Decision ID: cb7b71ba-cbe3-5333-acbc-9705092d4324
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
I.
A.
Der Beschwerdeführer suchte erstmals am 15. Juni 2017 in der Schweiz
um Asyl nach. Mit Verfügung vom 13. Januar 2020 verneinte die Vorinstanz
seine Flüchtlingseigenschaft, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die Weg-
weisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. Eine hiergegen
eingereichte Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-
868/2020 vom 25. März 2020 ab. Das Gericht bestätigte die Schlussfolge-
rung des SEM, wonach die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Ver-
bindung zu den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) als unglaubhaft zu
erachten sei und der Beschwerdeführer keiner Risikogruppe angehöre.
II.
B.
Mit Eingabe vom 27. März 2021 reichte der Beschwerdeführer beim SEM
ein zweites Asylgesuch (Mehrfachgesuch) ein und machte insbesondere
geltend, inzwischen habe er sich in der Schweiz exilpolitisch engagiert. Er
habe sich an politischen Aktivitäten für die LTTE beteiligt, indem er sowohl
Demonstrationen mitorganisiert als auch an Kundgebungen und einem
Hungerstreik teilgenommen habe. In Sri Lanka sei seine Familie deshalb
vom Geheimdienst mit dem Tod bedroht, sein Vater tätlich angegriffen und
eine Beschwerde bei der Polizei eingereicht worden. Zudem habe sich die
Lage in Sri Lanka insgesamt zugespitzt. Im Übrigen leide er an gesund-
heitlichen Problemen, verfüge über keine Ausbildung und seine Familie
könne ihn aus finanziellen Gründen nicht mehr unterbringen.
C.
Mit Verfügung vom 16. April 2021 stellte das SEM fest, der Beschwerde-
führer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, wies das Mehrfachgesuch
vom 27. März 2021 ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz, ordnete
deren Vollzug an, erhob eine Gebühr und lehnte die Anträge auf Ansetzung
einer weiteren Anhörung sowie auf weitere Abklärungen ab. Eine gegen
diese Verfügung eingereichte Beschwerde wies das Bundesverwaltungs-
gericht mit Urteil E-2414/2021 vom 23. Juni 2021 ab.
Die Vorinstanz und das Gericht kamen zum Schluss, dass der Beschwer-
deführer keine nach dem rechtskräftigen Abschluss seines ordentlichen
Asylverfahrens entstandenen Gründe habe geltend machen können, die in
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Bezug auf seine Flüchtlingseigenschaft zu einer anderen Würdigung füh-
ren könnten. Im Rahmen des ersten Asylverfahrens hätten sich die geltend
gemachten Verbindungen zu den LTTE als nicht glaubhaft erwiesen und
es sei festgestellt worden, dass keine risikobegründenden Faktoren vorlie-
gen würden; exilpolitische Gründe seien damals keine geltend gemacht
worden. Der Beschwerdeführer weise selbst unter Berücksichtigung der
nunmehr geltend gemachten exilpolitischen Tätigkeiten weiterhin kein be-
sonders exponiertes Profil auf.
Das Vorbringen des Beschwerdeführers, seine Familie sei seinetwegen im
Heimatstaat aufgesucht, bedroht und angegriffen worden, sei weder im
vorinstanzlichen Verfahren noch auf Beschwerdeebene ausreichend sub-
stanziiert worden. Hinzu komme, dass die eingereichten Beweismittel (Fo-
tos des Beschwerdeführers, Spitalbericht betreffend den Vater, Eingabe bei
der Polizei und allgemeine Berichte) nicht zum Beleg eines Gefährdungs-
profils tauglich seien. So würden die Fotos nicht ansatzweise auf ein er-
höhtes politisches Engagement schliessen lassen. Die Berichte würden
keinen direkten Bezug zum Beschwerdeführer aufweisen. Der Spitalbericht
vermöge einzig einen Spitalaufenthalt seines Vaters im Mai 2020 zu bele-
gen. Hinzu komme, dass sowohl der Spitalbericht als auch die Eingabe bei
der Polizei im Mai 2020 ausgestellt worden seien, also lange vor den gel-
tend gemachten Demonstrationen. Die Anzeige bei der Polizei sei von der
Familie des Beschwerdeführers selbst eingereicht worden und weise im
Übrigen keine fälschungssicheren Merkmale auf. Ihr komme daher nur ein
geringer Beweiswert zu. Die weiteren eingereichten Berichte, insbeson-
dere Länderberichte, würden schliesslich keinen individuellen Bezug zum
Beschwerdeführer aufweisen. Das Vorbringen auf Beschwerdeebene, das
Konto des Beschwerdeführers sei kürzlich von den sri-lankischen Behör-
den blockiert worden, sei weder substanziiert noch belegt.
III.
D.
Mit einer erneuten, wieder als Mehrfachgesuch bezeichneten Eingabe an
das SEM vom 3. August 2021 machte der Beschwerdeführer im Wesentli-
chen geltend, er sei bei einer Rückkehr nach Sri Lanka aufgrund seiner
exilpolitischen Tätigkeiten in der Schweiz gefährdet. Namentlich führte er
aus, in der Schweiz an zahlreichen Demonstrationen teilgenommen zu ha-
ben, mit dem ehemaligen Anführer der in Sri Lanka verbotenen B._
in Kontakt zu stehen sowie der rechte Arm des in Sri Lanka ausgeschrie-
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benen C._ zu sein. Ferner sei er Mitglied von tamilischen Vereini-
gungen in der Schweiz, die etwa in den Bereichen (...) tätig seien. Sodann
brachte er vor, dass er am (...) an einem tamilischen (...)turnier teilgenom-
men habe. In dessen Rahmen seien Fotos von ihm gemacht worden, wobei
er mit der Teilnahme und damit einhergehend der Nähe zu bekannten An-
führern von Exilorganisationen sowie aufgrund der getragenen Kleidung
die Nähe zum Gedankengut der LTTE gezeigt habe. In der Folge seien
Angehörige der sri-lankischen Sicherheitsdienste bei seinen Eltern in Sri
Lanka vorbeigegangen und hätten ihn, den Beschwerdeführer, beschul-
digt, in der Schweiz an der Wiederbelebung der LTTE zu arbeiten.
Zur Stützung der Vorbringen reichte der Beschwerdeführer zahlreiche Be-
weismittel zu den Akten, welche namentlich sein exilpolitisches Engage-
ment, die Betätigung in tamilischen Vereinigungen, einen Besuch der sri-
lankischen Behörden bei seinen Eltern sowie seine Nähe zu Personen, die
von der sri-lankischen Regierung ausgeschrieben worden seien, belegen
sollen.
E.
Mit Verfügung vom 13. August 2021 – eröffnet am 23. August 2021 – trat
das SEM auf das Mehrfachgesuch gestützt auf Art. 111c AsylG (SR 142.31)
i.V.m. Art. 13 Abs. 2 VwVG nicht ein. Auf die Vorbringen, welche Sachver-
halte betreffen, die zeitlich vor dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
E-2414/2021 vom 23. Juni 2021 gelagert seien, trat das SEM mangels
funktioneller Zuständigkeit gestützt auf Art. 9 Abs. 2 VwVG nicht ein. Weiter
verfügte das SEM die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der
Schweiz, ordnete den Vollzug an und erhob eine Gebühr in der Höhe von
Fr. 600.–. Schliesslich wurde der Antrag auf weitergehende Instruktions-
massnahmen, insbesondere eine Anhörung, abgelehnt.
Im Wesentlichen wurde ausgeführt, die Eingabe des Beschwerdeführers
sei insofern als Mehrfachgesuch zu qualifizieren, soweit es sich um die
Teilnahme des Beschwerdeführers an einem Turnier am (...) und die von
ihm geltend gemachten daran anschliessenden Umstände, insbesondere
die Bedrohung seiner Familie, handle. Mehrfachgesuche müssten gehörig
begründet sein und die Behörde in die Lage versetzen, über das Gesuch
entscheiden zu können, ohne dass sie die gesuchstellende Person vorher
anhört. Sofern eine asylsuchende Person ihrer Begründungspflicht nicht
nachkomme, habe die Behörde gemäss Art. 111c Abs. 1 AsylG in Verbin-
dung mit Art. 13 Abs. 2 VwVG neben der formlosen Abschreibung die Op-
tion, auf das Gesuch nicht einzutreten (BVGE 2014/39 E. 7).
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Was die Fotografie betreffend das Turnier vom (...) und die diesbezügli-
chen Ausführungen betreffe, sei festzuhalten, dass diese zwar zweifellos
das sportliche Engagement des Beschwerdeführers und eine Vernetzung
in der tamilischen Gemeinschaft untermauere. Sie würden aber nicht als
Nachweis dafür taugen, dass der Beschwerdeführer ein hoher Exponent
der sri-lankischen Diaspora sei, welcher von den heimatlichen Behörden
als Gefahr für den Einheitsstaat Sri Lanka wahrgenommen werde. Vom
alleinigen Umstand, dass der Beschwerdeführer in Anwesenheit teilweise
exponierter Persönlichkeiten einen Pokal als Gewinner eines Sportanlas-
ses entgegennehme, sei noch keine Gefährdung seiner Person in Sri
Lanka abzuleiten. Was ferner die an das Turnier anschliessende angebli-
che Behelligung seiner Eltern in Sri Lanka anbelange, die er auch mit Fotos
zu belegen beabsichtige, sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer sol-
che Behelligungen bereits im vorangegangenen Mehrfachgesuchverfah-
ren vorgetragen habe. Den Fotos lasse sich indes nichts Konkretes ent-
nehmen. Sie würden Uniformierte zeigen, die mit zwei Personen – angeb-
lich den Eltern des Beschwerdeführers – im Gespräch seien. Mangels Kon-
text würden sich keine Rückschlüsse auf eine Gefährdung des Beschwer-
deführers bei der Rückkehr nach Sri Lanka ziehen lassen (vgl. Urteil des
BVGer E-2414/2021 vom 23. Juni 2021, E. 7.1 f. für Details). Auf substan-
tiierte Ausführungen zu diesem angeblichen Vorfall habe der Beschwerde-
führer verzichtet. Es sei ihm nicht gelungen, im neuen Gesuch gehörig zu
begründen, dass er aufgrund des Anlasses vom (...) in Sri Lanka als sepa-
ratistisch gesinnte Person, welche die LTTE im Ausland wiederzubeleben
versuche, gesucht werde.
Was die anderen Vorbringen des Beschwerdeführers anbelange, wonach
er exilpolitisch erheblich tätig und vernetzt sei und infolgedessen bei einer
Rückkehr nach Sri Lanka gefährdet sei, sei festzustellen, dass diese Vor-
bringen im Rahmen eines allfälligen Revisionsgesuchs durch das Bundes-
verwaltungsgericht zu behandeln wären. All diese Vorbringen hätten näm-
lich zum Zeitpunkt des letzten Urteils vom 23. Juni 2021 bereits bestanden.
Mangels funktioneller Zuständigkeit sei daher auf dieses Vorbringen nicht
einzutreten (Art. 9 Abs. 2 VwVG).
F.
Mit Eingabe vom 27. August 2021 erhob der Beschwerdeführer – handelnd
durch den rubrizierten Rechtsvertreter – Beschwerde beim Bundesverwal-
tungsgericht. Er beantragte die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung
und Rückweisung an die Vorinstanz zum materiellen Entscheid, eventuali-
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ter sei ihm die vorläufige Aufnahme zu gewähren. In formeller Hinsicht er-
suche er darum, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
Weiter beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie die Bei-
ordnung des rubrizierten Rechtsvertreters als amtlichen Rechtsbeistand.
In der Beschwerde werden im Wesentlichen der bereits vorgetragene
Sachverhalt und die Ausführungen des Mehrfachgesuchs wiederholt. Aus-
serdem wird gerügt, dass sich das SEM nicht mit allen Gesuchvorbringen
befasst habe, namentlich nicht mit den eingereichten Beweismitteln.
G.
Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte dem Beschwerdeführer am
31. August 2021 den Eingang der Beschwerde.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls –
in der Regel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d
Ziff. 1 BGG).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
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3.
3.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
3.2 Der Beschwerde kommt mithin von Gesetzes wegen aufschiebende
Wirkung zu (Art. 55 Abs. 1 VwVG). Da die Vorinstanz die aufschiebende
Wirkung nicht entzogen hat, ist auf den Verfahrensantrag, der Beschwerde
sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, nicht einzutreten.
3.3 Hinsichtlich der Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs
hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb das
Bundesverwaltungsgericht diese Punkte insoweit ohne Einschränkung
prüft.
4.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin beziehungsweise ei-
nes zweiten Richters entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend
aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summa-
risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
5.
5.1 Asylgesuche, die innert fünf Jahren nach Eintritt der Rechtskraft des
Asyl- und Wegweisungsentscheides eingereicht werden, haben gemäss
Art. 111c Abs. 1 AsylG schriftlich und begründet zu erfolgen.
5.2 Kommt eine asylsuchende Person im Rahmen eines Mehrfachgesuchs
ihrer Begründungspflicht offensichtlich nicht nach, hat die Behörde auch in
Verfahren, in denen nicht ohnehin schon die speziellen Voraussetzungen
der Art. 31a Abs. 1–3 AsylG vorliegen, die Möglichkeit, auf das Gesuch ge-
stützt auf Art. 111c Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 13 Abs. 2 VwVG nicht einzutre-
ten (vgl. BVGE 2014/39 E. 7.1).
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6.
6.1 Eine Prüfung der Akten ergibt, dass die vorinstanzlichen Erwägungen
zu bestätigen sind.
6.2 Wie vom SEM zutreffend festgestellt, ist das Erfordernis einer (materi-
ell) ausreichenden Begründung im Sinne von Art. 111c Abs. 1 AsylG vorlie-
gend als nicht erfüllt zu erachten (vgl. zum Nichteintretensgrund der man-
gelhaften Begründung BVGE 2014/39 E. 7). Das vom Beschwerdeführer
vorgebrachte exilpolitische Engagement anlässlich eines Turniers am (...)
ist als nicht ausreichend begründet im Sinne der erhöhten Anforderungen
an die Begründung eines solchen Mehrfachgesuchs zu qualifizieren. Zur
Vermeidung von Wiederholungen kann vollumfänglich auf die vorinstanzli-
che Verfügung verwiesen werden (vgl. angefochtene Verfügung Ziff. IV;
s.o. die Zusammenfassung Bst. E).
Festzustellen ist, dass sich die Beschwerdeausführungen ebenfalls nicht
in substanziierter Weise mit der Argumentation der Vorinstanz auseinan-
dersetzen, sondern lediglich die bereits in den vergangenen Asylverfahren
getätigten Aussagen wiederholen und sich darauf beschränken, die Ar-
beitsweise des SEM zu kritisieren, die vorliegend jedoch nicht zu beanstan-
den ist. Die Ausführungen auf Beschwerdeebene sind mithin nicht geeig-
net, zu einer anderen Einschätzung zu führen. Schliesslich beruft sich der
Beschwerdeführer erneut auf die allgemeine Lage in seinem Heimatstaat
(Beschwerde S. 10), ohne diese in einen ausreichend konkreten Kontext
zu seiner Person zu setzen. Das Gericht geht – unter Berücksichtigung der
Entwicklungen in Sri Lanka – praxisgemäss davon aus, dass es auch zum
heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme gibt, wonach seit dem
Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer
Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären.
6.3 Ebenfalls wurde das Vorbringen, wonach die Familie des B seinetwe-
gen im Heimatstaat behelligt worden sei, weder im vorinstanzlichen Ver-
fahren noch auf Beschwerdeebene ausreichend substanziiert. Hinzu
kommt, dass die eingereichten Beweismittel – wie von der Vorinstanz be-
reits zutreffend festgestellt – nicht zum Beleg eines Gefährdungsprofils
tauglich sind. Dies gilt insbesondere für die von ihm eingereichten Fotos,
die letztlich auch auf Beschwerdeebene im Hinblick auf die Umstände ihrer
Entstehung und der festgehaltenen Situation nicht weiter substanziiert wer-
den. Den erhöhten Anforderungen an die Begründungspflicht ist der Be-
schwerdeführer mithin in dieser Hinsicht ebenfalls nicht nachgekommen.
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Seite 9
6.4 Die Vorinstanz ist somit zu Recht auf das Mehrfachgesuch mangels
gehöriger Begründung der neuen Asylvorbringen in Anwendung von
Art. 111c AsylG Abs. 1 i.V.m. Art. 13 Abs. 2 VwVG nicht eingetreten.
7.
7.1 Was sämtliche anderen Vorbringen anbelangt, wonach der Beschwer-
deführer exilpolitisch erheblich tätig und vernetzt und infolgedessen bei ei-
ner Rückkehr nach Sri Lanka gefährdet sei, hat das SEM zutreffend erwo-
gen, dass diese Vorbringen im Rahmen eines allfälligen Revisionsgesuchs
durch das BVGer zu behandeln wären. Der Sachverhalt und die in diesem
Zusammenhang eingereichten Beweismittel haben nämlich bereits zum
Zeitpunkt des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts E-2414/2021 vom
23. Juni 2021 bestanden. Mangels funktioneller Zuständigkeit ist das SEM
daher auf dieses Vorbringen zu Recht nicht eingetreten (Art. 9 Abs. 2
VwVG).
7.2 Dem Beschwerdeführer steht es frei, im Rahmen eines Revisionsgesu-
ches nach Massgabe der Art. 121 ff. BGG i.V.m. Art. 45 ff. VVG und Art. 67
Abs. 3 beim Bundesverwaltungsgericht ein entsprechendes Revisionsver-
fahren einzureichen.
Ein Revisionsgesuch stellt jedoch ein ausserordentliches Rechtsmittel dar,
an dessen Begründung erhöhte Anforderungen zu stellen sind. Es ist so-
wohl der Revisionsgrund, als auch die Frage der Rechtzeitigkeit und der
Erheblichkeit der neu geltend gemachten Tatsachen respektive der einge-
reichten Beweismittel darzulegen. Vorliegend wurde weder um Revision
ersucht noch wurden im Zusammenhang mit den eingereichten Beweismit-
teln Ausführungen im Sinne eines rechtsgenüglichen Revisionsgesuchs
getroffen. Eine weiterführende Auseinandersetzung kann daher vorliegend
unterbleiben.
8.
8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
8.2 Nachdem der Beschwerdeführer weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen verfügt, wurde die Wegweisung zu Recht angeordnet (vgl. BVGE
2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
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9.
9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
9.2
9.2.1 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-
rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-
gegenstehen.
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG;
vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die
Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3
EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
9.2.2 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend da-
rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur
Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-
schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri
Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
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Seite 11
Sodann ergeben sich weder aus der Beschwerde noch aus den Akten An-
haltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer für den Fall einer Ausschaf-
fung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach
Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge-
setzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Men-
schenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste
der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen oder
glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder un-
menschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi ge-
gen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127
m.w.H.). An der letztmals im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
E-2414/2021 vom 23. Juni 2021 getroffenen Einschätzung zur Zulässigkeit
ist – auch unter Berücksichtigung der Veränderung der Sicherheits- und
Menschenrechtslage in Sri Lanka – weiterhin festzuhalten. Aus Sicht des
Bundesverwaltungsgerichts besteht kein Grund zur Annahme, dass sich
die jüngsten politischen Entwicklungen in Sri Lanka konkret auf den Be-
schwerdeführer auswirken könnten. Die allgemeine Menschenrechtssitua-
tion in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt
nicht als generell unzulässig erscheinen (vgl. Referenzurteil des BVGer
E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 12.2 sowie statt vieler: Urteil des BVGer
E-895/2020 vom 15. April 2020 E. 9.2) und der Beschwerdeführer weist
seinerseits keine individuellen Merkmale auf, welche eine Unzulässigkeit
des Vollzugs begründen könnten. Der Vollzug der Wegweisung erweist
sich damit als zulässig.
9.3
9.3.1 Der Vollzug der Wegweisung kann nach Art. 83 Abs. 4 AIG unzumut-
bar sein, wenn der Ausländer oder die Ausländerin im Heimat-
oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, all-
gemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet ist. Wird
eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83
Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.
9.3.2 Die Vorinstanz hat die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs mit
Verweis auf die seine Person betreffenden Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts, in welchem sich das Gericht mit der Frage der Zumutbarkeit des
Wegweisungsvollzugs, namentlich auch der individuellen gesundheitlichen
Situation des Beschwerdeführers auseinandersetzte, in zutreffender Weise
bejaht (vgl. Urteile des BVGer E-868/2020 vom 25. März 2020 E. 5.5 und
E-2414/2021 vom 23. Juni 2021 E. 9.3). Zudem hat die Vorinstanz zu
Recht darauf hinwiesen, dass trotz verschiedener Sicherheitsvorfälle in Sri
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Seite 12
Lanka keine gänzlich unsichere, von bewaffneten Konflikten oder anderen
unberechenbaren Unruhen dominierte Lage herrscht, aufgrund derer
Rückkehrer unabhängig von ihrem individuellen Hintergrund konkret ge-
fährdet sind. Auch im vorliegend zu beurteilenden Verfahren macht der Be-
schwerdeführer keine anderen Gründe geltend, welche gegen die Zumut-
barkeit sprechen würden, noch sind solche aus den Akten ersichtlich. Der
Vollzug der Wegweisung ist somit weiterhin zumutbar.
9.4 Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Sri Lanka
ist schliesslich möglich, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83
Abs. 2 AIG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Beschaffung
gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und BVGE
2008/34 E. 12).
9.5 Schliesslich steht auch die Corona-Pandemie dem Wegweisungsvoll-
zug nicht entgegen. Ihr ist im Rahmen der Vollzugsmodalitäten durch die
kantonalen Behörden Rechnung zu tragen, indem etwa der Zeitpunkt des
Vollzugs der Situation im Heimatland angepasst wird.
9.6 Die Vorinstanz hat den Vollzug demnach zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Damit fällt die Anordnung einer vorläufigen Auf-
nahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). Das entsprechende Be-
schwerdebegehren ist abzuweisen.
10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit da-
rauf einzutreten ist.
11.
11.1 Mit dem vorliegenden Urteil wird das Gesuch um Verzicht auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos. In der Beschwerde-
schrift wurde zudem die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
die Einsetzung eines amtlichen Rechtsbeistandes beantragt. Aus den vor-
stehenden Erwägungen ergibt sich, dass die gestellten Begehren als zum
vornherein aussichtslos zu erachten sind. Damit ist eine der kumulativ zu
erfüllenden Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Pro-
zessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG nicht gegeben, wes-
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halb das entsprechende Gesuch – und folglich auch das Gesuch um Bei-
ordnung eines amtlichen Rechtsbeistands (Art. 102m Abs. 2 AsylG) – ab-
zuweisen ist.
11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 1’500.–
(Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE], SR 173.320.2) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
(Dispositiv nächste Seite)
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