare Gesichts
punkte vorbringen, welche im Rahmen der psychiatrischen Be
gutachtung uner
kannt geblieben und geeig
net sind, zu einer abweichenden Beur
teilung zu führen (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_215/2012 vom 11. Juli 2012 E. 7.4 mit weite
ren Hinweisen).
Di
es trifft auf die Stellungnahme
n
von Dr.
D._
nicht
zu
.
In seiner Stellungnahme vom
25.
September 2017
hält
Dr.
D._
zunächst
fest, bei seinen klinischen Unter
suchungen und Untersuchungen mittels Fragebogen (BDI) sei die Beschwerde
führerin stets mittelgradig depressiv, meist sogar schwer de
pressiv
gewesen. Er habe die Beschwerdeführerin nie in “remit
tiertem Zustand“ gesehen. Weil Dr.
D._
aber keine Befunde und Behandlungen nennt, mit wel
chen die von ihm erwähnte mittelgradig und schwere
depressive Erkrankung adä
quat thera
piert werden soll, kann diese Aussage nicht nach
voll
zogen werden.
Die
C._
-Gutachter haben in ihrer Stellungnahme vom 18.
Januar 2018
sodann ausgeführ
t, es sei sehr unwahrscheinlich, dass ein
e
Patient
in
während einer schweren depres
siven Episode in der Lage sei, soziale, häusliche und berufliche Aktivitäten fort
zu
führen, allenfalls sehr begrenzt (
Urk.
6/174/2). Ge
mäss den von der Beschwerde
führerin gegenüber
Dr.
G._
gemachten Angaben (
Urk.
6/154/30-31, Urk.
6/154/33)
kann sie solchen Tätigkeiten nachgehen
. Mit Hinweis auf die von der Beschwerdeführerin ausgeübte Arbeit erachte
ten
die
C._
-Gutachter die Ausführungen von
Dr.
D._
als “völlig
unplausibel
“ (
Urk.
6/174/2).
Ebenfalls nicht nachvollziehbar sind
die
Ausführungen
von
Dr.
D._
,
wonach mit dem Verkehrsunfall vom Januar 2012 und dem “tätlichen Angriff“ eines Heimbewoh
ners vom Juni 2012 auf dem Boden einer vorbestehenden
Traumafolgestörung
Retraumatisierungen
stattgefunden haben
sollen
(
Urk.
6/170/2). Hierzu ist fest
zuhalten, dass dem Gutachter
Dr.
G._
die
Vorakten
zur Verfügung standen (vgl. Urk.
6/154/3-15) und er eine detaillierte Anamnese erhoben hat (Urk.
6/154/30-
34). Der Umstand, dass
Dr.
G._
gestützt darauf in fachlicher Hin
sicht zu einer anderen Beurteilung gelangt
e
als
Dr.
D._
, vermag keine Zweifel an seinem Gutachten zu be
gründen.
In ihrer Stellung
nahme vom 18.
Januar 2018 haben die
C._
-Gutach
ter sodann nachvollziehbar dargelegt,
weshalb die von
Dr.
D._
diagnostizierte “
Traumafolgestörung
“ nicht vorliegt (
Urk.
6/154/2-3).
Bei seinen Ausführungen zur Entwicklung der
Arbe
itsfähigkeit zwischen 2009 und a
nfangs 2012 und nach den Unfällen vom Januar und Juli 2012 (Urk.
6/170/3) stützt sich
Dr.
D._
sodann einzig auf die subjektiven An
gaben der Beschwerdeführerin. Aus eigener Wahrnehmung war ihm dies nicht bekannt, da sich die Beschwerde
führerin
erst seit August 2016 in seiner Behand
lung befand (
Urk.
6/154/32).
Als
dann
enthält d
ie Stellungnahme von
Dr.
D._
vom
2.
Februar 2018
(
Urk.
6/178)
seine
Erwide
rungen zu den Ausführungen der
C._
-Gutachter
aber ebenfalls keine
objektiv fest
stellbare
n
Gesichtspunkte, welche
von Dr.
G._
unberücksichtigt geblieben
wären
.
5.2.3
Insoweit die Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren ihre in
der
Stellung
nahme vom 1
1.
Oktober 2017 vorgebrachten Einwendungen gegen das psychia
trische
C._
-Gutachten (
Urk.
6/169/2-3) wiederholt (
Urk.
1
S. 5 ff.
)
, kann
auf die überzeugende Stellungnahme der
C._
-Gutachter vom
1
8.
Januar 2018 (Urk.
6/174/4-5)
ver
wiesen werden
. Mit
ihren
Vorbringen
legt
die Beschwerde
führerin im Wesentlichen dar, dass seit der Untersuchung durch
Dr.
A._
keine Verbesserung, sondern vielmehr eine Verschlechterung
ihres psychischen Gesundheitszustandes
eingetreten
sei
(
Urk.
1 S. 5). Nach dem hiervor Gesagten (E.
5.2.1
), kann ihr diesbezüglich nicht gefolgt werden.
Wie die Stellungnahmen von
Dr.
D._
vermögen auch
d
ie Vorbringen
der Beschwerde
führerin keine Zweifel am psychiatrischen
C._
-Gutachten zu begründen.
Schliesslich
macht
die Beschwerdeführerin
geltend
, dass
Dr.
G._
ihre Arbeitsfähig
keit als Wohn
gruppenbegleiterin
mit 40%, die Arbeitsfähigkeit als Sozialpäda
gogin hingegen mit 0
%
eingeschätzt habe. Zwischen den Tätigkeiten einer Wohngruppen
be
glei
terin und einer Sozialpädagogin gebe es aber keinen Unter
schied (
Urk.
8 S.
2).
Dr.
G._
erhob eine Berufsanamnese. Die Beschwerdeführerin
machte
bei der Untersuchung Angaben zu ihrer
Ausbildung
als
Sozialpädagogin und
ihrer seit
2011
ausgeübten Tätigkeit
als Wohngruppenbegleiterin (Urk. 6/154/33).
Zudem hielten die
C._
-Gutachter fest, dass der Beschwerdeführerin eine soziale Tätig
keit, wie derzeit (Begleitung von Behinderten) durchaus möglich sei, es dürfe sich aber nicht um Tätigkeiten mit Konfliktpotential handeln. Die Arbeitszeit
en
sollten regelmässig sein
, relativ gleichmässig verteilt. D
ie jetzige Situation,
bei der
die Beschwerdeführerin volle Schichten absolviere, bis zu 11 Stunden oder ganze Wochenenden, sei sicher nicht optimal (
Urk.
6/154/20)
. Damit hatte
Dr.
G._
Kenntnis von den Anforderungen der Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Wohngruppenbegleiterin. Die
C._
-Gutachter haben zudem eine nach
voll
zieh
bare Begründung ab
ge
geben, weshalb sie die von der Beschwerdeführerin aus
ge
übte Tätigkeit als Begleiterin von Behinderten anders als andere soziale Tätigkei
ten betrachtet haben.
5.3
In somatischer Hinsicht er
h
ebt die
Beschwerdeführerin zwei Einwendungen gegen das
C._
-Gutachten vom
17. Oktober 2016 (
Urk.
6/154)
: Zum einen führt
sie aus,
die
C._
-G
utachter
hätten sich zu den unterschiedlichen Beurteilungen der Radiologen, welche sie zuvor untersucht hatten, “eine Meinung bilden sollen“
(
Urk.
1 S. 4). Dabei geht es im Wesentlichen darum, ob nach dem Unfall vom 11. Januar 2012 kernspintomographisch morphologische Unfallfolgen nachge
wiesen werden konnten oder nicht (vgl.
Urk.
1 S. 3).
Ungeachtet der sogenannt finalen Natur der Invalidenversicherung, wonach (von gesetzlichen Ausnahmen abgesehen) nicht nach der Genese (versicherte Ereignisse wie Krankheit oder Un
fall) eines das Erwerbsvermögen beeinträchtigenden Gesundheitsschadens gefragt wird
(BGE 124 V 174 E. 3b
mit Hinweisen), ist
es
zwar denkbar, dass gutachtliche Aussagen über den kausalen Hintergrund eines Gesundheitsschadens im Zusam
menhang mit der Qualifikation einer Einschränkung als (versicherter) Gesund
heitsschaden (
Art.
4
Abs.
1 IVG; vgl.
BGE 127 V 294 E. 5a
) und mit der Folgen
abschätzung (funktionelle Einschränkungen, Arbeitsfähigkeit) auch im Bereich der Invalidenversicherung bedeutsam sein können
(Urteil des Bundesgerichts 9C_327/2009 vom 2
9.
Juni 2009 E. 1.3.3)
.
D
ie
C._
-Gutachterin Dr.
H._
führte aus,
dass ihre Beurteilung mit der Einschätzung im Bericht der Uniklinik
L._
, Orthopädie, vom 30. Oktober 2013,
wonach
kernspintomographisch morphologische Unfallfolgen als Ursache der Beschwerden nicht nachgewiesen werden konnten und eine Instabilität im Halswirbelsäulenbereich nicht vorliege, übereinstimme (Urk. 6/154/50).
Damit erfolgte im
C._
-Gutachten eine ge
nü
gende Auseinandersetzung mit dieser Frage. Dass die Beurteilung von Dr.
H._
von der
eigenen
Auffassung der Beschwerdeführerin bezüglich orga
nisch nach
weisbare
r
Unfallfolgen abweicht, ist nicht entscheidend.
Zum anderen führte die Beschwerdeführerin aus,
die
C._
-Gutachter hätten festgehalten, dass die unfallbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
maxi
mal 6 Wochen angedauert habe. Den
Suva-
Akten könne aber entnommen wer
den, dass sie unfallbedingt min
des
tens 6 Monate arbeitsunfähig gewesen sei (
Urk.
1 S. 4).
Diese Vorbringen
finden in Suva-Akten keine Stütze. Der Hausarzt der Beschwerdeführerin attestierte ihr nach dem Unfall vom 1
1.
Januar 2012 zunächst für drei Wochen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
6/88/14).
Am 7. Februar 2012 begann die
Beschwerdeführerin
wieder in einem reduzierten Pen
sum zu arbeiten (Urk.
6
/
88/102
).
Alsdann
schrieb i
hr Hausarzt sie ab dem 1
8.
April 2012 wieder zu 100
%
arbeitsfähig (Urk. 6/103/45
, Urk. 6/103/99
). Wohl trifft es zu, dass ihr Hausarzt nach dem Unfall vom
2
5.
Juni 2012
für meh
rere Monate
eine A
rbeitsunfähig
keit
attestierte
(vgl.
Urk.
6/103/47-48, Urk.
6/103/62).
Dr.
M._
, Fachärztin für Chirurgie, spez. Gefässchirurgie FMH, Abteilung Versicherungsmedizin der Suva, hielt in ihrer chirurgischen Beurteilung vom 2
9.
Februar 2016
allerdings fest, dass durch den Schlag auf die Halswirbelsäule keine strukturelle Veränderung verursacht worden sei. Es sei von
einer alleinigen Kontusion auszugehen. Dies heile spätestens innert 6 bis 12 Wochen folgenlos ab (
Urk.
6/133/28).
5.4
Mit den
C._
-Gutachtern ist daher davon auszugehen, dass die Beschwerde
füh
rerin in der bisherigen Tätigkeit als Begleiterin von Behinderten zu 40
%
arbeits
fähig ist. Die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit beträgt
ge
mäss den Gutachtern
50
%
(
Urk.
6/154/20).
Aufgrund dieses Gutachten
s
ist mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
seit der letzten Renten
revision
gebessert und sich ihre Arbeitsfähigkeit gesteigert hat.
6.
6.1
6.1.1
I
n erwerblicher Hinsicht
bringt die Beschwerdeführerin
zunächst
vor, dass die Beschwerdegegnerin zu Unrecht auf eine Prüfung ihrer Einschränkung
in der Haushaltsführung verzichtet habe
(
Urk.
1 S. 7)
.
Dazu ist folgendes festzuhalten:
Seit der erstmaligen
Renten
zusprache
mit den V
erfügung
en
vom
1
0.
März 2000 (
Urk.
6/13-14)
ging die Beschwerdegegnerin davon aus,
dass
die Beschwerdefüh
rerin zu 90
%
im Erwerbsbereich und zu 10
%
im Haushaltsbereich tätig sei
(
Urk.
6/11/2
; vgl. Urk. 2
)
.
Sie stützte
sich
dabei auf die Angaben der damaligen Arbeit
geberin der Beschwerdeführerin, wonach diese im Gesund
heitsfall im einem 90%-Pensum tätig
war
(
Urk. 6/7/2, Urk. 6/9/1).
Eine allfällige Ein
schrän
kung der Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich klärte die Beschwerde
gegnerin
damals
nicht ab, da sie bezüglich des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin nicht ins Gewicht fiel (Urk. 6/11/2). Die Beschwerdeführerin lebt allein und besucht ca. alle fünf bis sechs Wochen ihre Familie i
m
Tirol (Urk. 6/1/1-2, Urk. 6/154/30-31).
Ein Aufgabenbereich im Sinne einer üblichen Tätigkeit im Haushalt sowie die Pflege und Betreuung von Angehörigen (
Art.
27
Abs.
1 IVV) besteht daher nicht.
Vorliegend bra
u
cht nicht geprüft zu werden, ob
die sozial
ver
sicherungsrechtliche Qualifikation der Beschwerdeführerin
als Teilerwerbstä
tige
von Beginn weg
zweifellos unrichtig
war
.
Weil
ein Revisionsgrund vor
liegt
,
kann
der Rentenanspruch in recht
licher und tat
sächlicher Hinsicht um
fas
send geprüft werden
(BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Bei der Beschwerde
führerin ist nach dem Gesagten nicht von einem Aufgabenbereich auszugehen. Deshalb war d
ie Beschwerdegegnerin
auch nicht gehalten,
den Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betä
tigung im Aufgabenbereich
Haushalt
ab
zu
klären.
6.
1.2
Des Weiteren bringt die Beschwerdeführerin vor, beim gestützt auf lohnstatis
ti
sche Angaben zu ermittelnden Invalideneinkommen sei ein Abzug von 25
%
vom
Tabellenlohn vorzunehmen (
Urk.
1 S. 8). Zum einen
könne sie nur noch eine Teil
zeitarbeit ausführen (
Urk.
1 S. 7). Zum anderen sei die ihr zugemutete Arbeits
fä
higkeit gemäss dem Belastungsprofil der
C._
-Gutachter nur mit erheblichen Nachteilen auf dem freien Arbeitsmarkt verwertbar. Insbesondere
von einer
Be
treuerin im Sozialwesen werde regelmässig ein hohes Mass an zeitlicher Flexi
bi
lität ver
langt, was ihr grundsätzlich nicht mehr zumutbar sei. Sie sei darauf angewiesen, dass sie ohne psychische Belastungen und in regelmässigen und auf die Wochen verteilten Abständen arbeiten könne. Solche Arbeitsstellen gebe es im Sozial
wesen nicht
. Sofern die Beschwerdegegnerin dennoch auf ein solches Lohnniveau abstellt
,
wäre ein Abzug von 25
%
vom Tabellenlohn vorzunehmen
(
Urk.
1 S. 7-8).
Dem ist entgegenzuhalten, dass nach der Rechtsprechung bei der Berechnung des Invalideneinkommens von einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG) auszugehen ist. Dieser ist gekennzeichnet durch ein gewisses An
gebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer ver
schie
denster Tätig
keiten auf (BGE 110 V 273 E. 4b;
Urteil des Bundesgerichts 8C_117/2018 vom 3
1.
August 2018
E. 2.2.2)
. Zudem ist davon auszugehen, dass die
C._
-Gutachter die genannten Einschränkungen bereits bei ihrer Beur
teilung, wonach die Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 50
%
arbeits
fä
hig ist (Urk. 6/154/20),
berücksichtigt haben,
weshalb dies nicht zusätzlich zu einem Abzug vom Tabellenlohn führen kann.
Bei einem Beschäftigungsgrad von 50
%
ist zudem kein Teilzeitabzug zu gewähren (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_72/2017 vom 1
9.
Juli 2017 E. 4.3). Gründe für einen Abzug unter einem anderen Titel sind nicht ersichtlich.
6.2
Die Beschwerdegegnerin ging von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
71‘842.40 und einem Invalideneinkommen von
Fr.
28‘576.25 aus. Beim Einkommens
ver
gleich
vom 1
9.
Juni 2017
resultierte eine Erwerbseinbusse von
Fr.
43‘266.15 beziehungsweise ein Invaliditätsgrad von 60
%
(
Urk.
6/162)
.
Dies ist nicht zu beanstanden.
Was das
Valideneinkommen
betrifft, so gehen d
ie Beschwerde
geg
nerin und die Beschwerdeführerin davon aus, dass
die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall nur ein Pensum von 90
%
erwerbstätig wäre
(
Urk.
1 S. 7,
Urk.
6/163/16
)
. Wie festgehalten (E. 6.1.1)
besteht daneben kein
zu berück
sichti
gen
der Aufgabenbereich gemäss
Art.
27 IVV.
Es ist aber auch nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrschein
lichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin nunmehr in einem 100%-Pensum tätig wäre.
Es ist
viel
mehr
anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall
ihre Arbeits
tätigkeit
weiterhin
aus freien Stücken reduziert
hätte
.
Zu ihrer Zukunftsplanung vor dem Unfall vom 1
1.
Januar 2012 führte sie aus, sie hätte im Frühjahr/Sommer 2012 ihr Arbeits
pensum auf 40 bis 50
%
erhöhen wollen. Zudem habe sie eine
Ausbildung zur Trainerin im Behin
derten
sport
und eine Leiterprüfung absolvie
ren und sich auf einen Halbmarathon vorbereiten wollen (
Urk.
6/88/101). Zu Gunsten der Beschwerdeführerin ist davon auszugehen, dass ihr
P
ensum
im Gesund
heits
fall
- wie vor der erstmaligen
Rentenzusprache
-
90
%
betragen hätte.
Unter Berücksichtigung der oben erwähnten Grundsätze
(E. 2.5) ist
die
von der Beschwerdegegner
in ermittelte
Erwerbseinbusse daher mit dem
Erwerbspensum
von
90
%
zu gewich
t
en, womit sich ein Invaliditätsgrad von 54
%
(60
%
x 0.9)
ergibt.
6.3
Bei einem Invaliditätsgrad von 54
%
besteht Anspruch auf eine halbe Invaliden
rente (E. 2.2).
Die bisherige
Dreiviertelsrente
der Beschwerdeführerin wird vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung vom 2
7.
April 2018 (
Urk.
2) folgenden Monats (
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. a IVV), das heisst per
1.
Juli 2018, auf eine halbe Rente herabgesetzt.
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung
vom 27. April 2018 (Urk. 2)
im Ergebnis als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Gemäss Art. 45 Abs. 1 ATSG übernimmt der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil der nach
träg
lich zugesprochenen Leistungen bilden (Art. 45 Abs. 1 Satz 2 ATSG). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts rechtfertigt es sich, die von der versicherten Person veranlasste Untersuchung einer vom Versicherer angeordneten Begut
ach
tung gleichzustellen und diesem die entsprechenden Kosten aufzuerlegen, wenn sich der medizinische Sachverhalt erst aufgrund der von der versicherten Person beigebrachten Untersuchungsergebnissen schlüssig feststellen lässt (Urteil des da
maligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 143/04 vom 22. Dezember
2004
E. 6.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_388/2010 vom 7. Dezember 2010 E. 10.2). Bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts sind die Stellungnahmen von
Dr.
D._
zwar mitberücksichtigt worden, es kann aber nicht gesagt werden, dass der medizinische Sachverhalt erst nach deren Bei
brin
gung hätte schlüssig festgestellt werden können (vgl. E.
5
.
2
.2
). Demnach kön
nen die geltend gemachten Kosten für die Stellungnahmen von
Dr.
D._
in der Höhe von
Fr.
1'0
00.-- (
Urk.
1 S. 2
;
Urk.
6
/
170/4,
Urk.
6/178/4
) nicht der Beschwerdegegnerin auferlegt werden.
8
.
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
wei
gerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Ver
siche
rungsgericht ist in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kos
ten werden nach dem Verfahrensaufwand und unab
hän
gig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vor
lie
gend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 1‘000.-- als angemessen, welche ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin auf
zuerlegen ist.