Decision ID: e769b3a3-425f-400c-86d7-f94062ffeb83
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
in Sachen
M._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hans Stünzi, Seestrasse 162a, Postfach,
8810 Horgen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a M._ war bei der A._ tätig und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) unfallversichert, als sie am 23. Juli 2007 während
ihrer Ferien auf einem Ausflug als Beifahrerin in einem Personenwagen einen
Auffahrunfall erlitt (Suva-act. 1). Zwei Tage nach dem Unfall begab sich die Versicherte
in ärztliche Behandlung (Suva-act. 7, 8). Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz
konsultierte sie am 27. August 2007 ihren Hausarzt Dr. med. B._, Innere Medizin
FMH. Dieser beantwortete am 13. September 2007 die Fragen des
Dokumentationsbogens für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem
Beschleunigungstrauma. Unter der Rubrik "vorläufige Diagnose" markierte Dr. B._ in
Anlehnung an die Quebec Task Force (QTF-)Klassifikation ein kranio-zervikales
Beschleunigungstrauma Grad II-III. Eine Röntgenuntersuchung der HWS, BWS, LWS
und der Schulter vom 29. August 2007 hatte laut Angaben von Dr. B._ eine
Fehlhaltung der HWS sowie degenerative Veränderungen im Bereich HWK5/6 ergeben
(Suva-act. 2). Die Suva erbrachte für den Unfall vom 23. Juli 2007 die gesetzlichen
Leistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen).
A.b In der Folge wurden verschiedene medizinische Behandlungen und Abklärungen -
orthopädische Untersuchungen in der Wirbelsäulensprechstunde der Uniklinik Balgrist
(Suva-act. 11, 17), Ambulante Assessements sowie ein psychosomatisches Konsilium
in der Rehaklinik Bellikon (Suva-act. 15, 24, 25), eine biomechanische Kurzbeurteilung
durch das AGU Zürich (Triage; Suva-act. 34), eine Rehabilitationsbehandlung in der
Rehaklinik Bellikon (Suva-act. 37) sowie eine kreisärztliche Untersuchung durch
Dr. med. C._, Facharzt FMH für Chirurgie (Suva-act. 42) - vorgenommen, worauf die
Suva mit Verfügung vom 6. Januar 2009 den adäquaten Kausalzusammenhang
zwischen den fortbestehenden Beschwerden und dem Unfall vom 23. Juli 2007
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verneinte und sämtliche Versicherungsleistungen per 15. Januar 2009 einstellte (Suva-
act. 47).
B.
Die gegen diese Verfügung von Rechtsanwalt lic. iur. H. Stünzi, Horgen, für die
Versicherte am 4. Februar 2009 erhobene und am 20. März 2009 begründete
Einsprache (Suva-act. 53, 61) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 16.
Dezember 2009 ab (Suva-act. 68).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 25. Januar
2010 mit den Anträgen, die Sache sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen mit
dem Auftrag, eine interdisziplinäre Schlussbegutachtung unter Einbezug der Disziplinen
Orthopädie, Neurologie, Neuropsychologie und Psychiatrie durchzuführen und
eventualiter sei der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 18 ff. des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) eine Rente basierend auf einem IV-Grad
von 50% sowie eine Integritätsentschädigung zuzusprechen, alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Der Beschwerde wurde ein Austrittsbericht der D._, Privatklinik
für Psychiatrie und Psychotherapie (nachfolgend: Privatklinik D._, vom 18. Juni 2009
beigelegt.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 17. Februar 2010 beantragte die durch
Rechtsanwalt lic. iur. R. Bachmann, Luzern, vertretene Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.
C.c Mit Replik und Duplik vom 5. März bzw. 7. April 2010 hielten die Parteien
unverändert an ihren Anträgen fest.
C.d Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen
Rechtsschriften bzw. medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den

Considerations:
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
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1.
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheentscheid
vom 16. Dezember 2009 (Suva-act. 68). Diesem liegt die Verfügung vom 6. Januar
2009 zu Grunde (Suva-act. 47). Verfügungen sind nach ihrem tatsächlichen rechtlichen
Gehalt und nicht nach ihrem Wortlaut zu verstehen. Zu prüfen ist deshalb, welche
Rechtsfolge die entscheidende Instanz in Wirklichkeit anordnen wollte (BGE 120 V 497
E. 1). Die rechtliche Regelung eines Rechtsverhältnisses, welche die Verfügung mit
Verbindlichkeitsanspruch trifft, ist der Verfügungsformel (Dispositiv) zu entnehmen (Fritz
Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. Bern 1983, S. 130). Insofern als die
Beschwerdeführerin mit ihrer Einsprache vom 4. Februar/20. März 2009 (Suva-act. 53,
61) die Verfügung vom 6. Januar 2009 sinngemäss vollumfänglich angefochten hat und
die Einsprache sodann mit dem Einspracheentscheid vom 16. Dezember 2009
vollumfänglich abgewiesen worden ist, darf für die Bestimmung des Anfechtungs
gegenstandes auf den Inhalt der Verfügung abgestellt werden. Die
Beschwerdegegnerin stellt darin zunächst fest, dass aufgrund der Abklärungen die
heute noch geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar seien. Es
sei daher die Adäquanz nach BGE 117 V 359 bzw. BGE 134 V 109 zu beurteilen. Nach
Prüfung der massgebenden Kriterien sei die Adäquanz zu verneinen, weshalb die
Versicherungsleistungen per 15. Januar 2009 eingestellt würden. Eingestellt werden die
bisher erbrachten Versicherungsleistungen, wobei es sich um Heilkosten- und
Taggeldleistungen handelte. Die Einstellung bezieht sich mithin konkret auf diese
Leistungsarten. Die Verfügung bzw. der Einspracheentscheid enthält aber - entgegen
der Auffassung der Beschwerdegegnerin - auch eine Ablehnung eines Gesuchs um
eine allfällige Berentung und Integritätsentschädigung. So hat die Beschwerdegegnerin
im Weiteren verfügt, dass kein Anspruch auf weitere Geldleistungen der
Beschwerdegegnerin in Form einer Invalidenrente und/oder Integritätsentschädigung
bestehe. Begründet wird dies mit der Verneinung der (adäquaten) Kausalität zwischen
den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 23. Juli 2009, welche es
nachfolgend materiellrechtlich zu prüfen gilt. Sollte im Beschwerdeverfahren die
Kausalität bzw. das Vorliegen unfallkausaler Gesundheitsschäden bejaht werden, wäre
im Weiteren zu prüfen, welche Leistungsarten der Beschwerdeführerin zuzusprechen
wären.
2.
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2.1 Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht bezüglich
des Unfalls vom 23. Juli 2007 und erbrachte entsprechende Versicherungsleistungen.
Streitig ist, ob sie auch für die nach dem 15. Januar 2009 (Leistungseinstellung) geltend
gemachten gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin aufzukommen hat.
2.2 Die Beschwerdegegnerin legt im angefochtenen Einspracheentscheid die
Voraussetzungen der Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 1 UVG
zutreffend dar (BGE 129 V 181 f. E. 3 mit Hinweisen). Darauf ist zu verweisen. Die
Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs erfolgt aufgrund der Feststellungen
bei den medizinischen Untersuchungen und ist Aufgabe des Arztes oder der Ärztin.
Demgegenüber obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten
Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 und 112 V 30; PVG 1984 Nr.
82, 174).
2.3 Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von
nachweisbaren strukturellen Veränderungen (organisches Substrat konnte mit
bildgebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG]
nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus
dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers
praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu
bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/
bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar,
ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu
differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein
Schleudertrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung
gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen,
dass eine versicherte Person eine Schleudertraumaverletzung erlitten hat, muss geprüft
werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden
Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik
aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung
ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen
aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a), andernfalls erfolgt die
Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten bzw. den mit
BGE 134 V 109 modifizierten Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum
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adäquaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass
die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den
organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind,
ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b).
3.
Die Beschwerdeführerin leidet seit dem Unfall vom 23. Juli 2007 unter
Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in die linke Schulter und den Kopf (Suva-act. 24,
37, 42). Die Röntgenuntersuchung vom 29. August 2007 ergab eine Fehlhaltung der
HWS mit Ventralgleiten von HWK2 über HWK3 von 2mm sowie degenerative
Veränderungen auf Höhe HWK5 und HWK6 (Suva-act. 2, 11). Die in der Uniklinik
Balgrist am 23. November 2007 durchgeführte MRI-Untersuchung der HWS
dokumentierte eine Streckhaltung der HWS mit Kyphosierung zwischen C4 und C6
(Kyphosenwinkel 7 Grad), eine breite mediane Diskusprotrusion C5/6 mit Kontakt zum
Myelon ohne Kompression desselben sowie diskrete Diskusprotrusionen C3/4 und
C4/5 ohne Neurokompression (Suva-act. 17). In ihren Berichten vom 23. Oktober und
23. November 2007 diagnostizierte die Uniklinik Balgrist schliesslich eine
Osteochondrose C5/6 (Suva-act. 17). Laut medizinischen Akten weist die
Beschwerdeführerin damit im Bereich der HWS unbestrittenermassen radiologisch
sichtbare Gesundheitsschäden auf, die grundsätzlich als Ursache der geklagten
Beschwerden im Nackenbereich mit Ausstrahlung in die linke Schulter und in den Kopf
in Frage kommen (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie,
4. Aufl., Bern 2002, S. 843 ff., 848 ff. und S.878 ff.).
4.
4.1 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt in der Beschwerde (Ziff.
16) die gutachterliche Abklärung der Ursächlichkeit der festgestellten
Diskusprotrusionen und weist darauf hin, dass die Progredienz derselben traumatisch
bedingt sein könne. Er geht damit offensichtlich davon aus, dass die
Diskusprotrusionen keine direkten, durch den Unfall verursachten organischen
Gesundheitsschädigungen darstellen. Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht
(EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) in seiner
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Rechtsprechung festhielt, entspricht es denn auch einer medizinischen
Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass Diskushernien in
aller Regel degenerative Erkrankungen darstellen. Ein Bandscheibenvorfall kann nur
dann als weitgehend durch eine äussere Einwirkung entstanden betrachtet werden,
wenn die dabei wirkende Kraft ausserordentlich hoch und der Unfall mithin geeignet
war, eine prätraumatisch vollständig unauffällige Bandscheibe zu zerreissen (RKUV
2000 Nr. U 379 S. 192, 193 E. 2a mit Hinweisen; Urteile des EVG vom 3. Oktober 2005
i/S R. [U 163/05], E. 3.1, und vom 18. Februar 2002 [U 459/00] i/S K., E. 3b;
Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 68 [1995], S. 17). Diese Voraussetzungen sind
vorliegend weder hinsichtlich des Unfallereignisses (vgl. dazu Suva-act. 2, 3, 7) noch
bezüglich des Gesundheitszustandes vor dem Unfall erfüllt. So spricht Dr. C._ im
kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 22. September 2008 in Bezug auf die
Diskusprotrusionen von degenerativen Veränderungen. Eine traumatisch bedingte
strukturelle Läsion habe nicht diagnostiziert werden können (Suva-act. 42).
Diskusprotrusionen entstehen im Übrigen gerade auch durch das ebenfalls
diagnostizierte Wirbel- bzw. Ventralgleiten, welches zum Verschleiss der Bandscheiben
führt (Suva-act. 2, 11; vgl. dazu Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/
Spondylolisthesis, Abfrage vom 7. September 2010; Pschyrembel, a.a.O., S. 1131 f.;
Debrunner, a.a.O., S. 852). Beim Ventralgleiten handelt es sich um eine Folge der
Wirbelsäulenfehlhaltung bzw. Kyphosierung, wobei eine traumatische
Wirbelverschiebung eine - im vorliegenden Fall nicht ausgewiesene (Suva-act. 42) -
verletzungsbedingte Wirbelfraktur voraussetzen würde (vgl. dazu Pschyrembel,
Klinisches Wörterbuch, 262. Aufl., S. 1131 f.). Die Wirbelsäulenfehlhaltung wird von der
Uniklinik Balgrist in der Diagnosestellung im Zusammenhang mit einem chronisch
rezidivierenden, seit Jahren bestehenden, d.h. also vorbestehenden cervicovertebralen/
cervicocephalen Syndrom genannt (vgl. dazu Suva-act. 2). Die Osteochondrose stellt
sodann ebenfalls eine häufige im Rahmen des Degenerationsprozesses auftretende,
also nicht traumatisch bedingte Veränderung an der Wirbelsäule, die ein Vorstadium
oder eine Begleiterscheinung einer Diskushernie bilden kann, dar (vgl. dazu Debrunner,
a.a.O., S. 852 ff.). Insgesamt liegt damit im Bereich der HWS der Beschwerdeführerin
ein Zustand der Wirbelsäule vor, der auf eine umfassende degenerative Problematik,
allenfalls basierend auf einer angeborenen Fehlhaltung, hinweist, die mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine beim Unfallereignis vom 23.
http://de.wikipedia.org/wiki/Spondylolisthesis http://de.wikipedia.org/wiki/Spondylolisthesis
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Juli 2007 erlittene, neue bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer strukturellen
Veränderung ausschliessen lässt. Den medizinischen Akten sind auch keine
anderweitigen Anhaltspunkte zu entnehmen, wonach die von der Beschwerdeführerin
über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung (15. Januar 2009) hinaus geklagten
Beschwerden mit klar ausgewiesenen organischen Befunden im Sinn nachweisbarer
unfallkausaler struktureller Veränderungen zu erklären wären. Eine manuelle ärztliche
Untersuchung der versicherten Person fördert klinische, nicht aber objektiv
ausgewiesene Ergebnisse zu Tage. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar
sind und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten
unabhängig sind. Würde auf Ergebnisse klinischer Untersuchungen abgestellt, so
würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht. Folglich kann von
organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen erst dann gesprochen werden, wenn
die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden
(vgl. BGE 134 V 109 E. 9, 117 V 359 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit
Hinweisen [U 479/05]). Diese Untersuchungsergebnisse müssen zudem
wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 213 E. 5.1 mit Hinweisen). Beispielsweise
sind ein Thoracic outlet Syndrom (TOS), myofasziale und tendinotische bzw.
myotendinotische Befunde (Suva-act. 37) für sich allein nicht als organisch hinreichend
nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Auch Verhärtungen und Verspannungen der
Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit
(Suva-act. 11, 17, 42) können für sich allein nicht als klar ausgewiesenes organisches
Substrat der Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches gilt für Nackenverspannungen
bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Suva-act. 11, 17; Urteil des
Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008 i/S H.B.-G. [8C_124/2008] mit vielen Hinweisen,
sowie vom 7. Februar 2008 i/S D. [U 13/07], E. 3.2 und 3.3). Die Beschwerdeführerin litt
im Übrigen bereits vor dem Unfall im Kopf, Nacken und Rücken unter
behandlungsbedürftigen Beschwerden (Suva-act. 2).
4.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers erfasst auch die Beeinträchtigung
durch Beschwerden, welche aus einer unfallbedingten, richtunggebenden, mithin
dauernden Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustands herrühren (vgl. dazu
RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192 und Nr. U 378 S. 190). Eine solche muss jedoch ebenfalls
ausgeschlossen werden. Es ist eine medizinische Erfahrungstatsache, dass eine
Verschlimmerung nur dann als erwiesen gelten kann, wenn die Radioskopie ein
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plötzliches Zusammensinken der Wirbel und das Auftreten bzw. die Vergrösserung von
Randzacken nach einem Trauma aufzeigt (E. Morscher, in: Bauer/Nigst [Hrsg.],
Versicherungsmedizin, 2. Aufl. Bern 1985, S. 191). Die medizinischen Akten enthalten,
entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, keine Hinweise
darauf, dass sich der degenerative Zustand der HWS im Zeitpunkt des Unfalls vom 23.
Juli 2007 massiv verändert hätte. Einzuräumen ist zwar, dass das MRI der HWS vom
23. November 2007 eine breite mediane Diskusprotrusion C5/6 sowie diskrete
Diskusprotrusionen C3/4 und C4/5 zeigte (Suva-act. 17). Die Verneinung
nennenswerter degenerativer Veränderungen durch Dr. Weber im kreisärztlichen
Untersuchungsbericht vom 22. September 2008 in Bezug auf die früher stattgefundene
röntgenologische Untersuchung vom 29. August 2007 erfolgte hingegen in Verbindung
mit der BWS (Suva-act. 42). Nachdem das konventionelle Röntgenbild für die Diagnose
der Diskushernie wenig ergibt (Debrunner, a.a.O., S. 881) und deren Diagnostik mittels
MRI oder CT geschieht, kann damit aus dem Umstand, dass erst anlässlich der vier
Monate nach dem Unfall durchgeführten MRI-Untersuchung Diskusprotrusionen
erhoben wurden, keine richtunggebende Verschlimmerung hergeleitet werden. Im
Übrigen sprach die Uniklinik Balgrist bereits bei Betrachtung der Röntgenbilder von
einer ausgeprägten, degenerativen Veränderung auf Höhe HWK5 und HWK6 (Suva-act.
11). Hinzuweisen ist schliesslich auch an dieser Stelle auf den Umstand, dass die
Beschwerdeführerin im Bereich der HWS eine umfassende degenerative Problematik,
verbunden mit einer vorbestehenden Fehlhaltung der HWS, aufweist, die sich wohl
kaum innerhalb von vier Wochen entwickeln kann, womit ein rein degenerativer
Prozess ohne richtunggebende Verschlimmerung durch das Unfallereignis vom 23. Juli
2007 ohne weiteres nachvollziehbar ist. Eine allfällige richtunggebende
Verschlimmerung müsste radiologisch ausgewiesen sein und sich von der
altersüblichen Progression abheben. Bei einem Unfall ohne strukturelle Läsion am
Achsenskelett ist die Chronifizierung der Beschwerden zunehmend auf andere
(unfallfremde) Faktoren zurückzuführen (Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67
[1994], S. 46). Allgemein kann eine Kontusion und/oder Zerrung eine bisher stumme
Wirbelsäulenerkrankung zwar symptomatisch machen, dabei handelt es sich aber
meistens nur um eine vorübergehende Verschlimmerung (Debrunner/Ramseier, Die
Begutachtung von Rückenschäden, Bern 1990, S. 52).
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4.3 Nach dem Gesagten steht fest, dass die Beschwerdeführerin mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit durch den fraglichen Unfall weder
eine klar ausgewiesene neue, bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer
strukturellen Veränderung noch eine richtunggebende Verschlimmerung des
degenerativen Vorzustands erfahren hat.
5.
5.1 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin sieht schliesslich einen über den
Zeitpunkt der Leistungseinstellung hinaus weiter bestehenden Leistungsanspruch
gegenüber der Beschwerdegegnerin in einer beim Unfall vom 23. Juli 2007 erlittenen
HWS-Distorsion begründet. Dr. B._ markierte am 13. September 2007 unter der
Rubrik "vorläufige Diagnose" des Dokumentationsbogens für Erstkonsultation nach
kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma in Anlehnung an die Quebec Task Force
(QTF-)Klassifikation ein kranio-zervikales Beschleunigungstrauma Grad II-III (Suva-
act. 2). Den Berichten der Ärzte der Uniklinik Balgrist sowie von Dr. C._ ist ebenfalls
die Diagnose eines HWS-Beschleunigungstraumas zu entnehmen (Suva-act. 11, 17,
42), während die Ärzte der Rehaklinik Bellikon in ihren Berichten von einer HWS-
Distorsion QTF II sprechen (Suva-act. 15, 25, 37). - Grundsätzlich ist bezogen auf das
streitige Ereignis bzw. den fraglichen Unfallmechanismus - ein nachfolgender
Personenwagen fuhr mit der Front gegen das Heck des Personenwagens, in welchem
die Beschwerdeführerin als Beifahrerin sass, ohne dass diese einen Kopfanprall erlitt
(Suva-act. 1, 2, 7) - ein eigentliches Schleudertrauma in Betracht zu ziehen (vgl.
diesbezüglich Thomas Locher, HWS-Distorsionen [Schleudertrauma] - Einführung in
die Rechtslage nach schweizerischem Recht, in: Murer/Niederer/Radanov/Rumo-
Jungo/Sturzenegger/Walz [Hrsg.], Das sogenannte "Schleudertrauma" - medizinische,
biomechanische und rechtliche Aspekte der Distorsionen der Halswirbelsäule, Bern
2001, S. 31 f.).
5.2 Ist ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung
diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer
Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations-
und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen,
Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vor, so ist der
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natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl.
auch BGE 117 V 369 E. 3e). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts (Urteile
vom 30. Januar 2007 i/S T. [U 215/05] und vom 15. März 2007 i/S G. [U 258/06]) muss
bei einer HWS-Verletzung das typische Beschwerdebild mit einer Häufung von
Beschwerden nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens
72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem
Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestieren. Die anderen
im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung typischerweise
auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem Zeitraum
manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen
Kausalzusammenhangs auszugehen.
5.3 Gemäss Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zerivkalem
Beschleunigungstrauma von Dr. B._ vom 23. Juli 2007 hat die Beschwerdeführerin
innert zwölf Stunden nach dem Unfall unter Erbrechen gelitten. Drei Tage nach dem
Unfall traten Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den Hinterkopf auf. Als andere
Symptome erwähnte die Beschwerdeführerin LWS-Schmerzen, die 60 Stunden nach
dem Unfall aufgetreten seien (Suva-act. 2). Gegenüber der Beschwerdegegnerin gab
die Beschwerdeführerin am 5. Oktober 2007 zu Protokoll, innert Stunden nach dem
Unfall unter Kopfschmerzen und Erbrechen, innert drei Stunden nach dem Unfall unter
Nackenschmerzen und Nackenblockaden, nach 72 Stunden unter Rückenschmerzen
und nach Wochen/Monaten unter Konzentrations- und Schlafproblemen sowie
Schmerzausstrahlungen vom Rücken ausgehend in den linken Arm und das linke Bein
gelitten zu haben (Suva-act. 7). Auch wenn sich die Angaben gegenüber der
Beschwerdegegnerin hinsichtlich der innerhalb der erforderlichen Latenzzeit
aufgetretenen Beschwerden etwas umfassender darstellen und bezüglich der
Rückenschmerzen eine gewisse Ungereimtheit besteht, darf insgesamt davon
ausgegangen werden, dass bei der Beschwerdeführerin vier der für einen
Beschleunigungsmechanismus der HWS typischen Symptome (Kopf- und
Nackenschmerzen, Erbrechen, LWS-Beschwerden) vorlagen, was einer - wenn auch
nicht besonders ausgeprägten - Häufung von Beschwerden entspricht. Diese
Beschwerden sind als natürlich-kausale Unfallfolge eines HWS-Traumas zu betrachten.
Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin zunächst einen Leistungsanspruch der
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Beschwerdeführerin bis 15. Januar 2009 anerkannt. Konzentrations- und
Schlafprobleme würden an sich ebenfalls schleudertraumatypische Symptome
darstellen. Aufgrund ihres verzögerten Auftretens können sie jedoch nicht der
Beschleunigungsverletzung der HWS zugeordnet werden. Erstmals im Ambulanten
Assessment der Rehaklinik Bellikon vom 21. November 2007 erwähnt wurden sodann
linksseitige Schulterschmerzen, eine Lärm- und Lichtempfindlichkeit sowie ein Vibra
tionsempfinden (Suva-act. 15). Nachdem zunächst anlässlich des psychosomatischen
Konsiliums der Rehaklinik Bellikon vom 6. Februar 2008 keine erfassbare psychische
Störung von Krankheitswert erhoben werden konnte, befand sich die
Beschwerdeführerin vom 5. April bis 17. Juni 2009 in der Privatklinik D._ in
stationärer, psychiatrischer Behandlung. Im Austrittsbericht vom 18. Juni 2009 wurde
die psychiatrische Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig
schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2), gestellt. Angesichts
der rund zweijährigen Latenzzeit kann auch die psychische Problematik der
Beschwerdeführerin nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
als Teil des für ein Schleudertrauma typischen Beschwerdebilds von organischen und
psychischen Beschwerden betrachtet werden.
6.
6.1 Unter den in Erwägung 5.3 dargelegten Umständen ist nun zu klären, inwieweit
die von der Beschwerdeführerin angeführten Beschwerden auch für die Zeit nach dem
15. Januar 2009 eine natürlich- und adäquat-kausale Folge des Unfalls darstellen. Wird
durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst
manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn entweder der
(krankhafte) Zustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo
ante), oder aber derjenige Zustand, der sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf
eines krankhaften Vorzustandes auch ohne den Unfall früher oder später eingestellt
hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. 206 S. 328 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S.
75 E. 4b, je mit Hinweisen). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im
Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich
fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um
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eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast nicht
bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S.
45, 1994 Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b). Dabei muss jedoch
nicht etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen
ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ob es Krankheitsursachen, ein
Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen sind, ist unerheblich. Denn es ist
nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet,
als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines
Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahin gefallen sind
(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b).
6.2 Wie in Erw. 3 dargelegt, wies die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Unfalls
vom 23. Juli 2007 gewisse degenerative Vorzustände und eine Fehlhaltung im Bereich
der HWS auf. Ein Vorzustand kann durch einen Unfall ausgelöst oder vorübergehend
verschlimmert werden. Entsprechend ist der biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage)
des AGU Zürich vom 7. Mai 2008 die Aussage zu entnehmen, dass die vorbestehenden
Beschwerden eine vorübergehende Verstärkung erfahren haben könnten (Suva-act.
34). Die gewählte Formulierung "können" belegt zwar lediglich die blosse Möglichkeit
einer solchen vorübergehenden Verschlimmerung, doch konnten anfänglich
Unfallfolgen in Form eines schleudertraumatypischen Beschwerdebildes fassbar
gemacht werden (vgl. Erwägung 5.3). In diesem Fall hat die Unfallversicherung jedoch
lediglich den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub zu übernehmen
(RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193 E. 2a mit Hinweisen). Bereits das in der Rehaklinik
Bellikon am 21. November 2007 durchgeführte Assessement ergab eine schlechte
Leistungsbereitschaft sowie mittlere Werte bei der Schmerzberschreibung, beim
Schmerzverhalten und bei der Symptomausweitung. Parallel wurden unter der Rubrik
"Aktuelle Probleme" erstmals neue Beschwerden aufgeführt (Suva-act. 15). Die
Aussage im Austrittsbericht der Ärzte der Uniklinik Balgrist vom 27. Dezember 2007, es
könne nicht sicher beurteilt werden, inwiefern die chronischen und persistierenden
Nackenschmerzen auf die radiologisch beschriebene Diskusprotrusion zurückzuführen
seien (Suva-act. 17), kann sodann nichts zur Kausalität zwischen den fortdauernden
Beschwerden und dem Unfall vom 23. Juli 2007 beitragen. Wohl ist eine solche
Kausalität denkbar. Entscheidend ist jedoch letztlich die Frage, in welchem Ausmass
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fortdauernde Unfallrestfolgen bestehen. In Kurzbericht und Austrittsbericht vom 9. bzw.
19. Mai 2008 hielten die Ärzte der Rehaklinik Bellikon sodann abschliessend fest, dass
die Resultate der physischen Leistungstests infolge Symptomausweitung und
Selbstlimitierung für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise
verwertbar seien. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse
sich mit den geringfügigen objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen
Untersuchung und bildgebenden Abklärungen sowie der Diagnose aus somatischer
Sicht nur ungenügend erklären (Suva-act. 35, 37). Dr. C._ macht in seinem
kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 22. September 2008 (Suva-act. 42) keine
explizite Aussage zur Frage des Status quo sine/ante oder der Kausalität, er hält
jedoch zum Schluss fest, dass er aus somatischer Sicht keinen Grund sehe, weshalb
die Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit bei der A._ AG nicht wieder voll aufnehmen
könnte. Seine eingehenden Ausführungen zu dieser Schlussfolgerung weisen sodann
nicht auf fortdauernde Unfallrestfolgen, sondern vielmehr auf die Verneinung von
unfallkausalen Restfolgen hin. Schliesslich lässt auch die Diagnosestellung der Uniklinik
Balgrist im Bericht vom 27. Dezember 2007 - Wirbelsäulenfehlhaltung im
Zusammenhang mit einem chronisch rezidivierenden, seit Jahren bestehenden
cervicovertrebralen/cervicocephalen Syndrom (Suva-act. 17); vgl. dazu Erwägung 4.1) -
eine Beschwerdeproblematik im Zusammenhang mit den vorbestehenden
Degenerationen erkennen. Ein Syndrom ist in dem Sinne ätiologisch unspezifisch, als
oft auch andere Faktoren (degenerative Veränderung, eigenständige psychische
Beeinträchtigungen etc.) als massgebende Ursache für diese Beeinträchtigung in
Betracht fallen (vgl. Urteil des EVG vom 6. Juni 2006 i/S P. [U 12/06], E. 4.2).
6.3 Aufgrund des Gesagten sowie der in Erw. 6.2 geschilderten Aktenlage ist nach
Massgabe der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung, d.h. rund eineinhalb Jahre nach dem Unfallereignis vom 23. Juli
2007, vom Wegfall einer allfällig vorübergehenden unfallkausalen organischen
Verschlimmerung degenerativer Vorzustände auszugehen. Inwieweit die von der
Privatklinik D._ diagnostizierte rezidivierende depressive Störung eine natürlich-
kausale Unfallfolge darstellt, kann - wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen (Erw. 8)
- offen gelassen werden. Hinzuweisen ist zumindest darauf, dass rein vom Zeitpunkt
ihres Auftretens die Wahrscheinlichkeit einer Traumafolge zweifelhaft ist.
7.
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7.1 Selbst bei Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den über
den 15. Januar 2009 hinaus geklagten Beschwerden und dem versicherten Unfall muss
- wie nachfolgend zu zeigen sein wird - eine weitergehende Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin mangels Vorliegens des adäquaten Kausalzusammenhangs
verneint werden. Eine Rückweisung der Sache zur Vornahme einer polydisziplinären
Begutachtung erübrigt sich damit. Solche Abklärungen wären nämlich lediglich
geeignet, den natürlichen Kausalzusammenhang weiter auszuleuchten. In diesem
Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin von Fachärzten
der Orthopädie, der Psychiatrie und der Chirurgie untersucht wurde, wobei es sich um
solche mit Schleudertraumaverletzungen vertraute Ärzte handelt. Zwar fehlt die bei
solchen Verletzungen in der Regel ebenfalls übliche neurologische Begutachtung. Auf
die Einholung einer solchen wurde jedoch gemäss den medizinischen Akten
offensichtlich wegen neurologischer Unauffälligkeit (vgl. dazu Suva-act. 42) verzichtet.
7.2 Die Adäquanzprüfung hat nach Abschluss des normalen, unfallbedingt
erforderlichen Heilungsprozesses zu erfolgen, und nicht solange von einer Fortsetzung
der ärztlichen Behandlung noch immer eine namhafte Besserung erwartet werden kann
(= Fallabschluss gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG; Urteil des EVG vom 11. Februar 2004 i/S
K. [U 246/03]; BGE 134 V 112 ff.). Sind die Voraussetzungen für den Fallabschluss
erfüllt, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen bei gleichzeitiger
Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung
abzuschliessen. Der Fallabschluss durch den Unfallversicherer bedingt laut Urteil des
Bundesgerichts 8C_467/2008 vom 4. November 2008 (E. 5.2.2.2) lediglich, dass von
weiteren Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr
erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger
erforderlich ist. Der Gesundheitszustand der versicherten Person ist dabei
prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen zu beurteilen. (RKUV
2005 Nr. U 577 S. 388 E. 3).
7.3 Die Ärzte der Uniklinik Balgrist veranlassten laut Bericht vom 5. November 2007
die am 23. November 2007 durchgeführte MRI-Untersuchung und regten die
Weiterführung der gezielten Physiotherapie sowie Analgesie nach Bedarf an (Suva-act.
11, 17). Im Rahmen des Ambulaten Assessments vom 21. November 2007 empfahlen
die Ärzte der Rehalklinik Bellikon bei Persistenz der Beschwerden ohne deutliche
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Besserungstendenz ein Re-Assessment, welches am 1. Februar 2008 durchgeführt
wurde. Als Therapie wurden ebenfalls die Weiterführung der Physiotherapie
vorgeschlagen und Analgetika rezeptiert (Suva-act. 15, 24). Vom 31. März bis 9. Mai
2008 folgte der anlässlich der Ambulanten Assessments in Erwägung gezogene
stationäre Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon. Deren Ärzte hielten im Austrittsbericht
vom 19. Mai 2008 fest, dass fast ein Jahre nach dem Unfallereignis noch deutliche
Restbeschwerden bestünden, die trotz intensiver physiotherapeutischer Massnahmen
nur wenig regredient seien. Bezüglich des myofaszialen Schmerzsyndroms im Bereich
des Nackens und der Schultern sei von ihrer Seite bei bereits im Vorfeld vollständig
erfolgter bildgebender Abklärung keine weitere Diagnostik mehr in die Wege geleitet
worden. Aus ihrer Sicht sei der Fallabschluss anzustreben (Suva-act. 37). Am 15.
Oktober 2008 teilte Dr. B._ der Beschwerdegegnerin telefonisch mit, dass die
medizinischen Massnahmen ausgeschöpft seien. Eine Verbesserung des
Gesundheitszustands könne allenfalls noch mit einer Arbeitsplatzoptimierung erreicht
werden (Suva-act. 43). Am 18. September 2008 fand die kreisärztliche Untersuchung
durch Dr. C._ statt (Suva-act. 42), worauf die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen
per 15. Januar 2009 einstellte. Aufgrund der obigen Aktenlage ist dieser Zeitpunkt für
die Adäquanzprüfung nicht zu beanstanden. Die Aussage von Dr. C._ im
Untersuchungsbericht vom 22. September 2008 (Suva-act. 42), wonach nun der
Physiotherapeut ersucht werde, darüber zu berichten, welche Therapien zurzeit mit
welchem Erfolg durchgeführt würden, vermag an der Zulässigkeit des Fallabschlusses
nichts zu ändern. Die Durchführung von Physiotherapien und Kontrolluntersuchungen
sowie die Behandlung mit Analgetika stellen Therapien zur Schmerzlinderung sowie
Stabilisierung des Befindens dar. Spätestens im Zeitpunkt der Leistungseinstellung war
hingegen von einer namhaften Verbesserung des Gesundheitszustands der
Beschwerdeführerin nicht mehr auszugehen. Hinweise auf eine psychische
Komponente bestanden im damaligen Zeitpunkt nicht.
8.
8.1 Angesichts des Umstands, dass eine psychische Problematik erst nach
Fallabschluss dokumentiert ist, würde eine Adäquanzbeurteilung nach der
sogenannten "Psycho-Praxis" (BGE 115 V 133) grundsätzlich näher liegen. Nachdem
jedoch die Adäquanz auch bei Anwendung der für die versicherte Person in der Regel
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günstigeren Schleudertrauma-Praxis zu verneinen ist (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 11, 2009
UV Nr. 29 S. 102, 2008 UV Nr. 36 S. 138), kann eine abschliessende Beantwortung der
für die Adäquanzprüfung massgebenden Frage, ob eine bestehende psychische
Problematik als Teil des für ein Schleudertrauma typischen Beschwerdebilds zu
betrachten ist, oder aber ein von diesem zu trennendes, eigenständiges psychisches
Leiden darstellt, unterbleiben (vgl. dazu BGE 123 V 98 ff.; RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437
ff.).
8.2 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens eines adäquat-kausalen Zusammenhangs
bei erlittener Schleudertraumaverletzung zutreffend dar (Erwägung 3b); darauf ist zu
verweisen. Beim erlittenen Unfall handelt es sich um eine Auffahrkollision, wobei die
Beschwerdeführerin als Beifahrerin in einem Personenwagen sass, dessen Lenker
wegen eines rechts in die Strasse einbiegenden Personenwagens bis zum Stillstand
abbremsen musste. Der Lenker des nachfolgenden Personenwagens konnte nicht
mehr rechtzeitig anhalten und fuhr auf das Heck auf. Einfache Auffahrunfälle werden
rechtsprechungsgemäss in der Regel als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten
Unfällen qualifiziert (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2010 i/S A. [8C_43/2010], E.
8; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236). Die Adäquanz ist daher zu bejahen, falls ein einzelnes
der unfallbezogenen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise gegeben ist oder die
zu berücksichtigenden Kriterien insgesamt in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt
sind (BGE 117 V 359 E. 6b; bestätigt in BGE 134 V 109 E. 10.1).
8.2.1 Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls sind nicht gegeben. Insbesondere war der Unfallablauf ein
sehr kurzes Ereignis, die Beschwerdeführerin war angegurtet und erlitt weder sichtbare
Verletzungen noch eine Bewusstlosigkeit (vgl. Kasuistik zu diesem Kriterium in
Alexandra Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, UVG, 3. Aufl. Zürich 2003, S. 58-64, sowie Urteile des EVG
vom 23. November 2004 i/S B. [U 109/04], E. 2.3, und vom 2. März 2005 i/S S. [U
309/03], E. 5.1).
8.2.2 Hinsichtlich des Kriteriums der Schwere oder besonderen Art der erlittenen
Verletzung ist festzuhalten, dass die Diagnose eines Schleudertraumas oder einer
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äquivalenten Verletzung die Schwere oder besondere Art der Verletzung für sich allein
nicht zu begründen vermag. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das
Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das
Beschwerdebild beeinflussen können. Solche können beispielsweise in einer beim
Unfall eingenommenen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen
bestehen (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 361 E. 4.3). Derartige Umstände sind hier nicht
gegeben (Suva-act. 7). Schleudertraumatypische Beschwerden sind weder besonders
gehäuft noch in besonderer Schwere aufgetreten. Die nach dem Unfall geklagten
Nacken-, Kopf- und Rückenschmerzen mögen zwar als unangenehm bezeichnet
werden, sind jedoch als Auswirkung eines Unfalls in keiner Weise einer schweren oder
besonderen Verletzung gleichzusetzen. Strukturelle Schädigungen oder äussere
Verletzungen hat die Beschwerdeführerin nicht erlitten. Beim angegebenen Erbrechen
zwölf Stunden nach dem Unfall scheint es sich ferner um ein punktuelles Auftreten
dieser Beschwerden gehandelt zu haben. Bejahen liesse sich das Kriterium der
Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung allenfalls aufgrund des
Vorzustands im HWS-Bereich. Dies jedoch höchstens in einfacher, nicht besonders
ausgeprägter Weise (vgl. dazu SVR 2009 UV Nr. 30 S. 105; Urteil des Bundesgerichts
vom 20. Januar 2010 i/S K. [8C_736/2009], E. 4.3.2, je mit Hinweis).
8.2.3 Die ärztliche Behandlung der Beschwerdeführerin beschränkte sich -
abgesehen vom gut einmonatigen stationären Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon - auf
hausärztliche Kontrolluntersuchungen, die Einnahme von Schmerzmitteln sowie
physiotherapeutische Behandlungen. Irgendwelche weiteren intensiven Therapien
wurden nicht durchgeführt. Damit ist auch das Kriterium der fortgesetzt spezifischen,
belastenden ärztlichen Behandlung nicht im geforderten Ausmass erfüllt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 5. September 2008 i/S I. [8C_52/2008], E. 8.2). Der stationäre
Aufenthalt in der Privatklinik D._ wegen der depressiven Störung erfolgte nach
Fallabschluss. Deren natürliche Kausalität zum Unfall ist im Übrigen angesichts der
langen Latenzzeit und des Auftretens erst nach der überwiegend wahrscheinlichen
Heilung der Schleudertraumaverletzung (vgl. Erwägung 6.2, 6.3) unwahrscheinlich.
Gleichermassen zu verneinen ist das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und
der erheblichen Komplikationen. Gleiches gilt auch mit Bezug auf die vom
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin nachträglich noch gemeldete stationäre
Behandlung der Beschwerdeführerin vom 25.1. - 29.7.2010 in der Klinik St.
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Pirminsberg, Pfäfers (vgl. Bericht vom 2. August 2010; eingereicht am 6. Oktober
2010). Eine ärztliche Fehlbehandlung liegt unbestrittenermassen auch nicht vor.
8.2.4 Adäquanzrelevant wären im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und
dem Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende
erhebliche Beschwerden. Die Erheblichkeit der Beschwerden beurteilt sich nach den
glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person
durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 128 E. 10.2.4). Die
Beschwerdeführerin klagt vor allem über Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den
Kopf. Auch wenn deren Bestehen an sich nicht anzuzweifeln ist, erscheint mit Blick auf
die im Bericht vom 7. Dezember 2007 über das Ambulante Assessment der Rehaklinik
Bellikon festgehaltenen Ergebnisse betreffend Schmerzbeschreibung,
Schmerzverhalten sowie Leistungsbereitschaft (Suva-act. 15) aber die geklagte
Intensität zweifelhaft. Dazu kommt, dass sich das Beschwerdebild nicht immer in
seiner Gesamtheit präsentiert bzw. offensichtlich keine Dauerbeschwerden bestehen.
So beschrieb die Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin am 10.
Januar 2008 Nackenschmerzen, die nicht immer in der gleichen Intensität bestehen
würden. Es gebe Tage, an denen es ihr sehr gut gehe (Suva-act. 19). Am 26. August
2008 berichtete die Beschwerdeführerin vor allem über aggressive Kopfschmerzen im
Knochenbereich, die ihr zu schaffen machen würden. Es seien jedoch nicht eigentliche
Kopfschmerzen, sondern eine Berührungsempfindlichkeit an den Knochen (Suva-act.
39). Bei den weiteren geklagten Beschwerden, wie erhöhte Lärm- und
Lichtempfindlichkeit, Vibrationsempfinden, Schwindelepisoden (Suva-act. 37) handelt
es sich - abgesehen davon, dass sie
infolge ihres erst späten Auftretens nicht der Schleudertraumaverletzung zugeordnet
werden können (vgl. Erwägung 5.4) - definitionsgemäss ebenfalls nicht um
fortwährende, sondern punktuell auftretende Beeinträchtigungen.
8.2.5 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, so ist nicht
die Dauer der Arbeitsunfähigkeit massgebend, sondern eine erhebliche
Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte
Anstrengungen unternimmt. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19
Abs. 1 UVG in erheblichem Mass arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen
auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 129 f. E. 10.2.7). Der
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Unfall vom 23. Juli 2007 hatte bei Beschwerdeführerin zunächst eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit zur Folge. Am 16. Januar 2008 nahm sie ihre Tätigkeit zu
therapeutischen Zwecken wieder zu 50% auf. Nachdem diese Arbeitsaufnahme als
positiv gewertet werden konnte, wurde ab 1. März 2008 eine entsprechende
Arbeitsaufnahme vereinbart (Suva-act. 26). Noch im März 2008 trat indessen eine
Gesundheitsverschlechterung ein, worauf der vierwöchige Aufenthalt in der Rehaklinik
Bellikon in die Wege geleitet wurde (Suva-act. 29). In ihren Berichten vom 9. und 19.
Mai 2008 empfahlen deren Ärzte einen erleichterten Wiedereinstieg in die bisherige
Arbeit, beginnend mit 50% und einer monatlichen Steigerung um 25% bis zum
Erreichen einer vollen Arbeitsfähigkeit. Spezielle Einschränkungen bestünden keine
(Suva-act. 35, 37). Die Beschwerdeführerin arbeitete entsprechend ab 19. Mai 2008 mit
einem Pensum von 50%. Anlässlich einer Besprechung zwischen ihr und der
Beschwerdegegnerin vom 17. Juni 2008 wurde für nach den Ferien, d.h. ab 28. Juli
2008, eine Arbeitsaufnahme von 60% vereinbart (Suva-act. 38). Am 26. August 2008
schilderte die Beschwerdeführerin ihren Gesundheitszustand als nicht gut, worauf eine
kreisärztliche Untersuchung in die Wege geleitet wurde (Suva-act. 39). Kreisarzt Dr.
E._ kam dabei am 18. September 2008 zum Schluss, dass er aus somatischer Sicht
keinen Grund sehe, weshalb die Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit in ihrer
angestammten Tätigkeit nicht wieder voll aufnehmen könne (Suva-act. 42). Nach einer
zwischenzeitlichen 50- bzw. 60%-igen Arbeitsfähigkeit bestand demnach theoretisch
spätestens rund 14 Monate nach dem Unfall eine volle Arbeitsfähigkeit. Bei dieser
Ausgangslage ist das Adäquanzkriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit nicht bzw.
höchstens geringgradig erfüllt.
8.3 Zusammenfassend ist bei einem Unfallereignis, das als mittelschwer im
Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegend zu qualifizierenden ist, höchstens ein
Adäquanzkriterium erfüllt. Das Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhangs
zwischen dem Unfall vom 23. Juli 2007 und den nach dem 15. Januar 2009
fortbestehenden Beschwerden muss deshalb verneint werden, weshalb die
Beschwerdegenerin zu Recht einen Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen
verneinte.
9.
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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG