Decision ID: 21c230b2-197c-4360-83a5-9fe53e3baf83
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1973 geborene
X._
, Mutter zweier in den Jahren 1996 und 2000
geborener Söhne, erlitt bei einem Verkehrsunfall am 24. September 2001 eine schwere Hirnverletzung mit Kontusionsblutung temporal rechts, grosser
Riss
quetsch
wunde
mit Skalpierung links
temporo
-frontal, Abriss der linken Ohr
muschel, eine instabile LWK1-Berstungsfraktur mit 40%iger Einen
gung des
Spinal
kanals
, eine Beckenfraktur sowie einen Pneu
mothorax (Urk. 7/10 S. 16). Am 30
. September 2002 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf die ver
bliebenen Unfallfolgen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, zum Bezug einer Rente der Invalidenversicherung an (Urk. 7/4). Ge
stützt auf die daraufhin getätigten Abklärungen und die beige
zogenen Akten des Unfallversicherers wurde der Versicherten mit Verfügung vom 12. Januar 2004 bei einem auf 59 % festgesetzten Invaliditätsgrad mit Wirkung ab 1. Septem
ber 2002 eine halbe Invalidenrente zugesprochen (Urk. 7/31). Die dagegen erhobene Einsprache vom 6. Februar 2004 (Urk. 7/34) wurde
– nach Ein
gang des neuropsychologischen Gutachtens von Dr. phil.
Y._
vom 17.
Septem
ber 2004 (Urk. 7/45)
-
von der IV
Stelle mit Entscheid vom 20. Mai 2005 teilweise gutgeheis
sen, indem der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 63
%
für die Zeit vom 1. September 2002 bis 31. Dezember 2003 eine halbe
Rente und ab 1. Januar 2004 eine
Drei
viertelsrente
zugesprochen wurde (Urk. 7/57
und 7/58).
1.2
Vom Unfallversicherer wurde
X._
mit Verfügung vom 26. Januar 2005 eine auf einem
Invali
ditätsgrad
von 65 % basierende Invalidenrente (mit Rentenbeginn ab 1. Januar 2005) sowie eine auf einer Einbusse von 45 % be
ruhende
Integri
tätsentschädi
gung
von Fr. 48'060.-- zugesprochen (Urk. 7/52).
1.3
Im Juni/Juli 2008 eröffnete die IV
-
Stelle ein amtliches
Rentenrevisionsverfah
ren
. Zur Klärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse zog sie einen Auszug aus dem individuellen Konto bei (Urk. 7/69), holte Berichte des Arbeit
gebers (Urk. 7/68) sowie der Behandler (Urk. 7/72: Auskunft der Versicherten über die behandelnden Fachpersonen, eingegangen bei der IV
Stelle am 3. Februar 2009; Urk. 7/70: Bericht des Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH
All
ge
meine Medizin, vom 22. September 2008; Urk.
7/74: Bericht des Dr. phil.
Y._
, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, vom 16. Februar 2009) ein und führte am 10. Juni 2009 eine Haushaltabklärung durch (Urk. 7/76:
Abklä
rungs
bericht
vom 26. Juni 2009). Gestützt auf eine Stellungnahme des Regio
nalen Ärztlichen Dienstes der Invalidenversicherung (RAD) vom 23. Februar 2009
(Urk. 7/84 S. 3) wurde der Versicherten mit Vorbescheid vom 29. Oktober 2009
die Einstellung der bislang ausgerichteten Rentenleistungen in Aussicht gestellt (Urk. 7/85 und 7/86). Nachdem der Rechtsvertreter der Versicherten dagegen Einwände erhoben hatte (U
rk. 7/89, 7/93), ordnete die IV-
Stelle eine
polydiszi
p
linäre
medizinische Abklärung durch die MEDAS
A._
an (Urk. 7/96), welche ihr Gutachten am 7. September 2010 erstattete (Urk. 7/98). Mit Verfügung vom 8. Dezember 2010 wurde die bisher ausgerichtete Invalidenrente per Ende des der Zustellung der Ver
fügung folgenden Monats, das heisst per Ende Januar 2011 aufgehoben; ei
ner allfällig dagegen gerichteten Beschwerde wurde die aufschiebe
nde Wirkung entzogen (Urk.
7/107).
1.4
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe
vom 2
4.
Januar 2011 Beschwerde
.
Mit Urteil IV.20
11.00059
vom
1
0.
Dezember
201
2
hiess das
Sozialversiche
rungsgericht
des Kantons Zürich die Beschwerde in dem Sinne gut, als es die Sache zur
Vornahme qualifizierter ergänzender medizinischer Untersuchungen, namentlich zur Ergänzung des neuropsychologischen Teilgutachtens und zur Klärung der aus medizinischer Sicht bestehenden Einschränkung im Aufgaben
bereich Haushalt samt allfälliger Wechselwirkungen mit dem Erwerbsbereich
sowie zu neuem Entscheid an die Verwaltung zurückwies (
Urk.
7/136
).
1.5
Daraufhin tätigte die
IV-Stelle weitere Abklärungen, insbesondere
gab sie ein
neu
ropsychologisches
sowie ein orthopädisches
Gutachten
in Auftrag
(
Urk.
7/142
und
Urk.
7/172).
Gestützt auf
die erneuten Abklärungen
(Urk.
7/166 und Urk.
7/182)
teilte sie de
r
Versicherten mit Vorbescheid vom
1
4.
November 2014
(
Urk.
7/189)
mit, dass kein Rentenanspruch
(
mehr
)
bestehe
. Sie begründete den Entscheid damit,
da
ss
die Versicherte gemäss
der medizinischen Beurteilung
zu
70
%
arbeitsfähig
und im Haushalt nicht eingeschränkt sei. A
uch als Gesunde
wäre sie
70
%
erwerbstätig und 30
%
im Haushalt
tätig
. E
ntsprechend dem durchgeführten
Einkommens
vergleich
bestehe
kein Invaliditätsgrad. Hieran hielt
sie
auf Einwand der Versicherten hin
(
Urk.
7
/193)
mit Verfügung vom
1
5.
Janu
a
r 2015
fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
9.
Februar 2015 Beschwerde (
Urk.
1) mit folgenden Anträgen:
1.
Hauptantrag
Die Verfügung sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass die Be
schwerdeführerin weiterhin Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
hat.
2.
Eventualantrag
Die Beschwerde
gegnerin
sei zu verpflichten, der Beschwerdeführe
rin den nicht verbrauchten Regress-Betrag, welcher ihr von der Haftpflichtversicherung ausbezahlt wurde, in einer vom Gericht festzulegenden Hö
he nebst Zins
z
urückzubezahlen.
3.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zusätzlich
Mehr
wehrtsteuern
zulasten der Beschwerdegegnerin.
Die IV-Stelle schloss am 1
6.
März 2015 (
Urk.
6) auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 1
8.
März 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
])
.
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IV
G
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die
Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entspre
chend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
de
rem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozia
len und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Auf
gabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und
ge
wichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E.
3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
1.4.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. Augus
t 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.4.2
Liegt ein Revisionsgrund vor, so hat nach der Rechtsprechung eine umfassende Prüfung des Rentenanspruchs zu erfolgen, mithin auch eine erneute ärztliche Beurteilung der gesundheitlichen Situation und der Arbeitsfähigkeit (Urteil des Bundesgerichts 9C_427/2012 vom
5.
Dezember 2012 E. 3.4 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2
.
2
.1
Das Gericht befand im Urteil vom 1
0.
Dezember 2012 (
Urk.
7/136), dass die medi
zinische Aktenlage nicht genüge.
B
ei
der
Rentenzusprechung
war
die IV-Stelle von einer 1
00%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen, hauptsächlich wegen der deutlich eingeschränkten Belastbarkeit (
Urk.
7/45 S. 4) aufgrund von leicht bis mittelgradig ausgeprägten partiellen Hirnfunktionsstörungen nach einem Schädelhirntrauma (F07.2
;
Urk.
7/45 S. 1).
Im orthopädischen
Teilgut
achten
der
A._
vom
7.
September 2010
(Urk. 7/98)
wurde festgestellt, dass auch in einer qualitativ angepassten leichten Tätigkeit die Wirbelsäulen- und
Rumpfbelas
tungsreserven
nach einem 6.5-stündigen Arbeitstag ausgeschöpft seien (
Urk.
7/136 S. 17). Seit ungefähr 2006 bestehe rückblickend somit eine Arbeits
fähigkeit in der Grössenordnung von 75
%
(
Urk.
7/136 S.
18).
Im neuro
logi
schen Teilgutachten der
A._
vom
7.
September 2010 hielten die Gut
achter fest, dass sich aus den neuropsychologischen Störungen eine Minderung der Arbeitsfähigkeit in der Grössenordnung von schätzungsweise 30
%
konsta
tieren l
a
sse (
Urk.
7/136 S. 19).
Das Gericht befand, d
ass sich das
neuropsy
chologische Teilgutachten und die darauf beruhende Gesamtbeurteilung als mangel
haft
er
weise
(
Urk.
7/136 S. 20).
Auch das im Beschwerdeverfahren auf
ge
legte Gutach
ten des
Dr.
Y._
vom 2
0.
Januar 2011
(Urk. 7/113/22-33)
befand
das Gericht
als nicht schlüssig. S
eine Einschätzung
, die Leistungsfähigkeit der Explorandin habe sich „sicher
lich“ nicht gebessert, dank eines besseren Energie-Managements sei sie heute aber zu 20
%
arbeitsfähig, scheine
nicht unwesent
lich von der subjektiven Be
urteilung der Explorandin geprägt zu sein (
Urk.
7/1
36 S. 20).
2.2
PD
Dr.
med.
B._
operierte die Beschwerdeführerin am 1
0.
Mai 2013 aufgrund ein
er
Foraminalstenose
C5/6 links und nahm eine
mikrotechnische
Keyhole-Foraminotomie
C5/6 links
sowie eine
Neurolyse
C6 links
vor mit
intraopera
tive
m
BV (
Urk.
7/155/8-9)
.
2.3
Prof.
Dr.
phil.
C._
, wissenschaftlicher Abteilungsleiter der Klinik für Neuro
logie des
D._
, untersuchte die Beschwerdeführerin am
1
0.
Januar
201
4.
Im
n
eurologischen Gutachten vom 2
0.
Januar
2014 (
Urk.
7/166
) hielt er fest
(S.
5 f.)
, sie fänden bei dieser normal leistungsorientierten Rechts
händerin, bei der keine Anzeichen für Aggravation vorlägen, ungenügende Leis
tungen in folgenden Bereichen: (1) Aufmerksamkeit/Belastbarkeit. Die
Aufmerk
sam
keits
funktion
en
seien bezüglich Dauerbelastung
(tonisch-
phasische
A.) leich
t beein
trächtigt, ebenso bezüglich der geteilten Aufmerksamkeit, was die Schwan
kun
gen und Auslassungsfehler betreffe, hier sei die Versicherte im Tempoaspekt so
gar mittelschwer bis schwer gestört. Eine lediglich leichte Beein
trächtigung in der Konzentrationsleistung sei ebenfalls nur auf Kosten einer deutlichen Ver
langsamung zu konstatieren; Sorgfalt und Fehlerkontrolle seien normal.
Aus
lassungsfehler
würden lediglich in einer Computeraufgabe leicht überdurch
schnittlich viele auftreten, wobei das Tempo wiederum mittelschwer bis schwer beeinträchtigt sei. Dabei sei zu vermerken, dass das allgemeine Arbeitstempo, v.a. in Aufgaben, in denen die Zeit nicht gestoppt werde, normal sei. (2)
Merk
spanne
und Arbeitsgedächtnis seien für nonverbale Inhalte mittel
schwer res
pektive leicht beeinträchtigt. Dies bei intakten Leistungen für die analogen ver
balen Funktionen, die unmittelbar zuvor geprüft worden seien und deren Prü
fung ein Einbruch in der Aufmerksamkeit gefolgt sei. (3) Bei sehr guter nonver
baler Lern- und Abruffähigkeit seien das verbale Lernen und kurz- sowie lang
fristige
s
Abrufen leicht ungenügend. Die Wiedererkennung sei dabei allseits (
d.a
. modalitätsunabhängig) unauffällig, was eine eigentliche
Speicher
störung
aus
schliesse.
Die neuropsychologischen Funktionen der Sprache, Wahrnehmung und
Praxie
seien vollkommen unauffällig, ebenso die höher-kognitiven Funktionen des Frontalhirns, nämlich die Fähigkeit, Interferenzen zu unterdrücken und dieje
nige, gemäss einem bestimmten Kriterium möglichst viele Ideen zu generieren („Flüssigkeitstests“, insbesondere heute auch normale Leistungen in der verba
len Flüssigkeit).
Insgesamt liege aktuell eine leichte Hirnfunktionsstörung nach
Schädelhirn
trauma
vor gut 12 Jahren vor mit im Vordergrund stehender
Aufmerksamkeits
störung
(Dauerbelastung, geteilte Aufmerksamkeit, Konzentrationsleistung), bei der mehrheitlich der Tempoaspekt betroffen sei. Es finde sich zudem ein leicht ungenügendes verbales Gedächtnis. Gegenüber den Voruntersuchungen hätten sich Interferenzkontrolle und verbale Flüssigkeit normalis
i
ert. Die Störung in der nonverbalen Merkfähigkeit (mittelschwer; es soll
t
en Handbewegungen des Untersuchers in korrekter raum-zeitlicher Sequenz wi
e
dergegeben werden) und dem nonverbalen Arbeitsgedächtnis (leicht; die vorgezeigten Handsequenzen soll
t
en in umgekehrter Reihenfolge gezeigt werden) interpretiere er als Folge eines momentanen Konzentrationseinbruchs, sie seien von vernachlässigbarer
Alltagsrelevanz.
Lokalisatorisch
seien die
fronto
-temporalen Ausfälle
linksbe
tont
.
Im längerfristigen Verlauf seien seit der ersten neuropsychologischen Untersu
chung (
E._
, 1
9.
Oktober 2001) bei wiederkehrenden Bemerkungen zu einer reduzierten Belastbarkeit und schwankenden Konzentra
tion/Aufmerk
sam
keit bei durchwegs motivierter Mitarbeit der Versicherten fol
gende
Änderungen festzuhalten:
D
ie relativ fokale Störung „mit dem Schwer
punkt rechts
fronto
-
temporal“, die in der Erstuntersuchung beschrieben
worden sei
,
habe
sich bereits
bei der Zweituntersuchung nicht mehr
gezeigt
(die rechts-hemisphärisch figu
ral-
amnestischen
Störungen h
ä
tten sich erholt
)
,
dafür
seien
rasch ungenügende
Leistungen eher im verbalen Bereich auf
getreten
(„
sprech
motorische
Auffällig
keiten im hinteren Artikulationsbereich, deutliche Schwie
rigkeiten im Lese-Sinn-
Verständnis“ in der logopädischen Abklärung vom 23.-2
5.
Oktober 2011; redu
zierte verbale Geläufigkeit mit Wortfindungsstörungen und „Denkblockaden“ in der – leider in den beigelegten Akten nicht näher do
kumentierten – Unter
suchung durch
Dr.
F._
vom
7.
April 2003; schliesslich die Störung in der
„komplexeren mündlichen Sprachaufnahme“ und der
Wort
flüssigkeit
, welche eine
Lateralisierung
nach
fronto
-temporal links erlaubten (
in der
Untersuchung
durch
Dr.
phil.
Y._
,
7.
September 2004), einer Lokalisierung, der sich auch
Dr.
G._
in seinem Teilgutachten vom 2
1.
Juli 2010 aufgrund einer von ihm konstatierten reduzierten verbalen
Fluenz
anschliesse. Heute fänden sich weder eine Einschränkung im Sprachverständnis noch in der verbalen Flüssig
keit. Die „allgemeine kognitive Leistungsfähigkeit“ würde er als durchschnittlich (und
nicht „gut durchschnittlich bis überdurchschnittlich“) be
zeichnen
(
Urk.
7/166 S.
6)
.
Prof.
Dr.
C._
führt
e
aus, dass sich heute gegenüber 2010 gerade in den
Auf
merksamkeitsfunktionen
inklusive der Interferenzkontrolle die markantesten Ver
besserungen fänden, wobei der Stand von 2004 nicht wesentlich überschrit
ten werde. Auch die Wortproduktion habe sich (zum Stand von 2004 hin) nor
ma
li
siert. Unverändert geblieben (gegenüber 2010, Verschlechterung gegenüber 2004)
seien insbesondere Lernen und längerfristiges Behalten von Wortmaterial (
Urk.
7/166 S. 6).
Unter Berücksichtigung des um gut neun Jahre höheren Alters der Versicherten (Vergleich der altersangepassten Prozentränge bzw. T-Werte) sei gegenüber der Untersuchung bei
Dr.
p
hil
.
Y._
(
7.
September 2004) eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit zu vermerken. Verbessert hätten sich insbesondere die
Inter
fe
renzkontrolle
(normalisiert), das sprachliche Verständnis (keine Einschränkun
gen heute) und die Wortflüssigkeit (heute erholt). Die verbleibenden Defizite seien im Bereich der Aufmerksamkeit und Dauerbelastung, wobei, soweit direkt vergleichbar, die Testergebnisse quantitativ gut vergleichbar seien, auch heute
sei
der Tempoaspekt in allen
konzentrativen
Testleistungen mehr betroffen als die Fehleranfälligkeit (bei nach wie vor guter Koope
ration der Versicherten). Neu fi
nde er eine leichte Störung des verbalen Lernens und Abrufens (in Über
einstimmung mit der Begutachtung 2004 durch
Dr.
phil.
Y._
). Insgesamt liege eine leichte neuropsychologische Funktionsstörung vor
(
Urk.
7/166 S. 6
f.)
.
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit sei die Versicherte für häusliche Tätigkeiten aus rein neuropsychologischer Sicht nicht eingeschränkt. Ebenfalls aus rein neu
ro
psychologischer Sicht dürfte die Einschränkung für die angestammte Tätigkeit
oder eine vergleichbare (unter Berücksichtigung der gut kompensierten Schwer
hörigkeit, welche dennoch in der verbalen Kommunikation ein Lippenlesen er
forder
e
) ca. 30
%
bis wohl eher 40
%
betragen (Arbeitsfähigkeit = 70
%
bis woh
l eher nur 60
%
). Voraussetzung sei, dass das Belastungsprofil einer ausserhäus
lichen Tätigkeit behindertenangepasst sei, d.h. den orthopädischen Problemen
,
aber auch den neuropsychologischen
gerecht werde
(keine Arbeit, welche die Ver
sicherte unter Zeitdruck setz
e
und/oder eine ständige Teilung der Aufmerk
samkeit erforder
e
[
„dual
tasking
“
]
,
Urk.
7/166 S. 7).
Die Wechselwirkung zwischen häuslicher und beruflicher Tätigkeit ausser Haus bringe einerseits für die Versicherte eine Mehrbelastung mit sich, da die be
schränkte Zeit zuhause nicht zur Erholung von einer
konzentrativ
for
dernden Tätigkeit eingesetzt werden könne (die Versicherte habe heute glaub
haft geltend gemacht, dass ein Sich-Hinlegen nach vierstündiger Exploration unerlässlich sei). Andererseits erlaube eine gemischte Tätigkeit ausser Haus und im Haushalt gerade die Art von Wechselbelastung, welche ohnehin anzustreben sei, sowohl aus neuropsychologischer wie wohl auch aus orthopädischer Sicht (
Urk.
7/166 S. 7).
Zu den Wechselwirkungen zwischen neuropsychologischer und orthopädischer Einschränkung könne er aus seiner Sicht nur vermuten, dass ein Endzustand der
Gesamtbe
schwerden
wohl noch nicht erreicht worden sei. Die
Foraminotomie
im Mai 2013 habe die Schmerzsituation der Versicherten doch nochmals zum Besseren geändert (sowohl bezüglich der Rücken- und Arm-, als auch indirekt der Kopfschmerzen), die Einnahme von
Lyrica
ebenfalls. Eine erfolgreiche Schmerzbehandlung dürfte die Aufmerksamkeitskapazität und Belastbarkeit der
Beschwerdeführerin
nochmals bedeutsam heraufsetzen beziehungsweise den
zur Zeit
erhöhten Regenerationsbedarf nach angestrengter Tätigkeit deutlich redu
zieren (
Urk.
7/166 S. 7).
2
.
4
Dr.
med.
H._
, Orthopädische
Chrirurgie
und Traumatologie des Bewegungs
apparates, untersuchte die Beschwerdeführerin am 1
7.
Juli 201
4.
Im Gutachten vom 3
0.
Juli 2014
(
Urk.
7/182)
nannte sie als
Diagnosen m
it Rel
evanz für die Arbeitsfähigkeit eine v
erminderte Belastbar
keit der Wirbelsäule
bei Status nach instabiler LWK
1-Fraktur mit operativer Stabilisierung von Th12 auf L
2.
Es bestehe eine
ky
photische
Ein
stellung im Bereich der Fraktur.
Es liege kein
ner
venwurzelbezogenes
neurolo
gisches Defizit
vor
. Die Segmente unterhalb zeig
t
en keine vermehrte Degenera
tion.
Es bestehe eine v
erminderte Belastbarkeit der
Hals
wirbelsäule
bei Status nach
einer
Operation mit
Foraminotomie
und
Neu
rolyse
C6 links.
Als Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit nannte sie eine Fehlstatik
der Wirbelsäule, eine Haltungsinsuffizienz, ein
en muskulären
Hartspann und eine
verschmächtigte
Rumpfmuskulatur.
Es gebe r
adiologische Anhalte auf
einen
Status nach
einem
lumbalen Morbus Scheuermann. Beidseits
bestehe eine
ver
kürzte
Ischiokruralmuskulatur
ohne Dehnungsschmerzen. Bei Schmerzen am
Processus
coracoideus
links sowie Schmerzen der Beugemuskulatur bei An
spannung gegen Widerstand ergebe sich der Anhalt auf
pseudoradikuläre
Schmerzen im Verlauf Muskulatur und Sehnen linker Oberarm/proximaler Unterarm.
Es liege ein
Status nach Beckenfrakturen mit konservativer Therapie
vor
.
Es bestehe ein s
ehr gutes Behandlungsergebnis bei freien Funktionen der Hüftgelenke
und fehlender Wetterfühligkeit
(S. 14 f.)
.
Dr.
H._
führt
e
aus, dass die orthopädische Krankengeschichte mit dem Auto
unfall am 2
4.
September 2001 begonnen habe. Der Heilverlauf, auch mit einer Rehabilitation in
E._
,
sei
ohne Komplikationen
gewesen
. Die medizinische Trainingstherapie werde bis zum heutigen Tag als Freizeitsport fortgesetzt. Neu hinzugekommen seien krankheitsbedingte Beschwerden der unteren
Halswir
bel
säule
bei beginnenden degenerativen Veränderungen. Am 1
0.
Mai 2013 sei eine
Foraminotomie
mit
Neurolyse
C6 links erfolgt.
Die fachbezogenen Be
schwerden beschränkten sich auf den Bereich
Halswirbel
säule
/Schmerzausstrahlung im linken Arm und den Bereich
thorakolumbaler
Übergang/seitliche
Rumpfmus
ku
latur
. Die vorgetragenen Beschwerden fänden klinisch wie auch radiologisch ihr Korrelat. Die grossen/kleinen Gelenke der oberen/unteren Extremitäten seien seitengleich altersentsprechend frei. Anhand der
Beschwielung
der Fusssohlen ergebe sich eine seitengleiche Belastung bei normaler
Beschwielung
. Insgesamt
könnten erfreuliche Befunde nach dem schweren Unfall vom 2
4.
September 2001
festgestellt werden. Die Belastbarkeit der Wirbelsäule sei vermindert, vornehm
lich in Bereichen, die mit einer Inkli
nation des Oberkörpers, Seitneigen oder
Seit
drehen
einhergingen. Insgesamt seien Tätigkeiten aus wechselnder Aus
gangs
lage geeigneter als ausschliesslich monotone Tätigkeiten im Sitzen, Gehen oder Stehen. In Anbetracht der Verlet
zung des
thora
k
olumbalen
Übergangs ergäben sich Einschränkungen des Ar
beitsvermögens von etwa 20-30
%
, was der Einschätzung im orthopädi
schen Gutacht
en der
A._
(
Urk.
7/98)
mit
e
i
ner
Angabe des Arbeitsvermögens von 6.5 Stunden pro Arbeitstag entspreche. Denk
bar wären Tätigkeiten wie zu
letzt vor dem U
nfall
ausgeführt mit einem höhen
verstellbaren Schreibtisch, so
dass die
Beschwerdeführerin
unter Vermeidung einer
ständigen Inklination des Oberkör
pers entspannt im Stehen arbeiten könnte. Bei
freien Funktionen der
Halswir
belsäule
ergäben sich derzeit keine zusätzlichen Einschränkungen. Im Haushalt könnten Tätigkeiten wie Staubsaugen und Wischen
des Bodens nicht verrichtet werden. Auch das Aus- und Einräumen
einer Geschirrspülmaschine gestalte sich etwas schwierig. Eine Waschmaschine als
Toplader
sei im Haushalt geeigneter als eine herkömmliche Waschmaschine. Jedoch sei die Versicherte für Tätigkei
ten wie Kochen, Richten der Wäsche (ohne Tragen des schweren Wäschekorbes), Staubwischen et
cetera
in vollem Um
fang einsatzfähig
(S. 15 f.)
.
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit h
ie
lt
Dr.
H._
fest, dass die Beschwerdeführerin die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im Bü
r
o mit einem Pensum von etwa 50
%
wie
der in diesem Umfang verrichten könne. Es wäre für sie günstig, wenn sie einen höhenverstellbaren Schreibtisch haben könnte. Für körperlich leichte Tätigkei
ten, die bevorzugt aus wechselnder Ausgangslage verrichtet werden könn
t
en, ergebe sich ein tägliches Arbeitsvermögen von 6.5 Stunden
(S. 17 f.)
.
3.
3.1
Die IV-Stelle begründete die Rentenreduktion damit, dass die Versicherte ge
mäss den erneuten Abklärungen aufgrund des Urteils vom 1
0.
Dezember 2012 seit der
A._
-Begutachtung vom
7.
September 2010 in der angestammten
Büro
tätigkeit sowie in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 70
%
ar
beits
f
ähig sei. Die Versicherte wäre bei guter Gesundheit weiterhin 70
%
er
werbs
tätig und 30
%
im Haushalt tätig. Im Haushalt sei sie gemäss der medizi
nischen
Beurteilung nicht eingeschränkt. Entsprechend dem durchgeführten
Einkom
mens
vergleich
bestehe
kein Invaliditätsgrad
(
Urk.
2).
3.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass sich
der objektive Gesundheitszustand seit der Rentenzusprechung 2005 insge
samt nicht wesentlich verbessert, sondern im Gegenteil sogar verschlechtert habe (
Urk.
1 S. 4). Die behandelnden Ärzte seien der Auffassung, dass
s
ie zu maximal 30
%
in leichter ange
passter Tätigkeit arbeitsfähig sei. In den neu eingeholten Gutachten seien bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit die Wechselwirk
ung
en
zwischen beruflicher und häuslicher Tätigkeit nicht berücksichtigt worden. Die gesundheitlichen Einschränkungen seien spätestens ab dem Jahr 2012 nur
noch hinsichtlich der beruflichen Tätigkeit zu berücksichtigen, weil davon aus
zugehen sei, dass die Beschwerdeführerin ab 2012 wieder zu 100
%
gearbeitet hätte (
Urk.
1 S. 8). Die Annahme der Beschwerdegegnerin, die Beschwerde
führerin sei im Haushalt zu 0
%
eingeschränkt, sei verfehlt und durch nichts belegt. Zudem habe keine Haushaltsabklärung stattgefunden (
Urk.
1 S. 9).
4.
4.1
Für die Bean
twortung der Frage, ob eine
für den Anspruch relevante
Ver
besse
run
g des Gesundheitszustands
der Beschwerdeführerin eingetreten ist, kann auf
die
Gutachten des Prof.
Dr.
C._
und der
Dr.
H._
abgestellt werden. Diese
entsprechen den
erforderlichen
Kriterien
an den Beweiswert einer Expertise (vgl. E.
1.5). Die Beschwerdeführerin wurde ihren geltend gemachten Beschwerden entsprechend umfassend abgeklärt. Die Gutachten beruhen auf neuropsycholo
gische
n
und orthopädischen Untersuchungen, berücksichtigen die geklagten Beschwerden und wurden in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben. So
dann sind die Darlegungen der medizinischen Zusammenhänge und die Beur
teilungen der medizinischen Situation einleuchtend und die Schlussfolgerungen in der Ex
pertise begründet. So stellte
Dr.
H._
fest, dass die Beschwerdefüh
rerin aus ortho
pädischer Sicht noch eine angepasste Tätigkeit im zeitlichen Rahmen von 6.5 Stunden pro Tag ausführen könne, was angesichts der festge
stellten Befunde als schlüssig erscheint. Gemäss Prof.
Dr.
C._
hat
sich der neuropsycho
lo
gisch
e Zus
tand verbessert und er geht
nur
mehr
von einer
30- bis 40
%igen Arbeitsunfähigkeit
in einer behindertenangepassten Tätigkeit
aus.
4.2
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, ihre behandelnden Ärzte
Dr.
med.
I._
und PD
Dr.
med.
B._
gingen von einer Arbeitsfähigkeit von maxi
mal
3
0
%
aus
(Urk. 1 S. 6)
,
ist zu bemerken,
dass sich solche Einschätzungen den Akten nicht entnehmen lassen. Der letzte aktenkundige Bericht des Opera
teurs Dr.
B._
datiert vom 13. August 2013 (Urk. 7/163/10) und beschreibt eine Verbesserung der C6-Problematik unter Hinweis auf eine Hartnäckigkeit der
Zwei-Etagen-Degeneration. Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit finden sich nicht
. Ein jüngerer Bericht des Dr.
I._
findet sich nicht in den Akten.
Angesichts des Vorliegens beweiskräftiger Expertisen besteht kein Grund für eine
Ergänzung der medizinischen Akten. Es wäre an der Beschwerdeführerin
ge
wesen
, abweichende Einschätzungen aufzulegen. Von solchen Erhebung
en sind
sodann keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, ist doch die organische Patho
logie
unstreitig erstellt und gutachterlich nachvollziehbar dargelegt. In Bezug auf die
neuropsychologischen Einschränkungen können sich die genann
ten Ärzte sodann
nicht fachspezifisch äussern.
Weiter ist darauf hinzuweisen, dass
sich die unter
schiedliche
B
eurteilung
der
Schwere
einer Symptomatik durch Gutachter und behan
delnde Ärzte auch aus deren unterschiedlicher auftragsrechtlicher Si
tuation
ergeben kann
.
Denn bei behan
delnden Ärzten gehört die Beurteilung der Auswirkungen von
Krankheits
symptomen
auf die Arbeitsfähigkeit zum therapeutischen Auftrag. Sie müssen da
her ihre Beurteilung soweit medizinisch vertretbar mit der Selbsteinschätzung des Patienten in Einklang bringen können und gegebenenfalls - aus Rücksicht auf das für den Therapieerfolg wichtige Vertrauensverhältnis - bei der Bewer
tung der krankheitsbedingten
Funktions
einschränkungen
dessen Einschätzung
folgen. Demgegenüber hat der von einem Sozialversicherungsträger oder von einem Gericht beauftragte Gutachter die Krankheits- bzw.
Behinderungs
über
zeugung
des Exploranden zwar auch in seine Beurteilung einzubeziehen, ist aber verpflichtet, die Schwere der (von ihm selbst klinisch festgestellten oder von anderen - insbesondere behandelnden - Ärzten berichteten) Symptomatik aufgrund aller aktenkundigen Informationen über Defizite und Ressourcen des Exploranden zu validieren.
Wegen der unterschiedlichen Natur von Behandlungs- und
Begutachtungsauf
trag
ist es rechtsprechungsgemäss nicht geboten, ein Gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan
delnden Ärzte zu anderen Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine klärende Ergänzung des medizinischen Dossiers oder direkt eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige, nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_252/2012 vom
7.
September 2012 E. 8.4). Solches ist hier nicht der Fall,
berücksichtigen die Gutachter doch sämtliche von der Beschwerdeführerin anlässlich der Untersuchung geklagten Beschwerden sowie die von den behandelnden Ärzten erhobenen Befunde.
4.3
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, die schwerwiegenden Hörprobleme und deren Auswirkungen auf die berufliche Tätigkeit seien nicht abgeklärt
worden, ist zu bemerken, dass
Prof. Dr.
C._
die Schwerhörigkeit als gut kompensiert beschrieben hat und den Akten nichts
G
egenteiliges zu entnehmen ist, so dass sich Weiterungen erübrigen.
4.
4
Aus neuropsychologischer Sicht ist somit von einer 35%igen Einschränkung und aus orthopädischer Sicht von einer 22%igen Einschränkung
(32.5 Wochen
stunden bei durchschnittlicher wöchentlicher Arbeitszeit von 41.7 Stunden)
auszugehen
.
Gemäss dem neuropsychologischen Gutachten ist die Beschwerde
führerin im Haushalt nicht eingeschränkt.
Die Einschränkung gemäss dem
orthopädischen Gutachten
betrifft den Haushalt sowie die ausserhäusli
che Er
werbstätigkeit
gleichermassen
.
Die bereits im Gutachten des
A._
vom 7. September 2010 (Urk. 9/98) festge
haltene Verbesserung des Gesundheitszustandes hat sich mit den Gutachten von Prof. Dr.
C._
und Dr.
H._
bestätigt. Insbesondere der Neurologe befasste sich ausführlich mit der hier ausschlaggebenden Frage der gesundheitlichen Veränderung und beschrieb in eingehender Auseinandersetzung mit den
Vor
ak
ten
, dass in den Aufmerksamkeitsfunktionen markante Verbesserungen einge
treten sind und dass sich die Wortproduktion erholt habe (E.
2.3
hievor
). Dies führte ihn zur Bescheinigung einer - im Vergleich zur ursprünglichen
Renten
zusprache
, der eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätigkeit zu Grunde lag (Urk.
7/45 S. 4) - wesentlichen höheren Arbeitsfähigkeit. Die wenigstens in neu
rologischer Hinsicht ausgewiesene Änderung des Gesundheitszustandes recht
fertigt demnach eine Rentenrevision per Ende Januar 2011.
5
.
5.1
Umstritten ist vorliegend die Statusfrage. Die Beschwerdegegnerin ist der Auf
fassung, dass
die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall
70
%
erwerbstätig und 30
%
im Haushalt tätig
wäre.
Die Beschwerdeführerin macht dagegen geltend, sie hätte spätestens seit 2012 wieder 100
%
gearbeitet
, so wie sie das vor der Geburt ihres ersten Kindes auch
getan habe
.
Ihre Familie sei auf einen doppel
ten Verdienst angewiesen. Der Ehemann sei ungelernter Arbeiter und arbeite Schicht. Einerseits sei sein Verdienst tief und seine Karrieremöglichkeiten be
schränkt. Andererseits könne er dank der Schichtarbeit Kinderbetreuung über
nehmen.
S
ie
, die
Beschwerdeführerin
,
als ausgebi
ldete kaufmännische Ange
stellte
sei
zweisprachig
und
sehr intelligent und hätte in ihrem Beruf alle Aufstiegs
chancen gehabt (
Urk.
1 S. 8)
.
5.2
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
thode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
träch
ti
gung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbs
tätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne
Gesundheits
schaden
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der
Verordnung über die Invalidenversicherung
,
IVV
). Die ge
mischte Methode be
zweckt
damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemes
sung des
Invaliditäts
grades
(BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im
Sozial
versi
cherungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfor
derlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hin
weisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie
allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die
beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Inva
liditätsbe
mess
ungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheidenden Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypo
thetische
Willensent
scheidungen
der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Be
einträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusse
ren Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypothe
tischer
Geschehens
abläufe
ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn
darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Le
benserfahrung mitbe
rück
sichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folgerun
gen, die ausschliesslich – losgelöst vom konkreten Sachverhalt – auf die allge
meine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten In
dizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (vgl. Ur
teile des Bundesgerichts 9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezem
ber 2013, je
mit Hinweisen).
5.3
Aktenkundig ist zunächst,
dass die Beschwerdeführerin
seit
1
9.
Oktober
2005
bei
J._
arbeitet
,
und zwar
sechs
Stunden pro Woche oder 15
%
(Allg
emeine
Arbeitszeit pro Woche 40 Stunden
,
Urk
.
7/68)
.
Gemäss eigenen Angaben hat sie
den Umfang
diese
r
Tätigkeit
gegenüber 2011 auf
zwei bis drei
Halbtage
erweitern können (
Urk.
1 S. 6).
5.
4
Die hypothetische Frage, in welchem Ausmass
die Beschwerdeführerin
ohne ge
sundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, erscheint vorliegend umso schwieriger zu beantworten,
weil
s
ie
ein Jahr nach der Ge
burt ihres zweiten Kindes (Jahrgang 200
0
) im Jahr
2001 den
schweren
Unfall erlitt
und
seit
diesem Zeitpunkt
in ihrer Erwerbsfähigkeit eingeschränkt ist.
Für die Darstellung der
Beschwerdeführerin spricht, dass
s
ie vor der Geburt ihrer Kinder 100
%
erwerbs
tätig war und
bereits vier Monate
nach der Geburt des zweiten Kindes
wieder eine Stelle im Ausmass von
4
5
%
(
Urk.
7/1) beziehungsweise 40
%
(
Urk.
7/10/1)
antrat
.
Bei unbestrittenermassen angespannten wirtschaftlichen Verhältnissen ist davon auszugehen, dass sie m
it zunehmender Selbständigkeit
ihrer
Söhne
im Gesundheitsfall
ihr Arbeitsp
ensum wieder erhöht
hätte
.
Die Beschwerdegegnerin ging aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der
Haushaltab
klärung
vom 10. Juni 2008 (Urk. 7/76 S. 2) ebenfalls von einer hypothetischen Steigerung des Pensums auf 70 % aus. Im Rahmen der nun angefochtenen Verfügung tätigte sie keine entsprechenden Abklärungen mehr, was sich indes aufgedrängt hätte, verwies doch die Beschwerdeführerin auf das fortschreitende Alter der Söhne und die dadurch möglich gewordene
Pensumserhöhung
. Ange
sichts der aktenkundigen Umstände (100 %-Pensum vor der Geburt der Söhne, 45 %-Pensum vier Monate nach der Geburt des zweiten Sohnes, 70 %-Pensum im Alter von 9 Jahren des jüngsten Sohnes) ist zu erwarten, dass die Be
schwer
deführerin ihr Arbeitspensum mit fortschreitendem Alter der Söhne nochmals gesteigert hätte. Dass dies 100 % betragen hätte, ist durchaus nachvollziehbar und angesichts der Betreuungssituation (Schichtarbeit des Ehemannes) überwie
gend wahrscheinlich, sobald ihre Anwesenheit nicht mehr benötigt wurde.
Dass dies allerdings bereits per 2012 der Fall gewesen wäre, ist nicht erstellt. Viel
mehr rechtfertigt sich diese Annahme im Zeitpunkt des Übertritts des jüngeren Sohnes in die Oberstufe per August 2013.
Dieser Schluss ist zulässig, auch wenn im Rückweisungsentscheid vom 10. Dezem
ber 2012 unter anderem die Klärung allfälliger Wechselwirkungen angeordnet wurde (Urk. 7/136 E. 4.4). Das Gericht ist zwar grundsätzlich an die rechtliche Beurteilung gebunden, mit welcher die Rückweisung begründet wurde (§ 26 Abs. 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgerichts). Doch hat das Gericht im Rahmen des Rückweisungsentscheides die Statusfrage nicht
mate
riellrechtlich
beantwortet und zudem nur die Verhältnisse bis zum Erlass der damals angefochtenen Verfügung vom 8. Dezember 2010 geprüft, weshalb das Urteil vom 10. Dezember 2012 diesbezüglich keine Bindungswirkung ent
faltet (BGE 133 V 477 E. 5.2.3).
5.5
Bis anhin wurde der Invaliditätsgrad mittels der gemischten Methode ermittelt
(Urk. 7/58-58; vgl. auch Urteil des Sozialversicherungsgerichts, Urk.
8/136 E. 3.4).
Da nach dem Gesagten die Beschwerdeführerin ab Augst 2013 als
Vollerwerbs
tätige
zu qualifizieren ist, bemisst sich der Invaliditätsgrad ab diesem Zeitpunkt nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (E. 1.3.1). Dieser Methodenwechsel stellt einen neuerlichen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_410/2015 vom 13. November 2015 E. 2).
6.
6.1
6.1.1
Die Beschwerdegegnerin stellte zur Ermittlung des Validen- und
Invalidenein
kommens
auf die Daten der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) ab und stützte sich jeweils auf den Zentralwert für im privaten Sektor arbeitende Frauen im Rechnungs- und Personalwesen (LSE
2010 Tabelle T7S
1
Ziff.
21, Anforderungsniveau 3)
von
Fr.
77
'
251.20
. Einen
leidensbe
dingten
Abzug beim Invalideneinkommen gewährte
sie nicht (
Urk.
2)
6.1.2
Die
Beschwerdeführerin
arbeitete
vor dem Unfall
in einem
40%igen beziehungs
weise 45%igen Pensum
bei der
K._
(Urk. 7/1)
.
Dabei erzielte
sie
einen Verdienst von Fr. 2‘450.-- (2000 für ein 50 %-Pensum) und Fr. 2‘350.-- (2001 für ein 45 %-Pensum
; Urk. 7/12/2
). Dies ergibt hochgerechnet auf ein
Voll
zeitpensum
Löhne von Fr. 4‘900.-- und Fr. 5‘222.-- oder
mit Gratifikation
(x13)
Fr. 67‘886.--. Angesichts dieser Zahlen erscheinen die Angaben der
K._
vom
15. November
2010 (Urk. 7/105), wonach die Beschwerdeführerin bei Gesund
heit zu 100 % arbeiten und dabei einen Monatslohn von Fr. 6‘500.-- erzielen könnte, als wenig nachvollziehbar. Mithin fehlt eine Begründung für die über
durchschnittliche Lohnerhöhung, wäre doch unter Berücksichtigung der
Nomi
nal
l
ohnentwicklung
ein Lohn
von Fr. 5‘934.-- zu erwarten (Lohnentwicklung von Index 2011 im Jahr 2001 auf Index 2285 im Jahr 2010, Schweizer
Lohn
index
, Bundesamt für Statistik 2016). Dies entspräche einem Jahresverdienst von Fr. 77‘142.-- und damit praktisch dem Tabellenlohn, worauf abzustellen ist.
Demgemäss ist
für die Berechnung des Validen- wie auch für die Berechnung des Invalideneinkommens auf die
Tabellen der
LSE ab
zu
stell
en
.
Sind Va
liden- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu be
rechnen, entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berück
sichtigung des Abzugs vom Tabellenlohn (sog. Prozentvergleich; vgl. dazu SVR 2008 IV Nr. 2, I 697/05 E. 5.4)
6.1.3
Vorliegend kann
somit
ein Prozentvergleich vorgenommen werden, bei dem eine möglichst genaue Bezifferung und Gegenüberstellung der beiden hypothe
tischen Erwerbseinkommen, um aus der Einkommensdifferenz den
Invaliditäts
grad
bestimmen zu können, unterbleiben kann. Der Beschwerdeführerin sind der medizinischen Aktenlage zufolge die bisher ausgeübten Tätigkeiten im Bürobereich nach wie vor zumutbar. Demnach erweist es sich als gerechtfertigt, rechnerisch im Sinne eins Prozentvergleichs die jeweilige Einschränkung im Erwerbsbereich festzustellen, um hernach den gewichteten Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich zu ermitteln.
6.2
6.2
.1
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad
Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nich
t automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allge
meinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann.
Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Be
tracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
6.2.2
Die
Beschwerdeführerin
kann
aufgrund ihrer ortho
pädischen Einschränkungen nur eine körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeit ausführen. Damit erscheint grundsätzlich ihre letzte Arbeit im kauf
männischen Bereich zumutbar. Zu beachten ist jedoch, dass die Beschwerde
führerin zusätzlich durch ihre
Schwerhörigkeit und die neurologischen Defizite (
Konzentrations
schwierig
keiten
,
schnelle Ermüdbarkeit) eingeschränkt ist, was
g
erade
die
Arbeit im Büro schwierig
gestaltet.
Deshalb ist
ei
n
behinderungsbedingter
Abzug vom
Tabellen
lohn
zwingend (BGE 137 V 71), welcher mit 10 % zu bemessen ist
.
6.3
Ab Februar
2011
(Einstellung der Rente per Ende Januar 2011)
ist
unbe
stritte
n
er
massen
von einer
Qualifikation
von
70
%
Erwerbstätigkeit und 30
%
Tätig
keit im
Haushalt
sbereich
auszugehen
. Unter Berücksichtigung der orthopä
di
schen und neurologischen Befunde und deren Auswirkungen auf die Erwerbs- und Haushaltstätigkeit
,
wonach eine Arbeitsfähigkeit von 65
%
be
steht sowie eines
behinderungsbedingten Abzug
s
vom Tabellenlohn von 10
%
ist das
Inva
lideneinkommen
auf
58.5
%
(des
Valideneinkommens
) zu veranschlagen
. Die
Einbusse
be
trägt
16.4
%
(58.5
%
im Verhältnis zu 70
%
)
, gewichtet zu 70
%
ergibt dies für den Erwerbsanteil
eine
n
Invaliditätsgrad
von
11.5
%
. Für die Tätigkeit im
Haus
haltsbereich
verbleiben 13
%
(
Arbeitsfähigkeit = 78
%
für
Erwerb
s- und
Haus
halt
stätigkeit
aus orthopädischer Sicht
, abzüglich 65
%
für
die Erwerbstätigkeit)
.
Die Einschränkung beträgt 56.7
%
im Haushaltsbereich (13
%
im Verhältnis zu 30
%
), gewichtet zu 30
%
ergibt
dies
17
%
. Der
Gesamt
invaliditätsgrad
setzt sich zusammen aus der Einschränkung im Erwer
b
sbereich von 11.5
%
und der Ein
schränkung im Haushalt von 17
%
und
beträgt
somit 28.5
%
.
Die Aufhebung der Invalidenrente durch die IV-Stelle erfolgte daher zu Recht.
6.
4
Ab August 2013
ist
jedoch
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
wie
der
zu
100
%
arbeiten würde.
Bei einer Arbeitsfähigkeit von 65
%
und einem
behinderungsbedingten Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
ergibt sich eine Einschränkung von 58.5
%
, woraus eine Einbusse von 41.5
%
resultiert.
Somit
besteht
ab
1.
August 2013
ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
.
Demgemäss ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
7.
In Bezug auf den Antrag der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin den nicht verbrauchten Regress-Betrag, welcher ihr von der Haftpflichtversicherung ausbezahlt worden sei, in einer vom Gericht festzulegenden Höhe nebst Zins zurückzubezahlen, fehlt es an einem anfechtbaren Entscheid. Diesbezüglich ist auf die Beschwerde demnach nicht einzutreten.
8.
8
.1
Die Gerichtskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind auf
Fr.
1
’
000.
--
festzuset
zen und
der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8
.2
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerde
führerin eine Prozessentschädigung zu bezahlen, welche ohne Rücksicht auf den Streitwert nach Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen (
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das
Sozi
al
versicherungsgericht
,
GSVGer
) und auf
Fr.
2’0
00.-- (inkl.
Baraus
lagen
und
MWSt
) festzusetzen ist.