Decision ID: 527c7dec-de8b-419d-8382-a487c338984b
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
betreffend
einfache Körperverletzung etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Pfäffikon, Einzelgericht, vom 3. April 2012 (GG120002)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 4. Januar 2012 ist
diesem Urteil beigeheftet (Urk. 53).
Urteil der Vorinstanz (Urk. 101 S. 37 f.):
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig.
2. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf
- der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, sowie
- der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB.
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 1'800.–.
4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an
deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 18 Tagen.
5. Der Privatkläger wird mit seinem Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren auf den Weg
des Zivilprozesses verwiesen.
6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 2'400.–. Über die weiteren Kosten wird die
Gerichtskasse Rechnung stellen. Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils
verzichtet, so reduziert sich die Gerichtsgebühr um einen Drittel.
7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten
zu einem Drittel auferlegt, im Übrigen auf die Staatskasse genommen.
8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Geschädigten für das gesamte Verfahren eine
Prozessentschädigung von Fr. 1'000.– zu bezahlen.
9. (Mitteilungen)
10. (Rechtsmittel)."
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Berufungsanträge:
a) Des Beschuldigten:
(sinngemäss; Urk. 121 S. 3 ff.)
Freispruch
b) Der Staatsanwaltschaft:
Keine Anträge
c) Des Vertreters der Privatklägerschaft B._:
(Urk. 122 S. 1 f.)
1. Der Beschuldigte sei der einfachen Körperverletzung im Sinne
von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen;
2. Der Beschuldigte sei der mehrfachen Drohung im Sinne von
Art. 180 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen;
3. Es sei der Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger
CHF 974.30 zuzüglich Zins zu 5% seit dem 3. Januar 2010,
CHF 2'590.85 zzgl. Zins zu 5% seit dem 11. Dezember 2012,
CHF 802.10 zzgl. Zins zu 5% seit dem 23. Januar 2012 sowie
Fr. 2'160 und CHF 3'110.15 Schadenersatz zu bezahlen.
4. Es sei weiter festzustellen, dass der Beschuldigte dem Privat-
kläger gegenüber für den ihm zugefügten Schaden dem Grund-
satz nach (inkl. allfälliger zukünftiger Therapiekosten) unter
solidarischer Haftung vollumfänglich schadenersatzpflichtig ist;
zur genauen Feststellung des Umfangs des weiteren Schaden-
ersatzanspruches sei der Privatkläger auf den Weg des Zivil-
prozesses zu verweisen;
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5. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger eine
Genugtuung von CHF 4'000 zzgl. Zins zu 5% seit 11. April 2009
zu bezahlen;
6. Die Kosten der Untersuchung, des Gerichtsverfahrens sowie der
Vertretung der Privatklägerschaft seien dem Beschuldigten auf-
zuerlegen.

Considerations:
Erwägungen:
1. Prozessgeschichte
1.1. Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 3. April 2012 (versandt am
7. Februar 2013) wurde der Beschuldigte der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126
Abs. 1 StGB schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 1'800.– bestraft
(unter gleichzeitiger Anordnung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 18 Tagen). Vom
Vorwurf der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
sowie der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB wurde er frei-
gesprochen. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens
wurden dem Beschuldigten zu einem Drittel auferlegt, im Übrigen auf die Staats-
kasse genommen.
1.2. Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte am 13. April 2012 frist-
gerecht Berufung an (Urk. 84), unterliess es jedoch in der Folge, eine Berufungs-
erklärung einzureichen, worauf auf die Berufung mit Beschluss vom 11. April 2013
nicht eingetreten wurde (Urk. 106).
Der Vertreter des Privatklägers meldete am 13. April 2012 fristgerecht Berufung
an (Urk. 86), reichte die Berufungserklärung am 27. Februar 2013 ein (Urk. 102)
und ersuchte am 12. April 2013 um unentgeltliche Rechtspflege / Rechts-
vertretung zur Durchsetzung der Zivilansprüche (Urk. 108). Dieses Gesuch wurde
mit Präsidialverfügung vom 14. Mai 2013 abgewiesen (Urk. 114).
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Die Staatsanwaltschaft erklärte am 22. April 2013 auf eine Anschlussberufung
sowie auf eine weitere aktive Beteiligung am Verfahren zu verzichten (Urk. 111).
1.3. In der Folge wurde auf den 22. August 2013 zur Berufungsverhandlung
vorgeladen (Urk. 116). Das vorliegende Urteil erging im Anschluss an die
Berufungsverhandlung und wurde im Dispositiv schriftlich eröffnet, nachdem die
Parteien auf eine mündliche Eröffnung und Erläuterung verzichtet hatten (Prot. II
S. 26).
2. Umfang der Berufung
Die Berufung des Privatklägers richtet sich gegen die Dispositivziffern 1, 2 und 5
des vorinstanzlichen Urteils. Die Dispositivziffern 3, 4 und 7 gelten damit zufolge
Konnexes als indirekt mitangefochten, während die Dispositivziffern 6 und 8 in
Rechtskraft erwachsen sind (vgl. auch Prot. II S. 11 ff.).
3. Sachverhalt
3.1. Die Vorinstanz hat den Anklagevorwurf korrekt zusammengefasst
(Urk. 101 S. 4 f.). Darauf kann zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen
werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).
3.2. Die Aussagen der beteiligten Personen wurden von der Vorinstanz zutref-
fend wiedergegeben und korrekt gewürdigt. Grundsätzlich kann daher auf die
diesbezüglichen Ausführungen und Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid
verwiesen werden, welche vollumfänglich zu bestätigen sind (Urk. 101 S. 5 ff.;
Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nachfolgenden Ausführungen erfolgen lediglich zur Ver-
deutlichung und Präzisierung.
3.3. Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte sich der Beschuldigte wie
bereits in der Untersuchung und vor Vorinstanz auf den Standpunkt, den Privat-
kläger weder bedroht noch – mit Ausnahme eines Stupsens bzw. Stossens mit
dem Eishockeystock – körperlich angegriffen zu haben. Er führte zusammen-
gefasst aus, er habe den Privatkläger beim ersten Vorfall vor einer Lichtsignal-
anlage in C._ zur Rede stellen wollen. Er habe ihn fragen wollen, weshalb er
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die Lichthupe betätigt habe. Der Privatkläger habe ihn aufgefordert wegzugehen
und ihm dann von hinten an den Kopf gespuckt. In der Folge sei er zum Fahrzeug
des Privatklägers zurückgegangen und habe mit der offenen Hand an die Scheibe
auf der Fahrerseite geklopft. Er habe den Privatkläger gefragt, weshalb er ihn an-
gespuckt habe. An das Fahrzeug getreten oder geschlagen habe er nicht. Er
habe den Privatkläger auch nicht aufgefordert, aus dem Fahrzeug zu steigen.
Beim zweiten Zusammentreffen habe er den Privatkläger wegen der Spuck-
attacke und des erneuten Blendens zur Rede stellen wollen. Als der Privatkläger
aus dem Fahrzeug ausgestiegen sei, habe er ihn gefragt, weshalb er ihn ange-
spuckt habe, und ihn mit dem Hockeystock ans Bein gestupst bzw. gestossen. Es
habe sich dabei nicht um einen starken Schlag gehandelt. Er habe weder mit den
Fäusten auf den Privatkläger eingeschlagen noch diesem Fusstritte versetzt bzw.
ihn mit dem Knie traktiert. Der Privatkläger sei von ihm auch nicht bedroht worden
(Urk. 121 S. 3 ff.).
3.4. Die vom Beschuldigten geltend gemachte Version der Ereignisse stimmt in
den wesentlichen Punkten mit den Aussagen des Mitbeschuldigten D._ und
den Schilderungen der Zeuginnen E._ und F._ sowie der von der Polizei
als Auskunftsperson befragten G._ überein. Dabei darf zwar nicht ausser
Acht gelassen werden, dass die beiden Beschuldigten im Zeitpunkt des Vorfalls,
welcher Gegenstand der Anklage bildet, in einer freundschaftlichen Beziehung zu
den als Zeugen bzw. Auskunftsperson befragten Personen standen, weshalb die-
se grundsätzlich ein Interesse daran gehabt haben könnten, die Geschehnisse zu
Gunsten der Beschuldigten zu schildern. Daraus kann indes nicht zwangläufig
geschlossen werden, dass eine Absprache erfolgt sein muss und allfällige entlas-
tende Aussagen per se falsch sind. Die Vorinstanz hat denn auch eingehend und
überzeugend dargelegt, dass vorliegend keine Anhaltspunkte dafür bestehen,
dass die Beteiligten die zu Protokoll gegebene Sachverhaltsdarstellung vorgängig
untereinander abgesprochen haben. Es kann an dieser Stelle auf die zutreffenden
Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 101 S. 16 ff.; Art. 82 Abs. 4
StPO).
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3.5. Die Vorinstanz hat weiter sorgfältig begründet, weshalb die Version des
Privatklägers, die im Wesentlichen der Anklage zugrunde liegt, nicht zu über-
zeugen vermag. Sie hat insbesondere zu Recht auf den Hang des Privatklägers
zur Übertreibung und Dramatisierung hingewiesen (Urk. 101 S. 21 f.), was auch
im Zusammenhang mit den von ihm geltend gemachten Verletzungen von Bedeu-
tung ist, wie später noch näher ausgeführt wird. Auffällig sind auch die Aussagen
des Privatklägers betreffend die zweite Drohung, welche er erst auf konkrete
Nachfrage des Befragenden hin erwähnte. In den ersten beiden polizeilichen
Berichten, die bereits auf Angaben des Privatklägers fussen, wird einleitend
Art. 180 StGB jeweils erwähnt; wie sich aus den in diesen Berichten angeführten
Sachverhalten ergibt, ist damit jedoch lediglich die erste Drohung gemeint (Urk. 1
S. 1 und S. 5 f.; Urk. 2 S. 1 und S. 5), nicht jedoch die angebliche Todesdrohung.
Erwähnt wird diese erstmals anlässlich der ersten einlässlichen und proto-
kollierten Einvernahme des Privatklägers (Urk. 4 S. 5 Ziff. 22). Wiederum von
Interesse ist hier der unmittelbare Kontext der Aussage: Ganz zum Schluss der
Einvernahme, an welcher das ganze Geschehen zur Sprache kam, wurde der
Privatkläger gefragt (Urk. 4 S. 5 Ziff. 21): "Haben sie zur ganzen Sache noch
etwas beizufügen?" Alsdann antwortete der Privatkläger: "Nein." Daraufhin erfolg-
te die Zusatzfrage (Ziff. 22): "Wurden sie von einem der Beteiligten irgendwie
bedroht?" Diese Frage weist insofern eine gewisse suggestive Wirkung auf, als
nicht einfach neutral nach dem Inhalt eines Wortwechsels gefragt wurde. Erst auf
diese explizite Nachfrage und, wie erwähnt, ganz zum Schluss der Einvernahme
bzw. nachdem der Privatkläger bestätigt hatte, es sei bereits alles Wesentliche
gesagt worden, antwortete er: "Der Beifahrer sagte während des zweiten Vorfalls
zu mir; Ich bringe dich um, du 'Saujugo'." Mit der Vorinstanz kann davon ausge-
gangen werden, dass wer mit dem Tod bedroht wird und die Drohung ernst
nimmt, ein solches Vorkommnis nicht erst auf Nachfrage erwähnt, sondern von
Anfang an selbst darauf zu sprechen kommt. Es kann der Vorinstanz weiter darin
gefolgt werden, dass der vom Privatkläger anlässlich der staatsanwaltschaftlichen
Einvernahme neu wiedergegebene Wortlaut der Drohung (vgl. Urk. 38 S. 7) wenig
Sinn ergibt (Urk. 101 S. 24). Angesichts dieses Aussageverhaltens vermögen die
Aussagen des Privatklägers auch in diesem Punkt nicht zu überzeugen.
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Wenig glaubhaft ist schliesslich die Darstellung des Privatklägers, wonach er die
Lichthupe nicht betätigt habe und sich auch ansonsten nichts zu Schulden habe
kommen lassen. Diesbezüglich hat die Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen,
dass der Ablauf der Ereignisse ohne die tatsächliche Annahme, dass die Vorfälle
durch wiederholtes Lichthupen des Privatklägers ausgelöst wurden, keinen Sinn
macht (Urk. 101 S. 26). Hätte sich der Privatkläger korrekt bzw. verkehrsregel-
konform verhalten, hätte für den Beschuldigten schlichtweg kein Grund bestan-
den, ihn bei der Lichtsignalanlage zur Rede zu stellen. Dass die Aussagen der
übrigen Beteiligten in Bezug auf das Lichthupen bzw. das Einschalten des
Scheinwerferlichts durch den Privatkläger nicht absolut deckungsgleich sind, wie
der Rechtsvertreter des Privatklägers geltend machte (Urk. 122 S. 3 f.), mag sein.
Dies spricht aber keineswegs gegen ihren Wahrheitsgehalt. Dieser Umstand kann
vielmehr als Hinweis dafür gewertet werden, dass sich die befragten Personen
nicht untereinander abgesprochen haben, sondern das selbst Erlebte beschrie-
ben. Massgebend ist vorliegend, dass sämtliche Beteiligte – mit Ausnahme des
Privatklägers – ausgesagt haben, dass der Privatkläger auf das Überholmanöver
von D._ mit der Betätigung der Lichthupe bzw. dem Einschalten des Schein-
werferlichts reagiert hat.
3.6. Entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters des Privatklägers (Urk. 122
S. 8 ff.) vermögen die bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen über
den Privatkläger die in der Anklage geschilderten körperlichen Übergriffe nicht zu
belegen. Von Bedeutung ist diesbezüglich insbesondere der ambulante Bericht
des Kantonsspitals Winterthur vom 12. April 2009, welcher am Tag nach dem
eingeklagten Vorfall erstellt wurde. Darin wird als Diagnose das in der Anklage
umschriebene Verletzungsbild festgehalten: "Kontusion Knie links, Oberschenkel-
prellung links, Bauchwandprellung, Beckenprellung links" (wobei der Bericht die
Bauchwandprellung im Gegensatz zur Anklage nicht als linksseitig spezifiziert).
Allerdings geht aus diesem Bericht auch hervor, dass sich diese Diagnose aus-
schliesslich auf Schmerzangaben des Privatklägers stützte (insbesondere sog.
Druckdolenz). Der Bericht hält namentlich fest, dass keinerlei Prellmarken, Häma-
tome, Ergüsse oder sonstige äussere Spuren sichtbar waren. Ebenso wenig
förderten Röntgenaufnahmen bzw. eine Abdomen-Sonographie Hinweise auf
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Verletzungen zu Tage. Unmittelbar nach dem Vorfall bestanden somit keine
äusserlichen bzw. – soweit mittels Röntgen und Abdomensonographie untersucht
– inneren physischen Verletzungen. Des weiteren vermerkt der Bericht, dass der
Schmerz im Abdomen bereits während des ambulanten Spitalaufenthaltes
deutlich zurückgegangen sei. Auch habe der Privatkläger erwähnt, früher schon
mehrere Schleudertraumata erlitten zu haben (Urk. 15 = Urk. 43/1). Es ist der
Vorinstanz deshalb darin zu folgen, dass die Befunde des Kantonsspitals
Winterthur ausschliesslich das subjektive Empfinden des Privatklägers wieder-
spiegeln, weshalb sie nicht als Beweis für die erlittenen Verletzungen heran-
gezogen werden können.
3.7. Soweit der Privatkläger einen über den Stockeinsatz hinausgehenden
Übergriff behauptet, stellen sich an seiner Sachdarstellung Zweifel ein. In der
Anklage heisst es – gestützt auf die Aussagen des Privatklägers – unter anderem:
"Als der Geschädigte infolge der Schläge mit dem Knie auf den Boden prallte,
schlugen sie ihm zudem mit den Knien in den Rücken." Unstreitig ist, dass die
Auseinandersetzung auf der asphaltierten Fahrbahn stattfand. Wäre der Privat-
kläger tatsächlich mit den Knien "auf den Boden geprallt", wäre die Haut im Knie-
bereich dadurch zumindest geringfügig geschürft worden. Dies war jedoch
gemäss tags darauf erstelltem Arztbericht, wie erwähnt, nicht der Fall. Aus dem
vorstehend zitierten Satz der Anklageschrift geht weiter hervor, der Beschuldigte
sowie der Mitbeschuldigte hätten den Privatkläger mit Fäusten und Knien in den
Rücken geschlagen. Demgegenüber erwähnt der vorgenannte ambulante Bericht
aber keinerlei Rückenschmerzen. Wiederum im Widerspruch dazu gibt der Privat-
kläger jedoch in der Einvernahme vom 18. November 2011 (Urk. 38 S. 9 unten),
also rund 2 1⁄2 Jahre nach dem Vorfall, an: "Der Rücken schmerzt auch noch." Der
Bericht erwähnt überdies auch keine Nackenschmerzen, während die Anklage-
schrift immerhin von mehrfachen Schlägen in den Nacken spricht. Daraus kann
zumindest geschlossen werden, dass die Schmerzen allfälliger Schläge in den
Nacken zum Zeitpunkt der ambulanten Untersuchung bereits wieder abgeklungen
waren (sofern es überhaupt zu derartigen Schlägen kam).
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In der vorerwähnten Befragung vom 18. November 2011 wurde der Privatkläger
ausserdem gefragt, ob er auch gegen den Kopf geschlagen worden sei. Darauf
antwortete er: "Nur gegen den Nacken, nicht gegen den Kopf." Alsdann wurde er
mit einer Aussage konfrontiert, mit der er im Gutachten des Aerztlichen Begutach-
tungsinstituts Basel (nachfolgend: ABI) vom 7. Juni 2010 zitiert wird: einer der
Täter habe seinen "Kopf gehalten und nach links verdreht" (Urk. 38 S. 9 unten
unter Hinweis auf Urk. 43/11 S. 10). Damit konfrontiert antwortete der Privat-
kläger: "Ja, ich erinnere mich, dass mir noch gegen den Kopf gedrückt wurde."
Streng genommen zielte die vorgenannte Frage nur nach Schlägen im Kopf-
bereich. Wäre es jedoch zum erwähnten "Verdrehen" tatsächlich gekommen,
hätte der Privatkläger dies aller Wahrscheinlichkeit nach bereits bei der Frage
nach Schlägen im Kopfbereich spontan erwähnt. Dieses angebliche Verdrehen
des Kopfes hat in die Anklage denn auch keinen Eingang gefunden. Überhaupt
taucht dieses Sachverhaltselement, soweit ersichtlich, erstmals im erwähnten
Gutachten auf, jedenfalls aber nicht in den zeitlich früheren Einvernahmeproto-
kollen. Auch diese Ungereimtheit zeigt auf, dass der Privatkläger die über den
Stockeinsatz hinausgehenden Gewalthandlungen in einer Art und Weise unein-
heitlich schildert, die sich nicht einfach durch eine gewaltbedingte selektive Wahr-
nehmung erklären lassen. Andererseits erscheint es nicht als zufällig, dass der
Privatkläger gerade im Rahmen des im Auftrag der Invalidenversicherung des
Kantons Zürich erstellten Gutachtens erstmals von einem Verdrehen des Kopfes
spricht, da ein derartiger Vorfall grundsätzlich geeignet ist, organisch nicht nach-
weisbare Schäden (wie etwa ein Schleudertrauma) hervorzurufen. In diesem
Zusammenhang ist zu erwähnen, dass der Privatkläger angibt, insgesamt fünf
Schleudertraumata erlitten zu haben.
Schliesslich sei noch darauf hingewiesen, dass sich aus den bei den Akten
liegenden medizinischen Unterlagen über den Privatkläger mehrfach ergibt, dass
dieser eine Tendenz hat, seine Schmerzen zu übertreiben. So heisst es im
Schreiben von Dr. med. H._ vom 9. Februar 2010 (Urk. 43/9) unter dem Titel
"Diagnose" u.a.: "Schmerzsyndrom Kniegelenk links [..] hochgradiger Verdacht
auf Symptomausweitung". Daraus lässt sich jedoch nicht etwa der Umkehrschluss
ziehen, dass der Privatkläger tatsächlich Schmerzen hat, diese aber nur über-
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treibt, denn die angeblichen Schmerzen sind organisch nicht nachweisbar. Weiter
heisst es im erwähnten Schreiben, auch eine im Juli 2009 bezüglich des linken
Knies durchgeführte MRI-Abklärung habe keine mit dem Vorfall
zusammenhängenden Veränderungen sichtbar gemacht. Aus rheumatologischer
Sicht seien die bestehenden Beschwerden nicht erklärbar.
3.8. Auf Grundlage der vorstehend dargelegten Beweislage sowie in Anbetracht
des Fehlens geringster körperlicher Spuren unmittelbar nach der Tat ist festzu-
halten, dass erhebliche und unüberwindbare Zweifel daran bestehen, dass der
Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger – über den Einsatz des Hockeystocks
hinaus – Gewalt anwendete. Mangels anderweitiger Anhaltspunkte ist mit der
Vorinstanz sodann davon auszugehen, dass der Stockschlag nur einmal erfolgte.
Es lässt sich dem Beschuldigten nicht nachweisen, dass der Schlag mit beson-
ders hoher Intensität ausgeführt wurde. Dies lässt sich namentlich nicht den
medizinischen Unterlagen über den Privatkläger entnehmen, wie die Vorinstanz
zu Recht festhielt (Urk. 101 S. 27 f.). Dass der Einsatz des Hockeystocks einem
Tätscheln, "Stubsen" oder Ähnlichem gleichkam, ist in Anbetracht der gesamten
Umstände dagegen nicht anzunehmen. Angesichts der emotional aufgeladen
Situation, in welcher sich der Beschuldigte befand, kann ausgeschlossen werden,
dass er den Privatkläger lediglich leicht berührt hat. Im Weiteren wurde bereits
dargelegt, dass die Aussagen des Privatklägers betreffend die Todesdrohung ins-
besondere unter Berücksichtigung ihres Zustandekommens nicht zu überzeugen
vermögen. Dass der Beschuldigte eine solche Drohung ausgesprochen hat, lässt
sich den Schilderungen der übrigen Beteiligten nicht entnehmen. Es ist der
Vorinstanz deshalb darin zu folgen, dass sich vorliegend nicht erstellen lässt,
dass der Beschuldigte eine Todesdrohung gegen den Privatkläger ausgestossen
hat (Urk. 101 S. 28). Mangels erstelltem Sachverhalt ist der Beschuldigte
betreffend den zweiten Vorfall daher vom Vorwurf der Drohung freizusprechen.
Diesbezüglich und auch im Übrigen kann auf die zutreffenden Feststellungen im
vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 101 S. 26 ff.).
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4. Rechtliche Würdigung
4.1. Eine Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB begeht, wer jemanden durch
schwere Drohung in Schrecken oder Angst versetzt. Der objektive Tatbestand der
Drohung setzt voraus, dass der Drohende seinem Opfer ein künftiges Übel
ankündigt oder in Aussicht stellt, wobei er dessen Eintritt als von seinem Willen
abhängig hinstellen muss. Erforderlich ist ein Verhalten, das geeignet ist, den
Geschädigten in Schrecken oder Angst zu versetzen. Dabei ist nach der Praxis
des Bundesgerichts grundsätzlich ein objektiver Massstab anzulegen, wobei in
der Regel auf das Empfinden eines vernünftigen Menschen mit einigermassen
normaler psychischer Belastbarkeit abzustellen ist (Urteil des Bundesgerichts
6B_192/2012 vom 10. September 2012, E. 1.1 mit Hinweisen). Die gemäss
Art. 180 StGB geforderte "schwere Drohung", die in "Angst und Schrecken
versetzt" (Art. 180 StGB) muss eine höhere Intensität aufweisen, als eine "Andro-
hung ernstlicher Nachteile" gemäss Art. 181 StGB (BGE 81 IV 101 E. 3 S. 105 f.).
Die Ankündigung des Übels kann auch bloss konkludent erfolgen (z.B. demon-
stratives Zerschlagen einer Bierflasche zwecks Verwendung als Waffe). Mass-
gebend ist eine Würdigung der konkreten Umstände.
4.1.1. In Bezug auf den ersten Vorfall lässt sich lediglich erstellen, dass der
Beschuldigte mehrfach mit der Hand gegen das Fahrzeug des Privatklägers
geklopft und diesen aufgefordert hat, auszusteigen. Dieses Verhalten stellt keine
schwere Drohung dar, da es nach objektiven Gesichtspunkten ungeeignet ist,
jemanden in Schrecken oder Angst zu versetzen. Es kann diesbezüglich auf die
zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 101 S. 29;
Art. 82 Abs. 4 StPO). Insbesondere ist festzuhalten, dass vorliegend keinerlei
Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sich der Privatkläger vom Beschuldigten
irgendwie bedroht gefühlt hat. Hätte ihn das Verhalten des Beschuldigten tat-
sächlich derart erschreckt oder verängstigt, hätte sich der Privatkläger wohl vom
Ort des Geschehens entfernt, um dem Beschuldigten auszuweichen, anstatt ihm
hinterherzufahren. Im Übrigen ist höchst fraglich, ob selbst der in der Anklage
geschilderte Sachverhalt als Drohung qualifiziert werden könnte. Die darin
umschriebene Tathandlung erreicht die bei Art. 180 StGB erforderliche Schwere
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im Lichte der vorstehend angeführten Rechtsprechung nicht. Weder blosses
Schimpfen noch das mit flachen Händen oder Füssen erfolgende Schlagen gegen
ein Auto bedeuten eine schwere Drohung. Mittelbar lässt sich diese Handlung
zwar auch so interpretieren, dass mit dem Schlagen gegen das Auto mittelbar ein
beabsichtigtes Schlagen des Autoinsassen angedroht wird; ebenso gut kann in
derartigem Schlagen aber auch eine allgemeine Unmutsbekundung gesehen
werden.
4.1.2. Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte auch in Bezug auf den ersten
Vorfall vom Vorwurf der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB freizu-
sprechen.
4.2. Gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB macht sich der einfachen Körper-
verletzung schuldig, wer vorsätzlich einen Menschen in anderer als schwerer
Weise an Körper oder Gesundheit schädigt. Demgegenüber verübt gemäss
Art. 126 StGB derjenige eine Tätlichkeit, wer tätlich wird, ohne Körper oder
Gesundheit des Opfers zu schädigen. Bei Blutergüssen, Schürfungen, Kratz-
wunden oder Prellungen ist die Abgrenzung der einfachen Körperverletzung zum
Tatbestand der Tätlichkeiten (Art. 126 StGB) begrifflich nur schwer möglich (BGE
134 IV 189 E. 1.3 S. 191 f. mit Hinweisen). Für die Abgrenzung kommt dem Mass
des verursachten Schmerzes entscheidendes Gewicht zu. Wenn vom Eingriff
keine äusseren Spuren bleiben, genügt schon das Zufügen erheblicher Schmer-
zen als Schädigung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB (BGE 134 IV 189 E. 1.3
S. 192; BGE 107 IV 40 mit Hinweisen).
Art. 123 StGB schützt nicht nur die körperliche Integrität und Gesundheit, sondern
auch die psychische Gesundheit (BGE 119 IV 25 E. 2a S. 26). Eine einfache
Körperverletzung setzt somit nicht notwendigerweise voraus, dass das Opfer eine
körperliche Beeinträchtigung erlitten hat. Eine psychische Beeinträchtigung kann
den Tatbestand ebenfalls erfüllen. In diesem Fall muss die Beeinträchtigung aller-
dings eine gewisse Intensität erreichen. Zu deren Beurteilung muss einerseits auf
die Art und Intensität der Beeinträchtigung, andererseits auf ihre Auswirkungen
auf die Psyche des Opfers abgestellt werden. Ein geringfügiger Eingriff, der das
Wohlbefinden nur vorübergehend beeinträchtigt, genügt nicht. Ein Eingriff, der
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objektiv geeignet ist, ein psychisches Leiden hervorzurufen, das von einer gewis-
sen Dauer und Erheblichkeit ist, kann eine einfache Körperverletzung darstellen.
Die Auswirkungen eines Eingriffs dürfen nicht nur auf Grundlage der persönlichen
Empfindsamkeit einer Person beurteilt werden; stattdessen ist danach zu fragen,
welche Auswirkungen der Eingriff auf eine durchschnittlich empfindsame Person
unter den gleichen Umständen hätte. Dabei sind die konkreten Umstände zu
berücksichtigen, d.h. die Wirkung eines Eingriffs können je nach Alter, Gesund-
heitszustand, sozialen Umständen etc. variieren (zum Ganzen: BGE 134 IV 189
E. 1.4 S. 192).
4.2.1. Vorliegend gilt nach dem Gesagten einzig als erwiesen, dass der Privat-
kläger vom Beschuldigten einmal mit einem Hockeystock im Kniebereich bzw. im
Bereich der Wade geschlagen wurde. Nicht erstellt ist, dass es sich dabei um
einen aussergewöhnlich heftigen Schlag gehandelt hat. Entsprechend konnten
am Folgetag auch keine äusserlichen Verletzungen beim Privatkläger festgestellt
werden, wie sich dem ambulanten Bericht des Kantonsspitals Winterthur vom
12. April 2009 entnehmen lässt (Urk. 15 = Urk. 43/1). Einen zweifelsfreien
Zusammenhang zwischen dem vom Beschuldigten ausgeführten Schlag und den
vom Privatkläger vorgebrachten Beschwerden belegen auch die weiteren medizi-
nischen Unterlagen nicht. Es ist daher festzuhalten, dass der Schlag des
Beschuldigten beim Privatkläger keine nachweisbaren Verletzungen zu Folge
hatte.
4.2.2. Aufgrund der Geringfügigkeit des Eingriffs kann dieser Vorfall die Psyche
des Privatklägers sodann nicht derart schwer beeinträchtigt haben, dass er im
Sinne der Anklageschrift seit dem Vorfall an einer Panikstörung leidet, die als
einfache Körperverletzung zu werten wäre. Dies gilt selbst unter Mitberücksichti-
gung des Umstands, dass der Privatkläger bereits vor dem Vorfall an Depressio-
nen bzw. einer posttraumatischen Belastungsstörung litt, insofern in psychiatri-
scher Behandlung stand und eine gegenüber einer Durchschnittsperson erhöhte
Empfindlichkeit aufwies. Das Gutachten des ABI betrachtet die posttraumatische
Belastungsstörung – nach der Tat – als "sehr geringgradig ausgeprägt"
(Urk. 43/11, S. 15 unten). Berücksichtigt man, dass die posttraumatische
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Belastungsstörung schon vor der Tat bestand, kann eine tatbedingte kausale
Verschlechterung des Zustands ausgeschlossen werden, wobei selbst eine
allfällige Verschlechterung innerhalb eines Geringfügigkeitsbereichs ohnehin
keine Qualifikation als einfache Körperverletzung rechtfertigt. Dass der den
Privatkläger seit Längerem behandelnde Psychiater diese Beurteilung nicht teilt,
vermag daran nichts zu ändern, denn es bestehen keinerlei Anhaltspunkte dafür,
dass das Gutachten der ABI Mängel aufweist, zumal es mit den Befunden der
übrigen medizinischen Akten (mit Ausnahme der Beurteilung des behandelnden
Psychiaters) im Wesentlichen übereinstimmt.
4.2.3. Nach dem Gesagten erreichen die vom Privatkläger nachweislich erlittenen
Verletzungen die Schwere einer einfachen Körperverletzung im Sinne von
Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB nicht. Das Verhalten des Beschuldigten ist damit als
Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB zu qualifizieren. Es kann dies-
bezüglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden
(Urk. 101 S. 31; Art. 82 Abs. 4 StPO).
Der Beschuldigte ist somit vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung im Sinne
von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB freizusprechen und der Tätlichkeit im Sinne von
Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
5. Strafzumessung
5.1. Die Vorinstanz hat den vorliegend zur Anwendung gelangenden Straf-
rahmen zutreffend ermittelt. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 101 S. 31). Sie
hat sodann richtig zusammengefasst, wie eine Strafe zuzumessen ist. Auf die
entsprechenden Erwägungen kann an dieser Stelle ebenfalls verwiesen werden
(Urk. 101 S. 31 f.).
5.2. Hinsichtlich des objektiven Tatverschuldens ist zunächst festzuhalten, dass
der Beschuldigte zur Verübung der Tätlichkeit einen Hockeystock einsetzte, was
die Verletzungsgefahr grundsätzlich erhöht. Es kann dem Beschuldigten jedoch
nicht nachgewiesen werden, dass der ausgeführte Schlag von besonderer Heftig-
keit war. Der Beschuldigte zielte zudem nicht gegen das Gesicht oder andere
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besonders sensible Körperpartien des Privatklägers. Die Vorinstanz hat sodann
zutreffend darauf hingewiesen, dass durch den Schlag keine objektiv feststell-
baren Verletzungen verursacht wurden. Die Intensität der Tätlichkeit sowie die
dadurch entstandenen Folgen sind im Rahmen der möglichen Schweregrade von
Tätlichkeiten an der unteren Grenze anzusiedeln. Bei der subjektiven Tatschwere
gilt es zu berücksichtigen, dass die damalige Situation aufgrund der bereits zuvor
erfolgten Konfrontation zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger
emotional aufgeladen war, wobei der Privatkläger seinen Teil zur Auseinander-
setzung beigetragen hatte. Es ist davon auszugehen, dass es sich beim Schlag
mit dem Hockeystock um eine spontane Reaktion des Beschuldigten auf das als
rücksichtslos empfundene Verhalten des Privatklägers handelte. Auf jeden Fall
kann aufgrund der gegebenen Umstände ausgeschlossen werden, dass der
Beschuldigte diese Tat vorausplante.
5.3. Vom Beschuldigten ist bekannt, dass er als Storenmonteur arbeitet und
Fr. 5'300.– brutto pro Monat verdient, wobei ihm zusätzlich Fr. 300.– Spesen
sowie ein 13. Monatslohn ausbezahlt werden. Er verfügt über kein Vermögen und
hat Schulden in der Höhe von ca. Fr. 22'000.–. Infolge einer bestehenden Lohn-
pfändung erhält der Beschuldigte derzeit Fr. 3'100.– ausbezahlt. Der Beschuldigte
ist ledig und hat keine Unterstützungspflichten. Für die Miete bezahlt er monatlich
Fr. 1'500.– (Urk. 74 S. 9; Urk. 119 S. 1 f.).
Der Beschuldigte ist vorbestraft. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See /
Oberland vom 7. Februar 2007 wurde er wegen Hinderung einer Amtshandlung
mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 30.–, bedingt bei einer Probezeit
von zwei Jahren, sowie mit einer Busse von Fr. 200.– bestraft (Urk. 104). Der
Beschuldigte wurde somit kurz nach Ablauf der mit besagtem Strafbefehl ange-
setzten Probezeit erneut straffällig, was straferhöhend zu werten ist.
5.4. Der Beschuldigte ist nicht geständig. Aufgrund seines Aussageverhaltens
kann er weder Einsicht noch Reue für sich reklamieren. Demnach ist das Nach-
tatverhalten des Beschuldigten nicht strafmindernd zu berücksichtigen.
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5.5. Vorliegend rechtfertigt sich eine Strafreduktion infolge mehrfacher
Verletzung des Beschleunigungsgebots. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass das
vorinstanzliche Urteil am 3. April 2012 gefällt und den anwesenden Parteien
gleichentags mündlich eröffnet wurde, der begründete Entscheid indes erst
anfangs Februar 2013 versandt wurde (Urk. 100). Gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO
hat das Gericht den Parteien das vollständige begründete Urteil grundsätzlich in-
nert 60 Tagen, ausnahmsweise 90 Tagen zuzustellen. Diese Frist wurde sehr
deutlich überschritten, obwohl das vorliegende Strafverfahren nicht als besonders
schwierig bzw. komplex eingestuft werden kann. Darüber hinaus verstrichen seit
der ersten Befragung des Beschuldigten am 22. Mai 2009 (Urk. 7) bis zum erstin-
stanzlichen Urteil fast drei Jahre, wovon alleine das Rekursverfahren zwei Jahre
in Anspruch nahm (vgl. Urk. 28-33). Auch dafür lagen keine sachlichen Gründe
vor. Die dargelegten Verzögerungen und die für eine Tat der vorliegenden Art
insgesamt überlange Verfahrensdauer von mehr als vier Jahren stellen eine Ver-
letzung des Beschleunigungsgebots dar, was sich in einer Reduktion der Strafe
klar niederschlagen muss.
5.6. Unter Berücksichtigung aller relevanter Strafzumessungsgründe erweist
sich eine Busse von Fr. 500.– als dem Verschulden und den persönlichen
Verhältnissen des Beschuldigten angemessen. Hinzu kommt eine Strafreduktion
aufgrund der Verletzung des Beschleunigungsgebots. Insgesamt erscheint eine
Busse von Fr. 300.– angemessen. Die Ersatzfreiheitsstrafe für den Fall der
schuldhaften Nichtbezahlung der Busse ist praxisgemäss auf drei Tage festzu-
setzen.
6. Zivilforderungen
Hinsichtlich der Zivilforderungen kann vollumfänglich auf die zutreffenden Aus-
führungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden, welche keinerlei
Ergänzungen bedürfen (Urk. 101 S. 34 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Der Privatkläger
ist mit seinem Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren demnach auf den Weg
des Zivilprozesses zu verweisen.
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7. Kosten- und Entschädigungsfolgen
7.1. Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositiv Ziffer 7)
zu bestätigen.
7.2. Im Berufungsverfahren werden die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen
auferlegt (Art. 428 Abs. 1 StPO). Mit dem heutigen Urteil unterliegt der Privat-
kläger mit seiner Berufung vollständig. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind
deshalb dem Privatkläger aufzuerlegen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens fällt
eine Entschädigung an den Privatkläger ausser Betracht.