Decision ID: 8178522c-c5fc-54a7-8d96-ed1ed6a587ba
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer suchte am 15. Oktober 2015 unter den Perso-
nalien B._, geboren (...), C._ beziehungsweise D._,
geboren (...), C._, in der Schweiz um Asyl nach.
Zur Begründung seines Asylgesuches machte er im Wesentlichen geltend,
er sei ein Staatsangehöriger aus C._, gehöre dem Minderheiten-
clan der E._ an und seine Mutter habe ihn – da sein Vater verstor-
ben sei – im Kindesalter nach F._ zu einem (Nennung Verwandter)
gebracht, wo er sich von der Gesellschaft verachtet und ausgeschlossen
gefühlt habe. Nach dem Tod seines (Nennung Verwandter) habe er für sich
selbst sorgen müssen, weil er von seiner (Nennung Verwandte) misshan-
delt und gezwungen worden sei, für sie zu arbeiten. Da er ein solches Le-
ben nicht mehr ertragen habe, sei er schliesslich aus F._ in die
Schweiz geflohen.
A.b Mit Verfügung vom 8. Dezember 2017 lehnte das SEM das Asylgesuch
des Beschwerdeführers ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und
ordnete deren Vollzug an. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in
Rechtskraft.
A.c Infolge der nicht glaubhaft gemachten Staatsangehörigkeit von
C._ mutierte das SEM mit Verfügung vom 8. Dezember 2017 die
Staatsangehörigkeit des Beschwerdeführers im Zentralen Migrationsinfor-
mationssystem (ZEMIS) auf "Staat unbekannt".
B.
Mit als "Asylgesuch" bezeichneter Eingabe vom 17. Dezember 2019 ge-
langte der Beschwerdeführer an das SEM, welches diese als qualifiziertes
Wiedererwägungsgesuch entgegennahm. Zur Begründung dieses Ge-
suchs verwies er auf die beigelegten Beweismittel (Aufzählung Beweismit-
tel), die belegen würden, dass er im vorherigen Asylverfahren seine effek-
tive Staatsangehörigkeit und seine Fluchtgründe aus Angst vor Repressa-
lien der djiboutischen Regierung gegenüber seiner Familie verschwiegen
respektive falsch dargestellt habe. In Tat und Wahrheit stamme er aus Dji-
bouti. Aufgrund seiner politischen Aktivitäten für die Oppositionspartei
G._ habe man ihn sowohl im Jahr (...) – dies um seinen Vater, der
ebenso bei der G._ aktiv gewesen sei, unter Druck zu setzen – als
auch im Jahr (...) jeweils (Nennung Dauer) inhaftiert. Bereits im Jahr (...)
habe er sich in Djibouti als Flüchtling von C._ registrieren lassen,
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um später die Möglichkeit zu haben, das Land zu verlassen. Nachdem man
ihn im Jahr (...) aus der Haft entlassen habe, sei er nach F._ aus-
gereist. Danach sei er einmal heimlich nach Djibouti zurückgekehrt, um
sich seine Flüchtlingskarte erneuern zu lassen. Aufgrund der drohenden
Gefahr habe er jedoch innerhalb von kurzer Zeit seine Heimat wieder ver-
lassen müssen.
Er ersuchte das SEM, es sei ihm Gelegenheit einzuräumen, zu seinen
Asylgründen mündlich Stellung zu nehmen und zu erklären, weshalb er die
Wahrheit über seine Herkunft und seine Fluchtgründe bislang verschwie-
gen habe, und weshalb er nicht in seine Heimat Djibouti zurückkehren
könne.
C.
Mit Verfügung vom 12. Februar 2020 – eröffnet am 14. Februar 2020 –
nahm das SEM die Eingabe vom 17. Dezember 2019 als qualifiziertes Wie-
dererwägungsgesuch entgegen und wies dieses ab. Es erklärte die Verfü-
gung vom 17. (recte 8.) Dezember 2017 für rechtskräftig und vollstreckbar,
änderte die Staatsangehörigkeit des Beschwerdeführers im ZEMIS auf Dji-
bouti und erhob eine Gebühr in der Höhe von Fr. 600.–. Den Antrag um
Anhörung zu den Asylgründen lehnte es ab und hielt fest, einer allfälligen
Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu.
D.
Mit Eingabe vom 16. März 2020 erhob der Beschwerdeführer gegen diesen
Entscheid Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte,
es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur erneu-
ten Abklärung und Beurteilung zurückzuweisen, eventualiter sei ihm Asyl
oder die vorläufige Aufnahme zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hin-
sicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung so-
wie um Aussetzung des Vollzugs im Sinne vorsorglicher Massnahmen für
die Dauer des Beschwerdeverfahrens.
Seiner Beschwerde lag (Nennung Beweismittel) bei.
E.
Mit Telefax vom 18. März 2020 setzte die Instruktionsrichterin gestützt auf
Art. 56 VwVG den Vollzug der Wegweisung per sofort einstweilen aus.
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Be-
handlung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM. Da Wiederer-
wägungsentscheide gemäss Lehre und Praxis grundsätzlich wie die ur-
sprüngliche Verfügung auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezo-
gen werden können, ist das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung
der vorliegenden Beschwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet
des Asyls endgültig, ausser – was vorliegend nicht der Fall ist – bei Vorlie-
gen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor dem die Beschwerde
führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG;
Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-
rung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-
reichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist
einzutreten.
1.3 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-
gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG und im Bereich
des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
1.4 Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der
Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (vgl. Art. 21
Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen
auf die Durchführung des Schriftenwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1
AsylG).
2.
Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich geregelt
(vgl. Art. 111b ff. AsylG). Gemäss Art. 111b Abs. 1 AsylG ist ein Wiederer-
wägungsgesuch dem SEM innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wieder-
erwägungsgrundes schriftlich und begründet einzureichen (Art. 111b
Abs. 1 AsylG).
In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwägungs-
gesuch die Anpassung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine
nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage (vgl.
BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Blieb – wie vorliegend der Fall – die abzu-
ändernde Verfügung unangefochten oder wurde ein Beschwerdeverfahren
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mit einem Prozessentscheid abgeschlossen, können auch Revisions-
gründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begründen (zum sog. „quali-
fizierten Wiedererwägungsgesuch“ vgl. BVGE 2013/22 E. 5.4 m.w.H.).
3.
3.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
und des Untersuchungsgrundsatzes. Diese formellen Rügen sind vorab zu
beurteilen.
Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe sein Gesuch, in
welchem er seine wahre Identität offenlege, nicht ernst genommen und ihn
nicht angehört, obwohl er die Bereitschaft geäussert habe, sich ausführlich
zu seinen Fluchtgründen zu äussern. Es erstaune wenig, dass Laieneinga-
ben nicht immer den strengen gesetzlichen Vorgaben entsprechen würden,
weshalb in solchen Fällen die Einräumung des rechtlichen Gehörs unbe-
dingt angezeigt erscheine und man von ihm zumindest eine Verbesserung
seines Wiedererwägungsgesuchs im Sinne einer Präzisierung der Verfol-
gungsvorbringen hätte verlangen sollen. Es gehe nicht an, ein Gesuch in
Unkenntnis des Sachverhalts und der Gefährdungslage einer Person mit
Verweis auf eine nicht erfüllte Mitwirkungspflicht genau dann abzuweisen,
wenn die Person ihrer Mitwirkungspflicht offensichtlich nachkomme und
sich Hinweise auf flüchtlingsrelevante Verfolgung im Heimatland ergeben
würden, mithin eine Verletzung des Refoulement-Gebots im Falle eines
Vollzugs der Wegweisung drohe.
3.2 Nach Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Ge-
hör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, anderseits
stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines
Entscheides dar. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen,
sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern und er-
hebliche Beweise beizubringen, wenn dies geeignet ist, den Entscheid zu
beeinflussen (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1, BVGE 2009/35 E. 6.4.1 mit Hin-
weisen).
Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen
Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachver-
haltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sach-
verhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind;
unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen
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Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal-
tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., 2013,
Rz. 1043).
3.3 Gemäss dem seit 1. Februar 2014 zur Anwendung kommenden Ver-
fahren für Folgegesuche soll bei Wiedererwägungs- und Asylfolgegesu-
chen (sog. Mehrfachgesuche) Art. 29 AsylG grundsätzlich nicht mehr zur
Anwendung kommen. Dementsprechend wird über Folgegesuche, so auch
das hier in Frage stehende Wiedererwägungsgesuch (vgl. Art. 111b AsylG),
grundsätzlich in einem Aktenverfahren ohne weitere Anhörung der gesuch-
stellenden Person entschieden. Damit wurden auch die formellen Anforde-
rungen an die Eingabe von Folgegesuchen geändert. Folgegesuche sollen
nur noch schriftlich und begründet eingereicht werden können. Dabei müs-
sen Folgegesuche immerhin soweit begründet sein, dass sie die Behörde
in die Lage versetzen, über das Gesuch zu entscheiden, auch ohne dass
sie die gesuchstellende Person anhört. Die solchermassen vorgenom-
mene Beschleunigung darf nicht auf Kosten der Rechtsstaatlichkeit der
Verfahren erfolgen. Das Bundesverwaltungsgericht hat in BVGE 2014/39
E. 5.5 namentlich für Mehrfachgesuche festgehalten, dass – insbesondere
bei erneuten Asylgesuchen von Personen, die zwischenzeitlich in ihr Hei-
matland zurückgekehrt sind – tatsächlich neue beachtliche Gründe für eine
Verfolgung geltend gemacht werden können, die in einer schriftlichen
(Laien-)Eingabe nicht ausführlich genug dargelegt werden können. Dabei
regelt das AsylG nicht, ob, beziehungsweise in welchen Fällen das SEM
einer ein Wiedererwägungs- oder Mehrfachgesuch stellenden Person Ge-
legenheit zur Verbesserung oder Ergänzung des Gesuchs einzuräumen
hat. Bei ungenügender Einhaltung der Formvorschriften ist daher in analo-
ger Anwendung der Regeln über die Verbesserung der Beschwerde eine
Frist nach Art. 52 VwVG einzuräumen. Ein solches Vorgehen ist auch dem
Grundsatz des Verbots des überspitzten Formalismus geschuldet und mit
Rücksicht auf die hochrangigen Rechtsgüter, welche Gegenstand des
Asylverfahrens sind, geboten (BVGE 2014/39 E. 5.5).
4.
4.1 Der Beschwerdeführer machte in seinem Wiedererwägungsgesuch
vom 17. Dezember 2019 erstmals geltend, er stamme aus Djibouti und sei
djiboutischer Staatsangehöriger. Die Vorinstanz erachtete die solchermas-
sen dargelegte und mit Originaldokumenten belegte (tatsächliche) Identität
als glaubhaft und ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass es
sich beim Beschwerdeführer um einen djiboutischen Staatsangehörigen
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handle. Sie verzichtete auf die Durchführung weiterer Instruktionsmass-
nahmen und stützte sich in ihrem Entscheid auf die – eine A4-Seite umfas-
sende – Laieneingabe des Beschwerdeführers, in welcher er in knapper
Form und hinsichtlich der neuen Asylvorbringen gar nur durch die Angabe
von Kernpunkten auf seine Probleme und die seitens der heimatlichen Be-
hörden erlittenen Verfolgungsmassnahmen hinwies.
4.2 Das Bundesverwaltungsgericht erachtet es mit Blick auf die bloss rudi-
mentär gehaltene und wenig ausführliche Laieneingabe vom 17. Dezem-
ber 2019 als nicht hinreichend erstellt, dass angesichts der erstmals dar-
gelegten – unbestrittenen – Identität des Beschwerdeführers keine neuen
beachtlichen Gründe für eine Verfolgung vorliegen. Dies gilt umso mehr,
als der – mit den Verfahrensabläufen bei einem Wiedererwägungsverfah-
ren nicht vertrauten Beschwerdeführer, der seinerseits ohne Rechtsbei-
stand sein Gesuch einreichte – in seiner fraglichen Eingabe ausdrücklich
darum ersucht hat, es sei ihm Gelegenheit zur (mündlichen) Stellung-
nahme und Erklärung seiner Asylvorbringen einzuräumen, womit er zu ver-
stehen gegeben hat, dass er seine Fluchtgründe in der Eingabe vom
17. Dezember 2019 nicht vollumfänglich geschildert hat.
Indem die Vorinstanz darauf verzichtete, dem Beschwerdeführer in analo-
ger Anwendung von Art. 52 VwVG die Möglichkeit zur Verbesserung seiner
knappen Eingabe vom 17. Dezember 2019 einzuräumen und ihn auch
nicht mündlich zu seinen rudimentär dargelegten, gänzlich neuen Asylvor-
bringen anhörte, handelte sie überspitzt formalistisch und verletzte damit
die dem Beschwerdeführer aus Art. 29 BV zustehenden Rechte. Gleichzei-
tig ist auch der rechtserhebliche Sachverhalt im Zusammenhang mit den
im Wiedererwägungsgesuch bloss angedeuteten Geschehnissen in der
tatsächlichen Heimat des Beschwerdeführers aufgrund der fehlenden wei-
teren Abklärung als nicht rechtsgenüglich erstellt zu erachten. Im Sinne des
Untersuchungsgrundsatzes hat die Behörde von Amtes wegen für die rich-
tige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu
sorgen, die für das Verfahren notwendigen Unterlagen zu beschaffen, die
rechtlich relevanten Umstände abzuklären und ordnungsgemäss darüber
Beweis zu führen (vgl. E. 3.2 vorstehend).
5.
5.1 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-
richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen
Weisungen an die Vorinstanz zurück.
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5.2 Eine Kassation und Rückweisung an die Vorinstanz ist insbesondere
angezeigt, wenn weitere Tatsachen festgestellt werden müssen und ein
umfassendes Beweisverfahren durchzuführen ist. Die in diesen Fällen feh-
lende Entscheidungsreife kann grundsätzlich zwar auch durch die Be-
schwerdeinstanz selbst hergestellt werden, wenn dies im Einzelfall aus
prozessökonomischen Gründen angebracht erscheint; sie muss dies aber
nicht (vgl. BVGE 2012/21 E. 5).
5.3 Nach dem Gesagten erweist sich eine Kassation als angezeigt. Zwar
kann auch das Bundesverwaltungsgericht einzelne Untersuchungsmass-
nahmen veranlassen und selber durchführen. Da jedoch der Sachverhalt
nicht abschliessend geklärt erscheint und weitere Untersuchungsmass-
nahmen notwendig sind, ist die Beschwerde gutzuheissen, die angefoch-
tene Verfügung aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das
SEM wird angewiesen, in geeigneter Weise die Umstände und die Gründe
der Flucht des Beschwerdeführers aus der Heimat Djibouti unter Würdi-
gung der im Beschwerdeverfahren eingereichten Unterlagen abzuklären
und neu zu beurteilen.
Bei dieser Sachlage erübrigt sich eine weitere Auseinandersetzung mit den
restlichen Vorbringen im Beschwerdeverfahren.
6.
Mit dem materiellen Entscheid in der Hauptsache wird der prozessuale An-
trag, es sei der Vollzug der Wegweisung für die Dauer des Beschwerde-
verfahrens auszusetzen, hinfällig.
Der am 18. März 2020 verfügte einstweilige Vollzugsstopp fällt mit dem
vorliegenden Urteil dahin.
7.
7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben
(Art. 63 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG), weshalb der Antrag um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Prozessführung gegenstandslos geworden ist.
7.2 Obsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Entschädigung für die
ihnen erwachsenen notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten (Art.
64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Der Rechtsvertreter hat keine Kostennote zu den
Akten gereicht. Auf die Nachforderung einer solchen kann jedoch verzich-
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tet werden, da sich im vorliegenden Verfahren der Aufwand zuverlässig ab-
schätzen lässt (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Dem Beschwerdeführer ist somit
eine Parteientschädigung zu Lasten des SEM von insgesamt Fr. 800.– zu-
zusprechen.
(Dispositiv nächste Seite)
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