Decision ID: 2e06f918-eb96-44e8-8c05-f22def322630
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Mit Verfügungen vom 12. November 2014 sprach die
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
X._
, geboren 1953, eine ganze Rente der Invalidenversicherung, zuzüglich dreier Kinderrenten, alle mit Wirkung ab 1. Oktober 2009, zu, wobei sie der Rentenberechnung ein massge
bendes durch
schnittliches Jahreseinkommen von Fr. 56‘160.-- und die Rentenskala 33 zu Grunde legte (Urk. 2/1-3).
2.
Dagegen erhob
X._
mit Eingabe vom 4. Dezember 2014 (durch die IV-Stelle am 18. März 2015 an das hiesige Gericht weitergeleitet, Urk. 1/1-2, Urk. 4) und ergänzender Eingabe vom 7. April 2015 (Urk. 7) Beschwerde und beantragte
sinngemäss die Ausrichtung
höherer
Rentenbetreffnisse
. Ausserdem ersuchte er um Auskunft darüber, an wen und weshalb die rückwirkend zuge
sprochenen
Rentenbetreffnisse
ausbezahlt worden seien. Mit Beschwerdeantwort vom
13. August 2015 (Urk. 14)
beantragte die Beschwerdegegnerin
unter Ver
weis auf die Stellungnahme der Ausgleichskasse vom 13. August 2015 (Urk. 16) sowie unter Beilage ihrer Akten (Urk. 15/1-117)
die Rückweisung der Angele
genheit zur Neuberechnung der Rentenhöhe. Am 21. August 2015 wurden die Akten der Ausgleichskasse nachgereicht (Urk. 19/1-258).
Mit Beschluss vom 4. September 2015 wurde dem Beschwerdeführer Frist ange
setzt, um zu der vom Gericht in Aussicht gestellten Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur
Neuberechnung der
Rentenbetreffnisse
und der damit ver
bundenen möglichen
reformatio
in
peius
Stellung zu nehmen oder die Beschwerde zurückzuziehen (Urk.
20
). Der Beschwerdeführer
liess
sich innert Frist nicht vernehmen.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Beschwerdeführer brachte beschwerdeweise vor, sein durchschnittliches Jahreseinkommen betrage nicht wie in der
angefochtenen Verfügung festge
halten Fr. 56‘160.--
,
sondern Fr. 86‘996.--, wobei er auf die Rentenberechnung
der Unfallversicherung verwies. Ausserdem ersuchte er um Auskunft darüber, an wen und weshalb die rückwirkend zugesp
rochenen
Rentenbetreffnisse
aus
bezahlt worden seien (Urk. 1, Urk. 7, Urk. 8).
1.2
Die Ausgleichskasse hielt in ihrer Stellungnahme vom 13. August 2015 (Urk. 16) fest, die vorgenommene Rentenberechnung sei nicht korrekt, da
nur die Einkommen einer Ehe gesplittet worden seien,
der Beschwerdeführer
jedoch
zweimal verheiratet gewesen sei (von 1983 - 1988 sowie von 1989 - 1994)
.
Bei korrektem Splitting resultiere ein niedrigeres durchschnittliches Jahreseinkom
men von Fr. 50‘616.-- und somit eine tiefere Rente (Urk. 16).
2.
2.1
Nach Art. 36 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sind für die Berechnung der ordentlichen Invalidenrenten die Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG) sinn
gemäss anwendbar.
Gemäss Art.
29
bis
Abs.
1 und
Art.
29
quater
AHVG
wird die Rente
unter anderem
nach Massgabe des
durchschnittliche
n
Jahreseinkommen
s
berechnet
, welches sich aus den Erwerbseinkommen sowie den Erziehungs- und
Betreuungsgut
schriften der rentenberechtigten Person zwischen dem 1. Januar nach
Vollen
dung des 20. Altersjahres und dem 31.
Dezember vor Eintritt des Versiche
rungsfalles zusammensetzt (
hinsichtlich
Anrechnung der Beitragsmonate im Jahr
der Entstehung des Rentenanspruches
und der entsprechenden
Erwerbseinkom
men
, siehe Art.
29
bis
Abs.
2 AHVG
in Verbindung mit Art. 51 Abs. 2 der Ver
ordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
[AHVV]
)
.
Einkommen, welche Ehegatten während der Kalenderjahre der gemeinsamen Ehe erzielt haben,
werden
unter anderem bei Auflösung der Ehe durch Scheidung
geteilt und je zur Hälfte den beiden Ehegatten angerechnet (sogenanntes Split
ting, Art. 29
quinquies
Abs. 3 AHVG).
Davon ausgenommen ist das
Kalenderjahr, in dem die Ehe geschlossen oder aufgelöst wird (
Art. 29
quinquies
Abs.
5
AHVG
)
.
Das Einkommenssplitting
wird nach Eintritt des Versicherungsfalls bei der
Rentenbe
rechnung
von Amtes wegen vorgenommen (
Art. 50g AHVV;
Urteil des Bundes
gerichts 9C_518/2008 vom 29. August 2008, E. 2.2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer war – gemäss
dem ACOR-Berechnungsblatt
in zweiter Ehe (Urk. 19/249/1
: erste Ehe von 1983 - 1988
) -
vom 28. Oktober 1989 bis am 24. Februar 1994 mit
Y._
verheiratet (Scheidungsurteil vom
24.
Februar 1994, Urk. 15/11).
Während eine Teilung der während der ersten E
he resp. den Kalenderjahren 1984
bis 1987 erzielten Einkommen vorgenom
men wurde
(Urk. 15/94
/7
), wurden die
während
dieser zweiten
Ehe resp. den Kalenderjahren 1990 bis 1993 erzielten Einkommen
nicht gesplittet
(
IK-Auszug vom
12. November 2014
[
Urk. 15/94
]
und ACOR-Berechnungsblatt
[
Urk. 19/136
]).
Das von der Beschwerdegegnerin
ermittelte durchschnittliche Jahreseinkommen
, welches der Berechnung der
Rentenbetreffnisse
zugrunde liegt,
ist
somit fehlerhaft.
Die Sache ist
daher
, wie von der Beschwerdegegnerin beantragt (Sachverhalt E. 2)
,
zur erneuten
Berechnung der Rentenhöhe an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweis
en
.
E
ntgegen
den
Vorbringen des Beschwerdeführers
(E. 1.1)
hat sich die
Beschwerde
gegnerin
bei der Berechnung der
Rentenbetreffnisse
nicht an der Rentenberechnung der Unfallversicherung zu orientieren, da diese
anderen Grundsätzen folgt
als die Rentenberechnung in der Invalidenversicherung
(
vgl. Art. 15 und 20 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung sowie
E. 2.1)
.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
3.
Im Übrigen ist der Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass die Auszahlung der Nachzahlungsbeträge auf Seite 2 der angefochtenen Verfügungen vom 12. November 2014 (Urk. 2) aufgelistet wird und eine Verrechnung mit Forde
rungen von vorleistungspflichtigen Versicherern bzw. eine Auszahlung an die Fürsorgebehörde oder in Bezug auf die Kinderrente an den anderen Elternteil (bei Nichterfüllen der Unterhaltspflichten) auf entsprechende Ersuchen hin grundsätzlich zulässig ist (Art. 22 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG], Art. 20 Abs. 2 und Art.
22ter
Abs. 2
AHVG
sowie Art. 71
ter
AHVV).
4
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
5
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).