Decision ID: e92cf1dc-c195-4698-b1b9-7d35818c0e71
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1976, ist
von Beruf
Verkäufer
und war zuletzt bei der
Y._
angestellt
. Am 2
4.
Februar 2002 erlitt er beim Fussballspielen eine Distorsion des
linken
Knies und zog sich dabei eine vordere Kreuzbandruptur zu, welche am 26. April 2002 chirurgisch versorgt w
urde. Der Heilungsverlauf entwickelte sich in der Folge ungünstig. Unter Hinweis darauf, dass er auch nach der Operation
unter starken Schmerzen leide, m
eldete sich
X._
am
16.
April 2003 bei der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich,
IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an
(Urk.
12/2). Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in
medizinischer und erwerblicher Hinsicht
und zog
die Akten der Unfallversicherung (SUVA) bei. Nachdem die S
UVA
X._
gestützt auf ihre Abklärungen in somatischer wie psychiatrischer Hinsicht
mit Verfügung vom
6. September 2005
mit Wirkung ab 1.
September 2005
eine Invalidenrente nach Massgabe einer Erwerbsunfähigkeit von 100 % zugesprochen hatte (
nebst einer Integritätsentschädigung
von 30
%
für die or
ganischen Beschwerden
;
Urk. 12/22), sprach die IV-S
telle dem Versicherten
mit Verfügung vom 6. Dez
ember 2005 mit Wirkung ab 1.
Februar 2003 ebenfalls eine ganze
Invalidenr
ente
nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von 100 %
zu (Urk. 12/26
; zuzüglich
Zusatzrente für die Ehegattin sowie
Kinder
renten
).
2.
Im
Oktober 20
0
7 leitete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren ein, im Rahmen
dessen
sie den Versicherten den Fragebogen
für die Rentenrevision
ausfüllen lie
ss (Urk.
12/31) und beim Hausar
zt einen
Verlaufsb
ericht einholte (Urk.
12/33).
Während die SUVA
gestützt auf eine
n
erneute
n
psychiatrische
n
Untersuch
durch ihren
Kreisarzt
Dr.
Z._
vom 12.
Juli 2007
mit Verfügung vom 13.
Juni 2008
den weiteren Anspruch auf
eine ganze
Rente der Unfallversicherung be
stätigt
e
und dem Versicherten zusätzlich eine Integritätsentschädigung
von 5
%
auch
für die verbliebene Beeinträchtigung der Psyche ausrichtete
(Urk.
12/35),
veranlasste
die IV-Stelle
beim
A._
eine polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten (
i
ntern
i
stisch-psy
chiatrisch-o
rthopädisches
Gutac
hten vom 31.
Oktober 2008; Urk.
12/40) und ordnete – nachdem
die verantwortlichen Kreisärzte
der SUVA
dazu
kri
tisch Stellung
bezogen hatten
(
Urk.
12/42-43)
-
ein
e
weitere
psychiatrische
Beg
ut
acht
ung
an
(Gutachten
vom 1
2.
Oktober 2009
von
Dr.
med.
B._
,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
; Urk. 12/5
2
)
.
Gestützt auf das
Ergebnis
der getätigten Abklärungen
und nachdem
die SUVA am 10.
Juni
2010
die Her
absetzung der laufenden Rente
nach Massgabe einer neu ermittelten
und nur noch auf den somatischen Einschränkungen beruhenden
Erwerbsunfähigkeit von 20 % verfügt hatte
(Urk.
12/56)
,
stellte die IV-Stelle dem Versicherten
mit Vorbescheid vom
29. Juni 2010
unt
er Hinweis darauf, dass sich sein
Gesund
heitszustand verbessert habe
-
die Einstellung der
bisherigen Rente in Aussicht (Urk. 12/61).
Daran hielt sie –
nachdem
die SUVA
nach Einholung einer ergän
zenden
versicherungsmedizinischen
(psychiatrisch-fachärztlichen) Stellung
nahme
(Urk. 12/79)
mit Verfügung vom
8.
April 2011
auf ihren Entscheid vom 10.
Juni 2010 zurückgekommen war und dem Versicherten weiterhin eine Inva
liden
r
ente nach Massgabe einer Erwerb
s
unfähigkeit von 100
%
zugesprochen ha
tte
(Urk.
12/79)
-
nach Durchführung eines weite
ren
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 12/88 ff
.
)
mit Verfügung vom
15.
Juni 2012
fest
. Die Einstellung der In
validenrente
begründete
sie
nu
nm
ehr damit, dass
es sich zwar um einen im Wesentlichen unveränderten Sachverhalt handle, jedoch
die ursprüngliche
ren
tenzusprechende
Verfügung vom
6. Dezember 2005
zweifellos unrichtig gewe
sen
und daher auf dem Weg de
r Wiedererwägung aufzuheben sei
. Einer Be
schwerde gegen diese Verfügung entzog sie die aufschiebende Wirkung (Urk.
2).
3.
Dagegen
lässt der Versicherte
hierorts mit Eingabe vom 1
7.
Juli 2012
(Urk. 1)
Beschwerde erheben mit den Anträgen, es sei die angefochtene Verfügung
vom 15. Juni 2012
aufzuheben und
es sei
ihm weiterhin die bisherige ganze Rente zu gewähren (1.),
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der vorliegen
den Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren (2.), eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei eine polydisziplinäre Oberexpertise in Auftrag zu geben, worauf neu zu entscheiden sei (3.), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (4.
)
;
in verfahrensmässiger Hinsicht wurde zudem die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels beantragt (
Urk.
1 S. 2).
Mit Verfügung vom 7. August 2012 wurde der Antrag um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde abgewiesen
und der IV-Stelle Frist zur Einreichung
ihrer Beschwerdeantwort gesetzt
(Urk. 5). Am 4.
September 2012 liess der Versicherte in Ergänzung seiner Beschwerde
einen ärztlichen Be
richt
der behandelnden Psychiaterin
nachreichen (Urk. 7-8)
, welcher der IV-Stelle ebenfalls zugestellt wurde (Urk. 9).
Die IV-Stelle
verzichtete mit Ver
nehmlassung vom 12. September 2012 auf eine Stellungnahme und
beantragte
Abweisung der Beschwerde
(Urk. 11), was dem
Versicherten
zur Kenn
tnis ge
bracht wurde
, bei gleichzeitiger Abweisung des Antrags auf Durchführung eines förmlichen zweiten Schriftenwechsels
(Urk.
13). Mit Verfügung vom 4. Februar 2014 wurde die
Y._
-
Pensionskasse zum vorliegenden Prozess beigeladen (Urk.
15);
d
iese
verzichtete mit Eingabe vom 24.
März auf eine Stellungnahme (Urk.
18).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen
Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprä
gung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche
Begleiterkrankun
gen
; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausgewiese
ner sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeu
tisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krank
heitsgewinn
;
„
Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes
Behandlungser
gebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Be
handlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und geschei
terte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und
Eigenan
strengung
(kooperative Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Krite
rien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2,
BGE 139 V 547 E. 3 ff.
).
1.4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.
5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung
der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.
6
Die IV-Stelle kann nach Art. 53
Abs.
2 ATSG in Verbindung mit Art. 1
Abs.
1 IVG auf formell rechtskräftige Verfügungen zurückkommen, wenn diese zwei
fellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Unter diesen Voraussetzungen kann die Verwaltung eine Rentenverfügung auch dann abändern, wenn die Revisionserfordernisse des Art. 17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind. Die Wiedererwägung dient der Korrektur einer anfänglich unrichti
gen Rechtsanwendung einschliesslich unrichtiger Tatsachenfeststellung im Sinne der Sachverhaltswürdigung (Ulrich Meyer,
Die Abänderung formell rechtskräftiger Verwaltungsverfügungen in der Sozialversicherung
,
in: Ausge
wählte Schriften, 2013,
S. 133 f.). Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprechung aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvorausset
zungen liegt, deren Beurteilung notwendigerweise Ermessenszüge aufweist. Er
scheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher
An
spruchsvoraussetzungen
(Invaliditätsbemessung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung, Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - denkbar (vgl. dazu in BGE 140 V 15 nicht
publ
. Erwägung 4.1 des Urteils des Bunde
s
gerichts 9C_125/2013 vom 1
2.
Februar 2014
,
unter Hinweis auf
SVR 2011 EL Nr. 5 S. 14, 9C_339/2010
E. 3; 2010 IV Nr. 5 S. 10, 8C_1012/2008 E. 2.2; Plädoyer 2011 1 S. 65, 9C_760/2010 E. 2).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die angefochtene Verfügung
vom 1
5.
Juni 2012
im Wesentlichen damit, dass
bei
der
Rentenzusprache
im Jahr 2005 die „volle“ Rente aufgrund einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung und aufgrund der im Rahmen dieser Schmerzerkrankung diagnostizierten deutlichen depressi
ven Verstimmung mittlerer Intensität zugesprochen worden sei. Bei Berücksich
tigung der damals bekannten Rechtsprechung wäre der Entscheid aufgrund der Aktenlage anders ausgefallen und
hätte
aus den genannten
Diagnosen kein in
validisierender
Schaden und somit k
eine
Rentenzusprache
resultiert
. Da es sich
seit der
letzten Verfügung bis heute um einen im Wesentlichen unverändert ge
bliebenen Sachverhalt bzw
.
einen gleichen
Gesundheitszustand handle, bestehe auch heute kein Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk.
2).
2.2
Dagegen lässt der Versicherte zur Hauptsache vorbringen, dass die Voraussetzun
gen für die Wiedererwägung nicht vorliegen wür
den.
Namentlich sei für die
Rentenzusprache
nicht die Problematik
der
somatoformen
Schmerz
störung
massgebend gewesen
,
sondern
habe
er vielmehr an den Knieproblemen, dem Diabetes und den daraus resultierenden depressiven Störunge
n gelitten
. Der Ve
rsicherte leide alsdann nunmehr
auch
an Schulterbeschwerden, auch hätten die
Symptome der diabetisch bedingten Polyneuropathie zugenommen. Er habe sich zudem nun auch in psychiatrische Behandlung begeben müssen
(Urk.
1
).
3.
3.1
Die
rentenzusprechende
Verfügung
der IV-Stelle
vom 6. Dezember 2005
beruhte im Wesentlichen auf d
en folgenden medizinischen Grundlagen:
3.1.1
Dr.
med.
C._
,
Facharzt für All
gemeine Medizin und Hausarzt des Versicher
ten, diagnost
i
zierte in seinem Bericht vom
3.
Oktober
2003 zuhanden der IV-Stelle mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Verdacht auf eine durch
gemachte
Algodystrophie
Knie links
mit/
bei Status nach traumatischer vorderer Kreuzbandruptur, Status nach
arthroskopisch
assistierter vorderer
Kreuzband
plastik
sowie fleckiger
Osteopenie
im Bereich der Patella sowie einen Diabetes mellitus Typ
I
.
Er führte im Wesentlichen aus, es hätten zwei stationäre Be
handlungen stattgefunden
,
im Rahmen derer keine Besserung erzielt worden sei. Es bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
bzw
.
eine 50%ige Arbeitsfähig
keit in angepasster Tätigkeit
, seiner Ansicht
nach
wäre eine Umschulung auf eine 50%ige Tätigkeit sowie eine Rente von 50% angebracht
(Urk. 12/9)
.
3.1.2
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
hatte den Versi
cherten im Auftrag der SUVA
untersucht. I
n seiner fachärztlichen Beurteilung
vom
6.
April 2004
diagnostizierte er
aufgrund
von ihm vorgefundene
r
psycho
pathologische
r
und anamnestische
r
Befunde ein
e
somatoforme
Schmerzstörung (
ICD-10
F
45). Er führte weiter aus,
die
Schmerzstörungen träten häufig mit an
deren psychischen Störungen auf;
chronische Schmerzen stünden häufig in Verbindung mit Depressionen, akute Schmerzen oft in Verbindung mit Angst
störungen. Diese seien im vorliegenden Falle in ihrer psychopathologischen Ausprägung so deutlich, dass sie
das Krankheitsbild
wesentlich
prägten. Eine deutliche Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes habe sich zudem aufgrund des
chronifizierten
Verlaufs des gesamten Leidens ergeben.
E
s sei e
ine nochma
lige Konsultation geplant
(Urk.
12/13 S.
15 ff.
).
3.1.3
Kreisarzt
Dr.
med
.
D._
,
Facharzt für Orthopädische Ch
irurgie, hielt am 3.
Juni 2004
in seiner Zusammenfassung und Beurteilung im Wesentlichen fest, der Versicherte, der an ei
nem insulinabhängigen Diabetes m
el
litus leide, habe am 24.
Februar 2002 eine Distorsion des linken Knies erlitten mit Riss des vor
deren Kreuzbandes
.
A
m 2
6.
April 2002
sei
eine vordere Kreuzbandplas
tik mit einem Streifen aus dem L
igament
um
patellae
durchgeführt worden
. Die Rehabi
litation sei schleppend verlaufen,
ein Arbeitsversuch
im Juli 2002
misslungen, auch stationäre Behandlung
en (
4.
September bis
9.
Oktober 20
02
in der
E._
,
1
6.
Januar
bis
1.
Februar 2003 in der
Rheumatolgie
des
F._
)
hätten keine Besserung gebracht. Im Oktober 2002 sei in der
Rheu
maklinik
des
G._
die Diagnose eines
Chronic
Regional
Pain
Syndrom
e
(
C
RP
S
)
bestätigt worden, welches nach seine
r (
Dr.
D._
)
Auffassung in der
2.
Hälfte des
Jahres 20
03 als überwunden zu gelten habe. La
ut Bericht der Rheumatologie der Klinik
F._
vom
3.
September 2003 sei zudem eine be
ginnende diabetische Neuropathie festgestellt worden.
Auffällig sei das
Verhal
ten des Patienten gewesen, namentlich
seine ausgesprochene Fi
xierung auf die Kniebeschwerden.
Z
usammen mit dem Diabetes m
ellitus fühle er sich benach
teiligt und nicht mehr in der Lage
,
Perspektiven zu entwickeln. Um diese Facette genauer auszuleuch
ten
,
sei eine Zuweisung an den Psychiater
Dr.
Z._
er
folgt;
die Diagnose laute auf anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung assozi
iert mit Depression und Angststörung.
In somatischer Hinsicht
finde
sich ein eingeschränkt flektierbares Knie und eine deutliche Abmagerung der Oberschenkelmuskulatur
,
die nur beschränkt ko
n
trolliert werden könne. Eine einge
schränkte Gehfähigkeit sei verständlich
,
aller
dings nicht ganz in dem Ausmass
,
wie der Patient sie zeige. Auch die geklagten
erheblichen Ruheschmerzen liessen sich durch die Befunde nur unbefriedigend erklären. Es bestehe keine Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
12/13 S
.
1
0 ff.
).
3.1.4
Aufgrund seiner
nochmaligen
Untersuchung
des Versicherten
v
om 3.
März 2005 hielt
Dr.
Z._
fest, aufgrund der aktuellen Befunde
hätten
sich keine wesentlichen Änderungen zu den Befunden vom
6.
April 2004 ergeben, weshalb sich die damals gestellten diagnostischen Überlegungen nach wie vor als zu
treffend erweisen würden:
B
ei
m
Versicherten finde sich eine anhaltende
s
oma
toforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45), hinzu komme eine psychopathologisch manifeste depressive Verstimmung von mittlerer Intensität. Auch aufgrund der aktuellen Befunde liessen sich beim Versicherten keine Voraussetzungen finden, die ihn zur Aufnahme einer psychiatrischen Behandlung motivieren würden, wenngleich die alle
i
nige Berücksichtigung der psych
o
pathologischen Befunde eine psychiatrische Behandlung als indiziert erscheinen liessen (
Urk.
12/20 S. 5).
3.1.5
In Ergä
nzung seines Berichts über die k
reisärztliche Untersuchung vom
3.
Juni 2004 (mit Nachtrag vom 2
2.
Juni 20
04) hielt
Dr.
D._
mit Blick auf zwi
schenzeitlich erfolglos durchgeführte
medizin
i
sche
Massnahmen
(im Schmerzambulatorium des Instituts für Anästhesiologie des
G._
)
fest,
eine Än
derung des Zustandes sei nicht mehr zu erwarten. Es bleibe ein beschränkt be
wegliches schmerzhaftes Knie bei klinisch nur geringem Reiz
z
ustand in Form einer verdickten
Synov
i
alis
ohne Erguss.
D
ie muskuläre Kontrolle des Knies sei schlecht, es sei
schwierig
,
die Schmerzhaftigkeit zu erklären. Das C
RP
S sei ab
geklungen, am Rande sei an eine diabetische Ne
u
ropathie zu denken, die
se lasse sich gemäss Bericht der
Klinik
F._
in geringem Masse nachweisen. Sehr ungünstig sei die psychische Situation, laute doch die Diagnose auf anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung, assoziiert
mit Depression und Angststörung; diese seien
chronifiziert
und verunmöglich
t
e
n
es
,
im Rahmen der Behinderung Perspektiven zu entwickeln.
Bei
Betrachtung des gesamten Bildes lasse sich keine zumutbare Belastbarkeit in der Arbeitswelt definieren, wobei Hauptele
ment für diese Einschätzung die psychiatrische Problematik sei. Aus somati
scher Sicht
sollte
gestützt auf die aktuellen Befunde in einer leidensangepassten Täti
gkeit ein ganztägiger Einsatz erzielt wer
den können
. Dabei sollte der Versi
cherte eine vorwiegend
sitzende Tätigkeit haben; es sei zu beachten
, dass für das linke Knie keine Zwangsstellungen erforderlich seien, insbesondere nicht in stärkerer Flexion, die ohnehin nur bis rund 90° gehe. Es müsse möglich sein, die Stellung des Kniegelenkes häufig leicht zu ändern. Tragen von Lasten auf ebe
ner Unterlage und über kurze Strecken
sei
bei der kräftigen Konstitution des Patienten bis 10 kg
zumutbar
(Urk. 12/
20 S. 14)
.
3.2
Im Rahmen des
im Jahre 2007 eingeleiteten
Revis
ionsverfahrens
wurden fol
gende medizinische
n
Abklärungen getätigt oder Unterlagen über solche
Abklä
rungen
zu den Akten genommen
:
3.2.1
Im September 2008 wurde der Versicherte
im Auftrag der IV-Stelle
im
A._
polydisziplinär
(internistisch-psychiatrisch-orthopädisch) untersucht.
In ihrem Gutachten vom 3
1.
Oktober 2008
erhoben die
verantwortlich zeichnenden Fachärzte
folgende Diagnosen
(Urk.
12/40 S.
15):
M
it Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Komplexe Minderbelastbarkeit des gesamten linken Beines mit/bei
a.
Status nach operativ versorgter Kreuzbandruptur des linken
Kniegelenkes nach Fussballtrauma vom 2
4.
Februar 2002
b.
postoperative
r
CRPS-Symptomatik mit noch persistierender
deutlicher Minderung der linksseitigen Oberschenkelmuskulatur
und ebenso persistierender schmerzhafter Minderbelastbarkeit des
linken Kniegelenkes
c.
Notwendigkeit zur Benutzung zweier Unterarmgehstützen
O
hne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
2.
Insulinpflichtiger Diabete
s m
ellitus
schlecht eingestellt
beginnende diabetische PNP
beginnende diabetische
Nephropathie
3.
Arterielle Hypertonie, gut eingestellt
4.
Psychologische Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei einer somatischen
Erkrankung F 54.
In ihrer versicherungsmedizin
i
schen Beurteilung und Synthese
führten
die verant
wortlich zeichnenden Ärzte
im Wesentlichen aus, der Versicherte habe am 2
4.
Februar 2014 beim Fussballspiel eine Kreuzbandruptur im linken Knie
gelenk erlitten, welche operativ (
arthroskopisch
) versorgt worden sei. Nach technisch ein
w
andfreiem Operationsv
erlauf (und auch heute noch einwandfrei gesicherter Bandfunktion) habe sich
postoperativ ein ausgeprägte
s
C
RPS mit auch heute noch nachweisbarer persistierender deutlicher Minderung der links
seitigen Oberschenkelmuskulatur und ebenso persistierender schmerzhafter Minderbelastung des linken Kniegelenkes entwickelt, wobei die Schmerzen auch in Ruhe praktisch ständig auftreten würden. Es bestehe aufgrund dieser Symp
tome eine erhebliche Geh
b
eeinträc
htigung mit der Notwendigkeit, zwei
Unter
armgehstützen
zu benutzen. Zwei stationäre Reha
-
Behandlungen Ende 2002
und
im
Frühjahr 2003 hätten keine Besserung der Symptomatik erzielen kön
nen, es bestehe seither ein Status idem, trotz zwischenzeitlich ambulanter Phy
siotherapie. Von internistischer Seite bestehe seit dem 1
7.
Lebensjahr ein
insu
linpflichtiger
Diabetes mellitus, insgesamt schlecht eingestellt, mit beginnender diabetischer Polyneuropathie und
Nephropathie
, wobei die Nierenwerte bislang nicht erhöht seien. Die Polyneuropathie sei bisher insgesamt wenig symptoma
tisch. Eine bekannte arterielle Hypertonie sei gut eingestellt. Von psychiatri
scher Seite handle es sich um Begleiterscheinungen und Auswirkungen einer primär somatischen Ursache.
Insgesamt ergebe sich beim Versicherten e
ine der
zeitige Arbeitsfähig
keit von 0
%, bedingt durch die orthopädische Erkrankung. Diese bestehe seit dem Sportunfall im Februar 200
2.
Seit dem Unfall bzw
.
der danach erfolgten Operation sei nie eine entscheidende Verbesse
rung festzustel
len gewesen
(Urk. 12/40 S. 15 ff.)
.
3.2.2
Im
Auftrag der IV- Stelle wurde der Versicherte
am
4.
Juni 2009 durch
Dr.
med.
B._
,
Facharzt
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
ergänzend untersucht. In seinem Gutachten vom 12.
Oktober 2009
(
Urk.
12/52)
erhob
Dr.
B._
keine psychiatrischen Diagnosen mit Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit;
ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er psychologische Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassifizierten Krankheiten (ICD-10 F54) sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0
; vgl. Urk.
12/52 S. 87
).
Er führte dazu im Wesentlichen aus,
die
Diagnose der
psychologische
n
Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten (ICD-10 F54) begründe keine Arbeitsunfähigkeit
,
da dem Versicherten die Willensanstrengung
,
diese zu überwinden, zugemutet werden könne. Zum Untersuchungszeitpunkt bestünden alsdann depressive Be
schwerden (Gedankenkreisen, eine Gereiztheit, eine Interesse- und Freudlosig
keit, eine Traurigkeit, eine Hoffnungslosigkeit, Schlafstörungen und eine sub
jektive V
ergesslichkeit). Eine niedergedrückte traurige Stimmung sei bereits im Jahre 2002 dokumentiert, wobei seither wiederholte depressive Episoden leich
ten bis mittelgradigen Ausmasses aufgetreten seien. Es sei daher die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode zu stel
len (ICD-10 F33.0). Die leichten und mittelgradigen depressiven Episoden seien als Begleiterscheinung der psychologischen Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten zu sehen und rechtfertigten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Da sich a
us psychiatrischer Sicht beim Versicherten zum Zeitpunkt der Entstehung der Schmerzsymptomatik keine ausgeprägten psychosozialen Belastungen feststellen
liessen
, welche schwerwie
gend genug gewesen wären
,
um als entscheidende ursächliche Faktoren der
Entstehung und Aufrechterhaltung der Schmerzsymptomatik gelten zu können
,
spreche
dies
aus psychiatrischer Sicht gegen das Vorliegen einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung (Urk.
12/52 S. 87 ff).
3.2.3
Am
9.
März 2010 wurde der Versicherte durch SUVA
-
Kreisarzt
Dr.
H._
,
Facharzt FMH für orthopädis
che Chirurgie, untersucht (Urk.
12/
55
S. 4 ff.
).
Dr.
H._
führte im Wesentlichen aus, das im Jahr 2004 von
Dr.
D._
erstellte Zumutbarkeitsprofil könne ohne Bedenken bestätigt werden; ohne die ausgeprägte psychische Überlagerung wäre anhand der muskulären Situation wohl sogar ein weniger einschränkendes Profil denkbar (vgl.
Urk.
12/55 S. 8).
3.2.4
Dr.
med.
I._
,
Fachärztin
FMH
für Psychiatrie und Psychotherapie vom versicherungspsychiatrischen Dienst der SUVA, hielt in ihrer Aktenbeurteilung vom 3
0.
März 2011
zur Hauptsache
fest,
ausgehend von den in den
Vorakten
ersichtlichen Befunderhebungen ergebe sich ein konstant vorhandenes
Be
schwerdebild
in etwa gleiche
m
Ausmass über die Jahre 2002 bis 2009; Hinweise für eine wesentliche Veränderung ergäben sich nicht. Aufgrund der Akten werde deutlich, dass beim Versicherten eine psychische Störung vorliege. Gleichzeitig könne angenommen werden, dass aus psychiatrischer Sicht in einer angepassten Tätigkeit zumindest eine Teilarbeitsfähigk
e
it vorliege; wie hoch diese sei, könne aufgrund der Akten nicht quantifiziert werde
n (Urk.
12/79
S. 4 ff
)
.
3.3
Im vorliegenden Beschwerdeverfahren liess der Versicherte schliesslich in Ergän
zung der bisherigen Aktenlage die folgenden ärztlichen Berichte einrei
chen:
3.3.1
Dr.
med.
J._
,
Facharzt FMH für Neurologie, hielt in seinem Bericht
vom 25. Juni 2012
über seine Untersuchung des Versicherten am 2
2.
Juni 2012 zur Hauptsache fest, die
diagnostizierten
schmerzhaften
Dysästhesien
an beiden Füssen seien wohl am ehesten Begleitsymptome der bekannten, wahrscheinlich diabetisch bedingten
peripheren
Polyneuropathie
. Im Vergleich zur Voruntersu
chung vom September 2008 seien die klinischen Befunde nur wenig schlechter geworden, etwas deutlicher sei der EMG
-
Befund mit einer weiteren Verschlech
terung der motorischen Leitgeschwindigkeit des
N.
peronaeus
rechts und links (Urk.
3/4).
3.3.2 Mit Schreiben vom
9.
Juli 2012 berichtete die zuständige
Oberärztin
der K
li
nik
F._
über die Konsultation in der Rheumasprechstunde vom 4.
Juli 201
2.
Neben den bisher bekannten Diagnosen erhob sie einen Verdacht auf eine
Frozen
Shoulder
rechts bei schmerzhaft eingeschränkter Schulterbeweglichkeit seit ca
.
11/2011 sowie anamnestisch zweimaliger Steroidinfiltration Schulter
rechts
c
a
.
End
e Mai 201
2.
Sie gab im Wesentlichen an, weitere Abklärungen seien ausstehend, der Patient werde in zwei Wochen wieder vorsprechen (
Urk.
3/5).
3.
3.3
Dr.
med.
K._
,
Fachärztin Psychiatrie u
nd Psychotherapie
,
seit
dem
7.
März 2012 behandelnde Ärztin, diagnostiz
i
erte in ihrem undatierten Schreiben an
den Rechtsvertreter
des Versicherten
eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45)
sowie
eine mittelgradige depressive Störung
(ICD-10 F33.1)
,
die sich in der Folge einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) entwickelt habe.
Dr.
K._
gab im Wesentlichen an, es bestehe
eine Arbeits
unfähigkeit im freien Arbeitsumfeld. Der Versicherte stehe jetzt
in
medikamen
töse
r
und
psychotherapeutischer
Behandlung; eine weitere Besserung des
Zu
standsbildes
könne nur mit Vorsicht erwartet werden (Urk. 8).
4.
4.1
Zu prüfen ist
zunächst
,
ob die ursprüngliche
Rentenzusprache
zweifellos
unrich
tig war
.
4.2
Im Rahmen der Verfügung vom 6. Dezember 2005 ging die IV-Stelle davon aus, dass
-
auch in psychiatrischer Hinsicht
-
reine Unfallfolgen gegeben waren
,
weshalb sie den von der SUVA ermittelten
und deren Verfügung vom 6.
September 2005 zugrunde gelegten
Erwerbsunfähigkeitsgrad von 100 %
ohne Durchführung umfassender eigener Abklärungen
namentlich in psychiatrischer Hinsicht
übernahm
und dem Versicherten mit Wirkung ab 1. Februar 2003 ebenfalls eine Rente nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von 100 % zu
sprach
(vgl. „Feststellungs
blatt für den Beschluss vom 12.
September 2005“ [Urk. 12/23 S. 3],
vgl. auch SUVA-Verfügung vom 6.
September 2005
betref
fend Invalidenrente, Urk. 12/22 S.
2)
.
Die
Verfügung
der SUVA
vom 6.
September 2005
ihrerseits
stützte sich auf
die Angaben von
Dr.
D._
und von
Dr.
Z._
und
d
ie
Zugrundelegung
einer vollständigen Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit
beruhte
auf
der
Annahme
, dass der Versicherte zur Zeit aus psychiatrischer Sicht in der freien Wirtschaft nicht eingliederbar sei (vgl.
SUVA Akten, „Zusammenfassung der Entscheidungsgrundlagen für die
Rentenfestset
zung
“
Urk.
12/49 S. 119). Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde
war
für die
Zusprache
einer ganzen Rente mithin
durchaus
die psychi
atri
sche Prob
lematik
und
dabei die im Vordergrund stehende
diagnostizierte
somatoforme
Schmerzstörung
ausschlaggebend
. Dies ergibt
sich ohne
W
eiteres
auch daraus
, dass
Dr.
D._
ges
tützt auf die aktuellen Befunde
aus somatischer Sicht
eine
ganztägige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
beschei
nigt hatte
(vgl. E.
3.1.5
hievor
).
Anzufügen bleibt, dass die Einschätzung der SUVA in grundsätzlicher Hinsicht Bedenken weckt: Sie äusserte sich mit keinem Wort zur adäquaten Kausalität der psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers, obwohl dies eine Vor
aussetzung für die zugesprochenen Renten- und
Integritätsentschädigungsleis
tungen
gewesen wäre und nach Lage der Akten (Knieverletzung beim Fussball
spiel) wohl kaum hätte bejaht werden können (vgl. dazu
BGE 115 V 133 E.
6).
4.3
Lagen aber der
seinerzeitige
n
Zusprache
der ganzen Rente
letz
tlich die
psychi
atri
schen Aspekte gestützt auf die
Angaben von
Dr.
Z._
zugrunde,
ist
diesbezüglich
sowie
mit Blick auf die in E.
1.3
aufgeführte und im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
bereits massgebend gewesene Rechtsprechung zu
somatofor
men
Schmerzstörungen
(BGE 130 V 352)
der Verwaltung darin zu folgen, dass die urs
p
rüngliche
Rentenzusprache
zweifellos unrichtig war. Denn nicht nur
fehlen in den Ausführungen von
Dr.
Z._
,
welcher sich im Auftrag der SUVA hauptsächlich
zu Fragen im Zusammenhang mit dem allfälligen Fallabschluss und der Integritätsentschädigung zu äussern hatte (vgl. Urk.
12/20 S. 3)
,
Anga
ben zu
r
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
gänzlich und hatte er neben der
somatoformen
Schmerzstörung die übrigen
psychiatrischen
Befunde (insbesondere die
„mani
feste depressive Verstimmung“)
nicht
lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Kl
assifikationssystems abgestützt
(vgl.
BGE 130 V 396
)
.
Insbesondere
er
folgte die
Rentenzusprache
auch
aufgrund falscher Rechtsregeln,
hatte die Verwaltung
doch – in
Anlehnung an den von der SUVA ermittelten
Erwerb
s
unfähigkeitsgrad
- verfügt
, ohne sich mit den Rechtsgrundsätzen gemäss BGE 130 V 352
auseinanderzusetzen
;
nach Lage der Akten hätte
die Berücksichti
gung dieser Grundsätze
jedoch
mangels
hinreichenden Vorliegens
und Intensi
tät der
erforderlichen
K
riterien
zur
Fe
sts
t
ellung der
Überwindbarkeit der Schmerzproblematik
geführt
. Denn
es
fehlte
mit den von
Dr.
Z._
beschriebe
nen „
manifesten
depressiven Verstimmungen
von mittlerer Intensität
“
das Kri
terium des Vorliegens einer psychischen
Komorbidität
von
erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer
,
stellen doch nach der Rechtsprechung (selbst
lege
artis
diagnostizierte
) leichte bis mittelgradige depressive Episoden grund
sätzlich keine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression
en
im Sinne eines verselbständigten
Gesundheitsscha
dens
dar, die es der betroffenen Person verunmöglichten, trotz der
Schmerzstö
rung
eine angepasste Tätigkeit auszuüben (vgl. etwa
Urteil 9C_803/2008 vom 2
9.
Mai 2009 E. 5.3.2 mit Hinweisen; vgl. auch SVR 2011 IV Nr. 57
S. 171, 8C_958/2010 E. 6.2.2.2)
; leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störun
gen depressiver Natur gelten
nach der Rechtsprechung
grundsätzlich als thera
peutisch
angehbar
.
Auch
waren
nach damaliger Lage der Akten
die weiteren Faktoren
nur
teilweise erfüllt
:
So
stellt
e
zwar der seit
der
Jugend bestehende Di
abetes m
ellitus
eine
chronische körperliche Begleite
rkrankung dar,
dieser
er
reicht aber die im
vorliegenden
Zusammenhang erforderliche Intensität nicht
.
Denn in den damaligen medizinischen Akten wurde lediglich die Diagnose ge
stellt, doch sind ihnen keine Hinweise darauf zu entnehmen, dass der Diabetes zu gesundheitlichen oder erwerblichen Beeinträchtigungen geführt hätte. Das CRPS war abgeklungen (E. 3.1.3).
Weiter
war ein
sozialer Rückzug
in allen Be
langen des Lebens
nicht
ausgewiesen
,
ein solcher wurde
namentlich anlässlich de
r
psychiatrischen Untersuch
e
bei
Dr.
Z._
nicht geltend gemacht
.
Sodann
bestand
zwar
ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit
im We
sentlichen
unveränderter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung
. Hin
gegen war
ein
verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer
innerseeli
scher
Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden
Konflikt
bewältigung
(primärer Krankheitsgewinn; „Flucht in die Krankheit")
nicht ohne weiteres ersichtlich und
konnte nach damaliger Lage der Akten
das Kriterium
des
unbefriedigende
n
Behandlungsergebnis
ses
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem the
rapeutischem Ansatz) und gescheiterte
r
Rehabilitationsmassnahmen bei vor
handener Motivation und Eigenanstrengung (kooperative Haltung) der versi
cherten Person
damals
nicht als gegeben erac
htet werden
.
Aus den
Akten
erga
ben sich
keine Hinweise darauf, dass sämtliche therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft
worden wären.
V
ielmehr
ging
aus diesen hervor
, dass der Versi
cherte
zwar
anfänglich
noch
adäquate
medizinische Behandlungen
in Anspruch nahm
(
so namentlich
auch zwei stationäre
Aufenthalte absolv
i
erte
)
, er
aber
mit der Zeit
trotz weiterhin bestehender Beschwerden
die medizinischen Behand
lungen
(
neben der Einnahme von Schmerzmitteln
)
auf
monatliche Kontrollen beim Hausarzt
beschränkte
und
weitere
n
Behandlungen,
so auch
eine
r
psycho
therapeutische
n
Behandlung,
ablehn
end gegenüber stand
(vgl. insbes
ondere
Angaben anlässlich des Untersuchs vom
3.
März 2005 gegenüber
Dr.
Z._
[
Urk.
12/20
S.
4
],
vgl. schon erste Beurteilung von
Dr.
Z._
vom
6.
April 2004
[
Urk.
12/13 S. 24 f
.]
).
4.4
Erfolgte nach dem Gesagten die
Rentenzusprache
aufgrund falscher
Rechtsre
geln
und hätte die Prüfung der
r
echtsprechung
sgemäss
massgeblichen Kriterien
zur Annahme der Überwindbarkeit
der Schmerzproblematik
geführt,
is
t – auch unter Berücksichtigung
, dass in somatischer Hinsicht Einschränkungen bestan
den, welche jedoch
nach damaliger Lage der Akten (Angabe von
Dr.
D._
)
in
angepasster Tätigkeit eine ganztägi
g
e Arbeitstätigke
it er
laubten
– die
Zusprache
einer Rente als zweifellos unrichtig im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG zu qualifizieren.
Ausgewiesen ist, dass der Beschwerdeführer beim anwendbaren Stellenprofil (vorwiegend sitzende Tätigkeit, E. 3.1.5) ohne Berücksichtigung der psychischen Problematik jedenfalls keinen Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
erreicht hätte. Dem hypothetisch erzielbaren Lohn als Gesunder bei der bisherigen Ar
beitgeberin von
Fr.
54‘600.-- im Jahr 2003 (
Urk.
12/7
Ziff
16) steht ein mit Gesundheitseinschränkung möglicher Lohn (ausgehend von den Tabellenlöhnen des Bundesamtes für Statistik für einfache und repetitive Arbeiten sowie einem Abzug vom Tabellenlohn von 15
%
) von
Fr.
49‘135.-- (
Fr.
4‘557.-- [Schweize
rische Lohnstrukturerhebung 2003 Tabelle TA1] : 40 x 41.7 [wöchentliche Ar
beitszeit; Arbeitsmarktindikatoren 2009 Tabelle T1] x 1.014 [
Nominallohnent
wicklung
2003, Lohnentwicklung 2004 Tabelle T1.93] x 12 [Monate] x 0.85 [Tabellenlohnabzug]) gegenüber, was einer Einschränkung bzw. einem
Invali
ditätsgrad
von 10
%
entspricht.
5.
5.1
Die Rentenaufhebung aufgrund der ausgewiesenen offensichtlichen Unrichtig
keit der ursprünglichen
Rentenzusprache
ist aber gleichwohl unkorrekt. Denn den Parteien kann nicht beigepflichtet werden, dass sich der Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers seit der
Rentenzusprache
im Jahr 2005 nicht ver
ändert hat. So klagte der Beschwerdeführer erstmals anlässlich der orthopädi
schen Untersuchung durch das
A._
im Jahr 2008 (vgl. Urk. 12/40 S. 28) wie auch anlässlich des Untersuchs durch
Dr.
H._
im Jahr 2010 (
Urk.
12/55 S. 5) über eine Schmerzhaftigkeit beider Schultern. In der Folge wurde im Be
richt der K
linik
F._
ein Verdacht auf eine
frozen
shoulder
seit November 2011 diagnostiziert und weitere Abklärungen vorgenommen.
Damit liegt ein neuer medizinischer Sachverhalt und mithin eine Änderung der tatsächlichen Verhältnisse vor, weshalb für eine Neubeurteilung des Rentenan
spruchs des Beschwerdeführers die Berufung auf einen Wiedererwägungstitel unnötig ist, kommen doch die Bestimmungen über die Rentenrevision zum Zuge. In diesem Rahmen können sämtliche Sachverhaltselemente frei geprüft werden (
Urteil des Bundesgerichts 9C_427/2012 vom
5.
Dezember 2012 E. 3.4
).
5.2
Die tatsächliche Restarbeitsfähigkeit im Zeitpunkt des Erlasses der angefochte
nen Verfügung lässt sich aufgrund der vorhandenen Akten nicht abschliessend beurteilen. So findet sich insbesondere keine ärztliche Beurteilung der Auswir
kungen der konstatierten Schulterproblematik auf die Arbeitsfähigkeit. Denkbar ist diesbezüglich, dass das bisherige Stellenprofil (vorwiegend sitzend auszu
übenden Tätigkeit) dadurch weiter eingeschränkt wird.
Es finden sich in den Akten - neben der ausgewiesenen neuen
Schulterproblema
tik
- sodann weitere Hinweise auf eine Veränderung des Ge
sundheitszustandes. So gingen die Ärzte des
A._
in ihrem Gutachten vom 3
1.
Oktober 2008 vom erneuten Vorliegen einer CRPS-Symptomatik mit persis
tierender Minderung der Oberschenkelmuskulatur aus (E. 3.2.1). Dies, nachdem die postoperativ eingetretene Symptomatik abgeklungen war (E. 3.1.5). Aus welchen Gründen der Beschwerdeführer deswegen auch in einer angepassten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsunfähig sein sollte, wurde allerdings nicht nachvollziehbar dargelegt. Angesichts des Alters dieser Einschätzung und der seither erfolgten neuen Beurteilungen (Besserung der Situation unter anderem in muskulärer Hinsicht, E. 3.2.3) ist dies indes ohne praktische Relevanz.
5.3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand des Be
schwerdeführers verändert hat, weshalb seine Rente zu revidieren ist. Welche konkreten Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit vorliegen und welche er
werblichen Auswirkungen diese haben, wurde nicht abgeklärt.
Die Sache ist daher an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie weitere Abklärun
gen im Sinne einer polydisziplinären Begutachtung veranlasse und anschliessend über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu entscheide. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Abweichend von
Art.
61
lit
. a ATSG ist das Beschwerdeverfahren um die Bewilli
gung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Gericht kostenpflichtig. Die Gerichtskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig v
om Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Die Kosten sind
vorliegend auf Fr. 8
00.-- anzusetzen und entsprechend dem Verfahrensausgang der
Beschwer
degegnerin
aufzuerlegen.
6.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat
der Beschwerdeführer
Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen. In Anwendung dieser Grundsätze rechtfertigt sich die
Zusprechung einer Prozessentschä
digung von Fr. 2‘200.
-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer
).