Decision ID: da1bc532-0637-414a-9223-5534496c6006
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
X._
, geboren 1980, studierte
im
Y._
Sport
(Urk. 12/18/4) und ar
beitete zuletzt
vom 1. August 2011 bis zum 31. August 2013
in der
Z._
bei der Magazine zum
Z._
AG
in einem 80%
-
Pensum
(Urk. 12/26).
Seit dem
25. März 2013
wurde er zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben (
Urk. 12/15,
Urk.
12
/
50
/
2
).
Am 23
.
Mai 2013
meldete er sich erstmals bei der Sozialversi
che
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
zum Leistungsbezug an (Urk. 12/4).
Zu seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung gab er an, er sei krank und habe Beschwerden am Nacken und an der Wirbel
säule (Urk. 12/4/5).
Per 31. August 2013 löste die Magazine zum
Z._
AG das Arbeitsverhältnis auf
(Urk. 12/26/6).
Die
IV-Stelle
nahm
erwerbliche
(
Urk. 12/10,
Urk. 12/14,
12/16-19,
Urk. 12/24, Urk. 12/26
,
Urk. 12/32, Urk. 12/46-47
) und medizinische (
Urk. 12/50
,
Urk. 12/59
)
Abklärungen vor
.
Zudem
holte
sie
die Akten der
Kran
kentag
geldversicherung
S
WICA
ein
(Urk. 12/25,
Urk. 12/55
,
Urk. 12/59
/8-9
)
, worunter sich insbesondere das von
dieser
in Auftrag gegebene medizinische Gutachten
des
A._
der me
dizinischen Fachrichtungen Neurologi
e und Psychiatrie
,
vom 30. Oktober respe
k
tive 14. November 2013 befindet
(vgl.
Urk. 12/55
)
.
Mit Vorbescheid vom 8. Mai 2014 s
tellte
die IV-Stelle
die Abweisung des
Leistungsbegehren
s
in Aussicht
(Urk. 12/73). Gegen den Vorbescheid
erhob der Versicherte
Einwand (
Urk. 12/74
-75
,
Urk. 12/77
-
79
, Urk. 12/81
).
Mit Verfügung vom 25. Juli 2014
verneinte
die IV-Stelle
einen Rentenanspruch
(Urk. 12/84 = Urk. 2).
Die IV-Stelle begründete ihren abschlägigen Rentenentscheid damit, dass der Versicherte
in
seine
r
bis
herige
n
Tätigkeit als Barmitarbeiter zu 40 % eingeschränkt sei.
Jedoch
seien ihm behinderungsangepasste Tätigkeiten
(wechselbelastend, körperlich leicht bis mittelschwer, ohne körperliche Zwangs
haltungen, ohne Überkopfarbeit, ohne offene und einsehbare Arbeiten und ohne häufige Kundenkontakte) zu 100 % zumutbar, was im Rahmen des Ein
kommensvergleichs zu einem Invaliditätsgrad von 0 % führe (Urk. 2 S. 2)
.
2.
Gegen die Verfügung vom 25. Juli 2014 erhob der Versicherte am 2
0. August
2014 Beschwerde (Urk. 1/1, Urk. 1/2)
. Sinngemäss beantragte er
die Zuspre
chung
eine
r
Invalidenrente
, da
er wirklich krank
sei
und seine Gesundheit immer schlechter
werde
.
Eventualiter sei ein polydisziplinäres Gutachten einzu
holen.
Zudem stellte er ein Gesuch um Gewährung der
unentgeltliche
n
Pro
zessführung
(Urk. 1/1)
.
In der Beschwerdeantwort vom 3. November 2014 (Urk. 11) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 13. November 2014 bewilligte das Gericht die unentgeltliche Prozessfüh
rung
und stellte
dem Beschwerdeführer
die Beschwerdeantwort zur Kenntnis
nahme zu (Urk. 13).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Ge
burts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
ti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
lie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend ob
jektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung
einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen
Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten
Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E.
1.2 mit Hin
wei
sen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Dem Arztbericht von Dr. med.
B._
, Facharzt für Urologie FMH und Spezialist für operative Urologie
, vom 23. Mai 2012 sind als Diagnosen lästige Erektionen zu entnehmen.
De
r Hormonstatus zeige keinerlei Auffälligkeiten,
insbesondere keine Testosteronerhöhung. Die medikamentösen Therapieversu
che
mit Librax und Finasterid hätten keine wesentliche Besserung gezeigt. Bei unauffälligem Hormonstatus habe er nun eine Psychotherapie empfohlen (Urk. 12/2
/1
).
2.2
Am 7. Februar 2013
wurde
im
P._
ein MRI der
Halswirbelsäule
durchgeführt
.
Dieses
ergab
eine
monoseg
mentale Osteochon
drose
C5/C6 mit Endplattenveränderungen
des
Typ Modic I sowie
eine
zirkuläre Band
scheibenvorwölbung mit
Betonung forami
nal links.
Auch wurden l
eichtgradige Unkovertebral- und Spondylarthrosen auf dieser Höhe mit mittelgradiger fora
minaler Stenose links und zumindest
eine
r
Reizung der austretenden Nerven
wurzel C6 links
festgestellt
.
Schliesslich be
stehe
k
eine
z
er
v
i
k
ale Myelopathie
(Urk. 12/3/5
)
.
Ein MRI der Lendenwirbelsäule und des lumbosakralen Übergangs
sowie des Iliosakralgelenks vom 2. November 2013 ergab
ein
en anlagebe
ding
ten
normal weiten
Spinalkanal, eine deutliche
Strec
khaltung der Lendenwirbelsäule
mit vollkommen aufgehobener Lordose. Wirbelkörperfrakturen bestanden nicht
, ebenso keine Diskopathie.
Das Iliosakralgelenk war beidseits regelrecht (Urk. 12/59/10).
2.
3
Das Stadtspital
C._
berichtete im Kurzaustrittsbericht Notfallstation Medizin
vom
16. März 2013 von muskuloskelletalen Thoraxschmerzen. Aufgrund der Symp
tome, sowie der auf Druck auslösbaren Symptomatik und der Befunde seien die Schmerzen muskuloskelletal bedingt. Es bestünden keine Hinweise auf eine kardiale Genese bei fehlendem Angor sowie fehlendem Risi
koprofil
(Urk. 12/2/5)
.
2.
4
Dem Bericht des
Zentrum
s
für Wirbelsäulenmedizin
D._
vom 18. März 2013
ist als Diagnose eine chronische Zervikalgie bei mässiger Degeneration C5/C6 zu entnehmen
. Klinisch zeige sich ein regu
l
äres sagittales und frontales Profil. Es bestehe eine exquisite Druckdolenz über dem Dornfortsatz C7, die paraver
te
brale Muskulatur sei deutlich verhärtet. Es bestehe ein endgradiger Bewegungs
schmerz bei regulärer Funktion. Der Neurostatus sei unauffällig.
Neuroradio
lo
gisch
zeige sich eine unisegmentale Pathologie, nämlich eine schon deutliche Osteochondrose C5
/
C6 mit positiven Modic Zeichen. Zusätzlich
bestehe eine Diskusprotrusion mit einer Ausdehnung des Diskus nach in
traforaminal links, wobei kein klinisches Korrelat dazu bestehe. Auch
bestehe eine lokale kypho
tische Fehlstellung aufgrund des ventral betonten Degenerati
onsprozesses
(Urk. 12/56/1).
Einem weiteren
Bericht vom 3. April 2013
ist die
selbe Diagnose
zu entnehmen (vgl. Urk. 12/3/1)
.
Als Befund wurde
n
ein ausge
prägter segmen
taler Reizzustand der untersten Halswirbelsäule
vertebral und paravertebral
um den
z
ervi
k
othora
k
alen Übergang sowie ein leichter Pannus festgehalten.
Der Beschwerdeführer sei seit zehn Tagen
und bis
zu
m 21. April 2013
zu
100 % arbeitsunfähig (Urk. 12/3/2).
2.
5
Dem Arztbericht von Dr. med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH
,
vom 18. Juni 2013 sind als Diagnosen eine Diskushernie mit Foramenste
nose C6/5,
ein Hexenschuss
, linksseitige Thoraxschmerzen
und
lästige Erektio
nen zu entnehmen.
Der Beschwerdeführer sei am derzeitigen Arbeitsplatz
seit dem 25. März 2013 und bis auf
We
iteres
zu 100 % arbeitsunfähig, weil
er
dort
schwere Lasten
heben müsse
.
Die Arbeitsunfähigkeit sei vor allem durch die Probleme
an
der Halswirbelsäule und d
ie
Depression bedingt.
Der Beschwerde
führer
sollte eine Stelle mit weniger körperlicher Belastung finden.
Bei allen leichteren Arbeite
n
mit wechselnde
n
Körperstellungen
, S
itzen,
S
tehen,
G
ehen o
hne
T
ragen von Lasten von mehr als zwei Kilogramm, sei
eine
berufliche Tä
tigkeit mit einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ab dem 1. Juli 2013 möglich. Wegen der psychischen Situation
des Beschwerdeführers
sei
am Anfang
von einem vollen Pensum abzusehen (Urk. 12/25/12-13).
In einem weiteren Arztbericht vom 29. Oktober 2013 hielt Dr.
E._
dieselben Diagnosen wie im Bericht vom 18. Juni 2013 fest. Neu nannte e
r
eine
zunehmende
Angststörung/Depression
mit Phobie und
einer
Vereinsamungsproblematik seit 2010 (Urk. 12/50
/1
). Zur Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit wurde wiederum eine 100%ige
Einschränkung
seit dem 25. März 2013 festgehalten
(Urk. 12/50/2)
. Zurzeit sei dem
Beschwerdeführer auch keine behinderungsangepasste Tätigkeit zumutbar. Langfristig sei jedoch die Wiederaufnahme einer Tätigkeit wahr
schein
lich (Urk.
12/50/3)
.
Der Beschwerdeführer sei seit dem 1. März 2013
im
Konzentrations
-
und
Auffassungsvermögen, in
der
Anpassungsfähigkeit und der Belastbarkeit eingeschränkt. Auch sei er nicht fahrtauglich. Solange die soziale Phobie bestehe, sei ihm
keine
Tätigkeit zumutbar (Urk. 12/50/4).
2.6
2.
6
.1
Die
Taggeldversicherung
des Beschwerdeführers, die
SWICA Krankenversiche
rung AG
, gab
beim
A._
ein
neurologisches sowie ein psychiatrisches
Gutachten
in Auftrag
.
Dabei wurde der Beschwerdeführer am 30. August 2013 von Dr. med.
F._
, Facharzt für Neurologie FMH, Zertifizie
r
ter medizinischer Gutachter SIM
,
und am 13. September 2013 von Dr. med.
G._
, Facharzt für Psy
chiatrie
und
Psychotherapie FMH,
untersucht
(Urk. 12/55)
.
2.
6
.2
Dem
n
eurologischen Gutachten vom 30. Oktober 2013
sind folgende Diagnosen zu entnehmen (Urk. 12/55/16):
1.
Kopfschmerzen vom Spannungstyp;
2.
Nacken-/Schulterschmerzen linksbetont, bei im MRI der
Halswirbelsäule
vom 7. Februar 2013 gesicherten mässig ausgeprägten degenerativen
Ver
änderungen der
Halswirbelsäule
, ohne Nachweis einer radikulären
Irri
tation oder radikulären Läsion
;
3.
Thoraxschmerzen links ohne Anhalt für eine kardiale Genese, am ehesten
muskuloskelettal, ebenfalls ohne Anhalt für eine Radikulopathie;
4.
Kreuzschmerzen ohne Anhalt für eine Irritation oder Läsion der lumbalen
Nervenwurzeln;
5.
Unerwünschte Erektion ohne Anhalt für eine organpathologische
Ursache.
Bezüglich der Schmerz
symptomatik
ergebe sich hier insgesamt eine deutliche
Diskrepanz zwischen den subjektiv vorgetragenen Beschwerden und den objek
tiv
zu erhebenden Befunden sowie der Verhaltensbeobachtung. Der Beschwer
de
führer habe während der Exploration angegeben, er habe aktuell Schmerzen der Intensität VAS 8-9/1
0.
Es sei allerdings während der gesamten Exploration kein Schmerz- oder Schonverhalten beobachtbar gewesen
. In der Untersuchung habe sich eine motivational bedingte Minderinnervation der Armmuskulatur gezeigt. Diese sei mit den in der Verhaltensbeobachtung gesehenen spontanen Bewe
gungen
nicht kompatibel
gewesen. Auch die in der Untersuchungssituation de
mon
strierte Blockade der
Halswirbelsäule
sei mit den Spontanbewegungen wäh
rend der Exploration
nicht kompatibel gewesen
.
Insgesamt zeige sich hier eine d
eutliche Verunsicherung des Beschwerdeführers, die zu einer erheblichen Dekon
ditionalisierung und Selbstlimitierung führe. Dazu zeige sich im psycho
pathologischen Befund eine subdepressive Stimmung (Urk. 12/55/18).
Zusammenfassend w
u
rde festgestellt, dass sich beim Beschwerdeführer ausser einem Spannungskopfschmerz keine neurologischen Erk
r
ankungen diagnosti
zie
ren
l
ie
ssen
. Eine radikuläre Irritation oder Läsion habe sich weder an der
Hals- noch an
der Brust-
noch an der
Lendenwirbelsäule
nachweisen lassen. Auf
rein neurologischem Fachgebiet bestehe somit keine wesentliche Leis
tungs
min
derung und es ergebe sich somit keine dauerhaft
anhaltende Arbeits
unfähigkeit.
Aufgrund der Dekonditionierung bei Schmerzen an der Hals- und Lendenwir
bel
säule sollte ein intensives Übungsprogramm mit aktiver Physio
therapie oder stationärer Reha-Massnahme durchgeführt werden. Ausserdem bedürfe es einer Edukationsmassnahme, um dem Beschwerdeführer klar zu ma
chen, dass er seinen Nacken aktiv bewegen müsse. Inwieweit sich eine volle Belastbarkeit erreichen lasse, sei derzeit unsicher.
Aufgrund der Situation am Bewegungs
appa
rat sollten Arbeiten mit Heben und Tragen
von
schwere
n
Las
ten, Über
kopf
arbeiten und Arbeiten in Zwangshaltungen vermieden werden. Für diese Tätig
keit
en
sei der Beschwerdeführer derzeit nicht einsetzbar. Für wech
selbelastende
Arbeiten, mit leichter bis mittelschwerer körperlicher Tätigkeit sei der Be
schwer
deführer bei vollem
Zeitpensum
zu 100 % einsetzbar (Urk. 12/55/18).
2.
6
.3
Dr.
G._
hielt in seinem
psychiatrischen
Gutachten vom 14. November 2013 als Diagnose
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
eine chronische Schmerzstö
rung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD
10 F45.41)
fest.
Als Diag
nose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte er
ein
en
Verdacht auf das Vor
liegen einer somatoformen autonomen Funktionsstörung des Urogenitalen Systems (ICD 10 F45.3
4
) mit reaktiver psychopathologischer Symptomatik, die zeitweilig die Kriterien einer Anpassungsstörung (
ICD 10
F43.2) erfüllt habe (Urk. 12/55/39).
Zur Arbeitsfähigkeit
wurde ausgeführt, dass beim Beschwerdeführer aufgrund der erhobenen Befunde ein psychischer Leidenszustand mit einem Krankheits
wert vorgefunden werde, der Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Bei einer depressiv-gehemmt-resignierten Symptomatik und einer ängstlich-beklemmen
den Unruhe komme es vor allem aufgrund der Antriebsminderung, des Interes
severlustes, der Einschränkung des affektiven Erlebens und der angstbe
ding
t
en Einengung der kognitiven Leistungsfähigkeit zu einer krankheitsbe
dingten Ein
schränkung des Leistungsve
rmögens. Dieser Aspekt sei i
m bis
herigen Beruf des
Beschwerdeführers als Barmitarbeiter wirksam, sodass mit ei
ner Einschränkung
der psychophysischen Leistungsfähigkeit gerechnet werden müsse, die eine Arbeits
unfähigkeit von 40 % (bezogen auf ein 100 % Pensum) begründe. Vor
allem Tätigkeiten, welche in einem engen zwischenmenschlichen Kontakt
erfol
g
ten
(Kundenkontakte, Bedienung in einem Laden, Service etc.)
,
seien derzeit nicht
realisierbar, da diese eine Triggerung der affektiven Belas
tung (Beschä
mung, Misstrauen bis mögliche paranoid anmutende Verarbeitung) und damit einher
gehend dysfunktionale Verhaltensweisen förderten (Urk. 12/55/41).
In Bezug auf
die psychologischen Voraussetzungen seien unter den derzeitigen Bedingungen Arbeiten zumutbar,
bei
welchen der Beschwerde
führer
seine Arbeit weitgehend allein
erledigen könne
und
nur flüchtigen Kontakt mit Mitarbeitern
habe.
W
enn möglich
sollte der
Arbeitsplatz nicht
für
viele Personen einsehbar sei
n.
Ein
offe
ner Zubereitungs- oder Rüstbereich in ei
nem Gastro
nomie
betrieb oder Arbei
ten hinter einer Theke in einem Laden seien nicht geeignet (Urk. 12/55/42).
2.
7
Dr. med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH,
berichtete am 2. Januar 2014 von einer Depres
s
ion (ICD 10 F32.11) sowie einer Sozialen Phobie
(
ICD 10 F40.1
), die seit 2013 bestünden
(Urk. 12/59/1)
.
Der Be
schwerdeführer sei seit März 2013 und bis heute zu 100 % in seiner zuletzt aus
geübten Tätigkeit arbeitsunfähig. Aufgrund der Depression und der sozialen Phobie könne er nicht mit anderen Menschen zusammenarbeiten. Er könne schwere Lasten
we
der
heben noch tragen. Auch könne er nicht über Kopf und in Zwangshaltungen arbeiten (Urk. 12/59/
2
).
Es könne mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit in einem 100 % Pensum gerechnet werden, sofern der Beschwerdeführer alleine arbeiten könne
und nur
flüchtigen Kontakt zu ande
ren Mitarbeitern
habe
(Urk. 12/59/3)
.
2.
8
Bei der
Gastroenterologie
J._
wurde am 20. Mai 2014 eine Ösophago-
Gastro-Duodenoskopie durchgeführt. Die Beurteilung ergab eine deutliche
e
ro
sive
Gastritis.
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Gastroenterologie und Innere Medizin FMH
,
empf
ahl
für drei bis vier Wochen die PPI Therapie kontinuierlich fortzuf
ü
hren (Urk. 12/78/3).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob dem Beschwerdeführer eine Rente der Invali
den
ver
sicherung zusteht. Im Hinblick auf einen allfälligen Rentenan
spruch der Inva
lidenversicherung ist zunächst zu prüfen, inwiefern der Be
schwerdeführer aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen in seinem beruf
lichen Leistungs
vermögen eingeschränkt ist.
3.2
Hinsichtlich der objektivierbaren körperlichen Beeinträchtigungen erachtete die Beschwerdegegnerin nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD; Stellungnahme vom
24. April 2014, Urk. 12/71/3-4) das neurologische Gut
achten von Dr.
F._
vom 30. Oktober 2013 (
Urk. 12/55, vgl.
E. 2.
6
.2) als massgebend.
Es
berücksichtigt die Vorakten sowie die geklagten Be
schwer
den und beruht auf einer
klinischen
und einer bildgebenden Untersu
chung
.
D
ie Darlegung der medizinischen Verhältnisse und die Begründung der Schlussfol
ge
rungen sind nachvollziehbar
, weshalb darauf abzustellen ist.
Als Diagnosen liegen somit Kopfschmerzen vom Spannungstyp, Nacken-/Schulterschmerzen linksbetont, bei im MRI der
Halswirbelsäule
vom 7. Februar 2013 gesicherten mässig ausgeprägten degenerativen Veränderungen der
Hals
wirbelsäule
, ohne Nach
weis einer radikulären Irritation oder radikulären Läsion, Thoraxschmerzen links ohne Anhalt für eine kardiale Genese, am ehesten mus
kuloskelettal, eben
falls ohne Anhalt für eine Radikulopathie, Kreuzschmerzen ohne Anhalt für eine Irritation oder Läsion der lumbalen Nervenwurzeln sowie unerwünschte Erek
tion
en
ohne Anhalt für
eine organpathologische Ursache
vor (
Urk. 12/55/16
).
Dr.
F._
hielt fest, dass aufgrund der Situation am Bewegungsapparat Arbeiten mit Heben und Tragen schwerer Lasten, Überkopfarbeiten und Arbei
ten in Zwangshaltungen vermieden werden sollten. Für diese Tätigkeiten sei der Beschwerdeführer derzeit nicht einsetzbar. Für wechselbelastende Arbeiten, mit leichter bis mittelschwerer körperlicher Tätigkeit sei der Beschwerdeführer bei vollem Pensum zu 100 % einsetzbar (Urk. 12/55/18).
Diese Arbeitsfähigkeit ist aufgrund der gestellten Diagnosen nachvollziehbar und darauf ist abzustellen.
3.
3
Die psychischen Diagnosen stützte die
Beschwerdegegnerin
auf das
psychiatri
sche
Gutachten von Dr.
G._
vom 14. November 2013
(vgl.
Urk. 12/71/3)
.
Dieser nannte als Diagnose
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren ICD 10
F45.41 (Urk. 12/55/39, vgl. E
.
2.
6
.3). Dieses Gutachten beruht ebenfalls auf der ge
samten Aktenlage, berück
sichtigt die anamnestischen Angaben des Beschwer
deführers und beruht auf eigenen Untersuchungen. Die gezogenen Schlussfol
gerungen sind schlüssig und
nachvollziehbar. Das Gutachten erfüllt
somit die
praxisgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entschei
dungsgrundlage,
weshalb
ihm zu folgen
ist
.
Dr.
G._
ging von einer
40%
igen Arbeitsunfähigkeit
bezogen auf ein 100%
iges
Pensum
in der bisherigen Tätigkeit aus
.
Dies begründete er mit einer Antriebsminderung, einem Interesseverlust, einer Einschränkung des affektiven Erlebens und einer angstbedingten Einengung der kognitiven Leistungsfähigkeit aufgrund der depressiv-gehemmten-resignierten Symptomatik und einer ängst
lich-beklemmenden Unruhe
(Urk. 12/55/41).
U
nter den derzeitigen Bedingungen
seien lediglich
Tätigke
iten zumutbar,
bei
welchen der Bes
chwerdeführer weit
gehend allein
a
rbeiten könne
und
nur
f
lüchtigen Kontakt
zu
Mitarbei
tern
habe.
W
enn möglich
sollte er
eine
n
Arbeitsplatz
haben
, welcher nicht
für
viele Per
so
nen einsehbar sei (Urk. 12/55/42).
Die festgehaltene
n
Arbeitsfähig
keit
en für
s
eine bisherige Tätigkeit als auch für eine leidensangepasste Tätigkeit
sind
aufgrund der gestellten Diagnosen nach
voll
ziehbar und davon ist auszuge
hen.
Die
Annahme
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätig
keit
stimmt überdies mit den Ausführungen von Dr.
H._
überein,
wel
cher festhielt, dass
mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit in einem 100%
-
Pensum gerechnet werden
könne
, sofern der Beschwerdeführer alleine arbeiten könne
und nur
flüchtige Kontakte zu anderen Mitarbeitern
habe
(Urk. 12/59/3
, vgl. E
. 2.
7
)
.
3.4
Insgesamt ist somit
aufgrund des
neurologischen und
des
psychia
trischen Gut
ach
ten
s
(Urk. 12/55)
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der ange
stam
mten
Tätigkeit und von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer lei
densan
ge
passten Tätigkeit
auszugehen
.
Diesen Angaben widersprechen einzig die beiden
Arztberichte von Dr.
E._
vom
18. Juni 2013
(Urk. 12/25/
12-13)
und vom 29. Oktober 2013
(Urk. 12/50)
.
I
n
seinem
ersten Bericht attestierte
er ab dem 1. Juli 2013
eine
50%ige Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
. Dazu führte er aus, dass auf
grund der psychischen Situation am Anfang von einem vollen Pensum abzuse
hen
sei (Urk. 12/25/12-13).
Es
kann offen bleiben, ob
der Beschwerde
führer ab dem 1. Juli 2013 in einer leidensangepassten Tätigkeit
nur
zu 50 % arbeitsfähig
war,
da
die Beschwerdegegnerin gestützt auf die beim Neurologi
cum
ein
gehol
ten Gutachten erst ab September 2013 von einer 100%igen Arbeits
fähig
keit in einer leidensangepassten Tätigkeit ausging (Urk. 12/71/4)
.
D
ie von Dr.
E._
attestierte Arbeitsfähigkeit
schliesst
eine
Steigerung
ab September 2013
nicht
aus
.
Im späteren Bericht vom 29. Oktober 2013 ging Dr.
E._
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten
Tätigkeit aus (Urk. 12/50/3). Dies
begründete er mit
der
zunehmenden
sozialen Phobie (Urk. 12/50/3-4).
Dem Arzt
bericht kann jedoch nicht entnommen werden, inwiefern sich der Gesund
heits
zustand des Beschwerdeführers seit der letzten Berichterstattung ver
schlechterte.
Da keine neue Diagnose hinzutrat
, weitere Befunde dem Bericht nicht zu ent
nehmen sind
und die
Angststörung/Depression mit Phobie und ei
ner Verein
samungsproblematik bereits seit 2010 besteht
, sind d
ie Angaben von Dr.
E._
zur Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar
. Ihnen kann deshalb nicht gefolgt werden.
D
aher
ist
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidens
ange
passten Tätigkeit auszugehen.
3.5
Die
Gastroenterologie
J._
stellte
am 20. Mai 2014 eine deutliche
e
rosive Gastritis
fest
(Urk. 12/78/3).
Die Beschwerdegegnerin führte dazu in ihrem Fest
stellungsblatt vom 25. Juli 2014 aus (Urk. 12/83/2), diese Diagnose stelle aus somatischer Sicht eine zeitlich begrenzte und kurativ erforderliche Konsequenz dar
. Es handle sich
jedoch
um
keinen dauerhaft relevanten Sachverhalt
, welcher einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe
. Deshalb seien damit auch keine
körperlich neuen, unberücksichtigten medizinischen Fakten/Tatsachen vorge
bracht
worden.
Diesen Ausführungen ist beizupflichten. Der zuständige Arzt Dr.
I._
machte
denn auch keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit und wies lediglich auf die
erfor
derliche,
zeitlich begrenzte Einnahme von Medikamenten hin.
3.
6
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf die Gutachten von Dr.
F._
und Dr.
G._
abzustellen ist und aufgrund der gestellten Diagno
sen
und den
erhobenen
Befunden
ab dem Begutachtungszeitpunkt im Septem
ber 2013 von
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tä
tigkeit auszu
gehen
ist. Die vom Beschwerdeführer mit der Beschwerde einge
reichten Ein
le
gerakten (Urk. 6/1-2) enthalten keine weiteren Arztberichte und sind bereits in den
Einlegerakten der Beschwerdegegnerin enthalten, weshalb darauf nicht wei
ter einzugehen ist. Aufgrund der Aktenlage erübrigen sich weitere Abklä
rungen, da alle geklagten Beschwerden anlässlich der
Erstellung der
Gutachten berück
sichtigt wurden.
Der von der Beschwerde
gegne
rin
durchge
führte Einkommens
vergleich wurde vom Beschwerdeführer nicht angefochten. Auf ihn kann ab
ge
stellt werden, zumal auch eine
Herabsetzung
des Invaliden
einkommens auf den Betrag
des
Valideneinkommen
s
zu keiner Invalidenrente führen würde.
D
ie Be
schwerde
ist daher
abzuweisen.
4
.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung
von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflich
tig
. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG). Sie sind auf Fr. 600.
--
festzu
setzen
. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterlie
genden
Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge der ihm gewährten unentgeltli
chen Pro
zessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Der Beschwer
deführer ist darauf hinzuweisen, dass er diesbezüglich laut
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) zur Nachzahlung ver
pflich
tet ist, sobald er dazu in der Lage ist.