Decision ID: 520e7e2a-6b07-4f66-bd79-097c61110722
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1957 geborene
X._
war seit dem 1. November 2001 als Auto
mechaniker bei der
Y._
AG angestellt und bei der Suva obligato
risch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er
sich
am 25. März 2015
eine
Schnittverletzung
am Mittelfinger der rechten Hand zuzog
(Urk. 8/2)
.
Der Hausarzt
Dr.
med.
Z._
überwies ihn am 26.
März 2015 in das Spital
A._
, wo ein Verdacht auf eine Hohlhandphlegmone rechts diagnostiziert wurde (Urk. 8/1).
Gleichentags
wurde der Versicherte in die Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie des
B._
verlegt.
Dort wurde die Diagnose eines massiven Infektes der rechten Hand
nach Schnittverletzung
Dig
. III
dorsalseits
mit fulminantem Verlauf
und die Differentialdiagnose einer
nekrotisierenden
Fasziitis
gestellt
(Urk. 8/
26
)
.
In der Folge wurde der Versicherte mehrmals
an der rechten Hand
operiert (Urk. 8/
24
31)
. Am 1.
Mai 2015 wurde der Versicherte in die Rehabilitations
klinik
C._
(Urk. 8/42) und am 15. Juli 2015 nach Hause entlassen (Urk. 8/
67). Die Suva kam für die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus.
Das Arbeitsverhältnis
des Versicherten
wurde
von
S
eiten des Arbeitgebers
per 30. November 2015 aufgelöst (Urk. 8/114).
Am 3.
Dezember 2015 wurde der Versicherte
kreisärztlich untersucht (Urk. 8/104).
Gestützt darauf stellte die Suva die Heilkosten- und Taggeldleistungen per 29. Februar 2016 ein (Urk. 8/119) und sprach dem Versicherten mit Verfügung vom
7.
März 2016
ab 1. März 2016
ei
ne Invalidenrente von
27 % sowie eine au
f einer Integritätseinbusse von
35
% basierende Integritätsentschädigung zu (Urk. 8/123).
Die dagegen erhobene Einsprache des Versicherten wies
sie
mit Entscheid vom 19. August 2016 ab (Urk. 8/138 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 28. September 2016 Beschwer
de und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien ihm die Leistungen (insbesondere Taggelder und Heilungskosten) bis zur Erreichung des medizinischen Endzustandes zu erbringen. Eventualiter sei ein neutrales orthopädisches Gutachten zu erstellen. Es sei ihm nach Erlangung des medizini
schen Endzustandes eine angemessene Rente und Integritäts
entschädigung zuzusprechen. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, auch nach der Rentenzusprechung für alle noch anfallenden unfallbedingten medizinischen Massnahmen, welche der Erhaltung des Gesundheitszustandes dient
en, aufzu
kommen (Urk. 1 S. 2
f.). Mit Beschwerde
antwort vom 3. No
vember 2016 bean
tragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwer
de (Urk. 7
), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 4. November 2016 mitgeteilt wurde
(Urk. 9).
Mit Eingaben vom 11. Mai und 13. Dezember 2017 reichte der
Beschwerdeführer weitere Arztberichte ein (Urk. 10, Urk. 11, Urk. 13 und Urk. 14), welche der Beschwerdegegnerin zur Kenntnisnahme zugestellt wurden (Urk. 12 und Urk. 15).
3.
Die gegen die Verfügung der Invalidenversicherung vom
1.
September 2016 erhobene Beschwerde, welche Gegenstand des Verfahrens IV.2016.01079 bildet, wurde mit Urteil heutigen Datums abgewiesen.
4
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am
25. März 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.
2
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung der Unfall
folgen, nämlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medizini
sche Hilfsperson sowie im
weiteren
durch den
Chiropraktor
(
lit
. a), die vom Arzt
oder Zahnarzt ver
ordneten Arzneimittel und Analysen (
lit
. b), die Behandlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (
lit
. c), die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (
lit
. d) und die der Heilung dien
lichen Mittel und Gegenstände (
lit
. e).
Den
gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine nam
hafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu und sind allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invali
denversicherung abgeschlossen, geht die Unfallversicherung zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sinne von
Art.
8
Abs.
1
des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
hinter
lässt (
Art.
19
Abs.
1 UVG e
contrario
; BGE 116 V 41 E. 2c). Dem Rentenbezüger werden
Heilbehandlungsleis
tungen gemäss Art. 21 Abs. 1 UVG nur noch unter bestimmten Voraussetzungen ausgerichtet.
1.
3
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit,
mithin im Zeit
punkt der vollen Wiedererlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (Art.
16 Abs.
1 und 2 UVG
i.V.m
. Art.
6 ATSG; BGE
137 V 199 E.
2.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2.
Dezember 2014 E.
3),
mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG). Das Taggeld der Unfallversicherung wird nicht gewährt, solange Anspruch auf ein Taggeld der Invalidenversiche
rung besteht (Art. 16 Abs. 3 UVG).
1.
4
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Begriffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG
erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender gering
fügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beur
teilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu werden, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheitli
che Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 Urteil vom 16.
Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das de
r Invaliditäts
bemessung der Suva
gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfallversicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl.
Urteil des Bundesgericht 8C_588/2013 vom 16.
Januar 2014 E. 3.5).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche
rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356
S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
mit dem Kreisarzt sei davon auszugehen, dass für die degenerativ bedingten Schulterbeschwerden links keine Leistungspflicht bestehe. Es bestehe auch kein Anlass
,
die Zumut
barkeitsbeurteilung des Kreisarztes in Frage zu stellen, da sie auf einer sorgfäl
tigen Untersuchung des Beschwerdeführers beruhe. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer seine rechte Hand noch als Hilfshand einsetzen könne, recht
fertige bei der Ermittlung des Invalideneinkommens keinen Maximalabzug. Aufgrund der Aktenlage erscheine ein höherer
Validenlohn
nicht überwiegend wahrscheinlich. Die Rentenprüfung sei nicht zu früh erfolgt. Im Zeitpunkt des Rentenbeginns habe keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers mehr erwartet werden können und es seien auch keine Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung vorgesehen gewesen (Urk. 2 S.
6 ff.).
2.2
Der Beschwerdeführer
machte demgegenüber im Wesentlichen geltend
,
der medizinische Endzustand sei nicht erreicht.
Dr.
Z._
gehe davon aus, dass durch die Fortsetzung der Heilbehandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden dürfe. Die Schulterschmerzen links seien als Folge der
Serratus
-Lappenplastik als Folge-Operation der Handverletzung entstanden. Diese seien nicht erst neun Monate nach
Unfallereignis
sondern bereits kurze Zeit nach der Operation vom 25. April 2015 aufgetreten.
Das
Valideneinkommen
betrage mindestens Fr. 85‘406.--.
Die Lohnreduktion von Fr. 6‘400.
--
auf Fr. 5‘600.
--
pro Monat
sei nur vorübergehend während maxi
mal eines Jahres geplant gewesen. Bei der Ermittlung des Invalidenein
kommens
sei der maximal mögliche leidensbedingte Abzug von 25 % gerecht
fertigt
.
Somit betrage das Invalideneinkommen
Fr. 45‘495.7
5.
Dies ergebe einen Invali
ditätsgrad von 47 %
(Urk. 1 S.
8 ff.)
.
3.
3.1
Im Bericht der chirurg
ischen Klinik des Spitals
A._
vom 30. März 2015 betreffend die notfallmässige Konsultation vom 26. März 2015 wurde ein Ver
dacht auf eine Hohlhandphlegmone rechts mit/bei Rissquetschwunde
Endglied
Dig
.
III Hand rechts vom 25. März 2015 diagnostiziert.
Der Beschwerdeführer
wurde in die Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie des
B._
verlegt
(Urk. 8/1).
3.2
Im Austrittsbericht der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie
des
B._
vom 6. Mai 2015 betreffend den Aufenthalt vom 26. März bis 1. Mai 2015 wurde die Diagnose einer
nekrotisierenden
Fasziitis
Hand rechts bei Status nach Schnittverletzung
Dig
. III
dorsalseits
mit fulminan
tem Verlauf genannt. Bei fulminantem Infekt mit Nachweis von Beta
hämo
lysierenden
Streptokokken der Gruppe A seien mehrere operative
Débridements
durchgeführt und die Wunden mit VAC-Verbänden konditioniert worden. Der Beschwerdeführer sei stets
hämodynamisch
stabil gewesen und die systemi
schen Entzündungszeichen hätten sich unter der empirischen intravenösen Antibiotikatherapie mit
Augmentin
/
Dalacin
regredient
gezeigt.
Am 8. April 2015 sei die Defektdeckung mittels freier Lappenplastik erfolgt. In der Folge habe sich eine weitere Demarkierung/Nekrose der Fingerspitzen des Mittel- und Ringfingers sowie von Teilen der transplantierten Haut
dorsalseits
gezeigt. Es sei eine
Ilomedin
-Therapie gestartet worden. Am 25. April 2015 hätten die Restdefekte mittels Spalthaut gedeckt werden können. Die antibiotische Thera
pie mit
Augmentin
sei bis und mit 29. April 2015 weitergeführt worden. Der Beschwerdeführer sei am 1. Mai 2015 in gutem Allgemeinzustand und mit reiz
losen Wundverhältnissen in die Rehabilitation nach
C._
entlassen worden. Es wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 26. März bis 1. Juni 2015 attestiert (Urk. 8/42).
3.3
Im Austrittsbericht der Rehabilitationsklinik
C._
vom 22. Juli 2015
wurden als Diagnosen ein
e
nekrotisierende
Fasziitis
Hand rechts sowie eine
Schulter
schmerzproblematik links bei subtotaler Ruptur der
Supraspinatussehne
, voll
ständiger Ruptur der
Infraspinatussehne
und der
Bizepssehne
, Gelenkserguss und degenerativen Veränderungen
glenohumeral
und am AC-Gelenk (
Arthro
-MRI vom 18. Juni 2015)
genannt. E
s wurde ausgeführt, bei Klini
k
eintritt h
ätten
eine eingeschränk
te Handfunktion rechts und eine
noch nicht abgeschlossene Wundheilung bestanden. Unter den angeordneten ergotherapeutischen Mass
nahmen habe bis Klinikaustritt erreicht werden können, dass sich die Hand
funktion dahingehend verbessert habe, dass v.a. im
Dig
.
I ein aktiver Schlüssel
griff möglich gewesen sei. Die Hand habe zunehmend in Alltagsaktivitäten eingesetzt werden können, so dass der Beschwerdeführer in den ADL
(
Activities
of
Daily Living)
selbständig gewesen sei. Es habe nach wie vor eine einge
schränkte passive und nahezu a
ufgehobene
aktive Fingerbeweglichkeit bestan
den.
Die MCP-Gelenke
Dig
.
II-V seien in Flexionsstellung 30/30/30/20° gestan
den, nach intensiver Therapie seien aktive Bewegungsausschläge von 10/15/20/20° gelungen. Die PIP II-V seien in 40° Flexionsstellung gestanden,
passiv hätten ausser PIP V alle voll gestreckt werden können, die Flexion sei passiv bis zu 70/70/70/80° gelungen. Die Handgelenksfunktion in DE/PF habe auf 30-0-30° verbessert werden können.
Wegen der noch guten Beweglichkeit im
linken Schultergelenk
wünsche der Beschwerdeführer diesbezüglich keine weiteren medizinischen/operativen Massnahmen.
Am 15. Juli 2015 sei der Beschwerdeführer nach Hause entlassen worden (Urk. 8/67).
3.4
Im Verlaufsbericht
der Klinik für Plastische Chirurgi
e und Handchirurgie des
B._
vom 13. Oktober 2015 nannte
Oberarzt
Dr.
med.
D._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates sowie Handchirurgie,
folgende Befunde
: Verheilte reizlose Wunden. Gute Mobilität des Handgelenkes mit 40° Extension und 40° Flexion. Gute Beweglichkeit des Daumens im IP-Gelenk
, im MCP sei diese jedoch mit 20° ein
geschränkt. Auch das CMC-Gelenk des Daumens sei leider fixiert. Die Daumen
stellung befinde sich in einer Mittelopposition, natürlich auch weil eine Kontraktur der
1.
Kommissur
3.
Grades (30°) vorliege. Der Beschwerdeführer könne keine grossen Objekte greifen. Sehr eingeschränkte Beweglichkeit der Langfinger, die Strecksehnen seien in den Narben verklebt, so auch die Beuge
sehnen.
Er
schätze die Situation der Hand jetzt definitiv als
nicht gross verbes
serungsfähig für die Zukunft
(Urk. 8/85).
3.5
Dr.
Z._
nannte in seinem Bericht vom
7. November 2015
zuhanden der Suva
betreffend die Konsultation vom
27. Oktober 2015
die folgenden Diagno
sen:
-
Massive Funktionseinschränkung Hand rechts
-
nach
nekrotisierender
Fasziitis
(3/15)
-
aktuell: fehlende aktive Langfingerbewegung
-
aktuell: beginnende aktive Daumenbewegung
-
Schulterschmerzen links nach Operation (4/15)
-
Verkürzung und muskuläre
Dysbalance
nach
Serratusresektion
-
konsekutive
myofasziale
Verspannungen im Schultergürtel
-
degenerative gelenksumgebende Veränderungen (MRI 6/15)
Er führte aus, trotz intensiver
Beübung
der rechten Hand bestehe praktisch sieben Monate nach dem Ereignis eine fast vollständige
Fun
c
tio
laesa
, d.h. mit der dominanten Hand könnten nur minime Stützfunktionen ausgeübt werden. Es sei deshalb kaum zu erwarten, dass je wieder mechanische Arbeiten, wie dies im Beruf als Automechaniker erforderlich sei, ausgeübt werden könnten.
Die Beschwerden der linken Schulter s
eien vorwiegend Folge der am 8.
April 2015 zur Defektdeckung erfolgten freien
Serratus
-Lappenplastik. Die im
Arthro
-MRI vom 18. Juni 2015 gefundenen fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen (subtotale Ruptur der
Supraspinatussehne
, vollständige Ruptur der
Infraspi
natussehne
und der
Bizepssehne
, Gelenkserguss, degenerative Veränderung
glenohumeral
und am AC-Gelenk) seien unschön, könnten aber im Alter von 58 Jahren und aufgrund des
Mechanikerberufs
als altersentsprechend beurteilt werden. Der Beschwerdeführer leide vor allem an den schmerzhaften
myofas
zialen
Verspannungen. Diese könnten durch Physiotherapie durchaus verbessert werden (Urk. 8/95).
3.6
Am 3. Dezember 2015 wurde der Beschwerdeführer kreisärztlich untersucht.
Prof.
Dr.
med.
E._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH,
führte in seiner Stellungnahme aus,
anlässlich der kreisärztlichen Unter
suchung habe sich der fulminante Verlauf einer Schnittverletzung
Dig
. III rechts mit
nekrotisierender
Fasziitis
und mehrfachen operativen Revisionen gezeigt. Die rechte Hand sei funktionell als
Beihand
/Hilfshand einzuschätzen. Einzig ein kraftloser Schlüsselgriff mit DII sei möglich. Nach Kenntnis der medizinischen Befundberichte hätten sich die Einschränk
u
ngen der rechten Hand im Vergleich zur heutigen
Untersuchung nicht mehr wesentlich verändert, sodass aus kreis
ärztlicher Sicht der medizinische Endzustand festgestellt werde. Auf dem allge
meinen Arbeitsmarkt seien sehr leichte körperliche Tätigkeiten ganztags zumut
bar, keine repetitiven Belastungen, keine Stoss- und Vibrationsbelastungen der oberen rechten Extremität. Die rechte Hand sei nur als Hilfshand/
Beihand
zu gebrauchen. Zur Erhaltung des jetzigen Zustandes seien weitere Therapiemass
nahmen nach
Art.
21 erforderlich. 1-2 Serien pro Jahr Ergotherapie, die erfor
derlichen Schmerzmittel (
Dafalgan
) und ein komprimierender Handschuh seien von der Suva zu erstatten. Die physiotherapeutische Behandlung könne vom Beschwerdeführer zu Ende geplant werden. Die
Schulterbeschwerden bzw. die Beschwerden im Bereich des rechten Thorax seien unfallkausal
(Urk. 8/104).
Am 15. Dezember 2015 ergänzte
Prof.
Dr.
E._
seine Stellungnahme dahinge
hend, dass ergän
z
end zur kreisärztlichen Untersuchung vom 3. Dezember 2015 festzustellen sei, dass die
Schulterbeschwerden links
aus medizinischer Sicht
nicht unfallkausal
seien (Urk. 8/106).
In seiner medizinischen Beurteilung vom 5. Januar 2016 schätzte
Prof.
Dr.
E._
den Integritätsschaden auf 35 %. Massgebend sei die Feinrastertabelle 3 „Integ
ritätsentschädigung gemäss UVG". Darin werde für eine Amputation der Hand die Integritätsentschädigung mit 40 % eingeschätzt. Die Funktions
ein
schränkung der rechten Hand könne gemäss Feinrastertabelle 3 UVG mit einer Amputation einer Hand verglichen werden. Im Gegensatz zu einer Ampu
tation einer Hand könne der Versicherte die rechte Hand noch als
Bei
hand
/Hilfshand benutzen und sei in der Öffentlichkeit nicht durch einen Verlust kompromittiert, sodass die Integritätsentschädigung mit 35 % ausreichend bewertet erscheine (Urk. 8/110).
In seiner ergänzenden Beurteilung zur kreisärztlichen Untersuchung vom 3. Dezember 2015
führte
Prof.
Dr.
E._
aus, erst mi
t Bericht des Hausarztes vom 7.
November 2014
(recte: 7. November 2015)
seien
myofasziale
Beschwerden im Schulter-/Nackengürtel berichtet worden. Aus kreisärztlicher Sicht
sei die Kau
salität von Schulterbeschw
erden nicht nachvollziehbar, da
sie erst
neun (recte: sieben)
Monate nach Unfallereignis aufgetreten bzw. dokumentiert worden sei
en. Der zeitliche Verlauf zum Unfallere
ignis vom 27. März 2015 (recte: 25. März 2015
) sei nicht gegeben bzw. nicht plausibel und damit auch nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen
(Urk. 8/113)
.
3.7
Dr.
Z._
führte in seiner S
tellungnahme vom 31. Januar 2016
zuhanden der Suva aus, am 8. April 2015 habe im Rahmen von mehreren Folgeope
rationen ein
Serratus
-
Fasia
-Lappen
von links
zur Hand rechts angelegt werden müssen. Gleich postoperativ sei mit einer physikalischen Behandlung der
rech
ten Schulter
begonnen worden. In der nachfolgenden Rehabilitation in
C._
sei die
rechte Schulter
stets mitbehandelt worden. Die
Schulterschmerzen links
seien also sehr wohl Folge der
Serratus
-Lappenplastik
als Folgeo
peration der Handverletzung, ebenso die aktuellen Verkürzungen und muskuläre
Dysbalance
mit den konsekutiven
myofaszialen
Verspannungen im Schultergürtel. Die Kreisärztliche Untersuchung habe nur etwas mehr als acht Monate nach dem Unfallereignis und sieben Monate nach der letzten Folgeoperation
stattgefun
den. Nur schon aufgrund des Beurteilungszeitpunktes könne es sich nicht um einen medizinischen Endzustand handeln
. Umso mehr als der Beschwerdeführer immer noch eine fühl- und messbare Verbesserung der Mobilität der Finger erfahre
(Urk. 8/115).
3.8
Dr.
Z._
hielt in seinem Bericht vom
3.
Mai 2017 zuhanden der Suva fest, die rechte dominante Hand sei aktuell gut zwei Jahre nach dem Ereignis immer noch stark berührungsempfindlich. Es seien mit den Fingern nur andeutungs
weise Wackelbewegungen möglich. Der
Pinzettengriff
zwischen Daumen und Zeigefinger sei so, dass der Beschwerdeführer nicht einmal ein Blatt Papier hal
ten oder beim Einköpfen der Kleider helfen könne. Funktionell sei der Beschwerdeführer
Einhänder
. Die rechte Hand könne knapp als Stützhand gebraucht werden. Mit der
Selbstbeübung
und der Ergotherapie mache der Beschwerdeführer immer noch leichte funktionelle Fortschritte in der Fingerbe
weglichkeit. Fast das grösse
re
Problem seien die linksseitigen Sch
u
lterbeschwer
den. Die
Region um die lange s-förmige N
arbe von der
Axilla
bis zum Rippen
bogenrand in der mittleren Axillarlinie zeige eine una
n
genehme Dysä
s
thesie, so dass das Tragen der Kleider und das Berühren der Region sehr unangenehm sei. Die Weichteile und die Muskeln am seitlichen Thorax seien verhärtet. Es
bestünden Verspannungen und Verkürzungen der medialen Schulterblatt
fixatoren, der Pars
horizontalis
und
ascendens
, des M.
Latissimo
dorsi
sowie des M.
levator
scapulae
.
Auch im linksseitigen Halsbereich zeigten sich störende Verspannungen. Der Beschwerdeführer komme mit Mühe mit dem linken Arm über Schulterhöhe.
Inspektorisch
zeige sich eine Asymmetrie der Weichteile am seitlichen Thorax (Urk. 11).
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist
zunächst
, ob die Beschwerdegegnerin mit der Leistungseinstellung pe
r 29. Februar 2016 den Fall zu Recht auf diesen Zeit
punkt hin abgeschlossen hat.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Auffassung, wonach der medizinische End
zustand im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (
29. Februar 2016
) erreicht gew
e
sen sei,
im Wesentlichen
auf die
versicherungsinterne
Stellungnahme
von
Prof.
Dr.
E._
vom
3. Dezember 2015
(Urk.
8/104)
.
Die darin von
Prof.
Dr.
E._
- gestützt auf die den Verlauf seit dem Unfallereig
nis vom
25. März 2015
lückenlos dokumentierenden Berichte der behandelnden Ärzte - vorgenommene Beurteilung basiert auf einer fachärztlichen Untersu
chung durch den
Kreis
arzt
und wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgege
ben
.
Prof.
Dr.
E._
hat detaillierte Befunde erhoben und sich mit den
vom Beschwerdeführer
geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Er hat die medi
zinischen Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und
seine Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Somit liegt eine den rech
tsprechungsgemäss erfor
derlichen Kriterien entsprechende ärztliche E
ntscheidungsgrundlage vor (vgl.
E. 1.
5
).
Prof.
Dr.
E._
kam
zum Schluss,
dass die rechte Hand funktionell nur noch als
Beihand
/Hilfshand zu gebrauchen sei. Es seien sehr leichte körperliche Täti
gkei
ten ganztags zumutbar ohne repetitive
Belastungen und Stoss- und Vibrations
belastungen der oberen rechten Extremität. Die Einschränkungen der rechten Hand hätten sich nicht mehr wesentlich verändert, sodass
der medizinische Endzustand festzustellen sei.
Soweit sich der Beschwerdef
ührer auf den Standpunkt stellt
, der Endzustand sei – entgegen
der Beurteilung
von
Prof.
Dr.
E._
– nicht erreicht und der Fallab
schluss per Ende Februar 2016 deshalb verfrüht erfolgt, kann ihm nicht gefolgt werden.
Dr.
D._
schätzte die Situation der Hand bereits in seinem Bericht vom 13. Oktober 2015 definitiv als
nicht gross verbesserungsfähig für die Zukunft
ein
(Urk. 8/85). Auch der Hausarzt des Beschwerdeführers,
Dr.
Z._
,
ging
offenbar nicht von einer relevanten Verbesserungsmöglichkeit aus,
hielt
er doch
in seinem Bericht vom
7. November 2015
fest, trotz intensiver
Beübung
der rechten Hand bestehe praktisch sieben Monate nach dem Ereignis eine fast vollständige
Fun
c
tio
laesa
, d.h. mit der dominanten Hand könnten nur minime Stützfunktionen ausgeübt werden. Es sei deshalb kaum zu erwarten, dass je wieder mechanische Arbeiten, wie dies im Beruf als Automechaniker erforderlich sei, ausgeübt werden könnten (Urk. 8/95).
Die pauschale Behaup
tung von
Dr.
Z._
, nur schon aufgrund des Beurteilungszeitpunkte
s (etwas mehr als acht Monate nach dem Unfallereignis und sieben Monaten nach der letzten Folgeoperation)
könne es sich nicht um einen medizinischen Endzustand handeln (Urk. 8/115)
,
ist weder begründet noch
überzeugend, zumal
es nicht
um einen Endzustand der medizinischen Behandlung, mithin um das Dahinfallen jeglichen Bedarfs an Heilbehandlung
, geht
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3)
.
Massgebend
ist, dass
i
m Zeitpunkt des Fallabschlusses keine medizinische Behandlung mehr zur Diskussion
stand
, von welcher eine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitsschadens
und damit eine Steigerung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers (vgl.
E.
1.4)
hätte erwartet werden können.
Der von
Dr.
Z._
beschriebene gering
fügige therapeutische Fortschritt durch ergotherapeutische Massnahmen
genügt nicht
, um eine
Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit
zu errei
chen
.
Aus dem Bericht
von Dr.
Z._
vom
3.
Mai 2017 ergibt sich denn auch, dass
der Beschwerdeführer knapp zwei Jahre nach dem Unfallereignis seine rechte Hand immer noch knapp als Stützhand gebrauchen
konnte
.
Dr.
Z._
erwähnt
e
zwar erneut
leichte funktionelle Fortschritte in
der Fingerbeweglich
keit
,
wies
aber gleichzeitig darauf hin, dass
mit den Fingern
nur andeutungs
weise Wackelbewegungen möglich seien
und
der Beschwerdeführer
nicht ein
mal ein Blatt Papier halten könne
(Urk. 11)
.
Somit vermögen auch
die nach Erlass des angefochtenen Entscheides eingereichten Berichte von
Dr.
Z._
die prognostische Einschätzung von
Prof. Dr.
E._
nicht
in Frage zu stellen
.
Einen Anspruch des Beschwerdeführers auf
berufliche
Eingliederungs
mass
nahmen der Invalidenversicherung hat die
IV-Stelle am 29. Dezember 2015 verneint
(Urk. 8/108)
.
4.3
Nach dem Gesagten
hat die Beschwerdegegnerin den Fall zu Recht abgeschlos
sen und die Heilbehandlung und
die
Taggeldleistungen per
29.
Februar 2016
eingestellt.
5.
5.
1
Zu prüfen ist weiter, ob die vom Beschwerdeführer geklagten Schulter
beschwerden links in einem Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 25. März 2015 stehen.
5.2
Prof.
Dr.
E._
nahm in seiner Beurteilung vom
3.
Dezember 2015
lediglich zu den Schulterbeschwerden
rechts
bzw. Beschwerden im Bereich des rechten Thorax Stellung.
Diese
beurteilte er als
unfallkausal. Zu den Schulterbe
schwer
den links äusserte er sich nicht (Urk. 8/104).
Erst in seiner ergänzenden Stellungnahme vom 15. Dezember 2015 hielt er fest, dass die Schulterbeschwer
den links nicht unfallkausal seien
(Urk. 8/106).
In
seiner
ergänzenden Beurtei
lung vom 13. Januar 2016 führte er aus, erst mit Bericht des Hausarztes vom 7.
November 2015
seien
myofasziale
Beschwerden im Schulter-/Nackengürtel berichtet worden. Aus kreisärztlicher Sicht sei die Kausalität der Schulterbe
schwerden nicht nachvollziehbar, da sie erst neun
(recte: sieben)
Monate nach dem U
n
fallereignis aufgetreten bzw. dokumentiert worden seien. Der zeitliche Verlauf zum Unfallereignis sei nicht gegeben (Urk. 8/113).
Dem Austrittsbericht der Rehabilitationsklinik
C._
vom
22. Juli 2015
ist zu entnehmen, dass wegen Schulterbeschwerden links
(
sei
t dem Aufwachen aus der Narkose) am 18. Juni 2015 ein
Arthro
-MRI der Schulter durchgeführt worden
ist
, welches
eine
subtotale Ruptur der
Supraspinatussehne
, eine vollständige Ruptur der
Infraspinatussehne
und der
Bizepssehne
, einen Gelenkserguss, sowie degenera
tive Veränderungen
glenohumeral
und am AC-Gelenk
ergab
. Wegen der trotz den erwähnten Befunden noch guten Beweglichkeit im linken Schultergelenk habe der Beschwerdeführer keine weiteren medizinischen/operativen Mass
nahmen gewünscht (Urk. 8/67).
Im Bericht der R
e
habilitationsklinik
C._
sind also lediglich degenerativ bedingte Beschwerden an der linken Schulter dokumentiert. Erst im Bericht vom 7. November 2015 werden vom Hausarzt
Dr.
Z._
neben den degenerativen Veränderungen erstmals auch
myofas
ziale
Beschwerden im linken Schultergürtel erwähnt (Urk. 8/95).
Dr.
Z._
hält fest, die Beschwerden in der linken Schulter seien vorwiegend Folge der am 8. April erfolgten freien
Serratus
-Lappenplastik zur Defektdeckung, ohne dies näher zu begründen (Urk. 8/95).
In seinem Bericht vom 16.
Januar 2016
führt
er
aus
, dass in der Rehabilitation in
C._
die rechte Schulter stets mitbehandelt worden sei
, w
as für die Kausalitätsfrage der
Schulterbeschwerden
links
jedoch
nicht relevant
ist
.
Gestützt auf die Beurteilung von Kreisarzt
Prof.
Dr.
E._
kann aufgrund des zeitlichen Verlaufs ein Kausalzusammenhang zum Unfallereignis nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als erstellt gelten. Die Einwände von
Dr.
Z._
vermögen die
se
Beurteilung nicht zu entkräften.
Da den medizinischen Akten keine Angaben zu entnehmen sind, welche Zweifel an der Beurteilung von
Prof.
Dr.
E._
aufkommen lassen würden, erübrigen sich weitere Abklärungen.
6.
6.1
Zu prüfen ist
schliesslich
, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf
eine höhere als die zugesprochene Invalidenrente hat.
6.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird da
s Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkom
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
6.3
Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Valideneinkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Der Beschwerdeführer arbeitete vor dem Unfall als Automechaniker bei der
Y._
AG in einem 100%-Pensum
.
Das Arbeitsverhältnis wurde von Seiten des Arbeitgebers aus gesundheitlichen Gründen per 30. November 2015
aufgelöst
(Urk. 8/
114
). Somit ist davon auszugehen, dass der Beschwerde
führer im Gesundheitsfall noch an dieser Arbeitsstelle tätig wäre. Die Beschwer
degegnerin ermittelte ein mutmassliches Einkommen von Fr. 72'800.
-- (13 x Fr. 5'600.--
, Urk. 8/65
)
, was nicht zu beanstanden ist.
Dass es sich beim
infolge der Firmenübernahme im Januar 2015
vertraglich
neu
festgesetzten Lohn von Fr. 5'600.
--
pro Monat
lediglich um eine temporäre Lohnkürzung gehandelt haben soll und dem Beschwerdeführer ein
e
Lohnerhöhung zugesichert worden
wäre – wie dies der Beschwerdeführer geltend macht (Urk. 1 S. 5 und S. 11) –
ist aufgrund der Akten nicht ausgewiesen
.
Eine a
llfällige
vom Geschäftsgang abhängige
Lohnerhöhung
kann bei der B
erechnung des
Valideneinkommens
nicht berücksichtigt werden.
Massgebend
ist, was die versi
cherte
Person im Zeit
punkt des Rentenbeginns mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, was si
e bestenfalls verdienen könnte.
6.4
Hinsichtlich der Festsetzung des Einkommens, das
die versicherte Person
trotz
ihrer
gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
noch zu erzielen ver
möchte (Invalideneinkommen), ist
rechtsprechungsgemäss
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher
sie
konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumut
bare Erwerbstätigkeit mehr aus, so können Tabellenlöhne
gemäss
den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstruktur
erheb
ungen (LSE) herangezogen werden (BGE 129 V 472
E.
4.2.1 mit Hinweisen).
Die
Beschwerdegegnerin
hat das Invalideneinkommen auf der Grundlage der LSE
2014 bestimmt. Dabei ist sie vom monatlichen Bruttolohn für Männer für Tätigkeiten im Kompetenzniveau 1 in sämtlichen Wirtschaftszweigen
des priva
ten Sektors ausgegangen (Fr. 5'312.--, Tabelle TA1) und hat einen Abzug vom Tabellenlohn von 20 % vorgenommen.
Der Beschwerdeführer rügt, die Beschwerdegegnerin habe auf den standardisier
ten Durchschnittslohn bezogen auf alle Wirtschaftszweige abgestellt, was nicht korrekt sei, da er nur noch leichte Tätigkeiten verrichten könne.
Es sei der Lohn des Sektors Dienstleistungen heranzuziehen
(Urk. 1 S. 12)
.
Nach der Rechtsprechung
ist
zur
Ermittlung
des hypothetischen Invaliden
einkommens
üblicherweise auf die Tabelle TA1
der LSE
abzustellen.
Bei ver
sicherten Personen, die nach Eintritt des Gesundheitsschadens lediglich noch leichte und intellektuell nicht anspruchsvolle Arbeiten verrichten können, ist vom durchschnittlichen monatlichen Bruttolohn (Total) für Männer oder Frauen im
Anforderungsniveau 4 (resp.
Kompetenzniveau
1
gemäss LSE 2014)
auszu
gehen.
Davon kann abgewichen werden, wenn der versicherten Person auf
grund ihrer Behinderung alle produktionsnahen Tätigkeiten verschlossen sind und sie praktisch nur noch
im Dienstleistungssektor beschäftigt werden kann.
Auch in solchen Fällen kann die
versicherte Person jedoch nicht auf der Anwendung der Lohnansätze aus einem bestimmten Niedriglohnsektor
(z.B.
Gastgewerbe)
bestehen, sofern ihr trotz Behinderung andere normal
ent
löhnte
Hilfsarbeiten zumutbar sind
(vgl.
Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bun
desgerichts zum IVG, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 28a N 97 mit weiteren Hinweisen)
.
Dem Beschwerdeführer sind noch sehr leichte körperliche
Tätigkeiten zumutbar und er kann die rechte Hand funktionell noch als Hilfs
hand gebrauchen. Im Sektor Produktion stehen ihm grundsätzlich noch Tätig
keiten off
en.
Zu denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kon
trolltätigkeiten sowie an die Bedien
ung und Überwachung von (halb
)
auto
matischen
Maschinen oder Produktionseinheiten, die keinen Einsatz
der rechten Hand voraussetzen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_350/2013
vom
5.
Juli 2013
E. 3.3).
Im
Bereich
Produktion
verfügt er auch über langjähri
ge Berufs
erfahrung, wohinge
gen er im Dienstleistungssektor
wegen ungenügen
der Sprach
kenntnisse in seiner Vermittelbarkeit eingeschränkt wäre. Somit hat die Beschwerdegegnerin zu Recht den Durchschnittslohn aller Wirtschaftszwei
ge herangezogen.
Dieser Betrag ist
rechtsprechungsgemäss
zu kürzen, wenn persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und
Ausmass
der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Ein
Abzug
soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall An
haltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Der
Abzug
ist unter Würdi
gung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 134 V 322 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_361/2011 vom 20. Juli 2011
E. 6.1 mit weiteren Hinweisen).
Den Leistungseinschränkungen des Beschwerdeführers
und der damit zusam
menhängenden Eingrenzung des Spektrums der erwerblichen Tätigkeiten, die noch in Frage kommen,
hat die Beschwerdegegnerin mit einem leidensbeding
ten Abzug
von 20 %
Rechnung getragen.
Ein leidensbedingter Abzug von 20 % wurde denn auch in vergleichbaren Fällen, in welchen
die versicherte Person ihre dominante Hand gesundheitlich bedingt nur sehr eingeschränkt, beispiels
weise als
Zudienhand
, einsetzen konnte,
anerkannt
(Urteil des Bundesgerichts 8C_
1050/2009 vom 28. April 2010 E.
4.2
mit Hin
weis
). Die weiteren vom Beschwerdeführer geltend gemachten Kriterien (Urk. 1 S. 13) sind nicht abzugs
relevant.
So ist die
Nationalität
nicht von Belang
, da der Beschwerdeführer über eine Niederlassungsbewilligung
(Kategorie C)
verfügt (Urk. 8/56
S. 9
,
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_594/2011
vom 20. Oktober 2011
E. 5).
Das fortge
schrittene Alter
ist im Bereich der Unfallversicherung bei der Invaliditätsbe
messung
ausser
Acht zu lassen.
Im Übrigen werden Hilfsarbeiten grund
s
ätzlich altersunabhängig nachgefragt (Urte
il des Bundes
gericht
s 9C_80
8/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3
.4.2).
Die
mangelnde
n
Deutsch
kenntnisse
rechtfertigen
für
Tätigkeiten im
Anforderungsniveau 4
(resp.
Kompetenzniveau 1
gemäss
LSE
2014)
ebenfalls
keinen höheren
Abzug
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_633/2013 vom 23. Oktober 2013 E.
4.2
)
.
Angesichts der
aktenmässig
ausge
wiesenen unfallbedingten Einschränkungen und dem Fehlen weiterer Abzugs
merkmale ist
d
er von der
Beschwerdegegnerin gewähr
te Abzug von 20 %
nicht zu beanstanden
.
Es kann daher auf d
as von der Beschwerdegegnerin ermittelte
Invaliden
einkommen von Fr.
53'375.
--
abgestellt werden.
6.5
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 72'800
.--
und einem Invalidenein
kommen von Fr. 53'375
.
-- resultiert
eine Erwerbseinbusse von 19'425.--
, was einem Invaliditätsgrad von gerundet 27 % entspricht
.
7
.
Die Beschwerdegegnerin
sprach dem Beschwerdeführer
für die Handverletzung rechts
eine Integritätsentschädigung gestützt auf eine
Integritätseinbusse
von
35
% zu
, was nicht zu beanstanden ist und auch nicht bestritten wurde
.
Da die Schulterbeschwerden links nicht unfallbedingt sind (vgl. oben E. 5), sind sie bei der
Schätzung
des Integritätsschadens nicht zu berücksichtigen.
8
.
Der Beschwerdeführer macht geltend, im
Einspracheentscheid
vom 19. August 2016 sei zwar in Erwägung 3d erwähnt, dass die Beschwerdegegnerin die Leistungen im Rahmen von Art. 21 UVG nach Massgabe der kreisärztlichen Beurteilung vom 3. Dezember 2015 übernehmen werde, im Dispositiv werde jedoch nicht über den entsprechenden Anspruch entschieden (Urk. 1 S. 15 f.). Der Beschwerdeführer kann kein aktuelles
schütze
nswertes Interesse
geltend machen, da die Beschwerdegegnerin nicht im abweisenden Sinne über die
se
Heilbehandlung
entschieden hat,
sondern vielmehr festhielt
, dass sie
die
Kosten für die
vom Kreisarzt empfohlenen Behandlungen
im Rahmen von
Art.
21 UVG
weiterhin
übernehme
.
Sollte der Beschwerdeführer weitergehende Leistungen beanspruchen, steht ihm die Mögl
ichkeit offen, bei einem ablehn
enden Ent
scheid eine anfechtbare Verfügung zu verlangen.
Auf das Begehren ist daher
nicht einzutreten.