Decision ID: efd245ea-4aae-4587-9d6d-1469e76ae491
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.- X und Y betreiben an der A-strasse 00 in Amden das Hotel "B". Die Gemeinde
Amden erhob von ihnen mit Rechnung Nr. 000 vom 27. September 2021 eine
Tourismusförderungsabgabe 2021 in der Höhe von Fr. 000.–. Der Gemeinderat Amden
wies den von X und Y gegen diese Rechnung erhobenen Rekurs mit Entscheid vom 2.
November 2021 ab und verzichtete auf die Erhebung einer Entscheidgebühr.
B.- Gegen den Entscheid des Gemeinderats Amden vom 2. November 2021 erhoben X
und Y Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK) mit
den Anträgen, die Abgabe sei zu erlassen, die Geschäftsbücher der
Tourismusförderungsabgabe seien seit deren Gründung offenzulegen und ihnen
vollumfängliche Einsicht in diese zu gewähren, und ihnen sei ein gangbarer und
möglicher Weg zur Abschaffung der kontraproduktiven, intransparenten Zusatzsteuer
aufzuzeigen. Am 4. Januar 2022 ergänzten sie den Rekurs. Der Gemeinderat Amden
beantragte mit Vernehmlassung vom 11. Januar 2022 die Abweisung des Rekurses,
soweit darauf einzutreten sei. Dazu äusserten sich X und Y mit Eingabe vom 17.
Februar 2022. Am 12. April 2022 reichten sie nochmals eine Eingabe ein.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Erwägungen:
1.- a) Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig (Art. 41 lit. h Ziff. 5 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [sGS 951.1, abgekürzt: VRP]). Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben (Art. 45 Abs. 1 VRP). Der Rekurs vom 26. November 2021
(Datum der Postaufgabe: 29. November 2021) ist rechtzeitig eingereicht worden und
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erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 47 Abs.
1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf den Rekurs ist grundsätzlich einzutreten.
b) Soweit die Rekurrenten die Offenlegung der Geschäftsbücher über die
Tourismusförderungsabgabe beantragen, ist auf den Rekurs nicht einzutreten, da keine
anfechtbare Verfügung vorliegt. Mangels Zuständigkeit der VRK ist auch auf den
Antrag auf Abschaffung des Reglements über Abgaben zur Tourismusförderung nicht
einzutreten.
2.- Angefochten ist der Entscheid der Vorinstanz vom 2. November 2021, mit welchem
der Rekurs der Rekurrenten gegen die Rechnung Nr. 000 vom 27. September 2021 für
die Tourismusabgabe in der Höhe von Fr. 000.– abgewiesen wurde. Die Rekurrenten
stellen zunächst das Vorliegen einer in formeller Hinsicht genügenden gesetzlichen
Grundlage für die Erhebung der Tourismusabgabe in Frage.
Bei der Tourismusförderungsabgabe handelt es sich gemäss Lehre und
Rechtsprechung um eine Kostenanlastungssteuer (Tschannen/Zimmerli/Müller,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 57 N 13; M. Reich, Steuerrecht, 3. Aufl.
2020, § 2 N 7; Blumenstein/Locher, System des schweizerischen Steuerrechts, 7. Aufl.
2016, S. 11; BGE 132 II 371 E. 2.3; Urteile des Bundesgerichts [BGer] 2C_636/2020
vom 29. Dezember 2021 E. 3.1.3, 2C_150/2015 vom 9. Juni 2015 E. 3.3.2, 2P.
215/2000 vom 12. März 2001 E. 4;). Kostenanlastungssteuern sind Abgaben, die einer
Gruppe von Personen auferlegt werden, weil diese Personen zu bestimmten
Aufwendungen des Gemeinwesens eine nähere Beziehung aufweisen als die
Gesamtheit der Steuerpflichtigen. Es genügt, dass die betreffenden Aufwendungen des
Gemeinwesens dem abgabepflichtigen Personenkreis eher zuzurechnen sind als der
Allgemeinheit, sei es, dass diese Gruppe von den Leistungen generell stärker profitiert
als andere, sei es, dass die Gruppe als hauptsächliche Verursacherin dieser
Aufwendungen angesehen werden kann. Die Abgabe zählt zu den Steuern, weil sie
überwiegend voraussetzungslos, unabhängig vom Vorliegen eines konkreten Nutzens
oder eines konkreten Verursacheranteils erhoben wird. Es muss kein dem
Abgabepflichtigen zurechenbarer Sondervorteil vorliegen (Tschannen/Zimmerli/Müller,
a.a.O., § 57 N 13; Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl.
2020, N 2839).
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Die Kantone können aufgrund ihrer Souveränität gemäss Art. 3 BV jede Steuer
erheben, die nicht verfassungsrechtlich allein dem Bund vorbehalten ist. Sie sind auch
befugt, neue Steuern einzuführen. Die Ausgestaltung des Verhältnisses zwischen
Kantonen und Gemeinden ist Sache der Kantone. Den Gemeinden müssen ihre
Steuererhebungskompetenzen vom kantonalen Recht eingeräumt werden. Die
Steuererhebungskompetenzen sind auf Verfassungs- oder Gesetzesstufe verankert.
Die Einführung neuer Steuern durch die Gemeinden ist unzulässig (Zigerlig/Oertli/
Hofmann, Das st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, I. Teil N 6; M. Reich, Steuerrecht,
3. Aufl. 2020, § 4 N 8 ff.).
Gemäss Art. 84 Abs. 1 der Verfassung des Kantons St. Gallen (sGS 111.1,
abgekürzt: KV) bestimmt das Gesetz die Gemeindesteuern. Die st. gallischen Steuern
sind demgemäss nur auf Gesetzesebene geregelt. Die Gemeinden haben folglich keine
eigene, sondern nur eine abgeleitete Steuerhoheit. Diese steht ihnen nicht kraft ihrer
Autonomie, sondern kraft gesetzlicher Ermächtigung zu (Zigerlig/Oertli/Hofmann,
a.a.O., I. Teil, N 16; BGE 114 Ia 168 E. 3c). Die Gemeinden im Kanton St. Gallen
erheben gestützt auf Art. 2 Abs. 1 des St. Galler Steuergesetzes (sGS 811.1, abgekürzt:
StG) Einkommens- und Vermögenssteuern von natürlichen Personen (lit. a),
Grundsteuern von natürlichen und juristischen Personen (lit. b) und
Handänderungssteuern von natürlichen und juristischen Personen, gestützt auf Art.
24-26 des Hundegesetzes (sGS 456.1) eine Hundesteuer sowie gestützt auf Art. 16-19
des Tourismusgesetzes (sGS 575.1) fakultativ eine Tourismusabgabe (Zigerlig/Oertli/
Hofmann, a.a.O., I. Teil N 17 ff.).
Gemäss Art. 16 Abs. 1 des Tourismusgesetzes kann die politische Gemeinde von
Gästen (lit. a) und Nutzniessern des Tourismus (lit. b) Tourismusabgaben erheben. Die
politische Gemeinde regelt gemäss Art. 17 Tourismusgesetz durch Reglement
insbesondere Abgabepflicht (lit. a), Bemessungsgrundlage und Abgabesatz (lit. b),
Veranlagung (lit. c), Bezug (lit. d) und Verwendung (lit. e).
Gestützt auf das kantonale Tourismusgesetz erliess der Gemeinderat Amden am
14. Oktober 1997 das Reglement über Abgaben zur Tourismusförderung mit dem Tarif
zum Reglement über Abgaben zur Tourismusförderung. Das Reglement und der Tarif
unterstanden vom 22. Oktober bis 20. November 1997 dem fakultativen Referendum.
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Innert der Referendumsfrist wurde kein Begehren um Anordnung einer Abstimmung
gestellt. Das Reglement regelt in Art. 2 ff. das Abgabesubjekt, in Art. 5 das
Abgabeobjekt, in Art. 6 die Bemessung, in Art. 7 die Verwendung und in Art. 9 den
Vollzug und die Verwaltung. Der Tarif legt die Höhe der Abgabe mittels einer Grundtaxe
und abhängig von der Anzahl der Beschäftigten fest.
Die Erhebung der kommunalen Tourismusabgabe (Abgabe zur Tourismusförderung)
stützt sich damit auf eine in formeller Hinsicht genügende Rechtsgrundlage.
3.- Sodann ist zu prüfen, ob die Regelungen in materieller Hinsicht eine genügende
Grundlage für die Erhebung der Abgabe zur Tourismusförderung bei den Rekurrenten
bilden.
a) aa) Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Reglements über Abgaben zur Tourismusförderung
unterliegen juristische und selbständig erwerbende Personen, die direkt oder indirekt
Nutzen aus dem Tourismus ziehen, der Abgabe zur Tourismusförderung, sofern sich
der Sitz oder die tatsächliche Verwaltung der juristischen Person bzw. der
steuerrechtliche Wohnsitz oder Aufenthalt der selbständig erwerbenden natürlichen
Person in der Gemeinde Amden befindet. Der Abgabe zur Tourismusförderung
unterliegen insbesondere Inhaber von Beherbergungsbetrieben wie Hotels,
Apparthotels, Kurhäuser, Pensionen und Gruppenunterkünfte (Abs. 3 lit. a). Jede
unternehmerische bzw. freiberufliche Tätigkeit in der Gemeinde Amden, die direkt oder
indirekt Nutzen aus dem Tourismus zieht, unterliegt der Abgabe zur
Tourismusförderung (Art. 5 Abs. 1).
Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Reglements bemisst sich die Abgabe zur
Tourismusförderung aufgrund einer im Tarif zu dem Reglement festgelegten Grundtaxe
und einem Zuschlag für die im Jahresdurchschnitt beschäftigten Personen, wobei der
Geschäftsinhaber/Geschäftsführer und deren Ehegatten sowie Lehrlinge und
Praktikanten unter die Grundtaxe fallen. Die Grundtaxe beträgt gemäss Tarif zum
Reglement über Abgaben zur Tourismusförderung Fr. 500.–. Die Abgabe erhöht sich
bei 1-3 Beschäftigten um Fr. 300.–, bei 4-6 Beschäftigten um Fr. 600.– und bei über 6
Beschäftigten um Fr. 900.–.
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bb) Die Rekurrenten betreiben an der A-strasse 00 in Amden das Hotel "B". Hierbei
handelt es sich um ein Hotel, welches über 00 Betten und 00 Zimmer verfügt. Die
Rekurrenten sind selbständig erwerbstätig und haben ihren steuerrechtlichen Wohnsitz
in der Gemeinde Amden. Mit dem Betrieb des Hotels ziehen sie ohne Weiteres einen
Nutzen aus dem Tourismus. Damit unterliegen sie für den Betrieb des Hotels
grundsätzlich der Abgabe zur Tourismusförderung im Sinn von Art. 2 Abs. 1 und Art. 5
Abs. 1 des Reglements. Die Vorinstanz erhob bei den Rekurrenten die Grundtaxe von
Fr. 000.–, was somit den reglementarischen Bestimmungen entspricht. Die Berechnung
erfolgte korrekt. Als Massnahme zur Milderung der wirtschaftlichen Auswirkungen des
Coronavirus auf die lokale Gastronomie reduzierte die Vorinstanz die
Tourismusförderungsabgabe im Jahr 2021 um die Hälfte. Den Rekurrenten wurde
daher lediglich die Hälfte der Grundtaxe, Fr. 000.–, in Rechnung gestellt.
b) Die Rekurrenten machen geltend, dass Personen, die ihre Ferienwohnung oder ihr
Zweitwohnobjekt vermieten würden, von der Tourismusförderungsabgabe nicht erfasst
würden.
aa) Wie bereits ausgeführt, handelt es sich bei der Tourismusförderungsabgabe um
eine Kostenanlastungssteuer (Erw. 2). Eine solche Sondersteuer, die begrifflich nur von
bestimmten Personengruppen erhoben wird, steht zwangsläufig in einem
Spannungsverhältnis zum Grundsatz der Allgemeinheit der Besteuerung (Art. 127 Abs.
2 BV). Sie setzt voraus, dass sachlich haltbare Gründe bestehen, die betreffenden
staatlichen Aufwendungen der erfassten Personengruppe anzulasten. Dabei muss die
Kostenanlastung an den erfassten Personenkreis nach einem vernünftigen Prinzip und
unter Beachtung des Gebotes der Verhältnismässigkeit und der Rechtsgleichheit
erfolgen. Das Bundesgericht hat mehrfach entschieden, dass die Kosten für die
Tourismusförderung zulässigerweise jenem Personenkreis angelastet werden dürfen,
der aus dem Fremdenverkehr einen wirtschaftlichen Nutzen zieht. Aus Gründen der
Rechtsgleichheit sollte der Kreis der Abgabepflichtigen möglichst all jene Personen
umfassen, welche aus dem Tourismus einen Vorteil haben (BGer 2C_794/2015 vom 22.
Februar 2016 E. 3.3.1 und 2P.322/2004 vom 24. Juni 2005 E. 2; BGE 122 I 61 E. 3c).
Der Anspruch auf Gleichbehandlung gemäss Art. 8 BV verlangt, dass Rechte und
Pflichten der Betroffenen nach dem gleichen Massstab festzusetzen sind. Gleiches ist
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nach Massgabe seiner Gleichheit gleich, Ungleiches nach Massgabe seiner
Ungleichheit ungleich zu behandeln (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., N 572). Ein Erlass
verstösst gegen das Gebot der Rechtsgleichheit in der Rechtssetzung, wenn er
rechtliche Unterscheidungen trifft, für die ein vernünftiger Grund in den zu regelnden
Verhältnissen nicht ersichtlich ist, oder wenn er Unterscheidungen unterlässt, die sich
aufgrund der Verhältnisse aufdrängen (BGE 145 II 206 E. 2.4.1). Der Grundsatz der
Rechtsgleichheit wird im Steuerrecht unter anderem durch den Grundsatz der
Allgemeinheit der Besteuerung konkretisiert. Dieser Grundsatz verlangt, dass alle
Personen oder Personengruppen nach denselben gesetzlichen Regeln erfasst werden.
Ausnahmen, für die kein sachlicher Grund besteht, sind unzulässig (BGer 2C_636/2020
vom 29. Dezember 2021 E. 3.1.1).
bb) Gemäss Art. 16 Abs. 1 lit. b des Tourismusgesetzes kann die politische Gemeinde
Tourismusabgaben von Nutzniessern des Tourismus erheben. In Art. 2 des Reglements
über Abgaben zur Tourismusförderung der politischen Gemeinde Amden wird das
Abgabesubjekt folgendermassen umschrieben: Einer Abgabe zur Tourismusförderung
unterliegen juristische und selbständig erwerbende natürliche Personen, die direkt oder
indirekt Nutzen aus dem Tourismus ziehen, sofern sich der Sitz oder die tatsächliche
Verwaltung der juristischen Person bzw. der steuerrechtliche Wohnsitz oder Aufenthalt
der selbständig erwerbenden natürlichen Person in der Gemeinde Amden befindet
(Abs. 1). Personen, welche die Bedingungen nach Absatz 1 nicht erfüllen, unterliegen
ebenfalls der Abgabe zur Tourismusförderung, wenn sie in der Gemeinde Amden
Betriebsstätten/Filialen unterhalten (Abs. 2). Der Abgabe zur Tourismusförderung
unterliegen gemäss Abs. 3 insbesondere: Inhaber von Beherbergungsbetrieben wie
Hotels, Apparthotels, Kurhäuser, Pensionen und Gruppenunterkünfte (lit. a), Vermieter
von Zelt- und Abstellplätzen für Wohnwagen oder Wohnmobile, Bewirtschafter von
Parkplätzen (lit. b), Restaurationsbetriebe (lit. c), Handels- , Gewerbe- und
Dienstleistungsbetriebe wie Banken, Versicherungsagenturen, Kioske,
Lebensmittelgeschäfte, Bauhaupt- und Nebengewerbe, Bergbahn- und
Skiliftunternehmungen usw. sowie Selbständigerwerbende wie Architekten, Ingenieure,
Ärzte, Anwälte, Treuhänder usw. (lit. d). Einer Abgabe zur Tourismusförderung nicht
unterstellt sind unselbständig erwerbende natürliche Personen für deren
unselbständige Erwerbstätigkeit (Art. 3 des Reglements). Das Abgabeobjekt ist gemäss
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Art. 5 Abs. 1 des Reglements jede unternehmerische bzw. freiberufliche Tätigkeit in der
Gemeinde Amden, die direkt oder indirekt Nutzen aus dem Tourismus zieht.
Mit dem Reglement werden Inhaber oder Inhaberinnen von Ferienwohnungen,
Zweitwohnungen, Chalets, Zimmern und dergleichen, die ein Wohnobjekt gegen
Entgelt vermieten, und dies weder aufgrund selbständiger Erwerbstätigkeit tun noch
steuerrechtlichen Wohnsitz/Aufenthalt (natürliche Personen) oder den Sitz/tatsächliche
Verwaltung (juristische Personen) in der Gemeinde Amden haben, nicht erfasst.
Mit der Abgrenzung selbständige/unselbständige Erwerbstätigkeit dürfte vor allem
gemeint sein, dass nur jene Personen, die vom Tourismus unmittelbar profitieren, nicht
aber auch die Arbeitnehmer von solchen Betrieben, zur Abgabe herangezogen werden
sollen. Dies ergibt sich insbesondere aus Art. 3 des Reglements, wonach
unselbständig erwerbende natürliche Personen für deren unselbständige
Erwerbstätigkeit der Abgabe zur Tourismusförderung ausdrücklich nicht unterstellt
werden (vgl. auch BGer 2P.322/2004 vom 24. Juni 2005 E. 8.2). Im steuerrechtlichen
Sinn stellt nur die gewerbsmässige Vermietung von Wohnungen oder Zimmern eine
selbständige Erwerbstätigkeit dar, die Vermietung im Rahmen der privaten
Vermögensverwaltung hingegen nicht. Nach der Praxis des Bundesgerichts gehört die
Vermietung eigener Liegenschaften zur üblichen Verwaltung privaten
(Anlage-)Vermögens, und es ist für die Annahme, es handle sich um einen
geschäftlichen Betrieb – mithin einer selbständigen Erwerbstätigkeit – Zurückhaltung
geboten. Eine Vermietertätigkeit hat erst dann betrieblichen Charakter, wenn sie die
blosse Gebäudeverwaltung übersteigt (BGE 110 V 86 E. 5a, BGer 2P.56/2000 vom 27.
März 2001 E. 3c). Es gibt keine sachliche Rechtfertigung, die Vermietung von
Ferienwohnungen, Zweitwohnungen, Chalets, Zimmern und dergleichen, die nicht als
selbständige Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist, der Tourismusabgabepflicht nicht zu
unterstellen. Es liegt auf der Hand, dass das Profitieren vom Tourismus nicht von der
steuerrechtlichen Qualifizierung der Einkommensquelle abhängt. Inhaber oder
Inhaberinnen von Ferienwohnungen, Zweitwohnungen, Chalets, Zimmern und
dergleichen, die ein Wohnobjekt gegen Entgelt vermieten, ohne dass sie damit eine
selbständige Erwerbstätigkeit ausüben, und ohne dass sie eine Steuerpflicht in der
Gemeinde begründen, ziehen ebenso einen Nutzen aus dem Tourismus wie
beispielsweise der Betreiber eines Hotels in der Gemeinde. Es widerspricht dem Gebot
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der rechtsgleichen Behandlung, die nicht gewerbsmässige Vermietung von
Wohnobjekten an Feriengäste nicht ebenfalls der Abgabepflicht zu unterstellen. Auch
die Vorgabe im kantonalen Tourismusgesetz, wonach die Gemeinde gemäss Art. 16
Abs. 1 lit. b dem Grundsatz nach von Nutzniessern des Tourismus eine
Tourismusabgabe erheben kann, rechtfertigt die Ausdehnung der Abgabepflicht auf
alle Tatbestände der Vermietung von Wohnobjekten an Feriengäste. Art. 2
(Abgabesubjekt) und Art. 5 (Abgabeobjekt) des Reglements über Abgaben zur
Tourismusförderung der politischen Gemeinde Amden sind somit mit dem
Rechtsgleichheitsgebot nicht vereinbar.
cc) Daraus ergibt sich, dass die Vorinstanz bei der Erhebung der
Tourismusförderungsabgabe bei den Rekurrenten rechtswidriges Recht anwendete,
weshalb der Entscheid der Vorinstanz vom 2. November 2021 und die diesem
zugrundeliegende Rechnung Nr. 000 vom 27. September 2021 aufzuheben sind (vgl.
PK VRP/SG-Looser/Looser-Herzog, Art. 46 N 8). Auf die weiteren Ausführungen der
Rekurrenten zur Begründung ihrer Anträge ist unter diesen Umständen nicht
einzugehen.
4.- Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten der
Vorinstanz aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 500.– ist
angemessen (Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die
Erhebung der Gebühr ist nicht zu verzichten, da die Vorinstanz eigene finanzielle
Interessen verfolgt (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der Kostenvorschuss von Fr. 500.– ist den
Rekurrenten zurückzuerstatten.