Decision ID: 080de268-6f01-5f83-bf1b-13420f08cbb1
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 27. Januar 2021 in der Schweiz um Asyl
nachsuchte (Akten der Vorinstanz [...] / N [...] [SEM-act.] 1),
dass der Beschwerdeführer gemäss Einträgen in der europäischen Fin-
gerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit Eurodac) am 31. Juli 2020 in Italien
bei seiner illegalen Einreise in den Dublin-Raum aufgegriffen worden war
und am 14. Oktober 2020 in Frankreich ein Asylgesuch gestellt hatte
(SEM-act. 8),
dass das SEM den italienischen Behörden am 29. Januar 2021 in Anwen-
dung von Art. 23 Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäi-
schen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-
fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem
Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist
(nachfolgend: Dublin-III-VO), und gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-
III-VO ein Gesuch um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers unterbrei-
tete (SEM-act. 9),
dass das SEM den italienischen Behörden am 1. März 2021 mitteilte, die
Zuständigkeit zur Durchführung des Asylverfahrens sei infolge der unge-
nutzt abgelaufenen Frist für die Beantwortung von Wiederaufnahmegesu-
chen am 1. März 2021 auf Italien übergegangen (SEM-act. 19),
dass das SEM am 1. März 2021 gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG
(SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung des
Beschwerdeführers nach Italien anordnete (SEM-act. 22),
dass der Beschwerdeführer gegen die vorgenannte Verfügung am 9. März
2021 Beschwerde erhob (SEM-act. 27),
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil F-1038/2021 vom 15. März
2021 (nachfolgend: Urteil F-1038/2021) die Beschwerde guthiess, die Ver-
fügung vom 1. März 2021 aufhob und die Sache im Sinne der Erwägungen
zur Neubeurteilung an das SEM zurückwies (SEM-act. 26),
dass es erwog, der Beschwerdeführer habe in Italien kein Asylgesuch ge-
stellt, weshalb das SEM zu Unrecht ein Wiederaufnahmegesuch nach
Art. 23 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO an Italien
gerichtet und die für Wiederaufnahmegesuche geltenden, kurzen Antwort-
fristen des Art. 25 Dublin-III-VO angewandt habe,
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dass das SEM gestützt auf Art. 21. Abs. 1 Dublin-III-VO in Verbindung mit
Art. 18 Abs. 1 Bst a und Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO Italien richtigerweise
ein Aufnahmegesuch hätte unterbreiten müssen und die hierfür geltende
zweimonatige Antwortfrist (Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO) erst am 29. März
2021 ablaufen werde,
dass das Bundesverwaltungsgericht schloss, vor einem neuen Entscheid
werde das SEM die Angelegenheit mit den italienischen Behörden klären
müssen, denn diese wurden mit Schreiben vom 1. März 2021 fälschlicher-
weise darüber in Kenntnis gesetzt, Italien sei infolge ungenutzt abgelaufe-
ner Antwortfrist als verantwortlicher Mitgliedstaat zu betrachten,
dass das SEM am 18. März 2021 in Anwendung von Art. 23 Abs. 1 in Ver-
bindung mit Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO ein Wiederaufnahmegesuch
an die französischen Behörden richtete (SEM-act. 28),
dass die französischen Behörden das Wiederaufnahmegesuch am
23. März 2021 abwiesen und zur Begründung ausführten, die italienischen
Behörden hätten der Aufnahme des Beschwerdeführers, der in Frankreich
unter der Identität B._, geboren (...) 1999, Afghanistan, bekannt
sei, am 13. November 2020 implizit zugestimmt,
dass im Übrigen den italienischen Behörden am 4. März 2021 das Unter-
tauchen des Beschwerdeführers angezeigt worden sei, was die Überstel-
lungsfrist bis 14. Juli 2022 erstreckt habe (SEM-act. 30),
dass das SEM mit Verfügung vom 30. März 2021 – eröffnet am 1. April
2021 – wiederum in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR
142.31) erneut auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung nach Ita-
lien anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätes-
tens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen (SEM-act. 32),
dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-
scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung
der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-
deführer verfügte,
dass der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid am 12. April 2021 Be-
schwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhob (Akten des BVGer
[BVGer-act.] 1),
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dass er beantragt, der Entscheid der Vorinstanz sei aufzuheben und diese
sei anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten und sein Asylverfahren in
der Schweiz durchzuführen,
dass der Beschwerde ferner die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die
Vorinstanz anzuweisen sei, bis zum Entscheid in der Sache von allen Voll-
zugshandlungen abzusehen,
dass ihm schliesslich die unentgeltliche Rechtspflege durch Befreiung von
den Verfahrenskosten und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses zu gewähren sei,
dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am
13. April 2021 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG),
dass mit superprovisorischer Massnahme vom 13. April 2021 der Vollzug
der Überstellung des Beschwerdeführers nach Italien einstweilen ausge-
setzt wurde (BVGer-act. 2),

Considerations:
und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33
VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-
teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
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dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass sich Asylsuchende in Beschwerdeverfahren gegen Überstellungsent-
scheidungen auf die richtige Anwendung sämtlicher objektiver Zuständig-
keitskriterien der Dublin-III-VO berufen können, insbesondere auf Bestim-
mungen, die einen Zuständigkeitsübergang infolge Fristablaufs vorsehen
(vgl. BVGE 2017 VI/9 E. 5 [insb. E. 5.3.2] m.w.H.),
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass als staatsvertragliche Grundlage für die Zuständigkeit eines Drittstaa-
tes die Dublin-III-VO zur Anwendung gelangt,
dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird,
dass sich Zuständigkeit Italiens zur Behandlung des Asylgesuchs des Be-
schwerdeführers zweifelsfrei aus Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO ergibt, da ge-
mäss Informationen der französischen Behörden ein nachträglicher Zu-
ständigkeitsübergang an Frankreich nicht erfolgt ist,
dass der Beschwerdeführer jedoch das Fehlen einer rechtswirksamen Zu-
stimmung Italiens zu seiner Aufnahme oder Wiederaufnahme rügt,
dass der Beschwerdeführer beanstandet, die Vorinstanz habe mit der vom
Bundesverwaltungsgericht im Urteil F-1038/2021 gerügten fehlerhaften
Anwendung der Bestimmungen über das Wiederaufnahmeverfahren eine
Reihe weiterer Rechtsverletzungen begangen (u.a. eine Verletzung der
Begründungspflicht, des Anspruchs auf rechtliches Gehör, des Anspruchs
auf faires Verfahren, des Grundsatzes des Handelns nach Treu und Glau-
ben, des Willkürverbots),
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dass es die Vorinstanz entgegen dem Urteil F-1038/2021 unterlassen
habe, die Angelegenheit mit den italienischen Behörden zu klären bezie-
hungsweise das rechtsfehlerhafte Wiederaufnahmegesuch zu revidieren
oder innert der dafür vorgesehenen Fristen ein korrektes Aufnahmegesuch
zu stellen, wofür sie nach der Kassation ihrer Verfügung durch das Bun-
desverwaltungsgericht zwei Wochen Zeit gehabt habe,
dass sie sich stattdessen für eine Anfrage an Frankreich entschieden und
dabei verkannt habe, dass die Dublin-III-VO grundsätzlich keine Heilungs-
möglichkeiten für ursprünglich fehlerhafte Anfragen vorsehe, weshalb die
Frist von zwei Monaten für die Stellung eines Aufnahmegesuchs an Italien
nunmehr abgelaufen und die Zuständigkeit zur Prüfung des Asylgesuchs
auf die Schweiz übergegangen sei,
dass die Vorinstanz – ihren Erwägungen in der angefochtenen Verfügung
nach zu schliessen – entgegen dem Urteil F-1038/2021 tatsächlich immer
noch davon ausgeht, sie habe den italienischen Behörden am 29. Januar
2021 korrekterweise ein Wiederaufnahmegesuch im Sinne von Art. 18
Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO unterbreitet,
dass sie diese Auffassung damit begründet, die Richtigkeit ihrer Vermu-
tung, wonach die französischen und italienischen Behörden die Zuständig-
keitsfrage im Sinne der Zuständigkeit Italiens geklärt hätten, sei nachträg-
lich von den französischen Behörden bestätigt worden,
dass ein solche Rechtsauffassung in Widerspruch zu den Bestimmungen
der Dublin-III-VO steht,
dass nämlich Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO klar und unmissverständ-
lich verlangt, dass der Antragsteller während der Prüfung seines Antrags
einen Antrag in einem anderen Mitgliedstaat gestellt hat oder sich dort ohne
Aufenthaltstitel aufhält,
dass auch die anderen, in Art. 18 Bst. c und d Dublin-III-VO genannten,
über das Wiederaufnahmeverfahren zu regelnden Tatbestände eine solche
Antragsprüfung durch einen Mitgliedstaat voraussetzen,
dass der Ausdruck «Prüfung eines Antrags auf internationalen Schutz»
nach der Legaldefinition des Art. 2 Bst. d Dublin-III-VO das Verfahren zur
Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates nicht umfasst,
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dass daher Art. 18 Abs. 1 Bst. b-d Dublin-III-VO nur Anwendung finden,
wenn der Mitgliedstaat, in dem zuvor ein Antrag gestellt wurde, dieses Be-
stimmungsverfahren damit abgeschlossen hat, dass er seine Zuständigkeit
für die Prüfung dieses Antrags bejaht, und mit der Prüfung des Antrags
begonnen hat (Urteil des EuGH [Grosse Kammer] vom 2. April 2019, H.
und R., C 582/17 und C-583/17, EU:C:2019:280, Rn. 52),
dass vorliegend eine derartige Konstellation in Bezug auf Italien nicht vor-
liegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht daran festhält, dass die Vor-
instanz zu Unrecht gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO mit einem
Wiederaufnahmegesuch an die italienischen Behörden gelangte,
dass dieser Rechtsfehler indessen im Rahmen des vorliegenden Rechts-
mittelverfahrens entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers und im
Gegensatz zum ersten, rechtskräftig abgeschlossenen Rechtsmittelverfah-
ren keine Rechtsfolgen nach sich zieht,
da nämlich in der Zwischenzeit die längere, für das Aufnahmeverfahren
geltende Antwortfrist des Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO abgelaufen ist, ohne
dass die italienischen Behörden, soweit aus den Akten ersichtlich, von sich
hätten hören lassen,
dass das Übernahmeersuchen alle Sachverhaltselemente enthielt, welche
die italienischen Behörden für die Beurteilung der Zuständigkeit Italiens zur
Durchführung des Asylverfahrens benötigten (Art. 21 Abs. 2 Dublin-III-VO),
dass die Sache des Beschwerdeführers den italienischen Behörden zudem
aufgrund des zuvor mit Frankreich geführten Aufnahmeverfahrens und der
durch Frankreich gestützt auf Art. 29 Abs. 2 Dublin-III-VO angezeigten Ver-
längerung der Überstellungsfrist bekannt war,
dass der Rechtsfehler der Vorinstanz ausschliesslich die rechtliche Quali-
fikation des Übernahmeersuchens als Wiederaufnahmegesuch im Sinne
von Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO und die sich daraus ergebende Ant-
wortfrist des Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO betrifft,
dass unter den gegebenen Umständen der Rechtsfehler für die italieni-
schen Behörden ohne weiteres erkennbar war und der ersuchte Mitglied-
staat gegen solche fehlerhaften rechtlichen Qualifikationen keinen Vertrau-
ensschutz benötigt, da anzunehmen ist, dass seine mit dem Vollzug des
Dublin-Regelwerks betrauten Behörden das Recht und die aus ihren Akten
ersichtliche prozessuale Vorgeschichte kennen,
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dass somit die italienischen Behörden rechtswirksam ihre implizite Zustim-
mung zur Übernahme des Beschwerdeführers erteilt haben (Art. 22 Abs. 7
Dublin-III-VO), indem sie das schweizerische Übernahmeersuchen innert
der für Aufnahmegesuche geltenden Frist des Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO
unbeantwortet liessen,
dass sodann keine Gründe für die Annahme bestehen, das Asylverfahren
und die Aufnahmebedingungen in Italien wiesen systemische Schwach-
stellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf (vgl. etwa
Urteil des BVGer F-1479/2021 vom 13. April 2021 E. 5.2 und 6.1),
dass daher eine Übernahme der Zuständigkeit gestützt auf die genannte
Bestimmung nicht angezeigt ist,
dass sodann jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-
VO beschliessen kann, einen bei ihm gestellten Antrag auf internationalen
Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgeleg-
ten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dub-
lin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht),
dass Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1,
SR 142.311) das Selbsteintrittsrecht landesrechtlich konkretisiert und es
ins pflichtgemässe Ermessen des SEM legt, ein Gesuch aus humanitären
Gründen auch dann zu behandeln, wenn die Prüfung ergeben hat, dass
ein anderer Staat dafür zuständig ist,
dass indessen auf die Ausübung des Selbsteintrittsrechts ein einklagbarer
Anspruch besteht, wenn die Überstellung des Antragstellers in den an sich
zuständigen Mitgliedstaat übergeordnetes Recht, namentlich eine Norm
des Völkerrechts verletzen würde (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.2; ferner Urteil
des BVGer F-3457/2019 vom 11. Juli 2019 E. 4.4; je m.H.),
dass Gründe, die der Schweiz Anlass geben könnten oder sie gar verpflich-
ten würden, von ihrem Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dub-
lin-III-VO Gebrauch zu machen, weder geltend gemacht werden noch er-
sichtlich sind, wobei an dieser Stelle festzuhalten bleibt, dass die Dublin-
III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prü-
fenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3),
dass die Vorinstanz demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1
Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten
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ist und in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Italien an-
geordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),
dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss
Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das
Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-
eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE
2015/18 E. 5.2 m.w.H.),
dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist und die Verfü-
gung des SEM zu bestätigen ist,
dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als
gegenstandslos erweist,
dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus
den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-
ren (Art. 65 Abs. 1 VwVG),
dass es sich jedoch aufgrund der besonderen Umstände des Falles recht-
fertigt, auf eine Kostenauflage zu verzichten (Art. 6 Bst. b des Reglements
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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