Decision ID: eb92acae-0b84-4de5-899d-d166514eaeff
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
I. Sachverhalt:
1. A._ (nachfolgend A._), Jahrgang E._, ist eines von vier
Kindern von B._. A._ besuchte seit der 2. Klasse die
Primarschule an ihrem Wohnort in F._. Aufgrund einer
Belastungsstörung bei einem Status nach wiederholten
Schädelhirntraumata war sie vom N._ 2021 bis zum O._ 2021 in
der Kinder-Reha Schweiz des Universitäts-Kinderspitals Zürich
hospitalisiert und besuchte während ihres dortigen Aufenthalts die
Spitalschule. In Zusammenarbeit mit den Eltern, dem
schulpsychologischen Dienst und den involvierten Fachpersonen wurde
nach einer schulischen Anschlusslösung gesucht, wobei hierzu am
22. April 2021 ein Rundtischgespräch stattfand.
2. Mit Entscheid vom 5. August 2021 errichtete die KESB G._ für
A._ und ihre Geschwister eine Beistandschaft mit besonderen
Befugnissen im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB und ernannte D._ von
der Berufsbeistandschaft C._ zur Beiständin. Aufgrund von
Unklarheiten betreffend die weitere Beschulung der Kinder setzte die
KESB G._ mit Verfügung vom 9. August 2021 eine Kindesvertreterin
im Verfahren betreffend Abklärung von Kindesschutzmassnahmen,
insbesondere betreffend Antrag auf Anpassung der Obhut über die Kinder,
ein. Da sich die Eltern vor Schulbeginn hinsichtlich der Beschulung von
A._ nicht einigen konnten, besuchte diese ab dem 16. August 2021
wiederum die Primarschule in F._ und trat in die 6. Klasse ein.
3. Mit Schreiben vom 30. August 2021 beantragte die Kindesvertreterin unter
anderem, A._ sei im Sinne einer vorsorglichen
Kindesschutzmassnahme ab dem Schuljahr 2021/2022 in der H._
Schule in I._ zwecks Beschulung tagsüber unterzubringen. Dies sei
für sie ausdrücklich empfohlen worden. Für A._ sei es wichtig,
möglichst rasch aus dem für ihre Bedürfnisse nicht geeigneten Umfeld der
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öffentlichen Schule genommen und in der H._ Schule platziert zu
werden. Die Eltern würden das Kindeswohl aus den Augen verlieren.
4. Mit Entscheid vom 6. September 2021 beschränkte die KESB G._ die
elterliche Sorge für A._ und ihre Geschwister für die
Aufgabenbereiche Schule, Ausbildung und Berufswahl (inkl.
Finanzierung), in denen der Beistandsperson ein Vertretungsrecht
eingeräumt wurde (Art. 308 Abs. 3 ZGB). Die dagegen vom Kindsvater
erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht von Graubünden mit
Urteil vom 28. Dezember 2021 teilweise gut und änderte den Entscheid
der KESB G._ insoweit ab, als die vorerwähnte Anordnung lediglich
für A._ und ihre Schwester J._ gilt.
5. Mit Schreiben vom 8. Oktober 2021 ersuchte Berufsbeistand K._ in
Stellvertretung der ernannten Beiständin D._ die Gemeinde C._
namentlich um subsidiäre Kostengutsprache für die Beschulung von
A._ in der Privatschule H._ in I._ für das Schuljahr
2021/2022 vom 25. Oktober 2021 bis zum 30. Juni 2022. Darin wies er
darauf hin, dass diese Beschulung von Fachpersonen empfohlen werde
und notwendige Kindesschutzmassnahmen rasch und effizient
durchzuführen seien.
6. Seit dem 25. Oktober 2021 besucht A._ die Privatschule H._ in
I._.
7. Mit Verfügung vom 17. August 2016 (recte: 23. November 2021) lehnte
die Gemeinde C._ das Gesuch um subsidiäre Kostengutsprache ab.
Die Zuständigkeit der schulischen Grundausbildung liege bei der Schule
der Wohngemeinde. Die Gemeinde C._ führe in F._, C._
und L._ eine Grundschule. Heilpädagogen und Logopäden usw.
seien in der Schule C._ vorhanden. Die Kostenübernahme für die
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Privatschule werde abgelehnt, da die öffentliche Sozialhilfe nicht zuständig
sei.
8. Dagegen erhob B._ für A._ (nachfolgend Beschwerdeführerin)
am 10. Januar 2022 bzw. – innert der ihr eingeräumten Frist für eine
Nachbesserung – mit verbesserter Eingabe vom 20. Januar 2022
(Poststempel 24. Januar 2022) Beschwerde an das Verwaltungsgericht
des Kantons Graubünden. Sie beantragte die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung sowie die vollumfängliche Übernahme der
Kosten für die Beschulung von A._ ab Oktober 2021 in der Schule
H._ in I._ für das Schuljahr 2021/2022 seitens der Gemeinde
C._. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, die
angefochtene Verfügung datiere vom 17. August 2016 und sei dem
Kindsvater nicht zugestellt worden, weshalb sie zurückzuweisen bzw. als
nichtig zu erklären sei. An den Rundtischgesprächen habe das
Schulinspektorat die Schule C._ (Klasse mit max. 12 Schülern)
erwähnt, jedoch sogleich mitgeteilt, dass diese Möglichkeit nicht
umsetzbar sei. In den anderen Klassen seien die Schülerzahlen zu hoch.
Eine Beschulung in L._ sei nicht als Möglichkeit vorgeschlagen
worden. Die Gemeinde habe gestützt auf Art. 63a Abs. 3 EGzZGB für die
Beschulungskosten für A._ im H._ in I._ vollumfänglich
aufzukommen. Diese Beschulung sei nicht durch sie als Mutter veranlasst
worden. Die Kosten würden ihr monatliches Familienbudget übersteigen.
Es werde darum gebeten, die Beistandschaft zu informieren, an welches
Amt der Antrag für die Kostenübernahme des Schulgeldes zu stellen sei,
sofern das Sozialamt C._ hierfür nicht zuständig sei.
9. In ihrer Vernehmlassung vom 7. März 2022 schloss die Gemeinde
C._ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) auf Nichteintreten auf die
Beschwerde; eventualiter sei sie abzuweisen. Dazu führte sie
zusammenfassend aus, der Beschwerdeführerin fehle die
Aktivlegitimation und die Beschwerde sei verspätet eingereicht worden.
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Sie erweise sich aber auch in materieller Hinsicht als unbegründet. Das
kantonale Recht gewährleiste ein umfangreiches sonderpädagogisches
Angebot, das im niederschwelligen Bereich durch die Gemeinden und im
hochschwelligen Bereich durch den Kanton zur Verfügung gestellt werde.
Für A._ wären, wenn überhaupt, niederschwellige
sonderpädagogische Massnahmen zu beantragen und zu prüfen
gewesen. Die Gemeinde C._ führe in drei Primarschulhäusern ein
solches sonderpädagogisches Angebot. Damit sei es problemlos möglich,
der Beschwerdeführerin die erforderliche Beschulung und Betreuung in
den gemeindeeigenen Schulhäusern zur Verfügung zu stellen. Mit einem
Klassen- bzw. Schulhauswechsel hätte zudem der angeblichen
Mobbingproblematik und dem angespannten Verhältnis zur bisherigen
Lehrperson angemessen Rechnung getragen werden können. Eine solche
Anordnung von Massnahmen sei nicht erfolgt. Der Besuch einer
Privatschule und insbesondere deren Finanzierung durch die öffentliche
Hand erweise sich daher unter keinem Titel als notwendig. Ebenso wenig
könne die Beschulung in der Privatschule als Kindesschutzmassnahme
angesehen werden. Zum einen sei der Besuch der Privatschule nicht
durch die KESB angeordnet worden. Zum anderen könne der Beistand
lediglich an Stelle der Eltern entscheiden. Der Entscheid für eine
Privatbeschulung sei ein freiwilliger Entscheid. Hierfür bestehe keine
Notwendigkeit. Eine subsidiäre Kostenpflicht des Gemeinwesens bestehe
nicht.
10. Mit Schreiben vom 28. März 2022 reichte die Beiständin D._ die von
der Instruktionsrichterin verlangten Akten ein und erklärte sich mit den
Rechtshandlungen der Mutter der Beschwerdeführerin einverstanden.
11. Die Beschwerdeführerin wiederholte in der Replik vom 31. März 2022
ihren Antrag, wonach die Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, für die
Kosten der Schule aufzukommen, und ergänzte diesen durch das Even-
tualbegehren, der Entscheid sei an die Beschwerdegegnerin
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zurückzuweisen. In ihrer Begründung vertiefte sie ihren Standpunkt
punktuell.
12. Mit Schreiben vom 4. April 2022 reichte die Berufsbeistandschaft C._
ein Schreiben der KESB G._ vom 31. März 2022 betreffend die
Beschulung der Beschwerdeführerin in der Privatschule H._ sowie
den gleichentags ergangenen Entscheid der KESB G._ über die
Zustimmung zur Prozessführung ein. Diese Dokumente wurden der
Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf die unveränderte Frist zur
Einreichung der Duplik zugestellt.
13. Die Beschwerdegegnerin duplizierte mit Eingabe vom 2. Mai 2022 mit
unveränderten Anträgen.
Auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung sowie auf die
übrigen Ausführungen der Parteien wird, soweit entscheidrelevant, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das
Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Gemeinden,
soweit diese nicht bei einer anderen Instanz angefochten werden können
oder nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Die
vorliegend angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
23. November 2021 (Akten der Beschwerdeführerin [Bf-act.] 1, edierte
Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 1) ist weder endgültig noch kann
sie bei einer anderen Instanz angefochten werden. Folglich stellt sie ein
taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar.
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1.2. Näher zu prüfen ist die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin.
Die Beschwerdegegnerin stellt diese in Abrede, weil die
Berufsbeistandschaft C._ die Beschwerdeführerin im kommunalen
Verfahren vertreten habe und diese Adressatin der angefochtenen
Verfügung sei. Der Mutter der Beschwerdeführerin sei die Verfügung
lediglich zur Kenntnisnahme zugestellt worden. Diese habe weder ein
begründetes Gesuch um öffentliche Unterstützung noch ein solches um
(subsidiäre) Kostentragung gestellt. Nur die Berufsbeistandschaft bzw. die
Beschwerdeführerin selbst seien zur Beschwerdeerhebung legitimiert.
Wenn den Eltern in bestimmten Bereichen die elterliche Sorge entzogen
worden sei, könnten diese in diesem Bereich keine wirksamen
Rechtshandlungen wahrnehmen.
1.2.1. Gemäss dem hier massgeblichen Art. 50 VRG ist zur Beschwerde
berechtigt, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat. Zu
beachten ist darüber hinaus, dass Art. 111 des Bundesgesetzes über das
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) Mindestanforderungen an das
kantonale Verfahren definiert (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts
1C_200/2017 vom 10. Juli 2017 E.2.1 und 1C_566/2017 vom 22. März
2018 E.2; BGE 141 II 307 E.6.1). Nach Art. 111 Abs. 1 BGG muss sich am
Verfahren vor allen kantonalen Vorinstanzen als Partei beteiligen können,
wer zur Beschwerde ans Bundesgericht berechtigt ist (Grundsatz der
Einheit des Verfahrens; BGE 147 IV 123 E.3.4). Das heisst, die Kantone
dürfen die Beschwerdebefugnis nicht enger umschreiben, weshalb sich
die Legitimation in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten in jedem Fall
nach Art. 89 BGG beurteilt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1C_547/2019
vom 16. April 2020 E.3.1 und 1C_566/2017 vom 22. März 2018 E.2; BGE
141 II 50 E.2.2). Gemäss Art. 89 Abs. 1 BGG ist zur Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten berechtigt, wer vor der Vorinstanz
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am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme
erhalten hat (lit. a), wer durch den angefochtenen Entscheid oder Erlass
besonders berührt ist (lit. b) und ein schutzwürdiges Interesse an dessen
Aufhebung oder Änderung hat (lit. c). Damit gelten die
Legitimationserfordernisse, die Rechtsprechung und Lehre zu diesen
Vorschriften entwickelt haben, auch für das vorliegende
Beschwerdeverfahren (vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts [nachfolgend
VGU] R 20 35 und R 20 51 vom 9. Dezember 2021 E.1.2.1 ff., R 19 36
vom 4. Mai 2020 E.2, U 14 67 und 14 76 vom 1. Dezember 2015 E.3a,
R 12 137 vom 19. März 2013 E.2b).
1.2.2. Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin (gemeint:
A._) am vorinstanzlichen Verfahren, das zum Erlass der
angefochtenen, an sie gerichteten Verfügung vom 17. August 2016 (recte:
23. November 2021; vgl. Bf-act. 1 und edierte Akten Bg-act. 1 und 2)
führte, teilgenommen hat und damit formell im Sinne von Art. 111 Abs. 1
i.V.m. Art. 89 Abs. 1 lit. a BGG beschwert ist. Das Gesuch um subsidiäre
Kostengutsprache vom 8. Oktober 2021 wurde denn auch von der
Beistandschaft für die Beschwerdeführerin gestellt (edierte Akten Bg-
act. 3). Da deren Eltern nicht zusammenleben, begründete sie einen
eigenen Unterstützungswohnsitz mit eigenem Budget. Denn haben die
Eltern – wie vorliegend – keinen gemeinsamen zivilrechtlichen Wohnsitz
(Mutter in F._, Vater in M._; vgl. Entscheid der KESB G._
vom 5. August 2021 [vgl. edierte Akten Berufsbeistandschaft [Bb]-act. 2]),
so hat das minderjährige Kind einen eigenständigen
Unterstützungswohnsitz am Wohnsitz des Elternteils, bei dem es
überwiegend wohnt (Art. 7 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger [ZUG; SR 851.1] und Art. 6
Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Unterstützung Bedürftiger [UG;
BR 546.250], der für die Begründung des Wohnsitzes wiederum auf das
ZUG und damit die Spezialregelung für minderjährige Kinder in Art. 7 ZUG
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verweist; vgl. dazu auch Erwägung 4.1); vorliegend liegt dieser
Unterstützungswohnsitz in F._ (vgl. dazu auch VOGEL, Der Wohnsitz
des minderjährigen Kindes im Zivil- und Sozialhilferecht, Festschrift für
Thomas Geiser zum 65. Geburtstag, 2017, S. 586 f.). Zudem ist die
Beschwerdeführerin als Adressatin der angefochtenen Verfügung, mit der
das Gesuch um subsidiäre Kostenübernahme für ihre Beschulung in der
Privatschule H._ abgewiesen wurde, von dieser berührt und weist ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung auf, womit sie auch
materiell beschwert ist (Art. 111 Abs. 1 i.V.m. Art. 89 Abs. 1 lit. b und lit. c
BGG sowie Art. 50 VRG). Damit ist ihre Beschwerdelegitimation zu
bejahen.
1.2.3. Die Beschwerdegegnerin stellt mit ihrem Einwand denn auch vielmehr die
Vertretungsbefugnis der Mutter der Beschwerdeführerin in Abrede, indem
sie ihr die Fähigkeit abspricht, wirksam Prozesshandlungen für ihre
Tochter vornehmen zu können (Postulationsfähigkeit). Dabei stützt sie
sich auf den Entscheid der KESB G._ vom 6. September 2021 ab,
mit dem die elterliche Sorge namentlich für die Beschwerdeführerin in den
Aufgabenbereichen Schule, Ausbildung und Berufswahl (inkl.
Finanzierung) gemäss Art. 308 Abs. 3 ZGB beschränkt und der
Beistandsperson ein Vertretungsrecht eingeräumt wurde (edierte Akten
Bb-act. 3; bestätigt durch das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden
vom 28. Dezember 2021 [Bf-act. 2]).
1.2.4. Ist das Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die Eltern nicht von sich
aus für Abhilfe oder sind sie dazu ausser Stande, so trifft die
Kindesschutzbehörde die geeigneten Massnahmen zum Schutz des
Kindes (Art. 307 Abs. 1 ZGB). Sie kann insbesondere die Eltern, die
Pflegeeltern oder das Kind ermahnen, ihnen bestimmte Weisungen für die
Pflege, Erziehung oder Ausbildung erteilen und eine geeignete Person
oder Stelle bestimmen, der Einblick und Auskunft zu geben ist (Art. 307
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Abs. 3 ZGB). Erfordern es die Verhältnisse, so ernennt die
Kindesschutzbehörde dem Kind einen Beistand, der die Eltern in ihrer
Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt (Art. 308 Abs. 1 ZGB). Sie
kann dem Beistand besondere Befugnisse übertragen (Art. 308 Abs. 2
ZBG). Die elterliche Sorge kann entsprechend beschränkt werden
(Art. 308 Abs. 3 ZGB). Errichtet die Kindesschutzbehörde eine
Beistandschaft, so hält sie im Entscheiddispositiv die Aufgaben des
Beistandes und allfällige Beschränkungen der elterlichen Sorge fest
(Art. 314 Abs. 3 ZGB).
Sowohl Art. 308 Abs. 3 ZGB wie auch Art. 314 Abs. 3 ZGB führen die
Kompetenz der KESB an, die elterliche Sorge beschränken zu können.
Bei einer Anordnung nach Art. 308 Abs. 2 ZGB hat nicht zwingend auch
eine Beschränkung der elterlichen Sorge nach Art. 308 Abs. 3 ZGB zu
erfolgen (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 5A_151/2015 vom 13. Mai
2015; AFFOLTER/VOGEL, Berner Kommentar zum schweizerischen
Privatrecht, Bern 2016, N. 143 zu Art. 308). Vielmehr setzt die
Beschränkung der elterlichen Sorge nach Art. 308 Abs. 3 ZGB ein höheres
Mass an Gefährdung des Kindswohls voraus, da diese einen stärkeren
Eingriff darstellt (vgl. BIDERBOST, Die Erziehungsbeistandschaft [Art. 308
ZGB], Diss. Freiburg i.Ü., 1996, S. 115 f., S. 225 f. und einlässlich S. 370
ff.; DERS., Handkommentar zum Schweizer Privatrecht [CHK], 2. Aufl.
2012, N. 5 zu Art. 308 ZGB). Dazu bedarf es, dass die Eltern mit dem
Beistand nicht kooperieren und die Gefahr besteht, dass sie die
Anordnungen des Beistands unterlaufen oder hintertreiben (Urteile des
Bundesgerichts 8C_147/2016 vom 13. Juli 2016 E.5.2 f. mit Hinweis auf
Urteil 5C.50/1993 vom 18. Mai 1993 E.3b; vgl. auch BREITSCHMID, Basler
Kommentar, Zivilgesetzbuch, Band I, 6. Aufl. 2018, N. 20 zu Art. 308 ZGB;
BIDERBOST, CHK, N. 5 f. zu Art. 308 ZGB).
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Gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB können einem Beistand besondere
Befugnisse übertragen werden. Damit kommt es zu einer Überantwortung
punktueller Vertretungstätigkeit in bestimmten Belangen. Im Umfang des
besonderen Auftrags an die Beistandsperson wird diese ex lege zur
Vertreterin des Kindes (BIDERBOST, CHK, N. 14 zu Art. 308 ZGB); ihr
stehen im Rahmen des spezifischen Auftrags alle zur Durchsetzung
gebotenen Behelfe zur Verfügung (BREITSCHMID, a.a.O., N. 7 zu Art. 308
ZGB). Die beiständliche Vertretung besteht diesfalls neben der weiterhin
gegebenen elterlichen Vertretungsbefugnis; in Lehre und Rechtsprechung
wird dies als konkurrierende oder parallele Befugnis bezeichnet (Urteil des
Bundesgerichts 8C_147/2016 vom 13. Juli 2016 E.5.4; CANTIENI/BLUM,
Kindesschutzmassnahmen, in: FOUNTOULAKIS ET AL. [Hrsg.],
Fachhandbuch Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, Zürich/Basel/Genf
2016, S. 581; BREITSCHMID, a.a.O., N. 7 zu Art. 308 ZGB; BIDERBOST,
CHK, N. 14 zu Art. 308 ZGB; ROSCH/HAURI, Zivilrechtlicher Kindesschutz,
in: ROSCH/FOUNTOULAKIS/HECK [Hrsg.], Handbuch Kindes- und
Erwachsenenschutz, 2. Aufl. 2016, S. 460). Wenn die Anordnung einer
Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB indes nicht genügt, kann
die elterliche Sorge gemäss Art. 308 Abs. 3 ZGB "entsprechend
beschränkt" und die konkurrierende Vertretungsmacht von Eltern und
Beistand ausgeschlossen werden (BREITSCHMID, a.a.O., N. 20 zu Art. 308
ZGB). Den Inhabern der elterlichen Sorge wird im Umfang des
beiständlichen Auftrags (oder Teilen davon) die gesetzliche
Entscheidungszuständigkeit und Vertretungsbefugnis entzogen
(BIDERBOST, CHK, N. 20 zu Art. 308 ZGB; BREITSCHMID, a.a.O., N. 20 zu
Art. 308 ZGB). Insoweit besteht eine beiständliche Alleinzuständigkeit
(CANTIENI/BLUM, a.a.O., S. 588; BIDERBOST, CHK, N. 22 zu Art. 308 ZGB).
Rechtshandlungen eines Elternteils in einem Bereich, in dem ihm die
entsprechenden Befugnisse entzogen worden sind, sind grundsätzlich
ungültig, es sei denn, sie werden vom Beistand genehmigt, womit sie
Wirkung erlangen (AFFOLTER/VOGEL, a.a.O., N. 148 zu Art. 308;
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BREITSCHMID, a.a.O., N. 21 zu Art. 308 ZGB; CANTIENI/BLUM, a.a.O.,
S. 589).
1.2.5. Vorliegend hat die KESB G._ bereits mit Entscheid vom 5. August
2021 für alle vier Kinder eine Beistandschaft mit besonderen Befugnissen
errichtet und eine Beistandsperson ernannt (edierte Akten Bb-act. 2). Die
Beistandsperson wurde im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB mit besonderen
Befugnissen, insbesondere hinsichtlich der Schule, Ausbildung und
Berufswahl (inkl. Finanzierung), ausgestattet. Mit Entscheid vom
6. September 2021 (edierte Akten Bb-act. 3) hat die KESB G._
sodann – unter Entzug der aufschiebenden Wirkung einer Beschwerde –
die elterliche Sorge für die Beschwerdeführerin für die Aufgabenbereiche
Schule, Ausbildung und Berufswahl (inkl. Finanzierung) im Sinne von
Art. 308 Abs. 3 ZGB beschränkt, was vom Kantonsgericht von
Graubünden mit rechtskräftigem Urteil vom 28. Dezember 2021 geschützt
wurde (Bf-act. 2; auch hinsichtlich des Entzugs der aufschiebenden
Wirkung). Dies hat zur Folge, dass ab diesem Zeitpunkt nur noch die
Beistandsperson für die Bereiche Schule, Ausbildung und Berufswahl,
einschliesslich deren Finanzierung, zuständig war. Die Mutter der
Beschwerdeführerin war somit entgegen deren Auffassung in diesen, den
Eltern entzogenen Segmenten – einschliesslich der hier massgeblichen
Frage der Beschulung und deren Finanzierung – nicht mehr
vertretungsbefugt, weshalb sie für ihre Tochter auch keine Rechts- bzw.
Prozesshandlungen (mehr) vornehmen konnte. Allerdings erklärte sich die
eingesetzte Beiständin mit den Rechtshandlugen der Mutter der
Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 28. März 2022 einverstanden, die
sich (auch) auf die Beschulungsfinanzierung bezogen, womit sie sie
genehmigte. Zudem erteilte die KESB G._ mit Entscheid vom
31. März 2022 der Beistandsperson betreffend Sicherstellung der
Finanzierung im Zusammenhang mit der Beschulung der
Beschwerdeführerin die Zustimmung zur Prozessführung (vgl. am 4. April
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2022 edierte Akten Bb-act. 2). Insoweit liegt eine rechtsgenügliche
Vertretungsbefugnis und Ermächtigung zur Prozessführung für das
vorliegende Beschwerdeverfahren vor.
1.3. Soweit die Beschwerdegegnerin des Weiteren vorbringt, die Beschwerde
sei verspätet erhoben worden, zielt ihr Einwand ins Leere. Wie den ins
Recht gelegten Sendungsverfolgungen entnommen werden kann, erfolgte
der Versand der angefochtenen Verfügung vom 17. August 2016 (recte:
23. November 2021) durch die Schweizerische Post als sogenannte "A-
Post Plus". Aus den Sendungsverfolgungen ist ferner ersichtlich, dass die
Sendung am 24. November 2021 aufgegeben (Bg-act. 2) und dem
Empfänger am 25. November 2021 zugestellt wurde (Bg-act. 3 und 4).
Vorliegend hat somit die 30-tägige Rechtsmittelfrist am Freitag, dem
26. November 2021, zu laufen begonnen und – unter Beachtung der
Gerichtsferien (Art. 39 Abs. 1 lit. c VRG) – am Montag, dem 10. Januar
2022, geendet. Indem die Beschwerde an das streitberufene Gericht an
diesem Tag der Schweizerischen Post übergeben worden ist (vgl.
Poststempel auf dem Couvert der Beschwerdeschrift vom 10. Januar
2022), ist die Beschwerdefrist eingehalten. In der Folge räumte die
zuständige Instruktionsrichterin der Beschwerdeführerin gestützt auf
Art. 38 Abs. 3 VRG eine Frist zur Nachbesserung der Rechtsschrift bis
zum 24. Januar 2022 ein. Die Beschwerdeführerin reichte ihre verbesserte
Eingabe fristgerecht ein. Auf die somit frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist demnach einzutreten.
2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin das
Gesuch um subsidiäre Kostengutsprache für die Beschulung der
Beschwerdeführerin in der Privatschule H._ für das Schuljahr
2021/2022 zu Recht abgewiesen hat.
3. Vorab ist auf die formellen Rügen der Beschwerdeführerin einzugehen.
Soweit sie bemängelt, dass die angefochtene Verfügung ihrem Vater nicht
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zugestellt worden und diese schon aus diesem Grund aufzuheben bzw.
als nichtig zu erklären sei, kann ihr nicht gefolgt werden. Vielmehr geht
aus dem bereits Ausgeführten hervor (vgl. Erwägung 1.2.5), dass die
elterliche Sorge durch behördliche Anordnung in den Aufgabenbereichen
Schule, Ausbildung und Berufswahl, einschliesslich Finanzierung, gemäss
Art. 308 Abs. 3 ZGB beschränkt und die konkurrierende Vertretungsmacht
von Eltern und Beistand damit ausgeschlossen wurde. Die eingesetzte
Beiständin verfügte in diesen Bereichen ab dem 6. September 2021 über
eine ausschliessliche Entscheidungs- und Vertretungsbefugnis. So stellte
sie bzw. ihr Stellvertreter denn auch folgerichtig ein Gesuch um subsidiäre
Kostengutsprache für die Beschulung der Beschwerdeführerin in der
H._ Schule in I._ für das Schuljahr 2021/2022 bei der
Beschwerdegegnerin, die ihr den abschlägigen Entscheid am
25. November 2021 rechtswirksam eröffnete. Eine Eröffnung gegenüber
dem Kindsvater bedurfte es demnach nicht. Im Übrigen führte eine
fehlerhafte Eröffnung nach konstanter Rechtsprechung ohnehin nicht zur
Nichtigkeit der Verfügung (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_484/2016
vom 17. November 2016 E.6.3 und 8C_213/2010 vom 3. August 2010
E.2.3.2; vgl. auch BGE 132 II 21 E.3.1 und Urteil des Bundesgerichts
6B_85/2021 vom 26. November 2021 E.4.4.2); der Verfügungsadressatin
darf daraus indessen kein Nachteil erwachsen, was vorliegend auch nicht
geschehen ist. Dasselbe gilt für die offensichtlich falsche Datierung der
angefochtenen Verfügung, die richtigerweise als am 23. November 2021
erlassen gelten muss (vgl. der der Verfügung beigelegte Protokoll-Auszug
der Sitzung der Geschäftsleitung vom 23. November 2021 [Bf-act. 1]).
4. Art. 12 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
(BV; SR 101) gibt demjenigen, der in Not gerät und nicht in der Lage ist,
für sich zu sorgen, Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel,
die für ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind; dieses
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Grundrecht auf Hilfe in Notlagen beschränkt sich auf ein Minimum im
Sinne einer Überlebenshilfe (BGE 130 I 71 E.4.1 S. 75 mit Hinweisen).
4.1. Die Konkretisierung des grundrechtlichen Anspruchs sowie Art und
Umfang der wirtschaftlichen Hilfe für bedürftige Personen richten sich
nach dem Gesetz über die öffentliche Sozialhilfe im Kanton Graubünden
(Sozialhilfegesetz; BR 546.100) bzw. nach den Bestimmungen des UG
(kantonales Gesetz über die Unterstützung Bedürftiger, vgl. Erwägung
1.2.2). Die Sozialhilfe umfasst die persönliche und materielle Hilfe (Art. 3
Abs. 1 Sozialhilfegesetz). Ihr Umfang richtet sich nach den individuellen
Besonderheiten und Bedürfnissen sowie nach dem ausgewiesenen
Bedarf unter Würdigung der örtlichen und persönlichen Verhältnisse
(Art. 3 Abs. 1 Sozialhilfegesetz i.V.m. Art. 2 Abs. 1 Satz 1 UG). Die
Unterstützungspflicht obliegt der politischen Gemeinde, in der die
bedürftige Person ihren Wohnsitz hat, wobei die bedürftige Person ihren
Wohnsitz in der Gemeinde hat, in der sie sich mit der Absicht dauernden
Verbleibens aufhält (Art. 5 Abs. 1 und Abs. 2 UG). Gemäss Art. 6 i.V.m.
Art. 7 des ZUG (Bundesgesetz über die Zuständigkeit für die
Unterstützung Bedürftiger, vgl. Erwägung 1.2.2) teilt das minderjährige
Kind, unabhängig von seinem Aufenthaltsort, den Unterstützungswohnsitz
der Eltern. Haben die Eltern keinen gemeinsamen zivilrechtlichen
Wohnsitz, so hat das minderjährige Kind einen eigenständigen
Unterstützungswohnsitz am Wohnsitz des Elternteils, bei dem es
überwiegend wohnt (Art. 7 Abs. 2 ZUG). Für die Bemessung der
Unterstützung durch die zuständige Gemeinde im Sinne von Art. 2 UG
sind grundsätzlich die SKOS-Richtlinien mit den nachfolgenden
Konkretisierungen massgebend (Art. 1 der Ausführungsbestimmungen
zum kantonalen Unterstützungsgesetz [BR 546.270; ABzUG]). In die
Berechnung des für die Bemessung der Unterstützung massgebenden
Lebensbedarfs sind namentlich die Kosten für den Besuch von durch die
zuständige Gemeinde anerkannten Schulen, Kursen, Aus-, Fort- und
- 16 -
Weiterbildungen zuzüglich Kosten für Unterkunft und Verpflegung bei
notwendigem auswärtigem Aufenthalt (Art. 2 Abs. 1 lit. g ABzUG) sowie
die Kosten für die grundversorgenden situationsbedingten Leistungen
(grundversorgende SIL) (Art. 2 Abs. 1 lit. i ABzUG) einzubeziehen.
4.2. Gemäss der SKOS-Richtlinie C.6.1. berücksichtigen die SIL die
besondere gesundheitliche, wirtschaftliche, persönliche und familiäre
Lage von unterstützten Personen (Abs. 1). Die grundversorgenden SIL
werden wie folgt umschrieben: Es gibt Kosten, die nur in bestimmten
Situationen anfallen; diese sind zu übernehmen, wenn sie Teil der
materiellen Grundsicherung des Haushalts sind (Abs. 1 lit. a). In den
Erläuterungen wird dazu ausgeführt, dass die SIL es einerseits
ermöglichen, Sozialhilfe individuell sowie nach Bedarf auszurichten und
andererseits das Gewähren besonderer Mittel mit bestimmten Zielen zu
verknüpfen. Bei der Beurteilung, ob die SIL übernommen werden, spielt
das Ermessen der Behörde eine wichtige Rolle. Je nach Art der SIL kann
der Ermessenspielraum von sehr klein bis zu sehr gross reichen, wobei
auch entscheidend ist, welche Interessen sich konkret gegenüberstehen.
In jedem Falle ist aber das Gewähren oder Nichtgewähren der Leistungen
fachlich zu begründen und die übernommenen Kosten sollen stets in
einem sinnvollen Verhältnis zum erzielten Nutzen stehen (vgl.
Erläuterung a). Zu der den SIL zugeordneten Bildung führt die SKOS-
Richtlinie C.6.2. weiter aus, dass Schul-, Kurs- oder Ausbildungsbesuche
Mehrkosten verursachen können, die nicht im Grundbedarf für den
Lebensunterhalt enthalten sind (Abs. 1). Beiträge an eine Aus-, Fort- oder
Weiterbildung sind nur zu gewähren, wenn diese nicht über andere
Quellen (Stipendien, Elternbeiträge, Leistungen der Arbeitslosen- oder
Invalidenversicherung usw.) finanziert werden können (vgl. zugehörige
Erläuterung a). Weitere Bildungsmassnahmen können übernommen
werden, wenn sie eine positive Entwicklung der unterstützten Personen
fördern (SKOS-Richtlinie C.6.2 Abs. 3). In der Erläuterung c wird
- 17 -
festgehalten, dass bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen der
nachhaltigen beruflichen Integration höchste Priorität beizumessen ist;
diese sollen eine ihren Fähigkeiten entsprechende Erstausbildung
absolvieren.
4.3. Gemäss Art. 11 BV haben Kinder und Jugendliche Anspruch auf
besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit und auf Förderung ihrer
Entwicklung. Die Unterhaltspflicht der Eltern wird in den Art. 276 ff. ZGB
geregelt. Demnach sorgen Eltern gemeinsam, ein jeder Elternteil nach
seinen Kräften, für den gebührenden Unterhalt des Kindes und tragen
insbesondere die Kosten von Betreuung, Erziehung, Ausbildung und
Kindesschutzmassnahmen (Art. 276 Abs. 2 ZGB). Letztere sind in den
Art. 307 ff. ZGB geregelt. Während der Ehe tragen die Eltern die Kosten
des Unterhaltes nach den Bestimmungen des Eherechts (Art. 278 Abs. 1
ZGB; vgl. dazu Art. 163 ZGB). Der Unterhaltsbeitrag soll den Bedürfnissen
des Kindes sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern
entsprechen; dabei sind das Vermögen und die Einkünfte des Kindes zu
berücksichtigen (Art. 285 Abs. 1 ZGB). Unterhaltsbeiträge können auf
dem Klageweg (Art. 279 ZGB) oder durch Abschluss eines
Unterhaltsvertrags festgelegt werden, wobei letzterer entweder der
Genehmigung durch die Kindesschutzbehörde (Art. 287 Abs. 1 ZGB) oder
im Fall eines gerichtlichen Verfahrens der Genehmigung des zuständigen
Gerichts bedürfen (Art. 287 Abs. 3 ZGB). Der Anspruch auf
Unterhaltsbeiträge steht dem Kind zu und wird, solange das Kind
minderjährig ist, durch Leistung an dessen gesetzlichen Vertreter oder den
Inhaber der Obhut erfüllt, soweit das Gericht es nicht anders bestimmt
(Art. 289 Abs. 1 ZGB). Kommt das Gemeinwesen für den Unterhalt auf, so
geht der Unterhaltsanspruch mit allen Rechten auf das Gemeinwesen
über (Art. 289 Abs. 2 ZGB).
4.4. Gemäss Art. 293 Abs. 1 ZGB bestimmt das öffentliche Recht, unter
Vorbehalt der Unterstützungspflicht der Verwandten, wer die Kosten des
- 18 -
Unterhaltes zu tragen hat, wenn weder die Eltern noch das Kind sie
bestreiten können. Ausserdem regelt das öffentliche Recht die
Ausrichtung von Vorschüssen für den Unterhalt des Kindes, wenn die
Eltern ihrer Unterhaltspflicht nicht nachkommen (Art. 293 Abs. 2 ZGB).
4.5. Die Kosten von Kindesschutzmassnahmen gehören gemäss Art. 276 ZGB
zum Unterhaltsanspruch des Kindes, weshalb sie – so auch die
bundesgerichtliche Rechtsprechung – in erster Linie von den Eltern zu
tragen sind (BGE 141 III 401 E.4; Urteile des Bundesgerichts
5D_118/2018 vom 2. Dezember 2019 E.5.2.1 und 8D_4/2013 vom
19. März 2014 E.4.1, je mit Hinweisen). Staatliche Unterstützung ist nur
dann nötig, wenn kein Elternteil in der Lage ist, für den gebührenden
Unterhalt des Kindes aufzukommen (...) (BGE 141 III 401 E.4, BGE 135
III 66 E.2). Kommt zunächst das Gemeinwesen anstelle der Eltern für den
Unterhalt des Kindes auf, so geht der Unterhaltsanspruch gestützt auf
Art. 289 Abs. 2 ZGB mit allen Rechten von Gesetzes wegen auf das
Gemeinwesen über (Urteil des Bundesgerichts 5D_118/2018 vom
2. Dezember 2019 E.5.2.1 mit Hinweisen [zur Rechtsnatur des
Elternbeitrags bei Fremdplatzierung eines Kindes]). Der Eintritt des
Gemeinwesens in die Rechte des Kindes gegenüber den Eltern hat den
Charakter einer Legalzession (Subrogation; Urteil des Bundesgerichts
8D_4/2013 vom 19. März 2014 E.5.3 mit Hinweisen [zum
Rückerstattungsanspruch aus Zivilrecht bzw. öffentlichem Recht für den
von der Gemeinde bevorschussten Betrag für die Fremdplatzierung eines
Kindes]; vgl. auch BGE 143 III 177 E.6.3.1, BGE 137 III 193 E.2.1).
4.6. Gemäss Art. 63a des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen
Zivilgesetzbuch (EGzZGB; BR 210.100) in der bis zum 31. Dezember
2021 in Kraft gewesenen Fassung (nachfolgend aArt. 63a EGzZGB)
sollen die Kosten von Kindes- und Erwachsenenschutzmassnahmen
primär von der betroffenen Person oder den Inhabern der elterlichen
Sorge getragen werden, soweit nicht Dritte zahlungspflichtig sind (Abs. 1),
- 19 -
und subsidiär vom Gemeinwesen, das für die öffentlich-rechtliche
Unterstützung zuständig ist, wobei die entsprechenden Bestimmungen
anwendbar sind (Abs. 2).
Diese Bestimmung wurde per 1. Januar 2022 revidiert. Gemäss
Ausführungen in der Botschaft der Regierung an den Grossen Rat (Heft
Nr. 10 / 2020-2021 zur Teilrevision des EGzZGB vom 19. Oktober 2020
[nachfolgend Botschaft]) kannte der Kanton Graubünden als einziger
Kanton noch die volle Kostenübernahme durch die Eltern; die neue
Regelung ist eine Abstimmung auf die Regelung in anderen Kantonen der
Ostschweiz, die bereits heute lediglich eine Kostenbeteiligung der Eltern
vorsehen (Botschaft, S. 608). Ziel der Teilrevision war u.a., die
Bestimmungen über die Verfahrens- und Massnahmekosten anzupassen,
indem bei Kindesschutzmassnahmen (...) neu eine Beteiligung der Eltern
an den Kosten der Kindesschutzmassnahmen im Umfang des von der
Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe definierten Elternbetrags, –
mindestens aber zehn Franken pro Tag –, eingeführt werden sollte
(Botschaft, S. 578 und S. 607).
Die am 1. Januar 2022 in Kraft getretene Fassung von Art. 63a EGzZGB
lautet nunmehr wie folgt: "Abs. 1 und Abs. 2 aufgehoben. Abs. 3: Die
Kosten von ambulanten und stationären Kindesschutzmassnahmen trägt
die Gemeinde am zivilrechtlichen Wohnsitz des betroffenen Kindes, soweit
nicht Dritte zahlungspflichtig sind, wenn ein Entscheid oder eine
Empfehlung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde oder eines
Gerichts oder eine durch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde
unterstützte Empfehlung einer anderen Fachbehörde im Kindesschutz
vorliegt. Streitet eine Gemeinde die Zuständigkeit für die Übernahme der
Kosten ab, kann die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde diese
bevorschussen. Abs. 4: Die Inhaber der elterlichen Sorge beteiligen sich
an den Kosten von Kindesschutzmassnahmen im Umfang des von der
Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe definierten Elternbeitrags,
- 20 -
mindestens aber mit zehn Franken pro Tag. Sind sie dazu wirtschaftlich
nicht in der Lage, kommt das Gemeinwesen für den Elternbeitrag auf, das
für die öffentlich-rechtliche Unterstützung der Inhaber der elterlichen
Sorge zuständig ist."
5. Vorerst ist zu prüfen, ob es sich bei der Beschulung der
Beschwerdeführerin in der H._ Schule um eine
Kindesschutzmassnahme handelt.
5.1. Die Beschwerdegegnerin verneint dies, weil der Besuch der Privatschule
nicht von der KESB angeordnet worden sei und die Beistandsperson
lediglich anstelle der Eltern entscheiden könne. Zwar handle es sich bei
der Beistandschaft um eine Kindesschutzmassnahme, nicht jedoch bei
den darauffolgenden Handlungen der Beistandsperson. Bei der
Privatbeschulung handle es sich um einen freiwilligen Entscheid. Es könne
nicht angehen, dass die Beistandsperson anstelle der Eltern Entscheide
fälle, die deren finanziellen Rahmen sprengten und diese bedürftig im
Sinne des öffentlichen Unterstützungsrechts mache. Anders wäre die
Situation, wenn eine Privatbeschulung als notwendige
Kindesschutzmassnahme verfügt worden wäre, was hier jedoch nicht
geschehen sei. Vorliegend bestehe ein hinreichendes öffentlich
finanziertes Grundschulangebot. Aufgrund der guten, durch das kantonale
Recht gewährleisteten sonderpädagogischen Massnahmen sei eine
Beschränkung der Gemeindefinanzierung auch unter Berücksichtigung
des Kindeswohls unproblematisch. Für die Beschwerdeführerin wären,
wenn überhaupt, niederschwellige sonderpädagogische Massnahmen in
Betracht zu ziehen gewesen, die in der Gemeinde C._ in drei
Primarschulhäusern angeboten würden. Damit sei es problemlos möglich,
der Beschwerdeführerin die erforderliche Beschulung und Betreuung in
den gemeindeeigenen Schulhäusern zur Verfügung zu stellen. Mit einem
Klassen- bzw. Schulhauswechsel hätte zudem der angeblichen
Mobbingproblematik und dem angespannten Verhältnis zur bisherigen
- 21 -
Lehrperson angemessen Rechnung getragen werden können. Der
Besuch einer Privatschule und insbesondere deren Finanzierung durch
die öffentliche Hand erweise sich daher unter keinem Titel als notwendig.
5.2. Im hier zu beurteilenden Fall geht aus den Akten hervor, dass die KESB
G._ bereits mit unangefochtenem Entscheid vom 5. August 2021
(edierte Akten Bb-act. 2) für die Beschwerdeführerin eine Beistandschaft
mit besonderen Befugnissen im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB errichtet
hat. Da in der Folge Unklarheiten betreffend die weitere Beschulung
bestanden, setzte die KESB G._ mit Verfügung vom 9. August 2021
eine Kindesvertreterin ein. Weil sich die Eltern vor Schulbeginn hinsichtlich
der Beschulung der Beschwerdeführerin nicht einigen konnten, besuchte
diese ab dem 16. August 2021 wiederum die Primarschule in F._ und
trat in die 6. Klasse ein. Mit Schreiben vom 30. August 2021 beantragte
die Kindesvertreterin sodann namentlich, dass die Beschwerdeführerin im
Sinne einer vorsorglichen Kindesschutzmassnahme ab dem Schuljahr
2021/2022 in der H._ Schule in I._ zwecks Beschulung tagsüber
unterzubringen sei. Dies sei für sie ausdrücklich empfohlen worden. Mit
Entscheid vom 6. September 2021 (edierte Akten Bb-act. 3) beschied die
KESB G._ letztlich, dass die elterliche Sorge für die
Beschwerdeführerin für die Aufgabenbereiche Schule, Ausbildung und
Berufswahl (inkl. Finanzierung), in denen der Beistandsperson ein
Vertretungsrecht eingeräumt wird, beschränkt werde (Art. 308 Abs. 3
ZGB). Dies wurde mit Blick auf die Beschwerdeführerin vom
Kantonsgericht von Graubünden mit Urteil vom 28. Dezember 2021
geschützt (Bf-act. 2). Mit Schreiben vom 8. Oktober 2021 ersuchte
Berufsbeistand K._ in Stellvertretung der ernannten Beiständin
D._ die Gemeinde C._ namentlich um subsidiäre
Kostengutsprache für die Beschulung der Beschwerdeführerin in der
Privatschule H._ in I._ für das Schuljahr 2021/2022 vom
25. Oktober 2021 bis 30. Juni 2022 (Bf-act. 3, edierte Akten Bb-act. 3).
- 22 -
Darin wurden die Gründe für die Beschulung der Beschwerdeführerin in
der Privatschule H._ dargelegt (insbesondere Wahrung des
Kindeswohls als oberste Maxime des Kindesrechts), die in
Zusammenarbeit mit allen involvierten Personen geprüften Alternativen
umrissen, der von der KESB G._ an die Beistandsperson erteilte
Auftrag dargelegt, die Kostenfolgen der Privatbeschulung aufgezeigt, und
darauf hingewiesen, dass diese Beschulung von Fachpersonen
empfohlen werde. In der Folge wurde die Beschulung der
Beschwerdeführerin in der Schule H._ in I._ angeordnet. Die
Beschwerdeführerin besucht diese seit dem 25. Oktober 2021.
5.3. Obwohl die Kindesvertreterin mit Schreiben vom 30. August 2021 die
Beschulung der Beschwerdeführerin in der H._ Schule im Sinne einer
vorsorglichen Kindesschutzmassnahme beantragt hatte, ordnete die
KESB G._ diese in ihrem Entscheid vom 6. September 2021 zwar
nicht ausdrücklich in ihrem Entscheidspruch an. Vielmehr verfügte sie die
Beschränkung der elterlichen Sorge für die Beschwerdeführerin in den
Aufgabenbereichen Schule, Ausbildung und Berufswahl, einschliesslich
Finanzierung, und räumte der Beistandsperson in diesem Umfang ein
Vertretungsrecht ein (Art. 308 Abs. 3 ZGB). Damit erteilte sie aber der
Beistandsperson mittels behördlicher Anordnung die eigenständige
Kompetenz, im Rahmen des erteilten Auftrags als Vertretung für die
Beschwerdeführerin zu handeln und die zum Schutz des Kindeswohls
erforderlichen (Beschulungs-)Massnahmen zu treffen, die unweigerlich
mit finanziellen Folgen verbunden sein können (vgl. edierte Akten Bb-
act. 3). Aufgrund dieses individuell-konkret verfügten Vertretungsauftrags
in den Bereichen Schule bzw. Ausbildung, inkl. Finanzierung, mit
ausschliesslicher Entscheidungszuständigkeit der Beistandsperson
spricht einiges dafür, auch die in der Folge veranlasste Beschulung in der
H._ Schule als behördliche Anordnung bzw. jedenfalls als
- 23 -
Massnahme mit präjudizierender Wirkung für die Sozialhilfebehörde
einzustufen, ist sie doch mit der Konstellation, in der die Eltern bzw. die
betroffene Person von sich aus für Abhilfe sorgen (Art. 307 Abs. 1 ZGB),
gerade nicht vergleichbar. Wie es sich dabei im Einzelnen verhält, kann
letztendlich jedoch offen bleiben. Denn selbst wenn dem Grundsatz
folgend, dass der Beistandsperson nicht mehr Befugnisse übertragen
werden können, als den Eltern zustehen (vgl. BIDERBOST, CHK, N. 16 zu
Art. 308 ZGB), von einer nichtbehördlichen Massnahme ausgegangen
würde, änderte dies – wie noch aufzuzeigen sein wird – unter den
konkreten Umständen des vorliegenden Falles im Ergebnis nichts.
5.4. Der Beschwerdegegnerin kann nicht gefolgt werden, wenn sie ausführt,
für die Beschwerdeführerin wären – wenn überhaupt – niederschwellige
sonderpädagogische Massnahmen ausreichend, weshalb eine
Beschulung in den gemeindeeigenen Schulhäusern auch unter
Berücksichtigung des Kindeswohls problemlos möglich sei. Damit
verkennt sie, dass die Beschulung in einem für die Beschwerdeführerin
geeigneten Setting, das in der Privatschule H._ gewährleistet werden
kann, aus kindesschutz-rechtlichen Gründen zur Wahrung des
Kindeswohls bzw. zur Abwendung einer Kindeswohlgefährdung indiziert
und von Fachpersonen empfohlen wurde. So war die Beschwerdeführerin
vom N._ 2021 bis zum O._ 2021 in der Kinder-Reha Schweiz
des Universitäts-Kinderspitals Zürich hospitalisiert, wobei eine
Belastungsstörung bei Status nach wiederholten Schädelhirntraumata,
teils mit kurzer Bewusstlosigkeit einhergehend, mit chronifizierenden
postkommotionellen bzw. -kontusionellen Kopfschmerzen, verminderter
Belastbarkeit und langsamen Arbeitstempo, reaktiver depressiver
Symptomatik und Schulabsentismus, sowie eine isolierte
Rechtschreibstörung diagnostiziert wurden (vgl. neuropsychologischer
Austrittsbericht vom 28. Juli 2021 [Bf-act. 6]). Zudem stellte bereits das
Kantonsgericht mit rechtskräftigem Urteil vom 28. Dezember 2021 fest,
- 24 -
dass die schwierige Elternbeziehung für die Kinder sehr belastend ist,
wobei sich die psychosomatischen Auswirkungen bei der
Beschwerdeführerin am stärksten zeigen (E.1.2.3 des besagten Urteils
[Bf-act. 2]). Die behandelnde Neuropsychologin der Kinder-Reha Schweiz,
P._, führte in ihrem Abschlussbericht vom 28. Juli 2021 mit Blick auf
die empfohlene schulische Anschlusslösung nach dem Spitalaufenthalt
namentlich aus, die Beschwerdeführerin sei auf ein kleines Schulsetting
mit einer engen Betreuung, einer vertrauensvollen Ansprechperson,
genügend Bestätigung, Flexibilität in der Gestaltung des Schulprogramms
(genügend Pausen und Abwechslung in der Lerntätigkeit) und einer klaren
Tagesstruktur angewiesen. Dies würde aus ihrer Sicht eine Privatschule
am ehesten erfüllen können. Eine Rückkehr in eine Klasse mit wenig
Betreuung und Flexibilität würde zurzeit mit grosser Wahrscheinlichkeit zu
einem Rückfall führen (erhöhte Schmerzen, weniger Selbstvertrauen und
Schulabsentismus). Zusätzlich befinde sich die Beschwerdeführerin
aufgrund der schwierigen Trennungssituation der Eltern in einem
Loyalitätskonflikt, weshalb hilfreich sei, wenn sie an einem vom Wohnort
der Eltern unabhängigen Ort beschult würde (Bf-act. 6). Im gleichen Sinne
äusserte sich zudem die schulische Heilpädagogin der Kinder-Reha
Schweiz, Q._, welche die Lehrperson der Beschwerdeführerin in der
Spitalschule war. So hielt sie in ihrem Bericht vom R._ 2021 fest, die
Beschwerdeführerin müsse in einer überschaubaren Schule und Klasse
zur Schule gehen können, um ihr kognitives Potenzial zeigen und
ausschöpfen zu können. Der H._ sei ideal, weil die
Beschwerdeführerin in einer kleinen Gruppe unterrichtet und individuell
gefördert werden könne. Dies brauche sie, um in den Schulalltag
zurückkehren zu können. Da der H._ eine Tagesstruktur biete, könne
die Beschwerdeführerin lernen, weiter mit ihren Kopfschmerzen
umzugehen. Sie müsse wieder lernen, den regulären Schulalltag
selbstständig zu bewältigen. Die Schule H._ sei auch angezeigt,
damit die Beschwerdeführerin in einem neutralen Umfeld starten könne.
- 25 -
Eine Rückkehr nach F._ sei durch die Vorgeschichte negativ geprägt
und wegen gegenseitiger Rollen zu stark eingespielt. Ein Rückfall in alte
Verhaltensmuster wäre vorprogrammiert und für die schulische
Entwicklung der Beschwerdeführerin ungünstig (Bf-act. 7).
In Würdigung dieser Gegebenheiten kann entgegen der Auffassung der
Beschwerdegegnerin nicht gesagt werden, dass es sich bei der
Beschulung der Beschwerdeführerin in der Privatschule H._ um
einen freiwilligen Entscheid handelt. Vielmehr ist diese Massnahme
aufgrund des Kindeswohls indiziert und fachlich hergeleitet bzw.
empfohlen. So befand denn auch das Kantonsgericht von Graubünden in
seinem rechtskräftigen Urteil vom 28. Dezember 2021 (Bf-act. 2), dass die
KESB G._ in Berücksichtigung der konkreten Umstände in Bezug auf
die Beschwerdeführerin zu Recht eine Kindeswohlgefährdung
angenommen hat (vgl. dortige E.5.1). Inwiefern dieser in der Regelschule
in einem der gemeindeeigenen Schulhäusern, allenfalls ergänzt durch
niederschwellige sonderpädagogische Massnahmen, begegnet werden
kann, legt die Beschwerdegegnerin weder in der angefochtenen
Verfügung noch im vorliegenden Beschwerdeverfahren dar und ist auch
nicht ersichtlich. Vielmehr beschränkt sie sich, die gesetzlichen
Grundlagen zu sonderpädagogischen Massnahmen wiederzugeben und
im Rahmen der niederschwelligen Massnahmen auf die integrative
Förderung und die pädagogisch-therapeutischen Massnahmen
hinzuweisen (vgl. Vernehmlassung vom 7. März 2022 S. 5). Dabei
verkennt sie indes die intensiven Bemühungen aller involvierten
Fachpersonen, für die Beschwerdeführerin eine geeignete, notwendige
und angemessene Anschlusslösung für die Zeit nach dem Spitalaufenthalt
zu finden. Insbesondere fand am 22. April 2022 zu diesem Zweck ein
Rund-tischgespräch statt, an dem neben den Eltern die Klassenlehrerin,
die schulische Heilpädagogin und der Schulleiter von F._, die
Kinderärztin, die Neuropsychologin und die Lehrerin der Kinder-Reha
- 26 -
Schweiz sowie die Ergotherapeutin, die Schulinspektorin und die
Schulpsychologin teilgenommen haben. Dabei waren sie sich einig, dass
für die Beschwerdeführerin eine gute Lösung gefunden werden müsse. Es
wurden diverse Überlegungen angestellt und die Vor- und Nachteile
verschiedener Optionen erwogen. Insgesamt wurden andere Lösungen
als der Wiedereinstieg in F._ favorisiert. Zur Diskussion standen die
Privatschule H._ in I._ oder die Primarschule in einer anderen
Gemeinde (vgl. Bf-act. 5). Aus dem neuropsychologischen
Abschlussbericht vom 28. Juli 2021 geht des Weiteren hervor, dass die
Beschwerdeführerin gegen Ende ihres Spitalaufenthalts Schnuppertage
an der H._ Schule in I._ verbringen durfte, wobei sie sich dort
wohl gefühlt hat und die Rückmeldungen der Lehrpersonen ebenfalls
positiv waren (Bf-act. 6, S. 4). Insofern ist es angesichts der
kindesschutzrechtlichen Indikation zur Wahrung des Kindeswohls und den
diskutierten Alternativen nachvollziehbar, wenn die Beistandsperson in
Nachachtung ihres behördlich verfügten Vertretungsauftrags die
Beschulung der Beschwerdeführerin in der H._ Schule veranlasst
hat.
5.5. Weshalb hierfür – wie die Beschwerdegegnerin vorbringt – keine
Notwendigkeit bestehen soll, leuchtet nicht ein. Wenn die
Beschwerdegegnerin den Grund für die von den Fachpersonen
abgeratene Rückkehr in die Pri-marschule in F._ in erster Linie in
einer angeblich negativ geprägten Vorgeschichte (Mobbingproblematik)
und einem angeblich schwierigen Verhältnis zwischen den Eltern und der
Schule sieht, dem mit einem Schulhaus- bzw. Klassenwechsel begegnet
werden könne, verfängt ihr Vorbringen nicht. Denn dabei verkennt sie,
dass das von den Fachpersonen als geeignet befundene Schulsetting
primär aus neuropsychologischer und psychotherapeutischer Sicht
aufgrund des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin mit den
psychosomatischen Reaktionen auf den Elternkonflikt und den kognitiven
- 27 -
Defiziten im Sinne einer verminderten Aufmerksamkeitsleistung, eines
verlangsamten Arbeitstempos und einer erhöhten Ermüdbarkeit sowie
deren Exazerbation bei Leistungsdruck ausgewiesen wurde (vgl. hierzu
neuropsychologischer Abschlussbericht vom 28. Juli 2021 [Bf-act. 6]).
Soweit die Beschwerdegegnerin ferner vorbringt, eine Beschulung in der
Regelschule, allenfalls ergänzt durch niederschwellige Massnahmen, sei
auch mit Blick auf das Kindeswohl unproblematisch, ist ihr neben dem
bereits Ausgeführten entgegenzuhalten, dass auch dem Urteil des
Kantonsgerichts vom 28. Dezember 2021 entnommen werden kann, dass
die Beschwerdeführerin nach Wiedereintritt in die 6. Klasse der
Primarschule in F._ trotz eines Sondersettings (sie musste nicht alle
Hausaufgaben erledigen und nicht alle Prüfungen wurden bewertet) mit
Kopf- und Bauchschmerzen reagierte und sich überfordert und
ausgegrenzt fühlte (vgl. dortige E.1.2.3 [Bf-act. 2]; vgl. ferner Entscheid
der KESB G._ vom 6. September 2021 [edierte Akten Bb-act. 3]).
Insofern bewahrheitete sich die ungünstige Prognose der Fachpersonen
der Kinder-Reha Schweiz, wonach bei einer Rückkehr in die Regelklasse
ein Rückfall drohte (vgl. hierzu neuropsychologischer Abschlussbericht
vom 28. Juli 2021 [Bf-act. 6] und Schulbericht der Spitalschule vom
O._ 2021 [Bf-act. 7]) und dies trotz gewisser Sondermassnahmen. In
der Beschulung in der Regelklasse kann somit keine gleich geeignete,
aber kostengünstigere Alternative zur Beschulung in der Privatschule
H._ erblickt werden, auch wenn diese durch sonderpädagogische
Massnahmen ergänzt würde. Eine – wie von der Beschwerdegegnerin
moniert – krasse Rechtsungleichheit ist nicht auszumachen.
5.6. Insgesamt ergibt sich somit, dass es sich bei der Beschulung der
Beschwerdeführerin in der H._ Schule in I._ um eine
Kindesschutzmassnahme handelt, mit der eine Kindeswohlgefährdung
abgewendet werden soll.
- 28 -
6. Mit Blick auf die Kostentragung waren nach der bis zum 31. Dezember
2021 geltenden Fassung von Art. 63a Abs. 1 EGzZGB die Kosten für
Massnahmen primär von der betroffenen Person oder den Inhabern der
elterlichen Sorge zu tragen, soweit nicht Dritte zahlungspflichtig waren
(Abs. 1), und subsidiär vom Gemeinwesen, das für die öffentlich-rechtliche
Unterstützung zuständig ist, wobei die entsprechenden Bestimmungen
anwendbar sind (Abs. 2). Die angefochtene Verfügung mit dem
abschlägigen Kostenentscheid ist vorliegend am 23. November 2021, d.h.
noch unter Geltung des alten Rechts ergangen. Die Beschwerde datiert
vom 10. Januar 2022 bzw. die verbesserte Eingabe vom 24. Januar 2022.
Insofern stellt sich die Frage, welches Recht zur Anwendung gelangt.
6.1. Gemäss Art. 160 Abs. 1 EGzZGB, der sich in den
Übergangsbestimmungen im Schlussteil des EGzZGB unter dem Titel
Verfahrensrecht befindet, sind die Bestimmungen dieses Gesetzes auch
auf Verfahren anwendbar, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens rechtshängig
sind. In einem erst kürzlich ergangenen Urteil vom 8. Februar 2022 befand
das Kantonsgericht von Graubünden in einem Entscheid betreffend
Massnahmekosten, in dem der angefochtene Entscheid ebenfalls noch
unter dem bisherigen Recht ergangen und dagegen nach dem 1. Januar
2022 Beschwerde erhoben worden war, dass das neue Recht zur
Anwendung gelangt, weil der angefochtene Entscheid noch nicht in
Rechtskraft getreten sei (Urteil ZK1 22 5 vom 8. Februar 2022 E.3.4). Auf
den vorliegenden Fall angewendet, bedeutete dies, dass entgegen der
Auffassung der Beschwerdegegnerin grundsätzlich der neue, seit dem
1. Januar 2022 geltende Art. 63a EGzZGB Anwendung fände. Gemäss
dessen Abs. 3 EGzZGB hat die Gemeinde am zivilrechtlichen Wohnsitz
des betroffenen Kindes die Kosten von ambulanten und stationären
Kindesschutzmassnahmen zu tragen, soweit nicht Dritte zahlungspflichtig
sind, wenn ein Entscheid oder eine Empfehlung der Kindes- und
Erwachsenenschutzbehörde oder eines Gerichts oder eine durch die
- 29 -
Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde unterstützte Empfehlung einer
anderen Fachbehörde im Kindesschutz vorliegt. Wie bereits vorstehend
ausgeführt, haben die Inhaber der elterlichen Sorge sich neu im Umfang
des von der SKOS definierten Elternbeitrags, mindestens aber mit
CHF 10.-- pro Tag, an den Kosten der Kindesschutzmassnahmen zu
beteiligen. Sind die Eltern dazu wirtschaftlich nicht in der Lage, kommt das
Gemeinwesen für den Elternbeitrag auf, welches für die öffentlich-
rechtliche Unterstützung zuständig ist (Art. 63a Abs. 4 EGzZGB).
6.2. Das entsprechende "Merkblatt zur Finanzierung von Massnahmen im
Kindesschutz" vom 16. Dezember 2021 (nachfolgend Merkblatt 2021)
stellt eine Auslegeordnung der Geschäftsleitung der Kindes- und
Erwachsenenschutzbehörden KESB in Graubünden dazu dar. Es
präzisiert die drei alternativen Konstellationen für eine
Kostentragungspflicht des Gemeinwesens, die sind: 1. Die KESB ordnet
die Kindesschutzmassnahme an; 2. Sie empfiehlt eine solche; 3. Die
KESB unterstützt die Empfehlung einer anderen Fachbehörde im
Kindesschutz (S. 1). Als Letztere werden insbesondere ausgewiesene
Fachkräfte der folgenden Institutionen angesehen: Berufsbeistandschaft,
Schulpsychologischer Dienst Graubünden, Heilpädagogischer Dienst
Graubünden, Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden sowie
Kinderärztinnen und -ärzte (S. 4).
6.3. Sollte vorliegend bei der angeordneten Beschulung der
Beschwerdeführerin in der Schule H._ nicht ohnehin von einem
behördlichen bzw. behördenähnlichen Entscheid ausgegangen werden
(vgl. dazu Erwägungen 5.3 und 5.6), der die Sozialhilfebehörde mit Blick
auf die Übernahme der Massnahmekosten binden würde (BGE 135 V 134
E.3 ff.; Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2018 vom 19. Juni 2018 E.4.2),
läge hier eine Kindesschutzmassnahme vor, die – wie dargelegt – von
anderen Fachbehörden im Kindesschutz (insbesondere Fachpersonen
aus dem medizinischen und schulischen Bereich) empfohlen wird. Um
- 30 -
diese von der KESB unterstützt zu erhalten, sieht das Merkblatt 2021 ein
Verfahren mit schriftlicher Gesuchseinreichung unter Beilegung eines
Angebots der geplanten Durchführungsstelle, einer Begründung durch die
Fachbehörde, eine Darlegung der geprüften Alternativen sowie einer
inhaltlichen Prüfung durch die KESB in einem formellen Verfahren vor
(S. 3 f.). Diese Vorgehensweise ist im vorliegenden Fall
verständlicherweise nicht eingehalten worden, da im Zeitpunkt des
Erlasses der angefochtenen Verfügung noch das alte Recht anwendbar
war, das keine entsprechenden Vorgaben vorsah. Diese können demnach
nicht tel quel übernommen werden. Nichtsdestotrotz kann auch hier von
einer Unterstützung der Beschulung der Beschwerdeführerin in der
H._ Schule durch die KESB ausgegangen werden. So beantragte
bereits die Kindesvertreterin am 30. August 2021, dass die
Beschwerdeführerin im Sinne einer vorsorglichen
Kindesschutzmassnahme ab dem Schuljahr 2021/2022 in der H._
Schule in I._ zwecks Beschulung tagsüber unterzubringen ist. Die
KESB G._ verfügte dies zwar nicht ausdrücklich in ihrem Entscheid
vom 6. September 2021 (vgl. edierte Akten Bb-act. 3). Indem sie aber die
elterliche Sorge für die Beschwerdeführerin in den Aufgabenbereichen
Schule, Ausbildung und Berufswahl (inkl. Finanzierung) beschränkte und
der Beistandsperson diesbezüglich ein Vertretungsrecht einräumte, ist
aufgrund der dargelegten kindesschutz-rechtlichen und fachlich
begründeten Indikation zur Beschulung der Beschwerdeführerin in der
H._ Schule anzunehmen, dass sie dies mitgetragen hat. Andernfalls
wäre es angezeigt gewesen, dass sie selbst aufgrund ihrer eigenen
Abklärungen eine andere behördliche Anordnung (z.B. Unterbringung in
einer Schule einer anderen Gemeinde) getroffen hätte, was jedoch
unterblieben ist. Dass sich die KESB G._ explizit gegen die
Unterbringung der Beschwerdeführerin in der Privatschule ausgesprochen
hätte, lässt sich dem Entscheid vom 6. September 2021 entgegen der
Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht entnehmen. Vielmehr
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bestätigte die KESB G._ mit Schreiben vom 31. März 2022, dass sie
die Beschulung der Beschwerdeführerin in der Schule H._ in I._
unterstützt (vgl. edierte Akten Bb-act. 1 vom 4. April 2022). Insofern ist die
Kostentragungspflicht der Beschwerdegegnerin als Gemeinde, in der die
Beschwerdeführerin unbestrittenermassen ihren zivilrechtlichen Wohnsitz
hat, gestützt auf Art. 63a Abs. 3 EGzZGB zu bejahen.
6.4. Ohnehin wäre die Beschwerdegegnerin auch unter der Geltung des alten
Rechts gemäss aArt. 63a EGzZGB kostenpflichtig. In dem vom
Kantonalen Sozialamt und der Geschäftsleitung der KESB
ausgearbeiteten Merkblatt "Kostentragung von Massnahmen im Kindes-
und Erwachsenenschutz" vom 6. Juni 2019 (nachfolgend Merkblatt 2019)
wurden unter dem Titel "Kostentragung externer Massnahmen bzw.
Massnahmekosten im weiteren Sinn" in Ziff. III drei Konstellationen
umrissen: 1. InhaberIn der elterlichen Sorge bzw. betroffene Person
veranlasst die Inanspruchnahme externer Unterstützung (S. 9 f.), 2.
Vormund veranlasst die Inanspruchnahme externer Unterstützung (S. 11
f.) und 3. Behördliche Massnahmen (S. 12 f.). Die in Ziff. III/1
beschriebene Konstellation bestand dann, wenn gerade keine
Kindesschutzmassnahme ausgesprochen werden musste, weil die Eltern
von sich aus handelten und auf sie Verlass war (Merkblatt 2019,
Ziff. III/1.1, S. 9, mit Hinweis auf Art. 307 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 389 Abs. 1
ZGB). Auch wenn – wie bereits dargelegt – im vorliegenden Fall gute
Gründe für die Annahme der ersten, allenfalls in Analogie auch der zweiten
Konstellation sprechen, entspricht die von der Beschwerdegegnerin
vertretene Auffassung der letzten Variante.
Im Merkblatt 2019 wurde dazu vermerkt, dass die Kostentragungspflicht
im Fall der freiwilligen Inanspruchnahme externer Unterstützung nicht
ausdrücklich gesetzlich geregelt war (Merkblatt 2019, Ziff. I/7.2, S. 6, vgl.
demgegenüber Ziff. I/7.1: bei behördlichen Massnahmen kommt aArt. 63a
EGzZGB zum Tragen). Nichtsdestotrotz wurde im Merkblatt 2019 unter
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Ziff. III das konkrete Vorgehen auch für diese Konstellation beschrieben
und dabei die primäre Kostentragungspflicht der betroffenen Person bzw.
des/der Inhabers/in der elterlichen Sorge bestätigt. Erst wenn Letzteres
nicht möglich war, sprang – subsidiär – die Sozialhilfebehörde ein (vgl.
Merkblatt 2019, Ziff. III/1.1 und 1.2, S. 9). Die betroffene Person bzw. die
Eltern stellten in diesem Fall ein Gesuch um wirtschaftliche Unterstützung;
wenn die externe Unterstützung als notwendig erachtet wurde, erteilte die
Sozialhilfebehörde eine subsidiäre Kostengutsprache (Merkblatt 2019,
Ziff. III/1.2 [Vorgehen], S. 9 f.). Zwar durfte sie demnach im Sinne einer
sozialhilferechtlichen Qualitätskontrolle eine Eignungs-, Notwendigkeits-
und Angemessenheitsprüfung vornehmen. Dabei durfte sie sich jedoch
mangels eigener Fachkenntnisse nicht leichthin über die von den
involvierten Fachpersonen geäusserten Empfehlungen hinwegsetzen (vgl.
Empfehlungen der KOKES vom 24. April 2014, Der Einbezug von
Sozialhilfebehörden in die Entscheidfindung der Kindesschutzorgane,
S. 9; AFFOLTER/VOGEL, a.a.O., N. zu Art. 279 ff. zu Art. 307-327c ZGB;
AFFOLTER, Die Rolle des Erziehungsbeistandes bei der Finanzierung
ausserbehördlicher Kindesplatzierung, ZKE 2017, S. 159). Vorliegend
geht aus den Empfehlungen der involvierten Fachbehörden (vgl.
neuropsychologischer Abschlussbericht vom 28. Juli 2021 [Bf-act. 6],
Schulbericht der Spitalschule vom R._ 2021 [Bf-act. 7], Kurzprotokoll
Rundtischgespräch vom 22. April 2021 [Bf-act. 5], Gesuch um
Kostengutsprache vom 8. Oktober 2021 [Bf-act. 3, edierte Akten Bg-
act. 3]; vgl. dazu auch Erwägungen 5.4. und 5.5) klar hervor, dass die
Beschwerdeführerin einer Beschulung in einem kleinen Schulsetting
insbesondere mit einer engen Betreuung, einer vertrauensvollen
Ansprechperson, Flexibilität in der Gestaltung des Schulprogramms und
einer klaren Tagesstruktur bedarf, dass andere Alternativen geprüft
worden sind und dass die Beschulung der Beschwerdeführerin in der
H._ Schule im Interesse des Kindeswohls indiziert ist. Inwiefern
andere, gleichwertige und kostengünstigere Alternativen zum Schutz des
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Kindeswohls vorliegen würden, legt weder die Beschwerdegegnerin in
rechtsgenüglicher Weise dar noch ist dies – insbesondere aufgrund des
aufwändigen, alle involvierten Personen umfassenden Verfahrens zur
Suche einer Anschlusslösung nach dem Spitalaufenthalt – ersichtlich.
Auch in finanzieller Hinsicht scheint die Beschulung der
Beschwerdeführerin in der H._ Schule mit jährlichen Kosten für die
Primarstufe von CHF 10'368.-- bzw. für die Oberstufe von CHF 12'960.--
bis max. CHF 30'000.-- (vgl. hierzu Bf-act. 3) nicht von vornherein als
unangemessen. Insofern lag die kindesschutzrechtlich indizierte
Massnahme nicht im Gutdünken der Sozialhilfebehörde. Es liefe denn
auch dem Grundsatz der derogatorischen Kraft des Bundesrechts
entgegen, wenn eine bundesrechtliche Massnahme des
Kindesschutzrechts den kantonalen Bestimmungen zur öffentlich-
rechtlichen Unterstützung untergeordnet würde. Der Beschwerdegegnerin
stand somit keine Entscheidungsfreiheit zu. Vielmehr hat die
Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine ihrer Situation angemessene
Beschulung, die auch gemäss den Fachpersonen am besten in der
H._ Schule erfolgt. Zu entscheiden, welche Institution dem
Kindeswohl gerecht wird, liegt nicht im Ermessen der
Beschwerdegegnerin, weshalb sie für die entsprechenden Kosten
aufzukommen hat, soweit diese nicht anderweitig gedeckt sind.
6.5. Die Beschwerde erweist sich somit als begründet und ist gutzuheissen.
Die angefochtene Verfügung vom 23. November 2021 ist aufzuheben und
die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an die Gemeinde C._
zurückzuweisen.
7. Wird die Beschwerde gutgeheissen und die angefochtene Verfügung
aufgehoben, sind die Gerichtskosten gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Gründe, um davon abzuweichen, sind
nicht ersichtlich. Dabei erweist sich eine Staatsgebühr von CHF 1'000.--
(zzgl. Kanzleiauslagen) als angemessen (vgl. Art. 75 Abs. 2 VRG; vgl.
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VGU U 21 83 vom 11. Januar 2022 E.5). Der nicht anwaltlich vertretenen
Beschwerdeführerin steht praxisgemäss gestützt auf Art. 78 Abs. 1 VRG
kein Parteikostenersatz zu.