Decision ID: 4c608853-0b0e-528a-8853-78cb94eaeb28
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Die nachfolgenden Sachverhaltserwägungen A und B basieren auf dem
rechtskräftigen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-5352/2013 vom
7. September 2015 (vorinstanzliche Akten [act.] 184, Seite 2, 3, 4).
A.a Der (...) 1958 geborene, heute in seinem Heimatland wohnhafte kroa-
tische Staatsangehörige A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer, Ver-
sicherter) entrichtete von 1986 bis 2007 Beiträge an die schweizerische
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV; act. 36, 91,
394, Seite 6). Insgesamt sind 253 Beitragsmonate ausgewiesen (act. 131).
A.b Am 15. Dezember 2005 meldete sich der Beschwerdeführer bei der
damals zuständigen IV-Stelle der Sozialversicherungsanstalt des Kantons
B._ zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Er
machte eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund eines Autounfalls vom 5. Dezem-
ber 2004 geltend (act. 9).
A.c Mit Verfügung vom 28. November 2007 verneinte die IV-Stelle
B._ den Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad
von 19 %. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft (act. 31;
vgl. auch act. 27).
B.
B.a Nach der Rückkehr in sein Heimatland meldete sich der Beschwerde-
führer am 7. Juni 2010 via den kroatischen Sozialversicherungsträger bei
der nunmehr zuständigen Invalidenversicherungsstelle für Versicherte im
Ausland IVSTA (nachfolgend: Vorinstanz) erneut zum Leistungsbezug der
schweizerischen Invalidenversicherung an (act. 30).
B.b Die Vorinstanz trat auf die Neuanmeldung ein und tätigte medizinische
und beruflich-erwerbliche Abklärungen. Am 8. Juli 2011 teilte sie dem
Beschwerdeführer mit, dass zur Beurteilung des Leistungsanspruchs eine
psychiatrische Abklärung in der Schweiz notwendig sei. Nachdem der
Beschwerdeführer geltend gemacht hatte, er könne die Reise in die
Schweiz aus medizinischen Gründen nicht antreten, hielt die Vorinstanz mit
Zwischenverfügung vom 5. Dezember 2011 an der Begutachtung in der
Schweiz fest (act. 73, 81).
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B.c Mit Urteil C-143/2012 vom 13. März 2012 trat das Bundesverwaltungs-
gericht auf die gegen die Zwischenverfügung vom 5. Dezember 2011 er-
hobene Beschwerde nicht ein und überwies die Sache zur Verfügung über
die sich im Zusammenhang mit der Begutachtung in der Schweiz stellen-
den Fragen betreffend Begleitpersonen sowie Reise- und Aufenthaltskos-
ten an die Vorinstanz zurück (act. 87).
B.d Zur Abklärung der Reisefähigkeit des Beschwerdeführers ersuchte die
Vorinstanz die kroatische Verbindungsstelle am 21. September 2012 um
Einreichung eines psychiatrischen Berichts. Nach Sichtung dieses Berichts
sowie weiterer aktueller Arztberichte führte der Psychiater des Regionalen
Ärztlichen Dienstes (RAD) mit Stellungnahme vom 14. März 2013 aus, eine
Abklärung in der Schweiz sei nicht mehr notwendig, da aufgrund der Akten
entschieden werden könne. Der Beschwerdeführer sei sowohl in seiner an-
gestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit seit 1. Dezember 2005
zu 100 % arbeitsunfähig (act. 97, 107).
B.e Gestützt auf diese Stellungnahme des RAD stellte die Vorinstanz dem
Beschwerdeführer mit Vorbescheid vom 2. April 2013 die Ausrichtung einer
ganzen Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Dezember 2010 in Aussicht. Ge-
gen diesen Vorbescheid erhob die Stiftung Berufliche Vorsorge C._
am 2. Mai 2013 Einwand (act. 108, 115).
B.f Mit Verfügung vom 21. August 2013 sprach die Vorinstanz dem Be-
schwerdeführer wie angekündigt eine ganze Rente der Invalidenversiche-
rung mit Wirkung ab 1. Dezember 2010 zu (act. 120, 129, 132).
B.g Gegen diese Verfügung erhob die Stiftung Berufliche Vorsorge
C._ am 23. September 2013 Beschwerde beim Bundesverwal-
tungsgericht. Sie beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und die Ange-
legenheit sei zur Vornahme einer neuen medizinischen Untersuchung und
anschliessenden Neuverfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zur
Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers sei nicht ausreichend abgeklärt worden (act. 141).
B.h Die Vorinstanz teilte dem Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben
vom 18. Juli 2014 mit, die erste laufende Rentenzahlung sei im September
2013 erfolgt. Die Nachzahlung für den Zeitraum vom 1. Dezember 2010
bis zum 31. August 2013 im Betrag von Fr. 88'989.- sei im November 2013
vollumfänglich an den Versicherten gegangen (act. 171). Zudem sprach die
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Vorinstanz dem Versicherten mit Verfügung vom 25. Oktober 2016 eine
Kinderrente ab 1. Oktober 2016 zu (act. 277).
B.i Das Bundesverwaltungsgericht hiess die Beschwerde mit dem rechts-
kräftigen Urteil C-5352/2013 vom 7. September 2015 gut und wies die
Sache zur weiteren Abklärung und anschliessenden Neuverfügung an die
Vorinstanz zurück. Es führte aus, eine zuverlässige Beurteilung des Invali-
ditätsgrads sei aufgrund der Aktenlage nicht möglich. Weder eine Demenz-
erkrankung noch eine Psychopathologie sei mit dem erforderlichen Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Es sei eine poly-
disziplinäre (psychiatrische, neurologische und orthopädische) Begutach-
tung in der Schweiz angezeigt (act. 183, Seite 19, 25, 26).
C.
C.a Die Vorinstanz zog in der Folge die Akten der SUVA, des vormals zu-
ständigen Krankentaggeldversicherers D._ und der kroatischen So-
zialversicherung bei und übersetzte sämtliche medizinischen Unterlagen in
die deutsche Sprache (act. 190, 191, 233, 295, 298, 299). Sie unterbreitete
die vollständigen Akten der Abklärungsstelle SMAB Bern und hielt mit Zwi-
schenverfügung vom 20. Februar 2018 an der Begutachtung fest (act. 344;
vgl. auch act. 319, 321, 330, 352). Die Begutachtung fand schliesslich am
26., 27. und 28. März 2018 statt.
C.b Das SMAB Bern erstattete am 7. Mai 2018 ein polydisziplinäres Gut-
achten, an dem die Disziplinen Psychiatrie (Federführung), Neuropsycho-
logie, Innere Medizin, Orthopädie / Traumatologie und Neurologie mitwirk-
ten (act. 372). Die Gutachter kamen in der versicherungsmedizinischen
Beurteilung zum Schluss, die Diagnose einer gemischten (mittelgradigen)
Demenz lasse sich bestätigen. Dem Versicherten könne keine berufliche
Tätigkeit mehr zugemutet werden. Er sei bereits mit einfachen Aufgaben
überfordert. Die Arbeitsfähigkeit betrage für jede Art von Tätigkeit 0 %. Aus
den Akten lasse sich nicht eindeutig rekonstruieren, ab wann die Symp-
tome eher einer Demenz als einer Depression entsprochen hätten. Im Gut-
achten des Klinikums F._ vom 31. März 2007 sei noch der Verdacht
auf eine mittelgradig depressive Störung geäussert worden. Ein CCT 2009
sei als normal befundet worden. Im selben Jahr sei in einem psychiatri-
schen Bericht von einer chronifizierten schweren Depression mit zusätzli-
chen Anzeichen psychoorganischer Veränderungen gesprochen worden.
Trotz der medikamentösen Therapie habe keine Besserung erreicht wer-
den können. Bereits 2010 sei gemeldet worden, dass der Versicherte im
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Alltag auf Hilfe und Pflege Dritter angewiesen sei. Es sei von einer zuneh-
menden Wesensveränderung berichtet worden. Im Austrittsbericht des
Psychiatrischen Zentrums E._ vom 12. Oktober 2012 sei schliess-
lich erstmals die Diagnose Demenz gestellt worden. Der MMST habe be-
reits damals – entsprechend einer mittelgradigen Demenz – bei 12 / 30
Punkten gelegen. Spätestens ab diesem Zeitpunkt sei keine Arbeitsfähig-
keit mehr anzunehmen. Für die Zeit davor bleibe die Situation unklar. Es
könne allenfalls geschätzt werden, dass unter der Annahme einer im Vor-
dergrund stehenden Depression in dieser Zeit die Arbeitsfähigkeit bei etwa
50 % gelegen haben könnte (ab 2009). Genauere Angaben hierzu seien
nicht möglich (act. 372, Seite 27, 29).
C.c Die Vorinstanz stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 16. Juli
2018 in Übereinstimmung mit dem Ergebnis der Begutachtung eine halbe
Invalidenrente ab 1. Dezember 2010 und eine ganze Invalidenrente ab 1.
Januar 2013 in Aussicht (act. 386). Der Versicherte liess am 2. August 2018
durch Rechtsanwalt lic. iur. Kreso Glavas Einwand erheben (act. 389).
C.d Die Vorinstanz sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 23. No-
vember 2018 eine halbe Invalidenrente ab 1. Dezember 2010 und eine
ganze Invalidenrente ab 1. Januar 2013 sowie die jeweiligen Kinderrenten
zu. In der «Begründung der Verfügung» führte sie – unter Bezugnahme auf
den Einwand – unter anderem aus, die Verfügung vom 21. August 2013 sei
vom Bundesverwaltungsgericht aufgehoben worden und mithin nicht in
Rechtskraft erwachsen. Es handle sich nicht um eine Revision oder Wie-
dererwägung (act. 391, Seite 3; act. 394, 395, 396).
D.
D.a Der Beschwerdeführer, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur.
Kreso Glavas, beantragte mit Beschwerde vom 10. Januar 2019, «die an-
gefochtenen Verfügungen seien teilweise aufzuheben, soweit sie den In-
validitätsgrad nicht bereits ab 1. Dezember 2005 gewähren. Eventualiter
seien die angefochtenen Verfügungen aufzuheben und es sei eine fach-
medizinische Abklärung über die Identität der seit 2005 fortbestehenden
Beschwerden mit den invalidisierenden Arbeitsunfähigkeiten zu evaluie-
ren, woraufhin neu zu entscheiden sei». Er verwies in seinen Ausführungen
auf das Gutachten des Klinikums F._ vom 31. März 2007, in dem
festgestellt worden sei, dass die demenzielle Entwicklung kräftig eingesetzt
habe. Schon die im Austrittsbericht der Rehaklinik G._ vom
21. März 2005 festgehaltenen Befunde und Beschwerden würden auf eine
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demenzielle Entwicklung schliessen lassen. In formeller Hinsicht machte
er eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend (Akten des Beschwer-
deverfahrens [Bact.] 1; vgl. Beilage 4, 6).
D.b Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 14. März 2019
unter Beilage zweier Stellungnahmen des ärztlichen Dienstes die Abwei-
sung der Beschwerde und die Bestätigung der angefochtenen Verfügung.
Sie führte aus, der RAD-Chefarzt Psychiatrie halte fest, «dass sich die Gut-
achter des SMAB Bern mit den Vorakten einlässlich auseinandergesetzt
hätten, dass deren Beurteilung zu Beginn und Verlauf der Arbeitsunfähig-
keit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zutreffe, und dass eine nochma-
lige Begutachtung, da sich diese nur auf die gleichen Akten abstützten
könnte wie das Gutachten des SMAB Bern, keine neuen Gesichtspunkte
in Bezug auf den Sachverhalt erbringen könnte, sondern höchstenfalls auf
eine nochmalige abweichende Einschätzung des gleichen Sachverhalts
hinauslaufen würde. Die Einholung eines weiteren Gutachtens sei deshalb
nicht zu empfehlen» (Bact. 9).
D.c Die Stiftung Berufliche Vorsorge C._ verzichtete als betroffene
BVG-Vorsorgeeinrichtung mit Schreiben vom 25. März 2019 auf die Ver-
fahrensteilnahme (Bact. 10).
D.d Der Beschwerdeführer ersuchte mit Replik vom 17. April 2019 um die
Gutheissung der Beschwerde (Bact. 12). Er führte sinngemäss aus, es
gehe ihm nicht um die Leistungen der Invalidenversicherung, sondern um
die Leistungen der beruflichen Vorsorge.
D.e Die Vorinstanz liess sich in der Folge nicht mehr vernehmen. Auf die
weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen
wird – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgenden
Erwägungen näher eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b
IVG [SR 831.20]). Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochte-
nen Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges
Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb er zur Erhebung
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der Beschwerde legitimiert ist (Art. 59 ATSG [SR 830.1]; Art. 48 Abs. 1
VwVG). Nachdem auch der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde
(Bact. 4, 7), ist auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten (Art. 60 ATSG; Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
2.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechts-
anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der
Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch
aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-
gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die
von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. BVGE 2013/46 E. 3.2).
2.3 Nach ständiger Rechtsprechung beschränkt sich die Prüfung des So-
zialversicherungsgerichts auf die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass
der angefochtenen Verwaltungsverfügung entwickelt haben (vgl. Urteil des
BGer 8C_489/2016 vom 29. November 2016 E. 5.2 m.H. auf BGE 132 V
215 E. 3.1.1; 130 V 138 E. 2.1; 121 V 362 E. 1b). Tatsachen, die jenen
Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand ei-
ner neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b).
2.4 Der Beschwerdeführerin ist kroatischer Staatsangehöriger und hat sei-
nen Wohnsitz in Kroatien. Damit gelangen (seit 1. Januar 2017) das Frei-
zügigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681, in Kraft
getreten am 1. Juni 2002) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur Ko-
ordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des
FZA zur Anwendung. Der Anspruch auf Leistungen der schweizerischen
Invalidenversicherung richtet sich jedoch auch nach dem Inkrafttreten des
FZA nach schweizerischem Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; vgl. Urteile
des BVGer C-3981/2016 vom 14. November 2018 E. 2 und C-5609/2016
vom 8. März 2018 E. 3.1).
2.5 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes
Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139 V 335 E. 6.2; 138 V 475 E. 3.1).
Deshalb finden die Vorschriften Anwendung, die spätestens beim Erlass
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der Verfügung vom 23. November 2018 in Kraft standen; weiter aber auch
Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren,
die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprü-
che von Belang sind.
3.
In formeller Hinsicht machte der Beschwerdeführer eine Verletzung des
rechtlichen Gehörs geltend.
3.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, anderer-
seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass
eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen ein-
greift. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Er-
lass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise
beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisan-
trägen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise ent-
weder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern,
wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch
auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse,
die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren
Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 143 V 71 E. 4.1).
3.2 Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt grundsätz-
lich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst
zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung (BGE 132 V 387 E. 5.1;
WALDMANN/BICKEL, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommen-
tar VwVG, 2. Aufl. 2016, Rz. 106 zu Art. 29 VwVG). Nach der Rechtspre-
chung kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtli-
chen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Per-
son die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern,
die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE
127 V 431 E. 3d/aa). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung
ist aber selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Ge-
hörs abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalisti-
schen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die
mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei
an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären
(BGE 132 V 387 E. 5.1; 136 V 117 E. 4.2.2.2 m.w.H.).
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3.3 Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde
die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen
auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Da-
raus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen.
Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten
einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich
widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen
Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich
der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und
ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann.
In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt wer-
den, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Ent-
scheid stützt (BGE 136 I 229 E. 5.2; 138 I 232 E. 5.1 m.H.).
3.4 Die Vorinstanz nannte in der «Begründung der Verfügung» die mass-
gebliche gesetzliche Grundlage, wies auf ihre Abklärungen und insbeson-
dere auf das Gutachten des SMAB Bern hin und erwähnte dessen Würdi-
gung durch den RAD. Sie informierte den Rechtsverteter in der «Begrün-
dung der Verfügung» – unter Bezugnahme auf dessen Einwand – weiter
zutreffend darüber, dass ihre frühere Rentenverfügung vom 21. August
2013 (act. 129, 132) vom Bundesverwaltungsgericht mit dem rechtskräftige
Urteil C-5352/2013 vom 7. September 2015 (act. 183) aufgehoben worden
und mithin nicht in Rechtskraft erwachsen sei. Es handle sich daher nicht
um eine Revision oder Wiedererwägung. Die Vorinstanz hat die angefoch-
tene Verfügung mit dem entsprechenden Dokument rechtsgenüglich be-
gründet (act. 391, Seite 3; act. 394, 395, 396). Nach dem Gesagten wurde
im vorliegenden Fall die aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör flies-
sende Begründungspflicht nicht verletzt.
3.5 Weil der Rechtsvertreter in der Beschwerde wiederum davon schreibt,
dass für «eine nachträgliche Änderung» der Verfügung vom 21. August
2013 «die Voraussetzungen» nicht gegeben seien (Bact. 1, Seite 2, 3), ist
an dieser Stelle zu unterstreichen, dass das Bundesverwaltungsgericht die
damalige vorinstanzliche Annahme einer vollen Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit ab 1. Dezember 2005 nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachvollziehen konnte. Die Arbeits-
und Erwerbsfähigkeit war zum damaligen Zeitpunkt nach Auffassung des
Bundesverwaltungsgerichts ungeklärt, weshalb es die Durchführung einer
polydisziplinären Begutachtung anordnete, was für die Vorinstanz verbind-
lich war. Die Verfügung vom 21. August 2013 wurde aufgehoben.
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4.
Der Anspruch auf eine schweizerische Invalidenrente ist folgendermassen
normiert:
4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-
tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte,
volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich
zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-
tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6
ATSG).
4.2 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG
Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (Bst. b) und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. c). Bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente, bei mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei mindestens
60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 % auf eine ganze
Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
4.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so
wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft ent-
sprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
Anlass zur Revision von Invalidenrenten gibt jede Änderung in den tatsäch-
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer we-
sentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Hingegen ist
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Seite 11
die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich ge-
bliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich. Eine
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, ist für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung
von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden
kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem
Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei
Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a
Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung [IVV, SR 831.201]). Eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder
der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist zu berücksichti-
gen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat
(Art. 88a Abs. 2 IVV). Ist eine anspruchserhebliche Änderung des Sachver-
halts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es nach
dem Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand
(vgl. Urteil des BGer 9C_273/2014 vom 16. Juni 2014 E. 3.1.1 mit Hinweis).
Die Revisionsbestimmungen (Art. 17 Abs. 1 ATSG; Art. 88a IVV) sind bei
der rückwirkenden Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Rente
analog anwendbar (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil BGer
8C_269/2015 vom 18. August 2015 E. 3.2).
4.4 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwaltung
und – im Beschwerdefall – das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen
und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen
sind. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tä-
tigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist. Hinsichtlich des Beweis-
wertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-
lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die ge-
klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen-
hänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-
folgerungen der Expertinnen und Experten begründet sind (BGE 134 V 231
E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Eine begutachtende medizinische Fachperson
muss über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteil des
BGer 9C_555/2017 vom 22. November 2017 E. 3.1 mit Hinweisen).
4.5 Zwar gilt für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsver-
fahren der Grundsatz der freien Beweiswürdigung, doch hat die Rechtspre-
chung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut-
achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufgestellt (vgl. BGE 125 V 351
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E. 3b). So kommt den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten
Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Be-
obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl.
BGE 137 V 210 E. 2.2.2, BGE 135 V 465 E. 4.4, BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
Berichte behandelnder Ärzte sind aufgrund deren auftragsrechtlichen Ver-
trauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen. Dies gilt für den
allgemein praktizierenden Hausarzt wie den behandelnden Spezialarzt
(Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 655/05 vom 20. März
2006 E. 5.4 m.H. auf BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Allerdings dürfen auch die
potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen wer-
den, namentlich wenn sie wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher
Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Be-
gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des BGer
9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2 m.H.). Den Berichten und Gutach-
ten versicherungsinterner Ärzte kommt ebenfalls Beweiswert zu, sofern sie
als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wider-
spruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen.
Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis
zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivi-
tät und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Um-
stände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung ob-
jektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 135 V 465 E. 4.4 m.H. auf 125
V 351 E. 3b/ee).
5.
Zum vorliegenden Fall ist Folgendes zu erwägen:
5.1 Der Versicherte meldete sich am 7. Juni 2010 zum zweiten Mal bei der
Invalidenversicherung an, nachdem die IV-Stelle B._ mit der rechts-
kräftigen Verfügung vom 28. November 2007 seine erste Anmeldung ab-
gewiesen hatte (act. 30, 31). Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29
Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendma-
chung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühes-
tens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahrs folgt (zum Ver-
hältnis zwischen Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 IVG vgl. BGE 142 V 547
E. 3.2). Daher steht im vorliegenden Fall nur der Invalidenrentenanspruch
ab 1. Dezember 2010 in Frage. Über Leistungen der beruflichen Vorsorge
(BVG-Leistungen) ist hingegen nicht zu befinden.
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5.2 Von der Invalidenversicherung war demzufolge nur die Rentenberech-
tigung ab 1. Dezember 2010 abzuklären. Die Vorinstanz holte zu diesem
Zweck beim SMAB Bern ein polydisziplinäres Gutachten ein, an dem die
Disziplinen Psychiatrie (Federführung), Neuropsychologie, Innere Medizin,
Orthopädie / Traumatologie und Neurologie mitwirkten (act. 372). Entge-
gen den Ausführungen des Beschwerdeführers war «eine fachmedizini-
sche Abklärung über die Identität der seit 2005 fortbestehenden Beschwer-
den mit den invalidisierenden Arbeitsunfähigkeiten» zur Beantwortung der
vorliegenden Fragestellung nicht «zu evaluieren» (Bact. 1, Seite 2). Wei-
tergehende Ausführungen zu den gesundheitlichen Beeinträchtigungen,
die sich unmittelbar nach dem Autounfall am 5. Dezember 2004 einstellten,
können an dieser Stelle unterbleiben. Es ist stattdessen auf die rechtskräf-
tige Verfügung vom 28. November 2007 zu verweisen, mit der die IV-Stelle
B._ auf der Grundlage des Gutachtens des Klinikums F._
vom 31. März 2007 einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von
19 % verneinte (act. 27, Seite 4, act. 31).
5.3 Die Vorinstanz sprach dem Versicherten mit der angefochtenen Verfü-
gung vom 23. November 2018 eine halbe Invalidenrente ab 1. Dezember
2010 und eine ganze Invalidenrente ab 1. Januar 2013 sowie die jeweiligen
Kinderrenten zu (act. 391, 394, 395, 396). Sie orientierte sich dabei am
polydisziplinären Gutachten des SMAB Bern vom 7. Mai 2018, das als be-
weiskräftig einzustufen ist. Darin wurde unter anderem festgehalten, dass
im Austrittsbericht des Psychiatrischen Zentrums E._ vom 12. Ok-
tober 2012 erstmals die Diagnose (einer mittelgradigen) Demenz gestellt
worden sei. Spätestens ab diesem Zeitpunkt sei keine Arbeitsfähigkeit
mehr anzunehmen (act. 372, Seite 29).
5.4 Die Vorinstanz hat zu Recht – auch auf Empfehlung des RAD, der das
polydisziplinäre Gutachten als beweiskräftig erachtete (act. 385) – auf
diese nachvollziehbare Angabe des SMAB Bern abgestellt. Aufgrund der
(per 12. Oktober 2012 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiese-
nen) mittelgradigen Demenz, die eine Betätigung am Arbeitsmarkt verun-
möglicht, steht dem Versicherten mit Wirkung ab 1. Januar 2013 eine
ganze Invalidenrente zu (vgl. Art. 88a Abs. 2 IVV).
5.5 Für die Zeit vor dem 12. Oktober 2012 ist die Situation gemäss dem
polydisziplinären Gutachten des SMAB Bern unklar: Es könne allenfalls
geschätzt werden, dass unter der Annahme einer im Vordergrund stehen-
den Depression in dieser Zeit die Arbeitsfähigkeit bei etwa 50 % gelegen
haben könnte (ab 2009). Genauere Angaben hierzu seien nicht möglich
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Seite 14
(act. 372, Seite 29). Aufgrund des schleichenden Krankheitsverlaufs, in
dem eine Depression in eine Demenz mündete, ist ohne Weiteres davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer schon vor dem 12. Oktober 2012
in seinem Leistungsvermögen erheblich beeinträchtigt war (vgl. zur Anam-
nese, die im Gutachten nachvollziehbar geschildert wird, die Sachverhalts-
erwägung C.b). Darauf deutet auch die Formulierung im Gutachten hin,
wonach «spätestens ab diesem Zeitpunkt keine Arbeitsfähigkeit mehr bei
dem Versicherten anzunehmen» sei (act. 372, Seite 29). Dass 2018 retro-
spektiv zur Arbeitsfähigkeit von 2009 bis 2012 nur eine ungefähre Schät-
zung abgegeben werden konnte, liegt in der Natur der Sache bzw. im
schleichenden Verlauf der Demenzerkrankung begründet und schmälert
die Beweiskraft des polydisziplinären Gutachtens nicht. Mithin ist auf die
nachvollziehbare Schätzung des SMAB Bern abzustellen.
5.6 Eine anhaltende volle Arbeitsunfähigkeit im Zeitraum vor dem 12. Ok-
tober 2012 ist in den Akten nach wie vor nicht nachvollziehbar dokumen-
tiert. Schon die frühere Rentenverfügung vom 21. August 2013 (act. 129,
132) wurde vom Bundesverwaltungsgericht mit dem rechtskräftigen Urteil
C-5352/2013 vom 7. September 2015 (act. 183) aufgehoben, weil es die
vorinstanzliche Annahme einer vollen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit ab
1. Dezember 2005 nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit nachvollziehen konnte. Weder der Austrittsbe-
richt der Rehaklinik G._ vom 21. März 2005, noch das Gutachten
des Klinikums F._ vom 31. März 2007, noch irgendein anderes Do-
kument vermögen den entsprechenden Nachweis zu erbringen (Bact. 1,
Beilage 4, 6). Sodann trifft es nicht zu, das im Austrittsbericht der Rehakli-
nik G._ oder im Gutachten des Klinikums F._ festgestellt
wurde, dass die demenzielle Entwicklung bereits damals kräftig eingesetzt
habe. Im Gutachten des Klinikums F._ wurde das diffuse, neurolo-
gische und orthopädische Einschränkungsbild im Rahmen einer depressi-
ven Entwicklung mit ausgeprägter Verdeutlichungstendenz und Symptom-
ausweitung gedeutet. Es wurde nicht eine kräftige demenzielle Entwick-
lung diagnostiziert, sondern der Verdacht auf eine mittelgradige depressive
Störung (Bact. 1, Beilage 4, Seite 12, 24).
5.7 Die objektive Beweislast beurteilt sich nach dem materiellen Recht und
damit unabhängig davon, ob der Untersuchungs- oder Verhandlungs-
grundsatz gilt. Der vor der IV-Stelle geltende Untersuchungsgrundsatz än-
dert demnach nichts an der objektiven Beweislast: Ergibt die Beweiswürdi-
gung, dass für eine rechtserhebliche Tatsache der Beweis nicht erbracht
ist, trägt die beweisbelastete Partei die Folgen der Beweislosigkeit (BGE
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115 V 44 E. 2b; BGE 117 V 264 E. 3b). Dies bedeutet, dass für rechtser-
zeugende oder anspruchsbegründende Tatsachen diejenige Person die
Folgen der Beweislosigkeit trägt, die das Recht geltend macht. Dies ist im
IV-Verfahren in der Regel die versicherte Person. Ergibt die Beweiswürdi-
gung wie im vorliegenden Fall, dass eine weitergehende Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit von mehr als 50 % nicht ausgewiesen ist, hat die ver-
sicherte Person, welche einen Rentenanspruch geltend gemacht hat, die
Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (vgl. URS MÜLLER, Das Verwaltungs-
verfahren in der Invalidenversicherung, Bern 2010, S. 292, Rz. 1536 ff.).
Die Beweisschwierigkeiten hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit, die sich aus
dem schleichenden Krankheitsverlauf ergeben, bei dem eine Depression
schliesslich in eine Demenz mündete, gehen mithin zu Lasten des Versi-
cherten und nicht der Vorinstanz. Zu ergänzen ist, dass die gutachterlich
geschätzte Arbeitsfähigkeit von 50 % wegen der Depression, die ab 2009
bis (am 12. Oktober) 2012 mutmasslich noch im Vordergrund stand, von
der Vorinstanz vollumfänglich anerkannt wurde.
5.8 Damit ist die angefochtene Verfügung auch mit Blick auf den Zeitraum
vom 1. Dezember 2010 bis 31. Dezember 2012, für den eine halbe Invali-
denrente gewährt wurde (act. 394), nicht zu beanstanden. Der Beschwer-
deführer macht im Übrigen seinerseits nicht explizit geltend, dass ihm in
diesem Zeitraum eine höhere Invalidenrente zustehen würde.
5.9 Eine weitere Abklärung, wie sie der Beschwerdeführer mit einer «Ober-
expertise» eventualiter beantragt (Bact. 12, Seite 3), erübrigt sich in Anbe-
tracht des beweiskräftigen polydisziplinären Gutachtens des SMAB Bern
vom 7. Mai 2018. Auch der RAD-Chefarzt Psychiatrie sprach sich in seiner
Stellungnahme vom 12. März 2019 mit nachvollziehbarer Begründung ge-
gen ein Obergutachten aus (Bact. 9, Beilage). Es ist nicht anzunehmen,
dass 2020 oder 2021 retrospektiv genauere Angaben zur Arbeitsfähigkeit
von 2009 bis 2012 zu erlangen sind als die vorhandenen aus 2018. Wenn
die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen - wie im vorliegenden
Fall - bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung führen, ein
bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten
und weitere Beweismassnahmen könnten an diesem feststehenden Er-
gebnis nichts mehr ändern, so ist in antizipierter Beweiswürdigung auf die
Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (vgl. UELI KIESER, Das Verwal-
tungsverfahren in der Sozialversicherung, Zürich 1999, S. 212, Rz. 450;
FRITZ GYGI, a.a.O., S. 274; vgl. auch BGE 122 II 464 E. 4a, BGE 122 III
219 E. 3c, BGE 120 1b 224 E. 2b, BGE 119 V 335 E. 3c mit Hinweisen).
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6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Beschwerde als unbe-
gründet erweist, weshalb sie abgewiesen wird. Die angefochtene Verfü-
gung ist nicht zu beanstanden. Soweit dem Beschwerdeführer für den Zeit-
raum vom 1. Dezember 2010 bis zum 31. Dezember 2012 eine ganze In-
validenrente ausgerichtet wurde, liegt ein unrechtmässiger Leistungsbezug
vor (act. 171).
7.
7.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis und 2
IVG), wobei die Verfahrenskosten gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG in der Re-
gel der unterliegenden Partei auferlegt werden. Entsprechend dem Aus-
gang des Verfahrens sind die auf Fr. 800.– festzusetzenden Verfahrens-
kosten dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der einbe-
zahlte Kostenvorschuss von Fr. 800.– ist zur Bezahlung der Verfahrens-
kosten zu verwenden.
7.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden
Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er-
wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art.
64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbehörde hat die obsiegende Vorinstanz je-
doch keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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