Decision ID: 4d5feecf-e20c-457c-aeed-ad43c4ecce37
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1975, reiste im Jahr 2003 aus Bulgarien in die Schweiz ein (Urk. 6/1/1). Am 4. Januar 2013 meldete sie sich unter Hinweis auf eine seit einem Jahr beste
hende Depression bei der Soz
ialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 6/1, Urk. 6/7). Die IV
Stelle tätigte Abklärungen in medizinischer und beruflich-erwerblicher Hin
sicht. Mit Verfügung vom 26. März 2013 wies die IV-Stelle das Leistungsbe
gehren von
X._
ab, weil ihre Arbeitsunfähigkeit vor allem durch ein Abhängig
keitsverhalten begründet sei und deshalb keine
Invalidität im Sinne des Geset
zes vorliege (Urk. 6/16). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechts
kraft.
1.2
Am 6. August 2015 meldete sich
X._
unter Hinweis auf eine seit über zehn Jahren bestehende Anorexia
nervosa
und
eine
Depression (Urk. 6/21/5-6) erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 6/21, Urk. 6/28). Im Zuge ihrer Abklärungen nahm die IV-Stelle unter anderen den Bericht der
Z._
vom 30. März 2016 (Urk. 6/55) zu den Akten. Am 7. Juni 2016 untersuchte Dr. med.
A._
, FMH für Psy
chia
trie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), die Ver
sicherte (Urk. 6/59). Mit Vorbescheid vom 24. November 2016 kündigte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens an (Urk. 6/68), wogegen diese am 28. Dezember 2016 Einwand erhob (Urk. 6/73). Die IV-Stelle holte
daraufhin
den Bericht von Dr.
med.
B._
, Facharzt für Rheuma
tologie FMH, ein, welcher bei ihr am 1. Februar 2017 einging (Urk. 6/75, Akten
ver
zeichnis zu Urk. 6/1-80). Hernach wies
sie
das Leistungsbegehren mit Verfü
gung vom 3. April 2017 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 16. Mai 2017 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der Verfügung vom 3. April 2017 sei ihr eine
Dreiviertelsrente
ab dem 1. März 2016 bis
zum 30. September 2016 zuzusprechen. Für den Leis
tungsanspruch ab dem 1. Oktober 2016 sei die Angelegenheit zur ergänzen
den medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Urk. 1 S.
2). Mit Beschwerdeantwort vom 19. Juni 2017 beantragte die Beschwerde
gegne
rin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5, unter Beilage der IV
Akten [
Urk.
6/1-80]), was der Beschwerdeführerin am 2
3.
Juni 2017 zur Kennt
nis gebracht wur
de (
Urk.
7).
Mit Gerichtsverfügung vom 3. April 2018 wurde in Aussicht gestellt, dass ein Leistungsanspruch möglicherweise mit der anderen Begründung, dass sich seit der leistungsverweigernden Verfügung vom 26. März 2013 keine wesentliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse ergeben habe, verneint werde (Urk. 8).
Die Beschwerde
führerin liess sich
dazu
mit Eingabe vom 1
8.
April 2018 ver
nehmen (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundes
ge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be
handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbs
unfähigkeit
sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträch
ti
gung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es über die Invalidenversicherung, IVG
).
1.3
Nach der Rechtsprechung führt Drogensucht (wie auch Alkoholismus und Medi
kamentenmissbrauch) als solche nicht zu einer Invalidität im Sinne des Gesetzes. Dagegen wird sie im Rahmen der Invalidenversicherung relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein kör
perlicher oder geistiger, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesund
heitsschaden eingetreten ist, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt (BGE 124 V 265 E. 3c). Aus letzterem Leitsatz folgt nicht, dass die Auswirkungen einer Dro
gensucht, die ihrerseits auf einen Gesundheitsschaden zurückgeht, per se invali
ditätsbegründend sind. Die zitierte Praxis setzt vielmehr den Grundsatz um, dass funktionelle Einschränkungen nur anspruchsbegründend sein können, wenn sie sich als Folgen selbständiger Gesundheitsschädigungen darstellen (Art. 6 ff. ATSG und Art. 4 Abs. 1 IVG). Insofern verhält es sich ähnlich wie im Verhältnis zwischen psychosozialen oder soziokulturellen Umständen und fachärztlich festgestellten psychischen Störungen von Krankheitswert (BGE 127 V 294 E. 5a): Wo die Gutachter im Wesentlichen nur Befunde erheben, welche in der Drogensucht ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in dieser
aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben. Dies trifft zu, wenn davon auszugehen ist, dass sich beispielsweise ein depressives Zustandsbild bei einer (angenommenen) positiven Veränderung der suchtbe
dingten psychosozialen Problematik wesentlich
bessern
(und die damit verbun
dene Beeinträchtigung des Leistungsvermögens sich entsprechend verringern) würde (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 2.2.1 unter Hinweis auf 8C_580/2014 vom 11. März 2015 E. 2.2.1 und 9C_856/2012 vom 19. August 2013 E. 2.2.1).
Angesichts der insoweit finalen Natur der Invalidenversicherung (BGE 120 V 95 E. 4c; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl. 2014,
Rz
51 zu Art. 4 IVG) ist nicht entscheidend, ob die Drogensucht Folge ei
nes körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist oder ob die Sucht aus
serhalb eines Kausalzusammenhangs mit dem versicherten Gesundheits
schaden steht. In beiden Konstellationen sind reine Suchtfolgen IV-rechtlich irrelevant, soweit sie als solche allein leistungsmindernd wirken. Hingegen sind sie gleich
ermassen IV-rechtlich relevant, soweit sie in einem engen Zusam
menhang mit einem eigenständigen Gesundheitsschaden stehen. Dies kann der Fall sein, wenn die Drogensucht - einem Symptom gleich - Teil eines Gesund
heits
schadens bildet (BGE 99 V 28 E. 3b); dies unter der Voraussetzung, dass nicht allein die unmittelbaren Folgen des Rauschmittelkonsums, sondern wesentlich auch der psychiatrische Befund selber zu Arbeitsunfähigkeit führt. Sodann können selbst reine Suchtfolgen invalidisierend sein, wenn daneben ein psychischer Gesundheitsschaden besteht, welcher die Betäubungs
mittelab
hängigkeit aufrecht erhält oder deren Folgen massgeblich verstärkt. Umgekehrt können die Auswirkungen der Sucht (unabhängig von ihrer Genese) wie andere psychosoziale Faktoren auch mittelbar zur Invalidität beitragen, wenn und soweit sie den
Wirkungsgrad der Folgen eines Gesundheitsschadens beein
flussen (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 2.2.2 unter Hinweis auf 8C_580/2014 vom 11. März 2015 E. 2.2.2 und 9C_856/2012 vom 19. August 2013 E. 2.2.2).
Im
erwähnten Urteil 8C_582/2015
vom 8. Oktober 2015
E. 4
hat das Bundes
gericht entschieden, dass die Rechtsprechung
gemäss
BGE 141 V 281 psycho
somatische Leiden betrifft und auf Suchtproblematiken nicht anwendbar ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_6/2016 vom 3. Februar 2016 E. 4.2.3 mit Hinweis auf die Kritik
von
Liebrenz
/
Uttinger
/Ebner, Sind Abhängigkeits
erkran
kungen aus höchstrichterlicher Sicht [weiterhin] nicht mit anderen psychischen Störungen [z.B. somatoformen Störungen] vergleichbar? - Eine Urteils
besprechung von BGE 8C_582/2015 im Lichte der theoretischen Anwendbarkeit des ergebnisoffenen, strukturierten Beweisverfahrens, in: SZS
2016 S. 96; fer
ner:
Liebrenz
et
alii
, Das Suchtleiden bzw. die Abhängigkeitserkrankungen - Möglichkeiten der Begutachtung nach
BGE 141 V 281
[= 9C_492/2014]
, in: SZS 2016 S.
12).
1.4
Wurde eine Rente
wegen eine
s zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur ge
prüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der In
validität
der ver
sicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
ge
wissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Ver
änderung des Invaliditätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie
fest, dass der
Invaliditätsgrad
seit Erlass der früheren rechtskräftigen Ver
fügung keine Verän
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchs
begründende Invalidität
zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie um
fassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unab
hängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts
anspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweis
wertes eines Arztbe
richtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stel
lungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a).
2.
2.1
In seinem psychiatrischen Gutachten vom 28. Dezember 2012 diagnostizierte Dr. med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, eine
Polytoxikomanie
, inklusive Heroin, anamnestisch zurzeit in einem ärztlich kon
trollierten Drogenersatzprogramm (ICD-10: F19.2; psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit) sowie anamnestisch eine Anorexia
nervosa
(ICD-10: F50.0: psychiatrische Diagnose ohne Auswirk
ungen auf die Arbeitsfähigkeit)
und hielt dazu fest, dass die Beschwerdeführerin
psychia
tri
scherseits
bei Abstinenz von psychotropen Drogen sofort wieder im bis
heri
gen Beruf arbeiten könne (Urk. 6/12/7, 9).
2.2
2.2.1
Dr.
med.
D._
, FMH Innere Medizin, stellte in seinem Bericht vom 3. November 2015 die Diagnose mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.2)
.
Dr.
D._
führte aus, dass
bei der Beschwerdeführerin
initial eine Arbeitsunfähigkeit wegen den
muskuloskelettalen
Beschwerden und später auf
grund
einer
Pneumonie rechts bestanden habe. Nach einer anorektische
n
Zeit mit Gewichtsabnahme von fast 8 kg (16
%
des Köpergewichts) sei zuletzt die mittel
gradige depressive Episode im Zentrum gestanden.
Gemäss seiner Ein
schätzung sei
die Beschwerdeführerin zurzeit nicht arbeitsfähig (
Urk.
6/43/6).
Im Arztbericht vom
1.
Dezember 2015 führte
Dr.
D._
als Diagnosen mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
sodann
die Diagnosen
Depression, aktuell mittelschwer seit 2014 (ICD-10: F 32.1), Anorexia
nervosa
(ICD-10: F 50.0) sowie
Polytoxiko
man
ie
(ICD-10: F 19.25
) seit 2002
auf
(
Urk.
6/46/1).
Dazu hielt er fest, dass bei der Beschwerdeführerin seit 2002 eine Drogenabhängigkeit ver
bunden mit rezidivierenden Depressionen bestehe. Bei ihm sei sie wegen Ge
lenksüberlastungen beider Handgelenke und Ellbogen in Behandlung ge
wesen. Daneben habe er die Beschwerdeführerin im Juli 2015 wegen einer
Pneu
m
o
n
ie behandelt. Die Pneu
m
o
n
ie sei ausgeheilt.
Zudem bestehe b
ei körper
licher Scho
nung eine gute Prognose (
Urk.
6/46/2). Er attestierte der Beschwer
deführerin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/46/3).
2.2.2
Dem Bericht der
Z._
vom
30.
März
2016 sind folgende Diagnosen mit Aus
wir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit
zu ent
nehmen
(
Urk.
6/55/2):
-
seit Jugend bestehende kombinierte Persönlichkeitsstörung mit histrio
nischen und emotional instabilen Anteilen (ICD-10: F61.0)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10: F33.1)
-
generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1)
-
atypische Anorexia
nervosa
(ICD-10: F50.1)
Als Diagnosen ohne
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende Diagnose
n
genannt (
Urk.
6/55/2):
-
Psychische und Verhaltensstörung durch Opioide gegenwärtig abstinent unter Substitution mit Morphin (
Sevre
Long®)
-
Psychische und
Verhaltensstörung durch Kokain, gegenwärtig abstinent
-
Psychische und
Verhaltensstörung durch Cannabinoide, schädlicher Gebrauch
Zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin wurde
sodann
festgehalten, dass diese aktuell zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Bisher habe sie keine Stelle über einen längeren Zeitraum ausüben können. Auch eine Tätigkeit mit reduziertem Arbeitspensum (50
%
als Putzkraft) führe zu einer Überforderung (
Urk.
6/55/1).
2.2.3
RAD-Ärztin Dr.
A._
nannte im psychiatrischen Untersuchungsbericht vom
8. Juni 2016 (Urk. 6/59) als Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine chronische mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) und attestierte der Beschwerdeführerin medizinisch-theoretisch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/59/9-10). Als Diagnosen ohne dauerhafte Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führte sie - nebst einem Status nach Über
lastungsbeschwerden
beider Handgelenke - psychische Verhaltens
störungen durch Opioide, gegenwärtig abstinent unter Substitution mit Morphin (ICD-10: F11.2), psychische Verhaltensstörungen durch Kokain, gegenwärtig abstinent (ICD-10: F14.2), psychische Verhaltensstörungen durch Cannabinoide, schäd
licher Gebrauch (ICD-10: F12.1) auf (Urk. 6/59/9).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob
sich
der Gesundheitszustand der Beschwerdeführe
rin und/oder dessen erwerbliche Auswirkungen
seit der rechtskräftigen
leistungsablehnenden
Verfügung vom 26. März 2013 (Urk. 6/16) und der jetzt angefochtenen Verfü
gung vom 3. April 2017 (Urk. 2)
derart verändert haben, dass sie nunmehr Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
3.
2
3.2.1
In
der angefochtenen Verfügung vom 3. April 2017 (Urk. 2)
fü
hrte die Beschwerdegegnerin aus, dass die Beschwerdeführerin seit
9.
Juni 2015 auf
grund eines Gesundheitsschadens in ihrer Erwerbstätigkeit ein
ge
schränkt sei. Per
8.
Juni 2016 sei ihr eine angepasste Tätigkeit zu 50
%
zumutbar (
Urk.
2 S.
1).
Sie
stellte
diesbezüglich
auf den
psychia
trischen
Untersuchungsbericht von
RAD-Ärztin Dr.
A._
vom 8. Juni 2016
ab
(Urk. 6/59
;
vgl. das Fest
stellungs
blatt für den Beschluss vom 3. April 201
7
[Urk. 6/78/5]
).
Dr.
A._
führte
in diesem Bericht
aus
, dass bei der Beschwerde
führerin als Diagnose mit dauer
hafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische mittelgradige de
pressive Episode
vorliege
(Urk.
6/59/9). In der bis
herigen Tätigkeit (als
Reini
gungsmitarbeiterin
) bestehe seit 9.
Juni 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In einer angepassten Tätigkeit sei demgegenüber
medizinisch-theoretisch
ein
e
50%ige Arbeitsfähigkeit ab sofort gegeben (Urk.
6/59/10).
Alsdann nahm Dr.
A._
am
9.
März 2017
zum Einwand der Beschwerdeführerin vom 28. De
zember 2016
(Urk. 6/73)
Stellung. Sie hielt fest, dass eine mittelgradige depres
sive Symptomatik nicht per se zu einer Arbeits
un
fähigkeit führe. Es komme auf die Art und Schwere der depressiven Symptomatik an. Häufig könne eine beruf
liche Tätigkeit sogar als stabilisierend und somit als therapeutische Unter
stüt
zung betrachtet werden. Bei der Beschwerdeführerin
würden
negative Zukunft
s
perspektiven, Schuld
gefühle und Klagen über Konzentrations
störungen, welche nicht objektivierbar seien
, vorliegen
. Weiter klage sie über Schlaf
störungen, welche sich durch die Einnahme von
Trittico
® verbessert hätten, und ver
min
derten Appetit, was auch unter anderen Umständen bekannt sei. Ins
ge
samt bestünden mithin keine schwer einschränkenden Symptome (Urk. 6/78/4). Auf
grund dieser Ausführungen
von Dr.
A._
allein
kann nicht nachvollzogen wer
den, weshalb
sie
der Beschwerdeführerin in ihrem Untersuchungsbericht vom 8. Juni 2016 aufgrund einer mittelgradigen depressiven Episoden eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hat.
Ihre Stellungnahme vom 9. März 2017
würde vielmehr gegen das
Vorliegen
eines Gesundheitsschadens mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sprechen.
Aus diesem Grund
kann nicht auf ihren Bericht vom 8.
Juni 2016 (
Urk.
6/
59) abgestellt werden.
3.2.2
Vorliegend muss
allerdings geschlossen
werden, dass sich der Sachverhalt seit der leistungs
ab
lehnenden Verfügung vom 26. März 2013 (Urk. 6/16) nicht wesentlich ver
ändert hat.
Mit
letztgenannter
Verfügung wies die Beschwerde
gegnerin das Leistungs
begehren der Beschwerdeführerin ab, weil ihre Arbeits
unfähigkeit vor allem durch ein Abhängig
keitsverhalten be
gründet sei und des
halb keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vorliege (Urk. 6/16). Grundlage für diesen Ent
scheid
bildete
das psychia
trische Gutachten von Dr.
C._
vo
m 28. Dezember 2012 (Urk. 6/12; vgl. das Feststellungsblatt für den Beschluss vom 13. Februar 2013 [Urk. 6/13/2]
).
Dr.
C._
führte aus, dass die Beschwerde
führerin
psychia
trischerseits
bei Abs
tinenz von psycho
tro
pen Drogen sofort wieder im bisherigen Beruf arbeiten könnte (Urk. 6/12/9).
Die Beschwerdeführe
rin
lässt
im vorliegenden Verfahren
vorbringen, dass
es nunmehr
in den ärzt
lichen Berich
ten keinerlei Anhaltspunkte
f
ür
Drogen
kon
sum
mehr gebe
(
Urk.
10 S. 2). So habe d
ie
Z._
im März 2016 be
richtet, dass s
ie seit 2012 keine Opioide und kein Kokain mehr ein
genommen habe
.
Die regelmässig erfolgten Urinpro
ben hätten keinerlei Hin
weise auf die Einnahme dieser Substanzen ergeben (
Urk.
10 S. 1).
Dem
von der Beschwerdeführerin ange
führ
ten
Bericht der
Z._
vom
30.
März
2016
,
ist zu
“Art und Umfang der gegen
wärtigen Behandlung“
indes
zu ent
neh
men, dass
sie
bezüglich Substanz
ge
brauch abhängig vom Gesamtzustand (de
pressive Einbrüche, Essattacken, so
zialer Rückzug) einen fluktuierenden Verlauf
zeige
, der sich durch einen Wechsel zwischen
hoch
riskanten Konsum
phasen und stabileren abstinen
ten Phasen auszeichne. Unter der Substitution mit
Sevre
Long® sei sie weit
gehend stabil hinsichtlich Heroin
konsum
. Mehrere Drogenurinproben auf Kokain seien negativ (Urk. 6/55/4).
Gemäss diesem Bericht wurde
die letzte Kontrolle am 1. März 2016 durchge
führt (Urk. 6/55/2). Gestützt
darauf
kann
nicht von einer vollständigen Drogen
abs
tinenz der Beschwerde
führerin aus
gegangen werden.
D
eswegen
kann
nicht davon gesprochen werden, es liege eine vom Substanz
konsum unabhängige depressive Erkrankung (Bericht von Dr.
A._
vom 8. Juni 2016 [Urk. 6/59]
und Berichte des Allge
meinmediziners
Dr.
D._
vom
3.
November und
1.
De
zember 2015 [
Urk.
6/43, 46]
) oder eine sonstige invalidisierende psychische Gesundheitsstörung (vgl. den Bericht der
Z._
vom 30. März 2016 [Urk. 6/55]) vor.
3.4
Der Vollständigkeit halber ist
sodann
zu erwähnen, dass
sich
auch aus dem Bericht des Rheuma
tologen Dr.
B._
keine wesentliche Verschlech
terung des Gesundheitszustandes ableiten
lässt, hält er doch fest, dass die Einsatz
fähigkeit der Beschwerdeführerin wesentlich von den psychiatrischen Diagnosen abhän
gen
würde (Urk. 6/75/6)
.
Nach dem Gesagten kann a
ufgrund des gemäss Bericht der
Z._
vom
30.
März
2016
(
Urk.
6/55)
nach wie vor
bestehenden
Drogen
konsums
der Beschwerdeführerin
jedoch nicht von eine
r
davon unabhängigen
psychischen
Gesundheits
störung
ausgegangen werden
.
3.5
Zusammenfassend
ist
festzuhalten, dass die Leistungsableh
n
ung mit Verfügung vom 26. März 2013 (Urk. 6/16) wegen des Drogenkonsums der Beschwerde
führerin erfolgte. Gemäss dem nach der Neuanmeldung
der Beschwerde
führerin
zum Leistungsbezug
vom 6. August 2015 (
Urk.
6/21)
eingeholten Be
richt der
Z._
vom 3
0.
März 2016
(
Urk.
6/55)
liegt
noch
immer keine Dogen
abstinenz vor. Somit
kann
nicht von
einer
wesent
lichen
Veränderung des Sach
ver
halts
seit der Ver
fügung vom 26. März 2013 (Urk. 6/16
)
gesprochen werden
.
Im Ergebnis erfolgte die Leistungsablehnung mit ange
foch
tener Verfügung vom 3. April 2017 (Urk. 2) daher zu Recht.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
4.
D
a es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig
. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
auf
wand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festgelegt
(
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Ausgangsgemäss sind die Gerichts
kosten in der Höhe von
Fr. 8
00.--
der unterliegenden Beschwerde
führerin
aufzuerlegen.