Decision ID: 25019b26-c043-43cf-8778-e99b085427f8
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961,
geschieden,
Mutter von zwei Söhnen (Jahrgänge 1985 und 1991), war seit dem 1. Januar 2009 bei der Landeskirche
Y._
des Kantons Zürich als Pfarrerin
(
7
0 %)
sowie Spitalseelsorgerin
(30 %)
tätig (Urk. 12/4/1-2
,
Urk.
12/5/6
,
Urk.
12/13/1
; vgl. auch
Urk.
12/87
). Unter Hinweis auf eine Depression meldete sie sich am 13. April 2016 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 12/5
/6
). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die
medizinische
n
und die
erwerbliche
n Verhältnisse
ab
und
zog
wiederholt
Akten der Krankentaggeldver
sicherung (Urk. 12/13/1-16
, Urk. 12/32/1-3, Urk. 12/33/1-20, Urk. 12/101/1-62
)
sowie der Vorsorge
-
einrichtung
(Urk. 12/30/1-8, Urk. 12/99/1-9) bei
. Zudem holte sie eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) ein (Urk. 12/104/12-14)
.
Mit Mitteilung
en
vom 1
6.
März
und
4.
September
2017 gewährte die IV-Stelle Kostengutsprache für Integrationsmassnahmen beim Arbeitgeber (
Urk.
12/44
,
Urk.
12/59
)
, welche
wegen
eines Lagerungsschwindels (
Urk.
12/66) Ende 2017 abgebrochen werden mussten (
Urk.
12/71;
Urk.
12/74).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 12/105-109) verneinte die
IV-Stelle mit Verfügung vom 21. Mai 2019
einen Rentenanspruch
(Urk. 12/110 = Urk. 2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 21. Juni 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom 21. Mai 2019 und beantragte, es sei diese aufzuheben und
es seien
ihr die ihr zustehenden Leistungen aus dem
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG)
zuzusprechen. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten einzuholen.
Subeven
tualiter
sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung des Sachverhalts, insbe
sondere zwecks externer fachärztlicher Begutachtung, an die IV-Stelle zurückzu
weisen. Zudem ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2).
Am 1
1.
Juli 2019
reichte sie
einen Arztbericht nach
(Urk. 9
-
10).
Die IV-Stelle ersuchte mit Beschwerdeantwort vom
7. August 2019 (Urk. 11) um Abweisung der Beschwerde.
M
it
V
erfügung vom
14. August 2019 (Urk. 13) wurde
das
Gesuch
der Beschwerdeführerin
um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung abgewiesen
.
Am 22. August 2019 (Urk. 15) verzichtete die Beschwerde
gegnerin auf eine Stellungnahme
zu
m
nach
gereichten
Arztbericht
, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 30. September 2019 zur Kennt
nis gebracht wurde (Urk. 16).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrech
ts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1
ATSG
). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wie
der herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mit
telgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281
E.
2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409
E.
4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1
.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E.
4.7).
Den vom Krankentaggeldversicherer nicht im gesetzlich vorgesehenen Verfahren nach
Art.
44 ATSG eingeholten Gutachten kommt der Beweiswert versicherungs
interner ärztlicher Feststellungen zu (Urteil des Bundesgerichts 8C_71/2016 vom
1.
Juli 2016 E. 5.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich in ihrer leistungsabweisenden Verfügung
(Urk. 2)
im Wesentlichen auf den Standpunkt,
die Beschwerdeführerin sei in ihrer Tätigkeit als Pfarrerin und Seelsorgerin aufgrund ihrer psychischen Erkrankung eingeschränkt gewesen. Als Gründe für die Erkrankung sei in verschiedenen Berichten von unangenehmen Vorfällen in der Ehe berichtet worden, welche sie nic
ht habe erläutern wollen.
Eine dauerhafte Erkrankung sei daraus nicht abzu
leiten.
Es sei davon auszugehen
, dass psychosoziale Faktoren
ihre
Arbeitsfähig
keit einschränken würden. Da die depressive Erkrankung abgeklungen sei,
ent
stehe kein Anspruch auf eine
Invalidenr
ente
(S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin
brachte dagegen vor
(Urk. 1),
es bestünden erhebliche Zweifel am Gutachten von Dr. med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie
,
beziehungsweise
an
der darauf basierenden Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Daher könne nicht auf
diese abgestellt werden (S. 6 f.
).
Die durch Dr.
Z._
aufgestellte Prognose zur Arbeitsfähigkeit sei aufgrund aktueller Arztberichte unrealistisch. Die tatsächliche Arbeitsfähigkeit sei genauer abzuklären (S. 7 f.)
.
Die Einschätzung des RAD
-Arztes
zur Steigerung der Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
sei medizinisch nicht begründet, widerspreche dem Gut
achten von Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und bedürfe daher weiterer Abklärung
en
(S. 8). Die Ansicht der Beschwerdegegnerin, dass psychosoziale Faktoren die Arbeitsfähigkeit einschränken würden, sei ange
sichts der Aktenlage unhaltbar. Insbesondere werde in keiner ärztlichen Beurtei
lung das Vorliegen einer verselbständigten psychischen Erkrankung angezweifelt (S. 9).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat und die Beschwerdegegnerin ihrer Untersuchungs
pflicht nachgekommen ist.
3.
3.
1
3.1.1
Aufgrund einer
Anfang 2016 aufgetretenen
Depression mit 100%iger Arbeitsun
fähigkeit seit
5.
Januar 2016 (Bericht von Hausarzt Dr. med.
C._
, Facharzt Allgemeine Medizin, vom
9.
Mai 2016;
Urk.
12
/16/1)
begab sich
die Beschwer
deführerin
am 1
6.
Januar 2016 in
psychotherapeutische Behandlung zu
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (
Bericht vom 16. Januar 2017;
Urk.
12/32/2).
Dieser
überwies sie zur stationären Behandlung vom
5.
April bis 1
0.
Juni 2016 ins Sanatorium
E._
.
Im Bericht vom 1
5.
Juni 2016 diagnostizierten die Fachleute des Sanatoriums eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (
ICD-10 F33.2;
Urk.
12/18/1).
3.1.2
Dr.
med.
F._
, Psychiatrie und
Psychotherapie,
sprach
im auf Veranlassung des Krankentaggeldversicherers
am
2
0.
November
2016
erstatteten Gutachten
von einem
kaum verlässlich
zu beurteilenden
leicht- bis mittelgradige
n
depressive
n
Zustandsbild
(ICD-10 F 32.0/1)
und
einer histrionisch- und wohl auch
abhängig
-akzentuierten
Persönlichkeit
(ICD-10 Z73.1), möglicherweise entsprechend einer
kombinierte
n
Persönlichkeitsstörung
(ICD-10 F61.0;
Urk.
12/33/2).
Er empfahl eine neuerliche stationäre Behandlung und bescheinigte
(nur)
für deren Dauer eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Urk.
12/33/18).
3.1.3
Demgegenüber erga
b
d
ie
praktisch zeitgleich durchgeführte
vertrauensärztliche Untersuchung durch
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiat
r
ie, zu
Handen
der Vorsorgeeinrichtung
am 25.
November 2016 eine
Agorapho
bie
mit Panikstörung
im Rahmen einer depressiven Störung, aktuell mittelgradige
depressive Episode
mit somatische
m
Syndrom
.
Der Vertrauensarzt
attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für alle Tätigkeiten
(
Urk.
12/30/
6-7
).
3.1.4
Nachdem
Dr.
C._
am 1
0.
Februar 2017
von einer Zustandsverbesserung berichtet und eine Wiederaufnahme der Tätigkeit als Klinikseelsorgerin
im Umfang von anfänglich 20
%
als zumutbar erachtet hatte (
Urk.
12/34/3-
4
)
, leitete die Beschwerdegegnerin mit Mitt
eilung vom
1
6.
März 2017 Integ
rationsmassnah
men beim bisherigen Arbeitgeber ein (
Urk.
12/44
; Verlängerung am
4.
September 2017,
Urk.
12/59
).
Diese wurden bei erneut vollständiger Arbeitsunfähigkeit
ab
1
1.
Dezember 2017 unter anderem wegen eines neu aufgetretenen Lagerungs
schwindels (
Urk.
12/66)
am 1
2.
Januar 2018 beendet (
Urk.
12/71
,
Urk.
12/74,
Urk.
12/75-76
).
3.1.
5
Vom 1
0.
Januar bis
7.
Februar 2018 und vom 2
8.
Februar bis 2
8.
März 2018 war die Beschwerdeführerin in der
Klinik
G._
hospitalisiert zur Traumathera
pie, die zu einer Stabilisierung führte (Austrittsberichte vom 13.
Februar und 1
0.
April 2018;
Urk.
12/83-84). Im Bericht vom 1
0.
April 2018 wurden
aus
psy
chiatrischer
S
icht
folgende Diagnosen genannt (
Urk.
12/84/1):
-
komplexe posttraumatische Belastungsstörung
(PTBS)
mit dissoziativen Symptomen (ICD-10 F43.1)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mitte
lgradige Episode (ICD-10 F33.2)
In somatischer Hinsicht wurden eine hypertensive
Herzkrankheit
, eine Hypothy
reose, ein Lagerungsschwindel, eine Migräne mit Aura und eine Fibromyalgie erwähnt.
Als Symptome
der Depression und
der PTBS wurden ein verringerter Antrieb, Existenzängste sowie psychosomatische Symptome und solche im Bereich Ver
meidung, Wiedererleben, Anpassung, niedriges Selbstwertgefühl, Gefühlsvermei
dung und -überflutung, Wiedererleben, Anspannung und starke Schlafstörungen
beschrieben
. Die Beschwerdeführerin nehme sich in den Kontakten zu den ande
ren stark zurück und lege den Fokus darauf, für andere da zu sein. Stark ausge
prägt seien dysfunktionale Kognitionen, wodurch eine chronische Überlastung erklärbar werde
. Die Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt sei zu för
dern
(
Urk.
12/84/4).
3.
2
.
Dr.
Z._
nannte
in seinem Gutachten vom 3. Juli 2018 zuhanden der Kran
kentaggeldversicherung (Urk. 12/101/12-45)
als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 12/101/43)
eine r
ezidivierende depressive Störung, geg
enwärtig teilremittiert (ICD
-
10
F33.8)
.
Dazu
führte
er
aus
,
es best
ünden einige Hinweise auf eine
PTBS
(ICD-10 F
43.1).
In einer Sitzung der Maltherapie während der stationären psychiatrischen Behandlung im Sanatorium
E._
sei die Beschwerdeführerin verstärkt mit Erlebnissen aus ihrer geschiedenen Ehe in Kontakt gekommen, welche sie stark geängstigt und starke Schuld- und Schamgefühle aktiviert hätten (Status nach Problemen in der Beziehung zum Ehepartner, ICD-10 Z63.1).
Das konkrete Ereig
nis
der aussergewöhnlichen Bedrohung, welches für die Diagnose einer
PTBS
not
wendig sei, sei jedoch nicht bekannt
(Urk. 12/101/40 f.)
.
Gemäss der Beschwer
deführerin wüssten einzig ihre beiden Söhne, was sich
in der Ehe
zugetragen habe.
Dem Gutachten von
Dr.
F._
vom 17. November 2016
(Urk. 12/33/2-19)
sei zu entnehmen, dass
sie ihm diesbezüglich etwas erzählt habe,
er
ihr
jedoch
zugesichert
habe
, nic
hts darüber
in seinem Gutachten
zu schreiben
.
Es habe lediglich mitgeteilt
werden dürfe
n
, dass sie von ihrem Ehemann gedemütigt wor
den sei.
Sie habe
ihm – Dr.
Z._
– gegenüber
ferner angegeben, Angst zu haben, dass Informationen über die
se
Ereignisse an andere, insbesondere
ihren
Arbeitgeber, gelangen könnte
n. Durch Verschweigen dieser Tatsachen
wolle sie dies ausschliessen
. Dass
die Beschwerdeführerin
nichts
Konkretes über die trau
matischen Ereignisse gegenüber den behandelnden Ärzten erwähnt habe, sei sehr ungewöhnlich und liesse sich nicht durch ein Vermeidungsverhalten erklären, wie es im Austrittsbericht der
Klinik
G._
vom 13. Februar 2018
(Urk. 12/83)
h
e
isse.
Da das
Trauma
bezüglich
der nach ICD
-10 geforderten Schwere
nicht
beurteilt werden könne,
sei es nicht möglich
,
eine
p
osttraumatische Belastungsstörung
zu diagnostizieren
(Urk. 12/101/41).
Auch die starke zeitliche Verzögerung des Auftretens der Beschwerden (elf Jahre nach der Ehescheidung
)
und die Inkon
s
istenzen sprächen gegen eine entsprechende Diagnose (
Urk.
12/101/41 f.).
D
i
e Di
agnose einer
komplexen
PTBS
könne
ebenfalls
nicht gestellt werden
, da diese Störung im aktuellen ICD-10 nicht aufgeführt sei und daher keine diagnostischen Kriterien bestünden
(Urk. 12/101/4
1
).
Die Persönlich
keit der Beschwerdeführerin sei auffällig, was bereits die Vorgutachter bemerkt hätten. Die Beschwerdeführerin habe sich beruflich über Jahre hin gut bewährt.
Hinsichtlich der Persönlichkeit könne eine akzentuierte Persönlichkeit mit Zügen einer beeinträchtigten Affektregulation, Selbstwertregulation
und Selbstwahr
nehmung (ICD-10 Z
73.1) gesehen werden
, jedoch keine Persönlichkeitsstörung
im eigentlichen Sinne
. Panikattacken, wie
sie
noch in der vertrauensärztlichen Verlaufsuntersuchung von Dr.
B._
vom 25. November 2016
aufgeführt wor
den seien, bestünden keine mehr
(Urk. 12/101/43).
Aufgrund der erhobenen Symptome könne nicht einmal eine leichte depressive Episode diagnostiziert werden, da die depressive Stimmung nicht die meiste Zeit des Tages, fast jeden Tag und im Wesentlichen unbeeinflusst von den Umständen vorhanden sei. Es werde nicht über einen Interessens- oder Freudeverlust an vor
her angenehmen Aktivitäten berichtet, das Selbstvertrauen sei vermindert, aber nicht verloren, der berichtete Appetitverlust sei bei gleichzeitiger Gewichtszu
nahme widersprüchlich und es l
ägen
weder eine psychomotorische Hemmung noch Agitiertheit vor (
Urk.
12/101/39 f.).
B
etreffend die Arbeitsfähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit als Pfarrerin
hielt
Dr.
Z._
fest, ab dem jetzigen Zeitpunkt könne mit einer eher tiefen Leis
tungsfähigkeit von 30 % begonnen werden, welche monatlich um 10-20 % gesteigert werden könne. Dabei sollten Aufgaben mit psychisch
belastenden Situationen im A
llgemeinen zu Beginn noch nicht übernommen werden
.
Admi
nistrative Aufgaben, Zeitungsredaktion, Konfirmandenunterricht, Taufen seien aber gut möglich.
Die bisherige Tätigkeit könne weiter ausgeübt werden
(Urk. 12/101/44).
3.
3
Der
seit
9.
April 2018
behandelnde Psychiater
H._
, Dipl. Arzt Dignität Psychi
atrie und Psychotherapie,
nannte
in seinem Bericht vom 7. August 2018
(Urk. 12/94/3
-9) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 12/94/5):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode, ohne psychotische Symptome
, seit 2016
(ICD-10 F33.2)
-
Anamnestisch
PTBS
(ICD-
10
F
43.1), Erstdiagnose (ED)
Klinik
G._
im Februar 2018
-
Hypertensive Herzerkrankung
Dem weiter diagnostizierten Lagerungsschwindel mass er keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
zu
(Urk. 12/94/5)
.
Betreffend die Arbeitsfähigkeit führte er aus, gegenwärtig sei die Beschwerdefüh
rerin zu 100 % arbeitsunfähig. Bei erfolgreicher Psychotherapie sei sie eventuell ab Herbst/Winter 2018/2019 zu zwei Stunden pro Tag belastbar. Ab diesem Zeit
punkt sei an eine Wiedereingliederung in einer anderen kantonalen Kirche zu denken (Urk. 12/94/6).
3.
4
Dr.
B._
hielt in
seinem Gutachten
zuhanden der Vorsorge
einrichtung
vom 26. August 2018 über die vertrauensärztliche Verlaufsuntersuchung v
om 11. Juni 2018
folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 12/99/6):
-
Rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom und ag
oraphobischen Ängsten (ICD-10 F
33.11)
Ferner
nannte
er
folgende Diagnose
n
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 12/99/6):
-
Akzentuierte Persönlichke
itszüge mit histrionischen und emotional insta
bilen Anteilen
bei beruflicher Belastungssituation (ICD-10
Z73.1, Z
56)
-
Differentialdiagnose (DD) kombinierte Persönlichkeitsstörung
Zur
Arbeitsfähigkeit
legte er dar
, aus rein psychiatrischer Sicht bestehe keine Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt.
Angesichts der schweren Ein
schränkungen im Alltag (die Beschwerdeführerin könne beispielsweise den öffentlichen Verkehr nicht
allein
benutzen oder Termine wahrnehmen) scheine es wenig wahrscheinlich, dass sie in den nächsten Monaten beruflich wieder integriert werden könne. Zudem sei davon auszugehen, dass es mittlerweile zu einem Konflikt zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem Arbeitgeber gekom
men sei, was sich auch negativ auf ihren psychischen Zustand auswirken könne. Angesichts dieser Tatsache stelle sich die Frage, inwiefern eine Eingliederung überhaupt möglich sei. Dieser Faktor sei jedoch krankheitsfremd. Bisher sei keine Berufsunfähigkeit ausgewiesen. Das Ziel sei weiterhin die Eingliederung in der angestammten Tätigkeit als Pfarrerin, allenfalls
an einem anderen Arbeitsplatz
(Urk. 10/99/7
-8
).
3.
5
RAD-Arzt Dr.
A._
hielt in seiner
Aktenbeurteilung
vom 27. Dezember 2018 (Urk. 12/104/14) fest,
die
Einschätzung
des Sachverhaltes durch
Dr.
Z._
sei nachvollziehbar
.
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit liege ein die Arbeitsfä
higkeit dauerhaft einschränkender Gesundheitsschaden vor, der zwar die ange
stammte Tätigkeit beeinträchtige, eine angepasste Tätigkeit jedoch in deutlich geringerem Ausmass (Urk. 12/104/14).
Bei stufenweiser Steigerung
soll
t
e
in einer angepassten Tätigkeit
(die Beschwerdeführerin habe früher als
Hausabwartin
oder Kassiererin gearbeitet)
ein Pensum von 80-100 % erreicht werden
können
(Urk. 12/104/13).
3.
6
Der behandelnde
Psychotherapeut
hielt in seinem Bericht
vom 28. Juni 2019
zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin
(Urk. 10)
fest, die Begrün
dungen der Diagnosestellung von Dr.
Z._
(E. 3.
2
hiervor) seien in einigen Punkten nicht nachvollziehbar.
Nach seiner Einschätzung sei vor alle
m die Diag
nose einer komplexen
p
osttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10
F
43.1; DSM V 309.81,
late
onset
) zu stellen.
S
ämtliche
Kriterien einer komplexen
p
osttraumatischen Belastungsstörung seien erfüllt.
Insbesondere in Bezug auf
das Kriterium des Traumas
legte
er
dar
, die
Beschwerdeführerin habe in ihrer Ehe von 1982 bis 2005 physische und sexuelle Gewalt von katastrophalem Ausmass erlitten. Sie habe sich
–
während sie im Studium der Theologie finanziell von ihrem Ex-Ehemann abhängig ge
wesen sei –
über Jahre hinweg prostituieren müssen. Des Weiteren sei
sie
gegen ihren Wil
len von ihrem Ex-Ehemann pornographisch gefilmt und fotografiert worden. Darüber hinaus sei sie über Jahre hinweg massiven emotionalen Abwertungen von ihrem Ex-Ehemann ausgesetzt gewesen. Aufgrund der
eher masochistischen und auch abhängigen Persönlichkeitsstruktur habe sie es über Jahre hinweg ertragen und auch psychisch verdrängt, teilweise seien die traumatischen Erleb
nisse dissoziat
iv abgespalten gewesen (
S. 2).
Zudem
führte er aus
, depressive Episoden seien bei einer komplexen Traumafol
gestörung eher als komorbide Störungen bei unbehandelter komplexer
Trauma
folgesymptomatik
einzuordnen. Entgegen der Begutachtung
durch
Dr.
Z._
könne von einer gegenwärtig remittierten mittelgradigen Episode nicht die Rede sein. Seit vielen Monaten und auch gegenwärtig bestehe
die
komplexe Psycho
pathologie einer schwergradig
en
depressiven Episode ohne psychotische Symp
tome
(S.
3
).
Betreffend die Arbeitsfähigkeit hielt
der Psychotherapeut
fest, die Beschwerde
führerin sei ab dem 22. Juni 2018 (und auch schon vorher) bis zum 21. Mai 2019 sowohl in einer angestammten als auch
in
angepassten Tätigkeit zu 100 %
arbeitsunfähig. Eine leidensangepasste Tätigkeit würde die intrapsychische Krän
kungssymptomatik eher noch verstärken und damit die depressiven Symptome aggravie
ren (
S. 4).
3.
7
Gemäss eigenen Angaben war die Beschwerdeführerin von August bis September 2018 (
Urk.
1 S. 3) und laut Austrittsmeldung der
Klinik
G._
vom 1
2.
Juni 2019 vom 3
0.
April bis 1
2.
Juni 2019 zum vierten Mal
dort
hospitalisiert.
Im entsprechenden Bericht wurden die
früher
genannten Diagnosen
namentlich der PTBS und der mittelgradigen depressiven Störung
bestätigt (Urk.
3/4
und vorste
hend E. 3.1.6
).
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin bringt vor, es bestünden erhebliche Zweifel am Gutach
ten von Dr.
Z._
vom 3. Juli 2018 (E. 3.
1
hiervor) und der darauf basieren
den Stellungnahme des RAD (E. 3.
4
hiervor), weshalb darauf nicht abgestellt wer
den könne. Insbesondere sei das Gutachten bzw. die vertrauensärztliche Verlauf
s
untersuchung durch Dr.
B._
vo
m 26. August 2018 (E. 3.3
hiervor) in Kennt
nis des Gutachtens von Dr.
Z._
erstellt worden. Dr.
B._
sei jedoch in seiner Diagnose und Beurteilung bewusst von dessen Ansicht abgewichen. Mit Verweis auf die eindrückliche Symptomatik der Beschwerdeführerin habe ihr Dr.
B._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt attestiert (Urk. 1 S. 7). Die Beurteilung durch Dr.
Z._
liege bereits mehr als ein Jahr zurück und die Beurteilung der angeblich steigerbaren Arbeitsfähigkeit sei lediglich prognostischer Natur. Aktuelle Arztberichte würden gegen diese Einschätzung sprechen, weshalb die Arbeitsfähigkeit durch die Beschwerdegegnerin genauer abzuklären sei (Urk. 1 S. 7 f.).
4.2
Das Gutachten von
Dr.
Z._
beruht
zwar
auf eingehenden medizinischen Abklärungen und er setzte sich mit den damals vorliegenden medizinischen Unterlagen auseinander.
Allerdings ist
seine Expertise insofern
widersprüchlich
, als e
r
trotz
der von ihm diagnostizierten teilremittierten depressiven Störung, die nicht einmal als leichte Depression gefasst werden könne, für die bisherige Tätig
keit als Pfarrerin im Gutachtenszeitpunkt dennoch eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 30
%
postulierte. Zudem hielt
er belastende Tätigkeiten für nicht geeig
net und
als leidensangepasst bezeichnete er
nur einzelne Aufgaben
einer
Pfarre
rin
, nämlich
administrative Aufgaben, Zeitungsredaktion, Konfirmandenunter
richt und Taufen.
Seine Schlussfolgerung, die bisherige Tätigkeit könne weiter ausgeübt werden, vermag angesichts der formulierten Einschränkung
in Bezug auf die Belastung
nicht zu überzeugen
. Denn die Aufgaben eine
r
Pfarrer
in erschöpfen sich nicht in den von
Dr.
Z._
aufzählten Funktionen, sondern umfassen die Seelsorge beziehungsweise
die spirituelle Begleitung in schwierigen Lebenssituationen
, welche Tätigkeiten die Beschwerdeführerin als Spitalseelsor
gerin zweifelsohne wahrzunehmen hatte
.
Inwieweit die Arbei
tsfähigkeit in der angestammten, aber auch in einer
angepassten
Tätigkeit eingeschränkt ist, kann daher nicht gesagt werden.
Selbst der RAD-Arzt anerkannte, dass
ein die Arbeitsfähigkeit dauerhaft ein
schränkender Gesundheitsschaden vorliege
.
De
m
verfügungsweise eingenomme
ne
n
Standpunkt
der Beschwerdegegnerin, es liege keine dauerhafte Erkrankung vor, kann
vor diesem Hintergrund nicht gefolgt werden.
In diesem Zusammen
hang
ist
ferner
festzuhalten, dass auch während den Eingliederungsmassnahmen eine Einschränkung
in dem Sinne
vorhanden war,
dass die
Beschwerdeführerin
anfänglich nur in einem Pensum von
20
%
tätig war und letztlich eine Steigerung um weitere 30
%
nicht gelang (
Urk.
12/74).
Im Weiteren hat d
ie Beschwerdegegnerin die von ihr angesprochenen invalidi
tätsfremden psychosozialen Faktoren nicht näher beschrieben
. Der Beschwerde
führerin ist beizupflichten, dass diese Einschätzung soweit ersichtlich nicht auf den medizinischen Akten beruht, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann. Mit der Aussage in der Verfügung
, die depressive Erkrankung sei abgeklungen,
scheint
die Beschwerdegegner
in
auch
zu übersehen
, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung erneut hospitalisiert war.
Zum Ausmass der Zumutbarkeit einer angepassten Tätigkeit sind den Akten keine zuverlässigen Angaben zu entnehmen.
Zwar ist
dem Gutachten von
Dr.
Z._
- wie gesagt - zu entnehmen, dass er gewisse Arbeiten als zumutbar erachtet; zum genauen Umfang äusserte er sich hingegen genauso wenig wie der RAD-Arzt, der diesbezüglich von einer geringeren Einschränkung sprach als in der angestammten Tätigkeit, ohne diese jedoch konkret einzuschätzen.
4.3
Weiter
fällt ins Gewicht, dass die
Zumutbarkeitsbeurteilungen durch Dr.
Z._
und den RAD-Arzt im Widerspruch stehen zu den übrigen Akten.
Abweichend zu
Dr.
Z._
ging
en
der Vertrauensarzt der Vorsorgeeinrichtung - wie auch die weiteren behandelnden Fachpersonen - sowohl im November 2016 als auch im August 2018
von
eine
r
mittelgradige
n
depressiven
Störung mit somatischem Syndrom und
agorophobischen
Ängsten aus
. Der Psychiater
H._
nannte sogar eine schwere Depression, ohne dies jedoch näher zu begründen
.
Obwohl er selbst
entsprechender Hinweise
wahrnahm,
verneinte
Dr.
Z._
sodann
- anders als die befass
ten Fachpersonen
-
eine
PTBS. Der
Psychiater
H._
untermauerte
diese Diagnose im Bericht vom 2
8.
Juni 2019
mit Schilderungen aus der Ehe der Beschwerdeführerin
, welche
durchaus
geeignet
sind
, die
Beurtei
lung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98)
,
und
daher
mitzuberücksichtigen
sind
,
mit erheblichen
sexuellen
Über
griffen
seitens des zwischenzeitlich geschiedenen Ehemannes. Wenn
Dr.
Z._
anlässlich seiner Begutachtung mangels Angaben
zum
die PT
B
S auslösenden Ereignis
d
ie
Diagnose nicht stellte
,
kann
in Kenntnis der vom
behandelnden
Psy
chiater
nunmehr
geschilderten Vorkommnisse
dieser Schluss nicht mehr ohne Weiteres gezogen werden.
Diese
widersprüchlichen medizinischen Unterlagen und insbesondere die jüngs
ten
Berichte
vermögen demnach
die versicherungsinterne Expertise von D
r.
Z._
in Zweifel zu ziehen, zumal dieser im Moment der Begutachtung
keine
Kenntnis der gesamten Sachlage hatte
u
nd
sich zu
den später ergangen
en Berichten nicht mehr äussern konnte.
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
B._
erweist sich als nicht schlüssig. Einerseits verneinte er eine Berufsunfähigkeit, erachtete indes eine Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt
unter Hinweis auf die schweren Einschränkungen im Alltag
nicht als gegeben. Die Wiedereingliederung als Pfar
rerin
beschrieb
er im August 2018 lediglich als Ziel
, so dass die Verhältnisse im Zeitpunkt des Berichts
wie auch im Verlauf
unklar bleiben.
Auf die durch die
behandelnden
Ärzte attestierte
vollständige
Arbeitsunfähigkeit
kann auch nicht
unbesehen
abgestellt werden
. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist eine solche mittels des strukturierten Beweisverfahrens zu validieren, was bislang unterblieben ist.
Das Fehlen einer Auseinandersetzung mit den vom Bundesgericht bei psychischen Beschwerden für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit als massgeblich bezeichneten Standardindikatoren (vorstehend E. 1.
4
) verunmöglicht eine Bestimmung der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit.
A
ngesichts der erheblichen Diskrepanz
en sowohl
in diagnostischer Hinsicht als au
ch
betreffend
Zumutbarkeitsbeurteilungen
ist
eine
Begutachtung erforderlich, welche
im gesetzlich vorgesehenen Verfahren nach
Art.
44 ATSG
durchzuführen sein wird.
Diese wird auch darüber Aufschluss zu geben haben, ob die Arbeitsfä
higkeit auch aus somatische Sicht beeinträchtigt ist. Immerhin hatten die geklag
ten Schwindelbeschwerden den Abbruch der Eingliederungsmassnahmen zu
r
Folge
, was bei anhaltenden Beschwerden der fachärztlichen Abklärung bedürfte.
4.4
Nach dem Gesagten kann dem
vom Krank
entaggeldversicherer eingeholte
n
Gut
achten von
Dr.
B._
und der Aktenbeurteilung durch den RAD-Arzt kein Beweiswert beigemessen werden, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann.
Da die Beschwerdegegnerin bisher kein
e
rechtsgenüglichen Abklärungen getätigt
hat, ist die Sache an sie zurückzuweisen
,
damit sie
dies nachhole,
und
es ist
kein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben
.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gut
zuheissen.
5.
5.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
5.2
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57
E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwer
deführer
in
Anspruch auf eine Prozess
entschädigung hat.
Diese ist
ermessensweise
auf
Fr.
2'200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen.