Decision ID: f3eb5340-0627-4ca6-a455-595ff31d08aa
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_004
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. Am 27. April 2021 informierte die Gemeinde W._ erstmals die
betroffenen Grundeigentümer schriftlich über die Absicht zur Einleitung
eines Beitragsverfahrens für die Sanierung der Via V._ in X._ als
Fraktion der Gemeinde W._. Die Gemeinde publizierte die
entsprechende Absichtserklärung am 30. April 2021 im Amtsblatt Z._
und legte die zugehörigen Unterlagen während 30 Tagen öffentlich auf.
2. Nachdem dagegen mehrere Einsprachen ergingen, überarbeitete der
Gemeindevorstand das Vorhaben, indem er das Beizugsgebiet auf die
Bauzone reduzierte und das Beitragsverfahren in zwei Abschnitte
unterteilte. An der Festlegung der öffentlichen Interessenz auf 60 % und
jener der privaten auf 40 % wurde festgehalten. Der Publikation im
Amtsblatt Z._ vom 9. Juli 2021 war u.a. zu entnehmen, der
Gemeindevorstand habe am 5. Juli 2021 das Beitragsverfahren für die
Strassensanierung Via V._ in X._ neu aufgelegt und den
Verzicht auf ein Beitragsverfahren für die Strassensanierung Via
AE._ in W._ beschlossen. Das Informationsschreiben der
Gemeinde an die betroffenen Grundeigentümer vom 13. Juli 2021 trug
sodann die Überschrift "Absicht zur Einleitung von zwei Beitragsverfahren
der Sanierung der Via V._ in X._; Information betreffend 2.
Auflage und Abschreibung 1. Auflage / Einspracheverfahren". Darin wurde
festgehalten, dass die öffentliche Auflage sowie das Einspracheverfahren
wiederholt werde, zwei Beitragsverfahren (Abschnitt 1 und 2) eingeleitet
und die erste öffentliche Auflage vom 30. April 2021 sowie die dagegen
erhobenen Einsprachen als gegenstandslos abgeschrieben werden.
3. Die (zweite) Publikation betreffend die Absicht zur Einleitung von zwei
Beitragsverfahren für die Gesamtsanierung Via V._ erfolgte am 16.
Juli 2021 im Amtsblatt Z._, woraufhin die Akten zum zweiten Mal
während 30 Tagen öffentlich auflagen. Daraufhin gingen wiederum
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mehrere, insgesamt 15, Einsprachen ein. Beantragt wurde im
Wesentlichen eine Erhöhung der öffentlichen Interessenz auf 70 %.
Teilweise wurde auch die Entlassung oder Aufnahme einzelner Parzellen
und damit sinngemäss eine Anpassung des Beitragsperimeters beantragt.
Darüber hinaus kritisierten einige Einsprecher die Aufteilung des
Beitragsverfahrens in zwei Abschnitte als Ungleichbehandlung.
4. Am 18. Januar 2022, mitgeteilt am 23. Februar 2022, erliess der
Gemeindevorstand W._ den Einleitungsbeschluss, wies sämtliche
Einsprachen ab, soweit darauf eingetreten wurde und leitete für die
Sanierung der Via V._ zwei Beitragsverfahren (Abschnitt 1 und 2) ein.
An der – bereits in der ersten Auflage mitgeteilten – Aufteilung der
öffentlichen und privaten Interessenz von 60 % bzw. 40 % hielt die
Gemeinde wiederum fest. Unbestritten sei die Qualifikation der Via
V._ als Groberschliessungsanlage. Sie sei jedoch nicht von höchster
Kategorie, weshalb die Festlegung der öffentlichen Interessenz auf 60 %
erfolgt sei. Alle von den Einsprechern erwähnten (u.a.
landwirtschaftlichen) Drittnutzungen seien dabei berücksichtigt und
abgegolten. Die Unterteilung in zwei Abschnitte sei erfolgt, weil sich die
Situationen der beiden Abschnitte in tatsächlicher Hinsicht unterscheiden
würden. So verbinde Abschnitt 1 als eng verflochtener Strassenabschnitt
direkte Anstösser mit dem übergeordneten weiterführenden Strassennetz,
während Abschnitt 2 dagegen Zubringer ins Dorfzentrum sei, ohne
dorfinterne Verbindung zu verschiedenen weiterführenden Strassen.
Einwände hinsichtlich Kostenverteilerschlüssel seien erst nach dem
Einleitungsverfahren in der zweiten Phase des Kostenverteilers
vorzubringen. Sofern die Einsprecher eine Entlassung aus dem
Beitragsperimeter verlangen, da sie noch über eine andere Zufahrt
verfügen, hielt die Gemeinde fest, dass einzig massgebend sei, ob sie aus
der projektierten Strasse einen Nutzen ziehen können; der
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Zweiterschliessungsabzug werde jedoch beim Kostenverteiler
berücksichtigt.
5. Dagegen erhoben die Stockwerkeigentümergemeinschaft A._
(bestehend aus C._, D._, E._ und F._), B._,
G._ und H._, die Erbengemeinschaft I._ (bestehend aus
K._, L._ und J._), M._, N._, E._, O._,
P._, Q._, R._, S._, T._ sowie U._
(nachfolgend Beschwerdeführer [1-14]) am 24. März 2022 Beschwerde an
das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragten die
Aufhebung des angefochtenen Entscheids der Gemeinde W._ vom
18. Januar 2022 betreffend Beitragsverfahren der Via V._. Die
Gemeinde W._ sei richterlich anzuweisen, für die Sanierung der Via
V._ in X._ von einem Beitragsverfahren abzusehen. Eventualiter
sei die Gemeinde W._ anzuweisen, das Beitragsverfahren in einen
Abschnitt und nicht in zwei Abschnitte zu unterteilen, das Beizugsgebiet
im Bereich Y._ bzw. AA._ anzupassen sowie den Anteil der
öffentlichen Interessenz auf 90 % bis 70 % und jenen der privaten
Interessenz auf 10 % bis 30 % festzusetzen. Subeventualiter sei die Sache
im Sinne der Erwägungen des Verwaltungsgerichts an die Gemeinde zu
neuem Entscheid zurückzuweisen; unter gesetzlichen Kosten- und
Entschädigungsfolgen.
Begründend machten die Beschwerdeführer zunächst eine
Gehörsverweigerung geltend, da sie im vorinstanzlichen Verfahren als
Vergleich das Beispiel AM._ als eigentliche Quartierstrasse
vorgebracht hätten, worauf die Gemeinde jedoch nicht eingegangen sei.
Sodann rügten sie einen verfrühten Baubeginn, während die Einleitung
des Beitragsverfahrens noch gar nicht abgeschlossen sei. So seien die
Arbeiten im unteren Teil bereits im Jahr 2021 abgewickelt worden und im
oberen Teil hätten diese am 15. März 2022 begonnen. Den Hauptantrag
begründeten sie im Wesentlichen damit, dass es sich bei der Via V._
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nicht um eine Anlage der Grob- sondern der Grunderschliessung handle,
da sie zwei übergeordnete Kantonsstrassen miteinander verbinde.
Folglich sei kein Beitragsverfahren durchzuführen. Als ersten
Eventualantrag machten sie geltend, die Unterteilung in zwei Perimeter-
Beitragsabschnitte sei willkürlich und verletze das Gleichheitsgebot. Die
Via V._ weise keine wesentlich anderen Erschliessungsfunktionen für
die Abschnitte 1 oder 2 auf. Die Parzelle AK._, welche zwar im
Norden an die Kantonsstrasse nach AB._ angrenze – wegen
Niveauunterschieden jedoch nicht dadurch erschlossen werde – werde
nur von der Südseite her über die Via V._ erschlossen. Auch die
Erschliessung für das Quartier AL._ erfolge über die Via V._. Als
zweiten Eventualantrag machten die Beschwerdeführer geltend, die
Aufteilung der Anteile der öffentlichen sowie privaten Interessenz sei
rechtswidrig. So müsse die öffentliche Interessenz etwa im Bereich von 80
% bis 90 % liegen. Sie beantragten die Durchführung eines Augenscheins
der Via V._ in X._, der AM._ sowie der Via AE._ in
W._.
6. In ihrer Vernehmlassung vom 12. Mai 2022 beantragte die Gemeinde
W._ (nachfolgend Gemeinde/Beschwerdegegnerin) die Abweisung
der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Entgegen den
Ausführungen der Beschwerdeführer handle es sich bei der Via V._
nicht um eine Anlage der Grund-, sondern der Groberschliessung.
Hinsichtlich der Festlegung öffentlichen Interessenz habe die
Beschwerdegegnerin mit der Qualifikation der Via V._ als
Groberschliessung "hoher, aber nicht höchster Kategorie" den ihr
zustehenden Ermessens- und Beurteilungsspielraum nicht überschritten.
Zum beschwerdeführerischen Vorwurf der unrechtmässigen Unterteilung
in zwei Beitragsverfahren (Abschnitte) führte die Beschwerdegegnerin
aus, im Dorfkern – wo auch der Abschnitt 1 liege – würden nach und nach
Erschliessungsstrassen saniert, wobei jeweils immer nur die unmittelbaren
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Anstösser ins Beizugsgebiet miteinbezogen würden. Bei Abschnitt 2
handle es sich hingegen nicht um zusammenhängende Strassenzüge und
es müssten auch die Hinterlieger aufgenommen werden. Dies sei sachlich
richtig sowie nachvollziehbar und stütze sich auf den Grundgedanken in
PVG 1984 Nr. 62. Auch hier sei der Beurteilungs- und
Ermessensspielraum weder über- noch unterschritten. Der Vergleich mit
der Via AE._ in W._, wo auf ein Beitragsverfahren verzichtet
worden sei, gehe fehl, da es sich dabei um eine Anlage der
Grunderschliessung handle. Auch im Zusammenhang mit der gerügten
Ungleichbehandlung im Vergleich zur AM._ in W._ als Anlage
der Groberschliessung habe die Beschwerdegegnerin den ihr
zustehenden Beurteilungs- und Ermessensspielraum nicht überschritten;
eine Gehörsverletzung liege sodann nicht vor. Sofern sich die
Beschwerdeführer auf den Standpunkt stellten, der Einleitungsbeschluss
sei nach Beginn der Bauarbeiten erfolgt und somit verspätet, hielt die
Gemeinde fest, die Frist sei mittels erster Publikation, Auflage und
individueller Mitteilung eingehalten. Ferner handle es sich dabei um
Ordnungs- und nicht um Verwirkungsfristen.
7. Replicando hielten die Beschwerdeführer am 24. Mai 2022 unverändert an
ihren Anträgen fest und vertieften ihre Argumentation bezüglich der
Qualifizierung der Via V._ als Grunderschliessung. Ferner verlangten
sie eine Praxisänderung betreffend die Weitergeltung von kommunalem
Recht (vorliegend dem Erschliessungsgesetz von W._) im Bereich
von Beitragsverfahren – konkret Richtwerte der Interessenzen – im
Verhältnis zum Raumplanungsgesetz des Kantons Graubünden. Es
folgten schliesslich weitere Ausführungen dazu, dass die Unterteilung in
zwei Abschnitte für einzelne Grundstückeigentümer eine
Ungleichbehandlung mit sich bringe. Ferner müssten die Parzellen
AC._ und AD._ in Beitragsperimeter aufgenommen werden.
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8. Auch die Gemeinde vertiefte in ihrer Duplik vom 23. Juni 2022 ihre
Standpunkte. Nachdem die Beschwerdeführer in ihrer Triplik vom 4. Juli
2022 erneut ihre dagegen gerichtete Argumentation ausführten,
verzichtete die Gemeinde am 6. Juli 2022 auf eine weitere Stellungnahme.
Auf die Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie im
angefochtenen Entscheid vom 18. Januar 2022 wird, soweit erforderlich,
in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt der vorliegenden Beschwerde bildet der
Einspracheentscheid bzw. Einleitungsbeschluss vom 18. Januar 2022,
mitgeteilt am 23. Februar 2022 (vgl. beschwerdeführerische Akten 1;
beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 6), mit welchem die
Beschwerdegegnerin sämtliche Einsprachen abwies, soweit sie darauf
eintrat, für die Sanierung der Via V._ zwei Beitragsverfahren
einleitete sowie den festgelegten Kostenanteil der öffentlichen (60 %) und
privaten (40 %) Interessenz bestätigte. Es handelt sich insofern um einen
verbindlichen kommunalen Entscheid aus dem Gebiet des öffentlichen
(Bau- und Planungs-)Rechts, welcher von der zuständigen
Planungsbehörde getroffen wurde (vgl. Art. 58 ff. des
Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden [KRG; BR 801.100],
Art. 22 ff. der Raumplanungsverordnung für den Kanton Graubünden
[KRVO; BR 801.110]). Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) unterliegen solche
Entscheide der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden, wenn sie wie vorliegend
weder bei einer anderen Instanz angefochten werden können, noch nach
kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Folglich stellt er
ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem
Verwaltungsgericht dar. Die Beschwerdeführer sind als materielle und
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formelle Adressaten vom Entscheid betroffen und haben ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung, weshalb sie zur
Beschwerdeerhebung legitimiert sind (vgl. Art. 50 VRG). Auf die überdies
frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 24. März 2022 ist
somit einzutreten (vgl. Art. 38, Art. 39 Abs. 1 lit. a und Art. 52 Abs. 1 VRG).
2.1. In verfahrensrechtlicher Hinsicht gilt es zunächst festzuhalten, dass die
Beschwerdeführer die Durchführung eines Augenscheins der Via V._
(als Gegenstand des vorliegenden Verfahrens), der AM._ sowie der
Via AE._ beantragen.
2.2. Nach Art. 11 Abs. 1 VRG ist der Sachverhalt von Amtes wegen zu
ermitteln. Die Behörde erhebt die notwendigen Beweise, wobei sie an
Begehren zur Ermittlung des Sachverhalts nicht gebunden ist (Art. 11 Abs.
3 VRG). Sie kann und muss selber die sachdienlichen Beweismittel
beiziehen, wobei ihr bei der Erhebung und Abnahme von Beweisen ein
weiter Ermessensspielraum zusteht (MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG,
Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton
Bern, Bern 1997, Art. 18 Rz. 8). Dabei ist zu beachten, dass der Anspruch
auf rechtliches Gehör das Recht umfasst, Beweisanträge zu stellen, und
die Behörde zur Beweisabnahme verpflichtet. Beweise sind im Rahmen
dieses verfassungsmässigen Anspruchs indessen nur über jene
Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache
erheblich sind. Auf weitere Beweisvorkehren kann dann verzichtet werden,
wenn der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, nicht rechtserheblich
ist, wenn bereits Feststehendes bewiesen werden soll, wenn von
vornherein gewiss ist, dass der angebotene Beweis keine Abklärungen
herbeizuführen vermag, oder wenn die Behörde den Sachverhalt gestützt
auf ihre eigene Sachkenntnis beziehungsweise jene ihrer fachkundigen
Beamten zu würdigen vermag. Gelangt die Verwaltung oder das Gericht
bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, der Sachverhalt,
den eine Partei beweisen will, sei nicht rechtserheblich oder der
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angebotene Beweis vermöge keine Abklärungen herbeizuführen, kann auf
ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. In der damit verbundenen
antizipierten Beweiswürdigung kann kein Verstoss gegen das rechtliche
Gehör erblickt werden (BGE 122 V 157 E.1d).
2.3. Gemäss Art. 62 Abs. 3 KRG sind die Erschliessungsanlagen grundsätzlich
von den Personen zu bezahlen, die aus den öffentlichen Anlagen einen
wirtschaftlichen Sondervorteil ziehen oder die Anlage nutzen oder nutzen
könnten. Die Aufteilung der Kosten zwischen dem Gemeinwesen
(öffentliche Interessenz/Gemeindeanteil) und den Grundeigentümern
(private Interessenz/Privatanteil) erfolgt nach Massgabe des Interesses an
einem öffentlichen Werk. Unter Heranziehung der jeweils von einer
Strasse erfüllenden Funktion wird der von den Grundeigentümern zu
entrichtende Anteil in einem Prozentrahmen festgelegt, wobei der
zuständigen Behörde innerhalb der gesetzlichen Richtwerte gemäss Art.
63 Abs. 2 KRG ein erheblicher Entscheidungspielraum zusteht (vgl. PVG
2007 Nr. 20 E.5). Daraus ergibt sich, dass sich die Grundlagen für die
Festlegung des Kostenanteils der privaten und öffentlichen Interessenz
aus dem Gesetz ergeben, wobei die Kostenaufteilung insbesondere unter
Berücksichtigung der von einer konkreten Strasse zu erfüllenden Funktion
festzulegen ist. Es ist somit ausschliesslich nach dem Einzelfall zu
beurteilen (vgl. PVG 2007 Nr. 20).
2.4. Sofern nun die Beschwerdeführer die AM._ sowie die Via AE._
als Vergleich vorbrachten, ist festzuhalten, dass es demnach vorliegend
einzig und allein um die tatsächlichen Gegebenheiten an der Via V._
geht. Ob diese mit der AM._ und der Via AE._ vergleichbar ist,
muss das Verwaltungsgericht somit nicht beurteilen. Das
Verwaltungsgericht hat nur den vorliegenden Einzelfall zu überprüfen (vgl.
dazu Urteil des Verwaltungsgerichts [VGU] A 2018 16 vom 11. Mai 2021
E.3.5 mit Hinweis auf A 18 48 vom 5. März 2019 E.5.2, A 14 3 vom 1. Juli
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2014 E.5.d). Aus diesem Grund ist der beantragte Augenschein der
AM._ sowie der Via AE._ in W._ abzuweisen.
2.5. Die Durchführung des von den Beschwerdeführern beantragten
Augenscheins der vorliegend strittigen – und nach dem vorstehend
Gesagten ausschliesslich massgeblichen – Via V._ erscheint zur
Beantwortung der zu entscheidenden Fragen nicht notwendig. Von einem
Augenschein sind keine entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten,
weshalb das Gericht in Anwendung der antizipierten Beweiswürdigung auf
dessen Durchführung verzichtet (vgl. BGE 127 V 491 E.1b, 124 V 90 E.4b,
122 V 157 E.1d m.w.H.).
3.1. Die Beschwerdeführer machen ferner eine Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör geltend. Insbesondere habe sich die
Beschwerdegegnerin in ihrem Einspracheentscheid vom 18. Januar 2022
nicht mit dem von ihnen vorgebrachten Vergleich der AM._ in
W._ auseinandergesetzt (vgl. Beschwerde, S. 6), für welche kürzlich
ebenfalls ein Beitragsverfahren durchgeführt wurde. Ob aufgrund der
Begründungsdichte im Einspracheentscheid der beschwerdeführerische
Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt wurde, ist nachfolgend zu prüfen.
3.2. Die Verletzung des Gehörsanspruchs führt grundsätzlich, ungeachtet der
Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst, zur Aufhebung
des angefochtenen Entscheids (vgl. BGE 132 V 387 E.5.1). Nach der
Rechtsprechung kann ein Verfahrensmangel, insbesondere eine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, indes geheilt werden,
wenn die Kognition der urteilenden Instanz nicht eingeschränkt ist und
dem Beschwerdeführer daraus kein Nachteil erwächst. Verlangt wird
ferner, dass kein für die Beurteilung der Angelegenheit relevantes
Kognitionsgefälle besteht (vgl. WIEDERKEHR, Die Begründungspflicht nach
Art. 29 Abs. 2 BV und die Heilung bei Verletzung, ZBI 9/2010, S. 502 ff.).
Eine Heilung ist aber immer dann ausgeschlossen, wenn es sich um eine
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besonders schwerwiegende Verletzung der Parteirechte handelt; zudem
soll sie die Ausnahme bleiben (vgl. BGE 134 I 331 E.3.1, 126 I 68 E.2 mit
Hinweisen; PVG 2008 Nr. 1). Verfügungen oder Entscheide, die unter
Missachtung des rechtlichen Gehörs ergangen sind, sind daher
grundsätzlich aufzuheben und zur Durchführung eines
ordnungsgemässen Verwaltungsverfahrens an die Verwaltungsbehörden
zurückzuweisen (vgl. statt vieler: PVG 2011 Nr. 31). Nur wenn es sich aus
verfahrensökonomischen Gründen aufdrängt, ist die Heilung einer
allfälligen Gehörsverletzung im Rechtsmittelverfahren nach der zitierten
Praxis ausnahmsweise zuzulassen.
3.3. Der durch Art. 29 Abs. 2 BV gewährleistete Anspruch auf rechtliches
Gehör dient einerseits der Sachaufklärung und garantiert anderseits ein
persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien im Verfahren,
soweit dies Einfluss auf ihre Rechtsstellung haben kann. Die
Gehörsgarantie ist somit ein verfassungsmässig geschütztes
Individualrecht, hat also den Charakter eines selbständigen Grundrechts
(vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl.,
Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 1001 und 1003 f.). Aus Art. 29 Abs. 2 BV folgt
insbesondere auch ein Mindestanspruch auf Begründung eines
hoheitlichen Aktes (vgl. BGE 133 I 270 E.3.1). Die Begründungspflicht für
kantonale Behörden ergibt sich aus dem kantonalen Verfahrensrecht,
vorliegend aus Art. 22. Abs. 1 VRG, welcher ausdrücklich festhält, dass
Entscheide zu begründen sind. Der Sinn und Zweck der
Begründungspflicht liegt darin, dass der Bürger wissen soll, warum eine
Behörde entgegen seinem Antrag entschieden hat. Die Begründung eines
Entscheids muss deshalb so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn
gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur möglich, wenn
sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des
Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens
kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten
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liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 129 I 232 E.3.2).
Zwar darf sich die Behörde auf die für den Entscheid wesentlichen
Gesichtspunkte beschränken. Es ist insbesondere nicht nötig, dass sie
sich mit jeder tatbestandlichen Behauptung und jedem rechtlichen
Einwand auseinandersetzt, sondern sie kann sich vielmehr auf die für den
Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (vgl. statt vieler:
BGE 133 I 270 E.3.1). Ob die Begründung rechtlich zutreffend und haltbar
ist, ist wiederum keine Frage des formellen Anspruchs auf rechtliches
Gehör, sondern der materiellen Beurteilung der Frage.
3.4. Jedes Beitragsverfahren kennzeichnet sich grundsätzlich durch zwei
Verfahrensabschnitte (Einleitungsphase [Art. 22 und 23 KRVO]; Phase
des Kostenverteilers [Art. 24 – 26 KRVO]) aus. Die vorliegende
Streitsache befindet sich zweifellos in der Einleitungsphase (erste Phase).
Entsprechend waren im Rahmen des Einspracheentscheids vom 18.
Januar 2022 die von den damaligen Einsprechern geltend gemachten
Rügen, wonach die öffentliche Interessenz von 60 % auf (mindestens) 70
% zu erhöhen, der Beitragsperimeter auf weitere Parzellen auszuweiten
und von einer Aufteilung in zwei Abschnitten abzusehen sei, zu beurteilen.
Dabei wurde in Bezug auf die gerügte Abgrenzung des Beitragsgebietes
bzw. der Unterteilung in zwei Abschnitte im Wesentlichen erwogen, dass
sich die Situation der beiden Abschnitte in tatsächlicher Hinsicht
massgeblich unterscheide (vgl. angefochtener Entscheid, S. 7). Die
Erwägungen zeigen, dass die Beschwerdegegnerin im
Einspracheentscheid vom 18. Januar 2022 – entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführer – ihrer Begründungspflicht in Bezug auf das
Perimetergebiet bzw. die Unterteilung in zwei Abschnitte in hinreichendem
Mass nachgekommen ist. Die gegenteilige Rüge der Beschwerdeführer
verfängt somit nicht. Aufgrund dieser Erwägungen musste es für die
Beschwerdeführer genügend klar sein, aufgrund welcher Überlegungen
die Beschwerdegegnerin die Abgrenzung des Beitragsgebietes sowie die
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Festlegung der Interessenzen vorgenommen hat. Ob diese Überlegungen
rechtlich zutreffend sind, ist nicht im vorliegend interessierenden
Zusammenhang der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör zu
prüfen, sondern materieller Natur. Darauf wird noch einzugehen sein (vgl.
nachstehende E.5 ff.). Auf jeden Fall waren die Beschwerdeführer, wie
bereits ihre Beschwerdeeingabe vom 24. März 2022 zeigt, ohne Weiteres
in der Lage, den missliebigen Einspracheentscheid sachgerecht
anzufechten. Die Rüge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches
Gehör erweist sich somit als unbegründet.
3.5. Selbst wenn vorliegend eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs
bejaht würde, dürfte der Mangel sodann als nachträglich geheilt qualifiziert
werden, weil es sich aufgrund des vorstehend Gesagten um keine
schwerwiegende Verletzung der Parteirechte handelte, sich die
Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren im Rahmen eines doppelten
Schriftenwechsels ausführlich zu allen Fragen äussern konnten und das
Verwaltungsgericht gemäss Art. 51 VRG über eine uneingeschränkte
Kognition verfügt. Der Anspruch des rechtlichen Gehörs wäre somit
geheilt.
4.1. Wie bereits ausgeführt, kennzeichnet sich jedes Beitragsverfahren
grundsätzlich durch zwei Verfahrensabschnitte (vgl. vorstehend E.3.1). In
der Einleitungsphase entscheidet die Gemeinde als Bauherrin, ob sie ein
Perimeterverfahren durchführen will und welcher prozentuale Anteil an
den Gesamtkosten des öffentlichen Bauwerkes von der Gemeinde bzw.
den Grundeigentümern zu übernehmen ist. Gleichzeitig wird der Plan mit
der vorgesehenen Abgrenzung des Beitragsgebietes öffentlich aufgelegt
(vgl. Art. 22 Abs. 1 und 2 KRVO). Erst in der zweiten, von der ersten klar
zu unterscheidenden Phase, erarbeitet die Gemeinde nach Eintritt der
Rechtskraft des Einleitungsbeschlusses und Abnahme des Werkes den
Kostenverteiler, welcher wiederum mindestens eine Zusammenstellung
der Gesamtkosten des Werkes unter Angaben anfälliger Subventionen,
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einen eventuellen Plan mit Beitragszonen sowie die Aufteilung der Kosten
unter den Beitragspflichtigen samt Erläuterungen umfasst (vgl. Art. 24
KRVO). Die beabsichtigte Einleitung des Verfahrens, der vorgesehene
Beitragsperimeter sowie der Anteil der öffentlichen Interessenz bilden
dabei zwingend Teil des Einleitungsverfahrens (erste Phase). Gegen
diese Feststellungen kann gemäss Art. 23 KRVO im Rahmen der
öffentlichen Auflage Einsprache erhoben werden. Im weiteren Verfahren
können solche Einwände nicht mehr vorgebracht werden. Einwendungen
gegen den Kostenverteiler sind hingegen erst im zweiten
Verfahrensabschnitt zulässig (vgl. Art. 24 Abs. 2 KRVO).
4.2. Die Beschwerdeführer rügten in diesem Zusammenhang einen verfrühten
Baubeginn, während die Einleitung des Beitragsverfahrens noch gar nicht
abgeschlossen sei. So seien die Arbeiten im unteren Teil bereits im Jahr
2021 abgewickelt worden und im oberen Teil hätten diese am 15. März
2022 begonnen (vgl. Beschwerde, S. 7). Die Beschwerdegegnerin ist
ihrerseits der Ansicht, die Frist sei mittels erster Publikation, Auflage und
individueller Mitteilung eingehalten. Ferner handle es sich dabei um
Ordnungs- und nicht um Verwirkungsfristen (vgl. Vernehmlassung vom
12. Mai 2022, S. 14-16). Gemäss Art. 22 Abs. 1 KRVO ist das
Beitragsverfahren "in der Regel vor Beginn der Bauarbeiten einzuleiten. In
begründeten Fällen ist eine spätere Einleitung möglich." Wie die
Beschwerdegegnerin zutreffend erkannte, liegt der Fokus dieser
Bestimmung auf der Einleitung des Verfahrens. Diese teilt sich auf in
einerseits Publikation, öffentliche Auflage und Benachrichtigung der
Betroffenen gemäss Art. 22 Abs. 2 und 3 KRVO und andererseits in das
Einspracheverfahren und die Beschlussfassung gemäss Art. 23 KRVO.
Der Wortlaut von Art. 22 Abs. 1 KRVO verlangt indessen nicht einen
ergangenen Einleitungsbeschluss, geschweige denn dessen Rechtskraft.
Für die am 15. März 2022 – als verfrüht gerügten – begonnenen
Bauarbeiten im oberen Teil des Dorfes liegt spätestens mit der zweiten
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Publikation im Amtsblatt Z._ vom 16. Juli 2021 (vgl. Bg-act. 4.1) sowie
der anschliessenden öffentlichen Auflage und dem Einleitungsbeschluss
vom 18. Januar, mitgeteilt am 23. Februar 2022 offensichtlich keine
Verletzung von Art. 21 Abs. 1 KRVO vor. Auch in den "im Jahre 2021"
begonnenen und ebenfalls als verfrüht gerügten Arbeiten im unteren Teil
ist keine Verletzung von Art. 21 Abs. 1 KRVO ersichtlich. Einerseits geht
aus der Beschwerde bis auf die Formulierung "im Jahre 2021" nicht hervor,
welche Arbeiten zu welchem Zeitpunkt als verfrüht begonnen haben
sollen. Andererseits erfolgte bereits Ende April 2021 die erste Publikation
zur Einleitung eines Beitragsverfahrens für die Sanierung der Via V._
sowie die Information der betroffenen Grundeigentümer. Letztere hielt
sodann im "Terminplan" fest, dass der Baubeginn im Mai 2021 und damit
im Anschluss an die öffentliche Auflage vorgesehen war (vgl. Bg-act. 1, S.
3). Dieses erste Verfahren wurde zwar im Juli 2021 als gegenstandslos
abgeschrieben, jedoch wurde mit der Publikation vom 16. Juli 2021 auch
bereits die Absicht der zweiten Einleitung des Beitragsverfahrens
mitgeteilt. Darüber hinaus erwachsen den Beschwerdeführern bei einem
Zuwarten bis zum Abschluss des Gerichtsverfahrens auch keine
wesentlichen Vorteile, zumal das vorliegende Verfahren das
Beizugsgebiet, die Funktion der Erschliessungsanlage(n) sowie die
Aufteilung zwischen öffentlicher und privater Interessenz zum Gegenstand
hat (vgl. zur Rüge des verfrühten Baubeginns auch VGU A 14 40 vom 30.
August 2016 E. 3a).
5.1. Die Beschwerdeführer beantragten in ihrem Hauptantrag die Aufhebung
des angefochtenen Entscheids und die richterliche Anweisung der
Gemeinde, für die Sanierung der Via V._ von einem
Beitragsverfahren abzusehen. Während die Beschwerdegegnerin die Via
V._ als Anlage der Groberschliessung qualifizierte (vgl.
angefochtener Entscheid, S. 5 und Vernehmlassung vom 12. Mai 2022, S.
4-6), begründen die Beschwerdeführer ihren Hauptantrag mit der
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Qualifikation der Via V._ als Anlage der Grundschliessung. Sie
argumentieren, die Via V._ diene unmittelbar gerade nicht der
Erschliessung des Dorfgebietes, jedenfalls nicht unmittelbar und
höchstens mittelbar. Sie verbinde zwei übergeordnete Kantonsstrassen
(vgl. Beschwerde, S. 3 und 7 ff. und Replik, S. 2). Die Beschwerdegegnerin
hält dem dagegen, die Via V._ bilde nicht mehr Gegenstand der
Feinerschliessung, aber auch nicht der Grunderschliessung. Es sei gerade
ein Lehrbuchbeispiel für eine Groberschliessung, welche unmittelbar
Anlagen der Grund-, nämlich die beiden Kantonsstrassen im Norden und
Süden, mit den Feinerschliessungsstrassen verbinde (vgl.
Vernehmlassung vom 12. Mai 2022, S. 4 f.).
5.2. Zu prüfen ist somit die Frage, ob die Via V._ in erster Linie und
überwiegend der Grund- oder der Groberschliessung dient. Das KRG
unterscheidet in Art. 58 zwischen Grund-, Grob- und Feinerschliessung.
Die Grunderschliessung umfasst dabei die Versorgung eines grösseren
zusammenhängenden Gebietes mit den übergeordneten Anlagen wie
Hauptstrassen, Eisenbahnlinien, Wasser- und Elektrizitätswerken,
Abwasserreinigungs- und Abfallanlagen (Art. 58 Abs. 2 KRG). Unter
Groberschliessung wird die Versorgung eines zu überbauenden Gebietes
mit den Hauptsträngen der Erschliessungsanlagen verstanden,
namentlich Wasser-, Energieversorgungs- und Abwasserleitungen sowie
Strassen und Wege, die unmittelbar dem zu erschliessenden Gebiet
dienen. Sie verbinden die Anlagen der Grunderschliessung mit denjenigen
der Feinerschliessung (Art. 58 Abs. 3 KRG). Die Feinerschliessung
umfasst schliesslich den Anschluss der einzelnen Grundstücke an die
Hauptstränge der Erschliessungsanlagen mit Einschluss von öffentlich
zugänglichen Quartierstrassen und öffentlichen Leitungen (Art. 58 Abs. 4
KRG). Eine der Groberschliessung zuzuordnende Erschliessungsanlage
dient somit einem relativ grossen Baugebiet, wobei dazu Strassen und
Wege gehören. Der Bezeichnung im kommunalen Strassenplan kommt im
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Zusammenhang mit der Beitragserhebung für sich allein betrachtet keine
entscheidende Bedeutung zu (PVG 2007 Nr. 20). Abzustellen ist letztlich
auf die Funktion der Anlage (vgl. VGU A 20 66 vom 9. Dezember 2021
E.7.4).
5.3. Die Via V._ erfüllt offensichtlich primär die Funktion einer
Zubringerstrasse in das Dorfzentrum der Fraktion X._ und verbindet
damit in erster Linie Anlagen der Grund- mit jenen der Feinerschliessung.
Strassen in X._ mit vergleichbarer Funktion sind neben der Via
V._ die Via AF._ und die Via AG._, welche von der südlich
gelegenen AH._ gegen Norden und hangaufwärts durch das Dorf
führen. Sie alle erschliessen direkt Wohnquartiere. Im Generellen
Erschliessungsplan werden die Via V._ sowie die Via AF._ als
Sammelstrassen, die Via AG._ als kantonale Verbindungsstrasse
bezeichnet. Dieser Bezeichnung kommt, wie bereits ausgeführt, im
Zusammenhang mit der Beitragserhebung für sich allein betrachtet keine
entscheidende Bedeutung zu, kann aber als Indiz dienen. Alleine die
Tatsache, dass diese drei (Verbindungs- bzw. Sammel-)Strassen im
nördlich gelegenen Dorfkern in einer Gabelung münden, welche wiederum
entweder in Richtung AI._ oder aber in Richtung AJ._
weiterverläuft und damit die AH._ mit der Via AG._ als zwei
Kantonsstrassen miteinander verbindet, vermag jedoch die Via V._
nicht bereits als Grunderschliessung zu qualifizieren. Die Via V._
mündet im Übrigen zuerst noch in die Via AG._, bevor die Gabelung
im Norden erreicht wird. Würde man der Logik der
beschwerdeführerischen Argumentation folgen, wären automatisch alle
noch so kleinen Strassen innerorts als Grunderschliessung zu
qualifizieren, solange es sich dabei nicht um eine Sackgasse handelt.
Betrachtet man nämlich das Strassennetz als Gesamtes, führen viele
Strassen von einer Ortschaft zur anderen durch eine dritte. Die Strassen
innerhalb jener Dritten sind deshalb nicht bereits Anlagen der
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Grunderschliessung. Sofern die Beschwerdeführer mit der – von der
Beschwerdegegnerin als Anlage der Grundschliessung qualifizierten – Via
AE._ argumentieren (vgl. Beschwerde, S. 9 f.), kann festgehalten
werden, dass dieser Vergleich mit Verweis auf die vorstehenden
Ausführungen (vgl. E.2.3) ins Leere zielt. Es bleibt lediglich anzumerken,
dass die beiden Strassen nicht vergleichbar wären. Die unterschiedliche
Behandlung – eine als Grunderschliessung und eine als
Groberschliessung – ist nicht zu beanstanden. Die Via AE._ weist
gemäss glaubhaften Aussagen der Gemeinde (sowie mit der
Verkehrssituation der Z._ als Gesamtes betrachtet) einen derart
hohen Anteil an Fremdverkehr auf, dass sie zu den Anlagen der
Grunderschliessung zählt.
5.4. Im Ergebnis erweist sich die Qualifizierung der Via V._ durch die
Gemeinde als Groberschliessung als zutreffend und rechtens. Daher war
auch die Einleitung eines Beitragsverfahrens für deren Sanierung
rechtmässig. Die Vorwürfe der Beschwerdeführer, die Gemeinde habe
willkürlich und in Verletzung des Gleichbehandlungsgebots gehandelt,
sind nicht zu hören. Die Beschwerde erweist sich diesbezüglich als
unbegründet und ist abzuweisen.
6.1. Eventualiter beantragten die Beschwerdeführer einerseits, die Gemeinde
sei richterlich anzuweisen, für die Sanierung der Via V._ das
Beitragsverfahren in einen Abschnitt und nicht in deren zwei zu unterteilen.
Die Unterteilung sei willkürlich und verletze das Gleichheitsgebot.
Abschnitt 1 und 2 würden keine wesentlich anderen
Erschliessungsfunktionen aufweisen. Noch in der ersten Einleitungsphase
habe es keine Unterteilung gegeben und die Verhältnisse hätten sich
seither nicht geändert. Das beschwerdegegnerische Kriterium der
Praktikabilität sei sachfremd und zeige lediglich deren Begründungsnot.
Andererseits beantragen die Beschwerdeführer im Eventualantrag, die
Gemeinde sei anzuweisen, das Beizugsgebiet im Bereich Y._ bzw.
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AA._ anzupassen. So verfüge die Parzelle AK._ über eine
Erschliessung durch die Via V._. Die Perimeterabgrenzung in
Abschnitt 1 und 2 sei nach anderen Kriterien definiert. So müssten für
Abschnitt 2 auch weiter im Westen liegende Parzellen an der Via Y._
bzw. Via AL._ in den Perimeter einbezogen werden. Insbesondere
diese beiden Strassen würden über die Via V._ erschlossen (vgl.
Beschwerde, S. 3 und 10 f.; Replik, S. 4-7).
6.2. Die Beschwerdegegnerin ihrerseits verweist auf die Ausführungen im
angefochtenen Entscheid und entgegnet, die tatsächliche Situation von
Abschnitt 1 und 2 unterscheide sich massgeblich, weshalb sich auch eine
unterschiedliche Behandlung aufdränge. So müssten – gestützt auf den
Grundgedanken der Rechtsprechung in PVG 1984 Nr. 62 – bei dem
Abschnitt im feinmaschigen Strassennetz im Dorfkern immer nur die
direkten Anstösser erfasst werden, während bei dem südlichen Abschnitt
ausserhalb des Dorfkerns auch die Hinterlieger erfasst würden (vgl.
Vernehmlassung vom 12. Mai 2022, S. 7-11).
6.3. Nach konstanter Rechtsprechung wird einer Gemeinde bei der Festlegung
des Beitragsgebietes regelmässig ein relativ erheblicher Beurteilungs- und
Ermessensspielraum eingeräumt (vgl. statt vieler VGU A 20 30 vom
16. Juni 2021 E.3.5 m.w.H.). Dieser findet seine Grenzen jedoch in den
Grundsätzen des Willkürverbots von Art. 9 BV sowie des
Gleichbehandlungsgebotes von Art. 8 BV. Ein Verstoss gegen das
verfassungsrechtliche Gleichheitsgebot liegt dann vor, wenn rechtliche
Unterscheidungen getroffen werden, für die kein vernünftiger Grund
ersichtlich ist, oder wenn Unterscheidungen unterlassen werden, die sich
aufgrund der Verhältnisse geradezu aufdrängen würden, d.h., wenn
Gleiches nicht nach Massgabe seiner Gleichheit gleich und Ungleiches
nicht nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich behandelt wird.
Vorausgesetzt wird, dass sich die ungerechtfertigte Gleich- bzw.
Ungleichbehandlung auf eine wesentliche Tatsache bezieht (vgl. BGE 131
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I 1 E.4.2 m.w.H.). Bei der Prüfung einer gewählten Lösung wird Willkür
nicht schon dann bejaht, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar
erscheint oder gar vorzuziehen wäre, sondern nur dann, wenn ein
Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem
Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtssatz krass
verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken
zuwiderläuft; Willkür liegt dabei nur vor, wenn nicht bloss die Begründung
eines Entscheids, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (vgl. BGE 123
I 1 E.4a; Urteil des Bundesgerichtes 5D_110/2021 vom 23. September
2021 m.w.H.; VGU A 20 66 E.6.3).
6.4. Die von der Gemeinde vorgenommene Unterteilung des
Beitragsverfahrens in zwei Abschnitte ist nicht zu beanstanden. Vor dem
Hintergrund des ihr zustehenden, erheblichen Beurteilungs- und
Ermessensspielraumes kann festgehalten werden, dass sie ausführlich
darlegen konnte, weshalb bei der Sanierung der Strassen im Dorfzentrum
jeweils nur die Anstösser in das Beitragsgebiet beigezogen wurden und in
nächster Zeit sämtliche Strassen im Dorfzentrum (Fraktion X._) zu
sanieren seien (falls nicht bereits erfolgt). Der Abschnitt 1 befindet im
Zentrum und im dicht besiedelten Gebiet. Hingegen stellt sich die Situation
beim Abschnitt 2 effektiv weitläufiger dar. Gleiches gilt auch für die Rüge
hinsichtlich Beizugsgebiet sowie die beantragte Aufnahme zusätzlicher
Parzellen in den Perimeter. In der unterschiedlichen Behandlung der
beiden Abschnitte ist keine Ermessensüber- oder Unterschreitung seitens
der Beschwerdegegnerin zu erkennen, sondern es liegen
nachvollziehbare, sachliche Gründe dafür vor. Das Beitragsverfahren
einer Strasse kann in verschiedene Abschnitte bzw. Beitragsverfahren
unterteilt werden, selbst wenn die Arbeiten nicht gestaffelt vorgenommen
werden. Dies ist der Fall, wenn – wie vorliegend – eine Strasse auf
unterschiedlichen Abschnitten unterschiedliche Funktionen innehat. Beim
vorliegend angefochtenen Entscheid erweist sich weder die Begründung
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noch das Ergebnis der Unterteilung in zwei Abschnitte als unhaltbar,
weshalb der beschwerdeführerische Vorwurf der Willkür sowie der
Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots nicht verfängt. Die Beschwerde
erweist sich diesbezüglich als unbegründet und ist insofern abzuweisen.
7.1. Schliesslich beantragten die Beschwerdeführer die Festsetzung des
Anteils der öffentlichen Interessenz auf 90-70 % und jenen der privaten
Interessenz auf 10-30 % (vgl. Beschwerde, S. 3 und 11 f.; Replik, S. 3 f.).
Die Gemeinde führt demgegenüber aus, indem sie die Via V._ als
Groberschliessung hoher, aber nicht höchster Kategorie qualifiziert und
die öffentliche Interessenz auf 60 % festgesetzt habe, habe sie den ihr
zustehenden Ermessens- und Beurteilungsspielraum nicht überschritten
(vgl. Vernehmlassung vom 12. Mai 2022, S. 6 f.).
7.2. Wie bereits ausgeführt, sind die Erschliessungsanlagen nach Art. 62
Abs. 3 KRG grundsätzlich von den Personen zu bezahlen, die aus den
öffentlichen Anlagen einen wirtschaftlichen Sondervorteil ziehen oder die
Anlage nutzen oder nutzen könnten (vgl. vorstehend E.2.2). Unter
Heranziehung der jeweils von einer Strasse zu erfüllenden Funktion wird
der von den Grundeigentümern zu entrichtende Anteil in einem
Prozentrahmen festgelegt, wobei der zuständigen Behörde innerhalb der
gesetzlichen Richtwerte ein erheblicher Entscheidungsspielraum zusteht
(vgl. PVG 2007 Nr. 20 E.5). Gemäss Art. 63 Abs. 1 KRG werden zur
Deckung der Kosten für die Erstellung, Änderung und Erneuerung von
Erschliessungsanlagen Beiträge erhoben. Zu den beitragspflichtigen
Kosten gehören alle für das öffentliche Werk notwendigen Aufwendungen.
Dabei legt der Gemeindevorstand den Kostenanteil fest, der von der
Gemeinde (Anteil der öffentlichen Interessenz) und von der Gesamtheit
der Grundeigentümer (Anteil der privaten Interessenz) zu tragen ist. Dabei
gelten gemäss Art. 63 Abs. 2 KRG folgende Richtwerte:
Gemeindeanteil Privatanteil
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Groberschliessung 70 – 40% 30 – 60%
Feinerschliessung 30 – 0 % 70 – 100%
7.3. Wie aus der Erwägung 5.4 hervorgeht, ist die Via V._ als
Groberschliessung zu qualifizieren. Der von der Gemeinde in ihrem
Einleitungsbeschluss bzw. Einspracheentscheid vom 18. Januar 2022
festgelegte Kostenanteil der privaten Interessenz beträgt 40 %, derjenige
der öffentlichen Interessenz 60 %. Diese liegen somit innerhalb der
Richtwerte von Art. 63 Abs. 2 KRG. Wie auch bei der Festlegung des
Beitragsgebietes kommt der zuständigen Behörde innerhalb der
gesetzlichen Richtwerte gemäss Art. 63 Abs. 2 VRG ein erheblicher
Entscheidungsspielraum zu (vgl. vorstehend E.6.3; PVG 2007 Nr. 20 E.5;
VGU A 20 40 vom 4. August 2021 E.4.2). Daraus ergibt sich, dass sich die
Grundlagen für die Festlegung des Kostenanteils der privaten und
öffentlichen Interessenz aus dem Gesetz ergeben, wobei die
Kostenaufteilung insbesondere unter Berücksichtigung der von einer
konkreten Strasse zu erfüllenden Funktion festzulegen ist. Die Festlegung
der Kostenaufteilung ist somit wiederum ausschliesslich nach dem
Einzelfall zu beurteilen (vgl. bereits vorstehend E.2.2; PVG 2007 Nr. 20).
7.4. Die Festlegung der öffentlichen Interessenz durch die
Beschwerdegegnerin auf 60 % ist nicht zu beanstanden. Sie folgte damit
der Praxis, dass bei einer Anlage der Groberschliessung bei Strassen
höchster Kategorie eine öffentliche Interessenz von 70 % zur Anwendung
kommt. Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin unter
Berücksichtigung des bewohnerfremden Verkehrs die Via V._ als
Strasse der Groberschliessung von zweithöchster Kategorie und dabei
eine öffentliche Interessenz von 60 % als angemessen erachtet. Sofern
die Beschwerdeführer den Vergleich zur AM._ ziehen und die
Gemeinde dabei das ihr zustehende Ermessen willkürlich überschritten
haben soll (vgl. Replik, S. 3), kann festgehalten werden, dass einerseits
offenkundig kein Missbrauch des ihr zustehenden Ermessens- und
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Beurteilungsspielraumes vorliegt. Andererseits zielt der Vergleich
abermals mit Verweis auf die vorstehende Erwägung 2.3 von vornherein
ins Leere. Im Übrigen legte die Beschwerdegegnerin bei der AM._
die öffentliche Interessenz auf 70 % fest und begründete diesen Wert
damit, dass eigentlich 60 % korrekt gewesen wären, allerdings zusätzliche
10 % für die Abgeltung der Ausnahme der gemeindeeigenen Parzellen
vom Beitragsgebiet aufrechnet worden seien (vgl. VGU A 22 5 vom 7. Juni
2022 E.4.4). Die Beschwerde erweist sich somit auch hinsichtlich der
beantragten Festlegung der Kostenanteile der öffentlichen Interessenz auf
mindestens 70 % sowie der privaten Interessenz auf höchstens 30 % als
unbegründet und ist abzuweisen.
8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Einleitungsbeschluss der
Beschwerdegegnerin vom 18. Januar 2022 rechtmässig erging, während
sich die Beschwerde in sämtlichen Punkten als unbegründet erweist und
abzuweisen ist.
9.1. Im Rechtsmittelverfahren hat in der Regel die unterliegende Partei die
Kosten zu tragen (Art. 73 Abs. 1 VRG). Entsprechend dem Ausgang des
Verfahrens gehen die Gerichtskosten zu je 1/14 zulasten der unter sich
solidarisch haftenden Beschwerdeführer (vgl. Art. 72 Abs. 2 VRG). Die
Staatsgebühr wird im Rahmen von Art. 75 Abs. 2 VRG auf CHF 3'000.--
festgelegt.
9.2. Bund, Kanton und Gemeinde sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben
betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel
keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen, besteht vorliegend kein
Anlass, weshalb der anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnerin denn
auch keine aussergerichtliche Entschädigung zuzusprechen ist.
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