Decision ID: 00fb33be-7c47-4cc0-b377-90b25b011b19
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1981
,
gelernte Verkäuferin,
war
seit
April 2014
als
Laser
Etch
Operator
für die
Y._
tätig
(
vgl.
Urk.
4 S.
2 oben; Urk. 9/5
)
.
Unter Hinweis auf
eine Herzoperation
meldete sich
die Versicherte
am
1
2.
September 2017
bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (Urk.
9/2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisc
he und erwerbliche Situation ab und
zog Akten der
Krankentag
geldversicherung
bei (
Urk.
9/13
).
Sie gewährte der Versicherten eine Frühinter
ventionsmassnahme in Form von Arbeitsvermittlung (
Urk.
9/20), Kostengutspra
che für einen Arbeitsversuch (
O._
,
Urk.
9/36) und
Kostengut
sprache für ein Arbeitstraining im geschützten Rahmen (
Z._
-s
tiftung,
Urk.
9/54)
. Des Weiteren gewährte die IV-Stelle der Versicherten Kostengutsprache für einen Coaching Arbeitsversuch (
A._
,
Urk.
9/63). Dieser Arbeitsversuch kam indessen nicht zustande, da
er seitens des Arbeitgebers kurzfristig abgesagt wurde (vgl.
Urk.
9/67 S. 2). In der Folge hielt die IV-Stelle mit Mitteilung vom 1
4.
Januar 2019 (
Urk.
9/68) fest, dass die Arbeitsvermittlung abgeschlossen sei; die Mass
nahmen für die berufliche Eingliederung seitens der IV seien vollumfänglich aus
geschöpft worden.
Nachdem die Versicherte eine beschwerdefähige Verfügung verlangt hatte (
Urk.
9/71),
verfügte die IV-Stelle
a
m 2
7.
Februar 2019 den Ab
schluss der Arbeitsvermittlung (Abbruch des Coachings;
Urk.
9/
76
=
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
2
8.
März 2019
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 2
7.
Februar 2019 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien sei
tens der IV-Stelle ergänzende Abklärungen vorzunehmen (
Urk.
1 S. 1). Mit Be
schwerdeergänzung vom 1
1.
April 2019 (
Urk.
4) beantragte die nunmehr vertre
tene Versicherte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gewäh
rung weiterer beruflicher Massnahmen
(S. 1 unten).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
8.
Mai 2019
(
Urk.
8
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
1
2.
Juni 2019
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
11
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
An
spruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige be
rufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die beruflichen Massnah
men zu Recht abgeschlossen hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) fest, dass wei
tere berufliche Massnahmen nicht möglich seien. Die Beschwerdeführerin habe seit Januar 2018 eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von mindestens 50 % bis 60 % stabil erreichen können. Eine weitere Steigerung sei bisher nicht möglich gewesen. Daher sei nun eine Rente zu prüfen. Die Bewerbungsunterlagen seien komplett, für die vorhandene Arbeitsfähigkeit könne die Beschwerdeführerin selbständig eine ihrer gesundheitlichen Situation angepasste Stelle suchen. Die Unterstützung
des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums
(
RAV
)
könne sie ebenfalls in Anspruch nehmen
(S. 2 oben).
In der Beschwerdeantwort (
Urk.
8) führte die Beschwerdegegnerin aus, dass der Abbruch des Arbeitsversuchs nicht der Beschwerdeführerin angelastet werden dürfe. Dies ändere aber nichts an der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin die vereinbarte Präsenzzeit während der vorherigen Massnahme nicht erreicht habe respektive die Arbeits- und Leistungsfähigkeit bei 55 % stagniert
habe
(S. 1 unten). Über die gesamte Zeitdauer der unterstützenden Massnahmen (Januar 2018 bis Januar 2019) habe lediglich eine Steigerung der Arbeitsleistung von 5 % erfolgen können. Die Unterstützungsmassnahmen erwiesen sich als ausgeschöpft (S. 2 oben).
2.3
Die Beschwerdeführerin
machte in ihrer Beschwerde
(
Urk.
1) geltend,
dass die Eingliederungsbemühungen von Seiten des Arbeitgebers gescheitert seien. Wei
tere unterstützende Massnahmen seien ihr nicht mehr gewährt worden, obwohl sie nach wie vor aus gesundheitlichen Gründen nur Teilzeit arbeitsfähig sei (S. 2 oben).
Mit Beschwerdeergänzung (
Urk.
4) führte sie aus,
dass statt eines
Vorbescheid
verfahrens
eine Mitteilung erlassen worden sei, obwohl sie ausdrücklich weitere Bemühungen der Beschwe
rdegegnerin gewünscht hatte (S.
3 Mitte). Die in Aus
sicht gestellte Rentenprüfung sei verfrüht, denn es sei ihr ein grosses Anliegen, trotz ihres Herzleidens wieder beruflich eingegliedert zu werden (S. 3 f.). Auch wenn die Steigerung der Leistungsfähigkeit langsamer als erhofft erfolgt sei, sei ein weiterer Arbeitsversuch als sinnvoll erachtet worden. Daran ändere eine ein
seitige Absage von Seiten des Einsatzortes nichts (S. 4 Mitte). Aufgrund der schweren gesundheitlichen Herzerkrankung mit dauerhaft eingeschränkter Ar
beitsfähigkeit sei sie auf spezialisierte Unterstützung der IV-Berufsberatung mit dem Ziel einer Festanstellung in der freien Wirtschaft angewiesen (S. 4 unten).
3.
3.1
Nach Art. 57a IVG teilt die IV-Stelle der versicherten Person den vorgesehenen Endentscheid über ein Leistungsbegehren oder den Entzug oder die Herabsetzung einer bisher gewährten Leistung mittels Vorbescheid mit. Die versicherte Person hat Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 42 ATSG.
Gegenstand des Vorbescheids sind Fragen, die gemäss Art. 57 Abs. 1
lit
. c-f IVG in den Aufgabenbereich der IV-Stellen fallen (Art. 73
bis
Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV).
Demnach obliegt den IV-Stellen insbesondere (Art. 57 Abs. 1 IVG):
-
die Abklärung der versicherungsmässigen Voraussetzungen (
lit
. c);
-
die Abklärung der Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person, die Berufsberatung und die Arbeitsvermittlung (
lit
. d);
-
die Bestimmung und Überwachung der Eingliederungsmassnahmen sowie die notwendige Begleitung der versicherten Person während der Massnah
men (
lit
. e);
-
die Bemessung der Invalidität, der Hilflosigkeit und der von der versi
cher
ten Person benötigten Hilfeleistungen (
lit
. f).
Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
entscheidet die IV-Stelle mittels Verfügung, wobei sie sich darin mit den relevanten Einwänden der Par
teien aus
einanderzusetzen hat (Art. 74 Abs. 1 und 2 IVV).
Verfügungen der kantonalen IV-Stellen sind direkt beim Versicherungsgericht am Ort der IV
Stelle anfechtbar (Art. 69 Abs. 1
lit
. a IVG).
3.2
Gemäss
Art.
29
Abs.
2
der Bundesverfassung (BV) sowie
Art.
42 ATSG
haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwir
kungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweis
anträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).
3.3
Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des rechtli
chen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Es kommt mit anderen Wor
ten nicht darauf an, ob die Anhörung im konkreten Fall für den Ausgang der materi
el
len Streitentscheidung von Bedeutung ist, das heisst die Behörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE 132 V 387 E. 5.1; 127 V 431 E. 3d/
aa
).
3.4
Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin vor Erlass der angefochtenen Verfügung vom 27. Februar 2019 (Urk. 2) kein
Vor
bescheidverfahren
durchgeführt hat. D
er Mitteilung der Beschwerdegegnerin vom
1
4.
Januar 2019
(Urk.
9/68
)
betreffend Abschluss
der beruflichen Massnahmen
ist
zu entnehmen, dass die Möglichkeit besteh
e
, schriftlich eine beschwerdefähige Verfügung zu ver
langen, wobei
das Gesuch kurz zu begründen
sei
(S.
2 oben
).
Dieses Vorgehen der Beschwerdegegnerin widerspricht aus formaler Sicht der ge
setzlichen Regelung des
Vorbescheidverfahrens
(vgl. vorstehend E.
3.1
).
Gemäss
Art. 74
ter
lit
. b IVV kann zwar das Verfahren betreffend berufliche
Massnahmen
mit einer formlosen Mitteilung und unter Hinweis darauf, dass eine anfechtbare Verfügung verlangt werden kann (Art. 74
quater
IVV), abgeschlossen werden. Doch steht dieses der Verfahrensökonomie dienende vereinfachte Verfahren unter dem Vorbehalt, dass die Anspruchsvoraussetzungen offen
sichtlich erfüllt sind bezie
hungsweise dass den Begehren der versicherten Person vollumfänglich entspro
chen wird (Art. 74
ter
Abs. 1 IVV). Mithin rechtfertigt sich eine formlose Mitteilung nur, wenn die Versicherten damit aller Voraussicht nach vollständig einverstan
den sind.
Mit Eingabe vom 1
1.
Februar 2019 (
Urk.
9/71), mit welcher sie eine beschwerde
fähige Verfügung verlangte, machte die Beschwerdeführerin deutlich, dass sie
mit dem Abschluss der beruflichen Massnahmen nicht einverstanden sei.
Spätestens mit dieser Eingabe
war klar, dass die Beschwerdegegnerin dem Begehren der Be
schwerdef
ührerin nicht entsprochen hatte
. In dieser Situation hätte die Beschwer
degegnerin zur Wahrung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin vor Er
lass der Verfügung das
Vorbescheidverfahren
durchführen
müssen
.
3.5
Da es sich beim
hier verfügten
Abschluss der beruflichen Eingliederung
fraglos um einen erheblichen Eingriff in die Rechtsstellung de
r Beschwerdeführerin
han
delt, stellt der Erlass der Verfügung ohne vorherige Anhörung eine schwerwie
gende Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Die Sache ist daher zur Gehörsge
währung (in Form des Vorbescheides) an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Be
schwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
4.
4.1
In materieller Hinsicht ist d
em
Zwischenbericht
der
Z._
-stiftung vom
1
1.
Septem
ber 2018
(
Urk.
9/58)
zu entnehmen, dass die Weiterführung des Arbeitstrainings im geschützten Rahmen empfohlen werde. D
er Fokus liege auf der Suche nach einem Arbeitstraining im ersten Arbeitsmarkt sowie der Anwendung von Com
puterkenntnissen im Rahmen von ECDL.
Aus dem Eintrag im Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung (
Urk.
9/69) vom 1
3.
Dezember
2018
ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin eine stabile 55%ige Anwesenheit
und Arbeitsleistung erreicht habe.
Sie arbeite gewissenhaft, kon
zentriert und zuverlässig. Leichte
administrative Tätigkeiten wie Empfang, Tele
fon und leichter Schriftverkehr nach Vorlage seien realistisch. Eine weitere Stei
gerung halte die Beschwerdeführerin subjektiv in kleinen Schritten weiterhin für möglich. Ihr Ziel sei es, eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 60 % bis 80 % zu erreichen (S. 20 unten). Sie möchte die Chance bei
A._
gerne nutzen, um ihre Arbeitsleistung weiter aufzubauen.
Des Weiteren wurde festgehalten, dass
die Beschwerdeführerin darüber informiert sei, dass
bei Abbruch des Arbeits
versuchs eine Anmeldung beim RAV erfolgen müsse und keine weiteren IV-Eingliederungsmassnahmen angeboten werden könnten (S. 21 oben).
Im Abschlussbericht der
Z._
-stiftung vom 1
7.
Dezember 2018 (
Urk.
9/62) wurde als «notwendige Massnahmen, um die Integration in den ersten Arbeitsmarkt zu erreichen» ein Arbeitstraining im ersten Arbeitsmarkt genannt
. Mit dieser Mass
nahme werde im Rahmen einer 60%igen Präsenz von einer Steigerung der Leis
tungsfähigkeit von 80 % auf 100
% ausgegangen
(S. 2 Mitte).
Mit Mitteilung vom 2
7.
Dezember 2018 (
Urk.
9/63) hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass die Beschwerdeführerin einen Coaching Arbeitsversuch bei
A._
absolvieren könne, damit sie ihre Belastbarkeit und Arbeitsfähigkeit in be
ruflicher Hinsicht weiter aufbauen könne.
Nach dem Gesagten wurde ein Arbeitstraining der Beschwerdeführerin im ersten Arbeitsmarkt von der
Z._
-stiftung empfohlen und von der Beschwerdegegnerin gutgeheissen.
4.2
Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort
selber und
zu Recht fest
hielt (
Urk.
8 S. 1 unten), ist
«
der
Abbruch
»
des Coaching Arbeitsversuchs
nicht de
r Beschwerdeführerin anzulasten
.
Angesichts dessen
ist nicht ersichtlich,
aus welchem Grund
die Beschwerdegegnerin nach der Absage durch den Arbeitgeber
A._
auf ihre Beurteilung
zurückgekommen ist.
So stand d
ie von der Beschwerdegegnerin geltend gemachte Tatsache, dass die Beschwerdeführerin die vereinbarte Präsenzzeit während der vorherigen Massnahme nicht erreicht habe respektive die Arbeits- und Leistungsfähigkeit bei 55 % stagniert
habe
,
dem
Ar
beitsversuch bei
A._
nicht entgegen.
Weshalb nun kein Arbeitsversuch mehr möglich sein soll
te
, ist nicht ersichtlich.
Soweit die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin
vorgängig
darüber infor
miert habe, dass bei Abbruch des Arbeitsversuchs eine Anmeldung beim RAV erfolgen müsse und keine weiteren IV-Eingliederungsmassnahmen angeboten werden könnten (
Urk.
9/69 S. 21 oben), ist festzuhalten, dass
es sich vorliegend nicht um einen
Abbruch des Arbeitsversuchs
handel
t. Vielmehr konnte die Be
schwerdeführerin aufgrund der kurzfristigen Absage durch den Arbeitgeber gar nicht erst mit dem Arbeitsversuch beginnen.
4.3
Vor diesem Hintergrund rechtfertigt sich auch aus materieller Sicht eine Rück
weisung an die Beschwerdegegnerin
, dies
zur Gewährung weiterer beruflicher Massnahmen.
5.
5.1
Die Gerichtskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr. 6
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin
aufzu
-
erlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Die Prozessentschädigung wird vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungs
gericht). Beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220
.-- (zuzüglich Mehr
wertsteuer) ist vorliegend eine Entschädigung von
Fr.
1‘
7
00
.-- (inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) angemessen, welche entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen ist.