Decision ID: 00b2cdc3-bc9f-4d99-b888-98846ff37400
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1963 geborene
X._
meldete sich am 29. Juni 2015 (Ein
gangsdatum) unter Hinweis auf eine seit Geburt bestehende
Spondylolisthesis
(Gleitwirbel)
sowie eine rezidivierende depressive Störung mit somatischem Syn
drom bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leis
tungsbezug an (Urk. 6/2).
Diese tätigte erwerbliche sowie medizinische Abklärun
gen und führte ein Standortgespräch durch, welches am 28. Juli 2015 stattfand (Urk. 6/6). Mit Schreiben vom 14. April 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, sie erachte
Untersuchungen
durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) als notwendig (Urk. 6/24).
Die orthopädische und psychiatrische Untersuchung fand am 9. August 2016 statt (Urk. 6/29-30).
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
6.
November 2017 einen Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 2 [= 6/52]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
3.
Januar 2018 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine angemessene Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei ein Gutachten einzuholen sowie eine arbeitsmedizinische Begut
achtung durchzuführen (Urk. 1). Als Beleg reichte sie einen USB-Stick mit MRI-Bildaufnahmen ein (Urk. 3/3).
Mit Beschwerdeantwort vom
7.
Februar 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 8. Feb
ruar 2018 angezeigt wurde (Urk. 7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmetho
den
können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Unter
suchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht –
ge
-
wissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden ha
-
ben
– den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Ver
fahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schluss
folgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis
ver
-
siche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte
gehö
-
ren
– nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer
Zuver
-
lässigkeit
und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, die Beschwerdeführerin sei in ihrer Arbeitsfähigkeit zwar eingeschränkt. In einer leichten, wechselbelastenden Tätig
keit mit vermehrtem Pausenbedarf sei sie jedoch zu 80
%
arbeitsfähig. Ihre angestammte Tätigkeit entspreche dem Tätigkeitsprofil, wenn ein Stehpult ange
schafft werde, da sie dann
z
wischen sitzende
r
und stehende
r Position abwechseln könne. Daher bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber brachte die Beschwer
deführerin im Wesentlichen vor, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb der RAD trotz ihres gravierenden gesundheitlichen Zustandes zum Schluss gelangt sei, sie sei aus somatischer Sicht zu 80
%
arbeits
fähig. Die behandelnden Ärzte hätten ihr übereinstimmend aus somatischer und psychiatrischer Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt. Hinzu komme, dass die IV-Stelle zu Unrecht keinen Einkommensvergleich vo
rgenommen habe. Es sei unrealistisch, dass sie trotz der gesundheitlichen Einschränkungen weiter
hin ein hohes Einkommen erzielen könnte. Auch aus diesem Grund sei die ange
fochtene Verfügung fehlerhaft (Urk. 1).
3.
3.1
Im Bericht der Uniklinik
Y._
vom 6. November 2013 wurden folgende Diag
nosen aufgeführt (Urk. 6/1 S. 10):
-
Rückenschmerzen bei:
-
isthmischer
Spondylolisthese
L5 von 60
%
mit
dysplastischen
Verän
derungen
-
Diskopathie
L4/5, L5/S1
Die Patientin sei seit zwei Jahren bei ihnen bekannt. Es zeige sich ein rezidivie
render Verlauf mit wellenartigen Schmerzen. In letzter Zeit träten vermehrt lum
bale Schmerzen auf, weshalb ein MRI erfolgt sei (Urk. 6/1 S. 10).
Im MRI vom 7. Oktober 2013 sei die bekannte
Spondylolisthese
L5 von ca. 60 % ersichtlich. Im Vergleich zum Vor-MRI aus dem Jahr 1999 scheine die
Spondy
lolisthese
minimal zugenommen zu haben (Urk. 6/1 S. 10).
In der Bildgebung würde sich keine
Foramenstenose
oder Nervenwurzelkompres
sion zeigen. Auch bestünden keine
radikulären
Schmerzen (Urk. 6/1 S. 10).
3.2
Im Bericht der
Klinik
Z._
vom 2
8.
August 2015 wurde folgende Diagnose genannt (Urk. 6/12 S. 1):
-
rezidivierende belastungsabhängige Lumbalgien mit/bei:
-
Spondylolisthese
L5/S1 Grad III nach
Meyerding
Die Patientin sei zuletzt vor knapp zwei Jahren bei ihnen vorstellig geworden. Im Verlauf hätten die Beschwerden zugenommen, der Leidensdruck sei gestiegen. Sie sei nur noch beim zügigen Laufen und in gewissen Rückenlagen beschwerdearm, ansonsten verspüre sie bereits bei kleinsten Belastungen Schmerzen. Gelegentlich komme es zu einem Zwick links dominant. Eine
Fussheberschwäche
sei we
i
terhin nicht vorhanden (Urk. 6/12 S. 1).
Radiologisch bestätige sich die
Spondylolisthese
Grad III auf Höhe L5/S
1.
Es wür
den sich sklerotische Deckplattenveränderungen zeigen. Die Verschiebung betrage 18 mm (Urk. 6/12 S. 1).
3.3
Im Bericht der
Dr.
med.
A._
, Fachärztin FMH für
Psychiatrie und Psy
chotherapie, sowie
Dr.
phil.
B._
vom 16. September 2015 wur
den folgende Diagnosen aufgeführt (Urk. 6/13 S. 1):
-
reaktive depressive Störung
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig mit somati
schem Syndrom (ICD-10: F 33.11)
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, die Versicherte sollte nach der Operation für wechselbelastende Tätigkeiten zu 50
%
arbeitsfähig sein (Urk. 6/13 S. 3).
3.4
Im Bericht der
Klinik
Z._
vom 3
0.
Oktober 2015 wurde folgende Diagnose aufgeführt (Urk. 6/17 S. 9):
-
rezidivierende belastungsabhängige Lumbalgien mit/bei:
-
Spondylolisthese
L5/S1 Grad III nach
Meyerding
Der Leidensdruck sei niedriger geworden, aktuell seien die Beschwerden für die Patientin erträglicher. Sie fühle sich immer noch eingeschränkt, da sie nach län
gerem Stehen oder beim Arbeiten in vorn übergebeugter Position Schmerzen ver
spüre. Diese würden jedoch rasch nachlassen. Ausstrahlende Schmerzen habe sie nicht. Auch unter Lähmungserscheinungen leide sie nicht (Urk. 6/17 S. 9).
Die CT-Bildgebung vom 2
5.
August 2015 zeige kein Vakuumphänomen im Zwi
schenwirbelraum L5/S
1.
Da der Leidensdruck zurückgegangen sei, werde vorerst keine Operation geplant (Urk. 6/17 S. 9).
3.5
Im Bericht des Rheumazentrums
C._
vom
5.
Januar 2016 wurde folgende Diagnose genannt (Urk. 6/17 S. 6):
-
belastungsabhängiges
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom bei
Spondylo
listhesis
/
Spondylolyse
L5/S1 Grad III nach
Meyerding
mit leichter radio
logischer Progredienz in den letzten 10 Jahren
Die Patientin leide unter lumbalen Rückenschmerzen ohne wesentliche Ausstrah
lung insbesondere bei längerem Sitzen und Stehen an Ort sowie beim Bücken, Tragen und Heben (Urk. 6/17 S. 6).
Das Gangbild sei
hinkfrei
, die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule sei endphasig allseitig leicht eingeschränkt ohne Schmerzangabe oder
radikuläre
Ausstrahlun
gen. Die ganze Wirbelsäule sei weder klopf- noch
druckdolent
(Urk. 6/17 S. 7).
Bei den seit langem bestehenden, im Wesentlichen nicht progredienten lumbalen Rückenschmerzen mit knackendem Geräusch handle es sich um Beschwerden, welche eindeutig der deutlichen
Spondylolisthesis
bei
Spondylolyse
L5/S1 zuzu
ordnen seien.
Radiologisch sei eine leichte Progredienz der
Spondylolisthesis
in den letzten 10 Jahren dokumentiert, klinisch seien die Beschwerden rein belas
tungsabhängig,
radikuläre
Ausfälle oder Symptome bestünden nicht. Aktuell sei kein operatives Procedere indiziert. Erfahrungsgemäss würde sich die
Spondylo
listhesis
im Erwachsenenalter nicht mehr wesentlich verschlechtern, einzig Kom
plikationen vonseiten der überliegenden Bandscheibe oder Spinalkanalstenosen könnten Indikationen für ein operatives Vorgehen ergeben. Dies sei vorliegend jedoch nicht der Fall (Urk. 6/17 S. 7).
3.6
Im Bericht vom 10. August 2016 über den orthopädischen RAD-Untersuch vom 9. August 2016
wurde folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit aufgeführt (Urk. 6/29 S. 7):
-
rezidivierende belastungsabhängige Lumbalgien bei
Spondylolisthesis
L5/S1 Grad III nach
Meyerding
Die Explorandin sei freundlich und lache häufig. Das Auskleiden erfolge flüssig im Stehen, sie müsse sich dabei nicht am Mobiliar festhalten. Weder beim Aus- noch beim Ankleiden würde die Explorandin Schmerzäusserungen von sich geben. Sie sitze während des gesamten Gesprächs
, das über eine Stunde dauere, still, müsse weder die
Position wechseln noch würden Schmerzäusserungen getätigt
. Das Gangbild sei normal, die Treppe könne ohne Beschwerden benutzt werden
(Urk. 6/29 S. 3).
Die Versicherte leide unter somatischen Beschwerden, die ihre Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen würden. Bei einer Erkrankung der Lendenwirbelsäule, wie sie hier vorliege, bestehe eine verminderte Belastbarkeit für regelmässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten mit Überstreckbelastung der Wirbelsäule über Kopf- und Schulterhöhe, auf Leitern und Gerüsten, für ausschliesslich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken und Arbeiten in vorgeneigter Körperposition sowie für Tätigkeiten in Zwangshaltun
gen. Leichte Tätigkeiten in Wechselbelastung unter Ausschluss ungünstiger Wit
terungsbedingungen, auch mit gelegentlichem Heben, Tragen und Transportieren von Lasten bis maximal 10 kg, ohne Verharren in Zwangshaltungen, seien jedoch zu 80 % zumutbar. Rein sitzende oder rein stehende Tätigkeiten seien hingegen nicht mehr möglich (
Urk.
6/29 S. 8).
3.7
Im Bericht vom 10. August 2016
über den psychiatrischen RAD-Untersuch vom 9. August 2016 wurde
folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit aufgeführt (Urk. 6/30 S. 6):
-
Panikstörung (ICD-10: F 41.0)
Die Explorandin sei freundlich und nehme häufig Blickkontakt auf. Der Gedan
kengang sei flüssig und zusammenhängend, Anhalt für Sinnestäuschungen und Denkstörungen liege nicht vor. Affektiv sei sie schwingungsfähig. Gestik und Mimik seien unauffällig. Äusserlich seien während der Untersuchung keine Angstsymptome feststellbar. Der Antrieb sei unauffällig, Anzeichen für Müdigkeit oder erhöhte Ermüdbarkeit bestünden nicht. Die Explorandin sei während der gesamten Untersuchung, die 2 3⁄4 Stunden dauere, konzentriert und aufmerksam. Auch Störungen der Merkfähigkeit und des Gedächtnisses seien nicht erkennbar (
Urk.
6/30 S. 3-4).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, die Versicherte leide unter einer Panik
störung. Dank Psychotherapie und Medikation habe die Panikfrequenz deutlich gesenkt werden können. Vorbeugend sollten am Arbeitsplatz Auslöser wie anhal
tende
Überforderung vermieden werden.
Ein eher harmonisches, stressarmes
Arbeitsklima wäre günstig
.
In einer Tätigkeit ohne anhaltende Überforderung sei die Versicherte vollständig arbeitsfähig
(
Urk.
6/30 S. 6).
4.
Die Beschwerdeführerin macht geltend,
es sei nicht nachvollziehbar, dass der RAD-Arzt zum Schluss gekommen sei, sie sei aus orthopädischer Sicht zu 80
%
arbeitsfähig. Die Bildgebung zeige einen gravierenden Befund, weshalb sie ledig
lich zu 50
%
arbeitsfähig sei (Urk. 1).
Der orthopädische RAD-Arzt nahm umfassende
und allseitige
Untersuchungen vor
(Urk. 6/29 S. 3-7)
,
berücksichtige die geklagten Beschwerden (Urk. 6/29 S. 1) und setzte sich mit den
Vorakten
auseinander (Urk. 6/29 S. 7). Wie die Beschwer
deführerin selber ausführt, lagen ihm auch die bildgebenden Befunde vor (Urk. 1 S. 6). Diese fanden in seine Beurteilung Eingang, weshalb seine Einschätzung die Kriterien erfüllt, die an beweiskräftige medizinische Berichte gestellt werden.
Seine Beurteilung steht ferner in Einklang damit, dass im
Bericht der
Klinik
Z._
vom 3
0.
Oktober 2015
über eine Besserung der Beschwerdesymptomatik berichtet wurde (
Urk.
6/17 S. 9
). Weshalb sich
diese nicht in einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit
niedergeschlagen haben soll
, ist nicht
nachvollziehbar. Zu berücksichtigen ist ferner, dass im Bericht des
Rheumazentrums
C._
vom
5.
Januar 2016
festgehalten wurde, die lumbalen Rückenschmerzen seien im Wesentlichen nicht progredient. Auch die Bildgebung zeigte lediglich eine leichte Progredienz
der
Spondylolisthesis
in den letzten 10 Jahren
(
Urk.
6/17 S. 7
), was für eine zumindest
grössenteils
erhaltene Arbeitsfähigkeit spricht.
Weiter bringt die
Beschwerdeführerin vor, sie sei auch aus psychiatrischer Sicht lediglich zu 50
%
arbeitsfähig, da sie unter einer reaktiven depressiven Störung mit somatischem Syndrom leide (Urk. 1).
Zwar finden sich in den Akten
drei
Berichte der behandelnden Psychologin, Dr.
B._
(Urk. 6/17 S. 1 ff., 6/20
, 6/49
). In diesen werden jedoch lediglich Diagnosen aufgelistet. Objektive Befunde fehlen gänzlich. Zudem wird in
den ersten
beiden Berichten darauf hingewiesen, weder die Konzentrations- noch die Merkfähigkeit seien beeinträchtigt (Urk. 6/17 S. 5, 6/20 S. 6). Wie dies mit der Diagnose einer reaktiven depressiven Störung mittelgradigen Ausmasses verein
bar sein soll, ist nicht nachvollziehbar.
Weiter
gab die Beschwerdeführerin anlässlich der RAD-Untersuchung an, sie sei aufgestellt, immer gut gelaunt, aus
geglichen, gerne mit Menschen zusammen und gehe diversen Hobbys nach. Auf Nachfrage hin
bejahte sie
, glücklich zu sein (Urk. 6/30 S. 4). Auch diese Selbst
wahrnehmung spricht gegen das Vorliegen einer depressiven Störung.
Demge
genüber vermag die
Beurteilung
des RAD-Arztes, der allseitige Untersuchungen vornahm (Urk. 6/30 S. 3-5), zu überzeugen. Er setzte sich mit den
Vorakten
aus
einander und legte schlüssig dar, weshalb er der Einschätzung der behandelnden Psychologin nicht folge (Urk. 6/30
S. 5). Zudem nahm er – wie vom Bundesge
richt im Entscheid BGE 141 V 281 gefordert – eine
In
dikatorenprüfung
vor (Urk. 6/30 S. 6). Er führte schlüssig aus, das hohe Aktivitätsniveau sowie der geringe Leidensdruck würden für eine erhaltene Arbeitsfähigkeit sprechen.
Nach dem Gesagten ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne anhaltende Überforderung zu 80 % arbeitsfähig ist.
Weitere medizinische Abklärungen erweisen sich daher als nicht notwendig.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkom
mensvergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe
rungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annähe
rungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Pro
zentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbs
einkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkom
men auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der
Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentvergleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs. 2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (Urteil des Bundes
gerichts 8C_333/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
5.3
Die Beschwerdeführerin war vor Eintritt des Gesundheitsschadens als Direk
tionsassistentin bei einer Anwaltskanzlei tätig, wobei das Anstellungsverhältnis noch während der Probezeit beendet wurde (Urk. 6/8). Sie macht geltend, eine Tätigkeit als Direktionsassistentin entspreche nicht dem vom orthopädischen Gut
achter geschilderten Belastungsprofil, woran die Anschaffung eines Stehpultes
nichts ändern würde (Urk. 1). Der orthopädische Gutachter kam
zum Schluss, eine rein
sitzende oder
rein
stehende Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin n
icht mehr zumutbar (Urk. 6/29, 6/51 S. 3). Wie die IV-Stelle richtig ausführte,
ermöglicht es ein Stehpult, administrative Tätigkeiten abwechselnd stehend und sitzend auszu
führen. Es ist daher nicht ersichtlich, weshalb die Beschwerdeführerin ihre ange
stammte Tätigkeit als Direktionsassistentin mit Hilfe eines Stehpultes nicht mehr ausüben könn
en sollte
. Da ihr lediglich eine 80%ige Arbeitsfähigkeit angerechnet wird, stehen ihr zudem zusätzliche Pausen zur Verfügung. Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, d
a sie gemäss Einschätzung des psychiatrischen Gutachters eine anhaltende Überforderung vermeiden müsse und auf ein stress
armes Klima angewiesen sei, sei es realitätsfern, davon auszugehen, dass sie wie
der eine Stelle als Direktionsassistentin mit ähnlich hohem Salär
wie bisher
finden könne
(Urk. 1). Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens ihre Stelle häufig wechselte, wobei sie jeweils vergleichbare Einkommen erzielte (Urk. 6/9).
Eine Überforderung, die zu einer Panikstörung führte, trat offensichtlich erst an ihrer letzten Arbeitsstelle auf (Urk. 6/10 S. 7).
Da sie vorher diverse Stellen bekleidete, bei denen sie nicht über
fordert war, ist nicht einzusehen, weshalb es ihr nun nicht mehr
möglich sein sollte, ihrer angestammten Tätigkeit nachzugehen.
Da die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig ist, erübrigt sich ein ziffern
mässiger Einkommensvergleich und es kann eine Gegenüberstellung blosser Pro
zentzahlen vorgenommen werden. Damit resultiert ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von
2
0
%
.
6.
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist abzuweisen.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
700.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).