Decision ID: 5d26f84e-ffbf-4f7a-82f1-437c2095ce0c
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, a
rbeitete
seit 1991 als Mitarbeiterin der Unterhaltsreinigung in der
Y._
und war
damit
bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA)
obligatorisch
gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 7.
Oktober 2010
anlässlich eines Betriebsausflugs
auf einer Sommerrodelbahn einen Auffahrunfall
erlitt
(
Urk.
9/1
Ziff.
1-6).
Im ärztlichen Zeugnis zu
Handen
der AXA nannte d
er
erstbehan
delnde
Arzt
als Diagnose
ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, HWS (
Urk.
9/M1
Ziff.
9, vgl. auch
Urk.
9/M2
).
Die AXA erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
M
it Verfügung vom
1
2.
März 2012 (
Urk.
9/65)
stellte die AXA
ihre
für
d
as
soma
tische
Leiden
erbrachten Lei
stungen per 1. Oktober 2011 ein
und v
erneinte einen Anspruch auf Leistungen für
das
psychische Leiden. Zudem lehnte sie die Übernahme der Kosten im Zusammenhang mit der
vom 8. bis 23. März 2011
erfolgten
Hospitalisation
der Versicherten
im
Spital Z._
ab
.
Dagegen erhob der Krankenversicherer der Versicherten am 15. März 2012 Einsprache (
Urk.
9/69), welche er
am 20. März 2012 zurückzog (
Urk.
9/71).
Die v
on der Versicherten am
19. April 2012 erhobene Einsprache (
Urk.
9/74) wies die AXA mit Entscheid vom 7. August 2012 (
Urk.
9/78 =
Urk.
2) ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 7. August 2012 (
Urk.
2) erhob die Versi
cherte am 5. September 2012 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben u
nd die AXA habe ihre Leistungen
weiterhin auszu
richten
. Sodann seien sämtliche unfallbedingten Kosten von der AXA zu tragen, insbesondere auch die Kosten für die Aufenthal
te im
Z._
und in der
A._
sowie f
ür die Behandlung bei
Dr.
med.
B._
, Fachärztin FMH Psychiatrie und Psychoth
erapie
(
Urk.
1 S. 2 unten).
Am 8. Oktober 2012
zog die Beschwerdeführerin ihr Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung (vgl.
Urk.
1 S. 2 unten) zurück (
Urk.
6).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
November 2012 (
Urk.
8) schloss die AXA auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 7. Dezember 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die massgeblichen
rechtlichen Bestimmungen und die Rechtsprechung zum Gegenstand der Unfallversicherung (Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfall
versicherung, UVG)
, zum Unfallbegriff
,
zur
Beurteilung der
natürlichen und adäquaten K
ausalität
im Allgemeinen und bei
Schleudertraumata
im
Besonde
ren
sowie zum Zeitpunkt der Adäquanzprüfung
sind im angefochtenen Ent
scheid zutreffend wiedergegeben (
Urk.
2
S. 4 ff.
Ziff.
2.3.1).
D
as Gleiche gilt
für
die
Ausführungen
zum
Beweiswert von ärztlichen Bericht
en (
Urk.
2 S. 7
Ziff.
2.3.2.1
)
.
Darauf kann, mit
nachfolgenden Ergänzung
en
, verwiesen werden.
1.2
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörun
gen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu beto
nen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürli
chen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.3
Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht (hinreichend) nach
weisba
ren Unfallfolgeschäden ist wie folgt zu differenzieren (BGE 127 V 102 E.
5b/
bb
): Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS), eine dem Schleudertrauma äquiva
lente Verletzung oder ein Schädelhirntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
(soge
nannte Psy
cho-Praxis) zur Anwendung. Bei Schleudertraumen und äquivalen
ten Ver
letzungen der HWS sowie Schädelhirntraumen, welche mindestens den
Schwe
re
grad
der
Contusio
cerebri erreichen (Urteil des Bundesgerichts 8C_270/2011 vom 2
6.
Juli 2011 E. 2.1) wird hingegen auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet (sogenannte
Schleuder
trauma-Praxis
; zum Ganzen: BGE 134 V 109 E. 2.1 mit Hinweisen). Ergeben die Abklärungen, dass die versicherte Person ein Schleudertrauma, eine äquivalente Verletzung der HWS oder ein Schädelhirntrauma erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Ver
letzung gehörenden Beeinträchtigungen (vgl. BGE 119 V 337 E. 1, 117 V 359 E. 4b) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. In diesen Fällen ist die Beurteilung
praxisge
mäss
unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall vorzu
nehmen (BGE 123 V 98 E. 2a; 127 V 102 E. 5b/
bb
). Ergibt sich, dass es an der Adä
quanz fehlt, erübrigen sich auch Weiterungen zur natürlichen Kausalität (vgl. SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67, U
183/93 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts 8C_70/2009 vom 3
1.
Juli 2009 E. 3 mit Hinweis).
2.
2.1
Streitig
und zu prüfen ist, ob
eine über den Zeitpunkt der erfolgten Leistungs
ein
stellung per Ende September 2011 hinausgehende Leistungspflicht
der
Beschwer
degegnerin
besteht
und ob die Beschwerdegegnerin
für die Kosten der
Hospi
talisationen
der Beschwerdeführerin im
Z._
und in der
A._
sowie
der
Behandlung bei
Dr.
B._
aufzukommen hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid
(
Urk.
2) gestützt auf die Beurteilungen durch ihre beratenden Ärzte d
avon aus,
dass der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und dem in Frage stehenden Unfallereignis
überwiegend wahr
scheinlich
nicht (mehr) gegeben se
i,
w
omit
ein Anspruch auf weitere Leistun
gen, insbesondere
auch für die
Hospitalisation
im
Z._
vom 8. bis 23. März 2011,
zu Recht verneint worden sei (S. 7 ff.
Ziff.
2.3.2).
D
er adäquate Kausalzusammenhang
sei bei Fehlen von objektivierbaren organischen struktu
rellen Veränderungen sowohl
in Anwendung
der
angesichts der bereits frühen psychischen Überlagerung
wohl als massgebend zu erachtenden
-
Rechtspre
chung
gemäss BGE 115 V 133 als auch
in Anwendung
der -
für die Beschwer
deführerin vorteilhaftere
n
-
Rechtsprechung gemäss BGE 134 V 109
zu vernei
nen (S. 9
f
f.
Ziff.
2.3.3)
.
2.3
Die Beschwerdeführerin
machte in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) demgegenüber gel
tend,
ihre chronischen Schmerzen mit somatischen und psych
ischen Faktoren seien gemäss är
z
t
licher Feststellung auf den Unfall zurückzuführen. Der natürli
che Kausalzusammenhang sei daher gegeben (S. 4 unten). Sodann habe die Beschwerdegegnerin bei der Beurteilung der adäquaten Kausalität
(nach der Rechtsprechung gemäss BGE 134 V 109, vgl.
Urk.
9/65 S. 2 ff.)
das Kriterium der erheblichen Beschwerden zu Unrecht verneint beziehungsweise die Frage nach der Erheblichkeit offen gelassen. Tatsächlich leide sie an erheblichen Beschwerden, die besonders ausgeprägt seien. Daher sei auch die Adäquanz zu bejahen (S. 5 oben).
3.
3.1
Am
7. Oktober 2010
fuhren
die Beschwerdeführerin
als vordere
und eine
ihrer
Arbeitskollegin
nen
als hintere Insassin auf einem
zweiplätzigen
Rodel
eine
Rodelbahn
hinunter
. Als sie den Rodel
abbremsten, fuhr d
er hinte
r
ihnen
fahrende
Rodel
auf
ihren Rodel
auf, worauf die hintere Insassin
mit dem Kopf gegen den Hinterkopf der Beschwerdeführerin prallte (vgl.
Urk.
9/10 S. 2 unten,
Urk.
9/M2 S. 1 Mitte und
Urk.
9/M27 S. 1 Mitte).
Die
hintere Insassin
erlitt
dabei
eine imprimierte dislozierte Jochbeinfraktur rechts (
Austrittsbericht
C._
vom 8. Oktober 2010,
Urk.
9/64 S. 6).
Betreffend den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin präsentiert sich die medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt:
3.2
In seinem Kurzbericht vom 7. Oktober 2010
(
Urk.
9/M2) über die am
Unfalltag
erfolgte
Erstkonsultation im
D._
, Notfallaufnahme,
nannte
Dr.
E._
, Assistenzarzt Chirurgie, als Diagnose einen Verdacht auf ein Schleudertrauma der HWS mit/bei Status nach Auffahrunfall von hinten
(S. 1 unten)
.
Dr.
E._
berichtete, anamnestisch sei die Beschwerdeführer
in
von der hinter ihr sitzenden Mitfahrerin am Hinterkopf getroffen und nach vorne geschleudert worden. Bewusstlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Schwindel
habe sie verneint
(S. 1 oben)
.
Als Befunde erhob
Dr.
E._
eine Druck- und
Klopfdolenz
des Hinterkopfs rechtsseitig und der HWS. Er berichtete, die Rotation und Seitenneigung vor allem nach hinten und nach rechts seien schmerzhaft, passiv und aktiv aber fast zu 100
%
möglic
h
.
Es bestünden Kopfs
c
h
merzen lokal
occipital
. Die Pupillen seien
isokor
, seitengleich
sowie prompt lichtreagibel und
die Hirnnerven intakt
(S. 1 Mitte)
.
Im
gleichentags abgegebenen
Z
eugnis zu
Handen
der Beschwerdegegnerin
(Urk.
9/M1), in welchem er
als Diagnose
ein Schleudertrauma der HWS
nannte
(
Ziff.
9), hielt
Dr.
E._
sodann
fest, der Röntgenbefund der HWS in zwe
i Ebenen sei unauffällig
(
Ziff.
8)
.
E
s bestehe ke
ine Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
12).
3.3
Am 8. Oktober 2010 wurde die Beschwerdeführer
in
durch die
Ärzte des
F._
, Klinik für Unfallchirurgie,
unter
sucht, welche gleichentags
berichteten
(
Urk.
9/M27) und eine HWS Distorsion Grad I
diagnostizierten.
Sie
führten aus, der Kopf und die Wirbelsäule wiesen keine Prellmarken auf. Die Kalotte sei stabil,
infraorbital
beidseits und
occipital
sowie im Bereich der oberen HWS bestehe
eine
Druckdolenz
(S. 1 unten). Die
kraniale Computertomographie (CT
;
vgl. Urk.
9/M7
) habe
weder eine
Blutung
noch
eine Fraktur ergeben. D
ie
CT der
HWS und des Abdomens (vgl.
Urk.
9/M6) sei
en
unau
f
fällig ausgefallen (S. 2
oben).
Vom 8.
bis 13. Oktober 2010 attes
tierten die
Ärzte
der Beschwerdeführerin eine volle und bis 21. Oktober 2010 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2 Mitte).
Im
Dokumentationsfragebogen für Erstkonsultation nach
kranio
-zervikalem Beschleunigungstrauma
(
Urk.
9/M26) nannten die Ärzte des
F._
die
Diagnose einer HWS-Distorsion Grad I als Verdachtsdi
agnose. Sie gaben an,
die Beschwer
deführerin
habe berichtet,
dass sofort nach dem Unfall
Kopf- und Nackenschmerzen sowie Schwindel, Übelkeit und Sehstörungen aufgetreten
seien
.
Zudem
habe sie ein leichtes Ohrgeräusch beklagt.
Erbrechen, Hör
störungen und Schlafstörungen habe sie verneint (
Ziff.
4).
3.4
Vom 18. bis 26. November 2010 war die Beschwerdeführerin im
F._
, Klinik für Unfallchirurgie, hospitalisiert.
In ihrem Bericht vom 30. November 2010 (Urk.
9/M4) nannten die Unfallchirurgen a
ls Diagnose einen Status nach Auf
fahrunfall mit HWS-Distorsion Grad I und Verdacht auf chronische
Schmerz
entwicklung
(S. 1 oben). Sie führten aus, die Beschwerdeführerin
klage
über Kopfschmerzen, Schwindel und
Kribbelparästhesien
(S. 1 Mitte).
Bei per
sistierenden
Kribbelparästh
e
sien
sei neben der magnetresonanztomographischen Bildgebung
der HWS und den Verlaufsschädelkontrollen
auch
eine neurologi
sche Beu
r
teilung durch
PD Dr.
G._
,
Konsiliararzt Neurologie
,
erfolgt
(vgl.
Urk.
9/M20)
. Eine ursächliche Verbindung zwischen der aktuellen Symp
tomatik und den bildgebenden Befunden einer
developmental
venous
anomaly
(DVA) sowie einer
Diskusprotrusion
HWK5/6 (vgl. S. 2 oben
, vgl. auch
Urk.
9/M8-9
) habe nicht hergestellt werden können
. Bei deutlicher Überlage
rung sei von der
Hospitalisation
aktuell eher keine Besserung zu erwarten
(S. 2 Mitte). Einschränkungen, welche aus dem Unfall und den bildgebenden Befun
den abzuleiten wären, bestünden keine.
Weitere Nachkontrollen in der
unfall
chirurgischen
Sprechstunde seien nicht geplant.
Die Ärzte empfahlen eine Mobilisation nach Massgabe der Beschwerden sowie eine Zuweisung in eine geeignete psychosomatische ambulante Weiterbetreuung, um eine weitere
Chronifizierung
des Schmerzes zu vermeiden (S. 2 unten).
Für die Zeit vom 18.
November bis 1. Dezember 2010 attestierten sie der Beschwerdeführerin eine
volle Arbeitsunfähigkeit (S. 3).
3.5
In seinem Bericht vom
17. Januar 2011 (
Urk.
9/M17
)
diagnostizierte
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Neurologie FMH,
welcher die Beschwerdeführerin am 20. und 28. Dezember 2010 untersucht hatte,
funktionelle
Dysästhesien
der linken Körperhälfte (Differentialdiagnose: intermittierende
Hyperventilations
beschwerden
), einen Status nach Auffahrkollision mit HWS
Distorsion Grad I
und chronischem
vertebr
alem
Schmerzsyndrom (S. 1 Mitte).
Er führte aus, bei
der Beschwerdeführerin fänden sich ein zervikales Schmerzsyndrom mit einer leichten Beeinträchtigung der Beweglichkeit, eine mässige muskuläre Verspan
nung und klinische Hinweise für eine
intermittierende
radikuläre
Reizung der unteren zervikalen Wurzeln ohne sichere Hinweise für eine
radikuläre
Reiz- oder Ausfallsymptomatik
.
Das von der Beschwerdeführerin
darüber hinaus
angegebene sens
ible
Hemisyndrom
links deute er
im Rahm
en einer
Schmerz
ausweitung
und so
mit als funktionell.
Eine relevante
En
c
ephalopathie
oder eine relevante Schädigung der HWS sei bereits ausgeschlossen worden. Die somato
sensorisch evozierten Potentiale ergäben keine Hinweise für eine Schädigung der Hirnstränge (S. 3 Mitte).
Er empfehle
die Behandlung mit einem Antide
pressivum sowie die Weiterführung der physikalischen Therapie.
3.6
Am 28. Januar 2011
(
Urk.
9/M46)
berichtete
Dr.
med.
I._
,
Spezial
ärztin
FMH für Ohren-, Nasen-, Halskrankheiten,
die Beschwerdeführerin
komme s
eit dem 8. Oktober 2010
praktisch jede Woche
in
ihr
e
Behandlung. Sie klage jedes Mal über noch mehr Schmerzen,
Parästhesien
und Gefühllosigkeit im linken Arm und der Hand. Der Tinnitus
sei auch zunehmend, links ununter
brochen, auch rechts bei Verstärkung der Schmerzen. Das Gehör der Beschwer
deführerin sei seit dem Unfall zunehmend schlechter, sodass das heutige
Audio
gramm
eine mittelgradige Schwerhörigkeit zeige, was sie nicht erklären könne. Sie stelle fest, dass die Beschwerdeführerin in eine immer stärkere Depression falle.
3.7
Die
am 9. Februar 2011 durchgeführten Magnetresonanztomographien (MRI) des Schädel
s
und der HWS
sowie des
zervikothorakalen
Übergangs
(
Urk.
9/M18)
ergaben einen Normalbefund des Hirnpare
n
chyms ohne Hinweis auf posttrau
matische Veränderungen, in der Höhe HWK 5/6 eine
breitbasige
Retrospon
dylose
ohne Kontakt zum
Myel
on
, eine beidseitige, rechtsbetonte Einengung des
Intervertebralkanals
mit möglicher Irritation der Wurzel C6 rechts
sowie im k
audalen Bewegungssegment
eine
chondrotische
Höhenminderung des
Band
scheibenfachs
und beidseits eine geringe
Unkarthrose
.
In seinem Bericht vom
7. März 2011 (
Urk.
9/M13)
führte
PD
Dr.
med.
J._
, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie, insbesondere Wirbelsäulen-Chirurgie, welcher die Beschwerdeführerin am 4. März 2011 untersucht hatte,
aus,
durch das Distorsionsereignis der HWS sei es zu einer Manifestation mit
pseudoradikulären
Ausstrahlungen links au
sgeprägter als rechts gekommen. Im MRI vom 9
.
Februar 2011 zeige sich eine Auflockerung der
ligamentären
Strukturen C5
/6
dorsomedian
als möglicher Ausdruck einer stattgehabten
liga
mentären
Traumatisierung der Etage bei wahrscheinlich auch degenerativem Vorzustand, welcher sich auf C6/7 manifestiere. Aufgrund eines massiven Hartspanns der HWS sei eine Funktionsaufnahme zur Prüfung der Stabilität der
HWS derzeit nicht möglich. Als Reinigungsangestellte sei die Beschwerdeführe
rin derzeit nicht einsatzfähig (S. 2 Mitte).
3.
8
Dr.
B._
berichtet
e am 2
2.
März 2011 (
Urk.
9/M22). Sie nannte folgende Diagno
sen (
Ziff.
1):
mittelgradige depressive Episode mit ausgeprägten Ängsten und
Schmerz
problematik
(ICD-10 F32.10)
Differentialdiagnose: Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2)
Differentialdiagnose: Agitierte Depression
zervikales Schmerzsyndrom (ICD-10 F54)
funktionelle Dysästhesie der linken Körperhälfte
Status nach Auffahrkollision mit HWS-Distorsion Grad I
chronisches vertebrales Schmerzsyndrom
Dr.
B._
führte aus, die Beschwerdeführerin berichte von folgenden Beschwer
den:
intermittierende starke Schmerzen
in der linken Körperhälfte inklusive Arm und Bein
, mehrmals pro Tag sowie auch nachts, W
einausbrüche
mehrmals pro Tag, Schwarzwerden vo
r
de
n
Augen, Augenflimmern mehrmals pro Tag und in der Nacht, Ameisenlaufen in den Armen, lautes Sprechen als Abwehr gegen Angst und Schmerzen,
Logorrhoe
,
Schlafstörungen in Form von Einschlaf- und Durchschlafstörungen, Lebensüberdruss, beeinträchtigter Appetit, schnelle Erschöpfbarkeit (
Ziff.
2). Da sie die Beschwerdeführerin erst einmal gesehen habe, könne sie die psychischen Anteile an der Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin nicht mit Sicherheit beurteilen. Sie gehe von einer etwa 40%igen Arbeitsunfähigkeit aufgrund
d
er psychischen Problematik aus
(
Ziff.
5).
3.
9
Am 29. März 2011 berichteten die Ärzte des
Z._
(
Urk.
9/
M
34), wo die Beschwerdeführerin vom 8. bis 23. März 2011 hospitalisiert war
. Als
Diagnosen
nannten sie
im Wesentlichen
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) mit hohem Stressniveau und Vermeidun
gsverhalten (ICD-10 F43.21) sow
i
e
eine Anpassungss
tö
rung mit
längerer depressiver Reaktion,
ICD-10 F43.31 (S. 1 Mitte
, vgl. auch
Urk.
9/M23
)
.
Sie führten aus, die Beschwerdeführerin sei zur stationären Therapie bei
Zervikal
syndrom
mit Schmerzausweitung zugewiesen worden (S. 1 unten
, vgl. auch
Urk.
9/M15
).
Nach dem Auffahrunfall vom 7. Oktober 2010 hätten sich i
m Verlauf eine Schmerz-Halbseitensymptomatik mit Hyposensibilität und Schwä
che über der gesamten linken Körperseite, einem persistierenden Tinnitus link
s
sowie Schwindel entwickelt. Die neurologische Untersuchung
durch
Dr.
H._
s
ei unau
ffällig gewesen. Bei Eintritt sei
die HWS bei ausgeprägter
Abwehrspan
nung
kaum untersuchbar gewesen. Es habe sich die geschilderte diffuse
Halbseitensymptomatik links mit Hyposensibilität und generalisierter
Kraftmin
de
rung
gezeigt
(S. 2 oben)
. In der Bildgebung bestünden degenerative Verände
rungen der HWS, welche die Beschwerden und subjektiven Einschränkungen nicht ausreichend erklären könnten. Die weitere Diagnostik mittels konventio
nellen Röntgenbildern und Sonographie der Schulter links se
i ebenfalls unauf
fällig gewesen.
Bei chronischer Schmerzstörung hätten
sie
der Beschwerde
führerin eine psychosoziale Rehabilitation in der
A._
vorgeschlagen und eine volle Arbeitsunfähigkeit bis und mit 2
2.
März 2011 attestiert
, wobei aus rheumatologischer Sicht keine Einschränkungen bestünden
(S. 2 Mitte, S. 2
unten).
3.10
Am 24. Mai 2011 berichteten die Ärzte des
F._
, Klinik für Psychiatrie und Psy
chotherapie (
Urk.
9/M32)
. Sie nannten folgende Diagnosen (S. 1 unten):
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21)
chronisches Schmerzsyndrom (Rücken, Kopf, Arm-/Beinbereich links, Schwindel, Tinnitus)
differentialdiagnostisch organisch
differentialdiagnostisch anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
differentialdiagnostisch im Rahmen des depressiven Syndroms
Die Ärzte führten aus, Auslöser der depressiven Beschwerden sei der Unfall vom 8. (richtig: 7.) Oktober 2010 gewesen. Klinisch bestünden Müdigkeit, Niederge
schlagenheit, Hoffnungslosigkeit, Angst, Schlafstörungen, Unruhe. Körperlich bestünden sehr diffuse und starke Dauerschmerzen des Kopfes und der linken Körperseite, zudem Schwindel, Tinnitus, Gangunsicherheit, verschwommenes Sehen (S. 2 oben).
Aufgrund
der zu kurzen Beobachtungszeit
sei eine Aussage bezüglich Leistungs- und Arbeitsfähigkeit nicht möglich (
Ziff.
6).
3.
11
In seiner Stellungnahme vom 18. Juli 2011
(
Urk.
9/M37)
führte
Dr.
med.
K._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin,
aus, der Verlauf nach einer HWS-Distorsion Grad I sei
bei der Beschwerdeführerin
sehr auffällig. Die Ursache der vor allem in Schmerzen bestehenden Beschwerden werde sehr früh in der Psychosomatik vermutet. Eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung sei naheliegend, begleitet von depressi
ven Symptomen unklaren Ausmasses. Unübersehbar sei eine
Symptom
ausweitung
bis hin zu einer eventuellen Aggravation mit Selbstlimitierung und fehlenden
Coping
-Strategien,
Katastrophisierung
und maladaptiven
Bewälti
gungsversuchen
(
Ziff.
1). Es handle sich um eine sekundäre Gesundheitsstörung, die weit über die sogenannt üblichen psychischen
Befindlichkeitsstörungen, wie s
i
e
bei einer (allerdings stärkeren) HWS-Distorsion auftreten könnten, hinaus
gehe (
Ziff.
2). Die psychische Störung sei praktisch von Anfang an im Vorder
grund gestanden (
Ziff.
3). Der Zusammenhang zwischen dem psychischen Lei
den und dem Unfall sei eher nicht überwiegend wahrscheinlich (
Ziff.
4).
3.
1
2
In seiner Stellungnahme vom 1
2.
August 2011 (
Urk.
9/M38)
beurteilte
Dr.
med.
L._
, beratend
er Arzt der Beschwerdegegnerin,
die Beschwerden
und insbesondere auch die i
n
den Vorberichten diagnostizierte
chronische
Schmerz
störung
und
Anpassungsstörung
überwiegend
wahrscheinlich
als
unfallfremd
(
Urk.
9/M38 unten).
3.
1
3
Vom 2
6.
Dezember 2011 bis 1
4.
Januar 2012
weilte
die Beschwerdeführerin i
n der
A._
. In ihrem Kurzbericht vom 1
1.
Januar 2012 (
Urk.
9/M43) nannten die dortigen Ärzte die bereits von den Ärzten des
Z._
im Bericht vom 2
9.
März 2011 (
Urk.
9/M34) genannten Diagno
sen
.
3.14
In ihrem Bericht vom 1
0.
Februar 2012 (
Urk.
9/M45) diagnostizierte
Dr.
I._
einen Tinnitus sowie eine beidseitige Innenohrschwerhörigkeit leichten Grades
,
wobei sie beide Diagnosen als
ohne Einfluss auf die Arbeits
fä
higkeit
bezeichnete
(
Urk.
9/M45 S. 1 unten).
4.
4.1
Zunächst ist zu prüfen, ob
bei der Beschwerdeführerin organisch nachweisbare Unfallfolgeschäden bestehen
(vgl. vorstehend E. 1.3)
.
4.2
Mittels
den
nach dem Unfallereignis vom
7.
Oktober
2010 durchgeführten
bildge
benden
Untersuchungen des Schädels und der HWS konnten
keine un
fallbedingte
n strukturellen
Schädigungen objektiviert werden.
So fiel die vom
erstbehandelnden Arzt veranlasste Röntgenu
n
tersuchung der HWS
unauffällig aus
(vgl. vorstehend E. 3.2)
. Unauffällig
waren auch die von den
Unfall
chirurgen
des
F._
am Tag nach dem Unfallereignis
veranlassten CT des Schädels und der HWS.
D
as CT des Schädels
ergab
weder eine Blutung noch eine Fraktur (vgl. vorstehend E.
3.
3).
D
ie im November 2010 objektivierte
DVA
wurde
von den Ärzten nicht in Zusam
menhang mit dem
in Frage stehenden
Unfallereignis ge
bracht
, ebenso wenig die
bildgebend nachgewiesene
Diskusprotrusion
HWK5/6 (vgl. vorstehend E. 3.4).
Es entspricht denn auch
einer
medizinischen
Erfahrungstatsache, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer
Bandscheibenverän
derungen
entstehen und ein Unfall nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt
(
Urteil
des Bundesge
richts
8C_794/2012
vom 2
6.
November 2012
E.
2.2 mit Hinweisen)
, wovon
vor
liegend
-
mangels
gegenteiligen
Anhaltspunkten in den medizinischen Akten
-
nicht auszu
gehen ist. Abgesehen davon verneinten die Unfallchirurgen des
F._
aus dem Unfall und den bildgebenden Befunden resultierende Einschränkungen (vgl. vorstehend E. 3.4).
Das im
Februar 2011
durchgeführte
MRI des Schädels e
rgab
ebenfalls
keine
post
traumatischen Läsionen
und im MRI der HWS
wurden erneut degenerative
Veränderung
en objektiviert
(vgl. vorstehend E. 3.7).
Dr.
J._
erachtete die
im MRI der HWS
sichtbare Auflockerung der
ligamentären
Strukturen C5/6
dorso
median
lediglich als möglichen Ausdruck einer stattgehabten
ligamentären
Traumatisierung der Etage
und wies
gleichzeitig auf d
en degenerativen
Vorzu
stand
hin (vgl. vorstehend E. 3.7).
Gestützt auf
diese zurückhaltend formulierte Einschätzung können traumatisc
he Läsionen aber
jedenfalls
nicht als über
wiegend wahrscheinlich
ausgewiesen
erachtet werden, zumal solche von keinem der
anderen
Ärzte bestätigt wurden, insbesondere auch nicht von den Ärzten des
Z._
, welche im März 2011 lediglich von degenerativen Ver
änderungen berichteten (vgl. vorstehend E. 3.9).
Sodann
ergaben auch die n
eurologischen Abklärungen im
F._
und durch
Dr.
H._
keine Hinweise
auf
unfallbedingte
Schädigungen (vgl. vorstehend E.
3.4-5).
4.3
Was die von
Dr.
I._
im Audiogramm vom Januar 2011 gemessene mittel
gradige Schwerhörigkeit
anbelangt
(vgl. vorstehend E. 3.6), so konnte sich
Dr.
I._
diese
nicht erklären
. Für die von der Beschwerdeführerin seit dem Unfall beklagte Gehörsverschlechterung fehlt somit
ein
n
achweisbare
s
organische
s
Korrelat
.
Abgesehen davon gilt es zu bemerken, dass ein
Audio
gramm
auf den subjektiven Angaben der getesteten Person beruht
, weshalb es sich rechtfertigt,
die
Messer
gebnisse
zurückhaltend zu würdigen
, was im Falle der Beschwerdeführerin umso mehr zu gelten hat, als
Dr.
I._
in ihrem Bericht vom Januar 2011 (vorstehend E. 3.6)
auf ein zunehmendes depressives Geschehen hinwies
.
In Bezug auf den von
Dr.
I._
diagnostizierten Tinnitus
(vgl. vorstehend E. 3.6 und E. 3.14)
geht aus ihren Berichten nicht hervor, dass
dieser
auf einen
(hinreichend) nachweisbaren
Organschaden zurückzuführen wäre
, zumal Dr.
I._
den Tinnitus nicht explizit als Unfallfolge taxierte
.
4.4
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass de
n
von der Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden
kein (hinreichend) nachweisbares organisches
Substrat zu Grunde liegt, womit deren Adäquanz
zu prüfen ist
.
5.
5.1
Es stellt sich die Frage,
ob
der adäquate Kausalzusammenhang
zwischen den von
der Bes
chwerdeführerin
weiterhin ge
klagten
Beschwerden
und dem in Frage stehenden Unfallereignis
nach der Schleudertrauma-Praxis oder nach der Psycho-Praxis zu prüfen ist (vgl. vorstehend E. 1.3).
5.2
Bei der Würdigung der medizinischen Akten fällt
vorab
auf,
dass der die Beschwerdeführerin am Unfalltag erstbehandelnde
Dr.
E._
die Diagnose eines Schleudertraumas der HWS
in seinem
Bericht vom
7.
Oktober 2010
ledig
lich
als Verdachtsdiagnose, im Zeugnis zu
Handen
der Beschwerdegegnerin demgegenüber als (gesicherte) Diagnose nannte (vgl. vorstehend E. 3.2). Auch die Unfallchirurgen des
F._
, welche die Beschwerdeführerin einen Tag nach dem Unfall untersucht hatten, nannten die Diagnose einer HWS-Distorsion Grad I
im Dokumentationsfragebog
en für Erstkonsultationen
nach
kranio
-zervikalem Beschleunigungstrauma
lediglich als Verdachtsdiagnose, während sie sie im Bericht vom
8.
Oktober 2010 als (gesicherte) Diagnose nannten (vgl. vorstehend E. 3.3).
Angesichts dieses Umstands bestehen gewisse Zweifel daran, ob
die Diagnose einer HWS-Distorsion
überhaupt
als
gesichert gelten kann
. Diese
Frage
kann
mit Blick auf die weiter zu prüfende Frage einer allfälligen Domi
nanz psychischer Beschwerden
(nachstehend E.
5.4
-5
)
jedoch letztlich offen gelassen werden
.
5.3
Fest steht, dass die Beschwerdeführerin innert der massgebenden Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 Stunden (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_849/2011 vom 2
9.
Mai 2012
E. 5.2
mit Hinweis
)
über Kopf- und Nackenschmerzen klagte
.
A
m Tag nach dem Unfall
berichtete sie
den Unfallchirurgen des
F._
gegenüber
z
udem
von
Schwindel, Übelkeit und
Sehstörungen
(vgl. vorstehend E. 3.3
).
Im weiteren Verlauf
be
klagte
sie
nebst Kopfschmerzen und
Schwindel aber
vor allem
die linke Körperseite betreffende
Kribbelparästhesien
, Gefühlsstörungen
,
Schmerzen und Schwäche
sowie Hörstörungen
(vgl. vorstehend E. 3.4-6, E. 3.9
), sodass
fraglich erscheint, ob
das typische bunte Beschwerdebild nach
Schleu
der
trauma
(
vgl. vorstehend E. 1.2
)
überhaupt
vorlag
.
L
etztlich
kann
aber auch diese Frage
mit
Blick auf die weiter zu prüfende Frage einer allfälligen Domi
nanz psychisch
er
Beschwerden (nachstehend E. 5.4
-5
) offen bleiben.
5.4
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin,
Dr.
K._
,
wies in
seiner Stellung
nahme vom Juli 2011 (vorstehend E. 3.11
) zutreffend darauf hin,
dass die Ursa
che der vor allem in Schmerzen bestehenden Beschwerde
n der Beschwerde
führerin sehr f
r
üh
in der Psychosomatik vermutet worden sei. So berichteten die Unfallchirurgen des
F._
bereits im November 2010 von einer deutlichen Über
lagerung und empfahlen eine psychosomatische ambulante Weiterbetreuung.
Im Januar 2011 deutete der Neurologe
Dr.
H._
das von der Beschwerdeführerin
unter anderem
angegebene sensible
Hemis
yndr
o
m
links
als funktionell und empfahl eine antidepressive Medikation.
Damit im Einklang stehend konnte
Dr.
I._
anlässlich der zwischen Oktober
2010
und Januar 2011
nahezu wöchentlichen
Konsultationen
der Beschwerdeführerin
ein immer stärker wer
dendes depressives Geschehen feststellen. Diese Entwicklung führte
letztlich
dazu, dass sich die Beschwerdeführerin zu
Dr.
B._
in psychiat
rische Behand
lung begab, welche im März 2011 die Diagnose einer mittelgradigen depressi
ven Episode mit ausgeprägten Ängsten und Schmerzproblematik stellte (vgl. vorstehend E. 3.8). Im März 2011
stellten
die Ärzte des
Z._
nunmehr
lediglich
psychiatrische Diagnosen, nämlich
eine chronische
Schmerz
störung
mit somatischen und psychischen Faktoren bei hohem
Stress
niveau
und Vermeidungsverhalten sowie eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion
(vgl. vorstehend E. 3.9).
Vor dem Hintergrund dieser medizinischen Aktenlage vermag die Beurteilung durch
Dr.
K._
, wonach sich bei der Beschwerdeführerin eine sekundäre (psy
chische) Gesundheitsstörung entwickelt habe, die weit über die nach eine
m
HWS-Trauma auftretenden üblichen psychischen Befindlichkeitsstörungen hin
ausgehe (vgl. vorstehend E. 3.11), ohne Weiteres zu überzeugen.
5.5
Damit steht fest, dass sich bereits kurz
nach dem Unfall vom
7.
Oktober 2010
eine
erhebliche
psychische Problematik manifestierte
, welche im Zeitpunkt der Adäquanzprüfung klar im Vordergrund stand, weshalb
die
Beurteilung der adä
quaten Kausalität -
selbst
bei Bejahung eines stattgehabten Schleudertraumas der HWS -
in Anwendung der für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelten Rechtsprechung g
emäss BGE 115 V 133 zu erfolgen hat
(
vgl.
vorstehend E. 1.
3
).
6.
6
.1
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere
Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E.
5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
6.2
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine
Gesamt
würdigung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere
ihre
er
fahrungs
gemässe
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109
E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genü
gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, wel
cher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr.
U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Krite
rium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie z.B.
eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium beson
deres beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere
unfall
be
zogene
Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Ver
neinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit
mit
begünstigt
haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl.
auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S.
448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E.
2).
6.3
Rechtsprechungsgemäss werden einfache Auffahrunfälle in der Regel als mittel
schwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert (
vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_470/2007
vom 1
5.
Mai 2008 E. 5.2
mit
Hinweisen
). A
usge
hend
vom augenfälligen
Geschehensablauf, insbesondere
in Berücksichtigung des Unfallhergangs (
vgl.
dazu die Aussagen der Unfallbeteiligten und Zeugen im Rahmen der
Regressabklärungen der Beschwerdegegnerin vom
9.
November 2010,
Urk.
9/10 S. 2), sind vorliegend keine Faktoren ersichtlich, welche zu einer anderen Beurteilung Anlass zu geben vermöchten.
Die
Unfalladäquanz
des Beschwerdebildes
der
Beschwerdeführerin
kann somit nur bejaht werden,
wenn vier der s
ieben Adä
quanzkriterien erfüllt sind oder eines besonders ausgeprägt vorliegt (Urteil des
Bundesgerichts 8C_729/2012 vom
4.
April 2013 E. 7.2
mit Hinweisen
). Bei der Prüfung
der
einzelnen Kriterien sind nur die organisch bedingten Beschwerden zu berücksichtigen, während die psychisch begründeten Anteile ausgeklammert bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_104/2008 vom 1
8.
März 2008 E. 4.2.2
mit Hinweisen
).
6
.
4
Der in Frage stehende Unfall hat sich weder unter besonders dramatischen Begleit
umständen ereignet noch war er objektiv betrachtet von besonderer Ein
drücklichkeit.
Die Beschwerdeführerin
hat auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art und insbesondere keine Verletzungen erlitten, die
erfahrungsgemäss
geeignet sind, psychische F
ehlentwicklungen herbeizu
führen.
Ausgewiesen sind k
örperliche Dauerschmerzen
, welche jedoch
keinem s
omati
sche
n
Substrat
zugeordnet
werden können
, womit
das Kriterium zu verneinen
ist.
A
us den Akten
ergeben sich
sodann
keine Hinweise für
eine Fehlbe
hand
lung
, welche die Unfallfolg
en erheblich verschlimmert hat
und m
angels organischer Unfallfolgen ist auch das Kriterium des schwierigen Heil
ungs
verlaufs und der erheblichen Komplikationen zu verneinen.
Während der erstbehandelnde
Dr.
E._
der Beschwerdeführerin nicht ein
mal eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigte (vgl. vo
rstehend E. 3.2), attestierten
ihr die
Unfallchirurgen des
F._
vom
8.
bis 1
3.
Oktober 2010 eine volle und bis 2
1.
Oktober 2010 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (
vgl.
vorstehend E. 3.3).
I
n ihrem Bericht vom
November 2010
(vorstehend E. 3.4)
verneinten
sie sodann
aus dem Unfall und den bildgebenden Befunden resultierende Einsch
ränkungen.
Bereits damals stellten sie eine deutliche Überlagerung fest
und
empfahlen eine
psychosomatische ambulante Weiterbetreuung
, wobei sie der Beschwerdeführe
rin für die Zeit vom 1
8.
November bis
1.
Dezember 2010 erneut eine volle Arbeitsunfähigkeit attestierten. Vor dem Hintergrund dieser Beurteilung können aber jedenfalls die nach dem
1.
Dezember 2010 weiterhin attestierten Arbeits
unfähigkeiten offensichtlich nicht mehr als somatisch bedingt gelten,
was sich nicht zuletzt
auch
deutlich aus dem Bericht der Ärzte des
Z._
vom März 2011
(vorstehend E. 3.9) ergibt, welche rheumatologisch
bedingte
Einschränkungen verneinten.
Damit ist auch das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit nicht erfüllt.
6.5
Zusammenfassend
ergibt sich, dass
keines der praxisgemässen Kriterien erfüllt ist,
weshalb
der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den überwiegend psychischen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin und dem
Unfallereig
nis
vom
7.
Oktober 2010 zu verneinen
ist
. Damit
erübrigen sich
weitergehe
n
de Ausführungen
zur natürlichen Kausalität
(vgl. vorstehend E. 1.3).
Nachdem gestützt auf die Beurteilung der Unfallchirurgen des
F._
vom Novem
ber 2010 (vorstehend E. 3.4) davon auszugehen ist, dass
spätestens
ab Dezember 2010 keine physisch bedingte Arbeitsunfähigkeit mehr bestand, ist nicht zu beanstanden,
dass die Beschwerdegeg
n
erin ihre
Leistungen
per
Ende September 2011
einstellte.
6.6
Die
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin im
Z._
vom
8.
bis 23.
März 2011
schliesslich
ist im Zusammenhang mit der psychischen Proble
matik zu sehen,
da
die
seit November 2010 dokumentierten psychischen Beschwerden
- bei uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht ab Dezember 2010 -
zu diesem Zeitpunkt deutlich im Vordergrund stand
en
. Grund der Zuweisung war denn auch
die
festgestellte
Schmerzausweitung
u
nd die Ärzte des
Z._
vermochten lediglich
psychiatrische Diagnosen
zu stellen
(vgl. vorstehend E. 3.9).
Nachdem die psychischen Beschwerden der Beschwerdeführerin
- wie dargelegt (vorstehend E. 6.1-5) -
nicht in adäquatem Zusammenhang zum Unfallereignis vom
7.
Oktober 2010 stehen, h
at die Beschwerdegegnerin ihre P
flicht
zur Über
nahme der Kosten
für die
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin im
Z._
zu Recht verneint. Das Gleiche gilt
in Bezug auf die
Kosten für die
zur psychosoma
tischen Rehabilitation erfolgte
Hospitalisation
in der
A._
vom 2
6.
Dezember 2011 bis 1
4.
Januar 2012 (vgl. vorste
hend E. 3.13)
sowie die
psychiatrischen Behan
d
lungen bei
Dr.
B._
.
Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.