Decision ID: df972cc0-8d81-4716-bcdf-cfd64789f3d7
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1972 geborene
X._
meldete
sich am
31
. Januar 20
20 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf eine Hochsensibilität mit ADHS und massiv erhöhter Hirnaktivität bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Le
istungsbezug an (Urk. 13/11).
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
tätigte medizinische Abklärungen (Urk. 13/
27, 13
/29, 13/34) und liess die Versicherte durch Dr. med.
Y._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie,
b
egutachten (Expertise vom 30. April 2021, Urk. 13/42). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbesch
eid vom 23. Juni 2021 [Urk. 13
/44]; Einwand vom 29. Juni 2021 [Urk. 13/45], ergänzend begründet am 14. September 2021 [Urk. 13/55]) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 24. November 2021 ab (Urk. 2 [= Urk. 13/61]).
2
.
Dagegen liess die Versicherte am 7. Januar 2022 Beschwerde erheben und bean
tragen, das Verfahren sei zur Vornahme ergänzender Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; eventualiter sei ihr ab der Gesuchstellung am 31. Januar 2020 eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 6. Mai 2022 beantragte die Beschwerdegegnerin die teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rückweisung zu
r
weiteren Abklärung. Gemäss Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 24. Februar 2022 würde sich gestützt auf den Bericht der
Psychiatrischen Universitätsklinik Z._
vom Dezember 2021 eine neue gutachterliche Abklärung aufdrängen (Urk. 12 und Urk.
1
4)
.
3
.
Es liegen übereinstimmende Parteianträge auf Rückweisung der Sache zur weite
ren Abklärung vor.
Entsprechend ist
die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, als die angefochtene Verfügung vom 24. November 2021 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit
diese weitere medizinische Abklärungen
vornehme und hernach über das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin neu verfüge.
4
.
4
.1
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
und
e
rmessensweise auf Fr. 400.-- angesetzt
.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
4
.2
Nach § 34 Abs. 1
GSVGer
hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Als weitere Bemessungskriterien nennt § 7
GebV
SVGer
den Zeitauf
wand und die Barauslagen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung sowohl für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteient
schädigung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57; vgl. auch BGE 141 V 281 E. 11.1 mit Hinweis), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Rechtsanwältin Pia Dennler-Hager reichte eine Beschwerdeschrift mit rund 29 Seiten ein (Urk. 1). Vor dem Hintergrund, dass
sie
im Wesentlichen bloss die Würdigung der medizinischen Aktenlage in Frage stellte, mithin keine schwie
rigen Rechtsfragen zu klären waren,
erweist sich
diese Beschwerdeschrift als zu umfangreich. Bei grosszügiger Betrachtung können eine Stu
nde Aufwand für Instruktion,
zwei
Stunden für Aktenstudium sowie
drei
Stunden für das Abfassen
einer sich auf
das Wesentliche beschränkende
n
Rechtsschrift als gerechtfertigt betrachtet werden. Anderthalb weitere Stunden Aufwand können zudem berück
sichtigt
werden
für
den Aufwand im Zusammenhang mit dem
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
um das Urteil mit der Beschwerdeführerin zu besprechen.
Unter Berücksichtigung dieses Aufwands sowie des gerichtsüblichen Ansatzes von Fr. 220.-- hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung von Fr. 1’800.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).
4.3
Bei diesem Ausgang des Verfahren ist das Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2) als gegenstandslos zu betrachten.

Considerations: