Decision ID: 8ce7b880-ff19-4eac-8797-4466d0bb3893
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Studer Anwälte AG,
Hauptstrasse 11a, 8280 Kreuzlingen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.a A._ meldete sich am 7. September 2007 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an. Er gab an, seit
einem Unfall am 2. März 2007 an Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel und
Erbrechen zu leiden (IV-act. 1). Gemäss einem Zeugnis des Hausarztes Dr. med. B._,
Innere Medizin FMH, vom 29. März 2007 hatte der Versicherte angegeben, auf einer
Treppe rückwärts gestürzt und dabei mit dem Hinterkopf auf der Absatzkante
aufgeschlagen zu sein. Die anfänglichen Schmerzen hätten schnell nachgelassen. In
den folgenden Tagen sei es jedoch zu zunehmenden Nackenschmerzen und einer
Blockierung der HWS gekommen. Die Befunderhebung anlässlich der
Erstuntersuchung vom 7. März 2007 habe ergeben, dass die HWS-Beweglichkeit
weitgehend aufgehoben sei und eine Druck-/Klopfdolenz der HWS sowie Hypästhesien
am linken Oberarm dorsal und den Fingern II und III bestünden. Als Diagnose nannte
der Hausarzt eine HWS-Distorsion (SUVA-act. 2-113). Ein am 3. April 2007 im
Kantonsspital St. Gallen (KSSG) durchgeführtes CT hatte keinen Nachweis auf
Mikrofrakturen in HWK 5 oder auf sonstige akute Traumafolgen gezeigt. Die
festgestellten Osteochondrosen C5/C6 und weniger C6/C7 waren als eindeutig
vorbestehend und degenerativer Art qualifiziert worden (SUVA-act. 2-104, IV-
act. 18-35). Vom 5. bis 20. Juni 2007 hatte der Versicherte einen stationären Aufenthalt
in der Klinik Valens absolviert. Gemäss dem Austrittsbericht vom 21. Juni 2007 hatten
die behandelnden Ärzte beim Versicherten ein zervikozephales und zervikobrachiales
Syndrom sowie die Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen
festgestellt. Die psychosomatische Untersuchung hatte ein depressives Zustandsbild
bei hypochondrischer Angst und histrionischer Verarbeitungsproblematik der
Schmerzen ergeben. Dagegen war eine medikamentöse Behandlung eingeleitet
worden. Im Weiteren war eine ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische
Behandlung im Psychiatrischen Zentrum C._ veranlasst worden. Die behandelnden
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Ärzte hatten die Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer leichten wechselbelastenden
Tätigkeit auf 50% geschätzt (IV-act. 18-22 ff.).
A.b In einer internen Stellungnahme vom 21. September 2007 führte der Regionale
Ärztliche Dienst der IV-Stelle (RAD) aus, es sei beim Versicherten von einem stabilen
Gesundheitszustand auszugehen. Der am 3. Juli 2007 gestartete Arbeitsversuch beim
bisherigen Arbeitgeber sei bisher ohne wesentlichen Erfolg verlaufen. Im Folgenden
seien die Untersuchungsergebnisse des Neurologen Dr. D._ abzuwarten sowie ein
Verlaufsbericht des Psychiatrischen Zentrums C._ einzuholen (IV-act. 5).
A.c Dr. med. D._, Facharzt für Neurologie, berichtete am 17. September 2007, es
gebe keine Hinweise auf fokal neurologische Defizite und auch keine Hinweise auf
eine zentrale oder periphere Pathologie. Sehr auffällig sei beim Versicherten hingegen
der psychosomatische Befund mit gedrückter Stimmung und nahezu aufgehobener
Schwingungsfähigkeit. Zudem bestehe ein sehr demonstratives Verhalten mit
deutlicher Aggravation, insbesondere bei den Koordinations- und Standprüfungen. Er
gehe von einer deutlichen somatoformen Schmerzstörung mit begleitendem
depressivem Syndrom aus. Bezüglich der Ätiopathogenese habe der Versicherte sicher
ein HWS-Distorsionstrauma erlitten, womit sich die Schmerzen für einige Wochen oder
ein bis zwei Monate erklären liessen. Im Verlauf sei es jedoch zu einer
Symptomausweitung mit aktuell begleitendem depressiven Syndrom und
somatoformer Schmerzstörung sowie dissoziativer Symptomatik mit sensibler
Hemisymptomatik rechts gekommen (IV-act. 18-7 f.).
A.d Am 5. Oktober 2007 erstattete die behandelnde Oberärztin des Psychiatrischen
Zentrums C._, Dr. med. E._, einen Bericht. Als Diagnosen nannte sie eine
Anpassungsstörung bei Status nach dem Treppensturz vom 2. März 2007 sowie den
Verdacht auf eine beginnende anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Sie hielt fest,
aufgrund der anhaltenden Schmerzen, Konzentrationsstörungen sowie Schwindel bis
hin zu Ohnmachtsanfällen sei der Versicherte weder auf dem allgemeinen noch auf
dem zweiten Arbeitsmarkt arbeitsfähig (IV-act. 17).
A.e Gemäss seinem Bericht vom 9. Oktober 2007 stellte Dr. B._ folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Zervikozephales Schmerzsyndrom nach HWS-
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Distorsion infolge Treppensturz am 2. März 2007 mit ausgeprägter vegetativer
Begleitsymptomatik, zervikobrachiales Syndrom links, depressives Syndrom sowie
somatoforme Schmerzstörung. Zur Arbeitsfähigkeit hielt er fest, der Versicherte sei
aktuell weder in der bisherigen noch in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig (IV-
act. 18-1)
A.f Am 2. November 2007 erstattete die F._ AG einen Arbeitgeberbericht. Darin
wurde festgehalten, dass der Versicherte seit dem 9. September 1999 mit einem
Vollzeitpensum als CNC Operateur im Unternehmen beschäftigt sei und diese Tätigkeit
bis zum 6. März 2007 ausgeübt habe. Zu den Hauptaufgaben des Versicherten hätten
das Einlegen von Teilen in die Maschine, das Einrichten sowie die Qualitätskontrolle
gehört (vgl. IV-act. 24).
A.g Der Versicherte wurde am 14. Januar 2008 im Kantonsspital St. Gallen psycho
logisch/neuropsychologisch untersucht. Es wurde zur Beurteilung festgehalten, dass
sich aus neuropsychologischer Sicht mittelschwere bis schwere kognitive Funktions
störungen mit im Vordergrund stehenden Störungen der exekutiven Funktionen, des
Antriebs und der Persönlichkeit gezeigt hätten. Es lasse sich eine schwerwiegende
psychiatrische Symptomatik erheben. Die Angaben und Leistungen des Versicherten
würden aktuell durch diese stark überlagert. Hinweise für Aggravation oder Simulation
ergäben sich aus neuropsychologischer Sicht nicht (SUVA-act. 15-83 f.).
A.h Auf Veranlassung des RAD (vgl. Stellungnahme vom 17. Oktober 2007, IV-act. 21)
wurde der Versicherte in der MEDAS Ostschweiz am 11. und 13. Februar 2008
untersucht und begutachtet. Gemäss dem polydisziplinären Gutachten vom
13. März 2008 wurden dabei folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
des Versicherten erhoben: Mittelgradige bis schwere depressive Episode mit
somatischem Syndrom, neuropsychologisch festgestellte kognitive Funktionsstörung
und Störungen der Persönlichkeit, zervikozephales Schmerzsyndrom mit vielen
vegetativen Begleitbeschwerden und wechselnd ausgeprägtem sensomotorischem
Hemisyndrom links ohne organisch neurologisches Korrelat sowie Treppensturz am
2. März 2007 auf Nacken und Hinterkopf ohne festgestellte äussere oder innere
Verletzungen. Der psychiatrische Gutachter G._, Eidg. Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, hielt fest, dass die jetzige Schmerzproblematik gemäss der
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interdisziplinären Besprechung wahrscheinlich kaum genügend somatisch erklärt
werden könne. Psychosoziale und emotionale Konflikte seien beim Versicherten
ersichtlich. Die Schmerzen könnten aber auch Ausdruck der depressiven Symptomatik
sein. Zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten hielten die Gutachter fest, diese werde
vordergründig eingeschränkt durch ein ausgedehntes zervikozephales
Schmerzsyndrom mit vielen vegetativen Begleitbeschwerden nach dem Sturz im März
2007, wobei keine organischen Folgen nachweisbar gewesen seien. Zunehmend hätten
sich psychische Symptome gezeigt, welche aktuell auf eine mittel- bis schwergradig
depressive Episode mit somatischem Syndrom zurückzuführen seien. Die
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer dem körperlichen Leiden angepassten
Tätigkeit werde auf 60% geschätzt. Auf die konkrete Nachfrage der IV-Stelle wurde aus
psychiatrischer Sicht festgehalten, dass die Diagnose einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung aktuell weder bestätigt noch ausgeschlossen werden könne. Im
Vordergrund stehe die Behandlung der depressiven Symptomatik. Die Frage nach der
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung müsse später nochmals gestellt werden
(IV-act. 32).
A.i Gemäss einer Stellungnahme vom 30. April 2008 stellte der RAD auf das Gutachten
der MEDAS Ostschweiz ab, hielt aber fest, dass aus dem Gutachten nicht klar
hervorgehe, ob aus psychiatrischer Sicht bereits ein weitgehend stabiler Gesundheits
zustand vorliege (IV-act. 43). Auf die entsprechende Rückfrage des RAD (IV-act. 44)
antwortete der psychiatrische Gutachter am 28. Mai 2008, es bestehe aus seiner Sicht
eine berechtigte Wahrscheinlichkeit, dass innert nützlicher Frist eine
arbeitsfähigkeitsrelevante Verbesserung durch die empfohlenen therapeutischen
Massnahmen erreicht werden könne. Indiziert sei die Einstellung der medikamentösen
Therapie, wobei innerhalb von 3 - 4 Monaten mit einer Besserung gerechnet werden
könne (IV-act. 45). Der RAD stellte das Gutachten dem Hausarzt Dr. B._ und der
behandelnden Psychiaterin Dr. E._ zu, damit diese die im Gutachten empfohlenen
Therapieoptimierungen umsetzten (IV-act. 46).
A.j Am 3. September 2008 berichtete Dr. E._ von einer Verschlechterung des Ge
sundheitszustandes des Versicherten. Es seien eine koronare Gefässerkrankung bei
Status nach einem anteroseptalem Infarkt am 19. Mai 2008 sowie ein vermutlich seit
langem bestehendes Augenleiden (Horner-Syndrom) links festgestellt worden. Nach
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Rücksprache mit der Kardiologie der Klinik Gais sei die Einnahme der antidepressiven
Medikation weiterhin empfohlen worden. Bis auf die psychiatrische und somatische
Medikation sei die ambulante psychotherapeutische Behandlung vorerst
abgeschlossen. Eine Arbeitsfähigkeit bestehe auf absehbare Zeit nicht (IV-act. 49).
A.k Mit einem Verlaufsbericht vom 25. September 2008 wies auch Dr. B._ auf eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Versicherten hin. Es sei zusätzlich zu
den bekannten Diagnosen eine koronare 3-Gefäss Erkrankung u.a. mit anhaltender
Angina pectoris bei Belastung festgestellt worden. Eine wesentliche Änderung der
beklagten Beschwerden habe es seit dem letzten Bericht nicht gegeben. Die Befunde,
namentlich die somatoforme Schmerzstörung, die schwere Depression sowie die neu
hinzugetretene koronare Herzkrankheit liessen zurzeit keine körperliche Arbeit zu.
Somit sei keine Arbeitsfähigkeit realisierbar (IV-act. 53). Gemäss einem Bericht des
Spitals H._ vom 6. Juni 2008 zu Handen des Hausarztes war der Versicherte am
19. Mai 2008 bei akutem Myokardininfarkt im KSSG bei funktionellem RIVA-Verschluss
koronaragiographiert und gestentet worden (IV-act. 53-5). Anschliessend hatte der
Versicherte vom 27. Mai bis 23. Juni 2008 eine kardiale und psychosomatische
Rehabilitation in der Klinik Gais absolviert (IV-act. 53-9).
A.l Am 2. April 2009 wurde seitens des Spitals H._, Kardiologie, ausgeführt, dass sich
anlässlich der Verlaufskontrolle keine signifikante Verbesserung der Symptomatik bzw.
Leistungsfähigkeit des Versicherten gezeigt habe. Trotz einer erneut durchgeführten
Koronarangiographie am 4. März 2009 leide der Versicherte weiterhin an einem
anhaltend chronisch diffusen Schmerzsyndrom im Bereich des linken Hemithorax,
der linken Schulter und des linken Armes, teilweise vom Nacken ausstrahlend. Die
Symptomatik dürfte eindeutig nicht kardialer Genese sein. Vielmehr sei sie einerseits
auf ein chronifiziertes Schmerzsyndrom nach einem Treppensturz sowie auf eine
ausgeprägte reaktive Depression zurückzuführen. Aus kardialer Sicht bestehe keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr (IV-act. 66).
A.m Der RAD stellte am 23. April 2009 fest, dass seit der letzten Behandlung bei
Dr. E._ am 30. Juni 2008 keine psychiatrische Behandlung mehr stattgefunden habe.
Gemäss dem MEDAS-Gutachten seien jedoch der psychische Zustand und die
Arbeitsfähigkeit mit einer adäquaten Therapie besserungsfähig. Aus diesem Grund sei
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es nach Rücksprache mit dem RAD-Psychiater gerechtfertigt, dem Versicherten im
Rahmen der Schadenminderungspflicht eine fachpsychiatrische Behandlung
aufzuerlegen (IV-act. 69). Am 4. Dezember 2009 erstattete die seit Mai 2009 neu be
handelnde Psychiaterin, Dr. med. I._, Oberärztin am Psychiatrischen Zentrum C._,
einen Bericht. Als Diagnosen aus psychiatrischer Sicht nannte sie eine chronifizierte
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung, sowie den Verdacht auf eine andauernde Persönlichkeitsstörung
nach chronischem Schmerzsyndrom. Sie führte aus, aktuell bestünden beim
Versicherten eine ausgeprägte Ahedonie, Antriebslosigkeit sowie verschiedene
Schmerzen, insbesondere Brust- und Kopfschmerzen. Sowohl die depressive als auch
die Schmerzsymptomatik hätten sich inzwischen chronifiziert und zu einer
Dekonditionierung des Verhaltens geführt, so dass der Versicherte weder in seiner
bisherigen Tätigkeit noch in adaptierten Tätigkeiten arbeitsfähig sei. Da aufgrund der
fehlenden Reflexion und Introspektionsfähigkeit des Versicherten keine Erfolge in der
Psychotherapie zu erwarten seien, werde die Behandlung nach 9 Monaten
abgeschlossen (IV-act. 78).
A.n Der RAD veranlasste am 16. Dezember 2009 eine MEDAS-Verlaufsbegutach-
tung (IV-act. 79). Entsprechend diesem Auftrag wurde der Versicherte am 22. und
24. März 2010 in der MEDAS Ostschweiz erneut untersucht und begutachtet. Gemäss
dem polydisziplinären Gutachten vom 26. Mai 2010 gab es keine wesentliche
Änderung der Diagnosen gegenüber dem Vorgutachten. Die Gutachter nannten
weiterhin eine mittelgradige bis schwere depressive Störung mit somatischem
Syndrom sowie ein chronisches zervikozephales Schmerzsyndrom mit Schmerzen
auch im linken Oberarm und vielen vegetativen Begleitbeschwerden sowie mit Angabe
einer generalisierten Hyposensibilität der linken Körperseite. Keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit habe die Diagnose einer koronaren Herzkrankheit, welche
kardiologisch erfolgreich behandelt worden sei. Zur Arbeitsfähigkeit führten die
Gutachter aus, diese werde wie im Vorgutachten vom März 2008 vordergründig durch
ein ausgedehntes zervikozephales Schmerzsyndrom mit vielen vegetativen
Begleitbeschwerden nach einem Sturz 03/07 ohne erkennbare massivere
Körperverletzungsfolgen eingeschränkt. Danach hätten sich zunehmend psychische
Symptome entwickelt, welche damals und auch aktuell eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit begründeten. Diese Einschränkung werde auch für leichte Tätigkeiten
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weiterhin auf 60% geschätzt. Die Arbeitsprognose wurde weiterhin als schlecht
bezeichnet, dies unter Betonung der vielen sozialen Faktoren. Die Zusatzfragen der IV-
Stelle betreffend die Überwindbarkeit beim Vorliegen einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung oder einer Fibromyalgie wurden von den Gutachtern mangels
entsprechender Diagnosestellung nicht beantwortet. G._ hielt fest, die
Schmerzproblematik sei vor allem im Rahmen der depressiven Symptomatik zu sehen.
Differentialdiagnostisch müsse aber an eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
gedacht werden (IV-act. 86). Der RAD stellte am 15. Juni 2010 auf die gutachterliche
Einschätzung einer 40%-igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen wie auch einer
adaptierten Tätigkeit ab (IV-act. 89).
A.o Am 10. Februar 2011 wurde seitens der IV-Stelle ein Standortgespräch mit dem
Versicherten durchgeführt, wobei er zu seiner aktuellen gesundheitlichen und sozialen
Situation befragt wurde (IV-act. 104).
A.p Mit einem Vorbescheid vom 20. September 2011 wurde dem Versicherten die
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht gestellt. Zur Begründung führte die IV-
Stelle aus, es sei vorliegend zu prüfen, ob die gestellten Diagnosen eines syndromalen
Schmerzgeschehens und einer damit in Zusammenhang stehenden depressiven
Erkrankung eine IV-rechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit begründen könnten. Nach der
Rechtsprechung sei zu vermuten, dass die Schmerzen überwindbar seien. Damit stelle
sich die Frage, ob die depressive Erkrankung ein eigenständiges Leiden darstelle, das
zu einer IV-rechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit führen könne. Dies sei aus
verschiedenen Überlegungen zu verneinen: Zunächst stehe gemäss dem MEDAS-
Gutachten die Schmerzsymptomatik im Vordergrund. Die depressive Störung habe
sich aus dem anhaltenden Schmerzgeschehen entwickelt. Es sei anzunehmen, dass
sich die Depression beim Wegfallen des Schmerzsyndroms verflüchtigen würde. Im
Weiteren habe der psychiatrische Gutachter eine massgebliche Ursache der
depressiven Erkrankung in den ausgeprägten psychosozialen Belastungsfaktoren
gesehen, welche bei der Invaliditätsbemessung praxisgemäss auszuklammern seien.
Bei einem Wegfallen dieser Faktoren sei mit dem Abklingen des depressiven Leidens
zu rechnen. Es liege demnach kein eigenständiges psychisches Leiden vor. In der
rechtlichen Würdigung sei daher von der Einschätzung der MEDAS abzuweichen und
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es könne keine mit psychischen Leiden begründete Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
angenommen werden (IV-act. 112).
A.q Gegen den Vorbescheid liess der Versicherte, vertreten durch die AXA-ARAG
Rechtsschutz/Rechtsdienst, am 4. Oktober 2011 vorsorglich Einwand erheben (IV-
act. 114). In der nachgereichten Begründung vom 26. Oktober 2011 wurde
festgehalten, dass die primär gestellte Diagnose einer mittelgradigen bis schweren
depressiven Störung mit somatischem Syndrom nicht unter die von der IV-Stelle
herangezogene Rechtsprechung zur somatoformen Schmerzstörung falle. Es handle
sich vielmehr um ein Leiden, das eigenständig eine Invalidität zu begründen vermöge.
Selbst bei Anwendung der genannten Rechtsprechung würde eine invalidenrechtlich
relevante Arbeitsfähigkeit resultieren. Das im Vordergrund stehende Kriterium der
psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere sei vorliegend gegeben, womit die
Schmerzen auch mit zumutbarer Willenskraft nicht überwindbar wären. Es sei somit
von einer 60%-igen Arbeitsunfähigkeit selbst in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen.
Unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs dürfte der IV-Grad über 70% zu
liegen kommen, womit dem Versicherten eine ganze Rente zuzusprechen sei (IV-act.
118).
A.r Am 2. Dezember 2011 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbe
gehrens. Zu den Einwänden des Versicherten hielt sie fest, es sei aus Gründen der
Rechtsgleichheit geboten, sämtliche pathogenetisch-ätiologisch unklare syndromale
Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage den gleichen
Anforderungen zu unterstellen. Im vorliegenden Fall mit einem Schmerzsyndrom ohne
erklärbare körperliche Ursache sei daher die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur
somatoformen Schmerzstörung sinngemäss anwendbar. Da die Überprüfung der
Zumutbarkeit der Schmerzüberwindung eine Rechtsfrage sei, könne auch von der
medizinischen Beurteilung abgewichen werden. Es sei daran festzuhalten, dass die
vorliegende depressive Entwicklung einerseits aus der Schmerzproblematik und
andererseits aus ausgeprägten IV-rechtlich nicht relevanten psychosozialen
Belastungsfaktoren hergeleitet werde. Eine IV-rechtlich relevante Komorbidität liege
unter diesen Umständen nicht vor (IV-act. 119).
B.
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B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 20. Ja
nuar 2012. Darin beantragt der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt
lic. iur. Dieter Studer, die Verfügung vom 2. Dezember 2011 sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer sei mit Wirkung ab 1. März 2008 eine ganze Rente zuzusprechen.
Der Rechtsvertreter führt zur Begründung an, die beiden MEDAS-Gutachten hätten
vollen Beweiswert, was vom RAD geprüft und bestätigt worden sei. Gemäss den
MEDAS-Gutachten sei eine mittelgradige bis schwere depressive Episode bzw.
Störung mit zusätzlichen Funktionsstörungen diagnostiziert worden. Da vorliegend
keine leichte psychische Störung gegeben sei, könne nicht ohne Weiteres davon
ausgegangen werden, die psychische Störung sei vollumfänglich überwindbar. Es
bestehe keine Veranlassung von den Arbeitsfähigkeitsschätzungen der Gutachter
abzuweichen. Die vom Beschwerdeführer anlässlich des von der IV-Stelle
durchgeführten Standortgesprächs gemachten Aussagen bekräftigten die in den
Gutachten objektivierte gesundheitliche Störung. Im Gesprächsprotokoll sei u.a.
festgehalten worden, dass der Beschwerdeführer sichtlich gequält und langsam
geredet habe, dass es ihm Mühe bereitet habe, die Fragen zu beantworten und dass er
in einem offensichtlich schlechten Zustand gewesen sei. Aus den Angaben des
Beschwerdeführers, wonach er sehr wenig Kontakt zu anderen Menschen habe, sei zu
schliessen, dass ein ausgeprägter sozialer Rückzug ausgewiesen sei. Damit liege ein
zusätzliches Kriterium für die Nichtüberwindbarkeit der Störung vor. Ein weiteres
Kriterium sei darin erfüllt, dass trotz regelmässiger psychiatrischer Behandlung über 6
Monate hinweg keine nennenswerte gesundheitliche Verbesserung habe erzielt werden
können. Es sei vor diesem Hintergrund eine mindestens 60%-ige Arbeitsunfähigkeit
des Beschwerdeführers anzunehmen. Nach der Vornahme eines Tabellenlohnabzugs
liege ein IV-Grad von mindestens 70% vor. Die IV-Stelle habe indirekt auf die
Rechtsprechung zur somatoformen Schmerzstörung und deren willentlichen
Überwindbarkeit Bezug genommen, ohne dass diese Diagnose von den Gutachtern
gestellt worden sei. Anlässlich der Begutachtungen habe die IV-Stelle nur beim
Vorliegen der Diagnosen somatoforme Schmerzstörung oder Fibromyalgie nach der
Überwindbarkeit gefragt, wozu sich die Gutachter nicht geäussert hätten. Daraus
könne die IV-Stelle nicht ableiten, dass die Überwindbarkeit auf der Schiene einer
Rechtsfrage nun selbstredend gegeben sei. Die IV-Stelle hätte die Frage der
Überwindbarkeit genereller formulieren müssen, allenfalls im Rahmen einer Rückfrage
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an die Gutachter. Es sei jedoch ohnehin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass die Leiden nicht vollumfänglich, sondern nur im Umfang der von den
Gutachtern attestierten Arbeitsfähigkeit von 40% überwindbar seien (act. G 1).
B.b Am 23. April 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be
schwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, die Arbeitsfähigkeit sei ein Rechtsbegriff,
der nicht notwendigerweise der fachärztlich festgelegten Arbeitsfähigkeit entsprechen
müsse. Die Rechtsprechung im Zusammenhang mit der somatoformen
Schmerzstörung sei vom Bundesgericht auf sämtliche pathogenetisch-äthiologisch
unklare syndromale Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage
ausgedehnt worden, namentlich auch auf die Folgen einer HWS-Distorsion ohne
organisch nachweisbare Funktionsausfälle. Der vorliegend vergleichsweise banale
Unfall habe zu einem somatisch nicht zu begründenden Schmerzsyndrom geführt.
Damit sei ein Grundleiden gegeben, welches nach einer Prüfung der Überwindbarkeit
verlange. Die Schmerzstörung werde begleitet von einer depressiven Störung, welche
zur Hauptsache durch die Schmerzstörung verursacht sei. Es handle sich daher um
eine reaktive Begleiterscheinung und nicht um eine selbständige, vom
Schmerzsyndrom losgelöste psychische Komorbidität. Die depressive Störung könne
hier auch deshalb nicht als eigenständige Komorbidität anerkannt werden, weil sie
durch psychosoziale Belastungsfaktoren genährt sei. Solche Faktoren seien bei der
Invaliditätsbemessung nicht zu berücksichtigen. Folglich müsse praxisgemäss die
Überwindbarkeit der Beschwerden vermutet werden (act. G 4).
B.c Mit einer Replik vom 30. Mai 2012 verzichtete der Beschwerdefürer auf weitere
Ausführungen (act. G 6), womit der Schriftenwechsel geschlossen wurde (act. G 7).

Considerations:
Erwägungen:
1)
Angefochten ist eine Verfügung, die nach Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1. Januar
2008 ergangen ist, nämlich am 2. Dezember 2011. Der Sachverhalt reicht indessen in
eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Für den Rentenbeginn anwendbar
ist eine vom Bundesamt für Sozialversicherungen lückenfüllend geschaffene (vgl. IV-
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Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007) und vom Gericht als rechtmässig
anerkannte (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S F.
vom 25. März 2011, IV 2009/425) übergangsrechtliche Norm, wonach altes Recht für
Fälle gilt, in denen der Versicherungsfall spätestens im Jahr 2008 eintritt (d.h. das
Wartejahr vor dem 1. Januar 2008 zu laufen beginnt und im Jahr 2008 erfüllt wird) und
die Anmeldung spätestens im Jahr 2008 erfolgte. Bezüglich eines allfälligen
Rentenbeginns sind deshalb vorliegend angesichts der IV-Anmeldung von September
2007 und des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im März 2007 die bis zum 31. Dezember
2007 gültig gewesenen Bestimmungen anzuwenden. Für die Invaliditätsbemessung hat
sich keine Änderung der Rechtslage ergeben.
2)
a) Streitig und zu prüfen ist im Folgenden der Anspruch des Beschwerdeführers auf
eine Rente der Invalidenversicherung.
b) Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) haben Versicherte Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und
die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens
40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres ohne
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% invalid sind (lit. c). Bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, bei einem Invaliditätsgrad von 60% auf eine Dreiviertelsrente, bei einem
Invaliditätsgrad von 50% auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 40%
auf eine Viertelsrente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
c) Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Ge
sundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen in welchem Umfang und
bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261
E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend,
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ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
3)
a) Zu klären ist die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügende
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
b) Gemäss dem ersten Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 13. März 2008 sind die
Hauptdiagnosen einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode mit
somatischem Syndrom sowie eines zervikozephalen Schmerzsyndroms mit vielen
vegetativen Begleitbeschwerden und wechselnd ausgeprägtem sensomotorischem
Hemisyndrom links ohne organisch-neurologisches Korrelat erhoben worden. Die
Gutachter haben festgehalten, dass nach dem Treppensturz am 2. März 2007 weder
äussere noch innere Verletzungen festgestellt worden seien. Gestützt auf einen Bericht
des KSSG, Neurologie, vom 15. Januar 2008 wurden als weitere Diagnosen kognitive
Funktionsstörungen und Störungen der Persönlichkeit genannt, welche
differentialdiagnostisch psychisch oder organisch bedingt sein könnten (vgl. IV-
act. 32-10). Der psychiatrische Gutachter G._ hat bei seiner Beurteilung ausgeführt,
er gehe aufgrund der Vorgeschichte und seinen erhobenen Befunden zurzeit von einer
mittelgradigen bis schweren depressiven Störung aus. Der Beschwerdeführer habe
eine deutlich herabgesetzte Stimmung gezeigt. Die Schwingungsfähigkeit sei
eingeschränkt. Es bestünden Ängste, Schlafstörungen und fehlende Lust auf
Sexualität. In der Aufmerksamkeit wirke er leicht eingeschränkt und der Antrieb sei
deutlich vermindert. Diese Symptomatik habe sich aufgrund der anamnestischen
Angaben wahrscheinlich seit Mitte 2007 langsam entwickelt und habe seit ca. Anfang
2008 dieses Ausmass. Die organisch nicht genügend erklärbaren Schmerzen könnten
einerseits auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung zurückgeführt werden,
andererseits könnten sie Ausdruck der depressiven Symptomatik sein, wie es bei
Personen aus diesem Lebensraum oft vorkomme. Eine abschliessende Beurteilung
könne er erst nach einer adäquaten Behandlung der depressiven Symptomatik
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vornehmen (vgl. IV-act. 33-4). Diese Ausführungen erscheinen nachvollziehbar und
plausibel. Bereits anlässlich der psychosomatischen Untersuchung in der Klinik Valens
im Juni 2007 ist beim Beschwerdeführer nämlich ein depressives Zustandsbild
festgestellt worden. Auch die behandelnde Psychiaterin Dr. E._ hat gemäss ihrem
Bericht vom 5. Oktober 2007 eine Anpassungsstörung sowie den Verdacht auf eine
beginnende anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert. Sie hat
festgehalten, der Beschwerdeführer sei aufgrund der anhaltenden Schmerzen, der
Konzentrationsstörungen sowie des Schwindels bis hin zu Ohnmachtsanfällen nicht
arbeitsfähig (IV-act. 17). Zudem haben auch weitere Ärzte wie der Neurologe Dr. D._
und Dr. J._, Psychologin und Fachpsychologin für Neuropsychologie, anlässlich ihrer
Untersuchungen ausgeprägte depressive Befunde beschrieben (vgl. IV-act. 18-7 und
SUVA-act. 15-83). Der Gutachter G._ hat bei seiner Beurteilung sämtliche relevanten
Arztberichte sowie seine eigenen Befunde miteinbezogen und die Diagnosestellung
einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode ausreichend und
nachvollziehbar begründet. Die Arbeitsfähigkeit hat er vorläufig auf 40% geschätzt, was
der interdisziplinären Einschätzung entspricht. Er hat festgehalten, dass nach einer
adäquaten Behandlung der Depression eine erneute Beurteilung erforderlich sei (vgl.
IV-act. 32-10). Die gutachterlich empfohlene psychiatrische Behandlung ist in der Folge
durch Dr. I._ vom Psychiatrischen Zentrum C._ erfolgt. Sie hat gemäss ihrem
Bericht vom 4. Dezember 2009 eine chronifizierte depressive Störung gegenwärtig
mittelgradige Episode sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
diagnostiziert. Dem Beschwerdeführer fehle es an Reflexion und
Introspektionsfähigkeit, so dass in der Psychotherapie keine Erfolge zu erwarten seien
und diese abgeschlossen werde. Da sich inzwischen sowohl die depressive als auch
die Schmerzsymptomatik chronifiziert hätten, sei es zu einer Dekonditionierung des
Verhaltens gekommen, was eine vollständige Arbeitsunfähigkeit zur Folge habe (IV-
act. 78).
c) Gemäss dem Verlaufsgutachten der MEDAS Ostschweiz vom 26. Mai 2010 sind
weiterhin die Hauptdiagnosen einer mittelgradigen bis schweren depressiven Störung
mit somatischem Syndrom sowie eines chronischen zervikozephalen
Schmerzsyndroms gestellt worden. Die im Vorgutachten als Diagnose aufgeführten
kognitiven Funktionsstörungen und Störungen der Persönlichkeit haben die Gutachter
nicht mehr erwähnt (vgl. IV-act. 86-9). Allerdings ist der zweiten Begutachtung auch
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keine neurologische/ neurpsychologische Untersuchung mehr vorausgegangen. G._
hat in psychiatrischer Hinsicht festgehalten, dass er aufgrund seiner aktuellen
Untersuchung weiterhin von einer mittelgradigen bis schweren depressiven Störung
ausgehe. Dies ist angesichts der erhobenen Befunde, welche denjenigen im
Vorgutachten entsprechen, nachvollziehbar (vgl. IV-act. 86-17 und IV-act. 33-3). Zur
Beurteilung der behandelnden Psychiaterin Dr. I._ hat er ausgeführt, es sei davon
auszugehen, dass die depressive Symptomatik fluktuierend sei und zwischen
mittelgradig und mittelgradig bis schwer hin und her schwanke. Die Diagnose einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung könne er nicht bestätigen. Er gehe davon
aus, dass die verstärkte Schmerzwahrnehmung des Beschwerdeführers nicht auf eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung zurückzuführen sei, sondern er erachte sie
als Folge der doch deutlichen depressiven Symptomatik. Differentialdiagnostisch sei
jedoch an eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung zu denken. Da es aus seiner
Sicht keine Veränderung im Befinden des Beschwerdeführers gegeben habe, gehe er
weiterhin von einer 60%-igen Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
aus. Die vom Beschwerdeführer subjektiv empfundene vollständige Arbeitsunfähigkeit
führe er auch auf IV-fremde Faktoren zurück, wie namentlich fehlende Schulbildung,
keine Ausbildung, kulturelle Eigenschaften, sowie die Krankenrolle, welche der
Beschwerdeführer einnehme. Im Gegensatz zum Vorgutachten sei nicht davon
auszugehen, dass eine weitere Behandlung eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
brächte (vgl. IV-act. 86-7). Die Ausführungen sowie die Schlussfolgerungen im
Verlaufsgutachten sind wiederum nachvollziehbar und plausibel. Der psychiatrische
Gutachter hat keine Änderung des Befunds feststellen können und ist somit bei den
Diagnosen und der Arbeitsfähigkeitsschätzung gemäss dem Vorgutachten vom
13. März 2008 geblieben. Auch der RAD hat gemäss seiner Stellungnahme vom
15. Juni 2010 auf das Gutachten abgestellt (vgl. IV-act. 89). Im Übrigen geht auch aus
dem Protokoll des Standortgesprächs bei der SVA vom 10. Februar 2011 hervor, dass
der Beschwerdeführer in einem offensichtlich schlechten Zustand gewesen ist. Es ist
festgehalten worden, dass er sichtlich gequält und langsam geredet habe. Er habe
ermüdet gewirkt und es habe ihm grosse Mühe bereitet, die Fragen zu beantworten. Er
habe angegeben, dass es ihm aufgrund der Schmerzen sehr schlecht gehe und er oft
erbrechen müsse. Er sei sehr nervös, nehme täglich Medikamente, habe an nichts
mehr Freude und pflege sehr wenig Kontakt zu anderen Menschen (vgl. IV-act. 104).
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Soweit das Standortgespräch überhaupt als Beweisgrundlage herangezogen werden
kann, ist sowohl in den Feststellungen des Protokollführers als auch in den subjektiven
Angaben des Beschwerdeführers eine Bestätigung der gutachterlichen Befunde zu
sehen.
d) Es ist folglich auf die gutachterliche Einschätzung abzustellen, wonach der Be
schwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 40% arbeitsfähig ist.
4)
a) Umstritten ist zwischen den Parteien die Frage, ob das psychische Leiden der
Beschwerdeführerin mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung auch eine IV-
rechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirken kann. Die
Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, es handle sich beim
Schmerzsyndrom des Beschwerdeführers um ein Grundleiden, welches eine
Überwindbarkeitsprüfung verlange. Die depressive Störung sei einerseits eine reaktive
Begleiterscheinung der Schmerzstörung und andererseits genährt durch psychosoziale
Belastungsfaktoren. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung könne deshalb die
vorliegende depressive Störung nicht als eigenständige Komorbidität anerkannt
werden und es müsse die Überwindbarkeit der Beschwerden vermutet werden.
b) Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Aus beiden Gutachten der MEDAS
Ostschweiz geht hervor, dass die diagnostizierte mittelgradige bis schwere depressive
Störung das Hauptleiden des Beschwerdeführers ist und dass die Schmerzen vor allem
auf dieses depressive Leiden zurückzuführen sind (vgl. IV-act. 32-13, 86-19). Selbst
wenn zeitlich nach dem Unfall vom 2. März 2007 zunächst ein Schmerzsyndrom
vorgelegen hat, so hat sich die psychische Symptomatik im Verlauf rasch und stetig
gesteigert und hat eine derart starke Ausprägung erreicht, dass spätestens ab ca.
Anfang 2008 von einer eigenständigen mittelgradigen bis schweren depressiven
Störung auszugehen ist (vgl. IV-act. 33-4). Dass es sich bei der depressiven Störung
um das Grundleiden handelt, lässt sich auch daraus ableiten, dass die Gutachter die
Frage der Beschwerdegegnerin nach dem Vorliegen einer psychischen Komorbidität
nicht beantwortet haben. Die Frage ist für sie entfallen, da sie die ausgeprägte
Schmerzproblematik im Rahmen der depressiven Symptomatik gesehen haben und
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nicht als gesondertes Grundleiden, welches von einer depressiven Störung begleitet
wird (vgl. IV-act. 86-11). Auch den übrigen medizinischen Akten lässt sich entnehmen,
dass beim Beschwerdeführer die depressive Störung und nicht das Schmerzsyndrom
im Vordergrund steht. So wurde mehrfach von verschiedenen und auch fachfremden
Ärzten auf die ausgeprägte depressive Symptomatik beim Beschwerdeführer
hingewiesen (vgl. oben E. 3.2). Der Gesetzgeber hat im Rahmen der 6. IV-Revision
deutlich hervorgehoben, dass depressive Leiden invalidenversicherungsrechtlich
relevant sind und nicht als pathogenetisch-ätiologisch unklare syndromale
Beschwerdebilder gelten (vgl. Rz. 1003 des Kreisschreibens des BSV über die
Schlussbestimmung der Änderung vom 18. März 2011 des IVG [KSSB], vgl. auch
Amtliches Bulletin Nationalrat, 16. Dezember 2010, AB 2010 N 2117 ff; Amtliches
Bulletin Ständerat, 1. März 2011, AB 2011 S. 39). Die bundesgerichtliche
Rechtsprechung zur somatoformen Schmerzstörung, welche auf sämtliche
pathogenetisch-ätiologisch unklare syndromale Beschwerdebilder ausgedehnt worden
ist (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Januar 2013, 9C_521/2012, E. 3.1 mit weiteren
Hinweisen) und die Unüberwindbarkeit der Beschwerden anhand der Försterkriterien
überprüft, ist daher vorliegend nicht anwendbar.
c) Zu prüfen bleibt, ob vorliegend invaliditätsfremde Umstände gegeben sind, welche
die Annahme einer rentenbegründenden Invalidität aufgrund der festgestellten
mittelgradigen bis schweren depressiven Störung ausschliessen könnten. Dies ist
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur dann der Fall, wenn die festgestellte
psychische Krankheit ihre hinreichende Erklärung in psychosozialen und
soziokulturellen Umständen findet und gleichsam in ihnen aufgeht (BGE 127 V 299
E. 5a). G._ hat im Verlaufsgutachten festgehalten, dass die vom Beschwerdeführer
subjektiv empfundene vollständige Arbeitsunfähigkeit auch auf IV-fremde Faktoren
zurückzuführen sei. Dabei gehe es um Faktoren wie fehlende Schulbildung, keine
Ausbildung, kulturelle Eigenschaften sowie die Krankenrolle, welche der
Beschwerdeführer neben seiner Frau einnehme. Zu der von Dr. I._ attestierten
vollständigen Arbeitsunfähigkeit hat der Gutachter bemerkt, dass dabei nicht auf IV-
fremde Faktoren hingewiesen worden sei (vgl. IV-act. 86-18). Aus seinen Ausführungen
ist zu schliessen, dass G._ die psychosozialen Belastungsfaktoren berücksichtigt
und bei seiner Einschätzung einer 60%-igen Arbeitsunfähigkeit ausgeklammert hat.
Somit ist davon auszugehen, dass die Einschränkung von 60% massgebend auf die
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Auswirkungen der gestellten Diagnosen und nicht auf psychosoziale
Belastungsfaktoren zurückzuführen ist. Die IVfremden Faktoren sind jedenfalls nicht
derart ausgeprägt, dass sie das Beschwerdebild bestimmen, sofern dies bei der
Diagnose einer mittelgradigen bis schweren depressiven Störung überhaupt möglich
ist.
d) Folglich begründet die vorliegende mittelgradige bis schwere depressive Störung
eine IV-rechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit.
5)
Vor der Prüfung eines Rentenanspruchs ist im Sinne des Grundsatzes "Eingliederung
vor Rente" zu prüfen, ob die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durch beruf
liche Eingliederungsmassnahmen verbessert werden kann (vgl. Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 2. Aufl., Vorbemerkungen Rn 47). Gemäss dem Verlaufsgutachten vom
26. Mai 2010 sind berufliche Massnahmen weiterhin kaum durchführbar. Dies allein
schon aufgrund des chronifizierten Zustands mit rund 3-jähriger Arbeitsabstinenz. Auch
die Prognose haben die Gutachter weiterhin als schlecht beurteilt (vgl. IV-act. 86-10).
Angesichts dieser Einschätzungen sowie dem bereits fortgeschrittenen Alter des
Beschwerdeführers ist nicht davon auszugehen, dass Eingliederungsmassnahmen
durchführbar wären, geschweige denn zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
führen könnten.
6)
a) Der Beschwerdeführer erhebt Anspruch auf eine ganze Invalidenrente mit Wirkung
ab März 2008. Es ist im Folgenden zu prüfen, ob und ab wann die Voraussetzungen für
einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers gegeben sind.
b) Nach dem hier anwendbaren altrechtlichen Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG entsteht ein
Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40%
arbeitsunfähig gewesen ist. Der Beschwerdeführer hat am 2. März 2007 einen Unfall
erlitten. Gemäss den vorliegenden Akten hat seit diesem Zeitpunkt bis zum Erlass der
angefochtenen Verfügung durchgehend eine relevante Arbeitsunfähigkeit vorgelegen.
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Die behandelnden Ärzte der Klinik Valens haben am 21. Juni 2007 eine 50%-ige
Arbeitsunfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit attestiert (vgl. IV-act. 18-23).
Bereits ab Oktober 2007 ist die behandelnde Psychiaterin Dr. E._ von einer voll
ständigen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen (vgl. IV-act. 17-5).
Im ersten MEDAS-Gutachten vom 13. März 2008 ist festgehalten worden, dass sich
nach dem Sturz im März 2007 ein ausgedehntes zervikozephales Schmerzsyndrom
mit vielen vegetativen Begleitbeschwerden entwickelt habe. Zunehmend hätten sich
psychische Symptome gezeigt, welche seit ca. Anfang 2008 auf eine mittel- bis
schwergradige depressive Episode mit somatischem Syndrom zurückgeführt werden
könnten. Diese begründe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 60% in einer
leidensangepassten Tätigkeit (vgl. IV-act. 32-12). Seit dem Unfall hat somit eine
durchgehende durchschnittlich mindestens 40%-ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen,
womit das sogenannte Wartejahr im März 2008 erfüllt worden ist. Der frühestmögliche
Beginn des Rentenanspruchs ist daher der 1. März 2008.
c) Unbestritten ist vorliegend die Qualifikation des Beschwerdeführers als im hypo
thetischen Gesundheitsfall 100% Erwerbstätiger. Damit ist zur Bemessung des Inva
liditätsgrades die Methode des Einkommensvergleichs heranzuziehen. Gemäss Art. 16
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) wird dabei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbaren Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen) in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
d) Bezüglich der Bestimmung des Valideneinkommens kann vorliegend das Ein
kommen der letzten Arbeitsstelle des Beschwerdeführers herangezogen werden.
Einerseits hat der Beschwerdeführer dort einen überdurchschnittlichen Lohn erzielt und
andererseits hat es keine Hinweise auf eine bevorstehende Änderung seiner
Validenkarriere gegeben. Fraglich ist, auf welchen Jahreslohn abgestellt werden soll.
Der Arbeitgeber hat am 2. November 2007 angegeben, dass der Beschwerdeführer
ohne Eintritt des Gesundheitsschadens einen jährlichen Verdienst von Fr. 73'616.--
erzielt hätte. Diesem Betrag ist eine Arbeitszeit von 47 Stunden pro Woche zu Grunde
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gelegt worden, wobei die allgemeine Betriebsarbeitszeit nur 42 Stunden betragen hat
(vgl. IV-act. 24). Im IK-Auszug ist für das Jahr 2006 sogar ein Jahreseinkommen von
Fr. 76'706.-- vermerkt worden. In den Vorjahren hat der Beschwerdeführer jedoch
deutlich weniger verdient: Im Jahr 2005 hat das Jahreseinkommen bei Fr. 66'880.--
gelegen, im 2004 bei Fr. 65'000.-- und im 2003 bei Fr. 63'458.-- (vgl. IV-act. 4). Die
Beschwerdegegnerin hat den Arbeitgeber des Beschwerdeführers am 28. Juli 2010
betreffend das höhere Jahreseinkommen im 2006 um Auskunft gebeten (vgl. IV-
act. 92). Dieser hat daraufhin mitgeteilt, dass dem Beschwerdeführer auf dessen
ausdrücklichen Wunsch bei gutem Geschäftsgang zusätzliche Arbeitsstunden
angeboten worden seien. Die Arbeitsstunden seien jedoch nicht generell auf 47
Stunden pro Woche erhöht worden. Ohne Gesundheitsschaden würde der
Beschwerdeführer Fr. 65'000.-- pro Jahr verdienen (IV-act. 96). Demnach hat der
Beschwerdeführer im Jahr 2005, in dem er gemäss IK-Auszug ein Einkommen von
Fr. 66'880.-- erreicht hat, bereits Überstunden geleistet. Jedoch nicht in einem solch
grossen Umfang wie im Jahr 2007, in dem sein Einkommen Fr. 76'706.-- betragen hat.
Es ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ohne Eintritt des
Gesundheitsschadens weiterhin im Umfang von 5 Stunden pro Woche Überstunden
geleistet hätte. Einerseits hätte dies auf längere Sicht eine erhebliche Belastung
bedeutet, andererseits wäre die Möglichkeit von Überstunden auch vom
Geschäftsgang des Arbeitgebers abhängig gewesen. Das Jahreseinkommen von 2007
kann daher nicht als Valideneinkommen dienen. Andererseits kann aber auch nicht auf
den Grundlohn von Fr. 65'000.-- abgestellt werden, da der Beschwerdeführer seit
mindestens 2005 regelmässig Überstunden geleistet hat und davon auszugehen ist,
dass er dies auch künftig getan hätte. Es erscheint vorliegend gerechtfertigt, den
Jahresverdienst von 2005 inklusive der Überstunden in Höhe von Fr. 66'880.-- als
Valideneinkommen heranzuziehen.
e) Da der Beschwerdeführer seit dem Unfall vom 2. März 2007 nicht mehr arbeitstätig
gewesen ist, ist zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf die statistischen
durchschnittlichen Löhne gemäss den Lohnstrukturerhebungen des Bundes (LSE)
zurückzugreifen. Bis auf zwei absolvierte Kurse, u.a. als CNC-Programmierer, hat der
Beschwerdeführer keine Berufsausbildung (IV-act. 1-4). Er ist daher als Hilfsarbeiter zu
betrachten. Entsprechend dem Valideneinkommen ist auch für das
Invalideneinkommen auf die Zahlen des Jahres 2005 abzustellen. Gemäss der Statistik
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haben Männer im tiefsten Anforderungsniveau bei einer durchschnittlichen
betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,6 Stunden einen Jahreseinkommen
von Fr. 58'389.-- erzielt (vgl. Anhang 2 [Lohnentwicklung] zu der von der
Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen Gesetzestextausgabe 2012,
Invalidenversicherung). Bei einer 40%-igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
ergibt sich als Basis ein vorläufiges Invalideneinkommen von Fr. 23'355.60
(Fr. 58'389.-- x 0.4).
f) Die für die Bestimmung des Invalideneinkommens herangezogenen statistischen
Löhne können gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung um bis zu 25%
gekürzt werden, wenn absehbare Schwierigkeiten bei der erwerblichen Umsetzung des
verbliebenen Leistungsvermögens bestehen bzw. damit einhergehende
Verminderungen des zu erwartenden Entgelts bei der Anwendung des genannten
Tabellenlohns bestehen. Mit dem Tabellenlohnabzug wird namentlich berücksichtigt,
dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten
Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und
entsprechend einsetzbaren Arbeitskräften lohnmässig benachteiligt sind und deshalb
mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird damit dem
Umstand Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer
Person Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 472 E. 4.2.3). Beim
Beschwerdeführer ist von einem erhöhten Nachteil gegenüber gesunden Hilfsarbeitern
auszugehen, denn bei depressiven Arbeitnehmern besteht ein grosses Risiko
überproportionaler Krankheitsabsenzen. Hinzu kommt, dass auch mit kurzfristigen
Leistungsschwankungen zu rechnen ist, was die Einsatzplanung erschwert. Zudem
benötigen depressive Personen grössere Rücksichtnahme seitens der Vorgesetzten
und der Arbeitskollegen. Alle diese Nachteile sind ökonomisch als zusätzliche
Lohnkosten zu qualifizieren, so dass der Beschwerdeführer bei identischem Nettolohn
für einen Arbeitgeber deutlich "teurer" wäre als ein gesunder Arbeitnehmer. Diese
Umstände rechtfertigen einen Abzug vom Tabellenlohn in Höhe von 15%.
g) Auf Grundlage einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 40% und unter
Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs von 15% beläuft sich das zumutbare
Invalideneinkommen auf Fr. 19'852.26 (Fr. 58'389.-- x 0.4 - 15%). Stellt man dieses
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dem Valideneinkommen von Fr. 66'880.-- gegenüber, so resultiert eine
Erwerbseinbusse von Fr. 47'027.74. Diese entspricht einem Invaliditätsgrad von rund
70,3%.
h) Damit hat im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns, am 1. März 2008, eine
rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit vorgelegen. Der Beschwerdeführer hat ab
1. März 2008 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 70,3% Anspruch auf eine ganze
Rente der Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 2 IVG). Die angefochtene Verfügung vom
2. Dezember 2011 ist folglich aufzuheben.
7)
a) Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 2. Dezember 2011 in
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab
1. März 2008 eine ganze Rente zuzusprechen.
b) Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die
unterliegende Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm
zurückzuerstatten.
c) Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei Anspruch
auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Unter
Berücksichtigung vergleichbarer Fälle erscheint vorliegend eine Entschädigung von
Fr. 3'500.-- angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat somit dem Beschwerdeführer
eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) zu bezahlen.
bis
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