Decision ID: a322ce98-059a-419d-97c3-3970487b42cd
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1964 geborene
X._
absolvierte in seiner mazedonischen Heimat eine Ausbildung zum Schlosser. Seit seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 1995 war er als Betriebsmitarbeiter in der Gussnachbehandlung
(Giesserei)
der
Y._ AG
tätig. Am
8.
Januar 2009 (Eingangsdatum)
meldete er sich unter Hinweis auf
rheumatologische Beschwerden bei der Sozialver
siche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/7).
Diese tätigte in der Folge medizinische und erwerbliche Abklärungen. Ab April 2010 unterstützte sie den Versicherten durch Arbeitsvermittlung (vgl.
Urk.
8/55) und von September bis Dezember 2010 mit einem Arbeitstraining im Stadtspital
Z._
(
Urk.
8/65).
Nachdem
die
berufliche
n
Massnahmen erfolglos
hatten
been
det w
erden müssen
(vgl.
Urk.
8/
75-
76)
,
sprach
die IV-Stelle
mit Verfügung vom
2
0.
April 2011
dem
Versicherte
n
ab August 2009
eine
Viertelsrente
der Invaliden
versicherung
zu
(Urk.
8/90). Dagegen liess
X._
beim hiesigen Gericht Beschwerde erheben. Mit Urteil vom 2
1.
März 201
2
wurde seine Beschwerde in dem Sinne gutgeheissen, dass die Sache
für weitere Abklärungen
an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde (
Urk.
8/100).
1.2
Die IV-Stelle tätigte in der Folge weitere erwerbliche Abklärungen und liess den Versicherten rheumatologisch (
Urk.
8/113) und psychiatrisch (
Urk.
8/116) begut
ach
ten. Gestützt darauf kam sie zum Schluss, dass kein Rentenanspruch ausge
wiesen sei und verfügte im entsprechenden Sinne (
Verfügung vom 1
1.
Juli 2013,
Urk.
8/126). Dagegen liess
X._
erneut Beschwerde beim hiesigen Ge
richt erheben. Mit Urteil vom 3
0.
November 2013 wurde die Beschwerde abge
wie
sen und festgestellt, dass
bei einer Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätig
keit von 75 %
und mithin bei einem Invaliditätsgrad von 25 %
kein An
spruch auf eine Rente der Invalidenversicherung besteh
e
(
Urk.
8/129).
1.3
Am 1
6.
Mai 2014
(Eingangsdatum)
meldete sich
X._
erneut zum Leis
tungsbezug bei der IV-Stelle an, da sich sein Gesundheitszu
stand verschlechtert habe (Urk.
8/132).
Auf dieses Leistungsbegehren trat die IV-Stelle mangels Glaub
haftmachung einer relevanten Gesundheitsschädigung nicht ein (
Verfügung vom 2
2.
August 2014,
Urk. 8/135).
1.4
Am
2
8.
Mai 2015 (Eingangsdatum) meldete sich
der Versicherte
abermals zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle an (
Urk.
8/136
-137
).
Nachdem die
se
zunäch
st mittels Vorbescheid mitgeteilt hatte
, sie gedenke mangels Glaubhaftmachung einer relevanten Gesundheitsschädigung nicht auf das Leistungsgesuch einzu
treten (
Urk.
8/143),
veranlasste sie gestützt auf den
Einwand des Versicherten (
Urk.
8/144 und 8/147)
eine
polydisziplinär
e
B
egutacht
ung
(Gutachten vom
2
7.
Februar
2017,
Urk.
8/184). Mit Vorbescheid
vom 26.
April 2017 teilte sie dem Versicherten mit, dass sie sein Leistungsbegehren voraussichtlich abweisen werde (
Urk.
8/185), wogegen dieser Einwand er
hob (Urk.
8/190, 8/193 und 8/201). Am 2
3.
August 2017 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinn und wies das Leis
tungsbegehren des Versicherten ab (
Urk.
2 [=
Urk.
8/203]).
2.
Dagegen liess
X._
am 2
1.
September 2017 Beschwerde (
Urk.
1) erhe
ben und beantrag
en
, es sei ihm
eine ganze Rente auszurichten; eventualiter sei die Sache zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
Rechtsverbeiständung
in der Person von Rechtsanwalt Bernhard
Zollinger
. In ihrer Beschwerdeantwort vom 3
0.
Oktober 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7)
, was dem Beschwerdeführer am
1.
Novem
ber 2017 mitgeteilt wurde (Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente
w
egen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen,
dass sich der Grad der Invalidität
der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Inva
liditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad
seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbe
grün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung
(
Urk.
2) damit, gemäss
dem eingeholten Gutachten wäre
lediglich in psychiatrischer Hinsicht eine Veränderung des Gesundheitszustandes
möglich
. Allerdings könne die Ver
schlechterung nicht klar benannt werden. Die psychiatrische Einschränkung werde mit 43 % beziffert
,
was nicht nachvollziehbar sei, da einerseits nur eine leichtgradige Depression vorliege und andererseits die geschilderten Beschwerden im Widerspruch zu den Untersuchungsergebnissen st
ünden
.
Es sei davon auszu
gehen, dass dem Beschwerdeführer wie bis anhin leichte körperliche Tätigkeiten vollumfänglich zumutbar seien und ein Invaliditätsgrad von 25 % bestehe. Die vom Beschwerdeführer aufgelegten Berichte würden keine neuen medizinischen Tatsachen nennen und würden zu keiner anderslautenden Einschätzung führen. Ausschlaggebend sei zudem, dass die Erkrankung des Beschwerdeführers noch nicht austherapiert sei, was in der Regel keinen Anspruch auf eine Invalidenrente zu begründen vermöge.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend (
Urk.
1), gemäss Gutachten leide er unter eine
m
chronisch depressiven Zustandsbild, einer Schmerzverar
bei
tungsstörung, einem
chronifizierten
lumbo
- und
zervikospondylogenen
Schmerz
syndrom und einem generalisierten
myofascialen
Schmerzsyndrom, weswegen er in seiner angestammten Tätigkeit nic
ht mehr und in einer angepassten
Tätigkeit lediglich noch zu 56 % arbeitsfähig sei. Da er mit einer solchen Teilarbeits
tätig
keit nicht in der Lage sei
,
dasselbe Einkommen wie ein Gesunder zu erzielen, sei ihm zusätzlich ein leidensbedingter Abzug von 25 % zu gewähren. Der Invalidi
tätsgrad betrage infolgedessen mindestens 75 %, womit er Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung habe. Wenn keine Rente gesprochen werde,
so sei die Sache
weiter abzuklären.
3.
3.1
Ob eine anspruchsrelevante Änderung eingetreten ist, beurteilt sich im Vergleich des Sachverhal
tes wie er sich im Zeitpunkt der
leistungsverneinenden
Verfügung vom
1
1.
Juli
2013 (
Urk.
8/12
6
) präsentierte, mit jenem, welcher der nun ange
foch
tenen Verfügung vom 2
3.
August 2017 (
Urk.
2) zugrunde liegt.
3.2
Im Urteil vom 3
0.
November 2013 (
Urk.
8/129)
, mit welchem die Verfügung vom 1
1.
Juli 2013 bestätigt wurde,
wurde davon ausgegangen, dass dem Beschwerde
führer die angestammte Tätigkeit in der Giesserei zu 75 % und eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei. Gestützt darauf resultierte ein rentenaus
schliessender Invaliditätsgrad von 25 % (
Urk.
8/129/9). Für die Einschätzung
dieser Arbeitsfähigkeit stütz
t
e das Gericht auf die Gutachten der
Dres
. Dr.
med.
A._
, Fachärztin für innere Medizin
, spezialisiert auf
Rheumaerkran
kungen
vom 2
1.
Dezember 2012
(
Urk.
8/113)
, und Dr. med.
B._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
vom
9.
Januar 2013
(
Urk.
8/116)
ab. Diesen zufolge bestand damals zusammengefasst nachfolgender Sachverhalt:
3.2.1
Anlässlich der Untersuchung bei
Dr.
A._
klagte der Beschwerdeführer über Schmerzen am ganzen Körper (
Urk.
8/113/47). Als er 16 Jahre alt gewesen sei, habe er zudem eine Verletzung am linken Auge erlitten
, welche operative Ein
griffe erforderlich gemacht habe
. In der klin
ischen Untersuchung stellte Dr.
A._
eine Adipositas (Grad I) als wesentlichsten Befund fest. Die Wirbel
säule präsentierte sich normal beweglich und die Muskulatur war nicht verspannt. In der MRI Untersuchung seien aber mässige degenerative Veränderungen der Wirbelsäule festzustellen gewesen, jedoch ohne Entzündungen. Diskushernien oder Nervenwurzelkompressionen seien nicht vorhanden. Die Befunde erklärten das Ausmass der
geklagten
Beschwerden nicht. Klinisch, bildgebend und in der Blutuntersuchung liessen sich keine Hinweise auf eine entzündliche
rheumatische Erkrankung finden
(vgl.
Urk.
8/113/49-54)
.
Sämtliche Tender-Points sowie alle Kontrollpunkte
seien
positiv (
Urk.
8/113/56).
Dr.
A._
diagnostizierte (
Urk.
8/113/55)
-
ein
Panvertebralsyndrom
mit leichten bis mässigen degenerativen Ver
änderungen der Wirbelsäule ohne Diskushernien und Nervenwurzel
kom
pressionen, sowie
-
einen Status nach Verletzung des linken Auges mit konsekutivem Strabismus
convergens
links, Implantation einer
Hinterkamm
e
rlinse
und operativer Korrektur zweier Augenmuskeln.
3.2.2
In der psychiatrischen Exploration schilderte der Beschwerdeführer
,
er spüre eine Unzufriedenheit in seinem Leben. Er merke häufig, dass ihn alles störe, auch andere Menschen. Seine Schwester und seine Freunde würden ihn besuchen, er selber gehe jedoch selten zu ihnen. Zuhause schaue er meist fern, lese ein wenig und mache seine Übungen gegen die Schmerzen. Ihm sei langweilig. Er habe alles versucht um die Schmerzen zu bekämpfen, müsse sich nun aber damit abfinden, dass man ihm nicht helfen könne. Er fühle sich depressiv, was sich dadurch äussere, dass er eine Blockade im Nacke
n und einen Druck in der Brust spüre; er sei streitsüchtig und meide andere Menschen (
Urk.
8/116/4-5).
Dr.
B._
hielt fest
,
im Rahmen der
muskuloskelettären
Schmerzen und des
zusätzlich verzögerten Versicherungsverfahrens sei es beim Beschwerdeführer se
it
2009 zum Ausbruch einer leichten Anpassungsstörung mit Sorgen, Anspann
ungen
, Ärger und Stimmungseinbrüchen gekommen, die aber aktenmässig (Bericht des
Psychiatriezentrums
C._
) seine Arbeitsfähigkeit nie beeinflusst bzw. eingeschränkt habe. Auch anlässlich der Exploration vom 14. November 2012 habe beim Beschwerdeführer objektiv eine leichte Form der Anpassungsstörung
mit Sorgen, Anspannungen, Ärger und Stimmungseinbrüchen diagnostiziert werden
können, die aber bei objektiv uneingeschränkten psychokognitiven Funk
tionen (Gedächtnisfunktionen, Konzentrationsvermögen, Auffassungsvermögen, Merkfähigkeit, Gedankengang bzw. geistige Flexibilität, psychische Belastbarkeit, Antrieb und Psychomotorik) die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht einschränke (
Urk.
8/116/7).
3.3
Im Rahmen des aktuellen Verfahrens (Neuanmeldung vom 2
8.
Mai
2015, Urk. 6/136) wurde bei der
Medas
D._
ein Gutachten ein
geholt (Gutachten vom 2
7.
Februar 2017,
Urk.
8/184).
3.3.1
In der (internistischen) Exploration beric
htete der Beschwerdeführer
, er habe mit rund 17 Jahren eine Verletzung an seinem linken Auge erlitten. Seit etwa 2005 leide er deswegen unter Doppelbildern und häufigen Kopfschmerzen. Seit 2008 verspüre er Schmerzen, welche zunächst im Nacken und später auch im Rücken zu spüren gewesen seien.
Damals sei von Entzündungen die Rede gewesen. Nun sei es etwas besser. Seit etwa 2009 befinde er sich auch in psychiatrischer Be
handlung; 2015 habe er sich stationär in der
K
linik
E._
behandeln lasse, was erfolgreich gewesen sei. Aktuell hätten sich die Kopfschmerzen gebessert, er sehe jedoch immer noch Doppelbilder. Sein Hauptproblem seien jedoch die täg
lichen Schmerzen im Nacken, Rücken und dem linken Oberschenkel. Er habe kein schönes Leben mehr, denn er
fühle sich nutzlos (
Urk.
8/184/19).
Befundlich
wurde im Wesentlichen ein übergewichtiger Ernährungszustand mit einem BMI von 32 festgestellt (
Urk.
8/184/20).
3.3.2
Anlässlich der neurologischen Untersuchung klagte der Beschwerdeführer über die andauernden Schmerzen im Nacken, Rücken un
d linken Oberschenkel (Urk.
8/184/50).
Es
liessen sich keine Hinweise für eine neurologische Ursache der
Schmerzen finden. D
iese seien keiner
radikulären
oder weiter peripher gelegenen Nervenaffektion zuzuordnen. Im aktuellen MRI habe sich eine Kompression der Nervenwurzel C6/7 beidseits und C8 links gezeigt, was im Vergleich zur Vorun
ter
suchung vom 1
5.
November 2012 (Anm. Gutachten
Dr.
A._
) jedoch keine
r wesentlichen
Befunddynamik entspreche. Die
Befunde würden die Beschwerden nicht hinreichend erklären.
Dermatombezogene
Sensibilitätsstörungen, Paresen oder Atrophien der entsprechenden
Kenn
muskulatur hätten
sich nicht finden lassen. Auch die ergänzenden Neurographien und
Nadelmyographien
hätten einen Normalbefund gezeigt.
Die Schmerzen und Ausfallsymptomatik im linken Oberschenkel
würden daher am ehesten
einer
Meralgia
paraesthetica
entsprechen
,
also einer Nervenreizung, welche bei ausgeprägter Gewichtszunahme und zu enger Kleidung auftrete. Aus neurologischer Sicht bestehe daher eine Arbeits
fähigkeit von 100 % für adaptierte, rückenschonende Tätigkeiten. Dies, um einer
radikulären
Symptomatik im Zusammenhang mit den degenerativen zervikalen Wirbelsäulen
veränderungen vorzubeugen (Urk.
8/184/56-57).
3.3.3
Bei der psychiatrischen Exploration habe der Beschwerdeführer spontan keine psychischen Beschwerden beschrieben, sondern vielmehr auf seine Schmerzen im Nacken, Rücken und im Oberschenkel sowie auf seine Kopfschmerzen und das Doppelbildersehen hingewiesen. Nach psychischen Beschwerden befragt, habe der Beschwerdeführer angegeben, dass er kein schönes Leben mehr habe, er komme sich nutzlos vor und würde gerne wieder arbeiten gehen. Er möge keine Menschen um sich und habe sich immer mehr zurückgezogen. Alleine unter
nehme er manchmal noch Spaziergänge, ansonsten mache er kaum ausserhäus
liche Aktivitäten. Weder besuche er jemanden, noch erhalte er Besuche (
Urk.
8/184/63-64). In der Untersuchung präsentiere sich der Beschwerdeführer mit uneingeschränkter Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit, Wachheit, Durchhalte
ver
mögen, Sprachverhalten, Intelligenz und Auffassungsgabe. Er hinterlasse einen
adynamischen, deprimierten,
eher
in sich versunkenen und bewegungsarmen Ein
druck (
Urk.
8/184/64). Es bestehe eine mittel ausgeprägte depressive Verstim
mung, Reduktion von Freude und Interesse, vermindertes Selbstwertgefühl und sozialer Rückzug sowie ein leicht ausgeprägt verminderter Antrieb, gesteigerte Ermüdbarkeit und Hoffnungslosigkeit. Aufgrund der klinischen Befunderhebung liege daher ein leicht depressives Zustandsbild mit Krankheitswert vor (
Urk.
8/184/67). Das Verdeutlichen der Beschwerden sei augenscheinlich, ebenso eine Selbstlimit
i
erung
sowie eine Symptomausweitung
. Die Medikamentenspiegel würden unter der Nachweisbarkeitsgrenze liegen, was am
ehesten
mit einer feh
lenden Einnahme der Medikamente zu erklären sei
(Urk.
8/184/68).
Es bestehe ein
chronifiziertes
depressives Zustandsbild mit aktuell leichter depressiver Episode (ICD-10 F32.0) und eine Schmerzverarbeitungsstörung
im Sinne einer Entwick
lung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen
(ICD-10 F68.0).
Die ge
klagten Beschwerden sowohl psychischer als auch somatischer Art stünden im Widerspruch zum Ausprägungsgrad der psychischen und körperlichen Befunde. Das bewusstseinsferne Verdeutlichen, die Selbstlimitierung und die Symptomaus
weitung sei
en
Ausdruck der Schmerzverarbeitungsstörung (Urk. 8/184/69).
Die aus dem depressiven Zustandsbild resultierenden Funktionseinschränkungen wür
den die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers um 30 % vermindern, zusätz
lich werde die verbliebene Restarbeitsfähigkeit von 70 % aufgrund der schmerzbedingten qualitativen Einschränkungen im Umfang von 20 % einge
schränkt, weshalb gesamthaft eine Arbeitsunfähigkeit von 43 % resultiere
(
Urk.
8/184/72). Die medizinischen Massnahmen seien adäquat, wobei die Medi
ka
men
teneinnahme zu kontrollieren sei (
Urk.
8/184/73).
3.3.4
In der rheumatologischen Untersuchung klagte der Beschwerdeführer über Schmerzen
im Nacken und Schultergürtel sowie in der Gesässgegend mit Aus
strahlung in den rechten Oberschenkel und ein Taubheitsgefühl im linken Ober
schenkel. Eine Woche vor der Untersuchung sei in der Leistengegend eine Infil
tration vorgenommen worden, was aber zu
k
einer Schmerzabnahme geführt habe
. Ansonsten bestünden auch Beschwerden in den Knie
n
und Unterschenkeln, den Vorderarmen und den Fingern. Die Schmer
zen würden sich unter Belastung und anderen Faktoren wie beispielsweise Witterung und körperlichen Zwangshal
tungen verstärken. Der Beschwerdeführer sei noch in der Lage
,
die wichtigsten Haushaltstätigkeiten zu verrichten, mit seiner Frau
e
inkaufen zu
gehen und rund
20 bis 40 Minuten zu spazieren (
Urk.
8/184/78-79).
In der Untersuchung habe der
Beschwerdeführer schmerzhafte
Bewegungse
inschränkung
en
der Halswirbel
säule
,
b
ei Rumpfr
otation
im
lumbosakralen
Übergang sowie
an
der Lendenwirbelsäule gezeigt. Auch beim Nacken- und Schürzengriff habe der Beschwerdeführer Schmerzen geäussert.
Am Schultergürtel und im Bereich des
lumbosakralen
Über
gangs sei eine
Weichteildruckdolenz
festzustellen (
Urk.
8/184/80).
Für die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden stehe ein
chronifiziertes
lumbospondy
logenes
(ICD-10 M54.4) und
zervikospondylogenes
(ICD.10 M50.2) Schmerzsyn
drom im Vordergrund
mit Facettengelenksarthrosen L4 bis S1, einer degenera
tiven
Diskopathie
C5 bis C7 und möglichen Romanus-Läsionen an BWK12 bis LWK
1.
Ausserdem bestehe ein generalisiertes
myofasciales
Schmerzsyndrom des rechten Schultergürtels und des Beckengürtels (ICD-10 M79.00
), welches
Aus
druck einer muskulären
Dysbalance
sei.
In rheumatologischer Hinsicht sei eine weitgehend intakte funktionelle Kapazität der peripheren Gelenke festzuhalten mit einer allenfalls leichten Einschränkung der funktionellen Kapazität des Achsenskeletts. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit betrage daher 0 % während sie in einer angepassten Tätigkeit seit jeher 100 % betrage (
Urk.
8/184/81).
3.3.5
In der Gesamtschau hielten die Gutachter dafür,
dass der Beschwerdeführer auf
grund seiner somatischen Beschwerden seine
angestammte Tätigkeit als Gies
serei-Mitarbeiter nicht mehr ausüben könne, eine rückenschonende angepasste Tätigkeit jedoch zu 100 % möglich sei. Es ergebe sich jedoch eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit um 44 % aus psychischen Gründen. Diese Einschätzung entspreche auch den Vorbefunden, wobei der Schweregrad einer Depression zeitlichen Schwankunge
n unterliege (
Urk.
8/184/24). A
ufgrun
d der muskulären
D
ysbala
n
c
e
, der
Insertions
t
endopathien
und dem generalisierten
myofas
z
ialen
Schmerzsyndrom sei die zumutbare Belastbarkeit des Achsenskeletts reduziert.
Psychisch bestehe eine Funktionseinschränkung hinsichtlich des Temperaments, der Persönlichkeit, der Umgänglichkeit, der psychischen Stabilität, der Offenheit gegenüber neuen Erfahrungen, dem Selbstvertrauen, der Flexibilität und Umstel
lungsfähigkeit, der Durchhaltefähigkeit, der Selbstbehauptungsfähigkeit, der Kon
taktfähigkeit zu Dritten, der Gruppenfähigkeit und der Fähigkeit zu Spon
tanaktivitäten. Als invaliditätsfremde Faktoren bestünden eine längere Abwesen
heit vom Arbeitsmarkt, hohes Alter, fehlende Ausbildung und ein Migrations
hin
ter
grund. Eine sichere Aggravation sei nicht erkennbar,
dafür
ein Verdeutlichen der Beschwerden. Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung fänden sich nicht.
Subjektiv
stünden die somatischen Beschwerden
im Vordergrund
, welche sich jedoch nicht vollumfänglich objektivieren liessen. Die Beeinträchtigung bestehe in psychiatrischer Hinsicht. Persönliche Ressourcen seien kaum vorhanden.
Der Beschwerdeführer werde durch seine Söhne finanziell unterstützt und es bestehe eine stabile familiäre Situation
, aber ein
sozialer Rückzug. Die bisherige Therapie sei lege
artis
erfolgt, wobei die Medikamentenspiegel derzeit unter der Nach
weisbarkeitsgrenze liegen würden, was mit einer fehlenden Einnahme zu erklären sei
(
Urk.
8/184/25-28)
.
Eine Veränderung des Gesundheitszustandes seit der Ver
fügung vom 2
2.
August 2014 ergebe sich nur in psychiatrischer Hinsicht. So sei im Bericht vom 2
1.
April 2014 von einer mittelgradigen Depression die Rede, was eine Verschlechterung belege. Diese Verschlechterung lasse sich auch
den Berich
ten des behandel
nden Psychiaters aus den Jahren 2015/2016 entnehmen (
Urk.
8/184/30).
4.
4.1
Zu prüfen ist, ob der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers respektive dessen Auswirkungen auf seine Arbeitsfähigkeit seit Erlass der Verfügung vom 1
1.
Juli 2013 (
Urk.
8/126) eine anspruchsrelevante Änderung erfahren hat.
4.2
Das Gutachten der
Medas
D._
vom 2
7.
Februar 2017 basiert auf umfassenden internistischen, neurologischen, psychiatrischen und
rheu
matologischen Abklärungen und wurde in detaillierter Kenntnis der Vor
akte
n erstellt (vgl.
Urk.
8/184/3-17). Der Beschwerdeführer konnte seine Beschwer
den gegenüber sämtlichen Gutachtern schildern und wurde von diesen eingehend befragt (vgl.
Urk.
8/184/
19-20, 8/184/50-51, 8/184/63-64, 8/184/78-79).
Die Gut
achter legten die medizinischen Zusammenhänge dar und begründen ihre Schlussfolgerungen.
Mithin erfüllt das Gutachten die praxisgemässen formellen Kriterien für eine beweiswerte medizinische Expertise (vgl. E. 1.5), weshalb grundsätzlich darauf abgestellt werden kann.
4.2.1
In Bezug auf d
e
n
somatischen
Gesundheitszustand
ist gestützt auf das Gutachten von einer unveränderten Situation auszugehen (vgl.
Urk.
8/184/30). So hatte der Beschwerdeführer b
ereits 2012 über Schmerzen am ganzen Körper
geklagt und
Dr.
A._
stellte
schon
damals im MRI mässige degenerative Veränderungen an der Wirbelsäule und einen positiven Befund aller Tender-points fest (vgl. E.
3.2.1). Auch anlässlich der aktuellen Untersuchung äusserte der Beschwerde
führer Schmerzen vom Nacken über die Schultern und den Rücken bis in die Beine und damit Schmerzen am ganzen Körper (vgl. E. 3.3.1 – 3.3.4). Die im
MRI
erhebbaren
Befunde hatten sich zu jenen aus 2012 nicht wesentlich verändert (vgl. E. 3.3.2)
,
und
im Schultergürtel und Beckenbereich war ebenfalls eine
Druck
dolenz
der Weichteile feststellbar (vgl. E. 3.3.4).
Aktuell konnte aus klinischer
Optik eine
seronegative
Spondylarthritis ausgeschlossen werden
und e
ntzünd
liche
Veränderungen an den
Illiosakralgelenken
(als Hinweis auf einen Morbus Bech
terew)
waren nicht nachweisbar
(
Urk.
8/184/81)
.
Die in den Voruntersu
chungen erwähnten (vgl.
Urk.
8/161/1) entzündliche
n
Veränderung
en
am Achsen
skelett konnte
n
in der gutachterlichen Untersuchung
demnach
nicht
bestätigt
werden.
In beiden Ver
g
l
eich
s
zeitpunkten
liegen
folglich ein Schmerzsyndrom in
Zu
sam
menhang mit dem Brust- und Lendenwirbelsäulenbereich
sowie
leichte degene
rative
Veränderungen der Wirbelsäule
vor
.
Weitere Pathologien sind weder bildgebend noch klinisch ausgewiesen.
Damit präsentieren sich in somatischer Hinsicht sowohl Beschwerden als auch Befunde als unverändert.
Angesichts dessen erweist sich die Einschätzung der Gutachter der
Medas
D._
, wonach der Beschwerdeführer
in seiner ange
stammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sei, als unbeachtliche (Neu
)Einschätzung
eines im wesentlichen gleichgebliebenen Sachverhalts.
Dies gilt umso mehr als der neurologische Gutachter nur deshalb eine adaptierte Tätigkeit für notwendig erachtete, um einer
radikulären
Symptomatik –
welche
derzeit noch gar nicht besteht – vorzubeugen (vgl. E. 3.3.2).
Die blosse Möglichkeit einer drohenden
Arbeitsunfähigkeit
vermag jedoch keine Invalidität und keinen Rentenanspruch zu begründen.
Die Gutachter stellten eine weitgehend intakte funktionelle Kapazität der peripheren Gelenke fest und hielten lediglich allenfalls eine leichte Einschränkung der funktionellen Kapazität des Achsenskeletts für möglich (vgl. E.3.3.4). Diese Einschätzung vermag für die angestammte Tätigkeit eine höhere Arbeitsunfähigkeit als die bislang benannte 25%ige Einschränkung
nicht
nach
vollziehbar zu begründen.
4.2.2
In psychiatrischer Hinsicht
ist gemäss
Gutachten der
Medas
D._
eine Veränderung im Sinne einer Verschlechterung ausgewiesen
. Für diese Einschätzung st
ütz
t
e sich
der begutachtende Psychiater
jedoch auf die in den Jahren 2014-2016 durch
behandelnde
Ärzte diagnostizierte mittelgradige Depres
sion (vgl. E. 3.3.5). Bereits 2013
hatte
der Beschwerdeführer eine Unzufriedenheit
mit seinem Leben und eine depressive Stimmungslage
geschildert
. Er
hatte ange
geben
, dass er sich an seinen Mitmenschen störe und sich sozial zurückziehe
.
Auch ging e
r kaum Aktivitäten nach (vgl. E. 3.2.2). 2017 beschrieb der Be
schwer
deführer sein Leben
ebenfalls
als nicht schön. Ebenso äusserte er eine Abneigung gegenüber seinen Mitmenschen und einen sozialen Rückzug (vgl. E. 3.3.3). Die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden hatten sich
demnach
nicht verändert.
Dr.
B._
begründete seine Diagnose einer Anpassungsstörung mit Sorgen, Anspannung, Ärger und Stimmungseinbrüchen. Die psychokognitiven
Funktionen (Gedächtnisfunktionen, Konzentrationsvermögen, Auffassungsver
mögen, Merkfähigkeit, Gedankengang bzw. geistige Flexibilität, psychische Belast
barkeit, Antrieb und Psychomotorik) beschrieb er
jedoch
als normal (vgl. E. 3.2.2). Auch in der aktuellen gutachterlichen Untersuchung konnte
n
eine uneinge
schränkte Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit, Wachheit, Durchhaltevermögen, Sprach
verhalten, Intelligenz und Auffassungsgabe beobachtet werden. Festge
halten wurden
aber
eine depressive Verstimmung, Reduktion von Freude und Interesse, ein vermindertes Selbstwertgefühl und ein sozialer Rückzug sowie ein leicht verminderter Antrieb, eine gesteigerte Ermüdbarkeit und Hoffnungs
losig
keit (vgl. E. 3.3.3).
Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer bereits 2013 eine depressive Verstimmung, einen sozialen Rückzug und einen verminderten Antrieb (kaum Aktivitäten, vgl. E. 3.2.2) schilderte, kann auch keine wesentliche Änderung der
erhebbaren
Befunde erkannt werden. Dies gilt umso mehr, als der psychiatrische Gutachter aktuell ein lediglich leicht depressives Zustandsbild diagnostizierte (vgl. E. 3.3.3), die Veränderung aber durch die 2014-2016 akten
anamnestisch dokumentierte mittelgradige Depression begründete (vgl. E: 3.3.5), welche nun gar nicht (mehr) vorliegt.
Im Übrigen kann auch mit Blick auf eine allfällige Schmer
z
verarbeitungsstörung keine Änderung erblickt werden. Bereits 2012/2013 schilderte der Beschwerdeführer Schmerzen am ganzen Körper, welche nicht
zureichend
objektiviert werden konnten. Ausserdem gab er an, seine Depression äussere sich dur
ch Blockaden im Nacken und einen
Druck auf der Brust
und demnach
durch körperliche Symptome (vgl. E. 3.2.1 und E. 3.2.2). Desgleichen schilderte er auch in der aktuellen Untersuchung Schmerzen am ganzen Körper, welche nicht
zureichend
objektiviert werden konnten
(vgl. E. 3.3.2 und E. 3.3.4)
. Die geklagten Beschwerden und erhobenen Befunde präsentierten sich in beiden Vergleichszeitpunkten
daher
gleich
. D
ass nun die (zusätzliche) Diagnose einer Schmerzverarbeitungsstörung aufgeführt wird,
ver
mag nichts daran zu ändern, dass e
ine anspruchsrelevante
Verschlechterung
des psychischen Gesundheitsschadens
ni
cht ausgewiesen
ist
.
Selbst wenn - entgegen dem soeben Dargelegten - mit den Gutachtern der
Medas
auf eine Veränderung aus psychiatrischer Sicht geschlossen werden wollte,
änderte dies nichts daran, dass sich eine relevante Veränderung der Arbeits
fähigkeit mit Blick auf die beachtlichen Standardindikatoren nicht begründen liesse.
Bei der Prüfung der
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychi
schen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (vgl. E. 1.3) ergibt sich, dass es dem Beschwerdeführer trotz seiner psychischen Einschrän
kungen zumutbar ist, einer Arbeitstätigkeit nachzugehen.
So präsentieren sich Ausprägung und Schweregrad
der psychischen Befunde
als lediglich leicht
.
B
is auf eine leichte Antriebsminderung, eine depressive Ver
stimmung, Ermüdbarkeit und Hoffnungslosigkeit
sind
kaum Funktions
einschrän
kungen zu verzeichnen. Dem entsprich
t
, dass der psychiatrische Gutachter eine leichte depressive Episode dia
g
nostizierte
(vgl. E. 3.3.3).
Bezüglich der Schmerz
störung ist festzustellen, dass sich d
ie vom Beschwerdeführer geschilderten
, nicht hinlänglich objektivierbaren
Schmerzen
n
icht immobilisierend aus
wirken
,
da
er
noch in der Lage
ist
Aktivitäten
(spazieren: E. 3.3.3; vgl. auch E. 3.3.4, wonach
er noch die wichtigsten Haushalttätigkeiten verrichten und einkaufen kann)
nach
zugehen.
A
usserdem
ist
zu beachten, dass von den Gutachtern
zusätzlich
- nicht versicherte – invaliditätsfremde Belastungsfaktoren
benann
t wurden, welche das Beschwerdebild unterhalten (vgl. E. 3.3.5)
und offenkundig ein Verdeutlichen der Beschwerden vorlag (E. 3.3.3; vgl. auch Urk. 8/184/25, wonach die körperlichen Untersuchungen von Gegenspannen und immer wieder angestrengtem Stöhnen und [demonstrativen, Urk. 8/184/28] Schmerzäusserungen begleitet waren).
Da der Beschwerdeführer die ihm verordneten Medikamente augensc
heinlich nicht einnimmt (vgl. E.
3.3.5), ist eine lege
artis
und mit optimaler Kooperation durch
geführte Therapie
sowie
eine daraus folgende Behandlungsresistenz nicht ausge
wiesen. In somatischer Hinsicht wirken sich die leichten degenerativen Verände
rungen der Wirbelsäule, die Verletzung am linken Auge und die Adipositas (vgl. E. 3.3.1) im Sinne körperlicher Begleiterkrankungen in geringem Masse leistungs
limitierend aus. Hinweise darauf, dass weitere Komorbiditäten mit ressourcen
hemmender Wirkung vorliegen würden, finden sich nicht.
Der Beschwerdeführer war
vor dem Jahr 2008 über mehrere Jahre erfolgreich erwerbstätig. Er ist weiterhin in der Lage
,
die wichtigsten Haushaltstätigkeiten zu verrichte
n
, mit seiner Frau einkaufen zu gehen und Spaziergänge zu unter
nehmen (vgl. E. 3.3.4), was auf mobilisierbare persönliche Ressourcen schliessen lässt. Im sozialen Kontext wird er durch seine Söhne unterstützt und lebt in einer stabilen familiären Situation zusammen mit seiner Ehefrau (vgl. E. 3.3.5).
U
nter
stützende soziale Ressourcen
sind damit – trotz eines allfälligen sozialen Rück
zugs - ausgewiesen
. Eine Änderung des Aktivitätsniveaus ist im Vergleich zur letztmaligen Begutach
tung (E. 3.2) nicht zu erkennen:
bereits damals schilderte der Beschwerdeführer einen weitgehend passiven Alltag und führte aus, ihm sei
langweilig (vgl. E. 3.2.2).
Beim Vergleich des Aktivitätsniveaus vor Eintritt der Gesundheitsschädigung (vor 2008) mit den heutigen Gegebenheiten,
ist lediglich bekannt, dass der Beschwerdeführer keine berufliche Tätigkeit mehr ausübt,
(frühere)
Aktivitäten im privaten Bereich sind keine bekannt
(vgl.
Urk.
8/184/29).
Dass der Beschwerdeführer nach wie vor in der Lage ist, die wichtigsten Haus
halts
tätigkeiten zu verrichte
n
, mit seiner Frau einkaufen zu gehen und Spazier
gänge zu unternehmen (vgl. E. 3.3.4)
,
lässt sich nicht in Einklang bringen mit seiner Ansicht
, „er könne nichts mehr machen"
(vgl.
Urk.
8/184/19)
. Der Verzicht auf die Einnahme der verschriebenen Medikamente (vgl. E. 3.3.3) lässt im Übrigen
nicht
auf einen
erheblichen
Leidensdruck schliessen. Augenscheinlich ergeben sich auch Inkonsistenzen aufgrund der festgestellten Verdeutlichungstendenz, der Selbstlimitierung und der Symptomausweitung (vgl. E. 3.3.3).
Vor diesem Hintergrund ist erstellt, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner persönlichen und sozialen Ressourcen in der Lage wäre, die
nur
leicht ausge
prägten Krankheitsbefunde zu überwinden.
Unverändert bestünde damit - selbst bei verändertem psychischen Gesundheitszustand (vgl. vorstehend) - eine 100%ige Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht.
Auch d
er vom Beschwerdeführer aufgelegte Bericht seines behandelnden Psy
chia
ters
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
the
rapie, vom 3
1.
Juli 2017 (
Urk.
3) vermag diese Einschätzung nicht zu entkräften. Soweit Dr.
F._
eine axiale Spondylarthritis nannte, ist
diese mangels fachlicher Kompetenz
ohnehin unbeachtlich und konnte
, wie bereits ausgeführt (vgl. E. 4.2.1), durch die Gutachter der
Medas
D._
nicht bestätigt werden.
Dr.
F._
beschreibt eine im Vergleich zu den obigen Aus
füh
rungen im Wesentlichen gleiche Befundsymptomatik.
In Bezug auf Berichte von behandelnden Arztpersonen ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeu
tisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen.
4.3
Gestützt auf die
aufliegenden Akten
ist
weder in somatischer noch in psychia
trischer Hinsicht eine anspruchsrelevante Änderung des Gesundheitszustandes
oder
dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
aus
gewiesen
.
Damit sind die Voraussetzungen gemäss Art. 17 ATSG zur Revision der Invalidenrente nicht erfüllt.
5.
Damit
erweist sich d
ie angefochtene Verfügung als rechtens, weshalb die Be
schwerde abzuweisen ist.
6.
6.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeiständung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt (Urk. 10 und 11). Antragsgemäss (Urk. 1 S. 2) ist dem Beschwerdeführer deshalb die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und die unentgeltliche Rechtsvertretung in der Person von Rechts
anwalt Bernhard
Zollinger
zu gewähren.
6
.2
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a
ATSG
kostenpflichtig. Die Kosten
werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt
.
Vorliegend erw
eist sich eine Kostenpauschale von
Fr. 7
00.
--
als angemessen.
Aus
gangsgemäss
ist diese de
m
Beschwerde
führer
aufzuerlegen
, zufolge Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
6
.3
Rechtsanwalt
Bernhard
Zollinger
reicht keine
Honorarnote
ein
, weshalb die Entschädigung
androhungsgemäss
(vgl. Urk. 12) nach Ermessen festzusetzen ist.
Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
) ist eine Entschädigung in Höhe
von
Fr. 1‘500.
angemessen, weshalb Rechts
anwalt
Bernhard
Zollinger
mit Fr. 1‘5
00.
(inkl. Mehrwertsteuer un
d Baraus
lagen) aus der Gerichts
kasse zu entschädigen ist.
6
.4
Der Beschwerdeführer ist zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist (§ 16 Abs. 4
GSVGer
).