Decision ID: 10bc921d-1a18-45e3-9c40-3ea11cb1d14a
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. A._, war seit dem 20. November 2017 bei B._ in C._ als
Bauarbeiter tätig und über dieses Arbeitsverhältnis bei der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen Unfälle
versichert. Gemäss Schadenmeldung erlitt er am 30. November 2017
einen Arbeitsunfall, wobei er auf einer rutschigen Unterlage ausrutschte
und in einen Graben stürzte und zeitgleich der Schaufelbagger einen
Betonklotz fallen liess, der A._ auf die rechte Hand/Finger fiel.
Gleichentags erfolgte die Erstbehandlung im Spital C._, wo von Dres.
med. D._ und E._ die Diagnosen einer komplexen
Handverletzung rechts mit Subamputation Dig. I sowie dislozierte offene
Frakturen Dig. II-V gestellt wurden. Daraufhin erfolgte die Verlegung ins
F._, wo gleichentags die Operation stattfand. Am 3. Dezember 2017
erfolgte im F._ die Revisions-Operation der rechten Hand. Weitere
Behandlungen fanden in der Folge im F._ und die Ergotherapien im
Ergotherapie-Zentrum des Spitals C._ statt. Am 8. Dezember 2017
anerkannte die SUVA ihre Leistungspflicht. Am 28. Februar 2019 erfolgte
die Untersuchung durch den Kreisarzt Dr. med. G._, Facharzt für
orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
mit Beurteilung betreffend die Unfallfolgen, die zumutbare Arbeitsfähigkeit
und die Höhe des Integritätsschadens.
2. Mit Verfügung vom 15. Mai 2019 sprach die SUVA dem Versicherten für
die Folgen des Unfalls ab dem 1. Mai 2019 eine Invalidenrente gemäss
UVG auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 26 % bei einem
versicherten Verdienst von CHF 29'656.00 sowie eine
Integritätsentschädigung bei einer Einschränkung von 20 % zu.
3. Dagegen erhob A._ am 27. Mai 2019 Einsprache, die mit
Einspracheentscheid vom 25. November 2019 abgewiesen wurde.
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Begründend führte die SUVA im Wesentlichen an, dass lediglich die Rente
angefochten und die Verfügung bezüglich des Integritätsschadens in
Rechtskraft erwachsen sei. Aufgrund der unfallbedingten
Einschränkungen sei ein leidensbedingter Abzug von 20 % zusätzlich zum
Abzug bezüglich zeitlicher Einschränkung von 16 % vorgenommen
worden, was sachgerecht erscheine. Unter Berücksichtigung dieses
leidensbedingten Abzugs und bei einem noch zumutbaren Arbeitspensum
von 84 % betrage das noch mögliche Einkommen CHF 45'523.00. Bei der
Gegenüberstellung des unbestrittenen Valideneinkommens von
CHF 61'317.00 und dem Invalideneinkommen von CHF 45'523.00 ergebe
sich der Invaliditätsgrad von 26 %.
4. Gegen diesen Entscheid erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführer)
am 13. Januar 2020 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden mit den Anträgen, der angefochtene Entscheid sei
aufzuheben und es sei beim Beschwerdeführer eine Invalidität im Umfang
von mindestens 70 % festzustellen; eventualiter sei ein gerichtliches
Gutachten durchzuführen; unter gerichtlicher und aussergerichtlicher
Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich gesetzliche Mehrwertsteuer
zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Der Beschwerdeführer machte im
Wesentlichen geltend, die rechte Hand könne unbestrittenermassen und
unfallbedingt nur noch als Hilfshand eingesetzt werden. Aus Sicht der
behandelnden Handchirurgin am F._, Dr. med. H._, könne er
lediglich noch für leichte Tätigkeiten eingesetzt werden, wobei das Halten
und Tragen von Lasten über 2 kg, Tätigkeiten mit Vibration, auf Leitern
oder Dächern, generell, wo er sich festhalten müsse, beidhändige
Tätigkeiten, welche einen vollen Faustschluss benötigten, wie z.B. das
Lenken von Maschinen, nicht mehr möglich seien. Ebenso wenig
Tätigkeiten im Freien in der Kälte und feinmotorische Tätigkeiten. Dr. med.
H._ habe sich, da kein Kostenträger vorhanden gewesen sei, nicht
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detaillierter äussern können, ansonsten die Diskrepanz zum vorliegenden
Ergebnis noch viel grösser ausgefallen wäre. Auch aus Gründen der
Waffengleichheit sei es angezeigt, ein gerichtliches Gutachten bezüglich
der Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers erstellen zu lassen. Die
Beschwerdegegnerin sei für die Ermittlung des Invalideneinkommens von
einem Zentralwert aller Tätigkeiten ausgegangen, und komme so auf ein
das Valideneinkommen um mehr als 10 % übersteigendes
Invalideneinkommen. Der in Anschlag gebrachte LSE-Wert sei
realitätsfremd und es sei deshalb nicht nachvollziehbar, dass die
Beschwerdegegnerin keine Arbeitsplatzevaluation vorgenommen habe.
5. In der Beschwerdeantwort vom 31. Januar 2020 beantragte die SUVA
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und
Bestätigung des Einspracheentscheids. Bezüglich des rechtserheblichen
Sachverhalts und der rechtlichen Würdigung verwies sie auf den
Einspracheentscheid, welcher integrierender Bestandteil der Beschwerde-
antwort sei. Sie führte im Wesentlichen an, dass die
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Kreisarzt Dr. med. G._ vom 1. März
2019 die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweistaugliche
und beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlagen erfülle und
dieser voller Beweiswert zuzuerkennen sei. Die Berechnung des
Invalideneinkommens (CHF 45'523.00) anhand der LSE-Tabelle sei nicht
zu beanstanden. Rechtsprechungsgemäss sei im vorliegenden Fall nicht
auf die beruflich-erwerbliche Situation abzustellen, da der
Beschwerdeführer nach Eintritt der Invalidität keine oder keine ihm an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen habe. Den
gesundheitlichen Einschränkungen (rechte Hand nur noch als leichte
Hilfshand einsetzbar) sowie dem Alter des Beschwerdeführers sei mit dem
hohen leidensbedingten Abzug von 20 % Rechnung getragen worden.
Berücksichtigt worden sei dies auch bei der Festlegung einer
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Arbeitsfähigkeit von 84 % aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs von 20
Minuten alle zwei Stunden. Auch die Berücksichtigung des
Valideneinkommens (CHF 61'317.00), welches dem GAV-Minimallohn
entspreche, sei nicht unterdurchschnittlich, so dass eine Einkom-
mensparallelisierung ausser Betracht falle. Der Rentenanspruch aus der
Gegenüberstellung des Invalideneinkommens mit dem
Valideneinkommen sei damit korrekt auf 26 % bemessen.
6. In der Replik vom 11. Februar 2020 hielt der Beschwerdeführer
unverändert an seinen Rechtsbegehren fest und reichte die Honorarnoten
ein.
7. Mit Schreiben vom 24. Februar 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin
auf die Einreichung einer Duplik.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen
Entscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 25. November 2019 (Beschwerdeführer-
ische Akten [Bf-act.] 1). Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58
Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen einen
Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung Beschwerde
an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben werden, in
welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung
ihren Wohnsitz hat. Befindet sich der Wohnsitz der versicherten Person im
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Ausland, ist gemäss Art. 58 Abs. 2 ATSG das Versicherungsgericht
desjenigen Kantons zuständig, in dem sich ihr letzter schweizerischer
Wohnsitz befand oder in dem ihr letzter schweizerischer Arbeitgeber
Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer ist per 15. September 2019 nach
I._ weggezogen. Da er jedoch zuletzt unbestrittenermassen bis zum
15. September 2019 in der Bündner Gemeinde C._ lebte, ist das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden für die Beurteilung der
vorliegenden Beschwerde örtlich zuständig. Dessen sachliche
Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR
370.100). Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen
Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer davon überdies berührt
und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf (vgl.
Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist damit einzutreten (vgl. Art. 60 und 61 ATSG).
2. Umstritten ist vorliegend die Höhe des Rentenanspruchs. Die
Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer eine Rente bei
einem Invaliditätsgrad von 26 % zu, während der Beschwerdeführer eine
Rente bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % beantragt.
3.1. Bei der Beurteilung der vorliegend strittigen Frage ist der Sachverhalt zu
berücksichtigen, der sich bis zum Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids verwirklicht hat (vgl. BGE 142 V 337 E.3.2.2). Der
Unfall des Beschwerdeführers ereignete sich zehn Tage nach der
Arbeitsaufnahme bei seinem Arbeitgeber am 30. November 2017
(Beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 4, 40 S. 1). Der Beschwerde-
und Behandlungsverlauf des Beschwerdeführers präsentiert sich wie folgt:
Die Erstversorgung erfolgte am 30. November 2017 im Spital C._
(Bg-act. 11). Durch den Unfall erlitt der Beschwerdeführer gemäss
Operations-Bericht vom 4. Dezember 2017 von Dr. med. J._,
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Leitender Arzt, Departement Chirurgie am F._, Abteilung für
Handchirurgie, über die fast siebenstündige Operation vom 30. November
2017 am F._ eine komplexe pluridigitale Handverletzung rechts mit
Teilamputation des Daumens (Dig. I) Höhe IP-Gelenk mit
(mehrfragmentären) offenen Frakturen an allen vier anderen Fingern (Dig.
II-V) der rechten Hand: (Dig. II) mehrfragmentäre Grundphalanxfraktur mit
ausgeprägtem dorsalem und palmarem Weichteil-Décollement, 100 %
Läsion der radialen und ulnaren Digitalarterie, Deinsertion der palmaren
Platte Höhe PIP-Gelenk proximal sowie des radialen Seitenbandes des
PIP-Gelenkes; (Dig. III) mehrfragmentäre, offene Grundphalanxfraktur,
Weichteil-Décollement und Quetschung dorsal palmar, mehretagere RQW
palmar, 100 % Läsion des radialen und ulnaren Gefässnervenbündels,
Partialläsion A3-Ringband mit Eröffnung des
Beugesehnenscheidenkanals; (Dig. IV) mehrfragmentäre, partiell
intraartikuläre, offene Mittelphalanxfraktur, 100 % Läsion der radialen und
ulnaren Digitalarterie sowie mehretagere RQWs palmarseits; (Dig. V)
Endglied-Fraktur mit Nagelluxation und mehrfachen RQWs dorsal (Bg-act.
2 S. 1). Am 3. Dezember 2017 erfolgte ebenfalls im F._ die
Revisionsoperation (Bg-act. 3). Der Beschwerdeführer war vom 30.
November 2017 bis am 20. Dezember 2017 im F._ hospitalisiert
(Austrittsbericht F._ vom 20. Dezember 2017, Bg-act. 30) und vom
30. November 2017 bis zum 31. Dezember 2019 zu 100 % arbeitsunfähig
(Bg-act. 15, 20, 33, 42, 46, 47, 48, 63, 65, 77, 92, 96, 133, 162). Es
erfolgten ab dem 28. Dezember 2017 Verlaufskontrollen am F._ (Bg-
act. 20, 34, 42, 48, 63, 82, 137, 168).
3.2. Am 23. Januar 2018 erfolgte die Beurteilung der Untersuchung vom
22. Januar 2018 durch PD Dr. med. K._, Leitender Arzt Radiologie
F._, wonach kleinere Fragmente am distalen Stumpfbereich des
Daumens (Dig. I) sowie keine eindeutigen bzw. erst beginnende Ansätze
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der ossären Konsolidierung an den einzelnen Fingern bestanden (Bg-act.
36). Am 5. März 2018 erfolgte eine weitere Untersuchung in der
Radiologie F._. Im Vergleich zur Voruntersuchung vom 22. Januar
2018 hielt PD Dr. med. K._ fest, dass keine Sekundärfraktur, keine
sekundäre Dislokation mit zur Voruntersuchung progredient knöchern
konsolidierter Frakturzone (Dig. IV), ebenfalls keine sekundäre Dislokation
des Nagelkranzes (Dig. V) mit radial flauer abgrenzbarer Frakturzone bei
ansonsten noch gut einsehbarem Frakturspalt bestehe. Das
Fremdmaterial im 2. und 3. Strahl befinde sich ohne Lockerung in
stationärer Position, es liege keine sekundäre Frakturdislokation vor und
keine knöchernen Konsolidierungszeichen der Grundphalanxfrakturen
Dig. II und III. Bekannter Zustand bei Dig. I nach Amputation des Endglieds
(Bg-act. 44).
3.3. Am 12. März 2018 erfolgte die erste kreisärztliche Einschätzung durch Dr.
med. G._, Facharzt für Orthopädie. Bezüglich voller oder Teil-
Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit oder angepasster Tätigkeit
wies er darauf hin, dass der weitere Verlauf abzuwarten sei, wobei er die
Prognose einer Tätigkeit in angestammter Tätigkeit als eher ungünstig,
diejenige einer Tätigkeit in angepasster Tätigkeit als eher günstig
beschrieb. Mit Restfolgen/Dauerschäden sei in Form einer
Bewegungseinschränkung, Kraftminderung sowie möglicher
schmerzhafter Kälteexposition zu rechnen (Bg-act. 43).
3.4. Anlässlich der weiteren Untersuchung am 30. April 2018 beurteilte PD Dr.
med. K._ die Frage betreffend den Verlauf nach Belastungsaufbau
und Fortschreiten der Konsolidation wie folgt: keine sekundäre Dislokation
der Mittelphalanxfraktur Dig. IV mit mehrsklerosiertem Frakturspalt im
Sinne einer fortgeschrittenen knöchernen Konsolidierung. Bekannter
Zustand nach Platten/Schraubenosteosynthese der Grundphalanx Dig. II
und III mit zur Voruntersuchung vom 5. März 2018 zunehmender
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Kallusbildung palmar bei ansonsten unverändert einsehbarer Frakturzone.
Ebenfalls keine sekundäre Dislokation des Nagelkranzes Dig. V mit
unverändert einsehbarer Frakturzone. Fremdmaterial im 2. und 3. Strahl
in stationärer Position und ohne Lockerung. Bekannter Zustand nach
Amputation des Endglieds Dig. I (Bg-act. 53).
3.5. Gleichentags erfolgte die Verlaufskontrolle bei Dr. med. J._, wobei er
dazu festhielt, dass der Patient an sich beschwerdefrei sei und die
ergotherapeutischen Massnahmen, welche zwei bis drei Mal täglich
durchgeführt würden, weitergeführt werden sollten. Dr. med. J._
befand die Trophik für leicht gebessert, insgesamt wiesen die Langfinger
noch eine generalisierte Schwellung auf und die Beweglichkeit sei
eingeschränkt. Der Daumen weise zudem radialseitig am Stumpf eine
Dysästhesie auf (Bg-act. 48).
3.6. Am 3. Juli 2018 hielt PD Dr. med. K._ zur Voruntersuchung vom 30.
April 2018 folgendes fest: stationär achsengerechte Stellung ohne
sekundäre Dislokation der Mittelphalanx Fraktur Dig. IV mit diskret
progredienter ossärer Konsolidierung bei dorsal noch einsehbarer Fraktur.
Nach Platten-/Schraubenosteosynthese der Grundphalanx Dig. II und III
mit zur Voruntersuchung zunehmender Kallusbildung radial bei ansonsten
jeweils unverändert einsehbarer Frakturzone. Intaktes Fremdmaterial
ohne Lockerung, keine sekundäre Dislokation des Nagelkranzes Dig. V
mit unverändert einsehbarer Frakturzone und bekannter Zustand nach
Amputation des Endglieds Dig. I (Bg-act. 66).
3.7. Anlässlich der gleichentags erfolgten Verlaufskontrolle bei Dr. med.
J._ berichtete der Beschwerdeführer über eine insgesamt
verbesserte Situation, aber auch über eine ausgesprochene
Kälteempfindlichkeit. Dr. med. J._ stellte eine insgesamt verbesserte
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Trophik sowie Narbensituation bei immer noch eingeschränkter
Beweglichkeit fest (Bg-act. 63).
3.8. Am 12. Juli 2018 erfolgte die zweite kreisärztliche Einschätzung durch Dr.
med. G._. Bezüglich voller oder Teil-Arbeitsfähigkeit in angestammter
Tätigkeit oder angepasster Tätigkeit hielt er fest, dass noch immer keine
sichere Prognose möglich sei. Bezüglich Restfolgen/Dauerschäden
rechnete er mit einer Bewegungseinschränkung und
Belastungsintoleranz. Er befand eine kreisärztliche Untersuchung als
verfrüht, da die ossäre Konsolidierung am Mittelfinger noch nicht
abgeschlossen und deshalb der Verlauf abzuwarten sei (Bg-act. 68).
3.9. Am 1. Oktober 2018 erfolgte eine weitere Untersuchung in der Radiologie
F._, wozu die Dres. med. D._ und L._ am 2. Oktober 2018
festhielten, dass ein stationärer Sitz des intakten Fremdmaterials bei den
Frakturen der Dig. II und III vorliege sowie eine achsgerechte Stellung und
keine Lockerungszeichen bestünden. Bei vorbestehender dorsaler
knöcherner Überbrückung bestünden persistierende Defektzonen palmar
ohne wesentliche Konsolidationszeichen und stationäre Stellung der
Fraktur des Processus unguicularis im Dig. V. Status nach Teilamputation
der distalen Phalanx Dig. I (Bg-act. 94).
3.10. Gestützt auf die am 1. Oktober 2018 erfolgte Verlaufskontrolle befand Dr.
med. H._, stellvertretende Chefärztin Departement Chirurgie am
F._, Abteilung für Handchirurgie, zehn Monate nach der Operation in
etwa einen Status quo zur letzten Untersuchung. Sie hielt fest, dass der
Patient die rechte Hand im Alltag nur als Hilfshand zum Gegenhalten
einsetzen könne, dies bei relativ heftigen Schmerzen, vor allem in der
Nacht, sowie ausgesprochener Kälteempfindlichkeit. Sie sah die
Notwendigkeit der Weiterführung der Ergotherapie (Bg-act. 82).
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3.11. Am 31. Oktober 2018 erfolgte die dritte kreisärztliche Einschätzung von
Dr. med. G._. Er schätzte die Belastbarkeit der Hand aufgrund der
aktuell radiologisch noch teilweise am Zeige- und Mittelfinger erkennbaren
knöchernen Defektzone im Bereich der ehemaligen Fraktur als
eingeschränkt ein. Zum weiteren Vorgehen sah er die Weiterführung der
Handtherapie gemäss Dr. med. H._ vor und beurteilte die Prognose
nach wie vor als unsicher (Bg-act. 102).
3.12. Aufgrund der am 4. Februar 2019 erfolgten Verlaufskontrolle befand Dr.
med. H._, dass die Schmerzen insgesamt gebessert hätten, die Hand
im Alltag jedoch weiterhin praktisch nicht einsetzbar sei und eine massive
Kälteempfindlichkeit bestehe. Sie erwartete von operativen Massnahmen
keine Besserung der Beweglichkeit und erachtete als einzige Option die
Weiterführung der Therapie sowie das selbständige Beüben der Hand
(Bg-act. 137).
3.13. Am 28. Februar 2019 erfolgte die persönliche, kreisärztliche
Abschlussuntersuchung und der Bericht dazu von Kreisarzt Dr. med.
G._ vom 1. März 2019 (Bg-act. 150) mit ausführlicher Befundung,
nach Einblick in die gesamte Aktenlage (Unterlagen und Bildgebung, Bg-
act. 150 S. 1 f. und 4), inklusive einem Telefonat mit Dr. med. H._ am
14. Februar 2019, wonach weiterhin eine ungünstig einschätzbare
Prognose vorliege und die rechte Hand nur noch als Hilfshand einsetzbar
sei (Bg-act. 150 S. 2). Dr. med. G._ diagnostizierte eine verbliebene
Funktionseinschränkung der rechten Hand mit neuropathisch
anmutendem Beschwerdebild mit massiver Kälteempfindlichkeit (Bg-act.
150 S. 5). Laut seiner Beurteilung lagen aktuell eine objektivierbare, sehr
schlechte Beweglichkeit der PIP-Gelenke Dig. II, III und IV bei
eingeschränkter Beweglichkeit in den MCP-Gelenken sowie deutlich
erkennbare trophische Veränderungen des Zeige- und Mittelfingers, etwas
geringer ausgeprägt am Ringfinger und Berührungs- und
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Druckschmerzhaftigkeit sowie am rechten Daumen reizlose
Stumpfverhältnisse mit lokaler Druck- und Berührungsempfindlichkeit vor.
Das Zumutbarkeitsprofil von Kreisarzt Dr. med. G._ lautete wie folgt:
"Wie bereits spezialärztlich/handchirurgisch festgehalten, ist die rechte
Hand auch im Alltag lediglich noch als leichte Hilfshand einsetzbar. Eine
Arbeitsfähigkeit als Bauarbeiter ist somit nicht mehr möglich. Auch für
angepasste Tätigkeiten lediglich noch zumutbare Einsetzbarkeit der
rechten Hand im Sinn einer Hilfshand zum angepassten Gegenhalten.
Leichte Gewichte können nicht mehr aktiv mit der rechten Hand gehoben,
gehalten oder bewegt werden. Feinmotorische Tätigkeiten sind mit der
rechten Hand nicht mehr durchführbar." (Bg-act. 150 S. 5). Das Profil
wurde durch Kreisarzt Dr. med. G._ am 9. April 2019 dahingehend
ergänzt, wonach von einem regelmässigen zusätzlichen Pausenbedarf
von 20 Minuten alle zwei Stunden ausgegangen werden könne (Bg-act.
154).
3.14. Am 2. Mai 2019 erfolgte eine weitere Verlaufskontrolle bei Dr. med.
H._, wobei eine deutliche Besserung der Beweglichkeit, weiterhin
eine ausgeprägte Kälteempfindlichkeit sowie Schmerzen vor allem im
Bereich der PIP-Gelenke II und III festgestellt wurden. Dr. med. H._
befand den Beschwerdeführer als Bauarbeiter weiterhin zu 100 %
arbeitsunfähig, da die Hand nur als Hilfshand einsetzbar sei (Bg-act. 168).
3.15. Am 29. Juli 2019 beurteilte Dr. med. H._ den Fall wie folgt: "Nach
dieser schweren Handverletzung rechts kann Herr A._ die rechte
Hand im Alltag nur als Hilfshand einsetzen. [...]. Folgende Tätigkeiten sind
deshalb nicht mehr möglich: Halten und Tragen von Lasten über 2 kg,
Tätigkeiten mit Vibration, Tätigkeiten auf Leitern oder Dächern, wo sich
Herr A._ festhalten muss, beidhändige Tätigkeiten, welche einen
vollen Faustschluss benötigen, zum Beispiel Lenken von Maschinen. Aus
meiner Sicht ist Herr A._ nur für leichte Tätigkeiten arbeitsfähig,
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wie zum Beispiel Überwachungstätigkeiten, Lenken des Verkehrs, etc.
Dabei ist jedoch zu beachten, dass Tätigkeiten im Freien in der Kälte
ebenfalls nicht möglich sind. Ebenfalls sind keine feinmotorischen
Tätigkeiten wie zum Beispiel das Schreiben am Computer möglich." (Bf-
act. 2; Bg-act. 189).
4.1. Nach Art. 18 Abs. 1 UVG hat ein Versicherter Anspruch auf eine
Invalidenrente, wenn er infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid
ist (Art. 7 und 8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird
das Erwerbseinkommen, das der Versicherte nach Eintritt der Invalidität
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt
zum Erwerbseinkommen, das er erzielen könnte, wenn er nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG; vgl. BGE 145 V 370 E.4.1). Für die
Invaliditätsbemessung ist nicht die medizinisch-theoretische Schätzung
der Arbeitsfähigkeit durch den Arzt ausschlaggebend, sondern die durch
die Unfallfolgen bedingte Einschränkung der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem gesamten für den Versicherten in Betracht fallenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (vgl. BGE 130 V 343 E.3.3). Entscheidend sind also die
wirtschaftlichen Gegebenheiten. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es,
den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Dabei sind die ärztlichen Auskünfte eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung, welche Arbeitsleistungen der
versicherten Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93
E.4, 125 V 261 E.4 mit Hinweisen, 115 V 133 E.2, 114 V 314 E.3c, 105 V
158 E.1). Auch trifft den Versicherten eine Schadenminderungspflicht (vgl.
BGE 134 V 109 E.10.2.7, BGE 117 V 394 E.4b). Danach hat er von sich
aus alles ihm Zumutbare vorzukehren, und zwar selbst um den Preis
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beträchtlicher Anstrengungen, um die Folgen eines erlittenen Unfalls
bestmöglich zu mildern.
4.2. Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte sind Sozialversicherungsträger
und Sozialversicherungsrichter auf Unterlagen angewiesen, die ihnen
vorab von Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Das Gericht hat die
medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess
gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) –
wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies
bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel,
unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu
entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf
es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die
Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere
medizinische These abstellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_675/2020
vom 3. März 2021 E.5). Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug
auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien
für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b, Urteil des
Bundesgerichts 8C_507/2015 vom 6. Januar 2016 E.4.1). Betreffend
Beweiswert eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(vgl. 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a). Den Berichten eines
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Versicherungsmediziners kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Bestehen auch
nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit seiner
Feststellungen, so sind weitere Abklärungen notwendig (vgl. BGE 145 V
97 E.8.5, 142 V 58 E.5.1 mit weiteren Hinweisen, 139 V 225 E.5.2, 135 V
465 E.4.4 f., 125 V 351 E.3b/ee, Urteil des Bundesgerichts 9C_730/2018
vom 27. März 2019 E.5.1.2).
4.3. Der Kreisarzt Dr. med. G._ hat den Beschwerdeführer sorgfältig
persönlich untersucht, sein Zumutbarkeitsprofil (Bg-act. 150, S. 5) ist also
nicht nur eine reine Aktenbeurteilung. Zudem holte er zuvor am 14.
Februar 2019 telefonisch die Einschätzung der behandelnden Ärztin Dr.
med. H._ ein (Bg-act. 139, 150 S. 2), welche die Prognose als
ungünstig einschätzte und weitere medizinische Massnahmen,
insbesondere auch operative Eingriffe, nicht als indiziert ansah, da diese
zu keiner nennenswerten Besserung des Zustandes führen würden und
der Patient seine Hand auch in Zukunft nur noch als Hilfshand werde
einsetzen können.
4.4. Dr. med. H._ ist die behandelnde Ärztin des Beschwerdeführers. Sie
gab ihre Zumutbarkeitsbeurteilung am 29. Juli 2019 während des
hängigen Einspracheverfahrens und auf Anfrage des
beschwerdeführerischen Rechtsvertreters ab (Bg-act. 189). Der
Einspracheentscheid setzt sich auch mit ihrer Zumutbarkeitsbeurteilung
auseinander (Bf-act. 1 E.4). Dr. med. H._ machte in ihrer
Stellungnahme vom 29. Juli 2019 keine prozentuale Aussage über eine
(allenfalls) eingeschränkte Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers.
Zudem setzte sie sich mit der Zumutbarkeitsbeurteilung des Kreisarztes
Dr. med. G._ in einer adaptierten Tätigkeit nicht auseinander,
sondern gab nur ihre eigene Einschätzung wieder. Damit stehen sich zwei
http://links.weblaw.ch/de/9C_730/2018
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Zumutbarkeitsbeurteilungen gegenüber, die eine des Kreisarztes Dr. med.
G._, die andere der behandelnden Handchirurgin Dr. med. H._,
die sich aber in weiten Teilen decken (Unzumutbarkeit einer Tätigkeit als
Bauarbeiter, rechte Hand nur noch Hilfshand, kein Halten und Tragen von
Gewichten über 2 kg, keine feinmotorischen Tätigkeiten). Dr. med.
H._ erwähnt zusätzlich die Unzumutbarkeit von Tätigkeiten mit
Vibration, auf Leitern oder Dächern, beidhändige Tätigkeiten mit
Faustschluss (z.B. Lenken von Maschinen) und die Kälteempfindlichkeit.
Sie sieht den Beschwerdeführer aber für leichte Tätigkeiten – wie z.B.
Überwachungstätigkeiten, Lenken des Verkehrs, etc. – als voll
arbeitsfähig. In diesem Sinne äussert sich der Kreisarzt Dr. med. G._
in seiner ergänzenden Stellungnahme vom 9. April 2019 zu Gunsten des
Beschwerdeführers, indem er die (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf 84 % festlegt,
infolge erhöhtem Pausenbedarf von 20 Minuten alle zwei Stunden (Bg-act.
154).
4.5. Eine ärztliche Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit weist sowohl
bei psychisch wie auch bei somatisch dominierten Leiden Ermessenszüge
auf (vgl. BGE 140 V 193 E.3.1). Aufgrund der tatsächlichen und rechtlichen
Gegebenheiten hat die Rechtsprechung seit jeher die Aufgaben von
Rechtsanwender und Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung
wie folgt verteilt: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es erstens,
den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung
im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter
ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven
Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose
zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe,
wofür Verwaltung und im Streitfall Gericht nicht kompetent sind (vgl. z.B.
Urteil 9C_437/2012 vom 6. November 2012 E.3.2). Bei der
Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen
- 17 -
für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine
abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die
Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung
ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet.
Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage für die
juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person
noch zugemutet werden können (vgl. BGE 140 V 193 E.3.2 mit
Hinweisen).
4.6. Da sich Dr. med. H._ als behandelnde Ärztin in erster Linie auf die
Behandlung zu konzentrieren hat, verfolgt ihr Bericht nicht den Zweck
einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche
erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustands und erfüllt
ihr Bericht nicht die materiellen Anforderungen an ein Gutachten (vgl. BGE
125 V 351 E.3a). Aus diesem Grund und aufgrund der
Erfahrungstatsache, dass behandelnde Haus- und Fachärzte mitunter im
Hinblick auf ihre Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer
Patienten aussagen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_68/2020 vom 11.
März 2020 E.5.1), wird im Streitfall eine direkte Leistungszusprache – bzw.
wie in casu eine Leistungserhöhung – einzig gestützt auf die Angaben der
behandelnden Ärztin kaum in Frage kommen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009 E.4.5).
4.7. Den Einschätzungen von Kreisarzt Dr. med. G._ vom 1. März 2019
(Bg-act. 150) und vom 9. April 2019 (Bg-act. 154), zu denen er auf der
Basis der umfassenden Aktenlage und nach sorgfältiger persönlicher
Untersuchung und ausführlicher Befundung kam, ist voller Beweiswert
zuzugestehen, da sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit vorliegen. Gestützt auf die Aktenlage und die Funktion von
Dr. med. H._ als behandelnde Ärztin vermag das Zumutbarkeitsprofil
- 18 -
von Dr. med. H._ dasjenige von Kreisarzt Dr. med. G._ nicht in
Zweifel zu ziehen. Während die Ärzte der Handchirurgie am F._, und
unter ihnen auch Dr. med. H._, – in Übereinstimmung mit Kreisarzt
Dr. med. G._ – den Beschwerdeführer in angestammter Tätigkeit als
100 % arbeitsunfähig bezeichneten (siehe Arbeitsunfähigkeits-Zeugnisse
zu 100 % ab 30. November 2017 bis 31. Dezember 2019 [Bg-act. 15, 20,
33, 42, 46, 47, 48, 63, 65, 77, 92, 96, 133, 162]), ist davon auszugehen,
dass Dr. med. H._ ihn in angepasster Tätigkeit für leichte Tätigkeiten
als voll arbeitsfähig beurteilte. Der Kreisarzt Dr. med. G._ beurteilte
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hingegen in angepasster
Tätigkeit gar als auf 84 % reduziert. Diese Feststellung von Kreisarzt Dr.
med. G._ bleibt von Dr. med. H._ unwidersprochen und ist nicht
zu beanstanden.
4.8. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide
Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden
kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch
wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und
Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (ausgeglichener Arbeitsmarkt,
Art. 16 ATSG; vgl. BGE 134 V 64 E.4.2.1, 110 V 273 E.4b; vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E.5.11). Das gilt
sowohl in Bezug auf die verlangten beruflichen und intellektuellen
Voraussetzungen wie auch den körperlichen Einsatz. Dabei ist indes nur
von Tätigkeiten auszugehen, die unter Berücksichtigung der gesamten
objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalls zumutbar sind.
Rechtsprechungsgemäss sind an die Konkretisierung der
Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten jedoch keine
übermässigen Anforderungen zu stellen. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt
umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und
Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen
- 19 -
Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E.2.2.1,
8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E.5.11, 9C_485/2014 vom 28.
November 2014 E.2.2, 8C_514/2013 vom 29. August 2013 E.4.2).
Gemäss konstanter Rechtsprechung bestehen auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt u.a. genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten für
Personen, die funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies
nur noch leichte Arbeit verrichten können (vgl. etwa Urteile des
Bundesgerichts 8C_134/2020 vom 29. April 2020 E.4.5, 8C_587/2019
vom 30. Oktober 2019 E.6.2, 9C_124/2019 vom 28. Mai 2019 E.3.2,
8C_811/2018 vom 10. April 2019 E.4.4.2 mit weiteren Hinweisen,
8C_227/2018 vom 14. Juni 2018 E.4.2.1).
4.9. Es ist daher davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nicht bloss
an einem geschützten Arbeitsplatz ein Einkommen erzielen könnte,
sondern aufgrund seiner unfallbedingten Einschränkungen der
Leistungsfähigkeit ihm eine Vielzahl von adaptierten Tätigkeiten auch in
anderen Bereichen zumutbar wären. Zu denken ist hierbei an einfache
Überwachungs-, Kontroll-, Sortier- und Prüfaufgaben sowie an die
Bedienung und Überwachung von (halb-)automatischen Maschinen oder
Produktionseinheiten, bei denen die rechte Hand zumutbar als Hilfshand
zum angepassten Gegenhalten einsetzbar ist. Dass der
Beschwerdeführer bisher hauptsächlich als Bauarbeiter, teilweise auch als
Maschinist, tätig war und über keine Berufsausbildung verfügt (Bg-act. 40
S. 1), steht der Zumutbarkeit einer beruflichen Neuausrichtung und der
dazu erforderlichen Stellensuche nicht entgegen. Auch wäre ein
Berufswechsel nicht unzumutbar, wenn der Beschwerdeführer damit
(allenfalls) in der ersten Zeit mit einer Lohneinbusse zu rechnen hätte,
würde ihm doch mit noch rund zehn Arbeitsjahren bis zur ordentlichen
Pensionierung mit 65 Jahren noch eine relativ lange Aktivitätsdauer
- 20 -
bevorstehen, während welcher sich eine vorübergehende Lohnminderung
ausgleichen liesse. Die damit allenfalls verbundenen Unannehmlichkeiten
erscheinen auch nicht als unzumutbar. Solche Unannehmlichkeiten sind
im Rahmen der einer verunfallten und deshalb Versicherungsleistungen
beanspruchenden Person obliegenden Schadenminderungspflicht in Kauf
zu nehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_13/2017 vom 21. Juni 2017
E.3.3.1 und 3.3.3). Im Weiteren erscheint das kreisärztliche
Zumutbarkeitsprofil, wonach körperlich leichte Tätigkeiten in einem
Pensum von 84 % zumutbar sind, nicht derart eingeschränkt, dass der
ausgeglichene Arbeitsmarkt eine solche Stelle praktisch nicht kennt oder
nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen
Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle
daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 8C_143/2019 vom 21. August 2019 E.5.2, 9C_183/2017
vom 30. Oktober 2017 E.4.2). Damit ist dargetan, dass dem
Beschwerdeführer, welchem die Verwertbarkeit seiner (Rest-
)Arbeitsfähigkeit tatsächlich erschwert ist, dennoch wie aufgezeigt ein
hinreichend grosses Spektrum an leidensangepassten Tätigkeiten auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offensteht.
5.1. Bei der Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte
Person konkret steht. Ist kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen
gegeben, namentlich, weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare
neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung insbesondere Tabellenlöhne gemäss den vom
Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (vgl. BGE 143 V
295 E.2.2, 139 V 592 E.2.3 mit Hinweis, 135 V 297 E.5.2, 129 V 472
- 21 -
E.4.2.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_315/2020 vom 24. September 2020
E.3.2).
5.2. Das von der Beschwerdegegnerin berechnete Invalideneinkommen wurde
somit zu Recht gemäss LSE bemessen, da der Beschwerdeführer nach
dem Unfall keine neue Erwerbstätigkeit mehr aufgenommen hat (Bg-act.
163). Das von der Beschwerdegegnerin errechnete Jahreseinkommen
von CHF 67'743.00 berücksichtigt noch nicht die eingeschränkte (Rest-)
Arbeitsfähigkeit von 84 % und den Leidensabzug von 20 %, was aber der
Korrektheit des errechneten Invalideneinkommens von CHF 45'523.00
keinen Abbruch tut: Laut Tabelle A1 der LSE 2016 belief sich der
Zentralwert für die mit einfachen Tätigkeiten körperlicher oder
handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) beschäftigten Männer im
privaten Sektor bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden, inkl.
13. Monatslohn auf CHF 5'340.00. Dies ergibt ein zumutbares
Invalideneinkommen von jährlich CHF 45'523.00 (CHF 5'340.00 : 40
Wochenstunden x 41.7 Wochenstunden x 12 Monate, indexiert mit 0.4 %
für das Jahr 2017, 0.5 % für das Jahr 2018 und 0,5 % für das Jahr 2019,
unter Berücksichtigung der
(Rest-)Arbeitsfähigkeit von 84 % [erhöhter Pausenbedarf von 20 Minuten
alle zwei Stunden=eingeschränkte Arbeitsfähigkeit um 16 %=41.7
Arbeitsstunden pro Woche abzüglich 6.7 Wochenstunden=35
Wochenstunden bzw. gerundet 84 %] und abzüglich des Leidensabzuges
von 20 %). Dass die Beschwerdegegnerin die Verwertbarkeit der (Rest-
)Arbeitsfähigkeit bejahte und das Invalideneinkommen gestützt auf die
statistischen Werte der LSE-Tabellenlöhne unter Einräumung eines
Leidensabzugs von 20 % festlegte, ist rechtsprechungsgemäss bei
Personen mit funktioneller Einarmig- oder Einhändigkeit oder
eingeschränkter Einsetzbarkeit der rechten Hand als Zudienhand, denen
die Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit wie beim Beschwerdeführer
- 22 -
tatsächlich erschwert ist, nicht zu beanstanden (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 9C_124/2019 vom 28. Mai 2019 E.2 und E.3.2).
5.3. Das von der Beschwerdegegnerin berechnete Valideneinkommen von
CHF 61'317.00 (CHF 26.80 Stundenlohn x 2'112 Jahresarbeitsstunden
[44 Wochenstunden à 48 Jahreswochen] + 8.33 % 13. Monatslohn; Bg-
act. 141 und 163) ist höher, als es minimal im Landesmantelvertrag für das
Schweizerische Bauhauptgewerbe (GAV-LMV) vorgesehen ist
(CHF 25.90 Basislohn) und angesichts der befristeten und kurzen
Beschäftigungsdauer vom 20. November 2017 bis 22. Dezember 2017
(Bg-act. 40 S. 1, 163 S. 1) nicht zu beanstanden. Eine Parallelisierung
erübrigt sich, da nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der
Validenlohn nicht als unterdurchschnittlich qualifiziert werden kann, wenn
er den Mindestverdienstvorgaben gemäss dem vom Bundesrat für
allgemein verbindlich erklärten GAV-LMV entspricht, weil darin die
branchenüblichen Einkommen präziser abgebildet werden als in der LSE
(Urteile des Bundesgerichts 8C_310/2020 vom 23. Juli 2020 E.3.2 f.,
8C_607/2018 vom 20. Februar 2019 E.2.3 mit Hinweisen, 8C_759/2017
vom 8. Mai 2018 E.3.2.2). Der Beschwerdeführer arbeitete seit dem
20. November 2017 im Stundenlohn bei seinem Arbeitgeber als
(ungelernter) Bauarbeiter. Das Referenzeinkommen bei der Prüfung einer
Unterdurchschnittlichkeit ist daher anhand Art. 41 GAV-LMV in
Verbindung mit Anhang II (Tabellen der Basislöhne) zu bestimmen.
Danach hätte der Basislohn für einen Bauarbeiter C ohne Fachkenntnisse
in Graubünden (Zone "BLAU") CHF 25.90 pro Stunde beziehungsweise
CHF 4'557.00 pro Monat betragen. Unter Berücksichtigung des 13.
Monatsgehalts hätte sich ein Jahreslohn von CHF 59'241.00 ergeben. Das
von der Beschwerdegegnerin berechnete Valideneinkommen von
CHF 61'317.00 übersteigt somit die Mindestvorgaben gemäss GAV-LMV
und erweist sich daher nicht als unterdurchschnittlich. Es ist somit
- 23 -
rechtskonform bemessen worden, was vom Beschwerdeführer denn auch
nicht bestritten worden ist.
5.4. Der Beschwerdeführer substantiiert sein Begehren auf eine Invalidenrente
im Umfang von mindestens 70 % mit keinem Wort und es liegen auch
keine ärztlichen Beurteilungen hierzu vor. Aus der Gegenüberstellung des
Valideneinkommens von CHF 61'317.00 und des Invalideneinkommens
von CHF 45'523.00, welche nicht zu beanstanden sind, resultiert eine
unfallbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit von CHF 15'794.00
bzw. der Rentenanspruch von gerundet 26 %, wie von der
Beschwerdegegnerin zugesprochen. Die gesundheitlichen
Einschränkungen des Beschwerdeführers wurden mit der
eingeschränkten (Rest-)Arbeitsfähigkeit von 84 % in angepasster Tätigkeit
sowie dem Leidensabzug von 20 % angemessen berücksichtigt. In
antizipierter Beweiswürdigung erübrigen sich somit weitere
Beweisabnahmen wie beispielsweise die Einholung eines
Gerichtsgutachtens, weil davon keine entscheidrelevanten Erkenntnisse
zu erwarten wären (vgl. BGE 144 V 361 E.6.5, 136 I 229 E.5.3; Urteil des
Bundesgerichts 8C_658/2020 vom 14. Januar 2021 E.7).
Zusammengefasst erweist sich der Einspracheentscheid vom 25.
November 2019 damit als rechtens, womit die Beschwerde abzuweisen
ist.
6. Gemäss aArt. 61 lit. a ATSG i.V.m. Art. 83 ATSG ist das Verfahren –
vorbehältlich der mutwilligen oder leichtsinnigen Verfahrensführung – für
die Parteien kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben werden.
Ein Parteikostenersatz wird der obsiegenden Beschwerdegegnerin nicht
zugesprochen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).