Decision ID: ec5e4a25-1ce2-59da-a166-44f66f2b04fd
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A. Die mazedonische Staatsangehörige V._ (im Folgenden: ) beantragte am 31. Oktober 2005 bei der Schweizerischen  in Skopje ein Visum für einen dreimonatigen Besuchsaufenthalt bei ihrem Sohn E._ (im Folgenden: Gastgeber bzw. Beschwerdeführer) in Zollikofen (BE). Die Schweizer Vertretung überwies das Gesuch in der Folge der Vorinstanz zum Entscheid.
B. Nachdem der Migrationsdienst des Kantons Bern über die Wohngemeinde beim Gastgeber weitere Abklärungen in Auftrag gegeben hatte,  die Vorinstanz in einer Verfügung vom 19. Dezember 2005 die  Einreisebewilligung. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, die anstandslose und fristgerechte Wiederausreise könne angesichts der  und soziokulturellen Lage im Herkunftsland der  sowie aufgrund deren persönlicher Verhältnisse nicht als einwandfrei gesichert betrachtet werden.
C. Mit Beschwerde vom 17. Januar 2006 liess der Gastgeber beim damals zuständigen Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) , die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und der  sei die Einreise in die Schweiz für einen höchstens 90 Tage  Besuchsaufenthalt zu gestatten. Zur Begründung wurde im  vorgebracht, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, die  und fristgerechte Wiederausreise der Gesuchstellerin sei nicht gesichert. Diese habe den Beschwerdeführer bereits einmal im Jahre 2003 und zweimal im Jahre 2004 besucht, und sie sei jedes Mal wieder nach Mazedonien zurückgekehrt. Es mache den Anschein, dass die Vorinstanz einen weiteren Besuchsaufenthalt ablehne, weil zuvor um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ersucht worden sei. Demgegenüber gebe es  Grund zur Annahme, dass die Gesuchstellerin bei einem erneuten  in der Schweiz nicht in ihre Heimat zurückkehren sollte. Sie sei  bei guter Gesundheit und führe einen eigenen Haushalt, weshalb die im Aufenthaltsbewilligungsverfahren abgegebene Erklärung, wonach die drei in Mazedonien lebenden Töchter sich nicht um ihre Mutter kümmern könnten, zu relativieren sei. Seit den Jahren 2003 und 2004 habe sich nichts in den persönlichen Verhältnissen der Gesuchstellerin geändert. Sie werde seit dem Tode des Ehegatten im Jahre 1989 von den beiden in der Schweiz lebenden Söhnen finanziell unterstützt, und diese Unterstützung werde auch in Zukunft geleistet. Die beiden Söhne würden auch dafür  sein, dass die Gesuchstellerin nach ihrem Besuchsaufenthalt wieder ordnungsgemäss zurückkehre.
D. Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 17. Februar 2006 die Abweisung der Beschwerde. Der Gesuchstellerin oblägen in ihrer  keine besonderen Verpflichtungen, die Gewähr für eine anstandslose und fristgerechte Wiederausreise bieten könnten. Zudem habe sie am 16. Februar 2005 ein Gesuch um Familiennachzug eingereicht, welches
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vom Amt für Migration (recte: Migrationsdienst) des Kantons Bern mit  vom 18. August 2005 abgelehnt worden sei.
E. In einer Replik vom 23. Februar 2006 hält der Beschwerdeführer an seinen Rechtsbegehren und an deren Begründung fest.
F. In einer weiteren Eingabe vom 2. März 2007 lässt der Beschwerdeführer den prozessualen Antrag stellen, angesichts des "langen Prozederes" sei unabhängig vom Ausgang des Verfahrens der Kostenvorschuss .

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Verfügungen des BFM betr. Einreiseverweigerung unterliegen der  an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 20 Abs. 1 des  über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer vom 26. März 1931 [ANAG, SR 142.20], Art. 31 ff. des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).
1.2 Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verwaltungsgerichtsgesetzes bereits beim EJPD hängige Rechtsmittelverfahren werden vom  übernommen. Die Beurteilung erfolgt nach neuem  (Art. 53 Abs. 2 VGG).
1.3 Gemäss Artikel 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern dieses Gesetz nichts  bestimmt. Das Urteil ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.4 Der Beschwerdeführer ist als "Mitbeteiligter" (Gastgeber) gemäss Art. 20 Abs. 2 ANAG zur Beschwerde legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).
2.
2.1 Die schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen  auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist –  nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe – von der  in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu fällen (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 ANAG, Art. 9 Abs. 1 der Verordnung über Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern vom 14. Januar 1998 [VEA, SR 142.211]; PETER UEBERSAX, Einreise und Aufenthalt, in: Peter Uebersax / Peter Münch / Thomas Geiser / Martin Arnold (Hrsg.), , Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, S. 143; URS BOLZ, Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht, Basel und Frankfurt a.M., 1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen; PHILIP GRANT, La pro-
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tection de la vie familiale et de la vie privée en droit des étrangers, Basel usw. 2000, S. 24).
2.2 Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schweiz  Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund besonderer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 5 VEA).
Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Ausländer die in Artikel 1 Absatz 2 VEA aufgeführten Voraussetzungen erfüllen. Sie haben unter anderem Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA).
3.
3.1 Die Gesuchstellerin benötigt aufgrund ihrer Nationalität zur Einreise in die Schweiz nebst dem Pass ein Visum. Die Vorinstanz verweigerte die  eines solchen Visums mit der Begründung, die anstandslose und  Wiederausreise erscheine nicht als hinreichend gesichert.
3.2 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten  erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen . Dabei rechtfertigt es sich durchaus, Einreisegesuchen von  und Bürgern aus Staaten oder Regionen mit politisch respektive  vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten  in Einklang steht.
3.3 Die wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen in Mazedonien  sich nach wie vor schwierig. Obschon das Wirtschaftswachstum seit dem Krisenjahr 2001 kontinuierlich gesteigert werden konnte, lag die Arbeitslosenquote im europäischen Vergleich mit 37,3% im Jahr 2005  überdurchschnittlich hoch (vgl. www.auswaertiges-amt.de, Stand: November 2006). Gemäss World Bank Report lebten im Jahre 2005 rund 22% der mazedonischen Bevölkerung in absoluter Armut (siehe auch  International Report 2006). Für einen echten Aufholprozess der sich immer noch in der Transformation befindlichen Volkswirtschaft müssten die Wachstumsraten nach Einschätzung von Experten deutlich höher  als heute. Auf entsprechendem Niveau bewegt sich der Anteil derer, die sich zur Emigration entschliessen. Der Wille zur Auswanderung wird erfahrungsgemäss in jenen Fällen noch begünstigt, in denen sich , Bekannte oder Freunde dauerhaft im Ausland aufhalten bzw. sich dort etabliert haben.
4. Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur solch allgemeine Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten  zu berücksichtigen. Obliegt einem Gesuchsteller oder einer  im Heimatland beispielsweise eine besondere berufliche,  oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand  die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen.  muss bei Gesuchstellern, die in ihrer Heimat keine besonderen
http://www.auswaertiges-amt.de/ http://www.auswaertiges-amt.de/ http://www.auswaertiges-amt.de/
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Verpflichtungen haben, das Risiko für ein fremdenpolizeilich nicht  Verhalten (nach bewilligter Einreise zu einem ) hoch eingeschätzt werden.
5.
5.1 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine beinahe 64-jährige,  Frau. Ihre drei erwachsenen Töchter wohnen in Mazedonien, die beiden Söhne seit 1990 bzw. 1991 in der Schweiz. Besondere  oder Verknüpfungen an ihr angestammtes Umfeld werden keine geltend gemacht. Hingegen legt der Beschwerdeführer Wert auf die , wonach sich die Gesuchstellerin in den Jahren 2003 und 2004 insgesamt dreimal zu Besuchen in der Schweiz aufgehalten und das Land jedes Mal fristgerecht wieder verlassen habe.
5.2 Es trifft zu, dass sich die Gesuchstellerin schon wiederholt zu Besuchen bei ihren Söhnen in der Schweiz aufgehalten hat. Tatsache ist aber auch, dass sie anfangs 2005 bei der Schweizerischen Botschaft in Skopje ein  zur Einreise und zum anschliessenden dauerhaften Verbleib bei  ihrer Söhne (dem Beschwerdeführer) stellte. Aus den in diesem  eingereichten Unterlagen ergibt sich, dass ihr Ehemann im Jahre 1989 verstarb und sie danach in Mazedonien bei der Familie des zweiten, in der Schweiz wohnhaften Sohnes lebte. Im Jahre 2003 zog  Sohn seine Familie (Ehefrau und 3 Kinder) in die Schweiz nach. Das Gesuch um Familiennachzug zugunsten der Mutter wurde vom Sohn damit begründet, dass sie in Mazedonien ganz alleine sei und niemand für sie sorgen könne. Dem Gesuch wurde eine notariell beglaubigte Erklärung der drei in Mazedonien lebenden Töchter der Gesuchstellerin beigelegt, wonach sie verheiratet seien und sich nicht um die Mutter kümmern . Die Mutter sei auf sich selbst gestellt, könne aber nicht alleine leben. Sie wolle und müsse zu ihren Söhnen in die Schweiz ziehen, weil nur  in der Lage seien, sich um sie zu kümmern. Das Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung wurde vom Migrationsdienst des Kantons Bern mit einer Verfügung vom 18. August 2005 abgelehnt. Wenn nun in  nur wenige Monate später eingeleiteten Gesuchsverfahren um  eines Besuchervisums vom Beschwerdeführer pauschal behauptet wird, die Schilderung der persönlichen Verhältnisse im vorangegangenen Aufenthaltsbewilligungsverfahren seien zu relativieren, weil es der Mutter nach wie vor gesundheitlich gut gehe, sie selbständig den Haushalt führen könne und sie weiterhin aus der Schweiz finanziell unterstützt werde, so wird damit zu kurz gegriffen. Nicht nur, dass sich aus diesen  Schilderungen Widersprüche ergeben, die einer besonderen  bedürften. Der Beschwerdeführer äussert sich auch mit keinem Wort zur Frage, wie die Familie die Betreuung der Mutter im Alter plant.
5.3 Vor diesem allgemeinen und persönlichen Hintergrund ist die Beurteilung der Vorinstanz nicht zu beanstanden, wonach keine genügende Gewähr für die fristgerechte und anstandslose Wiederausreise der Gesuchstellerin nach einem Besuchsaufenthalt bestehe.
6. Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte
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von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
7. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird der unterliegende  kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Entgegen der  des Beschwerdeführers besteht kein Anlass, nur schon gestützt auf die Verfahrensdauer auf eine Unverhältnismässigkeit zu schliessen und von der Kostenauferlegung Abstand zu nehmen (Art. 6 Bst. b des  über die Kosten und Entschädigungen vor dem  vom 11. Dezember 2006 [VGKE, SR 173.320.2]). Die  sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b VGKE).
Dispositiv S. 7
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