Decision ID: 9b9b1a20-3b31-5287-8a9f-0457293fe4a1
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführerin, eine eritreische Staatsangehörige tigrinischer
Ethnie, verliess ihren Heimatstaat eigenen Angaben zufolge im Mai 2015
in Richtung Äthiopien. Über den Sudan, Libyen und Italien reiste sie weiter
und gelangte am 28. September 2015 in die Schweiz, wo sie am Folgetag
im Empfangs- und Verfahrenszentrum B._ um Asyl nachsuchte. Am
7. Oktober 2015 wurde sie im Rahmen einer verkürzten Befragung zur Per-
son (BzP) zu ihren persönlichen Umständen sowie ihrem Reiseweg be-
fragt. Das SEM hörte sie am 16. August 2017 einlässlich zu ihren Asylgrün-
den an.
B.
B.a Die Beschwerdeführerin machte geltend, sie stamme aus dem Dorf
C._ (Subzoba D._, Zoba E._) und habe die Schule
bis zur (...) Klasse besucht. Sie habe diese aber nicht abgeschlossen, da
sie im zehnten Monat 2014 krank geworden sei und deshalb die Abschluss-
prüfungen verpasst habe. Aus diesem Grund habe der Schuldirektor sie
von der Schule verwiesen, obwohl ihre Mutter mit ihm gesprochen und die
Situation erklärt habe. In der Folge habe sie einige Zeit zu Hause verbracht
und dann versucht, illegal auszureisen. Dabei sei sie aufgegriffen und für
drei Wochen in F._ inhaftiert worden. Dort sei sie misshandelt und
vergewaltigt worden. Da sie noch minderjährig gewesen sei, hätten ihre
Eltern eine Bürgschaft organisieren und auf diesem Wege ihre Entlassung
bewirken können. Später sei sie für den Militärdienst nach G._ auf-
geboten worden. Da sie diesem Aufgebot keine Folge geleistet habe, sei
sie gezwungen gewesen, im fünften Monat 2015 aus Eritrea zu fliehen.
B.b Als Beweismittel reichte die Beschwerdeführerin Fotoaufnahmen der
Identitätskarten ihrer Eltern sowie ihres Taufscheins zu den Akten.
C.
Mit Verfügung vom 15. Oktober 2018 – eröffnet am 17. Oktober 2018 –
stellte das SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigen-
schaft nicht, lehnte ihr Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der
Schweiz und ordnete deren Vollzug an.
D.
Mit Eingabe vom 14. November 2018 (Poststempel) erhob die Beschwer-
deführerin – handelnd durch ihre Rechtsvertreterin – beim Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerde gegen diesen Entscheid. Dabei beantragte sie,
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die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es sei ihre Flüchtlingseigen-
schaft festzustellen und ihr Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzu-
lässigkeit oder zumindest die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs
festzustellen und die vorläufige Aufnahme in der Schweiz anzuordnen,
subeventualiter sei die Sache zwecks vollständiger Sachverhaltsabklärung
an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht er-
suchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, Verzicht
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und Beiordnung einer amtli-
chen Rechtsbeiständin in der Person der unterzeichnenden Rechtsvertre-
terin.
E.
Die Beschwerdeführerin liess dem Gericht mit Eingabe vom 16. November
2018 eine Fürsorgebestätigung zukommen.
F.
Die Instruktionsrichterin stellte mit Verfügung vom 4. Dezember 2018 fest,
die Beschwerdeführerin dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz
abwarten. Gleichzeitig hiess sie das Gesuch um Gewährung der unentgelt-
lichen Prozessführung gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses und ordnete der Beschwerdeführerin lic. iur. Kathrin Stutz als
amtliche Rechtsbeiständin bei.
G.
Das SEM liess sich mit Schreiben vom 19. Dezember 2018 zur Be-
schwerde vom 14. November 2018 vernehmen.
H.
Mit Replik vom 14. Januar 2019 hielt die Beschwerdeführerin vollumfäng-
lich an ihren Ausführungen in der Beschwerdeschrift fest.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes
vom 26. Juni 1998 (AsylG; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorlie-
gende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbe-
stimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015).
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1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist folglich
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-
deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die
angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-
teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; sie ist daher zur
Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1
AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG und im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
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Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
4.
4.1 Das SEM führte zur Begründung seiner Verfügung aus, dass es der
Beschwerdeführerin nicht gelinge, ihre Vorbringen glaubhaft zu machen.
Bereits das von ihr zu Beginn des Asylverfahrens angegebene Geburtsda-
tum (...) habe nicht mit den Aussagen zu ihrer Biografie übereingestimmt
und aufgrund der vorhandenen Indizien sei der Schluss gezogen worden,
dass sich die geltend gemachte Minderjährigkeit als unglaubhaft erweise.
Die später eingereichte Fotografie ihres Taufscheins nenne als Geburtsda-
tum den (...) und bestätige die Einschätzung des SEM, auch wenn es sich
dabei nicht um ein rechtsgenügliches Dokument handle. Die unglaubhaften
Angaben zum Alter würden ihre persönliche Glaubwürdigkeit in Zweifel zie-
hen. Sodann habe sich die Beschwerdeführerin äusserst vage und unsub-
stanziiert zum geltend gemachten ersten Fluchtversuch geäussert. Ihre
Schilderung enthalte keine Realkennzeichen und es fehle dieser an jegli-
chem persönlichen Bezug. Es sei folglich nicht glaubhaft, dass sie deswe-
gen in F._ inhaftiert und dort misshandelt und vergewaltigt worden
sei. Sie habe denn auch über die Umstände ihrer Entlassung kaum etwas
zu berichten gewusst. Weiter habe sie trotz zahlreichen Nachfragen wider-
sprüchliche und wirre Aussagen zum Aufgebot nach G._ gemacht,
welches sie erhalten haben wolle. Ihre Ausführungen erwiesen sich als
nicht erlebnisgeprägt und bruchstückhaft, was namentlich auch für die
zweite, erfolgreiche Ausreise gelte. Diesbezüglich habe sie lediglich die
Ortschaften der Durchreise aneinandergereiht und auf entsprechende Auf-
forderungen hin keine ausführliche Schilderung der Ereignisse geliefert.
Insgesamt gelinge es der Beschwerdeführerin daher nicht, glaubhaft zu
machen, dass sie im (...) festgenommen und inhaftiert worden sei sowie in
der Folge ein Aufgebot für den Militärdienst in G._ erhalten habe.
Soweit die Beschwerdeführerin geltend mache, illegal ausgereist zu sein,
könne die Glaubhaftigkeit dieses Vorbringens offengelassen werden. Ge-
mäss dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-7898/2015 vom 30. Ja-
nuar 2017 vermöge die illegale Ausreise per se die Flüchtlingseigenschaft
nicht zu begründen. Weiter habe die Beschwerdeführerin nicht glaubhaft
machen können, dass sie den eritreischen Militärdienst verweigert habe
oder von diesem desertiert sei. Folglich habe sie nicht gegen die Procla-
mation on National Service von 1995 verstossen und den Akten seien auch
sonst keine Hinweise dafür zu entnehmen, dass sie bei einer Rückkehr
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ernsthafte Nachteile zu gewärtigen hätte. Eine begründete Furcht vor einer
zukünftigen Verfolgung liege deshalb nicht vor.
In Bezug auf den Wegweisungsvollzug führte das SEM aus, die Akten lies-
sen nicht darauf schliessen, dass der Beschwerdeführerin mit beachtlicher
Wahrscheinlichkeit bei einer Rückkehr eine Strafe oder Behandlung drohe,
die gegen Art. 3 EMRK verstossen würde. Zudem sei es aufgrund ihrer
unglaubhaften Angaben nicht möglich zu prüfen, ob ein tatsächliches und
unmittelbares Risiko einer Verletzung von Art. 4 EMRK – im Zusammen-
hang mit einer möglichen Einberufung in den eritreischen Nationaldienst –
bestehe. Sodann liessen sich den Akten weder individuelle Gründe noch
besondere Umstände entnehmen, welche den Vollzug der Wegweisung
nach Eritrea unzumutbar erscheinen liessen.
4.2 In der Beschwerdeschrift wurde dargelegt, dass die Beschwerdeführe-
rin auf ihrer Reise nach Europa grosse Ängste ausgestanden und
schlimme Erlebnisse gehabt habe. Sie habe mitansehen müssen, wie ihre
Freundin in einem Fluss ertrunken sei. Zudem sei sie als junge Frau stän-
dig dem Risiko sexueller Gewalt ausgesetzt gewesen, was nach der bereits
erlebten sexuellen Gewalt während der Haft in Eritrea kaum zu ertragen
gewesen sei. Entsprechend verängstigt und verwirrt sei sie in der Schweiz
angekommen. Das Geburtsdatum habe in ihrem bisherigen Leben keine
grosse Rolle gespielt und sie habe das genaue Datum selber nicht ge-
wusst. Diesen Fehler habe sie bei der Anhörung denn auch zugegeben und
ihr richtiges Geburtsdatum offengelegt, indem sie ein Foto ihres Tauf-
scheins eingereicht habe. Es bestehe daher kein Anlass, ihre Glaubwür-
digkeit grundsätzlich in Frage zu stellen. Die Beschwerdeführerin sei
durchaus in der Lage gewesen zu schildern, was ihr in Eritrea wiederfahren
sei, auch wenn sie sich dabei kurz gefasst habe. Dies möge einerseits an
ihrer Persönlichkeit liegen, andrerseits falle auf, dass sich der Sachbear-
beiter wenig Mühe gegeben habe, nachzufragen und zu erklären, dass be-
schreibende und ausführlichere Antworten erwartet würden. Im Entscheid
werde nicht erwähnt, dass die Beschwerdeführerin bei der Befragung zur
Haft emotional sehr aufgewühlt gewesen und es ihr offensichtlich schwer
gefallen sei, über das Erlebte zu sprechen. Nach der Haft sei es ihr sehr
schlecht gegangen, weshalb sie bei den Eltern auch nicht nach den Details
der Bürgschaft gefragt habe, die zu ihrer Entlassung geführt habe. In Be-
zug auf die Angaben zum Aufgebot für den Militärdienst sei festzuhalten,
dass der Verfasser der Verfügung – es handle sich dabei nicht um dieselbe
Person, welche die Anhörung durchgeführt habe – die im Protokoll festge-
haltenen Aussagen sehr zu Ungunsten der Beschwerdeführerin auslege.
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Sie habe geschildert, wie ihre Mutter die Annahme des Aufgebots verwei-
gert und ein Nachbar ihr dieses vorgelesen habe. Es werde nicht berück-
sichtigt, dass sie bei diesem Ereignis nicht dabei gewesen sei. Insgesamt
sei sie in der Lage gewesen, die Geschehnisse in Eritrea plausibel und
nachvollziehbar darzulegen. Auch die anwesende Hilfswerksvertretung
(HWV) sei zu dieser Einschätzung gelangt.
Sodann werde der Beschwerdeführerin zwar vorgehalten, ihre Aussagen
seien vage und substanzlos. Der Sachbearbeiter habe sich anlässlich der
Anhörung aber kaum bemüht, den Sachverhalt vollständig abzuklären. Es
seien nur wenige Nachfragen gestellt worden, auch wenn Fragen offen-
sichtlich falsch verstanden und nur zur Hälfte beantwortet worden seien.
Wichtige Aspekte, beispielweise zum Haftalltag oder zum Gefängnis, seien
nicht erfragt worden. Die HWV habe auf dem Unterschriftenblatt vermerkt,
dass sie den Sachverhalt als ungenügend abgeklärt erachte, insbesondere
im Hinblick auf die Verhaftung und die Haft selbst. Zusatzfragen seien nur
eingeschränkt zugelassen worden und der Sachbearbeiter habe der HWV
vorgeworfen, mit ihren Fragen nicht zur Erhellung des Sachverhalts beizu-
tragen. Der Anregung der HWV, eine ergänzende Befragung in einem ge-
schlechtsspezifischen Team durchzuführen, sei nicht nachgekommen wor-
den. Aufgrund dieser mangelhaften Sachverhaltsabklärung werde sub-
eventualiter beantragt, die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen.
Schliesslich bestehe die reale Gefahr, dass die Beschwerdeführerin in Erit-
rea Folter und unmenschlicher Behandlung ausgesetzt wäre, weshalb eine
Wegweisung die EMRK sowie das Übereinkommen vom 10. Dezem-
ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder ernied-
rigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) verletzen würde. Sie
habe ihren Heimatstaat im wehrdienstfähigen Alter illegal verlassen und
den Nationaldienst noch nicht absolviert. Bei einer Rückkehr würde sie mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit umgehend festgenommen, unter un-
menschlichen Bedingungen inhaftiert und anschliessend dem National-
dienst zugeführt. Nicht nur würde die willkürliche Haft gegen Art. 3 EMRK
verstossen, der eritreische Nationaldienste stelle auch eine Form von Leib-
eigenschaft und Zwangsarbeit im Sinne von Art. 4 EMRK dar. Dies sei vom
Bundesverwaltungsgericht im Grundsatzurteil E-5022/2017 vom 10. Juli
2018 (publiziert als BVGE 2018 VI/4) denn auch anerkannt worden. Zu Un-
recht sei das Gericht jedoch zum Schluss gekommen, dass nur bei Vorlie-
gen einer flagranten Verletzung vom Art. 4 EMRK ein Refoulement-Verbot
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bestehe. Vielmehr handle es sich bei Art. 4 Abs. 2 EMRK um eine Funda-
mentalgarantie der EMRK, welche ein absolutes Verbot von Zwangs- und
Pflichtarbeit beinhalte. Selbst wenn eine flagrante Verletzung vorausge-
setzt würde, wäre eine solche vorliegend aufgrund der drohenden Einzie-
hung in den eritreischen Nationaldienst gegeben. Der Schlussfolgerung
des Bundesverwaltungsgerichts, dass dort keine systematischen Miss-
handlungen vorkämen, könne nicht gefolgt werden, da es sich bei seiner
Einschätzung nicht auf objektive und zuverlässige Quellen stütze. Ferner
sei die im Urteil vorgenommene Verteilung der Beweislast problematisch,
da es der Beschwerdeführerin schlicht nicht möglich sei, angesichts der
ungenügenden Informationslage den formalen Beweis für das systemati-
sche Vorkommen von Misshandlungen und sexuellem Missbrauch zu er-
bringen. Dies sei auch nicht erforderlich, weil die Abklärung des herkunfts-
landspezifischen Sachverhalts Aufgabe der prüfenden Behörden und nicht
der antragstellenden Person sei. Es sei davon auszugehen, dass eine
Wegweisung der Beschwerdeführerin gegen Art. 3 und 4 Abs. 2 EMRK
verstossen würde, weshalb sich der Wegweisungsvollzug als unzulässig
erweise. Zudem würde die drohende Einziehung in den eritreischen Natio-
naldienst sie auch in eine persönliche Notlage bringen. Bei der Beschwer-
deführerin handle es sich um eine junge Frau. Im Nationaldienst wäre sie
einem sehr hohen Risiko ausgesetzt, Opfer von sexueller Gewalt zu wer-
den, wobei es keine Möglichkeit gebe, sich zu schützen oder zur Wehr zu
setzen. Eine Rückkehr nach Eritrea sei deshalb auch nicht zumutbar.
4.3 In seiner Vernehmlassung wies das SEM darauf hin, dass es jeweils
an der befragenden Person sei, über den Ablauf der Anhörung zu entschei-
den. Aus deren Sicht sei der Sachverhalt genügend abgeklärt gewesen,
weshalb sie zu Recht keine weiteren Fragen der HWV zugelassen habe.
4.4 In der Replik wurde auf die Beschwerdeeingabe verwiesen und festge-
halten, darin werde aufgezeigt, dass das SEM den Sachverhalt unvollstän-
dig erhoben habe.
5.
5.1 Die Beschwerdeführerin rügt, das SEM habe den Sachverhalt nicht
vollständig abgeklärt, indem an der Anhörung wichtige Aspekte nicht er-
fragt sowie Fragen der HWV nicht zugelassen worden seien. Dabei handelt
es sich um eine formelle Rüge, welche vorab zu beurteilen ist, da sie allen-
falls geeignet sein könnte, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung
zu bewirken.
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5.2 Der Untersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grundsätzen
des Verwaltungs- respektive Asylverfahrens (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6
AsylG). Demnach hat die Behörde von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen,
die für das Verfahren notwendigen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich
relevanten Umstände abzuklären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu
führen. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein
falscher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise
falsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den
Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden. Der
Untersuchungsgrundsatz gilt nicht uneingeschränkt; er findet seine Grenze
an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG,
vgl. zum Ganzen BVGE 2012/21 E. 5.1 m.w.H.).
5.3 Bei der Durchsicht des Anhörungsprotokolls fällt auf, dass die Antwor-
ten der Beschwerdeführerin – auch bei offenen Fragen – oft sehr kurz aus-
fielen. Im Rahmen des freien Berichts beschrieb sie die geltend gemachte
Haft in F._ in keiner Weise und ergänzte danach lediglich, sie sei
dort misshandelt und vergewaltigt worden (vgl. A20, F44 f.). In der Folge
wurden ihr verschiedene Fragen dazu gestellt, welche sie mehrheitlich mit
einem einzigen Satz beantwortete (vgl. A20, F54 ff.). Zum Ende der Anhö-
rung stellte die HWV mehrere Fragen, von denen einige auch die Haft be-
trafen. Dabei wurde die Beschwerdeführerin ausdrücklich aufgefordert, de-
ren Umstände zu beschreiben (vgl. A20, F126 ff. und F131). Sie erhielt
somit ausreichend Gelegenheit, die von ihr vorgebrachte Haft zu schildern.
Zudem wurde sie einleitend gebeten, ihre Asylgründe so ausführlich wie
möglich darzulegen (vgl. A20, F44). Durch verschiedene Nachfragen
wurde ihr die Möglichkeit eingeräumt, die Angaben zu präzisieren (vgl.
etwa A20, F51 ff., F71 ff., F99 ff., F105 ff.). Zusatzfragen der HWV wurden
durchaus zugelassen, gerade auch zu einzelnen Punkten betreffend die
geltend gemachte Haft (vgl. A20, F128 und F131). Vor diesem Hintergrund
erscheint der Sachverhalt ausreichend abgeklärt und es war nicht erforder-
lich, weitere Fragen in diesem Zusammenhang zu stellen oder solche von
Seiten der HWV zuzulassen. In der Beschwerdeschrift wird denn auch
nicht dargelegt, welche Fragen die Beschwerdeführerin offensichtlich
falsch verstanden und nur zur Hälfte beantwortet haben soll. Aus dem Pro-
tokoll der Anhörung ist dies nicht ersichtlich und es ist nicht nachvollzieh-
bar, an welchen Stellen das SEM – nach Auffassung der Beschwerdefüh-
rerin – gehalten gewesen wäre, konkrete Nachfragen zu stellen und ihr da-
mit Gelegenheit zu geben, ihre Antworten zu präzisieren oder näher aus-
zuführen.
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Seite 10
Sodann trifft es zwar zu, dass der Anregung der HWV, eine erneute Anhö-
rung in einem reinen Frauenteam durchzuführen, nicht nachgekommen
wurde. Die Beschwerdeführerin wurde jedoch sowohl bei der BzP als auch
bei der Anhörung – nachdem sie bei letzterer frauenspezifische Flucht-
gründe geltend gemacht hatte – gefragt, ob sie in einem Frauenteam an-
gehört werden möchte (vgl. A8, 7.01 und A20, F47). Beide Male erklärte
sie, dass es für sie keine Rolle spiele, ob bei der Befragung ausschliesslich
Frauen anwesend seien oder nicht. Sie hat somit ausdrücklich auf ihr
Recht, von einem gleichgeschlechtlichen Team angehört zu werden (vgl.
Art. 6 AsylV 1), verzichtet. Bei der Anhörung gab sie an keiner Stelle zu
erkennen, dass es ihr aufgrund der Zusammensetzung des Anhö-
rungsteams nicht möglich gewesen wäre, sich frei zu ihren Asylgründen zu
äussern. Folglich bestand für die Vorinstanz keine Veranlassung, eine er-
neute Anhörung in einem geschlechtsspezifischen Team durchzuführen.
Nach dem Gesagten erweist sich die in der Beschwerdeschrift erhobene
formelle Rüge als unbegründet und der Sachverhalt ist als richtig und voll-
ständig erstellt zu erachten.
6.
6.1 Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Ge-
gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt
durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen ei-
nes Beschwerdeführers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft ge-
macht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie
aber überwiegend für wahr hält. Eine wesentliche Voraussetzung für die
Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschicksals ist eine die eigenen Erleb-
nisse betreffende, substanziierte, weitgehend widerspruchsfreie und kon-
krete Schilderung der Vorkommnisse, welche bei objektiver Betrachtung
plausibel erscheint. Von unglaubhaften Ausführungen ist dagegen bei
wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen
Vorbringen auszugehen. Entscheidend ist, ob bei einer Gesamtbeurteilung
die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Be-
schwerdeführenden sprechen, überwiegen oder nicht. Demgegenüber
reicht es für die Glaubhaftmachung nicht aus, wenn der Inhalt eines Vor-
bringens zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Umstände we-
sentliche Elemente gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung spre-
chen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, BVGE 2013/11 E. 5.1).
6.2 Hinsichtlich des von der Beschwerdeführerin angegebenen Alters ist
festzuhalten, dass sie bei der BzP im Oktober 2015 angab, sie sei am (...)
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geboren, gleichzeitig aber festhielt, sie sei zurzeit (...) Jahre alt (vgl. A8,
Ziff. 1.06). Auf die Frage, woher sie ihr Geburtsdatum kenne, erklärte sie,
dass sie dieses einfach wisse (vgl. A8, Ziff. 4.04). Ebenso bestätigte sie,
im Zeitpunkt der Ausreise sowie der Ankunft in Italien – im Mai respektive
September 2015 – bereits (...) Jahre alt gewesen zu sein (vgl. A8, Ziff.
5.02). Da die Altersangaben der Beschwerdeführerin nicht mit ihrem ange-
gebenen Geburtsdatum übereinstimmten, sie unpräzise Ausführungen zu
ihrer Biografie und ihrer Familie gemacht hatte sowie ihr Aussehen und
Knochenalter darauf hinwiesen, dass sie bereits 18 Jahre alt sei, wurde sie
vom SEM als volljährig eingestuft (vgl. A8, Ziff. 8.01). Bei der Anhörung
korrigierte die Beschwerdeführerin ihr Alter nicht von sich aus, sondern
legte kommentarlos eine Fotoaufnahme ihres Taufscheins vor, welcher als
Taufname H._ aufführt und ihr Geburtsdatum mit (...) bezeichnet
(vgl. A20, F7 und A21, Beweismittel 3). Dies entspricht genau dem Datum,
welches das SEM aufgrund der unglaubhaften Altersangaben im ZEMIS
eingesetzt hatte. Die in der Beschwerdeschrift vorgebrachte Erklärung für
die ursprünglich falsche Angabe – sie habe eine beschwerliche Reise hin-
ter sich gehabt und das Geburtsdatum habe in ihrem bisherigen Leben
keine grosse Rolle gespielt – erscheint dabei nicht überzeugend. Sowohl
auf dem Personalienblatt als auch in den Akten des Grenzwachtkorps fin-
det sich als Geburtsdatum der Beschwerdeführerin der (...), mithin ein prä-
zises Datum (vgl. A1 und A5). Bei der BzP bestätigte sie auf entsprechende
Nachfrage hin, sie kenne ihr Geburtsdatum. An keiner Stelle gab sie an,
dass sie sich nicht sicher sei oder dieses nur ungefähr wisse. Eine Erklä-
rung dafür, weshalb sie gegenüber den schweizerischen Behörden mehr-
mals dieses spezifische Datum angegeben hat, wenn ihr tatsächliches Ge-
burtsdatum (...) lautet, wird von ihr nicht vorgebracht. Insgesamt ist in
Übereinstimmung mit dem SEM festzuhalten, dass die uneinheitlichen An-
gaben zu ihrem Alter und damit zu einem wesentlichen Bestandteil ihrer
Identität grundsätzliche Zweifel an der persönlichen Glaubwürdigkeit der
Beschwerdeführerin aufkommen lassen.
6.3 Die Aussagen der Beschwerdeführerin erweisen sich zudem mehrheit-
lich als kurzangebunden und detailarm. Zu Recht hielt die Vorinstanz fest,
dass es ihrer Schilderung der ersten Ausreise an jeglicher Substanz fehlt
und diese keinerlei Realkennzeichen aufweist. Sie wurde bei der Anhörung
ausdrücklich aufgefordert darzulegen, wie der erste Versuch zur illegalen
Ausreise genau abgelaufen sei (vgl. A20, F51). Als sie lediglich das Datum
der Ausreiseversuche nannte, wies sie der Befrager darauf hin, dass er
eine ausführliche Beschreibung der Ereignisse hören möchte. Trotzdem
beschränken sich die Angaben der Beschwerdeführerin im Wesentlichen
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Seite 12
darauf, dass sie zu viert von D._ in Richtung I._ aufgebro-
chen und dort entdeckt worden seien. Als Schüsse gefallen seien, seien
sie aus Angst stehen geblieben und gefasst worden (vgl. A20, F52 f.).
Diese Ausführungen sind äusserst oberflächlich und lassen grosse Zweifel
daran aufkommen, dass die Beschwerdeführerin tatsächlich von selbst er-
lebten Ereignissen berichtet. Die Schilderung der angeblichen Haft, die sie
in der Folge erlitten habe, weist ebenfalls kaum Substanz auf. Von sich aus
erwähnte sie lediglich, sie sei misshandelt und vergewaltigt worden (vgl.
A20, F45 und F61). Dabei bleibt der Zeitpunkt der vorgebrachten Verge-
waltigung unklar. Die Beschwerdeführerin gab an, sie sei drei Wochen in
Haft gewesen und nach drei Wochen in F._ vergewaltigt worden
(vgl. A20, F44 f. und F54). Sie bejahte auf entsprechende Nachfrage hin,
dass die Vergewaltigung noch in Haft geschehen sei (vgl. A20, F56). Kurz
darauf erklärte sie, sie sei eine Woche nach der Vergewaltigung entlassen
worden (vgl. A20, F63), womit die Haft mindestens vier Wochen gedauert
haben müsste. Sodann ist es zwar vorstellbar, dass die Beschwerdeführe-
rin kaum Angaben zur Bürgschaft machen konnte, welche ihre Entlassung
bewirkt habe (vgl. A20, F64 f.), zumal sie an deren Organisation nicht selbst
beteiligt war. Hingegen ist nicht nachvollziehbar, dass sie den Ablauf der
Entlassung ohne jegliche Details, Emotionen oder nähere Beschreibungen
schilderte (vgl. A20, F126 f.).
6.4 Weiter ist festzuhalten, dass bereits hinsichtlich des Grundes für den
ersten Ausreiseversuch – der Verweis von der Schule (vgl. A20, F132) –
Unklarheiten bestehen. So erklärte die Beschwerdeführerin bei der BzP
noch, dass sie die Schule bis zum Ende der (...) Klasse besucht und diese
abgeschlossen habe. Sie wusste dabei nicht mehr, in welchem Monat des
Jahres 2014 sie die (...) Klasse beendet habe (vgl. A8, Ziff. 1.17.04). Dem-
gegenüber führte sie bei der Anhörung aus, dass sie die (...) Klasse nicht
abgeschlossen habe, weil sie im zehnten Monat 2014 krank geworden sei
(vgl. A20, F23 und F36 f.). Ausserdem gab die Beschwerdeführerin zuerst
an, dass sie keine Klasse wiederholt habe (vgl. A20, F24). Als sie darauf
hingewiesen wurde, dass sie in diesem Fall – ausgehend von ihren Anga-
ben, dass sie etwa mit (...) Jahren eingeschult worden sei (vgl. dazu A8,
Ziff. 1.17.04) – im Jahr 2012 die (...) Klasse abgeschlossen haben müsste,
erklärte sie, sie sei erst mit (...) eingeschult worden und zudem bei der
Generalprüfung durchgefallen, weshalb sie die 8. Klasse noch einmal habe
wiederholen müssen (vgl. A20, F25 ff.). Diese widersprüchlichen Ausfüh-
rungen zu ihrer schulischen Laufbahn erwecken den Eindruck, als versu-
che die Beschwerdeführerin, durch stetige Anpassung ihre Aussagen plau-
sibler erscheinen zu lassen.
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Seite 13
6.5 Schliesslich hat das SEM die Angaben der Beschwerdeführerin zum
Aufgebot für den Militärdienst zutreffend als widersprüchlich und substanz-
los bezeichnet. So konnte sie dessen Erhalt nur sehr vage zeitlich einord-
nen und meinte schliesslich, sie habe dieses etwa einen Monat vor ihrer
Ausreise bekommen (vgl. A20, F66 ff.). Auf die Frage hin, wie sie das Auf-
gebot erhalten habe, erklärte sie, dass die Gemeinde dieses ihrer Mutter
habe geben wollen. Sie habe es aber nicht entgegengenommen mit der
Begründung, dass es ihr (der Beschwerdeführerin) persönlich ausgehän-
digt werden solle (vgl. A20, F71). Daraufhin wurde sie mehrmals gefragt,
woher sie den Inhalt des Aufgebots kenne, wenn ihre Mutter dessen An-
nahme verweigert habe (vgl. A20, F74 ff.). Die Beschwerdeführerin antwor-
tete ausweichend und gab schliesslich an, ein Nachbar habe das Schrei-
ben gelesen und ihrer Mutter erzählt, es sei ein Aufgebot nach G._
(vgl. A20, F77). Weiter erwähnte die Beschwerdeführerin, sie habe sich
damals in D._ aufgehalten und sei, als ihre Mutter ihr vom Aufgebot
erzählt habe, sofort aufgebrochen (vgl. A20, F88 f.). Später wurde sie ge-
beten, den Moment zu beschreiben, als sie vom Aufgebot erfahren habe.
Sie erklärte daraufhin, eine Cousine – und nicht ihre Mutter – sei nach
D._ gekommen und habe ihr "bezüglich des Aufgebots alles aus-
gerichtet" (vgl. A20, F123). Insgesamt erweisen sich die Ausführungen der
Beschwerdeführerin zum angeblichen Aufgebot für den Militärdienst in
G._ als ausweichend, widersprüchlich und unsubstanziiert. Weiter
erklärte sie, nur einen Tag, nachdem sie vom Aufgebot erfahren habe, ohne
jegliche Reisevorbereitungen zusammen mit rund sechs anderen Perso-
nen aufgebrochen zu sein, wobei keiner von ihnen den Weg gekannt habe
(vgl. A20, F95 ff.). Obwohl sie mehrere Tage unterwegs gewesen sein sol-
len, schilderte sie die Reise äusserst kurz. Die Beschwerdeführerin wurde
ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es wichtig sei, eine ausführliche
Beschreibung zu liefern. Dennoch erschöpften sich ihre Angaben in weni-
gen Sätzen und beschränken sich im Wesentlichen darauf, dass sie mehr-
heitlich nachts und zu Fuss durch verschiedene Dörfer gelaufen seien (vgl.
A20, F103 ff.).
6.6 Zusammenfassend erweisen sich die Ausführungen der Beschwerde-
führerin durchwegs als oberflächlich. Es fehlt ihnen an Substanz und sie
enthalten kaum Realkennzeichen. Die in der Beschwerdeschrift zitierte
Einschätzung der HWV, dass die Beschwerdeführerin trotz einer eher
schüchternen und zurückhaltenden Art substanziiert und ausführlich be-
richtet habe, findet im Anhörungsprotokoll keine Stütze. Nicht nur erweist
sich der freie Bericht als äusserst kurz, die Beschwerdeführerin war auch
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– entgegen der Bemerkung der HWV – nicht in der Lage, Details und per-
sönliche Eindrücke zu schildern, welche auf eigene Erlebnisse hinweisen
würden. Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung der Aussagen ist daher fest-
zuhalten, dass die Elemente, welche gegen die Glaubhaftigkeit ihrer Vor-
bringen sprechen, überwiegen. Es ist folglich nicht glaubhaft, dass die Be-
schwerdeführerin nach einem erfolglosen Ausreiseversuch für drei Wo-
chen inhaftiert und dabei vergewaltigt worden ist sowie im Anschluss an
die Entlassung aus der Haft ein Aufgebot für den Militärdienst in G._
erhielt.
6.7
6.7.1 In seiner früheren Rechtsprechung ging das Bundesverwaltungsge-
richt davon aus, dass bei einer illegalen Ausreise aus Eritrea im Falle einer
Rückkehr die Gefahr einer flüchtlingsrechtlich relevanten Bestrafung be-
stehe. Im Urteil D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 (als Referenzurteil pu-
bliziert) kam das Gericht jedoch zum Schluss, dass die bisherige Praxis
nicht mehr aufrechterhalten werden könne und die illegale Ausreise allein
zur Begründung der Flüchtlingseigenschaft nicht ausreiche. Es bedürfe
hierzu vielmehr zusätzlicher Anknüpfungspunkte, welche einen Beschwer-
deführer in den Augen des eritreischen Regimes als missliebige Person
erscheinen liessen und dadurch zu einer flüchtlingsrechtlich relevanten
Verfolgungsgefahr führen könnten (vgl. Urteil des BVGer D-7898/2015 vom
30. Januar 2017 E. 5.1).
6.7.2 Aufgrund dieser Praxisänderung kann auf weitere Ausführungen zur
geltend gemachten illegalen Ausreise der Beschwerdeführerin verzichtet
werden. Den Akten lassen sich keine konkreten Hinweise auf relevante zu-
sätzliche Anknüpfungspunkte für eine Schärfung ihres Profils entnehmen.
Ihre Angaben zu den Ereignissen vor der Ausreise sind als unglaubhaft
einzustufen, weshalb keine Anhaltspunkte für eine drohende Verfolgung in-
folge der behaupteten illegalen Ausreise bestehen.
6.8 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin
nichts vorgebracht hat, das geeignet wäre, ihre Flüchtlingseigenschaft
nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Das SEM hat ihr Asyl-
gesuch somit zu Recht abgelehnt.
7.
Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet
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den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-
milie. Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44
AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG). Wegweisungsvollzugshindernisse sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
8.2
8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin,
dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Refoulement-Verbots nur Per-
sonen schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Be-
schwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich des-
halb vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völkerrechtlichen
Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 FoK; Art. 3 und 4 EMRK).
8.2.2
8.2.2.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im Urteil BVGE 2018 VI/4
mit der Frage befasst, ob der Vollzug der Wegweisung auch angesichts
einer drohenden Einziehung in den eritreischen Nationaldienst als zulässig
und zumutbar qualifiziert werden könne. Das Gericht hat die Zulässigkeit
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des Wegweisungsvollzugs im genannten Urteil sowohl unter dem Ge-
sichtspunkt des Zwangsarbeitsverbots (Art. 4 Abs. 2 EMRK) als auch unter
jenem des Verbots der Folter und der unmenschlichen und erniedrigenden
Behandlung (Art. 3 EMRK) geprüft.
8.2.2.2 Nach einer umfassenden Analyse der verfügbaren Quellen ge-
langte das Bundesverwaltungsgericht im genannten Urteil in tatsächlicher
Hinsicht zum Ergebnis, dass die Bemessung der Dienstdauer und die Ge-
währung von Urlauben im eritreischen Nationaldienst für die Einzelperson
kaum vorhersehbar seien. Die durchschnittliche Dienstdauer lasse sich
nicht genau beziffern, auszugehen sei jedoch davon, dass sie zwischen
fünf und zehn Jahre betrage und in Einzelfällen darüber hinausgehen
könne. Die Lebensbedingungen gestalteten sich sowohl in der Grundaus-
bildung als auch im militärischen und im zivilen Nationaldienst schwierig;
im zivilen Nationaldienst insbesondere deshalb, weil Verpflegung und Un-
terkunft nicht immer zur Verfügung gestellt würden und der Nationaldienst-
sold – trotz einzelner Verbesserungen in jüngster Zeit – kaum ausreiche,
um den Lebensunterhalt zu decken. Darüber hinausgehend stellte das
Bundesverwaltungsgericht fest, dass es im eritreischen Nationaldienst –
insbesondere in der Grundausbildung und im militärischen National-
dienst – zu Misshandlungen und sexuellen Übergriffen komme (vgl.
BVGE 2018 VI/4 E. 6.1.5.2).
8.2.2.3 In rechtlicher Hinsicht führte das Bundesverwaltungsgericht aus,
Art. 4 Abs. 2 EMRK stehe dem Wegweisungsvollzug nur dann entgegen,
wenn das ernsthafte Risiko einer flagranten Verletzung des Zwangsarbeits-
verbots anzunehmen wäre. Der im eritreischen Nationaldienst effektiv zu
befürchtende Nachteil, auf unabsehbare Zeit eine niedrig entlöhnte Arbeit
für den Staat ausführen zu müssen, sei zwar als unverhältnismässige Last
zu qualifizieren. Der Nachteil beraube jedoch Art. 4 Abs. 2 EMRK nicht sei-
nes essenziellen Gehalts; insofern sei keine flagrante Verletzung anzuneh-
men. Nicht erstellt sei zudem, dass die kolportierten Misshandlungen und
sexuellen Übergriffe derart systematisch stattfänden, dass jede und jeder
Nationaldienstleistende dem ernsthaften Risiko ausgesetzt wäre, selbst
solche Übergriffe zu erleiden. Auch insofern sei eine Verletzung von Art. 4
Abs. 2 EMRK durch den Wegweisungsvollzug zu verneinen (vgl. BVGE
2018 VI/4 E. 6.1.5.2).
8.2.2.4 Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschen-
rechte (EGMR) müsste die Beschwerdeführerin mit Blick auf Art. 3 EMRK
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das ernsthafte Risiko ("real risk") nachweisen, dass ihr im Fall einer Rück-
schiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl.
EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar
2008, Nr. 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Im Grundsatzurteil BVGE 2018
VI/4 führte das Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich aus, dass keine
hinreichenden Belege dafür existieren, dass Misshandlungen und sexuelle
Übergriffe im Nationaldienst derart flächendeckend stattfänden, dass jede
Dienstleistende und jeder Dienstleistende dem ernsthaften Risiko ausge-
setzt wäre, selbst solche Übergriffe zu erleiden. Es bestehe daher kein
ernsthaftes Risiko einer Verletzung von Art. 3 EMRK im Falle einer Einzie-
hung in den eritreischen Nationaldienst (a.a.O., E. 6.1.6).
8.2.3 Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte drohende Einzie-
hung in den eritreischen Nationaldienst im Falle ihrer Rückkehr ins Heimat-
land führt nach dem Gesagten, entgegen der in der Beschwerdeschrift ver-
tretenen Auffassung, nicht zur Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs.
Daran vermag auch die geäusserte Kritik an BVGE 2018 VI/4 nichts zu
ändern. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich folglich als zulässig.
8.3
8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
8.3.2 Im bereits zitierten Grundsatzurteil BVGE 2018 VI/4 kam das Bun-
desverwaltungsgericht zum Schluss, dass die drohende Einziehung in den
Nationaldienst nicht zur Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs führe
(a.a.O., E. 6.2.3-6.2.5). Eine allfällige Einziehung der Beschwerdeführerin
in den Nationaldienst bei einer (freiwilligen) Rückkehr nach Eritrea lässt
damit den Wegweisungsvollzug nicht unzumutbar erscheinen.
8.3.3 Gemäss aktueller Rechtsprechung kann in Eritrea nicht von einem
Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt beziehungs-
weise einer generellen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausge-
gangen werden. In jüngster Zeit haben sich die Lebensbedingungen in ei-
nigen Bereichen verbessert. Zwar ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor
schwierig. Die medizinische Grundversorgung, die Ernährungssituation,
der Zugang zu Wasser und zur Bildung haben sich aber stabilisiert. Der
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Seite 18
Krieg ist seit Jahren beendet und ernsthafte ethnische oder religiöse Kon-
flikte sind nicht zu verzeichnen. Zu erwähnen sind an dieser Stelle auch
die umfangreichen Zahlungen aus der Diaspora, von denen ein Grossteil
der Bevölkerung profitiert. Angesichts der schwierigen allgemeinen Lage
des Landes muss jedoch in Einzelfällen nach wie vor von einer Existenz-
bedrohung ausgegangen werden, wenn besondere Umstände vorliegen.
Anders als noch unter der früheren Rechtsprechung sind begünstigende
individuelle Faktoren jedoch nicht mehr zwingende Voraussetzung für die
Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs (vgl. Referenzurteil des BVGer
D-2311/2016 vom 17. August 2017 E. 16 f.).
8.3.4 Vorliegend sind keine individuellen Gründe ersichtlich, welche die
Rückkehr der Beschwerdeführerin nach Eritrea unzumutbar erscheinen
liessen. Es handelt sich bei ihr um eine junge Frau, welche die Schule bis
zur (...) Klasse besucht hat und zurzeit an keinen aktenkundigen gesund-
heitlichen Problemen leidet (vgl. A20, F119). Sie verfügt in ihrer Heimat
über ein familiäres Beziehungsnetz, das sie bei einer Wiedereingliederung
in Eritrea unterstützen kann (vgl. A8, Ziff. 3.01 und A20, F18). Zudem hat
sie einen Onkel in J._, welcher ihre Flucht finanziert hat (vgl. A20,
F34 f.). Den Akten lassen sich keine besonderen Umstände entnehmen,
aufgrund derer davon ausgegangen werden müsste, dass die Beschwer-
deführerin bei einer Rückkehr in eine existenzbedrohende Situation gera-
ten würde.
Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung als zumut-
bar.
8.4 Sodann ist darauf hinzuweisen, dass derzeit die zwangsweise Rück-
führung nach Eritrea zwar generell nicht möglich ist. Die Möglichkeit der
freiwilligen Rückkehr steht jedoch praxisgemäss der Feststellung der Un-
möglichkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinne von Art. 83 Abs. 2 AIG ent-
gegen. Es obliegt daher der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständigen
Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reise-
dokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung als möglich zu be-
zeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
8.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Wegwei-
sungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet hat.
Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht
(Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
D-6460/2018
Seite 19
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und
vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen
ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
10.
10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwer-
deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da jedoch das Gesuch um
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1
VwVG mit Instruktionsverfügung vom 4. Dezember 2018 gutgeheissen
wurde, sind keine Verfahrenskosten zu erheben.
10.2 Mit derselben Verfügung wurde auch das Gesuch um unentgeltliche
Verbeiständung gutgeheissen und der Beschwerdeführerin lic. iur. Kathrin
Stutz als amtliche Rechtsbeiständin beigeordnet. Die Rechtsvertreterin hat
keine Kostennote eingereicht, weshalb das amtliche Honorar aufgrund der
Akten zu bestimmen ist. Unter Berücksichtigung der massgeblichen Be-
messungsfaktoren (vgl. Art. 8 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]) ist das amtliche Honorar auf insgesamt Fr. 1'000.–
(inklusive Auslagen) festzusetzen.
(Dispositiv nächste Seite)
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