Decision ID: 4ace330e-541b-4cb0-b802-d7c1475178bd
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966, war zuletzt
von März 1988 bis Oktober 1997 als
Bauisol
eur
bei der
Y._
AG
tätig, wobei der letzte Arbeitstag im Februar 1995 war (
Urk.
10/4)
.
U
nter Hinweis auf
Rücken
beschwerden
meldete er sich am 1
1.
Januar 1995
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
ver
an
lasste eine berufliche Abklärung des Versicherten in der
Z._
(
Urk.
10/12,
vgl. auch
Urk.
10/16) und gewährte
in der Folge ein
sechsmonatiges Arbeitstraining in derselben Institution (
Urk.
10/18,
vgl. auch
Urk.
10/21/2-3
und
Urk.
10/30
).
M
it Verfügung vom
2.
Dezember 1998
sprach sie dem Versicherten
bei einem Invaliditätsgrad von
63
%
eine
halbe
Rente ab
Januar 1997
zu (
Urk.
10/45
).
1.2
Mit Revisionsgesuch vom
6.
November 2000 (
Urk.
10/51) machte der Versi
cher
te eine Verschlechterung seines Gesundheitszustands geltend.
Mit Verfü
gung
vom 2
8.
März 200
1 (
Urk.
10/59/2-3,
Urk.
10/60) sprach
ihm
die
IV-Stelle
eine ganze Rente ab Februar 200
1 zu.
Am
2
4.
Mai 2004
(
Urk.
10/71),
am 2
9.
August 2007 (
Urk.
10/78)
und am
1
7.
Novem
ber 2010 (
Urk.
10/91)
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, der Rente
nanspruch sei unverändert.
1.
3
Nach Eingang eines am
7.
Dezember 2012
ausgefüllten Revisio
nsfragebogens (
Urk.
10/92,
Urk.
10/94
) holte
die IV-Stelle unter anderem beim
A._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
1
7.
Septem
ber 2013 erstattet wurde (
Urk.
10/115).
I
n der Folge
leitete sie
eine Eingliederungsberatung ein
(vgl.
Urk.
10/127)
und wies den Versicherten mit Schreiben vom 1
3.
November 2013 (
Urk.
10/119) auf seine Mitwirkungspflicht hin. Mit Schreiben vom 1
5.
Januar 2014
(
Urk.
10/125)
erklärte der Versicherte,
aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage zu sein, an Eingliederungs
mass
nahmen
teilzunehmen
, woraufhin die IV-Stelle die Eingliederung mit Mit
teilung vom 2
7.
Januar 2014 (
Urk.
10/126) abschloss.
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheid
verfahren
(
Urk.
10/131-132,
Urk.
10/137)
hob die IV-Stelle mit Verfügung vom
2
8.
Oktober 2014
die bishe
r ausgerichtete Rente
wegen Verlet
zung der
Mit
wirkungspflicht
bei der Eingliederung
auf (
Urk.
10/143 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
1.
Dezember 2014
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 2
8.
Oktober 2014 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass er weiterhin Anspruch auf eine ganze, eventuell eine
Drei
viertelsrente
habe (
Urk.
1 S. 2). Eventuell sei ein gerichtliches Gutachten zur Frage der Arbeitsfähigkeit einzuholen. Subeventuell sei die Sache zu weitern Abklärungen und neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
Januar 2015 (
Urk.
9) die Abweisung der Beschwerde.
Am 2
1.
April 2015 (
Urk.
11) reichte der Beschwerdeführer einen aktuellen
Arzt
bericht
(
Urk.
12) ein.
Mit Gerichtsverfügung vom 1
9.
Mai 2015 (
Urk.
13) wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S.
2) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt
und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt. Gleichzeitig wurde
die AXA Leben AG zum Prozess beigeladen. Mit Eingabe vom 2
6.
Mai 2015 (
Urk.
15) erklärte die AXA Stiftung Berufliche Vorsorge,
Winterthur,
dass sie die zu
ständige Vorsorgeeinrichtung des Beschwerdeführers sei und teilte mit, dass sie auf eine Stellungnahme verzichte. Diese Eingabe wurde den Parteien mit
Ge
richtsverfügung
vom
1.
Juni
2015 (
Urk.
16) zur Kenntnis gebracht. Zudem wurde
das Rubrum in Bezug auf die Beigeladene angepasst und die AXA Leben AG aus dem Verfahren entlassen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn
sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesund
heits
zustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hin
wei
sen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich
gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mens
vergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Au
s
wir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E.
5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durch
geführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f der Verordnung über die Invalidenversiche
rung, IVV) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf ent
spre
chende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechts
kräftigen Verfü
gung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. Septem
ber 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
wei
sen).
1.
2
Die am
1.
Januar 2012 in Kraft getretene Re
vision
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
hat zum Ziel, die Invali
den
versicherung zu sanie
ren. Dabei steht de
r Eingliederungsgedanke im Zent
rum. Insbesondere durch sogenannte „eingl
iederungsorientierte Rentenrevisio
nen“ sollen laufende Renten erheblich reduziert oder gar aufgehoben werden können, indem systematisch überprüft wird, ob bei den Rentenbezügerinnen und -
bezü
gern
Potential zur Wiedereingliederung vorhanden ist (Thomas
Gächter
/Eva
Siki
, Sparen um jeden Preis?, in:
Jusletter
2
9.
November 2010, S.
2).
1.3
Gemäss Schlussbestimmung
lit
.
a der Änderung des IVG vom 1
8.
März 2011
(
SchlB
IVG)
werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
synd
ro
malen
Beschwerdebildern ohne nachw
eisbare organische Grundlage ge
spro
chen
wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung über
prüft
. Sin
d die Voraussetzungen nach
Art.
7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch we
nn die Voraussetzungen von
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind.
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die von der Beschwerdegegnerin verfügte Aufhe
bung der Rente
des Beschwerdeführers
rechtens ist.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
ging
in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2)
davon aus,
dass
der Beschwerdeführer gemäss
A._
-Gutachten in einer angepassten Tätig
keit zu 90
%
arbeitsfähig sei und damit rentenausschliessend eingeglied
ert werden könnte. Da er
- nachdem er auf seine Mitwirkungspflicht im Rahmen der eingliederungsorientierten Rentenrevision und die Folgen bei Nichtbeach
tung hingewiesen worden sei - es aus subjektiven Gründen abgelehnt habe, aktiv seiner Mitwirkungspflicht nachzukommen und an Eingliederungs
mass
nah
men teilzunehmen (S.
3 oben), sei
seine bisherige
Rente - ausgehend von einem gestützt auf die Beurteilung der
A._
-Gutachter ermittelten
Invalidi
täts
grad
von 14
%
(S. 2 oben) - einzustellen (S. 3 Mitte).
2.3
Der Beschwerdeführer
machte in seiner Beschwerde (
Urk.
1) demgegenüber gel
tend,
die Aufhebung seiner Rente sei weder nach der
IV-Revision 6a möglich noch sei
ein Revisions- oder Wiedererwägungsgrund gegeben (S. 4 unten). S
ein Gesundheitszustand habe sich im Vergleich zum Zeitpunkt der Berentung nicht verändert, was die Beschwerdegegnerin zwar nunmehr selber anerkenne, ihm aber trotzdem neu eine Arbeitsfähigkeit von 90
%
unterstelle. Auf das
A._
-Gut
achten könne hinsichtlich der angeblichen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit - aus näher dargelegten Gründen - nicht abgestellt werden. Sein langjähri
g be
handelnder Psychiater habe
dargelegt, dass die Aufnahme einer Arbeitstätigkeit weiterhin ausserhalb jeglicher Möglichkeit stehe (S. 7 f.
Ziff.
14). Es liege weder eine (rententangierende) Arbeitsfähigkeit noch eine Eingliederungsfähigkeit vor, sodass der Vorwurf einer Verletzung der Mitwirkungspflicht fehl gehe und er weiterhin Anspruch auf die bisherige ganze Rente habe (S. 8
Ziff.
15).
3.
3.1
Der dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom
2.
Dezember 1998
zugesprochen
halbe
n
Rente ab Januar 1997
(
Urk.
10/45)
lagen
im Wesentlichen folgende me
dizinische Berichte zu Grunde:
3.
2
Am 1
5.
Juni 1998 erstatteten d
ie Ärzte des
B._
,
Psy
chiatrische Poliklinik,
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
10/36). Sie diagnostizierten eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4).
Die Ärzte
führten aus,
es
erstaune
nicht, dass der Beschwer
deführer aufgrund seiner zwanghaften
schizoiden Persönlichkeitszüge soma
tisch zunächst gut erklärbare Schmerzen nicht erfolgreich verarbeitet habe. Im Anschluss an eine aktivierende Therapie sei es ihm immerhin gelungen, eine Arbeitsabklärung und ein Arbeitstraining
im
Z._
durchzuführen. Die an
schliessende Arbeitslosigkeit habe für ihn eine zusätzliche Belastung dargestellt. Infolge der Krankschreibung durch den Hausarzt
(vgl. dazu
Urk.
10/3
/1-3
und
Urk.
10/25)
und die
Ärzte der psychiatrischen Pol
iklinik des
C._
(vgl. dazu
Urk.
10/26) sei es zur Dekompensation gekommen (S. 3 f.).
Mit der vom Hausarzt und der von den Ärzten der Psychiatrischen Poliklinik des
C._
attestierten 100%igen Arbeitsunfähigkeit habe sich der Beschwerde
führer in seiner Ansicht unterstützt gefühlt, dass er aus medizinischen Gründen nicht mehr werde arbeiten können. Diese Überzeugung habe sich inzwischen derart fixiert, dass sie effektiv zu einer Minderung der zumutbaren Arbeitsleis
tung geführt haben dürfte. Heute sei eine um maximal 50
%
reduzierte Ar
beits
fähigkeit in jeder Tätigkeit als realistisch anzunehmen (S. 4 unten).
3.
3
Am 1
9.
Juni 1998 erstatteten die Ärzte des
B._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
10/37). Sie nannten folgende
Diagnosen (S.
10
Ziff.
4
):
chronisches
Panvertebralsyndrom
mit/bei
lumbospondylogenem
Syndrom linksbetont
zervikospondylogenem
Syndrom linksbetont
Thorakovertebralsyndrom
beidseits
Wirbelsäulenfehlform (diskrete linkskonvexe Skoliose
thorako
-lum
bal, leichte Kyphose der Brustwirbelsäule, BWS, Streckhaltung der Lendenwirbelsäule, LWS)
muskulärer Haltungsinsuffizienz
diskreten degenerativen Veränderungen der LWS im Sinne einer leich
ten beginnenden
Chondrose
L5/S1 und
Disk
usprotrusion
L4/5 links ohne Nervenwurzelkompression
leichten degenerativen Veränderungen in der Halswirbelsäule (HWS) im Sinne von diskreten
Unkarthrosen
C3/4 und leichten dorsalen
Spondylophyten
C4 bis C6
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
Knick-/Senkfuss beidseits
Die Ärzte führten aus, die vom
Beschwerdeführer angegebenen Schmerzen seien nur zum Teil glaubhaft und könnten teilweise durch die leichte
Wirbelsäulen
fehlform
und muskuläre Haltungsinsuffizienz erklärt werden. Aus rheumatolo
gischer Sicht sei für jede leichte bis mittelschwere Tätigkeit von einer Arbeitsfä
higkeit von 100
%
auszugehen. Eine schwere Tätigkeit wie die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Bauisoleur
sei sicher ungünstig (S. 9 oben, S. 10
Ziff.
5).
4.
4.1
D
ie
dem Beschwerdeführer
mit
Verfügung
vom 2
8.
März 2001
ab Februar 20
0
1 zugesprochene ganze
Rente
(
Urk.
10/59/2-3,
Urk.
10/60)
basierte auf folg
ende
n medizinischen
Berichte
n
:
4.2
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
berichtete
am
1
8.
Dezember 2000
(
Urk.
10/54). Er diagnostizierte eine depressive Entwick
lung infolge von psychosozialen Belastungen und chronischen Rückenschmer
zen (Differentialdiagnose, DD:
somatoforme
Störung;
Ziff.
3).
Er führte aus, die Mehrfachbelastung des Beschwerdeführers mit
Untergrabung seines Selbstwert
gefühls infolge Arbeitslosigkeit, dem
Verlust sei
ner Rolle beziehungsweise seiner
Pflichten als Vater und Ernährer der Familie und damit einhergehenden fi
nanziellen Problemen sowie einer
schweren
Herzerkrankung eines seiner im Jahr 1998 gebore
nen Zwillingskinder verhindere
vorerst jeglichen
Gesundungs
prozess
. Zudem wirkten sich die ehelichen Krisen negativ auf sein Befinden aus
(
Ziff.
4.1).
Die Konzentration, das Durchhaltevermögen und die emotionale Belastungsfähigkeit
des Beschwerdeführers
sei
en eingeschränkt (S. 3
lit
. a).
Im bis
herigen Beruf als Koch und Bauarbeiter bestehe
bis auf w
eiteres eine Arbeits
unfähigkeit von 80
%
bis 100
%
(
Ziff.
1.5
).
Auch behinderungsangepasste Tätig
keiten seien nicht zumutbar (S. 3
lit
. e
).
4.3
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
berichtete am
9.
Januar 2001 (
Urk.
10/52), der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
habe sich
aufgrund einer Venenthrombose und aufgrund von Kniearthrosen seit November 2000 zusätzlich verschlechtert (
Ziff.
2). Er diagnostizierte ein
lum
bo
vertebrales
Schmerzsyndrom,
eine Fibromyalgie,
eine depressive Verstim
mung durch familiäre Überlastung, eine tiefe Venenthrombose im rechten Un
ter
s
chenkel, eine Gonarthrose links, eine Bursitis
präpatellaris
rechts
sowie e
ine Hyper
tonie (
Ziff.
3) und attestierte dem Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als Hilfsarbeiter eine volle Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.5) und in
be
hinde
rungsangepassten
Tätigkeiten eine halbtä
g
ige Arbeitsfähigkeit (S. 3
lit
. e), je
weils seit November 2000.
4.4
Der IV-Arzt bejahte am
9.
Februar 2001 das Vorliegen einer vollen Arbeitsun
fähigkeit aus psychischen Gründen (
Urk.
10/56).
5.
5
.
1
Mit Mitteilung vom
2
4.
Mai 2004 bestätigte die Beschwerdegegnerin einen unver
änderten Rentenanspruch (
Urk.
10/71). Dabei stellte sie auf den Bericht
von
Dr.
E._
vom 1
5.
Mai 2004 (
Urk.
10/69/6-7) ab, in welchem dieser einen stationären Gesund
heitszustand beschrieb (
lit
. C) und dem Beschwerde
führer in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit seit dem Jahr 2001 eine Arbeitsun
fähigkeit von etwa 70
%
attestierte (
lit
. B).
5.2
Mit Mitteilung vom
2
9.
August 2007
bestätigte die Beschwerdegegnerin einen unveränderten Rentenanspruch (
Urk.
10/78). Dabei stellte sie auf den Bericht von
Dr.
E._
vom 2
2.
beziehungsweise 3
0.
Juli 2007 (
Urk.
10/76/3-8) ab, in welchem dieser einen stationären (
Urk.
10/76/3
lit
C.1) beziehungsweise einen sich verschlechternden (
Urk.
10/76/5
Ziff.
5.1) Gesundheitszustand be
schrieb
und ausführte,
der Ges
undheit
szustand habe sich vor allem auch psy
chisch - trotz medikamentöser und psychiatrischer Therapie - verschlechtert,
weswegen
er kaum mehr eine Möglichkeit für eine Eingliederung in den Ar
beits
prozess
sehe
(
lit
. C.7). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bestätigte
Dr.
E._
eine Arbei
tsunfähigkeit von 70
%
(
lit
. B), für eine angepasste Tätigkeit erachtete er eine Erwerbstätigkeit im Umfang von zwölf Stunden pro Woche als zumutbar (
Urk.
10/76/7
Ziff.
6.2).
5.3
Mit Mitteilung vom
1
7.
November 2010
bestätigte die Beschwerdegegnerin einen unveränderten Rentenanspruch (
Urk.
10/91)
. Dieser Einschätzung lagen fol
gende
medizinische
Berichte zugrunde:
5.4
Dr.
E._
berichtete am
2.
Oktober 2010 (
Urk.
10/87/5-6), der
Gesu
nd
heits
zustand
sei stationär
(
lit
. C.1).
Er diagnostizierte eine seit 1995 be
stehende
Diskushernie L4/5 lateral mit
lumbovertebralem
Schmerzsyndrom, eine seit 1998
bestehende schwere Depression sowie seit 2008 bestehende
Thora
xschmerzen
mit Tachykardien bei Hypertonie
(
lit
. A)
.
Zu den Befunden führte
er
aus, es bestehe eine eingeschränkte Beweglichkeit der Wirbelsäule und eine de
pressive
Verstimmung; der Beschwerdeführer sei teilweise völlig antriebslos und könne nichts unternehmen. Dann gehe es wieder etwas besser
. Der Zustand sei sehr inkonstant und der Beschwerdeführer nicht belastbar (
lit
. D.5).
Seit 2007 habe sich der Zustand unter medikamentöser und psychiatrischer Therapie vor allem auch psychisch leicht gebessert. Bezüglich der körperlichen Beschwerden sei eher eine Verschlechterung eingetreten (
lit
. C.7).
5.5
Am 3
0.
Oktober 2010
(
Urk.
10/88)
berichtete
Dr.
D._
,
es gebe eine gewisse Stabilisierung auf niedrigem Niveau. Die wesentlichen Stressoren seien ausge
schaltet worden, doch blieben immer noch viele Momente der Behelligung vor
handen. Der Beschwerdeführer sei oft gedrückter Stimmung, immer wieder stehe er unter Angst und unter zusätzlichen emotionalen Belastungen, aber auch Anstrengungen brächten immer wieder Symptomverstärkungen mit sich (S.
3 unten). Die Aufnahme einer Arbeitstätigkeit stehe heute weiterhin ausserhalb
jegli
cher Möglichkeit. Es bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit zwischen 80
%
und 90
%
für die angestammte
und auch für
etwelche
behinderungs
an
gepasste
Tätigkeiten (S. 4 oben).
Diagnostisch l
iege eine Störung mit chroni
scher De
pression (ICD-10 F33.8) und Angst (ICD-10 F41.3) vor (
Urk.
10/89).
5.6
In ihrer Stellungnahme vom 9./1
0.
November 2010 (
Urk.
10/90 S. 3) führte
Dr.
med. F._
, Fachärztin für Allgemeine
Innere
Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (R
AD
) der Beschwerdegegnerin
, aus,
als massgebliche psycho
pathologische Befunde nenne
Dr.
D._
Ängste, eine psychomotorische Ver
langsamung, Gedankendrehen, eine gedrückte Stimmung,
Konzentrationsprob
leme
und Gedächtnisstörungen unter Belastung.
Weiter
berichte er von einer Symptomverstärkung bei emotionaler aber auch körperlicher Belastung und von vegetativen Dysfunktionen. A
us versicherungsmedizinischer Sicht sei gesamt
haft aufgrund der dargestellten Befunde in den Berichten keine massgebliche Verbesserung mit Tangierung der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar. Der psy
chische Gesundheitszustand sei als
chronifiziert
zu beurteilen, die Prognose betreffend Wiedererlangen einer rententangierenden Arbeitsfähigkeit sehr ver
hal
ten zu stellen.
6.
6.1
Im Rahmen der im Jahr 2012 eingeleiteten Rentenrevision
(
Urk.
10/92)
ergingen im Wesentlichen folgend
e
Berichte:
6.2
Im von ihm am 2
2.
November 2012 ausgefüllten Revisionsfragebogen nannte
Dr.
D._
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine depres
sive Störung (ICD-10 F38.8), ein
Somatisierungssyndrom
(ICD-10 F45.30) und Rückenschmerzen (
Urk.
10/92 S. 3
Ziff.
5.4).
6.3
In ihrer Stellungnahme vom
4.
Dezember 2012 (
Urk.
10/129 S. 2 f.) führte RAD-Ärztin
Dr.
F._
aus,
bei der letzten Beurteilung im November 2010 (vgl. vor
stehend E.
5.6) hätten bei der auch für eine angepasste Tätigkeit attestierten Arbeitsunfähigkeit von 80
%
bis 90
%
eine chronische Depression und Angst im
Vordergrund gestanden. E
ine erneute Revision sei vom RAD vorgeschlagen worden,
weil damals noch unklar gewesen sei, ob im Rahmen der IVG-Revision 6a e
ine Eingliederung und Beur
teilung in der Gegenwart ohne Notwendigkeit einer ausgewiesenen Verbesserung möglich sein werde. Nu
n w
ü
rde
n
im
Revi
sionsfragebogen
weiterhin eine depressive Störung und eine
Somatisierungs
störung
sowie eine Rückenproblematik ausgewiesen und die Arbeitsfähigkeit als
nicht umsetzbar beurteilt.
Allenfalls sei eine Begutachtung in Erwägung zu ziehen.
6.
4
A
m 1
3.
März 2013 (
Urk.
10/106)
berichtete
Dr.
D._
,
die Befunde, Diagnosen und Schlussfolgerungen seien im Vergleich zu seinem letzten Bericht vom Oktober 2010 (vorstehend E.
5.5) im
Wesentlichen unverändert. Es sei leider kein therapeutischer Fortschritt erfolgt, der die Arbeitsfähigkeit entscheidend hätte anheben können, vielmehr hätten sich die Auslöser für Angstanfälle lang
sam ausgeweitet (S.
1 Mitte).
Dr.
D._
diagnostizierte ein Paniksyndrom teils
mit phobischem Einschlag (ICD-10 F41.0), eine
chronifizierte
reaktive depressi
ve
Störung derzeit mittlerer Schwere (ICD-10 F39) und eine
Somatisierungsstörung
im Herzbereich (ICD-10 F45.30; S. 5 Mitte). Die Aufnahme einer Arbeitsfähig
keit stehe heute weiterhin ausserhalb jeglicher Möglichkeit.
Sowohl für die an
gestammte als auch für
etwelche
behinderungsangepasste Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsunfähigkeit zwischen 85
%
und 95
%
(S. 6).
6.
5
Am 1
7.
September 2013 erstatteten die Ärzte des
A._
ein
polydisziplinäres (
all
ge
meininternistisches
, psychiatrisches, orthopädisches)
Gutachten im Auftrag der
Beschwerdegegnerin (
Urk.
10/115)
. Die Gutachter nannten folgende Diag
nosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 22
Ziff.
5.1):
chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom unter lumbaler Betonung ohne Hinweis für
radikuläre
Symptomatik
radiologisch altersentsprechender Befund an LWS,
Iliosakralgelenk
en
und Hüftgelenken beidseits (Röntgen vom
3.
Juli 2013)
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), eine arterielle Hypertonie, Übergewicht, einen Verdacht auf eine Reizdarmsymptomatik sowie eine
Thalassämia
minor
(S. 22
Ziff.
5.2)
.
Die Gutachter führten aus, aus orthopädischer Sicht könnten die vom Beschwer
deführer beklagten Beschwerden weder durch die klinischen noch die radio
logischen Befunde nachvollzogen werden. Begründbar sei einzig ein gewisser
Lei
densdruck
bei Fehlhaltung im Sinne eines Rundrückens, keinesfalls aber die übrigen geschilderten Beschwerden. Körperlich schwere und somit auch die an
gestammte Tätigkeit könnten dem Beschwerdeführer bleibend nicht mehr zuge
mutet werden. Demgegenüber bestehe für körperlich leichte bis mittelschwer belastende Tätigkeiten eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit
von 100
%
. Aus
all
gemeininternistischer
Sicht könne dem Beschwerdeführer zugemutet werden, weiterhin einer seinen orthopädischen Einschränkungen entsprechenden Tätig
keit ganztags uneingeschränkt nachzugehen. Die aus psychiatrischer Sicht zu erhebende Panikstörung sei eher
leichtgradig
ausgeprägt und führe zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 10
%
(S. 23 oben).
Die zusätzlich diag
nostizierte chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fak
toren führe zu keiner zusätzlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Es könne dem Beschwerdeführer trotz der geklagten Beschwerden zugemutet werden,
einer seinen körperlichen Einschränkungen angepassten Tätigkeit ganztags nach
zugehen.
Zusammenfassend könnten dem Beschwerdeführer körperlich schwere Tätigkeiten und somit auch die angestammte Tätigkeit bleibend nicht mehr zu
gemutet werden. Für eine körperlich leichte bis mittelschwer belastende Tätig
keit bestehe eine vollschichtig realisierbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 90
%
(S. 23 Mitte).
Eine volle Arbeitsunfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer anderen körperlich schweren Tätigkeit bestehe seit der Rentenzusprechung. Der Beschwerdeführer habe zunächst eine halbe, später eine ganze Rente aufgrund einer chronischen Schmerzstörung und einer Depression erhalten. Die Depres
sion, welche früher offenbar als erhebliche psychiatrische Komorbidität einge
stuft worden sei, sei heute nicht mehr nachweisbar. Eine erhebliche psychia
trische Komorbidität liege heute nicht mehr vor, so dass aufgrund der aktuell
diagnostizierten Persönlichkeitsstörung lediglich eine Einschränkung der Ar
beits
fähigkeit von 10
%
attestiert werden könne. Daher bestehe spätestens ab Datum der Untersuchung eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 90
%
in je
der körperlich leichten bis mittelschwer belastenden Tätigkeit (S. 23
Ziff.
6.3). Die Prognose bezüglich Reintegration sei aufgrund der ausgeprägten subjekti
ven Krankheitsüberzeugung des Beschwerdeführers sowie angesichts der durch die frühe Rentenzusprechung bedingte langjährige Desintegration aus dem Ar
beits
prozess als sehr ungünstig zu bezeichnen (S. 24
Ziff.
6.8).
6
.
6
In ihrer Stellungnahme vom 2
1.
September 2013
(
Urk.
10/129 S. 5
)
sprach sich
RAD
-Ärztin
Dr.
F._
für ein Abstellen auf das
A._
-Gutachten aus.
Eine chro
nische Schmerzstörung sei - wie anlässlich der initialen
Rentenzusprache
- weiterhin ausgewiesen. Damals wie heute werde die angestammte Tätigkeit aufgrund der somatischen Diagnosen als nicht mehr zumutbar beurteilt, für ange
passte Tätigkeiten werde aus somatischer Sicht - wie auch schon früher - von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
ausgegangen.
Das Vorliegen einer
De
pression werde heute
verneint
.
Eine chronische Schmerzstörung werde aber weiterhin ausgewiesen und neu eine Panikstörung genannt, welche die Ar
beits
fähigkeit um 10
%
mindere.
7
.
7
.1
Anders
als
noch
im Vorbescheid vom
3.
Februar 2014 (
Urk.
10/131) ging die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung gestützt auf die Stellung
nahme ihres Rechtsdienstes vom 2
1.
Oktober 2014 (
Urk.
10/142 S. 2 f.) von
einem unveränderten Gesundheitszustand aus
un
d verneinte das Vorliegen
eines
Revisions- und
eines Wiedererwägungsgrundes
(
Urk.
2 S. 2 Mitte
).
7
.2
Gestützt auf die medizinischen Akten
(vorstehend E. 3-6)
ausgewiesen ist, dass dem Beschwerdeführer
aus somatischer Sicht
körperlich schwere Tätigkeiten und damit auch die angestammte Tätigkeit als
Bauisoleur
seit der erstmaligen
Rentenzusprache
im Jahr 1998 nicht mehr zumutbar
sind
.
Bei der
Zusprache
der halben Rente im
Jahr 1998
wurde gestützt auf das Gutachten der Ärzte der Psychiatrischen Poliklinik des
B._
(vorstehend E. 3.2) davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer aufgrund einer
somatoformen
Schmerzstörung
auch
in
lei
densangepassten
Tätigkeiten eine 50%ige Einschränkung in der Arbeits
fähig
keit erfahre. Die im Jahr 2001 verfügte Erhöhung auf eine ganze Rente erfolgte
so
dann
in der Annahme, der psychische Gesundheitszustand des Beschwerde
füh
rers habe sich verschlechtert (vgl. vorstehend E. 4.4)
, dies im Wesentlichen ge
stützt auf den Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
D._
vom Dezember 2000 (vorstehend E.
4.2), in welchem dieser dem Beschwerdeführer bei diagnos
tizierter depressiver Entwicklung
beziehungsweise
differentialdiag
nos
tisch
so
matoformer
Störung
eine 80%ige bis 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch für
be
hinderungsangepasste
Tätigkeiten attestiert hatte.
7.3
Im Rahmen der im August 2010 eingeleiteten Rentenrevision (
Urk.
10/83) hat die
Beschwerdegegnerin den
Rentenanspruch
des Beschwerdeführers
letztmals
materiell überprüft
, indem sie sowohl einen Bericht des Hausarztes
Dr.
E._
(vorstehend E. 5.4) als auch
einen Bericht
des behandelnden Psychiaters
Dr.
D._
(vorstehend E. 5.5) einholte und die medizinischen Akten
ihrem
RAD
unterbreitete
(
vorstehend E.
5.6)
.
Die Mitteilung vom 1
7.
November 2010
(
Urk.
10/91)
,
mit welcher
die Beschwerdegegnerin
einen unveränderten Renten
anspruch bestätigte, ist
in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt
einer (or
dent
lichen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen
(vgl. vorstehend E.
1.1)
. Zur
Prüfung der Frage einer revisionsrechtlich relevanten Veränderung des G
esund
heits
zustands
sind in zeitlicher Hinsicht
demnach
die Verhältnisse, wie sie sich im Zeitpunkt der Mittelung vom
1
7.
November 2010
präsentierten, mit den Verhältnissen im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung
vom 2
8.
Okto
ber 2014
zu vergleichen.
7.4
Aufgrund der i
m Jahr 2010 ergangenen Berichte
von
Dr.
E._
(vorste
hend E.
5.4) und
Dr.
D._
(vorstehend E. 5.5) ist davon auszugehen, dass bei der eine ganze Rente bestätigenden Mitteilung vom 1
7.
November 2010 weiter
hin der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Vordergrund stand, was sich nicht zuletzt
auch
aus der Stellungnahme
von RAD-Ärztin
Dr.
F._
vom
November 2010
(vorstehend E. 5.6)
ergibt, in welcher diese den
psychischen Gesundheitszustand
vor dem Hintergrund des Berichts von
Dr.
D._
als
chronifiziert
bezeic
hnet
und eine sehr v
erhaltene Prognose be
treffend
die
W
i
e
dererlangung einer rententangierenden Arbeitsfähigkeit
ge
s
tellt hatte
.
7.5
In seinem Bericht vom
März 2013
(vorstehend E. 6.4)
bezeichnete
Dr.
D._
den psychischen Gesundheitszustand
und die Arbeitsunfähigkeit
des Beschwer
deführers
als
im Wesentlichen unverändert. Die
von ihm
im Bericht vom
März 2013
genannten Diagnosen (Paniksyndrom mit teils phobischem Einschlag,
chro
ni
fizierte
reaktive depressive Störung derzeit mittlerer Schwere,
Somatisie
rungsstörung
im Herzbereich)
s
ind zwar nicht identisch mit den
von ihm
im
Be
richt vom
Oktober 2010
(vorstehend E. 5.5)
genannten Diagnosen (Störung mit chronischer Depression und Angst),
aber doch vergleichbar.
Sodann be
richtete
Dr.
D._
im März 2013
weiterhin von Ängsten,
einer gedrückten S
timmung
,
vegetativen Dysfunktionen, einer Einengung der Konzentration, des Auffassungs
vermögens und der Adaptionsfähigkeit, von Grübeln, psychomoto
rischer Ver
lang
samung und Gedankendrehen (
Urk.
10/106 S. 4 f.) und damit - wie er auch selber ausführte - von einer nicht wesentlich veränderten
Befund
lage
im Ver
gleich zum Jahr 2010 (vgl.
Urk.
10/88 S. 3 f. sowie vorstehend E. 5.6).
7.6
Der
am
A._
-Gutachten beteiligte
Psychiater
führte aus, die von
Dr.
D._
im Bericht vom März 2013
(vorstehend E. 6.4)
attestierte Arbeitsunfähigkeit zwi
schen 85
%
und 95
%
könne in keiner Art und Weise nachvollzogen werden. Die Panikattacken des Beschwerdeführers seien sehr
geringgradig
ausgeprägt. Die gelegentlich auftretenden depressiven Verstimmungen seien im Rahmen der chronischen Schmerzstörung - an welcher der Beschwerdeführer seit
Zusprache
der Rente unverändert leide (vgl.
Urk.
10/115 S. 16
Ziff.
4.1.6) - zu sehen; eine eigentliche depressive Störung liege nicht vor. Es liege auch keine
Somatisie
rungstörung
vor
; die Herzsensationen hingen zusammen mit der Panikstörung
(
Urk.
10/115 S. 16
Ziff.
4.1.8).
Aus diesen Ausführungen erhellt, dass der psychiatrische
A._
-Gutachter die von
Dr.
D._
beschriebenen gesundheitlichen Störungen grundsätzlich nicht in Frage stellte, sie aber diagnostisch anders einordnete und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit anders beurteilte als
Dr.
D._
.
Dass sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers seit dem Jahr 2010 wesentlich verändert
hätte
, ist dem
A._
-Gutachten nicht zu entnehmen. Allein die Tatsache, dass im
A._
-Gutachten das Vorliegen einer (eigentlichen) Depression verneint wurde
(vgl. vorstehend E. 6.5)
, lässt nicht auf einen verbesserten Gesundheitszustand schliessen,
zumal die von
Dr.
D._
beschriebenen Befunde mit unter anderem
gedrückte
r
Stimmung vereinbar schein
en
mit den vom psychiatrischen
A._
-Gut
achter
festgestellten
depressiven Verstimmungen.
Damit ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in der ange
foch
te
nen Verfügung den Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers
als unverän
der
t bezeichnete und das Vorliegen eines Revisionsgrundes verneinte.
7.7
Nicht zu beanstanden ist auch, dass die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines
Wiedererwägungsgrundes
im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG
verneinte, nach
dem die
Rentenzusprache
nicht als zweifellos unrichtig bezeichnet werden kan
n.
8
.
8.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete die Aufhebung
der Rente damit, dass der Beschwerdeführer
im Rahmen der gestützt auf
Art.
8a IVG eingeleiteten
ein
gliederungsorientierten
Rentenrevision
(vgl. dazu vorstehend E. 1.2) seine
Mit
wir
kungspflicht
verletzt habe, weshalb
gestützt auf
Art.
22
Abs.
4 ATSG
die Mög
lichkeit einer Leistungskürzung oder Leistungsverweigerung bestehe (
Urk.
2 S. 2 f.).
8.2
Wie bereits erwähnt (vorstehend E.
1.3
), werden Renten gemäs
s
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG, die bei
pathogenetisch
-ätiologisc
h unklaren
syndromalen
Beschwer
debildern
ohne nachweisbare organische Gru
ndlage gesprochen wurden, inner
halb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach
Art.
7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzun
gen einer ordentlichen
Rentenre
vision
nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind.
Dabei sieht
lit
. a
Abs.
4
SchlB
IVG vor, dass
Abs.
1 dieser Bestimmung keine Anwendung findet auf Personen, die im Zeitpun
kt des Inkrafttretens dieser Änderung das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet wird, seit mehr als 15
Jahren eine Rente der Invaliden
versicherung beziehen.
Nach der Botschaft des Bundesrates werden
mit einer solchen
Besitzstands
ga
rantie
die Gesichtspunkte der Rechtssicherhei
t und des Vertrauensschutzes be
rücksichtigt, weil eine Wiedereingliederung
in diesen Fällen faktisch ausge
schlossen sein dürfte (
BBl
2010 1912).
8
.3
Nach der Rechtsprechung (BGE 139 V 442 E. 5.1)
sieht der Gesetzestext von
lit
. a
Abs.
4
SchlB
IVG einen kategorischen Ausschluss derjenigen Personen von der Überprüfu
ng von Renten im Sinne von
Abs.
1 dieser Bestimmung vor, die über 15 Jahre Renten
leistungen bezogen oder das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt haben. Aus diesem Umstand allein ist zu
schlie
ssen, dass allfällige
Wieder
eingliederungs
versuche
faktisch zwecklos sind. Weitere Anforderungen an die
Ein
gliederungsunwirksamkeit
, insbesondere ein vollständiges Fernbleiben vom
Arbeitsmarkt über den gesamten Zeitraum, wer
den nicht gestellt. Als
einglie
de
rungsunwirksam
wird vom Gesetzgeber somit offenbar nicht nur der Versuch ge
wertet, jemanden nach 15 Jahren vollständigen Aussche
idens aus dem Ar
beits
prozess wieder einzugliedern, sondern auch jener, bei teilweiser Absenz das Pensum nach eben dieser Dauer wieder aufzustocken.
8
.4
Die
Zusprache
einer Rente mit Wirkung ab Januar 1997 (Urk. 10/45) erfolgte
aufgrund der damals diagnostizierten
somatoformen
Schmerzstörung (vorsteh
end
E. 3.2 und 3.3). Dies würde an sich die Anspruchsprüfung gemäss
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG rechtfertigen. Im Zeitpunkt der Anspruchsprüfung nach Eingang des Revisionsfragebogens vom Dezember 2012 (Urk. 10/92) dauerte der
Renten
be
zug
jedoch bereits annähernd 16 Jahre. Damit kommt Abs. 4 von
lit
. a
SchlB
IVG zum Zuge, wonach Abs. 1 - und damit die Prüfung und allfällige Aufheb
ung der Rente ohne Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG - keine Anwen
dung findet.
Somit ist eine Rentenaufhebung auch unter dem Titel der IV-Revision 6a nicht zulässig.
8.5
Indem die Beschwerdegegnerin die Rentenaufhebung mit einer Verletzung der Mitwirkungspflicht im Rahmen der
eingeleiteten
eingliederungsorientierten Rentenrevision begründete, wird die in
lit
. a
Abs.
4
SchlB
IVG vorgesehene
Be
sitzstandgarantie
unterlaufen, welche
- wie dargelegt - gerade
dem Umstand Rechnung trägt, dass Wiedereingliederungsversuche nach so langer Zeit des Rentenbezugs faktisch zwecklos sind (vgl. vorstehend E.
8.2-3).
Demzufolge
ist die Rentenaufhebung nicht gerechtfertigt und
hat der Beschwer
deführer weiter
hin Anspruch auf eine
ganze Rente.
Die Beschwerde ist damit gutzuheissen.
9
.
9
.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes übe
r die Inva
lidenversicherung (
IVG)
sind a
uf
Fr.
800.--
festzusetzen und
ausgangsge
mäss
der
Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
9
.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Mit am
1
2.
Februar 2016
(
Urk.
17)
eingereicht
er Honorarnote (
Urk.
18/3)
machte
der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers,
Rechtsanw
alt Beat Wachter,
einen Aufwand von
zehn
Stunden und 21 Minuten
gelten
d
, was an
gemessen
erscheint
. Unter Berücksichtigung des
gerichtsü
blichen
Stundenansat
zes
von
Fr.
200.-- für
Aufwendungen
bis
Ende 2014 und von
Fr.
220.-- für
Aufwendungen
ab Januar 2015
(inklusive Aufwand für die Urteilslektüre)
ist
die Prozessentschädigung
auf
Fr.
2‘
5
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer) festzusetzen und
ausgangsgemäss
von der Beschwerdegegnerin zu be
zahlen.
Soweit Rechtsanwalt Beat Wachter geltend machte, bei der Bemes
sung
der
Parteientschädigung
im Beschwerdeverfahren
sei
der im
Verwaltungs
verfahren
erfolgte, von der Beschwerdegegnerin jedoch nur zum Tei
l entschä
digte (vgl.
Urk.
18/1),
Aufwand für Aktenstudium und Aufnahme von Instrukti
onen
mit
zuberücksichtigen
, da dieser Aufwand entsprechende Bemühungen im
Be
schwer
de
verfahren
unnötig gemacht habe (
Urk.
17), ist festzuhalten, dass für die Ent
schädigung im Rahmen des gerichtlichen Beschwerdeverfahrens nur jene Aufwendungen berücksichtigt werden können, welche ab dem Zeitpunkt der
Beschwer
deerhebu
ng
tatsächlich angefallen sind. Die Verfügung der
Be
schwer
degegnerin
vom 1
6.
Dezember 2014 betreffend
die
Festsetzung der Entschädi
gung des unentgeltlichen Rechtsvertreters im Verwaltungsverfahren
(
Urk.
18/1)
ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen und im vorliegenden
Beschwerde
verfahren
besteht kein Raum für eine Entschädigung von im
Verwaltungsver
fahren
(allenfalls zu Unrecht) unberüc
ksichtigt gebliebenem
Aufwand.