Decision ID: f8d76c62-a6b5-4f92-95b9-f239573398d0
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der
1952
geborene
X._
meldete sich im
September 200
1
un
ter Hinweis auf
Beschwerden
im Bereich Finger, Arme
,
Schulter
und
Nacken
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk.
8/3
). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinischen
und erwerblichen Verhältnisse ab
und sprach
X._
mit
Verfü
gung vom
13.
Dezember 2002 (Urk.
8/31,
8/
35) eine von 1. August 2001 bis 30.
September 200
1 befristete ganze Invalidenrente zu.
1.2
Im September 2011
meldete sich
X._
unter Hinweis auf
eine
Plexusschädigung
bei
Herz
operation und
neuropathische Schmerzen
im Bereich der Hände
erneut zum
IV-
Leistungsb
ezug an (Urk. 8/36).
Nach Abklärung der Verhältnisse
sprach die IV-
Stelle
X._
mit Verfügung vom 23.
Oktober 2012
(
Urk. 8/90 =
Urk.
2
) rückwirkend ab 1.
Februar 2012
eine
ganze
Rente
der Invalidenversicherung
von monatlich Fr. 1
'
529.--
zu
,
basierend auf einer Beitragsdauer von 25 Jahren und 7 Monaten, einem massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommen von Fr. 84
'
912.-- und der Rentenskala 29 (Teilrente).
2.
2.1
Dagegen
liess der
Versicherte
mit Eingabe vom 19
.
November
2012 Beschwerde erheben und
die Berücksichtigung
seiner
in
Z._
zurückgelegten
Versi
cherungszeiten
beantragen
.
Mit Beschwerdeantwort vom 21. Januar
2013 schloss die IV-Stelle auf
Abweisung der Beschwerde (Urk.
7
).
Dabei reichte
sie ihr
ACOR-Berechnungsblatt
ein (Ur
k.
8/97). Mit Verfügung vom 22.
Januar 2013 wurde ein zweiter Sc
hriftenwechsel angeordnet (Urk.
9). Innert angesetzter Frist ist keine Replik eingegangen.
2.2
Auf die Ausführungen der Parteien und die eing
ereichten Akten wird, soweit er
forderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1
.
1.1
Beschwerdeweise beantragt der Versicherte, seine in
Z._
zurückgeleg
ten Versicherungsjahre seien ebenfalls zu berücksichtigen. In der angefochtenen Verfügung seien nur diejenigen Jahre aufgeführt, in denen er in der Schweiz
gearbeitet habe. Von 1968 bis 1978 sei er in
Z._
erwerbstätig gewesen und habe dort
Beiträge geleistet (Urk.
1).
1
.2
In der Vernehmlassung
füh
rte die Beschwerdegegnerin aus
, dass gemäss dem Kreisschre
iben über das Verfahren zur Lei
s
tungsfestse
tzung in der AHV/IV (KSBIL)
Rz
.
5001 bei der Rentenberechnung vorerst sämtliche
Versicherungs
zeiten
in allen Mitgliedstaaten (auch
unterjährige) berücksichtigt wü
rden und eine fiktive Rente berechnet
we
rd
e
. Nur bei der Ber
echnung dieser fiktiven Rente würden aus
ländische Zeiten
mitberücksichtigt. Hierauf zahle
jedes Land den Teil, der ausschliesslich der Versicheru
ngsdauer im eigenen Land entspreche
(Totalisierungs- und
Proratisierungsverfahren
).
Dabei bleibe
das aufgrund
von rein schweizerischen Versi
cherungszeiten berechnete massgebende durch
schnittliche Jahreseinkommen unverändert. Falls es sich um eine Te
ilrente handle
(Rentenskala 1-43)
, und aus
den A
kten
hervorgehe
, da
ss eine Person unterjährige aus
ländische Versicherungszeiten in einem EU-Staat zurückgelegt haben könnte
,
seien
solche
zu berücksichtigen.
Vorliegend bestünden gemäss den Angaben des Beschwerdeführers
indes
ke
ine unterjährige
n
A._
sche
n
Versicherungszeiten
(Urk.
7)
.
1.3
Zwischen den Parteien ist streitig, ob die vom
Beschwerdeführer
in
Z._
zurückgelegten
Versicherungszeiten
bei der Berechnung der schweizerischen In
valide
nrente zu berücksichtigen sind.
Aus dem
eingereichten
ACOR-Berech
nungsblatt
ergibt sich, dass
vorliegend
bei der Rentenberechnung keine auslän
dischen Versicherungszeiten berücksichtigt worden sind
(Urk. 8/97)
.
2
.
2.1
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Ent
schei
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zu
lassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von
Verwaltungs
weisungen
ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch in
terne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 13
3 V 591 E. 6.1; 133 V 258 E.
3.2 m
it Hinweisen; vgl. BGE 133 II 31
5 E. 8.1).
2
.
2
Am 1. Juni 2002 ist das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizeri
schen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemein
schaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (
Freizügig
keitsabkommen
; FZA) in Kraft getreten. Nach Art. 1 Abs. 1 des auf der Grund
lage des Art. 8 FZA ausgearbeiteten und Bestandteil des Abkommens bildenden (Art.
15 FZA) Anhangs II ("Koordinierung der Sys
teme der sozialen Sicherheit") des FZA in Verbindung mit Abschnitt A dieses Anhangs wenden die Vertrags
parteien untereinander unter anderem die am 1. April 2012 für die Schweiz in Kraft getretene
Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 2
9.
April 2004 zur Koordinie
rung der Systeme der sozialen Sicherheit
(nachfolgend: Verordnung 883/2004)
, geändert durch die Verord
nung (EG) Nr. 988/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 1
6.
September 2009
zur Änderung der Verord
nung (EG) Nr.
883/2004 zur Koor
dinierung der Systeme der sozialen Sicherheit und zur Festl
egung des Inhalts ihrer Anhänge an (AS 2012 2345). Die Verordnung
883/2004
ersetzt
die Ver
ordnung (EWG) Nr. 1408/71 des
Rates vom 14.
Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf
Arbeitnehmer und Selbständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der
Gemein
sc
haft zu- und abwandern (nachfolgend Verordnung 1408/71). Gemäss Art. 87 Abs. 1 (Übergangsbestim
mungen) begründet die Verordnung 883/2004 kei
nen Anspruch für den Zeit
raum vor dem Beginn ihrer Anwendun
g. Laut Randziffer 1010.1, 4/12
KSBIL,
welches sich auf die bilateralen Abkommen Schweiz-EU und die Abkommen mit der EFTA bezieht, werden Leistungsansprüche, über die nach dem Inkraft
treten der Verordnung 883/2004 verfügt wird, auf der Grund
lage dieser neuen Verordnung festgestellt. Da die Beschwerdegegnerin erst nach Inkrafttreten der Verordnung 883/2004 verfügt hat, ist diese anwendbar.
2.
3
Art. 52
der Verord
nung
8
8
3/2004
bestimmt
die Grundsätze bei der Feststellung der Leistungen
, welche Norm
den früheren Art. 46 der Verordnung
1408/71 er
setzt (
„mit redaktionellen Änderungen“,
vgl.
Rolf
Schuler in:
Maximilian
Fuchs
[Hrsg.]
, Europäisches S
ozialrecht, 6. Auflage 20
12
,
Rn
1
zu Art. 52 der Verord
nung 883/2004
).
In Bezug auf die ältere Norm Art. 46 der Verordnung 1408/71
hat das
Bundesgericht in B
GE 130 V 51
festgehalten, dass
etwa
bei Anträgen auf
Invaliden
renten auf
die Anwendung von Art. 46
Abs.
2 der Ver
ordnung verzichtet werden kann.
Nach
der
weiterhin anwendbaren
bundesgerichtlichen
Rechtsprechung
sind
daher
in einem anderen Vertrags
staat zurückgelegte
Versi
cherungszeiten
bei
der Rentenberechnung nicht mit zu
berücksichtigen (
a.a.
O. E. 4 und 5).
3
.
Die Beschwerdegegnerin hat die Leistungen nach dem Gesagten zu Recht auto
nom, das heisst ohne die Anrechnung der ausländischen Beitragsjahre
berech
net. Die Einzelheiten der Berechnung sind de
m
von
Beschwerdegegnerin
einge
r
eichten
ACOR-Berechnungsblatt
(Urk.
8/
9
7
) zu entnehmen
. Sodann kann auf die zutreffenden Ausführungen in der Beschwerdeantwort
(
E. 1.2
hievor
)
ver
wiesen werden.
4
.
Damit ergibt
sich, d
ass sich die Beschwerde
als unbegründet erweist. Die
R
enten
zusprechung
der Beschwerde
gegnerin gemäss Verfügung
vom
23.
Oktober 2012
ist zu schützen
und die Beschwerde abzuweisen.
5.
Die in Anwendung von Art. 69
Abs.
1
bis
IVG
auszufällende Gerichtskostenpau
schale ist auf
Fr.
4
00.-- festzusetzen und ausgan
gsgemäss dem
Beschwerdefüh
rer
aufzuerlegen.