Decision ID: ce321591-2ebb-40dd-800e-558cd28cb0c3
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958
, erfüllte seit
1.
Juni 2015
die Anspruchsvor
aus
setzungen zum Bezug einer Entschädigung der A
rbeitslosenversicherung (Urk.
9
/1,
Ziff.
8) und war bei der
Suva
gegen die Folgen von Berufs- und Nicht
berufsunfällen versichert.
Am 3
0.
Januar 2016 war er als Lenker eines Per
sonenwagens mit Anhänger auf einer Strasse in Slowenien unterwegs
,
als ihm beim Abbremsen ein
nachfolgende
r Last
wagen
ins Heck
fuhr
,
den von ihm gelenkten Wagen
vor sich herschob und es zur Kollision mit weiteren Fahrzeu
gen kam (
Urk.
9/1 S. 2 und
Urk.
9/15 S. 1 f.)
. Die
Erstuntersuchung fand am Unfalltag im
Universität
s-
K
lin
i
k
-
Z
entrum
Y._
statt (
Urk.
9/14 mit Über
setzung
Urk.
9
/
3
5
S. 3
).
Die Suva
erbrachte
die gesetzlichen Leistungen
(Taggel
der und Heilbehandlung [
Urk.
9/3 und
Urk.
9/4])
.
Am 1
6.
September 2016 wur
de der Suva mitgeteilt, dass
am
6.
Januar 2017
eine
arthroskopische
Rotatoren
manschetten
rekonstruktion
vorgesehen sei (
Urk.
9/37 S. 1 und S. 4). Mit Schreiben vom 3
1.
Oktober 2016 hielt
die Suva fest, es bestehe kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 30.
Januar 2016 und den gemeld
eten Schulterbeschwerden und
demzufolge
sei sie nicht leistungspflichtig
(
Urk.
9/43). Mit Verfügung vom
1
7.
November 2016
entschied die Suva i
m
angekündigte
n
Sinne (
Urk.
9/45
).
Die dagegen erhobene Einsprache vom
7.
Dezember 2016 (
Urk.
9/47
) wies sie
mit
E
insprachee
ntscheid
vom 1
4.
August 2017
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess de
r Versicherte mit Eingabe vom 2
2.
August 2017
(
Urk.
1 S. 2) Beschwerde erheben mit dem Antrag, der Entscheid
und die zugrundeliegende Verfügung sei
en
aufzuheben und es se
ien die gesetzlichen Leistungen, insbe
sondere Heilungskosten, Taggelder und eventuell eine Rente auszurichten.
Die S
uva
schloss in
ihrer Beschwerdeantwort vom 16.
November 2017
(
Urk.
8) auf Abweisung der Beschwerde
.
Mit
Replik vom
1.
Dezember 2017 (
Urk.
12) Duplik vom 2
9.
Januar 2018
(
Urk.
19
) hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
ver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Sep
tember 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
3
0.
Januar 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abge
schlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Tag
geldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
-
anders als bei der Frage, ob ein leistungs
begründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
-
nicht bei der ver
sicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grund
fall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche
rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre Leistungsp
flicht
gestützt auf die Beurtei
lung ihres Kreisarztes vom 2
3.
Dezember 2016, welcher festgehalten habe, dass der Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Unfall keine Funktionsausfälle im Bereiche der rechten Schulter gehabt
habe
und
in den Berichten
keine Schulter
verletzung
erwähnt worden
sei.
Die Diagnostik bezüglich der Schulter
sei
erst
sieben
Monate nach dem Unfall
erfolgt und der behandelnde Chirurg haben den Beschwerdeführer über acht Monate nach dem Unfall gesehen.
Bei
den
angege
benen Schmerzen
zeige sich
ein „
painful
arc
", und damit ein für das Vorliegen einer degenerativen
Rotatorenmanschettenläsion
typischer Zustand. Es könne
daher nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit bestä
tigt werden, dass der Unfall die Ruptur ausgelöst habe
,
sondern es handle sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um eine Kontusion beider Schultern bei bekanntem
Vorzustand. Solche nicht richtunggebenden Verschlimmerungen seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens zwölf Wochen nach dem Unfallereignis abgeklungen (
Urk.
2 S. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer machte dagegen geltend,
der Operateur, PD
Dr.
Z._
, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates FMH, habe
festgehalten, die vorgefundene Verletzung, eine traumati
sche sub
totale
S
upraspinatus
-
Oberflächenpartial-Ruptur rechts sowie eine trau
ma
tische
Acromion-Arthropathie
seien
traumatisch
und also
auf den Unfall vom 3
0.
Januar 2016 zurückzuführen (
Urk.
12
Ziff.
7).
Er
habe beim Unfallauf
prall das Lenkrad gehalten und beim Aufschlag Schmerzen in beiden Schultern verspürt
.
Diagnostisch
sei
en
im
Universitäts-Klinik
-Z
entr
um
Y._
lediglich die HWS, die BWS und die LWS geröntgt worden und
Funktion
sprüfungen der rechten Schulter sei
en
nicht aktenkundig. Erst die Physiothe
rapeutin in der Schweiz habe bei der
Behandlung der Schulter festgestellt, dass mit d
ieser rech
ten Schulter etwas nicht stimmen könne. Darauf habe
man
ein MRI erstellt und die Risse
festgestellt
(
Ziff.
10). Da sich gleich zwei Partialrupturen, ei
ne am
Su
p
ra
spinatus
und eine am
Subskapularis
sowie ein Erguss in der
B
ursa
s
ub
akro
mi
alis
/
s
ubde
ltoidea
ergeben hätten
,
sei ein
Unfall viel eher wahr
sch
einlich als eine altersbedingte
Abnützung
(
Ziff.
13.7).
Auch vergleiche der Suva-Kreis
arzt den Fall fälschlicherweise mit einer v
ollständigen Ruptur und verlange
deshalb einen sofortigen Funktionsausfall. Es handle sich aber um eine Teil
ruptur
,
wes
halb die Suva den Sachverhalt ungenügend abgeklärt habe (
Ziff.
15).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht hin
sichtlich des gemeldeten Unfalls vom 3
0.
Januar 2016 mit Bezug auf die geltend gemachte Schulterproblematik mit am
6.
Januar 2017 durchgeführter Schulter
arthroskopie (vgl.
Urk.
9/58) zu Recht verneint hat, weil kein Kausal
zusammenhang zum Unfallereignis besteht, oder ob die Schulterproble
matik auf den erlittenen Unfall zurückzuführen ist.
3.
3.1
Im Bericht des Universitäts-Klinik
-Z
entrum
s
Y._
berichtete die zuständige Ärztin über die Aufnahme des Beschwerdeführers am Unfalltag
vom 3
0.
Januar 2016
(
Urk.
9/14 mit Übersetzung
Urk.
9/35)
.
Der Beschwerdeführer
sei als Lenker eines PKW verletzt worden
,
als ein LKW
von hinten auf sein Fahrzeug aufgefahren sei. Vom Auto
und dem Anhänger, den er mitge
führt
habe, sei
praktisch nichts übrig
geblieben. Irgendwie sei es ihm gelungen
,
aus dem Fahr
zeug zu klettern. Beim Aufprall habe er das Lenkrad gehalten, und beim Auf
schlag Schmerzen in beide
n
Schultern verspürt. Seit der Verletzung habe er Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule, des Rückens und beider Schultern sowie in der linken Seite des Beckens. Er sei angeschnallt gewesen und könne sich an den Unfall zur Gänze erinnern. Zum Aufnahmestatus berichtete die
Ärztin, der Beschwerdeführer sei
orientiert
und unversehrt gewesen
bei
einem GCS
(Glasgow
Coma
Scale
)
von 15
, RR (Blutdruck) 138/91, Puls 71 und Satu
rierung ohne Sauerstoffabgabe von 96
%
. Der Beschwerdeführer
berichte
über Schmerzen in beiden Schultern, die gegen den Hals ausstrahlten, aber er habe keine grösseren Schwierigkeiten und die Beweglichkeit sei erhalten. Er
berichte
über Schmerzen im unteren Teil des Rückens, die von hinten gegen die beiden Hüftknochen ausstrahlten. Er könne alle vier Extremitäten normal bewegen und habe keine NC Ausfälle. Die Röntgenbilder
der Hals-
,
Brust
- und Lenden
wirbel
säule
zeigten keine offensichtlichen Anzeichen einer frischen Skelettverletzung.
Der Beschwerdeführer sei
mit einer weichen Hals-Orthese
versorgt worden
.
3.2
Im Arztzeugnis UVG vom 2
3.
Februar 2016 (
Urk.
9/6) über die Ers
tbehandlung vom
2.
Februar 2016
hielt
Dr.
med.
A._
, Allgemeine Innere Medizin FMH,
fest, der Beschwerdeführer habe am 3
0.
Januar 2016 in Slowenien einen Autounfall erlitten und sei dort in ambulanter Behandlung gewesen. Als objektive Befunde bestünden eine eingeschränkte und schmerzhafte Beweglichkeit der Halswirbel
säule (HWS). Im Röntgenbefund HWS,
LWS
und Thorax zeigten sich keine
ossären
Läsionen. Es wurde die Diagnose einer HWS-Distorsion gestellt und mit Bezug auf das weitere Prozedere ein Halskragen, Analgesie (NASAR) und Physio
therapie verordnet. Der Arzt attestierte ein
e Arbeitsunfähigkeit von 100
% voraussichtlich
bis
Ende Februar 2016 und
hielt einen
voraussichtlichen Behandlungsabschluss in vier Wochen
fest
.
3.3
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Allgemeinmedizin, hielt im ärztlichen Zwischenbericht vom 2
7.
April 2016 (
Urk.
9/11) als Diagnose einen Zustand nach Unfall mit HWS-Trauma und Schultertrauma fest.
Die g
egenwärtig
e
Behandlung
bestehe in einer
physikalische
n
Therapie und Analgetika nach Bedarf
.
3.4
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Neurologie
,
hielt im Bericht vom
5.
Juli 2016
(
Urk.
9/20)
unter Diagnosen ein
en
Auffahrunfall am 3
0.
Januar 2016 mit HWS-Distorsion
,
konsekutiv recht
s
betontem
zervikozepha
lem
-brachialem Schmerz
syndrom
,
DD (differentialdiagnostisch)
zusätzliche Sc
hultergelenks
problematik rechts,
Kontusion der
Wirbelsäule
thorako
-vertebralem und
lu
mbo
spondylogenem
Schmerzsyndrom und g
renzwertig erhöhte Blutdruck
werte als einziger vaskulärer Risikofaktor
fest.
Im Rahmen der
Anamnese
schilderung
wurde festgehalten, der Beschwerdeführer sei am 3
0.
Januar ca. 14.00 Uhr mit einem Audi ca. 80 km/h schnell gefahren und habe abrupt abgebremst, weil er eine grosse Nebelwolke habe kommen sehen. Ein hinter ihm fahrender Sattelschlepper sei ihm aufgefahren und habe ihn anschliessend in das davorstehende Fahrzeug hineingeschoben, er habe es mehrmals knallen gehört und Aufpralle vorne und hinten
verspürt
, der Raum in seinem Auto sei immer kleiner geworden, plötzlich sei
en
die Scheibe und das Navi nicht mehr da gewesen, die Türen
habe
er nicht mehr öffnen können, er sei wie eine Katze durch das Loch der fehlenden Windschutzscheibe aus dem Auto geklettert. Soweit erinnerlich habe kein Bewusstseinsverlust bestanden und er habe anfänglich keine Schmerzen bemerkt, sei selber anderen zu Hilfe geeilt (Massenkarambolage mit offenbar 74 F
ahrzeugen, 5 Toten und mehrere
n
D
utzend Verletz
t
en)
,
bis er von Passanten darauf aufmerksam gemacht w
o
rd
e
n sei
, dass er an der Stirne und am
rechten Handrücken Glassplitter habe und blute.
Die
Erstversorgung
sei
in einem Notfallzentrum in der Nähe
erfolgt
vor der
Verlegung ins Unispital
nach
Y._
, dort
sei ein GCS von 15 beschrieben und
an der
Wirbelsäule
radiologisch
keine Fraktur
festgestellt worden
. Man habe ihn im nahe gele
genen Hotel übernachten lassen
, bevor man
ihn in die
Schweiz repatriiert
habe
.
Er habe c
a.
drei bis vier
Stunden nach dem Unfall rasch zunehmende rec
htsbe
tonte Schmerzen im Nacken-
Hinterkopfbereich
bis in den Schulter-Oberarm
bereich rechtsbetont versp
ürt und im Verlauf auch zusätzliche
Schmer
zen entlang der ganzen Wirbelsäule im Brustbereich sowie im Kreuzbereich mit Ausstrahlun
g ins
Gesäss beidseits
. Die Behandlung sei zuerst durch den Haus
arzt
Dr.
A._
resp. nach Praxisübernahme durch
Dr.
B._
über
nommen worden. Physiotherapie sei sofort ein bis zweimal pro Woche erfolgt
,
wobei angegeben
worden sei
, dass die Beschwerden sich dadurch ca. 20
%
gebessert hätten. Weiterhin habe er permanent Schmerzen im Nacken-Schulterbereich bis in den Hinterkopf rechtsbetont und insbesondere auch in der rechten Schulter, wenn er den Arm bewege, dann auch das Gefühl einer
Kraftlos
igkeit im rechten Arm. Wen
iger ausgeprägt
seien die
Schmerzen auch
im Brust- und Kreuzbereich ohne
Ausstrahlung.
Er
habe
k
eine begleitende
Fühl
störung und
keine vegetativen Ausfal
lssymptome
gehabt
. Der Schlaf sei gut,
solange er nicht auf die rechte Schulter liege.
In der aktuellen Untersuchung zeige sich ein rechtsbetontes
zervikozephales
Syndrom und Bewegungsschmerz in der rechten Schulter. Der sonstige neurolo
gische Untersuchungsbefund sei normal, fokal neurologisch
e
Ausfall
ssymptome seien nicht zu finden
und in den somatisch orientierten Untersuchungen seien auch keine Hinweise für kognitive Defizite zu finden. Im MRI der HWS vom 1
3.
Juni 2016 ergäben sich keine posttraumatischen Veränderungen oder Kompression neuraler Strukturen.
D
ie beklagten Beschwerden seien im Rahmen einer HWS-Distorsi
on bei Auffahrunfall am 3
0
.
Jan
u
a
r 2016
mit rechtsbetontem
zerv
ikozephalem
Schmerzsyndrom
mit Ausstrahlung in den rechten
Oberarm
und differentialdiagnostisch
zusätzliche
r
S
chmerzursache direkt im Bereich
der rechten Schulter
zu interpretieren. Die rheumatologische Weiterabklärung der
rechts
seitigen Schulterschmerzen
sei zu empfehlen.
3.5
In der Magnetresonanz
-
Arthrographie
Schulter rechts vom 1
1.
August 2016 (
Urk.
9/31) des Medizinisch Radiologischen Instituts hielt der zuständige Radio
loge fest, es best
ehe
wenig Erguss in der Bursa
subacromialis
/
subdeltoidea
, ein
u
mschriebener,
bursaseitiger
, partieller Einriss am Ansatz der Sehne des
Supra
spinatus
im
posterioren
Anteil, ca. zwei Drittel der Sehnendicke betreffend. Die Darstellung der übrigen Anteile der Sehne des
Supraspinatus
sei intakt und es bestehe eine intakte und regelrecht im
Sulcus
zentrierte lange
Bizepssehne
. I
m inferioren Anteil
bestehe eine partiell vom
Tuberculum
minus abgelöste Sehne des
Subscapularis
. Der
superiore
Anteil des
Subscapularis
sei erhalten und die Sehne des
Infraspinatus
sei intakt. Es zeige sich eine betonte
Sulcusbildung
am
superioren
Labrum. Die übrigen Labrumanteile seien unauffällig und es bestün
den eine normale
Trophik
der Muskulatur der
Rotatorenmanschette
und fortge
schrittene degenerative Veränderungen am AC-Gelenk mit deutlicher Kapsel
hypertrophie sowie
Ö
dem in den angrenz
enden
ossären
Strukturen und d
egene
rative zystische Ver
änderungen dorsal am
Tuberculum
majus
.
Unter
„
Beurteilung
”
wurde festgehalten
,
e
s bestehe eine
bursaseitige
P
artial
ruptur der Sehne des
Supraspinatus
direkt am Ansatz im
posterioren
Anteil, eine
partialruptur
der Sehne des
Subscapularis
mit vom
Tuberculum
minus abgelöstem kaudalem Anteil
,
ein betonte
r
superiorer
Sulcus
am Labrum, eine fortgeschrittene AC-Gelenksarthrose und ein geringer Erguss in der Bursa
sub
acromialis
/
subdeltoidea
.
3.6
PD
Dr.
Z._
stellte im Bericht vom
7.
September 2016 (
Urk.
9/33) die Diagnose einer traumatische
n
, subtotalen
Supraspinatusoberflächenpartialruptu
r
rechts sowie eine traumatische AC-
Arthropathie
bei Status nach Unfall am 30. Januar 201
6.
Der Beschwerdeführer sei rechtsdominanter Maler und komme wegen der rechten Schulter. Vor
dem
Unfall sei er diesbezüglich beschwerdefrei gewesen. Im Bereich der rechten Schulter
gehe
es nicht gut. Er habe Schmerzen im vorderen Schulterbereich ausstrahlend in den Schulter-Oberarmbereich. Bei
Bewegung des Nackens würde es von der Schulter ausstrahlen bis ins Ohr. In Ruhe bestünden leichte Schmerzen. Nachts sei es am schlimmsten und er würde mehrfach aufwachen.
Beim 58-
jährige
n
Beschwerdeführer sei eine
arthroskopi
sche
Rotator
enmanschetten
-
R
ekonstruktion mit
wahrscheinlich
Bicepstenodese
,
Acromioplastik
und AC-Resektion
mit günstiger Prognose
zu empfehlen
. Der
Beschwerdeführer wünsch
e
diesen Eingriff,
welcher am
6.
Januar 2017
im Spital
E._
vorgesehen
sei.
3.7
Dr.
med.
D._
, Spezialärztin für
I
nnere Medizin FMH, speziell Rheuma
tologie
,
berichtete am 1
6.
September 2016 (
Urk.
9/37)
,
der Beschwerdeführer habe eine doppelte
Auffahrkollision als Lenker mit
Verletzung be
ider Schultern und HWS am 3
0.
Januar 2016 erlitten. Jetzt bestünde
n
eine traumatische, sub
t
o
tale
Supras
pinatusoberflächenpartialruptur
rechts sowie
eine
traumatische AC-
Arthropathie
bei Status nach Unfall. Der
Beschwerdeführer sei
bei PD
Dr.
Z._
in Kontrolle
und es sei eine operative Sanierung am 1
6.
Januar 2017 im Spital
E._
vorgese
hen. Bis dann sei der Beschwerde
führer
zu 100
%
arbeitsunfähig
.
3.8
Kreisarzt
Dr.
F._
, Chirurgie FMH,
verneinte
in seiner Stellungnahme vom 2
8.
Oktober 2016 (
Urk.
9/42)
die
Frage,
ob
die geklagten Schulterbeschwerden sowie die geplante Operation im Januar 2017 überwiegend wahrscheinlich dem Umfall vom 3
0.
Januar 2016 zuzuschreiben
seien;
dies sei möglich
,
aber nicht überwiegend wahrscheinlich. Gemäss Erstbeurteilung im Spital von
G._
hätten alle vier Extremitäten schmerzfrei bewegt werden können.
3.9
Am 1
4.
Dezember 2016 hielt PD
Dr.
Z._
im Sprechstundenbericht fest, die Beschwerdegegnerin habe den Fall als nicht unfallbedingt abgelehnt. Dies sei seines Erachtens falsch. Der Beschwerdeführer habe am 3
0.
Januar 2016 einen Unfall gehabt und seither Schulterschmerzen und eine
Rotatorenman
schettenruptur
. Vorher sei er beschwerdefrei gewesen. Der Unfall habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Ruptur ausgelöst
(
Urk.
9/53/1)
.
3.10
Am 2
3.
Dezember 2016 hielt Kreisarzt
Dr.
F._
in seiner Aktenbeurteilung fest
(
Urk.
9/56 S. 1 f.)
,
gemäss Schadenmeldung sei der Beschwerdeführer am 30.
Januar 2016 in Slowenien in einen Autounfall verwickelt gewesen. Dabei sei ein Sattelschlepper in das Auto des Beschwerdeführers von hinten aufge
fahren und habe das Fahrzeug 40 Meter vor sich hergeschoben
,
bis es zur Karambolage
gekommen sei
. Am 1
1.
August 2016, also knapp 7 Monate nach dem Unfallereignis
,
sei in einer MRI-Untersuchung eine Ruptur der
Rotatoren
manschette
diagnostiziert worden. Es hand
le
sich um eine
bursaseitige
Partial
ruptur der Sehne des
Supraspinatus
sowie eine Partialruptur der Sehne des
Sub
scapularis
. Dabei bestehe eine fortgeschrittene AC-Gelenksarthrose.
Der Beschwerdeführer sei am
2.
Februar 2016 erstmalig in der Schweiz nac
h Repatriierung durch
Dr.
H._
(richtig:
A._
;
vorstehend E.3.2)
gesehen
worden
,
wobei keine
Schulterverletzung erwähnt
und
lediglich eine HWS-Distorsion diagnostiziert
worden sei. Auch die nachfolgende
Physiotherapieverordnung
habe nur die Diagnose
eine
r
HWS-Distorsion vom 3
0.
Januar
2016
eingetragen. Damit
hätten
nicht mit dem Beweisgrad
der
überwiegender Wahrscheinlichkeit Schulterschmerzen vor
gelegen,
welche den
Beschwerdeführer zum Arzt geführt
hätten
.
Im A
ussendienstbericht vom
4.
Mai
2016
beschreibe der Beschwerde
führer auch
nicht, dass die rechte Schulter
überwiegend gegenüber der anderen Sch
ulter schmerze, sondern er gebe Schulterschmerzen beidseits an und trotz
dem nehme
er
keine Schmerz-Medikamente mehr, fahre aktuell
wieder Auto, habe aber Mühe, längere Strecken zu fahren,
da ih
n
Gesäss, Rücken und Hüfte
schmerz
t
en. Ebenso würden seine Arme und Schultern ermüden. Über einen Funktionsausfall im Bereich
der rechten Schulter berichte er nicht. Im Bericht über die notfallmässige Erstbehandlung nach dem Unfallereignis berichte der Beschwerdeführer über Schmerzen in beiden Schultern, die gegen den Hals aus
strahlten, aber er habe keine grösseren Schwierigkeiten und die Beweglichkeit sei erhalten
,
er könne alle vier Extremitäten normal bewegen und er habe
keine Ausfälle a
n
neurozirkulatorischen
Systemen.
Der Beschwerdeführer habe ange
geben, dass er sich unmittelbar nach dem Unfallereignis gut
gefühlt
und
ande
ren Menschen geholfen habe. Er sei
dann
von Passanten darauf aufmerksam
gemacht
worden
, dass er an
der Stirne und am rechten Handrü
cken Glassplitter habe und blute
. Aufgrund dieser Angaben könne
mit dem Beweisgrad
der
überwiegend
en Wahrscheinlichkeit dargelegt
werden, dass
er
bezüglich seiner rechten Schulter un
mittelbar nach dem Unfall keine
Funktionsausfälle bzw. keine
grösseren Schmerzen gehabt habe
, ansonst
en er kaum anderen Unfall
opfern
hätte helfen können
(S. 6)
.
Gemäss
Literatur
sei
nach unfallbedingter Ruptur einer
Rotatorenmanschette
der
zu erwartend
e Beschwerdeverlauf
wie folgt:
I
n den ersten drei Tagen nach einem Trauma, das
zur
Rotatorenmanschettenruptur
ge
führt
habe
, sei initial ein extrem heftiger Schmerz v
orhanden, der nach einiger Zeit für den Betrof
fenen wieder tolerabel w
e
rde
.
Es werde e
ine sofortige Funktionsstörung („
drop
arm")
für die Anerkennung einer unfallbedingten Ruptur der
Rotatorenmanschette
gefordert und im Moment des Ereignisses spüre der Verletzte einen reissenden Schmerz in der Schulter, der in den Oberarm ausstrahle. Nach einem frischen Riss bildeten sich im Verlauf die Schulterschmerzen in der Folgezeit mehr oder weniger vollständig zurück. Im Vordergrund steh
e
dann die Kraftlosigkeit bei bestimmten selbständigen Armbewegungen. Ebenfalls seien fehlende Arztbesu
ch
e
wegen Schulterschmerzen innerhalb einer Woche ein deutlicher Hinweis gegen eine Unfallgenese der
Rotatorenmanschettenruptur
. Ein wesentlicher Unterschied zum degenerativen Vorschaden sei darin zu sehen, wo es in der Folgezeit (wie im vorliegenden Fall) nach einem angeschuldigten bzw. postu
lierten Ereignis zu einem zunehmenden Problem (Schmerzen) komme. Infolge einer traumatischen
Rotatorenmanschettenruptur
sei ein schmerzhafter Bogen („
painful
arc
") nicht üblich. Hinzu komme, dass die Inzidenz von Läsionen der
Rotatorenmanschetten
im Alter zwischen dem
50 und 60igsten
Lebensjahr (auch ohne Unfallereig
nis) relativ hoch sei und
anh
and
autoptischer
Untersuchungen
berichtet
werde
, dass bei über 50-jährigen bis zu 50
%
rupturierte
S
ehnen auf
gefunden werden
konnten
(S. 6 f.)
.
Zum Zeitpunkt
des Unfallereignisses vom 3
0.
Januar
2016
sei der Beschwerde
führer
58 Jahre alt
gewesen, und habe sich
in einem Lebensabschnitt
befunden
, in welchem degenerativ bedingte
Defekte der
Rotatorenmanschette
bereits zu einem hohen Anteil
vork
ämen
. Er sei zudem als Maler tätig gewesen, was eine starke Belastung der Schulter mit sich ziehe, und zudem sei er Rechtshänder. Auch sei der diagnostizierte,
ansatznahe Teil der
Supraspinatussehne
besonders anfällig für ein Verschleissleiden, d.h. für die Entwicklung degenerativ beding
ter Risse (S. 7).
Dass der Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Ruptur a
usgelöst haben soll, könne somit
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
s
cheinlichkeit bestätigt werden. Es handle
sich somit mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit um
eine Kontusion beider Schultern
.
Im Bereiche des rechten Schultergelenks des
Beschwerdeführers liege
aber
mit ü
berwiegender Wahr
scheinlichkeit
ein degeneratives Verschleissleiden vor.
Dass unmittelbar nach dem Unfall kein Funktio
nsausfall der rechten Schultern bestanden
habe
, zeige
zudem, dass es sich nicht um eine richtungsgebende Versc
hlimmerung dieser degenerativen Vorschädigung handeln könne. Die n
icht richtungsgebenden Ver
schlimmerungen
seien
mit überwiegender Wahrsc
heinlichkeit nach spätestens zwölf
Wochen nach
dem
Unfallereignis abgeklungen. Da
nn spiel
e
das Unfaller
eignis im
weiteren Verlauf keine Rolle mehr.
4.
4.1
Laut Akten war der Beschwerdeführer am 3
0.
Januar 2016 in Slowenien in einen Unfall mit mehreren Fahrzeugen verwickelt
,
wobei ein Lastwagen von hinten auf das von ihm gelenkte Fahrzeug mit Anhänger auffuhr und er in vor
dere Fahrzeuge geschoben wurde (E. 3.1 hiervor, vgl. auch Fotodokumentation
,
Urk.
9/16/2-25).
Seinen Angaben zufolge verspürte er unmittelbar nach dem Unfall keine Schmerzen und
eilte
selber anderen zu Hilfe
, bis er von Passanten darauf aufmerksam gemacht wurde, dass er an der Stirne und am rechten Hand
rücken Glassplitter habe und blute
. Rasch zunehmende Schmerzen traten unge
fähr
drei bis vier Stunden nach dem Unfall
rechtsbetont
im Nacken-
Hinterkopfbereich
bis in den Schulter-Obe
rarmbereich rechtsbetont
und im Ver
lauf zusätzlich entlang der ganzen Wirbelsäule im Brustbereich sowie im Kreuz
bereich mit Au
sstrahlung ins Gesäss
beidseits auf (E. 3.4 hiervor). Die
erstbe
handelnden Ärzte
berichteten anlässlich der Aufnahme des Beschwerdeführers am Unfalltag, rund vier Stunden nach dem Ereignis (vgl.
Urk.
9/35 S. 3),
üb
er Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule, des Rückens und beider Schultern sowie
in der linken Seite des Beckens, wobei
d
er
Beschwerdeführer
alle vier Extremitäten normal bewegen konnte und
die bildgebenden Untersuchungen der HWS, BWS und LWS keine Anzeichen für eine fr
ische
ossäre
Verletzung zeigten (E. 3.1).
Anlässlich der Erstkonsultation beim Hausarzt in der Schweiz wurde sodann
eine HWS-Distorsion diagnostiziert
und
Physiotherapie
verord
net. Eine rheumatologische Weiterabklärung der rechtseitigen Schulterschmer
zen wurde im Juli 2016 empfohlen (E. 3.4)
,
worauf
im
August 2016
die
Magnetresonanz
-
Arthrographie
der rechten
Schulter
durchgeführt wurde, wel
che eine
bursaseitige
Partialruptur der Sehne des
Supraspinatus
direkt
am Ansatz und eine P
artialruptur der Sehne des
Subscapularis
sowie
eine fortge
schrittene AC-Gelenksarthrose
zeigte (E. 3.5).
4.2
Vor diesem Hintergrund stellte
Dr.
F._
i
n seiner Aktenbeurteilung vom 23
.
Dezember 2016
nachvollziehbar fest, dass aufgrund des d
okumentierten Unfalls
zwar eine
Kontusion beider
Schultern
zu unterstellen ist, der Vorgang aber unter Wertung aller medizinischer Fakten (
insbesondere des Verlaufs
) zu keiner strukturell traumatischen Läsion
an der rechten Schulte
geführt hat und der Status quo sine
zwölf
Wochen nach dem Unfallereign
is als erreicht zu gel
ten hat.
4.3
Nach dem Gesagten stellt die medizi
nische Beurteilung von
Dr.
F._
, an deren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit kein Zweifel besteht, eine trag
fähige Grund
la
ge für die Beantwortung der strittigen Kausalitätsfrage dar. Ausschlaggebend ist dabei in erster Linie die Erkenntnis, dass
eine durch das Geschehnis vom
3
0.
Januar 2016
verursachte relevante
Schulterverletzung
nicht mit dem mass
gebenden Beweisgrad der überwiegend
en Wahrscheinlichkeit (BGE 126
V 353 E.
5b mit Hinweisen) erstellt ist. Das Ereignis war höchstens geeignet, eine bereits vorbestehende
rechtsseitige Schulterproblematik
vorübergehend zu ver
schlim
mern; eine richtung
s
gebende Verschlimmerung ist durch die Akten nicht belegt. Dabei ist es – soweit die g
eltend gemachten Beschwerden an der rechten Schul
ter
ursächlich dem Ereignis vom
3
0.
Januar 2016
zugeschrieben werden können – nicht zu beanstanden, dass der
S
tatus quo sine spätestens
zwölf Wochen nach dem Ereignis
als erreicht betrachtet wurde. Begründete Anhalts
punkte, welche eine Terminierung des
S
tatus quo sine auf einen späteren Zeitpunkt als sachlich gerechtfertigt erscheinen liessen, sind nicht gre
ifbar.
Daran ändert die abweichende Einschätzung von PD Dr.
Z._
(vorste
hend E. 3.9) nichts,
zumal es an einer Begründung für die
von ihm
postulierte Unfallkausalität fehlt. Der Umstand, dass vor dem
Autounfall
von Seiten der
rechten Schulter
Beschwerdefreiheit vorgelegen haben soll, vermag die Unfall
kausalität der persistierenden
B
eschwerden nicht zu belegen (zum beweisrecht
lich unzulässigen Schluss „
post
hoc, ergo
propter
hoc“, nach dessen Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetr
eten ist, vgl. BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
).
Dr.
C._
sah die Beschwerden im Rahmen der HWS-Distorsion (vorste
hend E. 3.4). Gleich wie die Formulierungen
„
Status nach Heckauffahrkollision" oder
„
nach dem Heckauffahrunfall..." ist ihr
Ausdruck „HWS-Distorsion konse
kutiv rechtsbetontem
zervikozephalem
-brachialem Schmerzsyndrom“
nur eine anamne
stische Feststellung und liefert
keine hinreichende Aussage zur Frage der Kausalität
(Urteil des Bundesgerichts U
263/06 vom 2
3.
Juli 2007
E. 4.2 in
fine
).
4.4
Bei der gegebenen medizinischen Aktenlage ist der
entscheidrelevante
Sachver
halt namentlich im Hinblick auf die strittige Frage der Unfallkausalität der über
zwölf Wochen nach dem Ereignis bestehenden
r
echtseitigen Schulter
be
schwerden
sowie
die
am
6.
Januar 2017 durchgeführte Schulter
arthro
skopie mit
Acromioplastik
, AC-Resektion,
Roatorenmanschetten
rekon
struktion
,
Biceps
teno
tomie
und
Tenodese
der rechten Schulte
r
(vgl.
Urk.
9/57)
hinreichend geklärt. Auf beweismässige Weiterungen kann verzichtet werden. Denn nach bereits durchgeführter Arthroskopie sowie nicht aktenkundiger weiterer
zeitnah zum Unfallereignis vom 3
0.
Januar 2016 erfolgten Untersuchungen
und der
erst
am
1
1.
August 2016 festgestellten Rupturen und durchgeführter
Arthroskopie
vom
6.
Januar 2017
können davon keine zusätzlichen Erkenntnisse erwartet werden (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d).
5.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin ihre weitergehende Leistungs
pflicht zu Recht verneint, und es muss mit den erbrachten Leistungen sein Bewenden haben. Dementsprechend ist der angefo
chtene
Einspracheentscheid
vom 1
4.
August 2017
(
Urk.
2) nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der Beschwerde führt.