Decision ID: 6ffcd166-79ef-5b03-87c2-f25234c12651
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1973, war bei der Nationale Suisse (nach
steh
end: Nationale) obligatorisch unfallversichert, als sie am 30. März 2012 einen Auffahrunfall erlitt (Urk. 9/P1).
Die Nationale verneinte mit Verfügung vom 21. März 2013 eine Leistungs
pflich
t für die Behandlung der linken Schulter (Urk. 9/K4o), hiess dann aber die da
ge
gen erhobene Einsprache (Urk. 9/E3) mit
Einspracheentscheid
vom 7. Juni 2013 (Urk. 9/E4) in dem Sinne gut, dass sie für die Behandlungskosten für die Folgen der Beschwerden des linken Schultergelenkes - wie in einem Operationsbericht vom 22. März 2013 geschildert - aufkomme (S. 4 Dispositiv Ziff. 1).
1.2
Die Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG (nachstehend: Helve
tia
) als Rechtsnachfolgerin der Nationale (vgl. Urk. 9/E13 S. 2 Ziff. 1) erbrachte bis Ende 2015 Taggeldleistungen (Urk. 9/T45). Mit Verfügung vom 27. Januar
2016 (Urk. 9/K26) verneinte sie die Unfallkausalität einzeln genannter Beschwer
den (S. 2 Ziff. 1-4), verneinte ihre Leistungspflicht ab dem Zeitpunkt spätestens 6 Monate nach dem Unfall (S. 2 Ziff. 5), und verzichtete auf eine Rückforderung von bereits erbrachten Leistungen (S. 2 Ziff. 6).
Die am 29. Februar 2016 dagegen erhobene Einsprache (Urk. 9/E5) wies sie mit
Einspracheentscheid
vom 25. November 2016 ab (Urk. 9/E13 = 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 25. November 2016 (Urk. 2) erhob die Ver
sicherte am 23. November 2016 Beschwerde und beantragte, dieser sei aufzuhe
ben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, weiterhin
Leistungen aus Unfall zu erbringen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1).
Die Helvetia beantragte mit Beschwerdeantwort vom 14. Februar 2017 (Urk. 8) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 21. Februar 2017 wurde antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. 3) die unentgeltliche Rechtsvertretung bewilligt (Urk. 10).
Mit Eingabe vom 6. März 2017 (Urk. 14) reichte die Beschwerdegegnerin be
stimmte vom Gericht
einverlangte
Akten (Urk. 15/1-2) nach.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
Bundesgesetz über die Un
fall
versicherung (UVG)
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzu
sammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammen
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesund
heit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber
derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines kran
k
haften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
mass
gebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3
.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in
aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kosten
vergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3
Stellt der Unfallversicherer seine Leistungen für die Zukunft ein, ohne bereits erbrachte Leistungen zurückzufordern, so ist dafür kein
Rückkommenstitel
im
Sinne der prozessualen Revision oder der Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 1 und 2
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) erforderlich (BGE 130 V 380 E. 2.3.1).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) davon aus, gemäss dem am 15. Dezember 2015 erstatteten Gutachten (vgl. Urk. 9/M99) habe im Untersuchungszeitpunkt klar kein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den vorhandenen Beschwerden bestanden (S. 12 Ziff. 13a). Der die linke Schulter betreffende frühere
Einspracheentscheid
stehe der jetzigen Leistungseinstellung nicht entgegen (S. 12 ff. Ziff. 13b).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), die Beschwerdegegnerin habe mit dem
früheren
Einspracheentscheid
die Unfall
kausalität der Schulterbeschwerden anerkannt; darauf könne sie nur zurück
kommen, wenn ein Revisionsgrund bestehe, was nicht zutreffe (S. 4 Ziff. 6).
Ferner machte sie gegenüber dem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Gut
achten verschiedene Mängel geltend (S. 5 f. Ziff. 9 ff.).
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin befand sich am 30. März 2012 in stockendem Kolonnen
verkehr auf der Autobahn und musste bis zum Stillstand abbremsen, worauf das hinter ihr fahrende Fahrzeug auf ihres auffuhr (Urk. 9/P1 S. 7 Mitte).
3.2
Am 30. März 2012 erstellte CT-Aufnahmen der Halswirbelsäule (HWS), von Thorax/Abdomen und des Schädels waren unauffällig bezogen auf Schädel, Hals, Thorax und Abdomen (Urk. 9/M2).
Die Erstbehandlung erfolgte vom 30. März bis 1. April 2012 im Spital Y._, wo mit Austrittsbericht vom 23. April 2012 (Urk. 9/M6) folgende Diagnose gestellt wurde (S. 1 Mitte):
-
Commotio spinalis mit /bei
-
Status nach Verkehrsunfall bei 80 km/h mit Heckaufprall
-
HWS-Distorsion QTF (Québec Task Force) 2
-
stumpfes Abdominal- und
Thoraxtrauma
Bei Beschwerden einer Commotio spinalis sowie einer HWS-Distorsion habe die Patientin analgetisch adäquat behandelt werden können, worunter die Schmer
zen
regredient
gewesen seien. Am Folgetag neu aufgetretene
epigastrische
Schmerzen seien bildgebend abgeklärt worden, es habe sich weiterhin kein Anhalt für eine intraabdominale Verletzung ergeben. Die Schmerzen seien spon
tan vollständig
regredient
gewesen, so dass die Patientin habe nach Hause entlassen werden können (S. 1 unten).
3.3
Gemäss Operationsbericht vom 22. März 2013 (Urk. 9/M48) führte Dr. med. Z._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumato
lo
gie des Bewegungsapparates
, Chefarzt Orthopädie, Klinik A._, am glei
chen Tag eine Arthroskopie der linken Schulter mit
Tenodese
der langen Bizeps
sehne durch, wobei er - nebst der Diagnose SLAP-Läsion,
Bufford
-Komplex Schulter links - als Indikation eine anlässlich des Auffahrunfalls vom 30. März 2012 durch Gurte von dorsal her gerichtete
Dezeleration
der linken Schulter nannte (S. 1 Mitte).
Als Procedere nannte er eine physiotherapeutisch geführte Rehabilitation (ge
mäss Schema
Tenodese
) und ein
Orthogilet
für 4 Wochen; eine Hautnahtent
fernung sei bei resorbierbarem Fadenmaterial nicht nötig (S. 2 Mitte).
3.4
Am 3. März 2014 erstatteten Dr. sc. techn. und
dipl.
Ing. ETH B._ und Dr. med. C._, Fachärztin für Rechtsmedizin, eine biomechanische Beurteilung im Auftrag der Beschwerdegegnerin (Urk. 15/2).
Zur in den Arztberichten angegebenen Geschwindigkeit führten sie aus, diese Angabe sei erstaunlich, da zu diesen Parametern keine gesicherten Erkenntnisse hätten vorliegen können; die Angabe sei in verschiedenen Folgeberichten kritik
los übernommen worden (S. 3 Anm. 1). Gemäss der technischen Unfall
analyse habe die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung anlässlich der Heck
kollision zwischen 12.5 und 17.2 km/h betragen (S. 6 Mitte).
Die anschliessend an das Ereignis festgestellten von der HWS ausgehenden Be
schwerden und Befunde seien durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall erklärbar (S. 6 unten). Es seien keine Mechanismen auszumachen, welche die beschriebene Läsion der linken Schulter erklären könnten (S. 7 Ziff. 2). Die erst 7 Monate nach dem Unfallereignis beschriebene Schultersymptomatik könne dem Unfallereignis weder als alleinige noch als Teilursache zugeordnet werden. Neben der langen
Latenzzeit sei dabei auch der fehlende Verletzungs
mecha
nis
mus entscheidend (S. 7 Ziff. 3).
Zur Rückfrage der Beschwerdegegnerin, ob sie bestimmte Arztberichte berück
sichtigt hätten, nahmen Dr. C._ und Dr. B._ am 16. Septem
ber ergänzend Stellung (Urk. 9/UAG1) und führten aus, einen der drei von der Beschwerdegegnerin genannten Arztberichte hätten sie bereits berücksichtigt, einen zweiten - versehentlich falsch datiert - ebenfalls (S. 3 Mitte). Grund
sätzlich ergäben sich keine Änderungen der biomechanischen Beurteilung. Ein in diesen Berichten genanntes ‚plötzliches Anspannen des Bizeps durch Rück
halten am Lenkrad oder anderweitiges Festhalten‘ sei durch die zeitliche Ver
zögerung der muskulären Reaktion bei der Rückwärtsbewegung der Fahrzeug
len
kerin in der - zirka 70 Millisekunden dauernden - ersten Phase der Heck
kollision nicht vorstellbar. Die muskuläre Reaktion (Anspannung) werde erst bei der anschliessenden Vorwärtsbewegung der Fahrzeuginsassen zum Tragen kommen, wobei dann kein Zug mehr auf die Bizepssehne herrsche. Zudem sei die aktive Kraftanstrengung bei kontrolliertem Anheben oder Abhalten von Lasten als Unfallhergang nicht geeignet, eine Zerreissung der Sehne der
Rotato
renmanschette
zu verursachen (S. 3). Weiter spreche auch die Klinik gegen eine traumatische Läsion der Bizepssehne. Die traumatische akute
Rotatorenman
schettenruptur
führe unmittelbar zu einem Schmerz sowie zu einem Kraft- und Funktionsverlust. Dieser klinische Verlauf habe sich gemäss den vorliegenden Unterlagen nicht gezeigt (S. 3 unten).
3.5
Vom 3. bis 25. November 2014 weilte die Beschwerdeführerin stationär in der
RehaClinic
D._, worüber am 11. Dezember 2014 berichtet wurde (Urk. 9/M90). Dabei wurden folgende Diagnosen genannt (S. 1):
-
chronische Schmerzen nach HWS-Distorsion QTF 2
-
Status nach Verkehrsunfall bei 80 km/h mit Heckanprall
-
stumpfes Abdominal- und
Thoraxtrauma
-
rheumatoide Arthritis
-
Allergien:
Ciproflaxin
, Opiate, Lokalanästhetika
-
Psoriasis
Unter intensiven rehabilitativen Anwendungen hätten sich die Schmerzen teil
weise reduzieren lassen, die Rückenmuskulatur habe nun mehr Kraft und Stabi
lität aufgewiesen, und bezüglich der allgemeinen Körpermotorik und der mus
ku
lären Konditionierung hätten sich ebenso Verbesserungen gezeigt (S. 2 oben).
3.6
Lic
. phil. E._, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, nannte in ihrem Bericht vom 4. Oktober 2015 eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) als psychiatrische Diagnosen (Urk. 9/M92 S. 2 unten).
3.7
Die Ärzte des
Muskulo
-Skelettal-Zentrums, Orthopädie Obere Extremitäten, A._ Klinik, führten in ihrem Bericht vom 25. März 2015 (Urk. 9/M93) aus, die Patientin habe sich erneut selbständig aufgrund von seit einem Sturz vom 5. Februar 2015 persistierenden Schulterschmerzen vorgestellt (S. 1 Mitte), und nannten folgende Diagnosen (S. 1):
-
Schulter-/Armschmerzen linksseitig (
adominant
) mit/bei
-
Status nach Sturz am 5. Februar 2015
Differentialdiagnose (DD):
Cerviko
-Brachialgien
-
Status nach Mini-Open Revision und
Tenodese
der langen Bizepssehne mit/bei
-
Re-Operation der langen Bizepssehne bei Status nach
Tenodese
Nach am 27. April 2015 erfolgter neurologischer Beurteilung wurden die Diagnosen wie folgt formuliert (Urk. 9/M94 S. 1 Mitte):
-
Schulter-/Armschmerzen linksseitig (
adominant
) mit/bei
-
Status nach Sturz am 5. Februar 2015, Status nach HWS-Schleudertrauma 2012
-
klinisch-neurologisch keine sensomotorischen Ausfälle
-
elektrophysiologisch keine Hinweise für Engpasssyndrome des N.
ulnaris
und N. medianus beidseits
Differentialdiagnose (DD):
Cerviko
-Brachialgien
-
Status nach Mini-Open Revision und
Tenodese
der langen Bizepssehne mit/bei
-
Re-Operation der langen Bizepssehne bei Status nach
Tenodese
Am 29. Juni 2015 wurde als weitere Diagnose ein MRI der HWS vom 5. Juni 201
5 mit Normalbefund festgehalten (Urk. 9/M69 S. 1 Mitte).
4.
4.1
Am 15. Dezember 2015 erstatteten die Ärzte der Gutachtensstelle F._ ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (Urk. 9/M99). Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten (S. 3 ff.), die Angaben der Versicherten (S. 17 ff.) und die von ihnen vom 6. bis 9. Juli 2015 (S. 1) erhobenen internistischen (S. 24 ff.), orthopädischen (S. 26 ff.), neurolo
gischen (S. 41 ff.) und psychiatrischen (S. 49 ff.) sowie die am 28. Oktober 2015 erhobenen neuropsychologischen (S. 62 ff.) Befunde.
4.2
Die Gutachter konnten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit stellen (S. 84 Ziff. 8.4
lit
. a). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 84 f. Ziff. 8.4
lit
. b):
-
chronisches
cervikovertebrogenes
Schmerzsyndrom mit lokalen
Tendo
myosen
und Bewegungseinschränkung sowie Spannungskopfschmerz
komponente bei
-
Status nach HWS-Distorsion (QTF II) nach Hochge
schwindigkeits
ver
kehrsunfall mit Auffahrkollision am 30. März 2012 ohne auch nur leichte traumatische Hirnschädigung
-
mit ausgeprägten
cervikocephalen
Schmerzen
-
mit Klagen über Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit
-
ohne radikuläres Irritations- oder Ausfallssyndrom
-
Haltungsinsuffizienz mit muskulärer Dysbalance
-
ohne posttraumatische oder relevante degenerative Veränderungen an der HWS (MRI 5. Juni 2015)
-
chronisches Schmerzsyndrom der linken Schulter mit
periscapulären
Insertionstendinosen
und persistierendem Reizzustand im
Sulcus
bicipitis
und verminderter Belastbarkeit bei
-
Status nach
Contusio
am 30. März 2012
-
konstitutioneller Fehlhaltung mit chronischer
Bizepssehnenirritation
-
Status nach Arthroskopie der linken Schulter mit
Tenodese
der langen
Bicepssehne
vom 22. März 2013 bei SLAP-Läsion und Buford-Komplex
-
Status nach mini open-Revision und
Tenodese
der langen Bizeps
sehne, Entfernung einer
Bizepsschraube
am 08. November 2013 bei
Reruptur
der langen
Bicepssehne
-
minimalen arthrotischen Veränderungen und Instabilitätszeichen (Röntgen 08. Juli 2015)
-
MRI 17. August 2015: Darstellung eines Status nach
Tenodese
der langen Bizepssehne ohne sonstige Auffälligkeiten
-
chronisch rezidivierendes
lumbovertebrogenes
Schmerzsyndrom mit akti
vierter
lumbosakraler
Facettenarthrose,
perisakraler
Ligamentopathie
, intermittierenden ISG-Blockierungen und reaktiven
Tendomyosen
im Hüftbereich links bei
-
Beinlängendifferenz (circa 1-2 cm zu Ungunsten links)
-
Fehlstatik der Lendenwirbelsäule (LWS) bei Skoliose und
lumbo
sakraler
Hyperlordose
-
muskulärer Insuffizienz und Dysbalance
-
ohne radikuläre Irritations- oder Ausfallssymptomatik
-
konstitutionelle Laxität mit interdigitalen Reizzuständen an Händen (
Gaenslen
positiv) und Füssen (lockerer Spreizfuss) sowie
Patella
spitzen
syndrom
beidseits
-
Status nach operativer Versorgung der rechten Schulter 2008 bei Lab
rum
abriss ohne Funktionseinschränkung bei
-
diskreter postoperativer Veränderung am kranialen Labrum ohne sichere Zeichen eines Rezidiv-Risses, leichter Subluxationstendenz der langen
Bicepssehne
proximal beim Eintritt in den
Sulcus
(
Arthro
-MRI 22. Juli 2009)
-
Status nach Pyelonephritis und
Urosepsis
2004
-
Migränekopfschmerzen mit wahrscheinlich Flimmerskotomen als
Aura
phä
nomen
, verzögert ein Jahr nach dem Unfall aufgetreten
-
Verdacht auf zusätzlich medikamentös-induzierte Kopfschmerzen (MUKS
)
-
Status nach stumpfem
Abdominaltrauma
anlässlich Unfall vom 30. März 2012
-
CT Abdomen 30. März 2012: keine Verletzungen
-
ätiologisch nicht geklärter Tremor der Hände beidseits, rechtsbetont
-
DD: beginnender essentieller Tremor
-
funktioneller Tremor
-
Restless
legs
-Syndrom seit Kindheit, Zunahme im Erwachsenenalter mit Beschwerden auch in Ruhe
4.3
In der Zusammenfassung und Beurteilung (S. 69 ff. Ziff.) führten die Gutachter aus, von internistischer Seite könnten keine pathologischen Befunde genannt werden, insbesondere keine unfallkausalen Befunde (S. 74 Mitte).
Aus orthopädischer Sicht bestehe ein chronisches
cervikovertebrogenes
Schmerz
syndrom mit lokalen
Tendomyosen
, Bewegungseinschränkung sowie eine Span
nungskopfschmerzkomponente. Im Vordergrund und als Erklärung für die Symp
tomatik stehe klinisch eine Haltungsinsuffizienz mit muskulärer Dysba
lance. Radiologisch fänden sich lediglich geringgradige Veränderungen an der HWS, posttraumatische, unfallkausale strukturelle Läsionen lägen an der HWS nicht vor (S. 74 unten).
Im Bereich der linken Schulter sei die Beweglichkeit unwesentlich vermindert mit Schmerzangaben endphasig, es bestehe ein chronisches Schmerzsyndrom im Bereich der
linken Schulter mit
periscapulären
Insertionstendinosen
und einem persistierenden Reizzustand im
Sulcus
bicipitis
. Ätiologisch gingen sie von einem
Bizepssehnensubluxationsphänomen
aus, welches durch die chronische Haltungsinsuffizienz verursacht werde, die hierdurch verursachte habituelle
rela
tive Aussenrotation des Humeruskopfes, die konsekutive chronische Sehnen
subluxation und
Tendopathie
der langen Bizepssehne. Für diese haltungs
be
dingte Problematik sprächen die Scapulae
alatae
, die
Insertionstendinosen
am medialen
Scapulawinkel
und die hochgradigen
Myosen
am
Oberrand
des M. trapezius. Auch bezüglich der SLAP-Läsion sei ein Unfallzusammenhang - wie von Dr. Z._ mehrfach bestätigt - zwar durchaus möglich, jedoch in Anbetracht der klinischen Befunde (Laxität, Haltungsproblematik, radiologische Instabilitätszeichen) keineswegs sicher (S. 74 f.). Es liege ein persistierender Reizzustand an der langen, operativ zweimalig fixierten langen
Bicepssehne
links vor, zudem an der das Schulterblatt fixierenden Muskulatur bei Haltungs
insuffizienz. Eine ungenügende Fixation der Sehne in der
Bizepsrinne
als mög
liche Schmerzquelle habe durch das
Arthro
-MRI der linken Schulter vom 17. August 2015 ausgeschlossen werden können. Zusammenfassend müsse das Schmerzsyndrom an der linken Schulter vorwiegend mit diesen unfallfremden Faktoren erklärt werden (S. 75).
Im Bereich der LWS bestehe ein chronisches rezidivierendes
lumboverte
bro
genes
Schmerzsyndrom, schmerzauslösend könnten die degenerativen Verände
rungen im Sinne der aktivierten
lumbosakralen
Facettenarthrose, einer
perisak
ralen
Ligamentopathie
, intermittierenden ISG-Blockierungen sowie reaktiven
Tendomyosen
im Hüftbereich links definiert werden. Es bestehe eine Fehlstatik der LWS bei Skoliose mit Beinlängendifferenz und einer
lumbosakralen
Hyper
lordose. Auch im LWS-Bereich stünden im Vordergrund unfallfremde, musku
läre Probleme im Sinne einer muskulären Insuffizienz und
Dysbalance sowie eine konstitutionelle Laxität des Bindegewebes (S. 75 Mitte).
Von neurologischer Seite fänden sich in der klinischen Untersuchu
ng keine pathologischen Befunde. Aufgrund der Akten, der Anamnese und der Klinik sei nicht davon auszugeben, dass die Versicherte sich beim Unfallereignis eine trau
matische Hirnschädigung zugezogen habe. Zusammenfassend liessen sich aus neurologischer Sicht keine Unfallfolgen feststellen (S. 75 unten).
Zusammenfassend liessen sich aus somatischer Sicht die Intensität und das Ausmass der von der Versicherten beklagten Beschwerden mit dem Unfall
ereignis alleine nicht erklären, eine zusätzliche nicht-somatische Komponente sei anzunehmen (S. 76 oben).
Von neuropsychologischer Seite könnten die von der Versicherten beklagten Konzentrations- und Gedächtnisstörungen nicht objektiviert werden. Setze man die teilweise hervorragenden Einzelresultate in Bezug zu den tiefer ausfallenden übrigen Resultaten, so scheine eine leichte neuropsychologische Störung infolge von Schmerzen möglich. Von psychiatrischer Seite würden sie die genannte nicht-somatische Komponente im Sinne einer somatoformen Schmerzstörung beurteilen. Das Unfallereignis habe bei der Versicherten eine psychosomatische Fehlentwicklung ausgelöst. Die Coping Strategien der Versicherten seien zudem aufgrund der akzentuierten Persönlichkeitszüge eingeschränkt (S. 76).
4.4
Zur Kausalität (S. 85 f. Ziff. 8.5.A.1) führten die Gutachter aus, die Befunde im Bereich der HWS stünden nicht mehr in natürlichem Kausalzusammenhang zum Unfall. Beim Unfall vom 30. März 2012 sei es zu keinen unfallbedingten struk
tu
rellen Schäden an der HWS gekommen, so dass nach allgemeiner unfall
medi
zinischer Erfahrung die nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden
im Bereich der HWS spätestens 6 Monate nach dem Ereignis als abgeheilt angesehen werden müssten (S. 85 f.).
Die Befunde an der linken Schulter stünden nur möglicherweise in natürlichem Kausalzusammenhang zum Unfall. In der Pathogenese und im aktuellen Be
schwer
debild dominierten in der Schulter-/Nackenregion die
tendomyotischen
Komponenten, welche haltungsbedingt seien (S. 86 oben).
Die Befunde an der LWS stünden nicht in natürlichem Kausalzusammenhang zum Unfall. Im Bereich der LWS spielten unfallfremde Faktoren wie eine rele
vante
skoliotische
Wirbelsäulenstatik mit Beinlängendifferenz und muskulärer Insuffizienz sowie die konstitutionelle Laxität eine entscheidende Rolle. Beim Unfallereignis vom 30. Mai 2012 sei es ebenfalls zu keiner strukturellen Schädi
gung der LWS gekommen (S. 86).
Zusammenfassend seien die erhobenen Befunde an der HWS und LWS mit unfall
fremden Faktoren zu erklären, an der linken Schulter spielten nur mög
licherweise unfallbedingte Faktoren eine teilweise Rolle (S. 86 Mitte).
Folgen des Unfalles seien nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nach
weisbar (S. 86 ff. Ziff. 8.5.A.2). Folgende unfallfremde Faktoren stünden im Vordergrund: Bezüglich der linken Schulter könnten Irritationen an der Bizeps
sehne plausibel auf die Haltungsinsuffizienz zurückgeführt werden. Die von Dr. Z._ geäusserte Vermutung, es sei durch den Auffahrunfall ein Status nach ‚glenohumeraler Subluxation durch die
Dezeleration
, eine konsekutive Über
lastung der langen
Bicepssehne
links‘ eingetreten, könne biomechanisch im Rahmen des Unfallgeschehens nicht nachvollzogen werden. Wesentlich plau
sibler sei pathogenetisch die Beobachtung eines
Bizepssehnensubluxation
sphä
no
mens
- wie im
Arthro
MRI vom 22. Juli 2009 für die rechte Seite beschrieben und
von Dr. Z._ auch für die linke Seite vermutet - durch die chronische Haltungsinsuffizienz, die hierdurch
verursachte habituelle relative Aussen
rota
tion des Humeruskopfes, die konsekutive
Sehnensubluxation und die
Tendo
pathie
der langen Bizepssehne (S. 86 f.).
Auch bei der SLAP-Läsion seien - näher ausgeführte - unfallfremde Faktoren anzunehmen (S. 87 Mitte). Im Bereich der LWS spielten ebenfalls unfallfremde Faktoren wie eine relevante
skoliotische
Wirbelsäule mit Beinlängendifferenz und muskulärer Insuffizienz eine entscheidende Rolle. Alles dies sei unfallfremd (S. 87 unten).
Das prozentuale Ausmass der unfallfremden Einflüsse lasse sich kaum quantifi
zieren. Die linksseitigen Schulterschmerzen stünden lediglich in möglichem natürlichem Kausalzusammenhang zum Unfall. In der Pathogenese und im aktuellen Beschwerdebild dominierten in der Schulter- und Nackenregion die
tendomyotischen
, haltungsbedingten Komponenten. Zudem wirkten auch noch die nicht-somatischen Faktoren mit. Das Ausmass und die Intensität der be
klagten Beschwerden würden zusätzlich durch eine Schmerzfehlverarbeitung beeinflusst (S. 87 f.).
4.5
Unfallkausal lasse sich für die bisherige Tätigkeit als Treuhand-Sachbearbeiterin heute keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen. Rein unfallkausal lasse sich für die angestammte Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit bis maxi
mal 6 Monate nach dem Unfallereignis attestieren. Eine danach persistierende Arbeitsunfähigkeit lasse sich nicht mehr mit unfallkausalen Faktoren begründen (S. 91 Ziff. 8.6.1).
Eine muskuläre Trainingstherapie werde empfohlen zur Behandlung der – un
fall
fremden - Haltungsinsuffizienz und der muskulären
Dekonditionierung
(S. 92
Ziff. 8.7.A.1).
Eine erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität bestehe nicht (S. 94 Ziff. 8.1.1).
4.6
Am 4. Februar 2016 nahm Dr. Z._ (vgl. vorstehend E. 3.3) zum F._-Gut
achten Stellung und führte aus, er sei einverstanden, dass ein Buford-Komplex, wie bei der Patientin vorliegend, eine Normvariante darstelle und somit per se nicht als verletzungsbedingt angesehen werden könne. Bei der Patientin sei aber der ganze kraniale Limbus narbig verändert gewesen mit auch Knorpelfraktur des angrenzenden
glenoiden
Knorpels. Aus seiner langjährigen Erfahrung sei ein solcher Befund nicht als krankheitsbedingt unfallfremd zu betrachten, zumal auf der humeralen Seite keinerlei Veränderungen vorgelegen hätten (Urk. 15/1).
4.7
Am 25. Februar 2016 nahmen
lic
. phil. E._ (vorstehend E. 3.6) und Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zum F._-Gutachten Stellung (Urk. 9/M103) und erstatteten einen Verlaufsbericht (Urk. 9/M102), worin sie die gleichen Diagnosen nannten wie im Bericht vom Oktober 2015 (S. 3 unten).
5.
5.1
Dem angefochtenen Entscheid liegt die Verfügung vom 27. Januar 2016 (Urk. 9/K26) zugrunde. In dieser Verfügung verneinte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht ab einem bestimmten Zeitpunkt, verzichtete aber auch auf die Rückforderung bereits erbrachter Leistungen. Mithin stellt sich die Frage der Leistungspflicht für bereits übernommene Heilbehandlungskosten und die bis Ende 2015 erbrachten Taggeldleistungen (vgl. Urk. 9/T45) nicht mehr.
Zu beurteilen ist eine allfällige Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ab Januar 2016. Diese wiederum hängt davon ab, ob ab diesem Zeitpunkt noch bestehende Beschwerden in
rechtsgenüglichem
Kausalzusammenhang mit dem Auffahrunfall von 2012 stehen.
5.2
Mit
Einspracheentscheid
vom 7. Juni 2013 (Urk. 9/E4) erklärte sich die Be
schwerdegegnerin bereit, „für die Behandlungskosten für die Beschwerden des linken Schultergelenkes wie im Operationsbericht vom 23. März 2013 beschrie
ben“ aufzukommen (S. 4 oben Ziff. 2, Dispositiv Ziff. 1). Im genannten Opera
tionsbericht wurde als Procedere ein
Orthogilet
für 4 Wochen sowie eine physio
therapeutisch geführte Rehabilitation gemäss dem bei
Tenodese
vorge
seh
enen Schema verschrieben (vorstehend E. 3.3).
Schon aus dem Wortlaut des
Einspracheentscheids
in Verbindung mit dem-
jenigen
des Operationsberichts ergibt sich mit aller Deutlichkeit, dass die Beschwerdegegnerin damit ihre - damals strittige - Leistungspflicht für die Schul
ter
operation vom März 2013 und die Behandlungskosten während der anschliessenden, einige Wochen beanspruchende Rehabilitationsphase bejahte. Darauf bezieht und beschränkt sich die Rechtskraft.
Mehr wurde mit dem
Einspracheentscheid
vom Juni 2013 nicht festgelegt. Ins
besondere wurde damit nichts zur Unfallkausalität von allfälligen weiterbe
stehenden Schulterbeschwerden festgelegt, was schon rein logisch, abgesehen von irreversiblen Gesundheitsschäden, auch gar nicht möglich wäre: Ob ab
Januar 2016 zu beurteilende Schulterbeschwerden in
rechtsgenüglichem
Kausal
zusammenhang zum Auffahrunfall im Jahr 2012 standen, kann nicht im Juni 2013 entschieden worden sein, dies umso mehr, als zwischenzeitlich im Zu
sammen
hang mit der Diagnose der Schulterbeschwerden zusätzlich ein Sturz vom 5. Februar 2015 angeführt wurde (vorstehend E. 3.7).
Die Annahme der Beschwerdeführerin, die Unfallkausalität ihrer Schulterbe
schwerden stehe rechtskräftig fest, ist aus diesen Gründen falsch. Daran ändert auch ihre vielfache Wiederholung nichts.
5.3
Bezüglich des F._-Gutachtens wurde in der Beschwerde (Urk. 1) geltend gemacht, der internistische Gutachter
habe den Umfang der Wiederaufnahme der Arbeit nach dem Unfall falsch beziffert, ebenso die Anzahl auswärtiger Mittagessen des Sohnes (S. 5 Ziff. 10). Der chirurgische Gutachter habe nur zur Schulterproblematik links Stellung genommen, bezüglich der klinisch festge
stellten Beschwerden der HWS und der LWS finde keine Diskussion statt. Immerhin bringe er einen Teil der Beschwerden direkt in den Zusammenhang mit dem Unfall (S. 5 f. Ziff. 11). Auch der neurologische Gutachter bringe einen Teil der Beschwerden in direkten Zusammenhang mit dem Unfall (S. 6 Ziff. 12). Die psychiatrische Gutachterin habe eine somatoforme Schmerzstörung sowie akzen
tuierte Persönlichkeitszüge diagnostiziert und in ihrer Beurteilung auf die gemäss nunmehriger Rechtsprechung nicht mehr anwendbare Überwindbar
keits
praxis abgestellt, was einen erheblichen Mangel darstelle. Immerhin ergebe sich auch daraus, dass der Status quo ante nicht erreicht sei (S. 6 Ziff. 13).
5.4
Was die Mängelrügen zu bestimmten anamnestischen Angaben anbelangt, kann offen bleiben, ob der Gutachter die Angaben der Beschwerdeführerin unzu
treffend wiedergegeben hat oder ob die gerügten Ungenauigkeiten in ihren - korrekt berichteten - Angaben enthalten waren. Denn es ist nicht ersichtlich, dass die betreffenden Informationen für die hier zu beurteilende Kausali
täts
frage irgendeine Bedeutung haben könnten.
Sowohl die HWS- als auch die LWS-Beschwerden wurden im Gutachten, wenn auch möglicherweise nicht im von der Beschwerdeführerin ins Auge gefassten Abschnitt, ausführlich diskutiert (vorstehend E. 4.3). Der betreffende Kritikpunkt ist offensichtlich unzutreffend.
Das Argument, im Gutachten würden verschiedentlich bestimmte Beschwerden ‚in direkten Zusammenhang mit dem Unfall‘ gebracht, woraus zu schliessen sei, dass der Status quo ante nicht erreicht sei, basiert auf einer absichtsvollen Lesart ausgewählter Formulierungen und blendet aus, dass das Gutachten zur Kausalitätsfrage denkbar deutlich formulierte und ausführlich begründete Feststellungen enthält. Es überzeugt deshalb nicht.
Massgebend bleiben die Feststellungen im Gutachten (vorstehend E. 4.4), dass aus den dort genannten Gründen kein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den aktuellen Beschwerden und dem Auffahrunfall von 2012 (mehr) besteht.
5.5
An diesem Ergebnis ändert auch die Stellungnahme von Dr. Z._ (vor
stehend E. 4.5), der die Beschwerdeführerin im März 2013 operiert hat (vor
stehend E. 3.3), nichts. Auf die gut begründete Feststellung, dass der Unfall
mechanismus anlässlich der Heckkollision die 2013 festgestellte Schädigung am linken Schultergelenk nicht hat verursachen können (vorstehend E. 3.4), ist er mit keinem Wort eingegangen. Vielmehr hat er lediglich ausgeführt, dass er gestützt auf seine
klinische Erfahrung den intraoperativen Befund nicht als krankheitsbedingt einstufte. Dies mag zutreffen. Einen natürlichen Kausalzu
sammenhang zum Auffahrunfall von 2012 vermag es jedoch nicht belegen.
5.6
Somit ist zusammenfassend festzuhalten, dass auf das Gutachten, das alle praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.4) vollumfänglich erfüllt, abzustellen ist. Demnach ist ein natürlicher Kausalzusammenzusammenhang zwischen dem Auffahrunfall von 2012 und den im Zeitpunkt der Untersuchung (Juli 2015) und damit auch im Verfügungszeitpunkt (Januar 2016) noch vorhandenen Be
schwerden zu verneinen.
Dass die Beschwerdegegnerin ab 2016 keine Leistungen mehr erbracht hat, erweist sich demzufolge als rechtens, womit der angefochtene Entscheid dieses Inhalts zu bestätigen und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Mit Honorarnote vom 24. Februar 2017 hat der unentgeltliche Rechtsvertreter einen Aufwand von 11.85 Stunden und Barauslagen von Fr. 31.40 geltend ge
macht (Urk. 12). Beim praxisgemässen Stundensatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ist er somit mit Fr. 2‘849.45 (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Die Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hin-zuweisen.