Decision ID: 827fc7a8-a8db-4f4d-b94e-5ede2d57b103
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1971 geborene
X._
liess sich i
m Jahr 2004 in der Schweiz nieder.
Er arbeitete hauptsächlich als Koch
sowie
als
Hilfskoch
(Urk. 10/42/9
, Urk. 10/93/28
).
Ab dem 30. Juli 2010 arbei
tete er mit einem Pensum von 60
% als Office Mitarbeiter bei der
Y._
AG. Am 1. Juli 2011 meldete er sich unter Hinweis auf eine Herzkrankheit bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 10/8).
Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
nahm medizinische Berichte (Urk. 10/3-4,
Urk. 10/15-17, Urk. 10/27-28, Urk. 10/34-35), die Akten der Krankentaggeldversicherung (Urk. 10/12, Urk. 10/29) sowie einen Arbeitge
berfragebogen (Urk. 10/14) zu den Akten
und liess einen Auszug aus dem individuellen Konto des Versicherten erstellen (IK-Auszug, Urk. 10/11)
.
Fer
ner liess sie den Versicherten kardiologisch durch
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Kardiologie und Allgemeine Innere Medizin
, begutachten (Gut
achten vom 4.
Oktober 2012, Urk. 10/42)
und tätigte Abklärungen bezüglich
sein
es Arbeitspensums im Gesundheitsfall (Urk. 10/43 und Urk. 10/48)
.
Mit Vorbescheid
vom 13.
November 2012 stellte sie
ihm
die Ausrichtung einer
befristeten ganzen Rente vom 1.
März 2012 bis zum 31. Dezember 2012 in Aussicht
(Urk. 10/5
2
).
Dagegen erhob der Versicherte
a
m 27. November 2012 (Urk. 10/55), ergänzt am
11. Januar 2013
(Urk. 10/
63
), Einwand.
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
nahm
die IV-Stelle
weitere medizinische Berichte zu den Akten (Urk. 10/67, Urk. 10/73) und liess den Versicherten dazu Stel
lung nehmen (Schreiben vom 15. Mai 2013, Urk. 10/78). Hernach
holte sie das polydisziplinäre Gutachten des
A._
, vom 10. Februar 2014 ein (Urk. 10/93).
Hierzu nahm der Versicherte am 27. Mai 2014 Stellung (Urk. 10/101) und reichte einen weiteren Arztbe
richt ein (Urk. 10/102). Mit Vorbescheid vom 14. Juli 2014 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Zusprache
einer befristeten ganzen Rente vom 1. März 2012 bis
31.
Januar 2013 in Aussicht (Urk. 10/106). Hiergegen erhob der Versicherte am 16. August 2014 (Urk. 10/107), ergänzt am 22. August 2014 (Urk. 10/111) sowie am 15. September 2014 (Urk. 10/116)
unter Beilage eines Arztberichts (Urk. 10/115 = Urk. 10/117), Einwand. Es folgten weitere Eingaben und Arztberichte (Urk. 10/119-121, Urk. 10/123, Urk. 10/127-129, Urk. 10/135-136, Urk. 10/140-144). Am 10. Juni 2015 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 10/145, zur Begründung vgl. Urk. 10/
1
39).
2.
Gegen diese Verfügung (Urk. 2)
erhob der Versicherte am 10. Juli 2015
unter Beilage
eines
neuen
Arztbericht
s
(Urk. 3/
4
)
Beschwerde und beantragte, in
Abänderung der angefochtenen Verfügung sei ihm auch ab Januar 2013 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er zudem um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 24. August 2015 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9).
Mit gerichtlicher Verfügung
vom 25. August 2015
wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Pro
zessführung bewilligt und eine Kopie der Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 11).
Am 17. September 2015 hielt der Beschwerdeführer an seiner Beschwerde fest (Urk. 13), was der Beschwerdegegnerin am 21. September 2015 mitgeteilt wurde (Urk. 14).
Am 16. Juni 2016 nahm der Beschwerde
führer ergänzend Stellung (Urk. 17) und reichte einen weiteren Arztbericht ein (Urk. 18).
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 4. Juli 2016 auf das Einreichen einer Stellungnahme dazu (Urk.
21), was dem Beschwerdeführer am 5. Juli 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 22). Mit Eingaben vom 1
2.
Juli 2016 (Urk. 23) sowie vom 28. Dezember 2016 (Urk. 28) reichte der Beschwerdeführer
erneut
Arztberichte ein (Urk. 24 und Urk. 29/1-5). Die Beschwerdegegnerin verzichtete jeweils auf eine Stellungnahme (Urk. 26 und Urk. 31), was dem Beschwerdeführer wiederum mitgeteilt wurde (Urk. 27 und Urk. 32).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Lei
den mit Krankheitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG; BGE 139 V 547 E. 5; 131 V 49 E. 1.2; 130 V 352 E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.).
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psy
chosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belas
tenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssi
tuation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinrei
chende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisie
render psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis).
1.3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts
anspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft
eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, der Beschwerdeführer sei vom 26. März 2011 bis zum 3. Oktober 2012 vollumfänglich erwerbsunfähig gewesen. Ab dem 4. Oktober 2012 sei ihm eine körperlich leichte Tätigkeit unter Wechselbelastung und ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten von mehr als zehn Kilogramm zu 50
%
zumutbar. Wegen der Teilzeitbeschäftigung berücksichtigte sie einen Leidensabzug von 10
%
und errechnete einen Invaliditätsgrad von 35
%
. Weiter hielt sie fest, ab dem 4. Oktober 2012 könne der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit in einer - wie beschrieben - angepassten Tätigkeit alle drei Monate um 10
%
steigern, sodass er ab Januar 2014 in einer angepass
ten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer
macht
e in seiner Beschwerde
unter Hinweis auf Berichte der behandelnden Ärzte
zusammengefasst geltend,
sowohl aus psy
chiatrischer als auch aus orthopädischer sowie
kardiologischer Sicht
weiter
hin vollumfänglich erwerbsunfähig zu sein
.
Er brachte vor, d
as
A._
wende für seine Abklärungen nicht die erforderliche Sorgfältigkeit auf und
es
sei nicht neutral
(Urk.
1).
In der ergänzenden Eingabe vom 16. Juni 2016 (Urk. 17) b
eanstandete
er zudem, das
A._
-Gutachten sei veraltet (S. 2), es entspreche den Vorgaben von BGE 141 V 281 nicht (S. 3-5) und es sei unvollständig und widersprüchlich. Namentlich könnten aufgrund der Herz
transplantation keine Antidepressiva eingenommen werden (S. 5-6), die kör
perlichen und die psychischen Einschränkungen seien nicht sauber
von einander
getrennt worden (S. 6),
seine Beschwerden respektive die Befunde seien nur sehr oberflächlich aufgenommen worden (S. 6-7) und sein Tages
ablauf sei deutlich zu positiv beschrieben worden (S. 7-8). Zudem listete er seine Beschwerden auf und postulierte, derart viele körperliche und psychi
sche Beschwerden
würden
zu einer schweren Einschränkung der Arbeits
fähigkeit
führen
(S. 8-9).
Ferner be
mängel
te er, dass das
A._
nicht mit den behandelnden Ärzten Kontakt aufgenommen habe, was eine Verletzung der Untersuchungsmaxime darstelle (S. 9
). Dadurch, dass die IV-Stelle die Gut
achter nicht mit der
von den
behandelnden Ärzte
n
am Gutachten geäusser
ten Kritik konfrontiert hätten, habe sie die Untersuchungsmaxime sowie sein rechtliches Gehör verletzt
(S. 10). Weiter führte er aus, mit Schreiben vom 2
2.
August 2014 (Urk. 10/111) habe er eine Verschlechterung seines Gesund
heitszustands geltend gemacht, worauf die IV-Stelle zu Unrecht nicht reagiert habe (S. 10). Die RAD-Stellungnahme vom 9. Februar 2015 (Urk. 10/137/3) zum Arztbericht der
B._
(
B._
; Urk. 10/136) sei medizinisch nicht haltbar (S. 11).
Aus dem Arztbericht des Medizinischen Zentrums
C._
vom 15. März 2016 ergebe sich weiterhin eine vollum
fängliche Arbeitsunfähigkeit (S. 11-12).
3.
3.1
Am 26. April 2011 berichteten die Ärzte des
D._
, Intensivstation für Herz- und Gefässchirurgie, der Beschwerdeführer habe sich am 26. März 2011 bei erstmalig spontan aufgetretenen
Thoraxschmer
zen
im
E._ Spital
kardiologisch abklären lassen. Seither
sei der All
gemeinzustand stark
reduziert gewesen mit persistierenden
epigastrischen
Schmerzen
. Nach einer notfallmässigen Einweisung ins
F._
sei bei Verdacht auf subakuten Myokardinfarkt koronarangio
graphisch eine koronare
3
-Gefässerkran
k
ung mit chronischem RIVA-Ver
schluss und RCX-Stenose dargestellt worden. Bei einem
kardiogenen
Schock habe man am 13. April 2011
die Implantation
eine
s LVAD
(
Left
Ventricular
Assist Device
)
durchgeführt (Urk. 10/16/9-10
, Urk. 10/16/17
).
3.2
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Kardiologie, gab an, der Beschwerde
führer habe sich vom 7. Juni bis am 9. Juli 2011 bei ihnen in der Höhenklinik
H._
aufgehalten (Urk. 10/17/3). Während dieser Zeit sei er vollumfänglich arbeitsunfähig gewesen. Die Arbeit als Koch sei mit der LVAD-Pumpe nicht möglich. Weiter führte er aus, der Beschwerdeführer befinde sich aufgrund eines schweren Myokardinfarktes mit anschliessend komplikationsreichem Verlauf in ärztlicher Behandlung. Es sei ihm eine elektrische Pumpe ins Herz implantiert worden, welche die Aufgabe des Her
zens übernehme. Dieses System erfordere eine kontinuierliche Betreuung, da ein Ausfall der Pumpe eine tödliche Komplikation darstellen würde. Lediglich durch eine Herztransplantation könne die zugrundeliegende Schädigung des Herzens behoben und die Pumpe entfernt werden (Urk. 10/17/4-5).
Mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne eventuell nach einer Herz
transplantation gerechnet werden (Urk. 10/17/6).
3.3
Laut dem Bericht des
D._
vom 11. Juli 2011 wurde beim Beschwerdeführer am 10. Juli 2011 eine Herztransplantation durchgeführt (Urk. 10/16/7).
Am 29. Juni 2012 berichtete das Universitätsspital
D._
HerzKreislaufZentrum
, Klinik für Kardiologie, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich
verbessert, er sei aber unverändert arbeitsunfähig und befinde sich in einem durch die medikamentöse Therapie eingeschränkten Allgemeinzustand. Die Prognose sei grundsätzlich gut (Urk. 10/34/1-2).
3.4
Dr.
Z._
begutachtete den Beschwerdeführer am 7. September 2012 und erstattete sein Gutachten am 4. Oktober 2012
(Urk. 10/42)
.
Darin führte er aus, abgesehen von einem erhöhten Ruhepuls, wie er be
i Patienten mit trans
plantiertem
Herzen häufig vorkomme, bestünden keine Zeichen einer Herz
insuffizienz. Dass der Beschwerdeführer im Belastungstest wenig geleistet habe, liege primär an seinem
dekonditionierten
Kreislaufzustand. Vielleicht traue
er
sich auch nicht mehr, sich anzustrengen (Urk. 10/42/18). Es sei zentral, dass
ihm
v
onseiten der involvierten Ärzte
vermittelt werde, dass er trotz seines transplantierten Herze
s
und trotz seiner vielen Medikamente durchaus in der Lage sein sollte, ein mehr oder weniger normales Leben zu führen und bestimmte Arbeiten auszuführen (Urk. 10/42/16). Aufgrund der alleinigen kardialen Situation bestehe eigentlich eine 100%ige Arbeitsfähig
keit für körperlich nicht oder leicht belastende Tätigkeiten. Der Beschwerde
führer weise jedoch diverse Beschwerden auf, welche zumindest zu einem bestimmten Teil Nebenwirkungen von benötigten starken Medikamenten entsprechen könnten. Zudem könne der zeitweise tiefe Blutdruck für einen Teil des Beschwerdebildes wie zum Beispiel die Schwindelbeschwerden ursächlich sein. Auch die Vielzahl der Arztkonsultationen sei bei der Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen, sodass es realistisch sei, aus kardiologischer Sicht von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (Urk. 10/42/18).
Weiter führte
Dr.
Z._
aus, der Gesundheitszustand habe sich im Vergleich zum Zustand vor der Herztransplantation enorm verbes
sert. Nach einem so schwerwiegenden Krankheitsverlauf, wie der Beschwer
deführer ihn zwischen April und Juli 2011 gehabt habe, habe es einige Zeit gebraucht, bis er sich allgemein physisch wieder erholt habe
. Als objektive physische Befunde, welche den aktuell verbesserten Gesundheitszustand belegen, nannte er das Fehlen von klinischen Herzinsuffizienzzeichen und
die echokardiographisch belegt
e
gute Herzfunktion (Urk. 10/42/21).
3.5
Dr.
med.
I._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, und
Dr.
phil.
J._
,
K
linischer Psychologe,
K._
,
berichteten am 1
2.
Februar 2013, der Beschwerdeführer leide an einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1) und er sei auf längere Sicht zu 100
%
arbeitsunfähig.
Er
fühle sich kraftlos und müsse sich immer wieder hinlegen und ausruhen, was nach der schweren Operation mit den nachfolgenden Ängsten sehr verständlich sei (Urk. 10/67/5).
Auch deutliche Konzentrationsstörungen würden sich auf die Arbeitsfähigkeit aus
wirken. Die Prognose sei schlecht (Urk. 10/67/6).
3.6
Am 3. Februar 2014 erstatteten die Ärzte des
A._
ein polydisziplinäres Gutach
ten (Urk. 10/93). Das
A._
-Gutachten basierte auf einer allgemeininter
nistischen, einer psychiatrischen, einer orthopädischen, einer neurologischen und einer kardiologischen Untersuchung (Urk. 10/93/2
und Urk. 10/93/8 ff.). Die Gutachter stützten sich auf die anlässlich der U
ntersuchungen erhobenen Befunde, die Ergebnisse der
Anamnese, die vorhandenen Akten sowie auf die Angaben des Beschwerdeführers. Die Konklusion des Gutachtens ist im Rah
men eines multidisziplinären Konsensus erarbeitet worden. Dabei nannten die
A._
-Gutachter
als
Diagnosen mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit
einen Status nach
orthotoper
Herztransplantation am 10. Juli 2011 bei ischämi
scher Kardiomyopathie infolge koronarer 3-Gefäss-Erkrankung (ICD-10: I25.5) sowie chronische Nacken-Schulter-Handbeschwerden der dominanten rechten Seite (ICD-10: M54.2/M79.60/Z98.8
). Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit massen sie
namentlich
der
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10: F43.22), Differential
diagnose Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10: F41.2)
,
und
den chronischen Fussbeschwerden beidseits
(ICD-10:
M79.67
)
zu (Urk. 10/
93
/
27
).
Sie führten aus, a
us allgemeininter
nisti
scher Sicht
sei die Arbeitsfähigkeit
bei den Diagnosen Adipositas,
Hyperlipidämie
, chronisch-rezidivierende Gastritis und Status nach
thromboembolischem
Niereninfarkt rechts
nicht einge
schränkt
. Der Niereninfarkt habe keine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit zur Folge und bei den übrigen Diagnosen sei der fehlende Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit unbestritten
(Urk. 10/
93
/
10-11
).
Bei der psychiatrischen Untersuchung zeigten sich laut Gutachten
intakte kogni
tive Funktionen mit während der gesamten Untersuchung erhaltener Konzentration und Aufmerksamkeit, unauffälliger Psychomotorik und ausge
glichenem Affekt.
Der Gutachter führte aus, der Beschwerdeführer habe anam
nestisch eher über Ängste als über Depressionen berichtet. Er versuche daher insbesondere, enge Orte zu vermeiden. Nebst diesen vorwiegenden Ängsten mit
klaustrophober
Tendenz lägen aber auch leichtere depressive Verstimmun
gen vor
. Vor der Herzoperation habe der Beschwerdeführer keine psychischen Beschwerden gehabt. Dass ein solch schwerer operativer Eingriff Rückwirkun
gen auf die Psyche haben könne, sei verständlich. Es handle sich um eine leichtgradige Anpassungsstörung, welche sich aufgrund der zeitlichen Dimen
sion im Übergang zu einer Angst und depressiven Störung gemischt befinde. Sie habe keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 10/93/13-14).
D
er
orthopädische Gutachter
gab an
,
der Beschwerdeführer
klage
über chro
nische Schmerzen vom Nacken bis in alle Fingerspitzen der dominanten rech
ten Seite sowie Beschwerden an den Füssen. Er hielt fest, die aus den Beschwerden resultierenden Einschränkungen seien schwer fassbar geblieben. Das Gangbild sei unauffällig gewesen. Bei der Untersuchung der Wirbelsäule sei die thorakale Auslenkung unter Gegenspannung kaum gelungen, während die initial als unmöglich angegebene Inklination später durch eine praktisch freie Auslenkung im
Langsitz
relativiert worden sei. Auch an der Halswirbel
säule fehle eine
höhergradige
Einschränkung, und an den oberen und unteren Extremitäten bestehe eine freie Beweglichkeit. Auf radiologischer Ebene bestünden deutliche dege
nerative Veränderungen oberhalb
der zervikalen
Spondylodese
sowie weitgehend unauffällige Verhältnisse an der thorakalen und lumbalen Wirbelsäule. Zusammenfassend führte der Gutachter aus, die angegebenen Beschwerden im Bereich der zervikalen Wirbelsäule liessen sich durch die klinischen und radiologischen Befunde durchaus begründen, wes
halb dem Beschwerdeführer andauernd schwere Tätigkeit
en nicht mehr zumutbar seien, die angestammte Tätigkeit indes schon.
Die im Bereich der rechten oberen Extremität angegebenen Beschwerden seien aus orthopädischer Sicht keineswegs nachvollziehbar
(Urk. 10/93/18-19)
.
Dem neurologischen Teilgutachten ist zu entnehmen,
der neurologische Status habe sich bei der aktuellen Untersuchung völlig unauffällig gezeigt
. Für die Schwindelbeschwerden sei weder unter der
Frenzelbrille
noch bei den sonstigen Koordinationstests ein Korrelat zu finden gewesen, sodass von einer funktionellen Komponente auszugehen sei. Auch betreffs der zweimal operierten Halswirbelsäule fänden sich keine Hinweise auf eine
radikuläre
oder
medulläre
Beteiligung. So imponiere eine sehr gute Beweglichkeit der Halswirbelsäule sowohl bei expliziter Prüfung wie auch bei der Untersuchung mit der
Frenzelbrille
. Ebenso wenig seien Anhaltspunkte für eine hirnorga
nische Einschränkung auszumachen gewesen
.
Ein Tremor habe bei der aktu
ellen Untersuchung nicht vorgelegen, wäre aber nach der Beurteilung des neurologischen Gutachters ohnehin nicht relevant für die Arbeitsfähigkeit. Insgesamt sei der Beschwerdeführer einzig wegen de
s
Zustand
s
nach Fusi
onsoperation an der Halswirbelsäule bei Tätigkeiten in Zwangshaltungen oder Überkopfarbeiten eingeschränkt, was aber vor allem orthopädisch zu beurteilen sei (Urk. 10/93/22-23).
Im kardiologischen Teilgutachten wurde festgehalten,
subjektiv bestünden seit der Herzoperation vermehrte Müdigkeit, rasche Kraftlosigkeit bei gerin
ger Anstrengung, häufiger Schwindel und verschiedene Schmerzen. In der Untersuchung sei der Beschwerdeführer kardiopulmonal kompensiert gewe
sen und der Blutdruck sei leicht er
höht gewesen. Das Ruhe-EKG habe
einen
Rechtsschenkelblock (
RSB
)
und einen grenzwertig
tachykarden
Sinusrhyth
mus gezeigt, was zu einem transplantierten „
denervierten
“ Herzen passe
. Ebenso typisch sei, dass der Frequenzanstieg zu Beginn der
Fahrradergomet
rie
träge gewesen sei und die Frequenz in der Erholungsphase nur langsam gesunken sei
,
sowie
dass
der Blutdruck einige Zeit erhöht geblieben sei. Diese veränderte, verzögerte Anpassung des Herzens sei für die rasche Ermüdbar
keit respektive das Schwächegefühl bei körperlicher Belastung
(mit-)verant
wortlich, nebst einer generellen
Dekonditionierung
. Dies sei aber nicht gefährlich, sondern lediglich die Folge der
Denervation
und des verzögerten Ansprechens auf die humorale
katecholaminerge
Stimulation. Kurze
„
Spit
zenleistungen
“
könne der Beschwerdeführer daher nicht mehr erbringen, eine gute Ausdauerleistung sei aber bei regelmässiger körperlicher Betätigung möglich. Für mittelschwere und schwere, körperlich belastende Tätigkeiten bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Körperlich leichte Tätigkeiten
mit der Möglichkeit zu kurzen Pausen
seien dem Beschwerdeführer
ganztags
zumutbar
. Anfänglich könne mit einem 50%igen Pensum begonnen werden, hernach sollte auch ein Ausbau auf 100
%
möglich sein
(Urk. 10/93/25-26).
Aus interdisziplinärer Sicht gelangten die
A._
-Gutachter zum Schluss,
die Arbeitsunfähigkeit für körperlich mittelschwer und schwer belastende Tätig
keiten könne ab dem
im März 2011 eingetretenen
Herzinfarkt angenommen werden. Bis September 2012 sei der Beschwerdeführer auch in leichten Ver
weistätigkeiten voll arbeitsunfähig gewesen, von Oktober 2012 bis November 2013 könne hierfür eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
angenommen werden. D
ie aktuelle Beurteilung
, wonach der Beschwerdeführer in einer körperlich leichten Tätigkeit mit der Möglichkeit zu kurzen Pausen medizinisch-theore
tisch uneingeschränkt arbeits- und leistungsfähig sei,
gelte ab dem Zeitpunkt ihrer Untersuchung im Dezember 2013
. Aufgrund der Immunsuppression nach Herztransplantation nicht geeignet seien berufliche Tätigkeiten mit erhöhtem
Infektrisiko
. Die Medikamente hätten
im Übrigen
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 10/93/28-
30
)
.
Dr. med.
L._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD),
erachtete das
A._
-Gutachten als beweiskräftig
. Sie gab an, die stufenweise Steigerung von 50 % auf 100 % habe
alle drei Monate um 10
%
zu erfolgen
(Stellungnahme vom 2
6
.
Februa
r 201
4
, Urk. 10/
110
/
5
).
3.7
Dr.
med.
M._
,
Chiropraktor
, führte in seinem Bericht vom 20. März 2014 aus,
die aktuell angegebenen
chronifizierten
Nackenbeschwerden seien gut vereinbar mit der fortschreitenden Segmentdegeneration hochzervikal. Zusätzlich erschwerend wirke eine massive muskuläre Insuffizienz im Rah
men
des reduzierten Allgemeinzustand
s
nach Herztransplantation. Die Schmerzcharakteristik sei gemischt
nozizeptiv
-neuropathisch. Hinweise für eine
neurokompressive
Komponente würden fehlen. Die zusätzlich störenden sternalen Beschwerden nach Thorakotomie interpretiere er ebenfalls als Aus
wirkung des Haltungszerfalls bei muskulärer Insuffizienz (Urk. 10/102/2).
3.8
Dr.
L._
hielt am 1. Juli 2014 fest, dass der Gesundheitszustand sich durch die erfolgreiche Herztransplantation verbessert habe, sei anhand der sowohl laut
Dr.
Z._
als auch laut dem
A._
-Gutachten normalen linksventrikulären Pumpfunktion des transplantierten Herzens ersichtlich (Urk. 10/110/6).
3.
9
Dem Bericht des
K._
vom 30. September 2014 ist zu entnehmen, der Beschwerdeführer leide seit Juni 2011 an Depressionen, Lust- und Interesse
losigkeit, Müdigkeit, Rückzug, Antriebslosigkeit, Kraftlosigkeit, Konzentrati
onsstörungen, Vergesslichkeit, Sinnlosigke
itsgedanken, Gedan
ken
kreisen
und Schlafstörungen. Appetitvermin
derung sowie die vollständige Lust- und Interesselosigkeit würden eine stationäre Behandlung erfordern. Medika
mentöse Versuche seien unter anderem wegen
Nephrolithiasis
gescheitert, wes
wegen die medikamentöse Führung nicht einfach sei (Urk. 10/115/1). Aktuell liege eine mittelgradige depressive Episode vor (ICD-10: F32.1; Urk. 10/115/2).
Am 21. November 2014 führten
Dr.
I._
und
Dr.
J._
aus, das
D._
habe wegen der Herztransplantation von der Einnahme von Antidepressiva abgeraten, weil diese beispielsweise zu einer
QTc
-Veränderung führen könn
ten. Der Grund für die fehlende Medikation sei demnach nicht die
Leichtgra
digkeit
der Depression. Die ICD-Kriterien für eine mittelgradige depressive Episode seien erfüllt
. Vier Tage pro Woche gehe
d
er
Beschwerdeführer
nicht aus dem Haus und liege im Bett. Neuropsychologisch sei eine schwere Depression bestätigt, unter Einbezug einer gewissen Grundaktivität an guten Tagen sei sie mittelgradig (Urk. 10/128/2). Es liege auch für angepasste Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor (Urk. 10/128/3).
3.10
Dem Bericht der
B._
vom 4. Dezember 2014 ist zu entnehmen, der Beschwer
deführer habe sich (mit zwei kurzen Unterbrüchen) v
om 12.
September bis am 30. Oktober 2014 in der
B._
aufgehalten. Er sei im Kontakt höflich und freundlich, es seien Konzentrationsschwierigkeiten ersichtlich, er sei forma
l gedanklich verlangsamt, perse
v
er
ierend sowie grüblerisch und im Affekt ratlos
,
klagsam
und deprimiert. Zudem sei er antriebsarm und einsam. Der Beschwerdeführer habe angegeben, finanziell eingeschränkt zu sein und sich gegenüber dem Migrationsamt rechtfertigen zu müssen, weshalb er nicht arbeite. In die Türkei könne er nicht zurückkehren, da er sich dort die not
wendige teure Medikation und Spitalbesuche nicht leisten könne. Nachdem ihm während des Klinikaufenthalts vom Migrationsamt eine Frist zur Aus
reise angesetzt worden sei, habe er sich wieder vermehrt zurückgezogen, sei kaum spürbar gewesen und habe fast nur noch im Bett gelegen. Er habe wenig Zukunftsperspektiven und sei resigniert gewesen. Er leide an einer schweren depressiven Episode, welche wegen des Zusammenwirkens mit der immunsuppressiven Medikation nicht zufriedenstellend therapiert werden könne.
Aufgrund der somatischen Diagnose mit der damit verbundenen lebenslangen immunsuppressiven Medikation inklusive Wechsel- und Nebenwirkungen, kombiniert mit der depressiven Symptomatik, welche eine Konzentrationsstörung, schnelle Ermüdbarkeit, eingeschränkte Ausdauer und Leistungsfähigkeit zur Folge habe, sei er zu 100
%
arbeitsunfähig (Urk. 10/136).
3.11
RAD-Arzt med.
pract
.
N._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychothera
pie
, hielt fest, der Bericht der
B._
vom 4. Dezember 2014 sei nicht nachvollziehbar. Objektiv habe der Beschwerdeführer eine gute soziale Kompetenz gezeigt, pflichtbewusst und zuverlässig am Programm teilge
nommen, eine grosse Kreativität
aufgewiesen
und effizient mit der Näh
maschine genäht. Laut ICD sei es aber sehr unwahrscheinlich, dass ein Patient während einer schweren depressiven Episode in der Lage sei, soziale, häusliche und berufliche Aktivitäten fortzuführen, allenfalls sehr begrenzt. Somit dürfe keine schwere Depression diagnostiziert werden
. Ferner habe der Beschwerdeführer angegeben, oft in die Stadt zu gehen und in der Bibel zu lesen. Dieses Aktivitätsniveau passe weder zur schweren Depression noch zu schweren Konzentrationsstörungen. Die fehlende Ausdauer sei auf die
Dekonditionierung
zurückzuführen und dass er von den Massnahmen der Migrationsbehörde betroffen sei, sei ebenfalls nachvollziehbar
. Medizinische neue Fakten seien indes nicht auszumachen
(Urk. 10/137/3).
3.12
Dr.
med.
O._
vom
D._
, gab am 13. März 2015 an, aktuell sei der Beschwerdeführer in erster Linie durch ein
chronifiziertes
zervikolumbales
Schmerzsyndrom mit teilweise sogar immobilisierenden Nackenschmerzen limitiert. Aufgrund dessen liege aktuell eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit vor (Urk. 10/140/1).
3.13
Die ab dem 18. Mai 2015 behandelnden Ärzte der
P._
Klinik gaben am 24. Juni 2015 an, bei der aktuellen Diagnosestellung einer multisegmen
talen Degeneration der Halswirbelsäule, bei Status nach Trauma durch Motorbootunfall und zweifacher Operation lasse sich eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 80
%
begründen (Urk. 3/4 S. 2).
4.
4.1
Das
A._
-Gutachten, auf welches die IV-Stelle abstellte,
basiert auf
den fachärzt
lichen Untersuchungen des Beschwerdeführers, e
s
wurde in Kenntnis der medizinischen
Vorakten
erstattet, es beantwortet die gestellten Frage
n umfassend und setzt sich mit anderslau
tenden Beurteilungen
auseinander. Somit
erfüllt
es
die von der Recht
sprechung gestellten formellen Vorausset
zungen an ein beweiskräftiges Gutachten (vgl. vorstehende E. 1.
3
).
Zum mit einem Urteil (Urk. 3/6) untermauerten Einwand, das
A._
arbeite unsorgfältig, ist anzumerken, dass nicht von einem Fall auf einen anderen geschlossen werden kann
, sondern die Beweiskraft eines Gutachtens im Einzelfall zu prüfen ist
. S
oweit der Beschwerdeführer auf eine Befangenheit infolge wirt
schaftlicher Abhängigkeit des
A._
von den Aufträgen der Invalidenver
sicherung schliessen will (
Urk.
1 S.
5
),
kann
ohne weitere Ausführungen auf die aktuelle Rechtsprechung verwiesen werden. Danach
ist
die Einwendung, die Abgeltung der Gutachten aus Mitteln der Invalidenversicherung führe zu einer Befangenheit der MEDAS,
unbegründet
(BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7).
Dass sich die
A._
-Gutachter nicht mit den behandelnden Ärzten in Verbin
dung setzten (vgl. den Einwand des Beschwerdeführers in Urk. 17 S. 9 un
ten), steht der Beweiskraft ihrer Beurteilung ebenfalls nicht entgegen, liegt doch das Einholen fremdanamnestischer Auskünfte in ihrem Ermessen (Urteile des Bundesgerichts 9C_270/2012 vom 23. Mai 2012, E. 4.2 mit wei
teren Hinweisen; 9C_671/2012 vom 15. November 2012, E. 4.5).
4.2
Dass aus allgemeininternistischer Sicht keine Invalidität angenommen wurde, ist nachvollziehbar,
da
sich
die nicht schwere
Adipositas,
d
ie
Hyperlipidämie
und Gastritis
nicht
auf die Arbeitsfähigkeit auswirken
,
und da plausibel ist, dass der
erlittene
Niereninfarkt die Arbeitsfähigkeit nur während einer gewissen Zeit,
nicht hingegen langandauernd, beeinträchtigte.
Dass
der Beschwerdeführer
aus
neurologischer
Sicht
lediglich für Tätigkeiten in Zwangshaltungen oder Überkopfarbeiten einge
schränkt ist, ist angesichts der
völlig unauffälligen neurologischen Befunde ohne Korrelat für den angege
benen Schwindel und bei fehlenden Hinweisen auf eine hirnorganische Schädigung (Urk. 10/93/21-23)
nachvollziehbar.
Dass der Zustand nach Dekompression und ventraler Fusion HWK5/6 und 6/7 im Jahr 2001 sowie der Zustand nach Dekompression und Revision HWK5/6 im Jahr 2006 sich lediglich insofern auf die Arbeitsfähigkeit auswirken, als Tätigkeiten in Zwangshaltungen und Überkopfarbeiten nicht mehr zumutbar sind, über
zeugt ebenfalls vor dem Hintergrund der sehr guten Beweglichkeit der Hals
wirbelsäule und bei fehlender
radikulärer
oder
medullärer
Beteiligung (Urk. 10/93/23).
Ebenso plausibel ist
- bei fehlender
höhergradiger
Bewe
gungs
einschränkung der Halswirbelsäule und bei unauffälliger Untersuchung der oberen Extremitäten, jedoch bei radiologisch deutlichen degenerativen Veränderungen
der
HWK3/4 mit rechtsbetonter
foraminaler
Verengung -
, dass die chronischen Nacken-Schulter-Handbeschwerden der dominanten rechten Seite
dem Beschwerdeführer nur das wiederholte Heben und Tragen von Lasten über 15 Kilogramm sowie den Einsatz der oberen Extremitäten oberhalb des Schulterniveaus verunmöglichen (Urk. 10/93/16-19).
Soweit sich der Bericht der
P._
Klinik vom 24. Juni 2015 (Urk. 3/4 = Urk. 29/3) auch auf die Zeit vor Erlass der angefochtenen Verfügung bezieht, ist Folgendes anzumerken: Der Hinweis auf einen Status nach Unfall und Operationen sowie auf eine Degeneration stellt keine nachvollziehbare Begründung für die angegebene Arbeitsunfähigkeit dar. Hinzu kommt, dass dem Bericht keine Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zu entnehmen ist.
Dem Umstand, dass sich das transplantierte Herz des Beschwerdeführers
nur
mehr
verzögert an Belastungssituationen anpasst, was eine rasche Ermüdbar
keit respektive ein Schwächegefühl zur Folge hat, wurde im kardiologischen Teilgutachten gebührend Rechnung getragen, indem nur noch körperlich leichte Tätigkeiten mit der Möglichkeit zum Einlegen von kurzen Pausen für zumutbar erachtet wurden
. Dass dem Beschwerdeführer solche Tätigkeiten aber noch zugemutet werden können, überzeugt angesichts dessen, dass die verzögerte Anpassung des Herzens nicht gefährlich ist und eine normale
linksventrikuläre und rechtsventrikuläre (
LV- und RV
-
)
Funktion
vorliegt (Urk. 10/93/26).
Der Einwand des Beschwerdeführers, das Universitäre Herz
zentrum des
D._
bestätige eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit wegen der Herz
beschwerden (Urk. 1 S. 4), ist unzutreffend. Vielmehr wurde im genannten Bericht vom 13. März
2015 festgehalten, wegen des führenden
zervikolum
balen
Schmerzsyndroms mit teilweise immobilisierenden Nackenschmerzen sei der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsunfähig (Urk. 10/140/1). Dabei handelt es sich um eine fachfremde Beurteilung, auf welche mangels einer diesbezüglichen Untersuchung durch die berichtenden Ärzte ohnehin nicht abgestellt werden kann.
Im somatischen Bereich erweist sich das
A._
-Gut
achten nach dem Gesagten als schlüssig
und nachvollziehbar
.
4.3
Bezüglich des psychiatrischen Teils des Gutachtens machte
der Beschwerdefüh
rer
geltend,
die in BGE 141 V 281 begründete Rechtsprechung sei
zu Unrecht
nicht angewendet worden
(Urk. 1
7 S. 3-5
).
Die genannte Rechtsprechung gilt
für die anhaltende somatoforme Schmerzstörung und für vergleichbare psychosomatische Leiden
(
BGE 141 V 281 E. 4.2
).
Ein solches Beschwerdebild wurde indes weder von den Gutachtern noch von den behandelnden Psychiatern diagnostiziert. Subjektiv im Vordergrund
standen - nebst den im somatischen Bereich berücksichtigten Beschwerden -
die Schmerzen am Brustbein. So
klagte
der Beschwerdeführer
anlässlich der Begutachtung mehrfach über Schmerzen am Brustbein (Urk. 10/93/9, Urk. 10/93/11
, Urk. 10/93/15, Urk. 10/93/19
), welche teilweise auch während der Begutachtung auftraten
(Urk. 10/93/
17 Ziffer 4.2.2.2)
. Diese Schmerzen sind laut dem behandelnden
Chiropraktor
auf
eine
n
Haltungs
zerfall bei mus
kulärer I
nsuffizienz im Rahmen eine
s reduzierten Allgemeinzustands
zurück
zuführen
(Urk. 10/102/2).
Ohnehin fielen aber während der Begutachtung keine derart starken Schmerzen auf, bei welchen sich die Prüfung des Vorlie
gens einer Schmerzstörung aufgedrängt hätte. Vielmehr konnte der Beschwerdeführer flüssig und zügig im Wechselschritt die Treppe
hinauf gehen
, sass während einer Dreiviertelstunde ruhig und ohne Einnahme einer Schonhaltung da (Urk. 10/93/16), wies ein unauffälliges Gangbild und eine freie Beweglichkeit auf (Urk. 10/93/18).
Dass die
A._
-Gutachter aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit postulierten (Urk. 10/93/13-14), überzeugt bei den weitge
hend unauffälligen erhobenen Befunden mit namentlich erhaltener Kon
zentration und Aufmerksamkeit, unauffälliger Psychomotorik, ausgegliche
nem Affekt und erhaltener Modulationsfähigkeit (Urk. 10/93/13). Ebenso passt die Diagnose einer nur leichten psychischen Störung zum Tagesablauf des Beschwerdeführers mit erhaltenen Aktivitäten, sozialen Kontakten und weitgehend erhaltener Reisefähigkeit (Urk. 10/93/12, Urk. 10/93/15).
Dabei ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer seinen Tagesablauf selber so geschildert hatte (vgl. den Einwand in Urk. 17 S. 7-8).
Dass der Anpassungs
störung mit Angst und
depressiver Reaktion gemischt (ICD-10: F43.22), im Übergang zu
r Diagnose
„
Angst und depressive Störung gemischt
“
(ICD-10: F41.2)
,
kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen wurde, steht sodann im Einklang mit der Rechtsprechung
(
Urteil
des Bundesgerichts
9C_636/2007 vom 28. Juli 2008, E.3.3.2
mit Hinweis).
Die Diskrepanz zur Beurteilung durch die Ärzte des Medizinischen
K._
(vgl. vorstehende E. 3.5 und 3.9)
und der
B._
(E. 3.10 vorste
hend)
lässt sich damit erklären, dass die behandelnden Ärzte infolge
ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc)
die subjektiv
angegebenen Beschwerden des Beschwerdeführers ohne kritische Würdigung zu objektiven Befunden erhoben haben
. Die darin angegebenen Konzentrationsstörungen (Urk. 10/67/6, Urk. 10/115/1
, Urk. 10/136/4
)
beispielsweise
zeigten sich während der Begutachtung gerade nicht
.
Die Ärzte der
B._
berücksichtigten ferner bei ihrer Angabe der 100%igen Arbeitsunfähigkeit auch die fachfremde somatische Diagnose (Urk. 10/136/4). Des Weiteren ist aus dem Bericht ersichtlich, welche Rolle das psychosoziale Element spielt. Der Beschwerdeführer pflegte soziale Kon
takte mit den Mitpatienten, war kreativ und nähte effizient, zog sich jedoch nach einem negativen B
escheid
des Migrationsamts wieder zurück und lag fast nur noch im Bett
(Urk. 10/136/3)
.
Bereits beim Eintritt in die
B._
war der Beschwerdeführer durch den Verlust seiner Arbeitsstelle und sozialer Kon
takte, durch seine finanzielle Situation sowie im Zusammenhang mit seiner Aufenthaltsbewilligung psychosozial belastet (Urk. 10/136/2). Als invalidi
tätsfremde Gründe wurden von den
A._
-Gutachtern zudem die eher geringe schulische und berufliche Ausbildung, der schwierige Arbeitsmarkt und ein wahrscheinlich vorhandener sekundärer Krankheitsgewinn genannt (Urk. 10/93/29).
Sämtliche psychosozialen Belastungsfaktoren wären von den krankheitsbedingten Einschränkungen abzugrenzen gewesen (vgl. vorste
hende E. 1.1), was die behandelnden Ärzte nicht getan haben. Nach dem Gesagten erwecken di
e Berichte
der behandelnden Ärzte
keine Zweifel am Gutachten und gaben
somit
keinen Anlass, den Gutachtern Zusatzfragen zu stellen, weshalb dem diesbezüglichen Einwand des Beschwerdeführers (Urk. 17 S. 10) nicht zu folgen ist.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die
nur wenig ausgeprägte
n Befunde und Symptome, wie sie im Gutachten erhoben wurden,
die Erwerbsfähigkeit nicht wesentlich einzuschränken ver
mögen.
4.4
Die interdisziplinäre
A._
-
Beurteilung steht sodann in Übereinstimmung mit den einzelnen Teilgutachten
und ist daher ebenfalls schlüssig und nachvoll
ziehbar
.
Nachdem Anhaltspunkte für eine zwischenzeitlich eingetretene
wesentliche Veränderung fehlen, ist dem Einwand, das
A._
-Gutachten sie veraltet (Urk. 17 S.
2), nicht
stattzugeben
.
Nach dem Gesagten hat die IV-Stelle zu Recht auf das
A._
-Gutachten abgestellt.
4.5
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungs
gericht die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sach
-
verhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gege
ben war.
Die weiteren vom Beschwerdeführer eingereichten Arztberichte
(Urk. 3/4, Urk. 18, Urk. 24, Urk. 29/1-2, Urk. 29/4)
beziehen sich auf einen Zeitraum, der nicht mehr vom Anfechtungsgegenstand (angefochtene Verfügung vom
10. Juni 2015
) gedeckt ist.
Die Berichte sind somit nicht näher auf ihren Erkenntniswert hin zu überprüfen.
4.6
Dass anfänglich ab dem Herzinfarkt vom 26. März 2011 eine vollumfäng
liche Arbeitsunfähigkeit vorlag, ist unbestritten und steht in Übereinstim
mung mit der Aktenlage (vorstehende E. 3.1 bis 3.3).
Eine in der Folge ein
getretene Verbesserung sah
Dr.
L._
darin, dass nunmehr eine normale LV-Funktion bestehe (
vorstehende E. 3.8
).
Tatsächlich wurde anlässlich der Begutachtung durch
Dr.
Z._
am 7. September 2012 eine normale links
ventrikuläre Funktion erhoben und es lag klinisch keine Herzinsuffizienz vor (Urk. 10/42/15).
Ferner gab
Dr.
Z._
an, der Gesundheitszustand habe sich enorm verbessert (E. 3.4 vorstehend).
D
as Eintreten einer Verbesserung
ist
plausibel, nachdem die Herztransplantation zwecks Verbesserung des Gesundheitszustands durchgeführt
worden war
. Am 29.
Juni 2012 berichte
ten die Ärzte des
HerzKreislaufZentrums
des
D._
über eine eingetretene Ver
besserung und stellten dem Beschwerdeführer
weiterhin
eine gute Prognose (E. 3.3 vorstehend).
Dass die
A._
-Gutachter ab Oktober 2012 - entsprechend dem Gutachten von
Dr.
Z._
(E. 3.4 vorstehend) - wieder von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer leichten Verweistätigkeit ausgingen (Urk. 10/93/29), ist vor diesem Hintergrund nachvollziehbar.
Diese Verbesserung ist nach dreimonatigem Andauern
und damit ab Februar 2013
zu berücksichtigen (Art. 88a
Abs.
1 IVV).
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Die IV-Stelle bezifferte das
Valideneinkommen
für das Jahr 2012 mit Fr. 42‘915.-- (Urk. 2
,
Urk.
10/104
). Sie stütze sich dabei auf die Angaben des letzten Arbeitgebers, der
Y._
AG
, wonach der Beschwerdefüh
rer Fr. 19.65 pro Stunde zuzüglich Ferien- und Feiertagsentschädigung ver
diente
(Arbeitgeberbericht vom 1
5.
Juli 2011, Urk. 10/14
/3
).
Aufgerechnet auf eine 42-Stunden-Woche und auf 52 Wochen pro Jahr ergibt sich für das Jahr 2011 ein
Valideneinkommen
von Fr. 42‘915.6
0.
Angepasst an die Nominallohnentwicklung (
Bundesamt fü
r Sta
tistik [BFS],
Schweize
rischer Lohnindex nach Branche [2010 = 100; im Internet abrufbar]
,
Nominallohn
index Männer [T1.1.10],
Gastgewerbe und Beherber
g
ung
; 20
11
:
100
; 20
1
3
:
102.6
)
resultiert für das Jahr 201
3
ein
Valideneinkommen
von Fr.
4
4
‘
0
31.--.
5.3
Das Invalideneinkommen ermittelte sie gestützt auf die statistischen Werte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) für einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) und bezifferte es
für das dem Beschwer
de
führer ab Oktober 2012 zumut
bare Pensum von 50
%
mit Fr. 31‘
125
.--
im Jahr 201
2.
Nach Abzug eines nicht zu beanstanden
d
en Leidensabzugs
von 10 % resultierte ein Invalideneinkommen von Fr. 28‘022.--
(
Urk.
2, Urk. 10/104). Bereits mit diesem Invalideneinkommen ergibt sich kein ren
tenbegründender Invaliditätsgrad, weshalb auf eine Anpassung an die Nomi
nallohnentwicklung vom Jahr 2012 aufs Jahr 2013 sowie auf die Prüfung, ob die LSE 2012 anstelle der LSE 2010 anzuwenden gewesen wären, verzichtet werden kann: Die Einkommensdifferenz beträgt Fr. 16‘009.-- und der Invali
ditätsgrad 36
%
.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweige
rung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermes
sensweise auf
Fr. 9
00.
--
anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge der ihm gewährten un
entgeltlichen Prozessführung (vgl.
Urk.
11) jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen; dies unter Hinweis auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozial
versi
cherungsgericht (
GSVGer
).
Rechtsanwalt
Dr.
Pierre Heusser, Zürich, hat nicht darum ersucht, als unentgeltlicher Rechtsvertreter des Beschwerde
führers bestellt zu werden.