Decision ID: 3666e0ba-eccf-48cf-8003-155c198aaab7
Year: 2016
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A. Mit Interpol-Meldung vom 26. November 2009 ersuchten die serbischen Be-
hörden um Fahndung und Verhaftung des serbischen Staatsangehörigen B.
zwecks Auslieferung (siehe act. 1.1).
B. wurde am 18. August 2015 angehalten und gestützt auf eine Haftanord-
nung des Bundesamtes für Justiz (nachfolgend „BJ“) vom gleichen Tag in
provisorische Auslieferungshaft versetzt. In seiner Einvernahme vom 20. Au-
gust 2015 erklärte B., mit einer vereinfachten Auslieferung an Serbien nicht
einverstanden zu sein. Das BJ erliess am 21. August 2015 einen Ausliefe-
rungshaftbefehl, der B. am 25. August 2015 eröffnet wurde (siehe act. 1.1).
B. Per Telefax vom 25. September 2015 ersuchte Advokat C. um Beiordnung
als unentgeltlicher Rechtsbeistand des Verfolgten. Mit Schreiben vom
28. September 2015 ernannte ihn das BJ zum amtlichen Rechtsbeistand des
Verfolgten (siehe act. 5.1).
C. Im Rahmen der Einvernahme vom 29. September 2015 erklärte B., er wolle
seinen Anwalt wechseln (siehe act. 5.2).
D. Mit Schreiben vom 5. Oktober 2015 wies sich Rechtsanwalt A. mit einer vom
selben Tag datierten Vollmacht als der neue Rechtsvertreter des Verfolgten
aus und ersuchte um Akteneinsicht und um Beiordnung als unentgeltlicher
Rechtsbeistand des Verfolgten (siehe act. 5.3). Am selben Tag reichte Ad-
vokat C. seine Honorarnote ein. Das BJ sprach am 14. Januar 2016 dem
ersten Rechtsvertreter des Verfolgten eine Entschädigung von Fr. 2‘584.- zu.
(siehe act. 5.5).
E. Mit Schreiben vom 7. März 2016 reichte RA A. dem BJ seine Honorarnote
über insgesamt Fr. 9‘184.65 ein. Er machte dabei einen Arbeitsaufwand von
42 Stunden (Fr. 8‘400.--), Auslagen von Fr. 104.30 und MWST von
Fr. 680.35 geltend (siehe act. 5.6).
F. Mit Verfügung vom 15. März 2016 bewilligte das BJ die Auslieferung von B.
an Serbien für die dem Auslieferungsersuchen der serbischen Botschaft vom
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23. September 2015 zugrunde liegenden Delikte unter Vorbehalt des Ent-
scheids des Bundesstrafgerichts über die Einsprache des politischen Delikts.
In derselben Verfügung bestellte das BJ RA A. als amtlichen Rechtsbeistand
des Verfolgten und entschädigte diesen mit Fr. 5‘504.30 (siehe act. 5.7).
G. Gegen den Entschädigungsentscheid des BJ gelangt RA A. mit Beschwerde
vom 14. April 2016 an das hiesige Gericht. Er beantragt, dass seine Entschä-
digung für das obgenannte Auslieferungsverfahren auf Fr. 9‘184.65 (inkl.
MWST) festzusetzen sei; subsidiär, dass die Angelegenheit zur neuen Ent-
scheidung an den Beschwerdegegner zurückzuweisen sei (siehe act. 1).
H. Der Beschwerdegegner beantragt am 4. Mai 2016 die Abweisung der Be-
schwerde (siehe act. 5). Die Replik erfolgte am 30. Mai 2016; RA A. bean-
tragt eine Entschädigung von Fr. 1‘933.50 (inkl. MWST) für das vorliegende
Verfahren (siehe act. 8). Die Duplik erfolgte am 10. Juni 2016 und wurde
dem Beschwerdeführer am 13. Juni 2016 zur Kenntnis zugestellt (siehe act.
10, 11).

Considerations:
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. Auslieferungsverfahren richten sich primär nach den einschlägigen Staats-
verträgen. Soweit diese bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln, ge-
langen das Bundesgesetz über die internationale Rechtshilfe in Strafsachen
(IRSG; SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internati-
onale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSV; SR 351.11) zur Anwendung (Art. 1
Abs. 1 IRSG). Verweist das IRSG auf die StPO, so gelangen diese Bestim-
mungen analog zur Anwendung. Subsidiär zu diesen Rechtsquellen gelan-
gen vorliegend die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember
1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG;
SR 172.021) zur Anwendung (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a
StBOG).
2.
2.1 Verfügungen des BJ unterliegen, soweit das Gesetz nichts anderes be-
stimmt, unmittelbar der Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts (Art. 25 Abs. 1 IRSG; vgl. auch Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 des
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Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der Strafbehör-
den des Bundes [StBOG; SR 173.71]). Eine abweichende Regelung enthält
das Gesetz, wenn es einen anderen Beschwerdeweg bestimmt (vgl. Art.
17 Abs. 1 IRSG), die Unanfechtbarkeit gewisser Entscheide statuiert wie
bspw. in Art. 79 Abs. 4 IRSG (vgl. GLESS/SCHAFFNER, Basler Kommentar,
Internationales Strafrecht, Basel 2015, Art. 25 IRSG N. 12) oder wie in Art.
80e Abs. 2 IRSG – Beschwerde gegen Zwischenverfügungen – die Anfecht-
barkeit an Bedingungen knüpft.
Mit Entscheid vom 15. März 2016 verfügte der Beschwerdegegner, dass der
Beschwerdeführer als amtlicher Rechtsbeistand von B. mit Fr. 5‘504.30 ent-
schädigt werde (siehe act. 5.7). Da das IRSG diesbezüglich keine abwei-
chenden Regelungen enthält, unterliegt diese Verfügung gestützt auf Art.
25 Abs. 1 IRSG der Beschwerde an das hiesige Gericht.
2.2 Art. 21 Abs. 3 IRSG regelt die Beschwerdelegitimation des im ausländischen
Strafverfahren Beschuldigten und Art. 80h IRSG die Beschwerdelegitimation
gegen Verfügungen im Rahmen der "anderen Rechtshilfe" i.S.v. Art. 63 ff.
IRSG. Da im Gegensatz bspw. zur StPO (vgl. Art. 135 Abs. 3 StPO) das
IRSG keine Bestimmung betreffend die Beschwerdelegitimation des amtli-
chen Rechtsbeistandes gegen den Entschädigungsentscheid enthält, ge-
langt vorliegend Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Anwendung.
Gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor der
Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teil-
nahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt
ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung
hat.
2.3 Es steht ausser Frage, dass der Beschwerdeführer als amtlicher Rechtsbei-
stand im Auslieferungsverfahren gegen B. tätig war und dass die angefoch-
tene Verfügung ihn betrifft. Er macht geltend, vom Beschwerdegegner nicht
hinreichend für den von ihm ausgewiesenen und angemessenen Aufwand
entschädigt worden zu sein. Er hat mithin ein rechtliches Interesse an der
Änderung des von ihm beanstandeten Entscheids des Beschwerdegegners
über seine Entschädigung.
2.4 Die Übrigen Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen An-
lass. Auf die Beschwerde ist einzutreten.
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3.
3.1 Die Entschädigung des amtlichen Rechtsbeistandes im Auslieferungsverfah-
ren vor dem BJ richtet sich nach der Verordnung über Kosten und Entschä-
digung im Verwaltungsverfahren vom 10. September 1969 (VwKV;
SR 172.041.0; vgl. Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2009.161 vom
26. August 2009, E. 2.5.3).
3.2 Gemäss Art. 9 VwKV sind die Art. 8-13 des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht (VGKE; SR 173.320.2) sinngemäss auf die Anwaltskosten einer
Partei anwendbar, welche die unentgeltliche Rechtspflege geniesst.
3.3 Die Kosten der Vertretung sind in Art. 9 VGKE geregelt: Bei einem Rechts-
anwalt umfassen die Kosten der Vertretung das Anwaltshonorar (lit. a.), die
Auslagen, namentlich die Kosten für das Kopieren von Schriftstücken, die
Reise-, Verpflegungs- und Unterkunftskosten, die Porti sowie die Tele-
fonspesen (lit. b.) und die Mehrwertsteuer für die Entschädigungen nach den
Buchstaben a und b, soweit eine Steuerpflicht besteht und die Mehrwert-
steuer nicht bereits berücksichtigt wurde (lit. c.).
Das Anwaltshonorar wird nach dem notwendigen Zeitaufwand des Vertreters
oder der Vertreterin bemessen (Art. 10 Abs. 1 VGKE). Der Stundenansatz
beträgt mindestens Fr. 200.-- und höchstens Fr. 400.--. In diesen Stunden-
ansätzen ist die Mehrwertsteuer nicht enthalten (Art. 10 Abs. 2 VGKE).
4. Der Beschwerdeführer rügt, dass nicht alle von ihm geltend gemachten Ar-
beitsstunden berücksichtigt wurden, obwohl er eine detaillierte Honorarnote
einreichte. Der Beschwerdeführer bringt insbesondere vor, der Entscheid
über seine Honorarnote sei rechtsmissbräuchlich und nicht genug begründet
(act. 1).
4.1 Vorliegend ist die bundesgerichtliche Rechtsprechung massgeblich, wonach
auch eine Rechtsmittelinstanz, der volle Kognition zusteht, in Ermessensfra-
gen einen Entscheidungsspielraum der Vorinstanz zu respektieren und sich
die Überprüfungsbefugnis (so zum Beispiel in Bezug auf die Höhe der Ge-
nugtuung) auch bei voller Kognition auf eine Missbrauchskontrolle zu be-
schränken hat (Urteil des Bundesgerichts 6B_758/2013 vom 11. November
2013, E. 1.2.2 mit Hinweisen; Verfügung des Bundesstrafgerichts
BB.2014.72 vom 18. Juli 2014, E. 6.2).
Ermessensmissbrauch ist gegeben, wenn das Gericht zwar im Rahmen des
ihm eingeräumten Ermessens bleibt, sich aber von unsachlichen, dem
https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20080976/index.html#a9
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Zweck der massgebenden Vorschriften fremden Erwägungen leiten lässt
oder allgemeine Rechtsprinzipien, wie das Verbot von Willkür und von
rechtsungleicher Behandlung, das Gebot von Treu und Glauben sowie den
Grundsatz der Verhältnismässigkeit verletzt (s. PATRICK GUIDON, Die Be-
schwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, Zürich/St. Gallen
2011, N. 343; Verfügung des Bundesstrafgerichts BB.2014.72 vom 18. Ju-
li 2014, E. 6.2).
4.2 Aus Art. 29 Abs. 2 BV ergibt sich die Pflicht der Behörden, ihre Entscheide
zu begründen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Parteient-
schädigung, die auch auf die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbei-
stands Anwendung findet, muss der Entscheid über die Höhe des anwaltli-
chen Honorars in der Regel nicht begründet werden. Eine Begründungs-
pflicht wird indes namentlich dann angenommen, wenn das Gericht die Ent-
schädigung abweichend von der Kostennote des Rechtsanwalts auf einen
bestimmten, nicht der üblichen, praxisgemäss gewährten Entschädigung
entsprechenden Betrag festsetzt. In einem solchen Fall kann nicht mehr da-
von gesprochen werden, der Anwalt vermöge die Überlegungen, die das Ge-
richt zu einem solchen Entschädigungsentscheid führten, auch ohne Be-
gründung zu erkennen. Akzeptiert das Gericht in einem solchen Fall einzelne
Posten der Kostennote, setzt es aber andere herab, hat es zu jeder Reduk-
tion zumindest kurz auszuführen, aus welchem Grund die Aufwendungen als
unnötig betrachtet werden (Urteile des Bundesgerichts 4A_223/2016 vom
29. Juli 2016, E. 5 mit Hinweisen; 4A_382/2015 und 4A_404/2015 vom 4. Ja-
nuar 2016 E. 3.1 mit Hinweisen; 5D_15/2012 vom 28. März 2012 E. 4.2.2;
5D_178/2012 vom 14. Juni 2013 E. 2.3).
Wird eine detaillierte Honorarnote eingereicht und steht der geltend ge-
machte Zeitaufwand zum Umfang und zur Schwierigkeit des Falles in einem
offensichtlichen Missverhältnis, dann darf nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung in Strafsachen die Entschädigung pauschal bemessen wer-
den (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_224/2013 vom 27. Januar 2014,
E. 2.5 f.).
5.
5.1 Der Beschwerdeführer reichte am 7. März 2016 seine Honorarnote für die
erbrachten Bemühungen beim BJ ein (siehe act. 5.6). Er bezifferte und be-
legte seine Ansprüche, welche Leistungen vom 2. Oktober 2015 bis 7. März
2016 enthalten. Der Beschwerdeführer machte dabei ein Anwaltshonorar
von Fr. 8‘400.-- mit einem Stundenansatz von Fr. 200.-- (42 Stunden) zuzüg-
lich Auslagen von Fr. 104.30 und MWST (Fr. 680.35) geltend (siehe act. 5.6).
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Der Beschwerdegegner anerkannte nur 25 Stunden Arbeitsaufwand mit ei-
nem Stundenansatz von Fr. 200.-- (Fr. 5‘000.--) und Auslagen von
Fr. 104.30, zuzüglich MWST, ausmachend insgesamt Fr. 5‘504.30 (siehe
act. 1.1, 5.7).
Der Beschwerdegegner begründete die Kürzung wie folgt (siehe act. 1.1,
5.7):
„Unter anderem fällt auf, dass der Rechtsbeistand verschiedentlich Besprechungen mit der
Lebenspartnerin des Verfolgten, oder Schreiben an diese, als Aufwand verrechnet. Diese
Aufwendungen können nicht als notwendiger Aufwand für die Vertretung des Verfolgten be-
rücksichtigt werden. Auf die Kommunikation mit dieser Freundin entfallen insgesamt ca. drei
Stunden.
Des Weiteren ist nicht klar, inwiefern was mit dem Aufwandposten vom 27. Oktober 2015 von
drei Stunden (180‘) unter dem Titel „suite de la rédaction d’une détermination“ gemeint sein
soll, nachdem schon für das Erstellen der Stellungnahme selbst unter dem Aufwandposten
vom 26. Oktober 2016 [recte: 2015] ein Aufwand von sechs Stunden (360‘) in Rechnung
gestellt worden ist. Diese drei Stunden sind daher nicht zu berücksichtigen. Im Übrigen er-
scheint der jeweils für die einzelnen Stellungnahmen geltend gemachte Aufwand generell als
zu hoch. Insgesamt erscheint dem BJ für die Vertretung im vorliegenden Fall ein Aufwand
von 25 Stunden als gerechtfertigt.
Die Entschädigung für den Rechtsbeistand bemisst sich daher auf 25 Stunden à Fr. 200.--,
zuzüglich 8% Mehrwertsteuer, sowie den Auslagen von Fr. 104.30; ausmachend insgesamt
Fr. 5‘504.30.“
In seiner Beschwerdeantwort präzisierte das BJ, dass die Honorarnote nicht
klar und präzis genug sei, sowie dass kein konkretes Element vorgebracht
worden sei, um den Inhalt der Besprechungen mit der Lebenspartnerin vom
Verfolgten zu bestimmen. Deswegen könnten diese Besprechungen nicht
als notwendiger Aufwand für die Vertretung des Verfolgten berücksichtigt
werden. Das BJ führte auch aus, dass die reelle Notwendigkeit eines Auf-
wands von mehr als 13 Stunden für die Erstellung einer Stellungnahme von
neun Seiten (datiert 28. Oktober 2015) zweifelhaft sei. Das BJ fügte hinzu,
dass der Beschwerdeführer selbst ausführe, sein Aufwand enthalte auch das
Studium mehrerer von der Lebenspartnerin des Verfolgten abgegebener Do-
kumente, deren Bedeutung aber nicht bewiesen sei. Nach Meinung des BJ
rechtfertigen schliesslich die Begründungen des Beschwerdeführers nicht
alle in der Honorarnote aufgelisteten Aufwendungen.
- 8 -
5.2 In Bezug auf die Herabsetzung des Aufwands, welcher die Besprechungen
mit der Lebenspartnerin des Verfolgten betrifft, erfüllt die Begründung des
BJ die Begründungsanforderungen der Rechtsprechung. Trotzdem er-
scheint der Inhalt dieser Begründung nicht haltbar.
Der Beschwerdeführer erklärte, dass er Besprechungen mit der Lebenspart-
nerin des Verfolgten hatte sowie mit dieser schriftlich korrespondierte, da der
Verfolgte im Gefängnis in Basel sass und deswegen nicht in der Lage sei,
die für seine Vertretung notwendigen Unterlagen zu beschaffen. Hingegen
konnte seine Lebenspartnerin, welche den Verfolgten regelmässig im Ge-
fängnis besuchte, den Beschwerdeführer über die Situation des Verfolgten
informieren und die für die Vertretung von Herrn B. relevanten Dokumente
zusammentragen. Die Argumentation des BJ, diesen Aufwand von insge-
samt ungefähr drei Stunden nicht als notwendig für die Vertretung von Herrn
B. berücksichtigen zu können, da der Inhalt dieser Besprechungen nicht ge-
nau bestimmt wurde, verletzt das Verbot von Willkür. Und dies umso mehr,
wenn man bedenkt, dass der Beschwerdeführer keine Besprechungen mit
dem Verfolgten in seiner Honorarnote abgerechnet hat.
Die fehlende Anerkennung dieses Aufwands erscheint daher als Ermessens-
missbrauch und die Beschwerde ist in diesem Punkt gutzuheissen.
5.3 Bezüglich der drei Stunden, welche vom Beschwerdeführer als „suite de la
rédaction d’une détermination“ angezeigt wurden, hat das BJ genau erklärt,
warum es diese nicht anerkennt. Diese Erklärungen sind zwar streng, aber
kein Missbrauch des Ermessens.
Bezugnehmend auf die oben erwähnte bundesgerichtliche Rechtsprechung,
nach der die Beschwerdeinstanz sich auf eine Missbrauchskontrolle zu be-
schränken hat (siehe oben E. 4.1), ist die Beschwerde diesbezüglich abzu-
weisen.
5.4 Hinsichtlich der Kürzung der Honorarnote von 17 Stunden argumentierte das
BJ, der für die einzelnen Stellungnahmen geltend gemachte Aufwand sei
generell zu hoch. Ihm erscheine für die Vertretung im vorliegenden Fall ein
Aufwand von insgesamt 25 Stunden als gerechtfertigt. In seiner Beschwer-
deantwort führt das BJ aus, auf der Basis der Honorarnote sowie der Be-
schwerde sei es nicht möglich, alle aufgelisteten Aufwendungen als notwen-
dig für das Auslieferungsverfahren zu betrachten. Die Summe von
Fr. 5‘504.30 sei hingegen geeignet, die notwendigen Aufwendungen zu ent-
löhnen.
Aus der Begründung des angefochtenen Entscheids ergibt sich aber nicht,
welche Positionen der Kostennote des Beschwerdeführers nicht und aus
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welchen Gründen sie nicht berücksichtigt worden sind. Das umso mehr,
wenn man berücksichtigt, dass im vorliegenden Fall verschiedene ausländi-
sche Akten und mehrere Stellungnahmen von RA A. analysiert bzw. einge-
reicht wurden. Der angefochtene Entscheid vermag damit den vorgenannten
Begründungsanforderungen nicht zu genügen (vgl. supra E. 4.2). Das BJ hat
auch explizit kein offensichtliches Missverhältnis zwischen geltend gemach-
tem Zeitaufwand zum Umfang und zur Schwierigkeit des Falles, welches
eine pauschale Bemessung rechtfertigen würde, behauptet. Noch hat es
ausgeführt, im vorliegenden Fall sei nur ein Aufwand von 25 Stunden üblich
und praxisgemäss.
Die Begründung im angefochtenen Entscheid genügt den Voraussetzungen
der Rechtsprechung nicht.
6. Aus dem Dargelegten geht hervor, dass die Beschwerde teilweise gutzuheis-
sen ist. Die Angelegenheit ist zur neuen Entscheidung im Sinne der oben
erwähnten Erwägungen an den Beschwerdegegner zurückzuweisen.
7.
7.1 Für die Berechnung der Gerichtsgebühr gelangt das Reglement des Bun-
desstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Ent-
schädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR; SR 173.713.162) zur An-
wendung (Art. 53 Abs. 2 lit. a, Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 65 Abs. 5 VwVG
sowie Art. 22 Abs. 3 BStKR). Die reduzierte Gerichtsgebühr – infolge des
teilweisen Obsiegens – ist auf insgesamt Fr. 500.-- festzusetzen, unter An-
rechnung des entsprechenden Betrages aus dem geleisteten Kostenvor-
schuss von Fr. 2'000.-- (Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a BStKR). Die Bundesstrafge-
richtskasse ist anzuweisen, dem Beschwerdeführer den Restbetrag von
Fr. 1'500.-- zurückzuerstatten.
7.2 Das Honorar des amtlichen Rechtsbeistandes wird nach Ermessen festge-
setzt, wenn spätestens mit der einzigen oder letzten Eingabe keine Kosten-
note eingereicht wird (Art. 12 Abs. 2 BStKR). Der Beschwerdeführer hat mit
seiner Beschwerdereplik vom 30. Mai 2016 eine Honorarnote eingereicht.
Dieser stellt im Zusammenhang mit dem Beschwerdeverfahren vor dem
Bundesstrafgericht einen Arbeitsaufwand von 6 Stunden und 30 Minuten mit
einem Stundensatz von Fr. 270.-- und Auslagen im Umfang von Fr. 35.30
zuzüglich MwSt. (Fr. 143.20) in Rechnung. Die Gesamtforderung beläuft sich
auf Fr. 1‘933.50 (siehe act. 8.1).
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Der geltend gemachte Stundenaufwand erscheint grundsätzlich als ange-
messen. Der veranschlagte Stundensatz von Fr. 270.-- ist jedoch praxisge-
mäss auf Fr. 230.-- zu reduzieren (vgl. u.a. die Entscheides des Bundesstraf-
gerichts RR.2015.189 vom 24. September 2015, E. 4.2 und RR.2014.116
vom 13. Mai 2015, E. 5.5 m.w.H.). In Anbetracht der teilweisen Obsiegens
der Beschwerde, ist die dem Beschwerdeführer zu bezahlende Entschädi-
gung um 25% zu reduzieren und damit insgesamt auf Fr. 1‘147.50 (inkl. Aus-
lagen und MwSt.) festzusetzen.
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