Decision ID: 3eff1edc-d4fd-4ecc-a3eb-cc7803f5e0e7
Year: 2016
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
medizinische Sachverhalt sei richtig und vollständig abgeklärt.
11. Am 2. November 2015 hielt die Beschwerdeführerin replicando an ihren
Anträgen fest. Die Beurteilung von Dr. med. G._ sei nicht
annehmbar. Die Beschwerdeführerin sei für eine Untersuchung in der
Rehaklinik Bellikon aufzubieten. Auch die Beurteilung von med. pract.
I._ sei inakzeptabel. Die psychischen Beschwerden seien in
Anbetracht der Schwere des erlittenen Unfalls nicht Folge der
psychosozialen Belastungen, sondern unfallbedingt. Med. pract. I._
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habe die Wahrscheinlichkeit eines natürlich kausalen Zusammenhangs
mit dem Unfallereignis vom 30. Juli 1990 nicht gänzlich ausgeschlossen.
Deshalb müsste aufgrund der anamnestischen Angaben sowie dem
Befund von Dr. med. H._ ein ambulanter Befund eines Psychiaters
eingeholt werden, welcher die Muttersprache der Beschwerdeführerin
spreche. Der medizinische Sachverhalt sei nicht vollständig abgeklärt.
12. Am 10. November 2015 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine
Duplik.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften
sowie auf den angefochtenen Einspracheentscheid vom 10. August 2015
wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen
Einspracheentscheide Beschwerde beim Versicherungsgericht
desjenigen Kantons erhoben werden, in dem die versicherte Person zur
Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Vorliegend hat die
Beschwerdeführerin Wohnsitz in X._ (GR), weshalb die örtliche
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden
gegeben ist. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ergibt
sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das
Verwaltungsgericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden
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gegen Einspracheentscheide und Verfügungen in
Sozialversicherungssachen beurteilt, die gemäss Bundesrecht der
Beschwerde unterliegen. Der Einspracheentscheid vom 10. August 2015,
mit welchem die Beschwerdegegnerin die Einsprache der heutigen
Beschwerdeführerin abgewiesen hat, soweit sie darauf eingetreten ist,
stellt demnach ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht dar. Als formelle und materielle Adressatin des
angefochtenen Einspracheentscheids ist die Beschwerdeführerin berührt
und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf (Art. 59
ATSG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist
somit − unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägung 2 − einzutreten.
2. Die Beschwerdeführerin beantragt in ihrer Beschwerdeschrift vom
27. August 2015 unter anderem die Zusprache einer höheren
Integritätsentschädigung als 40 %. Bezüglich dieses Antrags gilt es was
folgt zu beachten:
a) Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur
Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen die
zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich − in Form einer
Verfügung − Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand.
Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer
Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen
ist. Streitgegenstand im System der nachträglichen
Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches − im Rahmen
des durch die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstands − den auf
Grund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen
Verfügungsgegenstand bildet. Anfechtungs- und Streitgegenstand sind
danach identisch, wenn die Verwaltungsverfügung insgesamt
angefochten wird; bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf
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einzelne der durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisse,
gehören die nicht beanstandeten − verfügungsweise festgelegten −
Rechtsverhältnisse zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum
Streitgegenstand (BGE 131 V 164 E.2.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 414
E.1b und E.2a; vgl. auch vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI,
Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl.,
Bern/Basel/Genf 2013, Rz 687).
b) Anfechtungsgegenstand des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfahrens bildet der die Verfügung vom 29. Mai 2015
bestätigende Einspracheentscheid vom 10. August 2015. Im erwähnten
Einspracheentscheid hat die Beschwerdegegnerin über die von der
Beschwerdeführerin beantragten Erhöhung der Invalidenrente sowie die
damit zusammenhängende Frage der Unfallkausalität der psychischen
Beschwerden befunden. Nicht Gegenstand des Einspracheentscheids
vom 10. August 2015 bildet demgegenüber die Integritätsentschädigung.
Vielmehr hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin bereits mit
der unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 22. Mai
1991 eine Integritätsentschädigung von 40 % zugesprochen. Was nicht
Gegenstand des Einspracheentscheids ist, kann aber nicht angefochten
werden. Soweit die Beschwerdeführerin im vorliegenden
verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren somit die Zusprache einer
höheren Integritätsentschädigung als 40 % beantragt, fehlt es an einem
Anfechtungsgegenstand, weshalb insoweit nicht auf die Beschwerde
einzutreten ist.
3. Streitig und zu prüfen ist vorliegend die Frage, ob die
Beschwerdegegnerin revisionsweise zu Recht die bisherige
Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 50 % bestätigt hat und −
damit verbunden − die Unfallkausalität der psychischen Beschwerden
verneint hat.
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a) Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. In diesen Fällen hat
der Versicherte in Form von kurzfristigen Versicherungsleistungen
Anspruch auf zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG)
und Taggelder, welche den durch die gesundheitliche Beeinträchtigung
erlittenen Erwerbsausfall ausgleichen sollen (Art. 15 und 16 UVG). Ist der
Versicherte infolge des Unfalls zu mindestens 10 % invalid, so kann er
eine Invalidenrente beanspruchen (Art. 18 Abs. 1 UVG), wenn von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands des Versicherten zu erwarten ist und allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen
sind (Art. 19 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver
Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
b) Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 1 Abs. 1 UVG
i.V.m. Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt nach der
Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
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Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist daher nicht nur
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an
sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands erheblich verändert haben
oder eine andere Art der Invaliditätsbemessung zur Anwendung gelangt
(BGE 130 V 343 E.3.5; Urteile des Bundesgerichtes 8C_441/2012 vom
25. Juli 2013 E.3.1.1, 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E.1.2). Dagegen
stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im
Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die
Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne
von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (vgl. KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 17 Rz. 26 mit weiteren Hinweisen; Urteil des
Bundesgerichtes 9C_552/2007 vom 17. Januar 2008 E.3.1.2).
c) Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss
des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung
des Invaliditätsgrads im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten ist,
dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den
erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht (BGE
133 V 108 E.5; Urteile des Bundesgerichtes 9C_646/2014 vom
17. Dezember 2014 E.2.2, 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.2,
9C_418/2010 vom 20. August 2011 E.3.1). Wird bei dieser
Gegenüberstellung festgestellt, dass der Invaliditätsgrad im zur
Beurteilung stehenden Zeitraum keine rechtserhebliche Änderung
erfahren hat, bleibt es beim bisherigen Rechtszustand (Urteil des
Bundesgerichtes 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.3). Andernfalls ist
das Vorliegen eines Revisionsgrundes zu bejahen und die
zugesprochene Rente entsprechend der festgestellten
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Sachverhaltsveränderung abzuändern (vgl. MEYER/REICHMUTH, in:
STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 30 - 31 Rz. 13).
d) Um beurteilen zu können, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten einem Versicherten noch eine Erwerbstätigkeit zugemutet
werden kann, sind die Verwaltung und das im Beschwerdefall angerufene
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls
andere Fachleute zur Verfügung stellen. Dabei besteht die Aufgabe des
Arztes darin, den Gesundheitszustand zu beurteilen und − wenn nötig −
seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln
fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der
subjektiven Beschwerden Befunde zu erheben und gestützt darauf eine
Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Arzt seine genuine Aufgabe, wofür
die Verwaltung und im Streitfall das Gericht nicht kompetent sind. Bei der
Folgeabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen
für die Arbeitsfähigkeit kommt dem Arzt hingegen keine abschliessende
Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt er zur Arbeitsunfähigkeit
Stellung, d.h. er gibt eine Schätzung ab, welche er aus seiner Sicht so
substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen dem Versicherten konkret noch zugemutet werden
können (BGE 140 V 193 E.3.2, 125 V 256 E.4).
e) Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu
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würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht
alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu
prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen
eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial
zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht
auf die andere medizinische These abstellt (vgl. BGE 125 V 351 E.3a).
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt,
in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a mit
Hinweis). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder
Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen).
Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b,
112 V 30 E.1a mit Hinweisen). Den im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und
bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist
bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). Auch den Berichten und
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Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt sodann Beweiswert zu,
sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in
sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem
Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon
auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf
vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die
Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen.
Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des
Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen. Bestehen auch
nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen
(vgl. zum Ganzen BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4, 125 V 351
E.3b/ee, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des
Bundesgerichtes 8C_800/2011 vom 31. Januar 2012).
4. Vorliegend wurde der Beschwerdeführerin mit der unangefochten in
Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 12. November 1992 (Akten der
Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 58) eine Invalidenrente aufgrund eines
Erwerbsunfähigkeitsgrads von 50 % ab dem 1. November 1992
zugesprochen. Die in der Folge ergangenen Bestätigungen des
Rentenanspruchs vom 8. Januar 1996 (Bg-act. 61), 5. Dezember 2000
(Bg-act. 65) und 27. Februar 2004 (Bg-act. 71) sind revisionsrechtlich
nicht relevant, da sie nicht gestützt auf eine umfassende materielle
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs erfolgten. Nachdem die Beschwerdeführerin am
30. Januar beziehungsweise am 25. Februar 2014 mit einem Gesuch um
Rentenerhöhung an die Beschwerdegegnerin gelangt war und diese die
erforderlichen Abklärungen vorgenommen hatte, teilte sie der
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Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 29. Mai 2015 (Bg-act. 105) mit,
dass die Rente nicht geändert werde. Ob der beschwerdeführerische
Invaliditätsgrad eine erhebliche Änderung erfahren hat, beurteilt sich
demnach durch den Vergleich des Sachverhalts, welcher der Verfügung
vom 12. November 1992 zugrunde lag, mit jenem Sachverhalt, der sich
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 29. Mai 2015
verwirklicht hat (vgl. KIESER, a.a.O., Art. 17 Rz. 37).
5. Zunächst gilt es vorliegend zu prüfen, ob sich der physische
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit Erlass der Verfügung
vom 12. November 1992 wesentlich verändert hat.
a) Die Verfügung vom 12. November 1992, mit welcher die
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin für die verbleibende
Beeinträchtigung aus dem Unfallereignis vom 30. Juli 1990 aufgrund einer
Erwerbsunfähigkeit von 50 % eine Invalidenrente zugesprochen hat,
beruht in erster Linie auf der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom
17. Mai 1991 durch den beschwerdegegnerischen Kreisarzt Dr. med.
C._ (vgl. Bg-act. 29). Dieser gelangte zum Befund, dass an der
linken Hand ein Zustand nach Amputation sämtlicher Langfinger bestehe.
Der Daumenstrahl sei erhalten. Es sei aber eine deutliche Reduktion der
Weichteile am Grund- und besonders am Endglied des Daumens
vorhanden mit stark verminderter Daumenkuppe. Des Weiteren sei eine
Unterkühlung des Daumens, besonders im Bereich der Endphalanx und
an der restlichen Hand nachweisbar. An der Hohlhand sei eine
Lappenbildung vorhanden (nach Transplantation vom Bauch am 7. Juli
1990). Das Handgelenk sei frei beweglich. Es bestehe eine ausgedehnte
Narbenbildung am Handrücken. Im Lappenbereich an der Hohlhand sei
die Sensibilität praktisch fehlend. Die Opposition des Daumens gelinge
bis zum dritten Strahl der restlichen Hand. Die Beschwerdeführerin sei im
Rahmen der festzulegenden Rente arbeitsfähig. Ein Arbeitseinsatz als
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Glätterin sei ihr nicht mehr zumutbar. Es komme nur noch ein
Arbeitseinsatz in Frage, bei dem hauptsächlich die vollständig intakte
rechte Hand eingesetzt werden könne. Die linke Hand habe nur sehr
beschränkt eine gewisse Haltefunktion. Der Daumen sei bis zum dritten
Strahl noch opponiert, bei guter Beweglichkeit des Grund- und
Endgelenks.
b) Anlässlich der infolge des beschwerdeführerischen
Rentenrevisionsgesuchs vom 30. Januar beziehungsweise am
25. Februar 2014 durchgeführten kreisärztlichen Untersuchung vom
11. Juni 2014 (vgl. Bg-act. 94) äusserte sich die Beschwerdeführerin
gegenüber dem Kreisarzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. G._,
Facharzt für Chirurgie FMH, speziell Allgemein- und Unfallchirurgie,
dahingehend, dass sich das Zustandsbild an der linken Hand im Laufe
der letzten Jahre nicht wesentlich verändert habe. Die linke Hand fühle
sich betäubt und schwer an. Dazu bestehe eine massive
Kälteempfindlichkeit. Aufgrund der Hyposensibilität müsse sie aufpassen,
dass es zu keinen Verletzungen komme. Bezüglich der linken Hand sei
sie auf keine Einnahme von Medikamenten angewiesen, eine spezielle
Therapie werde schon seit Jahren nicht mehr durchgeführt. Nebst der
unveränderten Symptomatik an der linken Hand leide sie an
Atemstörungen und Atemnot, Herzklopfen, Angstzuständen,
Panikattacken, Schmerzen in der Hand, Schmerzsymptomatik im
Bereiche des gesamten Schultergürtels und der Wirbelsäule sowie unter
Kraftlosigkeit im ganzen Körper schon bei geringer Belastung mit dem
rechten Arm. Zudem bestünden ausgeprägte Zukunftsängste. Sie habe
finanzielle Probleme und befürchte, aufgrund ihrer Einschränkung mit der
linken Hand keine berufliche Tätigkeit mehr zu finden. Unterdessen sei
sie in psychiatrischer Behandlung, wobei aktuell erst eine Sitzung
stattgefunden habe. Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung stellte
Dr. med. G._ an der linken Hand einen Zustand nach Amputation der
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vier Langfinger, stabile Hautverhältnisse, keine Läsionen, keine
wesentlichen Druckdolenzen sowie eine praktisch fehlende Sensibilität in
der Palma manus bei Zustand nach Lappenplastik fest. Auch über dem
Handrücken bestehe eine Hyposensibilität, eine fehlende Sensibilität im
Bereich der Daumenkuppe; die Weichteile seien allseitig ausgedünnt. Die
Abduktion und Extension im linken Daumen sei vollständig, wobei der
Daumen nur noch bis zur zweiten Kommissur eingekrallt werden könne.
Eine Greiffunktion mit dem Daumen sei möglich, allerdings nur in
eingeschränktem Rahmen und erheblich eingeschränkter Kraftentfaltung.
Im linken Handgelenk bestehe eine volle und uneingeschränkte
Beweglichkeit. An der rechten Hand und am rechten Arm befänden sich
keine klinisch-pathologischen Befunde, keine Druckdolenzen, unauffällige
Weichteile sowie eine uneingeschränkte Funktion.
c) Aus der im Rahmen des Revisionsverfahrens durchgeführten
kreisärztlichen Untersuchung durch Dr. med. G._ ergibt sich keine
wesentliche Veränderung beziehungsweise Verschlechterung des
physischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin gegenüber der
kreisärztlichen Abschlussuntersuchung durch Dr. med. C._ vom
17. Mai 1991. Dr. med. G._ führt in der kreisärztlichen Beurteilung
denn auch aus, dass sich bezüglich der linken Hand seit dem Jahr 1991
keine wesentliche Änderung ergeben habe. Es lägen nach wie vor stabile,
aber wenig belastbare Weichteile vor. Ebenso sei die Symptomatik im
Wesentlichen unverändert. Auch an der Zumutbarkeit der linken Hand
habe sich gegenüber der ärztlichen Abschlussuntersuchung nichts
geändert. Dies bestätigte denn auch die Beschwerdeführerin, welche
gegenüber Dr. med. G._ anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung
vom 11. Juni 2014 − wie gesehen − selber ausgeführt hat, dass sich das
Zustandsbild an der linken Hand im Laufe der letzten Jahre nicht
wesentlich verändert habe. Die von der Beschwerdeführerin erwähnten
weiteren Beschwerden − mithin die Atemstörungen und die Atemnot, das
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Herzklopfen, die Angstzustände, die Panikattacken, die Schmerzen in der
Hand, die Schmerzsymptomatik im Bereiche des gesamten
Schultergürtels und der Wirbelsäule sowie die Kraftlosigkeit im ganzen
Körper schon bei geringer Belastung mit dem rechten Arm − beurteilt
Dr. med. G._ als möglicherweise auf eine psychosomatische Störung
zurückführend. Und schliesslich konnte Dr. med. G._, trotz
persönlicher Untersuchung der Beschwerdeführerin, weder an der
rechten Hand noch am rechten Arm einen krankhaften Zustand
feststellen.
d) Wie bereits die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid vom 10. August 2015 zu Recht ausgeführt hat,
besteht vorliegend kein Anlass, den überzeugend begründeten Bericht
der kreisärztlichen Untersuchung vom 11. Juni 2014 von Dr. med.
G._ (Bg-act. 94) in Frage zu stellen. Einerseits kommt − wie gesehen
− auch Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert
zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie
in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen (vgl. vorstehend E.3e). Vorliegend finden sich in den Akten
keine Arztberichte, welche der Beurteilung von Dr. med. G._
widersprechen beziehungsweise auch nur geringe Zweifel an der
Schlüssigkeit und Zuverlässigkeit der kreisärztlichen Beurteilung wecken
könnten. Insbesondere hat auch die Beschwerdeführerin keine solchen
medizinischen Akten eingereicht. Anderseits sind die Ausführungen von
Dr. med. G._ für die strittigen Belange umfassend, berücksichtigen
die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und wurden in
Kenntnis der Vorakten abgegeben. Zudem beruhen sie auf einer
persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin. Schliesslich setzt
sich der Bericht der kreisärztlichen Untersuchung vom 11. Juni 2014 auch
mit allen relevanten Aspekten auseinander, ist objektiv begründet, in sich
schlüssig und nachvollziehbar, weshalb der fraglichen Beurteilung voller
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Beweiswert zukommt. Demgegenüber erweisen sich die
beschwerdeführerischen Vorbringen als unsubstantiiert und unbelegt. Die
von der Beschwerdeführerin geltend gemachte wesentliche
Verschlechterung des physischen Gesundheitszustands ist somit nicht
ausgewiesen, weshalb die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines
Revisionsgrundes im Sinne von Art. 17 ATSG zu Recht verneint hat.
6. Zu prüfen bleibt, ob die von der Beschwerdeführerin ins Feld geführten
psychischen Beschwerden in einem natürlichen sowie adäquaten
Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 30. Juli 1990 stehen
und eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin begründen.
a) Wie gesehen setzt die Zusprache von Leistungen der obligatorischen
Unfallversicherung grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalls, eines
Nichtberufsunfalls oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG;
vgl. vorstehend E.3a). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte
schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den
menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4
ATSG). Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen
Unfallversicherung setzt weiter einen natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen
Schaden voraus (BGE 129 V 177 E.3.1 und 3.2; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6
E.3.1). Dabei müssen die beiden Erfordernisse des natürlichen und
adäquaten Kausalzusammenhangs kumulativ erfüllt sein. Scheitert der
geltend gemachte Anspruch an einer dieser Voraussetzungen, entfällt die
Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Bereich der organisch
ausgewiesenen Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche
Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang
ergebenden Leistungspflicht praktisch keine Rolle, weil sich hier die
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adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE
134 V 109 E.2, 127 V 102 E.5b).
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle
Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder
nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht als zur gleichen
Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser
Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige
oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt,
dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die
körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt
hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne
dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele ("conditio
sine qua non"; BGE 129 V 177 E.3.1, 119 V 335 E.1; SVR 2010 UV
Nr. 30 S. 121 E.5.1). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und
einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang
besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die
blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung
eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E.3.1; SVR 2010 UV
Nr. 30 S. 121 E.5.1).
Als adäquate oder rechtserhebliche Ursache eines Erfolgs hat ein
Ereignis dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge
und der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg
von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs
also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE
129 V 177 E.3.2). Der Voraussetzung des adäquaten
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Kausalzusammenhangs kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung
zu (BGE 129 V 177 E.3.3, 125 V 456 E.5c, 123 V 98 E.3b). Sie hat bei
allen Gesundheitsschädigungen, die aus ärztlicher Sicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolgen gelten, Platz
zu greifen (SVR 2002 UV Nr. 11 E.2b). Die Frage der Adäquanz ist eine
Rechtsfrage (vgl. BGE 117 V 369 E.4a); sie ist nicht von medizinischen
Sachverständigen, sondern vom Richter zu beurteilen.
b) Für die Beurteilung der Frage, ob die von der Beschwerdeführerin
geklagten psychischen Beschwerden auf das Unfallereignis vom 30. Juli
1990 zurückzuführen sind, sind vorliegend im Wesentlichen folgende
Berichte von Relevanz:
Dr. med. H._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, führte im Bericht der psychiatrischen Konsultation vom 26. Juni 2014 (vgl. Bg-act. 98) aus, dass die Beschwerdeführerin ihr gegenüber über vermehrte Schmerzen im Bereich beider Schultern, Armbeschwerden sowie fast täglichen Kopfschmerz berichtet habe. Die Beschwerdeführerin fühle sich zunehmend kraftlos und bekomme schnell Schweissausbrüche verbunden mit Atemnot, Herzklopfen und Ohnmachtsgefühlen. Erstere Beschwerden seien seit dem Tod des Ehegatten vor acht Jahren sowie mit der Loslösung der Kinder aus dem Elternhaus aufgetreten. Jahrelang habe sie die Belastung in ihrer Ehe mit einem alkoholkranken Partner durchgehalten. Sie habe immer einen Teil gearbeitet. Das Unfallereignis vom 30. Juli 1990 habe sie lange verdrängt und weitergemacht, so gut es gegangen sei. Sie habe vor allem für ihre damals noch kleinen Kinder gekämpft. Später habe sie elf Jahre im Spital X._ in der Reinigung gearbeitet und daneben eine 50%ige Unfallrente sowie eine kleine Witwenrente bezogen. In der Reinigung habe die Leiterin gewechselt, Verständnis und Sympathie habe sie von Anfang an vermisst. Später sei ihr dann wegen Stellenreduktion gekündigt worden, anderseits seien wieder Stellen ausgeschrieben worden. Sie glaube, dass ihr Handicap nicht akzeptiert werde und sei enttäuscht. Anderseits wisse sie, dass sie so schnell nicht wieder eine Stelle finden werde. So sei sie zwei Monate beim RAV gewesen, wo sie sich unter Druck gesetzt und missverstanden gefühlt habe. Sie habe es dann noch einmal in der B._ versucht, was sich von der Arbeitsleistung für beide Seiten als unbefriedigend erwiesen habe. Erneut sei es dann zur Kündigung gekommen. Beim RAV seien ihr Bezüge wegen einvernehmlicher Kündigung gestrichen worden. Ohne Beschäftigung fühle sie sich nutzlos und nicht gebraucht. Zudem stehe sie finanziell unter Druck. Gestützt auf erhobenen psychiatrischen Befunde diagnostizierte Dr. med. H._ eine Anpassungsstörung bei
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Arbeits- und Sozialproblemen (Verlust der Arbeit, finanzieller Druck, fehlende erwartete Unterstützung der Sozialsysteme; ICD-10: F43.2), eine Panikstörung (ICD-10: F41.0) sowie Probleme in der Ursprungsfamilie, die zum Verlust von Selbstwert geführt hätten (ICD-10: Z61.3). Bezüglich des weiteren Prozederes führte Dr. med. H._ aus, dass die Beschwerdeführerin bis anhin Gespräche mit Vertrauenspersonen geführt habe, welche ihr geholfen hätten. Für eine psychiatrische Therapie könne sie sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht entscheiden; sie brauche Bedenkzeit.
Der SUVA-Versicherungsmediziner med. pract. I._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gelangte in seiner psychiatrischen Beurteilung vom 12. Mai 2015 (Bg-act. 104) zum Schluss, dass die ungünstige Entwicklung bei der Beschwerdeführerin zu Befindlichkeitsstörungen − mithin zu einer Zunahme der Schmerzen in beiden Schultern und auch im gesunden rechten Arm sowie zu vermehrten Zukunftsängsten mit Stimmungstiefs und vermindertem Selbstwertgefühl − geführt habe. Beschrieben würden von der Beschwerdeführerin auch nicht fremdanamnestisch belegte Panikattacken sowie psychosomatische Beschwerden in Form von Atembeschwerden, Schwindel, Klossgefühl im Hals, Schwitzen, Gleichgewichtsstörungen und Neigung zu Obstipation. Gemäss der fachärztlichen Abklärung vor circa einem Jahr im Juni 2014 bei Dr. med. H._ seien diese Beschwerden als Anpassungsstörung bei Arbeit und Sozialproblemen sowie als Panikstörung im Zusammenhang mit Problemen in der Ursprungsfamilie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beurteilt worden. Eine weitere psychiatrische Behandlung sei im Rahmen dieser Konsultation zwar empfohlen, aber nicht als unbedingt notwendig beurteilt worden. Insbesondere sei keine medikamentöse Therapie als notwendig erachtet worden, was am ehesten für eine leichtgradig ausgeprägte psychiatrische Beeinträchtigung mit temporärem Charakter spreche. Auch in der aktuellen telefonischen Befragung der Beschwerdeführerin habe diese bestätigt, dass sie unter ihrer psychosozialen, insbesondere finanziellen Situation leide. Sie sehe auch weiterhin keine psychiatrische Behandlung als notwendig, da sie versuche, ihre Probleme selbst zu lösen. Die Beschwerdeführerin beklage hauptsächlich ihre finanziellen Probleme durch den Verlust ihrer langjährigen Arbeitsstelle mit der festen Überzeugung, dass sie aufgrund ihres Alters und ihrer körperlichen Einschränkungen keine Arbeit mehr finden werde und somit keine finanzielle Perspektive mehr habe. Eine gravierende Veränderung mit Zunahme von psychischen Beschwerden werde seit der einmaligen Abklärung durch Dr. med. H._ von der Beschwerdeführerin definitiv ausgeschlossen. Insofern könne man davon ausgehen, dass der jetzige Zustand gegenüber der Situation im Juni 2014 vergleichbar oder eher verbessert sei. Zusammenfassend sei aus psychiatrischer Sicht festzustellen, dass die Beschwerdeführerin trotz
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ihres schweren Schicksals mit dem erlittenen Unfall im Jahr 1990 und einer belastenden Situation mit einem alkoholkranken Ehemann psychisch gut zu Recht gekommen sei. So habe sie es trotz schwieriger Lebenssituation geschafft, zu ihren Aufgaben als Hausfrau und Mutter auch einer Teilzeittätigkeit über Jahre hinweg nachzugehen. Sie sei in einem für sie offensichtlich wohlwollenden Arbeitsumfeld jahrelang zu 50 % ausreichend leistungsfähig gewesen. Die Situation habe sich erst durch einen Wechsel der Vorgesetzten, welche weniger Verständnis für die Einschränkung der Beschwerdeführerin gehabt habe, und dem Wegfall einer sie unterstützenden Arbeitskollegin geändert. Durch den Verlust ihrer langjährigen Arbeitsstelle und die vergeblichen beruflichen Eingliederungsversuche an teilweise nicht optimalen Arbeitsplätzen sei die Beschwerdeführerin hauptsächlich wegen den daraus entstandenen psychosozialen Belastungen psychisch unter Druck geraten. Es seien jedoch keine schwerwiegenden psychischen Störungen nachvollziehbar, welche zum Beispiel zu einer dadurch bedingten gravierenden Arbeitsunfähigkeit geführt hätten. Die psychischen Beschwerden bewegten sich allenfalls auf Ebene einer leichtgradig ausgeprägten psychischen Störung mit einer gewissen Behandlungsbedürftigkeit. Hinsichtlich der Kausalität hänge der Zusammenhang mit den psychischen Befindlichkeitsstörungen hauptsächlich mit den psychosozialen Faktoren zusammen, welche zwar von der Beschwerdeführerin auf den Unfall interpretiert würden, da in ihrer Überzeugung sonst eine andere Lebenssituation bestehen würde. Sie seien allerdings auch ohne den Unfall denkbar und stünden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit damit nicht mehr im direkten, das heisst natürlich kausalen Zusammenhang mit dem Unfall. Mit anderen Worten sei der 25 Jahre zurückliegende Unfall lediglich einer von mehreren Faktoren einer bis anhin beziehungsweise aktuell ungünstigen psychosozialen Situation der Beschwerdeführerin. Hinsichtlich der psychischen Befindlichkeitsstörung sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer natürlichen Kausalität auszugehen. Diese seien hauptsächlich auf psychosoziale Faktoren zurückzuführen.
c) Auf die vorstehend auszugsweise wiedergegebene psychiatrische
Beurteilung von med. pract. I._ vom 12. Mai 2015 kann abgestellt
werden. Dieser verneint − wie gesehen − die natürliche Kausalität der
psychiatrischen Befindlichkeitsstörungen indem er nachvollziehbar und
schlüssig ausführt, dass zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer natürlichen Kausalität
auszugehen sei. Vielmehr seien die psychiatrischen
Befindlichkeitsstörungen auf psychosoziale Probleme zurückzuführen.
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Med. pract. I._ hat die Beschwerdeführerin zwar nicht persönlich
untersucht, was den Beweiswert seiner Beurteilung aber − wie
nachfolgend dargestellt − nicht mindert. Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung ist eine reine Aktenbeurteilung beziehungsweise ein
reines Aktengutachten nämlich nicht an sich unzuverlässig. Eine
Relativierung solcher Gutachten erfolgte zwar in RKUV 2001 Nr. U 438
S. 345, U 492/00, (mit Hinweis auf BGE 127 I 54 E.2e - g), wo
festgehalten wurde, dass sich psychiatrische Gutachten grundsätzlich auf
eine persönliche Untersuchung abzustützen hätten (siehe auch Urteil des
Bundesgerichtes 8C_476/2011 vom 5. Dezember 2011 E.7.1 mit weiteren
Hinweisen). Die direkte ärztliche Auseinandersetzung mit der zu
begutachtenden Person rückt erst dann in den Hintergrund, wenn ein
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche
Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht
und sich neue Untersuchungen überdies erübrigen. In einem solchen Fall
kann auch ein reines Aktengutachten voll beweiswertig sein (vgl. Urteile
des Bundesgerichtes 8C_476/2011 vom 5. Dezember 2011 E.7.1,
8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E.3.2.2 je mit weiteren
Hinweisen). Eine derartige Ausgangslage besteht hier, nachdem die
Beschwerdeführerin ein knappes Jahr vor der psychiatrischen Beurteilung
durch med. pract. I._ von der Psychiaterin Dr. med. H._
persönlich untersucht worden ist, welche gestützt auf die von ihr
erhobenen Befunde eine Anpassungsstörung bei Arbeits- und
Sozialproblemen (Verlust der Arbeit, finanzieller Druck, fehlende
erwartete Unterstützung der Sozialsysteme; ICD-10: F43.2), eine
Panikstörung (ICD-10: F41.0) sowie Probleme in der Ursprungsfamilie,
die zum Verlust von Selbstwert geführt hätten (ICD-10: Z61.3)
diagnostizierte und gleichzeitig ausführte, dass keine früheren
psychiatrischen Behandlungen stattgefunden hätten. Des Weiteren hielt
Dr. med. H._ weder eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit fest
noch empfahl sie eine medikamentöse Therapie. Vielmehr führte sie aus,
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dass sich die Beschwerdeführerin zum jetzigen Zeitpunkt nicht für eine
psychiatrische Therapie entscheiden könne und Bedenkzeit brauche. Aus
dem Telefongespräch zwischen med. pract. I._ und der
Beschwerdeführerin vom 4. Mai 2015 (vgl. die entsprechende Aktennotiz
von med. pract. I._ vom selbigen Tag [Bg-act. 103]) ergibt sich
sodann, dass die Beschwerdeführerin auch nach der einmaligen
Konsultation bei Dr. med. H._ keine weiteren psychiatrischen oder
psychotherapeutischen Behandlungen in Anspruch genommen hat.
Med. pract. I._ stützt sich bei seiner Beurteilung auf die Vorakten,
sein Telefongespräch mit der Beschwerdeführerin vom 4. Mai 2015 (vgl.
Bg-act. 103), die Angaben der vormaligen Arbeitgeber der
Beschwerdeführerin (vgl. die entsprechenden Protokolle vom 6. Mai 2014
[Bg-act. 88 - 90]) sowie die Notizen der Besprechung zwischen der
Beschwerdeführerin und einem Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin (vgl.
Bg-act. 87). Angesichts dieser Ausgangslage konnte auf eine persönliche
Untersuchung verzichtet werden, da ein lückenloser Befund vorlag und es
im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich
feststehenden medizinischen Sachverhalts gegangen ist. Von med. pract.
I._ war denn auch bloss die Frage der natürlichen Kausalität zu
beantworten. Es besteht somit kein Anlass, der fraglichen psychiatrischen
Beurteilung von med. pract. I._ vom 12. Mai 2015 aufgrund des
Verzichts auf eine persönliche Untersuchung der Beschwerdeführerin
einen geringeren Beweiswert zuzumessen. Schliesslich sind seine
Beurteilung und die Schlussfolgerungen umfassend, nachvollziehbar,
schlüssig und widerspruchsfrei. Darauf ist abzustellen, zumal sich in den
Akten keine konkreten Indizien finden, welche auch nur geringe Zweifel
an der Zuverlässigkeit der Beurteilung von med. pract. I._ wecken.
Der fraglichen psychiatrischen Beurteilung ist demnach voller Beweiswert
zuzuerkennen.
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d) Aus den Beurteilungen von Dr. med. H._ und med. pract. I._
sowie auch aus den übrigen Akten (insbesondere den Notizen der
Besprechung zwischen der Beschwerdeführerin und dem Mitarbeiter der
Beschwerdegegnerin [vgl. Bg-act. 87] sowie den Angaben der vormaligen
Arbeitgeber der Beschwerdeführerin [vgl. Bg-act. 88 - 90]) ergibt sich
übereinstimmend eine psychosoziale Problematik, aufgrund welcher die
Beschwerdeführerin offenbar psychisch unter Druck geraten ist. Woraus
die Beschwerdeführerin ableiten will, dass die psychischen
Befindlichkeitsstörungen unfallbedingt seien und sich diese nach dem
12. November 1992 wesentlich verschlimmert hätten, ist nicht ersichtlich
und wird von ihr weder substantiiert dargelegt noch belegt. Aus den Akten
jedenfalls ergeben sich keine solchen Hinweise. Sodann sind vorliegend
auch keine Arztberichte aktenkundig, welche der Beschwerdeführerin aus
psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit attestieren. Vielmehr führt
med. pract. I._ in seiner psychiatrischen Beurteilung vom 12. Mai
2015 explizit aus, dass keine schwerwiegenden psychischen Störungen
nachvollziehbar seien, welche zu einer dadurch bedingten gravierenden
Arbeitsunfähigkeit geführt hätten. Da die Zusprechung einer
Invalidenrente in der obligatorischen Unfallversicherung eine
unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit voraussetzt, ist der Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin aufgrund ihrer psychiatrischen Beschwerden zu
verneinen; wer nicht mindestens teilweise unfallbedingt arbeitsunfähig ist,
kann nicht gemäss UVG invalid sein (BGE 115 V 133 E.2 mit Hinweis auf
105 V 141 E.1b). Dementsprechend ist vorliegend mit med. pract. I._
und der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass der natürliche
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 30. Juli 1990
und den geklagten psychischen Beschwerden mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nicht gegeben ist. Bei diesem Ergebnis braucht auf die
Frage der Adäquanz nicht weiter eigegangen zu werden (vgl. BGE
119 V 335 E.4c in fine).
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7. a) Zusammenfassend lässt sich nach dem vorstehend Gesagten festhalten,
dass die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte wesentliche
Verschlechterung des physischen Gesundheitszustands nicht
ausgewiesen ist und die Beschwerdegegnerin dementsprechend das
Vorliegen eines Revisionsgrundes im Sinne von Art. 17 ATSG zu Recht
verneint hat. Ebenfalls zu Recht verneint wurde von der
Beschwerdegegnerin die Unfallkausalität der geklagten psychischen
Beschwerden der Beschwerdeführerin. Da die Aktenlage ausreichend ist,
um den medizinischen Sachverhalt beurteilen zu können und dem
kreisärztlichen Untersuchungsbericht von Dr. med. G._ vom 12. Juni
2014 (Bg-act. 94) sowie dem Bericht der psychiatrischen Beurteilung von
med. pract. I._ vom 12. Mai 2015 (Bg-act. 104), auf welche die
Beschwerdegegnerin zu Recht abgestellt hat, voller Beweiswert zukommt,
sind weitere medizinische Abklärungen nicht angezeigt, da hiervon keine
weiteren Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung;
BGE 134 I 140 E.5.3, 127 V 491 E.1b, 124 V 90 E.4b, 122 V 157 E.1d).
Insbesondere erübrigt sich nach dem soeben Gesagten die von der
Beschwerdeführerin beantragte Aufbietung derselben für eine
Untersuchung in der Rehaklinik Bellikon sowie auch die Einholung eines
ambulanten Befundes eines Psychiaters, welcher die Muttersprache der
Beschwerdeführerin spricht. Letzteres auch, weil sich den Akten keine
Anhaltspunkte für allfällige Sprachschwierigkeiten entnehmen lassen und
die Anamneseerhebung anlässlich der verschiedenen medizinischen
Untersuchungen offenbar ohne Probleme möglich war. Der angefochtene
Einspracheentscheid vom 10. August 2015 erweist sich somit als
rechtens, was zur vollumfänglichen Bestätigung desselben und zur
Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt, soweit auf diese
einzutreten ist (vgl. vorstehend E.2).
b) Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in
Sozialversicherungssachen − ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger
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Prozessführung − für die Parteien kostenlos. Demnach werden für das
vorliegenden Beschwerdeverfahren keine Kosten erhoben. Der
obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).