Decision ID: 4375122c-3aed-497f-86da-4d37dc78e3d7
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962,
war seit April 2002 bei der
Y._ AG in Z._
als Geschäftsleitungsmitglied angestellt und damit bei der Suva ver
sichert, als er sich am 2
6.
Februar 2017 beim Skifahren eine Verletzung der rechten Schulter zuzog (
Urk.
9/1).
Nach getätigten Abklärungen stellte die Suva die bis dahin erbrachten Leistun
gen
mit Mitteilung vom
13
. Dezember 201
9
(Urk. 9/
194
) per
1
.
Dezember 2019
ein.
Mit Verfügung vom
20
.
Dezember 2019
(Urk. 9/
2
00
)
sprach
die Suva
dem Versi
cherten
eine Rente gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von 33
%
sowie eine
Entschädigung gestützt auf eine Integritätseinbusse von 10 % zu.
Mit Verfügung vom 2
8.
Januar 2020 (
Urk.
9/215) nahm die Suva die Verfügung vom 2
0.
Dezember 2019
aufgrund einer Falschberechnung des versicherten Ver
dienstes
zurück und sprach dem Versicherten
erneut eine Rente gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von 33
%
sowie eine Entschädigung gestützt auf ei
ne Inte
gritätseinbusse von 10 %
zu.
Die vom
Versicherten am
2
0.
Februar 2020
erhobene Einsprache (Urk. 9/
228
; vgl. auch
Urk.
9/235
) wies die Suva am
2
9.
Oktober 2020
ab (Urk. 9/
238
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 2
5.
November 2020 Beschwerde (Urk. 1) gegen den
Ein
spracheentscheid
vom 2
9.
Oktober 2020 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei auf
zu
heben und es sei ihm ab dem
1.
Dezember 2019 eine Rente bei einer Erwerbs
unfähigkeit von 55
%
auszurichten sowie für die Beeinträchtigung an der rechten Schulter eine Integritätsentschädigung von 15
%
zuzusprechen (S. 2
Ziff.
1), eventuell sei die Angelegenheit zur Durchführung weiterer medizinischer Abklä
rungen zurückzuweisen (S. 2
Ziff.
2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Februar 2021 (
Urk.
8) beantragte die Suva die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 1
5.
Februar 2021 zur Kenntnis gebracht (Urk. 10). Mit Replik vom 1
0.
März 2021 (
Urk.
11) hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest. Mit Duplik vom 2
5.
März 2021 (
Urk.
14) hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 2
9.
März 2021 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
15).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper
, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
1.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung; UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.3
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädi
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Inte
gritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht über
steigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs
3.
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der ge
sam
ten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchst
betrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem
Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Vor
aus
sehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen be
rück
sichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlim
me
rung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen En
tscheid (Urk. 2) davon aus, das Verlaufs-MRI vom 1
3.
Dezember 2018 habe eine durchstrukturierte rekon
struierte Sehne mit einer Bursitis
subacromialis
mit einer leicht medial verla
ger
ten,
tendinopathischen
Bizepssehne
und leichter AC-Gelenksarthrose gezeigt. Unter konservativen Massnahmen sei es zu keiner wesentlichen Besserung der
Beschwerden gekommen. Entsprechend habe der Beschwerdeführer bis heute nic
ht wieder voll in seine bisherige Tät
igkeit integriert werden können
.
Gemäss der Zumutbarkeitsbeurteilung der Kreisärztin seien auf dem allgemeinen Arbeits
markt noch ganztags leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zumutbar. Mit dem rechten Arm seien Arbeiten über der Horizontalen, kraftvolle Zug-, Stoss- und Drehbewegungen, Abstützen, kraftvolles Zupacken, Schläge und Verrichtungen mit einwirkenden Vibrationen nicht mehr zumutbar. Ferner sei auch das
B
estei
gen von Leitern und Gerüsten mit Gewichten nicht mehr möglich (S. 5).
Für die Ermittlung des Invalideneinkommens sei vorliegend die LSE 2016 heranzuziehen und von einem jährlichen Einkommen von
Fr.
93’318.
--
auszugehen
. Ein leidens
be
dingter Abzug sei nicht angezeigt. Gestützt auf die Angaben des ehemaligen Arbeitgebers ergebe sich ein
Valideneinkommen
von
Fr.
139'280.--. Dies ergebe eine Erwerbseinbusse und somit einen Anspruch auf eine Invalidenrente von 33
%
(S. 6)
.
Die Kreisärztin habe den Integritätsschaden auf 10
%
geschätzt und als Begründung auf Tabelle 1.2 verwiesen, wonach für eine Schulterbeweglichkeit bis 30° über der Horizontalen ein Wert von 10
%
gelte. Auf diese Begründung könne abgestellt werden (S. 8).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber beschwerdeweise geltend (Urk. 1), es sei trotz der diversen gesundheitlichen Beschwerden mit den entsprechenden Limitierungen von einem Pensum von 100
%
ausgegangen
,
und die zahlreichen
leidensbedingten Einschränkungen (z.B. Mass nehmen, Material Abladen und Kon
trollieren, kleine Reparaturen ausführen, Mithilfe vor Ort, Lenken im Stadtver
kehrt etc.)
seien bei der Ermittlung des Invalideneinkommens nicht berücksichtigt
worden
(S.
3
unten
f.)
. Entgegen den Ausführungen im
Einspracheentscheid
könne
also nicht davon ausgegangen werden, dass die zahlreichen Einschränkungen für den allgemeinen Arbeitsmarkt auch in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit nicht von Belang seien.
Des Weiteren zu berücksichtigen sei neben den körper
lichen Einschränkungen die lange Betriebszugehörigkeit (18 Jahre) sowie das Alter (58) des Beschwerdeführers. Zusammen mit den unfallbedingten Schädi
gungen, welche die Möglichkeiten trotz seiner Erfahrung im Bausektor deutlich herabsetzen würden, habe ein Leidensabzug von mindestens 20
%
zu erfolgen.
Mithin sei dem
Valideneinkommen
von Fr. 139'338.-- das hypothetische Invali
den
einkommen von
Fr.
74'654.40 gegenüberzustellen, womit die Einbusse 55
%
betrage (S. 4). Zutreffend sei, dass gemäss den Angaben der Kreisärztin zur Anteversion und Abduktion eine Beweglichkeit von über 90° bestehe. Diese Be
weglichkeit sei aber oberhalb der Horizontalen eingeschränkt.
Gemäss den An
gaben der Kreisärztin bestehe in der Abduktion keine Beweglichkeit bis 30°,
sondern lediglich bis maximal 20° über der Horizontalen.
Dementsprechend könne
gestützt auf die Suva-Tabelle 1 nicht ohne weiteres von einem Integritätsschaden von 10
%
bei einer Beweglichkeit bis 30° über der Horizontalen ausgegangen werden (S. 5
; vgl. auch
Urk.
11
).
2.3
Strittig und zu prüfen sind der Invaliditätsgrad
sowie die Höhe der Integri
täts
entschädigung.
3.
3.1
Dr.
med. A._
, Fachärztin für Chirurgie, Suva Kreisärztin, berichtete
am 2
5.
Juli 2019 über die kreisärztliche Untersuchung des Beschwerdeführers vom
2
4.
Juli 2019 (
Urk.
9/152) und
nannte als Diagnose Restbeschwerden bei Status
nach
arthroskopischer
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
,
subacromiale
De
kom
pression mit
Bursektomie
, April 2018 bei Status nach SLAP II-Läsion mit Partialläsion der
Subscapularissehne
und
transmurale
Ruptur der
Supra
spinatus
sehne
nach Sturz beim Skifahren
im
Februar 2017 (S. 6). Sie führte aus,
klinisch zeige sich eine Bewegungseinschränkung im Bereich der rechten Schulter ober
halb der Horizontalen sowie eine verminderte Kraftentwicklung oberhalb der
Horizontalen. Grobneurologisch habe bis auf die Hypersensibilität im Bereich des ventralen Oberarms kein pathologischer Befund erhoben werden können
.
A
u
f
grund der dokumentierten Umfangmasse könne eine Schonung des rechten Arms im Alltag ausgeschlossen werden. Insgesamt liege ein mässiges postoperatives rehabilitiertes Ergebnis knapp 14 Monate nach Operation vor
(S. 6 unten)
.
Entsprechend dem vorliegenden Jobprofil, Aussendienstbericht und heutigen An
gaben des Beschwerdeführers müsse er für die
Offertenerstellung
auf der Baustelle sein und gewisse Messungen oberhalb der Horizontalen durchführen sowie auch Gerüste begehen
.
D
abei fühle er sich eingeschränkt. Aufgrund der heutigen klini
schen Untersuchung sei dies aus medizinischer Sicht nachvollziehbar. Wieviel Prozent dies ausmache, könne anhand der vorliegenden Unterlagen vom Schreib
tisch aus nicht beurteilt werden, da dies sicherlich auch je nach Projekt sehr variiere.
Eine optimal angepasste, leichte bis mittelschwere manuelle Tätigkeit, bis zur Horizontalen, ohne kraftvolle Zug-, Stoss- und Drehbewegungen, ohne ein
sei
tiges Abstütze
n, kraftvolles Zupacken, Schläge, Vibrationen mit rechts, ohne Be
steigen von Leiter und Gerüst mit Gewicht, sei ganztags 100
%
zumutbar.
Bezüglich der rechten Schulter sei ein Teil der
g
eklagten Restbeschwerden sowie Bewegungseinschränkung nachvollziehbar und unfallkausal
(S. 7)
.
3.2
Suva-Kreisärztin
Dr.
A._
beurteilte am 2
5.
Juli 2019 den Integritätsschaden
auf 10
%
(
Urk.
9/151) und
führte aus, es verbleibe eine Funktionseinschränkung und verminderte Belastbarkeit der rechten Schulter oberhalb der Horizontalen. Die Beschwerden seien unfallbedingt, dauerhaft und erheblich.
Schätzungs
grund
lage sei Tabelle 1.2, hier gelte für eine Schulterbeweglichkeit bis 30° über der Horizontalen ein Wert von 10
%
.
3.3
Dr.
m
ed. B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Chefarzt Klinik für Orthopädie und Traumatologie
, Kantonsspital C._
, berichtete am 1
4.
August 2019 (
Urk.
9/173) und nannte als Diagnosen
residuelle
Schulterschmerzen bei Status nach
arthrosko
pi
scher
Rotatorenmanschetten-R
ekontsruk
tion
rechts vom 3
0.
April 2018 sowie ein
subacromiales
Impingement
links. Er führte aus,
der Beschwerdeführer betreibe aktuell ein MTT Rehabilitationsprogramm, berichte allerdings über eine persi
stierende Minderbelastbarkeit. Aktuell sei er zu 50
%
arbeitsfähig, er sei zwar ganztags anwesend, erbringe jedoch nur eine eingeschränkte Leistung.
Als Befunde g
a
b er an: «
Beweglichkeit global aktiv Elevation 100° mit möglichem Hand-Scheitel-Griff, Hand
-Schürzengriff bis L
5.
Glenohumerale
Beweglichkeit Aussen-/Innenrotation 20/0/70°, Abduktion 70°, Elevation 90°, endständig mit
Schmerzangaben im dorsalen Kapselbereich. Mittelständig schmerzfreie Beweg
lichkeit
. Insgesamt gute Kraftentwicklung für die Manschette mit Schmerzangabe beim
Jobe
-Test. Knapp positive
Impingement
-Zeichen».
Der Beschwerdeführer zeige weiterhin eine leichte
residuelle
postoperative Stei
fe. Diesbezüglich sei der Endzustand noch nicht erreicht. Eine Re-Ruptur sei MR-tomografisch ausgeschlossen worden. Die rekonstruierte Sehne sei jedoch mög
licher
weise minderbelastbar. Es sei eine Verlaufskontrolle Ende Oktober geplant (S. 2).
3.4
Aus dem Bericht der Suva über die Besprechung mit dem Beschwerdeführer sowie der Arbeitgeberin vom
9.
September 2019 (
Urk.
9/174) ergibt sich, dass vom Beschwerdeführer noch 70
%
der Arbeiten in der angestammten Tätigkeit durch
führbar sind.
30
%
der Arbeiten könne er nicht mehr vornehmen oder er bedürfe dafür eine Hilfe oder die Mitarbeit einer anderen Person (S. 2).
4.
Unbestritten und aufgrund der Akten ausgewiesen ist, dass unfallkausale Rest
beschwerden an der rechten Schulter vorliegen, welche die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers beeinträchtigen
,
und daneben ein unfallkausaler Integritäts
scha
den ausgewiesen ist
(
Urk.
1,
Urk.
2; E. 3.1-3.2)
.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich hinsichtlich der Festsetzung des Zumut
bar
keitsprofils in ihrem
Einspracheentscheid
auf die kreisärztliche Einschätzung von
Dr.
A._
(vgl. vorstehend E. 3.1) ab, wonach dem Beschwerdeführer leichte bis mittelschwere manuelle Tätigkeiten, bis zur Horizontalen, ohne kraftvolle Zug-, Stoss- und Drehbewegungen, ohne einseitiges Abstützen, kraftvolles Zupacken, Schläge, Vibrationen mit rechts, ohne Besteigen von Leiter und Gerüst mit Gewicht, ganztags
zu
100
%
zumutbar seien.
Diese Einschätzung wurde denn vom Beschwerdeführer auch nicht bean
standet und gibt aufgrund der übrigen medizinischen Aktenlage zu keinen Wei
terungen Anlass. Es kann darauf abgestellt werden.
Damit ist das von der Beschwerdegegnerin anhand der Einschätzung von Dr.
A._
festgelegte Zumutbarkeitsprofil nicht zu beanstan
den.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommens
vergleich.
5.2
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die Angaben im IK-Auszug sowie der Firma
Y._
AG (Urk. 9/93-94) von einem
Valideneinkom
men
von Fr. 139'280.
--
aus
(
Urk.
2 S. 6)
. Dies wurde vom Be
schwerdeführer nicht be
stritten und erging in Übereinstimmung mit der übrigen Aktenlage, weshalb darauf abgestellt werden kann.
5.
3
Für die Bestimmung des hypothetischen Invalideneinkommens stellte die Be
schwerdegegnerin auf die LSE-Tabellenlöhne und dabei auf den
Zentralwert der Löhne für Männer im Kompetenzniveau 3 des Sektors «41-43 Baugewerbe» ab (
Urk.
2 S. 5 f.),
was nicht zu beanstanden
ist
und auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten wird.
Dieser betrug im Jahr 2016 Fr.
7
'3
56
.-- (LSE 2016, TA1_tirage_skill_level,
41-43 Baugewerbe
, Kompetenzniveau
3 Männer
). Der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 201
9
von 41.7 Stunden sowie der Nominallohnentwicklung bei den Männern
für die
Jahr
e
2017
bis 2019
von 0.4 %
, 0.5
%
und 0.5
%
ange
passt, ergibt dies im Jahr 201
9
ein hypo
the
tisches Invalideneinkommen von rund Fr.
93
'
318
.-- bei der verbliebenen Arbeits
fähigkeit von 100 % (Fr.
7
'
356.
-- :
40 x 41.7 x 12 x
1
.
00
4
x
1
.
005 x 1.005
; vgl.
Urk.
2 S. 6 Mitte
).
5.
4
Die Beschwerdegegnerin gewährte schliesslich keinen Abzug vom Tabellenlohn (vgl. Urk. 2 S.
6
), wogegen der Beschwerdeführer einen solchen in der Höhe von
mindestens
20 % beantragte.
Als Begründung hierfür brachte er vor, dass
eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit im Baugewerbe, welche nicht auch ein Min
dest
mass an körperlichen Tätigkeiten umfasse, die bei ihm mit entsprechenden Limitierungen einhergingen, schlicht nicht realistisch sei. Neben den körperlichen Einschränkungen sei
en
des Weiteren die lange
Betriebszugehörigkeit (18 Jahre) sowie das Alter (58 Jahre) zu berücksichtigen (
Urk.
1 S. 4).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75
E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf
dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körper
lich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwer
de
instanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
Mit der Beschwerdegegnerin ist vorliegend von der Gewährung eines leidensbe
dingten Abzuges abzusehen. So ist zunächst nochmals ausdrücklich festzu
halten, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit ent
haltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich
in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung des
selben Gesichtspunkts führen dürfen
(vgl. vorstehend).
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt sodann nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypo
thetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungs
fähigkeit
nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung
kein Grund für einen zu
sätzlichen leidensbedingten Abzug
.
Denn gemäss der Rechtsprechung
des Bun
desgericht
s
(Urteil des Bundesgerichts 9C_353/2019 vom 1
1.
Juli 2019 E. 3.3; BGE 138 V 457 E. 3.1) können unter dem Titel leidens
bedingter Abzug grund
sätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 1
9.
September 2019 E. 6.3.2 und 8C_61/2018 vom 2
3.
März 2018 E. 6.5.2 mit Hinweisen). Solche Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich
und wurden vom Beschwerdeführer auch nicht konkret geltend gemacht
.
Ange
sichts des Zumutbarkeitsprofils ist
denn auch
von einem genügend breiten Spek
trum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen.
Ob das Merkmal «Alter» einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt, ist jeweils unter Berücksichtigung aller konkreter Umstände des Einzelfalls zu prüfen. Vor
liegend rechtfertigt auch das fortgeschrittene Alter des
Beschwerdeführers
keinen Abzug. So wirkt sich
ein fortgeschrittenes
Alter
auf dem hypothetisch ausge
gli
chenen Arbeitsmarkt
nicht zwingend lohnsenkend
aus.
Vorliegend ist kein Grund ersichtlich, wonach im konkret zu beurteilenden Fall das Alter des Be
schwer
de
führers
Auswir
kungen auf die Lohnhöhe hat beziehungsweise der Be
schwerde
führer die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt nur mit unterdurch
schnittlichem erw
erblichem Erfolg verwerten kann.
Bei Männern im Alterssegment von 50 bis 64/65 wirkt sich das Alter gemäss den LSE-Erhebungen bei Stellen ohne Kaderfunktion eher lohnerhöhend aus (rund 9
%
gemäss LSE 2018, Tabelle TA9, Median). Dabei kann die Frage, ob dies auch für jene versicherten Personen gilt, die sich in fortge
schrittenem Alter beruflich neu zu orientieren haben, gemäss der Rechtsprechung offenbleiben, weil es sich mit den verfügbaren statistischen Angaben nicht untermauern lässt, dass diese Kategorie unter Berücksichtigung ihrer kurzen Aktivitätsdauer bis zur Pensio
nierung nicht mit einem durchschnittlichen Einkommen rechnen könnte bezie
hungs
weise bedeutsame Einbussen in Kauf zu nehmen hätte (Urteil des Bundes
gerichts 8C_433/2020 vom 1
5.
Oktober 2020 E. 8.2.3 mit Hinweisen auf BGE 146
V 16 E. 7.2.1 und Urteil des Bundesgerichts 8C_151/2020 vom 1
5.
Juli
2020 E.
6.3.
3). Vorliegend sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass der Beschwerde
führer auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur noch mit unter
durchschnittlichem Einkommen rechnen müsste, weshalb auch ein altersbeding
ter Abzug vom Tabellenlohn nicht als gerechtfertigt erscheint.
Der Beschwerdeführer verfügt über eine abgeschlossene Lehre als Maschinen
mechaniker, einen Abschluss als technischer Kaufmann und hatte auch eine Ausbildung zum Konstrukteur begonnen
, wenn auch nicht abgeschlossen (
Urk.
9/94 S. 1). In der Funktion als Mitglied der Geschäftsleitung der
Y._
AG, bei welcher er seit 2002 tätig
war
, arbeitete er zirka 60
%
im Büro und zirka 40
%
auf der Baustelle.
Der Beschwerdeführer ist somit seit vielen Jahren im Baugewerbe tätig und ist aufgrund seiner Ausbildung sowie Berufs
erfahrung in der L
age
, komplexe praktische Tätigkeiten auszuführen.
Es sind
vorliegend
aufgrund der langen Betriebstreue in einer anspruchsvollen Tätigkeit
keine
Anhaltspunkte ersichtlich, dass
auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur noch mit
einem
unterdurchschnittliche
n
Einkommen
gerechnet
werden
müsste
, zumal auch der Beschwerdeführer keine konkreten Nachweise hierfür erbringen konnte (vgl.
Urk.
1)
.
Im Gegenteil
sprechen die durch die lange Betriebszugehörigkeit
ausgewiesenen beruflichen Fähigkeiten
und Kompetenzen sowie die
Zuverlässigkeit des Beschwerdeführers
nicht für eine Verwertbarkeit mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg.
Somit vermag
auch
die lange Betriebszugehörigkeit keinen
Abzug vom Tabellenlohn
zu rechtfertigen.
Daran vermag auch der Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 9C_386/2012 vom 1
8.
September 2012 nichts zu ändern (vgl.
Urk.
11 S. 2).
Da Anhaltspunkte für weitere abzugsrelevante Merkmale nicht ersicht
lich sind, ist von einem Abzug vom Tabellenlohn bei der Bemessung des Invalideneinkommens vorliegend abzu
sehen.
5.
5
Wird das
Valideneinkommen
von Fr. 139'280.-- (vgl. vorstehend E. 5.2) dem Invalideneinkommen von
Fr. 93'318.-- (vgl. vorstehend E. 5.3) gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 45'962.--.
Dies kommt einem Invaliditäts
grad von gerundet 33 % (vgl. hierzu BGE 130 V 121) gleich.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich
demnach
diesbezüglich als rechtens.
6.
6.1
Der Beschwerdeführer stellte zudem beschwerdeweise die Beurteilung des Inte
gritätsschadens in Frage (
Urk.
1 S. 5).
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Inte
gritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schlies
sen
den Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. Für die darin genannten Integritäts
schäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschä
di
gung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundes
rätlichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso weniger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regelfall, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
6.2
Kreisärztin
Dr.
A._
, welche als Fachärztin für Chirurgie über die
nötigen Fach
kenntnisse zur Beurteilung der Integritätsentschädigung verfügt, hielt aufgrund
ihrer
Untersuchung vom
2
4.
Juli 2019 hinsichtlich der rechten Schulter fest,
es bestünden Restbeschwerden bei Status nach
arthroskopischer
Rotatorenman
schetten
rekonstruktion
,
subacromialer
Dekom
pensation mit
Bursektomie
bei Status nach SLAP II-Läsion mit Partialläsion der
Subscapularissehne
und
transmuraler
Ruptur der
Supraspinatussehne
nach Sturz beim Skifahren. Es ver
bleibe eine Funktionseinschränkung und verminderte Belastbarkeit der rechten Schulter oberhalb der Horizontalen
. Die Beschwerden seien unfallbedingt, dau
ernd und erheblich. Der Integritätsschaden sei gemäss Tabelle 1.2 auf 10
%
zu beurteilen, wonach die Schulter bis 30° über der Horizontalen beweglich sei
(vgl. vorstehend E. 3.2).
In ihrem Bericht über die kreisärztliche Beurteilung vom 2
5.
Juli
2019 (vgl. vorstehend E. 3.1) beschrieb
Dr.
A._
klinisch eine Bewegungseinschränkung im Bereich der rechten Schulter oberhalb der Horizontalen sowie eine verminderte Kraftentwicklung oberhalb der Horizontalen (
Urk.
9/152 S. 6 unten).
Mit der Beschwerdegegnerin ist vorliegend zu erwähnen, dass dies jedoch nicht bedeutet, dass die Schulter nur bis zur Horizontalen beweglich wäre. So ist den Unter
suchungsergebnissen von
Dr.
A._
eine Anteversion von 120° sowie eine Ab
duk
tion von 110° zu entnehmen, was bedeutet, dass die Schulter
durchaus
noch über die Horizontale (> 90°) beweglich ist.
Die
Einschätzung und
Beurteilung durch
Dr.
A._
unter Berücksichti
gung der Tabelle sowie der Untersu
chungs
befunde
erscheint
plausibel
, ist nachvollziehbar begründet
und gibt zu keinen
Beanstandungen Anlass.
D
er von
Dr.
B._
verfasste Bericht
(vgl. vorstehend E.
3.3)
,
in welchem eine
abweichende Beurteilung der Schulterbeweglichkeit des Beschwerdeführers
festgehalten wird, vermag
keine Zweifel an der Zuverlässig
keit der Beurteilung durch
Dr.
A._
zu begründen, basiert doch ihre Beurteilung auf einer ausführlicheren Befunderhebung (vgl.
Urk.
9/152 S. 4 ff.)
und machte
Dr.
B._
in seinem Bericht denn auch keine weiteren Ausführungen zu Funk
tionseinschränkungen beziehungsweise zur Beweglichkeit der rechten Schulter
, sondern berichtete einzig über eine mögliche Minderbelastbarkeit.
6.3
Die Beurteilung einzelner Integritätsschäden bildet
rechtsprechungsgemäss
eine
Tatfrage
, die von einem Mediziner zu beantworten ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_76/2013 vom 23. Juli 2013 E. 3.4.1 und U 344/01 vom 11. September 2002 E. 6, je mit Hinweisen). Vorliegend wurde die Festsetzung der Integritätsent
schädigung nachvollziehbar und schlüssig begründet und es bestehen keine Zweifel an der Einschätzung durch
Dr.
A._
. Auf weitere Abklärungen kann deshalb in antizipierter Beweiswürdigung (
BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d) verzichtet werden.
Der angefochtene Entscheid ist somit nicht zu beanstanden. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.