Decision ID: 53a4522d-8f9d-4eb3-b2cb-8ddc0492abeb
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
in Sachen
A._,
Kläger,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Roos, Postgasse 5, Postfach,
9620 Lichtensteig,
gegen
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St.Galler Gerichte
Schweizerische National-Versicherungs-Gesellschaft, Steinengraben 41,
4003 Basel,
Beklagte,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Kellenberger, Neugasse 44,
Postfach 552, 9001 St. Gallen,
betreffend
Taggeldleistunge
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter oder Kläger), war seit 1999 als Spezialspengler
bei der B._AG tätig und dadurch aufgrund der Police Nummer X.XXX.XXX kollektiv
bei der Schweizerischen National Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend:
National, Taggeldversicherung oder Beklagte) für Taggelder im Krankheitsfall versichert
(act. G 10.2/1). Während der Sommerferien erlitt er am frühen Morgen des 3. August
2011 gemäss Bericht der Klinik C._, neurologische Abteilung, eine transitorische
ischämische Attacke (TIA; ICD-10 G45), weswegen er vom 3. bis 9. August 2011
hospitalisiert war (act. G 1.4). Zusätzlich wurden Schwindel sowie eine arterielle
Hypertonie diagnostiziert. Der Versicherte war in der Folge 100% arbeitsunfähig (act.
G 27.6/F1 ff., G 27.3/C15, G 27.3/C23 f.) und die National erbrachte die versicherten
Taggeldleistungen (act. G 27.3/C13).
A.b Hausarzt Dr. med. D._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, veranlasste ein
Angio-Magnetresonanztomogramm (MRI) des Schädels am 15. August 2011 (act.
G 1.4 f.) und liess den Versicherten wegen der anhaltenden Gangstörung durch
Dr. med. E._, Facharzt für Neurologie FMH und Psychiatrie FMH, weiter abklären
(act. G 1.6 f.). Vom 10. Oktober bis 3. November 2011 weilte er zur Behandlung der
Gangstörung und wegen der Überlagerung durch die psychosoziale (berufliche)
Belastungssituation stationär in der Rehabilitationsklinik Valens (act. G 1.7, G 27.6/
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F10). Im vorläufigen Austrittsbericht der Klinik vom 1. November 2011 (act. G 1.8)
attestierte Abteilungsarzt Dr. med. F._ dem Versicherten ab 7. November 2011 eine
Arbeitsfähigkeit von 50% halbtags mit reduzierter Leistung. Den Arbeitsversuch bei der
bisherigen Arbeitgeberin brach der Versicherte nach zwei bis drei Stunden wegen
Kopfschmerzen und Schwindel wieder ab (vgl. Angaben im Bericht von Dr. med. G._,
Facharzt FMH für Neurologie, vom 12. März 2010 [act. G 27.6/F15]) und von Dr. med.
H._, Oberärztin am Psychiatrischen Zentrum I._, im Bericht an die IV-Stelle vom
26. April 2012, act. G 27.6/F26 [Akten der Allianz]). Wegen eines akut aufgetretenen
Drehschwindels und Nausea war der Versicherte vom 8. bis 12. Dezember 2011
hospitalisiert (vgl. Austrittsbericht Spital J._ vom 20. Dezember 2011, act. G 27.6/
F12). Hausarzt Dr. D._ und ab 16. Januar 2012 die behandelnde Psychiaterin
Dr. H._ (vgl. Erstbericht vom 24. April 2014 an die National, act. G 27.6/F16) sowie
der behandelnde Neurologe Dr. G._ (Konsilien vom 8. März 2012 und 18. April 2012
und anschliessende Behandlung, act. G 27.6/F15, G 1.3) schrieben den Versicherten
durchgehend 100% arbeitsunfähig (act. G 27.3/C15 ff.). Der Arbeitsvertrag des
Versicherten mit der B._ AG wurde per 31. Mai 2012 gekündigt (vgl. Protokoll
Koordinationssitzung mit dem Versicherten, der Vertreterin der Krankenversicherung,
dem Vertreter der Invalidenversicherung [IV] und der Case Managerin vom 7. März
2012, act. G 27.5/E13).
A.c Die ebenfalls involvierte Lebensversicherung Allianz Suisse, Lebensversicherungs-
Gesellschaft AG (nachfolgend: Allianz), gab bei Dr. med. K._, Facharzt FMH für
Neurologie mit Fähigkeitsausweis als Vertrauensarzt, zertifizierter ärztlicher Gutachter
SIM, ein neurologisches Gutachten in Auftrag, das dieser am 17. April 2012 aufgrund
der Untersuchung vom 12. März 2012 erstattete (act. G 1.11). Er erhob darin kein
objektivierbares neurologisches Defizit und befand, dem Versicherten sei aus
theoretisch-medizinischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit als Spezialspengler oder in einer geeigneten Verweistätigkeit zumutbar (act.
G 1.11 S. 20). Dr. K._ empfahl eine psychiatrische Abklärung, um eine
kernpsychiatrische Morbidität auszuschliessen, sowie gegebenenfalls eine
neuropsychologische Symptomvalidierung zur Überprüfung der
Anstrengungsbereitschaft. Im psychiatrischen Gutachten, das die National darauf hin in
Auftrag gab (vgl. act. G 27.1/A38 f.), attestierte Dr. med. L._, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, dem Versicherten am 25. Juni 2012 ab Januar 2012
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eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 50% aufgrund einer
Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt (ICD-10 F43.22; act. G 1.12).
Er prognostizierte eine Rückbildung der Anpassungsstörung und unter Kombination
der etablierten therapeutischen Massnahmen mit beruflichen Massnahmen die
Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht innerhalb von
zirka drei Monaten (act. G 1.12 S. 8). Am 19. und 22. Juni 2012 wurde der Versicherte
am Forschungszentrum M._, von Dr. phil. I et lic. iur. N._, Fachpsychologe für
Psychotherapie FSP und für Gesundheitspsychologie FSP, neuropsychologisch
getestet (Bericht vom 25. Juni 2012, act. G 1.13). Weil seine Aufmerksamkeitsspanne
sehr herabgesetzt sei und die Konzentration kaum über mehrere Minuten
aufrechterhalten werden könne, mussten die Tests zu den kognitiven Fähigkeiten
abgebrochen werden (act. G 1.13 S. 3). Eine Arbeitsintegration oder Versuche dazu
erachtete Dr. N._ zur Zeit als nicht sinnvoll. Er empfahl hingegen ein
neuropsychologisches Training und die Behandlung der zunehmenden Depression (act.
G 1.13 S. 5). Am 29. Juni 2012 teilte die National dem Versicherten mit, sie stütze sich
auf das Gutachten von Dr. L._ und werde (nach einer Übergangsfrist mit weiterhin
Taggeldern zu 100%) die Taggelder entsprechend dem Attest des Gutachters ab
1. August 2012 zu 50% überweisen (act. G 27.1/A36).
A.d Am 29. August 2012 fand im Beisein von Dr. H._, des Versicherten und seines
damaligen Rechtsvertreters, Rechtsanwalt Andreas Wagner, CAP-Rechtsschutz
versicherung, sowie einer Sozialarbeiterin des psychiatrischen Zentrums I._ eine
Kostenträgerkonferenz mit Vertreterinnen und Vertretern der Invalidenversicherung (IV),
der Krankentaggeld-Versicherung National sowie mit der zuständigen Case Managerin
der Helsana Krankenversicherung statt (vgl. Protokoll vom 3. September 2012, act.
G 1.9). Dabei wurde als Reintegrationsplan festgehalten, dass die Neurorehabilitation
des Versicherten weitergeführt, weitere Unterlagen zu seiner Arbeitsfähigkeit eingeholt
und die Auseinandersetzung mit der National zum Umfang ihrer Leistungspflicht
fortgesetzt werde sowie für ihn der Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt geplant werde
(act. G 1.9 S. 4).
A.e Dr. G._ erstattete am 24. September 2012 dem neuen Rechtsvertreter des
Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. Markus Roos, Lichtensteig, Bericht über die
bisherige Behandlung (sie war am 4. Juli 2012 und 5. September 2012 weitergeführt
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worden), würdigte die Vorakten und nahm zu Fragen des Rechtsvertreters, darunter
besonders zum Gutachten von Dr. K._, Stellung (act. G 1.3). Der Neurologe verneinte
eine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Spezialspengler und beurteilte
den Versicherten in einer angepassten Tätigkeit halbtags, evtl. mit Pausen, ab dem
1. Oktober 2012 zu 50% arbeitsfähig (act. G 1.3 S. 13).
A.f Mit Schreiben vom 19. November 2012 (act. G 1.1) teilte die National dem Ver
sicherten mit, sie stütze sich auf die Gutachten von Dr. K._ und Dr. L._. Da
Dr. G._ gleichzeitig behandelnder Arzt des Versicherten sei, sei sein Bericht nicht
objektiv. Ihr beratender Arzt komme zum Schluss, dass ab August 2012 eine Arbeits
fähigkeit zu 50% bestehe. Daher hätte sie das Taggeld ab August 2012 auf 50%
reduziert und würde ihre Leistungen per 31. Dezember 2012 einstellen. Zur
Begründung verwies sie auch auf die Schadenminderungspflicht des Versicherten, die
ihn bei langandauernder Arbeitsunfähigkeit verpflichte, eine Tätigkeit zu suchen, die
seinem Leiden angepasst sei.
A.g Am 29. Oktober 2012 und 3. Dezember 2012 wurde der Versicherte auf Zuweisung
von Dr. G._ im interdisziplinären Zentrum für Schwindel und
Gleichgewichtsstörungen des Universitätsspitals Zürich untersucht. Im Neuro-Otologie-
Bericht vom 12. April 2013 stellten Assistenzärztin Dr. med. O._ und der leitende Arzt
PD Dr. med. P._ die Verdachtsdiagnosen eines zentralen Schwindels nach
ischämischem Hirninfarkt am 3. August 2011, einer zusätzlichen vestibulären Migräne
und einer Bogengangsdehiszenz links (act. G 17.1/15). Vom 14. bis 17. Januar 2013
weilte der Versicherte im Spital J._, nachdem er beim Mittagessen bewusstlos
geworden war und sich beim Anstossen an der Tischkante eine Rissquetschwunde am
Nasenbein zugezogen hatte (vgl. Kurzaustrittsbericht des Spitals J._ vom 17. Januar
2013 und Bericht Dr. G._ vom 26. Februar 2013 über Eintrag in der
Krankengeschichte vom 23. Januar 2013 betreffend Bericht Spital J._ vom
21. Januar 2013, act. G 27.6/F23 f.). Vom 18. Februar 2013 bis 10. Mai 2013 arbeitete
er im Rahmen der interinstitutionellen Zusammenarbeit (IIZ) mit einem 50%-Pensum in
der Montageabteilung des Zentrums Q._ (act. G 17.1/19).
A.h Im monodisziplinären Gutachten vom 15. Mai 2013 an die Allianz (act. G 24.2)
diagnostizierte Dr. med. R._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH und
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ärztlicher Leiter der Medizinischen Abklärungsstelle S._ GmbH, dem Kläger aufgrund
der Untersuchung vom 21. Januar 2013 eine Anpassungsstörung mit gemischter
Störung von Gefühlen und Sozialverhalten (ICD-10 F43.25) und akzentuierte
Persönlichkeit mit vorwiegend narzisstischen Anteilen (act. G 24.2 S. 15). Er kam zum
Schluss, der Versicherte sei aufgrund der aktuellen psychiatrischen Untersuchung in
der Lage, einer beruflichen Tätigkeit in einem Ausmass von 100% bei einer Leistung
von 100% und einer Präsenzzeit von achteinhalb Stunden nachzugehen. Dies gelte
sowohl für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als auch für eine Verweistätigkeit (act. G 24.2
S. 14 ff.).
B.
B.a Am 18. Februar 2013 erhob der Versicherte, weiterhin vertreten durch
Rechtsanwalt lic. iur. Markus Roos, Klage gegen die National mit den Begehren:
"1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger aus der Police Nummer X.XXX.XXX der
Kollektiv-Krankentaggeld-Versicherung ab 1. Januar 2013 bis auf Weiteres ein
Krankentaggeld von 50% auszurichten.
2. Dem Kläger sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, und es sei ihm
unterzeichnender Rechtsanwalt als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen und
angemessen zu entschädigen.
3. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten."
Zur Begründung der Zuständigkeit des kantonalen Versicherungsgerichts verwies er
auf die Allgemeinen Bedingungen G02 (nachfolgend: AVB) der Beklagten sowie die
bisherige Praxis des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen, insbesondere
dessen Urteil vom 24. Februar 2012 (Proz. KV-Z 2011/2, E. 1.1). In materieller Hinsicht
führte Rechtsanwalt Roos aus, die Annahme der Beklagten, der Kläger sei ab 1. Januar
2013 in einer Verweistätigkeit zu 100% arbeitsfähig, treffe nicht zu. Einerseits spreche
die Beurteilung von Dr. G._ gegen eine volle Arbeitsfähigkeit in einer
leidensadaptierten Tätigkeit. Andererseits sei er vom 14. bis 17. Januar 2013 wegen
derselben Beschwerden wiederum hospitalisiert gewesen, was sich aus dem
Kurzaustrittsbericht des Spitals Linth ergebe (act. G 1.10). Auch wenn Dr. G._ den
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Kläger behandle, habe er das Kurzgutachten vom 24. September 2012 (act. G 1.3) in
erster Linie als Facharzt für Neurologie erstattet. Dieses sei klar und nachvollziehbar.
Der Neurologe habe auch eine otoneurologische Untersuchung im Zentrum für
Schwindel und Gleichgewichtsstörungen des Universitätsspitals Zürich veranlasst,
deren Ergebnisse noch ausstehen würden. Das Gutachten von Dr. K._ (act. G 1.11)
stelle bereits die Aktenlage chronologisch ungeordnet dar, was die Vermutung nahe
lege, die Vorakten seien nicht zuverlässig studiert worden. Verschiedene Tatsachen
gebe der Gutachter falsch wieder und gründe auf andern (z.B. der selbständigen
Autofahrt zum Gutachtensort oder seinem freundlichen Lächeln während der
Untersuchung) medizinische Aussagen, die aufgrund derselben nicht gemacht werden
könnten oder für die er fachlich nicht zuständig sei. Seine Differentialdiagnostik
berücksichtige die konkreten Werte nicht, wie Dr. G._ begründet kritisiere, und die
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit habe Dr. K._ ohne Abklärung des
konkreten Anforderungsprofils am Arbeitsplatz eingeschätzt. Das Gutachten von
Dr. K._ sei daher in Zweifel zu ziehen. Ob sich die Prognose des Gutachtens von
Dr. L._ (act. G 1.12), innerhalb von zirka drei Monaten könne mit einer
Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht gerechnet
werde, bewahrheitet habe, sei nicht näher abgeklärt worden. Aufgrund der erneuten
heftigen Schmerz- und Schwindelattacke vom 14. Januar 2013 könne die Prognose
nicht bestätigt werden. Angesichts der Diskrepanz zwischen den Gutachten von
Dr. K._ und Dr. G._ sowie der aktuellen Verschlechterung seines
Gesundheitszustands sei die 50%ige Arbeitsunfähigkeit des Klägers offensichtlich. Die
Beklagte sei deshalb zu verpflichten, die Taggelder ab 1. Januar 2013 weiter zu
erbringen. Andernfalls sei es unumgänglich, ein gerichtliches Obergutachten über den
aktuellen Gesundheitszustand des Klägers einzuholen. Bezüglich der Mittellosigkeit
und damit der Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
verwies der Kläger auf die Unterlagen, die dem Versicherungsgericht im IV-Verfahren
Proz. IV 2012/371 zugestellt worden waren, und verlangte deren Beizug. Mit Schreiben
vom 26. Februar 2013 und 1. März 2013 reichte Rechtsanwalt Roos die Berichte von
Dr. G._ vom 14. Februar 2013 und vom 26. Februar 2013 nach (act. G 3.1, G 5.1)
B.b Mit Klageantwort vom 12. April 2013 beantragte die Beklagte, vertreten durch
Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Kellenberger, St. Gallen, auf die Klage sei nicht
einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
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zu Lasten des Klägers. Sie bestritt die Zuständigkeit des Versicherungsgerichts, da es
sich bei der fraglichen Krankentaggeld-Versicherung um eine selbständige, kollektive
Krankentaggeld-Versicherung nach dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag
(Versicherungsvertragsgesetz, VVG; SR 221.229.1) handle und keineswegs um eine
Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung nach dem Bundesgesetz über
die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10). Es sei daher auch nicht richtig, das
vereinfachte Verfahren nach Art. 243 ff. der Schweizerischen Zivilprozessordnung
(ZPO; SR 272) anzuwenden. Vielmehr seien die Bestimmungen über das ordentliche
Verfahren gemäss Art. 219 ff. ZPO anwendbar und der Kläger trage die wesentliche
Beweislast und Beweisführungslast; insbesondere für die Tatsache der
Arbeitsunfähigkeit. Eine Arbeitsunfähigkeit des Klägers ab 1. Januar 2013 sei nicht
belegt und die bisherigen Gutachten deckten diesen Zeitraum nicht ab. Ein
Beweisantrag zur Ermittlung der fraglichen Arbeitsunfähigkeit werde nicht explizit
gestellt. Weiter verwies die Beklagte auf die Überwindbarkeitspraxis gemäss den
Bundesgerichtsentscheiden 132 V 352 und 4A_5/2011 vom 24. März 2011. Aus
verschiedenen Unterlagen gehe hervor, dass der Kläger den geforderten Willen, seine
Gesundheitsstörung zu überwinden, offensichtlich nicht aufbringe.
B.c In der Replik vom 11. Juni 2013 unterstrich der Kläger seinen Standpunkt. Er
reichte den Neuro-Otologie-Bericht des Universitätsspitals Zürich vom 12. April 2013
(act. G 17.1/15) sowie betreffend Arbeitsunfähigkeit ärztliche Atteste nach, die seine
Arbeitsunfähigkeit nach dem 1. Januar 2013 bestätigten (act. G 17.1/16 ff.).
B.d Nachdem das Gesuch und die Unterlagen weiter vervollständigt worden waren,
wurde dem Kläger am 20. Juni 2013 die unentgeltliche Rechtspflege mit Befreiung von
den Gerichtskosten und Verbeiständung durch Rechtsanwalt Roos bewilligt (act. G 21).
B.e Mit Duplik vom 16. Juli 2013 hielt auch die Beklagte an ihren Standpunkten fest.
Sie unterstrich, dass dem Bericht von Dr. G._ und der zusätzlich eingeholten
ärztlichen Stellungnahme des Universitätsspitals Zürich vom 12. April 2013
allerhöchstens das Gewicht einer ärztlichen Stellungnahme zukomme, wobei letztere
sich gar nicht zur Arbeitsfähigkeit äussere. Weiter reichte sie dem Gericht das
psychiatrische Gutachten von Dr. R._ vom 15. Mai 2013 ein, das wiederum die
Allianz in Auftrag gegeben hatte (act. G 24.2). Sie unterstrich, dass aufgrund dieses
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Gutachtens aus psychiatrischer Sicht nicht nachvollzogen werden könne, weshalb der
Versicherte bislang keiner beruflichen Tätigkeit habe nachgehen können, und dass
keine Arbeitsunfähigkeit bestehe.
B.f Mit Schreiben vom 18. Juli 2013 schloss die Gerichtskanzlei den Schriftenwechsel
ab (act. G 25).
C.
C.a Da die Unterlagen der Beklagten bisher nur punktuell vorlagen, forderte die
instruierende Gerichtsschreiberin jene am 20. März 2014 auf, dem Gericht sämtliche
Vorakten einzureichen (act. G 26).
C.b Die eingeforderten Akten reichte Rechtsanwalt Kellenberger dem Gericht am
8. April 2014 ein (in der Folge bezeichnet mit act. G 27.1/A1 ff. [Allgemeine
Korrespondenz], G 27.2/B1 ff. [Korrespondenz IV], G 27.3/C1 ff.
[Taggeldabrechnungen], G 27.4/D1 ff. [Rechnungen], G 27.5/E1 ff. [Interne
Korrespondenz, Notizen], G 27.6/F1 ff. [Medizinisches]). Im Begleitschreiben zu den
Akten (act. G 27) unterstrich der Rechtsvertreter den Standpunkt der Beklagten und
hielt an der Einrede der Unzuständigkeit des Versicherungsgerichts fest. Da kein Fall
von Art. 247 Abs. 2 ZPO vorliege, habe das Gericht den Sachverhalt nicht von Amtes
wegen festzustellen und es würden die Verhandlungsmaxime, die Behauptungs- und
Substantiierungslast sowie die Beweisführungsregeln des ordentlichen
Zivilprozessrechts gelten. Die Anordnung der Herausgabe sämtlicher Akten der
Beklagten erweise sich wie die Begründung der Zuständigkeit des
Versicherungsgerichts als rätselhaft und nicht mit dem Gesetz in Einklang.
C.c Innert mehrfach erstreckter Frist nahm der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
am 14. August 2014 zu den Akten der Beklagten und zum Schreiben ihres
Rechtsvertreters vom 8. April 2014 Stellung (act. G 38). Er bestritt die Auffassung der
Gegenpartei, Art. 247 Abs. 2 ZPO sei nicht anwendbar. Daher würden gemäss Art. 243
Abs. 2 lit. f die Regeln des vereinfachten Verfahrens gelten, wie das
Versicherungsgericht im Entscheid vom 24. Februar 2014 (gemeint ist offenbar der
bereits in der Klageschrift erwähnte Entscheid des Versicherungsgerichts vom
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24. Februar 2012 [Proz. KV-Z 2011/2]) bestätigt habe. Das Gericht stelle den
Sachverhalt von Amtes wegen fest, es gelte die Untersuchungsmaxime. Die Parteien
hätten die Beweislast nur insofern zu tragen, als im Fall der Beweislosigkeit der
Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfalle, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Aufgrund dieser Vorgaben und der vom Kläger im
doppelten Schriftenwechsel vorgebrachten Beweismittel seien zu den Beweisakten der
Gegenseite keine weiteren Äusserungen vorzunehmen.
C.d Am 19. August 2014 teilte die instruierende Gerichtsschreiberin den Parteien mit,
ein weiterer Schriftenwechsel sei nicht vorgesehen (act. G 39). Mit Schreiben vom
18. September 2014 wurden sie darauf aufmerksam gemacht, ohne ausdrückliches
Begehren um Durchführung einer Hauptverhandlung werde vom Verzicht auf eine
solche ausgegangen und der Entscheid aufgrund der Akten gefällt (act. G 40).
Rechtsanwalt Roos verzichtete am 23. September 2014 für den Kläger schriftlich auf
die Durchführung einer mündlichen Verhandlung (act. G 41). Die Beklagte reagierte mit
Stillschweigen.
D. Auf die weiteren Begründungen in den Rechtsschriften sowie den Inhalt der

Considerations:
übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und als Prozessvoraussetzung von Amtes wegen zu prüfen (Art. 59 Abs. 2
lit. b und Art. 60 ZPO) ist zunächst die sachliche Zuständigkeit des
Versicherungsgerichts.
1.1.1 Während der Kläger das Versicherungsgericht für zuständig hält, seine Klage
vom 18. Februar 2013 zu beurteilen, macht die Beklagte geltend, bei der
Krankentaggeld-Versicherung handle es sich um eine private Versicherung nach VVG.
Diese könne nicht als Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung im Sinn
von Art. 7 ZPO oder Art. 9 des sankt-gallischen Einführungsgesetzes zur
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Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGZPO; sGS 961.2) interpretiert werden,
weshalb das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen sachlich nicht zuständig sei.
1.1.2 Das Versicherungsgericht entscheidet gemäss Art. 9 EGZPO in Verbindung mit
Art. 7 ZPO als einzige kantonale Instanz über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen
zur sozialen Krankenversicherung nach KVG. Das Bundesgericht subsumiert kollektive
Krankentaggeldversicherungen wie alle weiteren Taggeldversicherungen, die nicht
nach Art. 67 ff. KVG abgeschlossen wurden (und damit gemäss Art. 1a KVG als
freiwillige Taggeldversicherungen mit der obligatorischen Krankenpflegeversicherung
die soziale Krankenversicherung bilden), in ständiger Praxis unter den Begriff der
Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung (vgl. BGE 138 III 3 E. 1.1 und
Urteil vom 12. März 2012, 4A_47/2012, E. 2, je mit Hinweisen). Einen Anlass für eine
Änderung dieser Rechtsprechung sah das Bundesgericht im Urteil vom 12. März 2012,
4A_47/2012, E. 2, ausdrücklich nicht und verwies dazu auf sein Urteil vom 11. Oktober
2011, 4A_118/2011, E. 1.3. Darin führte es seine bisherige Praxis zu Art. 85 des
Bundesgesetzes betreffend die Aufsicht über Versicherungsunternehmen
(Versicherungsaufsichtsgesetz, VAG; SR 961.01; in der Fassung vor Inkrafttreten der
ZPO per 1. Januar 2011, vgl. AS 2005 5295) an und legte dar, es lägen keinerlei
Anhaltspunkte dafür vor, dass der Gesetzgeber von einer anderen Begriffsbestimmung
ausgegangen sei. Art. 7 ZPO setzt nach dieser Rechtsprechung nicht voraus, dass eine
Krankenkasse Trägerin der Versicherung ist (Urteil des Bundesgerichts vom 12. März
2012, 4A_47/2012, E. 2 mit Hinweisen). Für den Rechtsmittelweg ist es damit
unerheblich, ob eine Krankenkasse oder ein Privatversicherer Träger der Versicherung
ist (vgl. BGE 138 III 3 E. 1, wo die Zusatzversicherung eines privaten Trägers [AXA
Versicherungen AG; vgl. hierzu Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons
Zürich vom 27. Mai 2011, KK.2009.00027] unter den Begriff "Zusatzversicherung zur
sozialen Krankenversicherung" im Sinn von Art. 12 Abs. 2 f. KVG subsumiert wurde).
1.1.3 Seitdem es mit dem Inkrafttreten des EGZPO per 1. Januar 2011 für die Be
urteilung von Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen
Krankenversicherung zuständig geworden ist, bejaht das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen seine sachliche Zuständigkeit in sämtlichen Streitigkeiten aus
Krankentaggeld-Versicherung, unabhängig davon, wer Träger der Versicherung ist.
Dies ausdrücklich in den Urteilen vom 26. Mai 2014, Proz. KV-Z 2012/8, E. 1.1, vom
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14. April 2014, Proz. KV-Z 2013/5, E. 1, vom 30. Oktober 2013, Proz. KV-Z 2013/2,
E. 1.1, vom 16. Oktober 2013, Proz. KV-Z 2013/8, E. 2, vom 3. Mai 2012, Proz. KV-Z
2011/6, E. 1, und vom 24. Februar 2012, Proz. KV-Z 2011/2, E. 1.1, wo jeweils
Leistungen aus einer (Zusatz-)Versicherung einer privaten Versicherungs-Gesellschaft
zu beurteilen waren. Nachdem sich diese Praxis mit derjenigen des Bundesgerichts
deckt, besteht für das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen kein Anlass, davon
abzuweichen.
1.1.4 Da im vorliegenden Streitfall Ansprüche aus einer Krankentaggeld-Versicherung
zu beurteilen sind, ist entsprechend der dargestellten Praxis die sachliche
Zuständigkeit zu bejahen.
1.2 Laut Ziffer 1 der besonderen Bedingungen der Beklagten in der Police Nummer
X.XXX.XXX steht dem Versicherungsnehmer, den Versicherten oder den Anspruchs
berechtigten, in Abänderung von Art. 25 ihrer AVB, als Gerichtsstand wahlweise der
ordentliche Gerichtsstand, ihr schweizerischer Wohnsitz oder ihr schweizerischer
Arbeitsort zur Verfügung (act. G 10.2/1). Der Kläger wohnt und arbeitete im Kanton
St. Gallen. Daher ist dessen Versicherungsgericht auch örtlich zur Beurteilung des
vorliegenden Streitfalls zuständig.
1.3 Der Kläger verlangt in seinem Rechtsbegehren die Ausrichtung von
"Krankentaggeld von 50%" "ab 1. Januar 2013 bis auf Weiteres". Die Benennung der
Höhe des eingeklagten Taggelds hat der Kläger unterlassen, obwohl diese schon zu
Prozessbeginn bekannt war. Das Taggeld von 50% belief sich auf Fr. 82.08 (vgl. die
Taggeldabrechnungen im von der Beklagten mit Schreiben vom 8. April 2014
eingereichten act. G 27.3/C1 ff.). Dies wäre im Rechtsbegehren bereits bezifferbar
gewesen. Im Zeitpunkt der Klageerhebung, am 18. Februar 2013, war dem Kläger
hingegen die exakte Benennung der Anzahl der anzubegehrenden Taggelder noch
nicht möglich, weil er über die zukünftige Dauer seiner Arbeitsunfähigkeit noch keine
Kenntnis haben konnte. Folglich war die Einreichung einer unbezifferten
Forderungsklage gemäss Art. 85 ZPO diesbezüglich grundsätzlich zulässig. Hingegen
hat er keinen Mindestwert angegeben, wie Satz 2 von Art. 85 Abs. 1 ZPO verlangt. Die
Bezifferung wäre zudem nachträglich möglich geworden (vgl. Art. 85 Abs. 2 ZPO): Vom
vertraglichen Maximalanspruch auf 730 Taggelder verblieben ab 1. Januar 2013 noch
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213 Taggelder, die Taggeldberechtigung lief also spätestens am 1. August 2013 aus.
Zu jenem Zeitpunkt wären für den Kläger sowohl die Taggeldhöhe als auch deren
maximale Bezugsdauer ersichtlich gewesen, das Klagebegehren hätte mithin im
August 2013 korrekt beziffert werden können. Die Nachholung der Bezifferung wurde
mit Einführung der Schweizerischen ZPO als eine direkt die klagende Partei treffende
Pflicht statuiert, die direkt gestützt auf Gesetz entsteht, sobald die Voraussetzungen
gemäss Art. 85 Abs. 2 ZPO erfüllt sind. Einer richterlichen Aufforderung bedarf es
folglich nicht (Sabine Baumann Wey, Die unbezifferte Forderungsklage nach Art. 85
ZPO, Luzerner Beiträge zur Rechtswissenschaft [LBR] Band/Nr. 75, 2013, Rz 371;
anderer Meinung Karl Spühler, Basler Kommentar zur ZPO, 2. Aufl. Basel 2013
[nachfolgend als Basler Kommentar zur ZPO zitiert], N 11 zu Art. 85, der eine
Aufforderung zur nachträglichen Bezifferung unter die gerichtliche Fragepflicht gemäss
Art. 56 ZPO subsumiert). Der Kläger hat es unterlassen, sein Klagebegehren
nachträglich zu beziffern. Dennoch erscheint ein Nichteintreten auf die Klage überspitzt
formalistisch. Einerseits wurde die Beklagte (mit Kopie an den Kläger) am 16. April
2013 und am 20. März 2014 darauf hingewiesen, dass das Gericht Eintreten
beschliessen werde (wenn auch im Zusammenhang mit der Frage nach der sachlichen
Zuständigkeit des Gerichts, vgl. act. G 12, G 26). Ein Nichteintreten wegen nicht
hinreichend bezifferten Rechtsbegehrens stand somit bis anhin nicht im Raum und
wurde von der Beklagten auch nicht thematisiert. Hinzu kommt, dass nach
höchstrichterlicher Praxis selbst bei unbezifferten Rechtsbegehren eine materielle
Prüfung zu erfolgen hat, wenn sich aus der Begründung der Klage ergibt, welcher
Geldbetrag zuzusprechen ist (BGE 137 III 621 E. 6.2). Direkt ist dies der
Klagebegründung zwar nicht zu entnehmen. Allerdings ist der Forderungsbetrag
einfach zu berechnen, wie sich aus den obigen Ausführungen ergibt. Das
Klagebegehren beläuft sich folglich auf 213 Taggelder zu Fr. 82.08, was einen
Streitwert von gerundet Fr. 17'483.05 ergibt. Auf die Klage ist folglich auch unter
diesem Aspekt einzutreten.
1.4 Vor der Klageanhebung beim Versicherungsgericht ist kein Schlichtungsverfahren
gemäss Art. 197 ff. ZPO durchzuführen (vgl. BGE 138 III 558).
1.5 Da die Eintretensvoraussetzungen damit erfüllt sind, ist auf die Klage vom
18. Februar 2013 einzutreten.
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2.
2.1 Klagen aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung, zu denen
das Versicherungsgericht, wie vorstehend dargelegt (Erwägung 1.1), sämtliche
Taggeldversicherungen zählt, sind gemäss Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO ohne Rücksicht auf
den Streitwert im vereinfachten Verfahren zu behandeln, wobei gemäss Art. 219 ZPO
die Bestimmungen über das ordentliche Verfahren sinngemäss gelten (vgl. Christoph
Leuenberger/Beatrice Uffer-Tobler, Schweizerisches Zivilprozessrecht, Bern 2010,
N 11.154, N 11.157). Da beide Parteien anwaltlich vertreten sind und der Kläger eine
begründete Klageschrift eingereicht hat, hat die Verfahrensleitung einen doppelten
Schriftenwechsel angeordnet (vgl. Art. 246 Abs. 2 ZPO). Nachdem sie von der
instruierenden Gerichtsschreiberin (in Beachtung des zur amtlichen Publikation
vorgesehenen Urteils des Bundesgerichts vom 1. September 2014, 4A_65/2014, E. 3)
ausdrücklich auf die Möglichkeit, eine mündliche Verhandlung zu verlangen,
hingewiesen wurden (act. G 40), verzichtete der Kläger ausdrücklich schriftlich, die
Beklagte durch Stillschweigen.
2.2 Art. 247 Abs. 2 ZPO sieht vor, dass das Gericht den Sachverhalt von Amtes
wegen feststellt. Diese sogenannte abgeschwächte oder soziale
Untersuchungsmaxime gebietet es dem Gericht zwar, den Sachverhalt mit eigenen
Mitteln abzuklären und mit vertretbarem Aufwand zu einem hinreichend sicheren
Beweisergebnis zu gelangen. Es ist dabei aber nicht an die Beweisanträge gebunden
und kann von sich aus Beweis erheben. Die Parteien werden dadurch auch nicht von
der Mitwirkung an der Erhebung der Beweise und der Erstellung des Sachverhalts
entbunden. Sie bleiben mitverantwortlich für die Beweisführung und haben
insbesondere die Beweismittel zu benennen und beizubringen (vgl. Peter Guyan in:
Basler Kommentar zur ZPO, Art. 153 N 3 ff., insbesondere N 9; Franz Hasenböhler in:
Thomas Sutter-Somm/Franz Hasenböhler/Christoph Leuenberger [Hrsg.], ZPO
Kommentar, 2. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2013 [nachfolgend als ZPO Kommentar zitiert],
Art. 153 N 5 ff.; Bernd Hauck in: ZPO Kommentar, Art. 247 N 33; sowie BGE 130 III 107
E. 2.2, BGE 125 III 238 f. E. 4a und BGE 107 II 236 E. 2c mit weiteren Hinweisen). Die
Untersuchungsmaxime ändert auch nichts an der formellen Beweislast. Kann etwa das
Bestehen einer entscheiderheblichen Tatsache durch das Gericht weder bejaht noch
verneint werden, entscheidet es trotz Untersuchungsmaxime gemäss Art. 8 des
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Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) nach Beweislastgesichtspunkten
(Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juli 2000, 4C.283/1999, E. 2b; Hauck, a.a.O.,
Art. 247 N 37).
2.3 Im Zivilprozess gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 157 ZPO). Das
Gericht hat bei der Bewertung der erhobenen Beweise unabhängig von abstrakten
(schablonenhaften) Regeln nach seiner eigenen Überzeugung darüber zu befinden, ob
es eine behauptete Tatsache als wahr oder unwahr einstuft. Dabei bleibt es dem
Gericht überlassen, die Kraft eines Beweismittels nach seiner Überzeugung
festzulegen. Aus Sicht der ZPO sind die verschiedenen Beweismittel gleichwertig (vgl.
Hasenböhler, a.a.O., Art. 157 N 8 f.). Erachtet das Gericht die rechtserheblichen
tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als
schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen abschliessen. Ob das Gericht ein
(medizinisches) Gutachten anzuordnen hat und welche Regeln dafür gelten, bestimmt
sich nach Art. 183 ff. ZPO (vgl. auch Thomas Weibel in: ZPO Kommentar, Art. 183
N 8 ff.).
2.4 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist analog zur Rechtsprechung im
Sozialversicherungsrecht entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange um
fassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson
begründet sind (BGE 125 V 352, E. 3a mit Hinweis). Bei der Würdigung von Berichten
behandelnder Ärztinnen und Ärzte ist (ebenfalls analog zur Rechtsprechung im
Sozialversicherungsrecht) zu beachten, dass sie in der Regel nicht den Zweck
verfolgen, zu einem medizinischen Sachverhalt abschliessend Stellung zu nehmen und
eine objektive Beurteilung von Versicherungsansprüchen zu erlauben, denn ihre
Verfasserinnen und Verfasser sind auf die Behandlung der versicherten Person
konzentriert. Aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Stellung sagen sie im Zweifelsfall auch
eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aus. Dennoch sind ihre Berichte
korrekt zu würdigen und sind Anhaltspunkte zu beachten, wonach die Feststellungen
der begutachtenden oder von versicherungsinternen Fachpersonen als nicht schlüssig
erscheinen (vgl. BGE 135 V 470 f. E. 4.5 f. sowie Urteile des Bundesgerichts vom
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1. Oktober 2013, 4A_172/2013, E. 3.3, mit weiteren Hinweisen und vom 12. Februar
2010, 8C_907/2009, E. 1.1).
3.
3.1 Laut Police Nummer X.XXX.XXX ist als Versicherungsleistung ein Taggeld ab dem
61. Tag zu 80% des Lohns gemäss Art. 11 AVB und während maximal 730 Tagen,
abzüglich der Wartefrist, als Schadenversicherung vereinbart (Art. 9 Abs. C AVB).
Voraussetzung der Leistungspflicht der National ist weiter, dass die Arbeitsunfähigkeit
der versicherten Person ärztlich festgestellt worden ist und mindestens 25% beträgt
(Art. 9 Abs. B AVB). Für Versicherungsfälle, die bei Beendigung des
Versicherungsschutzes (z.B. durch Austritt aus dem versicherten Betrieb; Art. 17 Abs. A
Ziffer 2 AVB) noch nicht abgeschlossen sind, wird gemäss Art. 17 Abs. B AVB das
vereinbarte Taggeld im Rahmen der Bestimmungen über die Leistungsdauer (Art. 9
Abs. C bis H AVB) weiter gewährt, längstens jedoch bis zum Beginn einer Rente
gemäss Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40).
3.2 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beklagte zu Recht davon ausgegangen ist, dass
der Kläger im Spätherbst 2012 seine volle Arbeitsfähigkeit wieder erlangt habe und
daher die Taggeldzahlungen per 31. Dezember 2012 eingestellt hat. Nicht streitig ist
hingegen, dass seine Arbeitsunfähigkeit in einer Verweistätigkeit und nicht (mehr) in der
angestammten Tätigkeit als Spezialspengler für den allfälligen Anspruch auf Taggelder
massgebend ist.
4.
4.1 Die volle Arbeitsunfähigkeit des Klägers nach seiner Erkrankung am 3. August
2011 wurde von der Beklagten aufgrund der vorgelegten Arztzeugnisse (act. G 27.3/
C23 f., G 27.3/C15 ff., G 27.6/F1, G 27.6/F6) bis Ende Juli 2012 anerkannt. Infolge des
Ereignisses vom 3. August 2011, das die erstbehandelnden Ärztinnen und Ärzte als
transitorische ischämische Attacke (ICD-10 G45) deuteten und Dr. E._ als
mikroangiopathisch bedingten cerebralen Insult (act. G 1.4, G 1.6), litt der Kläger unter
Kopfschmerzen, Schwindel, einer Gangstörung bzw. linksseitigen Ataxie sowie einer
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Gesichtsfeld-Einschränkung nach links (act. G 1.6 ff.). Der Facharzt für Neurologie FMH
und Psychiatrie FMH äusserte im Bericht vom 23. September 2011 die Meinung, die
Gangstörung mit sicher somatischer Basis sei durch die psychosoziale (berufliche)
Situation überlagert. Zur stationären Rehabilitation meldete er den Patienten daher in
der Klinik Valens an (act. G 1.7). Die neurologische Rehabilitationsbehandlung ab
10. Oktober 2011 war laut Austrittsbericht vom 2. Dezember 2011 weitgehend
erfolgreich und der Patient konnte am 3. November 2011 in die ambulante
Weiterbehandlung und nach Hause entlassen werden (act. G 27.6/F10, S. 2). Der
behandelnde Abteilungsarzt Dr. med. F._ und Dr. med. T._, Oberärztin Neurologie,
attestierten ihm ab 7. November 2011 eine Arbeitsfähigkeit zu 50% halbtags mit
reduzierter Leistung (vgl. vorläufiger Austrittsbericht vom 1. November 2011, act. G 1.8;
Austrittsbericht vom 2. Dezember 2011, act. G 27.6). Diese Teilarbeitsfähigkeit konnte
der Kläger nicht umsetzen. Der Arbeitsversuch im November 2011 in der
angestammten Tätigkeit als Spezialspengler scheiterte (vgl. act. G 27.6/F15 S. 2 unten
und Bericht Dr. H._ an die IV-Stelle vom 26. April 2012 in act. G 27.6/F26). Dr. H._
diagnostizierte bei Aufnahme der psychotherapeutischen Behandlung im Januar 2012
eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion ICD-10 F43.2 (act. G 27.6/
F16). Aufgrund des Konsils vom 8. März 2012 ging Dr. G._ im Bericht vom 12. März
2012 an Dr. H._ (act. G 27.6/F15) initial von einem Gefässspasmus/Migräne
äquivalent (Basilarisgebiet bzw. im Bereich der posterioren Zirkulation) aus. Der Patient
habe auch nachher eine Synkope und zentrale Faszialisparese gehabt und dann eine
Hemiparese/Hemiataxie links, allerdings bis jetzt anhaltend. Es bestehe auch eine
Migräne mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit etc.. Wegen der
Schwindelbeschwerden bei Reklination und bei Kopfdrehen nach rechts hielt der
Neurologe eine otoneurologische Untersuchung für angezeigt. Er verschrieb eine
neurologisch orientierte Rehabilitationstherapie gegen die linksseitige Ataxie und
Parese sowie eine Basisbehandlung der Migräne und schrieb den Patienten analog
zum Hausarzt sowie Dr. H._ durchgehend 100% arbeitsunfähig (act. G 27.6/F15
S. 4).
4.2 Die Beklagte zahlte die versicherten Taggelder für volle Arbeitsunfähigkeit ab
2. Oktober 2011 (und damit nach Ablauf der Wartefrist von 60 Tagen) bis zur
Kündigung des Arbeitsverhältnisses per 31. Mai 2012 der Arbeitgeberin aus (act.
G 27.5/E13, G 27.3/C13, G 27.3/C7 ff.). Danach (bzw. ab Juli 2012) vergütete sie jene
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dem Kläger (act. G 27.1/A37, G 27.3/C6). Am 29. Juni 2012 teilte sie ihm mit, sie werde
- nach einer Übergangsfrist bis 31. Juli 2012 mit weiterhin Taggeldern zu 100% - die
Taggelder ab 1. August 2012 auf 50% kürzen (act. G 27.1/A36). Dabei stütze sie sich
auf das Gutachten von Dr. L._, der ihn am 8. Juni 2012 gutachterlich untersucht
habe, und werde die Taggelder entsprechend dem Attest des Gutachters ab 1. August
2012 zu 50% überweisen. Laut Klagebegehren ist im vorliegenden Verfahren diese
Kürzung weder bezüglich Anfangszeitpunkt noch bezüglich des Umfangs umstritten.
5.
5.1 Mit Schreiben vom 19. November 2012 (act. G 1.1) erklärte die Beklagte, sie
stütze sich auf die Gutachten von Dr. K._ und Dr. L._, welche umfassend und
schlüssig seien. Auch ihr beratender Arzt komme zum Schluss, ab August 2012
bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Dementsprechend hätte sie das Taggeld auf
50% reduziert und würde ihre Leistungen per 31. Dezember 2012 einstellen. Bei einer
lang andauernden Arbeitsunfähigkeit in seinem bisherigen Aufgabenbereich sei der
Versicherte verpflichtet, sich nach einer Tätigkeit umzusehen, die seinem Leiden
angepasst sei. Auf eine Verweistätigkeit werde abgestellt, unabhängig davon, ob eine
solche auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt auch tatsächlich gefunden werde.
5.2
5.2.1 Im Gutachten vom 17. April 2012 erhob Dr. K._ kein objektivierbares
neurologisches Defizit bzw. keine funktionsrelevanten objektivierbaren Diagnosen (act.
G 1.11, Zusammenfassung ab S. 19). Er behielt eine psychiatrische Abklärung vor, um
eine kernpsychiatrische Morbidität, insbesondere eine Angststörung, auszuschliessen.
Gegebenenfalls solle auch eine neuropsychologische Symptomvalidierung zur
Überprüfung der Anstrengungsbereitschaft durchgeführt werden. Aus neurologischer
Sicht bestehe mit dem Tag der Untersuchung eine volle Arbeitsfähigkeit; aus
theoretisch-medizinischer Sicht sei ihm die angestammte Tätigkeit als Spezialspengler
oder eine geeignete Verweistätigkeit zumutbar. Im Fähigkeitsprofil sollten jedoch
erdferne Tätigkeiten im Falle von Schwindelgefühlen gemieden werden, körperlich
seien zumindest leichte bis teilweise mittelschwere Tätigkeiten geeignet, durchgehend
schwere Tätigkeiten hingegen nicht mehr geeignet (Hypertonus, unspezifische
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Lumbalgie). Tätigkeiten in reizdichter Umgebung seien aufgrund der episodischen
Migräne eher weniger geeignet (act. G 1.11 S. 20).
5.2.2 Obwohl Dr. K._ ein Arbeitsplatzbeschrieb der Firma B._ AG zur Verfügung
stand (act. G 1.11 S. 5) und er sich bei der Anamnese die angestammte Tätigkeit durch
den Exploranden eingehend beschreiben liess (act. G 1.11 S. 7), prüfte er deren
Passfähigkeit in sein Fähigkeitsprofil nicht, ging ohne weitere Erklärung von der
Zumutbarkeit sowohl der angestammten als auch einer geeigneten Verweistätigkeit aus
und attestierte aus neurologischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit (act. G 1.11 S. 7).
Der neurologische Gutachter gab die Aktenlage chronologisch ungeordnet wieder (act.
G 1.11 S. 2 ff.). Die für ihn auffälligen Passagen der Vorakten liess er im Gutachten
kursiv setzen. Bei der versicherungsmedizinischen Beurteilung mit Diskussion der
Akten (act. G 1.11 S. 16 ff.) setzte er sich zwar mit der in C._ gestellten
ursprünglichen Diagnose einer transitorischen ischämischen Attacke auseinander und
erwähnte einzelne Sequenzen aus den Berichten von Dr. E._ und über den
Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik Valens. Eine fundierte Auseinandersetzung mit
den Vorakten nahm er dabei nicht vor. Insbesondere tat er die Feststellung bzw.
Diagnose einer Hemiataxie links durch alle Ärztinnen und Ärzte, die den Patienten zuvor
untersucht oder behandelt hatten, als in nicht unerheblicher Weise durch die subjektive
Beschwerdepräsentation des Versicherten geprägt, mit eher zu geringer Würdigung der
objektiven Datenlage, ab (act. G 1.11 S. 19). Diese pauschale, nicht nachvollziehbar
begründete Bemerkung stellt keine Auseinandersetzung mit den diesbezüglich allesamt
abweichenden Vorakten dar, wie für die Beweiskraft eines ärztlichen Gutachtens
vorausgesetzt (vgl. vorstehende Erwägung 2.4). Dr. K._ driftete auch selbst immer
wieder in die Schilderungen des Exploranden ab und betonte mehrfach von ihm
festgestellte Diskrepanzen in dessen Äusserungen und Verhalten, konfrontierte den
Exploranden jedoch nicht mit denselben. Für die Adressaten des Gutachtens entsteht
durch die mehrfachen Wiederholungen der Angaben zu Inkonsistenzen der trügerische
Eindruck, der Gutachter beweise die Simulation der Beschwerden durch den
Exploranden. Er relativierte diesen Eindruck durch "nicht authentische
Symptompräsentation und Antwortverzerrung mit/bei persönlichem, dysfunktionalem
Krankheitsmodell" in der Diagnoseliste jedoch selbst (act. G 1.11 S. 20).
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5.2.3 Zusammengefasst enthält das Gutachten von Dr. K._ neben zahlreichen
sprachlichen Unzulänglichkeiten (unvollständige Sätze, Grammatikfehler und falsche
Bezeichnungen) sowie einem zeitlichen Durcheinander in der Zusammenfassung der
Vorakten vor allem Widersprüche zwischen seinem Fähigkeitsprofil und seiner
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Exploranden. Weiter behielt der Neurologe eine
psychiatrische und gegebenenfalls neuropsychologische Abklärung vor, nahm seine
Beurteilungen aber dennoch vorbehaltlos vor. Eine fundierte Auseinandersetzung mit
den Vorakten, die insbesondere bezüglich linksseitiger Ataxie übereinstimmend vom
Gutachten abweichende Befunde erhoben, fand nicht statt. Nach den dargelegten
Beurteilungskriterien (vgl. vorstehende Erwägung 2.4) ist das Gutachten von Dr. K._
vom 17. April 2012 daher nicht beweiskräftig.
5.3
5.3.1 Dr. L._ bestätigte in seinem Gutachten vom 25. Juni 2012 (act. G 27.6/F22)
die von Dr. H._ gestellte Diagnose einer Anpassungsstörung (damals mit längerer
depressiver Reaktion ICD-10 F43.2; vgl. act. G 27.6/F16). Da sich dem Gutachter ein
Explorand mit leichten depressiven Symptomen, ergänzt durch allgemeine Unsicherheit
und Ängstlichkeit sowie Gedankeneinengung auf die Sorgen und Befürchtungen,
zeigte, diagnostizierte er nach ICD-10 eine Anpassungsstörung mit Angst und
Depression gemischt (ICD-10 F43.22; act. G 27.6/F22 S. 7). Dr. L._ erhob mittels
Aufmerksamkeits-Belastungs-Test sowie Konzentrations-Verlaufs-Test
testpsychologische Befunde (act. G 27.6/F22 S. 6 f.). Diese zeigten - in Diskrepanz zum
objektiv nicht eingeschränkten Konzentrationsvermögen - eine durchschnittliche
Sorgfaltsleistung und eine stark unterdurchschnittliche Konzentrationsleistung, die der
Gutachter auf das stark unterdurchschnittliche Bearbeitungstempo sowie Inkonsistenz
bzw. die Besonderheit der gutachterlichen Situation zurückführte (act. G 27.6/F22 S. 8).
Er attestierte dem Exploranden aufgrund der objektiv reduzierten psychischen
Belastbarkeit, reduzierter Ausdauer und formalen Denkstörungen sowie leichten
Antriebsstörungen aus rein psychiatrischer Sicht eine höchstens 50%ige
Arbeitsunfähigkeit sowohl in seiner angestammten als auch in anderen (adaptierten)
Tätigkeiten (act. G 27.6/F22 S. 8). Aufgrund der vielen Persönlichkeits- und
intellektuellen Ressourcen von Seiten des Exploranden bezeichnete Dr. L._ die
Prognose der Anpassungsstörung als günstig. Dieser brauche (selbstverständlich
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sofern die Tatbestände aus somatischer Sicht nicht dagegen sprechen würden)
dringend ein Beschäftigungsprogramm zwecks Rekonditionierung bzw. Sicherstellung
sinnvoller Aktivitäten. Unter Kombination der etablierten therapeutischen mit
beruflichen Massnahmen sei innerhalb von zirka drei Monaten mit einer weiteren
Rückbildung der Anpassungsstörung und damit Wiederherstellung der vollen
Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht auszugehen (act. G 27.6/F22 S. 8).
5.3.2 Das psychiatrische Gutachten von Dr. L._ ist beweiskräftig. Es ist für die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Klägers aus psychiatrischer Sicht umfassend,
beruht auf allseitigen Untersuchungen und berücksichtigt auch die geklagten
Beschwerden. Es ist in Kenntnis der dem Gutachter zur Verfügung gestellten Vorakten
(soweit vom Gericht bei Fehlen des Gutachterauftrags und des entsprechenden
Aktenverzeichnisses überprüfbar) bzw. der Anamnese abgegeben worden, leuchtet in
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und der Beurteilung der
psychiatrischen Situation ein und die Schlussfolgerungen von Dr. L._ sind begründet
(vgl. auch vorstehende Erwägung 2.4).
5.3.3 Da der begutachtende Psychiater seine Prognose vom Einsetzen von beruf
lichen Massnahmen abhängig machte, kann nicht davon ausgegangen werden, nach
einer gewissen Zeit würde sich dieselbe ohne weiteres verwirklichen. Vielmehr sind die
Durchführung der beruflichen Massnahmen, ihr Erfolg und die Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit nach einer gewissen Zeit erneut zu prüfen. Im Eintrag vom 17. Sep
tember 2012 im Verlaufsprotokoll ging daher die IV und der sie beratende Regionale
Ärztliche Dienst (RAD) fälschlicherweise von einer vollen Arbeitsfähigkeit gemäss dem
Gutachten von Dr. L._ aus (act. G 10.2/3). Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Kläger
jedenfalls weder an einem Beschäftigungsprogramm noch an anderen Massnahmen
zur beruflichen Eingliederung teilgenommen. Worin die Beklagte die Bestätigung der
Prognose von Dr. L._ im September 2012 darüber hinaus sieht, führt sie nicht näher
aus. Es werden weder einschlägige Überprüfungsmassnahmen dargetan, noch
ergeben sich solche aus den Akten. Auch aus den Meinungsäusserungen des
beratenden Arztes der Taggeldversicherung gehen keine entsprechenden Hinweise
hervor. Diese sind in den Akten der Beklagten auch nicht enthalten und lediglich durch
Zitate in deren Stellungnahmen dokumentiert (act. G 27.1/A36, G 1.1). Anhaltspunkte,
wonach sich die Prognose von Dr. L._ verwirklicht haben und der Kläger ab Herbst
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2012 aus psychiatrischer Sicht wieder voll arbeitsfähig geworden sein sollte, finden
sich somit keine.
5.4
5.4.1 Auch die Erkenntnisse von Dr. N._ (Bericht vom 25. Juni 2012, act. G 1.13)
sind zu berücksichtigen: Der Fachpsychologe konnte die neuropsychologischen Tests
am 19. und 22. Juni 2012 nicht wie geplant durchführen. Da die
Aufmerksamkeitsspanne des Exploranden sehr herabgesetzt sei und die Konzentration
kaum über mehrere Minuten aufrechterhalten werden könne, hätten die beiden Tests
zu dessen kognitiven Fähigkeiten (CORSI und NVLT) abgebrochen werden müssen
(act. G 1.13 S. 3). Bei den Tests zum Befinden zeigten sich auf allen Skalen
(Depression, Ängstlichkeit, psychische Belastung, Schmerz- und Körperwahrnehmung)
erhöhte Werte (act. G 1.13 S. 4 f.). Eine Arbeitsintegration oder Versuche dazu
erachtete Dr. N._ daher zur Zeit als nicht sinnvoll. Er empfahl hingegen ein
neuropsychologisches Training und die Behandlung der zunehmenden Depression (act.
G 1.13 S. 5).
5.4.2 Aufgrund der eingereichten Akten erschliesst sich dem Gericht nicht, wer die
neuropsychologische Testung des Klägers in Auftrag gegeben hat. Die Fragestellungen
an das Forschungszentrum M._ dürften im Bericht vom 25. Juni 2012 hingegen
vollständig wiedergegeben worden sein (act. G 1.13 S. 2). Anhaltspunkte für das
Gegenteil bestehen nicht. Dr. H._ nahm in der Folge die Abklärungsergebnisse von
Dr. N._ auf (vgl. Beschlussprotokoll der Kostenträgerkonferenz am 29. August 2012
vom 3. September 2012, act. G 1.9, S. 2). Sie führte laut Beschlussprotokoll an der
Kostenträgerkonferenz vom 29. August 2012 auch aus, Tests bei Dr. G._ (gemeint
war wahrscheinlich bei Dr. L._) kämen zum gleichen Schluss (act. G 1.9, S. 2).
5.4.3 Die Beklagte stellt aufgrund der persönlichen Beurteilung vom 21. September
2012 ihres Vertreters an der Kostenträgerkonferenz vom 29. August 2012 das geltend
gemachte Ausmass der Konzentrationseinschränkungen des Klägers in Frage (act.
G 27.5/E3). Er führte darin aus, der Versicherte hätte dem anspruchsvollen Gespräch
von eineinhalb Stunden Dauer nicht folgen und nicht so differenziert Auskunft geben
können, wäre seine Konzentrationsfähigkeit im beschriebenen Ausmass eingeschränkt
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gewesen. Der Kläger bestreitet die subjektive Wahrnehmung des Vertreters der
Beklagten und macht geltend, er habe nach 40 Minuten kundgetan, er könne nicht
mehr aufnehmen, was da geredet werde (vgl. Ziffer II.2. der Replik, act. G 17). Dem
Einwand der Beklagten aufgrund der Beobachtungen eines medizinischen und
psychologischen Laien sind vor allem die Erhebungen durch die Fachpersonen
Dr. L._ am 8. Juni 2012 (Gutachten vom 25. Juni 2012, act. G 27.6/F22) und von
Dr. N._ am 19. und 22. Juni 2012 (Bericht vom 25. Juni 2012, act. G 1.13)
entgegenzuhalten. Die Beobachtungen des Vertreters der Beklagten können allenfalls
als Hinweis auf eine zwischenzeitlich erreichte Verbesserung der
Konzentrationsfähigkeit dienen, sie vermögen jedoch die Untersuchungsergebnisse der
beiden Fachpersonen nicht zu entkräften.
5.5 Anlässlich der Kostenträgerkonferenz vom 29. August 2012 standen Massnahmen
zur Neurorehabilitation, nicht die Arbeitsunfähigkeit des Klägers, im Vordergrund der
Diskussion (act. G 1.9). Dr. H._ führte aus, aus psychiatrischer Sicht sei der
Versicherte 50% arbeitsfähig (act. G 1.9, S. 2). Diese Einschätzung deckte sich mit
dem Gutachten von Dr. L._ (act. G 27.6/F22). Für leidensangepasste Tätigkeiten
attestierte Dr. G._ ab 1. Oktober 2012 ebenfalls eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
(Gutachten vom 24. September 2012, act. G 1.3 S. 13, sowie in der Krankenkarte, act.
G 17.1/16). Dr. H._ setzte die Bescheinigung einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit am
30. November 2012, 8. Januar, 14. Februar und 8. März 2013 fort (act. G 17.1/16). Vom
14. bis 17. Januar 2013 war die Arbeitsunfähigkeit auch durch die Hospitalisation
wegen einer Synkope gegeben (vgl. act. G 1.10).
5.6
5.6.1 Dr. G._ erstattete dem Rechtsvertreter des Klägers am 24. September 2012
ein neurologisches Gutachten (act. G 1.3). Der behandelnde Neurologe beurteilte das
Ereignis vom 3. August 2011 als cerebro-vaskulär, wahrscheinlich im Rahmen eines
Gefässspasmus in der posterioren Zirkulation (Hirnstamm, Cerebellum), ohne
bildgebende Darstellung eines Infarktes oder einer Hämorrhagie, funktionell überlagert
durch Angstreaktion (act. G 1.3 S. 13). Die Diagnose einer transient ischämischen
Attacke, wie initial in C._ gestellt (act. G 1.4), lehnte er ab, weil keine rasche
Rückbildung der Symptomatik erfolgt sei (act. G 1.3 S. 12). Die Kaskade
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neurologischer Symptomatik die am 3. August 2011 ausgelöst worden sei, habe sich
bis auf ein residuelles sensomotorisches Hemisyndrom links zurückgebildet. Dieses sei
mittels der laufenden Neurorehabilitation weiterhin verbesserungsfähig. Dr. G._ hielt
fest (act. G 1.3 S. 11), an der Schwäche der linken Körperseite könne nicht gezweifelt
werden, die sensible Symptomatik sei durchgehend und es bestehe auch eine
Sensibilitätsverminderung im Bereich des linken Nasenlochs. Die Qualitäten der
Sensibilität seien links praktisch alle vermindert, inklusive Vibrationsempfindung. Er
führte weiter aus (act. G 1.3 S. 12), die Angst des Patienten, einen weiteren
"Hirnschlag" zu erleiden wegen der familiären Belastung sei nachvollziehbar und führe
möglicherweise zu einer Verstärkung/Verdeutlichung der Symptomatik. Diese sei
jedoch nicht simuliert. Der Patient befinde sich in psychiatrischer Behandlung und
seine Ängste sollten abgebaut werden. Diese würden wahrscheinlich auch mit seinen
neuropsychologischen Defiziten intervenieren. Nachdem der Patient bereits zweimal
neuropsychologisch untersucht worden sei, erachtete Dr. G._ eine weitere
neuropsychologische Untersuchung nur als sinnvoll, wenn nach erfolgreicher
psychiatrischer Behandlung weitere Defizite bestehen würden. Hingegen sei eine
otoneurologische Untersuchung im Zentrum für Schwindel und
Gleichgewichtsstörungen des Universitätsspitals Zürich zur genauen Differenzierung
der Schwindelbeschwerden angezeigt. Er beurteilte die Vorschläge im
Beschlussprotokoll der Kostenträgerkonferenz vom 3. September 2012 (act. G 1.9) als
nachvollziehbar und für die Wiedereingliederung nutzbringend und hielt fest, die
Situation am 5. September 2012 eingehend mit dem Patienten besprochen zu haben.
Mit der Unterstützung des Case Managements könne mit einer angepassten Tätigkeit
halbtags begonnen werden. Diese sollte sitzend ausgeübt werden können,
beispielsweise in der Kleinmontage, in einer Umgebung ohne Lärm (act. G 1.3 S. 11 f.).
Die entsprechende Arbeitsfähigkeit betrage ab dem 1. Oktober 2012 50% halbtags,
evtl. mit Pausen. In der angestammten Tätigkeit als Spezialspengler beurteilte Dr. G._
den Kläger als 100% arbeitsunfähig.
5.6.2 Auftragsgemäss nahm der behandelnde Neurologe auch zum neurologischen
Gutachten von Dr. K._ Stellung (act. G 1.3 S. 4 f. und S. 13 f.). Er führte aus,
aufgrund seiner neurologischen Untersuchung und auch von früheren Untersuchungen
sei das sensomotorische Hemisyndrom links diagnostiziert worden. Ähnliche
Beobachtungen, wie Dr. K._ gemacht habe, seien neurologisch nicht aktenkundig.
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Einzelbeobachtungen über das Verhalten des Patienten "in unbeobachtetem Zustand"
seien nicht nachvollziehbar und würden keinen Anspruch erheben, als Befund
qualifiziert zu werden. Grundsätzlich gelange Dr. K._ zur gleichen Diagnostik in der
posterioren Zirkulation, wenn auch über seine Interpretation einer "akuten
hypertensiven Encephalopathie", wobei jedoch der diastolische normale Blutdruck
dagegen spreche. Ferner sei das Gutachten formal von einer weniger guten Qualität,
bei nicht eingehaltener Chronologie der Aktenlage und zahlreichen Schreibfehlern (act.
G 1.3 S. 13).
5.6.3 Dr. G._ ist unbestrittenermassen der Neurologe, der den Kläger zunächst auf
Zuweisung von Dr. H._ (am 8. März 2012 und 18. April 2012) konsiliarisch
untersuchte und anschliessend seine neurologische Behandlung übernahm und seither
seine Neurorehabilitation ärztlich begleitet (vgl. Bericht vom 12. März 2012, act. G 27.6/
F15, sowie Bericht über die eigenen Untersuchungen im Gutachten vom 24. Sep
tember 2012, act. G 1.3 S. 6 ff.). Seinem Gutachten vom 24. September 2012 kann die
Objektivität nicht rundweg abgesprochen werden (vgl. Klageantwort, act. G 10 S. 7
Ziffer 7). Bei diesem Aktenstück handelt es sich gerade nicht um einen reinen
Verlaufsbericht, wie üblicherweise von behandelnden Ärztinnen und Ärzten erstattet,
sondern um einen solchen, der zum neurologischen Sachverhalt im Zeitpunkt der
Abfassung abschliessend Stellung nimmt und daher zur objektiven Beurteilung der
Versicherungsansprüche des Klägers beiträgt (vgl. vorstehende Erwägung 2.4 zweiter
Teil, Regeln zum Beweiswert von Berichten behandelnder Ärztinnen und Ärzte). Das
Gutachten des behandelnden Neurologen ist insbesondere geeignet, das Gutachten
von Dr. K._ fachlich zu würdigen und dessen fehlende Schlüssigkeit hervorzuheben.
Dies ungeachtet dessen, dass das Gericht das Gutachten von Dr. K._ aus sich selbst
heraus für nicht beweiskräftig hält (vorstehende Erwägung 5.2.3). Mit dem Gutachten
von Dr. G._ ist insbesondere die 50%ige Arbeitsunfähigkeit des Klägers in einer
angepassten Tätigkeit dargelegt. Seine diesbezüglichen Ausführungen (Tätigkeit im
Sitzen, z.B. in der Kleinmontage, Umgebung ohne Lärm) stimmen auch weitgehend mit
dem Fähigkeitsprofil von Dr. K._ (act. G 1.11 S. 20) überein.
5.7
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5.7.1 Im Neuro-Otologie-Bericht vom 12. April 2013 über die Untersuchungen des
Klägers vom 29. Oktober 2012 und 3. Dezember 2012 am interdisziplinären Zentrum
für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen des Universitätsspitals Zürich (act.
G 17.1/15) machten Dr. O._ und Dr. P._ keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit des
Klägers bzw. zur allfälligen Einschränkung derselben durch den zentralen Schwindel
und/oder die vestibuläre Migräne. Mit den Ergebnissen der neuro-otologischen
Abklärungen wird jedoch die Beschreibung der angepassten Arbeitstätigkeit durch
Dr. K._ und Dr. G._ bestätigt, insbesondere was die Meidung erdferner Tätigkeiten
und die Einschränkung auf eine reizarme bzw. lärmfreie Arbeitsumgebung betrifft
(Fähigkeitsprofil act. G 1.11 S. 20, G 1.3 S. 11). Zu letzterer hatten die Resultate des
Reinton-Audiogramms vom 3. Dezember 2012 eine mittelgradige sensorineurale
Schwerhörigkeit sowie eine Einschränkung der Fähigkeit, Sprachreize zu differenzieren,
beide linksseitig, ergeben, die bei höheren Lautstärkepegeln zunahm (act. G 17.1/15
S. 2).
5.7.2 Auch im Kurzaustrittsbericht des Spitals J._ vom 17. Januar 2013 über die
Hospitalisation vom 14. bis 17. Januar 2013 (act. G 1.10) finden sich keine Angaben zur
Arbeitsfähigkeit des Klägers. Für jene vier Tage ergibt sich diese aber bereits aus der
Tatsache, dass er stationär behandelt wurde. Dr. G._ beurteilte die kurzzeitige
Bewusstlosigkeit (Synkope) beim Mittagessen am 14. Januar 2013 als Symptomatik im
Rahmen der Basilarismigräne bzw. einer vertebrobasilären Störung und führte in der
Folge die Migräneprophylaxe wieder ein (act. G 3.1, G 5.1).
5.8 Die Arbeit in der Montageabteilung des Zentrums Q._ vom 18. Februar 2013 bis
10. Mai 2013 übte der Kläger effektiv zu 30% aus (2 3/4 Stunden pro Tag), obwohl ihm
ein 50%-Pensum attestiert wurde (act. G 17.1/19 f.). Er musste jeweils eine bis zwei
Zwischenpausen von zirka 5 Minuten einlegen und kam schnell an seine physische
Grenze. Dabei klagte er über Kopfschmerzen und je nach Tätigkeit auch über Schulter-
und Nackenschmerzen. Daraus ergab sich eine Leistungsverminderung bei guter
Arbeitsqualität, handwerklichem Geschick mit sehr guten mechanischen Kenntnissen
und schneller Umsetzung und Ausführung der zugewiesenen Arbeiten (act. G 17.1/20).
5.9
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5.9.1 Am 21. Januar 2013 war der Kläger im Auftrag der Allianz von Dr. R._ gut
achterlich untersucht worden. Im Gutachten vom 15. Mai 2013 (act. G 24.2)
diagnostizierte der Psychiater eine Anpassungsstörung mit gemischter Störung von
Gefühlen und Sozialverhalten (ICD-10 F43.25) und akzentuierte Persönlichkeit mit
vorwiegend narzisstischen Anteilen (act. G 24.2 S. 15). Er wies auf die dringende
Verbesserung der psychiatrischen Medikation hin und empfahl schlafhygienische sowie
sportliche und sonstige aktivierende Massnahmen (act. G 24.2 S. 13, S. 15). Weder in
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit noch für eine Verweistätigkeit stellte der Gutachter
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht fest und ging von
einer Leistung von 100% und einer Präsenzzeit von achteinhalb Stunden aus (act.
G 24.2 S. 14 ff.).
5.9.2 Die Vorakten gab Dr. R._ bis zur Anmeldung einer Erwerbsunfähigkeit bei der
Allianz am 2. Januar 2012 (act. G 24.2 S. 5) im gleichen zeitlichen Durcheinander wie
Dr. K._ (in seinem Gutachten vom 17. April 2012, act. G 1.11) wieder. Er verwendete
dessen Zusammenfassungen wortwörtlich und mit den gleichen Hervorhebungen. Dies
wirft die Frage auf, ob er diese Akten im Original oder nur in der subjektiv gefärbten
Zusammenfassung des Neurologen gelesen hatte. Zusätzlich resümierte der Psychiater
das Gutachten des Neurologen unter dem Untersuchungsdatum vom 12. März 2012
(statt unter dem Erstellungsdatum vom 17. April 2012; act. G 1.11 S. 22) und fasste den
Bericht von Dr. H._ vom 22. (richtig: 24.) April 2012 sowie das psychiatrische
Gutachten von Dr. L._ vom 25. Juli 2012 zusammen (act. G 24.2 S. 5 f.). Den
Austrittsbericht der Klinik Valens vom 2. Dezember 2011 (act. G 27.6/F10) erwähnte
Dr. R._ in der Zusammenfassung der Vorakten nicht, sondern fügte erst unter dem
Titel Medizinische Anamnese nicht gekennzeichnete Zitate daraus ein (act. G 24.2
S. 8). Vier Tage vor der gutachterlichen Untersuchung (vom 21. Januar 2013) war der
Kläger aus der stationären Behandlung im Spital J._ entlassen worden, wo er nach
der Synkope vom 14. Januar 2013 eingeliefert worden war. Den entsprechenden
Kurzaustrittsbericht vom 17. Januar 2013 (act. G 1.10) brachte er zur gutachterlichen
Untersuchung mit. Dieser wird ebenfalls lediglich unter dem Titel Medizinische
Anamnese zusammengefasst (act. G 24.2 S. 9). Dort findet sich auch ein Hinweis auf
die Erhebungen vom 3. Dezember 2012 am interdisziplinären Zentrum für Schwindel
des Universitätsspitals Zürich, ohne dass klar wird, woraus der Psychiater zitierte.
Gänzlich unerwähnt blieben der Bericht von Dr. G._ vom 12. März 2012 (act. G 27.6/
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F15) und sein Gutachten vom 24. September 2012 (act. G 1.3) sowie der Bericht von
Dr. N._ vom 25. Juni 2012 (act. G 1.13), obwohl allesamt vor der Beauftragung von
Dr. R._, die offenbar am 14. November 2012 erfolgt war (act. G 24.2 S. 1), erstellt
worden waren. Weiter monierte der Psychiater Angaben von Dr. H._ über die
eingenommenen Medikamente, übersah dabei jedoch, dass sie im Bericht vom
24. April 2012 die aktuelle psychiatrische Medikation (mit 20 mg Citalopram und 10 mg
Surmontil-Tropfen als schlafanstossendes Antidepressivum) zu Beginn ihrer
psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung wiedergab und dabei aus
naheliegenden Gründen noch nicht über die gesamte Medikation zirka neun Monate
später berichten konnte. Trotz des monierten Fehlens der entsprechenden Angaben
wurden vor der psychiatrischen Begutachtung weder bei der behandelnden
Psychiaterin Dr. H._ noch beim behandelnden Neurologen Dr. G._ oder durch
Dr. R._ selbst aktuelle Berichte eingeholt oder einschlägige Nachfragen getätigt. Bei
dieser Ausgangslage muss dem Gutachter die (umfassende) Kenntnis der Vorakten
abgesprochen werden und mangelt es daher an einem wesentlichen Element für den
Beweiswert seines Gutachtens (vgl. vorstehende Erwägung 2.4). Da der Explorand
zusätzlich zu den neuropsychologischen Erhebungen in der Klinik Valens (vgl.
Austrittsbericht vom 2. Dezember 2011, act. G 27.6/F10) und den testpsychologischen
Untersuchungen durch Dr. L._ vom 8. Juni 2012 (vgl. Gutachten vom 25. Juni 2012,
act. G 27.6/F22) mit ähnlichen Ergebnissen am 19. und 22. Juni 2012 von Dr. N._
auch neuropsychologisch untersucht worden war (Bericht vom 25. Juni 2012, act.
G 1.13), hätte sich Dr. R._ in seinem Gutachten auch vertieft mit den damaligen
Untersuchungsergebnissen auseinandersetzen und allenfalls einzelne Tests
wiederholen müssen. Dies ist nicht geschehen, weshalb es seinem Gutachten auch
unter diesem Aspekt an Beweiskraft mangelt.
5.10
5.10.1 Die Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit per 1. Januar 2013 in einer
leidensangepassten Tätigkeit ist damit nicht durch beweiskräftige ärztliche Gutachten
oder Berichte erstellt. Auch die konkrete Arbeitserprobung im Zentrum Q._ (vgl.
vorstehende Erwägung 5.8) spricht gegen dieselbe im von der Beklagten
angenommenen Zeitpunkt. Daher ist darüber hinaus von einer auf 50% reduzierten
Arbeitsfähigkeit des Klägers auszugehen, analog zu den Einträgen von Dr. H._ in der
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Krankenkarte vom 8. Januar, 14. Februar und 8. März 2013 (act. G 17.1/16) sowie
ihrem Attest vom 20. Mai 2013 (act. G 17.1/18). Da der Kläger ein Taggeld von 50%
über die Einstellung per 31. Dezember 2012 hinaus einklagt, ist das Zeugnis seines
neuen Hausarztes, Dr. med. U._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, vom 2. April
2013 insofern unbeachtlich, als es mit 70% eine 50% übersteigende Arbeitsunfähigkeit
attestiert (act. G 17.1/17). Dabei kann offen gelassen werden, ob der neue Hausarzt -
auch mit der Beschränkung auf höchstens leichtere Arbeiten, bevorzugt im Sitzen - die
faktischen Erkenntnisse aus der damals laufenden Arbeitserprobung im Zentrum Q._
wiedergab (vgl. Erwägung 5.8) oder sich von diesbezüglichen Wunschvorstellungen
des Klägers leiten liess.Die Beklagte beschränkt die Leistungsdauer pro Krankheitsfall
in ihren AVB auf 730 Tage wobei die in der Police vereinbarte Wartefrist an die
Leistungsdauer angerechnet wird (Art. 9 Abs. C). Tage an welchen ein reduziertes
Taggeld ausbezahlt wird, zählen dabei als volle Tage. Der Kläger erkrankte am
3. August 2011. Der Zeitraum von 730 Tagen begann damals und die Leistungspflicht
der Beklagten war nach den angeführten AVB am 1. August 2013 erschöpft. Da er
während der ganzen Zeit zu mindestens 25% arbeitsunfähig war und für diese Zeit
Arbeitsunfähigkeits-Atteste vorliegen bzw. nicht beweiskräftig nachgewiesen ist, dass
seine Arbeitsfähigkeit vom 1. Januar 2013 bis und mit 1. August 2013 50% überstieg,
besteht für diesen Zeitraum eine weitere Leistungspflicht der Beklagten für
Krankentaggelder zu 50%.
6.
6.1 Die Beklagte macht weiter geltend, die Arbeitsunfähigkeit des Klägers sei aus
objektiver Sicht überwindbar, und verweist dazu auf die sogenannte
Überwindbarkeitspraxis nach Art. 7 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1; Klageantwort S. 11 Ziffer 4).
6.2
6.2.1 Die AVB der Beklagten zur Kollektiv-Krankentaggeldversicherung (act. G 10.2/2)
enthalten keine Definition des Begriffs Arbeitsunfähigkeit. Sie regeln in Art. 6 als
Gegenstand der Versicherung die wirtschaftlichen Folgen von Krankheit und Geburt
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(Abs. A). Versicherbar sind (neben einem Geburtengeld) ein Taggeld bei
vorübergehender krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit (Abs. B Ziff. 1).
6.2.2 Art. 6 ATSG enthält die im Sozialversicherungsrecht geltende Legaldefinition
der Arbeitsunfähigkeit. Das Gesetz umschreibt sie als volle oder teilweise Unfähigkeit,
im bisherigen Beruf (oder Aufgabenbereich) zumutbare Arbeit zu leisten, die durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingt ist.
Bei langer Dauer wird nach dem zweiten Satz von Art. 6 ATSG auch die zumutbare
Tätigkeit in einem anderen Beruf (oder Aufgabenbereich) berücksichtigt. Diese
Umschreibung kann ohne Weiteres auch im Bereich der Krankentaggeld-Versicherung
durch die Beklagte verwendet werden; geht sie doch ebenfalls von den
vorübergehenden Folgen einer Krankheit aus (vgl. auch Ueli Kieser, ATSG-Kommentar,
2. Aufl. Zürich 2009, N 17 ff. zu Art. 6).
6.2.3 Erwerbsunfähigkeit nach der Legaldefinition von Art. 7 ATSG mit der gesetz
lichen Regelung der Überwindbarkeitspraxis in Abs. 2 ist demgegenüber auf die lang
fristigen wirtschaftlichen Folgen der Arbeitsunfähigkeit in Form einer Invalidität
ausgerichtet und findet - wie die Überwindbarkeits-Rechtsprechung gemäss BGE 130
V 352 und jüngeren einschlägigen Entscheiden - zur Arbeitsunfähigkeit keine
Anwendung. Bezüglich Taggeldanspruchs aus der obligatorischen Unfallversicherung
entschied dies die I. sozialrechtliche Abteilung des Bundesgerichts am 1. Juni 2011
ausdrücklich mit BGE 137 V 199. Das von der Beklagten in diesem Zusammenhang
zitierte Urteil der I. zivilrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts vom 24. März 2011,
4A_5/2011, muss demgegenüber in Übereinstimmung mit der Lehre als Fehlurteil
bezeichnet werden. Die Überwindbarkeitsfrage stellt sich laut der Kritik von Markus
Zimmermann am genannten Urteil (4A_5/2011; "Somatoforme Schmerzstörung in der
Privatversicherung", in: HAVE 2011 S. 259 ff., besonders S. 260), und - zugeschnitten
auf die obligatorische Unfallversicherung - laut dem Aufsatz von Markus Hüsler ("BGE
136 V 279: Auswirkungen auf die Unfallversicherung", in: HAVE 2011 S. 59 ff.,
besonders S. 63) ausschliesslich im Zusammenhang mit langfristigen Ersatzleistungen
bei einer Erwerbsunfähigkeit, mithin zum Anspruch auf eine Invalidenrente. Sie ist
daher nicht auf vorübergehende bzw. zum vornherein begrenzte Leistungen aus einer
Krankentaggeld-Versicherung nach VVG zugeschnitten. Kaspar Saner und Kaspar
Gehring legten in ihrem Artikel "Überwindbarkeitsrechtsprechung zur
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Sozialversicherung - ein Irrläufer im Haftpflichtrecht" (AJP 6/2012 S. 815, mit
Hinweisen) überzeugend dar, dass diese Gerichtspraxis, geschaffen in der Hochblüte
der Sparbemühungen der Invalidenversicherung, bereits in der Sozialversicherung
einen mässig geeigneten Notbehelf darstellt, aber nicht geeignet ist, auf andere
Rechtsgebiete übertragen zu werden, insbesondere nicht auf das Haftpflichtrecht. Im
Artikel "Sozialversicherungsrechtlicher Spardruck und privates
Versicherungsrecht" (HAVE 2014 S. 270 ff.) verweist Kaspar Gehring zusätzlich darauf,
dass die sozialversicherungsrechtliche Rechtsprechung zur Überwindbarkeit schon
deshalb nicht auf privatrechtliche (Krankentaggeld-)Versicherungsverhältnisse
übertragen werden könne, weil sich deren relevanter Vertragsinhalt nach dem VVG und
den AVB richte. Die Überwindbarkeitsrechtsprechung könne auf das einzelne
Versicherungsverhältnis daher nur Anwendung finden, wenn sie in klarem Wortlaut in
den Versicherungsvertrag aufgenommen worden sei (HAVE 2014 S. 273). Dies ist im
Krankentaggeld-Versicherungsvertrag der ehemaligen Arbeitgeberin des Klägers mit
der Beklagten jedenfalls nicht der Fall.
6.2.4 Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hielt bereits im Urteil vom
24. Februar 2012, KV-Z 2011/2, E. 4.2 am Ende, fest, die Überwindbarkeitsfrage stelle
sich im Zusammenhang mit Taggeldleistungen nicht. Diese Position bestätigte es im
Urteil vom 9. Juli 2014, KV-Z 2013/1, E. 4.2.2. Die I. zivilrechtliche Abteilung des
Bundesgerichts liess demgegenüber im Urteil vom 20. August 2012, 4A_223/2012
(Nichteintretens-Entscheid auf die Beschwerde gegen das Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Februar 2012, KV-Z 2011/2), die
Frage offen, ob die sozialversicherungsrechtliche Rechtsprechung zur Überwindbarkeit
einer somatoformen Schmerzstörung auch für Krankentaggeld-Ansprüche nach VVG
anwendbar ist (vgl. auch HAVE 2012 S. 445), und tat dies auch im Urteil vom
27. August 2013, 4A_109/2013 (vgl. auch HAVE 2013 S. 341 sowie Gehring, a.a.O.,
HAVE 2014 S. 273).
6.3 Zusammenfassend kann sich die Beklagte nicht auf eine allfällige Überwindbarkeit
der Arbeitsunfähigkeit berufen und sind lediglich beweiskräftige ärztliche Atteste
derselben massgebend für die Frage, ob die Taggeldversicherung bei einer
krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit leistungspflichtig ist.
7.
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7.1 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Klage vom 18. Februar 2013
gutzuheissen und die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger vom 1. Januar 2013 bis und
mit 1. August 2013 (213 Tage) Krankentaggelder von 50%, entsprechend Fr. 82.08 (vgl.
E. 1.3), insgesamt gerundet folglich Fr. 17'483.05, zu bezahlen.
7.2 Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei
auferlegt. Prozesskosten sind gemäss Art. 95 Abs. 1 ZPO die Gerichtskosten (lit. a) und
die Parteientschädigung (lit. b).
7.2.1 erichtskosten sind gemäss Art. 114 lit. e ZPO keine aufzuerlegen.
7.2.2 Der obsiegende, anwaltlich vertretene Kläger hat eine Parteientschädigung
beantragt. Die Parteientschädigung spricht das Gericht nach den kantonalen Tarifen zu
(Art. 105 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 96 ZPO). Das mittlere Honorar im Zivilprozess
beträgt nach Art. 14 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten
(HonO; sGS 963.75) Fr. 1'230.-- bei einem Streitwert von Fr. 5'000.-- bis Fr. 20'000.--,
wobei 15,4% des Streitwerts hinzuzuzählen sind. Der Streitwert beläuft sich gerundet
auf Fr. 17'483.05 (vgl. E. 1.3), sodass sich ein ungekürztes mittleres Honorar von
Fr. 3'922.40 ergibt (Fr. 1'230.-- plus 15,4% von Fr. 17'483.05). Da das
Versicherungsgericht in Streitigkeiten betreffend eine Zusatzversicherung zur sozialen
Krankenversicherung anstelle des Kantonsgerichts als erste Instanz im Sinne von
Art. 15 HonO entscheidet, ist die Parteientschädigung um einen Fünftel zu erhöhen,
womit sich ein Betrag von Fr. 4'706.90 ergibt. Da das vorliegende Verfahren in
rechtlicher Hinsicht nicht als schwierig zu beurteilen ist, ist die Herabsetzung des so
ermittelten mittleren Honorars in Anwendung von Art. 17 HonO um einen Viertel
gerechtfertigt. Es resultiert ein mittleres Honorar von Fr. 3'530.20. Gemäss
Art. 28 Abs. 1 HonO besteht Anspruch auf den pauschalen Ersatz für Barauslagen
von 4% des Honorars, höchstens Fr. 1'000.--. Beim Honorar von Fr. 3'530.20 beträgt
dieser Fr. 141.20. Die Mehrwertsteuer von 8% wird zum Honorar und zu den
Barauslagen hinzugerechnet (Art. 29 HonO) und beträgt vorliegend gerundet
Fr. 293.75. Die bewilligte unentgeltliche Rechtsverbeiständung wird bei diesem
Verfahrensausgang gegenstandslos.
bis
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 14 der
sankt-gallischen Verordnung über die Organisation und den Geschäftsgang des Ver
sicherungsgerichts (Org V; sGS 941.114)