Decision ID: 9f9c2b58-e003-4a37-9181-a14c899714cd
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1966
geborene
X._
war seit
dem
1.
Mai 2017 Geschäftsführer der
Y._ GmbH
und dadurch
bei der SWICA Versiche
rungen AG (nachfolgend: SWICA)
gegen die Folgen von Berufs- und Nichtbe
rufsunfällen versichert, als
er
am
2.
Juli 2018
beim Installieren
einer Glühbirne von einer Leiter fiel (vgl. Unfallmeldung vom
9.
Juli 2018,
Urk.
8/3).
Der am
9.
Juli 2018 erstbehandelnde Hausarzt notierte eine Schwellung sowie ventrale
Druckdolenz
am Handgelenk
rechts
, veranlasste eine Überweisung an einen Handspezialisten und attestierte dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit (
Urk.
8/2,
Urk.
8/
7
, vgl. auch
Urk.
8/2
1
). Mit Konsiliarbericht vom 2
7.
Juli 2018 diagnostizierte
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Plastische,
Rekonstruktive
und Ästhetische Chirurgie, Chirurgie
A._
, eine Handgelenksdistorsion durch Leiterstur
z links
, dadurch Schmerzaktivierung
einer
«
Scapholunar
Advan
ced
Collapse
»
(
SLAC-
)
Wrist
Stadium II links (
Urk.
8/1
0
, vgl.
auch
MRI-Befund
vom 1
0.
Juli 2018
,
Urk.
8/
13
).
Die SWICA anerkannte den Schadenfall und er
brachte die gesetzlichen Leistungen (
Urk.
8/
18
).
Die akuten
trauma
- und entzün
dungsbedingten Beschwerden wurden konservativ behandelt
(vgl.
Urk.
8/
25
ff.)
. Bei
weitestgehender
Regredienz
schloss
Dr.
Z._
die
Behandlung
per
Ende Ok
tober 2018
ab
(
vgl. Konsiliarbericht vom 2
6.
Oktober 2018,
Urk.
8/34
)
.
Mitte No
vember 2018 berichtete der Beschwerdeführer
eine massive Schmerzzunahme.
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Orthopädie, Klinik
C._
, diagnostizierte eine SLAC-
Wrist
Stadium III im linken Handgelenk
mit fortgeschrittener
Radius
scaphoi
d
- und
Mediokarpal
-Arthrose und
riet zur operativen Sanierung
(
Urk.
8/
36
ff.
,
Urk.
8/
5
1.
)
.
Daraufhin veranlasste die
SWICA
das vertrauensärztli
che Aktengutachten von
Dr.
med. D._
, Facharzt FMH für Chirurgie, Begutachtung
E._
, vom 2
5.
November 2018 (
Urk.
8/
43
ff.).
Ge
stützt darauf stellte sie die bisher erbrachte
n Leistungen mit Verfügung vom 2
3.
Januar 2019 per 2.
Oktober 2018
rückwirkend
ein (
Urk.
8/
5
8
, vgl. auch Schreiben vom 3
0.
November 2018,
Urk.
8/46
). Die am 2
2.
Februar 2019 dagegen erhobene Einsprache
des Versicherten
(vgl.
Urk.
8/
56
) wies
die SWICA
mit
Ein
spracheentscheid
vom
1
7.
Mai 2019 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
4.
Juni 2019 Beschwerde und beantragte,
es seien ihm in Aufhebung des angefochtenen Entscheids
im Zusammenhang mit de
m
Unfall vom
2.
Juli 2018
über den
4.
Oktober [recte:
2.
Oktober] 2018 hinaus Versicherungsleistungen auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Durchführung weitere
n
medizinischer Abklärungen an die SWICA zurückzuwei
sen. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Durchführung
eines zweiten Schriftenwechsels (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
Juli 2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer am 2
6.
Juli 2019 zur Kenntnis gebracht wurde. Zeitgleich wurde ihm mitgeteilt, dass das Gericht die Durchführung eines zweiten Schriftenwechse
ls als nicht notwendig erachte
(
Urk.
9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
che
rung (UVV) in Kraft getreten.
Der hier zu beurteilende Sachverhalt hat sich am
2.
Juli 2018
ereignet, wes
halb die ab dem 1. Januar 2017 gültig
en
Normen auf den vorliegenden Fall Anwen
dung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6
des
UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers ge
mäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle
Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zu
sammenhangs nicht erforderlich, dass e
in Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das
schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohn
e dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung
entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich
hiebei
um eine anspruchsauf
hebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.6
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers set
zt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Er
folg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, anlässlich des Un
falls vom
2.
Juli 2018 sei es lediglich zu einer Prellung
des
linken Hand
gelenk
s
gekommen.
Der
Status quo sine
sei
gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
D._
spätestens drei Monaten
später eingetreten
u
nd die am
5.
Dezember 2018 durch
geführte Operation
daher
nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausal. Ur
sächlich
hierfür
sei vielmehr die vorbestehende
scapholunäre
Dissoziation (
Urk.
2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein, bis zum Unfall vom
2.
Juli 2018 sei er hinsichtlich des linken Handgelenks weitest
gehend beschwerdefrei gewesen. Erst d
urch den Unfall sei es zur
– davor asymptomatischen -
Aktivierung der Arthrose gekommen
mit anschliessender Operationsindikation
.
Vorher habe keine Notwendigkeit für eine Operation bestanden.
Eine
Operationsindikation hätte sich zwar auch ohne den Unfall früher oder später ergeben
können
, voraussichtlich aber erst im Verlauf der kommenden fünf Jahre.
M
it anderen Worten
habe das
Trauma den Zeitpunkt der Operation bestimmt. G
estützt auf die Einschätzung von
Dr.
B._
sei weiter
davon auszugehen, dass der Status quo ante oder sine
frü
hestens
6 oder 12
Monate nach dem U
nfall erreicht worden sei. Die
anderslau
tende
, versicherungsinterne
Akt
enbeurteilung von Dr.
D._
sei
daher
anzuzwei
feln. Eventualiter seien weitere Abklärungen durchzuführen (
Urk.
1).
3.
3.1
Anlässlich der hausärztlichen Erstkonsultation vom
9.
Juli 2018
(vgl.
Urk.
8/1)
gab der Beschwerdeführer an, er sei b
e
i der Arbeit von einer Leiter auf die linke Hand und das linke Knie gestürzt. Anschliessend habe er zunehmend Schmerzen und Bewegungseinschränkungen gespürt. In objektiver Hinsicht
hielt
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
eine Handgelenksschwel
lung sowie
Druckdolenz
r
echts [recte: links] und ein erschwerter Faustschluss fest
(
Urk.
8/
7
).
3.2
Aus
fachärztlich-
handchirurgischer Sicht
diagnostizierte
Dr.
Z._
im Konsili
arbericht vom
2
7.
Juli 2018 eine Handgelenksdistorsion links.
Zudem sei es d
urch den Leitersturz vo
m
2.
Juli 2018
zu einer Aktivierung der SLAC-
Wrist
Stadium I
I gekommen; am 1
0.
Juli 2018 habe sich
bildgebend eine vorbestehende
Scapho-lunäre
Dissoziation mit DISI-
Fehlstellung gezeigt
. In
klinischer Hinsicht notierte
Dr.
Z._
Druckdolenzen
und eine eingeschränkte Beweglichkeit im linken Handgelenk (
Urk.
8/1
0
).
Ende
August 2018
zeigten sich
zudem
sonographisch
di
ffuse Entzündungszeichen im Bereich der Hauptschmerzpunkte
(vgl. Konsiliar
bericht vom 3
0.
August 2018,
Urk.
8/
26
)
. D
ie daraufhin durchgeführten
Korti
soninfiltrationen
erbrachten bereits im Verlauf des Septembers eine Schmerzre
duktion. Im Zusammenhang mit der «tieferliegenden» SLAC-
Wrist
-Problematik erwog
Dr.
Z._
eine Operationsindikation (vgl. Konsiliarbericht vom 2
1.
Sep
tember 2018,
Urk.
8/
27
)
.
3.3
Ende
Oktober 2018 hielt
Dr.
Z._
fest, wie erhofft, hätten sich die akuten Be
schwerden de
r Distorsion und nachfolgenden
Entzündung nach über drei Mona
ten nunmehr «praktisch gelegt». Es verbleibe die bekannte SLAC-
Wrist
-Problematik. Aus handchirurgischer Sicht werde der Fall
abgeschlossen (vgl. Kon
siliarbericht vom 2
6.
Oktober 2018,
Urk.
8/
34
).
3.4
Im Bericht vom 1
2.
November 2018 diagnostizierte
Dr.
B._
im Wesentlichen eine
SLAC-
Wrist
Stadium III
links
.
Die
Kortisoninfiltrationen
hätten
nur eine
kurzzeigte Besch
werdever
minderung erbracht
. Vor dem Arbeitsunfall vom
2.
Au
gust 2018 [recte:
2.
Juli 2
0
1
8] sei
der Beschwerdeführer
mit Bezug auf das linke Handgelenk völlig beschwerdefrei gewesen.
Am
2.
Juli 2018 sei er auf dem Boden
ausgerutscht und habe sich ein Extensionstrauma am linken Handgelenk zuge
zogen. Aktuell sei der Hauptschmerz im Radiokarpalgelenk, vor
allem radialseitig lokalisiert. Hier befinde sich
eine eindeutige Radiokarpal- u
nd
Mediokarpal-Sy
novitis
. Ausserdem zeige sich eine eingeschränkte Beweglichkeit. Beim vorliegen
den Stadium der SLAC-
Wrist
mit fortgeschrittener
Radiusscaphoid
-
und
Medio
karpalarthrose
ergebe sich eine
Operationsindikation (
Urk.
8/
38
f.
).
3
.5
Vertrauensarzt
Dr.
D._
kam mit Aktenbeurteilung vom 2
5.
November 2018 zum Schluss, die Beschwerden im linken Handgelenk seien nicht allein durch den Unfall vom
2.
Juli 2018 verursacht.
Anlässlich des
Unfalls
sei es lediglich zu einer
Prellung gekommen; der karpale Kollaps nach
skapho-lunärer
Dissoziation mit Sekundärarthrose (SLAC-
Wrist
Stadium II) sei vorbestehend
. Der Beschwerdefüh
rer sei Boxer gewesen und habe dabei immer wieder Schwellungen im Bereich des linken Handgelenks erlitten.
Mithin sei davon auszugehen, dass die
sk
apho
lunäre
Dissoziation beim
Boxen
aufgetreten sei. Die
Prellung vom 2.
Juli 2018
sei
innert der ersten
drei Monate
überwiegend wahrscheinlich (mit-)ursächlich gewesen für die beklagten
B
eschwerden. Darüber hinaus seien
die Beschwerden indes
auf die vorbestehende
skapholunäre
Dissoziation zurückzuführen.
Mithin
sei der Status quo sine drei Monate nach dem Unfall erreicht
und die Operation
sindikation
nicht überwiegend wahrscheinlich
unfallkausal
(
Urk.
8/
43
).
3.6
Im beschwerdeweise eingereichten Bericht vom 3
0.
Mai 2019
konstatierte Dr.
B._
,
er habe den
Beschwerdeführer wegen einer SLAC-
Wrist
Stadium III
behan
delt
.
Diese
sei erstmals beim Status nach Bagatellunfall am
2.
Juli 2018 sympto
matisch geworden. Gemäss Literatur entwickle sich diese Handgelenksarthrose im Verlauf eines traumatischen Risses des
Scapholunarbandes
.
Bis zum Auftreten
der fortgeschrittenen Arthrose vergingen gemäss Literatur
8-15 Jahre
. Die Arth
rose selbst sei nicht immer symptomatisch. Es sei klassisch, dass die Schmerzen erst nach einem Bagatellunfall aufträten. Betreffen
d
die Grundkrankheit (SLAC-
Wrist
Stadium III
mit radiographisch ausgewiesenen Veränderungen
) sei nach einer gewissen Zeit, ins
besondere nach einem Jahr nach einem Bagatellunfal
l von einem Status quo
sine
vel
ante auszugehen. Bezüglich der aufgetretenen Schmer
zen nach dem Bagatellunfall vom
2.
Juli 2018 gebe es leider keine klaren Publi
kationen
. Diesbezüglich sei nach einem Jahr oder mehreren Jahren resp. Durch
führung der operativen Versorgung (man operiere ja, weil es weh tue
,
und nicht aufgrund des Röntgenbefundes) von einem Status quo sine auszugehen (
Urk.
3/4).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
1
7.
Mai 2019
(Urk. 2) in medizinischer Hinsicht auf die fachärztlich-
chirurgische
B
eurteilung von Dr.
D._
vom
2
5.
November 2018
, welcher dieser in Kenntnis und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgab.
4.2
Konkrete Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit der Beurteilung von Dr.
D._
sprechen, sind nicht ersichtlich
. Zunächst
ist erstellt und unbestritten, dass der Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls vom
2.
Juli 2018 eine Handgelenksprel
lung links, ohne Nachweis frischer Frakturen
(jedoch mit Nachweis alter
ossärer
Ausrisse, vgl.
Urk.
8/
13
)
erlitt
en hat
;
Dr.
B._
taxierte
den gemeldeten
Leiter
sturz
als Bagatellunfall (vgl.
Urk.
3/4). Alsdann
hielt
Dr.
Z._
fest
, die akuten,
traumabedingten
Beschwerden
hätten sich
– wie erwartet -
drei Monate n
ach dem Unfall «praktisch gelegt»
.
Dementsprechend
schloss
er seine Behandlung per Ende Oktober 2018 ab
(
Urk.
8/
34
)
.
Erstellt und unbestritten ist
weiter
, dass beim Be
schwerdeführer
–
entsprechend dem b
ildgebenden Befund vom 1
0.
Juli 2018 -
ein Vorzustand im Sinne
einer
SLAC-
Wrist
Stadium II mit Sekundärarthrose
be
stand
(
Urk.
8
/1
0
,
Urk.
8/
13
). Im November 2018 wurde erstmals eine SLAC-
Wrist
Stadium III diagnostiziert
, begründet unter Hinweis auf die
Dissi
-Konstellation (Triangulation
ratio
von 1.
2) sowie fortgeschrittene
Radioscaphoid
- und
Medio
karpalarthrose
(vgl.
Urk.
8/
38
).
Zeitgleich beklagte der Beschwerdeführer eine massive Schmerzzunahme (
Urk.
8/
36
) und riet
Dr.
B._
b
eim aktuellen Sta
dium III zum operativen Eingriff
(
Urk.
8/83,
Urk.
3/4). Dass das linke Handgelenk erstmals nach dem Unfall vom
2.
Juli 2018 symptomatisch geworden sei – so
Dr.
B._
weiter (
Urk.
3/4
, vgl. auch
Urk.
1
Ziff.
17
) –
ist aktenwidrig. Dem
Bericht des 2017 behandelnden Sportarztes
vom Spo
r
tmedizinischen Zentrum
G._
vom 2
3.
Oktober 2018 zufolge, wurde
der Beschwerde
führer
bereits im August 2017
wegen linksseitigen Handgelenksbeschwerden vor
stellig und beklagte dabei
se
it fünf Jahren
(wieder)
intermittierende
Schmerzen im linken Handgelenk. Er habe bereits vor 25 Jahren eine
Kortiso
n
infiltration
ins linke Handgelenk bekommen
(
Urk.
8/
45
).
Vor diesem Hintergrund kann von einer unfallbedingten (Schmerz-)Aktivierung nicht die Rede sein und lässt sich
folglich
auch aus dem
beschwerdeweise zitierten Bundesgerichtsentscheid U 13
6/06 vom
2.
Mai 2007 nichts zug
unsten
des Beschwerdeführers ableiten
Eine
allfällige
un
fallbedingte,
richtungsgebende Verschlimmerung
müsste
bildgebend ausgewiesen sein (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_174/2008 vom 8. Augu
st 2008
E. 4.2 mit Hinweisen), was
vorliegend
nicht der Fall
ist
.
Im Gegenteil hat der Beschwerde
führer selbst konstatiert,
Dr.
B._
sei nicht von einer richtungsgebenden Ver
schlimmerung ausgegangen (vgl.
Urk.
1
Ziff.
20).
D
ie äusser
s
t vage formulierten und
gänzlich
unbegründet verbliebenen
Ausführungen von
Dr.
B._
, wonach betreffend die Grunderkrankung «nach einer gewissen Zeit, insbesondere nach einem Jahr» von einem Status sine quo ante auszugehen sei,
können
nicht nach
v
ollzogen
werden
.
Da vorliegend
einzig
die Kausalitätsfrage zu klären war, ist im Übrigen auch nicht zu beanstanden,
wenn
Dr.
D._
keine persönliche Untersu
chung durchführte.
Nach dem Gesagten
ist
ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 2. Juli 2018 und der
am
5.
Dezember 2018
durchgeführten Operation
gestützt auf die
überzeugende
Beurteilung von
Dr.
D._
nicht überwiegend wahrscheinlich.
Bei diesem Beweisergebnis
besteht
kein weiterer Abklärungsbedarf (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom 6. Dezember 2006 E.
2.2 mit Hinweisen).
4.3
Zusammenfassend ist
mit der
Beschwerdegegnerin
davon auszugehen
, dass
die
über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung per
2.
Oktober
201
8
hinaus fortdau
ernde
n
Beschwerden jedenfalls überwiegend wahrscheinlich
nicht
auf den Unfall vom
2.
Juli 2018 zurückzuführen sind
, weshalb sie den Anspruch des Beschwer
deführers auf weitere Leistungen zu Recht verneinte.
Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.