Decision ID: 509ca146-2e57-4187-a3d5-22d003de8351
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der
1968
geborene
X._
, Vater dreier 1991, 1993 und 1999 geborener Kinder, meldete sich
unter Hinweis auf einen Arbeitsunfall mit Datum vom 28.
Februar 2013 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (
Urk.
7
/2). Die IV-Stelle tätigte beruflich-erwerbliche Abklärungen und zog die Akten der Unfallversicherung bei (
Urk.
7
/9/1-111
,
Urk.
7
/1
3/1-162,
Urk.
7/1
8/1-183,
Urk.
7
/27/1-207,
Urk.
7
/29/1-6
,
Urk.
7/52,
Urk.
7/53/1-4,
Urk.
7/70
/1-7
).
Nachdem die IV-Stelle die Voraussetzungen für die
Zusprache
berufliche
r
M
assnahmen
2014 aus gesundheitlichen Gründen
zunächst
verneinte
(
vgl. Mitteilung vom 3
0.
Oktober 2014
,
Urk.
7
/24)
, erteilte sie dem Versicherten im März 2016
Kostengutsprache für eine Arbeitsvermittlung (
vgl. Mitteilung vom
8.
März 2016,
Urk.
7
/35
).
B
ei gescheiterten
Wiedereingliederungsversuchen
schloss
die IV-Stelle
ihre
Bemühungen in Sac
hen berufliche Eingliederung
Ende
2016 ab (
vgl. Mitteilung vom
5.
Dezember 2016,
Urk.
7
/55
,
vgl. auch
Urk.
7/45 und
Urk.
7/54
) und tätigte i
m Hinblick auf die Rentenprüfung weitere Abklärungen.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7
/79,
Urk.
7
/8
3
) sprach sie de
m Versicherten mit Verfügung vom
4.
Dezember 201
8 eine
vom
1.
August 2013 bis 3
0.
Novem
ber
2015 befristete ganze Rente zu
, zuzüglich einer akzessorischen Kinderrente
(Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
3.
Januar 2019 Beschwerde und beantragte, es sei ihm in Abänderung der angefochtenen Verfügung vom
4.
Dezember 2018
vom
1.
August 2013 bis 3
1.
August 2016 eine ganze und ab dem 1. September 2016
eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort
vom
1
2.
Februar 2019 schloss die IV-Stelle auf Abw
eisung der Beschwerde (Urk.
6),
was dem Beschwerdeführer am 1
9.
Februar 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht
zieh

Considerations:
t in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder
Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich
kei
ten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti
gen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a der Verordnung über die Invali
den
versicherung, IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1).
Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, oder eine Verminderung der Hilf
losigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu be
rücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere
Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wes
entliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiter
hin andauern wird.
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Leistungs
anpassung in der Regel erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der Änderung vorzunehmen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5.3; vgl. ZAK 1984 S. 134; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_32/2015 vom 10. September 2015 E. 4.1 und I 583/05 vom 15. März 2006 E. 2.3.2 ̧ je mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor-
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Den RAD-Berichten, die zu den so
ge
nannten versicherungsinternen Beurteilungen gehören, kann
Beweiswert beige
messen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet so
wie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung erwog die Beschwerdegegnerin,
die medizini
schen Abkl
ärungen hätten ergeben, dass der
Beschwerdeführer
seit dem Arbeits
unfall vom 2
9.
August 2012 in seiner
angestammte
n
Tätigkeit als Dachdecker nicht mehr
arbeitsfähig
sei. Demgegenüber sei
ihm
gestützt auf die krei
särztliche Untersuchung vom 1
1.
August 2015
eine angepasste
Verweistätigkeit zu 100
%
zuzumuten
.
Aus dem Einkommensvergleich resultiere
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 35
%
.
Damit
habe der Beschwerdeführer Anspruch
auf eine vom
1.
August 2013 bis
3
1.
November 2015 befristete Rente (
Urk.
2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein, nach der kreisärztlichen Beurteilung vom 1
1.
August 2015 sei
er
bis Ende Mai 2016
erneut zu 100
%
arbeitsunfähig
ge
wesen
. Damit habe er (der Beschwerdeführer)
bis und mit 3
1.
August 2016
Anspruch auf eine ganze Rente
.
Sodann
sei
die kreisärztliche Arbeits
fähigkeits
beurteilung unter Ausschluss der nicht unfallbedingten Gesundheitsschäden
er
folgt. Es
sei
daher
gestützt auf die Ergebnisse
der beruflichen Abklärung sowie
Beurteilung der Klinik
Y._
ab dem 1.
September 2016
von einer 50%igen
resp. zumindest 30%igen
Arbeits
un
fähigkeit auszugehen.
Sodann sei das
Vali
den
einkommen
nicht aufgrund des IK-Auszugs zu ermitteln. Vielmehr sei unter Berücksichtigung eines Bonus 2016 von einem Jahreseinkommen in der Höhe von
Fr.
95'937.33 auszugehen. Damit resultiere aus dem Einkommensvergleich ein
IV-Grad von
65
%
resp. 61 %, womit ab dem
1.
September 2016
ein
Anspruch
auf eine
Dreiviertelsrente
bestehe
(
Urk.
1).
3.
3.1
Zum medizinischen Sachverhalt bis zur kreisärztlichen Unters
uchung
von Dr.
Z._
, Facharzt für Chirurgie FMH,
vom 11. August 2015 ist im Wesent
lichen
au
f die Zusammenfassung im
selbent
ags
erstellten Untersuchungsbericht
zu verweisen
(
Urk.
7/29/1-3).
Zu ergänz
en bleibt ein
z
ig, dass seit dem 2
9.
August 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestand (
Urk.
7/9/10 ff.,
Urk.
7/9/76 ff.,
Urk.
7/9/93,
Urk.
7/9/104,
Urk.
7/13/33,
Urk.
7/13/69,
Urk.
7/27/12).
Im Untersu
chungsbericht vom 11. August 2015
hielt
Dr.
Z._
sodann
folgende Diagnose fest
(
Urk.
7/29/5):
-
Status nach Leitersturz am 2
9.
August 2010
[recte: 2012]
mit
-
anteri
ore
r
Schulterl
uxation
-
leicht di
sl
ozi
erter
Fra
ktur des
Processus
coracoldeus
-
Ruptur der
Supraspi
natusse
hne
, der
Infraspi
natussehne
und der
Sub
sca
pu
larissehne
links und Supra- und
In
fraspinatussehnenruptur
rechts
-
Reposi
ti
on der linken Schulter am 2
9.
August 2012 und Schulter
arthroskopie,
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
(SSP, SSC und ISP)
-
Bizepstenotomi
e
un
d
Acromi
oplasti
k
rechts am
1
8.
Januar
2013
-
Schul
terarthroskopie,
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
(SSC SSP, ISP),
Bizepstenotomie
links am 1
9.
April
2013
-
Sc
hulterarthroskopie, Ankerentfer
nung und
arthroskopisch
assistierter
L
atissimus
dorsi
Transfer rechts
am 0
3.
Dezember
2013
-
Schulterarthroskopie, Entfernung ei
nes ausgerissenen Ankers an der rechten Schulter
am 1
6.
Mai
2014
Subjektiv persistier
t
en Bewegungsei
nsc
hränkungen und Schmerzen vor allem bei Wetterwech
sel rechts mehr als links,
ein Druckgefühl und Brennen i
n der
Schulter rechts mehr als links sowie rezidivie
rend
e nächtliche Blockaden i
n der rechten Schulter. Objektiv
zeigten sich deutliche Bewegungsei
nschränkungen beider Schul
ter
gelenke
, rechts
mehr als links, und eine muskuläre Hypotrophi
e, vor allem im
Infraspinatusb
ereich
rechtsseitig. Es sei
nicht zu erwarten,
dass durch weitere medizinische
Massnahmen
eine wesentliche Bes
serung eintreten
werde.
Die bisherige Tätigkeit als Dachdecker
sei dem Beschwerdeführer
nicht
mehr
zu
zu
muten
. Demgegenüber bestehe für
körperlich leichte bis höchstens mittel
schwere
Tätigkeiten, unter Schulterniveau mit
Heben
und Tragen von Lasten lediglich kör
pernah und nic
ht körperfern, ohne kräftige axi
ale Zug- oder
Stoss
bewe
gungen, ohne repe
t
i
t
ive Rotati
onsbewegungen, ohne Tätigkeiten auf L
eitern oder Gerüsten oder in der Höhe und ohne
Schläge auf
die oberen Extremitäten und Vibrationen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/29
/5 f.
).
3.2
Dem Operationsbericht
der Uni
versitäts
klinik
Y._
vom
2.
Februar 2016 zufolge habe der Beschwerdeführer
ein
seit bald einem
Jahr progredientes schmerzhaftes Einschlafgefühl des Ring- und Kleinfingers rechts
beklagt
, wobei klinisch und elektrophysiologisch
eine Kompressionsneuropathie des
Nervus
ulnaris
im
Sulkus
rechts
, ohne motorische Ausfälle
,
bestehe
.
Daraus
ergab sich die Indikation zur
endoskopische
n Dekompression vom
2.
Februar 2016
(
Urk.
3/4).
3.3
Mit Schreiben zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 7. Juni
2017
hielt
die beur
teilende Assistenzärztin
des
Y._
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
7/64/1):
-
Dekompensierte
Schulter mit
Dropping
sign
rechts mit/bei
-
S
tatus nach
Schulterarthroskopie und Entfernung eines ausgerissenen
Ankers Schulter rechts am 1
6.
Mai
2014
-
Status nach
Schulterarthroskopie,
Osteosynthesematerial
-Entfernung (Anker) und
arthroskopisch
-assistiertem
Latissimus
dorsi
-Transfer (1 Superquick-Anker, 1 Storz-
Anker) rechts am 0
3.
Dezember
2013
-
Status nach
irreparabler
Rotatorenmanschetten
-Ruptur (
Infraspinatus
) rechts bei St
atus nach
Schulterarthroskopie,
Rotatorenmanschetten
-Rekon
struktion (
Subscapularis
,
Supraspina
tus
und
Infraspinatus
) am 1
8.
Januar
2013 bei
Rotatorenmanschetten
-Massenruptur
(
Supraspina
tus
,
Subscapularis
,
Infraspinatus
) mit Biz
eps-Sehnenluxation rechts nach Sturz bei der Arbeit
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
notierte sie folgende
Diagnosen (
Urk.
7/64/1):
-
Sulcus
ulnaris
Syndrom rechts (dominant)
-
Status nach
endoskopische Dekompression
Nervus
ulnaris
am Ellbo
gen, Exzision
Musculus
epitroc
hleoanconeus
rechts am 0
2.
Februar 2016
-
Status nach
Schulterarthroskopie,
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion (
Subscapularis
2 Storz-Anker,
Supraspinatus
3 Storz-Anker,
Infraspinatus
1 Storz-Anker) sowie
Bicepstenotomie
links am
1
9.
April
2013
-
Dupuytren
-Strahl IV Ha
nd rechts
Aufgrund der am 2
9.
August 2012 erlittenen bilateralen Schulterluxation habe der Beschwerdeführer nach mehrfachen Operationen nach wie vor grosse Ein
schränkungen im Bereich der Schulter. Die Arbeit als Dachdecker sei aufgrund der eingeschränkten Aussenrotation rechts sowie eingeschränkter Kraft in der Abduktion beidseits nicht mehr möglich. Eine nicht schulterbelastende, rein sitz
ende oder stehende Tätigkeit, ohne Überkopfarbeiten, ohne Kauern, ohne Rota
tionsbewegungen im Sitzen/Stehen, ohne Heben und Tragen von Lasten, ohne Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten, ohne Treppensteigen
sowie wechselbelastende Tätigkeit am Computer/Telefon sei
möglich à 8 Stunden täglich, jedoch wahr
scheinlich nicht mit 100%iger Leistungsfähigkeit. Administrative Tätigkeiten
führten nach längerer Zeit zu Schmerzen
in der Schulter rechts; einzig
die Posi
tion mit hängenden Schultern sei nicht schmerzhaft (
Urk.
7/64/3 f.).
3.
4
Dem Konsiliarbericht
von
Dr.
A._
, Facharzt FMH
für Ortho
pä
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates und Sportmedizin sowie Oberarzt Schulterchirurgie,
Y._
,
vom 2
1.
Juni 2017 ist zu entnehmen, der Beschwerdeführer habe von der Trainingstherapie bezüglich der rechten Schulter profitiert.
Die Situation habe sich auf mässigem Niveau stabilisiert. Als Dachdec
ker sowie hinsichtlich jeglicher
schulterbelastenden Tätigkeiten bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Arbeiten im Büro seien zwar möglich; eine stetige Pos
i
tion sowie Arbeiten am Computer bereiteten indes Schmerzen. Einzig die hängende Position der Schulter sei schmerzfrei.
Eine klinische Verlaufs
kon
trolle erfolge planmässig in einem Jahr
(
Urk.
7/75/5f.).
3.5
Mit Bericht vom 1
1.
September 2017 hielt der seit November 2010 behandelnde Hausarzt
Dr.
B._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, keine neuen Diag
nosen fest. Als Dachdecker sei der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeits
un
fähig. Hinsichtlich Tätigkeiten mit hängenden Schultern bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 2 Stunden täglich. Büroarbeiten seien à 1-2 Stunden täglich zumutbar, dies mit längeren Pausen. In der freien Wirtschaft sei der Beschwerdeführer praktisch für immer arbeitsunfähig (
Urk.
7/75
/1 ff.
).
3.6
Im Sprechstundenbericht vom
1.
Juni 2018 zur planmässigen Vierjahresver
laufs
kontrolle der rechten Schulter
hielt
Dr.
A._
fest, es bestünden unveränderte Schulterbeschwerden mit gleichbleibendem Bewegungsradius im Vergleich zur letzten Konsultation vor einem Jahr. Mithin sei der Verlauf vier Jahre postope
rativ stabil. Aufgrund des Verlustes der Aussenrotationsfähigkeit sowie Schmer
zen in der rechten Schulter sei der Beschwerdeführer als Dachdecker nicht mehr arbeitsfähig (
Urk.
3/5).
4.
Die Be
schwerdegegnerin stützte sich in der
angefochtenen
Verfügung
in medizinischer Hinsicht auf den fachärztlich-
chirurgischen
Untersuchungsb
ericht von Dr.
Z._
vom
11. August 2015, welcher
den in der Rechtsprechung des Bun
des
gerichts entwick
elten Anforderungen (vgl. E. 1.4
) in allen Teilen genüg
end als beweiskräftig anzusehen
ist
. Zwar trifft es zu, dass die kreisärztliche Arbeits
fähigkeitsbeurteilung
naturgemäss
lediglich gestützt auf die
unfallbedingten Ge
sundheitsschäden
erging
. Allerdings
sind aufgrund der vorliegenden medizini
schen Unterlagen weder
zu jenem Zeitpunkt noch
für die Zeit danach
neue oder zusätzliche
(unfallunabhängige)
Befunde
ersichtlich
, welche das kreisärztliche Belas
tungsprofil weiter einzuschränken vermöchten.
Insbesondere schrieben die behandelnden Ärzte dem
rechts
seitigen
Sulcus
ulnaris
-Syndrom
und
Dupuytren
-
Strahl IV
übereinstimmend keinerlei Relevanz für die Arbeitsfähigkeit des Be
schwer
deführers zu; allesamt hielten sie fest, es handle sich dabei
um
Diagnose
n
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/64/1
,
Urk.
7/75/1)
. Entspre
chend
notierten
sie auch
keine
irgendwie geartete
n
Einschränkung
en
der Fein
mo
torik.
Gegenteilige Behauptungen des Beschwerdeführers
(
vgl.
Urk.
1 S. 6) sind damit
jedenfalls
medizinisch
nicht
ausgewiesen.
Auch
vermögen
– entgegen dem Beschwerdeführer (
Urk.
1
S. 5
) -
weder die
end
oskopische Dekompression vom 2.
Februar 2016
mit der
vorübergehende
n
postoperative
n
Rekonvaleszenz
noch der Umstand, d
ass die Unfallversicherung bis Ende März 2016 ein Taggeld aus
richtete
(
Urk.
3/3,
Urk.
7/70/2)
,
eine vom 1
1.
August 2015 bis Ende März 2016 durchgehende 100%ige Arbeitsunfähig
keit
zu begründen
.
Sodann
wurde
das
Schreiben
des
Y._
vom 7. Juni 2017 (
vgl. E. 3.3
) von einer Assistenzärztin verfasst und
sind
ihre Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit derart knapp und vage ausgefallen, dass darauf nicht abgestellt werden kann.
Anzumerken ist
auch
, dass Arbeiten am Computer prinzipiell schulterschonend ausgeübt werden und der Beschwerdeführer
ab Juni
2017
keine Schmerzmedikamente resp. lediglich eine Bedarfsanalgesie von 1 g
Dafalgan
benötigte (vgl.
Urk.
7/64/3
f.,
Urk.
7/75/5f.
).
Dass seither eine wesentliche Verschlechterung
eingetreten wäre
, darf mit Blick auf den
Sprechstundenbericht
zur planmässigen Vierjahresverlaufskontrolle
vom
1.
Juni 2018,
worin ein
stabil
er Verlauf festgehalten wurde
, ausgeschlossen wer
den
; zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hinsichtlich einer
angepassten Tätigkeit schwieg
sich
Dr.
A._
im Übrigen
zuletzt
aus
(
Urk.
3/5).
Auf
die im Schlussbericht der
C._
vom 21. November 2016 postulierte 50%ige
Lei
s
tungs
fähigkei
t (vgl. Urk.
7/54
)
kann bereits deshalb nicht allein abgestellt
werden, weil die Arbeitsfähigkeit nach der Rechtsprechung auf der Grundlage vo
n fachmedizinischen Stellungnahmen zu beurteilen ist (vgl. BGE 130 V 99 E. 3.2 mit Hinweisen).
Zudem
handelte es sich
bei den Bemühungen der
C._
lediglich um eine Arbeitsvermittlung und nicht um eine
konkret leistungs
orien
tierte berufliche Abklärung
(v
gl. hierzu Urteil des Bun
desge
richts 8C_48/2018 vom 27. Juni 2018 E. 4.3.1 mit Hinweisen
).
Zur Begründung der aus ihrer Sicht bestehend
en
Leistungsfähigkeit von leidglich 50
%
führten die Mitarbeiter der
C._
im Übrigen
lediglich aus
, der Beschwerdeführer sei
stark schmerz
orientiert und w
age es kaum
,
seine Schultern minimal zu belasten. Aus diesem Grund sei er skeptisch und
nur mit
grosser Vorsicht an die Jobangebote
her
angegangen
(
Urk.
7/54).
Schliesslich
entbehrt
d
as Ausmass der von
Dr.
B._
im
äusserst knapp gehaltenen
Bericht vom
1
1.
September 2017
Arbeitsunfähigkeit
jeglicher Begründung und damit Nachvollziehbarkeit
.
Vielmehr hat das Gericht der
Erfahrung
statsache Rechnung zu tragen
, dass behandelnde Ärzte mitunter im
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
Zusammenfassend ist gestützt auf den Untersuchungsbericht von Dr.
Z._
vom 11. August 2015 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
der Be
schwerdeführer seit
dem Arbeitsunfall vom 2
9.
August 2012 in seiner bisherigen Tätigkeit als Dachdecker zu 100% arbeitsunfähig ist und ihm
im Sinne einer wesentlichen Verbesserung
jedenfalls seit dem 1
1.
August 2015
eine – näher um
schriebene – Verweistätigkeit zu 100 % zu
zumuten
ist.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
glei
ch
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werb
s
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber
ge
stellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad be
stimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Die
IV-Stelle
stellte
zur Ermittlung des
Valideneinkommens
gestützt auf den IK-Auszug
auf den
Durchschnittlohn der letzten drei Jahre vor Eintritt des Gesund
heitsschadens
ab
und berücksichtigte dabei auch den
bei der
D._
AG erzielten
Nebenerwerb
(
Urk.
7/76
).
Bezüglich der das
Validenei
nkommen
erhöhenden Anre
chenbarkeit von Nebenverdiensten ist die höchstrichterliche Rechtsprechung un
ein
heitlich (vgl. Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
3.
Auflage
, Zürich/Basel/Genf 2014,
Art.
28a N 69
mit
weiteren
Hinweisen
)
.
Die Anrechenbarkeit dürfte umso fraglicher sein, wenn
mit
dem Nebenerwerb
– wie hier (vgl. 7/41)
–
ein 100%iges Arbeitspensum
über
stritten wird.
Anzumerken ist auch, dass dem
Beschwerdeführer ein Nebenerwerb arbeitsvertraglich untersagt
wurde
(vgl.
Urk.
7/14/1)
.
Da mangels sehr starker
Lohnschwankungen
(vgl. ZAK 1985 464 e
contrario
)
nichts dagegenspricht,
auf den 2011 erzielten Jahreslohn
abzustellen
,
erübrigen sich indes Weiterungen dazu
;
g
emäss IK-Auszug erzielte
der Beschwerdeführer 2011
keinen Nebenerwerb
(
Urk.
7/84
)
.
Dass
er
2011
nicht AHV-beitragspflichtige
Unfall- und/oder Krankentaggelder erhalten hätte
,
hat
d
er
Beschwerdeführer
weder
konkret geltend gemacht
geschweige denn
belegt (
Urk.
1 S.
7)
noch
ergibt sich
solches
aus dem IK-Auszug
(
Urk.
7/84
)
und
der
aktenkun
digen
Steuererklärung
2011
(
Urk.
7
/
14/4 f.).
Demgegenüber
enthält
der
im IK-Auszug ausgewiesene Jahreslohn
2011
unbestrittenermassen Bonusanteil
e
, deren Berücksichtigung bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
unter Hinweis auf die
Lohnausweise der
E._
AG
, wonach der Beschwerdeführer
lediglich in den Jahren 2010 bis 2012 und darüber hinaus unter dem Titel „
unregelmässige
Leistungen“ Bonusauszahlungen erhalten hatte (vgl.
Urteil
des
hiesigen
Ge
richt
s
UV.2017.00186
vom 29. Januar 2019 E. 5.2 [betreffend Unfallversiche
rungs
leistungen]
) sowie
auf
den Arbeitsvertrag, wonach kein vertraglicher Bonus
anspruch
bestand
(vgl.
Urk.
7/
14/1 ff.
)
, jedenfalls zumindest fraglich erscheint. Mangels Relevanz für das
Entscheidergebnis
kann vorliegend auf den Jahreslohn 2011 inkl. der darin enthaltenen Boni abgestellt werden
.
Nach Anpassung an die Nominallohnentwicklung bis
ins
massgebliche Jahr
2015
(
[20
11
]
2171
[201
5
]
2
226
; vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Landesindex der Konsumentenpreise, T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumenten
preise und der Reallöhne, 2010-
2017
, Nominallöhne Männer
)
resultiert
daraus
ein
Valideneinkommen
von rund
Fr.
92’098.-- (
Fr.
89'822.
-- :
2171 x 2226
)
.
5.3
Da der Be
schwerdeführer die ihm seit August 2015
verbliebene Restarbeits
fähig
keit nicht ausgeschöpft hat, sind für die Ermittlung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt fü
r Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) heranzuziehen (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Mit Blick auf das medizinische Belastungsprofil ist
zusammen mit der IV-Stelle
auf den Tabellenwert für
ein
fache Hilfsarbeiten (LSE 2014
, Tabelle
TAl
, TOTAL, Kompetenzniveau l, Männer) von monatlich Fr. 5’
312
.-- abzustellen.
Davon brachte die IV-Stelle leidensbe
dingt 10
%
in Abzug
, was keinerlei Anlass zur gerichtlichen Korrektur ergibt. Ins
besondere
ergeben sich mit Blick auf das medizinische Belastungsprofil keine qualitativ schwerwiegenden Einschränkungen
und ist der Beschwerdeführer in quantitativer Hinsicht nach wie vor uneingeschränkt arbeitsfähig.
Nach ständiger Rechtsprechung darf das
(kantonale) Sozialversicherungsgericht
sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht,
denn auch
nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Mithin kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden, wenn er dafürhält, es sei ihm
ein
Abzug von 20
%
zu
gewähren
(
Urk.
1 S. 7 f.).
Unter Berücksichtigung der betriebsü
blichen Arbeitszeit im Jahr 2014
von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit
nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008],
in Stunden pro Woche, 2004-2017, A-S 01-96), der
Nominallohnentwicklung für Männer bis ins massgebliche Jahr
2015 (
2222 [2014]
2226 [2015]; vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohn
index, Landesindex der Konsumentenpreise, T 39, Entwicklung der Nomi
nal
löhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2017, Nominallöhne Männer
)
sowie
eines leiden
s
bedingten Abzugs von 10
%
resultiert ein Invali
den
einkom
m
en von
rund
Fr.
59’
969
.--
(Fr. 5’
312
: 40 x 41.7 x 12
: 2220 x 2226
x 0.90
)
.
5.
4
5.4
.1
Dem Beschwerdeführer wurde für seine bisherige Tätigkeit eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit seit dem
2
9.
August 2012 attestiert
. Damit bestand für die
Dauer des Wartejahrs bis zum 29. August 2013
eine durchschnittliche Arbeits
unfähigkeit von mindestens 40 % (vgl. E. 1.5).
5.4
.2
Nach Ablauf der Wartezeit am 29. August 2013
war der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig
und hat sich am 28. Februar 2013 zum Leistungsbezug angemeldet (vgl. Urk. 7/2)
. Unter Berücksichtigung der Anmeldefrist (Art. 29 Abs. 1 IVG) hat der Beschwerdeführer somit ab dem 1.
August 2013
(Art. 29 Abs. 3 IVG) Anspruch auf eine ganze Rente.
5.4
.3
Seit
dem 1
1.
August
2015
wurde dem Beschwerdeführer eine
10
0%ige Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit attestiert. Aus der Gegenüberstellung von Validen- und
Invalideneinkommen (im Jahr 2015
) resultiert eine Erwerbseinbusse von rund Fr.
32'
129
.--
, was einen
rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von
3
4
.
9
%, gerundet 35
%, ergibt.
Da sich der angefochtene Entscheid auch hinsichtlich des Zeitpunkts der Renten
aufhebung (
vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV, E. 1.3
) als richtig erweist, ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten
des vorliegenden Verfahrens s
ind ermessensweise auf
Fr.
700.-
-
festzulegen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.