Decision ID: cd1538f2-8c1a-546b-9900-95920ffbba3a
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1969
, meldete sich am
8. April 2014 unter
Hinweis auf
eine Erschöpfung
bei der Invalidenversicherung zum
Leistungsbe
zug
an (Urk.
6/1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
verneinte mit Verfügung vom 27. Oktober 2014 einen Rentenanspruch
(Urk.
6/12
).
1.2
Am 1
. Dezember 2014 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 6/14).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/16-17) ver
neinte die IV-Stelle m
it Verfügung vom 5. Februar 2015 wiederum einen Ren
ten
anspruch (Urk. 6/22).
Sodann trat die IV-Stelle mit
Vorbescheid
vom 19. März 2015
(Urk.
6/27
)
und schliesslich
mit Verfügung vom
3. Juni 2015
auf das Leistungsbegehren betreffend berufliche Massnahmen nicht ein
(Urk.
6/28
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
1. Juli 2015
Beschwerde gegen die Verfügung vom
3. Juni 2015
(
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben,
es sei
auf das Ge
such um berufliche Massnahmen einzutreten und es seien solche in die Wege zu leiten (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
18. August 2015 (Urk. 5) eine
teilweise Gutheissung
der Beschwerde
im Sinne einer Rückweisung zu wei
te
ren Abklärungen
.
Damit erklärte sich die Beschwerdeführerin einverstan
den (Urk. 9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 1 Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in
Verbindung mit Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) prüft der Versicherungsträger die Be
geh
ren der versicherten Person, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG).
1.2
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zu
rückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die
Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den
Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt ei
ne
Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren über
haupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
re
le
van
te
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.
2.1
.
Soweit die Beschwerdeführerin eine Verpflichtung der Beschwerdegegnerin zur Einleitung beruflicher Massnahmen beantragt (vgl.
Urk.
1 S. 2;
Urk.
9), handelt es sich um einen materiellen Antrag, auf den nicht einzutreten ist. Die Be
schwerde richtet sich gegen den vorinstanzlichen
Nichteintretensentscheid
. Das Sozialversicherungsgericht hat daher
einzig
zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Leistungsbegehren nicht eingetreten ist. Dagegen kann auf materi
elle Anträge nicht eingetreten werden (BGE 132 V 74 E. 1.1 mit Hinweis).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich auf den Standpunkt
, trotz
Depressionsthe
rapie
mit stationärem Aufenthalt, tagesklinischer Behandlung und mindestens wöchentlicher psychiatrischer und psychologischer Behandlung sowie Hilfe durch die psychiatrische Spitex habe sich die Depression in ihrer Intensität ver
stärkt und
chronifiziert
. Die depressive Störung erweise sich als resistent, wes
halb die Beschwerdeführerin zum heutigen Zeitpunkt von einer Invalidität bedroht sei. Daher habe sie Anspruch auf geeignete berufliche Massnahmen (Urk. 1 S. 6 Ziff. 14.5).
2.
3
Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Beschwerdeantwort fest, gestützt auf die vorhandenen Unterlagen könne der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht abschliessend beurteilt werden
. Sie sei in stationärer
Behandlung im Sanatorium
Y._
gewesen und habe die Ak
ut
-Tagesklinik der
Psychiatri
schen Universitätsklinik besucht. Dort seien jedoch keine Arztberichte eingeholt worden. Zudem sei unklar, inwiefern psychosoziale Faktoren das Leiden
mitbe
einflussen
würden. Daher seien weitere medizinische Abklärungen notwendig, weshalb die Beschwerde teilweise gutzuheissen sei (Urk. 5 S. 2).
2.
4
Nachdem in Bezug
auf den Antrag der Beschwerdeführerin
auf
Eintreten auf das Leistungsbegehren betreffend berufliche Massnahmen
übereinstimmende An
träge vorliegen und diese
mit der Akten- und Rechtslage im Einklang stehen,
ist die Beschwerde in dem Sinne
gutzuheissen,
dass
die angefochtene Verfügung vom
3
.
Juni 2015
auf
zuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur
Prüfung des Anspruchs auf
berufliche Massnahmen
zurückzuweisen ist
.
D
ie Beschwerdegegnerin
wird
nach erfolgter Abklärung des Gesundheitszustandes zu prüfen haben,
ob und wenn ja
welche beruflichen Massnahmen zweckdienlich sind.
3.
3.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zu
legen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
3
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
3.
2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
In Anwendung die
ser Kriterien ist die
Parteient
schädigung
vorliegen
d
beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (exkl.
Mehrwertsteuer
)
auf
Fr.
2‘000
.-- (
inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen und ausgangsgemäss der
Be
schwerdegegnerin
aufzuerlegen.