Decision ID: ac3c7505-3e28-4e5c-9890-81ac7ede4156
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959, als Gemüsebauangestellter bei den
Y._
, Ge
müsebau, tätig und in dieser Eigenschaft bei der Waadt Versicherungen (heute:
Vaudoise
Allgemeine, Versicherungs-Gesellschaft AG
[
Vaudoise
]
) gegen die Fol
gen
von Unfällen versichert (Urk. 8/8), zog sich am 26. April 1991 beim Sturz von einem Traktoranhänger eine
Patellafraktur
links zu (Urk. 8/9). Die Waadt Versicherungen trat auf den Schaden ein und erbrachte die gesetzlichen Leis
tungen
(Urk. 8/1 und 8/2)
.
Ab dem 1. Januar 1992 bestand wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/6).
1.2
Von September 1992 bis Januar 2001 arbeitete der Versicherte als Hausbursche bei der
Z._
. Ab April 2001 war er beim
A._
als Mitarbeiter der Abwaschküche angestellt (Urk. 8/33). Aufgrund
der fortgeschrittenen
Femoropatellargelenksarthrose
(Urk. 8/15) setzte die Fi
nanz
direktion des Kantons Zürich die Berufsunfähigkeit des Versicherten auf 50 % eines vollen Pensums fest, worauf er von der BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich eine Teilinvalidenrente erhielt (vgl. Schreiben vom 3. Mai 2011,
Urk.
8/17). Am
6. März 2012
machte der Versicherte
gegenüber der
Vaudoise
Unfalls
pätfolgen
geltend (Urk. 8/26). Mit Verfügung vom 14. Mai 2013 sprach die
Vaudoise
dem Versicherten eine Integritätsentschädigung von 10 % bzw. Fr. 9‘720.
-- zu, verneinte jedoch den Anspruch auf Taggeldleistungen und
eine
Invalidenrente (Urk. 8/62). Die dagegen erhobene Einsprache des Versicherten vom 6. und 14. Juni 2013 (Urk. 8/63 und 8/65) wies die
Vaudoise
mit Ent
scheid vom 31. Juli 2013 ab (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 13. September 2013 Beschwerde mit den Anträgen, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und die
Be
schwerdegegnerin
sei zu verpflichten, ihm mindestens eine Invalidenrente von 10 %, allenfalls eine Rente von 25 %, und eine Integritätsentschädigung von 15 % zu gewähren, eventualiter sei eine polydisziplinäre Abklärung mit spezi
fi
schen Unfallversicherungsfragen zu erstellen, bevor über die Leistungen der Un
fallversicherung definitiv entschieden werde (Urk. 1 S. 2). Mit
Beschwerde
ant
wort
vom 21. Oktober 2013 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der
Beschwerde (Urk. 7), was dem Beschwerdeführer am 29. Oktober 2013 zu
r
Kennt
nis gebracht wurde (Urk. 9). Mit Eingabe vom 3. Februar 2014 (Urk. 10) reichte der Beschwerdeführer
das Gutachten von Dr. med.
B._
, Spezial
arzt FMH für Innere Medizin, spez. Herz-, Kreislaufkrankheiten, vom 18. November 2013
zuhanden der BVK (Urk. 11) ins Recht. Am 28. Februar 2014 nahm die
Be
schwe
r
degegnerin
zum eingereichten Gutachten von Dr.
B._
Stellung (Urk. 13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit für die
Entscheid
findung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(
Art.
8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil Sozial
versicherungsrechts,
ATSG) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1
UVG
). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Be
handlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet wer
den kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invali
den
versicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbe
hand
lung und die Taggeldleistungen dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
1.2
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung, UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krank
heit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar ge
heiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Ver
änderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen kön
nen
(BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.3
Arbeitsunfähigkeit
ist
gemäss
Art.
6 ATSG die durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil
weise
Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem ande
ren Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt.
1.4
Gemäss
Art.
15 UVG werden Taggelder und Renten nach dem versicherten Ver
dienst bemessen (
Abs.
1). Als versicherter Verdienst gilt für die Bemessung der
Taggelder der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn, für die Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn (
Abs.
2).
1.5
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne
des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vor
han
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
tür
lichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E.
1c). Den Berichten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärz
ten kommt rechtsprechungsgemäss zwar nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer
Fach
personen
oder gar wie einem Gerichtsgutachten, sie sind aber
soweit
zu be
rücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schluss
folgerungen bestehen (BGE 8C_216/2009 E. 4.7).
1.7
Das
Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einsprach
e
entscheid
unter Verweis auf
das Gutachten von Dr. med.
C._
vom 30. Mai 2012 zuhanden der In
vali
denversicherung (nicht in den Akten) sowie
den Bericht von Dr. med.
D._
, FMH Spezialarzt Orthopädische Chirurgie, vom 4. April 2013 (Urk. 8/59.1)
zu
sammengefasst
damit, dass der Beschwerdeführer in einer
lei
densangepassten
Tätigkeit zu 10
0 % arbeitsfähig sei. Der Einkommensvergleich ergebe keine
mindestens 10%ige Erwerbseinbusse. Die weiteren gesundheitli
chen Probleme des
Beschwerdeführers seien klar unfallfremd, weshalb es keinen Grund gebe, diese bei der Berechnung einer Invalidenrente miteinzubeziehen (Urk. 2 S. 4).
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer im Wesentlichen entgegen, die
Beschwer
de
gegne
rin
habe ihren Entscheid weitgehend und ausschliesslich auf die Abklä
rungen der Invalidenversicherung und auf die äusserst knappen Ab
klärungen ihre
Vertrauensarztes abgestützt. Diese Abklärungen seien einerseits nicht
unfall
spezifisch
und andererseits recht oberflächlich geblieben
(Urk. 1 S. 2)
. Eine
un
fallspezifische
medizinische Abklärung habe nicht stattgefunden.
Daher sei auch nicht klar, ob die Integritätsentschädigung korrekt vorgenom
men worden sei (Urk. 1 S. 5). Gestützt auf das Gutachten von Dr.
C._
sei er zu 50 % in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, wobei die unfallbedingten Beschwerden die 50%ige Arbeitsunfähigkeit zur Hälfte ausmache (Urk. 1 S. 4).
3.
3.1
Der medizinische Sachverhalt stellt sich wie folgt dar:
Dr. med.
E._
, Orthopädische Chirurgie
und
Trau
matologie des Bewe
gungs
apparates
FMH diagnostizierte im Bericht vom 1. Februar 2011 (Urk. 8/15) eine
Femoropatellararthrose
links nach
Patell
afraktur
mit Osteosynthese und OSME Spital
F._
vor ca. 18 Jahren, einen
Pes
equinovarus
mit ausge
präg
ter OSG-Arthrose links sowie eine Atrophie linke untere Extremität. Beim Be
schwerdeführer bestätige sich im MRI die fortge
schrittene
Femoropatellar
ge
lenks
arthrose
. Angesichts der zwar störenden
,
aber nicht übermässigen Schmer
zen
sei die konservative Therapie auszuschöpfen. Es werde eine physiothera
peu
tische
Kniemantelstabilisierung mit zusätzlich
pro
batorischem
medialisierendem
Patella-
Taping
vereinbart. Zusät
zlich werde erstmalig intraartik
ulär mit LA/in
filtriert.
3.2
Dem Bericht der
Klinik G._
vom 11. Februar 2011 ist eine
Infiltration
OSG links zu entnehmen (Urk. 8/41/b).
Am 10. Mai 2011 ersah der behandelnde
Arzt
der
Klinik G._
im Vergleich zur Voruntersuchung vom 19. Juli 2010
eine progrediente anteriomediale, akzentuierte schwere OSG-
Arthrose
mit Ver
schmälerung des radiologischen Gelenkspalts,
subchondraler
Sklerosierung
,
Ge
röllcyste
und
Osteophyten
. Der MT I Hohlfuss sei verkürzt
und es sei eine g
e
ringe
subtalare
Arthrose MT I-V Winkel von 25 Grad
zu erkennen
(Urk. 8/41/a).
3.3
Dr.
B._
diagnostizierte im Gutachten vom 27. April 2011
(Urk. 3)
zuhanden der BVK (1) eine langjährige vorbestehende
chronifizierte
Schmerzproblematik mit Funktionseinschränkung im Bereiche der linken unteren Extremität bei
Pes
equinovarus
in Spitzfussstellung fixiert
sowie
ausgeprägte
r
OSG-Arthrose links, (2) eine
Femuropatellararthrose
links bei Status nach
Patellafraktur
links
bei
Sta
tus nach Osteosynthese/OSME (
Osteosynthesematerialentfernung
) vor ca. 15 Jahren,
(3) eine ausgeprägte Muskelatrophie linke untere Extremität mit
Belas
tungsschmerzen
und Funktionsbeeinträchtigung sowie (4) ein langjähriges
vor
bekanntes
chronifiziertes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom links bei dege
nerativen Wirbelsäulenveränderungen,
Fehlform
/Fehlhaltung, linkslateraler
Dis
kusprotrusion
, Tangierung Nervenwurzel S1 links (Urk. 3 S. 10).
Trotz Schmer
zen und deutlichen Beeinträchtigungen im Bereiche der linken unteren Extre
mi
tät sei es dem Beschwerdeführer während Jahren gelungen, die Arbeitsfä
hig
keit aufrechtzuerhalten. Der scheue, zurückgezogene, eher introvertierte, be
schei
den
auftretende Beschwerdeführer habe sich kaum getraut, auf seine Beschwerden hin
zuweisen. Nun habe sich im Verlauf die Krankheitsproblematik entwickelt und
zu vermehrten Beschwerden geführt. Vom 2. November 2010 bis zum 2
8.
Febru
ar 2011 habe eine krankheitsbedingte mit ärztlichen Zeugnissen dokumentierte
100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Am 28. Februar 2011 habe der Beschwer
deführer die Arbeitstätigkeit im Umfange von 50 % wieder aufnehmen können. Er sei aktuell in der Lage, unter Support der
Klinik G._
mit regel
mässi
gen Kontrollen und entsprechender Schmerzbehandlung das 50%ige
Arbeits
pensum
zu bewältigen. Längerfristig sollte auf diese Weise die Arbeitsfähigkeit im angestammten Tätigkeitsbereich als Mitarbeiter
Ab
waschküche
im Umfang von 50 % erhalten werden können. Die Fachärzt
e
wür
den darauf hinweisen, dass der Beschwerdeführer in einer
behinderungsadap
tierten
Tätigkeit mit leichter Körperarbeit ohne Treppengehen im Berufseinsatz und ohne Heben von Lasten als 100 % arbeitsfähig eingestuft werden könnte. Im aktuell durchge
führten vertrauensärztlichen Untersuch hätten sich klinisch die Beeinträchti
gungen eindrücklich bestätigt. Di
e
linke untere Extremität zeige eine schwere Muskelatrophie mit krampfartigem Verspannungszustand der dorsalen
Waden
mus
kulatur
sowie eine Klumpfussdeformität des linken Fusses (Urk. 3 S. 11).
Bezüglich der langjährig vorbekannten Krankheits-/Schmerz-/
Beschwerdeprob
lematik
im Bereiche des Rückens dürfe das
lumbospondylogene
Schmerz
syn
drom
links aktuell als stabilisiert eingestuft werden. Der Beschwer
deführer sei als zu 50 % berufsunfähig einzustufen.
Er sei ohne
Weiteres
in der Lage, am angestammten Arbeitsort als Mitarbeiter Abwaschküche seit dem 28. November 2011 ein 50%iges Arbeitspensum zu erbringen (Urk. 3 S. 12).
3.4
Gemäss Bericht von Dr. med.
H._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 27. Dezember 2011 leide der Beschwerdeführer gegenwärtig immer noch unter mindestens mittelgradigen depressiven Symptomen mit Einschränkungen
der Konzentration, der Ausdauer, der psychischen Belastbarkeit
und der geisti
ge
n Flexibilität. Damit sei er weiterhin aus rein psychiatrischer Sicht für jegli
che Tätigkeiten höchstens
zu
50 % arbeitsfähig (Urk. 8/37).
3.5
Am
25. April
und 13. August
2012 berich
tete Dr.
med.
I._
,
Praktischer
Arzt FMH,
von einem schlech
ten Verlauf. Der Beschwerdeführer habe Schmerzen
und hinke links. Seit 2011 sei er nur zu 30
%
arbeitsfähig (Urk. 8/32
, Urk. 8/42
).
3.6
Dr. med.
D._
, Spezialarzt FMH orthopädische Chirurgie, schrieb in seiner Stellungnahm
e über die Auswirkung des Knieu
nfalles auf die Arbeitsfähigkeit vom 4. April 2013 (Urk. 8/59.1), der Beschwerdeführer könne mit seinem Knie sicher als Tellerwäscher arbeiten. Was er nicht könne, sei oft einen Abhang hin
untergehen, oft Treppen hinauf- und hinuntergehen, hocken und in die Knie gehen. Wenn er sein Knie nicht beuge, könne er voll arbeiten. Gemäss IV-Gut
achten sei das linke (verunfallte) Knie kleiner als das rechte. Dies bedeute, dass es keine Entzündung im Knie gebe. Der linke Oberschenkel sei um acht Zenti
meter kleiner als der rechte und das linke OSG um fünf Zentimeter als das rechte. Das sei enorm und könne nur von der vorbestehenden Fehlstellung des linken Fusses (
Pes
equinos
varus
) kommen, niemals von der
Patellafraktur
. Die Bewegungen des linken Knies seien aus funktioneller Sicht sehr gut. Die linke Patella sei grösser als die rechte, was nach einer
Patell
a
mehrfragement
-Fraktur normal sei. Das Gehen sei
hinkfrei
. Die Schuheinlagen seien symmetrisch auf
gebraucht. Selbst mit der Fussfehlstellung sei somit die Mobilität nicht schlecht.
Gemäss SUVA-Tabelle 5.2
sei
eine Integritätsentschädigung von 10 %
geschul
det.
3.7
Am 18. November 2013 erstattete Dr.
B._
erneut ein Gutachten zuhanden der BVK (Urk. 11).
Neu diagnostizierte er das langjährig vorbekannte
chronifi
zierte
lumbospondylogene
Schmerzsyndrom links bei
chondroser
Spondylose der unteren Halswirbelsäule sowie einer
Spondylarthrose
C6 bis Th
1.
Zusätzlich stellte er die Diagnosen (1) einer muskulären
Dysbalance
Hüfte rechts bei
S
tatus nach Beckenschiefstand bei verkürztem linken Bein (ca. 1.5 cm) sowie (2) einer
chronifizierten
, rezidivierend auftretenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradig bis schwere depressive Episode mit somatischen Symptomen mit deutlich eingeschränkter beruflicher Leistungsfähigkeit (Urk. 11 S. 15). Im zwi
schenzeitlichen Verlauf zeige sich nun, dass es dem Beschwerdeführer aufgrund einer Krankheitsprogredienz nicht mehr möglich gewesen sei, das 50%-Pensum längerfristig durchzuhalten. Am 11. Mai und 6. September 2011 seien
wegen zu
nehmenden Kniegelenksbeschwerden links
Krankschreibungen durch die
Klinik G._
erfolgt. Die Indikation zum operativen Vorgehen sei geprüft und als einzig mögliche Lösung zur Verbesserung der Beschwerden eingestuft wor
den. Der Beschwerdeführer habe jedoch aus Angst vor einer neuerlichen Ver
schlechterung den Vorschlag zur operativen Sanierung nicht umsetzen wollen. Nach Anpassung neuer Schuhe zum Ausgleich der Beinlängendifferenz sei es
zur Exazerbation und massiven Verschlechterung gekommen. Der Beschwerde
füh
rer habe vorübergehend krankheitsbedingt zu 100 % arbeitsunfähig ge
schrie
ben werden müssen. Weiter habe der Beschwerdeführer zunehmende Be
schwer
den, Bewegungseinschränkungen sowie Schmerzen bei
Femoropatellar
arthrose
links beklagt. Eine entscheidende Verschlechterung des Gesundheits
zustandes habe sich anfangs 2013
entwickelt, als sich zusätzlich eine depressive Entwick
lung gezeigt habe. Der Beschwerdeführer sei mit repetitiv ausgestellten Zeug
nissen von Dr.
H._
vorübergehend zu 100 % krankgeschrieben worden. Später
h
abe sich gezeigt, dass er noch i
m Umfang von 25 % beruflich einsatz
fähig gewesen sei. Gesamthaft ergebe sich nun aufgrund der Einschätzung rheumatologischer und orthopädischer Fachärzte sowie aufgrund der Einschät
zung des Fachpsychiaters Dr.
H._
eine 75%ige Berufsunfähigkeit aufgrund der
bidisziplinären
Erkrankung, welche sich aus somatischen und psychischen Anteilen zusammensetze. Der Beschwerdeführer sei aufgrund der Beeinträchti
gungen, welche teilweise miteinander interferierten, als bleibend zu 75 % be
rufsunfähig einzustufen (Urk. 11 S. 17).
4.
4.1
Aus den zitierten medizinischen Akten geht hervor und ist unbestritten, dass
zwischen den
geklagten Knie
beschwerden und dem Unfall vom
26. April 1991
ein Kausalzusammenhang besteht, diese somit Spätfolgen des Unfalls sind.
Zwar
gingen die Parteien übereinstimmend von einer verbleibenden
unfallbe
dingten
so
matischen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Mitarbeiter Abwaschküche des
A._
aus, Uneinigkeit besteht aller
dingt be
treffend deren Ausmass in optimal angepasster Tätigkeit.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im Wesentlichen auf die Stellungnahme ihres Vertrauensarztes Dr.
D._
vom 4. April 201
3
(Urk. 8/59.1). Dieser äusserte sich zwar zur Frage der verbleibenden unfallbedingten somatischen Beschwer
den beziehungsweise zu deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Be
schwerdeführers. Allerdings stützte sich seine Beurteilung weder auf die Ergeb
nisse eingehender Untersuchungen, noch berücksichtigte er die vom Beschwer
deführer geklagten Beschwerden. Nicht ersichtlich ist weiter, ob der fragliche
Bericht in Kenntnis der relevanten
Vorakten
erging. Nur schon deshalb kann au
f die Stellungnahme nicht abgestellt werden. Kommt hinzu, dass
sich das äusserst kurz ausgefallene Aktengutachten von Dr.
D._
bezüglich der Auswir
kungen der unfallkausalen Kniebeschwerden auf die Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tä
tigkeit insbesondere auf das Gutachten der Invalidenversicherung von Dr.
C._
vom 30. Mai 2012
stützt, welches sich jedoch nicht in den Akten befindet. An
sonsten sind den medizinischen Akten keine detaillierten und schlüssigen Ein
schätzun
gen zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit zu entnehmen. Dr.
B._
nahm in seinen ausführlichen Gutachten zuhanden der BVK nur Stellung zum gesamten Beschwerdebild und machte lediglich Ausführungen zur angestamm
ten Tätigkeit. Damit fehlt es an einer nachvollziehbaren Abgrenzung
unfall
fremder
von unfallkausalen Beschwerden sowie an einer Einschätzung der dar
aus
abgeleiteten
Arbeitsfähigkeit, insbesondere bezüglich einer angepassten
Tä
tigkeit. Dies umso mehr, als
Dr.
B._
in seinem
Gutachten
vom 18. Novem
ber
2013, welches sich zum Sachverhalt vor Verfügungserlass am 14. Mai 2013 äusserte und daher geeignet ist, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Verfügungs
erlasses
zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b S. 366), eine stetige Verschlim
merung auch der unfallbedingten Kniebeschwerden beschreibt.
Damit erweist sich der medizinische Sachverhalt als ungenügend abgeklärt, wes
halb nicht beurteilt werden kann, ob die Beschwerdegegnerin den
Leis
tungs
anspruch
des Beschwerdeführers zu Recht verneint hat. Die Sache ist da
her zur weiteren medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen. Anschliessend hat sie über den Leistungsanspruch des Beschwerde
führers neu
zu verfügen.
Angesichts der mangelhaften medizinischen Abklärungen wird auc
h über die Integritätsentschädigung neu zu befinden sein.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.