Decision ID: b8fee61d-c030-46f7-bfb1-9d8bf75162f1
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1966, meldete sich am 2
5.
März 2004 unter Hinweis auf Kopfschmerzen, Konzentrationsmangel, Schwindel, Ermüdung, einschlafende Hände, Nacken- und Rückenschmerzen sowie Schmerzen am rechten Schulter
gelenk aufgrund eines Unfalles bei der Invalidenversicherung zum
Leistungs
bezug
an (
Urk.
7/2).
Mit Verfügung vom
2
4.
April 2008
(
Urk.
7/94
)
sprach
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
d
em Versicherten rückwirkend
für die Zeit vom
1.
März 2004 bis zum 2
8.
Februar 2005 eine
ganze
Rente bei einem Invaliditätsgrad von
100
%
und mit Wirkung ab
dem
1.
März 2005 eine
Viertelsrente
bei einem Invaliditätsgrad von 46
%
zu
.
Mit Verfügung vom
5.
Juni 2008 (
Urk.
7/102) sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab dem
1.
März 2005 eine
Dreiviertelsrente
bei einem Invaliditätsgrad von 60
%
zu. Die dagegen
vom Versicherten
erhobene Beschwerde beim hiesigen Gericht wurde
am 2
4.
November 2005
als
durch Vergleich
erledigt abgeschrieben
(vgl.
Urk.
7/115
,
Prozess Nr.
IV.2008.00708).
Mit Mitteilung vom 2
1.
Juni 2011 (
Urk.
7/147) bestätigte di
e IV-Stelle den Anspruch des Versicherten auf die bis
herige
Dreiviertelsrente
bei einem Invaliditätsgrad von 64
%
.
1.2
Anlässlich einer im
Jahr
2013
eing
eleiteten Rentenrevision (vgl.
Urk.
7/157
) teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit Sch
reiben vom 2
8.
März 2014 (
Urk.
7/176
) mit, dass
zur Klärung der Leistungsansprüche
eine
polydis
ziplinäre
medizini
sche Untersuchung notwendig sei.
Dem Schreiben waren die Fragen an die Gutachterstelle beigelegt,
und dem Versicherten wurde Frist bis zum 1
1.
April 2014 eingeräumt, um Zusatzfragen zu stellen
. In der Folge äus
serte sich der Versicherte nicht.
Sodann teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 3
0.
April 2014 mit, dass mit der Begutachtung
die
Y._
beauftragt werde
,
und nannte die mit der Untersuchung betrauten Experten
(
Urk.
7/181
). Dagegen erhob der Versicherte
am
7.
Mai 2014 Einwände (
Urk.
7/183
).
Mit Zwischenverfügung vom
1
9.
März 2015 (
Urk.
7/193
=
Urk.
2) hielt die IV
Stelle an der Abklärung durch die
Y._
fest.
2.
Der Versicherte erhob am 2
8.
April 2015 Beschwerde gegen die
Zwischenver
fü
gung
vom 1
9.
März 2015 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und
es sei
auf eine Begutachtung vorläufig zu verzichten. Eventualiter sei die
Be
schwer
degegnerin
zu verpflichten, einen
Gutachter
in Absprache zu bestim
men.
Subeventualiter
sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, von der Benen
nung der
Y._
als Gutachter Abstand zu nehmen und neutrale und
fachkom
petente
Begutachter nach Massgabe der für die Begutachtung notwen
digen
Fach
disziplinen
zu bestimmen. Des Weiteren sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm Gelegenheit zu geben, vor der Beauftragung zu den Perso
nen der Gutachter sowie zu den
den
Gutachtern zu unterbreitenden Fragen Stellung
zu nehmen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit
Beschwerdeant
wort
vom 2
6.
Mai 2015 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdefüh
rer am 2
7.
Mai 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Bei der angefochtenen Verfügung vom 1
9.
März 2015 (
Urk.
2) handelt es sich um eine verfahrensleitende Verfügung, mit welcher die Beschwerdegegnerin an der gewählten Abklärungsstelle festhielt. Da sie das Administrativverfahren nicht abschliesst, handelt es sich um eine Zwischenverfügung.
1.2
Zwischenverfügungen können gemäss
Art.
55
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Verbindung mit
Art.
5
Abs.
2 und
Art.
46 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (
VwVG
) bei Bejahung eines nicht wieder gutzumachenden Nachteils (
Art.
46
Abs.
1
lit
. a
VwVG
) unter Erhebung aller gesetzlich vorgesehenen Rügen recht
li
cher und tatsächlicher Natur angefochten werden. Bei der Beurteilung des Merkmals des nicht wieder gutzumachenden Nachteils im Kontext der Gutach
ten
anordnung fällt gemäss der Rechtsprechung (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7) ins Gewicht, dass das Sachverständigengutachten im Rechtsmittelverfahren mit Blick auf die fachfremde Materie faktisch nur beschränkt überprüfbar ist. Mithin kommt es entscheidend darauf an, dass qualitätsbezogene Rahmenbedingungen durchgesetzt werden können. Greifen die Mitwirkungsrechte erst nachträglich
bei der Beweiswürdigung im Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren -, so kann hieraus ein nicht wieder gutzumachender Nachteil entstehen, zumal im Anfechtungsstreitverfahren kein Anspruch auf Einholung von
Gerichtsgutach
ten
besteht. Hinzu kommt, dass die mit medizinischen Untersuchungen einher
gehenden Belastungen zuweilen einen erheblichen Eingriff in die physische oder psychische Integrität bedeuten. Aus diesen Gründen ist gemäss der Recht
sprechung die
Eintretensvoraussetzung
des nicht wieder gutzumachenden Nach
teils für das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren zu bejahen, zumal die nicht sachgerechte Begutachtung in der Regel einen rechtlichen und nicht nur einen tatsächlichen Nachteil bewirken wird.
Beschwerdeweise geltend gemacht werden können materielle Einwendungen beispielsweise des Inhalts, die in Aussicht genommene Begutachtung sei nicht notwendig, weil sie - mit Blick auf einen bereits umfassend abgeklärten Sach
verhalt - bloss einer Zweitmeinung entspreche (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7). Sodann können personenbezogene
Ausstandsgründe
gerügt werden.
2.
2.1
Der Beschwerdeführer vertrat den Standpunkt (
Urk.
1), die Auftragsvergabe nach dem Zufallsprinzip mittels
der Zuweisungsplattform
Suisse
MED@P
sei verletzt worden.
Selbst w
enn keine Vergabe des Gutachtensauftrags nach dem Zufalls
prinzip zu erfolgen hätte, so habe die Beschwerdegegnerin die Obliegenheit verletzt, einen Einigungsversuch zu unternehmen (S. 4 f.). Im Übrigen bestün
den mehrere
Ausstandsgründe
gegen die
Y._
sowie die involvierten Gutachter (S. 5 ff.). Schliesslich mache es keinen Sinn eine Begut
achtung anzu
ordnen, da eine solche bereits in einem laufenden
Haftpflicht
prozess
vor dem Handelsgericht des Kantons Zürich erfolgen werde (S. 9 f.).
2.2
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Zwischenverfügung (
Urk.
2)
an der Abklärungsstelle
Y._
und den entsprechenden Gutachtern
fest mit der Begründung,
es
würden
kein
e schützenswerte
Ausstands- oder
Ableh
nungsgr
ü
nd
e
gegen die begutachtende
n
Person
en
vor
liegen, welche
den An
schein der Befangenheit oder der Voreingenommenheit zu begründen ver
möge
n
(S. 2).
In der Beschwerdeantwort (
Urk.
6) führte sie ergänzend aus, sie sei der gesetzli
chen Bestimmung für die Zuweisung von polydisziplinären Gutachten nach dem Zufallsprinzip nachgekommen (S. 1 f.
Ziff.
2). Die geltend gemachten
Ab
lehnungsgründe
seien keine formellen
Ausstandsgründe
(S. 2
Ziff.
3). Schliess
lich beschlage ein Gutachten im Haftpflichtprozess Adäquanz- und
Kau
sa
litäts
fragen
zwischen den verschiedenen Unfallereignissen und dem ein
ge
tre
te
nen Gesundheitsschaden. Für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit und eines Anspruches auf eine Invalidenrente sei dies nicht von Relevanz (S. 2
Ziff.
4).
2
.3.
Strittig und zu prüfen ist, ob eine Begutachtung notwendig ist und
falls dies bejaht wird,
die
erfolgte
Auswahl der Abklärungsstelle sowie der in
volvierten Gutachter.
3.
3.1
Es stellt sich vorab die Frage, ob eine Begutachtung notwendig erscheint
.
3.2
Nach den allgemeinen Regeln des Sozialversicherungsrechts hat der Versiche
rungsträger den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären. Er ist nach dem in
Art.
43
Abs.
1 ATSG statuierten Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, die not
wendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen. Die Verfahrensleitung liegt dabei beim Versicherungsträ
ger, dessen Ermessensspielraum in Bezug auf die Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von med
izinischen Erhebungen gross ist
. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den
Untersuchungs
grund
satz
ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den
Leistungsan
spruch
zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann. Die für die Beurteilung des Leistungsanspruches von Amtes wegen durchzuführenden Abklärungen im Sinne von
Art.
43 ATSG beinhalten
in
dessen rechtsprechungsgemäss nicht das Recht des Versicherungs
trägers, eine „
second
opinion
“ zum bereits in einem Gutachten festgestellten Sachverhalt einzuholen, wenn ihm dieser nicht passt (Urteil des Bundesgerichts 8C_957/2010 vom
1.
April 2011 E. 6.1).
Bei Vorliegen eines beweistauglichen Gutachtens aus einem anderen Verfahren, besteht unter Umständen kein schutzwürdiges Interesse an der vorsorglichen Einholung eines weiteren Gut
achtens mehr (BGE 140 III 24 E. 3.3.1).
3.3
Aus
den
Akten geht ni
cht hervor, ob das im Rahmen des
zivilrechtlichen Pro
zesses einzuholende Gutachten
für die Beantwortung der Fragen im
invaliden
rechtlichen
Verfahren
umfassend ist. So wird in de
r Verfügung des Handelsge
richts
des Kantons Zürichs vom 2
0.
Mai 2014 (
Urk.
7/185
) – unter Nennung der zuständigen Gutachter
–
nur
erwähnt, dass ein verkehrstechnisches sowie ein medizinisches Gutachten eingeholt werde
n
(S. 2). Die
erwähnten Beweissätze wurden nicht eingereicht
und
die
besagten
Guta
chten
liegen
nicht vor
. D
ie
strittige
Begutachtung
erscheint
somit als notwendig
zumal keine aktuelle umfassende medizinische Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers vorliegt und aufgrund der Akten (insbesondere
Urk.
7/173-174) Hin
weise für eine Verbesserung bestehen.
3
.4
Demgemäss
liegen
keine Anhaltspunkte
vor
, welche an der Notwendigkeit der angeordneten Untersuchung zweifeln lassen.
4
.
4
.1
Im Weiteren ist die Gesetzesmässigkeit der Auswahl der Abklärungsstelle
zu prüfen.
4
.2
Polydisziplinäre Gutachten, das heisst solche, an denen drei oder mehr
Fachdis
ziplinen
beteiligt sind, haben bei einer Gutachterstelle zu erfolgen, mit welcher das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) eine Vereinbarung getroffen hat (
Art.
72
bis
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV). Gemeint sind die Medizinischen Abklärungsstellen (MEDAS) im Sinne von
Art.
59
Abs.
3
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
. Die Vergabe der Auf
träge erfolgt nach dem Zufallsprinzip (
Art.
72
bis
Abs.
2 IVV). Der gesamte Ver
lauf der Gutachtenseinholung wird über die vom BSV eingerichtete, webbasierte Vergabeplattform
SuisseMED@P
gesteuert und kontrolliert (BGE 139 V 349 E.
2.2).
Die Gutachterwahl bei polydisziplinären Gutachten hat immer nach dem Zufalls
prinzip zu erfolgen. Für eine einvernehmliche Benennung der Experten bleibt kein Raum. Eine einvernehmliche Einigung kann zwar im Einzelfall grundsätzlich geeignet sein, die Akzeptanz polydisziplinärer MEDAS-Gutachten insbesondere bei den Versicherten zu erhöhen. Dies ist indes kein Grund, von der zufallsbasierten Zuweisung abzusehen oder nur dann auf diese zurückzu
grei
fen, wenn eine Einigung der Parteien auf eine Gutachterstelle misslingt (BGE 140 V 507 E. 3.2.1).
4
.3
Im Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenversicherung (KSVI, Stand
1.
Januar 2015) ist das Verfahren für die Auftragsvergabe von polydisziplinären Gutachten unter Randziffer 2
075 ff. wie folgt beschrieben:
Kommt die IV-Stelle zum Schluss, dass eine polydisziplinäre Begutachtung notwendig ist, informiert
sie
die versicherte Person mittels Mitteilung ohne Rechtsmittelbeleh
rung. Darin sind die vorgesehenen Fachdisziplinen zu erwähnen. Der
Fragen
katalog
ist beizulegen und es ist auf die Möglichkeit hinzuweisen, Zusatzfragen einreichen zu können. Die versicherte Person hat die Möglichkeit, innert zehn Tagen ab Mitteilung Einwände gegen die Begutachtung und die vorgesehenen Fachdisziplinen vorzubringen und Zusatzfragen zu stellen. Wurden keine Ein
wände erhoben, so wird der Auftrag bei
SuisseMED@P
deponiert. Nach erfolg
ter Zuteilung teilt die IV-Stelle der versicherten Person die Gutachterstelle und die Namen der Gutachter mit entsprechendem Facharzttitel mit. Innert einer Frist von zehn Tagen kann die versicherte Person dagegen personenbezogene Einwände erheben. Wird den Einwänden nicht oder nur teilweise stattgegeben, erlässt die IV-Stelle eine Zwischenverfügung, worin sie die vorgesehenen
Fach
disziplinen
sowie den oder die Namen der begutachtenden Person beziehungs
weise Personen festhält und begründet, weshalb den Einwänden
nicht Rech
nung getragen wurde.
4
.4
Bei der vorliegend angeordneten medizinischen Untersuchung handelt es sich
zweifellos
um eine polydisziplinäre Begutachtung, erachtete die
Beschwerde
geg
nerin
mit Mitteilung vom 2
8.
März 2014 (
Urk.
7/176)
doch
eine Untersu
chung in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Neurolo
gie, Psy
chiatrie sowie Neuropsychologie
und somit in mehr als drei Fachbereichen
als notwen
d
ig.
Die angeordneten Fachdisziplinen blieben vom Beschwerdeführer unbestritten. Folglich ist eine Vergabe des Gutachtensauftrags nach dem Zufalls
prinzip zwingend und es besteht kein Raum für einen Einigungsversuch (vorstehend E. 4.2).
Der auf www.bsv.admin.ch veröffentlichten Liste (Stand
1.
Januar 2015) ist zu entnehmen, dass die
Y._
über einen Vertrag mit dem BSV als
polydis
ziplinäre
Gutachterstelle verfügt.
Die Akten liefern
des Weiteren
keine objekti
ven Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdegegnerin – nachdem sie den Beschwerdeführer am 2
8.
März 2014 über die Vergabe nach dem Zufallsprinzip informiert
und ihm die Möglichkeit zur Einreichung eines schriftlich begründe
ten Gegenberichts sowie von Zusatzfragen gegeben hatte
(
Urk.
7/176) - in der Folge keine
Vergabe nach dem Zufallsprinzip
durchgeführt hat. Die
Beschwer
degegnerin
legte denn auch die Bestätigung per E-Mail der Plattform
Suisse
MED@P
vom 2
2.
April 2014 über die erfolgreiche Vergabe des
Gutachtensauf
trags
ins Dossier (
Urk.
7/179). Es ist nicht nachvollziehbar, welche weiteren Urkunden die Auswahl nach dem Zufallsprinzip belegen sollten, erfolgt diese doch elektronisch. Inwieweit der Grundsatz des Zufallsprinzips verletzt sein sollte, führte der Beschwerdeführer nicht aus.
Die Vergabe des Auftrags zur Begutachtung erfolgte in Umsetzung der gesetzlichen Bestimmungen und in Nachachtung des im KSVI beschriebenen Verfahrens, weshalb das Vorgehen der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden ist.
Im Übrigen reagierte der Beschwerdeführer nach der Mitteilung der Beschwerdegegnerin vom 2
8.
März 2014 über die vorgesehene polydisziplinäre Begutachtung und die vorgesehenen Fragen nicht. Die Beschwerdegegnerin durfte deshalb davon ausgehen, dass er mit den vorgeschlagenen Fragen einverstanden war. Es geht nicht an, erst im Beschwerdeverfahren zu verlangen, dass ihm Gelegenheit zur Stellungnahme dazu geboten wird (vgl.
Urk.
1 S. 2
Ziff.
4).
4
.5
Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass die Zufallsvergabe an die
Y._
gesetzesgemäss erfolgte, weshalb sich der Beschwerdeführer grundsätzlich von dieser Gutachterstelle polydiszipli
när begutachten zu lassen hat.
5
.
5
.1
Zu prüfen ist
weiter das
Vorliegen von
Ablehnungs
oder
Ausstands
gründen
gegen die dem Beschwerdeführer namentlich bekannt gegebenen Gutachter der
Y._
.
Der Beschwerdeführer bringt diesbezüglich
im Wesentlichen
vor (
Urk.
1),
es fehle der
Y._
an der Unabhängigkeit (S. 5).
Sie
werde allein durch Prof.
Dr.
med.
Z._
geführt. Prof.
Dr.
Z._
sei einschlägig als Gutachter der Assekuranz bekannt, dessen Gutachten stets zu für die Auftraggeber vorteilhaf
ten Ergebnissen gelange (S. 6 f.). Es könne nicht angehen, dass in einem von der Beschwerdegegnerin initiierten Begutachtungsverfahren derjenige Gutachter federführend und bestimmend sein solle, welcher als Vertrauensarzt bezie
hungs
weise als beratender Arzt für die gleiche Versicherungsgesellschaft tätig sei, gegen welche er zur gleichen Zeit und wegen der gleichen Ursache einen Zivilprozess vor dem Handelsgericht führe (S.
7).
Auch könne durch die grosse Anzahl Gutachten, welche er erstelle, keine seriöse Gutachtenserstellung mehr erwartet werden. Schliesslich sei auch die fehlende Kompetenz der übrigen Gut
achter zu kritisieren (S. 8). Einige der vorgeschlagenen Gutachter trügen keinen Facharzttitel in Versicherungsmedizin. Zudem stünden sie in einem Abhängig
keitsverhältnis zu Prof.
Dr.
Z._
(S. 9).
5
.2
Gemäss
Art.
44 ATSG kann die versich
erte Person einen Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen und Gegenvorschläge machen. Zum einen werden von den triftigen Gründen die eigentliche
n gesetzlichen
Ausstandsgründe
erfasst
(vgl.
Art.
10
VwVG
und
Art.
36
Abs.
1 ATSG
). Z
um anderen zählen auch weitere Aspekte – etwa die fehlende Sachkenntnis – zu den triftigen Gründen (
Kieser
, ATSG-Kommentar,
2.
Auflage, Zürich
/Basel/Genf
2009,
Rz
17 zu
Art.
44; vgl. auch BGE 132 V 93 E. 6.4-5).
Nach der Rechtsprechung gelten für Sachverständige grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie sie für Richter vorgesehen sind. Danach ist Befangenheit anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken. Bei der Befangenheit handelt es sich allerdings um einen inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ablehnung nicht nachgewiesen zu werden, dass die sachverständige Person tatsächlich befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen. Bei der Beurteilung des An
scheins der Befangenheit und der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Miss
trauen muss vielmehr in objektiver Weise als begründet erscheinen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztgutachten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters ein strenger Massstab anzusetzen (BGE 132 V 93 E. 7.1).
5.3
Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, der
Y._
fehle er an der Unab
hängigkeit, so ist ihm zu entgegen, dass
sich ein
Ausstandsbegehren
stets nur gegen Personen richten kann (BGE 137 V 210 E. 1.3.3).
D
ie geltend gemachten
Ablehnungsgründe
gegen die einzelnen Gutachter
ver
mögen
schliesslich
keinen Anschein der Befangenheit
zu
begründen. So stellt die Tatsache, dass eine sachverständige Person wiederholt von einer
Versiche
rungsträgerin
für Begutachtungen herangezogen
wird
,
k
einen
Ausstandsgrund
dar
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_67/2007 vom 2
8.
August 2007 E. 2.4). Auch das
vom Beschwerdeführer
als Beweis offerierte Memo
(
Urk.
3/5)
lässt
– man
gels Bezug zum Beschwerdeführer
keinen Hinweis für
eine
Befangenheit von Prof.
Dr.
Z._
erkennen
.
Das Memo datiert des Weiteren aus dem Jahr 2011, so dass sich nicht sagen lässt, ob Prof.
Dr.
Z._
die allfällige Position des Vertrau
ensarztes der in einem anderen Verfahren beklagten Versicherungsgesellschaft auch heute noch innehat.
Die
von der Beschwerdegegnerin vorgeschlagenen Ärzte sind in fachlicher Hin
sicht auf ihrem jeweiligen Begutachtungsgebiet mit einem Facharzttitel speziell qualifiziert und verfügen über die Berufsausübungsbewilligung des Kantons Zürich (vgl. www.medregom.admin.ch).
Eine allfällige
fehlende Sachkunde eines Gutachters
bildet indessen
ohnehin
keinen Umstand
, der Misstrauen in die Unparteilichkeit eines Gutachters wecken würde. Vielmehr ist bei der Würdi
gung des Gutachtens in Betracht zu ziehen, dass ein Gutachter nicht genügend sachkundig war (BGE 132 V 93 E. 6.5).
Dieser Ansicht ist im Übrigen auch der Beschwerdeführer (vgl.
Urk.
1 S. 6).
5.
4
Nach dem Gesagten
vermögen die vorgebrachten Ablehnungsgründe keinen Anschein der Befangenheit in objektiver Weise zu begründen.
6.
Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die polydisziplinäre Begutachtung des Beschwerdeführers bei den in Aussicht gestellten Ärzten der
Y._
angeordnet hat. Damit erweist sich der ange
fochtene Entscheid als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Da es vorliegend nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von Versiche
rungsleistungen geht, ist das Beschwerdeverfahren – in
Abweich
ung von
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
– gemäss
Art.
61
lit
. a ATSG kostenlos.