Decision ID: eb2a14a9-2658-4205-ba03-856b230f4250
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1980 gebor
ene
X._
schloss in den
Jahre
n
2000
/2001
ihre Lehre als Köchin
und die Zusatzlehre als
Servicefachangestellte mit
jeweils
eidge
nössi
schem Fähigk
eitszeugnis ab (
Urk.
7/1). In der Folge
absolvierte sie von März bis Mai 2002 einen
LSC
Certificate
Engl
ish Intensiv Course in Toronto und erwarb im Mai respektive März 2005
das Handelsdiplom VSH am
Y._
und das EDCL
Certificate
(European Driver Computer Licence) mit Diplom
abschluss (
Urk.
7/18).
Am
8.
Dezember 2008 meldete sich die Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, wegen eines Hirntu
mors
an und
beantra
gte
eine Umschulung zur Ernährungsberaterin (
Urk.
7/2).
Die IV-Stelle tätigte beruflich-erwerbliche sowie medizinische Abklärungen.
Ein Erst
gespräch mit dem IV-Berufsberater fand am
10. März
2009 statt (
Urk.
7/24/4-6
).
Mit Schrei
ben vom
8.
April 2009 teilte die IV-Stelle
der Versicherten mit, dass sie die Kosten für die Umschulung als Ernährungs-Psychol
ogische Beraterin IKP über
nehme
(
Urk.
7/22). Für die Dauer der Massnahme wurde der Versicherten sodann mit Verfügung vom 1
9.
Mai 2009 ein Taggeld zugesprochen (
Urk.
7/29). Am 2
8.
September 2011 schloss die Versicherte ihre Ausbildung zur ganzheit
li
chen
Ernährung
s
-Psychologischen Beraterin IKP mit Diplom ab (
Urk.
7/37), wo
rauf die IV-Stelle die berufliche Massnahme für erfolgreich beendet erklärte (
Urk.
7/40).
Mit Vorbescheid vom
2.
Juli 2012
kündigte die IV-Stelle an,
der Ver
sicherten eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen
(
Urk.
7/49). Am
1.
November 2011 bestätigte
s
ie ihren Entscheid
v
erfügungsweise
(
Urk.
7/55).
1.2
Anlässlich des Revisionsverfahren
s
im Jahre 2013 teilte
die IV-Stelle
der Ver
sicherten mit Vorbescheid vom
9.
Januar 2014
die voraussichtliche Herab
setzung der bisherigen Rente auf eine
Viertelsrente
mit (
Urk.
7/65). Die Versicherte erhob dagegen mit Schreiben vom 3
1.
Januar 2014 Einwand (
Urk.
7/67).
Am
8.
Mai 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid mit, dass sie die bis
herige
Dreiviertelsrente
auf eine halbe Rente reduziere
(
Urk.
7/78). Mit Verfügung vom 1
6.
Juli
2014
bestätigte
s
ie ihren Entscheid (
Urk.
7/81). Anlässlich der Ren
tenrevision 2015
/2016
teilte die IV-Stelle der Versicherten
am 16. März 2016
mit, dass
sie unverändert einen Anspruch auf eine halbe Rente habe (
Urk.
7/101). Am
2
3.
August 2016 reichte die Versicherte einen
neuen Arbeitsvertrag ein (Urk.
7/105
und 106), worauf die IV-Stelle bestät
igte, dass die bisherige halbe
Rente unver
ändert bleibe (
Urk.
7/107). Anlässlich der Revision im Jahre 2018 führte die Ver
sicherte im Revisionsfrageb
ogen aus, dass sie mittlerweile
wieder 60
%
arbeite (
Urk.
7/108). Mit Vorbescheid vom
7.
Juni 2018 teilte die IV-Stelle der Versi
cherten
mit, dass die bisherige halbe Rente auf eine
Viertelsrente
herabgesetzt werde (
Urk.
7/115), wogegen die Versicherte mit Schreiben vom
3.
Juli 2018 Ein
wand erhob (
Urk.
7/117). Mit Eingabe vom 1
4.
August 2018 ergänzte die Ver
sicherte ihren Einwand (
Urk.
7/124).
Die IV-Stelle reduzierte m
it Verfügung vom
5.
Oktober 2018 die
halbe
Rente auf eine
Viertelsrente
(Urk.
2/1 [=
7/131
]
).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
5.
November 2018 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei
ihr
mindestens eine halbe Ren
te zuzusprechen. Eventualiter sei
die Angelegenheit zwecks umfassender Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort
vom
1
0.
Dezember 2018
auf Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
6)
, was der
Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom
1
1.
Dezember 2018
angezeigt wurde
(
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
ab
gesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
be
nem
Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
ga
benbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
weisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche
auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Da
bei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssach
verhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
2.
2.1
Die IV
-Stelle führte aus, dass die Invalidenr
ente von einer halben
Rente
auf eine
V
iertelsrente
herabgesetzt werde
, da anlässlich der Rentenrevision festgestellt wor
den sei, dass die Beschwerdeführerin mittlerweile in einem 60
%
-
Pensum arbeite und der Invaliditätsgrad 40
%
betrage.
Anlässlich des
E
inwandverfahren
s
sei das
Valideneinkommen
bemängelt worden
.
Das eingereichte Schreiben des Arbeitgebers lasse aber nicht darauf schliessen,
dass die Beschwerdeführerin auf
grund des aktuellen Teilzeitpensums eine Lohn
ein
busse erle
i
de. Es könne also nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin in der gleichen Posi
tion
in einem 100
%
-Pensum mehr verdienen würd
e als die bereits ermitt
elten
F
r.
70'936.6
5.
Ein höheres
Valideneinkommen
infolge
eines
hypotheti
schen
Berufsaufstieg
s
im Gesundheitsfall könne nur dann ausnahmsweise angenommen werden, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen würden. Reine Absichtser
klärungen würden nicht reichen
(
Urk.
2/1)
.
2.2
Dagegen führte die Beschwerdeführerin aus, dass
sie trotz schwerwiegenden Diag
nosen zu 50-60
%
arbeitsfähig sei. Das erklärte berufliche Ziel der Beschwer
de
führerin sei immer gewesen, ein Hotel zu führen oder als Betriebsleiterin tätig zu sein. Der ganze Lebenslauf zeige dies auf und bestätige die klar bestandene Ab
sicht der Beschwerdeführerin.
Es sei darauf hinzuweisen, dass alleine schon mit den bis heute vorhandenen Ausbildungen eine Kaderstelle im Teilzeitbereich wahr
genommen werden könne.
Dass sie zudem die hierfür notwendige Qualifi
kation wie auch die Befähigung ausweise, werde mit dem Bestätigungsschreiben von Herrn
Z._
, «Einschätzung der Eignung für die Betriebsleitung eines KMU Betriebes in der Gastronomie» bestätigt.
Das Bundesgericht habe in seinem Urteil
8C_550/2009 vom 1
2.
November 2009 festgehalten, dass im Fall von vorhan
de
nen
konkreten Anhaltspunkten, welche im Zeitpunkt der Erkrankung eine Ausbildung oder
einen
späteren Ausbildungsabschluss belegen würden, für die Bestimmung des Invaliditätsgrades dasjenige Erwerbseinkommen als massgeblich zu betrach
ten sei, welches ohne die Invalidität in jenem Beruf hätte erzielt werden können. Dieser Entscheid zeige klar auf, dass
bei jungen, sich noch in Ausbildung und/
oder Weiterbildungen befindlichen Personen darauf abzustellen sei, was ohne Eintritt des Gesundheitsschadens als Erwerb
hätte
erzielt werden können. Der Lebenslauf der Beschwerdeführerin zeige klar auf, dass seit Lehrabschluss unun
ter
brochen Weiterbildungen absolviert worden seien. All diese Weiterbildungen würden darauf hindeuten, dass die Absicht, als Hotelmanagerin oder als Betriebs
leiterin tätig zu sein, nicht aus der Luft gegriffen sei. Es könne somit als erstellt
gelten, dass die Beschwerdeführerin heute eine Tätigkeit im vorgenannten Rahmen
ausüben wü
rde. Dem Branchenverband könne
entnommen werden, dass das Ein
kommen als Betriebsleiterin im Kanton Zürich zwischen
Fr.
87'675.-- und Fr
.
89'942.--
liege. Das Einkommen als Hoteldirektor
für weibliche Arbeitnehmer liege
gar bei
Fr.
98'266.--. Es könne davon ausgegangen werden, dass das Ein
kommen heute höher
wäre
als das aktuell erzielte. Ausgehend von einem
Validen
einkommen
von
Fr.
89'942.-- und einem Invalideneinkommen von
Fr.
42'562.-- würde ein Invaliditätsgrad von 52.2
%
resultieren. Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass die IV-Stelle die ausgewiesene und wahrscheinliche berufliche Weiterbildung, wie
im Entscheid des
Bundesgerichts 8C_550/2009 vom 1
2.
November 2009 festgehalten, nic
ht genügend berücksichtigt habe (
Urk.
1).
3.
3.1
Streitgegenstand bildet
vorliegend die
revisionsweise
verfügte Reduzierung der bisherigen halben Invalid
enrente auf eine
Viertelsrente
.
Dabei steht zwischen den Parteien zu Recht nicht im Streite, dass seit der Mitteilung vom 16. März 2016,
mit welcher der Beschwerdeführerin der unverändert
e Anspruch auf eine halbe Inval
i
d
enrente
bei einem Invaliditätsgrad von 55 % mitgeteilt worden war (Urk.
7/101) und welche zeitlicher
Referenzpunkt für die Prüfung einer an
spruchs
erheblichen Änderung bildet
(vgl. obige E. 1.3), ein Revisionsgrund einge
treten ist.
Bei
der
letzten Rentenrevision im Jahre 2015
/2016
arbeitete die Be
schwerdeführerin in einem 4
0
%
-
Pensum
in A._
und erzielte dabei im Jahr 2014 ein Einkommen von Fr. 30
'
417.--, welches der Inva
liditätsbemessung als hypothetisches Invalideneinkommen zugrunde gelegt wor
de
n
war (Urk. 7/72/2, 7/73, 7/89, 7/99/3,
Urk.
7/99)
. Anfang
September 2016
begann
sie ein
e neue Tätigkeit in einem
60
%
Pensum in einer Kaderposition
im Gastgewerbe
und erzielte im Jahr 2017 ein Einkommen von Fr. 41
'
340.--
(
Urk.
7/106 und
7/110
)
.
Angesichts der Erhöhung des Arbeitspensums auf 60
%
,
welches mit der ärztlich attestierten S
t
eigerung der Arbeitsfähigkeit auf 50 bis 60
% (Urk. 7/113/2
)
korrespondiert,
und angesichts des gestiegenen Einkommens
ist ein Revisionsgrund zweifelsfrei ausgewiesen, welche
r
zur umfassenden Prü
fung des Rentenanspruchs ohne Bindung an frühere
Beurteilungen berechtigt (vgl. E. 1.2)
.
3.2
Streitig ist vorliegend
einzig
, welches
Valideneinkommen
der Beschwerdeführerin anzurechnen ist.
4.
4.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invaliden
versi
che
rung (
IVG
)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rung
s
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeits
markt
lage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffern
mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus
der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. all
ge
meine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hin
weisen).
4.2
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allge
meinen Methode des Einkom
mens
vergleichs gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grund
sätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht
genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzel
fall bekannten Umstände zu schätzen und die
so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schä
tz
ung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Fest
legung von Annäherungswerten be
stehen. Vielmehr kann auch eine Gegen
über
stellung blosser Prozentzahlen genü
gen.
Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist als
dann mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen ent
sprechend kleineren Prozentsatz veran
schlagt wird, so dass sich aus der Pro
zent
differenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentvergleich; Urteil des Bun
desge
richts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
4.3
Bei der Festsetzung des
Valideneinkommens
ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch ein beruflicher Aufstieg im Gesundheitsfall zu berück
sichtigen, den eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist allerdings erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert worden wären. Die Absicht, beruflich weiterzukommen, muss durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Ablegung von Prüfungen usw. kundgetan worden sein. Die theoretisch vorhandenen beruflichen Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten sind nur dann zu berücksichtigen, wenn sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten wären (BGE 96 V 29; AHI 1998 S. 166 E. 5a, I 287/95; RKUV 1993 Nr. U 168 S. 97 E. 3b, U 110/92; Urteil des Bundesgerichts 9C_757/2010 vom 24. November 2010 E. 4.2 mit Hin
weisen).
Die Beschwerdegegnerin bemass das hypothetische
Valideneinkommen
der Be
schwerdeführerin für das Jahr 2018 gestützt auf einen Prozentvergleich und rechnete das von der Beschwerdeführerin im Jahr 2018 als stellvertretende Be
reichsleiterin Service im Restaurant
B._
der Stiftung
C._
erzielte Einkommen in einem 60 %-Pensum von Fr. 42'562.-- (vgl. Urk. 7/112,
7/114/2) auf ein 100 %-Pensum um, was zum errechneten
Valideneinkommen
von
Fr. 70'936.55 führt (vgl. Urk. 7/114/3). Das der Rentenrevision 2016 zu
grunde gelegte
Valideneinkommen
von Fr. 67'511.-- im Jahr 2014 (vgl. Urk. 7/99/3) ergäbe dagegen der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2018 angepasst (Index
stand 2673 [2014] auf 2732 [2018]; vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer
Lohnindex, Entwicklung
der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Real
löhne, T 39, 2010-2018, Nominallöhne Frauen) ein Jahreseinkommen von nur Fr.
69'001.--. Mit Blick auf die von der Beschwerdeführerin konsequent absol
vier
ten Ausbildungen im
Gastro
- sowie im kaufmännischen Bereich vor Invali
di
tätseintritt erweist es sich als plausibel, dass ihr beruflicher Werdegang im
Vali
di
tätsfall
zumindest demjenigen der Invalidenkarriere entsprochen hätte, was für die Anwendbarkeit eines Prozentvergleichs im hier zu beurteilenden Fall spricht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_271/2008 vom 19. März 2019 E. 4.2).
4.4
Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin rechtfertigt sich dagegen die Annahme, dass sie im Gesundheitsfalle einen weiteren beruflichen Aufstieg hin zu einer Betriebsleiterin im
Gastrobereich
oder gar einer Hotelmanagerin realisiert hätte, aufgrund der Aktenlage nicht.
F
ür die Annahme einer beruflichen Weiter
entwicklung im Gesundheitsfall
muss
die Absicht, beruflich weiterzukommen, durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Ablegung
von Prüfungen kundgetan
werden
.
Absichtserklärungen
,
wie diejenigen der Beschwerdeführerin
(Urk. 7/2
4/5)
,
genügen nicht
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_550/2009
vom 12. November 2009
E. 4.1)
.
Mit Blick auf das Curriculum Vitae der Beschwerdeführerin bis zum Eintritt des Gesundheitsschadens, welchen die Beschwerdegegnerin gemäss Feststellungsblatt vom 2. Juli 2012 auf Frühjahr 2006 datierte (Urk. 7/47/1), dem ersten Auftreten epileptischer Anfälle (vgl. Urk. 7/11/20), zeigt die Aktenlage, dass sich die Be
schwerdeführerin zwar im
Gastrobereich
breit ausgebildet (Kochlehre, Zusatzlehre als Servicefachangestellte, Bar-Fachschule) und zusätzlich einen dreimonatigen
Englischsprachaufenthalt absolviert sowie auf kaufmännisch-administrativer Ebene
das Handelsdiplom VSH und ein EDCL
Certificate
mit Diplomabschluss erworben hat (Urk. 7/18). Ihr beruflicher Werdegang seit Ende der Zusatzlehre zur Servicefachangestellten ab August 2001 bis zum Eintritt des Gesundheits
scha
dens respektive bis zum Beginn der Umschulung zur Ernährungsberaterin im Juli 2008 lässt dagegen nicht auf eine konsequent angestrebte berufliche Weiterent
wicklung im Hinblick auf eine Führungsposition im
Gastrobereich
schliessen. Die Beschwerdeführerin arbeitete von August 2001 bis Februar 2008 an sechs ver
schiedenen Stellen jeweils im Service in der Funktion eines Chef de Rang und in derjenigen einer Servicefachangestellten mit Zusatzaufgaben (Vorbereitung und Eröffnung des Quartierrestaurants) (Urk. 7/18). Eine mit den häufigen Stellen
wech
seln zunehmende Verantwortung ist den Akten nicht zu entnehmen. Auch fehlen Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin zusätzliche Weiterbil
dungen im Bereich Management/Betriebsleitung (zum Beispiel eine Hotelfach
schule) oder zur Verbesserung ihrer Fremdsprachenkenntnisse, welche insbeson
dere in der
Hotellerie von massgeblicher Bedeutung sind, in Angriff genommen hätte. Dass die Beschwerdeführerin durchaus über das Potential verfügt, eine leitende Position im
Gastrobereich
einzunehmen, ist ihr nicht abzusprechen.
Theo
retisch vorhandene berufliche Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten sind
aber
nur dann zu berücksichtigen, wenn sie mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit eingetreten wären (BGE 96 V 29; AHI 1998 S. 166 E. 5a, I 287/95; RKUV 1993 Nr. U 168 S. 97 E. 3b, U 110/92; Urteil des Bundesgerichts 9C_757/2010 vom 24. November 2010 E. 4.2 mit Hinweisen)
. Dass der Betriebsleiter des aktu
ellen Arbeitsgebers der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer persönlichen Voraus
setzungen wie auch ihrer Kenntnisse die Position einer Betriebsleiterin zutraut und nur aufgrund ihrer umfangmässig reduzierten Einsatzfähigkeit als nicht mög
lich erachtet (Urk. 7/123), ist insofern unbeachtlich, als die Indizien für die berufliche Weiterentwicklung in Form von konkreten Anhaltspunkten auch bei jungen Versicherten bereits bei Eintritt des Gesundheitsschadens vorhanden sein müssen (Urteil des Bundesgerichts 8C_550/2009 vom 12. November 2009 E. 4.2). Darauf aber lassen die Akten – wie oben ausgeführt - nicht schliessen. Auch kann aus der Invalidenkarriere der Beschwerdeführerin hin zur stellvertretenden Be
reichsleiterin Service im Restaurant
B._
der Stiftung
C._
, einer sozia
len
Trägerin
von mehreren
Gastronomiebetriebe
n, welche sich
für die berufliche
Integration von psychisch und/oder körperlich beeinträchtigten Jugendlichen und
Erwachsenen einsetzt
(
vgl
:
Website der C._ [
24.
Janu
ar
2020]), nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die von der Beschwer
deführerin in diesem Revisionsverfahren erstmals behauptete
Validenkarriere
mit einer noch höheren als der erreichten Position geschlossen werden.
Entsprechend stützte sich die Beschwerdegegnerin für die Ermittlung des Inva
liditätsgrades zu Recht auf das gestützt auf den Prozentvergleich errechnete
Valideneinkommen
von Fr. 70'936.55.
Für das Invalideneinkommen ist auf das aktuelle Einkommen abzustellen, welches
bei einem 60
%
-
Pensum
Fr.
42'562.
--
beträgt (13 x
Fr.
3'274.
--
) (vgl.
Urk.
7/112). Es entspricht einer zumutbaren, die R
estarbeitsfähigkeit bestmöglich
verwertenden Leistung.
4
.5
Die aus dem Einkommensvergleich resultierende Erwerbseinbusse beträgt dem
nach
Fr.
28'374
.
55
(
Valideneinkommen
von
Fr.
70'936
.
55
abzüglich Invaliden
ein
kommen von
Fr.
42'562.--), was einem Invaliditätsgrad von
gerade
40
%
ent
spricht
(zur Rundungsproblematik; BGE 130 V 121)
.
Damit erweist sich die Zu
spre
chung einer
Viertelsrente
ab
1.
Dezember 2018 als rechtens.
5.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
600.--
festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).