Decision ID: 08c574e5-82ba-4caf-bdab-3d6cfb4eb3a1
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1964 geborene
X._
arbeitete von Juli 1990 b
is Januar 1994 als Hilfsschlosser
bei der
Y._
AG (Urk.
9/18, Urk. 9/21). Wegen Schulter
schmerzen meldete sich der Versicherte
am 11.
Oktober 1993
(Ein
gangsdatum)
bei der
Invaliden
versicheru
ng zum Leistungsbezug an
(Urk. 9
/18). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte
medizinische
und
erwerbliche Abklärungen, prüfte berufliche Ein
gliederungsmög
lichkeiten und holte bei der
Z._
, ein polydis
ziplinär
es Gutachten ein, das am 23. Janu
ar 1996 erstattet wurde (Urk. 9
/42). Mit Ver
fü
gung vom 10. April 1997 (Urk. 9
/62) sprach die IV-Stelle dem Ver
sicherten gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 45 % und das Vorliegen eines wirt
sc
haftlichen Härtefalls ab 1. Septem
ber 1993 eine halbe Invaliden
rente samt Zusatzrente für die Ehefr
au und Kinderrente zu. Die dage
gen erhobene Bes
chwerde vom 7. Mai 1997 (Urk. 9
/63/2-5) wies das hiesige Gericht mit Urteil
IV.
19
97.00292
vom 18. August 1999
gestützt auf einen Invaliditäts
grad von 53 % ab (Urk.
9
/68). Dieses erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Im November 1997 nahm der Versicherte eine T
eilzeittätigkeit als Reini
gungs
mitarbeiter bei der
A._
AG auf (Urk.
9
/75). Anlässlich des 1999 eingeleiteten amtlichen Revisionsverfahrens machte
der Versicherte eine Verschlech
terung des Gesun
dheitszustandes geltend (Urk. 9/72), welche die IV-
Stelle als nic
ht ausgewiesen erachtete (Urk. 9
/78), weshalb sie am 2. März 2000 mitteilte, weiterhin eine Rente a
ufgrund des bisherigen Invali
di
tätsgrades auszurichten
(Urk. 9
/79). Mit Verfügung vom 23. Mai 2000 jedoch sprach sie dem Versicherten mit Wirkung ab dem 1. Mai 1998 anstelle der bisherigen Härtefallrente bei einem Invaliditätsgrad von 45 % neu eine ordentliche halbe Rente gestützt auf einen Inval
iditätsgrad von 53 % zu (Urk. 9
/83).
1.3
Ab Mai 2002 arbeitete der Versicherte Teilzeit (zirka 40 %-Pensum) bei der
B._
AG als Raumpfleg
er (Urk. 9
/88). Im März 2003 leitete die IV
Stelle wiederum ein amtliches
Revisionsverfahren ein (Urk. 9
/85) und tätigte
medizinische
und
erwerbliche
Abklärungen
. Mit Mitteilung vom 15. Mai 2003 bestät
igte sie bei einem Invali
ditätsgrad von 64 % den unver
änderten Anspruch auf ei
ne halbe Invalidenrente (Urk. 9
/94).
1.4
Ein anfangs 2004 eröffnetes weiteres amtli
ches Revisionsverfahren (Urk. 9
/96) schloss die IV-Stelle mit Verfügu
ng vom 16. Februar 2004
(Urk. 9
/105) ab, mit welcher sie dem Versicherten bei unverändert gebliebe
nem Invaliditätsgrad von 63 % aufgrund der 4. IV-Revision eine
Dreivier
telsrente
mit Wirkung ab dem 1. Januar 2004 zusprach.
1.5
Aus Umstrukturierungsgründen kündigte d
ie
B._
AG dem Versi
cher
ten per Ende 2007 mit Kündigungsverläng
erung bis Ende Juni 2008 (Urk. 9
/113/8). Im Rahmen des anschliessend ein
geleiteten amtlichen Re
visi
ons
verfahrens machte der Versicherte unter Ve
rweis auf Depressionen eine Ver
schlimmerung des Gesundheitszust
andes seit 2003 geltend (Urk. 9
/107). In der Folge führte die IV-Stelle medizinische
sowie erwerbliche
Abklärungen durch und liess den Versicherten rheumato
logisch-psychiatrisch durch Dr
. med.
C._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin, und
Dr.
D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachten (Gutachte
n vom 8. September 2008, Urk. 9
/132). Mit Verf
ügung vom 19. Juni 2009 (Urk. 9/165 und Urk. 9
/163) setzte die IV-Stelle mit Wirkung ab 1.
August 2009
die bisherige
Dreiviertels
rente
gestützt auf einen Invalidi
tätsgrad von nunmehr 50 % auf eine halbe Invalidenrente
herab
.
Die dage
gen erhobene Beschwe
rde vom 18. August 2009 (Urk. 9
/171/3-5) wies das hiesige Gericht mit Urteil
IV.2009.00755
vom 3. Dezember 2010
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 51 % ab (Urk. 9
/183). Dieses Urteil erwuchs unan
gefochten in Rechtskraft.
1.6
Im Zuge des im Januar 2011 eingeleiteten amtlichen Revisionsverfahrens beklagte der Versicherte erneut einen seit 20
07 verschlechterten Gesund
heitszustand (Urk. 9
/184). Daraufhin holte die IV-S
telle die Berichte von Dr. med.
E._
, Arzt für Allgemeinmedizi
n FMH, vom 3. März 2011 (Urk. 9
/190) sowie Dr. med.
F._
, Rheumatologie
FMH, vom 10. März 2011 (Urk. 9
/189) ein, zog aktuelle Auszüge aus
dem Individuellen Konto (IK-Aus
züge vom 3.
März und 7. April 2011, Urk. 9/188 und Urk. 9
/193) bei und liess den Versicherten anschliessend durch
Dr. med.
G._
, Innere Medizin FMH spez. Rheumaerkrankungen, welche den Versi
cherten der
H._
GmbH zur Evaluation d
er funk
tionellen Leistungsfähig
keit (EFL) zuwies (Guta
chten vom 10. Juni 2011, Urk. 9
/198), und Dr.
D._
begutachten (internistisch-rheumatologisches Gut
achten vom 9. Juni 2011, Urk. 9
/199; psychiatrisches Gutachten von 5. Juli 2011, Urk.
9/200,
bidiszip
linäre
Zusammenf
assung vom 8. Juli 2011, Urk. 9
/202). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbesch
eid vom 22. August 2011, Urk. 9
/205, Ein
wän
de verschiedenen Datums, Urk. 9/210, Urk. 9/224, Urk. 9/232, Urk. 9
/234) setzte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2. März 2012 die bisherige halbe Rente mit Wirkung ab 1.
Mai 2012
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von nunmehr 44 % auf eine
Viertelsrente
herab (Urk.
9/
238 in Verbindung mit Urk. 9/242
). Mit Verf
ügungen vom 2. März 2012 (Urk. 9/241) und vom
14. März 2012 (Urk.
9/246-247
) erfolgte auf
grund der am 12. März 2010 in Rechtskraft erwachsenen Scheidung des Ver
sicherten eine Neuberechnung der Höhe der halben
Invalidenrente für den Zeitraum vom 1. April 2010 bis zum 30. April 201
2.
1.7
Mit Eingabe vom 20. April 2012
erhob
X._
Beschwerde gegen die Verfügungen vom
2.
und vom 1
4.
März 2012 (Prozesse
Nr. IV.2012.00419 und IV.2012.00420
,
vereinigt unter der Prozessnummer IV.2012.00429, Urk. 9/248).
Mit Beschwerdeantwort vom 8. Juni 2012 bean
tragte die
IV-Stelle
eine
reformatio
in
peius
(Urk.
9/256
) und legte die Stellungnahme der Ausgleichskasse PROMEA
vo
m
2
0.
Juni 2012
zur Renten
berechnung auf (Urk.
9/255)
.
Replicando
hielt der Beschwerdeführer am 10. Januar 2013 an seinen Anträgen fest (Urk.
9/258
). Am 21. Januar 2013 zeigte die Beschwerdegegnerin ihren
Verzicht auf Duplik an (Urk. 9/259
). Am 1
8.
März 2013
wurde
die PV-
PROMEA zum Prozess
beigeladen
(Urk. 9/262/1-2
)
,
welche mit
Stellungnahme vom 5. Juli 2013 beantragte die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen, es sei gegenüber der angefochte
nen Verfügung vom 2.
März
2012 eine Schlechterstellung des Beschwerde
führers im Sinne einer
reformatio
in
peius
vorzunehmen, eine Rentenbe
rech
tigung des Beschwerdeführers sei zu verneinen (Urk.
9/363/3
18
).
Mit Beschluss vom 15. Oktober 2013
(Urk. 9/266) wurde dem Versicherten die
reformatio
in
peius
angedroht mit der Begründung, dass der von der Beschwerdegegnerin gewährte leidensbedingte Abzug von 20 % als zu hoch einzuschätzen sei. Mit
Schreiben
vom
11
. November 2013
zog
X._
die Beschwerde vom 2
0.
April gegen die Verfügungen der Beschwer
degegnerin vom 2. und vom 14. März 2012 betreffend Rente
zurück (vgl. Verfügung vom 2
5.
November 2013, Urk. 9/267),
womit die Ver
fü
gungen vom
2.
und vom 1
4.
März 2012 rechtskräftig wurden.
1.8
Am 27. Dezember 2013 (Eingangsdatum) ersuchte
X._
um
berufliche
Massnahmen
(Urk. 9/268 und Urk. 9/274). Daraufhin aktualisierte die IV-Stelle die medizinischen und erwerblichen Verhältnisse und
liess
den Versicherten durch die
I._
GmbH interdisziplinär begutachten (
Medas
-Gutachten vom 15. Dezember 2014, urk. 9/291). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 9/294-295, Urk. 9/303, Urk. 9/305) hob die IV-Stelle
mit Verfügung vom 3.
Dezember 2015 die bisherige
Viertelsrente
wiedererwägungsweise auf (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 22.
Januar 2016 Beschwerde und beantragte Folgendes:
„
1.
Es sei die V
erfügung der Beschwerdegegnerin vom 3. Dezember 2015
aufzuheben.
2.
Es sei dem Beschwerdeführer eine Rente gestützt auf einen
Invaliditätsgrad von mindestens 40
% weiterhin zuzuspreche
n.
3.
Es sei das Gutachten der MEDAS Bern vollständig aus dem Recht zu
weisen.
4.
Es sei vom Gericht eine neue medizinische polydiszi
p
linäre
Begutachtung des Beschwerdeführers in die Wege zu leiten.
5.
Es sei nach Vorliegen des neuen medizinischen Gutachtens der beim
Beschwerdeführer vorliegende Invaliditätsgrad neu festzulegen.
6.
Es sei der vorliegenden Beschwerde die aufschiebende Wirkung wieder
zuzuerkennen.
7.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.
8.
Es sei gestützt auf Art. 6 EMRK eine
öffentliche Verhandlung
durch
zuführen.
9.
Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung zu
gewähren.
10.
Es sei dem Beschwerdeführer in der Person von RA
lic
.
i
ur
. Massimo
Aliotta
ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen.“
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
8.
Februar 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 9/1-316). Am 23. Februar 2016 reichte der Beschwerdeführer das For
mular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit samt Beilagen ins Recht (Urk. 10-12/1-8). Mit Eingabe vom 26. Februar 2016 reichte er einen Arztbe
richt von
Dr.
E._
vom 6.
Januar 2016 ein (Ur
k. 13-14). Mit Verfügung vom 1
4.
April 2016 wies das hiesige Gericht das Gesuch des Beschwerde
führers um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ab, erachtete die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels als nicht erforderlich und stellte dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort vom 1
8.
Februar 2016 zu (Urk. 15).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird
soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge
gangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie
kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von
wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswer
tes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizini
schen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
anwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auf
lage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Be
schwerdegegnerin begründet
e
in ihrer Verfügung (Urk. 2) die wiederer
wägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 2. März 2012 damit, dass angesichts der Ausführungen des hiesigen Gerichts im
Urteil
IV.2009.00755 vom
3. Dezember 2010
, wonach der gewährte Leidensabzug von 20 % äus
serst grosszügig erscheine, die erneute Gewährung eines solchen leidensbe
dingten Abzuges in der Höhe von 20 % fälschlicherweise erfolgt sei. Dabei handle es sich um eine unrichtige Invaliditätsbemessung, weshalb sich die Verfügung vom 2. März 2012 als zweifellos unrichtig erweise.
Im Weiteren könne gestützt auf das polydisziplinäre
Medas
-Gutachten vom 15. Dezember 2014 aus versicherungsmedizinischer Sicht weiterhin von einem gleichblei
benden Gesundheitsschaden ausgegangen werden.
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (Urk. 1) geltend, die Verfügung vom 2. März 2012 sei nicht zweifellos unrichtig gewesen. Ins
besondere könne nicht aufgrund lediglich provisorischer und summarischer Ausführungen des hiesige
n Gerichts zum gewährten äusserst grosszügigen Leidensabzug von 20 % im Beschluss IV.2012.00429 vom 15.
Oktober 2013
im Sinne der Androhung einer
reformatio
in
peius
nun ein Wiedererwä
gungsgrund konstruiert werden. Zudem könne
auf das polydisziplinäre
Medas
-Gutachten vom 15. Dezember 2014 nicht abgestellt werden,
da es nicht schlüssig und nachvollziehbar sei. So zeige es nicht auf, wie sich - ent
gegen den Einschätzungen der behandelnden Ärzte - eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ergeben haben soll.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die
Beschwerdegegnerin
zu Recht die seit 1. Mai 2012 ausgerichtete
Viertelsrente
aufgehoben hat.
3.
3.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
bezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeho
ben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invalidi
tätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeits
fähig
keit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentli
chen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeits
fähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchser
heblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskon
former Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditäts
bemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundes
gerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
3.2
Die Rentenverfügung vom 2. März 2012 (Urk. 9/23
8 in Verbindung mit Urk. 9/242), mit welcher
nach einer umfassenden materiellen Prüfung
die bisherige halbe Rente auf eine
Viertelsrente
herabgesetzt wurde, basiert im Wesentlichen auf dem
bisdisziplinären
Gutachten von
Dr.
G._
und
Dr.
D._
(
bidisziplinäre
Zusammenfassung vom 8. Juli 2011, Urk. 9/202)
. Diese Verfügung wurde rechtskräftig, nachdem die dagegen erhobene Beschwerde
im Prozess I
V
.2012.00429
nach angedrohter
reformatio
in
peius
zurückgezogen wurde (Urk. 9/266-267).
Im Gutachten vom 9. Juni 2011 (Urk. 17/199) hielt Dr.
G._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 17/199/75)
:
-
Cervicospon
dylogenes
Syndrom beidseits bei
-
kleiner paramedianer Diskushernie C3/C4 ohne Kompression
neurogener Strukturen, MRI 05/2008, und
-
je einem aktivierten Facettengelenk der mittleren HWS rechts
mehr als links, Szintigraphie 05/2011 und normalem
Röntgenbefund (05/2011)
-
o
hne
radikuläre
Zeichen
-
Lumbospond
ylogenes
Syndrom beidseits bei
-
breitflächiger
Diskusprotrusion
L4/L5 mit rechtsbetonter
neuroforaminaler
Enge beidseits mit
foraminaler
Verlagerung
der Nervenwurzeln L4 beidseits und
recessalem
Kontakt zur
Nervenwurzel L5 rechts, bildgebend im Wesentlichen stationär,
MRI 05/2011 gegenüber 07/2010, und
-
aktivierter Facettengelenksarthrose L4/L5 rechts (Szintigraphie
05/2011)
-
kongenitaler
Hemisakralisation
von L5 links
-
ohne
radikuläre
Zeichen
In psychiatrischer Hinsicht vermerkte Dr.
D._
im Gutachten vom 5. Juli 2011 (Urk. 17/200) eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0), bestehend seit Juni 2007, sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) (Urk. 17/200/7).
Seit der letzten Begutachtung am 8. September 2008 habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers insoweit verbessert, dass nach einer vorübergehend 70%igen Arbeitsfähigkeit wieder eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bestehe.
Die
bisziplinäre
Zusammenfassung vom 8. Juli 2011 (Urk. 17/202) ergab aus internistisch-rheumatologischer Sicht eine
unveränderte
100%ige Arbeits
unfähigkeit in angestammter Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter
beziehungsweise
als Hilfsschlosser seit 25. November 199
3.
Der Beschwerdeführer benötige
eine wechselbelastende, rückenschonende Tätigkeit mit Hantieren von Lasten bis zu 10 Kilogramm. In einer derartigen adaptierten Tätigkeit sei er aus rheumatologischer Sicht nie langfristig arbeitsunfähig gewesen. Aus psychi
atrischer Sicht sei er zu 20 % arbeitsunfähig in der angestammten wie auch in einer anderen Tätigkeit.
3.3
3.3.1
Im vorliegend aktuellen Revisionsverfahren wurde das polydisziplinäre
Medas
-Gutachten vom 15. Dezember 2014 (Urk. 9/291) eingeholt, worin fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt wurden:
-
Lumbospondylogenes
Syndrom rechts bei/mit:
-
Segmentdege
ne
ration L4/L5 mit schweren
Facettengelenksarthrosen beidseits
-
synovialer
Zyste im
Recessus
lateralis
L5 rechts
-
Hypertrophe
Lig
.
f
lava
und flache
Protrusion
L4/L5
-
Mittelschwere
Spinalkanalstenose L4/L5 und
Re
cessus
lateralis
Stenosen L5 beidseits (rechts > links)
-
AC-Gelenksartrosen be
idseits rechtsbetont
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben Folgende:
-
Zervikospondylogenes
Syndrom ohne
radikuläre
Zeichen bei
Facettengelenksarthrose C3/C4 rechts
-
Leichte degenerative Veränderungen medial Knie rechts
-
Chronische
Antrum
-Gastritis, axiale
Hiatushernie
-
Depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F 32.0
)
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F 45.40)
Aus den Fachgebieten P
sychiatrie, Innere Medizin und N
eurologie ergäben sich keine Diagnosen mit Beeinflussung der Arbeitsfähigk
eit sowo
hl
in angestammter wie in
einer
Verweist
ätigkeit. Entsprechend sei das Fachgebiet Orthopädie federführend.
Orthopädisch bestehe ein
e Inkongruenz zu den schweren Arbei
ten auf dem Bau, als Hilfsschlosser wie sie der Beschwerde
führer früher durchgeführt habe, wie aber auch für schwere Reinigungsar
beiten. Für diese Arbeiten bestehe keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr. Die einmal ausgeführte
Arbeit
als Supervisor in einer Reinigungsfirma mit Arbeitseinteilung
des Reinigungsperso
nals sei hingegen kong
r
uent zum Zumutbarkeitsprofil. In einer solchen Arbeit, wie auch in jeder anderen Arbeit in Übereinstimmung zum Zumutbarkeitsprofil, könne eine Arbeitsfä
higkeit von 80 % postuliert werden wegen verlängerten Pausen und
einer
Leistungseinschränkung. Das Heben und Tragen von schweren Lasten von mehr als 5 Kilogramm sei nicht zumutbar. Arbeiten mit monotoner oder ver
drehter Lage des Oberkörpers seien nicht zumutbar. Das Hantieren
mit schla
genden, stossenden und vibrierenden Maschinen beidseits sei nicht zumut
bar. Arbeiten mit monotoner Kopfhaltung seien nicht zumutbar. Arbeiten mit kniender, kauernder und gebückter Haltung seien nicht zumutbar. Arbeiten mit ständigem Stehen oder Sitzen seien nicht zumutbar. Überkopfarbeiten seien nicht zumutbar.
Im Vergleich zur Einschätzung von
Dr.
G._
u
nd von
Dr.
D._
im
bidis
ziplinä
ren
Gutachten
vom 8. Juli 2011 (
vgl. E. 3.2
)
seien aufgrund der neuen klinischen und radiologischen Berichten die LWS-Problematik und die AC-Gelenksarthrosen beidseits, rechts betont als etwas verschlimmert zu betrachten, was im abgegebenen Zumutbarkeitsprofil entsprechend Beach
tung finde. Die angestammte Tätigkeit als Bauarbeiter und Hilfsschlosser sowie in der Reinigung mit schweren Arbeiten könne der Beschwerdeführer auch heute weiterhin nicht mehr ausführen. Die Arbeitsfähigkeit in Ver
weistätigkeit im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils sei jedoch weiterhin bei 80 % zu sehen, aktuell aufgrund der
muskoskelettalen
Beschwerden. Zusammengefasst sei die Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in leidensangepassten Tätigkeiten unverändert zu 201
1.
Der leichten Ver
schlechte
rung des Gesundheitszustandes werde im Zumutbarkeitsprofil Rechnung getragen.
3.3.2
Das polydisziplinäre
Medas
-Gutachten vom 15. Dezember 2014 (Urk. 9/291) basiert auf einer umfassenden internistischen, neurologischen, psychiatri
schen und orthopädischen Untersuchung und wurde in Kenntni
s und in Aus
einandersetzung mit
den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Die Gutachter haben detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden auseinanderge
setzt. Zudem wurden die medizinischen Zusammenhänge und die medizini
sche Situation einleuchtend dargelegt und die Schlussfolgerung nachvoll
ziehbar begründet. Dem polydisziplinären Gutachten kommt demnach grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.4).
Aufgrund der überzeugenden Feststellungen im
Medas
-Gutachten kann somit ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass aus versicherungsmedizini
scher Sicht ein unveränderter Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vorliegt. So wurde die leichte Verschlechterung der Rückenproblematik seit 2011 im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils berück
sichtigt, woraus aber funk
tionell keine relevante Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit resultiert, zumal die
se
für angepasste Tätigkeiten auch wei
terhin 80% beträgt.
Mangels erheb
licher Veränderung des Gesundheitszu
stands
liegt kein Revisionsgrund nach Art. 17 ATSG vor
.
4.
4.1
Der Revisionsordnung gemäss
Art.
17 ATSG geht jedoch der Grundsatz vor, dass die Verwaltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn diese zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 110 V 176 E. 2a;
Art.
53
Abs.
2 ATSG). Nach der Rechtsprechung lässt sich eine allgemein gül
tige
betragliche
Grenze für die Voraussetzung der Erheblichkeit der Berichtigung nicht festlegen. Massgebend sind vielmehr die gesamten Umstände des Einzelfalles. Bei periodischen Leistungen ist die Erheblichkeit der Berichtigung zu bejahen (BGE 119 V 475 E. 1c; Urteil des Bundesgerichts 9C_11/2008 vom 29. April 2008 E. 4.2 mit Hinweisen
)
.
Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran mög
lich ist, dass der Entscheid unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss
derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung
möglich (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 9C_215/2007 vom 2. Juli 2007, E. 3.1). Bei Renten der Invaliden
versicherung im Besonderen ist zu beachten, dass die Ermittlung des Invali
ditätsgrades verschiedene Ermessenszüge aufweisende Elemente und Schritte umfasst. Zu denken ist namentlich an die durch eine Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit als Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall bedingte Arbeitsun
fähig
keit (vgl. Art. 4 Abs. 1 IVG und Art. 6 ATSG). Hier bedarf es für die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit einer qualifiziert rechtsfehlerhaften Ermessensbetätigung. Scheint die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Rentenzuspre
chung darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.2 mit Hinweisen).
Bei Ermessens
betätigungen ist eine Wiedererwä
gung (nur) zulässig, wenn die neue Ermessens
ausübung als die klarerweise einzig richtige erscheint (ATSG
Kommen
tar, Ueli
Kieser
, 3. Auflage, N 55 zu Art. 53 Abs. 2 ATSG mit Hinweisen).
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützt sich zur Begründung der wiedererwägungs
weisen Aufhebung der bisherigen
Viertelsrente
insbesondere auf die Aus
führungen des hiesigen Gerichts im Beschluss vom 1
5.
Oktober 2013, worin im Beschwerdeverfahren gegen die Verfügung vom 2. März 2012 eine
refor
matio
in
peius
angedroht wurde (Urk. 9/266
)
sowie auf das Urteil IV.2009.00755 vom 3. Dezember 2010
(
Urk. 9/183
).
Dabei führte das hiesige Gericht aus, dass angesichts der veränderten Umstände (nur noch 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und Interessen der damals beigeladenen Pensionskasse PROMEA betroffen) der von der Beschwerdegegnerin gewährte leidensbedingte Abzug von 20 % näher zu prüfen sei. So sei das Tätigkeits
profil des Beschwerdeführers nur minimal eingeschränkt und rechtfertige keinen Abzug von 20 %. Da die angepasste Tätigkeit in einer Vollzeitstelle zumutbar sei, rechtfertige sich auch kein Abzug wegen Teilzeitbeschäftigung. Weiter sei die frühere Schwerarbeit dadurch berücksichtigt, dass das damit erzielte Einkommen nun mit dem durchschnittlichen Einkommen eines Hilfs
arbeiters verglichen werde. Zudem wirkten sich weder die ausländische Her
kunft des Beschwerdeführers noch sein Alter in dem
in
Betracht fallenden Arbeitssegment lohnmindernd aus. Deshalb sei der von der Beschwerdegeg
nerin gewährte leidensbedingte Abzug von 20 % zu hoch. Richtigerweise müsste von einem solchen sogar gänzlich abgesehen werden
(
Urk. 2 S. 2
)
.
Entsprechend sei ein leidensbedingter Abzug von 20 % fälschlicherweise ge
währt worden, weshalb es sich um eine unrichtige Invaliditätsbemessung handle.
4.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berück
sich
tigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperli
che Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug ent
wickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskate
gorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versi
cherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheit
lich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichsein
kommen mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merk
mal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berück
sichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser angemessen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr.
31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
4.4
Ob und in welchem Umfang ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist, liegt im pflichtgemässen Ermessen der Verwaltungsbe
hörde. Bei der Überprüfung des gesamthaft vorzunehmenden Abzuges, der eine Schätzung darstellt und von der Verwaltung kurz zu begründen ist, darf das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen (BG
E
126V 75, Regeste).
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens IV.2012.00429 gegen die Verfügung vom 2. März 2012 kam das hiesige Gericht im Rahmen einer
unpräjudiziellen
Würdigung des Sachverhaltes zum Schluss, dass das von der Beschwerde
gegnerin vorgenommene Ermessen mit der Gewährung
eines Leidensabzug
von 20 %
zu hoch
gewesen sei.
Tatsächlich rechtfertigt sich - entgegen der Argumentation der Beschwerdegegnerin im Einkommensvergleich vom 13. Februar 2009 (Urk. 9/145) - gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Grunde kein Abzug für die geringe Einschränkung des Tätigkeitsprofils und auch nicht für die Teilzeit
arbeit, zumal der Beschwerdeführer voll
schichtig mit einer um 20% respektive 30 % reduzierten Leistungsfähigkeit arbeitsfähig ist.
Fest steht aber, dass der Beschwerdeführer in seiner ursprünglich ausgeübten Tätigkeit als Hilfsschlosser körperliche Schwerarbeit verrichtete, weshalb die Gewährung eines Leidensabzuges an sich im Sinne
einer Ermessensausübung durchaus vertretbar erscheint. Dies gilt umso mehr, als mit dem Leidensabzug ursprünglich beabsichtigt war, der versicherten Person, welche angestammt Schwerarbeit verrichtet hatte, bei der Invalidi
tätsbemessung entgegenzukommen. Wenn auch
anhand der aktuellen Ein
schätzung
wohl ein tieferer
Leidensabzug richtiger gewesen wäre
, ist damit
aber die Schwelle zur zweifellosen Unrichtigkeit noch nicht überschritten.
Die damalige
Ermessensbetätigung
war
folglich nicht zweifellos unrichtig, weshalb eine Wiedererwägung wegen zweifelloser Unrichtigkeit nicht in Betracht kommt.
4.5
Daraus folgt, dass die Renteneinstellung durch die Beschwerdegegnerin zu Unrecht erfolgte. Die Beschwerde ist entsprechend gutzuheissen und es ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine
Vier
telsrente
der Invalidenversicherung hat.
5.
Da mit
der
Gutheissung
der Beschwerde dem Antrag des Beschwerdeführers vollumfänglich entsprochen wird,
kann von der Durchführung der
beantrag
te
n
mündliche
n
Hauptverhandlung
(Urk. 1 S. 2, Antrag 8)
abgesehen werden (BGE 136 I 279 E. 1 mit Hinweisen)
.
6
.
6
.1
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- und Fr. 1‘000.-- festzusetzen sind
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr.
8
00.-- anzusetzen und
der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2
Nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende
beschwer
deführende
Person
Anspruch
auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeiten des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen.
Rechtsanwalt
Massimo
Aliotta
machte mit Eingabe vom
17.
Januar 2017 einen Aufwand von
10.76
Stunden und
Pauschal-B
arauslagen von
3 % im Betrag von
Fr.
71.--
geltend (
Urk.
17
), wobei
dieser Aufwand
als angemessen
erscheint. D
eshalb
ist
dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung von
Fr.
2‘633.25
(inklusive Barauslagen u
nd Mehrwertsteuer) zuzusprechen
.
6
.3
Entsprechend erweist sich das Gesuch des Beschwerdeführers um
Gewährung der
unentgeltliche
n
Rechtspflege als gegenstandslos.