Decision ID: a69423ae-ad23-5bf2-a920-975dc57c4c1a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1970 geborene X._ meldete sich am 7. Oktober 2011 unter Hinweis auf eine Versteifung im rechten Handgelenk zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/8). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die erwerblichen und medizi
nischen Verhältnisse ab. Am 15. März 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sein Gesundheitszustand aufgrund des überhöhten Alkoholkonsums nicht abschliessend beurteilt werden könne, die Symptomatik durch eine Ent
zugs-/Entwöhnungsbehandlung vermindert oder ganz wegfallen könne und das Abklärungsverfahren während dieser Zeit sistiert werde. Sie forderte ihn auf, innert zwei Monaten ab Erhalt des Schreibens mitzuteilen, wann und wo er die erwähnte Massnahme durchführen werde (Urk. 7/22). Nachdem der Versicherte den Nachweis betreffend Entzugs-/Entwöhnungsbehandlung nicht eingereicht hatte, verlängerte die IV-Stelle die besagte Frist bis zum 8. respektive 30. Juni 2012 (Urk. 7/23-24). Am 31. Mai 2012 informierte der Versicherte die IV-Stelle über die medikamentöse Entzugsbehandlung durch seinen Hausarzt Dr. med. Z._, Innere Medizin FMH (Urk. 7/25). Mit Schreiben vom 8. Juli 2013 (Urk. 7/39) teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass die Arbeitsvermittlung abgeschlossen sei, da er zwischenzeitlich eine angemessene Tätigkeit gefunden habe. In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung (Allgemeine Innere Medizin, Handchirurgie, Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie) durch die A._ (Expertise vom 23. Juni 2014; Urk. 7/68/2-23). Am 11. März 2015 informierte die IV-Stelle den Versicherten über den Abschluss der Eingliederungsberatung, da eine Integration in den ers
ten Arbeitsmarkt gemäss den Angaben des Versicherten gesundheitlich nicht möglich sei (Urk. 7/78). Mit Vorbescheid vom 1. September 2015 (Urk. 7/86) stellte die IV-Stelle unter Hinweis auf einen rentenausschliessenden Invalidi
tätsgrad von 23 % die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen der Versicherte Einwand (Urk. 7/88) erhob und den Bericht seines Hausarztes vom 2. Dezember 2015 (Urk. 7/96) einreichte. Mit Verfügung vom 13. Mai 2016 (Urk. 2) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 15. Juni 2016 Beschwerde (Urk. 1) unter Beilage des Schreibens des B._ vom 26. Mai 2016 (Urk. 3/5) sowie des Schreibens respektive der Aktennotizen der Sozialen Dienste der Stadt Zürich vom 6. und 14. Juni 2016 (Urk. 3/6-8) und beantragte, die Verfügung vom 13. Mai 2016 sei aufzuheben, der medizinische Sachverhalt sei durch die Beschwerdegegnerin genügend abzuklären und dem Beschwerde
führer seien Leistungen der Invalidenversicherung zuzusprechen. In formeller Hinsicht stellte der Beschwerdeführer das Gesuch um unentgeltliche Prozess
führung (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 27. Juli 2016 (Urk. 6) ersuchte die Beschwerdegegnerin um Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdefüh
rer am 29. Juli 2015 mitgeteilt wurde (Urk. 8).

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unab
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbeson
dere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes ei
nes ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Ex
perten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre leistungsabweisende Verfügung (Urk. 2) damit, dass der Beschwerdeführer in einer behinderungsangepassten Tätigkeit (vorwiegend einhändige, nur wenig Kraft voraussetzende wechselbe
lastende Arbeiten mit zusätzlichen Pausen für den rechten Arm) zu 80 % ar
beitsfähig sei. Entsprechend ergebe sich im Rahmen des Einkommensvergleichs ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 23 %. Im Weiteren werde die vom Beschwerdeführer geltend gemachte mittelschwere bis schwere „chronic obstructive pulmonary disease“ (COPD) durch die eingereichten Unterlagen nicht ausreichend bestätigt, zumal im Gutachten der A._ keine aus
geprägten Lungenbeschwerden angegeben worden seien. Ferner führe der Haus
arzt in seinem Bericht vom 2. Dezember 2015 zahlreiche psychosoziale Gründe (unter anderem schlechte Schulbildung, mangelnde Sprachkenntnisse) auf, wel
che bei der Invalidenversicherung nicht herangezogen werden dürften. Im Übri
gen sei der Beschwerdeführer bezüglich Arbeitsvermittlung bereits zweimal be
raten worden, wobei die Vermittlung auf dessen Wunsch abgeschlossen worden sei, weshalb aktuell keine weiteren Massnahmen angezeigt seien (S. 2-3).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber in seiner Beschwerde (Urk. 1) auf den Standpunkt, aufgrund seiner schlechten pneumologischen Verfassung, welche seit mindestens November 2014 bestehe, und der gänzlichen Unbeweg
lichkeit der rechten Hand sei ihm mindestens eine Viertelsrente zu gewähren. Da er zudem aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen einen Invali
ditätsgrad von mindestens 23 % erreiche, seien Eingliederungsmassnahmen durchzuführen. Im Übrigen wäre die Beschwerdegegnerin aufgrund der Anga
ben des Hausarztes verpflichtet gewesen, den Beschwerdeführer zur pneumolo
gischen Begutachtung zu überweisen (S. 6 Ziff. 4 und Ziff. 6).
3.
3.1
In der von der Beschwerdegegnerin veranlassten Expertise vom 23. Juni 2014 (Urk. 7/68/2-23) nannten die Gutachter Dr. med. C._, FMH Chirurgie spez. Handchirurgie, Dr. med. D._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. E._, FMH Neurologie, Dr. med. F._, FMH Innere Medizin und FMH Rheumatologie, und Dr. med. G._, FMH Innere Medizin, folgende Diagnosen (S. 12):
-
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Panarthrodese des rechten Handgelenks mit Wrist-Fusion-Plate unter Zuhil
fenahme von Beckenkammspan rechts vom 13.8.2010 (ICD-10 M12.53) nach posttraumatisch unbehandelter Scaphoidfraktur im Rahmen eines Kontusionstraumas 2008
-
Verdacht auf diskretes Entrapment-Syndrom eines Astes des Nervus radia
lis ramus superficialis im Narbenbereich Handgelenk rechts (ICD-10 M54.2)
-
Verdacht auf beginnende asymptomatische Arthrose im CMC-Gelenk rechts (ICD-10 M19.3)
-
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Entzündungsreaktion unklarer Aetiologie (CRP 90mg/l), kein Focus eruier
bar
-
unauffälliges rotes und weisses Blutbild, Elektrolyt-, Leber- und Nieren
werte, CDT im Normbereich
-
Pleuraschwarte dorsal rechts, wahrscheinlich im Rahmen von Rippenseri
enfrakturen
-
Störung durch Alkohol, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F10.20)
-
CDT Wert 0,5 % (< 2,6)
-
Status nach mehreren Grand-Mal-Anfällen (wahrscheinlich Alkoholent
zug) und Status nach Schädelhirntrauma nach Sturz im Rahmen mehrerer Grand-Mal-Anfälle am 11.1.2008 mit:
-
Schädelkalottenfraktur occipital links
-
Felsenbeinlängsfraktur links
-
Subduralhämatom temporo-occipital, in den hinteren Hemisphä
renspalt ziehend
Im Gutachten wurde festgehalten, dass aus internistischer Sicht die einge
schränkte Belastbarkeit im rechten Handgelenk im Vordergrund stehe. Bei Sta
tus nach mehreren Kontusionsverletzungen hätten sich neben Schädelfrakturen und Hirnblutungen auch Rippenfrakturen manifestiert, welche indessen keinen Einfluss auf die Belastbarkeit hätten und asymptomatisch seien. Residuell habe sich eine Pleuraschwarte gebildet und laborchemisch sei ein erhöhter Entzün
dungswert objektiviert worden, wobei ein klinisches Korrelat fehle (S. 13).
Aus psychiatrischer Sicht könnten keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Eine somatoforme Schmerzstörung könne aus
geschlossen werden, da die entsprechenden Kriterien nicht erfüllt seien. Über
dies bestehe eine Alkoholabstinenz seit über 12 Monaten (S. 13).
In neurologischer Hinsicht ergäben sich aufgrund der anamnestischen Angaben und unter Berücksichtigung des aktuellen klinischen Untersuchungsbefunds be
treffend die eingeschränkte Belastbarkeit des rechten Handgelenks keine Hin
weise auf eine neurogene Beteiligung. Es fehlten insbesondere sensible Defizite und Anhaltspunkte für einen neurogenen Schmerz (S. 13).
Unter handchirurgischen Gesichtspunkten sei nach einer unfallbedingten, nicht behandelten Scaphoidfraktur im Jahre 2008 im Rahmen einer schweren post
traumatischen radio- und midcarpalen Arthrodese des rechten Handgelenks im Jahre 2010 eine regelrecht indizierte Operation korrekt durchgeführt worden. Die Behandlung sei nach einem Jahr unter einer deutlichen Verbesserung der Schmerzsituation und bei klinisch und radiologisch zeitgerecht durchgebauter Arthrodese abgeschlossen worden. Das Abschlussröntgen zeige eine ossär durchgebaute Arthrodese mit korrekter Implantatlage ohne Zeichen für Locke
rung oder Infekt im Bereich des Implantats. Es sei ein Endzustand eingetreten, wobei die beidhändige und betont rechtsseitige rohe Kraft der oberen Extremi
täten reduziert sei. Die zusätzliche Arthrose im distalen Handgelenk rechts (CMC) sei asymptomatisch und im Gesamtkontext nicht relevant. Das vermutete Entrapment des Nervus radialis im Narbenbereich sei als mild und ungeordnet zu betrachten (S. 13 f.).
Im Weiteren wurde festgehalten, dass die handchirurgische Beurteilung für die Arbeitsfähigkeit relevant sei. Bei Erreichen des Endzustands könne für den Zeit
punkt nach der Arthrodeseoperation vom 13. August 2010 eine 100%ige Ar
beitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Bauhandlanger bis zum Abschluss der Behandlung am 17. August 2011 attestiert werden. Anschliessend sei von den operierenden Handchirurgen eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden, jedoch ohne genaue Beschreibung des Arbeitsprofils. Aus aktuell gut
achterlicher Sicht bestehe für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Bei Verletzung nach Rauferei im Mai 2010 und anschliessender Arbeitsunfähigkeit könne keine genaue Stellungnahme abgege
ben werden. Es sei jedoch davon auszugehen, dass durch dieses Ereignis die Handgelenksbeschwerden rechts im Sinne einer Re-Traumatisierung deutlich zugenommen und in der operativen Versorgung resultiert hätten. Aus psychiat
rischer, neurologischer und internistischer Sicht bestehe beim Beschwerdeführer in allen seinen körperlichen Einschränkungen angepassten und seinen Fähig
keiten entsprechenden Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit, wobei einfa
che lebenspraktische Tätigkeiten ohne allzu grosse Anforderungen an die Kon
zentrationsfähigkeit geeignet seien (S. 15).
Als Verweistätigkeiten kämen vorwiegend einhändige, nur wenig rohe Kraft voraussetzende Tätigkeiten im Stehen und Sitzen in Frage, wobei die rechte dominante Hand als Hilfshand, schwergewichtig als Haltehand weiterhin gut einsetzbar sei. Die Tätigkeiten sollten weder im Freien noch unter starken Tem
peraturschwankungen oder in feuchter Umgebung erfolgen. Sie sollten zudem wechselbelastend mit Pausen für den rechten Arm durchführbar sein. Die Leis
tungsfähigkeit sei auf 80 % reduziert, bedingt durch die limitierte Handgelenks
beweglichkeit und die damit verbundenen Ausweichbewegungen. Das Besteigen von Leitern und Gerüsten sollte vermieden werden (S. 15 f.).
Medizinische Massnahmen seien nicht notwendig, da es sich im Handgelenksbe
reich rechts um einen Residualzustand handle (S. 16).
3.2
In seinem Verlaufsbericht vom 12. Mai 2015 (Urk. 7/83/1) nannte der Hausarzt Dr. Z._ folgende Diagnosen:
-
Status nach Handgelenksarthrodese am 13. August 2013 (richtig 2010, vgl. Urk. 7/47/3-4 S. 1) bei fortgeschrittener radiocarpaler und midcarpaler Arthrose rechts
-
eingeschränkte Beweglichkeit im Handgelenk
-
komplett sistierter Alkoholkonsum seit 5/2012
Der Hausarzt verwies betreffend angepasste Tätigkeiten auf Arbeiten, welche „weniger belastend für das Handgelenk“ seien und postulierte eine um 50 % verminderte Leistungsfähigkeit, wobei ein Arbeitseinsatz von 4 Stunden pro Tag möglich sei. Er führte weiter aus, dass der Beschwerdeführer das Medikament Spiriva 18 Mikrogramm nehme und sich die Prognose betreffend COPD ver
schlechtert habe respektive jene betreffend Handgelenk gleichbleibend sei.
3.3
Am 2. Dezember 2015 äusserte sich der Hausarzt erneut zum Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers und nahm insbesondere zum Gutachten der A._ Stellung (Urk. 7/96). Er führte aus, dass gegen die gutachterliche neurologische Beurteilung (100%ige Arbeitsfähigkeit) nichts einzuwenden sei, da der Beschwerdeführer relativ wenig Schmerzen im Handgelenk habe. Aus handchirurgischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit indessen zu mehr als nur 20 % eingeschränkt, weil der Beschwerdeführer Rechtshänder und die Beweglichkeit des Handgelenks nach der Operation stark eingeschränkt sei. Der Beschwerde
führer müsse aufgrund seiner mangelnden Schulbildung und Deutschkenntnisse einfache manuelle Arbeiten verrichten, bei welchen die Belastung des rechten Handgelenks über 80 % der Arbeitszeit sehr stark wäre. Dr. Z._ hielt wei
ter fest, dass die gutachterliche psychiatrische Einschätzung der uneinge
schränkten Arbeitsfähigkeit die Umstände, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner mangelnden Schulbildung und Sprachkenntnisse eine Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nur sehr erschwert finden könne und er wahrscheinlich aufgrund der Einschränkungen am Handgelenk nur schwer mit anderen Bewer
bern konkurrenzieren könne, nicht berücksichtigt habe (S. 1).
Im Weiteren lasse das Gutachten ausser Acht, dass der Beschwerdeführer an einer mittelgradigen bis schweren COPD leide, weshalb bei ihm bei grösseren Anstrengungen Atemnot auftrete. Der Beschwerdeführer versuche, dies zu ver
heimlichen, weil er bis anhin nicht auf das Zigarettenrauchen verzichten könne. Er habe denn auch seit dem 3. November 2014 eine entsprechende Inhalations
medikation (Spiriva 18 Mikrogramm, S. 2).
Der Hausarzt wies schliesslich darauf hin, dass er für den Beschwerdeführer eine Tätigkeit in einer Reinigungsfirma gefunden habe, wo er seit 27. Mai 2015 zu 50 % arbeite. Der direkte Chef des Beschwerdeführers habe festgestellt, dass die Leistungsfähigkeit des Letzteren eingeschränkt sei, wobei ein einmaliger Ver
such, mehr zu arbeiten, gescheitert sei. Die bisher gemachten Erfahrungen auf der jetzigen Arbeitsstelle sprächen für eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (S. 2).
3.4
Was die vom Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren eingereichte Aktenno
tiz betreffend das Gespräch der Sozialen Dienste der Stadt Zürich mit Dr. H._, Oberarzt m.e.V. an der Abteilung für Pneumologie am B._, vom 14. Juni 2016 (Urk. 3/7) angeht, gilt Folgendes: Rechtspre
chungsgemäss stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles auf den bis zum Erlass der streitigen Verfügung (hier: 13. Mai 2016) ein
getretenen Sachverhalt ab. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, haben somit prinzipiell ausser Acht zu bleiben. Diese Regel gilt indessen nicht in Be
zug auf Umstände, die mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und die geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungser
lasses zu beeinflussen (Urteil des Bundesgerichts 8C_279/2015 vom 27. August 2015 E. 3.2.1).
Gemäss der genannten Aktennotiz teilte Dr. H._ mit, dass der Beschwerde
führer in einer sehr schlechten Verfassung sei und umgehend habe hospitalisiert werden müssen. Aufgrund der Aktenlage bestehe die schlechte Verfassung schon seit November 2014. Im Weiteren liege mit grosser Wahrscheinlichkeit eine schwere COPD vor, wobei eine genaue Diagnose zurzeit noch nicht möglich sei, da zunächst allfällige akute Symptome bekämpft werden müssten. Auch wenn das Telefongespräch mit Dr. H._ erst nach dem 13. Mai 2016 statt
fand respektive der Beschwerdeführer erst nach diesem Zeitpunkt hospitalisiert wurde, so bestehen Hinweise dafür, dass die schlechte Verfassung schon vor dem Erlass der in Frage stehenden Verfügung bestand, weshalb die Aktennotiz für die Beurteilung des strittigen Rentenanspruchs relevant ist.
4.
4.1
Der Hinweis auf eine COPD respektive auf eine sich verschlechternde Prognose bezüglich COPD findet sich erstmals im Verlaufsbericht des Hausarztes vom 12. Mai 2015 (vgl. E. 3.2). Der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), dipl. med. I._, Facharzt für Neurologie sowie Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt im Nachgang zu diesem Bericht fest, dass die nach der Be
gutachtung eingegangenen Unterlagen nichts an seiner Stellungnahme vom 4. Juli 2014 (80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit gemäss Gutachten der A._) änderten (Urk. 7/85 S. 7 und S. 5 f.). Zusammen mit dem Einwand gegen den Vorbescheid vom 1. September 2015 (Urk. 7/86) reichte der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin sodann den Bericht von Dr. Z._ vom 2. Dezember 2015 inklusive Lungenfunktionsuntersuchung (vgl. E. 3.3) ein, in welchem eine mittelgradige bis schwere COPD beschrieben wird. In diesem Zusammenhang hielt der RAD-Arzt dipl. med. I._ fest, dass bei der allgemein-internistischen Untersuchung bei der Medas (richtig A._) keine ausgeprägten Lungenbeschwerden angegeben worden seien und die eingereichten Befunde das Vorliegen einer mittelschweren bis schweren COPD nicht ausreichend bestätigten (Urk. 7/99 S. 2).
Hierzu ist Folgendes zu bemerken: Im Gutachten der A._ wurde das Vorliegen einer Ruhe-/Belastungsdyspnoe, von chronischem Husten und von Thoraxschmerzen verneint. Gleiches gilt für Hinweise für eine Einschränkung der kardiopulmonalen Leistungen (Urk. 7/68/2-23 S. 25). Das Gutachten datiert indessen vom 23. Juni 2014, wobei die entsprechenden Untersuchungen zwi
schen dem 27. März und 7. April 2014 durchgeführt wurden (Urk. 7/62/1-2 S. 1). Die erwähnten Berichte von Dr. Z._ sind somit über 1 Jahr respek
tive 11⁄2 Jahre nach den gutachterlichen Untersuchungen verfasst worden. Der Hinweis des nicht auf die Behandlung von
Atemwegs- und Lungenerkrankun
gen
spezialisierten RAD-Arztes, wonach im Gutachten keine ausgeprägten Lun
genbeschwerden erwähnt worden seien, überzeugt nicht, zumal eine Entwick
lung der entsprechenden Symptome der COPD im erwähnten Zeitrahmen nicht per se ausgeschlossen werden kann.
Im Weiteren ging auch der in Allgemeiner Innerer Medizin und Pneumologie spezialisierte Facharzt Dr. H._ (vgl.
https://www.medregom.admin.ch/
) ei
nen Monat nach Erlass der in Frage stehenden Verfügung von einer mit grosser Wahrscheinlichkeit vorliegenden schweren COPD aus und wies darauf hin, dass der schlechte Zustand des Beschwerdeführers bereits seit November 2014 be
standen habe (vgl. E. 3.4).
4.2
Nach dem Gesagten durfte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungsabweisung nicht auf das – im damaligen Zeitpunkt fast zwei Jahre alte - Gutachten der A._ stützen. In den Akten finden sich sodann keine fachärztlichen Stellungnahmen, welche ein abschliessendes rechtsgenügendes Bild betreffend die Lungenbeschwerden des Beschwerdeführers ergeben bzw. zulassen, zumal Dr. H._ lediglich auf die „grosse Wahrscheinlichkeit“ einer schweren COPD hinwies und zudem festhielt, dass eine genaue Diagnose aktuell noch nicht möglich sei (vgl. E. 3.4). Die angefochtene Verfügung vom 13. Mai 2016 (Urk. 2) ist deshalb aufzuheben und die Sache zur Ergänzung des Sachverhalts in Bezug auf die Lungenbeschwerden des Beschwerdeführers an die Beschwer
degegnerin zurückzuweisen, damit sie, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der un
terliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Damit erweist sich das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung (Urk. 1 S. 2) als ge
genstandslos.