Decision ID: 18d011dc-2700-409f-bbc3-f1e1ad532da1
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1952,
war
im Jahr 2010
bei der ÖKK Kranken- und Un
fallversicherungen AG (nachfolgend: ÖKK)
obligatorisch nach dem Bundesge
setz über die Krankenversicherung (KVG)
krankenpflegeversichert
und
im Rah
men der
Zusatzversicherungen „
Privat-Zusatz
“
und
„
Kombi
“
bei der ÖKK Versi
cherungen AG (nachfolgend ebenfalls: ÖKK)
nach dem Bundesgesetz über den Versicherung
svertrag (VVG) zusatzversichert
(
Urk.
3/3). A
m
1.
Oktober 2010
er
litt er
eine Meniskusläsion am linken Knie
(
Urk.
14/1-2),
welche am
9.
Oktober
2010 in der Privatklinik
Y._
operativ versorgt wurde (
Urk.
14/14). Der
zu
ständige Unfallversicherer
lehnte
seine Leistungspflicht
wegen fehlendem
Un
fall
ereignis
ab (
Urk.
14/6
vgl. auch
Urk.
1 S. 4
Ziff.
1.2
).
1.2
Mit Schreiben vom
2
6.
November 2010
(
Urk.
14/7)
ersuchte
die
Privatklinik
Y._
die ÖKK um Kostengutsprache für
den
stationären Aufenthalt des Ver
sicherten
vom
9.
bis 1
0.
Oktober 201
0.
Die ÖKK holte
Berichte beim einwei
senden und behandelnden Arzt,
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Or
thopädische Chirurgie
,
ein
(
Urk.
14/9,
Urk.
14/14
)
und unterbreitete das Dossier
ihrem vertrauensä
rzt
lichen Dienst
(
Urk.
14/10-12,
Urk.
14/15).
Am 2
1.
Januar 2011 lehnte
die ÖKK das Kostengutsprachegesuch
ab, mit der Begründung, dass de
r
durchgeführte
Eingriff
ambulant hätte erfolgen können, und
erklärte, die Kosten für
eine
n
ambulante
n
Eingriff
gemäss
Tarmed
-P
auschale
in der Höhe von
maximal
Fr.
1‘752.00 zu übernehmen
(
Urk.
14/16).
Nachdem sich der Versicherte mit Schreiben
vo
m 2
3.
Januar 2011 (
Urk.
14/17)
gegen den ablehnenden Entscheid
der ÖKK
gewandt hatte, kam es zu einem mehr
maligen Korrespondenzwechsel zwischen
Dr.
Z._
und den Ärzten des ver
trauensärztlichen Dienstes der ÖKK (
Urk.
14/18
-19
,
Urk.
14/22-24
,
Urk.
14/26-27
)
. Am 1
7.
Oktober 2011 teilte die ÖKK dem Versicherten mit, dass sie an
ihrem ablehnenden Entscheid betreffend Übernahme der Kosten für
die stationäre Behandl
ung vom
9.
bis 1
0.
Oktober 2010 festhalte
und
sie nur
die Kosten für eine ambulante
Behandlung
übernehme
(
Urk.
14/32)
.
Am 2
7.
Oktober 2011
ersuchte der Versicherte die ÖKK um Vergütung des stationä
ren Aufenthalts, welcher ihm von der Privatklinik
Y._
am 2
0.
September 2011
mit insgesamt
Fr.
8‘702.80 in Rechnung gestellt worden war (
Urk.
14/29-30),
dies
im Sinne einer
Vorleistung (
Urk.
14/34).
Mit Verfü
gung vom 1
6.
Dezember 2011 (
Urk.
14/39) erteilte die ÖKK Kostengutsprache für eine ambulante Kniearthroskop
ie in der Höhe von
Fr.
1‘752.--.
1.3
Am
1
1.
Januar 2012
erhob der Versicherte Einsprache (
Urk.
14/40) gegen die Verfügung vom 1
6.
Dezember 2011 (
Urk.
14/39)
, woraufhin
ein Vertrauensarzt der
ÖKK
erneut
Stellung nahm
(
vgl.
Urk.
14/42
). In der Folge
ergingen weitere Stellungnahmen sowohl des
Versicherte
n
(
Urk.
14/45,
Urk.
48-49,
Urk.
14/53) als auch des Vertrauensarztes der ÖKK (
Urk.
14/46,
Urk.
14/50,
Urk.
14/54). M
it Entscheid vom
6.
November 2012 (
Urk.
2)
wies die ÖKK
die Einsprache des Ver
sicherten
schliesslich
ab.
2.
2.1
Am 2
3.
November 2012 erhob der Versicherte Beschwerde gegen den
Ein
spra
che
entscheid
vom
6.
November 2012 (
Urk.
2) und stellte folgende Anträge:
„1.
Es sei der
Einspracheentscheid
vom 6.11.2012 aufzuheben.
2.
Es sei die ÖKK zu verurteilen, dem Versicherten die gesetzlichen Leis
tungen zu erbringen und dem Versicherten CHF 8‘702.80 nebst Zins zu 5
%
ab 19.12.2011 zu vergüten.
3.
Eventuell sei die ÖKK zu verpflichten, die den Betrag von CHF 1‘752 übersteigenden Kosten der Behandlung aus der Zusatzversicherung zur obligatorischen Krankenversicherung zu decken.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der ÖKK.“
Mit Verfügung vom 2
9.
November 2012
(
Urk.
5) erklärte das
Gericht, dass
die
Ein
gabe vom
2
3.
November 2012
als Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom
6.
November 2012
und zugleich als Klage entgegen genommen werde,
da der Versicherte
nicht nur die Frage beurteilt haben wolle, ob die
ÖKK
aus de
r
obligatorischen Krankenpflege
versicherung leistungspflichtig sei, son
dern
gleich
zeitig auch deren Leistungs
pflicht
aus der Zusatzversicherung über
prüft haben wolle.
Am
4.
Dezember 2012 wurde der Ö
KK der Beschwerde-Nachtrag des Beschwer
deführers und Klägers
vom
3.
Dezember 2012 (
Urk.
6) zugestellt (
Urk.
8).
Mit Be
schwerde- und Klageantwort vom 1
1.
Februar 2013 beantragte die
Beschwer
degegnerin
und
Beklagte, die Beschwerde und Klage seien abzuweisen (
Urk.
13 S. 2).
2.2
Mit
Eingabe vom 2
8.
März 2013
(
Urk.
15)
änderte
und
mit
Replik vom
2.
Mai 2013 (
Urk.
18)
berichtigte der
Beschwerdeführer
und Kläger
seine Anträge wie folgt (
Urk.
18
S. 2):
„1.
Es sei der
Einspracheentscheid
vom 6.11.2012 aufzuheben.
2.
Es sei die ÖKK zu verurteilen, dem Versicherten die gesetzlichen Leis
tungen zu erbringen und dem Versicherten CHF 7‘128.10 nebst Zins zu 5
%
ab 11.1.2012 zu vergüten.
2.a
Es sei die ÖKK zu verurteilen, dem Versicherten einen Verzugszins von 5
%
auf CHF 1‘574.70 seit 11.1.2012 bis zum 22.3.2013, CHF 94.05 zu bezahlen.
3.
Eventuell sei die ÖKK zu verpflichten, die den Betrag von CHF 1‘574.70 übersteigenden Kosten der Behandlung aus der Zusatzversi
cherung zur obligatorischen Krankenversicherung zu decken.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der ÖKK.“
Die Beschwerdegegnerin und Beklagte beantragte mit Du
plik vom
4.
Juni 2013
die Abweisung der Beschwerde und Klage (
Urk.
23 S. 2)
, was de
m
Beschwerde
führer
und Kläger
am
7.
Juni 2013
mitgeteilt
wurde (
Urk.
24).
2.3
Die weiteren Eingaben des Beschwerdeführers
und Klägers
vom 1
4.
Juni 2013 (
Urk.
25) und vom 1
8.
Juni 2013 (
Urk.
27) wurde
n der Beschwerdegegnerin und Beklagten am 1
7.
Juni 2013 (
Urk.
26)
und
am 2
7.
Juni 2013 (
Urk.
28) zur Kenntnis gebracht.
Die Einzelrichterin

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
und Klage
grundsätzlich
in
die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
1.2
Der Beschwerdeführer
und Kläger
beantragt
e
, gestützt auf
§
11
Abs.
4
GSVGer
sei die Beschwerde
und Klage
der Kammer in ordentlicher Besetzung zu über
weisen (
Urk.
1 S.
3
Mitte
). Er begründet
e
dies damit, dass
die Argumentation der
Beschwerdegegnerin und Beklagten im angefochtenen
Einspracheentscheid
zeige,
dass es
um Fragen von grundsätzlicher Bedeutung gehe.
So,
ob Menis
kusope
rationen als Regel ambulant durchzuführen seien
und wenn ja nur unter dem KVG oder auch bei VVG-Vers
icherten
.
Des Weiteren
, ob ein
Krankenversi
cherer
wie im von der Beschwerdegegnerin
und Beklagten
genannten Fall Nr.
KV.2008.00076 des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich und auch im
vorliegenden
Fall
generell vom Versicherten verlangen könne, dass eine Me
nis
kusoperation ambulant durchgeführt werde und ob er dies auch ex
post
ver
langen könne, also nach durchgeführter Operation mit anschliessendem statio
nä
rem Aufe
nthalt (
Urk.
1 S. 2 f.
Ziff.
3,
Urk.
18 S. 4
Ziff.
4)
.
1.3
Die
Beschwerdegegnerin
und Beklagte
stellte sich auf den Standpunkt, dass sich eine
Beurteilung durch das Dreiergremium
nicht auf
dränge
,
weil kein Fall von
grundsätzlicher (rechtlicher) Bedeutung vorliege. I
m vorliegenden Verfahren könne
die Frage, ob Meniskusoperationen ambulant oder stationär durchgeführt werden könnten, nicht allgemein und für zukünftige Fälle bindend durch das Gericht beantwortet werden. Es sei immer vom Einzelfall auszugehen. Unter gewissen Umständen könne eine stationäre Beha
ndlung durchaus angezeigt sein
(
Urk.
13 S. 2
Ziff.
7).
1.
4
Es stellt sich vorliegend nicht eine Grundsatzfrage, sondern die massgebenden rechtlichen Bestimmungen (nachstehend E. 2) sind auf den konkreten Sachver
halt anzuwenden, und darauf bezogen
ist
zu beurteilen,
in welchem Umfang
die erfolgte Meniskusoperation mit stationärem Aufenthalt von der
Grundversi
che
rung
zu übernehmen sei.
Somit hat
es mit der streitwertgemässen einzelrichterlichen Zus
tändigkeit sein Bewenden
.
2.
2.1
Im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (
Art.
1
Abs.
1 KVG)
haben die anerkannten Krankenkassen (
Art.
12 KVG) und die zugelasse
nen privaten
Versicherungseinrichtungen (
Art.
13 KVG) als obligatorische
Kranken
pflegeversicherer
(
Art.
11 KVG) unter anderem im Falle der Krankheit (
Art.
1
Abs.
2
lit
. a KVG) nach
Art.
24 KVG die Kosten für die Leistungen ge
mäss den
Art.
25-31 KVG nach Massgabe der in den
Art.
32-34 KVG festgeleg
ten Voraus
setzungen zu übernehmen.
Art.
32
Abs.
1 KVG hält fest, dass die Leistungen wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein müssen (Satz 1). Die Wirksamkeit muss nach wissenschaftlichen Methoden nachgewiesen sein (Satz 2).
2.
2
Eine medizinische Leistung ist wirksam, wenn sie objektiv geeignet ist, auf den angestrebten diagnostischen, therapeutischen oder pflegerischen Nutzen hinzu
wirken. Wirksamkeit bezeichnet die kausale Verknüpfung von Ursache (medizi
nische Massnahme) und Wirkung (medizinischer Erfolg). Sie meint die einfache Tatsache der Eignung zur Zielerreichung und stellt insofern einen Teilgehalt der Zweckmässigkeit dar, welche voraussetzt, dass die Massnahme geeignet ist, das angestrebte Ziel (Untersuchung, Behandlung, Pflege) zu erreichen (RKUV 1999 Nr. KV 64 S. 67 E.
3a mit Hinweisen). Die Zweckmässigkeit kann in diesem Sinn umschrieben werden als „angemessene Eignung im Einzelfall" (BGE 123 V 63
oben E.
2c/
bb
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts K 142/03 vom 2
4.
Juni 2004 E.
1.2).
2.3
Die Zweckmässigkeit fragt nach dem diagnostischen oder therapeutischen Nut
zen der Anwendung im Einzelfall unter Berücksichtigung der damit verbunde
nen Risiken, gemessen am angestrebten Heilerfolg der möglichst vollständigen Beseitigung der körperlichen oder psychischen Beeinträchtigung sowie allenfalls an der Missbrauchsgefahr (BGE 137 V 295 E. 6.2).
2.4
Die Prüfung der Wirtschaftlichkeit schliesslich verlangt einen Kostenvergleich der möglichen Behandlungsalternativen mit ungefähr gleichem medizinischem Nutzen. Sind mehrere Behandlungen möglich, hat eine Abwägung stattzufinden zwischen den Kosten und dem Nutzen der einzelnen Vorkehren. Von zwei gleichermassen zweckmässigen Behandlungsalternativen gilt grundsätzlich nur
die kostengünstigere als notwendig und wirtschaftlich (BGE 128 V 70 E.
6; RKUV
1998 Nr. KV 988 S.
4 f. E.
3c mit Hinweisen). Wenn mit der
Behand
lungs
al
ternative
das Therapieziel kostengünstiger erreicht werden kann, besteht kein An
spruch auf Übernahme der teureren Behandlung. Der in Frage kom
mende alter
n
ative Behandlungsweg muss aber deutlich kostengünstiger sein. Dies muss für den Leistungserbringer zudem auch erkennbar sein (Gebhard
Eugster
, Kranken
versicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, So
ziale Sicherheit,
2.
Auflage, Basel 207,
Rz
297).
2.5
Die Leistungspflicht für stationäre Behandlung setzt voraus, dass eine Krankheit vorliegt, welche eine Akutbehandlung oder medizinische Rehabilitation unter Spitalbedingungen erforderlich macht. Spitalbedürftigkeit in diesem Sinne ist einerseits dann gegeben, wenn die notwendigen diagnostischen und therapeu
ti
schen Massnahmen nur in einem Spital zweckmässig durchgeführt werden können, anderseits auch dann, wenn die Möglichkeiten ambulanter Behandlung erschöpft sind und nur noch im Rahmen eines Spitalaufenthaltes Aussicht auf einen Behandlungserfolg besteht oder wenn die medizinische Behandlung we
gen besonderer persönlicher Lebensumstände nicht anders als im Spital durch
geführt werden kann (BGE 126 V 326 E.
2b, 120 V 206 E.
6a mit Hinweisen;
Urteile des Bundesgerichts K 53/04 vom 2
6.
August 2004, K 68/06 vom 2
7.
Novem
ber 2006 und K 34/00 vom 3
1.
Januar 2001 E. 2b).
2.6
Im Falle einer seitens eines Arztes erbrachten Leistung ist
die
Kostenvergü
tungspflicht
der Kasse zu bejahen, sofern die ärztlich erbrachte Leistung nicht gemäss
Art.
33
Abs.
5 KVG von der Kostenvergütungspflicht ausgenommen
worden ist. Die von Ärzten als Angehörige eines freien Berufes applizierten
Heil
anwendungen
haben somit die gesetzliche Vermutung für sich, dass sie den Vo
raussetzungen für eine Kostenübernahme durch die obligatorische
Kranken
pflegeversicherung
entsprechen (BGE 125 V 28
Erw
.
5b). Hält ein
Krankenversi
cherer
dafür, dass eine bestimmte nicht ausgeschlossene ärztliche (oder
chiro
praktorische
) Therapie unwirksam, unzweckmässig oder unwirtschaftlich sei (
Art.
32
Abs.
1 KVG), hat er im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes die Ver
hältnisse abzuklären und hernach über die Leistungspflicht im Einzelfall zu ver
fügen (BGE 129 V 167 E. 3.2).
2.7
Der
vorstehend erwähnte
Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des
Sozial
ver
sicherungsgerichts
(oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die
Zu
sam
men
tragung
des Beweismaterials besorgt zu sein. Im
Sozialversicherungs
prozess
tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte
(
BGE 138 V 218
E. 6).
2.8
D
ie Wirksamkeit wie
die
Zweckmässigkeit
einer Leistung nach
Art.
25 KVG als ein Kriterium der Kostenübernahme im Rahmen der obligatorischen
Kranken
pflegeversicherung
(
Art.
32
Abs.
1 KVG) sind prognostisch zu beurteilen (BGE 130 V 299 E.
5.2; RKUV 2000 Nr. KV 138 S.
357
Erw
.
5b). Erfolgt etwa eine medikamentöse Behandlung auf Grund einer Diagnose, die sich nachträglich als falsch herausstellt, ist dies kein Grund für die Verneinung der (Vor-)
Leistungs
pflicht
. Massgebend ist, dass eine Verdachtsdiagnose eine Behandlung rechtfer
tigen kann und diese aus medizinischer Sicht im Durchführungszeitpunkt pros
pektiv als indiziert erscheint. Tauchen im Nachhinein, beispielsweise gestützt auf ein fachärztliches Gutachten, Zweifel an der ursprünglichen Diagnose auf, führt dies nicht dazu, dass die seinerzeit auf Grund der Verdachtsdiagnose ver
anlasste, als wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich gemäss
Art.
32 KVG er
achtete Behandlung nunmehr als unwirksam, unzweckmässig oder unwirt
schaftlich bezeichnet werden kann mit der Folge, dass der Krankenversicherer sich unter Berufung auf
Art.
32 KVG der Leistungspflicht entschlagen könnte (BGE 131 V 78 E. 2).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin
ging im
angefochtenen
Entscheid
(
Urk.
2) davon aus,
das
s Meniskusoperationen schon seit längerer Zeit gefahrlos ambulant durch
ge
führt werden könnten. Eine stationäre Behandlung dränge sich nur noch in Aus
nahmefällen auf
. Diese von diversen Chirurgen bereits seit längerer Zeit ver
tretene Ansicht habe kürzlich ihren Niederschlag im Urteil Nr. KV.2008.00076
des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich
vom 3
1.
August 2010
ge
funden
(
Ziff.
2.5).
Vorliegend habe aus medizinischer Sicht keine Veranlassung
für eine stationäre
Operation bestanden. Eine Intubation beziehungsweise Vollnarkotisierung habe entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers nie stattgefunden. Die posto
perative Phase sei unauffällig gewesen. Ein
Hämarthros
(mit Blut gefülltes Ge
lenk) habe nicht vorgelegen. Eine postoperative Drainage sei aus medizinischer Sicht nicht notwendig. Zudem sei das Anlegen eines
Redonsoges
kein Hindernis für eine ambulante Behandlung. Es habe keine Indikation für eine überdurch
schnittliche Überwachung bestanden. Die früher behauptete starke Blutung habe
nicht stattgefunden. Sodann sei d
er Zeitpunkt der
Operation
aus wirtschaftli
chen
Überlegungen
so zu legen
, dass die Entlassung des Patienten im Verlaufe des Tages noch möglich sei, vorausgesetzt, dass ein stationärer Eingriff nicht aus
anderen, medizinischen Überlegungen indiziert sei. Die suggerierte, massive
Knie
pathologie
habe nicht vorgelegen. Die auf den Bildern erkennbaren Be
funde seien bei Kniearthroskopien an der Tagesordnung und würden ein ambu
lantes Vorgehen keineswegs ausschliessen
(
Ziff.
2.6)
.
Zu ihren Lasten gingen
daher
lediglich
die Kosten einer ambulanten Behandlung gemäss
Tarmed
-T
arif in der Höhe von
Fr.
1’
7
52.-- (
Ziff.
2.7).
3
.2
Der Beschwerdeführer
machte in seiner Beschwerde (
Urk.
1)
im Wesentlichen
geltend
,
Dr.
Z._
-
einer der bekannteren
Chirurgen auf dem Platz Zürich, welcher
auch als Vertrauensarzt
für andere Versicherungen tätig
sei
- sei
dezi
diert
der Überzeugung, dass eine ambulante Behandlung in diesem Fall unver
antwortlich gewesen wäre. Dagegen könne
die
auf Distanz und nicht
klinikba
siert
abgegebene Meinung der Vertrauensärzte der Beschwerdegegnerin, wonach die Operation ohne weiteres ambulant hätte e
rfolgen können, nicht aufkommen
(S. 5 unten, S. 6 oben).
Die Wirksamkeit der erfolgten Behandlung sei unbestritten. Entscheidend sei, dass die Zweckmässigkeit als „angemessene Eignung im Einzelfall“ umschrieben sei. Damit werde auf das Ermessen des behandelnden Arztes verwiesen, der auf
grund seiner klinischen Beurteilung besser wenn nicht allein wisse beziehungs
weise wissen könne, welches Vorgehen zweckmässig sei
(S.
7 Mitte)
.
Was die Wirtschaftlichkeit anbelange, so habe d
ie Beschwerdegegnerin
nie dartun kön
nen, inwie
fern die Behandlungskosten durch die stationäre Behandlung das Mass
überstiegen hätten, welches in seinem Interesse gelegen habe, und nie nach
weisen können, dass die stationäre Behandlung über das Mass des
Be
hand
lungs
zwecks
hinausgegangen wäre (S. 7 unten). Die Beschwerdegegnerin habe nicht
geltend gemacht, die Behandlung sei unwirtschaftlich
gewesen
. Sie lehne einfach
die stationäre Behandlung aus Prinzip ab,
weil sie naturgemäss teurer sei
(S. 8 oben). In ihren Allgemeine
n
Vertragsbedingungen lege die
Be
schwerdegegnerin
den Entscheid, ob eine ambulante oder stationäre Behand
lung stattfinde, rich
ti
gerweise in die Hand des behandelnden Arztes, der ja auch die Verantwortung trage, wenn eine ambulant begonnene Behandlung sich zu einer stationären ent
wickle, weil Komplikationen einträten. Seien solche abseh
bar oder sei mit solchen zu rechnen
,
wie im vorliegenden Fall aufgrund der präoperativen Un
tersuchungen, so müsse der Arzt die zweckmässigere wählen, als Folge einer
Ri
si
koabschätzung
(S. 8 unten
).
Dass Meniskusoperationen ambulant durchgeführt werden könnten, sei bekannt, aber das heisse nicht, dass sich eine stationäre Behandlung nur noch in Aus
nahmefällen aufdränge, sondern die Frage der Behandlungsart sei bei jedem Pa
tienten neu zu prüfen und zu entscheiden.
D
er diesbezügliche
Ermessensent
scheid
des behandelnden Arztes sei vom KVG-Versicherer grundsätzlich zu res
pektieren. E
ntgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin
habe ihre Doktrin
betreffe
nd ambulante Meniskusoperationen keinen Niederschlag gefunden im von
ihr erwähnten
Urteil des Sozialversiche
rungsgerichts des Kantons Zürich. Im Ge
genteil habe der Richter den medizinischen Akten
entnommen
, dass Pati
en
ten mit
Redonschläuchen
hospitalisiert, das heisse stationär behandelt
,
wer
den müss
t
en (S. 9 f.
Ziff.
2.5
).
Die Behauptung der Beschwerdegegnerin, er sei nicht vollnarkotisiert worden,
sei - wie eine klärende Rücksprache bei
Dr.
Z._
ergeben habe - frei er
fun
den
.
Dasselbe gelte für die Angabe der Beschwerdegegnerin, wonach die
posto
pera
tive
Phase unauffällig gewesen sei. Die starken Abgänge ins Redon würden von der Beschwerdegegnerin schlicht geleugnet.
Eine Entlassung noch am sel
ben Tag wäre unverantwortlich gewesen
und sei - da aufgrund der diagnosti
schen Re
sul
tate schon präoperativ mit Komplikationen zu rechnen gewesen sei
–
tat
sächlich
nicht geplant gewesen.
Bei ihm
hätten
schon am
5.
Oktober 2010 ein mässiger Kniegelenkserguss, eine kleine
Bakerzyste
und ein
Ö
dem vorgelegen. Damit sei d
ie Indikation für eine stationäre Behandlung für einen verantwor
tungsbewussten Operateur zwingend gewesen und dieser Entscheid sei zu res
pektieren (S. 10 f.
Ziff.
2.6).
3
.3
Dem hielt die Beschwerdegegnerin in
ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
13)
entge
gen,
der stationäre Spitalaufenthalt sei keineswegs indiziert und damit die ge
wählte Behandlung
sart nicht zweckmässig gewesen (S.
6
Ziff.
24).
Die Argu
men
te für die Notwendigkeit der stationären Operation seien mit zunehmender Dauer des Verfahrens erweitert
worden. Zu Beg
inn sei weder behauptet worden,
die Operation
sei
b
esonders kompliziert gewesen
, noch
d
argelegt worden, die
stationäre Behandlung habe sich aufgrund präoperativer Befunde aufgedrängt. Derartige Argumente seien erst mit dem Operations- und Austrittsbericht nach
geschoben worden.
Ob dieser Aussage der ersten Stunde besonderes Gewicht beizumessen sei, könne
indes
offen bleiben
.
Gemäss nachvollziehbarer und schlüssiger Argumentation des Vertrauensarztes, welcher sich auf anerkannte wissenschaftliche Untersuchungen stütze, sei eine Redon-Drainage bei dieser Art der Operation nicht notwendig
(S. 6 f.
Ziff.
26-27).
Wie sich aus einem
Aufsatz von
Dr.
med.
A._
, Spezialarzt für Orthopädi
sche Chirurgie, und
B._
aus dem Jahr 2003
(
Urk.
14/55) und
ein
em
von
Dr.
A._
am 1
6.
Dezember 2008 erstatteten
Kurzgutachten (
Urk.
14/56
)
ergebe, werde
in
der medizinischen Fachwelt bereits seit Jahren von der Einlage einer Redon-Drainage abgeraten
,
weil keine
Vorteile im Zu
sam
men
hang mit Nachblutungen, Infektionen oder Thrombosen hätten festge
stellt werden
können.
Dr.
A._
und
B._
hätten bereits im Jahr 2003 an
hand von über 500 Operationen in verschiedensten Praxen nachvollziehbar auf
gezeigt, dass Blutsperren und Redon-Drainagen nicht notwendig seien
und der
artiger Zusatzaufwand in
den seltensten Fällen gerechtfertigt sei (S. 7
Ziff.
28).
Auch im konkreten Fall hätten keine Anzeichen
dafür bestanden, dass
das Ab
saugen von Flüssigkeit medizinisch indiziert gewesen sei. Weder führe der Ein
griff selber zu starker zusätzlicher Blutung, noch seien präoperativ Anzeichen vorhanden gewesen,
dass
das Kniegelenk derart stark verletzt gewesen sei, dass mit übermässiger Blutung zu rechnen gewesen wäre (S. 7
Ziff.
29).
Das ur
sprünglich und hauptsächlich vorgebrachte Argument
von
Dr.
Z._
, wonach die
Hospitalisation
aufgrund eines entstandenen
Hämarthros
indiziert gewesen sei,
sei aufgrund der Operationsdokumente widerlegt.
Dr.
C._
habe schlüssig erklärt, dass weder präoperativ noch postoperativ ein
Hämarthros
erkennbar sei. Effektiv habe sich das Redon mit der Mobilisierung gefüllt, was jedoch ein völ
lig normaler Vorgang nach der Operation sei und mit einem eigentlichen
Hä
marthros
keinen Zusammenhang habe
.
Abgesehen davon wäre es möglich ge
wesen, den B
eschwerdeführer
m
it einer Redon-Drainage
aus dem Spital zu ent
lassen,
was
vom behandelnden Arzt aber gar nie in Erwägung gezogen worden
sei (S. 8
Ziff.
30-31).
S
owohl der stationäre Aufenthalt im Spital
als auch
die ambulante Behandlung
wären
wirksam gewesen. Zweckmässig wäre die ambulante Behandlung gewe
sen, weil der stationäre Aufenthalt im Spital keinen höheren therapeutischen Nutzen bringe und die ambulante Behandlung komplikationslos hätte durchge
führt
werden können (S. 10
Ziff.
35).
Klar zu verneinen sei
schliesslich
die Wirtschaftlichkeit der von
Dr.
Z._
ge
wählten Behandlungsmethode, welche fünf Mal teurer gewesen sei als die am
bulante Behandlung
, womit zweifellos ein grobes Missverhältnis zwischen den möglichen Methoden vorliege
(S.
6
Ziff.
24, S.
10
Ziff.
36).
3
.4
In seiner Replik (
Urk.
18)
stellte
der Beschwerdeführer
die Unabhängigkeit von
Dr.
C._
in Frage (S. 5 ff.
Ziff.
10-13).
Sodann bekräftigte er
im Wesentlichen
seinen Standpunkt, wonach ein stationär
er Aufenthalt indiziert
(S. 7 f.
Ziff.
17, S.
8 f.
Ziff.
20, S.
10
Ziff.
22,
S.
13 f.
Ziff.
31
) und auch wirtschaftlich (S.
18
Ziff.
45) gewesen sei.
3.5
In ihrer Duplik (
Urk.
23) hielt
die Beklagte daran fest, dass eine stationäre Be
handlung
des Beschwerdeführers nicht notwendig gewesen sei
(S. 2
Ziff.
4)
.
4
.
4
.1
Die am
5.
Oktober 2010 angefertigte Magne
tresonanztomographie (MRI) des
linken Knies ergab einen dislozierten Korbhenkelriss des Innenmeniskus, einen mässigen Kniegelenkserguss sowie eine kleine
Bakerzyste
(
Urk.
19/11).
4.2
Im
Bericht über die am
9.
Oktober 2010
durchgeführte Operation
(
Urk.
14/14), welcher zugleich als Austrittsbericht bezeichnet wurde,
nannte
Dr.
Z._
als Diagnose eine Korbhenkelruptur des medialen Meniskus im Kniegelenk links. Er berichtete, die gleichentags durchgeführte Operation habe eine Arthroskopie so
wie eine
arthroskopische
Meniskektomie
medial
des
Kniegelenk
s
links bein
hal
tet.
Im
Recessus
supra
patellaris
habe sich deutlich entzündetes Gewebe ge
zeigt. Das laterale Kompartiment sei unauffällig gewesen.
Im
In
tercondylär
raum
/medialen Kompartiment habe vor den beiden Kreuzbändern eine massive
Synovitis
be
standen. Der eingeklemmte Korbhenkel habe nicht gesehen werden können, weil
das entzündete Gewebe gestört habe. Bei dessen Resektion sei eine massive Blu
tung aufgetreten. Dann habe der Korbhenkel gesehen werden, dorsal und medial abgehängt und in toto entfernt werden können.
Eine
im
Hinterhorn
noch
sicht
bare
Restmeniskusläsion
sei
unter äusserst schwierigen Bedingungen infolge starker Krümmung des
Femurkondylus
mühsam entfernt worden
,
bis auch hier wieder glatte Verhältnisse vorgelegen hätten. Es sei sicher die Hälfte des media
len Meniskus reseziert worden. Die weiteren Schritte beschrieb
Dr.
Z._
wie folgt: „Spülen, Redon, schichtweiser Wundverschluss,
Hausnaht
, Kompressions
verband.“
4
.3
Von der Beschwerdegegnerin nach der Diagnose und dem Grund für die statio
näre
Hospitalisation
gefragt (
Urk.
14/8), führte
Dr.
Z._
in seinem Schreiben vom
6.
Dezem
ber 2010
(
Urk.
14/9) aus
,
am
9.
Oktober 2010 sei in erster Linie
ein
Hämarthros
bei parti
e
ller Ruptur des vorderen
Kreuzbandes sowie einer Korbhen
kelruptur des medialen Meniskus am Kniegelenk links operativ versorgt worden.
Ein stationärer Aufenthalt sei erfolgt, weil sich postoperativ aus der Redon-Drainage massiv
Hämarthros
entleert und erst nach eineinhalb Tagen eini
germassen sistiert habe.
4
.4
Mit
Stellungnahme vom 1
9.
Januar 2011 (
Urk.
14/15 S.
1
)
hielt
Dr.
med.
D._
,
Facharzt FMH für
Allgemeine
Medizin,
Vertrauensarzt
der
Beschwerde
gegnerin
, fest,
dass
die Behandlung
ambulant möglich
gewesen
wäre
.
4
.5
In seinem Wiedererwägungsgesuch vom
4.
Februar 2011 (
Urk.
14/18) führte
Dr.
Z._
aus, der stationäre Aufenthalt sei notwendig gewesen, wei
l sich postoperativ
ein
Hämarthros
von 450
ml gebildet habe und ein Redon habe an
gelegt werden müssen, welches dreimal habe gewechselt werden müssen.
4
.6
Dr.
med.
C._
,
Leiter des vertrauensärztlichen Dienstes der
Beschwerde
gegnerin
, hielt mit Stellungnahme vom 1
4.
Februar 2011 (
Urk.
14/18 unten) fest
,
dem Operationsbericht seien keine postoperativen Komplikationen zu ent
neh
men.
Damit könne er die Spitalbedürftigkeit nicht bestätigen.
4
.7
In seinem Schreiben
an die Beschwerdegegnerin
vom 2
3.
Februar 2011 (
Urk.
14/19)
wies
Dr.
Z._
darauf hin, dass der
Hämarthros
nach der Mobili
sation aufgetreten beziehungsweise die Redon-Flasche sich gefüllt habe. Die Mobilisation habe erst um 18.00 Uhr stattgefunden und das Redon habe sich bis etwa um 22.00 Uhr immer wieder mit Blut gefüllt und geleert werden müssen, weshalb eine ambulante Operation nicht möglich gewesen sei.
4
.8
Mit Schreiben vom
2
6.
Februar 2011
(
Urk.
14/22) gelangte
Dr.
C._
an
Dr.
Z._
. Er führte aus, die Streitigkeiten zwischen Kniechirurgen und Versi
cherungen betreffend Modalitäten von
transarthroskopischen
Eingriffen seien bekannt. Grundsätzlich bestehe auch unter Fachkollegen wegen der Notwendig
keit einer Redon-Drainage keine Einigkeit. Er
(
Dr.
Z._
)
weise allerdings doch eine „massive Blutung“ aus und
er
bitte ihn daher, ihm seine intraoperative
,
bild
gebende
Dokumentation und das Überwachungsprotokoll des Spitals zur Ein
sicht zur Verfügung zu stellen.
Am
3.
März 2011 liess
Dr.
Z._
Dr.
C._
die Bilder der Arthroskopie sowie das Überwachungsprotokoll der Privatklinik
Y._
zukommen (
Urk.
14/23
).
4
.9
In seiner Stellungnahme vom
2.
April 2011 (
Urk.
14/25) führte
Dr.
C._
aus,
ein
Hämarthros
sei anhand der Bilddokumentation nicht nachvollziehbar. Selbst
verständlich werde das Gelenk vor der
arthroskopischen
Befunderhebung
grund
sätzlich gespült. Bei einem
Hämarthros
blieben jedoch Blutkoagula-Fetzen zu
rück, welche auf mindestens einem der nun vorliegenden Bilder sichtbar sein
sollten. Die Aufnahme im Kreuzbandbereich zeige zwar blutig tingiertes Gewebe lokal umschrieben. Dieses könnte allerdings auch beim Eingehen mit dem Ar
thros
kopie-Instrument entstanden sein. Somit sei dieses nicht beweisend für ein
en
Härmarthros
. Die postoperative Nachbehandlung zeige als Auffälligkeit lediglich eine
Titrierung
des
Beschwerdeführers
mit
Vilan
im Überwachungssaal, ohne dass hier spezielle Schmerzangaben vermerkt worden wären. Anscheinend
handle es sich hier eher um ein Standardvorgehen und nicht um eine individu
el
l schmerzbedingte Therapie. Die
Redonfüllung
zeige erst nach der Mobilisation eine nennenswerte Flüssigkeitsmenge. Eine Notwendigkeit von solchen Mass
nah
men sei allerdings bei Weitem nicht bewiesen. Grundsätzlich handle es sich um einen
transarthroskopischen
Meniskuseingriff ohne weitere Auffälligkeiten, so dass seines Erachtens die Notwendigkeit der stationären Therapie nicht aus
gewiesen sei.
Sinngemäss habe er auch
Dr.
Z._
informiert (vgl.
Schreiben vom
2.
April 2011,
Urk.
14/24).
4
.10
Mit Schreiben vom
6.
April 2011 (
Urk.
14/27) wies
Dr.
Z._
Dr.
C._
da
rauf hin, dass dem
Kardex
für den postoperativen Tag der Vermerk „Redon: 125
ml“ zu entnehmen sei, und äusserte seinen Unmut darüber, dass er (
Dr.
C._
) ein
peroperatives
Arthroskopiebild
beurteile und sich festzustellen erlaube, dass postoperativ kein
Hämarthros
aufgetreten sei.
4
.11
Am
7.
Februar 2012 (
Urk.
14/42) nahm
Dr.
C._
Stellung zur Einsprache des Beschwerdeführers vom 1
1.
Januar 2012 (
Urk.
14/40). Unter Hinweis auf seine Stellungnahme vom
2.
April 2011 gelangte er zusammenfassend zum Schluss, dass die postoperative Phase als unauffällig bezeichnet werden müsse. Insbe
son
dere könne nicht von einem
Hämarthros
(einem mit Blut gefüllten Gelenk) gesprochen werden. Bekanntlich werde die Indikation für eine postoperative Drainage unter Fachleuten kontrovers diskutiert, wobei klar festzuhalten sei, dass keine wissenschaftlichen Arbeiten existierten, welche eine diesbezügliche Notwendigkeit beleg
ten
. Die Notwendigkeit einer stationären Nachbehandlung sei weiterhin nicht belegt (S. 3).
4
.12
Nach Einsicht in die Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 2
7.
März 2012 (
Urk.
14/45) hielt
Dr.
C._
in seiner Stellungnahme vom
2.
April 2012 (
Urk.
14/46) fest, für die
Reevaluation
der Situation bestehe noch Bedarf auf Aktenergänzung. Dem Beschwerdeführer sei mitzuteilen, dass noch die Akten be
nötigt würden,
welche den geltend gemachten
Hämarthros
klar belegten. Ebenso solle er die Evidenzen nachliefern, welche eine Triage des
Operations
verfahrens
nach MRI beschrieben (stationär oder ambulant). Sodann sei noch eine Kopie des Anästhesieprotokolls einzuholen
, da die beschriebene komplexe, mehrstufige Anästhesie nicht dokumentiert sei.
4
.13
Am
3.
August 2012 (
Urk.
14/50) nahm
Dr.
C._
Stellung zu den vom Be
schwerdeführer und Kläger in der Folge beigebrachten Unterlagen (
Urk.
14/49). Z
usammenfassend
hielt er
fest,
dass eine Entlassung am Abend offensichtlich gar nicht vorgesehen gewesen sei. Anhand der Blutdruck- und Pulswerte
und der Handnotizen (Befindlichkeit des Beschwerdeführers und Klägers)
dürfe im Weiteren
davon ausgegangen werden, dass eher eine Übersedierung und nicht eine streng bedarfsorientierte Schmerzmedikation stattgefunden habe. Die Schmerzmedikation scheine sich somit nach einem nicht weiter dokumentierten Schema zu richten und nicht nach wirklichem, individuellem Patientenbedarf. Bei de
r geförderten
Redonmenge
lasse
sich zwischen Gelenkerguss und am Schluss der Operation eingebrachten Schmerzmitteln nicht unterscheiden res
pek
tive die entsprechende Menge nicht subtrahieren. Anhand der Dokumenta
tion lasse sich allerdings eine akute Nachblutung nach der Operation mit hoher Sicherheit ausschliessen. Wie bereits früher beschreiben, sei eine gewisse Ge
lenkreizung nach der Operation mit entsprechender Gelenkerguss-Förderung als üblich und normal zu bezeichnen.
Insgesamt könnten aufgrund der vorliegenden Dokumentation keinerlei Prob
leme oder therapeutische Massnahmen genannt werden, welche für einen
aus
serordentlichen Verlauf sprä
chen oder als überraschende Entwicklung bezeich
net werden könnten. Der bei Einleitung der Anästhesie beschriebene Kollaps sei ein bekanntes Phänomen, bedürfe aber aufgrund des
weiteren
dokumentierten Verlaufs keinerlei Therapie oder zusätzlicher Überwachung. Somit sei die Not
wendigkeit einer stationären Behandlung nicht belegt (
Urk.
14/50
S. 2).
4.14
Am 1
2.
Oktober 2012 (
Urk.
14/54) nahm
Dr.
C._
im Einzelnen Stellung zur
Eingabe
des Beschwerdeführers vom 2
8.
September 2012 (
Urk.
14/53).
Er
führte unter anderem aus, dass das Anlegen eines
Redonsoges
kein Hindernis für die ambulante Behandlung darstelle. Ob ein solches Vorgehen bei Arthroskopien
überhaupt notwendig sei, werde in der Literatur kontrovers dargelegt und von namhaften Orthopäden bestritten. Wich
tig
sei in diesem Zusammenhang, dass keine akute Blutung wie primär behauptet habe nachgewiesen werden können. Damit habe kein Grund für eine überdurchschnittliche Überwachung oder sogar für einen eventuellen Zweiteingriff bestanden (
Ziff.
6). Ein Aktengutachten auf universitärem Niveau wie vom Beschwerdeführer beantragt sei dann notwendig, wenn die medizinischen Meinungen klar divergierten und mit der üblichen me
dizinischen Literatur die Fragestellung nicht klar beantwortet werden könne. Vorliegend s
ei
der Beschwerdeführer den Beweis schuldig geblieben, dass in der Literatur die minimalinvasiven
interventionellen
Therapien im
Kniegelenkbe
reich
grundsätzlich einer stationären Überwachung im postoperativen Setting bedürfen (
Ziff.
11).
5.
5.1
Die
Beschwerdegegnerin
vertritt den
Standpunkt
, Meniskusoperationen könnten gefahrlos ambulant erfolgen, eine stationäre Behandlung dränge sich nur noch in Ausnahmefällen aus; im konkreten Fall habe keine Veranlassung für eine sta
tionäre Behandlung bestanden (vorstehend E. 3.1).
Dies
bedeutet im Kontext der massgebenden rechtlichen Kriterien, dass die
Be
schwerdegegnerin
die Zweckmässigkeit des gewählten Vorgehens (vorstehend E.
2.3
) verneint
.
5.2
Die Frage der Zweckmässigkeit ist prognostisch zu beurteilen (vorstehend E.
2.8),
mithin nach Massgabe der Verhältnisse in dem Zeitpunkt, als
der Entscheid ge
fällt wurde.
Zahlreiche der von den Parteien ausgetauschten Argumente beschlagen nicht diesen
entscheidwesentlichen
Punkt, sondern befassen sich mit Erkenntnissen, die sich im Nachhinein ergeben haben; sie erweisen sich dementsprechend nicht als weiterführend.
5.3
Gemäss den Ausführungen von
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.3) ist davon auszuge
hen, dass ein ambulanter Eingriff und unter anderem der Verzicht auf Redon-Drainage einem erfolgreichen minimalinvasiven Vorgehen entsprechen, so dass ein medizinischer Zusatzaufwand nur in seltenen Fällen gerechtfertigt sei (
Urk.
14/55 S. 540 Spalte 1).
5.4
Auf Nachfrage erklärte der behandelnde Arzt, mit dem Eingriff sei in erster Linie
ein
Hämarthros
(
mit Blut gefülltes Gelenk
) bei partieller Ruptur des vor
deren Kreuzbandes sowie einer Korbhenkelruptur des medialen Meniskus am Kniege
lenk links operativ versorgt worden. Ein stationärer Aufenthalt sei er
folgt, weil sich postoperativ aus der Redon-Drainage massiv
Hämarthros
ent
leert und erst nach eineinhalb Tagen einigermassen sistiert habe (vorstehend E. 4.3).
5.
5
Die Stellungnahme des behandelnden Arztes ist dahingehend
zu
verstehen, dass gemäss seiner prä-operativen Beurteilung mit einem blutgefüllten Gelenk zu rechnen gewesen war.
Gemäss seinem Operationsbericht (vorstehend E. 4.2) er
wies sich dies zwar nicht als zutreffend, sondern eine (in der Folge mittels Re
don-Drainage angegangene) massive Blutung trat erst bei der Resektion des entzündeten Gewebes auf. Damit stimmt die Angabe über
ein
, postoperativ habe sich aus der Redon-Drainage massiv Blut entleert; dies sei der Grund für die stationäre Versorgung gewesen.
5.6
Gestützt auf diese Ausführungen
erscheint
die
Entscheidung des
behandelnden Arzt
es für
eine
Redon-Drainage und eine
stationäre
Behandlung als plausibel. Zwar hat die Blutung nicht, wie ursprünglich angenommen, vorbestanden, aber sie ist interoperativ aufgetreten, und dass es unzweckmässig (oder gar falsch) ge
wesen sein sollte, ihr mit einer Redon-Drainage zu begegnen, wird auch von der Beschwerdegegnerin nicht behauptet.
Zu berücksichtigen ist bei der Beurteilung, ob die getroffene Entscheidung in prognostischer Hinsicht nachvollziehbar sei, auch der Umstand, dass d
er Be
schwerdeführer am
1.
Oktober 2010 eine Knieverletzung
erlitt
und am
9.
Oktober 2010 operiert
wurde
(
Urk.
14/1-2,
Urk.
14/14).
Es handelte sich mit anderen Worten um eine ausgesprochen akute Beschwerdeproblematik und ge
rade nicht um den wohl bedeutend häufigeren Falls eines nicht dringenden Wahleingriffs, bei welchem der Zeitpunkt frei gewählt werden kann und aus medizinischer Sicht die ambulante Behandlung der stationären ebenbürtig oder gar vorzuziehen sein mag.
5.7
Dies führt zum Schluss, dass
-
entgegen dem von der Beschwerdeführerin ver
tretenen Standpunkt
- aus der nachvollziehbaren Sicht des behandelnden Arztes im konkreten Fall durchaus ausreichende
Veranlassung
bestand, sich für eine stationäre Behandlung zu entscheiden.
6.
6.1
Bei
diesem Ergebnis hat der Beschwerdeführer grundsätzlich Anspruch darauf, dass die Kosten der stationären Behandlung von der Grundversicherung über
nommen werden. Dieser Anspruch erstreckt sich auf die Kosten, welche der ob
li
gatorische Krankenversicherer effektiv zu übernehmen hat (BGE 126 V 334 E. 2c).
Aus den vorhandenen Unterlagen lässt sich nicht entnehmen, welche der faktu
rierten Leistungen in welchem Umfang von der Grundversicherung zu über
nehmen sind.
Die Beschwerde ist deshalb in dem Sinne gutzuheissen, dass ein Anspruch auf Kostenübernahme der stationären Behandlung besteht und die Sache zur Bezif
ferung dieses Anspruchs an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.
6.2
Ob nach erfolgter Kostenübernahme durch die Grundversicherung ein unter die Zu
satzversicherung fallender ungedeckter Betrag verbleibt, und ob diesbezüg
lich
weiterhin
unterschiedliche Standpunkte eingenommen werden, lässt sich beim gegenwärtigen Verfahrensstand nicht beurteilen.
Die vom Beschwerdeführer ergänzend erhobene Klage erweist sich deshalb als ver
früht. Auf sie ist nicht einzutreten, da es dem Beschwerdeführer unbenom
men
bleibt, sie - sofern erforderlich - erneut zu erheben, wenn er sie beziffern kann.
6.3
Dem anwaltlich vertretenen und obsiegenden Beschwerdeführer steht eine
Pro
zessentschädigung
zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
200.--
(zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf
Fr.
2‘500.-- (inklusive
Barausla
gen
und Mehrwertsteuer) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen ist.