Decision ID: 41d12a40-cb39-465d-adad-a9daeb7115f1
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 197
1
,
ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern, geboren 1989 und 1991 (
Urk.
8/1/2). Sie
besuchte die Primarschule in
Y._
. Einen Beruf erlernte sie nicht (
Urk.
8/1/4). Im Jahr 1993 reiste sie aus
Y._
in die Schweiz ein
(
Urk.
8/1/
3
)
, wo sie ab
März 1996
als
Packerin
arbeitete
(
Urk.
8/1/5,
Urk.
8/4
,
Urk.
8/8/1,
Urk.
8/8/4
)
. Ab März 1999 war sie überdies als Hauswartin tätig (
Urk.
8/1/5).
Am
21
.
November 2005 (Eingangsdatum) meldete sie sich unter Hin
weis auf seit September 2004 beste
hende Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in die rechte Seite und das rechte Bein (Urk. 8/1/6)
bei der Sozial
ver
siche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
8/
1,
Urk.
8/
10/1
). Die IV-Stelle
tätigte Abklärungen in medizinischer
sowie
beruflich-erwerblicher Hinsicht
, welche sie im
Einsprache
verfahren
(betreffend die das Leistungsbegehren abweisende Verfügung vom 9. Februar 2006)
durch weitere medizinische Abklärungen
und eine Haushaltab
klärung
ergänzte
.
Mit
Einspracheentscheid
vom 2
0.
März 2007 sprach s
ie der Versicherten für die Zeitperiode vom
1.
Dezember 2005 bis 3
0.
April 2006 eine ganze Rente sowie mit Wirkung ab
1.
Mai 2006 eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
8/34/4).
1.2
Am
2.
April 2007 stürzte die Versicherte eine Treppe hinunter und zog sich dabei eine distale Unterschenkelfraktur links zu (
Urk.
8/36/1).
Alsdann machte sie mit einem bei der IV-Stelle am
2
3.
Dezember 2008
eingegangenen
Anmelde
formular für den Leistungsbezug
eine seit diesem Unfall bestehende gesundheitliche Beeinträchtigung geltend (
Urk.
8/42/8,
Urk.
8/60/1).
Die
IV-Stelle
nahm
die An
meldung als Gesuch um
R
entenrevision
entgegen
(
Urk.
8/42/1).
Im Zuge ihrer
Abklärungen
holte
sie insbeson
dere das
orthopädisch-psychiatrische
Gutachten
von
Dr.
med.
Z._
, Spezialarzt Orthopädie FMH
,
und
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (AUT),
vom 1
1.
September
2009 (
Urk.
8/56
) und den
Haushaltabklärung
sbericht
vom
8.
Dezem
ber 2009
(
Urk.
8/58)
ein
.
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(vgl.
Urk.
8/61,
Urk.
8/63,
Urk.
8/66) hob die IV-Stelle die bisherige
Viertelsrente
mit Verfügung vom
7.
Juli 2010 per 3
1.
August 2010 auf (
Urk.
8/68). Diese Ver
fügung blieb unangefochten.
1.3
In der Folge stolperte die Versicherte am 2
2.
Juli 2017 über eine Bettkante und klagte danach über Beschwerden im
linken
Knie (
Urk.
3/4).
Ein
Sturz von einer kurzen Leiter auf
das Steissbein
am
2
7.
Juli 2018
(Urk. 3/5,
Urk.
8/77/4,
Urk. 8/111/3
) verursachte laut der
Versicherte
n
anhaltende
Schmerzen im Rückenbereich
(
Urk.
8/96/2
, Urk. 8/11
3
/3
)
.
S
ie meldete sich am 1
7.
Dezember
2018 unter Hinweis auf den Unfall vom
2
2.
Juli 2017 (
Urk.
8/70/6) wieder bei der
IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/70,
Urk.
8/72).
Für ihre Abklärungen zum medizinischen Sachverhalt
holte die IV-Stelle
die Akten der SWICA
Kran
kenver
siche
rungen AG
(
nachfolgend: SWICA,
Urk.
8/
7
4
, Urk. 8/81,
Urk.
8/83,
Urk.
8/87, Urk. 8/89-90, Urk. 8/93
)
sowie die Berichte von
Dr.
med.
B._
, Orthopädische Chirurgie FMH, vom 22.
und 29.
August 2019 (Urk.
8/88
, Urk. 8/91
)
ein
. Zu ihren Abklä
rungen in beruflich-erwerblicher Hinsicht gehörten
insbesondere der
Bei
zug
des Auszugs aus dem individuellen Konto (IK) vom 28. Januar 2019 (
Urk.
8/78)
sowie des
Berichts der Arbeitgeberin der
Versicherten
vom
2
7.
Februar 2019
(
Urk.
8/79).
Sie nahm sodann am
2.
Juli 2020 eine weitere
Haushaltabklä
rung
vor
(
Urk.
8/96
)
.
Am 1
1.
Dezember 2019 nahm
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom Regionalen Ärzt
lichen Dienst (RAD) der IV-Stelle Stellung (
Urk.
8/100/4).
Mit
Vorbescheid
vom 1
8.
August 2020 kündigte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres L
eistungs
begehrens vom 1
7.
Dezember
20
18
an (
Urk.
8/101).
Dagegen erhob die Ver
sicherte am 1
7.
September 2020 Einwand (
Urk.
8/105).
Die Versicherte liess mit der
Einwandbegründung
vom 3
0.
Dezember 2020 (
Urk.
8/11
4
) den Bericht zur CT-Untersuchung des Beckens in der Klinik
D._
vom 2
1.
Okto
ber 2020 (
Urk.
8/113/3) sowie den Bericht von
Dr.
med.
E._
, FMH Chirurgie, vom 2
7.
Oktober 2020 (
Urk.
8/113/1-2) einreichen.
Am 1
5.
Januar 2021 nahm RAD-Arzt
Dr.
C._
noch einmal Stellung (
Urk.
8/119).
Mit Verfügung vom 1
5.
Februar 2021 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten
vom 1
7.
Dezember 2018
wie vorbeschieden ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
17. März 2021 Beschwerde und
beantragte
,
in Aufhebung der angefochtenen
Verfügung vom 1
5.
Februar 2021
sei die vor
liegende Streitsache zu weiteren Abklärungen (insbesondere einer
bidiszip
linären
Begutachtung) an die IV-Stelle zurückzuweisen
(Urk.
1 S. 2).
Die Beschwerde
geg
nerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9
.
Juni
2021 Abweisung der Beschwerde (Urk.
7
, unter Beilage der IV-Akten, Urk.
8/
1-1
23
)
, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 14. Juni 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
In der angefochtenen Verfügung vom 1
5.
Februar 2021 (
Urk.
2) führte die Beschwerdegegnerin aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerde
füh
rerin gemäss ihren medizinischen Abklärungen ab dem 1
7.
Oktober 2018 ver
schlechtert habe. Seit dem 2
9.
August 2019 sei sie aber in einer
ihrem Gesund
heitszustand angepassten Tätigkeit wieder voll arbeitsfähig. Damit sei eine ausschliesslich sitzende Tätigkeit gemeint (
Urk.
2 S. 1). Gemäss den Abklärungen ihres Aussendienstes wäre die Beschwerdeführerin ohne
ihre gesundheitlichen Beschwerden zu 49
%
erwerbstätig und zu 51
%
im Haushaltsbereich tätig (
Urk.
2 S. 2).
Beim Einkommensvergleich vom 1
8.
August 2020
habe
ausgehend vom
Valideneinkommen
gemäss Einkommensvergleich vom
6.
Oktober 2009
in der Höhe von
Fr.
34'454.34 unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung ein hypothetisches
Valideneinkommen
2019 in der Höhe von
Fr.
37'126.25 (49%-Pensum) resultiert. Hochgerechnet auf ein 100%-Pensum würde dies einem Ein
kommen von
Fr.
75'767.86 entsprechen (
Urk.
2 S. 1, vgl.
Urk.
8/99/1). Laut den Tabellenlöhnen der Schweizerischen Lohnstruk
t
urerhebung des Bundesamtes für Statistik
könnte die Beschwerdeführerin i
n einer Verweisungstätigkeit ein Ein
ko
mmen in der Höhe von
Fr.
59'954.60 erzielen. Die Erwerbseinbusse in der Höhe von
Fr.
15'813.26 entspreche einer Einschränkung von 21
%
(
Urk.
2 S. 1). Ihr Aussendienst sei bei der Beschwerdeführerin zu Hause gewesen, um ihre Ein
schränkung im Haushaltsbereich zu beurteilen. Es sei eine Einschränkung von 14
%
festgestellt worden. Bei einem Anteil Erwerbsbereich von 49
%
und einer dortigen Einschränkung von 21
%
resultiere ein Teilerwerbsgrad von 10.
2
9
%
. Der Anteil Haushaltsbereich 51
%
mit einer Einschränkung von 14
%
ergebe ein
en
Teilinvaliditätsgrad von 7.14
%
. Zusammengezählt würden die Teilinvali
ditäts
grade einem Invaliditätsgrad von 17.43
%
entsprechen. Da der Invaliditäts
grad unter 40
%
liege, bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
2 S.
2).
1.2
Die Beschwerdeführerin br
achte vor, dass die Beschwerdegegnerin ihren Gesund
heits
zustand
nicht umfassend geprüft habe. Sie leide unter unfall- und krank
heitsbedingten Beschwerden
(
Urk.
1 S. 2)
.
A
ufgrund der Anerkennung des Rück
falls zum Unfall
vom 2
7.
Juni 2018
durch die SWICA
würden
eindeutige Hin
weise
für eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorliegen. Diese Verschlech
terung habe weitere notwendige Untersuchungen und Abklärungen bewirkt. Dies sei der Beschwerdegegnerin bekannt gewesen
(
Urk.
1 S. 6)
.
Die Beschwerde
geg
nerin habe
es
aber
trotz entsprechender Aufforderung
durch ihren Rechtsvertreter
unterlassen, die Akten der SWICA zum Unfall vom 2
7.
Juni 2018 einzuholen (
Urk.
1 S. 2,
Urk.
1 S. 4-5).
Es müsse ferner berück
sichtigt werden, dass
i
m Ver
fügungs
zeitpunkt noch kein definitiver Gesundheits
zustand vorgelegen
habe
.
Es
werde vielmehr immer noch
versucht, die persi
stierenden Becken- und Rücken
beschwerden zu lindern.
Derzeit sei sie
auch in angepassten Tätigkeiten relevant eingeschränkt.
Dr.
E._
habe dies ebenfalls
so geschildert. E
ine ab
schliessende Beurteilung
sei
erst möglich, wenn die
noch anstehenden
Unter
suchungen abge
schlossen seien. Indem der RAD diese Prob
lematik völlig ausser Acht gelassen habe, bestünden erhebliche Zweifel an seiner Beurteilung. Sie entspreche somit
nicht
den bundesgerichtlichen Anforderungen an den Beweiswert von versiche
rungs
internen ärztlichen Feststellungen (
Urk.
1 S. 6).
Dennoch habe die Beschwerde
gegnerin auf dessen Beurteilung abgestellt
. Es liege eine klare Verlet
zung des Untersuchungsgrundsatzes
gemäss Art 43 des Bundes
gesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vor
(
Urk.
1 S. 2
,
Urk.
1 5-6
).
Aus diesem Grunde sei die vorliegende Streitsache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit
sie
beim Erreichen des definiti
ven Gesundheitszustandes den medizinischen Sachverhalt rechtskonform ab
kläre
.
Dafür habe sie mindestens ein
bidisziplinäres
Gutachten mit den Fachrich
tungen Orthopädie und Neurolo
gie/Neuro
chirurgie einzuholen (
Urk.
1 S. 7).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Adipositas bewirkt grundsätzlich keine zu Rentenleistungen berechtigende Inva
lidität, wenn sie keine körperlichen oder geistigen Schäden verursacht und nicht die Folge von solchen Schäden ist. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, muss sie unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalles den
noch als invalidisierend betrachtet werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung
noch durch zumutbare Gewichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folge
schäden keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträch
tigung der Erwerbsfähigkeit beziehungsweise der Betätigung im bisherigen Auf
gabenbereich zur Folge hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_633/2017 vom 12. Dezember 2017 E. 3.2 mit Hinweisen).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der
früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (Urteil des Bundesgerichts 9C_351/2020 vom 21. September 2020 E. 3.1, insbesondere mit Hinweis auf
BGE
117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
Dieselben Grundsätze gelten auch, wenn sich die versicherte Person nach der Aufhebung einer Invalidenrente wieder zum Leistungsbezug an
ge
meldet
hat
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts
9C_845/2008 vom 1
3.
Februar 2009 E. 3)
.
2.5
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstäti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich
-
weiterhin
-
summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig
keit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäfti
gungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invali
ditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
2.6
2.6.1
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.6
.2
Die
RAD
stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzun
gen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversi
cherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbe
reich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs.
Berichten des RAD, welche auf eigenen Untersuchungen beruhen (Art. 49 Abs. 2 IVV), kommt Beweiswert zu, sofern sie den von der Rechtsprechung umschrie
be
nen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten genügen (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Selbst eine reine Aktenbeurteilung des RAD kann beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesent
lichen nur um die fach
ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medi
zinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteile des Bundesgerichts 9C_730/2018 vom 27. März 2019
E. 5.1.3, 9C_335/2015 vom 1. September 2015 E. 3.1 und 9C_196/2014 vom 18. Juni
2014 E. 5.1.1 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozial
versicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (ver
sicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüs
sig
keit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind
(BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
3.
3.1
3.1.1
Mit Verfügung vom
7.
Juli 2010
hat
die Beschwerdegegnerin die bisherige
Vier
telsrente
per 3
1.
August 2010 auf
gehoben
(
Urk.
8/68).
Dabei stellte sie in medizi
nischer Hinsicht auf das
orthopädisch-psy
chiatrische Gutachten der
Dres
.
Z._
und
A._
vom 1
1.
August 2009 (
Urk.
8/56) ab.
3.1.2
Die Gutachter stellten die folgenden Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
8/56/24)
:
-
Fokale
Discushernie
L3/4
foraminal
links mit geringer Kompressionen des
rezessalen
Anteils der Wurzel L4 links und fokale
Discus
hernie
L4/5 links ohne Wurzelkompression
-
Chondropathie
des linken oberen Sprunggelenks bei Status nach Osteo
synthese einer Unterschenkelfraktur links im April 2007
-
Adipositas
-
Dysthymia
, bestehend seit ca. 2005 (ICD-10: F34.1)
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie
(Urk. 8/56/24):
-
Cervicalgie
-
Senk-/Sprei
z
füsse
-
Arterielle Hyper
t
onie
-
Hiatushernie
D
ie Gutachter
führten
weiter
aus, dass anlässlich der gemeinsamen orthopädisch-psychiatrischen Beurteilung vom
4.
September 2009 die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit
als Hauswartin und Packerin seit dem Zeitpunkt der Begutachtung auf 60
% (Arbeitsunfähigkeit 40
%) bei voller Stundenpräsenz
festgelegt
worden sei. Diese Einschränkung bestehe, weil der Beschwerdeführerin
aufgrund der
Discushernie
L3/4 mit leichter Kom
pression der Nervenwurzel L4 links
rezessal
und der
Cho
ndropathie
des linken
oberen Sprung
gelenks vorwiegend stehende und gehende Arbeiten, die mit häufigen inklinierten un
d
reklinierten
sowie rotierten
Körperhaltungen einher
gehen,
nicht mehr voll
umfänglich zumutbar seien (
Urk.
8/56/24
-25
).
Zur Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
hielten die Gutachter fest
, dass körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechs
lungs
weise sitzend und stehend ausgeübt werden können, ohne dass dabei häufig inkli
nierte und
reklinierte
sowie rotierte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über 5 kg gehoben oder getragen werden müssen und die nicht mit häufigem Laufen auf unebenem Boden sowie Treppen und Leitern verbunden sind sowie geistig einfache Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige
Flexibilität
, ohne erhöhte Verant
wor
tung, ohne erforderliche überdurchschnittliche Konzentrationsfähigkeit und Dauer
belastung, aufgrund der
Dysthymie
mit eingeschränkter emotionaler Be
last
barkeit, geistiger Flexibilität und Dauerbelastung
von der Beschwerde
führerin
seit 2005 zu 90 % (Arbeitsunfähigkeit 10 %) angenommen werden könnten (
Urk.
8/56/24).
3.2
3.2.1
Bei den von der Beschwerdegegnerin nach der Neuanmeldung der Beschwerde
führerin
vom 1
7.
Dezember 2018 (
Urk.
8/70,
Urk.
8/72)
beigezogenen Akten der Krankentaggeldversicherung
findet sich
unter anderem
der Bericht von
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Chirurgie, vom
1
7.
Okto
ber 2018 (Urk.
8/83/111-112). Er hielt
darin
fest, dass er wegen der akuten Schmerz
zu
nahme und dem eindrücklichen Kniegelenkserguss mit teils Blockaden eine MR-tomographische Untersuchung durchgeführt habe.
Dr.
F._
stellte
die folgenden Diagnosen
(Urk. 8/83/11
5
sowie Urk. 8/83/111
)
:
-
Erneute
Schmerzexazerbation
und Erguss Knie links
-
Status nach Kniearthroskopie links,
Teilmeniskektomie
medial und lateral,
Mikrofrakturierung
und
Autologe
Matrixinduzierte
Chondro
genese
(AMIC)-
Chondroplastik
mit
Chondro
-Gide am 1
7.
Oktober 2017
-
Aktuell MR-tomographisch gut eingeheilter Knorpel nach AMIC-Plastik im Oktober 2017
-
Neu distal lädiertes vorderes Kreuzband und deutliche Zeichen einer
Synovitis
-
Verdacht auf freie Gelenkskörper
-
Bakerzyste
mit Zeichen der Ruptur
-
Partial
rupturiertes
mediales Seitenband
-
Lateralisierte
Patella mit Knorpelfissur in der lateralen
Patellafacette
-
Ausgedehnte Bursitis
tuberositas
tibae
-
Adipositas
Am
5.
Dezember 2018 hielt
Dr.
F._
fest, dass die Beschwerdeführerin erhebliche Restbeschwerden im Kniegelenk links angebe. Trotz unauffälligem MRI und ein
geheiltem Knorpel sei sie schmerzbedingt stark belastet. Dies werde zusätzlich durch den schwer terminal kranken Vater erschwert (
Urk.
8/83/115). Die Beschwerdeführerin dränge auf eine Verbesserung des Zustandsbildes und man habe sich auf die Durchführung einer Re-Arthroskopie im Kniegelenk links mit gleichzeitiger Infiltration der Schmerzpunkte geeinigt.
Dies auch gemäss der Beurteilung durch
Dr.
med.
G._
, Fachärztin FMH für Physika
lische Medizin und Rehabilitation
.
Der Eingriff finde am 1
3.
Dezember 2018 im ambu
lan
ten Setting statt (
Urk.
8/83/116).
3.2.2
Dr.
G._
stellte im Bericht vom
2
0.
Dezember 2018 die Diagnose
Patella
spitzen-Schmerzsyndrom
Differentialdiagnose (DD:) Bursitis
tuber
o
sitas
tibiae
, DD: Blockade durch einen freien Gelenkskörper (
Urk.
8/83/71).
Zur Arbeits
fähig
keit der Beschwerdeführerin
hielt
sie fest, dass in der bisherigen Tätigkeit als Packerin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
gegeben sei. Sie habe der Beschwer
de
führerin vom 1
5.
November bis 3
1.
Dezember 2018 eine 100%ige Arbeitsun
fä
higkeit als Packerin attestiert. Auch für eine andere geeignete
Tätigkeit
liege in dieser Zeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor. Die weiteren Arbeitsun
fähig
kei
ten würden durch
Dr.
F._
attestiert (
Urk.
8/83/72).
3.2.3
In seinem Bericht vom 2
5.
Januar 2019
(
Urk.
8/83/
119-120
)
hielt
Dr.
F._
fest, dass
er
die Beschwerde
führerin
sechs Wochen
nach der Kniearthroskopie am 13.
Dezember 2018 in seiner Privatsprechstunde nachuntersucht und beraten habe (Urk.
8
/83/119). Die Beschwerdeführerin habe berichtet, dass sie einen deut
lich positiven Effekt von der Kniearthroskopie vom 1
3.
Dezember 2018 spüre
(
Urk.
8/83/119)
.
Die lästigen Stiche im Kniegelenk
,
die
sie
teilweise bei jedem Schritt
behindert hätten, seien volls
tändig verschwunden (Urk.
8/83/119-120)
. Es gehe ihr deutlich besser,
d
och gegen Abend würde
das Kniegelenk leicht auf
schwel
len. Bereits jetzt
spüre
sie
einen Profit von der O
peration. Seit einer Woche nehme sie keine Medikamente mehr ein. Zuvor
habe sie wegen Schmerzen
Novalgin
-Tabletten schlucken müssen
(
Urk.
8/83/119-120)
. Bei seiner Untersu
chung stellte
Dr.
F._
fest, dass der Gang der Beschwerdeführerin flüssig und
hinkfrei
gewesen sei. Die Kniegelenksfunktion sei symmetrisch gewesen. Bei der Prüfung der Meniskuszeichen
habe die Beschwerdeführerin
anterolateral
im operierten Knie
gelenk links
wenig Schmerzen angegeben
.
Es hätten k
eine wesent
lichen Knie
gelenksergüsse bestanden
.
Dr.
F._
hielt fest, dass sich ein erfreu
liches Sechs
wochenresultat gezeigt habe. Die Beschwerdeführerin dürfe nun vor
sichtig das Kniegelenk weiter und zunehmend belasten, ohne das
s
erneute Reizungen auftr
ä
ten. Auf eine Physiotherapie
sei deswegen vorläufig noch zu ver
zichten. An eine Arbeitsaufnahme sei noch nicht zu denken. Er habe die Beschwerdeführerin gebeten, ihren Hausarzt in spätestens drei Wochen zwecks Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit aufzusuchen. Er könne sich vorstellen, dass die Beschwerde
führerin Mitte Februar damit beginne, halbtags zu arbeiten
. Dies solle selbstver
ständlich nicht zu früh erfolgen, um keine erneuten Reizer
schei
nun
gen zu provozieren
(Urk.
8/83/120).
3.2.4
Beim Telefongespräch mit der Sachbearbeiterin
der SWICA vom 2
1.
März 2019
erklärte der Hausarzt
der Beschwerdeführerin,
Dr.
med.
H._
,
Facharzt für Allgemeine Medizin FMH
, dass aufgrund einer entzündeten Sehne die
Arbeitsunfähigkeit noch bis zum 14.
April 2019 verlängert worden sei
(
Urk.
8/83/121)
.
Im Überweisungsschreiben
an
Dr.
B._
vom 1
5.
April 2019 führte
Dr.
H._
die Diag
nose
persistierende Instabilität und Schmerzen im linken Kniege
lenk mit/bei Status
nach Kniearthroskopie links am 1
7.
Oktober 2017
und erneu
ter Knie
arthroskopie am 1
3.
Dezember 2018 mit Entfernung freier G
elenkskörper
auf
.
Dazu führte
er aus,
dass der Verlauf für die Beschwerdefüh
rerin unbefriedi
gend sei. Sie sei von
Dr.
F._
an die Rhe
u
matologin
Dr.
G._
überwiesen wor
den sei.
Dr.
G._
habe ein
Patellaspitzen
-Schmerzsyndrom und eine Blockade durch einen freien Gelenkskörper
vermutet
, was nach durch
geführtem MRI bei der anschliessenden Arthroskopie am 1
3.
Dezember 2018 bestätigt worden sei. Eine Diskrepanz finde sich bezüglich
des vorderen Kreuz
bandes, das im MRI auf
fällig, interoperativ aber unauffällig gewesen sei.
Die
Beschwerde
führerin habe ihm gesagt, dass seit der erneuten
Arthoskopie
der stechende Schmerz im Knie
gelenk, der durch den freien Gelenkskörper verursacht worden sei, nun ver
schwunden
sei. Beim Treppensteigen und beim Hinuntergehen
bestünden
aber weiterhin
Schmerzen. Aus diesem Grund sei die Beschwerde
füh
rerin
noch
nicht
arbeitsfähig, w
ie von
Dr.
F._
vorgeschl
agen
. Er (
Dr.
H._
)
habe die Arbeitsunfähigkeit vorerst bis 1
9.
Mai 2019 verlängert (
Urk.
8/93/190)
.
In der Folge schrieb
Dr.
H._
die
Beschwerdeführerin für die Zeitperiode vom 2
0.
Mai
bis 1
7.
Juni 2019 zu 100
%
arbeitsunfähig
(Urk. 8/93/216-217).
3.2.
5
Hernach attestierte Dr.
B._
der Beschwerdeführerin vom 1
8.
Juni
bis
1
1.
Septem
ber
2019
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
8/93/218
,
Urk.
8/
93/
228
,
Urk.
8/93/230
)
.
Im Bericht vom 1
4.
Juni 2019 führte
Dr.
B._
aus,
dass bei der Beschwerde
führerin weiterhin ein medialer Knie
schmerz nach zweifacher Teilresektion und Aussenmeniskusteilresektion sowie
AMIC-Plastik im Bereich des medialen
Femurkondylus
bestehe. Im
letzten
MRI
habe sich die MRI-Plastik hervorragend eingeheilt gezeigt. Allerdings imponiere
, dass die Beschwerde
führerin
im
In
nen
meniskus
hinter
horn
bereits
nahezu keinerlei Meniskussubstanz mehr habe, so dass nun zu ver
muten sei, dass auch die eventuell noch ver
blei
benden Fasern keine Funktion mehr hätten. Im MRI habe sich ebenfalls gezeigt, dass der Innen
meniskus mit
seinen Resten aus dem Gelenk
extruiert
sei. Dieses würde für einen kompletten Funktionsverlust sprechen. Dementsprechend werde er einen neues MR durchführen
,
um den Knorpel zu beurteilen (
Urk.
8/93/223).
3.2.
6
Nach der Untersuchung
der Beschwerdeführerin vom 1
4.
August 2019
diag
nos
ti
zierte
Dr.
B._
eine
Radiärläsion
Innenmeniskus Kniegelenk rechts
(richtig: links)
mit beginnender medialer Gonarthrose sowie einen Status nach
knorpel
chirurgischem Eingriff. Bei der Beschwerdeführerin bestehe weiterhin eine Schmerzproblematik im Bereich des medialen rechten (richtig: linken) Knie
ge
lenks aufgrund der
Radiärläsion
des Innenmeniskus. Die biomechanischen Ver
änderungen seien bereits dargelegt worden. Es werde versucht, noch einmal mit Physiotherapie und Gewichtsreduktion eine Verbesserung zu erreichen. Andern
falls müsse über eine Umstellungsosteotomie diskutiert werden. Hierfür sei die Beschwerdeführerin aktuell noch zu schwer. Er werde sie in drei Monaten erneut kontrollierten und wieder berichten (
Urk.
8/93/236).
Alsdann hielt
Dr.
B._
i
n seinem
Bericht vom
1
4.
August 2019
an Dr.
H._
fest, dass sich bei seinen Untersuchungen eine Patientin mit deutlicher Adipositas und Sen
k
fusskomponente beidseits gezeigt habe. Das Kniegelenk sei reizlos gewesen. Er habe eine etwas verbreiterte
anteromediale
Arthrotomienarbe
festgestellt. Ein Druckschmerz habe isoliert im Bereich des medialen Gelenks
spal
tes sowie im Bereich der medialen Tibia bestanden. Generell habe das Knie
gelenk eine Flexion/Extension von 125/0/5° mit
end
g
radigem
Beugeschmerz
gezeigt
.
Medio
lateral
sei das Kniegelenk in Extension und 30° Flexion stabil geführt
, wobei die Testung des
MCL (medial
collateral
ligament
= mediales Seitenband)
in 30° Flexion Schmerzen verursacht habe.
Der Steinmann I- und II-Test seien negativ auf eine Innenmeniskusläsion gewesen. Druckschmerzen hät
ten auch im Bereich der
anteromedialen
Kapsel über dem medialen
Femur
kon
dy
lus
bestanden
(
Urk.
8/87/4-5
)
.
In seinem an die Beschwerdegegnerin gerichteten
Bericht vom 2
2.
August 2019 stellte
Dr.
B._
die folgenden Diagnosen (
Urk.
8/
88
/
2
):
-
Radiäre Läsion des
Innenmeniskushinterhornes
mit progredienter Gonarthrose
-
Status nach AMIC-Plastik
und
zweifacher
Teilmeniskektomie
Dazu führte er unter anderem aus, dass
er die Beschwerdeführerin seit
1
4.
Juni
2019
ambulant behandelt habe und die letzte
(dritte)
Kontrolle am 14. August 2019
erfolgt sei. B
ei der Beschwerdeführerin
bestehe
ein Status nach mehrfachen Operationen des rechten Kniegelenks. Initial sei eine
Teilmeniskektomie
und danach eine AMIC-Plastik im Bereich des medialen
Femurkondylus
erfolgt. Mittlerweile zeige sich eine komplette
Radiärläsion
des
Innenmeniskus
hinter
horns
.
Die Beschwerde
füh
rerin habe über belastungsabhängige deutliche Schmerzen im Bereich des media
len Gelenkspaltes mit Schwellneigung
geklagt
, welche sie sehr limitieren würden. Klinisch bestehe eine deutliche Innen
meni
s
kus
sym
p
tomatik sowie eine progrediente Gonarthrose
medialseitig
.
Es
lieg
e
mithin
eine progre
diente mediale Gonarthrose bei radiärer Läsion des Innen
meniskus
vor
.
Diese radiäre Läsion des Innenmeniskus
führe
zum Funktions
verlust und dement
spre
chend zu einem weiteren Voran
schrei
ten
der Problematik (
Urk.
8/88/1). Die Beschwerdeführerin werde in einer ständig stehende
n
Tätigkeit nicht mehr kom
plett arbeitsfähig sein
. Eine wech
selnde sitzende
,
stehende Tätigkeit könnte bei entsprechendem Gewichtsverlust noch mög
lich sein. Allerdings fehle die Stossdämpferfunktion des Meniskus (
Urk.
8/88/2).
Bei der Beschwerdeführerin würden sicherlich Probleme mit dem Kniegelenk und mit dem Gewicht bestehen. Des Weiteren könne er eine soziale Komponente nicht ausschliessen. Dement
sprechend
sei für ihn eine Eingliederung
aktuell nicht zu beurteilen, da er die Beschwerdeführerin dreimal in der Sprechstunde gesehen habe und dies über einen Zeitraum von zwei Monaten. Ihm erscheine jedoch die Motivation der Beschwerdeführerin nicht optimal bezüglich einer Wiederein
gliederung (
Urk.
8/88/2).
Am 2
9.
August 20
19
hielt
Dr.
B._
fest, dass in einer sitzenden Tätigkeit die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin komplett gegeben sei. Stehende und gehende sowie kniende Tätigkeiten seien nicht durchzuführen (
Urk.
8/91/7).
Nach der Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 1
4.
November 2019 führte
Dr.
B._
erneut
aus, dass bei der Beschwerdeführerin eine komplette
Radiär
läsion
des
Innenmeniskushinterhorns
bei progredienter medialer Arthrose bestehe (
Urk.
8/93/280).
3.2.
7
Der beratende Arzt der SWICA,
Dr.
med.
I._
,
hielt am
1.
April 2019 fest,
bei der Beschwerdeführerin
bestehe
ei
n Knieleiden, das für sich allein schwierig zu benennen und zu dokumentieren sei. Deshalb sei mit den Interven
tionen auch zu Recht so lange
abgewägt
und gezögert worden. Zusätzlich werde in den Berichten von einer Adipositas und einer schweren Erkrankung des Vaters gesprochen. Beides begünstige die Heilung nicht. Vielmehr seien dies belastende Faktoren für Schmerzen und für Knieprobleme (Urk. 8/83/129
)
.
Am
9.
September 2019 führte
Dr.
I._
aus, dass es sich bei der Beschwer
deführerin um eine komplexe Leidensgeschichte handle: Knieschmerzen rechts (richtig: links) nach zweimaliger Operation und mittlerweile fortgeschrittenen Abnützungen vor allem am Meniskus sowie Überbelastung wegen Adipositas. Bei diesem Leiden gebe es keine Goldstandard-Therapie, weder konservativ noch operativ, weshalb die Verzögerung des Heilungs- und Therapieprozesses nach
vollziehbar sei. Bevorzugt wäre eine interdisziplinäre Behandlung der Beschwer
deführerin anzustreben, wobei sowohl die Gewichtsreduktion als auch die Knie
funktionalität schwerpunktmässig berücksichtigt würden. Leider sei auch davon keine vollständige Heilung oder Beschwerdefreiheit zu erwarten. Er sei nach wie vor der Meinung, dass eine dem Leiden angepasste Tätigkeit möglich sein sollte, unter Schonung des rechten (richtig: linken) Knies, dies zu 100
%
. Er empfehle, die Rentenprüfung der IV abzuwarten, die Klarheit über die Einschränkung ge
ben werde (
Urk.
8/93/249
)
.
3.
2.
8
RAD-Arzt
Dr.
C._
hielt in seiner Stellungnahme vom 1
1.
Dezember 2019 fest, bei der 48-jährigen Beschwerdeführerin sei anhand der vorliegenden Arzt
be
richte, welche zumeist von
Dr.
B._
stammen würden, ein somatischer Gesundheitsschaden (komplette
Radiärläsion
des
Innenmensikus
im Knie links)
, einschliesslich der sich daraus ableitenden Einschränkung der funktionellen Leis
tungsfähigkeit, ausgewiesen. Der Gesundheitszustand sei derzeit stabil. Die medizinische Behandlung sei im Moment beendet. Der nächste Schritt wäre laut
Dr.
B._
die Implantation einer medialen
Hemischlittenprot
h
ese
. Hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeitsbewertung sei festzuhalten, dass die aktenkundigen An
gaben (100%ige Arbeitsunfähigkeit gemäss den Akten der Krankentaggeld
ver
si
cherung) wie üblich primär für die bisherige beziehungsweise die zuletzt (seit November 2010) ausgeübte Tätigkeit (Packerin für Geschirr) mit manchmal Heben und Tragen mittelschwerer und schwerer Lasten aus versicherungsmedizinisch-orthopädischer Sicht uneingeschränkt plausibel sei
en
. Es sei dabei aber auch medizintheoretisch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass diese und ähnliche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin nie wieder möglich beziehungsweise zumutbar sein würden (
100%ige Arbeitsunfähigkeit auf Dauer). Für eine optimal behinderungsangepasste Tätigkeit
,
ausschliesslich sitzend, sei die Arbeitsfähigkeit laut den Angaben von
Dr.
B._
in seinem Bericht vom 2
9.
August 2019 jedoch «komplett gegeben». Aus versicherungsmedizinisch-ortho
pädischer Sicht sei diese Beurteilung uneingeschränkt nachvollziehbar. Diese
Beurteilun
g gelte retrospektiv medizinthe
oretisch überwiegend wahr
schein
lich seit spätestens April 2019, das heiss
e
31⁄2 Monate nach der letzten Operation vom 1
3.
Dezember 2018 (
Urk.
8/100/4).
3.2.9
Beim MRI Knie nativ und KM
i.v.
links vom 21. Juni 2020 zeigte sich gemäss der Zusammenfassung im Bericht von Dr.
E._
vom 27. Oktober 2020 der fol
gende Befund (Urk. 8/113/2: «Mediale Gonarthrose mit deutlicher Ver
schmä
le
rung des Gelenkspaltes und
Chondropathie
mit
subchondraler
Knochenmarks
reaktion, i. a. Flüssigkeitsansammlung und
Bakerzyste
.»
3.2.10
Wegen anhaltenden Schmerzen nach dem Sturz auf das
Sakrum
/Steissbein am 2
7.
August 2018 wurden zur Prüfung der Frage, ob eine Fraktur im
occygealen
Winkel vorliege
,
und zur Verlaufskontrolle
von
Dr.
E._
in der Klinik
D._
eine bildgebende Untersuchung veranlasst (Urk. 8/113/3). Bei der von Prof.
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Radiologie,
befundeten
CT-Becken nativ vom 2
1.
Oktober 2020
wurde der folgende Befund festgestellt
(
Urk.
8/11
3
/3
): «Das Os
coccygis
ist gegenüber dem
Sakrum
rechtwinklig nach ventral abgewinkelt, eine
residuelle
Fraktur ist aber nicht abgrenzbar. Mässige Facettengelenksarthrose L4/L5 beidseits mit ausgeprägten Konturirregularitäten an der
Corticalis
.
Vakuumphänomen im Facettengelenk L4/L
5.
Leicht vermehrte
Sklerosierung
Sakrum
rechts kaudal, leichte Konturirregularität der
Corticalis
an den
Iliosakralgelenken
beidseits, rechts mehr als links, Vakuumphänomen in den ISGs, in erster Linie degenerativ bedingt. Hüftgelenke
regelrecht.»
3.
2.
11
In ihrem Bericht
vom 2
7.
Oktober 2020
stellte
Dr.
E._
die folgenden Diagnosen
(
Urk.
8/113
/1
):
-
Persistierende
Coccydynie
und Lumbalgie
-
Mässige
Fazettengelenksarthrose
L4/L5 beidseits mit ausgeprägten Konturirregularitäten an der
Kortikalis
und Vakuumphänomen im
Fazettengelen
k
L4/L5
-
Leichte
Sklerosierung
Sacrum
rechts kaudal
-
Leichte Konturirregularität der
Kor
tikalis
Iliosakralgelenke
beidseits, rechts akzentuiert
-
Progrediente
Pangonarthrose
, medial betont links mit diskreter
subchon
d
raler
ossärer
Reizr
e
aktion mediale
r
Femurkondylus
(MRI Kniegelenk links vom 2
1.
Juni 2019)
Zur
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hielt
Dr.
E._
fest, dass dieser eine leichte Arbeitsbelastung teils stehend, teils sitzend, teils gehend zumutbar sei. Die Eingliederung könne sinnvollerweise erst mit 50
%
gestartet werden (Urk. 8/113/2).
3.2.1
2
RAD-Arzt
Dr.
C._
führte i
n seiner Stellungnahme vom 1
5.
Januar 2021
aus
, dass die vo
n
Dr.
E._
gestellte Diagnose
m
it
folgender Formulierung als ausge
wie
sener Gesundheitsschaden übernommen werden könne:
«
chronische
Coccygo
dynie
und Lumbalgie bei degenerativen Veränderungen der Facettengelenke und der ISG
»
. Eine wesentliche Änderung der medizin
th
eoretischen Arbeitsfähigkeit in
angepasster Tätigkeit ergebe sich daraus allerdings nicht. Bei Beachtung des nachfolgenden
Belastungsprofils bestehe aus v
ersicherungsmedizinischer Sicht auch weiterhin eine Arbeitsfähigkeit vo
n
100
%
. Die Eingliederung sollte aber bei 50
%
beginnen und schrittweise alle vier Wochen um 10
%
gesteigert werden. Prinzipiell gelte dies natürlich retrospektiv weiterhin ab April 201
9.
Praktisch bedeute dies aber, dass die oben genannte Steigerung ab dem Moment der tatsächlichen Arbeitsaufnahme beginne.
Dr.
C._
f
ormulierte das folgende Belas
tungsprofil einer optimal angepassten Tätigkeit
(
Urk.
8/119/3)
:
«
Körperlich leichte Tätigkeit, wechselbelastend (teils stehend, teils sitzend, teils gehend) ohne häufi
ges Treppensteigen oder Gehen auf unebenem Boden, ohne Knien, Kauern und Hocken, ohne häufiges Bücken oder Stehen in vornüber gebeugter
Haltung
.»
3.2.13
Die Sachbearbeiterin
der Beschwerdegegnerin hielt zu dieser RAD-Stellungnahme
am 3. Februar 2021 aus, dass die Arbeitsfähigkeit beginnend mit 50 % langsam gesteigert werden sollte. Da die Beschwerdeführerin in einer Hilfsarbeitertätigkeit in einem 4
9%-Pensum tätig wäre, sei
en keine Eingliederungsmassnahmen ange
zeigt (Urk.
8/119/3).
4.
4.1
Bei der Prüfung der angefochtenen Verfügung vom 1
5.
Februar 2021 (
Urk.
2) fällt zunächst
auf
, dass
die
Beschwerdegegnerin
zum Ergebnis
ihre
r
medizinischen
Abklärungen
irrtümlich
ausführte, mit einer angepassten Tätigkeit sei eine aus
schliesslich sitzende Tätigkeit gemeint (
Urk.
2 S. 2
; vgl. dazu auch Vorbescheid vom 1
8.
August 2020 mit dem demselben Wortlaut,
Urk.
8/101
).
Trotz dieser For
mulierung des Verfügungstextes war der Beschwerdeführerin eine sachge
rechte Anfechtung dieser Verfügung
aber
möglich. Etwas anders ist von der Beschwer
deführerin mit ihrer Beschwerde
vom 17. März 2021 (
Urk.
1)
auch
nicht geltend gemacht worden.
4.2
Aus dem Feststellungsblatt Einwand vom 1
5.
Februar 2021
wird ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin
beim
Erlass ihrer Verfügung vom selben Tag
in medizi
nischer Hinsicht auf die RAD-Stellungnahme vom 15. Januar 2021
(E. 3.2.13)
abge
stellt hat
(
Urk.
8/119/3). Nachdem i
h
m der
Bericht von
Dr.
E._
vom 27. Oktober 2020 (E. 3.2.11) zur Beurteilung vorgelegt wurde (Urk. 8/119/2), for
mulierte RAD-Arzt
Dr.
C._
m
it dieser Stellungnahme
ein neues Zumutbarkeits
profil, welches
sich von
seiner Beurteilung vom 11. Dezember 2019 (E.
3.2.
8
)
un
terschied
:
In seiner Stellungnahme vom 15. Januar 2021
hielt
Dr.
C._
fest
,
dass die der
Beschwerde
füh
rerin noch zumutbare Tätigkeit unter anderem wech
sel
be
lastend (teils stehend, teils sitzend, teils gehend) sein müsse (E. 3.2.12), wozu eine aus
schliesslich sitzende Tätigkeit
(
die optimale behinderungsangepasste Tätig
keit gemäss der
Stellungnahme von
Dr.
C._
vom 11. De
zember 2019, E. 3.2.
8
)
an sich
nicht
gehören
würde.
Für beide Stellungnahmen standen
Dr.
C._
jeweils
die Berichte zu den aktuellsten ärztlichen Behandlungen und Unter
suchun
gen der Beschwerdeführerin zur Verfügung. Wie sich den oben ausführlich wie
dergege
ben
en
Arztberichten (E. 3.2.
1-3.2.
7
) und den eigenen Angaben der Beschwerde
führerin in ihrer Neuanmeldung
vo
m 17. Dezember 2018 (Urk. 8/70/6)
entneh
men lässt
, stand ab dem 17. Oktober 2018 (E. 3.2.1) die Behandlung des Knieleidens links eindeutig im Vorder
grund. Wegen dieses Knieleidens wurde der Beschwerdeführerin von
Dr.
G._
und den behan
deln
den Ärzten auch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (E. 3.2.2-3.2.5). Nach Lage der Akten untersuchte Dr.
B._
die Beschwerdeführerin letztmals am 14. November 2019 (E. 3.2.7). Mangels anderer Angaben in den Akten ist
die
Feststellung von
Dr.
C._
vom 11. Dezember 2019, wonach die mediz
inische Behandlung damals
einstweilen
beendet
gewesen sei
(E. 3.2.
8
),
nicht zu beanstanden
.
Eben
falls
zu keinen Bean
standungen Anlass gibt, dass
Dr.
C._
für seine versiche
rungs
medi
zi
nische Beur
teilung auf die Berichte des
Facharztes
abgestellt hat, welche
r
die Beschwerde
füh
rerin zuletzt behandelte.
Wie festgehalten (E. 3.2.
6
), liegt ge
mäss
dem
Bericht von
Dr.
B._
vom 22. August 2019 bei der Beschwerde
führerin eine progrediente mediale Gonarthrose bei radiärer Läsion des Innen
meniskus vor. Diese radiäre Läsion des Innenmeniskus
hat gemäss
Dr.
B._
einen
Funk
tionsverlust
zur Folge.
Deswe
gen werde die Beschwerde
führerin in einer ständig stehenden Tätig
keit nicht mehr komplett arbeitsfähig sein. Eine wech
selnde sitzende stehende Tätigkeit könnte bei entsprechendem Gewichtsverlust noch mög
lich sein. Allerdings fehle die Stossdämpferfunktion des Meniskus. Dem fügte
Dr.
B._
noch an, dass gemäss seiner Wahrnehmung die Motivation der Beschwerde
führerin bezüglich einer Wiedereingliederung nicht optimal sei (E. 3.2.
6
). In der Folge führte
Dr.
B._
am
29. August 2019
aus
, dass in einer sitzenden Tätig
keit die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin komplett gege
ben sei. Stehende und gehende sowie kniende Tätigkeiten seien nicht durchzu
führen
(E. 3.2.6
). Daraus leitete
Dr.
C._
in seiner Stellungnahme vom 11. Dezem
ber 2019
ab
, dass eine optimal behinderungsangepasste Tätigkeit eine aus
schliesslich sitzende T
ätigkeit umfass
e.
Gemäss der Beurteilung des be
handelnden Arztes
Dr.
B._
wäre der Beschwerdeführerin
aber
auch eine wech
selnde sitzende
,
stehe
nde Tätigkeit zumutbar (E. 3.2.6
).
4.
3
Gestützt auf die in der Folge eingegangenen medizinischen Akten hat
RAD-Arzt Dr.
C._
seine Beurteilung angepasst, weil er nebst dem Knieleiden ein
en
weitere
n
Gesundheitsschaden als ausgewiesen ansah. Dabei handelt es sich laut
Dr.
C._
um eine «chronische
Coccygodynie
und Lumbalgie bei degenerativen Verände
rungen der Facettengelenke und der ISG» (E. 3.2.12). Hierzu ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin
n
ebst dem erwähnt
en
Knie
leiden
seit dem
Sturz auf
das Steissbein
am 27. Juli 2018 (Urk. 3/5, Urk. 8/77/4, Urk. 8/111/3)
auch
über
an
haltende Schmerzen im
unteren
Rückenbereich (Urk. 8/96/2, Urk. 8/113)
klagt
e
.
Für diesen Unfall war die SWICA Gesundheits
organisation die zuständige
Unfall
versicherung.
Der Unfall vom 27. Juli 2018 (Sturz auf
das Steissbein
) war von der SWICA nach Lage der Akten am 20. November 2018 abgeschlossen und die Beschwerdeführerin hatte gemäss den Angaben der SWICA nach diesem Fallab
schluss auch wieder gearbeitet (Urk. 8/74/26).
Der
Bericht von
Dr.
E._
vom 2
7.
Oktober 2020
(E. 3.2.11)
spricht dafür
,
dass
bezüglich der Steissbeinbeschwer
den
spätestens im Okt
o
ber 2020
wieder Untersuchungen statt
fanden
. Dazu gehörte die bildgebende Untersuchung in der Klinik
D._
,
bei welcher sich zwar degenerative Veränderungen, aber keine Hin
weise für eine
residuelle
Frak
tur fanden (E. 3.2.10). Die klinische Unter
suchung durch
Dr.
E._
ergab keinen Beckenkompressionsschmerz, eine diffuse Druck
empfind
lichkeit über dem Steissbein, insbesondere dem Os
coccygeum
, kein
en
Klopf- und Druckschmerz über
der BWS und LWS sowie
deutliche Myalgien paraver
tebral lumbal beidseits mit
endgradige
r
WS-Bewegungsein
schränkung
in allen Bewe
gungsrichtungen (
Urk.
8/113/1).
Weil
Dr.
E._
hinsichtlich der geltend gemachten Beschwer
den im Bereich des Steissbeins eine umfassende Unter
suchung durchgeführt hat, sind von einem
Beizug
der Akten der SWICA zum Unfall vom 27. Juli 2018 keine zusätzlichen
entscheidrelevanten
Erkennt
nisse zu erwarten. Dies gilt auch unter Berücksichtigung dessen, dass die SWICA seit der Rückfallmeldung der Beschwer
deführerin zum Unfall vom 2
7.
Juni 2018 (vgl. dazu das Schreiben der SWICA vom 2
2.
Dezember 2020,
Urk.
8/117/1) weitere Abklärungen zur Unfallkausalität der von der Beschwerdeführerin neu geltend gemachten Beschwerden getätigt haben dürfe. Entscheidend ist, dass die Beschwerdegegnerin aufgrund des Berichts von
Dr.
E._
vom 2
7.
Oktober 2020 (E. 3.2.11)
bezüglich der Steiss
beinbeschwerden
bereits über eine
hinreichende
Beurteilung
des Gesundheitszu
standes der Beschwerdeführerin verfügte.
Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend
, dass in der Zeit zwischen der Untersuchung durch
Dr.
E._
bis zum Verfügungserlass vom 1
5.
Februar 2021
zusätzliche Beschwerden
aufgetreten wären.
Soweit
eine allfällige Verschlechterung
aufgrund einer Zunahme der degenerativen Veränderungen
eingetreten wäre, liesse
sich den Akten der Unfall
versicherung
ohnehin
kaum etwas
entnehmen, weil diese das Vorliegen von unfallbedingten Beschwerden abklärt. Entgegen der Ansicht der Beschwerde
führerin (E. 1.2)
ist es somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Akten der Unfallversicherung nicht beigezogen hat.
4.4
Wie aus dem Bericht von
Dr.
E._
vom 2
7.
Oktober 2020 (E. 3.2.11)
weiter hervorgeht, hat sie auch das linke Knie der Beschwerdeführerin untersucht. Auch den diesbezüglichen Befunden ist zu entnehmen, dass
Dr.
E._
eine diffuse Druckempfindlich
keit festgestellt hat. Die Prüfung der Meniskuszeichen und des Lachmann-Test
s
sei nicht konklusiv gewesen. Für ihre Beurteilung stand
Dr.
E._
insbesondere auch das MRI Kniegelenk links vom 2
1.
Juni
2020
zur Verfügung. Aus ihrem Bericht erschliesst sich sodann, dass sich ihre Beurteilung
zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
auf die Gesamtsituation, das heisst das Knieleiden und die Steissbeinbeschwerden, bezieht (E. 3.2.11)
. Der Vergleich ihres Berichts (E. 3.2.11) mit der Stellungnahme
von
Dr.
C._
vom 1
5.
Januar 2021 (
Urk.
3.2.12) ergibt
sodan
n
, dass dieser im Wesent
lichen auf die Beurteilung von
Dr.
E._
abgestellt hat. Unter Berücksichtigung der übrigen medizi
nischen Akten ist festzustellen, dass die Stellungnahme von
Dr.
C._
vom 1
5.
Januar 2021 (
Urk.
3.2.12) eine umfassende und schlüssige Beur
teilung ist.
Daran ändert entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nichts, dass
Dr.
E._
eine schmerztherapeutische Begutachtung und Behandlung
empfohlen
hat
,
wobei
sie dies nicht weiter begründet hat.
I
hre Beurteilung der Arbeitsfähigkeit steht
denn auch
nicht unter einem entsprechenden V
orbehalt (vgl. Urk. 8/113/2). Ob ohne schmerztherapeutische
Behandlung
eine Steigerung der Erwerbstätigkeit
auf über 50 %
möglich und zumutbar
gewesen
wäre, musste vorliegend nicht geprüft werden, da die Beschwerdeführerin auch im Gesund
heitsfall lediglich zu 49 % erwerbstätig wäre (vgl. Urk. 8/96/4), was unbestritten geblieben ist
.
Die Beschwerdegegnerin durfte
nach dem Gesagten
auf die Stellungnahme
des RAD-Arztes Dr.
C._
abstellen.
4.5
D
ie
Beschwerdeführer
in
ist sodann daran zu erinnern, dass
weder aus
Art.
29
Abs.
1 und 2 BV (vgl.
Art.
4 der alten Bundesverfassung,
aBV
) noch aus
Art.
6
Ziff.
1 EMRK eine Regel
folgt, wonach bei streitigen Leistungsansprüchen stets auch versicherungsexterne medizinische Entscheidungsgrundlagen einzuholen sind. Im Rahmen der freien Beweiswürdigung ist es grundsätzlich somit zulässig, dass Verwaltung und Sozialversicherungsgerichte den Entscheid allein auf versi
cherungsinterne Entscheidungsgrundlagen stützen. An die Unparteilichkeit und Zuverlässigkeit solcher Grundlagen sind jedoch strenge Anforderungen zu stellen (BGE 122 V 157 E. 3).
Diese Voraussetzungen sind vorliegend - wie festgehalten - ge
ge
ben.
5.
Die Beschwerdegegnerin hat in Anwendung der gemischten Methode (vgl. E. 2.5) einen Invaliditätsgrad von 17 %
ermittelt
(E. 1.1)
.
Die Invaliditätsbemessung
wird von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet
. Für eine
nähere Überprüfung von Amtes wegen besteht kein Anlass (BGE 125 V 413 E. 1b und E. 2c).
6.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 1
5.
Februar 2021 (
Urk.
2) hat die Beschwerdegegnerin einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invaliden
rente somit zu Recht verneint. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
b
is
IVG) und ermessensweise auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.