Decision ID: 4a768de9-a118-4dda-b637-6c8c63372c83
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marc Hofer, Obere Bahnhofstrasse 11, Postfach
253, 9501 Wil SG 1,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Invalidenrente und Integritätsentschädigung
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war bei der B._ AG tätig und dadurch bei der Suva unfallversichert, als er
am 19. Juli 2007 von einem Baugerüst ca. drei oder vier Meter in die Tiefe stürzte (UV-
act. 1,11, 30). Im Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 20. Juli 2007 wurden die
Diagnosen eines isolierten Schädelhirntraumas (mit Kalottenfraktur rechts frontal,
Hämatosinus rechts frontal und Verdacht auf nicht dislozierte Frontobasisfraktur) sowie
von chronischen lumbalen Rückenschmerzen gestellt (UV-act. 6). Die Suva anerkannte
ihre Leistungspflicht. Nach umfangreichen stationären und ambulanten medizinischen
Behandlungen und Durchführung von Abklärungen (vgl. UV-act. 10-193) eröffnete die
Suva dem Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. M. Hofer, Wil, mit
Verfügung vom 17. Februar 2011, die Versicherungsleistungen (Heilkosten,
Taggeldleistungen) würden per 1. März 2011 eingestellt. Aus neurologischer Sicht
lägen keine Unfallfolgen mehr vor. Die Schädelfraktur sei zwischenzeitlich abgeheilt.
Eine unfallbedingte traumatische Hirnverletzung bestehe nicht. Ebenso wenig habe
eine überdauernde unfallbedingte Verletzung des Zentralnervensystems nachgewiesen
werden können. Eine organische Grundlage für die geltend gemachten
Schwindelbeschwerden, Gedächtnisstörungen und das psychiatrische Beschwerdebild
liege nicht vor. Ein chronisch posttraumatischer Kopfschmerz habe nicht diagnostiziert
werden können. Mangels Vorliegens von adäquat kausalen Unfallfolgen bestehe auch
kein Anspruch auf Invalidenrente und/oder Integritätsentschädigung. Der Hausärztin
Dr. med. C._ werde empfohlen, die von Suva-Arzt Dr. med. D._ vorgeschlagene
Medikamententherapie sowie den Arztbesuch zur Kontrolle der Laborwerte zu
veranlassen. Dies gehe jedoch nicht mehr auf Kosten der Suva (UV-act. 201).
A.b Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (UV-act. 210) wies die Suva mit
Einspracheentscheid vom 3. Juni 2011 ab (UV-act. 213). Der Krankenversicherer hatte
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eine vorsorglich erhobene Einsprache nach Akteneinsicht wieder zurückgezogen (UV-
act. 202, 206).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 3. Juni 2011 erhob Rechtsanwalt Hofer für
den Versicherten mit Eingabe vom 6. Juli 2011 Beschwerde mit den Anträgen, der
Entscheid sei aufzuheben und auf die Einstellung der Versicherungsleistungen sei zu
verzichten. Der Fall sei zur Abklärung der Ansprüche des Beschwerdeführers auf eine
Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, der
Beschwerdeführer leide aufgrund des Unfalls bis heute unter einem sog. organischen
Psychosyndrom, das sich unter anderem in chronischen starken Kopfschmerzen
äussere, sowie unter Depressionen. Die von diversen Ärzten bescheinigte Diagnose
eines psychoorganischen Syndroms nach Schädelhirntrauma bedeute nichts anderes,
als dass eine psychische Störung vorliege, welche durch eine körperliche Schädigung
(Schädelhirntrauma) verursacht worden sei. Ob diese körperliche Schädigung heute
noch sichtbar vorhanden sei oder ob die Verletzungen mittlerweile verheilt seien, habe
selbstredend keinen Einfluss auf das Vorhandensein des natürlichen
Kausalzusammenhangs. Es sei allgemein anerkannt, dass eine psychische Störung, die
durch eine körperliche Schädigung ausgelöst worden sei, auch nach deren Heilung
weiterbestehen könne. Gemäss Stellungnahme des RAD Ostschweiz vom 3. Februar
2009 leide der Beschwerdeführer an reinen Unfallfolgen. Nicht nur die natürliche
Unfallkausalität sei gegeben, sondern auch die adäquate Kausalität. Die Diagnose
eines psychoorganischen Syndroms besage, dass die psychischen Unfallfolgen auf
eine objektivierbare traumatische Gehirnschädigung zurückzuführen seien. Die
Adäquanz sei daher ohne Weiteres zu bejahen. Selbst wenn die Adäquanz nach den
Kriterien gemäss BGE 115 V 133 zu beurteilen wäre (was bestritten werde), sei sie
gegeben. Aufgrund der Umstände sei von einem schweren Unfall auszugehen. Selbst
wenn der Unfall der mittelschweren Kategorie im oberen Bereich oder gar nur der
mittelschweren Kategorie im engeren Sinn zuzuordnen wäre (was bestritten werde), sei
die Adäquanz zu bejahen. Sechs Adäquanzkriterien seien erfüllt. Nachdem der
Beschwerdeführer auch vier Jahre nach dem Unfall nicht arbeitsfähig sei, sei auch zu
prüfen, ob bzw. inwiefern er Anspruch auf eine Integritätsentschädigung habe.
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B.b In der Beschwerdeantwort vom 31. August 2011 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die
Ausführungen im angefochtenen Einspracheentscheid und legte unter anderem dar, die
Diagnose eines organischen Psychosyndroms nach Schädelhirntrauma rechtfertige
sich nur bei einem Schädeltrauma, welches schwer genug sei, um zu Bewusstlosigkeit
zu führen. Diese Voraussetzung sei vorliegend nicht erfüllt. Für die nach dem Unfall
vom 19. Juli 2007 dominant in Erscheinung getretenen psychischen Störungen des
Beschwerdeführers sei zu keinem Zeitpunkt ein objektivierbares organisches Substrat
ursächlich gewesen. Im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (1. März 2011) hätten keine
behandlungsbedürftigen psychischen Probleme mehr bestanden. Die nach dem
Ereignis vom 19. Juli 2007 in Erscheinung getretenen Schwindelbeschwerden und
Kopfschmerzen seien im Zeitpunkt der Leistungseinstellung nicht mehr organisch
erklärbar gewesen. In Bezug auf diese Beschwerden sei die adäquate Unfallkausalität
zu verneinen. Ausgehend von einem mittelschweren Ereignis im Grenzbereich zu den
leichten Unfällen sei kein einziges Adäquanzkriterium erfüllt.
B.c Mit Replik vom 7. Oktober 2011 (Einreichung weiterer Akten; act. G 8.1/19-29)
und Duplik vom 26. Oktober 2011 (act. G 11) bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.
B.d Mit Eingabe vom 2. April 2012 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
ein Schreiben des Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamtes vom 28. März 2012
(Abweisung des Gesuchs um Wiedererteilung des Führerausweises) sowie ein
verkehrsmedizinisches Gutachten inkl. verkehrspsychologischer Beurteilung vom 15.
März 2012 ein (act. G 13).

Considerations:
Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen, welche sie
für die Folgen des Unfalls vom 19. Juli 2007 ausgerichtet hatte, zu Recht auf den 1.
März 2011 einstellte. Mit der mit dem angefochtenen Entscheid (UV-act. 213)
bestätigten Verfügung vom 17. Februar 2011 verneinte die Beschwerdegegnerin den
Anspruch auf Versicherungsleistungen mit Hinweis auf die fehlende Adäquanz in
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genereller Weise und bezog auch jenen auf Rente und Integritätsentschädigung mit ein
(UV-act. 201). Der angefochtene Entscheid hat somit die Frage des Anspruchs auf
Rente und Integritätsentschädigung insofern zum Gegenstand, als mit ihm die
Verfügung vom 17. Februar 2011 vollumfänglich bestätigt wurde. In die Beurteilung mit
einzubeziehen ist der (medizinische) Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass des
angefochtenen Einspracheentscheids (3. Juni 2011) entwickelte. Allfällige spätere
gesundheitliche Veränderungen haben grundsätzlich ausser Betracht zu bleiben.
1.2 Gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts (bis 31. Dezember 2006 Eidgenös
sisches Versicherungsgericht [EVG]) kann ein nach einem versicherten Unfall neu
aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, wenn und soweit
es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von jenem Unfall herrührt
(natürliche Kausalität; BGE 115 V 133 sowie 117 V 359 und 134 V 109). Die blosse
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung des
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1; BGE 119 V 338 E. 1 und 118 V 289 E.
1b je mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen, die mit
dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen (SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Während es
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu
beurteilen, obliegt es der rechtsanwendenden Behörde, die Fragen nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang zu beurteilen (BGE 123 III 110 E. 3a). Im Bereich klar
ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen
Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild gebenden
Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen
werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE
127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit
Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist
eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu
differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw.
keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung
gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen
das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum
typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen
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zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den
Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE
115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Folgen aufgestellten Grundsätze
massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz
gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten
Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang
bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus
dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die
ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild
ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b).
2.
2.1 Im Austrittsbericht der Rehaklinik E._ vom 22. Januar 2008 hielten die dortigen
Ärzte als Diagnosen eine traumatische Hirnverletzung, Kopfschmerzen, Schwindel und
eine depressive Störung mittleren Grades fest. Zusätzlich zu den muskuloskelettal
bedingten Einschränkungen bestehe eine mittelschwere Leistungsminderung infolge
einer psychischen Störung mit Krankheitswert (UV-act. 34, 35). Am 7. April 2008 wurde
das Arbeitsverhältnis des Beschwerdeführers gekündigt (UV-act. 42). Im Bericht vom 6.
Mai 2008 bestätigte die Psychiaterin Dr. med. C._, dass der Beschwerdeführer bei ihr
seit 23. Januar 2008 in Behandlung stehe. Sie diagnostizierte eine mittelgradige
depressive Episode mit somatischem Syndrom (UV-act. 48). In einem ärztlichen Bericht
vom 4. Juli 2008 verneinte Suva-Arzt Dr. med. F._ die Fahreignung des
Beschwerdeführers aufgrund von Folgen der traumatischen Hirnverletzung (UV-act.
53). Im Austrittsbericht vom 6. August 2008 stellten die Ärzte der Klinik G._ die
Diagnose eines organischen Psychosyndroms nach Schädelhirntrauma (UV-act. 69).
Danach wurde die psychiatrische Behandlung bei Dr. H._ weitergeführt (UV-act. 70).
Der Neurochirurge Dr. med. H._ bestätigte im November 2008 unter anderem die
Diagnose eines organischen Psychosyndroms und hielt fest, dass der
Beschwerdeführer in psychiatrischer Behandlung und Kontrolle bleiben sollte (UV-act.
83). Die Psychiaterin Dr. H._ bescheinigte im Bericht vom 15. Januar 2009 eine volle
Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 86). Anlässlich einer Besprechung mit dem Suva-
Aussendienstmitarbeiter vom 1. April 2009 erklärte der Beschwerdeführer, er habe viel
Kopfschmerzen und leide unter Schwindel (UV-act. 101). Im Bericht vom 3. Juni 2009
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bestätigte der Hausarzt Dr. med. I._, Facharzt FMH Allgemeine Medizin, dass beim
Beschwerdeführer keine Arbeitsfähigkeit bestehe (UV-act. 112). Am 22. September
2009 führte die Psychiaterin Dr. H._ unter anderem aus, mit dem Beschwerdeführer
seien die psychosozialen Belastungen (Wohnsituation, Partnerschaft) ausdiskutiert
worden. Er sei auch motiviert worden, die Ergotherapie weiter in Anspruch zu nehmen,
um die kognitiven Fähigkeiten zu erhalten. Die Prognose sei schlecht. Die aktuellen
kognitiven Fähigkeiten seien mit einer neuropsychologischen Testung zu eruieren (UV-
act. 124).
2.2 In der psychiatrischen Beurteilung vom 25. Januar 2010 kam Suva-Arzt med.
pract. J._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, unter anderem zum Schluss,
als aktuelle psychiatrische Diagnosen seien ein organisches Psychosyndrom nach
Schädelhirntrauma und eine mittelgradige depressive Episode anzunehmen. Im
Einklang mit den Beurteilungen der bisherigen Untersuchungen stünden die
psychiatrische Symptomatik und die vermutete Dysregulation im Umgang mit
Schmerzen im Vordergrund. Es würden sich weitere Abklärungen (MRI des
Neurokraniums, Neuropsychologie) und Behandlungen (Versuch einer teilstationären
Behandlung in einer psychiatrischen Tagesklinik) empfehlen (UV-act. 129). Am 26.
Januar 2010 bestätigte die Psychiaterin Dr. H._ eine Verschlechterung der Antriebs-
und Stimmungslage und ein allgemeines Desinteresse trotz regelmässigen
Behandlungen (UV-act. 130). Suva-Arzt Dr. med. K._, Facharzt FMH für Ohren-,
Nasen- und Halskrankheiten schloss im Bericht vom 5. März 2010 aufgrund einer
neurootologischen Kontrolluntersuchung eine organisch strukturelle Schädigung des
Gleichgewichtsfunktionssystems mit hoher Wahrscheinlichkeit aus. Aus ORL-ärztlicher
Sicht könne ihm die frühere Tätigkeit als Hilfselektriker voll zugemutet werden. Ein
unfallbedingter Integritätsschaden bestehe aus ORL-ärztlicher Sicht nicht (UV-act.
141). Im Austrittsbericht der G._ vom 15. Juli 2010 wurde unter anderem
festgehalten, es sei ein einvernehmlicher Abschluss der tagesklinischen Behandlung
beschlossen worden; dies primär aufgrund der mangelnden Adhärenz des
Beschwerdeführers an das Behandlungsprogramm. Der Versuch regelmässiger
Teilnahme habe bei ihm zu sukzessiver Befindlichkeits- und Zustandsverschlechterung
geführt. Er sei morgens jeweils erschienen und habe sich persönlich abgemeldet
aufgrund chronischer Schmerzen. Dies sei als repetitives Misserfolgserlebnis
interpretiert worden. Die ambulante psychotherapeutische Behandlung sei
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weiterzuführen (UV-act. 173). Die Ergotherapeutin L._ berichtete am 10. Oktober
2010, dass der Beschwerdeführer Dauerkopfschmerzen und oft Schwindel habe,
wodurch die Hirnleistung vermindert sei (UV-act. 184).
2.3 Eine interdisziplinäre Untersuchung (psychiatrisch und neurologisch) vom 30.
September 2010 ergab gemäss Bericht von Suva-Arzt Dr. med. M._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 20. Oktober 2010 aus der Sicht seines
Fachbereichs unter anderem, dass die kognitiven Ausfälle nicht konsistent, sondern
abhängig von der jeweiligen Thematik seien. Unbeabsichtigt würden dem
Beschwerdeführer normale Leistungen gelingen. Seine Klagen über Schwindel,
Müdigkeit, innere Unruhe und Schlafstörung seien demnach in Anbetracht des
ansonsten relativ blanden psychischen Befunds als Anzeichen einer leichten
depressiven Episode zu werten. Es könne lediglich von einer leicht histrionisch
gefärbten Verarbeitung vorhandener Kopfschmerzen gesprochen werden. Dieses Bild
einer leichten, nicht behandlungsbedürftigen psychiatrischen Symptomatik werde
vervollständigt durch die Objektivierung seiner Medikamenteneinnahme (Verweis auf
entsprechende Darlegungen in der neurologischen Beurteilung). Angesichts der
unzuverlässigen Medikamenteneinnahme werde auch die aktuelle psychiatrische
Behandlung fragwürdig. Frau Dr. H._ habe die unergiebigen Gespräche mit dem
Beschwerdeführer auf eine unfallbedingte hirnorganische Störung und schwere
Depression mit Suizidalität bezogen. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt ergebe es keine
ausreichende Basis für therapeutische Gespräche und eine psychiatrische Behandlung.
Weder bestehe eine ausgeprägte depressive Symptomatik, für die er selber eine
regelmässige antidepressive Medikation als notwendig akzeptiere, noch ein für ihn
erwähnenswerter psychosozialer Konflikt, den er im therapeutischen Gespräch
angehen möchte (UV-act. 192). Suva-Arzt Dr. med. D._, Facharzt für Neurologie, kam
im Bericht vom 26. Oktober 2010 unter anderem zum Schluss, bei nunmehr fehlenden
objektiven Befunden erhalte die Konsistenzprüfung der Angaben des
Beschwerdeführers eine wesentliche Bedeutung. In der aktuell durchgeführten
Labordiagnostik könnten die Wirkstoffe Paracetamol und Risperidon im Serum nicht
nachgewiesen werden; die Serumkonzentration von Venlafaxin habe deutlich unterhalb
des therapeutischen Bereichs gelegen. Eine regelmässige Einnahme dieser
Medikamente sei selbst unter Berücksichtigung einer pharmakokinetischen Ursache
mit diesem Befund eher nicht vereinbar. Durch den Unfall vom 19. Juli 2007 habe sich
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der Beschwerdeführer eine Schädelfraktur und ein schmales Subduralhämatom rechts
temporal zugezogen. Das Subduralhämatom sei regelrecht resorbiert worden und die
Schädelfraktur sei ohne relevante Folgen abgeheilt. Eine traumatische Hirnverletzung
habe sich der Beschwerdeführer durch den Unfall überwiegend wahrscheinlich nicht
zugezogen. Unter Berücksichtigung des Beschwerdeverlaufs mit zunächst gut
behandelbaren akuten posttraumatischen Kopfschmerzen, der sich erst im Verlauf
entwickelnden nicht therapierbaren chronischen und invalidisierenden Kopfschmerzen,
von fehlenden objektiven neurologischen Defiziten, der aktuellen Laborbefunde und der
schwierigen psychosozialen Situation des Beschwerdeführers könne nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit ein chronischer posttraumatischer Kopfschmerz
diagnostiziert werden. Unter Berücksichtigung der festgestellten Inkonsistenzen lägen
ernstzunehmende Hinweise vor, dass die Kopfschmerzen in dem vom
Beschwerdeführer geschilderten Ausmass nicht vorliegen würden. Die
Behandlungsnotwendigkeit sei zweifelhaft. Eine Beeinträchtigung der Zumutbarkeit rein
aufgrund von Unfallfolgen könne nicht festgestellt werden. Die Voraussetzungen für
eine Integritätsentschädigung seien nicht erfüllt (UV-act. 193). Die Psychiaterin Dr.
H._ berichtete am 14. Februar 2011, beim Beschwerdeführer lägen posttraumatische
Kopfschmerzen vor. Die Hirnverletzung mit subduraler Blutung stehe in adäquatem
Kausalzusammenhang mit dem Unfall. Die Kopfschmerzen seien nur ein Symptom
eines organischen Psychosyndroms nach Schädelhirntrauma (UV-act. 200 Beilage 3).
3.
3.1 Unbestritten ist, dass die im Nachgang zum Unfallereignis vom 19. Juli 2007 beim
Beschwerdeführer aufgetretenen gesundheitlichen Probleme (insbesondere
Kopfschmerzen und psychische/neuro-psychologische Probleme) in kausalem
Zusammenhang zum erlittenen Schädelhirntrauma standen. Die Beschwerdegegnerin
erbrachte entsprechende Taggeld- und Heilungskostenleistungen während gut
dreieinhalb Jahren. Streitig und zu prüfen ist, ob beim Beschwerdeführer auch für die
Zeit danach, d.h. ab dem 1. März 2011, noch von organisch-strukturell objektiv
ausgewiesenen Unfallfolgen auszugehen ist. Von solchen kann erst dann gesprochen
werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen
bestätigt werden können (vgl. BGE 134 V 109 E. 9, 117 V 359 E. 5d/aa; SVR 2007 UV
Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Diese Untersuchungsmethoden müssen
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zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweisen; Urteil des
Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008, 8C_124/2008, mit vielen Hinweisen, sowie vom
7. Februar 2008, U 13/07, E. 3.2 und 3.3). Die Diagnose einer milden traumatischen
Hirnverletzung erfolgt aufgrund bestimmter Symptome nach kranialen Traumen und
bedeutet nicht schon, dass eine objektiv nachweisbare Funktionsstörung vorliegt.
Hierzu bedarf es einer feststellbaren intrakraniellen Läsion oder eines messbaren
Defektzustands in Form neurologischer Ausfälle (Urteil des Bundesgerichts [bis 31.
Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 29. März 2006, U
197/04, E. 3.1 mit Hinweisen auf die medizinische Literatur).
Als Kriterien für das Vorliegen einer leichten traumatischen Hirnverletzung (MTBI)
werden das Bestehen eines Bewusstseinsverlusts von maximal 30 Minuten Dauer,
eines Glasgow Coma Score (GCS) von nicht unter 13 bei Einlieferung ins Krankenhaus
und eines Gedächtnisverlusts von maximal 60 Minuten (sog. posttraumatische
Amnesie) bzw. einer Gedächtnisstörung von maximal 30 Minuten genannt. Seltene,
aber typische Komplikationen nach MTBI sind z.B. intrakranielle Blutungen; hierbei
kann es sich um intrazerebrale Blutungen oder um subdurale oder epidurale Blutungen
handeln. Die Kombination von Beschwerden, welche nach einer MTBI auftreten können
(Kopfschmerz, Benommenheit, Schwindel, Erbrechen, Koordinationsstörung der Beine,
kognitive Beeinträchtigungen, Schlafstörungen), kann als "organisches Psychosyndrom
nach Schädelhirntrauma" (F07.2) bezeichnet werden. Kopfschmerzen werden dabei als
posttraumatisch angesehen, wenn sie innerhalb von sieben Tagen nach einer MTBI
erstmalig aufgetreten sind. Hierbei entwickelten Patienten nicht selten im Rahmen einer
Analgetikatherapie der ursprünglich posttraumatischen Kopfschmerzen zusätzlich
einen Kopfschmerz, der auf Analgetika-Übergebrauch zurückzuführen ist. Auch kann
die Entwicklung einer Depression oder eine schwierige psychosoziale Situation ganz
wesentlich zum dauerhaften Schmerzerleben beitragen. Die Diagnose "organisches
Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma" kann für die Beschreibung des akuten
Beschwerdeverlaufs nach MTBI gebraucht werden, sollte aber nicht für die
Charakterisierung des Langzeitverlaufs verwendet werden (vgl. S. Johannes/R.
Schaumann-von Stosch, Grundlegende Aspekte der leichten traumatischen
Hirnverletzung, Medizinische Mitteilungen der SUVA Nr. 78 [2007], 74-77).
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3.2 Ärztlicherseits wurde beim Beschwerdeführer eine durch den Unfall vom 19. Juli
2007 bedingte Bewusstlosigkeit verneint, jedoch eine ca. zehnminütige Amnesie für
das Ereignis, ein GCS von 15, eine Kalottenfraktur, ein Hämatosinus rechts sowie ein
isoliertes Schädelhirn-Trauma und damit eine leichte traumatische Hirnverletzung
(MTBI; UV-act. 6, 10) im erwähnten Sinn bestätigt. Aufgrund eines CCT vom 24. Juli
2007 wurden eine Demarkation der rechts temporal gelegenen subduralen Blutung,
eine unveränderte Darstellung der rechtsseitigen Kalottenfraktur und eine fast
vollständige Rückbildung des Galeahämatoms und des Hämatosinus rechts bestätigt.
Weitere Abklärungen im Kantonsspital St. Gallen unmittelbar nach dem Unfall vom 19.
Juli 2007 ergaben keine Hinweise auf eine Fraktur im Beckenbereich oder auf
Wirbelkörperfrakturen im Bereich der HWS und der BWS. Ein Röntgen der LWS ergab
den Verdacht auf Fissur im Bereich LWK4 ohne Vorliegen von Instabilitätskriterien. Ein
CT der LWS zeigte ausgeprägte degenerative Veränderungen; frische Frakturen waren
nicht fassbar (UV-act. 12, 13). Eine neurologische Untersuchung vom 12. September
2007 ergab einen unauffälligen klinisch-neurologischen Befund. Im CT Neurocranium
vom 7. September 2007 war eine beginnende ossäre Konsolidation der
vorbestehenden Kalottenimpressionsfraktur mit einem im Übrigen altersentsprechend
normalen cranio-cerebralen Computertomogramm, insbesondere ohne Nachweis einer
intracraniellen Blutung oder posttraumatischer Substanzdefekte festgestellt worden. Es
wurden die Diagnosen eines posttraumatischen Kopfschmerzes und einer
posttraumatischen Schwindelsymptomatik gestellt sowie der Verdacht auf eine
posttraumatische Belastungsstörung geäussert. Vorbestehend sei das chronische
lumbovertebrale Schmerzsyndrom (UV-act. 14, 17). Aufgrund einer
neuropsychologischen Untersuchung im Kantonsspital St. Gallen vom 8. Oktober 2007
wurden unspezifische kognitive Funktionsstörungen vermerkt, welche teilweise als
nicht authentisch zu beurteilen seien. Im Vordergrund stehe eine schmerz- und
psychisch-bedingte Einschränkung der Belastbarkeit. Motivation und Antrieb seien tief
und schwankend. Es dränge sich eine Rehabilitation mit integrativer
Schmerzbehandlung und psychiatrischer Betreuung auf (UV-act. 14). Die Ärzte der
Rehaklinik E._ bestätigten hierauf am 22. Januar 2008 die traumatische
Hirnverletzung. Die neurootologische Untersuchung ergab, dass eine
Laterobasisverletzung weder klinisch noch radiologisch bestätigt werden könne. Der
Befund spreche für eine chronische Otitis media links mit entsprechender
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Schallleitungskomponente. Aktuelle Unfallfolgen würden hier nicht vorliegen. Bezüglich
des Gehörs bestünden keine Unfallfolgen. Die Befunde würden am ehesten für eine
zentrale Störung des Gleichgewichtsfunktionssystems leichten bis mittleren Grads
sprechen, obwohl sich eine periphere vestibuläre Funktionsstörung aufgrund der
aktuell erhobenen Befunde nicht abschliessend ausschliessen lasse. Diese Befunde
seien mit den Folgen des erlittenen Schädelhirn-Traumas durchaus vereinbar. Es sei
mittelfristig eine günstige Prognose gegeben. Eine abschliessende Beurteilung aus
neurootologischer Sicht sei nicht vor Ablauf von zwei Jahren nach dem Unfall
vorzunehmen. Gemäss der neuropsychologischen Beurteilung vom 9. Januar 2008
stand die depressive Problematik im Vordergrund. Sie verhindere eine kontinuierliche
Zuwendung und Leistungsbereitschaft. Die Diagnose einer hirnorganisch mitbedingten
Wesensveränderung liege etwas entfernter (UV-act. 34). Der Neurochirurge Dr. H._
hielt - wie zuvor die Ärzte der Rehaklinik E._ - im November 2008 dafür, dass das
Ausmass des organischen Psychosyndroms in der Regel zwei Jahre nach dem Unfall
als definitiv betrachtet werden könne und zu diesem Zeitpunkt zu beurteilen sei (UV-
act. 83).
Dazu ist festzuhalten, dass die Diagnose eines organischen Psychosyndroms nach
Schädelhirntrauma ein Trauma voraussetzt, welches gewöhnlich schwer genug ist, um
eine Bewusstlosigkeit herbeizuführen (vgl. Weltgesundheitsorganisation, Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, 5. A., S. 84f). Ob diese Voraussetzung - wie die
Beschwerdegegnerin in Frage stellen lässt (act. G 3. S. 3) - in Bezug auf das Ereignis
vom 19. Juli 2007 bei einem GCS von 15 gegeben ist, braucht nicht abschliessend
untersucht zu werden. Denn ausschlaggebend erscheint, dass die MRT-Abklärung des
Schädels gemäss Bericht vom 5. März 2010 - und damit gut zweieinhalb Jahre nach
dem Unfall - neben einer Neurogliazyste links und einer Schleimhautschwellung im
Mastoidbereich links eine regelrechte Darstellung der intrazerebralen Strukturen mit
Verneinung von Blutungsresiduen, Kontusionsherden und Hydrocephalus ergab (UV-
act. 138). ORL-Arzt Dr. K._ schloss im Bericht vom 5. März 2010 aufgrund einer
neurootologischen Kontrolluntersuchung eine organisch strukturelle Schädigung des
Gleichgewichtsfunktionssystems mit hoher Wahrscheinlichkeit aus. Die schwache
Reaktionsantwort in der thermischen Erregbarkeitsprüfung sei auf die Einnahme von
Antidepressiva, die der Beschwerdeführer erst zwei Tage zuvor abgesetzt habe,
zurückzuführen (UV-act. 141). Der Neurologe Dr. D._ kam im Bericht vom
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26. Oktober 2010 unter anderem zum Schluss, das (unfallbedingte) Subduralhämatom
sei regelrecht resorbiert worden und die Schädelfraktur sei ohne relevante Folgen
abgeheilt. Eine (bleibende) traumatische Hirnverletzung habe sich der
Beschwerdeführer durch den Unfall überwiegend wahrscheinlich nicht zugezogen.
Weder die neurologischen Befunde noch die Befunde der Bildgebung könnten eine
unfallbedingte überdauernde Verletzung des Zentralnervensystems nachweisen. Eine
organische Grundlage für die vom Beschwerdeführer beklagten
Schwindelbeschwerden, Gedächtnisstörungen und für ein psychiatrisches
Beschwerdebild liege nicht vor (UV-act. 193).
3.3 Aufgrund dieser Aktenlage kann beim Beschwerdeführer ein durch den Unfall
vom 19. Juli 2007 bedingter und am 1. März 2011 nach wie vor bestehender bzw. nicht
ausgeheilter hirnorganischer (struktureller) Schaden nicht als überwiegend
wahrscheinlich nachgewiesen gelten. Etwas anderes lässt sich auch dem
verkehrsmedizinischen Gutachten vom 15. März 2012 (act. G 13.1 Beilage) nicht
entnehmen. Ebenfalls ist ein klar fassbares organisch/somatisches Korrelat des
Kopfschmerzes - auch durch den Bericht des neurologischen Zentrums Gossau vom
20. September 2011, wo im Ergebnis ein Status nach Schädelhirntrauma und/oder
einer psychiatrischen Erkrankung bestätigt wurde (act. G 8.1/19) - nicht ausgewiesen
(vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts vom 25. Juli 2007, U 328/06, E. 7.2, und vom 9.
April 2009, 8C_889/2008, E. 3.3.2.2). Im Weiteren gibt es zwar Fälle, in denen bei sonst
unauffälligen Untersuchungsbefunden neuropsychologische Abklärungen
Hirnleistungsstörungen aufzeigen können und der neuropsychologische Befund der
einzig verlässliche Parameter ist (BGE 117 V 378 E. 3d). Sodann kann der
neuropsychologischen Diagnostik bei eindeutigem, nicht diffusem Befund - im Rahmen
einer neurologischen Gesamtwürdigung - nach der Rechtsprechung auch bei der
Kausalitätsbeurteilung ein Aussagewert zukommen (BGE 119 V 343 E. 3c). Hingegen
vermag es die Neuropsychologie nicht, selbständig die Beurteilung der Genese
abschliessend vorzunehmen (RKUV 2000, 316 E. 3). NachB.P. Radanov (Über den
Stellenwert der neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-Distorsion,
SZS 1996, S. 471 ff) sind psychologische Probleme (und die eingenommenen
Medikamente) geeignet, die kognitiven Leistungen negativ zu beeinflussen (S. 477).
Psychologische Probleme bzw. die Interrelation psychologischer und kognitiver
Funktionen könnten die reduzierte Leistungsfähigkeit mit erklären (S. 475). Aufgrund
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der in E. 3.2 dargelegten medizinischen Akten (vgl. insbesondere UV-act. 14, 34, 192)
sowie des Berichts des neurologischen Zentrums Gossau vom 20. September 2011
(act. G 8.1/19 S. 5) und des verkehrsmedizinischen Gutachtens vom 15. März 2012
(act. G 13.1 Beilage) ist von einer Beeinflussung/Überlagerung der kognitiven
Funktionen beim Beschwerdeführer durch den psychischen Befund auszugehen, womit
die neuropsychologischen Einschränkungen eine vielschichtige Ursache aufweisen.
Damit können auch neuropsychologische Unfall-Restfolgen im Sinn eines
selbständigen, klar abgrenzbaren Befunds nicht als nachgewiesen gelten (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 25. April 2007, U 321/06, E. 4.1). Dass der Suva-Psychiater
med. pract. J._ im Bericht vom 25. Januar 2010 erneut die Vornahme von
neuropsychologischen Abklärungen vorschlug, ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass
dieser Arzt die somatische Situation damals (d.h. vor Erstellung von UV-act. 138 und
141) als nicht restlos geklärt erachtete. Er hielt jedoch ausdrücklich fest, dass eine
erneute neuropsychologische Untersuchung keine neuen Erkenntnisse bezüglich
Organizität bringen und auch kaum Relevanz für die Therapieplanung haben werde
(UV-act. 129). Bereits in der Beurteilung vom 7. November 2008 hatte Suva-Psychiater
Dr. med. N._ festgehalten, eine weitere neuropsychologische Untersuchung sei nicht
sinnvoll. Er begründete dies nachvollziehbar mit Hinweis auf die bislang
unbefriedigenden Behandlungsresultate und die von Dr. H._ dargelegte
psychiatrische Situation (UV-act. 80). Letztere blieb zwischenzeitlich soweit ersichtlich
unverändert (vgl. Berichte Dr. H._ vom 3. Februar und 4. Oktober 2011; act. G 8.1/21
und 24). Hieraus liesse sich somit die Notwendigkeit einer erneuten
neuropsychologischen Abklärung nicht begründen. Was die unterschiedliche
diagnostische Einordnung des psychischen Gesundheitsschadens durch Dr. H._ und
Dr. M._ betrifft (vgl. dazu Kritik im Bericht von Dr. H._ vom 3. Februar 2011; act. G
8.1/24), ist festzuhalten, dass die psychiatrische Diagnosestellung allein - bei
unbestritten vorliegenden psychischen Einschränkungen - die hier streitigen Fragen
nicht zu entscheiden vermag und daher nicht abschliessend geklärt zu werden braucht.
Auch den Berichten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kann
rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie - wie vorliegend
die Berichte der Suva-Fachärzte Dres. N._ und D._ - als schlüssig erscheinen,
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien
gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee mit Hinweis; Urteil des
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Bundesgerichts vom 3. Oktober 2008, 8C_510/2007, E. 7.5.4). Zusätzliche (neue)
Aspekte ergeben sich auch aus den Berichten des neurologischen Zentrums Gossau
vom 20. September 2011 und von Dr. C._ vom 4. Oktober 2011 (act. G 8.1/19 und
21) nicht. Der Umstand, dass dem Beschwerdeführer in einem Bericht vom 4. Juli 2008
die Fahreignung aufgrund von Feststellungen anlässlich des Aufenthalts in der
Rehaklinik E._ von Anfang 2008 abgesprochen (UV-act. 53) und dies gestützt auf
eine verkehrsmedizinische Begutachtung am 28. März 2012 bestätigt wurde (act. G
13.1), vermag die auf den 1. März 2011 angenommene Abheilung der organisch-
somatischen Unfallfolgen nicht in Frage zu stellen, zumal eine Fahreignung auch aus
psychischen/neuropsychologischen Gründen nicht mehr gegeben sein kann. Für
weitere medizinische (organisch/somatische) Abklärungen bzw. für die Anordnung
eines gerichtlichen Gutachtens fehlt es an einem konkreten Anlass. Kopfschmerzen,
neuropsychologische Einschränkungen wie auch diejenigen psychischer Art (vgl. dazu
unter anderem act. G 8.1/19) können hingegen Teil des typischen Beschwerdebilds
nach Schädelhirn-Trauma bilden (dazu nachstehend).
4.
4.1 Ist ein Schleudertrauma der HWS oder eine äquivalente Verletzung (unter
anderem Status nach leichter traumatischer Hirnverletzung) diagnostiziert und liegt -
bezogen auf diese Diagnose - kein fassbarer organischer (unfallbedingter) Befund vor,
muss für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit
einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel,
Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und
Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.
gegeben sein (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e; Bestätigung in
BGE 134 V 109 E. 9). Nach Lage der Akten traten in der Zeit nach dem Unfall vom 19.
Juli 2007 beim Beschwerdeführer Kopfschmerzen auf. Im Weiteren wurden als
Beschwerdesymptome Übelkeit und Schwindel sowie eine psychisch/kognitiv bedingte
Einschränkung der Belastbarkeit vermerkt (UV-act. 12, 14, 15, 34). Insgesamt lag ein
typisches Beschwerdebild nach leichtem Schädelhirntrauma vor. Die
Beschwerdegegnerin ging im Resultat von einem unfallkausalen Beschwerdebild aus,
indem sie ihre Leistungspflicht anerkannte und Leistungen bis Ende Februar 2011
erbrachte.
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4.2 Auch bei Vorliegen einer schleudertraumaähnlichen Verletzung
(Schädelhirntrauma) steht der Nachweis offen, dass es sich bei den nach einem Unfall
aufgetretenen psychischen Störungen nicht um eine unfallkausale psychische
Beeinträchtigung handelt (RKUV 2001, 79) oder dass eine ausgeprägte psychische
Problematik ganz im Vordergrund steht (RKUV 1999, 407 E. 3b). Sodann ist - wie in
den vorerwähnten Fällen - dort, wo keine mit dem Schädelhirntrauma in engem
Zusammenhang stehende psychische Problematik, sondern eine selbständige
sekundäre Gesundheitsschädigung vorliegt, die Adäquanzbeurteilung auch dann nach
BGE 115 V 133 vorzunehmen, wenn das psychische Beschwerdebild die körperlichen
Beschwerden nicht eindeutig in den Hintergrund gedrängt hat (Urteil des EVG vom 23.
Mai 2006, U 5/06, E. 3.2.2 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 17.
Oktober 2008, 8C_124/2008, E. 7.2, mit welchem der st. gallische Entscheid vom
20. Dezember 2007, UV 2007/24, bestätigt wurde).
Rund zwei Monate nach dem Unfall wurde in einem neuropsychologischen Bericht des
Kantonsspitals St. Gallen - bei unauffälligem neurologischem Status, ohne Nachweis
posttraumatischer Substanzdefekte sowie unspezifischen, teilweise als nicht
authentisch beurteilten kognitiven Störungen - eine im Vordergrund stehende schmerz-
und psychisch bedingte Einschränkung der Belastbarkeit vermerkt (UV-act. 14, 17).
Dies bestätigte sich anlässlich des Aufenthalts des Beschwerdeführers in der
Rehaklinik E._ im Dezember 2007/Januar 2008 (UV-act. 34, 35) sowie in den
Berichten von Dr. H._ vom Mai und September 2008 (UV-act. 48, 70), der Klinik
G._ vom August 2008 (UV-act. 69) und in der Beurteilung von Suva-Psychiater Dr.
med. N._ vom 7. November 2008 (UV-act. 80). In einem Bericht vom 22. September
2009 verwies Dr. H._ auf Partnerschaftsprobleme und Schwierigkeiten bei der
Wohnsituation (UV-act. 124). Med. pract. J._ bestätigte sodann im Januar 2010 eine
im Vordergrund stehende psychiatrische Symptomatik (UV-act. 129). Ein somatisch/
hirnorganischer Hintergrund der Beschwerden liess sich wie erwähnt anlässlich der
erneuten Abklärungen vom März und Oktober 2010 (UV-act. 138, 141, 193) nicht
verifizieren. Die Arbeitsfähigkeitseinschränkung hatten die Ärzte der Rehaklinik E._
und Dr. H._ ausschliesslich mit dem (teilweise unfallkausalen) psychiatrischen Befund
begründet (UV-act. 34, 86). Bei der geschilderten Aktenlage ist überwiegend
wahrscheinlich davon auszugehen, dass jedenfalls seit der Beurteilung in der
Rehaklinik E._ Anfang 2009 eine psychische Problematik ganz im Vordergrund stand
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und allfällige somatische Aspekte überdeckte. Hieran vermag der Umstand, dass das
Unfallereignis unter Umständen auch nach dem 1. März 2011 als natürlich kausaler
Teil-Faktor für das Weiterbestehen der Symptomatik angesehen werden muss, nichts
zu ändern. Die ärztliche Anerkennung der (natürlichen) Unfall-Teilkausalität des
psychischen Beschwerdebilds sagt für sich allein nichts über die Art der Prüfung des
adäquaten Kausalzusammenhangs aus und ermöglicht auch nicht den Verzicht auf
eine gesonderte Adäquanzprüfung. Unter den dargelegten Umständen ist die
Beurteilung praxisgemäss unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung
nach Unfall vorzunehmen (BGE 123 V 98 E. 2a mit Hinweisen). Hiervon geht auch der
Beschwerdeführer aus (act. G 1 S. 7). Die Rechtsprechung, wonach bei der Prüfung
der adäquaten Kausalität zwischen psychisch und physisch bedingten Beschwerden
nicht unterschieden wird (RKUV 1999, 407 E. 3b), kommt dabei nicht zur Anwendung.
4.3 Der Psychiater Dr. N._ hielt im Bericht vom 7. November 2008 fest, nachdem
die Passivität des Beschwerdeführers in der Behandlung in Littenheid ein
Behandlungshindernis gewesen sei, indem er kaum etwas vorgebracht habe, wofür er
sich habe einsetzen wollen, sei zu befürchten, dass eine Behandlung weiterhin nicht
gelingen könne, wenn der Beschwerdeführer nicht selbst ein realisierbares Ziel vorgebe
(UV-act. 80). Der Hausarzt Dr. I._ bestätigte am 14. Dezember 2009, dass unter
physikalischer Therapie sowie Psychotherapie keine Besserung eingetreten sei (UV-
act. 126). Der Psychiater med. pract. J._ äusserte am 25. Januar 2010 die
Auffassung, dass bei aktuell mangelnder Motivation bzw. erfolglosem
Behandlungsverlauf sich eine Neurorehabilitation, eine stationäre Rehabilitation in E._
und ein beruflicher Wiedereingliederungsversuch erübrigen würden (UV-act. 129).
Weitere Behandlungsversuche in der Klinik G._, wie sie von Med. pract. J._
vorgeschlagen worden waren (UV-act. 129 S. 7), wurden Mitte 2010 ohne Ergebnis
abgebrochen (UV-act. 173; vgl. auch UV-act. 192). Gestützt auf diese Aktenlage ist
davon auszugehen, dass seit 2010 keine unfallbedingte Behandlungsbedürftigkeit mit
Aussicht auf eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands mehr vorlag und
die Therapien (bei unsicherem Behandlungserfolg) im Wesentlichen zur
Aufrechterhaltung des Gesundheitszustands bzw. zur Schmerzlinderung vorgeschlagen
wurden. Eine andere Schlussfolgerung lässt sich auch dem verkehrsmedizinischen
Gutachten vom 15. März 2012 nicht entnehmen (vgl. act. G 13.1 Beilage S. 9). Der
Abschluss des Falls durch den Unfallversicherer im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG
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bedingt lediglich, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine namhafte
Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine
ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4.
November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2.). Es genügt für eine weiterdauernde
Übernahme der Behandlungskosten nicht, dass eine Therapie lediglich eine
unbedeutende Besserung erhoffen lässt oder dass für eine namhafte Besserung nur
eine weit entfernte Möglichkeit besteht (A. Maurer, Unfallversicherungsrecht, 2. A.,
Bern 1989, 274). Von einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands kann auch
dann nicht gesprochen werden, wenn eine therapeutische Massnahme mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nur die sich aus einem stationären
Gesundheitsschaden ergebenden Beschwerden für eine begrenzte Zeit zu lindern
vermag (RKUV 2005, 388). Für die Bejahung eines medizinischen Endzustands wird
keine vollständige Schmerzfreiheit vorausgesetzt (vgl. Rumo-Jungo, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 3. A., S. 145). Die Beschwerdegegnerin nahm somit auf
das verfügte Einstelldatum zu Recht den Fallabschluss im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG
- als Voraussetzung für die Adäquanzprüfung (BGE 134 V 109) - an, wie auch der
Beschwerdeführer nicht in Abrede stellt.
5.
5.1 Nach Lage der Akten stürzte der Beschwerdeführer am 19. Juli 2007 von einem
Baugerüst vom zweiten Obergeschoss eines sich im Bau befindlichen Hauses ca. drei
Meter in die Tiefe auf den Balkonboden im ersten Obergeschoss (UV-act. 1, 11, 30;
act. G 8.1/27), wodurch er sich ein Schädelhirntrauma zuzog. Eine Bewusstlosigkeit
wurde verneint; jedoch ist eine ca. zehnminütige Amnesie für das Ereignis vermerkt
(UV-act. 6, 10). Nach Abheilung der somatischen Unfallfolgen (Kalottenfraktur,
Rückbildung des Galeahämatoms und des Hämatosinus; UV-act. 12) verblieben im
Wesentlichen Kopfschmerzen, Schwindel, kognitive Störungen und psychische
Beschwerden (vgl. UV-act. 34). Der in Frage stehende Unfall kann nicht als
ausserordentlich schweres, lebensbedrohliches Geschehen im Sinn der Praxis
(dargestellt in RKUV 1995 Nr. U 215 S. 91) eingestuft werden (vgl. auch Urteil des EVG
vom 13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.3). Allein der vom Beschwerdeführer geltend
gemachte Umstand, dass in den Akten zum Teil von einer schweren Gehirnverletzung
die Rede ist (vgl. act. G 1 S. 7 mit Hinweisen), macht das Ereignis noch nicht zu einem
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schweren Unfall im Sinn der Praxis, zumal die konkreten Gegebenheiten klar für eine
MTBI, d.h. für eine leichte traumatische Hirnverletzung sprechen (vgl. vorstehende E.
3.2). Zu prüfen ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise, ob der Unfall
eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren Bereich
gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu den leichten oder
schweren Unfällen erfolgt. Massgebend sind der augenfällige Geschehensablauf mit
den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch Folgen des Unfalles oder
Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können.
Derartigen dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzuordnenden Faktoren ist
gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für die -
ein eigenes Kriterium bildenden - Verletzungen, welche sich die versicherte Person
zuzieht, aber auch für - unter dem Gesichtspunkt der besonders dramatischen
Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfende - äussere
Umstände (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. Februar 2009, 8C_799/2008, E.
3.2.1). Die Unterscheidung zwischen mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den
schweren Unfällen und solchen im mittleren Bereich ist insofern von Bedeutung, als bei
Unfällen im mittelschweren Bereich nach der Praxis mehrere Zusatzkriterien erfüllt sein
müssen, um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die Zahl um so geringer sein
kann, je näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt (vgl. dazu BGE 115 V 133
E. 6c/bb). Dem vom Beschwerdeführer zitierten Urteil vom 23. April 2007, U 502/06,
liegt ein Sachverhalt zugrunde, der sich mit dem vorliegenden Unfallereignis nicht
vergleichen lässt. Die dortige Versicherte wurde bei hoher Geschwindigkeit aus einem
sich mehrfach überschlagenen Auto hinaus auf die Gegenfahrbahn geschleudert und
erlitt dadurch gravierende Verletzungen (vgl. Urteil, a.a.O., E. 3.2.2). Es scheint konkret
gerechtfertigt, von einem mittelschweren Unfall im eigentlichen Sinn, d.h. nicht im
Grenzbereich zu den schweren oder den leichten Ereignissen, auszugehen (vgl. dazu
Urteil des EVG vom 12. August 2004, U 191/04, E. 5.1; RKUV 1998 Nr. U 307 S. 449 E.
3a). Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre somit zu bejahen, wenn ein
einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter
Weise vorliegt oder die zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender
Weise gegeben sind (BGE 117 V 359 E. 6b). Von besonders dramatischen
Begleitumständen oder einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls vom 19. Juli
2007 kann nicht gesprochen werden. Wenn der Beschwerdeführer eine zehnminütige
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Amnesie (Erinnerungslücke) für das Ereignis bestätigte (vgl. dazu auch Urteil des
Bundesgerichts vom 1. Juni 2011, 8C_100/2011, E. 3.5.1), so dürfte es sich bei der
nunmehr geltend gemachten Todesangst während des Sturzes (act. G 1 S. 9) um eine
im Nachhinein aufgetretene Empfindung handeln. Nachträgliche subjektive
Angstgefühle allein vermögen dieses Kriterium jedoch nicht zu erfüllen. Der
unfallbedingte somatisch-körperliche Gesundheitsschaden war nicht unerheblich.
Hingegen sind eine besondere Schwere der für Schädel-Hirn-Traumen typischen
Beschwerden oder besondere Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflusst
haben könnten, nicht ersichtlich. Solche Gegebenheiten sind auch durch das
allgemeine Vorbringen, wonach ein offenes Schädelhirn-Trauma allgemein als schwere
Verletzung gelte, die ohne Weiteres den Tod oder schwere bleibende Schädigungen
nach sich ziehen könne (act. G 1 S. 9), nicht zureichend dargetan.
5.2. Von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung kann bezüglich
der somatischen Verletzungen nicht gesprochen werden. Die sicht- und bildgebend
nachweisbaren Verletzungen heilten innert weniger Monate ab (vgl. UV-act. 14, 17 und
193 S. 15f). Die späteren ärztlichen Bemühungen führten im Wesentlichen zur
Feststellung von psychischen Befunden und unfallfremden gesundheitlichen und
sozialen Problemen (UV-act. 34). Medizinische Abklärungsmassnahmen und ärztliche
Kontrollen stellen keine ärztliche Behandlung dar und haben daher in diesem
Zusammenhang ausser Betracht zu bleiben (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3.
August 2009, 8C_249/2009, E. 8.4). Sodann lagen - aus somatischer Sicht - weder ein
schwieriger Heilungsverlauf noch erhebliche Komplikationen oder eine die Unfallfolgen
erheblich verschlechternde ärztliche Behandlung vor. Hierzu bedürfte es besonderer
Gründe, welche die Genesung (unfallbedingt) beeinträchtigt oder verzögert haben
(Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, U 56/07, E. 6.6). Solche Umstände
sind konkret nicht gegeben und insbesondere auch aus dem Bericht vom Dr. I._ vom
23. September 2011 (act. G 8.1/29) nicht ersichtlich. Aus der ärztlichen Behandlung
und den erheblichen Beschwerden, welche im Rahmen der spezifischen
Adäquanzkriterien zu berücksichtigen sind, darf nicht auf einen schwierigen
Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Die
Einnahme vieler Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien etwa
genügen ebenso wenig zur Bejahung dieses Kriteriums wie der Umstand, dass trotz
regelmässiger Therapien weder eine Beschwerdebesserung noch eine (vollständige)
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Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht werden konnten (Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Juni 2010, 8C_321/2010, E. 5.2.3). Soweit aus den ärztlichen
Berichten ab 2009 eine Arbeitsunfähigkeit hervorgeht, ergingen diese Einschätzungen
im Wesentlichen unter Berücksichtigung der psychischen Beschwerden (UV-act. 86,
112; act. G 8.1/23), die vorliegend ausser Acht bleiben müssen. Nachdem das
Schmerzempfinden (insbesondere Kopfschmerzen) erheblich durch die psychischen
Gegebenheiten beeinflusst war, kann das Kriterium von körperlichen Dauerschmerzen -
in geringer Ausprägung - unter der Annahme bejaht werden, dass es sich bei den
Kopfschmerzen des Beschwerdeführers (vgl. act. G 1.1/18 und G 8.1/19) auch ohne
eindeutige organische Ursache um körperliche Schmerzen handelt (vgl. das
Beschwerdeführer zitierte Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2007, U 502/06, E.
3.3.2). Unter diesen Umständen muss der adäquate Kausalzusammenhang zwischen
dem Unfall und den psychischen Beschwerden - bei Erfüllung eines einzelnen
Adäquanzkriteriums - verneint werden
6.
Der ORL-Arzt Dr. K._ und der Neurologe Dr. D._ verneinten sowohl eine
somatisch-organisch bedingte Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit des
Beschwerdeführers als auch einen Integritätsschaden (vgl. UV-act. 141, 193).
Anderslautende ärztliche Einschätzungen werden vom Beschwerdeführer weder
geltend gemacht noch finden sich solche in den Akten. Aus dem Umstand des
gesundheitsbedingten Führerausweisentzugs lässt sich für sich allein entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers (act. G 13 S. 2) noch keine Arbeitsunfähigkeit
ableiten. Bei Fehlen einer unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit aus somatischer Sicht - die psychische (nicht organische) Einschränkung fällt
wie dargelegt als nicht unfallkausal ausser Betracht - sowie eines unfallbedingten
Integritätsschadens kann zum vornherein kein Unfallrentenanspruch im Sinn von Art.
18 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 7 und 16 ATSG oder eine
Integritätsentschädigung im Sinn von Art. 24 UVG zur Diskussion stehen.
7.
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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 3. Juni 2011 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP