Decision ID: 585c5c0e-b2bc-4999-8cef-2ec0cfa3abd8
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Hinwil vom 23. März 2016 (EE150079-E)
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Rechtsbegehren:
der Gesuchstellerin (Urk. 1):
"1. Es sei der Klägerin das Getrenntleben zu bewilligen, und es sei festzustellen, dass die Parteien zum Getrenntleben berechtigt sind.
2. Es sei die gemeinsame Tochter C._, geb. tt.mm.2000, unter die elterliche Obhut der Klägerin zu stellen.
3. Gestützt auf das Alter der gemeinsamen Tochter und das sehr gute Verhältnis zum Vater sei auf die ausdrückliche Regelung  Besuchs- und Ferienrechts zu verzichten.
4. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Gesuchstellerin für die Dauer des Getrenntlebens für sich und für die gemeinsame  angemessene Unterhaltsbeiträge zu bezahlen.
5. Es sei die eheliche Wohnung am D._-Strasse ... in E._ der Klägerin und der gemeinsamen Tochter zur alleinigen  zuzuweisen.
6. [unentgeltliche Rechtspflege] 7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklag-
ten."
des Gesuchsgegners (Urk. 10):
"1. [unentgeltliche Rechtspflege] 2. Es sei Ziff. 1 des Eheschutzbegehrens der Gesuchstellerin gutzu-
heissen.
3. Es seien die Ziff. 2 bis 5 sowie Ziff. 7 des Eheschutzbegehrens der Gesuchstellerin abzuweisen.
4. Die Familienwohnung am D._-Strasse ... in E._ sei dem Gesuchgegner mit Mobiliar und Hausrat, ohne die persönlichen Sachen der Gesuchstellerin zur Benutzung zuzuweisen.
5. C._ sei anzuhören und den Parteien anschliessend die  zu geben, Anträge zur Obhut, die Betreuung bzw. das  zu stellen; eventuell beantragt der Gesuchgegner, dass C._ unter seine Obhut gestellt wird und angesichts des Alters und der Selbständigkeit auf die Regelung eines  verzichtet wird.
6. Die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, dem Gesuchgegner für den Unterhalt von der Tochter C._ ab 1. Dezember 2014 monatlich zum Voraus einen Beitrag von Fr. 950 zuzüglich  gesetzliche und vertragliche Kinderzulagen zu zahlen.
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7. Die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, dem Gesuchgegner  folgende Unterhaltsbeiträge, jeweils monatlich zum  zu zahlen: vom 1. Dezember 2014 bis 30. März 2015: Fr. 1'200 vom 1. April 2015 – 31. Oktober 2015: Fr. 300
8. Der Gesuchgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin  zum Voraus einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 500 zu , sobald sie ausgezogen ist.
Die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, den Gesuchgegner über die Kosten für die Miete ihrer Wohnung zu unterrichten. Die Parteien seien ausdrücklich zu ermächtigen, die  auf der einen und die persönlichen  auf der anderen Seite zu verrechnen, solange die Tochter beim Gesuchgegner wohnt.
9. Es sei die Gütertrennung anzuordnen. 10. Die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, Rechtsanwalt Y._ ei-
nen Prozesskostenbeitrag in der Höhe von Fr. 6'000 zu zahlen. 11. Unter Kosten zulasten der Gesuchstellerin. Es seien keine Partei-
entschädigungen zuzusprechen."
modifiziertes Rechtsbegehren des Gesuchsgegners (Urk. 23):
"1. Anträge Ziff. 1 und 2 unverändert. 2. Antrag Ziff. 3 neu: Es seien die Ziff. 2 bis 3 sowie Ziff. 7 des Ehe-
schutzbegehrens der Gesuchstellerin abzuweisen. Antrag Ziff. 4 des Eheschutzbegehrens sei hinsichtlich des Antrags auf Zahlung von persönlichen Unterhaltsbeiträgen an die Gesuchstellerin .
3. Die Familienwohnung am D._-Strasse ... in E._ sei der Gesuchstellerin mit Mobiliar und Hausrat, aber ohne die  Sachen des Gesuchgegners zur Benutzung zuzuweisen.
4. C._ sei unter gemeinsamer elterlicher Sorge und Obhut zu belassen.
5. Der Wohnsitz von C._ sei bei der Mutter festzulegen. 6. Auf eine Regelung der Betreuung sei angesichts des Alters und
der Selbständigkeit von C._, der bisher problemlosen  zwischen den Eltern sowie der provisorischen  des Gesuchgegners zu verzichten.
7. Die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, dem Gesuchgegner für den Unterhalt von C._ vom 1. Dezember 2014 bis 31.  2015 monatlich einen Beitrag von Fr. 950 zuzüglich  und vertragliche Kinderzulagen zu bezahlen.
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Der Gesuchgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin für den Unterhalt von C._ ab 1. Januar 2016 monatlich einen Beitrag von Fr. 570 zu zahlen.
8. Die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, dem Gesuchgegner für dessen persönlichen Unterhalt monatlich folgende  zu zahlen:
vom 1. Dezember 2014 bis 30. März 2015: Fr. 1'200 vom 1. April 2015 – 31. Dezember 2015: Fr. 300
[9.] Ziff. 9 bis 11 bleiben unverändert."
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Hinwil vom 23. März 2016 (Urk. 42):
"1. Die Teilvereinbarung der Parteien vom 3. Februar 2016 wird vorgemerkt und
genehmigt. Sie lautet wie folgt:
"1. Getrenntleben Die Parteien vereinbaren, auf unbestimmte Zeit getrennt zu leben. Der  ist per 1. Januar 2016 aus der ehelichen Wohnung ausgezogen.
2. Obhut Die Parteien beantragen, die Tochter C._, geb. tt.mm.2000, sei für die
Dauer des Getrenntlebens unter die gemeinsame Obhut der Parteien zu .
C._ wird ihren Hauptwohnsitz bei der Gesuchstellerin haben.
3. Betreuungsregelung
In Anbetracht des Alters von C._ verzichten die Parteien auf eine  Betreuungsregelung. Die Betreuung vereinbaren sie nach freier Absprache und unter Berücksichtigung von C._s Wohl.
4. Familienwohnung, Mobiliar und Hausrat Der Gesuchsgegner überlässt der Gesuchstellerin für die Dauer des Ge-
trenntlebens die eheliche 4-Zimmerwohnung am D._-Strasse ... in E._ ZH samt Mobiliar und Hausrat zur alleinigen Benützung.
Die Parteien einigen sich aussergerichtlich über die Aufteilung von Mobiliar und Hausrat.
5. Gütertrennung
Die Parteien ersuchen das Gericht, zwischen ihnen per 25. November 2015 die Gütertrennung anzuordnen."
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2. Die Tochter C._, geboren am tt.mm.2000, wird für die Dauer des Ge-
trenntlebens unter die gemeinsame Obhut der Parteien gestellt.
3. Mit Wirkung ab 25. November 2015 wird die Gütertrennung angeordnet.
4. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, für die Tochter C._ monatliche
Kinderunterhaltsbeiträge zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher
Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen wie folgt zu bezahlen:
− ab 1. Januar 2016 bis 30. April 2016: Fr. 655.– − ab 1. Mai 2016 bis 31. Dezember 2016: Fr. 190.–
Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar an die Gesuchstellerin monatlich im
Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats.
Ab 1. Januar 2017 entfallen die Unterhaltsbeiträge des Gesuchsgegners. Er
ist aber weiterhin verpflichtet, allfällige ihm ausgerichtete gesetzliche oder
vertragliche Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen an die Gesuchstelle-
rin zu überweisen.
Für die Verpflegungskosten von C._ kommt jeweils der betreuende El-
ternteil auf. Die weiteren ordentlichen Kinderkosten trägt die Gesuchstellerin.
5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 4'200.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 693.75 Dolmetscherkosten.
6. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch infolge Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse
genommen. Die Parteien werden auf die Nachzahlungspflicht gemäss
Art. 123 ZPO hingewiesen.
7. Die Parteientschädigungen werden gegenseitig wettgeschlagen.
8. [Schriftliche Mitteilung]
9. [Rechtsmittelbelehrung Berufung]
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Berufungsanträge:
der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (Urk. 41 S. 2):
"1. Es sei Ziff. 4, Seite 27 wie folgt abzuändern: Der Gesuchsgegner (Beru-
fungsbeklagter), wird verpflichtet, für die Tochter C._ monatliche  zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen in der Höhe von Fr. 1'000.– zu bezahlen. Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar an die Gesuchstellerin () monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats.
2. Es sei der Berufungsklägerin auch weiterhin die unentgeltliche Rechtspflege
zu gewähren und in der Person [von Rechtsanwalt lic. iur. X._] einen unentgeltlichen Rechtsvertreter zu bestellen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8% Mehrwertsteuer zu-
lasten des Berufungsbeklagten."

Considerations:
Erwägungen:
I. Sachverhalt / Prozessgeschichte / Prozessuales
1. Aus der Ehe der Parteien ging eine Tochter, C._, geboren tt.mm.2000,
hervor. Die Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (fortan: Gesuchstellerin) ist in
einem 80%-Pensum als Reinigungskraft tätig. Seit der Gesuchsgegner und Beru-
fungsbeklagte (fortan: Gesuchsgegner) am 1. Januar 2016 ausgezogen ist, lebt
sie mit C._ alleine in der ehelichen Wohnung in E._. Der Gesuchsgeg-
ner ist seit einem Unfall im Oktober 2013 gebehindert und arbeitsunfähig. Er lebt
in einer Einzimmerwohnung in E._. Die Parteien vereinbarten in der Ehe-
schutzkonvention die gemeinsame elterliche Obhut über C._, wobei keine
Betreuungsregelung für C._ getroffen wurde. C._ isst zurzeit beim Vater
zu Mittag und wohnt sonst bei der Mutter. Im Sommer plant C._, eine Lehre
als Dentalassistentin in Angriff zu nehmen.
2. Die Gesuchstellerin machte am 3. September 2015 am Einzelgericht im
summarischen Verfahren am Bezirksgericht Hinwil (Vorinstanz) ein Eheschutzbe-
gehren anhängig. Bezüglich des Verfahrensgangs vor Vorinstanz ist auf die Er-
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wägungen im angefochtenen Entscheid zu verweisen (Urk. 42 S. 4). Das Verfah-
ren endete mit Urteil vom 23. März 2016, welches mit Ausnahme der Unterhalts-
regelung auf einer Teilkonvention basiert. Die Gesuchstellerin nahm dieses am
4. April 2016 in Empfang (Urk. 39).
3. Mit Eingabe vom 13. April 2016 erhob die Gesuchstellerin dagegen rechtzei-
tig Berufung mit eingangs wiedergegebenen Anträgen (Urk. 41). Weil die Beru-
fung, wie unten zu zeigen ist, sich sogleich als unbegründet erweist, konnte auf
die Einholung einer Berufungsantwort verzichtet werden (Art. 312 Abs. 1 ZPO).
4. Die Berufung hemmt die Rechtskraft, nicht jedoch die Vollstreckbarkeit des
angefochtenen Eheschutzentscheides im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1
und Abs. 4 lit. b ZPO; vgl. BGE 139 III 486). Nicht angefochtene Teile eines Ur-
teils erwachsen in Teilrechtskraft. Vorweg ist daher vorzumerken, dass das Urteil
vom 23. März 2016 in den nicht angefochtenen Dispositivziffern 1-3 und 5-7 in
Rechtskraft erwachsen ist.
II. Materielles
1.1. Die Gesuchstellerin rügt zunächst, die Unterhaltsregelung gründe auf der
Annahme, C._ würde das Mittagessen weiterhin beim Vater einnehmen. Da
C._ im Sommer 2016 jedoch eine Lehre beginne, könne sie voraussichtlich
infolge der Distanz nicht mehr beim Vater zu Mittag essen. Ausserdem würde sie
altershalber den Vater an den Wochenenden nicht mehr so regelmässig besu-
chen. Aus diesen Gründen würden die Ernährungskosten für C._ ab dann
voll bei der Mutter anfallen (Urk. 41 Rz 3). Konkret kritisiert die Gesuchstellerin,
dass fingiert worden sei, es entfalle die hälftige Betreuung von C._ auf den
Gesuchsgegner, und deshalb in seinem Bedarf ein Grundbetrag von Fr. 1'350.–
und die Hälfte des Kinderzuschlags für C._ berücksichtigt worden seien
(Urk. 41 S. 5 Rz 5).
1.2. Die Parteien verzichteten angesichts des Alters von C._ auf eine aus-
drückliche Betreuungsregelung, obwohl die gemeinsame Obhut angeordnet wur-
de (Urk. 42 S. 26). Unter diesen Umständen besteht keine Möglichkeit, die Unter-
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haltsregelung auf die gewählte Betreuungsregelung abzustimmen. Auch aus den
Akten ergibt sich keine konkrete Schilderung der gelebten oder der geplanten Be-
treuungslösung. Nach dem Wunsch von C._ soll die Betreuung je abwech-
selnd eine Woche durch den Vater, eine Woche durch die Mutter erfolgen. Sie
kann sich aber auch andere Betreuungsmodelle vorstellen, wie etwa das Mittag-
essen beim Vater einzunehmen und bei der Mutter zu übernachten. Über die Wo-
chenendbetreuung äusserte sie sich nicht (Urk. 20 S. 2). Den Ausführungen der
Parteien (Prot. I S. 14 ff.) lässt sich ebenso wenig eine klare und beständige Be-
treuungsregelung entnehmen. Es entsteht der Eindruck, dass der Vater eher die
Mahlzeiten zubereitet, die Mutter eher die weiteren Betreuungsaufgaben über-
nimmt. Übernachten dürfte C._ bei der Mutter, solange der Vater in einer
Einzimmerwohnung wohnt. Unter diesen Umständen liegt die von der Vorinstanz
getroffene Lösung ohne Weiteres in deren vertretbar ausgeübtem Ermessen. Die
Vorinstanz teilte den Kinderzuschlag von Fr. 600.– zu Fr. 450.– dem Bedarf der
Mutter und zu Fr. 150.– dem Bedarf des Vaters zu; die Gesuchstellerin übersah
somit in der Berufungsbegründung, dass keine hälftige Aufteilung erfolgte. Die
von der Vorinstanz getroffene Aufteilung berücksichtigt, dass Ernährungskosten
sowohl beim Vater als auch bei der Mutter anfallen und dass die weiteren Kosten,
insbesondere Bekleidung, Kosmetikartikel, Taschengeld etc. bei der Mutter anfal-
len, wo C._ ihren Hauptwohnsitz hat. Ebenfalls erscheint es angemessen,
aufgrund der gemeinsamen elterlichen Obhut beiden Elternteilen den höheren
Grundbetrag für Alleinerziehende von Fr. 1'350.– im Bedarf zu berücksichtigen.
Dadurch wird dem Umstand Rechnung getragen, dass beiden Eltern im Rahmen
von Wochenendprogrammen mit C._ oder an Fest- und Geburtstagen, aber
auch durch die Wahl und den Unterhalt der Einrichtung, durch die Wahl der Spei-
sen, usw., bei welchen auf die Bedürfnisse von C._ Rücksicht zu nehmen ist,
höhere Kosten entstehen. Es spielt diesbezüglich keine Rolle, bei wem C._
mehrheitlich wohnt, sondern wer überhaupt Betreuungsverantwortung trägt. Diese
liegt bei beiden Eltern gleichermassen. Sodann ist festzuhalten, dass aus heutiger
Sicht nicht schon mit Blick auf eine nach einem allfälligen Antritt einer Lehrstelle
neue Situation Rücksicht genommen werden kann. Es wären dazu Hypothesen
anzustellen, welche sich ebenso gut nicht bewahrheiten könnten und somit zu ei-
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nem falschen Ergebnis führen würden. Zu berücksichtigen ist ferner auch, dass
C._ bei einem Lehrantritt einen Lehrlingslohn erwirtschaften würde, welcher
teilweise von den Eltern für Kost und Logis eingefordert werden könnte und damit
die Bedarfszahlen zusätzlich verändern würde. Die von der Vorinstanz gewählte
Berücksichtigung der Grundbeträge für Alleinerziehende bei beiden Parteien und
die gewählte Aufteilung des Kinderzuschlags erweisen sich als den aus den Akten
und der Eheschutzkonvention ersichtlichen Verhältnisse angemessen. Die ent-
sprechende Rüge der Gesuchstellerin ist unbegründet. Soweit sich die Verhält-
nisse wesentlich ändern und sich die vorinstanzliche Unterhaltsregelung als nicht
mehr angemessen erweisen sollte, werden die Parteien die Abänderung dersel-
ben verlangen müssen.
2.1. Die Gesuchstellerin beanstandet weiter, die Vorinstanz habe nicht berück-
sichtigt, dass sie die Krankenkasse für C._ bezahle (Urk. 41 S. 5 oben).
2.2. Diese Rüge ist unbegründet. Im Bedarf der Gesuchstellerin wurden Fr. 71.–
für die Krankenkasse von C._ berücksichtigt (Urk. 42 S. 10).
3.1. Die Gesuchstellerin kritisiert sodann, die Vorinstanz habe dem Gesuchs-
gegner zu Unrecht ab Mai 2016 einen hypothetischen Mietzins von Fr. 1'400.–
angerechnet. Der Gesuchsgegner könne weiterhin in der seit Januar 2016 be-
wohnten Wohnung verbleiben, für welche er Fr. 870.– bezahle. Er habe keine An-
stalten gemacht, eine neue Wohnung zu suchen. Er sei sehr wohl in der Lage, die
Treppen zu dieser Wohnung hochzusteigen, und Einkaufsmöglichkeiten lägen in
der Nähe. Sodann seien Fr. 1'400.– zu hoch angesetzt. Die von der Gesuchstelle-
rin bewohnte 4-Zimmer-Familienwohnung in E._ liege im Parterre und koste
bloss Fr. 871.–. Es sei dem Gesuchsgegner deshalb, soweit erforderlich, möglich,
eine entsprechende Wohnung zum selben Preis zu finden (Urk. 41 Rz 6).
3.2. Es steht ausser Frage, dass die vom Gesuchsgegner bewohnte 1-
Zimmerwohnung nicht geeignet ist für die Betreuung von C._. Eine Über-
nachtung, aber nur schon ein Rückzug ist darin für C._ offenkundig nicht
möglich. Allein aus diesem Grund hat der Gesuchsgegner offensichtlich Anspruch
auf eine grössere Wohnung. Deshalb kann offenbleiben, ob er auch aus gesund-
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heitlichen Gründen eine andere Wohnung benötigen würde. Die eheliche Woh-
nung ist ausserordentlich günstig, was wohl daran liegt, dass die Parteien, wie die
Gesuchstellerin selbst vorbringt (Urk. 42 S. 6), 20 Jahre darin lebten. Es ist heute
jedenfalls unrealistisch, in E._ eine 2- oder 3-Zimmerwohnung für weniger
als Fr. 1'400.– zu finden. Deshalb ist der von der Vorinstanz dafür berücksichtigte
Betrag von Fr. 1'400.– angemessen.
4.1. Ferner beanstandet die Gesuchstellerin, dass im Bedarf des Gesuchsgeg-
ners bis Dezember 2016 die UNIA-Beiträge von Fr. 50.– im Monat berücksichtigt
worden seien (Urk. 41 S. 6).
4.2. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführte, sind Beiträge an Berufsverbände
gemäss dem Kreisschreiben des Obergerichts zur Berechnung des betreibungs-
rechtlichen Existenzminimums im Bedarf zu berücksichtigen, und die UNIA-
Mitgliedschaft ist erst per 31. Dezember 2016 kündbar (Urk. 42 S. 17). Deshalb
berücksichtigte die Vorinstanz diese Beiträge richtigerweise bis zu diesem Zeit-
punkt.
5.1. Die Gesuchstellerin rügt weiter, die Vorinstanz habe von ihr unbeschadet ih-
res Alters – sie habe das 45. Altersjahr bereits überschritten–, ihrer beruflichen Si-
tuation und des Umstands, dass sie jahrelang bloss 80% gearbeitet habe, ver-
langt, unverzüglich ihr Arbeitspensum zu erhöhen. Bei ihrer Arbeitgeberin könne
sie ihr Pensum nicht erhöhen. Es sei deshalb vom aktuellen Einkommen inklusive
Nebentätigkeiten von Fr. 3'620.– auszugehen.
5.2. Die Vorinstanz führte überzeugend aus, dass der Gesuchstellerin gemäss
bundesgerichtlicher Praxis (z.B. BGer 5A_70/2013 vom 11. Juni 2013) ab De-
zember 2016 ein hypothetisches Einkommen für ein 100%-Pensum angerechnet
werden könne, da dann C._ das 16. Altersjahr vollendet habe. Dass die Ge-
suchstellerin das 45. Altersjahr bereits überschritten hat, steht vorliegend einer
Ausdehnung der Erwerbstätigkeit nicht im Weg. Es gilt zwar nach wie vor der
Grundsatz, dass dem bislang nicht erwerbstätigen (gesunden und von Erzie-
hungspflichten befreiten) Ehegatten die Aufnahme einer Erwerbsarbeit bis zum
vollendeten 45. Altersjahr zumutbar ist. Es handelt sich dabei aber nicht um eine
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starre Regel, sondern um eine Richtlinie (so schon BGE 115 II 6 E. 5a) und es
besteht eine Tendenz, die Alterslimite auf 50 Jahre anzuheben (BGE 137 III 102
E. 4.2.2.2 m.w.H.). Wie schnell und wie kategorisch sich der Ehegatte in den Ar-
beitsprozess eingliedern muss, hängt stark von den finanziellen Verhältnissen ab.
Sodann ist von entscheidender Bedeutung, ob es sich um den beruflichen (Wie-
der-) Einstieg nach jahrelangem Erwerbsunterbruch oder bloss um die Ausdeh-
nung einer bereits bestehenden Erwerbstätigkeit handelt. So kann die Ausdeh-
nung der Erwerbsarbeit allenfalls auch einer älteren Person zumutbar sein (vgl.
z.B. Urteil 5A_206/2010 vom 21. Juni 2010 E. 5 betreffend eine 54-jährige Frau,
die während der gesamten Ehedauer berufstätig war und sich zudem auf ihrem
Beruf weiterbildete). Wie die vorstehenden Ausführungen zeigen, sind stets die
konkreten Verhältnisse des Einzelfalles massgebend (vgl. BGer 5A_21/2012 vom
3. Mai 2012, E. 3.1 und E. 3.3). Die Gesuchstellerin hat zwar das 45. Altersjahr
überschritten, wird im Dezember 2016 aber erst 51 Jahre alt sein. Es liegen keine
üppigen finanziellen Verhältnisse vor (Freibetrag von Fr. 874.– per Dezember
2016, ohne hypothetisches Einkommen; vgl. Urk. 42 S. 24). Die Gesuchstellerin
ist sodann bereits seit längerem immerhin in einem 80%-Pensum tätig und übt
zusätzlich noch zwei Nebenerwerbstätigkeiten aus (zwei Stunden pro Woche und
zwei Stunden pro Monat; vgl. diesbezüglich den vorinstanzlichen Entscheid,
Urk. 42 S. 22). Unter diesen Umständen ist die von der Vorinstanz angeordnete
Ausdehnung ihrer Erwerbstätigkeit auf ein 100%-Pensum zumutbar. Hinsichtlich
der Möglichkeit des Ausbaus der Erwerbstätigkeit erwog die Vorinstanz korrekt,
dass die Gesuchstellerin, sollte sie ihr Pensum beim bisherigen Arbeitgeber nicht
aufstocken können, bis Ende des Jahres im angestammten Bereich (Hauswirt-
schaft/Raumpflege) bei einem anderen Arbeitgeber eine 100%-Stelle finden könn-
te. In der Folge rechnete die Vorinstanz der Gesuchstellerin gestützt auf den
Lohnrechner des Bundesamtes für Statistik einen Lohn von Fr. 4'000.– an
(Urk. 42 S. 22). Dies hält einer Überprüfung stand, wobei der konkrete Median-
lohn gewisse Abweichungen erfährt in Abhängigkeit der Angestelltenzahl der kon-
kreten Arbeitgeberin (vgl. www.gate.bfs.admin.ch/salarium/public/index.html). Ins-
gesamt erscheint der von der Vorinstanz angerechnete Lohn jedoch realistisch.
Es ist der Gesuchstellerin somit zumutbar und möglich, per Dezember 2016 ein
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Einkommen von Fr. 4'000.– zu erzielen. Die Rüge der Gesuchstellerin erweist
sich deshalb als unbegründet.
6.1. Weiter beanstandet die Gesuchstellerin, obwohl es keinen Grund gebe an-
zunehmen, dass ihre Steuern nicht mindestens Fr. 250.– ausmachen würden, ha-
be die Vorinstanz bloss Fr. 150.– angerechnet (Urk. 41 Rz 6).
6.2. Es gibt ebenso wenig einen Grund anzunehmen, die Steuern würden mehr
als Fr. 150.– betragen. Bei einem geschätzten steuerbaren Einkommen von
Fr. 35'000.– (Einkommen und Unterhaltsbeiträge gemäss Vereinbarung, abzüg-
lich Kinderabzüge, Berufsauslagen, Versicherungsprämien) resultiert gemäss
dem Steuerrechner des Kantons Zürich (www.steueramt.zh.ch/internet/ finanzdi-
rekton/ksta/de/steuerberechnung/npers/staats_und_gemeindesteuern.html) inklu-
sive Kirchensteuer in der Gemeinde E._ mit Verheirateten-/Einelterntarif eine
Steuerbelastung von knapp Fr. 1'600.– im Jahr, entsprechend Fr. 133.– im Monat.
Die Schätzung der Vorinstanz ist also ohne Weiteres vertretbar.
7.1. Schliesslich rügt die Gesuchstellerin, die Vorinstanz habe zu Unrecht den
Freibetrag hälftig aufgeteilt. Richtigerweise wäre dieser zu 2/3 der Gesuchstellerin
und zu 1/3 dem Gesuchsgegner zuzuteilen gewesen, da "C._ auch weiterhin
bei der Mutter wohnen" bleibe und somit die Gesuchstellerin "den Löwenanteil der
Kosten für die Tochter" übernehme (Urk. 41 Rz 9).
7.2. Die Vorinstanz übte ihr Ermessen korrekt aus. Beide Parteien üben die Ob-
hut über C._ aus. Soweit die Gesuchstellerin mehr Kosten für C._ trägt,
wurde dies bereits bei der Zuordnung des Kinderzuschlags und bei der Berück-
sichtigung der Krankenkassenprämien berücksichtigt (siehe oben). Aus dem Frei-
betrag können sich die Parteien je für sich und nach ihrem Ermessen auch für
C._ besondere Annehmlichkeiten leisten oder gegebenenfalls auch für aus-
serordentliche Kinderkosten aufkommen. Es gibt keinen Grund, jenen Anteil am
Freibetrag, der im Interesse von C._ verwendet werden soll bzw. kann, allei-
ne der Mutter zuzuteilen, wenn beide Eltern, wie vorliegend, sich um die Betreu-
ung des Kindes kümmern. Die Rüge der Gesuchstellerin ist deshalb unbegründet.
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8. Zusammenfassend erweisen sich sämtliche Rügen der Gesuchstellerin als
offensichtlich unbegründet (Art. 312 Abs. 1 ZPO). Die Berufung ist abzuweisen.
III. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die erstinstanzliche Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen wurde
nicht angefochten (Urk. 41 S. 2) und ist damit rechtskräftig.
2. Die Gesuchstellerin unterliegt vollständig und wird deshalb kostenpflichtig
(Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Gerichtsgebühr für das zweitinstanzliche Verfahren ist
in Anwendung von § 12 Abs. 1 und 2 sowie § 6 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b i.V.m. § 5
Abs. 1 GebV OG auf Fr. 2'000.– festzusetzen und der Gesuchstellerin aufzuerle-
gen. Mangels wesentlichen Aufwands ist dem Gesuchsgegner keine Parteient-
schädigung zuzusprechen.
IV. Unentgeltliche Rechtspflege
1. Die Gesuchstellerin ersucht auch für das zweitinstanzliche Verfahren um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege und Beigabe eines unentgeltlichen
Rechtsbeistandes (Urk. 41 S. 2 und 7).
2.1. Die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege setzt voraus, dass der
Rechtssuchende nicht in der Lage ist, nebst seinem Lebensbedarf für die Verfah-
renskosten aufzukommen (Mittellosigkeit, Art. 117 lit. a ZPO) und sein Rechtsbe-
gehren nicht von Anfang an aussichtslos war (Art. 117 lit. b ZPO). Zusätzlich be-
steht ein Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand, wenn der Beizug
eines Anwalts zur gehörigen Prozessführung und Wahrung der Rechte wirklich
geboten war (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO).
2.2. Aussichtslos sind Rechtsbegehren, deren Gewinnaussichten ex ante be-
trachtet beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und deshalb kaum als
ernsthaft betrachtet werden können. Entscheidend ist, ob eine nicht bedürftige
Partei sich aus Vernunft zu einem Prozess entschliessen würde (ZK ZPO-Emmel,
Art. 117 N 13.
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2.3. Sämtliche Rügen der Gesuchstellerin erwiesen sich sogleich als unbegrün-
det (oben Ziff. II.8). Die Gesuchstellerin verlangte teils eine erneute Ausübung des
Ermessens ohne aufzuzeigen, inwiefern die Vorinstanz dieses falsch ausgeübt
hätte und ohne dass eine entgegenstehende Praxis bestünde. Sie basierte so-
dann ihre Argumentation teilweise (bspw. betreffend Krankenkasse C._) auf
aktenwidrigen Annahmen oder verfiel in unzulässige Spekulation (z.B. bezüglich
der Situation nach einem allfälligem Lehrantritt von C._). Es bestand mithin,
anders als in vielen familienrechtlichen Verfahren, kein Spielraum für einen gut-
heissenden Entscheid. Mithin war nicht ernstlich mit dem Erfolg der Berufung zu
rechnen. Das Rechtsbegehren der Gesuchstellerin muss somit als aussichtslos
im Sinne von Art. 117 lit. b ZPO bezeichnet werden.
3. Deshalb ist das Gesuch der Gesuchstellerin um Bewilligung der unentgeltli-
chen Rechtspflege und Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes für das
Berufungsverfahren abzuweisen. Es kann dementsprechend dahingestellt blei-
ben, ob die Gesuchstellerin weiterhin als mittellos im Sinne von Art. 117 lit. a ZPO
zu bezeichnen wäre.