Decision ID: 9e7d0bfa-0d1c-5f1a-b974-f327522bc20d
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1957 geborene
X._
war ab dem
6. Juli 2006
bei der
Y._
AG als Reinigungsaushilfe
in einem 45%-Pensum
angestellt und bei den AXA Versicherungen AG (kurz: AXA)
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
.
In der Unfallmeldung vom 29. Dezember 2010 (Urk. 9/A1
; vgl. auch die Nachmeldung
zum Schadenfall [Urk. 9/A6
]
)
berichtete die Arbeitgeberin,
die Versicherte sei am 27. Dezember 2010 auf dem Eis ausge
rutscht und gestü
r
zt, wobei sie sich Verletzungen im Kopfbereich zugezogen habe.
Im Kurzbericht des
Spitals Z._
über die notfallmässige
Erst
behandlung
vom 27. Dezember 2010 (Urk. 9/M3)
wurde festgehalten, die Ver
sicherte sei auf dem Heimweg gestürzt und
zu Hause um circa 08.30 Uhr ein
getroffen. Nachdem sie von ihrem Ehemann
mutistisch
auf dem Bett sitzend vorgefunden worden sei,
habe dieser
die Ambulanz verständigt, welche die Ver
sicherte auf die
Notfallstation gebracht habe bei
einem Glasgow-
Coma
-Skala Wert [GCS] von 8
(unter
Sedation
)
und Verdacht auf einen
postiktalen
Zustand. Es wurden
die Diagnosen 1
) schweres Schädelhirntrauma
mit/bei frontaler
parenchymaler
Kontusionsblutung rechts und links nach unklarem Sturz am Mor
gen des 27. Dezember 2010 sowie 2) Epilepsie mit einfachen und komplex-fo
kalen Anfällen bei Status nach Status non-
convulsivus
gestellt. Die Ver
si
cher
te wurde via Schockraum ins
A._
überwiesen, wo sie
operiert wurde (Einlage einer Hirndrucksonde) und
vom 27. Dezember 2010 bis am 16. Januar 2011 auf der unfallchirurgischen Intensivstation und vom 1
6.
bis am 20. Januar 2011 auf der unfallchirurgischen Bettenstation hospitalisiert war
(
vgl.
Bericht des
A._
vom 20. Januar 2011
[
„Zusammen
fassung der Kranken
ge
schichte“
]
,
Urk. 9/M6
)
.
Am 20. Januar 2011 wurde die Versicherte in die
Klinik B._
verlegt
(vgl. die Berichte der
Klinik B._
vom
3. Febru
ar 2011 [Urk. 9/M5],
1. März 2011
[Urk. 9/M7], 12. April 2011 [Urk. 9/M8])
, wo
sie
in ein multimodales Therapieprogramm mit Physio
therapie, Ergotherapie und Neu
ropsychologie integriert wurde (Urk. 9/M5 S. 1). Nach anfänglichen Fort
schritten kam es zu einer Stagnation vor dem Hintergrund einer Verschlech
terung des
psychischen Zustandsbild
es, weshalb die Versicherte auf die psycho
somatische Abteilung verlegt wurde
(Urk. 9/M7). Am
19. Mai 2011
wurde
sie
aus der
Klinik B._
entlassen (
Austrittsbe
richt
der
Klinik B._
vom 23. Mai 2011 [
Urk. 9/M12
]
) und anschlies
send
an das
C._
überwiesen
, wo sie bis August 2011 behandelt wurde
(vgl. Berichte des
C._
vom 23. Mai 2011 [Urk. 9/M11], 4. Juli 2011
[Urk. 9/M13],
19. August
2011 [Urk. 9/M29] und
1
6. September
2011 [Urk. 9/M18]
).
Die AXA kam für die Heilkosten auf und er
brachte
Tag
geld
leistungen
.
Im Zusammenhang mit der vorbestehenden symptomatischen Epilepsie (EM 1998)
wurde am
A._
, Klinik für Neurologie, am 4. August 2011 eine
Verlaufs
kontrolle
durchgeführt, wobei bei mutmasslich anfallsfreiem Verlauf und guter Verträglichkeit die Fortsetzung der antikonvulsiven Medikation empfohlen wurde (vgl. den Bericht des
A._
vom 4. August 2011 [Urk. 9/M32]).
Ab Anfang Oktober 2011 stand d
ie Versicherte in Behandlung bei
Dr.
med.
D._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie (Urk. 9/M34).
Nachdem die Versicherte in den Ferien in
E._
am 5. September 2011 ge
stolpert und mit dem Kopf sowie der Brust an einen Ba
u
m gepra
llt war (Urk. 9/A48), wurden auf Veranlassung der Hausärztin
Dr.
med.
F._
, Fachärztin FMH für Innere Medizin, a
m 7. November 2011
ein MRI des Schädels (Urk. 9/M27)
und
eine MRI-
Arthrographie
der linken Schulter
(Urk. 9/M28) angefertigt
.
Am 26. Oktober 2011 beantwortete
Dr.
F._
zudem Fragen zum Gesundheitszustand der Versicherten und gab unter anderem zur Auskunft, die Arbeitsunfähigkeit betrage aktuell noch 100 % (Urk. 9/M25).
Der versicherungsinterne beratende Arzt der AXA, Dr. med.
G._
, Fach
arzt für Neurologie, empfahl
– gestützt auf die Akten –
in seiner Stellungnahme vom 28. Dezember 2011 (Urk. 9/M33)
die Durchführung einer interdisziplinären Begutachtung der Versicherten
angesichts der komplexen Sachlage mit
vorbe
stehender
symptomatischer Epilepsie bei Status nach ischämischem Insult links-hemisphärisch.
Mit Bericht vom 19. März 2012 attestierte
auch
Dr.
D._
der Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Urk. 9/M34).
Im April und Mai 2012 wurde die Versicherte
in der
Klinik
H._
neurolo
gisch,
neuropsychologisch
, verhaltensneurologisch und n
europsychiatrisch un
tersucht.
Die Klinik
H._
erstattete da
s Gutachten am 16. Juli 2012 (Urk. 9/M37).
Am 22. Juni 2012 löste die Arbeitgeberin der Versicherten das Arbeitsverhältnis per 31. August 2012 auf (Urk. 9/A61/1).
Am 17. August 2012
wurde der Rechtsvertreter der Versicherten mandatiert (Urk. 9/A70), welcher sich
am 6. September 2012 zum Gutachten äusserte (Urk. 9/A74).
Dr.
G._
nahm am 26. September 2012 Stellung
zum Bericht von
Dr.
D._
, dem Gut
achten und der Eingabe des Rechtsvertreters
vom 6. September 2012
(Urk. 9/M40). Er hielt einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den kognitiven Beein
trächtigungen und dem Unfall höchstens teilweise für möglich
. Die AXA liess das Gutachten in der Folge ergänzen (Urk. 9/A77).
Die Ergänzung wurde am 29. Januar 2013 erstattet (Urk. 9/M41). In
der
Stellungnahme vom 4. März 2013 (Urk. 9/M42)
hielt Dr.
G._
an seiner Stellungnahme vom 26. September 2012 fest. Er
sei
nach wie vor der Meinung, dass schon vor dem Unfall relevante neu
ropsychologische Minderleistungen bestanden hätten, wel
che leicht
e
bis schwere
psychologische Funktionsstörungen bedingen würden.
Am
15. März 2013
verfügte
die AXA, die Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung würden per 31. Juli 2012 eingestellt. Davon ausgenommen sei einzig die Behandlung beziehungsweise Kontrolle des epileptischen Leidens. Diese Kosten würden vorerst für die Dauer von 3 Jahren übernommen. Danach erfolge eine Neuevaluation.
Die Versicherungsleistungen für Rückfälle und Spät
folgen sei gestützt auf Art. 11 UVV gewährt. D
ie Taggeldleistungen
würden ebenfalls
per 31. Juli 2012 eingestellt. Ein Anspruch auf ei
ne Invalidenrente bestehe nicht, hingegen ein Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung in der Höhe von Fr. 18‘900.-- (Urk. 9/A78). Dagegen erhob die Versicherte am 2. Mai 2013 Einsprache (Urk. 9/A79)
, welche
sie
am 5. November 2013 ergänzte (Urk. 9/A81). Am 25. August 2014 reichte Dr.
D._
einen weiteren Ber
icht zu den Akten (Urk. 9/M44).
Mit Entscheid vom 25. September 2014 wies die AXA die Einsprache der Versicherten vom 2. Mai 2013
ab (Urk. 2 [= Urk. 9/A90]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 27. Oktober 2014 Beschwerde und beantragte,
in teilweiser Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihr rückwirkend ab 1. August 2012 eine angemessene Rente sowie eine angemes
se
ne, jedenfalls höhere Integritätsentschädigung zuzusprechen und auszuzahlen
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2015 schloss die
Be
schwer
degegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was der Beschwer
deführerin am 17. Februar 2015 angezeigt wurde (Urk. 10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1).
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
(
Art.
8
d
es Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts ATSG
)
invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1
UVG
).
Voraussetzung für den Leistungsanspruch ist, das
s der
Gesundheitsschaden
in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zu einem ver
si
cherten Ereignis steht.
1.2
Die massgebliche
Rechtsprechung
zum
für einen Leistungsanspruch
erforderli
chen natürlichen und adä
quaten Kausalzusammenhang zwischen Unfall und Gesundheitsschaden
wurde
im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergege
ben
.
Gleiches gilt für die
Rechtsprechung
zur Beurteilung des natürlichen und adä
qua
ten Kausalzusammenhanges
bei einem krankhaften
Vor
zustand
(Urk. 2 S. 3 f.
; vgl. auch nachfolgende
E. 4.5
)
,
für die Bestimmung des
Invaliditäts
grades
(Urk. 2 S. 7)
sowie die Bemessung des Integritätsschadens (Urk. 2 S. 9)
.
Da
rauf kann verwiesen werden.
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vor
ak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin
Anspruch auf eine Inva
lidenrente der Unfallversicherung hat
und ob die zugesprochene
Integritätsent
schädigung
in der Höhe von Fr. 18‘900.--
- einer Einbusse von 15 % ent
spre
chend -
angemessen ist
.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
führte im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
25. September
2014
zusammengefasst
aus
,
gestützt auf das beweiskräftige Gut
achten sei
davon
auszugehen,
dass es durch den Unfall vom 27. Dezember 2010 zu einer leichten richtunggebenden Verschlimmerung des Vorzustandes gekom
men sei. Neurokognitive Defizite hätten bereits vor dem Unfall bestanden, wobei diese gemäss Bericht des
A._
vom 26. Mai 2010 einer leichten bis mittelschweren Störung entsprochen hätten. Unfallbedingt habe sich diese zu einer mittel
schweren Störung entwickelt. Bezüglich der symptomatischen Epilepsie müsse der weitere Verlauf abgewartet werden, weil eine Aussage in Bezug auf den Status quo sine oder eine richtunggebende Verschlimmerung noch nicht möglich sei. Zwi
schen dem Unfallereignis und den verdachtsweise bestehenden intermit
tie
rend aufgetretenen affektiven Störungen bestehe gemäss Gutachten lediglich möglich
erweise ein Zusammenhang.
Für eine hirnorganische, unfallbedingte Schä
di
gung habe der im Sozialversicherungsrecht massgebende Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nicht erbracht werde
n können (Urk. 2 S. 4 ff.)
. Daran än
derten auch die Ausführungen von
Dr.
med.
D._
nichts, welche das gesamte Beschwerdebild der Beschwerdeführerin ohne
Berücksichtigung des aktenkundi
gen Vorzustands als unfallbedingt eingestuft habe
(Urk. 2 S. 7)
.
Bei einem
Ein
kommensvergleich
resultiere kein anspruchsbegründender
Invaliditäts
grad
(Urk. 2 S. 7 ff.). Die Höhe des Integritätsschadens sei angemessen festgesetzt worden, nachdem es unfallbedingt lediglich zu einer leichten Verschlimmerung der neu
ropsychologischen Defizite gekommen sei (Urk. 2 S. 9).
2.3
Dem hielt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen entgegen,
Prof.
I._
stelle in seiner ergänzenden Stellungnahme vom 29. Januar
2013 die von Dr.
D._
gestellten Diagnosen im Bericht vom 19. März 2012
zwar
nicht in Frage, behaupte
aber
, diese seien allesamt vorbestehend. Er selbst habe diese Diagnosen in seinem Gutachten vom 16. Juli 2012
allerdings
nicht diagnosti
ziert,
was
w
iderspr
ü
ch
lich
sei. Prof.
I._
hätten auch nicht die vollstän
di
gen Akten der Beschwerdegegnerin vorgelegen. Wenig überzeu
gend sei der Einwand von Prof.
I._
,
Dr.
F._
habe im Bericht vom 26. Okto
ber 2011 keine psychischen Beschwerden erwähnt, was dafür spreche, dass anläss
lich der Konsultation vom 17. August 2011 keine psychi
sche Störung bestanden habe
, was nicht stichhaltig sei
(Urk. 1 S. 6 ff.). Unverständlich sei
auch
, wie die Beschwerdegegnerin eine unfallbedingte hirnorganische Schädi
gung in Zweifel ziehen könne (Urk. 1 S. 10).
Die Kürzung der
Integritätsent
schä
di
gung
wegen eines Vorzustandes setze voraus, dass mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit das Ausmass des Vorzustandes nachge
wiesen sei. Unsicher
heiten, welche hier vorlägen, sollten nicht zu Lasten der Versicherten, sondern zu Lasten der Versicherung gehen. Deshalb sei die
Inte
gritätsentschädigung
nur um 20 % auf 30 % zu kürzen (Urk. 1 S. 10 f.). Der Nachweis dafür, dass der von Frau Dr.
D._
beschriebene, organisch bedingte psychische
Gesundheitsscha
den
(gänzlich) vorbestehend sein solle, sei der
Be
schwer
degegnerin
nicht gelun
gen, weshalb der Beschwerdeführerin auch hierfür die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen seien (Urk. 1 S. 11).
Die Meinung der Gutachter sei weder mit der Beurteilung der
Klinik B._
noch mit d
er
von Prof
.
I._
gestellten und von
Dr.
J._
bestätigten Diagnose einer mittel
schweren Störung vereinbar (Urk. 1 S. 12).
Die Annahme von Dr.
G._
, der Unfall habe nur zu einer vo
rübergehenden Beeinträchtigung der Arbeitsfähig
keit geführt, überzeuge zudem nicht (Urk. 1 S. 13).
3.
3.1
Im Gutachten
der Klinik
H._
vom 16. Juli 2012 wurden die folgenden Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt
(Urk. 9/M37 S. 43
)
:
Unfall vom 27.12.2010 mit/bei
traumatischer Hirnverletzung mit rechts- und basalbetonter frontaler Hirnblutung
MRI vom November 2011 mit relativ geringen Residuen im frontalen Marklager rechtsbetont und kortikal im
Gyrus
rectus
und
orbitalis
rechts
nachfolgend non-konvulsiver Status
epilepticus
w
ahrscheinlich symptomatische Epilepsie mit/bei
Status nach Mediainfarkt links 04/1998
einfache und komplex
fokale Anfälle seit 1998, anamnestisch aktuell wenig aktiv
semiologisch wahrscheinlich Sprachstörung und Armparese rechts
Status nach non-konvulsivem Status
epileptic
i
12/2008 und 12/2010
Neuropsychologische Defizite mittelschweren Grades
multifaktoriell bedingt
nur zu einem geringen Teil auf die traumatische Hirnverletzung vom 27.10.2010 zurückzuführen
Verdacht auf intermittierend auftretende gemischte affektive Störung,
dif
ferentialdiagnostisch
hirnorganisch bedingte affektive Störung
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden genannt (Urk. 9/M37 S. 42):
Status nach Carpaltunnelspaltung beidseits 2005
aktuell klinisch nicht aktiv
Kopfschmerzen am ehesten vom Spannungstyp
In der interdisziplinären Zusammenfassung
äusserten sich
die Gutachter
zu
nächst zu den Umständen des Unfalls vom 27. Dezember 2010 (Urk. 9/M37 S.
36
). Diese seien nicht klar.
Es stehe
zwar
fest, dass die Beschwerdeführerin ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten habe. Ob
dieses
im Zusammenhang mit einem epileptischen Anfall bei vorbestehender, seit 1998 diagnostizierter Epilepsie (mitunter unter anderem bereits Episoden eines Status
epilepticus
im jahrelangen Verlauf) zusammenhänge, könne nicht verifiziert werden. Auffal
lend sei, und was unter Umständen auf einen Sturz am 27. Dezember 2010 im epileptischen Anfall hindeuten könnte, dass die Beschwerdeführerin während der
Hospitalisation
im
A._
einen im EEG dokumentierten Status
epilepticus
aufgewiesen habe, was möglicherweise auf die Kontinuität des zum Unfall führenden epileptischen Geschehens hindeuten könne. Es sei allerdings auch nicht ausgeschlossen, dass das epileptische Geschehen bei vorbestehender
Anfalls
nei
gung
durch die Hirntraumatisierung
getriggert
worden sei. Evident sei anhand der verfügbaren Akten einerseits, dass die Beschwerdeführerin nach dem Unfall vom 27. Dezember 2010 Kontusionsblutungen aufgewiesen habe und in diesem Zusammenhang die
halluzinatorischen
Erlebnisse,
Verhaltensauf
fälligkeiten
und affektiven Störungen entwickelt habe und auch kognitive Defizite objektiviert worden seien. Erwiesen sei andererseits auch, dass die Beschwer
deführerin be
reits vor dem Unfall vom 27. Dezember 2010 unter einer Epilepsie gelitten habe und unter anderem wegen dieser Störung bereits vom 27. Dezember 2008 bis am 2. Januar 2009 im
A._
unter der Diagnose
nonkon
vulsiver
Status
epilepti
cus
hospitalisiert
gewesen
sei.
Des Weiteren
führten die Gutachter aus (Urk. 9/M37 S. 36 f.),
im Zusammen
hang mit dem neurolo
gi
schen bzw. neurokognitiven Zustand hinsichtlich der möglichen Folgen des Unfalls vom 27. Dezember 2010
sei
die kognitive Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin vor und nach dem erwähnten Unfall
von Bedeutung
. Die kognitiven Defizite seien im Anschluss an den Unfall vom 27. Dezember 2010 als eine mittelschwere neuropsychologische Störung mit Einschränkungen in den Bereichen der Aufmerksamkeits- und exekutiven Funk
tionen, der Objektbenennungen und der visuell-räumlichen
Behaltensleis
tung
und
der
verminderten Störungseinsicht (
Anosodiaphorie
) dokumentiert
wor
den
. Feststehe, dass die Beschwerdeführerin gemäss verfügbarer Dokumentation bereits vor dem Ereignis vom 27. Dezember 2010 neurokognitive Beeinträchti
gungen aufgewiesen habe
,
wie diese anlässlich einer neuropsychologischen Untersuc
hung objektiviert worden seien
(d
abei verwiesen die Gutachter auf den Bericht des
A._
, Klinik für Neurologie, vom
26. Mai 2010
[
Urk.
9/M39
] und zitierten daraus
).
Nach Durchsicht der Befunde der Untersuchung vom 26. Mai 2010 müsse am ehesten eine leichte bis mittelschwere Störung angenommen werden. Zusammengefasst müsse festgehalten werden, dass die Beschwerde
führerin bereits vor dem Unfall vom 27. Dezember 2010 eine neurologische Störung aufgewiesen habe – namentlich ein epileptisches Leiden, welches sich unter anderem (mindestens zwei Mal) mit einem non-konvulsiven Status
epi
lep
ticus
manifestiert habe – und dass bereits vor dem erwähnten Unfall
neu
ro
kog
nitive
Defizite hätten objektiviert werden können. Diese hätten aufgrund der damaligen Befunde (Untersuchung vom 26. Mai 2010) einer leichten bis mittel
schweren Störung entsprochen. Ein vergleichbares Ausmass der kognitiven Stö
rung sei während der
Hospitalisation
in
B._
festgehalten worden, na
ment
lich
eine
mittelschwere neurops
ychologische Störung mit Einschränkungen de facto in den gleichen Funktionsbereichen wie bereits im Bericht vom 26. Mai 2010 vor dem Unfall objektiviert. Die Einschätzung der Zunahme der kogniti
ven Defizite nach dem Unfall vom 27. Dezember 2010 sei schwierig zu beziffern und
erscheine arbiträr. Eine Verschlimmerung von (global betrachtet) leicht bis mässig zu mittelschwer erscheine anhand der fremdanamnestischen Angaben gerechtfertigt.
Die Gutachter hielten sodann fest
(Urk. 9/M37 S. 37 f.)
, im Verlauf nach der Ent
lassung aus der stationären Rehabilitation (vom 19. Mai 2011) seien insbe
son
dere im Rahmen der ambulanten Rehabilitation (
C._
) neuropsychologische
Ver
laufsuntersuchungen
durchgeführt worden. Im Bericht vom 4. Juli 2011 hin
sichtlich der neuropsychologischen Verlaufsuntersuchungen sei zusammen
fassend auf ein mittelgradig reduziertes kognitives Leistungsprofil hingewiesen worden, bei welchem die eingeschränkten Aufmerksamkeitsfunktionen, redu
zier
tes visuell-räumliches Arbeitsgedächtnis,
dysexekutive
Probleme (reduzierte gedankliche Flexibilität), verminderte
visuo
-konstruktive Funktionen und eine vorschnelle und impulsgesteuerte Arbeitsweise der Beschwerdeführerin hervor
gehoben worden sei
en
. Aufgrund dieser Befunde sei eine organische
Persön
lichkeits
- und Verhaltensstörung (ICD-10 F07.8) diagnostiziert worden. Im glei
chen Bericht sei auf die gedankliche Einengung auf Schmerzen im Arm sowie auf den Eigengeruch hingewiesen worden, wobei be
treffend den Eigengeruch die Assoziation mit dem (bereits vor dem Unfall vom 27. Dezember 2010 nach
gewiesenen
)
epile
ptischen Leiden assoziiert worden sei.
Die Gutachter
äusserte
n
sich
sodann
zu den von der Beschwerdeführerin
teil
weise nicht detailliert
geklagten
Beschwerden
(Urk. 9/M37 S. 38 f.)
und führten im Wesentlichen aus, d
er Kopfschmerz sei gemäss Beschwerde
führerin seit 2008 vorbestehend. A
ufgrund der Dokumentation sei ein episodischer Spannungs
kopfschmerz bereits im Jahr 2004 erwähnt worden. Ob eine Zunahme der Kopf
schmerzen (Intensität, Frequenz, allenfalls anderer Schmerzcharakter) nach dem
Unfall vom 27. Dezember 2010 stattgefunden habe, könne nicht verifiziert werden.
Schliesslich konstatierten die Gutachter
(Urk. 9/M37 S. 39 f.)
, in den aktuellen Befunden müsse bei nach wie vor vorhandener Adipositas ein, bis auf gewisse Mundastschwäche rechts, normaler Neurostatus festgehalten werden. Insbeson
dere lasse sich keine Riechstörung nachweisen. In der neuropsychologischen Untersuchung würden mässige Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme, Defizite im figural-räumlichen Bereich mit Tendenz zur Konfabulation und
mnestischen
Defiziten, eine grenzwertige Abrufleistung für verbale Inhalte, eine erhöhte Interferenzanfälligkeit und ein figural betontes
Dysexekutivsyndrom
nachgewiesen. Im Verhalten falle eine gewisse Antriebsminderung und
Affekt
ver
flachung
auf mit erhöhtem Rededrang, aber ohne imponierende massge
ben
de neuropsychiatrische Auffälligkeiten. Insbesondere lasse sich kein klassi
sches
F
r
ontalhirnsyndrom nachweisen. Ein nicht unerheblicher Teil dieser Be
funde müsse der relativ niedrigen Bildung und dem Nichtgebrauch von Fähig
keiten zugeordnet werden. Zudem müssten die Epilepsie, die eingenommene Medika
tion und der Status nach traumatischer Hirnverletzung
vom 27. Dezember 2010 genannt
werden, wobei eine genaue
quantifizierte Zuord
nung in der nach
fol
genden Beurteilung versucht werde. Bildungsadaptiert
dürften die Befunde einer knapp mittelschweren kognitiven Störung entspre
chen. Im Befund des
neuro
psychiatrischen
Experten seien
bezogen auf die Un
tersuchung vom 25. April 2012 keine Hinweise auf ein umschriebenes psycho
pathologisches Syndrom zu finden. Anamnestisch dürften intermittierend ge
wisse affektive Probleme be
stehen, wobei nicht klar sei, ob es sich um Symp
tome, welche einer depressiven Störung zuzuordnen seien, handle. Die Ausfüh
rungen der Beschwerdeführerin
könnten auf eine intermittierend auftretende Affektstörung mit gemischter Beein
trächtigung von Gefühlen hindeuten, wobei darauf hinzuweisen sei, dass
von der behandelnden Institution (
C._
) eine af
fektive Problematik nicht diagnos
tiziert wor
den sei. Somit könne aktuell le
d
i
g
lich der Verdacht auf eine
Affekt
störung
geäussert werden. Inwiefern die im Bericht
des
C._
vom 4. Juli 2011
festgehaltene Diagnose einer organischen Persönlichkeits- und Verhaltens
stö
rung nach wie vor aufrechterhalten werden könne, könne anhand der verfüg
baren Informationen mit fehlenden konkreten Hinweisen auf
die
prätrauma
ti
sche
Verhaltensweise nicht beurteilt werden. Diesbezüglich seien keine Vergleiche
mit dem prätraumatischen Zustand der Beschwerdeführerin möglich. Dennoch müsse darauf hingewiesen werden, dass die Diagnose einer organischen
Persön
lichkeits
- und Verhaltensstörung durch die behandelnde Institution in den zur Verfügung stehenden Akt
en nicht wie
derholt worden sei.
3.2
In der Ergänzung zum Gutachten
der Klinik
H._
vom 29. Januar 2013
(Urk. 9/M41)
nahmen die Gutachter zum Bericht von
Dr.
D._
vom
1
9. März 2012
(Urk. 9/M34)
sowie zum Bericht des
A._
vom
11. April 2012 (Urk. 9/M38)
Stellung. Sie führten im Wesentlichen aus,
Dr.
D._
halte in ihrem Bericht
fest, die Beschwerdeführerin habe zu Beginn der Behandlung (5. September 2011)
ein „mittelgradiges bis schweres depressives Zustandsbild“ sowie eine schwere Schlafstörung (wegen schmerzhafter linker Schulter) aufgewiesen. Hin
sichtlich der Ausführung betreffend ein „mittelgradiges bis schweres depressives
Zu
stands
bild
“ müsse auf die Feststellungen von
Dr.
F._
anlässlich der Konsultation vom 17. August 2011 (Bericht vom 26. Oktober 2011) hinge
wiesen werden
.
Dr.
F._
habe keine psychischen Beschwerden doku
mentiert, sondern lediglich auf eine massive Verlangsamung der Beschwerde
führerin hingewiesen, die bereits vor dem Unfall vorhanden gewesen sei.
Im Bericht der Hausärztin werde somit einerseits auf eine vor dem
Unfall vom 27. Dezember 2010 bestehende Problematik (eine massive Verlangsamung) hin
gewiesen, welche auf eine vorbestehende Antriebsstörung hindeute. Anderer
seits müsse aufgrund des erwähnten Berichts der Hausärztin festgestellt werden, dass sich die psychische Problematik bis hin zum Beschwerdebild eines „mittel
gradigen
bis schweren depressiven Zustandsbildes“ innerhalb von rund zwei Wochen ent
wickelt habe (Untersuchung bei der Hausärztin am 17. August 2011, Beginn der Behandlung bei der Psychiaterin am 5. September 2011), was die Assoziation auf eine Stimmungsschwankung wecke. Hinsichtlich der affektiven Problematik sei zudem auf den Bericht der Neurologischen Klinik des
A._
vom 8. Mai 2008
hinzuweisen, wo als „Nebendiagnosen“
nebst episodischen Span
nungskopf
schmer
zen eine anamnestisch erhärtete depressive Episode erwähnt worden sei. Schon damals (8. Mai 2008) sei eine installierte antidepressive Be
handlung do
ku
mentiert worden. Auch im
Bericht vom 21. Dezember 2004 sei die Anam
nese mit depressiver Episode erhoben worden.
Eine Affektarmut sei
ebenfalls vor
dem Unfall erwähnt
worden
(Bericht vom 26. Mai 2010). Die As
soziation, dass bei der Beschwerdeführerin eine Stimmungsschwankung vor
liege
,
sei begründet, da beispielsweise im Bericht vom 4. Juli 2011 des
C._
keine affektiven Prob
leme hervorgehoben worden seien. Der Hinweis auf eine
Stimmungsschwan
kung
ergebe sich auch aus einem weiteren Bericht des
C._
vom 16. September 2011, in welchem neben der allgemeinen Verlangsamung und
Dekonditionie
rung
, der verminderten Konzentrationsfähigkeit und der re
duzierten
Krankheits
ver
arbeitung
ausdrücklich auf eine emotionale Instabilität der Beschwerde
führerin hingewies
en worden sei. Alle
diese aktenkundigen Fakten seien von Bedeutung hinsichtlich der Interpretation der affektiven Probleme, was weiter unten aufgeführt werde (
Urk.
9/M41 S. 2 f.).
Die Gutachter hielten sodann fest
(Urk. 9/M41 S. 3 f.)
, dass auch die von der Psychiaterin im Bericht vom 19. März 2012 erwähnten Auffassungsstörungen, Konzentrations
störungen, Merkfähigkeits- und Gedächtnisstörungen sowie das
erwähnte verlangsamte, teilweise umständliche Denken (was als psycho-kogni
tive
Phänomene zu werten sei)
gemäss dem Bericht vom 26. Mai 2010
vorbe
stehend
seien.
Weiter erwähne die Psychiaterin Ängste (hypochondrische und Ängste
vor erneuten Stürzen), dazu Beziehungsideen, olfaktorische und akusti
sche Hallu
zinationen,
Derealisation
und Depersonalisation sowie Beeinträchti
gungen der
Affektivität (Ratlosigkeit, Affektarmut,
Deprimiertheit
, Ängstlich
keit), phasen
weise Dysphorie, innere Unruhe, Affektlabilität, Insuffizienzgefühle. Hier sei unter
anderem auf Ausführungen im Bericht des
A._
, Neurologische Klinik und
Poliklinik, vom 2. Januar 2008 (wahrscheinlich 2. Januar 2009) hin
zuweisen. Dari
n werde gestützt auf Ausführungen der Familie der Beschwerde
führerin auf
sich wiederholende
stuporöse
Zustände, Episoden von sinnlosen und unerklär
lichen, über einige Stunden anhaltenden sinnlos erscheinenden Handlungen, die offensichtlich verdächtig seien auf dissoziative Phänomene, hingewiesen. Hervor
gehoben werden müsse ferner, dass die von der Psychiate
rin erwähnten
Wahr
nehmungsstörungen
(olfaktorisch
e
und akustische Halluzi
nationen) dring
end verdächtig seien auf epileptische Aktivität, die sich nicht zwingend in Form von Grand-M
al
Anfällen manifestieren müsse
.
Es handle sich bei allen von der behandelnden Psychiaterin erwähnten Symptomen, die sowohl im
prätrauma
tischen
als auch im posttraumatischen Verlauf erwähnt worden seien, um psychische beziehungsweise psychopathologische Phänomene, welche bei einer Epilepsie vorkommen könnten.
Hinsichtlich der kognitiven Beeinträchtigung führten die Gutachter sodann aus
(Urk. 9/M41 S. 4 f.)
, der ischämische Infarkt im Versorgungsgebiet der
Arteria
cerebri
media
links im April 1998 könne durchaus eine hirnorganische Störung im entsprechenden Gebiet hinterlassen haben, die nicht zwingend mit einer bildgebenden Untersuchung erfasst werden könne. Der Media-Infarkt könne hin
gegen durchaus ein Teilgrund der dokumentierten neurokognitiven und psychischen Störungen sein, wie auch die später diagnostizierte Epilepsie, ins
be
sondere da sie maligne Qualitäten aufweise (stattgehabter Status
epilepticus
). Zusätzlich gelte es
,
die eingesetzte Medikation zu berücksichtigen, die zwar wegen der Epilepsie nötig sei, jedoch zu diversen psycho-kognitiven Störungen beitragen könne.
Auch alle anderen bei der Beschwerdeführerin bereits vor dem Unfall vom 27. Dezember 2010 dokumentierten neuropsychologischen Defizite könnten darauf zurückgeführt werden, zumal im Verlauf der Jahre eine nega
tive Wechselwirkung der verschiedenen Beschwerden keinesfalls ausgeschlossen sei. Es müsse
aufgrund der Aktenlage angenommen werden, dass bei der Be
schwerdeführerin schon vor dem Unfall vom 27. Dezember 2010 eine
hirnor
ganische
Störung bestanden habe. Die bescheidene schulische Bildung der Beschwerdeführerin werfe ebenfalls Fragen auf betreffend die Grundlagen der
prämorbiden kognitiven Leistungsfähigkeit sowohl vor dem ischämischen In
farkt
als auch vor dem Unfall vom 27. Dezember 201
0.
Sämtliche vorgenann
ten, hinsichtlich der Ätiologie der affektiven Problematik wichtigen Faktoren seien im Bericht der behandelnden Psychiaterin vom 19. März 2012 n
icht di
s
kutiert worden. Zwischen dem
Bericht
vom 19. März 2012
und dem Gutachten ergäben sich somit lediglich hinsichtlich der Interpretation der Genese der af
fektiven Störung Unterschiede. Die Psychiaterin habe die affektive Störung ausschliess
lich auf den Unfall vom 27. Dezember 2010 zurückgeführt, was ge
stützt auf die vorgenannten Ausführungen nicht statthaft sei. Es sei im Beson
deren hervorzu
heben, dass die Interpretation der affektiven Probleme der Be
schwerdeführerin
im Gutachten vom 16. Juli 2012 keinesfalls einseitig erfolgt sei, da differential
diagnostisch die hirnorganisch bedingte affektive Störung er
wähnt worden sei. Die Erwähnung der hirnorganisch bedingten Störung bedeute hingegen nicht, dass diese auf den Unfall zurückzuführen sei.
4.
4.1
Das Gutachten der Klinik
H._
vom 16. Juli 2012
sowie dessen
Ergänzung vom 29. Januar 2013 vermögen
die an eine bewei
skräftige ärztli
che Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen (E. 1.4).
So tätigten die Gutachter
sorgfäl
tige, umfassende Abklärungen,
untersuchten die Beschwerde
fü
hrerin profund
,
berücksich
tig
ten
die ge
klagten Beschwerden und begründeten ihre Einschätzung in nachvoll
zieh
ba
rer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
.
Sie
beantworteten in
schlüssiger
Weise die
unfallversicherungs
spezifischen
Fragen der Beschwerdegegnerin,
setzten sich eingehend mit dem bei der Beschwerdeführerin bereits vor dem Unfall vom 27. Dezember 2010 be
stehenden krankhaften Vorzustand auseinander und begründeten ihre Einschät
zung anschaulich, gut verständlich und detailliert.
Damit erfüllt das Gutachten sämtliche Kriterien, denen ein beweistaugliches Gutachten zu genügen hat. Es ist daher eine zuverlässige Beurteilungsgrundlage.
4.
2
Der Umstand, dass die Gutachter zum Bericht der behandelnden Psychiaterin, Dr.
D._
, vom 19. März 2012 (Urk. 9/M34) sowie zum Bericht des
A._
vom 11. April 2012 (Urk. 9/M38)
erst in der Ergänzung zum Gutachten vom 29. Janu
ar 2013 (Urk. 9/M41)
Stellung nahmen, ändert nichts an der Verwert
barkeit des (Gesamt-)Gutachtens. Die Berichte
von Dr.
D._
und des
A._
wurden den Gutachtern
von der Beschwerdegegnerin
zwar
nach der Auf
trags
erteilung zugestellt
und gingen aus
nicht genau rekonstruierbaren Gründen
unter (Urk. 9/M41 S. 1 f.). Das Versäumte holten die Gutachter
jedoch in der
ergänzenden, ausführlichen
Stellungnahme vom 29. Januar 2013 nach
.
Die Be
hauptung der Beschwerdeführerin
,
die Gutachter wollten mit ihren ergänzenden Ausführungen davon ablenken, dass sie die Beschwerdeführerin nicht vollstän
dig psychiatrisch untersucht und die Unvollständigkeit der Akten nicht bemerkt hätten (Urk. 1 S. 7),
stösst
sodann
ins Leere
. Die Beschwerdeführerin wurde
am 25. April 2012 sowie am 23. Mai 2012
von den Gutachtern
umfassend unter
sucht (Urk. 9/M37 S. 17 ff.).
Das
im Anschluss daran verfasste Gutachten sowie
dessen Ergänzung
zeichnen
zudem
ein vollständig
es
und in sich schlüssiges
Bild
.
4.3
Dass die Gutachter kein psychisches Leiden diagnostiziert hätten (vgl. das Vorbringen der Beschwerdeführerin; Urk. 1 S. 7), trifft nicht zu. Es wurde der
Ver
dacht auf eine intermittierend auftretende gemischte affektive Störung,
diffe
rentialdiagnostisch
hirnorganisch bed
ingte affektive Störung,
geäussert
. Im Zeit
punkt der Exploration bestanden jedoch keine Anhaltspunkte für affektive
Störungen,
was von den Gutachtern nachvollziehbar
dargestellt wurde. Sie hielten
zudem
fest, anamnestisch dürften intermittierend gewisse affektive Proble
me bestehen, wobei nicht klar sei, ob es sich um Symptome, welche einer depressiven Störung zuzuordnen seien, handle. Die Ausführungen der Be
schwerdeführerin könnten auf eine intermittierend auftretende Affektstörung mit gemischter Beeinträchtigung von Gefühlen hindeuten, wobei darauf hinzu
weisen sei, dass von der behandelnden Institution (
C._
) eine affektive Proble
matik nicht diagnostiziert worden sei. Somit könne aktuell lediglich der Ver
dacht auf eine Affektstörung geäussert werden
(E. 3.1)
.
Die
Gutachter
hielten
einen Zusammenhang zwischen dem Unfall und
der psychischen Symptomatik für
möglich
(Urk. 9/M37 S. 44)
, jedoch nicht
für
überwiegend wahrscheinlich. Vielmehr betrachteten sie die Epilepsie als hauptursächlich für die
affektive
Problematik (Urk. 9/M41 S. 2
ff.).
Ob anlässlich der Konsultation vom 17. Augus
t 2011 bei Dr.
F._
eine psychische Störung bestand oder nicht
(vgl. Urk. 1 S. 8)
,
erweist sich vor diesem Hintergrund als nicht
ent
scheidrelevant
.
Der Hinweis der Beschwerdeführerin, Prof.
I._
habe eine
neuropsychia
trische
, aber keine psychiatrische Untersuchung durchgeführt (Urk. 1 S. 11),
ist sodann
nicht zielführend. Prof.
I._
ist Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie.
Dem Umstand, dass
Dr.
D._
der Beschwerdeführerin auch in ihrem
Bericht vom 25. August 2014 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aufgrund von orga
nisch bedingten Psychose- und Zwangssymptomen attestierte und auf mehrere Phasen einer schweren Depressivität hinwies (Urk. 9/M44)
,
hielt die
Beschwer
degegnerin
in der Beschwerdeantwort
vom 13. Februar 2015
zu Recht entgegen, dass die auf die psychische Störung entfallende Beeinträchtigung der Leis
tungs
fähigkeit nicht ursächlich dem Unfallereignis zugeordnet werden könne
und dass sich
Dr.
D._
nicht auf eine neuropsychologische Testung als Grundlage abstütze
(Urk. 8 S. 6).
Anzufügen bleibt
, dass in Bezug auf Dr.
D._
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass behandelnde Ärzte und Ärz
tinnen mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung in
Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE
125 V 351 E. 3b/cc).
4.4
Dass
den Gutachtern die auf Seite 7 des Austrittsberichts der
Klinik B._
vom 23. Mai 2011 erwähnten weiteren Berichte zur Psychosomatik, Neu
ropsychologie und zum MRI Schädel sowie das Laborblatt (Urk. 9/M12 S. 7)
nicht
vorgelegen haben soll
en
(vgl. das Vorbringen der Beschwerdeführerin; Urk. 1 S. 7 f.)
, darf bezweifelt werden. Im Gutachten vom 16. Juli 2012 wiesen
die Gutachter auf den neuropsychologischen Befund der Untersuchungen vom 6. und 16. Mai
2011 in der
Klinik B._
hin und zitierten daraus (Urk. 9/M37 S. 35)
.
Doch selbst wenn den Gutachtern nicht sämtliche Beilagen
des Austrittsberichts der
Klinik B._
vom 23. Mai 2011 vorgelegen hätten,
würde
dies nicht
schaden
.
Der
Austrittsbericht
der
Klinik B._
vom 23. Mai
2011
enthielt
eine
zusammenfassende Beurteilung (Urk. 9/M12 S.
2
f.), welche
von den
Gutachter
n
zur Kenntnis
genommen
und
bei ihrer
Einschätzung
eingehend
berücksichtigt wurde
.
Insbesondere äusserten
sich
die Gutachter
zu depressiven Symptomen, Halluzinationen und einer
organischen
Persönlich
keits
- und Verhaltensstörung und legten in nachvollziehbarer Weise und in Übereinstimmung mit den Akten dar, dass diese nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch den Unfall hervorgerufen w
orden
, sondern bereits vor dem Unfall aufgetreten
seien
und im Zusammenhang mit der epileptischen Aktivität gesehen werden müssten
(E. 3.1)
.
Dass im Austrittsbericht der
Klinik B._
festgehalten wurde, es liege eine schwere Leistungsminderung infolge einer psychiatrisch-neuropsychologischen Funktionsstörung vor, welche Folge einer primär hirnorganischen Schädigung sei (Urk. 9/M12 S. 3)
, ändert an der Nachvollziehbarkeit der gutachterlichen Feststellungen
ebenfalls
nichts.
Die Gutachter wiesen zu Recht darauf hin, dass die Erwähnung der hirnorganisch bedingten Störung nicht
bedeute, dass diese auf den Unfall zurückzuführen sei (Urk. 9/M41 S. 5).
Die Ärzte der
Klinik B._
setzten
sich
jedenfalls
nicht
m
it allfälligen Auswirkungen des ischämischen Insults aus dem Jahr 1998, der seit diesem Jahr vorbestehenden Epilepsie sowie einer vorbestehenden
Affekt
labilität
auseinander
und grenzten die hirnorganischen Störungen nicht in ihrer Kausalität voneinander ab.
4.5
Hinsichtlich der Beweislastre
gel bei einem Vorzustand ist der Beschwerdeführe
rin
beizupflichten (vgl. das Vorbringen in Urk. 1 S. 10):
Wird durch den Unfall
ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der
natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der
Gesundheits
scha
den
nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7
E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Aus
wirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine
anspruchs
auf
hebende
Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammen
hang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversi
cherer
(RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese
Be
weis
grundsätze
gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spät
folgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesge
richts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Errei
chen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch besteh
enden Beschwerden.
Die Gutachter legten
entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin nach
vollziehbar dar, weshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
vom Erreichen
des Vorzustandes auszugehen
ist
.
Einzig
die Verschlimmerung der neuropsy
chologischen Defizite von einer leichten bis mässigen zu einer mittelschweren Störung
betrachteten sie als unfallkausal
und bewerteten die
Zunahme mit 15 %
(Urk. 9/M37 S. 44 f. und S. 51)
.
Hinsichtlich der
Epilepsie ist
der Verlauf abzu
warten (Urk. 9/M37 S. 45).
Die Festsetzung der Integritätsentschädigung auf 15 % (Urk. 9/M37 S. 64) er
weist sich angesichts der Zunahme der kognitiven Defizite um 15 % als ange
messen. Weshalb die Integritätsentschädigung auf 30 % festgesetzt werden sollte, konnte die Beschwerdeführerin nicht nachvollziehbar darlegen (Urk. 1 S. 10 f.).
In diesem Sinne kann auf die Ausführungen der Beschwerdegegnerin zur Bemessung der Integritätsentschädigung (Urk. 2 S. 9) verwiesen werden.
4.6
Die Beschwerdeführerin vermag sodann auch mit ihren übrigen Einwänden nicht durchzudringen.
Es ist
auf die
nachvollziehbare
gutachterliche Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
abzustellen
.
Die Gutachter hielten fest, beim Unfall vom 27. Dezember 2010 habe die Beschwerdeführerin keine Verletzungen erlitten, welche sich
auf Belastungen, das
Heben oder Tragen,
die Haltungen und die Fortbewegung auswirkten. Zugleich müsse anhand der aktuellen Befunde her
vorgehoben werden, dass aufgrund der verfügbaren kognitiven Funktionen keine
Beeinträchtigung für Tätigkeiten vom Typus, wie sie die Beschwerdefüh
rerin vor dem Unfall ausgeübt
gehabt
habe, best
eh
e. Ebenfalls liessen sich keine anhal
tenden psychischen oder verhaltensmässigen Störungen mit Auswir
kungen auf die
Arbeitsfähigkeit nachweisen. Es müsse dennoch erwähnt wer
den, dass künf
tig in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung des epilepti
schen Leidens auch die kognitiven, psychischen und verhaltensmässigen As
pekte des Funktio
nie
rens in Mitleidenschaft gezogen werden könnten (Urk. 9/M37 S. 45 f.).
Die Beschwerdegegnerin hielt zutreffend fest, g
estützt auf die gutachterlichen Ausführungen bestehe nach erfolgtem
Einkommensver
gleich
kein Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung (Urk. 2 S. 9).
Darauf sowie a
uf den
von der Beschwerdegegnerin getätigten
Einkom
mensvergleich
(Urk. 2 S. 7 f.)
kann verwiesen werden.
5.
Nach dem Gesagten erweist sich der
Einspracheentscheid
der
Beschwerdegegne
rin
vom
25. September 2014 als rechtens, womit
die Beschwerde abzuweisen
ist
.