Decision ID: 43f8a26a-0c04-5f9d-9677-ce35b0212bdf
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963, ist Mutter zweier erwachsener Kinder (Urk. 6/14 Ziff. 3.1). Am 14. September 2005 meldete sie sich unter Hinweis auf seit 2003 bestehende Depressionen mit Schmerzen bei der Invalidenversicherung zum erstmaligen Leistungsbezug an (Urk. 6/1).
Mit Verfügung vom 10. Januar 2006 verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen
Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung
(Urk. 6/11).
1.2
Nach einer Phase der Arbeitslosigkeit und Einsätzen in der Reinigungsbranche (vgl.
Auszug aus dem individuellen Konto,
Urk. 6/22) war die Versicherte seit 9. Januar 2008 bei der
Y._
AG als Reinigungsmitarbeiterin in einem Pensum von zirka 24 % tätig,
als
sie
ab dem
23. Januar 2012 krankge
schrieben wurde (Urk. 6/26 Ziff. 2.8,
Ziff.
2.14).
Am 24. Mai 2012 meldete sie sich wegen psychischen Beschwerden erneut bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug
an (Urk. 6/14 Ziff. 6.2, Ziff. 11).
Die IV-Stelle klärte die medizi
nische (Urk. 6/20-21
, Urk. 6/27
, Urk. 6/35
), erwerbliche (Urk. 6/22
, Urk. 6/26
) und familiäre (Trennung von ihrem Ehemann seit 1. Juni 2011, vgl. Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren des Bezirksgerichts
Z._
vom 30. April 2012 betreffend Eheschutz, Urk. 6/24) Situation ab, zog die Akten der Krankentaggeldversicherung der Versicherten bei (Urk. 6/17)
und
verneinte einen Anspruch auf Unterstützung
zum
Erhalt des
Arbeitsplatzes (Urk. 6/30).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/38-40) verneinte die IV
Stelle mit Verfügung vom 7. Juni 2013 einen Rentenanspruch (Urk. 6/42 = Urk. 2).
2.
2.1
Die Versicherte erhob am 25. Juni 2013 Beschwerde gegen die Verfügung vom 7. Juni 2013
(Urk. 2)
und beantragte sinngemäss die Zusprechung einer Rente (Urk. 1). Ferner reichte sie diverse Arbeitsunfähigkeitszeugnisse (Urk. 3/1-15) ein.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 22. August 2013 (Urk. 5) die Abweisung der Beschwerde.
2.2
Mit
Gerichtsv
erfügung vom 21. November 2013
(Urk. 7) wurde ein medizini
scher Bericht eingeholt (Urk. 10) und dieser den Parteien am 14. Januar 2014 zur Stellungnahme unterbreitet (Urk. 11).
Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 22. Januar 2014 auf eine Stellungnahme
(Urk. 13),
die Beschwerdeführerin liess sich am 28. Januar 2014 vernehmen (Urk. 14).
Mit Gerichtsverfügung vom 30. Januar 2014 wurde antragsgemäss (vgl.
Urk.
17/1) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und den Parteien die vorgenannten
Parteie
ingaben zugstellt (Urk. 15).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Ein
schränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Auf
bietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hin
weisen).
1
.
3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
Be
i
ungenügenden Abklärungen
durch den Versicherungsträger holt
die Beschwer
deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein
, wenn sie einen (im
Verwaltungs
verfahren
anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gut
achtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine
Administrativ
expertise
in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der -
anschliessend
refor
matorisch entscheidenden - Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. E
ine Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstel
lung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid damit, dass ihre Abklärun
gen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin von Januar bis Juli 2012 ergeben hätten.
Seit dem Juli 2012
bestehe wieder eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit, womit keine voraussichtlich bleibende oder über längere Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit vorliege (Urk. 2 S. 1).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, sie sei seit Januar 2012 durchgehend arbeitsunfähig (Urk. 1 S. 1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob ein
(
psychischer
)
Gesundheitsschaden ausgewiesen ist, welcher Anspruch auf eine Invalidenrente verleiht.
3.
3.1
Vom 23. Januar bis 22. März 2012 stand die Beschwerdeführerin in stationärer psychiatrischer Behandlung im
A._
, Privatklinik für Psy
chiatrie und Psychotherapie. Mit Bericht vom 8. Mai 2012 (Urk. 6/17/3-5) nannten die dort behandelnden Ärzte als Diagnose eine rezidivierende depres
sive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.1)
,
und berichteten von
regredienten
depressiven Symptomen (Ziff. 1, Ziff. 6). Ausserdem wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin zur weiteren Stabilisierung am 26. März 2012 in die Tagesklinik
B._
einge
treten sei (Ziff. 6).
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
,
diagnosti
zierte in seinem Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 5. Juni 2012 (Urk. 6/20/6-7) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit depressive Episoden mit Angst und somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11). Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er ein Asthma bronchiale und
eine
Rhinokonjunctivitis
pollinosa
, ein funktionelles laryngeales
Globus
gefühl
, einen solitären Schilddrüsenknoten rechts, einen Lagerungsschwindel rechts, eine Hypertonie, eine Ad
i
positas, einen Eisenmangel, ein
Epicondylopa
thia
humeri
, eine
Metatarsalgie
links sowie eine
Gonarthrose
beidseit
ig
(S. 1
lit
. A).
Er führte aus, die Beschwerdeführerin leide unter depressiven Episoden mit multiplen somatischen Beschwerden und verwies auf die beigelegten medi
zinischen Berichte (S. 2
lit
. D; vgl. Urk. 6/20/8
16)
.
3.3
Im Austrittsbericht der
D._
vom 5. Juli 2012 (Urk. 6/27/8-10)
berichteten die Ärzte über die Behand
lung der Beschwerdeführerin in der Tagesklinik vom 26. März bis 26. Juni 201
2.
Sie diagnostizierten Anpassungsstörungen sowie eine längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21) und hielten fest, dass die Beschwerdeführerin die Weiterführung der ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behand
lung wünsche (S. 1, S. 3).
3.4
Dr.
med.
E._
,
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin sowie psycho
soma
tische und psychosoziale Medizin, berichtete am 25. Juli 2012 über den
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin (Urk. 6/27/1-7). Sie nannte mehr
heitlich die gleichen Diagnosen wie Dr.
C._
(vgl. vorstehend E. 3.2)
,
ergänzt um eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.21), einen solitären
Schild
drüsenknoten
rechts und Uterusmyome (Ziff. 1.1).
Der Beschwerdeführe
rin attestierte sie eine vollständige Arbeitsfähigkeit als Reinigungskraft (
Ziff.
1.6) und erachtete zwei Stunden tägliche Reinigungsarbeiten als gut mög
lich (Ziff. 1.7).
3.5
Mit Verlaufsbericht vom 24. Januar 2013 (Urk. 6/35/1-5) nannte
Dr.
E._
(vgl. vor
stehend E. 3.4) als Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
r
ezidivierende depressive Störung, mittelgradig mit somatischem Syn
drom (ICD-10 F33.11)
Eisenmangelanämie
Asthma bronchiale
Rhinokonjunktivitis
pollino
sa
Gonarthrose
beidseitig
Sie führte aus, es habe eine delegierte Psychotherapie durch
Fachpsychologe
F._
vom 2
4.
Mai bis 6. Dezember 2012 in ihrer Praxis stattgefunden. Nach anfänglicher leichter Symptomverbesserung sei eine Stagnation in der Psycho
therapie erfolgt, weshalb mangels dauerhafter Verbesserung die psychothera
peutische Behandlung beendet worden sei. Aufgrund der bisherigen Erfahrung mit der Beschwerdeführerin sei von einer ungünstigen Prognose auszugehen (Ziff. 1.4). Betreffend Arbeitsfähigkeit sei es der Beschwerdeführerin zumutbar, täglich bis zu zwei Stunden als Raumpflegerin zu arbeiten (Ziff. 1.7).
3.6
In seiner Stellungnahme vom 31. Januar 2013 (Urk. 6/36/3-4) führte Dr. med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Hämatologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) aus, durch die Depression hätten Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen, Angst, innere Unruhe und körperliche Schmerzsymptome bestanden, wodurch jegliche Tätig
keiten in der freien Wirtschaft (in wechselhaftem Ausmass) beeinträchtigt gewesen seien. Bezüglich der übrigen Diagnosen lägen nach Aktenlage keine weiteren beruflich relevanten Einschränkungen vor. Seit spätestens 25. Juli 2012 bestehe jedoch keine Arbeitsunfähigkeit mehr, mithin sei die Beschwer
deführerin im bisherigen Pensum in der bisherigen Tätigkeit vollständig arbeitsfähig.
3.7
Auf Aufforderung des Gerichts erstatteten die Ärzte des
H._
am 7. Januar 2014 ihren schriftlichen Bericht (Urk. 10). Sie stellten die folgenden Diagnosen (
Ziff.
2.2b):
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
Lagerungsschwindel
Gonarthrose
beidseits
Asthma bronchiale und
Rhinokonjunktivitis
pollinosa
solitärer Schilddrüsenknoten rechts
Eisenmangelanämie
Adipositas
Sie führten aus, die Beschwerdeführerin stehe seit dem 11. Dezember 2012 bei ihnen in Behandlung
(Ziff. 2.2a). Die wöchentliche Einzeltherapie habe zu einer Entlastung geführt. Schmerzen, Asthma, Schwindel seien aber gleich geblieben, auch die Physiotherapie habe diese Situation bisher nicht ändern können (Ziff. 2.2c). Die Beschwerdeführerin sei seit Februar 2012 bis heute vollständig arbeitsunfähig. Primär verantwortlich für die Arbeitsunfähigkeit sei die Depres
sion mit der damit einhergehenden Erschöpfung. Die Beschwerdeführerin sei auch für angepasste Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig. Im Haushalt bestehe eine zirka 60%ige Arbeitsunfähigkeit, da die Beschwerdeführerin nur wenig und verlangsamt mithelfen könne (Ziff. 2.2d).
4.
4.1
Aus den
medizinischen Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin vom
23. Januar bis 22. März 2012 stationär im
A._
weilte, hernach vom 26. März bis 26. Juni 2012 in
der
Tagesklinik der
D._
behandelt wurde
und seit 11. Dezember 2012
bei
den Ärzten des
H._
i
n
wöchentliche
r
Einzeltherapie
steht
.
Nebst untergeordneten somatischen Störungen
diagnostizierten die behandeln
den Ärzte und Psychologen eine rezidivierende depressive Störung und bezeichneten sie als mittelgradig ausgeprägt.
Seit
Februar 2012 attestierten sie der Beschwerdeführeri
n eine volle Arbeitsunfähigkeit (vgl. vorstehend E. 3.7).
4.2
Vor dem Hintergrund der medizinischen Aktenlage ist bei der Beschwerdeführe
rin seit
Januar 2012 vom Vorliegen einer psychischen Störung auszugehen, welche sich in erheblichem Masse auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt.
Zwar
kommt
der mittelgradigen depressiven Symptomatik, welche bei der Beschwer
deführerin festgestellt und diagnostiziert wurde, in der Regel keine invalidi
sierende Wirkung zu
,
soweit
es sich dabei
lediglich
um die Begleiterscheinung einer Schmerzkrankheit handelt
e
(vgl. in Bezug auf mittelgradige depressive Episoden Urteil des Bundesgerichts 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012
E. 4.2.2.1)
und nicht
um ein selbständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden (Urteil des Bundesgerichts 9C_869/2011 vom 18. April 2012 E. 4.5). Fehlt es daran, ist nach der Rechtsprechung in der Regel keine invalidi
sierende Wirkung des Gesundheitsschadens anzunehmen (BGE 137 V 64).
Vor
liegend äusserten die Ärzte des
H._
in ihrem Bericht vom 7. Januar 2014 klar, dass primär für die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin die Depression verantwortlich sei (vgl. vorstehend E. 3.7)
und
somit
nicht eine
Schmerzerkrankung
, weshalb die
von der
Beschwerdegeg
nerin
in ihrer Vernehmlassung vom 22. August 2013 zitierte bundesgerichtliche Rechtsprechung
(Urk. 5 S. 2
lit
. a)
auf den vorliegenden medizinischen Sachver
halt
bezogen
nicht einschlägig ist.
Gleich verhält es sich mit der Prüfung der Kriterien analog der Rechtsprechung
betreffend
somatoforme
Schmerzstörun
gen
.
4.3
Nicht
nachvollziehbar ist die
medizinische Beurteilung der behandelnden Ärztin und des Psychologen
der
D._
(vgl. vorstehend E.
3.3
)
, welche
bei
der Beschwer
deführerin Anpassungsstörungen und eine längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21) diagnostizierten. Letztere setzt einen depressiven Zustand als Reaktion auf eine länger anhaltende Belastungssituation voraus, welcher aber nicht länger als zwei Jahre dauert (
Dilling
,
Mombour
, Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen
, ICD-10 Kapitel V [F], 9. Aufl., 2014, S. 210)
. Vorliegend bestand die depressive Entwicklung
jedoch
bereits
seit 2003 (vgl. Feststellungsblatt für den Beschluss vom 10. Januar 2006, Urk. 6/10/2), mithin dauerten die Symptome schon
deutlich
länger als zwei Jahre. Ausserdem fehlt
im
Austrittsbericht
der
D._
die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, weshalb
dieses Dokument
auch aus dies
em Grund für die Beantwortung der zentralen Frage der gesundheitsbedingten Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
(vgl. vorstehend E. 1.4)
un
tauglich ist
.
4.4
Soweit die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Berichte von Dr.
E._
(vgl. vorste
hend E. 3.4-5) von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin ausgeht (Urk. 2 S. 1), ist ihr entgegenzuhalten, dass Dr.
E._
nur in Bezug auf das Arbeitspensum als Reinigungskraft von zirka 24 %
(täglich bis zu zwei Stunden)
eine volle Arbeitsunf
ähigkeit
als gegeben
erachtete.
Von
einer weitergehenden Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein Vollzeitpensum
oder
in einer
Verweistätigkeit
sagte sie aber gerade nichts
, sondern berichtete stattdessen von einer Stagnation
, von fehlender dauerhafter Verbesserung
und stellte
zudem
eine ungünstige Prognose
(vgl. vorstehend E. 3.5).
Hinzu kommt, dass
der
vom Gericht nachträglich eingeholte
medizin
ische
Bericht de
s
H._
(vgl. vorstehend E. 3.7)
dem RAD der Beschwerdegegnerin nicht zur Stellungnahme vorgelegt wurde
.
Ebenfalls sind keine Hinweise dafür vorhanden, dass die Beschwerdegegnerin anderwei
tige medizinische Abklärungen getätigt hätte.
Schliesslich
hat die Beschwerdegegnerin auch die Statusfrage
(vgl. vorstehend E. 1.3)
nicht geklärt. Dem Arbeitgeberbericht vom 7. Juni 2012 lässt sich ent
nehmen, dass die Beschwerdeführerin
vom
9. Januar 2008
bis zu ihrer Krank
schreibung am 23. Januar 2012
als Reinigungskraft
lediglich
in einem Pensum von zirka 24 %
tätig war
(
Urk. 6/26
Ziff. 2.8) und
zudem
seit Juni 2011 von ihrem Ehemann getrennt
lebt
(vgl. Urk. 6/24).
Je nach Ergebnis wäre
gegebe
nenfalls
dann
auch eine Abklärung der Einschränkung im Haushalt (
Haus
haltabklärung
) notwendig.
4.
5
Zusammenfassend
lässt sich nicht mit dem Grad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit sagen, dass bei der Beschwerdeführerin kein
invalidenversi
che
rungsrechtlich
relevanter Gesundheitsschaden vorliegt. Ob ein solcher vor
liegt und
ob
er sich leistungsbegründend
auswirkt, wird die Beschwerdegegnerin zu prüfen haben.
Die Sache ist deshalb an diese zurückzuweisen, damit sie die erforderlichen Abklärungen treffe und hernach über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.
5.
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.