Decision ID: b390843e-b497-4f0c-b414-5c285e64935a
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1971
geborene
X._
war
seit dem 2
6.
November 2018 als Recr
uiting Manager bei der
Y._
angestellt
, ehe das Arbeitsverhältnis seitens der Arbeitgeberin per 3
0.
April 2019 aufgelöst wurde
(Urk. 6/
6
1
). Am
3.
Juni 2019
meldete er sich beim Regionalen Arbeitsvermitt
lungszentrum (RAV)
Z._
zur
Arbeitsvermittlung an (Urk. 6/58
, vgl. auch
Urk.
6/59
)
und beantragte am
5.
Juni 2019 ab dem
1.
Juni 2019 Arbeitslosen
ent
schädigung (
Urk.
6/57)
. Mit Verfügung vom 1
6
.
Juli 2019
stellte das Amt für Wirt
schaft und Arbeit (AWA) den Versicherte
n
wegen ungenügenden persönlichen Arbeitsbemühungen
während der Kontrollperiode Juni 2019
für zwei
Tage in der Anspruchsberechtigung ein (Urk. 6/2). Die dagegen erhobene Einsprache vom
8
.
August 2019
(Urk. 6/3) wies das AWA mit
Einspracheentscheid
vom 2
6. Septem
b
er 2019
ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
2
.
Oktober 2019
Beschwerde und be
an
tragte
sinngemäss
die ersatzlose
Aufhebung des angefochtenen Entscheides
(Urk. 1
). Der Beschwerdegegner schloss mit Beschwerdeantwort vom
2
1.
Oktober 2019
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was dem Beschwerdeführer am
2
2.
Oktober
2019 mitgeteilt wurde (Urk. 7).
Der Einzelrichter

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Be
schwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen
ver
sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) muss die versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zustän
di
gen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermei
den oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nöti
genfalls auch
ausserhalb
ihres bisherigen Berufes. Sie muss ihre Bemühungen nachweisen können.
Gemäss
Art. 30 Abs. 1
lit
. c AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie sich persönlich nicht genü
gend um zumutbare Arbeit bemüht.
Gemäss
Art. 26 Abs. 2 Satz 1 der Verordnung über die obligatorische Arbeits
losenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) muss die versicherte Person den Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede Kontrollperiode spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag einreichen. Als Kontrollperiode gilt jeder Kalendermonat (Art. 27a AVIV). Die Arbeitsbemühungen werden nach Art. 26 Abs. 2 Satz 2 AVIV nicht mehr be
rücksichtigt, wenn die versicherte Person die Frist verstreichen lässt und keinen entschuldbaren Grund geltend macht. Die
Einstellung
erfolgt, ohne dass eine zu
sätzliche Frist gewährt werden müsste. Unerheblich ist, dass die Nachweise später erbracht werden, zum Beispiel in einem
Einspracheverfahren
(vgl. BGE 139 V 164 E. 3.2).
1.3
Bei der Beurteilung der Frage, ob sich eine versicherte Person genügend um zu
mutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität ihrer Bewerbungen von Bedeutung (BGE 139 V 524 E. 2.1.4, und 124 V 225 E. 4a je mit Hinweisen).
Dabei kommt es nicht auf den Erfolg der Arbeitsbemühungen an, sondern viel
mehr auf die Tatsache und Intensität derselben (BGE 124 V 225 E. 6; Urteil des Bundesgerichts C 16/07 vom 22. Februar 2007 E. 3.1). Die Arbeitsbemühungen müssen zudem umso intensiver sein, je weniger Aussicht eine versicherte Person hat, eine Stelle zu finden (vgl. Barbara Kupfer Bucher, Bundesgesetz über die obli
gatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung, 5.
Auf
lage,
Zürich/Basel/Genf 2019, S. 132).
Betreffend Quantität der persönlichen Arbeitsbemühungen können zwar keine eindeutigen Zahlenwerte angegeben werden, in der Regel müssen aber mindes
tens zehn bis zwölf geeignete Arbeitsbemühungen je Kontrollperiode nachge
wiesen werden (BGE 139 V 524 E. 2.1.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_917/2013 vom 4. März 2014 E. 2.2).
Eine in qualitativer Hinsicht genügende Suchbemühung setzt voraus, dass mit dem möglichen Arbeitgeber tatsächlich ein Kontakt zustande kommt. Ist eine telefonische Kontaktnahme nicht möglich, hat zwingend eine schriftliche Bewer
bung zu erfolgen oder die versicherte Person hat selber im Betrieb vorzusprechen (Urteil des Bundesgerichts C 275/05 vom 6. November 2006 E. 3.2). Qualitativ nicht genügend ist die
blosse
Anmeldung bei einem Stellenvermittlungsbüro (vgl. Barbara Kupfer Bucher, a.a.O., S. 222 mit Hinweis). Qualifizierte Berufsleute dürfen zudem ihre
Suchbemühungen nur zu Beginn der Arbeitslosigkeit auf den bisherigen Berufszweig beschränken (BGE 139 V 524 E. 2.1.3).
1.4
Die Dauer der
Einstellung
bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittel
schwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV).
2.
2.1
Der Beschwerdegegner begründete die
Einstellung
in der Anspruchsberechtigung damit, der Beschwerdeführer
habe
die Arbeitsbemühu
ngen für die Kontroll
per
iode
im
Juni 2019 erst am 8
. August 2019 und folglich zu spät
der Schweize
rischen Post
über
geben
.
Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom
1.
bis und mit
5.
Juli 2019 habe ihn nicht von der Pflicht entbunden, die Arbeitsbe
mühungen
zeitgerecht einzureichen
. Der Beschwerdeführer sei deshalb
für zwei Tage
in der
Ans
pruchsberechtigung einz
ustellen; verschuldensmindernd sei zu
würdigen, da
ss die Arbeitsbemühungen für die Kontrollperiode
im Juni 2019
unter Berück
sichtigung der zu spät eingereichten Bemühungen insgesamt genügend
seien und der Beschwerdeführer
im Juni 2019
ausserdem
einen Zwischenverdienst ausgeübt habe (Urk. 2
).
2.2
Der
Beschwerdeführer
wandte ein, er habe nicht gewusst, dass ihn die be
schei
nigte Arbeitsunfähigkeit nicht von der Pflicht befreie, die Arbeitsbemüh
ungen zeitgerecht einz
ureichen. Zudem wohne er allein und
seine Freunde wohnten weit weg
, weshalb eine fristgerechte Zustellung auch nicht über
eine Drittperson
möglich gewesen sei
(vgl. Urk. 1).
3.
3.1
Die in Art. 17 Abs. 1 AVIG statuierte Schadenminderungspflicht der versicherten Person umfasst nicht nur die gezielte und intensive Suche nach einer neuen An
stellung, sondern auch den fristgerechten Nachweis dieser Bemühungen. Dieser Nachweis hat für jede Kontrollperiode bis spätestens am fünften Tag des folgen
den Monats oder bis am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag zu erfolgen (vorstehend E. 1.2). Für die vorliegen
d strittige Kontrollperiode
im
Juni
2019 war dies
demzufolge spätestens der Mittwoch, 5. Juni
2019.
3.2
Auf die Pflicht zur fristgerechten Einreichung der Arbeitsbemühungen
sowie die Säumnisfolgen
wurde der Beschwerdeführer anlässlich der RAV-Beratungs
ge
spräche vom
2
8.
Januar 2018
,
1
8.
Juni 2018 und
6.
Juni
2019 ausdr
ücklich hin
ge
wiesen (vgl. Urk. 6/49); im
Rahmen der Anmeldung
en
zur Arbeitsvermittlung vom 1
1
.
Juni 2018
und
6.
Juni 2019 hat er
unterschriftlich bestätigt, von der Pflicht zur fristgerechten Einreichung sowie der möglichen Sanktionierung im Unterlassungsfall Kenntnis genommen zu haben (Urk.
6/58
f.
). Zudem wird
auch in den jeweiligen Nachweisformularen
auf die entsprechende Pflicht sowie die Säumnisfolgen hingewiesen (vgl. Urk.
6/26-36
).
Die Pflicht zum fristgerechten Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen war dem Beschwerdeführer damit hinreichend bekannt; bei allfälligen Unklarheiten im Kontext einer Arbeitsun
fähigkeit wäre es ihm alsdann zuzumuten gewesen, sich eigenverantwortlich Klarheit zu verschaffen. Dass er dies getan hat, ist den Akten nicht zu entnehmen und hat der Beschwerdeführer auch nicht behauptet.
Im Nachweis der persön
lichen Arbeitsbemühungen für die Kontrollperiode im Juli 2019 gab der Be
schwerdeführer
im Übrigen
an, sich am 1.,
3.
und
5.
Juli 2019 beworben zu haben
(
Urk.
6/28)
. Mithin war er ungeachtet der vom
1.
bis und mit
5.
Juli 2019 be
scheinigten 100%igen Arbeitsunfähigkeit (vgl.
Urk.
3/2) in der Lage, sich
der
Stelle
nsuche zu widmen und konkret zu bewerben. Damit
darf auch davon aus
gegangen werden
,
dass es dem Beschwerdeführer möglich und auch
zuzumuten
war
, die Arbeitsbemühungen
für die Kontrollperiode
im Juni 2019 trotz atte
stierter
Arbeitsunfähigkeit
ohne Dritthilfe
fri
stgerecht bei der Post aufgeben
.
3.3
Den Akten lässt sich entnehmen, dass das Nachweisform
ular für die Kontroll
per
iode
im
Jun
i 2019 am
8
. August 2019
der Schweizerischen Post abgegeben wurde (vgl. Urk. 6/9
). Damit erfolgte der Nachweis zu spät, was vom Beschwer
deführer auch nicht bestritten wurde. Entschuldbare Gründe hierfür wurden nicht genannt und sind auch nicht ersichtlich.
3.4
Nach dem Gesagten ist es demnach nicht zu beanstanden, dass der Beschwerde
gegner den Beschwerdeführer wegen ungenügender persönlicher Arbeitsbemüh
ungen im Sinne von Art. 30 Abs. 1
lit
. c AVIG in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat.
4.
Der Beschwerdegegner stellte den Besch
werdeführer unter Berücksichtigung
ver
schuldensmindernder Umstände
(vgl. Urk.2, E. 2.1) für die Dauer von
zwei
Tagen in der Anspruchsberechtigung ein, was im Bereich des
leichten
Verschul
dens liegt
(vorstehend E. 1.3) und keinerlei Anlass zur gerichtlichen Korrektur ergibt. Insbe
sondere darf
das Gericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund anstelle des
jen
igen der Verwaltung setzen
(BGE 123 V 150 E.2),
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.