Decision ID: 64f5ff7d-9145-5167-b3f0-94592ea90357
Year: 2016
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Die A._ GmbH mit Sitz in [...] (nachfolgend: Steuerpflichtige)
bezweckt gemäss Eintrag im Handelsregister des Kantons [...] "das Betrei-
ben einer Werbeagentur samt Marketing, (...)".
A.b Am 21. und 22. Januar 2010 wurde die Steuerpflichtige einer Mehr-
wertsteuerkontrolle betreffend die Steuerperioden 1. Quartal 2005 bis und
mit 4. Quartal 2008 (Zeitraum vom 1. Januar 2005 bis zum 31. Dezember
2008) unterzogen. Dabei kam es zu Umsatzaufrechnugen in Zusammen-
hang mit dem Volleyball Club X._ (nachfolgend: Volley Club) und
dem Basketball Club Y._ (nachfolgend: Basketball Club). In der
Folge forderte die Eidgenössische Steuerverwaltung (nachfolgend: ESTV)
– mittels als Verfügung ausgestalteter Einschätzungsmitteilung (EM)
Nr. [...] vom 6. Dezember 2010 – von der Steuerpflichtigen den Steuerbe-
trag von insgesamt Fr. 80'764.-- zuzüglich Zins nach.
A.c Mit Schreiben vom 10. Dezember 2010 mit dem Betreff "Einsprache"
machte die Steuerpflichtige geltend, nachträglich von ihm eingereichte Un-
terlagen hätten sich mit der EM gekreuzt und seien daher nicht berücksich-
tigt worden.
Mit Schreiben vom 15. April 2011 wies die ESTV die Steuerpflichtige unter
anderem darauf hin, dass ihre "Einsprache" den gesetzlichen Anforderun-
gen an den Inhalt einer solchen nicht genüge und forderte sie auf, ihre Ein-
gabe bis spätestens am 31. Mai 2011 verbessert einzureichen. Dieser Auf-
forderung kam die Steuerpflichtige mit Eingabe vom 30. Mai 2011 nach und
beantragte im Wesentlichen die vollumfängliche Korrektur der Umsatzauf-
rechnungen, sowohl betreffend den Volley Club als auch betreffend den
Basketball Club. Sie machte geltend, betreffend ersteren Club sei auf fol-
genden verbuchten Aufwendungen
2005: Fr. 115'316.10
2006: Fr. 209'301.89
2007: Fr. 326'573.55
2008: Fr. 366'044.71
und betreffend letzteren Club auf folgenden verbuchten Aufwendungen
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2006: Fr. 9'850.06
2007: Fr. 31'367.89
2008: Fr. 35'165.80 (recte gemäss EM: Fr. 25'165.80).
keine Mehrwertsteuer geschuldet. Dies deshalb, weil in beiden Fällen kein
(mehrwertsteuerlich relevanter) Leistungsaustausch zwischen der Steuer-
pflichtigen und dem jeweiligen Club vorliege.
A.d Mit Schreiben vom 10. Juni 2011 forderte die ESTV die Steuerpflichtige
auf, diverse Unterlagen bis spätestens am 8. Juli 2011 nachzureichen.
Diese gingen gestaffelt bis am 23. Juni 2011 bei der ESTV ein.
A.e In ihrer Verfügung vom 21. April 2015 hielt die ESTV zunächst fest, die
EM vom 6. Dezember 2010 sei fälschlicherweise in Form einer Verfügung
erlassen worden. Eine EM könne nur dann in Form eines formellen Ent-
scheides (Verfügung) erlassen werden, wenn die steuerpflichtige Person
bereits das Kontrollergebnis bestritten habe oder eine Gefährdung der
Steuererhebung vorliege. Diese Voraussetzungen seien nicht erfüllt gewe-
sen, weshalb die Eingabe der Steuerpflichtigen vom 30. Mai 2011 als Be-
streitung bzw. als Gesuch um Erlass einer Verfügung im Sinne von Art. 82
MWSTG qualifiziert werde.
In der Sache selbst legte die ESTV dar, dass zwischen der Steuerpflichti-
gen und den beiden Sport Clubs jeweils ein steuerbarer Leistungsaus-
tausch zu bejahen sei und die Umsatzaufrechnungen in Höhe von
Fr. 82'355.-- somit zu Recht erfolgt seien. Auch der Eventualantrag der
Steuerpflichtigen werde abgewiesen.
A.f Mit Eingabe vom 20. Mai 2015 erhob die Steuerpflichtige gegen die
Verfügung der ESTV vom 21. April 2015 Einsprache. Dabei wiederholte sie
die im Rahmen ihrer Eingabe vom 30. Mai 2011 vorgebrachten Anträge
(vgl. dazu vorne Bst. A.c).
A.g Mit Einspracheentscheid vom 23. Juli 2015 wies die ESTV die Einspra-
che der Steuerpflichtigen vom 20. Mai 2015 ab und bestätigte die Mehr-
wertsteuerforderung von Fr. 82'355.--.
B.
B.a Mit Eingabe vom 10. September 2015 erhob die Steuerpflichtige
(nachfolgend: Beschwerdeführerin) gegen den Einspracheentscheid der
ESTV (nachfolgend: Vorinstanz) vom 23. Juli 2015 Beschwerde beim Bun-
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desverwaltungsgericht. Sie beantragt sinngemäss, es sei von der Erhe-
bung der geltend gemachten Nachsteuer abzusehen. Diese werde nämlich
nur aufgrund einer "verhängnisvollen" Formulierung in der Vereinbarung
zwischen der Beschwerdeführerin und dem Volley Club erhoben. Die Be-
schwerdeführerin macht sodann geltend, dass die Bezahlung der von der
Vorinstanz erhobenen Nachsteuer zu einer Überschuldung und letztlich in
den Konkurs führen würde. Um einen solchen zu umgehen, sei es ihr aus-
drücklicher Wunsch, mit der Vorinstanz einen Vergleich abzuschliessen.
B.b In ihrer Vernehmlassung vom 30. Oktober 2015 beantragt die
Vorinstanz die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde unter Kosten-
und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin.
C.
Auf die einzelnen Vorbringen in den Eingaben der Parteien wird – soweit
entscheidrelevant – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnahme
nach Art. 32 VGG gegeben ist. Vorliegend stellt der angefochtene Ein-
spracheentscheid der Vorinstanz vom 23. Juli 2015 eine solche Verfügung
dar. Damit ist auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten.
1.2 Das Verfahren vor diesem Gericht richtet sich nach dem VwVG, soweit
das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).
1.3 Im Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der Rechtsanwendung von
Amtes wegen. Das Bundesverwaltungsgericht ist verpflichtet, auf den unter
Mitwirkung der Verfahrensbeteiligten festgestellten Sachverhalt die richti-
gen Rechtsnormen und damit jenen Rechtssatz anzuwenden, den es als
den zutreffenden erachtet, und ihm jene Auslegung zu geben, von der es
überzeugt ist (BGE 119 V 347 E. 1a; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/
LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht,
2. Aufl., 2013, Rz. 1.54).
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Seite 5
1.4
1.4.1 Auf den 1. Januar 2010 wurde das derzeit geltende Bundesgesetz
über die Mehrwertsteuer vom 12. Juni 2009 (MWSTG, SR 641.20) in Kraft
gesetzt. Es trat an die Stelle des Mehrwertsteuergesetzes vom 2. Septem-
ber 1999 (aMWSTG, AS 2000 1300), welches ab 1. Januar 2001 in Kraft
war. Auf die zwischen 1. Januar 2001 und 31. Dezember 2009 eingetrete-
nen Tatsachen und entstandenen Rechtsverhältnisse bleibt gemäss
Art. 112 Abs. 1 und 2 MWSTG das frühere materielle Recht anwendbar.
Demgegenüber ist das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht im
Sinne von Art. 113 Abs. 3 MWSTG auf sämtliche im Zeitpunkt des Inkraft-
tretens hängigen Verfahren anwendbar (statt vieler: Urteil des Bundesge-
richts 2C_1002/2014 vom 28. Mai 2015 E. 2.1).
1.4.2 Im vorliegenden Fall geht es um Steuernachforderungen betreffend
das 1. Quartal 2005 bis und mit dem 4. Quartal 2008 (Zeitraum vom 1. Ja-
nuar 2005 bis zum 31. Dezember 2008). Damit findet das materielle Recht
des aMWSTG und das Verfahrensrecht des MWSTG Anwendung.
2.
2.1
2.1.1 Gemäss Art. 5 aMWSTG unterliegen der Mehrwertsteuer u.a. im In-
land durch steuerpflichtige Personen gegen Entgelt erbrachte Dienstleis-
tungen und Lieferungen von Gegenständen. Eine Lieferung liegt vor, wenn
die Befähigung verschafft wird, im eigenen Namen über einen Gegenstand
wirtschaftlich zu verfügen (Art. 6 Abs. 1 aMWSTG), aber auch dann, wenn
ein Gegenstand zum Gebrauch oder zur Nutzung überlassen wird (Art. 6
Abs. 2 Bst. b aMWSTG). Als Dienstleistung gilt jede Leistung, die keine
Lieferung eines Gegenstandes ist (Art. 7 Abs. 1 aMWSTG). So liegt eine
Dienstleistung auch vor, wenn immaterielle Werte und Rechte überlassen
werden (selbst wenn sie nicht in einer Urkunde verbrieft sind) oder wenn
eine Handlung unterlassen oder eine Handlung beziehungsweise ein Zu-
stand geduldet wird (Art. 7 Abs. 2 Bst. a und b aMWSTG).
2.1.2 Damit überhaupt eine steuerbare Leistung vorliegt, muss sie im Aus-
tausch mit einer Gegenleistung (Entgelt) erfolgen. Die Entgeltlichkeit stellt
ein unabdingbares Tatbestandsmerkmal einer mehrwertsteuerlichen Leis-
tung dar (Ausnahme: Eigenverbrauch [Art. 5 Bst. c aMWSTG]). Besteht
zwischen Leistungserbringer und -empfänger kein Austauschverhältnis in
diesem Sinne, ist die Aktivität mehrwertsteuerlich irrelevant und fällt nicht
in den Geltungsbereich der Mehrwertsteuer (statt vieler: Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts A-6759/2011 vom 20. Dezember 2012 E. 2.2 m.w.H.).
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Die Annahme eines solchen Leistungsaustausches setzt voraus, dass zwi-
schen Leistung und Gegenleistung eine innere wirtschaftliche Verknüpfung
gegeben ist (BGE 138 II 239 E. 3.2 m.w.H.; IVO P. BAUMGARTNER, in:
mwst.com, Kommentar zum Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, Ba-
sel/Genf/München 2000, Rz. 6 und 8 zu Art. 33 Abs. 1 und 2). Die Beant-
wortung der Frage nach der inneren Verknüpfung erfolgt nicht in erster Li-
nie nach zivilrechtlichen, sondern nach wirtschaftlichen, tatsächlichen Kri-
terien. Insbesondere ist für die Annahme eines Leistungsaustausches das
Vorliegen eines Vertragsverhältnisses nicht zwingend erforderlich (BGE
126 II 249 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2008, veröf-
fentlicht in: Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 77 S. 191
E. 3.2). Es genügt vielmehr, dass Leistung und Gegenleistung innerlich
derart verknüpft sind, dass die Leistung eine Gegenleistung auslöst. Aus-
reichend kann folglich auch sein, wenn einer Leistung eine erwartete (Üb-
lichkeit) oder erwartbare Gegenleistung (nach den Umständen ist erwart-
bar, dass eine Leistung die Gegenleistung auslöst) gegenübersteht, d.h.
dass nach den Umständen davon auszugehen ist, die Leistung löse eine
Gegenleistung aus (statt vieler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts
A-3931/2013 vom 15. Juli 2014 E. 2.3 und A-1218/2011 vom 24. Januar
2012 E. 2.3 f.). Nicht von Bedeutung für die Frage des Leistungsverhältnis-
ses ist sodann, ob das Entgelt wertmässig der erbrachten Leistung ent-
spricht (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1591/2014 vom
25. November 2014 E. 4.2.1 m.w.H).
Die mehrwertsteuerlichen Leistungen können sich unter den gegebenen
Voraussetzungen auch in einem Tauschverhältnis (Lieferung gegen Liefe-
rung) oder einem "tauschähnlichen Verhältnis" (Dienstleistung gegen
Dienstleistung oder Lieferung) gegenüberstehen; dies also namentlich
dann, wenn die Gegenleistung nicht oder nicht nur in einer reinen Geldzah-
lung besteht (vgl. A-1591/2014 vom 25. November 2014 E. 4.2.3; vgl. zum
Ganzen: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6759/2011 vom 20. De-
zember 2012 E. 2.2.1 m.w.H.).
2.1.3 Die Steuer wird vom Entgelt berechnet (Art. 33 Abs. 1 aMWSTG).
Zum Entgelt gehört gemäss Art. 33 Abs. 2 aMWSTG alles, was der Emp-
fänger oder an seiner Stelle ein Dritter als Gegenleistung für die Lieferung
oder die Dienstleistung aufwendet, einschliesslich Spenden, die unmittel-
bar den einzelnen Umsätzen des Empfängers als Gegenleistung zugeord-
net werden können. Die Gegenleistung umfasst auch den Ersatz aller Kos-
ten, selbst wenn diese gesondert in Rechnung gestellt werden. Beim
Tausch von Gegenständen und bei tauschähnlichen Umsätzen gilt sodann
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der Wert jeder Lieferung oder jeder Dienstleistung als Entgelt für die an-
dere Lieferung oder die andere Dienstleistung (Art. 33 Abs. 4 aMWSTG;
zur "Gleichwertigkeitsvermutung" vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_576/
2013 vom 20. Dezember 2013 [auszugsweise veröffentlicht in: ASA 83
S. 156 ff.] E. 2.2.5).
2.2 Gemäss Art. 33b VwVG "Gütliche Einigung und Mediation" besteht
grundsätzlich die Möglichkeit, dass sich die Parteien über den Inhalt einer
Verfügung einigen können. Allerdings verleiht diese Bestimmung – ist sie
denn in Steuerverfahren überhaupt anwendbar – Privaten keinen Rechts-
anspruch auf Vergleichsverhandlungen beziehungsweise einen Vergleich,
sondern sieht lediglich die Rahmenbedingungen für den Einsatz der gütli-
chen Einigung und des Mediationsverfahrens im Bereich des Verwaltungs-
und Verwaltungsgerichtsverfahrens vor (Urteil des Bundesverwaltungsge-
richts A-6085/2009 vom 22. Januar 2010 E. 3.2 m.w.H.). Sodann ist zu
beachten, dass sich ein Vergleich überhaupt nur auf einen unsicheren
Sachverhalt beziehen kann, d.h. nur dann in Frage kommt, wenn über
massgebende Tatsachen Unsicherheiten bestehen, welche sich nur
schwer oder mit unverhältnismässigem Aufwand beseitigen lassen wür-
den. Auslegungsfragen sind einem Vergleich hingegen nicht zugänglich
und ebenso wenig darf eine Einigung im Widerspruch zum materiellen
Recht stehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_296/2009 vom 11. Feb-
ruar 2010 E. 3.1 m.w.H.).
3.
Im vorliegenden Fall macht die Beschwerdeführerin sinngemäss geltend,
die Erhebung der Nachsteuer in Höhe von Fr. 82'355.-- sei nicht gerecht-
fertigt. Sie begründet ihre Haltung namentlich damit, dass – entgegen der
Annahme der Vorinstanz – weder zwischen ihr und dem Volley Club noch
zwischen ihr und dem Basketballclub ein mehrwertsteuerlich relevanter
Leistungsaustausch stattgefunden habe. Die Vorinstanz nehme einen sol-
chen Leistungsaustausch letztlich nur aufgrund des Umstandes an, dass
in der Vereinbarung zwischen der Beschwerdeführerin und dem Volley
Club die Formulierung "die Marketingrechte zu übertragen" und nicht etwa
"den Betrieb des Nat. A Teams abtreten" gewählt worden sei.
3.1 Zunächst wird auf das Verhältnis zwischen der Beschwerdeführerin
und dem Volley Club eingegangen:
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3.1.1
3.1.1.1 Gemäss Beschwerdeführerin war der Volley Club nach dem Auf-
stieg des Damen 1 Teams in die Nationalliga A (Nat. A) in der Saison
2004/2005 nicht in der Lage, das finanzielle Risiko eines Nat. A Teams zu
tragen. Aus diesem Grund sei der Betrieb des Teams aus dem Verein aus-
gegliedert und stattdessen der Beschwerdeführerin übertragen worden. In
diesem Zusammenhang seien der Beschwerdeführerin die Vermarktungs-
rechte an diesem Team überlassen worden: Fortan habe die Beschwerde-
führerin die Sponsorengelder für das Nat. A Team vereinnahmt und sei im
Gegenzug für die Entrichtung der Entschädigungen an die Spielerinnen
zuständig gewesen. Die Kosten in direktem Zusammenhang mit dem Spiel-
betrieb (Material, Gebühren, Nenngelder etc.) habe dagegen nach wie vor
der Volley Club getragen.
Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, damit sei nur auf folgenden Ebe-
nen ein (steuerrechtlich relevanter) Leistungsaustausch gegeben gewe-
sen:
1. zwischen ihr und den Sponsoren (Sponsorengeld gegen Nennung des
jeweiligen Sponsors gemäss Vertrag)
2. zwischen ihr und den einzelnen Spielerinnen des Nat. A Teams (Spiele-
rin trainiert und spielt für das Team gegen Entgelt)
Hingegen habe zwischen ihr und dem Volley Club als solchem kein mehr-
wertsteuerlich relevanter Leistungsaustausch stattgefunden.
Zu beachten sei sodann, dass die Beschwerdeführerin jeweils das volle
unternehmerische Risiko getragen und für den Volley Club eine Defizitga-
rantie übernommen habe. Die Zusammenarbeit mit dem Volley Club sei für
die Beschwerdeführerin immer ein Verlustgeschäft gewesen, welches sie
durch "Quersubventionen" aus anderen Aktivitäten habe kompensieren
müssen.
3.1.1.2 Demgegenüber geht die Vorinstanz davon aus, dass zwischen der
Beschwerdeführerin und dem Volley Club ein steuerlich relevanter Leis-
tungsaustausch stattgefunden hat, zumal in den Aufwendungen, welche
die Beschwerdeführerin für den Betrieb des Nat. A Teams getätigt hat, ein
(steuerbares) Entgelt an den Volley Club für das Vermarktungsrecht zu se-
hen sei.
3.1.1.3 Wie es sich damit verhält, ist im Folgenden zu prüfen:
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Damit von einem steuerlich relevanten Leistungsaustausch ausgegangen
werden kann, muss eine "innere wirtschaftliche Verknüpfung", d.h. ein ur-
sächlicher Zusammenhang zwischen Leistung und Gegenleistung (Ent-
gelt), gegeben sein. Wie dargelegt, erfolgt die Beantwortung der Frage
nach der inneren Verknüpfung nicht in erster Linie nach zivilrechtlichen,
sondern nach wirtschaftlichen, tatsächlichen Kriterien: Entscheidend ist,
dass die Leistung und die Gegenleistung innerlich derart verknüpft sind,
dass die Leistung eine Gegenleistung auslöst (E. 2.1.2).
Im hier zu beurteilenden Fall hat die Beschwerdeführerin für den Volley
Club den Betrieb des Nat. A Teams übernommen. Zum Betrieb des Teams
gehört vorliegend dessen Vermarktung zur Generierung von Einnahmen in
Form von Sponsorengeldern sowie das Aufkommen für die teambezoge-
nen Kosten (betreffend letztere vgl. E. 3.1.1.1). Damit erbringt die Be-
schwerdeführerin dem Volley Club eine Dienstleistung (E. 2.1.1). Im Ge-
genzug hat der Volley Club der Beschwerdeführerin das Vermarktungs-
recht betreffend das Nat. A Team übertragen. Das Vermarktungsrecht er-
möglicht es der Beschwerdeführerin im vorliegenden Fall, Sponsoring-Ver-
träge (in eigenem Namen) abzuschliessen und die entsprechenden Ein-
nahmen zu behalten. Durch die Übertragung dieses Rechts erbringt der
Volley Club seinerseits gegenüber der Beschwerdeführerin eine Dienstleis-
tung (E. 2.1.1). Damit liegt zwischen der Beschwerdeführerin und dem Vol-
ley Club ein Austausch von Dienstleistungen vor, womit ein "tauschähnli-
ches Verhältnis" gegeben ist (E. 2.1.2). Da jeweils die Leistung die Gegen-
leistung auslöst, ist auch eine innere wirtschaftliche Verknüpfung zwischen
Leistung und Gegenleistung gegeben (E. 2.1.2). Aus diesen Gründen ist
ein steuerlich relevanter Leistungsaustausch im vorliegenden Fall zu beja-
hen.
Nicht relevant ist bei der Frage nach einem steuerlich relevanten Leis-
tungsaustauschverhältnis indessen, ob sich der jeweilige Leistungsaus-
tausch für die Beteiligten "lohnt" (vgl. dazu E. 2.1.2). In diesem Sinne ist
der Einwand der Beschwerdeführerin, sie habe eine "Defizitgarantie" über-
nommen und die effektiven Kosten jeweils nicht durch die Einnahmen aus
den von ihr abgeschlossenen Sponsoring-Verträgen decken können, im
vorliegenden Verfahren unbeachtlich.
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die rechtliche Lage sähe
anders aus bzw. eine steuerliche Belastung würde ausbleiben, wäre in der
Vereinbarung zwischen ihr und dem Volley Club anstelle der Formulierung
"die Marketingrechte zu übertragen" etwa die Umschreibung "den Betrieb
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des Nat. A Teams abtreten" gewählt worden, lässt sie Folgendes ausser
Acht: Wie in E. 2.1.1 erwähnt, ist für die Annahme eines Leistungsaustau-
sches das Vorliegen eines Vertragsverhältnisses nicht zwingend erforder-
lich. Umso weniger kann es auf eine einzelne spezifische Formulierung in
einem solchen (nicht zwingend notwendigen) Vertrag ankommen. Vielmehr
genügt mit Blick auf die Bejahung eines steuerlich relevanten Leistungs-
austausches, dass Leistung und Gegenleistung innerlich derart verknüpft
sind, dass die Leistung tatsächlich eine Gegenleistung auslöst. Dies ist im
vorliegenden Fall gegeben.
3.1.2 Es bleibt, auf die Bemessung der Steuer einzugehen: Wie dargelegt,
wird die Steuer vom Entgelt berechnet. Zum Entgelt für eine Leistung ge-
hört alles, was der Empfänger als Gegenleistung für die jeweilige Leistung
aufwendet (E. 2.1.3). Im vorliegenden Fall geht es um die (steuerbare)
Leistung, welche die Beschwerdeführerin dem Volley Club gegenüber er-
bringt: Diese besteht im Betrieb des Nat. A Teams (E. 3.1.1.3). Das Entgelt,
welches der Volley Club dafür leistet, besteht in der Übertragung des Ver-
marktungsrechts. Da bei tauschähnlichen Umsätzen wie den vorliegenden,
der Wert jeder Dienstleistung als Entgelt für die jeweils andere Dienstleis-
tung gilt ("Gleichwertigkeitsvermutung"; E. 2.1.3), ist die Frage zu beant-
worten, welcher Wert dem Vermarktungsrecht zukommt. Wie gezeigt, trägt
die Beschwerdeführerin (im Austausch gegen das Vermarktungsrecht) die
Kosten für den Betrieb des Nat. A Teams. Damit stellen diese Kosten aus
mehrwertsteuerlicher Sicht den Wert des Vermarktungsrechts dar (vgl. zum
"Wert" einer Leistung E. 2.1.3). Vor diesem Hintergrund ist gegen das Vor-
gehen der Vorinstanz, die Steuer anhand der in den Jahresrechnungen der
Beschwerdeführerin ausgewiesenen Aufwendungen in Zusammenhang
mit dem Volley Club festzusetzen, nichts einzuwenden (für die jährlichen
Aufwendungen vgl. Sachverhalt Bst. A.c).
3.2 Im Folgenden wird das Verhältnis zwischen der Beschwerdeführerin
und dem Basketball Club überprüft:
3.2.1
3.2.1.1 Wie die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung festgehalten
hat, liegen betreffend die Zusammenarbeit zwischen dem Basketball Club
und der Beschwerdeführerin keine schriftlichen Verträge vor. Unbestritten
blieb jedoch während des gesamten Verfahrens, dass die Beschwerdefüh-
rerin den Spielern des Basketball Clubs kostenlos Fahrzeuge zur Verfü-
gung stellte bzw. die Leasingkosten und den sonstigen Fahrzeugaufwand
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Seite 11
übernahm und gleichzeitig die, durch entsprechende Fahrzeugbeschrif-
tung generierten, Sponsoring-Gelder für sich vereinnahmte. Angesichts
dessen ging die Vorinstanz davon aus, dass der Basketball Club der Be-
schwerdeführerin – als Gegenleistung für die Zurverfügungstellung der
Fahrzeuge an die Spieler – die Vermarktungsrechte in Zusammenhang mit
den Fahrzeugen mündlich übertrug. Das Gericht hat keine Veranlassung,
diese Sachverhaltsdarstellung in Frage zu stellen. Denn zum einen blieb
diese Darstellung von der Beschwerdeführerin unbestritten und zum ande-
ren entspricht die Beschreibung des Verhältnisses zwischen der Be-
schwerdeführerin und dem Basketball Club dem Geschäftsmodell der Be-
schwerdeführerin mit dem Volley Club.
3.2.1.2 Auch in Zusammenhang mit dem Basketball Club bestreitet die Be-
schwerdeführerin sinngemäss das Vorliegen eines steuerlich relevanten
Leistungsaustausches. Dieser Auffassung kann aus den in E. 3.1.1.3 ge-
nannten Gründen nicht gefolgt werden. Denn auch in Bezug auf den Bas-
ketball Club verhält es sich so, dass dieser der Beschwerdeführerin ein
Vermarktungsrecht (hier beschränkt auf den Fahrzeugsponsor) überlassen
hat und die Beschwerdeführerin im Gegenzug für Kosten des Clubs (Spie-
lerentschädigung in Form der Zurverfügungstellung eines Autos) aufge-
kommen ist.
3.2.2 Auch betreffend die Bemessung der Steuer in Bezug auf das Leis-
tungsaustauschverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und dem Bas-
ketball Club kann auf das unter E. 3.1.2 Gesagte verwiesen werden. Auch
hier ist davon auszugehen, dass die Aufwendungen der Beschwerdeführe-
rin für die Zurverfügungstellung der Fahrzeuge das Entgelt für die Rechts-
übertragung darstellen.
3.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass – entgegen der Auffassung
der Beschwerdeführerin – sowohl zwischen ihr und dem Volley Club als
auch zwischen ihr und dem Basketball Club ein steuerlich relevanter Leis-
tungsaustausch zu bejahen ist.
4.
Schliesslich ist noch auf den von der Beschwerdeführerin geäusserten
"Wunsch" einzugehen, mit der Vorinstanz einen Vergleich abzuschliessen:
Im vorliegenden Fall sind sich Beschwerdeführerin und Vorinstanz über
den Sachverhalt einig. Nur schon aus diesem Grund besteht kein Platz für
einen Vergleich (vgl. E. 2.2).
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Seite 12
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Die Kosten des vorliegenden Verfahrens sind auf Fr. 4'500.-- festzuset-
zen (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE; SR 173.320.2]) und dem Verfahrensausgang entsprechend durch
die unterliegende Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
Der in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der
Verfahrenskosten zu verwenden.