Decision ID: e4c0f2c6-cf5f-4c26-8b19-2b5ecfa54ce3
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1954, war von Juni 1992 bis Januar 2008 bei der Y._ als Grafiker tätig (vgl. Urk. 7/7/11-13)
.
Die Entlassung erfolgte
aufgrund von internen Restrukturierungen (vgl. Urk. 7/7/13). Danach arbei
tete
der Versicherte von Februar 2008 bis März 2010 als selbständiger Grafiker (vgl. Urk. 7/7/11).
Unter Hinweis auf
eine Hirnblutung und einen Herzinfarkt meldete sich
der Versicherte
am 5. März 2011 bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an (Urk. 7/8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Zürich, IV-Stelle, teilte am 4. Juli 2011 (Urk. 7/18) mit, dass
aufgrund des
Gesundheitszustandes zurzeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien
. Die IV-Stelle klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und holte beim Z._ ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 22. Februar 2013 erstattet wurde (Urk. 7/41). Mit Vorbescheid vom 29. Mai 2013 (Urk. 7/50) verneinte die IV-Stelle einen Leistungsanspruch. Nach Einwänden des Versicherten (Urk. 7/55) tätigte die IV-Stelle weitere medizinische Abklärungen und holte unter anderem ein polydisziplinäres Gutachten der A._ ein, das am 5. Mai 2015 erstattet wurde (Urk. 7/104).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/121; Urk. 7/124; Urk. 7
/131)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 15. September 2016
einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 7/148 = Urk.
2).
2.
Der
Versicherte erhob am
17. Oktober 2016
Beschwerde
gegen die Verfügung
vom 15. September 2016 (Urk. 2) und beantragte, es sei ihm ab November 2
011
eine ganze Rente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1). Eventuell seien ihm
Integrationsmassnahmen (Arbeitstraining, Arbeitsvermittlung, eventuell Einar
bei
tungsmassnahmen)
zu gewähren (Urk. 1 S. 2 Ziff. 2).
Zudem seien ihm die Kosten
für
das
Gutachten
von
Dr. med. B._
in der Höhe von
Fr.
3‘000.--
zurückzuerstatten (Urk. 1 S. 2 Ziff. 3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 18. November 2016 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 21. November 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes üb
er
die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsun
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy
chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
glie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkei
ten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objek
tiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommens
ver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte
Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
sch
en
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut
bare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Inva
lideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Validen
ein
kommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen,
dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zi
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im Vorbescheid (Urk. 7/50) fest, dass es sich
aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht um einen invalidisierenden Ge
sund
heitsschaden handle (S. 1 unten).
In der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) führte sie aus, dass sie erneut eine Begutachtung in Auftrag gegeben habe, da die Auswirkungen der neuro
psy
chologischen Defizite auf die Arbeitsfähigkeit unklar geblieben seien. Die Konsensbeurteilung der Gutachter der A._ – 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit; 50%ige Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit – lasse
sich aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht nachvollziehen. Da auf Seiten
der Befunderhebung und der Einzelgutachten keine wesentlichen Differenzen zum Z._-Gutachten auffallen würden, handle es sich bei der Konsensbeur
teilung der A._ um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts (S. 2 oben).
2.2
Der Beschwerdeführer führte in der Beschwerde (Urk. 1) aus, dass er seit dem Stellenverlust im Jahre 2007 nie mehr arbeitsfähig gewesen sei. Schon da
mals habe er an einem Burnout und Depressionen gelitten (S. 7 Mitte). Nach der Kündigung habe er sich im Sinne einer Notlösung zusammen mit dem Sohn eine selbständige Arbeit als Grafiker aufgebaut. Dieses Geschäft habe er jedoch aus gesundheitlichen Gründen wieder auflösen müssen (S. 3 oben); im Jahre 2010 habe er einen Hirnschlag erlitten und im Januar 2011 zufolge koronarer Herzkrankheit einen Herzinfarkt (S. 3 Mitte). Aufgrund der Akten
lage sei
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
% seit November 2010 ausgewiesen
(
S.
4 oben).
Er sei
in seiner
angestammten Tätigkeit als selb
ständig erwer
bender Grafiker nic
ht mehr arbeitsfähig. Diese Tätigkeit erfordere höchste geistige Anforderungen, Konzentration, Planung, Kreativität und Ausdauer (S. 7 f.
).
Seit Jahren leide er an einer chronischen depressiven Störung und befinde sich in intensivster psychotherapeutischer Behandlung (S. 10 oben). Gemäss den Ausführungen von Dr. B._ sei eine organische Verän
derung des Gehirns zufolge der Hirnblutung erwiesen (S. 13 oben).
Aufgrund der beruflichen und vor allem gesundheitlichen Biographie sei ein
e
rein theor
etische Arbeitsfähigkeit von 50
% in concreto realistischerweise nicht mehr verwertbar (S. 13
Mitte
).
2.3
Demnach ist zu prüfen, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit und dem Inva
liditätsgrad des Beschwerdeführers verhält.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer war vom 21. Januar bis 17. Februar
2011
in statio
nä
rer kardiologischer Rehabilitation in der C._. Im Bericht der Ärzte der C._ vom 3. März 2011 (Urk.
7/7/6-8)
wurden folgende Diagnosen genannt (S. 1)
:
-
akuter
anteriorer ST-Hebungsinfarkt
-
chr
onisches Subduralhämatom rechts
-
seit 2007 Burnout-Syn
drom, Depression, Panikattacken
-
aktuell mittelgradig
depressive Störung und Burnout
Die Ärzte führten aus, die starke psychische Instabilität habe sich auf der Basis des Burnout-Syndroms seit 2007 aufgebaut und sei aktuell durch das Notwendigwerden der Schädeltrepanation und nun auch noch durch den ST-Hebungsinfarkt mit Intervention sehr stark aggraviert worden (S. 2 oben). Sie bescheinigten dem Beschwerdeführer
bis auf weiteres
eine
100%ige Arbeits
un
fähigkeit
.
Er
se
i nach wie vor psychisch in
stabil; aus psychologischer Sic
ht sei er für weitere sechs
Monate als nicht arbeitsfähig einzustufen
(S. 3 Mitte).
3.2
Im Bericht des D._, Klinik für Neurologie, vom
18. Mai 2011 (Urk. 7/20/7-9) wurden folgende Diagnosen genannt (S. 1 Mi
tte):
-
koronare Herzerkrankung mit/bei unter anderem Status nach akutem anterior ST-Hebungsinfarkt bei medialem RIVA-Verschluss
-
Status nach chronischem Subduralhämatom rechts mit Bohrloch
tre
panation und Hämatomevakuation am 29.11.2012
-
Status nach akuter Bronchitis
-
leichtgradig depressive Episode bei psychosozialer Belastungssituation
Die Ärzte des D._ gaben an, dass die subjektiv berichteten mnestischen Störungen nur partiell testpsychologisch hätten objektiviert werden können. Jedoch bestünden ausgeprägte attentionale Defizite mit Schwankungen und einer stark verlangsamten kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit. Es sei deshalb davon auszugehen, dass die im Alltag auftretenden mnestischen Schwierigkeiten grösstenteils aufmerksamkeitsbedingt seien. Zum Einen sei
eine Residualsymptomatik nach chronischem Subduralhämatom möglich, zu
m Anderen bestünden auch ein ausgeprägtes Fatigue-Syndrom sowie eine De
pression, welche ihrerseits Minderleistungen mitbedingten, so dass eine Ver
besse
rung der neuropsychologischen Leistungen möglich sein könnte (S. 3 Mitte
).
3.3
Dr.
med.
B._, Fachärztin für Neurologie, führte im Bericht vom 21. Juli
2011 (
Urk.
7/26/17-19)
aus, dass die Müdigkeit und die Kopfschmer
zen im Vordergrund stünden. Bei Anstrengungen, körperlich sowie auch geistig, würden seitlich, rechts hinten Kopfschmerzen auftreten, welche bis ins Auge ausstrahlen würden (S. 2 Mitte). Dr. B._ gab weiter an, dass aus ihrer Sicht eine Angstreaktion auf drei potentiell lebensgefährliche Situa
tionen (Hirn-, Lungen-, Herzerkrankung) bestehe. Eine organische Hirnschä
di
gung sei nicht vollständig ausgeschlossen, könne aber erst nach Behand
lung
der Angst-Symptome abschliessend beurteilt werden. Eine intensive medi
kamentöse und auch psychotherapeutische Behandlung sei dringend indi
ziert
. Der Beschwerdeführer sei kaum in der Lage, den Alltag zu bewäl
tigen (S. 3 Mitte).
3.4
Im Bericht des
E._
vom 14. November 2011 (Urk. 7/22/1-5)
wurde als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige Episode einer re
zidivierenden Depression (F32.1)
genannt, bestehend seit 2007. Die a
ktuelle Episode
stehe
in zeitlichem Zusammenhang mit einer Hirnblutung Ende 2010 und
einem
Herzinfarkt
im Januar 2011
(Ziff. 1.1). Es bestünden weiterhin deutliche Konzentrationsstörungen. Ge
dächt
nis
störungen würden nicht sichtbar, aber vom Beschwerdeführer anhal
tend berichtet. Das formale Denken sei verlangsamt. Es habe eine langsame Verbesserung in Teilen des Befundes stattgefunden. Allerdings bestehe wei
ter
hin ein deutlich depressives Zustandsbild (Ziff. 1.4). Der Beschwerdeführer sei
bis auf weiteres
zu 100 % arbeitsunfähig (Ziff. 1.6).
3.5
Vom 16. Mai bis 10. Juli 2012 befand sich der Beschwerdeführer in der
F._
. Im entsprechenden Austrittsbericht vom 22. August
2012 (Urk. 7/35/7-10) wurde eine mittelgradige depressive Episode (F32.1) bei
Status nach drei lebensbedrohlichen Ereignissen diagnostiziert (S. 1 Mitte). Im stationären Rahmen habe eine beginnende partielle Besserung des de
pres
siven Syndroms erreicht werden können. Die ganztägige Müdigkeit, Antriebs
armut und –hemmung, Denkhemmung sowie Hoffnungslosigkeit gegenüber der Zukunft seien leicht gemindert, aber aktuell noch vorhanden (S. 3 oben). Der Beschwerdeführer sehe sich momentan nicht in der Lage kreativ zu arbeiten. Die Konzentrationsfähigkeit sei reduziert und die Müdigkeit führe zu einem geringen Belastbarkeitsniveau (S. 3 unten).
Im
Bericht
der Ärzte der F._
vom 20. August 2012 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 7/31) wurde dem Beschwerdeführer eine
100%ige Arbeits
unfähigkeit als selbständiger Gra
fiker seit Anfang 2011 bis 22. Juli 2012 attestiert (Ziff. 1.6). D
ie Arbeitsunfähigkeit dauere weiter an
(Ziff. 1.7).
3.6
Das Gutachten der Ärzte des Z._ vom 22. Februar 2013 (Urk. 7/41) basiert auf einer internistischen, einer neurologischen, einer neuropsychologischen und einer psychiatrischen Untersuchung sowie den vorhandenen Akten (vgl. S. 1 unten).
Darin werden keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit genannt
(S.
51
Ziff.
6.1)
, hingegen folgende Hauptd
iagnosen ohne
Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit
(S. 51 Ziff. 6.2):
-
leichte depressive Episode ohne somatisches Syndrom
-
postraumatische Arthrose des rechten OSG und USG
-
koronare Eingefässerkrankung
-
Status nach chronischem Subduralhämatom
-
Reizdarm mit Durchfallssymptomatik
-
Hochtonschwerhörigkeit, apparativ versorgt
-
Status nach Bronchopneumonie im Januar 2011
Die Gutachter führten aus, der aktuelle internistische Status des Beschwer
deführers sei weitgehend unauffällig. Es fänden sich keine Hinweise für eine Herzinsuffizienz (S. 56 oben). Von Seiten des Bewegungsapparates finde sich lediglich ein versteiftes rechtes Sprunggelenk. Obwohl der Beschwerdeführer diesbezüglich relativ beschwerdearm sei, seien ihm rein stehende oder gehende Tätigkeiten auf Dauer nicht zumutbar. Ansonsten ergäben sich aus
internistischer Sicht keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (S. 56 Mitte
). Die aktuelle neurologische Untersuchung sei unauffällig. Die beklagten kog
nitiven und sprachlichen Defizite seit der Hirnoperation seien ohne nach
weisbare persistierende Schädigung des Hirnparenchyms in den kraniellen Computertomographien und der aktuellen kraniellen Kernspintomographie
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht organischer Genese (S. 56 unte
n). Aus neuropsychologischer Sicht wurde angegeben, es bestünden vereinzelte Aufmerksamkeitseinbussen, ein reduziertes Arbeitsgedächtnis, eine vermin
derte semantische Ideenproduktion, eine teils reduzierte kognitive Verarbei
tungsgeschwindigkeit, eine leichte non-verbale Abrufschwäche, eine teils erhöhte Antwortlatenz sowie in der Umgangssprache gelegentlich Wortfin
dungs
probleme. Es sei davon auszugehen, dass es sich mehrheitlich um de
pressions-assoziierte Leistungseinbussen handle, wofür auch die Verbesse
rung
der Leistungen im Verlauf spreche (S. 57 Mitte). Der psychiatrische Gutachter führte aus, an objektivierbaren depressiven Symptomen sei eine leicht ver
minderte emotionale Schwingungsfähigkeit zu erkennen, die ins Depressive ausgelenkt sei. Ebenso wirke der Beschwerdeführer vom Affekt her leicht deprimiert und verunsichert. Aufgrund des Untersuchungsgesprächs und der anamnestischen Angaben liege eine depressive Symptomatik vor, die leicht
gradig ausgeprägt sei. Aus psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsfähig (S. 58 oben).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als selbständiger Graphiker medizinisch-theo
re
tisch wieder zu 100 % arbeitsfähig sei, wobei aufgrund der bisherigen langen Krankheitsdauer und der inzwischen aufgetretenen körperlichen, geistigen und psychischen Dekonditionierung ein langsamer Wiedereinstieg in den
Arbeitsprozess, beginnend mit einem 50%-Pensum und langsamer Steige
ru
ng in 10%-Schritten pro Monat bis auf ein volles Pensum als vernünftig erach
tet werde (S. 60 Ziff. 7.6). Auch in einer sonstigen dem körperlichen Leiden optimal angepassten Verweistätigkeit bestehe medizinisch-theoretisch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 60 Ziff. 7.7). Berufliche Wiedereingliederungs
mass
nahmen seien sicherlich indiziert (S. 60 Ziff. 7.9). Retrospektiv könne
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass der Be
schwer
deführer nach seiner Subduralhämatom-Operation am 29. November 2010 bis zum Austritt aus der F._ (10. Juli 2012) vorübergehend zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei (S. 58 Ziff. 7.5). Von da an könne wieder eine gewisse Teilarbeitsfähigkeit (von 40-50 %) angenommen werden, auch wenn Frau Dr. B._ ihm eine andauernde 100%ige Arbeitsun
fähig
keit bescheinige (S. 59 Mitte).
3.7
RAD-Arzt pract. med. G._, Facharzt für Arbeitsmedizin, hielt mit Stellungnahme vom 19. März 2013 (Urk. 7/49/7 f.) fest, dass auf das Z._-Gutachten abgestellt werden könne.
3.8
Die Ärzte des E._ diagnostizierten im Bericht vom
10. Juni 2013 zuhanden der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Urk. 7/
58/1-2) eine hirnorganische Persönlichkeitsstörung (F07.0) bei Status nach chronischem Subduralhämatom mit Zustand nach mittelgradiger Epi
sode einer rezidivierenden Depression (gegenwärtig leichtgradig; S. 1 Ziff. 1). Aus psychiatrischer Sicht liege eine Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund einer Schädigung und Funktionsstörung des Gehirns vor, weshalb der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als selbständiger Grafiker anhaltend zu 100 % arbeitsunfähig sei (S. 1 Ziff. 2). Auch ange
passte Verweistätigkeiten seien ihm nicht zumutbar, da er im Rahmen seiner labilen psychischen Verfassung und seiner kognitiven Einschränkungen nur schon in der einfachen Alltagsbewältigung überfordert sei (S. 1 f. Ziff. 3).
3.9
Dr. B._ hielt in ihrem Bericht vom 1. Juli 2013 zuhanden der Rechts
vertreterin des Beschwerdeführers (Urk. 7/58/3-6) fest, dass an eine selb
stän
dige Tätigkeit als Grafiker nicht gedacht werden könne. Dies infolge fehl
en
den Antriebs, fehlender tonischer Aufmerksamkeit, Wortfindungsstörungen und Neigung zur Konfabulation respektive repetitiven Verhaltens sowie Schwierigkeiten bei der Planung von Aufgaben (S. 3 Ziff. 3).
3.10
Vom 2. bis 27. September 2013 war der Beschwerdeführer in der H._ hospitalisiert. Im entsprechenden Bericht der H._ vom 25. Oktober 2013 (Urk. 7/61) wurde ausgeführt, dass er wegen Anpassungs
störungen mit Suizidgedanken, wegen Scheidung von der Ehefrau und Angst vor Wohnungsverlust zugewiesen worden sei (S. 2 oben). Der Austritt sei in teilremittiertem Zustand erfolgt (S. 3 unten).
Im testpsychologischen Untersuchungsbericht der
H._
vom 24. April
2014 (Urk. 7/71/5-7) wurde festgehalten, dass die subjektiv berich
teten Schwierigkeiten im Bereich der Aufmerksamkeit und der Arbeitsge
dächt
nisleistungen testpsychologisch hätten objektiviert werden können. Die Belastbarkeit des Beschwerdeführers sei nach wie vor reduziert und in der Ver
haltensbeobachtung hätten sich im Verlauf und mit zunehmender Ermü
dung Wortfindungsstörungen gezeigt. Es sei nachvollziehbar, dass unter diese
n Umständen die Leistungsfähigkeit im Beruf deutlich eingeschränkt sei (S. 3).
3.11
Die Ärzte des Z._ nahmen am 24. Juni 2014 (Urk. 7/74) Stellung zu neu eingereichten medizinischen Unterlagen. Sie hielten fest, dass diese an ihrer Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nichts ändern
würden. Es sei davon auszugehen, dass keine hirnorganische Störung vorlieg
e (S. 1). In wieweit die depressive Reaktion auf die Trennung der Ehefrau lang
fristig eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe, müsste in einem Ver
laufsgutachten entschieden werden (S. 2).
3.12
Das Gutachten der Ärzte der
A._
vom 5. Mai 2015 (Urk. 7/104) basiert auf
einer internistischen, einer neurologischen, einer orthopädischen, einer
neu
ropsychologischen und einer psychiatrischen Untersuchung sowie den vo
r
han
denen Akten (vgl. S. 1 f.). Darin wurden folgende (verkürzt wieder
gege
be
ne) Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit genannt (S. 97 f.):
-
koronare Herzkrankheit mit Myokardinfarkt im Januar 2011
-
Pseudoarthrose und Knickfuss-Fehlstellung des rechten oberen Sprung
gelenks und der distalen Fibula; Grosszehengrundgelenksarthrose beidseits; Senk-Spreiz-Knickfuss rechts und Senk-Spreizfuss links
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradige depres
si
ve Episode
Als Diagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurde die Opera
tion eines subduralen Hämatoms über der rechten Grosshirnhemisphäre im Jahr 2010 genannt. Es bestehe kein Anhalt für eine namhafte residuelle intra- oder extraaxiale intrakranielle Läsion (S. 98 oben).
Aus internistischer Sicht wurde festgehalten, dass aufgrund der koronaren Herzkrankheit mit persistierenden Beschwerden und Nachweis einer belas
tungs
abhängigen Ischämie lediglich eine Arbeitsfähigkeit für leichte körper
liche Arbeit gegeben sei, die überwiegend sitzend ausgeführt werden könne, dies mit einem zusätzlichen Pausenbedarf (Pensum 80 %, Rendement 100 %; S. 52 Mitte). Im Rahmen der psychiatrischen Beurteilung wurde ausgeführt, dass im Rahmen der aktuellen depressiven Symptomatik noch Einschrän
kungen hinsichtlich der Gestaltungsfähigkeit des Alltags bestünden, die jedoch überwiegend intellektuell komplexere Tätigkeiten betreffen würden. Das Leistungsniveau des Beschwerdeführers sei zumindest für geistig und psy
chisch einfache Tätigkeiten mit einfachen Ansprüchen an Flexibilität, Um
stellungs- und Anpassungsfähigkeit ausreichend (S. 72 Mitte). Bei der neu
ropsychologischen Untersuchung und Testung hätte sich eine leicht ver
minderte kognitive Verarbeitungsgeschwindigkeit gezeigt. Im Vergleich zu früheren Untersuchungen hätten sich die kognitiven Leistungen jedoch merk
lich verbessert. Die verbesserten Leistungen seien somit wahrscheinlich eine
Folge der besseren psychischen Befindlichkeit des Beschwerdeführers (S. 78 f.)
.
Im Rahmen der Konsensbeurteilung wurde festgehalten, dass die Arbeits
fähig
keit des Beschwerdeführers in der zuletzt ausgeübten sowie jeder ver
gleichbaren selbständigen Tätigkeit aufgrund der somatischen (orthopä
dische
n und internistischen) und psychiatrischen Gesundheitsstörungen vorerst mit 50 % einzuschätzen sei. Für sich allein seien die einzelnen Gesundheits
stö
rungen noch nicht geeignet, die Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit ein
zuschränken. In der Summe liege jedoch aus Sicht der Gutachter eine doch erhebliche Polymorbidität vor, so dass hier eine nur noch hälftige Arbeits
fähigkeit gerechtfertigt erscheine. Eine weitere psychische Stabilisierung sei dabei geeignet, die Arbeitsfähigkeit auf 100 % zu steigern; eine nochmalige polydisziplinäre Bewertung in etwa sechs Monaten sei anzuraten. Dabei sei auch die grundsätzlich nicht stabile kardiale Situation nochmals zu bewerten. Dringend notwendig sei eine vollständige Nikotinkarenz. Die psychiatrische Behandlung sollte fortgesetzt und gegebenenfalls optimiert werden (S. 79 Ziff. 3). In körperlich leichten, geistig einfachen und gut strukturierten, wechsel
belastend oder überwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeiten des allge
meinen Arbeitsmarktes sei eine Arbeitsfähigkeit von 100 % als gegeben anzusehen - vorzugsweise schrittweise in zwei monatlichen 50%-Inkremen
ten erfolgend –, da die psychischen Einschränkungen hierbei nicht namhaft zum Tragen kommen (S. 79 f.). Eine berufliche Wiedereingliederung sei the
ra
peutisch eher wünschenswert, da anamnestisch ein sich aus der derzeitigen Untätigkeit zusätzlich ergebender negativer psychischer Effekt deutlich aufscheine (S. 80 oben).
3.13
In der ergänzenden Stellungnahme der Gutachter der A._ vom 16. Juli 2015 (Urk. 7/110) wurde festgehalten, dass das Gutachten auch nach noch
maliger Prüfung versicherungsmedizinisch schlüssig und nicht zu ver
än
dern sei (S. 1). Soweit der ärztliche Dienst der Beschwerdegegnerin angebe, sie hätten „sofort“ eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in angepassten Tätigkeiten empfohlen, sei dies falsch. Vielmehr sei eine inkrementelle Steigerung der Arbeitsfähigkeit in zwei 50%-Schritten empfohlen worden. Die seitens des internistischen Gutachters in seiner Teilbeurteilung empfohlene Limitation der Arbeitsfähigkeit (auf 80 %) sei zudem nicht als auf Dauer zuzuerkennen formuliert (S. 2 Mitte). Hier bestehe also kein Widerspruch. Angesichts der gesamthaften Empfehlung der Gutachter, die Arbeitsfähigkeit in etwa sechs Monaten nochmals zu überprüfen, sei zudem eine Vorläufigkeit der Bewer
tung vorbehalten (S. 2 unten).
3.14
RAD-Ärztin med. pract.
I._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
hielt mit Stellung
nah
me vom 12. August 2015 (Urk. 7/119/8-10) fest, dass das Ergebnis der
Konsensbeurteilung aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht nachvoll
zieh
bar sei. Eine nähere Begründung, wie die einzelnen Befunde so zusammen
wirkten, dass eine doch erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resul
tiere, sei nicht näher erläutert worden.
3.15
Dr. B._ führte in ihrem Bericht vom 31. Dezember 2015 zuhanden der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Urk. 7/130) aus, dass die chronische Depression im Vordergrund stehe, die mindestens seit 2006 dokumentiert sei (S. 1 Ziff. 1). Der Beschwerdeführer sei durch die depressiven Symptome wie verlangsamtes Denken, Planungsschwierigkeiten, Motivationsprobleme, redu
zierter Antrieb und Verlangsamung der kognitiven Verarbeitungsge
schwin
dig
keit in einer angepassten Tätigkeit eingeschränkt (S. 1 Ziff. 2). Eine selb
ständige Arbeit, die zu einem relevanten Einkommen führe, sei ihres Erach
tens nicht denkbar (S. 2 Ziff. 3).
3.16
Dr. med. J._ (nach eigenen Angaben nicht verwandt mit Dr. med. B._, vgl. Urk. 7/133 S. 11 Mitte), Facharzt für Neurologie sowie Physikalische Medizin und Rehabilitation, erstellte am 22. März 2016 im Auftrag des Beschwerdeführers ein neurologisches Gutachten (Urk. 7/133). Dr. J._ führte aus, dass beim Beschwerdeführer seit Ende 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten wie auch in einer ange
passten Tätigkeit vorliege. Auch bei einer Hilfsarbeit müsste er – wie seit längerer Zeit im Haushalt – dauernd angeleitet werden, was weder realistisch noch zumutbar sei (S. 14 f.). Heute seien noch drei hauptsächliche Problem
kreise für die ausgeprägten invalidisierenden Beeinträchtigungen verantwort
lich. Einerseits habe das chronische Subduralhämatom mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu bleibenden kognitiven Beeinträchtigungen geführt. Zwei
tens bestehe eine relevante, zeitweise ausgeprägte rezidivierende de
pres
sive Symptomatik. Drittens bestehe seit vier Jahren eine koronare Herz
krank
heit (S. 12).
3.17
In der ergänzenden Stellungnahme der Ärzte der A._ vom 27. Juli 2016 (Urk. 7/142) wurde festgehalten, die vorgelegten Unterlagen seien nicht geeignet, die Bewertung der Gutachter zu ändern (S. 3 unten).
3.18
Dr. J._ hielt mit ergänzender Stellungnahme vom 20. August 2016 zuhanden der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Urk. 7/145) fest, dass
auf das neuropsychologische Teilgutachten der
A._
nicht abgestellt wer
den
könne (S. 1 f.). In seinem Gutachten seien die zweifelsfrei durch
ge
mach
ten organischen Hirnveränderungen eindeutig durch eine neue fachge
rechte
Bildgebung des Gehirns nachgewiesen worden (S. 2 unten). Entschei
dend seien
jedoch die gut dokumentierten Funktionsstörungen mit erheblich behin
dern
dem Effekt (S. 3).
4.
4.1
Die beiden polydisziplinären Gutachten der Ärzte des Z._ und der A._ erfüllen
die Anforderungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im Sinne der Rechtsprechung (vgl. vorstehend E. 1.4) vollumfänglich. Sie setzte
n
sich mit allen Aspekten der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auseinan
der und berücksichtigte
n
insbesondere auch sämtliche bis dahin angefallenen ärztlichen Untersuchungsberichte.
Das zeitlich aktuellere Gutachten der Ärzte der A._ lässt sich im Wesentlichen auch mit dem Z._-Gutachten in Einklang bringen. So wurde im A._-Gutachten ausgeführt, das polydis
ziplinäre Gutachten der Ärzte des Z._ erkenne keine Arbeitsunfähigkeit und verneine eine gravierende kognitive, neurologische und psychiatrische Störung, stimme also mit der hiesigen Bewertung weitgehend überein. Im A._-Gutachten hätten sie die verschlechterte kardiale Situation und die orthopädischen Gesundheitsstörungen mit einbezogen und auch die Poly
morbidität in ihrer Einschätzung mit zu berücksichtigen versucht. Letztlich bestehe hier also kein namhafter Dissens (Urk. 7/104 S. 85 oben/Mitte).
4.2
Hinsichtlich des Verlaufs der Arbeitsunfähigkeit ergibt sich aus dem Z._-Gutachten, dass von Ende November 2010 bis jedenfalls Mitte Juli 2012 (Austritt aus der F._) eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor
lag. Anschliessend ist von einer rund 50%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit bis mindestens Mitte Februar 2013 (Zeitpunkt Z._-Gutachten) auszugehen.
4.3
Zur aktuellen Arbeitsfähigkeit wurde im Z._-Gutachten festgehalten, dass medizinisch-theoretisch in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit wie auch in einer Verweistätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Aufgrund der langen Krankheitsdauer solle der Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess langsam erfolgen, beginnend mit einem Pensum von 50 % und einer schrittweisen
Steigerung in 10%-Schritten. Berufliche Massnahmen seien indiziert. Die Gut
achter des Z._ gingen also für den Zeitpunkt des Gutachtens von einer sofort realisierbaren 50%igen Arbeitsfähigkeit aus.
Im A._-Gutachten vom Mai 2015 wurde festgehalten, dass die Arbeits
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit vorerst mit 50 % einzuschätzen sei, da eine erhebliche Polymorbidität vorliege. Diese Einschätzung erfolgte im Rahmen der Konsensbeurteilung und erscheint angesichts der verschiedenen Einzelbefunde nachvollziehbar. Die Gutachter hielten eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100 % bei einer weiteren psychischen Stabilisierung für möglich. Sie empfahlen eine nochmalige Beurteilung in etwa sechs Monaten. In angepassten Tätigkeiten (körperlich leicht, geistig einfach und gut struk
turiert, wechselbelastend oder überwiegend sitzend) bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Die Gutachter gingen jedoch nicht von einer sofort reali
sier
baren 100%igen Arbeitsfähigkeit aus, sondern von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit in zwei 50%-Schritten, was sie in der ergänzenden Stellung
nahme vom Juli 2015 nochmals explizit festhielten (vgl. E. 3.13).
Sowohl im Z._-Gutachten als auch im A._-Gutachten wurde somit von einer sofort realisierbaren 50%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen wie auch in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen. In der Folge blieb jedoch der berufliche Wiedereinstieg aus und dementsprechend konnte auch die vorgesehene Erhöhung auf 100 % nicht realisiert werden. Im A._-Gut
achten wie auch in der ergänzenden Stellungnahme wurde die Vorläufigkeit der Beurteilung betont. Eine nochmalige polydisziplinäre Beurteilung erfolgte nicht und es wurden auch keine beruflichen Massnahmen durchgeführt. Der von den Gutachtern vorgeschlagene schrittweise Wiedereinstieg in den Arbeits
prozess konnte nicht realisiert werden und in den Akten finden sich auch keine Anhaltspunkte für eine psychische Stabilisierung. Somit ist nach wie vor von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit auszugehen.
Soweit die Neurologin Dr.
B._
in ihren Stellungnahmen vom Juli 20
13 (ohne neue Untersuchung) und vom Dezember 2015 (aufgrund eines Interviews und des A._-Gutachtens) zuhanden der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers weiterhin
von einer vollen Arbeitsunfä
higkeit ausging, vermag dies die beiden
Gutachten nicht in Zweifel zu zieh
en, zumal sie sich im Wesentlichen auf eine fachfremde Diagnose stützte
.
Dasselbe gilt für das Parteigutachten von Dr. J._, ebenfalls Neurologe, welcher die von
ihm attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit unter anderem mit psychia
tri
schen
und kardialen Befunden begründete.
4.4
In Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Grafiker sind keine beruflichen Massnahmen erforderlich. Soweit der Beschwerdeführer das fortgeschrittene Alter anführte (vgl. Urk. 1 S. 13 f.), ist festzuhalten, dass er die bisherige Tätigkeit weiter ausführen und somit an eine langjährige Berufserfahrung anknüpfen kann. Dem im Verfügungszeitpunkt 62jährigen Beschwerdeführer verbleibt noch eine Aktivitätsdauer von drei Jahren. Die Verwertbarkeit der 50%igen Restarbeitsfähigkeit ist somit gegeben.
Aufgrund der Tatsache, dass d
er Beschwerdeführer
aus medizinischer Sicht in der Lage ist,
seine
zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Grafiker
im Umfang von
50
% auszuüben, genügt für die Ermittlung des Invaliditätsgrades die Gegenüberstellung blosser Prozent
zahlen (Prozentvergleich, BGE 114 V 313 E. 3a, 107 V 22, 104 V 136 E. 2a und b). Daraus resulti
ert ein Invaliditätsgrad von 50
% und damit der An
spruch auf eine halbe Rente.
4.5
D
er Beschwerdeführer
meldete sich am
5. März
2011 zum Bezug von Leis
tungen der Invalidenversicherung an (
Urk. 7/8
).
Von November 2010 bis Mitte Juli 2012 (Austritt aus der F._) war er
in der bisherigen wie auch in einer angepassten
Tätigkeit ununterbrochen zu 100
% arbeits
un
fähig. Folglich hat
er
ab dem
1. November 2011 (Ablauf des Wartejahres, vgl. E. 1.1)
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
, welche bis Oktober 2012 zu befristen ist (vgl.
Art.
88a der Verordnung
über die Invalidenversicherung,
IVV
).
Anschliessend ist von einem Invaliditätsgrad von 50 % und entsprechend einem Anspruch auf eine halbe Rente auszugehen. Dies führt zur Zusprache einer ganzen Rente von November 2011 bis Oktober 2012 und einer halben Rente ab November 2012. Entsprechend ist die Beschwerde teilweise gutzu
heissen.
5.
5.1
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
sind ermessensweise auf
Fr.
800
.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Bei
diesem Ausgang des Verfahrens steht de
m Beschwerdeführer
eine Pro
zess
entschädigung zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.--
(zuzüglich Mehrwertsteuer) auf Fr. 2’200.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) zu bemessen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen ist.
5.3
Soweit der Beschwerdeführer
die Übernahme der Kosten für das von Dr. B._ am 22. März 2016
erstattete
Gutachten
(
Urk. 7/133)
in der Höhe von
Fr. 3‘00
0.-- beantragte, ist festzuhalten, dass diese
s
zur Beurteilung
seines Gesundheitszustandes und seiner Arbeitsfähigkeit keine neuen Er
kenn
t
nisse brachte, weshalb dess
en Kosten vom Beschwerdeführer zu tragen sind.