Decision ID: e942e557-410d-409a-903a-6782a9af4172
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
D
ie 1957 geborene
X._
, zuletzt
bis Ende Juni 2018
als Geschäfts
füh
rerin der
Y._
im 50%-P
ensum
angestellt
, bezog aufgrund der Folgen einer 2001
anlässlich eines
Verkehrsunfall erlittenen Halswirbelsäul
en (HWS)-Distorsion seit dem 1.
Oktober 2002 eine halbe Invalidenrente (Verfügung vom 2
5.
Februar 2004 der Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Z._
,
Urk.
2/
9/33). Mit Mitteilung vom 2
1.
Februar 2007 bestätigte die seit März 2004 neu zuständige Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, den Anspruch der Versicherten auf eine halbe Rente (
Urk.
2/
9/75).
1.2
Im Rahmen der im April 2012 nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 des
Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung (IVG,
6.
IV-Revision, erstes Massnah
men
paket; kurz:
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision) eing
eleiteten Renten
re
vision (
Urk.
2/
9
/80)
hob die IV-Stelle
die bisherige Rente gestützt auf
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV
-Revision mit Verfügung vom 19.
November 2013 per Ende des de
r
Zustellung folgenden Monats
auf
(
Urk.
2/
9/106). Die dagegen erho
bene Be
schwer
de
(
Urk.
2/
9/110/3 ff.
) hiess das Sozialversicherungs
gericht des Kantons Zürich mit Urteil IV.2014.00002 vom 1
3.
August 2014 (
Urk.
2/
9/112/1-11) in dem Sinne gut, dass es die Sache zur Durchführung einer vollständigen Abklärung des
medi
zinischen Sachverhalts an die IV-Stelle zurückwies (vgl. E. 3,
Urk.
2/
9/112/6 f.).
1.3
In Umsetzung des vorgenannten Gerichtsentscheides veranlasste die IV-Stelle das
bidisziplinäre
(Rheumatologie/Psychiatrie) Gutachten von
Dr.
med.
A._
, Fachärztin FMH für Innere Medizin spez. Rheumaerkrankungen,
und
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
2. März
und
8. Mai
2015 (
Urk.
2/
9/134/1-163,
Urk.
2/
9/139/1-11). Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
2/
9/144
,
Urk.
2/
9/147,
Urk.
2/
9/151,
Urk.
2/
9/154) hielt die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
5.
März 2016 an de
r Ren
teneinstellung fest (
Urk.
2/2
). Die dagegen erho
bene Beschwerde
(
Urk.
2/1
)
wies das
h
iesige Gericht mit Urteil IV.2016.00488 vom
4.
November 2016 ab (
Urk.
2/
13
).
2.
Dagegen erhob
X._
am
1
5.
Dezember
2016
Beschwerde beim Bundesge
richt und
beantragte, das Urteil
des hiesigen Gerichts
vom
4.
November 2016
sei aufzuheben und
ihr
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50
%
weiterhin eine halbe Rente auszurichten
(Urk.
2/15
).
3.
Das Bundesgericht hiess
die Beschwerde mit Urteil 9C_847/2016 vom 19. Juni
201
7
in dem Sinne
teilweise
gut, dass es das angefochtene Urteil aufhob und die Sache
zur Durchführung einer polydisziplinären Begutachtung und
neuen Ent
scheidung
an das hiesige Gericht
zurückwies
(Urk.
1
, Dispositiv
Ziffer 1 und E. 4.4
).
4.
In Nachachtung des Bundesgerichtsurteils
9C_847
/2016
vom 1
9.
Juni 2017 holte das hiesige Gericht das polydisziplinäre Gutachten (Rheumatologie/Neuro
logie/
Psychiatrie/Neuropsychologie) der MEDAS
C._
vom 2
8.
September 2018
ein (
Urk.
21). Mit Eingaben vom 2
2.
und 2
6.
Oktober 2018 liessen sich die Parteien dazu verneh
men (
Urk.
25,
Urk.
26, vgl.
Verfügung vom
3.
Oktober 2018,
Urk.
23).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts
,
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbsein
kom
men zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
geh
end objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141
V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts
9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nach
weis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweis
losigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Janu
ar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regel
fall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «
funktioneller Schweregrad
»
(E. 4.3)
-
Komplex «
Gesundheitsschädigung
»
(E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «
Persönlichkeit
»
(Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «
Sozialer Kontext
»
(E. 4.3.3)
-
Kategorie «
Konsistenz
»
(Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40
% besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50
%
auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mi
ndestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70
%
auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG)
.
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Im Urteil 9C_847
/2016
vom 1
9.
Juni 2017
in Sachen de
r Beschwerdeführerin
gegen die
IV-Stelle
des Kantons Zürich betreffend Invalidenversicherung hielt das Bundesgericht
zusammengefasst
fest,
das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dres
.
A._
und
B._
vom
2.
März
und
8.
Mai 2015 erlaube keine zuverlässige Beurteilung von Diagnosen und Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin
.
Dies gelte insbesondere im Lichte der geänderten Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 28
1.
Vorliegend gehe es um eine Schmerzproblematik im Gefolge einer HWS-Distorsion, bei welcher die Schmerzrechtsprechung sinngemäss zur Anw
e
ndung komme (BGE 136 V 279). Demgegenüber hätten
Dr
es
.
A._
und
B._
von einer Prüfung der Zumutbarkeit der Schmerzüberwindung unter dem Aspekt der zum
Begutachtenszeitpunkt
geltenden sogenannten
Foersterkriterien
resp. der Indi
katoren gemäss der mit BGV 141 V 281 geänderten Rechtsprechung abge
sehen. Damit bleibe die zentrale Frage, in welchem Ausmass der Beschwer
de
führerin eine Erwerbstätigkeit zugemutet werden könne, aus ärztlicher Sicht un
be
antwortet.
Mithin fehle es
an einer ärztlichen
Aussage zu den arbeitsmässigen
Auswirkungen des
chronifizierten
Beschwerdebildes und damit die wichtige Grun
d
lage für die rechtliche Beurteilung der noch zumutbaren Arbeitsle
ist
ung.
Sodann habe
Dr.
A._
nicht nachvollziehbar begründet, weshalb trotz mit
tel
schwerer bis schwerer Befunde an der HWS eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. Weiter habe sie darauf verzichtet aufzuzeigen, welche Einschränkungen bei der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung des konkreten Anforderungsprofils in der angestammten Tätigkeit tatsächlich gegeben seien.
Schliesslich sei
Dr.
A._
– im Unterschied zu
Dr.
B._
– von einer Schmerzausweitung ausgegangen. Auf diese entgegengesetzte Einschätzung sei im Rahmen der inter
disziplinären Zusammenfassung und Beurteilung nicht eingegangen worden
. Vor diesem Hintergrund sei die Sache an das hiesige Gericht zurückzuweisen, damit diese
s
in Anbetracht des komplexen Beschwerdebildes eine polydisziplinäre Begut
achtung veranlasse und hernach erneut über die von der IV-Stelle verfügte Leistungseinstellung entscheide
(
Urk.
1,
E. 4.3).
2.2
Strittig und zu prüfen bleibt
weiterhin, ob die
Beschwerdegegnerin die bisher
ausgerichtete
Rente mit Verfügung vom 1
9.
November 2013
z
u Recht per Ende des der Zustellung folgenden Monats aufgehoben hat und
in diesem Z
usammen
hang
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Rentenauf
hebu
ng.
Dass d
er
ursprüngliche
n
Rentenzusprache
ein
sog.
s
yndromales
Beschwe
r
de
bild
ohne nachweisbare Grundlage
zugrunde lag, welche
in den Anwendungs
bereich von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG fällt
, wurde vom hiesigen Gericht bereits in den
Urteil
en
IV.2014.00002
vom 1
3.
August 2014
und IV.2016.00488 vom
4.
November 2016
festgehalten
(
Urk.
2/9/112/6, E. 2.4
;
Urk.
2/13/7, E. 3
)
und
schliesslich
in BGE
9C_847/2016 vom 1
9.
Juni 2017
höchstrichterlich
bestätigt (
Urk.
1, E. 3.1-3.5). Auf die betreffenden Ausführungen wird verwiesen.
3.
3.1
Im polydisziplinären Gutachten vom 2
8.
September 2018 notierten die beur
teilenden Fachärzte der MEDAS
C._
die nachfolgenden Diagnosen (
Urk.
21/42):
-
Chronisches
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom mit wahrscheinlich zumindest teilweise
zervikogen
bedingten Kopfschmerzen
-
Status nach HWS-Distorsion und fraglicher Commotio cerebri (MTBI) am
1
1.
Oktober
2001
-
Spondylarthrose
C2/3 beidseits und C3/4 links, degenerative
Fora
minalstenose
C3/4 links
-
Atlantodentalarthrose
-
Status nach HWS-Distorsion und S
chulterprellung rechts am 2
4.
September
2004
(Autounfall, seitliche Kollision)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (
ICD-10:
F45.41)
-
Neurasthenie (
ICD-10:
F48.0)
-
Chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp
-
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
Spondylarthrose
L4/5 und L5/S1 beidseits
-
D
iskusprotrusion
L4/5 (MRT 2
0.
Februar
2015)
-
Residuen nach Morbus Scheuermann
-
Periarthropathie
beider Schultergelenke
-
Leichtgradige AC-Arthrose, Bursitis
subacromia
lis
/
subdeltoidea
(MRT 2
0.
Februar
2015)
-
Status nach septischer Arthritis des rechten Schultergelenkes nach Injektion ei
nes
Kortisonpräparates
am 1
6.
März
2012
-
Schulter
gelenkspülung am 1
8.
März
2012
-
Schulterart
hroskopie und Drainage am 2
0.
März
2012
-
Wirbelkörperhämangiom LWK 5 (MRT 20.02.2015)
-
Mediale degenerative M
eniskusläsion rechts (MRT 2
6.
Februar
2014)
-
Laparoskopische
Hysterektomie mit
Ad
häsiolyse
pelvin
rechts am 0
5.
Oktober
2007
-
Laparo
skopie und
Adhäsiolyse
am 1
2.
August
2008, dabei iatrogene Blasenverletzung
-
Anamnestisch Allergie auf
Augmentin
-
Struma
nodo
sa
rechts (Sonografie vom 2
7.
September
2013)
-
Status nach Katarakt-Operation beidseits 2010
3.2
In rheumatologischer Hinsicht habe die Beschwerdeführerin Schmerzen im
Bereich
des
Nacken
s
,
des
Kopf
es, des Schultergürtels,
beider Schultern linksbeto
nt, im thorakalen und
lumbalen B
ereich des Rückens sowie
in
mehreren Gelenken (Handgelenke,
Fingermitte
lgelenke, Sprunggelenke, Knie) beklagt
(
Urk.
21/53)
.
Die klinische Untersuchung habe
eine eingeschränkte
HWS-Beweglichkeit mit multiplen
Irritationszonen vorwiegend in der oberen
HWS
(C1-C3) sowie
einen erhöhten Tonus
im Bereich des
Musculus
trapezius
und parave
rtebral lumbal gezeigt. Sodann
habe
sich
eine leichte rechtskonvexe
thorakolumbal
e
Skoliose
sowie
vermehrte
Knickbildung des
cervikothorakalen
Überganges
ergeben
. Nebst den Irritationszonen
cervikal
bestünden
segmentale
Druckdolenzen
lumbal in de
n Segmenten L4/5 und L5/S1 sowie
multiple
Druckdolenzen
an den Seh
nenan
sätzen
. Phänomenologisch handle
es sich um ein chronisches
cerviko
spondy
logenes
Syndrom, vermutlich mit einem teilweise
cervikogen
bedingten Kopf
schmerz. Auf der bildg
ebend-strukturellen Ebene
hätten
s
ich eine
Atlantodental
arthrose
C1/2
sowie
Spondylarthrosen
C2/3 beidseits und C3/4 links
nachweisen
lassen
. Dazu passe die
Hypothese, dass zumindest ein Teil der Besc
hwerden einem
cervikogenen
Kopfschmerz entspreche, zumal
beim
cervikogenen
Kopfschmerz vorausgesetzt
werde
, dass sich die zugrunde
liegende Pa
thologie in der
oberen HWS
befinde
. Lumbal
zeigten
sich leicht
gradige degenerative Veränderungen in den Segm
enten L4/5 und L5/S
1.
Zudem bestünden
offenbar seit der Jugend be
kannte Residuen nach einem Morbus Scheuermann.
An beiden Schultern liege
vermutlich eine leichtg
radige
subacromiale
Impingements
ymptomatik
vor, bei klinisch nahezu normaler Beweglichkeit.
Bildgebend
sei
ausserdem
eine leich
te AC-Arthrose mit Bursitis
sub
acromialis
/
subde
l
toidea
zur Darstellung
gekommen. Dies sei typisch
für eine
subacromiale
Impin
gementsymptomatik
.
Die
funktionelle Einschränkung
der
Schultergelenke
sei
minim.
Es
bestehe
eine Tendenz zu einem generalisierten Weichteilrheumatismus im Sin
ne eines Fibromyalgie-Syndroms.
Generalisierte Weichteilschmerzen
stünden in einem
engen Zusam
menhang mit bel
a
stenden Lebensgeschichten. Dies
könne vorliegend erklären
,
weshalb die Beschwerdeführerin nach dem Autounfall
2001 in ein
e
Schmerzchronifizierung
hineingeraten sei
. C
hronische Schmerzsyndrome würden
gemäss neue
rer Schm
erz
forschung als komplexe bio
-
psycho
-
soziale Phänomene gelten
, bei denen es aus medizinis
cher Sicht unmöglich
sei
, die verschiedenen Anteile streng ausein
an
derzuhalten.
Vielmehr spielten biologische, psychologische und soziale Fakto
ren eng ineinander. Die moderne Schmerzforschung gehe davon aus, dass
Schmerzen
durch Phänomene im zentralen Nervensystem entstehen und unterhalten werden könnten, wenngleich der periphere Gewebeschaden längst abgeheilt sei. Diesem Umstand trage die neue Schmerzdiagnose «chronische Schmerzstörung mit soma
tischen und psychischen Faktoren» (ICD-10 F:45.41) Rechnung. Auch wenn die Mehrheit der Betroffenen nach einer HWS-Distorsion einen günstigen Verlauf zeigten, so münde ein nicht unbedeutender Anteil in eine
r
chroni
schen Schmerz
krankheit. Aus der Fachliteratur sei ausserdem bekannt, dass ausgeprägte weich
teilrheumatische Befunde auch ohne wesentliche
ossäre
Läsionen vorliegen könnten.
Anderseits
gäbe es
Menschen, die auch bei ausgeprägten objektivier
ba
ren radiologischen Befunden wenig bis gar keine Schmerzen verspür
ten. Das Aus
mass der Behinderung hänge
in der
Regel viel
mehr von der Beweglichkeit und der Stärke der Schmerzen ab als von den radiologischen Befunden.
In den Vo
r
akten sei die
Beschwerdeführeri
n
m
ehrh
eitlich als leistungsorientiert, einsatz
freudig und engagiert
geschildert worden. Dies decke sich mit dem Eindruck an
lässlich der aktuellen Unter
suchung. Mithin würden keine
Hinweise dafür vorliegen, dass die auf ein 50%-Pensum reduzierte langjährige Tätigkeit als Geschäfts
führerin au
f mangelnde Motivation,
Aggravation resp. Simulation zurückzuführen sei
.
Es sei
davon auszugehen
, dass
die Beschwerde
führerin
im Zeitpunkt der Renteneinstellung (November 2013) aufgrund dersel
ben Beschwerden und Weichteilbefunde, welche 2003/2004 zur
Rentenzusprache
geführt hätten, in ihrer Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt
gewesen
sei, wenngleich
am Achsenskelett im Frühverlauf keine struktur
ellen Läsionen nachweisbar gewesen seien.
Mithin fusse die Leistungseinschränkung
auf einer chronischen
Schmerzstörung.
Demgegenüber habe
Dr.
A._
das
Zumutbarkeitsprofil allein
auf der Ebene der bildgebend nachweisbaren Befunde entworfen. Die «ausge
dehn
ten chronischen
Schmerzen» habe
sie explizit als ohne Auswirkung a
uf die Arbeitsfähigkeit taxiert. Damit erkläre
sich die erhebliche Diskrepa
nz zur Ein
schät
zung von
Dr.
A._
.
Soweit indes ausschliesslich
nach objektiven Be
funde
n
im Sinne struktureller Läsionen
im Bereich der HWS und LWS
mit Aus
wir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit gefragt werde, so seien solche im Zeitpunkt der Rentenaufhebung zu verneinen.
Insofern
sei
das Zumutbarkeitsprofil von
Dr.
A._
rein auf der Ebene objektivierbarer
,
struktureller Läsionen korrekt.
Für einen erfahrenen Rheumatologen seien aber auch Muskelverspannungen objektiv nachweisbar, wenn auch nicht bildgebend.
Betreffend den rechtsseitigen
S
chulterinfekt (septische Arthri
tis) vom März 2012 sei die Beschwerdeführerin nach Lage der Akten bereits im Juni 2012 «praktisch beschwerdefrei» gewesen
. Mithin habe dieser die Arbeitsf
ähigkeit
nur passager eingeschränkt und jedenfalls im November 2012 keine entscheidende Rolle mehr gespielt
. Insbesondere habe kein Zusammenhang bestanden zwischen de
r besagten Infektion und den Be
schwerden
im Bereich der HWS
(
Urk.
21/53 ff.
,
Urk.
21/67
f
f
.
).
3.3
Gegenüber dem neurologischen Gutachter
berichtete
die Beschwerdeführerin zu
dem
neu aufgetretene
g
elegentliche Fuss
schmerzen rechtsbetont. Aufgrund dieser Beschwerden
sei sie nur eingeschränkt leis
tungsfähig
(neurologisches Teilg
ut
achten, S. 11)
.
Klinisch habe sich
bis auf eine schmerzhaft eingeschränkte HWS-Beweglichkeit ein unauffälliger neurologisch
er Be
fund ohne Hinweise für eine Pathologie neu
raler Strukturen
ergeben
. Die Kopfschmerzen
seien
als
chronisc
her Kopfschmerz
vom Spannungs
typ zu interpretieren,
welche sich anamnestisch
bei konzen
trier
ten Tätigkeiten akzentuier
t
en.
Diese
Kopfschmerzen
seien auf eine
zerviko
cephale
Ausstrahlung
zurückzuführen.
Hinweise für einen anderen sekundären Kopf
schmerz
hätten sich nicht
ergeben
. Di
e chronischen Nacken-/
Nacken
schulter
schmerzen sowie Lumbalgien, aktuell ausstrahlend ins rechte Gesäss,
seien
neu
rologisch
nicht erklärbar
.
Vielmehr entsprächen sie
einer
muskuloskelettalen
Symptomatik.
Bildgebend
zeigten sich
eine
mittelschwere entzündlich akti
vierte
Sp
ondylarthrose
C3/4 links
, leichte
S
pondylarthrosen
der übrigen Etagen ohne entzündliche
Aktivierung und eine
Dezentrierung
des
Dens
nach rechts,
ohne Hinweise auf Dis
kushernien oder
eine
an
derweitige Neurokompression. Sodann
bestehe
auf Höhe C1 eine
ovaläre
Lä
sion im
Myelon
mit schwachem
Ödem und KM-Aufnahme,
eine stationäre bis leicht progrediente aktivierte Arthrose des linken
Fazetteng
elenkes
C3/4,
leichte bis m
ä
ssige
Spon
dyla
rthrosen
C2-C7 links
sowie eine m
ittelschwere bis schwere
Forami
nalstenose
C3/4 links
dokumentiert.
Aus klinischer Sicht würden sich
aktuell weiterhin keine Hinweise für ein
zerviko
- und/oder
lumboradikuläres
Syndrom oder eine Myelopathie
ergeben
. Bezüglich der Beschwerden seitens des Bewegungsapparates sei a
uf die rheumatologische Beurtei
lung
zu verwei
sen. Die neu beklagten rezidivierenden stechenden Fus
s
schmerzen seien beim
unauffäl
ligen Neurostatus aus neurologi
scher Sicht nicht
erklärbar
.
Auch sei zu keinem Zeitpunkt seit dem U
nfall 2001
ein objektivierbarer pathologischer Befund am zentralen oder peripheren Nervensystem erhoben worden. Dies gelte auch für den Zeitpunkt der Rentenaufhebung per November 201
3.
Demgegenüber resultiere aus dem chronischen Kopfschmerz
, welche
r
bei mentaler Belastung in sit
zender Position zunehme
und selten in
einen
migrä
ni
formen
Zustand übergehe
, eine 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit der Beschwerdeführerin
als Geschäftsführerin
. Hinsichtlich
einer körperlich leichte
n
, wechselbelastenden Verweistätigkeit, ohne andauernd hohe Anfo
rderungen an die Konzentration
,
sei die Beschwerdeführerin aufgrund der Kopfschmerzen zu 10-20
%
in ihrer Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt
(
Urk.
21/59 f.
,
Urk.
21/65
,
neurologisches Teilgutachten, S. 13
)
.
3.4
In psychiatrische
r
Hinsicht hielt der begutachtende Facharzt fest
, d
a die Schmerzen
subjektiv im Vordergrund stünden
und
zumindest zu Beginn wahrscheinlich zu einem wesentlichen Teil auf körperliche Veränderungen (Unfälle, insbesondere der
Unfall
2001) zurück
ge
führt werden
könnten
,
sei vorliegend
von einer chro
nischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren auszugehen.
Die beklagte chronische Müdigkeit sei diagnostisch schwer einzuordnen
. Die beschriebene Symptomatik (Gefühle der körperlichen Schwäche und Erschöpfung nach nur geringer Anstrengung,
muskuläre und Kopfschmerzen,
Unfähi
gkeit, sich zu entspannen,
Schlafstörungen) entspreche weitgehend einer Neurasthenie. Die funktionellen Auswirkungen se
ien als leicht bis mittelgradig einzuschätzen
.
Eine Depression liege aktuell
eindeutig
nicht vor.
Dafür fehle es an einer depressiven Stimmung
und die emotionale Reaktivität sei erhalten
.
Insbesondere habe
die Beschwerdeführerin
frühere
depressive Schübe
sowie
die
in Gefolge des Unfalls 2001 diagnostizierte
posttraumatische Belastungsstöru
ng
erfolgreich therapiert.
So sei sie von 2002 bis 2009
in
psychotherapeutischer Behandlung gewesen, zu
nächst in 14-tägiger
und später in monatlicher Frequenz
.
Wahrscheinlich we
rde sie
aus prophylaktischen Gründen noch immer mit Antidepressiva behandelt.
Die noch vorhandene
Schmerzstörung bestehe indes
schon lange und es sei
trotz adäquater Behand
lung nicht zu einer
anhaltenden, wesentlichen Verbesserung gekommen.
Möglicherweise bewirke die
vor
kurzem erfolgte Frühpensionierung mit der damit
verbundenen Entlastung eine
Verbesserung
.
Konkordant mit den
Vorakten
sei die Beschwerdeführerin
als motiviert,
engagiert und eher zur Dissimulation neigend zu bezeichnen. Sie sei
ihrer
angestammten beruflichen Tät
igkeit
im Rahmen der bestehenden Defiz
ite und verbliebenen Ressourcen
im maximal möglichen Ausmass von 50
%
nachgegangen
. Weder anlässlich der Anamnese noch im Rahmen der klinischen Untersuchung oder aufgrund der
Vorakten
hätten sich
Hinweise auf eine wesentliche Verdeutlichung, Aggravation oder Simulation
ergeben.
Unter dem Titel «Risikofaktoren und Ressourcen» notierte der psychiatrische Gutachter, d
er Vater der Beschwerdeführerin
sei m
it 75
Jahren
an Blutkrebs verstorben;
er
habe
nach ihren Angaben nicht mehr leben wollen.
Er sei
aus psychischen Gründen
vorzeitig pensioniert
worden. Ihre
Mutter sei an Schizophrenie
erkrankt
, als
die Beschwerdeführerin
acht
jährig
gewesen sei. Danach habe die Mutter
viel Zeit in Psychiatriekliniken verbracht und
mehrere Suizidversuche unternom
men. Die Erkrankung ihrer Mutter sei schlimm gewesen für die Fami
lie, der Vater habe mit Rückzug reagiert.
Er sei auch längere Zeit in
einer psychiatrischen Klinik hospitalisiert gewesen.
Die B
e
schwerdeführerin
sei di
e mittlere von drei Schwestern. B
eide Schwestern seien aus psychiatrischen
Gründen arbeitsunfähig und beren
tet. Sie
selbst sei
als Kind jahrelang von der Mutter geschlagen
worden, auch mit einem Gegenstand.
Der psychiatrische Gutachter taxierte die körperliche Züchtigung der Mutter und den Rückzug des Vaters als anhaltende, schwere
k
örperliche und seelische
Missh
andlung
.
Ausser
de
m habe die Beschwerdeführerin
schon früh
für sich
selbst
sorgen
müssen
.
Klinisch
sowie mit Blick auf ihren
schulischen und berufl
ichen
Werdegang figuriere ihre
Intelligenz
i
m überdurchschnittlich
en
Bereich, was als
Ressource
gelte
. Das
s sich der Unfallverursacher 200
1 nie nach ihrem Befinden erkundigt, seine Schuld anerkannt und sich bei ihr entschuldigt habe
,
sei ein gewichtiger Risikofaktor für eine
Chronifizierung
von Beschwerden.
Sodann
zeige die
Be
schwer
deführerin
leistungsorientierte Persönlichkei
tszüge und sei s
tolz auf ihre Leistungen. Durch grosse
Leistung und harte Arbeit habe sie
sich die
Anerken
nung
geholt
,
die sie sonst kaum erfahren
habe
.
Mithin sei i
hr Selbstwertgefühl
jahrelang von ihrer Leistungsfähigkeit
ab
hängig gewesen
. Durch den Unfall mit seinen Folgen, wie Schmerzen und Ko
nzentrationsstörungen, sei beides
in Frage gestellt
worden.
Ihre
Leistungsbereitschaft und -orientierung
habe
es der Be
schwer
deführerin
möglicherweise
erschwert
,
sich mit einer Restsymptomatik resp.
mit
Einschränkungen zu arrangieren und
sich nach dem Unfall die notwendige Schonung und Analgesie
zu gönnen
. Damit habe sie
unwillentlich zur
Chroni
fizierung
und Zentralisierung ihrer Schmerzen beigetragen. Dieses Bewältigungs
muster - durch einen nochmals erhöhten Einsatz zu ver
suchen
,
die Einschrän
kungen wettzumachen - könne zu
einer Z
unahme der Beschwerden führen und
fälschlich
erweise
als La
tenz wahrgenom
men
werden. So seien
die Beschwerden zwar vorhanden,
würden
aber nicht wah
rgenommen oder überspielt
und
könnten damit
,
erst nachdem sie
eine g
ewisse Schwelle überschritten hä
tten, nic
ht mehr ignoriert werden
.
Gleichzeitig verfüge die Beschwerdeführerin über
Persönlich
keitszüge und
Copingmuster
, die g
ünstig
und als
Ressou
rcen zu bewerten
seien
. So sei sie
dankbar für ihr Leben, ihre Erf
olge, die Chancen und Unterstützung, die sie erhalten habe. Weiter engagiere sie
sich für Mensch
en, die ihr wichtig seien, namentlich Freunde,
Mitarbeiter und die Künstler, zu denen sie eine langjährige Vertrauensbeziehung
habe aufbauen können. Spiegelbildlich gehöre
dazu, dass sie belastende Ereignisse grundsätzlich hinter sich und ruhen la
ssen könne. A
uch
habe die Beschwerdeführerin
grosses Vertrauen in
sich und ihr Schicksal, welches
auf
langjährigen Erfahrungen beruhe. Ihr beruflicher Werde
gang sei
alles and
ere als gradlinig. Sie habe
mehrmals die Seiten
gewechselt
, von einer Ausbildung an der Schule für Gestaltung zu einer unabhängigen Tätigkeit als Künstlerin, zum Kultursponsoring usw.
Dies
weise
auf eine Fähigkeit hin
,
gewohnte Denkmuster
nötigenfalls
kreativ und flexibel zu v
erlassen
.
In ihrer Geschichte falle
auf, dass sie nach Niederlagen und Schicksalsschlägen starke Gefühle
zulassen und leben könne. Gleichzeitig sei es ihr möglich, sich
na
ch einem anfänglichen Tief
doch wieder auf
zurappeln
, aus der
Opferhaltung heraus
zukommen und ihr Leben fortzuführen.
Mithin sei sie befähigt,
Belastungen
und Schicksalsschläge
hinter sich
zu lassen. Bei alle dem
würden ihre weit über
durch
schnittlichen Ressourcen die vorhandenen Belastungen und Risiken über
wiegen.
Dass die Beschwerdeführerin
dennoch chronische Beschwerden entwickelt habe, sei ein Hinweis darauf, dass die Belastungen wahrscheinlich aussergewöhnlich hoch gewesen seien
.
D
ie somatischen Komorbiditäten (Schulterinfektion 2012 und Blasenentzündung nach einer gynäkologischen Operation 2008)
hätten sich
als zusätzliche Belastungen ungünstig auf die vorhandenen Ressourcen ausge
wirkt.
Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin hinsichtlich ihrer bis
herigen Tätigkeit als Geschäftsführerin zu 50
%
arbeitsunfähig. Diese Ein
schät
zung lehne sich an das «Mini-ICF-Rating» für psychische Störungen an. Demnach sei sie in ihrer Fähigkeit zur
Selbstpflege und Selbstversorgung uneingeschränkt.
In ihrer Widerstands- und Durchhaltefähigkeit, Konversations- und Kontakt
fähi
g
keit zu Dritten, Gruppenfähigkeit, Selbstbehauptungsfähigkeit sowie Fähig
keit zur Mobilität und Verkehrsfähigkei
t
bestehe lediglich eine leichte Einschrän
kung. Sodann sei sie in den folgenden Fähigkeiten mässig eingeschränkt: Fähig
keit zur Anpassung an Regeln und Routinen, Fähigkeit zur Planung und Struktu
rierung von Aufgaben, Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, Kompetenz- und Wissens
an
wendung, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, Proa
ktivität und Spontanakti
vi
täten sowie schliesslich in der
Fähigkeit zu engen dyadischen Beziehungen
. In einer Verweistätigkeit, ohne besondere und damit wesentlich tiefere Anforde
rungen an die psychische Belastbarkeit oder andere Fähigkeiten, sei die Be
schwe
r
deführerin zu etwa 30
%
eingeschränkt, vor allem zufolge der
Konzentra
t
ions
- und Antriebsstörungen,
Verlangsamung
und erhöhten
Erm
üdbarkeit
(p
sy
c
hia
trisches Teilgutachten, S. 6
ff.
;
Urk.
21/60 ff.).
3.5
Der neuropsychologische Gutachter hielt fest, bei der Beschwerdeführerin zeige sich
eine alters- und bildung
sadäquate
durchschnittlich bis überdurchschnittlich gute
kognitive Leistungsfä
higkeit bei anamnestisch zeitlich verminderter men
taler Belastbarkeit.
Sie habe
sich sehr gut auf die neuropsychologische Unter
suchung einlassen
können und
bei gegebener Anstrengungsbereitschaft
koope
rativ und motiviert mitgearbeitet. Weiter habe die Beschwerdeführerin
flexibel zwischen den A
nforderungen wechseln und
bei unauffälligem
Tempo und gut
er Sorgfaltsleistung
konzentriert
arbeiten können. Mithin hätten sich
keine Hinweise auf kognitive Funktionsstörungen
ergeben. I
n den geprüften kognitiven Domä
nen
(
Aufmerksamkeit, verbales und f
igurales Lernen/Gedächtnis, Exe
kutivfunk
tionen,
Visuokonstruktion
/visuell-räumliche Leistungen, Rechnen und sprach
lich
e Leistungen
) hätten sich
durchschnittliche bis überdurchschnittliche Ergebnisse
ergeben
. Ihr kognitive
s
Leistungsniveau
habe die Beschwerdeführerin
während der 31⁄4-stündigen
Untersuchung
ohne Schwankungen
aufrechterhalten können
.
Entsprechend notierte der neuropsychologische Gutachter keinerlei Einschrän
kungen der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
(
neuropsychologisches Teilgutachten, S. 8;
Urk.
21/65)
.
3.6
Im Rahmen der Konsensbeurteilung kamen
die
MEDAS-
Gutachter zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei aufgrund ihrer chronischen Schmerzkrankheit
im Zeitpunkt der Renteneinstellung
als Geschäftsführerin
zu 50
%
einge
schränkt
gewesen
. Hinsichtlich
einer Verweistätigkeit
ohne besondere Anforde
rungen an
die psychische Belastbarkeit bestehe eine 30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
21/
68
;
psychiatrisches Teilgutachten
,
S. 16
).
4.
4.1
Das
polydisziplinäre
MEDAS-Gutachten
vom
2
8.
September
2018
erging in Kennt
nis und in Auseina
ndersetzung mit den
Vorakten
,
den geklagten Beschwer
den
sowie gestützt auf
die
klinische
n
Untersuchungen. Die Gutachter haben ihre
D
iagnosen
ausführlich und differenziert begründet,
zu den Beurteilungen in den
Vorakten
einlässlich
Stellung bezogen und – sowe
it
Diskre
panzen bestanden –
abwei
chende Einschätzung
en
plausibel
begründet
.
Mithin genügt
das
Gutachten
grundsätzlich
den an eine be
weiskräftige Entscheidungsgrund
lage geste
llten Anforderungen
(vgl. E. 1.7).
4.2
Strittig und zu prüfen
bleibt die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
, welche auch unter juristischen Gesichtspunkten zu beurteilen ist.
4.3
Unbestritten ist zunächst, dass
aus neuropsychologischer
Sicht
im Zeitpunkt der Rentenaufhebung (November 2013)
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestand (
neuropsychologis
ches Teilgutachten, S. 8; E. 3.5
).
Als unverändert un
auf
fällig,
ohne Hinweise für eine Pathologie der neuralen Strukturen,
erwies sich
auch
der neurol
ogische Befund
(neurologisches Teilgutachten, S. 11
;
Urk.
21/65; E. 3.3
).
Aus dem MEDAS-Gutachten erhellt weiter
,
aufgrund der objektiven
,
strukturellen
Bef
unde an der HWS und LWS
sei die Beschwerdeführerin
im
relevanten
Zeitpunkt
in ihrer
Arbeitsfähigkeit
als Geschäftsführerin
nicht einge
schränkt
gewesen
.
Insoweit sei
das
von
Dr.
A._
gemäss Gutachten vom
2.
März 2015
eruie
rte Zumutbarkeitsprofil
, wonach die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeits
- und erwerbs
fähig sei
(
vgl.
Urk.
2/
9/134
/121
)
,
auf objektivierbarer,
struktureller
Ebene
korrekt
.
Schliesslich spielte
auch die rechtsseitige Schulter
problematik
im Zeitp
unkt der Rentenaufhebung
keine entscheid
ende Rolle im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
. Im Gegenteil
hat sie sich davon rasch erholt und war die Beschwerdeführerin
diesbezüglich
bereits
Mitte
2012 p
raktisch beschwerdefrei
.
Zusammenfassend
bestätigten
die
Gut
achter
der MEDAS
, dass
den
geklagten Beschwerden
im Zeitpunkt der Rentenaufhebung
kein hinreichendes,
organis
ches Substrat
zugrunde lag
.
Entsprechend
hielten sie ausdrücklich fest
, im Zeitpunkt der Renteneinstellung sei die Beschwerdeführerin aufgrund derselben Beschwerden und Weichteilbefunde eingeschränkt gewesen, welche 2004 zur
Rentenzusprache
geführt hätten (
Urk.
21/67 ff., E. 3.2).
Soweit
der begutachtende
Rheumatologe
anmerkte
, für einen erfahrenen Rheumatologen seien
allerdings
auch
Muskelverspannungen «objektiv» (vgl.
Urk.
21/67),
so
ist
darauf hinzuweisen, dass
Schmerzen,
Druckdolenzen
, klinisch feststellbare Bewe
gungs
einschränkungen,
Muskulaturver
härtungen
und Verspannungen
jedenfalls aus
juristischer Sicht
für sich allein kein klar fassbares organisches Korrelat eines Beschwerdebildes zu begründen
vermögen
(vgl. etwa Urteil U 9/05 des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom
3.
August
2005 E. 4; Urteile des Bun
desgerichts U 354/06 vom
4.
Juli 2007 E. 7.2, U 328/06 vom 2
5.
Juli 2007 E. 5.2 sowie 8C_369/2007 vom
6.
Mai 2008 E. 3).
4.4
Gestützt auf ein bio-psycho-soziales Erklärungs
modell kamen die MEDAS-Gutachter
abweichend von
Dres
.
A._
und
B._
zum Schluss, die Be
schwer
de
führerin sei
aufgrund der «chronischen Schmerzkrankheit»
in der zuletzt aus
geübten Tätigkeit als Geschäftsführerin
gesamtmedizinisch zu
50
%
arbeits
un
fähig
(
Urk.
21/54,
Urk.
21/68)
.
4.5
Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann die ärztliche Arbeits
fähig
keitsschätzung, zumindest ohne einlässliche Befassung mit den spezifischen nor
mativen Vorgaben und ohne entsprechende Begründung, zwar den rechtlich geforderten Beweis des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 Abs. 2 ATSG) nicht erbringen, weil sie weitgehend vom Ermessen des medizinisch-psychia
tri
schen Sachverständigen abhängt. Die medizinische Einschätzung der Arbeits
fähig
keit ist aber eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 140 V 193 E. 3.2). Dabei gilt, dass die versicherte Person als grundsätzlich gesund anzusehen ist und sie ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen kann (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.7.2). Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit haben sich sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsanwendung bei ihrer Einschätzung des Leistungsvermögens an den normativen Vorgaben zu orientieren; die Gutachter im Idealfall gemäss
der entsprechend formulierten Fragestellung (BGE 141 V 281 E. 5.2). Die Rechts
anwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere daraufhin, ob die
Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben
und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechts
erheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V
41
8
E. 6). Im Rahmen der Beweiswürdigung obliegt es den Rechtsanwendern zu über
prüfen, ob in
concreto
ausschliesslich funktionelle Ausfälle bei der medizini
schen Einschätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbarkeitsbeurteilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte (BGE 141 V 281 E. 5.2.2; Art. 7 Abs. 2 ATSG). Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens stattfinden (BGE 141 V 281 E. 5.2.3; vgl. auch Andreas Traub, in: Ueli
Kieser
[Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2016, S.
142
Ziff.
3.3.3), sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen (BGE 141 V 281 E. 6; Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2017
vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.4). Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage d
er funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozial
ver
si
cherungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang andauernde und erheb
liche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenan
sprechenden Person auswirkt (BGE 144 V 50 E. 4.3, 143 V 418 E. 6
).
4.6
Der psychiatrische
ME
D
A
S-
Gutachter nahm zwar Bezug auf
die Gerichtspraxis gemäss
BGE 141 V 281
(vgl. E. 1.4)
und machte Ausführungen zu den
recht
spre
chungsgemäss
anzuwendenden Standardindikatoren (
psychiatrisches Teilgutach
ten,
S. 11 ff.).
Demgegenüber
stützt
e
er
seine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
vor
nehmlich
auf die Ergeb
nisse des Mini-ICF-Ratings (psychiatrisches Teilgutachten,
S. 16
, vgl. auch
Urk.
21/68
) und lässt sein Gutachten
bei
umfangreichen
Ausfüh
rungen zur familiären Vorgeschichte und frühen Kindheit
der Beschwerdeführerin
eine
hinreichende
Auseinandersetzung mit
den
normativen Vorgaben
vermissen.
Mithin
bedarf es
unter Hinweis auf das unter E. 4.4 Gesagte
einer er
gänzenden richterlichen Überprüfung der gutacht
erlich festgestellten Arbeitsfä
higkeit.
4.7
In
psychiatr
isc
her Hinsicht
erhellt
aus
dem Gutacht
en zunächst, dass die funk
tiona
len Auswirkungen der neu diag
nostizierten Neurasthenie nicht
stark
ins
Gewicht fallen. Der psychiatrische Gutachter taxierte
deren Schweregrad
als leicht bis mittelgradig
und hielt
ausserdem
fest,
im Hinblick auf die Arbeits
fähigkeit
sbeurteilung
käme
denselben
keine
eigenständige Bedeu
tung zu, zumal
sie
sich
kaum
von
de
njenigen de
r S
chmerzstörung
abgrenzen lie
sse
n
(psychia
tri
sches Teilgutachten, S.
9, S.
15).
Das
Vorliegen einer Depression
wurde
in Übereinstimmung mit
Dr.
B._
eindeutig verneint
;
die
Beschwerdeführerin
habe
den Unfall
mit
tiefenpsychologischer
sowie
traumatherapeutischer
Unter
stützung
psychisch
gut verarbeitet
(
psychiatrisches Teilgutachten,
S.
7 f., S. 11
).
Sodann hat
die
Beschwerdeführerin
eine bemerkenswerte Ausbildungs- und Be
rufs
biographie
vorzuweisen, wobei insbesondere hervorzuheben ist, dass sie
ihre Berufsk
arriere auch im Nachgang des Unfallereignisses 2001
fortsetzte
.
In diesem
Zusammenhang
betonte
d
er
p
sychiatrische Gutachter
ihre
überdurchschnittli
chen
R
essourcen und Coping-Strategien (
Urk.
21 S. 30 f.;
vgl. auch
Urk.
135/1 ff.;
psychiatrisches Teilgutachten
,
S. 14
f.
)
.
Zudem weiss die Beschwerdeführerin in schwierigen Situationen mittels imaginären und meditativen Techniken offenbar
eine gute, effektive Selbsthilfe anzuwenden (psychiatrisches Teilgutachten, S. 1 f.).
Die
im psychiatrischen Teilgutachten
als einschränkend
notierten
Konzentra
tionsstörung
en
stehen
im Widerspruch zu de
n objektiven Befunden anlässlich
der neuropsychologischen Untersuchung
; während der über drei Stunden andau
ernden Testung verblieben
sowohl
mentale Belastbarkeit
als
auch
Leistungs
niveau
der Beschwerdeführerin
kon
s
tant erhalten
.
Dies
deckt sich denn auch mit
ihren subjektiven Angaben
, wonach
sich
die Beschwerdeführerin im Rahmen des neuropsychologischen Untersuchs
nicht von Schmerzen
abgelenkt
gefühlt habe
.
Die
im Gutachten notierte, schmerzbedingt erhöhte Er
müdbarkeit
über einen längeren Zeitraum (
Tagesablauf
/Arbeitswoche)
fusst
einzig
auf den eigenanam
nes
tischen Angaben der Beschwerdeführerin
(
neurops
ychologisches Teilgutach
ten
,
S. 5
und S. 7 f.
)
.
Die
von
2002
bis Ende 2009
(zunächst in 14-tägiger, später monatlicher Frequenz)
durchgeführte
tiefenpsychologische Therapie
diente offenbar primär der
Überwindung der unfallbedingten Beeinträchtigung
des
Selbst
v
erständnis
ses und der
Identität
der Beschwerdeführerin
(
psychiatrisches Teilgutachten, S. 10; vgl. auch
Urk.
139/3
)
.
D
arüber hinaus
nahm sie
– soweit
nach Lage der Akten
ersichtlich – nie
eine spezifische
Schmerzbehandlung
i
n Anspruch
.
Dass die Schmerzstörung «trotz adäquater Behandlung» bisher nicht wesentlich habe verbessert werden können – so der psychiatrische Gutachter (
psychiatrisches Teilgutachten,
S. 11) –
ist damit jedenfalls nicht ausgewiesen
.
Sodann
lässt d
as Ausmass der gutachterlich postulierten, schmerzbedingten Arbeits
un
fähigkeit
in Anbetracht der
nach eigenen Angaben
eingenommene
n
Analgetika (
Urk.
21/35 f.,
wonach die Beschwerdeführerin selten ein Gramm
Dafalgan
und noch seltener
eine Tablette
Ponstan
einnehme;
vgl. auch neuro
logisches Teilgutachten
,
S. 7)
zumindest
Zweifel
aufkommen.
Kommt hinzu
, dass die Beschwerdeführerin
offenbar
selbst bei Schmerzen der Stärke 7
(VAS 1-10)
über einen mehrstündigen Zeitraum weder objektiv noch subjektiv
in ihrer kognitiven Leistungs
- und Belastungs
fähigkeit
eingeschränkt
ist
(neuropsycho
logi
sches Teilgutachten, S. 5
;
vgl. auch
Urk.
21/35, wonach
sie
die Stärke ihrer Schmerzen zwischen 3 und 8 skalierte
)
.
Dass
die Beschwerdeführerin ihre Arbeitszeiten auf eigenen Wunsch
von fünf Halbtagen
zuletzt
auf drei Wochen
tage
(Montag, Mittwoch und Donnerstag)
à je
7 S
tunden änderte
(
Urk.
21/29
) wirft
weitere Fragen auf und steht
diskrepant zu ihren Ausführungen
, wonach
ihre
Schmerzen
und
K
onzentrationsschwierigkeiten
im Tagesverlauf
z
une
hmen
würden und
sie schnell ermüde (
Urk.
21/35
;
neuropsychologisches Teilgutachten S. 7;
vgl. auch
Urk.
134/108,
Urk.
139/5).
Seine Ausführungen, wonach es «trotz grossem Einsatz aller Beteiligten nie gelungen sei
», das Arbeitsp
ensum über 50
%
zu steigern (
psychiatrisches Teilgutachten,
S. 11)
,
hat der psychiatrische Gut
achter nicht
konkretisiert. Aktenkundig ist
jedenfalls
lediglich
ein
einmaliger, sechswöchiger
Arbeitsversuch
im
60%-Pensum
anfangs 2003
(
Urk.
21/45).
Es
fällt
weiter
auf
, dass sich die Beschwerdeführerin offenbar auch in früheren Zeiten, mithin vor dem Unfall 2001, mit 50%-Anstellungen «durchgeschlagen» hatte resp. halbtags
gearbeitet hatte
(
Urk.
21/30).
Im Übrigen
hat der psychia
trische Gutachter mit keinem Wort begründet, w
eshalb und inwiefern die Fähig
keiten der Beschwerdeführerin
zur An
passung an Regeln und Routinen,
zur Planung und Strukturierung von Aufgaben,
zur
Kompetenz- und Wissensan
wendung,
zu
Pro- und Spontanaktivität
en,
zu engen dyadischen Beziehungen
sowie schliesslich
ihre
Entscheidungs- und Urteils
fähigkeit mittels
chwer einge
schränkt sein sollen
. In Anbetracht ihrer
«weit überdurchschnittlichen Res
so
urcen»
(
psychiatrisches Teilgutachten, S. 15)
sind die Ergebnisse des
Mini-ICF-Ratings
jedenfalls
nicht ohne Weiteres nachvollziehbar.
Alsdann ist i
m Hinb
lick auf die
Indikatorenprüfung
in
sozialer Hinsicht
zu vermerken, dass die Be
schwerdeführerin
über einen
tragende
n Freundeskreis verfügt und
sie
ihre
freund
schaftliche
n
Beziehungen
regelmässig
pflegt
(
Urk.
21/30
ff.
;
n
eurolo
gi
sches Teilgutachten
, S. 4;
psychiatrisches Teilgutachten
,
S. 2
)
.
Ferner
schilderte
sie
-
auch nach ihrer vorzeitigen Pensionierung
per Ende Juni 2018
-
einen geord
neten Tagesablauf mit regelmässigen
körperlichen
(
täglich
40 Minuten Gym
nastik, Schw
immen,
Aquafit
,
Spazier
en
, Fitnessstudio mit Kraft- und Aus
dauer
training
)
sowie
Tätigkeiten mit erhöhten Anforderungen an die Konzen
tra
tionsfähigkeit (TV, Kino, Literatur,
Zeitung lesen,
Autofahren, f
remdsprachige Hörbücher
, tägliches Meditieren
).
Als
sie noch als
Geschäftsfü
hrerin
fungierte,
pflegte sie auch üb
er den Mittag Kunde
n
kontakte. Nachmittags ging sie in die
Physiotherapie, ins Turnen oder musste sie Anlässe besuchen. Zudem bearbeitete sie von
zu Haus aus die eingegangenen E
-Mails.
Ihren Haushalt erledigt
e
die Beschwerdeführerin
weit
estgehend selbständig
. Auch die
Mahlzeiten bereitet
e
sie ohne Angaben von
Einschränkungen selber zu
.
Schliesslich arbeitete die Beschwerdeführerin n
ach ihrer frühzeit
igen Pensionierung
in ihrem woh
nungs
eigenen Atelier und unternahm sie Reisen nach Hamburg und Rom.
Mithin
verfolgt
e
sie
das Ziel,
sich vermehrt der eigenen Kunst zu widmen und mit
eige
nen Werken auf
dem
Markt Fuss zu fassen
(
Urk.
21/29,
Urk.
21/33 ff.; psychia
trisches Teilgutachtern, S. 3
;
Urk.
139/5
). Dass sie sich
dieser
Herausforderung
gewachsen sah
,
bestätigt abermals
das Vorhandensein
beachtlicher
persönlich
keitsbezogener sowie arbeitsrelevanter
Ressourcen
.
Gleichzeitig spricht letzteres
gegen die
gutachterlich
postulierte
Antriebsminderung
sowie Einschränkung ih
rer
Flexibilität und Umstellungsfähigkeit
(
psychiatrisches Teilgutachtern,
S. 16)
.
Im Übrigen
waren die
im Gutachten
als ressourcenhemmend
genannten
früheren somatischen Komorbiditäten (Schulterinfektion 2012 und Blasenentzündung nach einer gynäkologischen Operation 2008, vgl. Urk.21/68) im Zeitpunkt der Rentenaufhebung unbestrittenermassen überwunden.
Mit Blick auf ihren
Ent
scheid, ungeachtet der finanziellen Einbussen
(vgl.
Urk.
21/29)
vorzeitig in Pen
sion zu
gehen
, ist
ferner
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
in wirtschaftlich sicheren Verhältnissen lebt
e
.
Insgesamt
ergibt
sich damit auch unter einlässlicher Auseinandersetzung mit den normativen Vorgaben
kein
hin
reichender
Nachweis für erhebliche funktionelle Auswirkungen der medizinisch festgestellten Diagnosen
.
Z
usammen mit
den
MEDAS-Gutachter
n
ist
insbeson
dere
mit Blick auf die Erfahrung der Beschwerdeführerin sowie
die
Möglichkeit zur freien Zeiteinteilung
schliesslich
davon auszugehen, dass
die
zuletzt ausge
übte Tätigkeit
als Geschäftsführerin
weitestgehend einer optimal angepassten Tätigkeit entspricht.
Die MEDAS-Gutachter attestierten
der Beschwerdeführerin
denn auch
keine wesentlich höhere Arbeitsfähigkeit
in einer we
niger an
spruchs
vollen Tätigkeit
.
Insbesondere gingen sie davon aus, letztere
habe
als Geschäfts
führerin
in zeitlicher Hinsicht effektiv
ein Pensum von
60 bis 75
%
geleistet
.
Zudem wurde ein
Jobw
echsel
gutachterlicherseits
ausdrücklich
als
nicht sinnvoll
erachtet
(psychiatrisches Teilgutachten, S. 16).
Mithin
rechtfertigt sich die An
nahme
, dass die Beschwerdeführerin
als Geschäftsführerin medizinisch-theore
tisch bestmöglich eingegliedert
war
.
Zusammenfassend ist
jedenfalls nicht
mit dem im Sozialversich
erungsrecht mass
gebenden Beweis
grad der überwiegenden Wahrschei
nlichkeit erstellt, dass es der Beschwerdeführerin
im Zeitpunkt der Rentenaufhebung
nicht zuzumuten
gewe
sen
wäre
,
ungeachtet
ihre
r Leiden einer r
entenausschliessenden Erwerbstätigkeit
als Geschäftsführerin
der Kulturstiftung
nachzugehen
und
tragen
die Parteien
im
Sozialversicherungsrecht in der Regel insofern eine Beweislast, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt,
die aus dem
un
bewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 261 E. 3b
).
4
.8
Da auch d
er
Zeitpunkt
der Rentenaufhebung
(vgl.
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. a
der Ver
ordnung über die Invali
denversicherung, IVV)
zu keiner gerichtlichen Korrektur
Anlass gibt
, ist die Beschwerde abzuweisen.
5
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
1
’
0
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).