Decision ID: 2033b205-ac6c-43ae-9552-58b3440d196b
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt PD Dr. Dieter Kehl, Poststrasse 22, Postfach 118,
9410 Heiden,
gegen
Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft, Bundesgasse 35, Postfach,
3001 Bern,
Beschwerdegegnerin,
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vertreten durch Fürsprecherin Barbara Künzi-Egli, Thunstrasse 84, Postfach 18,
3074 Muri b. Bern,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A._ war als Coiffeuse tätig und dadurch bei der Schweizerischen Mobiliar
unfallversichert, als sie am 17. September 2001 als Lenkerin eines Personenwagens in
einen Auffahrunfall verwickelt wurde (UV-act. 205). B._, prakt. Arzt, bestätigte eine
Erstbehandlung am 18. September 2001 und stellte die Diagnose eines HWS-
Beschleunigungstraumas (UV-act. 115, 121). Die Mobiliar anerkannte ihre
Leistungspflicht und es wurden ärztliche Behandlungen durchgeführt. In der Folge
meldete sich die Versicherte im Juni 2003 zum Leistungsbezug bei der
Invalidenversicherung an (UV-act. 114.130ff). Nach Durchführung von umfangreichen
weiteren Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht (vgl. UV-act. 119-440)
eröffnete die Mobiliar dem Rechtsvertreter der Versicherten mit Verfügung vom 8. April
2008 die Einstellung der Taggeldleistungen auf den 8. April 2003. Auf eine
Rückforderung der bereits bezogenen Leistungen werde verzichtet (UV-act. 445-448).
Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (UV-act. 449-451) wies die Mobiliar
mit Einspracheentscheid vom 11. August 2008 ab (UV-act. 469).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt PD Dr. Dieter Kehl,
Heiden, für die Versicherte mit Eingabe vom 10. September 2008 Beschwerde mit den
Anträgen, der Entscheid und die Verfügung vom 8. April 2008 seien aufzuheben. Die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin für alle Folgen des
Unfalls vom 17. September 2001 die gesetzlichen Leistungen - Pflegeleistungen und
Kostenvergütungen sowie Geldleistungen: Taggelder, Rente, Integritätsentschädigung,
Hilflosenentschädigung usw. - zu erbringen, rückwirkend und weiterhin. Die
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unabhängige medizinische Gutachtenstelle (UMEG) Zürich habe ein interdisziplinäres
Gutachten erstellt, das wesentlich auf einem Detektivbericht beruhe, den die
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin und ihrem Rechtsvertreter vorenthalten
habe. Das Gutachten sei daher wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs und des
Fairnessgebots unbeachtlich. Zum Detektivbericht habe er mit Schreiben vom 3.
Januar 2007 Stellung genommen. Die Beschwerdegegnerin habe es nicht für nötig
befunden, dieses Schreiben zu beantworten. Alle mit dem Fall befassten Ärzte hätten
ein Schleudertrauma der HWS diagnostiziert, und die Beschwerdeführerin leide nach
wie vor an einem typischen Beschwerdebild. Alle Ärzte hätten auch den natürlichen
Kausalzusammenhang bestätigt. Die Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs
dürfe erst nach Abschluss der Eingliederungsmassnahmen der IV vorgenommen
werden. Diese seien aber erst gerade angelaufen. Sodann seien erfolgversprechende
ärztliche Behandlungen erst kürzlich in Gang gekommen. Die Beschwerdegegnerin
habe den Fallabschluss und die Adäquanzprüfung somit doppelt verfrüht
vorgenommen. Der Unfall sei kein leichter, sondern ein mittelschwerer gewesen. Er sei
eindrücklich gewesen (Vollbremsung, Heckaufprall, Fahrerflucht) und die erlittenen
Verletzungen seien von besonderer Art (Heckaufprall bei Vollbremsung). Die
Beschwerdeführerin unterziehe sich fortgesetzt spezifischer, belastender ärztlicher
Behandlung. Sie leide an erheblichen Beschwerden. Die behandelnden Ärzte
beanstandeten ärztliche Fehlbehandlungen, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmern würden. Der Heilungsverlauf sei schwierig und kompliziert (u.a.
Schwangerschaft!). Die Beschwerdeführerin sei trotz ausgewiesener Anstrengungen
(Weiterarbeiten nach dem Unfall, Absolvierung einer Handelsschule im Jahr 2003,
aktive Teilnahme an Eingliederungsmassnahmen der IV) nach wie vor arbeitsunfähig.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 27. Oktober 2008 beantragte Fürsprecherin B.
Künzi-Egli, Muri bei Bern, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung bestätigte die Rechtsvertreterin die Ausführungen im angefochtenen

Considerations:
Entscheid. Auf die weiteren Darlegungen wird in den nachstehenden Erwägungen
Bezug genommen.
B.c Mit Replik vom 15. Dezember 2008 bestätigte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin seine Anträge und Ausführungen. In der Duplik vom 14. Januar
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2009 hielt auch die Rechtsvertreterin der Beschwerdegegnerin an ihrem Standpunkt
fest.
B.d Das Gericht zog die Akten der Invalidenversicherung betreffend die
Beschwerdeführerin (ab Mitte 2006) bei. Am 17. August 2009 reichte der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin dazu eine Stellungnahme ein. In der Folge
reichte er weitere Eingaben vom 24. August 2009 (act. G 29) und vom 2. September
2009 (act. G 31) ein.
Erwägungen:
1.
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die bei der
Beschwerdeführerin bestehenden gesundheitlichen Probleme für die Zeit nach dem 8.
April 2003 (Datum der Einstellung der Taggeldleistungen) weiterhin auf den Unfall vom
17. September 2001 zurückzuführen sind. Die Beschwerdegegnerin legte in den
Erwägungen des angefochtenen Entscheids (Erw. 3, 4.3, 8) die rechtlichen
Voraussetzungen des Vorliegens eines natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhangs zwischen physischen und psychischen
Gesundheitsschädigungen (einschliesslich Schleudertrauma der Halswirbelsäule und
diesem äquivalenten Verletzungen) und einem Unfall zutreffend dar. Hierauf ist zu
verweisen.
2.
2.1 Dr. med. C._, Neurologie FMH, bestätigte im Bericht vom 20. September 2001
- neben einem cervico-cephalen und cervico-brachialen sowie thorakalen muskulären
Schmerzsyndrom - bei der Beschwerdeführerin Schwankschwindel, Licht- bzw.
allgemeine Reiz-Überempfindlichkeit, Mühe bei der Konzentration und leichte
Abgeschlagenheit. Die von der Patientin beschriebenen Beschwerden würden gut zu
einem HWS-Beschleunigungstrauma passen und seien ausschliesslich auf diesen
Unfall zurückzuführen. Trotz Ausstrahlung in die Oberarme bestehe klinisch-
neurologisch kein Hinweis auf eine Mitschädigung von nervalen Strukturen. Wie weit
die auffällige Abknickung im posttraumatisch erstellten HWS-Röntgenbild zwischen C4
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und C5 sowie die leichte Listhesis C4/5 mit dem Unfall in Zusammenhang stünden, sei
schwierig zu beurteilen. Die Schwere des aktuellen Traumas sei eher nicht genügend,
um diese HWS-Veränderungen zu verursachen (UV-act. 117-119). Die Berit Klinik
bescheinigte am 29. August 2002 das Vorliegen eines cervico-cephalen-brachialen
Syndroms nach Schleudertrauma mit entsprechender Behandlung im Herbst 2001 und
ab Frühjahr bzw. Sommer 2002 (UV-act. 123). Dr. med. D._, FMH für Neurochirurgie,
berichtete am 5. Februar 2003, die Patientin leide immer noch an den Folgen eines
HWS-Distorsionstraumas. Sie sei seit ca. einem halben Jahr weiterhin 50%
arbeitsunfähig geschrieben. Radiologisch sei die HWS unauffällig (UV-act. 130f; vgl.
auch UV-act. 114.121). Eine unfallanalytische Begutachtung durch H._ ergab gemäss
Bericht vom 9. März 2003, dass die beim Unfall vom 17. September 2001 aufgetretene
Krafteinwirkung etwa der 0.5 bis dreifachen Verzögerung, die bei einer Vollbremsung
aus einer langsamen Rückwärtsfahrt auftreten könne oder der Beschleunigung, die bei
einem Anstoss eines Autoscooters auf einen stehenden Autoscooter des öfteren
auftrete und dort auch oft weit überschritten werde, entspreche. Die kollisionsbedingte
Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) des Fahrzeugs der Beschwerdeführerin habe
zwischen 2.2 und 7.4 km/h gelegen (UV-act. 295ff). Dr. med. E._ berichtete am 13.
Mai und 20. Juli 2003 über die Behandlung der Beschwerdeführerin. Im zweiten Bericht
stellte er die Diagnose eines cervicocephalen Syndroms bei psychosozialer
Überlastung und dadurch möglicher Schmerzverarbeitungsproblematik, und kam unter
anderem zum Schluss, die Behandlung habe nur einen inkonstanten Erfolg gezeigt. Die
Arbeitsfähigkeit von 50% habe die Beschwerdeführerin immerhin stets einhalten
können. Daneben habe sie noch an zwei Abenden pro Woche je vier Stunden eine
Handelsschule besucht. Er könne sich gut vorstellen, dass die Arbeitsfähigkeit langsam
auf 75% gesteigert werden könne und dies auch zumutbar sei. Bei der letzten
Untersuchung habe die Beschwerdeführerin im Gegensatz zum Behandlungsbeginn
eine völlig freie HWS aufgewiesen mit nur diskret artikulären Dysfunktionen und
keinerlei behandlungsbedürftigen myofascialen Triggerpunkten (UV-act. 132, 134). Im
Ermittlungsbericht vom 20. Mai 2003 hatte F._ zusammenfassend festgehalten, die
Beschwerdeführerin habe während den Beobachtungstagen zu keiner Zeit
irgendwelche Anzeichen einer körperlichen Behinderung, Ermüdung oder Erschöpfung
gezeigt. Es habe auch nie eine Schonhaltung beobachtet werden können. Die
Beschwerdeführerin habe während Stunden beobachtet werden können, wie sie
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Kunden bedient und dabei alle Aufgaben erledigt habe, welche in einem Coiffeur-Salon
anfallen würden. Beim Einkaufen habe die Beschwerdeführerin einen Sechserpack 1 1⁄2
Liter Wasserflaschen und eine etwa gleich schwere Einkaufstasche ca. 150 Meter weit
getragen. Obwohl man ihr habe ansehen können, dass es ziemlich schwer gewesen sei
und sie den Griff gewechselt habe, habe sie keine Rast eingelegt oder irgendeine
Behinderung beim Tragen gezeigt. Das Pensum der Beschwerdeführerin habe etwa
dem normalen Pensum einer Coiffeuse entsprochen (drei Tage frei). Sie sei allerdings
soweit ersichtlich nie voll ausgebucht gewesen. Praktisch an jedem Tag wäre noch ein
Termin möglich gewesen (UV-act. 206-211; vgl. auch den detaillierten Bericht vom 17.
Oktober 2006, UV-act. 389-399). Anlässlich einer Befragung durch die
Beschwerdegegnerin am 6. Juni 2003 teilte die Beschwerdeführerin unter anderem mit,
sie absolviere (neben einer ca. 50%igen Erwerbstätigkeit) momentan eine
Handelsschule. Sie müsse viel Zeit investieren, um zu Hause zu lernen. Sie könne
beschwerdebedingt kein normales Leben führen. Sie habe ihr Geschäft verkauft, weil
es nicht mehr gegangen sei. Sie werde im Geschäft als Angestellte weiterarbeiten (UV-
act. 224-231; vgl. auch Fragebogen für den Arbeitgeber, UV-act. 114.101). Aufgrund
von Schwangerschaftskomplikationen bestätigte Dr. med. G._, FMH für Gynäkologie
und Geburtshilfe, ab 16. Januar 2004 eine volle und ab 21. Januar 2004 eine
Arbeitsunfähigkeit von 80% (UV-act. 39, 42). Im April 2004 brachte die
Beschwerdeführerin eine Tochter zur Welt (UV-act. 155). Das erwähnte
Arbeitsverhältnis wurde in der Folge auf den 31. Januar 2005 aufgelöst (UV-act. 283).
2.2 In der interdisziplinären Beurteilung der vom Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin vorgeschlagenen (UV-act. 270, 273) UMEG vom 5. Dezember
2005 wurde unter anderem festgehalten, aus neuropsychologischer Sicht bestünden
diskrete Schwierigkeiten im visuell-räumlichen Lernvermögen. Es bestünden aber keine
eigentlichen kognitiven Defizite in den höheren kortikalen Leistungen. Einzig die
deutliche Verlangsamung, welche sich fast durchwegs in allen Konzentrations- und
Aufmerksamkeitstests am PC zeige, insbesondere aber die Schwierigkeiten in der
geteilten Aufmerksamkeit und parallelen Reizverarbeitung würden auf eine leichte
kognitive Funktionsstörung im Bereich tieferer Strukturen hinweisen, wie sie oft bei
Patienten mit erlittener HWS-Distorsion sichtbar seien. Durch die Konzentrations- und
Aufmerksamkeitsreduktion, welche sich vor allem bei Mehrfachbelastung, Ablenkung
und Stress manifestiere, werde die von der Patientin beklagte erhöhte Ermüdbarkeit
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und Reizbarkeit verständlich nachvollziehbar. Aus psychiatrischer Sicht sei die
Patientin völlig unauffällig. Im Neurostatus bestünden keine sensomotorischen Ausfälle
bzw. keine Hinweise auf eine Läsion im Bereich des peripheren oder zentralen
Nervensystems. Gemäss rheumatologischer Beurteilung müsse von einem geringen
Trauma ausgegangen werden. Die Einschränkung der HWS sei vor allem
schmerzbedingt. Theoretisch könne das bestehende Schmerzbild zu chronifizierten
Schmerzen führen, welche die Aktivität im Alltag wesentlich einschränken könnten. Bei
der Patientin habe die Beobachtung im Alltag aber gezeigt, dass sie scheinbar
problemlos in der Lage sei, sich einen Tag im Geschäft aufzuhalten und danach noch
einzukaufen und ein 6er-Pack 1 1⁄2 Liter Flaschen sowie eine Einkaufstasche mit nicht
definiertem Gewicht zu tragen. Das stehe im Gegensatz zur eigenen Aussage der
Patientin, wonach sie nur drei bis vier Kilo heben könne. Von medizinischer Seite könne
die wirkliche Belastbarkeit der Patientin aufgrund des Gesamtbildes nicht mehr
festgelegt werden. Bei den festgestellten gesundheitlichen Beeinträchtigungen spielten
überwiegend wahrscheinlich keine unfallfremden Ursachen mit. Die Niederkunft habe
keinen Einfluss auf die heute geklagten Beschwerden gehabt. Von einer weiteren
ärztlichen Behandlung sei keine namhafte Besserung zu erwarten. Eine medikamentöse
Behandlung sei bei Bedarf anzuwenden. Aufgrund der Unfallanalyse, der
Beobachtungen durch F._ wie auch der Befunde sei davon auszugehen, dass die
Patientin eine volle Tätigkeit als Coiffeuse ausüben könnte, wie das auch früher
möglich gewesen sei. Die Patientin habe noch Nacken/Kopfschmerzen mit
Verspannung der Muskulatur. Es bestehe aber kein wesentlicher Integritätsschaden
(UV-137-177, insbesondere 170-175).
2.3 Im Bericht des nerv!zentrum für neurologie, Zürich, vom 13. Januar 2007 wurde
unter anderem festgehalten, migränetypische Begleitphänomene würden von der
Patientin negiert, womit eine relevante Migränekomponente unwahrscheinlich sei.
Bezüglich Kopfschmerzen sei eine mittelbar unfallbedingte Genese der Beschwerden
wahrscheinlich (UV-act. 438). Dr. C._ legte im Bericht vom 25. Juni 2007 unter
anderem dar, er könne sich den Beurteilungen des im Rahmen des UMEG-Gutachtens
untersuchenden Neurologen als auch denjenigen der Kollegen des Zentrums für
Neurologie weitgehend anschliessen. Es bestehe seit dem Auffahrunfall vom 17.
September 2001 ein ununterbrochenes, in den letzten 3 1⁄2 bis 4 Jahren subjektiv etwa
konstantes cervico-cephales Schmerzsyndrom mit noch deutlicher Einschränkung der
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Leistungsfähigkeit, vegetativen Symptomen und neuropsychologischen
Beeinträchtigungen bzw. leichter Persönlichkeitsänderung. Es sei von einer gewissen
medikamenteninduzierten Schmerzkomponente auszugehen. Sonst gebe es keine
erkennbare äussere oder auch internistische Beschwerdeursache. Das Sulcus Ulnaris
Syndrom mache einen Teil der Brachialgie rechts aus, sei aber im Gesamtbild nicht
wesentlich beteiligt. Es sei bei der langen unfallabhängigen Symptomatik von einer
nicht ausreichenden medikamentösen bzw. physikalischen Therapie auszugehen.
Damit sei es einerseits zu einer sehr wahrscheinlichen teilweisen
medikamenteninduzierten Schmerzverstärkung (Medikamentenübergebrauch) als auch
zu einer Chronifizierung durch zentrale Fixierung des Schmerzes gekommen. Die
übrigen Symptome (vegetativ, neuropsychologisch, Persönlichkeit) seien als Folge des
Schmerzsyndromes/Unfallmechanismus einzuordnen. Es gebe aufgrund der
Schilderung der Patientin keinen unfallfremden Mechanismus, der zum aktuellen
Syndrom beigetragen habe (UV-act. 439f).
3.
3.1 Zu prüfen ist vorweg der Einwand der Beschwerdeführerin, das Gutachten der
UMEG sei wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs und des Fairnessgebots (Art. 6
EMRK) unbeachtlich (act. G 1). Im Schreiben vom 3. Januar 2007 führte ihr
Rechtsvertreter dazu aus, die Beschwerdegegnerin habe der UMEG einen bisher nicht
bekannten und auch im Aktenverzeichnis nicht erwähnten Bericht von F._
überlassen. Auch am 10. August 2005 sei von diesem Bericht nicht die Rede gewesen.
Die UMEG-Gutachter hätten die Beschwerdeführerin auch nicht auf diesen Bericht
angesprochen. Das UMEG-Gutachten sei daher wegen Verletzung des rechtlichen
Gehörs und des Fairnessgebots (Art. 6 EMRK) unbeachtlich bzw. nichtig. Der Bericht
von F._ sei ihm und der Beschwerdeführerin seit dem 3. März 2006 bekannt (UV-act.
406). - Es ist unbestritten, dass der Bericht von F._ zwar im Schreiben vom 1.
Oktober 2004 erwähnt wurde (UV-act. 273), der Beschwerdeführerin jedoch erstmals
rund drei Jahre nach dessen Erstellung im Rahmen der Beauftragung der UMEG
effektiv zur Kenntnis gelangte (vgl. UV-act. 341, 342). Auch wenn die Parteien nach Art.
42 ATSG nicht angehört werden vor Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar
sind, hätte die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin über den Bericht F._
informieren müssen, zumal die Parteien zumindest seit Ende 2003 in regelmässigem
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Kontakt standen und der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin auch um
Akteneinsicht ersuchte (vgl. UV-act. 258ff). Indem sie in dieser Situation - aus welchem
Grund auch immer - der Beschwerdeführerin nur einen Teil der Akten zur Verfügung
stellte, verletzte sie deren Anspruch auf rechtliches Gehör (vgl. für viele BGE 125 V
401), was ihr Rechtsvertreter zu Recht rügt. Er beantragt jedoch nicht die Rückweisung
der Streitsache an die Vorinstanz zur formgerechten Durchführung des
Beweisverfahrens, sondern die Fortsetzung der von der Beschwerdegegnerin
eingestellten Ausrichtung von Leistungen (vgl. act. G 1 S. 1). Nach der Rechtsprechung
kann eine Verletzung des Gehörs als geheilt gelten, wenn das Gericht den
angefochtenen Entscheid in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht frei überprüfen kann
(BGE 120 V 362 Erw. 2b). Die Heilung eines allfälligen Mangels soll aber die Ausnahme
bleiben. Richtet sich im Übrigen das Interesse der betroffenen Person nicht auf eine
möglichst beförderliche Beurteilung ihres Anspruchs, sondern auf die Durchsetzung
eines in formeller Hinsicht korrekten Verfahrens, sind die Verfügungen und der
angefochtene Gerichtsentscheid aufzuheben, ohne dass es darauf ankäme, ob
Aussicht besteht, dass nach einem richtig durchgeführten Beweisverfahren anders
entschieden würde (BGE 119 V 208 Erw. 6). Eine Abweichung von dieser Praxis
erscheint indessen dann als gerechtfertigt, wenn die versicherte Person einer
materiellen Beurteilung vor einer Zurückweisung den Vorzug gibt (Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Oktober 2002 i.S. H. A. - R. [IV
2001/181]). Die Voraussetzungen für eine Heilung der Gehörsverletzung sind konkret
als erfüllt anzusehen. Wenn die Rechtsvertreterin der Beschwerdegegnerin im Weiteren
die Entfernung von Passagen beantragt, bei welchen dem Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin die "Feder entglitten" sei (dabei dürfte es sich vorab um die
Ausführungen in der Replik auf S. 2 unten handeln), ist festzuhalten, dass die
erwähnten Passagen inhaltlich nichts zur Erledigung der streitigen Sache beitragen und
im vorliegenden Entscheid daher auch nicht zitiert werden.
3.2 In materieller Hinsicht ist festzuhalten, dass der Bericht F._ nicht geeignet ist,
Umstände zureichend zu belegen, aufgrund welcher abschliessende Aussagen zur
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin möglich wären. Aus dem Bericht ergibt sich
insbesondere nicht, dass die Beschwerdeführerin ihre Wohnung während des
Beobachtungszeitraums im Frühling 2003 verliess, um ihren Beruf zu mehr als 50%
(damalige ärztliche Taxation) auszuüben. Auch wurden im Bericht keine sportlichen
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Aktivitäten aufgeführt. Die Beschwerdeführerin lässt sodann geltend machen, die im
Bericht erwähnte Einkaufstasche habe - wie auf dem Video zu sehen sei - Leergut
enthalten (UV-act. 406). Inwiefern dies zutrifft, lässt sich aufgrund der Bilder nicht
zweifelsfrei bestimmen. Auf jeden Fall bleibt damit aber das Gewicht der Tasche
unbewiesen. Der Neurologe Dr. C._ bemerkte denn auch zutreffend, die
Glaubwürdigkeit der Darstellung der Patientin sei durch die Aufzeichnungen des
Dektektivs nicht in Frage gestellt. Vielmehr bestätige er mit seinen Schilderungen die
wechselnde Leistungsfähigkeit der Patientin, ihre Versuche, sich wieder zu integrieren
bzw. ihre Leistungsfähigkeit zu forcieren. Naturgemäss habe er weder ihre Schmerzen
bei der beobachteten Leistung noch die regelmässig danach eingetretenen
Schmerzfolgen wahrnehmen und damit auch nicht quantifizieren können (UV-act. 439f).
- Im Entscheid 8C_807/2008 vom 15. Juni 2009 hielt das Bundesgericht fest, durch die
privatdetektivliche Observation einer versicherten Person sollten Tatsachen, die sich im
öffentlichen Raum verwirklichten und von jedermann wahrgenommen werden könnten
(beispielsweise Gehen, Treppensteigen, Autofahren, Tragen von Lasten oder Ausüben
sportlicher Aktivitäten), systematisch gesammelt und erwahrt werden. Auch wenn die
Observation von einer Behörde angeordnet worden sei, verleihe sie den
beobachtenden Personen nicht das Recht, in die Intimsphäre der versicherten Person
einzugreifen. Anders als bei einer richterlich angeordneten Observation - etwa im
Rahmen des Bundesgesetzes betreffend die Überwachung des Post- und
Fernmeldeverkehrs (BÜPF; SR 780.1) - bleibe zudem der strafrechtliche Schutz der
versicherten Person in dem Sinn bestehen, als die Privatdetektive durch die
behördliche Anordnung nicht berechtigt würden, strafbare Handlungen zu begehen.
Ins-besondere habe sich die beauftragte Person an den durch Art. 179 StGB
vorgegebenen Rahmen zu halten. Im Unterschied zu einer verdeckten Ermittlung im
Sinn des Bundesgesetzes über die verdeckte Ermittlung (BVE; SR 312.8) sei es nicht
Sinn und Zweck einer solchen Observation, dass die ermittelnde Person Kontakte zur
überwachten Person knüpfe, um so in ihr Umfeld einzudringen (Erw. 4.3). Auch wenn
sich die Observation einer versicherten Person auf den umrissenen Bereich
beschränke, beschlage sowohl deren Anordnung als auch die Verwertung der
Ergebnisse den Schutzbereich des Grundrechts des Schutzes der Privatsphäre (Art. 13
Abs. 1 BV). Dieser Schutz gelte jedoch nicht absolut; vielmehr könnten die Grundrechte
gemäss Art. 36 BV eingeschränkt werden, wenn eine gesetzliche Grundlage vorliege
quater
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(Abs. 1), ein öffentliches Interesse an der Einschränkung bestehe (Abs. 2), die
Einschränkung verhältnismässig sei (Abs. 3) und der Kerngehalt der Grundrechte nicht
angegriffen werde (Abs. 4). Im Rahmen ihrer Pflicht zur Abklärung des Sachverhalts
(Art. 43 ATSG) war die Beschwerdegegnerin befugt, Personendaten, wie sie im Bericht
von F._ enthalten sind, zu bearbeiten oder von einer Gutachterstelle bearbeiten zu
lassen, soweit dies für die Beurteilung von Leistungsansprüchen erforderlich war (Art.
96 lit. b UVG). Dabei ist zu beachten, dass bis Mai 2004 der Haftpflichtfall
(Privatversicherung) und die UVG-Angelegenheit von der Beschwerdegegnerin
gemeinsam geführt wurden (vgl. UV-act. 426f). Eine Beschränkung auf bestimmte
Beweismittel bestand dabei nicht (vgl. BGE 129 V 323 Erw. 3.3.3; BGE 132 V 241). Von
einer Unbeachtlichkeit des UMEG-Gutachtens wegen Einbezugs des Berichts von
F._ in die Würdigung kann bei diesem Sachverhalt nicht ausgegangen werden, zumal
der Bericht im Ergebnis wie dargelegt keine die Beschwerdeführerin im
Zusammenhang mit der Leistungsfestlegung belastenden Umstände enthält. Die
einzige aufgrund des Berichts wirklich bestätigte Tatsache, dass die
Beschwerdeführerin - zeitlich beschränkt - grössere Gewichte als drei bis vier Kilo zu
tragen in der Lage war, wird auch von ihr selbst nicht bestritten. Die Frage, ob ein
begründeter Anfangsverdacht (act. G 27) vorlag, kann unter diesen Umständen
offenbleiben.
4.
4.1 Nach Lage der medizinischen Akten (vgl. UV-act. 117-119, 130f, 171) können die
von der Beschwerdeführerin aktuell angegebenen Beschwerden nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine objektivierbare organische Schädigung
bzw. strukturelle Veränderung an der Halswirbelsäule zurückgeführt werden, die mit
dem Unfall vom 17. September 2001 in Zusammenhang zu bringen wäre. Als
nachgewiesen gelten kann demgegenüber, dass die Beschwerdeführerin anlässlich
des Unfalls vom 17. September 2001 ein Beschleunigungstrauma der HWS erlitt. Nach
der Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG;
seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 4.
November 2005 i/S K. [U 312/05]) muss nicht der gesamte Beschwerdekatalog
vorliegen, um von einer Unfallkausalität ausgehen zu können. Innerhalb der Latenzzeit
von drei Tagen nach dem Unfall müssen sich lediglich Nacken- bzw. HWS-
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Beschwerden manifestieren, und nicht auch jene, die typischerweise im Rahmen eines
Schleudertraumas oder einer schleudertraumaähnlichen Verletzung auftreten können
(vgl. Urteil des EVG vom 30. Januar 2007 i/S T. [U 215/05], Erw. 5.3 mit Hinweisen). Ein
Beschwerdebild, wie es typischerweise nach schleudertraumaähnlicher Verletzung
auftreten kann, wurde vorliegend für die Zeit nach dem Unfall bestätigt (vgl. UV-act.
117ff). Die Beschwerdegegnerin anerkannte denn auch vorerst ihre Leistungspflicht.
4.2 Zu klären ist die Frage der unfallbedingten Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin ab 8. April 2003 und der Unfallkausalität der von ihr noch
geklagten Beschwerden. Dr. E._ ging im Bericht vom 20. Juli 2003 von einer
50%igen Arbeitsfähigkeit mit Steigerungspotential auf 75% aus (UV-act. 139). Der
Neurochirurge Dr. D._ bescheinigte in den Berichten vom 5. Februar und 25. Juli
2003 weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 50% sowie die Unfallkausalität der
Beschwerden (UV-act. 114.121). Aus den medizinischen Akten nicht abschliessend
ersichtlich ist, ob während der durch Schwangerschaftskomplikationen bedingten
Arbeitsunfähigkeit ab Januar 2004 (UV-act. 39, 42) auch eine unfallbedingte
Arbeitsfähigkeitseinschränkung bestand. Immerhin ist festzuhalten, dass med. pract.
B._ nach der Geburt des Kindes (im April 2004) gegenüber der IV am 20. August
2004 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigte (UV-act. 114.18). Am 27. Juli 2005 hielt
der Arzt eine fachärztliche Beurteilung für erforderlich, weil er an Bestand und Ausmass
der geklagten Beschwerden zweifelte und eine vollzeitliche Tätigkeit als erreichbar
erachtete (UV-act. 114.27 und 114.29). Gestützt auf eine Ende 2005 erfolgte
Begutachtung bescheinigte die UMEG für die Coiffeusen-Tätigkeit eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Diese Beurteilung bezieht sich soweit ersichtlich auf
das Datum der Begutachtung (vgl. UV-act. 170-175). Sowohl aus dem UMEG-
Gutachten als auch aus den zuvor erstellten medizinischen Akten lässt sich somit auf
jeden Fall keine rückwirkend ab 8. April 2003 gegebene volle Arbeitsfähigkeit ableiten.
Soweit der Einspracheentscheid und die ihm zugrunde liegende Verfügung vom 8. April
2008 eine solche bestätigten, können sie nicht aufrecht erhalten werden.
Die UMEG-Gutachter bejahten eine (unfallbedingte) leichte kognitive Funktionsstörung
sowie Nacken/Kopfschmerzen mit Verspannung der Muskulatur und verneinten
ausdrücklich das Bestehen von unfallfremden Ursachen (UV-act. 170-175). Der
Neurologe Dr. C._ bestätigte im Bericht vom 25. Juni 2007 ebenfalls die
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Unfallbedingtheit der nach wie vor bestehenden Beschwerden, wobei er sich den
Beurteilungen des Zentrums für Neurologie (vgl. UV-act. 438) und des UMEG-
Neurologen anschloss (UV-act. 439f). Letzterer hatte in seinem Konsiliarbericht
festgehalten, die Arbeitsfähigkeit habe nach dem Unfall beschwerdebedingt nicht
gesteigert werden können (UV-act. 164). Zur Frage der aktuellen Arbeitsfähigkeit
verwies der UMEG-Neurologe jedoch auf das Hauptgutachten (UV-act. 162). Inwiefern
das UMEG-Gutachten mit den Teilgutachten nicht vereinbar bzw. nicht interdisziplinär
verfasst worden sein sollte (act. G 10 S. 3), ist weder aus den Akten ersichtlich noch
wird dies vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin aufgezeigt. Bei der Feststellung
der UMEG-Gutachter mit Hinweis auf den Bericht von F._, wonach die
Beschwerdeführerin in der Lage gewesen sei, sich einen Tag im Geschäft aufzuhalten
und in der Folge noch einzukaufen (Tragen eines Sechserpacks 1 1⁄2 Liter Flaschen und
einer Einkaufstasche mit nicht bestimmbarem Gewicht), war für die Gutachter vorab die
Folgerung von Bedeutung, dass die Beschwerdeführerin - selbst wenn die erwähnte
Tasche leer war, wie sie geltend machen lässt (UV-act. 406 und vorstehende Erw. 3.2) -
grössere Gewichte als 3 bis 4 kg zu tragen in der Lage war bzw. als sie selber angab
und damit die wirkliche Belastbarkeit nicht zuverlässig eruierbar war (vgl. UV-act. 170).
Die gesundheitlichen (unfallbedingten) Einschränkungen stellten die Gutachter
demgegenüber nicht in Frage (UV-act. 171). Sie liessen auch die Frage der
Arbeitsfähigkeit nicht offen (act. G 10 S. 3), sondern legten diese auf der Basis einer
zumutbaren körperlichen Mindestbelastbarkeit - bei nicht feststellbarer tatsächlicher
Belastbarkeit - fest. Im Übrigen begründeten sie ihre Schlussfolgerungen, welchen sich
wie erwähnt Dr. C._ in seinem Fachgebiet anschloss, nachvollziehbar. Bei diesem
Sachverhalt ist jedenfalls ab dem Zeitpunkt der Erstellung des interdisziplinären
Gutachtens (5. Dezember 2005; UV-act. 177) überwiegend wahrscheinlich von einer
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen.
Nachdem der RAD sich im Bericht vom 31. Juli 2007 noch der Beurteilung der UMEG-
Gutachter betreffend das Bestehen einer 100%igen Arbeitsfähigkeit bezogen auf die
Coiffeusen-Tätigkeit angeschlossen hatte (IV-act. 14-1/2), gab die Beschwerdeführerin
am 27. Februar 2008 im IV-Verfahren an, dass sie zwar noch schwere Taschen (10-15
kg) tragen könne, aber am Folgetag Kopf/Nacken/Schulterschmerzen habe (IV-act.
22-9/11). Hierauf gelangte der RAD am 18. Juli 2008 "unabhängig von einer
unfallkausalen Betrachtungsweise" zum Schluss, in der Tätigkeit als Coiffeuse sei
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aufgrund der Beschwerdesymptomatik längerfristig eine 20%ige Einschränkung
ausgewiesen. Die Eingliederungsfähigkeit sei gegeben (IV-act. 31). Der RAD bestätigte
damit jenen Arbeitsunfähigkeitsgrad, welcher für die Anordnung von beruflichen
Massnahmen als Erheblichkeitsschwelle (vgl. dazu z.B. Urteil des EVG vom 18. August
2004 [I 783/03]) mindestens vorausgesetzt wird. Die Beurteilung des RAD erfolgte ohne
nähere Begründung und ohne Untersuchung der Beschwerdeführerin. Es besteht damit
für das vorliegende Verfahren kein zureichender Anlass, von der
Arbeitsfähigkeitsschätzung des UMEG abzurücken.
4.3 Der Anspruch auf Übernahme der unfallbedingten Heilungskosten war nicht
(zumindest nicht explizit) Gegenstand der Verfügung vom 8. April 2008 und des hier zur
Diskussion stehenden Einspracheentscheids. Nachdem jedoch die
Beschwerdegegnerin sowohl in der erwähnten Verfügung als auch im angefochtenen
Entscheid - wenn auch nur "hypothetisch" (Einspracheentscheid S. 14 Ziffer 9) - die
Adäquanz prüfte und damit implizit von einem Behandlungsabschluss im Sinn von Art.
19 Abs. 1 UVG ausging, stellt sich die Frage, ob ein solcher zu Recht angenommen
wurde. Die UMEG-Gutachter erachteten eine namhafte Besserung durch weitere
Behandlung der Beschwerden als nicht gegeben und empfahlen lediglich eine
medikamentöse Behandlung bei Bedarf zur Bewahrung des bestehenden Zustands
oder zur Schmerzlinderung (UV-act. 174). Die Ärzte des Zentrums für Neurologie
kamen zum Schluss, der Spannungskopfschmerz mit einem wesentlichen Anteil eines
Analgetikakopfschmerzes sei durch Absetzung der derzeitigen analgetischen
Medikation (Entgiftung) und mit dem Versuch einer Aspirin-Medikation sowie allenfalls
mit autogenem Training zu behandeln. Die Berichterstatter erachteten eine mittelbare
Unfallkausalität der Kopfschmerzen als wahrscheinlich (UV-act. 437f). Eine nähere
Begründung für diese Feststellung findet sich im Bericht jedoch nicht, und den
Berichterstattern standen soweit ersichtlich auch nicht die gesamten Akten zur
Verfügung (UV-act. 437a). Jedenfalls kann aufgrund dieses Berichts die überwiegend
wahrscheinliche Unfallkausalität des Kopfschmerzes nicht als bewiesen gelten. Eine
vergleichbare Behandlungsempfehlung gab im Übrigen auch Dr. C._ ab (UV-act.
439). Soweit dieser Arzt unter anderem von einer nicht ausreichenden medikamentösen
Therapie ausging (UV-act. 439), ist festzuhalten, dass im Nachgang zum Unfall eine
medikamentöse Behandlung wegen des Kinderwunsches - und damit unabhängig vom
Unfall - nicht möglich war (UV-act. 121). Unter diesen Umständen erscheint nicht mit
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überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan, dass von einer weiteren (wiederum im
Wesentlichen medikamentösen) Behandlung eine tatsächliche Verbesserung des
Gesundheitszustandes - und nicht lediglich eine Aufrechterhaltung des bisherigen
unfallbedingten Zustandes im Sinn der Darlegungen der UMEG-Gutachter - zu
erwarten war.
Im Rahmen der Prüfung von Eingliederungsmassnahmen durch die IV erklärte die
Beschwerdeführerin am 27. Februar 2008, ohne Bestehen einer Behinderung würde sie
heute eine Erwerbstätigkeit im Ausmass von 40-60% ausüben. Als Hausfrau und
Mutter von einem Kind (Jg. 2004) sei eine zusätzliche Belastung durch eine
Erwerbstätigkeit nicht möglich (IV-act. 22-2/11). In der Folge nahm die IV eine
Haushaltabklärung vor und erstattete am 21. Juli 2008 Bericht (IV-act. 32). Diesen
Bericht liess die Beschwerdeführerin beanstanden (IV-act. 36). Am 24. Juli 2007 war
die Abklärung von beruflichen Massnahmen angeordnet worden (IV-act. 34). Deren
Ergebnis war im Zeitpunkt des IV-Aktenbeizugs durch das Gericht (8. Mai 2009) und
offenbar auch später (vgl. Eingaben des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin vom
17. August und 2. September 2009) noch ausstehend. Art. 19 Abs. 1 UVG, welcher
vom Bundesgericht für die Klärung der Frage des Fallabschlusses als sinngemäss
anwendbar erklärt wurde (BGE 134 V 109 Erw. 4), legt die zeitlichen und sachlichen
Voraussetzungen für die Prüfung des Rentenanspruchs fest und hat daher einen ganz
anderen sachlichen Hintergrund als er bei der hier in Frage stehenden
Adäquanzprüfung vorliegt. Dabei ist zu beachten, dass der Rentenanspruch die - hier
erst noch zu prüfende - Adäquanz bereits voraussetzt. Diese Bestimmung kann somit
für die Prüfung des Zeitpunkts des Fallabschlusses jedenfalls nicht unbesehen und
undifferenziert herangezogen werden. Der Umstand, dass sich, wie dies vorliegend der
Fall ist, berufliche und andere Massnahmen der IV - aus welchen Gründen auch immer
- verzögern, kann nicht dazu führen, dass im UV-Verfahren der Fallabschluss zeitlich
beliebig verschoben und somit die Adäquanz nicht geprüft werden kann. Dies würde
dazu führen, dass die Unfallversicherer Leistungen unter Umständen ohne Vorliegen
bzw. Nachweis eines adäquaten Unfallkausalzusammenhangs während langer Zeit
auszurichten hätten. Eine Verschiebung des Fallabschlusses kann umso weniger in
Betracht kommen, wenn die Arbeitsfähigkeitsschätzung, auf welche die IV für die
Anordnung von weiteren Massnahmen abstellte, nicht ohne weiteres begründet
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erscheint. Es lässt sich demnach nicht beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die
Adäquanz nach Vorliegen des UMEG-Gutachtens prüfte.
5.
5.1 Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Da es sich hierbei um eine
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, trägt - anders als bei der Frage, ob ein
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - der
Unfallversicherer insofern eine Beweislast, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid
zu seinen Ungunsten ausfällt (RKUV 1992 S. 75 Erw. 4b). Im Rahmen der Prüfung des
Dahinfallens der Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es mithin für die
Bejahung des fortbestehenden natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für
die fragliche gesundheitliche Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss
Art. 36 Abs. 1 UVG werden die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die
Taggelder und Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die
Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung
beinhaltet eine Durchbrechung des Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein
Gesundheitsschaden durch das Zusammenwirken konkurrierender, teils
unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen bewirkt worden ist (Urteil des EVG vom
18. Februar 2003 i/S. S., U 287/02, Erw. 4.4). Erachtet das Sozialversicherungsgericht
die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer
Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere
ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen (RKUV 1997, 281 Erw. 1a).
5.2 Vorliegend ist nach Lage der Akten eine unfallfremde bzw. eine im Vordergrund
stehende psychische Störung zu verneinen, womit bei der Prüfung der
Adäquanzkriterien nicht zwischen somatischen und psychischen Gesundheitsschäden
zu unterscheiden ist. Beim streitigen Auffahrunfall auf der Autobahn (vgl. dazu UV-act.
186, 196-204, 295-302) handelte es sich um ein Ereignis, dass praxisgemäss bei den
mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den leichten einzuordnen ist. Das
Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände und der besonderen
Eindrücklichkeit des Unfalles (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.1, S. 127 mit Hinweisen) ist
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zu verneinen. Was die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen
anbelangt, hat das Bundesgericht in Erw. 10.2.2 von BGE 134 V 109 präzisiert, dass es
zur Bejahung dieses Kriteriums einer besonderen Schwere der für die gegebene
Verletzung typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das
Beschwerdebild beeinflussen können, bedarf. Davon kann konkret nicht ausgegangen
werden. Nicht ausgewiesen sind in diesem Kontext erhebliche Verletzungen, welche
sich die Beschwerdeführerin neben der HWS-Distorsion zuzog. Sodann ist wesentlich
(vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.3), ob nach dem Unfall eine fortgesetzt spezifische, die
versicherte Person belastende ärztliche Behandlung bis zum Fallabschluss notwendig
war. Die Beschwerdeführerin wurde nach dem Unfall soweit ersichtlich medikamentös
bzw. im Rahmen von physikalischen Massnahmen behandelt, wobei allerdings med.
pract. B._ wie bereits erwähnt am 16. November 2001 festhielt, eine medikamentöse
Behandlung sei wegen des Kinderwunsches nicht möglich (UV-act. 117, 121, 147). Im
Jahr 2002 erfolgte eine Akupunktur- bzw. Massagebehandlung (UV-act. 123). Im
Februar 2003 empfahl Dr. D._ die Aufnahme einer medizinischen Trainingstherapie
(UV-act. 130). In der Folge fanden verschiedene Behandlungsversuche bei Dr. E._
statt (UV-act. 132, 134, 167). Im Mai 2005 berichtete die Beschwerdeführerin
gegenüber dem neuropsychologischen Konsiliararzt der UMEG, Medikamente
(Schmerzmittel) nehme sie heute nur noch nach Bedarf und nicht mehr täglich ein.
Auch besuche sie keine Therapien mehr. Akupunktur und Massagen hätten zwar bis zu
einem gewissen Punkt Verbesserungen gebracht. Nachdem diese aber stagniert
hätten, habe sie die Therapien aufgegeben (UV-act. 153f). In Anbetracht dieser
Aktenlage ist festzustellen, dass nach dem Unfall vom 17. September 2001 bis zum
Fallabschluss im Dezember 2005 eine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche
Behandlung nicht als belegt gelten kann, weshalb auch dieses Kriterium zu verneinen
ist. Sodann könnte eine (dem Unfallversicherer anzulastende) ärztliche Fehlbehandlung
aus dem Umstand, dass im Nachgang zum Unfall wegen des Kinderwunsches eine
medikamentöse Behandlung zum Teil unterlassen wurde, nicht abgeleitet werden. Aus
dem von Dr. C._ und dem Zentrum für Neurologie erwähnten zeitweiligen
Medikamentenübergebrauch kann insofern keine erhebliche Verschlechterung der
Unfallfolgen mit Dauerwirkung abgeleitet werden, als der Übergebrauch vorderhand
lediglich eine Absetzung/Umstellung der Medikamente bzw. eine "Entgiftung" nötig
machte (vgl. UV-act. 437a oben, 439). Das Vorbringen, dass ein schwieriger Heilverlauf
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aus der Schwangerschaft im Jahr 2004 - drei Jahre nach dem Unfall - abzuleiten sein
soll (vgl. act. G 1 S. 6), erscheint nicht sehr plausibel. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin macht dazu denn auch keine Ausführungen. Auch dieses Kriterium
ist dementsprechend als nicht erfüllt anzusehen.
Relevant für die Frage der Adäquanz können im Weiteren in der Zeit zwischen dem
Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche
Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen
und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden
im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.4). Aufgrund der Akten kann das
Kriterium der erheblichen (unfallbedingten) Beschwerden - wenn überhaupt - nicht
vorbehaltlos bejaht werden. Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit
anbelangt, ist gemäss BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen,
dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen der HWS (und punkto
Adäquanzbeurteilung gleich zu behandelnden Verletzungen) ein längerer oder gar
dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus eher
ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend,
sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die
versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Gelingt es ihr trotz solcher
Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret
muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder
optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten
Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger
persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um
alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten
ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG
in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen
vermag, kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7 mit Hinweisen). Im
Nachgang zum Unfall wurde ärztlicherseits wie dargelegt eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
bescheinigt. Nachdem med. pract. B._ im Juli 2005 eine fachärztliche Beurteilung als
erforderlich und eine vollzeitliche Tätigkeit als erreichbar erachtet hatte (UV-act. 114.27
und 114.29), bestätigten die UMEG-Gutachter im Januar 2006 eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit (vgl. vorstehende Erw. 4.2). Ab Sommer 2002 hatte die
Beschwerdeführerin eine (nebenberufliche) einjährige Handelsschule besucht und im
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Sommer 2003 mit dem Diplom (Note 5.4) abgeschlossen (UV-act. 145, 166). Seit der
Geburt des Kindes (im April 2004) war sie nach ihren eigenen Angaben Mutter und
Hausfrau und beabsichtigte einen beruflichen Wiedereinstieg ab Kindergarten- oder
Schulbesuch der Tochter (UV-act. 166). Bei diesem Sachverhalt ist eine erhebliche, bis
zum Fallabschluss (Dezember 2005) bestehende Arbeitsunfähigkeit zu verneinen.
Zusammenfassend ist keines der in BGE 134 V 109 verlangten Adäquanzkriterien
gegeben, was dazu führt, dass die Adäquanz der nach wie vor geklagten Beschwerden
mit dem versicherten Unfall zu verneinen ist.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde insoweit teilweise
gutzuheissen, als für den Anspruch auf Unfalltaggeld erst ab 5. Dezember 2005 (vgl.
UV-act. 177) von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
ausgegangen werden kann. Bis zu diesem Datum sind der Beschwerdeführerin die
Leistungen somit auszurichten (Leistungseinstellung per 5. Dezember 2005). Soweit
der Einspracheentscheid vom 11. August 2008 die Verfügung vom 8. April 2008
hinsichtlich der Taggeldeinstellung auf den 8. April 2003 bestätigt, ist er aufzuheben. Im
Übrigen ist die Beschwerde aber abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben
(Art. 61 lit. a ATSG). Die Beschwerdeführerin hat bei diesem Verfahrensausgang
Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Es rechtfertigt sich, die
Entschädigung mit Rücksicht auf das Ausmass des Obsiegens auf pauschal Fr.
2'000.-- festzulegen (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG