Decision ID: c847c2ad-7980-4c69-82ed-e520007dc27d
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.
1
Der
1964 geborene
X._
war seit dem 1. Oktober 2007 als Vorarbeiter bei der
Y._
in einem 100
%-
Pensum
angestellt
und als solche
r
bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert
(Urk. 7/15/4-6)
.
Bei der
Z._
verrichtet
e der
Versicherte
zudem in einem Nebenerwerb
Hauswartsarbeiten
(Urk. 7/13, Urk. 7/49
/71)
.
Am 3. November 2015 ereignete sich bei Abbrucharbeiten auf einer Baustelle ein Unfall, wobei Bauteile auf den Kopf und die Schultern des Versicherten fielen (Urk. 7/17/3). Die Suva nahm in der Folge ihre Leistungspflicht wa
hr,
liess
den
Versicherte
n
abklären
und
behandeln
. Des Weiteren
richtete
sie ihm
ein Taggeld aus
(Urk.
7/17
, Urk.
7/29, Urk. 7/33, Urk. 7/49
).
1.2
Mittels Formular meldete sich der Versicherte am 7. Oktober 2016 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur beruflichen Integration und zum Leistungsbezug an (Urk. 7/15).
Die IV-Stelle tätigte daraufhin medizinische (Urk.
7/11,
Urk.
7/
21, Urk. 7/25, Urk. 7/31, Urk. 7/36)
sowie
erwerbliche Abklärungen (Urk.
7/19) und zog die Akten des Unfallversicherers bei (
Urk.
7/17
, Urk.
7/29, Urk. 7/33, Urk. 7/49).
Mit Mitteilung vom 24. März 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
es seien gemäss den
getätigt
en
Abklärungen keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich
und
es werde
vorerst
der medizinische Heilverlauf abgewartet
(Urk. 7/28)
.
Mit Verfügung vom 15. Januar 2018 erklärte die
Unfallversicherung
dem Versicherten
,
es bestehe
mangels adäquater Unfallfolgen kein Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form einer Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädig
ung
der Unfallversicherung
(Urk. 7/49/166-167
).
Mit Vorbescheid vom
11. Mai 2018
stellte
die IV-Stelle
dem Versicherten
in Aussicht
,
sie
werde das Leistungsbegehren abweisen
(Urk. 7/41).
1.3
Dagegen
erhob Rechtsanwalt Mark
Glavas
am 8. Juni 2018
namens und im Auftrag des Versicherten Einwand
(Urk. 7/45)
. Mit Verfügung vom 7. August 2018 wurde dem Versicherte
n eröffnet, der Einwand werde berücksichtigt und das
Einkommen mit gesundheitlicher Einschränkung – unter Berücksichtigung eines Leidensabzu
gs von 10 % – mit Fr. 77'913.-
-
beziffert (Urk. 7/54). Rechtsanwalt
Glavas
ersuchte die IV-Stelle mit E-Mail vom 6. September 2018
,
die Verfügung vom 7. August 2018
sei
in Wiedererwägung zu ziehen und das Invalideneinkommen
unter Berücksichtigung des aktuellen Einkommens
zu berechnen (Urk. 7/57).
Mit Mitteilung
vom
13. September 2018
(Urk. 7/59)
teilte die IV-Stelle mit, die Verfügung vom 7. August 2018 werde wiedererwägungsweise aufgehoben und
sie werde
weitere Abklärungen
tätigen. Am 9. Oktober 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit
, dass die Vernehmlassung nicht korrekt durchgeführt worden sei. Zur Wahrung der Parteirechte
werde
Rechtsanwalt
Glavas
eine 20-tägige Frist zur S
tellungnahme angesetzt (
Urk. 7/60).
M
it E-Mail vom 10. Oktober 2018
verzichtete dieser
auf eine
weitere
Stellungnahme (Urk. 7/61).
Mit neuer Verfügung vom 1. November 2018 hielt die IV-Stelle an ihrem Entscheid fest und
wies
das Leistungsbegehren des Versicherten ab (Urk.
2
[=
7/63
]
).
2.
Hiergegen liess der Versicherte mit Eingabe vom 3. Dezember 2018 Beschwerde (Urk. 1) erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
ihm sei
eine
Viertelsrente
zu gewähren.
Mit Beschwerdeantwort vom
21. Januar 2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6)
, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung
vom 24. Januar 2019 zur Kenntnis gebracht
wurde
(Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetz
es über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetz
es über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliess
lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betä
-
tigen
, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1
.3
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
5
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen
auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
1.6
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Valideneinkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
1.
7
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der
Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
1.8
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung aber auch Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
1.9
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn)
allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) aus, der Beschwerdeführer sei seit dem Unfall vom 3. November 2015 in
seiner
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Seine bisherige Tätigkeit als Vorarbeiter sei seitdem nicht mehr zumutbar. Aus ärztlicher Sicht könne er eine andere, körperlich angepasste Tätigkeit i
n
volle
m
Pensum ausüben.
Eine maximal mittelschwere Tätigkeit in Wechselbelastung sei dem Beschwerdeführer zumutbar. Es sei
ih
m zudem
zu ermöglichen
, die Zeiteinteilung frei vorzunehmen und vermehrt Pausen zu machen.
Bezüglich I
nvaliditäts
g
rad hielt d
ie Beschwerdegegnerin
fest, das
Valideneinkommen
sei auf
Fr
. 119'458.-
- und das
Invalideneinkommen
auf
Fr. 80'859.10
zu beziffern, was zu einem
Invaliditätsgrad von 32 %
führe
. Dabei seien allfällige lohnmindernde Faktoren
im Umfang
von
10
%
bereits berücksichtigt worden. Des Weiteren sei beim I
nvalideneinkommen auf ein 100
%-
Pensum abgestellt worden, wobei der Beschwerdeführer bei guter Gesundheit
wohl
weiterhin
ein circa 120
%-
Pensum
ausgeübt
hä
tte
(Urk. 2 S.
2).
2.2
Demgegenüber macht
e
der Beschwerdeführer geltend, er könne zwar eine leichte Tätigkeit ausüben, doch sei er durch seine somatischen und psychischen Beschwerden
seit dem Unfall in sämtlichen Tätigkeiten eingeschränkt und b
enötige vermehrt Pausen (Urk. 1 S.
2)
.
Dies gelte auch in Bezug auf seine Hauswarttätigkeit, mit welcher er nun aufgrund seiner eingeschränkten Belastbarkeit weniger verdiene.
Das Durchschnittseinkommen aus den Jahren 2017 und 2018
für die
Tätigkeit bei der
Z._
betrage daher lediglich Fr. 10'949.6
0.
Das Invalideneinkommen sei aus dem von der Beschwerdegegnerin für eine leidensangepasste
Tätigkeit errechneten
Tabellenlohn
von Fr. 51'603.10 sowie
dem Durchschnittlohn
bei der
Z._
von Fr. 10'949.60 zu berechne
n
, weshalb es
Fr. 62'552.70
betrage
.
Verglichen mit dem von der Beschwerdegegnerin korrekt festgelegten
Val
id
eneinkommen
von Fr. 119'458.-
-
resultiere
ein Invaliditätsgrad von 48 %
. D
er Beschwerdeführer
habe daher
Anspruch
auf eine
Viertelsrente
(Urk. 1 S.
5).
2.3
Gemäss Stellungnahme von Dr. med.
A._
, Facharzt Chirurgie,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), ist zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers auf den Bericht der
B._
vom 3. November 2017 (Urk. 7/49/76-98) abzustellen (Urk. 7/40/6), wobei unter Berücksichtigung der Hüftproblematik sowie von dessen psychischen Gesundheitszustand die funkt
ionellen Einschränkungen und das Belastungsprofil anzupassen sind (Urk. 7/40/8).
Zusammengefasst ist damit dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Vorarbeiter nicht mehr zumutbar, während dessen in angepasster Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit besteht (Belastungsprofil:
körperlich
leichte bis mittelschwere, wechselbelastende
Tätigkeiten
mit
freier Zeiteinteilung
und
der Möglichkeit zu vermehrten Pausen, ohne permanenten Zeit- und Termindruck und bei geringem Publikumsverkehr
ohne besondere Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen in wohlwollender
Arbeitsatmosphäre, Urk. 7/40/8)
.
Unbestritten ist, dass
der
Beschwerdeführer
in der
angestammte
n
Tätigkeit als Vorarbeiter seit dem 3. November 2015
100 % arbeitsunfähig ist und ihm diese Arbeit daher
nicht mehr zumutbar ist
.
E
ine andere, körperlich angepasste, leichte Tätigkeit
kann der Beschwerdeführer jedoch unbestrittenermassen ausüben. So geht auch der Vertreter des Beschwerdeführers von einem 100%-Pensum in einer angepassten Tätigkeit aus
(
Urk. 1 S. 4 unter Hinweis auf die RAD-Stellungnahmen und Urk. 1 S. 6
;
Urk.
2
S.
1)
.
Strittig ist
hingegen
,
ob die Beschwerdegegnerin
den Einkommensver
gleich korrekt vorgenommen
und
den Rentenanspruch des Versicherten in der angefochtenen
Verfügung zu Recht verneint hat.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stützt
e
sich zur Berechnung des
Valideneinkommen
s
auf die Angaben aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk.
7/20). Dabei errechnete sie
aufgrund der grösseren Schwankungen in der Jahreslohnsumme
einen Durchschnittslohn aus den Jahren 2012 bis 201
4.
Unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung
ging
die Beschwerdegegnerin
aufgerechnet auf das Jahr
2017
von
ein
em
durchschnittliche
n
Jahreseinkommen von Fr. 119'458.
-
-
aus
(Urk. 7/39).
Der Beschwerdeführer war seit dem Jahr 2007 bei der
Y._
tätig und nahm im Jahr 2009
zusätzlich
die Tätigkeit bei der
Z._
auf (Urk. 7/20).
Aufgrund de
r
mehrere Jahre andauernden
Arbeitsverhältnisse
kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der B
eschwerdef
ührer auch weiterhin diese
beiden
Tätigkeiten ausgeübt hätte
. Die Berechnung der Beschwerdegegnerin wurde in Bezug auf das
Valideneinkommen
nicht bestritten und erweist sich aufgrund der Aktenlage als nachvollziehbar. Es kann daher auf diese Berechnung abgestellt werden.
3.2
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens ist g
emäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in der der Beschwerdeführer nach dem invalidisierenden Ereignis konkret steht
(vgl. E.
1.7). Entgegen den Ausführungen des Vertreters des Beschwerdeführers kann
dennoch
nicht auf das effektive Einkommen des Beschwerdeführers bei der
Z._
in den Jahren 2017 und 2018
abgestellt werden. Der Beschwerdeführer arbeitete zwar bereits seit dem Jahr 2009 bei der
Z._
(vgl. IK-Auszug
,
Urk.
7/20) und
nahm diese Tätigkeit
auch nach seinem Unfall wieder
auf
. Zu berücksichtigen
ist jedoch, dass der Beschwerdeführe
r seine
Resta
rbeitsfähigkeit
(100 % in angepasster
Tätigkeit
)
mittels dieser Tätigkeit
nicht voll
ausschöpft
.
Da
mit ist
auf die
Lohnstatistik zurückzugreifen (vgl. E. 1.8).
Bezüglich des Tabellenlohns nach LSE ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer seine beruflichen Kenntnisse in einer angepassten Tätigkeit nicht oder allenfalls nur eingeschränkt verwerten kann und über keine Ausbildung verfügt. Es ist daher auf das standardisierte monatliche Einkommen für männliche Hilfsarbeitskräfte aus der LSE im Kompetenzniveau 1 abzustellen. Das monatliche
Einkommen von Fr. 5'312.-- (LSE 2014, Total in der Tabelle TA1) ist unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2017 von 41,7 Stunden pro Wo
che (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2017, A-S 01-96) sowie der Nominallohnentwicklung bis ins J
ahr 2017 (Indexstand 2'220 [2014
] auf 2'249 [2017]; vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex,
Landesindex der Konsumentenpreise, T39, Entwicklung der Nominallöhne
Männer) auf ein Jahreseinkommen hochzurechnen. Es ergibt sich daraus ein
Ein
-
kommen im Jahr 2017 von Fr. 6
7'321.
--
(Fr. 5'312.-- : 40 x 41,7 x 12 : 2'2
20
x 2'249).
Durch die Beschwerdegegnerin wurde auf den errechneten Tabellenlohn ein
leidensbedingter Abzug
aufgrund des Belastungsprofils von 10 % gewährt. Dies
erscheint
mangels weiterer Anhaltspunkte für relevante
abzugsbegründende
Faktoren (vgl. E. 1.9)
angemessen und wurde vom Beschwerdeführer
denn
auch nicht
weiter
bestritten
(Urk. 1 S. 6)
.
Das Invalideneinkommen ist
daher unter Berücksichtigung des leidensbedingten Abzugs
auf
Fr.
60'589.--
festzusetzen
(Fr.
67'321.--
x 90
%
).
3.3
Die aus dem Einkommensvergleich resultierende Erwerbseinbusse beträgt Fr.
58'869
.--
(
Valideneinkommen
von Fr. 119'458.-- abzüglich Invalideneinkommen von Fr.
60'589.--
), was einem Invaliditätsgrad von gerundet 49 % entspricht. Der Beschwerdeführer hat demnach Ans
pruch auf eine
Viertels
rente
.
4.
4.1
Ein Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG erst
nach
einer während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden
Arbeitsun
fähigkeit
von durchschnittlich 40 % (vgl. E. 1.2), frühestens jedoch sechs Monate nach Geltendmachung des Anspruchs (Art. 29
Abs.
1 IVG; vgl. E. 1.3).
4
.2
Der Beschwerdeführer war unbestrittenermassen seit dem Unfall am 3. November 2015 arbeitsunfähig (Urk. 7/15/4; Urk. 2). Das gesetzliche Wartejahr im Sinne von Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG war am 2. November 2016 erfüllt (vgl. Urk. 7/40/9).
Der Beschwerdeführer meldete sich
mittels Formular am 5. Oktober 2
016 (Eingang am 7. Oktober 2016, Urk.
7/40/9) bei der Beschwerdegegnerin
zum Leistungsbezug
an (Urk. 7/15).
Die sechsmonatige Karenzzeit seit der Geltend
-
machung
des Leistungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG)
lief daher erst im
April 2017 ab
.
Der
Anspruch
entstand
e
rst ab
diesem Zeitpunkt und der Beschwerdeführer hat
somit
ab dem 1. April 2017 einen Anspruch auf ein
e
Viertels
rente
.
5
.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
und ermessensweise auf Fr. 6
00.-
-
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetz
es über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
In Anwendung dieser Kriterien ist die Parteientschädigung vorliegend auf Fr.
1’800
.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.