Decision ID: e0c2f254-8139-4ae0-808c-320e182df4de
Year: 2010
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Problematik voll arbeitsfähig sei. Dieser Sachverhalt sei als namhafte
Besserung der Arbeitsfähigkeit zu werten. Der Zeitpunkt des Übergangs vom
Heilungsprozess und damit der Taggeldphase zur Rentenphase sei noch
nicht eingetreten. Die Vorinstanz habe deshalb auch die Abklärungen und die
Behandlungen der beiden Dres. ... zu übernehmen.
5. Mit ihrer Duplik reichte die Vorinstanz noch eine Stellungnahme vom 04.
06.2010 des Verfassers des unfallanalytischen Kurzgutachtens (...) zur
erhobenen Kritik des Beschwerdeführers ein und es wurde dieses
wiedergegeben. Ferner wurde noch eine weitere Stellungnahme von Dr. ...
vom 03.06.2010 zum Bericht von Dr. ... vom 16.04.2010 eingereicht und
dieser wiedergegeben. Die Verknüpfung der Beschwerdesituation des
Beschwerdeführers mit dessen psychischer Befindlichkeit durch Dr. ... sei
aufgrund der medizinischen Aktenlage (Dr. ...) gerechtfertigt. Die drei
Interventionen von Dr. ... hätten bloss eine vorübergehende Verbesserung
der Beschwerdesymptomatik und demnach keine nachhaltige Besserung
gebracht. In Anbetracht der Bedenken von Dr. ..., der fraglichen Indikation 10
Jahre nach dem Unfall und den Zweifeln an der Wirtschaftlichkeit und
Zweckmässigkeit der Radiofrequenztherapie könne bei einer Beurteilung ex
ante (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 8C_439/2009 vom 25.11.2009 Erw. 4.1)
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer namhaften Besserung
des Gesundheitszustands ausgegangen werden. Die Adäquanzprüfung sei
deshalb sowohl zeitlich wie inhaltlich korrekt erfolgt.
6. Ein weiterer Schriftenwechsel zu den neu eingereichten Stellungnahmen (...)
in der Duplik erbrachte für das Gericht nichts wesentlich Neues.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Zunächst gilt es die Frage nach dem Zeitpunkt des Fallabschlusses per
30.06.2009 zu klären. Der Beschwerdeführer bringt vor, dass die Einstellung
der Leistungen zu früh erfolgt sei. Wie das Bundesgericht in diesem
Zusammenhang bereits mehrfach festgehalten hat, bildet die Heilbehandlung
laut Art. 10 des Unfallversicherungsgesetzes (UVG; SR 832.20) den
Kerngehalt der Pflegeleistungen. Diese zählt – gleich wie das in Art. 16 f. UVG
geregelte Taggeld und anders als etwa die als klassische Dauerleistung
geltende Invalidenrente laut Art. 18 ff. UVG – zu den vorübergehenden
Leistungen (VGE 134 V 109 Erw. 4.1, 133 V 57 Erw. 6.6 und 6.7 S. 63 ff.). Bis
zu welchem Zeitpunkt die Heilbehandlung und das Taggeld durch den
Unfallversicherer zu gewähren sind, ergibt sich aus Art. 19 UVG. Danach
entsteht ein Rentenanspruch, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands des
Versicherten, das heisst keine Steigerung oder Wiederherstellung der
Arbeitsfähigkeit, mehr erwartet werden kann und allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind.
Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden
Leistungen allenfalls mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine
Invalidenrente und/oder eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (so
bereits: BGE 128 V 169 Erw. 1b S. 171, 116 V 41 Erw. 2c S. 44; RKUV 1995
Nr. U 227 S. 190 Erw. 2a). Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffs
„namhaft“ durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu
erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende
Verbesserungen genügen indessen noch nicht (BGE 134 V 109 Erw. 4.3; BG-
Urteile 8C_590/2008 vom 03.12.2008 Erw. 4.2 sowie 8C_467/2008 vom
04.11.2008 Erw. 5.2.2.2).
b) Sodann ist die Frage zu klären, ob die Vorinstanz die Leistungen aus UVG
per 01.07.2009 zu Recht infolge „fehlender Adäquanz“ einstellte.
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt nach dem Bundesgesetz
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) und der
Spezialgesetzgebung im Unfallversicherungsrecht (UVG) voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem geklagten Gesundheitsschaden ein
natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne
des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren
Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als verwirklicht gedacht werden
kann. Ob zwischen dem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage,
worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines
Sachzusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs
noch nicht (BGE 129 V 181 Erw. 3.1, 123 V 138 Erw. 3a, 119 V 138 Erw. 1,
118 V 289 Erw. 1b; Pra 3/2004 Nr. 45 Erw. 2.2.2 S. 235; SVR-Rechtsprechung
[SVR] 8-9/2003 UV Nr. 11 Erw. 3.1 S. 32, Nr. 12 UV Erw. 3.1.1 S. 35; PVG
2000 Nr. 26, 1994 Nr. 65).
Als adäquate oder rechtserhebliche Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis
dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach
der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der
Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch
das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (vgl. BGE 129 V 181 Erw. 3.2,
125 V 461 Erw. 5a, 123 V 141 Erw. 3d, 122 V 416 Erw. 2a, 121 V 49 Erw. 3a;
SVR 8-9/2003 UV Nr. 11 Erw. 3.2 S. 32). Der Voraussetzung des adäquaten
Kausalzusammenhangs kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu
(BGE 125 V 462 Erw. 5c, 123 V 102 Erw. 3b). Sie hat bei allen
Gesundheitsschädigungen, die aus ärztlicher Sicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolgen gelten, Platz zu greifen. Die
Frage der Adäquanz ist eine Rechtsfrage, sie ist nicht von medizinischen
Sachverständigen, sondern vom Richter zu beurteilen (SVR 8-9/2003 UV Nr.
12 Erw. 3.2.1 S. 36, 9/2002 UV Nr. 11 Erw. 2b S. 31). Zu ergänzen bleibt
einzig noch, dass für die Fortsetzung der beantragten
Versicherungsleistungen über das angefochtene Einstelldatum (per
01.07.2009) hinaus beide Erfordernisse eines natürlichen sowie adäquaten
Kausalzusammenhangs kumulativ erfüllt sein müssen. Scheitert der geltend
gemachte Anspruch auch nur an einer dieser zwei Voraussetzungen, entfällt
die Leistungspflicht aus UVG schon ohne die Prüfung des anderen Kriteriums.
c) Eine Besonderheit der Überprüfung besteht bei natürlich unfallkausalen,
jedoch organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier ist bei der
Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf
auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien
einzubeziehen (BGE 117 V 359 Erw. 6). Bei psychischen Fehlentwicklungen
nach Unfall werden diese Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer
Aspekte geprüft (BGE 115 V 133 Erw. 6c/aa), während bei Schleudertraumen
und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule (HWS) sowie bei
Schädel-Hirntraumen auf eine Differenzierung zwischen physischen und
psychischen Komponenten verzichtet wird (vgl. dazu BGE 134 V 112 Erw.
2.1, 127 V 102 Erw. 5b/bb).
2. a) Ausgangspunkt für die Beurteilung der Übernahme der Heilungskosten bildet
nach Ansicht des Gerichts die Stellungnahme des beratenden Arztes Dr. ...
vom 03.06.2010, worin er seine früheren Erkenntnisse vom 03.03.2010
(wonach die neurootologische Abklärung von Dr. ... weder wissenschaftlich,
noch wirtschaftlich oder zweckmässig sei) – entgegen den Feststellungen in
den Berichten der Dres. ... (vom 25.01.2010; 17.03.2008) und ... (16.04.2010;
02.02.2010; 23.03.2009; 24.09.2008) – nochmals ausdrücklich bestätigte.
Nach dem Autoauffahrunfall vom 31.03.2000 sei nach initialer
Beschwerdearmut eine ständige Beschwerdezunahme unbestritten. Dr. ...
erkläre aber nicht, weshalb es zu einer solchen gekommen sei und eine
Neuroblockade rund 10 Jahre nach dem Unfall notwendig sein sollte. Auch
wenn eine Läsion vom Facettengelenk C2/3 rechts nachgewiesen werden
könnte, sei deren Unfallkausalität höchst zweifelhaft, nachdem über 9 Jahre
keine Schädigung des Facettengelenkes aktenkundig gewesen sei. Eine
solche Schädigung könne durch eine degenerative Veränderung erklärt
werden, falls sie erneut nachweisbar wäre. Eine seit fast 10 Jahre bestehende
Facettengelenksläsion sei kaum vorstellbar, da dies von den
voruntersuchenden Neurologen Dr. ... (2001) und Dr. ... (2008; vgl.
Gutachten ... 16.04.2008, S. 13-14: Keine organisch bedingten
Gangstörungen feststellbar) sonst zweifellos erwähnt worden wäre. Soweit
Dr. ... eine milde traumatische Hirnverletzung durch MRI-Verfahren
nachweisen möchte, widerspreche dies den Richtlinien der Amerikanischen
Assoziation für Neurorehabilitation. Dass die ständige Schmerzzunahme
mittels chronifizierter myofaszialer Beschwerden durch Prof. ... bewiesen
worden sei, werde von ihm (Dr. ...) bestritten. Es handle sich dabei nicht um
eine allgemein anerkannte These. Er (Dr. ...) habe schon häufig Patienten mit
myofaszialen Symptomen gesehen; dies ohne jeden vorherigen Unfall. Eine
Zuordnung zum Unfallereignis (März 2000) erscheine somit nicht genügend
belegt. Zu den wissenschaftlich anerkannten Behandlungsmethoden hielt das
Bundesgericht bereits in einem Urteil vom 29.03.2006 (U 197/04 Erw. 3.2; vgl.
auch VGU S 09 94 Erw. 1e) klar fest, dass dazu nur die Methode zur
dynamischen Posturographie anerkannt werde, die von Dr. ... in seinen
Berichten erwähnte und angewandte (audio-neurootolische) Methode wurde
hingegen nicht als wissenschaftlich anerkannt bezeichnet. Die Vorinstanz hat
sodann zwar die Wissenschaftlichkeit der Radiofrequenztherapie ...
anerkannt, zu Recht aber die Wirtschaftlichkeit und Zweckmässigkeit dieser
Methode verneint, weil nachweislich keine anhaltende Verbesserung des
Gesundheitszustands beim Beschwerdeführer erzielt werden konnte. Was die
Radiofrequenztherapie zur Behandlung der Nackenschmerzen angeht, so ist
dazu erstellt, dass sich die Nackenschmerzen tatsächlich nach dem Unfall
gebessert haben und daher nachvollziehbar während langer Zeit auch in den
medizinischen Abklärungsberichten nicht mehr erwähnt wurden (Arztberichte
Dres. ... [2000], ... [2001] und ... [2001; USZ]). Nackenschmerzen werden
hingegen erstmals wieder im Gutachten der ... vom 16.04.2008 erwähnt,
weshalb die Gesamtbeurteilung von Dr. ... in den Berichten vom
03.03./03.06.2010 einleuchtet und nachvollziehbar ist, wonach die
Radiofrequenztherapie hier weder als wirtschaftlich noch als zweckmässig
qualifiziert werden könne. Der Beweisantrag zur Einvernahme von Zeugen
würde diese medizinischen Erkenntnisse nicht umstürzen können, weshalb
darauf vorweg verzichtet werden kann. Eine Validierung der Methode ... ist
aufgrund der klaren medizinischen Berichten ebenfalls nicht erforderlich. Die
Verneinung der Kostenübernahme (bis 30.06.2009) erfolgte deswegen zu
Recht. Dasselbe gilt für den vorab kritisierten Fallabschluss per 30.06. 2009,
da mit einer erheblichen Steigerung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers seither aufgrund der zitierten Arztberichte (2000-2010)
nicht mehr zu rechnen war.
b) Zum natürlichen Kausalzusammenhang gilt es aus ärztlicher Sicht
festzustellen, dass aufgrund der medizinischen Abklärungen keine
strukturellen, organischen Befunde für die geklagten HWS-Schmerzen beim
Beschwerdeführer gefunden werden konnten. Weder im ersten Arztzeugnis
von Dr. ... vom 19.04.2000 noch im anschliessenden Röntgenbericht vom 02.
05.2000 ist von ossären Läsionen – trotz Diagnose HWS-Distorsion - die
Rede. Laut Gutachten der ... (April 2008; S. 26) ergaben die radiologischen
Untersuchungen beim Versicherten dem Alter entsprechende Befunde ohne
Zeichen oder Hinweise auf traumatische Läsionen oder postraumatische
Residuen. Eine traumatische Hirnverletzung wurde im neuropsychologischen
Gutachten der neurologischen Klinik Universitätsspital Zürich vom
27.11.2001, von der ... und von Dr. ... in den Berichten 03.03./03.06.2010
übereinstimmend verneint. In den unfallzeitnahen Akten wurden zudem weder
eine Benommenheit noch eine Bewusstlosigkeit noch eine Kopfverletzung
erwähnt. Der weiter geklagte Tinnitus (Ohrensausen) wurde erstmals im
Arztbericht vom 17.03.2008 (Dr. ...) und somit erst fast 8 Jahre nach dem
Autounfall erwähnt, weshalb diesbezüglich eine überwiegend wahrscheinliche
Unfallkausalität ebenfalls verneint werden kann. Dasselbe gilt für die geltend
gemachten Facettengelenksverletzungen, welche trotz der Behandlungen
durch Dr. ... und der Abklärungen durch Dr. ... nicht als unfallkausale
strukturelle Läsionen bezeichnet werden können. Aufgrund der jeweils nur für
eine bestimmte Zeit andauernden, positiven Ergebnisse der
Radiofrequenztherapie kann eine organische Läsion jedenfalls noch nicht
hergeleitet oder gar bewiesen werden. In diesem Sachzusammenhang kann
abermals auf die einleuchtenden, schlüssigen und in sich widerspruchsfreien
Arztberichte von Dr. ... verwiesen werden. Da somit aber eindeutig keine
organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen vorliegen und bejaht werden
können, ist in der Folge noch die Adäquanz zu prüfen.
Soweit die Vorinstanz ausführte, dass die jetzigen Beschwerden des
Beschwerdeführers trotz anderslautender Beurteilung durch die ... nicht
überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall zurückzuführen seien, kann diese
Kontroverse letztlich offen bleiben. Die Vorinstanz stützte sich dabei auf den
Arztbericht von Dr. ... vom 10.11.2008 ab, worin bemängelt wurde, dass die
Gutachter aufgrund des zeitlichen Auftretens der Leiden auf eine
Unfallkausalität geschlossen hätten, was unzulässig sei. Selbst wenn jedoch
die natürliche Kausalität bejaht werden könnte, würde dies am
Schlussergebnis nichts ändern, weil die Adäquanz – wie noch gezeigt werden
wird (Ziff. 2d) – hier klar zu verneinen ist (Bundesgerichtsurteil 8C_42/2007
vom 14.04.2008).
c) Zum Zeitpunkt der Adäquanzprüfung gilt es festzuhalten, dass dieser korrekt
laut Art. 19 Abs. 1 UVG erfolgt ist. Eingliederungsmassnahmen durch die
Invalidenversicherung standen damals nicht zur Diskussion. Der
Beschwerdeführer hat nach dem Auffahrunfall am 31.03.2000 seine Arbeit
bereits am 26.04.2000 wieder zu 50% und ab dem 19.06.2000 sogar wieder
vollumfänglich aufgenommen. Gegenüber der Vorinstanz gab der
Beschwerdeführer am 08.10.2007 noch selbst an, seit längerem nur 90% zu
arbeiten. Anlässlich der Begutachtung in der ... gab er hingegen an, 100% zu
arbeiten. Aufgrund dieser Feststellungen ist das Gericht zur Überzeugung
gelangt (vgl. bereits vorne Ziff. 2a in fine), dass mit den Abklärungen und
Behandlungen der Dres. ... keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands (Steigerung/Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit)
erreicht wurde (BGE 134 V 109 Erw. 4.3; ferner VGU S 09 198 mit dort zitierter
Rechtsprechung). Aus den Attesten von Dr. ... geht jeweils nur eine
vorübergehende Besserung hervor. Im Bundesgerichtsurteil 8C_181/2010
vom 20.05.2010 wurde in Erw. 3.3 dazu klargestellt, dass eine Besserung im
Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG nicht denkbar sei, wenn schon vor einer
allenfalls noch in Betracht fallenden ärztlichen Massnahme wieder eine volle
Arbeitsfähigkeit in der früher ausgeübten Tätigkeit erreicht worden sei, was
vorliegend (seit 19.06.2000 wieder 100% AF) ja längst wieder der Fall ist. Im
Gutachten der ... (April 2008) wurde festgestellt, dass der Patient mit einem
100%-igen Pensum aufgrund der damaligen Verfassung an der obersten
Limite sei (S. 47). Es wurde daher eine vorübergehende Reduktion (ein paar
Monate) vorgeschlagen, damit der Versicherte den empfohlenen
therapeutischen Massnahmen nachgehen könne. Damit war sowohl eine
physiotherapeutische als auch psychologische Betreuung gemeint. Im
Weiteren wurde festgehalten, dass diese Therapien nach einem 4-wöchigen
stationären Klinikaufenthalt noch rund 6 bis 9 Monate weitergeführt werden
müssten. Auch unter diesem Aspekt erscheint daher der durch die Vorinstanz
gewählte Zeitpunkt der Prüfung der Adäquanz als korrekt. Zudem sprach sich
auch Dr. ... im Attest vom 10.11.2008 dafür aus, dass der Endzustand 9 Jahre
nach dem Unfall erreicht worden sei. Am Fallabschluss per 30.06.2009 gibt
es daher – wie bereits eingangs unter Ziff. 2a in fine dargetan - nichts
auszusetzen (zum Ganzen überdies: Bundesgerichtsurteil 8C_112/2009 vom
29.04.2009 Erw. 5).
d) Zum adäquaten Kausalzusammenhang gilt es festzuhalten, dass die
Vorinstanz für dessen Prüfung zu Recht auf die dazu entwickelten Kriterien
gemäss BGE 117 V 359 bzw. in revidierter Fassung laut BGE 134 V 109
abstellte. Unbestritten ist, dass der Auffahrunfall vom 31.03.2000 im mittleren
Bereich im Grenzbereich zu einem leichten Unfall anzusiedeln ist (RKUV 2005
Nr. U549 S. 237 mit Hinweisen). Das unfallanalytische Kurzgutachten vom
24.06.2009 ergab lediglich eine Geschwindigkeitsveränderung (Delta-V) von
6-10 km/h, was als noch harmlose Heckkollision bezeichnet werden darf (vgl.
Fotodossier der Stadtpolizei Chur vom 04.04.2000 [bloss geringfügiger
Sachschaden] samt Einvernahmeprotokolle der zwei Unfallbeteiligten vom
31.03.2000). Bei Unfällen im mittleren Bereich im Grenzbereich zu einem
leichten Ereignis müssen für die Bejahung der Adäquanz von den relevanten
Kriterien entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber
mehrere in gehäufter und auffallender Weise erfüllt sein. Im konkreten Fall ist
dazu erstellt, dass kein einziges Kriterium – wie namentlich 1. das Vorliegen
besonders dramatischer Begleitumstände oder einer besonderen
Eindrücklichkeit des Unfalls (vgl. Vernehmlassung der Vorinstanz vom
10.03.2010, Ziff. 2.12, S. 16); 2. Vorliegen besonders schwerer Verletzungen
[wie z.B. Schädelbrüche; innere Blutungen an lebenswichtigen Organen usw.]
oder aussergewöhnliche Art der erlittenen Verletzungen; 3. Fortgesetz
spezifisch belastende ärztliche Behandlung; 4. Erhebliche Beschwerden; 5.
Vorliegen einer ärztlichen Fehlbehandlung, die die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert hat; 6. Schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen und/oder 7. Erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz
ausgewiesener Anstrengungen – als erfüllt angesehen werden kann.
Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, kann vorliegend zur Begründung
des Fehlens dieser Kriterien auf die erwähnte Stelle in der Vernehmlassung
der Beschwerdegegnerin vom 10.03.2010 verwiesen werden, worin detailliert
und überzeugend dargetan wurde, dass ein adäquater Kausalzusammenhang
zwischen dem Autounfall vom 31.03.2000 und den – über das Einstelldatum
der Leistungen aus UVG per 01.07.2009 - geltend gemachten Beschwerden
des Beschwerdeführers klar verneint werden muss.
3. a) Der angefochtene Einspracheentscheid vom 02.12.2009 erweist sich folglich
als rechtmässig und verhältnismässig, was zu seiner Bestätigung und zur
Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
b) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale
Beschwerdeverfahren nach Art. 61 lit. a ATSG kostenlos ist. Der obsiegenden
Beschwerdegegnerin (Vorinstanz) steht kein Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).