Decision ID: eb56460e-d9ac-443f-ae04-a8bf32777a6f
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VB
Chamber: SG_VB_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: Oeffentliches Bau-, Raumplanungs- und Umweltrecht
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
a) Die D._ betreibt die Luftseilbahn G._-H._. Die Bergsta-
tion dieser Bahn befindet sich auf Grundstück Nr. 001, Grundbuch
Z._. Dieses Grundstück liegt gemäss geltendem Zonenplan der Ge-
meinde Z._ vom 29. Mai 2012 hauptsächlich in der Zone für öffent-
liche Bauten und Anlagen. Der südliche Teil des Grundstücks liegt in
der Kernzone K3. Das nordöstlich angrenzende Wohngebiet liegt in
der Wohnzone W2b.
b) Im Jahr 2003 entschloss sich die
D._, die bestehende Pendelbahn aus dem Jahr 1954 durch eine
neue 8er-Gondelbahn zu ersetzen. Gegen dieses Bauvorhaben erho-
ben verschiedene Anwohner Einsprache. Mit Beschluss vom 11. März
2004 erteilte der Gemeinderat Z._ der D._ die Baubewilligung für
den Umbau und die Erweiterung der Tal-, Mittel- und der Bergstation.
Im Sinn einer Auflage verpflichtete er die D._, die Einhaltung der
Grenzwerte der öffentlich-rechtlichen Lärmempfindlichkeitsstufe II bei
der Bergstation nach Bauvollendung in geeigneter Form nachzuwei-
sen.
c) Nach Inbetriebnahme der neuen Gondelbahn kam es in Bezug
auf die Lärmimmissionen zu Reklamationen seitens der Anwohner.
Der Gemeinderat Z._ forderte alsdann die D._ am 30. März 2006
auf, den Nachweis über die Einhaltung der Grenzwerte der Lärmemp-
findlichkeitsstufe II zu erbringen.
d) Die D._ ergriff daraufhin verschiedene Lärmschutzmassnah-
men. Einerseits wurden bauliche Massnahmen am Maschinenraum
getroffen, andererseits technische Massnahmen an der Bahn vorge-
nommen. Da die Werte trotzdem noch nicht eingehalten werden konn-
ten, entschloss sich die D._ im Bereich des Perrons eine Lärm-
schutzwand zu erstellen.
e) Mit Schreiben vom 15. Juni 2009 teilte die D._ dem Gemein-
derat Z._ mit, dass sie die Thematik Lärmemissionen aufgrund der
neusten Messungen als aufgearbeitet und erledigt erachte. Die Immis-
sionsgrenzwerte seien eingehalten, weshalb sich weitere Massnah-
men erübrigen würden.
f) Der Gemeinderat Z._ anerkannte am 7. Januar 2010 die ge-
machten baulichen und technischen Verbesserungen und erachtete
Art. 11 des Bundesgesetzes über den Umweltschutz (SR 814.01; ab-
gekürzt USG) als im Grundsatz erfüllt. Die Immissionsgrenzwerte
seien eingehalten, weshalb keine weiteren Massnahmen vorgeschrie-
ben würden.
g) Gegen diesen Beschluss erhoben verschiedene Anwohner Re-
kurs beim Baudepartement (Verfahren Nr. 10-654). Mit Entscheid
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 26/2021), Seite 3/18
Nr. 75/2010 vom 10. Dezember 2010 hiess dieses den Rekurs gut und
hob den Beschluss des Gemeinderates Z._ vom 7. Januar 2010 auf.
Es wurde festgestellt, dass bei der Gondelbahn von einer neuen An-
lage bzw. einer neubauähnlichen Umgestaltung der Anlage auszuge-
hen sei, weshalb nicht die Immissionsgrenz-, sondern die Planungs-
werte einzuhalten seien. Die D._ habe den in der Baubewilligung als
Auflage geforderten Nachweis der Einhaltung der Grenzwerte noch
nicht erbracht und es sei nach wie vor Sache des Gemeinderates
Z._, dieser Auflage Nachachtung zu verschaffen. Die hiergegen er-
hobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht mit Urteil B 2011/7
vom 17. Januar 2012 ab. Es bestätigte, dass die Gondelbahn die Pla-
nungswerte für neue lärmige ortsfeste Anlagen einzuhalten habe.
Nachdem der geforderte Nachweis bisher noch nicht erbracht worden
sei, sei es an der kommunalen Baubehörde, die Auflage durchzuset-
zen und nötigenfalls die erforderlichen Massnahmen zu ermitteln und
zu verfügen.
B.
a) Mit Beschluss vom 24. Mai 2012 unterbreitete der Gemeinderat
Z._ der D._ sowie den betroffenen Anwohnern das beabsichtigte
weitere Vorgehen zur Stellungnahme. Im Anschluss daran erteilte der
Gemeinderat mit Beschluss vom 5. Juli 2012 der F._ AG den Auftrag
zur Erfassung des IST-Zustands und hielt fest, dass über die zweite
Phase (Massnahmenplanung) nach Vorlage des IST-Zustands sowie
der Stellungnahmen der Parteien befunden werde.
b) Die F._ AG führte im September 2012 auf acht Liegenschaf-
ten sowie zusätzlich an drei Kontrollpunkten Lärmmessungen durch.
Mit Gutachten vom 30. November 2012 (nachfolgend "Gutachten
F._ 2012") kam sie zum Schluss, dass die Planungswerte bei drei
Gebäuden, auf den Grundstücken Nrn. 002, 003 und 004, überschrit-
ten seien. Die D._ und die betroffenen Nachbarn nahmen zu diesem
Gutachten Stellung, wobei die D._ mit Eingabe vom 1. März 2013
vier Ergänzungsfragen stellte und die Ergänzung des Gutachtens be-
antragte. Die betroffenen Nachbarn erklärten am 28. Februar 2013,
dass das Gutachten im Grundsatz korrekt und nachvollziehbar sei.
c) Mit Beschluss vom 22. August 2013 stellte der Gemeinderat
Z._ fest, dass die Lärmimmissionen der Luftseilbahn bei der Berg-
station auf den Grundstücken Nrn. 002, 003 und 004 die Planungs-
werte am Tag überschreiten und damit die Lärmschutzbestimmungen
verletzen würden. Er verpflichtete die D._ zur Herstellung des recht-
mässigen Zustands. Sie habe dem Gemeinderat bis 30. November
2013 ein Konzept vorzulegen, mit welchem die Immissionen soweit
vermindert werden könnten, dass die Planungswerte und das Vorsor-
geprinzip gewahrt seien. Es stehe ihr frei, gleichzeitig ein Gesuch um
Erleichterungen zu stellen.
d) Gegen diesen Beschluss erhob die D._ am 9. September
2013 Rekurs beim Baudepartement (Verfahren Nr. 13-5358). Mit Ent-
scheid Nr. 55/2014 vom 7. August 2014 hiess dieses den Rekurs in
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 26/2021), Seite 4/18
Bezug auf eine geltend gemachte Verletzung des rechtlichen Gehörs
gut, wies ihn im Übrigen aber ab. Die D._ wurde verpflichtet, dem
Gemeinderat Z._ innert drei Monaten nach Rechtskraft des Ent-
scheids ein entsprechendes Sanierungskonzept vorzulegen. Die hier-
gegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht mit Urteil
B 2014/172 vom 24. März 2016 ab.
C.
a) Innert erstreckter Frist reichte die D._ dem Gemeinderat
Z._ mit Schreiben vom 31. Oktober 2016 das "Konzept zur Vermin-
derung der Lärmimmission im Bereich der Bergstation H._ bei den
Grundstücken Nrn. 002, 003, 004 in der Wohnzone 2b" der E._ AG
vom 25. Oktober 2016 (nachfolgend "Konzept E._ 2016") ein. Sie
beantragte, sie sei zu verpflichten die Lagerung der Rollenbatterien an
der Einfahrtstütze zur Bergstation auf Sylomerplatten sowie eine
Schmiereinrichtung für Klemmen-Laufrollen zu installieren. Nach Voll-
zug dieser Arbeiten seien Kontrollmessungen durchzuführen und ge-
gebenenfalls Erleichterungen zu gewähren oder – sofern der Immissi-
onsgrenzwert bei Grundstück Nr. 003 noch immer überschritten sei –
die D._ zum Einbau von Lärmschutzfenstern zu verpflichten.
b) Im Anschluss daran beauftragte der Gemeinderat Z._ die
F._ AG mit der Prüfung dieses Konzepts. Der Bericht der F._ AG
datiert vom 23. Februar 2017 (nachfolgend "Gutachten F._ 2017")
und kommt zum Schluss, dass das Konzept grundsätzlich nachvoll-
ziehbar, jedoch die Massnahmenstudie im Sinn eines Variantenfä-
chers zu ergänzen sei. Dabei sollten auch Maximalvarianten ange-
sprochen werden (z.B. weitergehende bauliche Massnahmen, Beur-
teilung betrieblicher Massnahmen). Mit Schreiben vom 29. Juni 2017
stellte der Gemeinderat Z._ den Verfahrensbeteiligten den Bericht
zur Stellungnahme bis 31. August 2017 zu. Diese reichten am 21. Juli
2017 (Anwohner) bzw. 31. August 2017 (D._) eine Vernehmlassung
ein.
c) Mit Schreiben vom 5. November 2018 gelangte der Gemeinde-
rat Z._ an die D._ und forderte diese auf, die entsprechende Er-
gänzung des Konzepts zu veranlassen. Zudem werde ein Vorschlag
erwartet, welche Massnahmen aus dem ergänzten Massnahmenkata-
log im Verlauf der nächsten Bahnrevision im April 2019 umgesetzt wür-
den.
d) Mit Eingabe vom 31. Dezember 2018 reichte die D._ dem Ge-
meinderat Z._ das von der E._ AG ergänzte Konzept ein (nach-
folgend "Konzept E._ 2018") und erklärte sich bereit, die Lagerung
der Rollenbatterien auf Sylomerplatten an der Einfahrtstütze zur Berg-
station und die Schmiereinrichtung für Klemmen-Laufrollen in der
Bergstation im Rahmen der Revisionsarbeiten nach der Wintersaison
2018/2019 durchzuführen. Zudem würden die Lücken bei der Schal-
lisolation im Innern des Maschinenraums geschlossen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 26/2021), Seite 5/18
e) Mit Schreiben vom 8. Februar 2019 beauftragte der Gemeinde-
rat Z._ erneut die F._ AG, die vorgeschlagenen Massnahmen des
ergänzten Konzepts zu überprüfen. Der Bericht der F._ AG datiert
vom 22. März 2019 (nachfolgend "Gutachten F._ 2019").
f) Bis zur Herbstrevision 2019 wurden durch die D._ folgende
Massnahmen umgesetzt: (1) Schliessung der Lücken bei der Schall-
isolation im Innern des Maschinenraums, (2) Anbringung der
Schmiereinrichtungen für die Klemmen-Laufrollen und (3) Einbau der
Lager der Rollenbatterien auf Sylomerplatten. Im Anschluss daran be-
auftragte der Gemeinderat Z._ am 8. November 2019 die F._ AG
mit einer Kontrollmessung.
g) Die Resultate der Lärmmessung durch die F._ AG fanden Ein-
gang in ihren Bericht vom 26. August 2020 (nachfolgend "Gutachten
F._ 2020"). Darin wurde festgehalten, dass die Messungen mit der
gleichen Bestückung (100%) und den gleichen Geschwindigkeiten (4
sowie 5 m/s) wie bei den Messungen im Jahr 2012 erfolgt seien. Die
Beurteilung zeige, dass die Planungswerte weiterhin bei allen drei un-
tersuchten Gebäuden überschritten seien. Bei Grundstück Nr. 003 sei
auch der Immissionsgrenzwert weiterhin überschritten. Mögliche Mas-
snahmen zur Einhaltung der Planungswerte würden bauliche (z.B.
Lärmschutzwand) sowie betriebliche Massnahmen (z.B. Reduktion
der gefahrenen Geschwindigkeit oder der Betriebszeiten) umfassen.
h) Der Gemeinderat Z._ stellte den Vertretern der Anwohner so-
wie der D._ den Bericht der F._ AG mit Schreiben vom 18. Sep-
tember 2020 zu und gewährte ihnen die Möglichkeit zur Stellung-
nahme bis Ende Oktober 2020. Davon machten die Anwohner mit Ein-
gabe vom 28. Oktober 2020 Gebrauch. Innert erstreckter Frist liess
sich auch die D._ am 20. November 2020 vernehmen. Dabei erneu-
erte sie das Begehren um Erleichterungen und beantragte eventualiter
Messungen aufgrund der effektiven Betriebsparameter.
D.
Mit Eingabe vom 30. Oktober 2020 erhoben A._, B._ und C._,
alle vertreten durch Dr.iur. Gieri Caviezel, Rechtsanwalt, und MLaw
Corina Caluori, Rechtsanwältin, beide Chur,
Rechtsverweigerungsbeschwerde beim Baudepartement (Verfahren
Nr. 20-8571). Es werden folgende Anträge gestellt:
1. Es sei festzustellen, dass im Verfahren gegen die
D._ betreffend Lärmsanierung und Durchsetzung der in der Baubewilligung vom 11. März 2004  Auflagen betreffend Einhaltung der  II eine von der Beschwerdegegnerin (Gemeinde Z._) rechtswidrig verursachte  und Rechtsverweigerung vorliegt.
2. Die Beschwerdegegnerin (Gemeinde Z._) sei zu verpflichten, zur Herstellung des rechtmässigen Zu-
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 26/2021), Seite 6/18
standes i.S. D._ innert eines Monats über die  und die Durchsetzung der in der Baubewilligung vom 11. März 2004 verfügten  betreffend Einhaltung der  II zu entscheiden und die notwendigen  und baulichen Lärmsanierungsmassnahmen zu verfügen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin.
Zur Begründung wird geltend gemacht, die Beschwerdeführer würden
nun seit über 16 Jahren darauf warten, dass die Anlage die gesetzli-
chen und in der Baubewilligung als Auflage verfügten Lärmgrenzwerte
einhalte und hierfür die notwendigen Massnahmen angeordnet und
umgesetzt würden. Obwohl der Rechtsanspruch der Beschwerdefüh-
rer und die Sanierungspflicht der Beschwerdebeteiligten gerichtlich
bestätigt worden seien, habe der Beschwerdegegner keine Lärmsa-
nierung angeordnet. Einerseits liege eine überlange Verfahrensdauer
vor. Der Beschwerdegegner habe das Verfahren durch ungerechtfer-
tigte Zwischenentscheide (wie z.B. Fristerstreckungen), das wieder-
holte Einholen von neuen Gutachten zum identischen Sachverhalt und
andere nicht erklärbare und ungerechtfertigte Verzögerungen ver-
schleppt. Andererseits weigere sich der Beschwerdegegner implizit –
trotz mehrmaligen Hinweisen und Aufforderungen seitens der Be-
schwerdeführer – eine anfechtbare Verfügung zu erlassen, obwohl er
als Vollzugsbehörde die Aufgabe habe, den rechtmässigen Zustand
durchzusetzen.
E.
a) Mit Vernehmlassung vom 8. Dezember 2020 beantragt die Be-
schwerdebeteiligte, vertreten durch Dr.oec. Hubert Bühlmann, Rechts-
anwalt, St.Gallen, die Rechtsverweigerungsbeschwerde unter Kosten-
folge abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung wird
geltend gemacht, die Angelegenheit sei nicht bereits seit Jahren ent-
scheidreif. Bevor die zuständige Behörde erhebliche Sanierungsmass-
nahmen anordne, müsse sie vom Inhaber der Anlage Sanierungsvor-
schläge einholen. Eine Verlängerung der Schallschutzwand sei ge-
prüft worden, die Kosten hierfür wären jedoch unverhältnismässig und
eine solche Wand würde auch das Orts- und Landschaftsbild beein-
trächtigen. Nutzungsbeschränkungen im Sinn einer Fahrplanreduktion
würden ebenfalls nicht in Betracht kommen. Die jüngsten Messungen
würden nicht auf den effektiven Betriebsdaten (Fahrgeschwindigkeit,
Bestückung) beruhen. Würden alle lärmreduzierenden Faktoren be-
rücksichtigt, seien bei Grundstück Nr. 003 der Immissionsgrenzwert
und bei den Grundstücken Nrn. 002 und 004 der Planungswert einge-
halten. Der Planungswert sei deshalb bloss noch beim Grundstück
Nr. 003 überschritten. Für dieses Grundstück sei ein Gesuch um Er-
leichterungen hängig. Allenfalls seien weitere Messungen über einen
längeren Zeitraum und aufgrund der effektiven Betriebsparameter er-
forderlich. Die von den Beschwerdeführern geforderten Sanierungs-
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 26/2021), Seite 7/18
massnahmen seien entweder bereits erfüllt oder würden wegen über-
wiegender Interessen nicht in Frage kommen. Dem Beschwerdegeg-
ner könne weder eine absichtliche pflichtwidrige Untätigkeit, noch die
gesamte Verfahrensdauer von beinahe 16 Jahren als Verfahrensver-
zögerung vorgeworfen werden.
b) Mit Vernehmlassung vom 12. Januar 2021 beantragt der
Beschwerdegegner, vertreten durch Christoph Bernet und Dr.iur.
Benedikt Fässler, Rechtsanwälte, St.Gallen, die Rechtsver-
weigerungsbeschwerde abzuweisen. Zur Begründung wird geltend
gemacht, dass seit dem Vorliegen des Sanierungskonzepts der E._
AG vom 25. Oktober 2016 zeitaufwändige Abklärungen und Überprü-
fungen durch die F._ AG notwendig gewesen seien. Auch die Ge-
währung des rechtlichen Gehörs habe viel Zeit beansprucht. Erst mit
dem ergänzenden Konzept der E._ AG vom 14. Dezember 2018 sei
ersichtlich geworden, dass die Einhaltung der Planungswerte nur mit
baulichen oder betrieblichen Massnahmen möglich wäre, deren Ver-
hältnismässigkeit aufgrund der hohen Kosten oder der massiven be-
trieblichen Einschränkungen als zumindest zweifelhaft erscheinen
würde. Entsprechend sei es notwendig gewesen, zuerst die Wirkung
der von der Beschwerdebeteiligten umgesetzten Massnahmen abzu-
warten. Die lange Dauer des Verfahrens sei durch die hohe Komplexi-
tät des Sachverhalts, die Gewährung des rechtlichen Gehörs sowie
die Rechtsmittelverfahren begründet. Auch verfüge die Gemeinde
nicht über grosszügige Personalressourcen. Es sei nun Aufgabe des
Beschwerdegegners zu prüfen, ob ergänzende Abklärungen zum
Sachverhalt notwendig seien oder ob direkt über weitere Massnahmen
und/oder Erleichterungen zu entscheiden sei. Dies wäre im ersten
Quartal des Jahres 2021 erfolgt. Aufgrund der Rechtsverweigerungs-
beschwerde müssten jedoch sämtliche Akten dem Baudepartement
eingereicht werden, was die Fortsetzung des Verfahrens weiter verzö-
gere.
F.
Ebenfalls mit Eingabe vom 30. Oktober 2020 erhoben A._, B._
und C._ durch ihre Rechtsvertreter aufsichtsrechtliche Anzeige
beim Baudepartement (Verfahren Nr. 20-8731). Es werden folgende
Anträge gestellt:
1. Die Gemeinde Z._ sei anzuweisen, ihren gesetzli-
chen Vollzugsauftrag nach Art. 28 des  zur eidgenössischen  (EG-USG) wahrzunehmen.
2. Die Gemeinde Z._ sei anzuweisen, in Sachen  gegen die D._  zu handeln und unverzüglich, spätestens innert Monatsfrist, die notwendigen betrieblichen und  Lärmsanierungsmassnahmen zu verfügen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 26/2021), Seite 8/18
3. Bei ungenutztem Ablauf der gemäss Antrag 2  Vollzugsfrist habe der Kanton in das Verfahren  und anstelle der Gemeinde Z._ alle  lärmrechtlichen Massnahmen zu verfügen, die zur Herstellung des rechtmässigen Zustands  sind.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Gemeinde Z._.
Zur Begründung wird geltend gemacht, dass die Gemeinde ihrer Funk-
tion als Vollzugsbehörde nicht nachkomme und sich weigere, die Ein-
haltung von Art. 7 der eidgenössischen Lärmschutz-Verordnung
(SR 814.41; abgekürzt LSV) durchzusetzen. Es sei nicht ersichtlich,
weshalb praktisch alle Verfahrensschritte von der Gemeinde über ein
zumutbares Mass hinaus verzögert werden müssten. Es stelle sich die
Frage, ob der Gemeinderat an der Durchsetzung des rechtmässigen
Zustands überhaupt kein Interesse habe, da er in dieser Hinsicht ins-
besondere von politischen Überlegungen geleitet werde.
G.
a) Mit Vernehmlassung vom 8. Dezember 2020 beantragt die
D._, der aufsichtsrechtlichen Anzeige sei unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen keine Folge zu geben. Zur Begründung wird gel-
tend gemacht die aufsichtsrechtliche Anzeige sei subsidiär zur Rechts-
verweigerungsbeschwerde, weshalb der inhaltlich praktisch identi-
schen aufsichtsrechtlichen Anzeige keine Folge gegeben werden
könne.
b) Mit Vernehmlassung vom 12. Januar 2021 beantragt der
Gemeinderat Z._, der aufsichtsrechtlichen Anzeige sei keine Folge
zu leisten. Zur Begründung wird ebenfalls geltend gemacht, dass mit
der Rechtsverweigerungsbeschwerde ein Rechtsmittel zur Verfügung
stehe und deshalb für die subsidiäre aufsichtsrechtliche Anzeige kein
Anlass bestehe.
H.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

Considerations:
genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
1.
1.1 Die Verfahren stehen im gleichen sachlichen Zusammenhang.
Sie werfen dieselben Sachverhalts- und Rechtsfragen auf. Es ist somit
zweckmässig, sie verfahrensrechtlich zu vereinigen und durch einen
einzigen Entscheid zu erledigen (VerwGE B 2015/96 und B 2015/97
vom 26. Oktober 2016 Erw. 1; GVP 1972 Nr. 30).
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 26/2021), Seite 9/18
1.2 Die Zuständigkeit des Baudepartementes zur Behandlung der
Rechtsverweigerungs- bzw. Rechtsverzögerungsbeschwerde ergibt
sich aus Art. 89 Abs. 1 Bst. b des Gesetzes über die Verwaltungs-
rechtspflege (sGS 951.1; abgekürzt VRP) in Verbindung mit Art. 25
Bst. abis des Geschäftsreglements der Regierung und der Staatskanz-
lei (sGS 141.3; abgekürzt GeschR). Die Zuständigkeit zur Behandlung
der aufsichtsrechtlichen Anzeige, ergibt sich aus Art. 156 Bst. b des
Gemeindegesetzes (sGS 151.2; abgekürzt GG) in Verbindung mit
Art. 25 Bst. abis GeschR.
2.
2.1 Rechtsverweigerungs- bzw. Rechtsverzögerungsbeschwerde
kann erhoben werden, soweit kein ordentliches Rechtmittel gegeben
ist oder offenstand (Art. 88 Abs. 1 VRP). Die Rechtsverweigerungs-
bzw. Rechtsverzögerungsbeschwerde ist somit ein ausserordentli-
ches und absolut subsidiäres Rechtsmittel. Vor ihrer Ergreifung müs-
sen sämtliche ordentlichen Rechtsmittel ausgeschöpft werden. Wird
namentlich die Einsprache- und Rekursmöglichkeit versäumt, bleibt
die Rechtsverweigerungs- bzw. Rechtsverzögerungsbeschwerde aus-
geschlossen (ZOGG/WYSS, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Praxis-
kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Zü-
rich/St.Gallen 2020, Art. 88 N 3; CAVELTI/VÖGELI, Verwaltungsgerichts-
barkeit im Kanton St.Gallen, 2. Aufl., St.Gallen 2003, Rz. 1207). Eine
Besonderheit der Rechtsverweigerungsbeschwerde liegt darin, dass
es diesem Rechtsmittel oftmals an einem Anfechtungsobjekt fehlt oder
gegen das Anfechtungsobjekt kein ordentliches Rechtsmittel offen-
steht (ZOGG/WYSS, a.a.O., Art. 88 N 4).
Bei den Gründen für eine Rechtsverweigerungsbeschwerde wird un-
terschieden zwischen formeller und materieller Rechtsverweigerung.
Art. 88 Abs. 2 Bst. a VRP nennt die formellen Gründe. Es sind dies die
Weigerung, eine vorgeschriebene Amtshandlung vorzunehmen, oder
eine solche ungerechtfertigt zu verzögern. Die Weigerung, die vorge-
schriebene Amtshandlung vorzunehmen, kann ausdrücklich oder still-
schweigend erfolgen. Voraussetzung für eine entsprechende Be-
schwerde ist jedoch, dass aus den Umständen eindeutig hervorgeht,
dass die Behörde in der Sache nicht tätig zu werden gedenkt. Der
zweite formelle Grund für eine Rechtsverweigerungsbeschwerde be-
steht in einer ungerechtfertigten Verzögerung des Verfahrens. Es las-
sen sich insbesondere die schlichte Untätigkeit der Behörde und ein
tatsächliches Tun in Form von als ungerechtfertigt erachteten Instruk-
tionsmassnahmen (z.B. Sistierungen, Fristerstreckungen) unterschei-
den (G. STEINMANN, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender
[Hrsg.], Die schweizerische Bundesverfassung, St.Galler Kommentar,
3. Aufl., Zürich/St.Gallen 2014, Art. 29 N 24). Eine ungerechtfertigte
Verzögerung ist gegeben, wenn die Behandlung der Angelegenheit
nicht innert angemessener Frist erfolgt. Was unter einer angemesse-
nen Behandlungsfrist zu verstehen ist, bestimmt sich nach der Natur
und den Umständen der betreffenden Angelegenheit, namentlich der
Bedeutung der Sache für die am Verfahren Beteiligten, deren Verhal-
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 26/2021), Seite 10/18
ten sowie der Natur und Komplexität des zugrundeliegenden Sachver-
halts. Allgemein ist davon auszugehen, dass die Frist umso kürzer ist,
je höher die Interessen der Betroffenen an einem raschen Entscheid
sind. Den Behörden ist beispielsweise Rechtsverzögerung vorzuhal-
ten, wenn sie ohne ersichtlichen Grund während längerer Perioden
keine konkreten Vorkehren treffen, ungerechtfertigte Instruktions-
massnahmen vornehmen oder generell überlange Vernehmlassungs-
fristen ansetzen (G. STEINMANN, a.a.O., Art. 29 N 25 mit Hinweisen).
Die Rechtsverweigerungsbeschwerde ist zulässig innert dreissig Ta-
gen, nachdem der Betroffene vom Beschwerdegrund Kenntnis erhal-
ten hat (Art. 90 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde, mit der die ungerecht-
fertigte Verzögerung einer Amtshandlung geltend gemacht wird, ist an
keine Frist gebunden (Art. 90 Abs. 2 VRP). Vorliegend machen die
Beschwerdeführer geltend, der Beschwerdegegner habe keine Lärm-
sanierung angeordnet, obwohl die Sanierungspflicht schon lange fest-
stehe. Der Beschwerdegegner habe das Verfahren verschleppt und es
liege eine überlange Verfahrensdauer vor. Die Beschwerdeführer ma-
chen somit eine Rechtsverzögerung geltend. Deren Geltendmachung
ist an keine Frist gebunden. Weil auch die übrigen Voraussetzungen
erfüllt sind, ist auf die Rechtsverweigerungsbeschwerde einzutreten.
2.2 Bei der Prüfung, inwiefern durch den Beschwerdegegner eine
Rechtsverzögerung vorliegt, ist zu beachten, dass die neue Gondel-
bahn im Jahr 2004 bewilligt wurde und seit nunmehr rund 15 Jahren
betrieben wird. Seit diesem Zeitpunkt wäre die Beschwerdebeteiligte
verpflichtet, die Lärmschutzwerte einzuhalten. Dieser Verpflichtung
kommt sie jedoch bis heute nicht nach. Den Beschwerdegegner trifft
seinerseits die Pflicht, als Vollzugsbehörde die Einhaltung des recht-
mässigen Zustands herbeizuführen und für den Vollzug – insbeson-
dere auch der rechtskräftigen Urteile des Verwaltungsgerichtes – be-
sorgt zu sein. Dass es auch nach einer derart langen Zeit noch nicht
gelungen ist, einen rechtmässigen Zustand herbeizuführen, erstaunt.
Auch kann der Beschwerdebeteiligten nicht gefolgt werden, wenn sie
ausführt, dass "das Jammern über jahrelanges Leiden der Beschwer-
deführer" als übertrieben erscheine (Beschwerdeantwort vom 8. De-
zember 2020, S. 8). Wie bereits in BDE Nr. 55/2014 vom 7. August
2014 (Erw. 10) festgehalten, wäre der rechtswidrige Zustand umge-
hend zu beheben gewesen und kann den Anwohnern nicht weiter zu-
gemutet werden. Es ist die Pflicht der Beschwerdebeteiligten, hier Ab-
hilfe zu schaffen. Entsprechend ist das Interesse der Beschwerdefüh-
rer an einem raschen Entscheid hoch zu gewichten. Auf der anderen
Seite ist bei der Beurteilung einer möglichen Rechtsverzögerung je-
doch auch zu berücksichtigen, dass vorliegend nicht ein einfacher Fall
zu beurteilen ist, sondern es sich bei der Lärmquelle (Luftseilbahn) um
ein komplexes System handelt. Entsprechend bedarf es für die Ermitt-
lung der möglichen Massnahmen durchaus entsprechende Fach-
kenntnisse und zeitintensivere Abklärungen. Vor diesem Hintergrund
sind in Bezug auf die geltend gemachte Rechtsverzögerung nachfol-
gend insbesondere die unternommenen Schritte seit dem Urteil des
Verwaltungsgerichtes B 2014/172 vom 24. März 2016 zu prüfen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 26/2021), Seite 11/18
2.3 Dieses Urteil wurde (aufgrund der geltenden Gerichtsferien)
Mitte Mai 2016 rechtskräftig. Entsprechend wäre die Beschwerdebe-
teiligte verpflichtet gewesen, dem Beschwerdegegner bis spätestens
Mitte August 2016 ein Massnahmenkonzept vorzulegen. Diese Frist
wurde vom Beschwerdegegner bis Ende Oktober erstreckt, weshalb
das Konzept E._ 2016 erst am 31. Oktober 2016 eingereicht wurde.
Alsdann vergab der Beschwerdegegner den Auftrag zur Expertise zu
diesem Konzept am 24. November 2016 an die F._ AG. Diese legte
am 23. Februar 2017 das Gutachten F._ 2017 vor. Im Anschluss
gewährte der Beschwerdegegner den Beteiligten das rechtliche Gehör
erst mit Schreiben vom 29. Juni 2017 – und somit vier Monate nach
Eingang des Gutachtens – bis Ende August 2017. Danach wies der
Beschwerdegegner die Beschwerdebeteiligte erst mit Schreiben vom
5. November 2018 – und somit 14 Monate nach erfolgten Stellungnah-
men der Verfahrensbeteiligten – an, das Konzept E._ 2016 zu er-
gänzen und mitzuteilen, welche Massnahmen im Rahmen der nächs-
ten Bahnrevision ausgeführt würden. Das ergänzte Konzept E._
2018 wurde von der Beschwerdebeteiligten am 31. Dezember 2018
eingereicht. Mit Schreiben vom 8. Februar 2019 beauftragte der Be-
schwerdegegner erneut die F._ AG mit der Überprüfung des er-
gänzten Konzepts. Das Gutachten F._ 2019 datiert vom 22. März
2019 und wurde am 25. März 2019 den Verfahrensbeteiligten zur Ver-
nehmlassung zugestellt. Nachdem im Herbst 2019 von Seiten der Be-
schwerdebeteiligten einige Massnahmen umgesetzt wurden, beauf-
tragte der Beschwerdegegner die F._ AG mit einer Kontrollmes-
sung. Die Resultate dieser Messung fanden Eingang in das Gutachten
F._ 2020 vom 26. August 2020.
2.4 Vorliegend ist zunächst – mit dem Beschwerdegegner und der
Beschwerdebeteiligten – festzuhalten, dass der Beschwerdegegner
nicht die ganzen Verzögerungen seit dem Jahr 2004 und auch nicht
sämtliche Verzögerungen seit dem Jahr 2016 zu verantworten hat. Je-
doch wäre der Beschwerdegegner verpflichtet gewesen, nach dem
rechtskräftigen Urteil des Verwaltungsgerichtes vom 24. März 2016
umgehend und zielstrebig die notwendigen Massnahmen in die Wege
zu leiten. Dass hierfür weitergehende Abklärungen notwendig waren
und in diesem Zusammenhang auch jeweils das rechtliche Gehör ge-
währt werden musste, steht ausser Frage.
Es ist aber unübersehbar, dass der Beschwerdegegner zwischen den
einzelnen Verfahrensschritten teilweise erheblich viel Zeit verstreichen
liess. Bestes Beispiel hierfür ist der Zeitraum zwischen August 2017
und November 2018 in welchem gar nichts unternommen wurde. Der
Beschwerdegegner forderte die Beschwerdebeteiligte erst rund
14 Monate nach Vorliegen der Stellungnahmen zum Gutachten F._
2017 zur Ergänzung des Konzepts auf. Auch weitere Verfahrens-
schritte dauerten ungebührlich lange. Wenn die Anwohner bereits seit
so vielen Jahren widerrechtliche (weil unbestrittenermassen zu laute)
Immissionen zu ertragen haben, kann es beispielsweise nicht ange-
hen, dass zwischen Eingang eines Gutachtens (vorliegend Gutachten
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 26/2021), Seite 12/18
F._ 2017) und der Gewährung des rechtlichen Gehörs hierzu vier
Monate verstreichen. Wie bereits aufgezeigt, ist den Behörden
Rechtsverzögerung vorzuwerfen, wenn sie ohne ersichtlichen Grund
während längerer Perioden keine konkreten Vorkehren treffen. Dies
war vorliegend der Fall.
Auch erscheint zumindest fraglich, ob der gewählte Weg zielführend
war. Es macht zwar grundsätzlich Sinn, dass eine Lösung im Einver-
nehmen zwischen dem Beschwerdegegner und der Beschwerdebetei-
ligten gesucht wird. Auch ist der Beschwerdegegner ohnehin verpflich-
tet, Sanierungsvorschläge bei der Beschwerdebeteiligten einzuholen.
Auf der anderen Seite erscheint es zumindest fragwürdig, ob die Mas-
snahmen, die im Rahmen der Revisionsarbeiten 2019 ausgeführt und
von der Beschwerdebeteiligten vorgeschlagen wurden, tatsächlich
hätten abgewartet werden müssen. Dies aus dem Grund, da bereits
die beigezogenen Experten den Erfolg der Massnahmen im Voraus in
Frage stellten. So hatte bereits der Anlagenbauer im Konzept E._
2016 festgehalten, dass eine signifikante Lärmreduktion nicht garan-
tiert werden könne. Auch im Gutachten F._ 2017 (Ziffer 2.2.1) wurde
ausgeführt, dass es bezweifelt werden müsse, dass diese Massnah-
men alleine ausreichten, um die Planungswerte überall einzuhalten.
Auch erscheint es so, dass der Beschwerdegegner die Beschwerde-
beteiligte – welche ihrerseits offensichtlich keine zeitliche Dringlichkeit
sieht, den rechtmässigen Zustand herzustellen und die von ihr vorge-
schlagenen Massnahmen offensichtlich nicht zur Rechtmässigkeit ih-
rer Anlage geführt haben – bei den umzusetzenden Massnahmen ein-
fach gewähren liess. Dies ist jedoch nicht die Aufgabe der Vollzugsbe-
hörde. Vielmehr hätte der Beschwerdegegner – nach Einholung von
Sanierungsvorschlägen – die zielführenden Massnahmen zu verfügen
gehabt. Dies ist auch nach mittlerweile fünf Jahren nach dem Urteil
des Verwaltungsgerichtes nicht erfolgt.
2.5 Unabhängig des gewählten Wegs muss festgehalten werden,
dass sich das ganze Verfahren schon viel zu lange hinzieht. Wenn das
Verwaltungsgericht anordnet, dass ein Massnahmenkonzept inner-
halb von drei Monaten seit Rechtskraft des Urteils einzureichen ist,
kann es nicht angehen, dass es nach nunmehr fünf Jahren noch immer
einen unrechtmässigen Zustand zu beklagen gibt. Dieser Umstand
und die damit verbundene Verfahrensdauer kann – insbesondere un-
ter dem Gesichtspunkt, dass die Beschwerdebeteiligte bereits seit
dem Jahr 2004 verpflichtet wäre, die massgebenden Lärmschutzwerte
einzuhalten und der Beschwerdegegner seinerseits für die Einhaltung
zu sorgen hätte – den Beschwerdeführern nicht zugemutet werden
und es ist eine Rechtsverzögerung zu bejahen. Es ist festzustellen,
dass die Sanierung der Luftseilbahn über Gebühr verschleppt worden
ist und die Gesamtheit der Verfahrensdauer nicht mehr angemessen
ist. Daran ändert auch nichts, dass der Beschwerdegegner nicht über
sehr grosse personelle Ressourcen verfügt. Chronische Überlastung
und strukturelle Mängel bewahren nämlich nicht vor dem Vorwurf der
Rechtsverzögerung (G. STEINMANN, a.a.O., Art. 29 N 25). Entspre-
chend ist die Beschwerde gutzuheissen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 26/2021), Seite 13/18
3.
Es bleibt zu prüfen, welche nächsten Schritte der Beschwerdegegner
zu ergreifen hat.
3.1 Nach Art. 16 Abs. 3 USG holt die zuständige Behörde vom In-
haber der Anlage Sanierungsvorschläge ein, bevor sie erhebliche Sa-
nierungsmassnahmen anordnet. Dieser Verpflichtung ist der Be-
schwerdegegner bereits mit Verfügung vom 22. August 2013 nachge-
kommen. Er verpflichtete die heutige Beschwerdebeteiligte zur Wie-
derherstellung des rechtmässigen Zustands und zur Vorlage eines
Konzepts, mit welchem die Immissionen soweit vermindert werden
können, dass die Planungswerte und das Vorsorgeprinzip gewahrt
seien. Das Verwaltungsgericht bestätigte diese Verpflichtung mit Urteil
B 2014/172 vom 24. März 2016. Die Beschwerdebeteiligte reichte als-
dann ein Massnahmenkonzept vom 25. Oktober 2016 (Konzept E._
2016) und später eine Ergänzung (Konzept E._ 2018) hierzu ein.
3.2 Der Beschwerdegegner wird nun anhand der eingereichten
Konzepte, deren Überprüfung durch die F._ AG sowie der weiteren
Messungen und Abklärungen über allfällige zusätzliche Massnahmen
(oder Erleichterungen) zu befinden haben. In zeitlicher Hinsicht ma-
chen sowohl Beschwerdegegner als auch Beschwerdebeteiligte gel-
tend, dass zunächst zu prüfen sei, ob allenfalls weitere Abklärungen
notwendig sind. Aufgrund der umfangreichen Abklärungen und ver-
schiedenen Messungen erscheint dies zumindest fraglich. Um allfälli-
gen weiteren Abklärungen und Vorkehrungen (und allenfalls sogar
Messungen) vor dem Entscheid über weitere Massnahmen bzw. Er-
leichterungen und der Gewährung des rechtlichen Gehörs (insbeson-
dere zum erneuten Gesuch der Beschwerdebeteiligten um Erleichte-
rungen vom 20. November 2020 sowie zum erstellenden Verfügungs-
entwurf) genügend Zeit einzuräumen, wird die Frist grosszügig ge-
setzt. Eine Frist von einem Monat – wie die Beschwerdeführer sie be-
antragen – würde für die nächsten Verfahrensschritte kaum ausrei-
chen. Entsprechend wird der Beschwerdegegner angewiesen, innert
spätestens vier Monaten nach Rechtskraft dieses Entscheids über
Massnahmen zur Einhaltung der Planungswerte und zur Befolgung
des Vorsorgeprinzips zu befinden und das Gesuch um Erleichterun-
gen zu behandeln.
3.3 Es wird Aufgabe des Beschwerdegegners sein, die möglichen
Massnahmen zu beurteilen. Auch wenn die in den verschiedenen Gut-
achten aufgezeigten und untersuchten Massnahmen aus Sicht der Be-
schwerdebeteiligten aus (unterschiedlichen) überwiegenden Interes-
sen nicht in Frage kommen, entbindet dies den Beschwerdegegner
selbstverständlich nicht davon, über das Sanierungskonzept (und all-
fällige Erleichterungen) im Rahmen eines Entscheids zu befinden. Es
kann nicht angehen, dass der Beschwerdegegner die Beschwerdebe-
teiligte gewähren lässt und letztere einfach diejenigen Massnahmen
umsetzt, welche sie als verhältnismässig erachtet.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 26/2021), Seite 14/18
4.
Da die Beschwerdebeteiligte in ihrer Eingabe insbesondere geltend
macht, dass weitergehende Massnahmen nicht verhältnismässig
seien und auch die Richtigkeit der Messungen anzweifelt, sei sie an
dieser Stelle nochmals an einzelne Erwägungen der vorgehenden Ent-
scheide des Baudepartementes und des Verwaltungsgerichtes erin-
nert.
4.1 Wenn die Beschwerdebeteiligte geltend macht, dass der Kos-
tenaufwand für eine Lärmschutzwand unter Berücksichtigung der bis
ins Jahr 2013 bereits getroffenen Lärmschutzmassnahmen im Umfang
von Fr. 435'214.45 völlig unverhältnismässig sei, übersieht sieh, dass
das Verwaltungsgericht ausdrücklich festgehalten hat, dass bereits
getätigte Aufwendungen bei der Beurteilung von Erleichterungen nicht
berücksichtigt werden können, sofern sich herausstellen sollte, dass
diese sich hätten vermeiden lassen, wenn die betreffende Anlage
rechtzeitig und umsichtig geplant worden wäre. So sei auch nur ent-
scheidend, ob sich die nötige Zusatzinvestition im Vergleich zur Bau-
summe von Fr. 19,5 Mio. als verhältnismässig erweisen würde, wenn
die Anlage von Anfang an und auf die vorgeschriebenen Planungs-
werte ausgerichtet worden wäre (VerwGE B 2011/7 vom 17. Januar
2012 Erw. 4.3; siehe auch BDE Nr. 75/2010 vom 10. Dezember 2010
Erw. 6.3).
4.2 Die Beschwerdebeteiligte macht weiter geltend, eine Lärm-
schutzwand sei mit dem Orts- und Landschaftsbild unvereinbar. Inwie-
weit dies geprüft wurde, ergibt sich nicht aus den Akten. Zum Schluss
der Unvereinbarkeit kommt – soweit ersichtlich – einzig die E._ AG
im – im Auftrag der Beschwerdebeteiligten – erarbeiteten Sanierungs-
konzept. Selbstverständlich kann es weder die Aufgabe der Beschwer-
debeteiligten noch diejenige des von ihr beauftragten spezialisierten
Ingenieurbüros sein, abschliessend über die Vereinbarkeit einer allfäl-
ligen Lärmschutzwand mit dem Orts- und Landschaftsbild zu befinden.
Vielmehr wäre auch dies die Aufgabe des Beschwerdegegners.
4.3 Auch kann – entgegen den Behauptungen der Beschwerdebe-
teiligten – nicht gesagt werden, dass Nutzungsbeschränkungen per se
nicht in Betracht kommen würden. Das Verwaltungsgericht hat bereits
in seinem Entscheid aus dem Jahr 2012 festgehalten, dass die Er-
schliessungspflicht der Seilbahn als konzessionierte Anlage allein es
jedenfalls nicht nötig mache, dass bis zu 1'200 Personen pro Stunde
von G._ auf H._ transportiert würden und dass Fahrten fürs
Nachtskifahren angeboten würden. Betriebliche Massnahmen er-
scheinen deshalb nicht von vornherein ausgeschlossen (VerwGE B
2011/7 vom 17. Januar 2012 Erw. 4.2; siehe auch BDE Nr. 75/2010
vom 10. Dezember 2010 Erw. 5.1). Vielmehr sind solche Massnahmen
– allenfalls in Ergänzung zu baulichen Massnahmen – durchaus eine
Variante, welche je nach Ausgestaltung auch mit der unbestrittenen
Erschliessungsfunktion der Seilbahn vereinbar wäre.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 26/2021), Seite 15/18
4.4 Weiter macht die Beschwerdebeteiligte geltend, dass die effek-
tiven Betriebsperimeter (Bestückung und Fahrgeschwindigkeit) bei
den jüngsten Messungen nicht berücksichtigt worden seien. Das Ver-
waltungsgericht hatte sich zur Bestückung und der Fahrgeschwindig-
keit bereits einlässlich im Urteil B 2014/172 vom 24. März 2016 geäus-
sert und bereits damals den Vorwurf "einer willkürlichen Kumulation
von für die Beschwerdeführerin (heutige Beschwerdebeteiligte) nach-
teiligen Faktoren" als unbegründet angesehen (Erw. 4.3.5). Die
jüngste Lärmmessung welche dem Gutachten F._ 2020 zugrunde
liegt, geht wieder von den gleichen Rahmenbedingungen aus, wie bei
den Messungen aus dem Jahr 2012, welche Grundlage des Urteils
des Verwaltungsgerichtes bildeten.
4.5 Auch bringt die Beschwerdebeteiligte (erneut) vor, dass Lärm-
messungen auch im Winter bei Schneelage beantragt worden seien.
Das Verwaltungsgericht hatte im Jahr 2016 bereits festgehalten, dass
für die Beurteilung der Lärmbelastung auf diejenigen Messergebnisse
abzustellen sei, welche die höchsten Immissionen über einen längeren
Zeitraum ergeben würden. Es bestehe deshalb kein begründeter An-
lass, die Lärmverhältnisse bei Vorliegen von Neuschnee durch weitere
Messungen abzuklären und auch diesbezüglich könne keine Kumula-
tion von für die damalige Beschwerdeführerin (heutige Beschwerde-
beteiligte) nachteiligen Faktoren bejaht werden (VerwGE B 2014/172
vom 24. März 2016 Erw. 4.3.5).
5.
Die Beschwerdeführer haben zusätzlich auch eine aufsichtsrechtliche
Anzeige erhoben. Es bleibt zu prüfen, ob vorliegend ein aufsichtsrecht-
liches Einschreiten angezeigt ist.
5.1 Nach Art. 162 Abs. 1 GG kann jede Person Mängel in der Füh-
rung der Verwaltung einer Gemeinde anzeigen. Die Aufsichtsbehörde
bestätigt den Empfang, prüft die Angelegenheit und trifft, wenn nötig
Massnahmen. Sie stellt der anzeigenden Person eine schriftliche Stel-
lungnahme zu (Art. 162 Abs. 2 GG). Mit der Anzeige können grund-
sätzlich alle Tatsachen, die im Rahmen der Staatsaufsicht ein Ein-
schreiten gegen die Behörde von Amtes wegen erfordern, der Auf-
sichtsinstanz zur Kenntnis gebracht werden. Die aufsichtsrechtliche
Anzeige ermöglicht in Fällen, in denen mangels Anfechtungsobjekt
oder Beschwerdebefugnis der ordentliche Rechtsmittelweg verbaut
ist, behördliche Fehlleistungen bei der vorgesetzten Behörde zu rügen
und dieser Sachverhalte bekannt zu geben, die ihr ansonsten möglich-
erweise nicht bekannt würden, die aber ein aufsichtsrechtliches Ein-
schreiten erfordern können. Damit dient die aufsichtsrechtliche An-
zeige der Verwaltungskontrolle. Das aufsichtsrechtliche Verfahren ist
grundsätzlich subsidiär und steht nach konstanter Praxis nicht zur Ver-
fügung, wenn formelle Rechtsmittel zur Geltendmachung der behaup-
teten Verwaltungsfehler gegeben sind. Dies gilt jedenfalls, soweit das
aufsichtsrechtliche Verfahren zur Durchsetzung lediglich privater Inte-
ressen des Anzeigers dienen soll und keine öffentlichen Interessen auf
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 26/2021), Seite 16/18
dem Spiel stehen, die ein Einschreiten der Aufsichtsbehörde von Am-
tes wegen erforderten. Aufsichtsrechtliches Einschreiten ist sodann
nur zulässig, wenn klares Recht, wesentliche Verfahrensvorschriften
oder öffentliche Interessen offensichtlich missachtet worden sind
(Baudepartement SG, Juristische Mitteilungen 1999/III/36 und
2004/I/9).
5.2 Untätigkeit der Vorinstanz ist – vorbehältlich eines ordentlichen
Rechtsmittels – grundsätzlich mittels Rechtsverweigerungsbe-
schwerde zu rügen (Baudepartement SG, Juristische Mitteilungen
1999/II/22 und 1999/III/36); die vorliegende aufsichtsrechtliche An-
zeige ist zu dieser lediglich subsidiär. Das bedeutet, es darf grundsätz-
lich kein anderes ordentliches oder ausserordentliches Rechtsmittel
zur Geltendmachung der behaupteten Verwaltungsfehler zur Verfü-
gung stehen (vgl. Baudepartement SG, Juristische Mitteilungen
2004/I/9). Da vorliegend die Rechtsverweigerungsbeschwerde offen-
stand und von dieser auch Gebrauch gemacht wurde, liegen keine
Gründe für aufsichtsrechtliche Massnahmen vor, weshalb der auf-
sichtsrechtlichen Anzeige keine Folge zu geben ist.
5.3 Da der aufsichtsrechtlichen Anzeige keine Folge gegeben wird,
steht diesbezüglich kein Rechtsmittel zur Verfügung (BGE 103 Ib 158;
GVP 1974 Nr. 20).
6.
Zusammenfassend ergibt sich, dass sich die Rechtsverweigerungsbe-
schwerde als begründet erweist und gutzuheissen ist. Der Beschwer-
degegner wird umgehend, spätestens aber innert vier Monaten nach
Rechtskraft dieses Entscheids, über die anzuordnenden Massnahmen
bzw. allfällige Erleichterungen zu befinden haben. Demgegenüber ist
der aufsichtsrechtlichen Anzeige keine Folge zu leisten.
7.
7.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen
werden. Die Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren beträgt
Fr. 3'000.– (Nr. 20.13.01 des Gebührentarifs für die Kantons- und Ge-
meindeverwaltung, sGS 821.5). Dem Ausgang des Verfahrens
entsprechend wären die amtlichen Kosten der Politischen Gemeinde
Z._ aufzuerlegen. Auf deren Erhebung ist jedoch zu verzichten
(Art. 95 Abs. 3 VRP).
7.2 Der von B._ am 12. November 2020 im Beschwerdeverfahren
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'800.– ist zurückzuerstatten.
7.3 In Anwendung von Art. 162 Abs. 3 GG werden für die Behand-
lung der aufsichtsrechtlichen Anzeige keine amtlichen Kosten erho-
ben.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 26/2021), Seite 17/18
8.
Beschwerdeführer und Beschwerdebeteiligte stellen sowohl im Ver-
fahren der Rechtsverweigerungsbeschwerde als auch bei der auf-
sichtsrechtlichen Anzeige Begehren um Ersatz der ausseramtlichen
Kosten.
8.1 Im Beschwerdeverfahren werden ausseramtliche Kosten ent-
schädigt, soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig
und angemessen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche
Entschädigung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und
Unterliegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweize-
rischen Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung
(Art. 98ter VRP).
8.2 Die Beschwerdeführer obsiegen mit ihren Anträgen. Da das Ver-
fahren zudem in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten
bot, die den Beizug eines Rechtsvertreters rechtfertigen, besteht
grundsätzlich Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung
(Art. 98bis VRP). Weil keine Kostennote vorliegt, ist die ausseramtliche
Entschädigung in Anwendung von Art. 6 in Verbindung mit Art. 22 der
Honorarordnung (sGS 963.75; abgekürzt HonO) ermessensweise auf
Fr. 2'750.– festzulegen; sie ist von der Politischen Gemeinde Z._ zu
bezahlen. Da kein begründeter Antrag um Zusprechung der Mehrwert-
steuer gestellt wurde, wird diese aufgrund des per 1. Januar 2019 ge-
änderten Art. 29 HonO nicht zum Honorar hinzugerechnet.
8.3 Da die Beschwerdebeteiligte mit ihren Anträgen unterliegt, hat
sie von vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschä-
digung. Ihr Begehren ist deshalb abzuweisen.
8.4 Die Beschwerdebeteiligte beantragt auch im Verfahren der auf-
sichtsrechtlichen Anzeige eine ausseramtliche Entschädigung. Der
Antrag wird damit begründet, dass die Anzeige aufgrund ihrer Subsi-
diarität offensichtlich unbegründet sei, weshalb ihr gestützt auf Art. 162
Abs. 3 GG eine Parteientschädigung zuzusprechen sei.
Das Gemeindegesetz enthält hinsichtlich der ausseramtlichen Ent-
schädigung in Bezug auf die aufsichtsrechtliche Anzeige keine Rege-
lung. Für eine Entschädigung besteht auf Grund der Stellung der Be-
teiligten bei einer aufsichtsrechtlichen Anzeige und der grundsätzli-
chen Kostenlosigkeit dieses Verfahrens auch kein Anlass. Daran än-
dert auch Art. 162 Abs. 3 GG, wonach bei einer offensichtlich unbe-
gründeten Anzeige die anzeigende Person zur Zahlung einer Gebühr
und zum Ersatz der entstandenen Kosten verpflichtet werden kann,
nichts. Von einer offensichtlich unbegründeten Anzeige kann – mit
Blick auf das Resultat der Rechtsverweigerungsbeschwerde – denn
auch keine Rede sein. Das Begehren der Beschwerdebeteiligten ist
entsprechend abzuweisen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 26/2021), Seite 18/18
8.5 Die Beschwerdeführer stellen ebenfalls im Verfahren der auf-
sichtsrechtlichen Anzeige ein Begehren um Ersatz der ausseramtli-
chen Kosten. Aufgrund des Gesagten und da der aufsichtsrechtlichen
Anzeige ohnehin keine Folge gegeben wird, ist ihr Begehren jedoch
abzuweisen.