Decision ID: c275fb90-b191-4c5a-922a-7160b26f9c33
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1980, ist
seit Januar 2004 als Hauswart bei der
Y._
GmbH in
Z._
angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die
Folgen von Unfällen versichert. Am
1
2.
Februar 2013
rutschte der Versicherte auf einer Eisfläche aus
,
versuchte
seinen Angaben zufolge
sich seitlich zu stützen,
fiel zu Boden
und
verletzte
sich am linken Knie (Bagatellunfall-Mel
dung UVG vom 2
8.
August 2013,
Urk.
11/2).
Am 3
0.
Juli 2013 begab
er sich
in Behandlung bei
Dr.
med.
A._
, FMH
Allgemeine Innere Medizin,
welche die Durchführung eines MRI des
linken Kniegelenks veranlasste
und den Versicherten
an
Dr.
med.
B._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates,
überwies
(vgl. Arztzeugnis UVG vom 1
2.
September 2013,
Urk.
11/21)
.
Dr.
B._
diagnostizierte im
Sprechstunden
b
erich
t
vom 26.
August 2013 eine rezidivierende Knieblockade und therapie
resistente Kniebeschwerden links bei posttraumatischer
Osteochondrosis
dissecans
mit grossem ventralem Gelenkkörper und grösserem
Mausbett
(Hälfte me
dialer
Femur
kondylus
), zusätzlich mediale Men
iskusruptur (
Urk.
11/12). Am 3.
September 2013 führte
Dr.
B._
einen operativen Eingriff am linken Knie des Versicherten durch (Kniearthroskopie links
[1.]
,
arthroskopisch
kontrollierte
Teilmeniskektomie
medial
[2.]
,
arthroskopisch
durchgeführte Entfernung des
gestielten
Gelenkkörpers durch mediales Portal
[3.]
,
arthroskopisch
geführte Gelenktoilette mit
Teilsynovektomie
, Knorpelbehandlung mediales Komparti
ment,
Lavage
[4.]
;
vgl. Operationsbericht vom
3.
September 2013,
Urk.
11/27). Am
5.
November 2013 erstattete Kreisarzt
Dr.
med.
C._
, FMH Chi
rurgie, eine ärztliche Beu
rteilung (
Urk.
11/45).
Nach formloser
Leistungsein
stellung
per
2.
April 2013 (Schreiben der SUVA vom
6.
November 2013,
Urk.
11/46)
reichte
der
Versicherte
das Schreiben
von
Dr.
B._
vom
6.
März 2014 ein (
Urk.
11/53). Am 1
6.
Ma
i 2014 nahm
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates,
Abteilung für Versicherungsmedizin der SUVA
,
eine orth
opädische Beurteilung vor (Urk.
11/57). Mit Verfügung vom
8.
September 2014 teilte die SUVA dem Versicherten mit, dass sie den Fal
l per
2.
April 2013 abschliesse
und den Anspruch auf weitere Versicherungsleistung
en ablehne
.
Die bisherigen Versi
cherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) würden auf diesen Zeitpunk
t eingestellt. Somit könne
sie für die Operation vo
m
3.
September 2013 nicht auf
kommen
(
Urk.
11/64). Dagegen erhob der Versicherte am
3.
Oktober 2014 Ein
sprache (
Urk.
11/67). Am 2
2.
Mai 2
015 nahm
Dr.
D._
eine ergänzende
ortho
pädische Beurteilung vor (
Urk.
11/78).
Schliesslich wies die SUVA die Einspra
che des Versicherten m
it Entscheid vom 2
7.
Mai 2015 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
9.
Juni 2015 Beschwerde und beantragte, es seien die Verfügung vom
8.
September 2014 und der
Einspracheentscheid
vom 2
7.
Mai 2015 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm
auch nach dem
2.
April 2013
die gesetzlichen Leistungen nach dem Bun
desgesetz über die Unfallversicherung (UVG) – insbesondere Taggelder und Heilungskosten –
zu erbringen; eventualiter sei ein
neutrales
orthopädisches Gutachten zu erstel
len (
Urk.
1
).
Daraufhin
legte der Beschwerdeführer
die Stellungnahme von
Dr.
B._
vom 2
2.
Juni 2015
(
Urk.
6/1)
ins Recht und stellte den Verfahrensantrag,
die Kosten für deren
Verfassen in der Höhe von
Fr.
150.
--
(vgl. Honorar-Rechnung vom 22.
Juni 2015,
Urk.
6/3)
seien der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (
Eingabe
vom 1
9.
Juni 2015,
Urk.
5)
.
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
August 2015 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9) und
reichte die
chirurgische Beurteilung von med.
pract
.
E._
, Facharzt für Chirurgie,
Abteilung für Versicherungsmedizin
,
vom
7.
August 2015
(
Urk.
10)
ein
. Mit Replik vom 16.
Oktober 2015 (
Urk.
16) und Duplik vom 1
9.
November 2015 (
Urk.
20) hiel
ten die Parteien je an ihren Anträgen fest.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 1
2.
Februar 2013
über den
2.
April 2013
hinaus
Anspruch auf Versicherungsleistungen hat.
1.2
Gemäss
Art. 6 Abs. 1 UVG sind Versicherungsleistungen, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten zu gewähren.
1.
3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in
der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die einge
tretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für
die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1
.
4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungs
kosten
nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.
5
Gemäss
Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die
zweck
mässige
Behandlung der Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG), so steht ihr nach Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu.
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Kreisarzt
Dr.
C._
führte
in der ärztlichen Beurteilung vom
5.
November 2013 aus, dass
erst
am 2
8.
August 2013, also über ein halbes Jahr nach d
em ange
schuldigten Ereignis,
eine Bagatellunfall-Meldung erstattet worden
sei
.
Der
Unfall
vom 1
2.
Februar 2013
sei keinesfalls geeignet, eine Meni
s
kusläsion dor
sal, das heisse am
Hinterhorn
, hervorzurufen. Die
Osteochondrosis
dissecans
sei ebenfalls mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht unfallbedingt, sondern Folge einer Knorpelerkrankung. Zusammenfassend sei die Beschwerdegegnerin hier nur für sechs Wochen nach dem angeschuldigten Ereignis leistungspflichtig. Danach sei d
er Status quo
sine
erreicht gewesen
(
Urk.
11/45/2-3).
2.2
Dr.
B._
erklärte i
m Schreiben vom
6.
März 2014 zuhanden der Rechts
schutz
versicherung des Beschwerdeführers, dass er mit der Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
C._
nicht einverstanden sei. Der Beschwerdeführer habe ein eindeutiges Unfallereignis
auf d
er
Eisplatte mit Sturz, Distorsion, Verdre
hung und Direkttrauma
möglich
angegeben
.
Der genaue Ablauf sei nicht zu eruieren. Es hätten
zwei Probleme bestanden: E
in Hintergrundproblem sei die
Osteo
chondrosis
dissecans
, die schon Jahre lang vorbestanden habe und kom
pensiert sei. Zusätzlich sei eine Meniskusruptur entstanden, die aus seiner Sicht aufgrund des vom Beschwerdeführer angegebenen Unfallereignisses
eindeutig posttraumatisch
sei. Die Befunde sei
en alle dokumentiert im MRI,
im
Opera
tionsbericht
und auch
mittels Videoprints. Zusammengefasst sei die
Beschwer
degeg
nerin
aus seiner Sicht für die
unfallbedingte
Operation
übernahmepflich
tig
(
Urk.
11/53/2).
2.3
Dr.
D._
führte
in der orthopädischen
Beurteilung vom 1
6.
Mai 2014 aus
, der
vom
Beschwerdeführer beschriebene Hergang bezüglich de
s inkriminierten Ereignisses
sei
nicht geeignet, eine traumatische Veränderung des
Kapsel
bandapparates
und des Innenmeniskus hervorzurufen. Die ärztlichen Doku
mentationen der klinischen, kernspintomografischen und intraoperativ erhobe
nen Befunde würden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegen einen kausalen Zusammenhang
zwischen dem
inkriminierten Ereignis vom 12.
Februar 2013 und
den festgestellten krankhaften Befunden einer
Innen
me
nis
kushinter
hornläsion
und der
Osteochondrosis
dissecans
der inneren
Ober
schenkelglei
t
rolle
des linken Kniegelenks sprechen. An der ärztlichen Beur
teilung von Kreis
arzt
Dr.
C._
vom
5.
November 2013 könne festgehalten werden (
Urk.
11/57/10-11).
2.4
Dr.
B._
erklärte im an den
Rechtsvertreter des Beschwerdeführer
s
gerichte
ten Schreiben vom 1
9.
September 2014, dass
es
bei Meni
s
kus
verletzungen
übli
cherweise
etwa ein bis vier Monate dauere, bis der Patient zu eine
m Arzt gehe, und dann auch
mit einer gewissen Verzögerung ein MRI erstellt werde. Beim Beschwerdeführer
bestehe
ein klassischer Verlauf bezüglich
des
Unfall
s
, Beschwerdebild
e
s
,
der
Diagnoseerhebung und schliesslich
der
Operation am
3.
September 201
3.
Es habe ein Hintergrundproblem mit einer
Osteochondrosis
dissecans
gegeben, die aber
bei diesem Geschehen
nicht aktiv gewesen sei. Die Beschwerden seien praktisch ausschliesslich durch die Meniskusruptur
bedingt gewesen
, aus seiner Sicht auch ausschliesslich und mit hoher Wahrscheinlich
keit bedingt durch das Unfallereigni
s mit Distorsion und Kontusion
(
Urk.
11/66
/1
).
2.5
Dr.
D._
ergänzte in der
orthopädischen Beurteilung vom 2
2.
Mai 2015, dass sich
nach
Einsich
tnahme
in die
neu
vorgelegte Videoprintdokumentation der
arthroskopischen
Operation vom
3.
September 2013 keine neuen Gesichts
punkte ergeben würden, die eine versiche
rungsmedizinische Neubewertung
notwendig mach
t
en (Urk.
11/78/5).
2.6
Dr.
B._
legte i
n der
an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers gerichte
ten
Stellungnahme vom 2
2.
Juni 2015
dar, dass ihm Kollege
Dr.
D._
bezüg
lich
Knieprobleme
n
und Kniearthroskopien
nicht bekannt sei
.
Es könnte zum Beispiel auch m
it
grosser Wahrscheinlichkeit
sein, dass der Beschwerdeführer
im Vorfeld eine
Osteochondrosis
dissecans
ohne fr
eien Gelenkkörper
gehabt
, sich diesen
Herd
aber
beim Unfall
aus
geschlagen
habe
im Sinne eines
osteo
chondralen
Flake
mit dann freiem Gelenk
körper. So habe es nämlich
mit
dem
Ersatzfaserknorpel über dem Defekt bei
Osteochondrosis
dissecans
auch ausge
sehen
. Schon dieser Befund könnte aufgrund eines
Unfall
s ausgelöst worden sein
.
Im Weiter
en könne bei einem Sturz auf
Eis bis zum Verlust des
Boden
kontaktes
sehr wohl eine a
usgeprägte Distorsion
erfolgen
mit dann auch
Direktkontakt des Knies auf dem Boden. Da der Unfall etwa
sechs bis
sieben Monate nach dem Ereignis
beurteilt und auch mit Bilddokumenten abgeklärt worden sei, sei logischerweise kein frischer
Riss mehr ersichtlich gewesen
, son
dern die
ganze
Risszone
sei
zerfetzt gewesen und habe
im MRI
allenfalls auch degener
ative Signalalterationen
gezeigt. Es passe also alles sehr schön zusam
men
zum
Unfall vor sechs bis sieben Monaten
mit erheblicher Gewalt, der
mit
hoher Wahr
scheinlichkeit
im
Zusammenhang mit dieser Meniskusverletzung mit radiärer Spaltung und horizontaler Komponente
stehe
(
Urk.
11/87/2-3).
Weiter führte
Dr.
B._
aus, dass der
Beschwerdeführer
vor diesem
Unfall
ereig
nis
offenbar
beschwerdefrei gewesen
und
nach
der
Behandlung und Ope
ration auch wieder praktisch beschwerdefrei gewor
den
sei
. Dies spreche in einer
„
post
hoc,
ergo
propter
hoc
“
-Argumentation doch deutlich dafür, dass ein relevante
s,
für die Beschwerden ursächliches Unf
allereignis
stattgefunden habe. Den
Begriff degenerative Läsion
benütze man
in der Schweiz eigentlich
schon lange nicht mehr
. Es würden keine histologischen Untersuchungen mehr ver
anlasst und als Argumentation herangezogen, um hohe Kosten zu vermeiden. Ein Radiologe habe in der Regel noch nie ein Kniegelenk operiert oder bei einer
Arthroskopie von innen gesehen. Er sei lediglich für die Beschreibung der Bild
dokumente
zuständig. Oft werde leider d
er Begriff degenerativ verwendet, ohne dass irgendeine Degeneration vorgelegen habe, die nicht
altersentsprechend gewesen wäre.
Es sei klar, dass ein Innenmeniskus im dorsalen Bereich im Alter zwischen 30 und 60 immer kleine
Verfettungen
aufweise und eine degenerative Komponente zeige. Auch bei einem massiven Unfall seien somit degenerative Zeichen vorhanden.
A
usschlaggebend für eine Beurteilung
der
Operationsbe
funde
durch einen Kniespezialisten
seien die Videoprints
. Diese müssten zusammen mit dem Operationsbericht kongruent sein. Jeder Operationsbefund könne
auf einem Foto
verschieden dargestellt werde
n
und zwar je nac
h
Zoom
und je nach Vergrösserung
der Läsionen. Eine faserige Rissbildung
sehe auf den Fotos daher
je nach Zoom völlig anders
aus. Sie könne
massiv aussehen oder
je nach
Belichtung schwierig erkenntlich sein wegen Überb
lendung durch die Knorpelstru
kturen. Die histologische Untersuchung mache bei
der
Beurteilung von degenerativen und traumatischen Meniskusläsionen
keinen Sinn
.
Als letztes Argument
führte
Dr.
B._
an
, der Beschwerdeführer
habe trotz
Osteo
chondrosis
dissecans
im Vorfeld keine chronische Problematik gehabt. Eine wesentliche Arthrose habe nicht vorgelegen. Er sei daher nach diesem Eingriff
wieder beschwerdefrei geworden
.
Zusammenfassend
sei erneut zu
betonen, dass der Beschwerdeführer ein mit hoher Wahrscheinlichkeit bedeutendes
Unfaller
eignis
mit hoher Relevanz fü
r sein mechanisches Problem am medialen Kom
partiment mit Meniskusruptur
erlitten habe. Er ersuche
die Beschwerdegegnerin nochmals, alle Umstände zu berücksichtigen, sein
Argumentarium
entgegenzu
nehmen und dem Beschwerdeführer wohlwollend wenigstens die
Heilungskos
ten
zu erstatten. Der Beschwerdeführer
sei absolut zuverlässig, sei immer kooperativ gewesen und habe immer die Wahrheit gesagt
(
Urk.
11/87/3
-4).
2.7
Med.
pract
.
E._
erklärte in der chirurgischen Beurteilung vom
7.
August 2015,
dass
die
Osteochondrosis
dissecans
zum Zeitpun
kt des MRI vom 5.
August 2013 zu einem deutlichen Knochenödem geführt habe und damit sicherlich nicht im Hintergrund gestanden habe. Die
Osteochondrosis
dissecans
sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Folge des inkriminierten Ereig
nisses, und das
Dissekat
sei durch den Unfall vom 1
2.
Februar 2013 auch nicht aus dem
Mausbett
gelöst worden. Die
Texturstörung des
Innenmeniskus-H
in
terhorns
könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das inkrimi
nierte Ereignis vom 1
2.
Februar 2013 zurückgeführt werden. Der freie
Gelenk
körper
habe gemäss der vorliegenden bildgebenden Diagnostik sowie des klini
schen Befundes im Bericht von
Dr.
A._
vom 1
2.
September 2013 rezidivierend zu Blockaden des Gelenks geführt. Entsprechend dazu beschreibe
Dr.
B._
in seinem Operationsbericht vom
3.
September 2013 auch Furchen im
Knorpel des medialen
Femurkondylus
. Der freie Gelenkkörper sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Folge des inkriminierten Ereignisses. Die versicherungsmedizinischen Beurteilungen vo
n Kreisarzt
Dr.
C._
und Dr.
D._
seien zu bestätigen (
Urk.
10 S. 13).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin
stützte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 2
7.
Mai 2015
(
Urk.
2), mit dem sie die Einstellung der Versicherungs
leistungen
hinsichtlich des
Unfallereignis
ses
vom 1
2.
Februar 2013 per
2.
April 2013 bestätigte
und damit insbesondere auch eine
Kostenübernahme für die Knieo
peration vom
3.
September 2013 verneinte, in
medizinischer Hinsicht
im Wesentlichen
auf die
Beurteilung
en
von Kreisarzt Dr.
C._
vom 5.
November 2013
(
Urk.
11/45
) und von
Dr.
D._
vom 1
6.
Mai 2014 (Urk.
11/57)
,
3.2
3.2.1
Kreisarzt
Dr.
C._
legte
in der ärztlichen Beurteilung vom
5.
November 2013
überzeugend dar
, dass der Beschwerdeführer nach seinen
eigenen
Angaben am 1
2.
Februar 2013 auf das linke Knie gestürzt sei. Die Beschwerden seien nach drei Wochen verschwunden. Im Juni 2013
(richtig: August 2013)
sei
en
bei einem MRI eine
Osteochondrosis
dissecans
sowie ein medialer Meniskus mit degenerativer Signalalteration festgestellt worden. Seit ein paar Wochen sei ein störendes Schnappen im linken Knie bemerkt worden. Erst am 2
8.
August 2013, also über ein halbes Jahr nach dem angeschuldigten Ereignis, sei eine
Baga
tellunfall-Meldung
erstattet worden.
Der
Beschwerdeführer sei direkt auf sein linkes Knie gestürzt. Dieser
Unfall
sei
keinesfalls geeignet, eine
Menikusläsion
dorsal, das heisse am
Hinterhorn
, hervorzurufen. Die
Osteochondrosis
dissecans
sei ebenfalls mit hoher Wahrsch
einlichkeit nicht unfallbedingt
sondern Folge einer Knorpelerkrankung.
Bei einem Unfall
, das heisse im Falle eines traumati
schen Aussprengens eines Knorpelanteils, hätte sich der Beschwerdeführer umgehend in ärztliche Behandlung begeben. Chirurgisch jedenfalls sei es nicht vors
tellbar, dass dieses Aussprengen
ohne massiven
Hämarthros
und die
dazu
gehörigen
Beschwerden
abgelaufen wäre. Gegen ein Distorsionstrauma spreche der
im MRI dokumentierte,
völlig unauffällige
Bandapparat
. Zusammenfassend sei die Beschwerdegegnerin hier nur für sechs Wochen nach dem angeschul
digten Ereignis leistungspflichtig. Danach sei der Status quo
sine
erreicht gewesen
(
Urk.
11/45/2-3).
3.2.2
Dr.
D._
ergänzte
in der orthopädischen
Beurteilung vom 1
6.
Mai 2014
, dass der Beschwerdeführer bezüglich des Unfallherganges
keine
Verdrehung, das
heisse
k
eine
Distorsion oder schlagartige, kräftige Überbeugung des linken Kniegelenks
angegeben habe
. Laut den Angaben des Beschwe
r
deführers sei es
auch
zu keiner Verd
r
ehung des Oberschenkels gegen den fixierten Unterschen
kel gekommen.
Dr.
B._
beschreibe in seinem Operationsbericht die voll
ständige Auffüllung des Knorpeldefektes mit Narbengewebe und interpretiere die vorli
egende Schädigung der knorpeligen
Gelenkfläche in mehreren Stellungnahmen als unfallunabhängige
,
vorbestehende Erkrankung (ärztliche Stellungnahmen vom 2
2.
Oktober 2013, 3
1.
Oktober 2013 und
6.
März 2014). An der ärztlichen Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
C._
vom
5.
November 2013
könne festgehalten werden (Urk.
11/57/10-11).
3.2.3
Im Weiteren ging med
.
pract
.
E._
in der c
hirurgischen Beurteilung vom 7.
August 2015
ausführlich
auf die Stellu
ngnahmen von
Dr.
B._
vom 15.
und 2
2.
Juni 2015 ein
und zeigte
auf, dass
Dr.
B._
höchstens
einen möglichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom
1
2.
Februar 2013 und den
erst mehrere Monate später
festgestellten Kniebeschwerden links
zu begründen
vermag und
dass
dessen Darlegungen
teilweise
nicht nachvoll
ziehbar
sind. So
erklärte
med.
pract
.
E._
,
dass der Unfallhergang angesichts der widersprüchlichen Angaben des Beschwerdeführers in der Bagatellunfall-Meldung vom 2
8.
August 2013 (vgl. Sachverhalt E. 1), von Hausärztin
Dr.
A._
im Bericht vom 1
2.
September 2013 („Distorsion und Schlag linkes Knie“) und von
Dr.
med.
F._
, FMH Radiologie
,
im Bericht vom
5.
August 2013 („im Winter mögliches Trauma gehabt“)
letztlich
unbekannt sei. Das
Krankheitsbild der
Osteochondrosis
dissecans
könne
aufgrund der
bildtech
nischen
Untersuchu
ng als objektiviert gelten
. Der erfahrene Knie-Chirurg
Dr.
B._
bestätige
im Operationsbericht
die Diagnose einer
Osteochondrosis
dissecans
des medialen
Femurkondylus
.
Für die davon vollständig abweichende Darstellung von
Dr.
B._
in der Stellungnahme vom 2
2.
Juni 2015, es handle sich um „einen
osteochondralen
Flake
mit dann freiem Gelenkkörper“
,
gebe es weder mit dem
MRI noch mit dem Operationsbericht und der
Bilddo
kumentation
dieser Operation einen Beleg.
Vergleiche man die
Grösse
des freien Gelenkkörpers mit der Defektbildung des Knorpels im Bereich des
Osteo
chondrosis
dissecans
-Herdes am medialen
Femurk
ondylus
, so zeige sich, dass dieser sehr
grosse
freie Gelenkkörper nicht in den sicherlich ausgedehnten, aber nicht bis auf den Knochen oder gar in den Knochen hineinreichenden
Knorpel
defekt
im Bere
ich des
Disseka
ts
der
Osteochondrosis
dissecans
hineinpasse, der zudem noch von einem fragmentierten
Dissekat
gefüllt sei
.
Die Ablösung des
Dissekats
(der „Maus“ aus dem Gelenkbett) sei nicht Folge eines Traumas, son
dern könne – müsse aber nicht in jedem Fall – im
stadiengemässen
Verlauf der Erkrankung auftreten. Alsdann
sehe
Dr.
B._
die
Osteochondrosis
dissecans
in
seinen Berichten ab dem Operationsdatum stets
„
im Hintergrund
“
. Die T2
gewichteten Sequenzen des MRI vom
5.
August 2013 würden jedoch ein sehr ausgeprägtes Knochenödem um den
Osteochondrosis
dissecans
-Herd zeigen. Es nehme fast den gesamten
medialen
Femurkondylus
ein
.
Das bestärke die Annahme, dass die unfallunabhängige
Osteochondrosis
dissecans
sowie der Reiz durch den freien Gelenkkörper das Hauptproblem des Beschwerdeführers darstelle
n würden
.
Der Radiolog
e
Dr.
F._
beschreibe die
Osteochondro
sis
dissecans
sodann
mit einer Ausdehnung von 22 x 19 mm. Das
Dissekat
sehe er noch im
Mausbett
f
ixiert. Damit beschreibe er
keinen Zusammenhang zwi
schen dem
grossen
freien Gelenkkörper und dem Herd der
Osteochondro
sis
dissecans
am medialen
Femur
k
ondylus
.
Dr.
B._
hingegen konstruiere einen entsprechenden Zusammenhang. Er sehe den
„Defekt des ehemaligen
Maus
bettes
ausgefüllt
“
. Er beschreibe den freien Gelenkkörper mit einer
Grösse
von 3
x
2 cm, jedoch keinen
entsprechenden Defekt am
Femurk
ondylus
. Auch mit der intraoperativen Fotodokumentation
sei kein entsprechend
g
rosser
Defekt am medialen
Femurk
ondylus
dargest
ellt. Die Argumentation von Dr.
B._
bezüglich des freien Gelenkkörpers erweise sich somit als nicht schl
üssig
. Freie Gelenkkörper könnten Folge einer
Osteochondrosis
dissecans
sein, jedoch zum Beispiel auch im Rahmen einer Gelenk-
Chondromatose
entstehen. Es sei somit nicht gesichert, dass der freie Gelenkkörper im linken Knie des Beschwerde
führers Folge einer
Osteochondrosis
dissecans
sei. Der freie Gelenkkörper habe im vorderen Gelenkabschnitt eine Art
Bett gefunden
, rage allerdings gegen die Gelenkfläche des medialen
Femurkondylus
vor und sei damit durchaus geeignet
gewesen
, die vom Beschwerdeführer geschilderten Einklemmungserscheinungen zu verursachen.
Dr.
B._
beschreibe passend dazu tiefe Furchen des
Knor
pelüberzugs
des medialen
Femurkondylus
. Dies sei sicherlich auch die Motiva
tion für
Dr.
B._
gewesen, den freien Gelenkkörper zu entfernen
.
Ein
k
lemmungserscheinungen
seien seither nicht mehr beschrieben
(
Urk.
10 S.
4 ff.
).
Ferner habe
Dr.
F._
in seinem Befund des MRI vom
5.
August 2013
eine degenerative Signalalteration des medialen Meniskus und damit keinen „Riss“ beschrieben.
Dr.
B._
beschreibe mit seinem Operationsberi
cht vom 3.
September 2013 indes
eine
„
Meniskusruptur
“
„
entsprechend dem MRI
“
.
Er schreibe am 2
2.
Juni 2015
zwar zu Recht
sinngemäss
, dass man mittels eines Fotos jeden Befund in unterschiedlicher Weise dokumentieren könne.
Die Erklärung, weshalb er den von ihm beschriebenen
Radiärriss
des
Innenmenis
kus-Hinterhorns
nicht mittels eines Fotos dokumentiert habe, bleibe er aber schuldig.
Traumatische Meniskusrisse würden sodann nur als Begleitverletzung von Bandläsionen oder bei Frakturen entstehen
, und die Patienten
würden
diesfalls
zeitnah einen Arzt aufsuchen. Im Übrigen sei
d
er Beschwerdeführer
zum Zeitpunkt des Unfalls 33 Jahre alt gewesen. In diesem Alter seien fortge
schrittene Texturstörungen des Innenmeniskus-
Hinterhorns
nicht die Regel. Allerdings habe der Beschw
erdeführer, den Angaben von Dr.
B._
folgend, bereits seit Jahren eine
Osteochondrosis
dissecans
des medialen
Femurkondylus
am linken Kniegelenk sowie einen freien Gelenkkörper, der zu einer Beein
trächtigun
g der Gelenkmechanik führe und -
wenn man dem Operati
onsbericht von
Dr.
B._
folge -
erhebliche Knorpelschäden
verursacht habe. Diese Knorpelveränderungen
könnten zusammen mit den repetitiven
Mikrotraumati
sierungen
im Rahmen des vom Beschwerdeführer betriebenen
Fussballspiels
Texturstörungen des Innenmeniskus-
Hinterhorns
problemlos erklären
.
Schliess
lich
habe
Dr.
B._
im Rahmen der Operation vom
3.
September 2013 einen
grossen
freien Gelenkkörper, der zu
Störungen der Gelenkmechanik geführt habe, entfernt und zusätzlich eine Teilresektion des Innenmenisku
s-
Hinterhorns
durchgeführt. Dr.
B._
erkläre nicht, wieso nur die Teilresektion des
Innen
meniskus-Hinterhorns
zu einer
Beschwerdelinderung geführt haben solle. Wenn die Entfernung des freien Gelenkkörpers nicht medizinisch notwendig gewesen wäre, hätte der erfahrene Kniegelenks-Chirurg
Dr.
B._
diese sicherlich nicht durchgeführt. Auch bei einer durch einen vorzeitigen
Verschleiss
bedingten Texturstörung des Innenmeniskus-
Hinterhorns
führe die sachgerechte
, sparsame
Teilresektion des schadhaften Gewebes in aller Regel zu einer deutlichen Beschwerdebesserung. Die Beschwerdebesserung beim Beschwerdeführer sei also das Ergebnis einer gelungenen Operation und kein Hinweis auf die Genese des behandelten Kniegelenksschadens (
Urk.
10 S. 9 ff.
).
3.2.4
Mit Blick auf die vorgenannten Beurteilungen ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die über den 2. April 2013 hinaus geklagten Beschwer
den am linken Knie als nicht mehr unfallbedingt betrachtete. So legten die Kreisärzte Dr.
C._
und Dr.
D._
- bestätigt und ergänzend durch
Versiche
rungsmediziner
med.
pract
.
E._
erklärt - zum einen nachvollziehbar dar, dass ein zu einem Meniskusriss führender Unfallhergang nicht gesichert
sei
und traumatische Meniskusrisse nur als Begleitverletzung von - vorliegend nicht dokumentierten - Bandläsionen oder Frakturen entstehen würden
.
In Überein
stimmung mit den (ersten) Angaben von Dr.
B._
(E. 2.2) hielten sie zum anderen fest, dass die
Osteochondrosis
dissecans
mit hoher Wahrscheinlichkeit als unfallfremd zu betrachten sei. Hieran vermag nichts zu ändern, dass die Stellungnahmen von Dr.
B._
einen Kausalzusammenhang der noch geklagten Beschwerden mit dem fraglichen Unfallereignis als bloss möglich erscheinen lassen. So versäumte es Dr.
B._
insbesondere, sich mit der Argumentation von Kreisarzt Dr.
C._
auseinanderzusetzen, wonach im Falle eines traumatischen Aussprengens eines Knorpelanteils ein massives
Hämarthros
mit
den dazugehörigen Beschwerden entstanden wäre, sich der Beschwerdeführer umgehend (und nicht erst fünfeinhalb Monate später) in ärztliche Behandlung begeben und sich bei einem Distorsionstrauma im MRI kein unauffälliger Bandapparat gezeigt hätte (E. 3.2.1). Seine Ausführungen erschöpfen sich vielmehr darin, dass es bei Meniskusverletzungen üblicherweise etwa ein bis vier Monate dauere, bis der Patient zu einem Arzt gehe (Urk. 11/66/1).
Sodann handelt es sich beim Hinweis
von Dr.
B._
, der Beschwerdeführer sei vor dem Unfallereignis
vom 12. Februar 2013 offenbar beschwerdefrei gewesen und nach der Operation auch wieder praktisch beschwerdefrei geworden, im Wesentlichen
-
wie Dr.
B._
selbst feststellte (Urk. 11/87/3)
-
um die Argumentation
„
post
hoc, ergo
propter
hoc“. Dabei wird eine Schädi
gung bereits deshalb als durch einen Unfall verursacht erachtet, weil sie nach diesem aufgetreten ist. Dies ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
).
Schliesslich
darf und soll das Gericht in Bezug auf Berichte von
Hausärzten und
behand
elnden Ärzten, zu denen auch der Orthopäde Dr.
B._
gehört,
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten und Patientinnen aussagen (
BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Diese bundesgerichtliche Rechtsprechung hat nach wie vor Geltung, und der Beschwerdeführer kann diesbezüglich aus dem Urteil des Bundesge
richts 4A_526/2014 vom 17. Dezember 2014 E. 2.4 nichts zu seinen Gunsten ableiten (vgl. Urk. 1 S. 12). Jenem Entscheid (aus dem Bereich der
Krankentag
geldversicherung
) lag insofern eine besondere Konstellation zugrunde, als es sich bei der behandelnden Psychiaterin gleichzeitig um die stellvertretende Leiterin einer kantonalen Institution handelte, welche den Versicherten in dieser Eigenschaft (weiter-)behandelte, weshalb die erwähnte Erfahrungstatsa
che dort nicht im Vordergrund stand.
3.
2
.
5
Auch die
weiteren Einwände des
Beschwerdeführe
rs
(
Urk.
1 und
Urk.
16)
vermö
gen
nicht zu überzeugen.
Dass
Kreisarzt
Dr.
C._
am
5.
November 2013
(
Urk.
11/45)
und
Dr.
D._
am 1
6.
Mai
2014 (
Urk.
11/57) sowie am 22.
Mai 2015 (
Urk.
11/78)
rein
e Aktenbe
urteilungen vornahmen
, ist nicht zu beanstanden
(vgl.
Urk.
1 S. 12)
. Denn
der
Be
schwerdeführer
wurde
bereits
am
3.
Se
ptember 2013 operiert
(
vgl. Urk.
11/27)
,
Kreisarzt
Dr.
C._
und
Dr.
D._
stand
en die medizinischen
Vorakten
zur Verfügung
und
zudem ging
es
vorliegend
in erster Linie um
die Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen dem Ereignis vom
1
2.
Februar 2013 und der
im August 2013
gelten
d gemachten Knieproblematik
links
, was
recht
sprechungs
gemäss
in einem Aktengutachten erörtert werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_396/2011 vom 21. September 2011 E. 5.2).
Was
schliesslich
den Vorwurf der
Anmassung
der FMH-Mitgliedschaft durch
Dr.
D._
anbelangt (
vgl.
Urk.
16 S. 3),
ist darauf hinzuweisen, dass ein Gut
achter
rechtsprechungsgemäss
nicht zwingend über eine FMH-Ausbildung ver
fügen muss; verlangt ist eine Fachausbildung, die auch im Ausland erworben sein kann (BGE 137 V 210 E. 3.3.2
mit Hinweis
).
Über eine solche Fachausbil
dung verfügt
Dr.
D._
, da er seit 1991 Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates ist, wobei dieser
in
G._
erlangte Facharzt
titel in der Schweiz am 1
1.
Dezember 2013 anerkannt wurde (vgl. https://www.medregom.admin.ch).
Ob - wie der Beschwerdeführer pau
schal behauptet - Kreisarzt Dr.
D._
im Mai 2015 zu Unrecht den FMH-Titel führte oder - wie die Beschwerdegegnerin darlegte (Urk. 20) - berechtigt war, den Titel zu tragen, ist mithin vorliegend nicht ausschlaggebend und ist auch nicht in diesem Verfahren zu prüfen. Endlich zielt auch der Vorwurf der man
gelnden praktischen Erfahrungen von med.
pract
.
E._
auf dem Gebiet der Chirurgie ins Leere. Der Versicherungsmediziner verfügt einerseits seit 1994 über eine Weiterbildung in Chirurgie, welche im Jahr 2014 in der Schweiz anerkannt wurde. Andererseits regelt das
Bundesgesetz über die universitären
Medizinalberufe
(
MedBG
) nur die selbständige Berufsausübung (vgl. auch www.bag. admin.ch/
themen
/berufe/00411/08023/?lang=de; Häufige Fragen, FAQs [besucht am 1. September 2016]; vgl. auch Art. 34 und 51
MedBG
), wes
halb sich aus einem fehlenden Eintrag im
Medizinalberuferegister
nicht auf mangelnde Erfahrung einer
Medizinalperson
schliessen lässt.
3.
3
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass kein Anlass besteht, die Beurteilun
gen von Kreisarzt
Dr.
C._
,
Dr.
D._
und med.
pract
.
E._
in Zweifel zu ziehen.
Es kann demnach als erstellt gelten, dass der
Status quo sine sechs Wochen nach dem Unfallereignis vom 1
2.
Februar 2013 erreicht war.
Von weiteren Abklärungen sind
keine
entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann
(BGE 124 V 90 E. 4b).
Die Kosten für die Stellungnahme von Dr.
B._
vom 2
2.
Juni 2015
in der Höhe von
Fr.
150.--
sind
demzufolge
nicht von der Beschwerdegegnerin zu
tragen
(vgl.
Urk.
5,
Urk.
6/1
und
Urk.
6/3
).
4.
Die Beschwerdegegnerin hat
im angefochtenen
Einspracheents
cheid
vom 27.
Mai 2015 (
Urk.
2) einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Versiche
rungsleistungen
über den
2.
April 2013
hinaus
somit zu Recht verneint.
Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.