Decision ID: bdf6e7d6-6ba5-419a-9b5a-5bdd73bd5933
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1977 geborene
X._
reiste im Alter von 12 Jahren in die Schweiz
ein, ist gelernte Coiffeuse, Mutter zweier 2005 repektive 2011 geborener Söhne und betreibt seit dem Jahr 2001 als Selbständigerwerbende einen Coiffeursalon (Coiffeur Y._; Urk. 8/2/2, Urk. 8/50).
Am
28. Juni 2007
(Eingangsdatum) mel
dete
sie
sich unter Hinweis auf
einen
seit ca. 2003 bestehenden
Morbus
Bechterew bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Bezug von Leistungen der In
validenversicherung an (Urk.
8
/
1
). Zur Abklärung der me
dizinischen und er
werblichen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Aus
zug aus dem individuellen Konto (
Urk. 8/5
) bei
und
holte
Geschäftsunterlagen des Coiffeurgeschäfts der Versicherten
(Urk.
8
/
15
)
, die Unterlagen des Kran
ken
taggeldversicherers (Urk. 8/8) sowie Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk. 8/9,
Urk. 8/23)
.
Zu
dem
liess sie d
ie
Versicherte
rheumatologisch
be
gut
achten (Gut
achten vom 25. Januar 2008, Urk. 8/18
; ergänzende gutachterliche Stellungnahme vom 7. März 2008, Urk. 8/21) und holte Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) ein (Urk. 8/24).
In der Folge verneinte die IV-Stelle
mit Ver
fü
gung vom
29. Septe
mber 2008 einen Rentenanspruch der
Versicherten (Urk. 8/33). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechts
kraft
.
2
.
Mit Schreiben vom
9.
Dezember 2013 meldete sich die Versicherte erneut - unter Hinweis auf eine Verschlechterung ihres
Gesundheitszustandes – bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/38
). Die IV-Stelle tätigte
erwerbli
che (
Urk. 8/40, Urk. 8/42/4-33, Urk. 8/48) und medizinische Abklärungen (Urk. 8/
41,
Urk.
8/44)
und liess die Verhältnisse
im Haushalt
(Abklärungsbericht vom 2
2.
Janu
ar 2015; Urk. 8/49)
sowie hinsichtlich der selbständigen Tätigkeit der Versicherten (Abklärungsbericht vom 2. Dezember 2014; Urk. 8/50)
vor Ort ab
klären. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 22. Jan
uar 2015, Urk. 8/53; Einwand vom 13. Februar 2014
[richtig: 2015]
, Urk. 8/54
; Ein
wandergänzung vom 19. März 2015, Urk. 8/56
) verneinte die IV-Stelle gestützt auf
ihre Abklärungen
mit Verfügung vom 2
7.
Mai 2015 einen Leis
tungsan
spruch (Urk. 8/58 [= Urk. 2]).
3.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 26. Juni 2015 Beschwerde und stellte die nachfolgenden Anträge (Urk. 1 S. 2):
„Die Verfügung vom 27. Mai
2015 (kein Anspruch auf eine In
vali
den
rente)
sei aufzuheben. Der Beschwerdeführerin sei seit wann rechtens eine
entsprechende Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die
Angele
genheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen zwecks
erneu
ter Durchführung des Vorbescheidverfahrens bzw. der erforder
lichen Abklärungen unter Gewährung des rechtlichen Gehörs sowie
anschliessendem erneutem Entscheid über die der Beschwerdeführerin
gesetzlich zustehenden Leistungen der Invalidenversicherung.
“
Mit Beschwerdeantwort vom 1. September 2015 beantragte die IV-Stelle Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 7), was der Beschwerdeführerin am 9. September 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
4.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
In formeller Hinsicht machte die Beschwerdeführerin geltend, die Beschwerde
ge
g
nerin habe durch Nichtabwarten eines vor Erlass der angefochtenen Verfü
gung in Aussicht gestellten Berichts der Hausärztin ih
ren Anspruch auf recht
liches Gehör verletzt (Urk. 1 S. 3).
1.2
Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV) haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Ge
hör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlich
keits
be
zogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbeson
dere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Ent
scheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesent
li
cher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu be
einflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).
Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des recht
lichen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Es kommt mit ande
ren Worten nicht darauf an, ob die Anhörung im konkreten Fall für den Aus
gang der materi
el
len Streitentscheidung von Bedeutung ist, das heisst die Behörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE 132 V 387 E. 5.1; 127 V 431 E. 3d/aa).
Nach der Rechtsprechung kann eine – nicht besonders schwerwiegende – Ver
letzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die be
troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/aa). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leer
lauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderli
chen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis).
1.3
Die Beschwerdeführerin hat gegen den Vorbescheid vom 22. Januar 2015
(Urk. 8/53) rechtzeitig Einwand erhoben (Einwand vom 13. Februar 2015; Urk. 8/54). Dabei stellte sie im Wesentlichen eine ergänzende ärztliche Stel
lung
nahme in Aussicht und erbat deshalb um die Gewährung einer Nachfrist von 30 Tagen (Urk. 8/54). Nachdem die Beschwerdegegnerin am 18. Februar 2015
eine 30-tägige Fristerstreckung zur allfälligen ergänzenden Begründung des Ein
wandes erteilt (Urk. 8/55) und die Beschwerdeführerin eine Rechtsver
tretung mandatiert hatte, welche mit Eingabe vom 19. März 2015 erneut das Auflegen eines ausführlichen Berichts der Hausärztin der Beschwerdeführerin in Aussicht gestellt hatte (Urk. 8/56), erliess die Beschwerdegegnerin knapp zwei
einhalb Monate nach dem Ablauf der erstmaligen Fristerstreckung am 27. Mai
2015 die angefochtene Verfügung (Urk. 2). Am 26. Juni 2015 (Poststempel) reichte die Beschwerdeführerin beschwerdeweise die angekündigte Stellung
nah
me ihrer Haus
ärztin vom 11. April 2015 ein (vgl. Urk. 3).
Fest steht, dass der Bericht von Prof. Dr. med. Z._, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin, vom 11. April 2015 mehr als einen Monat vor Erlass der angefochte
nen Verfügung verfasst wurde und somit bereits im
Rahmen des Vorbescheidverfahrens zu den Akten hätte gereicht werden können.
Die Frage, ob die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin unter den gege
benen Um
ständen eine erneute Nachfrist hätte ansetzen müssen, kann letztlich ohnehin offen bleiben (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichtes 8C_543/2015 vom 12. Februar 2016 E. 6.3 mit Hinweis), denn die Beschwerdeführerin konnte im vorliegenden Beschwerde
ver
fahren ohne Einschränkungen ihre Einwände vor
bringen und die Sach- und Rechtslage wird vom hiesigen Gericht umfassend überprüft. Da die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung eingetreten ist, wird dabei nament
lich auch der von der Beschwerdeführerin am 26. Juni 2015 nachträglich eingereichte Bericht (Urk. 3), soweit er etwas zur Feststellung des rechtlich massgebenden Sachverhalts im massgebenden Zeit
raum bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 27. Mai 2015 (Urk. 2) beizutragen ver
mag, zu berücksichtigen sein. Somit steht fest, dass eine Rückweisung wegen einer Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegend zu einem formalisti
schen Leerlauf führen würde. Davon scheint implizit auch die Beschwerdefüh
rerin auszugehen (Urk. 1 S. 3).
2.
2.1
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Ver
änderung des Invaliditätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(
ATSG
)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie
fest, dass der Invaliditätsgrad
seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zu
nächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117
V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, ihre Abklärungen hätten ergeben, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfalle weiterhin ei
nem 80%-Pensum nachgegangen wäre. 20 % würden in den Aufgabenbereich entfallen, in welchem eine Einschränkung von 5,3 % respektive ein Teilinvalidi
täts
grad von 1,06 % vorliege. Mit dem aktuell ausgeführten 50%-Pensum sei es ihr in ihrer selbständigen Tätigkeit als Coif
feuse möglich, weiterhin gleich hohe Gewinne zu erzielen, wie mit dem frühe
ren 100%-Arbeitspensum, welches sie bis ins Jahr 2005 ausgeübt habe, weshalb keine Erwerbseinbusse vorliege. Im Er
werbsbereich betrage die Einschränkung demnach 0 %, woraus sich ein Ge
samt
invaliditätsgrad von 1 % ergebe (Urk. 2).
3.2
Die Beschwerdeführerin brachte in ihrer Beschwerde dagegen im Wesentlichen vor, der Bericht der behandelnden Ärztin Dr. Z._ sei geeignet, be
rech
tigte Zweifel an den medizinischen Beweismitteln der Beschwerdegegnerin zu wecken. Entweder sei auf diesen Bericht abzustellen oder es seien ergänzende Abklärungen zu veranlas
sen, da der medizinische Sachverhalt ohne Berück
sich
tigung des genannten Be
richts weder aktuell noch vollständig sei (Urk. 1).
4.
4.1
Im Zeitpunkt der
Ver
fügung vom
29. Septe
mber 2008 (Urk. 8/33)
präsen
tierte sich die medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt:
4.1.1
Dem rheumatologischen Gutachten von Dr. med. A._, Facharzt FMH
für Rheumatologie und Innere Medizin, vom 25. Januar 2008 (Urk. 8/18) kön
ne
n folgende Diagnosen entnommen werden (Urk. 8/18/4 f.):
seronegative Spondarthropathie (richtig wohl: Spondylarthropathie), HLA B27 negativ
Erstdiagnose im Oktober 2003
ISG-Arthritis beidseits (MRI August 2006)
Teilremission unter Enbrel seit Oktober 2007
gastrointestinale Nebenwirkungen unter Rimifon
muskuläre Insuffizienz
Dekonditionierung der Rumpfmuskulatur
Verkürzung der ischiokruralen Muskulatur
Zur Arbeitsfähigkeit führte der Experte aus, als Coiffeuse sei die Beschwer
de
führe
rin aus rheumatologischer Sicht zu 50 %, entsprechend halbtags, arbeits
fähig. Eine höhere Arbeitsfähigkeit in einer allfälligen Verweistätigkeit sei nicht realistisch, bevor die entzündliche Aktivität der seronegativen Spond
arthro
pa
thie in eine Remission komme (Urk. 8/18/6).
Dr. A._ führte sodann aus, der Verlauf sei geprägt durch eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Achsenskeletts und wegen schmerzbedingter In
aktivität einer deutlichen muskulären Insuffizienz mit Zeichen der Dysbalance.
Die konsequenterweise schliesslich im Oktober 2007 etablierte Behandlung mit dem
TNF-Alpha-Blocker Enbrel habe einen teilweisen Rückgang der Entzün
dungszeichen und eine Verbesserung der Nachtschmerzsituation bewirkt. Kli
nisch finde sich aber an den ISG immer noch ein Provokationsschmerz und ebenfalls sei typischerweise das Achsenskelett im Bereich des thorakolumbalen Überganges dolent. Mit diesen Befunden würden die rapportierten noch erhöh
ten Entzündungsparameter, die Ausdruck seien für eine Triggerung des Grund
leidens durch einen konkomitierenden Infekt, wie das bei der seronegativen Spondarthropathie typisch sei, korrespondieren. Neu kämen gastrointestinale Nebenwirkungen hinzu wegen der Notwendigkeit der tuberkulostatischen The
rapie bei Verdacht auf durchgemachte Tuberkulose (Urk. 8/18/5).
4.1.2
Die für den RAD täti
gen Dres. med. B._, Facharzt FMH für Chi
rurgie, sowie C._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, hielten in ihrer Stellungnahme vom 11. Februar 2008 (Urk. 8/24/3) dafür, dass anhand der im Gutachten ausgewie
senen objektiven klinischen Befunde der Beschwerde
führerin eine optimal lei
densangepasste Tätigkeit (wechselbelastend, ohne das Heben schwerer Lasten und ohne längere Zwangshaltung für den Rücken) zu 100 % möglich und zu
mutbar wäre. Es sei eine Rückfrage beim Gutachter zu tätigen (Urk. 8/24/3).
4.1.3
Dr. med. D._, Facharzt FMH für Rheumatologie, stellte im Bericht zu
Händen der Beschwerdegegnerin vom 25. Februar 2008 (Urk. 8/23) fest, auf Ein
nahme von Prednison 20mg, letztmalig am 25. Januar 2008, habe sich eine deut
liche Verbesserung der Beschwerden und eine Regredienz nach fünftägiger Therapie ergeben. Anlässlich einer Nachkontrolle vom 8. Februar 2008 habe er eine deutliche Schmerzregredienz festgestellt. Aktuell bestehe noch eine leicht
gradige Druckdolenz und eine eingeschränkte LWS-Lateroflexion beidseits. An
sonsten liege eine leichtgradige Besserung der Beschwerden und Abnahme der Entzündungsparameter im bisherigen Verlauf vor (Urk. 8/23/8).
4.1.4
In seiner Stellungnahme vom 7. März 2008 zur Zusatzfrage der Beschwerde
gegnerin (Urk. 8/22) hielt Dr. A._ fest, medizinisch-theoretisch erachte er eine sitzende leichte Tätigkeit, mit der Gelegenheit, ab und zu aufzustehen und her
umzugehen, ohne monotone Haltungen und repetitive sowie immer gleiche Bewegungsabläufe, im Umfang von 80 % für zumutbar. Dies treffe ab Beginn der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit im Juli 2006 zu. Eine Erhöhung der Ar
beitsfähigkeit für irgendeine Tätigkeit sei abhängig vom Ansprechen auf die entzündungshemmende immunmodulatorische Behandlung und dem Zustand nach Rehabilitation der muskulären Insuffizienz (Urk. 8/21).
4.1.5
Der Stellungnahme von Dr. B._, RAD, vom 25. März 2008 (Urk. 8/24/4) kann entnommen werden, d
ie
im Bericht von Dr. D._
postulierte Arbeitsunfähig
keit
von 50
%
sei
nicht recht nachvollziehbar, da
bei
beiden
durch ihn
angege
benen Beschwerden eine „deutliche Besserung der Be
schwerden und Regredienz nach fünf
tägiger
Therapie" beschrieben w
e
rd
e. In der ergänzenden Stellung
nahme von
Gutachter Dr. A._
w
e
rd
e
von einer Arbeitsfähigkeit in optimal
leidens
angepasster Tätigkeit von 80 % ausgegangen. „Eine Erhöhung der Arbe
itsfähigkeit sei abhängig vom Ansprechen auf die entzündungshemmende immun
modulatorische Behand
lung." Dieses Ansprechen w
e
rd
e
im
Bericht von Dr. D._
bestätigt. Aus versi
cherungsmedizinischer Sicht besteh
e
bei der
Beschwerdeführerin
eine 50
%
ige Arbeitsfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätig
keit als Coiffeuse und eine 100
%
ige Arbeitsfähigkeit in optimal leidensan
ge
passter Tätigkeit („sitzende leichte Tätigkeit mit der Gelegenheit
,
ab und zu
auf
zustehen und herumzuge
hen, ohne monotone Haltungen und repetitive immer
gleiche Bewegungsab
läufe").
4.1.
6
Gestützt auf die Beurteilung der RAD-Ärzte wurde mit Verfügung vom 29. Septem
ber 2008 (
Urk.
8/33) ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ver
neint.
4.2
Die aktuelle medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen wie folgt:
4.2.1
Prof. Dr.
Z._
führte in ihrem - zuhanden der Beschwerdeführerin ver
fassten und von dieser mit der Neuanmeldung vom 9.
Dezember
2013 einge
reichten - Bericht vom 23. November 2013 (Urk. 8/37/1-2) als Diagnosen (1) einen Verdacht auf entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn, Differential
diagnose [DD] intestinale Tuberkulose) bei aktuell Urininkontinenz, Verdacht auf
vesicovaginale Fistel sowie normaler Knochendichte (nächste Messung 2015), (2) eine seronegative Spondylarthritis bei/mit HLA B27 negativ, destruierender Ileosakralgelenkarthritis beidseits und Knochendichtemessung November 2013 unauffällig, (3) einen Status nach zweimaliger Probeexzisio
n Mamma rechts so
wie (4) einen p
ositiven Mantoux Test, mediastinale Lymphknotenverkal
kung
en (
Quantiferontest vom
7.
Oktober 2013: Hinweise auf aktive oder latente Tuber
kulose) an. Die Beschwerdeführerin leide seit einigen Jahren an starken Rücken
schmerzen im Rahmen einer seronegativen Spondylarthritis. Wegen
Arznei
mittelunverträglichkeit und wegen ihres Zustandes nach Tuberkulose (Tbc
)
sei es bisher noch nicht gelungen, diese rheumatische Erkrankung zufrie
den
stellend in Remission zu bringen. Zudem sei nun seit einem Jahr auch eine chronisch ent
zündliche Darmerkrankung, wahrscheinlich einem Morbus Crohn entsprechend, aufgetreten. Wegen dieser beiden die Gesundheit der Beschwerde
führerin nach
hal
tig beeinträchti
genden Krankheiten sei sie zurz
eit lediglich zu
50 % arbeits
fähig. Eine ihrem Beschwerdebild angepasste leichtere Tätigkeit ge
be es zurz
eit nicht, da die chronischen Schmerzen auch zu Konzentrations
stö
rungen und vermehrter Müdigkeit führten. Die Beschwerdeführerin habe sich nun zu Prof. Dr.
E._
, Facharzt FMH für Innere Medizin und Gastroente
ro
logie, vom
F._
begeben. Dort würden bessere Behand
lung
s
methoden geprüft. Bei gutem Ansprechen sei vorstellbar, dass die Beschwerde
führerin in Zu
kunft wieder eine bessere Arbeitsfähigkeit erreichen werde. Vor
läufig sei das jedoch nicht absehbar.
4.2.2
In ihrem Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 16. Dezember 2013 (Urk. 8/41
) nannte Prof. Dr.
Z._
als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit eine chronisch entzündliche Darmerkrankung bei/mit Verdacht auf Morbus Crohn und seronegative
r
Spondylarthritis, bestehend seit 2005, sowie
einen Status nach Tbc vor Jahren
. Die Beschwerdeführerin stehe seit dem 25.
September 2013 bei ihr hausärztlicher B
ehandlung. Seither und bis auf w
eiteres sei sie in ihrer Tätigkeit als Coiffeuse zu 50 % arbeitsunfähig. Es be
stünden belastungsabhängige Schmerzen, Konzentrationsstörungen und rasche Ermüdbarkeit, was zu einer eingeschränkten Einsatzdauer führe.
Bei guter Medi
kamentenverträglichkeit
könne möglicherweise eine Erhöhung der Arbeitsfähig
keit erreicht werden.
4.2.3
Dr. E._ hielt in seinem Bericht zu Händen der Beschwerdegegnerin vom 27. Juni 2014 (Urk. 8/44-45) fest, bei der Beschwerdefüh
rerin liege ein schwerer Morbus Crohn mit Ileitis terminalis vor. Sie habe chro
nische abdominelle
Schmer
zen. Daneben bestehe eine seronegative Spondylar
thritis, die starke Rücken
schmerzen verursache. Diese beiden Diagnosen würden die Arbeits
fähig
keit der Beschwerdeführerin massiv
einschränken (Urk. 8/44/1). Aufgrund
de
r abdominellen Schmerzen und der
Rückenschmerzen bei ankylo
sierender Spon
dy
litis sei e
ine weitere Tätigkeit als selb
ständige Coiffeuse wei
terhin nicht gege
ben. Der Morbus Crohn bestehe seit Mai 2013 und manifestiere sich mit massi
ve
n rechtsseitigen Unterbauchschmerzen und einer Stenose
symptomatik. Die bis
herige Therapie habe nur eine eingeschränkte Besserung erbracht (Urk. 8/44/2).
Wenn eine Darmdilatation vorliege und massive Bauch
krämpfe bestünden, wenn
Durchfälle im Vordergrund st
ünd
en
und
die Bewe
gungs
fähig
keit eingeschränkt sei, könne eine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit nicht ernsthaft angezweifelt werden (
Urk.
8/44/3).
4
.2.
4
Im beschwerdeweise aufgelegten Bericht von Prof. Dr.
Z._
vom 11. April
2015 (
Urk.
3) werden folgende Diagnosen genannt (
Urk.
3 S. 1):
Morbus Crohn
normale Knochendichte (nächste Messung 2015)
Wirkungsverlust von Infliximab bei Antikörperbildung
seronegative Spondylarthritis
HLA B27 negativ
destruierende Ileosakralgelenkarthritis beidseitig
Knochendichtemessung im November 2013 unauffällig
Status nach zweimaliger Probeexzision Mamma rechts
p
ositiver Mantoux Test, mediastinale Lymphknotenverkalkungen (2007)
Quantiferon
-T
est vom
7.
Oktober 2013: Hinweise auf aktive oder la
tente Tuberkulose
Status nach INH-Therapie
rezidivierende Harnwegsinfekte bei leichtgradiger Urge-lnkontinenz
mehrere echoreiche Läsionen der Leber
Verdacht auf Hämangiome
unter sonographischer Kontrolle
depressive Entwicklung
Die Hausärztin der Beschwerdeführerin hielt
sodann
dafür,
seit 2013
habe sich der Allgemeinzustand trotz spezialärztlicher Betreuung durch die Kollegen des
F._
nur unwesentlich verändert. Die Beschwerde
führerin sei durch ihre beiden chronischen, entzündlichen Erkrankungen (Mor
bus Bechterew sowie Morbus Crohn) in der Arbeitsfähigkeit als Coiffeuse deut
lich eingeschränkt. Längere körperliche Belastungen, aber auch längeres kon
zentriertes Arbeiten falle ihr bei chronischen Schmerzen schwer.
Leider sei die Erkrankung mit den bisherigen Therapieansätzen noch ungenügend kontrolliert.
Aus ihrer Sicht sei die Beschwerdeführerin höchstens 30
%
arbeitsfähig, das heisse
,
sie
besitze eine
eingeschränkte Leistungsfähigkeit in leichter, wechselbelastender Tätigkeit, wobei
sie
50
%
Präsenz leisten
könne
(
Urk.
3 S. 2).
4.3
4.3.1
Am 5. November 2014 erfolgte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeits
fähig
keit in Beruf und Haushalt. Im Abklärungsbericht vom 2. Dezember 2014 (Urk. 8/49) notierte die Abklärungsperson zusammenfassend, die Be
schwerde
füh
rerin sei seit dem Jahr 2001 selbständigerwerbende Coiffeuse. Sie sei seit dem Jahr 2001 verheiratet und habe zwei Söhne (geboren 2005 und 2011). Ihr Ehemann arbeite in einem 100%-Pensum. Sie habe an
gegeben, dass sie mit de
r gegenwärtigen
familiären und beruflichen Situation bei Gesundheit ein 80%iges Arbeitspensum leisten würde.
Die Abklärungsperson qualifizierte die Beschwer
deführerin in der Folge als zu 80 % im Erwerbsbereich und zu 20 % im Aufga
ben
bereich tätig (Urk. 8/49/2).
Die Abklärungsperson notierte die konkreten Aufgabenbereiche, deren
prozen
tuale Gewichtung und die jeweiligen Einschränkungen und kam zum Schluss, die
Beschwerdeführerin sei im Haushalt
total zu 5,3 % eingeschränkt
(Urk.
8
/
49
/
6
).
4.3.2
Im Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende vom 2. Dezember 2014 (Urk. 8/50
) - Abklärung vom 5. November 2014 – wurde festgestellt, im Jahr 2005 habe die Beschwerdeführerin aus familiären Gründen (Geburt ihres ersten Sohnes) ihr Pensum auf 80 % reduziert. Die wöchentliche Arbeitszeit habe dann 33 Stunden betragen. Zuvor habe sie 100 % gearbeitet. Die Reduktion des Pensums auf 50 % – 21 Arbeitsstunden pro Woche – habe sie im Jahr 2006 wegen ihres Gesundheitszustands vorgenommen (Urk. 8/50/2). Für ihr im Jahr 2011 geborenes zweites Kind habe sie eine Kinderbetreuung organisiert.
Die Abklärungsperson hielt fest, dass aufgrund der organisierten Kinderbetreu
ung nachvollziehbar und glaubhaft erscheine, dass die Beschwerdeführerin heute bei Gesundheit weiter
hin ein 80%iges Arbeitspensum leisten würde (
Urk.
8/50/3 f.).
Die Beschwerdeführerin habe sodann angegeben. s
ie benötige aus gesundheitlichen Gründen mehr Ruhe bzw. Erholungszeit. Auch für die regelmässigen Arzt- und Therapietermine benötige sie viel Zeit.
Sie
könne alle im Geschäft
anfallenden Tätigkeiten ausüben, jedoch nu
r im reduzierten Pen
sum.
B
eim Haar
eschneiden sitze sie vermehrt
. Das lange Stehen
und auch das
Ein
nehmen der gleichen Halteposition über längere Zeit sei für sie anstrengend bzw. auf Grund der Schmerzen nicht möglich. Seit der letzten IV-Abklärung im Jahr 2008 habe sie bezüglich der geschäftlichen Tätigkeiten keine Anpassungen oder
Umstrukturierungen vorgenommen
(
Urk.
8/50/5).
Die Beschwerdeführerin habe vor bzw. nach ihrer Pensumsreduktion im Jahr 2005 auf 80
%
(familiäre Gründe) bzw. im Jahr 2006 auf 50
%
(gesundheitliche Gründe) immer etwa den gleichen Betriebsertrag erzielt. Es müsse somit angenommen werden, dass sie mit dem 100%igen bzw. 80%igen Arbeitspensum nicht voll ausgelastet gewesen sei. Die Beschwerdeführerin habe das Geschäft bzw. viele Stammkunden von ihrer Vorgängerin übernehmen können. So habe sie das Geschäft nicht von „
N
ull" aufbauen müssen.
Die Beschwerdeführerin
habe ausgeführt, dass sie vor ihrer Erkrankung mit dem 100%igen bzw. 80%igen Arbeitspensum immer gut ausgelastet gewesen sei. Im Verhältnis zu dem Geschäftsertrag habe sie hohe Fixkosten. Sie habe
das 50%-Pensum
über die letzten Jahre mehrheitlich aus
führen können. Sie habe auf Grund der neuen Diagnosen keine zusätzlichen Einschränkungen bezüglich der Arbeitsfähigkeit.
Die Abklärungsperson stellte fest, dass die Beschwerdeführerin a
uf
g
rund der ausgewiesenen Gewinne bzw.
angesichts der
IK-Einträge mit dem 50%igen Arbeitspensum und der gesundheitlichen Einschränkung die gleichen Gewinne aus dem Geschäft
habe
zieh
l
en können wie mit dem 100%igen Arbeitspensum bis 2005 (
Urk.
8/50/7). Die Abklärungsperson hielt sodann dafür, es sei der Beschwerdeführerin zumutbar, ihre Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tä
tig
keit z.B. im Angestelltenverhältnis zu verwerten. Sie hätte schon seit Jahren
in jeglicher Tätigkeit mit einem 80%igen Arbeitspensum wesentlich mehr Ver
dienst als mit der selbständigen Erwerbstätigkeit
erzielen können. Gemäss klaren Aussagen beim Abklärungsgespräch vom
5.
November 2014 wolle sie ihre selbständige
Erwerbstätigkeit
als Coiffeuse auf keinen Fall aufgeben. Ein
glie
derungsmassnahmen seien von ihr weiterhin nicht erwünscht (
Urk.
8/50/8).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom 9. Dezember 2013 eingetreten. Demnach ist zu prüfen, ob sich seit der Ver
fügung vom 29. September 2008 (Urk. 8/33) bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 27. Mai 2015 (Urk. 2) der massgebliche medizinische und/oder wirtschaftliche Sachverhalt in einer so erheblichen Weise verändert hat, dass sie nunmehr Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung hat.
Die Fest
stellung einer revisionsbegründenden Verän
derung erfolgt durch eine Gegen
überstellung eines vergangenen und des aktu
ellen Zustandes. Gegenstand des Beweises ist somit das Vorhandensein einer entscheidungserheblichen Differenz unter anderem im - hier den Berichten der behandeln
den Ärzte zu ent
nehmenden – medizinischen Sachverhalt.
5.2
Bei Erlass der Verfügung vom 29. September 2008
(Urk. 8/33)
ging die Be
schwerdegegnerin davon aus, dass die Beschwerdeführerin wegen der Folgen der seronegativen Spondylarthropathie in der angestammten Tätigkeit als
Coiffeuse zu 50 % arbeitsunfähig, in einer angepassten Tätigkeit (sitzende leichte
Tätigkeit mit der Gelegenheit, ab und zu aufzustehen und herumzugehen, ohne monotone Haltungen und repetitive immer gleiche Bewegungsabläufe) jedoch zu 100 % arbeitsfähig sei.
5.3
Den aufliegenden Akten ist zu entnehmen, dass im Vergleich zum Zeitpunkt der erstmaligen Verneinung eines Rentenanspruchs im Jahr 2008 die Beschwerde
führerin seit Mai 2013 zusätzlich an einem schweren Morbus Crohn mit Ileitis terminalis leidet
(Urk. 8/44/2)
.
E
ine neu hinzugetretene Diagnose
bewirkt
nicht
unbesehen eine höhere Arbeits
un
fähigkeit. Massgebend für den Grad der Ar
beits
unfähigkeit ist nicht die Diag
nose oder die Zahl der erhobenen Diagnosen, son
dern die daraus resultie
rende Leistungseinschränkung, welche sich auch durch eine zusätzliche Beeinträch
tigung nicht zwangsläufig erhöhen muss (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_804/2015 vom 21. Juni 2016 E. 3.2).
Im Zeitpunkt der Verfügung vom 29.
September
2008 vertraten die mit der Beschwerdeführer
in
befassten Ärzte einhellig die Auffassung, dass sich die Folgen der seronegativen Spondylarthritis mit einer medikamentösen Behand
lung verbessern liessen. Konkrete ärztliche Angaben zum weiteren Verlauf so
wie zu den aktuellen objektiven Befunden im Bereich der Wirbe
lsäule sowie der Ile
osakralgelenke liegen nicht vor. Aktenkundig ist lediglich, dass die Beschwer
deführerin anlässlich einer Befundbesprechung vom 15.
Oktober
2012 in der
G._
-Klinik angegeben hatte, dass sie für ein Jahr „Enbrel“ genommen habe. Dies habe nicht geholfen, und sie habe damit in der Schwangerschaft (Geburt des 2. Sohnes im Jahr 2011) aufgehört. In der Schwangerschaft sei sie weitgehend symptomfrei gewesen. Seit zwei Monaten bestünden sehr starke Beschwerden. Sie nehme zurzeit dreimal täglich ein Dafalgan (vgl. Urk. 8/37/3).
Prof. Dr.
Z._
, welche die Beschwerdeführerin – erst - seit September 2013
behandelt, attestierte ihr in ihren Ber
ichten vom 23. November und 16.
Dezember 2013 wegen der seronegativen Spondylarthritis und der nun zudem aufgetretenen chronisch entzündlichen Darmerkrankung in der Tätigkeit als Coiffeuse eine 50%ige Arbeitsunfähigkei
t, wobei sie im Bericht vom 23.
November 2013 bemerkte, eine ihrem Beschwerdebild angepasste leichtere
Tätigkeit gebe es nicht (vgl. E. 4.2.1-2). Der Gastroenterologe Dr.
E._
, welcher
die Beschwerdeführerin ebenfalls – erst – seit September 2013 behandelt, gab in seinem Bericht vom 27. Juni 2014 an, aufgrund der abdominellen Schmerzen und der Rückenschmerzen bei ankylosierender Spondylitis sei „eine weitere Tätigkeit als selbständige Coiffeuse weiterhin nicht gegeben“ resp. die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar; eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe mit Sicherheit (Urk. 8/44/2
; vgl. E. 4.2.3
).
Die Be
schwerdeführerin selbst gab diesbezüglich jedoch anlässlich der Abklärung vom 5. November 2014 an, sie sei in ihrer Ar
beitsfähigkeit aufgrund der neuen Diagnosen nicht zusätzlich eingeschränkt.
Sie habe das Pensum von 50 % über die Jahre hinweg mehrheitlich ausführen können (Urk. 8/50/7). Im beschwerde
weise eingereichten Bericht vom 11.
April
2015 verwies Prof. Dr.
Z._
vorab auf eine Zusammenfassung der Krankengeschichte der
Beschwerdefüh
rerin vom 29. September 2013 und erklärte ausdrücklich, dass sich
der Allge
meinzustand der Beschwerdeführerin trotz spezialärztlicher Betreu
ung durch die
Kollegen des
F._
nur unwesentlich verändert habe (Urk. 3
). Sie attestierte ihr aber in diesem Bericht – ohne jegliche Begrün
dung - nur noch eine maximal 30%ige Leistungsfähigkeit (bei eine
r
Präsenz von 50
%) in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit, was widersprüchlich
erscheint.
Aufgrund der Angaben von Prof. Dr.
Z._
und Dr. E._ erscheint sodann unklar, ob und in welchem Ausmass der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit als Coiffeuse zumutbar ist.
Aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten kann daher die Frage, ob und in welchem Ausmass sich
– bei gesamthafter Betrachtung -
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der bisherigen und einer angepassten Tätigkeit seit der letzten Verfügung vom 29. September 2008 verschlechtert hat, nicht zuver
lässig beurteilt werden. Dies gilt umso mehr, als
das Gericht der Er
fahrungs
tatsache, dass Hausärzte und behandelnde Fachärzte mitunter im Hin
blick auf
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer
Patienten aussagen, Rechnung tragen soll und darf (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
5.4
Somit
erfolgten für eine
abschliessend
e Beurteilung nur un
genügende medizi
ni
sche Abklärungen, was an sich die Aufhebung der angefochtenen Verfü
gung und
Rückweisung an die Verwaltung nach sich zöge
.
Von einer Rückweisung kann
jedoch aufgrund der nachfolgenden Erwägungen abgesehen werden. Denn selbst
wenn auf den wohlwollenden Bericht von Prof. Dr.
Z._
vom 11. Aril 2015
abgestellt und von einer
ledig
lich
30
%igen Arbeit
s
fähigkeit in einer
leichten, wechselbelastenden
en Tätigkeit
– unter Ausschluss der ange
stam
m
ten Tätig
keit –
ausgegangen würde, resultierte
in Anwendung der gemischten Metho
de
– wie nachfol
gend zu zeigen sein wird (vgl. E. 6) – ein rentenaus
schliessender Invaliditäts
grad.
6.
6.1
In erwerblicher Hinsicht lag der Verfügung vom 29. September 2008 die An
nahme zugrunde, dass die Beschwerdeführerin
bei Verwertung der verbliebenen Restarbeitsfähigkeit von 100 % für angepasste Tätigkeiten ein rentenaus
schlies
sendes Einkommen erzielen könnte (Urk. 8/33; vgl.
Urk. 8/30-32).
Beziffert hat die Beschwerdegegnerin die Vergleichseinkommen damals nicht.
In der angefochtenen Verfügung ging die Beschwerdegegnerin gestützt auf die eigenen Angaben der Beschwerdeführerin davon aus, dass sie im Gesund
heits
fall zu 80 % im Erwerbsbereich und zu 20 % im Haushalt tätig wäre. Im Erwerbs
bereich bestehe keine Einschränkung, im Haushaltbereich eine solche von 5,3 % (Urk. 2).
6.2
6.2.1
Der Einkommensvergleich hat auch bei Selbständigerwerbenden in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffern
mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt.
Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditäts
grad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leis
tungs
fähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen.
Nach der Rechtsprechung kann die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstä
tigkeit als zumutbar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Verwer
tung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbil
dung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar
erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.
1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November
2003 E. 3.1 und I 145/01
vom 12. September 2001 E. 2b).
6.2.2
Für die Ermittlung des Valideneinkommens von selbständig erwerbstätig
en
oder erwerbstätig
gewesenen
Personen, das der Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG zugrunde zu legen ist, sollten in erster Linie die aus dem Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) ersichtlichen Löhne herangezogen werden. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsver
dienst abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 29. März 2012 E. 3, E. 4.1 f.).
Bei selbständig Erwerbenden wird namentlich dann nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt, wenn aufgrund der Umstände mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit anzunehmen ist, dass der Versicherte im Gesundheitsfall seine nicht einträgliche selbständige Tätigkeit aufgegeben und eine besser ent
löhnte andere Tätigkeit angenommen hätte, oder dann, wenn die vor der Ge
sundheits
beeinträchtigung ausgeübte selbständige Tätigkeit wegen ihrer kurzen Dauer keine
genügende Grundlage für die Bestimmung des Valideneinkommens dar
stellt, zumal in den ersten Jahren nach Aufnahme der selbständigen Er
werbs
tätigkeit üblicherweise aus verschiedenen Gründen (hohe Abschreibungs
quote auf Neuinvestitionen usw.) die Betriebsgewinne gering sind. Wenn sich hinge
gen der Versicherte, auch als seine Arbeitsfähigkeit noch nicht beein
trächtigt war, über mehrere Jahre hinweg mit einem bescheidenen Einkommen aus selb
ständiger Erwerbstätigkeit begnügt hat, ist dieses für die Festlegung des Vali
den
einkommens massgebend, selbst wenn besser entlöhnte Erwerbsmög
lich
keiten bestanden hätten. Das Bundesgericht hat denn auch eine Paralleli
sierung der Einkommen bei selbständig Erwerbenden in der Regel abgelehnt (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 2
9.
März 2012 E. 4.4 mit Hinwei
sen auf
BGE 135 V 58
E. 3.4.6-7).
6.2.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil er
werbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe
gattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG fest
gelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidi
tät für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs. 2 IVG
festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der
Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invalidi
tätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Auf
gabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamt
invalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und ge
wichteten Teilinvaliditäten ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
6.3
6.3.1
Aufgrund der Umstände und da die Beschwerdeführerin auch heute noch als Selbständige erwerbstätig ist, ist
mit überwiegende
r Wahrscheinlichkeit anzu
nehmen
, dass
sie
im Gesundheitsfall
ihre
nicht
sehr
einträgliche selbständige Tätig
keit
nicht
aufgegeben und
k
eine besser entlöhnte
Arbeitsstelle
als unselb
stän
dige Arbeitnehmerin
a
n
genommen hätte
. Wie die nachfolgenden Ausfüh
rung
en zeigen, begnügte sie sich während mehreren Jahren mit einem
beschei
denen Einkommen aus selbständiger Er
werbstätigkeit
, obwohl in einer unselb
stän
digen Tätigkeit die Verdienstmöglich
keiten wesentlich besser gewesen wären.
Es ist somit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihr wirtschaftliches
Potential im Gesundheitsfall auch heute nicht voll ausnützen würde. Dieser nicht
verwertete Teil der Erwerbsfä
higkeit wäre denn auch nicht versichert, denn die Erwerbsinvalidität hängt nicht von der Einbusse des mutmasslichen Potentials bzw. des funktionellen Leistungsvermögens als solchem ab, sondern von der effektiven, gesundheitlich bedingten Einbusse im Erwerbseinkommen (vgl. BGE 135 V 58 E. 3.4.1).
6.3.2
Aus den vorliegenden IK-Auszügen geht hervor, dass das Einkommen der Be
schwerdeführerin in den letzten Jahren vor Eintritt des Gesundheitsschadens –
die erstmalige gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit trat im Jahr 2006 ein
(vgl. E. 4.1.4) - im Jahr 2005 (Geburt des ersten Kindes sowie Reduktion von
100%-Pensum auf 80%-Pensum) Fr. 8‘307.--, im Jahr 2004 Fr. 16‘000.--, im Jahr 2003 Fr. 8‘307.-- (Erstdiagnose Morbus Bechterew), im Jahr 2002 Fr. 22‘300.-- sowie im Jahr 2001 Fr. 27‘700.-- betrug.
Es handelt sich somit um starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung tretende Schwankungen, die gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichtes das Abstellen auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst rechtfertigen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_576/2008 vom 10. Februar 2009 E. 6.2 und 6.3). Da die Beschwerdeführerin das Coiffeurgeschäft von ihrer Vorgängerin samt Kundenstamm etc. übernehmen konnte (Urk. 8/50/7), ist nicht von einer mass
geblichen Auf- und Ausbauphase des Geschäfts auszugehen.
6.3.3
Das Valideneinkommen ist für das Jahr 2014 zu berechnen, da der Rentenan
spruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs entsteht (Art. 29 Abs. 1 IVG) und sich die Beschwerdefüh
rerin im Dezember 2013 zum Leistungsbezug angemeldet hatte (Urk. 8/38).
Im Abklärungsbericht vom 2.
Dezember
2014 (Urk. 8/50) wurde das Validenein
kommen 2014 grundsätzlich zu Recht aufgrund des Einkommens der Beschwer
deführerin gemäss den Einträgen im Individuellen Konto der Beschwerde
füh
rerin der Jahre 2001 bis 2004 berechnet. Lässt man zugunsten der Beschwerde
führerin das vergleichsweise tiefe Einkommen im Jahr 2003 ausser Acht, ergibt sich unter
Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr
2014 (Index
stand 2245 [2001], 2296 [2
002], 2360 [2004]
auf 2673 [2014], vgl. Bundes
amt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39: Entwicklung der Nominal
löhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2015)
ein durchschnittliches Jah
reseinkommen in den Jahren 2001
, 2002 und
2004 von
Fr. 25
‘
688.18 für ein Pensum von 100 % ([Fr. 27‘700.-- : 2245 x 2673] + [Fr. 22‘300.-- : 2296 x 2673] + [Fr. 16‘000.-- : 2360 x 2673] : 3)
.
B
ei einem Arbeitspensum von 80 %
(vgl. E. 4.3.1)
entspricht dies
ein
em
Validen
ein
kommen von Fr.
20‘550.55
(Fr.
25‘688.18 x 80 %
).
6.4
6.4.1
Zum Invalideneinkommen hatte die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 29. September 2008 festgehalten, dass der Beschwerdeführerin im Rahmen einer beruflichen Umstellung Tätigkeiten wie Kosmetikerin, Callcenter-Mitarbeiterin oder Mitarbeiter
in
am Telefon oder Empfang offen stünden. Sie habe die not
wendigen Qualifikationen für solche Tätigkeiten. Ihr Wunsch, weiterhin die bis
herige Tätigkeit als Selbständige auszuüben, könne keinen Anspruch auf eine Invalidenrente begründen. Da eine berufliche Umstellung zumutbar sei, müsse das zumutbare Erwerbseinkommen nach einer berufliche
n Umstellung ange
rechnet werden
(Urk. 8/33; vgl. Urk. 8/30-32).
In der angefochtenen Verfügung führte die Beschwerdegegnerin zum Invaliden
ein
kommen an, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem aktuellen Pensum als selbständige Coiffeuse von 50 % gleich hohe Gewinne erzielen könne wie mit dem 100%-Pensum bis 2005. Eine Erwerbseinbusse liege nicht vor (Urk. 2). Sie stützte sich dabei auf die entsprechenden Feststellung im Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende vom 2. Dezember 2014 (Urk. 8/50/7).
Dazu ist zu bemerken, dass der Abklärungsperson lediglich die IK-Einträge und
Jahresrechnungen der Beschwerdeführerin bis und mit 2012 vorlagen (Urk. 8/4
8, Urk. 8/42 und Urk. 8/50). Wie sich das Einkommen der Beschwerdeführerin als selbständige Coiffeuse seit 2013 konkret entwickelt hat, lässt sich dem Abklä
rungsbericht vom 2. Dezember 2014 wie auch den übrigen Akten nicht ent
neh
men. Weitere Ausführungen dazu erübrigen sich. Bei – nach wie vor zumut
bar erscheinender - Verwertung der Restarbeitsfähigkeit in einer (anderen) an
ge
pass
ten Tätigkeit wäre die Beschwerdeführerin aufgrund der nachfolgenden Erwä
gungen nämlich jedenfalls – weiterhin – in der Lage, ein renten
aus
schliessendes Einkommen zu erzielen. Zum gleichen Schluss gelangte denn letzt
lich auch die Abklärungsperson im genannten Abklärungsbericht (Urk. 8/50/8).
6.4.2
G
emäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegeben
en Lohn
strukturerhebungen (LSE)
betrug im Jahr
2012 der Lohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Natur für Frauen monat
lich Fr.
3
‘
978
.-- (LSE
2012, TA1
,
Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kom
pe
tenzniveau und Geschlecht
, Privater Sektor, Kom
petenzniveau 1, Frauen, Total
, Sektor 3, Dienstleistungen
), womit für das Jahr 2014 unter Berück
sichtigung der betriebsüblichen Wochenarbei
tszeit von 41.7 Stunden (BFS, T
03.02.03.01.04.01, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilung in Stun
den pro Woche, Total) sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2014 (Indexstand 2630 [2012] auf 2673 [2014], vgl. Bundesamt für Statistik,
Schweizerischer Lohnindex, T 39: Entwicklung der Nominallöhne, der Konsu
men
tenpreise und der Reallöhne, 1976-2015)
für ein Pensum von 100 % ein Einkommen von
Fr. 50‘578.40 (= Fr. 3‘978.--
: 40 x 41.7 : 2630 x 2673 x 12) – mithin ein wesentlich höheres Invalidene
inkommen als bei Ausübung der selbständigen Tätigkeit
- resultiert.
Unter Berücksichtigung der von Prof. Dr.
Z._
attestierten höchstens 30%igen Leistungsfähigkeit resultiert
ein hypothetisches Invalideneinkommen 2014 von Fr.
15‘173.50 (= 0,3 x Fr.
50‘578.4
0
)
. Die Vornahme
eines leidensbedingten Abzuges vom Tabellen
lohn (vgl. dazu BGE 126 V 75) erscheint, ausgehend von der – wohlwollenden – Einschätzung von Prof. Dr.
Z._
(vgl. E. 5.3), nicht angezeigt. Weitere Abzugsgründe sind nicht gegeben.
6.
4.3
Wird das Valideneinkommen von
Fr.
20‘550.55
dem Invalideneinkommen ge
mäss LSE von Fr. 15‘173.50 gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
5‘377.05, was einer Einschränkung
von
26,2 %
,
entspricht.
Im Haus
halts
bereich
(Anteil 20 %)
beträgt die Einschränkung
gemäss Abklärungsbericht vom 22. Januar 2015 (Urk. 8/49)
5,3
%
, was unbestritten blieb.
Die Einschrän
kung im Erwerbsbereich beträgt
nach dem Gesagten im für die Beschwerde
f
ührerin günstigsten Fall 26,2 %
. In Anwendun
g der gemischten Methode ergibt
sich demnach
ein Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von
höchstens 20,96
% (
26,2
% x
80 %
) und ein Teilinvaliditätsgrad im Haushaltbereich von 1,06 % (5,3 %
x
20 %)
, was einem rentenausschliessenden
Gesamtinvaliditätsgrad von gerundet
22
%
entspricht
.
7.
Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung
im Ergebnis jeden
falls
als rechtens, wes
halb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
8.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche-rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt
.
Die Gerichtskosten sind auf Fr. 800.-- festzulegen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.