Decision ID: 525dab09-2eaf-57ae-891e-af539d189aa6
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführerin stammt aus Syrien, ist Angehörige der kurdischen
Volksgruppe und hatte ihren letzten Wohnsitz in der Stadt al-Qamishli (ara-
bisch; kurdisch: Qamişlo) in der Provinz al-Hasakah (kurdisch: Hesîçe).
Gemäss ihren eigenen Angaben wurde sie in Syrien als sogenannte Mak-
tuma (unregistrierte Ausländerin) behandelt, weshalb sie staatenlos sei.
Zufolge ihren weiteren Angaben verliess sie ihren Herkunftsstaat gemein-
sam mit ihren Eltern, B._ und C._, und ihren drei minderjäh-
rigen Geschwistern D._, E._ und F._ [... ]sowie ihrer
heute volljährigen Schwester G._ [...] im Sommer 2014 in Richtung
Türkei. Am 26. November 2015 reiste sie gemeinsam mit ihren Familien-
angehörigen unkontrolliert in die Schweiz ein und stellte gleichentags beim
damaligen Empfangs- und Verfahrenszentrum Kreuzlingen ein Asylge-
such. Am 30. November 2015 wurde sie durch das Staatssekretariat für
Migration (SEM) zu ihrer Person befragt und am 28. September 2017 zu
den Gründen ihres Asylgesuchs angehört. Zwischenzeitlich wurde die Be-
schwerdeführerin für die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton Zürich zu-
gewiesen.
B.
Die Beschwerdeführerin machte anlässlich ihrer Anhörung zum einen gel-
tend, sie habe in Syrien wegen ihres rechtlichen Status als Maktuma ver-
schiedene Probleme mit den dortigen Behörden gehabt. In der Schule sei
sie diskriminiert worden, und obwohl sie eine sehr gute Matura abgelegt
habe, sei ihr weder ein entsprechendes Zeugnis ausgestellt worden, noch
sei ihr erlaubt gewesen, in Syrien eine Universität zu besuchen. Im Jahr
2011 hätten zwar ihre vier jüngeren Geschwister die syrische Staatsange-
hörigkeit erhalten, nicht aber sie selbst. Zu diesen Schwierigkeiten hätten
auch die politischen Aktivitäten ihres Vaters beigetragen.
Des Weiteren machte sie geltend, sie habe Syrien gemeinsam mit ihrer
Familie hauptsächlich wegen der Probleme ihres Vaters verlassen müssen.
Ihr Vater habe eine Bibliothek mit vielen kurdischen Büchern gehabt, was
damals verboten gewesen sei. Weil er sich zugunsten der Rechte der Kur-
den politisch betätigt habe, sei er von den syrischen Behörden gesucht
worden. Deswegen seien wiederholt Angehörige der syrischen Sicherheits-
kräfte ins Haus der Familie eingedrungen, und sie – die Beschwerdeführe-
rin, ihre Mutter und ihre Geschwister – hätten deswegen in ständiger Angst
gelebt. Dabei hätten die Sicherheitskräfte auch damit gedroht, falls sich der
Vater nicht melde, würden sie die Kinder mitnehmen.
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Im Jahr 2008 hätten die syrischen Sicherheitsbehörden mehrere Ver-
wandte der Beschwerdeführerin festgenommen, darunter mehrere Onkel
und einen Cousin. Diesen und ihrem Vater sei vorgeworfen worden, einer
kurdischen politischen Organisation anzugehören. Von diesem Moment an
habe sich ihr Vater drei (sic) Jahre lang versteckt gehalten, sei jedoch im
Jahr 2010 schliesslich doch von den syrischen Sicherheitskräften verhaftet
worden. Nach seiner Freilassung im Jahr 2011 habe ihr Vater eine Organi-
sation namens "H._" gegründet, welche sich für die Rechte der Kur-
den eingesetzt habe. Auch habe er, nachdem in Syrien die Unruhen be-
gonnen hätten, wiederholt an Demonstrationen der Kurden in al-Qamishli
teilgenommen.
Sie selbst habe bereits mit ungefähr dreizehn Jahren damit begonnen, sich
für die Rechte der kurdischen Volksgruppe zu interessieren. Auch deswe-
gen habe sie immer wieder Probleme gehabt. So habe sie einmal die kur-
dische Flagge auf ihren Unterarm gemalt und sei deswegen drei Tage lang
von der Schule ausgesperrt worden. Wenn sie ihre kurdische Tracht getra-
gen habe, sei sie photographiert und ihr Name notiert worden. Auch habe
sie regelmässig an Demonstrationen gegen das syrische Regime bezie-
hungsweise für die kurdische Sache teilgenommen. Diese Aktivitäten habe
sie nach der Freilassung ihres Vaters im Jahr 2011 und mit dem Beginn der
Unruhen in Syrien intensiviert. Zugunsten der Organisation namens
"H._" habe sie gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren älteren
Schwestern Parolen auf Plakate geschrieben, und sie hätten diese an po-
litischen Kundgebungen mitgetragen. Bei einigen Demonstrationen sei sie,
wie auch andere Beteiligte, von Angehörigen der syrischen Sicherheits-
kräfte bedroht worden, und diese hätten Tränengasgranaten auf sie ge-
schossen. Bei einer Kundgebung in Erinnerung an den im Jahr 2011 er-
mordeten kurdischen Politiker Mashaal Tammo, bei der sie die kurdische
Flagge auf dem Rücken getragen habe, hätten Angehörige des staatlichen
syrischen Regimes mit ihren Pistolen auf sie gezielt. Ein Jahr nach dem
Beginn der Unruhen in Syrien hätten jedoch die PKK (Partiya Karkerên
Kurdistan; Arbeiterpartei Kurdistans) und die syrisch-kurdische militärische
Organisation YPG (Yekîneyên Parastina Gel; Volksverteidigungseinheiten)
die Kontrolle über ihre Heimatregion übernommen, und dies habe sehr
grosse Veränderungen mit sich gebracht. Die kurdische Armee habe die
Menschen geschützt, man habe nun die kurdische Flagge hochheben dür-
fen und sie selbst, die Beschwerdeführerin, habe kurdische Kleider tragen
dürfen, wenn sie zur Schule gegangen sei.
C.
Mit Verfügung vom 3. September 2018 lehnte das SEM das Asylgesuch
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der Beschwerdeführerin ab. Gleichzeitig ordnete es wegen Unzumutbar-
keit des Vollzugs der Wegweisung die vorläufige Aufnahme in der Schweiz
an. Zur Begründung der Ablehnung des Asylgesuchs führte das Staatssek-
retariat im Wesentlichen aus, die betreffenden Vorbringen der Beschwer-
deführerin seien nicht asylrelevant.
D.
Mit Eingabe an das SEM vom 19. September 2018 ersuchte die Beschwer-
deführerin um Einsicht in die Akten des Asylverfahrens. Diesem Ersuchen
entsprach das Staatssekretariat mit Schreiben vom 24. September 2018.
E.
Mit Eingabe vom 28. September 2018 focht die Beschwerdeführerin den
Asylentscheid des SEM beim Bundesverwaltungsgericht an. Dabei bean-
tragte sie die Aufhebung der genannten Verfügung und die Anerkennung
als Flüchtling verbunden mit der Gewährung des Asyls, eventualiter die
vorläufige Aufnahme als Flüchtlinge. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie
um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65
Abs. 1 VwVG. Auf die Begründung der Beschwerde wird, soweit für den
Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
F.
Mit Zwischenverfügung der damals zuständigen Instruktionsrichterin vom
19. Oktober 2018 wurde das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung
vorbehältlich der Einreichung einer Fürsorgebestätigung mit Frist bis zum
5. November 2018 gutgeheissen. Weiter wurde der Beschwerdeführerin
mitgeteilt, die Behandlung des Verfahrens erfolge in Koordination mit den
ebenfalls beim Bundesverwaltungsgericht anhängig gemachten Be-
schwerdeverfahren ihrer Eltern und ihrer minderjährigen Geschwister
(D-5514/2018) sowie ihrer volljährigen Schwester (D-5515/2018).
G.
Mit Eingabe vom 5. November 2018 reichte die Beschwerdeführerin die
verlangte Fürsorgebestätigung ein.
H.
Mit Vernehmlassung vom 31. Juli 2020 hielt das SEM vollumfänglich an
seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.
I.
Mit Zwischenverfügung vom 6. August 2020 wurde der Beschwerdeführe-
rin in Bezug auf die Vernehmlassung der Vorinstanz das Replikrecht erteilt.
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden ge-
gen Verfügungen, die gestützt auf das Asylgesetz (AsylG, SR 142.31)
durch das SEM erlassen worden sind, entscheidet das Bundesverwal-
tungsgericht grundsätzlich (mit Ausnahme von Verfahren betreffend Perso-
nen, gegen die ein Auslieferungsersuchen des Staates vorliegt, vor wel-
chem sie Schutz suchen) endgültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG;
Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Für das vorliegende Verfahren gilt nach der am 1. März 2019 in Kraft
getretenen Änderung des AsylG das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Über-
gangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015).
1.3 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können im Anwen-
dungsbereich des AsylG die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich
Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2.
Die Beschwerdeführerin ist legitimiert; auf ihre frist- und formgerecht ein-
gereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG;
Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
3.
3.1 Die Beschwerdeeingabe richtet sich ausschliesslich gegen die Ableh-
nung des Asylgesuchs, die Feststellung des SEM, die Beschwerdeführerin
erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, sowie die Anordnung der Wegwei-
sung. Die Frage des Vollzugs der Wegweisung bildet damit nicht Gegen-
stand des Beschwerdeverfahrens.
3.2 Der vorliegende Entscheid ergeht gleichzeitig mit den Urteilen betref-
fend die Eltern der Beschwerdeführerin, B._ und C._, mit
den drei minderjährigen Geschwistern D._, E._ und
F._ (D-5514/2018) sowie ihre volljährige Schwester G._
(D-5515/2018).
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4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem
Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Re-
ligion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe
oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen aus-
gesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu
werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von
Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen
psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings-
eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-
dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf
gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5.
5.1 Das SEM begründete die Ablehnung des Asylgesuchs in der angefoch-
tenen Verfügung im Wesentlichen damit, die betreffenden Vorbringen der
Beschwerdeführerin seien asylrechtlich nicht relevant. Diese Beurteilung
ist als zutreffend zu erachten.
5.2 Dies gilt zunächst für das Vorbringen, die Beschwerdeführerin sei auf-
grund ihres rechtlichen Status als sogenannte Maktuma (unregistrierte
Ausländerin) in Syrien verschiedenen Diskriminierungen ausgesetzt gewe-
sen. Wie auch die Vorinstanz festgehalten hat, ist die Bevölkerungskate-
gorie der Maktumin (Pluralform), welche der kurdischen Ethnie angehören,
aufgrund des Umstands, dass ihnen in Syrien die Staatsangehörigkeit und
verschiedene damit verbundene Rechte verweigert werden, teilweise er-
heblichen Einschränkungen und Diskriminierungen unterworfen. Diese
Probleme erreichen jedoch in der Regel nicht die Schwelle ernsthafter
Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG und sind somit in asylrechtlicher
Hinsicht nicht relevant (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei-
zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2002 Nr. 23 E. 4d; aus der da-
rauf gestützten ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsge-
richts insbesondere das Urteil D-3842/2013 vom 28. November 2013
E. 6.3; zuletzt D-7108/2018 vom 6. Dezember 2019 E. 5.3.1). Die Be-
schwerdeführerin selbst macht im Zusammenhang mit ihrem Status als
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Maktuma keine individuelle Verfolgungssituation geltend, die ein Abwei-
chen von dieser allgemeinen Praxis im vorliegenden Einzelfall rechtfertigen
könnte.
5.3 In einem weiteren Schritt ist auf das Vorbringen der Beschwerdeführe-
rin einzugehen, sie habe Syrien mit ihrer Familie wegen der Probleme ihres
Vaters verlassen müssen. Wie sich im zeitgleich ergehenden Urteil
D-5514/2018 betreffend die Eltern und die minderjährigen Geschwister der
Beschwerdeführerin erwiesen hat, sind die Vorbringen ihres Vaters als
asylrechtlich nicht relevant einzustufen. Dabei wird im betreffenden Urteil
(dortige E. 5.3 und 5.5 f.) insbesondere festgestellt, dass der Vater der Be-
schwerdeführerin sich zwar in den Jahren 2010 bis 2011 im Gewahrsam
der syrischen Sicherheitskräfte befand, nach seiner Freilassung jedoch
trotz der Gründung einer Organisation namens "H._", welche sich
für die Rechte der Kurden eingesetzt habe, und wiederholter Teilnahme an
Demonstrationen zugunsten der kurdischen Sache während eines Zeit-
raums von drei Jahren bis zur Ausreise aus Syrien im Sommer 2014 keine
konkreten persönlichen Probleme mit den dortigen staatlichen Sicherheits-
behörden mehr hatte. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auf die Er-
wägungen des genannten Urteils zu verweisen. Nach den dortigen Erwä-
gungen ist kein Grund zur Annahme gegeben, die Beschwerdeführerin
könnte in Syrien wegen ihres Vaters – im Sinne einer Reflexverfolgung –
von einer asylrechtlich relevanten Gefährdung betroffen sein.
5.4 Aufgrund der Vorbringen der Beschwerdeführerin sind auch sonst
keine Hinweise ersichtlich, sie sei in Syrien von einer asylrechtlich relevan-
ten Verfolgung bedroht. Zwar machte sie im vorinstanzlichen Verfahren
geltend, sie habe immer wieder Probleme gehabt, seit sie mit ungefähr
dreizehn Jahren damit begonnen habe, sich für die Rechte der kurdischen
Volksgruppe einzusetzen. Die in diesem Zusammenhang vorgebrachten
Schwierigkeiten mit den syrischen Behörden erreichen jedoch allesamt
nicht die Schwelle ernsthafter Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG
und erweisen sich folglich als asylrechtlich nicht relevant. Dies gilt insbe-
sondere auch für vereinzelte Bedrohungen während politischer Kundge-
bungen, an welchen die Beschwerdeführerin im Zeitraum zwischen der
Freilassung ihres Vaters im Jahr 2011 und ihrer Ausreise aus Syrien im
Jahr 2014 teilgenommen habe. Es liegen keine ausreichend konkreten An-
haltspunkte dafür vor, an der Beschwerdeführerin könnte seitens der staat-
lichen Sicherheitskräfte im massgeblichen Zeitraum vor der Ausreise aus
dem Herkunftsstaat ein asylrechtlich relevantes Verfolgungsinteresse be-
standen haben oder weiterhin bestehen. Dabei ist auch zu berücksichtigen,
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dass nach Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts jedenfalls im
Jahr 2014 weite Teile des Distrikts al-Qamishli von der syrisch-kurdischen
Partei PYD (Partiya Yekitîya Demokrat; Demokratische Einheitspartei) und
deren bewaffneten Organisation YPG kontrolliert wurden, während sich die
Sicherheitskräfte des staatlichen Regimes weitgehend zurückgezogen hat-
ten (vgl. dazu BVGE 2015/3 E. 6.7.5.3 sowie das länderspezifische Refe-
renzurteil D-5779/2013 vom 25. Februar 2015 E. 5.9.3). Diese Einschät-
zung wird durch die Beschwerdeführerin selbst bestätigt, indem sie im vo-
rinstanzlichen Verfahren zu Protokoll gab, ein Jahr nach dem Beginn der
Unruhen in Syrien – mithin im Jahr 2012 – hätten die kurdischen Sicher-
heitskräfte der PKK (implizit: der PYD) und der YPG die Kontrolle über ihre
Heimatregion übernommen, was sehr grosse, für ihre persönliche Lage po-
sitive Veränderungen mit sich gebracht habe. Auch unter diesem Gesichts-
punkt erscheint es somit als unwahrscheinlich, dass die Beschwerdeführe-
rin im massgeblichen Zeitraum vor ihrer Ausreise aus Syrien in al-Qamishli
konkrete, asylrechtlich relevante Behelligungen von staatlicher Seite zu be-
fürchten hatte.
5.5 Zusammenfassend erweist sich somit, dass das SEM zutreffender-
weise zur Einschätzung gelangt ist, die Beschwerdeführerin habe keine
asylrelevanten Vorfluchtgründe glaubhaft gemacht. Die Vorinstanz hat folg-
lich das Asylgesuch zu Recht abgelehnt.
6.
Mit der Beschwerdeschrift wird unter dem Titel "Rückkehrsituation und
Nachfluchtgründe" geltend gemacht, registrierte und gesuchte Personen
sowie politische Aktivisten seien bei der Einreise nach Syrien einer Gefähr-
dung von Leib und Leben ausgesetzt. Wie soeben festgestellt, ist aufgrund
der Vorbringen, welche sich auf den Zeitraum vor der Ausreise aus Syrien
beziehen, von keiner asylrechtlich relevanten Gefährdung der Beschwer-
deführerin auszugehen. Konkrete Angaben dazu, weshalb subjektive
Nachfluchtgründe – welche erst durch die Flucht aus dem Heimat- oder
Herkunftsstaat oder wegen des Verhaltens nach der Ausreise eine Gefähr-
dung im Sinne von Art. 3 AsylG begründen – vorliegen sollen, werden durch
die Beschwerdeführerin nicht gemacht. Auf die Frage, ob subjektive Nach-
fluchtgründe gegeben sind, ist folglich nicht weiter einzugehen.
7.
7.1 Die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asyl-
gesuch hat in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge
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(Art. 44 AsylG). Vorliegend hat der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung er-
teilt, und es besteht auch kein Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl.
BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die verfügte Wegweisung
steht daher im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen und wurde
demnach von der Vorinstanz zu Recht angeordnet.
7.2 Im vorliegenden Fall ist im Übrigen anzumerken, dass sich aus den
angestellten Erwägungen nicht der Schluss ergibt, die Beschwerdeführerin
sei zum heutigen Zeitpunkt angesichts der allgemeinen Situation in Syrien
in ihrem Herkunftsstaat nicht gefährdet. Indessen ist eine solche Gefähr-
dungslage im Falle der Beschwerdeführerin ausschliesslich auf die allge-
meine in Syrien herrschende Bürgerkriegssituation zurückzuführen, wel-
che durch die Vorinstanz mit Verfügung vom 3. September 2018 im Rah-
men der Anordnung der vorläufigen Aufnahme wegen Unzumutbarkeit des
Vollzugs der Wegweisung berücksichtigt wurde.
8.
Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass der – einzig bezüglich
der Ziffern 1‒3 des Dispositivs angefochtene – Asylentscheid des SEM das
Bundesrecht nicht verletzt sowie den rechtserheblichen Sachverhalt richtig
und vollständig feststellt (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist folglich ab-
zuweisen.
9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten an sich der Be-
schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Indessen
wurde der mit der Beschwerdeschrift gestellte Antrag auf unentgeltliche
Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfügung
vom 19. Oktober 2018 gutgeheissen. Somit hat die Beschwerdeführerin
keine Verfahrenskosten zu tragen.
(Dispositiv nächste Seite)
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