Decision ID: 7d1f157a-721f-4ddb-995e-6194c7f38820
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1956,
war
seit Oktober 1999
als Holzbautechniker
und Geschäftsführer
bei der
zur Hauptsache von ihm beherrschten
Y._
GmbH,
in Z._
, angestellt und dadurch bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als er am 2
.
Dezember 2019 von einer Leiter
fiel
(
Urk.
8/1
,
Urk.
19
).
Im Rahmen der ärztlichen Erstver
sorgung im Kantonsspital
A._
wurde im Austrittsbericht vom 1
3.
Dezember 2019 nebst einer
Contusio
Capitis
mit
einer am 1
2.
Dezember 2019 operativ versorgten
Nasenbeinfraktur und frontaler, nicht-dislozierter Schädel
basisfraktur
eine traumatische Schulterluxation rechts diagnostiziert (
Urk.
8/11/2
, 8/13
; vgl. auch Urk. 8/72, 8/83
). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen für die
in der Folge
attestierte Arbeitsunfähigkeit und die medizi
nische Behandlung
(vgl.
Urk.
8/6/1, 8/8, 8/30 und 8/116).
Nachdem die Suva während rund eines Jahres nach dem Schadenereignis regel
mässig Berichte der behandelnden Ärzte des
Kantonsspitals A._
eingeholt hatte (
Urk.
8/21, 8/29, 8/36, 8/49, 8/59, 8/68 und 8/78), gelangte sie
am
2.
Dezember 2020
an den Kreisarzt
Dr.
med.
B._
, Praktischer Arzt
beziehungsweise Fach
arzt für Allgemeinmedizin (D
;
Urk.
8/81/1
)
. Dieser hielt mit Stellungnahme
ebenfalls
vom 2. Dezember 2020 fest, dass von einer weiteren Behandlung der Unfallfolgen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Besserung des Gesund
heitszustandes mehr erreicht werden könne (
Urk.
8/81/2). Darüber hinaus äusserte er sich mit Stellungnahmen vom 1
5.
Dezember 2020 (
Urk.
8/85/2) und 1
4.
Januar 2021 (Urk. 8/101 f.)
insbesondere zur Arbeitsfähigkeit des Versicher
ten, d
em Belastungsprofil sowie zum Integritätsschaden.
Mit Schreiben vom 1
7.
Februar 2021 orientierte die Suva den Versicherten darüber, dass sie die Heilkosten- und Tag
geldleistungen per 28.
Februar 2021 einstellen werde
, und stellte die Prüfung von weiteren Versicherungsleistungen (Rente, Integritätsentschädigung) in Aussicht
(
Urk.
8/115). Mit Verfügung vom 1
9.
Februar 2021 sprach sie ihm ausgehend von einer 10%igen Integritätsein
busse eine Integritätsentschädigung von
Fr.
14'820.-- zu. Den Anspruch auf eine Invalidenrente verneinte sie demgegenüber (
Urk.
8/122). Nachdem der Versicherte dagegen am 1
6.
März 2021 und ergänzend am 1
5.
April 2021 Einsprache erhoben hatte
(
Urk.
8/126, 8/133), nahm die Suva erneut Rücksprache mit
Dr.
B._
, der am 2
0.
Mai 2021 den
Beizug
von weiteren Unterlagen betreffend die Nasenverletzung empfahl
(
Urk.
8/135/3
). Nach Eingang der
entsprechenden
Arztberichte
nahm
der Kreisarzt am 3
1.
Mai 2021
eine neuerliche Beurteilung vor
(
Urk.
8/141). Mit
Einspracheentscheid
vom
1.
Juni 2021 wies
die Suva
die Einsprache ab (
Urk.
2 =
Urk.
8/144).
2.
Dagegen erhob
X._
am
5.
Juli 2021 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und die Beschwerdegegne
rin sei zu verpflichten, ihm über den 2
8.
Februar 2021 hinaus die nach dem
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG)
versicherten Leistungen
(Tag
geld, Heilkosten, Rente, etc.)
zu erbringen und eine 10
%
übersteigende Integri
tätsentschädigung auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
September 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7 S. 2). Mit Eingabe vom
1.
März 2022 (Urk. 11) reichte der Beschwerdeführer
weitere Unterlagen zu den Akten (
Urk.
12/1-3), darunter insbesondere ein
B
ericht von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Chirurgie,
vom Spital
F._
vom 1
6.
Februar 2022 (
Urk.
12/1). Mit Stellungnahme vom
5.
Mai 2022
hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Rechtsbegehren fest (
Urk.
16 S. 2), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom
6.
Mai 2022 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
17).
Das Gericht nahm sodann von Amtes wegen den Internetauszug des Handels
registeramtes des Kantons Zürich betreffend die
Y._
GmbH vom
3.
August 2022
als
Urk.
19
zu den Akten.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie
Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.
2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundes
gerichts 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_64/2021 vom 14. April 2021 E. 3.2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3). Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_682/2021 vom 13. April 2022 E. 5.1 und 8C_604/2021 vom 25. Januar 2022 E. 5.2, je mit Hinweisen).
1.
3
Invalidität
im Sinne von
Art.
18
Abs.
1 UVG
ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Nach Art. 18 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung des Invaliditätsgrades in Sonderfällen. Er kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen.
1.
4
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen
Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines
externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
1.
Juni 2021 hielt die Beschwerde
gegnerin zusammengefasst fest,
der medizinisch-therapeutische Endzustand sei
gestützt auf die medizinische A
ktenlage
spätestens am 28. Februar 2021 erreicht worden (
Urk.
2 S. 8)
. Von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung sei ab diesem Zeitpunkt keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten gewesen, weshalb
ohne vorgängige Aufforderung zu einem B
erufs
wechsel und
Gewährung einer Übergangsfrist
die Taggeldleistungen
sowie die Übernahme der Heilbehandlungskosten
hätten eingestellt werden dürfen (
Urk.
2 S. 9).
Im Rahmen der Rentenprüfung könne auf die kreisärztliche Beurteilung von
Dr.
B._
abgestellt werden
, wonach der Beschwerdeführer in seiner Tätigkeit als aktiv mitarbeitender Leiter einer kleinen Baufirma
insgesamt noch zu 50
%
arbeitsfähig sei. Demgegenüber sei ihm eine leidensangepasste Tätigkeit vollzeitig zumutbar
(
Urk.
2 S. 11
f.
)
. Für die Ermittlung des Invalideneinkommens könne daher nicht auf den effektiv erzielten Lohn abgestellt werden;
vielmehr sei die Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik heranzuziehen. Der Vergleich des auf dieser Grundlage ermittelten hypothetischen Invalideneinkom
mens mit dem mutmasslichen
Valideneinkommen
ergebe keinen Invaliditätsgrad von mindestens 10
%
und folglich keinen Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 2 S. 13-15).
Schliesslich sei die kreisärztliche Beurteilung auch in Bezug auf die Bemessung des Integritätsschadens beweiskräftig
.
Die
für die erlittene Schulterverletzung
zugesprochene Integritätsentschädigung von 10
%
erweise sich als korrekt (U
rk.
2 S. 18).
2.2
Dieser Beurteilung hielt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift vom 5. Juli 2021 im Wesentlichen entgegen, dass der Endzustand am 2
8.
Februar 2021 noch nicht erreicht gewesen sei, da von der konservativen Schultertherapie weiterhin eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten sei (
Urk.
1 S. 6).
Sollte der Endzustand bereits eingetreten sei
n
, so bestehe Anspruch auf eine Invalidenrente
auf der Grundlage eines Invaliditätsgrades von mindes
tens 50
%
.
Ihm sei es nicht zumutbar, die Mitarbeit für seine eigene
Unter
nehmung
am derzeitigen
(letzten)
Projekt «
D._
» aufzugeben und stattdessen einer Verweistätigkeit nachzugehen (
Urk.
1 S.
8
-12). Im Übrigen bestehe Anspruch auf eine höhere Integritätsentschädigung als lediglich 10
%
, da die Beschwerdegegnerin insbesondere fälschlicherweise von einem Vorzustand an der rechten Schulter ausgegangen sei und die Verletzung der Nase ausser Acht gelassen habe (
Urk.
1 S. 10 f.).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom 2
3.
September 2021 betonte die Beschwerde
gegnerin,
gemäss einhelliger ärztlicher Einschätzung sei der Beschwerdeführer hinsichtlich der Schulter praktisch beschwerdefrei und habe nur noch geringe Einschränkungen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit lasse sich der medizi
nische Zustand nicht mehr nam
haft
verbessern (
Urk.
7 S. 4 f.).
Der durchgeführte Einkommensvergleich erweise sich ebenfalls als korrekt, da
namentlich die Restarbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu Recht berücksichtigt worden sei (
Urk.
7 S. 5 f.).
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers lasse sich aufgrund der überzeugenden kreisärztlichen Einschätzung auch kein höherer Integritätsschaden begründen (
Urk.
7 S. 7).
2.4
Unter Hinweis auf
einen bei
Dr.
C._
eingeholten Bericht vom 1
6.
Februar 2022 (
Urk.
12/1)
führte
der Beschwerdeführer mit Eingabe vom
1.
März 2022 ergänzend
aus
, die im Zusammenhang mit der Schulter festgestellten Einschrän
kungen
seien
einzig auf den Unfall zurückzuführen (
Urk.
11 S. 2 f.).
Mit Stellung
nahme vom
5.
Mai 2022
hielt die Beschwerdegegnerin an ihre
m Standpunkt
fest (
Urk.
16 S. 2).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist zunächst, ob der von der Beschwerdegegnerin per 28. Februar 2021 vorgenommene Fallabschluss rechtmässig ist
(vgl.
Urk.
8/115)
.
Sie stützte sich dabei in erster Linie auf
die kreisärztliche
n
Beurteilung
en
von Dr.
B._
vom
2.
Dezember 2020 und 1
4.
Januar 2021.
3.2
In seiner Stellungnahme vom
2.
Dezember 2020 verneinte
Dr.
B._
die an ihn gerichtete Frage, ob von einer weiteren Behandlung der Unfallfolgen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit noch eine Besserung des Gesundheitszustan
des erreicht werden könne (
Urk.
8/81/2). Ergänzend ist seiner
Aktenb
eurteilung vom 1
4.
Januar 2021 zu entnehmen,
dass ein stabiler Endzustand erreicht worden sei. Über ein Jahr nach dem Unfallereignis mit einer reponierten Nasenbein-/
Septumfraktur
,
einer konservativ überwachten,
undislozierten
frontalen Schädelbasisfraktur ohne neurologische Defizite sowie einer
hauptbefundlichen
traumatischen Schultererstluxation rechts sei ein bleibend stabiler, funktionell guter Verlaufszustand dokumentiert worden. Trotz einer zusätzlichen, irreparab
len «
acute
on
chronic
»-Läsion der
Rotatorenmanschette
sei
im Rahmen der orthopädisch-
traumatologischen
Abschlussuntersuchung vom 3
0.
Oktober 2020
(vgl. Sprechstundenbericht der Klinik für Orthopädie und Traumatologie des
Kantonsspitals A._
vom 1
3.
November 2020, Urk. 8/78)
eine klinisch im Wesentlichen uneinge
schränkte globale Schulterbeweglichkeit des weitestgehend beschwerdefreien Beschwerdeführers beschrieben worden. Auch gemäss einer
second
opinion
der
Klinik E._
(vgl. Sprechstundenbericht vom 1
9.
März 2020,
Urk.
8/43/2-3)
sei diesbezüglich durch weitere
interventionelle
Massnahmen keine namhafte
B
esserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes mehr zu erwarten (
Urk.
8/102/6).
Aufgrund der
im
Einspracheverfahren
beigezogenen
medizinischen Akten
betref
fend die Nasenverletzung
ist nicht ersichtlich, dass
die
F
raktur
nach dem komplikationslosen postoperativen Verlauf (vgl. Bericht des
Kantonsspitals A._
vom 1
5.
Januar 2020,
Urk.
8/137/13)
weiterhin
Beschwerden verursacht hätte
oder behandlungs
bedürftig gewesen wäre. Der Beschwerdeführer selbst erwähnte am 1
1.
September 2020 kein
e
entsprechenden
Probleme (
Urk.
8/73/1), so dass es damit sein Bewen
den hat.
3.3
3.3.1
D
er Fall
ist
unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen und Prüfung
des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invaliden
versicherung abgeschlossen sind (
vgl. vorstehende E. 1.
2
). Letztere
sind
mit Blick auf die entsprechende Mitteilung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 2
9.
Juni 2020 (
Urk.
8/63) unstreitig
nicht im Gang
und können daher einem Fallabschluss nicht
entgegen stehen
(vgl.
Urk.
1 S. 4
Ziff.
3
).
3.3.2
Der Beschwerdeführer ist jedoch der Auffassung, der Endzustand sei
in Bezug auf die Verletzung an der rechten Schulter
bisher noch nicht erreicht worden
(
Urk.
1 S. 4 und S. 6).
Soweit er
in diesem Zusammenhang
dem Kreisarzt
Dr.
B._
die für die Beurteilung notwendige Fachkunde abspricht (
Urk.
1 S. 7)
, kann ihm nicht gefolgt werden. Praxisgemäss sind die Kreisärzte nach ihrer Funktion und beruflichen Stellung Fachärzte im Bereich der Unfallmedizin. Da sie ausschliess
lich Unfallpatienten, Körperschädigung
en
im Sinne des
Art.
6
Abs.
2 UVG und Berufskrankheiten diagnostisch beurteilen und therapeutisch begleiten, verfügen sie über besonders ausgeprägte
traumatologische
Kenntnisse und Erfahrungen. Dies gilt unabhängig von ihrem ursprünglich
konkret im Ausland
erworbenen Facharzttitel (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_219/2022 vom
2.
Juni 2022
E. 3.2 mit Hinweisen).
Weshalb dies bei
Dr.
B._
nicht zutreffen sollte, legt der Beschwerd
eführer nicht substant
iiert dar und ist auch nicht ersichtlich.
Dr.
B._
zeigte unter Einbezug der medizinischen
Vorakten
(vgl. Urk. 8/102/1-5)
überzeugend und schlüssig auf,
dass
ein stabiler
Endzustand
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erreicht worden war. Fachärztliche Berichte, welche auch nur geringe Zweifel an dieser Beurteilung wecken könnten, liegen nicht vor.
Dem vom Beschwerdeführer aufgelegten Bericht von
Dr.
C._
vom 1
6.
Februar 2022 (
Urk.
12/1) sind auch keine weiteren Behandlungsoptionen zu entnehmen. Im Weiteren
hielten die behandelnden Ärzte des
Kantonsspitals A._
in ihrem Verlaufsbericht vom 13. November 2020
betreffend die Schulterbeschwerden
insbesondere fest,
der Beschwerdeführer zeige sich aktuell weitgehend beschwer
defrei mit nur geringer Einschränkung bei maximaler Überkopfbelastung. Die Beschwerden seien aktuell sicherlich zu wenig einschränkend, um auf ein opera
tives Vorgehen zu konvertieren. Mit dem Beschwerdeführer sei so verblieben worden, dass die noch laufenden physiotherapeutischen Massnahmen nach Ablauf der aktuellen Serie beendet werden könnten und er sich bei erneut zuneh
mender Symptomatik wieder melden könne (
Urk.
8/78/3).
Auf den seitens des Orthopäden der
Klinik E._
am 20. März 2020 in Betracht gezogenen Schultereingriff (
Urk.
8/43/3) ging der Beschwerdeführer
mangels Erfolgsaussich
ten
in der Folge nicht weiter ein
, wie er anlässlich der Besprechung vom 1
1.
September 2020 einräumte (
Urk.
8/73/1)
.
Im Rahmen eines Telefonats mit der Beschwerdegegnerin vom
2.
Dezember 2020 erwähnte der Beschwerdeführer
überdies
selbst, dass er in den letzten Monaten keine wirkliche Verbesserung mehr bemerkt habe (Urk. 8/80).
Inwiefern bei diesen Gegebenheiten
von der Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung über den
2
8.
Februar 2021
hinaus noch
mit einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes hätte gerechnet werden können, erschliesst sich nicht.
Selbst wenn
d
er
Beschwerdeführer
von weiterer P
hysiotherapi
e noch hätte profitieren können, vermag dies
allein
den
Fallabschluss
rechtsprechungsgemäss nicht hinauszuzögern
(Urteil
des Bundesgerichts
8C_682/2021 vom 1
3.
April
2022 E.
5.3.2
).
3.4
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
auf der Grundlage der kreisärztlichen Einschätzung
in Anwendung von
Art.
19 Abs. 1 UVG
ihre Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen per 2
8.
Februar 2021 ein
gestellt hat
, wobei der Vollständigkeit halber festzuhalten ist, dass sie sich dazu bereit erklärt hat, z
wecks
Erhaltung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit
auch zukünftig
gewisse ärztliche und physiotherapeutische Massnahmen zu übernehmen (vgl. Urk. 8/115/1)
, obschon
hiefür
bei fehlendem Rentenanspruch keine gesetzliche Verpflichtung besteht (
Art.
21
Abs.
1
lit
. a
bis d
UVG
; BGE 140 V 130 E. 2.2
)
.
4.
4.1
In einem nächsten Schritt ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu prüfen.
Der Kreisarzt
Dr.
B._
äusserte sich in seiner
Aktenbeurteilung
vom
14. Januar 2021 zu dessen Arbeitsfähigkeit.
Bezogen auf die «robuste» selbstän
dige
Erwerbst
ätigkeit des Beschwerdeführers als aktiv mitarbeitender Leiter einer kleinen Baufirma mit einem Arbeitnehmer sei bei einer 100%igen Präsenzzeit in Anbetracht der Unfallfolgen eine bleibende Leistungsminderung für Arbeitstätig
keiten über Brusthöhe und mit dem Heben von Lasten verbundene Tätigkeiten begründet. Mit der zuletzt selbst angegebenen 50%igen Leistungs- respektive Arbeitsfähigkeit sei in Bezug auf die angestammte Tätigkeit ein erkennbares Limit des nun 64-jährigen Beschwerdeführers erreicht. Demgegenüber sei eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit eingeschränkten Arbeitsausübungen bis zur Brust
höhe (unterhalb der Horizontalen)
weiterhin in einem vollzeitigen Pensum zumutbar. Repetitive Arbeiten über der Horizontalen, Überkopfarbeiten sowie das Heben und Tragen schwerer Lasten ohne geeignete Hilfsmittel seien als leidens
inadäquat zu bewerten. Zu vermeiden seien
angesichts der Schulterverletzung
darüber hinaus
ein repetitiver Umgang mit schlagenden, rüttelnden und vibrierenden Maschinen sowie das Besteigen von Leitern und Gerüsten mit einer erhöhten Sturzgefährdung unter einem stets notwendigen festen
bimanuellen
Umgebungshalt (
Urk.
8/102/6).
4.2
Die Parteien stimmen
mit de
n plausiblen Einschätzung
en
des
Kreisarzt
es
dahin
gehend überein, dass
in Bezug auf
die angestammte Tätigkeit
nur noch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit besteht (vgl.
Urk.
1 S. 4
Ziff.
2,
Urk.
2 S. 12
Ziff.
5
a.
bb
.
)
; Weiterungen erübrigen sich in diesem Zusammenhang.
Die 100%ige Arbeits
fähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten zieht der Beschwerdeführer grundsätz
lich ebenfalls nicht in Zweifel.
S
oweit
er geltend macht, das Zumutbarkeitsprofil werde den tatsächlichen Gegebenheiten nicht gerecht, da
der Kreisarzt in Bezug auf die rechte Schulter zu Unrecht von einem relevanten Vorzustand ausgegangen sei (
Urk.
1 S. 7 f.; vgl. auch
Urk.
11 S. 2 f.), ist nicht erkennbar, was er daraus zu seinen Gunsten
ableiten will
.
Zum einen sind keine a
nderslautende
n
fachärztliche
n
Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit
oder zum
Zumutbarkeits
profil
ab dem Zeitpunkt des Fallabschlusses
aktenkundig.
Insbesondere äusserte sich
Dr.
C._
in seinem Bericht vom 1
6.
Februar 2022 (Urk. 12/1) nicht dazu.
Zum anderen
ist der Beschwerdegegnerin beizupflichten
(vgl.
Urk.
7 S. 5
Ziff.
16.4)
, dass die Restbeschwerden an der Schulter
unabhängig eines allfälli
gen Vorzustandes
umfassend in die Beurteilung der zumutbaren Restarbeits
fähigkeit eingeflossen sin
d.
Auf das
von
Dr.
B._
statuierte Belastungsprofil
sowie
die
für
dem
entsprechend leidensadaptierte T
ätigkeiten attestierte
100%ige Arbeitsfähigkeit
kann somit ohne Weiteres abgestellt werden.
4.3
4.3.1
Einzugehen bleibt auf die erwerbliche Seite der Invaliditätsbemessung. Im Rahmen der Durchführung des Einkommensvergleichs hat die Beschwerdegegne
rin
das
Valideneinkommen
für das Jahr 2021 auf
Fr.
62'396.40
(=
Fr.
5'199.70 x 12)
festgelegt, wobei sie sich dabei auf die
prognostischen
Angaben des Beschwerdeführers vom 16. Dezember 2020 stützte (
Urk.
8/98)
. Das Invalidenein
kommen von Fr. 68'827.90 ermittelte sie auf der Grundlage der LSE
2018
,
Bruttolohn der Männer im
Kompetenzniveau 2
in allen Wirtschafts
zweigen
unter Anpassung an die betriebsübliche Arbeitszeit sowie
an
die Nominallohnentwicklung bis 2021
und unter Berücksichtigung eines leidens
bedingten Abzuges von 5
%
(
Urk.
2 S. 13 f.
,
Urk.
8/122/3
).
4.3.2
Der Bundesrat hat gestützt auf Art. 18 Abs. 2 UVG in Art. 28 Abs. 4
der Verord
nung über die Unfallversicherung (UVV)
eine besondere Regelung getroffen für die Ermittlung des Invaliditätsgrades bei Versicherten, welche die Erwerbstätig
keit nach dem Unfall altershalber nicht mehr aufnehmen (Variante I) oder bei denen sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt (Variante II). In diesen Fällen sind gemäss Art. 28 Abs. 4 UVV für die Bestimmung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinkommen massgebend, die eine versicherte Person im mittleren Alter bei einer entsprechen
den Gesundheitsschädigung erzielen könnte (BGE 134 V 392 E. 6.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_582/2020 vom 2. August 2021 E. 3 mit Hinweisen und 8C_799/2019 vom 17. März 2020 E. 2.3). Nach der Rechtsprechung liegt das mittlere Alter im Sinne dieser Bestimmung bei etwa «42 Jahren» oder zwischen «40 und 45 Jahren» und das vorgerückte Alter im Bereich von «rund 60 Jahren», wobei für letztes der Zeitpunkt des Rentenbeginns massgebend ist (BGE 122 V 418 E. 1b, 122 V 426 E. 2, je mit Hinweisen).
Die Regelung ist ihrem Wortlaut nach («bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung») zwar primär auf die Ermittlung des Invalideneinkommens ausgerichtet, hat gemäss einhelliger Lehre und Rechtsprechung aber auch dann Platz zu greifen, wenn es um die Bestim
mung des
Valideneinkommens
geht (BGE 122 V 418 E. 5 mit Hinweisen). Somit sind beide Vergleichseinkommen unter dieser Prämisse festzulegen (BGE 114 V 310 E. 2 in
fine
; Urteil des Bundesgerichts 8C_219/2022 vom 2. Juni 2022 E. 6.1 mit Hinweisen).
4.3
.3
Im Rahmen der Ermittlung des Invalideneinkommens brachte die Beschwerde
gegnerin
Art.
28
Abs.
4 UVV zur Anwendung (
Urk.
2 S. 14). Dem ist beizupflich
ten, da der 1956 geborene Beschwerdeführer zu
m Zeitpunkt des
möglichen
Rentenbeginns (März 2021) bereits über 64 Jahre alt
war und
auch selbst der Auffassung ist,
es sei ihm nicht zumutbar,
seine Mitarbeit für die eigene Unter
nehmung (vgl.
Urk.
19) aufzugeben und
auf Kosten seines letzten Projekts
vor der Pensionierung
(«
D._
») einer Verweistätigkeit nachzugehen (
Urk.
1 S. 10
-12
).
Mithin wirkt sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit aus
,
wobei letztlich auch der Kreisarzt
im Rahmen der Zumutbarkeitsbeurteilung auf das
Limit
des
64-jährigen
Beschwer
deführers
hinwies (
Urk.
8/102/6
)
.
F
ür die Bestimmung des Invaliditätsgrades
sind daher
die Erwerbseinkommen massgebend, die eine versicherte Person im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte
.
Damit wird nicht zuletzt auch dem Umstand Rechnung getragen, dass mit
Art.
28
Abs.
4 UVV verhindert werden soll, dass bei älteren Versicherten zu hohe Invali
ditätsgrade resultieren und Dauerrenten zugesprochen werden, wo sie mit Blick auf die unfallbedingte Invalidität eher die Funktion von Altersrenten aufweisen (BGE 122 V 418 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_307/2017 vom 2
6.
Septem
ber 2017 E. 4.1).
Dies wäre gerade der Fall, wenn
wie beschwerdeweise vorgebracht (
Urk.
1 S. 11 f.)
eine Verweistätigkeit ausser Acht gelassen und
einzig die noch bestehende Restarbeitsfähigkeit von 50
%
im angestammten Tätigkeitsbereich für
verwertbar
erachtet würde.
Es ist
nach dem Gesagten
auch unter Berücksichtigung des kreisärztlich definierten Zumutbarkeitsprofils
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde
gegnerin das Invalideneinkommen gestützt auf die LSE 2018 (TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschafts
zweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, T
otal
, Männer; abrufbar im Internet) festgelegt hat
(
Urk.
2 S. 13). Sie ging in diesem Zusammen
hang
auch
zu Recht vom Grundlohn des Kompetenzniveaus 2 aus (Fr. 5'649.--
; vgl.
Urk.
8/122/3
),
da der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben gelernter Hochbauzeichner ist, eine Zusatzausbildung zum Zimmermann
und ein Studium zum Holzbautechniker
absolviert hat
(
Urk.
8/53/5)
und seit Oktober 1999 Geschäftsführer seines eigenen Unternehmens im Baugewerbe
mit einem Angestellten
war (
Urk.
1 S. 8
,
Urk.
19
,
Urk.
8/73/1,
8/92
)
, wobei in der Schaden
meldung seine Stellung als «Höheres Kader» beschrieben wurde (
Urk.
8/1
Ziff.
3)
.
Er verfügt damit über besondere Fähigkeiten und Kenntnisse
im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
zur Erzielung des Durchschnittslohns gemäss dem
Kompentenzniveau
2
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_5/2020 vom 2
2.
April 2020 E. 5.3.2).
Die Beschwerdegegnerin hat des Weiteren
zutreffend
die betriebsübliche Arbeits
zeit sowie die Nominallohnentwicklung bis 2021 in ihre Berechnung einbezogen.
Hinsichtlich des gewährten leidensbedingten Abzuges von 5
%
bleibt anzumer
ken, dass das
Sozialversicherungsgericht sein Ermessen
in diesem Zusammen
hang
nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen
darf
; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6).
Solche triftigen G
ründe
sind weder ersichtlich noch wurden sie vom Be
schwerdeführer geltend gemacht, weshalb es beim gewährten Leidensabzug von 5
%
sein Bewenden hat. Das Invalideneinkommen beläuft sich somit auf
Fr.
68'827.90
(vgl.
Urk.
2 S
. 13 f.
).
4.3.4
Bei der
Ermittlung
des
Valideneinkommens
liess die Beschwerdegegnerin dem
gegenüber ausser Acht,
dass beide Vergleichseinkommen unter der Prämisse von
Art.
28
Abs.
4 UVV festzulegen sind (vgl. vorstehende E. 4.3.2).
Grundlage bildet folglich auch hier die LSE 2018
(TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor
); im Konkreten sind die
Ziffer
n
41-43
(
Baugewerbe, Kompetenz
niveau 2, Männer; abrufbar im Internet)
heranzuziehen
.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung und der betriebsüblichen Arbeitszeit beträgt da
s
Valideneinkommen
demnach
Fr.
74’555
.
58
(
Fr.
5'962.-- * 12 / 40 * 41.3 / 2'260 * 2
'
281
; vgl. Bundesamt für Statistik [BFS], Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2021, T 39 sowie Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T 03.02.03.01.04.01;
jeweils
abrufbar im Internet).
4.3.5
Ausgehend von einem Invalideneinkommen von
Fr.
68'827.90 und einem
Valideneinkommen
von
Fr.
74'555.58 ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 7.68
%
respektive 8
%
(zum Runden
:
BGE 130 V 121). Mangels eines Invaliditätsgrades von mindestens 10
%
hat die Beschwerdegegnerin somit den Rentenanspruch zu Recht verneint (vgl. vorstehende E. 1.
3
).
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu Recht ausgehend von einer Integritätseinbusse von 10
%
eine Integritätsentschädigung von
Fr.
14'820.-- zugesprochen hat. D
ieser macht geltend,
die Integritätseinbusse
betrage
mehr als 15
%
, wobei hinsichtlich der Integritätsentschädigung wohl noch weitere Abklärungen notwendig seien, bevor darüber befunden werden könne (
Urk.
1 S. 11).
5.2
5.2.1
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs
3.
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
5.2.2
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso weniger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regelfall, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
5.3
5.3.1
Der Kreisarzt
Dr.
B._
nahm erstmals am 1
4.
Januar 2021 eine Beurteilung des Integritätsschadens vor, welchen er auf 10
%
festlegte.
Zur Begründung führte er aus,
gemäss Tabelle 5 (Integritätsschäden bei Arthrosen) werde
eine mässige
Omarthrose
mit 5-10
%
und eine schwere Arthrose mit 10-25
%
bewertet. Unter der erwartungsgemässen weiteren Entwicklung einer
glenohumeralen
Arthrose und diesbezüglichen funktionellen Einschränkungen werde im konkreten Fall der Mittelwert gewählt. In Anbetracht der bereits prätraumatischen degenerativen Vorschäden und des bisher bleibend guten funktionellen Bewegungsbefundes erweise sich diese Einschätzung als grosszügig (
Urk.
8/101/1).
Ergänzend
äusserte sich
Dr.
B._
am 3
1.
Mai 2021 insbesondere dahin
gehend,
dass mit Blick auf die Bildgebung der Schulter vom 19. März 2020 sowie die MR-
Arthrographie
vom 1
0.
März 2020 die Schultergelenksartikulation im Wesentlichen erhalten sei. Abgesehen von einer allfälligen
Mehrsklerosierung
des
Glenoidrands
seien bisher weder ein
humeraler
Osteophyt
noch
bei einer Zentrierung des
Humeruskopfs
eine asphärische Deformierung der Kalotte oder eine morphologisch sonst auffallende Degeneration des
Glenoids
dargestellt worden.
Angesichts der einschlägigen Klassifikationen entsprächen insofern die Bildgebungen eher einer leichten Arthrose, welche gemäss Suva-Tabelle 5 (noch) keine Integritätsentschädigung bedingen würde. Passend zum morphologischen Befund werde dabei auch klinisch eine gute Funktionalität des Gelenks mit einer Bewegungsfähigkeit deutlich über die Horizontale hinausgehend dokumentiert. Im Rahmen der erfolgten Einschätzung des Integritätsschadens auf 10
%
dem Wert zwischen einer mässigen und einer schweren Arthrose
werde auch bereits perspektivisch ein Fortschreiten der Arthrose nach dem Unfallereignis vom 2. Dezember 2019 in besonderer Weise mitberücksichtigt. Auch in Anbetracht der bereits vorbestehenden und für den weiteren Gelenkverschleiss hier in besonderer Weise relevanten degenerativen Vorschäden der
Rotatorenmanschette
sei diese Beurteilung sicherlich sehr grosszügig und schliesse bereits die mögliche weitere posttraumatische Leidensprogredienz mit ein. Eine darüberhinausgehend einge
forderte höhere Bewertung von 15
%
(entsprechend einer schweren Arthrose) auf der Basis einer mathematischen Mittelwertberechnung
- wie sie vom Beschwer
deführer postuliert wird (vgl.
Urk.
1 S. 11 unten) -
sei medizinisch weder durch den aktuell
blanden
, unterschwelligen morphologischen und klinischen Befund noch unter Berücksichtigung der komplexen Vorschädigung gerechtfertigt (
Urk.
8/141/3).
5.3.2
Dr.
B._
orientierte sich im Rahmen seiner Beurteilung an der Suva-Tabelle 5 (Integritätsschäden bei Arthrosen).
Er begründete einlässlich
und
überzeugend
, weshalb entgegen der Sichtweise des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 10
f.
) in Bezug auf die Schulterverletzung keine höhere Integritätseinbusse als 10
%
besteht, wobei er
nicht nur der gut erhaltenen Funktionalität und Beweglichkeit des Gelenks (vgl. auch
Urk.
8/78/3), sondern
ebenso
dem degenerativen Vorzustand
einerseits
und der voraussichtlichen
zukünftigen
Entwicklung des Gesundheits
schadens
andererseits
angemessen
Rechnung trug.
Degenerative Veränderungen bestätigte auch D
r.
C._
in seinem Bericht vom 1
6.
Februar 2022 (
Urk.
12/1); zum Ausmass des Integritätsschadens nahm er nicht Stellung, sondern setzte sich im Wesentlichen mit der Frage des natürlichen Kausalzusam
menhangs zwischen dem Sturz von der Leiter und der
Rotatorenmanschetten
verletzung
auseinander.
Es ist auch sonst keine der kreisärztlichen Beurteilung widersprechende fachärztliche Einschätzung des I
ntegritätsschadens aktenkun
dig.
Dies gilt auch
in Bezug auf
den
geltend gemachten Integritätsschaden
an der Nase
(vgl.
Urk.
1 S. 11).
Darüber hinaus ist diesbezüglich festzuhalten, dass
sich der Beschwerdeführer eine offene, dislozierte Nasenbeinfraktur mit
Septumfraktur
zu
zog
, welche (bei Status nach
Septorhinoplastik
vor
mehreren
Jahren
) zu einer erheblichen Nasenatmungsbehinderung auf der rechten Seite führte
. A
m 12.
Dezember 2019 wurde
deswegen
im
Kantonsspital A._
der Versuch unternommen, den imprimierten Anteil des Nasenskelettes wieder aufzustellen, was jedoch misslang. Das dislozierte und frakturierte Septum wurde in die Mitte zurückgeschoben
; beide Nasenhöhlen waren danach gleich gross (Urk. 8/13).
Bei der Entfernung des Nasengipses am 2
7.
Dezember 2019 zeigte sich kein Schiefstand der Nase. Der B
eschwerdeführer habe berichtet
, rechtsseitig eine vermehrte Schwellung im Nasenloch zu verspüren. Zudem sei der Lufteinstrom nicht in beiden Nasenhöhlen gleich, was allerdings schon vorbestehend gewesen sei (Bericht des
Kantonsspitals A._
vom 15. Januar 2020,
Urk.
8/137/15).
Anlässlich eines Telefonats mit einer Mitarbei
terin der Beschwerdegegnerin habe er am 1
6.
März 2020 mittgeteilt, der Geruch
sinn sei vorhanden und optisch sei die Nase in Ordnung. Mühe bereite ihm noch etwas das «Schnaufen»; vor allem nachts schnarche er vermehrt (Urk. 8/38/2).
Anhaltspunkte für eine Beeinträchtigung der Lungenfunktion im Umfang von mindestens 33 1/3
%
, welche laut der Suva-Tabelle 10 (Integritätsschaden bei Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten an den Atmungsorganen) für die Annahme eines Integritätsschadens vorausgesetzt wird, bestehen aus medizi
nischer Sicht nicht.
Bei diesen tatsächlichen Gegebenheiten
ist nicht ersichtlich, inwiefern es sich
bei der
vorliegenden
Nasenverletzung
um eine erhebliche
Schädigung
handeln soll, welche die körperliche
Integrität
augenfällig oder stark beeinträchtigt
(vgl.
Art.
24
Abs.
1 UVG
in Verbindung mit
Art.
36
Abs.
1 UVV
).
Von weiteren Abklärungen medizinischer Art sind keine anderen
entscheidrele
vanten
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon in antizipierter Beweiswürdi
gung abgesehen werden kann
(BGE 144 V 361 E. 6.5, 136 I 229 E. 5.3, 124 V 90 E. 4b).
5.3.3
Nach dem Gesagten
bestehen keine auch nur geringen Zweifel an der kreisärzt
lichen Einschätzung und
die Beschwerdegegnerin
durfte
somit auch auf die Beurteilung von
Dr.
B._
betreffend Integritätsschaden abstellen. Dieser ist mit 10
%
zu beziffern, weshalb sich die zugesprochene Integritätsentschädigung von Fr. 14'820.-- als korrekt erweist (
Fr.
148'200.-- * 0.1; vgl.
Art.
25 UVG in Verbindung mit
Art.
22
Abs.
1 UVV).
6.
Zusammenfassend
hat die Beschwerdegegnerin
die Taggeld- und Heilbehand
lungsleistungen zu Recht per 2
8.
Februar 2021 eingestellt.
Mangels eines Invali
ditätsgrades von mindestens 10
%
hat
sie auch den Anspruch auf eine Invaliden
rente zu Recht verneint. Überdies ist
die auf der Grundlage e
iner Integritätsein
busse von 10
% ausgerichtete Integritätsentschädigung im Betrag von
Fr.
14'820.--
nicht zu beanstanden
.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
1.
Juni 2021 (
Urk.
2) erweist sich somit
insgesamt als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.