Decision ID: 451cc97b-154f-403c-8d82-ac7526559244
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1979 geborene
X._
wurde am 10. Juli 2012 zur Früherfassung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) angemeldet (Urk. 7/3). Am 12. August 2012 stellte sie – unter Hinweis auf ein
Borderline
-Syndrom - ein Gesuch um Leistungen (Massnahmen für die berufliche Einglie
derung) der IV (Urk. 7/7). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf daraufhin
berufliche, erwerbliche sowie medizinische Abklärun
gen, liess die Versicherte am 1. November 2013 von Dr. med.
Y._
, Fach
arzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, untersuchen (vgl. Gutachten vom 9. November 2013, Urk. 7/20) und holte am 28. Januar 2014 einen
Haushaltab
klärungsbericht
(Urk. 7/28) ein. Nachdem sie sie mit Schreiben vom 28. Januar 2014 (Urk. 7/31) – unter Hinweis auf ihre Schadenminderungspflicht – dazu angehalten hatte, sich einer fachärztlichen Psycho- und Pharmakotherapie zu unterziehen, stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 28. Januar 2014 (Urk. 7/32)
für die Zeit vom 1. Juni 2013 bis 31. Januar 2014
eine ganze und
ab 1. Februar 2014
eine halbe Rente i
n Aussicht.
Hiegegen
er
hob die Versicherte am 21. Februar 2014 Einwand (Urk. 7/35 ff.). Am 26. Juni 2014 teilte ihr die IV-Stelle
– nach zwischenzeitlicher Durchführung eines
Be
rufsberatungsgesprächs
(Urk. 7/44)
-
mit, dass die Berufsberatung abgeschlossen werde, weil
sie (d
ie Versicherte
) sich
dazu gesundheitlich noch zu wenig stabil fühle (Urk. 7/43).
In der Folge verfügte
die IV-Stelle
am 8. Dezember 2014 für die Dauer vom 1. Juni 2013 bis 31. Januar 2014 eine ganze und mit Wirkung ab 1. Februar 2014 ein
e halbe Rente (Urk. 2, Urk. 7/54 ff.
).
2.
Am 16. Januar 2015 erhob
X._
Beschwerde gegen die Verfügungen vom
8. Dezember 2014 (
Urk. 2
, Urk. 7/54 ff.
) und beantragte sinngemäss, es sei ihr auch über den 1. Februar 2014 hinaus eine ganze Rente zuzusprechen (Urk. 1). Die IV-Stelle schloss am 6. März 2015 auf Abweisung der Beschwerde (vgl. Beschwerdeantwort, Urk. 6).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeit
smarktlage erzielen könnte (sogenanntes
Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog
enanntes
Valideneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau
ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog
enannte
allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die Herabsetzung der ganzen auf eine
(
auf einem
Invali
ditätsgrad
von 50 % beruhende
)
halbe Rente per 1. Februar 2014
– unter Hinweis auf das Gutachten von Dr.
Y._
vom 9. November 2013 (Urk. 7/20) -
damit, dass die Beschwerdeführerin infolge einer wesentlichen Verbesserung ihres Gesundheitszustands seit November 2013 nicht mehr zu 100 %, sondern lediglich noch zu 50 % arbeitsunfähig sei (Urk. 2 S. 4 ff.
, Urk. 6
).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, ihr Ge
sundheitszustand habe sich nicht verbessert, sondern
– im Gegenteil -
massiv verschlechtert. Angesichts der anhaltenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit habe sie auch über den 1. Februar 2014 hinaus Anspruch auf eine ganze Rente (Urk. 1).
3.
3.1
Dr. med.
Z._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte am 4. Dezember 2012 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit (Urk. 7/13 S. 1):
Mittelgradige depressive Episode, ICD-10 F32.1
Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typus, ICD
-
10 F60.31
Keinen Einfluss auf das die Arbeitsfähigkeit hätten nachstehende Diagnosen:
Status nach Suizidversuchen, ICD-10 X61, in den Jahren 2005 und 2008
Status nach Gebrauch psychotroper Substanzen, ICD-10 Z72.2
Die Beschwerdeführerin, die sich derzeit einer stationären Behandlung unter
ziehe, sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als ungelernte Verkäuferin seit dem 13. Juni 2012 (Beginn der ambulanten Therapie) und bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer
leidensan
gepassten
Tätigkeit sei
-
im Rahmen eines Arbeitstrainings
- eine
Belastbar
keitsabklärung
erforderlich (S. 4).
3.2
Nachdem sie die Beschwerdeführerin vom 26. Oktober bis
zum vorzeitigen Aus
tritt am
31. Dezember 2012
(Urk. 7/15 S. 7 und S. 14)
stationär behandelt hat
ten, diagnostizierten die Ärzte der
A._
AG am 9. April 2013 eine
– seit der Jugend bestehende – emotional-instabile Persönlichkeitsstörung,
Borderline
-Typ, ICD-10 F60.31 (S. 6).
Grundsätzlich
weise die
Beschwerdefüh
rerin keine Beeinträchtigung der Kognition oder des Denkens
auf
, die einer be
ruflichen Tätigkeit ode
r Ausbildung entgegenstünde.
Einschränkend wirkten sich vor allem die verminderten Kompetenzen betreffend Emotionsregulation und zwischenmenschliche Belastbarkeit, das störungsbedingte Misstrauen sowie die Orientierungslosigkeit, die aus der
Borderline
-typischen Identitätsstörung resultiere, aus. Sofern es gelinge, eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung mit der Beschwerdeführerin zu entwickeln und diese – etwa mit Hilfe eines Case-Managements – zu einer Berufsausbildung zu motivieren, sei die Prognose grundsätzlich positiv (S. 7). Während der Dauer der
Hospitalisation
habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (S. 8).
3.3
In ihrem Verl
aufsbericht vom 15. Mai 2013 bezeichnete Dr.
Z._
den Ge
sundheitszustand
der Beschwerdeführerin
als stationär; die Stimmungslage sei
– wie schon bei der letzten Berichterstattung am 4. Dezember 2012
(vgl. Urk. 7/13)
– depressiv; die damals diagnostizierten Störungen bestünden unver
ändert weiter. Eine sinnstiftende Tagesstruktur und allenfalls eine Ausbildung könnten die depressive Symptomatik verbessern (Urk. 7/17 S. 2).
3.4
Gestützt auf die Ergebnisse der Untersuchung vom 1. November 2013 stellte Dr.
Y._
in seinem Gutachten vom 9. November 2013
folgende Diagnosen (Urk. 7/20 S. 10):
Chronische rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittleren Gra
des, ICD-10 F33.11
Asthenische Persönlichkeitsstörung und Selbstwertstörung, ICD-10 F60.7
Aufgrund der psychischen Symptomatik sei die Beschwerdeführerin
schon im
mer
nur reduziert arbeitsfähig gewesen
. Aus psychopathologischen Gründen sei sie in den Jahren nach dem Abbruch der beruflichen Erstausbildung insgesamt nur wenig beziehungsweise – wegen depressiver Exazerbationen – teilweise vorübergehend und seit 2007 anhaltend praktisch gar nicht erwerbstätig gewe
sen. Die psychischen Beschwerden hätten auch zum Verlust der Obhut über den Sohn geführt (S. 12).
Von Juni bis Dezember 2012 habe eine gänzliche Arbeits
unfähigkeit bestanden. Für die Zeit ab Januar 2013 sei wohl von einer zwischen 0 und 50 % schwankenden Arbeitsfähigkeit auszugehen. Aktuell und für die absehbare Zukunft sei die Arbeitsfähigkeit generell mit etwa 50 % zu beziffern. Einschränkend auf das Leistungsvermögen wirkten sich die
– aktuell mittel- und früher teilweise
schwergradige
-
chronisch rezidivierende depressive Stö
rung
sowie die Persönlichkeitsstörung mit vor allem psychischer Asthenie, Un
selbständigkeit und einer schweren Selbstwertproblematik aus. Dadurch bedingt bestehe eine mangelnde psychische Belastbarkeit, eine schwankende psychische Konstanz, Verstimmungen und
Amotivation
bis zu zeitweilig schwerer Suizida
lität (S. 13).
Betreffend die Tätigkeit im Haushaltsbereich bestehe keine rele
vante Einbusse des Leistungsvermögens. Die Prognose sei angesichts der le
benslangen pathologischen Depressivität ungewiss. Um die Arbeitsfähigkeit besser in eine reale Erwerbstätigkeit umsetzen zu können, seien berufliche Massnahmen indiziert. Die Beschwerdeführerin
, der langfristig höchstens ein 50%iges Arbeitspensum zumutbar sei (S. 13)
bedürfe aufgrund ihrer sozialen Hemmungen, ihrer Selbstunsicherheit und der mangelnden Perspektiven einer beruflichen Beratung und Hilfe bei
der Eingliederung; zu denken sei
etwa an eine Teilnahme an einem auch dem psychischen Gesundheitszustand förderli
chen Wiedereingliederungsprojekt (S. 14).
3.5
In seiner auf den Akten beruhenden Stellungnahme vom 15. November 2013 (Urk. 7/30 S. 3) hielt Dr. med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, Zertifi
zierter Gutachter SIM, Arzt des Regionalärztlichen Diensts (RAD) der IV, fest,
gestützt auf das Gutachten von Dr.
Y._
vom 9. November 2013 (Urk. 7/20) sei
für die Zeit von
Juni 2012 bis Oktober 2013 von einer 100%igen und
ab
No
vember 2013 von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
3.6
Dr.
Z._
gab auf entsprechende Anfrage der damaligen Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin
(Urk. 7/39)
am 1. April 2014 an, das Gutachten von Dr.
Y._
vom 9. November 2013 (Urk. 7/20) sei in diagnostischer Hinsicht überzeugend und auch betreffend die Arbeitsfähigkeitseinschätzung zutreffend (Urk. 7/38 S. 1 f.).
Letztere sei indes so zu interpretieren, dass nur langfristig von einer maximal 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden könne. Ak
tuell bedürfe die Beschwerdeführerin zur Wiedereingliederung beruflicher Massnahmen (Berufsb
eratung sowie Teilnahme an einem
psychologisch geför
derten Wiedereingliederungsprojekt
oder Belastbarkeitsabklärung beziehungs
weise –
training
). Es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, zumal es erneut zu depressiven Entgleisungen mit Gefühlen der Sinnlosigkeit und mit Initiativlosigkeit gekommen sei. Möglicherweise habe sich die Beschwerdefüh
rerin anlässlich der Begutachtung aus
p
ersönlichkeits-inhärenten Gründ
en un
bewusst besser dargestellt (S. 2). Seit Behandlungsbeginn im Juni 2011 sei der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin unverändert im Sinne gleichgeblie
bener Schwankungen auf minimalem Funktionsniveau (S. 3).
3.7
Der RAD-Arzt Dr.
B._
gelangte
in seinen Stellungnahmen vom
2. Juli 2014
und 17. September 2014
zum Schluss, dass die Beurteilung von Dr.
Z._
vom 1. April 2014 (Urk. 7/38) keinen Anlass gebe, von der
Beurteilung
vom 15. November 2013
(Urk. 7/30 S. 3) abzuweichen (Urk. 7/46 S. 3 f.).
4.
4.1
Nach Lage der Akten steht fest, dass die Beschwerdeführerin seit Jahren an psy
chischen Beschwerden leidet und deswegen in ihrem Leist
ungsve
rmögen ein
geschränkt ist
(vgl.
hiezu
insbesondere Urk. 7/20 S. 13
, Urk. 7/28 S. 3
)
.
Auf
grund der
einleuchtende
n
– und von der behandelnden Psychiaterin Dr.
Z._
am 1. April 2014 bestätigte
n
(Urk. 7/38) – Beurteilung des Experten Dr.
Y._
vom 9. November 2013 ist davon auszugehen, dass die Symptomatik im Rahmen einerseits einer chronisch rezidivierenden depressiven Störung (im Begutachtungszeitpunkt mittleren Grades) und andererseits einer asthenischen Persönlichkeitsstörung und Selbstwertstörung zu interpretieren ist (Urk. 7/20 S. 10). Den
aktenkundigen
medizinischen
Berichten
ist sodann zu entnehmen, dass (jedenfalls)
vom
13. Juni 2012 (Beginn der ambulanten Behandlung bei Dr.
Z._
)
bis 31. Dezember 2012 (Austritt aus der
A._
AG)
eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bestand (Urk. 7/13 S. 4, Ur
k. 7/15 S. 8, Urk. 7/20 S. 14).
Gestützt auf die
Einschätzung des Gutachters Dr.
Y._
(Urk. 7/20 S.
13) und die
Stellungnahme des RAD-Arztes Dr.
B._
vom 15. November 2013 (Urk. 7/30 S. 3)
ging die IV-Stelle zu Recht auch für die Zeit bis Ende Oktober 2013 von einer gänzlichen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tä
tigkeit aus (Urk. 7/46, Urk. 2).
4.2
Was die Arbeitsfähigkeit ab
1.
November
2013
(Zeitpunkt der
Untersuchung
durch Dr.
Y._
[Urk. 7/20]
)
anbelangt,
lassen die medizinischen Akten auf
keine auf
diesen Zeitpunkt hin eingetretene wesentliche Verbesserung des Ge
sundheitszustandes schliessen.
Im Gegenteil hielt
Dr.
Y._
fest, dass die Ar
beitsfähigkeit, die bis zur Begutachtung Anfang November 2013 zwischen
0 und 50 % geschwankt habe,
zwar
nur grob geschätzt werden könne, langfristig
aber
(
weiterhin
)
höchstens
50 % betrage. Dabei ging er davon aus, dass die kognitiven Funktionen und der psychische Antrieb zur Erfüllung eines 50%-Pensums
wohl
genügten
. Gleichzeitig
brachte
er
indes zum Ausdruck, dass
auf
grund der
unvorhersehbaren, mit Motivationslosigkeit einhergehenden depressiv bedingten Verstimmungen
ungewiss sei,
ob die Beschwerdeführerin, die
nach dem Abbruch ihrer Lehre als Dentalassistentin (aus psychischen Gründen)
eine an der Handelsschule begonnene Ausbildung nicht erfolgrei
ch abzuschliessen vermochte,
seither
nie vollzeitlich
gearbeitet hat
(Urk. 7/20 S.
10 f.,
Urk. 7/28 S. 2
Urk. 7/44 S. 2
f.
)
und sich seit 2005 ausserstande sieht, ihren (im März 2000 geborenen) Sohn selbst zu betreuen (vgl. Urk. 7/20 S. 11,
Urk. 7/28 S. 3,
Urk. 7/44 S. 3,
Urk. 7/52 S. 3 f.),
tatsächlich in der Lage sei, zu (maximal) 50 % einer Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nachzugehen
(Urk. 7/20 S. 13).
In
sofern erstaunt auch nicht, dass
Dr.
Y._
es unterliess, darzulegen,
welches
Anforderungsprofil
eine Verweistätigkeit konkret aufweisen müsste, damit sie der Beschw
erdeführerin noch zumutbar
wäre
.
Offensichtlich ging er – wie auch die behandelnde Psychiaterin Dr.
Z._
(Urk. 7/13 S. 4, Urk. 7/38 S. 2)
–
angesichts der (insbesondere während der – rezidivierenden – schlechteren Phasen) bestehenden erheblichen funktionellen Defizite
nur im Falle des er
folgreichen Verlaufs beruflicher Wiedereingliederungsmassnahmen von einer effektiv auf dem ersten Arbeitsmarkt verwertbaren, höchstens 50%igen
Restar
beitsfähigkeit
in einer gegebenenfalls noch genauer zu definierenden
leidensan
gepassten
T
ätigkeit aus
.
Anzumerken ist, dass
schon die Ärzte der
A._
AG
darauf hingewiesen hatten, dass die psychische Störung der Be
schw
erdeführerin beziehungsweise deren
dadurch bedingt
es Unvermögen,
Ver
bindlichkeiten
einzuhalten
,
eine längerfristige (therapeutische) Zusammenarbeit mit ihr verunmöglichten
(Urk. 7/15 S. 7 und S. 14)
.
D
ie
stationäre Behandlung in der
A._
AG
hatte
am 31. Dezember 2012
denn auch
nur
deshalb vorzeitig geendet, weil die Beschwerdeführerin, die nur unregelmässig an den Therapien teilgenommen und sich
bei Fernbleiben meist nicht abgemeldet hatte, aus dem vereinbarten Time-Out
, während dessen sie
ein
e
Verhaltensanalyse be
treffend die unterbliebenen Abmeldungen
sowie
Ziele für die verbleibende Therapiezeit
hätte
formulieren
sollen
,
nicht in die Klinik zurück
ge
kehrt
war
(Urk. 7/15 S. 7
und S. 14
).
Dass ohne Durchführung beruflicher Massnahmen (jedenfalls) von keiner verwert
baren Restarbeitsfähigkeit auszugehen sei, nahm
a
uch die
Berufsberate
rin
der IV-Stelle
an (vgl. Verlaufsprotokoll Berufsberatung vom 26. Juni 2014, Urk. 7/44 S. 1). Insofern ist umso weniger nachvollziehbar, dass die
Beschwer
degegnerin
– ohne zu prüfen, ob
und gegebenenfalls welche berufliche
n
Mass
nahmen
der
(krankheitsbedingt über wenig Eigenmotivation verfügenden [Urk. 7/15 S. 7, Urk. 7/20 S. 13])
Beschwerdeführerin, deren Gesundheitszustand sich seit der Begutachtung nach Lage der Akten eher verschlechtert hat
(Urk. 7/27, Urk. 7/28 S. 1 f., Urk. 7/38 S. 3 Urk. 1)
, zum fraglichen Zeitpunkt überhaupt zumutbar waren – von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ab November 2013 und damit ab 1. Februar 2
014 vom Anspruch
auf
lediglich noch eine halbe Rente ausging.
4.3
Nach dem Gesagten ist d
ie Reduktion der ganzen auf eine halbe Invalidenrente per 1. Februar 2014 zu Unrecht erfolgt. Die Verfügungen der IV-Stelle vom 8. Dezember 2014
(Urk. 2, Urk. 7/54 ff.)
sind folglich - i
n Gutheissung der Be
schwerde
(Urk. 1)
-
abzuändern
, und es
ist
fest
zustellen
, dass d
i
e Bes
chwerde
führerin auch über den
31. Januar 2014
hinaus Anspruch auf eine ganze Invali
denrente hat.
5.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 800.-- der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.