Decision ID: 83cf93fa-3255-558f-8c17-9cd1e504d73d
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer gelangte gemäss eigenen Angaben am (...) 2017 in
die Schweiz, wo er am gleichen Tag um Asyl nachsuchte. Am 16. Februar
2017 wurde er zu seiner Person, dem Reiseweg sowie summarisch zu den
Fluchtgründen befragt (Befragung zur Person [BzP]). Am 3. Dezember
2018 fand die einlässliche Anhörung zu den Asylgründen statt.
Der Beschwerdeführer brachte zur Begründung seines Asylgesuchs vor, er
sei iranischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie. Seine Eltern stammten
aus B._, Provinz C._ (Iran). Er selbst sei im irakischen
Flüchtlingslager D._ in der Provinz E._ geboren und nie im
Iran gewesen. Seine Eltern seien bereits im Jahr (...) in den Irak geflüchtet,
weil sein Vater Mitglied der F._ gewesen sei. Der iranische Revolu-
tionsführer Chomeini habe damals die kurdischen Gebiete bombardieren
lassen, sodass die Eltern hätten fliehen müssen. Alle ihre Geschwister leb-
ten aber noch im Iran, beziehungsweise ein Teil von ihnen sei im Jahr (...)
aus dem Nordirak dorthin zurückgekehrt. Der Beschwerdeführer habe sein
gesamtes Leben in Flüchtlingslagern verbracht, zuerst von Geburt bis (...)
im Lager D._, danach in einem Lager in G._ an der irakisch-
jordanischen Grenze. Zuletzt sei er im Jahr 2009 von der Organisation der
Vereinten Nationen (UNO) ins Lager N._ an die irakisch-(...) Grenze
umgesiedelt worden, wo er bis zum (...) 2014 gelebt habe. Er habe gehofft,
dass er als ein vom Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten
Nationen (UNHCR) registrierter Flüchtling im Ausland aufgenommen
würde, was aber nie geschehen sei. Er sei wegen der Gebietseroberungen
durch den sogenannten Islamischen Staat (IS) kurzzeitig nach G._
zurückgekehrt, im (...) 2015 jedoch in die Stadt H._ umgezogen, wo
seine Familie eine Wohnung gemietet habe. Trotz jahrelangen Aufenthalts
im Irak habe seine Familie dort keinen regulären Aufenthalt und damit keine
Rechte gehabt. Unter der Regierung von Saddam Hussein habe er eine
Aufenthaltskarte gehabt, gemäss der er die Provinz E._ aber nicht
habe verlassen dürfen. Später habe er ein Registrationsdokument der
UNO erhalten, auf dessen Basis die irakische Regierung einen Ausgangs-
schein erstellt habe, damit er zumindest die nahegelegenen Städte habe
aufsuchen können.
Er sei Mitglied der Partei I._ gewesen, welche sowohl von den ira-
nischen wie auch von den irakischen Behörden als terroristische Organi-
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sation betrachtet werde. Er habe damals keine Bestätigung der Mitglied-
schaft erhalten, weil er dafür an militärischen Aktivitäten hätte teilnehmen
müssen, was er jedoch nicht gewollt habe. Zusammen mit seinem Bruder
J._ habe er aber Propaganda für die Partei betrieben. Sie hätten
insbesondere Jugendliche angeworben oder Feierlichkeiten vorbereitet.
Ausserdem hätten sie sich für die Rechte der Frauen eingesetzt. Deshalb
sei er vom dortigen "(...)" (Anmerkung SEM: gemeint ist der Inlandsgeheim-
dienst Asayesch der Autonomen Region Kurdistan [ARK]) beobachtet wor-
den. Er und sein Bruder seien ungefähr (...) vor seiner Ausreise von den
kurdischen Behörden vorgeladen worden. Man habe ihnen gesagt, dass
sie ihre politischen Aktivitäten einstellen sollten, ansonsten man sie entwe-
der verhaften oder in den Iran zurückschicken würde. Eine Weile danach
sei er zusammen mit J._ nach K._ gereist, um sich dort nach
Arbeit umzusehen. Ohne Erfolg sei er kurz darauf wieder an seinen Woh-
nort zurückgekehrt. Bei seiner Rückkehr sei der Asayesch vor der Tür ge-
standen und habe ihm vorgeworfen, dass er unerlaubt nach K._
gereist sei und dort politische Propaganda betrieben hätte. Ohne seine Ant-
wort abzuwarten, habe man ihn heftig geschlagen und mit (...) gegen die
Wand gestossen, sodass sein (...) blutüberströmt gewesen sei. Man habe
ihm gesagt, dass man ihn und J._ nun sofort in den Iran deportieren
würde, falls er seine politischen Aktivitäten nicht einstelle. Man habe ihm
auch die Lebensmittelkarten weggenommen. Ein Bekannter seines Vaters,
der beim Asayesch gearbeitet habe, habe diesem mitgeteilt, dass die Lage
ernst sei und seinem Sohn die Rückschaffung drohe. Circa (...) Tage nach
dem Vorfall sei er ausgereist. Im (...) 2016 sei er zusammen mit J._
von H._ in den Bezirk L._ an der (...) Grenze gefahren.
Diese hätten sie nacheinander illegal überquert. In der Folge sei J._
in M._ geblieben und der Beschwerdeführer schliesslich über ihm
unbekannte Länder in die Schweiz gebracht worden.
Nach seiner Ausreise seien sein Vater und ein Bruder vom Asayesch mit-
genommen und befragt worden. Seiner Familie sei die Aufenthaltskarte
kurzzeitig entzogen worden, ansonsten habe sie keine Nachteile erlitten.
In der Schweiz sei der Beschwerdeführer Mitglied einer (...)-Gruppe, die
sich über politische Themen austausche. Gemeinsam nähmen sie an poli-
tischen Aktivitäten wie Versammlungen und kurdischen Feiern wie dem
Märtyrer-Tag oder am Gründungstag der (N._) in verschiedenen
Schweizer Städten teil.
Zum Nachweis seiner Identität reichte der Beschwerdeführer verschiedene
vom UNHCR ausgestellte Registrationsdokumente seiner Familie zu den
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Akten. Als Beweismittel reichte er insbesondere diverse Fotografien aus
Flüchtlingslagern und von Kundgebungsteilnahmen in der Schweiz sowie
einen USB-Datenträger mit diesbezüglichem Foto- und Videomaterial ein.
B.
Mit Verfügung vom 10. Februar 2020 – eröffnet am 12. Februar 2020 –
stellte das SEM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigen-
schaft nicht erfülle (Dispositivziffer 1). Es lehnte das Asylgesuch ab (Dis-
positivziffer 2) und ordnete die Wegweisung des Beschwerdeführers aus
der Schweiz an (Dispositivziffer 3), wobei es den Vollzug der Wegweisung
als unzumutbar erachtete und die vorläufige Aufnahme des Beschwerde-
führers verfügte (Dispositivziffern 4–6).
C.
Mit Eingabe vom 9. März 2020 erhob der Beschwerdeführer durch seinen
Rechtsvertreter beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er bean-
tragte die Aufhebung der Dispositivziffern 1 bis 3 der angefochtenen Verfü-
gung, verbunden mit der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der
Gewährung von Asyl; eventualiter sei festzustellen, dass er die Flüchtlings-
eigenschaft erfülle, und ihm die vorläufige Aufnahme wegen Unzulässigkeit
des Wegweisungsvollzugs zu gewähren. In prozessualer Hinsicht ersuchte
er unter Beilage einer Bestätigung betreffend Unterstützung durch die So-
zialhilfebehörde um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
sowie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeistän-
dung durch den rubrizierten Rechtsvertreter.
Auf die übrigen zusammen mit der Beschwerde eingereichten Beweismittel
wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegan-
gen.
D.
Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte den Eingang der Beschwerde
mit Schreiben vom 11. März 2020.
E.
Mit Verfügung vom 17. März 2020 hiess der Instruktionsrichter die Gesu-
che um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie um Beiord-
nung des rubrizierten Rechtsvertreters als amtlicher Rechtsbeistand gut
und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Schliesslich
lud er die Vorinstanz ein, eine Vernehmlassung einzureichen.
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F.
In ihrer Vernehmlassung vom 31. März 2020 hielt die Vorinstanz an ihrer
Verfügung fest.
G.
Der Instruktionsrichter stellte dem Beschwerdeführer die Vernehmlassung
am 6. April 2020 zu und räumte ihm Gelegenheit ein, bis zum 21. April
2020 eine Replik einzureichen.
H.
Mit Replik vom 8. April 2020 liess der Beschwerdeführer an seinen Rechts-
begehren festhalten.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Aus-
lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende
Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1
BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt
nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten
(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht
(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108
Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
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2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.
3.
3.1 In der Beschwerde wurden zunächst verschiedene formelle Rügen er-
hoben, welche vorab zu beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet wären,
eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. BVGE
2013/34 E. 4.2). Der Beschwerdeführer rügte eine Verletzung der Pflicht
zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachver-
halts (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG) und eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs (Art. 29 VwVG).
3.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, anderer-
seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass
eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen ein-
greift. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Er-
lass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise
beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisan-
trägen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise ent-
weder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern,
wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch
auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse,
die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren
Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1;
BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m. H.).
Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbrin-
gen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung
angemessen zu berücksichtigen. Das gilt für alle form- und fristgerechten
Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streit-
frage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss so ab-
gefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachge-
recht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlichen Überlegungen nen-
nen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren
Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen
Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vor-
bringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1).
Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur, weshalb seine Ver-
letzung ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache
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grundsätzlich zur Aufhebung der mit dem Verfahrensmangel behafteten
Verfügung führt (vgl. BGE 126 V 130 E. 2b). Eine Gehörsverletzung kann
indes ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die Gewährung des rechtli-
chen Gehörs in einem Rechtsmittelverfahren nachgeholt wird, in dem die
Rechtsmittelinstanz sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei
überprüfen kann, die Gehörsverletzung nicht besonders schwer wiegt und
der betroffenen Partei durch die Heilung kein Nachteil entsteht (vgl. BGE
137 I 195 E. 2.3.2; 129 I 129 E. 2.2.3; BVGE 2017 I/4 E. 4.2).
3.3 Ferner gilt im Asylverfahren – wie in anderen Verwaltungsverfahren –
der Untersuchungsgrundsatz (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG). Danach
muss die entscheidende Behörde den Sachverhalt von sich aus abklären,
d.h. sie ist verantwortlich für die Beschaffung der für den Entscheid not-
wendigen Unterlagen und das Abklären sämtlicher rechtsrelevanter Tatsa-
chen (KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-
rechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 142; KRAUSKOPF/EMMENEG-
GER/BABEY, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Ver-
waltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Rz. 20 ff. zu Art. 12 VwVG).
3.4 Der Beschwerdeführer stellte sich auf den Standpunkt, dass der asyl-
relevante Sachverhalt von der Vorinstanz weder vollständig festgestellt
noch ganz richtig wiedergegeben worden sei. Zudem sei dieser falsch und
zu seinen Ungunsten gewürdigt worden. Der Beschwerdeführer habe an-
lässlich seiner Anhörung diverse Beweismittel (Fotografien aus Flüchtlings-
lagern und von Kundgebungsteilnahmen, UNHCR-Zertifikate für sich und
seine Familie) eingereicht, um seinen Flüchtlingsstatus im Irak sowie sein
Engagement und seine Verbindung für und mit der I._ zu belegen.
Die Vorinstanz habe die eingereichten Beweise, welche für die behauptete
Mitgliedschaft und für die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts
und damit für die Wahrheitsfindung unerlässlich seien, weder bei der Be-
urteilung der Glaubhaftigkeit noch bei der Prüfung der Flüchtlingseigen-
schaft genügend berücksichtigt. Somit habe sie den Sachverhalt nicht voll-
ständig festgestellt und zugleich seinen Anspruch auf rechtliches Gehör
verletzt.
Es trifft zu, dass die besagten Beweismittel von der Vorinstanz nicht explizit
gewürdigt wurden. Indessen stellte das SEM in der angefochtenen Verfü-
gung nicht in Abrede, dass der Beschwerdeführer sein ganzes Leben (mit
seiner Familie) in Flüchtlingslagern im Irak verbracht hat und es sich bei
ihm um einen vom UNHCR anerkannten Mandatsflüchtling handelt. In ihrer
Vernehmlassung hielt die Vorinstanz dazu fest, dass er dies mit den ent-
sprechenden Dokumenten und Fotografien habe belegen können. Ebenso
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wenig wurde in der vorinstanzlichen Verfügung in Abrede gestellt, dass es
sich bei ihm um einen Sympathisanten der I._ handle, jedoch so-
wohl die von ihm geltend gemachte Mitgliedschaft bei der I._ als
auch die mit seinen diesbezüglichen politischen Aktivitäten begründete
Verfolgung verneint (vgl. E. 5.2 nachstehend). Dazu führte das SEM in sei-
ner Vernehmlassung zudem aus, dass durchaus vorstellbar sei, dass er in
den Flüchtlingslagern an politischen Versammlungen teilgenommen habe,
aber eine einzelne Fotografie, welche ihn gemäss der Beschwerdeschrift
im Camp O._ zeigen soll, kein Beweis für politisches Engagement
sei, obschon sein offenkundiges Interesse an der kurdischen Sache nicht
bestritten werde. Weiter führte das SEM in seiner Vernehmlassung unter
Verweis auf die angefochtene Verfügung aus, dass die angeführten exilpo-
litischen Tätigkeiten, wie beispielsweise die Teilnahme an Kundgebungen
in der Schweiz, welche er mittels Fotografien auf dem eingereichten USB-
Datenträger habe belegen können, kein überdurchschnittliches politisches
Engagement oder eine besonders exponierte Stellung zu untermauern ver-
möchten.
3.5 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Vorinstanz den Sachverhalt
weder unvollständig festgestellt noch unrichtig wiedergegeben hat. Dass
die einzelnen Beweismittel in der angefochtenen Verfügung nicht explizit
gewürdigt wurden, verletzt den Anspruch des Beschwerdeführers auf
rechtliches Gehör nicht, zumal sie implizit in die Würdigung der Vorbringen
des Beschwerdeführers einbezogen wurden. Allein der Umstand, dass die
Vorinstanz zu einer von derjenigen des Beschwerdeführers abweichenden
rechtlichen Würdigung der Vorbringen gelangte, vermag noch keine Verlet-
zung des rechtlichen Gehörs zu bewirken.
3.6 Zusammenfassend besteht keine Veranlassung, die angefochtene Ver-
fügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an die Vor-
instanz zurückzuweisen.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
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des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus
dem Heimat- oder Herkunftsstaat – etwa durch exilpolitische Aktivitäten –
eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, macht sogenannte
subjektive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG geltend. Solche
begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, füh-
ren jedoch gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig
davon, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden.
Stattdessen werden Personen, die subjektive Nachfluchtgründe nachwei-
sen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenom-
men (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Entscheidend ist, ob eine
Gesamtwürdigung der Vorbringen ergibt, dass die Gründe, die für die Rich-
tigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Gesuchstellenden sprechen, bei ei-
ner objektivierten Sichtweise überwiegen oder nicht (vgl. BVGE 2015/3
E. 6.5.1, 2013/11 E. 5.1, 2012/5 E. 2.2).
4.3 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid im Wesentli-
chen damit, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den An-
forderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen
an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG stand.
Der Beschwerdeführer habe erst in der Anhörung vorgebracht, dass er we-
gen der geltend gemachten Propagandatätigkeit für die I._ vom
Asayesch bedroht und schwer misshandelt worden sei und sich deshalb
zur Ausreise entschlossen habe. Demgegenüber habe er in der BzP einzig
erklärt, dass er als iranischer Flüchtling im Irak ein schwieriges Leben ge-
habt und diesen Staat zusammen mit seinem Bruder J._ verlassen
habe, weil J._ an der Universität P._ einmal aufgrund seiner
Mitgliedschaft bei der I._ verhaftet worden sei; er selbst hätte keine
Probleme mit den Behörden gehabt. Darauf angesprochen, weshalb er
seine zentralen Asylvorbringen – die Verfolgungsmassnahmen durch den
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Asayesch – erst in der Anhörung geltend gemacht habe, vermöge seine
Erklärung nicht zu überzeugen. Zudem habe er in der BzP angegeben,
dass er bloss Sympathisant der I._ gewesen sei, wogegen er ge-
mäss seinen Angaben in der Anhörung offizielles Parteimitglied gewesen
sei. Seine diesbezügliche Begründung sei nicht überzeugend. Aufgrund
der Tatsache, dass er die zentralen Asylvorbringen erst in der Anhörung
geltend gemacht habe, ergäben sich erhebliche Zweifel an der Glaubhaf-
tigkeit dieser Vorbringen. Es sei davon auszugehen, dass er im Laufe des
Verfahrens bewusst Asylgründe nachgeschoben habe, weil er sich dadurch
einen positiven Einfluss auf seinen Asylentscheid erhofft habe. Des Weite-
ren habe er bezüglich des Vorfalls, wonach er und J._ von Mitglie-
dern des Asayesch zuhause aufgegriffen und misshandelt worden seien,
widersprüchliche Angaben gemacht. Seine diesbezüglichen Schilderungen
seien zudem überaus oberflächlich ausgefallen, was nicht von erlebnisba-
sierten Ereignissen zeuge. Dies weise ebenfalls darauf hin, dass er sich
dabei auf einen konstruierten Sachverhalt und nicht auf tatsächlich Erleb-
tes stütze, und ziehe die Glaubhaftigkeit der Vorbringen zusätzlich in Zwei-
fel.
Der Irak sei im Sinne von Art. 3 AsylG weder Heimatstaat noch Herkunfts-
land des Beschwerdeführers. Somit bezögen sich dessen Vorbringen auf
einen Drittstaat und seien folglich nicht asylrelevant. Er habe erklärt, dass
er nie im Iran gewesen sei. Demzufolge habe er keine Probleme mit den
iranischen Behörden geltend gemacht. Er habe lediglich erwähnt, dass er
aufgrund der Parteizugehörigkeit seines Vaters nicht in den Iran zurück-
kehren könnte. Er habe jedoch keine konkreten Anhaltspunkte dafür ge-
nannt, dass er dort einer asylrelevanten Verfolgung ausgesetzt sein
könnte.
Was die exilpolitischen Tätigkeiten betreffe, könnten diese nur dann im
Sinne von subjektiven Nachfluchtgründen zur Flüchtlingseigenschaft füh-
ren, wenn im Fall einer Rückkehr in den Iran mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit ernsthafte behördliche Massnahmen gegen den Beschwer-
deführer zu erwarten wären. Aufgrund einer blossen Sympathie für die
I._ bestehe jedoch kein Anlass zu dieser Annahme. Den Akten
könnten keine Hinweise darauf entnommen werden, dass die iranischen
Behörden von seinen Aktivitäten für die I._ Kenntnis genommen
hätten. Sein Verhalten in der Schweiz sei insgesamt betrachtet nicht ge-
eignet, ein ernsthaftes Vorgehen der iranischen Behörden zu bewirken. Zu-
dem bestünden keine Anhaltspunkte für die Annahme, dass im Iran gegen
ihn aufgrund der geltend gemachten Aktivitäten behördliche Massnahmen
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eingeleitet worden wären. Demnach könne nicht davon ausgegangen wer-
den, dass er als konkrete Bedrohung für die iranischen Behörden wahrge-
nommen und deshalb verfolgt würde. Somit sei in keiner Weise davon aus-
zugehen, dass er über ein politisches Profil verfüge, das ihn bei einer Rück-
kehr in den Iran einer konkreten Gefährdung nach Art. 3 AsylG aussetzen
würde.
Der Vollzug der Wegweisung in den Herkunfts- beziehungsweise Heimat-
staat oder in einen Drittstaat erachtete das SEM in Würdigung sämtlicher
Umstände und unter Berücksichtigung der Aktenlage als nicht zumutbar.
4.4 In der Beschwerdeschrift hielt der Beschwerdeführer an der Glaubhaf-
tigkeit und asylrechtlichen Relevanz seiner Vorbringen fest. Er habe in der
Anhörung bestritten, dass er während der BzP gesagt habe, er hätte keine
Probleme mit den Behörden gehabt und sein Bruder J._ sei in
P._ verhaftet worden. Er habe aber bestätigt, dass er aus Angst
nicht ausführlich über seine eigenen Gründe gesprochen habe. Die Mit-
gliedschaft bei der I._ habe er nicht erwähnt, weil deren zeitliche
Dauer nicht so lang gewesen sei. Bei der BzP habe er die Verfolgung durch
den Asayesch zwar nicht erwähnt, aber angegeben, dass er aus Angst öf-
fentlich keine Aktivitäten habe ausüben können. Zudem habe er seine Ver-
bindung zur I._, wenn auch ansatzweise, erwähnt und als Haupt-
grund seiner Flucht die Verfolgung seines Bruders angegeben, dabei aber
nicht gesagt, von wem J._ verfolgt worden sei, ob von irakischen
oder kurdischen Behörden. Der als Beweismittel eingereichten Bestätigung
der I._ vom (...) 2009 sei zu entnehmen, dass die Partei bereits
damals beim UNHCR für J._ um Aufnahme in einem Vertragsstaat
aus politischen Gründen ersucht und die Mitgliedschaft bestätigt habe. Die-
ses Schreiben bestätige die Aussagen des Beschwerdeführers über die
Tätigkeiten seines Bruders für die I._. Zudem habe er in der Anhö-
rung nicht nur detaillierte Angaben über die Parteiprogramme und Ziele der
I._ gemacht, sondern auch eine Fotografie eingereicht, welche an-
lässlich der (...)-Feierlichkeit im Camp O._ aufgenommen worden
sei und auf der er abgebildet sei. Diese Beweismittel beziehungsweise Tat-
sachen wiesen sein Engagement beziehungsweise seine eigenen Tätig-
keiten für die I._ nach, bevor er im (...) 2015 in die ARK zurückge-
kehrt sei. Da er bereits vor seiner Rückkehr für die I._ aktiv gewe-
sen sei und bei allen Aktivitäten seines Bruders für die Partei mitgeholfen
habe, hätten sie diverse Aktivitäten, wie Propaganda für die I._, An-
werbung neuer Mitglieder und Vorbereitung und Durchführung von Festen,
auch nach der Rückkehr in die ARK gemeinsam fortgeführt. Dies würde
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auch durch das weitere als Beweismittel eingereichte Schreiben der
I._ vom (...) 2020 bestätigt. Die Fortsetzung ihrer politischen Aktivi-
täten in der ARK und insbesondere in der (...)-irakischen Grenzregion sei
mit den bekannten und belegbaren Tatsachen vereinbar und entspreche
der allgemeinen Lebenserfahrung. Zudem sei bekannt, dass die Behörden
der ARK gegen Mitglieder der I._ vorgingen und deren Aktivitäten
in ihrem Territorium nicht duldeten, da sie diese Partei für einen Ableger
der N._ betrachteten. Der Beschwerdeführer habe in der BzP zwar
über seine Aktivitäten für die I._ nicht viel gesprochen und lediglich
erwähnt, dass er wegen seiner eigenen Probleme und derjenigen seines
Bruders ausgereist sei. Dies sei jedoch nicht vollständig protokolliert wor-
den. Der Grund für diese stichwortartige Schilderung liege darin, dass er
aufgrund der anfänglichen Orientierung durch die befragende Person
fälschlicherweise davon ausgegangen sei, dass er zu einem späteren Zeit-
punkt noch die Möglichkeit haben würde, über seine Asylgründe ausführ-
lich zu sprechen. Zwar sei er seit dem Jahr (...) mit seinem Bruder zusam-
men für die I._ während ihrer Aufenthalte in verschiedenen Camps
politisch aktiv gewesen, habe aber sein Engagement nicht als Aktivitäten
eines offiziellen Mitglieds betrachtet. Nachdem sie im (...) 2015 in die ARK
zurückgekehrt seien und er mit seinem Bruder die Propagandatätigkeiten
aufgenommen habe, habe er sich als Mitglied der I._ betrachtet und
sei von den Behörden der ARK als solches wahrgenommen worden. Als er
aber von der Partei eine Bestätigung seiner Mitgliedschaft verlangt habe,
sei ihm eine solche verwehrt worden, weil er nicht am bewaffneten Kampf
habe teilnehmen wollen. Da er über keine schriftliche Bestätigung seitens
der I._ über seine Aktivitäten und Mitgliedschaft verfügt habe, habe
er in der BzP lediglich gesagt, dass er Sympathisant der Partei sei. In der
Anhörung habe er erwähnt, dass es sich bei der I._ um eine verbo-
tene Partei und damit um eine Untergrundorganisation handle. Um Mitglied
zu werden, brauche man keinen schriftlichen Antrag zu stellen; es würde
ein solcher auch nicht verlangt. Daher sei er mit der Aufnahme der Propa-
gandatätigkeit faktisch Mitglied der I._ geworden. Daher sei die Er-
wartung des SEM, dass er seine Mitgliedschaft während seines Aufenthalts
in der ARK schriftlich belegen müsse, nicht realistisch und widerspreche
den tatsächlichen Gegebenheiten in der ARK und im Irak. Nunmehr könne
er aber durch die Sektion der I._ in Europa sowohl seine Aktivitäten
als auch seine Unterstützung belegen. Ferner seien seine Aussagen be-
züglich der geltend gemachten Verhaftung und Misshandlung durch Mit-
glieder der Asayesch entgegen den Ausführungen der Vorinstanz nicht wi-
dersprüchlich. Diesbezüglich verwies er auf seine Aussagen in der Anhö-
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rung oder zitierte solche. Seine Aussagen seien auch genügend ausführ-
lich und detailreich. Da die geltend gemachte Verfolgung durch den
Asayesch sowohl mit bekannten als auch belegbaren Tatsachen vereinbar
sei und durch den Beschwerdeführer ausreichend und detailliert plausibel
dargestellt worden sei, sei sie trotz der Einwände und Zweifel der Vo-
rinstanz glaubhaft. Damit sei das SEM aber verpflichtet gewesen, die Asyl-
relevanz der geltend gemachten Verfolgung zu prüfen, was es zu Unrecht
unterlassen habe.
Da der Beschwerdeführer im Iran keine Zuflucht finden könne beziehungs-
weise begründete Furcht habe, für den Fall einer Rückkehr von diesem
Staat ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu wer-
den, seien seine Vorbringen entgegen der Annahme der Vorinstanz asylre-
levant. Dazu verwies er auf WALTER KÄLIN, Grundriss des Asylverfahrens,
1990, S. 35. Beim Beschwerdeführer handle es sich um einen vom
UNHCR anerkannten Flüchtling, dessen Eltern iranische Staatsangehörige
gewesen seien, der aber im Iran geboren sei. Er selbst habe sich in der
BzP weder als Iraner noch als Iraker bezeichnet. Ob seine Eltern immer
noch die iranische Staatsangehörigkeit besässen oder von den iranischen
Behörden ausgebürgert worden seien, sei weder ihm noch seinem Vater
im Irak bekannt. Ob er aufgrund dieser Tatsachen als staatenlos zu be-
trachten sei, könne dahingestellt bleiben, da er wegen der Verfolgung
durch die kurdischen Behörden in der ARK nicht in den Irak zurückkehren
könne. Gemäss den im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Zertifika-
ten handle es sich bei seinen Eltern und Geschwistern ebenfalls um vom
UNHCR anerkannte Flüchtlinge. Die Grundlage dafür habe darin gelegen,
dass sein Vater wegen seiner politischen Tätigkeiten von den iranischen
Behörden verfolgt worden sei. Da dieser auch während seines Aufenthalts
im Irak weiterhin für die F._-Iran tätig gewesen sei, sei eine Rück-
kehr in den Iran für ihn und auch die anderen Familienmitglieder nicht mög-
lich gewesen. Diesbezüglich wurde auf ein mit der Beschwerdeschrift als
Beweismittel eingereichtes Schreiben der F._-Iran an das UNHCR
in Q._ vom (...) 2009 verwiesen. Des Weiteren könne dem Be-
schwerdeführer aufgrund seines familiären Hintergrunds, aber auch auf-
grund seiner eigenen politischen Tätigkeiten für die I._ im Irak und
in der Schweiz nicht zugemutet werden, in den Iran zurückzukehren. Des-
halb sei er als Flüchtling anzuerkennen und ihm die vorläufige Aufnahme
wegen Unzulässigkeit der Wegweisung zu gewähren.
4.5 Die Vorinstanz nahm in ihrer Vernehmlassung zum Vorwurf der unvoll-
ständigen Feststellung, unrichtigen Wiedergabe und falschen Würdigung
D-1377/2020
Seite 14
des Sachverhalts sowie der ungenügend berücksichtigten Beweismittel
Stellung. Dabei hielt sie unter Verweis auf ihre ausführlichen Darlegungen
in der angefochtenen Verfügung insbesondere fest, dass nicht nachvoll-
ziehbar sei, dass der Beschwerdeführer das zentrale Ereignis, welches zu
seiner Flucht nach Europa geführt habe, in der BzP gänzlich unerwähnt
gelassen habe.
4.6 Der Beschwerdeführer führte in seiner Replik aus, er habe mit der Be-
schwerdeschrift auch eine Bestätigung der I._ betreffend seine Un-
terstützung der Partei eingereicht. Dieses Dokument belege seine Aussa-
gen bezüglich seines Engagements für die Partei im Irak. Zu dieser Bestä-
tigung habe sich die Vorinstanz mit keinem Wort geäussert. Zudem habe
er eine Bestätigung der I._ aus dem Jahr 2009 zu den Akten ge-
reicht, mit welcher die Mitgliedschaft seines Bruders bereits vor elf Jahren
belegt worden sei. Diese Tatsache sei im Zusammenhang mit der Mitglied-
schaft seines Vaters bei der F._-Iran in Bezug auf seine Reflexver-
folgung asylrelevant. Da sich die Vorinstanz auch zu dieser Tatsache nicht
geäussert beziehungsweise bei der Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft
nach wie vor nicht berücksichtigt habe, halte sie an ihrem den Untersu-
chungsgrundsatz verletzenden Verhalten weiterhin fest, weshalb die ange-
fochtene Verfügung aufzuheben und die Beschwerde gutzuheissen sei.
5.
5.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten in
Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass die Vorbringen des
Beschwerdeführers weder den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit ge-
mäss Art. 7 AsylG noch jenen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3
AsylG standhalten.
5.2
5.2.1 In der Anhörung darauf angesprochen, weshalb er die politische Pro-
pagandatätigkeit für die I._, die er und sein Bruder J._ aus-
geübt hätten und derentwegen sie vom Asayesch bedroht und schwer
misshandelt worden seien, sodass sie den Irak verlassen hätten, in der
BzP mit keinem Wort erwähnt habe, erklärte der Beschwerdeführer, zum
einen habe er Angst gehabt, zum andern hätte er in der Anhörung darüber
sprechen wollen (vgl. act. [...]). Diese Erklärung vermag nicht zu überzeu-
gen, zumal mit der Vorinstanz nicht nachvollziehbar ist, dass er in der BzP
mehrmals die Probleme von J._ erwähnte, die eigenen politischen
Probleme aber nicht einmal andeutete. Die Vorinstanz führte dazu weiter
D-1377/2020
Seite 15
zutreffend aus, dass er in der BzP aufgefordert worden sei, alle seine Asyl-
gründe darzulegen, und gefragt worden sei, ob er Probleme mit den Be-
hörden gehabt hätte, was er verneint habe. Die Überprüfung des Protokolls
der BzP ergibt, dass ihm im Anschluss an seine kurze freie Schilderung der
Gesuchsgründe mehrere Fragen zu diesen gestellt wurden. Dabei wurde
er insbesondere auch nach dem ausschlaggebenden Grund für die Aus-
reise aus dem Irak gefragt und ob er persönlich Probleme mit den iraki-
schen Behörden gehabt habe (vgl. act. [...]). Zudem trifft nicht zu, dass
seine Aussagen in der BzP zu seinen Aktivitäten für die I._ nicht
protokolliert worden seien, bestätigte er doch nach Abschluss der Befra-
gung, dass das Protokoll seinen Aussagen und der Wahrheit entspreche
und ihm rückübersetzt worden sei (vgl. a.a.O. S. [...]). Unter diesen Um-
ständen vermag der Beschwerdeführer aus seinen Einwänden, dass der
BzP bezüglich der Asylründe angesichts ihres summarischen Charakters
für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit nur ein beschränkter Beweiswert zu-
komme, und er im Rahmen der Begrüssung darauf hingewiesen worden
sei, bezüglich seiner Gründe summarisch das Wichtige zu nennen, da eine
Vertiefung später in einer weiteren Befragung erfolgen könne, weshalb er
fälschlicherweise davon ausgegangen sei, dass er zu einem späteren Zeit-
punkt die Möglichkeit hätte, um über seine Asylgründe ausführlich zu spre-
chen, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.
5.2.2 Der Beschwerdeführer gab in der BzP an, dass er bloss Sympathi-
sant der I._ gewesen sei, wogegen er gemäss seinen Angaben in
der Anhörung offizielles Parteimitglied gewesen sei. Darauf angesprochen,
gab er zu Protokoll, dass er nur (...) Monate lang Mitglied gewesen sei.
Diese Begründung vermag auch das Gericht nicht zu überzeugen. Die
Vorinstanz hielt dazu weiter zutreffend fest, bezeichnenderweise habe er
keinen Beleg seiner angeblichen Mitgliedschaft zu den Akten gereicht;
seine Begründung, wonach ihm ein solcher nur ausgehändigt worden
wäre, wenn er sich dem bewaffneten Kampf angeschlossen hätte, sei nicht
glaubhaft. Auch aus den diesbezüglichen Entgegnungen auf Beschwerde-
ebene vermag der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.
Er gab zu Protokoll, dass er, als er nach der Vorladung von der I._
eine Bestätigung für seine Aktivitäten verlangt habe, von der Partei darauf
hingewiesen worden sei, dass er dafür am bewaffneten Kampf teilnehmen
müsste, was er aber abgelehnt habe (vgl. act. [...]). Zunächst erstaunt sehr,
dass er trotz dieser Weigerung im Beschwerdeverfahren eine Bestätigung
der I._ vom [...] 2020 einreichte und dazu in der Beschwerde aus-
führte, dass dieses Dokument der Sektion der I._ in Europa sowohl
seine Aktivitäten als auch seine Unterstützung belege. Die Partei bestätigt
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Seite 16
darin, dass er von (...) bis (...) im Flüchtlingslager D._ Sympathisant
gewesen sei. Er habe seine Aktivitäten in irakisch Kurdistan weitergeführt,
dieses Gebiet später verlassen und halte sich als Asylsuchender in der
Schweiz auf. Dabei fallen die abweichenden Zeitangaben für den Aufent-
halt im Lager D._ auf, hatte der Beschwerdeführer doch erklärt,
dass er sich von seiner Geburt ([...]) bis ins Jahr (...) dort aufgehalten habe.
Diese Bestätigung ist unter den gegebenen Umständen als Gefälligkeits-
schreiben mit entsprechend geringem Beweiswert zu betrachten. Der Be-
schwerdeführer vermag daraus weder hinsichtlich der von ihm geltend ge-
machten Propagandatätigkeiten, die zu seiner Verfolgung durch den
Asayesch geführt hätten, noch in Bezug auf seine widersprüchlichen Aus-
sagen, wonach er im Irak Sympathisant beziehungsweise offizielles Partei-
mitglied gewesen sei, abzuleiten. Bezüglich seiner geltend gemachten Ak-
tivitäten vermag der Beschwerdeführer auch aus dem Schreiben der
I._ vom (...) 2009 nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Darin er-
suchte die I._ das UNHCR in R._, (...) sich in irakischen
Flüchtlingslagern aufhaltenden Parteimitgliedern, darunter dem Bruder
J._ des Beschwerdeführers, in einem Drittstaat Asyl zu gewähren.
Im Übrigen hat das SEM dadurch, dass es sich in seiner Vernehmlassung
zu den I._-Schreiben nicht äusserte, entgegen den Ausführungen
in der Replik den Untersuchungsgrundsatz nicht verletzt, wurden doch mit
diesen beiden Beweismitteln keine neuen erheblichen Tatsachen vorge-
bracht, die weitere Abklärungen erforderlich gemacht hätten.
5.2.3 Das SEM hielt in der angefochtenen Verfügung fest, dass der Be-
schwerdeführer bezüglich des Vorfalls, wonach er und J._ von Mit-
gliedern des Asayesch zuhause aufgegriffen und misshandelt worden
seien, widersprüchliche Angaben gemacht habe. So habe er einerseits er-
klärt, bei seiner Rückkehr aus K._ seien Mitglieder des Asayesch
vor der Tür gestanden und hätten ihm vorgeworfen, dass er unerlaubt dort-
hin gereist sei und politische Propaganda betrieben hätte. Er sei nicht ein-
mal dazu gekommen, eine Antwort zu geben, als man ihn bereits heftig
geschlagen und mit (...) gegen die Wand gestossen habe. Wenig später
habe er im Widerspruch dazu erzählt, der Asayesch habe ihn von zuhause
mitgenommen und (...) Stunden lang in dessen Büroräumlichkeiten be-
fragt. Dort habe man ihn verbal angegriffen und geschlagen. Diese Ausfüh-
rungen des SEM sind nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz führte eben-
falls zutreffend aus, dass die diesbezüglichen Schilderungen des Be-
schwerdeführers überaus oberflächlich ausgefallen seien. Dem vermag
der Beschwerdeführer mit seinen Entgegnungen in der Beschwerde nichts
Stichhaltiges entgegenzuhalten.
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5.2.4 Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass die
vom Beschwerdeführer geltend gemachten Verfolgungsvorbringen den An-
forderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten.
5.3
5.3.1 Dem Beschwerdeführer gelingt es auch nicht, eine begründete
Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG in Bezug auf den Iran da-
zutun.
5.3.2 Soweit er sich dabei darauf beruft, dass sein Vater seine politischen
Aktivitäten im Irak weitergeführt habe, diese den iranischen Behörden be-
kannt geworden seien und diesbezüglich in Bezug auf den Iran eine Re-
flexverfolgung geltend macht, ist dazu Folgendes festzuhalten: Gemäss
den eingereichten UNHCR-Dokumenten wurde die Familie am (...) 2001
im Irak registriert und die Bescheinigungen, dass es sich um Mandats-
flüchtlinge handelt, am (...) 2014 ausgestellt. Was das Schreiben der
F._-Iran an das UNHCR in Q._ vom (...) 2009 anbelangt,
werden darin (...) Personen aufgelistet, darunter der Vater des Beschwer-
deführers, welche einst diverse Funktionen und Aktivitäten für die Partei
ausgeübt hätten und deren Aufenthalt in der Region Kurdistan und im Irak
aufgrund der mangelnden politischen Sicherheit gefährdet sei, weshalb
das UNHCR darum ersucht wird, ihnen die Reise in einen sicheren Dritt-
staat zu ermöglichen. Aus diesen Vorbringen und Unterlagen vermag der
Beschwerdeführer keine Reflexverfolgung abzuleiten, zumal er erklärte,
dass sein Vater wegen seiner (den iranischen Behörden bekannt geworde-
nen) Aktivitäten für die F._ im Irak keine Probleme bekommen habe;
er habe aber ab und zu im Zusammenhang mit von ihm organisierten Fei-
ern Drohungen von islamischen Extremisten erhalten, weil sowohl Männer
als auch Frauen daran teilgenommen hätten (vgl. act. [...]). Daraus kann
nicht geschlossen werden, dass dem Beschwerdeführer bei einer (hypo-
thetischen) Rückkehr in den Iran im Zusammenhang mit den politischen
Aktivitäten seines Vaters eine flüchtlingsrelevante Verfolgung drohen
würde.
5.3.3 Dasselbe gilt auch bezüglich der vom Beschwerdeführer geltend ge-
machten eigenen politischen Tätigkeiten im Irak und in der Schweiz. Er
führte in der Beschwerdeschrift unter Hinweise auf das Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts D-6618/2009 vom 8. Juli 2011 (E. 5.3) zutreffend aus,
das Statut des UNHCR (im Anhang zur Resolution der Generalversamm-
lung der Vereinten Nationen 428 [V] von 1950 publiziert) sehe in Art. 6 A
D-1377/2020
Seite 18
Ziff. 2 Bst. e vor, dass Flüchtlinge aus der Zuständigkeit des UNHCR aus-
scheiden, wenn die Umstände, welche zur Flüchtlingsanerkennung geführt
haben, weggefallen sind, woraus die Rechtsprechung schliesse, dass –
auch im Falle einer vorgängigen Anerkennung eines Asylsuchenden als
Mandatsflüchtling durch das UNHCR – die Verhältnisse zum Zeitpunkt der
Beurteilung für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft durch die
schweizerischen Asylbehörden massgeblich seien. Bezüglich der vom Be-
schwerdeführer angeführten exilpolitischen Tätigkeiten ist auf die zutref-
fenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen, wo-
nach er über kein politisches Profil verfüge, das ihn bei der Rückkehr in
den Iran einer konkreten Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG aussetzen
würde. Soweit die besagten Aktivitäten vom Beschwerdeführer mit Bild-
und Videomaterial belegt wurden, führte das SEM in seiner Vernehmlas-
sung weiter zutreffend aus, dass er auch daraus kein überdurchschnittli-
ches politisches Engagement oder eine besonders exponierte Stellung zu
untermauern vermag. Diesen vorinstanzlichen Ausführungen vermag er
auf Beschwerdeebene nichts Stichhaltiges entgegenzuhalten. Dasselbe
gilt sinngemäss auch bezüglich der geltend gemachten politischen Aktivi-
täten im Irak.
5.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geltend gemachten Asyl-
und Nachfluchtgründe nicht geeignet sind, eine asyl- respektive flüchtlings-
rechtlich relevante Verfolgung des Beschwerdeführers zu belegen oder
eine entsprechende Verfolgungsfurcht zu begründen. Es ist ihm nicht ge-
lungen, nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, zum heutigen
Zeitpunkt asyl- respektive flüchtlingsrechtlich relevanter Verfolgung seitens
der iranischen, irakischen oder kurdischen Behörden gemäss Art. 3 AsylG
ausgesetzt gewesen zu sein. Konkrete Anhaltspunkte für eine objektiv be-
gründete Furcht vor einer künftigen gezielten (Reflex-)Verfolgung des Be-
schwerdeführers asylbeachtlichen Ausmasses im Sinne von Art. 3 AsylG
durch die iranischen Behörden bei einer (hypothetischen) Rückkehr in den
Iran liegen aufgrund der Aktenlage ebenfalls nicht vor. Es erübrigt sich, auf
die weiteren Ausführungen in den Beschwerdeeingaben und die einge-
reichten Beweismittel im Einzelnen einzugehen, weil sie an der vorgenom-
menen Würdigung des Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. Das SEM
hat demnach die Flüchtlingseigenschaft zu Recht verneint und das Asylge-
such des Beschwerdeführers zutreffend abgelehnt.
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Seite 19
6.
6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an (Art. 44 AsylG).
6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-
derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht
angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
6.3 Die Wegweisungsvollzugshindernisse (Unzulässigkeit, Unzumutbar-
keit, Unmöglichkeit; vgl. Art. 83 Abs. 2–4 AIG [SR 142.20]) sind alternativer
Natur: Ist eines von ihnen erfüllt, ist der Vollzug der Wegweisung als un-
durchführbar zu erachten und die weitere Anwesenheit in der Schweiz ge-
mäss den Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl.
BVGE 2009/51 E. 5.4). Die Vorinstanz hat in ihrer Verfügung vom 10. Feb-
ruar 2020 aufgrund der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vor-
läufige Aufnahme des Beschwerdeführers in der Schweiz angeordnet. Mit-
hin erübrigen sich weitere Ausführungen zum Wegweisungsvollzug.
7.
7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm aber
mit Zwischenverfügung vom 17. März 2020 die unentgeltliche Prozessfüh-
rung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde und keine Anhaltspunkte
dafür vorliegen, dass sich seine finanzielle Lage (in der Schweiz) seither
entscheidrelevant verändert hätte, ist von der Auflage von Verfahrenskos-
ten abzusehen.
7.2 Die amtliche Rechtsvertretung ist unbesehen des Ausgangs des Ver-
fahrens zu entschädigen. Bei der Bemessung des Honorars wird nur der
notwendige Aufwand entschädigt (vgl. Art. 8 des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
Der Rechtsvertreter reichte mit der Replik seine Kostennote vom 8. April
2020 ein. Er bezifferte den zeitlichen Aufwand mit 13.55 Stunden (Stun-
denansatz von Fr. 220.–). Zudem machte er Barauslagen von Fr. 87.– gel-
tend und wies auf die Mehrwertsteuerpflicht hin. Der in der Kostennote auf-
gelistete Aufwand erscheint zu hoch und ist unter Berücksichtigung der
Entschädigungspraxis in vergleichbaren Fällen um 1.55 Stunden auf 12.00
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Stunden zu kürzen. Das amtliche Honorar ist somit auf insgesamt (gerun-
det) Fr. 2’937.– (einschliesslich Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag)
festzusetzen.
(Dispositiv nächste Seite)
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