Decision ID: 7d984f57-7376-40ed-a9e2-062906e66f47
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die
nicht erwerbstätige,
1975 geborene
X._
meldete sich am 7. Febru
ar 2012
u
nter Hinweis auf
eine
HIV
-Erkrankung
und eine
n
Knochen
bruch in der rechten Hand bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Züri
ch,
IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/8). Daraufhin tätigte die IV-Stelle medi
zinische Abklärungen. Insbesondere beauftragte sie die über
Z._
zuge
teilte MEDAS
A._
mit einer poly
dis
zi
plinären Begutachtung der Versicherten
.
Am 30. September 2013 erstattete die MEDAS
A._
ihr Gutachten, worin sie unter anderem darauf hinwies, dass die
neurologische und die neuropsychologische
Untersuchung
wegen
Nichte
r
schei
nen
der Versicherten nicht hätten durchgeführt werden können (
Urk. 8/57/1-17
S. 13
).
Nachdem
die IV-Stelle die MEDAS mit einer ergänzenden neurologischen und neuropsychologischen Begutachtung
beauftragt hatte
(Urk. 8/59 ff.),
wies diese
den Gutachtensauftrag an die Verwaltung zurück (Urk. 8/66).
In der Folge erteilte die IV-Stelle der, wiederum über
Z._
zugeteilten, MEDAS
B._
ein
en
neue
n
Begutach
tung
s
auftrag.
A
m 6. März 2015
wurde das Gutachten erstattet
(Urk. 8/80/1-41).
Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 8/84
, Urk. 8/98 und Urk. 8/103
) verneinte d
ie
IV-Stelle
m
it
Verfügung vom 26. April 2016
den An
spruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
die Versicherte
am 26. Mai 2016 Beschwerde mit dem Rechts
begehren um Zusprechung einer ganzen Invalidenrente ab September 2012
und dem Gesuch
um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 27. Juli 2016 schloss die Verwaltung auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 7). Darüber wurde die Beschwerdeführerin mit Ver
fü
gung vom 23. August 2016 orientiert. Gleichzeitig wurde ihr die unentgelt
liche Prozessführung gewährt (Urk. 9).
Das Gericht liess die Beschwerdeführerin durch Dr. med.
C._
, Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, begutachten (Expertise vom 31. Oktober 2018; Urk. 21).
Die
Parteien
liessen sich
dazu
am 7. Dezember 2018
(Urk. 24-25
)
vernehmen
.
Am 18. Dezember 2018 (Urk. 29) verzichtete die Be
schwe
r
de
gegnerin auf eine
erneute
Stellungahme
. Die Beschwerdeführerin
liess sich
am 16. Januar 2019 (Urk. 30) zur Stellungna
hme der Beschwerdegegnerin vom
7. Dezember 2018 vernehmen
.
Dies
wurde der jeweils anderen Partei am 17. Januar 2019 (Urk. 32) zur Kenntnis gebracht.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
)
.
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung [IVG]).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trä
chtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden au
s
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
li
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbsein
kom
men zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diag
nose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E.
5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerb
s
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine
Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Pra
xis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist,
ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen
bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann
vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist
oder
wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern
Schluss
folgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerecht
fertigt
sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine solche vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/
aa
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet die Leistungsablehnung
in ihrer Verfügung
vom 26. April 2016 (Urk. 2)
gestützt auf das Gutachten der MEDAS
B._
vom
6. März 2015
(Urk. 8/
80/1-41
)
damit, dass bei der Beschwerdeführerin zwar eine Gesundheitsbeeinträchtigung vorliege, diese jedoch aus versicherungsmedizi
ni
scher Sicht keine dauerhafte Erwerbsunfähigkeit begründe. Ebenfalls bestünden keine Einschränkungen im Haushalt (Urk. 2 S. 2
)
.
Nach Vorliegen des Gutachtens von Dr.
C._
vom 31. Oktober 2018 (Urk. 21) brachte die Beschwerdegegnerin am 7. Dezember 2018 (Urk. 24) vor,
es
be
stünden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine anspruchsrelevanten Ein
schränkungen in der Haushaltsführung. Seit ihrer Einreise in die Schweiz sei die Beschwerdeführerin nie in relevanter Weise arbeitstätig gewesen, was sie auch nach der Trennung von ihrem Ehemann nicht geändert habe.
2.2
Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin
in ihrer Beschwerde vom 26. Mai 2016 (Urk. 1)
im Wesentlichen
auf dem Standpunkt, dass
auf dieses
widersp
rüchliche und fehlerhafte
B._
-
Gutachten nicht abgestellt werden könne
. Es fehle darin eine vertiefte Diskussion des auffälligen Verhaltens der Beschwerdeführerin (S. 8
Rz
. 4).
Neben der grundlegend anderen Beurteilung durch die MEDAS
A._
, belegten verschiedene Mängel und Widersprüche im
B._
-Gutachten selber sowie die von Drittpersonen im Kontakt mit der Be
schwerdef
ührerin beschriebenen Probleme
die Zweifel an der Zuverlässigkeit des
B._
-Gutachtens. Es könne daher nicht darauf abgestellt werden. Da bereits
genügend aussagekräftige medizinische Befunde und Berichte bezüglich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin vorlägen, sei keine weitere Begut
achtung anzuordnen, sondern auf die bereits vorhandenen Berichte abzustellen (S. 10
Rz
. 6).
Am 7. Dezember
2018
(Urk. 25)
er
gänz
te
die Beschwerdeführerin
, es könne auf das Gutachten von Dr.
C._
abgestellt werden und
es s
ei
dementsprechend
von einer 100%
igen
Arbeits
un
fähigkeit auszugehen
.
In ihrer Stellungahme
vom 16. Januar
2019
(Urk. 30) brachte sie
vor, die Frage nach allfälligen Einschrän
kungen im Haushalt seien gar nicht relevant. Selbst die Beschwerdegegnerin habe sie im Feststellungsblatt vom 26. April 2016 als Vollerwerbstätige qualifi
ziert und das Sozialversicherungsgericht habe in der Auftragserteilung für die Begutachtung durch Dr.
C._
nicht nach allfälligen Einschränkungen im Haus
halt gefragt. Zudem treffe es nicht zu, dass gestützt auf das Gutachten von Dr.
C._
davon ausgegangen werden könne, dass mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
keine Einschränkungen im
Haushalt bestünden. So fänden sich im Gutachten umschriebene Umstände, die das Gegenteil vermuten liessen.
3.
3.1
Am 9. Dezember 2010 wurde im
D._
, Klinik
E._
, eine erste neuropsychologische Untersuchung der Beschwerdeführerin durchge
führt. Laut Bericht vom darauffolgenden Tag
(Urk. 8/14/4-6)
ergab die Abklä
rung ausgeprägte Minderleistungen in den Bereichen Aufmerksamkeit/Inter
fe
renz
unterdrückung, Lernen und Gedächtnis, im motorischen Sequenzieren
,
aber auch in Sprach- und
Visuo
-Konstruktion. Die Interpretation dieser insgesamt schwe
ren Beeinträchtigungen sei
infolge Fremdsprachlichkeit beziehungsweise Übersetzungssituation sowie der Herkunft aus einem fremden Kulturkreis
nicht einfach
, zumal anamnestisch Hinweise für eine verzögerte Entwicklung vorlä
gen. Sicher seien Leistungen beider Hemisphären betroffen, also nicht nur im sprachlichen Bereich, schwerpunktmässig
anteriorer
kortikaler und subkortikaler Areale. Neben der Affektlabilität sei die Patientin klar depressiv, wobei die Ent
wurzelungsproblematik wohl eine vordergründige Rolle spiele. Die Arbeitsfähig
keit betrage 0 %.
Abschliessend führten die berichtenden Fachleute aus, dass die Untersuchung o
hne
die
fachkundige Übersetzerin, welche medizinpsycho
logi
sche Erfahrungen
mitgebracht
und mit der Person und Geschichte der Patientin vertraut
gewesen
sei, chancenlos gewesen
wäre
(S. 2).
3.2
Von 1998 bis 2004 und wiederum seit 23. Februar 2010 befindet sich die Be
schwerdeführerin im
D._
, Klinik
F._
, in Behandlung. Im Bericht vom 23.
März
2012 (Urk. 8/14/1-3)
wurden folgende Diagnosen gestellt:
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Ausgeprägte kognitive Minderleistung unklarer
Aetiologie
ED 12/10
-
unklarer Symptombeginn, möglicherweise Entwicklungsstörung
-
MRT: Hyperintensität
Gyrus
parahippocampalis
links > rechts
-
EEG: keine Epilepsie-typischen Potentiale
-
Depressive Symptomatik DD Entwurzelungsproblematik
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
HIV-1-Infektion CDC Stadium A3, ED 07/98
-
Episodische Kopfschmerzen links frontal 2010-2011
-
Mehrfragmentäre Fraktur Grundphalanx
Dig
V rechts 03/11
W
e
iter
führten die Spitalärzte aus, bei der erneuten Vorstellung im Februar 2010 sei die Immunitätslage bei minimaler Viruslast schlecht gewesen. Unter erneuter Verschreibung einer antiretroviralen Behandlung sei die CD4-Zellzahl vorübergehend angestiegen. Die Viruslast sei meist nicht nachweisbar gewesen. Allerdings dürfte die Ther
apieadhärenz schlecht sein. Seit
Mitte 2010
ver
schlech
tere sich die Immunitätslage wiederum
. Damit müssten die bisherigen t
herapeutischen Bemühungen als gescheitert betrachtet werden. Die Ursache der fehlenden Kooperationsbereitschaft der Patientin bezüglich Einhalt
ung
von Terminen, Medikamentenadhärenz und so weiter habe bisher nicht eindeutig geklärt werden können. Neben fehlender Einsicht kämen Ängste vor dem
Ent
decktwerden
der Infektion oder Verdrängen derselben in Frage. Zu eindeutig HIV-assoziierten Erkrankungen sei es bisher glücklicherweise nicht gekommen.
Aus
infektiologischer
Sicht bestehe aktuell streng genommen keine Arbeits
un
fähigkeit, dies könne sich bei Auftreten von AIDS-definierenden Erkrankungen jedoch schnell ändern. Insgesamt, insbesondere in Anbetracht der bisherigen Integrationsversuche und der neurokognitiven Defizite
,
sei die Patientin als nicht arbeitsfähig zu betrachten.
3.3
Am 3. Oktober 2012 berichteten die behandelnden Ärzte des
D._
, Klinik
F._
, dass es im Krankheit
sverlauf der Beschwerdeführerin
seit dem Bericht vom 23. März 2012 keine relevanten Veränderungen gegeben habe, welche Einfluss auf die Beurtei
lung der Arbeitsunfähigkeit hätten
(Urk. 8/27).
3.4
Im
A._
-Gutachten vom 30. September 2013 (Urk. 8/57/1-17) wurden folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt
(S. 13)
:
1.
V.a. o
rganisch affektive Störung (ICD-10 F06.
3
)
2.
V.a. dementielle Entwicklung bei HIV
(ICD-10
F02.4
)
-
DD: zusätzliche entwicklungsbedingte Minderintelligenz
Folgenden weiteren Diagnosen massen die Gutachter keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bei (S. 14):
1.
HIV-
lnfektion
CDC-Stadium A3, ED 07/1998
-
ART 1998-2003 (Schwangerschaft),
Wiederbeginn 2010 bei CD4-Abfal
l auf 166 Zellen/
Ul
-
Verdacht auf
Lipodystrophie
unter
Stavudin
-
Mal-
Adherence
-
derzeit unbehandelt?
-
aktuell nicht nachweisbare Vi
ru
slast (<20), CD4/CD8 Ratio 0.14 (1.00 bis 1.50)
2.
Mehrfragmentäre Fraktur Grundphalanx
Dig
V rechts
03/2011
3.
St.
n. Sectio 1998 und 2003
4.
St.
n. Hepatitis A und B Infektion
Aus internistischer Sicht sei die HIV-Infektion das Hauptproblem. Diese sei bei unbekanntem Übertragungsweg anlässlich der ersten Schwangerschaft 1998 bei bis dahin fehlenden Symptomen zufällig diagnostiziert worden. Diesbezüglich lägen diverse Berichte der
F._
des
D._
vor, worin die HIV-Infektion als CDC-Stadium A3 klassifiziert und wiederholt eine medi
kamentöse Maladhärenz beschrieben werde.
In diesem Zusammenhang sei die aktuelle Angabe der Explorandin, dass sie erst seit 6 Monaten ihre Medikamente bezüglich HIV nicht mehr einnehme, mit Vorsicht zu geniessen. Schon im Mai 2012 werde eine schlechte Therapieadhärenz beschrieben. Auch in den früheren Berichten sei immer wieder davon die Rede.
Die aktuelle Viruslast sei weiterhin gut kontrolliert
. Die CD
4 Zellen seien jedoch deutlich erniedrigt, so dass eine Wiederaufnahme der Therapie zu empfehlen sei. Aus
infektiologischer
Sicht werde n
ie eine Arbeitsunfähigkeit attestiert (S. 14 f.).
Das Hauptproblem sei eine auffällige kognitive Minderleistungsfähigkeit der
Ex
plo
randin. Der genaue Zeitpunkt
dieser Minderleistung sei nicht zu be
ne
nnen. Schon 2010 sei dies im Rahmen der
infektiologischen
Betreuung abge
klärt und als nicht mit der HIV-Infektion in Zusammenhang stehend interpretiert worden. Es sei schon damals eine Entwicklungsstörung postuliert worden. Die diesbe
züg
lichen Angaben der Explorandin seien nicht zu verwerten. Sie hinterlasse den
Eindruck einer äusserst einfach strukturierten Per
s
on mit geringem Bil
dungs
hintergrund und wenig Differenzierungsvermögen.
Auch
die Frage, ob ätiolo
gisch eine Depressivität
zugrunde liege, sei nur schwer zu klären. Die Explo
randin selber berichte diesbezüglich wenig bis nichts Greifbares. Mehr nebenher erwähne sie ein teilweise stark gesteigertes Sc
hlafbedürfnis. Dies kontrastier
e
jedoch wieder mit der Schilderung eines normalen und aktiven Tagesablaufs ink
lusive Joggen, Schwimmen und Kontakt zu Kollegen
. Sofern dies zutreffe. Unzweifelhaft dürfte eine starke Entwurzelungsproblematik mit vorhanden sein, weil die Explorandin hier faktisch ziemlich isoliert sein dürfte, ohne jede deut
sche Sprachkenntnis trotz 18jährigem Aufenthalt in der Schweiz und ohne Berufstätigkeit. Auch der Kontakt zu den Kindern sei nicht klar (S. 15).
Aufgrund der psychiatrischen Exploration erachteten die Gutachter die Be
schwe
r
deführerin als nicht vermittelbar und arbeitsfähig im ersten Arbeits
markt. Dabei hielten sie fest, dass die neurologischen und neuropsychologischen Untersu
chungen nicht hätten durchgeführt werden können. Eine genaue diagnostische Zuordnung der klinisch offensichtlichen kognitiven Minderleistung sei nicht möglich. An der Relevanz für die Arbeitsfähigkeit bestehe jedoch aufgrund der klinisch eindrücklichen Ausprägung kein Zweifel. Es sei differenzialdiagnostisch sowohl eine entwicklungsbedingte frühkindliche Beeinträchtigung als auch eine Problematik im Rahmen einer Depressivität oder Entwurzelungsproblematik er
wogen worden.
Auch
ein Zusammenhang mit der HIV-Infektion sei diskutiert worden, wobei unklar sei, wie lange diese schon bestehe, sei sie doch eher zufällig im Rahmen der Schwangerschaft erstmals diagnostiziert worden. Der Zusammenhang mit einer HIV-Enzephalitis sei nicht gesichert. Obwohl seitens der
F._
des
D._
eher verneint, könne er nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Wahrscheinlich sei eine Kombination ver
schiedener Ursachen wie geringes Intelligenz-/Ausbildungsniveau, mögliche
Ent
wicklungsproblematik,
Fremdsprachigkeit
, Entwurzelungspr
oblematik und mög
liche
HIV-Mitbetei
ligung ursächlich beteiligt
. 2010 hätten
magnetreso
—
nanz
tomographisch
diskrete Hyperintensitäten in der
Hippokampusformation
, im
Temporallappen links ausgeprägter als rechts dargestellt werden können. Im Elektroenzephalogramm seien Funktionsstörungen mit einzelnen
irritativen
Poten
tialen erkennbar gewesen. Epilepsietypische Potentiale hätten nicht nach
gewiesen werden können. Eine integrative Einordnung dieser Befunde habe bis
her nicht erfolgen können und sei auch im Rahmen des aktuellen Gutachtens aufgrund der wiederholt versäumten Termine bei der Neurologie und Neuro
psychologie nicht machbar gewesen. Die Ausprägung des klinischen Bildes in Zusammenschau mit
der hirnorganischen Lokalisation
der Veränderung spreche für eine erhebliche
zugrundeliegende organische (Mit)Beteiligung an der aktu
ellen affektiven Störung (S. 15 f.).
Die Gutachter konnten den genauen Beginn der Arbeitsunfähigkeit nicht ange
ben. Der Zeitpunkt der Erstbeschreibung der kognitiven Einschränkungen 2010 dürfte den Minimalzeitraum darstellen (S. 16).
3.5
In ihrem polydisziplinären Gutachten vom 6. März 2015 (Urk. 8/
80/
1-41)
stellten
die Gutachter der
B._
folgende Diagnosen, denen sie eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit absprachen (S. 37):
-
HIV-Infektion CDC A3 ED 7/1998
-
ART 1998-2003 (Schwangerschaft) und 2010 bei CD4-Abfall auf 166 Zellen U/l
-
Status nach Hepatitis A und B Infektion ED 6/1998
-
Status nach Lasertherapie von
Condylomen
im Genitalbereich 11/2012
Die Gutachter
kamen zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit der Versicherten in der zuletzt ausgeübten sowie jedweder vergleichbaren Tätigkeit oder auch in einer anderen Arbeit des allgemeinen Arbeitsmarkts nicht als eingeschränkt anzusehen sei. Es bestehe eine HIV-Positivität ohne ausreichend wahrschein
lichen Anhalt für eine HIV-assoziierte aktive Erkrankung. Eine HIV-Positivität führe lediglich zu einer qualitativen, medizinisch-theoretischen Einschränkung mit der Empfehlung
,
Arbeiten in Infektionsbereichen zu vermeiden. Andere nam
hafte Erkrankungen mit minderndem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien anhand der hier erhobenen klinischen Befunde sowie der Zusatzbefunde und Aktendaten nicht ausreichend wahrscheinlich. Insbesondere reichten die hier objektiven klinischen Befunde und die Zusatzdaten aus der zerebralen Bild
ge
bung nicht für die Attestierung einer HIV-assoziierten oder andersartigen
Enz
e
phalopathie aus.
Die notwendige Alkoholkarenz und leitliniengerechte HIV-Therapie seien der Versicherten medizinisch gut zumutbar, stünden in ihrem
Gesundheitsinteresse, dürften im Sinne der Schadenvermeidung erwartet werden
und seien geeignet, die Arbeitsfähigkeit langfristig stabil zu halten (S. 33 f.).
Auch im Haushalt bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 39).
Die neurologische Untersuchung habe keinen Anhalt für eine die Arbeits
fähig
keit mindernde Läsion im Bereich des zentralen oder peripheren Nervensystems,
insbesondere keinen Anhalt für eine HIV-assoziierte Erkrankung ergeben.
Anam
nestisch werde berichtet, dass die Begutachtete transient die rechte Hand nicht nutzen könne. Es würden Kopfschmerzen bei Nahrungskarenz und eine allge
meine
Kraftlosigkeit mit Sturzereignissen geschildert. Für epileptische Anfall
sereignisse ergebe sich anamnestisch kein ausreichender Anhalt. Es bestehe eine eingeschränkte Beweglichkeit des rechten Kleinfingers, die nicht alltagsrelevant sei und keine Minderung der Arbeitsfähigkeit begründe. Der neurologische Be
fund sei ohne Anhalt für eine namhafte
nervale
Läsion, es ergebe sich auch kein ausreichender klinischer Anhalt für eine die Arbeitsfähigkeit mindernde kog
nitive Einschränkung. Bei aktendokumentiertem Kopfschmerzsyndrom würden aktuell keine klinisch relevanten und insbesondere auch keine die Arbeits
fähig
keit einschränkenden Kopfschmerzen geschildert. Für eine HIV-Enzephalopathie bestehe kein Anhalt. Kognitive Störungen seien nicht objektiviert und Hinweise für eine bei dieser Diagnose zu fordernde rasche Progredienz lägen nicht vor. Die im Rahmen der aktuellen Begutachtung durchgeführte zerebrale Magnet
reso
nanztomographie zeige keine namhaften Strukturauffälligkeiten, insbeson
dere auch keine Läsion im Hippocampus.
Zusammengefasst bestehe aus neuro
logischer Sicht keine Minderung der Arbeitsfähigkeit (S. 22 f.).
Anlässlich der psychiatrischen Untersuchung habe die Versicherte vorrangig Schlafstörungen geschildert. Depressive Hauptsymptome seien nicht genannt worden. Insgesamt sei der Beschwerdevortrag vage und ausweichend geblieben. Bei der vertieften psychiatrischen Exploration liessen sich
ungerichtete
Ängste und Befürchtungen, fraglich paranoid anmutend, erfragen. So verstecke sie sich vor Leuten, weil sie Angst habe, dass sie gegen sie seien oder es nicht gut mit ihr meinten. Eher zusammenhanglos würden auch Misshandlungsereignisse be
richtet, ohne dass hier handelnde Personen konkretisiert würden. Die Darstel
lung
bleibe sehr vage. In diesem Zusammenhang
äussere die
V
ersicherte einmali
g, da spreche immer jemand. Die
konkreten Nachfragen nach inhaltlichen Denkstö
rungen, Ich-Störungen und Sinnestäuschungen würden aber jeweils von der Ver
sicherten verneint. Im weiteren Befund seien eine Antwortlatenz, Daneben
reden und ein ausweichendes Antwortverhalten auffällig. Die formalen Para
meter der Kognition seien jedoch nicht als gestört anzusehen. Eine
depressive Verstimmung liege nicht vor. In der Zusammenschau der vorliegenden Unter
lagen, von Anamnese und Befunden sei keine psychiatrische Diagnose mit ausreichend wahrscheinlichem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu stellen. Eine
blande
verlaufende Psychose sei allenfalls als möglich anzusehen. Die klini
schen
Kriterien einer namhaften kognitiven Störung seien nicht erfüllt. Ein depres
sives Syndrom liege bei Fehlen
der Achsensymptome nicht vor. Hinweise für eine Persönlichkeitsstörung, eine Suchterkrankung, eine
Angsterkrankung oder eine
Traumafolgestörung
fänden sich
nicht in
den Akten, der Anamnese sowie dem hiesigen Befund (S. 28 f.).
Der klinische kognitive Befund der neuropsychologischen Untersuchung sei ohne ausreichenden Anhalt für eine hirnorganische Störung. Die Achsen
kri
te
rien einer solchen Störung seien nicht erfüllt. Auch aktenkundig sei keine
en
z
ephale
Erkrankung belegt worden. Aufgrund der erheblichen Sprachbarriere und der nicht europäischen kulturellen Abstammung sei die auf die deutsch
sprachige Schweiz normierte, psychometrische Testung nicht valide durchführ- oder auswertbar. Das Instruktionsverständnis sei zwar mit Hilfe der Dolmet
scherin grob gegeben gewesen, habe aber bereits eine erhebliche Verzögerung und einen vermehrten Erklärungsbedarf gez
eigt, wobei auch die Mitarbeits
be
reit
schaft zweifelhaft geblieben sei, da die klinischen kognitiven Kriterien keine namhafte Abweichung gezeigt hätten. Somit seien falsch-pathologische Verzö
gerungen und weitere formal nicht normale Befunde zu erwarten und keine aus
reichend stabile Testsituation gegeben
gewesen
. Nach klinischen
Kriterien führe die Beschwerdeführerin ein aktives und selbständiges Leben und wünsche sich eine bessere finanzielle Absicherung. Dies und der hiesige klinische Ein
druck seien mit einer behinderungsrelevanten, hirnorganisch bedingten kogni
tiven Leistungsminderung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht vereinbar (S. 32 f.).
Das
A._
-Gutachten aus dem Jahr 2013 sei bereits aus formalen Gründen ver
sicherungsmedizinisch nicht haltbar.
Die Vorgutachter stellten lediglich Ver
dachts
diagnosen. Versicherungsmedizinisch sei jedoch eine überwiegend wahr
schein
liche Gesundheitsstörung zu fordern. Eine Verdachtsdiagnose repräsen
tiere
lediglich eine mögliche Gesundheitsstörung. Weiter konstatierten die Vorgut
achter eine mangelhafte Compliance/Mitarbeit der Versicherten, was selbstver
ständlich auch zu einem kritischen Hinterfragen des für die Vorgutachter formal auffälligen klinischen Eindrucks hätte führen müssen. Dies gelte insbesondere auch für die testpsychologischen Verfahren, da diese bekanntlich vollständig von der Mitarbeitsbereitschaft der untersuchten Person abhängig seien. Eine dies
bezügliche kritische Diskussion lasse sich dem Vorgutachten nicht entneh
men. Weiter sei die biologische Plausibilität einer verd
achtsweise unterstellten HIV-Enz
ephalopathie unzureichend kritisch geprüft beziehungsweise hinterfragt worden. Keiner der den Vorgutachtern zur
V
erfügung stehenden apparativen Zustandsbefunde erlaube dabei tats
ä
ch
lic
h die defini
tive Annahme einer nam
haften Enz
ephalopathie. Allenfalls hätte man hier klinische und apparative Ver
laufsuntersuchungen empfehlen können.
Die jetzige zerebrale Bildgebun
g weise in
der Tat gar keine Enz
ephalopathie aus und der hiesige klinische Befund ergebe keinen Anhalt für eine prozesshaft voranschreitende HIV-assoziierte oder andere En
z
ephalopa
t
hie, was jedoch zu fordern wäre.
auch der psychiatrische Vor
gutachter attestiere keine eigenständige depressive Episode. Die Vorgut
achter hätten sich also in ihrer Einschätzung zumindest ebenso gut von einer bewusstseinsnahen demonstrativen Begehrenshaltung der Versicherten fehllei
ten lassen
können
(S.
34-
36).
3.6
Die von den Gutachtern der
B._
veranlasste magnetresonanz
tomogra
phische
Untersuchung des Gehirns ergab gemäss Bericht der
G._
,
vom 6. November 2014 (Urk. 8/80/47)
eine wesentliche Zahl von nicht auswertbaren Messungen infolge erheblicher
Bewe
gungs
artefakte. Deswegen sei auf das U-Protokoll für nicht-kooperative Pati
enten gewechselt worden, das der klinischen Fragestellung nur eingeschränkt Rechnung tragen könne. Soweit beurteilbar bestehe kein Nachweis einer HIV-Enzephalopathie, zumal eine eindeutige
Leukenzephalopathie
oder Atrophie fehle. Es bestehe keine
progressive multifokale
Leukoenzephalopathie
(
PML
).
Zum Vorbefund einer diskreten Hyperintensität im
Gyrus
hippocampal
links vom Dezember 2012 wurde
festgehalten, dass Signalanhebungen im Hippo
cam
pus typisch in FLAIR-Messungen und auch aktuell nicht als Pathologie objek
tivierbar seien.
3.7
Am 6.
Oktober
2015 unterzog sich die Beschwerdeführerin im
D._
, Klinik
E._
, einer erneuten neuropsychologischen Unter
su
chung.
Im Bericht
vom gleichen Tag (Urk. 8/101)
wurden folgende Diagnosen genannt (S. 1):
1.
Ausgeprägte kognitive Minderleistung unklarer
Aetiologie
ED 12/10
-
St.
n. neuropsychologischer Abklärung 12/10: unklarer Symptombeginn, möglicherweise
Entwicklungsstörung
-
MRT 12/10 (
D._
): Diskrete Hyperintensität
Gyrus
/
Hippocampusformation
parahippocampalis
links > rechts.
D
D limbische Enzephalitis?
P
ostiktale
Veränderung? Verlaufskontrolle diesbezüglich empfohlen.
-
MRT 11/14 (
H._
):
Unkooperative
Patientin -> verkürztes Mess
pro
tokoll, teils verwackelt. Soweit
beurteilbar kein Nachweis einer HIV-Enze
phalopathie, zumal keine eindeutige
Leukenzephalopathie
oder
Atrophie. Keine PML.
-
EEG
3/11: keine Epilepsie-typischen Potentiale
2.
HlV-1-lnfektion CDC Stadium A3, ED 07/98
-
Malcomp
l
iance
3.
Depressive Symptomatik
4.
Rezidivierende
Cephalgien
5.
AIN/PEIN II
perianal
11 h, VIN
I
Labium
majus
rechts 10
h
-
LSIL Vulva: Introitus 6 und 9
h,
Labium
majus
links 2
h
-
Inkonsequente
Aldaratherapie
seit 07/2012
-
Condyloma
planum
hintere Kommissur (Biopsie 10/2012)
-
VIN
I
Introitus rec
hts (Biopsie 05/2012 und 11/2012)
-
Pap
II
02/2012
-
St.
n. Biopsie-Entnahmen
vulvär
und
perianal
sowie Lasertherapie Introitus-hintere Kommissur,
Labium
majus
rechts extern bei 7
h,
Labium
majus
links extern bei 5
h am 28.11.2012
Laut Bericht
ergä
ben sich schwere Beeinträchtigungen im Lernen von neuen Inhalten, wobei der
en
Abruf auf Basis des Gelernten, das Wiedererkennen aber unauffällig ausf
alle
. Diese schwere Minderleistung in der Lernfähigkeit werde
teilweise durch die mittelschweren
attentionalen
Minderleistungen erklärt, welche
sich in einer deutlich reduzierten basalen Reaktionsfähigkeit, einer verlang
samten kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit mit allerdings ausreichender
Belastbarkeit, jedoch leichter Ablenkbarkeit und Ermüdung im Verlauf abzeichne
. Markant sei eine deutliche Beeinträchtigung in der Auffassungsfähigkeit, welche auf die eingeschränkten frontal-exekutiven Leistungen zurückgeführt würden und die über eine allenfalls vorhandene Intelligenzminderung, etwa im Rahmen einer frühkindlichen Hirnschädigung mit Entwicklungsrückstand
,
hin
aus
gehe. Dazu passend fielen eine ungenügende Ideenproduktion, eine redu
zierte Umstellfähigkeit sowie eine ebenfalls reduzierte Interferenzkontrolle auf. Auch die motorische Flexibilität sei herabgesetzt. Die
visuokonstruktiven
Leis
tungen unterlägen einerseits den exekutiven Planungsschwierigkeiten, liessen sich jedoch zum Teil, wie auch die verminderten Rechenleistungen, auf das tiefe Bildungsniveau zurückführen. Die Patientin wirke leicht affektlabil und ver
einzelt inadäquat reagierend. Eine
Leistungsminderung aufgrund der affek
tiven Symptomatik sei vorstellbar, erscheine jedoch nicht vordergründig (S. 4).
In keinem Moment der Verhaltensbeobachtung erwecke die Patientin Hinweise auf Aggravation. Die formal geprüfte Leistungsmotivation erweise sich lediglich in einem von drei Verfahren als grenzwertig. Hier sei das nicht organisch zu
erklärende schlechte Abschneiden in einem gedächtnisorientierten Test
auf
mer
k
samkeits
- beziehungsweise motivationsbeding
t
.
Die beeinträchtigte Lern
fähig
keit bei normaler Speicherung des Gelernten lasse sich mit der
bildge
be
risch
abgeklärten diskreten
hypertensen
Veränderung im
Gyrus
parahippo
cam
palis
/
Hippocampusformation
links vereinbaren. Eine HIV-assoziierte Beein
träch
tigung
aufgrund der weiteren schwer verminderten exekutiven Funktionsbereiche bei eingeschränkten autonomen Alltagsfunktionen in finanziellen Angelegenheiten und medikamentöser
Malcompliance
lasse zusätzlich an eine HIV-assoziierte neurokognitive Einschränkung denken. Im letzten extern durchgeführten
cMRI
vom November 2014 hätten die
hippocampalen
Veränderungen bei einem ver
kürzten Messprotokoll bei
unkooperativer
Patientin allerdings nicht erhoben werden können. Im Vergleich zur letzten hausinternen neuropsychologischen Untersuchung im Dezember 2010 finde sich ein stabiles kognitives Leistungs
profil auf tiefem Niveau, bei leicht verbesserter affektiver Symptomatik im klinischen Ein
druck. Ein Vergleich zur letzten neuropsychologischen Untersu
chung vom 6. März 2015 in der
B._
sei anhand der damals angeblich nicht verwertbaren Ergebnisse nicht möglich beziehungsweise nicht sinnvoll
(S. 4 f.)
.
Abschliessend
gaben die berichtenden Fachleute an, aus neurologischer Sicht sähen sie die Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt unverändert als nicht gegeben an (S. 5).
3.8
Am
1. November 2015 nahm Prof. Dr. phil.
I._
, Abteilungsleiter Neuropsy
chologie
D._
, der den Bericht über die neuropsychologische Untersuchung vom 6. Oktober 2015 (E. 3.
7
) visiert hatte, zu der in der
B._
erfolgten neuro
psychologischen Untersuchung Stellung
(Urk. 15/102/6-7)
.
Einerseits stellte er die Vollständigkeit der Untersuchung in Frage, weil eine eigentliche Testung angesichts der Sprachbarriere und der nicht europäischen Abstammung der Beschwerdeführerin offenbar nicht durchführbar oder auswertbar gewesen sei. Andererseits wies er auf Fehler beziehungsweise Mängel des Berichts hin
. So sei es im vorliegenden Fall neuropsychologisch nicht sinnvoll, die beobachtete Ver
langsamung generell einem tiefen Bildungsstand zuzuschreiben. In der Unter
suchung vom 6. Oktober 2015 sei
für einige temporelevante Aufgaben eine Verlangsamung gefunden worden, für andere aber nicht. Weiter gehe aus dem Gutachten der
B._
nicht hervor, inwieweit bei der Anzweiflung der Mit
arbeitsbereitschaft zwischen Kooperationsbereitschaft und Kooperationsfähig
keit
unterschieden worden sei. Schliesslich l
asse
das Fehlen jeglicher Symptom
vali
die
rungsverfahren vermuten, dass die im Gutachten angegebene Beurteilung nicht auf testpsychologischer Grundlage, sondern auf dem Eindruck der Unter
sucherin im Rahmen eines Übersetzer-vermittelten Gesprächs mit der Versi
cher
ten beruht habe
.
3.9
Dr.
C._
nannte in ihrem Gutachten vom 31. Oktober 2018 (Urk. 21) als Diag
nose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine
schizophreniforme
Psychose (ICD-10 F20.8) sowie als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit Canna
bis
konsum, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F12.1), Probleme mit der pri
mären Bezugsgruppe, Familienzerrüttung (ICD-10 Z63.5) und eine HIV-Infek
tio
n mit Erstdiagnose im Jahr 1998 (S. 37).
Dr.
C._
führte dazu aus,
es
ergebe sich das klare und letztlich wider
spruchs
freie Bild eines Menschen, dessen Zustand geprägt sei von zeitübergreifender Störung des Denkens, der Zielstrebigkeit, affektiver Veränderung mit Verfla
chung der Affektivität bei gleichzeitiger Kritiklosigkeit, inadäquatem Verhalten und äusserem Auftreten, Vernachlässigung sozialer Verpflichtungen und Selbst
f
ürsorge sowie intermittierenden Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Damit
seien die Diagnosekriterien einer
schizophreniformen
Psychose erfüllt. Aus Gründen dieses Störungsbildes vernachlässige die Beschwerdeführerin zeitüber
greifend soziale, berufliche und gesundheitsrelevante Aspekte des Lebens. Die Kernsymptome seien seit Jahren die Störung des Denkens und der Affektivität, sowie ein Verlust der zielstrebigen Selbststeuerung, die dem Selbsterhalt dien
lich ist. Damit weise die
schizophreniforme
Psychose die Charakteristika einer
hebephrenen
oder desintegrativen Schizophrenie auf, die aber aus formalen Grün
den nicht diagnostiziert werden dürfe
(S. 37)
.
Weiter berichtete Dr.
C._
, bei ausschliesslicher Betrachtung der sympto
matischen Krankheitsentwicklung über die letzten aktenkundigen acht Jahre sei ein dauerhafter und über die Jahre sogar leicht akzentuierter Zustand von Vernachlässigung der vital wichtigen Selbstfürsorge, ein Verlust der zielge
rich
teten Selbststeuerung mit aktiver Planung des materiellen und persönlichen Fort
kommens und Verlust des formal und inhaltlich geordneten Denkens - eine Voraussetzung für die Erledigung der eigenen administrativen Verpflichtungen - feststellbar. Die bereits im
B._
Gutachten dokumentierte Wahnhaftigkeit sei auch anlässlich der aktuellen Untersuchung wieder als
floride
zu erkennen gewesen. Die Wahndynamik sei aber so moderat, dass die Beschwerdeführerin ihr Wahnerleben erst auf Nachfrage preisgebe und nicht bereits spontan kund
tue, wie dies bei aktiverer Wahndynamik zu erwarten wäre. Bei gleichzeitig inadäquatem Affekt mit verflachten und/oder vergröberten Affekten, der die Grundlage des ans kritiklose grenzenden Eingehens von Beziehungen darstelle, bestehe an der Diagnose einer
hebephrenen
Schizophrenie im Prinzip wenig Zweifel
. V
or dem Hintergrund der seit Jahrzehnten bekannten HIV-Infektion, deren zerebrale Mitbeteiligung in der Gestalt eines HAND, einer organischen
Ursache der Psychose, nicht vollständig ausgeschlossen werden könne, dürfe eine
desintegrative oder
hebephrene
Schizophrenie nach ICD-10 aus formalen Grün
den nicht diagnostiziert werden, auch wenn die symptomatischen Diagnose
kriterien erfüllt seien
(S. 3
7 f.
).
Ferner stellte Dr.
C._
fest
, die Beschwerdeführerin
habe
als zentralen auf
fälligen kognitiven Befund ein massiv aufgelockertes Zeitraster
gezeigt.
Jahres
zahlen, zeitliche Abläufe und logische Abfolgen entlang
der Lebensachse
seien
von ihr
immer wieder durcheinandergebracht
worden
. Die
Gedächtnisleistung
s
ei
auch immer wieder auffällig aus
gefallen
, streckenweise
hätten
die
eigen
anam
nestischen Angaben geradezu
konfabulatorisch
gewirkt
(z.B. aktuell den [erwach
senen
, sic!
]
Kindern in der Pause beim Spielen zusehen).
Anderorts
sei
spür- und sichtbar
gewesen, dass sie
eine Frage als unangenehm erlebte, was sie zum Schweigen und Abwenden des Gesichts
bewegt habe
(
dieses Verhalten
habe
sie
als kulturell bedingter Versuch einer Asiatin
,
einer
unangenehmen Frage aus
weichen zu wollen ohne die fragende Person mit einer
ausgesprochenen Ver
weigerung zu brüskieren
,
interpretiert
)
.
Die Beschwerdeführerin sei
gegenüber ihren für
sie
offensichtlichen Widersprüche
n
in ihren Angaben
kritiklos. Die Zuordnung des Symptoms der Kritiklosigkeit
sei
bezüglich Ursache sowohl zu
einer orga
nischen Beeinträchtigung der Hirn
leistung, als auch zur
schizo
phre
ni
formen
Störung
möglich
(S. 39)
.
Dr.
C._
führte weiter aus
, es sei aufgrund der Kommunikationsein
schrän
kungen weder zulässig
,
eine verminderte, noch eine normale Intelligenz zu
diag
nostizieren. Eine Minderintelligenz
könne
weder belegt noch ausge
schlossen
werden (S. 40).
Eine depressive Grundstimmung habe nicht festgestellt werden können. Auch hätten keine Hinweise auf eine eigenständige Angsterkrankung gefunden werden können. Die Diagnose einer dissozialen Persönlichkeitsstörung sei nicht zu stellen. Eine eingehende Klärung des betriebenen
Cannabiskon
sumes
sei leider nicht möglich
gewesen. Die Schlussfolgerung hingegen, dass sämtliche psychischen Probleme und Befunde dem Konsum von Cannabis ge
schuldet seien, sei nicht zulässig. Zu massiv sei die Befundlage, welche die
schizophreniforme
Psychose begründe, als dass sie allein durch Cannabis
kon
sum versursacht sein könnte (S. 41).
Zur Konsistenz erklärte Dr.
C._
, einerseits beklage die Beschwerdeführerin
kaum Beschwerden, andererseits zeige sie sehr ausgeprägte Krankheits
symp
tome
,
deren sie sich offensichtlich nicht gewahr
sei
.
Trotz der Buntheit der Krank
heits
symptome hätten sich mehrere objektive Kernsymptome herausarbeiten lassen (zer
fahrenes Denken, Veränderung der Affektivität, Wahnhaftigkeit, Antriebs
störung, Verlust der übergeordneten Selbststeuerung, Störung des Zeitrasters), die eine Einschätzung ermöglichten. Die chaotische Anamneseerhebung mit fehlerhaften Angaben selbst zu überlernten Jahreszahlen und Inhalten, die bei ober
flächlicher Betrachtung leicht als nicht-authentische Symptomenprä
sen
ta
tion hätten verkannt werden können, hätten sich nach längerer Exploration und Studium der Akten als konstanter schwerwiegender Befund erwiesen. Das letzt
lich
unkooperative
und potentiell selbstschädigende Verhalten decke sich mit dem ebenfalls stark selbstschädigenden Verhalten durch die fehlende Inan
spruch
nahme der antiretroviralen Therapie im Zusammenhang mit ihrer er
wor
be
nen Immunschwäche. Es hand
le sich beim Verhalten der Beschwerdeführerin um ein aus psychischen Gründen krankheitsbedingtes selbstschädigendes Ver
hal
ten, welches mit der gestellten Diagnose einer
schizophreniformen
Psy
chose mühelos erklärbar sei. Das
über praktisch alle Lebensbereiche konstante tiefe Leistungsniveau stütze die Einschätzung, dass bei der Symptomenpräsentation keine Diskrepanzen vorlägen (S. 42).
Hinsichtlich einer Prognose führte Dr.
C._
aus, im Fall der Beschwer
de
führerin liege bereits ein chronischer Zustand vor. Psychosen
hebephrener
oder desintegrativer Ausprägung, wie sie bei ihr festgestellt worden seien, hätten unter den Psychosen die ungünstigste Prognose (S. 45).
Zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
führte
Dr.
C._
a
us
, diese sei aus
Gründen gesundheitlicher Einschränkungen seitens der Psyche zu 100 % arbeit
s
unfähig. Es lägen gesundheitlich begründete Einschränkungen arbeitsrelevanter psychischer Funktionen vor, die teilweise erheblichen Grades seien
(S. 46)
.
Das psychische Leiden habe es ihr mindestens seit 20
10 nicht erlaubt, eine Arbeits
fähigkeit umzusetzen. Auch wenn die Diagnose erst jetzt gestellt worden sei, so seien die Befundbeschreibungen und Probleme aus der Vergangenheit im Wes
ent
lichen übereinstimmend mit dem aktuellen Befund und den aktuellen Defi
ziten (S. 48).
Überdies setzte sich Dr.
C._
unter anderem mit dem
B._
-Gutachten auseinander und führte diesbezüglich
aus, die Widersprüche im Gutachten seien zahlreich. Nicht
nachvollziehbar sei die fehlende diagnostische Würdigung der
paranoiden Symptomangabe der Beschwerdeführerin.
I
m Gutachten fehlende Aus
einandersetzung mit offensichtlich pathologischen Befunden und
die konse
quente Bereitschaft
,
Angaben von einem hohen Funktionsniveau im Alltag durch die
Beschwerdeführerin
als bare Münze zu nehmen,
werfe
die Frage auf, ob hier überhaupt ergebnisoffen
begutachtet
worden sei (S. 49 f.)
.
4.
4.1
Die
allgemeininternistischen
und
neurologischen
Teilgutachten von
med.
pract
.
J._
und Dr.
K._
vom
B._
(E. 3.5
) beruhen auf den erforderlichen Untersuchungen, sind für die streitigen Belange umfassend und wurden in
Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den fallrelevanten
Vorakten
erstellt
. Die Gutachter legten die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar, be
ur
teilten die medizinische Situation überzeugend und setzten sich mit den ge
klagten Beschwerden und dem Verhalten
der Be
schwerdeführer
in
auseinander.
Med.
pract
.
J._
zeigte
-
gestützt auf ihre klinische Untersuchung sowie die erhobenen Laborwerte
-
schlüssig auf, dass der erhobene Befund ohne An
halt für eine namhafte internistische Gesundheitsstörung ist
.
Die durchge
mach
ten Hepatitis-A/B-Infektionen sind ausgeheilt und Anzeichen für eine aktive AIDS-Erkrankung bei belegter HIV-Positivität fehlen (vgl. Urk. 8/80 S. 16).
Dies steht in Einklang mit
den
vorliegenden Akten. Namentlich wurde im Bericht der Klink
F._
des
D._
vom 23.
März 2013 (E. 3.2
; vgl. auch E. 3.3
) darauf hingewiesen, dass aus
infektiologischer
Sicht keine Arbeitsunfähigkeit beste
ht
.
Ebenso
legte
Dr.
K._
plausibel
dar
, dass aus neurologischer Sicht keine Arbeits
unfähigkeit vorliegt.
Insbesondere
zeigte er
auf, dass der Befund keinen Anhalt für namhafte
nervale
Läsionen ergab, kein Hinweis auf eine HIV-Enze
phalopathie
bestand
und eine kognitive Störung nicht objektiviert werden konnte
. Das im Rahmen der
B._
-Begutachtung durchgeführte zerebrale MRI zeigte
auch
keine namhaften Strukturauffälligkeiten, insbesondere keine Läsion im Hippocampus (Urk. 8/80 S. 22
; vgl. auch E. 3.6
).
Die Gutachter gelangten
sodann zum ausfü
hrlich begründeten und nachvoll
zieh
baren Schluss, dass
die
Beschwerdeführer
in
sowohl
aus
allgemeininter
nisti
scher als auch aus neurologischer
Sicht in angestammte
r und angepasster
Tätigkeit arbeitsfähig ist.
Eine organische Ursache für die kognitiven Einschrän
kungen konnte nicht nachgewiesen werden. Was die zahlreichen neuropsy
cho
lo
gischen Untersuchungen angeht
– und aufgrund welcher Arbeitsunfähigkeiten ausgewiese
n wurden (vgl. E. 3.1 und E. 3.7
) -
ist auf den Umstand hinzuweisen, dass
es sich bei
der Neuropsychologie um eine Hilfswissenschaft
handelt
, die letztendlich die Ätiologie und die invalidisierende Wirkung einer gefundenen Pathologie nich
t für sich alleine beurteilen kann
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_444/2015 vom 14. Oktober 2015 E. 4.4)
. Zwischen psychologischen Proble
men und neuropsychologischen kognitiven Leistungen können Wechsel
be
zieh
ungen bestehen. Bei auffälligen Testwerten kann deshalb nicht ohne weiteres auf
eine traumatisch bedingte organische
Folge geschlossen werden.
D
ie Ursache der kognitiven Beeinträchtigungen kann auch psychisch bedingt sein.
Bildge
ben
d
konnte keine organische Hirnschädigung nachgewiesen werden
. E
benso wenig
wurde eine
neuronale Schädigung
nachgewiesen
(vgl. E. 3.5-6).
Die
allgemeininternistischen und neurologischen
Teilgu
t
achten
von
med.
pract
.
J._
und Dr.
K._
entsprechen
damit den rechtsprechungsgemässen An
for
derungen an eine beweiskräftige medizinisc
he Entscheidungsgrundlage (E.
1.5).
Dies
e
wurden
von den Parteien denn auch nicht bestritten. Auf die Teilgutachten ist damit abzustellen.
4.2
4.2.1
Das psychiatrische Gutachten von Dr.
C._
vom 31. Oktober 2018 (E. 3.9
) beruht auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen – was bei einer psychiatrischen klinischen
Untersuchung eine Anamneseerhebung (
biographisch
Urk. 21
S. 26 f., beruflich S. 27 f., gesundheitlich S. 28 f., sozial S. 29, Noxen S. 29 f.
,
Behandlung
S.
30
und Fremdauskünfte S. 31
), Symptomerfassung un
d Verhaltensbeobachtung (vgl. S. 33-35
; sowie Laboruntersuchung S. 8
) umfasst (vgl. Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_47/2016 vom 15.
Mä
rz 2016 E.
3.2.2) -
wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet (S
. 8
-
25
und
S.
49 f.
),
berücksichtigt
die geklagten Be
schwerden (
S. 32
) und
setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten
der
B
eschwerdeführerin
auseinander (S. 37-42
).
Dr.
C._
hat die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und
ihre
Schlussfolge
rung nachvollziehbar begründet.
Sie
zeigte schlüssig auf
,
dass
die Beschwerdeführerin
bei eindeutig erhobenem Befund
wegen der
schizophrenieformen
Psychose
durch die Störung des for
malen Denkens in Auffassung
,
Einschätzung von Sachverhalten und Personen sowie in ihrer Ausdrucksfähigkeit massiv
und ihre
motivationale
Leistungs
fähigkeit durch den Verlust der Zielstrebigkeit und des Antriebs erheblich
ein
geschränkt ist
.
Ebenso legte
sie
plausibel
dar, dass d
ie Interaktionsfähigkeit und die Gesellschaftsfähigkeit
der Beschwerdeführer
in
durch den abgeflachten und vergröberten Affekt und das inadäquate äussere Erscheinungsbild
zusätzlich
eingeschränkt
sind sowie
dass
ihr
massiv aufgelockerte
s
Zeitraster im Alltag einer Störung des Gedächtnisses gleich
kommt
.
Weiter
begründete
Dr.
C._
überzeugend
, dass
die Beschwerdeführerin
a
us fehlender Zielstrebigkeit, welche mitunter auch die kurzfristige Selbststeuerung verunmöglicht, in höherem
Masse unzuverlässig und auf der Handlungsebene unberechenbar
ist.
Ferner
zeigte
sie
nachvollziehbar
auf, dass
das psychotische Erleben (Wahnhaftigkeit und Halluzinationen) und die Denkstörungen
der
willentlichen Selbststeuerung der
ungestörten Handlungsplanung und –
ausführung
zuwiderlaufen
und somit in der Gesamtschau der Einschränkungen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor
liegt (
vgl. S. 46
).
Die
klinische Untersuchung untermauerte
Dr.
C._
zudem
mit einem MINI-ICF-APP-Test, d
essen Ergebnisse sich mit
der
klinischen
Unter
suchung deckten
(S. 46-48)
.
Damit
entspricht die Expertise von Dr.
C._
den bundesgerichtlichen Vor
gaben an ein beweiskräftiges Gutachten (
E. 1.5
).
4.2.2
Im gleichen Sinne waren auch die Ärzte der Klinik
E._
des
D._
im Dezember 2010 und im Oktober 2015 (E. 3.1 und E. 3.7) sowie der psychia
tri
sche Teilgutachter des
A._
im Jahr 2013 von einer vollumfänglichen Arbeits
unfähigkeit der Beschwerdeführerin ausgegangen.
4.2.3
Einzig die neuropsychologischen und psychiatrischen
B._
-Gutachter gelang
ten zu einem anderen Ergebnis
und sahen die Beschwerdeführerin
als
zu 100%ig arbeitsfähig an
. Deren Einschätzungen vermö
gen jedoch nicht zu über
zeugen.
So liegt der neuropsychologischen
Expertise
der
B._
im Gegensatz zu
m
Gut
achten
von Dr.
C._
oder
dem Bericht
der Klinik
E._
des
D._
keine neuropsychologische Testung zu Grunde. Die neuro
psycho
logische Unter
suchung der
B._
beruht einzig auf den subjektiven Angaben der Beschwer
deführerin
. Widersprüche in Angaben wurden jedoch keine Beachtung ge
schenkt respektive
wurde diesen
nicht nachgegangen
. Eine Auseinandersetzung mit
den
früheren
,
eindeutig schlechteren Resultaten
den
neuro
psycho
logischen
Untersuchungen
in
der
Klinik
E._
des
D._
wurde nicht vorge
nommen (
vgl.
Urk. 8/80
S. 29-33; vgl. dazu auch die Kritik von Prof. Dr. phil.
I._
E. 3.
8
).
Ebenso wenig vermag das psychiatrische Teilgutachten der
B._
das Ge
richts
gutachten in Frage zu stellen
.
D
as Teilgutachten
erscheint
in sich
nicht stimmig und offensichtliche Widersprüche werden nicht aufgeklärt sowie Dis
krepanzen in
den
Angaben der Beschwerdeführerin gegenüber den verschie
de
nen Teilgutachtern nicht diskutiert. Beispielsweise wird in der Befunderhebung unter
dem Titel
Befürchtungen und Zwänge angegeben, es lägen keine Ängste oder Befürchtungen vor, jedoch wird in der Beurteilung
aufgeführt
, dass sich
ungerichtete
Ängste und Befürchtungen erfragen liessen, welche paranoid anmuteten (vgl. Urk. 8/80 S. 27 unten, S. 28 f.).
Eb
enfalls
wird in der Befund
erhebung angegeben, ein wahnhaftes Geschehen lasse sich nicht sicher her
aus
arbeiten, wogeg
en in der Beurteilung an
geführt wird, dass sich die Be
schwer
deführerin vor Leuten verstecke, weil sie Angst habe, dass sie gegen sie seien oder es mit ihr nicht gut meinten und die Beschwerdeführer
in
angegeben habe «da spricht immer jem
and» (vgl. Urk. 8/80 S. 28 oben und
S. 29). An einer nach
vollziehbaren Erklärung oder einem Erklärungsversuch für die ange
spro
che
nen Ängste, paranoiden Züge, ausweichenden, inkohärenten und zum Teil wirr anmutenden Angaben und Antworten der Beschwerdeführerin
gegenüber allen
B._
-Gutachtern mangelt es im psychiatrischen Teilgutachten ebenso wie an einer Auseinandersetzung mit dem psychiatrischen Teilgutachten des
A._
oder den eindeutigen neuropsychologischen Erhebungen durch die Klinik
E._
des
D._
(vgl. Urk. 8/80 S. 23-29).
4.2.4
Nach dem Gesagten
kann auf
das Gutachten von Dr.
C._
abgestellt werden
. Dieses wurde im Übrigen
auch von den Parteien nicht in Frage gestellt (vgl. Urk.
24
-
25
und
Urk.
29
-30
)
.
4.
3
4.3
.1
Aus somatischer Sicht bestehen bei der Beschwerdeführerin
keine mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesene
Einschränkungen ihrer Leistungsfähi
gkeit (vgl. E
.
4.1).
4.3
.2
Aus psychiatrischer Sicht ist die Beschwerdeführe
rin aufgrund ihrer
schizo
phre
ni
formen
Psychose seit mindestens dem Jahr 2010 in jeglicher Tä
tigkeit zu 100 % arbeitsunfähig
.
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht jedoch, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 14
1 V 281 zu
unterziehen sind (E. 6 und E.
7). Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundes
gerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Das Bundes
gericht hat das struktu
rierte Beweisve
rfahren anhand von Standar
d
indi
katoren wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komple
x «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Nachfolgend ist daher eine Prüfung der funktionellen Auswirkungen der psy
chi
schen Leiden der
Beschwer
deführerin
anhand des strukturierten Beweisver
fahrens vorzunehmen.
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung»
ergibt sich, dass
d
ie Beschwerde
füh
rerin
unter ein
er
chronifizierten
schizophrenen
Psychose
hebephrener
oder desin
te
grativer Ausprägung
mit zahlreichen massiven krankheitsbedingten schweren
Beeinträchtigungen
leidet
(vgl.
E. 3.9
, E. 4.2.1 und
Urk.
21 S
.
45-48
). Betref
fend
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
ergibt sich aus dem Gut
achten von Dr.
C._
, dass
es der Beschwerdeführerin krankheits
be
dingt an Krank
heitseinsicht mangelt
. Eine
psychiatrische Behandlung erfolgte
bis anhin nicht
, wobei von einer solchen
auch kein
e Zustandsverbesserung erwartet
wer
den dürfte, welche das Wiedererlangen einer ganzen oder teil
weisen
Arbeits
fähig
keit wahrscheinlich
machen würde
(vgl. Urk.
21
S.
44
).
Ein
gliederungsver
suche wurden bis anhin nicht unternommen
.
Komorbiditäten be
stehen
bezüg
lich
der
sich nicht auf
die
Arbeitsfähigkeit auswirkenden Erkran
kungen
(
insbeson
der
e
der
HIV-Infektion)
.
Hinsichtlich des
Komplex
es
der «Persönlichkeit» ist zu bemerken, dass
die
Be
schwerdeführer
in
unter einer
chronifizierten
schiz
ophrenen
Psychose
leidet. Dies
e
äussert sich
unter anderem
durch
Störung des formalen Denkens, der motiva
tio
nalen Leistungsfähigkeit, den abgeflachten und vergröberten Affekt und Denk
störungen der willentlichen Selbststeuerung
(vgl.
E.
4.2.1
). Damit liegt ein strukturelles Defizit im Sinne einer eigentlichen Persönlichkeitsproblematik vor, welches im Rahmen der Ressourcenprüfung
negativ ins Gewicht fällt.
In Bezug auf den Komplex «Sozialer Kontext» lässt sich ausführen, dass
die Beschwerdeführerin in einer Wohngemeinschaft mit einem ehemaligen Partn
er in einer 3-Zimmerwohung wohnt
, wobei dieser seit Monaten abwesend ist. Einen Partner hat sie nicht, jedoch ein paar thailändische Freundinnen. Von ihrem Ehemann, mit welchem
sie zwei 1998 und 2003 geborene
Söhne hat, lebt sie getrennt. Gemäss eigenen, jedoch widersprüchlichen Angaben, hat sie ihre Söhne zuletzt vor einem halben Jahr
oder zwei Monaten
gesehen
und pflegt mit
diesen eine
n
regelmässigen oder seltenen Kontakt (vgl. Urk. 8/8 S. 2 und Urk.
21 S. 27 und S. 29). Die Beschwerdeführerin ist zudem seit 2010 verbeiständet (vgl. Urk. 8/2). Die zwischenmenschliche
n
Beziehung
en
der Beschwerdeführerin zeigen sich durchs Band als schwierig und konfliktbeladen
(
Urk.
8/96
)
.
Damit enthält der Lebenskontext
der Beschwerdeführerin in sozialer Hinsicht
vorwie
gend
sich negativ
auf
ihre
Ressourcen auswirkende Faktoren.
Was die Kategorie «Konsistenz» anbelangt, ist zu bemerken, dass
die Beschwer
de
führerin krankheitsbedingt soziale, berufliche und gesundheitsrelevante Aspek
t
e vernachlässigt. Ihr Zimmer ist de
facto unbewohnbar. Diskrepanzen
zu allen übrigen Lebensbereichen bestehen keine (vgl. Urk. 21 S. 29, S. 37, S. 40 und S. 42).
Dies spricht
für eine massgebliche Einschränkung der Leistungsfähigke
it in sämtli
chen Lebensbereichen.
Bezüglich des behandlungs- und eingliederung
sanamnestisch ausgewiesenen Lei
densdrucks ist zu bemerken,
dass
die Beschwerdeführerin einen gewissen psy
chischen Leidensdruck verspürt, den sie aber wahnhaft erklärt und aus
schliesslich auf der Körperebene wahrnimmt. Ein psychisches Krankheitsgefühl hat sie nicht. K
rankheitsbedingt
mangelt es ihr an
einer
Krankheitseinsicht
(vgl. Urk.
21 S. 44
).
Zusammenfassend
besteht
bei gesamthafter Betrachtung über die massgeblichen Indikatoren und insbesondere mit Blick auf die gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
- in Einklang mit
Dr.
C._
s Gutachten
(vgl. E.
3
.
9
) - eine relevante Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit aufgrund der
schizophreniformen
Psychose
von
100
% in
jeglicher
Tätigkeit
seit spätestens 2010
.
5.
5.1
Umstritten ist vorliegend der Status der Beschwerdeführerin (vgl. Urk.
24 und Urk. 30
)
.
Die
Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Die Beantwortung der Status
frage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypo
thetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direk
ten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indi
zien erschloss
en werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.3 und E.
2.4).
Nach
dem die Beschwerdegegnerin die Statusqualifikation der Beschwerde
füh
rerin
zuerst offen
gela
ss
en hatte
(vgl. Urk. 8/83 S. 9), qualifizierte sie dies
e
gemäss Feststellungsblatt
vom 26.
April 2016 (Urk. 8/104 S. 2)
zunächst
selbst als voll
erwerbstätig, um aber nach erfolgter Begutachtung durch Dr.
C._
in ihrer Stellungnahme vom 7. Dezember 2018 (Urk. 24) einzuwenden, dass die Haus
halts
führung der Beschwerdeführerin nicht eingeschränkt, diese nie in rele
van
ter Weise arbeitstätig gewesen sei und im Jahr 2013 hinsichtlich einer Auf
nahme einer Arbeitstätigkeit erklärt habe, die Arbeit gefalle ihr nicht und
diese
sei als zu anstrengend empfunden worden. Darauf wand
te
die Beschwerde
füh
rerin ein, die Frage nach einer allfälligen Einschränkung im Haushalt sei gar nicht relevant. Sie habe seit ihrer Einreise in die Schweiz gearbeitet und es sei medizinisch dokumentiert, dass sie kognitiv eingeschränkt sei und folglich ihre Aussagen diesbezüglich irrelevant oder zumindest fraglich seien. Zudem lasse sich mit dem Gutachten von Dr.
C._
nicht mit überwiegender Wahrschein
lichkeit
begründen, dass k
eine Einschränkung im Haushalt
bestehe (Urk. 30)
.
Die Beschwerdeführerin hat keine Pflege oder Betreuung von Angehörigen mehr zu übernehmen (ihre Söhne leben
beim
Vater)
.
I
hre
wohl
krankheitsbedingt gescheiterten Arbeitsversuche und der Umstand, dass sie früher
wohl
auch tat
sächlich
in verschiedenen Tätigkeiten
arbeitete
,
sowie
die Tatsache, da
ss sie in keiner sie finanziell
unterstützenden Partnerschaft mehr lebt
und einzig
mit
einem Einkommen der Sozialhilfe
auskommen muss
(vgl. Urk. 8/57/24-30 S. 3
f., Urk. 8/80 S. 26, Urk. 8/96 S. 1 und S. 3,
Urk. 21 S.
29
)
, lassen
nur
darauf schliessen, dass die
Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit einer
vollen
Erwerbstätigkeit
nachgehen würde.
Selbst wenn jedoch von einem Haushaltsanteil ausgegangen würde, wäre dieser
genauso
durch das psychische Leiden beeinträchtigt. Aus dem Gutachten von Dr.
C._
lässt sich nichts
a
nderes
ableiten. Vielmehr strich diese die gleich
mässige Einschränkung in allen Lebensbereichen heraus. So wies sie beispiels
weise explizit daraufhin, dass
sie beim Z
w
eitgespräch in der Wohnung der Be
schwerdeführerin feststellen musst
e
, dass deren Zimmer völlig unordentlich und de facto
unbewohnbar
war (Urk. 21 S. 40)
.
Darüber hinaus
ist
die Beschwer
deführerin
Verbeiständet
(vgl. Urk. 8/2).
5.2
Bei dieser
Akten
lage erübrigt sich eine eingehende Überprüfung der
Ver
gleichs
einkommen
, da feststeht, dass die Beschwerdeführerin mindestens seit 2010 in jeglicher Tätigkeit zu 100 % eingeschränkt war und immer noch ist,
so
dass
nach verspäteter Anmeldung und abg
elaufener Karenzfrist g
emäss Art.
28 in Verbindung mit Art. 29 Abs.
1
und Abs. 3
IVG nach i
m
März
2012
(Urk. 8/8)
eingegangen
er Anmeldung ab 1. September 2012 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente bei
einem Invaliditätsgrad von 100 % besteht
.
Die Beschwerde ist
folglich
gutzuheissen.
6
.
6
.1
Bei diesem Ergebnis erweist sich das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Prozessführung als gegenstandslos.
6.2
Im vorliegenden Verfahren geht es um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen, weshalb das Verfahren kostenpflichtig ist. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und
auf Fr. 1’0
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie von der unterliegenden Beschwerdegegnerin zu tragen.