Decision ID: 2a4eb8d1-2dcc-44e4-aa7a-523544db12c0
Year: 2012
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
diese Berichte nicht nur den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig
festgestellt, sondern auch das Ermessen missbraucht habe. Überdies würden
die gemachten Darlegungen zeigen, dass eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes eingetreten sei und mindestens ein orthopädisches
und psychiatrisches Gutachten eingeholt werden müsse. Erst dann könne die
aktuelle und zukünftige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers festgelegt
werden.
7. In ihrer Vernehmlassung vom 13. Oktober 2011 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Wie in der
angefochtenen Verfügung ausführlich dargelegt worden sei, könne in Bezug
auf die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit ab Juni
2009 (wobei vorübergehend ab Dezember 2009 bis am 5. September 2010
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aufgrund eines Risses der
Supraspinatussehne bestanden habe) – neben dem Ermittlungs- und
Observationsbericht vom 3. September 2009 und der Beurteilung von ... vom
16. Dezember 2009 – insbesondere auf die Beurteilungen des RAD
Ostschweiz vom 10. März 2010 und vom 25. Oktober 2010 abgestellt werden.
Betreffend die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Gipser habe
der RAD-Arzt festgehalten, dass der Beschwerdeführer aufgrund der nicht
besserbaren Veränderungen am Knie (Status nach Meniskektomie) – auch
wenn in der Observation keine Defizite erkenntlich waren – aus medizinisch-
prognostischen Gründen 30 bis 50 % arbeitsunfähig sei, aber in einer
körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit, ähnlich wie im
Observationsvideo gezeigt, zu 100 % arbeitsfähig sei, wobei diese
Beurteilung aufgrund der Aktenlage spätestens seit Juni 2009 massgebend
sein müsse. Die vorliegend verfügbaren Unterlagen, namentlich der
Ermittlungs- und Observationsbericht, der Bericht von ... und die Berichte des
RAD Ostschweiz sowie die Äusserungen des Beschwerdeführers selbst
anlässlich der Konfrontation, würden eine zuverlässige Beurteilung gestatten.
Betreffend die geltend gemachte Beschwerdezunahme an der rechten
Schulter, im Ellbogenbereich und auch an den Knien, würden der RAD
Ostschweiz und die Beschwerdegegnerin die Ansicht vertreten, dass diese
Beschwerden in Bezug auf eine behinderungsgeeignete Tätigkeit keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben. Hinsichtlich des Arztberichts von Dr.
med. ... vom 23. August 2011 sei überdies festzuhalten, dass dieser den
Beschwerdeführer erst seit dem 10. August 2011 behandle, mithin erst nach
Erlass der angefochtenen Verfügung. Die weiterhin pauschal vorgebrachten
weiteren Beschwerden (Lagerungsschwindel und Kopfschmerzen) des
Beschwerdeführers würden weiterhin nicht fachärztlich behandelt und es
müsse, im Zusammenhang mit dem laufenden Rentenverfahren und in
Berücksichtigung der vorgenommenen Überwachung, davon ausgegangen
werden, dass es sich dabei um vorgeschobene Gründe handle. Auf die
beantragten weiteren Abklärungen sei daher zu verzichten. Die jetzige
Aktenlage ergebe ein ausreichend klares Bild über den Gesundheitsschaden
und seine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, so dass eine zuverlässige
Beurteilung des Leistungsanspruchs möglich sei.
8. In seiner Replik vom 27. Oktober 2011 betont der Beschwerdeführer
wiederholt, die Berichte von ... und des RAD-Arztes ... seien nicht von
Fachärzten geschrieben, weshalb nicht darauf abzustellen sei. Daran würden
auch die Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der Konfrontation mit
der Observation vom 10. November 2010 nichts ändern. Bei der
Beantwortung der Fragen nach Vorlage des Überwachungsmaterials sei er
unter Schock gestanden. Vor der Unterzeichnung des Einvernahmeprotokolls
habe er dieses nur durchflogen und die darin gestellten Fragen teilweise nicht
verstanden. Die Antwort auf die Frage Nr. 9 könne für die Frage, welche
Arbeiten noch zumutbar seien, nicht beigezogen werden. Diese Frage könne
erst dann beantwortet werden, nachdem eine interdisziplinäre Begutachtung
erfolgt sei. Die in den Berichten der Dres. med. ..., ..., ... und ... (recte ...)
festgehaltenen Beschwerden entsprächen den Tatsachen. Nur aufgrund der
Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich des Evaluationsgesprächs vom
10. November 2010 könne nicht geschlossen werden, er habe gegenüber
behandelnden Ärzten falsche Angaben gemacht. Abschliessend wird
festgehalten, dass weder der RAD-Arzt ... noch ... über spezielle
versicherungsmedizinische Kenntnisse verfügten.
9. Mit Schreiben vom 8. November 2011 verzichtete die Beschwerdegegnerin
auf eine Duplik unter Beilage einer Aktennotiz der IV-Stelle
(Fachverantwortlicher Bekämpfung Versicherungsmissbrauch [BVM]) vom 7.
November 2011.
10. Am 12. Dezember 2011 reichte der Beschwerdeführer je einen ärztlichen
Bericht von Dr. med. ... vom 15. November 2011 und von Dr. med. ... vom
25. November 2011 ein, mit dem Hinweis, dass sich der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers verschlechtert habe. Mit Schreiben vom 19.
Dezember 2011 nahm die Beschwerdegegnerin dazu Stellung.
11. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie auf die angefochtene
Verfügung wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen
eingegangen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-
Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar.
Die Verfügung der IV-Stelle vom 29. Juli 2011 betreffend die Revision der IV-
Rente stellt demnach ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Die sachliche
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich überdies aus Art. 49 Abs. 2
lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Auf
die überdies fristgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.
Streitig und zu prüfen ist die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und
damit die Verneinung des Rentenanspruchs ab dem 1. Januar 2011.
2. a) Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Ergebnisse einer
zulässigen Überwachung zusammen mit einer ärztlichen Aktenbeurteilung
grundsätzlich geeignet sein, eine genügende Basis für
Sachverhaltsdarstellungen betreffend den Gesundheitszustand und die
Arbeitsfähigkeit zu bilden (vgl. das Urteil des Bundesgerichts vom 11.
November 2011 8C_272/2011 E. 7.1 mit weiteren Hinweisen). Die
Zulässigkeit der Überwachung (vgl. dazu u.a. das Urteil des Bundesgerichts
vom 11. November 2011 8C_272/2011 E. 5.6 mit weiteren Hinweisen sowie
das Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juni 2009 8C_807/2008 insb. E. 4 und
5) wird vorliegend zu Recht nicht bestritten. Der Beschwerdeführer wendet
jedoch hinsichtlich der ärztlichen Aktenbeurteilung ein, dass weder der RAD-
Arzt pract. med. ..., Facharzt für Allgemeinmedizin (Deutschland), noch ...,
Bsc Bewegungswissenschaften und Sport ETH, Cand. Master of Science and
Movement Sciences ETH, dipl klassischer Masseur, Mitglied Swiss Insurance
Medicine (SIM), die erforderliche Qualifikation im Sinne eines Facharzttitels
zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aufweisen würden.
b) Wie der Beschwerdeführer feststellt, ist ... zwar nicht Ärztin, allerdings
aufgrund ihrer Tätigkeit und Ausbildungen für Beurteilungen im Bereich des
Bewegungsapparats sicher erfahren und kompetent. Ihr Auftrag bestand denn
auch nur in der Observationsanalyse, wobei ihr das ABI-Gutachten aus dem
Jahre 2003 zur Verfügung gestanden hat. Ihre Analyse ist sehr ausführlich
und insbesondere nach der Durchsicht des Überwachungsmaterials durch
das Gericht auch nachvollziehbar und schlüssig. Hervorzuheben ist
insbesondere die Zusammenfassung ihrer Beobachtungen auf S. 5 des
Berichts vom 16. Dezember 2009, wo sie schreibt, dass die Bewegungen des
Beschwerdeführers während der gesamten Beobachtungsphase sowohl
qualitativ wie auch quantitativ als unauffällig zu beschreiben seien. Es seien
keine Kompensations- und Schonhaltungen zu erkennen und die
Extremitäten würden je nach Arbeit zufällig eingesetzt. Eine Schonung
besonders des linken Armes und Beines sowie der verletzten Strukturen
könne nicht direkt festgestellt werden. Im Bereich der oberen Extremität bzw.
der Ellbogen seien vermehrte Flexions- und Extensionsbewegungen zu
erkennen, die zu einer deutlichen Mehrbelastung im Bereich der Problematik
führen würden und bei denen auf Grund der Diagnosestellung und der
Angaben des Beschwerdeführers von einer Provokation der Beschwerden
und Schmerzen auszugehen sei. Die Person sei sehr aktiv und die
Bewegungen seien als geschmeidig und natürlich einzustufen (...). Eine
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hat ... nicht vorgenommen, sie macht allein
eine Mindestaussage, wonach spätestens ab dem Zeitpunkt der Observation
(25. Juni 2009) von einer deutlich gesteigerten Arbeitsfähigkeit ausgegangen
werden könne, die Belastungen im Rahmen von einer mindestens leichten bis
selten mittelschweren Tätigkeit (ganztags verwertet) zulasse. Die Analyse von
... ist somit nicht zu beanstanden, sie ist ausführlich, nachvollziehbar und
nimmt – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – keine eigentliche
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor.
c) Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit obliegt einem Arzt. Gemäss Art. 59 Abs.
2bis IVG stehen die regionalen ärztlichen Dienste den IV-Stellen zur
Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur
Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG) massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest,
eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich
auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall
unabhängig. Die RAD bezeichnen die zumutbaren Tätigkeiten und die
unzumutbaren Funktionen unter Angabe einer allfälligen medizinisch
begründeten zeitlichen Schonung. Damit soll im Hinblick auf eine erfolgreiche
Eingliederung eine objektivere Festlegung der massgebenden funktionellen
Leistungsfähigkeit der Versicherten ermöglicht werden. Gestützt auf die
Angaben des RAD hat die IV-Stelle zu beurteilen, was einer versicherten
Person aus objektiver Sicht noch zumutbar ist und was nicht (vgl. das Urteil
des Bundesgerichts vom 14. Juli 2009 9C_323/2009 E. 4.2). Auf
Stellungnahmen der RAD kann indessen nur abgestellt werden, wenn sie den
allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht
genügen (vgl. das Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 694/05
vom 15. Dezember 2006 E. 2). Sie müssen insbesondere in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden sein und in der Beschreibung der
medizinischen Situation und Zusammenhänge einleuchten; die
Schlussfolgerungen sind zu begründen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a S. 352).
Die RAD-Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefragten persönlichen
und fachlichen Qualifikationen verfügen (vgl. die Urteile I 142/07 vom 20.
November 2007 E. 3.2.3, I 362/06 vom 10. April 2007 E. 3.2.1 9 und
C_865/2009 vom 3. Dezember 2009 E. 2.2 sowie zum Ganzen das Urteil des
Bundesgerichts vom 14. Juli 2009 9C_323/2009 E. 4.3.1).
d) Im vorliegenden Fall wurde die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von RAD-Arzt
pract. med. ... vorgenommen. RAD-Arzt ... ist zwar kein Orthopäde, jedoch
ein Allgemeinmediziner, und es standen ihm für seine Beurteilung alle Akten
zur Verfügung, sowohl die medizinischen Gutachten, das
Überwachungsmaterial als auch die Observationsanalyse von ... Sodann
blieben die Diagnosen und Einschränkungen, welche vom ABI Basel bereits
im September 2003 und von Dr. med. ... am 9. Februar 2007 festgehalten
wurden, unverändert und waren pract. med. ... bekannt. Als
Allgemeinmediziner verfügt pract. med. ... zweifellos über die erforderlichen
Kenntnisse und Erfahrungen zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im
vorliegenden Fall. Konkret ist es hier nicht zwingend erforderlich, dass die
Beurteilung durch einen Orthopäden hätte vorgenommen werden müssen.
Die Beurteilung des RAD-Arztes ... erscheint – insbesondere nach der
Sichtung des Observations-Materials durch das Gericht – schlüssig und
nachvollziehbar und es kommt ihr somit voller Beweiswert zu (vgl. BGE 125
V 351 E. 3a S. 352; vorstehend Erw. 2c).
e) Folglich ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Invaliditätsgrad
des Beschwerdeführers ab dem 6. September 2010 – gestützt auf den Bericht
vom 25. Oktober 2010 des RAD-Arztes pract. med. ..., wonach der
Beschwerdeführer ab dem 6. September 2010 in einer leidensadaptierten
Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei – 28 % betrage. Der Beschwerdeführer hat
überdies anlässlich der Konfrontation mit den Ergebnissen der Überwachung
am 10. November 2010 – wie auch die Beschwerdegegnerin in ihrer
Vernehmlassung vom 13. August 2011 festgehalten hat –bestätigt, dass es
ihm nach wie vor möglich sei, eine Tätigkeit wie anlässlich der Überwachung
auszuüben (Frage Nr. 9 in der Befragung zum Überwachungsmaterial). Die in
der Replik vorgebrachten Einwände zur eben erwähnten Aussage des
Beschwerdeführers sind nicht stichhaltig. Anlässlich der Befragung vom 10.
November 2010 hat der Beschwerdeführer bestätigt, dass er die deutsche
Sprache gut verstehe. Laut dem Auszug aus dem individuellen Konto ist der
Beschwerdeführer seit 1974 – zuerst als Saisonnier – in der Schweiz und er
wurde 1997 eingebürgert, weshalb ohne weiteres davon ausgegangen
werden kann, dass er der deutschen Sprache mächtig ist. Sodann gibt es in
den Akten weder Hinweise für einen Schock – wie dies der Beschwerdeführer
in seiner Replik vom 27. Oktober 2011 behauptet – noch dafür, dass der
Beschwerdeführer die Fragen nicht verstanden hätte. Der Beschwerdeführer
hat zudem mit seiner Unterschrift die Richtigkeit seiner Angaben bestätigt.
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit durch den RAD-Arzt ... auf der Grundlage des
Observationsmaterials, der Observationsanalyse von ... und der weiteren
medizinischen Unterlagen – insbesondere auch unter Berücksichtigung der
Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der Konfrontation mit der
Überwachung am 10. November 2010 – nicht zu beanstanden ist.
3. a) Die Beschwerdegegnerin bestreitet zu Recht nicht, dass Beschwerden in der
rechten Schulter, im Ellbogenbereich und in den Knien vorhanden sind, sie
verneint indessen eine Verschlechterung und begründet dies nachvollziehbar.
So wurde in der Verfügung vom 29. Juli 2011 festgehalten, dass aufgrund der
Observation im Sommer 2009 eine wesentliche Verbesserung des
Gesundheitszustands seit der erstmaligen Rentenzusprechung festgestellt
worden sei. Im Dezember 2009 habe sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers vorübergehend verschlechtert, sich aber im Laufe des
Jahres 2010 wieder verbessert. Aus medizinischer Sicht habe dem
Beschwerdeführer spätestens ab dem 6. September 2010 eine angepasste
Tätigkeit wieder zu 100 % zugemutet werden können. In der Vernehmlassung
vom 13. Oktober 2011 bestätigte die Beschwerdegegnerin ihre Aussagen und
betonte, dass der RAD-Arzt betreffend die Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit als Gipser festgehalten habe, dass der
Beschwerdeführer aufgrund der nicht besserbaren Veränderungen am Knie
(Status nach Meniskektomie) – auch wenn in der Observation keine Defizite
erkenntlich waren – aus medizinisch-prognostischen Gründen 30 bis 50 %
arbeitsunfähig sei, aber in einer körperlich leichten bis mittelschweren
Tätigkeit, ähnlich wie im Observationsvideo gezeigt, zu 100 % arbeitsfähig
sei. Auch wenn der Beschwerdeführer gemäss dem ärztlichen Bericht von Dr.
med. ..., Leitender Arzt Rheumatologie der Klinik ..., vom 20. Januar 2011
subjektiv eine Beschwerdezunahme beklage, seien keine objektiven Befunde
nachgewiesen worden, die eine Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit begründen könnten.
b) Zur Diskrepanz zwischen der Ansicht des Beschwerdeführers und der ihn
behandelnden Ärzte Dres. med. ...., ... und ... einerseits und der Ansicht des
RAD-Arztes ... und der Beschwerdegegnerin andererseits, wonach gemäss
Letzteren die geklagten Beschwerden in Bezug auf eine
behinderungsgeeignete Tätigkeit keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
hätten, führt die Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung weiter aus,
dass die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers für die den
Gesundheitszustand beurteilenden Ärzte eine der wichtigsten
Informationsquellen seien. Falls hier seitens des Beschwerdeführers
(objektiv) falsche und/oder unvollständige Angaben gemacht würden,
resultierten in den medizinischen Berichten fast zwangsweise falsche
Schlussfolgerungen. Vorliegend sei aufgrund der Aktenlage offensichtlich,
dass es der Beschwerdeführer mit der Wahrheit nicht so genau nehme. Das
vom Beschwerdeführer beschriebene Verhalten entspreche nicht dem
tatsächlich gelebten bzw. gezeigten Verhalten (unter Verweis auf das
Evaluationsgespräch vom 10. November 2010 bzw. das im
Observationsbericht festgehaltene Verhalten). Unter diesen Umständen sei
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer den Dres. med. ..., ..., ... und
... (recte ...) über gesundheitliche Beschwerden berichtete, welche effektiv
entweder überhaupt nicht oder nur teilweise vorlagen. Daher würden die
ärztlichen Einschätzungen mit einem grundlegenden Mangel behaftet sein.
Somit spreche nichts Stichhaltiges dagegen, dass in Berücksichtigung der
Beurteilung des RAD Ostschweiz vom 10. März 2010 und vom 25. Oktober
2010 und des vom Beschwerdeführer anlässlich der Observation gezeigten
beschwerdefreien Verhaltens im Alltag weiterhin davon auszugehen sei, dass
die körperlichen Beschwerden in Bezug auf eine behinderungsgeeignete
Tätigkeit keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
hätten. Die vorstehenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin zeigen,
dass sich diese mit den verschiedenen ärztlichen Gutachten
auseinandergesetzt und nachvollziehbar sowie schlüssig dargelegt hat,
weshalb vorliegend nicht von einer Verschlechterung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers mit Einfluss auf eine
behinderungsgeeignete Tätigkeit ausgegangen werden kann. Dieser
Einschätzung ist zu folgen, zumal überdies davon auszugehen ist, dass den
behandelnden Ärzten Dres. med. ..., ... und ... das Überwachungsmaterial
nicht zur Verfügung gestanden hat, respektive sie keine Kenntnis davon
hatten, zumal aus ihren ärztlichen Berichten auch keine diesbezüglichen
Hinweise hervorgehen. Der Hinweis des Beschwerdeführers auf die im Januar
und August 2011 durchgeführten Infiltrationen im Bereich der Schultern und
Ellbogen, welche eine vorübergehende Besserung gebracht hätten, genügt
als Hinweis auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes und damit
auf eine Verringerung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit nicht,
da auch keine entsprechenden ärztlichen Einschätzungen vorliegen.
Schliesslich kann auch auf die Aktennotiz vom 7. November 2011 verwiesen
werden, wonach der Fachverantwortliche Bekämpfung
Versicherungsmissbrauch der IV-Stelle am 4. November 2011 persönlich die
Feststellung gemacht habe, dass der Beschwerdeführer an seinem Wohnort
ab einem Anhänger Kies bzw. Dreck entladen habe und dabei auf einem
Anhänger stand und tatkräftig mit beiden Händen Material vom Anhänger
schaufelte. Dabei habe der Beschwerdeführer überhaupt keine Schonhaltung
gezeigt, was deutlich mache, dass der Beschwerdeführer entgegen der
geltend gemachten Verschlechterung des Gesundheitszustandes
offensichtlich nach wie vor in der Lage sei, körperlich anstrengende
Tätigkeiten zu verrichten.
c) Auch in Bezug auf die vom Beschwerdeführer pauschal vorgebrachten
weiteren Beschwerden (Lagerungsschwindel und Kopfschmerzen) ist der
Ansicht der Beschwerdegegnerin zu folgen. Wie von der Beschwerdegegnerin
anerkannt, ist festzuhalten, dass der Lagerungsschwindel und die
Kopfschmerzen in den medizinischen Akten zwar diagnostiziert worden sind
(vgl. das Gutachten des ABI Basel vom 25. September 2003 sowie den
ärztlichen Bericht von Dr. med. ..., Allgemeine Medizin FMH, vom 5. Mai
2010), doch lassen sich keine Hinweise für eine diesbezüglich fachärztliche
Behandlung finden. Ebenso machte der Beschwerdeführer keine
entsprechenden Angaben anlässlich der Befragung vom 10. November 2010.
Auch die aktenkundigen Überwachungsunterlagen zeigen eine
diesbezügliche Normalität des Beschwerdeführers. Schliesslich ergeben sich
auch aus den übrigen Akten keine entsprechenden Hinweise, welche auf eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hindeuten würden.
d) Auch hinsichtlich der psychischen Beschwerden sind die Ausführungen der
Vorinstanz korrekt. So führte diese aus, dass hinsichtlich des Arztberichts von
Dr. med. ... vom 23. August 2011 festzuhalten sei, dass dieser den
Beschwerdeführer erst seit dem 10. August 2011 behandle, mithin erst nach
Erlass der angefochtenen Verfügung. Damit sei im hier zu beachtenden
Zeitraum bis zum Verfügungserlass von vornherein keine Verschlechterung
der Erwerbsfähigkeit nachgewiesen, die im Sinne von Art. 88a Abs. 2 IVV
ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert habe. Im Übrigen
ist auch dem Bericht von Dr. med. ..., Leitender Arzt in der Klinik ... und
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, keine psychiatrische
Diagnose zu entnehmen. Ebenso kann im hier zu beachtenden Zeitraum bis
zum Verfügungserlass von vornherein keine Verschlechterung der
Erwerbsfähigkeit in Bezug auf die Kniebeschwerden – wie dies die
Beschwerdegegnerin in ihrem Schreiben vom 19. Dezember 2011 ebenfalls
ausführte – nachgewiesen werden, die im Sinne von Art. 88a Abs. 2 IVV ohne
wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hätte. Gemäss dem
ärztlichen Schreiben von Dr. med. ... vom 15. November 2011 hatte der
Beschwerdeführer nach Arbeiten in kniender Position Ende Oktober 2011
Schmerzen im linken Knie, die bis heute, eher noch zunehmend, persistierten,
sowie einen therapierefraktären Kniegelenkserguss. Wie bereits die
Beschwerdegegnerin ausgeführte, hat die IV-Stelle eine allfällige dauernde
Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit in Bezug auf die Kniebeschwerden zu
Recht nicht berücksichtigt, da eine (allfällig erhebliche) Verschlechterung des
Gesundheitszustandes erst bedeutend nach Erlass der angefochtenen
Verfügung eingetreten ist.
4. Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass im vorliegenden Fall ein weiteres
medizinisches Gutachten – wie vom Beschwerdeführer verlangt – nicht
angezeigt ist. Der Sachverhalt ist vorliegend genügend abgeklärt, die
medizinischen Berichte und das Überwachungsmaterial und damit die
bisherige Aktenlage lassen eine ausreichende Aussage über den
Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers zu. Insofern ist es auch nicht ersichtlich, inwiefern die
Beschwerdegegnerin ihr Ermessen missbraucht haben soll. Demnach ist im
Sinne der oben stehenden Erwägungen die Beschwerde abzuweisen. Laut
Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung von Art.
61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von
IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig.
Diese Kosten werden je nach Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Angesichts des
Ausgangs dieses Verfahrens rechtfertigt es sich vorliegend, die Kosten in der
Höhe von Fr. 700.-- dem Beschwerdeführer zu überbinden. Die obsiegende
Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten (Art.
61 lit. g ATSG e contrario).