Decision ID: b804e730-ce5d-4760-82bb-6be302393f81
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970, war von August 2010 bis Ende März 2014 als Senior Consultant bei der
Y._
AG in einem
60
%-Pensum angestellt (
Urk.
9/22 und Urk. 9/58)
. Vorher war er bei der
Z._
GmbH
Teilzeitangestellter und gleichzeitig
teilzeitlich
als Selbständiger erwerbstätig (vgl. Standortgespräch vom 2
4.
Mai 2012
,
Urk.
9/21
; vgl. auch
Urk.
9/16
).
Am 1
1.
April 2012 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte bei der Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf eine rezi
divierende depressive Störung, eine Persönlichkeitsstörung, Angstzustände sowie eine Alkoholabhängigkeit zum Bezug von Leistungen der Invaliden
versiche
rung an (Urk. 9/5).
Die IV-Stelle klärte die erwerblichen und medizinischen Ver
hält
nisse ab
,
holte die Berich
te der behandelnden Ärzte (Urk. 9/19,
Urk.
9/27, Urk.
9/39,
Urk.
9/40,
Urk.
9/50,
Urk.
9/63 und
Urk.
6/65) sowie
einen Auszug
aus dem Individuellen Konto des
Versicherten (IK-Auszug,
Urk.
9/16
)
ein und ersuchte die
Arbeitgeberin
um Auskünfte (vgl. Arbeit
geber
fragebogen vom
5.
Juli 2012; Urk. 9/22). In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine psychiatrische Begutachtung bei
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, welcher am 1
7.
Januar 2014 darüber berichtete (
Urk.
9/48).
Da sich der Versicherte aus gesundheitlichen Gründen subjektiv nicht in der Lage sah, an Integrationsmassnahmen teilzunehmen, schloss die IV-Stelle die Abklärung um berufliche Massnahmen mit Mitteilung vom 1
6.
Mai 2014 ab (Urk.
9/57).
A
usge
hend von einer durch das Abhängigkeits
verhalten begründeten Arbeits
unfähig
keit stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 2
6.
August 2014 die Ab
weisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 9/67). Dagegen erhob der Ver
sicherte am 2
9.
September 2014 (Urk. 9/72) sowie ergänzend am 27.
November 2014 Ein
wand (
Urk.
9/99) und legte diverse Arztberichte bei (Urk. 9/79-87,
Urk.
9/89-92 und
Urk.
9/96). Die IV-Stelle veranlasste eine weitere psychiatrische Begutach
tung bei Prof.
Dr.
med.
B._
, FMH Neurologie sowie FMH
Psychiatrie und Psychotherapie, welcher am 3
0.
April 2015 darüber berichtete (
Urk.
9/112), und auferlegte dem Versicherten mit Schreiben vom 17. August 2015 eine Schaden
minderungs
pflicht im Rahmen einer Ent
wöhnungs
behand
lung, sprich einer kompletten Such
t
mittelabstinenz für mindestens sechs Monate (
Urk.
9/118). Im Verlauf wurden weitere Arztberichte (
Urk.
9/12
1,
Urk.
9/130, Urk. 9/132, Urk.
9/134,
Urk.
9/151,
Urk.
9/157,
Urk.
9/171,
Urk.
9/176
und
Urk.
9/187
) zu den Akten gelegt
. Am 2
3.
Juni 2017
nahm der Versicherte zur medizinischen Aktenlage Stellung (
Urk.
9/186), woraufhin die IV-Stelle bei
Dr.
med.
C._
, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie
sowie Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD
)
, eine aktenbasierte Einschätzung einholte (vgl.
Feststellungsblatt;
Urk.
9/192). Mit Verfügung vom
2.
November 2017 ver
neinte die IV-Stelle wie vorbeschieden
den Anspruch auf
eine Invalidenrente (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
4.
Dezember 2017 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm eine ganze Invalidenrente auszu
richten. Eventualiter sei die Sache zur neuen Entscheidung an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte er, es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung sowie die unentgeltliche
Rechts
verbeiständung
zu gewähren (Urk. 1), wobei er letzteres Gesuch mit Eingabe vom 1
9.
Januar 2018 zurückzog (
Urk.
7).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort
vom
2
2.
Januar
2018
(Urk. 8) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 2
3.
Januar 2018 wurde dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
10).
Am
13. Februar 2019
legte der Beschwerdeführer
einen weiteren Arztbericht
(
Urk.
12
) zu den Akten
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Sie kann Folge von Geburtsgebre
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
Bundesgesetz über
die Invaliden
versicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der kör
perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumut
barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Alkoholismus und Medikamentenmissbrauch (wie auch Drogensucht) begründen nach ständiger Rechtsprechung keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird eine solche Sucht invalidenversicherungsrechtlich erst bedeutsam, wenn sie ihrerseits eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein kör
perlicher oder geistiger die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheits
scha
den eingetreten ist, oder
aber
wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, welchem Krankheitswert zukommt (vgl.
BGE 124 V 265
E. 3c; AHI 2002 S. 30, I 454/99 E. 2a). Dabei ist das
ganze
für die Alkoholsucht massgebende Ursachen- und Folgespektrum in eine Gesamt
würdi
gung einzubeziehen, was impliziert, dass einer allfälligen Wechselwirkung zwischen Suchtmittelabhängigkeit und psychischer Begleiterkrankung Rechnung zu tragen ist. Was die krankheitsbedingten Ursachen der Alkoholsucht betrifft, ist für die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz der Abhängigkeit erforderlich, dass dem Alkoholismus eine ausreichend schwere und ihrer Natur nach für die Entwicklung einer Suchtkrankheit geeignete Gesundheitsstörung zugrunde liegt, welche zumindest eine erhebliche Teilursache der Alkoholsucht darstellt. Mit dem Erfordernis des Krankheitswerts einer allfälligen verursachenden psychischen Krankheit wird verlangt, dass diese die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ein
schränkt. Wenn der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen Alkohol
sucht und krankheitswertigem psychischem Gesundheitsschaden besteht, sind für die Frage der noch zumutbaren Erwerbstätigkeit die psychischen und die suchtbe
dingten Beeinträchtigungen gesamthaft zu berücksichtigen (vgl. Urteile des Bun
desgerichts 8C_906/2013 vom 23. Mai 2014 E. 2.2 und 9C_701/2012 vom 10. April 2013 E. 2 mit Hinweisen sowie 9C_706/2012 vom 1. Juli 2013 E. 3.2 mit Hinweis auf I 169/06 vom 8. August 2006 E. 2.2).
1.3
1.3
.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6).
Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE
140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE
143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbe
lastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben,
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK
1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verun
möglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
2.
November 2017 (
Urk.
2) hielt die Beschwerdegegnerin fest, die Abklärung habe ergeben, dass die Arbeits
unfähig
keit des Beschwerdeführers vor allem durch das Abhängigkeits
verhalten begrün
det sei und deshalb keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vorliege, weshalb kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe. Im Übrigen habe der Beschwerdeführer die auferlegte Schaden
minderungs
pflicht nicht umgesetzt, obwohl sich die Prognose drastisch ver
bessern würde,
wäre er dauernd abstinent
.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 4. Dezember 2017 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend, die medizinische Aktenlage zeige eindeutig, dass nicht die Alkoholproblematik, sondern die Depression im Vordergrund des Leidens stehe. Die entgegengesetzte Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin sei vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehbar. Im Übri
gen sei auch dann von Invalidität auszugehen, wenn die Alkoholsucht als Ursache betrachtet werden würde, da die psychische Krankheit das Ausmass eines die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigenden Gesundheitsschadens erreicht habe.
3.
3.1
3.1.1
Seit Februar 2012 war der Beschwerdeführer bei Prof.
Dr.
med.
D._
in psychiatrischer Behandlung. Sie diagnostizierte eine depressive Symptomatik und Angstzustände, welche zu einem zunehmenden Alkoholkonsum führen wür
den
(vgl. Arztbericht vom
4.
Juni 2012;
Urk.
9/19)
.
Im September 2012 begab sich der Beschwerdeführer in die
Klinik
E._
(vgl. Arztbericht vom 2
6.
November 2012;
Urk.
9/27)
, wo eine seit 1990 bestehende rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD-10: F33.2) bei
Dysthymia
(ICD-10: F 34.1) und einem Status nach Krampfanfall im Mai 2011 diagnostiziert wurde. Ausserdem bestehe seit dem Jahr 2000 eine Alkohol
abhängigkeit (ICD-10: F10.21).
3.1.2
D
ie Beschwerdegegnerin
veranlasste
eine Begutachtung bei
Dr.
A._
, welche
am 1
5.
Januar 2014 statt
fand (vgl.
Urk.
9/48)
.
Dr.
A._
führte aus
, der Beschwerde
führer beschreibe eine seit vielen Jahren bestehende rezidivierende depressive Störung, welche spätestens mit dem Tod der Mutter im Jahr 1995 ihren Anfang genommen habe.
Zusätzlich hätten sich diffuse Ängste entwickelt, welche zu einem Vermeidungsverhalten geführt hätten. Ausserdem habe der Beschwerde
führer eine zunehmende Überforderung im Beruf geschildert mit der Mühe sich abzugrenzen und daraus resultierendem Stress und Er
schöpfung sowie depressi
ven Symptomen
(vgl. dazu auch
Zusammenfassung der Kranken
geschichte
vom 12. September 2014;
Urk.
9/79)
. Erleichterung habe er im Trinken von Alkohol gefunden, wodurch sich mit der Zeit ein Entlastungstrinken entwickelt habe. Auf
grund dessen habe er sich mehrfach in stationäre Behandlung begeben, einerseits im Sinne von Entzugsbehandlungen, andererseits zur Behandlung der Depression
(vgl. Arzt
berichte der p
sychiatrischen
K
linik
F._
vom
3.
Januar 2012 [
Urk.
9/90], vom
5.
März 2012 [Urk.
9/82], vom 2
2.
Mai 2012 [
Urk.
9/91], vom 3
0.
April 2013 [
Urk.
9/84], vom 2
9.
November 2013 [
Urk.
9/85], vom 12.
Dezember 2013 [
Urk.
9/92], sowie
die Arzt
berichte
der
Klinik
E._
vom 31. Januar 2013 [
Urk.
9/83] und des Psychiatrie
zentrums
G._
vom 18. Februar 2011 [
Urk.
9/89])
.
Dr.
A._
hielt zusammenfassend fest, die depressive Störung sei als die Hauptdiagnose zu betrachten, mit einer
Chronifi
zierung
über die Jahre und der sich daraus entwickelnden Komplikation einer Alkohol
abhängigkeit. Die phobische Störung verstärke die Problematik und führe mit den genannten Diagnosen zur weiterhin bestehenden Arbeits
unfähigkeit.
3.2
3.2
.1
Der angefochtenen Verfügung vom
2.
November 2017 (
Urk.
2) lag in medi
zini
scher Hinsicht im Wesentlichen das psychiatrische Gutachten von Prof.
Dr.
B._
vom 3
0.
April 2015 (
Urk.
9/112) zugrunde.
3.2
.2
Prof.
Dr.
B._
konstatierte, im Vordergrund des aktuellen psycho
patho
logi
schen Bildes stehe die depressive Symptomatik. Es zeige sich ein mittelgradig
depressives Bild mit gedrückter Stimmung, Affektstarre und Reduktion der Freud
und Interessefähigkeit sowie weiteren somatischen Symptomen ohne psycho
ti
sche Symptome. In der Persönlichkeitsstruktur sei eine erhöhte Rigidität bei
anankastischen
Anteilen auf der Basis ängstlich-unsicherer Züge auffällig. Unter dem Medikament Ritalin seien die vordiagnostizierten Symptome eines Aufmerk
samkeitsdefizit Syndroms (ADHS) kompensiert. Die Haaranalyse habe die regel
mässige Einnahme des Medikamentes objektiviert. Der Beschwerdeführer habe sozial- und agoraphobische Ängste geäussert, diese würden jedoch zu den depressiven Anteilen zurücktreten. Weiter liege eine psychische und Verhaltens
störung durch Alkohol vor. Der Beschwerdeführer habe während der Exploration angegeben, derzeit nicht abstinent zu sein und in regelmässiger suchtspezifischer ambulanter Behandlung zu stehen. Aktuell konsumiere er täglich vier bis fünf Einheiten mit einer Alkoholmenge von 48 bis 60 g Alkohol. Er befinde sich aber in einem Therapieprogramm «Kontrolliertes Trinken» im Einzelsetting und nehme die 1-2 wöchentlichen Termine zuverlässig wahr
(vg
l. dazu auch Arztbericht der i
ntegrierten Psychiatrie
H._
vom 1
9.
November 2014;
Urk.
9/96)
. Prof.
Dr.
B._
hielt diesbezüglich fest, gemäss den haaranalytischen Unter
suchungen des Instituts für Rechtsmedizin Zürich sei eine
Ethylglucuronid
kon
zentration
> 100
pg
/mg aufgefunden worden, welche für den Zeitraum Ende Januar bis Mitte April 2015 einen starken, chronischen Alkoholkonsum beweisen würde, der über den vom Beschwerde
führer angegebenen Trinkmengen liege. Darüber hinaus habe die Haaranalyse einen Gebrauch des Pharmakons
Diphenhydramin
(
Benocten
) gezeigt, welcher der Beschwerdeführer während der Exploration verschwiegen habe (
Urk.
9/112/76).
Weiter äusserte Prof.
Dr.
B._
, es würden in der Beurteilung der Ätiologie einer Alkoholab
hängig
keits
erkrankung zur Differenzierung einer primären von einer sekundären Sucht keine objektiven Laborparameter vorliegen, so dass die Beurteilung auf klinischem Niveau zu treffen sei. Auf der Grundlage einer frühen Störung habe sich beim Beschwerdeführer nach mehreren Unterbrüchen in der Zeit der Kindheit und Jugendzeit (frühe
r
Tod des Vaters, schwere Erkrankung der Schwester, finanzieller Niedergang der Familie) nach dem Tod der Mutter eine depressive Störung und Angsterkrankung entwickelt. Der Beschwerdeführer habe dann - höchstwahrscheinlich in selbsttherapeutischer Absicht - angefangen Alkohol zu konsumieren, so dass anfänglich von einer sekundären Sucht aus
zu
gehen sei. Bei wahrscheinlich hereditärer Belastung (Hinweise im Akten
material, dass sowohl der Vater, wie auch die Mutter eine alkoholbedingte Problematik gehabt hätten) und ungünstigen psychosozialen Umständen sei der ursprünglich funktionelle Aspekt des Alkoholkonsums im Sinne einer angst
lösenden und ent
spannenden Wirkung zunehmend zu Gunsten einer süchtigen Eigendynamik ver
loren gegangen. Ab dem Jahre 2004 seien Kontroll
verlust und Entzugssymptome bekannt, ab dem Jahr 2007 Alkoholfolge
erkrankungen mit Leberwerterhöhung dokumentiert und ab dem Jahr 2011 neuro
logische und neuro
psychologische Symptome aufgetreten. Damit sei in Bezug auf die Alkohol
abhängigkeits
erkrankung davon auszugehen, dass wahr
scheinlich der Einstieg sekundärer Genese gewesen sei, jedoch sehr bald eine Suchterkrankung im Sinne eines pri
mären Trinkens vorgelegen habe. Er empfehle daher eine vollkommene Alkohol
abstinenz (
Urk.
9/112/77-78).
Prof.
Dr.
B._
hielt zudem fest, beim Beschwerdeführer würden jedoch unabhängig von der Alkoholerkrankung weitere psychische Leiden bestehen, welche einschränkende Fähigkeitsstörungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Dies werde unter anderem dadurch deutlich, dass der Beschwerdeführer in einer längeren Phase der Alkoholabstinenz weiterhin depressiv krank gewesen sei und es zu stationären psychiatrischen Hospitalisierungen bei Verschlechterung des depressi
ven Bildes gekommen sei. Im Zeitpunkt der Begutachtung bestehe unter ständigem Substanz
gebrauch (Alkohol) eine mittelgradige Episode, welche im Verlauf s
eit November 2011
chronifiziert
habe
und mit Schwankungen im Schwe
re
grad von leicht bis schwer anhalte (
Urk.
9/112/78-79).
3.2
.3
Prof.
Dr.
B._
stellte die Diagnose einer
chronifizierten
Depression; gegen
wärtig mittelgradiger Ausprägung (ICD-10: F33.1), differenzialdiagnostisch eine double
depression
, mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit seien (
Urk.
9/112/80):
-
Störung durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig ständiger Substanzgebrauch (ICD-10: F10.25)
-
Verdacht auf Störung durch Benzodiazepine; gegenwärtig ständiger Sub
stanz
gebrauch (ICD-10: F13.25)
-
Verdacht auf einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung; medika
mentös kompensiert (ICD-10: F90.0)
-
Persönlichkeitsakzentuierung mit vorrangig
anankastischen
Zügen (ICD
10: Z73.1)
-
Emotionale Vernachlässigung als Kind (ICD-10: Z62.4).
Die Depression führe zu einer herabgesetzten Belastbarkeit und Ausdauer
fähig
keit, die den Beschwerdeführer einschränke. Infolge der anzunehmenden Ver
schlechterung durch die Alkoholstörung sei der durch die Depression bedingte Anteil an der Arbeitsunfähigkeit nur schwer einzuschätzen und könne lediglich medizinisch-theoretisch festgelegt werden. Er gehe von einer Minderung der Arbeitsfähigkeit seit November 2011 von 40 bis 50
%
infolge der Depression
unter Abzug genannter Anteile aus. Mit einer Besserung der Arbeitsfähigkeit sei durch eine Entzugs- und Entwöhnungsbehandlung von Alkohol und Benzo
diazepinen innerhalb eines Jahres zu rechnen (Urk. 9/112/79).
Die Abhängig
keitssyndrome würden sich negativ auf die bestehende Depression auswirken (
Urk.
9/112/82).
3.3
Vom
6.
November bis
2.
Dezember 2015 war der Beschwerdeführer in der
Klinik
I._
zur Entzugsbehandlung von Alkohol
hospitalisiert
und nahm sowohl an einzel
psychotherapeutischen Gesprächen sowie am gruppen
therapeutischen Therapie
programm teil (vgl. Austrittsbericht vom
2.
Dezember 2015;
Urk.
9/121).
Dabei habe er den Wunsch geäussert, im Rahmen seiner depressiv-ängstlichen Symptomatik eine weiterführende stationäre Therapie im Haus fortführen zu wollen.
In der Folge war der Beschwerdeführer wegen einer rezidivierenden depressiven Störung vom 1
1.
Dezember 2015 bis
4.
Februar 2016
auf der Spezial
station für Emotionsregulationsstörungen
hospitalisiert
und nahm am inte
gra
tiven Therapieprogramm für Emotionsregulationsstörungen SITE teil, welches sich aus Psycho-, Ergo-, Musik- und Bewegungstherapien im Einzel- und Gruppen
setting zusammensetzte
(vgl. Austritts
be
richt vom
3.
Februar 2016; Urk.
9/132).
D
abei habe der Beschwerde
führer
ein grösseres Bewusstsein über funktionale und dysfunktionale innere Anteile aufbauen und die
Klinik
in einem emotional stabileren Zustand verlassen können.
Bei Austritt empfahlen die Ärzte die Beibehaltung der etablierten psychopharmakologischen Behandlung, die Wei
terführung einer ambulanten Psychotherapie sowie die Teilnahme an einer ambulanten Schematherapie-Gruppe (vgl. dazu auch Eintrittsbericht vom
3.
März 2016 [
Urk.
9/134] und Austrittsbericht vom 1
4.
Juli 2016 [
Urk.
9/151/5]).
3.4
Am 1
8.
Oktober 2016 trat der Beschwerdeführer erneut in der
Klinik
I._
ein
und war bis zum 1
5.
November 2016 hospitalisiert
(vgl. Austrittsbericht vom 2
9.
Dezember 2016;
Urk.
9/169/2-5).
Die behandelnden Ärzte konstatierten, auf
grund der vom Beschwerdeführer geschilderten Symptomatik mit massiver Niedergestimmtheit, reduziertem Antrieb, innerer Unruhe, sozialer Ängste, Konzentrationsstörungen, erhöhter Ermüdbarkeit, Ein- und Durchschlaf
stö
rungen und Gedankenkreisen (lä
nger als zwei Wochen anhaltend)
sei von einer schweren depressiven Episode bei rezidivierender depressiver Störung (ICD
10: F33.2) auszugehen. Zusätzlich
bestünden
Anhaltspunkte für das Vorliegen einer sozialen Phobie (ICD-10: F41.0), die sich in der Angst in zwischen
menschlichen Situationen, wo sich der Beschwerdeführer im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit wähne und sich blamieren oder peinlich auffallen könne, sowie in der Furcht davor, dass andere diese Angst anhand vegetativer Anzeichen bemerken könnten, zeige. Darüber hinaus bestehe eine psychische und Verhaltensstörung durch Alkohol: Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent aber in beschützender
Umgebung (ICD-10: F10.21). Weiterhin zeige der Beschwerdeführer eine Akzen
tuierung von Persönlichkeitszügen, vorrangig
anankastische
Züge und ängstlich-vermeidende Anteile (ICD-10: Z73) mit übermässigen Zweifeln, Perfektionismus, Skrupelhaftigkeit und Leistungsbezogenheit sowie grosser Mühe im Delegieren, wodurch sich der Beschwerdeführer beim Bewältigen von Aufgaben behindere. Die ängstlich-vermeidenden Anteile würden sich in Selbstunsicherheit und stän
digen Gefühlen von Anspannung und Besorgtheit sowie dem Vermeiden von sozialen und beruflichen Aktivitäten zeigen.
Die behandelnden Ärzte hielten fest, d
ie Diagnose der Alkoholabhängigkeit sei als Sekundärproblematik zu verst
ehen und d
ie chronische rezidivierende depressive Störung, vor dem Hintergrund der erlebten emotionalen Vernachlässigung
,
würde
als Primärproblematik
betrachtet werden.
3.5
Aufgrund hausärztlicher Überweisung war der Beschwerdeführer vom 1
1.
bis 18. Januar 2017 im Spital
J._
hospitalisiert
. Im Austrittsbericht vom 1
8.
Januar 2017 (
Urk.
9/169/12-14) wurde festgehalten, laborchemisch zeige sich ein stark erhöhter Cholesterin- sowie ein übermässig erhöhter
Triglycerid
-Wert, weshalb der Verdacht auf ein
Chylomikronen
-Syndrom gestellt werde. Am ehesten sei von einer primären familiären
Hypertriglyceridämie
mit wiederholter akuter
Aggra
vation
bei übermässigem Alkoholkonsum auszugehen. Differenzial
diagnostisch könne eine familiäre kombinierte Fettstoffwechselstörung oder ein
Remnant
disease
in Betracht gezogen werden.
3.6
Die behandelnden Ärzte der
Klinik
I._
hielten
in ihrem Arztbericht
vom 9.
März 2017
(
Urk.
9/176
, vgl. auch Arztbericht vom 2
9.
Mai 2017 [
Urk.
9/187]
)
fest,
der Antrieb des Beschwerde
führers sei nach wie vor stark eingeschränkt. Er habe Zwangs
gedanken bis Gedankendrängen und sei in Bezug auf die Arbeit per
fektionistisch veranlagt. Ausserdem könne er nur schwer Prioritäten setzen. Anforderungen, Aufträge etc. würden zur allgemeinen Überforderung führen, da er zu hohe Selbstansprüche habe. Ferner habe er interpersonelle Schwierigkeiten im Umgang mit Emotionen, Gefühlswahr
nehmungen und -ausdruck, habe starke Aggressionshemmungen und könne sich nur schwer aktiv gegenüber An
forde
rungen und Erwartungen anderer abgrenzen. Weiter bereite es ihm Mühe
,
direkt und klar zu kommunizieren sowie proaktiv Probleme anzusprechen. All dies würde rasch zu einer psycho
physischen Erschöpfung mit Reizüberflutung und dann zu Rückzugs
verhalten führen.
Der Beschwerdeführer
sei immer noch in
psychiatrisch-psycho
therapeutisch
er
und störungsspezifisch
er
sowie begleitend
psychopharmako
therapeutisch
er
Be
handlung, wobei er
regelmässig und zuver
lässig zu den wöchentlichen psycho
therapeutischen Sitzungen
erscheine
.
Ausser
dem erhalte der Beschwerdeführer seit Anfang 2016 von der psychiatrischen Spitex Unterstützung im Bereich Administration und Haushalt.
In Bezug auf eine
Genesung der schweren Persönlichkeitsstörung äusserten die Ärzte keine gute Prognose. Es könne aber eine Verbesserung der Symptome, der Beziehungsfähig
keit, der Lebens
qualität und des körperlichen Gesundheits
zustandes erreicht wer
den. Sie empfahlen
die Fortführung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Therapie sowie
eine Tätigkeit in einem Arbeitszentrum im Umfang von maximal 2 x 4 Stunden pro Woche und sofern möglich im technisch-mechanischen oder IT-Bereich. Eine finanzielle Sicherheit und eine Tagesstruktur, die ihn nicht über
fordere (kein hoher Leistungsdruck), aber doch von seiner
Anhedonie
, inneren Leere und Zwangs
gedanken ablenke, könne die Krankheitssymptome und in der Folge auch den Alkoholkonsum verringern und die allgemeine Lebens- und Beziehungs
qualität des Beschwerdeführers verbessern.
3.7
Zu den gesamten
Vorakten
nahm RAD-Ärztin
Dr.
C._
am 1
0.
April 2017
Stellung
(vgl. Feststellungsblatt;
Urk.
9/192 S. 9f)
.
Sie
hielt
fest, es könne davon ausgegangen werden, dass die auferlegte Schadenminderungspflicht, wonach der Beschwerdeführer für mindestens sechs Monate vollständig abstinent sein solle, nicht eingehalten worden sei.
Die
Prognose würde sich drastisch verbessern, wäre der Beschwerdeführer dauernd abstinent. Sie empfehle, die Therapie auf eine anhaltende, totale Abstinenz zu fokussieren, denn auch eine Suchterkrankung könne zu veränderten Persönlichkeitszügen und einer depressiven Symptomatik führen.
3.8
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens wurde ein
weiterer
B
ericht der
Klinik
E._
vom 27.
November 2017 (
Urk.
12) zu den Akten gelegt.
Darin äusserten die behandelnden Ärzte, der Beschwerdeführer habe sich vom 2
5.
Juli bis 16. November 2017 in stationärer Behandlung, erst in Entzugsbehandlung und ab dem 1
5.
August 2017 in Entwöhnungstherapie, befunden.
Im psycho
therapeu
tischen Einzelsetting seien insbesondere die Suchtproblematik sowie die depressive Symptomatik im Vordergrund gestanden. Während der Behandlung sei es zu keinem Konsumereignis von Alkohol gekommen (alle durchgeführten Kontrollen seien negativ gewesen) und der Beschwerdeführer habe in einem ins
gesamt psychisch
stabileren
Zustand entlassen werden können.
4.
4.1
Das psychiatrische Gutachten von Prof.
Dr.
B._
vom
3
0.
April 2015 (Urk. 9/112
) basiert auf einer umfassenden psychiatrischen Untersuchung und wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben
(S.
4-57
)
. D
e
r
Gutachter erhob detaillierte und nachvollziehbare Befunde
(S.
67-69
)
und Diagnosen
(S.
80
)
und setzte sich mit den vo
m
Beschwer
de
führer geklagten Beschwerden auseinander
(S.
63f.
)
. Zudem wurden die medi
zinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend darge
legt und die Schlussfolgerung nachvollziehbar begründet
(S.
76-79
)
sowie die ergangenen Arztberichte umfassend gewürdigt (S. 71-76)
. Dem
psychiatrischen
Gutachten kommt demnach v
olle Beweiskraft zu (vgl. E.
1.5
).
4.2
Prof.
Dr.
B._
erachtete den Einstieg in die Suchterkrankung als anfänglich sekundär, wobei er nebst der depressiven Störung und Angsterkrankung auch eine vermutlich hereditäre Belastung sowie ungünstige psychosoziale Umstände als begünstigend bzw. auslösend nannte (
Urk.
9/112/77). Ob die Alkoholabhän
gigkeit im Wesentlichen als Folge der depressiven Störung bzw. der Angsterkran
kung zu betrachten ist, mag daher fraglich sein, ist jedoch insoweit irrelevant als der Gutachter eine von der Suchterkrankung abgrenzbare psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erkannte, die auch unter Abstinenz angehalten hat (
Urk.
9/112/78). Diese weiteren psychischen Leiden wurden nicht nur vom Gutachter, sondern auch von den behandelnden Psychiatern sowie vom Vorgutachter
Dr.
A._
als eigenständige Erkrankungen genannt, die im Zeit
punkt des Einstiegs in den übermässigen Alkoholkonsum bereits bestanden haben. Die diesbezüglichen Ausführungen des Gutachters erweisen sich nach dem Gesagten als schlüssig. Entgegen der Beschwerde
gegnerin kann daher die attestierte Arbeitsunfähigkeit nicht einzig dem Suchtleiden zugeschrieben wer
den, auch wenn – wie der Gutachter und behandelnde Ärzte einräumen – die Behandlung der depressiven Störung und Angsterkrankung durch den fortge
setzten Konsum erschwert wird und der Gutachter daher eine vollkommene Alkoholabstinenz empfiehlt. Daran vermag auch die Stellungnahme der RAD
Ärztin, wonach die Suchterkrankung selbst zu depressiver Symptomatik führen könne, (E. 3.7) nichts zu ändern, zumal der Gutachter eine solche Kausalität oder eine sofort eintretende Wirkung bei Abstinenz nicht darstellte und gestützt auf seine Darlegung der Wechselwirkung nicht davon auszugehen ist, dass eine voll
ständige Arbeitsfähigkeit bereits mit Abstinenz eintritt.
Der Beschwerdeführer stand im Zeitpunkt der gutachterlichen Exploration unter Substanzgebrauch und Prof.
Dr.
B._
erachtete einen Anteil der Arbeitsun
fähigkeit im Sinne der herabgesetzten Belastbarkeit und Ausdauer als suchtbe
dingt, dennoch schätzte er die depressionsbedingte Minderung ent
sprechend des Schweregrades ihrer Ausprägung medizinisch-theoretisch auf 40
bis 50
%
. Aktenkundig leidet der Beschwerdeführer (noch) nicht an einer die Arbeitsfähig
keit einschränkenden somatischen Krankheit. Die Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit basiert zumindest teilweise auf der rezidivierenden depressiven Störung, welche im Verlauf seit November 2011
chronifizierte
und mit Schwankungen im Schweregrad von leicht bis schwer anhält, im Zeitpunkt der Begutachtung auf
mittelschweren Grades eingeschätzt wird. Entsprechend der mit Urteil des Bun
desgerichts
8C_841/2016 vom 3
0.
November 2017
geänderten Rechtsprechung ist die Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens anhand der in BGE 141 V 281 aufgestellten Katalogs von Indikatoren vorzunehmen (E. 1.3.3). Das Gutachten von Prof.
Dr.
B._
erging vor der Rechtsprechungsänderung. Damit verliert das nach alten materiell-rechtlichen Anforderungen ergangene Gutachten vom 3
0.
April 2015 nicht per se seinen Beweiswert. Zu prüfen ist, ob es - gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlaubt (BGE 141 V 281 E. 8 S. 309).
Im
Rahmen der Beweiswürdigung obliegt es den Rechtsan
wendern zu überprüfen, ob in
concreto
ausschliesslich funkt
ionelle Ausfälle bei der medizi
nischen Ein
schätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbar
keitsbeurtei
lung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte (BGE 141 V 281 E.
5.2.2;
Art.
7
Abs.
2 ATSG). Eine rentenbegründende Invalidität ist nur dann anzunehmen, wenn funktionelle Auswirkungen medizinisch anhand der Indika
toren schlüssig und widerspruchs
frei festgestellt sind und somit den versiche
r
ungsmedizinischen Vorgaben Rech
nung getragen wurde (BG
E 141 V 281 E. 6 S.
307 f.; Urteil des Bundesgerichts 9C_126/2018 vom
6.
Juli 2018, E. 2.2.2).
4.3
4.3.1
Hinsichtlich des Komplexes
der Gesundheitsschädigung ergibt sich, dass der psy
chiatrische Gutachter aufgrund der Symptome (
Affektstarre, reduzierte Freud
fä
higkeit, Interessensverlust, verminderter Antrieb, reduzierte Vitalgefühle, sozialer Rückzug, redu
ziertes Selbstwerterleben etc.; vgl.
Urk.
9/112/69
) eine mittel
gra
dige Episode einer rezidivierenden de
pres
siven Störung
(ICD-10: F33.1
)
diagnosti
zierte (vgl. E. 3.2).
Die diagnoserelevanten Befunde erweisen sich daher als mittelgradig ausgeprägt.
4.3.2
Weitere wichtige Indikatoren für die Ermittlung der Schwere eines Gesundheits
schadens sind Verlauf und Ausgang von durchgeführten Therapien. Scheitern lege
artis
und mit optimaler Kooperation durchgeführte Therapien, deutet dies auf eine negative Prognose hin (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2).
Hinsichtlich des Therapieverlaufs
wies
der Gutachter darauf hin, dass der Beschwerde
führer
in der
Klinik
K._
eine wöchentliche psycho
therapeu
tische Behandlung und Verhaltenstherapie absolviere
und
seit Jahren in ambu
lanter, teilstationärer und stationärer psychiatrischer Behandlung
stehe
, wobei er den Psychiater nur bei Bedarf sehe.
Ausserdem erfolge eine pharma
kologische Behandlung
(vgl.
Urk.
9/112/66)
.
Wohl wird von einer Alkoholabstinenz, die dem Beschwerdeführer grundsätzlich zumutbar wäre, eine Besserung des psychischen Grundleidens erwartet und war der Beschwerdeführer – ausser im stationären
Rahmen – bisher nicht in der Lage, die Alkoholabstinenz über längere Phasen durchzuhalten, weshalb die optimale Kooperation in Frage steht. Indes sollen die abstinenten Phasen zunehmend länger geworden sein (vgl.
Urk.
9/138,
Urk.
9/131,
Urk.
9/151) und stellte sich der Beschwerdeführer seit November 2015 wiederholt stationären Behandlungen, welche anfänglich dem Entzug (
6.
Novem
ber bis
2.
Dezember 2015) wie anschliessend auch der Behandlung der Grunder
krankung dienten (vgl. E. 3.3, E. 3.4). Angesichts dessen, dass der Beschwerde
führer zuverlässig in regelmässiger psychiatrischer Behandlung steht und seit Jahren auch pharmakologische Behandlung in Anspruch nimmt, sich auch wiederholt einer
Elektrokonsvulsionsbehandlung
unterzogen hat, (
Urk. 9/112/71
ff.; vgl. auch
Urk.
9/176/5) ist ein Leidensdruck ersichtlich.
4.3.3
Hinsichtlich der Gesamtbetrachtung der Wechselwirkungen und sonstigen Bezüge der psychischen Störung zu sämtlichen begleitenden krankheitswertigen Störungen (Indikator
«Komorbiditäten»
) ist festzuhalten, dass Störungen unab
hängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in Betracht fallen, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcenhemmende Wirkung beizumessen ist (BGE 143 V 418 E. 8.1).
Vorliegend bestehen psychische Begleiterkrankunge
n
insbesondere
in Form einer Persönlichkeitsakzentuierung mit vorrangig
anankastischen
Zügen
(ICD-10:
Z73.1
) sowie einer
Störung durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom
(ICD-10:
F10.25
)
. Laut Prof.
Dr.
B._
liegt insbesondere zwischen der depressiven und
der
Alkoholstörung eine wesentliche Interaktion vor (
Urk.
9/112/78).
Die Abhän
gigkeits
syndrome würden sich negativ auf die bestehende Depression auswirken
(
Urk.
9/112/82).
Diesbezüglich ist jedoch eine Abstinenz zumutbar.
Akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 2
2.
Dezember 2015 E. 4.2.4). Allerdings kann ein solcher Fak
tor den Gesundheitszustand und das Leistungsvermögen ebenfalls beein
flussen (Urteil des Bundesgerichts 8C_300/2017 vom
1.
Februar 2018 E. 5.3 unter Hin
weis auf BGE 141 V 281 E. 4.3.2). Der Gutachter diagnostizierte eine akzentuier
te Persönlichkeitsstruktur mit vorrangig
anankastischen
Zügen (ICD-10: Z73.1).
In welchem Ausmass
diese Einfluss
auf das depressive Erkrankungsbild nimmt, führte Prof.
Dr.
B._
jedoch nicht aus.
Indes sprach er in Zusammenhang mit dem Beginn der depressiven Störung und Angsterkrankung von einer dieser zugrund
e
liegenden frühen Störung (
Urk.
9/112/77), womit wohl die genannte Persön
lichkeitsstruktur in Frage kommt. Zusätzlich ging Prof.
Dr.
B._
vom Vor
liegen einer Angststörung mit sozial- und agoraphobischen Anteilen aus. Da er
die Schwere der Sozialphobie als ungenügend ausgeprägt erachtete, diagnosti
zierte er die phobischen Symptome nicht gesondert, sondern rechnete sie der Angststörung zu, was von den behandelnden Ärzten und dem Vorgutachter
Dr.
A._
teilweise anders eingeordnet wurde (vgl.
Urk.
9/19, Urk. 9/48/8,
Urk.
9/65/2
,
Urk.
9/82,
Urk.
9/171/3). Insgesamt sind daher ressourcenhemmende Komorbiditäten anzunehmen.
4.3.4
Der Beschw
e
rdeführer
verfügt über
sehr wenig soziale Kontakte. Im Rahmen der Begutachtung
habe er angegeben
, seinen Mitbewohner sowie seine Freundin regelmässig zu sehen. Ansonsten würde er alle zwei bis drei Monate einen Bekannten treffen (
Urk.
9/112/62). Das Verhältnis zu seiner älteren Schwester sei angesp
annt,
seine beiden Halbgeschwister würden in Ägypten leben und arbeiten, wobei er von seinem Halbbruder finanziell unterstützt werde (
Urk.
9/112/60f.).
Mit ihm stehe er in losem Mailkontakt (vgl.
Urk.
9/176 S. 4).
Prof.
Dr.
B._
erkannte einen sozialen Rückzug im Rahmen der Depression (
Urk.
9/112/81).
Was d
ie sozialen Aktivitäten
betrifft,
sind
diese
zwar eingeschränkt,
d
er
Beschwerde
führer
verfügt indessen über eine hohe Motivation zur beruflichen Wieder
ein
gliederung (Urk.
9/112/
69
). Prof.
Dr.
B._
nannte
als wichtigsten Stabilisator di
e
Auf
nahme einer s
t
ör
u
ngsspezifischen ambulanten kontinuier
lichen Behand
lung so
wohl
der Depression als auch der Alkoholsucht. Ausserdem verfüge
d
er
Beschwerde
führer
über weitere Ressourcen im Sinne einer überdurch
schnittlichen Intelligenz und einer guten Introspektionsfähigkeit (Urk. 9/112/66).
Gegenüber den behandelnden Ärzten der
Klinik
I._
habe er angegeben, in seiner Frei
zeit ein
e
IT-
Zeitschrift zu lesen um
«à
jour
»
zu bleiben. Des Weiteren baue er Modellflugzeuge und Helikopter, mache Gartenarbeit
en
, fliege eine Drohne und konstruiere mit seinem 3-D Drucker (
Urk.
9/176 S. 4).
Im Übrigen
ist der Beschwerdeführer in der Lage, seinen Alltag selbständig zu bewältige
n. Er mache die Morgentoilette, erledige Hausarbeiten, gehe Einkaufen und berei
te das Abend
essen zu (vgl. Urk.
9/112/65).
Damit enthält der soziale Lebenskontext (Komplex
«
sozialer Kontext
»
; vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.3) durchaus Ressourcen, auf die
der Beschwerdeführer
zurückgreifen kann
.
Hinsichtlich des Gesichtspunkts
der
gleichmässige
n
Einschränkung des Aktivi
tätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen ist festzuhalten, dass aus dem Gutachten hervorgeht, dass
der Beschwerdeführer in allen Lebensbereichen eingeschränkt ist, mithin auch
die
sozialen Aktivitäten
mässig
beeinträchtigt sind
(
Urk.
9/112/81).
Fest steht, dass der Beschwerdeführer zwar nur über sehr wenige soziale Kontakte verfügt, dennoch gewissen Aktivitäten nachgehen kann.
4.3.5
Bei gesamthafter Betrachtung der massgeblichen Indikatoren kann daher der gut
achterlichen Beurteilung gefolgt werden, wonach
die psychische Störung zwar
auch von der Alkoholsucht erheblich beeinflusst
wird, eine
mittelgradige Beein
trächtigung der Arbeitsfähigkeit jedoch durch psychische Fun
k
tions
einschränkun
gen mitbegründet ist und aus psychiatrischer Sicht
der
Beschwerde
führer
im Umfang von
durchschnittlich 45
% in seiner Arbeits
fähigkeit eingeschränkt ist (Urk. 9/112/79).
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die einge
schränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerde
führer
s
in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer
stets
vollzeitlich
im IT Bereich tätig war
und
er
seine teilzeitlich selbständige Erwerbstätigkeit als Informatiker im Jahr 2010 aus gesundheitlichen Gründen aufgab und schliesslich nur noch in einem 60%-Pensum angestellt war (vgl.
Urk.
9/112/62),
ist davon auszugehen, dass er im Gesundheitsfall
wieder
in einem
10
0%-Pensum
als IT Berater tätig wäre.
Da
der begutachtende Psychiater
eine generelle Arbeitsunfähigkeit, sowohl in der angestammten als auch in einer
ange
passten Tätigkeit
, von durch
schnitt
lich 45
%
attestierte,
sind
das Validen- und In
valideneinkommen gestützt auf das selbe Einkommen zu bestimmen
. Somit kann
ohne weiteres von der ärztlichen geschätzten Arbeitsunfähigkeit auf einen entsprechenden Invaliditäts
grad geschlossen und damit ein Prozentvergleich vorgenommen werden (BGE 134 V 322 E. 4.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E.
3.2 und 8C_450/2014 vom 24. Juli 2014 E. 7.3).
Der
Invaliditätsgrad liegt somit
bei 45
%.
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Insofern hat der Beschwerdeführer seit
1.
Oktober
201
2
Anspruch auf eine
Viertelsrente
(vgl.
E.
1.4
)
.
Eine ununterbrochene durchschnittliche Beeinträchtigung der Arbeits
un
fähigkeit in mindestens diesem Umfang ist gestützt auf die Berichte der
F._
,
Dr.
D._
sowie der
Klinik
E._
ausgewiesen (vgl. auch
Urk.
9/112/71ff.).
Die angefochtene Verfügung ist mithin, in
teilweiser
Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde, aufzuheben, wobei festzustellen ist
, dass der Beschwer
deführer
seit
1.
Oktober 2012
Anspruch auf eine
V
iertelsrente
der Invalidenver
sicherung hat.
6.
6.1
Das vorliegende Verfahren geht um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen, es ist daher kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind dabei nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach
§
34
Abs.
1
des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Eine
Überklagung
führt grundsätzlich zu keiner Reduktion.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und beim gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
220.-- ist die P
r
ozesse
ntschädigung auf
Fr.
2’200
.--
(ein
schliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.