Decision ID: b1ceb541-93bc-47cd-a008-0f6179c1c6c3
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964
, zuletzt als Chauffeur im Zeitungsvertrieb tätig (
Urk.
7/35
/1-21
S. 23), meldete sich am 2
5.
Juni 2012 zum Bezug von Leistun
gen der Invalidenversicherung an
,
unter Hinweis
auf
ein Bronchial
a
sthma,
einen erhöhten
Cholesterin
spiegel
,
Knieprobleme, eine Depression sowie weitere Beschwerden
(Urk. 7/1
2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, holte erwerbliche und medizinische Auskünfte ein und veranlasste eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung, die vom
Y._
durchgeführt wurde.
Das
Y._
-Gut
achten
wurde
am 12. August 2013
erstattet
(
Urk.
7/35
/1-21
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/37-
44) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 2. Mai 2014 ab (kein Anspruch auf eine Invalidenrente,
Urk.
2).
2.
Dag
egen erhob der Versicherte am
4.
Juni 2014 Beschwerde (
Urk.
1) mit den Anträgen,
die Verfügung vom
2.
Mai 2014
sei aufzuheben und es sei die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen. Eventuell sei ihm mindestens eine
Viertelsrente
zuzusprechen (S. 2). Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom
3.
Juli 2014 auf Abweisung der Beschwerde (Beschwerdeantwort, Urk. 6), wovon der Beschwerdeführer am
7.
Juli 2014 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8). Mit Eingabe vom 2
0.
Mai 2015 (
Urk.
9) reichte der Beschwerdeführer einen
B
ericht von
Dr.
med.
Z._
,
Fach
ärztin
F
MH für Rheumatologie und Innere
Medizin, vom 3
0.
Januar 2015 (
Urk.
10) zu den Akten, welcher der Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom 2
1.
Mai 2015 (
Urk.
11) zugestellt wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung vom
2.
Mai 2014 mit dem Ergebnis des
Y._
-Gutachtens vom 1
2.
August 201
3.
Sie verneinte einen Rentenanspruch, da
in der einjährigen Wartezeit
keine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40
%
bestanden habe. Zu den Vorbringen im
Vorbescheidverfahren
hielt die Beschwerdegegnerin fest,
der
am 1
8.
Juni
2013 diagno
stizierte
Diabetes mellitus führe
– wenn er gut eingestellt sei –
aus versicherungsmedizinischer Sicht zu keiner dauerhaften Eins
chränkung der Arb
eitsfähigkeit (
Urk.
2 S. 1 f.).
In
der
Beschwerdeantwort
vom
3.
Juli 2014
führte die Beschwerdegegnerin ergän
zend aus,
gestützt auf das
Y._
-Gutachten sei mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit davon aus
zugehen, dass keine langandauer
nde – über d
ie
pneu
mo
logisch
erklär
bar
en 30
%
hinausgehende
– Arbeitsunfähigkeit bestan
den habe. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer seit der Aufgabe seiner bis
herigen Tätigkeit keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen sei und damit nicht alles im Rahmen seiner Selbsteingliederungspflicht Zumutbare unternom
men habe, um die Folgen seiner Beschwerden zu mindern, könne nicht zu einer Invalidität im Sinne des IVG führen
(
Urk.
6)
.
2.2
Hiege
ge
n
wandte der Beschwerdeführer ein,
die Auswirkungen
des
erstmals im Juni 2013 diagnostizierten Diabetes mellitus Typ 2 mit Polyneuropathie seien nicht
klar
, weshalb sich die Rückweisung der Sache zwecks ergänzender inter
nistischer Abklärung aufdränge (
Urk.
1
Ziff.
4). Im Weiteren sei aber selbst ohne Berücksichtigung
des
Diabetes mellitus
Typ 2 und der Folgeerkrankung
Poly
neu
ropathie
gestützt auf das
Gutachten des
Y._
ein Rentenanspruch ausge
wiesen (
Ziff.
5).
3.
3.1
Das
Y._
erstattete der IV-Stelle am 1
2.
August 2013
ein
interdisziplin
ä
res
Gutachten betreffend die
Fachgebiet
e
Psychiatrie
(
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie)
,
i
nnere Medizin
(Dr.
med.
B._
, Facharzt für Innere Medizin und Onkologie FMH)
, Orthopädie/Trau
ma
to
logie
(
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie)
, Neurologie
(
Dr.
A._
)
und
Pneumologie
(
Dr.
med.
D._
, FMH
Pneumologie und Innere Medizin;
Urk. 7/3
5/1-21), gestützt auf die vorhandenen Arztberichte, auf eine persönliche Befragung sowie
auf
klinische Untersuchungen
und
Beur
teilungen in den einzelnen Fachgebieten
(S. 1).
Die Gutachter stellten
folgende
Diagnosen
(S. 16)
:
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit)
Verdac
ht auf rezidi
vierende Depression, derzeit beschwerdefrei
(
ICD-10 F33.4
)
Asthma bronchiale, aktuell partiell kontrolliert (nach GINA-Guidelines)
Lungen
funktion
am
21.6.13: mittelschwere, partiell reversi
bl
e, obstruktive
Ventilations
stö
rung
(FEV1 63% -> 71% Soll) mit Lungenüberblähung und statischem
air
trap
ping
Pseudoradiculäres
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit einer reaktiv
en
ileolum
balen
Ansatztendopathi
e
infolge langfristig vorliegender Fehl- und
Ü
berbelastung durch ein deutliches Übergewicht von
zirka
40 kg (BMI 36 kg/m
2
)
Gonarthrose beidseits
Verdacht auf degeneratives
HWS-Syndrom mit
pseudoradikulärer
Ausstrahlung in den linken Arm
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbe
itsf
ä
h
igkeit (letzte Tätigkeit)
Hypertoni
e, unter Therapie befriedigend eingestellt
Adipositas (BMI 36 kg/
m
2
)
Diabetes unter oralen
Antidiabetica
gut eingestellt
Verdacht auf Hypothyreose
d
ekompensierte
Platt-Knick-Spreizfüsse
Nabelhernienrezidi
v
ohne zwingende
OP-
lndikation
o
bstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS), ED 04/2013 Auto-CPAP-Therapie seit 04/2013,
residueller
AHI unter ausgezeichneter Therapieadhärenz von 1.3/h
Verdacht auf Zustand nach Spannungskopfschmerz
Verdacht auf Zustand nach
arz
t
n
ei
mittelinduzierte
m
Kopfschmerz
Verdacht auf Zustand nach Kopfschmerz bei unzureichend behandeltem Schlaf
apnoe-Syndrom
Sie führten dazu aus, a
us psychiatrischer Sicht ergäben sich derzeit keine Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit (S. 12).
Der klinische Befund der internisti
schen Untersuchung
sei
mit Ausnahme einer deutlic
hen Adipositas unauffällig
gewesen
. Ein
Diabetes sei bekannt und mit oralen
Antidiabetica
behandelt (S.
13).
Aus
pneumologischer
Sicht bestehe
indessen
zurzeit aufgrund des par
tiell kontrollierten Asthmas bronchiale mit einer aktuellen Atemreserve von 71
%
eine Verminderung der Arbeitsfähigkeit in der Grössenordnung von 30
%
. Wegen der grenzwertigen respiratorischen Partialinsuffizienz kämen keine kör
perlich anstrengenden Tätigkeiten in Frage. Zudem sollte auf eine
lufthygie
nisch
optimale Umgebung geachtet werden.
Bei dokumentiertem erfreulichem
Therapieerfolg bestehe keine zusätzliche Verminderung der Arbeitsfähi
gkeit infolge des OSAS (S. 15).
W
as die orthopädisch begründeten Funktionseinbussen betreffe
stehe eine begin
nende beidseitige Gonarthrose
im Vordergrund. Der klinisch führende Befund sei ein Streckdefizit links mehr als rechts sowie ein deutliches
retro
patel
lares
Gelenkreiben. Ansonsten sei die Kniefunktion beidseits noch ausrei
chend erhal
ten. Insbesondere bestünden keine Instabilität, keine
floride
Menis
copathie
und auch kein Hinweis für einen akuten arthritischen Kniegelenkreizzustand. Im Rahmen einer kürzlich in der Klinik
E._
stattgefundenen Abklärung sei festgestellt worden, dass derzeit noch keine operative Behandlungsindikation bestehe. Kniegelenkschonende Tätigkeiten seien somit zumutbar (S. 13)
.
Die
lumbovertebralen
Rückenschmerzen gründeten
bei einer vollständig freien Rumpf- und Rückenbeweglichkeit
rein funktionell
in
einer rechtsseitigen
ileolumbalen
Ansatztendinopathie
als
Folge einer anhaltenden statischen Fehl-
und Überbelastung
der distalen Lendenwirbelsäule bei einem Übergewicht von zirka 30 bis 40 Kilogramm (BMI 37kg/m
2
). Prinzipiell seien die
Rückenbe
schwerden
einer physiotherapeutischen Behandlung zugänglich. Vorrangig sei jedoch – auch unter dem Aspekt
,
eine physiotherapeutische Behandlung effi
zient zu machen – eine angemessene Reduzierung des Körpergewichts. Eine adäquate Gewichtsminderung von 30 bis 40 Kilogramm würde mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit zu einer spürbaren
Regredienz
sowohl der tieflumbalen Rückenschmerzen als auch der beidseitigen K
niegelenkbeschwerden beitragen.
Beim Versicherten zeigten sich
im Weiteren
bis auf
die
vermutete
n
pseudo
radiku
lären
Beschwerden im linken Arm keine neurologischen Auffälligkeiten (S. 14
f.
).
Zusammenfassend hielten die Gutachter fest, der
Beschwerdeführer
könne leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 Kilogramm im Wechsel von Sitzen, Stehen und Gehen ausführen. Zu vermei
den seien Tätigkeiten mit statischer Rumpfbelastung sowie
eine ständige vorn
übergebeugte Haltung
. Auch kniende, hockende, kauernde Tätigkeiten seien nicht möglich.
Bei der
bisherigen Tätigkeit als Fahrer eines Minibusses
,
welche
der Beschwerdeführer wegen einer betriebsinternen Umstellung habe aufgeben müssen (S. 14),
seien die vorbeschrieben
en Kriterien weitgehend erfüllt
(S. 17).
Zu
r Frage des
Beginn
s
der Arbeitsunfähigkeit
führten die
Y._
-Gutachter aus, aus orthopädischer Sicht wäre rein hypothetisch rückblickend seit der
Arbeits
aufgabe
im Jahr 2010 die Wiederaufnahme der früheren Tätigkeit anfangs zumindest auf einem 50%-Niveau zumutbar.
Bei der Wiederaufnahme einer Tätigkeit, die mit dem vorbeschriebenen Profil
übereinstimme
, soll
t
e anfangs und für einen Zeitrahmen von zirka drei Monaten nur von einem 50%igen Niveau ausgegangen werden. Nach hinreichender Eingewöhnung und auch in Korrelation
mit
eine
r
kontinuierlich erfolgende
n
Reduzierung des Körperge
wichts sei sodann eine Steigerung sukzessive möglich. Aus
pneumologischer
Sicht begründe das Asthma eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit um 30
%
. Gesamthaft bestehe somit aktuell eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
, eine Steige
rung auf 70
%
sei sukzessive möglich (S.
18).
3.2
Am 1
8.
Juni 2013
suchte
der Versicherte notfallmässig
die Klinik und Poliklinik für Innere Medizin des
F._
auf, unter Angabe von
cholikartigen
,
epigastrischen
abdominalen Schmerzen und zudem „Brennen“ in allen vier
Extremitäten
.
Die behandelnden Ärzte diagnostizierten
ein
en
Diabetes mellitus Typ 2
(Erstdiagnose)
sowie den Verdacht auf eine Gastroenteritis und hielten fest, die brennenden Beschwerde
n
in allen vier Extremitäten würden sie am ehesten im Rahmen einer Polyneuropathie bei
einem unbehandelten
Diabe
tes Mellitus Typ
2
sehen. Sie hätten
diesbezüglich
eine Therapie mit
Metformin
500
mg 1xd begonnen.
Die Notfallmediziner
baten den Hausarzt um Einstellung
des
Diabetes Mellitus Typ 2 und empfahlen des Weiteren die Vorstellung bei einer Diabetes- und Ernährungsberatung (Urk. 7/42).
3.3
Dr.
med.
G._
vom regionalen ärztlichen Dienst
(RAD)
der IV-Stelle hielt in ihrer Stellungnahme vom 3
0.
April 2014 fest, aus versicherungsmedizinischer Sicht führe ein gut eingestellter Diabetes mellitus zu keiner dauerhaften Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit. Zu berücksichtigen sei in der
Einstellungs
pha
se
(mehrere Wochen), dass Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten bezie
hungs
weise an gefährlichen Maschinen vermieden werden sollten (
Urk.
7/44 S.
2).
4.
4.1
Die Beweiswertigkeit des
Y._
-Gutachtens
vom 1
2.
August 2013
,
das
die Anfor
derungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage vollumfänglich erfüllt (
vgl. BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c
)
, ist zwischen den Parteien zu Recht unbestritten
.
Auch der Beschwerdeführer stellte im Grundsatz auf das in allen Teilen nachvollziehbare und differenzierte Gutachten ab,
machte allerdings geltend
,
die Auswirkungen
des
–
erst nach der
internisti
schen gutachterlichen Untersuchung
vom 1
5.
Mai 2013
anlässlich einer
Notfall
konsultation
im
F._
am 1
8.
Juni
2013 diagnostizierten
–
Diabetes mellitus Typ
2
seien
von der IV-Stelle nicht rechtsgenügend
abgeklärt worden
.
Er rügte namentlich, dass die RAD-Ärztin in ihrer Stellungnahme
keine Angaben zur im
Bericht des
F._
e
rwähnten
Folgeer
krankung
einer
Polyneuropathie
gemacht habe
(
Urk.
1
Ziff.
4)
.
4.2
Diesem Vorhalt
kann nicht gefolgt werden. Zum einen ist festzustellen, dass die Notfallärzte
die
Polyneuropathie, die
ihnen
als
einzig
mögliche Erklärung für die Schmerzen
erschien
, nicht einmal als Verdachtsdiagnose
aufführten
. Offen
sichtlich ergaben die weiteren Abklärungen – die Notfallmediziner empfahlen eine Vorstellung beim Hausarzt am darauffolgenden Tag – keine neuen Erkennt
nissen, welche diese Vermutung erhärtet
hätt
en.
Der
Beschwerdeführer
legte
im laufenden Beschwerdeverfahren
einen rheumatologischen Untersu
chungsbericht
von Dr.
Z._
vom 30.
Januar 2015 zuhanden des Hausarztes
(Urk. 10)
auf
(
Urk.
9)
.
Auch
dort wurde
zwar
die Diagnose
eines
Diabetes melli
tus Typ
2 erwähnt
,
allerdings mit dem ausdrücklichen Hinweis,
dass
hierzu keine neuen Gesichtspunkte
bestünden
.
Zum anderen erscheint auch
fraglich
, ob
es sich bei
d
er
auf
der
Notfall
station
des
F._
gestellte
n
Diagnose
eines
Diabetes mellitus Typ 2
um
eine gegenüber de
m
bereits im Gutachtenszeitpunkt bekannten Diabetes „neu
e
Diagnose
“
han
delt
. Empfahlen die Notfallärzte doch
– in Unkenntnis der bereits laufenden Medikation (
Urk.
7/42 S.
3)
–
den
Beginn einer Behandlung mit
Metformin
500
mg/
täglich (
Urk.
7/42
S. 2
), was weit unter der im
internistischen
Y._
-
Teilg
utachten erwähnten
Do
sierung desselben Medikamentes von 1
‘
000 mg morgens und abends liegt (
Urk.
7/
35
/
22-28 S. 23). Auch die empfohlene Ein
stellung
des
Diabetes
mit regelmässigen
Kontrolle
n
hatte
ber
eits statt
gefunden
. D
ie Gutachter
gingen von
einem
unter oralen
Antidiabetica
gut eingestellten
Diabetes aus.
Es drängt sich die Vermutung auf, dass die „Erstdiagnose“ auf Laborbefunden
und
in Unkenntnis der bisherigen Krankheitsgeschichte beruht
e. Der Versicherte spricht schlecht Deutsch (
Urk.
7/35/1-21 S. 8); es bestanden Verständigungsprobleme (
Urk.
7/42 S. 4)
.
Wa
s den
Diabetes mellitus Typ 2 betrifft
,
bleibt es somit bei der
schlüssigen
gut
achterlichen Würdigung, wonach
der gut eingestellte Diabetes
keinen Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit hat
(E. 3.1, vgl. auch die Stellungnahme der RAD-Ärztin, E. 3.3
; ferner etwa Bundesgerichtsurteil
8C_903/2014 vom 1
3.
August 2015 E. 4.3 mit Hinweisen, wonach Adipositas und Diabetes nach der Recht
sprechung grundsätzlich keine Invalidität zu begründen vermögen
)
. Daran
ver
mag der Umstand, dass beim Beschwerdeführer am 1
8.
Juni 2013
auf der
Not
fallstation
des
F._
einmalig
ein zu hoher
Blutzuckerspiegel
festgestellt wurde,
nichts
zu ändern
.
Es
sind in dieser Hinsicht
keine weiteren Abklärungen ange
zeigt, da von ihnen keine neuen
entscheidrelevanten
Ergebnisse zu erwarten sind
(antizipierte Beweiswürdigung;
BGE 136 I 229 E. 5.3
).
4.3
4.3.1
Zu
diskutieren bleib
t
indessen die
Frage nach den
Auswirkungen der
orthopädi
schen
Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit
, namentlich die
Massgeblichkeit der
gutachterliche
n
Einschränkung, wonach
dem Beschwerdeführer bei Wiederauf
nahme einer Tätigkeit zuerst während zirka dreier Monate lediglich ein 50
%
-Pensum und erst nach hinreichender Eingewöhnung
sowie auch in Korrelation
mit
eine
r
kontinuierlich erfolge
nden
Reduzierung des Körpergewichts eine Stei
gerung auf
ein
70
%
-Pensum
sukzessive möglich sei
. Hier gilt es zu berücksich
tigen
, dass
die Arbeitsfähigkeit ein unbestimmter Rechtsbegriff des formellen Gesetzes
darstellt
(Art.
6
ATSG; vgl.
auch
BGE 140 V 193
E. 3.1
f. zur
Aufga
benteilung
von rechtsanwendender Stelle und begutachtender Arztperson bei
der Beurteilung der Arbeitsf
ä
higkeit
).
Im Weiteren spielen
beim
Invaliditätsbe
griff
nur Einschränkungen in der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsfähigkeit eine Rolle, die voraussichtlich bestehen bleiben oder längere Zeit dauern (
Art.
8
Abs.
1 ATSG).
Die Rechtsanwender überprüfen die Angaben
der Arztpersonen zur Arbeitsunfähigkeit
frei,
und zwar
insbesondere daraufhin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben,
namentlich
, ob sie ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben
, die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (
Art.
7
Abs.
2 erster Satz ATSG), sowie, ob die versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage erfolgt ist (
Art.
7
Abs.
2 zweiter Satz ATSG
). Dies sichert die einheitliche und rechtsgleiche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (
BGE 141 V 281 E. 5.2.2 mit Hinweisen
).
4.3.2
Die
zunächst
für den Zeitraum von drei Monaten
ab Wiedereintritt ins Arbeits
leben attestierte
50%ige
A
rbeitsunfähig
keit
begründeten die Gutachte
r
im Wesent
lichen
mit
dem Umstand, dass der Beschwerdeführer nicht mehr gewohnt
sei,
regelmässig zu arbeiten. Der
Y._
-Teilgutachter und
Orthopäde
Dr.
C._
führte
hie
zu
aus, seit der arbeitgeberseitigen Kündigung im Jahr 2010
(wegen betriebsinterner Umstellung und Auslagerung;
Urk.
7/29-35 S. 32)
könne (aus orthopädischer Sicht) retrospektiv rein hypothetisch von einer fortbestehenden 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Nachdem aber inzwischen eine zirka zweijährige Arbeitslosigkeit und somit auch eine körperli
che Entwöhnung
von einer
regelmässigen
somatischen Belastung vorliege, sollte bei Wiedereintritt in eine angepasste Tätigkeit zu Beginn und für einen Zeitrahmen von drei Monaten nur von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausge
gangen werden.
Danach
sei eine sukzessive Steigerung auf ein 100%-Niveau möglich. Zur Besserung der Prognose und längerfristigen Erhaltung der Arbeitsfähigkeit sei zudem eine adäquate Gewichtsreduktion von 30 bis 40 Kilogramm innert eines Zeitrahmens von zirka zwei Jahren sinnvoll (
Urk.
7/29-35 S. 3
4
).
4.3.3
Aus diesen Ausführungen kann
aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht
nicht geschlossen werden, d
ass
beim
Beschwerdeführer bis zum Zeitpunkt der Einarbeitung in eine neue Tätigkeit
nur
von einer
Arbeitsfähigkeit von
50
%
auszugehen wäre
(vgl.
etwa
Urteil des Bundesgerichts 9C_385/2014 vom 2
4.
Oktober 2014 E.
4.3).
An dieser Würdigung
vermag auch der
vom Beschwerdeführer
neu
aufgelegte
rheumatologische Untersuchungsbericht
vom 30. Januar 2015 (Urk.
10)
von
Dr.
Z._
nichts zu änd
ern,
wonach der
Beschwerdeführer
der
zeit
zu
50
%
arbeitstätig sei
.
Der Beschwerdeführer
hielt im Weiteren dafür
,
der Bericht
von
Dr.
Z._
zeige,
dass eine
„
100%ige Arbeitsfähigkeit
“
aufgrund der diversen körperlichen Beschwerden illusorisch
sei (vgl.
Urk.
9)
.
Indes geht
auch die Beschwerdegegnerin von einer
(nur)
70%igen Arbeitsfähigkeit in der zuletzt
ausgeübten
Tätigkeit als Minibussfahrer aus. Darüber hinaus spricht sich der Bericht
von
Dr.
Z._
,
der keine wesentli
chen
,
den
Y._
-
Gutachtern noch nicht bekannt
gewes
en
en
Diagnosen enthält, nicht über eine gesundheitlich bedingte Arbeitsunfähigkeit aus; er ist für die vorliegende Fragestellung
unbehelflich
.
Vielmehr ist
mit dem
Y._
-Gutachten erstellt, dass
der Beschwerdeführer seit
dem Jahr 2010, zumindest aber seit
Beginn des Wartejahres im Juni 2011
in einem
asth
m
abedingt reduzierten
Pensum von
70% arbeitsfähig ist.
In die
sem Umfang
ist
ihm eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten über 10
Kilogramm im Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen zumutbar. Zu vermeiden sind Tätigkeiten mit statischer Rumpfbelastung sowi
e
eine ständige vornübergebeugte Haltung
. Auch kniende, hockende und
kauernde Tätigkeiten sind dem
Beschwerdeführer nicht möglich
. Zudem sollte auf
eine
lufthygienisch op
timale Umgebung geachtet werden
. Die bis im Jahr 2010 ausgeübt Tätigkeit als Fahrer eine Minibusses erfüllt diese Kriterien nach Einschätzung der Gutachter
weitgehend
(
E. 3.1
).
5.
Kann aber seit der
(betrieblich bedingten)
Kündigung des Arbeitsverhältnisses als Minibusfahrer im Jahr 2010 von einer
fortbestandenen
70%igen Arbeitsfä
higkeit
des Beschwerdeführers
ausgegangen werden, fehlt es – wie die
Beschwer
degegnerin
zu Recht geltend macht
e
–
bereits an der
Erfüllung der einjährigen Wartezeit
(vgl.
Art.
28
Abs.
1
lit
.
b IVG)
.
Darüber hinaus mangelt
e
es aber auch an einer
rentenbegründenden Erwerbs
unfähigkeit von mindestens 40 %. Bei der Invaliditätsbemessung
ist
, da der Beschwerdeführer seit
dem
betrieblich bedingtem Verlust der letzten Arbeitsstelle
(
Urk.
7/35/1-21 S. 14
)
keiner Tätigkeit mehr nachging und zuvor
verschiedenen Hilfstätigkeiten
aus
übte
(
Urk.
7/9-11)
,
sowohl für die Bemessung des Validen- als auch des
Invali
deneinkommens
auf die statistischen Werte der
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
abzustellen
, wobei beide Vergleichseinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn (
LSE 2010
, S. 26, Tabellengruppe TA1, Total, Männer, Anforderungsniveau 4) zu ermitteln
sind
.
Bei dieser Sachlage darf ausnahmsweise von der ärztlich geschätzten
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
ohne w
eiteres auf einen entsprechenden
Inva
liditätsgrad
geschlossen werden. Der Invaliditätsgrad entspricht
diesfalls
dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn, der höchstens 25
% betragen darf (Urteil des Bundesgerichts 8C_450/2014 vom 2
4.
Juli 2014 E.
7.3
mit weiteren Hinweisen
und BGE 126 V
75 E. 5
).
Dem Umstand, dass der Beschwerdeführer nur noch teilzeitlich erwerbs
tätig sein kann, ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn im Umfang von 10
%
zu begegnen
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 2
8.
Januar 2014 E. 3.1.2 mit Hinweisen)
.
Die Einschränkung der möglichen Tätigkeitsfelder auf rücken- und knieadaptierte Arbeiten sowie
der
Umstand, dass der Beschwerdeführer nur noch leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ausführen kann
(vgl.
Urk.
1
Ziff.
5 S. 5)
,
ist im Hinblick auf den allein massgeblichen
, als
ausgeglichen
unterstellten
Arbeitsmarkt
(
Art.
16 ATSG;
BGE 134 V 64
E. 4.2.1) nicht
(zusätzlich)
abzugsrelevant (vgl.
etwa
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_176/20
12 vom 3. September 2012 E. 8 sowie
9C_
386
/201
2
vom
18. Septemb
er 201
2
E.
5
.
2
).
Folglich erg
ä
b
e
sich ein
unter der
rentenbegrün
denden
Schwelle von 40
%
liegender
Invaliditätsgrad von
37
%
(100 % – 7
0 %
x 0.9 = 37
%).
Dementsprechend sind die Voraussetzungen für die
Zusprache
ein
er Invaliden
rente nicht erfüllt, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
6
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerle
gen.