Decision ID: b5c1d0f1-3236-42cf-b611-6778886a82f1
Year: 2016
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
notwendig erachtet beziehungsweise den Sachverhalt für zu wenig
abgeklärt gehalten habe.
10. Am 27. November 2012 übermittelte die IV-Stelle dem Unfallversicherer
ihre Zusatzfragen zum angeordneten Gutachten mit der Bitte, diese
weiterzuleiten. Daraufhin stellte A._ am 5. Dezember 2012 dem
Unfallversicherer insbesondere den Antrag, die angeordnete
interdisziplinäre Begutachtung ohne Beteiligung anderer Sozial- und
Privatversicherer durchführen zu lassen und den Gutachtern keine
Fragen der IV-Stelle und anderer Versicherer zu unterbreiten. In der
Folge erliess der Unfallversicherer am 13. Dezember 2012 eine weitere
Zwischenverfügung, mit welcher er die gestellten Anträge von A._
vollumfänglich abwies und die Zusatzfragen der IV-Stelle zur
Beantwortung zuliess. Die dagegen von A._ am 14. Januar 2013
erhobene Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden mit Urteil S 13 8 vom 5. November 2013 gut und stellte fest,
dass die vom Unfallversicherer vorgesehene polydisziplinäre
Begutachtung von A._ ohne Beteiligung und ohne Zusatzfragen der
IV-Stelle durchzuführen sei.
11. Am 10. Dezember 2012 teilte die IV-Stelle A._ mit, dass die
Begutachtung vorliegend durch den Unfallversicherer angeordnet werde
und sich die IV-Stelle lediglich am vorgesehenen Gutachten mit
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Zusatzfragen beteilige. Aufgrund der Beurteilung des RAD erachte sie
eine Begutachtung als notwendig. Die Fachdisziplinen ergäben sich aus
der Gutachtensanordnung des Unfallversicherers. Die Zusatzfragen der
IV-Stelle seien aus dem Schreiben vom 27. November 2012 an den
Unfallversicherer ersichtlich. Am 4. Januar 2013 erliess die IV-Stelle eine
verfahrensleitende Zwischenverfügung und teilte A._ mit, dass ihr
Antrag auf Umschulung ohne medizinische Begutachtung abgewiesen
werde. Die dagegen von A._ am 8. Februar 2013 erhobene
Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit
Urteil S 13 17 vom 5. November 2013 teilweise gut und hob die
angefochtene verfahrensleitende Verfügung vom 4. Januar 2013 auf. Es
wies die Sache zur Anordnung einer polydisziplinären Begutachtung von
A._ nach den Voraussetzungen der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (BGE 137 V 210) und den einschlägigen Bestimmungen
(Art. 72bis Abs. 2 IVV und KSVI Rz. 2080 ff.) an die IV-Stelle zurück. Das
Gericht erwog, dass die IV-Stelle zwar zu Recht eine polydisziplinäre
Begutachtung von A._ zur Klärung der Umschulungsfrage als
notwendig erachtet habe. Allerdings sei die Beteiligung der IV-Stelle an
der polydisziplinären Begutachtung des Unfallversicherers mittels
Zusatzfragen nicht zulässig, da dadurch die Möglichkeit geschaffen
würde, die vom Bundesgericht vorgegebenen weitergehenden
Verfahrensrechte im Verfahren der Invalidenversicherung zu umgehen.
12. Gestützt darauf teilte die IV-Stelle A._ mit Schreiben vom 24. Januar
2014 mit, dass zur Klärung der Leistungsansprüche eine umfassende
medizinische Begutachtung in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere
Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Neuropsychologie,
Oto-Rhino-Laryngologie und Rheumatologie notwendig sei. Der
entsprechende Begutachtungsauftrag wurde der Swiss Medical
Assessment- and Business Center (SMAB) AG zugeteilt.
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13. Gestützt auf das polydisziplinäre SMAB-Gutachten vom 4. August 2014
stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 6. Oktober 2014 in Aussicht,
A._ mit Wirkung ab dem 1. Dezember 2012 eine Dreiviertelsrente
(Invaliditätsgrad 60 %) zuzusprechen.
14. Dagegen erhob A._ am 29. Oktober 2014 Einwand und beantragte,
es sei ihr auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 64 % eine
Dreiviertelsrente sowie ein Verzugszins von 5 % zu gewähren.
15. Am 11. November 2014 stellte der Unfallversicherer der IV-Stelle das
polydisziplinäre (chirurgisch-allgemeinmedizinisch, internistisch,
rheumatologisch, neurologisch, HNO-ärztlich, neuropsychologisch und
psychiatrisch) Gutachten des MZR vom 28. Oktober 2014 zu.
16. Mit Verfügung vom 12. März 2015 erkannte der Unfallversicherer A._
mit Wirkung ab dem 1. Februar 2015 bei einer unfallbedingten
Arbeitsfähigkeit von 50 % sowie einem Invaliditätsgrad von 61 % und
einem versicherten Jahresverdienst von Fr. 53'404.-- eine monatliche
Rente von Fr. 2'172.-- zu.
17. Mit Verfügung vom 17. März 2015 sprach die IV-Stelle A._ mit
Wirkung ab dem 1. Dezember 2012 eine Dreiviertelsrente
(Invaliditätsgrad 60 - 64 %) zu. Begründend führte die IV-Stelle aus, dass
A._ ohne Gesundheitsschaden in der angestammten Tätigkeit als
Hotelfachfrau gestützt auf die Mindestlöhne L-GAV 2014 der B._ ein
Jahreseinkommen von Fr. 54'704.-- verdienen könnte. Die Frage, ob das
Valideneinkommen im Jahr 2014 Fr. 54'704.-- oder Fr. 60'365.-- betrage,
könne (noch) offen gelassen werden, da A._ so oder so Anspruch
auf eine Dreiviertelsrente habe. Aus medizinischer Sicht sei ihr eine
optimal leidensangepasste Tätigkeit zu 50 % zumutbar. Das
Invalideneinkommen belaufe sich auf Basis der LSE 2010
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(Anforderungsniveau 4, weiblich, Leistungsfähigkeit 50 %, indexiert) auf
Fr. 21'901.90. Darin enthalten sei ein Leidensabzug von 20 %. Die
Gewährung eines Verzugszinses prüfe die AHV-Ausgleichskasse bei der
Rentenberechnung von Amtes wegen.
18. Gegen die Verfügung vom 17. März 2015 erhob A._ (nachfolgend
Beschwerdeführerin) am 20. April 2015 Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit folgenden Anträgen:
"1. Es sei die Verfügung der IV-Stelle Graubünden vom 17. März 2015 aufzuheben.
2. Es sei der Beschwerdeführerin eine ganze Invalidenrente zu gewähren.
3. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin."
Begründend führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, dass
sowohl das Valideneinkommen als auch das Invalideneinkommen falsch
ermittelt worden seien. Aus einem berichtigten Valideneinkommen von
Fr. 60'365.-- sowie einem Invalideneinkommen von Fr. 11'100.-- resultiere
ein Invaliditätsgrad von 82 %.
19. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer
Vernehmlassung vom 1. Mai 2015 die Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, dass die vorgenommene
Berechnung des Invalideneinkommens nicht zu beanstanden sei, zumal
ein Leidensabzug von 20 % gewährt worden sei. Die Beschwerdeführerin
nutze ihre verbleibende Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarem Masse voll
aus, weshalb zur Ermittlung des Valideneinkommens auf die LSE-
Tabellenlöhne abgestellt worden sei. Da der Beschwerdeführerin so oder
so eine Dreiviertelsrente zugesprochen werde, könne die Frage, ob das
Valideneinkommen im Jahr 2014 Fr. 54'704.-- oder Fr. 60'365.-- betrage,
offen gelassen werden.
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20. Am 12. Mai 2015 hielt die Beschwerdeführerin replicando an ihren
Anträgen fest und wiederholte beziehungsweise vertiefte ihren
Standpunkt.
21. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 21. Mai 2015 unter Verweis auf
ihre Vernehmlassung vom 1. Mai 2015 auf die Einreichung einer Duplik.
22. Am 12. November 2015 verlangte die Instruktionsrichterin beim
Unfallversicherer die aktuellen, die Beschwerdeführerin betreffenden
Akten seit Erlass der Verfügung der Unfallversicherung vom 12. März
2015 zur Edition. Auf eine Stellungnahme zu den edierten Akten
verzichteten die Parteien.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften
sowie auf die angefochtene Verfügung vom 17. März 2015 wird, soweit
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen
IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle
anfechtbar. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom
17. März 2015, mit welcher die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin mit Wirkung ab dem 1. Dezember 2012 eine
Dreiviertelsrente zugesprochen hat, stellt demnach ein taugliches
Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden dar. Die sachliche Zuständigkeit des
Verwaltungsgerichtes ergibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1)
i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
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(VRG; BR 370.100). Als Adressatin der angefochtenen Verfügung ist die
Beschwerdeführerin berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an
dessen Aufhebung auf (Art. 59 ATSG). Auf die zudem frist- und
formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.
b) Streitig und zu prüfen ist der beschwerdeführerische Rentenanspruch ab
dem 1. Dezember 2012. Dabei sind das Valideneinkommen sowie das
Invalideneinkommen und diesbezüglich insbesondere die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit streitig.
2. a) Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer im Sinne des Gesetzes invalid
ist. Bei erwerbstätigen Versicherten wie der Beschwerdeführerin gilt als
Invalidität, die durch einen körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG),
welche die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann
(Art. 4 Abs. 1 IVG). Der rentenbegründende Invaliditätsgrad ist in diesem
Fall aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 28a Abs. 1
IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen). Der
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die
beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst
genau ermittelt und einander gegenüber gestellt werden, worauf sich aus
der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt
(allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343
E.3.4.2, 128 V 29 E.1). Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad liegt vor,
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wenn eine versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern kann, während mindestens eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich zu mindestens 40 % im bisherigen Beruf oder
Aufgabenbereich eingeschränkt gewesen ist und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (Art. 28 Abs. 1 IVG). Sind diese
Voraussetzungen erfüllt, so steht der versicherten Person nach Ablauf
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Anspruchs, frühestens im
Monat der Vollendung des 18. Altersjahrs (Art. 29 Abs. 1 IVG), bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % eine Viertelsrente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50 % eine halbe Rente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 60 % eine Dreiviertelsrente und bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % eine ganze Rente zu (Art. 28
Abs. 2 IVG).
b) Um beurteilen zu können, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten einer Versicherten noch eine Erwerbstätigkeit zugemutet
werden kann, sind die Verwaltung und das im Beschwerdefall angerufene
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls
andere Fachleute zur Verfügung stellen. Dabei besteht die Aufgabe des
Arztes darin, den Gesundheitszustand zu beurteilen und − wenn nötig −
seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln
fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der
subjektiven Beschwerden Befunde zu erheben und gestützt darauf eine
Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Arzt seine genuine Aufgabe, wofür
die Verwaltung und im Streitfall das Gericht nicht kompetent sind. Bei der
Folgeabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen
für die Arbeitsfähigkeit kommt dem Arzt hingegen keine abschliessende
Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt er zur Arbeitsunfähigkeit
Stellung, d.h. er gibt eine Schätzung ab, welche er aus seiner Sicht so
substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann
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eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen dem Versicherten konkret noch zugemutet werden
können (BGE 140 V 193 E.3.2, 125 V 256 E.4).
c) Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu
würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht
alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu
prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen
eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial
zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht
auf die andere medizinische These abstellt (vgl. BGE 125 V 351 E.3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt,
in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a mit
Hinweis). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder
Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen).
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3. Die Beschwerdeführerin begann im Jahr 2007 an der Berufsfachschule
der B._ in X._ eine dreijährige Ausbildung zur Hotelfachfrau. Im
zweiten Lehrjahr verunfallte sie am 30. April 2009 im Rahmen des
Schulsportunterrichts. Dennoch konnte sie die Ausbildung im Frühjahr
2010 mit der Lehrabschlussprüfung abschliessen. Nach Abschluss der
Ausbildung scheiterten verschiedene Arbeitseinsätze als Gouvernante
und Serviceangestellte infolge permanenter Überforderung und zu
langsamem Arbeitstempo. Im August 2012 begann die
Beschwerdeführerin an der C._ Handels- und Kaderschule Y._
eine dreijährige Umschulung zur Kauffrau, wobei sie die Diplomprüfung
im Frühsommer 2013 nicht bestand. Seit Oktober 2013 arbeitet die
Beschwerdeführerin im Geschäft ihres Vaters in einem Teilzeitpensum
von 25 %. Daneben absolviert sie − ebenfalls seit Oktober 2013 − an
einem Tag pro Woche eine Ausbildung an der C._ Handels- und
Kaderschule Y._ mit dem Ziel eines Bürofachdiploms VSH (vgl.
SMAB-Gutachten vom 4. August 2014 [Akten der Beschwerdegegnerin
[Bg-act.] 134] S. 45; MZR-Gutachten vom 28. Oktober 2014 [Bg-act. 153]
S. 31).
4. a) Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit rügt die Beschwerdeführerin, dass
vorliegend mangels Nachvollziehbar-/Schlüssigkeit nicht auf die durch die
SMAB-Gutachter abgegebene Leistungsfähigkeitsbeurteilung abgestellt
werden könne. Diese hätten ihr in der Tätigkeit als Serviceangestellte und
in der heute im geschützten Rahmen ausgeübten Tätigkeit als
Allrounderin im Geschäft ihres Vaters eine 30%ige Arbeitsfähigkeit
beziehungsweise in der Tätigkeit als Hauswirtschafterin, Haushaltsleiterin
oder Gouvernante eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Die Tätigkeit als
Serviceangestellte sei angesichts des durch die SMAB-Gutachter
erstellten Leistungsfähigkeitsprofils als absolut ungeeignet zu
qualifizieren, zumal die Beschwerdeführerin bereits vier gescheiterte
Arbeitsversuche als Serviceangestellte hinter sich habe. Ebenso
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unverständlich sei die Einschätzung der SMAB-Gutachter, wonach sie
trotz ihrer multiplen Defizite als Hauswirtschafterin, Haushaltsleiterin oder
Gouvernante eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 50 % erzielen könne.
Laut Hotellerie-Experten von zwei Hotelfachschulen könne die
Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Defizite und des reduzierten
Leistungsfähigkeitsprofils in der klassischen Hotellerie weder als
Gouvernante/Hauswirtschafterin (Führungsperson) noch als
Zimmermädchen/Serviceangestellte (ausführende Funktion) arbeiten.
Möglich seien lediglich Tätigkeiten in einem geschützten Rahmen ohne
Druck und ohne Publikumsverkehr. Die SMAB-Gutachter seien von einem
Berufsbild der Hauswirtschafterin/Gouvernante ausgegangen, welches
nicht der Realität und den tatsächlichen Anforderungen entspreche. Die
Beschwerdegegnerin habe auf die beantragte Einholung eines SMAB-
Ergänzungsgutachtens zu den Einschätzungen der Hotellerie-Experten
und zu den Gutachterergänzungsfragen des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin verzichtet, obschon im SMAB-Gutachten eine
Diskrepanz zwischen den gestellten Diagnosen und dem
Leistungsfähigkeitsprofil einerseits und den Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen
anderseits bestehe. Gemäss MZR-Gutachten vom 28. Oktober 2014
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Hotelfachfrau
und Serviceangestellte beziehungsweise eine 50%ige Arbeitsfähigkeit auf
dem zweiten Arbeitsmarkt. Darauf sei abzustellen.
Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, dass die
Beschwerdeführerin nicht aufzeige, inwiefern die Beurteilung der MZR-
Gutachter betreffend der verwertbaren Restarbeitsfähigkeit
einleuchtender sein sollte als jene der SMAB-Gutachter. Beide Gutachten
würden den gleichen Gesundheitsschaden beschreiben und kämen zu
einer quantitativen Leistungsfähigkeit von 50 %. Die MZR-Gutachter
würden indes zu Unrecht von der Prämisse ausgehen, dass ein
wohlwollender Arbeitgeber mit dem sekundären Arbeitsmarkt
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gleichzusetzen sei, wohingegen die Gerichtspraxis eine psychisch bedingt
verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen
bisher nicht einmal als eigenständig abzugsfähigen Umstand anerkenne.
Demgegenüber kämen die MEDAS-Gutachter schlüssig und
nachvollziehbar zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin in einer
angepassten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei.
b) Das polydisziplinäre SMAB-Gutachten vom 4. August 2014 (Bg-act. 134)
stützt sich neben den von der Beschwerdegegnerin zur Verfügung
gestellten sowie den zusätzlich von den Gutachtern beigebrachten
Unterlagen insbesondere auf die persönlichen Befragungen und
klinischen Untersuchungen sowie die Beurteilungen in den Fachgebieten
Neurologie, Neuropsychologie, Rheumatologie, Innere Medizin und
Otoneurologie (Bg-act. 134 S. 1). Die polydisziplinäre Begutachtung
führte zu folgenden Diagnosen (vgl. Bg-act. 134 S. 29):
"1. Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) 1. Organisches Psychosyndrom und Frontalhirnschädigung nach schwerem
Schädel-Hirntrauma am 30.04.2009 mit leichten bis mittelschweren kognitiven Funktionsstörungen, verminderte psychophysische Belastbarkeit sowie Störung im Verhalten und in der emotionalen Wahrnehmung (ICD-10 F07.2)
2. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) 2. Anosmie nach Schädel-Hirntrauma am 30.04.2009 mit fronto-basalen
Parenchymdefekten 3. Chronischer Tinnitus links 4. Residuelle minimste Schallleitungsschwerhörigkeit links 5. Anamnestisch gelegentlich Kreuzschmerzen nach Überbelastung"
Diese durch die SMAB-Gutachter gestellten Diagnosen, welche im
Wesentlichen mit jenen des vom Unfallversicherer eingeholten
polydisziplinären MZR-Gutachtens vom 28. Oktober 2014
übereinstimmen (vgl. Bg-act. 153 S. 109), werden von der
Beschwerdeführerin explizit nicht in Frage gestellt (vgl. Replik der
Beschwerdeführerin vom 12. Mai 2015 S. 3). Ebenso wenig stellt die
Beschwerdeführerin das durch die SMAB-Gutachter im Rahmen der
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polydisziplinären Begutachtung erhobene Leistungsfähigkeitsprofil in
Frage (vgl. Replik der Beschwerdeführerin vom 12. Mai 2015 S. 4).
Dieses wird im SMAB-Gutachten wie folgt definiert (vgl. Bg-act. 134
S. 31 f.):
"Tätigkeiten ohne geistig-konzentrative Belastung mit Führung, Strukturierung und Begleitung von aussen, ohne Zeitdruck, mit Vermeidung von Überforderung (Pausen) sind möglich. Es sind Tätigkeiten ungeeignet, in denen schnelle Einstellung und Umstellung auf neue Situationen mit Anforderungen an kognitive Flexibilität und Ausdauer im Vordergrund steht. Äusserst ungeeignet sind Tätigkeiten im Publikumsverkehr, sowie wegen Aufmerksamkeitsschwierigkeiten, die Arbeit mit hohen Anforderungen im Multitasking-Bereich, Büroarbeiten (stressreiche Umgebung) sowie die Tätigkeiten mit Komplexität und Schnelligkeit sind sehr problematisch. Bezüglich des Gehörs sind ausser Arbeiten in lärmiger Umgebung alle akustischen Arbeiten zumutbar. Die von der [Beschwerdeführerin] angegebene Verständnisschwierigkeit bei Gesprächen mit mehreren Personen und lärmiger Umgebung, ist neuropsychologisch bedingt. Mit Sicherheit sind sämtliche Arbeiten, wo der Geruchssinn eine Rolle spielt, für die [Beschwerdeführerin] nicht geeignet und es besteht dort eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Dies vor allem in allen Berufen, bei denen abgeschmeckt werden muss (Gastronomie)."
Das SMAB-Gutachten vom 4. August 2014 und das MZR-Gutachten vom
28. Oktober 2014 stimmen hinsichtlich der Einschätzung der
beschwerdeführerischen Arbeitsfähigkeit insofern überein, als aus
rheumatologischer (vgl. Bg-act. 134 S. 88 und Bg-act. 153 S. 45) und
internistischer Sicht (vgl. Bg-act. 134 S. 55 und Bg-act. 153 S. 114) keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht beziehungsweise aus
otoneurologischer (HNO-)Sicht infolge der Anosmie (Störung
Geruchssinn) nur dort eine Arbeitsunfähigkeit besteht, wo der
Geruchssinn eine Rolle spielt (vgl. Bg-act. 134 S. 92 und Bg-act. 153
S. 115 f. und 148 f.). Unterschiede bestehen zwischen den beiden
Gutachten indes in neurologischer, neuropsychologischer und
psychiatrischer Hinsicht.
 Im SMAB-Gutachten wird hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit im polydisziplinären Konsens ausgeführt, dass in den bisherigen Tätigkeiten als Serviceangestellte und als Allrounderin im Büro von einer Arbeitsfähigkeit von maximal 30 % auszugehen sei. Gemäss der
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neurologischen Beurteilung entspreche die aktuelle  Situation zeitlich nicht einmal einer Ausbildung in einer geschützten Ausbildungsstätte, inhaltlich vermutlich am ehesten einem geschützten Arbeitsplatz. In der Tätigkeit als Hauswirtschafterin, Haushaltsleiterin oder Gouvernante in Kollektivhaushalten bestehe eine Gesamtarbeitsfähigkeit von 50 %. In einer leidensadaptierten Tätigkeit seien Tätigkeiten im Rahmen von sechs bis sieben Stunden pro Tag zumutbar. Aufgrund der Anforderungen an Komplexität und Schnelligkeit bestehe dabei eine verminderte Leistungsfähigkeit von 10 - 30 %. Insgesamt betrage die Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit 50 % (vgl. Bg-act. 134 S. 32).
Zu beachten gilt es, dass die Tätigkeit als Hauswirtschafterin,
Haushaltsleiterin oder Gouvernante im neuropsychologischen
Teilgutachten als adaptierte Tätigkeit beschrieben wird (vgl. Bg-act. 134
S. 80 f.). In der polydisziplinären Konsensbeurteilung ist die Zuordnung
nicht ganz klar (vgl. Bg-act. 134 S. 34 f.), doch ist wohl davon
auszugehen, dass die Tätigkeit als Hauswirtschafterin, Haushaltsleiterin
oder Gouvernante auch in der Konsensbeurteilung als adaptierte Tätigkeit
betrachtet wird. Zumindest entspricht die verbleibende
Restarbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 50 % (vgl. Bg-
act. 134 S. 32) der attestierten Gesamtarbeitsfähigkeit in der gelernten
Tätigkeit als Hauswirtschafterin, Haushaltsleiterin oder Gouvernante (vgl.
Bg-act. 134 S. 34).
 Im MZR-Gutachten wird hinsichtlich der spezifischen Auswirkungen der gesundheitlichen Störung auf die Funktionsfähigkeit und Arbeitsfähigkeit in zeitlicher und/oder qualitativer Hinsicht ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde aus  und rheumatologischer Sicht für sämtliche in Frage kommenden Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig sei. Aus neurologischer Sicht bestehe aufgrund der vermehrt notwendigen Pausen bei Kopfschmerzen eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Aus neuropsychologischer und psychiatrischer Sicht bestehe aufgrund der kognitiven Einschränkungen im Rahmen des organischen Psychosyndroms eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit auf dem zweiten Arbeitsmarkt. Das ermittelte Belastungsprofil gelte seit dem 1. Oktober 2013. Damals habe die Beschwerdeführerin die Arbeit im Betrieb des Vaters aufgenommen.
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Seither besuche sie einen Tag in der Woche die Schule, was dem attestierten 50%igen Pensum auf dem sekundären Arbeitsmarkt entspreche. Davor habe eine wechselnde Arbeitsfähigkeit bestanden. Da die Beschwerdeführerin in der ersten Zeit ihre Einschränkungen nicht habe wahrhaben wollen, habe sie in den ersten Jahren nach dem Unfall mehr gearbeitet, als sinnvoll gewesen wäre. Dies habe wiederholt zu Entlassungen und Arbeitsunterbrüchen geführt (vgl. . 153 S. 117 f.). In der angestammten Tätigkeit als Hotelfachfrau und im Service sei die Beschwerdeführerin seit dem 30. April 2009 zu 100 % arbeitsunfähig (vgl. Bg-act. 153 S. 118 und 123). In einer angepassten Tätigkeit bei einem wohlwollenden Arbeitgeber (sekundärer Arbeitsmarkt), ohne komplexe Aufgaben, mit der Möglichkeit, sich zurückzuziehen und zu vermehrten Pausen, ohne Übernahme von Verantwortung und Aufsicht, wenig direktem Kundenkontakt, ohne Multitasking, ohne Stresssituationen und ohne Akkordarbeit bestehe eine Restarbeitsfähigkeit von 50 %. Diesem Belastungsprofil entspreche die aktuelle 25%ige Tätigkeit im Büro des Vaters mit zusätzlichem Schulbesuch einmal pro Woche. Nach Abschluss der Weiterbildung und mit Unterstützung der Berufsberatung der Invalidenversicherung sollte anschliessend eine Steigerung auf 80 % (im zweiten Arbeitsmarkt) möglich sein. Ein Wechsel der jungen, motivierten Beschwerdeführerin in den ersten Arbeitsmarkt sei nicht ausgeschlossen. Eine Prognose sei jedoch schwierig, weshalb eine Verlaufsbegutachtung nach Abschluss der beruflichen Massnahmen empfohlen werde (vgl. Bg-act. 153 S. 118 f. und 123 f.).
c) Die Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in den
beiden Gutachten weichen − wie soeben dargestellt − voneinander ab.
Während der Beschwerdeführerin im SMAB-Gutachten in der
angestammten Tätigkeit als Serviceangestellte und als Allrounderin im
Büro des Geschäfts ihres Vaters eine 30%ige Arbeitsfähigkeit
beziehungsweise in einer adaptierten Tätigkeit eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit attestiert wird, erachten die MZR-Gutachter die
Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Hotelfachfrau und
im Service als 100 % arbeitsunfähig beziehungsweise in einer adaptierten
Tätigkeit im sekundären Arbeitsmarkt als 50 % arbeitsfähig.
Dementsprechend ist nachfolgend zu prüfen, auf welche Beurteilung der
beschwerdeführerischen Arbeitsfähigkeit vorliegend abzustellen ist.
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d) Die SMAB-Gutachter führen in ihrem polydisziplinären Gutachten auf die
Frage, welche konkreten Auswirkungen die Einschränkungen in der
körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit auf Funktionen und Partizi-
pation ausserhalb des Arbeitsprozesses, in der Familie und in der Freizeit
hätten aus, dass die Beschwerdeführerin ohne Führung von aussen
orientierungslos und entscheidungsunfähig sei beziehungsweise spontan
ohne Berücksichtigung sozialer Aspekte entscheide. Sie sei kaum in der
Lage, ihre eigenen Bedürfnisse und Gefühlszustände zu äussern. Sie
könne auch die in sozialen Beziehungen notwendige Empathie und
Perspektivenwechsel nicht erbringen oder konstant aufrechterhalten.
Diese Führung und Unterstützung benötige die Beschwerdeführerin auch
im sozialen und Freizeitbereich, in dem sie ebenfalls diffuse Vorstellungen
ohne konkrete Änderungs- und/oder Anpassungsfähigkeiten entwickelt
habe (Bg-act. 134 S. 38). Die SMAB-Gutachter erachten Tätigkeiten ohne
geistig-konzentrative Belastung und ohne Zeitdruck mit Führung,
Strukturierung und Begleitung von aussen sowie mit Vermeidung von
Überforderung als zumutbar. Ungeeignet seien demgegenüber
Tätigkeiten mit Publikumsverkehr, hohen Anforderungen im Multitasking
Bereich sowie in lärmiger Umgebung, Tätigkeiten wo der Geruchssinn
eine Rolle spiele, Tätigkeiten, bei denen eine schnelle Einstellung und
Umstellung auf neue Situationen mit Anforderungen an kognitive
Flexibilität und Ausdauer im Vordergrund stünden sowie Büroarbeiten in
stressreicher Umgebung (vgl. Bg-act. 134 S. 31 f.).
Die Hotellerie-Experten der Hotelfachschulen T._ und U._
führen in ihren Stellungnahmen vom 22. (Akten der Beschwerdeführerin
[Bf-act.] 9) beziehungsweise 25. September 2014 (Bf-act. 8) hinsichtlich
des Tätigkeitsbereiches einer Hauswirtschafterin/Gouvernante aus, dass
deren Pflichtenheft − je nach Betriebsgrösse − mehr oder weniger
Führungsaufgaben, das Schreiben von Arbeitsplänen, die Planung und
Organisation von Arbeiten, die Instruktion und Kontrolle von Mitarbeitern
- 19 -
sowie die Lösung von Problemen beinhalte. Eine
Hauswirtschafterin/Gouvernante trage eine grosse Verantwortung im
Bereich der Beherbergung, müsse sich durchsetzen können, schnell und
unter Zeitdruck Entscheidungen treffen und täglich neue Situationen
einschätzen und bewältigen. Die Anforderungen an Belastbarkeit,
Flexibilität und Leistungsbereitschaft seien sehr hoch. Eine
Hauswirtschafterin/Gouvernante stehe permanent im Spannungsfeld von
Gästewünschen, dem betriebswirtschaftlichen Druck und der
anspruchsvollen und schwierigen Führungsaufgabe.
Angesichts dieses von den Hotellerie-Experten der Hotelfachschulen
T._ und U._ beschriebenen Tätigkeitsprofils einer
Hauswirtschafterin/Gouvernante, welches im Übrigen mit der vom BIZ
Berufsinfo beschriebenen Tätigkeit einer Hotelfachfrau EFZ (abrufbar
unter http://www.berufsberatung.ch › Berufswahl › Berufe und
Ausbildungen › Berufsfelder › Gastgewerbe › Hotelfachmann/-frau EFZ
[zuletzt besucht am 8. März 2016]) grossmehrheitlich übereinstimmt,
erscheinen die von der Beschwerdeführerin geäusserten Zweifel an der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die SMAB-Gutachter als durchaus
begründet. Denn die von den SMAB-Gutachtern beschriebenen
Einschränkungen und Defizite der Beschwerdeführerin (vgl. das von den
SMAB-Gutachter erhobene Leistungsfähigkeitsprofil [Bg-act. 134 S. 31 f.
sowie vorstehend E.4b]) sind mit dem von den Hotellerie-Experten der
Hotelfachschulen definierten Tätigkeitsprofil einer
Hauswirtschafterin/Gouvernante in keiner Weise vereinbar. Vor diesem
Hintergrund sowie angesichts der neurologischen Defizite und deren
Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin erachtet
das streitberufene Gericht die Beurteilung der SMAB-Gutachter, wonach
in der Tätigkeit als Hauswirtschafterin, Haushaltsleiterin oder
Gouvernante eine Gesamtarbeitsfähigkeit von 50 % bestehe, als nicht
überzeugend, und zwar auch dann nicht, wenn diese Tätigkeit in einem
- 20 -
Kollektivhaushalt wie beispielsweise einem Alters- und Pflegeheim, einem
Wohn- und Erziehungsheim, einer Institution für Behinderte, etc. ausgeübt
würde. Bestärkt wird diese Schlussfolgerung durch die − gestützt auf das
von den SMAB-Gutachter erhobene Leistungsprofil abgegebene −
Einschätzungen der Hotellerie-Experten der Hotelfachschulen T._
und U._, wonach die Beschwerdeführerin weder als
Gouvernante/Hauswirtschafterin noch als
Zimmermädchen/Serviceangestellte, sondern lediglich in einem
geschützten Rahmen, arbeiten könne (vgl. Bf-act. 8 S. 2 und Bf-act. 9
S. 2). Und schliesslich wecken auch die infolge permanenter
Überforderung und zu langsamem Arbeitstempo allesamt gescheiterten
Arbeitseinsätze der Beschwerdeführerin als Gouvernante und
Serviceangestellte nach Abschluss ihrer Ausbildung im Frühjahr 2010
(vgl. vorstehend E.3 sowie SMAB-Gutachten vom 4. August 2014 [Bg-
act. 134] S. 45; MZR-Gutachten vom 28. Oktober 2014 [Bg-act. 153]
S. 31) erhebliche Zweifel an der Beurteilung der beschwerdeführerischen
Arbeitsfähigkeit durch die SMAB-Gutachter. Vor diesem Hintergrund
erscheint dem streitberufenen Gericht die Beurteilung der
beschwerdeführerischen Arbeitsfähigkeit durch die MZR-Gutachter,
wonach die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit im
sekundären Arbeitsmarkt 50 % arbeitsfähig sei, − zumindest aktuell − als
überzeugender. Wie gesehen erachten die MZR-Gutachter − nach
Absolvierung der Weiterbildung an der C._ Handels- und
Kaderschule Y._ mit dem Ziel eines Bürofachdiploms VSH und mit
Unterstützung der Berufsberatung der Invalidenversicherung − sowohl
eine Steigerung auf 80 % im zweiten Arbeitsmarkt als auch einen
Wechsel in den ersten Arbeitsmarkt als möglich (vgl. Bg-act. 153 S. 118 f.
und 123 f.). Dementsprechend ist nachfolgend mit den MZR-Gutachtern
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der
neurologischen Defizite aktuell auf dem zweiten Arbeitsmarkt 50 %
arbeitsfähig ist. Wie bereits die Beschwerdeführerin in ihrer Replik vom
- 21 -
12. Mai 2015 zu Recht ausgeführt hat ist es im Übrigen nicht gänzlich
ausgeschlossen, dass angesichts des von den SMAB-Gutachtern
erhobenen Leistungsfähigkeitsprofils (vgl. vorstehend E.4b) auch die
SMAB-Gutachter die Beschwerdeführerin lediglich auf dem zweiten
Arbeitsmarkt im Umfang von 50 % als arbeitsfähig beurteilen.
5. a) Die Beschwerdegegnerin hat das Invalideneinkommen von Fr. 21'901.90
auf der Basis der LSE 2010, Anforderungsniveau 4, weiblich,
Leistungsfähigkeit 50 %, indexiert sowie unter Berücksichtigung eines
Leidensabzugs von 20 % berechnet. Die Beschwerdeführerin
beanstandet diese Berechnungsweise indem sie ausführt, dass es nicht
angehe, bei der Berechnung des Invalideneinkommens auf die LSE-
Tabellenlöhne abzustellen, weil diese auf den Arbeitsstellen des ersten
Arbeitsmarktes basierten und die Beschwerdeführerin lediglich im zweiten
Arbeitsmarkt im Umfang von 50 % einsatzfähig sei. Abzustellen sei auf
das seit 1. Oktober 2013 im Geschäft ihres Vaters im geschützten
Rahmen als Allrounderin erzielte Einkommen von Fr. 11'100.-- pro Jahr.
Im Geschäft ihres Vaters erbringe sie bei einer Anwesenheit von 50 %
eine Arbeitsleistung von 25 %. Auf dieser Basis werde sie entlöhnt. Da sie
mit ihren neurologischen Defiziten eine Tätigkeit ausübe, welche auf ihre
Fähigkeiten und Schwächen abgestimmt sei, gelte sie als optimal
integriert im Sinne der Rechtsprechung, weshalb vorliegend nicht auf
einen hypothetischen LSE-Tabellenlohn des ersten Arbeitsmarktes
abzustellen sei.
Demgegenüber argumentiert die Beschwerdegegnerin, dass die
Beschwerdeführerin ihre verbliebene Restarbeitsfähigkeit als Allrounderin
im Geschäft ihres Vaters allenfalls aus medizinischer Sicht, nicht aber aus
erwerblicher Sicht, in zumutbarem Masse voll ausnutze. Sie erziele bloss
einen Jahreslohn von Fr. 11'100.--. Dieser liege deutlich unter dem
Erwerbseinkommen, welches die Beschwerdeführerin durch eine ihr
- 22 -
zumutbare Tätigkeit im privaten Sektor gemäss den LSE-Tabellenlöhnen
erzielen könnte. Die (hypothetische) Aufgabe der bisherigen Tätigkeit sei
ihr zumutbar. Sie sei 25-jährig und werde voraussichtlich noch während
39 Jahren erwerbstätig sein. Sodann könne sie in einer
behinderungsgeeigneten Tätigkeit bedeutend mehr verdienen als sie als
Allrounderin im Geschäft ihres Vaters verdiene. Dementsprechend habe
die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die LSE-Tabellenlöhne abgestellt.
b) Das Invalideneinkommen bezeichnet verkürzt das mit dem
invalidisierenden Gesundheitsschaden zumutbarerweise noch erzielbare
Erwerbseinkommen, welches im Rahmen von Art. 16 ATSG einzusetzen
und dem Valideneinkommen gegenüberzustellen ist. Für die Festsetzung
des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte
Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine
Erwerbstätigkeit aus, bei der − kumulativ − besonders stabile
Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr
verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und
erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen
und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte
Verdienst als Invalidenlohn (vgl. KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl.,
Bern/St. Gallen/Zürich 2015, Art. 16 Rz. 50). Ist kein solches tatsächlich
erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls
keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so
können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den
vom Bundesamt für Statistik (BFS) periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die DAP-Zahlen herangezogen
werden (BGE 129 V 472 E.4.2.1 mit weiteren Hinweisen;
MEYER/REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
- 23 -
Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 28a Rz. 76
ff.).
c) Dass bei einer verbleibenden Restarbeitsfähigkeit von 50 % auf dem
zweiten Arbeitsmarkt die LSE-Tabellenlöhne zur Ermittlung des
Invalideneinkommens nicht eins zu eins übernommen werden können,
liegt auf der Hand. Die Lohnstrukturerhebung wird vom BFS seit 1994 alle
zwei Jahre im Oktober mittels schriftlicher Direkterhebung bei
Unternehmen und Betrieben durchgeführt. Sie erlaubt eine regelmässige
Beschreibung der schweizerischen Lohnstruktur auf der Basis
repräsentativer Daten für sämtliche Wirtschaftszweige (mit Ausnahme der
Landwirtschaft und der privaten Haushalte). Neben
Branchenzugehörigkeit und Unternehmensgrösse werden dabei auch
personen- und arbeitsplatzbezogene Merkmale wie Ausbildung, berufliche
Stellung, Dienstjahre und, seit 2012, der ausgeübte Beruf im
Unternehmen erfasst. Für die LSE 2012 wurden Daten von 35'000
privaten und öffentlichen Unternehmen beziehungsweise Verwaltungen
mit insgesamt 1'700'000 Löhnen erhoben und ausgewertet (vgl. LSE 2012
S. 22; vgl. auch BGE 129 V 472 E.4.2.1). Weil die LSE-Tabellenlöhne
somit auf den Arbeitsstellen des ersten Arbeitsmarktes basieren, kann im
vorliegenden Fall bei der Ermittlung des Invalideneinkommens nicht eins
zu eins auf diese abgestellt werden, ist doch die Beschwerdeführerin −
wie gesehen − aktuell lediglich im zweiten Arbeitsmarkt zu 50 %
arbeitsfähig (vgl. vorstehend E.4d). Dies bedeutet indes nicht gleichzeitig,
dass unbesehen auf den von der Beschwerdeführerin im Geschäft ihres
Vaters im geschützten Rahmen als Allrounderin effektiv erzielten Lohn
von jährlich Fr. 11'100.-- abgestellt werden kann. Vielmehr kann − wie
vorstehend dargestellt (vgl. E.5b) − nur dann auf den tatsächlich erzielten
Verdienst abgestellt werden, wenn kumulativ besonders stabile
Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass die
verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft wird.
- 24 -
Zudem wird verlangt, dass das Einkommen aus der Arbeitsleistung als
angemessen und nicht als Soziallohn erscheint. Vorliegend gilt es zu
berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin seit Oktober 2013 − neben
der ebenfalls seit Oktober 2013 ausgeübten Erwerbstätigkeit als
Allrounderin im Geschäft ihres Vaters − an einem Tag pro Woche eine
Ausbildung an der C._ Handels- und Kaderschule Y._ mit dem
Ziel eines Bürofachdiploms VSH absolviert (vgl. vorstehend E.3). Diese
Ausbildung dürfte − neben einem Unterrichtstag pro Woche − zusätzlich
auch eine gewisse Zeit für Hausaufgaben beanspruchen. Sodann beträgt
das Arbeitspensum der Beschwerdeführerin im Geschäft ihres Vaters
gemäss Arbeitsvertrag vom 23. September 2013 (Bf-act. 21) 25 %
beziehungsweise 10.25 Stunden pro Woche. Für die Erledigung dieses
Arbeitspensums stehen der Beschwerdeführerin vier Vormittage
(Dienstag bis Freitag) zur Verfügung, wobei gemäss Wortlaut des
Arbeitsvertrags vom 23. September 2013 ("wobei jeweils der ganze
Vormittag von Dienstag bis Freitag zur Verfügung steht"; vgl. Bf-act. 21
S. 3) davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeit
innerhalb der vier zur Verfügung stehenden Vormittage selber einteilen
kann. Unter Berücksichtigung sowohl der 25%igen Erwerbstätigkeit der
Beschwerdeführerin im Geschäft ihres Vaters als auch der
berufsbegleitenden Ausbildung, welche − wie gesehen − mindestens
einen Arbeitstag pro Woche beansprucht, ist es angebracht, für die
Ermittlung des Invalideneinkommens den effektiv von der
Beschwerdeführerin für ihre 25%ige Erwerbstätigkeit erzielten Lohn von
Fr. 11'100.-- pro Jahr zu verdoppeln, woraus ein massgebendes
Invalideneinkommen von Fr. 22'200.-- resultiert. Denn statt dem
wöchentlichen Besuch der berufsbegleitenden Ausbildung könnte die
Beschwerdeführerin mindestens einen zusätzlichen Tag pro Woche im
Geschäft ihres Vater arbeiten, was rund eine Verdopplung ihres effektiv
erzielten Lohns mit sich brächte. Dieses Ergebnis steht einerseits im
Einklang mit der Einschätzung der beschwerdeführerischen
- 25 -
Arbeitsfähigkeit durch die MZR-Gutachter, wonach die
Beschwerdeführerin in einer Verweistätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei
beziehungsweise die aktuelle 25%ige Erwerbstätigkeit mit zusätzlichem
Schulbesuch einmal pro Woche ihrem Belastungsprofil entspreche.
Anderseits entspricht das auf diese Weise ermittelte Invalideneinkommen
in etwa auch dem von der Beschwerdegegnerin auf Basis der LSE 2010 −
sowie unter Berücksichtigung eines 20%igen Leidensabzugs −
festgelegten Invalideneinkommen von Fr. 21'901.90. Ein Berufswechsel
und die damit verbundene Aufgabe der bisherigen Tätigkeit als
Allrounderin im Geschäft des Vaters erachtet das streitberufene Gericht −
zumindest im vorliegend relevanten Zeitpunkt der angefochtenen
Verfügung − angesichts des von den SMAB-Gutachtern erhobenen
Leistungsfähigkeitsprofils sowie auch der gutachterlichen Beurteilung
durch die MZR-Gutachter (vgl. vorstehend E.4b), entgegen der
Auffassung der Beschwerdegegnerin, als nicht zumutbar.
6. a) Zur Ermittlung des Valideneinkommens von Fr. 54'704.-- hat die
Beschwerdegegnerin vorliegend auf die Mindestlöhne des
Gesamtarbeitsvertrags im Schweizerischen Gastgewerbe (L-GAV,
abrufbar unter
www.l-gav.ch [zuletzt besucht am 8. März 2016]), Stand 1. Januar 2014,
abgestellt. Dies wird von der Beschwerdeführerin bemängelt. Zu ermitteln
sei vielmehr, welchen Lohn die Beschwerdeführerin als Gesunde ohne
Eintritt des versicherten Ereignisses im Zeitpunkt der Verrentung als 25-
jährige mit ihrer Erfahrung in einem der Ausbildung und Erfahrung
adäquaten Beruf erzielen würde. Sie wäre im Jahr 2015 mit ihrer
Ausbildung und vier Jahren Berufserfahrung nicht mehr als
Hotelfachassistentin, sondern als 1. Gouvernante tätig. In dieser Funktion
würde sie einen Bruttolohn zwischen Fr. 58'500.-- und Fr. 61'100.--
erzielen. Die um vier Jahre ältere Schwester der Beschwerdeführerin
habe im Alter von 24 Jahren als 1. Gouvernante einen Bruttojahreslohn
- 26 -
von Fr. 60'365.25 erzielt. Gleiches müsse für die Beschwerdeführerin
gelten.
Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, dass die Frage, ob das
Valideneinkommen für das hier massgebende Jahr 2014 Fr. 54'704.--
oder Fr. 60'365.-- betrage, offen gelassen werden könne, da die
Beschwerdeführerin so oder so Anspruch auf eine Dreiviertelsrente habe.
b) Gemäss Art. 28a Abs. 1 i.V.m. Art. 16 ATSG richtet sich das
Valideneinkommen danach, was eine versicherte Person erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre. Bei der Ermittlung des
hypothetischen Valideneinkommens ist entscheidend, was die
Beschwerdeführerin im massgeblichen Zeitpunkt nach dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen
würde und nicht, was sie als Gesunde bestenfalls verdienen könnte. Die
Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. In der
Regel wird dabei beim zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der
realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es
empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 129 V 222 E.4.3.1;
MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 28a Rz. 49). Ausnahmen von der
grundsätzlichen Massgeblichkeit des Vorinvaliditätseinkommens für das
Valideneinkommen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt
sein (MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 28a Rz. 52 mit Hinweis auf BGE 134
V 322 E.4.1). Grundsätzlich ist das durchschnittliche Lohnniveau in der
betreffenden Branche und in der konkreten beruflichen Situation
massgebend. Ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen,
dass die bisherige Anstellung weitergeführt worden wäre, ist
gegebenenfalls auf die GAV-Lohnentwicklung abzustellen
(MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 28a Rz. 54). Da die
Invaliditätsbemessung der voraussichtlich bleibenden oder längere Zeit
- 27 -
dauernden Erwerbsunfähigkeit zu entsprechen hat (vgl. Art. 8 Abs. 1
ATSG), ist bei der Bestimmung des Valideneinkommens auch die
berufliche Weiterentwicklung mitzuberücksichtigen, die eine versicherte
Person normalerweise vollzogen hätte. Allerdings müssen konkrete
Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person einen
beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen
tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
Absichtserklärungen genügen dazu nicht. Vielmehr muss die Absicht,
beruflich weiterzukommen, bereits durch konkrete Schritte wie
Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums usw. kundgetan worden sein
(MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 28a Rz. 63 f. mit weiteren Hinweisen).
c) Vorliegend ist ein Abstellen auf die Mindestlöhne des L-GAV 2014
grundsätzlich nicht problematisch (vgl. Urteil des Bundesgerichtes
8C_71/2014 E.4.1). Während der monatliche Lohn für Mitarbeiter im
Gastgewerbe mit einer beruflichen Grundbildung (= Lehre Hotelfachfrau)
gemäss Art. 10 Abs. 1 Ziff. III lit. b L-GAV Fr. 4'208.-- beträgt, verdienen
Angestellte mit einer Berufsprüfung nach Art. 27 lit. a des
Bundesgesetzes über die Berufsbildung (BBG; SR 412.10) gemäss
Art. 10 Abs. 1 Ziff. IV L-GAV Fr. 4'810.--. Fraglich ist vorliegend einzig, ob
die Beschwerdeführerin als Gesunde nach Abschluss der dreijährigen
Ausbildung zur Hotelfachfrau im Frühjahr 2010 zusätzlich bereits die
Berufsprüfung nach Art. 27 lit. a BBG absolviert hätte. Wäre diese Frage
zu bejahen, betrüge das Valideneinkommen gemäss Art. 10 Abs. 1 Ziff. IV
L-GAV Fr. 62'530.-- (= 13 x Fr. 4'810.--), während das Valideneinkommen
ohne Absolvierung der erwähnten Berufsprüfung gemäss Art. 10 Abs. 1
Ziff. III lit. b L-GAV Fr. 54'704.-- (= 13 x Fr. 4'208.--) betrüge. Die Frage
kann hier letztlich aber offen gelassen werden, da der Invaliditätsgrad
selbst unter Berücksichtigung eines Valideneinkommens von Fr. 62'530.--
unter 70 % bliebe. Aus der Gegenüberstellung eines Valideneinkommens
2014 von Fr 62'530.-- und eines Invalideneinkommens von Fr. 22'200.--
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würde nämlich ein Minderverdienst von Fr. 40'330.-- resultieren, was
einem Invaliditätsgrad von 65 % entsprechen würde. Folglich hätte die
Beschwerdeführerin selbst unter Berücksichtigung eines
Valideneinkommens von Fr. 62'530.-- keinen Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente.
7. a) Nach dem vorstehend Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung
vom 17. März 2015 als rechtens, was zur vollumfänglichen Bestätigung
derselben und zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
b) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren − in
Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG − bei Streitigkeiten um die Bewilligung
oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr. 200.-- bis 1'000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs dieses
Verfahrens sind die Gerichtskosten von Fr. 700.-- der unterliegenden
Beschwerdeführerin zu überbinden (Art. 73 Abs. 1 VRG). Eine
aussergerichtliche Entschädigung steht der obsiegenden
Beschwerdegegnerin nicht zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).
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