Decision ID: 30fd39ae-2c80-5921-b6af-e0434ff38edd
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 196
4
,
reiste 1986 in die Schweiz ein,
arbeitete ab dem Jahr 1987 in der Hotellerie
und ab August 1999 in einem Vollzeitpensum als Spitalangestellte Anästhesie im Stadtspital
Y._
(
Urk. 6/2,
Urk. 6/7-8
, Urk. 6/60
)
.
Ab dem 24. Juni 2010
war
die Versicherte
aufgrund psychischer Prob
leme
zu 100
% krankgeschrieben (vgl. Urk. 6/10/2).
Die Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis
fristlos
per 10. September 2011
und wurde
in Gutheissung des
von der
Beschwerdeführerin
beim Bezirksrat Zürich
gegen die Kündigung erhobenen Rekurses verpflichtet, der Versicherten den Lohn bis
zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist (Ende Dezember 2011) nachzuzahlen
und ihr
eine
Entschädigung von 2 Monatslöhnen
sowie
eine Abfindung
von 4 Monatslöhnen
auszurichten
(Urk. 6/33/17-30)
. Am 14. Februar 2013
(Eingangsdatum)
meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf
psychische Leiden
, bestehend seit dem 24. Juni 2010,
bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 6/2).
Im Rahmen ihrer Abklärungen beauftrage die IV-Stelle Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
mit der psychiatrischen Begutachtung der Versicherten (Urk. 6/15). Das betreffende Gutachten wurde am 19. Oktober 2013 erstattet (Urk. 6/20).
Mit Verfügung vom 16. Januar 2014 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten ab (Urk. 6/28).
Die dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 6/33/5-11) wurde vom hiesigen Sozialversicherungsgericht mit Urteil vom 31. August 2015 abgewiesen (Urk. 6/39).
1.
2
Am 7. März 2016 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte
unter Hinweis auf
eine massgebliche Verschlechterung der depressiven
Störung
erneut bei der IV-Stelle zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 6/42).
Nachdem die Versicherte – aufforderungsgemäss (vgl. Urk. 6/43) – einen Bericht de
s behandelnden Psychiaters, Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Psy
chiatrie und Psychotherapie
, eingereicht hatte (Urk. 6/45), beauftragte die IV-Stelle Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie, mit der
psychiatrischen
Begutachtung der Versicherten (Urk. 6/48
, Expertise vom 25. August 2016 [Urk. 6/56]
).
Mit Mitteilung vom 6. März 2017 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining vom 3. April bis am 2. Juli 2017 bei der
C._
(Urk. 6/61). Per 10. Mai 2017 wurde das Belastbarkeitstraining abgebrochen (Urk. 6/67,
vgl. Abschlussbericht vom 26. Mai 2017 [Urk. 6/69]
).
Nachdem die IV-Stelle das Dossier ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD)
vorgelegt hatte (Urk. 6/88/8), gab sie
erneut
eine psy
chiatrische Begutachtung in Auftrag (Urk. 6/82). Das betreffende Gutachten wurde
von Dr. med.
D._
,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, am 7. August 2018 erstattet (Urk. 6/87).
Mit Vorbescheid vom 29. Oktober 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 6/90)
,
wogegen diese
am 29. November
2018 Einwand erhob
(Urk. 6/94).
Nachdem
die Versicherte
zusätzliche
medizinische Berichte eingereicht
(Urk. 6/93, Urk. 6/95) und
die IV-Stelle weitere medizinische Abklärungen vor
genommen
hatte
(Urk. 6/100),
wurde
das Leistungsbegehren m
it Verfügung vom 24. Juni 2019 ab
gewiesen
(
Urk. 2 = Urk. 6/104
).
2.
Gegen die Verfügung vom 24. Juni 2019 erhob die Versicherte am 26. August 2019 Beschwerde und beantragte
, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr rückwirkend eine angemessene Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1. Oktober 2019 schloss die IV-Stelle auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 5), worüber die
Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom 7. Oktober 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Ver
änderung des Invaliditätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversi
che
rungs
rechts (ATSG)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung
genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und her
nach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungs
pflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2
;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281
E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu er
bringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1; 141 V 281 E. 3.7; 139 V 547 E. 5.2;
127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Bestimmen psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren das Krankheitsgeschehen mit, dürfen die Beeinträchtigungen nicht einzig von den belastenden invaliditäts
fremden Faktoren herrühren, sondern das Beschwerdebild hat davon psychia
trisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen. Solche von der soziokulturellen oder psychosozialen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018 vom 21. November 2018 E. 2.2).
Somit sind psychosoziale und soziokulturelle Faktoren nur mittelbar invaliditäts
begründend, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden Folgen des Gesundheitsschadens beeinflussen. Zeitigen soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen, bleiben sie bei der Beurteilung der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeklammert (Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2018 vom 22. März 2019 E. 3). In einer ver
sicherungsmedizinischen Begutachtung, welche sich nach den normativen Vor
gaben der Rechtsprechung orientiert, ist es daher nicht nur zulässig, sondern sogar geboten, solche invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanten Umstände aufzuzeigen und gegebenenfalls bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auszu
klammern (Urteil des Bundesgerichts 9C_740/2018 vom 7. Mai 2019 E. 5.2.1).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
führte im
angefochtenen Entscheid
aus, die Abklä
rung
en hätten ergeben, dass die
Beschwerdeführerin
aufgrund einer mittelgradi
gen depressiven Episode seit August 2014 in ihrer bisherigen Tätigkeit einge
schränkt sei. Die
gesundheitliche Beeinträchtigung
finde
ihren Ursprung in Ein
flüssen aus dem sozialen Umfeld (Probleme am Arbeitsplatz mit anschliessender Kündigung).
Es sei
zu einem Verharren in der Krankenrolle gekommen, da
die
Beschwerde
führerin
von ihrer Familie in allen Bereichen unterstützt und ihr alle Tätigkeiten abgenommen würden.
Allerdings müssten
diese Faktoren b
ei der Beurteilung aus
geklammert werden. Wahrscheinlich aus bewussten oder unbewussten Entschädi
gungsforderungen wegen des erlittenen Unrechts in Bezug auf die aus ihrer Sicht ungerechtfertigte Kündigung des Arbeitsverhältnisses liege
eine aus
geprägte Selbstlimitierung vor
(Urk. 2).
Ergänzend sei festzuhalten, dass
im Vergleich
zum letztmaligen rechtskräftigen Entscheid keine rentenbegründende Verschlechte
rung eingetreten sei (Urk. 5).
2.2
Dahingegen stellte sich die
Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
auf den Stand
punkt, gestützt auf
die
Gutachten von Dr.
B._
und
Dr.
D._
sei eine
langdauernde, psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen.
Nach überein
stimmender B
eurteilung der beiden Gutachter
habe sich der Gesundheitszustand Mitte 2014 derart verschlechtert, dass sie zunächst stationär und danach während eines halben Jahres teilstationär psychiatrisch habe behandelt werden müssen. Während dieser Zeitperiode sei sie unbestrittenermassen zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Danach habe aufgrund der ebenfalls übereinstimmenden Beurteilung de
r Gutachter in der angestammten
wie auch in einer leidensangepassten Tätig
keit eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 60 % bestanden. Da die
Beschwerde
führerin
das Leistungsgesuch am 4. März 2016 gestellt
habe
und eine volle Invalidität schon ab Mitte 2014 ausgewiesen sei, stehe ihr spätestens ab
dem
1. September 2016, somit 6 Monate nach der Anmeldung, eine angemessene Rente zu.
Die
Beschwerdegegnerin
habe keinen Einkommensvergleich vorgenom
men, weshalb diesbezüglich gar nicht Stellung bezogen werden könne. Die
Be
schwerdegegnerin
sei daher zu verpflichten, dieses Versäumnis nachzuholen
(Urk. 1 S. 5 ff.).
3.
3.1
Mit unangefochtenem Urteil vom 31. August 2015 (Urk. 6/39) bestätigte das hiesige
Sozialversicherungsg
ericht die Verfügung der IV-Stelle vom 16. Januar 2014 (Urk. 6/28), welche daraufhin in Rechtskraft erwachsen ist. In
Frage steht, ob sich der massgebliche Sachverhalt, welcher
der Verfügung vom 16. Januar 2014
zugrunde lag, bis zur nun angefochtenen Verfügung vom 24. Juni 2019 (Urk. 2) in einer für den Leistungsanspruch erheblichen Weise verändert hat
(E. 1.1
)
.
3.2
Die Verfügung vom 16. Januar 2014
basierte
insbesondere auf
dem
psychia
tri
sche
n
Gutachten von Dr.
Z._
vom
19
. Oktober 2013
(
Urk.
6
/20).
Dr.
Z._
führte aus, im Gespräch habe sich eine altersentsprechend unauf
fällig wirkende, gepflegt und modisch gekleidete Beschwerdeführerin gezeigt, die kaum unsicher und in ihrem anamnestischen Erzählen während der Anam
neseerhebung fast routiniert, kontrollierend und fast manipulativ gewirkt habe. Im Verlauf der ausführlichen Exploration habe sie in nicht bedrückter, als viel
mehr in
dyspho
rischer
und angriffslustiger Stimmung über ihre verschiedene
n
psychosozialen Probleme und Schwierigkeiten und auch über gewisse gesund
heitliche Beschwer
den berichtet, wobei der Hauptfokus der Klagen, welche zeit
weilig fast dramatisch und tränenreich vorgetragen worden seien, auf der Schil
derung von Konflikten
am letzten Arbeitsplatz, welche aus ihrer Sicht Mobbing gewesen seien, und ins
besondere auf dem Fehlverhalten von ihrem Vorgesetz
ten und den Kolleginnen ihr gegenüber gelegen habe. Meh
rfach hätten sich in Bezug auf –
aus ihrer subjektiven Sicht krankheitsbedingten
–
Einschränkungen über Verdeutlichungs
tendenzen hinausgehende Tendenzen zu Aggravation gezeigt. Trotz dramatischer Beschwerdeschilderung sei kein krankheitsbedingter Leidensdruck spürbar ge
worden (Urk.
6
/20/15). Bei der Untersuchung habe sich eine allenfalls leichte
dysthyme
Symptomatik mit allenfalls sehr leichten Symptomen gefunden, wie zeitweilig und punktuell leichten Schwankungen der Stimmung, gewissen Selbst
zweifeln und allenfalls punktuellen Konzentrations
störungen bei guter Aufmerk
samkeit, guter Auffassungsgabe, unauffälligem Antrieb und insbesondere sehr guter Ausdauer, die auch während der Untersu
chung habe beobachtet werden
können. Ein sozialer Rückzug habe nicht fest
gestellt werden können. Allenfalls h
abe sich, den beruflichen Bereich betref
fend, ein ausgeprägtes Schon- und Ver
meidungsverhalten gefunden. Den Hauptfokus der Schilderungen der Beschwer
deführerin habe, wie schon in den Berichten von Dr.
E._
beschrieben, die von der Beschwerdeführerin erlebte Kränkung dargestellt, die in Folge eines Konfliktes am letzten Arbeits
platz im Zeitraum 2009/2010 entstanden sei. Eine relevante depressive Symp
tomatik verneinte der Gutachter (Urk.
6
/20/16-17).
Für
die Diagnosestellung einer posttraumatischen Belastungs
störung nach ICD-10
sei vorliegend kein
erforderliches belastendes Ereignis oder eine Situation von aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenähnlichen Ausmass
es
, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen
würde
, gegeben (Urk. 6/20/17). Diagnostisch sei der Verdacht auf eine Dysthymie zu diskutie
ren, die sich nach dem Abklingen einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion, wie von Dr.
E._
nachvollziehbar diagnostiziert, auf dem Boden von akzentu
ierten Persönlichkeitszügen mit narzisstischen und
histrio
nischen
Anteilen und insbesondere erhöhter Kränkbarkeit in den letzten zwei Jahren als
blande
Rest
symptomatik bei ambivalenter Psychotherapiemotivation und Entschädigungs
wünschen entwickelt habe. Weitere
psychische Störungen hätten nicht festgestellt werden können (Urk.
6
/20/18). Es seien verschiedene psychosoziale Belastungs
faktoren zu benennen: Subjektives Krankheitskonzept, Migrations
hintergrund, geringe Schulbildung und keine Berufsausbildung, relativ qualifi
zierte berufliche Tätigkeit ohne entsprechende Ausbildung, inzwischen eher geringer beruflicher Ehrgeiz, eher geringe Chancen auf dem freien Arbeitsmarkt, Dekonditionierung
vom Arbeitsprozess, Entschädigungs- und Rentenwunsch (Urk.
6
/20/18). Der Gut
achter kam zum Schluss, dass aus psychiatrischer Sicht nichts gegen eine be
rufliche Wiedereingliederung sprechen würde. Aus rein psychiatrischer Sicht be
stehe keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungs
fähigkeit (Urk.
6
/20/18-19).
Bezüglich beruflicher Eingliederungsmassnahmen sei jedoch zunächst eine gründ
liche Motivationsprüfung der Beschwerdeführe
rin durchzuführen. Aktuell habe keine Motivation für berufliche Eingliede
rungsmassnahmen festgestellt werden können (Urk.
6
/20/20).
3.3
Im Rahmen der hier zu prüfenden Neuanmeldung präsentiert sich die medi
zinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt:
3.3.1
Vom 4. August bis am 11. September 2014 absolvierte die
Beschwerdeführerin
eine stationäre psychiatrische Behandlung im Sanatorium
F._
. Im Aus
trittsbericht vom 12. September 2014 diagnostizierten die Ärzte eine mittelgra
dige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.1). Es habe sich eine traurig gestimmte, jedoch situationsangepasste und ordentliche 50-jährige
Beschwerdeführerin
präsentiert. Das Bewusstsein sei klar. Die Orientierung zu Zeit, Ort, Situation und zur Person sei allseits gegeben. Es bestünden mittelgra
dige Konzentrationsstörungen, welche von der
Beschwerdeführerin
auch subjek
tiv wahrgenommen würden. Merkfähigkeitsstörungen sowie leichtgradige Ge
dächtnisstörungen seien
eruierbar
. Im formalen Denken imponiere ein starkes Grübeln, sie zeige sich weiterhin gehemmt und verlangsamt
,
auch umständlich. Es bestehe leicht bis mittelgradiges Misstrauen. Es bestünden keine Hinweise auf Zwänge
. Leichtgradiger Beziehungswahn und Beeinträchtigungsideen seien
eru
ierbar
und zeigten sich bei der
Beschwerdeführerin
indem sie sich beobachtet fühle und dadurch die
Rollladen
der Wohnung immer wieder runter
lasse. Insbe
sondere ihr ehemaliger Chef und ehemalige Kolleginnen wollten ihr böse. Zudem habe sie einen Brief der IV erhalten, worin Details ständen, die nicht stimmen würden. Daher schliesse sie, dass sie beobachtet werde via Kameras. Sie berich
tete, gelegentlich Stimmen zu hören von den ehemaligen Mitarbeitern, die sie, wie früher, aufforderten, Dinge zu erledigen oder sie denunzierten. Die
Beschwer
deführerin
habe angegeben, völlig abwesend zu sein, wenn sie nachdenke und diese Stimmen höre. Dies habe sie seit dem Jahr 201
0.
Sie habe auch
o
ptische Halluzinationen im Sinne von Lichtblitzen. Im Affekt sei die
Beschwerdeführerin
mittel- bis
schwergradig
ängstlich, hoffnungslos mit Störung der Vitalgefühle als auch Gefühl der Gefühllosigkeit. Es bestehe eine Affektarmut.
Im
Antrieb
sei die
Beschwerdeführerin
leicht bis mittelgradig gehemmt. Es bestehe ein mittel- bis
schwergradiger
sozialer Rückzug
(Urk. 6/40
/3
)
. Die
Beschwerdeführerin
habe sich gedanklich fixiert auf die bereits Jahre (2008-2010) zurückliegenden Vorfälle und Kündigung im Stadtspital
Y._
gezeigt.
Selbst bei Fragen mit rein aktuellem Bezug habe
sie
darauf bestanden, ausführlich
den Zusammenhang mit ihrer Kündigung zu erläutern. Der vom behandelnden Arzt geäusserte Verdacht auf
eine PTBS könne zum aktuellen Zeitpunkt nicht bestätigt werden
, da ein adä
quates Trauma
fehle.
Gedanklich habe
sie diese kränkende Erfahrung keinesfalls vermieden, sondern sei inhaltlich darauf eingeengt gewesen. Interaktionell würde sie
aus
diesen Situationen anscheinend einen erheblichen Krankheitsgewinn ziehen. Bei den Schilderungen sei sie immer
konkretistisch
verhaftet geblieben, Relativierungen oder selbstkritische Reflexion sei
en
nicht einmal ansatzweise gelungen. Gemäss Case-Manager sei dies bereits zu Beginn des Konfliktes ähnlich auffällig gewesen. Die zu Beginn des Aufenthaltes festgestellte Wahnsympto
matik sei im Verlauf des Aufenthaltes eher in den Hintergrund getreten.
Die Symptomatik
sei an die Ereignisse im Stadtspital
Y._
geknüpft gewesen und sei daher nicht spezifisch angegangen worden, sollte jedoch im Verlauf beob
achtet werden
. Zur Aufrechterhaltung und Rückfallprävention sei für die
Be
schwerdeführerin
eine teilstationäre Anschlussbehandlung organisiert worden. Hiermit
sollte ein Loslösen von der gedanklichen Fixierung auf die Vergangenheit gefördert werden mit dem Ziel, die Beschwerdeführerin wieder in den Alltag im häuslichen Bereich mit Beteiligung
an der Hausarbeit zu integrieren und schliesslich auch wieder eine berufliche Eingliederung zu ermöglichen, was auch dem geäusserten Wunsch der
Beschwerdeführerin
entspreche
(Urk. 6/40/4).
3.3.2
V
om 24. November 2014 bis am 30. Mai 2015
absolvierte
die
Beschwerdeführerin
eine
te
ilstationäre Behandlung in der p
sychiatrischen
K
linik
G._
. Im Austrittsbericht vom 8. Juni 2015 wurde eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) diagnostiziert. Zu Beginn habe sich die
Beschwerde
füh
rerin
in den Therapien kraftlos und leidend gezeigt, habe aber stets guten und freundlichen Kontakt zu Mitpatienten gepflegt und sich angepasst verhalten
. Im Gespräch habe sie sich eingeengt auf ihre Problematik (Kündigung im
Spital
Y._
) gezeigt, die zur Dekompensation geführt hätte. Um ein Loslösen von der gedanklichen Fixierung auf die Vergangenheit zu unterstützen
sei
die
Be
schwerdeführerin
in den Therapien zu mehr Aktivität und Eigeninitiative moti
viert worden. Dabei sollten ihre Ressourcen aktiviert werden, um so den Aufbau von Aktivitäten und Selbstsicherheit zu unterstützen. Insgesamt sei es der
Be
schwerdeführerin
jedoch nicht gelungen, neue Aktivitäten über eine längere Zeit aufrecht zu erhalten. Trotz der leichten Verbesserung der Stimmungslage im Verlauf der Behandlung bestehe weiterhin eine gedankliche Fixierung auf die Ereignisse im
Spital
Y._
(
Urk. 6/41).
3.3.3
Im psychiatrischen Gutachten vom 25. August 2016
diagnostizierte
Dr.
B._
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere
Episode mit fraglichen psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.1/2; Urk. 6/56/13
).
Des Weiteren
diagnostizierte
Dr.
B._
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit ängstlich
vermeidender Färbung (ICD-10 F73.1). Die
Beschwerdeführerin
habe narzisstische Konflikte gezeigt, sei offenbar dermassen
kränkbar
, dass sie sich seit sechs Jahren noch nicht von einer Mobbingsituation am Arbeitsplatz habe erho
len können (Urk. 6/56/14).
S
eit ihrem Mobbing-Erleben und der Kündigung 2010
sei sie
mit Sicherheit immer wieder stark depressiv gewesen. Die von Dr.
Z._
festgestellte Aggravation könne bestätigt und genauso unter den akzentuierten
Persönlichkeitszügen (
histrionisch
) subsumiert werden (Urk. 6/56/14-15). Auf
grund
der Beschwerden von Seiten der rezid
ivierenden depressiven Störung
und der akzentuierten Persönlichkeitszüge, lass
e
sich unter Berücksichtigung der
aktuellen Untersuchungsbefunde
aus psychiatrischer Sicht eine Einschränk
ung der Arbeitsfähigkeit von 60
% begründen. Die Ressourcen seien beschränkt. Die
Beschwerdeführerin
habe lediglich die Fähigkeit, sich an die Regeln anzupassen, zur Selbstpflege und zur Teilnahme am Verkehr. Die Fähigkeit, Aufgaben zu planen und zu strukturieren, Flexibilität- und Umstellungsfähigkeit, fachliche Kompetenzen anzuwenden, Entscheidungen oder Urteile zu fällen, durchzuhalten, sich selbst zu behaupten, Kontakte zu
Dritten zu haben, sich in einer Gruppe aufzuhalten, zu familiären und intimen Beziehungen seien stark schwanken
d
. Vor allem die Kontaktfähigkeit zu Dritten und die Gruppenfähigkeit seien stark ein
geschränkt. Seit 2014 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 60
% bei Leistungs
fähigkeit von 100
% (Urk. 6/56/17-18).
Die Beschwerdeführerin wolle verstanden
werden, wolle in ihrem Schmerz (nach Mobbing) gespiegelt werden, zeige wohl
auch vor dem Migrationshintergrund gewisse theatralische Tendenzen (Urk. 6
/56/19).
Sie
sei subjektiv davon überzeugt, keiner ausserhäuslichen Tätig
keit mehr nachgehen zu können. Aus rein psychiatrischer Sicht lasse sich eine derart hohe Arbeitsunfähigkeit nicht begründen. Aus diesem Grund müsse, soweit die Arbeitsunfähigkeit nicht durch somatische Faktoren begründet werden könne, von einer
subjektiven Krankheits- und Behinderungsüberzeugung und einer da
durch bedingten Selbstlimitierung ausgegangen werden (Urk. 6/56/20).
Die Arbeits
unfähigkeit von 60
% begründe sich lediglich auf Leiden mit Krank
heits
wert. Invaliditätsfremde Faktoren könnten nicht ausgemacht werden. Es liege nun eine andere Einschätzung der
damaligen Befunde, Sachlage und der Arbeitsfähig
keit vor. Zusätzlich sei nach der Begutachtung im August 2013 ab Ende 2013
eine Verbesserung des Zustandes der Beschwerdeführerin eingetreten (Urk. 6/56/21). Aufgrund der narzisstischen Problematik (akzentuierte Persön
lich
keitsstörung) könne die Beschwerdeführerin das psychische Trauma des durch
gemachten Mobbings nicht adäquat psychisch verarbeiten, was die depressive En
twicklung immer wieder triggere
(Urk. 6/56/22).
3.3.4
Dr.
D._
stellte
in seinem psychiatrischen Gutachten vom 7. August 2018
die Diagnose einer mittelgradigen dep
ressiven Episode (ICD-10 F32.1;
Urk. 6/87
/41
).
Es
sei davon auszugehen
, dass eine relevante depressive
Sympto
matik erstmals im August 2010 im Kontext der belastenden Arbeitssituation, zunächst noch als depressive Anpassungsstörung, vorgelegen habe, sich im weiteren Verlauf, circa im Frühling 2011, jedoch wieder zurückgebildet habe, was durch die Begutachtung im Jahre 2013 bestätigt worden sei. Allerdings sei es in den Folgejahren durch die fehlende Verarbeitung der Ereignisse im
Spital
Y._
, ein ausgeprägtes passives Krankheitsverständnis, die zunehmende Selbstlimi
tie
rung der
Beschwerdeführerin
im Rahmen der Fixierung auf das Kränkungser
lebnis
und die im Rahmen der negativen IV-Abklärung beziehungsweise des
negativen Gerichtsentscheides ausbleibende Würdigung ihrer Beschwerde
symp
to
matik zu einem Wiederauftreten der depressiven Beschwerden mit zunehmender Verselbständigung gekommen,
was
zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geführt habe, sodass dies als relevante Ve
ränderung des
psychischen Gesund
heitszustandes im Sinne einer Verschlechterung seit der Begutachtung im Jahr 2013 zu werten
sei
(Urk. 6/87/43)
. Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin sich bis heute nicht von
jenem lange zurückliegenden Ereignis
habe
erholen und distanzieren
können
, spreche für eine vordergründig vorliegende Selbstwert
prob
lematik
beziehungsweise für ein unsicheres Selbstbild.
Auch Jahre danach fühle sie sich
immer
noch
dadurch
gekränkt und entwertet. Es werde vermutet, dass es diese Selbstwertproblematik der
Beschwerdeführerin
erschwert habe
, die mit den erlebten Kränkungen einhergehende Verunsicherung hinsichtlich der eigenen Leistungsfähigkeit adäquat zu kompensieren
. Insgesamt bestehe unter Berück
sichtigung der diagnostischen Kriterien, aber auch unter dem Aspekt der bis
herigen, bis zum Vorfall im Rahmen der beruflichen Tätigkeit unauffälligen, das
heisst nicht wesentlich abweichenden sozialen und beruflichen Lebensgestaltung, der klinischen Untersuchung sowie des gutachterlichen Gesprächs kein Anlass für den Verdacht
auf eine
zu
grundeliegende und manifeste
Persönlichkeitsstörung. Die
Beschwerdeführerin
habe zudem ein weitestgehend passives Krankheitsver
ständnis mit der zentralen Stellung der erlebten Kränkung im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit im Hinblick auf ihre aktuelle Lebenssituation sowie der gedanklichen Fokussierung auf
die
Folgen des Ereignisses, welches sich trotz langjähriger psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung sowie eines erfolg
ten Arbeitsversuches weiter verfestigt
habe
und zur Selbstlimitierung beitrage
. Zudem würden der Ehemann und der erwachsene Sohn der Beschwerdeführerin die Hausarbeiten übernehmen und auch das finanzielle Einkommen sichern. In der Zusammenschau werde vermutet, dass ein kulturell geprägtes Krankheitsver
ständnis
dazu beitrage, dass die
Beschwerdeführerin
übermässig versorgt und ge
schont werde. Dies könnte dazu führen, dass sie weniger Aufgaben im Haushalt übernehme als ihr theoretisch möglich wäre. Darüber hinaus liessen sich bei der
Beschwerdeführerin
weitere psychosoziale und soziokulturelle Faktoren eruieren, welche die Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit erschweren dürften. Dazu würden eine fehlende gesellschaftliche Integration, niedriger Bildungsstand, eingeschränkte Deutschkenntnisse, bereits länger andauernde Arbeitslosigkeit sowie eine Arbeitsmarktsituation, die Menschen mit Leistungseinschränkungen eine berufliche Wiede
reingliederung erschweren würde
, zählen. Seit ihrem Aus
scheiden aus dem Arbeitsprozess im Juni 2010 habe die
Beschwerdeführerin
keine relevanten Anstrengungen für eine berufliche Wiedereingliederung unternom
men, sondern sei gedanklich vordergründig auf der Vorstellung der Rückkehr an den ursprünglichen Arbeitsplatz fixiert und einer ernsthaften Auseinanderset
zung mit möglichen Alternativen kaum zugänglich
gewesen
(Urk. 6/87/48-
50
)
.
Seit circa Mitte des Jahres 2014 sei es zu einer Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes im Sinne einer relevanten depressiven Symptomatik gekommen, welche aufgrund der insgesamt fehlenden intrapsychischen Verarbeitung der
Ereignisse im
S
pital
Y._
, des ausgeprägten Krankheitsverständnisses, der zuneh
menden Selbstlimitierung sowie der ausbleibenden Würdigung der Beschwerde
symptomatik aufgrund negativer IV- beziehungsweise Gerichtsentscheide zu einer
zunehmenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in angestammter wie auch in angepasster Tätigke
it geführt habe. Die gutachterliche Einschätzung stimme damit mit der früheren Einschätzung, welche im Rahmen des Folgegutachten
s
durch Dr.
B._
mit einer Arbeitsunfähigkeit von 60
% im August 2016 fest
gehalten worden sei, überein
(Urk. 6/87/52).
Unter Berücksichtigung der aktuell bereits längerfristig vorhandenen Psychopa
thologie mit im Vordergrund stehender gedrückter Stimmungslage mit vermin
derter Schwingungsfähigkeit, Antriebsminderung mit vermehrter Erschöpfung, dem Gefühl von Wertlosigkeit sowie den generalisierten Befürchtungen, welche zu überwiegend mittleren Beeinträchtigungen von Fähigkeiten in den Bereichen Planung und Strukturierung von Aufgaben, Flexibilit
ät und Umstellungsfähig
keit, Wi
derstands- und Durchhaltefähigkeit, Selbstbehauptungsfähigkeit und Gruppenfähigkeit führ
t
en,
sei
die Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit als Pflegehelferin in der Anästhesie mit Aufgaben wie Auffüllen von Anästhesie
material, Reinigung und Desinfektion von Gerätschaften, Bestellungen am PC und Reinigung des Anästhesiearbeitsplatzes auf mindestens 60
% ein
zuschätzen
, wobei ein möglicher erneuter Arbeitseinstieg zunächst schrittweise über einen
Zeitraum von mehreren Wochen erfolgen sollte. Unter Berücksichtigung der be
schriebenen Einschränkungen in den Bereichen Planung und Strukturierung von Aufgaben, Flexibilit
ät und Umstellungsfähigkeit, Wi
derstands- und Durchhalte
fähigkeit, Selbstbehauptungsfähigkeit und Gruppenfähigkeit würden sich möglich
e
Änderungen hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in einer optimal a
ngepassten Tätigkeit, das heisse
einer Tätigkeit, in der die
genannten Fähigkeiten nicht oder nur in geringem Masse verlangt würden
, ergeben
. Dies bedürfe einer Tätigkeit, die die
Beschwerdeführerin
sich zeitlich relativ flexibel einteilen und dies
e auch alleine durchführen könn
e. In einer solch angepassten Tätigkeit wäre die Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit vermutlich geringer und würde noch 10-20
% bet
ragen
(Urk. 6/87/52-53).
4.
4.1
Gestützt auf den für die Prüfung der vorliegenden Neuanmeldung relevanten medizinischen Sachverhalt ist erstellt, dass bei der
Beschwerdeführerin
neu
eine
rezidivierende
depressive
Störung
mit Krankheitswert
b
esteht (E. 3.3
)
.
Eine Ver
schlechterung des psychischen Gesundheitszustandes ab August 2014 wird so
dann auch von der
Beschwerdegegnerin
nicht in Abrede gestellt (Urk. 2).
4.2
Dr.
D._
führte die eingetretene Verschlechterung auf die insgesamt fehlende intrapsychische Verarbeitung der Ereignisse im
Spital
Y._
, das ausge
prägte passive Krankheitsverständnis, die zunehmende Selbstlimitierung sowie die ausbleibende Würdigung der Beschwerdesymptomatik aufgrund negativer IV- beziehungsweise Gerichtsentscheide zurück.
Dadurch
sei es
zu einem Wiederauf
treten der depressiven Beschwerden mit zunehmender Verselbständigung
und einer
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
gekommen
(E. 3.3.4).
Dies steht in Ein
klang mit dem Bericht von Dr. phil
.
H._
und
Dr.
A._
vom
26. März 2016 (Urk. 6/45) sowie auch
mit
den Berichten von Dr. phil.
H._
sowie med.
pract.
I._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
22. November
2018 (Urk. 6/95) beziehungsweise vom 26. März
2019 (Urk. 6/100
/1-11),
wonach
d
ie
Beschwerdeführerin
den Umstand, entlassen worden zu sein, aber vor allem die Art und Weise, wie das
geschehen
sei
, ni
e
h
abe
verkraften können
.
Dass sich
das im Zusammenhang mit der Kündigung im Stadtspital
Y._
Erlebte auch Jahre danach noch
funktionell einschränkend auszuwirken verm
ag,
zeigt sich auch anhand
des
absolvierten
Belastungs
trai
ning
s
.
Die
Beschwerdeführerin
verglich die aktuellen Situationen laufend mit den für sie traumatischen Erinnerungen und war nicht in der Lage, den Fokus auf die Gegenwart zu richten
, was leistungshindernd gewertet wurde
(Urk. 6/69/2
-3
).
Neben der
offensichtlich
nach wie vor
bestehende
n
ausgeprägte
n
gedankliche
n
Fixierung der Beschwerdeführerin auf die Konflikte im Zusammenhang mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit dem St
adtspital
Y._
im Jahre 2010
lassen
sich den
medizinischen Akten
Hinweise auf weitere
s
oziokulturelle Fak
toren
mit
massgeblichem
Einfluss auf die
Ausprägung
des Gesundheitsschadens
entnehmen
.
Soweit Dr.
D._
auch die hinsichtlich einem Leistungsan
spruch ablehnende Haltung der IV-Stelle (Verfügung vom 16. Januar 2014; Urk. 6/28) beziehungsweise des hiesigen Gerichts (Urteil vom 31. August 2015; Urk. 6/39) als Ursache für die Verschlechterung bezeichnet, steht dies einerseits in Einklang mit dem Zeitpunkt der Verschlechterung und bestätigt andererseits auch die Prognose von Dr. med.
E._
, Fachärztin FMH für Psy
chiatrie und Psychotherapie, welche langwierigen juristischen Auseinanderset
zungen bereits in ihrem Bericht vom 11. Juli 2011 negative Auswirkungen auf den psychischen Gesundheitszustand zugeschrieben hatte (Urk. 6/10/21). Dane
ben
wies Dr.
D._
auf ein kulturell geprägtes Krankheitsverständnis hin, welches dazu beitrage, dass die
Beschwerdeführerin
übermässig versorgt und geschont werde.
Als weitere Faktoren, welche die Wiederaufnahme einer beruf
lichen Tätigkeit erschweren dürften, nannte er eine fehlende gesellschaftliche Integration,
einen niedrigen
Bildungsstand, eingeschränkte Deutschkenntnisse, bereits länger dauernde Arbeitslosigkeit sowie eine Arbeitsmarktsituation, die Menschen mit Leistungseinschränkungen eine berufliche Wiedere
ingliederung erschweren würde (E. 3.3.4).
Zusammenfassend
ist auf eine deutliche Prägung des
bei der
Beschwerdeführerin
bestehenden
Gesundheitsschaden
s
durch
psychosoziale und soziokulturelle Fakto
ren
zu schliessen
. Ob
beziehungsweise inwieweit
mittlerweile von einem davon
unabhängigen, eigenständigen, invalidisierenden Gesundheitsschaden
(vgl. E. 1
.4)
auszugehen ist,
braucht vorliegend aber nicht abschliessend geklärt zu werden, da –
wie her
nach zu zeigen sein wird (E. 4.5
) – selbst
dies
falls
kein rentenbe
gründender Invaliditätsgrad
resultier
en würde.
4.3
Folgt man den Ausführungen der Beschwerdeführerin, so sind ihr sowohl die bis
herige als auch eine leidensangepasste Tätigkeit lediglich noch zu 40 % zumutbar (Urk. 1 S. 7 f.).
Soweit sie sich
hierfür
auf das Gutachten von Dr.
B._
vom 25. August 2016 stützt, ist ihr entgegenzuhalten, dass sich die betreffende Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht als verlässlich erweist.
Dr.
B._
begrün
dete die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 60 % insbesondere mit der depressiven Störung und schrieb
den Ereignissen um die Kündigung im Jahre 2010
diesbe
züglich eine
massgebliche Bedeutung
zu
. Dass er gleichzeitig das Vorliegen von invaliditätsfremden Faktoren verneinte (E. 3.3.3),
lässt darauf schliessen, dass
es
Dr.
B._
offensichtlich unterlassen
hat
, die ausgemachten psychosozialen
und insbesondere auch
soziokulturelle
n
Belastungsfaktoren bei seiner Einschät
zung der Arbeits
fähigkeit auszuklammern, was zur Bestimmung der invaliden
versicherungs
recht
lich relevanten Leistungsfähigkeit je
doch geboten gewesen wäre (
E. 1.4).
Ins Ge
wicht fällt sodann, dass Dr.
B._
die von Dr.
Z._
im –
gerichtlich als beweiskräftig qualif
izierten Gutachten (Urk. 6/39) –
erhobene Diagnose einer Dysthymie als sehr unwahrscheinlich, wahrscheinlich falsch (Urk.
6/56/14), bezeichnete. Infolgedessen ging er von einer Arbeitsunfähigkeit von 60 bis 100 % seit 2010 aus (Urk. 6/56/21) und hielt ausdrücklich fest, es liege seinerseits nun eine andere Einschätzung der damaligen Befunde, Sachlage und Arbeitsfähigkeit vor (Urk. 6/56/21). Auf dieser Grundlage erachtete denn RAD-Arzt med. pract.
J._
, Facharzt FMH für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psycho
therapie, eine valide Bewertung der Arbeitsfähigkeit zu Recht für nicht möglich (Urk. 6/88/6-7). Angesichts all dieser Umstände fällt ein Abstellen auf das Gut
achten des Dr.
B._
s ausser Betracht.
Eine Arbeitsunfähigkeit von 60 % lässt sich sodann auch nicht damit begründen,
Dr.
D._
habe
in seinem Gutachten die Einschätzung von Dr.
B._
bestätigt
.
Ebenso wenig stehen die Ausführungen des Dr.
D._
hinsichtlich Verlaufs entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 7 f.) im Widerspruch zu seiner Einschätzung ihrer aktuellen Arbeitsfähigkeit: Aus seinem Gutachten erhellt, dass er zwar eine Verschlechterung des gesundheitlichen Zu
standes der Beschwerdeführerin seit Mitte des Jahres 2014 für gegeben erachtete (Urk. 6/87/53). Gleichzeitig führte er aber aus, dass eine retrospektive Beurteilung der tatsächlichen Arbeitsfähigkeit bei inkonsistenter Aktenlage nur eingeschränkt möglich sei, zumal bereits mit Beginn der depressiven Beschwerden eine starke Fixierung der Beschwerdeführerin zur Rückkehr an den alten Arbeitsplatz ohne eine ernsthafte Auseinandersetzung mit möglichen Alternativen bestanden habe, was eine adäquate Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht ermöglicht habe (Urk.
6/87/52 f.). Nachdem Dr.
D._
schliesslich erklärte, seine Einschät
zung stimme mit den Diagnosen einer depressiven Störung beziehungsweise Episode zeitnaher Untersuchungen weitgehend überein, allerdings zeige sich eine unterschiedliche Einschätzung des Schweregrades (Urk. 6/87/42), bezieht sich die von der Beschwerdeführerin beanstandete Textpassage im Gesamtkontext augen
scheinlich nur auf den Aspekt einer im Verlauf eingetretenen Verschlechterung des Gesundheitszustandes,
nicht jedoch auf die (nach dem Gesagten nicht über
zeugende) Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
durch
Dr.
B._
.
Ferner ist da
rauf hinzuweisen, dass
der
betreffende
Verweis
von Dr.
D._
ohnehin
ausschliesslich unter dem Titel der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit erfolgte
.
4.4
Nach dem Gesagten ist – g
estützt auf das Gutachten von Dr.
D._
vom 7. August 2018
–
und in Anbetracht, dass aus einer Indikatorenprüfung keine höhere Arbeitsunfähigkeit als die gutachterlich attestierte resultieren kann (U
rteil des Bundesgerichts 8C_783
/2019 vom
14. April 2020
E. 4.
1.4
), von einer
– zu
Gunsten der Beschwerdeführerin –
maximal um 20 % eingeschränkten Arbeits
fähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit
auszugehen
(E. 3.3.4).
4.5
4.5.1
Z
u prüfen
bleibt
, wie sich die auf eine angepasste Tätigkeit eingeschränkte Rest
arbeitsfähigkeit von 80 % in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Inva
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
gegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestim
men lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
4.5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Vor Eintritt des Gesundheitsschadens war die
Beschwerdeführerin
seit August 1999
in einem Vollzeitpensum beim
Stadtspital
Y._
angestellt
(Sachverhalt E. 1)
.
Gemäss Arbeitgeberauskunft vom 10. April 2013 erzielte
sie
dabei
einen
monatlichen Bruttolohn von Fr. 4'878.-- (Urk.
6/8/2). Dies
er Bruttolohn liegt
auch
dem Beschluss des Bezirksrats Zürich vom 5. Juli
2012
zugrunde
(Urk. 6/33/27 [Fr. 19'512
.--
/ 4
]
).
Auf eben diesen Beschluss ist zurückzuführen, dass das im IK-
Auszug für das Jahr 2011 festgehaltene Gesamteinkommen bedeutend höher aus
fällt (Total: Fr. 84'016.--; Urk. 6/71/2). So wurde der
Beschwerdeführerin
gestützt auf das Personalrecht
eine
Abfindung von 4 Monatslöhnen
und gestützt auf Art. 337c
des Obligationenrechts (OR)
eine
Entschädigung von 2 Monatslöhnen
zugesprochen (Urk. 6/33/
26-
29). Da auf der Abfindung
in Anwendung von Art. 7 lit. q
der
Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(
AHVV
)
– im Gegensatz zur Entschädigung –
Sozialversicherungsbeiträge
geschuldet
sind
(Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 13. Juli 2016 VB.2016
.00152 E. 4.3 respektive E. 5.4)
, bildet
diese
Bestandteil des dem IK-Aus
zug zu entnehmenden Jahreseinkommens.
Soweit unter Ziffer 2.12 im Arbeit
geberbericht vom 10. April 2013 für das Jahr 2011 ein Jahresverdiens
t von Fr. 94'585.75 angegeben wu
rd
e
(Urk. 6/8/3)
,
sind darin offensichtlich
sämtliche von der Arbeitgeberin an die
Beschwerdeführerin
im Jahr 2011 geleisteten Zah
lungen (inklusive Abfindung und Entschädigung)
enthalten. Zusammengefasst lassen sich die von der
Beschwerdeführerin
behaupte
ten Unklarheiten
hinsicht
lich dem Jahreslohn 2011 (vgl. Urk. 1 S. 10)
zwanglos
erklären
und ist ein
zuletzt erzieltes
Erwerbseinkommen
in der Höhe
von Fr. 63'414.-- (Fr. 4
'878
.--
x 13)
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt
.
Dieses Einkommen weicht denn auch nur unwesentlich vom im Vorjahr (2010) erzielten ab (Urk. 6/71/2).
In Anpassung an die Nominallohnentwicklung
im Jahr 2016 (Neuanmeldung vom 7
. März 2016
[Urk. 6/42], vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) ergibt sich ein massgebendes Validenein
kom
men von Fr.
6
4
'
548
.--
(Fr. 63
’
414
:
100.7
x
102.5
; vgl.
Bundesamt für Statis
tik,
Tabelle
T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen 2011-2018, Q 86-88 Gesundheits
wesen, Heime und Sozialwesen
).
4.5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebe
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfü
gungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Ren
tenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Nachdem die
Beschwerdeführerin
seit der Kündigung im Stadtspital
Y._
im Jahr 2011 keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen ist,
sind zur Bestimmung des
Invalideneinkommen
s
die Tabellenwerte der LSE
heranzuziehen
.
Die
Be
schwerdeführerin
hat keine Berufsausbildung abgeschlossen, verfügt aber über
langjährige Arbeitserfahrung im Gesundheitswesen (Sachverhalt E. 1
, Urk. 6/60
/1
)
und hat im Jahr 2010
den Lehrgang zur Technischen Sterilisationsassistentin
erfolgreich abgeschlossen (Urk. 6/60/3, vgl. Urk. 1 S. 10)
.
Vor diesem Hintergrund ist ihr die Verrichtung sämtlicher Hilfstätigkeiten, welche dem im Gutachten
formulierten Zumutbarkeitsprofil entsprechen, möglich. Arbeitsplätze, an welch
en solche Tätigkeiten zu verrichten sind, lassen sich auf dem hypothetischen, als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt in allen Branchen finden. Zur Bemessung des Invalideneinkommens ist daher der branchenunabhängige standardisierte monatliche Bruttomedianlohn (inklusive 13. Monatslohn, basierend auf einer
wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für weibliche Arbeitskräfte an Arbei
ts
plätzen des Kompetenzniveaus 1 von Fr. 4'363.-- im Jahr 2016 (LSE 2016, Tabelle TA1) heranzuziehen. Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebsüb
liche Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche resultiert für das der Beschwer
deführerin noch zumutbare Pensum von 80 % ein Einkommen von Fr. 43’665.-- im Jahr 2016 (Fr. 4'363.-- x
12 :
40 x 41.7 x 0.8).
4.5.4
Der
Beschwerdeführerin
sind sämtliche Tätigkeiten zumutbar, die sie zeitlich relativ flexibel einteilen und
die sie
auch alleine durchführen kann (E. 3.3.4).
Dabei handelt es sich – wie
etwa
bei einer psychisch bedingten verstärkten Rück
sichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen (
vgl. dazu
Urteil des Bun
desgerichts 8C_297/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.5) – nicht um Umstände, welche auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen sind. Dementsprechend
bestehen keine
Gründe, welche
einen leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn
rechtfertigen würden
, zumal bereits eine Einsch
ränkung
der Arbeitsfähigkeit von 20 % zu Gunsten der Beschwerdeführerin Berücksichtigung fand
.
4.5.5
Aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr.
20'
8
83
.--
(Fr. 64
'
548.-- - Fr. 43
'
665.--
), was einem nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von gerundet 3
2
%
entspricht
(
100 :
Fr. 64'548.-- x Fr. 20
'
883.--
).
5.
Nach dem Gesagten hat
die
Beschwerdegegnerin
den Eintritt einer
anspruchs
relevanten
Veränderung
zu Recht verneint
(Urk. 2)
. Dies hat
die Abweisung der Beschwerde zur Folge
.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.