Decision ID: 6f359dbe-8427-45f3-8d08-366016e46ae1
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963,
erlitt am 28. Juni 1988
während seiner Tätigkeit als Dachdecker für
Y._
bei einem Sturz von einem
Dach unter
anderem eine LWK
2/3-F
raktur sowie eine
Calcaneus
-Fraktur links
(Schaden
meldung vom 30. Juni 1988 [
Urk.
9/2
, 9/3
])
. Für di
e Folgen
dieses Unfalls
leistete
ihm die Suva
eine Integritätsentschädigung von 30 % (
Urk.
9/40) sowie
eine Invalidenrente von 20 % ab 1. September 1992
(
Urk.
9/60)
. Am 20. November 2014 erlitt
der Versicherte, welcher
zwischenzeit
lich
bei der
Z._
AG
angestellt
und zum
Bauspengler
umgeschult worden war (
Urk.
9/24)
,
erneut einen
(
suvaversicherten
)
Unfall,
als er bei der
Arbeit von einer Leiter stürzte
(Schadenmeldung vom 24. November
2014 [
Urk.
8
/1])
.
Dabei
zog
er
sich eine BWK
12-Fraktur zu, welche
tags darauf
opera
tiv saniert wurde (transth
orakaler Wirbelkörperersatz
BWK
12
von links, dorsale
transkutane Stabilisierung BWK 11 auf LWK
1 und
2 [
Urk.
8/10, 8/11]).
Mit Ver
fügung vom 7. Januar 2016 sprach ihm die Suva hierfür eine zusätzliche Integri
tätsentschädigung von 5 % zu
(
Urk.
8/77)
und gewährte ihm mit Verfügung vom 4. April 2016
für die Beeinträchtigungen aus beiden Unfällen
zusammen
eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 21 %
ab 1. April 2016
(
Urk.
8/93)
.
Gegen die Rentenverfügung erhob der Versicherte Einsprache (
Urk.
8
/103), welche m
it
Einspracheentscheid
vom 15. September 2016 abgewie
sen
wurde (
Urk.
8/108)
.
Am
1. Oktober 2018
trat der Versicherte eine neue Arbeitsstelle
als
Bauspengler
bei der
A._
GmbH an (
Urk.
8/115)
, wes
halb die Suva eine Rentenrevision prüfte. Mit Verfügung vom 13. Juni 2019 reduzierte die Suva die Invalidenrente ab 1. Oktober 2018 auf 15 %
(
Urk.
8/128)
. Die dagegen erhobene Einsprache
(
Urk.
8/130)
wies die Suva mit Entscheid vo
m 21. Januar 2020 (
Urk.
2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 20. Februar 2020 Beschwerde und beantragte, die Suva
sei
zu verpflichten, ihm unverändert eine Invalidenrente von mindestens 25 % zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer Abklärungen
hinsichtlich des
Valideneinkommens
zurückzu
weisen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 8. April 2020 schloss die Suva
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7).
Mit Verfügung vom 15. April 2020 wurde
ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
10). Am 20
.
Mai 2020 erklärte der Beschwerdeführer, dass er auf eine Replik verzichte (
Urk.
12), wovon die Be
schwerdegegnerin mit Verfügung vom 5. Juni 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
14).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
bezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG
]
).
1.2
Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente (zum massgeblichen Vergleichszeitpunkt vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4), die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein
flussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesund
heitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgaben
bereich von Bedeutung; dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf
grund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen und E. 6.1). Entsprechend ist gegebenenfalls nicht nur der natürliche Kausalzu
sammenhang, sondern auch dessen Adäquanz für die Zukunft neu zu prüfen, wobei die im Zeitpunkt der erwogenen revisionsweisen Leistungsanpassung gege
benen tatsächlichen Verhältnisse massgebend sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_248/2017 vom 24. Mai 2018 E. 3.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und – sofern Anhaltspunkte für eine Verän
derung der erwerblichen Auswirkungen einer Gesundheitsschädigung bestehen – Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 134 V 131 E. 3, 133 V 108 E. 5.3.1 und E. 5.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
vom 21. Ja
nuar
2020 (
Urk.
2)
im Wesentlichen
damit, dass sich die erwerblichen Verhältnisse durch
den Stellenwechsel verändert
hätten. Während das
Valideneinkommen
gleich
geblieben
sei
, habe sich das Invalideneinkommen auf Fr.
68'250.
--
erh
öht
. Damit reduziere sich
der Invaliditätsgrad auf 15 %.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend (
Urk.
1),
dass das
Validen
einkommen
höher zu veranschlagen sei.
3.
Die letzte materielle Rentenrevision erfolgte nach dem Unfall vom 20. November 2014
und wurde mit
der
Rentenerhöhung von 20 % auf 21 % abgeschlossen (
Ver
fügung vom 4. April 2016
[
Urk.
8/93
]
).
Im Rahmen des
Einkommensvergleich
s
wurde
das
Valideneinkommen
anhand des
vor dem Unfall
bei der
Z._
AG erzielten Verdienst
es ermittelt, während das Invalideneinkommen –
infolge
der
aus gesundheitlichen Gründen per 30. November 2015
erfolgten Kün
digung
(
Urk.
8/48)
–
aufgrund
von
DAP-Profile
n
berechnet wurde
.
Im Verlauf
wurde der Beschwerdeführer erneut von der
Z._
AG angestellt (
Urk.
8/115)
, wo er nach wie vor als Spengler tätig war. Gemäss Arbeitsvertrag vom 12. Mai 2016, der Beschwerdegegnerin offenbar erst am 1. Oktober 2018 zugegangen, erzielte der Beschwerdeführer ein monatliches Einkommen von Fr. 5'250.--, wobei die Arbeitszeit 100 %, die Arbeitsleistung jedoch bloss 80 % betrage (Urk. 8/115). Dass die Beschwerdegegnerin im
Ein
spracheentscheid
vom 15. September 2016 (Urk. 8/108) der Berechnung des Inva
liditätsgrades dennoch - wie bereits in der Verfügung vom 4. April 2016 (Urk. 8/93) - den DAP-Lohn in Höhe von Fr. 62'789.-- zugrunde legte, ist nicht weiter zu beanstanden, durfte sie doch mit Blick auf das Zumutbarkeitsprofil (Urk. 8/75) noch nicht von einem stabilen Arbeitsverhältnis ausgehen (vgl. auch Urk. 8/102, wo kurz vor der neuen Vertragsunterzeichnung noch ein anderer Lohn genannt worden war). Nach einer weiteren Kündigung per 30. November 2018 (Urk. 8/114) konnte der Beschwerdeführer auf den 1. Oktober 2018 eine neue Stelle bei der Firma
A._
GmbH antreten, wo er wiederum als
Bauspengler
tätig ist und was ihm ein monatliches Einkommen von Fr. 5'250.-- beziehungsweise ein Jahreseinkommen von Fr. 68'250.-- einbringt. Nachdem es dem Beschwerdeführer nunmehr fast während vier Jahren möglich gewesen ist, als
Bauspengler
ein Einkommen von monatlich Fr. 5'250.-- beziehungsweise ein Jahressalär von Fr. 68'250.-- zu erzielen, ist von stabilen Verhältnissen auszu
gehen und für das Invalideneinkommen auf das tatsächlich erwirtschaftete Ein
kommen abzustellen
(vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts 8C_108/2016 vom 16.
Juni 2016). Damit haben sich die erwerblichen Verhältnisse in revisionsrecht
lich relevanter Weise verändert (vgl. nachfolgend E. 4).
4.
4
.1
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbs
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Inva
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Ein
gliederungsmassnahmen durch
eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (sog.
Invalideneinkommen), in Beziehung ge
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Der Einkommensvergleich nach Art. 16 ATSG hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig mög
lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die frag
lichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen.
4
.2
4
.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 144 I 103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind (BGE 139
V 28 E. 3.3.2;
Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
4
.2.2
Bei der Festsetzung des
Valideneinkommens
ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch ein beruflicher Aufstieg im Gesundheitsfall zu berück
sich
tigen, den eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist aller
dings erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne ge
sundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert worden wären.
Blosse Absichtserklä
rungen genügen nicht. Die Absicht, beruflich weiterzukommen, muss durch kon
krete
Schritte wie Kursbesuche,
Aufnahme eines Studiums,
Ablegung von Prü
fun
gen usw. kundgetan worden sein. Die theoretisch vorhandenen beruflichen Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten sind nur dann zu berücksichtigen, wenn sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten wären (BGE
145 V 141 E. 5.2.1,
96 V 29;
Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenver
sicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
63 f. zu Art. 28a
).
4.2.3
Für die Tätigkeit des Beschwerdeführers als
Bauspengler
bei der
Z._
AG
ermittelte die Besc
hwerdegegnerin ein
Validenein
kommen
von
Fr. 79'876.--
([Fr. 5'847.-- x 13] + Fr. 3'151.-- [
durchschnittlicher
Bonus],
aufgewertet mit dem Nominallohnindex von
0.4 % für das Jahr 2017 und 0.5 % für das Jahr 2018
)
. Hierfür stützte sie sich insbesondere auf
die Ausführungen des
Geschäftsführer
s
und Verwaltungsratspräsident
en
der
Z._
AG
,
B._
, vom
11. November 2015
:
B._
erklärte
anlässlich einer Besprechung mit dem Aussendienst der Beschwerdegegnerin
, dass das Geschäft früher von seinem Vater geführt worden sei. Er selbst habe
vom Unfall,
der UV-Rente
und allfälligen Einschränkungen
des Beschwerdeführers
nichts
gewusst
.
X._
ha
be ganz normal als
Bauspengler
gearbeitet und sei weder zeitlich noch leis
tungsmässig in irgendeiner Form eingeschränkt gewesen. Der Lohn aus dem Jahr 2014 von Fr. 5'847.-- x 13 sei ein normaler Leistungslohn gewesen, wie ihn auch andere
Bauspengler
in d
er Firma
verdient hätten
.
Zusätzlich habe
der Be
schwer
deführer
in diesem Jahr
aufgrund
seiner
guten Leistungen und dem Geschäfts
gang einen Bonus von Fr. 4'000.-- erhalten.
Für das Jahr 2016 gebe es keine Lohnerhöhung. Dennoch sei d
er
Lohn
wesentlich höher
als der
im GAV
für einen Facharbeiter
vorgesehene Minimallohn
von
Fr. 5'300.--
.
Dies zeige
, dass
d
er
Be
schwerdeführer
als
Bauspengler
sicherlich nicht eingeschränkt gewesen sei.
Er
habe seine
Arbeit
bis zum Unfall vom 20. November 2014
ohne jegliche Ein
schränkungen
zur vollsten Zufriedenheit der Arbeitgeberin erledigt
(
Urk.
8/69
).
Auf diese Angaben ist abzustellen, verrichtete der Beschwerdeführer seine Tätig
keit doch über viele Jahre hinweg, ohne dass dem Geschäftsführer dieses Klein
betriebes eine relevante Einschränkung der Leistungsfähigkeit des Beschwer
deführers aufgefallen wäre. Gegenteils hielt dieser gar ausdrücklich fest, der Beschwerdeführer habe im Jahr 2016 unter anderem wegen seiner guten Leis
tun
gen einen Bonus erhalten. Die von
B._
in einer weiteren Bespre
chung vom 3. Mai 2016 ergänzend gemachten Angaben, wonach er nicht immer habe kontrollieren können, ob der Beschwerdeführer wirklich eine 100%ige Leis
tung erbracht habe, beziehungsweise er habe nicht beachtet, dass der Beschwer
de
füh
rer bei seiner Leistung etwas eingeschränkt sei, da er ja auch nicht mehr 20
Jahre alt sei (Urk. 8/102), sind zu vage und vermögen seine ursprünglichen Ausfüh
rungen nicht zu relativieren.
D
en Äusserungen von
B._
ist
unzwei
felhaft
zu
entnehmen
, dass er
offensichtlich
keine Kenntnis von allfälligen Ein
schränkungen des Beschwerdeführers hatte und
diesem
daher
einen vollen Leis
tungslohn ausrichtete.
Ob der Beschwerdeführer effektiv eingeschränkt war
und weniger Leistung als die anderen
Bauspengler
erbrachte, ist deshalb vorlie
gend
nicht entscheidend. Das
Valideneinkommen
richtet sich
danach,
was die versi
cherte Person
im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns
ohne Gesund
heitsschaden
tatsächlich verdient hätte
.
Aus dem Dargelegten ist erstellt, dass
d
as Einkommen des Beschwerdeführers
dem
Einkommen eines
gesunde
n
Arbeitneh
mers
entsprach
.
An dieser Feststellung ändert auch
nichts
, dass
d
er
Beschwerdeführer
in den Jahren 1992 bis 1995 aufgrund der Folgen aus dem ersten Unfall noch einen Minderverdienst von etwa 20 % aufwies (
Urk.
8/104). Offenbar war es ihm mög
lich, in den folgenden zwei Jahrzehnten sein tatsächliches Leistungsvermögen aufgrund einer verbesserten Anpassung an die vorhandenen Einschränkungen zu steigern – zumindest so weit, dass ihm für seine Leistung ein voller Lohn aus
gerichtet wurde.
Zusammenfass
end ist
deshalb
mit der Beschwerdegegnerin von einem
Validen
einkommen
von
Fr. 79'876.
--
auszugehen.
4.2.4
Insofern der Beschwerdeführer geltend macht, dass e
r
ohne den invalidisierenden Unfall vom 28. Juni 1988 weiterhin
in seinem angestammten Beruf als
Dach
decker arbeiten würde (
Urk.
1 S. 6),
kann er hieraus kein höheres
Validen
ein
kommen
ableiten. Wie er selbst
am 1.
Dezember 1992
gegenüber der Beschwer
degegnerin äusserte
, wäre er auch ohne den Unfall nicht im Kleinbetrieb
Y._
geblieben
(
Urk.
9/50)
.
Damit wären
zur Ermittlung des
Valideneinkommens
als Dachdecker
die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2016 heranzuziehen
, wobei
auf
Tabelle TA1,
Ziffer 43
«
Sonstiges
Ausbau
gewerbe»,
abzustellen
ist
. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
(
Urk.
1 S. 9)
ist
dabei
das Kompetenzniveau
2
für praktische Tätigkeiten
massgebend
.
Das Kompetenzniveau
3 umfasst
demgegen
über
komplexe prak
tische T
ätigkeiten, welche ein grosse
s Wissen in einem Spezialgebiet v
oraussetzen.
Der Be
sch
w
erdeführer
würde
diese
Anforderungen
selbst
dann
nicht
erfüllen
, wenn er
– ohne Unfall –
30-jährige Berufserfahrung als Dachdecker
besässe
.
Denn e
s bestehen keine konkreten Anhaltspunkte, dass
er
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein
en beruflichen
Aufstieg mit
ent
sprechend
höh
erem Einkommen realisiert hätte.
Blosse Absichtserklärungen
ge
nügen
diesbezüglich
nicht
, solange
die Absicht, beruflich weiterzukommen, nicht durch konkrete Schritte kundgetan worden ist
(vgl. E.
4
.2.2
)
.
Nach dem
ersten
Unfall liess sich
der Beschwerdeführer
zwar zum
Bauspengler
umschule
n
(
Urk.
9/24,
9/50). Im Anschluss
daran
absolvierte er aber
keinerlei schulische oder berufliche Weiterbildungen, um eine besondere berufliche Qualifikation
wie bei
spielsweise die Meisterprüfung
zu erlangen.
Lediglich gestützt auf eine
lange Berufserfahrung und gute Qualifikation
en
rechtfertigt sich hingegen nicht die Anwendung des Kompeten
zniveau
s
3
(vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts 8C_550/2009 vom 12. November 2009)
. Som
it ergäbe
sich
aufgrund der LSE 2016
unter Berücksichtigung der durchschnittli
chen Arbeitszeit im Jahr 2018 von 41,2
Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilun
gen [NOGA 2008],
in Stunden pro Woche, 2004-2019, F 43
) sowie der Nominallohnentwick
lung bis ins Jahr 2018 (
T1.1.15, Männer,
Indexst
and 100.4 [2016] auf 101.2 [2018
])
ein
Einkommen
von Fr.
73'642.-- (Fr.
5’911.-- x 12 : 40
x 41.2 : 100.4 x 101.2
), welches unter dem bei der
Z._
AG
im Jahr 2018 erzielbaren Lohn von Fr.
79'876.--
liegt.
Ebenso resultier
t
en
bei Anwendung der Gesa
mtarbeitsverträge
im Schweizeri
schen Gebäudehüllengewerbe
mit Fr. 70'
213
.-- (Fr. 5'
401
.-- x 13
; für Berufser
fahrung von mehr als 60 Monaten
)
sowie in der Schweizerischen Gebäude
tech
nikbranche
mit Fr.
61
'
1
00.--
(
Fr.
4’700
.-- x 13
; für Berufser
fahrung von mehr als 60 Monaten
)
für das Jahr 2018
tiefere Min
destlöhne
.
Soweit der Beschwerdeführer
schliesslich
vorbringt, dass er bei seinem aktuellen Arbeitgeber
im Gesundheitsfall
einen Lohn
zwischen Fr. 87'100.-- und Fr.
88'400.-- erzielen
könnte
(
Urk.
1 S. 8)
, vermag er auch hieraus nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.
Denn es ist nicht erwiesen, dass er ohne
das Unfall
ereignis
vom
20.
November 2014
ebenfalls bei diesem Arbeitgeber tätig wäre
.
4
.3
Das Inv
alideneinkommen berechnet sich
unbestrittenermassen
auf der Grundlage
des
effektiven
Einkommens bei der
A._
GmbH
von Fr
.
68
'250.
--
(Fr. 5'250
.--
x 13
[
Urk.
8/
115,
8/
124]
).
4
.4
Wird das
Valideneinkommen
von Fr. 79’876.-- dem Invalideneinkommen von Fr 68'250.-- gegenübergestellt, resul
tiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 11’626.--
, was einem Invaliditätsgrad von 14.55 %, gerundet 15 %,
ent
spricht
.
5.
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird die Rente gemäss
Art. 17 Abs.
1 ATSG für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben.
Das Bundesgericht hat mit
dem
BGE 145 V 141
betreffend die Revision einer Invalidenrente der Unfallversicherung nach
Art. 17 Abs.
1 ATSG
entschieden, dass bei einer Meldepflichtverletzung
(Art.
3
1 Abs.
1 ATSG)
die rückwirkende Leistungsanpass
ung beziehungsweise
die Rückerstat
tungspflicht ab dem Zeitpunkt der Verwirklichung des pflichtwidrig nicht gemel
deten Revisionstatbestandes zu erfolgen hat.
Vorliegendenfalls
steht allerdings keine
Meldepflichtverletzung
im Raum und eine solche wird von der Beschwer
degegnerin auch nicht geltend gemacht.
Der Beschwerdeführer informierte die
Beschwerdegegnerin
v
orgängig über den Stellenantritt bei der
A._
GmbH (
Urk.
8/113). Folglich kann die Rente des
Bes
chwerdeführers
nicht rück
wirkend angepasst und
können
keine
Rentenbetreffnisse
zurückgefordert werden.
Vielmehr ist die Anpassung auf den Verfügungszeitpunkt
, mithin den 1
. Jul
i 2019
,
zu vollziehen
(vgl. BGE 140 V 70 E. 4.2)
.
6.
Demnach
ist
der angefoc
htene
Einspracheentscheid
vom 21
.
Januar 2020
(
Urk.
2)
in teilweiser Gutheissung der Beschwerde abzuändern und es ist festzu
stellen, dass
die Invalidenrente der Unfallversicherung
per
1. Jul
i 2019
auf eine auf einem
Invaliditätsgrad von 15
%
basierende Rente herabgesetzt wird
, wobei keine Rück
erstattung der bis dahin
geleisteten
höheren
Rentenbetreffnisse
zu erfolgen hat.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädi
gu
ng. Diese ist nach Art. 61
lit
.
g ATSG in Verbindung mit Art. 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert, nach der Bedeutung der Sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses sowie dem Mass des Obsiegens zu bemessen.
Unter Berücksichtigung der genannten Aspekte
sowie
der Tatsache, dass der Beschwerdeführer lediglich in Bezug auf
den Zeitpunkt der Rentenherabsetzung sowie
die Rückforderung obsiegt
,
erweist sich
eine Entschädigung von Fr. 300.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen)
als angemessen
.