Decision ID: fec5e10c-f449-5c84-87eb-e4b9220270ed
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Die Beschwerdeführenden – syrische Staatsangehörige kurdischer
Ethnie aus der Region Afrin – gelangten am 18. September 2015 zusam-
men mit ihrer Tochter (N [...]) in die Schweiz, wo sie am 19. September
2015 um Asyl nachsuchten. Am 5. Oktober 2015 wurden sie im Empfangs-
und Verfahrenszentrum (EVZ) in C._ zur Person befragt (BzP). Mit
Verfügung vom 14. Dezember 2015 trat das SEM auf ihre Asylgesuche ge-
stützt auf die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfah-
ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von ei-
nem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge-
stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Neufassung; ABl.
L 180/31 vom 29.6.2013; nachfolgend: Dublin-III-VO) nicht ein und verfügte
die Wegweisung nach Ungarn. Mit Urteil E-8429/2015 vom 23. Juni 2017
hiess das Bundesverwaltungsgericht die dagegen erhobene Beschwerde
gut. In der Folge wurde das Dublin-Verfahren beendet und das nationale
Asylverfahren aufgenommen.
A.b Am 20. Juni 2018 und 20. August 2018 wurden die Beschwerdefüh-
renden ausführlich zu ihren Asylgründen angehört.
Der Beschwerdeführer machte dabei im Wesentlichen geltend, er habe
sich seit 1975 politisch engagiert. Er sei zuerst Mitglied der "Parti Demo-
krati" geworden, habe seine Parteiaktivitäten später für ungefähr acht bis
zehn Jahre eingestellt. Anfang der neunziger Jahre sei er der "Hav Gereten
Gel" beigetreten. Seine Hauptaufgabe sei die Betreuung von Studenten
gewesen. Er sei bis dahin nie in Haft genommen, jedoch vorgeladen wor-
den. Ende der neunziger Jahre habe er seine Aktivitäten bei der Partei ein-
gestellt. Beim Ausbruch der Unruhen in Syrien 2011 habe er seine politi-
schen Aktivitäten wiederaufgenommen und sei im Oktober 2011 in den
(...), der aus mehreren Parteien und Gruppierungen zusammengesetzt sei,
gewählt worden. Er sei zuständig für die Region D._ gewesen und
habe regelmässig an Sitzungen teilgenommen. Als Mitglied des Allgemei-
nen Sicherheitsrats habe er die Politik des (...) in der Region vertreten,
Demonstrationen mitorganisiert, Sitzungen durchgeführt und Beziehungs-
büros zu anderen Parteien aufgebaut. Nach ein paar Monaten seien er und
die anderen Mitglieder des (...) abgewählt und neue Personen gewählt
worden. Er sei jedoch weiterhin politisch aktiv gewesen, deswegen jedoch
nie behördlich vorgeladen oder mitgenommen, indessen bedroht worden.
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Anlässlich einer Demonstration am (...) 2013 hätten syrische Sicherheits-
kräfte versucht, ihn festzunehmen, was jedoch nicht gelungen sei. Danach
hätten sie seine Tochter festnehmen wollen. Diese sei entkommen und
habe eine Verletzung davongetragen. Nach diesem Ereignis seien er und
seine Tochter nicht mehr nach Hause zurückgekehrt und hätten sich vor-
erst bei Verwandten versteckt. Da sie auch dort gesucht worden seien, hät-
ten sie sich nach drei Tagen in den Libanon abgesetzt, wo sie über ein Jahr
geblieben seien. Dort sei er Mitglied der Azadi Partei und später der De-
mokratischen Syrischen Kurdischen Partei geworden. Er habe sich in einer
Abteilung des (...) und als stellvertretender Generalsekretär des kurdi-
schen Vereins für Menschenrechte aktiv betätigt. Dabei habe er zusammen
mit seiner Tochter Freiwilligenarbeit geleistet und anderen syrischen
Flüchtlingen im Libanon geholfen. Weil er davon ausgegangen sei, dass
die syrischen Spitzel von dieser Tätigkeit erfahren hätten und deren Kom-
plizen ihn deswegen verfolgen würden, habe er den Wohnsitz oft gewech-
selt. Später habe er erfahren, dass die syrischen Sicherheitskräfte bei sei-
ner Ehefrau und später auch bei deren Bruder nach ihm gesucht hätten.
Deswegen sei auch seine Ehefrau ausgereist. Ihr Bruder sei festgenom-
men und einen Monat lang geschlagen und verhört worden. Schliesslich
hätten er und seine Familie sich zur Ausreise entschlossen. In der Schweiz
sei er Mitglied der Demokratischen Kurdischen Partei und in deren höchs-
ten Komitee. Er habe keine spezielle Rolle inne, vertrete jedoch seine Par-
tei in einem Rat. Er nehme zudem an Parteiaktivitäten – Kundgebungen in
verschiedenen Schweizer Städten – teil.
Die Beschwerdeführerin begründete ihr Asylgesuch damit, sie habe sich
politisch nicht betätigt, habe jedoch die Aktivitäten ihrer Familie unterstützt.
Sie sei, nachdem ihr Ehemann und ihre Tochter Syrien verlassen hätten,
von syrischen Behördenvertretern oft aufgesucht und befragt worden. Da-
bei sei sie einmal zu Boden gestossen worden und habe sich an Zähnen,
Schulter und am Bein verletzt. Es sei auch bei ihrem Bruder nach ihrer
Familie gefragt worden. Aus diesem Grund sei sie zu ihrer Familie in den
Libanon gereist. Sie sei einmal kurz nach Syrien zurückgekehrt, um sich
einen Reisepass ausstellen zu lassen.
Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen.
Die Beschwerdeführenden reichten zur Stützung ihrer Vorbringen nebst
Identitätsdokumenten (zwei syrische Identitätskarten, Familienbüchlein)
die folgenden Unterlagen als Beweismittel ein:
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– Ausweis des Kurdischen Vereins für Menschenrechte in Österreich,
Abteilung Libanon,
– fremdsprachiges Schreiben vom 11. August 2013,
– ein Schreiben des kurdischen Vereins für Menschenrechte und
Soziales in Österreich, Abteilung Libanon, vom (...) 2013,
– Bestätigung der Universität Aleppo vom (...) 2015 (Kopie) samt
französischer Übersetzung,
– drei Bestätigungsschreiben des UNCHR (in Kopie) vom (...) 2014, (...)
2014 und (...) 2015 für Freiwilligenarbeit des Beschwerdeführers im
Libanon,
– Schreiben der "Kurdistan national Assembly" (Kurdnas), Washington,
vom (...) 2015,
– ärztliche Berichte des Spitals E._ vom (...) 2017 und der Uni-
versitätsklinik, (...), vom (...) 2017 und (...) 2017 betreffend die Be-
schwerdeführerin.
B.
Mit Verfügung vom 27. Dezember 2018 stellte das SEM fest, die Beschwer-
deführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte ihre Asyl-
gesuche ab. Gleichzeitig ordnete es ihre Wegweisung aus der Schweiz an,
schob deren Vollzug aber zufolge Unzumutbarkeit zugunsten einer vorläu-
figen Aufnahme auf. Es begründete seine Verfügung im Wesentlichen da-
mit, die Vorbringen der Beschwerdeführenden würden weder den Anforde-
rungen an die Flüchtlingseigenschaft noch denjenigen an die Glaubhaf-
tigkeit standhalten.
C.
Mit Eingabe vom 28. Januar 2019 erhoben die Beschwerdeführenden beim
Bundesverwaltungsgericht dagegen Beschwerde und beantragten die Ge-
währung von Asyl, die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft, eventuali-
ter die vorläufige Aufnahme als Flüchtlinge und subeventualiter die Rück-
weisung der Sache an die Vorinstanz zur vollständigen Abklärung des
rechtserheblichen Sachverhalts.
In prozessualer Hinsicht ersuchten sie um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung und um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbei-
stands.
Die Beschwerdeführenden reichten zur Stützung ihrer Vorbringen ver-
schiedene Unterlagen (Bestätigung der PDK-S [Demokratische Partei Kur-
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Seite 5
distan – Organisation Schweiz] vom (...) 2019, Aufnahmen von (...)verlet-
zung ihrer Tochter, von Anlässen im Libanon und in verschiedenen Schwei-
zer Städten) als Beweismittel ein.
D.
Mit Zwischenverfügung vom 6. Februar 2019 wies die Instruktionsrichterin
die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um
Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands ab und forderte die Be-
schwerdeführenden zur Bezahlung eines Kostenvorschusses in der Höhe
von Fr. 750.– auf.
Dieser wurde am 21. Februar 2019 fristgereicht einbezahlt.
E.
Mit Eingabe vom 2. März 2019 wurden zwei fremdsprachige Schreiben des
(...) in Syrien vom (...) 2019 und der Demokratischen Partei Kurdistan-Sy-
rien (PDK-S) vom (...) 2019 (beide in Kopie und mit deutscher Überset-
zung), ein Schreiben des Kurdischen Vereins für Menschenrechte und So-
ziales in Österreich vom (...) 2019 (im Original) und ein USB-Stick als Be-
weismittel eingereicht. Gleichzeitig wurden die Originale der fremdsprachi-
gen Schreiben in Aussicht gestellt.
F.
Mit Verfügung vom 4. März 2021 forderte die Instruktionsrichterin die Be-
schwerdeführenden auf, die in Aussicht gestellten Originale einzureichen.
Gleichzeitig lud sie die Vorinstanz zu einer Vernehmlassung ein.
G.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 18. März 2021 die
Abweisung der Beschwerde. Diese wurde den Beschwerdeführenden am
8. April 2021 zur Kenntnis zugestellt.
H.
Mit Eingabe vom 6. April 2021 ersuchten die Beschwerdeführenden um
Fristverlängerung für die Einreichung der in Aussicht gestellten Originale.
Dieses Gesuch wurde mit Verfügung vom 8. April 2021 abgewiesen.
I.
Mit Eingabe vom 24. August 2021 reichten die Beschwerdeführenden eine
weitere Bestätigung der PDK-S samt deutscher Übersetzung ein.
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Seite 6

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht
vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten
(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht
(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.4 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember
2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und
Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende Ge-
setzesartikel (Art. 83 Abs. 1–4) ist unverändert vom AuG ins AIG übernom-
men worden. Das Gericht verwendet nachfolgend die neue Gesetzesbe-
zeichnung.
1.5 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.
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Seite 7
3.
Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden die Fragen
der Flüchtlingseigenschaft, des Asyls und der Wegweisung. Der Wegwei-
sungsvollzug ist nicht mehr zu prüfen, nachdem die Vorinstanz die Be-
schwerdeführenden wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs
vorläufig aufgenommen hat. Da die Wegweisungsvollzugshindernisse al-
ternativer Natur sind (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748), erübrigen sich
praxisgemäss Ausführungen zur Durchführbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs.
4.
4.1 Zunächst ist auf die von den Beschwerdeführenden gerügte Verletzung
der Untersuchungspflicht und den diesbezüglichen Eventualantrag um Auf-
hebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung an die Vorinstanz
zwecks Abklärung des vollständigen Sachverhalts einzugehen. Diese for-
melle Rüge ist vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet wäre, eine Kas-
sation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken.
4.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes
wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter Buchstaben a–e aufge-
listeten Beweismittel. Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an
der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG).
Dazu gehört, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken und in der
Anhörung die Asylgründe darzulegen sowie allfällige Beweismittel vollstän-
dig zu bezeichnen und unverzüglich einzureichen (vgl. BVGE 2011/28
E. 3.4).
Die unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts in Ver-
letzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen Beschwer-
degrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unvollständig ist sie, wenn nicht
alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt
werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwal-
tungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., 2013, Rz. 1043).
4.3 Vorliegend haben die Beschwerdeführenden in der Rechtsmittelein-
gabe nicht subtanziiert dargelegt, inwieweit der Sachverhalt nicht vollstän-
dig festgestellt wurde. Es ist auch nicht ersichtlich, welche weiteren Abklä-
rungen die Vorinstanz hätte durchführen sollen. Der Eventualantrag auf
Rückweisung ist daher abzuweisen.
E-490/2019
Seite 8
5.
5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5.3 Gemäss Art. 54 AsylG (subjektive Nachfluchtgründe) wird Flüchtlingen
kein Asyl gewährt, wenn sie erst durch ihre Ausreise aus dem Heimat- oder
Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise Flüchtlinge
im Sinne von Artikel 3 wurden. Personen mit subjektiven Nachfluchtgrün-
den werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen. Massgebend
ist dabei einzig, ob die heimatlichen Behörden das Verhalten des Asylsu-
chenden als staatsfeindlich einstufen und dieser deswegen bei einer Rück-
kehr in den Heimatstaat eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG befürch-
ten muss. Es bleiben damit die Anforderungen an den Nachweis einer be-
gründeten Furcht massgeblich (Art. 3 und 7 AsylG; vgl. zum Ganzen auch
BVGE 2009/29 E. 5.1; 2009/28 E. 7.1).
6.
6.1 Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid im Wesentlichen damit, es
gebe keine konkreten Anzeichen dafür, dass der Beschwerdeführer auf-
grund seiner Aktivitäten vor seiner Ausreise in den Libanon im Jahre 2013
bei einer allfälligen Rückkehr nach Syrien Nachteile von asylrelevantem
Ausmass zu befürchten hätte. So habe er zwar in Aleppo an Demonstrati-
onen teilgenommen. Seine Teilnahme habe sich jedoch nicht von der an-
derer anwesender Personen unterschieden, was ihn für die Behörden klar
identifizierbar gemacht hätte. Es gebe auch keine Anzeichen dafür, dass
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/29 http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/28
E-490/2019
Seite 9
die Behörden grundsätzlich auf seine politischen Aktivitäten in Aleppo
glaubhaft aufmerksam geworden seien. Zudem gebe es keine Indizien in
den Akten, die eine gegen ihn gerichtete Verfolgung wegen dem Ereignis
im März 2013 nachweisen würden. Seine Antworten auf diesbezügliche
Fragen seien ausweichend ausgefallen. Zudem sei er im Zusammenhang
mit den Unruhen in Syrien nie von den Behörden befragt oder festgenom-
men worden. Daher seien seine Aussagen reine Vermutungen, die nicht
fundiert seien. Seine Erklärungen, er habe immer gut aufgepasst und sich
in der Menschenmenge sicher gefühlt, würden nicht überzeugen. Die Tat-
sache, dass sein Bruder an dieser Demonstration brutal zusammenge-
schlagen worden sei, sei nicht geeignet, eine gegen ihn (den Beschwerde-
führer) gerichtete Verfolgung zu begründen. Ferner sei seine Beschreibung
zu seinen politischen Aktivitäten sehr vage und oberflächlich ausgefallen,
obwohl er sich jahrelang auf hohem Niveau politisch engagiert haben wolle.
Das Ausmass und die Brisanz seines Engagements seien zu bezweifeln.
Weiter bestünden Zweifel daran, dass seine angeblichen politischen Akti-
vitäten zu Problemen mit den syrischen Behörden geführt hätten. Die syri-
schen Sicherheitskräfte hätten ab März 2011 den Fokus auf die politischen
Oppositionellen der sogenannten Syrischen Revolution gelegt. Gemäss
verschiedenen Quellen bestehe seit der faktischen Machtübernahme
durch die syrisch-kurdische Partei PYD im Nordosten Syriens eine Zusam-
menarbeit zwischen den Regierungsbehörden und den kurdischen de
facto-Behörden. Der Beschwerdeführer verfüge nicht über ein oppositions-
politisches Profil, das einen Bezug zur sogenannten Syrischen Revolution
aufweisen würde. Daher sei unwahrscheinlich, dass sein pro-kurdisches
Engagement asylrechtlich relevante Massnahmen zur Folge hätte. Das
eingereichte Schreiben der Kurdistan National Assembly-Syria sei ein Ge-
fälligkeitsschreiben und vermöge eine gezielte Verfolgung weder zu bewei-
sen noch die Einschätzung des SEM zu ändern.
Weiter bezeichnet die Vorinstanz die Aussagen der Beschwerdeführerin –
Befragungen und Belästigungen durch syrische Sicherheitskräfte – als der
Logik widersprechend. Es sei nicht nachvollziehbar, dass ihr Ehemann, der
vor seiner Ausreise nie von den Behörden zu Hause gesucht worden sei,
nach seinem Weggang regelmässig und die Beschwerdeführerin deswe-
gen bei ihrem Bruder gesucht worden seien. Sie habe die vielen Kontrollen
der Behörden auch nicht fundiert und detailliert beschreiben können. Ihre
Behauptung, ihre Lage habe sich von Tag zu Tag verschlechtert, über-
zeuge nicht. Hätte sie tatsächlich eine asylrelevante Verfolgung zu befürch-
ten gehabt, wäre sie nicht erst nach der (...) ausgereist.
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Seite 10
Schliesslich verneint die Vorinstanz eine begründete Furcht vor Verfolgung
in Syrien aufgrund der vom Beschwerdeführer vorgebrachten politischen
Tätigkeiten im Libanon und in der Schweiz. Hinsichtlich seines Engage-
ments im Libanon (Mitglied einer Menschenrechtsorganisation und einer
politischen Partei, Engagement für Flüchtlinge) bestünden keine konkreten
Anhaltspunkte für eine tatsächliche Verfolgung (keine Befragung oder Ver-
haftung). Zudem habe er sein politisches Engagement in der Schweiz nur
oberflächlich und vage beschreiben können. Er habe keine bestimmte
Rolle in einer politischen Partei gehabt und einzig an drei Kundgebungen
teilgenommen.
6.2 Die Beschwerdeführenden führen demgegenüber aus, die Vorinstanz
habe zu Unrecht festgestellt, die Teilnahme des Beschwerdeführers an De-
monstrationen würde sich nicht von derjenigen anderer anwesenden Per-
sonen unterscheiden. Der Beschwerdeführer habe ausführlich von seinem
politischen Engagement erzählt. Es sei ihm die Möglichkeit, eine Staats-
stelle antreten zu können, verwehrt worden. Zudem sei er wegen seinen
politischen Aktivitäten bekannt gewesen und vor den Unruhen mehrmals
zu Befragungen mitgenommen und kurzzeitig festgehalten worden. Als Ab-
geordneter des (...) sei er zusammen mit seinen Genossen zuständig für
die Organisation von Demonstrationen gewesen, habe Sitzungen organi-
siert und durchgeführt und Gespräche mit anderen Parteien der Region
geführt. Er sei in seiner Region eine bekannte und angesehene Person
gewesen. Zudem habe er sich im Libanon und in der Schweiz politisch ex-
poniert. Er habe im Libanon Interviews gegeben und sei in der Schweiz als
Mitglied der Demokratischen Kurdischen Partei im höchsten Komitee. Sei-
nem Bruder sei in Frankreich Asyl gewährt worden, was auch Auswirkun-
gen auf ihn habe.
Auf Beschwerdeebene werden verschiedene Unterlagen als Beweismittel
eingereicht, die die Verletzung der Tochter der Beschwerdeführenden an-
lässlich der Demonstration von (...) 2013 in D._ sowie die exilpoli-
tische Tätigkeit des Beschwerdeführers (Teilnahme an Treffen mit Kurden-
Vertreterin und Demonstrationen im Libanon sowie an verschiedene Anläs-
sen von Kurden in verschiedenen Schweizer Städten) belegen sollen.
In einem Schreiben der PDK-S vom (...) 2019 wird die Mitgliedschaft des
Beschwerdeführers in der PDK-S seit anfangs April 2014 und dessen Tä-
tigkeit als Mitglied des Führungsorgans (Regionalkomitee) im Libanon be-
scheinigt. Dasselbe wird in einem am 25. August 2021 eingereichten
Schreiben der PDK-S bestätigt.
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In einem Schreiben des (...) in Syrien vom (...) 2019 wird die frühere Mit-
gliedschaft des Beschwerdeführers in Syrien und seine Vertretertätigkeit
für die Zeit von (...) 2012 bis (...) 2012 bestätigt. Zudem wird festgehalten,
Mitglieder des Rats würden durch das Regime verfolgt und unterdrückt,
wovon auch der Beschwerdeführer betroffen sei.
Zudem wird in einem Schreiben des Kurdischen Vereins für Menschen-
rechte und Soziales in Österreich vom (...) 2019 das exilpolitische Enga-
gement im Libanon des Beschwerdeführers bestätigt.
Auf dem eingereichten USB-Stick soll der Angriff auf den Bruder des Be-
schwerdeführers zu sehen sein (Film). Diesen habe man festnehmen wol-
len, um an den Beschwerdeführer zu gelangen.
7.
7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum
Schluss, dass die Vorinstanz die Asylgesuche der Beschwerdeführenden
zu Recht abgelehnt hat. Die Vorinstanz ist in ihren Erwägungen zur zutref-
fenden Erkenntnis gelangt, dass die Verfolgungsvorbringen der Beschwer-
deführenden weder den Anforderungen an die Glaubhaftmachung noch
denjenigen an die Asylrelevanz genügen. Um Wiederholungen zu vermei-
den, kann vorab auf die ausführlichen Erwägungen in der angefochtenen
Verfügung und die Zusammenfassung hievor (E. 6.1) verwiesen werden.
Die Einschätzung in der Zwischenverfügung vom 6. Februar 2019 bestätigt
sich des Weiteren auch nach vollumfänglicher Aktenprüfung.
7.2 Die Ausführungen auf Beschwerdeebene und die eingereichten Be-
weismittel sind nicht geeignet, zu einer anderen Schlussfolgerung zu füh-
ren. Insbesondere kann den Schilderungen des Beschwerdeführers zu sei-
nen politischen Aktivitäten nicht entnommen werden, dass er vor seiner
Ausreise aus Syrien Nachteile erlitten hat, die eine asylrechtlich relevante
Intensität aufweisen würden. Zwar wies er darauf hin, dass er als Partei-
mitglied respektive als Mitglied des (...) "bekämpft und verfolgt" respektive
"stark verfolgt und bedroht" worden sei (vgl. Akte A37 F44 und F54). Indes
gelang es ihm nicht, diese Verfolgung zu substanziieren (vgl. A37 F55 ff.).
Gestützt auf seine Angaben zu den Demonstrationen, die von der kurdi-
schen Bewegung organisiert worden seien, und bei denen (zirka im (...)
2012) sein Bruder und (im [...] 2013) seine Tochter verletzt worden seien,
ist zudem von allgemeiner, gegen Protestierende – nicht gezielt gegen ihn
und seine Tochter – gerichteter Gewalt auszugehen (vgl. A35 F72 und A37
F61 ff.). Seine Aussage, wonach die genannten Übergriffe (Verletzungen)
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Seite 12
seitens der syrischen Sicherheitskräfte eigentlich ihm gegolten hätten (vgl.
A35 F72), basiert, wie von der Vorinstanz zutreffend festgestellt, auf einer
blossen Vermutung. Eine solche genügt nicht, um eine Furcht vor behörd-
lichen Nachstellungen zu begründen. Vielmehr müssen hinreichende An-
haltspunkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, die auf einer ob-
jektiven Betrachtungsweise und nicht auf dem subjektiven Empfinden des
Betroffenen fussen. Vorliegend ist es dem Beschwerdeführer somit nicht
gelungen, eine konkrete Bedrohungslage aufzuzeigen. Dabei vermag sein
Hinweis, wonach ihm wegen seines politischen Engagements bereits vor
den Unruhen in Syrien verwehrt worden sei, eine Staatsstelle anzutreten,
zu keinem anderen Schluss zu führen. Schliesslich kann gestützt auf seine
Schilderungen zu seinem Engagement für die kurdische Sache in Syrien
nicht auf ein oppositionelles Profil geschlossen werden, das für die syri-
schen Behörden von Verfolgungsinteresse hätte sein können. Es bestehen
auch unter Berücksichtigung der eingereichten, hievor erwähnten Beweis-
mittel (vgl. E. 6.2) keine konkreten Anhaltspunkte für asylrechtlich rele-
vante Nachteile. Jedenfalls vermag die Videoaufnahme, die den Angriff auf
seinen Bruder an seiner Stelle zeigen soll, die dargelegte Verfolgungsge-
fahr seitens der syrischen Sicherheitskräfte nicht glaubhaft zu machen.
Aus diesen Gründen kann auch nicht geglaubt werden, die Beschwerde-
führerin sei wegen des Beschwerdeführers nach dessen Ausreise (und ih-
rer Tochter) behelligt worden. Abgesehen davon blieb sie wie von der Vor-
instanz zurecht festgestellt, ohnehin noch bis zur (...) an ihrem Wohnort
und kehrte für Passausstellung aus dem Libanon nach Syrien
zurück, was gegen eine Bedrohung ihrer Person spricht.
Insgesamt ist darauf hinzuweisen, dass keine konkreten Anzeichen dafür
bestehen, dass die Beschwerdeführenden wegen den politischen Aktivitä-
ten des Beschwerdeführers vor ihrer Ausreise aus Syrien im Falle einer
Rückkehr in den Heimatstaat asylrelevante Nachteile zu befürchten hätten.
Dabei vermögen sie auch aus der Tatsache, dass der Bruder des Be-
schwerdeführers in D._ Asyl erhalten haben soll, keine konkrete
Gefährdungssituation für sich abzuleiten.
7.3 Nach dem Gesagten bestehen insgesamt keine konkreten Anhalts-
punkte dafür, dass die Beschwerdeführenden im Zeitpunkt ihrer Ausreise
aus Syrien einer asylrelevanten Verfolgung ausgesetzt waren oder eine
solche in objektiver Weise zu befürchten hatten.
7.4
E-490/2019
Seite 13
7.4.1 Soweit der Beschwerdeführer auf sein exilpolitisches Engagement im
Libanon, aufgrund dessen er bereits in den Fokus der syrischen Behörden
geraten sei, und dessen Fortsetzung in der Schweiz hinweist, ist Folgen-
des festzustellen:
7.4.2 Das Bundesverwaltungsgericht geht in seiner Rechtsprechung davon
aus, dass der Schwerpunkt der Aktivitäten der syrischen Geheimdienste im
Ausland nicht bei einer grossflächigen, sondern bei einer selektiven und
gezielten Überwachung der im Ausland lebenden Opposition liegt (vgl. Re-
ferenzurteil des BVGer D-3839/2013 vom 28. Oktober 2015 E. 6.3 sowie
in jüngerer Zeit Urteil des BVGer D-5597/2018 vom 29. April 2021 E.6.5
m.w.H.). Die Annahme, die betroffene Person habe die Aufmerksamkeit der
syrischen Geheimdienste in einer Weise auf sich gezogen, welche auf eine
begründete Furcht vor Verfolgung wegen exilpolitischer Tätigkeiten
schliessen lässt, rechtfertigt sich deshalb nur, wenn diese sich in besonde-
rem Mass exponiert, das heisst, wenn sie aufgrund ihrer Persönlichkeit,
der Form des Auftritts und aufgrund des Inhalts der in der Öffentlichkeit
abgegebenen Erklärungen den Eindruck erweckt, sie werde aus Sicht des
syrischen Regimes als potenzielle Bedrohung wahrgenommen.
7.4.3 Wie die Vorinstanz in ihrer Verfügung zutreffend festgestellt hat, ver-
mag der Beschwerdeführer mit den eingereichten Zeugnissen und Schrei-
ben des UNHCR und des Kurdischen Vereins für Menschenrechte zu sei-
nem Engagement im Libanon, wo er sich insbesondere als Freiwilliger für
Flüchtlinge eingesetzt und an einzelnen Aktivitäten für die kurdische Sache
teilgenommen hat, keine drohende Verfolgung nachzuweisen. Bei den auf
Beschwerdeebene eingereichten Schreiben der PDK-S handelt es sich zu-
dem um Schreiben, denen aufgrund ihres Inhalts Gefälligkeitscharakter zu-
kommt. Jedenfalls ist damit keine Kaderfunktion des Beschwerdeführers
wie von ihm behauptet dargelegt respektive belegt. Auch die weiteren Un-
terlagen – Fotos und Videos (auf USB-Stick) von Teilnahmen des Be-
schwerdeführers anlässlich eines Treffens im Libanon mit Verantwortlichen
der Kurden, einer Demonstration sowie Veranstaltungen und Kundgebun-
gen in der Schweiz, wo er nebst anderen ein Interview gegeben habe –
lassen ihn nicht in einer exponierten Rolle im Sinne der hievor erwähnten
Rechtsprechung erscheinen. Da er keine Vorverfolgung in Syrien hat
glaubhaft machen können und damit nicht davon auszugehen ist, dass er
vor dem Verlassen Syriens als regimefeindliche Person ins Blickfeld der
syrischen Behörden geraten ist, besteht kein Grund zur Annahme, dass er
als staatsgefährdend eingestuft würde.
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7.5 Es bleibt anzumerken, dass sich vorliegend nicht der Schluss ergibt,
die Beschwerdeführenden seien zum heutigen Zeitpunkt in ihrem Heimat-
staat nicht gefährdet. Indessen ist eine Gefährdung ausschliesslich auf die
allgemeine in Syrien herrschende Bürgerkriegssituation zurückzuführen,
der die Vorinstanz mit der Anordnung der vorläufigen Aufnahme wegen Un-
zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs Rechnung getragen hat.
7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft der
Beschwerdeführenden zu Recht verneint und ihre Asylgesuche abgelehnt.
8.
8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
8.2 Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf
Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu
Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzu-
weisen.
10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den
Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-
samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der am 21. Februar 2019 in der gleichen
Höhe geleistete Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten
zu verwenden.
(Dispositiv nächste Seite)
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