Decision ID: ad0e35e5-e83a-484e-b206-0fd3c36f2fec
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1973 geborene
X._
, gelernte Augenoptikerin (Urk. 6/3), leidet an einer erstmals im Januar 2001 als Verdachtsdiagnose geäusserten hereditären spastischen Parese mit Gangstörung (Urk. 6/9/1). Im April 2002 meldete sie sich erstmals bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Bezug von Hilfs
mitteln sowie einer Rente an (Urk. 6/4). Mit Verfügung vom
6.
Dezember 2002 verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Rentenanspruch (Urk. 6/13). Mit Verfügung vom 3
0.
Mai 2005 übernahm die IV-Stelle die Kosten für die leihweise Abgabe eines Rollstuhls (Urk. 6/27) und mit einer weiteren Verfügung vom 1
2.
Dezember 2005 die Kosten für eine Umschulung (Bürofachdiplom vom 6. September 2005 bis zum 1
4.
Juli 2006; Urk. 6/38). Nach Abschluss der Aus
bildung (vgl. Urk. 6/43) war die Versicherte vom 1
8.
Oktober 2006 bis Ende Juni 2007 und vom
1.
September bis 3
0.
November 2007 an zwei verschiedenen Stellen im Bereich Sekretariat/Empfang tätig (Urk. 6/55, Urk. 6/57 und Urk. 6/59). Am 16. November 2007 erlitt sie einen Verkehrsunfall (
Schadenmel
dung
vom 14. Dezember 2007, Urk. 6/68/47). Seit Januar 2008 arbeitet sie
teil
zeitlich
als Telefonistin und
Rezeptionistin
bei der
Firma Y._
(Urk. 6/87/2, Urk. 6/119/9-11, Urk. 6/147/87).
1.2
Ende September 2007 hatte sich die Versicherte erneut bei der Invaliden
versiche
rung zum Bezug einer Rente angemeldet (Urk. 6/53). Die IV
Stelle ver
neinte den Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom
8.
Oktober 2008 (Urk. 6/140). Die am 1
0.
November 2008 dagegen erho
bene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil IV.2008.01153 vom 3
0.
Juni 2010 ab (Urk. 6/167). Hiergegen erhob die Versicherte Beschwerde ans Bundesgericht, welches mit Urteil 9C_757/2010 vom 24. November 2010 in Gutheissung der Beschwerde feststellte, dass die Versicherte mit Wirkung ab
1.
Juli 2008 Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung habe (Urk. 6/192).
1.3
Am 1
9.
August 2010 hatte die Versicherte
der IV-Stelle eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes mitgeteilt
(Urk. 6/174). Zusammen mit ihrer Eingabe sowie im weiteren Verlauf reichte sie Berichte und Bestätigungen ein (Urk. 6/172-173, Urk. 6/175, Urk. 6/179). Die IV-Stelle tätigte weitere Abklä
rungen in erwerblicher Hinsicht (Urk. 6/213-214, Urk. 6/237-238, Urk. 6/256, Urk. 6/265) und nahm Berichte der behandelnden Ärzte zu den Akten (Urk. 6/217, Urk. 6/224, Urk. 6/233, Urk. 6/251). Zudem erfolgte eine
Arbeits
platzbesichtigung
durch
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Arbeitsmedizin des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
, sowie die zuständige
Eingliederungs
beraterin
der IV-Stelle (Bericht vom 1
9.
Januar 2012, Urk. 6/259). Mit Vorbe
scheid vom 12. Juli 2012 stellte die IV-Stelle der Versicherten in Aussicht
, sie werde ihr keine höhere Rente zusprechen
(Urk. 6/289). Hiergegen erhob die Versicherte am 13.
Juli 2012, ergänzt am 6.
September 2012, Einwand (Urk. 6/285, Urk. 6/294). Mit Eingabe vom 11.
Januar 2013 schlug die Versi
cherte eine einvernehmliche Regelung vor und reichte ein Schreiben der Arbeit
geberin betreffend Lohnerhöhung ein (Urk. 6/305-306). Am 1
7.
Mai 2013 ver
fügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 6/315 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
7.
Mai 2013 erhob die Versicherte am 2
0.
Juni 2013 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen beziehungsweise die Ren
tenleistungen seien revisionsweise zu erhöhen (Urk. 1 S. 2). Am
4.
Juli 2013 gingen bei der Beschwerdegegnerin weitere Unterlagen der Suva ein, welche die Gutachten
der Klinik A._
beinhalteten: das neurologische vom 1
5.
Mai 2013 (Urk. 6/331/2-88), das psychiatrische vom 1
7.
November 2012 (Urk. 6/331/89-121) und das klinisch-psychologische vom 19. November 2012 (Urk. 6/331/122-136). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerde
antwort vom 1
5.
August 2013 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5). Es folgte die Replik der Beschwerdeführerin vom 2
3.
August 2013, in welcher an den Begehren gemäss Beschwerde festgehalten und zusätzlich beantragt wurde, es sei der Beschwerdegegnerin eine kurze Nachfrist zur Einreichung einer pro
zessual genügenden Beschwerdeantwort anzusetzen unter der Androhung, dass das Gericht im Unterlassungsfall die behaupteten Tatsachen als anerkannt akzeptiere (Urk. 8). Diesen Verfahrensantrag der Beschwerdeführerin wies das hiesige Gericht mit Verfügung vom
3.
September 2013 ab (Urk. 10). Am 6. September 2013 regte die Beschwerdeführerin an, diese Gerichtsverfügung in Wiedererwägung zu ziehen und tat kund, dass sie nicht auf ihre grundrechtli
chen Verfahrensrechte verzichte. Ferner wies sie darauf hin, dass die
Beschwer
de
gegnerin
neue Akten - insbesondere das Gutachten
der Klinik A._
vom 17. November 2012 sowie vom 1
5.
Mai 2013 - vorgelegt habe, und beanstandete, dass ihr diese nicht zur Stellung
nahme zugestellt worden seien (Urk. 11). Daraufhin wurde der Beschwerde
führerin mit Gerichtsverfügung vom 19. September 2013 Gelegen
heit gegeben, zu diesen Akten (Urk. 6/321-331) Stellung zu nehmen (Urk. 13). Mit Eingabe vom 1
5.
Oktober 2013 äusserte sich die Beschwerde
führerin zum erwähnten Gutachten (Urk. 16) und die Beschwerdegegnerin am
9.
Dezember 2013 (Urk. 24). Hierzu nahm die Beschwerdeführerin am 1
3.
Dezember 2013 wiederum Stellung (Urk. 27), was
der Beschwerdegegnerin am 1
7.
Dezember 2013 mitgeteilt wurde (Urk. 28). Mit Eingabe vom 1
7.
März 2014 beantragte die Beschwerdeführerin das Einholen von Verlaufsberichten an. Im Übrigen beantragte sie, falls das Gericht die medi
zinische Seite dieses Prozesses für genügend abgeklärt erachte, sei dies in Form eines Zwischenentscheides festzustellen. Weiter ersuchte sie um prioritäre Behandlung der Beschwerde (Urk. 29). Am 2
1.
Juli 2014 bat sie sodann um Zustellung der Original-CD mit den MRI-Aufnahmen des Instituts von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Radiologie, sowie den dazugehörigen originalen MRI-Bericht (Urk. 36).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdeführerin rügt verschiedene formelle Mängel (Urk. 1 S. 9-11). Sie führt an, sie sei überwacht worden, wobei das Feststellungsblatt frisiert und ihr die begleitenden Akten vorenthalten worden seien (Urk. 1 S. 9-10). Es bestün
den etliche formelle Mängel, welche die Gutheissung der Beschwerde allein schon rechtfertigten (Urk. 1 S. 10-11):
widerrechtliches Zurückbehalten von Verwaltungsakten
widerrechtliches Zurückbehalten des Verfahrensprotokolls/
Feststellungs
blattes
beziehungsweise unvollständige Vorlage dieses
Verfahrensproto
kolls
Unterschrift unter der „Verfügung“ vom 1
7.
Mai 2013, welche keiner Per
son zugeordnet werden könne
Sachbearbeitung (
Frau C._
) ohne Verfügungskompetenz
Unsicherheit betreffend Charakter der Mitteilung (Verfügung oder Vorbe
scheid)
mangelhafte oder fehlende Rechtsmittelbelehrung
falsches Datum des Revisionsgesuchs.
1.2
Gemäss
Art.
29
Abs.
2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen
schaft (BV) haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein
per
sönlich
keits
bezogenes
Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu
äussern, erhebli
che Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentli
cher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung kann eine - nicht besonders schwerwiegende - Ver
letzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leer
lauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderli
chen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis).
1.3
Dass sie überwacht worden sei, schloss die Beschwerdeführerin aus der
Ver
fahrensdauer
(Urk. 6/322). Bestätigt sah sie diesen Verdacht aufgrund der Voll
macht an die
Firma D._
(Urk. 6/320, Urk. 6/323/2). Die Vollmacht vom 4. April 2013 (Urk. 6/320) betrifft indes einen anderen Versicherten. Nach dem Gesagten fehlen konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin überwacht worden ist. Am
5.
Juni 2013 bestätigte die IV-Stelle explizit, dass keine weiteren Akten existierten (Urk. 6/324). Demnach wurde das Recht der Beschwerdeführerin auf Akteneinsicht unter diesem Gesichtspunkt nicht ver
letzt.
Das Gutachten
der Klinik A._
(Urk. 6/331) ging auch bei der IV-Stelle erst am
4.
Juli 2013 und somit nach Verfügungserlass ein (Urk. 24 S. 1 und Aktenverzeichnis), weshalb sie es der Beschwerdeführerin nicht bereits früher zustellen konnte und ihr auch in dieser Hinsicht nichts vorzuwerfen ist.
1.4
Bezüglich der Unterschrift unter der Verfügung
vom 1
7.
Mai 2013, welche
laut der Beschwerdeführerin
keiner Person zugeordnet werden könne
, ist anzumer
ken, dass es sich dabei klarerweise um die Unterschrift von
Frau C._
handelt, die gemäss Deckblatt der Verfügung zuständig war (Urk. 2). Laut
Art.
57
lit
. g des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) gehört
de
r
Erlass der Verfügungen über die Leistungen der Invaliden
versicherung
zu den Aufgaben der IV-Stelle. Gesetz und Verordnung (
Art.
74 der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV) bestimmen nicht, dass Ent
scheide der IV
Stelle nur
von ganz bestimmten Personen unterzeichnet werden dürfen, weswe
gen dem Einwand der Beschwerdeführerin nicht zu folgen ist.
1.5
Bezüglich des Charakters der Mitteilung ist festzuhalten, dass diese klar als Verfü
gung bezeichnet ist (Urk. 2 S. 1). Allerdings enthielt sie eine falsche Rechts
mittelbelehrung (Urk. 2 S. 4). Aus einer solchen mangelhaften Eröffnung darf der betroffenen Person kein Nachteil entstehen (
Art.
49
Abs.
3
des
Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Dem
nach muss so verfahren werden, dass die Möglichkeit, ein Rechtsmittel zu ergreifen, nicht eingeschränkt oder vereitelt wird (
Kieser
, ATSG
Kommentar, 2.
Aufl. 2009,
N 41 zu
Art.
49
ATSG
, mit Hinweis). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin bemerkte die Fehlerhaftigkeit der Rechtsmittelbelehrung und die IV-Stelle korrigierte sie (Urk. 6/326, Urk. 6/329). Nachdem die Beschwerde rechtzeitig erhoben werden konnte (Urk. 1), ist der Beschwerde
führerin aus dem Mangel kein Nachteil entstanden, womit es sein Bewenden hat.
1.6
Betreffend die Rüge unübersichtlicher Aktenführung und falscher Datierung (Urk. 1 S. 4-5, 9 und 11, Urk. 11 S. 2) bleibt anzumerken, dass nicht das hiesige Gericht Aufsichtsbehörde der Beschwerdegegnerin ist, sondern die kantonalen IV-Stellen unter der
Aufsicht des Bundes
stehen
, die vom Bundesamt für Sozi
alversicherungen
(BSV)
ausgeübt wird
(weitere Angaben dazu sind abrufbar im Internet unter
www.bsv.admin.ch
).
1.7
Nach dem Gesagten ist di
e angefochtene Verfügung
nicht bereits aus formellen Gründen aufzuheben, sondern
hinsichtlich des Rentenanspruchs materiell zu überprüfen.
2.
2.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und
in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010, E. 1 mit Hinweisen).
2.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf die arbeits
medizinische Abklärung am Arbeitsplatz der Versicherten vom 17. Januar 2012, welche gemäss Stellungnahme des
RAD
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
ergeben habe. Ausgehend von den vom Bundesgericht verwendeten
Tabellenlöhnen errechnete sie einen Invaliditätsgrad von gerundet 59
%
(Urk. 2 S. 2).
3
.2
Die Beschwerdeführerin
machte i
n materieller Hinsicht zusammengefasst gel
tend,
ihr Gesundheitszustand habe sich verschlechtert, was sich insbesondere aus dem Bericht des behandelnden Neurologen Prof.
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie, ergebe. Sie sei noch zu 60
%
arbeitstätig, jedoch mit - gemäss Abklärungen am konkreten Arbeitsplatz - 50%iger
Leis
tungseinschränkung
, sodass der Invaliditätsgrad 70
%
betrage (Urk. 1 S. 11 f.). Das Einkommen ihrer aktuellen Anstellung sei auch der Bemessung des
Vali
deneinkommens
zugrunde zu legen, denn es
sei nicht
davon auszugehen, sie hätte ohne Gesundheitsbeeinträchtigung eine weniger gute berufliche Karriere
eingeschlagen
(Urk. 1 S. 13). Weiter monierte sie, die Beschwerdegegnerin habe bei ihrer Berechnung den vom Bundesgericht
bei der Zusprechung der Rente
festgelegten Soziallohnanteil nicht berücksichtigt (Urk. 1 S. 14).
4
.
4
.1
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die Verfügung vom
8.
Oktober 2008 (Urk. 6/140), die hernach vom
Sozi
alversicherungsgericht
des Kantons Zürich sowie vom Bundesgericht überprüft wurde
(vgl. vorstehende E. 2.1)
.
Damals lag eine 60%ige Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätig
keit vor (Urk. 6/167/6, Urk. 6/192/11 E. 4.3.2.2). Diese wurde so
verwerte
t, dass die Beschwerdeführerin grundsätzlich ein halbes Arbeitspensum leistete, das heisst zweieinhalb Tage pro Woche arbeitete
.
Hinzu kamen
gelegentlich Ferienvertretungen
(Urk.
6/147/87 f., Urk.
6/147/91).
Die 60%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit stand in Übereinstimmung mit dem Bericht des behandelnden Neurologen Prof.
E._
vom 24.
Sep
tember 2007 (Urk. 6/52/2)
sowie dessen Beurteilung vom 2
7.
Oktober 2007 (Urk. 6/56/12).
Auch die Ärzte der Rehaklinik
F._
, die am 1
2.
Februar 2008 ein ambulantes Assessment mit der Beschwerdeführerin durch
ge
führt
hatt
en, hielten die Arbeitsfähigkeit von 60
%
für a
usgewiesen
(Urk. 6/93/3).
4
.2
Die seitherige gesundheitliche Situation entwickelte sich wie folgt:
4
.2.1
Die Ärztinnen und die Psychologin
des Sanatoriums
G._
berichteten am 3
0.
März 2010,
die Beschwerdeführerin befinde sich seit dem 2
7.
Februar 2009 in ihrer ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung
(Urk. 6/172/2). Sie diagnostizierten eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), eine Krankheit des Nervensystems (ICD-10: Z86.6), eine Ein
schränkung von Aktivitäten durch Behinderung (ICD-10: Z73.6) sowie eine Behinderung und chronische Krankheit in der Familienanamnese (ICD-10: Z82). Sie führten aus, die Beschwerdeführerin sei durch traumatische, unfallbezogene Erinnerungen, die plötzlich vor ihrem geistigen Auge aufträten, stark beein
trächtigt
.
Getriggert
würden diese Erinnerungen durch Hinweisreize, auf welche sie mit manifesten Panikattacken reagiere. So leide sie täglich an innerer Unruhe, Anspannung, Schweissausbrüchen, Herzrasen, Ein- und
Durch
schlaf
störungen
, erhöhter Irritabilität, geringer Belastbarkeit und Konzen
trations
fä
higkeit
. Die gezielten verhaltenstherapeutischen Interventionen hätten indes zu einer Reduktion der generalisierten Ängste geführt. Aktuell seien die Ängste sowohl von der Intensität als auch von der Häufigkeit her deutlich weniger aus
geprägt. Weiterhin bestünden ausgeprägte Ein- und
Durch
schlafstörungen
sowie eine erhöhte Irritabilität
(Urk. 6/172/3).
Dem weiteren Bericht des Sanatoriums
G._
vom 1
9.
April 2011 ist zu ent
nehmen,
dass aus psychiatrischer Sicht keine Eins
chränkung der Arbeits
fähig
keit vorlieg
e (Urk. 6/233/3).
4
.2.2
Der Arbeitgeber der Beschwerdeführerin führte anlässlich einer Besprechung mit deren Rechtsvertreter
vom 1
7.
August 2010
aus, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit dem Anstellungsbeginn vom
1.
Januar 2008 erheblich verschlechtert. Beispielsweise
könne sie den Kaffeeservice nicht mehr machen und Pakete nicht mehr verteilen. Nach wie vor arbeite sie an zweiein
halb Tagen pro Woche und mache zusätzlich Ferienvertretungen. Die Arbeitszeit habe sich jedoch reduziert und der Soziallohnanteil sei gestiegen. In der ange
passten Tätigkeit erbringe sie bei vermehrten Pausen eine volle Leistung
(Urk. 6/175).
Am
3.
September 2010 bestätigte die Arbeitgeberin, dass der Lohn der Beschwer
deführerin eine Soziallohnkomponente enthalte (Urk. 6/182/38).
Im Februar 2011 hielt die Arbeitgeberin fest, die Beschwerdeführerin leiste aktu
ell ein Pensum von circa 50
%
und im Vergleich zum September 2010 hät
ten sich weder der Soziallohnanteil noch das Tätigkeitsprofil verändert (Urk. 6/213).
Am 1
1.
Juli 2011 berichtete sie, die Arbeitsleistung der Beschwer
deführerin habe im Vergleich zum Beginn ihrer Tätigkeit in der Firma abge
nommen. Sie betrage etwa 10 bis 15
%
einer Hundertprozentleistung
. Den Lohn habe sie dennoch - auch im Sinne eines Soziallohnanteiles - an die Teuerung angepasst
(Urk. 6/237).
Per
1.
Januar 2013 erhöhte sie
den Lohn der Beschwer
deführerin
erneut
, wobei sie anmerkte, die Lohnerhöhung sei als soziales Enga
gement sowie als Zeichen der Wertschätzung zu verstehen
(Urk. 6/305).
4
.2.3
Prof.
E._
gab in seinem Bericht vom 1
7.
Februar 2011 an, er habe die Beschwerdeführerin zuletzt am
7.
Juli 2010 und zuvor am 1
6.
Juli 2008 unter
sucht (Urk. 6/217/1). Er berichtete, die Spastik, die Sensibilitäts- und die Gangstörung hätten zugenommen (Urk. 6/217/3).
4
.2.4
Der Hausarzt
Dr.
med.
H._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
, ging in seinem Bericht vom 2
5.
März 2011 von einer seit dem Unfall im Jahr 2007 unveränderten Arbeitsunfähigkeit von 60 bis 70
%
aus (Urk. 6/224/2)
.
4
.2.5
Am 1
9.
Januar 2012
nahmen die Eingliederungsberaterin der IV-Stelle sowie der RAD-Arzt
Dr.
Z._
eine Arbeitsplatzbesichtigung vor
(Urk. 6/259/1)
.
Die Beschwerdeführerin gab an, die Einsatzzeiten seien grundsätzlich seit vier Jahren unverändert. Die Abwesenheitsvertretung habe sie indes zurückgefahren, sodass sie diese nur noch bis
Mittwoch Abend
oder Donnerstag Mittag mache. Manchmal vergesse sie beim Durchstellen der Telefonate die Namen und sie müsse mehrmals täglich dringend aufs WC. Ferner leide sie unter Müdigkeit und ihr Arbeitstempo sei verlangsamt (Urk. 6/259/4).
Die Personalverantwortliche der Arbeitgeberin berichtete über eine schleichende Verschlechterung in den letzten Jahren, welche insbesondere bewirkt habe, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeitskollegin weniger oft vertreten könne (Urk. 6/259/5).
Den Arbeits
platz der Beschwerdeführerin erachteten
Dr.
Z._
und die
Eingliederungsbe
raterin
als optimal angepasst
und
das Pensum
von 50
% hielten sie für ange
messen (Urk. 6/259/5, Urk. 6/259/1).
4
.2.6
Die Suva liess die Beschwerdeführerin durch die Ärzte
der Klinik A._
begutachten (neurologisches Gutachten vom 1
5.
Mai 2013, Urk. 6/331/2-88; psychiatrisches Gutachten vom 1
7.
November 2012, Urk. 6/331/89-121; klinisch-psychologisches Gutachten vom 19. November 2012, Urk. 6/331/122-136).
Dem neurologischen Teilgutachten ist zu ent
nehmen, dass hereditäre spastische Spinalparalysen eine fortschreitende progre
diente Tendenz hätten (Urk. 6/331/82).
Der psychiatrische Gutachter ging
auf
grund der posttraumatischen Belastungsstörung
von einer unfallbedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
um 30
%
aus (Urk. 6/331/115
)
.
Im klinisch-psychologischen Gutachten wurde zusammenfassend festgehalten, bei der Untersuchung der kognitiven Leistungsfähigkeit habe eine Beeinträchtigung der visuellen Merkfähigkeit nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden können, es seien keine Hinweise auf eine Simulation, eine Aggravation oder eine
subopti
male
Leistungsbereitschaft
zu eruieren gewesen
,
und von der Persönlichkeit her weise
die Beschwerdeführerin
eine leicht depressive Symptomatik und eine moderate Angstsymptomatik auf (Urk. 6/331/133).
5
.
5
.1
Unbestritten und anhand der Akten ausgewiesen
sowie dem Krankheitsbild
der hereditären spastischen Paraparese
entsprechend (Urk. 6/331/82) ist
, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin schleichend weiter verschlech
tert hat.
Namentlich haben laut
Prof.
E._
die Spastik, die Sensibilitäts- und die Gangstörung zugenommen (Urk. 6/217/3). Die Verschlechterung
wirkt sich
gemäss den Erhebungen am Arbeitsplatz
insbesondere darin aus, dass die Beschwerdeführerin keine oder fast keine Vertretungen mehr machen kann (Urk. 6/259/5)
,
dass
sich ihre Arbeitszeit verringert hat (Urk. 6/175
/2-3
)
.
Die Beschwerdeführerin arbeitet
nunmehr
effektiv zweieinhalb Tage pro Woche (Urk. 6/259/4
, Urk. 6/175/2
). Dieses 50%ige Pensum wurde von
Dr.
Z._
sowie von der Eingliederungsberatung nach einem Besuch am Arbeitsplatz der Beschwerdeführerin für zumutbar befunden
. Die von der Beschwerdeführerin auszuübenden Teiltätigkeiten erachteten sie als optimal angepasst
(Urk. 6/
2
59/1, Urk. 6/259/
5
).
5
.2
Eine höhere Arbeitsunfähigkeit attestierte einzig
Dr.
H._
. Er begründete indes
nicht, inwiefern
das
effektiv geleistete
Pensum
von 50
%
unzumutbar sei
. Zudem
gab er an
, die Arbeitsunfähigkeit
von 60 bis 70
%
bestehe bereits seit dem Unfall im Jahr 2007
- mithin vor dem massgebenden Vergleichszeitpunkt -
in diesem Ausmass (Urk. 6/224).
Aus s
eine
n
Angaben
lassen sich
nach dem Gesagten
insgesamt
keine zuverlässigen Schlüsse ziehen
.
5
.3
Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin (Urk. 11 S. 5) können dem neurologischen Gutachten
der Klinik A._
keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit entnommen werden. Darin sind einzig Äusserungen
zu den
Beschwerden und deren Genese sowie
zum Vorliegen eines natürlichen
Kausal
zusammenhangs zum Unfall vom 1
6.
November 2007,
zu finden (Urk. 6/331/
2-
3, Urk. 6/331/73-
83). Daraus, dass die Beschwerdeführerin eine maximale
Geh
strecke
von etwa 50 Metern mit Gehhilfen bewältigen könne und
im Übrigen auf einen Rollstuhl
angewiesen sei (Urk. 6/
331/76), kann nicht auf eine min
destens 70%ige Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden, zumal auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt etliche Tätigkeiten zur Verfügung stehen, welche sitzend
ausübbar
sind
.
5.4
Im psychiatrischen Gutachten wurde eine Einschränkung von 30
%
angegeben, welche vom Unfall vom 1
6.
November 2007 herrührt (Urk. 6/331/115).
Auf
merksamkeit, Auffassung und Konzentration waren während des
Untersu
chungsverlaufes
unauffällig
. Kognitiv ergaben sich keine Defizite für die Berei
che Abstraktion,
Mnestik
, Kurzzeitgedächtnis, Unterschiedsfragen und logisches Denken. Affektiv zeigte sich eine Reduktion der Schwingungsfähigkeit insbe
sondere bei der Thematisierung des
Traumaereignisses
mit deutlicher depressi
ver Stimmungseinbusse und ängstlich agitierter Auslenkung
(Urk. 6/331/107).
Soweit bei diesen
im kognitiven Bereich normalen
Befunden überhaupt
eine qualitative
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bei der
Firma Y._
in Betracht zu ziehen ist
,
wären die
Foerster-Kriterien
zu prüfen.
Denn die Überwindbarkeits-Rechtsprechung ist
auch auf posttraumatische Belastungs
störungen anwendbar (Urteil des Bundesgerichts 8C_483/2012, E. 4.2 mit Hinweisen
)
.
Weitere erhebliche psychische Erkrankungen wurden nicht diagnosti
ziert. Eine psychische
Komorbidität von erheblicher Schwere, Inten
sität, Aus
prägung und Dauer
liegt somit nicht vor.
Ferner massen die die Beschwerde
führerin während längerer Zeit behandelnden Ärzte des Sanatoriums
G._
der posttraumatischen Belastungsstörung keinen Einfluss auf die Arbeits
fähig
keit zu (Urk. 6/
233/3)
.
D
ie von der Klinik A._
angegebenen Beeinträchtigungen
sind somit nicht zu berücksichtigen
.
5
.
5
Des Weiteren
schliesst die Beschwerdeführerin aus der vom RAD angegebenen Arbeitsfähigkeit von 50
%
auf eine Erwerbsunfähigkeit von 70
%
. Dies in der Annahme, die 50%ige Arbeitsfähigkeit beziehe sich auf das bisher geleistete Pensum von 60
%
, womit eine 30%ige Arbeitsfähigkeit verbleiben würde (Urk. 1 S. 11 f.).
Der RAD bezog sich indes klarerweise auf das noch geleistete Pensum von 50
%
, welches er für angemessen
hielt
(Urk. 6/159/1, Urk. 6/259/5).
5
.
6
Zusammenfassend ergibt sich, dass
die Beschwerdeführerin
in
ihrer
angepassten Tätigkeit
bei der
Firma Y._
noch zu 50
%
arbeitsfähig
ist
.
6
.
6
.1
Betreffend das
Valideneinkommen
ist festzuhalten, dass das Bundesgericht das Anknüpfen des hiesigen Gerichts an den an die Nominallohnentwicklung ange
passten zuletzt erzielten Verdienst als Augenoptikerin
mit Urteil 9C_757/2010 vom 2
4.
November 2010 bestätigt hat (Urk. 6/192, E. 4.2).
Die Beschwerdeführerin brachte vor, es sei der Lohn als hypothetisches
Validen
einkommen
zu betrachten, welcher für die aktuell konkret von ihr besetzte Stelle bezahlt würde, wenn sie stellenplangemäss ausgeübt würde (Urk. 1 S. 13).
Es liegen jedoch keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass die Beschwer
de
führerin
sich
unterdessen auch im Gesundheitsfall
im Bürobereich weiter
gebildet und
auf eine kaufmännische Tätigkeit gewechselt hätte.
Vielmehr ist
mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen
, dass sie
ohne Eintritt des Gesundheitsschadens weiterhin
als Optikerin tätig
wäre
.
Somit
besteht kein
Anlass,
vo
n de
m vom Bundesgericht
ermittelten
Valideneinkom
men
von Fr. 70‘426.70 im Jahr 2008
abzuweichen
(vgl. Urk. 6/192/
9 E. 4.2.2.3
).
6
.2
6.2.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21.
August 2006 E. 4.2).
6.2.2
Effektiv erzielte die Beschwerdeführerin im Jahr
2013
ein Einkommen von Fr.
46‘800.--
(
13 x Fr. 3‘600.--;
Urk. 6/
305
), welches aber einen Soziallohnanteil beinhaltete.
Der Soziallohnanteil beträgt mittlerweile infolge der Reduktion der
Arbeitsfähigkeit mehr als 20
%
.
Im Vergleichszeitpunkt arbeitete die Beschwerdeführerin mit einem Pensum von 60
%
, im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung noch mit einem von 50
%
, jeweils in einer angepassten Tätigkeit.
Die IV-Stelle ging
somit
in der ange
fochtenen Verfügung
zu Recht
davon aus,
dass sich das Invalideneinkommen
im gleichen Verhältnis
wie die Arbeitsfähigkeit (von 60
%
auf 50
%
)
verändert
hat
.
Das Bundesgericht
errechnete
ein Invalideneinkommen von
Fr.
34‘320.--, welches einem 60%-Pensum entsprach und
worin
ein Soziallohnanteil von 20 % berücksichtigt
war
(0,8 x Fr. 42‘900.--;
Urk.
6/192/10 E. 4.3.2.2). Bei einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
statt 60
%
resultieren
ein Invalideneinkommen von Fr. 28‘600.--
(
Fr.
34‘320.
-- :
60 x 50)
, eine
Einkommenseinbusse
von
Fr. 41‘826.70
(Fr. 70‘426.70 -
Fr.
28‘600.--)
und e
in
Invaliditätsgrad von 59,39 %
(Fr. 41‘826.70 : Fr. 70‘426.70 x 100)
beziehungsweise gerundet 59
%
.
Der Hinweis der Beschwerdegegnerin, dass sich durch die Aufrechnung sämtli
cher Faktoren auf den Verfügungszeitpunkt nichts am prozentualen Verhältnis ändere
(Urk.
2 S. 2), ist zutreffend.
Zu einem
(
nach der Rundung auf ganze Prozentzahlen
)
identischen
Invaliditäts
grad
von 59
%
führt dieselbe Berechnung mit den vom Bundesgericht zur Plausibilisierung verwendeten Zahlen: G
estützt auf die
Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik (LSE) ermittelte
das Bundesgericht damals ein
Invalideneinkommen von
Fr.
34‘336.20
(Urk. 6/
192/
11 E. 4.3.2.2). Rechnet man
dieses
von 60 % auf 50
%
um
,
ergibt dies
ein Invalideneinkommen im
Betrag von
Fr.
28‘613.50
(
Fr.
34‘336.20 :
60 x 50)
und ein
en Invaliditätsgrad von 59,37
%
([Fr. 70‘426.70 - Fr.
28‘613.50]
: Fr. 70‘426.70 x 100)
.
Dass sich der Soziallohnanteil erhöht hat,
ist
in dieser Berechnung berücksich
tigt. Denn bei einem Invalideneinkommen von
Fr.
28‘600.-- und einem effekti
ven Einkommen von
Fr.
42‘900.-- beträgt der Soziallohnanteil Fr. 14'300.-- und somit 33,3
%
des ausbezahlten Lohnes.
Bei einem
Invaliditätsgrad von 59
%
besteht
Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung, weshalb die IV-Stelle das Erhöhungsgesuch der
bereits eine halbe Invalidenrente beziehenden
Beschwerdeführerin
zu Recht abgewiesen hat. Infolgedessen ist die Beschwerde abzuweisen
.
7.
7.1
Die Beschwerdeführerin beantragte den
Beizug
der Original-CD mit den MRI
Aufnahmen des Instituts von
Dr.
B._
sowie den dazugehörigen origi
nalen MRI-Bericht
(Urk. 36).
I
nvalidenversi
cherungs
rechtlich
kommt es jedoch
nicht
in erster Linie
auf die
Befunde und die
Diagnose
n
an, sondern darauf, welche Auswirk
ungen eine Krankheit auf die Ar
beitsfähigkeit hat (Urteil des Bundesgerichts 9C_270/2011 vom 2
4.
August 2011, E. 4.2
mit Hinweis
).
Zur
Ermittlung dieser Auswirkungen
war die
arbeitsmedizinische
Erhebung am Arbeitsplatz geeignet. Aus dem Bericht darüber sind die Auswirkungen der Krankheit auf die Arbeitsfähigkeit hinreichend ersichtlich. MRI-Bildern und den dazugehörigen Berichten können hingegen keine Angaben zur verbliebenen Arbeitsfähigkeit entnommen werden, weshalb der beantragte
Beizug
nicht
angezeigt
ist.
7.2
Ferner beantragte die Beschwerdeführerin
eine mündliche öffentliche Verhand
lung.
Au
s
der Begründung
des Antrags
geht hervor, dass die Beschwerdeführe
rin
tatsächlich
die Durchführung einer Referen
tenaudienz wünschte
und
ihre persönliche Befragung als Beweismittel offerierte
(
Urk.
1
S. 4)
.
Damit
ist der
Beschwerde
begründung
nicht zu entnehmen, dass mit dem betref
fenden Rechtsbegehren die von
Art.
6 Ziff. 1 EMRK geschützte Kontrolle und Transpa
renz der Rechtsfindung durch Anwesenheit von Publikum und Presse an einer Gerichtsverhandlung bezweckt wird
.
Ein klarer und unmissverständlicher Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung im Sinne der EMRK liegt nach dem Gesagten nicht vor.
Eine Referentenaudienz sowie eine weitere Beweisabnahme drängen sich nicht auf
, weswegen von der Durchführung einer Verhandlung abzusehen ist.
8
.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr. 8
00.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten
der
Beschwer
deführerin
aufzuerlegen.