Decision ID: b227f9a0-3591-5402-a8c3-d569ce5409e3
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957,
war
seit Februar 1995 als Maler
bei der
Z._
GmbH,
erwerbstätig
;
zuletzt
in einem 50
%
Pen
sum (Urk. 7/3 Ziff. 5.4). Am 15. Juni 2014 meldete er sich unter Hinweis auf eine post
traumatische Belastungsstörung (
PTBS;
Urk. 7/3 Ziff. 6) bei der Invali
den
ver
sicherung zum Bezug von Versicherungsleistungen (
berufliche Inte
gration/Rente
; Urk. 7/3) an.
Die Invalidenversicherung übernahm als Früh
inter
ventions
massnahme die Kosten für ein Job Coaching im Umfang von 30
Stun
den (Urk. 7/20), welches zur Arbeitsplatzerhaltung bis 15.
März 2016
weiter
geführt wurde (Urk. 7/30
; Urk. 7/37
). Mit Mitteilung vom 14. April 2016 schloss die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, die Ein
gliede
rungs
massnahme ab und stellte die Rentenprüfung in Aussicht (Urk. 7/50).
Nach durchgeführten medizinischen und beruflichen Abklärungen, dem
Beizug
der Akten der Unfallversicherung Suva (Urk. 7/56), der Auferlegung einer Scha
den
minderungspflicht
in Form einer
Alkohlabstinenz
für die Dauer von sechs Monaten (Urk. 7/58) und der Durchführung einer orthopädisch/rheuma
to
logischen Untersuchung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vom 14. Juli 2017 (Urk. 7/70), stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 18. Sep
tember 2017 (Urk. 7/76) die Verneinung eines Rentenanspruchs in Aussicht. Dage
gen erhob der Versicherte am 11. Oktober 2017 Einwand (Urk. 7/77)
.
M
it Verfügung vom 1. November 2017
verneinte die IV-Stelle einen
Anspruch auf
eine Invalidenrente
(Urk. 7/80 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 19. November 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1. November 2017 (Urk. 2) und beantragte sinngemäss deren Aufhebung und eine unabhängige medizinische Untersuchung
mit Prüfung des Invaliditäts
grades (Urk. 1 S. 1 f.).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 28. Dezember 2017 (Urk. 6)
die
Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 15. Januar 2018 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krankheitswert besteht, welches die ver
sicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG,
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.2.1 unter Hin
weis auf 127 V 294 E. 4b/cc und 139 V 547 E. 5.2).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psycho
somatische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tat
sächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grund
sätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE
141 V 281). Mit BGE 143 V 418 hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätz
lich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweis
verfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krank
heitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung ein
zelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets
mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Fest
stellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeits
unfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungs
hin
dernder
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensations
poten
zialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungs
vermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_260/2017 vom
1.
Dezember 2017 E. 4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktio
nellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
1.3
Alkoholismus und Medikamentenmissbrauch (wie auch Drogensucht) begründen nach ständiger Rechtsprechung keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Viel
mehr wird eine solche Sucht invalidenversicherungsrechtlich erst bedeutsam, wenn sie ihrerseits eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesund
heitsschaden eingetreten ist, oder
aber
wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, welchem Krankheitswert zukommt (vgl.
BGE 124 V 265
E. 3c; AHI 2002 S. 30, I 454/99 E. 2a). Dabei ist das
ganze
für die Alkoholsucht
massgebende
Ursachen- und Folgespektrum in eine Gesamt
würdigung einzubeziehen, was impliziert, dass einer allfälligen Wechsel
wirkung zwischen Suchtmittelabhängigkeit und psychischer Begleiterkrankung Rechnung zu tragen ist. Was die krank
heitsbedingten Ursachen der Alkohol
sucht betrifft, ist für die invaliden
versicherungsrechtliche Relevanz der Abhän
gigkeit erforderlich, dass dem Alkoholismus eine ausreichend schwere und ihrer Natur nach für die Entwicklung einer Suchtkrankheit geeignete Gesundheitsstö
rung zugrunde liegt, welche zumindest eine erhebliche Teilursache der Alkohol
sucht darstellt. Mit dem Erfordernis des Krankheitswerts einer allfälligen verur
sachenden psychischen Krankheit wird verlangt, dass diese die Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit einschränkt. Wenn der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen Alkoholsucht und krankheitswertigem psychischem Gesundheits
schaden besteht, sind für die Frage der noch zumutbaren Erwerbstätigkeit die psychischen und die suchtbedingten Beeinträchtigungen gesamthaft zu berück
sichtigen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_906/2013 vom 23. Mai 2014 E. 2.2 und 9C_701/2012 vom 10. April 2013 E. 2 mit Hinweisen sowie 9C_706/2012 vom 1. Juli 2013 E. 3.2 mit Hinweis auf I 169/06 vom 8. August 2006 E. 2.2).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre anspruchsverneinende Verfügung (Urk. 2) damit, die
bisherige Tätigkeit als Maler sei
dem Beschwerdeführer
seit 8. September 2016 nur noch zu 50
% zumutbar
; dies
, um eine weitere Progre
dienz der Kniearthrose zu vermeiden. Angepasste körperlich leichte Tätigkeiten, die nicht kniegelenksbelastend seien, mehrheitlich sitzend, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg und ohne häufige Arbeiten auf Leitern und Gerüsten seien hingegen uneingeschränkt zumutbar
(S. 1). Für die Beur
teilung des psychiatrischen Sachverhaltes seien die Akten der Suva herange
zogen worden. Gemäss deren Angaben leide der Beschwerdeführer nicht an einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung und an keiner schweren depressiven Symptomatik. Die Prüfung lasse auf keine invalidisierend schwere psychische Störung, welche therapeutisch nicht
angehbar
sei, schliessen
(S. 2).
Gestützt auf die Angaben aus dem IK-Auszug
für das
Valideneinkommen
und
unter Heranziehung der
Tabellenlöhne
für das Invalideneinkommen resultiere beim Einkommensvergleich ein
rentenausschliessende
r
Invaliditätsgrad von 10 % (S. 2 oben).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (Urk. 1) geltend, er leide an
einer
PTBS
. Die auferlegte Alkoholabstinenz habe seinen Zustand nicht verbessert. In Kombination mit seinen somatischen Beschwerden (Knie) sei auch eine angepasste Tätigkeit nicht mehr zu verrichten. Schliesslich sei der Ein
kommensvergleich nicht korrekt. Die Malerfirma sei aufgelöst worden und die Erwerbseinbusse hätte aufgrund seiner gesundheitlichen Defizite (lang
sameres Arbeiten aufgrund körperlicher Gebrechen, Nervosität und Unsicherheit im Umgang mit Kunden und anderen Handwerkern) deutlich grösser ausfallen müssen (S. 1 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung und in diesem Zusammenhang, ob die Beschwerde
gegnerin den Sachverhalt in genügender Weise abgeklärt hat.
3.
3.1
Am 6. Dezember 2013 untersuchte Suva-Arzt
Dr.
med.
A._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, den Beschwerdeführer. In seinem Bericht vom 21. Februar 2014 (Urk. 7/7/65-77) nannte er als Diagnose
eine
leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) sowie Restsymptome einer posttrau
matischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1).
Am 26. Dezember 2004 habe ein Tsunami den Beschwerdeführer in
B._
, Thailand, am Strand erfasst. Aufgrund dieses Erlebnisses habe er sich nach der Rückkehr aus Thailand umgehend in Behandlung begeben (S. 9).
Die psychothe
rapeutische Behandlung der akuten posttraumatischen Situation habe gemäss behandelndem Psychotherapeuten
lic
. phil.
C._
im Februar 2006 erfolgreich abgeschlossen werden können. Am 4. Oktober 2013 sei jedoch ein Rückfall erfolgt. Zuvor – im Frühjahr 2013
-
habe er wegen Durchschlaf
problemen ange
fangen, bis zu einer halben Flasche Wein zu trinken, damit er besser einschlafen könne (S. 9 Mitte). Auslöser sei ein Film über die Tsunami-Katastrophe im Fern
sehen gewesen, was ihn stark aufgewühlt habe. Zudem sei im Frühjahr 2013 ein guter Fussballkollege verstorben. Als er dann im August 2013 ein
en
weitere
n
amerikanischen Tsunami-Film gesehen habe, seien seine Schlafstörungen noch schlimmer geworden (S. 10 oben).
Ab September 2013 habe sich der Schlaf unter der schlafanstossenden Medikation mit
Trittico
und
Seroquel
gebessert,
weswegen er keinen Wein mehr zum Einschlafen getrunken habe. Die Labor
daten seien nicht vollständig genug, um einen schädlichen Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1) zu diagnostizieren, hingegen würden die Werte auf ein problematisches Konsumverhalten hinweisen, welches der Beschwerdeführer bagatellisiere (S.
11).
Dr.
A._
schlussfolgerte, dass neun Jahre nach dem Unfallereignis noch leichte depressive Symptome bestünden. Die Ursachen der Depression liessen sich nicht exakt einordnen. Der Tsunami sei überwiegend wahrscheinlich nur eine der Ursachen für die depressive Episode. Aufgrund der vorliegenden Infor
mationen sei er jedoch eine Teilursache.
Aufgrund der bereits deutlich in Rück
bildung begriffenen Symptomatik anlässlich der Untersuchung Anfang Dezem
ber
2013
sei der Beschwerdeführer wahrscheinlich wieder voll arbeitsfähig (S. 12 am Schluss).
3.2
Vom 31. Mai bis 3. Juni 2014 befand sich der Beschwerdeführer in der Privat
klinik
D._
AG stationär in Behandlung.
Dem
Austrittsbericht vom 16. Juni 2014 (Urk. 7/23/7-9)
lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer aufgrund einer angeordneten fürsorgerischen Unterbringung in
die Klinik
auf
genommen
worden sei
und an
Anpassu
ngsstörungen (ICD-10 F43.2)
gelitten habe
(S. 1). Bei fehlenden Hinweisen auf Eigen- oder Fremdgefährdung
sei
er am 3. Juni 2014 entlassen
worden
(S. 3).
3.3
Der
den Beschwerdeführer
seit 19. März 2014 behandelnde
Dr. med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte in seinem Bericht vom 21. Juli 2014 (Urk. 7/12) als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit eine PTSD (= PTB
S
) bei Tsunami-Katastrophe 2004 (ICD-10 F43.1), eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) seit zirka 2013 sowie ein
en
schädliche
n
Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1) seit Jahren (Ziff. 1.1).
Der Beschwerdeführer sei in Thailand von der Tsunami-Welle überrascht worden und habe sich am Bein verletzt. Vier seiner Freunde seien in Thailand verstorben. Nach der Rückkehr habe er Symptome einer PTBS gezeigt und sei knapp ein Jahr in psychotherapeutischer Behandlung gestanden und während dieser Zeit arbeitsunfähig gewesen. Seit Frühling 2013 habe eine schleichende Verschlechterung eingesetzt mit Zunahme von Schlafstörungen, Albträumen und depressiver Symptomatik. Per Notfallpsychiater habe er am 31.
Mai 2014 stationär behandelt werden
müssen
, nachdem er gegenüber der Vermieterin im alkoholisierten Zustand Drohungen ausgesprochen habe. In Bezug auf den Alkoholkonsum zeige sich der Beschwerdeführer durchgängig wenig transpa
rent und dissimulierend. Als Folge habe sich sein Zustandsbild verschlechtert mit reduzierter Belastbarkeit, Überforderung
und
Anspannung
. Vom
31. Mai bis
21. Juli 2014
sei er
vollständig arbeitsunfähig gewesen (Ziff. 1.4). Aktuell beste
he eine 70%ige Arbeits
un
fähigkeit seit 22. Juli 2014 mit schrittweiser Erhöhung des Arbeitspensums als Maler (Ziff. 1.7) oder in einer behinderungsangepassten Tätigkeit (Ziff. 1.9).
3.4
Dem Zwischenbericht des Job Coachings der
F._
vom 15. Dezember 2014
(Urk. 7/26)
lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer in einem Pensum von 30 % arbeite (S. 1 am Schluss)
und das Zeugnis über die Arbeitsfähigkeit bei diesem Wert belassen worden sei (S. 2 Mitte).
Aus dem Standortbestimmungsprotokoll vom 10. März 2015 (Urk. 7/28) geht hervor, dass dem Beschwerdeführer ein Arbeitsfähigkeitszeugnis für 50 % aus
gestellt werden könne (S.1). Dies wurde mit Zwischenbericht vom 7. April 2015 bestätigt, wonach der Beschwerdeführer ab April 2015 zu 50 % arbeitsfähig sei (Urk. 7/31 S. 1).
Die nachfolgenden Berichte des Job Coachings
vom 1. Juli (Urk. 7/33) und 30. September 2015 (Urk. 7/40)
ergaben eine
weitergehende
50%ige Arbeitsfä
higkeit.
3.5
Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med.
G._
, Facharzt für All
ge
meine Innere Medizin, nannte in seinem Bericht vom 27. November 2015
(Urk. 7/42/9-12) als Diagnosen eine PTBS, eine mittelgradige depressive Störung, eine schwere Schlafstörung sowie einen schädlichen Gebrauch von Alkohol (Ziff. 1.1). Er führte aus, aktuell bestehe ein knapp kompensierter Zustand. Meistens sei der Beschwerdeführer in der Lage, seinen Job zu 50 % zu erledigen. Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit in diesem Ausmass (Ziff. 1.4 und 1.6
).
3.6
Die
Suva
veranlasste eine versicherungsmedizinische psychiatrische Untersu
chung, welche durch Dr. med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, am 29. Januar 2016 durchgeführt und über die am 2. Februar 2016 berichtet wurde (Urk. 7/56/267-290). Der Facharzt nannte als Diagnosen eine Alkohol-Abhängigkeit (ICD-10 F10.25) sowie ein
e
PTBS von leichtgradiger Ausprägung mit Albträumen und Schlafstörungen (ICD-10 F43.1; S. 23). Er hielt fest, gestützt auf die Untersuchung sei davon auszugehen, dass wahrscheinlich seit Jahrzehnten ein erheblicher Alkoholmissbrauch bestehe. Dieser
habe
sich vor dem Tsunami wahrscheinlich weitgehend auf einen täglichen Bierkonsum am Feierabend
beschränkt
. Die Verschlechterung des psychischen Zustandes ab Frühjahr 2013 sei zeitgleich mit einer erheblichen Zunahme des Alkoholkon
sums erfolgt. Die danach bestehenden Auffälligkeiten seien eher durch eine Alkoholabhängigkeit erklärbar als durch eine depressive Symptomatik oder eine PTBS. Im Vordergrund der Einschränkungen bei der Arbeit sei
en
die Auf
stehschwierigkeiten aus dem Bett gewesen. Bei Präsenz habe der Beschwerde
führer hingegen gute Arbeitsleistungen erbracht. Die Tatsache, dass er sich bei Nichterscheinen am Arbeitsplatz oft nicht abgemeldet habe, sei eher mit einer Alkoholproblematik vereinbar als mit einer im Vordergrund stehenden Depression (S. 22). Sowohl aufgrund der Akten als auch in Anbetracht der selbst erhobenen Befunde
,
bestehe keine typisch depressive Symptomatik. Der Beschwerdeführer räume selbst ein, an manchen Tagen psychisch praktisch nicht beeinträchtigt zu sein. Seine Stimmung sei eher labil und reizbar als in einer anhaltenden Weise bedrückt. Zu bestätigen sei, dass weiterhin gewisse Restsymptome einer PTBS bestünden. Allerdings seien di
ese insgesamt leicht ausgeprägt
in Form von Albträumen und damit zusammenhängenden Schlaf
störungen. Diese hätten sich zeitweilig unter einer angemessenen Medikation deutlich gebessert (S. 22 f.).
Zusammenfassend sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszuge
hen, dass die vorliegenden Beeinträchtigungen in sehr weitgehender Weise nicht auf der leichtgradigen PTBS oder auf einer depressiven Symptomatik beruh
t
en, sondern auf einer Alkoholabhängigkeit (S. 23). Im Fall einer Alkohol
abstinenz würde eine volle berufliche Leistungsfähigkeit in der angestammten und in anderen, angepassten Tätigkeiten bestehen (S. 25).
3.7
Im
Zwischenbericht Job Coaching vom 14. Januar 2016 (Urk. 7/45) wurde bei bestehender Arbeitsfähigkeit von 50 % (S. 2 oben) von einer Verschlechterung seit Dezember 2015 berichtet und dass der Beschwerdeführer sein Malergeschäft aufgelöst habe (S. 3).
Die
Berufs-
Experten kamen
sodann
im Abschlussbericht vom 23. März 2016 (Urk. 7/49) zum Ergebnis, dass bei vorliegender Arbeitsfähigkeit von 20 % die gesundheitlichen Einschränkungen für die Sicherung der Existenz als zu stark erscheinen
würden (S. 3 am Schluss).
3.8
Dr.
E._
berichtete der Beschwerdegegnerin am
10. Mai 2016 (Urk. 7/52).
Er
na
nnte die gleichen Diagnosen wie schon in seinem früheren Bericht (vgl.
vorstehend E. 3.3)
und ging von einem unveränderten Befund aus (Ziff. 1.3). Zwar habe sich die depressive Symptomatik insgesamt verbessern können, die Schlafproblematik sei aber schwankend und das Alkoholproblem des Beschwerdeführers könne aufgrund fehlender Krankeneinsicht weiterhin nur schwer angegangen werden. Die berufliche Veränderung mit dem Entscheid des Geschäftspartners, sich zu trennen, habe zu einer hohen Belastung geführt. Ent
s
prechend habe die Arbeitsfähigkeit bei Überforderungserleben, Stimmungs
schwankungen
und
Instabilität im Januar 2016 auf 20 % reduziert werden müssen (Ziff. 3.1). Aktuell bestehe
in der angestammten Tätigkeit als Maler
eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (Ziff.2.1).
3.9
Dr.
G._
(vgl. vorstehend E. 3.5)
berichtete am 30. Dezember 2016 (Urk. 7/6
1
) von einem stationären Gesundheitszustand. Der Beschwerdeführer
leide nebst
an
den bekannten Diagnosen zusätzlich an einer schmerzhaften Gonarthrose links mit Problemen beim Treppensteigen. Ausserdem bestehe eine glaubhafte Alkohol-Abstinenz (Ziff. 1.2 und Ziff. 1.3). Es bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (Ziff. 3.3).
Mit Bericht vom 3. Februar 2017 (Urk. 7/64) ergänzte er, dass der Beschwerde
führer die geforderte 6-monatige totale Alkoholabstinenz problem
los hinter sich gebracht habe, was durch Anamnese (inkl. Fremdanamnese) und Laborbefund bestätigt sei. Der Zustand, insbesondere die Schlafprobleme, hätten sich wie erwartet nicht verb
essert. Die Arbeitsfähigkeit liege
weiterhin bei 50 % (S. 1).
3.10
Am 14. Juli 2017 erfolgte eine orthopädisch/rheumatologische Untersuchung des Beschwerdeführers durch RAD-Arzt Dr.
med.
I._
, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
. Mit Bericht vom 14. Juli 2017 (Urk. 7/70)
nannte
dieser folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 5 Ziff. 8):
-
s
chmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung linkes Kniege
lenk mit/bei
-
c
hronisch aktivierter fortgeschrittene
r
Gonarthrose li
n
ks
-
a
namnestisch Status nach Aussenmeniskus – OP links zirka 1988
Gestützt auf die vorliegende medizinische Berichterstattung und
die
körperliche Untersuchung vom 14. Juli 2017 sei ein somatischer Gesundheitsschaden aus
gewiesen, der die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
mindestens seit Sep
tember 2016 dauerhaft beeinträchtige.
In der angestammten Tätigkeit bestehe eine zirka 50%ige Restarbeitsfähigkeit seit September 201
6.
A
ngepasste Tätigkeit
en
(körperlich leicht, mehrheitlich sitzend, wechselbelastend, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne häufige Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppen
steigen, ohne häufige kniegelenksbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten im Bücken, Hocken und Knien, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände) seien weiterhin medizintheoretisch
zu 100 % möglich (S. 6 Ziff. 10).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte eine
n
invalidisierenden Gesundheitsschaden
unter Hinweis darauf, dass
gestützt auf den Abklärungsbericht der
Unfall
versicherung
(vgl. vorstehend E.
3.6
)
keine invalidisierende schwere psychische Störung, welche therapeutisch nicht
angehbar
sei, vorliege
. Einer internen
Stellung
nahme der zuständigen Fachkraft der IV-Stelle vom 1
2.
September 2017 (
Urk.
7/73/10) ist zu entnehmen, dass mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit eine Alkoholabhängigkeit im Vordergrund stehe. Seit dem
2.
August 2016 sei der Versicherte alkoholabstinent. G
estützt auf die E
inschätzung des RAD-Arztes Dr.
I._
(vgl. vorstehend E.
3.10
)
bestünden ferner
in soma
tischer Hinsicht -
abgesehen von
der attestierten
50%igen Restarbeits
fähigkeit als Maler - nur qualitative Einschränkungen (Urk.
2 S. 2).
4.2
Entgegen der Auffassung der IV-Stelle kann gestützt auf die vorliegenden Akten der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht abschliessend beurteilt werden. Dabei kam die IV-Stelle – wie bereits erwähnt - zum Schluss, dass ein psychischer Gesundheitsschaden nicht anerkannt werden könne, da mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Alkoholabhängigkeit im Vordergrund stehe (Urk. 7/73/10) und (von der Suva) keine schwere psychische Störung festgestellt worden sei (Urk. 2). Sie stützte sich bei dieser Schluss
folgerung auf die Ausführungen des Suva-
Konsiliarpsychiaters
Dr.
H._
auf
grund der psychiatrischen Untersuchung vom 29. Januar 2016 (vorstehend 3.6).
Dr.
H._
hatte unter anderem die Auffälligkeiten mit tageweisen, starken Schwankungen von Antrieb und Stimmung mit einem impulsiven, teilweise reizbaren, teilweise unzuverlässigen sowie während der Untersuchung eigen
sinnigen Verhalten als besser vereinbar mit einem schwankenden Alkohol
missbrauch als mit einem typischen, depressiven Zustandsbild und einer im Vor
dergrund stehenden PTBS erklärt (Urk. 7/56/287 untere Hälfte). Auch die Schlafstörungen brachte er in Zusammenhang mit dem Alkoholmissbrauch und führte diesbezüglich aus, «wahrscheinlich hat die bestehende Alkohol
ab
hängig
keit einen ungünstigen Einfluss auf den Schlaf und den Antrieb am Morgen. In der Regel erleichtert Alkohol das Einschlafen; zugleich führt er aber zu einer Ver
schlechterung der Schlafqualität und damit des Erholungs-Effekts» (Urk. 7/56/288 oben). Die vorliegenden Beeinträchtigungen beruhten zusammen
fassend mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in sehr weitgehender Weise auf einer Alkoholabh
ängigkeit (Urk. 7/56/288 M
itte, Urk. 7/56/290). Es sei überwiegend wahrscheinlich, dass im Fall einer Alkoholabstinenz eine volle berufliche Leistungsfähigkeit in der angestammten und angepassten Tätigkeit bestehen würde (Urk. 7/56/290). In Bezug auf mögliche Behandlungs
mass
nahmen führte Dr.
H._
schliesslich aus, erst unter einer mehr
monatigen, kompletten Alkoholabstinenz wäre beurteilbar, inwieweit unabhängig von der Alkoholabhängigkeit gewisse Symptome und Beeinträchti
gungen persistieren würden (Urk. 7/56/289 oberes Drittel).
In der Folge auferlegte die IV-Stelle dem Beschwerdeführer am 11. Juli 2016 eine sechs monatige Alkoholabstinenz, da allfällige Einschränkungen auf eine Alkoholabhängigkeit zu
rück zu führen und daher nicht IV
-relevant seien (Urk. 7/58). Die IV-Stelle holte daraufhin den Bericht des Hausarztes Dr.
G._
vom 30. Dezember 2016 ein, welcher die Alkoholabstinenz bescheinigte und weiterhin eine PTBS mit schweren Schlafstörungen und einer Depression diagnostizierte (Urk. 7/61). Diese Einschätzung bestätigte er mit Bericht vom 3. Februar 2017, mit welchem ein nicht verbesserter Zustand und eine 50%ige Arbeitsfähigkeit genannt wurden (Urk. 7/64). Aus dem ebenfalls eingeholten Bericht des ehemals behandelnden Psychiaters Dr.
E._
geht sodann hervor, der Beschwerdeführer habe sich seit Mai 2016 nicht mehr gemeldet (Urk. 7/62), wobei dieser in jenem Zeitpunkt – im Gegensatz zu Dr.
H._
- noch eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte (vgl. Urk. 7/52).
4.3
4.3.1
Bei dieser Aktenlage hätte sich die IV-Stelle nicht darauf beschränken dürfen, festzustellen, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Alkoholab
hängigkeit im Vordergrund stehe (Urk. 7/73/10) und keine schweren psychischen Störungen vorlägen (Urk. 2), zumal sie auf die ebenda erwähnte Alkohol
abstinenz seit dem 2. August 2016 (mit den hausärztlich attestierten Beschwerden und der Arbeitsunfähigkeit) ebenso wenig weiter einging, wie auf die Ausführung von Dr.
H._
, wonach
erst unter einer mehrmonatigen, kompletten Alkoholabstinenz beurteilbar
wäre
, inwieweit unabhängig von der Alkoholabhängigkeit gewisse Symptome und Beeinträchtigungen persistieren würden (Urk. 7/56/289 oberes Drittel
).
Aufgrund der Ausführungen des Hausarztes (Urk. 7/61, Urk. 7/64), welche in Bezug auf die Schlafstörungen durch den Bericht von Dr.
I._
bestätigt wurden (Urk. 7/70/1), hätte die IV-Stelle demnach weitere Abklärungen zur Feststellung des psychischen Gesundheitszustands des Beschwerdeführers unter Berücksichtigung der Alkoholabstinenz tätigen müssen. Erst dadurch hätte erstellt werden können, ob und welche der von Dr.
H._
festgestellten Auf
fälligkeiten und Beeinträchtigungen auf den Alkoholmissbrauch und welche auf die im Raum stehenden (PTBS, Depression) oder sonstige psychische Störungen zurückzuführen sind.
4.3.2
Zwar fand keine psychiatrische Betreuung mehr durch Dr.
E._
statt, dies führt jedoch nicht ohne weitere Abklärungen zum Schluss, dass keine relevante psychische Beeinträchtigung vorliegt. Allfällige (fehlende) Therapiebemühungen sind vielmehr im Rahmen der Standardindikatoren zu berücksichtigen.
4.3.3
Im Weiteren kann ebenso wenig auf den Bericht von Dr.
G._
vom 30. De
zember 2016 hinsichtlich Diagnosen und Arbeitsfähigkeitseinschätzung abge
stellt werden, da Dr.
G._
kein Facharzt für Psychiatrie ist und ausser
dem aus dem Bericht nicht hervorgeht, in welchem Umfang der Beschwerde
führer in einer leidensangepassten Tätigkeit arbeitsfähig ist, da Dr.
G._
auch betreffend angepasste Tätigkeit die Tätigkeit als Maler zu 50 % nannte (Urk. 7/61).
4.3.4
Schliesslich kann die von Dr.
H._
diagnostizierte PTBS nicht anhand der Standardindikatoren beurteilt werden, da dessen Untersuchungsbericht vom 2. Februar 2016 (
vgl.
vorstehen
d E.
3.6) hierzu keine genügende Grundlage bildet.
4.3.5
Abschliessend ist in Bezug auf allfällige psychosoziale Umstände festzuhalten, dass nicht näher bezeichnete psychosoziale Umstände zwar von Dr.
H._
erwähnt wurden (vgl. Urk. 7/56/288 unten). Vermutungsweise handelt es sich um den Verlust des beruflichen Umfeldes aufgrund der Trennung vom lang
jährigen Geschäftspartner per
Ende 2015 (vgl. Urk. 7/56/288 M
itte). Die attestierte Alkohol-Abhängigkeit und die PTBS sowie eine allfällige depressive Störung wurden jedoch zeitlich bereits vor der beruflichen Auseinandersetzung diagnostiziert, womit sich die Störungen nicht in jenem psychosozialen Belastungsfaktor erschöpfen können.
4.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
4.5
Insgesamt hat somit eine Rückweisung der Sache zu weiteren Abklärungen hinsichtlich des psychischen Gesundheitszustands des Beschwerdeführers und hernach neuer Beurteilung des Rentenanspruchs zu erfolgen.
Bei diesem Resultat ist der somatische Gesundheitszustand nicht weiter zu prüfen.
Darüber hinaus ist
nach den durchgeführten Abklärungen
durch die
Beschwer
degegnerin
im Rahmen der Invaliditätsbemessung
die Frage der Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit
beziehungsweise einer optimalen Eigliederung
zu klären.
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich als invaliditätsfremder Faktor, in
der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar
ist
. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (Urteil
des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Der Beschwerdeführer war zum Zeitpunkt der RAD-Untersuchung vom
Juli 2017 60 Jahre alt respektive
wird
im Zeitpunkt der zu veranlassenden psychia
trischen Begutachtung (vgl. vorstehend E. 4.4)
r
und
61
-
jährig
sein
. Massgeblich für den Zeitpunkt, in welchem die Frage der Verwertbarkeit der (Rest
)Arbeits
fähigkeit
bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit. Diese gilt als aus
gewiesen, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 457 E. 3.3). Die Beschwerdegeg
nerin hat nach der
durchzuführenden
Begutachtung (vgl.
vorstehend E. 4.4) somit zu prüfen, wie es sich mit der Frage der Verwert
barkeit der Restarbeitsfä
higkeit des Beschwerdeführers verhält.
4.6
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 1. November 2017 (Urk. 2) folglich aufzuheben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu erneutem Entscheid über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers
sowie
zur Prüfung der Verwertbarkeit der Restarbeits
fähigkeit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und
auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Liegt keine
anwaltschaftliche
Vertretung vor, besteht der Anspruch auf eine Partei
entschädigung nur, wenn die Vertretung für das in Frage stehende Rechtsgebiet besonders qualifiziert ist und wenn nicht anzunehmen ist, dass sie kostenlos erfolgt (BGE 108 V 270 E. 2; ZAK 1991 S. 421 E. 2).
Der Beschwerdeführer ist
nicht
durch
einen
Anwalt
vertreten (Urk. 1),
und
nach Lage der Akten
gilt der Vertreter
betreffend das Invalidenversicherungsrecht n
icht als besonders qualifiziert
. Damit kann
offen bleiben
, ob die Vertretung kostenlos war. Die obgenannten Voraussetzungen sind nicht erfüllt, weshalb
keine
Prozessentschädigung a
uszurichten ist, zumal eine solche
zudem
auch nicht geltend gemacht wurde.