Decision ID: 3624b9c6-faae-4d3a-a964-4579c3b3e8bf
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A.a B._ meldete sich am 14. September 2012 bei der Invalidenversicherung (IV) zum
Leistungsbezug an (IV-act. 1). Der Versicherte arbeitete seit 1. Januar 2010 als
Polymechaniker bei der C._ GmbH und war seit 21. Februar 2012 - mit Unterbruch
vom 1. Mai bis 5. Juni 2012 - zu 50% arbeitsunfähig geschrieben (Arztzeugnisse
Dr.med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 21. Februar und
6. März 2012 [Fremdakten, act. 1-12 f.], Dr.med. E._, FMH für Allgemeine Medizin,
vom 23. März und 19. April 2012 [Fremdakten act. 1-10 f.], med.pract. F._,
Allgemeine Medizin, vom 6. Juni, 22. Juni, 6. Juli, 27. Juli und 31. August 2012
[Fremdakten, act. 1-4 ff.]). Der Versicherte war ambulant im Spital G._ abgeklärt
worden, wo eine unklare Allgemeinzustandsveränderung mit neuropsychologischen
Veränderungen, wechselnden Arthralgien und Kopfschmerzen sowie ein Zustand nach
Kontakt mit Borrelien festgehalten worden waren. Eine Stoffwechselerkrankung, ein
systemisch entzündlicher oder konsumierender Prozess und insbesondere eine
chronische Borrelieninfektion waren ausgeschlossen worden (Berichte vom 7. Mai [IV-
act. 15-12 f.], vom 4. Juni [IV-act. 15-10 f.] sowie vom 12. Juni 2012 [IV-act. 15-5 f.]).
Dr.med. H._, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, hatte in einer
rheumatologischen Untersuchung keine Hinweise für eine entzündlich-rheumatische
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/20
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Erkrankung gefunden, sondern eher Zeichen einer lokalisierten Bandlaxizität in den
Bereichen Wirbelsäule, Knie, Hüftgelenke und Fuss, die durchaus einmal wechselnde
Überlastungsbeschwerden begründen könne (Bericht vom 11. September 2012, IV-
act. 15-19 ff.).
A.b In der Folge wurde der Versicherte am Zentrum für Neurologie Z._
neuropsychologisch und neurologisch untersucht. Im Rahmen der
neuropsychologischen Untersuchung konnten die berichteten Defizite nicht objektiviert
werden (Bericht vom 9. November 2012, Fremdakten, act. 2-4 ff.). Aus neurologischer
Sicht erwiesen sich die geschilderten Beschwerden - Antriebsschwäche,
Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen, verminderte Leistungsfähigkeit bei
Stress - unter Zusammenschau der Anamnese, des Verlaufs und der Befunde
suggestiv für eine affektive Störung. Im Rahmen der neuropsychologischen
Untersuchung hätten sich die subjektiven kognitiven Einschränkungen nicht
objektivieren lassen, wobei diese anamnestisch in Abhängigkeit von Stressbelastungen
fluktuierten und wahrscheinlich als Zeichen einer erhöhten Stressanfälligkeit im
Rahmen einer depressiven Störung zu erklären seien (Bericht vom 3. Januar 2013,
Fremdakten, act. 2-1 ff.).
A.c Ende Februar/Anfang März 2013 erhielt der Versicherte die Kündigung per 2. Juni
2013 bzw. wurde das Arbeitsverhältnis auf dieses Datum hin aufgelöst und er per
sofort freigestellt (vgl. Assessmentprotokoll vom 7. März 2013, IV-act. 20-6). Mit Blick
auf eine am 11. März 2013 begonnene tagesklinische Behandlung im
Psychiatriezentrum I._ entschied die IV-Stelle, zurzeit seien keine
Eingliederungsmassnahmen möglich (Mitteilung vom 14. März 2013, IV-act. 23).
Während der bis 31. Mai 2013 dauernden Therapie wurden eine Alexithymie (nicht
näher bezeichnete anhaltende affektive Störung, ICD-10: F34.9) sowie eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F33.0),
diagnostiziert. Die beklagten Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen konnten
nicht objektiviert werden. Im Bericht wurde ausgeführt, der Versicherte leide an einer
ausgeprägten alexithymen Problematik und daraus resultierender depressiver
Symptomatik. Es wurde bis zum 1. August 2013 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit
postuliert mit anschliessender Steigerung bzw. Aufbautraining (Arztbericht vom 4. Juni
2013, IV-act. 31-1 ff.; Austrittsbericht vom 10. Juni 2013, Fremdakten, act. 3-109 ff.).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/20
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
A.d Die IV-Stelle sprach dem Versicherten die Kostenübernahme für ein Aufbautraining
bei der J._ vom 7. Oktober 2013 bis insgesamt 6. Juli 2014 zu (Mitteilungen vom
12. November 2013, IV-act. 41, und vom 29. April 2014, IV-act. 55). Die Präsenzzeit
von 5 Tagen à 4 Stunden wurde ab 3. Februar 2014 um zwei Stunden an einem
Nachmittag pro Woche erhöht. Die Institution hielt fest, Arbeitsmenge und
Arbeitstempo seien nicht genügend für den ersten Arbeitsmarkt. Die ausgeführten
Arbeiten seien sehr gut brauchbar gewesen. Wenn der Versicherte sein Arbeitstempo
steigern könnte, hätte er eine sehr realistische Chance, wieder im ersten Arbeitsmarkt
zu arbeiten (Abschlussbericht Aufbautraining vom 13. Mai 2014, IV-act. 62). Die
Massnahme musste am 5. Mai 2014 vorzeitig abgebrochen werden (Protokoll
Eingliederungsberatung per 26. Mai 2014, IV-act. 64-11 f.; Mitteilung vom 24. Juni
2014, IV-act. 70).
A.e Im Auftrag des Krankentaggeldversicherers wurde der Versicherte
neuropsychologisch (Dr. phil. K._, Abklärung vom 24. Juni 2014, Bericht vom 4. Juli
2014, Fremdakten, act. 3-82 ff.) beurteilt und psychiatrisch begutachtet (Dr.med. L._,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie; Gutachten vom 30. Juli 2014,
Untersuchung vom 6. Juni 2014, Fremdakten act. 3-44 ff.). Dem neuropsychologischen
Gutachter fielen deutliche Antwortlatenzen und ein verlangsamtes Sprechtempo auf
(Fremdakten, act. 3-84). Er führte aus, aus neuropsychologischer Sicht bestehe, unter
ausschliesslicher Würdigung der Testbefunde in der aktuellen Untersuchung, eine
leichte Hirnfunktionsstörung. Die erfassten kognitiven Leistungsminderungen seien
wahrscheinlich durch die depressive Symptomatik bedingt (Fremdakten, act. 3-89). Der
Versicherte sei aus rein neuropsychologischer Sicht zeitlichem Druck nicht gewachsen.
Geeignet seien erwerbliche Tätigkeiten mit leicht unterdurchschnittlichen
Tempoanforderungen. Es würden leicht vermehrt Pausen benötigt. Antwortlatenzen
müssten toleriert werden (Fremdakten, act. 3-90). Der psychiatrische Gutachter
diagnostizierte eine Dysthymie (ICD-10: F34.1) und erhob den Verdacht auf psychische
und Verhaltensstörung durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom (ICD-10: F10.2;
Fremdakten, act. 3-73). Er hielt fest, das formale Denken sei verlangsamt, daher habe
er eine neuropsychologische Untersuchung veranlasst. Bei den testpsychologischen
Leistungen sei die Verlangsamung weniger ausgeprägt gewesen. Über eine depressive
Verstimmung werde seit drei Jahren berichtet, diese habe aber (in Anbetracht der
Aktenlage) kaum je das Ausmass einer eigentlichen depressiven Episode erreicht,
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/20
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
sodass von einer Dysthymie auszugehen sei (Fremdakten, act. 3-75). Weder in den
Akten noch bei der aktuellen Untersuchung oder in der Anamnese fänden sich
Hinweise für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung (Fremdakten, act. 3-76). Bei
der neuropsychologischen Abklärung werde insgesamt eine leichte
Hirnfunktionsstörung beschrieben. Bei gegenwärtig regelmässigem Alkoholkonsum
müsse aber davon ausgegangen werden, dass diese (relativ diskreten)
neuropsychologischen Einschränkungen auf diesen zurückzuführen seien. Es könne
aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass sie vorbestehend gewesen seien. Mit
der Dysthymie liessen sie sich eigentlich nicht erklären (Fremdakten, act. 3-76). Der
Zustand sei seit der Beurteilung durch Z._ vom Januar 2013 unverändert
(Fremdakten, act. 3-78). Weder mit der Dysthymie noch mit dem Verdacht auf eine
Alkoholabhängigkeit lasse sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht begründen (Fremdakten, act. 3-78 f.). Die
Krankentaggeldversicherung stellte daraufhin die Taggeldleistungen per 31. August
2014 ein (Fremdakten, act. 3-2).
A.f Vom 20. Oktober bis 18. Dezember 2014 war der Versicherte in der psychiatrischen
Klinik M._ hospitalisiert. Dabei wurden die Diagnosen einer rezidivierenden
depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome
(ICD-10: F33.2), sowie einer anhaltenden affektiven Störung, Alexithymie (ICD-10:
F34.9), gestellt. Der Versicherte zeige eine deutliche formale Denkstörung. Eine
Integration im ersten Arbeitsmarkt sei nicht möglich; erneute Arbeitsversuche würden
den Versicherten überfordern und ausserordentlich destabilisieren (vgl. Austrittsbericht
vom 19. Januar 2015, IV-act. 92).
A.g Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte durch die MGBB (Medizinische
Begutachtung Basel) polydisziplinär begutachtet (psychiatrisch: Dr.med. N._;
internistisch: Dr.med. O._; neurologisch: Dr.med. P._; neuropsychologisch: lic.phil.
Q._; Gutachten von 30. Januar 2016; IV-act. 125). Der neuropsychologische
Gutachter stellte keine relevanten kognitiven Schwächen und Defizite fest. Die
ausgewiesenen, insgesamt auch nur spärlichen Leistungsdefizite rechtfertigten
lediglich die Diagnose einer zustandsabhängigen, minimalen und da auch nur partiellen
Hirnfunktionsschwäche; die vom Vorgutachter erhobene leichte Hirnfunktionsstörung
sei nicht ganz nachvollziehbar (IV-act. 125-30, 44). Im Rahmen der in den letzten
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/20
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Jahren offenbar mehrfach aufgetretenen depressiven Beschwerden dürften aber
erhebliche Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bestanden haben und solche blieben
auch in weiterer Zukunft möglich (IV-act. 125-49). Die psychiatrische Gutachterin
diagnostizierte eine Dysthymia (ICD-10: F34.1) und eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0) vom schizoid ängstlich-vermeidenden Typ (IV-
act. 125-38). Eine gewisse Verbesserung der Symptomatik bestehe, da keine
mittelgradige oder schwere depressive Episode diagnostiziert werden könne.
Berücksichtige man die reduzierten Ressourcen des Versicherten, die Befunde, den
Verlauf, die subjektiven Angaben, die funktionellen Einschränkungen, die Indikatoren
sowie Konsistenz und die zumutbare Willensanstrengung, liege beim Versicherten
derzeit eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 40% vor. Seit der
Entlassung aus der stationären Behandlung in der psychiatrischen Klinik M._ am
18. Dezember 2014 sei die psychiatrische Erkrankung derart umschrieben, dass seither
eine invalidisierende Krankheit bestehe, die die Arbeits- und Leistungsfähigkeit
insgesamt zu 40% beeinträchtige (IV-act. 125-50). Der internistische und der
neurologische Gutachter diagnostizierten keine die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden
Erkrankungen (IV-act. 125-39,42).
A.h Mit Mitteilung vom 19. Juli 2016 (IV-act. 138) wies die IV-Stelle das
Leistungsbegehren hinsichtlich beruflicher Massnahmen ab, da sich der Versicherte
ausser Stande erklärt hatte, an Arbeitsvermittlungsmassnahmen für den ersten
Arbeitsmarkt teilzunehmen, und die Rentenprüfung gewünscht hatte (IV-act. 135).
A.i Mit Verfügung vom 13. September 2016 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab
1. Juni 2013 eine Viertelsrente zu (IV-act. 151, 144). Nachdem die Vorsorgeeinrichtung
Pensionskasse A._ mit Einwand vom 12. Oktober 2016 unter anderem die Verletzung
ihres Anhörungsrechts gerügt hatte (IV-act. 152), stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid
vom 14. Oktober 2016 erneut die Zusprache einer Viertelsrente ab 1. Juni 2013 in
Aussicht (IV-act. 158). Mit erneutem Einwand vom 1. November 2016 rügte die
Pensionskasse A._ im Wesentlichen, das Gutachten der MGBB beruhe auf
unvollständiger Sachverhaltsabklärung, der medizinische Sachverhalt sei weiter
abzuklären. Eventualiter bestehe gemäss Gutachten der MGBB erst seit 18. Dezember
2014 eine 40%-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 162).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/20
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
A.j RAD-Arzt Dr.med. R._, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie,
führte am 19. Januar 2017 zusammenfassend aus, der Beginn der (während des
Klinikaufenthaltes per definitionem 100 % betragenden) Arbeitsunfähigkeit könne
spätestens ab Klinikeintritt am 20. Oktober 2014 als "objektivierbar" sicher belegt
erachtet werden. Der gutachterlich festgelegte späteste Beginn der 40%-igen
Arbeitsunfähigkeit im Zeitpunkt des objektivierbaren Klinikaustritts am 18. Dezember
2014 sei insofern nachvollziehbar. Die Annahme des Beginns der Arbeitsunfähigkeit
schon im Februar 2012 sei mit Blick auf das spezifische Muster der gutachterlich
festgestellten seelischen Störung durchaus mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
plausibel, da rein medizintheoretisch ein längerer Verlauf anzunehmen sei. Der Einwand
begründe keine Notwendigkeit weiterer medizinischer Abklärungen (IV-act. 164-3).
A.k Mit Verfügung vom 15. Februar 2017 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab
1. Juni 2013 eine Viertelsrente zu. Aufgrund der Ausführungen des RAD könne
weiterhin am Beginn der langdauernden Krankheit vom 4. Juni 2012 sowie an der
Arbeitsfähigkeit von 60% angestammt und adaptiert festgehalten werden (IV-act. 165,
172).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 15. Februar 2017 lässt die Pensionskasse A._,
vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. A. Gnädinger, am 28. Februar 2017 Beschwerde
erheben. Sie beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolge aufzuheben. Es sei der Beginn der Wartezeit frühestens per
18. Dezember 2014 zu eröffnen und eine Rente frühestens ab Dezember 2015
zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur ergänzenden medizinischen
Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Der Eintritt der erheblichen
Arbeitsunfähigkeit sei in Übereinstimmung mit dem Gutachten des MGBB frühestens
per Dezember 2014 festzulegen. Das psychiatrische Teilgutachten des MGBB sei
unvollständig. Der medizinische Sachverhalt sei nicht rechtsgenüglich erstellt (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 6. Juli 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Die psychiatrische Gutachterin des MGBB zeige schlüssig
auf, gestützt auf welche Aspekte sie eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert habe.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/20
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Eine Persönlichkeitsstörung entwickle sich im Lauf der Kindheit und Adoleszenz. Es sei
deshalb davon auszugehen, dass beim Versicherten bereits zum Zeitpunkt der
Begutachtung durch Dr. L._ eine Arbeitsunfähigkeit von 40% gemäss dem MGBB-
Gutachten vorgelegen habe. Die Persönlichkeitsstörung liege seit dem
Erwachsenenalter vor bzw. sei dann manifest geworden. Zusammen mit ungünstigen
psychosozialen Faktoren habe das offenbar ab Juni 2012 zu einer dauernden
Arbeitsunfähigkeit im Ausmass von 20% bzw. zu einer durchschnittlichen von 40%
innert Jahresfrist geführt. Demnach sei der Beginn der Wartefrist mit einer
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% auf Juni 2012 zu legen (act. G 6).
B.c In ihrer Replik vom 6. September 2017 macht die Beschwerdeführerin
zusammenfassend ihrer Ansicht nach von der Beschwerdegegnerin nicht
berücksichtigte wesentliche Sachverhaltselemente geltend. Weshalb eine erhebliche
Arbeitsunfähigkeit entgegen den Feststellungen der psychiatrischen Gutachterin
bereits per Juni 2012 eingetreten sein soll, werde von der Beschwerdegegnerin weder
aus medizinischer noch aus rechtlicher Sicht begründet. Die diagnostizierte Dysthymie
sowie die Persönlichkeitsstörung hätten gemäss der MGBB-Gutachterin erst ab
18. Dezember 2014 Einfluss auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Anlässlich der
MGBB-Begutachtung hätte eine laborchemische Prüfung des Alkoholkonsums
vorgenommen werden müssen. Gestützt auf die Erkenntnisse der psychiatrischen
MGBB-Begutachtung sei eine relevante Arbeitsunfähigkeit frühestens per Dezember
2014 ausgewiesen. Ein allfälliger Rentenanspruch bestehe demnach frühestens per
Dezember 2015 (act. G 8).
B.d Mit Schreiben vom 3. November 2017 gibt das Versicherungsgericht dem
Versicherten Gelegenheit, bis zum 23. November 2017 eine Stellungnahme
einzureichen und Einsicht in die Akten zu nehmen (act. G 10). Der beigeladene
Versicherte lässt die Frist unbenutzt verstreichen (act. G 11).

Considerations:
Erwägungen
1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/20
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
1.1 Nach Art. 23 lit. a des Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) haben Anspruch auf Invalidenleistungen der
Vorsorgeeinrichtung Personen, die im Sinne der IV zu mindestens 40 Prozent invalid
sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat,
versichert waren. Die Versicherungspflicht endet mit der Auflösung des
Arbeitsverhältnisses (Art. 10 Abs. 2 lit. b BVG). Für die Risiken Tod und Invalidität bleibt
der Arbeitnehmer während eines Monats nach Auflösung des Vorsorgeverhältnisses
bei der bisherigen Vorsorgeeinrichtung versichert (Art. 10 Abs. 3 BVG; vgl. auch
Art. 331a OR). Das Arbeitsverhältnis endete am 2. Juni 2013. Demnach blieb der
Versicherte bis 2. Juli 2013 versichert (vgl. IV-act. 20-6 und Sachverhalt A.c.). Die
Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, die Invalidität des Versicherten sei
erst eingetreten, nachdem er nicht mehr bei ihr versichert gewesen sei.
1.2 Gemäss Art. 59 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch
die angefochtene Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren
Aufhebung oder Änderung hat. Vorsorgeeinrichtungen haben nach der
Rechtsprechung ein schutzwürdiges Interesse an der gerichtlichen Überprüfung einer
rentenzusprechenden Verfügung der IV-Stelle, sofern und soweit diese für ihren
Entscheid Bindungswirkung entfaltet (vgl. dazu U. Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl.,
Zürich 2015, Art. 49 Rz 76 und Art. 59 Rz 47 f.). Das Bundesgericht hat die gemäss
seiner Rechtsprechung bestehende grundsätzliche Bindungswirkung des von einer IV-
Stelle festgelegten Invaliditätsgrades und des Beginns der einjährigen Wartezeit nach
Art. 29 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) gestützt auf Art. 23 f. und 26 BVG jüngst bestätigt (BGE 133 V 69 E. 4.3.2;
Urteil vom 16. November 2018, 9C_431/2018, E. 3.2). Nachdem die
Beschwerdegegnerin den Beginn des Wartejahres auf Anfang Juni 2012 legte und dem
Versicherten ab 1. Juni 2013 eine IV-Rente zusprach und dieser bis 2. Juli 2013 bei der
Beschwerdeführerin versichert war, ist diese durch die angefochtene Verfügung direkt
betroffen und an diese gebunden. Sie beantragt eine Abänderung des Dispositivs der
angefochtenen Verfügung bezüglich des Rentenbeginns. Auf die Beschwerde ist daher
einzutreten.
2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/20
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
2.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
2.2 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/20
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, das MGBB-Gutachten sei unvollständig. Die
psychiatrische Gutachterin hätte ihr Abweichen von der Einschätzung des
Vorgutachters Dr. L._ begründen müssen. Auch habe sie sich nicht damit
auseinandergesetzt, dass der Versicherte sich weder einer durchgehenden adäquaten
medizinischen Behandlung unterzogen noch eine adäquate medikamentöse
Behandlung in Anspruch genommen habe. Obwohl Dr. L._ darauf hingewiesen habe,
dass ein übermässiger Alkoholkonsum sicher Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des
Versicherten habe, sei weder im Vorfeld noch im Rahmen der Begutachtung eine
aktuelle laborchemische Blutuntersuchung vorgenommen worden. Damit könne nicht
abschliessend beurteilt werden, ob und inwiefern die vom Versicherten geltend
gemachten Einschränkungen auf eine aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht
relevante Alkoholabhängigkeit zurückzuführen seien. Die Angaben des Versicherten in
der Psychiatrischen Klinik M._ im Oktober 2014 hätten nicht den Tatsachen
entsprochen, zumal die Laborwerte vom Juni 2014 einen pathologischen
Alkoholkonsum aufgezeigt hätten (act. G 1, S. 14 ff.). Als weiterer Hinweis für ein
Alkoholproblem sei der festgestellte Vitamin D-Mangel zu werten (act. G 8, S. 8). Der
Versicherte gab anlässlich der Begutachtung durch Dr. L._ an, er trinke am Abend
ein Bier und vielleicht noch ein Glas Wein. Ein Alkoholproblem habe er nie gehabt
(Fremdakten, act. 3-67, 74). Die im Rahmen dieser Begutachtung vorgenommene
Laboruntersuchung deutete - gemäss Dr. L._ - darauf hin, dass der Versicherte doch
regelmässig höhere Mengen Alkohol konsumiere, womit ein problematischer
Alkoholkonsum bestehe. Die Frage, ob eine Alkoholabhängigkeit bestehe, lasse sich
nicht beantworten. Allerdings lasse sich ein entsprechender Verdacht nicht ausräumen
(Fremdakten, act. 3-74 f.). Der Alkoholkonsum habe einen Einfluss auf die
Leistungsfähigkeit des Versicherten, der Verdacht auf eine Alkoholabhängigkeit
begründe aber keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
(Fremdakten, act. 3-78). Da Abhängigkeitserkrankungen lediglich
invalidenversicherungsrechtlich relevant sind, wenn sie Auswirkung einer ihrerseits
relevanten Erkrankung sind oder wenn sie eine solche verursachen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 23. Mai 2014, 8C_906/2013, E. 2.2, mit weiteren Verweisen) - was
Dr. L._ mit seiner Aussage verneint - konnte der Gutachter die Auswirkungen des
Alkoholkonsums für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ausser Acht lassen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/20
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.2 In der Psychiatrischen Klinik M._ (Aufenthalt vom 20. Oktober bis 18. Dezember
2014) schilderte der Versicherte, er habe in den letzten drei Jahren abends vermehrt
getrunken, z.B. einen Schnaps oder bis zu zwei Flaschen Bier. Seit ca. einem Jahr
ertrage er aber "nichts mehr" (IV-act. 92-3). Vordergründig war zu diesem Zeitpunkt
eine schwere depressive Symptomatik vorhanden (IV-act. 92-4). Im Bericht wurde
ausgeführt, aufgrund der Anforderungen im beruflichen und familiären Umfeld habe der
Versicherte die seit längerem bestehenden Einschränkungen wegen der Alexithymie
nicht mehr ausgleichen können und sei depressiv dekompensiert (IV-act. 92-5). Ein
Bezug der psychopathologischen Befunde zum Alkoholkonsum wurde nicht hergestellt,
so dass davon auszugehen ist, dass dieser nicht als relevant erachtet wurde. Im
internistischen Teilgutachten des MGBB wurde bezüglich des Alkoholkonsums
festgehalten, es hätten sich klinisch keine Hinweise für einen die Organe schädigenden
Alkoholkonsum gefunden. Ein allfälliger Alkoholkonsum hätte keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit. Des Weiteren hätten die Laboruntersuchungen vom 10. Februar 2015
keine Hinweise für einen problematischen Alkoholkonsum ergeben (IV-act. 125-39).
Auch in der psychiatrischen Begutachtung vom 20. November 2015 konnte die von
Dr. L._ festgestellte Störung durch Alkoholkonsum nicht bestätigt werden (IV-
act. 125-47). Der neurologische Gutachter hielt den angegebenen Alkoholkonsum für
glaubhaft und moderat und verneinte eine Schädigung des Nervensystems infolge
chronischen übermässigen Alkoholgebrauchs (IV-act. 125-41). In der
neuropsychologischen Untersuchung liessen sich keine relevanten kognitiven
Schwächen oder Defizite (mehr) erheben (IV-act. 125-44). Somit ist aufgrund der
Befunde der Gutachter überwiegend wahrscheinlich erstellt, dass zur Zeit der MGBB-
Begutachtung kein die Arbeits- oder Leistungsfähigkeit beeinträchtigender
Alkoholkonsum (mehr) vorlag, und der Verzicht auf eine erneute laborchemische
Untersuchung erscheint daher nachvollziehbar (vgl. auch Stellungnahme von RAD-Arzt
Dr.med. R._, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie vom
19. Januar 2017, IV-act. 164-2). Selbst wenn ein gewisser Alkoholkonsum noch
bestehen würde, hätte dieser nicht notwendigerweise einen negativen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit. Überdies gab der Versicherte jeweils an, lediglich abends und nicht
übermässig getrunken und kein Alkoholproblem zu haben.
3.3 In der Tagesklinik des Psychiatriezentrums I._ (Besuch vom 11. März bis 31. Mai
2013) wurden eine Alexithymie (nicht näher bezeichnete anhaltende affektive Störung,
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/20
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
ICD-10: F34.9) sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte
Episode (ICD-10: F33.0), diagnostiziert (IV-act. 31). Dr. L._ diagnostizierte eine
Dysthymie, da das Ausmass der depressiven Stimmung kaum je das Ausmass einer
eigentlichen depressiven Episode erreicht habe (Fremdakten, act. 3-75; Gutachten vom
30. Juli 2014). Eine zuvor im Raum stehende AD(H)S-Diagnose war nach Angeben des
Versicherten durch Dr. S._ schliesslich nicht bestätigt worden (Gutachten Dr. L._,
Fremdakten, act. 3-62, 66; vgl. auch IV-act. 64-8, wonach gemäss Dr.med. T._,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein ADHS diagnostiziert worden
war). In der Psychiatrischen Klinik M._ (20. Oktober bis 18. Dezember 2014) wurden
nebst der Alexithymie eine schwere depressive Episode und eine anhaltende affektive
Störung diagnostiziert (ICD-10: F33.2; IV-act. 92-2). Die den Versicherten seit 5. Juli
2012 behandelnde Dr. T._ bestätigte gemäss Arztbericht vom 11. März 2013 (richtig:
2015) die Diagnosen (anhaltende affektive Störung, Alexithymie; ICD-10: F33.2, 34.9;
IV-act. 110). Die psychiatrische Gutachterin des MGBB diagnostizierte eine
gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-10: F33.0, IV-act. 125-45) und eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung vom schizoid ängstlich-vermeidenden Typ (ICD-10:
F61.0). Es bestehe eine Unausgeglichenheit in den Einstellungen und im Verhalten in
mehreren Funktionsbereichen. Das auffällige Verhaltensmuster sei andauernd und
gleichförmig, nicht episodisch, und tiefgreifend und in vielen persönlichen und sozialen
Situationen eindeutig unpassend. Die Störung habe im Kindesalter begonnen und sich
auf Dauer im Erwachsenenalter manifestiert. Sie führe zu deutlichem subjektivem
Leiden und sei mit deutlichen Einschränkungen der beruflichen und sozialen
Leistungsfähigkeit verbunden. Die Gutachterin zeichnet diese Kriterien anhand der
Biografie und Krankengeschichte des Versicherten nach und folgert, insgesamt
könnten typische Symptome einer schizoiden Persönlichkeitsstörung mit emotionaler
Kühle, Distanziertheit und flacher Affektivität, eine geringe Fähigkeit, warme, zärtliche
Gefühle oder gar Ärger anderen gegenüber zu zeigen, sowie eine übermässige Vorliebe
für einzelgängerische Beschäftigungen festgestellt werden. Ausserdem bestehe ein
Mangel an engen Freunden und vertrauensvollen Beziehungen sowie ein fehlender
Wunsch nach solchen Beziehungen. Ausserdem leide der Versicherte unter
andauernder Anspannung und Besorgtheit, unter der Überzeugung, selbst sozial
unbeholfen, unattraktiv und minderwertig zu sein, und an einer ausgeprägten Sorge, in
sozialen Situationen kritisiert oder abgelehnt zu werden. Er zeige eine Abneigung, sich
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/20
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
auf persönliche Kontakte einzulassen, und vermeide soziale und berufliche Aktivitäten,
die zwischenmenschliche Kontakte voraussetzten aus Furcht vor Kritik, Missbilligung
oder Ablehnung (IV-act. 125-46). Die bisher der Alexithymie zugeordneten Symptome
seien im Rahmen einer paranoiden Persönlichkeitsstörung einzuordnen (IV-
act. 125-47). Die diagnostische Herleitung durch die psychiatrische Gutachterin
erscheint in Anbetracht der geklagten Beschwerden und vorhandenen Akten schlüssig
und nachvollziehbar.
3.4 Im Zusammenhang mit den nach dem strukturierten Beweisverfahren
massgeblichen Indikatoren wird aus psychiatrischer Sicht ausgeführt, der Versicherte
könne sich im Rahmen seiner psychischen Erkrankung grundsätzlich an Routinen und
Regeln anpassen, planen und strukturieren. Aufgrund der affektiven Störung sei er
vermindert entscheidungsfähig. Er könne die als Mechaniker erworbenen fachlichen
Kompetenzen anwenden. Er sei krankheitsbedingt nicht durchsetzungsfähig und habe
ein schlechtes Selbstbild, was seine Selbstbehauptung, seine affektive Belastbarkeit
und seine Flexibilität einschränke. Er sei erhöht kränkbar und vermindert
frustrationstolerant. Er reagiere mit einer Zunahme der depressiven Symptomatik, dem
Gefühl der Wertlosigkeit sowie mit somatischen Symptomen (Kopf- und
Rückenschmerzen), innerer Unruhe und erhöhter Gereiztheit. Seine Durchhaltefähigkeit
sei reduziert. Aufgrund seiner Persönlichkeitsstörung seien seine Kontaktfähigkeit zu
Dritten und Gruppenfähigkeit stark vermindert. Die Fähigkeiten zu familiären und
intimen Beziehungen und zu Spontanaktivitäten seien reduziert. Die Selbstpflege sei je
nach affektiver Stimmungslage unterschiedlich. Berücksichtige man die durch die
Störung der Persönlichkeitsentwicklung (vgl. IV-act. 125-38) und der durch die negative
Wechselwirkung der vorhandenen Symptome (vgl. IV-act. 125-48) reduzierten
Ressourcen, die Befunde, die subjektiven Angaben, die funktionellen Einschränkungen,
die Indikatoren sowie Konsistenz und die zumutbare Willensanstrengung, liege beim
Versicherten derzeit eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von
40% vor. Dem Versicherten sei es zuzumuten, (in seinem angestammten Beruf) als
Mechaniker zu arbeiten. Die Arbeitssituation und das Arbeitsumfeld müssten jedoch
angepasst sein. Der Versicherte sollte keinem Druck ausgesetzt sein, alleine oder in
einer kleinen Gruppe arbeiten können und die Möglichkeit eines Rückzugs und
bestenfalls einer freien Zeiteinteilung haben (IV-act. 125-53).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/20
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.5 Zusammenfassend ist das polydisziplinäre Gutachten vom 30. Januar 2016
schlüssig und nachvollziehbar und berücksichtigt in psychiatrischer Hinsicht die
massgeblichen Indikatoren. Die psychiatrische Untersuchung dauerte zweieinhalb
Stunden (IV-act. 125-34; vgl. dazu Dr. L._ gut eine Stunde, Fremdakten, act. 3-46).
Aus neuropsychologischer, internistischer und neurologischer Sicht sind keine
objektiven Gesichtspunkte ersichtlich oder werden geltend gemacht, die das
Gutachten in Frage zu stellen vermöchten. Das Gutachten ist daher beweiskräftig und
es ist darauf abzustellen.
4.
4.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, gemäss Gutachten der MGBB bestehe die
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40% erst seit Beendigung der Behandlung in der
Psychiatrischen Klinik M._ im Dezember 2014.
4.2 Das Eidgenössische Versicherungsgericht (seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts) entschied mit Urteil vom 22. Februar 2002, der
Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit sei für die Vorsorgeeinrichtung von
grosser Tragweite, indem der Eintritt der massgebenden Arbeitsunfähigkeit während
des Arbeitsverhältnisses oder der Nachdeckungsfrist oft lebenslange Rentenleistungen
auslöse. Dieser Zeitpunkt müsse daher hinlänglich ausgewiesen sein. Wenn im
Arbeitsvertragsrecht bereits eine Arbeitsunfähigkeit von wenigen Tagen durch ein
ärztliches Zeugnis oder auf andere Weise bewiesen werden müsse, dürfe hinsichtlich
des Eintritts der berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit mit viel
weitreichenderen Folgen auf einen hinreichend klaren Nachweis nicht verzichtet
werden (Urteil B 35/00, E. 1b). Notwendig für den Nachweis des Beginns der
Arbeitsunfähigkeit ist also wie im Arbeitsvertragsrecht das Vorhandensein eines
Arztzeugnisses (H.-U. Stauffer, Die berufliche Vorsorge, 3. Aufl., Zürich 2013, Art. 23
BVG, S. 64).
4.3 Der Versicherte war vom 21. Februar bis 30. April 2012 und ab 6. Juni bis auf
Weiteres zu 50% und ab Eintritt in die tageklinische Behandlung am 11. März 2013 bis
31. Juli 2014 zu 100% krank geschrieben (vgl. Fremdakten act. 1-4 ff. und
act. 3-121 ff.; FI-Gesprächsprotokoll RAD Dr. F._ vom 3. Oktober 2012, IV-
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/20
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
act. 15-1 f.). Die psychiatrische Gutachterin hielt fest, wann genau der
Gesundheitsschaden aufgetreten sei, könne rückblickend nicht festgestellt werden, es
müsse von einer schleichenden Entwicklung ausgegangen werden. Nach Aktenlage sei
stets von einer Alexithymie sowie einer rezidivierenden depressiven Störung leichten
bis schweren Grades ausgegangen worden (IV-act. 125-36). Unter Berücksichtigung
der Aktenlage habe das Leiden 2008 begonnen und sei ab 2012 akut geworden, vor
allem wegen der seit Februar 2012 anhaltenden mindestens 50%-igen
Arbeitsunfähigkeit. Es müsse angenommen werden, dass in diesem Zeitpunkt auch die
sozialen Kontakte zurückgegangen seien. Der Versicherte befinde sich seit 2011 bei
seinem Hausarzt in antidepressiver medikamentöser Behandlung und habe eine
psychiatrische Behandlung im Frühjahr 2012 begonnen (IV-act. 125-38). Er sei nicht
durchgehend antidepressiv behandelt worden. Ab 2011 bis 2012 habe er Fluctine
erhalten, subjektiv ohne deutliche Besserung der Symptomatik. Nach einer Umstellung
auf Citalopram habe er dieses angeblich wegen Kopfschmerzen während einer
beruflichen Integrationsmassnahme selbständig abgesetzt. Daraufhin habe sich eine
Verschlechterung des Gesamtzustandes mit einer Zunahme der
Konzentrationsschwäche, der Aufmerksamkeitsschwäche, der Reizbarkeit sowie mit
einem verlangsamten Arbeitstempo gezeigt (IV-act. 125-36 f.). Dr. L._ habe eine
abweichende diagnostische Einschätzung vorgenommen und sei zu keiner
krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit gekommen. Insgesamt müsse festgestellt
werden, dass aufgrund der angegebenen objektiven Befunde und Diagnosen
rückblickend die festgestellte Arbeitsunfähigkeit aus versicherungspsychiatrischer
Sicht nicht vollumfänglich nachvollzogen werden könne (IV-act. 125-37). Demnach
schliesst die psychiatrische Gutachterin einen übermässigen Alkoholkonsum als
Ursache der Beschwerden nicht nur für den Zeitpunkt des Gutachtens, sondern auch
rückwirkend, bereits für den Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. L._, aus. Dieser
Schluss ergibt sich auch aus der Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. R._ vom
19. Januar 2017, indem er ausführt, nachdem ein aktueller Alkoholgebrauch die
gutachterlich attestierte seelische Störung nicht überzeugend erkläre, hätten die
bemängelte nicht abgeschlossene diagnostische Einordnung von Dr. L._ und die
nach seiner Ansicht nicht ausreichend gewürdigte Alkoholproblematik an Bedeutung
verloren (IV-act. 164-3). Die Gutachterin hält weiter fest, es könne davon ausgegangen
werden, dass seit der Entlassung aus der Psychiatrischen Klinik M._ am
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 17/20
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
18. Dezember 2014 die psychiatrische Erkrankung derart beschrieben werde, dass
seither eine invalidisierende Erkrankung bestehe, die die Arbeits- und
Leistungsfähigkeit insgesamt zu 40% beeinträchtige (IV-act. 125-50). RAD-Arzt
Dr. R._ nahm hierzu Stellung, die Arbeitsunfähigkeit sei spätestens ab 20. Oktober
2014 objektivierbar. Die Annahme eines Beginns der Arbeitsunfähigkeit schon im
Februar 2012 sei mit Blick auf das spezifische Muster der gutachterlich festgestellten
seelischen Störung aber durchaus mit überwiegender Wahrscheinlichkeit plausibel, da
rein medizintheoretisch ein längerer Verlauf anzunehmen sei (IV-act. 164-3). Dies deckt
sich auch mit der bereits vorstehend wiedergegebenen Einschätzung der
psychiatrischen Gutachterin, dass das Leiden 2008 begonnen habe und ab 2012 akut
geworden sei, was sich in der ab Februar 2012 attestierten durchgehenden
Arbeitsunfähigkeit von 50% zeige (vgl. E. 4.3 vorstehend sowie IV-act. 125-38).
4.4 Gegenüber dem Gutachter Dr. L._ schilderte der Versicherte, er sei vor etwa drei
Jahren (also ca. Juni 2011) zum Hausarzt gegangen, da er sich abends müde und
energielos gefühlt habe. Er habe Fluoxetin erhalten, welches er während etwa eines
Jahres genommen habe und womit es ihm eine Weile besser ergangen sei. Der
Hausarzt habe ihn an den Psychiater Dr. D._ überwiesen. Dieser habe ihn ca. im
Februar (2012) zu 50% krank geschrieben. Die wöchentliche Behandlung habe bis April
gedauert, der Arzt habe keine Diagnose stellen können. Der Hausarzt habe ihn hierauf
als arbeitsfähig erachtet. Darauf habe er den Hausarzt gewechselt zu Dr. F._. Dieser
habe ihn an Dr. T._ überwiesen, wo er seit zwei Jahren in Behandlung sei. Er habe
mehr als ein Jahr lang Citalopram eingenommen, dies aber wegen Kopfschmerzen und
Schwindel abgesetzt. Seither nehme er ausschliesslich Relaxane (Fremdakten,
act. 3-62; vgl. auch Austrittsbericht Psychiatriezentrum I._ vom 10. Juni 2013,
Fremdakten, act. 3-110 und Angaben neuropsychologische Begutachtung Dr. L._,
Fremdakten, act. 3-83 f., sowie Austrittsbericht Psychiatrische Klinik M._ vom
19. Januar 2015, IV-act. 92-4). Die Überweisung in die Tagesklinik Psychiatriezentrum
I._ erfolgte per 11. März 2013 zur psychischen Stabilisierung einer ausgeprägten
depressiven Symptomatik unklarer Ätiologie und vor allem zur diagnostischen
Abklärung (Fremdakten, act. 3-109 f.). Beurteilend wurde festgehalten, es sei davon
auszugehen, dass die depressive Symptomatik aus einer seit dem adoleszenten Alter
bestehenden alexithymen Problematik resultiere (Fremdakten, act. 3-111). Der Austritt
erfolgte am 31. Mai 2013 bei leicht gebesserter depressiver Symptomatik. Bis zum
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/20
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
vorgesehenen Beginn eines Aufbautrainings im ersten Arbeitsmarkt am 1. August 2013
wurde eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Fremdakten, act. 3-112). Im
Gespräch mit der Eingliederungsverantwortlichen am 26. Juni 2013 und telefonisch am
4. Juli 2013 berichtete der Versicherte, es gehe ihm besser. Er mache sich Gedanken
über einen Arbeitsversuch bei einem Bekannten und habe "zuviel zu tun" (IV-act. 35-4).
Das Arbeitstraining dauerte effektiv vom 21. Oktober 2013 bis 17. April 2014. Das
50%-ige Pensum wurde ab 3. Februar 2013 um zusätzliche zwei Nachmittagsstunden
wöchentlich gesteigert. Der Versicherte konnte kein für den ersten Arbeitsmarkt
genügendes Arbeitstempo erreichen (Abschlussbericht Arbeitstraining, IV-act. 62). Das
Arbeitstraining wurde wegen verstärkter Kopfschmerzen bzw. wegen zunehmendem
Druck aufgrund von Gesprächen vorzeitig abgebrochen (Verlaufsprotokoll
Eingliederungsberatung, IV-act. 64-8 f.). Der Versicherte führte anlässlich der
psychiatrischen Begutachtung am 20. November 2015 aus, er habe im Februar 2014
Dauerkopfschmerzen gehabt und die Medikamente abgesetzt. Danach sei es ihm
schlechter ergangen (IV-act. 125-30). Anlässlich seiner gutachterlichen Exploration am
6. Juni 2014 konnte Dr. L._ keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit feststellen
(Fremdakten, act. 3-78). Beim Eintritt in die Psychiatrische Klinik M._ am 20. Oktober
2014 berichtete der Versicherte, er leide seit einem Jahr unter starken Depressionen. Er
grüble viel, gerate in Anspannung und komme im Alltag nicht mehr zurecht. Er nehme
sich als deutlich verlangsamt und überfordert wahr. Er frage sich, was mit ihm los sei,
und hoffe auf eine diagnostische Klärung während der stationären Behandlung (IV-
act. 92-2). Anlässlich der psychiatrischen Begutachtung am 20. November 2015
äusserte der Versicherte später, er habe (offenbar nach Beendigung des
Arbeitstrainings) eine Arbeitsstelle mit einem Pensum von 50% suchen wollen. Die
Bewerbung sei für ihn sehr stressig gewesen, so dass es ihm sehr schlecht ergangen
sei. Er sei sehr betrübt und antriebsarm gewesen, ohne Zukunftsperspektiven, so dass
er in die Psychiatrische Klinik M._ eingetreten sei (IV-act. 125-30). An aktuellen
Symptomen berichtete er von einer "schlechten Konzentration", welche er seit
vergangenem Sommer wahrnehme, sowie dem "Gefühl, nicht ganz hier zu sein".
Dieses habe sich während des Aufenthaltes in der Tagesklinik noch verstärkt.
Schwierigkeiten in der Konzentration nehme er insofern wahr, als dass ihm die Planung
von Arbeitsabläufen schwerfalle (Austrittsbericht vom 19. Januar 2015, IV-act. 92-3).
Der Versicherte zeigte gemäss durch die Psychiatrische Klinik erhobenem Befund eine
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/20
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
deutliche formale Denkstörung; das Denken war verlangsamt, umständlich. Inhaltlich
war er eingeengt auf die Frage der Diagnosestellung und beschrieb
Depersonalisationserleben im Sinne einer Ich-Störung (IV-act. 92-4). Der
psychiatrischen Gutachterin gegenüber beklagte er am 20. November 2015, er sei
niedergeschlagen, antriebslos und sehr erschöpft. Er könne auch aktuell nicht arbeiten.
Sobald er unter Druck gerate, verspüre er eine Blockade, Kopfschmerzen und -druck,
Verspannungen und Bauchschmerzen. Bei Arbeiten, bei denen er viel studieren müsse,
benötige er viele Pausen. Er könne sich lediglich eine Arbeit vorstellen, bei der er
"friedlich seine Sachen erledigen könne". Er helfe zu Hause im Haushalt oder im
elterlichen Landwirtschaftsbetrieb. Er sei gereizt, innerlich unruhig, gleichzeitig aber
müde und erschöpft (IV-act. 125-31). Seit Sommer 2015 sei er nicht mehr in
psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung (IV-act. 125-32).
4.5 Aus den Angaben des Versicherten geht hervor, dass sich sein psychischer
Zustand insbesondere während des Arbeitstrainings Anfang 2014 und vor dem Eintritt
in die Psychiatrische Klinik M._ im Oktober 2014 verschlechtert hatte. Das Gutachten
von Dr. L._ deutet auf eine zwischenzeitliche Verbesserung des
Gesundheitszustandes hin. Zuvor liegen eine schlüssig begründete Diagnose und
Arbeitsfähigkeitsschätzung zwar nicht vor. Der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung
ist jedoch immanent, dass sie seit der Jugend bzw. Adoleszenz besteht (vgl. H. Dilling/
H.J. Freyberger, Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen,
7. Aufl., Bern 2014, S. 235). Auch hatte der Versicherte offenbar bereits in den Jahren
2008 und 2009 unter Inkaufnahme einer Lohneinbusse sein Arbeitspensum reduziert.
Gesamtbetrachtend ergibt sich gemäss dem Gesagten aus den Berichten der
Behandler, den Schilderungen des Versicherten, dem MGBB-Gutachten sowie der
RAD-Einschätzung ein stimmiges Bild der gesundheitlichen Entwicklung des
Versicherten bzw. von dessen Arbeitsfähigkeit. Die abweichende Einschätzung von
Dr. L._ lässt sich mit einer vorübergehenden Verbesserung des
Gesundheitszustandes, welche beim ausgewiesen schwankenden Gesundheitszustand
des Versicherten nicht aussergewöhnlich ist, ausreichend begründen. Zudem hat er
übereinstimmend mit der psychiatrischen MGBB-Gutachterin eine Dysthymie
festgestellt und lediglich einen Verdacht auf eine Alkoholabhängigkeit geäussert.
Überdies sind die bereits ab 2012 attestierten Arbeitsunfähigkeiten gemäss
entsprechenden Arztberichten durchaus nachvollziehbar und auch die
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 20/20
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Arbeitserprobung zeigte keine höhere Arbeitsfähigkeit (IV-act. 31-1 ff., 62, 92).
Nachdem dem Versicherten vom 20. Februar bis 30. April 2012 und anschliessend ab
dem 2./6. Juni 2012 wiederum andauernde Arbeitsunfähigkeiten attestiert worden
waren, hat die IV-Stelle den Beginn des Wartejahres zu Recht auf Anfang Juni 2012
und somit den Rentenbeginn auf den 1. Juni 2013 festgesetzt. Die angefochtene
Verfügung ist folglich korrekt.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen und durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss
von Fr. 600.-- gedeckt. Die Beschwerdeführerin hat als mit öffentlich-rechtlichen
Aufgaben betraute Versicherung keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl.
BGE 126 V 143 E. 4a).