Decision ID: e55ce986-4f46-4e1c-8fef-30ef0c27781e
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, hatte nach erfolgter Anmeldung von
X._
, geboren 1967, zum Leistungsbezug (Urk. 6/2) gestützt auf die daraufhin getätigten medizinischen und berufsbezogenen Abklä
rungen (Urk. 6/6-8,
Urk.
6/10,
Urk.
6/12-13,
Urk.
6/15,
Urk.
6/18 f.) beschlossen, der Versicherten basierend auf einem Invaliditätsgrad von 62
%
eine
Dreivier
telsrente
zuzusprechen (Urk. 6/2
1). Die entsprechende Verfügung
war am 1
2.
November 2004 ergangen (Urk. 6/28).
1.2
In der Folge überprüfte die IV-Stelle den Rentenanspruch mehrfach. Anlässlich der ersten Revision, eingeleitet im Dezember 2006 (Urk. 6/33 ff.) kam die IV-Stelle zum Schluss, die Verhältnisse hätten sich nicht verändert. Mit Mitteilung vom 19. April 2007 bestätigte sie den Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
(Urk. 6/39). Gestützt auf die Verlaufsabklärungen anlässlich einer weiteren Revi
sion ab Oktober 2008 (vgl.
Urk.
6/46 ff.) stellte die IV-Stelle eine Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes der Versicherten fest (Urk. 6/53/4) und sprach ihr mit Verfügung vom
6.
Mai 2009 basierend auf einem Invaliditätsgrad von nun
mehr 78
%
mit Wirkung ab dem
1.
Mai 2009 eine ganze Rente zu (Urk. 6/57,
Urk.
6/59). Im Rahmen einer weiteren revisionsweisen Überprüfung der Rente im Jahr 2014 (vgl. 6/67 ff.) holte die IV-Stelle insbesondere das interdisziplinäre Gutachten des
Y._
in Basel vom
8.
Mai 2015 ein (
Urk.
6/92). Am 3
0.
Juni 2015 nahmen die Gutachter zu ergän
zenden Fragen Stellung (Urk. 6/96). In der Folge kam die IV-Stelle zum Schluss, der Gesundheitszustand habe sich gebessert, was einen Invaliditätsgrad von 43
%
zur Folge habe (Urk. 6/97 f.). Mit Vorbescheid vom 2
5.
August 2015 stellte sie die Herabsetzung der bisherigen ganzen Rente auf eine
Viertelsrente
in Aussicht (Urk. 6/99). Gegen diesen Vorbescheid erhob die Versicherte am 2
2.
September 2015 - ergänzt am 2
8.
Oktober 2015 - Einwand (Urk. 6/102,
Urk.
6/106). In der Folge gewährte die IV-Stelle der Versicherten Beratung und Begleitung im Hin
blick auf die berufliche Eingliederung und sie veranlasste ein Belastbarkeitstrai
ning (Urk. 6/108 ff.,
Urk.
6/119 ff.). Am 2
8.
Februar 2017 wurden die Eingliede
rungsmassnahmen formell abgeschlossen (Urk. 6/131). Hernach holte die IV-Stelle ärztliche Verlaufsberichte bei behandelnden Ärzten ein (Urk. 6/134,
Urk.
6/138,
Urk.
6/141). Hierzu nahm die Versicherte in der Folge Stellung (Urk. 6/143). Mit Verfügung vom
3.
Oktober 2017 setzte die IV-Stelle die bishe
rige ganze Rente mit Wirkung ab dem
1.
Dezember 2017 auf eine
Viertelsrente
herab (Urk. 2 =
Urk.
6/147).
2.
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am
2.
November 2017 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung des angefochtenen Entscheides seien ihr die gesetzlichen Leistungen in Form einer ganzen Rente weiterhin zu gewähren (Urk. 1). Die IV-Stelle beantragte in der Beschwerdeantwort vom 2
9.
Dezember 2017 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 5). Der am
7.
Februar 2018 erklärte Verzicht der Versicherten auf die Einreichung einer Replik (Urk. 8) wurde der IV-Stelle am
9.
Februar 2018 mitgeteilt (Urk. 9). Mit Beschluss vom 1
6.
April 2019 erhielt die Beschwerdeführerin die Gelegenheit, um
sich
zu
der
vom Gericht in Betracht gezogenen Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Vornahme weiterer Abklärungen
und der des
wegen nicht auszuschliessenden Schlechterstellung zu äussern
und um gegebe
nenfalls die Beschwerde zurückzuziehen (Urk. 10). Innert Frist erfolgte weder eine Stellungnahme noch zog die Beschwerdeführerin die Beschwerde zurück.
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts;
ATSG)
. Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung;
IVG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
achtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Liegt in diesem Sinne ein Revisi
onsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei
braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu han
deln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer mate
riellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f IVV auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung aus, das eingeholte Gutachten beantworte die gestellten Fragen umfassend. Der Gesundheitszustand habe sich in somatischer Hinsicht gebessert. Aus psychiat
rischer Sicht sei der Zustand unverändert. Die Besserung in somatischer Hinsicht gebe Anlass zu einer Neubeurteilung des Rentenanspruchs. Aufgrund der Besse
rung könne die Beschwerdeführerin leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten ohne repetitive Haltearbeiten mit den Armen, ohne Arbeiten über der Horizontalen und ohne Zwangshaltungen von Hals- und Lendenwirbelsäule und ohne repetitives Bücken oder Heben von Lasten und ohne repetitive Belastungen der Hände (Greif- und Drehbewegungen) im Umfang von 70
%
ausüben. Dazu zähle auch die bisherige Tätigkeit als Kassiererin. Die nach dem Belastbarkeits
training eingeholten Arztberichte gäben keinen Anlass zu einer abweichenden Beurteilung. Der Vergleich
von
Validen-
und
Invalideneinkommen ergebe einen Invaliditätsgrad von 43
%
. Da
die Bemessung des
Valideneinkommens
mehr als 10 Jahre zurückliege, sei dieses neu schätzen. Massgebend seien nunmehr nicht mehr Angaben der seinerzeitigen Arbeitgeberin, sondern es sei - wie bei der Ermittlung des Invalideneinkommens - von den statistischen Werten der Schwei
zerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) auszugehen. Angesichts des neu errechne
ten Invaliditätsgrades bestehe nunmehr Anspruch auf eine
Viertelsrente
(Urk. 2, Begründungsteil S. 1 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, auf das
Y._
-Gutachten könne nicht abgestellt werden. Zum psychischen Leiden sei im Gutachten ausdrücklich vermerkt worden, es liege ein im Vergleich zum Gutachten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
9.
Juli 2004 unveränderter Zustand vor. Somit stelle die psychiatrische Beurteilung im Rahmen der
Y._
-Begutachtung lediglich eine revisionsrechtlich nicht massge
bende andere Beurteilung eines unveränderten Sachverhaltes dar. Es sei aus psychiatrischer Sicht nach wie vor von einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
aus
zugehen (Urk. 1 S. 12 f.).
Auch
in
somatischer
Hinsicht
sei das Gutac
hten nicht schlüssig. Zwar sei
das Schulterleiden
gebessert
, jedoch seien die seit 2009 hinzugekommenen Ein
schränkungen, obschon bei den Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit erwähnt, nicht genügend berücksichtigt worden. Ergänzende Fragen der Beschwerdegegnerin an die Gutachter seien nicht schlüssig beantwortet worden. Damit hätten die Gutachter die bestehenden Missverständnisse nicht bereinigt (Urk. 1 S. 13-15).
Die Beschwerdegegnerin habe die Ergebnisse der durchgeführten Eingliederungs
massnahmen bei der Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt, obschon die Ergebnisse dieser Abklärungen relevant seien. Es sei belegt, dass es effektiv nicht möglich gewesen sei, mehr als zwei Stunden pro Tag zu arbeiten. Angesichts der Diskrepanzen zwischen den gutachterlichen Darlegungen und den Ergebnissen der Eingliederungsmassnahmen wären weitere
Abklärungen ange
zeigt gewesen
(Urk. 1 S. 15-19).
Zu bemängeln sei auch die Bemessung der beiden Vergleichseinkommen und der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin keinen leidensbedingten Abzug vorge
nommen habe (Urk. 1 S. 19 ff.).
3.
3.1
Im Rahmen der Verlaufsabklärungen anlässlich der im Oktober 2008 eröffneten Rentenüberprüfung (vgl.
Urk.
6/46 ff.) holte die Beschwerdegegnerin Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 6/48-49), einen Arbeitgeberbericht (Urk. 6/50) und eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; Urk. 6/52) ein. Die Beschwerdegegnerin gelangte zum Schluss aufgrund eines zwischenzeitlich auf
getretenen und insbesondere rechtsseitigen Schulterleidens sei die Belastbarkeit deutlich verringert. Daran habe auch eine Schulteroperation im Februar 2008 nichts geändert. In einer angepassten Tätigkeit bestehe noch eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
.
Ausgehend
vom
nunmehr gültige
n
Belastbarkeitsprofil (körperlich sehr leichte Tätigkeit mit Heben und Tragen von Lasten bis maximal 5 kg, mit geringer Belastung des rechten Arms, ohne Zwangshaltungen und ohne Überkopfarbeiten)
ergebe
der Einkommensvergleich
einen Invaliditätsgrad von 78
%
. Folglich
sprach
die Beschwerdegegnerin
der Beschwerdeführerin mit in der Folge unan
gefochten gebliebener Verfügung vom
6.
Mai 2009 ab dem
1.
Mai 2009 eine ganze Rente zu (
Urk.
6/53/3 f.,
Urk.
6/54,
Urk.
6/59).
3.2
Dieser
Entscheid
beruht
auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchfüh
rung eines Einkommens
vergleichs. Somit
bildet er den zeitlichen Referenzpunkt für die Prüfung, ob
aus somatischer Sicht
eine relevante Veränderung der für die Zusprechung der Rente massgeblichen tatsächlichen Verhältnisse eingetreten ist.
Der psychische Gesund
heitszustand wa
r bei der 2008 eingeleiteten Revision
nicht erneut abgeklärt wor
den
(vgl.
Urk.
6/53/2 ff.)
. Vielmehr ging die Beschwerdegegnerin
implizit
von einer seit d
er Rentenzusprechung (vgl. Urk.
6/20) unveränderten Situation aus
.
Auf
eine Abklärung
der psychischen Situation hatte sie auch im Revisionsver
fahren davor
schon
verzichtet
(vgl. Urk.
6/37/3)
.
Bei der Prüfung der Frage, ob aus psychiatrischer Sicht eine Änderung des gesundheitlichen Zustandes einge
treten ist, ist somit auf die Verhältnisse bei der Zusprechung der Rente Bezug zu nehmen.
4.
4.1
Die somatische Beurteilung im
Y._
-Gutachten kritisiert die Beschwerdeführerin in Bezug auf die rheumat
o
logischen Aspekte. Unbestritten blieben die Darlegun
gen auf internistischem Fachgebiet, gemäss denen in dieser Hinsicht keine Beein
trächtigungen festzustellen waren (Urk. 6/92/19-21). Vor dem Hintergrund der erhobenen
unauffälligen
Befunde vermag diese Schlussfolgerung zu überzeugen.
4.2
Die rheumatologische Expertin,
Dr. A._
, Fachärztin FMH für Rheumato
logie und Allgemeine Innere Medizin, nannte
zusammengefasst als Diagnosen ein
chronisches linksbetontes
cervicocephales
und -
spondylogenes
Schmerzsyn
drom mit deutlichen degenerativen Veränderungen
an der Halswirbelsäule (HWS),
vor allem im
unteren Bereich (1)
, beidseitige Schulterschmerzen im Sinne eines diskreten Restbefundes nach dreimaliger Schulteroperation und mit links
seitig leichtem
Impingement
-Syndrom und
Infras
p
inatustendinose
(2)
,
ein
fluk
tuier
e
ndes
Lumbovertebralsyndrom
mit degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule (LWS) und
mit
Ostechondrosen
au
f
der Höhe
L4/5
(3)
, rezidi
vierende Polyarthralgien, anamnestisch mit Schwellungen im Bereich der Hände und Füsse
und
mit unklarer Ätiologie
(4)
,
eine
intermittierend symptomatische mediale Meniskusläsion links
(5)
sowie Anhaltspunkte für ein
Fibromyalgie
syndrom
und eine psychosomatische Schmerzbeeinflussung (
6;
Urk. 6/92/30).
Zu den gestellten Diagnosen führte
Dr.
A._
aus, seit rund 15 Jahren klage die Beschwerdeführerin über wandernde Schmerzen im Bereich des Achsenskeletts und
der peripheren
Gelenke. Im Vordergrund stünden positions- und belastungs
abhängige Schmerzen sowie auch morgendliche Schmerzen mit Steifigkeit im Bereich von Nacken- und Schultergürtel linksbetont und Schmerzausstrahlungen respektive Schmerzepisoden im Bereich folgender Körperregionen: Arme, Schul
tern
, Rücken
, Beine, Finger und Knie. Nach der Darstellung der Beschwerdefüh
rerin seien die Beschwerden abgesehen von der Steifigkeit am Morgen abhängig von der Belastung und den eingenommenen Körperpositionen. Ab und zu komme es auch zu Schwellungen im Bereich der Fingergelenke (Urk. 6/92/30 f.).
Bei der Untersuchung seien im Bereich der HWS Schmerzreflexe auslösbar gewe
sen, was den vorhandenen Degenerationen entsprechend erklärbar sei. Anzeichen für eine
radikuläre
Problematik seien
aber
nicht
zu erkennen
gewesen. Auch im Bereich der LWS seien Degenerationen vorhanden. Anzeichen für eine
radikuläre
Problematik
lägen
aber auch hier nicht
vor
. Die erhobenen Befunde, namentlich die vorhandenen
Druckdolenzen
, entsprächen
den
Degenerationen. Die Schulter rechts sei über Jahre immer wieder ein Problem gewesen. Zwisc
hen 1997 und 2010 seien mehrere
operative Eingriffe erfolgt. Inzwischen sei die Situation befriedigend
,
mit gewissen Restbeschwerden, jedoch ohne Anzeichen für eine
Rotatorenmanschetten
-Problematik. An der linken Schulter sei ein leichtes
Impingement
-Syndrom vorhanden (Urk. 6/92/31 f.).
Die am linken Knie geklagten Beschwerden seien vereinbar mit einer Meniskus
läsion. Eine solche sei bildgebend nachgewiesen. Die im Bereich verschiedener Finger- und Zehengelenke bestehenden Beschwerden seien vereinbar mit einem
palindromen
Rheumatismus. Relevante funktionelle Einschränkungen an den peripheren Gelenken seien bislang noch nicht objektivierbar. Problematisch sei die medikamentöse Behandlung bei anamnestischer Unverträglichkeit diverser nicht-
steroidaler
Antirheumatika (NSAR) und Antidepressiva. Das Einschlafen der Hände beim Tragen von Lasten sei vereinbar mit einem leichten funktionellen
Thoracic
-outlet-Syndrom. Neben den vorhandenen Problemen am Bewegungs
apparat, die grossenteils eine strukturelle Ursache hätten, bestünden Anhalts
punkte für eine
Schmerzchronifizierung
respektive für eine psychosomatische Schmerzbeeinflussung, wie sie auch von der Beschwerdeführerin selber beobach
tet werde. Zum aktuellen Zeitpunkt könne nicht von einer bewusstseinsnahen Schmerzverstärkung gesprochen werden (Urk. 6/92/32 f.).
Aufgrund der erhobenen Befunde sei aus rheumatologischer Sicht, auch unter Berücksichtigung der
Vorakten
, eine leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeit möglich, ohne repetitive Haltearbeiten der Arme, ohne Arbeiten über der Horizontalen, ohne Zwangshaltungen von Hals- und Lendenwirbelsäule, ohne repetitives Bücken oder Heben von Lasten und ohne repetitive Belastungen der Hände, insbesondere bei Greif- und Drehbewegungen. In einer solchen Tätigkeit sei von einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
auszugehen. Vermindert sei das Rende
ment aufgrund der chronischen Schmerzen. Es bestehe ein erhöhter Pausen
bedarf. Diese Beurteilung gelte seit dem 2
3.
November 201
0.
Damals sei die Behandlung der rechten Schulter bei erfreulichem Verlauf erfolgreich abgeschlos
sen worden. Bezüglich Prognose sei zu beachten, dass degenerative Veränderun
gen von Natur aus progredient seien (Urk. 6/92/33 f.). Diese Beurteilung floss in der Folge in die abschliessende Konsensbeurteilung ein (Urk. 6/92/52 ff.).
Im Ergebnis gingen die Gutachter somit in somatischer Hinsicht von einer gesund
heitlichen Besserung aus.
4.3
Die Beschwerdeführerin stuft die Beurteilung von
Dr.
A._
als nicht schlüssig ein. Konkret macht sie geltend, zwar seien die degenerativen Veränderungen berück
sichtigt worden und es sei bezüglich der rechten Schulter eine Besserung einge
treten, die seit 2009 neu hinzugekommenen Einschränkungen aber seien - obschon bei den Diagnosen erwähnt - nicht genügend gewürdigt worden (Urk. 1 S. 13
Rz
28). Nebst den Degenerationen an der Wirbelsäule und dem Schulter
leiden
erwähnte
die Gutachterin
Dr.
A._
die rheumatischen Beschwerden in Bereich der Hände und
Füsse, die intermittierend symptomatische Meniskusläsion links und die Anhaltspunkte für ein
Fibromyalgiesyndrom
und eine psychosoma
tische Schmerzbeeinflussung (Urk. 6/92/30). Zu diesen auch in den zur Verfügung stehenden
Vorakten
(Urk. 6/92/3 ff.) thematisierten Leiden hat die Gutachterin im Rahmen der Würdigung der Befunde auch inhaltlich Stellung genommen (Urk. 6/92/30 ff.). Der Vorwurf, im Gutachten sei nicht das gesamte im Gutach
tenszeitpunkt massgebliche rheumatologische Leidensbild thematisiert worden, trifft demnach nicht zu.
4.4
Die Beschwerdeführerin weist des Weiteren darauf hin, die Beschwerdegegnerin habe verschiedene Ergänzungsfragen an die Gutachter gestellt, was zeige, dass sie das Gutachten selber als mangelhaft eingestuft habe. Sodann seien die Gutachter auf die Ergänzungsfragen nicht eingegangen, sondern hätten darauf erwidert, alle relevanten Fragen seien im Gutachten bereits beantwortet worden.
Die Beschwerdegegnerin stellte den
Y._
-Gutachtern am 1
2.
Mai 2015 ergän
zende Fragen. Gewünscht waren namentlich ergänzende Angaben zur Arbeits
fähigkeit als Kassenchefin und zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (Urk. 6/91). Diese wiesen am 3
0.
Juni 2015 darauf hin, die betreffenden Angaben seien den Seiten 55 und 56 des Gutachtens zu entnehmen (Urk. 6/96).
Im Feststellungsblatt vor Erlass des Vorbescheides stellte sich der Arzt des RAD auf den Standpunkt, auf die Erkenntnisse im
Y._
-Gutachten könne abgestellt werden (Urk. 6/98/4 ff.). Es lässt sich somit nicht folgern, die Beschwerdegegnerin sei selber davon ausgegangen, das
Y._
-Gutachten sei nicht überzeugend. Hinzu kommt, dass das Gutachten zur Frage der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Kassenchefin sowie auch zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit hinreichend Auskunft gibt. Die Gutachter waren gestützt auf die Vorak
ten, die durchgeführte Anamnese und die erhobenen Befunde zum Schluss gekommen, angepasst sei
eine leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeit
ohne
repetitive Haltearbeiten der Arme, ohne Tätigkeiten über der Horizontalen, ohne Zwangshaltungen
, insbesondere von Hals-
und Lendenwirbelsäule, ohne repetitives Bücken oder Heben von Lasten und ohne r
epetitive Belastungen der Hände, insbesondere bei
Greif- und Drehbewegungen. In einer solchen Tätigkeit sei von einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
auszugehen. Vermindert sei das Rende
ment aufgrund der chronischen Schmerzen.
Zu den angepassten Tätigkeiten zählten die Gutachter grundsätzlich auch die Tätigkeit als Kassiererin, wiesen aber darauf hin, die Arbeitsfähigkeit als Kassiererin sei klar abhängig vom Arbeits
platzprofil (Urk. 6/92/55 f.). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 13 f.
Rz
30) stuften
die Gutachter eine Arbeit an der Kasse keineswegs als vorbehaltlos geeignet ein. Sodann ist es nicht in erster Linie massgeben
d
, welche Tätigkeit die Gutachter konkret als geeignet einstufen, sondern die nach
vollziehbare Formulierung eines Belastbarkeitsprofils. Diesem Erfordernis kamen die Gutachter nach. Sie beschrieben im Detail, welche Belastungen möglich und welche ungeeignet sind.
4.
5
Die Beschwerdeführerin vertritt auch die Auffassung, vor dem Hintergrund
der
bis zum Verfügungser
lass eingegangenen Arztberichte
und angesichts der Resul
tate des Belastbarkeitstrainings
seien die Erkenntnisse im
Y._
-Gutachten
über
holt (Urk. 1 S. 15 ff.
Rz
32 ff.).
In der Zeit nach der Begutachtung berichtete der Hausarzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin. Am
9.
September 2015 hielt er fest, obschon der rheumatologische Gutachter die relevanten Leiden erfasst und zwischen der Anamneseerhebung und den objektivierbaren Befunden keine Dis
krepanz habe feststellen können, sei er zum Schluss gekommen, eine angepasste Tätigkeit sei im Umfang von 70
%
möglich. Sowohl die Beschwerdeführerin als auch er (
Dr.
B._
) seien der Meinung, dass eine entsprechende Tätigkeit zwar möglich sei, indessen nicht im angegebenen zeitliche
n
Ausmass. Effektiv sei sie in der Lage
,
während zwei bis drei Stunden einer Arbeit nachzugehen. Diese Beurteilung beruhe auf praktischen Erfahrungen. Sei sie stärkeren Belastungen ausgesetzt, habe sie am folgenden Tag so starke Schmerzen, dass sie dann prak
tisch vollständig arbeitsunfähig sei. Aus diesem Grund sei aktuell eine Arbeits
tätigkeit von 70
%
nicht umsetzbar (Urk. 6/105/1
f.). In einem weiteren
,
nicht datierten Bericht (eingegangen bei der Beschwerdegegnerin am 2
1.
März 2017) wies
Dr.
B._
erneut darauf hin, Arbeitsversuche hätten gezeigt, dass
die Beschwerdeführerin
nur
in der Lage sei
, während maximal
1 bis 1,5 Stunden ohne Pause zu arbeiten (Urk. 6/134/5).
Aus den Ausführungen von
Dr.
B._
ergibt sich, dass er bezüglich der mass
geblichen Leiden keine von den
Y._
-Gutachte
rn
gegensätzliche
Auffassung ver
tri
tt. Auch hinsichtlich der noch in Frage kommenden Tätigkeiten
hat
der Haus
arzt keine
andere
Ansicht
.
Abweichend ist seine
Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit. Diese stellt
eine andere Beurtei
lung der funktionellen Folgen der
übereinstimmend geschilderten Leiden dar
.
Sie
orientiert sich, was
Dr.
B._
im Bericht vom
9.
September 2015 explizit her
vorhob, weniger an medizinisch-theoretischen Überlegungen, sondern in erster Linie an der Einschätzung der Beschwerdeführerin selber.
Dies kann indessen nicht massgebend sein.
Im späteren Bericht verwies Dr.
B._
sodann auf die Erfahrungen im Rahmen de
s
Belastbarkeitstrainings (vgl.
Schlussbericht der
C._
vom 16.
Dezember 2016; Urk. 6/128). Hierbei spielten nebst der Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin auch der aus somatischer Sicht nicht objektivierbare Leidenskomplex im Rahmen der diagnostizierten
Schmerz
störung (vgl. Urk.
6/92/50 f.) eine
wesentliche
Rolle. Damit verbundene Limita
tionen
stehen
jedoch bei der Beurteilung der aus rheumatologischer Sicht noch zumutbaren Belastungen nicht
im Vordergrund
. Damit zeigt sich, dass nicht auf die praktischen Erfahrungen anlässlich des Arbeitstrainings abzustellen ist, son
dern auf die medizinisch-theoretische
Einschätzung der
Y._
-Gutachter.
5
.
5
.1
Der psychische Zustand der Beschwerdeführerin war bei der letzten Revision nicht näher untersucht worden (vgl.
Urk.
6/53/1-4). Auch i
m Rahmen der
ab 2006
durchgeführten Revision sah sich die Beschwerdegegnerin nicht veranlasst, von einer Veränderung des psychischen Leidens seit der Zusprechung der Rente aus
zugehen (vgl.
Urk.
6/37/3).
D
er psychiatrische Gutachter
Dr.
Z._
hatte im Gut
achten vom 1
9.
Juli 2004 als
Diagnose eine anhaltende somatoforme Schmerz
störung
genannt
und ausgeführt, die Schmerzempfindung sei auf Kopf und Nacken
sowie den
Schultergürtel fixiert. Da gewisse degenerative Veränderungen an der Halswirbelsäule bestünden, handle es sich um eine psychogene Aggrava
tion. Ebenfalls vorhandene depressive Gefühle mit weiteren psychischen und somatoformen Begleiterscheinungen seien Folge des Empfindens der Beschwer
deführerin, nur noch reduziert arbeitsfähig zu sein, und auch Folge der Schmer
zen, unter denen die Beschw
erdeführerin leide (Urk. 6/15/6
f.
Ziff.
4 u. 7). Aufgrund des diagnostizierten Psychosyndroms sei die Beschwerdeführerin vermindert arbeitsfähig. Bei der Beurteilung des Grades dieser Reduktion bestehe ein erheblicher Ermessensspielraum. Aufgrund der gesamten Umstände sei die Beschwerdeführerin in der Lage, im Rahmen einer möglichst ganztägigen Präsenz eine Arbeitsleistung von 50
%
zu erbringen. Es sei zudem von einer ungünstigen Prognose auszugehen (Urk. 6/15/7
Ziff.
5 u.
Ziff.
7). Diese Beurteilung hatte die Beschwerdegegnerin als überzeugend eingestuft und gestützt darauf einen Inva
liditätsgrad von 62
%
errechnet (Urk. 6/20/4).
5
.2
In Rahmen der Begutachtung durch die Ärzte des
Y._
führte der psychiatrische Experte,
Dr.
med.
D._
, aus, die von
Dr.
Z._
erwähnten
Neurose
zeichen
entsprächen einer
Persönlichkeitsakzentuierung mit abhängigen, emotional-instabilen und
histrionischen
Anteilen. Deckungsgleich mit
Dr.
Z._
sei die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung zu stellen. In Bezug auf die Beurteilung der verm
inderten Arbeitsfähigkeit habe
Dr.
Z._
von einem grossen
Ermessensspielraum gesprochen und eine eher schlechte Prognose gestellt. Soweit lägen die Beurteilungen damals und aktuell nicht auseinander. Aktuell würden
hingegen
die IV-fremden Faktoren stärker einbezogen (Urk. 6/92/46).
Bezogen auf den Bericht der
E._
vom 2
6.
Mai 2014
(vgl.
Urk. 6/92/13; in den IV-Akten nicht vorhanden) hielt
Dr.
D._
fest, die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode könne nicht bestätigt werden. Vielmehr sei von wechselnden reaktiven emotionalen Schwankungen im Rahmen der somatoformen Schmerzstörung und der Persönlichkeitsakzentuierung auszu
gehen (Urk. 6/92/46). Zum Bericht über die
Hospitalisation
in der
F._
vom
8.
Juli bis zum
2.
August 2014 (vgl.
Urk.
6/92/13 f.), der sich in den IV-Akten befindet (Urk. 6/80), vermerkte
Dr.
D._
, die erwähnte s
chwankende Emotio
nalität sei der
akzentuierten Persönlichkeit und der somatoformen Schmerzstö
rung zuzuordnen. Eine anhaltende depressive Störung, die dort erwähnt sei, könne nicht nachvollzogen werden (Urk. 6/92/47).
Zusammenfassend gelangte
Dr.
D._
zum Schluss, er habe im Vergleich zur Beurteilung durch
Dr.
Z._
im Juli 2004 keine relevanten Veränderungen fest
stellen können. Zwischenzeitliche emotionale Schwankungen seien vorüberge
hender Natur gewesen.
Dr.
Z._
habe in Bezug auf die Leistungsfähigkeit von einem grossen Beurteilungsspielraum gesprochen und sei innerhalb von diesem von einer Reduktion der Arbeitsfähigkeit um 50
%
ausgegangen. Aus aktueller Sicht habe
Dr.
Z._
seinerzeit die IV-fremden Faktoren zu wenig herausgearbei
tet. Werde dies berücksichtigt und die Beurteilung entsprechend angepasst, so resultiere eine geringere Einschränkung. Aus
psychiatrischer
Sicht bestehe eine Minderung des Rendements um 20 % (Urk. 6/92/48 f.
Ziff.
4.3.7,
Urk.
6/92/56 f.).
5
.3
Dr.
D._
stellte wie
Dr.
Z._
die Diagnose einer somatoformen Schmerzstö
rung. Ein depressives Leiden im Sinne einer eigenständigen Diagnose verneinte er und verwies darauf, dass
Dr.
Z._
zwar eine depressive Grundstimmung erwähnt, die Diagnose einer Depression aber ebenfalls nicht gestellt habe (Urk. 6/92/42). Sodann hielt er zusammenfassend explizit fest, es sei im Vergleich zu 2004 von einer unveränderten Situation auszugehen. Zwischenzeitliche Akzentuierungen beurteilte er als vorübergehende Erscheinungen. Explizit erklärte
Dr.
D._
sodann, dass er die Schlussfolgerungen von
Dr.
Z._
grund
sätzlich teile, jedoch der Auffassung sei, in gewissen Punkten sei eine abweichende Beurteilung sachgerechter. Dies überzeugt angesichts des Umstan
des,
dass
die seinerzeitige Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit durch
Dr.
Z._
nicht durchwegs nachvollziehbar ist. Die
konkret massgeblichen
Aspekte
des im Gutachten vom
1
9.
Juli 2004
erwähnte
n
Ermessensspielraums erläuterte er nicht
näher
(vgl.
Urk.
6/15/7).
G
rundsätzlich ist
die
andere
Beurteilung
eines
an sich unveränderten gesundheit
lichen Zustandes revisionsrechtlich nicht massgeblich. Indessen hat sich der Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
in somatischer Hinsicht gebessert, wobei von einer für den Leistungsanspruch wesentlichen Veränderung auszu
gehen ist. Es war der somatische Gesundheitszustand, dessen Verschlechterung bei der letzten Revision zu einer Erhöhung der Rente geführt hatte
(Restarbeits
fähigkeit von 40
%
; vgl.
Urk.
6/53/4)
und die seitherige Besserung wirkt sich
wiederum
auf das erwerbliche Leistungsvermögen
aus (
Restarbeitsfähigkeit von 70
%
;
vgl. vorstehende E.
4.2).
Da aus somatischer Sicht eine Besserung einge
t
reten und diese wesentlich
ist,
ist der Gesundheitszustand im Revisionsverfahren umfassend, das heisst auch unter Bezugnahme auf den psychischen Zustand
neu
zu
beurteilen.
5
.4
5
.4.1
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden soma
toformen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosomatischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad»
-
Komplex «Gesundheitsschädigung»
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex «Sozialer Kontext»
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen
ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (betreffend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begutach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem Verfahrens
standard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
gebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE a.a.O. E. 6 in
initio
). In sinngemässer Anwendung der nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezogenen admi
nistrativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gen
gutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren er
lauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Um
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (BGE 141 V 281 E. 8).
5
.4.2
Die
Y._
-Gutachter beschrieben seit rund 15 Jahren auftretende wandernde Beschwerden im Bereich des Achsenskel
etts und der peripheren Gelenke
, die nur zum Teil mit den vorhandenen Degenerationen erklärbar
seien
. Gleichzeitig wiesen die Gutachter auf bei der Entstehung der Problematik vorhandene und auch danach bestehende emotionale Konflikte und psychosoziale Probleme hin (Doppelbelastung mit vollzeitlicher Berufstätigkeit und
der
Erziehung von zwei Kindern, finanzielle Belastungen nach dem Kauf von Wohneigentum, eheliche Probleme, Tod von mehreren Familienmitgliede
rn in kurzer Zeit;
U
rk. 6/92/51
ff.).
Die Beschwerden und Schmerzen werden von der Beschwerdeführerin als erheb
lich und beeinträchtigend wahrgenommen, was nicht zuletzt das Belastungstrai
ning zeigte (Urk. 6/128). Anzeichen einer Aggravation oder Verdeutlichung erwähnten die Gutachter nicht (keine bewusstseinsnahe Schmerzverstärkung;
Urk.
6/92/33), hingegen sprachen sie von einem deutlich somatischen Krank
heitskonzept, das die Problematik beeinflusst (Urk. 6/92/54).
Die diagnoserelevanten Befunde (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1) sind, soweit sie sich somatisch äussern, deutlich ausgeprägt und im Rahmen der somatischen Befunde auch erklärbar (Urk. 6/92/30 ff.). Emotionale Konflikte respektive psychosoziale Probleme hingegen sind hinsichtlich der früheren Doppelbelastung inzwischen nicht mehr vorhanden, da die Beschwerdeführerin keiner zeitlich umfangreichen
Erwerbstätigkeit mehr nachgeht. Auch die ehelichen Belastungen und
die gehäuften
Todesfälle
in der Familie
gehen auf das Jahr 1999 zurück (Urk. 6/93/52 ff.). Aktuell wird die eheliche Beziehung als tragfähig beschrieben (Urk. 6/92/54). Inwieweit weiterhin finanzielle Probleme bestehen
,
lässt sich den Angaben der Beschwerdeführerin nicht entnehmen.
Emotionale Konflikte und psychosoziale Probleme müssen entsprechend den Diagnoserichtlinien nach ICD-10 F45.4 schwer genug sein, um als entscheidende ursächliche Einflüsse
im Rahmen einer Schmerzstörung
zu gelten (
Dilling
/
Mombour
/Schmidt,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien, 1
0.
Aufl., Bern 2015, S. 233). Ob es sich hier nach wie vor so verhält, lässt sich nur bedingt nachvollzie
hen. Festhalten lässt sich jedenfalls, dass ein gewichtiger Teil der betreffenden Faktoren im Lauf der Jahre entfallen
ist oder sich vermindert hat.
5
.4.3
Auf somatischer Ebene berichteten die Gutachter von verschiedenen ambulanten, stationären und medikamentösen Massnahmen, mit jeweils kurzfristigen Erfol
gen, wobei bei der Anwendung gewisser länger wirkender NSAR Unverträglich
keiten aufgetreten seien. Sie empfahlen weiterführende Massnahmen, unter anderem eine rheumatologische Standortbestimmung (Urk. 6/92/57). Auf psychi
atrischen Gebiet stellten die Gutachter fest, es sei seit 2014 eine ambulante psychologische Behandlung etabliert. Ebenso erwähnten die Gutachter eine medikamentöse Begleitbehandlung, stellten aber fest, dass die angegebenen Medikamente im Untersuchungszeitpunkt in der Laboruntersuchung nicht nach
weisbar
gewesen seien
. Die Gutachter empfahlen eine Weiterführung der Behand
lung (Urk. 6/92/58).
Die Beschwerdeführerin erklärt
e
, sie habe am Untersuchungstag nur eine geringe Dosis
der Medikamente
eingenommen,
um nicht
müde
zu
sei
n (Urk. 1 S. 16 f.
Rz
35). Inwiefern dies das Laborergebnis plausibel zu erklären vermag
,
bleibt offen. Unklarheit herrscht auch zur Frage der Frequenz der psychotherapeu
tischen Behandlung. Die Behandlung bei der früheren Therapeutin fand ein- bis zweimal pro Woche statt (Urk. 6/92/38). Wie es sich seither v
erhält, erwähnt das Gutachten
nicht. Auffällig ist, dass die Beschwerdeführerin erst seit 2014 in psychotherapeutischer Behandlung steht (Urk. 6/92/38). Ob dieser Umstand dem weitgehend somatisch geprägten Krankheitsverständnis der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
6/92/54) geschuldet ist, beantwortet das Gutachten nicht. Offen ist auch, inwiefern das somatische Krankheitskonzept Teil des Krankheitsbildes ist, dessen Wahrnehmung sich der Beschwerdeführerin entzieht. Ein Hinweis darauf mag sein, dass die Gutachter
festhielten, die Schmerzverstärkung finde bewusst
seinsfern statt (Urk. 6/92/33). Umso wichtiger wären Überlegungen gewesen, mittels welcher psychiatrischer und medikamentöser Massnahmen, gegebenen
falls in intensivierter Form, die Problematik
angehbar
ist und welche Prognosen bestehen. Vor diesem Hintergrund genügt das Fazit der Gutachter nicht, ange
sichts der vorhandenen sozialen Faktoren dürfe von integrativ-psychiatrischen Massnahmen nicht allzu viel erhofft werden, zumal zur Einnahme der Psycho
pharmaka diskrepante Angaben bestünden (Urk. 6/92/61). Massgebend ist, auf
gr
und von welchen krankheitsrelevanten
Faktoren
die Belastungen
einer Erwerbstätigkeit
selbst
unter Anwendung aller in Frage kommenden und zumut
baren Behandlungsm
assnahmen
der Beschwerdeführerin
nicht mehr zumutbar sind
. Dies
e Beurteilung
ist aufgrund des
Y._
-Gutachtens nicht möglich. Auch die Berichte der behandelnden Ärzte erlauben es nicht, diese zentrale Frage zu beantworten. Die Psychotherapeutin
G._
ist keine Medizinerin mit einem Facharzttitel in Psychiatrie (vgl.
Urk.
6/138) und der Bericht der Ärzte der
psychiatrisch ausgerichteten
F._
(Urk. 6/141) beantwor
t
e
t
die noch offenen Fragen ebenfalls nicht hinreichend. Ob mit einem
Behandlungs- und
somit auch einem
Eingliederungserfolg
gerechnet oder von einer Behandlungs
resistenz auszugehen ist (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2)
,
kann daher nicht beur
teilt werden
.
5
.4.4
Eine Komorbidität (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3) besteht in Form der chronischen körperlichen Begleiterkrankung aufgrund der Skelettdegenerationen und als
komorbide
psychische Störung erwähnten die Gutachter akzentuierte Persönlich
keitszüge und eine gegenwärtig remittierte rezidivierende depressive Störung (Urk. 6/92/47,
Urk.
6/92/52 f.). Besonders schwere Begleiterkrankungen liegen damit nicht vor. Unbeantwortet lässt das Gutachten die Frage von allfällig ungünstigen Wechselwirkungen.
5
.4.5
Zu den Aspekten Persönlichkeit (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressour
cen) und sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 f.) fällt ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin den Gutachtern mit einem deutlich vorhandenen Antrieb, einem zielstrebig ausdauerndem Willen und einem sozialkompetenten Kontakt
verhalten imponierte. Ferner zeigte die Beschwerdef
ührerin eine situationsadä
quate und
modulationsfähige Stimmung. Eine leichtgradige Affektlabilität zeigte sich in erster Linie bei der Thematisierung schwieriger lebensgesc
hichtlicher Ereignisse, was als
situationsadäquat
einzustufen ist
(Urk. 6/92/39). Hinzu kom
men die unauffällige Kindheit und Jugend und die auch aktuell stabilen persön
lichen Verhältnisse mit geordneten und intakten familiären Strukturen. Nament
lich ist die Beziehung zum
Ehemann tragfähig und die Kinder entwickelten sich
erfreulich. Ferner verfügt
die Beschwerdeführerin
über mindestens zwei ihr nahestehende Bezugspersonen ausserhalb der Kernfamilie (eine Nachbarin und eine Schwägerin) und sie unterhält einen geordneten Tagesablauf mit Erfüllung häuslicher und ausserhäuslicher Besorgungen und
einer aktiven
Freizeitgestal
tung (Urk. 6/92/35 f.,
Urk.
6/92/40 f.,
Urk.
6/92/45 f.). Die gegebene Persönlich
keitsstruktur befähigt die Beschwerdeführerin somit die familiären und die übri
gen sozialen Beziehungen aktiv zu pflegen und zu gestalten und die verschiede
nen häuslichen und ausserhäuslichen Verpflichtungen wahrzunehmen. Auf der funktionellen Ebene relevante Ressourcen sind damit im Grundsatz vorhanden. Dies bestätigt auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin vorübergehend
in geringerem Umfang wieder erwerbstätig gewesen ist, zuletzt in den Jahren 2006 bis 2008 bei der
H._
als Kassiererin im Umfang von 40
%
(
Urk.
6/50/2-5, Urk. 6/92/38).
5
.4.6
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz. Von Bedeutung sind dabei eine Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebens
bereichen einerseits und ein behandlungs- und eingliederungsanamnestisch aus
gewiesener Leidensdruck andererseits (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 f.). Hierzu ist zu beachten, dass zwischen den von der Beschwerdeführerin als erheblich ein
ge
schränkt erlebten erwerblichen Ressourcen und den im persönlichen und fa
mili
ären Bereich weitgehend erhalten gebliebenen
Strukturen eine Diskrepanz besteht. Von einer Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen kann nicht gesprochen werden. Ein erheblicher Leidensdruck aber scheint gleichwohl ausgewiesen. Dies zeigt zum einen der Umstand, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen des Belastbarkeitstrainings eine hohe Motivation zeigte und stets bemüht war, Leistungen über die vorhandene Belastbarkeits- und Schmerzgrenzen hinaus zu erbringen, indessen aber eine Präsenz und Leistung von mehr als zwei Stunden pro Tag nicht gelang (Urk. 6/128/2-4). Zu
m
anderen stellten die Gutachter fest, es sei schwierig, mögliche medizinische Massnahmen mit relevanter Auswirkung auf die Schmerzen
zu
benennen. Es seien diverse ambulante, stationäre und medikamentöse Massnahmen versucht worden. Diese hätten jeweils nur zu einer kurzfristigen Besserung geführt. Sie empfahlen die Beibehaltung einer Behandlung mit NSAR, wobei sie darauf hinwiesen, dass ver
schiedene länger wirkende NSAR von der Beschwerdeführerin nicht vertragen worden seien (Urk. 6/92/57 f.). Somit bleibt offen, welche Therapieoptionen
effektiv
bestehen. Offen bleibt damit auch, ob aufgrund
eines gegebenenfalls nicht sehr hohen Leidensdrucks von Behandlungsoptionen kein Gebrauch gemacht wird. Zur Konsistenz lassen sich somit keine verlässlichen Schlüsse ziehen.
5
.5
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Be
urteilung der
Y._
-Gutachter, die
Beschwerdeführerin sei aus interdisziplinärer Sicht in der Lage
,
eine angepasste Tätigkeit im Umfang von 70
%
nachzugehen
,
aus den dargelegten Gründen nicht
rechtsgenüglich
nachvollzogen werden kann. Zweifel an der Schlüssigkeit des Gutachtens hatte nicht zuletzt auch die Beschwerdegegnerin. Sie sah sich veran
lasst
,
Ergänzungsfragen zu stellen (Urk. 6/91), wobei die Gutachter auf diese nicht weiter eingingen und bemerkten, sie hätten dazu bereits im Gutachten Stellung genommen (Urk. 6/96). Weitere Zweifel an der Schlüssigkeit der gutachterli
chen Beurteilung ergaben sich
sodann durch die Ergebnisse des Belastbarkei
ts
trainings. Eine Steigerung der
Präsen
z
zeit
auf
über zwei Stunden pro Tag liess sich trotz attestierter Leistungsb
ereitschaft nicht erreichen. Der
Abbruch der Massnahme erfolgte erst, nachdem seitens der durchführenden Stelle dazu gera
ten wurde (Urk. 6/128/4 f.). Die gesamthafte
Prüfung
zeigt, dass das Gutachten vom
8.
Mai 2015 den mit BGE 141 V 281 und damit
den seit dem 3.
Juni 2015
beweisrechtlich geänderten Anforderungen
an ein Gutachtem nicht genügt. E
ine schlüssige Beurteilung im Lichte d
er massgeblichen Indikatoren ist weder gestützt auf das
Y._
-Gutachten allein noch unter ergänzender Berücksichtigung der Berichte behandelnder Ärzte möglich. Trotzdem entschied die Beschwerdegegne
rin. Es ist demnach eine medizinische Expertise einzuholen, die den geltenden beweisrechtlichen Anforderungen genügt.
In dem Sinn ist die Beschwerde gutzu
heissen, die
angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Vornahme
der noch nötigen
weiteren Abklärungen
und zum Neuentscheid
an die Beschwer
degegnerin zurückzuweisen.
6
.
6
.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgesetzt. Vorlie
gend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
800
.-- als angemessen. Aus
gangsgemäss sind die Kosten
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
6
.2
Ausgangsgemäss hat
die Beschwerdeführerin
gestützt auf
Art.
61
lit
.
g
ATSG
Anspruch auf eine
Prozessentschädigung. Diese ist gemäss
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
festzusetzen. Unter Berücksichtigung der genannten Aspekte erweist sich eine Entschädigung von
Fr.
2’300
.--
als angemessen
(inkl. Mehrwertsteue
r und Barauslagen).