Decision ID: 05fe3c32-75de-55b8-a942-0defdc8bd014
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1956 geborenen
X._
besuchte im ehemaligen
Y._
(
Z._
)
die Grundschule und das Gymnasium und
arbeitete ab Mai 1983 als Saison
n
ier in der Schweiz (
Urk.
7/242 S.
12)
.
A
m
1
7.
März
1989
reiste er
(
Urk.
7/39
,
Urk.
7/44
)
in die Schweiz
ein, wo er verschiedene Hilfsarbeiten ausführte
(
Urk.
7/39
)
, z
uletzt
von März
1996
bis Ende November 1997
im Bereich Werk
zeug-
und Maschinenbau
(
Urk.
7/
4
).
Am
3.
Dezember 1997 erlitt er
einen Ver
kehrsunfall, bei welchem das nachfolgende Auto
in
sein Fahrzeug prallte (
Urk.
7/5
/3
)
.
Die
Schweizerische
Unfallversicherung
san
s
talt
(SUVA) erbrachte die gesetzlichen Leistungen
und
richtete ihm - nach entsprechender Festlegung des Versicherungsgerichts des Kantons
A._
mit Urteil vom 15. Mai 2002 - mit (vollziehender) Verfügung vom 4. März 2003 (Urk. 7/112) mit Wirkung ab
1. Juli 2000 eine Invalidenrente basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 60 %
aus.
1.2
Am
8.
Mai 2000
hat
te sich
der Versicherte
unter Hinweis auf ein
Schleuder
trauma
(
Rücken-, Nacken-, Schulterschmerzen, ausstrahlend in Thorax und Kopf
)
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
gemeldet
(
Urk.
7/39).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
A._
, IV-Stelle, zog
(
wiederholt
)
die Akten des Unfallversicherers
bei,
klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab und veranlasste ein
bidisziplinäres
Gutachten (Expertise vom
2
1
.
Januar 2002,
Urk.
7/64)
.
Mit
Verfügung
vom
20. Februar 2003
(
Urk.
7
/105
, 106
)
und
Einspracheentscheid
vom 2. Mai 2003 (Urk. 7/118)
sprach die
IV-Stelle dem Versicherten
mit Wirkung ab 1. Mai 1999
eine
halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 60
%
zu.
Die
da
gegen
erhobene Beschwerde
(
Urk.
7/122)
wies das Versicherungsgericht des Kantons
A._
mit Entscheid vom 1
7.
Mai
2004 (
Urk.
7/147) ab.
1.3
Vom
7.
April 2004
bis
1.
März 2007
wurde die halbe Invalidenrente sistiert, da sich der Versicherte im Ausland in Untersuchungshaft befand (
Urk.
7/175 und
Urk.
7/181-182
).
1.4
Im Oktober 2007 leitete die
IV-Stelle
eine Überprüfung des Rentenanspruchs ein (
Urk.
7/182)
und
veranlasste ein polydisziplinäres Gutachten (Expertise vom 1
1.
Mai 2009,
Urk.
7/202)
,
holte eine Stellungnahme des RAD ein (
Urk.
7/205) und bestätigte mit Mitteilung vom 2
3.
März 2010 den Anspruch auf die bishe
rige halbe Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von neu 53
%
(
Urk.
7/
215
).
1.5
Im
März
201
3
(Urk. 7/224)
leitete die
neu zuständige (Wohnsitzänderung
per
1.
Dezember 2008,
Urk.
7/198)
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
eine revisionsweise Überprüfung des Rentenanspruchs in die Wege
,
holte neue Berichte der behandelnden Ärzte ein und veranlasste eine
polydis
ziplinäre
Begutachtung (Expertise vom 1
4.
Mai 2014,
Urk.
7/242)
. Mit Vorbe
scheid vom 2
2.
Oktober 2014
(
Urk.
7/247)
stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Aufhebung der Rente in Aussicht, wogegen
er
am 2
6.
November
2014 Ein
wand erhob
(
Urk.
7/248)
.
Mit Verfügung vom 2
7.
Januar 2015 hielt die IV-Stelle
an der Aufhebung der Rente per Ende des folgenden Monats nach Zustellung der Verfügung fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
4.
März 2015 Beschwerde (
Urk.
1) und bean
tragte, die Verfügung vom 2
7.
Januar 2015 sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten,
ihm
die gesetzlichen Leistungen aus IVG zuzusprechen. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerde
führer eine
Dreiviertelsrente
bei einem Invaliditätsgrad von abgerundet 60
%
auszurichten.
Mit Vernehmlassung vom
1
7.
April 2015 (
Urk.
6)
beantragte die Beschwerdegegnerin die A
bweisung der Beschwerde, was dem
Beschwerdefüh
rer am
2
0.
April 2015 (
Urk.
8)
mitgeteilt wurde
.
Am
1
7.
Juni 2015 erstattete
der
Beschwerdeführer mit Bezugnahme auf den neuen Leitentscheid des Bundesge
richts betreffend psychosomatische Leiden und rentenbegründende Invalidität (Urteil des Bundesgerichts 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015, veröffentlicht in der amtlichen Sammlung als BGE 141 V 281) erneut
eine Eingabe samt Beilage (
Urk.
9
und
Urk.
1
0
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentli
chen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn
sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesund
heitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen
). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich ge
bliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkung
en eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskon
former
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung be
ruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesge
richts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung vom
2
7.
Januar 2015
(
Urk.
2) im Wesentlichen aus,
spätestens seit der Begutachtung werde von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis mittel
schwere, wechselbelastende Tätigkeiten ausgegangen, da keine Diagnosen mehr vorlägen, welche die Arbeitsfähigkeit dauerhaft einschränken könnten. Der Be
schwerdeführer sei zum Gespräch eingeladen worden, um berufliche Massnah
men zu besprechen. Gemäss dem Schreiben des Rechtsvertreters (damals keine Vollmacht vorhanden) sei er jedoch nicht interessiert gewesen, zum Gespräch zu erscheinen.
2.2
Dagegen wendete der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom
4.
März 2015
(
Urk.
1) zur Hauptsache ein,
es könne den Akten nicht entnommen werden, wes
halb der Invaliditätsgrad im Jahr 2010 von abgerundet 60
%
auf 53
%
korrigiert worden sei, obwohl offensichtlich keine Sachverhaltsänderung vorgelegen habe. Dem Beschwerdeführer hätte bei einem Invaliditätsgrad von 60
%
offensichtlich eine
Dreiviertelsrente
ausgerichtet werden müssen und nicht eine halbe Rente (S. 5). Die dritte Begutachtung im
B._
hätte gar nie stattfinden dürfen; es handle sich dab
ei um eine „
fishing
expedition
“,
weshalb darauf
nicht abgestellt
werden
könne
(S.
6). Das blosse Abstellen auf objektivierbare/strukturelle Beschwer
debilder und der damit verbundene Wegfall aller subjektiven und nicht objektivierbaren Anteile stelle keine Verbesserung des Gesundheitszustandes dar, sondern bloss eine andere Wertung des medizinischen Sachverhaltes
. Es sei offensichtlich, dass das aktuelle
B._
Gutachten keine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes umschreibe
(S. 8)
.
3.
3.1
Das Bundesgericht geht in ständiger Rechtsprechung vom Regelfall aus, dass eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist. Praktisch bedeutet dies, dass aus einer medizinisch attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit unmittelbar auf eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit ein entspre
chender Einkommensvergleich (mit dem Ergebnis eines tieferen
Invaliditätsgra
des
) vorgenommen werden kann. In ganz besonderen Ausnahmefällen hat die Rechtsprechung dennoch nach langjährigem Rentenbezug trotz medizinisch (wieder) ausgewiesener Leistungsfähigkeit vorderhand weiterhin eine Rente zu
gesprochen, bis mit Hilfe von medizinisch-rehabilitativen und/oder beruflich-
erwerblichen Massnahmen das theoretische Leistungspotential ausgeschöpft werd
en kann. Es können im Einzelfall Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglichen Leistungsentfaltung entgegen stehen, wenn aus den Akten einwand
frei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotentials ohne vorgängige Durchführung befähigender Mas
snahmen allein vermittels
Eigen
an
strengung
der versicherten Person nicht m
öglich ist (Urteil des Bundesge
richts 9C_163/2009 vom 10. September 2010 E. 4.2.2).
3.2
Diese Rechtsprechung hat das Bundesgericht im Urteil 9C_228/2010 vom 26. April 2011 dahingehend präzisiert, dass die revisions- oder
wiedererwä
gungsweise
Herabsetzung oder Aufhebung von Invalidenrenten bei
versicherten Perso
nen, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen haben, nur zulässig ist, wenn die Verwaltung zuvor die Not
wendigkeit von Eingliederungsmassnahmen geprüft hat (E. 3.3). Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass diese Personen aufgrund ihres fortge
schrittenen Alters oder der langen Rentendauer und der daraus folgenden lang
jährigen Arbeitsabstinenz in der Regel nicht selber in der Lage sind, sich dem Arbeitsmarkt zu stellen und sich dort selbständig wieder einzugliedern. Die Übernahme der beiden Abgrenzungskriterien bedeutet jedoch nicht, dass die Betroffenen einen Besitzstandsanspruch geltend machen können. Es wird ihnen lediglich, aber immerhin zugestanden, dass die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist (vgl. erwähntes Urteil 9C_228/2010 E. 3.5).
3.3
Anzumerken bleibt, dass nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts einer
subjektiv ausgeprägten Krankheitsüberzeugung beziehungsweise einer (zumin
d
est
vorerst) fehlenden Eingliederungsmotivation nicht mit einer direkten
Rentenauf
hebung
, sondern mit der Durchfüh
rung eines Mahn- und
Bedenkzeit
verfahrens
zu begegnen wäre (Urteil 9C_68/2015 vom 24. April
2015 E. 5.1 mit Hinwei
sen).
Ausgenommen sind Konstellationen, in welchen die fehlende subjektive
Eingliederungsmotivation von der versicherten Person unmissverständlich doku
mentiert worden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2014 vom 5. September 2014 E. 5.2).
4.
4.1
Der 1956 geborene Beschwerdeführer ist -
mit Ausnahme
einer durch das
RAV vermittelten Stelle (
Urk.
7/41)
und
einer
berufliche
n
Abklärungsmassnahme
- seit
November
1997 keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen
(vgl. IK-Aus
zug,
Urk.
7/158)
. Im Zeitpunkt der Rentenaufhebung
vom Januar
2015 war er 58 Jahre alt. Nach dem vorstehend ausgeführten (E. 3.1-3.2) fällt er demnach unter den besonders geschützten Personenkreis und die Selbsteingliederung ist ihm nach der Rechtsprechung nicht mehr zumutbar, weshalb befähigende be
rufliche Massnahmen notwendig sind.
4.2
Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer zu einem Beratungsgespräch eingeladen hatte (
Urk.
7/244). Dieser liess durch seinen Rechtsvertreter anfragen, weshalb er sich bei der IV-Stelle einfinden solle (
Urk.
7/245). Daraufhin
teilte diese
mit, dass das Dossier noch pendent sei hinsichtlich Eingliederung aus Rente/
Beratung und Begleitung und
fragte nach, ob der Beschwerdeführer an einem neuen Termin teilnehmen werde (
Urk.
7/246).
Eine Woche später erging der Vorbescheid bezüglich
der
Einstel
lung der Invalidenrente (
Urk.
7/247).
Da die Eingliederungsfrage vorgängig zur Rentenaufhebung zu prüfen ist und selbst bei
einer subjektiv ausgeprägten Krankheitsüberzeugung beziehungsweise einer (zumindest vorerst) fehlenden Eingliederungsmotivation
ein
Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
durchgeführt werden muss (vgl. E.
3.3) genügt die
vorlie
gende
(
zweimalige
)
Einladung zum Beratungsgespräch nicht.
Die im Vorbe
scheid und in der Verfügung festgehaltene Aussage, gemäss Schreiben seines Anwaltes sei der Beschwerdeführer nicht interessiert, zum Gespräch zu erschei
nen (
Urk.
7/247 S. 2 und
Urk.
2 S. 2
), trifft so nicht zu.
Das blosse Nachfragen nach dem Grund für eine Vorladung (Urk. 7/244-245) und eine ausgebliebene explizite Einverständniserklärung im Nachgang an die Bekanntgabe der Thema
tik (Urk. 7/246) kann jedenfalls nicht als unmissverständliche Weigerung
ver
standen werden, an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen.
4.3
Damit hat die Beschwerdegegnerin den bundesger
ichtlich geforderten Voraus
set
zungen zur Aufhebung von langjährigen Renten nicht hinreichend Genüge getan. Denn sie muss sich vor der Herabsetzung oder Aufhebung der Invali
denrente vergewissern, ob sich ein medizinisch-theoret
isches Leistungs
vermö
gen ohne weiteres in einem ent
sprechend tieferen Invaliditätsgrad nie
derschlägt oder ob dafür eine erwerbsbezogene
Abklärung (der Eig
nung,
Belas
tungsfähig
keit
, usw.) und/oder die Durchfü
hrung von beruflichen Eingliede
rungsmass
nahmen im Rechtssinne er
forderlich
ist
. Dieser Prüfungs
schritt zeitigt dort keine administrativen Weiterungen, wo die gegenüber der Eingliederung vorrangige Selbsteingliederung direkt zur rent
enausschliessenden
arbeitsmarkt
lichen
Ver
wertbarkeit des Leist
ungsvermögens führt. Das ist na
mentlich der Fall, wenn bisher schon eine erhebliche Restarbeitsfähigkeit be
stand, so dass der
an
spruchs
erhebliche
Zugewinn an Leistungsfähigkeit kaum zusätzlichen
Einglie
derungsbedarf
nach sich zieht, vor allem, wenn
das hinzu
gewonnene Leistungs
vermögen in einer Tätig
keit verwertet werden kann, welche die versi
cherte Person bereits ausübt oder unmittelbar wieder ausüben könnte (Urteil des Bun
desgerichts 9C_163/2009 vom 10. September 2010 E. 4.2.2 mit Hinweisen). Gleiches gilt, wenn es sich bei der versicherten Person um eine agile, gewandte und im gesellschaftlichen Leben integrierte Person handelt, sodass objektiv einer Selbsteinglieder
ung (trotz fortgeschrittenen Al
ters) nichts entgegensteht (Urteil des Bundesgerichts 9C_68/2011 vom 16. Mai 2011 E. 3.3).
4.4
Vorliegend sind keine Umstände ersichtlich, die auf eine ohne weiteres zumut
bare Selbsteingliederung trotz überschrittener Altersgrenze schliessen liessen.
Der Beschwerdeführer hat zwar das Gymnasium i
m
Z._
besucht, konnte dieses
jedoch nicht abschliessen. Er hat keinen Beruf erlernt und führte
unter anderem in
C._
,
D._
und in der Schweiz
verschiedene
Hilfsarbeiten aus
(
Urk.
7/64/9
)
.
Diese körperlich
teilweise
schweren Arbeiten sind i
h
m aus medizinischen Gründen nicht mehr zumutbar. Er war rund 18 Jahre
weitgehend
abwesend vom Arbeitsmarkt und
verfügt nur über
beschränkte
Deutsch
kenntnisse
(vgl.
B._
-Untersuchung
im Jahr
2001, wonach der genaue Unfallablauf aus sprachlichen Gründen schwierig rekonstruierbar sei,
Urk.
7/64 S
. 1;
die Begutachtung im
B._
im Jahr 2014
wurde mit einem
E._
spre
c
henden Dolmetscher durchgeführt,
Urk.
7/242
S. 14
).
Eine besonders breite Ausbildung und Berufserfahrung (vgl. Bundesgerichtsurteil 8C_39/2012 vom 2
4.
April 2012 E. 5.2) oder Agilität im Berufsleben
sind
somit ebenfalls nicht gegeben.
Es bleibt nach dem Gesagten beim Grundsatz, wonach bei Versicherten, die bei Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente das 5
5.
Altersjahr vollendet haben oder die eine Rentenbezugsdauer von mindestens 15 Jahren aufweisen, eine Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist (vgl. auch Urteile des Bundes
gerichts 9C_183/2015 vom 1
9.
August
2015 E.
5 und 9C_524/2015 vom 3
0.
November 2015 E.
4). Für die Annahme eines Ausnahmefalls bes
teht kein
Anlass, namentlich auch nicht aufgrund der Teilberentung (Urteil des Bundes
gerichts 9C_661/2014 vom 17. September 2015 E. 3.2).
4.5
De
r
Beschwerdeführer kann nach dem Gesagten angesichts seines Alters und der jahrelangen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt auch bei einer attestierten 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit nicht auf den Weg der Selbsteingliederung verwiesen werden. Damit ist die
Rentenein
stellung
so lange nicht gerechtfertigt, als die Beschwerdegegnerin - die Motiva
tion des Beschwerdeführers vorausgesetzt (
Art.
21
Abs.
4 ATSG) - die Wieder
eingliederung nicht aktiv gefördert und den Beschwerdeführer nicht hinreichend
auf die berufliche
Eingliederung vorbereitet hat.
4.
6
Bezüglich des
Vorbringen
s
des Beschwerdeführers, wonach die IV-Stelle den Inva
liditätsgrad im Jahr 2010
zu Unrecht
von 60
%
auf 53
%
herabgesetzt habe, ist darauf hinzuweisen, dass
die IV-Stelle
A._
dem Beschwerdeführer mit Mitteilung vom 2
3.
März 2010
erklärte
, dass weiterhin Anspruch auf die bishe
rige halbe Invalidenrente (Invaliditätsgrad 53
%
, bisher 60
%
) bestehe
(
Urk.
7/215)
.
Es
erscheint für den Regelfall als gerechtfertigt, von der betroffenen Person zu erwarten, dass sie innerhalb eines Jahres seit der im formlosen Verfahren er
folgten Mittei
lung an die IV-Stelle gelangt
.
Eine längere Frist kommt allenfalls dann in Frage, wenn die Person - insbesondere wenn sie rechtsunkundig und nicht anwaltlich vertreten ist - in guten Treuen annehmen durfte, der Ver
sicherer habe noch keinen
abschliessenden
Entscheid fällen wollen und sei m
it weiteren Abklärungen befasst
(vgl.
BGE 134 V 145 E. 5.3.2
).
Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer war
deshalb nach dem Gesagten gehalten, inner
halb eines Jahres seit Zugang des Schreibens zu reagieren und
sein
Nichtein
verständnis
zu bekunden.
Die erst in der Beschwerde vom
4.
März 2015
(
Urk.
1)
erfolgte Intervention ist somit verspätet, da die
im formlosen Verfahren ergang
ene
Mitteilung
vom
2
3.
März 2010
inzwischen Rechtswirksamkeit erlangt
hatte
, wie wenn
sie
im durch
Art.
51
Abs.
1 ATSG
umschriebenen Rahmen erlassen wor
den wäre.
4.7
Dies führt im Ergebnis zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde mit der Fest
stellung, dass der Beschwerdeführer einstweilen weiterhin Anspruch auf die bis
herige halbe Rente hat.
4.8
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt sich die Prüfung des Vorliegens der Voraussetzungen zur Rentenrevision.
5.
5.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG).
5.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der anwaltlich vertretene Beschwerde
führer Anspruch auf eine Prozessentschädigung (
Art.
61
lit
. g ATSG). Vorlie
gend scheint eine Prozessentschädigung von
Fr.
2
‘
2
00
.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) als angemessen.