Decision ID: 2731c69d-eb1b-445a-af16-27bf3322741f
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1970 geborene
X._
arbeitete nach dem Erwerb des Lizentiats der Rechtswissenschaften an der
Z._
im Jahr 2001 (
Urk.
20/59 S. 6) als
Redaktorin
, Flüc
htlingsberaterin und freie Journalistin (
Urk.
20/59 S. 1).
Vom
1.
Februar 2009
bis 3
1.
Oktober 2010
war sie
beim
A._
als
Redaktorin
mit einem Arbeitspensum von 60
%
angestellt (
Urk.
20/59/3-4
S.
1).
In dieser Eigenschaft war sie bei der BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
(nachfolgendend: BVK)
berufsvorsorgeversichert.
1.2
X._
meldete sich – nach erfolgter invalidenversiche
rungsrecht
licher Früherfassung (
Urk.
20/
51) – am 1
4.
März 2011 bei der Sozialversi
che
rungsanstalt des Kantons St. Gallen, IV-Stelle, zum Rentenbezug an (
Urk.
20/63). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
sprach ihr die Verwaltung mit Ver
fü
gung vom 2
5.
September 2013 mit Wirkung ab Oktober 2011 eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung zu (Invaliditätsgrad
von
47 %
[
Urk.
20/228]
).
Die dagegen von der BVK
erhobene Beschwerde
(Urk. 20/231/3-10) hiess die Einze
l
rich
terin des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen mit Urteil vom
5.
September 2014 teilweise gut
, hob die Verfügung vom 2
5.
September 2013 auf
und wies die Sache zur
ergänzenden Abklärung und neuen
Verfügung an die IV-Stelle zurück (
Urk.
20/244). In der Folge liess die Verwaltung
die Versicherte
im Juli und September 2015 von den Ärzten der
B._
polydisziplinär begut
achten (Expertise vom 2
6.
Oktober 2015 [
Urk.
20/292]). Gestützt darauf verneinte die IV-Stelle
– nun bei einem Invaliditätsgrad von 30
%
-
mit Verfügung vom
4.
April 2016
einen Leistungsanspruch und stoppte die Auszahlung der bislang noch ausgerichteten
Viertelsrente
per sofort (
Urk.
20/318).
Die hiergegen von
X._
erhobene Beschwerde (
Urk.
20/326) wurde vom Versiche
rungs
gericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 2
1.
Februar 2017 unter Aufhebung der Verfügung vom
4.
April 2016 teilweise gutgeheissen
und es wurde ihr vom
1.
September 2011 bis 3
1.
Mai 2012 eine halbe Invalidenrente (gerun
deter Invaliditätsgrad von 59 %) und ab
1.
Juni 2012 eine
Viertelsrente
(gerun
deter Invaliditätsgrad von 43 %) zugesprochen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe wies das Gericht die Sache an die IV-Stelle zurück (
Urk.
20/332)
, die die ent
sprechenden Verfügungen am 2
2.
Mai und 2
3.
Juni 2017 erliess (
Urk.
20/347 und
Urk.
20/358).
1.3
Auf entsprechendes Gesuch der Versicherten hin (
Urk.
7/10) lehnte die BVK mit Schreiben vom 1
9.
Dezember 2017 eine Leistungspflicht ab (
Urk.
7/11).
2.
Mit Eingabe vom 1
7.
Januar 2018
erhob
X._
Klage gegen die BVK
und beantragte, gestützt auf die Verfügung der Invalidenversicherung vom 23. Juni 2017 seien ihr die reglementarischen Leistungen auszurichten.
Mit Kla
ge
antwort vom 1
1.
April 2018 schloss die BVK auf Abweisung der Klage (Urk. 7). Nachdem mit Verfügung vom 1
8.
April 2018 die Akten der Invalidenversicherung beigezogen worden waren (
Urk.
8 und
Urk.
10), hielten die Parteien
replicando
(
Urk.
12) und
duplicando
(
Urk.
15) an ihren Rechtsbegehren fest. Da die zuge
stellten IV-Akten nicht vollständig waren (
Urk.
19), wurden
si
e erneut angefor
dert (
Urk.
20/1-380) und den Parteien zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
21).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
24
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter
lassenen- und Invalidenvorsorge (BVG)
hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu
70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente
, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des An
spruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
Art.
29 IVG). Die Invaliden
leistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereig
nisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität ge
führt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung ge
tragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG in Verbindung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditäts
risiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeits
verhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
unter
stan
den hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
1.2
Nach
Art.
23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der relevanten Arbeits
unfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Versicherten
eigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimme
rung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitneh
mern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krank
heit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später invalid werden.
Für eine einmal aus
während der Versicherungsdauer aufgetre
tene
–
Arbeits
unfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Ver
sicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (
Art.
26
Abs.
3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
1.3
Art.
23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorge
ein
richtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits
beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsor
ge
einrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversicherung zu
ge
sprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach
Art.
23 BVG ent
steht
in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegen
über derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidi
sieren
den Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Been
digung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Inva
lidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeit
lichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeits
unfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krank
heit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbrechung des zeitlichen Zusam
menhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusam
menhangs zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität in schematischer (analoger)
Anwendung der Regeln von
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Ver
bes
serung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des kon
kreten Einzelfalles, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prog
nostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
1.4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des
Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund eine
r gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklä
rung
en freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festle
gung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leis
tungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung beziehungs
weise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
a
Art
.
73
bis
IVV; seit
1.
Juli 2006:
Art.
73
ter
IVV) ein
be
zogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundes
gerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Ver
sicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-recht
liche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufs
vorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente ent
schei
dend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditäts
bemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
1.5
Nach
§
19
Abs.
1 der hier anwendbaren Statuten der B
eklagten (Version 2010 [
Urk.
7/12]
) habe
n
v
ersicherte Personen, die vor Vollendung des 6
3
.
Altersjahres wegen Krankheit oder Unfall für die bisherige Berufstätigkeit invalid geworden sind, Anspruch auf eine
Berufsi
nvalidenrente. Sie wird längstens für zwei Jahre ausgerichtet. Für über 50-jährige Personen
entfällt die zweijährige Befris
tung, die Rente wird jedoch längstens bis zum vollende
ten 6
3
. Altersjahr ausgerichtet.
Bei teilweiser Berufsinvalidität wird die Rente entsprechend dem Invaliditätsgrad festgesetzt. Bei einem Invaliditätsgrad bis 24 % besteht kein Rentenanspruch. Bei einem Invaliditätsgrad von 25 bis 59 % besteht ein Anspruch gemäss Inva
liditätsgrad. Bei einem Invaliditätsgrad von 60 bis 69 % besteht Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von 70 % und mehr auf eine Vollrente (§ 20 Abs. 1 und 2
der
BVK-Statuten).
1.
6
Nach dem Auslaufen der Rente wegen Berufsinvalidität haben versicherte Per
sonen Anspruch auf eine Rente, wenn eine volle oder teilweise Erwerbs
invalidität besteht (§ 21 Abs. 1
der
BVK-Statuten). Eine versicherte Person gilt als erwerbs
invalid, wenn sie infolge Krankheit oder Unfall ihre bisherige oder eine andere, ihrem Wissen und Können entsprechende und zumutbare Erwerbstätigkeit nicht mehr ausüben kann, oder wenn sie aufgrund eines Entscheides der eidgenössi
schen IV-Kommission i
nvalid erklärt wurde (§ 21 Abs.
2
der
BVK-Statuten).
Bei teilweiser Erwerbsinvalidität gilt dieselbe
Rentenabstufung wie bei der Be
rufs
invalidenrente (§ 22 Abs. 1 und 2
der
BVK-Statuten).
2.
2.1
Die Klägerin führte zur Klagebegründung an,
die Beklagte sei an den Entscheid der IV-Stelle gebunden (
Urk.
12 S. 1 f.). S
ie sei
bei ihr
vom
1.
Januar 2009 bis 31. Oktober 2010
berufsvorsorgeversichert gewesen. Gemäss IV-Akten sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit
8.
April 2010 ausgewiesen. Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses beim
A._
habe sie keine 60
%-Festanstellung mehr ausgeübt. Auch die per
1.
April 2011 begonnen
e
40%ige Tätigkeit beim
C._
habe sie bereits im Mai 2011 aus gesund
heitlichen Gründen wieder aufgeben müssen. Seither sei sie ausschliesslich selb
ständig tätig, da ihr dies
erlaube
, ihre Arbeit bei akuten Morbus Crohn Schüben auszusetzen respektive entsprechend einzuteilen. Die zeitliche
Konnexität
sei da
her gegeben.
Was die sachliche
Konnexität
betreffe, sei der Morbus Crohn bereits 1999 diagnostiziert worden, doch seien die invalidisierenden Schübe erstmals ab Juli 2009 aufgetreten. Daraufhin sei sie erstmals am
8.
April 2010 voll arbeits
unfähig geworden und habe in der Folge nie mehr im gleichen Umfang als Festangestellte arbeiten können. Die sachliche
Konnexität
sei daher ebenfalls gegeben
(
Urk.
1 S. 5
f.; siehe auch
Urk.
12 S.
3
f.
)
.
Des Weiteren bringe die Beklagte vor, ihr sei eine Tätigkeit im Umfang von 70
%
zumutbar, weshalb sich keine rentenwirksame Einschränkung auf das bei ihr ver
sicherte 60%ige Arbeitspensum zeige. Sie verkenne jedoch, dass vom 1. Septem
ber 2011 bis 3
1.
Mai 2012 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei. Ausserdem sei bei zwei oder mehreren Teilzeittätigkeiten diejenige Vorsorgeein
rich
tung zuständig, bei der invaliditätsbedingt die Stelle aufgegeben werden musste. Da sie nicht mehr als angestellte
Redaktorin
/Journalistin arbeiten könne, ihr diese Tätigkeit aber als Selbständige zumutbar sei, müsse die Beklagte für die Erwerbseinbusse als Unselbständige Leistungen ausrichten (
Urk.
1 S. 6
)
.
2.2
Die Beklagte stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
es bestehe keine Bindungswirkung a
n den IV-Entscheid (
Urk.
6 S. 5
ff.). V
on einer mehrjährigen Periode ununterbrochener und vollständiger Arbeitsfähigkeit bis zum
8.
April 2010
könne nach Lage der Akten keine Rede sein. Die medizinischen Akten würden auf eine bereits vor dem Versicherungseintritt der Klägerin bestandene und auch während der Versicherungszeit bei der Beklagten nicht unterbrochene Beeinträchtigung im funktionellen Leistungsvermögen von mindestens 20
%
schliessen lassen. Ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang sei deshalb zu verneinen. Unabhängig davon
sei bei der Klägerin gemäss der Einschätzung der
B._
-Gutachter ab Frühling 2009 von einer 50%igen und ab Februar 2012 von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Eine Einbusse von 10
%
ent
spreche einem Invaliditätsgrad von rund 17
%
, was folglich keinen Leistungs
an
spruch begründe (
Urk.
6 S. 12; siehe auch
Urk.
15 S. 2 f.).
3.
Vorab ist auszuführen, dass d
ie Bindungswirkung der Verfügungen der IV-Stelle vom 2
2.
Mai und 2
3.
Juni 2017 (
Urk.
20/347 und
Urk.
20/358) für die Beklagte
– entgegen der Ansicht der Klägerin (
Urk.
1 S. 7 und
Urk.
12 S. 1 f.) – zu ver
neinen
ist
. Die
Bindung der
Vorsorgeeinrichtung an eine
Rentenverfügung der Invalidenversicherung auf dem Gebiet der weitergehenden beruflichen Vorsorge
gilt
nur, wenn das Vorsorgereglement ausdrücklich oder unter Hinweis auf das
Gesetz vom selben Invaliditätsbegriff wie die Invalidenversicherung ausgeht
.
Dies
trifft für die Beklagte
nicht zu. Deren Statuten unterscheiden zwischen Leis
tungen für Berufsinvalidität (
§
19 f.) und Erwerbsinvalidität (
§
21
f.
). Während bei der Berufsinvalidität die bisherige Berufstätigkeit
massgebend
ist, setzt der Anspruch auf eine Erwerbsinvalidenrente voraus, dass die versicherte Person auch eine andere zumutbare Erwerbstätigkeit nicht mehr ausüben kann oder auf
grund eines Entscheids der Invalidenversicherung invalid erklärt wurde. Mit Blick auf diese vom In
validitätsbegriff nach IVG
abweichenden Definitionen, nament
lich den Terminus der Berufsinvalidität, die
regelmässig
vorab zum Tragen kom
men dürfte, entfällt die Bindungswirkung (Urteil des Bundesgerichts 9C_141
/2018 vom 22. November 2018 E. 5.1
mit Hinweisen).
4.
4.1
Ob ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang zwischen der während des Versicherungsverhältnisses bei der Beklagten aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität besteht, kann – wie nachfolgend zu zeigen ist – offengelassen werden.
Ein Anspruch auf Invalidenleistung
en der beruflichen Vorsorge ist
nur gegeben, sofern eine entsprechende Versicherungsdeckung vorhanden ist. Deren Umfang bemisst sich nach dem Beschäftigungsgrad bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, unter Berücksichtigung einer allfälligen vorbestandenen gesundheitlich bedingten Arbeitsunfähigkeit
.
Versah die versi
cherte Person ein Teilzeitpensum, besteht kein Anspruch auf Leistungen, wenn und jedenfalls solange sie trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung im bisherigen Umfang weiterarbeiten kann oder könnte; das Risiko Invalidität hat sich lediglich in dem berufsvorsorgerechtlich nicht versicherten Anteil einer Vollzeitbeschäfti
gung verwirklicht
(BGE
144 V 63 E. 5.1
mit weiteren Hinweisen).
4.2
Die Klägerin
beruft sich zur Begründung des geltend gemachten Leistungs
an
spruchs auf die
rechtskräftige
Verfügung der IV-Stelle
St. Gallen
vom 2
3.
Juli 2017
(
Urk.
1 S. 3
)
. Diese
beruht
auf dem
Urteil des
Versicherungsgerichts St.
Gallen vom 21. Februar 2017
(
Urk.
20/332)
. Diesem
wiederum
liegt
die
Exper
tise
der
B._
vom 2
6.
Oktober 2015
– das gestützt auf die richterliche Beurteilung den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage entspricht –
zugrunde
(
Urk.
20/292)
.
Darin wurde in der bisherigen wie auch einer leidensadaptierten Arbeit eine seit Früh
ling 2012 (richtig: 2009) bis Ende 2011 bestehende 50%ige Arbeitsfähigkeit und spätestens ab Februar 2012 eine solche von 70
%
festgestellt (
Urk.
20/292 S. 13 und
Urk.
20/332 S. 6).
Die Beweiskraft des Gutachtens wird im vorliegenden Ver
fahren von den Parteien zu Recht nicht in Abrede gestellt und die invaliden
versicherungsrechtliche Betrachtungsweise erscheint auch nicht als offensichtlich unhaltbar.
Die Klägerin ihrerseits muss sich die
F
eststellungen entgegenhalten lassen, soweit sie für den IV-Entscheid relevant waren.
4.3
Dass die Klägerin während ihrer Versicherungszeit bei der Beklagten bei einer weiteren Pensionskasse für die berufliche Vorsorge versichert war, ist aufgrund der Akten nicht erstellt. Zwar gibt sie in ihrer Klageschrift
vom 1
7.
Januar 2018 an, sie sei für die Tätigkeit als
Selbständigerwerbende
bei der Pensionskasse
Free
lance
vorsorgeversichert
; weitere Versicherungsverhältnisse nennt sie nicht
(
Urk.
1
S. 6).
Unterlagen zum zeitlichen Beginn der Versicherungsunterstellung
bei der Pensionskasse
Freelance
reicht sie
keine ein. Vielmehr gab sie
in Beantwortung des Schreibens der IV-Stelle St. Gallen vom 1
6.
März 2011, worin sie um die Zustellung ihrer Buchhaltungsabschlüsse der letzten fünf Jahre gebeten worden war (
Urk.
20/71),
anlässlich eines Telefongesprächs
a
m 2
3.
M
ärz 2011
an, sie sei als freie Journalistin bei unterschiedlichen Arbeitgebern angestellt gewesen. Eine selbständige Tätigkeit habe sie nicht ausgeübt (Urk. 20/106).
In Übereinstimmung damit steht, dass sie auch in der Steuererklärung 2011 keine Einkünfte aus selb
ständiger Erwerbstätigkeit deklarierte (
Urk.
20/186) und sich erstmals für das Jahr 2012 eine Steuermeldung betreffend Einkommen aus selbständiger Erwerbstätig
keit in den Akte
n findet (
Urk.
20/247). Auch die Höhe der bei den verschiedenen Arbeitgebern erzielten Einkommen in den Jahren 2009 und 2010 (
Urk.
20/212) s
pricht gegen ein
weitere
s
, nebst
dem
bei der Beklagten in dieser Z
eit bestandenes Versicherungsverhältnis,
zumal eine solche
s
– mit Ausnahme de
s
jenigen bei der Pensionskasse
Freelance
– ohnehin nicht behauptet ist
.
Vor diesem Hintergrund
ist auch die von der Klägerin zitierte Rechtsprechung (
Urk.
1 S. 6) für den vor
liegenden Fall nicht einschlägig.
Dass die Vorsorgeeinrichtung jenes Arbeitge
bers, dessen Stelle invaliditätsbedingt aufgegeben wurde, für die Invalidität ein
stehen muss, gilt nur für die Konstellation, da eine Versicherungsdeckung über das aufgegebene Pensum hinaus besteht. Dies ist vorliegend nicht der Fall.
4.4
Die Klägerin war bei der Beklagten für ein den Beschäftigungsgrad von 60
%
über
steigendes Arbeitspensum nicht versichert. Bei einer
von Frühling 2009 bis Ende 2011 bestehenden 50%igen Arbeitsfähigkeit
wäre
folglich
von einem Inva
li
ditätsgrad von rund
17
%
(
100 :
60 x 10 [60 – 50]
, Prozentvergleich
)
auszu
gehen
; bei einer ab spätestens Februar 2012 attestierten Arbeitsfähigkeit von 70
%
würde bezogen auf das versicherte Pensum keine Leistungseinbusse resultieren. Gegen
über der
Beklagten
kann damit kein
Leistungsanspruch begründe
t werden
(vgl. E.
1.5-6
hievor
).
Die Klage ist damit
bereits
aufgrund dieser Ausführungen
abzu
weisen.
5
.
Art. 73 Abs. 2 BVG schliesst einen Anspruch der obsiegenden Versicherungs
trä
gerin auf eine Prozessentschädigung zwar nicht aus. Indes werden den Trägern der beruflichen Vorsorge gemäss BVG beziehungsweise den mit
öffentlich
recht
lichen
Aufgaben betrauten Organisationen in Anlehnung an die Rechtsprechung zu Art. 159 Abs. 2 des bis Ende 2006 in Kraft gestandenen Bundesgesetzes über
die Organisation der Bundesrechtspflege (Bundesrechtspflegegesetz/OG) praxis
ge
mäss keine Parteientschädigungen zugesprochen. Es besteht kein Grund, bei der Beklagten – trotz ihres Antrags – anders zu verfahren (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b, 126 V 143 E. 4a, 118 V 158 E. 7 und 117 V 349 E. 8, je mit Hinweisen).
Der Klägerin steht eine Prozessentschädigung ausgangsgemäss nicht zu.