Decision ID: 1fec7d2a-3094-59bc-8f23-105441a77ec3
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Bei der A._ AG (nachfolgend: Abgabepflichtige) handelt es sich
um ein Handels- und Importunternehmen, welches seit dem [...] im Han-
delsregister und seit dem [...] im Register der mehrwertsteuerpflichtigen
Personen eingetragen ist (UID-Nr. [...]). Zwischen dem 1. Januar 2017 und
dem 31. Dezember 2017 erzielte die Abgabepflichtige unbestrittenermas-
sen einen Umsatz von [über Fr. 150'000'000.--].
A.b Am 19. Januar 2019 stellte die Eidgenössische Steuerverwaltung
(nachfolgend: ESTV) der Abgabepflichtigen die Unternehmensabgabe für
Radio und Fernsehen für das Jahr 2019 in Rechnung. Diese belief sich
gestützt auf Art. 67b Abs. 2 der Radio- und Fernsehverordnung vom
9. März 2007 (RTVV; SR 784.401) auf Fr. 14'240.--.
A.c Mit Schreiben vom 4. Februar 2019 bestritt die Abgabepflichtige die
Rechtmässigkeit der von der ESTV in Rechnung gestellten Unternehmens-
abgabe für Radio und Fernsehen. Die ESTV nahm dazu mit Schreiben vom
12. Februar 2019 Stellung.
A.d Mit Schreiben vom 18. März 2019 verlangte die Beschwerdeführerin
eine anfechtbare Verfügung. Diese erging am 8. Mai 2019, wobei die ESTV
entschied, dass die Abgabepflichtige für das Jahr 2019 Fr. 14'240.-- an Un-
ternehmensabgabe für Radio und Fernsehen zzgl. Verzugszinsen schulde.
B.
B.a Gegen die genannte Verfügung vom 8. Mai 2019 liess die Abgabe-
pflichtige (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 11. Juni
2019 Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht erheben. Beantragt
wird – unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der ESTV – die
vollumfängliche Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Anwei-
sung an die ESTV, die von der Beschwerdeführerin für das Jahr 2019 ge-
schuldete Unternehmensabgabe für Radio- und Fernsehen in Anwendung
der Tarifstufe 4 (vgl. E. 2.4.2) neu festzusetzen. Eventualiter sei die ange-
fochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die
ESTV zurückzuweisen. Die Beschwerdeführerin rügt namentlich eine man-
gelhafte verfassungsmässige Grundlage der Unternehmensabgabe für Ra-
dio und Fernsehen, die Verletzung der Grundsätze der Gleichmässigkeit
der Besteuerung und der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungs-
fähigkeit, sowie das Vorliegen einer Gesetzeslücke (vgl. nachfolgend
E. 3.2.1 f.).
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B.b Mit Vernehmlassung vom 22. August 2019 schliesst die ESTV (nach-
folgend: Vorinstanz) auf Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zu
Lasten der Beschwerdeführerin.
B.c Mit unaufgeforderter Eingabe vom 1. Oktober 2019 äussert sich die
Beschwerdeführerin zur Vernehmlassung der Vorinstanz und bekräftigt
ihre bereits genannten Rechtsbegehren.
B.d Mit unaufgeforderter Eingabe vom 29. Oktober 2019 nimmt die Vor-
instanz zu den Äusserungen der Beschwerdeführerin Stellung und legt dar,
weshalb sie deren Argumente als nicht stichhaltig erachtet.
Auf die detaillierten Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die einge-
reichten Akten wird, soweit entscheidwesentlich, im Rahmen der folgenden
Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 VGG Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnahme
nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine solche Ausnahme liegt hier nicht vor
und die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VGG. Das Bun-
desverwaltungsgericht ist demnach für die Beurteilung der vorliegenden
Beschwerde zuständig.
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, soweit das VGG nichts Anderes bestimmt (Art. 37 VGG; vgl.
auch Art. 70b Abs. 6 des Bundesgesetzes vom 24. März 2006 über Radio
und Fernsehen [RTVG; SR 784.40]).
1.3 Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin von der angefochtenen Ver-
fügung betroffen und zur Beschwerdeerhebung berechtigt (Art. 48 VwVG),
hat die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 50 und 52
VwVG) und den Kostenvorschuss rechtzeitig bezahlt (Art. 63 Abs. 4
VwVG). Auf die Beschwerde ist nach dem Gesagten einzutreten.
1.4 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Einsprache-
entscheid in vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführerin kann
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neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der un-
richtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen
(Art. 49 Bst. c VwVG).
1.5
1.5.1 Im Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der Rechtsanwendung
von Amtes wegen. Das Bundesverwaltungsgericht ist verpflichtet, auf den
unter Mitwirkung der Verfahrensbeteiligen festgestellten Sachverhalt die
richtigen Rechtsnormen und damit jenen Rechtssatz anzuwenden, den
es als den zutreffenden erachtet, und ihm jene Auslegung zu geben,
von der es überzeugt ist (BGE 119 V 347 E. 1a; ANDRÉ MOSER/MICHAEL
BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht, 2013, Rz. 1.54).
1.5.2 Eine (echte) Gesetzeslücke besteht, wenn sich eine Regelung als
unvollständig erweist, weil sie jede Antwort auf die sich stellende Rechts-
frage schuldig bleibt. Hat der Gesetzgeber eine Rechtsfrage nicht überse-
hen, sondern stillschweigend - im negativen Sinn - mitentschieden (qualifi-
ziertes Schweigen), bleibt kein Raum für richterliche Lückenfüllung
(BGE 140 III 206 E. 3.5.1, BGE 134 V 131 E. 5.2, BGE 134 V 182 E. 4.1).
Gibt das Gesetz eine Antwort, die aber nicht befriedigt, liegt grundsätzlich
eine unechte Lücke vor, die auszufüllen dem Richter verwehrt ist (BGE 131
II 562 E. 3.5). Anders verhält es sich nur, wenn die vom Gesetz gegebene
Antwort als sachlich unhaltbar angesehen werden muss bzw. auf einem
offensichtlichen Versehen des Gesetzgebers, einer gesetzgeberischen In-
kongruenz oder einer planwidrigen Unvollständigkeit beruht (BGE 134 V
131 E. 5.2 und E. 7.2, BGE 132 III 470 E. 5.1). Ist ein lückenhaftes Gesetz
zu ergänzen, gelten als Massstab die dem Gesetz selbst zu Grunde lie-
genden Zielsetzungen und Werte (BGE 140 III 205 E. 3.5.1, BGE 129 II
401 E. 2.3; zum Ganzen: BGE 146 V 121 E. 2.5).
1.5.3 Gemäss Art. 190 BV sind Bundesgesetze und Völkerrecht für die
rechtsanwendenden Behörden, und damit auch das Bundesverwaltungs-
gericht, massgebend. Damit kann Bundesgesetzen weder im Rahmen der
abstrakten noch der konkreten Normenkontrolle die Anwendung versagt
werden. Zwar handelt es sich dabei rechtsprechungsgemäss um ein An-
wendungsgebot und kein Prüfungsverbot und es kann sich rechtfertigen,
vorfrageweise die Verfassungsmässigkeit eines Bundesgesetzes zu prü-
fen. Wird eine Verfassungswidrigkeit festgestellt, muss das Gesetz den-
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Seite 5
noch angewandt werden, und das Bundesgericht kann lediglich den Ge-
setzgeber einladen, die fragliche Bestimmung zu ändern (BGE 146 II 56
E. 6.2.2, 144 I 340 E. 3.2, 139 I 180 E. 2.2, BGE 136 II 120 E. 3.5, je m.H.;
zum Ganzen: Urteil des BVGer A-1078/2019 vom 7. Juli 2020 E. 2.3).
1.6
1.6.1 Nach den allgemeinen intertemporalen Regeln sind in verfahrens-
rechtlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, welche im Zeit-
punkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (vgl. BGE 130 V 1
E. 3.2); dies unter Vorbehalt spezialgesetzlicher Übergangsbestimmun-
gen. In materieller Hinsicht sind dagegen grundsätzlich diejenigen Rechts-
sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden
Sachverhalts Geltung hatten (vgl. BGE 134 V 315 E. 1.2; zum Ganzen statt
vieler: Urteil des BVGer A-3797/2019 vom 15. April 2020 E. 1.5.1).
1.6.2 Der vorliegend umstrittene Sachverhalt betrifft die Erhebung der Un-
ternehmensabgabe für Radio- und Fernsehen für das Jahr 2019 (Sachver-
halt Bst. A.b). Damit kommen das RTVG sowie die dazugehörige Radio-
und Fernsehverordnung vom 9. März 2007 (RTVV; SR 784.401), in ihrer
jeweiligen im Jahr 2019 gültigen Fassung, zur Anwendung. Angesichts
dessen sind die per 1. Januar 2021 in Kraft tretenden Änderungen der
RTVV für die Beurteilung des vorliegenden Sachverhalts nicht einschlägig.
1.7
1.7.1 Nach dem Grundsatz der Gesetzmässigkeit bedarf jedes staatliche
Handeln einer gesetzlichen Grundlage (Art. 5 Abs. 1 der Bundesverfas-
sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV;
SR 101]). Inhaltlich gebietet das Gesetzmässigkeits- bzw. Legalitätsprin-
zip, dass staatliches Handeln insbesondere auf einem Rechtssatz (gene-
rell-abstrakter Struktur) von genügender Normstufe und genügender Be-
stimmtheit (Normdichte) zu beruhen hat (statt vieler: Urteil des BVGer
A-2702/2018 vom 23. April 2019 E. 2.4.1 m.w.H.).
1.7.2 Im Abgaberecht kommt dem Legalitätssprinzip besondere Bedeu-
tung zu. Nach rechtsstaatlicher Überzeugung darf eine öffentliche Abgabe
grundsätzlich nur erhoben werden, wenn und soweit sie auf einer formell-
gesetzlichen Vorschrift beruht (vgl. Art. 164 Abs. 1 Bst. d BV i.V.m. Art. 5
Abs. 1 BV; ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER, System des schweizeri-
schen Steuerrechts, 7. Aufl. 2016, S. 15 m.w.H.). So wird denn auch in
Art. 127 Abs. 1 BV (Grundsätze der Besteuerung) festgehalten, dass die
Ausgestaltung der Steuern, namentlich der Kreis der Steuerpflichtigen, der
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Seite 6
Gegenstand der Steuer und deren Bemessung, in den Grundzügen im Ge-
setz selbst – d.h. in einem Gesetz im formellen Sinn – zu regeln ist. Dabei
sind – soweit es die Art der Steuer zulässt – insbesondere die Grundsätze
der Allgemeinheit und der Gleichmässigkeit der Besteuerung, sowie der
Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu
beachten (Art. 127 Abs. 2 BV; vgl. dazu nachfolgend E. 2.6.3). Diese Vor-
gaben (namentlich von Art. 127 Abs. 1 BV) gelten im Prinzip sowohl für
Steuern als auch für Kausalabgaben (BGE 143 I 220 E. 5.1.2; zur Unter-
scheidung vgl. nachfolgend E. 2.6.1 f.). Rechtsprechungsgemäss sind die
Vorgaben hinsichtlich der formell-gesetzlichen Grundlage für die Bemes-
sung der Abgaben bei gewissen Arten von Kausalabgaben allerdings dort
gelockert, wo das Mass der Abgabe durch überprüfbare verfassungsrecht-
liche Prinzipien (Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzip) begrenzt wird
und nicht allein der Gesetzesvorbehalt diese Schutzfunktion erfüllt (vgl.
BGE 143 I 220 E. 5.1.2, BGE 141 V 509 E. 7.1.1 und BGE 140 I 176 E. 5.2;
Urteil des BGer 2C_1061/2015 vom 9. Januar 2017 E. 2.1.2; zum Ganzen:
Urteile des BVGer A-2025/2019 vom 24. April 2020 E. 1.6.1, A-1378/2019
vom 5. Dezember 2019 E. 1.6.1; zur Unterscheidung zwischen Steuern
und Kausalabgaben vgl. nachfolgend E. 2.6).
2.
2.1 Gemäss Bundesverfassung haben Radio und Fernsehen zur Bildung
und kulturellen Entfaltung, zur freien Meinungsbildung sowie zur Unterhal-
tung beizutragen. Sie berücksichtigen die Besonderheiten des Landes und
die Bedürfnisse der Kantone. Sie stellen die Ereignisse sachgerecht dar
und bringen die Vielfalt der Ansichten angemessen zum Ausdruck (Art. 93
Abs. 2 BV). Die Unabhängigkeit von Radio und Fernsehen sowie die Auto-
nomie in der Programmgestaltung sind gewährleistet (Art. 93 Abs. 3 BV).
Entsprechend wird in Art. 93 Abs. 1 BV die Gesetzgebung über Radio und
Fernsehen sowie über andere Formen der öffentlichen fernmeldetechni-
schen Verbreitung von Darbietungen und Informationen zur Sache des
Bundes erklärt. Art. 93 BV räumt dem Bund nicht nur eine umfassende Ge-
setzgebungskompetenz ein, sondern verpflichtet ihn gleichsam dazu, für
die Erfüllung des verfassungsmässigen Leistungsauftrags zu sorgen
und dessen Finanzierung zu gewährleisten (vgl. Botschaft vom 29. Mai
2013 zur Änderung des Bundesgesetzes vom 24. März 2006 über Radio
und Fernsehen [nachfolgend: Botschaft vom 29. Mai 2013]; BBl 2013
4975 5040 f. mit Verweis auf: GEORG MÜLLER/PETER LOCHER, Gutachten
zur Neuordnung der Rundfunkfinanzierung in der Schweiz aus verfas-
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sungsrechtlicher Sicht, 13. November 2009 [nachfolgend: Rechtsgutach-
ten MÜLLER/LOCHER], S. 20, letztmals abgerufen unter: www.bakom.ad-
min.ch am 2. Dezember 2020; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O.,
Rz. 2874; zum Ganzen: Urteile des BVGer A-2025/2019 vom 24. April 2020
E. 2.1, A-1378/2019 vom 5. Dezember 2019 E. 2.1).
2.2
2.2.1 In seiner Botschaft vom 29. Mai 2013 schlug der Bundesrat ein
neues, geräteunabhängiges Abgabesystem zur Finanzierung des Service
public in Radio und Fernsehen vor (BBl 2013 4975 4996 f. 5039 5047). Er
kam damit dem parlamentarischen Auftrag nach, eine Vorlage auszuarbei-
ten, welche eine Abkehr vom vormals geltenden – an ein Radio- oder Fern-
sehgerät gebundenes – Gebührensystem ermöglichen sollte. Die Notwen-
digkeit eines solchen Systemwechsels wurde namentlich darin erkannt,
dass heute – dank Mobiltelefon, Tablet und Computer – Radio und Fernse-
hen auch ohne ein klassisches Radio- oder Fernsehgerät empfangen wer-
den kann und sich in praktisch jedem Haushalt (und Unternehmen) ein sol-
ches empfangsfähiges Gerät befindet (vgl. Urteile des BVGer A-2025/2019
vom 24. April 2020 E. 2.2.1, A-1378/2019 vom 5. Dezember 2019 E. 2.2.1).
2.2.2 Betreffend die Unternehmensabgabe für Radio und Fernsehen
wurde in der Botschaft festgehalten, dass die Abgabe am jährlichen Ge-
samtumsatz anknüpfen solle, welcher von der ESTV im Rahmen der Mehr-
wertsteuer erhoben wird. Kleine Betriebe unterhalb eines bestimmten Um-
satzes sollten von der Abgabe ausgenommen werden. Den Grenzwert für
die Abgabepflicht werde der Bundesrat in der Radio- und Fernsehverord-
nung voraussichtlich auf einer Umsatzhöhe von Fr. 500'000.-- festlegen,
womit weniger als 30% aller Unternehmen der Radio- und Fernsehabgabe
unterliegen würden (BBl 2013 4975 4976 4987 4995). Der beabsichtigte
Grenzwert von Fr. 500'000.-- entspreche dem Grenzwert für die Buchfüh-
rungspflicht nach neuem Rechnungslegungsrecht (vgl. dazu Art. 957
Abs. 1 Ziff. 1 OR). Der Bundesrat legte dar, damit auch dem Anliegen einer
Motion Rechnung zu tragen, welche dafür plädierte «kleine Gewerbe-, Fab-
rikations-, Dienstleistungs- und Landwirtschaftsbetriebe» von der Abgabe-
pflicht zu befreien. Insbesondere solle aber mit der gewählten Befreiungs-
grenze verhindert werden, dass bei kleinen Betrieben, die oft im Rahmen
eines familiären Haushalts wirtschaften, eine unzumutbare Doppelbelas-
tung entsteht (BBl 2013 4976 4987; vgl. zum Ganzen: Urteile des BVGer
A-1078/2019 vom 7. Juli 2020 E. 2.2 und A-2025/2019 vom 24. April 2020
E. 2.2.2).
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2.2.3 Das Schweizer Stimmvolk nahm die Revision des RTVG am 14. Juni
2015 an und seit dem 1. Januar 2019 wird die neue geräteunabhän-
gige Abgabe für Radio und Fernsehen bei Haushalten und Unternehmen
erhoben (vgl. Art. 86 Abs. 1 RTVV; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O.,
Rz. 2875).
2.3
2.3.1 Gemäss Art. 68 Abs. 1 RTVG erhebt der Bund eine Abgabe zur
Finanzierung der Erfüllung des verfassungsrechtlichen Leistungsauftrags
von Radio und Fernsehen (vgl. vorangehend E. 2.1). Die (Gesamt-)Höhe
der Abgabe wird also ohne Weiteres dadurch begrenzt, dass der Gesamt-
ertrag nicht höher sein darf als die Kosten, welche den Veranstaltern
von Radio- und Fernsehprogrammen entstehen, um ihren Leistungsauf-
trag zu erfüllen (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 2875; vgl. auch
Art. 68a Abs. 1 Bst. a - g RTVG; Urteile des BVGer A-2025/2019 vom
24. April 2020 E. 2.3.1, A-1378/2019 vom 5. Dezember 2019 E. 2.3.1).
2.3.2 Die Abgabe wird pro Haushalt und pro Unternehmen erhoben
(Art. 68 Abs. 2 RTVG). Gemäss Art. 68a Abs. 1 RTVG ist die Bestimmung
der genauen Höhe der Abgabe für Haushalte und für Unternehmen dem
Bundesrat übertragen, wobei in dieser Gesetzesbestimmung festgehalten
wird, welcher Bedarf für die Höhe der Abgabe massgebend ist (vgl. Art. 68a
Abs. 1 Bst. a - g RTVG). Der Gesetzgeber hat bewusst darauf verzichtet,
die konkrete Höhe der Unternehmensabgabe auf Gesetzesstufe festzule-
gen. Damit sollte verhindert werden, dass das Parlament allenfalls durch
Verknappung der Mittel indirekt auf die Programmgestaltung Einfluss neh-
men könnte, womit die in Art. 93 Abs. 3 BV gewährleistete Unabhängigkeit
von Radio und Fernsehen gefährdet würde (vgl. BBl 2013 4976 4995;
vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 2875). Dass der Bundesrat und
nicht das Parlament die Höhe der Abgabe festlegen soll, hat das Parlament
im Dezember 2010 bestätigt, indem es einer parlamentarischen Initiative
keine Folge leistete, welche diese Kompetenz der Bundesversammlung
zuweisen wollte (Parlamentarische Initiative N. Rickli «Kompetenz für Ra-
dio- und Fernsehgebühren beim Parlament» [09.411] vom 19. März 2009
[AB 2010 S 1347; BBl 2013 4976 4998 f.]; zum Ganzen: Urteile des BVGer
A-2025/2019 vom 24. April 2020 E. 2.3.1 und A-1378/2019 vom 5. Dezem-
ber 2019 E. 2.3.1).
2.4
2.4.1 Als «Unternehmen» gilt gemäss Art. 70 Abs. 2 RTVG, wer bei der
ESTV im Register der mehrwertsteuerpflichtigen Personen eingetragen ist.
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Nach Art. 70 Abs. 1 RTVG ist ein solches Unternehmen abgabepflichtig,
wenn es den vom Bundesrat festgelegten Mindestumsatz in der im voran-
gegangenen Kalenderjahr abgeschlossenen Steuerperiode nach Art. 34
des Bundesgesetzes vom 12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer
(MWSTG; SR 641.20) erreicht hat.
2.4.2 Unter «Umsatz» im Sinne von Art. 70 Abs. 1 RTVG wird der gesamte
von einem Unternehmen erzielte, gemäss MWSTG zu deklarierende Ge-
samtumsatz ohne Mehrwertsteuer (vgl. nachfolgend E. 2.5.1), unabhängig
von seiner mehrwertsteuerlichen Qualifikation, verstanden (Art. 70 Abs. 3
RTVG). Andere steuerliche Qualifikationen des Umsatzes spielen für die
Abgabe keine Rolle: So ist es unerheblich, ob ein Umsatz aus Sicht der
Mehrwertsteuer im Ausland oder Inland erzielt wurde, aus dem Export
von Gütern stammt, steuerbar, von der Steuer ausgenommen oder steuer-
befreit ist etc. Der für die Abgabe massgebende Umsatz ist somit umfas-
sender definiert als der steuerbare Umsatz für die Mehrwertsteuer
(vgl. BBl 2013 4976 5009). Gemäss Art. 70 Abs. 4 RTVG hat der Bundesrat
den Mindestumsatz so festzulegen, dass kleine Unternehmen von der Ab-
gabe befreit sind. Die Höhe der Abgabe richtet sich nach dem Umsatz, wo-
bei der Bundesrat mehrere Umsatzstufen mit je einem Tarif pro Stufe fest-
legt (Tarifkategorien; Art. 70 Abs. 5 RTVG).
Als Bemessungsgrundlage für die Unternehmensabgabe für Radio und
Fernsehen wurden ursprünglich neben dem Umsatz auch weitere Möglich-
keiten in Betracht gezogen, letztlich jedoch verworfen. Geprüft wurde ge-
mäss Botschaft etwa die Anknüpfung an die Lohnsumme oder an die An-
zahl Angestellter eines Unternehmens. Beide Werte würden jährlich im
Rahmen der AHV erhoben. Zum einen würde sich aber die Dezentralisie-
rung der Datenbasis nachteilig auf die Effizienz des Systems auswirken,
denn die Angaben müssten von den über 100 AHV-IV-Ausgleichskassen
bezogen werden. Zum anderen hätte das Kriterium der Lohnsumme die
unerwünschte Folge, dass die Arbeitskosten stärker belastet würden. Die
Zahl der Angestellten als Kriterium führe sodann zu Verzerrungen, da die
AHV-Statistik nicht zwischen temporärem bzw. teilzeitlichem Arbeitseinsatz
und Vollzeitarbeit unterscheide. Dies würde bestimmte Branchen mit einem
grossen Anteil von temporär Angestellten wie das Gastgewerbe und die
Landwirtschaft benachteiligen (vgl. BBl 2013 4975 4991; zum Ganzen: Ur-
teile des BVGer A-1078/2019 vom 7. Juli 2020 E. 3.3.4.2 und A-1378/2019
vom 5. Dezember 2019 E. 2.3.2).
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2.4.3 Gestützt auf Art. 70 Abs. 4 und 5 RTVG bestimmte der Bundesrat in
Art. 67b Abs. 1 RTVV, dass kleine Unternehmen mit einem Umsatz von
weniger als Fr. 500'000.-- von der Abgabepflicht ausgenommen sind und
gemäss Art. 67b Abs. 2 RTVV beträgt die jährliche Abgabe eines Unterneh-
mens pro Jahr:
Umsatz in Fr. Abgabe in Fr. in % des Umsatzes
Stufe 1 500'000 bis 999'999 365 0.07 bis 0.04
Stufe 2 1'000'000 bis 4'999'999 910 0.09 bis 0.02
Stufe 3 5'000'000 bis 19'999'999 2'280 0.05 bis 0.01
Stufe 4 20'000'000 bis 99'999'999 5'750 0.03 bis 0.006
Stufe 5 100'000'000 bis 999'999'999 14'240 0.01 bis 0.0014
Stufe 6 1'000'000'000 und mehr 35'590 0.0036
2.5
2.5.1 Die Mehrwertsteuer ist eine vom Bund erhobene allgemeine Ver-
brauchssteuer nach dem System der Netto-Allphasensteuer. Diese be-
zweckt die Besteuerung des nicht unternehmerischen Endverbrauchs im
Inland (Art. 1 Abs. 1 MWSTG). Als Mehrwertsteuer wird eine Steuer auf
den im Inland von steuerpflichtigen Personen gegen Entgelt erbrachten
Leistungen (Inlandsteuer), eine Steuer auf dem Bezug von Leistungen von
Unternehmen mit Sitz im Ausland durch Empfänger und Empfängerinnen
im Inland (Bezugsteuer) sowie eine Steuer auf der Einfuhr von Gegenstän-
den (Einfuhrsteuer) erhoben (Art. 1 Abs. 2 MWSTG).
2.5.2 Die Mineralölsteuer ist im Unterschied zur Mehrwertsteuer nicht eine
allgemeine, sondern eine besondere Verbrauchssteuer. Sie umfasst eine
Steuer auf Erdöl, anderen Mineralölen, Erdgas und den bei ihrer Verarbei-
tung gewonnenen Produkten sowie auf Treibstoffen sowie einen Mineral-
ölsteuerzuschlag auf Treibstoffen (vgl. Art. 1 des Mineralölsteuergesetzes
vom 21. Juni 1996 [MinöStG; SR 641.61]). Besondere Verbrauchssteuern,
zu welchen beispielsweise auch die Tabaksteuer, die Bier- sowie die Alko-
holsteuer zählen, sind – genauso wie Zölle – Einphasensteuern
(www.ezv.admin.ch/ezv/de/home/informationen-firmen/steuern-und-abga-
ben/einfuhr-in-die-schweiz/mineraloelsteuer.html; letzmals abgerufen am
17. September 2020).
Nach Art. 3 Abs. 1 MinöStG unterliegen der Steuer die Herstellung oder die
Gewinnung von Waren nach den Art. 1 und Art. 2 MinöStG (jeweils Abs. 1
und Abs. 2 im Inland (Bst. a) sowie die Einfuhr solcher Waren ins In-
land (Bst. b). Als Inland gelten das schweizerische Staatsgebiet und die
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Seite 11
Zollanschlussgebiete, nicht jedoch die Zollausschlussgebiete (Art. 3 Abs. 2
MinöStG).
2.6 Öffentliche Abgaben werden grob in Steuern, Kausalabgaben und Len-
kungsabgaben unterteilt (BGE 135 I 130 E. 2; Urteile des BGer 2C_24/
2012 vom 12. April 2012 E. 4.1 und 2C_579/2009 vom 25. Juni 2010 E. 3;
BLUMENSTEIN/LOCHER, a.a.O., S. 2).
2.6.1 Eine Steuer ist eine Geldleistung, die der Staat oder ein von ihm dazu
ermächtigtes Gemeinwesen kraft seiner Gebietshoheit von den dieser un-
terworfenen Individuen zur Deckung seines Finanzbedarfs erhebt (BLU-
MENSTEIN/LOCHER, a.a.O., S. 6). Steuern sind voraussetzungslos bzw.
nach neuerer Terminologie «gegenleistungslos» geschuldet, d.h. unabhän-
gig vom konkreten Nutzen oder Verursacheranteil der steuerpflichtigen
Person. Mit anderen Worten erfolgt keine individuell zurechenbare Gegen-
leistung durch den Staat (BGE 140 I 176 E. 5.2; Urteile des BGer
2C_604/2017 vom 10. Januar 2018 E. 3.2.1, 2C_1074/2016 vom 20. Juni
2017 E. 4.1, 2C_519/2016 vom 4. September 2017 E. 3.5.4 m.H.).
2.6.2 Demgegenüber sind Kausalabgaben als Entgelt (Äquivalent) für eine
bestimmte staatliche Gegenleistung oder besondere Vorteile zu entrichten
(BGE 143 I 220 E. 4.2, 140 I 176 E. 5.2, 135 I 130 E. 2; Urteil des BVGer
A-1378/2019 vom 5. Dezember 2019 E. 2.4).
2.6.3 Diese Abgrenzung ist insofern relevant, als eine Steuer anderen Re-
geln zu folgen hat als eine Kausalabgabe (vgl. für eine kurze Übersicht:
RENÉ WIEDERKEHR, Sonderabgaben, recht, 2017, S. 43 ff., S. 45 f., s.a.
etwa MICHAEL BEUSCH, in: Häner/Waldmann (Hrsg.), Kausalabgaben,
2015, S. 43 f.). Zur Erhebung einer Steuer durch den Bund ist eine Befug-
nis in der Bundesverfassung erforderlich (vgl. Art. 3 BV; statt vieler:
BLUMENSTEIN/LOCHER, a.a.O., S. 8, ausführlich auch zu neueren Tenden-
zen: MARTIN KOCHER, Die bundesgerichtliche Kontrolle von Steuernor-
men, 2018, S. 499 ff. und HETTICH/WETTSTEIN, Rechtsfragen um Kosten-
anlastungssteuern, ASA 78 S. 537 ff., S. 551 ff.). Die Unterscheidung ist
des Weiteren im Hinblick auf die Anforderungen an die gesetzliche Grund-
lage von Bedeutung (vgl. BGE 140 I 176 E. 5.2). So gelten für Steuern die
in Art. 127 Abs. 1 BV verankerten Grundsätze betreffend die gesetzliche
Grundlage streng, bei den Kausalabgaben sind sie gelockert, sofern das
Mass der Abgabe durch das Kostendeckungs- und das Äquivalenzprinzip
begrenzt wird. Des Weiteren gelten für die Steuern die Grundsätze von
A-2902/2019
Seite 12
Art. 127 Abs. 2 BV (vgl. E. 1.7.2), nicht aber das Kostendeckungs- und das
Äquivalenzprinzip, welche auf Kausalabgaben anwendbar sind.
2.6.4 Die Radio- und Fernsehgebühren wurden früher als Regalabgabe
gesehen (BGE 121 II 183 E. 3a und 3b; BLUMENSTEIN/LOCHER, a.a.O., S. 4
[Fn. 8]). Von dieser Qualifikation ist das Bundesgericht jedoch abgekom-
men (vgl. BGE 141 II 182 E. 6.4 ff.). Es kam zum Schluss, dass die Emp-
fangsgebühr für Radio und Fernsehen weder als Regalabgabe noch als
Gegenleistung für eine andere vom Bund erbrachte Dienstleistung betrach-
tet werden könne. Vielmehr sei es eine vom Bund hoheitlich erhobene
Abgabe, welche dazu diene, gebührenfinanzierte Veranstalter, namentlich
die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft SRG, zu unterstützen.
Damit sei sie eher als eine «Zwecksteuer» oder «Abgabe sui generis»
(Abgabe eigener Art) zu qualifizieren. Weiter schreibt das Bundesgericht in
diesem Urteil, die Abgabe sei in etwa vergleichbar mit einer Kurtaxe (vgl.
BGE 141 II 182 E. 6.7). Nach feststehender Rechtsprechung gilt die Kur-
taxe als sog. «Kostenanlastungssteuer» (vgl. dazu nachfolgend E. 2.6.5),
und damit als (Zweck-)Steuer (vgl. Urteile des BGer 2C_947/2019 vom
13. Februar 2020 E. 3.3 f., 2C_519/2016 vom 4. September 2017 E. 3.5.3,
2C_150/2015 vom 9. Juni 2015 E. 3.3.2, BGE 124 I 289 E. 3b; s.a.
KOCHER, a.a.O. S. 505 f. m.H.). In einem anderen Urteil (nach wie vor zur
altrechtlichen RTVG-Abgabe) hat das Bundesgericht festgehalten, dass
diese «eher eine Zwecksteuer als eine Kausalabgabe darstellt» (Urteil des
BGer 2C_238/2019 vom 14. März 2019 E. 3.3, unter Hinweis auf BGE 141
II 182 E. 6.7).
2.6.5 Unter den Begriff der Kostenanlastungssteuern fallen Sondersteuern,
die einer bestimmten Gruppe von Personen auferlegt werden, weil diese
zu bestimmten Aufwendungen des Gemeinwesens in einer näheren Bezie-
hung stehen als die übrigen Steuerpflichtigen (BGE 143 II 283 E. 2.3.2,
131 II 271 E. 5.3; Urteil des BGer 2C_794/2015 vom 22. Februar 2016
E. 3.2.3; allgemein zu dieser Abgabenart: KOCHER, a.a.O., S. 505 ff.;
WIEDERKEHR, a.a.O., S. 50 ff.; HETTICH/WETTSTEIN, a.a.O., S. 547 f.).
In einem weiteren Urteil hat das Bundesgericht erklärt, Kostenanlastungs-
steuern würden, im Gegensatz zu den reinen Finanzsteuern, nicht völlig
ausserhalb eines gewissen – wenn auch nur ansatzweisen – Leistungs-
austausches stehen. Sie fänden ihre Legitimation darin, dass die betreffen-
den Aufwendungen des Gemeinwesens dem abgabepflichtig erklärten Per-
sonenkreis eher anzulasten seien als der Allgemeinheit (sog. einfache
Gruppenäquivalenz), sei es aufgrund der «abstrakten Nutzernähe», d.h.
weil diese Gruppe von den Leistungen generell stärker profitiert als andere,
A-2902/2019
Seite 13
sei es aufgrund der «abstrakten Kostennähe», d.h. weil sie als hauptsäch-
liche Verursacherin dieser Aufwendungen erscheint (vgl. Urteil des BGer
2C_519/2016 vom 4. September 2017 E. 3.5.4). Dennoch reicht auch die-
ser «ansatzweise Leistungsaustausch» nach der Rechtsprechung nicht
aus, um von einer Kausalabgabe auszugehen. Auch die Kostenanlas-
tungssteuer ist eine Steuer und hat den entsprechenden Grundsätzen zu
folgen (vgl. etwa BGE 124 I 289 E. 3b).
2.6.6 Was nun die seit dem Jahr 2019 erhobene neue RTVG-Abgabe an-
belangt, so besteht bezüglich der Rechtsnatur Uneinigkeit.
In der Botschaft vom 29. Mai 2013 (BBl 2013 5041) wurde festgehalten,
dass die juristische Einordnung der vorgesehenen Abgabe in die herkömm-
lichen Abgabekategorien Schwierigkeiten bereite, wobei auf das Rechts-
gutachten MÜLLER/LOCHER Bezug genommen wurde, in welchem von einer
«Kostenanlastungsabgabe» gesprochen wird, die weder eine «klassische»
Steuer noch eine reine Kausalabgabe darstelle, sondern Merkmale bei-
der Abgabearten aufweise (a.a.O., S. 20, sowie S. 17). Diese Qualifikation
wurde von HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN (a.a.O., Rz. 2874) sowie von
BLUMENSTEIN/LOCHER (a.a.O., S. 4, Fn. 8) übernommen.
Nach anderer Auffassung handelt es sich um eine Steuer, mehrheitlich
wird von einer «Zwecksteuer» gesprochen (WIEDERKEHR, a.a.O., S. 57 f.;
KOCHER, a.a.O., S. 508 f. m.w.H.; HETTICH/WETTSTEIN, a.a.O., S. 541).
Diese Autoren gehen somit – anders als die vorstehend zitierten Meinun-
gen – nicht von einer Mischform zwischen Steuer und Kausalabgabe aus,
sondern von einer (reinen) Steuer, welche allein den für Steuern geltenden
Grundsätzen unterliegt (ebenso zumindest im Ergebnis PETER KARLEN,
Zum Erfinden neuer öffentlicher Abgaben, ZBl 2014, S. 1 f.).
In seinem Urteil A-1378/2019 vom 5. Dezember 2019 hat das Bundesver-
waltungsgericht von einer definitiven Qualifikation der neuen RTVG-Ab-
gabe abgesehen. In Erwägung 2.4 wurde im Wesentlichen auf die Bot-
schaft sowie das Rechtsgutachten MÜLLER/LOCHER verwiesen, in der Sub-
sumption konnte die Frage aber offengelassen werden, da sie für die zu
beantwortenden Rechtsfragen nicht entschieden werden musste. Festge-
halten wurde, dass keine «reine Kausalabgabe» vorliege (E. 2.4,
E. 3.4.1.2) und es wurden die primär auf Steuern zugeschnittenen Grund-
sätze von Art. 127 Abs. 2 BV als anwendbar bezeichnet (E. 3.4.2.1 f.).
A-2902/2019
Seite 14
2.6.7 Aufgrund der im vorliegenden Fall aufgeworfenen Rechtsfragen und
namentlich der Rüge der fehlenden verfassungsmässigen Grundlage für
die Unternehmensabgabe für Radio und Fernsehen, ist die Rechtsnatur
der Abgabe von entscheidender Bedeutung (vgl. E. 2.6.3) und im Folgen-
den zu klären.
Die Unternehmensabgabe für Radio und Fernsehen ist voraussetzungslos
und gegenleistungslos geschuldet. Jedes mehrwertsteuerpflichtige Unter-
nehmen (welches überdies einen bestimmten Mindestumsatz erzielt, vgl.
E. 2.4.1 ff.) hat die Abgabe zu entrichten, unabhängig davon, ob es ein
Empfangsgerät besitzt oder nicht und unabhängig davon, ob es ein Radio-
oder Fernsehprogramm bezogen hat oder nicht. Die Abgabe ist damit so-
wohl «geräteunabhängig» als auch «konsumunabhängig» (vgl. vorange-
hend E. 2.2.1; Botschaft, BBl 2013 4975 4983 f.; Urteil A-1378/2019 vom
5. Dezember 2019 E. 2.2.1, 3.4.1.2; vgl. auch KOCHER, a.a.O., S. 508 f.,
Rz. 1355; WIEDERKEHR, a.a.O., S. 57 f.). Bereits im Urteil A-1378/2019 vom
5. Dezember 2019 wurde festgehalten, dass die Abgabe gerade nicht (nur)
eine Abgeltung für den effektiven Konsum des Radio- und Fernsehpro-
gramms darstellt – weshalb sie sich auch nicht als reine Kausalabgabe
präsentiere (E. 3.4.1.2 des Urteils). Diese Auffassung entspricht im Übri-
gen auch den vorangehend in Erwägung 2.6.4 erwähnten Urteilen des
Bundesgerichts 2C_238/2019 vom 14. März 2019 und BGE 141 II 182. In
Letzterem hat das Bundesgericht bereits für die alte RTVG-Abgabe (die
nur für natürliche Personen anwendbar war) festgehalten, dass die Abgabe
keine Gegenleistung für eine vom Bund erbrachte Dienstleistung darstelle
(E. 6.7). Für die hier in Frage stehende neue Unternehmensabgabe, wel-
che noch mehr vom Vorhandensein von Geräten und vom Bezug von Pro-
grammen unabhängig gemacht wurde, muss dies umso mehr gelten. Das
Bundesverwaltungsgericht schliesst sich nach dem Gesagten der Lehrmei-
nung an, welche bei der Unternehmensabgabe für Radio und Fernsehen
von einer Steuer ausgeht (vgl. vorangehend E. 2.6.6).
Im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1378/2019 vom 5. Dezember
2019 wurde des Weiteren ausgeführt, mit dieser Abgabe werde das verfas-
sungsmässig garantierte Gut einer unabhängigen und qualitativ hochste-
henden Informationsversorgung via Radio und Fernsehen finanziert. Von
einem funktionierenden und unabhängigen Rundfunksystem und der dar-
aus resultierenden Staats- und Wirtschaftsstabilität profitierten auch die ju-
ristischen Personen und namentlich auch Unternehmen, welche gemäss
eigenen Angaben nie ein schweizerisches Programm konsumieren
(E. 3.4.1.2 des genannten Urteils). Dieser abstrakte Nutzen kann jedoch
A-2902/2019
Seite 15
nicht als konkrete und individuell zurechenbare Gegenleistung oder als in-
dividuell zurechenbarer Vorteil (im Sinn einer Kausalabgabe, E. 2.6.2) be-
zeichnet werden. Dies gilt ebenso für die im Rechtsgutachten MÜLLER/
LOCHER (a.a.O. S. 13 f.) genannte blosse Möglichkeit des Empfangs von
Programmen. Das Bestehen eines solchen bloss abstrakten Nutzens bei
einem Abgabepflichtigen könnte allenfalls (bei Erfüllen der weiteren Merk-
male) zur Qualifikation als Kostenanlastungssteuer (vgl. dazu E. 2.6.5) füh-
ren. Bei der Unternehmensabgabe für Radio und Fernsehen ist aber frag-
lich, ob diejenigen Subjekte als abgabepflichtig erklärt wurden, die in einer
näheren Beziehung zu den Aufwendungen stehen als die Allgemeinheit
(ebenso: WIEDERKEHR, a.a.O., S. 57 f.). Ob eine Kostenanlastungssteuer
vorliegt, muss aber hier nicht entschieden werden, denn auch diese quali-
fiziert nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung als Steuer (und nicht als
Mischform) und untersteht den entsprechenden Regeln (vgl. dazu
E. 2.6.3).
Zusammenfassend begründen nicht einem Individuum zurechenbare Leis-
tungen oder Vorteile die vorliegende Unternehmensabgabepflicht, sondern
allein die Gebietsunterworfenheit, sind doch grundsätzlich alle Unterneh-
men in der Schweiz (ab einem bestimmten Mindestumsatz) steuerpflichtig,
wobei aus Praktikabilitätsgründen auf die Mehrwertsteuerpflicht in der
Schweiz abgestellt wird (E. 2.4). Damit handelt es sich nicht um eine Kau-
salabgabe, sondern vielmehr um eine Steuer und die für Steuern geltenden
Grundsätze sind zu beachten (vgl. vorangehend E. 2.6.3).
3.
3.1 Im vorliegenden Verfahren ist zu prüfen, ob die Vorinstanz gegenüber
der Beschwerdeführerin zu Recht verfügt hat, dass diese für das Jahr 2019
Fr. 14'240.-- an Unternehmensabgabe für Radio und Fernsehen (vgl.
Sachverhalt Bst. A.d) zu entrichten habe.
3.2 Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin zu den mehrwertsteuer-
pflichtigen Personen gehört und zwischen dem 1. Januar 2017 und dem
31. Dezember 2017 einen Umsatz in Höhe von [über Fr. 150'000'000.--]
erzielt hat (Sachverhalt Bst. A.a). Die Beschwerdeführerin rügt jedoch Fol-
gendes:
3.2.1 Die Abgabe für Radio und Fernsehen erreiche nicht den Grad des
Zusammenhangs zwischen Abgabepflicht und Verwendungszweck, den
eine Kostenanlastungssteuer charakterisiere. Damit stelle die Abgabe eine
A-2902/2019
Seite 16
allgemeine Zwecksteuer dar, wofür es aber an einer verfassungsmässigen
Grundlage mangle. Damit sei die Abgabe verfassungs- bzw. rechtswidrig.
3.2.2 Die Beschwerdeführerin geht sodann von einer echten Gesetzeslü-
cke aus, welche darin besteht, dass der Umsatz für die Bemessung der
geschuldeten Unternehmensabgabe gemäss Art. 70 Abs. 3 RTVG
(E. 2.4.2) zwar um die Mehrwertsteuer, nicht aber um die aus ihrer Sicht
damit vergleichbare Mineralölsteuer bereinigt werde. Die Parallelen zwi-
schen diesen beiden Steuern seien unverkennbar, weshalb sich eine
– durch richterliche Lückenfüllung herbeizuführende – Gleichbehandlung
aufdränge. Durch beide Steuern werde der Umsatz eines Unternehmens
künstlich erhöht, ohne dass dies durch Erträge aus der Unternehmenstä-
tigkeit geschehe oder etwas über die wirtschaftliche Tätigkeit und den wirt-
schaftlichen Erfolg des Unternehmens aussage. Werde diese Lücke nicht
geschlossen, habe dies die Verletzung des Grundsatzes der Besteuerung
nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit dadurch zur Folge, dass für
die Festsetzung der von der Beschwerdeführerin zu bezahlenden Unter-
nehmensabgabe auf den Umsatz abgestellt werde, welcher durch die Be-
lastung der Beschwerdeführerin mit der Mineralölsteuer um rund 50% auf-
gebläht sei. Mit anderen Worten werde sie zu Unrecht gleich behandelt wie
Unternehmen, deren Jahresumsatz nicht zu rund der Hälfte aus Mineralöl-
steuern bestehe. Solche Unternehmen würden eine viel höhere Wert-
schöpfungsquote aufweisen und auch einen höheren Jahresgewinn – auf
welchen es letztlich ankomme – erzielen. Damit würde letztlich auch der
Grundsatz der Gleichmässigkeit der Besteuerung, das Prinzip der Besteu-
erung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit sowie das Willkürverbot
verletzt.
3.3 Auf die Rügen der Beschwerdeführerin ist wie folgt einzugehen:
3.3.1 Wie dargelegt, wird die hier in Rede stehende Abgabe – in Überein-
stimmung mit der Ansicht der Beschwerdeführerin – als Steuer qualifiziert
(vgl. E. 2.6.7). Diese ist in Art. 68 Abs. 1 und 2 RTVG verankert und wird in
den Art. 70 ff. RTVG geregelt (E. 2.3.1 f.). Dieses Gesetz wiederum fusst
in Art. 93 BV, welcher dem Bund nicht nur eine umfassende Gesetzge-
bungskompetenz einräumt, sondern ihn gleichsam dazu verpflichtet, für die
Erfüllung des verfassungsmässigen Leistungsauftrags zu sorgen und des-
sen Finanzierung zu gewährleisten (E. 2.1). Selbst wenn diese verfas-
sungsmässige Grundlage mit Blick auf ihren Detaillierungsgrad als unzu-
reichend für die Erhebung einer Steuer zu qualifizieren wäre, sind die Be-
stimmungen des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen aufgrund
A-2902/2019
Seite 17
des Anwendungsgebots von Art. 190 BV dennoch im konkreten Fall anzu-
wenden (E. 1.5.3). Die Beschwerdeführerin vermag in diesem Sinne aus
der Rüge einer fehlenden verfassungsmässigen Grundlage nichts zu ihren
Gunsten abzuleiten.
3.3.2 Im Weiteren ist zu prüfen, ob sich Art. 70 Abs. 3 RTVG – wie die Be-
schwerdeführerin rügt – als lückenhaft erweist. Die Beschwerdeführerin er-
blickt eine (echte) Gesetzeslücke darin, dass gemäss Art. 70 Abs. 3 RTVG
der als Berechnungsgrundlage dienende Umsatz eines Unternehmens
zwar um die darin enthaltene Mehrwertsteuer als allgemeiner Verbrauchs-
steuer zu bereinigen sei (vgl. E. 2.5.2), nicht aber um andere Faktoren, wie
beispielsweise die besonderen Verbrauchssteuern, zu welchen auch die
vorliegend streitbetroffene Mineralölsteuer gehört.
Wie vorangehend in Erwägung 1.5.2 dargelegt, ist richterliche Lückenfül-
lung ausschliesslich in jenen Fällen möglich, in welchen eine (echte) Ge-
setzeslücke vorliegt, d.h. wenn sich eine Regelung als unvollständig er-
weist, weil sie jede Antwort auf die sich stellende Rechtsfrage schuldig
bleibt. Dies ist im vorliegenden Fall nicht gegeben. Aus dem unmissver-
ständlichen Gesetzeswortlaut geht klar hervor, dass der massgebliche Um-
satz, nach welchem sich die jeweilige Höhe der Unternehmensabgabe für
Radio und Fernsehen richtet, sich aus dem gemäss Mehrwertsteuergesetz
erzielten und zu deklarierenden Gesamtumsatz zusammensetzt; dieser ist
nach dem Gesetzestext nur um die darin enthaltene Mehrwertsteuer und
nicht auch um andere Faktoren (wie beispielsweise die Mineralölsteuer) zu
bereinigen.
Soweit sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt stellt, das Gesetz
gebe zwar eine Antwort auf die sich stellende Frage nach der korrekten
Bemessungsgrundlage für die Festlegung der Höhe der effektiv geschul-
deten Abgabe für Radio und Fernsehen, diese erweise sich jedoch als un-
befriedigend, ist vorab darauf hinzuweisen, dass in solchen Fällen grund-
sätzlich eine unechte Lücke vorliegt, die auszufüllen dem Richter verwehrt
ist (E. 1.5.2). Anders verhielte es sich nur, wenn die vom Gesetz gegebene
Antwort als sachlich unhaltbar angesehen werden müsste bzw. auf einem
offensichtlichen Versehen des Gesetzgebers, einer gesetzgeberischen In-
kongruenz oder einer planwidrigen Unvollständigkeit beruhen würde. Da-
von ist im vorliegenden Fall nicht auszugehen. In Zusammenhang mit dem
Systemwechsel hin zur geräteunabhängigen Abgabe für Radio und Fern-
sehen wurde explizit auf eine möglichst einfache Erhebung mit geringem
administrativem Aufwand sowohl auf Seiten der Erhebungsstelle als auch
A-2902/2019
Seite 18
auf Seiten der Unternehmen geachtet. Einzelfallprüfungen sollten deshalb
vermieden werden und es sollte an bereits von anderen Behörden erho-
bene Sachverhalte angeknüpft werden (BBl 2013 4975 4985). Weiterge-
hende Ausnahmeregelungen als jener, wonach der massgebende Umsatz
um die Mehrwertsteuer bereinigt sein soll, würde diesem Ziel in erheblicher
Weise zuwiderlaufen und wurden denn auch nicht vorgesehen. Entschei-
dend ist, dass der Gesetzgeber für alle Unternehmen in gleicher Weise auf
den mehrwertsteuerlichen Gesamtumsatz abstellen wollte.
Die Regelung von Art. 70 Abs. 3 RTVG erweist sich weder als sachlich
unhaltbar, noch kann sie als Resultat eines offensichtlichen Versehens des
Gesetzgebers verstanden werden. Ebensowenig liegt eine gesetzgeberi-
sche Inkongruenz oder planwidrige Unvollständigkeit vor. Die Bereinigung
des mehrwertsteuerlichen Gesamtumsatzes nur um die Mehrwertsteuer ist
gesetzgeberisch gewollt und dieser Entscheid des Gesetzgebers für den
Rechtsanwender verbindlich (vgl. E. 1.5.3).
Nach dem Gesagten liegt – entgegen der Auffassung der Beschwerdefüh-
rerin – keine echte Gesetzeslücke (vgl. E. 1.5.2) vor.
3.3.3 Was die Rügen der Beschwerdeführerin anbelangt, der Grundsatz
der Gleichmässigkeit der Besteuerung, das Prinzip der Besteuerung nach
der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit sowie das Willkürverbot seien ver-
letzt, ist Folgendes festzuhalten:
Zwar mag wohl zutreffen, dass viel mehrwertsteuerlicher Umsatz nicht
zwingend mit grosser wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit einhergeht und
das Abstellen auf den mehrwertsteuerlichen Umsatz ohne weitere Korrek-
tive eine relativ weitreichende Schematisierung bedeutet (vgl. Urteil des
BVGer A-1378/2019 vom 5. Dezember 2019 E. 3.4.2.4). Willkür kann darin
jedoch nicht erblickt werden.
Falls die Grundsätze der Gleichmässigkeit der Besteuerung bzw. der Be-
steuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit durch die – für das
Bundesverwaltungsgericht verbindliche (vgl. E. 1.5.3) – gesetzliche Rege-
lung der Unternehmensabgabe für Radio und Fernsehen allenfalls tangiert
würden, wäre dies hinzunehmen. Zu berücksichtigen ist in diesem Zusam-
menhang nicht zuletzt, dass diese Grundsätze nur gelten «soweit es die
Art der Steuer zulässt» (vgl. E. 1.7.2).
Was die Ausführungen der Beschwerdeführerin zur Verletzung des Äqui-
valenzprinzips betrifft, so ist darauf nicht weiter einzugehen, zumal dieses
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Prinzip durch den Umstand, dass die Unternehmensabgabe für Radio und
Fernsehen – in Einklang mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin – als
Steuer qualifiziert wird (vgl. vorangehend E. 3.3.1 und E. 2.6.7), ohnehin
nicht anwendbar ist (E. 2.6.3).
3.4 Die Beschwerdeführerin hat zwischen dem 1. Januar 2017 und dem
31. Dezember 2017 unbestrittenermassen einen massgeblichen Umsatz
von [über Fr. 150'000'000.--] erzielt (vgl. Sachverhalt Bst. A.a) und wurde
mit Blick auf die Erhebung der Unternehmensabgabe für Radio und Fern-
sehen für die Steuerperiode 2019 der Tarifkategorie 5 zugeteilt (vgl.
E. 2.4.3). Dies entspricht den anwendbaren Bestimmungen, womit die an-
gefochtene Verfügung nicht zu beanstanden und die Beschwerde vollum-
fänglich abzuweisen ist.
4.
4.1 Ausgangsgemäss hat die unterliegende Beschwerdeführerin die Ver-
fahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 2'500.--
festzusetzen (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE; SR 173.320.2]), wobei der einbezahlte Kostenvorschuss in
gleicher Höhe zur Bezahlung dieser Kosten zu verwenden ist.
4.2 Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1
VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario sowie Art. 7 Abs. 3
VGKE).
Das Dispositiv befindet sich auf der folgenden Seite.
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