Decision ID: 1a750c4e-2237-4eba-9a37-d607aabe49fc
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der im Jahre 1976
geborene
X._
war
ab
dem
1.
Januar 2015
bei der
Y._
AG
als
Chauffeur
angestellt und als solche
r
bei der
Suva
obliga
torisch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Am 1
4.
April 2018 zog sich der Versicherte bei e
inem Rolleru
nfall in Thailand einige Schürfungen am Knöchel, Ellbogen und Schulterblatt zu (
Urk.
7/1).
Eine ärztliche Behandlung vor Ort
fand nicht statt
. Anlässlich der Erstbehandlung am 3
0.
April 2018 im
Z
entrum
Z._
klagte der Versicherte noch über Zehenschmerzen links (
Urk.
7/8).
Im Rahmen der Schadenmeldung am
8.
Mai 2018 gab der Versicherte insbesondere an, eine Schürfung am linken Han
dgelenk erlitten zu haben (Urk. 7/1 Ziffer 9).
1.2
Am 2
4.
Juni 2019 begab sich der Versicherte infolge Schmerzen an der linken Hand in ärztliche Behandlung, wobei auch eine Untersuchung der linken Schulter
erfolgte (
Urk.
7/2,
Urk.
7/18).
Am 2
7.
Juni 2019 wurde eine MRI-
Arthrographie
der linken Schulter durchgeführt (
Urk.
7/14). Im Rahmen der Rückfallmeldung vom
5.
Juli 2019 gab der Versicherte wiederum an, insbesondere eine Schürfung am linken Handgelenk erlitten zu haben (
Urk.
7/5). Mit Schreiben vom 2
9.
August 2019 lehnte die Suva ihre Leistungspflicht mangels Kausalzusammenhangs
der nunmehr geltend gemachten Schulterbeschwerden zum Unfallereignis vom 1
4.
April 2018
ab (
Urk.
7/20). An dieser Einschätzung hielt sie mit Verfügung vom 1
6.
Oktober 2019 (
Urk.
7/30) sowie
Einspracheentscheid
vom 1
9.
August 2020 fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob d
er
V
ertreter des Versicherten am 1
6.
September 2020 Beschwerde und beantragte, es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten
,
für das Unfall
ereignis vom 1
4.
April 2018 die gesetzlichen Leistungen auszurichten, eventuali
ter sei ein neutrales orthopädisches Gutachten in Auftrag zu geben; alles unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Oktober 2020 beantragte die Beschwerde
gegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung 2
8.
Oktober 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, für Bezüger von Invalidenrenten jedoch nur unter den Voraussetzungen von Art. 21 UVG (Art. 11
der
Verordnung ü
ber die Unfallversicherung;
UVV
). Bei ei
nem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich ge
heilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psy
chische Veränderungen bewirkt, die zu einem andersgearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfall
ereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallver
sicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwer
den und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
). Es obliegt dem Leistungsansprecher, das Vorliegen eines Kausal
zusammenhangs zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge geltend gemachten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungs
pflicht des Unfallversicherers; dabei sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis umso strengere Anforderungen zu stellen, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (Urteile des Bundesgerichts 8C_627/2020 vom 10. Dezember 2020 E. 2.3 und 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.2, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
da
mit, dass
zwischen dem gemeldeten Unfallereignis vom 1
4.
April 2018 und den fast eineinhalb Jahre danach beklagten Beschwerden an der linken Schulter mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein natürlicher Kausalzusammenhang be
stehe. Das Ereignis vom 1
4.
April 2018
habe
zu einer Kontusion/Prellung geführt, welche innert acht bis zwölf Wochen folgenlos ausheile; ereignisnah sei ent
sprechend eine Schürfwunde am linken Schulterblatt dokumentiert worden. Ge
stützt auf die
Arthrographie
sei zudem nicht von einer Sehnenruptur auszugehen; die geltend gemachten Schulterbeschwerden seien vielmehr abnützungsbedingter Natur. Die Leistungsverweigerung sei demnach zu Recht erfolgt (
Urk.
2 S. 6 ff.).
2.2
Demgegenüber machte d
er
Vertreter des Beschwerdeführers im Wesentlichen gel
tend, dass
das Ereignis vom 1
4.
April 2018 die Voraussetzungen eines Unfalls im Sinne von
Art.
4
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG)
erfülle. Ausgehend von der Einschätzung von
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Chirurgie, sei auch von einer Listen
diagnose auszugehen (
Urk.
1 S. 8), wobei nicht auf ein überwiegend degenera
ti
ves Geschehen geschlossen werden könne
; vielmehr liege eine unfallähnliche Körperschädigung vor, die vom Unfallversicherer übernommen werden müsse. Eventualiter sei der Sachverhalt durch ein neutrales, orthopädisches Gutachten abzuklären (S. 9).
3.
3.1
Im Rahmen der Schadenmeldung vom
8.
Mai 2018 gab der Beschwerdeführer an, beim fraglichen
Rolle
runfall vom 1
4.
April 2018 einige Schürfungen am Knö
chel, Ellbogen und Schulterblatt erlitten zu haben. Unter «
9.
Verletzung» führte der Beschwerdeführer eine Schürfung am linken Handgelenk an (
Urk.
7/1).
3.2
Med.
pract
.
B._
, Fachärztin FMH
für Allgemeine Innere Medizin, f
ührte in ihrem Arztzeugnis vom
8.
Juli 2019 aus, dass die Erstbehandlung am 3
0.
April 2018 und die letzte Konsultation am
6.
Juni 2018 stattgefunden habe. Als Befund seien diverse verheilte Schü
r
fwunden über der
Scapula
links, verkrustet trocken am Ellbogen links und am
Malleolus
lat. links zu sehen. Weiter bestehe eine trockene Wunde, jedoch leicht mazeriert über dem MTP V dorsal mit deutlicher
Druckdolenz
. Der Röntgenbefund habe keine frische oder alte Fraktur gezeigt. Es würden noch Zehenschmerzen links bestehen, es bestehe keine
Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/8).
3.3
Am 2
4.
Juni 2019 führte der Beschwerdeführer aus, dass er bei
Dr.
A._
wegen der Schmerzen an seiner linken Hand gewesen sei. Dabei habe er diesem ebenfall
s die linke Schulter gezeigt.
Dr.
A._
habe ihn dahingehend infor
miert, dass diese Beschwerden als Rückfall auf den Rollersturz zu werten seien (
Urk.
7/2).
3.4
Am 2
7.
Jun
i 2019 wurde eine MRI
Arthrograph
ie
der linken Schulter durch
geführt.
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Radiologie, beurteilte die Bild
gebung dahingehend, dass nur kleine fokale Irregularitäten im mittleren Ansatz
bereich der
Supraspinatussehne
und im Ansatz der kranialen
Subscapularisfasern
gegeben seien, welche nicht als eigentliche Sehnenruptur zu werten seien. Ins
gesamt sei die Situation verdächtig auf punktuelle
Tendopathien
im Rahmen eines
subacromialen
Impingement
s
. Weiter bestehe keine Muskela
trophie oder Sehnenretraktion, ebenso kein
osteochondraler
Defekt
glenohumeral
. Ganz
schmal vom
Glenoidrand
bestehe ein abgehobenes
anterosuperiores
und
superiores
Labrum, eher als anatomische Variante denn als SLAP-Läsion zu wer
ten (
Urk.
7/14).
3.5
Im Rahmen der Rückfallmeldung vom
5.
Juli 2019 wies der Beschwerdeführer unter «
9.
Verletzung» wiederum nur auf eine Schürfung am linken Handgelenk hin (
Urk.
7/5).
3.6
Dr.
A._
diagnostizierte in seinem Bericht vom 2
2.
August 2019 eine Teilruptur der
Supraspinatussehne
links, ein
subacromiales
Impingement
an der linken Schulter sowie einen Verdacht auf eine Kapselinstabilität an der linken Schulter. Die Beschwerden im Bereich des linken Armes se
ien bis vor
kurzem erträglich gewesen, seit einigen Wochen komme es zur permanenten Be
schwerdezunahme mit Schmerzen bei der Abduktion des linken Armes im Schulterbereich mit Schmerzverstärkung bei der Aussenrotation gegen den Widerstand.
Er habe die Befunde der aktuellen MRI-Untersuchung der linken Schulter mit dem Beschwerdeführer besprochen. Klinisch bestehe der Verdacht auf eine Kapsel
instabilität der linken Schulter. Er habe zunächst
ein konservatives
Vorgehen empfohlen (
Urk.
7/18).
3.7
Dr.
med.
D._
, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin, hielt in ihrer versicherungsmedizinischen Stellungnahme vom 2
8.
August 2019 fest, dass keine strukturellen Schädigungen an der linken Schulter vorhanden seien. Der Hei
lungsverlauf spreche eher für eine vorbestehende Gesundheitsschädigung (ana
tomische Variante eines
Impingement
-Syndroms). Beim Unfall vom 1
4.
April 2018 habe e
s
sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um eine Prellung/Kont
usion gehandelt, welche im Regel
fall nach 8-12 Wochen folgenlos abheile (
Urk.
7/
19).
Im Rahmen der ärztlichen Beurteilung vom 1
1.
September 2019 bestätigte
Dr.
D._
ihre Einschätzung vom 2
8.
August 2019 (
Urk.
7/25).
4.
4.1
Unbestritten ist vorliegend, dass sich d
er Beschwerdeführer beim Roller
unfall vom 1
4.
April 2018 einige Schürfungen zugezogen hat, so insbesondere auch am linken Schulterblatt. Darüber hinaus ist aber bereits der Schadenmeldung vom
8.
Mai 2018 kein Hinweis darauf zu entnehmen, dass an der linken Schulter weitergehende Beschwerden bestanden habe
n
. Auch anlässlich der Behandlung in der Schweiz bei med.
pract
.
B._
in der Zeit vom 3
0.
April 2018 bis
6.
Juni 2018 wies der Beschwerdeführer nicht auf Schu
lterbeschwerden hin; vielmehr
wu
rden noch Restbeschwerden am linken Fuss geltend gemacht. Die Wieder
aufnahme der ärztlichen Behandlung erfolgte Ende Juni 2019 infolge Beschwer
den an der linken Hand.
Für die Zeitspanne von etwas mehr als einem Jahr sind den Akten keine ärztlichen Berichte beiliegend; weiter ist darauf hinzuweisen, dass auch bei der Wiederaufnahme der Behandlung nicht Schulterbeschwerden im Vordergrund gestanden haben.
Hinzuweisen ist dabei darauf, dass im Bereich der Rückfälle eine Leistungspflicht
für einen (erneuten) Beschwerdeschub
nur dann besteht,
wenn eindeutige Brückensymptome aktenkundig ausgewiesen sind
(Urteil des Bundesgerichts
8C_755/2018
vom 1
1.
Februar 2019 E. 4.4.3), wobei rechtsprechungsgemäss
echtzeitliche ärztlich
e Aussagen
gefordert werden
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_900/2017
vom 3
0.
Mai 2018 E. 3.2).
Der zeitliche Ablauf zeigt dabei, dass die Beschwerden an der linken Schulter von Beginn weg nicht im Vordergrund ge
standen haben und während einer Zeitspanne von etwas mehr als einem Jahr keine ärztliche Behandlung dokumentiert ist. Auch die Wiederaufnahme der Be
handlung erfolgte infolge Handbeschwerden. Vor diesem Hintergrund ist zwischen den nunmehr geltend gemachten Schulterbeschwerden und dem Un
fallereignis vom 1
4.
April 2018 ein Kausalzusammenhang zu verneinen.
Darüber hinaus ist aufgrund der Ausführungen von
Dr.
C._
und
Dr.
D._
davon auszugehen, dass die am 2
7.
Juni 2019 festgestellten Schäden an der lin
ken Schulter mit überwiegender Wahrscheinlichkeit degenerativer Natur sind. Selbst dem Bericht von
Dr.
A._
vom 2
2.
August 2019 ist keine Begrün
dung zu entnehmen, wieso die festgestellten Schäden auf den Unfall vom 1
4.
April 2018 zurückzuführen sind, insbesondere unter Berücksichtigung der un
terbliebenen Behandlung während mehr als einem Jahr. Auch in dieser Hinsicht ist ein natürlicher Kausalzusammenhang demnach zu verneinen.
4.2
Bezüglich einer unfallähnlichen Körperschädigung ist unter Hinweis auf
BGE 146 V 51 anzumerken, dass
sich aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers
ergibt
. Insoweit ist die Frage nach einem initialen
erinnerlichen
und benennbaren Ereignis - nicht zuletzt auch aufgrund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes (Ver
sicherungsdeckung; Zuständigkeit des Unfallversicherers; Berechnung des versicherten Verdienstes; intertemporalrechtliche Fragestellungen) - auch nach der UVG-Revision relevant.
Selbst wenn man demnach vorliegend von einem Sehnenriss an der linken Schul
ter ausgehen würden, wäre es für eine Leistungspflicht unabdingbar, dass sich der Beschwerdeführer diese Verletzung anlässlich des Unfalls vom 1
4.
April 2018 zugezogen hat. Ein anderes Schadenereignis wird vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht. Aufgrund der obigen Ausführungen ist aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer beim Un
fall vom 1
4.
April 2018 keinen
Sehnenriss
an der linken Schulter zugezogen hat, sodass schon allein deshalb keine Leistungspflicht besteht.
Zudem
ist
aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass kein eigentlicher Sehnenriss besteht. So begründeten
Dr.
C._
und
Dr.
D._
ihre Einschätzung ausführlich un
ter Hinweis auf degenerative Veränderung aufgrund einer anatomischen Variante.
Auch wenn
Dr.
A._
diagnostisch von einer Teilruptur der
Supraspinatussehne
links ausgeht, vermag dies die Einschätzung von
Dr.
C._
und
Dr.
D._
nicht in Frage zu stellen. So
begründete
Dr.
A._
die gestellte Diagnose nicht, sondern gab den Befund
und die Be
urteilung der
Arthro
-MRI-
Untersuchung vom 2
7.
Juni 2019 in seinem Bericht ungekürzt wieder, allerdings ohne dazu Stellung zu nehmen oder auszuführen, inwieweit der Einschätzung von
Dr.
C._
nicht zu folgen sei. Bei dieser Ausgangslage ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass kein eigentlicher Sehnenriss besteht, sodass eine Leistungspflicht auch aus diesem Grund zu verweigern wäre.
4.3
Zusammenfassend ist die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Leistungs
verweigerung nicht zu beanstanden, was in Abweisung der Beschwerde zur Be
stätigung des angefochtenen
Einspracheentscheid
s
führt.