Decision ID: 949077c0-c72c-534b-af91-e8ff574987c5
Year: 2011
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriftenwechsel verzichtet wurde,
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),
dass das BFM aufgrund von EURODAC-Treffern vom 22. Juli 2010 (Beschwerdeführer) beziehungsweise 9. August 2010
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(Beschwerdeführerin) und dem Umstand, dass Italien auf das Übernahmegesuch des BFM vom 13. August 2010 (Beschwerdeführer; Beschwerdeführerin: 20. September 2010) bis zum Ablauf der jeweiligen Fristen nicht antwortete, Italien zu Recht als für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig erachtete (Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-VO),
dass die Beschwerdeführenden geltend machen, die Schweiz sei aufgrund humanitärer Gründe gehalten, im vorliegenden Fall von ihrem Selbsteintrittsrecht nach Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO Gebrauch zu machen und sich für ihre Asylgesuche für zuständig zu erklären,
dass nach Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO die Schweiz ein Asylgesuch prüfen kann, auch wenn sie nach den in dieser Verordnung vorgesehenen Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist, um ihren Verpflichtungen aus dem nationalen und internationalen Recht nachzukommen,
dass diese Bestimmung jedoch nicht direkt anwendbar ist, weshalb sie nur in Verbindung mit einer anderen Norm des nationalen oder internationalen Rechts angerufen werden kann (vgl. BVGer E-5644/2009 vom 31. August 2010 E. 5),
dass Italien unter anderem Signatarstaat der FK, der EMRK und FoK ist und keine konkreten Hinweise dafür bestehen, dass Italien sich nicht an die daraus resultierenden Verpflichtungen hält,
dass das BFM nach Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 ein Asylgesuch aus humanitären Gründen auch dann behandeln kann, wenn ein anderer Staat dafür zuständig ist, diese Kann-Vorschrift den Behörden jedoch einen gewissen Ermessensspielraum lässt und restriktiv ausgelegt werden muss (vgl. BVGer E-5644/2009 vom 31. August 2010 E. 8.2.1 f.),
dass geltend gemacht wird, der Beschwerdeführer befinde sich wegen der Probleme mit seinen Augen in der Schweiz in ärztlicher Behandlung, in Italien hingegen würde er keine medizinische Hilfe erhalten,
dass sein letzter Arzttermin auf den 3. Dezember 2010 terminiert war und er es trotz seiner Mitwirkungspflicht nach Art. 8 AsylG unterlassen hat, das Gericht über allfällige zusätzliche Termine zu informieren, weshalb davon auszugehen ist, dass die medizinische Behandlung seiner Augen abgeschlossen ist und keine weiteren Arzttermine notwendig sind,
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dass der Beschwerdeführer am 16. Dezember 2010 als untergetaucht gemeldet wurde, was ebenfalls den Schluss erlaubt, er benötige keine weitere medizinische Hilfe,
dass zudem davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer auch in Italien eine allenfalls weiterhin notwendige medizinische Versorgung erhalten würde (vgl. BVGer E-5644/2009 vom 31. August 2010 E. 7.6.3 f.),
dass insgesamt weder Anhaltspunkte für eine Verletzung der durch die EMRK garantierten Rechte durch Italien noch humanitäre Gründe nach Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 vorliegen, die für einen Selbsteintritt im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO sprechen,
dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und auch kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht, weshalb das BFM die Wegweisung zu Recht angeordnet hat,
dass im Rahmen des Dublin-Verfahrens, bei dem es sich um ein Überstellungsverfahren in den für die Prüfung des Asylgesuches zuständigen Staat handelt, systembedingt kein Raum bleibt für Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 AuG,
dass eine entsprechende Prüfung, soweit notwendig, vielmehr bereits im Rahmen des Nichteintretensentscheides stattfindet,
dass in diesem Sinne das BFM den Vollzug der Wegweisung nach Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat,
dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,
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dass den Beschwerdeführenden daher die Verfahrenskosten aufzuerlegen wären,
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG jedoch gutgeheissen wurde und deshalb keine Kosten aufzuerlegen sind.
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