Decision ID: cf20d7aa-9039-450c-a9f1-2e2a482b4191
Year: 2014
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt der Arbeitslosenkasse Graubünden am 23. Dezember 2013
telefonisch mitgeteilt worden sei. Der Beschwerdegegner habe seine
Entscheidung unter Missachtung dieses Telefonats getroffen, womit sich
der angefochtene Entscheid als nichtig erweise.
12. Am 22. August 2014 reichte der Beschwerdegegner eine Duplik ein. Darin
hielt er vollumfänglich an seinen bisherigen Ausführungen fest und führte
noch aus, dass die Beschwerdeführerin auch den Nachweis schuldig
geblieben sei, bereits vor Aussprechen der Kündigung nach anderen
Lösungen gesucht zu haben.
13. Auf Aufforderung der Instruktionsrichterin reichte der Beschwerdegegner
dem Gericht am 1. September 2014 Akten ein, welche im
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Zusammenhang mit dem von der Beschwerdeführerin erwähnten
Verfahren betreffend Arbeitsbemühungen standen. In ihrer
Stellungnahme vom 12. September 2014 hielt die Beschwerdeführerin
dazu fest, dass sie sich sehr wohl vor Beginn der Arbeitslosigkeit
genügend um eine andere Anstellung bemüht habe. Dies ergebe sich
bereits aus dem Schreiben vom 13. Januar 2014, in welchem der
Beschwerdegegner die ausreichende Bemühung um Arbeit selbst
bestätige. Ungenügende Arbeitsbemühungen vor der Arbeitslosigkeit
seien sodann nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens,
weshalb die diesbezüglichen Rügen des Beschwerdegegners aus dem
Recht zu weisen seien.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und auf den
angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:
1. a) Aus Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRG; BR 370.100) in Verbindung mit Art. 56 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 831.1) ergibt sich die sachliche
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden zur
Beurteilung der vorliegenden Streitsache. Da die Beschwerdeführerin
ihren Wohnsitz in Chur/GR hat, ist das angerufene Verwaltungsgericht
auch örtlich zuständig (Art. 58 Abs. 1 ATSG). Auf die im Übrigen form-
und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
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b) Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in
einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5‘000.-- nicht
überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Der
versicherte Verdienst der Beschwerdeführerin beträgt Fr. 4‘176.--. Dieser
wird ihr im Umfang von 80 % entschädigt, womit sie ein Taggeld von
Fr. 153.95 erhält (Fr. 4‘176.-- × 0.8 ÷ 21.7 Tage/Monat). Die vorliegende
Beschwerde richtet sich gegen die Einstellung in der
Anspruchsberechtigung für 31 Tage. Der Streitwert beträgt damit
Fr. 4‘772.45 (31 Tage × Fr. 153.95). Da die vorliegende Streitsache
gemäss Art. 43 Abs. 2 VRG nicht in Fünferbesetzung zu entscheiden ist,
ist die Zuständigkeit der Einzelrichterin offensichtlich gegeben.
2. a) In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin zunächst geltend,
dass sie die Einstellungsverfügung vom 21. Januar 2014 völlig unerwartet
habe zur Kenntnis nehmen müssen. Sodann habe sich der
Beschwerdegegner in seinem Einspracheentscheid vom 30. April 2014
massgeblich auf den Arztbericht von Dr. med. D._ vom 6. September
2013 gestützt. Dieser Bericht sei ihr jedoch vor dem Entscheid nicht zur
Stellungnahme zugestellt worden, was eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs darstelle.
b) Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV sowie auch nach Art. 42 ATSG haben die
Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient
einerseits der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein
persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids
dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört
insbesondere das Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtstellung
eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise
beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen (vgl. Art. 47 Abs. 1 lit. b
ATSG), mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der
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Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich
zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist,
den Entscheid zu beeinflussen (vgl. BGE 132 V 368 E.3.1 mit weiteren
Hinweisen).
c) Aus Inhalt und Funktion des Akteneinsichtsrechts als Teil des Anspruchs
auf rechtliches Gehör folgt nach der Rechtsprechung, dass grundsätzlich
sämtliche beweiserheblichen Akten den Beteiligten gezeigt werden
müssen, sofern in dem sie unmittelbar betreffenden Entscheid darauf
abgestellt wird. Denn es gehört zum Kerngehalt des rechtlichen Gehörs,
dass die Adressaten des Entscheids vor Erlass eines für sie nachteiligen
Verwaltungsaktes zum Beweisergebnis Stellung nehmen können. Das
Akteneinsichtsrecht ist somit eng mit dem Äusserungsrecht verbunden,
gleichsam dessen Vorbedingung. Die Versicherte kann sich nur dann
wirksam zur Sache äussern und geeignete Beweise führen oder
bezeichnen, wenn ihr die Möglichkeit eingeräumt wird, die Unterlagen
einzusehen, auf welche sich die Behörde bei ihrem Entscheid gestützt
hat. Das rechtliche Gehör dient in diesem Sinne einerseits der
Sachaufklärung und stellt anderseits ein persönlichkeitsbezogenes
Mitwirkungsrecht im Verfahren dar. Daraus ergibt sich, dass der
Versicherer, welcher neue Akten beizieht, auf die er sich in seinem
Entscheid zu stützen gedenkt, grundsätzlich verpflichtet ist, die Beteiligten
über den Aktenbeizug zu informieren (vgl. BGE 132 V 387 E.3.1, 115 V
302 E.2e; KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 42
Rz. 14). Das Akteneinsichtsrecht bezieht sich auf sämtliche
verfahrensbezogenen Akten, die geeignet sind, Grundlage des
Entscheids zu bilden. Die Akteneinsicht ist demnach auch zu gewähren,
wenn die Ausübung des Akteneinsichtsrechts den Entscheid in der Sache
nicht zu beeinflussen vermag. Die Einsicht in die Akten, die für ein
bestimmtes Verfahren erstellt oder beigezogen wurden, kann demnach
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nicht mit der Begründung verweigert werden, die fraglichen Akten seien
für den Verfahrensausgang belanglos. Es muss vielmehr der Betroffenen
selber überlassen sein, die Relevanz der Akten zu beurteilen (vgl. BGE
132 V 387 E.3.2 mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichtes
2A.444/1995 vom 13. August 1996).
d) Das Recht auf Akteneinsicht ist wie das Recht, angehört zu werden,
formeller Natur. Die Verletzung des Rechts auf Akteneinsicht führt
ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur
Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Vorbehalten bleiben
praxisgemäss Fälle, in denen die Verletzung des Akteneinsichtsrechts
nicht besonders schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die Partei,
deren rechtliches Gehör verletzt wurde, sich vor einer Instanz äussern
kann, welche sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen uneingeschränkt
überprüft. Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des
rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des
Mangels selbst bei schwer wiegenden Verletzungen des rechtlichen
Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem
formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen
würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der
betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu
vereinbaren wären (vgl. BGE 137 I 195 E.2.3.2, 136 V 117 E.4.2.2.2, 133
I 201 E.2.2, 132 V 387 E.5.1; Urteil des Bundesgerichtes 4D_111/2010
vom 19. Januar 2011 E.3.1).
3. a) Mit Schreiben vom 18. Dezember 2013 gab die Arbeitslosenkasse
Graubünden der Beschwerdeführerin nachweislich vor Erlass der
Einstellungsverfügung Gelegenheit, sich zu den Gründen ihrer
Stellenaufgabe zu äussern (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-
act.] 6). Es trifft damit nicht zu, dass diese völlig unerwartet von der
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Einstellung in der Anspruchsberechtigung hätte Kenntnis nehmen
müssen. Diesbezüglich liegt somit keine Verletzung des rechtlichen
Gehörs vor.
b) Was den Arztbericht von Dr. med. D._ betrifft, so gilt es in
tatsächlicher Hinsicht zunächst festzuhalten, dass die
Beschwerdeführerin in ihrer Einsprache vom 21. Februar 2014 von der
Arbeitslosenkasse Graubünden die Edition von Akten sowie das Einholen
eines Berichtes bei Dr. med. D._ verlangte. Anschliessend wurde die
Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 18. März 2014 vom
Beschwerdegegner angewiesen, ein entsprechendes Zeugnis des
genannten Arztes einzureichen. Dies, weil sich aus den bereits
vorhandenen Zeugnissen keine Bestätigung entnehmen lasse, wonach
eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus gesundheitlicher Sicht
zwingend gewesen wäre (vgl. Bg-act. 11). Daraufhin teilte die
Beschwerdeführerin dem Beschwerdegegner am 27. März 2014 mit, dass
sich Dr. med. D._ geweigert habe, ihr ein Zeugnis auszustellen. Es
sei Sache der Arbeitslosenkasse Graubünden ein solches Zeugnis von
Amtes wegen einzuholen (vgl. Bg-act. 12). Danach ersuchte der
Beschwerdegegner Dr. med. D._ um Herausgabe des erwähnten
Arztberichts, welcher am 17. April 2014 schliesslich einging (vgl. Bg-
act. 13). Über dessen Vorliegen bzw. Inhalt wurde die
Beschwerdeführerin jedoch unbestrittenermassen nicht in Kenntnis
gesetzt. Unzweifelhaft ist sodann, dass der Beschwerdegegner im
angefochtenen Entscheid darauf Bezug nahm, führte er doch aus, dass
auch der Bericht von Dr. med. D._ vom 6. September 2013 sich mit
keinem Wort zu einer allfälligen Unzumutbarkeit der damaligen Tätigkeit
der Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen äussere. Ferner
erweist sich der Bericht von Dr. med. D._ grundsätzlich als geeignet,
das Ergebnis des Entscheids zu beeinflussen, wird darin doch über den
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Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Zeitraum vor der
Kündigung Auskunft gegeben. Unter Berücksichtigung der vorstehend
zitierten Rechtsprechung und dem Begehren um Aktenedition wäre es
damit angezeigt gewesen, die Beschwerdeführerin über den Eingang
bzw. über den Aktenbeizug zu informieren, damit diese zum Inhalt hätte
Stellung nehmen können. Zu berücksichtigen ist jedoch vorliegend, dass
der Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin sowohl vor Erlass der
Verfügung (vgl. Bg-act. 6) als auch vor Erlass des angefochtenen
Entscheids (vgl. Bg-act. 11) Möglichkeit zur Stellungnahme einräumte und
zur weiteren Abklärung des Sachverhalts und allfälligen Verbesserung der
Beweislage der Beschwerdeführerin – ihrem Begehren entsprechend –
den Arztbericht bei Dr. med. D._ einholte. Zudem stützte sich der
Beschwerdegegner im angefochtenen Entscheid lediglich ergänzend zu
den Berichten von Dr. med. C._ und Dr. med. E._ auf den
Bericht von Dr. med. D._ ab. Mit Blick auf die gerügte Verletzung des
Äusserungs- bzw. Akteneinsichtsrechts ist somit zwar von einer
Verletzung des rechtlichen Gehörs auszugehen, der Mangel ist jedoch als
nachträglich geheilt zu qualifizieren, weil es sich aufgrund des eben
Geschilderten um keine schwerwiegende Verletzung der Parteirechte
handelt und sich die Beschwerdeführerin im Rahmen eines doppelten
Schriftenwechsels vor dem Verwaltungsgericht, das sowohl den
Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann (volle
Kognition), ausführlich zu allen Fragen – insbesondere auch zum Bericht
von Dr. med. D._ vom 6. September 2013 – äussern konnte.
Überdies würde eine Rückweisung der Sache zur Gewährung des
rechtlichen Gehörs an den Beschwerdegegner, was von der
Beschwerdeführerin ohnehin nicht beantragt wurde, zu einem
formalistischen Leerlauf sowie zu unnötiger Verzögerungen führen.
Folglich sprechen vorliegend auch verfahrensökonomische Gründe gegen
eine Rückweisung.
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4. In formeller Hinsicht bleibt somit noch zu prüfen, wie es sich mit dem
Vorbringen der Beschwerdeführerin bezüglich Nichterstellung der
Aktennotiz verhält. In diesem Zusammenhang bringt sie vor, der
Arbeitslosenkasse Graubünden sei am 23. Dezember 2013 von Dr. med.
C._ telefonisch mitgeteilt worden, dass sie ihr Arbeitsverhältnis aus
medizinischen Gründen hätte auflösen müssen. Das Gespräch sei jedoch
nicht in einer Aktennotiz festgehalten worden. Die Nichterstellung einer
Aktennotiz über ein derart wichtiges Telefongespräch, und folglich deren
Nichtbeachtung im Einspracheverfahren, stelle einen groben
Verfahrensfehler dar, welcher im Beschwerdeverfahren nicht geheilt
werden könne. Dazu hält der Beschwerdegegner fest, dass sich weder
der zuständige Sachbearbeiter der Arbeitslosenkasse Graubünden noch
dessen Stellvertreter an das telefonische Gespräch erinnern könnten und
dass auch keine entsprechende Aktennotiz erstellt worden sei. Daraus
kann nun jedoch nicht auf einen groben Verfahrensfehler geschlossen
werden. In seinem Schreiben vom 27. Juni 2014 bestätigt Dr. med.
C._ zwar, dass er am 23. Dezember 2013 seine Einschätzung zu
den gesundheitlichen Beweggründen der Kündigung des
Arbeitsverhältnisses der Beschwerdeführerin einem Mitarbeiter der
Arbeitslosenkasse Graubünden telefonisch mitgeteilt habe. Gleichentags
habe er der genannten Kasse aber auch in Ergänzung zum
Telefongespräch ein entsprechendes Zeugnis zugestellt (vgl. Beilage 1
Beschwerdeführerin). Dieses Zeugnis datiert vom 23. Dezember 2013
und lag dem Beschwerdegegner nachweislich bereits vor Erlass der
Einstellungsverfügung vom 21. Januar 2014 vor (vgl. Bg-act. 8). Sodann
wurde es in die Beurteilung betreffend Einstellung in der
Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit
miteinbezogen. Dass der Beschwerdegegner über das angeblich geführte
Telefonat zwischen Dr. med. C._ und der Arbeitslosenkasse
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Graubünden keine Aktennotiz erstellte, gereicht der Beschwerdeführerin
somit nicht zum Nachteil, weswegen ihre diesbezüglichen Vorbringen
vorliegend ohne Wirkung bleiben.
5. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der
Einspracheentscheid vom 30. April 2014. Streitig und nachfolgend zu
prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin zu Recht wegen
selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für 31 Tage in ihrer
Anspruchsberechtigung eingestellt wurde.
6. a) Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG;
SR 837.0) ist die Versicherte in der Anspruchsberechtigung einzustellen,
wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos ist. Die Dauer der
Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens und beträgt je
nach Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (Art. 30 Abs. 3 AVIG). Ein
Selbstverschulden im Sinne der Arbeitslosenversicherung liegt dann vor,
wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren
zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen
und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der Versicherten liegt, für das
die Arbeitslosenversicherung die Haftung nicht übernimmt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_958/2008 vom 30. April 2009 E.2.2 mit weiteren
Hinweisen). Als selbstverschuldet gilt die Arbeitslosigkeit unter anderem
auch dann, wenn die Versicherte das Arbeitsverhältnis von sich aus
aufgelöst hat, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei
denn, dass ihr das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet
werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b der Verordnung über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
[AVIV; SR 837.02]).
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b) Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV
findet das sozialversicherungsrechtliche Schadenminderungsprinzip
(Art. 17 Abs. 1 AVIG) seine Grenze am Zumutbarkeitsgedanken (Art. 16
Abs. 2 AVIG). Gesetzlicher Anknüpfungspunkt für den Begriff der
zumutbaren Arbeit bildet Art. 16 AVIG, wonach grundsätzlich jede Arbeit
zumutbar ist (Abs. 1), es sei denn, einer der in Abs. 2 lit. a – i
abschliessend aufgezählten Ausnahmetatbestände liege vor (vgl. BGE
124 V 62 E.3b). Die Unzumutbarkeitsgründe müssen kumulativ
ausgeschlossen sein, damit eine zumutbare Arbeit angenommen werden
kann. Eine Stelle, die im Sinne von Art. 16 Abs. 2 AVIG unzumutbar und
damit von der Annahmepflicht ausgenommen ist, kann der versicherten
Person auch nicht zum Beibehalten zugemutet werden. Dabei ist bei der
Bewertung der Zumutbarkeit bezüglich Beibehaltung einer Stelle ein
strengerer Massstab anzuwenden, als bei der Annahme einer solchen
(vgl. GERHARDS, Kommentar zum AVIG, Bd. I, Bern 1987, Art. 30 Rz. 13;
BGE 124 V 234 E.4b/bb). Der versicherten Person darf aufgrund der ihr
obliegenden Schadenminderungspflicht in der Regel zugemutet werden,
für eine begrenzte Zeit im unbefriedigenden Arbeitsverhältnis zu bleiben
und sich von dort aus um eine neue Stelle zu bemühen (vgl. FAESI,
Arbeitslosenentschädigung und Zwischenverdienst, Diss. Zürich 1999,
S. 309; CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss.
Zürich 1998, S. 116).
c) Bei der Prüfung der Frage, ob eine Sanktion wegen Selbstaufgabe der
Stelle im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV zulässig ist, gilt es, das
Übereinkommen Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO)
über die Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit
vom 21. Juni 1988 (SR 0.822.726.8; Übereinkommen) zu beachten, das
für die Schweiz am 17. Oktober 1991 in Kraft getreten ist. Nach Art. 20
lit. c des Übereinkommens können Leistungen der
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Arbeitslosenversicherung verweigert, entzogen, zum Ruhen gebracht
oder gekürzt werden, wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die
betreffende Person ihre Beschäftigung freiwillig („volontairement“) und
ohne triftigen Grund („sans motif légitime“) aufgegeben hat; hierfür muss
kein qualifiziertes Verschulden gegeben sein (vgl. BGE 124 V 234 E.3b).
Wie auch das Bundesgericht festgehalten hat, kann nicht von einer
freiwilligen Beschäftigungsaufgabe im Sinne des Übereinkommens
gesprochen werden, wenn die versicherte Person für das Verlassen der
Stelle legitime Gründe zu nennen vermag (vgl. BGE 124 V 234 E.4b/aa).
7. a) Vorliegend gilt in tatsächlicher Hinsicht als erstellt, dass die
Beschwerdeführerin ihre Arbeitsstelle bei der Firma B._ in O.1._
am 26. September 2013 per 30. November 2013 gekündigt hatte, womit
von einer Selbstkündigung auszugehen ist. Als Kündigungsgrund gab sie
damals an, eine andere berufliche Herausforderung antreten zu wollen.
Unbestritten ist sodann auch, dass ihr im Zeitpunkt der Auflösung des
Arbeitsverhältnisses keine andere Arbeitsstelle zugesichert war. Zu
prüfen bleibt damit noch, ob der Beschwerdeführerin das Verbleiben an
der bisherigen Arbeitsstelle allenfalls nicht zugemutet werden konnte und
damit nicht von einer selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit auszugehen
wäre.
b) Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie habe das Arbeitsverhältnis aus
gesundheitlichen Gründen und auf ausdrücklichen ärztlichen Rat
aufgegeben. Gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG ist eine Arbeit unter
anderem unzumutbar, die dem Gesundheitszustand der Versicherten
nicht angemessen ist. Wie der Beschwerdegegner korrekt ausführte,
muss sich dabei die Unzumutbarkeit der Arbeit aus gesundheitlichen
Gründen gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts durch
ein eindeutiges Arztzeugnis oder allenfalls durch andere geeignete
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Beweismittel belegen lassen. Aus Gründen der Rechtssicherheit darf sich
die Arbeitslosenkasse nicht mit blossen Behauptungen begnügen,
sondern benötigt vielmehr zweckdienliche Beweismittel, welche primär die
versicherte Person im Rahmen der ihr obliegenden Mitwirkungspflicht bei
der Abklärung des Sachverhalts beizubringen hat (vgl. BGE 124 V 234
E.4b/bb; bestätigt etwa in: Urteile des Bundesgerichts 8C_742/2013 vom
27. November 2013 E.4.1, 8C_943/2012 vom 13. März 2013 E.2, C
153/06 vom 12. März 2007 E.3.4).
c) In casu liegen drei Arztberichte im Recht. Aus dem Bericht von Dr. med.
C._ vom 23. Dezember 2013 (vgl. Bg-act. 8) geht hervor, dass die
Beschwerdeführerin wegen rezidivierenden ORL-Infekten bei etlichen
Spezialisten in Behandlung war. Sodann lässt sich daraus entnehmen,
dass die bisher nicht definitiv gelösten gesundheitlichen Probleme die
Beschwerdeführerin zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses bewogen
hätten. Wie der Beschwerdegegner dazu zutreffend festhält, gibt der
genannte Arztbericht indes keine Auskunft darüber, dass die Auflösung
des Arbeitsverhältnisses der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht
zwingend erforderlich und ein weiterer Verbleib an der Arbeitsstelle
unzumutbar gewesen wäre. Auch wird darin nicht die Aufgabe der
Arbeitsstelle empfohlen. In seinem Bericht vom 18. Februar 2014 führt
Dr. med. E._ aus, es sei gut nachvollziehbar, dass bei einer Tätigkeit
im ständigen Luftzug (kalt und trocken) die Infektanfälligkeit erhöht sei
(vgl. Bg-act. 10). Weitergehende Ausführungen, wonach aufgrund des
Gesundheitszustands und der vorliegenden Verhältnisse am Arbeitsplatz
etwa ein Stellenwechsel in Betracht zu ziehen gewesen wäre, fehlen
hingegen. Vielmehr hält Dr. med. E._ explizit fest, über den
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Kündigung
keine Stellung nehmen zu können. Damit erweist sich dieser Bericht nicht
als geeignet, eine allfällige Unzumutbarkeit der Arbeit aus
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gesundheitlichen Gründen zu belegen. Schliesslich ist noch der Bericht
von Dr. med. D._ vom 6. September 2013 zu prüfen (vgl. Bg-act. 13).
Diesem lässt sich unter anderem eine Beurteilung des gesundheitlichen
Zustands der Beschwerdeführerin aufgrund einer ambulanten
Untersuchung vom 30. August 2013 – und damit noch vor der Kündigung
– entnehmen. Gemäss Bericht wird der festgestellte Husten im Rahmen
eines prolongierten Verlaufs bei respiratorischem Infekt viral bedingt
gesehen. Weitere Angaben, welche auf eine allfällige Unzumutbarkeit des
Beibehaltens der Arbeitsstelle hinweisen würden, enthält der Bericht
jedoch nicht. So wird darin auch keine Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin bescheinigt oder etwa den Wechsel bzw. die
Aufgabe der Arbeitsstelle aus gesundheitlichen Gründen empfohlen.
d) Es kann somit zusammenfassend festgehalten werden, dass aus den
genannten Arztberichten wohl gesundheitliche Probleme der
Beschwerdeführerin hervorgehen. Diese werden vom Beschwerdegegner
denn auch nicht grundsätzlich bestritten. Was hingegen fehlt, sind
dahingehende, eindeutige Hinweise bzw. Bestätigungen, dass die
Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus medizinischer Sicht notwendig
gewesen und der Beschwerdeführerin der Verbleib an der bisherigen
Arbeitsstelle unzumutbar gewesen wäre. In keinem der Arztberichte wird
mithin eine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Mit den vorliegenden
Arztberichten vermag die Unzumutbarkeit des Verbleibens am
Arbeitsplatz somit unter Berücksichtigung der vorstehend erwähnten
Rechtsprechung nicht rechtsgenüglich belegt zu werden. Weitere
allenfalls geeignete Beweismittel, welche auf eine Unzumutbarkeit aus
gesundheitlichen Gründen schliessen lassen würden, liegen sodann keine
vor. Auch hat die Beschwerdeführerin im Kündigungsschreiben vom
26. September 2013 keine gesundheitlichen Gründe für die Auflösung des
Arbeitsverhältnisses angegeben (vgl. Bg-act. 5). Damit konnte die
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Beschwerdeführerin nicht rechtsgenüglich darlegen, dass ein zwingender
Grund für die freiwillige Stellenaufgabe bzw. für das Nichtverbleiben an
der bisherigen Arbeitsstelle bis zum anschliessenden Auffinden einer
neuen Stelle vorlag, weshalb von einer selbstverschuldeten
Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV auszugehen ist.
Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung erweist sich somit als
rechtmässig. Zu prüfen bleibt, ob die Dauer der Einstellung angemessen
ist.
8. a) Gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG bemisst sich die Dauer der Einstellung nach
dem Grad des Verschuldens und beträgt je nach Einstellungsgrund 1 bis
15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis
60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV). Als
sachgemässer Ausgangspunkt für die individuelle
Verschuldensbeurteilung im Bereich des schweren Verschuldens ist nach
der Rechtsprechung grundsätzlich ein Mittelwert der Skala zu wählen.
Diese Vorgehensweise ermöglicht unter Berücksichtigung der gegebenen
Umstände des konkreten Einzelfalls einerseits eine Verschärfung der
verwaltungsrechtlichen Sanktion. Anderseits erlauben Milderungsgründe
eine angemessene Reduktion (vgl. BGE 123 V 150 E.3c). Von Gesetzes
wegen liegt nach Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV ein schweres Verschulden vor,
wenn die versicherte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare
Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle aufgegeben hat.
Unter einem entschuldbaren Grund ist ein Grund zu verstehen, der
geeignet ist, das Verschulden als mittelschwer oder leicht erscheinen zu
lassen. Ein solcher im konkreten Einzelfall liegender Grund kann die
subjektive Situation der betroffenen Person (z.B. gesundheitliche
Probleme) oder eine objektive Gegebenheit (z.B. die Befristung einer
Stelle) beschlagen (vgl. BGE 130 V 125 E.3.4.3. und 3.5; Urteil des
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Eidgenössischen Versicherungsgerichts C 161/06 vom 6. Dezember 2006
E.3.2).
b) Da es sich bei der Dauer der Einstellung naturgemäss um einen
Ermessensentscheid handelt, bei welchem den Verfügungsinstanzen ein
grosser Ermessungsspielraum zusteht, ist dem Verwaltungsgericht bei
der Beurteilung der Einstellungsdauer Zurückhaltung geboten (vgl. BGE
126 V 353 E.5d; Urteil des Bundesgerichts 8C_22/2008 vom 5. März
2008 E.3). Es darf sein Ermessen nicht ohne triftige Gründe an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen, sondern muss sich bei der Korrektur
auf Gegebenheiten abstützen können, welche eine abweichende
Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (vgl. BGE 126
V 353 E.5d; 123 V 150 E.2 mit weiteren Hinweisen).
c) Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdegegner die Beschwerdeführerin -
ohne dabei konkrete Ausführungen zur Verschuldenszumessung zu
machen - für 31 Tage und damit im untersten Bereich des schweren
Verschuldens in der Anspruchsberechtigung eingestellt. Es bleibt darauf
hinzuweisen, dass der Beschwerdegegner mit Verfügung vom 13. Januar
2014 auf eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen
ungenügender Arbeitsbemühungen verzichtete. Daraus erhellt, dass sich
die Beschwerdeführerin vor der Arbeitslosigkeit genügend um eine neue
Arbeitsstelle bemüht hatte und ihren diesbezüglichen Pflichten somit
nachkam. Ein dahingehender Hinweis des Beschwerdegegners im
vorliegenden Fall, die Beschwerdeführerin sei unter anderem auch den
Nachweis schuldig geblieben, bereits vor Aussprechen der Kündigung
nach anderen Lösungen gesucht und damit keine ausreichenden
Arbeitsbemühungen getätigt zu haben, geht somit fehl. Der
Beschwerdeführerin bleibt damit aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher
Sicht vorzuwerfen, dass sie ihr Arbeitsverhältnis ohne Zusicherung einer
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unmittelbar anschliessenden Arbeitsstelle von sich aus aufgelöst hat.
Nachdem die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung im
untersten Bereich des schweren Verschuldens verfügt wurde, hat der
Beschwerdegegner offensichtlich bereits schuldmildernde Gründe
berücksichtigt und der gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin
Rechnung getragen. Weitere schuldmildernde Gründe, welche das
Verschulden allenfalls als mittelschwer oder leicht erscheinen lassen
(BGE 130 V 125), sind indes nicht ersichtlich Die verfügte
Einstellungsdauer von 31 Tagen erscheint dem Gericht damit insgesamt
als angemessen und ist nicht zu beanstanden.
9. Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich somit in allen
Punkten als begründet und rechtens, weshalb die Beschwerde
abzuweisen ist.
10. Gerichtskosten werden vorliegend keine erhoben, da das Verfahren vor
dem kantonalen Versicherungsgericht – ausser bei mutwilliger oder
leichtsinniger Prozessführung – gemäss Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61
lit. a ATSG kostenlos ist. Dem obsiegenden Beschwerdegegner steht kein
Anspruch auf eine aussergerichtliche Entschädigung zu (Art. 61 lit. g
ATSG e contrario).