Decision ID: d95b5d94-2cae-5929-809e-eec1200a73be
Year: 2015
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der 1962 geborene A._ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwer-
deführer) ist Schweizer Staatsbürger, wohnt in Kolumbien, wo seine Ehe-
frau bei der (...) in (...) tätig war, und ist der freiwilligen Alters-, Hinterlas-
senen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) angeschlossen (SAK-act. 12
und 13). Nachdem seine Ehefrau in die (...) nach (...) versetzt worden war,
hielt er sich eigenen Angaben zufolge zwischenzeitlich als ihre Begleitper-
son von 27. April 2009 bis 31. Juli 2012 in Indien auf (SAK-act. 43).
B.
Für die Beitragsjahre 2008 bis 2011 erhob die Schweizerische Ausgleichs-
kasse (nachfolgend: SAK oder Vorinstanz) beim Versicherten jeweils keine
Beiträge an die freiwillige AHV/IV, da sie ihn als nichterwerbstätig betrach-
tete und die von seiner Ehefrau an die obligatorische AHV/IV geleisteten
Beiträge ausreichten, damit seine Beiträge als bezahlt galten (SAK-act. 27,
30, 35 und 41).
C.
Am 30. März 2013 reichte der Versicherte der SAK für die Bemessung der
Beiträge an die freiwillige AHV/IV für das Jahr 2012 das entsprechende
Formular ein und verwies dabei im Wesentlichen auf seine beigelegte
Steuererklärung 2011 aus Kolumbien. Er hielt zudem fest, dass er selb-
ständig im Immobilienmarkt arbeite, aber keine eigentliche Firma habe
(SAK-act. 46). In der Folge forderte die SAK den Versicherten mit Schrei-
ben vom 14. August 2013 auf, die Bilanz 2012 sowie die vollständig aus-
gefüllte Einkommens- und Vermögenerklärung einzureichen (SAK-act. 49).
Diese Aufforderung wiederholte sie unter Fristansetzung mit Erinnerung
vom 15. Oktober 2013 (SAK-act. 51) und Mahnung vom 17. Dezember
2013 (SAK-act. 52).
Am 12. Januar 2014 reichte der Versicherte die Einkommens- und Vermö-
gensdeklaration für das Jahr 2013 unter Beilage seiner Steuererklärung
2012 aus Kolumbien ein (SAK-act. 55). Mit E-Mail vom 7. Februar 2014
wies die Ehefrau des Versicherten unter Bezugnahme auf die Mahnung
vom 17. Dezember 2013 darauf hin, dass sie das Schreiben vom 14. Au-
gust 2013 nie erhalten und für das Jahr 2012 dieselben Dokumente wie in
den Vorjahren eingereicht hätten, weshalb unklar sei, welche weiteren Do-
kumente noch eingereicht werden müssten (SAK-act. 56).
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Die SAK ermittelte in der Folge gestützt auf die Angaben in der Steuerer-
klärung 2012 ein beitragspflichtiges Einkommen von COP 123'209'000.–
(umgerechnet CHF 64'068.68) und setzte mit Verfügung vom 4. März 2014
die Beiträge für das Jahr 2012 ausgehend von einem massgebenden Ein-
kommen von CHF 64'000.– auf CHF 6'585.60 (einschliesslich Verwal-
tungskostenbeitrag) fest (SAK-act. 57). Eine gegen diese Beitragsverfü-
gung erhobene Einsprache vom 11. März 2014 (SAK-act. 60) wies sie mit
Entscheid vom 8. April 2014 ab und hielt zur Begründung fest, dass der
Versicherte als Erwerbstätiger veranlagt werden müsse und bei der Fest-
setzung der Beiträge auf die zugesandte Steuererklärung abgestellt wor-
den sei. Von den ausgewiesenen Einkünften von COP 123'245'000.– seien
Spesen von COP 36'000.– in Abzug gebracht worden (SAK-act. 73).
D.
Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte mit Eingabe
vom 24. April 2013 (Poststempel) Beschwerde beim Bundesverwaltungs-
gericht und beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Ein-
spracheentscheids und eine Beitragsveranlagung als Nichterwerbstätiger.
Er machte im Wesentlichen geltend, dass er im Jahr 2012 wie früher keiner
Erwerbstätigkeit nachgegangen sei. Er habe irrtümlich das Formular für
selbständig Erwerbstätige ausgefüllt. Seine Einkünfte bestünden nur aus
Immobilienerträgen in der Höhe von COP 41'286'000.–. Der in der Steuer-
erklärung ebenfalls aufgeführte Geldzufluss von COP 82'792'000.– (umge-
rechnet CHF 44'000.– abzüglich Bankspesen) sei Teil des Erwerbseinkom-
mens seiner Ehefrau, den sie auf sein Konto überwiesen habe. Die AHV-
Beiträge, die seine Ehefrau bezahlt habe, würden wie bis anhin genügen,
um auch seine Beiträge als Nichterwerbstätiger zu decken (BVGer-act. 1).
E.
Die Vorinstanz schloss mit Vernehmlassung vom 21. Mai 2014 auf Abwei-
sung der Beschwerde. Zur Begründung hielt sie zusammengefasst fest,
dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Tätigkeit als selbständig er-
werbend einzustufen sei, kümmere er sich doch um einen grösseren Im-
mobilienpark mit einem ausgewiesenen Steuerwert von
COP 1'342'804'000.–. Die Behauptung des Beschwerdeführers, dass
seine Einkünfte von COP 123'209'000.– die Überweisung einer Lohnzah-
lung seiner Ehefrau von COP 82'792'000.– enthielten, sei nicht belegt
(BVGer-act. 3).
F.
In seiner Replik vom 15. Juni 2014 hielt der Beschwerdeführer an seinem
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Standpunkt fest. Ergänzend führte er aus, dass sein Immobilienvermögen
von COP 1'342'804'000.– (CHF 634'274.–), das auch sein Eigenheim be-
inhalte, in der Schweiz nicht mehr als einem kleinen Einfamilienhaus oder
einer mittleren Wohnung entspreche (BVGer-act. 5).
G.
Mit Duplik vom 30. Juli 2014 beantragte die Vorinstanz sinngemäss die
teilweise Gutheissung der Beschwerde. Sie hielt daran fest, dass der Be-
schwerdeführer als erwerbstätig zu qualifizieren sei. Der Betrag von
CHF 44'000.– könne jedoch von der Taxationsgrundlage in Abzug gebracht
werden, da nun klar feststehe, dass es sich dabei um das Einkommen der
Ehefrau handle (BVGer-act. 7).
H.
Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist – soweit
erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig (Art. 85bis Abs. 1 AHVG [SR 831.10] sowie Art. 31, 32
und 33 Bst. d VGG) und der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene
Verfügung besonders berührt und hat an deren Aufhebung bzw. Abände-
rung ein schutzwürdiges Interesse, weshalb er beschwerdelegitimiert ist
(Art. 48 Abs. 1 VwVG; siehe auch Art. 59 ATSG [SR 830.1]). Auf die frist-
und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 24. April 2014 ist daher
einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG; siehe auch Art. 60
ATSG).
2.
Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet der
Einspracheentscheid vom 8. April 2014, mit dem die Vorinstanz die Bei-
träge des Beschwerdeführers an die freiwillige AHV/IV für das Jahr 2012
festgelegt hat. Streitig und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen ist
insbesondere, ob der Beschwerdeführer als erwerbstätig oder nicht er-
werbstätig im Sinne des AHVG zu qualifizieren ist (Beitragsstatus).
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3.
Der in Kolumbien lebende Beschwerdeführer ist Schweizer Staatsbürger.
Mangels eines zu beachtenden Sozialversicherungsabkommens richtet
sich die Beurteilung der umstrittenen Beitragsfestlegung ausschliesslich
nach schweizerischem Recht. Dabei sind in zeitlicher Hinsicht grundsätz-
lich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu
Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung hatten (BGE 130 V 329
E. 2.3). Massgebend sind hier folglich jene Normen, die im strittigen Bei-
tragszeitraum (hier: Beitragsjahr 2012) in Kraft standen, insbesondere die
entsprechenden Bestimmungen des AHVG und der Verordnung vom
26. Mai 1961 über die freiwillige Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenver-
sicherung (VFV, SR 831.111).
4.
4.1 Art. 2 Abs. 1 AHVG bestimmt, dass Schweizer Bürger und Staatsange-
hörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft oder der Euro-
päischen Freihandelsassoziation, die nicht in einem Mitgliedstaat der Eu-
ropäischen Gemeinschaft oder der Europäischen Freihandelsassoziation
leben, der freiwilligen Versicherung beitreten können, falls sie unmittelbar
vorher während mindestens fünf aufeinander folgenden Jahren obligato-
risch versichert waren.
4.2 Der Bundesrat erlässt ergänzende Vorschriften über die freiwillige Ver-
sicherung; er bestimmt insbesondere die Frist und die Modalitäten des Bei-
tritts, des Rücktritts und des Ausschlusses. Ferner regelt er die Festset-
zung und Erhebung der Beiträge sowie die Gewährung von Leistungen
(Art. 2 Abs. 6 Satz 1 AHVG). Der Bundesrat hat von dieser Kompetenz
insbesondere mit Erlass der VFV Gebrauch gemacht. Soweit die VFV
keine abweichenden Bestimmungen enthält, finden im Bereich der freiwil-
ligen AHV die einschlägigen Bestimmungen der AHVV (SR 831.101) und
der IVV (SR 831.201) Anwendung (Art. 25 VFV).
4.3 Nach Art. 3 Abs. 1 AHVG und Art. 13a Abs. 1 und 2 VFV sind die versi-
cherten Personen beitragspflichtig, solange sie einer Erwerbstätigkeit
nachgehen. Für Nichterwerbstätige beginnt die Beitragspflicht am 1. Ja-
nuar nach Vollendung des 20. Altersjahres und dauert bis zum Ende des
Monats, in welchen Frauen das 64. und Männer das 65. Altersjahr vollen-
det haben. Bei nichterwerbstätigen Ehegatten von erwerbstätigen Versi-
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cherten gelten die eigenen Beiträge als bezahlt, sofern der Ehegatte Bei-
träge von mindestens der doppelten Höhe des Mindestbeitrages bezahlt
hat (Art. 3 Abs. 3 Bst. a AHVG, Art. 13a Abs. 3 Bst. a VFV).
4.4 Die Bemessung der Beiträge von Nichterwerbstätigen richtet sich nach
Art. 10 AHVG und Art. 28 AHVV. Art. 10 Abs. 1 Satz 1 AHVG legt fest, dass
sich die Beiträge von Nichterwerbstätigen nach ihren sozialen Verhältnis-
sen zu richten haben. Nach Art. 28 Abs. 1 AHVV bemessen sich die Bei-
träge der Nichterwerbstätigen, für die nicht der jährliche Mindestbeitrag ge-
mäss Art. 10 Abs. 2 AHVG vorgesehen ist, aufgrund ihres Vermögens und
Renteneinkommens, wobei die (Invaliden-)Renten nach Art. 36 und Art. 39
IVG nicht zum Renteneinkommen gezählt werden.
4.5 Die Beiträge der erwerbstätigen Versicherten werden in Prozenten des
Einkommens aus unselbständiger und selbständiger Erwerbstätigkeit fest-
gesetzt (Art. 4 Abs. 1 AHVG). Nach Art. 9 Abs. 1 AHVG ist Einkommen aus
selbständiger Erwerbstätigkeit jedes Erwerbseinkommen, das nicht Entgelt
für in unselbständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt. Als selbständiges
Einkommen gelten laut Art. 17 AHVV alle in selbständiger Stellung erzielten
Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirt-
schaftsbetrieb, aus einem freien Beruf, sowie aus jeder anderen selbstän-
digen Erwerbstätigkeit, einschliesslich der Kapital- und Überführungsge-
winne nach Art. 18 Abs. 2 DBG (SR 642.11) und der Gewinne aus der Ver-
äusserung von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken nach Art. 18
Abs. 4 DBG, mit Ausnahme der Einkünfte aus zu Geschäftsvermögen er-
klärten Beteiligungen nach Art. 18 Abs. 2 DBG.
4.6 Der Begriff der Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 4 Abs. 1 AHVG setzt
nach konstanter Rechtsprechung die Ausübung einer auf die Erzielung von
Einkommen gerichteten bestimmten (persönlichen) Tätigkeit voraus, mit
welcher die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erhöht werden soll. Für die
Beantwortung der Frage, ob Erwerbstätigkeit vorliegt, kommt es nicht da-
rauf an, wie ein Beitragspflichtiger sich selber - subjektiv - qualifiziert. Ent-
scheidend sind vielmehr die tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse
und Gegebenheiten, die durch eine Tätigkeit begründet werden oder in de-
ren Rahmen eine solche ausgeübt wird. Mit anderen Worten muss die be-
hauptete Erwerbsabsicht aufgrund der konkreten wirtschaftlichen Tatsa-
chen nachgewiesen sein. Wesentliches Merkmal einer Erwerbstätigkeit ist
sodann eine planmässige Verwirklichung der Erwerbsabsicht in der Form
von Arbeitsleistung, welches Element ebenfalls rechtsgenüglich erstellt
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sein muss. Entsprechend dieser Legaldefinition besteht ein direkter Zu-
sammenhang zwischen der Erwerbstätigkeit des Versicherten und dem da-
raus resultierenden Zufluss von geldwerten Leistungen (BGE 139 V 12 E.
4.3 mit Hinweisen).
4.7 Nicht unter den Begriff der selbständigen Erwerbstätigkeit im Sinne von
Art. 9 Abs. 1 AHVG und Art. 17 AHVV fällt die blosse Verwaltung des eige-
nen Vermögens; der daraus resultierende reine Kapitalertrag unterliegt da-
her nicht der Beitragspflicht (vgl. BGE 136 V 258 E. 2.2.2; BGE 134 V 250
E. 3.1). Anders verhält es sich, wenn die Vermögensverwaltung eine er-
werbliche Tätigkeit im AHV-beitragsrechtlichen Sinne darstellt (UELI KIE-
SER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AHVG, 3. Aufl. 2012, Art. 9,
Rz. 25).
4.8 Ausgangspunkt für die Beurteilung der Frage, ob Einkünfte oder Ver-
mögenszuwächse (Erträge, Gewinne) aus einer selbständigen Erwerbstä-
tigkeit im Sinne von Art. 4 Abs. 1 und Art. 9 Abs. 1 AHVG herrühren, bildet
praxisgemäss die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Abgrenzung
zwischen Privat- und Geschäftsvermögen bei der Besteuerung von Kapi-
talgewinnen. Danach besteht das entscheidende Kriterium für die Zutei-
lung eines Vermögenswertes zum Geschäftsvermögen darin, dass es für
Geschäftszwecke erworben worden ist (Erwerbsmotiv) oder dem Geschäft
tatsächlich dient (Zweckbestimmung). Wo sich die Zugehörigkeit nicht
ohne weiteres aus der äusseren Beschaffenheit des Vermögenswertes
ergibt, wie dies häufig bei Alternativgütern der Fall ist, die sowohl mit dem
Geschäft im Zusammenhang stehen als auch ausschliesslich für eine pri-
vate Verwendung geeignet sein können, ist darüber auf Grund einer Wür-
digung aller für die Bestimmung der technisch-wirtschaftlichen Funktion
des betreffenden Gegenstandes bedeutsamen Umstände zu entscheiden
(vgl. BGE 125 V 386 E. 2 mit Hinweisen).
4.9 Ob eine Erwerbstätigkeit vorliegt, ist immer nach der Gesamtheit der
Umstände zu beurteilen. Als Indizien für eine über die blosse Vermögens-
verwaltung hinausreichende Erwerbstätigkeit fallen bei Liegenschaftsge-
winnen etwa die (systematische oder planmässige) Art und Weise des Vor-
gehens, die Häufigkeit von Liegenschaftsgeschäften, der enge Zusam-
menhang eines Geschäftes mit der beruflichen Tätigkeit des Steuerpflich-
tigen, spezielle Fachkenntnisse, die Besitzesdauer, der Einsatz erheblicher
fremder Mittel zur Finanzierung der Geschäfte oder die Verwendung des
erzielten Gewinns bzw. die Wiederanlage in Liegenschaften in Betracht.
Jedes dieser Indizien kann zusammen mit andern, im Einzelfalle jedoch
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unter Umständen auch bereits allein zur Annahme einer Erwerbstätigkeit
ausreichen (vgl. Urteil des BGer H 2010/06 vom 22. Juni 2007 E. 4 mit
Hinweisen). Vermietertätigkeit erhält erst dann betrieblichen Charakter,
wenn sie die blosse Gebäudeverwaltung übersteigt (vgl. Urteil des BGer
9C_86/2009 vom 30. Juni 2010 E. 4.3).
5.
5.1 Die Vorinstanz geht davon aus, dass der Beschwerdeführer im Bei-
tragsjahr 2012 aufgrund seiner Tätigkeit im Zusammenhang mit seinen Im-
mobilien als selbständig erwerbend einzustufen ist. Der Beschwerdeführer
ist der Ansicht, dass er wie bis anhin als Nichterwerbstätiger zu qualifizie-
ren sei.
5.2 Der Beschwerdeführer hat bezüglich seiner Einkommens- und Vermö-
gensverhältnisse für das Jahr 2012 das am 30. März 2013 unterzeichnete
Formular "Erklärung über Einkommen und Vermögen zwecks Festsetzung
der Beiträge 2012" eingereicht (SAK-act. 46). Er beschränkte sich dabei
darauf, sein Vermögen sowie das Erwerbseinkommen seiner Ehefrau an-
zugeben, und verwies des Weiteren auf seine beigelegte Steuererklärung
2011 aus Kolumbien. Bei der Frage, ob er eine Erwerbstätigkeit ausübe,
kreuzte er «Ja» an und gab im Kommentarfeld an «Ich arbeite selbständig
im Immobilienmarkt. Habe keine eigentliche Firma. Siehe Steuererklä-
rung.» Die Vorinstanz hat den Beschwerdeführer in der Folge mit Schrei-
ben vom 14. August 2013 aufgefordert, weitere Unterlagen im Zusammen-
hang mit seiner selbständigen Erwerbstätigkeit einzureichen (SAK-act. 49).
Diese Aufforderung wiederholte sie mit Erinnerung vom 15. Oktober 2013
(SAK-act. 51) und Mahnung vom 17. Dezember 2013, wobei sie ihn auf die
Möglichkeit des Ausschlusses aus der freiwilligen Versicherung infolge feh-
lender Mitwirkung hinwies (SAK-act. 52). Nachdem der Beschwerdeführer
bezugnehmend auf diese Mahnung (durch seine Ehefrau) mit E-Mail vom
7. Februar 2014 nachfragen liess, welche weiteren Dokumente noch zuge-
stellt werden müssten, und darauf hinweisen liess, dass nie ein Schreiben
vom 14. August 2013 bei ihnen angekommen sei (SAK-act. 56), setzte die
Vorinstanz die Beiträge für das Jahr 2012 gestützt auf die Angaben in der
zwischenzeitlich eingereichten Steuererklärung 2012 durch die angefoch-
tene Veranlagungsverfügung fest.
5.3 Aus der Steuererklärung des Beschwerdeführers aus Kolumbien für
das Jahr 2012 ergibt sich, dass er Einkünfte von insgesamt
COP 124'078'000.– erzielt hat. Diese bestehen aus Zinserträgen von COP
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833'000.– und sonstigen Einkünften (Mieteinnahmen etc.) von
COP 123'245'000.–. Als Bestandteil der sonstigen Einkünfte sind nicht
steuerbare Einkünfte von COP 82'792'000.– ausgewiesen. Im Ergebnis re-
sultiert ein (steuerbares) Nettoeinkommen von COP 42'286'000.–. Die Vo-
rinstanz hat das beitragspflichtige Einkommen auf COP 123'209'000.– fest-
gesetzt (COP 123'245'000.– abzüglich der Kosten von COP 36'000'000.–
). Wie der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde dargelegt hat, handelt
es sich bei den nicht steuerbaren Einkünften in der Höhe von
COP 82'792'000.– um eine Banküberweisung vom Gehaltskonto seiner
Ehefrau. Er hat mittels Bankbelegen aufgezeigt, dass sie ihm per 29. Ok-
tober 2012 diesen Betrag, welcher CHF 44'000.– abzüglich Bankspesen
entsprach, überwiesen hat (Beilagen zu BVGer-act. 1). Im Rahmen ihrer
Duplik vom 30. Juli 2014 hat die Vorinstanz anerkannt, dass es sich bei der
Zahlung in der Höhe von COP 82'792'000.– um kein beitragspflichtiges
Einkommen handelt. Das Bundesverwaltungsgericht kann sich der über-
einstimmenden Auffassung der Parteien aufgrund der Rechts- und Sach-
lage anschliessen. Strittig und zu klären bleibt damit noch, ob die Liegen-
schaftserträge des Beschwerdeführers als Ergebnis einer selbständigen
Erwerbstätigkeit oder im Rahmen der blossen Verwaltung eigenen Vermö-
gens angefallen sind.
5.4 Hinsichtlich der Liegenschaftserträge und des Immobilienvermögens
liegen lediglich die Angaben in der Steuererklärung 2012 aus Kolumbien
vor. Daraus ergibt sich, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2012 Mieter-
träge von netto COP 40'453'000.– (COP 124'078'000.– ./. COP 833'000.–
./. COP 82'792'000.–) erzielt und über ein Vermögen von
COP 1'342'804'000.– verfügt hat, wobei es sich eigenen Angaben zufolge
um Immobilienbesitz handelt. Wie sich den Akten weiter entnehmen lässt,
wurde der Beschwerdeführer für die Beitragsjahre 2008 bis 2011 jeweils
als Nichterwerbstätiger qualifiziert, obwohl er bereits damals Liegen-
schaftserträge und Immobilienvermögen auswies (siehe Steuererklärun-
gen 2008 bis 2011, SAK-act. 28 S. 4, 34 S. 5, 37 S. 4 und 46 S. 6). Nach-
dem er sich im Rahmen der Einkommens- und Vermögensdeklaration für
das Jahr 2012 (erstmals) ausdrücklich als erwerbstätig bezeichnet hat, ist
es aber nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz seinen bisherigen Bei-
tragsstatus überprüfte und mit Schreiben vom 14. August 2013 weitere Un-
terlagen zu seiner Erwerbstätigkeit im Zusammenhang mit den Immobilien
einforderte. Diese Unterlagen hat er jedoch nicht eingereicht. Obwohl er
auf die Mahnung hin in einer E-Mail vom 7. Februar 2014 mitteilen liess,
dass er das (uneingeschrieben versandte) Schreiben vom 14. August 2013
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nicht erhalten habe, und ausdrücklich um Mitteilung ersuchte, welche Un-
terlagen er noch einreichen müsse, hat die Vorinstanz, ohne auf die An-
frage zu reagieren und weitere Abklärungen zu tätigen, kurz darauf allein
gestützt auf die Angaben in der Steuererklärung 2012 die Beiträge im Rah-
men einer ordentlichen Veranlagung festgelegt. Die Angaben aus der Steu-
ererklärung sind für die Frage, ob hier eine blosse Verwaltung des eigenen
Vermögens oder eine selbständige Erwerbstätigkeit im Sinne der oben zi-
tierten Rechtsprechung vorliegt, jedoch wenig ergiebig. So sind insbeson-
dere weder die Art und Anzahl der sich im Besitz des Beschwerdeführers
befindenden Liegenschaften, noch die jeweilige Besitzesdauer bekannt.
Auch ist nicht geklärt, ob er Handel mit Liegenschaften betreibt. Allein die
Höhe des Immobilienvermögens und der Liegenschaftserträge ist nicht
entscheidend. Der Sachverhalt ist in dieser Hinsicht somit nicht genügend
abgeklärt, weshalb die Streitsache nicht abschliessend materiell beurteilt
werden kann und zur Ermittlung des Beitragsstatus des Beschwerdefüh-
rers an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (Art. 61 Abs. 1 VwVG). Der Be-
schwerdeführer ist darauf hinzuweisen, dass er gemäss Art. 5 VFV gehal-
ten ist, der Vorinstanz alle zur Durchführung der freiwilligen Versicherung
benötigten Angaben zu machen und auf Verlangen deren Richtigkeit zu
belegen.
6.
Aus dem Dargelegten folgt, dass die Beschwerde insoweit gutzuheissen
ist, als der angefochtene Einspracheentscheid vom 8. April 2014 aufzuhe-
ben und die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Vo-
rinstanz zurückzuweisen ist (Art. 61 Abs. 1 VwVG).
7.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG), weshalb keine Ver-
fahrenskosten zu erheben sind. Dem obsiegenden (vgl. BGE 132 V 215 E.
6), nicht vertretenen Beschwerdeführer, sind keine unverhältnismässig ho-
hen Kosten entstanden, weshalb ihm keine Parteientschädigung zuzuspre-
chen ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 3 und 4 des Reglements
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die unterliegende Vo-
rinstanz hat ebenfalls keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art.
64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 VGKE, je e contrario; Art. 7 Abs. 3
VGKE).
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