Decision ID: 429f65b5-489c-4424-ac87-037a0af5a751
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1980, zuletzt von Februar bis August 2002 als Küchenhilfe
angestellt
(
Urk.
7/2
Ziff.
6.4.1)
, meldete sich
am 5. Dezember 2003 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2).
Nach Abklä
rung des medizinischen (
Urk.
7/13,
Urk.
7/17,
Urk.
7/19-20
) und des beruflich-erwerblichen (
Urk.
7/6,
Urk.
7/10-11
)
Sachverhalts sprach ihm
die Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
m
it Verfügung vom 24. Februar 2005 (
Urk.
7/31) eine ganze Rente ab 1. Juni 2004 zu.
Nach im Dezember 2005 veranlasster Rente
nrevision (
Urk.
7/38-
40,
Urk.
7/42)
stellte die IV-Stelle m
it Verfügung vom 1. Februar 2006 (
Urk.
7/44)
die Invalidenrente auf Ende des folgenden Monats ein.
1.2
Am 20. April 2010 meldete sich der Beschwerdeführer erneut unter Hinweis auf Schizophrenie bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/61).
Die IV-Stelle holte medizinische Berichte (
Urk.
7/66
,
Urk.
7/70
)
und einen aktu
ellen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
7/69) ein und ver
anlasste ein
psychiatrisches Gutachten, welches am 3. Mai 2011 (
Urk.
7/82) er
stattet wurde.
Mit Vorbescheid vom 19. August 2011 (
Urk.
7/91) stellte die IV-Stelle dem Versi
cherten in Aussich
t, dass kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe, worauf er
am 24. August und am 21. Oktober 2011 Einwände (
Urk.
7/
93,
Urk.
7/102
=
Urk.
7/104/3-5
)
erhob und einen medizinischen Bericht (
Urk.
7/101
=
Urk.
7/104/1-2
) einreichte
.
Am 18. November 2011 nahm der psy
chiatrische Gutacht
er hierzu Stellung (
Urk.
7/105) und der
Beschwerdeführer wiederum am 1
2.
Dezember 2011 (
Urk.
7/107
-108
). Hierzu äusserte si
ch der psychiatrische Gutachter
am 13. April 2012 (
Urk.
7/112/1-2)
und der
Beschwer
deführer wiederum am 30. Mai 2012 (
Urk.
7/116-117
).
Mit Verfügung vom 17. Juli 2012 (
Urk.
7/119 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente.
2.
Der Versich
erte erhob am 7. September 2012
gegen die Verfügung vom 17. Juli 2012
(
Urk.
2)
Beschwerde (
Urk.
1)
und beantragte die Zusprechung einer ganzen Rente. Eventuell sei die Sache an die IV-Stelle zu weiteren medizinischen Ab
klärungen zurückzuweisen
(S. 2)
.
Mit Beschwerdeantwort vom 8. Oktober 2012 (
Urk.
6) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was dem Versi
cherten am 6. Februar 2013 (
Urk.
8) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädigung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen Assistenzbei
trag entsteht, verweigert, so wird nach Art. 87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraus
setzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Re
visionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades oder der Hilflosigkeit auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad oder die Hilflosig
keit oder der Hilfebedarf seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität oder Hilflosigkeit oder einen anspruchsbegründenden Hilfebedarf zu bejahen, und hernach zu beschliessen.
Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge
richt (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkom
mensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 S. 132 f. und 133 V 108 E. 5.4 S. 114 mit Hinweis
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.
6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre rentena
nspruchsverneinende
Verfü
gung vom Juli 2012 (
Urk.
2) damit, der Beschwerdeführer sei
gestützt auf das psychiatrische Gutachten
in jeglicher Tätigkeit zu 70
%
arbeitsfähig und könne mit der Ausübung einer Erwerbstätigkeit ein rentenausschliessen
des Einkommen erzielen (S. 1).
2.2
Der Beschwerdeführer
machte
in seiner Beschwerde vom September 2012 (
Urk.
1)
geltend
, auf das psychologische Gutachten vom Mai 2011 könne nicht abgestellt werden. So sei die Arbeitsfähigkeit von 70
%
nicht nachvollziehbar begründet (S. 6 f.
Ziff.
2, S. 8 lit. d
, S. 9 lit. b, S. 10 lit. d
). Vielmehr sei auf die Einschätzung des behandelnden Psychiaters abzustellen, wonach es unvorstell
bar sei, dass er irgendeine Arbeitsleistung erbringen könne. Zudem habe sich sein Gesundheitszustand aktenkundig verschlechtert und es sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (S. 7 lit. b
, S. 8 lit. a, S. 9 f. lit. c
). Aufgrund des langjährigen komplexen Krankheitsbildes, de
s
nicht vorherseh
baren Krankheitsverlauf
s
und der geringen Schulbildung könne nicht mehr von einer verwertbaren Restarbeitsfähigkeit ausgegangen werden (S. 8 lit. c)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob sich seit der mit Verfügung vom 1. Februar 2006 (
Urk.
7/44) erfolgten Einstellung der Invalidenrente der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in rentenrelevanter Weise verändert hat.
3.
3.1
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchsrelevanten Änderung
bildet
der
Sachverhalt
im Zeitpunkt
der Verfügung vom 1. Februar 2006 (Urk. 7/44
).
Die damalige Einstellung der Invalidenrente beruhte auf der Ein
schätzung des behandelnden Psychiaters
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie (vgl.
Urk.
7/43).
3.2
Dr.
Z._
konnte in seinem Bericht vom 23. Januar 2006 (
Urk.
7/40) keine Diag
nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen. Als Diagnose ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
er
eine Anpassungsstörung und Ver
haltensproblematik mit der kulturellen Eingewöhnung (ICD 10 FZ 60.3), beste
hend seit 1999 (lit. A).
Dr.
Z._
führte aus, der Beschwerdeführer sei seit dem 6. Juni 2002 bei ihm in Behandlung, wobei die letzte Kontrolle am 19. Dezem
ber 2005 stattgefunden habe (lit. D
Ziff.
1-2).
Der Beschwerdeführer sei vom 6. bis 1
2.
Februar 2004 hospitalisiert gewesen und sei per FFE durch den Notfallpsychiater wegen Selbstgefährdung ins
A._
eingewiesen worden. Die damals angegebene Diagnose mit Verdacht auf chronisch paranoide Schizophrenie könne er nicht bestätigen, da der Beschwerdeführer seit seiner Entlassung keine Medikamente nehme und seither adäquat sei und keine Verfolgungsideen mehr habe. Aufgrund seines Fahrausweisentzuge
s
nach dem Autounfall habe sich der Beschwerdeführer ei
nen Anwalt genommen. Bis jetzt habe der Beschwerdeführer Mühe, mit Geld umzugehen, da er sich nach dem Autounfall verschuldet habe. Deswegen sei ihm ein Beistand zur Seite gestellt worden (lit. D
Ziff.
3).
Seit 2004 nehme der Beschwerdeführer keine Medikamente und es sei zu keinen Ausfällen oder Rückfällen gekommen. Aus psychiatrischer Sicht sei die Prognose gut (lit. D
Ziff.
7).
Der Beschwerdeführer fühle sich derzeit gut und
möchte am liebsten ei
nen Beruf erlernen oder eine Arbeitsstelle finden (lit. D
Ziff.
4).
4.
4.1
Zum
Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung (
Juli
2012
) präsen
tierte sich die relevante medizinische Aktenlage wie folgt:
Dr.
med.
B._
,
Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psycho
therapie
, führte in seinem Bericht vom 25. Mai 2010 (
Urk.
7/66
=
Urk.
3/8
) aus,
beim Beschwerdeführer
liege
diagnostisch ein vollentwickeltes Wahnsystem mit multiplen psychosozialen Problemen, komplizierten Familienverhältnissen, mangelnden Deutschkenntnissen und mangelnder Integration
vor
. Die invalidi
tätsfremden Probleme seien nicht die Ursache der Arbeitsunfähigkeit, sondern die Krankheit für sich alleine begründe diese genügend. Die paranoide Schizo
phrenie bewirke beim Beschwerdeführer Realitäts-, Energie- und Sinnesverlust. Er sei vornehmlich mit seinen Wahnideen und Halluzinationen beschäftigt
und kö
nne sich nicht mehr auf äusse
re Wahrnehmungen einstellen und
Handlungen nicht mehr zielgerecht, speditiv und konzentriert erledigen (S. 2).
Er leide rezidivierend an Flash-backs, gekennzeichnet vom Wiedererleben
trauma
tischer Situationen in Form von Bildern, Gedanken und unmittelbaren Wahrnehmungen und Albträumen. Ebenso bestehe eine Abflachung der allge
meinen Reagibilität in Form von
Interessenverlust und Isolation und
ein erhöh
tes Erregungsniveau
, welches
sich in Schlafstörungen, Konzentrationsproble
men, Schreckhaftigkeit und Reizbarkeit ausdrücke. Der Beschwerdeführer sei zu keinem geordneten Gedankengang fähig. Weitere Symptome der Erkrankung seien die Unfähigkeit einer realitätsgerechten Einschätzung einer unerwarteten Situation
,
ein
übermässig
es Misstrauen mit Gefühlen des Nicht-
trauen
-
k
önnens und einem unrealistischen Gefährdungsgefühl,
eine klinisch auffällige
Komor
bidität (Depression, Angs
t, Somatisierung, Dissoziation) und eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung.
Dr.
B._
hielt fest, der Beschwerdeführer habe sich von der Realität stark abgekoppelt. Seine auffällige Erscheinung, sein merkwürdiges Auftreten und seine bizarren Ideen machten es unvorstellbar, dass er irgendeine Arbeits
leistung erbringen könnte
.
Seine Negativsymptomatik (Verlangsamung, Schwerbesinnlichkeit
)
verunmöglichten es ihm, in irgendeinem Erwerbszw
eig produktiv zu werden (S. 1).
4.2
Am 3. Mai 2011 erstattete
Dr.
med.
C._
,
Facharzt FMH für Psychiat
rie und für Psychotherapie, das von der Beschwerdegegnerin veran
lasste psychiatrische Gutachten (
Urk.
7/82). Er stellte folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S.
9
Ziff.
5.1):
polymorphe psychotische Störung ohne Symptome einer Schizophrenie (ICD-10 F23.0)
Differenzialdiagnose: paranoide Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.0)
Dr.
C._
führte aus, laut Angaben des Beschwerdeführers befinde sich dieser seit etwa einem Jahr in ambulant-psychiatrischer Behandlung von
Dr.
B._
,
mit unregelmässiger, etwa dreiwöchentlich stattfindender Gesprächstherapie sowie pharmakologischer Behandlung. Er nehme die Medi
kamente zur Prävention ein. Aktuell fühle er sich normal und in psychischer Hinsicht nicht krank (S. 5
Ziff.
3.1). Er sei 1999 aus politischen Gründen asylsu
chen
d
in die Schweiz emigriert und habe sich 2006 in
D._
mit einer Lands
frau verheiratet
, die ihm von seiner Mutter vermittelt worden sei. Aus dieser Ehe seien zwei Töchter hervorgegangen, geboren 2007 und 2011, die beide ge
sund seien (S. 6
Ziff.
3.3). Der Beschwerdeführer habe sodann ausgeführt, im
E._
sechs Jahre die Grundschule besucht, dort aber keine Berufsausbildung absolviert und auch nicht gearbeitet zu haben. Nach der Immigration in die Schweiz 1999 sei er von Februar bis August 2002 als Küchenhilfe tätig gewe
sen. Seither sei er keiner
Arbeit mehr nachgegangen und habe auch keinen Ar
beitsversuch unternommen (S. 6
Ziff.
3.4).
Seit dem Führerscheinentzug im Jahr 2004 fahre er nicht mehr selbständig Auto.
Seine
Ehe
sei
soweit intakt und er
kümmere
sich mit seiner Ehefrau um die beiden T
öchter
(S. 7
Ziff.
3.5).
Er
stehe morgens zwischen 7 und 8 Uhr mit der Familie auf und bringe seine Tochter zur Spielgruppe und lege sich ansch
l
iessend nochmals bis 11 Uhr
ins
Bett. Nach dem Essen einer Banane gehe er mehrere Stunden alleine spazieren, manchmal bis 15 Uhr. Den Haushalt wie auch
die
Einkäufe erledige die Ehefrau selbstän
dig. Zu Mittag esse er in der Regel nichts und das Nachtessen nehme er mit der Familie zu sich. Anschliessend ge
he er noch bis 23 Uhr spazieren und
um etwa 1 Uhr lege er sich zum Schlafen ins Bett (S. 7
Ziff.
3.6).
Der Beschwerdeführer habe darüber berichtet, sich in psychischer Hinsicht eigent
lich gesund zu fühlen. Andere Menschen in seiner Umgebung würden be
haupten, er sei nicht normal und erzähle Unwahrheiten. Dies sei jedoch falsch. Nach Ansicht des Beschwerdeführers seien die anderen nicht normal. Er be
obachte häufig andere Menschen und erkenne dann an deren Mimik und Gestik Signale, die gegen ihn gerichtet seien. Er fühle sich ständig beobachtet und von anderen Menschen verfolgt
(S. 7
Ziff.
3.7).
Dr.
C._
führte aus, das äussere Erscheinungsbild habe etwas verwahrlost gewirkt, so habe die Hose mehrere kleine Löcher aufgewiesen. Ein Rapport sei zufriedenstellend herstellbar gewesen. Die Grundstimmung sei leichtgradig ge
drückt und ängstlich, die affektive Schwingungsfähigkeit ebenfalls leichtgradig eingeschränkt. Die Beschwerdeschilderungen an sich seien glaubhaft und der Beschwerdeführer habe weitgehend authentisch gewirkt. Der formale Gedan
kengang sei geordnet und nachvollziehbar, inhaltliche Denkstörungen mit wahnhaftem Erleben im Sinne paranoider Befürchtungen seien zu eruieren. Allfällige akustische Halluzinationen (Stimmenhören) seien vom Beschwerde
führer vage bejaht worden. Alternativ zu den beschriebenen schizophreniefor
men Symptomen könnte es sich hierbei auch um paranoide Anteile im Rahmen einer allfälligen Persönlichkeitsstörung handeln. Die Gedächtnisfunktionen so
wie die Aufmerksamkeit, Konzentration und die Intelligenz seien klinisch intakt. Das Antriebsverhalten sei unauffällig, psychomotorisch wirke der Beschwerde
führer mittellebhaft. Zwangsgedanken oder -handlungen sowie Ich-Störungen liessen sich nicht eruieren (S. 8 f.
Ziff.
4).
Der E
inschätzung von
Dr.
B._
,
dass beim Beschwerdeführer von einer paranoiden Schizophrenie mit Realitäts-, Energie- und Sinnesverlust aus
zugehen sei, könne vom Referenten nicht geteilt werden. Die Angaben d
e
s Be
schwerdeführers und die Krankheitsanamnese insgesamt seien zu vage und
teilweise auch zu inkonsistent und das Aktivitätsniveau des Beschwerdeführers passe nicht zu einer Schizophrenie. So kümmere er sich um die beiden Töchter und habe 2006 in
D._
eine Landsfrau geheiratete und stehe im Kontakt zu der in
F._
lebenden Mutter. Der formale Gedankengang sei zudem, unty
pisch für eine Schizophrenie
,
geordnet und nachvollziehbar und die kognitiven Funktionen seien klinisch intakt (S. 10 Mitte).
Aus vers
icherungsmedizinischer Sicht sei
auf psychiatrischem Fachgebiet ab Datum der aktuellen Untersuchung von einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit aus
zugehen. Eine retrospektive Einschätzung des Gesundheitszustandes sei auf
grund der spärlichen Verlaufsberichte nicht möglich (S. 11
Ziff.
6.2). Die beim Beschwerdeführer bestehende psychiatrische Erkrankung wirke sich naturge
mäss auf jegliche berufliche Tätigkeiten gleichermassen aus (S. 11
Ziff.
6.3).
Prognostisch sei unter Weiterführung der psychotherapeutisch-psychopharma
kologischen Behandlung medizinisch-theoretisch innerhalb der kommenden sechs bis zwölf Monate eine Verbesserung des Gesundheitszustandes und damit der Arbeitsfähigkeit auf 100
%
möglich. Aufgrund der Tendenzen zur Selbstli
mitierung und
der
fehlenden Motivation hinsichtlich des Erlernens der deut
schen Sprache und beruflichen Wiedereingliederung habe diese Einschätzung aber eher medizinisch-theoretischen Charakter (S. 12
Ziff.
6.5). Die Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit sei durch einen psychischen Gesundheitsschaden verursacht und werde aber auch durch andere invaliditätsfremde Fak
toren ungünstig be
einflusst. Zu
den invaliditätsfremden Faktoren zählten in diesem Falle wirt
schaftliche
Gründe wie Arbeitslosigkeit und schwierige Wirtschaftslage
und persönliche Gründe wie mangelnde Sprachkompetenz und niedriges Ausbil
dungsniveau usw. (S. 12 f.
Ziff.
6.7).
4.3
Dr.
B._
stellte in seinem Bericht vom 1
5.
September 2011 (
Urk.
7/101
=
Urk.
7/104/1-2
=
Urk.
3/10
) folgende Diagnosen (S. 1):
paranoid-halluzinatorisches Zustandsbild, wahrscheinlich im Rahmen ei
ner Erkrankung aus dem schizophre
nen Formenkreis (ICD-1
0 F20.0)
differenz
ialdiagnostisch: schi
zoaffektive Störung Angst-Glückspsy
chos
e im Sinne von Prof.
G._
Dr.
B._
hielt fest
, bei der letzten Konsultation habe sich eher eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers gezeigt. Er habe im Gespräch reizbar und unausgeglichen g
ewirkt. Beim geringsten Anlass
sei er in grosse Anspannung geraten und habe
die Konsultation verlassen. Es
sei
ausgeschlossen, dass sich der Beschwerdeführer in den Arbeitsprozess integrie
ren lasse (S. 1).
4
.4
Dr.
C._
führte in seiner Stellungnahme vom 1
8.
November 2011 (
Urk.
7/105) aus,
er teile die von
Dr
.
B._
gemachte diagnostische Einschätzung, dass beim Beschwerdeführ
er von eine Erkrankung aus dem s
chi
zophrenen Formenkreis auszugehen sei
,
nicht. Er sei bereits in seinem Gutach
ten explizit darauf eingegangen. Ergänzend sei diesbezüglich festzuhalten, dass die Diagnose „Schizophrenie“ eine weitaus schwerwiegendere und in d
er Regel dauerhaft invalidisierende psychische Erkrankung darstelle, als die von ihm di
agnostizierte psychiatrische Störung. Die von
Dr.
B._
diagnosti
zierte Schizophrenie
sei
im Übrigen auch nicht von
Dr.
Z._
(vgl.
Urk.
7/
17,
Urk.
7/
40)
und auch nicht von den Ärzten des
A._
(vgl.
Urk.
7/
20
)
geteilt
worden
.
Dr.
C._
hielt fest, aus rein psychiatrisch-versicherungsmedizinischer Sicht lasse sich keine dauerhafte vollständig Arbeitsunfähigkeit bzw. Invalidität begründen. Psychosoziale Belastungsfaktoren und die beschriebenen Persön
lichkeits- sowie Verhaltensauffälligkeiten seien beim Beschwerdeführer zwei
felsfrei vorliegend und könnten auch zu temporär bestehender Arbeitsunfähig
keit führen (S. 2 f.).
4
.5
Dr.
B._
hielt in seinem Bericht vom
8.
Dezember 2011 (
Urk.
7/107
=
Urk.
3/11
) fest,
aufgrund der Anamnese und
d
er von ihm erhobenen Befunde kämen zwei mögliche Differenzialdiagnosen in Betracht. D
ie Diagnosen poly
morphe psychotische Störung ohne Symptome einer Schizophrenie (ICD-10 F23.0) und Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis
(ICD-10 F20.0)
be
inhalteten beide das gemeinsame Auftreten charakteristischer Merkmale
. Das häufig
emotionale Aufgewühltsein mit intensiven Glücksgefühlen und Ekstase, die Angst und Reizbarkeit
,
wie beim Beschwerdeführer vorhanden, sei
en
viel
gestaltig, unbeständig und
für das gesamte klinische Bild charakteristisch.
Da die Symptome andauerten, sollte die Diagnose in eine anhaltende wahnhafte Störung (ICD-10 F.22) geändert werden. Es stelle sich die Frage, ob man sich auf die Diagnose oder auf die entscheidenden Symptome und ihren Verlauf und die Auswirkung auf die Erwerbsfähigkeit fixieren wolle (S. 1).
Es liege eine
komplexe multifa
ktorielle Störung wie
eine
andauer
nde Persön
-
lich
keitsän
derung
mit folgenden Merkmalen vor: belastende Erlebnisse mit Kriegs- und Foltererfahrungen, misstrauische Haltung der Welt gegenüber, Entfremdung, keine Krankheitseinsicht vorhanden.
Im Zentrum der Problematik
stünden
die Schwierigkeiten der Regulation von Gefühlen, was sich in den verschiedenen Lebensbereichen niederschlage. Die zwischenmenschlichen Beziehungen seien sehr wechselhaft geprägt durch Misstrauen, Kränkbarkeit und Angst. Starke Stimmungsschwankungen und
Dissoziation erzeugten einen hohen Leidensdruck und belasteten die mit
menschlichen Beziehungen. Diese Persönlichkeitsänderung bestehe sei
t
Jahren.
Dr.
B._
führte aus, er stehe im ständigen Kontakt mit den betreuen
den Sozialarbeitern und der Ehefrau, die bestätigten, dass
jegliche Be
mühungen um eine Arbeitsintegration oder eine Beschäftigung gescheitert seien. Auch nach der Zusprache einer Invalidenrente habe er diese abgelehnt, mit der Begründung
,
er sei nicht verrückt oder krank im Kopf. Der Beschwer
deführer sei für alle Arbeitgeber vollumfänglich unzumutbar (S. 2).
4.6
Dr.
C._
führte i
n seiner Stellungnahme vom 1
3.
April 2012 (
Urk.
7/112/1-2
=
Urk.
3/12
) zum Bericht von
Dr.
B._
vom De
zember 2011 (v
orstehend E. 4
.
5
) aus,
dass dieser keine wahnhafte Symptomatik im eigentlichen Sinne beschreibe, sondern eher die beim Beschwerdeführer be
stehende psychiatrische Problematik etwas umfangreicher darlege, als dies in den bisherigen Befundsberichten der Fall gewesen sei. Gemäss ICD-Klassifika
tion sei eine wahnhafte Störung charakterisiert durch die Entwicklung eines einzelnen
Wahns oder mehrerer aufeinander bezogene
r
Wahninhalte, die im allgemeinen lange, manchmal leben
slang
,
andauerten. Eindeutige Wahnideen würden von
Dr.
B._
nicht
genannt, sondern es würden unspezifi
sche psychopathologische Phänomene beschrieben, welche sich nicht eindeutig einer psychiatrischen Störung zuordnen liessen. Wie bereits im Gutachten aus
führlich dargelegt, hätten sich beim Beschwerdeführer keine Hinweise für eine „an
haltende wahnhafte Störung“ erge
ben
(S. 2)
.
4.7
Dr.
B._
führte in seinem Bericht vom 1
5.
Mai 2012 (
Urk.
7/116
/1-2
=
Urk.
3/9
) aus, aufgrund der aktuellen Untersuchungsbefunde, der Aktenlage, der subjektiven Angaben des Beschwerdeführers
„
sowie aufgrund fremdanam
nestischer Auskünfte (nach Entlassung aus dem Gefängnis, als Folge Auseinan
dersetzung mit der Ehefrau)
“
,
müss
t
e
n
beim Beschwerdeführer zum heutigen Zeitpunkt folgende psych
iatrische
n
Diagnose
n
gestellt werden (S. 1):
Borderline-Persönlichkeitsstörung mit paranoiden Zügen (ICD-10 F60.31)
Differenzialdiagnose: schizoaffektive Störung (ICD-10 F25.2)
rezidivierende depressive Störung mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.3)
unverarbeitete posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
Dr.
B._
berichtete
, beim Beschwerdeführer müsse aus psychiatri
scher Sicht eine hohe emotionale Instabilität, insbesondere bezüglich aggressi
ver Impulse sowie der Angst festgestellt werden.
Er
habe ein äusse
rst beschä
digtes Selbstbild und
nur instabile positive innere Ressourcen. Er sei unsicher im Kontakt mit
Menschen und habe kein stabiles Selbstwertgefühl. Er habe eine ständig hoch geladene emotionale Spannung verbunden mit dem Verdacht auf e
ine bipolare affektive Prognose mit
gemischte
n
Episoden. Der Beschwerdefüh
rer müsse als multipel traumatisiert beurteilt werden. Das Trauma liege wohl mehrheitlich in den Foltererfahrungen in seinem Heimatland
(S. 1)
. Der Be
schwerdeführer leide an
einer schwere
n
Persönlichkeitsstörung. Er zeige eine deutliche Unausgeglichenheit in der Einstellung und im Verhalten in mehreren Funktionsweisen. Es betreffe dies die Affektivität, den Antrieb, insbesondere die Impulskontrolle, die oft paranoide Wahrnehmung sowie das Denken, das psy
chotisch anmute. Eventuell komme es beim Beschwerdeführer auch zu Mini-Psychosen
mit
vor allem
paranoidem Inhalt
. Das Verhaltensmuster des Be
schwerdeführers, welches durchwegs als auffällig beurteilt werden müsse, sei tiefgreifend und bestimme alle persönlichen Lebenssituationen.
Neben der erwähnten Persönlichkeitsstörung bestünden beim Beschwerdeführer sicherlich rezidivierende depressive Episoden. Das Selbstwertgefühl des Be
schwerdeführers sei schon aufgrund der Persönlichke
itsstörung massiv beein
trächtig
t
. H
ierzu gesellten sich aber noch eine Konzentrations- und Aufmerk
samkeitsstörung, eine negative pessimistische Zukunfts
perspektive, erhebliche Schlafstörungen, eine Libidoverminderung, die fehlende Möglichkeit sich in ei
ner angenehmen Umgebung zu entspannen sowie soziophobische Symptome. Der Beschwerdeführer sei sicherlich nur noch knapp in der Lage, sein Leben ohne Hilfe zu Hause zu richten. Die Prognose sei ernst und die Krankheit des Beschwerdeführers schwerwiegend.
Er
benötige dringend weiterhin psychiatri
sche und psychopharmakologische Behandlung, soziale Begleitung sowie einen Beistand oder Vormund.
Es könne von einer psychiatrischen Behandlung allerdings keine rasche Heilung erwartet werden. Es gehe vielmehr um eine sozial-psychiatrische Betreuung und Stabilisierung eines an sich höchst instabilen psychischen Gleichgewichts. Beim Beschwerdeführer liege ein Komplex psychischer Störungen vor, welche
r
eine deutliche Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe.
Aufgrund des eingeengten Denkens sei die Umstellung auf andere
,
auch arbeitsbe
zogene Themen
,
nicht
möglich. Tief
g
reifende Persönlichkeitsstörungen verursachten länger dauernde, die Reizbarkeit kurz anhaltende Beeinträchtigun
gen der Arbeitsfähigkeit. Di
e Beurteilung von
Dr.
C._
sei nicht nachvoll
ziehbar (S. 2).
5
.
5
.
1
Vorab ist festzuhalten, dass sich der medizinische Sachverhalt seit der Einstel
lung der Invalidenrente im Februar 2006 und der vorliegenden Situation verän
dert hat.
Während zum Zeitpunkt der Verfügung im Jahr 2006 noch in sämtlichen Tätig
keiten eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestand
(vorstehend E. 3.2)
, lie
gen heute psychiatrische Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vor. Auf die Neuanmeldung ist demnach zu
R
echt eingetreten worden. Zu prüfen ist im Folgenden, ob eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invali
ditätsgrades ei
n
g
e
treten ist.
5.2
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die Einschätzung von
Dr.
C._
vom Mai 2011 (vorstehend E. 4.2) davon aus, dass der Beschwerdeführer in jeg
licher Tätigkeit zu 70
%
arbeitsfähig sei.
Das psychiatrische Gutachten von
Dr.
C._
ist
mit den entsprechenden ergänzenden Stellungnahmen
für die Beantwortung
der gestellten Fragen um
fassend
,
beruht
auf den erforderli
chen Untersuchungen
,
berücksichtigt die ge
klagten Beschwerden
und
setzt
sich mi
t diesen sowie dem Verhalten des Be
schwerdeführers
auseinander. Schliesslich wurde das Gutachten in Kenntnis der Vorakten abgegeben
, leuchtet
in der Darlegung der medizinischen Situation ein und die
Schlussfolgerungen des Experten
sind begründet. Es erfüllt daher die praxisgemäs
sen Kriterien
an eine beweiskräftige Expertise
(vorstehend E. 1.6
) vollumfänglich, so dass für die Entscheidfindung darauf abgestellt werden kann.
Hingegen vermögen
die
davon abweichenden
Einschätzungen von
Dr.
B._
(vorstehend E. 4
.1
, E. 4.3, E 4.5 und E. 4.7
), mit denen sich Dr.
C._
ausführlich auseinander setzte,
nicht zu überzeugen.
Ganz ab
gesehen davon, dass
Dr.
B._
immer wieder andere Diagnosen stellt
e
, äussert
e
er sich auch nicht schlüssig und nachvollziehbar zur Frage der Arbeitsfähigkeit. Insbesondere berücksichtigt
e
er zu Unrecht auch invaliditäts
fremde Gesichtspunkte, das heisst psychosoziale und soziokulturelle Belas
tungsfaktoren
wie
komplizierte Familienverhältnis
se, mangelnde Deutschkennt
nisse und
mangelnde Integration
mit, welche vom sozialversicherungsrechtli
chen Gesichtspunkt aus unbeachtlich sind. Auch soweit
Dr.
B._
sinngemäss geltend macht
e
, der Beschwerdeführer
sei keinem Arbeitgeber mehr zumutbar und somit die Verwertung einer allfälligen Restarbeitsfähigkeit sozi
alpraktisch nicht zumutbar
sei
, ist dem entgegenzuhalten, dass hie
r
für nicht
al
lein
gesundheitliche, sondern - soweit ersichtlich auch massgeblich - invalidi
tätsfremde Gründe ausschlaggebend sind.
Dies mindert den Beweiswert seiner Einschätzung entscheidend.
Anzufügen ist, dass
auch der langjährig behandelnde Psychiater
Dr.
Z._
im Oktober 2004 (vgl.
Urk.
7/17)
– wie später Dr.
C._
-
eine polymorphe psychotische Störung ohne Symptome ein
er Schizophrenie (ICD-10 F23.0)
diag
nostiziert hatte.
Diese
Diagnose
wurde
von den Ärzten
des
A._
(vgl.
Urk.
7/20)
im Dezember 2004
bestätigt
.
5.3
Zusammenfassend ist d
aher
festzuhalten, dass auf das Gutachten von
Dr.
C._
abgestellt werden kann und der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten ist, dass der Beschwerdeführer
in jeglicher Tä
tigkeit zu 70
%
arbeitsfähig ist.
6
.
Es kann offen bleiben, ob die Voraussetzungen für die Ermittlung des Inva
-
liditäts
grads durch Prozentvergleich gegeben sind (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_100/2010 vom 2
3.
März 2010 E. 2.1 mit Hinweisen). Aufgrund der Akten können jedenfalls weder Validen- noch Invalideneinkommen anhand des tatsächlich erzielten Verdienstes vor und nach Eintritt der gesundheitlichen Be
einträchtigung bestimmt werden (vgl.
IK-Auszüge;
Urk.
7/6,
Urk.
7/69).
Im Zweifel sind beide Einkommensgrössen auf tabellarischer Grundlage zu be
stimmen. Dabei ist vom selben Tabellenlohn auszugehen. Unter diesen Umstän
den entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Be
rücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn gemäss BGE 126 V 75 (Urteil des Bundesgerichts 9C_100/2010 vom 2
3.
März 2010 E. 2.3.2.2 mit Hinweisen). Bei eine
m - höchstens gerechtfertigten - leidensb
e
dingten
Abzug von 10 %
ergäbe sich bei einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
ein Invaliditätsgrad von 37
%
([1-0,7 x 0,9] x 100
%
),
bei welchem Ergebnis kein Anspruch auf
eine
Invalidenrente
besteht
.
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
7
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Be
schwerdeführer aufzuerlegen.