Decision ID: c282fced-c9f8-4203-bdda-0d4cec681d3b
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1973, war seit April 1999 als Bauarbeiter bei der
Y._
AG tätig und über diese bei der Suva obligatorisch unfallversichert, als er sich am 2
1.
November 2014 bei einem Treppensturz am rechten Fussgelenk verletzte (
Urk.
9/1).
Die Suva stellte a
m 2
3.
Oktober 2017 die bis dahin erbrachten Leistungen per 3
1.
Januar 2018 ein (
Urk.
9/185), und mit Verfügung vom 1
0.
November 2017 sprach sie dem Versicherten eine Integritätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 15
%
zu
und verneinte bei einem Invaliditätsgrad von 6.31
% einen Rentenanspruch (
Urk.
9/199).
Dagegen erhob der Versicherte am 1
4.
Dezember 2017 Einsprache (
Urk.
9/207).
Die Suva nahm nach einer Rückfallmeldung vom
2.
Mai 2018 (
Urk.
9/215) die Taggeldzahlungen
ab
1.
April 2018
wieder auf (
Urk.
9/229), und stellte
diese am 2
0.
November
2018
ab
3.
Dezember 2018
wiederum ein (
Urk.
9/252). Der Versi
cherte nahm am 1
4.
Dezember 2018 dazu Stellung (
Urk.
9/258).
Mit
Einspracheentscheid
vom 1
6.
Januar 2019
hiess
die Suva die Einsprache
insoweit gut, als sie den Integritätsschaden nunmehr mit 20
%
bezifferte
(Urk.
9/259 =
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
6.
Januar 2019 (
Urk.
2) erhob der Versi
cherte am 1
8.
Februar 2019 Beschwerde und beantragte, dieser sei aufzuheben, der Sachverhalt sei mittels Gutachten abzuklären und es
sei
alsdann neu über die Ansprüche (Rente, Integritätsentschädigung) zu entscheiden (
Urk.
1 S. 2 Mitte
Ziff.
1).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom
3.
April 2019 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
3.
Juli 2019 (
Urk.
11) wurde das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtsvertretung (vgl.
Urk.
1 S. 2 Mitte
Ziff.
2) mangels Substantiierung abgewiesen.
Am 1
7.
Oktober 2019 erstattete der Beschwerdeführer eine Replik (
Urk.
15) und am 1
3.
November 2019 erstattete die Beschwerdegegnerin eine Duplik (
Urk.
18)
, die dem Beschwerdeführer am 1
4.
November 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
19).
3.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit rechtskräftiger Verfügung vom 1
3.
April 2018 einen Leistungsanspruch
,
und trat auf eine erneute Anmeldung mit Verfügung vom 2
1.
November 2018 nicht ein. Über die dagegen am hiesigen Gericht erhobene Beschwerde
wurde
mit Urteil vom heutigen Tag im Verfahren Nr. IV.2019.00023 entschieden.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 2
1.
November 2014 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medi
zinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.3
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schä
digung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs
3.
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden ange
messen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus,
die zur Invaliditätsbemessung verwendeten Dokumentationen über Arbeitsplätze (DAP) stimmten mit der kreisärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung überein, und der Invaliditätsgrad von 5.84
%
sei zutreffend
ermittelt worden (S. 5
Ziff.
2). Die
kreisärztliche Bemessung des Integritätsschadens mit 20
%
sei ebenfalls zutref
fend, so dass die Einsprache diesbezüglich teilweise gutzuheissen sei (S. 6
Ziff.
3 am Ende).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
die kreisärztliche Beurteilung weise näher genannte Mängel auf und die Beurteilun
gen aus behandelnder Sicht divergierten davon (S. 4 ff.
Ziff.
12 ff.). Bei der Invaliditätsbemessung sei aus näher genannten Gründen auf die Lohnstruktur
erhe
bung des Bundesamtes für Statistik (LSE) und nicht auf die DAP abzustellen (S. 7 ff.
Ziff.
24 ff.). Auch die kreisärztliche Schätzung des Integritätsschadens sei
aus
näher genannten Gründen mangelhaft (S. 12 ff.
Ziff.
41 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist,
wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit, der Invaliditätsbe
messung und dem Integritätsschaden verhält.
3.
3.1
Die Ärzte der Fuss-Sprechstunde der Universitätsklinik
Z._
nannten in ihrem Bericht vom 2
8.
November 2014 (
Urk.
9/10) über die am Unfalltag (2
1.
November 2014) nach notfallmässiger Selbstzuweisung erfolgte Konsultation folgende Diagnose (S. 1 Mitte):
-
Avulsionsfraktur
Malleolus
lateralis
rechts bei OSG-Distorsionstrauma am 2
1.
November 2014 bei
-
Status nach Fusstrauma rechts vor mehreren Jahren
Der Patient sei auf einer Baustelle aus rund 1 m Höhe gestürzt und habe sich ein
Distorsionstrauma des rechten o
beren Sprunggelenks (OSG) zugezogen (S. 1).
3.2
PD
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, nahm am 1
9.
Juni 2015 eine
subtalare
und
cal
c
aneocuboidale
Arthrodese
mit Interposition von
allogenem
Knochenersatz
material vor (
Urk.
9/37)
,
und nannte im Bericht vom 2
3.
Juni 2015 (
Urk.
9/38) über die vom 1
8.
bis 2
3.
Juni 2015 erfolgte
Hospitalisation
folgende Diagnose (S. 1 unten):
-
posttraumatische, verfrühte,
subtalare
und
calcaneocuboidale
Arthrose rechts bei Status nach
Calcaneusfraktur
und
Talusfraktur
rechts infolge schwerer Distorsion am rechten Fuss am 2
1.
November 2014
Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bis zur in 6 Wochen vorgesehe
nen Nachkontrolle (S. 2 unten).
Nach am
4.
August 2015 erfolgter Nachkontrolle führte er aus, der Verlauf sei soweit regel
recht, wenn auch radiologisch noch keine vollständige knöcherne Konsolidation erkennbar sei (
Urk.
9/47 oben).
Nach am 2
0.
November 2015 erfolgter Nachkontrolle führte er aus, angesichts des Verlaufs und der doch starken Beschwerden des Patienten ohne wesentliche Besserung sei eine Revisionsoperation zu planen (
Urk.
9/62 S. 2 oben).
3.3
Dr.
med.
B._
, Oberarzt Fusschirurgie,
Klinik
C._
, nannte im Bericht vom
4.
Februar 2016 (
Urk.
9/68) über die gleichentags im Hinblick auf eine Zweitmeinung erfolgte Konsultation folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
Verdacht auf
Pseudarthrose
Subtalargelenk
und
Calcaneocuboidal
-Gelenk bei Status nach posttraumatischer
subtalarer
und
calcan
eo
cuboidaler
Arthrose bei Fraktur am 2
1.
November 2014 rechts
-
Status nach
Arthrodese
Fuss rechts am 1
9.
Juni 2015
3.4
PD
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.2) nahm am 1
8.
März 2016 die geplante Opera
tion (Re-
Arthrodese
und
Osteosynthesematerialentfernung
) vor (
Urk.
9/85)
,
und nannte im Bericht vom 2
4.
März 2016 über die vom 1
8.
bis 2
1.
März 2016 erfolgte
Hospitalisation
(
Urk.
9/84) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Status nach
Arthrodese
subtalar
und
calcaneocuboidal
Fuss rechts bei
-
posttraumatischer
subtalarer
und
calcaneocuboidaler
Arthrose rechts bei
-
Status nach
Calcaneusfraktur
und
Talusfraktur
rechts infolge schwerer Distorsion rechter Fuss am 2
1.
November 2014
Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 1
8.
März bis
1.
Mai 2016 (S. 2 Mitte).
Nach am 1
1.
Mai 2016 erfolgter Nachkontrolle führte er aus, verglichen mit der erst
maligen Operation zeige der Patient in der Frühphase der postoperativen Zeit eine doch deutlich bessere
Durchbauung
der
subtalaren
und
calcaneocuboi
dalen
Gelenkzonen (
Urk.
9/88 S. 1 unten).
Am 2
0.
Januar 2017 nahm PD
Dr.
A._
eine
Osteosynthese
materialentfernung
(OSME) vor (
Urk.
9/128).
Nach am
3.
Februar 2017 erfolgter Nachkontrolle bezeichnete er den Verlauf als soweit ordentlich (
Urk.
9/127 unten).
Nach am 1
7.
März 2017 erfolgter Nachkontrolle hielt er klinisch radiologisch soweit stabile Verhältnisse fest, der
Durchbau
sei erfolgt (
Urk.
9/137 S. 2).
Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 2
0.
bis 2
6.
Februar 2017, von 75
%
vom 2
7.
Februar bis 1
2.
März 2017, von 50
%
vom 1
3.
bis 2
6.
März 2017 und von 25
%
vom 2
7.
März bis
9.
April 2017 (
Urk.
9/138).
3.5
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte mit Bericht vom 1
8.
April 2017
(Urk. 9/143/1)
aus, der Patient habe laut eigenen Angaben ab 28.
Februar 2017 auf Weisung des Vorgesetzten wieder voll gearbei
tet. Am 10.
März 2017 sei der rechte Fuss wieder stark geschwollen und schmerz
haft geworden, weshalb er ab 1
4.
März 2017 wieder zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei
(
Ziff.
2).
3.6
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte im Bericht vom 1
7.
Juli 2017 (
Urk.
9/157) über die gleichentags erfolgte Konsultation aus, die anhaltenden Schmerzen seien für ihn einerseits neuropathisch über dem Narben
bereich, daneben aber durchaus somatoform (S. 2).
Im Bericht vom 1
4.
August 2017 (
Urk.
9/160 =
Urk.
9/161/2-3) über die gleichen
tags erfolgte Untersuchung nannte
Dr.
E._
folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
Pseudoarthrose
calcaneo-cuboidal
rechts
-
neuropathische Narbenschmerzen rechts
-
Status nach
Subtalar
- und
Calcaneo-cuboidal-Arthrodese
vom 1
9.
Juni 2015
-
Status nach Re-
Arthrodese
rechts vom 1
8.
März 2016
Er führte aus, bei
Pseudarthrose
mit hier doch deutlichen Schmerzen scheine die Indikation für eine erneute Re-Operation durchaus gegeben (S. 1 unten).
3.7
Kreisarzt
Dr.
med.
F._
, Facharzt f
ür Chirurgie, berichtete am 26.
September 2017
über
die gleichentags erfolgte Untersuchung (
Urk.
9/174).
Er führte aus, die Tätigkeit als Bauarbeiter sei nicht mehr zumutbar. Zu 100
%
möglich wäre eine körperlich leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeit mit
kurz
streckig
Gehen oder auch teilweise Stehen; Treppensteigen nur ausnahmsweise; ohne Leitern und Gerüste und ohne langes Gehen oder Gehen auf unebenem Gelände (S. 7 oben).
Da der Versicherte eine weitere Operation ablehne, sei nicht zu erwarten, dass durch weitere medizinische Massnahmen noch eine erhebliche Besserung eintre
ten werden (S. 7 Mitte).
Den Integritätsschaden bezifferte er mit 15
%
(
Urk.
9/175).
3.8
PD
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.2)
führte im Bericht vom 2
3.
Januar 2018 (
Urk.
9/213) über die am 1
2.
Januar 2018 erfolgte Konsultation aus, weiterhin bestünden die
unveränderten Schmerzen, welche vor allem vom
calcaneo-cuboidalen
Gelenk herrührten und wahrscheinlich auch durch eine Überlastung des oberen Sprunggelenks verursacht seien (S. 1). Die
Beschwerden des Patienten
seien in der Untersuchung eindeutig nachvollziehbar.
Die Bemessung der Invali
dität mit 2
%
- richtig: 6
%
(Verfügung vom 1
0.
November 2017; Urk.
9/199) - sei nicht nachvollziehbar (S. 1 unten).
3.9
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Chirurgie, erstattete am 1
9.
Februar 2018 eine Stellungnahme zuhanden des Beschwerdeführers (
Urk.
3/4), die der Beschwerdegegnerin im
Ent
scheidzeitpunkt
allerdings nicht vorlag. Er bezifferte den Integritätsschaden aus näher genannten Gründen (S. 6 ff.) auf 15
%
für die
subtalare
Arthrodese
und 10
%
für eine Fusswurzel-Arthrose
Chopart
, mithin gesamthaft 25 % (S. 10
Ziff.
7b).
Mit dem kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofil erklärte er sich einverstanden (S. 11
Ziff.
8).
3.10
PD
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.2)
nannte im Bericht vom 2
0.
August 2018 (Urk.
9/2-3) über die am 1
7.
August 2018 erfolgte Verlaufskontrolle die folgen
den, hier verkürzt angeführten Diagnosen (S. 1):
-
Pseudarthrose
calcaneocuboidal
rechts
-
ossäres
Impingement
subfibulär
rechts
-
Status nach
Revisionsarthrodese
subtalar
und
calcaneocuboidal
rechts am 1
8.
März 2016
-
Fasziitis
plantaris
rechts
Er führte aus, die Beschwerden des Patienten hätten in kein
erlei
Weise geändert (S. 1 unten).
3.11
Kreisärztin med.
pract
.
H._
, Fachärztin für Chirurgie, führte im Bericht vom 1
5.
November 2018 (
Urk.
9/251) über die am 1
3.
November 2018 erfolgte Untersuchung aus, subjektiv gebe der Versicherte weiterhin bestehende Ruhe
schmerzen mit belastungsabhängiger Progredienz an, er beklage zudem eine dauerhafte Schwellneigung beziehungsweise sogar Schwellung des rechten Fusses. Er sehe sich aufgrund der Beschwerden und Einschränkungen für kein
erlei
Tätigkeit arbeitsfähig (S. 8 unten). Er gebe an, dass sich subjektiv seit der kreis
ärztlichen Untersuchung im September 2017, also seit weit über einem Jahr, keinerlei Änderung ergeben habe (S. 9 oben).
Objektiv seien die Befunde ähnlich, wie
Dr.
F._
sie am 2
6.
September 2017 (vgl. vorstehend E. 3.7) erhoben habe. Be
züglich
der Umfangmasse bestehe weiterhin eine Muskelhypotrophie rechts
,
und es ergäben sich ähnliche Differenzwerte
,
wie
Dr.
F._
sie habe erheben können. Damals wie heute
seien
Hauttemperatur und Kolorit unauffällig
(S. 9 oben)
.
Von fortgesetzter Behandlung sei nicht mehr überwiegend wahrscheinlich eine mindestens namhafte Besserung betreffend den unfallbedingten Gesundheitszu
stand zu erwarten. Dies zeige auch der Verlauf seit 1 1⁄4 Jahren, in denen der Patient unveränderte Befunde und Beschwerden angebe
. A
uch
seien
die von
Dr.
D._
,
Dr.
A._
und kreisärztlich erhoben klinischen Befunde im Wesent
lichen unverändert. Insofern dürfe der administrative Fallabschluss empfohlen werden (S. 9
Ziff.
1).
Die
anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung festgehalte
ne
Medikation sollte übernommen werden, ebenfalls ein- bis zweimal jährlich Kontrollen, zur Kon
trolle und Abgabe der Analgesie, sowie die Schuhversorgung mit Abrollrampe (S. 9
Ziff.
1.2).
Als Zumutbarkeitsprofil nannte sie das von Kreisarzt
Dr.
F._
festgelegte (S. 9
Ziff.
3).
3.12
In der Beurteilung des Integritätsschadens vom 1
5.
November 2018 (
Urk.
9/250) nannte Kreisärztin
H._
als Befund eine
Pseudoarthrose
calcaneo-cuboidal
rechts
m
it belastungsabhängig progredienter Beschwerdehaftigkeit
(S. 1
Ziff.
1).
Sie führte aus,
Kreisarzt
Dr.
F._
habe im September 2017 den Integritätsscha
den mit 15
%
beurteilt, dies analog zur USG-
Arthrodisierung
, was beim Versi
cherten vorliege (S. 1
Ziff.
3).
Gewisse Veränderungen seien auch in den angrenzenden Gelenken zu erkennen, insofern erschein
e
hier eine leichte Anpassung notwendig, wozu jedoch ein Quer
vergleich auch mit Suva-Tabelle 4
(
Integritätsschaden bei einfachen oder kombi
nierten Zehen-, Fuss- und Beinverlusten) herangezogen werden müsse. So sei eine Amputation nach
Chopart
mit 20
%
bewertet, ein Verlust des gesamten Fusses mit 30
%
(S. 1 unten). Der Versicherte scheine doch wesentlich besserge
stellt als jemand mit einem Verlust des ganzen Fusses, zumal derartige Situatio
nen häufig auch mit neuropathischem Schmerz einhergingen und zudem auch Probleme eher die Regel als die absolute Ausnahme seien (S. 1 f.). Insofern scheine gesamthaft für die Situation am rechten Fuss inklusive OSG, USG und Fussgelenk eine Integritätsentschädigung in Höhe von 20
%
gerechtfertigt (S. 2 oben).
3.13
Kreisärztin
H._
wies
in ihrer Stellungnahme vom 1
8.
März 2019 (
Urk.
8)
darauf hin, dass ihre Beurteilung des Integritätsschadens (vorstehend E. 3.12) nach der
jenigen durch
Dr.
G._
(vorstehend E. 3.9) erfolgt sei (S. 6 Mitte).
Entgegen seine
n
Annahmen entspreche aber der Gesamtintegritätsschaden nicht einfach einer Addition der ermittelten Werte an einzelnen Gelenken. Es müsse und dürfe eine Gesamtwürdigung durch Quervergleich mit anderen Positionen
nach Anhang 3 UVV und unter Berücksichtigung der resultierenden Wechselwir
kung der Einzelschäden auf funktioneller Ebene erfolgen. Es sei somit keineswegs so, dass eine
Chopart
-Arthrose oder auch
Chopart-Arthrodese
die Situation der USG-
Arthrodese
derart verändere, dass sich die Werte addierten
(S. 6)
.
Daher sei es durchaus legitim einen Quervergleich heranzuziehen
. S
o werde regelhaft auch bei Verletzungen an beiden unteren Extremitäten mit Einschrän
kungen beispielsweise der Gehfähigkeit der Quervergleich mit
Paraplegikern
hergestellt (S. 6 unten).
So sei beispielsweise nachvollziehbar, dass eine untere Extremität, also ein gesamtes Bein, niemals einen höheren Integritätsschaden als 50
%
erhalten könne, obwohl einzelne Arthrosen zum Beispiel des Knies (schwere
Pangonarth
rose
, z.B. 40
%
) und schwere Panarthrose OSG/USG (40
%
) vorliegen könnten. In diesen Fällen dürfe jedoch nic
ht die einfache Addition erfolgen
, was ja dann 80
%
ergäbe, sondern hier müsse zwingend der Quervergleich herangezogen werden und somit auch der Maximalwert von 50
%
(S. 6 f.).
Insofern vertrete
sie
weiterhin
ihre
frühere Meinung, dass hier durchaus
die
Tabelle 4
(
Integritätsschaden
bei einfachen oder kombinierten Zehen-, F
uss
- und Beinverlusten
) herangezogen werden dürfe.
Eine einfache Addition
sei
nicht zulässig und insofern die Gesamtbeschwerden mit 20
%
als ausreichend
grosszü
gig abgegolten (S. 7 oben).
4.
4.1
In der Beschwerde (
Urk.
1)
wurde
der kr
eisärztliche
n
Beurteilung
der
B
eweiswert
abgesprochen
, we
il sie «die Einzelheiten des vorliegenden Falls ausser Acht lasse» (S. 6
Ziff.
18). Zur Begründung wurden ausgewählte Passagen aus den Behand
lungsberichten angeführt (S. 5 f.
Ziff.
13 ff.), ausgewählt insofern als etwa von
Dr.
E._
angegeben w
u
rd
e
, er habe auf einen teilweise neuropathischen Anteil am Schmerzgeschehen erkannt (S. 5
Ziff.
13), nicht aber, dass er - im gleichen Satz -
dieses
als «auch
durchaus somatoform
» bezeichnete (vorstehend E. 3.6).
Der zusammenfassenden Schlussfolgerung, der Beschwerdeführer sei auch in einer angepassten Tätigkeit nicht zu 100
%
arbeitsfähig (S. 7
Ziff.
21), steht die klare Bestätigung in der vom Beschwerdeführer veranlassten - der Beschwer
degegnerin bezeichnenderweise vorenthaltenen - Beurteilung durch
Dr.
G._
vom 1
9.
Februar 2018 (vorstehend E. 3.9) entgegen, der ohne Einschrän
kung
ausführte
, er teile die Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
durch den Kreisarzt.
Die
Kritik an der kreisärztlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
erweist sich damit als nicht stichhaltig
.
4.2
In Bezug auf die Invaliditätsbemessung wurde in der Beschwerde geltend gemacht, es sei auf Zahlen der LSE und nicht solche der DAP abzustellen, dies mit der Begründung, die bundesgerichtliche Rechtsprechung verbiete beim Abstellen auf DAP-Daten einen leidensbedingten Abzug (S. 11
Ziff.
36). Ergän
zend wurden inhaltliche Vorbehalte gegenüber der DAP-Methodik geltend gemacht (S. 8 ff.
Ziff.
28 ff.), so insbesondere gerügt,
die entsprechenden Löhne seien auf Gesunde ausgerichtet (S. 11
Ziff.
36) und berücksichtigten den Behin
dertenmalus des Beschwerdeführers nicht (S. 11
Ziff.
37).
Es trifft zu, dass die bundesgerichtliche Praxis bei der Verwendung von DAP-Löhnen keinen Leidensabzug zulässt, dies allerdings mit unter anderem der - beschwerdeweise unerwähnt gebliebenen - Begründung,
dass im Rahmen des DAP-Systems
a
ufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbeschreibungen konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden
und den
spezifischen Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bereits bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rechnung getragen
wird (BGE 129 V 472 E. 4.2.3).
Zur
generellen
Kritik am DAP-System ist daran zu erinnern, dass
gemäss
konstanter und in
BGE 129 V 472 E. 4.2.1 eingehend begründeter Praxis des Bundesgerichts für die Ermittlung des Invalideneinkommens
entweder
Tabellen
löhne gemäss den LSE
oder
die Zahlen der DAP der SUVA herangezogen werden können (BGE 139 V 592 E. 2.3).
Warum dies im vorliegenden Fall anders sein sollte, ergib sich aus der Beschwerde nicht.
Damit erweist sich die Kritik an der Invaliditätsbemessung als nicht stichhaltig.
4.3
Hinsichtlich der Integritätseinbusse wurde geltend gemacht, die Beurteilung durch
Dr.
G._
(vorstehend E. 3.9) sei geeignet, erhebliche Zweifel an der
jenigen durch die Krei
särztin
H._
(vorstehend E. 3.12
)
zu wecken (S. 13 Ziff. 44), weshalb ein Gutachten zu erstellen sei (S. 13
Ziff.
45).
Es erscheint nicht leicht nachvollziehbar, inwiefern eine ältere, der Beschwerde
gegnerin vorenthaltene ärztliche Beurteilung geeignet sein könnte, die neuere kreisärztliche Beurteilung in Frage zu stellen.
Die beiden Beurteilungen stimmen darin überein, dass sie die USG-
Arthrodese
mit 15
%
bezifferten
, und dass bestimmte weitere Beeinträchtigungen berück
sichtigt werden sollten. Sie unterscheiden sich einzig darin, in welchem Umfang dies erfolgen soll.
Kreisärztin
H._
hat
zum
Quervergleich
Werte der
Tabelle 4
(
Integritätsschaden bei einfachen oder kombinierten Zehen-, Fuss- und Beinverlusten)
, namentlich
20
%
bei einer
Amputation nach
Chopart
und 30
%
beim
Verlust des gesamten
Fusses
, beigezogen
. Mit Hinweis darauf, dass d
er Versicherte doch wesentlich bessergestellt
scheine
als jemand mit einem Verlust des ganzen Fusses,
hat sie den gesamten Integritätsschaden mit 20
%
beziffert.
Dr.
G._
hin
gegen hat eine Fusswurzelarthrose mit 10
%
beziffert
und dies zu den genannten 15
%
addiert.
Klar unterscheidbare und sich gegenseitig nicht beeinflussende Integritätsschäden sind grundsätzlich zu addieren
.
Von verschiedenen Integritätsschäden ist auszu
gehen, wenn die Beeinträchtigungen sich medizinisch eindeutig feststellen und in ihren Auswirkungen voneinander klar unterscheiden lassen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_19/2017 vom 2
2.
Mai 2017 E. 4.4
). Bei einer gegenseitigen Überlagerung verschiedener Beeinträchtigungen darf der Gesamtwert indessen nicht dazu führen, dass ein Teil der Beeinträchtigungen doppelt entschädigt wird
(
Urteil des Bundesgerichts
8C_826/2012 Urteil vom 2
8.
Mai 2013
E. 3.2
). Um zwei
voneinander völlig unabhängige Schäden ohne gegenseitigen Einfluss
, deren
Ein
zelwerte zu addieren
sind
,
handelt es sich beispielsweise bei einer
Femorotibial
arthrose
und einer Arthrose des oberen Sprunggelenks (Urteil des Bundesgerichts 8C_794/2010 vom
9.
Dezember 2010
E. 3.3
).
Beide von
Dr.
G._
addierten Beeinträchtigungen betreffen sich in der gleichen Region des Körpers befindliche, unmittelbar benachbarte Knöchel-/Fuss
partien
, was sich auch der
verdankenswert
anschaulichen Darstellung in seiner Beurteilung (
Urk.
3/4 S. 3) entnehmen lässt.
Dies ist eine deutlich andere Konstellation als
der
vom Bundesgericht beurteilte
Sachverhalt,
mit (zu addierenden) Beeinträchtigungen
femorotibial
(Kniegelenk) und am unteren Sprunggelenk.
Damit erweist sich
die Beurteilung durch die Kreisärztin, welche die Fusswurzelarthrose auch berücksichtigt, aber nicht einfach addiert hat,
als richtig.
4.4
Zusammenfassend ergibt sich, dass die gegen den angefochtenen Entscheid erhobenen Einwände nicht stichhaltig sind, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.