Decision ID: 2dd98abd-fb93-49a4-ad10-54e585c04076
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im November 2010 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Sie gab an (IV-act. 4), sie habe in ihrem
Herkunftsland eine berufsbegleitende Ausbildung zur Primarlehrerin absolviert. In der
Schweiz habe sie verschiedene Hilfsarbeiten verrichtet. Im Auftrag der IV-Stelle
erstattete die Ärztliches Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH am 22. Januar 2013 ein
polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 88). Die Sachverständigen hielten fest, die
Versicherte leide an chronischen Gesäss-, Oberschenkel-, Unterschenkel- und
Kniebeschwerden beidseits, an chronischen Nacken-, Schulter-, Arm- und
Handbeschwerden beidseits, an unklaren Synkopen oder Präsynkopen sowie – ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einer leichten depressiven Episode, an einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, an einer regelmässigen
Hypnotikumeinnahme, an einem metabolischen Syndrom, an einer leicht- bis
mittelgradigen obstruktiven Ventilationsstörung, an einer druckdolenten
Weichteilschwellung axillär rechts unklarer Ätiologie und an einem Status nach einer
beidseitigen Carpaltunnelsyndromoperation. Körperlich mittelschwere und schwere
Tätigkeiten seien ihr nicht mehr zumutbar. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Reinigungsmitarbeiterin sei aufgrund der rechtsseitigen Gonarthrose eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent sowie eine Leistungsreduktion von
20 Prozent infolge eines vermehrten Pausenbedarfs zu attestieren. Eine körperlich
leichte, adaptierte Tätigkeit unter wechselnder Belastung sei uneingeschränkt
zumutbar. Am 20. Februar 2013 notierte Dr. med. B._ vom IV-internen regionalen
ärztlichen Dienst (RAD), das Gutachten sei überzeugend, weshalb auf es abzustellen
sei (IV-act. 89). Mit einer Verfügung vom 14. Mai 2013 wies die IV-Stelle das
Rentenbegehren mangels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ab (IV-act. 94).
A.a.
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Im April 2020 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 98). Die IV-Stelle forderte sie auf (IV-act. 100), eine
relevante Sachverhaltsveränderung seit Mai 2013 glaubhaft zu machen. Sie drohte ihr
an, dass sie andernfalls nicht auf ihr neues Leistungsbegehren eintreten werde. Am 1.
Mai 2020 reichte die Versicherte verschiedene medizinische Unterlagen ein (IV-act.
104): Das Schmerzzentrum des Kantonsspitals St. Gallen hatte am 13. März 2020
berichtet (IV-act. 105), die Versicherte leide an einer chronischen Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren; die Orthopädie C._ hatte am 21. November
2019 über eine Nachkontrolle betreffend eine im Februar 2019 durchgeführte proximale
dorsalextendierende Osteotomie des Metatarsale III und Revision des Interdigitalnervus
II/III berichtet (IV-act. 106); die Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
hatte am 2. Oktober 2019 den Verdacht auf ein radiculäres Reizsyndrom L5 rechts bei
einer multitopen Polyarthrose geäussert (IV-act. 107); der Internist Dr. med. D._ hatte
am 29. April 2020 festgehalten (IV-act. 109), von Januar bis Mitte Februar 2020 sei die
Versicherte zu 60 Prozent arbeitsunfähig gewesen; seit März 2020 sei sie zu 70 Prozent
arbeitsunfähig. Der RAD-Arzt Dr. B._ notierte am 14. Mai 2020, mit den eingereichten
Berichten sei eine relevante Sachverhaltsveränderung glaubhaft gemacht (IV-act. 111).
Mit einer Mitteilung vom 9. Juni 2020 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche
Massnahmen mit der Begründung ab, die Versicherte mute sich eine Steigerung des
aktuell effektiv ausgeübten Pensums von 30 Prozent nicht zu, weshalb berufliche
Eingliederungsmassnahmen sinnlos seien (IV-act. 114).
A.b.
Im September 2020 berichtete Dr. D._ (IV-act. 130–1 ff.), die Versicherte leide an
generalisierten Schmerzen der Schultern, panvertebral, des Kopfes, der Arme und der
Beine. Diagnostisch handle es sich um eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren. Seit etwa dem Jahr 2010 leide die Versicherte
an einer mittel- bis schwergradigen Depression. Die Tätigkeit als Raumpflegerin sei ihr
während 2,5 Stunden pro Tag zumutbar. Dasselbe gelte auch für eine leidensadaptierte
Tätigkeit. Das Muskelzentrum des Kantonsspitals St. Gallen hatte am 14. September
2020 eine stationäre Behandlung empfohlen (IV-act. 130–7 ff.). Das Ambulatorium der
Psychiatrie E._ hielt am 31. Dezember 2020 fest (IV-act. 136), die Versicherte befinde
sich seit dem 30. Januar 2020 in einer ambulanten Behandlung. Sie erscheine in
unregelmässigen Intervallen im Abstand von jeweils drei, vier Wochen zur ambulanten
A.c.
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Gesprächstherapie. In den Gesprächen sei sie jeweils voll orientiert. Die
Aufmerksamkeit und die Konzentration seien leicht vermindert. Das Gedächtnis sei
ungestört. Im formalen Denken sei sie mittelgradig eingeengt, aber geordnet und
kohärent. Affektiv wirke sie zum depressiven Pol hin verschoben. Sie sei mittelgradig
traurig, niedergeschlagen und freudlos. Sie leide an mittelgradigen Zukunfts- und
Existenzängsten sowie an einer schwergradigen inneren Unruhe. Teilweise sei das
depressive Spektrum überaus ausgeprägt, jedoch lenkbar. Die Modulationsfähigkeit
der Affekte sei erhalten, aber die Schwingungsfähigkeit sei reduziert. Im Antrieb sei die
Versicherte leichtgradig vermindert. Diagnostisch lägen eine mittelgradige depressive
Episode sowie eine Somatisierungsstörung vor. Mit dem aktuellen Pensum von 20–30
Prozent schöpfe die Versicherte ihre verbliebene Arbeitsfähigkeit aus. In einem
„Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt“ gab die
Versicherte an, dass sie ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung in einem Pensum von
60 Prozent erwerbstätig wäre (IV-act. 128).
Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die PMEDA AG am 13. Juli 2021 ein
polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 149). Der internistische Sachverständige hielt fest,
der objektive klinische und labordiagnostische Befund sei unauffällig gewesen,
weshalb sich aus internistischer Sicht keine Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit stellen lasse. Während der Untersuchung habe die Versicherte nicht
schmerzgeplagt gewirkt. Zudem hätten die Medikamentenspiegel von Mirtazapin,
Metamizol und Paracetamol unterhalb des jeweiligen Referenzwertes gelegen. Einen
Belastungstest in der Form von zügigem Treppensteigen über zwei Etagen mit Mund-
Nasen-Schutz habe die Versicherte problemlos bewältigt. Der neurologische
Sachverständige führte aus, der – im Gutachten ausführlich wiedergegebene –
objektive klinische und neurophysiologische Befund sei weitestgehend unauffällig
gewesen. Nur bezüglich des Nervus medianus am Handgelenk rechts habe sich eine
leichtgradige Leitungsverzögerung gezeigt, was mit dem Status nach einer Operation
eines Carpaltunnelsyndroms vereinbar sei. Aufgrund der Angaben der Versicherten
seien Spannungskopfschmerzen zu diagnostizieren, die möglicherweise von einem
Medikamentenübergebrauch herrührten. Bei den von der Versicherten geschilderten
synkopalen Ereignissen handle es sich am ehesten um vasovagale Synkopen,
möglicherweise um dissoziative Zustände. Es könne nicht vollständig ausgeschlossen
A.d.
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werden, dass es sich um epileptische Anfälle handle. Allerdings sei es bislang noch nie
zu einem Zungenbiss gekommen. Zudem sei die Versicherte nach den Ereignissen
jeweils rasch reorientiert. Die Familienanamnese sei blande. Da auch keine strukturelle
Hirnläsion habe nachgewiesen werden können, sei das Vorliegen einer epileptischen
Störung insgesamt als sehr unwahrscheinlich zu qualifizieren. Zwischen der Angabe
von starken Schmerzen am ganzen Körper und auch am Kopf einerseits und dem
vollständig regelrechten klinisch-neurologischen Untersuchungsbefund mit Fehlen
jedweder Schmerzentäusserung und auch fehlender nervaler Dehnungszeichen
andererseits bestehe eine ausgeprägte Diskrepanz. Da die Medikamentenspiegel nicht
im wirksamen Bereich lägen, bestünden Zweifel an den anamnestischen Angaben zur
Beeinträchtigung. Eine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit könne nicht
gestellt werden. Der orthopädische Sachverständige hielt fest, bei der klinischen
Untersuchung (deren Ergebnisse der Sachverständige detailliert im Gutachten
wiedergab) seien vor allem deutliche muskuläre Dysbalancen aufgefallen.
Diesbezüglich empfehle sich eine physiotherapeutische Behandlung mit einer Anleitung
zu einem Eigenübungsprogramm. Bildgebend habe sich eine bilaterale Pangonarthrose
gezeigt, klinisch hätten sich aber keine namhaften Funktionseinschränkungen der Knie
nachweisen lassen. Für die geklagten cervicalen und lumbalen Beschwerden habe sich
– bis auf eine fixierte BWS-Kyphose mit einer daraus resultierenden leichten
Protraktionshaltung des Kopfes – kein namhafter Funktions- oder Störungsbefund
erheben lassen. Zur in einem MRI-Bericht vom Juli 2020 beschriebenen rezessalen
Einengung im Segment L4/5 linksbetont habe sich orthopädisch und neurologisch
keine klinische Störung nachweisen lassen. Der bilaterale bildmorphologische
Kniegelenksbefund rechtfertige die Empfehlung, dauerhaft körperlich schwere Arbeiten,
Arbeiten im ständigen Stehen und Gehen sowie Arbeiten in Körperzwangshaltungen
sowie auf Treppen, Leitern und Gerüsten zu meiden. Von daher erscheine die
Arbeitsfähigkeit in der angestammten und aktuell noch in einem Pensum von 25
Prozent ausgeübten Tätigkeit als Reinigungskraft als nicht mehr gegeben. Zumindest
für körperlich leichte, wechselbelastend oder überwiegend sitzend ausgeübte Arbeiten
lasse sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit rechtfertigen. Der psychiatrische
Sachverständige führte aus, die Versicherte habe mit einer mässigen Sprachproduktion
ohne längere Antwortlatenzen berichtet. Die Sprachmelodie, die Mimik und die Gestik
hätten (soweit dies unter dem Mund-Nasen-Schutz erkennbar gewesen sei) wenig
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moduliert gewirkt. Der Rapport sei inhaltlich geordnet und kohärent gewesen. Im
Gespräch habe die Versicherte wenig Augenkontakt gehalten. Überschiessende
emotionale Reaktionen hätten sich nicht gezeigt. Gegen Ende der Untersuchung habe
die Versicherte über Kopfschmerzen und eine körperliche Schwäche geklagt.
Ansonsten habe keine namhafte Schmerzbeeinträchtigung wahrgenommen werden
können. Ein Anhalt für qualitative oder quantitative Bewusstseinsstörungen habe nicht
bestanden. Die Versicherte sei voll orientiert gewesen. Sie habe Lebensdaten gut
rekonstruieren können. Eine Zeitgitterstörung habe nicht vorgelegen. Die Konzentration
und die Aufmerksamkeit seien weitgehend unauffällig gewesen. Das formale Denken
sei kohärent geordnet und angemessen schnell gewesen. Die Stimmung habe
dysphorisch, allenfalls zeitweise bedrückt gewirkt. Die affektive Schwingungsfähigkeit
sei eingeschränkt gewesen. Der Antrieb habe unauffällig gewirkt. Psychomotorische
Auffälligkeiten hätten sich nicht gezeigt. Die ergänzende testpsychologische
Untersuchung habe formal unterdurchschnittliche Ergebnisse in den Bereichen des
visuellen Gedächtnisses, der intrinsischen Alertness, der Verarbeitungsgeschwindigkeit
sowie im Bereich des figuralen divergenten Denkens gezeitigt. Die Symptomvalidierung
habe jedoch einen deutlichen Hinweis auf ein nicht-authentisches Antwortverhalten
ergeben. Das Instruktionsverständnis und die Umstellfähigkeit seien ausreichend
gegeben gewesen. Die Frustrationstoleranz sei gut gewesen. Die Versicherte habe
weder Ermüdungserscheinungen gezeigt noch habe sie Pausen reklamiert. Die
Arbeitsrichtung bei den Papier-Bleistift-Aufgaben sei regelrecht gewesen. Die visuelle
Exploration sei systematisch gewesen. Die formal auffälligen Leistungen seien deshalb
und unter Berücksichtigung der erheblich auffälligen Symptomvalidierung nicht im
Sinne einer kognitiven Störung interpretierbar. Da auch die cerebrale Bildgebung
unauffällig gewesen sei, habe sich in der Zusammenschau der Ergebnisse keine
behinderungsrelevante kognitive Störung objektivieren lassen. Diagnostisch liege
möglicherweise eine Dysthymia bei einem Fehlgebrauch von Benzodiazepinen vor. Die
objektivierbaren Symptome einer depressiven Störung hätten nicht das Ausmass einer
nach ICD zu codierenden depressiven Störung erreicht. Die seit Jahren anhaltende
chronische depressive Verstimmung sei weder schwer noch hinsichtlich einzelner
Episoden anhaltend genug gewesen, um die Kriterien einer auch nur leichten
rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen. Die vom behandelnden Psychiater
angenommene mittelgradige depressive Störung habe sich nicht objektivieren lassen.
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Zudem hätten deutliche Hinweis auf eine bewusste Beschwerdeaggravation
vorgelegen. Die Versicherte habe gravierende Schmerz- und Beschwerdeangaben
gemacht, habe in der Untersuchungssituation aber nur gering durch Schmerzen
beeinträchtigt gewirkt. Die bei den Kurztests demonstrierten Defizite der
Konzentrationsleistung hätten nicht mit dem geordneten und detaillierten Rapport
während der 90 Minuten dauernden Exploration korreliert. Die unpräzise
Beschwerdeschilderung, die Angabe von andauernden Beschwerden, die unter
jahrelanger Behandlung keine Besserung erfahren hätten, sowie die Verweigerung einer
sachlichen Diskussion über mögliche Verweistätigkeiten seien als weitere Indizien für
das Vorliegen einer Schmerzaggravation zu werten. Auch wenn die Versicherte beim
orientierenden Beschwerdevalidierungstest keine Einschränkung oberhalb des Cut-off-
Wertes gezeigt habe, habe sich doch eine auffällige Diskrepanz zwischen der
kognitiven Leistungsfähigkeit im Gespräch und dem unterdurchschnittlichen
Testergebnis gezeigt. Der Eindruck einer Aggravation sei durch die Widersprüche
zwischen der angegebenen und der im Blut nachgewiesenen Medikation sowie die
Symptomvalidierung in der testpsychologischen Zusatzdiagnostik bestätigt worden,
die signifikante auffällige Hinweise auf eine nicht plausible Leistungspräsentation
geboten habe. Die angegebenen multilokulären Schmerzen im Bewegungsapparat
seien nicht mit der Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
vereinbar. Im klinischen Eindruck hätten sich keine anhaltenden starken und quälenden
Schmerzen gezeigt. Der jahrelange Gebrauch von Benzodiazepinen sei als
leitlinienwidrig zu qualifizieren. Zusammenfassend lasse sich aus psychiatrischer Sicht
keine Einschränkung der Belastbarkeit bestätigen. Allenfalls seien Arbeiten unter hoher
Stressbelastung und Nachtarbeit weniger geeignet. Nach der Konsensbesprechung
hielten die Sachverständigen fest, die Versicherte leide an einer bilateralen Gonarthrose
ohne eine namhafte Funktionseinschränkung im klinischen Befund sowie – ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einem Status nach einer Operation eines
Carpaltunnelsyndroms, an Spannungskopfschmerzen, an rezidivierenden vasovagalen
Synkopen, an einer fixierten BWS-Kyphose, an einer möglichen Dysthymia und an
einem Fehlgebrauch von Benzodiazepinen. Eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit sei ihr
uneingeschränkt zumutbar. Der RAD-Arzt Dr. med. F._ qualifizierte das Gutachten als
überzeugend (IV-act. 157). Nachdem die Versicherte innert der (erstreckten) Frist keine
Einwände gegen den entsprechenden Vorbescheid erhoben hatte, wies die IV-Stelle
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B.
das Rentenbegehren mit einer Verfügung vom 17. Dezember 2021 mangels eines –
anhand der sogenannten „gemischten Methode“ unter Berücksichtigung eines
hypothetischen Erwerbspensums von 60 Prozent berechneten – rentenbegründenden
Invaliditätsgrades ab (IV-act. 175).
Am 19. Januar 2022 erhob die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 17. Dezember 2021 (act. G 1). Sie
beantragte, dass das Vorliegen einer Rechtsverweigerung festgestellt werde, dass die
IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) verpflichtet werde, ein unabhängiges
Gutachten in Auftrag zu geben und anschliessend eine schriftlich begründete,
rechtsmittelfähige Verfügung zu erlassen, und dass der Beschwerdeführerin für das
Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt werde. Zur Begründung
führte sie sinngemäss aus, die Beschwerdegegnerin habe die Schlussfolgerungen der
unabhängigen Gutachten ignoriert.
B.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 30. März 2022 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 8). Zur Begründung führte sie an, sie habe sich zu Recht auf das
umfassende, sorgfältig erarbeitete und überzeugend begründete Gutachten der
PMEDA AG und nicht auf die Berichte der behandelnden Ärzte, die von der
Beschwerdeführerin offenbar als „unabhängige Gutachter“ qualifiziert würden,
abgestützt. Die von den Sachverständigen der PMEDA AG attestierte Arbeitsfähigkeit
sei problemlos verwertbar, weshalb die Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren der
Beschwerdeführerin zu Recht abgewiesen habe.
B.b.
Am 5. April 2022 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege
bewilligt (act. G 10).
B.c.
Am 7. Juli 2022 liess die nun anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Zusprache einer Rente bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent sowie eventualiter eine polydisziplinäre
Begutachtung beantragen. Zur Begründung führte ihre Rechtsvertreterin aus, das
Ambulatorium der Psychiatrie E._ habe die Diagnose einer mittelgradigen
depressiven Störung eingehend und überzeugend begründet. Die Beschwerdeführerin
B.d.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Da dieses Beschwerdeverfahren die Überprüfung der angefochtenen Verfügung auf
deren Rechtmässigkeit bezweckt, muss sein Gegenstand jenem des vorangegangenen
Verwaltungsverfahrens entsprechen. Dieses hat sich nach der Abweisung des
Begehrens um berufliche Massnahmen mit der Mitteilung vom 9. Juni 2020 auf die
Prüfung des Rentenbegehrens beschränkt. Da es sich um eine sogenannte
Neuanmeldung gehandelt hat, hat vorab geprüft werden müssen, ob die
Voraussetzungen des Art. 87 Abs. 3 IVV erfüllt gewesen sind. Die Beschwerdeführerin
hat nach einer entsprechenden Aufforderung der Beschwerdegegnerin, eine relevante
Sachverhaltsveränderung im Sinne des Art. 87 Abs. 3 IVV glaubhaft zu machen,
medizinische Berichte eingereicht, die nach der überzeugenden Aktenwürdigung durch
den RAD-Arzt Dr. B._ lediglich eine Discushernie L4/5 als neuen Befund
ausgewiesen haben. Die durch diese Discushernie verursachten Beschwerden haben
sich gemäss den Berichten im Verlauf gebessert, weshalb sie sich nur qualitativ (das
Spektrum der zumutbaren Tätigkeiten beeinflussend), aber nicht quantitativ (das
zumutbare Pensum beeinflussend) auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
haben auswirken können (vgl. IV-act. 111–3 und 113–1). Die durch die Discushernie
bewirkte Veränderung der Adaptionskriterien für eine ideal leidensangepasste Tätigkeit
haben das Potential gehabt, den Betrag des zumutbarerweise erzielbaren
Invalideneinkommens zu beeinflussen, weshalb mit dem Hinweis auf die Discushernie
eine relevante Sachverhaltsveränderung glaubhaft gemacht worden ist. Die
Beschwerdegegnerin ist also zu Recht auf die Neuanmeldung eingetreten. In diesem
Beschwerdeverfahren ist folglich zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin nach der
Anmeldung zum Rentenbezug im April 2020 respektive – unter Berücksichtigung des
Art. 29 Abs. 1 IVG – ab dem 1. Oktober 2020 einen Anspruch auf eine Rente der
Invalidenversicherung hat. Die Beschwerdeführerin hat zwar nebst der Korrektur der
von ihr als rechtswidrig erachteten Verfügung auch die Feststellung einer
Rechtsverweigerung beantragt, aber aus der Beschwerdebegründung geht eindeutig
hervor, dass es sich dabei nicht um ein eigenständiges Beschwerdebegehren im Sinne
des Art. 56 Abs. 2 ATSG gehandelt hat. Mit dem Begriff „Rechtsverweigerung“ hat die
sei arbeitsunfähig. Selbst wenn sie für eine leidensadaptierte Tätigkeit arbeitsfähig
wäre, wäre diese Arbeitsfähigkeit realistischerweise nicht verwertbar.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 17).B.e.
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Beschwerdeführerin vielmehr den Umstand bezeichnet, dass die Beschwerdegegnerin
ihr (aus ihrer Sicht) das ihr zustehende Recht auf eine Rente verweigert habe.
2.
Gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person einen Anspruch auf
eine Rente der Invalidenversicherung, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
kann, wenn sie während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und wenn sie nach
dem Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Für die Bemessung der
Invalidität ist nach Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen bei einer ausgeglichenen
Arbeitsmarktlage zumutbarerweise erzielen könnte, in Beziehung zu jenem
Erwerbseinkommen zu setzen, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben
wäre.
2.1.
Die Beschwerdegegnerin hat den Invaliditätsgrad ausgehend von der Angabe der
Beschwerdeführerin im Fragebogen vom 10. September 2020, sie wäre ohne die
Gesundheitsbeeinträchtigung zu 60 Prozent erwerbstätig, anhand der sogenannten
gemischten Methode berechnet. Dieses Vorgehen ist rechtswidrig gewesen. Zwar hat
die Beschwerdeführerin in diesem Fragebogen angegeben, sie wäre ohne die
Gesundheitsbeeinträchtigung nur zu 60 Prozent erwerbstätig, aber nichts deutet darauf
hin, dass sie die entsprechende Frage überhaupt richtig verstanden hätte. Immerhin
hat beispielsweise die Begutachtung nur unter Zuhilfenahme eines Dolmetschers
durchgeführt werden können. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin
sozialhilfeabhängig ist und getrennt von ihrem Ehemann lebt, also unbedingt auf die
Erzielung eines Erwerbseinkommens angewiesen ist, mit dem sie ihren Lebensbedarf
selbständig finanzieren kann. Da sie über keinen in der Schweiz anerkannten
Berufsabschluss verfügt und folglich nur Hilfsarbeiten verrichten kann, ist die
selbständige Finanzierung des Lebensbedarfs nur mit einem Vollpensum gesichert. Die
Sozialhilfebehörden würden, wenn die Beschwerdeführerin uneingeschränkt
arbeitsfähig wäre, ein Teilpensum von 60 Prozent keinesfalls akzeptieren. Die beiden
Kinder sind längst erwachsen, weshalb keine Betreuungspflichten bestehen, die die
Beschwerdeführerin von einer Erwerbstätigkeit im Vollpensum abhalten würden.
Entgegen der offenbar von der Beschwerdegegnerin vertretenen Ansicht ist für die
„Methodenwahl“ nicht die Aussage der Beschwerdeführerin zum Beschäftigungsgrad
2.2.
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im fiktiven „Gesundheitsfall“, sondern der Beschäftigungsgrad im fiktiven
„Gesundheitsfall“ selbst massgebend. Eine Beschränkung des Beweisthemas nur auf
den Wortlaut der Aussage der Beschwerdeführerin ist also nicht zulässig. Vielmehr ist
das Beweisthema, ob die Aussage der Beschwerdeführerin überzeugt und
insbesondere ob sie mit dem nicht-fiktiven Teil des massgebenden Sachverhaltes
übereinstimmt. Das betrifft in erster Linie die finanzielle Situation. Folglich muss die
Aussage der Beschwerdeführerin auf ihre Überzeugungskraft hin überprüft werden.
Besteht eine Diskrepanz zwischen der Aussage und den massgebenden Umständen,
muss es zulässig sein, von der Aussage abzuweichen. Hätte die Beschwerdegegnerin
eine Abklärung in der Wohnung der Beschwerdeführerin durchgeführt und hätte die
Abklärungsbeauftragte die Beschwerdeführerin dabei auf diese Umstände
hingewiesen, hätte die Antwort auf die Frage nach dem Beschäftigungsgrad im fiktiven
„Gesundheitsfall“ gelautet: 100 Prozent. Anhand der gesamten oben erwähnten
Umstände steht fest, dass die Beschwerdeführerin im hypothetischen
„Gesundheitsfall“ vollzeitig erwerbstätig wäre, weshalb der Invaliditätsgrad anhand
eines „reinen“ Einkommensvergleichs zu berechnen ist. Wie die nachfolgenden
Ausführungen aufzeigen werden, spielt die Methodenwahl allerdings keine Rolle.
Die Beschwerdeführerin verfügt über keinen in der Schweiz anerkannten
Berufsabschluss, weshalb sie nach ihrer Einreise in die Schweiz nur Hilfsarbeiten hat
verrichten können. Ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung wäre sie weiterhin als
Hilfsarbeiterin tätig gewesen, weshalb das Valideneinkommen dem statistischen
Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne entsprechen muss.
2.3.
Der Betrag des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens hängt
massgebend davon ab, welche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin aus medizinischer
Sicht trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung zumutbar sind. Zur Beantwortung dieser
Frage hat die Beschwerdegegnerin die PMEDA AG beauftragt, die Beschwerdeführerin
polydisziplinär zu begutachten. Die Sachverständigen der PMEDA AG haben die
Beschwerdeführerin umfassend klinisch, bildgebend und laborchemisch untersucht
und sie haben die medizinischen Akten eingehend gewürdigt. Damit haben sie über
eine allseitige Kenntnis des für ihre medizinische Beurteilung massgebenden
Sachverhaltes verfügt. Nichts deutet darauf hin, dass sie eine wesentliche Tatsache
übersehen oder übergangen hätten. Die Sachverständigen haben die von ihnen
erhobenen Befunde ausführlich wiedergegeben, wobei allerdings auffällt, dass die
klinischen Befunde in sämtlichen Fachdisziplinen weitestgehend regelrecht gewesen
sind. Selbst die bildgebend objektivierbare Gonarthrose hat sich klinisch nicht durch
eine entsprechende Funktionseinbusse bemerkbar gemacht. Sowohl somatisch als
2.4.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 12/14
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auch psychiatrisch haben sich keine Befunde fassen lassen, die sich massgebend auf
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ausgewirkt hätten, wie die
Sachverständigen der PMEDA AG anschaulich aufgezeigt haben. Vor diesem
Hintergrund überzeugt das Attest einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für
zumindest körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Weiteres. Als nicht
überzeugend erweisen sich dagegen die Berichte der behandelnden Ärzte, die nach
der bundesgerichtlichen Auffassung allein schon deswegen einen geringeren
Beweiswert haben, weil aufgrund des Behandlungsauftrages ein objektiver Anschein
der Befangenheit besteht. Hinzu kommt, dass sich die Arbeitsfähigkeitsschätzungen
der behandelnden Ärzte offenkundig am damals von der Beschwerdeführerin effektiv
ausgeübten Pensum orientiert haben. Man könnte zwar einwenden, dass die
Beschwerdeführerin effektiv das ihr noch zumutbare Pensum verwertet habe, aber die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte haben sich nicht nur auf die
angestammte, sondern auch auf leidensadaptierte Tätigkeiten bezogen, für die sie
keinen höheren Arbeitsfähigkeitsgrad attestiert haben. Auch wenn die
Beschwerdeführerin zuletzt eher leichtere Reinigungsarbeiten ausgeführt hat,
überzeugt die Behauptung, selbst in einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit sei sie
nicht höhergradig arbeitsfähig, nicht, denn bei der angestammten Tätigkeit handelt es
sich offensichtlich nicht um eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit, wie die
Sachverständigen der PMEDA AG überzeugend aufgezeigt haben. Die behandelnden
Ärzte haben augenscheinlich auch nicht in Betracht gezogen, dass die
Beschwerdeführerin aggraviert haben könnte. Die Begutachtung durch die PMEDA AG
hat aber ergeben, dass tatsächlich eine Aggravation vorgelegen hat, was insbesondere
der psychiatrische Sachverständige anschaulich aufgezeigt und überzeugend
begründet hat. Man könnte sich auf den Standpunkt stellen, der massgebende
medizinische Sachverhalt sei nicht umfassend abgeklärt worden, weil die
testpsychologischen Zusatzuntersuchungen (bei denen es sich nicht um eine
eigenständige neuropsychologische Testung gehandelt hat), die der psychiatrische
Sachverständige durchgeführt hat, kein verwertbares Ergebnis gezeitigt hätten. Zwar
ist es dem psychiatrischen Sachverständigen wegen der Aggravation der
Beschwerdeführerin tatsächlich nicht gelungen, valide Ergebnisse zum effektiven
kognitiven Leistungsniveau der Beschwerdeführerin zu erhalten, aber dafür hat er
anhand dieser Zusatzuntersuchungen den Verdacht auf eine Aggravation erhärten
können; zudem hat das Verhalten bei den Tests gezeigt, dass die Beschwerdeführerin
nicht an einer relevanten kognitiven Funktionsbeeinträchtigung gelitten haben kann.
Der relevante medizinische Sachverhalt ist also umfassend abgeklärt worden.
Zusammenfassend findet sich in den Akten nichts, das einen Zweifel an der
Überzeugungskraft des Gutachtens der PMEDA AG wecken würde, weshalb gestützt
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3.
Die Beschwerde ist abzuweisen. Die angesichts des durchschnittlichen
Verfahrensaufwandes auf 600 Franken festzusetzenden Gerichtskosten wären an sich
der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge der Bewilligung der
unentgeltlichen Prozessführung ist die Beschwerdeführerin aber von der Pflicht, die
Gerichtskosten zu bezahlen, befreit. Da ihr auch die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung bewilligt worden ist, hat der Staat ihrer Rechtsvertreterin eine
Entschädigung auszurichten, die 80 Prozent des erforderlichen Vertretungsaufwandes
abdeckt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Der erforderliche Vertretungsaufwand ist als leicht
unterdurchschnittlich zu qualifizieren, weil die Rechtsvertreterin erst für den zweiten
Schriftenwechsel beigezogen worden ist. Die Entschädigung ist deshalb auf 80 Prozent
von 3’000 Franken, also auf 2’400 Franken, festzusetzen. Sollten es ihre
auf das Gutachten mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit feststeht, dass die Beschwerdeführerin im hier massgebenden
Zeitraum ab Oktober 2020 für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt
arbeitsfähig gewesen ist.
Auf dem invalidenversicherungsrechtlich massgebenden allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarkt hätte die Beschwerdeführerin die uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit ohne Weiteres in einer leidensadaptierten Hilfsarbeit verwerten können.
Entgegen der Ansicht ihrer Rechtsvertreterin haben keine Gründe vorgelegen, die die
Verwertbarkeit in Frage gestellt hätten. Der allgemeine und ausgeglichene Arbeitsmarkt
bietet auch für Arbeitnehmerinnen im fortgeschrittenen Alter eine ausreichende Anzahl
an geeigneten Arbeitsstellen. Die Beschwerden respektive die daraus resultierenden
qualitativen Einschränkungen bezüglich der Arbeitsfähigkeit sind als minimal zu
qualifizieren und schränken deshalb das Spektrum der in Frage kommenden
Tätigkeiten nicht derart ein, dass realistischerweise von einer Unverwertbarkeit der
Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden müsste. Da kein statistischer Nachweis dafür
existiert, dass körperlich leichte Hilfsarbeiten schlechter als körperlich schwere
Hilfsarbeiten entlöhnt würden, wäre die Beschwerdeführerin in der Lage gewesen,
mittels einer leidensadaptierten Hilfsarbeitertätigkeit ein dem statistischen Zentralwert
der Hilfsarbeiterinnenlöhne entsprechendes Erwerbseinkommen zu erzielen. Bei einer
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit rechtfertigt sich kein Abzug vom Tabellenlohn,
weshalb das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen dem Valideneinkommen
entspricht. Die Beschwerdeführerin ist folglich nicht invalid im Sinne des Art. 28 Abs. 1
IVG, weshalb sich die angefochtene Verfügung im Ergebnis als rechtmässig erweist.
2.5.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 14/14
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wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, wird die Beschwerdeführerin zur
Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Entschädigung für die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung verpflichtet werden können (Art. 99 Abs. 2 VRP
i.V.m. Art. 123 ZPO).