Decision ID: 9ec5ad65-e9fe-5a3a-8af9-1eaefd4e12a7
Year: 2012
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A._ und B._ sind Eigentümer der Wohnliegenschaft (...),
die in 80 m Entfernung zum Bahnhof X._ liegt. Am 28. April 2009
gelangten A._ und B._ an das Bundesamt für Verkehr
(BAV) und forderten verschiedene Massnahmen zur Reduzierung der aus
ihrer Sicht übermässigen Beleuchtung des Bahnhofs X._.
B.
Mit Verfügung vom 12. Mai 2011 hiess das BAV die Beschwerde insoweit
gut, als die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) anlässlich des durch-
geführten Augenscheins einzelne Rechtsbegehren der Beschwerdefüh-
renden ausdrücklich anerkannten. In diesem Umfange verpflichtete es die
SBB mit verschiedenen Auflagen zur Emissionsreduktion:
"2.1 Die SBB haben bei den Perrondachleuchten auf dem Perron Seeseite
bei der Plakatwand die Ganznachtleuchten gemäss der erfolgten Zusage mit
sofortiger Wirkung auf vier zu reduzieren. Die Leuchte vor dem Werbeplakat
ist dementsprechend spätestens um 22.00 Uhr abzuschalten.
2.2 Die SBB haben einen lichtundurchlässigen Blendeneinsatz in Hangrich-
tung auch bei der Kombiständerleuchte Richtung Y._ einzusetzen.
2.3 Die SBB haben die fünfte Leuchte in Richtung Y._ auf die Licht-
farbe warmweiss umzustellen."
Im Übrigen wies das BAV die Beschwerde ab, soweit es auf sie eintrat.
C.
Gegen die vorgenannte Verfügung gelangen A._ und B._
(Beschwerdeführende) am 14. Juni 2011 mit folgenden Rechtsbegehren
an das Bundesverwaltungsgericht:
"1. Die Lichtstele vor dem Bahnhof mit Reklame der Marke SBB sei jeden
Tag zwischen 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr abzuschalten.
2. Sämtliche Kombiständerleuchten seien mit Rundumabschirmungen zu
versehen, oder so einzustellen, dass sie nicht in den oberen Halbraum blen-
den.
3. Alle Perrondachleuchten seien auf beiden Längsseiten mit lichtun-
durchlässigen Blenden gegen Licht nach oben abzuschirmen. Zudem sei ei-
ne direkte Anstrahlung der Reklameplakate zu vermeiden. Dies betrifft vorab
die zwei Perrondachleuchten vor dem Plakat Richtung Y._.
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4. Wartehallen: Die Beleuchtung im Innern sei nachts nur über einen Be-
wegungsmelder einzuschalten.
5. Parkplatzbeleuchtung für Parkplatz seeseitig: Die zwei Kombiständer-
leuchten seien mit lichtundurchlässigen Schalen gegen den Hang auszustat-
ten, und zudem seien sie nachts (22.00 Uhr bis 6.00 Uhr) abzuschalten.
6. Allgemein sei die gesamte Bahnhofsbeleuchtung während der Nacht-
phase, d.h. zwischen 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr, vermehrt zu reduzieren (Ab-
schaltung einzelner Leuchten, Dimmung des Lichts etc.)."
Neben verschiedenen formellen Mängeln bringen die Beschwerdeführen-
den in ihrer Begründung im Wesentlichen vor, die übermässige Beleuch-
tung des Bahnhofs X._ führe dazu, dass der westlich angrenzen-
de Hang und damit auch ihre Liegenschaft nachts hell erleuchtet werde.
Ihre Wohnqualität werde erheblich beeinträchtigt. Der Aufwand für die
Umsetzung der geforderten lichtreduzierenden Massnahmen sei dagegen
als minim zu erachten, wahrscheinlich würden die SBB sogar Kosten spa-
ren infolge des geringeren Stromverbrauchs.
D.
Die SBB (Beschwerdegegnerin) schliessen in ihrer Beschwerdeantwort
vom 25. August 2011 auf Abweisung der Beschwerde. Sie sind der An-
sicht, sie hätten bereits heute freiwillig und ohne entsprechende Rechts-
pflicht umfangreiche Massnahmen zur Lichtreduktion umgesetzt. So sei-
en die Kombiständerleuchten des Bahnhofs X._ mit Blenden ver-
sehen, die Lichtfarbe sämtlicher Leuchten von kaltweiss auf warmweiss
umgestellt, und die Nachtbeleuchtung in der betriebsfreien Zeit auf ein
Minimum reduziert worden. Dem Anliegen der Beschwerdeführenden sei-
en sie damit in erheblichem Umfange entgegengekommen. Eine weiter-
gehende Reduktion der Beleuchtung könnten sie mit Blick auf das Be-
leuchtungskonzept und die Betriebssicherheit nicht befürworten.
Des Weiteren stellt die Beschwerdegegnerin den Antrag, die Auflage in
Ziff. 2.1 der Verfügung sei aufzuheben. Sie sehe vor, dass die Leuchte
vor dem Werbeplakat spätestens um 22.00 Uhr abzuschalten sei. Ihr Ein-
verständnis zur Abschaltung während den Betriebszeiten habe sie nicht
gegeben, weshalb die Auflage ihres Erachtens auf einen Irrtum des BAV
zurückzuführen und somit aufzuheben sei.
E.
Das BAV (Vorinstanz) beantragt in der Vernehmlassung vom 25. August
2011 die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Unter Verweis auf
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die Erwägungen in der Verfügung vom 12. Mai 2011 betont es, der Sach-
verhalt sei – unter Beizug der zuständigen Fachbehörden – rechtsgenü-
gend abgeklärt worden. In materieller Hinsicht legt es dar, die Beschwer-
degegnerin habe bereits umfangreiche Massnahmen zur Emissionsre-
duktion umgesetzt. Die Aussage der Beschwerdeführenden, wonach der
westlich an den Bahnhof angrenzende Hang „bis ins halbe Dorf
X._ hinauf nachts im grellen Licht“ stehe, sei schlichtweg tatsa-
chenwidrig. Dem Vorsorgeprinzip sei hinreichend Rechnung getragen
worden, weiterführende Auflagen würden sich nicht aufdrängen.
Ergänzend weist die Vorinstanz daraufhin, die von der Beschwerdegeg-
nerin beanstandete Auflage in Ziff. 2.1 der Verfügung sei in der Tat als
Versehen zu qualifizieren. Sie habe daher den Parteien am 25. August
2011 eine entsprechende Wiedererwägungsverfügung eröffnet, verbun-
den mit dem Antrag an die Beschwerdeinstanz auf Aufhebung der Aufla-
ge.
F.
Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) teilt in seiner Stellungnahme vom
23. September 2011 mit, die von den Beschwerdeführenden vorgelegten
Messerhebungen betreffend Raumaufhellung zeigten, dass auch der
höchst gemessene Wert im Schlafzimmer der Beschwerdeführenden von
0.09 Lux mehr als ein Faktor 10 unter dem Richtwert liege, der vom deut-
schen Länderausschuss für Immissionsschutz empfohlen werde. Zu be-
achten sei zudem, dass die gemessene Raumaufhellung nicht allein auf
die Bahnhofsbeleuchtung zurückzuführen sei, sondern zur Gesamtimmis-
sion trügen auch die Strassenbeleuchtung, welche von der Liegenschaft
der Beschwerdeführenden aus einsehbar sei, die Beleuchtung der Wohn-
häuser an der Strasse sowie die Beleuchtungen von der gegenüberlie-
genden Seeseite bei. Insgesamt liege die gemessene Raumaufhellung
von max. 0.09 Lux im Bereich der bei Nacht natürlich vorkommenden
Immissionen mit Beleuchtungsstärken von 0.001 Lux (klarer Nachthim-
mel, Sterne, kein Mond) bis 0.2 Lux (klarer Nachthimmel, Vollmond).
G.
In der Stellungnahme vom 14. November 2011 vertiefen und präzisieren
die Beschwerdeführenden ihre bisherigen Ausführungen zu den gestell-
ten Rechtsbegehren. Ferner stellen sie den Antrag auf Aufhebung der vo-
rinstanzlichen Wiedererwägungsverfügung vom 25. August 2011 mit der
Begründung, es handle sich dabei um eine nach Art. 62 des Verwaltungs-
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verfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) unzu-
lässige reformatio in peius.
H.
Das Bundesverwaltungsgericht führt am 23. Januar 2012 in Anwesenheit
der Parteien sowie von Vertretern der Vorinstanz und des BAFU eine Be-
gehung vor Ort durch.
I.
Mit Eingaben vom 20. Februar 2012 nehmen die Beschwerdeführenden
und das BAFU Stellung zum angefertigten Protokoll. Am 6. März 2012
äussert sich die Beschwerdegegnerin ebenfalls zum Protokoll und lässt
gleichzeitig dem Bundesverwaltungsgericht die Ergebnisse der am Au-
genschein in Aussicht gestellten weiteren Abklärungen zukommen, unter
anderem zu den Eigentumsverhältnissen des früheren Park-and-Ride-
Parkplatzes, auf dem sich zwei der hier strittigen Kombiständerleuchten
befinden.
J.
Die Beschwerdegegnerin und die Beschwerdeführenden reichen am
29. März bzw. am 30. März 2012 ihre Schlussbemerkungen ein. Die Vor-
instanz und das BAFU haben ihrerseits auf eine weitere Stellungnahme
verzichtet.
K.
Mit Eingabe vom 5. Juni 2012 setzen die Beschwerdeführenden das
Bundesverwaltungsgericht darüber in Kenntnis, dass am 4. Juni 2012 die
bestehende warmweisse Perrondachbeleuchtung am Bahnhof X._
durch eine kaltweisse ersetzt worden sei.
In der diesbezüglichen Stellungnahme vom 20. Juni 2012 teilt die Be-
schwerdegegnerin mit, der Wechsel zurück zu warmweissen Leuchtmit-
teln werde umgehend veranlasst.
L.
Auf die weiteren Vorbringen und die sich in den Akten befindlichen
Schriftstücke wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachfolgen-
den Erwägungen eingegangen.
A-3358/2011
Seite 6

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BAV ge-
hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz
des Bundesverwaltungsgerichts. Eine Ausnahme, was das Sachgebiet
angeht, ist nicht gegeben (Art. 32 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht
ist somit zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Das
Verfahren richtet sich gemäss Art. 37 VGG nach dem VwVG, soweit das
VGG nichts anderes bestimmt.
1.2
1.2.1 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer am
Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen hat, durch die angefochtene
Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an de-
ren Aufhebung oder Änderung hat. Verlangt ist somit neben der formellen
Beschwer, dass die Beschwerdeführenden über eine spezifische Bezie-
hungsnähe zur Streitsache verfügen und einen praktischen Nutzen aus
der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids ziehen. Die
Nähe der Beziehung zum Streitgegenstand muss bei baulichen Anlagen,
wie bei den vorliegend in Frage stehenden, insbesondere in räumlicher
Hinsicht gegeben sein. Ein schutzwürdiges Interesse liegt vor, wenn die
tatsächliche oder rechtliche Situation der Beschwerdeführenden durch
den Ausgang des Verfahrens beeinflusst werden kann. Diese Anforderun-
gen sollen die im schweizerischen Recht grundsätzlich nicht vorgesehene
Popularbeschwerde ausschliessen (vgl. zum Ganzen: BGE 137 II 30
E. 2.2.2, BGE 131 II 588 E. 2 f.; BVGE 2007/1 E. 3.4; Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts A-3762/2010 vom 25. Januar 2012 E. 2.2; VERA MA-
RANTELLI-SONANINI/SAID HUBER, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.],
Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren
[nachfolgend: Praxiskommentar], Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 48 N 8 ff.;
ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor
dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 45 ff. Rz. 2.60 ff.; je mit
weiteren Hinweisen).
1.2.2 Im vorliegenden Fall erscheint es fraglich, ob diese Voraussetzun-
gen hinsichtlich sämtlicher strittiger Beleuchtungselemente des Bahnhofs
A-3358/2011
Seite 7
X._ erfüllt sind. Die Liegenschaft der Beschwerdeführenden befin-
det sich in ca. 80 m Entfernung zum Bahnhofsgebäude und in erhöhter
Lage. Eine direkte Sichtachse besteht lediglich zum Bahnhofsbereich
Richtung Y._, während der gesamte Bereich Richtung Z._
vom Wohnhaus der Beschwerdeführenden aus nicht zu sehen ist. Dieser
Teil des Bahnhofs wird durch die benachbarten Häuser weitestgehend
verdeckt. Einzig auf dem schmalen Streifen zwischen dem Wohnhaus
und dem Nachbargrundstück, welcher den Beschwerdeführenden wohl
hauptsächlich als Verbindungsweg zwischen dem vorderen und hinteren
Teil des Gartens dient, ist ein Blick zwischen den Häusern auf den weiter
entfernt liegenden Bahnhofsbereich Richtung Z._ überhaupt mög-
lich. Ausschliesslich von dieser Stelle des Gartens ist die strittige Lichtste-
le auf dem Bahnhofsvorplatz als ferner Lichtstab erkennbar. Soweit die
Beschwerdeführenden daher die Beleuchtung – insbesondere die der
Lichtstele – im Bahnhofsbereich Richtung Z._ beanstanden, fehlt
es an der erforderlichen räumlichen Beziehung zur Streitsache. Die Be-
schwerdeführenden sind diesbezüglich nicht genügend in ihren schutz-
würdigen Interessen berührt. In diesem Umfange kann auf die Beschwer-
de nicht eingetreten werden.
1.2.3 Der Streitgegenstand beschränkt sich nachfolgend somit auf dieje-
nigen Beleuchtungsanlagen, die sich in der Sichtachse zur Liegenschaft
im Bahnhofsbereich Richtung Y._ befinden.
1.3
1.3.1 Der frühere Park-and-Ride-Parkplatz, der an das Perron Seeseite
Richtung Y._ angrenzt und auf dem sich ebenfalls zwei der stritti-
gen Kombiständerleuchten befinden, wurde gemäss Angabe der Be-
schwerdegegnerin per 1. Januar 2010 an die C._ AG verkauft.
Wie sich somit erst während des vorliegenden Schriftenwechsels heraus-
stellte, war das Grundstück bereits zum Zeitpunkt des Erlasses der vo-
rinstanzlichen Verfügung in Privateigentum übergegangen und wurde
nicht mehr für den Bahnbetrieb genutzt. Folglich fehlte es der Vorinstanz
an der Zuständigkeit, hinsichtlich der beiden dort stehenden Kombistän-
derleuchten Auflagen gegenüber der Beschwerdegegnerin zu erlassen.
1.3.2 Die Fehlerhaftigkeit einer Verfügung bewirkt in der Regel nur deren
Anfechtbarkeit nicht die Nichtigkeit. Die Nichtigkeit der Verfügung ist je-
doch nach der Rechtsprechung dann anzunehmen, wenn der ihr anhaf-
tende Mangel besonders schwer und offensichtlich oder zumindest leicht
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erkennbar ist und die Rechtssicherheit durch die Annahme der Nichtigkeit
nicht ernsthaft gefährdet wird. Als besonders schwerwiegende Mängel
kommen hauptsächlich schwerwiegende Zuständigkeits- und Verfahrens-
fehler in Betracht (BGE 133 II 181 E. 5.1.3, BGE 132 II 21 E. 3.1; Urteil
des Bundesgerichts 1C_64/2011 vom 9. Juni 2011 E. 3.3). Die Nichtigkeit
ist jederzeit und von sämtlichen staatlichen Instanzen von Amtes wegen
zu beachten; sie kann auch im Rechtsmittelverfahren festgestellt werden
(BGE 130 III 430 E. 3.3, BGE 127 II 32 E. 3g, BGE 118 Ia 336 E. 2a; UL-
RICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungs-
recht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 955 ff.).
1.3.3 War das BAV zum Erlass jener Auflage unzuständig, ist die Verfü-
gung im Lichte der ausgeführten Rechtsprechung für teilnichtig zu erklä-
ren. Die Annahme der Teilnichtigkeit gefährdet die Rechtssicherheit nicht.
Ziff. 2.2 der angefochtenen Verfügung entfaltet demnach keinerlei
Rechtswirkung und kann somit auch nicht Anfechtungsobjekt einer Be-
schwerde sein (vgl. BGE 132 II 342 E. 2 mit weiteren Hinweisen). Auf die
Beschwerde ist daher betreffend die beiden Kombiständerleuchten, die
sich im Privateigentum der C._ AG befinden, ebenfalls nicht einzu-
treten. Die Teilnichtigkeit der angefochtenen Verfügung ist im Dispositiv
festzustellen.
1.4
1.4.1 Die Beschwerdegegnerin begehrt in der Beschwerdeantwort vom
25. August 2011, die Auflage in Ziff. 2.1 der angefochtenen Verfügung sei
aufzuheben, da diese, soweit sie die Abschaltung der Perrondachleuchte
vor dem Werbeplakat ab 22.00 Uhr betreffe, auf ein Versehen der Vorin-
stanz zurückzuführen sei. Anlässlich des Augenscheins im vorinstanzli-
chen Verfahren sei lediglich die Abschaltung ausserhalb der Betriebszei-
ten, d.h. ab 01.00 Uhr nachts thematisiert worden.
1.4.2 Die Vorinstanz bestätigt in der Vernehmlassung, dass die erlassene
Auflage auf einem Versehen ihrerseits beruhe. Da auch Sicherheitsgrün-
de gegen eine Abschaltung während den Betriebszeiten sprechen wür-
den, habe sie den Parteien am 25. August 2011 eine entsprechende Wie-
dererwägungsverfügung eröffnet. Auf eine eigene Rechtsmittelbelehrung
sei dabei verzichtet worden, da eine Abänderungsverfügung während lau-
fendem Beschwerdeverfahren prozessual einem Antrag an die Be-
schwerdeinstanz entspräche, sofern die Änderung – wie vorliegend – zu
Ungunsten der beschwerdeführenden Partei ausfalle.
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Seite 9
1.4.3 Mit dem Antrag der Beschwerdegegnerin soll letztlich erreicht wer-
den, dass die Verfügung zu Ungunsten der Beschwerdeführenden abge-
ändert wird. Dies geht über den Streitgegenstand hinaus, den die Be-
schwerdeführenden dem Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung un-
terbreitet haben, und kommt damit einer vom VwVG nicht vorgesehenen
Anschlussbeschwerde gleich (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
A-2160/2010 vom 3. Januar 2011 E. 3; FRANK SEETHALER/KASPAR PLÜSS,
Praxiskommentar, Art. 57 N 12; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O.,
S. 45 Rz. 2.59; vgl. auch BGE 134 III 332 E. 2.5; Urteil des Bundesge-
richts 1C_285/2009 vom 8. September 2010 E. 1.3). Der Antrag der Be-
schwerdegegnerin kann ebenso wenig als selbständige Beschwerde be-
handelt werden, da die Rechtsmittelfrist nicht eingehalten wurde (Art. 50
Abs. 1 VwVG). Er dient somit lediglich als prozessuale Anregung zuhan-
den der Beschwerdeinstanz, die Verfügung in diesem Sinne abzuändern.
1.4.4 Zu prüfen bleibt, wie es sich mit der Wiederwägungsverfügung der
Vorinstanz vom 25. August 2011 verhält, in der gleichfalls der Antrag ge-
stellt wird, die Auflage betreffend Abschaltung der Perrondachleuchte vor
dem Werbeplakat ab 22.00 Uhr sei aufzuheben.
Eine Anpassung der ursprünglichen Verfügung durch die Vorinstanz zu
Ungunsten der beschwerdeführenden Partei ist lite pendente nicht mög-
lich, soll diese doch im Rechtsmittelverfahren vor einer ungünstigen Än-
derung der angefochtenen Verfügung durch die Vorinstanz geschützt
werden. Die Zuständigkeit zum Entscheid über eine allfällige reformatio in
peius geht aufgrund des Devolutiveffekts der Beschwerde auf die Be-
schwerdeinstanz über und die neue Verfügung der Vorinstanz ist als gan-
ze nichtig bzw. lediglich als Antrag an die Rechtsmittelbehörde, in diesem
Sinn zu entscheiden, zu verstehen. Die Beschwerdeinstanz hat dann sel-
ber über die von der Vorinstanz verlangte reformatio in peius im Rahmen
von Art. 62 Abs. 2 VwVG zu befinden (ANDREA PFLEIDERER, Praxiskom-
mentar, Art. 58 N 39; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., S. 127
Rz. 3.45; ANNETTE GUCKELBERGER, Zur reformatio in peius vel melius in
der schweizerischen Bundesverwaltungsrechtspflege nach der Justizre-
form, in: Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht
[ZBl] 2/2010 S. 108 f.).
Gemäss der ausgeführten Rechtsprechung war die Vorinstanz für den Er-
lass einer Wiedererwägungsverfügung zu Ungunsten der Beschwerde-
führenden nicht zuständig. Es kommt ihr somit ebenfalls den Charakter
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Seite 10
einer prozessualen Anregung an die Beschwerdeinstanz zu und ist als
solche entgegenzunehmen.
1.5 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 und
Art. 52 VwVG) ist demnach mit den unter E. 1.2 ff. genannten Vorbehalte
bzw. Einschränkungen einzutreten.
2.
Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit uneinge-
schränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügung auf
Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der
Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit (Art. 49 VwVG).
3.
Strittig und zu prüfen sind vorliegend folgende Beleuchtungsanlagen des
Bahnhofs X._, die sich im Bahnhofsbereich Richtung Y._
befinden:
- Die Perrondachleuchten (Typ Sydney) im überdachten Bahnhofsbe-
reich, wovon ein Teil auch ausserhalb der Betriebszeiten beleuchtet
bleibt. Die drei äusseren Perrondachleuchten unmittelbar vor der Pla-
katwand auf dem Perron Seeseite sind mit Blenden ausgestattet und
ausschliesslich zu Betriebszeiten eingeschaltet, um die durch die Pla-
katwand hervorgerufene Lichtreflexion zu reduzieren.
- Die Kombiständerleuchten (Typ Lucento) im ungedeckten Bahnhofs-
bereich, die ebenfalls nur zu Betriebszeiten eingeschaltet sind. Die
Kombiständerleuchten sind auf dem Hausperron mit gelochten Halb-
schalen und auf dem Perron Seeseite mit einem Wabengitter über der
Lichtquelle ausgestattet.
- Die Wartehalle (Typ RVO5) auf dem Perron Seeseite Richtung
Y._, die mit zwei Einbauleuchten (Typ Murten) zu Betriebszei-
ten beleuchtet wird.
Als Betriebszeiten gelten dabei die Zeiten, zu denen die S-Bahnlinien am
Bahnhof X._ verkehren, d.h. Montag bis Freitag von 04.30 Uhr bis
01.00 Uhr, Samstag und Sonntag durchgehend.
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Seite 11
4.
4.1 Die Beschwerdeführenden halten der Vorinstanz vorab eine unrichtige
und unvollständige Feststellung des Sachverhalts vor. Sie habe nicht aus-
reichend abgeklärt, welche technischen oder betrieblichen Gründe den
geforderten lichtreduzierenden Massnahmen am Bahnhof X._
entgegenstünden bzw. welche Kosten damit verbunden wären. Auch ein
Beweisverfahren sei nicht durchgeführt worden.
4.2 Die Vorinstanz weist in der Vernehmlassung der Vorhalt der fehlerhaf-
ten Sachverhaltsfeststellung als unbegründet zurück.
4.3 Wie sich den vorinstanzlichen Akten entnehmen lassen, gingen der
Verfügung vom 12. Mai 2011 umfangreiche Sachverhaltsabklärungen
voraus. So holte die Vorinstanz unter anderem Fachberichte zur Immissi-
onsbelastung beim BAFU wie auch beim Bundesamt für Metrologie (ME-
TAS) ein und führte am 15. April 2010 einen (Nacht-) Augenschein durch.
Auf zusätzliche Lichtmessungen durch das METAS hatten die Beschwer-
deführenden dabei – entgegen der Empfehlung des BAFU – ausdrücklich
verzichtet. Da die Vorinstanz die bestehenden Emissionen für die Betrof-
fenen als hinnehmbar erachtete, durfte sie grundsätzlich im Sinne einer
antizipierten Beweiswürdigung auf eine detailliertere Abklärung möglicher
lichtreduzierenden Massnahmen verzichten. Es ist nicht zu beanstanden,
dass die Vorinstanz die Sachverhaltsfeststellung auf die ihrer Ansicht
nach entscheidrelevanten Punkte beschränkt hat (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts 1C_105/2009 vom 13. Oktober 2009 E. 2.1; BERNHARD WALD-
MANN/JÜRG BICKEL, Praxiskommentar, Art. 33 N 21 ff.; vgl. auch Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts A-4035/2011 vom 19. Dezember 2011 E. 3.3
mit weiteren Hinweisen). Ob die rechtliche Würdigung vor Bundesrecht
stand hält, wird bei der materiellen Prüfung zu klären sein. Hier ist einzig
festzuhalten, dass die von der Vorinstanz vorgenommene Erhebung des
Sachverhalts als genügend zu erachten sind. Jedenfalls lässt sich aus
dem Umstand, dass die Vorinstanz die rechtlich relevante Ausgangslage
anders gewürdigt hat als die Beschwerdeführenden, noch nicht auf eine
fehlende oder falsche Sachverhaltsfeststellung schliessen.
5.
5.1 Die Beschwerdeführenden vertreten in formeller Hinsicht den Stand-
punkt, die Beschwerdegegnerin habe im Jahr 2007 die störenden Be-
leuchtungsanlagen ohne rechtsgenügende Bewilligung errichtet. In der
A-3358/2011
Seite 12
damaligen Plangenehmigungsverfügung vom 6. November 2002 betref-
fend Sanierung der Publikumsanlagen des Bahnhofs X._ sowie
Perronerhöhung habe sich die Vorinstanz mit dem vorgesehenen Be-
leuchtungskonzept nicht befasst. Angesichts des damals durchgeführten
vereinfachten Plangenehmigungsverfahrens hätten sie auch keine Mög-
lichkeit gehabt, ihre Interessen mittels Einsprache gegen die Plangeneh-
migungsverfügung zu vertreten. Bei dieser Sachlage sei das vorliegende
Verfahren als erstmaliges Plangenehmigungsverfahren gemäss Art. 18 ff.
des Eisenbahngesetzes vom 20. Dezember 1957 (EBG, SR 742.101) zu
qualifizieren und nicht als Anstandsverfahren im Sinne von Art. 40 Abs. 1
lit. b EBG.
5.2 Die Vorinstanz hält in der Vernehmlassung an der Auffassung fest,
demgemäss die nun strittigen Beleuchtungsanlagen mit der Plange-
nehmigungsverfügung vom 6. November 2002 rechtmässig bewilligt wor-
den seien. Im damaligen Projektleitblatt sei ausdrücklich darauf hingewie-
sen worden, die Beleuchtungsanlagen würden im gesamten Bahnhofsbe-
reich erneuert. Ergänzend merkt die Vorinstanz an, dass selbst wenn für
die damalige Gesamtsanierung ein ordentliches Plangenehmigungsver-
fahren durchgeführt und den Betroffenen damit eine Einsprachemöglich-
keit hinsichtlich allfälliger Lichtemissionen eröffnet worden wäre, hätten
sich die diesbezüglichen Einwände wohl erst im Betriebszeitpunkt zuver-
lässig beurteilen lassen. Mit der Durchführung des vorliegenden An-
standsverfahrens hätten die Beschwerdeführenden ihre Rechte wahr-
nehmen können, weshalb ihnen aus dem prozessualen Vorgehen keiner-
lei Nachteile erwachsen seien.
5.3 Gemäss Art. 40 Abs. 1 lit. b EBG entscheidet die Vorinstanz nach An-
hörung der Beteiligten über Streitigkeiten betreffend diejenigen Mass-
nahmen, die zur Sicherheit des Baues und Betriebes der Eisenbahn so-
wie zum Schutz von Personen und Sachen zu treffen sind. Da die Be-
schwerdeführenden im damaligen Plangenehmigungsverfahren zur Sa-
nierung des Bahnhofs X._ nicht miteinbezogen wurden und im
Übrigen die nun gerügten Lichtemissionen vor Inbetriebnahme auch
kaum abzuschätzen waren, hat die Vorinstanz nach Eingang der Be-
schwerde zu Recht ein Anstandsverfahren im Sinne von Art. 40 Abs. 1
lit. b EBG eröffnet. Insbesondere stand bei dieser Ausgangslage der Um-
stand, dass die Plangenehmigungsverfügung vom 6. November 2002 un-
angefochten in Rechtskraft erwachsen ist, der Durchführung des vorlie-
genden Verfahrens nicht entgegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
1C_177/2011 vom 9. Februar 2012 E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). Den
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Seite 13
Beschwerdeführenden wurde auf ihr Ersuchen hin uneingeschränkter
Rechtsschutz gewährt, weshalb letztlich offenbleiben kann, ob schon für
das im Jahr 2002 abgeschlossene Plangenehmigungsverfahren die
Durchführung des ordentlichen Verfahrens angezeigt gewesen wäre.
5.4 Anders als die Beschwerdeführenden meinen, kann zudem nicht ge-
sagt werden, den einzelnen Beleuchtungsanlagen, die anlässlich der Sa-
nierung des Bahnhofs X._ erstellt wurden, fehle es an einer recht-
genügenden Bewilligung. Zu den Kombiständerleuchten sowie der War-
tehalle auf dem Perron Seeseite finden sich in der Plangenehmigungsver-
fügung vom 6. November 2002 zwar keine materiellen Erwägungen, doch
waren diese als neu zu errichtende Anlagen im Situationsplan vom
26. November 2001 eingezeichnet und wurden denn auch ohne Vorbehalt
genehmigt (Ziff. 1 der Plangenehmigungsverfügung). Bei der ebenfalls
erneuerten Perrondachbeleuchtung präsentiert sich die Sachlage inso-
weit abweichend, als dieser Teil der Beleuchtung weder in den Erwägun-
gen behandelt noch im Situationsplan ersichtlich oder im Projektleitblatt
aufgeführt wurde. Es liegt jedoch auf der Hand, dass die im Projektleit-
blatt erwähnte Gesamterneuerung der Beleuchtungsanlagen auch eine
standartmässige Ersetzung der Beleuchtung des überdachten Ein- und
Ausstiegbereichs beinhaltet. Unter diesen Umständen kann die Erneue-
rung der Perrondachleuchten von der Genehmigung der Planvorlage in
Ziff. 1 der Verfügung als miterfasst gelten.
6.
6.1 In materieller Hinsicht machen die Beschwerdeführenden geltend, die
Leuchten des Bahnhofs X._ seien nachts derart hell, dass in ihren
Wohnräumen eine signifikante Raumaufhellung zu beobachten sei. Im
Schlafzimmer zeichne sich an der Wand deutlich das reflektierende Wer-
beplakat in Form eines hellen Quadrats ab. Infolge der Blendwirkung sei
zudem die Nachtsichtfähigkeit beim Zugang zu ihrer Liegenschaft prak-
tisch nicht mehr gegeben. Der Wegverlauf und Unebenheiten könnten
nicht mehr wahrgenommen werden. Durch die direkte Anstrahlung ihrer
Liegenschaft wirke der Garten schwarz. Das Haus werde optisch von der
Umgebung getrennt, im Garten könne weder Mensch noch Tier gesehen
werden. Diese Situation verunsichere sehr und bedeute eine erhebliche
Einbusse an Lebensqualität. Das Erleben des Tagesverlaufs mit dem Tag-
und Nachtwechsel sowie den Dämmerungsphasen werde ihnen verun-
möglicht. Auffallend sei auch, so die Beschwerdeführenden weiter, dass
seit der übermässigen Beleuchtung sich im Garten bedeutend weniger
A-3358/2011
Seite 14
Vögel aufhielten. Der Rückgang des Vogelgesangs sei ein zusätzlicher
Verlust.
6.2 Die Vorinstanz und das BAFU vertreten dagegen die Auffassung, mit
den bereits umgesetzten baulichen und betrieblichen Massnahmen habe
eine deutliche Verbesserung der Lichtsituation am Bahnhof X._
erreicht werden können. Weiterführende Schritte seien in der konkreten
Situation auch im Hinblick auf das Vorsorgeprinzip nicht erforderlich. Die
Beschwerdegegnerin verweist ebenfalls auf ihre bisherigen Bemühungen
zur Emissionsbegrenzung und legt dar, eine noch weitergehende Reduk-
tion der Bahnhofsbeleuchtung sei aus ästhetischen Gründen sowie aus
Sicherheitsgründen abzulehnen. Die Beschwerdeführenden würden zu-
dem verkennen, dass gerade die Umsetzung der geforderten baulichen
Massnahmen, soweit diese technisch und betrieblich überhaupt möglich
seien, mit erheblichen finanziellen Folgen verbunden wären.
7.
7.1 Luftverunreinigungen, Lärm, Erschütterungen und Strahlen sind un-
abhängig von der bestehenden Umweltbelastung im Rahmen der Vorsor-
ge so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und
wirtschaftlich tragbar ist (Vorsorgeprinzip; Art. 11 Abs. 2 des Umwelt-
schutzgesetzes vom 7. Oktober 1983 [USG, SR 814.01]). Steht fest oder
ist zu erwarten, dass die Einwirkungen unter Berücksichtigung der beste-
henden Umweltbelastung schädlich oder lästig werden, werden die Emis-
sionsbegrenzungen verschärft (Art. 11 Abs. 3 USG). Als Massstab, ob
Emissionsbegrenzungen der zweiten Stufe notwendig sind, dienen die
vom Bundesrat festzusetzenden Immissionsgrenzwerte (Art. 13 Abs. 1
USG). Fehlen entsprechende Immissionsgrenzwerte, müssen die Behör-
den unter Berücksichtigung von Art. 13 ff. USG die Immissionen im Ein-
zelfall beurteilen (Urteile des Bundesgerichts 1C_177/2011 vom
9. Februar 2012 E. 5.2, 1C_216/2010 vom 28. September 2010 E. 3 und
1C_105/2009 vom 13. Oktober 2009 E. 3.1 f., publ. in Umweltrecht in der
Praxis [URP] 2010 S. 145). Dabei ist nicht auf das subjektive Empfinden
einzelner Personen abzustellen, sondern eine objektivierte Betrachtung
vorzunehmen, unter Berücksichtigung auch von Personen mit erhöhter
Empfindlichkeit (Art. 13 Abs. 2 USG; Urteil des Bundesgerichts
1C_216/2010 vom 28. September 2010 E. 3.2; vgl. auch BGE 133 II 292
E. 3.3).
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Seite 15
Als Einwirkungen gelten nach Art. 7 USG insbesondere auch „Strahlen“,
worunter das künstlich erzeugte Licht zu subsumieren ist. Im Übrigen be-
stehen für den Schutz vor sichtbarem Licht bis anhin keine bundesrecht-
lich verbindlichen Regelungen.
7.2 Das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL; heute
BAFU) hat im Jahr 2005 Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissi-
onen herausgegeben (nachfolgend: Empfehlungen BUWAL). Diese zei-
gen auf, wie sich unnötige Lichtemissionen durch eine nachhaltige Licht-
nutzung in Aussenräumen vermeiden lassen. Es wird empfohlen, dass
jede fix installierte Aussenleuchte auf ihren Beleuchtungszweck und auf
die möglichen unerwünschten Auswirkungen hin geprüft wird. Bei der
Bewertung sollten die Bedürfnisse aller berücksichtigt werden, auch die-
jenigen der Natur und der Landschaft sowie jener Leute, die eine Störung
erfahren. Zur Vermeidung von Lichtemissionen sollten Leuchtkörper mit
einer Abschirmung versehen sein, die Licht nur dorthin strahlen lässt, wo
es einem klar definierten Beleuchtungszweck dient. Auch sollte eine Syn-
chronisation mit dem Nachtruhefenster (z.B. wie beim Lärmschutz) von
22.00 Uhr bis 06.00 Uhr angestrebt werden. Die Beleuchtung von Natur-
räumen sollte vermieden werden. Die Empfehlungen verstehen sich als
„Leitlinie“, enthalten aber keine konkret anwendbaren Normen.
7.3 Bestehen somit keine verbindlichen Grenzwerte für den Schutz vor
sichtbarem Licht, müssen die rechtsanwendenden Behörden die Licht-
immissionen im Einzelfall beurteilen. Im Rahmen der Einzelfallbeurteilung
kann sich die Vollzugsbehörde auf Angaben von Experten und Fachstel-
len abstützen; als Entscheidungshilfe können auch fachlich genügend
abgestützte ausländische bzw. private Richtlinien herangezogen werden,
sofern die Kriterien, auf welchen diese Unterlagen beruhen, mit denjeni-
gen des schweizerischen Umweltrechts vereinbar sind (Urteil des Bun-
desgerichts 1C_216/2010 vom 28. September 2010 E. 3.2; vgl. auch
BGE 133 II 292 E. 3.3). Für die Beurteilung von Lichteinwirkungen kom-
men folgende ausländische Regelwerke in Betracht: die „Hinweise zur
Messung und Beurteilung von Lichtimmissionen“ des deutschen Länder-
ausschusses für Immissionsschutz aus dem Jahr 2000 (nachfolgend:
Empfehlung LAI 2000) und die Richtlinie 150 der Commission Internatio-
nal de l‘Eclairage aus dem Jahr 2003 (nachfolgend: Richtlinie CIE
150:2003; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 1C_216/2010 vom
28. September 2010 E. 3.2 und 1C_105/2009 vom 13. Oktober 2009
E. 3.4, publ. in URP 2010 S. 145). Ferner ist nicht ausgeschlossen, dass
der vom Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein (SIA) heraus-
A-3358/2011
Seite 16
gegebene Entwurf zur Vermeidung von unnötigen Lichtemissionen im
Aussenraum, auf den sich die Beschwerdeführenden hauptsächlich beru-
fen, bei der Entscheidfindung berücksichtigt werden kann (SIA-Norm 491
betreffend Vermeidung unnötiger Lichtemissionen im Aussenraum vom
19. November 2010; nachfolgend: Entwurf SIA-Norm 491).
8.
8.1 Gemäss der ausgeführten Rechtslage ist somit zu klären, ob die von
der strittigen Bahnhofsbeleuchtung ausgehenden Emissionen im Rahmen
des technisch und betrieblich Möglichen genügend weit begrenzt wurden
(Vorsorgeprinzip; Art. 11 Abs. 2 USG). Zu beachten ist dabei, dass Licht
im Allgemeinen nicht als unerwünschte Nebenwirkung einer anderen Tä-
tigkeit, sondern gewollt und gezielt erzeugt wird, um einen bestimmten
Beleuchtungszweck zu erreichen. Der betriebliche Zweck stösst daher
dort an die Grenzen, wo Massnahmen zur Emissionsbegrenzung dazu
führen würden, dass eine Anlage ihren Zweck, einen bestimmten Para-
meter zu erhellen, nicht mehr erfüllen könnte. Bei der Anordnung von
emissionsbeschränkenden Massnahmen muss daher eine Interessens-
abwägung zwischen dem Schutzbedürfnis der Anwohnerschaft und dem
Interesse an der Beleuchtung als solcher vorgenommen werden (vgl. Ur-
teil der Baurekurskommission I des Kantons Zürich BRKE 1
Nr. 0184/2008 vom 8. August 2008, publ. in Baurechtsentscheide des
Kantons Zürich [BEZ] 2009 Nr. 19, mit weiteren Hinweisen).
8.2 Im Rahmen der Interessensabwägung gilt es zu beachten, dass die
hier strittigen Beleuchtungsanlagen des Bahnhofs X._ den be-
trieblichen Anforderungen an einen sicheren Bahnverkehr genügen müs-
sen. Wie die Beschwerdegegnerin anlässlich des durchgeführten Augen-
scheins überzeugend darlegte, ist eine ausreichende Beleuchtung des
gesamten Perronbereichs während den Betriebszeiten im Hinblick auf die
Sicherheit unverzichtbar, zumal zwischen Y._ und Z._ eine
hohe Frequenz an durchfahrenden Zügen zu verzeichnen ist. Eine aus-
reichende Beleuchtung erhöht dabei nicht nur bei den Wartenden die Er-
kennbarkeit möglicher Gefahrenquellen, sondern ermöglicht es auch den
Lokführerinnen und Lokführer auf Personen, die sich im Perronbereich
aufhalten, rechtzeitig zu reagieren. Das Interesse an einem sicheren
Bahnverkehr und damit dem Schutz von Leib und Leben stellt zweifellos
ein gewichtiges öffentliches Interesse dar. Darüber hinaus erhöht die Be-
leuchtung des Bahnhofsbereichs das subjektive Sicherheitsgefühl der
Reisenden. Helle Räume werden von Menschen allgemein als sicherer
A-3358/2011
Seite 17
empfunden, weshalb ein gut beleuchteter Bahnhof dazu beiträgt, dass
der öffentliche Verkehr auch zu Randzeiten rege genutzt wird. Die Nut-
zung des öffentlichen Verkehrs liegt ebenfalls im öffentlichen Interesse.
8.3 Gleichzeitig ist vorliegend – nach Durchführung des Augenscheins
und unter Berücksichtigung der Beanstandungen der Beschwerdeführen-
den – in Bezug auf die vorliegende Streitsache festzustellen, dass die
Liegenschaft der Beschwerdeführenden doch in einem gewissen Abstand
und erhöht zum Bahnhof X._ liegt. Selbst die in der Sichtachse
der Liegenschaft liegenden Beleuchtungsanlagen sind mit ca. 80 m relativ
weit entfernt. Im Sommer bieten die vor der Liegenschaft stehenden
Laubbäume des Nachbargrundstücks zudem einen zusätzlichen Schutz.
Von einer erheblichen oder sogar schwerwiegenden Beeinträchtigung
kann daher bei objektiver Betrachtung nicht gesprochen werden. Bezieht
man ausserdem die bestehende Umgebungsbeleuchtung ein, fallen die
Beleuchtungsanlagen des Bahnhofs X._ – zumindest vom erhöh-
ten Standpunkt der Liegenschaft der Beschwerdeführenden aus gesehen
– kaum mehr ins Gewicht. Angesichts der deutlich sichtbaren Strassenbe-
leuchtung sowie der Beleuchtung der umliegenden Privat- und Geschäfts-
liegenschaften erscheinen sie vielmehr als eine Lichtquelle unter vielen.
Dabei ist auch darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführenden nicht
in einem unbebauten, ländlichen Raum, sondern im Agglomerationsraum
von Zürich wohnen, wo ein gewisses Mass an Lichtimmissionen üblich
und hinzunehmen ist. Anlässlich des Augenscheins, welcher bei Neu-
mond stattfand, war deutlich zu erkennen, dass die Lichter der Stadt Zü-
rich und Umgebung zu einer bis nach X._ ausstrahlenden Aufhel-
lung des Nachthimmels führen. Dieser Eindruck vor Ort wird bestätigt
durch die Lichtimmissionskarte der Schweiz, die anhand von Satelliten-
aufnahmen erstellt worden ist. Sie weist den Grossraum Zürich als ein
Gebiet mit einer allgemein hohen Lichtimmission aus (Empfehlungen
BUWAL, S. 12 mit weiteren Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts
1C_216/2010 vom 28. September 2010 E. 5.1).
8.4 Vorliegend war die Beschwerdegegnerin zudem schon vor Verfah-
rensanhebung dafür besorgt, dem Anliegen der Beschwerdeführenden
entgegenzukommen. Aus den vorinstanzlichen Akten ergibt sich, dass die
Lichtbelastung durch verschiedene technische und betriebliche Mass-
nahmen (Einbau von Blenden und Wabengittern, Wechsel der Lichtfarbe
von kaltweiss auf warmweiss, Abschaltung der Perrondachleuchten vor
der Plakatwand ausserhalb der Betriebszeiten) gegenüber dem ursprüng-
lichen Zustand erheblich reduziert werden konnte. Wie sich das Bundes-
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Seite 18
verwaltungsgericht anlässlich des Augenscheins vor Ort selbst überzeu-
gen konnte, bewirken insbesondere die Blenden, welche bei den drei Per-
rondachleuchten vor der Plakatwand installiert worden sind, eine deutli-
che Reduktion der unerwünschten Abstrahlung Richtung Liegenschaft der
Beschwerdeführenden. Der Wechsel der Lichtfarbe von kaltweiss auf
warmweiss bei sämtlichen Beleuchtungsanlagen des Bahnhofs trägt den
Bedürfnissen der Beschwerdeführenden zusätzlich Rechnung, da diese
Lichtfarbe allgemein als angenehmer empfunden wird. Die Beschwerde-
gegnerin hat damit im Rahmen der Vorsorge geeignete betriebliche und
bauliche Massnahmen zur Emissionsbegrenzung umgesetzt.
8.5
8.5.1 Des Weiteren gilt es mit Blick auf die Interessensabwägung die
Messungen zur Raumaufhellung zu würdigen, die der Experte René
L. Kobler im Auftrag der Beschwerdeführenden in den einzelnen Räumen
der Liegenschaft erhoben hat.
8.5.2 Bei der Einwirkung von Licht ist zwischen Raumaufhellung und
Blendung zu unterscheiden. Als Raumaufhellung gilt die Aufhellung des
Wohnbereiches, insbesondere des Schlafzimmers, aber auch des Wohn-
zimmers, der Terrasse oder des Balkons durch eine in der Nachbarschaft
vorhandene Beleuchtungsanlage. Bei der Blendung durch Lichtquellen
wird wiederum zwischen der physiologischen und psychologischen Blen-
dung unterschieden. Bei der physiologischen Blendung wird das Sehver-
mögen durch Streulicht im Glaskörper des Auges vermindert. Dieser As-
pekt steht jedoch bei der Immissionssituation im Wohnbereich nicht im
Vordergrund der Betrachtung. Die Störempfindung durch Blendung wird
als psychologische Blendung bezeichnet und kann auch ohne Minderung
des Sehvermögens auftreten und zu erheblicher Belästigung führen.
Durch starke Lichtquellen in der Nachbarschaft kann dadurch die Nut-
zung eines inneren oder äusseren Wohnbereichs erheblich gestört wer-
den, auch wenn aufgrund grosser Entfernung der Lichtquelle keine über-
mässige Aufhellung erzeugt wird. Die Belästigung entsteht unter anderem
durch die ständige und ungewollte Ablenkung der Blickrichtung zur Licht-
quelle hin, die bei grossem Unterschied der Leuchtdichte der Lichtquelle
zur Umgebungsleuchtdichte eine ständige Umadaptation des Auges aus-
löst (Empfehlung LAI 2000, S. 3).
8.5.3 Die von den Beschwerdeführenden in Auftrag gegebenen Lichtmes-
sungen haben eine Raumaufhellung der Küche von 0.07 Lux, des Büros
A-3358/2011
Seite 19
von 0.08 Lux und des Schlafzimmers von 0.09 Lux ergeben. Die diesbe-
zügliche Beweislage erweist sich jedoch insofern als mangelhaft, als der
Bericht des beauftragten Experten nicht ins Recht gelegt wurde, sondern
sich die Beschwerdeführenden auf eine kurze Wiedergabe der gewonne-
nen Messwerte zur Raumaufhellung in der Beschwerdeschrift beschränkt
haben. Auf zusätzliche Messungen durch das METAS insbesondere zur
Blendwirkung, wie vom BAFU empfohlen, haben die Beschwerdeführen-
den bereits im vorinstanzlichen Verfahren verzichtet. Nichtsdestotrotz las-
sen die von den Beschwerdeführenden vorgelegten Messwerte zumin-
dest den Schluss zu, dass die Raumaufhellung deutlich unter dem Richt-
wert von 2 Lux liegt, wie er gemäss der Richtlinie CIE 150:2003 für
Wohngebiete in Vororten gilt, bzw. von 1 Lux, wie er gemäss der Empfeh-
lung LAI 2000 nach 22.00 Uhr für Dorf- oder Wohngebiete gilt. Zu diesem
Ergebnis gelangt auch das BAFU in seinem Fachbericht.
8.6
8.6.1 Die Beschwerdeführenden stellen zwar nicht in Abrede, dass der
Richtwert von 1 Lux für Dorf- und Wohngebiete gemäss Empfehlung LAI
2000 bei ihrer Liegenschaft eingehalten werde. Sie halten aber jenen
Richtwert für nicht aussagekräftig, da er dem Fünffachen des natürlichen
Vollmondlichts von 0.2 Lux entspräche. Die meisten Leute empfänden be-
reits eine Raumaufhellung von 0.05 Lux als störend, wie die Master-
Thesis von Martina Schobesberger aufzeige (MARTINA SCHOBESBERGER,
Messungen und Beurteilung von Lichtimmissionen im Schlafzimmer, Mas-
ter-Thesis vom 10. Oktober 2010, Fachschule Nordwestschweiz).
8.6.2 Das BAFU führt diesbezüglich in seinem Fachbericht vom
23. September 2011 aus, die in der Empfehlung LAI 2000 festgelegten
Richtwerte seien aus empirischen Studien abgeleitet. Gemäss einem
Forschungsbericht aus dem Jahr 1984 hätten sich Betroffene bei einer
vertikalen Beleuchtungsstärke von über 3 Lux mehrheitlich über die
Raumaufhellung beschwert; eine Raumaufhellung zwischen 4 Lux und 6
Lux sei subjektiv als zunehmende Gesundheitsbeeinträchtigung empfun-
den worden (HARTMANN ET AL., Messung und Beurteilung der Lichtimmis-
sionen künstlicher Lichtquellen, Institut für Medizinische Optik der Univer-
sität München, 1984, Bericht i.A. des Bayrischen Staatsministeriums für
Landesentwicklung und Umweltfragen). Eine weitere Feldstudie aus dem
Jahr 1995 zur Auswirkung von Licht aus Treibhausanlagen habe bei Be-
leuchtungsstärken von 0.01 Lux bis 0.5 Lux keine signifikante Verände-
rung der Anzahl schwach oder stark belästigter Personen nachweisen
A-3358/2011
Seite 20
können (VOS & VAN BERGEM-JANSEN, Greenhouse lighting side-effects:
Community reaction, 1995, Lighting Res. Technol. V27 N1 P45-51).
8.6.3 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführenden bietet die Mas-
ter-Thesis von Martina Schobesberger keine genügende Grundlage, um
den Richtwert betreffend Raumaufhellung von 1 Lux, wie in die Empfeh-
lung LAI 2000 für Dorf- und Wohngebiete vorsieht, grundsätzlich in Frage
zu stellen. Laut Auskunft des BAFU basieren die Richtwerte der Empfeh-
lung LAI 2000 auf breitangelegte Studien und wurde auch vom Bundes-
gericht in seiner Rechtsprechung schon mehrfach beigezogen (Urteile
des Bundesgerichts 1C_216/2010 vom 28. September 2010 E. 3.2 und
1C_105/2009 vom 13. Oktober 2009 E. 3.4).
Es kann daher daran festgehalten werden, dass die bei der Liegenschaft
der Beschwerdeführenden gemessenen Werte zur Raumaufhellung weit
unter dem rechtlich zwar nicht verbindlichen, aber wissenschaftlich abge-
stützten Richtwert von 1 Lux gemäss der Empfehlung LAI 2000 liegen.
9.
9.1 Angesichts der ausgeführten Sach- und Interessenslage ergibt sich
somit Folgendes, soweit die Beschwerdeführenden weitergehende licht-
reduzierende Massnahmen für den Bahnhof X._ fordern:
9.2 Es ist zwar zutreffend, dass es technisch ohne grösseren betriebli-
chen Aufwand umsetzbar wäre, die Beleuchtung des Bahnhofs
X._ ab 22.00 Uhr zu reduzieren (Abschaltung der Kombiständer-
leuchten, eines Teil der Perrondachleuchten und der Beleuchtung der
Wartehalle), denn dies wird heute schon ausserhalb der Betriebszeiten
praktiziert. Auf diese Weise könnte eine Abstimmung mit dem lärmschutz-
rechtlichen Nachtruhefensters erreicht werden, wofür sich auch die Emp-
fehlungen des BUWAL aussprechen (Empfehlungen BUWAL, S. 34). Wie
bereits ausgeführt (E. 8.2), gilt es vorliegend jedoch zu beachten, dass
der Bahnverkehr ein ausreichendes Mass an Beleuchtung bedingt. Einer
Anpassung der Beleuchtungszeiten stehen somit überwiegende Sicher-
heitsinteressen vor Ort entgegen. Zu Betriebszeiten, d.h. solange die S-
Bahnlinien verkehren, ist daher die von der Beschwerdeführenden ange-
strebte sehr weitgehende Reduktion der Beleuchtung bereits ab 22.00
Uhr abzulehnen.
9.3 Ähnliches gilt, soweit die Beschwerdeführenden den Einbau eines
Bewegungsmelders bzw. die Dimmung des Lichts in der Wartehalle auf
A-3358/2011
Seite 21
dem Perron Seeseite befürworten. Nach den Angaben der Beschwerde-
gegnerin können die bestehenden Halogenmetalldampflampen der War-
tehalle aus technischen Gründen nicht über einen Bewegungsmelder ge-
steuert werden und sind auch nicht dimmbar. Der Einbau eines Bewe-
gungsmelders bzw. eines Dimmers setzt demgemäss voraus, dass die
bestehenden Lampen ausgetauscht sowie zusätzliche Leitungen gelegt
werden. Abgesehen von diesem finanziellen und betrieblichen Aufwand
ist der Beschwerdegegnerin ferner dahingehend zuzustimmen, dass eine
entsprechend beleuchtete Wartehalle wesentlich einladender wirkt als ei-
ne unbeleuchtete. Gerade für das Sicherheitsgefühl der Wartenden ist es
entscheidend, dass der Raum bereits schon vor Betreten ausreichend be-
leuchtet ist. Eine Dauerbeleuchtung der Wartehalle zu Betriebszeiten ist
daher ebenfalls sachlich begründet und im Lichte des Vorsorgeprinzips
nicht zu beanstanden.
9.4 Die geforderten baulichen Massnahmen (Einbau von wirksameren
Blenden bei den Kombiständerleuchten und den drei Perrondachleuchten
vor der lichtreflektierenden Plakatwand, Versetzung der Plakatwand) er-
weisen sich schliesslich als unverhältnismässig. Da sowohl die Kombi-
ständerleuchten wie auch die drei äusseren Perrondachleuchten vor der
Plakatwand bereits mit Blenden ausgestattet sind, könnte mit den ge-
wünschten lichtundurchlässigen Blenden höchstens noch eine graduelle
Verbesserung der Beleuchtungssituation erreicht werden. Dies lässt die
Massnahme angesichts der örtlichen Gegebenheiten sowie in Berück-
sichtigung der Zusatzkosten und den betrieblichen Umständen, die mit
der Ersatz der bestehenden Blenden verbunden wären, als unverhältnis-
mässig erscheinen. Dass eine Versetzung der lichtreflektierenden Pla-
katwand, die mit der dazugehörigen Sitzbank auf dem Perron fest veran-
kert ist, mit noch höheren Kosten und Umtriebe verbunden wäre, ist ohne
Weiteres nachvollziehbar. Auch letztere Massnahme ist daher als unver-
hältnismässig zu qualifizieren, zumal die Reflexionswirkung der ange-
strahlten Plakatwand nicht durchgehend, sondern vorwiegend bei heller
Plakatierung auftritt.
9.5 Als Zwischenfazit ist daher festzustellen, dass kein Anlass besteht,
von der Beurteilung der Vorinstanz und des BAFU abzuweichen, demge-
mäss ausreichende Massnahmen zur Begrenzung der beanstandeten
Lichtemissionen des Bahnhofs X._ ergriffen wurden. Das Vorsor-
geprinzip gemäss Art. 11 Abs. 2 USG ist denn als erfüllt zu betrachten.
A-3358/2011
Seite 22
10.
10.1 Ein weitergehende Begrenzung der Emissionen lässt sich sodann
weder aus den übrigen Bestimmungen des USG noch aus dem Rechts-
gleichheitsgebot von Art. 8 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) ableiten.
10.2 Emissionsbegrenzungen sind nach Art. 11 Abs. 3 USG zu verschär-
fen, wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkung unter Be-
rücksichtigung der bestehenden Umweltbelastung schädlich oder lästig
wird (vgl. BGE 127 II 306 E. 8 mit weiteren Hinweisen; ANDRÉ SCHRA-
DE/THEODOR LORETAN, in: Kommentar zum Umweltschutzgesetz [nach-
folgend: Kommentar USG], 2. Aufl., Zürich 2004, Art. 9 Rz. 36 ff.). Unter
Einbezug der dargelegten örtlichen Gegebenheiten, der bereits umge-
setzten Schutzmassnahmen sowie der Einhaltung der empfohlenen
Richtwerte kann vorliegend davon ausgegangen werden, dass sich die
Beleuchtung des Bahnhofs X._ im Sinne der genannten Bestim-
mung weder störend noch lästig auf die Liegenschaft der Beschwerdefüh-
renden auswirkt.
10.3 Nach Art. 16 Abs. 1 USG müssen Anlagen, die den Vorschriften die-
ses Gesetzes oder den Umweltvorschriften anderer Bundesgesetze nicht
genügen, saniert werden. Die Bestimmungen über die Sanierung bezie-
hen sich indes auf Anlagen, die älter sind als die Vorschriften, denen sie
nicht genügen (sogenannte nachträgliche Fehlerhaftigkeit). Nicht erfasst
sind Anlagen, welche Vorschriften missachten, die bereits im Zeitpunkt
der Errichtung der Anlage galten (sogenannte ursprüngliche Fehlerhaftig-
keit; Urteil des Bundesgerichts 1C_177/2011 vom 9. Februar 2012 E. 4.2
mit weiteren Hinweisen; ANDRÉ SCHRADE/HEIDI WIESTNER, Kommentar
USG, Art. 16 Rz. 1 ff.). Vorliegend haben sich die relevanten Umweltnor-
men seit Erteilen der Plangenehmigung am 6. November 2002 nicht ge-
ändert. Entgegen der geäusserten Rechtsauffassung der Beschwerdefüh-
renden ist eine Sanierung im Sinne von Art. 16 Abs. 1 USG nicht ange-
zeigt.
10.4
10.4.1 Die Beschwerdeführenden rügen ferner eine Verletzung der
Rechtsgleichheit. So würden andere vergleichbare Bahnhöfe an der sel-
ben S-Bahnstrecke, wie z.B. S._, deutlich geringer beleuchtet als
der Bahnhof X._. Es überzeuge daher nicht und widerspräche
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Seite 23
dem Gebot der Rechtsgleichheit, dass beim Bahnhof X._ an einer
derart intensiven Beleuchtung zum Nachteil der Umwelt und der Anwoh-
nerschaft festgehalten werde. Darüber hinaus sei ihnen bekannt, dass bei
den Kombiständerleuchten an den Bahnhöfen O._ und
M._ lichtundurchlässige statt der gelochten Blenden installiert
worden seien. Bei den Kombiständerleuchten am Bahnhof L._
seien auch Blenden mit seitlichen Abschirmplättchen zu finden. Mit sol-
chen Blenden könnte auch bei den Kombiständerleuchten des Bahnhofs
X._ eine deutliche Reduktion der Abstrahlung in den oberen Halb-
raum erreicht werden.
10.4.2 Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, die örtlichen Gege-
benheiten des Bahnhofs S._ seien mit denjenigen des Bahnhofs
X._ nicht direkt vergleichbar. Die Beleuchtungsstärke am Bahnhof
S._ entspräche nicht dem heutigen Standard. Anders als beim
Bahnhof S._ sei beim Bahnhof X._ das Aussenperron eng
und mit einer Hecke abgegrenzt, was im Ereignisfall die Fluchtmöglichkeit
einschränke. Eine entsprechende Beleuchtung verstärke das Bewusst-
sein für die speziellen örtlichen Gegebenheiten des Bahnhofs X._
insbesondere im Hinblick auf vorbeifahrende Schnellzüge. Die schwarzen
Blenden bei den Kombiständerleuchten am Bahnhof O._, eine
Spezialanfertigung, seien schliesslich vor dem Hintergrund zu sehen,
dass diese Kombiständerleuchten mit einem Abstand von ca. 14 m be-
sonders nah am benachbarten Mehrfamilienhaus stünden.
10.4.3 Nach dem allgemeinen Grundsatz der Rechtsgleichheit im Sinne
von Art. 8 Abs. 1 BV ist Gleiches nach Massgabe seiner Gleichheit gleich,
Ungleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich zu behandeln.
Das Rechtsgleichheitsgebot ist verletzt, wenn rechtliche Unterscheidun-
gen getroffen werden, für die ein vernünftiger Grund in den zu regelnden
Verhältnissen nicht ersichtlich ist, oder Unterscheidungen unterlassen
werden, die sich auf Grund der Verhältnisse aufdrängen (BGE 134 I 23
E. 9.1, BGE 130 V 18 E. 5.2; BVGE 2011/13 E. 8.2.5; Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts A-6154/2010 vom 21. Oktober 2011 E. 6.1; ULRICH
HÄFELIN/WALTER HALLER/HELEN KELLER, Schweizerisches Bundesstaats-
recht, 8. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, Rz. 752 f.; JÖRG PAUL MÜL-
LER/MARKUS SCHEFER, Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl., Bern 2008,
S. 653 ff.).
10.4.4 Wenn vorliegend der Bahnhof S._ geringer beleuchtet wird
als der Bahnhof X._, wie von den Beschwerdeführenden vorge-
A-3358/2011
Seite 24
bracht, ist dies auf die unterschiedlichen örtlichen Gegebenheiten zurück-
zuführen. Eine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots ist darin nicht zu
erblicken. Plausibel erscheinen auch die Ausführungen der Beschwerde-
gegnerin zu den eingebauten schwarzen Blenden beim Bahnhof
O._. Die dortige Wohnliegenschaft liegt deutlich näher am Bahn-
hof als die Liegenschaft der Beschwerdeführenden, weshalb erstere auch
einen erhöhten Schutzbedarf betreffend Lichtimmissionen aufweist. Wie
auf den von den Beschwerdeführenden ins Recht gelegten Fotografien zu
den Bahnhöfen M._ und L._ deutlich erkennbar ist, stehen
auch jene Kombiständerleuchten unmittelbar vor Liegenschaften. Aus den
Umständen, dass beim Bahnhof O._ und M._ schwarze
Blenden bzw. beim Bahnhof L._ Blenden mit seitlichen Abschirm-
plättchen in die Kombiständerleuchten eingebaut wurden, können die Be-
schwerdeführenden folglich keine Rechte für sich ableiten.
10.4.5 Mit dem Einwand, die derzeitige Beleuchtung des Bahnhofs
X._ verletze das Gleichbehandlungsgebot, vermögen die Be-
schwerdeführenden somit ebenfalls nicht durchzudringen.
11.
11.1 Abschliessend bleibt der Antrag der Vorinstanz und der Beschwer-
degegnerin auf Aufhebung der Auflage in Ziff. 2.1 der Verfügung zu prü-
fen. Die Auflage betrifft die Abschaltung der Perrondachleuchte vor dem
lichtreflektierenden Werbeplakat auf dem Perron Seeseite ab 22.00 Uhr.
Die Beschwerdeführenden wenden ein, die beantragte Abänderung der
Verfügung stelle eine nach Art. 62 VwVG unzulässige reformatio in peius
dar.
11.2 Grundsätzlich ist das Gericht als Beschwerdeinstanz befugt, nach
vorheriger Anhörung der betroffenen Partei eine Schlechterstellung vor-
zunehmen (reformatio in peius; Art. 62 Abs. 2 und 3 VwVG; vgl. Urteile
des Bundesverwaltungsgerichts A-3143/2010 vom 10. November 2010
E. 15.3 und A-1709/2006 vom 28. Oktober 2008 E. 1.5). Allerdings soll
von dieser Möglichkeit nur zurückhaltend Gebrauch gemacht werden. Ob
eine reformatio in peius angebracht ist, beurteilt sich danach, ob die an-
gefochtene Verfügung offensichtlich unrichtig und die Korrektur von er-
heblicher Bedeutung ist. Zu berücksichtigen ist dabei, ob das Interesse
an der richtigen Durchsetzung des Bundesrechts die Schlechterstellung
der beschwerdeführenden Partei zu rechtfertigen vermag (vgl. Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts C-5527/2009 vom 21. Oktober 2011 E. 8.4
http://links.weblaw.ch/BVGer-A-1709/2006 http://links.weblaw.ch/BVGer-C-5527/2009
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mit weiteren Hinweisen; MADELEINE CAMPRUBI, in: Auer/Müller/Schindler
[Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren
[VwVG], Zürich 2008, Rz. 6 zu Art. 62; THOMAS HÄBERLI, Praxiskommen-
tar, Art. 62 N 24 f.; GUCKELBERGER, a.a.O., S. 110 ff.; vgl. MO-
SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., S. 182 Rz. 3.200).
11.3 Aus den vorinstanzlichen Akten geht klar hervor, dass sich die Be-
schwerdegegnerin zu einer Abschaltung der Perrondachleuchte vor der
Plakatwand während den Betriebszeiten nicht bereit erklärt hat. Die er-
lassene Auflage zur Abschaltung ab 22.00 Uhr steht damit im Wider-
spruch zu den vorinstanzlichen Erwägungen, demgemäss die Beschwer-
de nur in dem Umfange gutzuheissen ist, als die Beschwerdegegnerin
einzelne Rechtsbegehren anerkannte. Allerdings nicht jede fehlerhafte
Verfügung ist zu Ungunsten der Beschwerdeführenden zu korrigieren.
Die irrtümlich festgelegte vorzeitige Abschaltung jener Perrondachleuchte
reduziert die beanstandeten Reflexionswirkung des Werbeplakats und
wirkt sich entsprechend zu Gunsten der Beschwerdeführenden aus.
Gleichzeitig ist jedoch – anders als bei den übrigen von den Beschwerde-
führenden geforderten lichtreduzierenden Massnahmen (vgl. E. 9) – nicht
zu befürchten, dass damit die Sicherheit des Bahnverkehrs oder das sub-
jektive Sicherheitsgefühl beeinträchtigt wird. Die Abschaltung einer ein-
zelnen Perrondachleuchte ab 22.00 Uhr fällt nicht ins Gewicht, da die Be-
leuchtung dieses Perronbereichs durch die übrige Perrondachbeleuch-
tung sowie durch die dortige ebenfalls beleuchtete Wartehalle ausrei-
chend sichergestellt ist. Selbst die Werbewirkung der angestrahlten Pla-
katwand wird aufgrund der Umgebungsbeleuchtung noch gewahrt. Wie
die Beschwerdegegnerin anlässlich des Augenscheins zudem bestätigte,
ist es technisch und betrieblich durchaus möglich, ein einzelnes Beleuch-
tungselement auszuschalten. Grössere Kosten oder Umtriebe fallen
demgemäss nicht an. Gegen eine vorzeitige Abschaltung der Perron-
dachleuchten spricht somit allein die von der Beschwerdegegnerin vorge-
brachte ästhetische Beeinträchtigung des Gesamtbeleuchtungskonzepts,
wenn in einer Reihe von Perrondachleuchten eine einzelne ab 22.00 Uhr
wegfällt. Dieses Interesse ist von untergeordneter Bedeutung und kann
eine Schlechterstellung der Beschwerdeführenden im Beschwerdeverfah-
ren nicht rechtfertigen. Der von der Vorinstanz und der Beschwerdegeg-
nerin gestellte Antrag ist somit mangels Erheblichkeit abzuweisen.
12.
Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet, soweit
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darauf einzutreten ist. Der Antrag der Vorinstanz und der Beschwerde-
gegnerin auf Aufhebung der Ziff. 2.1 der angefochtenen Verfügung ist
gleichfalls abzuweisen.
Sind im konkreten Fall aufgrund der Gesamtumstände keine weiteren
Massnahmen zur Emissionsbegrenzung angezeigt, bedeutet dies selbst-
redend nicht, dass zukünftig bei der Planung von Bahnhofsbeleuchtungen
lichtreduzierende Massnahmen ausser Acht gelassen werden dürfen. Da
bei der Beurteilung von Lichtimmissionen immer einer Prüfung der Ver-
hältnisse des Einzelfalls erforderlich ist, liegt es nicht zuletzt auch im Inte-
resse der Beschwerdegegnerin neue Beleuchtungsanlagen so zu planen,
dass störende Lichtemissionen nach Möglichkeit gar nicht erst entstehen
können. Damit können aufwändige Nachrüstungen, wie sie vorliegend
auch beim Bahnhof X._ erforderlich wurden, bereits im Vorfeld
vermieden werden.
13.
13.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens gelten die Beschwerdeführen-
den als unterliegend, weshalb sie die auf Fr. 1'500.- festzusetzenden Ver-
fahrenskosten zu tragen haben (Art. 63 Abs. 1 VwVG und Art. 1 ff. des
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Diese sind
mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.
13.2 Den materiell vollständig unterliegenden Beschwerdeführenden ist
von vornherein keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1
VwVG i.V.m. Art. 7 VGKE). Die Beschwerdegegnerin gilt zwar formell als
obsiegende Partei. Da sie aber ihren internen Rechtsdienst mit der Inte-
ressenwahrung betraut hat und nicht durch einen externen Anwalt vertre-
ten ist, steht ihr ebenfalls keine Parteientschädigung zu (Art. 8 ff. VGKE,
insbesondere Art. 9 Abs. 2 VGKE). Die Vorinstanz als Bundesbehörde hat
unabhängig vom Verfahrensausgang keinen Anspruch auf Parteientschä-
digung (Art. 7 Abs. 3 VGKE).
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