Decision ID: 935fbc1a-d4bf-48f9-860a-2eafbcb9c32b
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1978 geborene
X._
erlitt infolge eines Autounfalls am 7. Dezembe
r 1998 eine Beckenfraktur Typ C. Sie wurde noch am Un
falltag ope
riert. Die Versicherte hatte bis zum 31. Mai 2004 eine Stelle im erlernten Beruf als
Coiffeuse
, gab diesen Beruf aber wegen Allergien auf. Ab dem 8. Juni 200
4 arbeitete sie
bis zur Kündigung
durch die Arbeitgeberin, die Firma
Y._
,
per 3
0.
April 2005 als Verkäuferin mit einem Beschäftigungsgrad von 100
%
und bezog
danach
Arbeitslosenentschädigung, als sie sich am
12. Juli 2005 unter Hinweis auf Rücken- und Beckenschmerzen, welche seit 1998 bestünden, bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug
anmeldete.
Nach erfolgten Abklärungen vern
einte die Sozialversicherungsan
stalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 31. März 2006 und
Einspracheent
sche
id
vom 8. August 2006 das Beste
hen eines Anspruchs auf berufliche Mass
nahmen und
eine Invalidenrente. Das Sozial
versicherungsgericht
des Kantons Zürich
hiess die von der Versicherten dagegen erhobene
Beschwerde
mit dem Urteil IV.2006.00782 vom 29. November 2007 in dem Sinne gut, dass es den angefochtenen
Einspracheentscheid
aufhob und die Sache zur weiteren
Sach
verhaltsabklärung und zu er
neutem Entscheid über den Leistungsanspruch an die IV-Stelle zurückwies.
In Nachachtung des Urteils beauftragte die IV-Stelle daraufhin das
Z._
mit einer rheumatologischen Begutachtung inklusive Evaluation der funktionellen Leis
tungsfähigkeit und
holte
ein psychiatrisches Gutachten von Dr. med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 18. März 2009 ein. Gestützt auf die beiden
Gutachten verneinte
sie
mit Ver
fügung vom 4. August 2011 neu
erlich einen Rentenanspruch
. Die Beschwerde gegen diesen Entscheid wurde mit unangefochten in Rechtskraft erwachsenem Urteil IV.2011.01052 vom 1
8.
März 2013 rechtskräftig abgew
iesen. M
angels Anfechtungsgegenstand
es trat das Gericht
auf den Antrag auf Zusprechung beruflicher Massnahmen
nicht ein
(vgl. zum Ganzen Sachverhalt im Urteil IV.2011.01052 vom 1
8.
März 2013).
1.2
Am 1
9.
Mai 2014 liess die Versicherte unter Einreichung eines vom Unfallver
sicherer
AXA Versicherungen AG
im Nachgang zum Rückweisungsentscheid
UV.2009.00401 vom 1
9.
Dezember 2011 eingeholten orthopädisch-rheumatolo
gischen Gutachten
s
der
B._
vom
4.
Oktober 2013 (mit beigelegtem Bericht der
C._
vom 1
1.
April 2013 und
eine
r
Stel
lungnahme zu
Zusatzfragen
der
B._
vom
4.
Januar 2014,
Urk.
6/
112) die Zusprechung beruflicher Massnahmen beantragen (
Urk.
6/
113).
Am 2
4.
Juni 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass die Arbeitsver
mittlung und Eingliederungsberatung abgeschlossen werde, da
die Versicherte
sich zurzeit nicht arbeitsfähig fühle (
Urk.
6/
121).
Darauf liess die Versicherte am
2
2.
Juli 2015 einen Antrag auf Wiederaufnahme der beruflichen Massnahmen stellen (
Urk.
6/
127).
Am
1
1.
November 2015 folgte eine Neuanmeldung zum Rentenbezug (
Urk.
6/
137). Mit Vorbescheid vom
8.
Dezember 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten das voraussichtliche Nichteintreten auf das neue Leistungsbegeh
ren mit (
Urk.
6/
141).
Mit einem weiteren Vorbescheid vom
8.
Februar 2016 wurde der Versicherten sodann der voraussichtliche Abschluss der Arbeitsver
mittlung und die Abweisung des Gesuchs um weitere Eingliederungsmassnah
men mitgeteilt (
Urk.
6/
146). Mit Verfügung vom
8.
Februar 2016 hielt die IV-Stelle am Nichteintreten auf das neu
erliche Leistungsbegehren fest und verwies die Versicherte
bezüglich des Anspruchs auf Eingliederungsmassnahmen auf einen separaten Entscheid (
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom
8.
Februar 2016 liess
X._
am 1
0.
März 2016 Beschwerde erheben und beantragen, es seien ihr unter Aufhebung des angefochtenen Entscheids rückwirkend und für die
Zukunft
Leistungen der Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Mit Vernehmlassung vom 2
6.
April 2016 schloss die Beschwerde
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
1.2
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft
sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anfor
derungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen). Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Ein
tretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neuanmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b).
1.3
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden; die Tatsachenänderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlich
keit (BGE 126 V 353 E. 5b
) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vor
handensein des geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstandes wenigs
tens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Mög
lichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen. Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als gegeben erw
eisen (SVR 2003 IV Nr. 25
E. 2.2 und 2.3 [
I 238/02], 2002 IV Nr. 10
E. 1c/
aa
[I 724/99]).
1.4
In erster Linie ist es Sache der versicherten Person, substantielle Ansatzpunkte aufzuzeigen, die eine neue Prüfung des Leistungsanspruchs allenfalls rechtferti
gen. Wird in einer Neuanmeldung bloss auf ergänzende Beweismittel, insbeson
dere Arztberichte, verwiesen, die noch beigebracht würden oder von der Ver
waltung beizuziehen seien, ist der versicherten Person nach der Rechtsprechung eine angemessene Frist zur Einreichung dieser Beweismittel anzusetzen (BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Sind die die Neuanmeldung begleitenden ärztlichen Berichte so wenig substantiiert, dass sich eine neue Prüfung nur aufgrund weiterer Erkenntnisse allenfalls begründen lässt, ist es der Verwaltung unbenommen, entsprechende Erhebungen von sich aus selbst anzustellen oder bei der ver
sicherten Person Belege nachzufordern. Eine blosse Abklärung durch die Ver
waltung, so das Einholen eines einfachen Arztberichtes allein, bedeutet noch kein materielles Eintreten auf die Neuanmeldung (Urteil
des Bundesgerichts
8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.1). Eine Verpflichtung der IV-Stelle
zur Nachforderung weiterer Angaben (analog zu BGE 130 V 64) besteht in
dessen nur, wenn den - für sich allein genommen nicht Glaubhaftigkeit begrün
denden - Arztberichten konkrete Hinweise darauf entnommen werden können, dass möglicherweise eine mittels weiterer Erhebungen erstellbare rechtserheb
liche Änderung vorliegt (Urteile
des Bundesgerichts
8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.1 und 9C_286/2009 vom 2
8.
Mai 2009 E. 2.2.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete das Nichteintreten
auf die Neuanmeldung zum Rentenbezug
in der angefochtenen Verfügung damit, dass das neu vorlie
gende Gutachten der
B._
vom
4.
Oktober 2013 sowie die zugehö
rige Stellungnahme zu den Zusatzfragen vom
4.
Januar 2014 lediglich eine andere Beurteilung des Sachverhalts, welcher der Verfügung vom
4.
August 2011 zugrunde lag, darstellten.
Die Beschwerdeführerin habe damit nic
ht glaubhaft dargelegt, dass sich
die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin lässt dagegen im Wesentlichen vorbringen, die Gutach
ter der
B._
hätten aktuell lediglich noch eine 60%ige Arbeitsfä
higkeit in einer angepassten Tätigkeit festgestellt. Der Grad der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit habe sich folglich in der Zeit von 2008 (Gutachten des
Z._
vom 2
5.
September 20
08
,
Urk.
6/73) beziehungsweise
seit
der ablehnenden Verfügung vom
4.
August 2011 bis zur Abklärung in der
B._
im Jahr 2013 in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert (
Urk.
1
S. 4 ff.).
2.3
Pro
zessthema bildet die Frage, ob die Beschwerdeführerin bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids vom
8.
Februar 2016
glaubhaft dargetan hat (im Sinne von
Art.
87 Abs. 3 IVV), dass sich ihr Gesundheitszustand seit Erlass der leistungsverweigernden Verfügung vom
4.
August 2011 relevant ver
schlechtert hat,
ob die Beschwerdegegnerin
mithin
zu
Unr
echt nicht auf die Neuanmeldung
vom 1
1.
November 2015, mit welcher die Beschwerdeführerin neuerlich um Ausrichtung einer Invalidenrente ersuchen liess (vgl.
Urk.
6/
137 S. 2), eingetreten ist.
Nicht zum Verfahrensgegenstand gehört indes der Leistungs
anspruch der Beschwerdeführerin als solcher. Soweit die Beschwerdeführerin die materielle Prüfung
des Rentenanspruch
und die Zusprechung einer Invaliden
rente beantragt, ist deshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin litt zur Zeit der vormaligen Leistungsablehnung
Ende 2011 gemäss den im Urteil IV.
2011.01052 als beweisrelevant erachteten medi
zinischen Unterlagen
im Wesentlichen an einem chronischen
lumbosakralen
Schmerzsyndrom.
Die im Gutachten des
Z._
vom 2
5.
September 2008 gestellten Diagnosen laute
ten wie folgt (
Urk.
6/
73/8):
-
Chronisches
lumbosakrales
Schmerzsyndrom bei/mit:
-
Status nach Beckenringfraktur Typ C 1998 (gemäss vorliegenden Rönt
genaufnahmen Fraktur des Os
sacrum
, Fraktur im vorderen Beckenringbereich bzw. Schambeinastfraktur sowie Sprengung der Symphyse)
-
Bandscheibendegeneration L4/L5 mit kleiner medianer Hernie L4/L5
-
Degeneration der Bandscheibe L5/S1 mit medio-linksseitiger
Protru
sion
-
linksbetonte
r
hypertrophe
r
Spondylarthrose
L4-S1
-
ohne nachweisbare Rückenmark- und Nervenwurzelkompression
-
wahrscheinlich anlagebedingt höhengeminderte
r
Bandscheibe
Th12/L1 mit
Gibbusbildung
und leichter Einengung des Spinalkanals
-
degenerative
r
ISG-Veränderungen beidseits (DD
residuell
postent
-
zünd
lich
?) gemäss MRI 11.12.2007
-
muskulärer
Dysbalance
und Insuffizienz
-
Anamnestisch diverse Allergien
-
Anamnestisch gynäkologische Probleme (Blutungsunregelmässigkeit und aktuell
Dyspareunie
)
-
Dringender Verdacht auf psychiatrische Erkrankung
.
Im von der IV-Stelle eingeholten
(vgl.
Urk.
6/
76)
psychiatrischen Gutachten
vom 1
8.
März 2009 sprach sich
Dr.
A._
gegen das Vorliegen einer Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen aus. Die diagnosti
zierte chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren ziehe mangels Unüberwindbarkeit keine Arbeitsunfähigkeit nach sich (
Urk.
6/
80). Das Sozialversicherungsgericht schloss sich im Urteil IV.2011.01052 vom 1
8.
März 2013 dieser Beurteilung an (vgl. E. 3.2 im genannten Entscheid) und ging entsprechend der gutachterlichen Einschätzung des
Z._
(
Urk.
6/73
S. 8 f.) von einer seit 1
2.
Juli 2005 bestehenden 50%igen Einschränkung
in der angestammten Tätigkeit als Ve
rkäuferin und einer uneingeschränkten Leis
tungsfähigkeit
in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne längere statische Belastungen und Vibrationen
aus
(
Urk.
6/
111/10 f.).
3.2
3.2.1
Im Rahmen des hier zu prüfenden Neuanmeldeverfahrens, welches von der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 1
1.
November 2015
(
Urk.
6/
13
6/
2) ein
geleitet wurde, stellt sich die Frage, ob mit dem von der Beschwerdeführerin bereits am 1
9.
Mai 2014 mit ihrem Antrag auf Zusprechung beruflicher Mass
nahmen (
Urk.
6/
113) eingereichten Gutachte
n
der
B._
vom
4.
Oktober 2013 (
Urk.
6/
112) eine seit der rentenverweigernden Verfügung vom
4.
August 2011 eingetretene erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszu
s
tandes glaubhaft belegt ist
,
respektive,
ob es zumindest Anhaltspunkte für eine solche Veränderung der tatsächlichen Ver
hältnisse enthält, welche
die Beschwerdegegnerin zu weiteren Erhebungen hätte
n
ve
ranlassen müssen (vgl. obige E. 1.4
).
3.2.2
Im Rahmen der von der Unfallversicherung veranlassten Begutachtung in der
B._
unterzog sich die Beschwerdeführerin im März und April 2013 einer wirbelsäulen-orthopädischen und einer rheumatologisch-rehabilitativen Untersuchung. Zudem lagen der
Begutachtung
mehrere
aktuelle
bildgebende Abklärungen, so auch eine 3-phasen Skelettszintigraphie und ein CT der LWS der
C._
zugrunde (vgl.
Urk.
6/
112). Gestützt darauf sowie
auf
die bisherige Aktenlage schlossen die zuständigen Gutachter auf folgende Diagno
sen (
Urk.
6/
112/36 f.):
-
Chronische
lumbosakrale
Schmerzsymptomatik beidseits bei Status nach Autounfall
am
7.12.1998 mit
-
Status nach Beckenfraktur Typ C mit
transforaminaler
Sacrumfraktur
links, obere
r
und untere
r
Schambeinastfraktur links
-
Status nach
Beckenreposition und
Beckenzwinge sowie Osteosynthese mit
Zuggurtung
des
Olecranons
und
Débridement
am
7.12.1998
-
Status nach
Beckenzwingenentfernung
und offene
r
Reposition der
Sacrumfraktur
mit Fixation mit mini AO Platte, bzw. Fixateur interne (Moss Miami)
am
9.12.1998
-
Status nach
Osteosynthesematerialentfernung
Ellenbogen und Fixa
teur interne
lumbal am 25.11.1999
-
CT-SPECT
Szinti
. 11.4.2013: Deformität des Beckens nach Becken
-
frak
tur Typ C, Intakte Plattenosteosynthese,
Nearthrose
im lin
ken ISG Höhe S2 ohne pathologische Mehranreicherung, leichte linksbetonte ISG Arthrose, linksseitig leicht aktiviert, leicht aktivierte
Inser
tionstendinopathie
des M.
pectineus
an der Symphyse, mässige linksbetonte
Fazettengelenksarthrose
L5/S1, diskrete dorsale
Dis
kusprotrusion
L1/2, L4/5 und L5/S1
-
MRI 9.4.2013: Bandscheibendegeneration L4/5 und L5/S1, mit begin
nenden
Modicveränderungen
L4/5 ventral
-
Status nach 2.gradig offener Luxationstrümmerfraktur des
Olecranons
links mit posttraumatischer, reversibler sensomotorischer
Nervus
ulnaris
Parese, ohne Folgen abgeheilt
-
Bei Unfall Schwangerschaft in der 1
6.
Woche, Entbindung eines gesun
den Sohnes mit Kaiserschnitt am 29.5.1999
.
Als nicht unfallkausale Diagnosen wurden weiter aufgeführt ein Status nach Morbus Scheuermann am
thorakolumbalen
Übergang mit leichter Keildeforma
tion L2, einer verlängerten Kyphose der Brustwirbelsäule und
Chondrose
Th12/L1
, eine Adipositas per magna (BMI 33.7) und ein anamnestisch medika
mentös behandelter Diabetes mellitus und – ebenfalls anamnestisch – ein Han
dekzem bei Kontaktallergie auf diverse
Coiffeurprodukte
.
Im Rahmen der Konsensbeurteilung sprachen sich die beteiligten Gutachter dafür aus, dass die frakturbedingte Formveränderung des
Sakrums
Auswirkun
g
en
auf den gesamten Beckenring gehabt habe, was zu einer Asymmetrie der Stellung der Beckenschaufeln und
des
lumbosakralen
Übergangs geführt habe. Sowohl die bildgebend dokumentierte, leicht aktive
Iliosakralgelenksarthrose
als auch die Entwicklung einer
Fazettengelenksarthrose
L5/S1 links wurden als überwiegend unfallkausal und die strukturellen Veränderungen als erklär
end für die sakr
alen/parasakralen und
lumbosakralen
Beschwerden erachtet.
Mit den heutigen Befunden sei
der Beschwerdeführerin eine angepasste, körper
lich leichte, wechselbelastende
Tätigkeit
ganztags mit vermehrten Pausen zumutbar, was insgesamt etwa einem 60%-Pensum entsprechen könnte (
Urk.
6/
112/41 ff.). Im Rahmen ihrer Stellungnahme zu Zusatzfragen der AXA vom
4.
Januar 2014 führte
Dr.
med.
D._
, Chefärztin, Fachärz
tin FMH für Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation, Manu
elle Medizin SAMM, Zertifizierte medizinische Gutachterin SIM, aus, dass zum Einsteigen ein Pensum von 3 x 1 3⁄4 Stunden – mithin 5 1⁄4 Stunden täglich – mit entsprechenden Pausen dazwischen sinnvoll erscheine, mit der Option einer allmählichen Steigerung auf ein 80%-Pensum (verteilt auf den ganzen Tag). Es sei von einer Eingewöhnungszeit von zirka 3 bis 6 Monaten auszugehen. Auf die Frage, ob eine Anpassung an die Unfallfolg
en zu erwarten sei, erklärte
Dr.
D._
, dass
eine solche im 15-jährigen
Verlauf nicht zu beobachten
, beziehungsweise die Anpassung in den ersten Jahren sogar besser gewesen sei, als in der Folge (nach Verlust des „Traumberufs“ als
Coiffeuse
). Daher könne nur von einer „Anpassung“ ausgegangen werden,
wenn
die Beschwerdeführerin wieder eine entsprechende berufliche Motivation finde (
Urk.
6/
112/49
f.
).
4.
Der Vergleich der oben zitierten medizinischen Unterlagen
lässt
den Schluss auf eine glaubhaft gemachte erhebliche Veränderung der gesundheitlichen Verhält
nisse
seit der Rentenverweigerung mit Verf
ügung vom
4.
August 2011
bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids
nicht zu. Zwar spricht sich die
B._
in Abweichung zur Beurteilung des
Z._
im Jahr 2008 für eine lediglich noch 60%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit mit Steigerungspotential auf 80
%
aufgrund der
„
heutigen
“ Befunde aus (
Urk.
6/
112/44), was die Annahme einer Verschlechterung
nahe legen
könnte.
Abgesehen davon, dass die Beschwerdeführerin
– ausser der Argumentation der ärztlich attestierten höheren Arbeitsunfähigkeit
–
selber nicht ausdrücklich eine seit der letzten Rentenverweigerung eingetretene
, konkrete
Verschlechterung der gesundheitlichen Situation geltend macht, lassen die Akten
aber
nicht darauf schliessen, dass funktionell relevante neue Gesundheitsschäden hinzu
getreten sind.
Die anamnestisch festgehaltenen Beschwerden
wie auch die geklagten Ein
schrän
kungen
und die klinischen
Befunde
im Gutachten des
Z._
vom
5.
Mai 2008 (
Urk.
6/
72/3 ff.) und in demjenigen der
B._
vom
4.
Oktober 2013 (
Urk.
6/
112/23 und
6/112/
27 ff.) erweisen sich
als
nahezu deckungsgleich. Die Beschwerdeführerin klagte im Jahr 2008 wie auch 2013 im Wesentlichen über ins Gesäss
ausstrahlende
Schmerzen im Bereich des Beckens. Sowohl die Angaben zur Gehstreckenbegrenzung von zirka 10 Minuten als auch zur Schmerzintensität von 7-8 auf einer Skala von 1-10 stimmen
nahezu
über
ein
oder weisen gar auf eine leichte Verbesserungs- oder Gewöhnungstendenz hin, klagte die Beschwerdeführerin doch immerhin nicht mehr über Ausstrah
lungen in die Beine
(vgl.
Urk.
6/
73/3 und
6/73/
6,
6/
112/23 und
6/112/
28). Der, wenn auch sehr kurzen Schilderung der Beschwerdeentwicklung seit dem Unfall 1998 im Gutachten der
B._
ist zu entnehmen, dass das Becken seit dem Unfall immer geschmerzt habe. Ein Hinweis auf eine Verschlechterung der Situation seit der Rentenverweigerung im Jahr 2011 findet sich in den Angaben der Beschwerdeführerin nicht.
Auch sind keine neuen oder angepassten medizinischen Behandlungen dokumen
tiert, anhand derer auf grössere leidensbedingte Einschränkungen geschlossen werden könnte. Vielmehr erklärte die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung in der
B._
, seit längerem keine Therapien mehr gemacht zu haben (
Urk.
6/
112/24).
Dass die
B._
die geklagten Beschwerden in Abweichung zur Beur
teilung des
Z._
(vgl. dazu:
Urk.
6/
73/6 ff.) als durch die objektiven strukturel
len Veränderungen erklärt erachtete (vgl. dazu
Urk.
6/
112/43) und die Arbeits
fähigkeit abweichend von derjenigen des
Z._
einschätzte, lässt nicht den Schluss auf eine glaubhaft gemachte wesentliche Veränderung zu. Vielmehr
liegt
offensichtlich eine
bloss unterschiedliche
ärztliche Beurteilung des
grund
sätzlich gleich gebliebenen
Gesundheitsschadens
vor (BGE 135 V 201, 112 V 371 E. 2b). Sowohl die Bandscheiben
de
generationen L4/5 und L5/S1
und die mässige
Spondylarthrose
respektive
Fazettengelenksarthrose
L5/S1
als auch
die leichten strukturellen Veränderungen der
Iliosakralgelenke
waren bereits im Rahmen der Begutachtung im
Z._
bekannt (vgl. Diagnosestellung in
Urk.
6/
73/8).
Dass die
B._
gestützt auf die aktualisierte bildge
bende Diagnostik, insbesondere auch die 3-D-Rekonstruktion der CT-Befunde des Beckens
(vgl.
Urk.
6/
112/35)
,
nunmehr von einer Deformation des Becken
ringes ausging, welche
als
in Zusammenhang mit dem sakralen Anteil der Schmerzen
stehend
interpretiert wurde (
Urk.
6/
112/40 f.), ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ebenfalls nur eine abweichende Einschätzung desselben Sachverhalts, fehlt es doch an jeglichen Anhaltspunkten dafür, dass die Asym
metrie erst seit der Rentenverweigerung vom
4.
August 2011 eingetreten ist.
Auch die als nicht unfallkausal erachtete Problematik im Bereich TH12/L1 fin
det sich bereits in der Diagnostik des
Z._
(vgl.
Urk.
6/
73/8). Die neu beschrie
bene
Nearthrose
zwischen
dem
Sakrum
Höhe S2 und de
m Os
ilium
war gemäss Beurteilung der
C._
vom 1
1.
April 2013 nicht aktiviert (
Urk.
6/
112/47).
Damit aber
stellte sich die Beschwerdegegnerin zu Recht auf den Standpunkt,
dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine nach dem
4.
August 2011 eingetretene gesundheitliche Verschlechterung gl
aubhaft zu machen. Zudem bildet
die abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit allein keinen genügenden Hinweis
, welcher
der Beschwerdegegnerin
Anlass zu weiteren Erhebungen hätte geben müssen.
Der angefochtene Entscheid erweist sich nach dem Gesagten als zutreffend; die Beschwerdegegnerin ist zu Recht nicht auf die Neuanmeldung vom 1
1.
November 2015 eingetreten. Die Beschwerde ist abzuweisen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und
ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.