Decision ID: a29bfaf8-9bd7-5a43-a623-a5c9a474cd17
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1976,
a
rbeitete
zuletzt als
Magaziner
und Chauffeur (
Urk.
8/13 S. 3 f.
Ziff.
1.2). Am
2
2.
März 2002
meldete er sich
bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/4). Mit Verfügung vom
4.
Februar
2003
und
Einspracheentscheid
vom 1
9.
März 2003
verneinte die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Rent
enanspruch (
Urk.
8/21,
Urk.
8/26)
.
Eine dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
8/30/3-6) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
4.
November 2003
ab
(
Urk.
8/34
S. 9
Dispositiv
Ziff.
1).
Eine dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht m
it Urteil vom
4.
Oktober 2004 ab (
Urk.
8/38
S. 5 Dispositiv
Ziff.
1
).
Am 2
3.
Mai 2006 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invalidenversiche
rung an (
Urk.
8/42).
Mit Verfügu
ng vom 1
3.
November 200
6 (
Urk.
8/58) trat die IV-Stelle auf
die Neuanmeldung
ein.
In
der Folge
holte
sie
ein polydisziplinäres Gutachten (
Urk.
8/72) ein. Mit Verfügung vom 1
4.
März 2008 (
Urk.
8/84) ver
neinte
sie
erneut einen Rentenanspruch.
Am
9.
Oktober 2008 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine berufliche Abklärung (
Urk.
8/98). Mit Verfügung vom
5.
Februar 2009 (
Urk.
8/112)
wurde
die berufliche Massnahme
abgebrochen
. Am
5.
September 2011 stellte der Versi
cherte ein Zusatzgesuch betreffend berufliche Massnahmen (
Urk.
8/120).
Mit Ver
fügung vom 1
2.
Dezember 2011 (
Urk.
8/129) verneinte die IV-Stelle einen
An
spruch auf Eingliederungsmassnahmen.
1.2
Am 3
0.
November 2016 (
Urk.
8/141) meldete sich der Versicherte
erneut
bei der Invalidenversicherung an.
Die IV-Stelle trat auf die Neuanmeldung ein, tätigte erwerbliche (
Urk.
8/146) und medizinische (
Urk.
8/150) Abklärungen und holte
ein
bidisziplinäres
Gutachten
(
Urk.
8/160) ein. Am
6.
Dezember 2017 erliess
sie
den Vorbescheid (
Urk.
8/164).
Der Versicherte brachte dagegen Einwände (
Urk.
8/165
und
Urk.
8/169) vor.
Mit Verfügung vom 1
2.
April 2018 (
Urk.
8/171 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle einen Leistungsanspruch.
2.
Der Versicherte erhob am 1
4.
Mai 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
2.
April 2018 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm eine ganze
Rente zuzusprechen. Eventuell sei die Sache für weitere Abklärungen, ins
besondere
eine neue polydisziplinäre
Begutachtung
,
an die IV-Stelle zurückzu
weisen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
5.
Juli 2018 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde
.
Mit Verfügung vom 1
7.
August 2018 gewährte das Gericht dem Beschwerdeführer in Bewilligung des Gesuchs vom 1
4.
Mai 2018
(
Urk.
1 S. 2
Ziff.
3 oben)
die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Rechtsvertretung in der Person seines Rechtsvertreters. Das Gericht ordnete weiter einen zweiten Schriftenwechsel an und stellte dem Beschwerdeführer je eine Kopie der Beschwerdeantwort und des Feststellungsblattes der Beschwerde
gegnerin vo
m 2
9.
Juni 2018 (
Urk.
8/177) zu
(
Urk.
9 Dispositiv
Ziff.
1-3).
Der Beschwerdeführer reichte am 1
1.
Oktober 2018 (
Urk.
13) die Replik ein. Am 1
7.
Oktober 2018 (
Urk.
16) reichte der Rechtsvertreter dem Gericht die Honorar
note (
Urk.
17) ein. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 1
5.
November
2018 auf eine Duplik (
Urk.
18).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen
Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad
der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
mel
dung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Inva
lidi
tätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegrün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3.
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur
Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Da
bei braucht es sich nicht u
m eine formelle Verfügung (Art.
49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f IVV auf dem W
eg der blossen Mittei
lung (Art. 51 ATSG), ist im darauf
folgenden Revisionsverfahren zeitlich zu ver
gleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bun
desgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E.
3.1.2 unter Hin
weis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 201
3 E.
3.1.2).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Nach der Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom 2
3.
Mai 2006 (
Urk.
8/42) verneinte die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 1
4.
März 2008 (
Urk.
8/84) einen Rentenanspruch.
Mit Verfügung vom 1
2.
Dezember 2011 (
Urk.
8/129) ver
neinte sie auch einen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen.
Die angefoch
tene Verfügung vom 1
2.
April 2018
erging nach der Neuanmeldung
des Be
schwerdeführers vom 3
0.
November 2016 (
Urk.
8/141).
Die Beschwerdegegnerin stellte i
n der angefochtenen Verfügung auf das
einge
holte
bidisziplinäre
Gutachten vom
1
1.
August 2017 ab und verneinte
gestützt darauf
einen Anspruch auf IV-Leistungen (
Urk.
2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte vor, er sei mit den Erkenntnissen und der Wür
digung im
bidisziplinären
Gutachten nicht einverstanden. Aufgrund seiner Beschwerden sei er nicht im Stande, einer leichten oder sogar mittelschweren Tätigkeit nachzugehen. Dem orthopädischen Gutachter werde vorgeworfen, dass
er ihn nicht objektiv und unvoreingenommen beurteilt habe
. Auch die Beschwerde
gegnerin habe ihre grundsätzlich neutrale Haltung aufgegeben
(
Urk.
1
S. 5
Ziff.
16-17).
Die falsche Darstellung betreffend die nicht statt
gefundene Opera
tion stamme vom orthopädischen Gutachter (S. 5 f.
Ziff.
18).
Die Begutachtung habe in den Disziplinen Psychiatrie und Orthopädie stattge
funden. Da sich in den Arztberichten eine Reihe pathologischer neurologischer Berichte fänden, seien die gesundheitlichen Probleme nicht rechtsgenügend ab
geklärt worden (
Urk.
1 S. 8
Ziff.
28).
2.3
Streitig
und zu prüfen ist,
ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
im Vergleich mit den Verhältnissen zum Zeitpunkt
der Verfügungen vom 1
4.
März 2008 und vom 1
2.
Dezember 2011
massgeblich
verändert hat.
3.
3.1
Dr.
med. Y._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie, nannte im Gutachten vom
9.
September 2002
(
Urk.
8/13)
als Diagno
sen (S. 5
Ziff.
4):
-
chronisches
thorak
overtebrales
Syndrom
-
leichte Wirbelsäulenfehlform mit abgeflachter Brustkyphose und lum
bal linkskonvexer Skoliose bei Status nach M. Scheuermann
-
Funktionsstörung der Brustwirbelsäule (BWS) mit Irritationszonen
-
muskulär
e
Dysbalance
Der Gutachter stellte zur Arbeitsfähigkeit fest, für eine schwere körperliche Tätigkeit
bestehe
dauernd eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Für eine mässig be
lastende
Arbeit wie
als
Lagerist, Chauffeur, Verkäufer oder Mitarbeiter im Service werde die Arbeitsfähigkeit auf 50
%
geschätzt. Eine Steigerung der Arbeitsfähig
keit auf 75
%
sollte möglich sein
. Für eine leichte und wechsel
belastende Arbeit, die sich der Beschwerdeführer selber einteilen könne und die nicht mit dem Heben von Lasten von über 10 bis 15 kg einhergehe, wie
für
Hilfsarbeiten im Büro
,
werde die Arbeitsfähigkeit auf 90
%
geschätzt
. Wegen der chronischen Rücken
schmerzen werde es aber
auch in einer solchen Tätigkeit
zu Arbeitsausfällen kom
men
(S. 6
Ziff.
5).
3.2
3.2.1
Nach der Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom 2
3.
Mai 2006 holte d
ie Be
schwerdegegnerin beim
Z._
,
A._
,
ein poly
disziplinäres Gutachten ein, das am 3
0.
Oktober 2007 (
Urk.
8/72/2-21) erstattet wurde.
Zur psychiatrischen Untersuchung wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer habe angegeben, dass er unter Schmerzen im Bereich der Brust, der Schultern und
im
Nacken leide. Weiter bestehe eine Migräne mit Lichtempfindlichkeit und Übelkeit (S. 9 oben). Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit von 20
%
, durch eine leichte depressive Episode. Eine mittelgradige oder schwere depressive Störung liege nicht vor
. Konzentrationsstörungen bestünden nicht.
T
rotz der geklagten Beschwerden
könne es dem Exploranden
aus psychi
atrischer Sicht zugemutet werden,
in der angestammten oder in einer angepassten Tätigkeit einer Arbeitsfähigkeit von 80 % nachzugehen
(S. 11
f.
Ziff.
4.1.5 unten).
3.2.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, führte zur ortho
pädischen Untersuchung aus, der Explorand habe über seit dem Jugendalter be
stehende Rückenschmerzen berichtet
, die physiotherapeutische Massnahmen nach sich gezogen hätten. Dabei habe sich
keine relevante Besserung erzielen lassen. Seit etwa acht Jahren bestünden darüber hinaus Nackenschmerzen
mit Ausstrahlungen in den Kopf, die von Übelkeit, Schlafstörungen und einem an
haltenden
Energiedefizit begleitet seien
. Der Explorand habe zudem über rezidi
vierend auftretende Beschwerden an
den
peripheren Gelenken, insbesondere der oberen Extremitäten
,
berichtet
(S. 15
Ziff.
4.2.4 oben).
Bezüglich der Extremitäten bestehe eine freie Beweglichkeit sämtlicher Gelenke bei sehr guter Kraftentfal
tung, so dass eine wesentliche Pathologie weitgehend auszuschliessen sei.
Auf neurologischer Ebene bestünden keine Hinweise auf eine Pathologie im Bereich des peripheren Nervensystems
.
Die Bilddokumente der Wirbelsäule zeigten eine
kurzstreckige
, vorwiegend lumbale Skoliose ohne wesentliche Torsionskompo
nente, wohingegen die kranialen Anteile der Wirbelsäule weitestgehen
d unauf
fällig seien (S. 15 unten).
Die vom Exploranden angegebenen Beschwerden hätten sich anlässlich der Un
tersuchung nur zu einem geringen Teil objektivieren lassen. Zwar bestehe eine nicht übermässig stark ausgebildete Rückenmuskulatur. Es hätten sich jedoch keine klaren Hinweise für die Ursache der seit 20 Jahren angegebenen Rücken
schmerzen ergeben, die zudem vollständig therapieresistent geblieben seien. Ein wesentlicher Faktor dürfte eine allgemeine körperliche
Dekonditionierung
sei
n
, die vor allem durch den sehr unstrukturierten Tagesablauf begründet sei
. Zudem lägen wahrscheinlich relevante nicht organische Faktoren vor (S. 16
Ziff.
4.2.4). Für körperlich schwere Arbeiten liege
bei der sicherlich vorliegenden
Dekonditi
onierung
keine verwertbare Arbeitsfähigkeit vor. Eine solche Tätigkeit dürfte den Exploranden überlasten.
Für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit einer Hebe- und
Tragelimite
von 15 kg, die in wechselnder Position und ohne repetitive Überkopfbewegungen durchgeführt werden könnten, bestehe eine zeit
lich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Derart angepasste Tätigkeiten führten aufgrund der allgemeinen Erfahrung bei den vorliegenden Befunden nicht zu einer wesentlichen Schmerzprovokation (S. 16
Ziff.
4.2.5).
3.2.3
Die Gutachter des
Z._
stellten
gesamthaft
folgende Diagnosen mit Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit (S. 17
f.
Ziff.
5.1):
-
leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
-
chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne
radikuläre
Symptoma
tik
-
leichtgradige
thorakolumbale
Skoliose, weitgehend funktionell bedingt
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Ar
beitsfähigkeit nannte sie (S. 18
Ziff.
5.2):
-
Schmerzverarbeitungsstörung
-
beginnendes
multilokuläres
Schmerzsyndrom weitestgehend ohne kli
nisches Korrelat
-
fortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch
Zusammengefasst sei der Explorand aus polydisziplinärer Sicht für eine körper
lich leichte bis mittelschwere Tätigkeit 80
%
arbeits- und leistungsfähig.
Die Ar
beitsfähigkeit
könnte vollschichtig realisiert werden (S. 18
Ziff.
6.2).
3.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte im Bericht vom 2
8.
Januar 2009 (
Urk.
8/114) folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronisches
zerviko
-
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom mit/bei
-
muskulärer
Dysbalance
, Schulterschiefstand, Haltungsinsuffizienz und Wirbelsäulenfehlhaltung
-
chronisches
costosternales
myotendinotisches
Schmerzsyndrom Rippe 2
3 rechts
-
Differentialdiagnose: Tietze-Syndrom, Status nach Kontusion 1996
-
Verdacht auf Angst und depressive Störung
-
Migräne
-
Status nach Herniotomie links, 2
2.
Februar 2006
-
Nikotinabusus
4.
4.1
Der Beschwerdeführer reichte
im vorinstanzlichen Verfahren
ein Gutachten von
Dr.
med. D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, vom
6.
A
ugust
2014 (
Urk.
8/168) ein,
welches
der
Sozialdi
enst
, Bezirk Affoltern am Albis,
in Auftrag gegeben
hatte
.
Dr.
D._
führte
aus, der Patient glaube nicht, dass er im Moment
nicht
arbeiten könne. Die Ärzte der
E._
seien ebenfalls dieser Ansich
t
. Der Beschwerdeführer habe einen Bericht der Ärzte der
E._
vom 2
2.
Juli 2014 mitgebracht
(S. 1 unten).
Zwei
dort erfolgte
Injektionen und ein Infiltrations-Versuch
hätten
keinen Erfolg gebracht (S. 2 unten).
Dr.
D._
antwortete auf die Fragen
des Sozialdienstes
, zurzeit bekomme man den Eindruck, dass es sich um andauernde Beschwerden handle. Bei der Durchsicht aller medizinischen Akten entstehe allerdings der Eindruck, dass
ein wellenförmiger Verlauf bestehe.
Mal gehe es dem Beschwerdeführer besser, mal schlechter (S. 3
Ziff.
1). Der Patient benötige zurzeit Medikamente.
Er,
Dr.
D._
,
sei der Auffassung, dass mit lokalen Infiltrationen eine Linde
rung er
zielt werden könne. Ob eine Heilung möglich sei, vermöge er nicht ab
schlies
send zu beurteilen. Aufgrund des bisherigen Verlaufs mit einer Besserung durch
Kor
tisontabletten
sei nicht mit einer Verschlechterung zu rechnen (S. 3
Ziff.
2-3).
Im letzten Beruf als Transportchauffeur bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Im Bericht der
E._
sei für eine dem Leiden angepasste Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
festgestellt worden.
Dr.
D._
sei der Überzeugung, dass der Patient an einem geschützten Arbeitsplatz mit wechselbelastender Tätigkeit, teil sitzend, teils gehend, maximal vier Stunden pro Tag arbeiten könne, ohne dass er Lasten von über 5 kg tragen
müsse
. Nach dem geplanten stationären Aufenthalt in der
E._
sei die Arbeitsfähigkeit erneut zu prüfen (S. 3
Ziff.
4).
4.2
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Neurologie, und
Dr.
med. G._
, Fach
arzt für Neurologie
,
H._
, stellten im Bericht vom
9.
März
2015 (
Urk.
8/150/18-
21) folgende Diagnosen (S. 1):
-
generalisiertes Schmerzsyndrom seit dem 1
6.
Lebensjahr
-
aktenanamnestisch ohne sicheren Hinweis auf eine rheumatologische Grunderkrankung
-
anamnestisch klinische Besserung unter Langzeitsteroidtherapie
-
chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom linksbetont, Diffe
rentialdiagnose:
radikuläres
Reizsyndrom C7 links nicht ausgeschlossen
-
MRI Halswirbelsäule (HWS), Mai 2014: mehrsegmentale degenerative Veränderungen mit
Diskusprotrusionen
C4-8 mit
neuroforaminaler
Enge für die Wurzel C7 links, keine
Myelonkompression
, keine Myelo
pathie, keine Spinalkanalstenose
-
klinisch-neurologisch: Muskeltonus, -
trophik
und -kraft seitengleich normal
-
Status nach zweimaligen HWS-nahen Infiltrationen ohne positive Wir
kung
-
leichtes motorisches Karpaltunnelsyndrom beidseits
-
elektrophysiologisch bestätigt
-
Migräne ohne Aura
Dr.
F._
und
Dr.
G._
führten in ihrer Beurteilung aus, beim Patienten be
stehe ein
chronifiziertes
generalisiertes Schmerzsyndrom, aktuell mit Exazerba
tion der bekannten
zervikospondylogenen
Schmerzen. Klinisch neurologisch und anhand der Bildgebung mit
neuroforaminaler
Enge der Wurzel C7 links sei ein
zervikoradikuläres
Reizsyndrom C7 links möglich, wobei durch die stattgehabten Infiltrationen gemäss den Angaben des Patienten kein positiver Effekt erzielt worden sei. Zum aktuellen Zeitpunkt bestehe weder ein Hinweis auf ein
zerviko
myelonradikuläres
Reiz- beziehungsweise sensomotorisches Ausfallsyndrom noch auf eine zervikale Myelopathie
. Bezüglich des generalisierten Schmerzsyn
droms werde eine
Hospitalisation
empfohlen
(S. 3 unten).
4.3
Der Beschwerdeführer suchte
in der Folge
Dr.
med. I._
, Facharzt für Neurochirurgie,
im
J._
auf
.
Dr.
I._
stellte
im Bericht
vom
9.
September 2015 (
Urk.
8/150/16-17)
folgende Diagnosen (S. 1):
-
sensible Ataxie bei medialem
myelonkompressiv
wirkendem Bandschei
benvorfall HWK 4/5
-
Supinatortunnelsyndrom
beidseits
-
Sulcus
ulnaris
-Syndrom beidseits, jeweils mit
pseudoradikulärer
Schmer
zausstrahlung
Dr.
I._
führte zur Anamnese aus, die Beschwerdesymptomatik bestehe eigent
lich seit mehreren Jahren, habe sich aber innerhalb der letzten anderthalb
Jahren deutlich verschlechtert. Konservative Therapiemassnahmen
in der
E._
hätten die Schmerzsymptomatik verstärkt
(S. 1).
Dr.
I._
gab i
m Bericht vom 1
2.
Oktober
2015
an, dass
für den 1
6.
November
2015
eine
Operation
geplant sei
(
Urk.
8/150/
14-
15
, S. 2
oben).
4.4
Ein MRI der HWS nativ vom 1
0.
September 2015 ergab gemäss
dem
Bericht vom 1
1.
September
2015 (
Urk.
8/153) im Vergleich zur Untersuchung vom 1
3.
Mai
2014 eine konstante mediane Diskushernie HWS 4/5 rechtsbetont mit geringer
Myelonkompression
ohne Hinweis auf eine Myelopathie. Weiter wurden eine konstante geringe
mediolaterale
Diskushernie HWK 6/7 ohne Kontakt zum
Myelon
sowie ohne
höhergradige
Spinalkanalstenose festgest
ellt, eine
osteodis
koligamentär
bedingte
foraminale
Stenose HWK 6/7 beidseits mit möglicher Wur
zeltangierung C7 beidseits linksbeton
t, geringe
osteodiskoligamentär
bedingte
foraminale
Stenose
n
HWK 3/4 bis HWK 5/6 betont, ohne eindeutige Wurzelkom
pression
,
und eine konstante
Atlantodentalarthrose
(S. 1 unten).
4.5
Dr.
I._
stellte im Bericht vom 1
2.
Juli 2016 (
Urk.
8/150/11-13) die Diagno
sen relative, zervikale Spinalkanalstenose HWK 4/5 sowie linkslateraler Band
scheibenvorfall HWK 6/7 (S. 1).
Dr.
I._
führte aus, der Patient sei erneut darauf hingewiesen worden, dass eine Dekompression der entsprechenden
Zervi
kalwurzeln
C5 und C7 links beziehungsweise des Rückenmarks bei HWK 4/5 in
diziert sei. Wohl aus einer gewissen Ängstlichkeit heraus sei der Patient einer operativen Entlastung der neuronalen Strukturen stets entgegengestanden. An
gesichts seines Alters sei eine operative Entlastung absolut sinnvoll (S. 2 unten). Der Patient habe berichtet, dass ursprünglich eine Operation geplant gewesen sei. Die Anästhesistin habe jedoch letztlich dafür gesorgt, dass es zu keiner Operation gekommen sei. Der Patient könne sich aus persönlichen Gründen nicht zu einem zeitnahen Operationstermin entschliessen (S. 3).
4.6
Am 2
3.
Dezember 2016 erfolgte ein MRI des
(
linken
)
Handgelenkes nativ. Im Be
richt vom 2
3.
Dezember 2016
(
Urk.
3/4)
wurde zur Untersuchung ausgeführt, es seien eine umschriebene Signalerhöhung und eine leichte Abflachung im Bereich des
Nervus
medianus
auf Höhe des
Flexorenretinakulums
festgestellt worden. Dies könne ein Ausdruck bei einem Karpaltunnelsyndrom sein. Proximal und dis
tal zeige sich ein regelrechtes Signalverhalten (S. 1 unten).
4.7
Am 2
2.
Dezember 2016 erfolgte ein MRI des linken Ellenbogens nativ. Im Bericht vom
5.
Januar 2017 (
Urk.
3/3) wurde ein
unauffälliger Befund
des linken Ellen
bogens
erwähnt.
4.8
Dr.
I._
nannte im Bericht vom 1
1.
Januar 2017
(
Urk.
8/150/6-7)
als Diag
nosen eine
Ulnariskompression
im Bereich des Septum
intermuskulare
mediale links und ein ausgeprägtes Karpaltunnel-Syndrom links (
S. 1
).
4.9
Dr.
K._
gab
im Bericht vom 1
9.
März 2017 (
Urk.
8/150/1-5)
an, seines Erach
ten
s
habe der Patient die meisten Symptome von Seiten der zervikalen Myelopa
thie.
Der Patient warte auf einen Operationstermin in Deutschland bei
Dr.
I._
(S. 2
Ziff.
1.4 und 1.5).
Dr.
K._
attestierte
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit seit dem 1
1.
März 2010 auf Dauer eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
Weiter gab er an
, es bestünden Schmerzen in den Armen links mehr als rechts sowie Koordinations- und Bewegungsstörungen. Eine körperliche Arbeit sei dem Beschwerdeführer nicht möglich (S. 2
Ziff.
1.6 und 1.7).
4.10
Dr.
med. L._
, Facharzt für
O
rthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates, Regionalärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerde
gegnerin, führte in einer Stellungnahme vom 1
5.
Mai 2017 (
Urk.
8/163 S. 4 oben)
aus
,
mit den
neuen Unterlagen ergebe sich bezüglich der Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
keine Klärung der Situation. Zur Abklärung des orthopädisch-psychiatrischen Krankheitsbildes sei ein
bidisziplinäres
Gutachten einzuholen. Die Gutachter sollten sich mit dem Vorgutachten des
Z._
vom 3
0.
Oktober 2007 auseinandersetzen.
4.11
4.11
.1
Die Beschwerdegegnerin holte ein
bidisziplinäres
Gutachten ein
, das vom 1
1.
August 2017 datiert (
Urk.
8/160 S. 5)
. Die orthopädische Untersuchung erfolgte
am 1
1.
Juli 2017
durch
Dr.
med. M._
, Facharzt für Orthopä
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
. Die psychiatrische Untersuchung
fand
am gl
e
ichen Tag durch Prof.
Dr.
med. N._
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie
, statt
(
Urk.
8/160 S. 1).
Prof.
N._
führte im psychiatrischen
Teil
gutachten vom 1
2.
Juli
2017 (
Urk.
8/160/6-73) aus, der Beschwerdeführer habe eine Ausbildung zum Kamin
feger nach 1.5 Jahren abgebrochen. Bis 2002 habe er als Chauffeur in der Aus
lieferung gearbeitet. Danach sei er nicht mehr berufstätig gewesen.
Es lägen diverse neurologische Berichte vor.
Aus gutachterlicher Sicht bleibe unklar,
wes
halb eine orthopädisch-psychiatrische und nicht eine neurologisch-psychiatri
sche Begutachtung in Auftrag gegeben worden sei
(S. 50
Ziff.
1.3).
Der Beschwer
deführer habe über Schmerzen im Rücken berichtet. Weite
r leide er an einer Mig
räne, habe
Schmerzen in den Beinen und könne nicht lange stehen
. Zirka seit dem Jahr 2000 habe er chronische Schmerzen
(S. 53 Mitte).
Die Einnahme von
Dafalgan
führe zu einer Reduktion der Schmerzen um zirka zwei Einheiten auf der VAS-Schmerzskala (S. 53 unten).
Der Explorand schlafe nach seinen Angaben schmerzbedingt schlecht (S.
55
Ziff.
2.3). W
egen der Schmerzen
halte er sich
auch
nicht mehr für
belastungs- und arbeitsfähig. Aktuell könne er überhaupt nicht arbeiten. Auch in einer adap
tierten Tätigkeit halte er sich für nicht leistungsfähig. Nach Ressourcen befragt, habe
er
angegeben, dass er
einen
Hund
und
das Angeln habe, was für ihn eine Stärke sei
. Auch sein Freundeskreis
stelle für ihn eine
Ressource
dar
(S. 55
Ziff.
2.4).
Seit Jahren bestehe keine psychiatrische Behandlung mehr (S. 55
Ziff.
2.5).
Der Beschwerdeführer sei in seinem Verhalten verdeutlichend
erschienen
. In der Berichterstattung sei er diffus geblieben. Nach zirka 30 Minuten sei er erstmals aus dem Sitzen aufgestanden, da er über Schmerzen geklagt habe (S. 57 unten). Der Explorand habe subjektiv keine Störungen der Konzentration und der Auf
merksamkeit beklagt.
Die
Aufmerksamkeit und die Konzentration
seien in der Exploration aber
leicht herabgesetzt gewesen. Im
zeitlichen Verlauf der
bidiszip
linären
Untersuchung sei es zu keinem wesentlichen Abfall der kognitiven Para
meter gekommen (S. 58 oben). Klinisch fänden sich keine Hinweise auf eine Per
sönlichkeitsakzentuierung oder -störung (S. 58 unten).
Die
im Gutachten des
Z._
gestellte
Diagnose einer Schmerzverarbeitungsstörung gemäss ICD-10 F54 könne bestätigt werden. Psychologische Faktoren führten zu einer Verstärkung der subjektiven Schmerzzunahme (S. 62
lit
. D unten). Eine so
matoforme Schmerzstörung liege
aber
nicht vor, da die Kriterien gemäss ICD-10 nicht erfüllt seien
.
Der
Beschwerdeführer
habe
einen Einfluss psychosozialer und emotionaler Faktoren auf die subjektive Schmerzwahrnehmung negiert. Die Schmerzintensität sei
sodann
zwar hoch, aber noch variabel. Der Schmerz werde durch eine körperliche Belastung getriggert. Diese Befunde sprächen gegen eine chronische Schmerzstörung. Ein depressiver Affekt sei in der Untersuchung nicht zu beobachten gewesen.
Aus gutachterlicher Sicht hätten sich Hinweise
auf eine Verdeutlichung
ergeben. Eine Aggravation oder gar eine Simulation habe jedoch nicht vorgelegen (S. 63 oben). Die Schilderung der Beschwerden sei sehr diffus gewesen. Der Beschwer
deführer sei nicht in der Lage gewesen, diese auf Nachfrage hin zu präzisieren. Dies könne zum Teil auf sein Ausbildungsniveau zurückgeführt werden (S. 63 Mitte). Aus psychiatrischer Sicht sei zu erwähnen, dass eine gewisse Diskrepan
z bestehe zwischen dem privaten,
wenig eingesc
hränkten
Aktivitätsniveau und den im beruflichen Bereich geltend gemachten
Beschwerden. Der Beschwerdeführer habe auch etwas «verhangen» gewirkt (S. 63 unten). Bezüglich seiner Persönlich
keit hätten sich keine Hinweise auf eine
Persönlichkeitsstörung ergeben und es seien
auch keine Störungen der Ich-Strukturen
zu erkennen
gewesen (S. 64 oben). Die Ressourcenlage sei allerdings dünn. Es bestünden multiple psychosoziale Probleme, die für eine berufliche Wiedereingliederung in einer adaptierten Tätig
keit hinderlich seien. Es bestünden Probleme in Verbindung mit der Ausbildung (ICD-10 Z55), in Verbindung
mit Arbeitslosigkeit (ICD-10 Z56) und in Verbin
dung mit den ökonomischen Verhältnissen (finanzielle Probleme und langjährige Abhän
gigkeit vom Sozialamt, ICD-10 Z
59; S. 64 Mitte). Wie vom Vorgutachter des
Z._
diagnostiziert
,
sei weiterhin von einer Schmerzverarbeitungsstörung auszugehen (S. 64 unten). Im Vergleich zur Voruntersuchung im
Z._
bestehe ein im Wesentlichen unveränderter psychischer Gesundheitszustand.
Die vom
Z._
Gutachter festgestellte Depression
sei inzwischen remittiert (S. 65 oben). Mit einer Schmerzverarbeitungsstörung und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizier
ten Erkrankungen liege ein psychosomatisches Störungsbild vor
, so dass eine Diskussion der Standardindikatoren notwendig sei
(S. 65 Mitte).
Der Beschwerdeführer weise keine Störungen der Ich-Strukturen auf und es be
stehe keine Persönlichkeitsstörung.
Des Weiteren
lägen keine psychiatrischen Störungsbilder vor, die mit der chronischen Schmerzstörung interagieren würden. Die Schmerzen dominierten auch nicht das komplette Leben des Exploranden, wobei weiterhin eine gute soziale Teilhabe bestehe. Aus gutachterlicher Sicht sei festzuhalten, dass kein IV-relevanter Gesundheitsschaden vorliege
. Das Störungs
bild sei zudem unbehandelt. Es
finde keine
multimodale Schmerztherapie und keine psychiatrische Behandlung
statt
(S. 65 unten). Für die zuletzt ausgeübte
n
Tätigkeiten oder für eine adaptierte Tätigkeit
bestünden keine
handicapierenden
Funktionsstörungen von 20
%
oder mehr (S. 66 oben).
Prof.
N._
nannte als psychiatrische Diagnosen ohne Einfluss auf die Ar
beitsfähigkeit psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten (ICD-10 F54)
,
eine depressive Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.4)
,
und multiple psychosoziale Belastungsfaktoren mit/bei Problemen in Verbindung mit der Ausbildung, mit Arbeitslosigkeit und mit den ökonomischen Verhältnissen. Psychiatrische Diagnosen mit Einfluss auf die Ar
beitsfähigkeit nannte der Gutachter keine (S. 66
lit
. E. 1 und 2).
Die offene Dis
kussion der Standardindikatoren sei negativ verlaufen (S. 67
lit
. F Mitte).
In den vorliegenden Berichten fänden sich pathologische neurophysiologische Befunde.
Es werde davon ausgegangen, dass mit der erfolgten Begutachtung we
gen Fehlens der Indikation für Neurologie die Beschwerden des Beschwerdefüh
rers nicht vollumfänglich abgeklärt worden seien (S. 68 unten).
4
.
11
.2
Dr.
M._
führte im
orthopädisch-
traumatologischen
Teil
gutachten vom 1
1.
Juli
2017 (
Urk.
8/160/76-137)
aus, eine operative Intervention sei nicht
er
folgt
. Nach den Angaben des Beschwerdeführers sei
im Rahmen einer geplanten Operation das Risiko als zu hoch erschienen.
Die
Narkoseärztin habe letztlich dafür gesorgt, dass es nicht zur Operation gekommen sei
.
Ein entsprechender
Bericht liege je
doch nicht vor
(S. 6 unten).
Nach
der langjährigen operativen
Tätigkeit
des Gut
achters
bestünden Zweifel, dass eine Narkoseärztin eine geplante, offensichtlich dringliche neurochirurgische Operation ablehne
und dies interdisziplinär nicht näher diskutiert worden sei
(S. 6 f.).
Dr.
I._
habe nach weiteren Konsultationen im Juli
2016 und im Januar
2017 neu ein linksseitiges
Ulnariskompressionssyndrom
nebst einem ausgepräg
ten linksseitigen Karpalkanalsyndrom diagnostiziert (S. 7 oben).
Der ganze Sach
verhalt erscheine etwas verworren und die Berichte von
Dr.
I._
seien un
klar.
Im September
2015 sei von einer Myelopathie des zervikalen Rückenmarks gesprochen
und
eine Operation empfohlen worden
, die dann nicht durchgeführt worden sei
. Im Januar 2017 sei von einem Karpaltunnelsyndrom links
und dann von einem
Sulcus
nervi
ulnaris
-Syndrom links und davor von einem
Supinator
logen-Syndrom
gesprochen worden. Zusätzlich zur bereits 2015 empfohlenen Diskektomie bei C4/5 nebst
interkorporeller
Fusion bei C4/5 sowie
Neurolyse
und Dekompression des
Nervus
ulnaris
und der
Supinatorlogen
beidseits empfehle
Dr.
I._
nun auch die Entlastung des linken
N.
Medianus
sowie eine Entlas
tung des linken
N.
Ulnaris
im
Sulcus
. Der Hausarzt habe am 1
9.
März 2017 be
richtet, dass der Beschwerdeführer in Deutschland
operiert worden sei
. In der Anamneseerhebung habe
dieser
dies
aber
verneint
(S. 7 unten).
Der Beschwerdeführer
habe angegeben, dass er
an
der Halswirbelsäule ein Ziehen und zuweilen auch ein Brennen verspüre und auch ein Druck bestehe (S. 12 oben).
Auf
Nachfrage habe er zur Beschwerdesy
mptomatik angegeben, dass er ausge
hend von der
HWS
zwischen den Schulterblättern bis zur
Lendenwirbelsäule (
LSW
)
einen ziehenden Schmerz verspüre (S. 12 Mitte). Der Beschwerdeführer habe einen 24-stündig vorhandenen ziehenden sowie drückenden Schmerz
an
der gesamten Wirbelsäule
angegeben
mit Schmerzfortleitung in die beiden unteren Extremitäten. Dieser sei
so
wohl in sitzender
, stehender, gehender als auch l
iegen
der Körperposition vorhanden (S. 13 oben). Die Schmerzen im Bereich der
HWS und der LWS
habe er mit
einer maximalen Schmerzintensität von 9 auf
der
VAS
Schmerzskala
angegeben
. In Ruhe und in entspannter Körperposition bestehe ein kontinuierlich anhaltender Ruheschmerz von 7
auf
der Skala (S. 13 unten).
Der
Explorand
habe weiter angegeben, dass er seit vielen Jahren keine physio
therapeutische Behandlung mehr erhalten habe (S. 20
Ziff.
4.1). Bei der Untersu
chung sei das Entkleiden bis auf die Unterwäsche flüssig und routiniert erfolgt. Dabei habe sich sowohl im Bereich der oberen als auch der unteren Extremitäten keine Bewegungseinschränkung gezeigt. Die Feinmotorik der Finger sei uneinge
schränkt erhalten (S. 22 unten). Die Wirbelsäule weise eine diskrete linkskonvexe Skoliose mit thorakalem Gegenschwung auf, ohne
Gibbus
oder Buckelbildung. Die Rücken- und Schultermuskulatur sei symmetrisch kräftig ausgebildet. Der Gesamthabitus sei entsprechend gut konditioniert und regelrecht tonisiert (S. 24 oben). Die Wirbelsäulenkrümmung zeige im Seitenprofil eine altersentsprechende Kyphose der Wirbelsäule. Ebenso zeige sich eine regelrechte
Lordosierung
der LWS (S. 24 Mitte). Die Brustwirbelsäule zeige beim aktiven Aufrichten ein har
monisches Bewegungsspiel. Die Überstreckung nach hinten führe zu einer ver
minderten Bildung eines Ho
h
lrückens (S. 26 oben). Aufgrund der im Rahmen der mehrmaligen
klinischen Untersuchung der Halswirbelsäule angegebenen inkon
sistenten Angaben sei die klinische Untersuchung der Wirbelsäule mittels eines roten
Laserpointers
erfolgt. Dies zur Beurteilung einer nicht auszuschliessenden Aggravationstendenz. Der Beschwerdeführer habe daraufhin angegeben, dass er bei der Untersuchung der
HWS
mittels des
Laserpointers
einen brennend ein
schiessenden, schneidenden Schmerz im Bereich der linksseitigen HW
S
mit Aus
strahlung in das linke Schulterblatt verspürt habe. Die punktuelle Bestrahlung eines Hautareals mittels eines handelsüblichen roten
Laserpointers
verursache ausser dem Lichteffekt keinerlei Schmerzen oder Temperatursensationen. Eine po
sitive
Schmerzverstärkung, wie sie der Beschwerdeführer angegeben habe, sei physiologisch nicht erklärbar. Dies sei als eine nicht von der Hand zu weisende Aggravationstendenz aufzufassen (S. 28 unten). Der Gebrauch der Arme und der Hände sei beim eigentätigen Entkleiden ungehindert
erfolgt
, ohne erkenn
bare Störungen der Feinmotorik
(S. 29 oben). Der Bizeps- und
Tricepssehnenreflex
sei beidseits symmetrisch auslösbar
gewesen
(S. 40 unten).
Dr.
M._
nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom ohne
Radikulopathie
und ein chro
nisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom ohne
Radikulopathie
. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte der Gutachter keine (S. 44
lit
.
D
1 und 2).
4.11.3
Gemäss dem IV-Dossier sei erstmals im Jahr 2002 ein chronisches
thorakoverteb
rales
Syndrom beschrieben worden (S. 45
lit
. E 1 unten).
Dr.
M._
stimm
t
e mit den Befunden und der Einschätzung der Gutachter des
Z._
und der hieraus ab
geleiteten Beurteilung der Arbeitsfähigkeit überein. Die Berichterstattung
durch
Dr.
I._
erscheine gelinde gesagt etwas verworren
. Dessen Berichte seien un
klar
(S. 49 oben).
D
er Explorand habe im orthopädisch-chirurgischem Fachgebiet in den einzelnen Testverfahren eine mehrfach zu beobachtende Inkonsistenz aufgewiesen (S. 50
Ziff.
2 oben). Das Entkleiden bis auf die Unterwäsche sei
bei der Untersuchung
flüssig und routiniert demonstriert worden. Dabei habe sich sowohl im Bereich der oberen als auch der unteren Extremitäten keine Bewegungseinschränkung gezeigt (S. 50
Ziff.
2 Mitte).
Aus orthopädisch-chirurgischer Sicht verfüge der Beschwerdeführer über ausreichende Ressourcen, um seine zuletzt ausgeübte Tä
tigkeit sowie eine adaptierte Tätigkeit zu 100
%
auszuführen (S. 53
Ziff.
3). Der Beschwerdeführer habe auf Nachfrage angegeben, dass er nicht in einer orthopä
dischen/rheumatologischen Behandlung stehe. 2016 habe er jedoch
Dr.
I._
konsultiert, der ihm zu einer Operation geraten habe (S. 53
Ziff.
4 unten).
Dr.
M._
erachte
t
e
den Exploranden in Anbetracht der anhaltenden Schmerz
symptomatik hinsichtlich seiner analgetischen Therapie für nicht adä
quat ve
r
sorgt. Es sei eine regelmässig einzunehmende
Basismedikation zu emp
fehlen. Eine sporadisch eingenommene Bedarfsmedikation sei nicht zielführend.
Er
empfehle die Einleitung einer adäquaten Schmerztherapie. Zudem empfehle er, konse
quente physiotherapeutische Massnah
m
en zu etablieren (S. 54 oben). Eine krankheitsbedingte Unfähigkeit zur Therapieadhärenz liege nicht vor. Aus ortho
pädisch-chirurgischer Sicht bestünden daher keine Gründe gegen die Auferle
gung einer intensiven Behandlungsmassnahme (S. 54 Mitte).
Im Rahmen der dezidierten klinischen Untersuchung hätten die Kopfseitneigung sowie die Kopfrotation sowohl in der aktiven als auch in der passiven Bewegung lediglich zu 50
%
durchgeführt werden können. Der Explorand habe hierbei aktiv dagegen gespannt (S. 55
Ziff.
2 Mitte). Unter Verweis auf die aufgeführten In
konsistenzen könne sich der Gutachter des Eindruckes eines bewusstseinsnahmen
Malingering
nicht erwehren (S. 56 unten).
Der Gutachter nannte als Leistungseinschränkungen in qualitativer Hinsicht un
ter anderem Schwerst- und Schwerarbeiten, ständige mittelschwere Arbeit
en
, das Heben und Tragen von Lasten, körperfern von über 10 kg ohne technische Hilfs
mittel und
körpernah von über 15 kg
,
sowie repetitive stereotype Bewegungsab
läufe (S. 57 unten). Für eine rückenadaptierte Tätigkeit mit intermittierend stehender, gehender und sitzender Körperposition bestehe eine quantitativ unlimi
tierte Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S. 58 oben). In der angestammten Tätigkeit als Chauffeur bestehe eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S. 58
Ziff.
1 unten).
4
.
11
.4
Die Gutachter stellten in der
bidisziplinären
Zusammenfassung (
Urk.
8/160/1-5) gesamthaft folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2):
-
chronisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom ohne
Radikulopathie
mit
-
beginnender Arthrose im
Atlantodentalgelenk
-
moderaten
Osteochondrosen
in den Segmenten C4 bis C7 mit beglei
tenden Spondylosen und
Uncarthrosen
-
medianer Diskushernie im Segment C4/5 mit geringer
Myelonkompres
sion
ohne Myelopathie (MRI, 1
0.
September 2015)
-
diskreter
mediolateraler
Diskushernie im Segment C6/7 ohne Kontakt zum
Myelon
sowie ohne Spinalkanalstenose (MRI, 1
0.
September 2015)
-
osteodisko
ligamentä
r
bedingter
foraminaler
Stenosierung
im Segment C6/7 beidseits mit möglicher Tangierung der Nervenwurzel C7 links
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom ohne
Radikulopathie
bei
-
altersentsprechend beginnender Höhenminderung im Zwischenwirbel
fach L5/S1
-
Spondylarthrose
im Bereich der unteren LWS
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutach
ter (S. 2):
-
psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifi
zierten Krankheiten (ICD-10 F54)
-
depressive Episoden; gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.4)
-
multiple psych
osoziale Belastungsfaktoren mit
/
bei
-
Problemen in Verbindung mit der Ausbildung
-
Problemen
in
Verbindung mit Arbeitslosigkeit
-
Problemen in Verbindung mit den ökonomischen Verhältnissen
Der Beschwerdeführer sei aus
bidisziplinärer
Sicht sowohl in der angestammten Tätigkeit als Chauffeur sowie in einer allfälligen adaptierten Tätigkeit durchge
hend zu 100
%
arbeitsfähig (S. 5 oben).
4.12
RAD-Arzt
Dr.
L._
führte in der Stellungnahme vom 1
4.
September
2017 (
Urk.
8/163 S. 4 ff.) aus, Prof.
N._
habe bemängelt, dass ein neurologisch-orthopädisches Gutac
hten erforderlich gewesen wäre und habe zur
Rechtsgenüg
lichkeit
ein neurologisches Gutachten
empfohlen
.
Über die Erfüllung der
Rechts
genüglichkeit
entscheide
jedoch
der Rechtsanwender und nicht der Mediziner.
Der Verzicht auf eine neurologische Abklärung sei mit Verweis auf den Bericht der Ärzte der
H._
vom
9.
März 2015 erfolgt.
Nach deren Angaben
bestehe elektrophysiologisch und bildgebend weder ein Hinweis auf ein
zer
vikomyeloradikuläres
Reiz-
beziehungsweise sensomotorisches Ausfallsyndrom noch
auf eine zervikale Myelopathie. Im MRT der Halswirbelsäule vom 1
1.
September
2015
sei
im Vergleich zur Untersuchung vom 1
3.
Mai 2014 ein konstanter Befund beschrieben worden. Die Arztberichte von
Dr.
I._
erschienen
gemäss
Dr.
M._
gelinde gesag
t etwas verworren. Die gestellten Diagnosen seien nicht nachvollziehbar und
seien von neurologischer Seite verneint worden
(S. 4 unten). Ansonsten beantworte das
bid
isziplinäre
Gutachten von Prof.
N._
und
Dr.
M._
die gestellten Fragen umfassend, berück
sichtige die geklagten Be
schwerden, sei in Kenntnis und in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
erstellt worden und leuchte in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein. Auf das Gutachten werde abgestellt
(S. 5 oben).
Es bestehe eine verminderte Belastbarkeit für das regelmässige Heben, Tragen und Transportieren von mittelschweren und schweren Lasten, für Arbeiten mit Über
streckbelastung der Wirbelsä
ule über
die
Kopf- und Schulterhöhe,
für Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, Überkopfarbeiten und für ausschliesslich stehende Arbeiten
oder Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen
etc. Als Belastungs
pro
fil kämen leichte Tätigkeiten in Wechselbelastung in Frage, teils sitzen
d, gehend und mit gelegentlichem
Heben, Tragen und Transportieren von Lasten
, ohne Ver
harren in Zwangshaltungen
etc. Für die bisherige Tätigkeit als Chauffeur bestehe seit dem 2
2.
März 2002 auf Dauer eine Arbeitsunfähigkeit von 0
%
. Die bisherige Tätigkeit als Chauffeur könne als angepasste Tätigk
eit angesehen werden (S. 5
). Im Vergleich mit dem
Z._
-Gutachten vom 3
0.
Oktober 2007 liege ein unverän
derter Gesundheitszustand vor (S. 6 oben).
4.13
Dr.
L._
führte in der Stellungnahme vom
2.
März 2018 (
Urk.
8/170 S. 2 ff.) zum Gutachten von
Dr.
D._
vom
6.
August 2014 aus, dieses sei nicht nachvollziehbar.
Ein Befund fehle im Gutachten komplett
. Weiter seien darin Aussagen zu finden, wonach der Beschwerdeführer
nicht
glaube, dass er im Mo
ment nicht arbeiten könne, wobei es sich um
eine doppelte Verneinung handle (S. 2 unten).
Dr.
D._
halte in
einem geschützten Rahmen eine Arbeitsfä
higkeit von vier Stunden
pro Tag
für gegeben. Eine Begründung für die Einschät
zung
habe der Gutachter nicht abgegeben
. Er habe auch keine S
tellung zum
Z._
Gutachten vom 3
0.
Oktober
2007 genommen. Das Gutachten
von
Dr.
D._
sei
daher
nicht nachvollziehbar und nicht plausibel
. Es erfülle in keiner Weise die Anforderungen an ein
medizinisches
Gutachten
(S. 3 oben).
Dr.
I._
habe aus den MRI-Bildern eine neurologische Diagnose abgeleitet, die von den Neurologen der
H._
ausgeschlossen worden sei
, obwohl er kein Radiologe sei
. Weiter habe er die Indikation für eine Operation gestellt, habe diese im Endeffekt aber nicht durchgeführt
.
Dr.
L._
gab
zu den Ein
wänden
des Rechtsvertreters an, die vorliegenden Gesundheitsschäden seien mit gleicher Kompetenz von Chirurgen, Orthopäden, Handchirurgen, Neurochirurgen und Neurologen behandelt worden. Die Fachärzte seien fachlich kompetent
,
die Diagnosen zu diskutieren und anzuzweifeln, wenn die vorliegenden Befunde die Diagnosen nicht be
stätigen würden beziehungsweise
wenn die Diagnosen nicht lege
artis
gestellt worden seien. Die durch
Dr.
M._
erfolgte Diskussion habe nichts mit Voreingenommenheit zu tun
(S. 3 unten).
4.14
Der Beschwerdeführer reichte dem Gericht mit der Replik einen weiteren Bericht von
Dr.
I._
vom 2
3.
März 2018 (
Urk.
14/1) ein.
Di
e
ser
stellte darin folgende Diagnosen (S. 3):
-
sensible Ataxie bei
mediorechtslateralem
,
myelonkompressiv
wirkenden BSV HWK 4/5
-
Foraminalstenose
HWK 3/4 mit C4, klinisch C4-Wurzelreizung rechts
-
Wurzelreizsyndrom C5 rechts
-
Wurzelkompressionssyndrom C6 rechts
-
Wurzelkompressionssyndrom C7 rechts
-
Karpaltunnelsyndrom rechts
-
Sulcus
nervi
ularis
-Syndrom rechts
-
algetisches
Supinatortunnelsyndrom
rechts
-
myelonkompressiv
bedingte Beinschmerzen auf der rechten Seite mit po
sitivem
Lhermitt’schem
Zeich
en
4.15
In der Stellungnahme vom 2
1.
Juni 2018 (
Urk.
8/177) äusserte sich
Dr.
L._
zu den im
Beschwerdeverfahren
eingereichten Berichten über mehrere MRIs (
Urk.
3/3-6).
Er führte aus, lediglich im MRI der HWS vom 2
8.
Juli 2017
(vgl.
Urk.
3/6)
zeige sich eine Progredienz des Befundes im Vergleich zum MRI der HWS vom 1
0.
September
201
5.
In den anderen Berichten fänden sich keine medizinisch relevanten Veränderungen (S. 2 Mitte). Die Diagnose eines Karpal
tun
nel
syndrom
s
und einer
Ulnariskompression
werde laut der Leitlinie durch eine klinische und neurophysiologische Untersuchung gestellt.
Dr.
I._
habe im Bericht vom 1
1.
Januar
2017 über die durch ihn fachfremd erhobenen Befund
e
der MRI-Untersuchung berichtet. Das Vorgehen entspreche nicht der Leitlinie (S.
2 unten).
5.
5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indi
katoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Jan
uar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
6.
6.1
Die Gutachter des
Z._
nannten im Gutachten vom 3
0.
Oktober 2007 als Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte depressive Episode und ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne
radikuläre
Symptomatik. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie unter ande
rem eine Schmerzverarbeitungsstörung. Die Gutachter kamen zur Einschätzung, dass für eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
bestehe (vorstehend E. 3.2.3).
Prof.
N._
und
Dr.
M._
nannten im
bidisziplinären
Gutachten vom 1
1.
August 201
7 als Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen ein chronisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom ohne
Radiku
lo
pa
thie
und ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom ohne
Radiku
lo
pathie
. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten, eine depressive Episode, gegenwärtig remittiert, und multiple psy
chosoziale Belastungsfaktoren (E.
4.11.4
). Die Gutachter kamen zum Ergebnis, dass es sich bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Chauffeur um eine angepasste Tätigkeit handle, in welcher eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
bestehe. Weiter stellten sie fest, dass sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers seit der letztmaligen Beurteilung nicht verändert hätten (E.
4.11.
4
).
Dr.
D._
attestierte im Gutachten vom
6.
August 2014 für die zuletzt aus
geübte Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Für
eine
angepasste
Arbeit an einem
geschützten Arbeitsplatz attestierte er eine Arbeitsfähigkeit von vier Stunden pro Tag und damit von zirka 50
%
(vorstehend E. 4.1). Der Hausarzt des Beschwerdeführers attestierte für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(E. 4.9).
6.2
Gutachter Prof.
N._
sprach sich
für
eine
zusätzliche
neurologische Begut
achtung
des Beschwerdeführers
aus
(E. 4.11.1). RAD-Arzt
Dr.
L._
wies
in der Stellungnahme vom 1
4.
September 2017
jedoch
darauf hin
, dass
die
Neuro
logen
der
H._
ein
zervikomyeloradikuläres
Reiz- beziehungsweise
ein
sensomotorisches
Ausfallsyndrom
oder eine zervikale Myelopathie
im Sinne einer
schwereren neurologischen Beeinträchtigung
verneint
hatten.
Im Bericht über ein MRT der HWS vom 1
1.
September 2015 sei zudem
im Vergleich mit dem Bericht vom Mai 2014
ein konst
anter Befund beschrieben worden (vorstehend E.
4.12).
Damit liegt eine ausreichende
und
nachvollziehbare
Begründung
dafür vor,
weshalb die Beschwerdegegnerin auf eine neurologische Abklärung
verzichtete
.
Dr.
L._
wies
als weitere Begründung
darauf hin, dass
sich
die Berichte von
Dr.
I._
als unklar
erwiesen hätten. Dies leu
chtet ein, nachdem
dieser
in den zwischen September 2015 und Januar 2017
er
stellten
Beric
hten jeweils
unter
schiedliche
und andere Diagnosen als die
Neurologen
der
H._
stellte
.
Die Kritik des Beschwerdeführers an
Dr.
M._
(
Urk.
1 S. 5
Ziff.
17)
erweist
sich dagegen als unbegründet. Es liegen keine Anhaltspunkte dafür vor
, dass der Gut
achter dem
Beschwerdeführer voreingenommen
begegnet wäre
.
In diesem Zu
sammenhang kann
offenbleiben, weshalb die ursprünglich im
J._
geplante Operation nicht zustande kam
und ob eine Oper
ation in Deutsch
land geplant war oder ist
.
Dass
Dr.
M._
die Berichte von
Dr.
I._
im orthopädischen Teilgutachten
diskutierte
,
erscheint gerechtfertigt und
kann ihm nicht zum Vorwurf gemacht werden.
Das Gutachten von Prof.
N._
und
Dr.
M._
beruht demzufolge auf den erforderlichen Untersuchungen und be
rücksic
htigt die geklagten Beschwerden. Es erfolgte sodann in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
.
Prof.
N._
ist im psychiatrischen Teil
gutachten sodann auf die sogenannten Standardindikatoren eingegangen.
Wie Prof.
N._
und
Dr.
M._
darlegten, hat sich der Gesundheitszustand des
Beschwer
deführers im Vergleich mit dem Gutachten des
Z._
vom 3
0.
Oktober
2007
nicht verändert beziehungsweise nicht verschlechtert
. Das Gutachten ver
mag
somit
auch in der Beurteilung der medizinischen Situation und in den Schlussfolgerungen zu überzeugen. Es erfüllt daher die Anforderungen an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens.
6.3
Auf das Gutachten von
Dr.
D._
vom
6.
August 2014 kann dagegen nicht abgestellt werde
n. Wie
Dr.
L._
darlegte, fehlt
darin
eine
Begründung für die
von
Dr.
D._
attestierte Arbeitsunfähigkeit (vorstehend E. 4.13).
Ins
besondere lässt sich nicht nachvollziehen
, weshalb lediglich an einem geschütz
ten Arbeitsplatz eine eingeschränkte Arb
eitsfähigkeit bestehen sollte (vorstehend E. 4.1).
Ebenso kann der Beurteilung durch
Dr.
K._
nicht gefolgt
werden
, der im Bericht vom 1
9.
März 2017 eine zervikale Myelopathie erwähnte
(vorstehend E. 4.9)
, welche Diagnose die Neurologen der
H._
ausgeschlossen hatten
(vorstehend E. 4.2)
.
In diesem
Zusammenhang ist zudem auf den Grund
satz hinzuweisen, wonach Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund ihrer auf
tragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen sind (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für einen allgemein praktizierenden Hausarzt wie auch für einen behandelnden Spezialarzt (Urteil des Bundesgerichts I 803/05 vom
6.
April 2005 E. 5.5). Es ist daher auf die Beurte
ilung im Gutachten von Prof.
N._
und
Dr.
M._
abzustellen.
6.4
Gemäss Prof.
N._
hat sich der psychiatrische Gesundheitszustand des Be
schwerdeführers im Vergleich mit dem Gutachten des
Z._
vom 3
0.
Oktober 2007
eher
verbessert, da eine von den Gutachtern des
Z._
diagnostizierte leichte depressive
Störung mittlerweile remittiert ist.
Bei der
Prüfung der Standardindikatoren
betreffend
«Konsistenz» ist darauf hin
zuweisen,
dass
der Gutachter
Hinweise auf eine Verdeutlichung
des Beschwerde
führers
feststellte
. Weiter
stellte er
eine Diskrepanz
fest
zwischen dem privaten, wenig eingeschränkten Aktivitätsniveau und den im beruflichen Bereich geltend gemachten Beschwerden
(vorstehend E. 4.11.1). Nach der Prüfung der Standar
dindikatoren fehlt es
-
wie im Gutachten attestiert
-
aus psychiatrischer Sicht an einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Die diagnostizierten multiplen psycho
sozialen Belastungsfaktoren wirken sich als Z-Diagnosen
ohnehin
nich
t auf die Arbeitsfähigkeit aus
.
Aufgrund der somatisch bedingten Einschränkungen kön
nen
dem Beschwerdeführer
k
eine schwere
n
körperliche
n
Arbeit
en
zugemutet wer
den (E. 4.11.3)
, was schon im Gutachten des
Z._
festgestellt
worden war
. Nach Einschätzung durch die Gutachter kann
ihm
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Chauffeur zu 100
%
zugemutet werden. Dabei handelt es sich um eine behinde
rungsangepasste Tätigkeit.
Der medizinische Sachverhalt ist gestützt auf d
as Gutachten von Prof.
N._
und
Dr.
M._
als dahingehend erstellt zu erachten, dass sich der Gesundheits
zustand
und die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
verglichen mit dem Zeit
punk
t der Verfügung vom 1
4.
März 200
8 nicht verändert, sondern eher verbessert haben.
6.5
Zusammenfassend besteht daher unverändert kein Rentenanspruch. Die ange
fochtene Verfügung vom 1
2.
April 2018 erweist sich demzufolge als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Die Kosten sind vorliegend auf
Fr.
800.-- festzusetzen und dem unterliegenden Be
schwerdeführer aufzuerlegen. Infolge Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung sind sie jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.2
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte am 1
7.
Okto
ber
2018 (
Urk.
16) die Honorarnote in Höhe von
Fr.
5'150.75 (
Urk.
17) ein.
Der gel
tend gemachte Aufwand erweist sich
der Bedeutung der Streitsache nicht ange
messen
.
Namentlich erscheint der geltend gemachte Aufwand für die Be
schwer
de
schrift und für die Replik als überhöht.
Bei einer Beschwerdeschrift von rund acht Seiten zuzüglich
der
Replik
von vier Seiten
und der zu studierenden vorinstanzlichen
Akten von über 200 Seiten (
Urk.
8)
sowie angesichts der Auf
wendungen im
Zusammenhang mit dem Gesuch um u
nentgeltliche
Rechts
verbei
ständung
und der in ähn
lichen Fällen zugesprochenen Bet
rägen
ist
die Entschä
digun
g vo
n
Rechtsanwalt David Fischer
bei einem
gerichtsüblichen
Stundenan
satz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
auf
Fr.
3
’20
0.-- (inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen
.
7.3
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (
GSVGer
) hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.