Decision ID: 26015cd8-953b-45dd-9321-432e162e6f3e
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959, bezieht
seit
1. Oktober 1997 eine
ganze Rente
der Invalidenversicherung
(Verfügung vom 7. Juli 1998
, Urk. 9/
22
).
Im Rahmen einer Überprüfung
des Rentenanspruchs (nach
lit
. a Abs.
1
Schluss
bestimmungen
der Änderung vom 1
8.
März 2011 des
Bundesge
setzes über die
Invalidenversicherung [
6.
IV-Revision, erstes
Massnahmenpa
ket
]
; vgl. dazu
Fest
stellungsblatt
[Urk. 9/55] und Vorbescheid vom 12. Juni 2012 [Urk. 9/57]
) sah die IV-Stelle vor, eine Medizinische Abklärungsstelle
MEDAS
mit der Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens zu beau
ftragen
(Urk. 9/
68)
.
Darüber
verfügte sie am 28.
November 2013
(Urk. 9/
73
)
.
Das hiesige Gericht wies die
dagegen
erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 1
4.
Mai 2014 ab
(Prozess-Nr. IV.2014.00069
, Urk. 9/77
)
. Das Bundesge
richt trat auf die Be
schwerde gegen diesen Entscheid nicht ein (Urteil
9C_474/2014
vom
1
4.
Juli
2014
, Urk. 9/80
).
1.2
In der Folge
gab
die IV-Stelle
bei der MEDAS
Y._
Begutachtung
Universi
täts
spital
Z._
eine polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag (vgl. Urk. 9/84-88).
Die Beschwerdeführerin
liess durch ihren Rechtsvertreter einwenden
, für die Begutachtung seien ausschliesslich Männer vorgesehen, was sie angesichts ihrer traumatischen Vorgeschichte mit sexueller Gewalt nicht akzeptieren könne. Zu
dem würde eine rein psychiatrische Begutachtung wohl genügen (Schreiben vom
1
8.
Februar 2015, Urk. 9/90).
Am 1
0.
März 2015
liess
sie einen Bericht
vom
9.
März 2015
von
Dr.
med.
A._
, Fachärztin FMH Psychiatrie und Psycho
therapie, ein
reichen (Urk. 9/96), dem am 23.
März 2015
die
er
gänzte bzw.
geänderte Version
vom 1
4.
März 2015 desselben Berichts
folgte (Urk. 9/102).
Am 2
5.
August 2015 verfügte die IV-Stelle erneut über eine Be
gutachtung, sah a
ber, dem Einwand
der Versicherten Rechnung tragend, nur noch eine
mono
dis
ziplinäre
psychiatrische Begutachtung, vorzugsweise bei ei
ner Psychiaterin, vor
(Urk. 2).
2.
Hiergegen liess
X._
mit Eingabe vom
24.
Septem
ber 2015
(
Urk.
1) Beschwerde erheben und unter Beilage
des
Berichts
von
Dr.
A._
vom 1
4.
März 2015
(Urk.
3
[= Urk. 9/102]
) beantragen,
es sei die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, auf eine Begutachtung zu verzichten (Urk. 1).
Das Gericht zog die Akten der Beschwerdegegnerin bei (Urk. 9/1-108).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Gemäss § 19 Abs. 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
kann das Gericht ohne Anhörung der Gegenpartei sofort entscheiden
, falls sich
die Beschwerde oder die Klage offensichtlich als unzulässig oder aussichtslos erweist.
2.
2.1
Das hiesige Gericht hat die Aspekte der
Notwendigkeit
und Zumutbarkeit
bereits mit Entscheid vom
1
4.
Mai 2014 beurteilt. Betreffend die Notwendigkeit erwog es damals,
die Beschwerdeführerin sei soweit ersichtlich noch nie
polydiszipli
när
abgeklärt worden; neuere fachärztliche Berichte seien nicht in den Akten. Die Anordnung einer umfassenden Begutachtung sei vom Ermessen gedeckt, welches der Verwaltung im Bereich der Abklärung von
Anspruchsvoraussetzun
gen
zukomme (
Art.
43
Abs.
1
des Allgemeinen Teils des
Sozialversicherungs
rechts
[ATSG]
). Zudem sei bei langjährigem Rentenbezug eine periodische Über
prüfung des Anspruchs grundsätzlich notwendig
(
vgl.
bundesgerichtliche Zu
sammenfassung,
Urk. 9/80 E. 2.1).
Der von der Beschwerdeführerin neu aufgelegte
Bericht vom 1
4.
März 2015
der
behandelnden Psychiaterin
Dr.
A._
enthält
wohl
Anhaltspunkte dafür, dass das medizinische Hauptproblem im psychiatrischen Bereich liegen dürfte, wes
halb die von der Beschwerdegegnerin in Aussicht genommene rein psychiatri
sche Abklärung (statt der ursprünglich vorgesehenen polydisziplinären Begut
achtung)
zumindest vorerst
gerechtfertigt
erscheint und den Bedenken der Be
schwerdeführerin entgegenkommt
. Der Bericht von
Dr.
A._
vermag aber eine
psychiatrische
Begutachtung nicht zu ersetzen.
Denn
Behandlungsauftrag und
Gutachtensauftrag
sind wesensmässig zwei verschiedene Dinge, die mitei
nander in Konflikt geraten können. Die Pflichten eines Sachverständigen lassen sich nicht mit dem besonderen Vertrauensverhältnis, das dem
Behandlungsver
trag
mit dem Patienten eigentümlich ist, vereinbaren (
vgl.
Urteil des Bundesge
richts I 506/00 vom 1
3.
Juni 2001 E. 2b mit weiteren Hinweisen auf Literatur und
Rechtsprechung).
Diese unterschiedlichen Ansatzpunkte zeigen sich exempla
risc
h im Bericht von
Dr.
A._
, der über weite Teile
das
subjektive
Er
leben und die
Sichtweise der Beschwerdeführerin wiedergibt
. Die von
Dr.
A._
gestellte
Haup
t
diagnose
einer
chronische
n
, komplexe
n
, posttrauma
tische
n
Belastungs
störung
(
ICD-10 F43
.1
/F62.0)
wird
nicht oder nur teilweise
aufgrund der ent
spre
chenden diagnostischen Leitlinien der ICD hergeleitet und begründet. Es wird
u.a.
Aufgabe der oder des psychiatrischen Sachverständigen sein,
allfällige psy
cho
pathologisch
e
Befunde zu erheben und darzulegen, in
wiefern eine psy
chi
sche
Störung im Rechtssinn vorliegt, welche
die
Beschwer
deführerin bei zumut
barer Willensanstrengung die Verwertung ihrer Arbeits
kraft auf dem freien Arbeitsmarkt
beeinträchtigt
. Die behandelnde Ärztin ist aufgrund des erwähnten Vertrauensverhältnisses zur Beschwerdeführerin als ihrer Patientin
in der Beur
teilung dieser Frage nicht frei und unbefangen.
2.2
Ferner führte das
hiesige Gericht im Entscheid vom 1
4.
Mai 2014
zur Frage, ob der Beschwerdeführerin eine Begutachtung zuzumuten sei,
aus, es liege
an der
Art der Durchführung
der
medizinischen Untersuchung im Einzelnen
und
in der Verantwortung der untersuchenden Ärzte
, der spezifischen gesundheitlichen
Situa
tion und den Lebensumständen der Beschwerdeführerin Rechnung zu tra
gen
(Urk. 9/77 E. 3)
.
Das Bundesgericht erklärte zu diesem Aspekt
ebenfalls
, letztlich
müsse der ärztliche Sachverständige die medizinische Frage beantwor
ten, ob eine
gutachtliche Abklärung verantwortbar sei (Urk. 9/80 E. 2.2).
Auch an dieser Be
urteilung hat sich seither nichts geändert, zumal nur noch eine rein psychia
trische
und nicht mehr eine polydisziplinäre Abklärung
zur Diskussion steht.
3.
Gestützt auf diese Erwägungen erweist sich die Beschwerde in jeder Beziehung als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
Die Beschwerdeführerin ist darauf hinzuweisen, dass eine weitere unbegründete Verzögerung der Begutachtung als
Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht gewertet werden und nachteilige Konse
quen
zen nach sich ziehen könnte (
Art.
7b
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Inva
lidenversicherung in Verbindung mit
Art.
21
Abs.
4 und
Art.
43
Abs.
2 ATSG
).