Decision ID: ae220544-0c85-5062-a516-f009ff6c27d6
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1978, arbeitete seit Februar 2015 als Operationslagerungspflegerin in der Universitätsklinik
Y._
. Die obliga
torische Unfallversicherung führte die
HDI Global SE. Am 1
0.
Februar 2016 stolperte die Versicherte gemäss ihrer Schilderung über einen Bordstein, fiel auf einen Steinhaufe
n und verletzte sich dadurch an Händen und Knien (vgl.
Urk. 9/K3). Die Unfallmeldung erfolgte am 1
9.
Februar 2016 (Urk. 9/K1). Die Erstbehandlung der Unfallfolgen fand gleichentags in der Notfallpraxis des Spitals
Z._
durch
Dr.
med.
A._
statt. Die Ärztin
nannte als vor
läufige Diagnose Kontusionen an beiden Knien und eine Kontusion am rechten Handgelenk (Urk. 9/M4) und sie attestierte eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die Dauer von zwei Tagen (Urk. 9/M1). Die nachbehandelnde Hausärztin
Dr.
h.c. med.
B._
, Fachärztin FMH für Innere Medizin, bestätigte in der Folge die gestellte Diagnose, wies auf einen schleppenden Heilungsverlauf und eine
weiterhin
andauernde Arbeitsunfähigkeit hin (
Urk.
9/M2, Urk. 9/M5-6).
Nach einer am 1
8.
Februar 2016 durchgeführten bildgebenden Untersuchung beider Kniegelen
ke (vgl.
Urk.
8/M7) äusserten sich die behandelnden Ärzte
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Orthopädie, und
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, in den Berichten vom
3.
und 1
0.
Juni 2016 und wiesen auf vor allem rechtsseitig persistierende Kniebeschwerden hin (Urk.
9/M8-9). Bei
Dr.
D._
unterzog si
ch
die Versichert
e am 1
6.
Juni 2016 einem operativen Eingriff am rechten Knie (Urk. 9/M11).
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, verfasste a
m
6.
Juli
2016
auf Veranlassung
des Unfallversicherers
eine
versicherungsmedizinische Stellungnahme (Urk.
9/M10) und am
3.
Oktober 2016 erliess die HDI Global SE ihre Verfügung, mit der sie im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 10. Februar 2016 eine Leistungspflicht nach dem 1
1.
Juni 2016 verneinte (Urk. 9/K20). Dagegen erhob die Versicherte am
2.
November 2016 Einsprache (Urk. 9/K23).
Diese wies die HDI Global SE mit
Einspracheentscheid
vom 25. April 2017 ab
und hielt an ihrem Entscheid fest
(Urk. 2 =
Urk.
9/K29).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
erhob die Versicherte am 2
6.
Mai 2017 Be
schwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei der
Einspracheentscheid
aufzuheben und die Angelegenheit
sei
zu weiteren Abklärungen an die HDI Global SE zurück
zuweisen (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 1
1.
Oktober 2017 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 8).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
siche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirk
licht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 1
0.
Februar 2016 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2.
2.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
2.2
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeits
fähigkeit, mithin im Zeitpunkt der vollen Wiedererlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 16 Abs. 1 und 2 UVG in Verbindung mit Art. 6 ATSG; BGE 137 V 199 E. 2.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3), mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person auch Anspruch auf die zweckmässi
ge Behandlung der Unfallfolgen.
2.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, da
s heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
).
2.5
Gemäss
Art.
29
Abs.
2 der Bundesverfassung (BV) haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Ent
scheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).
3
.
3
.1
Im
Einspracheentscheid
stellte sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt, ausschlaggebend seien die Stellungnahmen von
Dr.
E._
.
Dieser habe schlüssig dargelegt, dass sich die Beschwerdeführerin beim Vorfall vom 1
0.
Februar 2016 eine Kontusion an den Knien zugezogen habe. Kontusionen heilten nach medi
zinisch-wissenschaftlichem Kenntnisstand innert Tagen bis Wochen folgenlos ab. Spätestens in 3 bis 4 Monaten nach dem Ereignis könn
t
e
n
die persistierenden Kniebeschwerden nicht mehr als unfallkausal klassifiziert werden.
D
ie operative
Behandlung
vom 1
6.
Juni 2016 stehe nicht im Zusammenhang mit Unfallfolgen. Der Eingriff habe dazu gedient, unfallfremde Schäden zu beheben.
D
ie
Schluss
folgerung
allein
,
es sei von
Unfallfolgen
auszugehen
, weil vor dem Ereignis vom 1
0.
Februar 2016 keine Kniebeschwerden vorhanden gewesen seien, vermöge die Unfallkausalität nicht zu begründen
(Urk. 2 S. 3 ff.).
3
.2
In der Beschwerdeschrift
wendet
die Beschwerdeführerin
ein,
ihr
Anspruch
auf rechtliches Gehör
sei
verletzt
worden
.
Die Beschwerdegegnerin habe im
Ein
spra
cheverfahren
beim Vertra
uensarzt
Dr.
E._
insgesamt zwei
ärztliche Stellung
nahme
n
eingeholt.
Die im
Einspracheverfahren
eingeholte zweite Stellung
n
ahme
sei ihr (der Beschwerdeführerin) vorgängig
nicht
zur Kenntnis gebracht worden. Sie sei erst zusammen mit dem
Einspracheentscheid
zugestellt worden. Aus dem
Einspracheentscheid
sei ersichtlich, dass diese ärztliche Stellungnahme ein
e wes
entliche Grundlage für die Abweis
ung der Einsprache gewesen sei und demnach
entscheidrelevante
Gesichtspunkte enthalten habe. Die Beschwerdegegnerin
wäre
verpflichtet gewesen
,
vor Erlass des
Einspracheentscheid
es
das rechtliche Gehör zu gewähren. Die fehlende Zustellung der ärztlichen Stellungnahme und damit die fehlende Einräumung der Akteneinsicht
,
verbunden
mit der Möglichkeit zu einer Stellungnahme vor Erlass des
Einspracheentscheid
es
, stelle eine schwer
wiegende
Verletz
ung des rechtlichen Gehörs dar
(Urk. 1 S. 3 ff.).
Sodann sei die Untersuchu
ngsmaxime verletzt worden. Am 1
4.
Juni 2016 habe die
Beschwerdegegnerin
Dr.
E._
schriftlich
um
eine Stellungnahme ersucht, die
dieser am
6.
Juli 2016
verfasst habe
.
In einer
E-Mail vom 1
5.
Juni 2016
habe die Beschwerdegegnerin ihr (der
Beschwerdeführer
in
) mitgeteilt, die Unfallkau
salität sei
nach
Auffassung von
Dr.
E._
umstritten und der geplante operative Eingriff stehe demnach nur möglicherweise im Zusammenhang mit dem Unfall.
Zum Zeitpunkt
der E-Mail
habe die Stellungnahme von
Dr.
E._
noch gar nicht vorgelegen.
Offenbar hätten
Dr.
E._
und die
Beschwerdegegnerin am 1
4.
Juni 2016
im Zusammenhang mit der Unfallkausalität telefonisch Kontakt
gehabt
und dabei
habe
der Arzt berei
ts die Unfallkausalität verneint
. Dieses Telefonat sei nicht
dokumentiert. Erst nachträglich habe die Beschwerdegegnerin
den Aus
druck einer E-Mail an Dr.
E._
vor
gelegt, worin es um eine dringende Anfrage betreffend ein Kostengutsprachegesuch gehe, wobei nicht ersichtlich sei, welche Unterlagen an den Experten gesandt worden seien.
Aus den Umständen des Zu
standekommens der versicherungsmedizinischen Stellungnahme von
Dr.
E._
sei ersichtlich, dass
es sich um ein Gefälligkeitsgutachten
handle
. Es seien dem
nach weitere
Beweismassnahmen erforderlich. Es sei festzustellen, welche Unter
lagen
Dr.
E._
zur Verfügung gest
anden hätten. Es sei nicht auszuschliessen, dass aufgrund der vorgängigen telefonischen Absprache gar ein strafbares Ver
hal
ten vorliege
(Urk.
1 S. 4
ff.).
Sei die Unfallkausalität einmal mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen worden, so entfalle die Leistungspflicht erst dann, wenn
sich ein Zustand präsentiere, der nach dem schicksalsmässigen Verlauf auch ohne das Unfall
er
eignis eingetreten wäre.
Hierfür sei die Beschwerdegegnerin beweispflichtig.
Die Berichte von
Dr.
E._
seien
inhaltlich
nicht geeignet, den Wegfall des natür
lichen Kausalzusammenhangs
zu
belegen
.
Dr.
C._
habe echtzeitlich festge
halten, dass frisch aufgebrochene Knorpelschäden vorlägen.
Darüber
habe sich
Dr.
E._
erstaunt gezeigt. Dies aber entkräfte die Feststellungen von
Dr.
C._
nicht. Im Übrigen sei zu beachten, dass Meniskusrisse auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung Unfällen gleichgestellt seien, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder Degeneration zurückzuführen seien (Urk. 1 S. 6 ff.).
3
.3
In der Beschwerdeantwort macht d
ie Beschwerdegegnerin geltend,
die
Stellung
nahmen von
Dr.
E._
seien
präzise und umfassende Aktengutachten
mit einer
nachvollziehbare
n
Kausalitätsbeurteilung
. Aus den Darlegungen ergebe sich hinreichend
, dass
die Meniskusverletzung
nur möglicherweise Folge des Unfalles
sei
,
während
dem
die unfallbedingte
Bursitis und
die
Kontusionen innert Tagen oder spätestens innert weniger Wochen folgenlos abheilten. Spätestens am 1
0.
Juni 2016 sei der
s
tatus
quo sine erreicht
gewesen (
Urk. 8 S. 10 ff.
)
.
Eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs
liege nicht vor
, denn bei versiche
rungs
internen Stellungnahmen
seien
di
e Mitwirkungsrechte gemäss Art.
44 ATSG nicht
anwendbar.
Die medizinische Beurteilung von
Dr.
E._
vom 1
4.
Dezember 2016 habe somit dem Beschwerdeführer nicht vor Erlass des
Einspracheent
scheid
es
zur Stellungnahme
vorgelegt werden müssen (Urk.
1 S.
13
f.).
Auch eine
Verletzung der Untersuchungsmaxime
sei nicht ersichtlich. Die
Umstände des Zustandekommens der ersten Stellungnah
me vom
6.
Juli 2016 sprä
chen nicht für ein Gefälligkeitsgutachten.
Bei der
bemängelte
n
E-Mail vom
1
5.
Juni 2016
habe
es
sich um eine
Ersteinschätzung im Zusammenhang
mit dem
Kostengutsprachegesuch für die
damals
unmittelbar bevorstehende
Knieoperation gehandelt.
Dr.
E._
habe sich noch
nicht festgelegt
gehabt
, sondern darauf hingewiesen, dass die Kausalität umstritten und nur möglich sei.
In der Stellung
nahme vom
6.
Juli 2016
sodann habe
Dr.
E._
die ihm zur Verfügung
ge
stellten
Akten aufgeführt. Der Einwand der Beschwerdeführerin sei damit unbe
gründet und weitere Beweismassnahmen unnötig. Es sei von der Praxis aner
kannt, d
ass ein traumatisch verursachter Meniskusriss eine gewaltsame
Drehung des Oberschenkels
bei gleichzeitig
fixiertem Unterschen
kel voraussetzt
e
, wie dies
Dr.
E._
korrekt
erläutert habe
. Ein solcher Unfallmechanismus sei hier nicht gegeben
(Urk. 8 S.
14 ff.)
.
4.
Es ist unbestritten, dass die
im
Einspracheverfahren
eingeholte
Stellungnahm
e von Dr.
E._
vom 1
4.
Dezember 2016 (Urk. 9/M12)
der Beschwerdeführerin
erst zusammen mit dem
Einspracheentscheid
zur Kenntnis gebracht worden ist (vgl.
Urk.
8 S. 14
Rz
36).
Hinzu kommt der Umstan
d, dass die Beschwerdeführerin selbst vom Auftrag an
Dr.
E._
, einen weiteren Bericht zu verfassen
(Urk. 9/K24)
,
keine Kenntnis hatte. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist bei dieser Sachlage zu bejahen. Jedoch
kann
mit Blick auf die Recht
sprechung (BGE 132 V 387 E. 5.2)
aus den genannten Umständen
nicht gefolgert werden, die Nichtzustellung
des
Berichts vor Erlass des
Einspracheentscheid
e
s
stelle eine schwere, keiner Heilung zugängliche Verletzung des rechtlichen Gehö
rs dar.
Dr.
E._
bestätigte nämlich in allen wesentlichen Punkten die der Ver
fügung vom
3.
Oktober 2016
(Urk. 9/K20)
zugrunde gelegte Beurteilung
seiner
ersten
Stellungnahme vom
6.
Juli 2016 (
Urk.
9/M10)
. Sein Ergänzungsbericht enthält keine neuen
entscheidrelevanten
Gesichtspunkte, sondern äussert sich
ergänzend
zu den in der Einsprache vorgebrachten Rügen
(vgl.
Urk.
9/M12 S. 2)
.
M
it Blick auf die Verfahrensdauer und das Interesse
der Beschwerdeführerin
an einem raschen Abschluss des Verfahrens
ist von einem heilbaren Verfahrens
mangel
auszugehen
, zumal im Beschwerdeverfahren
volle Kognition besteht.
5.
5.1
Im Zusammenhang mit der Rüge der verletzten Untersuchungspflicht geht die Beschwerdeführerin davon aus,
Dr.
E._
habe Gefälligkeitsgutachten verfasst.
Sie schliesst dies aus den Umständen des Zustandekommens der versicherungs
medizinischen Stellungnahme
.
I
nsbesondere
geht sie davon
aus, noch vor dem schriftlichen Auftrag an
Dr.
E._
hätten in den Akten nicht dokumentierte tele
fonische Kontakte stattgefunden
und
Dr.
E._
habe sich zur Sache ge
äussert, ohne dass bekannt sei, welche Akten ihm vorgelegen hätten
(Urk.
1 S. 4 ff.).
5.2
Zur
Stellungnahme vom
6.
Juli 2016 war
Dr.
E._
von der Beschwerdegegnerin
am 1
4.
Juni 2016
schriftlich und
unter Beilage der medizinischen Akten (Urk. 9/M1-9)
aufgefordert
worden
(vgl.
Urk.
9/K10). Ebenfalls am 1
4.
Juni 2016 führte
Dr.
E._
im Zusammenhang mit der bevorstehenden Kn
ieoper
ation vom 1
6.
Juni 2016 (
vgl.
Urk.
9/M11
) in einer
kurzen
E-Mail an die Beschwerdegeg
nerin
aus
, die Unfallkausalität sei umstritten,
weswegen auch
der Eingriff nur möglich unfallkausal und daher abzulehnen
sei
(Urk. 9/K7).
Indem
Dr.
E._
i
n d
ies
er E-Mail
allein
auf
den Umstand hinwies, die Unfallkausalität sei umstritten und
inhaltlich
zur Kausalität
erst
in seinem Bericht
vom 6.
Juli 2016
Stellung
bezog
(Urk.
9/M10
)
,
kann nicht davon ausgegangen werden
, es liege ein Gefällig
keitsgutachten vor
.
Mit der E-Mail vom 1
5.
Juni 2016 orientiert
e
die Beschwer
degegnerin den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
im Übrigen
korrekt über die Mitteilung von
Dr.
E._
vom 1
4.
Juni 2015 und wies darauf hin,
der
Ent
scheid
werde
schriftlich bekannt ge
ge
ben, s
obald die
ausführliche
Stellungnahme von Dr.
E._
vorliege (Urk. 9/K9).
5.3
Auch aus den übrigen Umständen lässt sich nicht auf einen mangelhaften Um
gang der Beschwerdegegnerin mit den aus
Art.
43
Abs.
1 ATSG fliessenden Pflichten schliessen. Die Aufträge an
Dr.
E._
erfolgten schriftlich, sie sind dokumentiert, enthalten eine klare Fragestellung und der Arzt wurde gleichzeitig mit den je
weils vorhandenen Akten dokumen
t
i
ert (Urk. 9/K10,
Urk.
9/K24).
Es liegen somit keine Gründe vor, weswegen den Stellungnahmen von
Dr.
E._
bereits aus formellen Gründen keine Bedeutung zukäme.
Insbesondere verletzt
das Vorgehen der Beschwerdegegnerin
auch den Grundsatz der Verfahrens
fair
ness nicht (vgl.
Urk.
1 S. 8).
6
.
6.1
Zur Sache bringt die Beschwerdeführerin vor, die Beurteilung von
Dr.
E._
widerspreche derjenigen des behandelnden Arztes
Dr.
C._
diametral.
Dr.
C._
habe in seinem Bericht
vom 1
1.
März 2016
auf
eine traumatis
ierte Bursa und Knorpelschäden links hingewiesen und
den
Verdacht
auf eine mediale Meniskus
läsion rechts
geäussert
.
Insbesondere
habe
Dr.
C._
festgehalten, dass die Knor
pelschäden frisch aufgebrochen wirkten (Urk. 1 S. 7
Rz
. 20).
6.2
Dr.
C._
hielt in seinem Bericht vom
3.
Juni 2016 gestützt auf eine am 1
1.
März 2016 erfolgte Untersuchung fest,
es liege eine Kontusion beider Kniegelenke vor. Bildgebend seien vor allem die
retropat
ellären
Knorpelschäden sichtbar.
Diese wirkten
frisch aufgebrochen. Ein
Bo
ne
Bruise
sei nicht nachweisbar
. Die Kreuz
bänder seien schön und durchgehend dargestellt, rechts eine Spur lockerer als links. Die Störung
im
dorso
-medialen Meniskus, v
or allem rechts, sei im MRI deutlich erkennbar. Klinisch seien dort keine Schmerzen auslösbar. Deswegen sei
aktuell
ein abwartendes Verhalten angezeigt (Urk. 9/M8 S. 2).
Dr.
C._
stützte sich auf die am 1
8.
Februar 2016 durchgeführte
MRT
-Untersuchung
im
O._
. Der Bericht gleichen Datums nennt eine Bursitis und
Knorpel
schäden an beiden Knien sowie eine Meniskusläsion
vor allem
am rechten Knie
(Urk. 9/M7 S. 2)
.
6.3
Zur Ermittlung der Unfallkausalität vermag der Bericht von
Dr.
C._
wenig beizutragen, denn dazu äusserte sich
der Arzt
nicht näher
. Zu den Knorpel
schäden hielt er fest, diese wirkten
frisch
aufgebrochen. Daraus schliesst die Beschwerdeführerin, es handle sich um Unfallfolgen.
Über einen Zusammenhang
der Knorpelschäden
mit dem Ereignis vom 1
0.
Februar 2016 zeigte sich
Dr.
E._
nicht nur «erstaunt», wie die Beschwerdeführerin kritisch bemerkt
(vgl.
Urk.
1 S. 7
Rz
20
), sondern er legte dar, dass traumatische
Knorpelschäden eine erhebliche
Gewalteinwirkung voraussetzten, weswegen auch an den umliegenden Strukturen Schäden zu erwarten seien, namentlich Schäden auf der anderen Knorpel
seite (sog.
contre
-coup) oder Schäden am darunterliegenden Knochen, insbesondere ein
e
Knochenprellung (
Bone
Bruise
), was aber
nicht der Fall sei
. Sodann habe die Arthroskopie vom 1
6.
Juni 2016 gezeigt, dass gar keine rele
vanten Knorpelschäden vorlägen
(Urk. 9/M10 S. 4 f.
,
Urk.
9/M12
S. 3
). Sekun
där
befunde
der genannten Art wurden
auch
von den behandelnden Ärzten nicht beschrieben. Das Vorhandensein von Knorpelschäden ergibt sich aus dem Ope
rationsbericht von
Dr.
D._
effektiv nicht. Es kann somit nicht davon ausge
gangen werden, der Sturz vom 1
0.
Februar 2016 habe an den Knien Knorpel
schäden verursacht.
6.4
Zur festgestellten Meniskusläsion am rechten Knie, die am 1
6.
Juni 2016 operativ behandelt wurde (Urk. 9/M11)
,
führte
Dr.
E._
mit verschiedenen Hinweisen auf die Fachliteratur
aus, ein isolierter Meniskusriss als Unfallfolge setze eine erhebliche traumatische Einwirkung im Sinne eines Drehsturzes
oder Verwin
dungs
traumas
voraus. Darunter werde ein Mechanismus verstanden, bei dem das
gebeugte und rotierte Knie bei fixiertem Unterschenkel oder Fuss plötzlich passiv in die Streckung gezwungen werde, wodurch die physiologische Schlus
srotation nicht ablaufen und der Meniskus einklemmen und verletzt werden könne. Ein
solcher distorsionsbedingter Meniskusschaden
könne hier aber ausgeschlossen werden. Es fehlten einerseit
s relevante Begleitverletzungen, beispielsweise ein
Bone
Bruise
, andererseits sei der beschriebene Sturz nicht geeignet. Beim Stolpern und Anschlagen fehle die
erfo
r
derliche
Fixation der Gelenkskörper (Urk. 9/M10 S.
5
f.
,
Urk.
9/M12 S. 3 ff.
).
Diesen plausiblen Ausführungen setzte die Beschwer
de
führerin argumentativ nichts entgegen. Namentlich auch
Dr.
C._
, auf den die Beschwerdeführerin sich stützt, äusserte sich
nicht zur Kausalität der Menis
ku
sverletzung.
Die Beschwerdegegnerin verwies in ihren Ausführungen auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_81/2017 vom
2.
März 20
17
(
Urk.
8 S. 16
Rz
43). Darin wird auf eine
n
für traumatische Meniskusverletzungen nötige
n
Drehsturz hingewiesen (E. 5.3).
Eine auf das Ereignis vom 1
0.
Februar 2016 zurückzu
führende Ursache für die Meniskusläsion ist
somit
nicht dargetan
.
Unbehelflich
ist das Argument der Beschwerdeführerin, Meniskusrisse seien auch ohne
ausser
gewöhnlichen äusseren Faktor Un
fallschäden
gleichgestellt, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung zurückzuführen seien (Urk. 1 S. 7 f.
Rz
. 21). Ein unfallähnlicher Vorgang fällt vorliegend ausser Betracht.
Beim
Vorfall
vom 1
0.
Februar 2016 handelt es sich unbestrittenermassen
um ein
Unfall
ereignis
im Sinne von
Art.
4 ATSG.
6.5
Eine
u
nfallbedingte Läsion der Bursa (Schleimbeutel) hat
Dr.
E._
nicht verneint, indessen kam er zum Schluss, dass aufgrund der nur milden Problematik und
aufgrund
erfolgversprechender konservativer Behandlungsansätze eine isolierte
Bursektomie
nicht indiziert gewesen sei. Aus diesem Grund taxierte er den
operativen Eingriff als mit unfallfremden Faktoren zusammenhängend (Urk. 9
/M10 S. 6). Diese Beurteilung wurde von der Beschwerdeführerin nicht begründet in Zweifel gezogen.
Damit besteht auch kein Anlass, von der Schlussfolgerung von
Dr.
E._
abzuweichen, spätestens
ab dem 1
1.
Juni 2016
könne aufgrund der
am 1
0.
Februar 2016 erlittenen
Kontusion
en
an beiden Knien nicht mehr von unfallbedingten Kniebeschwerden ausgegangen werden. Insbe
sondere der operative Eingriff
zur Behan
dlung der Meniskusläsion am 16.
Juni 2016
habe nicht dazu gedient,
in erster Linie
Unfallschäden zu therapieren. Eine
Bursektomie
sei angesichts der milden Problematik nicht indiziert gewesen. Eine Abheilung wäre auch kon
servativ erfolgt (Urk. 9/M10 S.
6).
6.6
Zusammenfassend ergibt sich, dass weder in Bezug auf
allfällige
Knorpelschäden noch in Bezug auf die
operativ behandelte
Meniskusläsion ein Zusammenhang
mit
dem Sturzereignis vom 1
0.
Februar 2016 zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Somit ist diesbezüglich der
natürliche Kausalzusammenhang zu verneinen. In Bezug auf die Bursitis ist ein Zusammenhang mit dem Vorfall vom 1
0.
Februar 2016
zwar
nicht
ausge
schlossen
worden, jedoch die Notwendigkeit,
deswegen
operativ zu intervenieren, da eine Besserung von selbst eingetreten wäre.
Bei dieser Sachlage ist es nicht zu beanstanden, dass sich die Beschwerdegegnerin auf den Stand
punkt stellte, die Unfallfolgen in Form von Kontusionen an beiden Knien,
die
innert Tagen bis Wochen abheilten,
begründeten keine über
den 1
1.
Juni 2016 hinausgehende
Leistungspflicht.
Ab diesem Zeitpunkt ist ein Zustand eingetreten, wie er sich auch ohne den Vorfall vom 1
0.
Februar 2016 nach dem schicksalsmässigen Ver
lauf entwickelt hätte
(
status
quo sine)
.
Das Dahinfallen
der
kausalen Bedeutung
der Folgen des Unfalles
ist mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen.
Die Leistungseinstellung ist daher zu schützen.
Es bleibt der Hinweis, dass
aus dem
Umstand, dass vor dem Ereignis vom 1
0.
Februar 2016 keine Beschwerden an den Knien bestanden
(vgl.
Urk.
9/K3 S. 2
)
, keine Leistungspflicht abgeleitet werden kann. Die Formel
«
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Da die Beschwerdegegnerin die Leistungen per 1
1.
Juni 2016 zu Recht eingestellt hat, ist der die Verfügung vom
3.
Oktober 2016 bestätigende
Einspracheentscheid
vom 2
5.
April 2017 nicht zu beanstanden. Demgemäss ist die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.