Decision ID: fd2c9821-aaef-57da-83ca-14f0e0fe1291
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1974, war seit dem 1. Februar 2013 als selbständiger Bauar
beiter tätig und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obli
gatorisch unfallversichert, als er am 13. Nove
mber 2013 bei der Arbeit von einer
Leiter zu Boden fiel (vgl. Urk. 9/1) und sich dabei an der linken Schulter verletzte.
Die Suva anerkannte das Ereignis vom 13. November 2013 als Unfall und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Mit Verfügung vom 15. Oktober 2015 ver
neinte sie einen
Anspruch auf Rente und auf
Integritätsentschädigung (Urk. 9/149). Die vom Versicherten erhobene Einsprache wies die
Suva
am
19. Dezember 2016
ab (Urk.
9/172).
1
.2
Am 13. Juli 2016 stürzte der Versicherte während privaten Umzugsarbeiten von der Treppe (Urk. 10/1) und beklagte in der Folge Schmerzen in der linken Schulter und anderweitige Beschwerden (Urk. 10/19
+23
ff.). Die Suva erbrachte die geset
zlichen Leistungen.
1.3
Gestützt auf die kreisärztliche Untersuchung vom 6. März 2018 (Urk. 9/219)
ver
neinte die Suva mit Verfügung vom
1
0
. Oktober 2018 (Urk. 9/259
= Urk. 10/86
) einen Rentenanspruch und sprach dem Versicherten bei einer Integritätseinbusse von 10
%
eine Integritätsentschädigung von Fr. 12'600.-- zu. Die vom Versicher
ten am
15. Oktober 2018
erhobene (Urk.
9/265
)
und am
16
.
November
2018 be
gründete (Urk.
9/272
)
Einsprache
wies die
Suva
am
18. März 2020 ab (Urk. 9/282
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
18. Mai 2020
Beschwerde gegen den Einspra
che
ent
scheid vom
18. März 2020
(Urk. 2) und beantragte,
dieser sei aufzuheben und es sei ihm für die erlittenen Unfallfolgen mindestens eine Rente von 10
%
zu ge
währen, eventuell sei die Streitsache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese nach Vornahme der erwerblichen Abklärungen neu entscheide
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
12. Juni 2020
(Urk.
8
) beantragte die
Suva
die Ab
weisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 18. September 2020
(Urk. 12)
wurden dem Beschwerdeführer
die Beschwerdeantwort zugestellt und dessen
Gesuch um unentgeltliche
Rechtsvertretung
(vgl. Urk. 1 S. 2)
androhungsgemäss (vgl. Urk. 5) abgewiesen, nachdem er die verlangten Dokumente auch innert erstreckter Frist (vgl. Urk. 11) nicht eingereicht hatte.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirk
licht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen
die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor
, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereig
net haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
brochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangs
bestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 13. November 2013 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbs
unfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medi
zinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).
1.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Vali
den
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass
die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Rn 55 f. zu Art.
28a
).
1.4
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
si
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tä
tigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zu
mutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erziel
tes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Ein
tritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumut
bare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtspre
chung entweder Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik perio
disch herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) oder die Zahlen der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der Suva herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweis).
Dabei kommt keiner Methode ein genereller Vorrang zu (BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich exis
tierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen Dar
stellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der LSE vom Bundesamt für Statistik regelmässig erhoben werden. Neben allgemeinen Angaben und Ver
dienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninhaberinnen festgehalten
.
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamt
zahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden doku
men
tierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durch
schnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungs
profil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht
werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis
dieser Eckdaten
eine zuverlässige Beur
teilung der von der Suva verwendeten DAP-Löhne hin
sichtlich ihrer Repräsen
tativität erlaubt
. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wah
ren, dass die Suva die für die Invaliditätsbemessung im konkreten Fall herange
zogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und die versicherte Person Gele
genheit hat, sich dazu zu äussern.
Ist die Suva nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu genügen, kann im Bestrei
tungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden; die Suva hat
dies
falls
im Einspracheentscheid die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln.
Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskon
formität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen (BGE 139 V 592 E. 6.3 mit Hinweis).
Rechtsprechungsgemäss sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbeschreibungen konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grundsätzlich nicht sachgerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder leistungs
mäs
sige Reduktionen medizinisch begründet sind. Im Übrigen wird spezifischen Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rechnung getragen
(BGE 139 V 592 E. 7.).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.6
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
grün
det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Einspracheentscheid (Urk. 2) davon aus, dass dem Beschwerdeführer dessen angestammte Tätigkeit als Bauar
beiter angesichts der Unfallrestfolgen im Bereich der linken Schulter nicht mehr möglich sei. Der Kreisarzt sei in seinem Untersuchungsbericht vom 6. März 2018 zum Schluss gelangt, dass eine körperlich leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten körperfern, ohne Überkopfarbeiten, ohne Tätigkeiten, bei denen Schläge und Vibrationen auf die linke obere Extre
mität aufträten und ohne abrupte Zug- oder Stossbewegungen zumutbar sei. Unter Beachtung dieser Einschränkungen sei eine Arbeitstätigkeit von 100
%
möglich. Auf diese Zumutbarkeitsbeurteilung könne abgestellt werden, weitere Abklärungen seien nicht angezeigt (E. 2).
Das Invalideneinkommen sei vorliegend mittels Lohnangaben aus der Dokumen
tation von Arbeitsplätzen (DAP) ermittelt worden. Die dabei ausgewählten Arbeitsplatzbeispiele seien vollumfänglich zumutbar. Dies gelte entgegen dem Beschwerdeführer auch für die DAP-Nummer 3512: So sei vorgeneigtes Sitzen beim vorliegenden Schulterschaden medizinisch vollumfänglich zumutbar, wäh
rend vorgeneigtes Stehen bei diesem Stellenbeispiel gar nicht verlangt werde
. Im Weiteren dürfe davon ausgegangen werden, dass «leichte PC-Arbeit zum Ein
ge
ben von Daten» bei dieser Hilfstätigkeit mit Ausbildungsanforderung Grund
schule ohne Weiteres zumutbar sei. Schliesslich fände sich auch kein Hinweis, dass bei dieser Tätigkeit im Rahmen der Einarbeitungsphase von 6 Monaten nicht
der angegebene Verdienst (Minimum und Ma
ximum identisch) ausgerichtet we
rde
. Zudem sei eine Berentung auf eine lange Frist respektive langzeitige Betrachtung der Verdienstverhältnisse ausgelegt, so dass ein anfänglich tieferes Einkommen nicht von Belang wäre. Aufgrund der vorliegenden DAP ergebe sich somit durch
schnittlich ein erzielbares Invalideneinkommen von Fr. 67'388.-- (E. 3a).
Das tatsächliche Einkommen des Beschwerdeführers als Inhaber seiner Einzel
firma
Y._
betrage gestützt auf dessen eigenen Angaben durch
schnittlich Fr. 3'500.-
-
pro Monat respektive Fr. 42'000.-
-
im Jahr. Somit schöpfe er seine verbleibende Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise voll aus. Zudem
sei am 30. August 2018 ein Konkursverfahren mangels Aktiven eingestellt worden
. Es könne also auch nicht von besonders stabilen Arbeitsverhältnissen gesprochen
werden, welche kumulativ vorausgesetzt würden, damit auf das tatsächlich erziel
t
e Einkommen abgestellt werden könne (E. 3b). Somit
ergebe sich bei
einem Inva
li
deneinkommen 2018 von Fr. 67'388.
-- und einem Valideneinkommen 2018 von Fr. 70'974.-- eine nicht rentenbegründende Erwerbseinbusse von 5.06
%
(E. 4).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), nachdem die Beschwerdegegnerin im rechtskräftigem Einspracheentscheid vom 19. Dezember 2016 einen Invaliditätsgrad von 7
%
errechnet habe und im ange
fochtenen Entscheid von einer Verschlechterung mit stark eingeschränktem Zu
mutbarkeitsprofil ausgehe, müsse auch der Invaliditätsgrad höher ausfallen. Dies sei in der Eingabe vom 14. August 2018 ausdrücklich vorgetragen worden, die Beschwerdegegnerin berücksichtige dies aber in keiner Art und Weise und äussere sich nicht einmal dazu, woraus eine Verletzung des rechtlichen Gehörs resultiere. Es könne nich
t mit rechten Dingen zu und her
gehen, weshalb auch der Even
tu
alantrag auf Rückweisung der Streitsache zu umfassenden Abklärungen gestellt werde (
S. 2 f.
Ziff. 3).
Das unmittelbare Abstellen auf die DAP-Tabellen sei vorliegend nicht korrekt, weil er arbeitstätig sei und sich als
Selbständigerwerbender
bestmöglich integriert habe. Wenn die Beschwerdegegnerin tatsächlich glaube, dass er mehr machen könne, müsse sie ihm dabei behilflich sein (
S. 3
Ziff. 4). Indem sie davon ausgehe, dass eine gewisse Zeit – mindestens 6 Monate – benötigt werde, um sich einer neuen Tätigkeit voll anzupassen, müsse mindestens eine vorübergehende Rente gewährt werden (S. 3 Ziff. 5).
Wegen der schwerwiegenden Betroffenheit der linken Schulter sei er bei Weitem nicht mehr in der Lage, das von der Beschwerdegegnerin errechnete Validen
ein
kommen zu verdienen, weshalb ihm ein leidensbedingter Abzug hätte gewährt werden müssen (S. 4 Ziff. 1).
Die ihm entgegengehaltenen
DAP’s
seien tatsächlich nicht uneingeschränkt zumutbar, weil ihm als ehemaligem Bauarbeiter einerseits die elementa
ren Com
puterkenntnisse fehlten und
ihm andererseits vorgeneigtes Sitzen nicht zumutbar sei, dies erst recht nicht uneingeschränkt und ohne jegliche Pausen (S. 4 Ziff. 2).
2.3
In der Beschwerdeantwort (Urk. 8) führte die Beschwerdegegnerin aus,
es bestehe keine Bindung an die frühere Berechnung des Invaliditätsgrades, die vorliegend zu keiner Invalidenrente geführt habe. Dies würde auch dann gelten, wenn früher eine Rente zugesprochen worden wäre und ein Revisionsgrund vorliege. Gemäss
konstanter Rechtsprechung sei der Rentenanspruch bei Vorliegen eines Revi
sio
ns
grundes in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend zu prüfen
, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen bestehe. Eine Verschlechterung der Unfallfolgen führe daher nicht automatisch zu einem höheren Invaliditätsgrad (Ziff. 4.1
).
Ein leidensbedingter Abzug sei bei Verwendung von DAP gemäss kon
stanter Rechtsprechung nicht sachgerecht (Ziff. 4.3).
2.4
Mit der Beschwerdeantwort ging die Beschwerdegegnerin somit auf
das Vorbrin
gen des Beschwerdeführers,
wonach
bei einer Verschlechterung des Gesundheits
zustands und
einer weiteren Einschränkung
des Zumutbarkeitsprofils
gegenüber dem rechtskräftigem Einspracheentscheid vom 19. Dezember 2016
auch der Inva
liditätsgrad höher ausfallen
müsse (vorstehend E. 2.2), ein, nachdem sie dies im angefochtenen Einspracheentscheid noch unterlassen hatte. Dabei handelte es
sich höchstens um eine geringfügige Verletzung des rechtlichen Gehörs. Sie wu
rde vorliegend dadurch geheilt, dass der Beschwerdeführer die Möglichkeit erhielt, sich vor dem hiesigen Gericht als Beschwerdeinstanz, welche sowohl den Sach
verhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann, zu äussern (BGE 127 V 431 E.
3d/
aa
). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist daher abzu
se
hen.
2.5
Strittig und zu prüfen bleibt
der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Inva
lidenrente.
3.
3.1
Gemäss Schadenmeldung vom 25. November
2013 (Urk. 9/1) stürzte der Be
schwer
deführer am 13. November 2013 während Bauarbeiten von einer Leiter aus einer Höhe von über 2 Meter
n
auf den Boden und erlitt dabei eine Prellung des Rückens links.
3.
2
Dr. med.
Z._
, praktischer Arzt, führte
am
11. Dezember 2013 (Urk. 9/7) aus, der Patient sei am 13. November 2013 beim Sturz von einer Leiter auf den Hinterkopf und die linke Schulter gefallen (Ziff.
2
) und habe sich an diesen Stel
len je eine Kontusion zugezogen (Ziff. 5).
3.3
Dr. med.
A._
, Facharzt für Nuklearmedizin und für Radiologie,
hielt
im Bericht zur
Arthro
-Magnetresonanztomographie (MRI) der linken Schulter vo
m 6. Januar 2014 (Urk. 9/25) fest
, es liege ein Zustand nach
anteriorer
Luxation mit einer Hill
Sachs’schen
Mulde und Einriss im inferioren Labrum im Sinne einer
kartilaginären
Bankart-Läsion vor.
3.4
Dr. med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
nannte im Bericht zur Operation vom 8. April 2014 (Urk. 9/36 = Urk. 9/47/3) als Diagnose eine schmerzhafte chronische Subluxation
der
linke
n
Schulter bei Status nach Schulterluxation und ausgedehnter
Limbus
läsion
. Der Eingriff habe eine arthroskopische
Limbusrefixation
links umfasst.
3.5
Die Ärzte der Abteilung Radiologie der Universitätsklinik
C._
führte
n
im Bericht zum
Arthro
-MRI der linken Schulter vom 26. Februar 2015 (Urk. 9/103)
aus, es lägen persistierende Schmerzen in der linken Schulter vor, dies bei Status nach
Labrumrefixation
mit zwei Knochenankern ventral/
superior
im
Glenoid
.
Angrenzend an den Eintritt des kaudalen Ankers in den Knochen liege eine kleine Knorpelirregularität am
Glenoid
vor, zudem zeigten sich postoperative Verän
de
rungen am ventralen Abschnitt des Labrums sowie eine leichte
Bizepstendino
pa
thie
.
3.6
Die Ärzte der Rehaklinik
D._
erstatteten am 16. Juni 2015 ihren Aus
tritts
be
richt über den Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 12. Mai bis am 16. Juni 2015 (Urk. 9/132).
Als Probleme bei Austritt nannten sie persistierende Schmer
zen in der linken Schulter und im linken Oberarm sowie eine leichte Bewe
gungs
einschränkung der linken gegenüber der rechten Schulter. Im Rahmen der stati
o
nären Rehabilitation habe keine namhafte Verbesserung der Beschwerden erzielt werden können. Die berufliche Tätigkeit als Schaler sei nicht zumutbar, da die Anforderungen dieser sehr schweren, schulterbelastenden Tätigkeit zu hoch seien. Zumutbar sei ganztags eine mittelschwere andere Arbeit. Das gelegentliche Han
tieren von Gewichten bis 35 kg se
i in der Horizontalen möglich.
Einschrän
kungen in der linken Schulter ergäben sich dahingehend, dass die Arbeit ohne länger
dauernde Tätigkeiten über Kopf, ohne Ersteigen von Leitern oder Gerüsten (
Sicherheitsaspekt) und ohne Vibrationsbelastung und Schläge auskommen müsse
(S. 2).
3.7
Gemäss Schadenmeldung vom 25. Juli 2016 (Urk. 10/1) stürzte der Beschwerde
führer am 13. Juli 2016 während privaten Umzugsarbeiten von der Treppe und zog sich dabei eine Prellung an der linken Schulter zu.
3.8
Dr. med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte im Be
richt vom 7. September 2016 aus, der Patient leide nicht mehr an unfallbedingten Beschwerden. Arbeitsunfähig sei er nun wegen einer Lumbago (Urk. 10/23).
3.
9
Die Ärzte der Universitätsklinik
C._
(vorstehend E. 3.5)
führten im Bericht zum
Arthro
-MRI der linken Schulter vom 4. November 2016 (Urk.
10
/48
= Urk. 10/70
) aus, im Vergleich zur Voruntersuchung vom 26. Februar 2015 (vor
stehend E. 3.5) habe sich neu eine feine gelenkseitige Rissbildung der Supra
spi
natussehne im Sinne einer minimen Partialruptur gezeigt. Ansonsten liege eine intakte
Rotatorenmanschette
vor. Im Übrigen
gebe es einen bekannten
Status nach
anteriorer
Labrum
refixation
mit postoperativ narbigen Veränderungen. Es liege eine Signalalteration des
anteroinferioren
Labrums vor, Differentialdiagnose (DD) postoperativ, DD erneute Rissbildung möglich. Schliesslich gebe es fokale Knorpeldefekte am
Glenoid
anteroinferior
und zentral.
3.10
Dr. med.
B._
(vorstehend E. 3.4) führte im Bericht vom 20. Januar 2017 (Urk. 10/63) aus, die Situation habe sich seit der letzten Konsultation noch etwas verschlechtert, eventuell auch durch den Sturz im Juli 2016 (Supraspinatussehne). Punkto Arbeit werde immer noch die Möglichkeit von leichteren Arbeiten ohne Belastung gesehen.
3.11
Dr. med.
F._
, Facharzt für Radiologie, Kreisarzt der Beschwerde
geg
ne
rin, führte in seiner Beurteilung vom 28. März 2017 (Urk. 10/68) aus, die als neu beschriebene feine Läsion in der Sehn
e des
Musculus
supraspinatus
habe
– soweit bei damals schlechterer Bildqualität beurteilbar – bereits
2015 vorgelegen
(S. 2).
Nach erneuter Vorlage präzisierte er (Urk.
9/183 = Urk.
10/69
), der Befund sei so diskret und der klinische Alltag so stressig, dass derart kleine Läsionen bei der Erstbeurteilung durchaus übersehen werden könnten. Die Partialruptur der Sup
raspinatussehne sei sicher nicht auf das Ereignis vom 13. Juli 2016 zurück
zufüh
ren. Bezüglich dieses könne der Status quo sine spätestens am 4. November 2016 als erreicht betrachtet werden.
3.12
Die Ärzte der Universitätsklinik
C._
(vorstehend E. 3.5) führten im Bericht zum MRI der linken Schulter vom 29. September 2017 (Urk. 9/201) aus, es lägen eine stationäre
Tendinopathie
sowie
eine
gelenkseitige Partialruptur der Supraspinatussehne, eine zunehmende
Tendinopathie
der
Scapularissehne
, eine Vernarbung des
anteroinferioren
Labrums bei Status nach
Refixation
und an
grenzend ein
anteroinferiorer
glenoider
Knorpeldefekt vor.
Im Bericht zur gleichentags stattgehabten Sprechstunde (Urk. 9/198) wurde fest
gehalten, es imponierten klinisch Restschmerzen, welche ein Mischbild aus
Kap
sulitis
und
subacromialem
Impingement
darstellten. MR-tomographisch zeige sich eine regelrecht inserierende
Rotatorenmanschette
mit
nur leichter
Tendino
pathie
und
subacromialer
Bursitis sowie Zeichen der
Kapsulitis
. Im Vordergrund stünden eine
Restkapsulitis
sowie eine Insuffizienz beziehungsweise ein Rehabi
li
tationsdefizit am ehesten
periskapulär
. Empfohlen werde eine intensive Rehabi
li
tation insbesondere der
periskapulären
Muskulatur (S. 2).
3.13
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.4) trug gemäss entsprechendem Auszug (Urk. 9/211
S. 2
) am 26. Januar 2018 in der Krankengeschichte ein, dass der Patient subjektiv das Gefühl habe, die Situation langsam in den Griff zu bekommen. Er wolle eine eigene Firma eröffnen und denk
e
, dass er in diesem Rahmen voll arbeiten könne.
3.14
Dr. med.
G._
, Facharzt für Chirurgie, Kreisarzt der Beschwerdegegnerin, untersuchte den Beschwerdeführer am 6. März 201
8.
Im entsprechenden Bericht (Urk. 9/219) führte er aus, subjektiv persistierten Schmerzen vor allem bei Wet
ter
änderung mit Zunahme bei Belastung und verminderter Kraft links. Objektiv
fände sich eine Bewegungseinschränkung des linken Schultergelenks mit leichter muskulärer Hypotrophie der gelenknahen Muskulatur. Die frühere körperlich schwere Tätigkeit auf dem Bau sei aus medizinischer Sicht nicht mehr möglich. Möglich sei eine körperlich leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten körperfern, ohne Überkopfarbeiten, ohne Tätigkei
ten, bei denen Schläge und Vibrationen auf die linke obere Extremität aufträten und ohne abrupte Zug- oder Stossbewegungen
. Unter Beachtung der genannten Einschränkungen sei eine Arbeitstätigkeit von 100
%
möglich. Die durch den Un
fall vom 13. November 2013 erlittene Schädigung sei dauerhaft und erheblich und bedinge eine Integritätsentschädigung (S. 6).
Am 31. August 2018 (Urk. 9/256) ergänzte Dr.
G._
, der Unfall vom 13. Juli 2016 habe keine Auswirkungen auf das Zumutbarkeitsprofil. Dieses sei gegenüber der Beurteilung vom Juni 2015 (vorstehend E. 3.6) herabgesetzt worden, da die Knorpelveränderungen im Bereich des
Glenoids
zugenommen hätten, somit dege
nerative Veränderungen vorlägen, bei deren Genese eine überwiegend wahr
schein
liche unfallbedingte Teilkausalität bestehe (S. 5).
4.
4.1
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
und des Belastungsprofils
durch den Kreis
arzt Dr.
G._
vom 6. März beziehungsweise 31. August 2018 (vorstehend E. 3.14) erscheint als schlüssig, ist nachvollziehbar begründet und in sich wider
spruchsfrei.
Das von ihm formulierte Belastungsprofil ist deutlich eingeschränkter als dasjenige, welches die Ärzte der Rehaklinik
D._
noch im Juni 2015 erar
b
eitet hatten. Es trägt somit der
unterdessen eingetretenen
Zustandsver
schlech
terung
der linken Schulter
infolge zugenommener Knorpelveränderungen im Bereich des
Glenoids
ersichtlich Rechnung.
Gegen
die
Zuverlässigkeit
der kreis
ärztlichen Beurteilung
liegen keine Indizien vor, womit sie beweiskräftig ist (vgl. vorstehend E. 1.6). Gegenteiliges wird denn auch von keiner Partei vorge
bracht (vorstehend E. 2.1-2), weshalb auf das von Dr.
G._
formulierte
Zumut
barkeitsprofil abgestellt werden kann.
Demnach besteht in der bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. In einer angepassten körperlich leichten bis höchstens mittel
schweren Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten körperfern, ohne Über
kopfarbeiten, ohne Tätigkeiten, bei denen Schläge und Vibrationen auf die linke obere Extremität auftreten und ohne abrupte Zug- oder Stossbewegungen besteht demgegenüber eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
.
Umstritten sind die erwerblichen Auswirkungen dieser Einschränkungen,
welche
einer genaueren Prüfung zu unterziehen sind.
Dabei ist unwahrscheinlich, dass die im Eventualbegehren beantragte (vgl. E. 2.2)
Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur
erneute
n
umfassende
n
Abklärung neue, für die Beurteilung des vorliegenden Falles entscheidende Erkenntnisse lie
fern könnte. Auf weitere Abklärungen ist daher im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung zu verzichten (BGE 122 V 157 E. 1d).
4.2
Der Standpunkt des Beschwerdeführers, wonach der Invaliditätsgrad automatisch höher ausfallen müsse, wenn das Zumutbarkeitsprofil
seit dem letzten Renten
entscheid
weitere Einschränkungen widerfahre
n habe
(vorstehend E. 2.2), findet weder in der Gesetzgebung noch in der Rechtsprechung eine Grundlage.
Im Gegenteil
besteht
bei Vorliegen eines Revisionsgrundes weder
bei ursprünglich zugesprochener
Rente noch bei ursprünglich abgelehntem Rentenanspruch
eine Bindung an
diese frühere Beurteilung
(BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen und E. 6.1
; BGE 117 V 198 E. 3.b
).
Somit ist nachstehend eine umfassende Prüfung des Rentenanspruchs anhand eines Einkommensvergleichs durchzuführen
(vgl. vor
stehend E. 1.2-4)
.
4.3
Zum Zeitpunkt des Unfall
ereignisse
s vom 13. November 2013 war der Beschwer
de
führer als selbständiger Bauarbeiter tätig. In der Unfallmeldung vom 25. Novem
ber 2013 (Urk. 9/1) deklarierte er einen Jahreslohn von Fr. 75'000
.--
(Ziff. 12). Allerdings fehlt ein Beleg für diese Zahl und sie stimmt
weder
mit
dem in der Steuererklärung angegebenen Nettolohn 2013 von Fr. 29'593.-- (Urk. 9/142/18) noch mit
dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK)
überein
,
der für die
Bei
tragsm
onate Februar bis Dezember
2013 ein Einkommen
von Fr. 92'100.
--
a
uf
führt
(Urk. 9/2
25).
Fraglich erscheint insbesondere auch der Eintrag im indivi
du
ellen Konto für das Beitragsjahr 2014, der für die Monate Januar bis Mai ein Einkommen von
Fr.
106'000.-- als
Selbständigerwerbender
ausweist,
obschon der Beschwerdeführer vom 13. November 2013 bis zum 17. August 2014 zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben war (vgl. etwa Urk. 9/56). Ein Blick auf die
im indi
vi
duellen Konto eingetragenen Einkommen der
unmittelbar
vorangehenden Jahre zeigt zudem, dass
das
Gesamt
einkommen 2008 noch Fr. 29'382.
--
,
in den Jahren 2009 bis 2012
jedoch nie mehr als
Fr. 8'400.
--
betrug
.
Das Einkommen des Be
schwerdeführers war somit vor dem Unfall
ereignis vom November 2013
grösse
ren Schwankungen unterworfen, die zuletzt ausgeübte selbständige Tätigkeit nur von kurzer Dauer (Februar –Mitte November 2013) und zudem das dort erzielte Einkommen nicht zuverlässig
eruierbar
. Somit
scheitert eine Anknüpfung am zuletzt erzielten Verdienst und es ist das
Valideneinkommen auf Grundlage der
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruktur
er
hebung (LSE
) zu berechnen (vorstehend E. 1.3
).
Die Beschwerdegegnerin
(vgl. Urk. 9/258
S. 2
= Urk. 10/85
S. 2
)
ging dabei vom im Jahr 2014 von Männern im Durchschnitt
in
einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art im Baugewerbe erzielte
n
Einkommen aus, welches pro Monat Fr. 5‘507.--, mithin Fr. 66‘084.-- im Jahr betrug (Fr. 5‘507.-- x 12).
Diese Berechnungsgrundlage ist nicht zu beanstanden und wurde vom Beschwerde
füh
rer auch nicht in Frage gestellt.
Der durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2014 von 41.7 Stunden
(Bundesamt für
Statistik, Betriebsübliche Arbeits
zeit nach Wirtschaftsabteilungen, T. 03.02.03.01.04
.01)
angepasst, ergibt
sich der
Betrag von rund Fr. 68‘893.-- (Fr. 66‘084.-- : 40.0 x 41.7),
welcher
unter Be
rück
sichtigung der Nominallohnentwicklung von 2'220 Punkten im Jahr 2014 auf 2'260 Punkte im Jahr 2018 (Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nomi
nal
löhne, der Konsu
men
tenpreise und der Reallöhne, 1910-2018, T 39) auf
rund
Fr.
70’134
.-- (Fr. 68’893.-- : 2'220 x 2'260) ansteigt.
Unklar bleibt, weshalb die Beschwerdegegnerin in ihrer Berechnung gleich sieben Nominallohnerhöhungen berücksichtigte. Das von ihr errechnete Validenein
kom
men von Fr. 70'794.50 ist daher
im Ergebnis nicht genügend exakt
. Dem Ein
kom
mensvergleich ist nach dem Gesagten ein Valideneinkommen von Fr. 70'134.-- zugrunde zu legen.
4.4
Was die Berechnung des Invalideneinkommens anbelangt, kritisiert der Beschwe
r
deführer das Abstellen auf die DAP-
Löhne
und stellt sich auf den Standpunkt, er habe sich als
Selbständigerwerbender
bestmöglich integriert (vorstehend E. 2.2).
Gemäss Handelsregisterauszug betreibt der Beschwerdeführer die Einzelfirma
Y._
, über welche am 16. Mai 2018 der Konkurs eröffnet und das Konkursverfahren am 30. August 2018 mangels Aktiven eingestellt wurde
.
Somit fehlt es für das Abstellen auf die konkreten Verhältnisse bereits an der Voraus
setzung der besonders stabilen Arbeitsverhältnisse. Doch auch die zweite Voraus
setzung, welche kumulativ zu erfüllen wäre (vgl. vorstehend E. 1.4), liegt nicht vor: N
ach eigenen, am 4
.
Oktober 2018 getätigten Angaben (Urk. 3/4 Ziff. 11
)
erzielt
d
er
Beschwerdeführer
mit seiner selbständigen Erwerbstätigkeit
ein
durch
schnittliches Einkommen von Fr. 3'500.-- pro Monat
und somit
mit der Beschwerdegegnerin (vorstehend E. 2.1)
ein
Jahreseinkommen von rund Fr. 42
'000.
--,
womit
er
seine verbleibende Arbeitsfähigkeit
mit Blick auf d
en
in
zumutbarer
W
eise erzielbare
n
Verdienst (vgl. sogleich E. 4.5)
nicht voll aus
schöpft
.
4.5
Zu Recht hat die Beschwerdegegnerin somit die DAP-Zahlen zur Berechnung des Invalideneinkommens herangezogen. Korrekterweise hat sie fünf Arbeitsplätze ausgewählt,
konkret handelt es sich dabei um einen Arbeitsplatz als Reiniger, zwei als Produktionsmitarbeiter, einen als Prüfer und einen als Qualitätsprüfer (Urk. 9/257
S. 1
= Urk. 10/84
S. 1).
Der Beschwerdeführer bestreitet die uneingeschränkte Zumutbarkeit dieser Arbeits
plätze. Sein Vorbringen, es sei ihm vorgeneigtes Sitzen nicht zumutbar,
findet allerdings im erstellten Zumutbarkeitsprofil (vorstehend E. 4.1) keine Stütze
. Insoweit er
seine fehlenden Computerkenntnisse ins Feld führt, nimmt er
wohl Bezug auf den Arbeitsplatz als
Qualitätsprüfer bei der
H._
AG (Urk. 9/257 S.
23-26), wo leichte PC-Arbeit zum Eingeben der Daten
mit
zu den auszu
füh
renden Tätigkeiten gehört (S. 26).
Das Fehlen von Computerkenntnissen sei zunächst in Frage gestellt, nachdem der Beschwerdeführer
immerhin
Inhaber einer eigenen
kleinen Unternehmung
ist.
Leichte PC-Arbeit sollte indes
selbst
ohne
Vorkenntnisse
problemlos möglich sein, lautet doch die Ausbildungs
an
for
derung bei diesem Arbeitsplatz «Grundschule» und ist auch eine Einarb
eitung von 6 Monaten vorgesehen, welche
n
ach der allgemeinen Lebenserfahrung
selbst bei Fehlen von Vorkenntnissen
ausreichen
sollte
, um
danach leichte PC-Arbeit aus
führen zu können.
Die weiteren vier gewä
hlten Arbeitsplätze entsprechen
unbestrittener
W
eise eben
falls vollumfänglich dem Fähigkeits- und Belastungsprofil des Beschwerdefüh
rers. Angegeben wurde von der Beschwerdegegnerin auch die Gesamtzahl der
weiteren
in Frage kommenden Arbeitsplätze – nämlich 147 – sowie
die ent
spre
chenden
Löhne
im Einzelnen, deren
Höchst- und
Tiefstlöhne
und Durchschnitt (vgl. Urk. 9/257 S. 1
-6
).
Damit hat sie d
ie
von der Rechtsprechung definierten Anforderungen an eine auf die DAP-Zahlen gestützte Berechnung des Invaliden
einkommens (vgl. vorstehend E. 1.4) erfüllt. Das Invalideneinkommen entspricht somit mit der Beschwerdegegnerin dem Durchschnittseinkommen der fünf aus
gewählten Arbeitsplätze von Fr. 67'388.--.
4.6
Entgegen dem Beschwerdeführer (vorstehend E. 2.2) ist mit Verweis auf die dies
bezügliche bundesgerichtliche Rechtsprechung (vorstehend E. 1.4) kein leidens
be
dingter Abzug vorzunehmen, da mit den DAP-Arbeitsplätzen
bereits
konkrete
zumutbare
Verweisungstätigkeiten ermittelt wurden und der Beschwerdeführer medizinisch begründete zeitliche oder leistungsmässige Reduktionen weder gel
tend macht noch solche ersichtlich sind.
Schliesslich entbehrt auch seine Forde
rung nach einer befristeten Rente aufgrund
einer
sechsmonatigen Einarbei
tungs
zeit jeder Grundlage, nachdem eine Einarbeitungszeit lediglich beim Arbeitsplatz als Qualitätsprüfer vorgesehen ist (Urk. 9/257 S. 26 unten) und
selbst hier
bei
identischem Minimal- und Maximallohn (vgl. S. 25 oben) keine Anhaltspunkte vorliegen, dass sich diese negativ auf den Lohn auswirken würde.
4.7
Bei einem Valideneinkommen von Fr. 70'134.-- (vgl. vorstehend E. 4.3) und einem Invalideneinkommen von Fr. 67‘388.-- (vgl. vorstehend E. 4.5) resultiert eine
Lohneinbusse
von Fr. 2‘746.-- beziehungsweise ein nicht rentenbegrün
den
der Invaliditätsgrad von gerundet 4 %.
Demnach erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid (Urk. 2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.