Decision ID: 0145ecd2-8fc0-411a-8e39-ccb84ecc25d3
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1958,
war seit dem 19
.
September 1988 als Trans
portkühlungsmechaniker bei der Y._ AG
, tätig und in dieser Eigenschaft bei der
Suva
gegen die Folgen von U
nfällen versichert, als er am
7. Juli 2016
bei der Reparatur eines Kühlgerätes von einer weg rutschenden Leiter fiel und er sich eine Verletzung an der Schulter und einen Riss im Gesicht zuzog (Bagatellunfall-Meldung vom 11
.
Juli
201
6
, Urk. 9/1).
M
it Verfügung vom 23.
Januar 2017 (Urk. 9
/
28
)
stellte die Suva
gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung von Prof. Dr. med. Z._, Facharzt für Ortho
pä
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 10. Januar 2017
(Urk. 9/26)
die von ihr bis dahin erbrachten Leistungen
per 25. Januar 2017 ein
.
Die dagegen vom Versicherten am 20. Februar 2017 erhobene Ein
sprache (Urk. 9/36/1-3) wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom 22. März 2017
ab (Urk. 9/42
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 20
.
April 2017
gege
n den
Einspracheentscheid
vom 22
.
März 2017
(Urk. 2) Beschwerde und beantragte,
dieser beziehungsweise die Verfügung der Suva vom 23. Januar 2017 seien aufzuheben, und es sei auf die
Einstellung der Versicherungsleitungen zu verzichten und die Leistungen
gemäss
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG)
seien weiter auszurichten. Even
tuell seien ergänzende medizinische Abklärungen vorzunehmen unter Weiter
ausrichtung der Versicherungsleistungen bis zur vollständigen Abklärung der Sach- und Rechtslage (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 27. Juni 2017 (Urk. 8) beantragte die Suva die Abweisung der Beschwerde, was dem Be
schwer
deführer am 12. Juli 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des
UVG
und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen
,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor
, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 7. Juli 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
kra
nk
heiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht.
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird
durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden
Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie
er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat
(Status quo ante)
oder aber der
jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krank
haften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte
(Status quo sine)
, erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995).
Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Ge
sundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (
RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänz
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hie
r
bei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer
(RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als
auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
mas
s
gebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet
und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(Urk. 2) damit, echtzeitlich dokumentiert seien verglichen mit dem behaupteten Unfallhergang nur sehr bescheidene Verletzungen. So seien denn auch für die vom Beschwer
deführer anhaltend geklagten Beschwerden nie klar unfallbedingte organisch-struk
turelle Substrate erhoben worden, dafür aber nach der medizinischen Er
fahrung Befunde, die ebenso gut oder gar primär krankhaften/degenerativen Ursprungs und nicht traumatisch bedingt seien, was mit Blick auf sein Alter und seine körperlich anspruchsvollere Arbeitstätigkeit wohl nachvollziehbar er
scheine. Dementsprechend seien auch in der linken, vom Unfall nicht betroffe
ne
n Hand arthritische Veränderungen ausgewiesen, und die in der rechten Schulter ebenfalls festgestellte
Akromioklavikular
(AC)-Gelenksarthrose habe sich auch nicht innert derart kurzer Zeit nach einer Kontusion auszubilden vermocht (S. 6 Ziff. 5
lit
. a). Auf die kreisärztliche Beurteilung von Prof. Dr. Z._ könne abge
stellt werden (Urk. 8 S. 6 f. Ziff. 10.4-6). Das geltend gemachte Ereignis müsste wohl als Unfall qualifiziert werden, weshalb für eine Prüfung der Leistungs
pflicht unter dem Titel unfallähnliche Körperschädigung kein Raum bleibe (Urk. 8 S. 7 Ziff. 11.2).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (Urk. 1) geltend, auf
die Beurteilung von Prof. Z._ könne nicht abgestellt werden (S. 5 Mitte). Indem die Beschwerdegegnerin eine Prüfung einer unfallähnlichen Körperschädigung unterlassen habe, habe sie implizit anfänglich die Unfallkausalität der Be
schwer
den an der
Rotatorenmanschette
bejaht, weshalb sie die Beweislast für das Wegfallen der Unfallkausalität trage. Indem die Beschwerdegegnerin einen krankhaften/degenerativen Ursprung als ebenso gut oder sogar primär vorlie
gend einschätze, und dies als Beweis des Wegfalls der Unfallkausalität für genügend ansehe, verkenne sie die ihr obliegende Beweislast. Soweit von einem ebenso gut degenerativen Ursprung der Beschwerden auszugehen sei, sei von
einem Fall der Beweislosigkeit auszugehen, weshalb die Versicherungs
leis
tung
en
weiter auszurichten seien (S. 7 f. Ziff. 2.3.1-2). Zusammenfassend bestünden zumindest geringe Zweifel an der Einschätzung des Kreisarztes, weshalb ergän
zende medizinische Abklärungen vorzunehmen seien und die Leistungsein
stel
lung aus beweisrechtlicher Sicht als unzulässig qualifiziert werden müsse (S. 9 Ziff. 4).
2.3
Strittig und zu prüfen ist die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 7. Juli 2016 vom Beschwerde
führer
beklagten Schulterbeschwerden für die Zeit nach dem 25. Januar 2017 und in diesem Zusammenhang, ob die Beschwerdegegnerin bei ihrer Beurtei
lung der Gesundheitsschädigung aus dem Unfallereignis zu Recht auf die Ein
schätzung ihres Vertrauensarztes Prof. Dr. Z._ abgestellt hat.
3.
3.1
Der am 11. Juli 2016 unterzeichneten
Bagatellunfall-Meldung
(Urk. 9/1) lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 7. Juli 2016 bei der Reparatur eines Kühlgerätes von der Leiter gefallen sei,
da diese weggerutscht sei.
Ange
geben wurden
Schmerzen in der rechten Schulter
und ein R
iss rechts im Gesicht
(Ziff. 4, Ziff. 6 und Ziff. 9).
3.2
Der erstbehandelnde Arzt Dr. med.
O._
,
Leitender Arzt,
Notfall
praxis, Spital C._, nannte in seinem Bericht vom 11. Juli 2016 (Urk. 9/18) als Diagnose eine Schulterkontusion rechts und einen Status nach Epistaxis nach Nasenkontusion. Dr.
Schreen
führte aus, der Patient sei aus etwa vier Metern Höhe auf die rechte Schulter und das Gesicht gestürzt. Es habe keine Bewusstlosigkeit, keinen Schwindel, keine Übelkeit und kein Erbrechen gege
ben. Seither habe der Patient rezidivierend Nasenbluten und Schmerzen in der rechten Schulter gehabt. Hinsichtlich der rechten Schulter hätten sich ein nor
males symmetrisches Schulterrelief gezeigt und weder Schürfungen noch Prell
marken. Die Palpation des AC-Gelenks, der Scapula und der Clavicula sei indolent gewesen. Die proximale Abduktion und Anteversion seien nur bis 90° möglich, Schürzen- und Nackengriff seien im Seitenvergleich symmetrisch. Der Lift-off-Test sei nicht pathologisch.
Das Röntgen der rechten Schulter habe keine ossären Läsionen gezeigt
.
3.3
Dr. med. Ute
Wagnetz
, Fachärztin für Radiologie und für Nuklearmedizin, führte in ihrem Bericht vom 12. Juli 2016 (Urk. 9/17) nach
am 1
1.
Juli 2016 durch
geführtem Röntgen des rechten Schultergelenkes
aus, es habe sich eine regel
rechte Artikulation glenohumeral und kein Nachweis einer frischen Läsion ge
zeigt. Das AC-Gelenk sei intakt. Es bestünden
degenerative Veränderungen des AC-Gelenkes
und kein Nachweis einer frischen Fraktur. Der Weichteilmantel sei unauffällig.
3.4
Nach am 17. August 2016 durchgeführtem MR der rechten Schulter und
Arthro
graphie
des rechten Schultergelenkes führte Dr. med.
B._
, Fachärz
tin
für Radiologie, Spital C._, in ihrem gleichentags verfassten Bericht (Urk. 9/3) aus, nach Sturz am 11. Juli 2016 habe gleichentags eine Erstkonsultation statt
gefunden. Die Befunde seien konventionell radiologisch unauffällig gewesen. Da die Schmerzen jedoch persistierten und eine Elevation von mehr als 100° schmerzhaft gewesen sei, sei eine Abklärung mit der Frage nach einer Sehnen
verletzung speziell der Supraspinatussehne durchgeführt worden.
Dr. B._ führte in ihrer Beurteilung aus, es bestünden
Hinweise auf eine (posttraumatische)
Capsulitis
adhaesiva
(
frozen
shoulder
)
bei ödematös verän
der
tem
Rotatorenintervall
des
Bicepssehnenankers
mit SLAP-Läsion und diskret auch der Gelenkkapsel im
Recessus
axillaris
bei jedoch Status nach
Arthro
graphie
. Weiter liege eine Bursitis
subdeltoidea
/
subacromialis
vor und eine subacromiale
Impingementsituation
mit
Tendinopathie
der Supra- und
Infra
spinatussehne
mit kleinen gelenksseitigen Einrissen. Weiter sei eine hypertrophe AC-Gelenkarthrose festgestellt worden (S. 1).
3.5
Dr. med. Thomas A._, Stellvertretender
Chefarzt Orthopädie, Spital
C._, stellte in seinem Bericht vom 7. September 2016 (Urk. 9/14) folgende Diagnose (S. 1):
-
Partialruptur
artikularseitiger
Supraspinatus-Übergang
Infraspinatus
seh
ne
-
Signalanhebung
Bicepsansatz
-
asymptomatische AC-Gelenksarthrose Schulter rechts nach Sturz aus vier Metern Höhe am 11. Juli 2016
Zum Verlauf führte Dr. A._ aus, der Patient berichte vor allem massive Nacht
schmerzen zu haben. Er arbeite zu 100 % als Kühlungsexperte und sei weiterhin auf Schmerzmedikamenten-Einnahme angewiesen.
Zum durchgeführten MRT führte Dr. A._ aus, ergänzend würde er jedoch nicht von einer
Tendopathie
der Sehnen sondern von einer Partialruptur sprechen. Es habe sich eine Signalanhebung im
Bicepsanker
-Bereich gezeigt, wobei dieser jedoch nicht kontrastmittelunterspült sei. Auch habe sich eine Signalanhebung im ventralen
Subscapularisgebiet
auf Höhe des
Rotatorenintervalls
gezeigt (S. 1 Mitte).
Durch die Traumatisierung habe sich eine Partialruptur an der
Rotato
ren
manschette
mit entsprechenden Schmerzen eingestellt
.
Diese sei durch die weitere schwere Arbeitstätigkeit der Patientin kultiviert.
Es sei deshalb eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgestellt worden. Zusätzlich finde eine medika
mentöse Behandlung und eine physiotherapeutische Entzündungsreduktion statt
(S. 1 unten). Eine Wiedervorstellung zur klinischen Kontrolle sei erst in vier bis sechs Wochen vorgesehen (S. 2).
3.6
In seinem Sprechstundenbericht vom 14. Oktober 2016 (Urk. 9/13) führte Dr.
A._
aus, es sei nach Sturz aus vier Metern Höhe am 11. Juli 2016 zu einer 70%igen Beschwerdebesserung bei Partialruptur der Supraspinatus- und
Infra
spinatussehne
gekommen. Eine Signalanhebung habe sich am
Bicepssehnen
an
satz
gezeigt. Die AC-Gelenksarthrose sei asymptomatisch.
Dr. A._ führte aus, unter der Schmerzmedikation kombiniert mit Physio
the
rapie habe eine 70%ige Beschwerdebesserung erreicht werden können. Der Beschwerdeführer nehme die verordneten Schmerzmedikamente noch voll ein.
Es habe sich eine deutliche Beschwerdebesserung eingestellt, die Schmerz
medi
kamente würden nun sukzessive zurückgefahren, und die Physiotherapie werde weitergeführt. Eine klinische Kontrolle sei in vier bis fünf Wochen vorgesehen.
3.7
Dr. med. Mischa Wiegand, Leitender Arzt Handchirurgie, Spital C._, nannte in seinem Operationsbericht vom 28. Oktober 2016 (Urk. 9/10) als Diagnose eine symptomatische Rhizarthrose Stadium III, links, mit STT Beteiligung. Es sei eine Resektions-Suspensions-Interpositions-Arthroplastik mit STT-Resektion links durchgeführt worden. Als Operationsindikation nannte Dr. Wiegand chronisch rezidivierende Daumensattelgelenks-Beschwerden nach Traumatisierung im Jahr 2011 (S. 1).
3.8
Dr. A._ führte in seinem Bericht vom 21. November 2016 (Urk. 9/15) aus, aktuell habe sich nur eine minime Beschwerdebesserung (10 %) bei anfänglich deutlicher Beschwerdebesserung bei
acromialseitiger
Partialruptur der Supraspi
na
tus
sehne, Signalanhebung des
Bicepsansatzes
und weiterhin asymptomati
scher
AC-Gelenksarthrose nach Sturz auf die rechte Schulter aus vier Metern Höhe am 7. Juli 2016 gezeigt.
Dr. A._ hielt fest,
klinisch stünden die
Impingement
-Zeichen deutlich
im Vor
der
grund, weshalb nun eine therapeutische Infiltration abgemacht worden sei. Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit werde weitergeführt.
3.9
Kreisarzt Prof. Z._ verneinte in seiner Stellungnahme vom 14. Dezember 2016 (Urk. 9/19) die Frage, ob die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers am 7. September 2016 noch auf das Unfallereignis vom 7. Juli 2016 zurückzu
führen sei. Zur Frage, wie er in Anbetracht der Unfallfolgen die Arbeitsfähigkeit als Kühlungsexperte in zeitlicher und leistungsmässiger Hinsicht qualifiziere, führte Prof. Dr. Z._ aus, aus versicherungsmedizinischer Sicht lägen keine quantitativen und qualitativen Einschränkungen vor. Zur Frage, ob die am 28. Oktober 2016
durchgeführte Operation mit überwiegender Wahrschein
lic
h
keit auf das Ereignis vom 1. Juni 2010 zurückzuführen sei, hielt Prof. Dr. Z._ fest, dies sei nur mit einer möglichen Wahrscheinlichkeit der Fall.
3.10
Kreisarzt Prof. Z._ führte in seiner ärztlichen Beurteilung vom 10. Januar 2017 (Urk. 9/26) aus, nachweislich der bildgebenden Befunde und eines
Arthro
-MRI des rechten Schultergelenkes vom 17. August 2016 habe das Unfallereignis vom 7. Juli 2016 zu keiner strukturell traumatischen Läsion geführt.
Die im MRI dokumentierten intraartikulären Veränderungen seien nur mit der möglichen Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 7. Juli 2016 zurück
zu
führen. Darüber hinaus sei der dokumentierte Unfallhergang mit einem Sturz aus vier Metern Höhe auf die rechte Schulter und das Gesicht in Anbetracht der doch relativ blanden Befunde in der Notfallkonsultation vom 11. Juli 2016 nicht vollständig nachvollziehbar. Aus versicherungsmedizinischer Sicht werde von einer Kontusion des rechten Schultergelenkes ohne strukturell traumatische Läsion ausgegangen. Der Status quo sine sei vier Wochen nach Unfallereignis erreicht. Die Arbeitsunfähigkeit ab dem 7. September 2016 sei nicht auf das Unfallereignis vom 7. Juli 2016 zurückzuführen.
Die am 28. Oktober 2016 durchgeführte Operation sei nur mit der möglichen Wahr
scheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 1. Juni 2010 zurückzuführen (S. 2).
3.11
Auf Anfrage des Beschwerdeführers führte Dr. A._ in seinem Schreiben vom
3. März 2017 (Urk. 9/41) zur Frage, ob die heutigen Beschwerden an der Schulter
rechts auf den Unfall vom 7. Juli 2016 zurückzuführen seien, aus, diese seien mit wahrscheinlicher Kausalität auf den Unfall vom 7. Juli 2016 zurückzu
führen (Ziff. 1). Zur Frage, ob der dokumentierte Unfallhergang vom Sturz aus vier Metern Höhe auf die rechte Schulter und das Gesicht in Anbetracht der Befunde an der Schulter nachvollziehbar sei, führte Dr. A._ aus, der Unfall
hergang mit Sturz aus vier Metern Höhe könne die Befunde an der Schulter
auslösen. Eine solche Sturzhöhe könne bei ungünstigem Verlauf auch direkt zum
Tode führen. Sofern die Frage so zu verstehen sei, ob über die jetzigen Befunde an der Schulter (nur diese stünden ihm zur Verfügung) der Unfallhergang wahrscheinlich sei, könne hierüber keine Aussage getroffen werden (Ziff. 2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte die Einstellung der Leistungen
per 25. Januar 2017
auf die kreisä
rztliche Einschätzung von Prof. Z._ vom Januar 2017 (vgl. vorstehend E. 3.10)
, wonach
es beim Unfallereignis vom 7. Juli 2016 zu keiner strukturell traumatischen Läsion sondern lediglich zu einer Kontusion des
rechten Schultergelenkes gekommen sei und die bestehenden Beschwerden pri
mär auf unfallfremde,
degenera
tive Vorzustände zurückzuführen
und somit als in keinem Zusammenhang mit dem Unfallereignis mehr stehend zu betrach
ten seien (vorstehend E. 2.1).
4.2
Zu betonen bleibt, dass Berichten versicherungsinterner medizinischer Fach
per
sonen
praxisgemäss
nicht dieselbe Beweiskraft zukommt, wie einem gericht
lichen oder einem im Verfahren nach Art. 44
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG)
vom Versicherungs
trä
ger in Auftrag gegebenen Gutachten. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung
strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel
lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (
BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 496 f. mit Hinweis auf BGE 122 V 157 E. 1d S. 162 f.)
Für die vom Beschwerdefü
hrer geltend gemachte über den 25. Januar 2017
hin
ausgehende Leistungspflicht des Unfallversicherers ist
entscheidwesentlich
, ob der Zustand der
rechten Schulter, wie
er
sich
vor dem
Unfallereignis
präsentiert hatte, wieder hergestellt (Status quo ante) beziehungsweise der Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf auch ohne
den
Un
fall
früher oder später eingestellt hätte, nunmehr
erreicht ist (Status quo sine
). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits
scha
dens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die Beweislast dafür liegt beim Unfallversicherer (
vgl. vorstehend E. 1.4
).
4.3
Kreisarzt Prof. Z._ wurde
gemäss
den vorliegenden Akten nicht im Verfahren
gemäss
Art. 44 ATSG beauftragt. Er gab zwar in seinem Aktenauszug im Rahmen seiner Beurteilung vom Januar 2017 die Ausführungen von Dr. A._ vom 7. September 2016 (vgl. vorstehend E. 3.5), dass durch die Traumatisierung eine Partialruptur an der
Rotatorenmanschette
ausgelöst worden sei, wieder (vgl. Urk. 9/26 S. 1), die Beurteilung von Prof. Dr. Z._ lässt jedoch eine ein
gehende Auseinandersetzung damit vermissen. Ohne dies genauer zu begrün
den,
setzte Prof. Dr. Z._ einfach die Tatsache als gegeben voraus, dass nach
weislich der bildgebenden Befunde des MRI des rechten Schultergelenkes vom 17. August 2016 das Unfallereignis zu keiner traumatischen Verletzung geführt habe. Diese Feststellung hätte jedoch in Anbetracht dessen, dass sie sich nicht ohne weiteres dem Bericht von Dr. B._ 17. August 2016 (vgl. vorstehend E. 3.4) nach durchgeführtem MR der rechten Schulter entnehmen lässt, und insbesondere auch von posttraumatischen Verletzungen die Rede war, einer genaueren Begründung bedurft.
Mit Blick darauf, dass auch Dr. A._ die anhaltenden Schulterbeschwerden zwar nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit, aber doch "mit wahr
schein
licher Kausalität" auf das Unfallereignis zurückführte, bestehen an der Beur
teilung des Kreisarztes Prof. Z._ – zumindest geringe - Zweifel, und es kann daraus nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit darauf geschlossen werden, dass keine Folgen des Unfallereignisses mehr vorliegen.
Den von der Beschwerdegegnerin ohne fundierte ärztliche Grundlage ge
zog
enen Rückschlüsse
n
, dass aufgrund
des Alters des Beschwerdeführers, seiner körper
lich anstrengenden beruflichen Tätigkeit
und aufgrund von an der linken Hand
vorliegenden degenerativen Veränderungen (vgl. vorstehend E. 3.7) und der auc
h festgestellten, jedoch asymptomatischen AC-
Gelenksarthrose, auch die von
ihm
beklagten Schulterbeschwerden degenerativer Herkunft seien
müssen (vgl. vor
stehend E. 2.1)
, kann nicht gefolgt werden.
Dem Vorbringen der Beschwerdegegnerin, dass die im Rahmen der Erstbe
hand
lung vom 11. Juli 2016 in der Notfallpraxis des Spital C._ (vgl. vorstehend E. 3.2) dokumentierten Befunde für einen Sturz aus vier Metern Höhe etwas gering erscheinen, ist beizupflichten, jedoch geht aus der Bagatellunfall-Meldung vom 11.
Juli 2017 (vgl. vorstehend E. 3.1)
hervor, dass die Leiter weg
ge
rutscht sei; ein solcher Unfallhergang kann unter Umständen zu den im Ver
gleich zu einem direkten Sturz aus vier Metern Höhe etwas geringeren Verlet
zungen beitragen haben.
4.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt
nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
relevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Vorliegend lässt sich gestützt auf die Akten nicht schlüssig beurteilen, ob die anhaltenden Schulterbeschwerden noch in einem natürlichen Kausalzusammen
hang mit dem erlittenen Unfall stehen. Insbesondere ist auch unklar, weshalb es seit dem Ereignis vom 7. Juli 2016 rein krankheitsbedingt zu einer derartigen Beschwerdezunahme gekommen sein soll.
4.5
Insgesamt bestehen damit Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, und es genügt keine der vorlie
genden ärztlichen Beurteilungen für sich allein, um zweifelsfrei auf sie abstellen zu können.
Der Sachverhalt erweist sich damit als ungenügend abgeklärt, weshalb der ange
fochtene
Einspracheentscheid
aufzuheben und die Sache zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, dam
it diese nach Einholung eines externen
Gutachtens
neu über den Leistungs
an
spruch des Beschwerdeführers verfüge
.
5.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine angemessene Prozessentschädigung auszurichten (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
;
GSVGer
). Unter Berück
sichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit de
s Prozesses wird diese auf Fr. 1'5
00.-- (inkl. Barauslagen
und Mehrwertsteuer) festgelegt.