Decision ID: 958ee79b-7636-429a-b801-68b355773a36
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 196
7
, war vom
1.
Juli 1990 bis im Februar 2001 als Mitar
beiter Warenlogistik bei der
Y._
tätig (Urk. 11/1/4, Urk. 11/10/1)
.
Am
1
3.
Mai 2002
meldete er sich
unter Hinweis auf eine Herzrhythmusstörung, Angst sowie psychosomatische Schmerzen
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Bezug einer Rente an (
Urk.
11/1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm ausge
hend von einem Invaliditätsgrad von
70
%
mit Verfügung vom
3
.
November 2004
mit Wirkung ab
1.
Februar 2002
eine
ganze Invalidenrente zu (
Urk.
11/28
). Dies insbesondere gestützt auf das
psychiatrisch
e Gutachten
von
Dr.
med
.
Z._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
vom
3
0.
Juli 2004
(
Urk.
11/23
), in welchem eine
Somatisierungsstörung
(ICD-10: F45.
0
) diagnostiziert wurde
(
Urk.
11/23/4
).
1.2
Nach Einholung des Revisionsfragebogens (
Urk.
11/30), eines Auszugs aus dem individuellen Konto des Versicherten (IK-Auszug, Urk. 11/31) sowie des Berich
tes von
Dr.
med.
A._
,
Neurologie / EEG
(
Urk.
11/33
), bestätigte die IV-Stelle die bisherige ganze Rente bei unverändertem Invaliditätsgrad mit Mitteilung vom
3.
Dezember 2008
(
Urk.
11/35
).
1.3
Anlässlich eines im Novembe
r 2012 eingeleiteten Rev
isionsverfahrens (Urk.
11/37
ff.) holte die
IV-Stelle bei
Dr.
A._
den Bericht
vom
4.
Januar 2013 (Urk. 11/37)
sowie
den Bericht
vom März 2013
inklusive Austrittsbericht des
B._
vom 2
6.
Februar 2013
(Urk. 11/42)
und
einen IK-Aus
zug
(
Urk.
11/39
)
ein. Hernach erfolgte
n
eine Stellungnahme des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD;
Urk. 11/46/3)
sowie ein Informationsgespräch mit dem Versicherten (Urk. 11/46/6). Daraufhin stellte
die IV-Stelle dem Versicher
ten mit Vorbescheid vom 1
9.
September 2013 die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht (Urk. 11/48).
Unter Einreichung der Berichte von
Dr.
A._
vom 1
7.
September 2013 samt Beilagen (Urk. 11/44-45
, Urk. 11/50
,
Urk. 11/52) erhob der Versicherte hiergegen Einwand.
Nach Einholung weiterer RAD-Stel
lungnahmen (Urk. 11/54/3-4) hob die IV-Stelle
die Rente
gestützt auf die Schlussbestimmung a. der Änderung des
Bundesgesetzes über die Invalidenver
sicherung (IVG)
vom 1
8.
März 2011 auf (Verfügung vom
2
2.
April 2014
,
Urk.
11/55
=
Urk.
2
).
2.
Dagegen erhob
X._
am
2
3.
Mai 2014
Beschwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung
und die Weiterausrichtung der Rente (Urk. 1)
.
Am 2
7.
Mai 2014 reichte die IV-Stelle
die nach der
Beschwerdeerhe
bung
bei ihr eingegangene
n
Unterlagen ein (Urk. 7 und Urk. 8/1-4).
Mit
Be
schwerdeantwort
vom
2
3.
Juni 2014
beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10
). Mit Replik vom
2
7.
August 2014
hielt der Beschwerde
führer an
seinem Antrag fest. Eventualiter beantragte er, es sei ein unabhängi
ges polydisziplinäres gerichtliches Gutachten in den Disziplinen der Neurologie, Psychiatrie und Rheumatologie zu seinem aktuellen Gesundheitszustand einzu
holen, um gestützt darauf einen Leistungsentscheid zu fällen. Des Weiteren ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie der unent
geltlichen Rechtsvertretung (Urk. 14 S. 2).
Als Beilage
reichte er einen weiteren Arztbericht ein (Urk. 15/2).
Die Beschwerdegegnerin hielt in
d
er Duplik vom 2
6.
September 2014 ebenfalls an ihrem Standpunkt fest (
Urk.
19).
Mit Gerichtsverfügung vom 2
8.
Oktober
2014
wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung gewährt und es wurde ihm Rechtsanwalt David Husmann, Zürich, als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt. Gleichzeitig wurde dem Beschwerdeführer die Duplik zur Kenntnis gebracht (Urk. 23).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Gemäss Schlussbestimmung a. der Änderung des IVG vom 1
8.
März 2011 wer
den Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Be
schwerdebildern
ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die anspruchsbegründenden Voraussetzungen nach
Art.
7 ATSG nicht erfüllt, so
wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind.
Das Bundesgericht erachtete es aus Gründen der Rechtsgleichheit als geboten, sämtliche
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage den gleichen Anforderungen zu unterstellen, und hat in der Folge die im Bereich der anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörungen entwickelte „Schmerz-Rechtsprechung“ bei verschiedenen verwandten Diagnosen, so bei der Würdigung des invalidisierenden Charakters von
Fibromyalgie
,
Chronic
Fatigue
Syndrome oder Neurasthenie, dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen, der dissoziativen Bewegungsstörung sowie einer spezifischen HWS-Verletzung ohne organisch nachweisbare
Funkti
onsausfälle
(HWS- oder Schleudertrauma), der nichtorganischen
Hypersomnie
und der leichten Persönlichkeitsveränderung bei chronischem Schmerzsyndrom zur Anwendung gebracht (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3 unter Hinweis auf die je
weiligen Fundstellen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, bei den Diagnosen, welche zur
Rentenzusprache
geführt hätten, handle es sich um
ein
ätiologisch-
pathogenetisch
unklare
s
syndromale
s
Zu
standsbild
ohne nachweisbare organische Grundlage
(
Päusbonog
)
.
Solche Zustandsbilder
seien mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar. Dah
er hob sie die bisher zu Recht ausgerichtet
e Rente gestützt auf die
Schluss
bestimmung
der Änderung des IVG vom 1
8.
März 2011 auf (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte hiergegen vor,
im Revisionszeitpunkt
habe
nicht ausschliesslich
ein
Päusbonog
vorgelegen, weshalb eine Rentenaufhebung ge
stützt auf die Schlussbestimmungen nicht zulässig sei (Urk. 1 S. 3-5). Zusätzlich bestehe
insbesondere
eine Epilepsie, welche zu Vergesslichkeit geführt habe (Urk. 1 S. 4-5).
Ferner sei anlässlich der Rentenrevision im Jahr 2008 eine an
dauernde schleichende depressive Störung mit ängstlichen Verstimmungen und paranoider Fehlhaltung zu Tage getreten. Die Verneinung einer psychischen Krankheit sowie einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere und Dauer könne daher nicht ohne
Weiteres
erfolgen
;
s
chon gar nicht gestützt auf die lediglich auf den Akten basierende Stellungnahme eines Neurologen des
RAD
(
Urk.
1 S. 5-6)
.
3.
3.1
Bei der
Zuspre
ch
ung
der
ganzen
Rente stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das
p
sychiatrische Gutachten von Dr.
Z._
vom 30. Juli 2004 (
Urk.
11/23). Darin
wurde
eine
Somatisierungsstörung
(ICD-10: F45.0) diagnostiziert
(
Urk.
11/23/4).
Dr.
Z._
führte aus, dem Beschwerdeführer seien Sitzen und Ste
hen nur bis zu einer halben Stunde zumutbar. Daneben seien Konzentration, Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit eingeschränkt. Ferne
r
wirkten sich die starke gedankliche Fixierung auf die körperlichen Probleme, die ausgeprägte Selbstbeobachtung, die Verstärkung der Beschwerden bei schon alltäglichen Konflikt- und Spannungssituationen und die daraus resultierende ängstliche Vermeidungshaltung beeinträchtigend auf die Arbeitsfähigkeit aus. Die verwert
bare Restarbeitsfähigkeit schätze er auf nicht mehr als 30 Prozent (Urk. 11/23/4-5).
3.2
Bestätigt wurde die ganze Rente
g
estützt auf den Bericht von Dr.
A._
vom
1
2.
November 2008
(
Urk.
11/33
).
Dr.
A._
beschrieb
den Zustand des Beschwerdeführers seit der letzten Berichterstattung als schwankend
, jedoch
insgesamt
stationär
.
Der Beschwerdeführer
sei fast ständig müde und
antriebs
arm
, habe Schmerzen in den Gelenken, ein Kältegefühl in den Beinen und sei ständig ängstlich,
nervös und reizbar. Des Weiteren sei er im Januar 2006 plötzlich bewusstlos geworden (11/33/3
-4
).
Dr.
A._
nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mässige depressive Störung mit ängstlichen Verstimmungen und paranoider Fehlhaltung, eine
Somatisierungs
störung
mit reichlicher vegetativer Symptomatik sowie ungeklärte Bewusst
seinsstörungen. Die Arbeitsu
nfähigkeit betrage weiterhin 70
% (Urk. 11/33/2).
3.3
Die
ursprüngliche
Rentenzusprache
erfolgte somit wegen der
Somatisierungs
störung
, welche ein
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
s
syndromale
s
Be
schwerdebild
ohne nachweisbare organische Grundlage
im Sinne von
lit
. a
Abs.
1 der Schlussbestimmungen
der
6.
IV-Revision
darstellt
. Infolgedessen hat die Beschwe
rdegegnerin die laufende Rente
grundsätzlich
zu Recht unter dem Titel der Schlussbestimmung a. der Änderung des IVG vom 1
8.
März 2011 einer Neubeurteilung unterzogen.
4.
4.1
Bei der Überprüfung und Neubeurteilung von laufenden Renten, welche gestützt auf eine in der Schlussbestimmung a. der Änderung des IVG vom 1
8.
März 2011 genannte Diagnose gesprochen wurden, stellen sich die gleichen Fragen, wie wenn ein erstmaliges Leistungsgesuch zu beurteilen ist. Es geht somit da
rum, aus heutiger Sicht zu beurteilen, ob die Voraussetzungen für einen
Ren
tenbezug
im Zeitpunkt der Überprüfung - und nicht im Zeitpunkt der erstmali
gen
Rentenzusprache
- gegeben sind, was insbesondere eine vollständige Abklärung des medizinischen Sachverhalts erfordert (Urteil des Bundesgerichts 9C_519/2013 vom 2
6.
Februar 2014, E. 2)
.
Für die Herabsetzung oder Aufhebung der Rente ist es erforderlich, dass auch im Revision
s
zeitpunkt ein unklares Beschwerde
bild vorliegt.
Zu klären ist daher
, ob sich der Gesundheitszustand seit der
Rentenzusprache
allenfalls verschlech
tert hat und ob neben den nicht objektivierbaren Störungen anhand klinischer psychiatrischer Untersuchungen nunmehr nicht klar eine Diagnose gestellt wer
den kann. Weiter ist zu prüfen, ob die "Foerster-Kriterien" als erfüllt zu betrachten sind und eine
Validitätseinbusse
auf diese Weise - trotz des hin
sichtlich der invalidisierenden Folgen nicht objektivierbaren Beschwerdebildes - nachweisbar ist. Da es sich bei den erwähnten Punkten, von deren Beantwor
tung der Bestand laufender Renten abhängt, in erster Linie um solche medizi
nischer Art handelt, sind an die entsprechenden Abklärungen besonders hohe Anforderungen zu stellen. Namentlich muss verlangt werden, dass die Untersu
chungen im Zeitpunkt der Revision aktuell sind und sich mit der massgeblichen Fragestellung auseinandersetzen. Soweit die versicherte Person sich - auch mit Bezug auf die Chancen, welche die Wiedereingliederungsmassnahmen bieten - der Beurteilung durch die Verwaltung und deren
RAD
nicht anschliessen kann, dürfte sich in der Regel eine neue, polydisziplinäre Begutachtung als unum
gänglich erweisen (BGE 139 V 547 E. 10.1.2, 10.1.3 und 10.2).
4.2
4.2.1
Im Rahmen der im Januar 201
3
eingeleiteten Rentenrevi
sion berichtete Dr.
A._
am
4.
Januar 2013
, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
bestünden eine chronische Depression, eine
somatoforme
und vegetative Symptomatik mit Angst
,
ausgeprägte hypochondrische Züge
, eine
Fettleberer
krankung
bei
Cholezystolithiasis
sowie Hepatitis A. Es sei fraglich, ob der Beschwerdeführer im Stande sein werde, einer regelmässigen Tätigkeit nachzu
gehen
(Urk. 11/37).
Am
1.
r
espektive
1
5.
März 2013 fügte
Dr.
A._
an,
der Gesundheitszu
stand sei im Vergleich zum Dezember 2008 stationär. Die somatischen Diagno
sen hätten sich etwas verändert. Der psychische Zustand habe sich wegen der somatischen Erkrankung etwas verschlechtert. Die Arbeitsfähigkeit habe sich indes nicht verändert (Urk. 11/42/1).
Weiter führte er aus, der Beschwerdeführer fühle sich immer unwohl und gebe Schmerzen „überall“ an. Er könne die Arme kaum heben und das Bewegen der Finger tue i
hm
weh. Objektiv sei indes weni
ger festzustellen. Psychisch zeige sich der Beschwerdeführer unsicher und ängstlich
. Er habe glaubhaft angegeben, nicht in der Lage zu sein, seine Ange
legenheiten
selber zu planen und auszuführen.
Die
persönlichen Aktivitäten
des Beschwerdeführers
seien ihm nicht ausreichend bekannt. Er denke aber, dass der Beschwerdeführer soziale Beziehungen, speziell zu Verwandten sowie zu Landsleuten, aufrechterhalten könne. Einzig seine Selbstbehauptungsfähigkeit sei eingeschränkt, weil er sich geschlagen und krank fühle
. Er könne das Haus alleine verlassen, tue dies jedoch bevorzugt zusammen mit seiner Ehefrau
. Seine Ängste schränkten sein Leben einigermassen ein. Der Beschwerdeführer habe keine Ausbildung und könne keine schweren Arbeiten verrichten. Eventuell bleibe die Möglichkeit, in einem kleinen Betrieb oder Garten etwas tun zu kön
nen
(Urk. 11/42/5
-6).
Am 1
7.
September 2013 berichtete
Dr.
A._
unter Beilage diverser EEG-Befunde
(Urk. 11/45/1-9), diese
würden
pathologische Befunde aufw
ei
sen.
Beim Beschwerdeführer sei eine Epilepsie zu vermuten. Kardiologische Untersuchun
gen hätten die geklagten Herzbeschwerden objektiviert. Auch die geklagten Nacken- und Kopfschmerzen hätten sich durch eine MRT-Untersuchung der Halswirbelsäule (Urk. 11/45/10-11) objektivieren lassen (Urk. 11/44/1-2).
4.2.2
I
m Austrittsbericht des
B._
vom 2
6.
Februar 2013 ist zu
les
en, der Beschwerdeführer
sei
wegen einer symptomatischen
Cholezystolithiasis
operiert worden. Der intra- und postoperative Verlauf habe sich komplikations
los gestaltet (Urk. 11/42/7).
4.2.3
Am
1
6.
Juli 201
3
nahm
der RAD-Arzt med.
pract
.
C._
,
Facharzt für Neurologie,
gestützt auf die Akten Stellung.
Er
gelangte zum Schluss, weder eine psychische Erkrankung noch ein adäquates Behandlungskonzept seien aus
gewiesen. Die operierte
Cholezystolithiasis
impliziere keine andauernde Arbeits
unfähigkeit. Zudem sprächen die weiteren Angaben von
Dr.
A._
für eine Arbeitsfähigkeit in einfacher Hilfstätigkeit, welche nicht durch Krankheit, son
dern durch niedriges Bildungsniveau limitiert sei. Somit könne aktuell kein Gesundheitsschaden festgestellt werden (Urk. 11/46/3).
4.2.4
In der Folge gab
Dr.
A._
unter Hinweis auf eine bildgebende neurolo
gische Untersuchung (MRI
Neurocranium
) im Zentrum für medizinische Radio
lo
gie vom 2
5.
September 2013 (vgl.
Urk.
11/52/2) an, das Vorliegen einer Epilep
sie sei nunmehr fast bewiesen. Es habe sich
auch
herausgestellt, der Be
schwerdeführer habe bereits früher epileptische Anfälle gehabt. Ein erster Grand mal-Anfall sei 1987 aufgetreten, weitere 1990 und 1997 (Urk. 11/52/1) und 2006 (Urk. 11/52/2).
4.2.5
Am
2.
April 2014 hielt der RAD-Arzt fest, bei der Epilepsie handle es sich nicht um ein
Päusbonog
(Urk. 11/54/3).
Am 1
5.
April 2014 fügte er ergänzend an, e
s bestünden zwar Hinweise auf eine Epilepsie, jedoch liege keine gesicherte neu
rologische Diagnose vor. Sofern eine behandlungspflichtige Epilepsie vorliege, könne mittels Behandlung im günstigsten Fall eine Anfallsfreiheit erreicht wer
den. Aufgrund der Seltenheit der Anfälle resultiere indes ohnehin keine andau
ernde Einschränkung der beruflichen Leistungsfähigkeit.
Patienten mit Epilepsie dürften allerdings keine gefährlichen Tätigkeiten ausüben wie beispielsweise KFZ-Fahren, Besteigen von Leitern und Arbeiten an gefährlichen Maschinen.
Gestützt auf die Akten hielt er zudem fest, eine erhebliche psychiatrische Mor
bidität sei nicht erkennbar. Dass pathologische Hirnaktivität
en
bei neurotischen Beschwerden eine Rolle spielten, sei weder wissenschaftlich belegt noch durch Einzelfallstudien untermauerbar (Urk. 11/54/4).
4.2.6
Am 1
6.
Mai 2014 berichtete
Dr.
A._
wiederum unter Beilage der Berichte über die EEG-Untersuchungen (Urk. 11/57), er sei überzeugt, dass der Beschwer
deführer an einer symptomatisch-partiellen
Oligo
e
pilepsie
leide. Er habe dem Beschwerdeführer nun ein
Antiepileptikum
verordnet (Urk. 11/56).
Mit Bericht vom
8.
Juli 2014 hielt
Dr.
A._
erneut die Diagnose einer symptomati
schen
Oligoepilepsie
fest
, welche möglicherweise auf eine leichte perinatale oder frühkindliche Schädigung des Gehirns zurückzuführen sei. Weiter
gab
er
an, daneben bestehe ein leichtes bis mässiges psychoorganisches Syndrom. Eine Arbeitsfähigkeit sah er im Umfang von 50
%
für eine leichte Tätigkeit gegeben (Urk. 15/2 S. 2).
4.3
4.3.1
Im Gegensatz zum Standpunkt der Beschwerdegegnerin, der Überwindbarkeit der vorhandenen
Somatisierungsstörung
stehe weder eine psychische
Komorbi
dität
noch eine chronische körperliche Begleiterkrankung entgegen (vgl.
Urk.
2 S. 1 f.), macht der Beschwerdeführer geltend, im Zeitpunkt der
Rentenauf
hebung
habe er nicht nur an einem unklaren Beschwerdebild gelitten, sondern an einer Epilepsie und an einer Depression (Urk. 14 S. 4 ff.).
4.3.2
Eine psychische Störung mit Krankheitswert wurde abgesehen von der
Somati
sierungsstörung
nicht fachärztlich diagnostiziert. In den Akten sind indes Hin
weise auf eine psychische Störung zu finden. So nannte
Dr.
Z._
nach der Begutachtung Ende 2003
ängstlich-depressive Symptome und erachtete die Arbeitsfähigkeit als durch eine Verminderung von Konzentration, Anpassungs
fähigkeit und Belastbarkeit sowie wegen einer ängstlichen Vermeidungshaltung beeinträchtigt (Urk. 11/23/4-5).
Dr.
A._
beschrieb eine Antriebsarmut und diagnostizierte nebst der
Soma
tisierungsstörung
eine mässige depressive Störung mit ängstlichen Verstim
mungen und paranoider Fehlhaltung (Urk. 11/33/2-3).
Später, im Januar 2013, diagnostizierte er eine chronische Depression, eine
somatoforme
und vegetative Symptomatik mit Angst und ausgeprägte hypochondrische Züge (Urk. 11/37). Am 1
5.
März 2013 gab er an, der psychische Zustand des Beschwerdeführers habe sich seit der letzten Rentenüberprüfung verschlechtert (Urk. 1
1/42/1). Insbesondere hielt Dr.
A._
die Ängste des Beschwerde
führers für einschränkend (Urk. 11/42/6). Am 1
7.
September 2013 erwähnte er zudem eine paranoid-
anankastische
Persönlichkeitsstörung (Urk. 11/44/2)
und am
8.
Juli 2014 ein psychoorganisches Syndrom (Urk. 15/2 S. 2)
.
Trotz dieser Hinweise
auf eine allfällige neben der
Somatisierungsstörung
beste
hende psychische Krankheit
tätigte die Beschwerdegegnerin i
n psychiatrischer Hinsicht
bislang
keine
fachärztliche
n
Abklärungen
.
Eine fachärztliche Stel
lungnahme zur Frage, ob die Beschwerden
des Beschwerdeführers
überwindbar seien, liegt nicht vor.
Somit geben die vorhandenen medizinischen Berichte
in psychiatrischer Hinsicht
nicht umfassend und mit dem Fokus auf die Fragestel
lung, welche die
6.
IV-Revision mit sich bringt, Auskunft über den Gesund
heitszustand im Zeitpunkt der rentenaufhebenden Verfügung.
Entsprechend ist der Beschwerdeführer psychiatrisch zu begutachten.
4.3.3
Ferner kommt auch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht in Frage, insbesondere im Zusammenhang mit der von
Dr.
A._
diagnostizierten, aber fachärztlich noch nicht im Detail abgeklärten Epilepsie. Diesbezüglich sind weitere Abklärungen angezeigt. Angezeigt sind des Weiteren Abklärungen im Zusammenhang mit der von
Dr.
A._
erwähnten kardio
logischen Problematik. Bereits 2001 musste der Beschwerdeführer im Zusam
menhang mit Herzproblemen operativ behandelt werden (vgl. Urk. 11/7/2). Zu klären ist ferner der Einfluss der festgestellten degenerativen Veränderungen an der Halswirbelsäule auf die körperliche Belastbarkeit.
4.3.4
Zusammenfassend ist offen, ob der Beschwerdeführer nach wie vor ausschliess
lich unter den Folgen eines
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Beschwerde
bildes
leidet, dessen Folgen
zumutbarerweise
überwindbar sind, oder ob inzwi
schen nicht vielmehr davon losgelöste eigenständige somatische und psychische Komponenten hinzugetreten sind, denen gegebenenfalls ein leistungsrelevanter Einfluss beigemessen werden muss. Zur Klärung dieser noch offenen und von der Beschwerdegegnerin bezüglich der erwähnten Leiden noch gar nicht abge
klärten Frage ist die Beschwerde an diese zurückzuweisen (
B
GE 137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
5.
5.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten der
Beschwer
degegnerin
aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene
Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Diese ist
nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
(
GSVGer
)
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeit
aufwand und den Barauslagen zu bemessen.
Mit Kostennote vom
3
0.
Oktober
2014 machte
der
unentgeltliche
Rechtsvertre
ter des Beschwerdeführers
einen Aufwand von
12,1
Stunden und
pauschal
bemessene
Bar
auslagen
im Betrag von
Fr. 108.10
geltend (Urk.
24
)
.
Der
Zeit
a
ufwand
von 12,1 Stunden
ist angesicht
s der Bedeutung der Streitsache
und
de
r Schwierigkeit des Prozesses
angemessen.
Bei einem gerichtsüblichen
Stunden
ansatz
von
Fr.
200.--
und einer Auslagenpauschale von drei Prozent
resultiert eine
Prozesse
ntschädigung von
Fr.
2‘692.--
(12,1 Stunden x
Fr.
200.--
[Fr. 2‘420.--]
zuzüglich Barauslagen von
Fr.
72.60
zuzüglich Mehrwertsteuer von 8
%
[entsprechend
Fr.
199.40
]
)
.
Diese hat die Beschwerdegegnerin dem unentgeltlichen Rechtsvertreter auszurichten.