Decision ID: b29d7e96-7111-47a7-8a97-b41af11d1435
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
in Sachen
F._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Simone Schmucki, Marktgasse 3,
9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente; berufliche Massnahmen
Sachverhalt:
A.
A.a F._ (Jahrgang 1955) meldete sich 20. Februar 2006 zum Bezug von
Invalidenleistungen an. Sie gab an, Mutter von drei Töchtern zu sein, die 1989, 1991
und 1993 geboren worden seien. Sie habe die Schulbildung mit der Realschule
abgeschlossen. Vom 28. August 2003 bis 29. November 2003 habe sie den
Fähigkeitsausweis als Pflegehelferin erworben (IV-act. 1 und 11). Die Arbeitgeberin, das
Wohn- und Pflegeheim A._b, berichtete der IV-Stelle am 4. März 2006, die
Versicherte sei seit 1. August 2004 bei ihr als Pflegehelferin (Nachtwache) angestellt.
Sie habe 6-8 Nächte im Monat geleistet und dafür Fr. 192.50 pro Nacht verdient (IV-
act. 12). Eine konkrete Angabe des Arbeitspensums erfolgte nicht. Dr. med. B._,
Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, führte in seinem Arztbericht vom 28. März 2006
aus, die Versicherte leide an einem Carpaltunnelsyndrom (CTS) rechts, Spaltung des
Ligamentum carpi transversum Januar 2004, dabei intraoperative Medianusverletzung,
sekundäre Revision und Nerventransplantation Februar 2004, komplizierter Heilverlauf
wegen Sudeck-Dystrophie sowie einem St. n. Sturz am 3. Juli 2005 mit Schädeltrauma,
Kontusion der HWS, Deckenplattenimpressionsfraktur BWK4 und Kompressionsfraktur
BWK6. Sekundär habe sich ein therapieresistentes lumboradikuläres Syndrom L5/S1
rechts entwickelt, wobei radiologisch nur eine leichte Diskusprotrusion L5/S1 rechts
ohne Nervenkompression nachgewiesen werden könne. Ohne Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit bestehe eine Hypothyreose. Die Versicherte sei vom 6. Januar 2004 bis
14. September 2004 vollumfänglich arbeitsunfähig gewesen. Seit 3. Juli 2005 bestehe
erneut eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine leichte Tätigkeit ohne das Tragen von
Lasten über 5 kg, teils sitzend, teils stehend und gehend, sollte im bisherigen Rahmen
(4 Stunden pro Tag) wieder möglich sein. Weil eine manuell anspruchsvolle Arbeit
wegen der Einschränkung der rechten Hand nicht möglich sei, sei eine
Leistungsfähigkeitsbeurteilung in Prozenten schwierig. Schliesslich sei die
Rückenproblematik noch verbesserungsfähig (IV-act. 17). Der Regionale Ärztliche
Dienst (RAD) Ostschweiz empfahl der IV-Stelle am 8. Mai 2006, ein Gutachten zur
Klärung der gesundheitlichen Situation zu veranlassen (IV-act. 18).
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A.b Vom 14. August 2006 bis 12. September 2006 hielt sich die Versicherte in der Klinik
Valens auf. Im Austrittsbericht vom 3. Oktober 2006 hielten die Ärzte der Klinik fest, die
Versicherte sei zur Ausschöpfung konservativer Massnahmen bei bekannten
panvertebralen Schmerzen mit Ausstrahlung ins rechte Bein, teilweise
Spannungskopfschmerzen, Schwindelsymptomatik sowie Schmerzen im rechten Arm
bei bekannter Medianusläsion rechts zugewiesen worden. Die Ärzte gaben an, die
Spannungskopfschmerzen sowie die Schwindelsymptomatik könnten bei deutlich
verspannter Halsmuskulatur im Rahmen eines zervikozephalen Syndroms nach HWS-
Distorsion teilweise erklärt werden. Dennoch dürften psychologische Faktoren bei einer
leichten depressiven Episode im Rahmen einer Anpassungsstörung modulierend auf
das Schmerzerleben und die Schmerzverarbeitung einwirken. Insgesamt zeige die
Versicherte jedoch eine gute Leistungsbereitschaft. Vorerst bestehe zur psychischen
Stabilisierung eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, die nach 4-6 Wochen auf 50%
gesteigert werden sollte (IV-act. 36).
A.c Die IV-Stelle nahm 26. September 2006 eine Haushaltsabklärung vor. Gemäss dem
entsprechenden Bericht gab die Versicherte dabei an, dass sie an zwei
Hauptproblemen leide. Einerseits schmerze sie der ganze Rücken seit dem Sturz mit
Wirbelbruch am 3. Juli 2005. Andererseits leide sie unter starken Funktions- und
Gefühlsstörungen seit der missglückten Carpaltunnel-Operation am 7. Januar 2004.
Ständig trage sie eine Stützmanschette. Die Versicherte führte aus, sie habe nach
Abschluss der Schulbildung als Taxifahrerin, als Pflegehelferin, später im Verkauf und
danach in einer Spedition gearbeitet. Im Zusammenhang mit der Geburt der Kinder
habe sie die Erwerbstätigkeit 1989 aufgegeben, 1998 jedoch wieder eine Putzstelle
angenommen. Sie habe die Tätigkeit als Pflegehelferin im Oktober 2002 begonnen, den
Pflegehelferinnenkurs im 2003 absolviert. Im Zusammenhang mit der Handoperation
habe sie diese Tätigkeit vorerst aufgeben müssen. Aus wirtschaftlichen Gründen habe
sie im Herbst 2004 die Tätigkeit als Nachtwache von 6-8 Nächten im Monat wieder
aufgenommen. Die Abklärungsperson ermittelte durch Umrechnung des Jahreslohnes
ein Arbeitspensum von zirka 45%. Die Versicherte führte dazu aus, die Behinderung
mit der rechten Hand sei bei der Arbeit stets gross gewesen. Sie habe einfach
durchgebissen. Ohne Behinderung würde sie weiterhin im bisherigen Ausmass
erwerbstätig sein, doch hätte sie, mit Blick auf das Alter der jüngsten Tochter, in
absehbarer Zeit in den Tagesdienst, mit 50% Pensum, gewechselt. Im örtlichen
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Pflegeheim, wo sie das Praktikum absolviert habe, könne sie jederzeit wieder eintreten.
Für die Haushaltsführung (1.92%) gab die Versicherte keine Einschränkung an. Für den
Bereich Ernährung (36.27%) gab sie an, sie koche mehrheitlich selbst, benötige aber
zum Rüsten doppelt soviel Zeit, weil sie die Gefühlsstörungen an der rechten Hand
einschränkten. Backen könne sie nicht mehr. Das Anlegen von Vorrat (Einfrieren,
Konfitüre) habe sie aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben. Die Abklärungsperson
bezifferte die Einschränkung in diesem Bereich mit 50%, wobei sie 20% davon den
Familienmitgliedern im Sinn der Schadenminderungspflicht zumutete, woraus eine
anteilige Leistungseinbusse von 10.88% resultierte. Befragt zum Bereich
Wohnungspflege (22.25%) gab die Versicherte an, das Staubsaugen sei ihr nicht mehr
möglich. Strenge Arbeiten wie Böden aufnehmen, Fensterreinigungen und Frühlings-
und Herbstputz könne sie nicht mehr ausführen. Die Tagesreinigung im Badezimmer
sei ihr möglich, sie benötige dafür jedoch mehr Zeit. Die Abklärungsperson bezifferte
die Einschränkung auf 70%, nahm davon jedoch einen Abzug von 10% wegen der
Schadenminderungspflicht der Angehörigen vor, woraus eine anteilige
Leistungseinbusse von 13.35% resultierte. Betreffend den Bereich Einkaufen und
weitere Besorgungen (5.75%) nahm die Abklärungsperson an, es bestehe keine
Beeinträchtigung, obwohl die Versicherte angegeben hatte, sie erledige den
Grosseinkauf in Begleitung des Ehemannes. Früher habe sie diesen selbst besorgt.
Kleinere Einkaufe besorge sie selbst, sei es zu Fuss oder mit dem Postauto.
Fahrradfahren oder Autofahren traue sie sich momentan nicht zu. Die Einschränkung
im Bereich Wäsche- und Kleiderpflege (11.49%) setzte die Abklärungsperson auf 50%
fest. Die Versicherte gab dazu an, sie brauche für alles mehr Zeit, könne lediglich noch
kleinere Wäschestücke am "Windelständer" aufhängen oder die Wäsche
zusammenlegen. Fürs Glätten sei ihr von ärztlicher Seite eine Spitexhilfe zugewiesen
worden. Wäschekorbtragen oder Aufhängen grosser Wäschestücke sowie
Handarbeiten seien ihr nicht mehr möglich. Im Bereich Betreuung von Kindern
(11.49%) gab die Versicherte an, die jüngste Tochter benötige seit der Kindheit
besondere Unterstützung und Betreuung in schulischen Angelegenheiten. Aus
nervlichen Gründen könne sie diese Betreuung nicht mehr erbringen. Heute müsse zu
einem grossen Teil ihr Ehemann diese Aufgabe übernehmen. Die Abklärungsperson
setzte die Einschränkung in diesem Bereich auf 50% fest – ein Teil dieser Aufgabe
müsse dem zweiten Elternteil zugemutet werden, was eine anteilige Leistungseinbusse
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von 5.75% ergab. Im Bereich Verschiedenes (10.82%) gab die Versicherte an, die
Pflanzen in der Wohnung sowie die Katze könne sie besorgen. Im Vorstand der
Frauengemeinschaft könne sie nur noch organisatorisch mitwirken. Die Gartenarbeit sei
stets ihr Bereich gewesen, inklusive Rasenmähen (ohne Herbstschnitt der Sträucher).
Diesen Bereich könne sie nicht mehr abdecken. Auch Handarbeiten seien nicht mehr
möglich. Die Einschränkungen wurden mit 70% berücksichtigt, was anteilig eine
Leistungseinbusse von 7.57% ergab. Insgesamt betrug die Leistungseinbusse im
Haushalt demnach 43.30%. Die Versicherte wurde zu 45% als Erwerbstätige und zu
55% als im Haushalt Tätige qualifiziert (IV-act. 43).
A.d Die Versicherte wendete gegen diesen Haushaltsbericht am 22. November 2006
ein, die Einschränkungen seien vor allem auf die Bewegungseinschränkung und
Gefühlsstörung in der rechten Hand zurückzuführen und würden in den meisten
Bereichen zu wenig berücksichtigt. Einige Dinge müssten gar die Familienmitglieder
ganz übernehmen. Sie brauche sodann für alle Handlungen viel mehr Zeit. Sie bat um
eine Erhöhung der zu berücksichtigen Einschränkung im Haushalt. Sie unterzeichnete
den Abklärungsbericht deshalb nicht (IV-act. 43). Die Abklärungsperson hielt am 9.
Januar 2007 dazu fest, die Einschränkungen auf Grund der Handproblematik rechts
seien erheblich und hätten eingesehen werden können. Manuelle Tätigkeiten seien
massiv eingeschränkt. Die nun vorgebrachten Einwände würden jedoch keine Faktoren
nennen, die ein höheres Mass an Einschränkungen in den einzelnen Arbeitsbereichen
rechtfertigen würde (IV-act. 43).
A.e Die IV-Stelle beauftragte am 14. Dezember 2006 das Ärztliche
Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) mit der Begutachtung der Versicherten (IV-act. 39).
Am 12. April 2007 erstattete das ABI das Gutachten. Die Versicherte wurde
internistisch, psychiatrisch und neurologisch untersucht. Die Ärzte gaben folgende
Hauptdiagnosen (mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) an:
- 1. St. n. CTS-Operation rechts 01/04
- St. n. Reoperation 02/04 mit Nerventransplantation
- Sensibilitätsstörung im sensiblen Versorgungsgebiet des Nervus cutaneus antebrachii
medialis (St. n. Nervenentnahme fürs Transplantat)
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- St. n. Morbus Sudeck (complex regional pain syndrom Typ II) mit
Schulterarmschmerzen rechts (ICD-10 M89.0)
- residuelle Medianusneuropathie rechts (ICD-10 G92.9)
- 2. Zervikalsyndrom mit vorwiegend tendomyogenen bedingten Nacken-Schulter-
Armschmerzen rechts (ICD-10 M53.1)
- rezidivierende, wahrscheinlich zervikogen bedingte Kopfschmerzen mit
zervikozephalem Syndrom (Augenflimmern) (ICD-10 M53.0)
- St. n. Treppensturz mit HWS-Distorsion und Commotio am 3. Juli 2005
- 3. Thorakovertebralsyndrom (ICD-10 M54.1)
St. n. Treppensturz am 3. Juli 2007 mit Impressionsfraktur BWK4 und
Kompressionsfraktur BWK6
- 4. Lumbovertebralsyndrom mit ischialgieformer Schmerzsymptomatik rechts sowie
Parästhesien betont im Dermatom S1, vereinbar mit einer radikulären Schmerz- und
Reizsymptomatik betont der Wurzel S1 rechts (ICD-10 M54.4)
- 5. Leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
- 6. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4).
Als Nebendiagnosen (ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) führten sie folgende
Diagnosen auf:
- Substituierte Hypothyreose (ICD-10 E89.0) bei St. n. Radiojod-Therapie bei
Schilddrüsenüberfunktion 1994
- Verdacht auf Hepatopathie unklarer Ätiologie (ICD-10 K76.9)
- Erhöhung von Gamma-GT und leicht auch von GPT
- DD: medikamentös, aethylisch, andere Ätiologie
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- kontrollbedürftig.
Die Ärzte gaben in ihrer Gesamtbeurteilung an, aus rein rheumatologischer Sicht
könnten der Versicherten körperlich schwere und mittelschwere Arbeiten, so auch die
angestammte Tätigkeit als Krankenpflegerin, nicht mehr zugemutet werden. Den
Beginn der 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit legten die
Ärzte auf den 3. Juli 2005 fest. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in einer anderen
Tätigkeit gaben die Ärzte an, aus neurologischer Sicht könnten der Versicherten nur
einfache körperliche Arbeiten mit vorwiegendem Gebrauch der linken oberen
Extremität, administrative sowie Überwachungsaufgaben mit einem Pensum von
maximal 50% zugemutet werden. Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% auf Grund der diagnostizierten leichten
depressiven Episode. In Valens sei ebenfalls die Diagnose einer leichten depressiven
Episode gestellt worden. Die Ärzte der Klinik Valens attestierten der Versicherten aus
psychiatrischer Sicht vorübergehend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, die auf 50% zu
steigern wäre. Auf Grund einer leichten depressiven Episode könne nur eine
geringgradige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% attestiert werden.
Symptome für eine mittelgradige oder schwere depressive Störung hätten sich nicht
gezeigt. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Ärzte der Klinik Valens könne deshalb in
diesem Umfang nicht geteilt werden. Insgesamt gaben die Ärzte des ABI an, es sei der
Versicherten eine adaptierte Tätigkeit zu 50% zumutbar. Die 20%ige Einschränkung
aus psychiatrischen Gründen könne nicht mit der neurologischen Einschränkung
addiert werden, weil sich die Versicherte zugleich auch in den neurologisch bedingten
Pausen erholen könne. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit im Haushalt führten die Ärzte
aus, der Versicherten seien aus neurologischer Sicht schwere und mittelschwere
körperliche Arbeiten und Überkopfarbeiten nicht mehr zumutbar. Die Versicherte sei
funktionell praktisch einhändig und dadurch bei Hausarbeiten wie Waschen, Glätten
oder Staubsaugen beeinträchtigt. Somit könne auch für die Tätigkeit als Hausfrau eine
Arbeitsunfähigkeit von zirka 50% angenommen werden (IV-act. 49).
A.f Mit separatem Vorbescheid vom 13. Juli 2007 teilte die IV-Stelle der Versicherten
mit, dass sie sowohl das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen sowie um
Rente abweisen werde. Sie führte hinsichtlich des Anspruchs auf berufliche
Massnahmen aus, dass ihre Abklärungen ergeben hätten, dass die Versicherte ohne
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Gesundheitsschaden weiterhin die Tätigkeit als Pflegehelferin zu einem Pensum von
45% nachgehen würde. Die restlichen 55% würden in den Aufgabenbereich entfallen.
In einer körperlich leichten Tätigkeit ohne Einsatz der dominanten rechten Hand
bestehe eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 50%. Im erwerblichen Bereich bestehe
somit nur eine geringfügige Einschränkung. Sie empfehle, sich an das zuständige
Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zu wenden. In Bezug auf den Anspruch
einer Invalidenrente ging die IV-Stelle davon aus, dass die Versicherte ohne
Behinderung bei einem Pensum von 45% ein Einkommen von Fr. 16'700.-- erzielen
könnte. In einer adaptierten Tätigkeit bei einem Pensum von 50% könne sie ein
Einkommen von 14'195.-- erzielen, woraus ein Teilinvaliditätsgrad von 15% resultiere.
Die IV-Stelle gab weiter an, gemäss ihren Abklärungen sei die Versicherte – unter
Berücksichtigung der zumutbaren Schadenminderungspflicht durch die Angehörigen –
zu rund 43% eingeschränkt. Dies könne bei einer 55%igen Tätigkeit im Haushalt zu
23.80% berücksichtigt werden, woraus ein Gesamtinvaliditätsgrad von 31% resultiere.
Weil dieser unter 40% liege, bestehe keine Anspruch auf eine Invalidenrente (IV-act. 62
und 62). Die Versicherte liess am 10. September 2007 dagegen einwenden, die
Einschränkung im Haushalt betrage mindestens 50-60%. Die Mitwirkung der
Familienmitglieder sei sodann zu stark herangezogen worden, eine Person würde den
Haushalt nun verlassen. Sie liess in Bezug auf die Festlegung der Einschränkung in der
Erwerbstätigkeit ausführen, das Valideneinkommen sei höher anzusetzen und das
Pensum auf 50% zu erhöhen. Auf Grund ihrer ausgezeichneten Arbeit während dem
Praktikum im Pflegeheim C._ (im Rahmen ihres Kurses zur Erlangung des
Fähigkeitsausweises zur Pflegehelferin) sei ihr eine 50%-Arbeitsstelle angeboten
worden. Diese habe sie ablehnen müssen, weil ihre Tochter noch betreuungsbedürftig
gewesen sei. Seit August 2006 besuche diese die Oberstufe, weshalb es ihr seither
möglich gewesen wäre, ein 50%-Pensum anzunehmen. Deshalb sei davon
auszugehen, dass sie ab August 2006 als diplomierte Pflegehelferin mit einem Pensum
von 50% gearbeitet hätte und Fr. 24'050.-- verdient hätte, wie eine Anfrage beim
Pflegeheim C._ ergeben habe (IV-act. 75).
A.g Mit separaten Verfügungen vom 1. Oktober 2007 wies die IV-Stelle die
Leistungsbegehren ab. Hinsichtlich des Anspruchs auf Berufliche Massnahmen verwies
sie die Versicherte an die Arbeitsvermittlung durch das RAV. In Bezug auf den
Anspruch auf Invalidenrente entsprach sie teilweise den Einwänden der Versicherten.
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Sie führte dazu aus, gestützt auf die medizinische Begutachtung sei der Versicherten
ein 50%-Pensum in einer leidensadaptierten Tätigkeit zumutbar. Das
Valideneinkommen werde auf Fr. 24'050.-- festgesetzt. Das Invalideneinkommen sei
anhand der Tabellen im Anhang zur Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) zu
ermitteln. Sie könne in einer 50%-Tätigkeit Fr. 24'018.-- verdienen (Privater Sektor,
Stufe 4, Frauen, Fr. 4'003.-- x 12 x 0.5 Pensum). Von diesem Betrag werde 15%
Leidensabzug gewährt. Damit betrage das massgebende Invalideneinkommen Fr.
20'415.--. Der Erwerbsausfall von Fr. 3'635.-- (im Vergleich zum heute
wahrscheinlichen Einkommen ohne Gesundheitsschaden mit Fr. 24'050.--) entspreche
einem Behinderungsgrad von 15.11%. Bei Korrektur der Haushaltseinschränkung auf
50% resultiere ein Teilinvaliditätsgrad im Haushalt von 25% und beim Erwerb von
7.55%. Der Gesamtinvaliditätsgrad liege mit 32.55% unter 40%, weshalb kein
Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe (IV-act. 77 und 78). In der Verfügung wurde in
der rechnerischen Aufstellung die Qualifikation 50% Erwerb und 50% Tätigkeit im
Haushalt noch wie beim Vorbescheid auf 45% zu 55% belassen. Aus der Begründung
sowie den angegeben Teilinvaliditäten ist jedoch ersichtlich, dass bereits mit der
Qualifikation 50% / 50% gerechnet worden ist.
B.
B.a Die Versicherte erhob am 5. November 2007 Beschwerde gegen die Verfügungen
vom 1. Oktober 2007. Sie beantragte, die Verfügungen seien aufzuheben und die
Vorinstanz sei anzuweisen, die gesetzlich vorgesehenen Leistungen zu erbringen. Zur
Begründung machte die Versicherte geltend, das ABI-Gutachten erachte sie zu 50%
für jegliche Tätigkeit arbeitsunfähig. Sie könne nur noch leichte Tätigkeiten ausführen,
wobei sie die rechte Hand nicht einsetzen könne. Überkopfarbeiten seien nicht mehr
möglich. Wie bezüglich der Tätigkeit im Haushalt eine 50% Einschränkung
angenommen werden könne, sei angesichts ihrer körperlichen Behinderung nicht
nachvollziehbar. Mit der Einschränkung, nicht einmal mittelschwere Arbeiten ausführen
zu können und auch leichte Arbeiten nur gerade einhändig, fielen die meisten Tätigkeit
im Haushalt zu 100% weg, sodann könne sie viele ihr rein behinderungstechnisch
überhaupt noch mögliche Arbeiten nur noch sehr langsam ausführen. Wenn sie 50%
einer Arbeit nachgehen solle, verbliebe ihr auch nur 50% für den Einsatz im Haushalt.
In dieser Zeit könne sie jedoch auf Grund der Verlangsamung nicht alle erforderlichen
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Tätigkeiten ausführen. Sodann könne der Ehemann auch nicht den ganzen Haushalt
übernehmen, weil er zu 100% erwerbstätig sei. Seine Mitwirkungspflicht sei ohnehin zu
hoch angesetzt worden und lasse eine unverhältnismässige Belastung des Ehemannes
entstehen. Die Einschränkung im Haushalt betrage deshalb mindestens 60%
beziehungsweise 70%. Der Teilinvaliditätsgrad als Hausfrau betrage deshalb 35%
(mindestens 30% bei Annahme einer Einschränkung im Haushalt und exzessivem
Ausschöpfen der Mitwirkungspflicht der Angehörigen). In Bezug auf die
Invaliditätsbemessung hielt die Beschwerdeführerin fest, es sei nicht nachvollziehbar,
weshalb die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen von Fr. 14'195.-- auf Fr.
20'415.-- angehoben hätte. Schliesslich habe man trotz Unterstützung einer
spezialisierten Firma keine Arbeitsstelle finden können, die den behinderungsbedingten
Anforderungen entsprechen würde. Es sei deshalb nicht vorstellbar, dass auf dem
Arbeitsmarkt noch ein Beruf existiere, dessen Ausführung ihr möglich wäre. Es könne
deshalb nicht einfach auf die Lohnstatistik abgestellt werden, sondern es seien
konkrete Beispiele zu nennen, wo sie arbeiten könnte, und in der Folge sei der
Durchschnitt dieser Löhne unter Gewährung eines Leidensabzuges von – vorliegend
auf Grund der Behinderung, aber auch auf Grund der minimalen Ausbildung
gerechtfertigten – 25% als Invalideneinkommen festzusetzen. Gesamthaft ergebe sich
ein Invaliditätsgrad von 55.49%, was sowohl zur Ausrichtung einer halben Rente sowie
zur Gewährung von beruflichen Massnahmen berechtige (G act. 1).
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 18. Dezember 2007 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie gab in ihrer Begründung an,
die Beschwerdeführerin sei unbestrittenermassen als Teilerwerbstätige zu qualifizieren.
Sie verfüge über keine Berufsausbildung. Sie habe in verschiedenen Hilfsfunktionen
gearbeitet. Erst im Alter von 48 Jahren habe sie einen Kurs als Pflegehelferin absolviert.
Dies könne keine Berufslehre ersetzen. Sie sei dementsprechend als Hilfsarbeiterin zu
betrachten. Daraus folge zunächst, dass die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf
Umschulung habe, da diese den Charakter einen erstmaligen Berufsausbildung hätte.
Der Anspruch auf berufliche Massnahmen beschränke sich also auf Arbeitsvermittlung,
welche nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung sei. Gestützt auf das ABI-
Gutachten sei der Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit ein
Pensum von 50% zumutbar, also im gleichen Umfang, in dem sie auch als Gesunde
erwerbstätig wäre. Eine Invalidität in diesem Bereich bestehe also nur insoweit, als die
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Beschwerdeführerin nur noch schlechter entlöhnte Arbeiten verrichten könne. Weil sie
als Gesunde unterdurchschnittlich verdient habe, seien für die Bemessung des
Invaliditätsgrades die entsprechenden Einkommen zu parallelisieren. Man könne aber
auch einen reinen Arbeitsfähigkeitsvergleich unter Berücksichtigung allfälliger Nachteile
("Leidensabzug") vornehmen. Ein Leidensabzug von 15% werde bei der Einarmigkeit
der Beschwerdeführerin als vertretbar erachtet. Das Ergebnis der Haushaltsabklärung
mit einer Einschränkung von 43% vermöge zu überzeugen. Auch das ABI bestätigte
eine 50%ige Einschränkung im Haushalt, wobei darin die im Rahmen der
Schadenminderungspflicht auferlegte Mithilfe der Angehörigen noch keine
Berücksichtigung gefunden habe. Der Teilinvaliditätsgrad in einer 50%igen
Erwerbstätigkeit betrage 7.5% (die Hälfte von 15%), derjenige in der 50%igen Tätigkeit
im Haushalt 21.5% (die Hälfte von 43%), woraus ein Gesamtinvaliditätsgrad von 29%
resultiere, weshalb die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Rente habe. Auch
bei der ausdrücklich zu verwerfenden Annahme eines maximalen Leidensabzuges von
25 % sowie einer Einschränkung im Haushalt von 50% würde lediglich ein
Invaliditätsgrad von 37.5% resultieren (G act. 4).
B.c Mit Replik vom 23. Januar 2008 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
fest. Sie führte aus, die unterschiedlichen Arten der Bemessung des Invaliditätsgrades
seien nicht mehr nachvollziehbar. Die Beschwerdegegnerin habe diesbezüglich ihre
Begründungspflicht in der Verfügung verletzt (G act. 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 4. Februar 2008 auf weitere Ausführungen
und hielt an ihren Anträgen fest (G act. 8).

Considerations:
Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
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der streitigen Verfügungen vom 1. Oktober 2007 eingetretenen Sachverhalt abzustellen
ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind auf die angefochtenen Verfügungendie bis zum
31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Invaliditätsbemessung sei nicht
nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdegegnerin die Begründungspflicht verletzt
habe. Diese Rüge ist vorab zu beurteilen.
2.2 Die Begründung einer Verfügung entspricht den Anforderungen an das rechtliche
Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung; SR 101), wenn die betroffene Person
dadurch in die Lage versetzt wird, die Tragweite der Entscheidung zu beurteilen und
sie in Kenntnis der Begründung an eine höhere Instanz weiterzuziehen. Die Behörde ist
aber nicht verpflichtet, sich zu allen Rechtsvorbringen der Parteien zu äussern. Es
genügt, wenn ersichtlich ist, von welchen Überlegungen sich die Behörde hat leiten
lassen (vgl. Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht,
5. Aufl., Zürich 2006, Rz 1706). In der Verfügung vom 1. Oktober 2007 betreffend Rente
hat die IV-Stelle zu den wesentlichen Einwänden kurz Stellung genommen und eine
neue Invaliditätsbemessung aufgeführt. Irreführenderweise hat sie die Einteilung 55%
Haushalt und 45% Erwerb in der neuen rechnerischen Aufstellung nicht angepasst,
obwohl aus der Begründung sowie den Resultaten der rechnerischen Aufstellung
ersichtlich ist, dass von einer Qualifikation 50% zu 50% ausgegangen worden ist.
Weshalb man das Invalideneinkommen jedoch angehoben hatte, wird nicht explizit
begründet (IV-act. 78). Diese Begründung ist in der Tat knapp, aber die
Beschwerdeführerin hat trotz der kurzen Begründung den Entscheid der
Beschwerdegegnerin verstehen und ihre Beschwerde begründen können. Deshalb
rechtfertigt sich keine Aufhebung der Verfügung aus formellen Gründen (vgl. zur
Begründungspflicht Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2005 [I 3/05]).
3.
3.1 Streitig ist ein allfälliger Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Nach aArt. 28
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht
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der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens
zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe
Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine
Viertelsrente. Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist die Invalidität
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und
nach der Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre. Bei nicht erwerbstätigen Versicherten im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG –
so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird hingegen für die Bemessung
der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine Behinderung besteht, sich im
bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (aArt. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 27 IVV). Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Personen gilt unter anderem die übliche
Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 IVV). Bei versicherten
Personen, die nur zum Teil erwerbstätig wären, wird die Invalidität diesbezüglich nach
Art. 16 ATSG festgelegt. Wären sie daneben in einem Aufgabenbereich tätig, so wird
die Invalidität für diese Tätigkeit nach aArt. 28 Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall
sind die Anteile der Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich
festzustellen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden
Bereichen zu bemessen (aArt. 28 Abs. 2 Abs. 1 IVG). Diese Art der
Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss als gemischte Methode bezeichnet.
3.2 Die Beschwerdeführerin ist anerkanntermassen als Teilerwerbstätige zu
qualifizieren, weshalb zur Bemessung ihrer Invalidität die gemischte Methode
anzuwenden ist. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht in der Verfügung vom 1.
Oktober anerkannt hat, wäre die Beschwerdeführerin als Gesunde zu 50% erwerbstätig
und zu 50% im Haushalt tätig. Zwar hat die Beschwerdeführerin zuletzt 45% in einem
Pflegeheim gearbeitet (IV-act.12). Sie hat jedoch glaubhaft dargetan, dass sie dieses
Pensum auf 50% angehoben hätte. Ihr sei nämlich anlässlich des Pflegehelferinnenkurs
eine 50%-Stelle angeboten worden, die sie gerne angenommen hätte, wenn die
jüngste Tochter bereits in der Oberstufe gewesen wäre. Dies sei erst im August 2006
bis
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der Fall gewesen (IV-act. 75). Es ist deshalb von einer 50%igen Erwerbstätigkeit im
Gesundheitsfall auszugehen.
3.3 Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem von der
ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die
versicherte Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (BGE 125 V 261 E. 4). Dem ABI-
Gutachten ist zu entnehmen, der Beschwerdeführerin könne die Tätigkeit als
Pflegehelferin seit dem Sturz vom 3. Juli 2005 nicht mehr zugemutet werden. Die Ärzte
haben ausgeführt, der Beschwerdeführer seien nur einfach körperliche Arbeiten mit
vorwiegendem Gebrauch der linken oberen Extremität, administrative sowie
Überwachungsaufgaben mit einem Pensum von maximal 50% zumutbar. Darin seien
die 20% Einschränkung auf Grund der leichten depressiven Episode enthalten (IV-act.
49). Der zuständige RAD-Arzt hat das Gutachen am 25. April 2007
versicherungsmedizinisch als plausibel bezeichnet (IV-act. 50). In der Tat erscheint das
Gutachten als umfassend und schlüssig. Es ist nachvollziehbar und leuchtet in den
Schlussfolgerungen und in der Beurteilung ein. Es ist somit von einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit auszugehen.
3.4 Im ABI-Gutachten wird der Beginn der 100%igen Arbeitsunfähigkeit mit dem 3. Juli
2005 angegeben. Das sogenannte Wartejahr (aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG) ist somit im Juni
2006 erfüllt worden. Abzustellen ist demnach auf die Löhne im Jahr 2006. Die
Beschwerdeführerin ist als Hilfsarbeiterin zu betrachten. Sie hat keine Berufsausbildung
und war in verschiedenen Hilfsfunktionen tätig. Auch einen Pflegehelferinnenkurs
ersetzt keine Berufsbildung. Die Beschwerdeführerin verdiente in ihrer letzten Tätigkeit
als Nachtwache in einem Pflegeheim Fr. 16'700.-- im Jahr. Gemäss ihren Angaben
würde sie im Gesundheitsfall im Pflegeheim C._ arbeiten und dort ein
Jahreseinkommen von Fr. 24'050.-- verdienen (IV-act. 75). Im Jahr 2006 verdienten
Frauen im tiefsten Anforderungsniveau (Niveau 4) bei einer wöchentlichen Arbeitszeit
von 40 Stunden Fr. 4'019.-- monatlich (Tabelle TA1 der LSE 2006). Bei der im Jahr
2006 vorherrschenden durchschnittlichen betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit
von 41.7 Stunden entspricht dies Fr. 4'189.80 beziehungsweise Fr. 50'278.-- im Jahr.
Bei einem 50%-Pensum beträgt das vergleichbare Jahreseinkommen Fr. 25'139.--. Im
Vergleich zu den statistischen Durchschnittslöhnen verdiente die Beschwerdeführerin
somit als Nachtwache deutlich unterdurchschnittlich, im Pflegeheim C._ würde sie
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leicht unterdurchschnittlich verdienen. Gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung ist deshalb eine Parallelisierung der Einkommen vorzunehmen. Das
bedeutet, dass das Valideneinkommen entsprechend heraufzusetzen ist
beziehungsweise auf die statistischen Werte abzustellen ist oder dass das statistische
ermittelte Invalideneinkommen entsprechend herabzusetzen ist (vgl. BGE 134 V 322 E.
4.1). Vorliegend wird für die Invaliditätsbemessung auf die statistischen Tabellenlöhne
abgestellt und das hypothetische Einkommen im Pflegeheim C._ beziehungsweise
das zuletzt erzielte Einkommen im Nachtdienst durch den Tabellenwert ersetzt (Fr.
25'139.--).
3.5 Die Beschwerdegegnerin hat das Invalideneinkommen in der Verfügung an Hand
der Tabellen im Anhang der LSE ermittelt. Sie ist dabei von den durchschnittlichen
Löhnen einer Frau im tiefsten Niveau (4) ausgegangen. Die Beschwerdeführerin macht
geltend, ihr Invalideneinkommen sei nicht an Hand von Durchschnittslöhnen der
Statistik zu berechnen, sondern an konkret möglichen Beispielen, da sie nur noch sehr
ausgesuchte Hilfsarbeiterinnentätigkeiten wahrnehmen könne. Grundsätzlich ist bei der
Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens davon auszugehen, dass man eine
zumutbare Stelle auf dem (hypothetischen) ausgeglichenen Arbeitsmarkt finden kann.
Bei der verwertbaren Restarbeitsfähigkeit darf nach der Rechtsprechung allerdings
nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere
könne von einer Arbeitsgelegenheit im Sinn von aArt. 28 Abs. 2 IVG dort nicht
gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form
möglich sei, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kenne oder dass sie
nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers
möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum Vornherein als
ausgeschlossen erscheine. Ferner beinhalte der Begriff des ausgeglichenen
Arbeitsmarkts nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot an und der
Nachfrage nach Stellen, sondern bezeichne einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur
her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen halte, und zwar sowohl bezüglich der
dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich
des körperlichen Einsatzes (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Dezember 2003
[I 349/01] E. 6.1, u.a. mit Hinweis auf BGE 110 V 276 neues Fenster E. 4b). Die von den
Ärzten des ABI beschriebenen Einschränkungen der Beschwerdeführerin sind nicht
derart gravierend, dass geeignete Stellen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gar
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=I+349%2F01&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F110-V-273%3Ade&number_of_ranks=0#page276
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nicht mehr denkbar wären. Der Beschwerdeführerin sind nur noch leichte Arbeiten mit
vorwiegendem Gebrauch der linken oberen Extremität zu 50% zumutbar. Konkret zu
denken wäre beispielsweise an leichte Büroarbeit wie telefonische Auskunfts-,
Bestellungs- oder Umfragedienste, Kontrolle von Waren in der maschinellen
Herstellung, Überwachung von voll- oder halbautomatischen Maschinen, leichte
Verkaufstätigkeiten und dergleichen. Solche Arbeiten sollten auch einarmig
durchgeführt werden können. Deshalb kann realistischerweise nicht von einer
Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ausgegangen werden. IV-rechtlich ist es
unerheblich, dass die für die Beschwerdeführerin in Frage kommenden Stellen
möglicherweise alle besetzt sind, denn dieses Risiko der Arbeitslosigkeit ist allein durch
die Arbeitslosenversicherung abgedeckt (vgl. auch das Urteil IV 2000/175 des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. April 2001, E. 2). Es kann
deshalb auf die durchschnittlichen Löhne gemäss LSE abgestellt werden. Im Jahr 2006
konnten Frauen in einer 50%igen Hilfsarbeit durchschnittlich Fr. 25'139.-- verdienen.
3.6 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, ihr sei der maximale Leidensabzug
von 25% zu gewähren, weil sie behindert sei und nur über eine minimale Ausbildung
verfüge. Der oftmals als "Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat nichts mit dem Leiden
zu tun. Vielmehr sollen damit jene Nachteile ausgeglichen werden, welche die
versicherte Person bei der Anwendung statistischer Daten für das Invalideneinkommen
erleidet. Die Invalidität bewirkt – neben der Arbeitsunfähigkeit – auf den realen
Arbeitsmarkt bezogen eine zusätzliche Lohneinbusse. Denn die statistischen
Tabellenlöhne werden auf der Grundlage von Daten gesunder Arbeitnehmer erhoben.
Solche Werte erreicht der invalide Arbeitnehmer im Allgemeinen nicht. Vielmehr muss
er in der Entwicklung des Invaliditätseinkommens beziehungsweise der
Invalidenkarriere mannigfaltige Nachteile gewärtigen (vgl. BGE 126 V 75 neues Fenster
zum Leidensabzug). Vorliegend fällt ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin
gegenüber einer gesunden Konkurrentin für einen bestimmten Arbeitsplatz ein höheres
Krankheitsrisiko hat. Aus der Sicht eines ökonomisch denkenden Arbeitgebers senkt
dieses Risiko, dessen Verwirklichung die Gesamtlohnkosten des Betriebes erhöhen
würde, den "Wert" der Beschwerdeführerin als Arbeitnehmerin. Zudem ist sie
behinderungsbedingt nicht oder nur sehr eingeschränkt in der Lage, bei Bedarf
Überstunden zu leisten. Um dies zu kompensieren und konkurrenzfähig zu bleiben,
müsste sie mit einem entsprechend tieferen Lohn rechnen. Die Beschwerdeführerin ist
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
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körperlich und psychisch gegenüber einer gesunden Konkurrentin mit gleichem
Teilpensum klar benachteiligt, so dass sie eine Lohneinbusse wird in Kauf nehmen
müssen. Allerdings ist bei Frauen im tiefsten Anforderungsniveau die Teilzeitarbeit
hochgerechnet auf ein Vollpensum statistisch gesehen besser entlöhnt als
Vollzeitarbeit (vgl. Tabelle T2* der LSE 2006, S. 16). In Bezug auf die geringe
Ausbildung ist festzuhalten, dass dieser mit der Einstufung in das Niveau 4 gemäss den
statistischen Löhnen im Anhang der LSE bereits Rechnung getragen worden ist. Die
körperlichen und psychischen Beschwerden an und für sich sind sodann in der
ärztlichen Schätzung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden. Insgesamt erscheint
unter diesen Umständen der von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug von 15%
als angemessen. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 25'139.-- und einem
Invalideneinkommen von 21'368.-- ergibt sich im heute üblichen methodischen
Vorgehen der Praxis eine Einschränkung von lediglich 7.5% (15% x 0.5), obwohl auch
im Berufsbereich nur eine 50% Arbeitsfähigkeit besteht.
4.
4.1 Zu prüfen bleibt die Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushalt. Gemäss
Haushaltsbericht vom 26. September 2006 beträgt diese 43%. Im ABI-Gutachten
haben die Ärzte ausführt, mittelschwere und schwere körperliche Arbeiten sowie
Überkopfarbeiten seien der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar. Sie sei
funktionell praktisch einhändig und dadurch bei Hausarbeiten wie Waschen, Glätten
oder Staubsaugen beeinträchtigt. Die Arbeitsunfähigkeit für die Tätigkeit als Hausfrau
betrage somit zirka 50%. Die Beschwerdeführerin ist dagegen der Ansicht, ihre
Einschränkung betrage mindestens 60% wenn nicht gar 70%. Sie hat dazu ausgeführt,
sie brauche für alle noch möglichen Arbeiten im Haushalt viel länger, was nicht
berücksichtigt worden sei und die Mitwirkungspflicht des Ehemannes sei zu hoch
angesetzt worden und unverhältnismässig. Nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts ist bei der Invaliditätsbemessung im Bereich Haushalt die Mithilfe von
Familienangehörigen bei der Ermittlung der Einschränkungen nach wie vor zu
berücksichtigen (vgl. BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen). Das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen hat die Mitberücksichtigung der Schadenminderungspflicht der
Angehörigen verschiedentlich kritisiert (Entscheid vom 31. Mai 2007 [IV 2006/282] E.
5b, Entscheid vom 3. April 2008 [IV 2006/248] E. 5.1.1), wie auch die Lehre (vgl. Hardy
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Landolt, Hauswirtschaftliche Schadenminderungspflicht von Angehörigen bei der
Invaliditätsbemessung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hg.],
Sozialversicherungsrechtstagung 2007, St. Gallen 2007, S. 143; Marc Hürzeler, Die
Rechtsprechung des Bundesgerichts und des Eidg. Versicherungsgerichts, in: ZBJV
Band 145/2009 S. 23f), namentlich eine extensive Auslegung erscheint dem Gericht als
sachwidrig, weil es nicht um den Schaden oder das Leistungspotential der Familie
geht. Indessen ist der Rechtsprechung zu folgen. Immerhin ist im Einzelfall die
Schadenminderungspflicht der Angehörigen auf ihre Verhältnismässigkeit zu prüfen.
4.2 Im Bereich Ernährung (36.27%) hat die Abklärungsperson die Einschränkung auf
50% eingeschätzt und eine 20%ige Mithilfe (7.25%) der Familie berücksichtigt, was
etwa Dreiviertelstunden ausmacht. Die Beschwerdeführerin hat die Mahlzeiten für ihre
drei Töchter, die zum Abklärungszeitpunkt 17, 15 und 13 Jahre alt waren, sowie für
ihren Ehemann, der 100% erwerbstätig ist, zuzubereiten. Eine Tochter ist unterdessen
ausgezogen. Der Familie ist die Mithilfe von Dreiviertelstunden zumutbar. Im Bereich
Wohnungspflege (22.25%) ist eine 70%ige Einschränkung geschätzt worden. In
diesem Bereich hat man die Mithilfe der Angehörigen mit 10% (2.22%) berücksichtigt,
was als zurückhaltend bezeichnet werden kann. Im Bereich Wäsche- und Kleiderpflege
ist eine 50%ige und im Bereich Verschiedenes eine Einschränkung von 70%
(hauptsächlich wegen der Gartenarbeit) geschätzt worden, ohne dass man hier eine
allfällige Mithilfe angenommen hat. Im Bereich Einkaufen (5.75%) ist keine
Einschränkung anerkannt worden, obwohl die Beschwerdeführerin den Grosseinkauf
im Gegensatz zu früher nicht mehr alleine bewältigen kann. Sie hat dazu angegeben,
dass ihre täglichen Besorgungen noch möglich seien. Die Mithilfe des Ehemannes beim
Grosseinkauf (50%ige Mithilfe entspricht 2.88%) zu berücksichtigen, erscheint daher
als vertretbar. Auch die Mithilfe des Ehemannes von 50% (5.75% bei einer Gewichtung
von 11.49%) bei der Betreuung der jüngsten Tochter ist im Rahmen der elterlichen
Sorge nicht zu beanstanden. Gesamthaft wird das Ausmass der zumutbaren Mithilfe
der Angehörigen von insgesamt 18.1% noch als verhältnismässig betrachtet.
4.3 Die Einschränkungen der Beschwerdeführerin in den einzelnen Bereichen im
Haushalt würden ohne die Berücksichtigung der Mithilfe der Angehörigen 61.4%
(43.3% + 18.1%) betragen. Die Ärzte des ABI haben die gesundheitlichen
Einschränkungen im Haushalt auf zirka 50% geschätzt. Die Abklärungsperson ist im
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Gegensatz der Ärzte vom konkreten Haushalt ausgegangen und hat beispielsweise
auch die massive Einschränkung im Garten mitberücksichtigt, weshalb gesamthaft eine
etwas höhere Einschränkung resultierte. Unter diesen Umständen erscheinen die von
der Beschwerdeführerin ausführlich geschilderten Einschränkungen in der
Haushaltsabklärung vom 26. September 2006 angemessen berücksichtigt worden zu
sein. Die Differenz zur gutachterlichen Einschätzung ergibt sich, weil die
Beschwerdegegnerin in Anwendung der bundesgerichtlichen Praxis die
Mitwirkungspflicht der Angehörigen berücksichtigt hat. In der Verfügung vom 1.
Oktober 2007 hat sie die Einschränkungen im Haushalt gesamthaft auf 50%
angehoben und damit die Mithilfe der Angehörigen um 6.7% reduziert. Eine weitere
Erhöhung wird nicht als gerechtfertigt erachtet. Der Teilinvaliditätsgrad im Bereich
Haushalt beträgt somit 25% (50% x 0.5).
4.4 Das Bundesgericht berücksichtigt gemäss der aktuellen Rechtsprechung (vgl. BGE
134 V 9) eine sogenannte Wechselwirkung, wenn in den beiden Tätigkeitsbereichen
vorhandene Belastungen einander wechselseitig beeinflussen. Vorliegend besteht
jedoch keine Veranlassung, eine solche Wechselwirkung anzunehmen.
4.5 Wäre die Beschwerdeführerin als vollzeitig Erwerbstätige oder rein im
Aufgabenbereich Tätige zu qualifizieren, so hätte sie bei gleicher gesundheitsbedingter
Einschränkung auf Grund der reinen Einkommensvergleichsmethode beziehungsweise
des reinen Betätigungsvergleichs im Ergebnis einen Anspruch auf eine halbe Rente.
Dieses Ergebnis wäre nach der Überzeugung des Versicherungsgericht auch im Falle
eines Patchworks Beruf und Haushalt korrekt (vgl. etwas das Urteil vom 9. Mai 2006
i.S. G. [IV 2005/88]). Gemäss der fatalen Logik der gemischten Methode nach Praxis
des Bundesgerichts ergibt sich für den Teilbereich Erwerb im Ergebnis jedoch nur eine
Berücksichtigung des Leidensabzugs von 15%; für beide Teilbereiche zusammen
ergibt der Invaliditätsgrad 32.5% ([15% x 0.5] + [50% x 0.5]) (vgl. etwa das Urteil des
Bundesgerichts vom 14. August 2008 i/S. M. [9C_213/2008]). Weil die
Beschwerdeführerin unbestrittenermassen als Teilerwerbstätige zu qualifizieren ist,
resultiert ein Invaliditätsgrad, der unter 40% liegt, weshalb sie keinen Anspruch auf eine
Invalidenrente hat.
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5.
5.1 Es bleibt, den Anspruch auf berufliche Massnahmen zu prüfen. Gemäss aArt. 17
Abs. 1 IVG besteht ein Anspruch auf eine Umschulung in eine neue Erwerbstätigkeit,
wenn die Umschulung invaliditätsbedingt notwendig ist und dadurch die
Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert werden kann.
Nach Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201)
gelten als Umschulung unter anderem Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach
Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur
Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen. Eine Invalidität im Sinne
des aArt. 17 Abs. 1 IVG liegt nach der Praxis vor, wenn eine versicherte Person eine
Erwerbseinbusse von mindestens 20% erleidet (ZAK 1984, 91). Die
Beschwerdeführerin ist seit 3. Juli 2005 vollumfänglich in ihrer letzten Tätigkeit als
Pflegehelferin arbeitsunfähig. In einer adaptierten Tätigkeit ist sie zu 50%
arbeitsunfähig. Damit wird die erforderliche Invalidität für eine berufliche Massnahme
erreicht.
5.2 Eine "Umschulung" einer Hilfsarbeiterin stellt im Grunde stets eine erstmalige
berufliche Ausbildung dar, die ein Ungleichgewicht mit den bisherigen
Erwerbsaussichten mit sich bringt. Dies kann allenfalls das
Verhältnismässigkeitsprinzip verletzen, wenn nämlich nach der Umschulung ein
wesentlich höheres Einkommen erzielt werden könnte, als es mit der bisherigen
(Hilfs-)Tätigkeit der Fall gewesen wäre. Deswegen hat das Bundesgericht auf die
Umschulungen von Hilfskräften die Wertung bei gelernten Versicherten übertragen, die
eine höherwertige Ausbildung wünschen. Ein Anspruch auf eine solche höherwertige
Ausbildung bestehe nur, wenn die erwerblichen Auswirkungen des
Gesundheitsschadens sich nur auf diese Weise beheben liessen (vgl. etwa ZAK 1988
S. 467; Entscheid des Bundesgerichts vom 5. September 2001 [I 202/00]). Hat der
Gesundheitsschaden in seiner Art und Schwere derartige berufliche Auswirkungen,
dass auch beim Hilfsarbeiter nur mit einer höherwertigen Ausbildung eine
angemessene Verwertung der verbleibenden Leistungsfähigkeit beziehungsweise eine
angemessene Schadensdeckung resultiert, so ist die Ausbildung geschuldet (m.w.H.
Entscheid IV 2007/21 des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 14. August
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2007, E. 4d). Vorliegend kann die Beschwerdeführerin nur noch weitgehend einarmige
Arbeiten ausführen, was ihre Möglichkeiten als Hilfsarbeiterin deutlich einschränkt.
Denkbar wären leichte Büroarbeit wie telefonische Auskunfts-, Bestellungs- oder
Umfragedienste, Kontrolle von Waren in der maschinellen Herstellung, Überwachung
von voll- oder halbautomatischen Maschinen, leichte Verkaufstätigkeiten und
dergleichen. Dabei handelt es um eine angemessene Verwertung der verbleibenden
Leistungsfähigkeit. Mit dem in einer solchen Tätigkeit erzielbaren Lohn ist eine
adäquate Schadensdeckung zu erreichen. Die Beschwerdeführerin hat somit keinen
Anspruch auf Umschulung.
5.3 Gemäss der Ausführungen der Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort
vom 18. Dezember 2007 sei die Arbeitsvermittlung nicht Gegenstand der Verfügung
vom 1. Oktober 2007 gewesen. Es steht der Beschwerdeführerin somit nichts im
Wege, diese zu beantragen. Die Abweisung von beruflichen Massnahmen erweist sich
unter diesen Umständen als rechtmässig.
6.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Als unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die
Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Mit dem von ihr geleisteten
Kostenvorschuss im Verfahren IV 2007/427 in gleicher Höhe ist die geschuldete
Gerichtsgebühr getilgt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG