Decision ID: 8ddf2103-5e4e-433d-b2f3-2afef263fd69
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966, Mutter von fünf zwischen 1988 und 2001 gebo
renen Kindern, arbeitete als Küchenmitarbeiterin
für
die Institution Y._
in einem Teilzeitpensum (
Urk.
10/1). Am 6. Juli 2007
klemmte sie
Zeige-, Mittel
- und Ringfinger der rec
hten Hand in einer
Lifttüre
ein
(
Urk.
10/7/80
-81
). Die behandelnden Ärzte diagnostizierten
in der Folge
ein ausgeprägtes Carpaltunnelsyndrom rechts (
Urk.
10/7/76). Am 14.
November 2007 erfolgte ein erster operativer Eingriff mit Carpaltunnelspaltung (
Urk.
10/7/67
) und am 8.
September 2008 ein zweiter mit Revision des
Carpal
kanals
(
Urk.
10/12/3).
Am 29. September 2008 meldete
die Versiche
r
te
sich bei der
Invalidenversiche
rung
für den Rentenbezug an (
Urk.
10
/1
/8
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Ak
ten
des zuständigen Unfallversicherers
-
der Basler Versicherungen (vgl.
Urk.
7/1-81)
-
bei und
traf
Abklärungen in
medizinische
r
und erwerbliche
r Hinsicht
.
Der Unfallversicherer hatte namentlich das
pluridisziplinäre
Gutachten
der Agentur Z._
, vom 1
2.
Februar 2009 veranlasst
(vgl.
Urk.
10/18/4-33)
.
Die
IV-Stelle
klärte insbesondere
die Beeinträchtigung der Versicherten in Beruf und Haushalt ab (vgl. den Bericht v
om 11. Juli 2009,
Urk.
10/25
).
Mit Vorbescheid vom 16. Oktober 2009 stellte
sie der Versicherten die Zusprechung einer
Drei
viertelsrente
für die Zeit vom 1. Juli 2008 bis 31. Mai 2009 sowie einer
Vier
telsrente
ab 1. Juni 2009 in Aus
sicht
und hielt fest, berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt (Urk.
10/28
).
Die
Versicherte
liess dagegen
Einwand
erheben
(Urk.
10
/43,
10
/47).
Der Unfallversicherer holte
sodann
die Gutachten von Prof.
Dr.
med.
A._
, Arzt für Chirurgie
FMH,
speziell Handchirurgie, vom 21. April 2010 (
Urk.
10/57/21-31) und von
Dr.
med.
B._
, Arzt für Psychiatrie
und Psycho
therapie
FMH
, vom 1.
Mai 2010 ein (
Urk.
10/57/1-20). Die
IV-Stelle
veranlasste
das interdisziplinäre Gutachten des Zentrums
C._
vom 12. Juli 2011
(Urk.
10
/65
; vgl. auch die ergänzenden Angaben vom 28. September 2011, Urk. 10/72
).
Mit
erneutem Vorbescheid vom 19. Dezember 2011 (
Urk.
10/79)
stellte
sie für die Zeit vom 1.
Juli 2008 bis 31. Mai 2009 die Zusprechung einer
Dreiviertelsrente
und für die Zeit vom 1. Juni 2009 bis
31. August 2011
die Zusprechung
einer
Viertelsrente
in Aussicht. Ab
1. September 2011 bestehe kein Rentenanspruch mehr. Mit
weiterem
Vorbescheid vom
19. Dezember 2011 verneinte die IV-Stelle sodann den Anspruch der Versicherte
n a
uf Berufsberatung (
Urk.
10/78
; vgl. auch den Einwand der Versicherten vom 19. Januar 2012,
Urk.
10/84
).
1.2
Über den Anspruch auf berufliche Massnahmen verfügte die IV-Stelle am 15. März 2012 (
Urk.
10/92/13).
Die
dagegen erhobene
Beschwerde
vom 30. April 2012 (
Urk.
10/92/3) wies das
Sozialversicherungsgericht mit in Rechtskraft erwachsenem Urteil
IV.2012.00490
vom 11. Februar 2013
(
Urk.
10/113)
ab.
1.3
In der Zeit zwischen dem
2.
November 2010 und dem 18. Juni 2011
war
die Versicherte
im
Auftrag des Unfallversicherers mehrmalig observiert
worden
(
vgl.
Urk.
11/1-2).
Zu den entsprechenden Ermittlungsberichten
hatte die Versicherte am 5. Oktober 2012
in Ergänzung des Einwandes vom 19. Dezember 2011
Stellung
nehmen lassen
(
Urk.
10/
103,
10/
105).
1.4
Mit Schreiben vom 25. April 2013 liess die Versicherte
sodann
eine Verschlechte
rung des psychischen und physischen Gesundheitszustandes geltend machen (
Urk.
10/116).
Entsprechend dem Vorbescheid vom
19.
Dezember 2011 sprach
die IV-Stelle der Versicherten
mit Verfügungen vom 5. März 2014
für die Zeit vom 1.
Juli 2008 bis 31. Mai 2009 eine
Dreiviertelsrente
und ab 1. Juni
2009 bis 31. August 2011
eine
Viertelsrente
zu
. Ab 1.
September 201
1 bestehe kein Anspruch auf
eine
Rente mehr
.
Erwerbs- und Haushaltsbereich bemass sie dabei mit je 50
%
(
Urk.
2/1-3).
2.
Gegen die Verfügung
en
vom 5. März 2014 liess die Versicherte am 7. April 2014 Beschwerde erheben und beantragen, die Verfügung
en
sei
en
aufzuheben und die
IV-Stelle
sei zu verpflichten,
ihr
eine
ganze Invalidenrente ab dem 1.
September 2011 auszurichten (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
2.
Mai 2014 auf Abweisung (
Urk.
9).
Mit Verfügung vom 21. August 2015 gab das Sozialversicherungsgericht den Parteien Gelegenheit, sich unter dem Blickwinkel der neuen Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursache und
zu
vergleichbaren psychosomatischen Leiden erneut zur Sache zu äussern (
Urk.
13). Davon machten beide Parteien Gebrauch (
Urk.
15 und 16).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.3
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursache und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd anschliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die
Invaliditätsbe
-
messung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berück
sichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen nieder
schlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE
130 V 352 begründete Rechtspre
chung die Sicherstellung eines gesetzmässigen Versicherungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der
Überwindbarkeitsver
mutung
. Deren Rechtsnatur kann offen bleiben. Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuh
alten. Das bishe
rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st
rukturiertes Beweisverfahren er
setzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbar
-
keitsprüfung
bei materieller Beweisl
ast der rentenansprechenden Per
son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch
nichts. An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) trete
n im Regelfall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka
tegorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen ein
teilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die
Präponderanz
der psychiatrischen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist recht
lich
er Natur. Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der
Stan
dardindikatoren
wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Ein
zel
fall zusammen. Im Grunde konkre
tisieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psycho
somatischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die
Anerkennung eines rentenbegrün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der
Standardindi
katoren
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt e
s da
ran, hat die Folgen der
Beweislo
sigkeit
nach wi
e vor die materiell beweisbelas
tete versicherte Person zu tragen (E. 6).
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht i
n
BGE 141 V 281
wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch
ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Ein
zelfall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern In
dizien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.5
1.5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
;
BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5.2
Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemes
sung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in wel
chem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Art. 7
Abs.
2 ATSG ist sinngemäss anwendbar (Art. 28a
Abs.
2 IVG in Verbindung mit Art. 8
Abs.
3 ATSG; spezifische Methode; statt vieler BGE 130 V 97 E. 3.3.1). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnüt
zige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27
der Verordnung über die Invaliden
versicherung,
IVV).
1.5.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätig
keit nach Art. 28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a
Abs.
3 IVG; gemischte Met
hode der Invaliditätsbemessung;
BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.6
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a IVV fest
zusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Ren
tenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der
Rentenzuspre
chung
oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bezie
hungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die
gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten
verfü
gungsweise
geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdeführerin lässt in der Beschwerde im Wesentlichen geltend machen, spätestens nach dem 1. September 2011
sei eine Verschlechterung des physischen und psychischen Gesundheitszustandes eingetreten. Insoweit hätte die Beschwerdegegnerin – wie von ihr auch zuerst vorgesehen – ergänzende Abklä
rungen vornehmen müssen (
Urk.
1 S.
4 f.
). Im Weiteren
sei
bei der
Bemessung des Invalideneinkommens
der maximale Abzug von 25
%
vorzunehmen (
Urk.
1 S. 6).
In der er
gänzenden Stellungnahme vom 25.
September 2015 liess sie ausführen, es liege ein vollständiger
Aktivitätenverlust
vor. Ihr Verhalten sei konsistent und es gebe keinen Grund
,
an ihren Beschwerden zu zweifeln.
Nach gutachterlicher Feststellung liege eine ausgeprägte
psychosomatische Überlagerung und Verstär
kung der Symptomatik
vor
, weshalb eine genaue Diskussion der neuen Indikato
ren an sich nicht notwendig sei, denn der
Schweregrad der funktionellen Beein
trächtigung sei mithin sehr hoch.
Auch die Gutachter des
Zentrums C._
bestätigten, dass eine psychische Komorbidität bestehe. Es liege mit Sicherheit eine vollständige Invalidität vor (
Urk.
16 S. 3 f.). Sie habe verschiedenste Therapien durchgeführt, welche alle nicht zu einem Erfolg geführt hätten. Zudem verfüge sie über keine Ressourcen, die darauf hindeuten könnten, dass ein Wiedereinstieg in die Arbeitswelt im Bereich des Möglichen liege (
Urk.
16 S. 4 f.).
2.2
Die IV-Stelle verwies in
ihrer
Beschwerdeantwort auf ihre Akten und hielt fest, auch der Anspruch auf die befristet zugesprochene Rente sei nicht klar ausge
wiesen
(
Urk.
9). In der Stellungnahme vom 18. September 2015 führte sie aus, im Rahmen der Begutachtung im
Zentrum C._
hätten abgesehen von einer apathisch-gehemmten depressiven
S
timmung kaum objektive Befunde vorgelegen. Die Möglichkeiten der medizinischen Behandlung seien von der Versicherten nicht ausgeschöpft worden. Auslöser der depressiven Störung sei eine eheliche Proble
matik. Insgesamt sei angesichts des nicht erheblichen Schweregrades, der
Thera
pierbarkeit
und der bestehenden psychosozialen Belastungsfaktoren
nicht von einem invalidisierenden Leiden auszugehen (
Urk.
15).
2.3
Strittig und
zu prüfen
ist
somit
der Rentenanspruch ab 1. September 2011 und dabei insbesondere
, ob sich
nach der Begutachtung im
Zentrum C._
bis zum
Verfügungs
erlass
am 5. März 2014 eine Verschlechterung der gesundheitlichen
Situation eingestellt hat und ob bei der Invaliditätsbemessung zusätzlich
psychisch bedingte
Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen sind
.
Vom Gericht zu überprüfen ist zudem auch die Rechtmässigkeit der zugesprochenen befristeten Renten.
3.
3.1
Da die Beschw
erden der Versicherten nach der Spaltung des Carpaltunnels am 14. November 2007 andauerten, veranlasste der Unfallversicherer eine Beurtei
lung durch
Dr.
med.
D._
, Arzt für Handchirurgie und Orthopädische Chirurgie. Dieser diagnostizierte
im Bericht vom 19. Mai 2008
eine
Quetschverlet
zung
der rechten Hand mit richtunggebender Verschlimmerung eines wahr
scheinlich vorbestehenden, aber völlig asymptomatischen Carpaltunnelsyndroms rechts und die Entwicklung eines
komplexen regionalen Schmerzsyndroms Typ I
(
CRPS I
)
im Anschluss an die unvollständige operative
Carpaltunnelspal
tung
vom 14. November 2007.
Neben der ausgeprägten somatischen Komponente mit neuropathischen Beschwerden mit Ausstrahlung bis weit nach proximal liege mittlerweile eine erhebliche Schmerzbestimmung des ganzen Verhaltens
vor (
Urk.
10/7/44). D
ie
von
Dr.
D._
und den weiteren Ärzten
(vgl.
Urk.
10/6/14
, 10/
6/12
)
empfohlene
Revisionsoperation
erfol
gte am 8
.
September 2008 (
Urk.
10/12/1).
Dabei konnten keine Anzeichen für
die vorgängig ange
nommene beziehungsweise vermutete
unvollständige Spaltung des Carpalkanals gefunden werden (
Urk.
10/12/3).
Die Ärzte spalteten das Narbenäquivalent des
Retinaculum
flexorum
und nahmen eine mikroskopische
Neurolyse
vor und deckten das Neurom mit einem distal
gestielten
Unterfaszienlappen
(
Urk.
10/12/1).
Die Arbeitgeberin kündigte der Versicherten
mit Schreiben vom 24. September 2008 p
er 31. Dezember 2008 (
Urk.
10/8/12
).
Im Anschluss an den operativen Eingriff
wurde
eine psychotherapeutische Behand
lung veranlasst und ab 23. Oktober 2008 aufgenommen (vgl.
Urk.
10/6/8, 10/19).
3.2
Nach dem Gutachten der
Agentur Z._
vom
1
2.
Februar
2009, welches auf den Beurteilun
gen von
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie
und Psychothera
pie
, und von
Dr.
med.
F._
, Arzt für Chirurgie und Traumatologie, beruht, wirk
t
en sich eine
Medianusneuropathie
rechts sowie eine Anpassungsstörung mit ängstlichen und depressiven Anteilen auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten aus
(
Urk.
10/18/29)
. Die Angaben der Versicherten, dass sie den rechten Arm nicht mehr einsetzen könne und dass sehr grosse Schmerzen bestehen würden,
könnten in diesem Ausmass gemäss der Anamnese und der neurologischen Befunde insbesondere der normalen
somatosensibel
evozierten Potenti
ale nicht nachvollzogen werden (
Urk.
10/18/31).
Es bestünden Zeichen der Ausweitung, der Selbstlimitierung und der Inkonsistenz bei der Versicherten mit belastenden Faktoren wie kulturelle
r
Hintergrund, familiäre Belastung, Arbeitslosigkeit und finanzielle Problematik (
Urk.
10/18/31). Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Küchenmitarbeiterin mit einem Pensum von 40
%
sei von psychiat
rischer und orthopädischer Seite her insgesamt um 50
%
eingeschränkt. In einer anderen, den Unfallfolgen angepassten und zumutbaren Tätigkeit, etwas mehr händeschonend, zum Beispiel als Verkäuferin, als Kassierin oder als
Überwacherin
von Bildschirmen könnte die Versicherte eine Arbeitsfähigkeit von mehr als 50
%
, nämlich 75
%
erreichen (
Urk.
10/18/32).
Nach den Angaben des Psychiaters Dr.
E._
im Bericht vom 16. März 2009
bestanden
neben der Anpassungsstörung
psychologische Faktoren, die einen medizinischen
Krank
heitsfaktor
beeinflussten
(Schmerzverarbeitungsstörung in Verbindung mit kör
perlichen und psychischen Krankheitsfaktoren, ICD-10
F 54
). Diese wirkten sich nicht auf
die Arbeitsfähigkeit aus (
Urk.
10
/18/13).
Unter der mittlerweile etablierten psychotherapeutischen und gegebenenfalls einer ergänzenden medi
kamentös-antidepressiven Behandlung sei eine vollständige Remission des Beschwerdebilds in sechs bis spätestens zwölf Monaten zu erwarten (
Urk.
10/18/18).
3.3
Gemäss
den Angaben der Ärzte des Zentrums
G._
vom 23.
April 2009 (
Urk.
10/19) befand die Versicherte sich
weiterhin
in psychothera
peutischer Behandlung
, wobei bis anhin
21 Sitzungen
stattgefunden hätten
.
Es
lägen
eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F 43.22), Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit (Z 56) und Ereig
nisse, die den Verlust des Selbstwertgefühls in der Kindheit zur Folge haben
(ICD-10 Z 61.3)
,
vor.
Der
Bericht über die Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt
datiert
vom 11. Juli 2009 (
Urk.
10
/25).
3.4
Die Versicherte wurde in der Psychiatrie
H._
am 24
. Februar 2010 ambulant psychiatrisch untersucht
(Bericht vom 25. Februar 2010,
Urk.
10/57/18)
. Die Ärzte diagnostizierten eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10
F
45.4
). Weiter bestehe der
Verdacht auf
Vorliegen
einer depressiven und
ängstlichen Reaktion (ICD-10 F
43.22).
Die Ärzte erachteten eine weitere Abklärung zur Prüfung, ob insoweit eine eigenständige affektive Erkrankung vorliege, sowie eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung und
eine
Anpassung der Medikation als dringend erforderlich (
Urk.
10/57/19).
Der Psychiater
Dr.
B._
verneinte im Gutachten vom 1. Mai 2010
, welches auf der Untersuchung der Versicherten vom 15. März 2010 beruht,
die Frage, ob die Versicherte an einer psychischen Störung leide. Die psychischen Beschwerden seien unspezifisch und nicht Ausdruck einer psychischen Störung im Sinne eines erheblichen Gesundheitsschadens
(
Urk.
10/57/12)
. Die eher
leichtgradigen
psychischen Auffälligkeiten interpretiere er – in Übereinstimmung mit den Vorakten – als eine Reaktion auf die pe
rsistierende Schmerzsymptomatik. Dies sei keine psychische Störung, sondern eine normale Reaktion auf psychisch belas
tende Lebensumstände (
Urk.
10/57/14).
Aus psychiatrischer Sicht sei die Versi
cherte voll arbeitsfähig (
Urk.
10/57/15).
Er diagnostizierte eine
-
sich
allerdings
nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende
-
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion, bei psychosozialer Belastung und chronischen Schmerzen
(ICD-10 F
43.21) sowie einen Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeitszüge mit emotional instabilen und
h
istr
i
onischen
Anteilen (ICD-10 Z
73.1) sowie auf schädlichen Gebrauc
h von Benzodiazepinen (ICD-10 F
13.1).
Aus den Akten ergäben sich und im Rahmen der Untersuchung hätten sich zahlreiche Inkonsis
tenzen gezeigt: Die
Medikamentencompliance
sei fraglich. Es bestehe eine erheb
liche Verdeutlichungs- und Aggravationstendenz. Die Versicherte habe sich während der Untersuchung theatralisch und
appellativ
, streckenweise
unkoopera
tiv
und ausweichend verhalten (
Urk.
10/57/12).
Wie gegenüber
Dr.
B._
(vgl.
Urk.
10/57/8) gab die Versicherte auch gegen
über dem Handchirurgen
Dr.
A._
am 20. April 2010 an, unter fürchterlichen anfallsartigen Schmerzen zu leiden, die von den Fingern über die Arme bis zur Halsseite rechts und auch bis zum Ohr und in die rechte Körperseite ausstrahlten (
Urk.
10/57/23).
Dr.
A._
hielt im Gutachten vom 21. April 2010 fest, wegen der von der Versicherten angegebenen Schmerzen sei ein korrekte klinische Untersu
chung nicht möglich gewesen (
Urk.
10/57/24-25).
Eine konkrete Ursache für diese massive Überempfindlichkeit der gesamten rechten oberen
Extremtität
habe er angesichts der eingeschränkten Untersuchungsmöglichkeiten nicht finden könn
ten. Die demonstrierten funktionellen Störungen seien sicher schmerzbedingt und hätten aller Vermutung nach keine organische Ursache (
Urk.
10/57/26). Die Ver
sicherte sei als Küchenmitarbeiterin wie auch für jede andere Tätigkeit voll arbeitsunfähig.
Wegen der chronischen Schmerzen und der Panikattacken sei eine Arbeit
sfähigkeit
undenkbar (
Urk.
10/57/27). Der Gutachter empfahl ergänzende diagnostische Abklärungen sowie eine Ausschöpfung der Möglichkeiten der Schmerzbehandlung (
Urk.
10/57/28).
3.5
Auch im
Zentrum C._
gestalteten sich die körperlichen Untersuchungen der rechten Hand als schwierig (
Urk.
10/65/21, 10/65/29). Der Ärzte diagnostizierten insoweit ein
en chronischen
Schmerzzustand des rechten Armes
bei
neurographisch persistieren
dem
demyelinisi
erendem
C
arpaltunnelsyndrom, bei anamnestisch bestandenem Verdacht auf stattgehabtes CRPS sowie bei funktioneller Überlagerung im Rah
men einer
somatoformen
Schmerzstörung (
Urk.
10/65/37). Weiter diagnostizier
ten sie einen plantaren Fersensporn links mit subjektiv ausgeprägter
Schmerz
problematik
sowie eine rechtsseitige
Achillodynie
(
Urk.
10/65/37) sowie
eine
sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende arterielle Hypertonie und Adipositas (BMI 36.2).
Die Arbeitstätigkeit als Hilfsköchin sei aus somatischer Sicht nicht mehr zumutbar. Zumutbar seien vorwiegend sitzend ausgeübte Tätigkeiten, die weder belastende
bimanuelle
Tätigkeiten, noch Präzisionstätigkeiten
,
noch d
ie
rechte Hand
belastende Tätigkeiten beinhalteten mit einem Hebe- und Haltelimit von 8 kg (
Urk.
10/65/41 und 10/72; vgl. auch
Urk.
10/71).
Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung wurde ei
ne eindeutige apathisch-gehemmt
e
depressive Symptomatik festgestellt, die aktuell mindestens ein leichtes bis mittelschweres Ausmass erreiche. Dahinter stehe als Auslöser klar eine eheliche Problematik. Daneben bestehe eine psychosomatische Entwicklung mit vorwiegender Weichteilbeteiligung, welche am ehesten als anhaltende somato
forme Schmerzstörung zu klassifizieren sei (
Urk.
10/65/35 f.). Diagnostiziert wur
de
n
entsprechend eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie eine rezidivierende depressive Störung, leichte bis mittelschwere Episode bei Proble
men in der Beziehung zum Ehepartner
,
und differentialdiagnostisch
eine
Anpas
sungsstörung
mit längerer depressiver
Reaktion (
Urk.
10/65/39; vgl. auch
Urk.
10/65/35
).
Auf psychiatrischer Ebene bestünden erhebliche Abwehren, die Versicherte sehe ihre Problematik auf somatischer Ebene und lehne eine psycho
gene Interpretation ab (
Urk.
10/65/40). Die psychosomatische
Problematik sei dominant (
Urk.
10/65/39). Die depressive Problematik kompliziere die Sache zusätzlich. Ihr würden sie einen
gewissen
Krankheitswert zumessen, den sie mit 20
%
bemessen würden (
Urk.
10/65/41-42).
3.6
Nach den Angaben von
Dr.
med.
I._
, Spezialarzt für Chirurgie,
vom 1.
März 2013 betreue
er die Versicherte
seit dem Jahr 2008
schmerzmedizinisch. Schmerzrelevante Diagnosen seien ein chronisches neurogenes
Schmerzsyn
drom
der rechten oberen Extremität bei Status nach CRPS Typ 2 nach
Medianuskontusion
und
anschliessender Kompression im C
arpalkana
l und zweimaliger Spaltung des C
arpalkanals, ein
cervicocephales
Schmerzsyndrom, ein
Faszitis
plantaris
rechts, eine reaktive Depression bei posttraumatischer
Belastungsstörung sowie eine psychosoziale Belastungssituation (
Urk.
10/114). Die Schmerzen liessen sich bis heute mit allen vernünftigen medizinischen Mitteln nicht ausreichend beherrschen (
Urk.
10/114).
Dr.
med.
J._
, Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 1
2.
März 2013 eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F 43.1) reaktiviert durch das Unfallereignis vom 6. Juli 2007, eine wahnhafte Störung (ICD-10 F 22.9), eine rezidivierende depressive Störung, derzeit mittelgradige Episode (ICD-10 F 33.1) sowie eine
Somatisierungsstörung
(IDC-10 F 45.0).
Die aktuelle 100
%ige Arbeitsunfähigkeit beruhe auf den Diagnosen der posttraumatischen
Belas
tungsstörung
, der wahnhaften Störung und der depressiven Störung. Dabei handle es sich um vollständig isolierte, das heisst von der
somatoformen
Schmerzstörung verselbständigte Störungen (vgl.
Urk.
10/115/1-2, 10/117/2
; vgl. auch
Urk.
7/1
).
4
.
4.1
Die Versicherte liess unter Verweis auf die Berichte von
Dr.
I._
vom 1. März 2013 und von
Dr.
J._
vom 1
2.
März 2013 geltend machen, ihr Gesundheitszustand habe sich nach der Begutachtung im
Zentrum C._
verschlechtert, weshalb ihr ab dem 1. September 2011 weiterhin und ab diesem Zeitpunkt eine ganze Rente auszuzahlen sei (
Urk.
1 S. 2)
.
Dr.
I._
schildert im Bericht vom 1. März 2013 den langwierigen Verlauf mit Schmerzausweitung und
Chronifizierung
. Eine nach dem 1. September 2011 eingetretene Verschlechterung der gesundheitlichen Situation ist daraus nicht ersichtlich (
Urk.
10/114).
Dr.
J._
führt im Bericht vom 1
2.
März 2013 unter anderem aus, mit dem Unfallereignis sei ein lebensbedrohliches traumatisches Ereignis aus der Jugendzeit reaktiviert worden mit Flashbacks,
Hyperarrousal
, Alpträumen sowie psychogen erlebten Lähmungszuständen. Hiermit einher sei eine zunehmend
e
depressive Entwicklung gegangen (
Urk.
10/115). Die Versi
cherte wurde nach dem Unfall vom 6. Juli 2007 verschiedentlich untersucht und unterzog sich ab dem 23. Oktober 2008 bis circa Januar 2010
(vgl.
Urk.
10/57/8) einer psychotherapeutischen Behandlung. Dabei wurden keine entsprechenden Beschwerden geltend gemacht
oder
festgestellt.
Dies gilt für die Behandlung am
Zentrum G._
ab
23. Oktober
2008 (vgl.
Urk.
10/19
/1-3), die
Begutach
tung durch
Dr.
E._
(vgl. Gutachten vom 16. März 2009,
Urk.
10/18/10-12), die Beurteilung durch die
Psychiatrie H._
vom 25. Februar 2010 (
Urk.
10/57/18-19), die Begutachtung durch
Dr.
B._
(Bericht vom 1. Mai 2010,
Urk.
10/57/7-10) sowie das Gutachten des
Zentrums C._
vom 1
2.
Juli 2011 (
Urk.
10/65/
33-35)
. Unter diesen Umständen ist die Diagnose einer nach
dem Unfall vom 6. Juli 2007 reaktivierten posttraumatischen Belastungsstörung nicht nachvollziehbar.
Was die ebenfalls neu gestellte Diagnose einer wahnhaften Störung (
vgl.
ICD-10 F 22.9) betrifft, ist auf die Stellungnahme von RAD-Arzt
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie,
zu verweisen
,
welcher Auffassung zu folgen ist.
Dr.
K._
hielt fest, dass die Versicherte sich nach erfolgter Observation verfolgt fühle
,
sei menschlich und nachvollziehbar. Eine Fixierung darauf sei noch keine wahnhafte Störung. Diese Symptomatik sei im Rahmen der depressiven Störung zu subsummieren (
Urk.
10/121/4).
Ins
gesamt vermag der Bericht
der behandelnden
Dr.
J._
das Gutachten des
Zentrums C._
nicht in Frage zu stellen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_767/2013 vom 20. Februar 2014, E. 6.4)
noch eine
nachvollziehbare
Verschlec
hterung des Gesundheitszustand
s
zu belegen
.
Damit
behält die Beurteilung der Gutachter des
Zentrums C._
(mindestens) bis zum Zeit
punkt der Verfügung vom
5.
März 2014
grundsätzlich
ihre Gültigkeit.
4.2
Das
interdisziplinäre Gutachten des
Zentrums C._
vom 1
2.
Juli 2011 erfüllt
die von der Rechtsprechung gestellten Erwartungen
(
vgl.
BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Guta
ch
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.) und darauf kann
- wie bereits im Urteil IV.2012.00490 vom 11. Februar 2013
(
Erw
. 2.4.2)
festgehalten -
grundsätzlich abgestellt werden.
4.3
Aufgrund der
bei der Beschwerdeführerin gegebenen
somatischen
Ein
-
schränkun
gen
ist damit von der vollständigen Arbeitsunfähigkeit als Küchen
-
mitarbeiterin auszugehen. Eine dem Leiden angepasste Tätigkeit kann die Versicherte dagegen vollzeitig ausüben
(vgl.
Urk.
10/72)
.
4.4
4.4.1
Gemäss
dem
Gutachten
des
Zentrums C._
leidet die Versicherte an
einer
anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung und einer rezidivierenden depressiven Störung
, leichte bis mittelschwere Episode
(
Urk.
10/65/37).
Strittig und z
u prüfen ist, ob die diagnostizierte
n
psychischen Leiden
eine Invalidität begründen
.
4.4
.2
Die Versicherte gab gegenüber den
Ärzten des
Zentrums C._
andauernde Schmerzen an, weswegen sie oft auch nicht ein- oder durchschlafen könne (
Urk.
10/65/15). Sie gab weiter an,
daheim
meistens zu
liege
n und zu weinen
. Der Haushalt
werde
hau
p
t
sächlich durch ihre Mutter und
ihre
Schwe
ster, sofern
diese anwesend sei
e
n
, oder aber auch durch eine Nachbarin und die älteste Tochter
erledigt
. Sie selbst räume gelegentlich etwas im Haushalt auf, sonst mache sie nichts. Soweit sie nicht von ihrer Schweste
r oder ihren Kindern gedrängt we
rde, bleibe sie den ganzen Tag daheim. Den laufenden Fernseher oder Radio nehme sie dabei kaum wa
h
r (
Urk.
10/65/14-15
, 10/65/34
).
Die
für zu Hause
beschriebene
affektiv beeinträchtigte Grundstimmung zeigte sich auch im Rahmen der Begutachtung im
Zentrum C._
mit
Klagsamkeit
, Tränen in den Augen und Verzweiflung
. Auch
Dr.
J._
führt
e im Bericht vom 1
2.
März 2013 entsprechende Befunde
an
(
Urk.
10/65/34
, 10/115/2
).
Wie sich aus den im gleichen Zeitraum erfolgten Beobachtungen ergibt,
begab
sich die Versicherte
aber
doch regelmässig
alleine oder in Gesellschaft
ausser Haus (
Urk.
10/96
/4-5
, 10/97
/4-5
).
Dabei wurde sie
auch beobachtet, wie sie die rechte Hand
normal
einsetzte
; sie war sodann auch in der Lage
,
ohne
nennenswerte
Probleme gewisse Strecken zu Fuss zurückzulegen
(
Urk.
10/96/3, 10/97/3)
.
Auch bezüg
lich der kognitiven Funktionen
erlebte
sie sich
im
Zentrum C._
als
stärker
beeinträch
tigt,
als
objektiv feststellbar war
(
vgl.
Urk.
10/65/34
).
Nach den Angaben von
Dr.
J._
ist die Versicherte
denn auch
gut fähig,
regelmässig und pünktlich zu ärztlichen Konsul
t
ationsterminen zu erscheinen
(
Urk.
10/115
/1
).
Die Versi
cherte ist sodann um guten Kontakt mit ihren Kindern bemüht (
Urk.
10/115/1).
Sie
versorgt sich
weiter
selbst (
Urk.
10/25/8
).
Eine persönliche Betreuung nimmt die Versicherte insofern in Anspruch als
zusätzliche
Aufgaben im Haushalt von ihrer Familie übernommen werden müssen.
Von einer beträchtlichen medizini
schen Betreuung oder Zuwendung ist dagegen nicht auszugehen.
Im Verlauf wurde
sodann
mehrmals
auf
Verdeutlichungstendenzen
, Selbstlimitierung und Inkonsistenz hingewiesen
(vgl.
Urk.
10/18/14
-15, 10/18/31
,
10/57/10)
. Insge
samt ist
damit
von einer
durchschnittlichen
Ausprägung der diagnoserelevanten Be
funde
und Symptome auszugehen.
4.4.3
Ausschlaggebender Indikator, welcher gegen
eine
durch die somatoforme Schmerzstörung bedingte
invalidisierende Arbeitsunfähigkeit spricht, sind die nach wie vor bestehenden Behandlungsoptionen.
Psychische Störungen der
hier interessierenden
Art gelten nach der Rechtsprechung nur als invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch
nicht mehr
angehbar
sind
. Das Bundesge
richt
will ausdrücklich an dieser bisherigen Rechtsprechung festhalten
(vgl.
BGE 141 V 299 E. 4.3.1.2
)
.
Von fehlenden Behandlungsoptionen
kann aufgrund der Einschätzungen der Gut
achter des
Zentrums C._
nicht ausgegangen
werden.
Zwar hielten diese fest, dass die Arbeitsfähigkeit durch Behandlung der somatischen Leiden nur
bedingt zu ver
bessern sei (vgl.
Urk.
10/65/41). Der Psychiater Dr.
med.
M._
hielt aber auch fest,
primär wichtigster Schritt sei die Hinführung der Versicherten auf die wahren Quellen ihres Leidens, nämlich die Psyche
,
und die Aufnahme einer vertieften und adäquaten Psychotherapie (
Urk.
10/65/36
, 10/65/40
).
Dass eine solche Hinführung auf die wahren Quellen des Leidens mangels
Einsicht
s
fähig
keit
der Versicherten von vorneherein zum Scheitern verurteilt wäre, ist auf
grund der ärztlichen Ausführungen nicht anzunehmen.
Die Fortführung bezie
hungsweise
(
Wieder
)-A
ufnahme der
in der Zeit ab Oktober 2008 bis circa Januar 2010 erfolgten
Psychotherapie und medikamentösen Therapie war sodann bereits vor der Begutachtung im
Zentrum C._
von den Ärzten der
Psychiatrie H._
im Bericht vom 25. Februar 2010
sowie von
Dr.
B._
im Gutachten vom 1. Mai 2010
für dringend erachtet
worden (vgl.
Urk.
10
/57/19
-20, 10/57/15-16 und 10/57/8)
, wobei sie eine positive
Prognose
stellten
.
Eigentliche
Antidepressiva nimmt die Versicherte
sodann
nicht ein
(vgl.
Urk.
10/65/15). Das Präparat
Remeron
hatte sie bereits vor der Unter
-
suchung durch
Dr.
E._
am
12.
Februar 2009 wegen der Nebenwirkungen sistiert (
Urk.
10/18/11).
Bei der Untersuchung durch Dr.
B._
gab sie an, das Anti
depressivum
Surmontil
einzunehmen (
Urk.
10/57/8),
welches Präparat
die Versi
cherte
bei der
Angabe der aktuellen Medikation
i
m
Zentrum C._
nicht mehr
erwähnt
(
Urk.
10/65/15, 10/65/35).
Dass sich
bezüglich
Behandlung beziehungsweise
bezüglich
de
r
Behand
-
lungsopti
onen
bis zum Verfügungszeitpunkt etwas geändert hätte,
wird
weiter
nicht geltend gemacht (vgl.
Urk.
16
S. 4
).
4.4.4
Bei der Versicherten bestehen keine schweren körperlichen
Begleiterkrankun
gen
. Vielmehr bestehen nur geringe objektive Befunde (vgl.
Urk.
10/65/37). Mit der diagnostizierten rezidivierenden Depression liegt
jedoch
eine psychische Komorb
i
dität vor, welche
nach den Angaben der Gutachter des
Zentrums C._
die
Situa
tion zusätzlich kompliziere
(
Urk.
10/65/42).
Insoweit gingen die Gutachter von einer 20%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus (
vgl.
Urk.
10/65/42).
Nach der bisherigen Rechtsprechung kam einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung nur ausnahmsweise invalidisierender, das heisst einen Renten
anspruch begründender Charakter zu. Als ein Umstand, der die Verwertung der Arbeitskraft als unzumutbar erscheinen liess, galt eine Komorbidität im Sinne eines vom Schmerzgeschehen losgelösten eigenständigen psychischen Leidens von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_917/2012
vom 14.
August 2013, E. 3.1). Selbst wenn die
invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung nicht schlechthin auszuschliesse
n war, bedingte deren Annahme
doch, dass es sich nicht bloss um eine Begleiterscheinung einer Schmerzkrankheit, sondern um ein selbständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden handelt
e
, und im Weitern,
dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wurde, deren Scheitern das Leiden als resistent auswies. Fehlte es daran, war nach der Rechtsprechung keine invalidisierende Wirkung des Gesundheits
schadens anzunehmen (Urteil 9C_917/2012 vom 14. August 2013, E. 3.2). Mit der neuen Rechtsprechung n
ach BGE 141 V
301
E. 4.3.1.3
verliert beispielsweise eine Depression nicht mehr allein wegen ihrer (allfälligen) medizinischen
Kon
nexität
zum Schmerzleiden jegliche Bedeutung als potentiell
ressourcenhem
mender
Faktor.
Weiterhin zu beachten ist jedoch, dass eine Störung, welche nach der Rechtsprechung als solche nicht invalidisierend sein kann, auch keine Komorbidität darstellt (BGE 141 V 301 E. 4.3.1.3
mit Hinweis auf E. 4.3.1.2
).
Die
Annahme
einer invalidisierenden Wirkung einer leichten bis höchstens mittel
schweren Depression
bedingt
– wie erwähnt -
in der Regel, dass eine konse
quente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resis
tent ausweist
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_303/2015 vom 8. Oktober 2015,
E. 4.4 mit Hinweisen;
vgl.
auch BGE 141 V 301 E. 4.3.1.3
mit Hinweis auf
E. 4.3.1.2
).
Von einer konsequenten Depressionstherapie kann bis anhin nicht ausgegangen werden. Auch insoweit
– wie bezüglich der
dominanten
somatoformen
Schmerzstörung
(vgl.
Erw
. 4.4.3)
-
fehlt es
vielmehr
an einer optimalen
und nachhaltigen
Ausschöpfung der zumu
tbaren Behandlungsmöglichkeiten wie einer Psychotherapie und medikamentösen Therapie (vgl.
Urk.
10/57/19-20).
Zudem spielten für die Entstehung und spielen für die Aufrechterhaltung der depressiven Störung psychosoziale Umstände, namentlich die schwierige Bezie
hung zum Ehepartner, eine wesentliche Rolle (
Urk.
10/65/35, 10/65/39). Zwar kann aufgrund der medizinischen Akten nicht angenommen werden, dass mit dem Wegfall der belastenden Lebensumstände unmittelbar auch die Störung verschwinden würde,
es ist jedoch
zumindest
fraglich, ob angesichts der Rele
vanz der psychosozialen Umstände
der
erforderliche
erhebliche
Ausprägungs
grad
der depressiven Problematik
vorliegt
(vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_140/2014
vom 7. Januar 2015
, E. 3.3
,
und
9C_252/2014 vom 17. Juni 2014, E. 3.1.3
).
Der
diagnostizierten rezid
ivierenden depressiven
, leicht- bis mittelgradigen
Störung
kann
zusammenfassend
keine invalidisierende Wirkung zuerkannt werden
. Damit ist sie im Hinblick auf die somatoforme Schmerzstörung auch nicht als
ressourcenmindernd
zu berücksichtigen
.
4.4.5
Dr.
B._
äusserte den Verdacht auf
das
Bestehen von akzentuierten
Persönlich
keitszüg
en
(
Urk.
10/57/10). Eine Persönlichkeitsstörung wurde im Verlauf
jedoch
nicht diagnostiziert (vgl.
Urk.
10/18/14).
Die Versicherte war vor dem Unfall leistungsfähig und
arbeitete
neben der zu betreuenden Grossfamilie
ausser Haus
. Z
udem
hielt sie
verschiedenen psychosozialen Belastungen Stand
(
Urk.
10/65/31-32
, 10/65/40
)
. Damit ist grundsätzlich von bestehenden Ressour
cen auszugehen. Soweit die Beschwerdeführerin geltend machen lässt,
im Gut
achten
des
Zentrums C._
werde festgehalten, sie habe verzweifelt gewirkt, bei der Anamneseerhebung
mehrfach
geweint, dann auch wieder abwesend gewirkt, und sie habe deutliche Schwierigkeiten
,
zeitliche Zusammenhänge zu konstru
ieren
,
und
insoweit
sie daraus auf fehlende Ressourcen sc
hliess
t, ist festzuhal
ten, dass diese Befunde
im Zusammenhang mit
der ebenfalls diagnostizierten
depressiven Störung
zu betrachten
sind
(vgl.
Urk.
16 S. 4,
vgl.
Urk.
10/65/34)
.
Was den sozialen Kontext betrifft, so bestehen bei der Versicherten Ressourcen
und Hemmnisse
. Sie verfügt über gute Kontakte in der Familie
, abgesehen von der gestörten ehelichen Beziehung
(
Urk.
10/65/40). Namentlich wird sie von ihren – teilweise bereits erwachsenen Kindern – sowie von ihrer Herkunfts
-
fami
lie
, ihrer Mutter und
ihrer
Schwester, unterstützt (
Urk.
10/65/14-15).
4.4.6
Das Aktivitätsniveau der Beschwerdefüh
rerin ist nicht besonders hoch und steht
grundsätzlich in
a
ngemessenem
Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfä
higkeit.
Hingegen wird aufgrund der
nur wenig
in Anspruch genommenen Therapien und Behandlungen kein erheblicher Leidensdruck spürbar
(vgl.
Urk.
10/65/15).
4.4.7
Gesamthaft betrachtet
resultiert
auch
aus
der
somatoformen
Schmerzstörung
bei
mittelgradiger
Ausprägung und bestehenden Behandlungsoptionen kein
e
inva
lidisierende Arbeitsunfähigkeit. Damit
ist für
die Zeit ab der Begutachtung im
Zentrum C._
neben den somatischen Einschränkungen keine zusätzliche
psychisch bedingte
Arbeits
unfähigkeit zu berücksichtigen.
4.5
Zu prüfen bleibt, von welcher Arbeitsfähigkeit der Versicherten im Verlauf, das heisst vor der Begutachtung im
Zentrum C._
mit
Untersuchungen vom Mai 2011 (vgl.
Urk.
10/65/2)
auszugehen ist.
Die Gutachter des
Zentrums C._
konnten
insoweit keine abschliessende Beurteilung vornehmen (vgl.
Urk.
10/65/44).
F
ür die Zeit ab Juli 2008 bis Februar 2009
stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die Angaben von
Dr.
med.
L._
vom 20. Oktober 2008 und ging
im berufli
chen Bereich
von
einer
vollständigen Arbeits- und Erwerbs
un
fähigkeit aus (
Urk.
10/6/7-9, 10/26/5
).
Für die Beurteilung des Gesundheitszustandes ab Februar 2009
bis Mai 2011
erachtete
die Beschwerdegegnerin das
Gutachten der
Agentur Z._
(vgl.
Urk.
10/26/5, 10/80/7)
als massgeblich
.
Dass der somatische Gesundheitszustand im Februar 2009
, dem Zeitpunkt der Begutachtung in der
Agentur Z._
(vgl.
Urk.
10/18/21)
,
im Vergleich zum Zustand
im
Juli 2008 vor dem zweiten operativen Eingriff vom 8. September 2008 mit Revision des Carpalkanals verändert war, ist ohne Weiteres anzunehmen.
Das Abstellen auf
die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
, wie sie die Gutachter
der Agentur Z._
vorgenommen hatten,
ist
zudem
vertretbar. Dabei kann offen bleiben, ob die Annahme einer durch den psychischen Gesundheitszustand begründeten Arbeitsunfähigkeit gerechtfertigt war. Denn die bei der Ausübung einer angepassten, etwas mehr händeschonenden Tätig
keit
angegebene
Einschränkung
von 25
%
wurde sowohl somatisch als auch psychisch begründet (vgl.
Urk.
10/18/32
, 10/18/19
). Damit ist mit der Beschwerdegegnerin anzunehmen, dass
die Versicherte
ab Februar 2009
bei der
Ausübung einer leidensangepassten Tätigkeit
zu 25 % eingeschränkt war (
Urk.
10/26/6).
Für die Zeit ab Mai 2011 stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die Beurtei
lung durch das
Zentrum C._
(vgl.
Urk.
10/80/7).
Auch für die Zeit zwischen
Juni
2009
– per 1. Juni 2009 er
folgte die Herabsetzung de
r
Dreiviertels-
auf eine
Viertels
rente
-
und
Mai 2011
ist eine Veränderung
des Gesundheitszustandes anzuneh
men, welche es erlaubt, eine Anpassung der Rente vorzunehmen
.
Während der Begutachtung i
n
der Agentur Z._
fand noch eine Behandlung der
rechten Hand
in Form von Physio- beziehungsweise Ergotherapie statt (
Urk.
10/18/26).
Die Ärzte liessen offen, ob die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bleibend sei (
Urk.
10/18/32
).
Bei der Beurteilung durch das
Zentrum C._
lag dann ein
(mittlerweile)
chronischer Schmerzzustand des rechten Armes vor (
Urk.
10/65/37, 10/114). Die Gutachter des
Zentrums C._
hielten zudem fest, es lasse sich nicht mehr rekonstruieren, welche Anteile der Arbeitsfähigkeit im Verlauf rein somatisch bedingt und welche durch eine psychosomat
ische Überlagerungs- und
Ausweit
ungsproble
matik
induziert gewesen seien (
Urk.
10/65/44). Dies spricht für Veränderungen im Verlauf und für das Abstellen auf die zeitnahen ärztlichen Beurteilungen. Im
Zentrum C._
wurden zudem
Beeinträchtigungen berücksichtigt, die sich aus dem zwischenzeitlich diagnostizierten Fersensporn links und einer
Achillodynie
rechts ergaben (vgl.
Urk.
10/65/37, 10/65/44).
Damit
war es sachgerecht
, dass die Beschwerdegegnerin erst für die Zeit ab Mai 2011 auf die
umfassende
C._
-Beurteilung abgestellt hat. Ausgehend davon ging sie ab
September
2011
(drei Monate nach Verbesserung, vgl. Art. 88a
Abs.
2 IVV)
zu Recht v
on
der
voll
ständigen Arbeits
fähigkeit der Versicherten bei der Ausübung einer
leidensan
gepassten
Tätigkeit aus.
5.
5
.1
Strittig ist einzig die Invaliditätsbemessung für die Zeit
ab
September 2011
(vgl.
Urk.
1 S. 2 und S. 6)
. Die
früheren
Invaliditätsbemessungen blieben
dagegen
zu Recht unbeanstandet.
5.2
Die Beschwerdegegnerin ging bei der Bemessung des
Valideneinkommens
vom Einkommen aus, welches die Versicherte als Küchenmitarbeiterin im
Institution Y._
erzielt hatte. Im Jahr 2006
vor dem Unfall
erzielte sie ein Einkommen von
Fr.
29‘701.
-- (
Urk.
10/5/2). Daneben bestand
seit dem Jahr
2002 ein regelmässiger Nebenverdienst mit einem
bis
ins Jahr 2006
gleichgebliebenen
Einkommen von
jährlich
Fr.
3‘000.-- (
Urk.
10/5/1-2).
Mit diesen beiden Tätigkeiten zusammen war die Versicherte zu 50
%
tätig
(vgl.
Urk.
2).
Unter Berücksichtigung der zwischenzeitlich eingetretenen Nominallohn
-
entwick
lung
ergibt sich für das
Jahr 2011 ein
E
inkomme
n
aus der Haupt
-
tätigkeit
von Fr.
32‘007.90
(Bundesamt für Statistik [BFS]
, Schweizeri
scher Lohnindex nach Branche,
1993 = 100 [im Internet abrufbar],
Nominal
lohnindex
Frauen [T 1.2.93], Total: 2006 = 119,4, 2010 = 127,4, sowie 2010 = 100 [im Internet abrufbar], Nominalindex Frauen [T 1.2.
10], Total: 2011 = 101
).
Zuzüglich die
Fr.
3‘000.
--
aus dem Nebenverdienst
r
esul
tiert ein Betrag von
Fr.
35‘007.9
0.
Passt man auch die
Fr.
3‘000.-- der Nominallohnentwicklung an, womit Fr.
3‘233.-- zu berücksichtigen wären, so resultiert ein
Valideneinkom
men
von
Fr.
35‘240.9
0.
5
.3
Für die Ermittlung des Invalideneinkommens ist
auf die Tabelle TA1 der Schwei
zerischen Lohnstrukturerhebung 2010 des
BFS
abzustellen. Das durch
schnittliche monatliche Einkommen der Frauen bei der Ausübung einfacher und repetitiver Tä
tigkeiten betrug Fr. 4‘225.--
(im Jahr
Fr.
50‘700.--). Angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden im Jahr 2011 (BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [im Internet abrufbar],
Total:
2011 = 41,7 Stunden) und der bis zum Jahr 2011 eingetretenen Nominallohnentwicklung (
2010 = 100
, 2011 = 101, vgl. oben
Erw
. 5.2
)
ergibt sich ein Inva
lideneinkommen von
Fr.
53‘383.3
0.
Bei 50%iger Tätigkeit somit Fr.
26‘691.6
5.
5.4
Die Beschwerdeführerin liess geltend machen, es sei wegen de
r
leidensbedingten Einschränkungen und wegen des Alters der maximal mögliche Abzug
von 25
%
vorzunehmen
(
Urk.
1 S. 6 f.).
Die Beschwerdeführerin war im Juli 2011, dem Zeitpunkt als die Zumutbarkeit der höheren Erwerbsfähigkeit feststand (vgl. BGE 138 V 457 E.
3.3), knapp 45 Jahre alt. Ein Abzug wegen des Alters rechtfertigt sich damit von vorneher
ein nicht.
Zu prüfen ist damit lediglich, wie hoch der leidensbedingte Abzug zu veranschla
gen ist
; weitere Merkmale fallen nicht in Betracht
. Die Beschwerde
gegnerin hat diesen mit 10
%
bemessen, die Beschwerdeführerin beantragt wie erwähnt eine Erhöhung auf 25
%
.
Die Beschwerdeführerin kann vorwiegend sitzende Tätigkeiten ausüben, sofern diese
weder belastende
bimanuelle
Tätig
keiten beinhalten noch
Präzisionstätigkeiten erfordern
noch
das rechte Hand
gelenk belasten. Das Heb
e- und Haltelimit beträgt 8 kg
(vgl.
Urk.
10/72)
.
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unter
scheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätig
keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mit
bewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen. Lediglich wenn - auch auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt (zu diesem Begriff
BGE 110 V 273
E. 4b) - unter Berücksichtigung solcher Einschränkungen, die personen- oder arbeitsplatzbezogen sein können, kein genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher) Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1
mit Hin
weisen).
Für die Beschwerdeführerin in Frage kommt neben den bereits im Urteil IV.2012.00490 vom 1
1.
Februar 2013 erwähnten Überwachungs- und Kon
trollaufgaben
(vgl.
Urk.
10/113/5)
etwa die Tätigkeit an einer modern einge
richteten Kasse.
Die Beschwerdeführerin ist bezüglich der Auswahl der T
ätig
keiten
in relevantem Masse
eingeschränkt
,
was grundsätzlich einen Abzug von 15
%
rechtfertigt. Selbst wenn man jedoch einen grosszügigen Abzug von 20
%
vornimmt,
ist
– wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird - ein Rentenanspruch zu verneinen.
Ausgehend von einem Invalideneinkommen von
Fr.
21‘353.32 (80
%
von Fr. 26‘691.65) resultiert
im Vergleich mit dem
Valideneinkommen
von Fr.
35‘240.90
ein Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich von
39
,4
%
.
5.5
Der Anteil der Erwerbstätigkeit
beträgt
50
%
. Zu berücksichtigen ist som
it ein Teili
nvaliditätsgrad von 19,7
%
. Zusammen mit der unbestritten gebliebenen Einschränkung im Tätigkeitsbereich von 18
%
(36
%
von 50
%
) resultie
rt ein Invaliditätsgrad von 37,7
%
.
Damit resultiert kein Rentenanspruch für die Zeit ab
1.
September 201
1.
Die Beschwerde ist abzuweisen.
6.
Das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist bei Strei
tigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Versicherungs
leistungen kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Die Kosten sind auf Fr. 7
00.--festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen
.