Decision ID: 0e32ed36-1fed-46ef-bd53-e127e65fa94e
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. Die gebürtige Kroatin A._, geboren am 17. Januar 1957, ist fünffache
Mutter, wobei zwei ihrer Kinder bereits kurz nach der Geburt bzw. im
Kleinkindalter verstorben sind. Nach ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr
1980 arbeitete sie zunächst vollzeitlich auf ihrem erlernten Beruf als
Näherin und danach teilzeitlich als Reinigungsfachkraft, bevor sie sich im
Jahr 2004 vollständig aus dem Arbeitsmarkt zurückzog. Aufgrund einer
beidseitigen Schwerhörigkeit wurde A._ von der IV-Stelle des
Kantons Graubünden mehrfach mit Hörgeräten versorgt. Zudem wurde ihr
eine Kostengutsprache für die Hörhilfe Cochlea Implantat gewährt.
2. Im Februar 2011 meldete sich A._ erstmals bei der IV-Stelle zum
Leistungsbezug an. Daraufhin tätigte die IV-Stelle medizinische,
erwerbliche und Haushaltsabklärungen. Insbesondere liess sie A._
bidisziplinär (psychiatrisch und rheumatologisch) durch den Regionalen
Ärztlichen Dienst (RAD) Ostschweiz abklären, worüber am 17. Oktober
2014 Bericht erstattet wurde. Darin wiesen die RAD-Ärzte med. pract.
B._ und Dr. med. C._ als Diagnosen mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit eine Persönlichkeitsveränderung nach anhaltender
körperlicher Krankheit (ICD-10: F.62), eine Psoriasis-Arthropathie, ein
lumbal betontes Panvertebralsyndrom und myofaziale Beschwerden am
lateralen Oberschenkel beidseits bzw. eine Periarthropathia genu aus.
Während die bisherige Tätigkeit als Reinigungskraft aus
rheumatologischer Sicht nicht mehr empfohlen wurde, erachteten sie
A._ in einer leidensangepassten Tätigkeit gesamthaft zu 80 %
arbeitsfähig. Möglich seien leichte körperliche Tätigkeiten mit
Wechselbelastung und ergonomischem Händeeinsatz ohne
Zwangshaltungen des Oberkörpers bzw. Tätigkeiten im Knien oder in der
Hocke. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren verneinte die IV-
Stelle mit Verfügung vom 3. August 2015 einen Anspruch von A._ auf
eine Invalidenrente. Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das
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Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit Urteil S 15 104 vom 11.
Oktober 2016 teilweise gut und sprach A._ für den Zeitraum vom 1.
November 2012 bis zum 28. Februar 2014 eine halbe Invalidenrente zu.
3. Im Februar 2020 meldete sich A._ für den Bezug einer
Hilflosenentschädigung an. Darin machte sie ein Angewiesensein auf
regelmässige und erhebliche Dritthilfe in den Lebensverrichtungen An-
/Auskleiden (seit 2015), Aufstehen/Absitzen/Abliegen (seit 2016),
Körperpflege (seit 2016), Verrichten der Notdurft (seit 2016) und
Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte geltend (seit
2016/2011). In den beiliegenden Angaben der behandelnden Ärztin Dr.
med. D._ vom 21. Februar 2020 wurden eine Psoriasisarthritis, ein
chronisches Panvertebralsyndrom sowie eine Adipositas per magna
diagnostiziert und Einschränkungen der Gehfähigkeit aufgrund der
Schmerzen ausgewiesen.
4. Daraufhin liess die IV-Stelle am 21. Oktober 2020 eine Abklärung vor Ort
durchführen. Im Abklärungsbericht vom 23. Oktober bzw. 17. Dezember
2020 wurde in der Lebensverrichtung Fortbewegung/Kontaktaufnahme
eine regelmässige und erhebliche Dritthilfe seit Juli 2011 als ausgewiesen
erachtet. In den übrigen Lebensverrichtungen wurde eine solche verneint.
Gleiches gilt für die lebenspraktische Begleitung.
5. Mit Vorbescheid vom 12. Januar 2021 stellte die IV-Stelle A._ die
Abweisung ihres Leistungsbegehrens betreffend Hilflosenentschädigung
in Aussicht, da sie nur in der Lebensverrichtung Fortbewegung und
Kontaktaufnahme seit Juli 2011 auf regelmässige und erhebliche Hilfe
angewiesen sei. Eine dauernde persönliche Überwachung liege nicht vor.
Der Bedarf an lebenspraktischer Begleitung erreiche unter
Berücksichtigung der ehelichen Beistands- und
sozialversicherungsrechtlichen Schadenminderungspflicht die
Erheblichkeits- bzw. Regelmässigkeitsschwelle von zwei Stunden
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wöchentlich nicht. Es bestehe daher weder eine leichte, mittlere noch
schwere Hilflosigkeit. Dagegen erhob A._ am 24. März 2021 Einwand
und legte diesem ein ärztliches Zeugnis ihres Hausarztes Dr. med.
E._ vom 11. März 2021 bei. Mit Verfügung vom 22. Juli 2021
entschied die IV-Stelle wie vorbeschieden und verneinte einen Anspruch
von A._ auf Hilflosenentschädigung.
6. Mit dagegen am 18. August 2021 beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden erhobener Beschwerde beantragte A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) die Überprüfung (recte: Aufhebung) der Verfügung
vom 22. Juli 2021 und erneute Abklärung der regelmässigen und
erheblichen Hilfe in den verschiedenen Lebensverrichtungen. Begründend
führte sie aus, sie benötige regelmässige und erhebliche dauernde Hilfe
bei der täglichen Körperpflege, beim An- und Ausziehen, beim Duschen,
bei der Reinigung bei jedem Toilettengang sowie beim Ordnen der Kleider
nach jedem Toilettengang. Sie leide stark unter einer Polyarthrose und
könne keine Gegenstände in die Hand nehmen oder festhalten. Sie könne
den Lebensverrichtungen nicht selbstständig nachkommen und sei täglich
auf die Hilfe ihrer drei Töchter und ihres Ehemannes angewiesen. Hinzu
komme, dass sie auf beiden Ohren schwerhörig sei und ihr Gegenüber
kaum hören und verstehen könne.
7. In ihrer Vernehmlassung vom 9. September 2021 schloss die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) auf Abweisung der Beschwerde und
verzichtete unter Verweis auf die Begründung in der angefochtenen
Verfügung auf eine Stellungnahme.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften, die
angefochtene Verfügung vom 22. Juli 2021 sowie die weiteren Akten wird,
sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Considerations:
II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen
IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle
anfechtbar. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 22.
Juli 2021 (Akten der Beschwerdeführerin [Bf-act.] B1, Akten der
Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 221) stellt eine solche anfechtbare
Verfügung der Invalidenversicherung und folglich ein taugliches
Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden dar. Die sachliche Zuständigkeit des
Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in
Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressatin der strittigen
Verfügung ist die Beschwerdeführerin berührt und sie weist ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung auf (Art. 1
Abs. 1 IVG i. V. m. Art. 59 ATSG). Die Beschwerde wurde zudem frist- und
formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2
ATSG, Art. 38 f. sowie Art. 61 lit. b ATSG). Darauf ist somit einzutreten.
2.1. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die Beschwerdeführerin
einen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung hat bzw. ob die
Abweisung ihres Gesuchs um Hilflosenentschädigung gemäss Verfügung
vom 22. Juli 2021 rechtskonform erfolgt ist.
2.2. Als hilflos gilt eine Person, die wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit
für die alltäglichen Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der
persönlichen Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG). Als hilflos gilt ebenfalls
eine Person, welche zu Hause lebt und wegen der Beeinträchtigung der
Gesundheit dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist
(Art. 42 Abs. 3 IVG). Gemäss Art. 37 Abs. 3 IVV gilt die Hilflosigkeit als
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leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in
mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (lit. a), einer
dauernden persönlichen Überwachung bedarf (lit. b), einer durch das
Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwändigen Pflege
bedarf (lit. c), wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines
schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und
erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen
kann (lit. d), oder dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist
(lit. e).
Zu den alltäglichen Lebensverrichtungen zählen (1.) An- und Auskleiden,
(2.) Aufstehen, Absitzen, Abliegen, (3.) Essen, (4.) Körperpflege
(Waschen, Kämmen, Rasieren, Baden/Duschen), (5.) Verrichten der
Notdurft (inkl. Ordnen der Kleider) und (6.) Fortbewegung (vgl.
Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der
Invalidenversicherung [nachfolgend: KSIH], Version 18, gültig ab 1. Januar
2015, Stand 1. Januar 2021, Rz. 8010).
3.1. Unstreitig ist, dass die Beschwerdeführerin weder dauernd auf persönliche
Überwachung noch auf lebenspraktische Begleitung noch regelmässig in
erheblicher Weise auf Dritthilfe in der Lebensverrichtung "Aufstehen,
Absitzen, Abliegen" angewiesen ist. Zudem anerkennt die
Beschwerdegegnerin, dass die Beschwerdeführerin in der
Lebensverrichtung "Fortbewegung und Kontaktaufnahme" regelmässige
und erhebliche Hilfe benötigt. Streitig ist, ob mindestens eine leichtgradige
Hilflosigkeit vorliegt, indem die Beschwerdeführerin in mindestens zwei
alltäglichen Lebensverrichtungen – d.h. in mindestens einer weiteren, zur
"Fortbewegung und Kontaktaufnahme" hinzutretenden Lebensverrichtung
– regelmässig und in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen
ist.
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3.2. In ihrer Beschwerde führt die Beschwerdeführerin zwar aus, sie könne den
täglichen Tätigkeiten, wie Essen, nicht ohne Hilfe nachkommen. Sie
substanziiert dieses Vorbringen aber nicht näher (Bf-act. A1). Dass in der
Lebensverrichtung Essen eine Hilflosigkeit bestünde, ergibt sich denn
auch nicht aus den Akten. Insbesondere geht aus dem Abklärungsbericht
vom 23. Oktober 2020 bzw. 17. Dezember 2020 hervor, dass die
Beschwerdeführerin in diesem Bereich selbstständig sei (Bg-act. 206 S.
6). Dies deckt sich mit den von der Beschwerdeführerin anlässlich der
Abklärung vor Ort gemachten Angaben zum Tagesablauf (Bg-act. 206 S.
3), aus denen sich keine Hinweise auf eine unübliche Einnahme des
Frühstücks, des Mittagessens oder des Abendessens ergeben.
Bezeichnenderweise gab die Beschwerdeführerin bei ihrer Anmeldung
vom 25. Februar 2020 zum Bezug von Hilflosenentschädigung denn auch
selber an, beim Essen nicht auf Dritthilfe angewiesen zu sein (Bg-act. 196
S. 5). Damit erübrigen sich Weiterungen dazu (vgl. zudem KSIH Rz. 8018
mit Hinweis auf Rechtsprechung, wonach eine Hilfeleistung beim
Zerschneiden harter Speisen – wie vorliegend – keine Hilflosigkeit
begründet).
4.1. Gemäss Art. 69 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV; SR 831.201) kann die IV-Stelle zur Prüfung eines
Leistungsanspruches unter anderem Abklärungen an Ort und Stelle
vornehmen. Nach der Rechtsprechung hat ein Abklärungsbericht unter
dem Aspekt der Hilflosigkeit (Art. 9 ATSG) oder des Pflegebedarfs
folgenden Anforderungen zu genügen: Als Berichterstatterin oder
Berichterstatter wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der
örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der
Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische
Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche
Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen
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Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die
Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei
divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der
Berichtstext muss schliesslich plausibel, begründet und detailliert
bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie der
tatbestandsmässigen Erfordernisse der dauernden Pflege, der
persönlichen Überwachung und der lebenspraktischen Begleitung sein.
Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle
erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine
zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne
darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein,
wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet
insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente
Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im
Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E.3.2.1; Urteile des
Bundesgerichts 8C_573/2018 vom 8. Januar 2019 E.3.2 und
8C_756/2011 vom 12. Juli 2012 E.3.2).
4.2. Die Beschwerdeführerin erhebt zu Recht keine Einwände gegen den
Beweiswert des Abklärungsberichts vom 23. Oktober 2020 bzw. 17.
Dezember 2020. Dessen Ausführungen sind – wie nachfolgend aufgezeigt
wird – plausibel und bezüglich der Hilfestellungen in den einzelnen
Lebensverrichtungen angemessen detailliert begründet. Auch stehen sie
in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Aussagen,
wobei divergierende Meinungen der Beteiligten aufgezeigt werden. Zudem
wurde der fragliche Abklärungsbericht von einer qualifizierten Fachperson
in Kenntnis der gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin und
den gestellten Diagnosen verfasst (Bg-act. 206).
5.1. Zu prüfen ist zunächst, ob in der alltäglichen Lebensverrichtung
"Verrichten der Notdurft" eine Hilflosigkeit besteht.
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5.2. Eine solche liegt rechtsprechungsgemäss insbesondere vor, wenn die
versicherte Person für die Körperreinigung bzw. das Überprüfen der
Reinlichkeit sowie für das Ordnen der Kleider der Hilfe Dritter bedarf oder
die Notdurft nur in einer unüblichen Art verrichten kann (z.B. nächtliches
Bringen eines Topfes ans Bett und dessen Entleerung, vgl. BGE 121 V 88
E.6 mit Hinweisen; KSIH Rz. 8021).
5.3. Für die Annahme von Hilflosigkeit in einer mehrere Teilfunktionen
umfassenden Lebensverrichtung genügt, wenn die versicherte Person in
Bezug auf eine dieser Funktionen regelmässig in erheblicher Weise auf
(direkte oder indirekte) Dritthilfe angewiesen ist (BGE 121 V 88 E.3c; 117
V 146 E.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_560/2017 vom 17. Oktober 2017
E.4.2; AHI 1996 S. 170, H 164/92 E.3c). Eine blosse Erschwerung oder
verlangsamte Vornahme von Lebensverrichtungen vermag nicht bereits
eine Hilflosigkeit zu begründen (ZAK 1986 S. 481, I 25/85 E.2b; Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 27/00 vom 26. März 2001
E.3b/dd; Urteil des Bundesgerichts 8C_681/2014 vom 19. März 2015
E.5.3).
5.4. Im Abklärungsbericht vom 23. Oktober 2020 bzw. 17. Dezember 2020
wurde zur Verrichtung der Notdurft festgehalten, dass die
Beschwerdeführerin alleine auf die Toilette gehen könne. Sie beschreibe,
dass ihr Ehemann ihr jeweils nach dem Stuhlgang das Gesäss reinige,
wenn er anwesend sei, da die rezidivierenden Hautrisse einer gründlichen
Reinigung bedürften. Wenn der Ehemann abwesend sei, benutze die
Beschwerdeführerin einen speziellen, gebogenen Stab, um das Gesäss
zu reinigen. Die Abklärungsperson erachtete es im Rahmen der
Schadenminderungspflicht als zumutbar, mit Hilfsmitteln zu arbeiten, und
verneinte eine regelmässige Dritthilfe (Bg-act. 206 S. 6).
5.5.1. Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerde geltend, sie sei bei
jedem Toilettengang bei der Reinigung und beim Ordnen der Kleider auf
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regelmässige und erhebliche Hilfe angewiesen. Sie leide stark unter einer
Polyarthrose und könne keine Gegenstände in die Hand nehmen oder
festhalten.
5.5.2. Bei der Beschwerdeführerin wurde nachweislich eine Psoriasis-
Arthropathie diagnostiziert, welche bereits in der Vergangenheit zu
peripheren Arthritiden vor allem in den Fingern und Kniegelenken führte.
So hielt Dr. med. D._ im Verlaufsbericht vom 16. Dezember 2013 fest,
klinisch seien Synovitiden einzelner Fingergelenke nachgewiesen und
radiologisch psoriasis-typische Veränderungen gefunden worden. Unter
der Behandlung mit Methotrexat sei es zwar zu einer Besserung der
Beschwerden gekommen. Es bestehe jedoch weiterhin eine klinisch und
labor-chemisch ausgewiesene Entzündungsaktivität. Die Therapie werde
deshalb aktuell mit Humira ausgebaut (Bg-act. 111). Im Arztbericht vom 4.
Juni 2014 führte Dr. med. D._ alsdann aus, seit der Basistherapie mit
Humira seien keine Synovitiden oder entzündlichen Aktivitäten mehr
nachgewiesen (Bg-act. 120). Dies veranlasste RAD-Arzt Dr. med.
C._ in dem vom Verwaltungsgericht im Urteil S 15 104 für
beweiskräftig befundenen RAD-Abklärungsbericht vom 17. Oktober 2014
(VGU S 15 104 E.5c) die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer
leidensadaptierten Tätigkeit auf 80 % festzulegen (Bg-act. 130 S. 31 und
36). Wie bereits damals (Bg-act. 130 S. 12 und 26) beklagte die
Beschwerdeführerin auch anlässlich der Abklärung vor Ort am 21. Oktober
2020 an geschwollenen Fingern zu leiden, was zusammen mit der
reduzierten Empfindung die Fingerfertigkeit einschränke (Bg-act. 206 S.
2). Daraus kann jedoch nicht abgeleitet werden, dass gar keine
Gegenstände mehr in die Hände genommen oder festgehalten werden
können, wie dies beschwerdeweise vorgebracht wird. Dies gilt umso mehr,
als die Beschwerdeführerin gemäss aktuellen Angaben von Dr. med.
D._ alle zwei Wochen das Medikament Humira injiziert erhält (Bg-act.
202 und 204), was die Entzündungsaktivität der Psoriasis bekanntlich
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erfolgreich hemmt. Aus medizinischer Sicht sind vielmehr Tätigkeiten mit
einem Einsatz der Hände nach ergonomischen Gesichtspunkten zumutbar
(vgl. rheumatologischer RAD-Abklärungsbericht vom 17.10.14 [Bg-act.
130 S. 35]). Dasselbe dürfte auch mit Blick auf das von der
Beschwerdeführerin anlässlich der Abklärung vor Ort am 21. Oktober 2020
angegebene Karpaltunnelsyndrom gelten, wofür sich in den Akten ohnehin
kein Nachweis findet.
5.5.3. Mit ihrer Aussage, keine Gegenstände in die Hände nehmen oder
festhalten zu können, widerspricht sich die Beschwerdeführerin im
Übrigen selbst. Denn aus dem Abklärungsbericht vom 23. Oktober 2020
bzw. 17. Dezember 2020 geht an zahlreichen Stellen hervor, dass ihre
Hände nach wie vor im beschriebenen Sinne funktionstüchtig sind. So ist
sie in der Lage, einen Gehstock festzuhalten und daran zu gehen (Bg-act.
206 S. 2), mit ihrem Ehemann Karten zu spielen (Bg-act. 206 S. 3) oder
mit dem Besteck zu essen (Bg-act. 206 S. 6). Auch hinsichtlich des
Verrichtens der Notdurft gab die Beschwerdeführerin an, in Abwesenheit
ihres Ehemannes einen speziellen, gebogenen Stab zu benutzen, um das
Gesäss zu reinigen (Bg-act. 206 S. 6). Abgesehen davon, dass der
Gebrauch dieses Hilfsmittels aus medizinischer Sicht nicht vollends
nachvollziehbar ist (vgl. hierfür Angaben von Dr. med. D._ vom 21.
Februar 2020, wonach bei diagnostizierter Psoriasisarthritis und
chronischem Panvertebralsyndrom die Gehfähigkeit eingeschränkt sei
[Bg-act. 196 S. 11]; vgl. ferner rheumatologischer RAD-Abklärungsbericht
vom 17. Oktober 2014, wonach bei weitgehend gleichen Diagnosen eine
körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit mit ergonomischem
Händeeinsatz ohne Zwangshaltungen des Oberkörpers bzw. Tätigkeiten
im Knien oder in der Hocke zumutbar ist [Bg-act. 130 S. 29 und 32]), ist es
der Beschwerdeführerin dadurch möglich, ihre Notdurft selbstständig und
auf der Toilette, d.h. in der üblichen Art und Weise, zu verrichten. Hinweise
dafür, dass sie sich nicht in einer den hygienischen Anforderungen
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genügenden Weise zu reinigen vermöchte bzw. dass diesbezüglich
regelmässige Nachkontrollen nötig wären, sind nicht ersichtlich. Obschon
ihr Ehemann, wenn er zu Hause anwesend ist, ihr in Zeiten, in denen sie
Hautrisse im Gesässspalt aufweisen soll, jeweils nach dem Stuhlgang das
Gesäss reinigt, ändert dies nichts daran, dass sie diese Verrichtung
generell eigenständig ausführen kann und dabei keiner regelmässigen
Hilfe bedarf. Dies zeigt sich auch daran, dass sie nach eigenen Angaben
in der Lage ist, sowohl tagsüber wie in der Nacht alleine auf die Toilette zu
gehen und die tägliche morgendliche Körperhygiene auszuführen (Bg-act.
206 S. 3). Daraus lässt sich ausserdem ableiten, dass sie für das Ordnen
der Kleider keine besonderen Hilfestellungen benötigt. Gegenteilige
Anhaltspunkte finden sich denn auch weder im Abklärungsbericht vom 23.
Oktober 2020 bzw. 17. Dezember 2020 zur Verrichtung der Notdurft noch
– wie hiervor dargelegt – in der medizinischen Aktenlage zur erhaltenen
Funktionstüchtigkeit der Hände (vgl. hierzu auch nachfolgende E.6 zur
Lebensverrichtung "An- und Ausziehen").
5.6. Insgesamt ist die Beschwerdeführerin in der Verrichtung der Notdurft somit
nicht als hilfsbedürftig anzusehen.
6.1. Die Beschwerdeführerin macht sodann geltend, sie sei auf regelmässige
und erhebliche Hilfe beim An- und Ausziehen angewiesen.
6.2. Eine Hilflosigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person ein
unentbehrliches Kleidungsstück oder ein Hilfsmittel nicht selber an- oder
ausziehen kann (KSIH Rz. 8014). Ergänzend ist auf die einen allgemeinen
Grundsatz des Sozialversicherungsrechts darstellende
Schadenminderungspflicht hinzuweisen (BGE 145 V 2 E.4.2.2 und
E.4.2.3, BGE 123 V 230 E.3c). Danach hat die versicherte Person auch
im Bereich der Hilflosenentschädigung, bevor sie Leistungen verlangt,
alles ihr Zumutbare selber vorzukehren, um die Folgen des
Gesundheitsschadens bestmöglich zu mildern (ZAK 1989 S. 214 E.1b mit
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Hinweisen). Solange in diesem Rahmen durch geeignete Massnahmen
bei einzelnen Lebensverrichtungen die Selbstständigkeit erhalten werden
kann, liegt diesbezüglich keine relevante Hilflosigkeit vor (ZAK 1989 S.
215 E.2b mit Hinweisen). Von der versicherten Person können nur
Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten
objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind
(BGE 113 V 22 E.4a; Urteile des Bundesgerichts 8C_680/2018 vom 11.
Januar 2019 E.2.2.2 und 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E.3.1).
Die Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Einsatzfähigkeit sind
durch geeignete organisatorische Massnahmen und die Mithilfe der
Familienangehörigen – denen dadurch keine unverhältnismässige
Belastung entstehen darf – möglichst zu mildern. Diese Mithilfe geht weiter
als die ohne Gesundheitsschaden üblicherweise zu erwartende
Unterstützung (nicht publ. E.8 des Urteils BGE 130 V 396, veröffentlicht in
SVR 2005 IV Nr. 6 S. 21, I 457/02; SVR 2006 IV Nr. 25 S. 85 E.3.1, I 3/04).
Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist stets danach zu
fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde,
wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären (BGE 141 V 642
E.4.3.2).
6.3. Im Abklärungsbericht vom 23. Oktober 2020 bzw. 17. Dezember 2020 wird
zur alltäglichen Lebensverrichtung "An- und Auskleiden" vermerkt, dass
die Beschwerdeführerin vorwiegend Nachthemden oder lose Kleidung in
der Wohnung trage. Sie beschreibe, dass sie die Kleidung manchmal nicht
alleine an- oder ausziehen könne. Ihr Ehemann füge an, dass sie täglich
direkt durch ihn beim Anziehen oder Ausziehen der Socken, der
Unterhosen und des BHs unterstützt werde. Beim Verlassen des Hauses
kämen auch die Jacke und die Schuhe hinzu. Auf Nachfrage der
Abklärungsperson hin machte die Beschwerdeführerin keine konkreten
Angaben zum Umfang dieser Unterstützung. Vielmehr sei sie weinerlich
geworden und habe ihre Schmerzen beklagt. Der Ehemann habe sie
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sodann unterbrochen und angegeben, dass sie immer Hilfe benötige (Bg-
act. 206 S. 5).
6.4. Diese Angaben vermögen nicht zu überzeugen. Angesichts der
medizinischen Sachlage, insbesondere der grundsätzlichen
Funktionstüchtigkeit der Hände, ist nicht nachvollziehbar, weshalb die
Beschwerdeführerin beim An- und Ausziehen regelmässig und in
erheblicher Weise auf Dritthilfe angewiesen sein soll. Dies leuchtet umso
weniger ein, als sie nach eigenen Angaben auch nach der täglichen
morgendlichen Körperhygiene, d.h. tagsüber, meistens wieder ein
Nachthemd oder ein loses Kleid – mithin einfach überzuziehende
Kleidungsstücke – anzieht (Bg-act. 206 S. 3). Wenngleich sie sodann beim
An- und Ausziehen manchmal Unterstützung Dritter braucht, ist diese
jedenfalls nicht als regelmässig und erheblich im Sinne der
Rechtsprechung einzustufen (vgl. hierzu auch Ausführungen in der
Erwägung 7 hernach zur Lebensverrichtung "Körperpflege" und KSIH Rz.
8025 f.). Der Beschwerdegegnerin ist zudem darin beizupflichten, dass es
der Beschwerdeführerin als Ausdruck ihrer Schadenminderungspflicht
zumutbar ist, Anziehhilfen für die Socken und Schuhe einzusetzen sowie
einen BH mit einem Verschluss vorne anzuziehen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 9C_562/2016 vom 13. Januar 2017 E.5.2).
6.5. Demnach ist in der Lebensverrichtung An- und Auskleiden keine
Hilfsbedürftigkeit im hier massgeblichen Sinne ausgewiesen.
7.1. Zu prüfen ist schliesslich, ob die Beschwerdeführerin in der
Lebensverrichtung Körperpflege als hilflos gilt. Sie bringt dazu vor, sie
benötige beim Duschen regelmässige und erhebliche Hilfe.
7.2. Die Körperpflege umfasst mehrere Teilfunktionen: das Waschen,
Kämmen, Rasieren und Baden/Duschen (Urteil des Bundesgerichts
9C_253/2013 vom 17. Juni 2013 E.1 mit Verweis auf KSIH Rz. 8020). Die
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Hilfe ist gemäss Rechtsprechung erst dann regelmässig, wenn sie die
versicherte Person täglich oder eventuell (nicht voraussehbar) täglich
benötigt. Von einer erheblichen Hilfe ist namentlich dann auszugehen,
wenn die versicherte Person mindestens eine Teilfunktion einer einzelnen
Lebensverrichtung (z.B. Waschen bei der Lebensverrichtung
Körperpflege) nicht mehr, nur mit unzumutbarem Aufwand oder nur auf
unübliche Art und Weise (BGE 107 V 136) selbst ausüben kann (Urteil des
Bundesgerichts 8C_533/2019 vom 11. Dezember 2019 E.3.2.3 mit
Hinweisen; KSIH Rz. 8026).
7.3. Dem Abklärungsbericht vom 23. Oktober 2020 bzw. 17. Dezember 2020
ist zur Lebensverrichtung Körperpflege zu entnehmen, dass der Ehemann
der Beschwerdeführerin ihr einen Schemel vor die Badewanne stelle und
ihr helfe, in die Badewanne einzusteigen. Die Beschwerdeführerin stehe
in der Badewanne und stütze sich an der Wand ab. Er wasche ihr den
Rücken, das Gesäss, die Beine und Füsse. Den Oberkörper vorne und
den Intimbereich wasche sie selber. Der Ehemann helfe der
Beschwerdeführerin beim Transfer aus der Badewanne und trockne ihr
den Rücken, das Gesäss, die Beine und die Füsse ab. Die
Beschwerdeführerin dusche täglich.
7.4. Zwar erscheint es aufgrund der gesundheitlichen Situation der
Beschwerdeführerin – insbesondere der medizinisch ausgewiesenen
Einschränkung der Gehfähigkeit (vgl. Angaben von Dr. med. D._ vom
21. Februar 2020 [Bg-act. 196 S. 11], ferner ärztliches Zeugnis vom 4.
Januar 2017 von Dr. med. E._ [Bg-act. 199 S. 3] und Attest vom 16.
Dezember 2011 von Dr. med. F._ [Bg-act. 199 S. 1]) –
nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr alleine in die
Badewanne ein- und aussteigen kann. Das Angewiesensein auf
Hilfeleistung erreicht indes nicht die nach den vorerwähnten Grundsätzen
notwendige Erheblichkeit (vgl. hierzu auch Urteil des Verwaltungsgerichts
[VGU] S 18 131 vom 18. Februar 2020 E.4.2.5 f.). Zunächst stellt die
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Beschwerdeführerin nicht in Abrede, dass sie sich alleine kämmen sowie
die Haare und die Vorderseite des Oberkörpers bzw. des Intimbereichs
waschen kann. Der Beschwerdegegnerin ist darin beizupflichten, dass es
der Beschwerdeführerin im Sinne der Schadenminderungspflicht
zumutbar ist, zur Reinigung von schlecht zugänglichen Stellen (Rücken,
Gesäss, Beine und Füsse), eine Bürste bzw. ein Schwamm mit Stiel zu
benutzen. Auch ist mit ihr davon auszugehen, dass die Verwendung eines
Badewannensitzbrettes bei der Körperreinigung Abhilfe verschaffen kann.
Dasselbe gilt auch für das Abtrocknen der beschriebenen Körperstellen.
Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführerin diese Verrichtungen aus
medizinischer Sicht aus funktionellen, die Hände betreffenden Gründen
nicht (mehr) möglich sein sollten, sind nicht ersichtlich. Schliesslich
vermag die Beschwerdeführerin auch aus dem ärztlichen Zeugnis von Dr.
med. E._ vom 11. März 2021 nichts zu ihren Gunsten ableiten. Dieser
führte darin einzig in pauschaler und nicht näher begründeten Weise aus,
dass die Beschwerdeführerin wegen starker Schmerzen mit
Funktionseinschränkungen des Bewegungsapparats bei der täglichen
Körperpflege sowie im Haushalt auf die Unterstützung und Hilfe ihres
Mannes angewiesen sei (Bg-act. 217). Abgesehen davon, dass – wie
oben dargelegt – die von den Familienangehörigen verlangte Mithilfe über
das im Gesundheitsfalle üblicherweise zu erwartende Mass hinausgeht,
ist nicht ersichtlich und wird auch nicht geltend gemacht, dass den
Familienangehörigen, insbesondere dem Ehemann, durch die
Hilfestellung beim Ein- und Aussteigen aus der Badewanne (bzw.
allenfalls beim Abtrocknen) genauso wie in der Haushaltsführung eine
unverhältnismässige Belastung entstehen würde.
7.5. Insgesamt ist die Beschwerdeführerin in den hier massgeblichen
Teilfunktionen der Lebensverrichtung "Körperpflege" gar nicht bzw. nicht
in erheblicher Weise auf Dritthilfe angewiesen, womit sich die Annahme
einer Hilflosigkeit in diesem Bereich verbietet.
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8. Zusammenfassend war die Beschwerdeführerin somit zum Zeitpunkt des
Erlasses der angefochtenen Verfügung nicht in mindestens zwei
alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig und in erheblicher Weise
auf die Hilfe Dritter angewiesen. Deshalb liegt keine auch nur leichte
Hilflosigkeit vor. Da eine erneute Abklärung vor Ort keine neuen
Erkenntnisse erwarten lässt, ist in antizipierter Beweiswürdigung von
weiteren Beweisvorkehren abzusehen und der rechtserhebliche
Sachverhalt als hinreichend erstellt anzusehen (vgl. BGE 136 I 229 E.5.3
m.H.). Insbesondere ist nicht ersichtlich, wie die bei der
Beschwerdeführerin bestehende hochgradige Schwerhörigkeit in den
vorgenannten Lebensverrichtungen eine Hilfsbedürftigkeit zu begründen
vermöchte.
9.1. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.
Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das
Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über Leistungen aus der
Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.--
festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein
durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in
Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.--
fest. Bei diesem Prozessausgang wird die Beschwerdeführerin
kostenpflichtig.
9.2. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).
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