Decision ID: 376b1e3e-4d1b-4d87-ac04-80417a3064b7
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
war seit 2010
alleiniger
Gesellschafter und Geschäftsführer der
Y._
GmbH
und seit 2018 alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer der
Z._
GmbH
.
Im Mai 2019 gründete er die
A._
GmbH, deren alleiniger Gesellschafter er ist, und im Juli
2019 die
B._
GmbH, bei welcher er
alleiniger
Gesellschafter und Geschäftsführer
ist. Sodann gründete er im November 2020 die
C._
GmbH,
bei welcher er
alleiniger Gesellschafter
ist
(
www.zefix.ch
; vgl.
auch
Urk.
12/16/1
,
Urk.
13/2/2)
.
Die
B._
GmbH ist
als Arbeit
geberin
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
,
an
geschlossen
(
Urk.
12/4)
.
Mit Urteil vom
1.
Oktober 20
2
0
eröffnete
der Konkurs
richter des Bezirksgerichts Winterthur über die der
Y._
GmbH den Konkurs
(www.zefix.ch)
.
Am
4.
Februar 2021 beantragte
X._
bei der Ausgleichskasse
für seine Tätigkeit bei der
B._
GmbH
den Bezug einer Erwerbsausfallentschädigung gestützt auf die Verordnung über
Massnahmen
bei Erwerbsausfall im Zusammenhang mit dem
Coronavirus
(Covid-19; Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall)
für
Januar 2021 (
Urk.
12/15). Am 1.
März 2021 beantragte er zudem eine Entsc
hädigung für Februar 2021 (Urk.
12/19), am
1.
April 2021 für März 2021 (
Urk.
12/22)
, am 1.
Mai 2021 für April 2021 (
Urk.
12/25) und am
1.
Juni 2
021 für Mai 2021 (Urk.
12/29).
Die Aus
gleichskasse richtete
X._
für die Monate Januar bis März 2021 eine Erwerbsausfallent
schädigung aus (
Urk.
13/9, Urk.
13/11).
Mit Verfügung
en
vom 1
6.
Juni 2021 forderte
sie die
ausgerichtete Entschädigung für die Monate Januar bis März 2021
wieder
zurück (
Urk.
13/13-14
; vgl. auch
Urk.
12/32
)
. Mit Verfügung vom gleichen Tag wies sie den Antrag von
X._
auf eine Entschädigung für die Monate April und Mai 2021 ab (
Urk.
12/33). Die von
X._
gegen die Rückforderung erhobene Einsprache (
Urk.
12/40) wies die Ausgleichskasse mit
Einspracheentscheid
vom 2
8.
Juli 2021 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
mit Eingabe vom
8.
September 2021 Beschwerde und beantragte, es sei von einer Rückforderung der ausgerichteten Erwerbsausfallentschädigung abzusehen und es sei ihm auch für die Monate April bis Juli 2021 eine Entschädigung auszurichten (
Urk.
1). Am 1
6.
September 2021 teilte der Beschwerdeführer nach gerichtlicher Aufforderung (
Urk.
4
) seine Adresse mit (
Urk.
5
). Die Beschwerdegegnerin
beantragte mit Beschwerdean
t
wort
vom
6.
Okto
ber 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
14), was dem Beschwer
deführer mit Verfügung vom 1
2.
Okt
ober 2021 angezeigt wurde (Urk.
15).
Mit Eingabe vom 2
1.
November 20
21
(
Urk.
17) reichte der Beschwerdeführer die Steuerklärung der
B._
GMBH
für das Jahr
2019 ein (
Urk.
18).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin erklärte zur Begründung ihrer Rückforderung im Wesentlichen
(
Urk.
2,
Urk.
14)
, die
B._
GmbH sei ihr seit dem
1.
Juli 2019 als Arbeitgeberin angeschlossen. In ihre
r
Anmeldung habe sie angegeben, keine beitragspflichtigen Löhne auszurichten. Deshalb h
abe
sie im Jahr 2019 keine
Akontobeiträge
erhoben. Ihrer Aufforderung, eine Lohn
deklaration für das Jahr 2019 einzureichen, sei
die
B._
GmbH
in der Folge trotz Mahnungen vom
6.
März und 1
5.
April 202
0 sowie Bussen
verfügung vom 10.
Juni 2020 nicht nachgekommen. Mit Verfü
gung vom
2.
November 2020
habe
sie ermessenweise Lohnbeiträge auf die Lohnsumme von Fr. 30'000.
--
für die Zeit von Juli bis Dezember 2019 veranl
agt. Diese Beiträge seien am 8.
Dezember 2020 bezahlt worden. Auch die Lohndeklaration für das Jahr 2020 habe die
B._
GmbH
trotz Mahnungen sowie Bussenverfügung
bis heute
nicht eingereicht.
Sie h
abe
dem Beschwerdeführer für die Monate Januar bis März 2021 eine Ent
schädigung gestützt auf eine Jahreslohnsumme von Fr. 60'000.
zugesprochen. Dabei h
abe
sie sich auf die auf ein Jahr aufgerechnete Lohnsumme für das Jahr 2019 gemäss Schlussrechnung u
nd Veranlagungsverfügung vom 2.
November 2020 gestützt. Am
1.
Mai bzw.
1.
Juni 2021 sei eine Entschädigung für April bzw. Mai 2021 beantragt worden. Bei der Prüfung diese
r
Gesuch
e
h
abe
sie festgestellt, dass die Anspruchsvoraussetzungen für die Ausrichtung einer Entschädigung nicht gegeben gewesen seien. Für die Ermittlung des massgebenden durch
schnittlichen Einkommens werde auf das für das Jahr 2019 deklarierte AHV-pflichtige Erwerbseinkommen abgestellt. Vorliegend habe im Zeitpunkt der Aus
richtung der Entschädigung keine Lohndeklaration der
B._
GmbH für das Jahr 2019 vorgelegen. Entgegen ihrer anfänglichen Annahme sei in keiner Weise ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2019 das ver
anlag
t
e Einkommen von Fr. 30'000.-- (Monate Juli bis Dezember) oder überhaupt ein Einkommen erzielt gehabt habe. Daher seien die Voraussetzungen für die Ausrichtung der Entschädigung nicht gegeben. Die Lohndeklaration für das Jahr 2019 habe der Beschwerdeführer erst mit seiner Einsprache gegen die Rück
forderung vom
5.
Juli
2021 eingereicht. Diese Deklaration sei jedoch zu spät er
folgt, als dass gestützt darauf noch
eine
Corona-Erwerbsersatzschädigung
aus
gerichtet werden könnte
.
1.2
Der Beschwerdeführer wendete dagegen im Wesentlichen ein (
Urk.
1), es sei eine Lohndeklaration für das Jahr 2019 eingereicht worden. Gestützt darauf habe er Anspruch auf eine
Corona-Erwerbsersatzschädigung
.
2.
2.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Ver
fügung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 144 I 11 E. 4.3, 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a).
2.2
Die Beschwerdegegnerin hat mit dem angefochtenen
Einspracheentscheid
einzig über die Rückfor
derung der dem Beschwerdeführer
für
die
Monate Januar bis März 2021 ausgerichteten Erwerbsausfallent
s
chädigung entschieden. Der An
spruch des Beschwerdeführers auf eine Entschädigung ab dem
1.
April 2021 ist hingegen nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheides. Soweit der Beschwerdeführer die
Zusprache
von Leistungen ab dem
1.
April 2021 beantragt
,
ist daher auf die Beschwerde nicht einzutreten.
3.
3.1
Nach Art. 185 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV) kann der Bundesrat Verord
nungen und Verfügungen erlassen, um eingetretenen oder unmittelbar drohen
den schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicherheit zu begegnen. Solche Verordnungen sind zu befristen (und zwar auf [maximal] sechs Monate, vgl. Art. 7d Abs. 2
lit
. a des Regierungs- und Verwal
tungsorganisationsgesetzes, RVOG).
Gestützt auf dieses Notverordnungsrecht erliess der Bundesrat - nebst anderen Verordnungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, die sich teilweise (auch) auf das Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des
Menschen (
Epidemiengesetz
,
EpG
) stützten - am 20. März 2020 die Covid-19-Ver
ordnung Erwerbsausfall. Die Verordnung wurde rückwirkend per 17. März 2020
in Kraft gesetzt (Art. 11 Abs. 1 und 2 der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall vom 20. März 2020). Mit dem Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie vom
25. September 2020 (Covid-19-Gesetz) wurde rückwirkend per 17. September 2020
eine gesetzliche Grundlage für die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall geschaf
fen (Art. 15 in Verbindung mit Art. 21 Abs. 3 Covid-19-Gesetz). Seit ihrem In
krafttreten per 17. März 2020 wurde die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall vom Bundesrat mehrfach geändert.
3.2
3
.2.1
In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 130 V 445 E. 1.2.1). Weiter stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
3
.2.2
Vorliegend strittig ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Corona-Erwerbsentschädigung betreffend die Monate
Januar
bis März 2021 (
vgl. E. 2
). Es sind entsprechend die in den Monaten
Januar
bis März 2021 gültigen Bestimmungen anwendbar, und zwar in der jeweils im zu beurteile
nden Zeitraum gültigen Fassung.
Soweit nicht anders vermerkt, werden sie nachfolgend in dieser Fassung zitiert.
3
.3
3
.3.1
Gemäss Art. 2 Abs. 3 Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall sind
Selbständig
erwerbende
im Sinne von Art. 12 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungsrechts (ATSG) und Personen nach Art. 31 Abs. 3
lit
. b und
lit
. c des Bun
desgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenz
ent
schädigung (AVIG), welche im Sinne des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG) obligatorisch versichert sind, an
spruchsbe
rechtigt, wenn sie:
a)
ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie unterbrechen müssen; und
b)
einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden.
3
.3.2
Gemäss Art. 2 Abs. 3
bis
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall sind
Selbständig
erwerbende
im Sinne von Art. 12 ATSG und Personen nach Art. 31 Abs. 3
lit
. b und
lit
. c AVIG, welche im Sinne
des
AHVG obligatorisch versichert sind, an
spruchsberechtigt, wenn:
a)
ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie massgeblich eingeschränkt ist;
b)
sie einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden; und
c)
sie im Jahr 2019 für diese Tätigkeit ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen von mindestens Fr. 10'000.-- erzielt haben; diese Voraussetzung gilt sinnge
mäss, wenn die Tätigkeit nach dem Jahr 2019 aufgenommen wurde; wurde die Tätigkeit nicht während eines vollen Jahres ausgeübt, so gilt diese Vor
aus
setzu
ng proportional zu deren Dauer.
Gemäss
Art.
2
Abs.
3
ter
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
in der vorliegend anwendbaren Fassung
galt die Erwerbstätigkeit als massgeblich eingeschränkt, wenn pro Monat eine Umsatzeinbusse von mindestens
40
%
im Vergleich zum durchschnittlichen monatlichen Umsatz der Jahre 2015–2019 vorliegt. Wurde die Tätigkeit nach 2015 und vor 2020 aufgenommen, so ist der Durchschnitt der entsprechenden Erwerbsdauer massgebend. Personen, die ihre Erwerbstätigkeit nach dem Jahr 2019 aufgenommen haben, müssen nachweisen, dass pro Monat eine Umsatzeinbusse von mindestens
40
%
im Vergleich zum durchschnittlichen Umsatz von mindestens drei Monaten vorliegt; massgebend ist der Durchschnitt der drei Monate mit den höchsten Umsätzen.
3
.3.3
Gemäss
Art.
5
Abs.
1 Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall beträgt das Taggeld 80
%
des durchschnittlichen Erwerbseinkommens, das vor Beginn des Anspruchs auf die Entschädigung erzielt wurde, wobei gemäss
Abs.
2 derselben Bestimmung für die Ermittlung des Einkommens
Art.
11
Abs.
1 des Erwerbsersatzgesetzes
(EOG)
sinngemäss anwendbar ist.
Nach Art. 11 Abs. 1 EOG bildet das Einkommen, von dem die Beiträge nach dem AHVG erhoben werden, die Grundlage für die Ermittlung des durchschnittlichen vordienstlichen Erwerbseinkommens.
Gemäss
Rz
. 1069.1 in Verbindung mit
Rz
. 1067 des
Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV)
über die Entschädigung bei Massnahmen zur Bekämpfung des
Coro
navirus
- Corona-Erwerbsersatz (
KS CE; Stand
1
9.
März 2021) wird für
die Ermittlung des
mass
gebenden
durchschnittlichen Einkommens
von Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung
auf das für das Jahr 2019 deklarierte AHV-pflichtige Erwerbseinkommen abgestellt.
Wurde das Einkommen in weniger als einem Jahr erwirtschaftet, er
folgt die Umrechnung des Einkommens auf den Tag entsprechend dieser Erwerbs
dauer (BGE 133 V 431). Diese Erwerbsdauer muss
belegt werden
.
Verwaltungsweisungen, wie etwa Wegleitungen oder Kreisschreiben, richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entscheidung aber berücksichtigen, sofern
sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwend
baren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzes
anwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 146 V 224 E. 4.4.2, 141 V 365 E. 2.4 mit Hinweisen).
3
.4
Unrechtmässig ausgerichtete
Corona-Erwerbsausfallentschädigungen
können zurückgeforder
t werden (
Art.
1
Abs.
1 Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall in Verbindung mit
Art.
25
Abs.
1 Satz 1,
ATSG), falls die Voraussetzungen für ein revisions- oder wiedererwägungsweises Zur
ückkommen auf die ursprüngliche
Verfügung (oder formlose L
eistungszusprechung; vgl.
Art.
8
Abs.
5 Covid-19-Verordnung E
r
werbsausfall
) gemäss
Art.
53 ATSG erfüllt sind (BGE 138 V
324 E.
3.1).
Gemäss
Art.
53
Abs.
1 ATSG
müssen
formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide
in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen ent
deckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war. Gemäss
Abs.
2 kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Ver
fügungen oder
Einspracheentscheide
zurückkommen, wenn diese zweifellos un
richtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist.
Voraus
gesetzt ist, dass kein vernünftiger Zweifel an der Unrichtigkeit der Verfügung möglich, also nur dieser einzige Schluss den
kbar ist
. Dieses Erfordernis ist in der Regel erfüllt, wenn eine
Leistungszusprache
aufgrund falscher Rechtsregeln er
folgt ist
oder
wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden
(
Urteile
des Bundesgerichts
9C_418/
2010
vom 29.
August 2011 E. 3.2 und
9C_575/2
007 vom 1
8.
Oktober 2007 E. 2.2,
je mit Hinweisen)
.
4.
4.1
4.1.1
Die
B._
GmbH ist seit
dem
1.
Juli 2019 als Arbeitgeber
in
der Beschwerdegegnerin angeschlossen (
Urk.
12/4). Auf ihrer Anmeldung hatte sie angegeben, keine AHV-pflichtigen Löhne auszubezahlen (
Urk.
12/3). Anfangs 2020 unterliess es die
B._
GmbH für das Jahr 2019
eine Lohndeklaration einzureichen (
vgl.
Art.
36
der Verordnung über die Alters-
und
Hinterlassenenversicherung
, AHVV
), weshalb sie von der Beschwerdegegnerin am
6.
März 2020 – nochmals – aufgefordert wurde, eine Lohndeklaration einzu
reichen (
Urk.
12/5).
Weil
die
B._
GmbH dieser Aufforderung nicht nachkam, wurde
sie am 1
5.
April 2020 gebühr
enpflichtig gemahnt (
Urk.
12/6) und am 1
0.
Juni 2020 erliess die Beschwerdegegnerin
eine Ordnungs
busse (
Urk.
12/8). Da die
B._
GmbH auch in der Folge keine Lohndeklaration einreichte, verfüg
te die Beschwerdegegnerin am 2.
November 2020
für das Jahr 2019
Beiträge gestützt auf ein beitragspflichtiges Einkommen von Fr. 30'000.-- (
Urk.
12/11). Diese Veranlagung blieb unangefochten
(vgl. auch
Rz
. 2147 ff.
der Wegleitung über den Bezug der Beiträge in der AHV, IV und EO
;
WBB)
und die Beiträge wurden bezahlt (vgl. Ur
k.
14)
.
Auch für das Jahr 2020 reichte die
B._
GmbH keine Lohndeklaration ein, weshalb die Beschwerdegegnerin am 1
7.
September 2021 für das Jahr 2020 eine Lohnsumme von Fr. 60'000.-- veranlagte (
Urk.
12/65).
4.1.2
Am
9.
März 2021 richtete die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer für die Zeit vom
1.
Januar bis 2
8.
Februar 2021 eine
Corona-
Erwerbsausfall
entschädigung gestützt auf eine
n
Tagesansatz von Fr. 133.60 aus
(
Urk.
13/9)
,
ent
sprechend
einem Jahreseinkommen von Fr. 60'000.
--
(Fr. 60'000.
:
360 = Fr. 166.65; Fr. 167.
--
x 0,8 = Fr. 133.60)
. Dieses Einkommen ergab sich aus de
r
von der Beschwerdegegnerin
mit Verfügung vom
2.
November 2020 (
Urk.
12/11)
für
das zweite Halbjahr 2019 v
eranlagten Lohnsumme von Fr. 30’
000.--
, welche auf ein Jahr
eseinkommen aufgerechnet wurde
(vgl. E. 3.3.3)
. Am 1
2.
April 2021 richtete die Beschwerdegegnerin gestützt auf den gleichen Tagessansatz eine Ent
schädigung für März 2021 aus (
Urk.
13/11).
4.2
Der Beschwerdeführer
ist
– wie dargelegt -
Gesellschafter und Geschäftsführer der
B._
GmbH
, welche im
Juli 2019 gegründet wurde (Urk.
12/16/1)
. Er gilt daher als Person im Sinne Art. 31 Abs. 3
lit
. c AVIG, das heisst als Person
die Entscheidungen des A
rbeitgebers bestimmen oder mass
geblich be
einflussen
kann.
Wie dargelegt (E. 3.3.3)
,
bildet
grundsätzlich
das Einkommen
des Jahres 2019
,
von dem die Beiträge nach dem AHVG
erhoben w
u
rden
,
Grundlage für die Berechnung der Corona-Erwerbsausfallentschädigung
. Die Beschwerdegegnerin
hat
te
zwar am 2.
November 2020 (
Urk.
12/11) verfügt, welche Beiträge die
B._
GmbH für das Jahr 2019 zu leisten
hat
. Da dies aber nicht gestützt auf eine Lohndeklaration erfolgt
e
, konnten die verfügten Lohn
beiträge – noch - keinem konkreten Arbeitnehmer
und somit auch nicht dem Beschwerdeführer zugeordnet werden.
Dasselbe gilt für die Lohnbeiträge 2020 (
Urk.
12/65).
Das heisst, die Beschwerdegegnerin richtete dem Beschwerdeführer
für die Monate Januar bis März 2021
eine Entschädigung aus
(
Urk.
13/9,
Urk.
13/11)
, ohne dass ein AHV-pflichtiges
Einkommen für seine Erwerbstätigkeit für die
B._
GmbH
deklariert worden wäre.
Die Ausrichtung der Entschädigung war gestützt auf die damalige Aktenlage, welche für die Beurteilung der Wiedererwägungsvoraussetzungen massgebend ist (Urteil des Bundesgerichts 9C
_544/2018 vom
5.
Februar 2019 E.
6.2.1), daher zweifellos un
richtig.
4.3
Auch aus der
aktuellen Aktenlage
kann der Beschwerdeführer
keinen Anspruch auf eine
Corona-
Erwerbsausfallentschädigung ableiten.
Er hat
zwar im Rahmen des
Einspracheverfahrens
gegen die Rückforderungsverfügung vom
1
6.
Juni
2021
eine Lohndeklaration der
B._
GmbH
betreffend das Jahr 2019 eingereicht
(
Urk.
12/3
9
; vgl.
Urk.
13/13-14)
,
gemäss
welcher im
Jahr
2019 Löhne in Höhe von Fr. 18’
000.
--
an
ihn
ausbezahlt worden seien
und gestütz
t
auf welche die Beschwerdegegnerin eine neue Beitragsabrechnung für das Jahr 2019 erliess (
Urk.
12/57)
. Die Lohndeklaration der
B._
GmbH steht jedoch
im Widerspruch zu den weiteren von ihr bzw. dem Beschwerdeführer gemachten Angaben. So hatte der Beschwerdeführer bei seiner Anmeldung zum Bezug einer Corona-Erwerbsersatzentschädigung angegeben, er
habe
gemäss Lohnausweise 2019 einen
AHV
-pflichtigen Jahreslohn Fr. 117'000.--
bezogen
(
Urk.
12/15/4,
Urk.
12/19/4,
Urk.
12/22/4). Aus der vom B
eschwerdeführer im B
eschwerde
verfahren
eingereichten Steuererklärun
g der
B._
GmbH ergeben sich
für das Jahr
2019
in
s
gesamt
AHV-pflichtige Löhne in Höhe von
Fr. 60'750.--
(
Urk.
18)
.
Die
eingereichte
Lohndeklaration umfasste hingegen lediglich die – angeblich – an den Beschwerdeführer ausgerichteten Fr. 18'000.
.
Der Beschwerdeführer bzw. die
B._
GmbH machte
n
jedoch nicht nur widersprüchliche Angaben zur Höhe des Einkommens des Beschwerde
führers, sondern auch ni
cht nachvollziehbare Angaben zum geltend gemachten
Umsatzrückgang
der
B._
GmbH
. Der Beschwerdeführer hatte bei seinen Anmeldungen angegeben, dass
die
B._
GmbH
im Jahr 2019 einen Umsatz von Fr. 62'056.
--,
in den Monaten Januar bis März 2021
hingegen
gar keinen Umsatz mehr erzielt habe
(
Urk.
12/15/2,
Urk.
12/19/2,
Urk.
12/22/2)
.
Es erscheint
nachvollziehbar
, dass die
B._
GmbH
aufgrund der in den Monaten Januar bis März 2021 in Kraft gewesenen behördlich angeordneten Massnahmen zur
Bekämpfung der Covid-19-Epidemie
einen gewissen Umsatzrückgang zu erleiden hatte
, auch wenn sich aus dem Bau
index Schweiz für das
1.
Quartal 2021 sowohl gegenüber dem Vorquartal, dem Vorjahresquartal als auch gegenüber dem
1.
Quartal 2019
ein
Anstieg des Index
ergibt (
Bauindex
Schweiz,
1.
Quartal 2021,
https://baumeister.swiss/baumeister-5-0/konjunktur-statistiken/bauindex/
aufgerufen am 1
6.
Februar 2022). Ein totaler Umsatzausfall, welcher gemäss Angaben des Beschwerdeführers
zudem
auch in den Monaten
April bis August
hätte andauern sollen
(
Urk.
12/25/2,
Urk.
12/29/2,
Urk.
12/34/2
,
Urk.
12/47
/
2
,
Urk.
12/58/2)
, ist
hingegen
auszu
schliessen oder zwingt zur Schlussfolgerung
,
dass der Umsatzrückgang durch andere Umstände
als die
behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie
begründe
t
war.
4.4
Nach dem Gesagten
war
die Ausrichtung der Corona-Erwerbsausfall
entschädigung
an den Beschwerdeführer betreffend seine Tätigkeit für die
B._
GmbH
für die Monate Januar bis März 2021
im Ausrichtungs
zeitpunkt
zweifellos unrichtig. Da im Übrigen auch gestützt auf die aktuelle Aktenlage
weder
ein AHV-pflichtiges Einkommen des Beschwerdeführers für das Jahr 2019 noch eine
relevante Umsatzeinbusse der
B._
GmbH
in den Monaten Januar bis März 2021
erstellt sind, ist ein Anspruch des Beschwerdeführer
s
auf eine Erwerbsausfallentschädigung
für die Monate Januar bis März 2021
nicht ausgewiesen. Aufgrund der
äusserst widersprüchlichen An
gaben
des Beschwerdeführers und der
B._
GmbH
sind
v
on weiteren Abklärungen keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse
mehr
zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (antizipierte Beweis
würdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 mit Hinweisen
).
5.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist, soweit überhaupt darauf einzutreten ist
(vgl. E. 2)
, abzuweisen.