Decision ID: 726a5562-cb47-4a87-a68f-74d9a257f17b
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Entscheid Versicherungsgericht, 26.02.2018 Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG, Art. 43 Abs. 1 ATSG. Der medizinische Sachverhalt ist unvollständig abgeklärt, wenn aufgrund der vorliegenden medizinischen Unterlagen sich die unfallbedingte Einschränkung der Leistungsfähigkeit nicht abschliessend beurteilen lässt. Die Sache ist an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie nach erfolgten Abklärungen neu über den Fallabschluss und allfällige Ansprüche des Beschwerdeführers entscheide (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. Februar 2018, UV 2016/4).
Entscheid vom 26. Februar 2018
Besetzung
Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und a.o.
Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei;
Gerichtsschreiber Markus Jakob
Geschäftsnr.
UV 2016/4
Parteien
A._,
Beschwerdeführer,
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gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
Gegenstand
Versicherungsleistungen
Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerdeführer), war seit dem 1. Juli 2000
bei B._ (nachfolgend Arbeitgeberin) als Gebäudetechniker tätig und dadurch bei der
Suva unfallversichert, als er sich am 6. November 2006 bei Reparaturarbeiten auf
einem Liftkabinendach den Kopf einklemmte (UV-act. I. 2-3 f., 2, 5, 10, 15, 20). Die
Erstbehandlung erfolgte im Kantonsspital St. Gallen (nachfolgend KSSG). Diagnostiziert
wurden eine parieto-occipitale Skalpierungsverletzung mit einem Umfang von ca. 20
cm sowie Nasenweichteilverletzungen und eine tiefe Rissquetschwunde im Bereich der
rechten Augenbraue (UV-act. I. 4, 12). In den Arztberichten vom 19. Januar und 5. März
2007 berichtete Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeinmedizin und Tropenmedizin
FMH, über anhaltende Kopf- und Nackenschmerzen (UV-act. I. 13, 16-1). Am 16. März
2007 erklärte der Versicherte gegenüber dem Aussendienstmitarbeiter der Suva, dass
er jeden Tag Kopfschmerzen und Schmerzen im Bereich der Skalpierungswunde sowie
vermehrt psychische Probleme habe (UV-act. I. 17-1 f.).
A.b Am 28. März 2007 stellte Kreisarzt Dr. med. D._, Facharzt für Chirurgie, fest,
dass der Versicherte den Unfall psychisch noch nicht optimal bzw. unvollständig
verarbeitet habe. Es zeige sich eine Stressfragmentierung mit reduzierter allgemeiner
Belastbarkeit. Die Arbeitsunfähigkeit schätzte er auf 50% (UV-act. I. 19). Am 4. Juni
2007 schloss die Suva mit der E._ AG einen Coachingvertrag zugunsten des
Versicherten ab (UV-act. I. 24). Am 3. Juli 2007 empfahl Kreisarzt Dr. D._ den
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vorübergehenden Einsatz zu 50% an einem anderen Arbeitsplatz (UV-act. I. 30). Am 31.
Januar 2008 erklärte der Versicherte, dass sich sein Gesundheitszustand
verschlechtert und er wieder mehr Schmerzen und eine negativere Sichtweise habe
(UV-act. I. 51).
A.c Am 26. Februar 2008 erklärte Kreisarzt Dr. med. F._, Facharzt für Chirurgie, dass
sich der Versicherte insgesamt gut von seiner schweren Weichteilverletzung im Bereich
des Kopfes wie auch von den psychischen Folgen des Unfallereignisses erholt habe,
stufte jedoch die Erinnerungen an das Ereignis als nach wie vor belastend ein. Der Fall
könne abgeschlossen werden, wobei zuvor noch die Situation im Bereich des rechten
Ohrs und der Nase durch einen Facharzt abgeklärt werden sollte. Eine
Integritätsentschädigung sei nicht geschuldet (UV-act. I. 55). Am 20. März 2008
untersuchte Dr. med. G._, Oberarzt, Hals-Nasen-Ohrenklinik KSSG, den
Versicherten. Es zeigte sich eine posttraumatische, nicht mehr gross beeinflussbare
Sensibilitätsstörung an der rechten Nase und der Stirnflanke trigeminal (UV-act. I. 59).
An einer Besprechung der Suva vom 3. Juli 2008 mit dem beruflichen Vorgesetzten des
Versicherten führte dieser aus, dass die aktuelle Tätigkeit den Versicherten
gesundheitlich überfordere (UV-act. I. 69). Im Arztbericht vom 8. Juli 2008 erklärte Dr.
D._ (nun Mitarbeiter der E._ AG), die fortgesetzt geklagten Beschwerden seien
Folgen des Unfallereignisses vom 6. November 2006 (UV-act. I. 72). Im Arztbericht vom
13. August 2008 führte Dr. med. H._, Institut für Radiologie, KSSG, aus, die
durchgeführte MRI-Untersuchung des Neurocraniums (ohne detaillierte Untersuchung
der Orbita beidseits) habe ein altersentsprechend normales-cranio-cerebrales
Kernspintomogramm ohne Nachweis von posttraumatischen Läsionen gezeigt. Als
Befund wurden erhoben eine leicht deformierte Lamina papyracea rechts und als
Nebenbefund eine Concha bullosa rechts sowie eine Sekretretention in einer
posterioren Ethmoidalzelle links (UV-act. I. 76). In der Stellungnahme vom 18. August
2008 erklärte Kreisarzt-Stellvertreter Dr. med. I._, dass sich die geltend gemachten
Verschlechterungen nicht mit den beim Unfall erlittenen Verletzungen erklären liessen.
Insbesondere könne damit keine posttraumatische Hirnfunktionsstörung begründet
werden. Ob eine psychische Störung vorliege, müsste von einem Psychiater beurteilt
werden (UV-act. I. 77).
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A.d Gesundheitsbedingt wechselte der Versicherte per 1. Oktober 2008 firmenintern
seinen Arbeitsplatz von J._ nach K._ und übernahm dort die Stelle als Hauswart
Technik (UV-act. I. 82, 83). Am 29. Oktober 2008 berichtete der Versicherte über
anhaltende Schmerzen sowie die Überforderung am neuen Arbeitsplatz bedingt durch
das volle Arbeitspensum und die unterschiedlichen Arbeitszeiten (UV-act. I. 90; vgl.
auch UV-act. I. 92 f., 99, 102).
A.e Mit Kurzbericht vom 1. Dezember 2008 hielt der vom Versicherten konsultierte Dr.
med. L._, Facharzt für Neurologie FMH, gegenüber der Suva fest, der Versicherte
leide unter Schlafstörungen, Beschwerden im Bereich der Operationsnarbe,
chronischen Gesichtsschmerzen, Augenkopfschmerzen, Unsicherheit beim Gehen und
Velofahren, Lärmempfindlichkeit usw. und machte verschiedene spezifische
Untersuchungsvorschläge (UV-act. I. 101).
A.f Mit Arztbericht vom 16. Januar 2009 informierte Dr. med. dent. M._ die Suva
über die Zahnschäden als Folge der Schädelverletzung im Jahr 2006 (UV-act. I. 110).
Im Schreiben vom 13. August 2009 anerkannte die Suva (nach eingeholter ärztlicher
Stellungnahme; UV-act. I. 112) die Unfallkausalität der Zahnschäden und ihre
diesbezügliche Leistungspflicht (UV-act. I. 116).
A.g Kreisarzt-Stellvertreter Prof. Dr. med. N._, FMH Orthopädische Chirurgie,
erklärte am 7. Februar 2009, dass bei Durchsicht der Unterlagen, das Jahr 2008
betreffend, eine Polypragmasie im gesamten medizinischen bzw. paramedizinischen
Setting auffalle. Im Sinne einer konsistenten Lebensführung des Versicherten müsste
der Polypragmasie jetzt Einhalt geboten werden, d.h. Beendigung des Einsatzes der
vielen Supporte, die er in der Vergangenheit ergriffen habe oder habe ergreifen
müssen. Es dürfte nicht ausgeschlossen werden, dass beim Versicherten eine
Lebenskrise durch das Unfallereignis mit ausgelöst worden sei. Am ehesten könnte
noch durch eine psychiatrische Exploration ein Schlüssel für den dauerhaften
Krisenzustand des Versicherten gefunden werden (UV-act. 107).
A.h Im Arztbericht vom 29. April 2010 erklärten Dr. phil. O._, Psychologin und
Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, dipl. Psych. P._, Psychologin FSP und
klinische Neuropsychologin GNP, und Prof. Dr. med. Q._, Chefärztin Klinik für
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Neurologie, KSSG, zur Frage, ob psychische und kognitive Defizite bestünden, dass
aus neuropsychologischer Sicht leichte kognitive Funktionsstörungen und eine
mittelschwere affektive Störung festzustellen seien. Als kognitive Auffälligkeiten wurden
genannt eine Verlangsamung der Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit,
mangelnde kognitive Flexibilität, Arbeitsgedächtnisstörungen, zum Teil verminderte
Fehlerkontrolle und verminderte visuell-räumliche Gedächtnisleistungen. Im affektiven
Bereich gebe es deutliche Hinweise auf eine depressive Störung. Es sei davon
auszugehen, dass der Versicherte aufgrund der durch den Arbeitsunfall bedingten
körperlichen und geistigen Einschränkungen und der Schmerzsymptomatik den hohen
Anforderungen nicht mehr habe gerecht werden können und im Zuge der dauernden
Überforderung sich eine affektive Störung entwickelt habe. Therapeutisch stehe die
dringende psychopharmakologische und psychotherapeutische Behandlung durch
einen Psychiater im Vordergrund (UV-act. I. 126). Im Arztbericht vom 4. Mai 2010
schrieb Dr. L._, dass der Versicherte beim Arbeitsunfall nebst einer äusserlichen
Skalpierungsverletzung rechts fronto-parietal auch intrakranielle Beschädigungen des
Frontalhirns erlitten habe, deren Symptome sich heute noch klinisch und mittels
apparativer Methoden nachweisen liessen. Dies habe beim Versicherten zu
charakterlichen Veränderungen und deutlichen Einschränkungen der Flexibilität, der
Arbeitsfähigkeit und der gesamten Lebensqualität geführt (UV-act. I. 127). Prof. Dr.
N._ antwortete am 4. August 2010 auf die Frage, ob weiterhin somatische
Unfallfolgen bestehen würden oder diese als abgeschlossen qualifiziert werden
könnten, dass somatische Unfallfolgen in den letzten Berichten nicht mehr
auszumachen seien. Der Bericht von Dr. L._ beinhalte Hypothesen und die
neuro¬psychologische Untersuchung am KSSG deute auf Störungen auf diesem
Fachgebiet inklusive Psychiatrie hin, die somatisch nicht zu begründen seien (UV-act. I.
133). In einem Bericht über eine Besprechung mit dem Versicherten vom 12. August
2010 hielt der Aussendienstmitarbeiter der Suva fest, dass eine psychiatrische
Behandlung des Versicherten im Moment noch nicht im Vordergrund stehe. Die
psychiatrische Behandlungsbedürftigkeit solle zu einem späteren Zeitpunkt geprüft
werden (UV-act. I. 135).
A.i Am 6. Dezember 2010 erstellte Dr. med. R._, Facharzt für Neurologie FMH,
Abteilung Versicherungsmedizin, Suva Luzern, basierend auf den Akten eine
neurologische Beurteilung (UV-act. I. 148). Er erklärte, dass es beim Selbstunfall vom 6.
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November 2006 höchstens zu einer Commotio cerebri (LTHV) gekommen sei. Von
einem posttraumatischen Kopfschmerz könne nicht ausgegangen werden, da das
Auftreten von Kopfschmerzen nicht innert 7 Tage post Trauma diagnostiziert worden
sei. Im Weiteren thematisierte er die nicht adäquate Behandlung der psychischen
Probleme des Versicherten. Von einer nachweisbaren Hirnschädigung ging er nicht
aus. So führte er zum Arztbericht des KSSG vom 29. April 2010 aus: "Bei nachweisbar
fehlender organischer Läsion des Gehirns kann eine auffällige neuropsychologische
Testung keineswegs als Beleg für eine irgendwie traumaassoziierte Läsion gewertet
werden, da die neuropsychologischen Testergebnisse in einem hohen Masse von der
Mitarbeitsfähigkeit und Compliance des Versicherten abhängt. Diese können aus vielen
Gründen (z.B. Depression, Ermüdung, Vortäuschung, etc.) gestört sein." Als
nachvollziehbar stufte er hingegen die vermehrte Empfindlichkeit, gelegentliche
Schmerzen sowie die Taubheit insbesondere in der rechten Gesichtshälfte ein. Es
handle sich dabei jedoch nicht um eine behindernde oder erhebliche Einschränkung,
weshalb diese weder eine Arbeitsunfähigkeit noch eine Integritätsentschädigung zu
begründen vermöchten.
A.j Am 10. Februar 2011 verunfallte der Versicherte erneut während der Arbeit. Bei
einer Störungsbehebung an einer ausser Betrieb gesetzten Bowlingbahn prallte ihm
eine Bowlingkugel an den Kopf (UV-act. I. 151, 153; UV-act. II. 1, 6). Im Arztbericht vom
15. Februar 2011 berichtete Dr. med. S._, Zentrale Notfallaufnahme, KSSG, über eine
reizlose frische Narbe von 2 cm auf der Kopfhaut parietosagittal rechts. Sie stellte die
Diagnosen Kontusion capitis mit Aggravation posttraumatischer neurokognitiver und
neuropathischer Gesichtsbeschwerden, Visusstörungen, Schlafstörungen sowie den
Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung (UV-act. II. 5). Mit Schreiben
vom 24. Februar 2011 sprach die Suva dem Versicherten für die Folgen des
Berufsunfalls vom 10. Februar 2011 Versicherungsleistungen (Taggelder,
Heilbehandlung) zu (UV-act. II. 2 ff.).
A.k Im Rahmen des Unfalls vom 6. November 2006 übernahm die Suva zur
Verbesserung der Gesundheitssituation und der Arbeitsmarktfähigkeit ab Sommer
2011 die Kosten für ein mehrmonatiges Coaching durch die T._ GmbH (UV-act. I.
172). Gemäss Besprechungsprotokoll vom 31. Juli 2012 nahmen die Beschwerden des
Versicherten u.a. wegen der langen Arbeitszeiten (7 bis 9 Tage Dienst aneinander)
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wieder zu (UV-act. I. 175). Im Arztbericht vom 14. August 2012 erklärte Dr. med. U._,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, dass der Versicherte unverändert unter
kognitiven Defiziten leide, für die er keine andere Erklärung als das Trauma vom 6.
November 2006 habe (UV-act. I. 183 f.).
A.l Im neurologischen Gutachten vom 28. August 2012 diagnostizierte Dr. med. V._,
Facharzt für Neurologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, basierend auf
medizinischen Akten und einer persönlichen Untersuchung des Versicherten am 19.
Dezember 2011, eine schwere Schädel-Kompressionsverletzung mit
Skalpierungsverletzung parieto-occipital, Nasenbeinfraktur, Frakturen der medialen
Orbitawand und Nasenweichteilverletzungen, tiefer Rissquetschwunde an der rechten
Augenbraue, durchgemachter leichter traumatischer Hirnverletzung (MTBI) und HWS-
Distorsion sowie in der Folge eine posttraumatische Belastungsstörung (partiell noch
vorhanden), ein chronisches cervikales Schmerzsyndrom, Sensibilitätsstörungen im
Nasen-/Stirnbereich und Gedächtnisstörungen (UV-act. I. 193-6). Der Gutachter stufte
den Unfall im Jahr 2006 als ein besonders schweres, eindrückliches Erlebnis,
verbunden mit grosser Belastung und Angst ein. Die Kopfschmerzen seien als
posttraumatisch zu klassifizieren, denn diese seien bereits im Polizeirapport rund eine
Woche nach dem Unfall angegeben worden und nicht wie vom Suva-
Versicherungsmediziner geltend gemacht erst 1 1⁄2 Monate nach dem Unfall. Die noch
geklagte Vergesslichkeit und Müdigkeit seien wohl als Folgen der MTBI, teilweise auch
im Rahmen der noch vorhandenen chronischen Schmerzsymptomatik und der
residuellen psychoreaktiven Störungen zu sehen. Der Unfall im Februar 2011 habe
lediglich zu einer Schädelkontusion mit vorübergehender Verstärkung der Schmerzen
im HWS-Bereich geführt. Im Weiteren stellte der Gutachter fest, dass die
posttraumatische Belastungsstörung nie fachgerecht behandelt worden sei (UV-act. I.
193-7).
A.m Im Sommer 2013 begab sich der Versicherte in psychiatrische Behandlung bei
med. prakt. W._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH (UV-act. I. 223).
A.n Vom 8. bis 18. August 2014 wurde der Versicherte wegen zunehmenden
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Schmerzen insbesondere in der Hüfte, in der rechten Schulter und im linken Knie in der
Klinik für Rheumatologie des KSSG behandelt. Im Klinikbericht vom 18. August 2014
wurde der Verdacht auf eine seronegative Spondylarthritis (Tendinitiden Schulter- und
Beckengürtel, Morgensteifigkeit, Lumbalgie) und eine Osteopenie (ED 08/2014)
erhoben (UV-act. I. 219, UV-act. III. 29).
A.o Im psychologischen Untersuchungsbericht der Klinik für Neurologie des KSSG
vom 1. September 2014 diagnostizierten Prof. Q._ und lic. phil. V._, Psychologe
FSP, leichte bis mittelschwere kognitive Funktionsstörungen. Im Vordergrund stünden
Beeinträchtigungen im Aufmerksamkeits-, exekutiven und Gedächtnisbereich. Es zeige
sich eine allgemeine Verlangsamung und reduzierte Grundaktivierung. Zudem gebe es
Hinweise für mittelschwer ausgeprägte depressive Symptome und einen deutlich
ausgeprägten Leidensdruck. Im Vergleich zur neuropsychologischen Untersuchung
vom 29. April 2010 zeige sich insgesamt eine Verschlechterung der kognitiven
Leistungsfähigkeit, wobei ein Symptomvalidierungsverfahren einen grenzwertigen
Befund ergeben habe. Das kognitive Störungsmuster sei am ehesten mit einer
psychischen Ursache zu vereinbaren. Empfohlen wurde die Fortsetzung der
psychiatrischen Behandlung (UV-act. I. 220).
A.p Am 8. September 2014 erlitt der Versicherte unverschuldet einen Motorradunfall.
Er kollidierte frontal mit einem aus einer Nebenstrasse kommenden Personenwagen
(UV-act. I. 222; UV-act. III. 1). Mit Schreiben vom 19. September 2014 sprach die Suva
dem Versicherten für die Folgen des Motorradunfalls Versicherungsleistungen
(Taggelder, Heilbehandlung) zu (UV-act. III. 2 f.). Im Arztbericht vom 14. Oktober 2014
diagnostizierte Dr. U._ eine HWS-Distorsion sowie eine Zerrung im Bereich der
rechten Hüfte und des rechten OSG lateral (UV-act. III. 12).
A.q Im Arztbericht vom 3. November 2014 diagnostizierte Psychiater W._ eine
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10: F33.1) sowie eine anhaltende
Persönlichkeitsveränderung mit ausgeprägten narzisstischen Anteilen und starkem
sozialen Rückzug nach traumatischem Erlebnis (ICD-10: F62.0). Hinsichtlich des
psychischen Beschwerdebildes erachtete er den Zusammenhang mit dem
Unfallereignis vom 6. November 2006 als erstellt (UV-act. I. 223).
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A.r Bei diagnostiziertem posttraumatischem Karpaltunnelsyndrom (CTS) beidseits
führte Dr. med. W._, Fachärztin für Chirurgie und Handchirurgie FMH, am 7.
November 2014 eine Medianusdekompression links und am 7. Januar 2015 eine solche
rechts durch (UV-act. III. 21, 26).
A.s In der Stellungnahme vom 1. Dezember 2014 erklärte Kreisarzt Dr. med. X._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
FMH, dass weiterhin auf die Stellungnahme des Versicherungsmediziners der Suva Dr.
R._ vom 6. Dezember 2010 abgestellt werden könne. Unfallbedingte intrakranielle
Verletzungsfolgen hätten bisher nicht festgestellt werden können (UV-act. I. 225).
A.t Mit Verfügung vom 12. Dezember 2014 teilte die Suva die Einstellung der
Versicherungsleistungen bezüglich des Unfalls vom 6. November 2006 per 31.
Dezember 2014 mit und verneinte den Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form
einer Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung, da zwischen den
geklagten, organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden und dem
Unfallereignis vom 6. November 2006 kein adäquater Kausalzusammenhang bestehe.
Hinsichtlich des Motorradunfalls vom 8. September 2014 werde das weitere Vorgehen
noch geprüft (UV-act. I. 227, UV-act. III. 18).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 12. Dezember 2014 erhob der Versicherte am 6. Januar
2015 Einsprache (UV-act. I. 228).
B.b Im Bericht vom 12. Januar 2015 über den stationären Aufenthalt im
Psychiatrischen Zentrum Y._ vom 17. November bis 19. Dezember 2014
diagnostizierten die Klinikärzte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), eine posttraumatische Belastungsstörung
(ICD-10: F43.1) und eine andauernde Persönlichkeitsveränderung nach
Extrembelastung (ICD-10: F62.0; UV-act. I. 235).
B.c Im Arztbericht vom 22. Januar 2015 diagnostizierten die Ärzte der Klinik für
Rheumatologie des KSSG insbesondere eine Polymyalgia rheumatica ED 08/2014, eine
Osteopenie ED 08/2014 und ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (UV-act. III.
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34). Im Arztbericht vom 13. Februar 2015 verneinte Kreisarzt Dr. med. Z._ wegen
fehlender überwiegender Wahrscheinlichkeit die natürliche Kausalität zwischen dem
Carpaltunnelsyndrom und dem Motorradunfall vom 8. September 2014 (UV-act. III. 37).
B.d Mit Verfügung vom 20. Februar 2015 verneinte die Suva ihre Leistungspflicht
hinsichtlich der Handgelenksbeschwerden beidseitig bzw. der diesbezüglich
durchgeführten Operationen (Medianusdekompression), da kein sicherer oder
wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 8. September
2014 und den gemeldeten Beschwerden bestehe (UV-act. III. 41; siehe auch UV-act. III.
32 f.).
B.e Im Arztbericht vom 4. März 2015 bestätigte Psychiater W._ seine im November
2014 gestellten psychiatrischen Diagnosen. Er schätzte die Arbeitsfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht aktuell auf 50% (UV-act. I. 234).
B.f Gegen die Verfügung vom 20. Februar 2015 erhob der Versicherte am 11. März
2015 Einsprache mit der Begründung, dass die Beschwerden, welche die Operationen
der Handgelenke erfordert hätten, im kausalen Zusammenhang mit dem Motorradunfall
vom 8. September 2014 stünden (UV-act. III. 44).
B.g Die Suva vereinigte die gegen die Verfügungen vom 12. Dezember 2014 und 20.
Februar 2015 erhobenen Einsprachen vom 6. Januar und 11. März 2015 und wies
diese mit Einspracheentscheid vom 30. Dezember 2015 ab (act. G 1.2).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid erhob der Versicherte am 9. Januar 2016
Beschwerde mit sinngemäss folgenden Rechtsbegehren (act. G 0, G 1): Der
Einspracheentscheid vom 30. Dezember 2015 sei aufzuheben; es seien weiterhin
Versicherungsleistungen zu erbringen. Zur Begründung wurde angeführt, dass die
heutigen Beschwerden unfallbedingt seien. Eingereicht wurde der Arztbericht von
Psychiater W._ vom 25. Januar 2016. Der Facharzt stellte die Diagnosen
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1),
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F33.1), andauernde
Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0), Status nach
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Karpaltunnelsyndrom links 2014, Karpaltunnelsyndrom rechts, Status nach schwerer
Gesichtsschädelfraktur 2006 während eines Arbeitseinsatzes. Im Weiteren führte er
aus, dass der Beschwerdeführer trotz erzielter Erfolge weiterhin unter den erlittenen
Unfallfolgen leide und in Behandlung im Psychiatrischen Y._ sei (act. G 1.1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 3. März 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde vom 29. Januar 2016 und die Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 30. Dezember 2015 (act. G 3).
C.c In der Replik vom 14. April 2016 hielt der Beschwerdeführer sinngemäss an seinen
Rechtsbegehren in der Beschwerdeschrift vom 29. Januar 2016 fest (act. G 5). Er rügte
insbesondere, dass die gesundheitliche Situation nicht objektiv bzw. unabhängig
abgeklärt worden sei. Die Beschwerdegegnerin habe sich nur auf die Arztberichte ihrer
eigenen Ärzte abgestützt. Die Relevanz der psychischen Leiden sei - trotz stationärem
Aufenthalt in der Psychiatrischen Klinik Ba._ - von der Beschwerdegegnerin nie
fachärztlich abgeklärt worden. Trotzdem sei die Adäquanz der psychischen Leiden
verneint worden.
C.d In der Duplik vom 13. Mai 2016 erneuerte die Beschwerdegegnerin ihren Antrag
auf Abweisung der Beschwerde (act. G 10).

Considerations:
Erwägungen
1.
1.1 Strittig und zu prüfen ist, ob einerseits der Gesundheitszustand, wie ihn der
Beschwerdeführer nach dem 31. Dezember 2014 aufweist, in einem rechtserheblichen
Kausalzusammenhang zum Unfall vom 6. November 2006 steht und eine weitere
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu begründen vermag und andererseits, ob
die Handgelenksbeschwerden kausal zum Unfall vom 8. September 2014 sind und die
Beschwerdegegnerin die Kosten für die Handgelenksoperationen zu übernehmen hat.
1.2 Festzuhalten ist, dass gesundheitliche Folgen des Unfalls vom 10. Februar 2011
sowie mit Ausnahme der Handgelenksbeschwerden/-operationen auch gesundheitliche
Folgen des Motorradunfalls vom 8. September 2014 nicht Gegenstand des
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vorliegenden Verfahrens sind, da diese nicht Inhalt der Verfügungen vom 12. Dezember
2014 und 20. Februar 2015 bzw. des Einspracheentscheids vom 30. Dezember 2015
waren.
2.
2.1 Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben,
und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden, nachdem Ereignisse aus den Jahren
2006 und 2014 streitig sind, die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen
Anwendung.
2.2 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Sie hat
zudem Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 Abs. 1
UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid,
so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die
versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine
angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Nach Gesetz und Praxis
ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung,
Taggeld) und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente abzuschliessen, wenn
allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind
und von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden kann (vgl. Art. 19
Abs. 1 UVG; Urteil des Bundesgerichts (bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches
Versicherungsgericht, EVG) vom 2. Mai 2014, 8C_888/2013, E. 4.1, vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts vom 2. Dezember 2014, 8C_639/2014, E. 3). Mit dem Rentenbeginn
fallen die Heilbehandlung und Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 letzter Satz
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UVG). Die Integritätsentschädigung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls
kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt
(Art. 24 Abs. 2 UVG). Das Erreichen des medizinischen Endzustands bildet demgemäss
die Voraussetzung für die Prüfung der Rentenfrage und der Integritätsentschädigung.
Für die Bejahung des medizinischen Endzustands ist keine vollständige
Schmerzfreiheit vorausgesetzt (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 112 ff. E. 3 und 4;
ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 143, 145). Die Verwendung des
Begriffs "namhaft" in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht, dass die durch weitere
(zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung
ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven
Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren
Massnahmen zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen
Anspruch auf deren Durchführung. Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist,
bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. In
diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person
prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil
des Bundesgerichts vom 2. Mai 2014, 8C_888/2013, E. 4.1 mit Hinweisen auf BGE 134
V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 2. Dezember 2014,
8C_639/2014, E. 3).
2.3 Angesichts der in Erwägung 2.2 angeführten gesetzlichen Bestimmungen bildet die
Unfallkausalität Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der
Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur
für Gesundheitsschäden, die zum Unfallereignis in einem natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang stehen (vgl. Art. 6 UVG; BGE 129 V 181 E. 3.1 f.; RUMO-
JUNGO/ HOLZER, a.a.O., S. 53 ff.).
2.4 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände,
ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als
in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht
werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen
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Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität
der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung
entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1, 129 V 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 337 E. 1). Ob
zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht, beurteilt sich nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit;
die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1, 119 V 337 f. E. 1, 118 V 289 E. 1b, je
mit Hinweisen; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312 E. 1b; THOMAS LOCHER/THOMAS
GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 Rz. 58
f.). Als adäquate Ursache eines Erfolgs hat ein Ereignis nach der Rechtsprechung zu
gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung geeignet ist, den eingetretenen Erfolg zu bewirken, der Eintritt dieses
Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E.
3.2, 125 V 461 E. 5a mit Hinweisen). Bei objektiv ausgewiesenen organischen
Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit
der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen
Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1,
118 V 291 f. E. 3a, 117 V 365 mit Hinweisen; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Sind dagegen
die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist eine eigenständige
Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher zu unterscheiden ist, ob es sich um
psychische Fehlentwicklungen nach Unfall handelt, bei welchen die Adäquanzkriterien
unter Ausschluss psychischer Aspekte zu prüfen sind (sogenannte Psycho-Praxis; vgl.
BGE 115 V 133), oder ob ein Schleudertrauma, eine äquivalente Verletzung der
Halswirbelsäule oder ein Schädel-Hirntrauma vorliegt, bei welchen auf eine
Differenzierung zwischen psychischen und physischen Komponenten zu verzichten
und eine gesamthafte Prüfung vorzunehmen ist (sogenannte Schleudertrauma-Praxis;
vgl. BGE 134 V 109). Ergeben die Abklärungen das Vorliegen einer
Schleudertraumaverletzung oder eines Schädelhirntraumas, muss geprüft werden, ob
die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden
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Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik
aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung
ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen
aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a). Andernfalls erfolgt die
Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134
V 109 präzisierten Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten
Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS oder bei einem Schädel-
Hirntrauma setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall
hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das
Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr.
U 397 S. 328 E. 3b).
2.5 Ist die Unfallkausalität einmal mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, so
entfällt eine Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, sobald der Unfall nicht mehr
eine natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also
Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Ebenso wie
das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs muss auch der Wegfall der
Kausalität mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E.
2). Während bei der Frage, ob ein Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben
ist, die versicherte Person beweisbelastet ist, trägt die Beweislast für einen
behaupteten Wegfall der Kausalität die Unfallversicherung (RUMO-JUNGO/HOLZER,
a.a.O., S. 54; RKUV 1994 Nr. u 206 S. 328 f. E. 3b)
2.6 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen (BGE 129 V 181 E. 3.1; PVG
1984 Nr. 82, 174; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 55). Hinsichtlich des
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Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die beklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend
für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder dessen
Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen
Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 134 V 232 f. E.
5.1, 125 V 352 E. 3a). Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte
und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen,
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien
gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder
die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt
nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf
vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der
Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche
Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die
Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab
anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee,
122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
3.
3.1 Hinsichtlich der beidseitigen Handgelenksbeschwerden bzw. der am 7. November
2014 und 7. Januar 2015 durchgeführten Handgelenksoperationen
(Medianusdekompressionen) macht die Beschwerdegegnerin geltend, die Beschwerde
vom 29. Januar 2016 gegen den Einspracheentscheid vom 30. Dezember 2015
umfasse die Ablehnung der Kostenübernahme für die beiden Handgelenksoperationen
nicht. Die im angefochtenen Einspracheentscheid erklärte Verneinung der
Leistungspflicht in Bezug auf die beidseitige Handgelenkproblematik sei mithin in
Rechtskraft erwachsen (act. G 3). Dieser formell-rechtliche Einwand ist vorab zu prüfen.
3.2 In der Beschwerde vom 29. Januar 2016 erklärte der Beschwerdeführer: "Ich bin
mit Ihrem Bescheid vom 30. Dezember 2015 nicht einverstanden und erhebe erneut
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Einsprache dagegen. Nach meiner Einschätzung und auch derjenigen meiner Ärzte
stehen die heutigen Beschwerden nach wie vor mit meinem Unfall zusammen und ich
bin nicht einverstanden, dass mein Fall abgeschlossen wird. [...]." Vorliegend handelt
es sich um einen nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer, welcher fristgerecht
zum Ausdruck brachte, dass er sowohl mit der Leistungseinstellung bezüglich der
Folgen des Unfalls vom 6. November 2006 als auch mit der Leistungsablehnung
betreffend die beidseitige Handgelenksproblematik im Zusammenhang mit dem
Motorradunfall vom 8. September 2014 seitens der Beschwerdegegnerin nicht
einverstanden ist, da er die Unfallkausalität der gesundheitlichen Beschwerden als
gegeben erachtet. Die Beschwerdegegnerin muss sich allfällige Unklarheiten
hinsichtlich der Anfechtungsobjekte vorhalten lassen, begünstigte doch die aus
"prozessökonomischen Gründen" (vgl. Erwägung 1 des Einspracheentscheids vom 30.
Dezember 2015, act. G 1.2) durchgeführte Vereinigung der beiden verschiedene Unfälle
betreffenden Einsprachen diese Situation. Festzustellen ist, dass die
Mindestanforderungen an eine rechtsgültige Beschwerde nach Art. 61 lit. b ATSG
(gedrängte Darstellung des Sachverhaltes, ein Rechtsbegehren und eine kurze
Begründung) mit der Beschwerdeschrift vom 29. Januar als erfüllt zu betrachten sind.
Auf die Beschwerde betreffend Verweigerung der Kostenübernahme für die am 7.
November 2014 und 7. Januar 2015 durchgeführten Handgelenksoperationen
(Medianusdekompressionen) ist folglich einzutreten.
3.3 Zu prüfen ist mithin die Kausalität der Handgelenksbeschwerden zum
Motorradunfall vom 8. September 2014 als Voraussetzung für eine diesbezügliche
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin.
3.3.1 Während der Beschwerdeführer von einer Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin bezüglich der Handgelenksoperationen ausgeht, da die
Handchirurgin Dr. W._ die Kausalität zum Unfall vom 8. September 2014 bejaht habe,
erachtet die Beschwerdegegnerin die Kausalität der Handgelenksbeschwerden zum
Motorradunfall vom 8. September 2014 nicht als überwiegend wahrscheinlich. Sie
beruft sich dabei insbesondere auf die ärztliche Beurteilung von Kreisarzt Dr. Z._
vom 13. Februar 2015 (UV-act. III. 37), welcher feststelle, dass die vom
Beschwerdeführer gegenüber dem Neurologen Dr. V._ bereits im Jahr 2012
angegebenen Probleme mit den oberen Extremitäten typische Zeichen für ein
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beginnendes Karpaltunnelsyndrom seien. Zudem seien in den Echtzeitdokumenten
nach dem Motorradunfall keine Probleme an den Händen dokumentiert. Gemäss
Kreisarzt lassen die Darlegungen und Befunde der Handchirurgin Dr. W._ eine
unfallbedingte Ursache für die Handgelenksbeschwerden nicht als überwiegend
wahrscheinlich erscheinen (vgl. UV-act. III. 37-3).
3.3.2 In den unfallzeitnahen medizinischen Akten (Unfallmeldung vom 8. September
2014, UV-act. III. 1; Arztberichte vom 9. September und 14. Oktober 2014, UV-act. III.
12, 25; Besprechungsprotokoll vom 15. Oktober 2014, UV-act. III. 11) wird berichtet
über Verletzungen am rechten Fussgelenk, am rechten Hüftgelenk, an der rechten
Schulter und an der Halswirbelsäule, jedoch nicht über Verletzungen an den Händen
bzw. Handgelenken. Die Handgelenksbeschwerden (beidseitiges Karpaltunnelsyndrom)
werden erstmals erwähnt in der vom KSSG ausgestellten Ergotherapieverordnung vom
21. Oktober 2014 (vgl. UV-act. III. 13-2: Als Ursache wurde sowohl Krankheit als auch
Unfall genannt) sowie im Arztbericht des KSSG über die Untersuchungen vom 14.
Oktober und 17. November 2014 (vgl. UV-act. III. 34).
3.3.3 In der KG (Krankengeschichte) zu einer Sitzung vom 6. November 2014
vermerkte Dr. W._, der Beschwerdeführer habe sich wegen den heftigen beidseitigen
Handgelenkskontusionen bereits am Tag nach dem Unfall beim Hausarzt Dr. U._ und
am 17. Oktober 2014 in der Notfallstation des KSSG behandeln lassen (vgl. UV-act. III.
21-3). Die genannten ärztlichen Behandlungen sind zwar aktenmässig ausgewiesen
(UV-act. III. 12-1, 20-3), doch gilt es konkret die Unfallkausalität der CTS-Symptomatik
zu beurteilen. Eine Behandlungsbedürftigkeit nach dem Unfall vom 8. September 2014
sagt noch nichts über die Ursächlichkeit der CTS-Symptomatik aus. Als Indikation der
am 7. November 2014 bei der Diagnose posttraumatisches CTS an der linken Hand
durchgeführten Medianusdekompressionsoperation hielt Dr. W._ im
Operationsbericht fest, dass der Beschwerdeführer seit einem Auffahrunfall mit
Prellung beider Handgelenke (8. September 2014) über eine beidseitige CTS-
Symptomatik klage, die in den letzten vier Wochen auf der linken Seite stark
zugenommen habe (UV-act. III. 21-2). Diese von Dr. W._ geschilderte blosse zeitliche
Abfolge vermag deshalb nicht als Beweis für eine Unfallkausalität der CTS-Problematik
zu gelten, weil ein Unfall mit Prellung beider Handgelenke - wie in Erwägung 3.3.2
aufgezeigt - initial nicht dokumentiert ist (vgl. dazu ALFRED MAURER, Schweizerisches
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Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 FN 1205; UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N 69 zu Art. 4; BGE 119 V 341 f. E. 2b/
bb,; SVR 2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007], S. 52, E. 7.2.4, sowie SVR 2008 UV Nr. 11 [U
290/06], S. 34, E. 4.2.3, je mit Hinweisen). Im Operationsbericht vom 7. Januar 2015
betreffend der rechtsseitig durchgeführten Medianusdekompression wird sodann
überhaupt nicht auf den Unfall vom 8. September 2014 Bezug genommen (UV-act. III.
26).
3.3.4 Die Ausführungen und Folgerungen des Kreisarztes Dr. Z._ in der ärztlichen
Beurteilung vom 13. Februar 2015 (UV-act. III. 37), insbesondere zu den im Suva-
Rapport vom 15. Oktober 2014 festgehaltenen Kribbelparästesien (UV-act. III. 11)
sowie zu den laut Operationsbericht vom 7. November 2014 von Dr. W._ bei der
Operation erhobenen ödematösen Veränderungen und einer postkontusionellen
Einblutung, sind nachvollziehbar, detailliert und vermögen zu überzeugen. Es ist der
Argumentation der Beschwerdegegnerin zu folgen, wonach die
Handgelenksbeschwerden nicht im Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit kausal
zum Motorradunfall vom 8. September 2014 bzw. dass die CTS an beiden
Handgelenken bloss möglicherweise mit dem Unfall vom 8. September 2014
zusammenhängen würden. Folglich besteht keine Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin für die Handgelenksoperationen vom 7. November 2014 und 7.
Januar 2015, d.h. die Beschwerde ist bezüglich des Anspruchs auf Kostenübernahme
für die Handgelenksoperationen abzuweisen.
4.
Nachfolgend ist die Zulässigkeit der Leistungseinstellung per 31. Dezember 2014
bezüglich der Folgen des Unfalls vom 6. November 2006 zu prüfen.
4.1 Der Beschwerdeführer rügt die Leistungseinstellung, denn die aktuellen
gesundheitlichen Beschwerden seien auf den Unfall im Jahr 2006 zurückzuführen (act.
G 1, G 1.1, G 5). Obwohl das Unfallereignis vom 6. November 2006 als besonders
schwer eingestuft worden sei, die Kreisärzte auf die psychiatrische Erkrankung
hingewiesen und fachärztliche Abklärungen empfohlen hätten sowie ein mehrwöchiger
psychiatrischer Klinikaufenthalt erfolgt sei, habe die Beschwerdegegnerin ihre
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Leistungen ohne Einholung einer fachärztlichen Stellungnahme zum psychischen
Leiden eingestellt. Im Weiteren wird gerügt, dass die Beschwerdegegnerin die
unfallbedingten finanziellen Einbussen nicht abgeklärt bzw. bei ihrem Entscheid nicht
berücksichtigt habe (act. G 1, G 5, G 5.1).
4.2 Die Beschwerdegegnerin begründet die Leistungseinstellung per 31. Dezember
2014 insbesondere mit dem Arztbericht ihres Versicherungsmediziners Dr. R._ vom
6. Dezember 2010 (UV-act. I. 148) und der Stellungnahme des Kreisarztes Dr. X._
vom 1. Dezember 2014 (UV-act. I. 225). Beim Beschwerdeführer bestehe keine
posttraumatische Hirnschädigung. Die Beeinträchtigungen durch das unfallbedingte
Taubheitsgefühl im Bereich rechts supraorbital und im Bereich der rechten oberen
Gesichtshälfte, wo auch gelegentlich Schmerzen auftreten würden, seien gering.
Bezogen auf die somatischen Leiden sei deshalb seit langem von der Erreichung des
medizinischen Endzustands auszugehen. Die somatischen Restbeschwerden seien
vom Ausmass her nicht geeignet, eine Arbeitsunfähigkeit oder eine
Integritätsentschädigung zu begründen (act. G 1.2-10 ff., 15 f., G 3-2). Zu den
geklagten psychischen Beschwerden wird ausgeführt, dass diese nicht auf einem
unfallbedingten, objektivierbaren organischen Substrat im Sinne einer strukturellen
Veränderung beruhten. Die Adäquanzprüfung habe deshalb nach der sogenannten
Psycho-Praxis (BGE 115 V 133) zu erfolgen (act. G 1.2-15 f.). Die bei einem
mittelschweren Unfall im mittleren Bereich (wovon vorliegend auszugehen sei) zu
prüfenden Adäquanzkriterien seien nicht im erforderlichen Umfange erfüllt, weshalb der
adäquate Kausalzusammenhang zwischen den psychischen bzw. organisch nicht
hinreichend nachweisbaren Beschwerden und dem Unfall vom 6. November 2006 zu
verneinen sei (act. G 1.2-17 f., G 3-2).
5.
5.1 Eine im KSSG am 6. November 2006 durchgeführte CT-Untersuchung hatte weder
eine Hirnschädelfraktur noch intrakranielle Blutungen gezeigt, indessen eine
Nasenbeinfraktur sowie kleine Frakturen im Bereich der medialen Orbitawand
rechtsseitig. Als Unfalldiagnosen wurden von den Ärzten des KSSG eine perieto-
occipitale Skalpierungsverletzung sowie Gesichtsweichteilverletzungen in Folge eines
Arbeitsunfalls gestellt (UV-act. I. 4).
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5.2 Im Februar/März 2008 stellten Kreisarzt Dr. F._ und Dr. G._ vom KSSG fest,
dass die physischen Verletzungen im Bereich des Kopfes weitestgehend verheilt seien.
Es bestünde nur noch eine nicht mehr gross beeinflussbare Sensibilitätsstörung an der
Nase und der Stirnflanke trigeminal (vgl. UV-act. I. 55, 59). Das Ergebnis einer
MRI-Untersuchung des Neurocraniums durch Dr. H._ vom 13. August 2008 war
altersentsprechend und ohne Nachweis von posttraumatischen Läsionen (UV-act. I.
76). Der Suva-Versicherungsmediziner Dr. R._ erachtete im Bericht vom 6. Dezember
2010 die Missempfindungen bzw. Taubheit insbesondere in der rechten Gesichtshälfte
als zwar nachvollziehbar, jedoch nicht in einem behindernden oder erhebliche
Einschränkungen verursachenden Grade (UV-act. I. 148). Diese Einschätzung
bestätigte Kreisarzt Dr. X._ in der Stellungnahme vom 1. Dezember 2014 (UV-act. I.
225). Die Feststellung von Dr. L._ im Bericht vom 4. Mai 2010, der Beschwerdeführer
habe beim Unfall vom 6. November 2006 auch intrakranielle Beschädigungen des
Frontalhirns erlitten, deren Symptome sich noch heute klinisch und mittels apparativer
Methoden nachweisen liessen, lässt sich anhand der vorliegenden medizinischen
Akten nicht bestätigen. Die von ihm bezüglich verschiedener MRI-Bilder gemachten
Äusserungen (UV-act. I. 127-2) erscheinen zudem - wie von Prof. N._ in einer
Stellungnahme vom 4. August 2010 erklärt - hypothetisch (UV-act. I. 133) und sind
damit ohne Beweiskraft. Das überwiegend wahrscheinliche Vorliegen einer
somatischen Hirnverletzung lässt sich damit jedenfalls nicht bestätigen. Im Übrigen
spricht auch Dr. L._ davon, dass einige MRI-Bilder des Gehirns ohne pathologischen
Befund gewesen seien.
5.3 Anlässlich der psychologischen Untersuchung im KSSG vom 27. April 2010
zeigten sich sodann beim Beschwerdeführer aus neuropsychologischer Sicht leichte
kognitive Funktionsstörungen (UV-act. 126). Die diesbezügliche Aussage von Prof.
N._ vom 4. August 2010 - die neuropsychologische Untersuchung am KSSG decke
Störungen auf diesem Fachgebiet inklusive Psychiatrie auf, die somatisch nicht zu
begründen seien (UV-act. I. 133) - erscheint schlüssig und nachvollziehbar (vgl. dazu
nachfolgende Erwägung 6). So hält auch Dr. R._ in der neurologischen Beurteilung
vom 6. Dezember 2010 fest, dass die festgestellten neuropsychologischen
Auffälligkeiten mit Hinweis auf eine leichte kognitive Beeinträchtigung, jedoch
gleichzeitig vorliegender affektiver Störung, auf das Konto einer Depression gingen. Er
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begründet schlüssig und überzeugend, dass bei nachweisbar fehlender organischer
Läsion des Gehirns eine auffällige neuropsychologische Testung keineswegs als Beleg
für eine irgendwie traumaassoziierte Läsion gewertet werden könne, da die
neuropsychologischen Testergebnisse in einem hohen Masse von Mitarbeitsfähigkeit
und Compliance des Patienten abhingen. Diese könnten aus vielen Gründen (z.B.
Depression, Ermüdung, Vortäuschung usw.) gestört sein (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 25. April 2007, U 321/06, E. 4.1 mit Hinweisen; RKUV 2000 Nr. U
395 S. 318 E. 3; BGE 119 V 343 E. 3c; B.P. RADANOV, Über den Stellenwert der
neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-Distorsion, SZS 1996, S.
471 ff.). Prof. Q._ und lic. phil. V._ erklärten im Untersuchungsbericht vom 1.
September 2014 gleichfalls, das kognitive Störungsmuster sei am ehesten mit einer
psychischen Ursache zu vereinbaren (UV-act. I. 220).
5.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin in Bezug auf
somatische Unfallfolgen zu Recht per 31. Dezember 2014 die vorübergehenden
Versicherungsleistungen - Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen - eingestellt hat. Es
ist ihr darin zuzustimmen, dass keine wesentliche Verbesserung der körperlichen bzw.
somatischen Auswirkungen der beim Unfall vom 6. November 2006 erlittenen Kopf-/
Gesichtsverletzungen mehr erwartet werden konnte. Die somatischen
Restbeschwerden stufte sie sodann richtigerweise als derart gering ein, dass
derentwegen weder eine Invalidenrente noch eine Integritätsentschädigung geschuldet
sei.
6.
Nachstehend ist sodann die Kausalität des psychischen Leidens des
Beschwerdeführers zum Unfall vom 6. November 2006 bzw. dessen Ursächlichkeit im
Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. Dezember 2014 zu würdigen.
6.1
6.1.1 Wenige Monate nach dem Unfall vom 6. November 2006 traten beim
Beschwerdeführer zunehmend psychische Beschwerden auf (UV-act. I. 17-2). Am 28.
März 2007 stellte der damalige Kreisarzt Dr. D._ fest, dass der Beschwerdeführer
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den Unfall psychisch noch nicht optimal bzw. unvollständig verarbeitet habe (UV-act. I.
19). Knapp ein Jahr später, d.h. am 26. Februar 2008, erklärte Kreisarzt und Chirurg Dr.
F._, dass sich der Beschwerdeführer von den psychischen Folgen des
Unfallereignisses erholt habe, stufte aber gleichzeitig die Erinnerungen an das Ereignis
noch als belastend ein (UV-act. I. 55). Dr. I._ erklärte sodann in einem Bericht vom
18. August 2008 und damit vor dem zweiten Arbeitsunfall vom 10. Februar 2011, dass
die psychische Situation des Beschwerdeführers von einem Psychiater zu beurteilen
sei (UV-act. I. 77). Ebenso erklärte Prof. N._ in einer Stellungnahme vom 7. Februar
2009, dass am ehesten noch durch eine psychiatrische Exploration ein Schlüssel für
den dauerhaften Krisenzustand des Beschwerdeführers gefunden werden könnte (UV-
act. I. 107). Prof. Q._, Dr. phil. O._ und dipl. Psych. P._ gingen im Bericht vom
29. April 2010 davon aus, dass der Beschwerdeführer aufgrund der durch den
Arbeitsunfall bedingten körperlichen und geistigen Einschränkungen und der
Schmerzsymptomatik den hohen Anforderungen nicht mehr habe gerecht werden
können und sich im Zuge der dauernden Überforderung eine affektive Störung
entwickelt habe, in deren Bereich Hinweise auf eine Depression mit den Symptomen
Niedergeschlagenheit, Antriebsmangel, Interessenverlust, Reizbarkeit, sozialer
Rückzug und Schlafstörungen mit frühmorgendlichem Erwachen bestünden.
Therapeutisch stehe die dringende Behandlung der depressiven Störung im
Vordergrund, in deren Rahmen auch die beschriebenen Schlafstörungen eingeordnet
würden (UV-act. I. 126). Dr. R._ wies in seiner neurologischen Beurteilung vom 6.
Dezember 2010 darauf hin, dass trotz der deutlichen Anzeichen für eine depressive
Entwicklung, keine psychiatrische Abklärung in die Wege geleitet worden sei (UV-act. I.
148-8). Im neurologischen Gutachten vom 28. August 2012 stufte Dr. V._ den Unfall
im Jahr 2006 als ein besonders schweres, eindrückliches Erlebnis mit grosser
Belastung und Angst ein und stellte fest, dass die posttraumatische Belastungsstörung
leider nie fachgerecht behandelt worden sei (UV-act. I. 193-7). Im Sommer 2013 begab
sich der Versicherte in psychiatrische Behandlung. Von Prof. Q._ und lic. phil. V._
wurde im Bericht des KSSG vom 1. September 2014 - und damit noch vor dem dritten
Unfall vom 8. September 2014 - erklärt, dass es Hinweise für mittelschwer ausgeprägte
depressive Symptome und einen deutlich ausgeprägten Leidensdruck gebe.
Empfohlen wurde die Fortsetzung der psychiatrischen Behandlung (UV-act. I. 220).
Psychiater W._ diagnostizierte am 3. November 2014, 4. März 2015 und 26. Januar
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2016 eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10: F33.1) und eine anhaltende
Persönlichkeitsveränderung mit ausgeprägten narzisstischen Anteilen und starkem
sozialen Rückzug nach traumatischem Erlebnis bzw. eine andauernde
Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0; UV-act. I. 223, 234, act.
G 1.1). Vom 17. November bis 19. Dezember 2014 wurde der Beschwerdeführer im
Psychiatrischen Y._ stationär behandelt. Die Ärzte diagnostizierten eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1),
eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) und eine andauernde
Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0; UV-act. I. 235).
6.1.2 Die Aktenlage in Erwägung 6.1.1 zeigt auf, dass bereits wenige Monate nach
dem ersten Unfall das Auftreten von psychischen Beschwerden dokumentiert war und
behandelnde sowie begutachtende Ärzte schon früh auf den abklärungsbedürftigen
psychischen Zustand des Beschwerdeführers hingewiesen hatten. Die
Beschwerdegegnerin veranlasste jedoch weder eine fachärztliche Behandlung noch
eine psychiatrische Begutachtung. Fachärztlich wurden die psychischen Leiden erst
am 3. November 2014 (UV-act. I. 223) bzw. nach dem stationären psychiatrischen
Klinikaufenthalt vom 17. November bis 19. Dezember 2014 (vgl. UV-act. I. 235)
diagnostiziert. Zum Leistungseinstellungs-/Rentenprüfungszeitpunkt (31. Dezember
2014) war der Beschwerdeführer zudem weiterhin in psychiatrischer Behandlung.
Trotzdem erliess die Beschwerdegegnerin ohne Einholung eines psychiatrischen
Gutachtens ihre leistungs¬einstellende Verfügung vom 12. Dezember 2014 bzw. ihren
Einspracheentscheid vom 30. Dezember 2015 basierend auf der Stellungnahme des
Kreisarztes Dr. X._ vom 1. Dezember 2014 sowie auf dem Bericht des Suva-
Versicherungsmediziners Dr. R._ vom 6. Dezember 2010 (vgl. UV-act. I. 148, 225).
Bei den Ärzten handelt es sich um einen Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates bzw. um einen Neurologen. Die ärztliche
Stellungnahme und der Bericht enthalten denn auch keine Würdigung der psychischen
Leiden. Bezüglich einer Besprechung mit dem Beschwerdeführer vom 12. August 2010
hatte die Beschwerdegegnerin protokolliert, dass eine psychiatrische Behandlung im
Moment noch nicht im Vordergrund stehe. Es werde zugewartet bzw. eine Prüfung
erfolge zu einem späteren Zeitpunkt (vgl. UV-act. I. 135). Gemäss Aktenstand
veranlasste die Beschwerdegegnerin jedoch nie eine psychiatrische Begutachtung,
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obwohl auch die Suva-Ärzte auf die Abklärungsbedürftigkeit der psychischen Leiden
hingewiesen haben. Der Behandlungsfokus lag über Jahre hinweg auf Coaching-/
Unterstützungsprogrammen sowie Physio- und Ergotherapien. Erst im Jahr 2013 und
damit mehr als sechs Jahre nach dem ersten Unfall erhielt der Beschwerdeführer eine
psychiatrische/psychotherapeutische Behandlung (vgl. UV-act. I. 24, 172, 223).
6.1.3 Aufgrund des Gesagten und der Aktenlage muss davon ausgegangen werden,
dass der Beschwerdeführer infolge des Unfalls vom 6. November 2006 an psychischen
Leiden erkrankte. Nicht geklärt ist jedoch, inwiefern die zum Leistungseinstellungs-/
Rentenprüfungszeitpunkt (31. Dezember 2014) vorhandenen psychischen Leiden noch
auf den Unfall vom 6. November 2006 zurückzuführen sind. Bei Bejahung eines
natürlichen Kausalzusammenhangs wäre ausserdem ungeklärt, ob sich im
Leistungseinstellungszeitpunkt durch die Fortsetzung einer psychiatrischen
Behandlung der psychische Gesundheitszustand noch namhaft hätte verbessern
lassen und damit der Fallabschluss allenfalls zu früh erfolgt wäre (vgl. Erwägung 2.2).
6.1.4 Zur Klärung der in Erwägung 6.1.3 dargelegten Fragen ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie mittels Einholung eines
psychiatrischen Gutachtens die Frage der natürlichen Unfallkausalität der psychischen
Problematik im Leistungseinstellungszeitpunkt prüft. Bei Bejahung einer solchen wäre
die Situation neu zu würdigen, insbesondere die Frage des Endzustandes zu beurteilen
(vgl. Erwägung 2.2) und im Zeitpunkt des Vorliegens eines solchen die
Anspruchsberechtigung auf eine Dauerleistung zu prüfen.
6.2
6.2.1 Weitere Abklärungen bezüglich der natürlichen Unfallkausalität der
psychischen Leiden des Beschwerdeführers können auch deshalb nicht unterbleiben,
weil sich basierend auf den vorliegenden medizinischen Unterlagen die Adäquanz der
psychischen Leiden zum Unfall vom 6. November 2006 nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit verneinen lässt (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts
vom 20. März 2008, 8C_217/2008, E. 7.3).
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6.2.2 Die Beschwerdegegnerin geht zutreffenderweise davon aus, dass die
Adäquanz nach der Psycho-Praxis zu prüfen sei, denn der Beschwerdeführer habe
lediglich eine leichte traumatische Hirnverletzung erlitten (vgl. act. G 1.2-15). Das
Vorliegen eines Schädelhirntraumas, worunter sämtliche Hirnfunktionsstörungen mit
oder ohne morphologisch fassbare Schädigung des Gehirns und seiner Hüllen
subsumiert werden, rechtfertigt die analoge Anwendung der Schleudertrauma-Praxis
nur, wenn die erlittene Hirnerschütterung mindestens im Grenzbereich zwischen
Commotio und Contusio cerebri liegt. Leichte Hirnerschütterungen hingegen reichen
hierfür nicht aus (Urteil des EVG vom 6. Mai 2003, U 6/03). Im konkreten Fall lässt die
Aktenlage nicht den Schluss zu, der Beschwerdeführer habe anlässlich des Unfalls
vom 6. November 2006 ein Schädelhirntrauma erlitten, welches Langzeitbeschwerden
zur Folge hätte und die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis rechtfertigte. So
bescheinigten die Ärzte des KSSG dem Beschwerdeführer am Unfalltag einen GCS-
Wert von 15 und zu jeder Zeit ein volles Bewusstsein. Demgemäss wurde keine
Commotio diagnostiziert (UV-act. I. 4, 8-3; vgl. dazu auch Prof. N._ in UV-act. 107-3).
Dies deutet darauf hin, dass höchstens von einer leichten Gehirnerschütterung
ausgegangen werden konnte. Entsprechend ordnete auch Dr. R._ in der
neurologischen Beurteilung vom 6. Dezember 2010 den initialen Schädelanprall des
Beschwerdeführers nur als Commotio cerebri bzw. leichte traumatische Hirnverletzung
ein (UV-act. I. 148-7; vgl. dazu auch Urteil des EVG vom 13. Juni 2005, U 276/04, E.
2.2.1).
6.2.3 In der Rechtsprechung hat sich ausgehend vom augenfälligen
Geschehensablauf die Einteilung der Unfälle in drei Gruppen etabliert: leichte Unfälle
einerseits, schwere Unfälle andererseits und der dazwischenliegende mittlere Bereich,
wobei im mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe
zu den leichten oder schweren Unfällen erfolgt (vgl. BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch 134
V 109 E. 6.1). Bei leichten Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang wischen
Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint
werden (vgl. BGE 115 V 133 E. 6a). Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbs¬unfähigkeit
in der Regel zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der
allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische
Gesundheitsschäden zu bewirken. Demzufolge wird sich bei dieser Gruppe von
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Unfällen die Einholung einer psychiatrischen Expertise meistens erübrigen (vgl. BGE
115 V 133 E. 6b). Der mittlere Bereich umfasst jene Unfälle, welche weder der ersten
noch der zweiten Gruppe zugeordnet werden können. Hier lässt sich die Frage, ob
zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater
Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig
beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar
mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon
erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Solche - unfallbezogenen -
Umstände können als Beurteilungskriterien dienen, weil sie ihrerseits nach dem
gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet sind, in
Verbindung mit dem Unfall zu einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit zu führen
oder diese zu verstärken (vgl. BGE 115 V 133 E. 6c/aa).
6.2.4 Die Beschwerdegegnerin stuft den Unfall vom 6. November 2006 als
mittelschweren Unfall im mittleren Bereich ein und beruft sich dabei auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung (Urteil des EVG vom 29. September 2004, U
25/04, E. 5.2.1; vgl. act. G 1.2-17). Im erwähnten Fall wurde eine Person bei
Reinigungsarbeiten in vornübergebeugter Stellung an einem Reinigungstrog durch den
sich jeweils nach 10 Minuten langsam schliessenden Deckel (Sicherheits-/
Brandschutzmassnahme) am Hinterkopf getroffen und verletzt. Eine Übereinstimmung
zwischen diesem Ereignis und dem vorliegend zu beurteilenden Unfall besteht insofern,
als in beiden Fällen der Verunfallte eine Kopfverletzung erlitt. Der vorliegend zu
beurteilende Unfall weicht jedoch insofern vom anderen ab, als die Reparaturarbeiten
nicht an einem gewöhnlichen, ortsfesten Arbeitsplatz mit entsprechenden
Schutzmassnahmen/-einrichtungen erfolgten. So musste der Beschwerdeführer die
Reparaturarbeiten nicht nur im Liftschacht auf dem Liftkabinendach sondern auch noch
bei sich in Fahrt befindlicher Liftkabine durchführen. Der Kopf des Beschwerdeführers
wurde denn auch nicht wie im Vergleichsfall "lediglich" von einem Gegenstand
(Trogdeckel) getroffen, sondern der Kopf wurde zwischen einer in den Liftschacht
ragenden, fest montierten Einrichtung (Schwellenverkleidung der Etagentüre) und den
Liftkabinendachaufbauten (Schutzblech für die Türöffnungsmechanik) eingeklemmt und
durch die sich in Fahrt befindliche Liftkabine zusammengequetscht. Der
Beschwerdeführer konnte zu diesem Zeitpunkt objektiv betrachtet nicht mehr damit
rechnen, dass er seinen eingeklemmten Kopf befreien und einer schwersten bzw. gar
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tödlichen Verletzung entgehen können würde, denn beim Auftreten eines Widerstandes
am Liftschacht oder im Lift selber fährt der Lift in der Regel weiter. Auf dem
Liftkabinendach gibt es keine Schutzeinrichtungen für Personen. Nur ein glücklicher,
nicht voraussehbarer Umstand rettete ihm das Leben. So waren die auf den Kopf
einwirkenden Kräfte so gross, dass sich das erwähnte Schutzblech verbog und diese
die Türöffnungsmechanik beschädigte, worauf die Motorschutzeinrichtung ansprach
und den Lift stoppte. Die Liftkabine nahm daraufhin eine Position ein, welche es dem
Beschwerdeführer erlaubte, seinen Kopf zu befreien (vgl. UV-act. I 15). Vorliegend ist
deshalb im Vergleich zum Vergleichsfall von einem mittelschweren Unfall im
Grenzbereich zu den schweren Unfällen auszugehen.
6.2.5 Gemäss der Rechtsprechung müssen bei mittelschweren Unfällen weitere
Kriterien in die Beurteilung einbezogen werden. Die wichtigsten Kriterien sind:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich
lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche
Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger
Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; Grad und Dauer der physisch
bedingten Arbeitsunfähigkeit. Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die
Gesamtwürdigung ist jedoch nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten
Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen
Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit neben dem Unfall allenfalls ein
einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall
handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar
als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im
gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt ist. Die Würdigung des Unfalles zusammen mit den
objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz (vgl. BGE 115 V
133, E. 6c). Das Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit bzw. der besonders
dramatischen Begleitumstände dürfte bezüglich des Unfalls vom 6. November 2006
angesichts der Ausführungen in Erwägung 6.2.4 erfüllt sein. Im gleichen Sinn
bezeichnete Dr. V._ den Unfall vom 6. November 2006 als ein besonders schweres,
eindrückliches Ereignis, verbunden mit grosser Belastung und Angst (UV-act. I. 193-7).
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Ein weiterer Hinweis für eine besondere Eindrücklichkeit bzw. besonders dramatische
Begleitumstände des Unfalls vom 6. November 2006 ist auch in der sowohl von Dr.
V._ (UV-act. I. 193-6) als auch von Psychiater W._ (UV-act. I. 223) und vom
Psychiatrischen Zentrum (UV-act. I. 235) gestellten Diagnose einer posttraumatischen
Belastungsstörung zu sehen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Adäquanz
der psychischen Problematik zum Unfall vom 6. November 2006 bejaht werden könnte.
7.
7.1 Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich die unfallbedingte Einschränkung
der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers bezüglich der Folgen des Unfalls vom 6.
November 2006 aufgrund der vorliegenden medizinischen Unterlagen nicht
abschliessend beurteilen lässt, weshalb sich der medizinische Sachverhalt als
unvollständig erweist. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Diese wird in Ergänzung der aufliegenden Akten sowie unter
Berücksichtigung der kritisierten Punkte abzuklären haben, welche unfallbedingten
psychischen Beeinträchtigungen (noch) vorliegen und wie weit diese die
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers einzuschränken vermögen. Danach wird sie
erneut über den Anspruch des Beschwerdeführers zu entscheiden haben. In diesem
Sinne ist die Beschwerde in Aufhebung des Einspracheentscheids vom 30. Dezember
2015 gutzuheissen.
7.2 In Bezug auf die Übernahme der Kosten für die Handgelenksoperationen ist die
Beschwerde unter Bestätigung des Einspracheentscheids vom 30. Dezember 2015
abzuweisen.
7.3 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
7.4 Eine Parteientschädigung kann dem Beschwerdeführer trotz teilweisen Obsiegens
nicht zugesprochen werden, da er im vorliegenden Verfahren nicht anwaltlich vertreten
war, sondern seine Sache selbst geführt hat und ausserordentliche Umtriebe nicht
ausgewiesen sind.