Decision ID: dfd6756b-7444-4df4-9b32-0bbe9f75e9b6
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1966 geborene
X._
hat in der Schweiz keinen Beruf erlernt (Urk.
9/1). Er arbeitet
e
ab 1. März 2005 für ein im Gartenunterhalt
tätiges Ein
zelunternehmen
(Urk. 9/8/7
, Urk. 9/14
), als er sich am 12. April 2005 bei der Arbeit einen Bänderriss am rechten Fuss zuzog (Urk. 9/8/40). Unter Hinweis
auf den Bänderriss und eine im Juni 2006 erfolgte Operation
meldete
er sich
am
2. August 2006
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(Urk. 9/1/6).
Da ihre Abklärungen
sie
zur Beurteilung führten, der Versicherte sei zwischen
zeitlich in der angestammten Tätigkeit wieder uneingeschränkt arbeitsfähig
(Urk.
9/19/6), verneinte die damals zuständige IV-Stelle für Versicherte im
Aus
land mit Verfügung vom 27
.
September 2007
eine
n
Anspruch auf eine Rente und eine
Umschulung (Urk.
9/26
; vgl. auch Urk. 9/21
, Urk. 9/25
).
Die vom Ver
si
cher
ten dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 9/33)
wurde mit Urteil des Bundes
ver
wal
tungsgerichts
C-7575/2007
vom 16. September 2014 abgewiesen (Urk.
9/65).
1.2
Am 20. April 2018 meldete sich der
arbeitslose
Versicherte unter Hinweis auf den im Jahr 2005 erlittenen Bänderriss, einen 2009 erlittenen Lendenwirbelbruch so
wie einen unfallbedingten Halswirbelbruch mit Schulterrotation im Jahr 2017
erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/67). Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
traf berufliche Abklä
rungen (Urk. 9/71
, Urk. 9/73
)
,
zog Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 9/72
, Urk. 9/81
)
und die Akten des Unfallversicherers (Urk. 9/78
)
bei
. Anschliessend veranlasste sie die polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten in der Gutach
tenstelle
Y._
des
Z._
. Gestützt auf das
Y._
-Gutachten vom 25. März 2019
und eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(
RAD;
Urk. 9/95
, Urk. 9/97/5
f.
)
verneinte die IV-Stelle
nach Durchführung des
Vorbe
scheidverfahrens
(Urk. 9/98)
mit Verfügung vom 5. Juli 2019 einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte
mit Eingabe vom 13. August 2019 Beschwerde
mit dem sinngemässen Antrag, es sei ihm eine Invalidenrente zuzusprechen (Urk.
1).
Am 30. August 2019
reichte der Versicherte einen Sprechstundenbericht
der behandelnden Ärzte der
A._
vom 2. August 2019 ein (Urk. 5-6).
Mit Beschwerdeantwort vom 17. September 2019 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (Urk. 8). Eine Kopie wurde dem Beschwerdeführer zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 10). Am 19.
Januar 2020 reichte er
einen aktu
ellen Bericht der Ärzte der
A._
zu den Akten (Urk. 11, Urk. 12/1-2).
Die IV-Stelle teilte am 5. Februar 2020 ihren Verzicht auf eine Stellungnahme zu diesem Bericht mit (Urk. 14).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung.
Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn. Dies stellt keinen «Prozentvergleich» dar, sondern eine rein rechnerische Vereinfachung (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2.1.
1.4
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (Abs. 1). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3).
1.5
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der
Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV]), so ist im Beschwerdeverfah
ren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch rele
vante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Anlass zur Renten
revision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Inva
lidi
tätsgrad und damit den Ren
tenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE
141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beur
teilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrecht
lichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
D
ie IV-Stelle
hat das Bestehen
eines Rentenanspruchs
ab Oktober 2018 – sechs Monate nach der Neuanmeldung im April 2018 - mit
der angefoch
t
enen Ver
fü
gung
verneint. Dies hat sie
damit begründet,
der Beschwerdeführer könne gemäss Stellungnahme ihres
Regionalen ärztlichen Dienstes
ab dem 17. Juni 2017 eine körperlich leichte, leidensangepasste Tätigkeit im Rahmen eines 80%igen Be
schäf
tigungspensums ausüben, womit lediglich ein Invaliditätsgrad von 20 % resultiere, der die relevante Schwelle von 40 % nicht errei
che (Urk. 2; vgl. auch Urk. 8).
Demgegenüber
macht
der Beschwerdeführer
sinngemäss geltend
,
seine schmerz
bedingten Einschränkungen verunmöglichten ihm das Erwirtschaften eines ren
ten
ausschliessenden Einkommens (Urk. 1
; vgl. auch Urk. 5, Urk. 11
).
3.
3.1
B
ei Erlass der
rentenverneinenden Verfügung vom
27. September 2007
(Urk. 9/26
)
bestand laut dem die Verfügung bestätigenden Urteil des Bundesverwal
tungs
gerichts
C-7575/2007
vom
16. September 2014
(E. 5.5 und 6.4)
unter Berück
sichtigung
der
auf den Unfall vom 12. April 2005 zurückzuführenden
Be
schwer
den im Fuss beziehungsweise im oberen Sprunggelenk eine 100%ige Rest
arbeits
fähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten
(
Urk. 9/65/21-22,
Urk. 9/65
/27
)
.
Nach Erlass dieser Verfügung hat der Beschwerdeführer zwei Unfälle erlitten:
Bei einem Treppensturz im Jahr 2009
kam es zu einer
LWK4-Fraktur.
E
in Autounfall vo
m 17. März 2017
hatte
sodann
eine Facettenluxationsfraktur C4/5 zur Folge
(Urk.
9/95/5-6
, Urk. 9/95/49-50
).
Zu prüfen ist, ob sich
die Folgen dieser Unfälle
auf den Rentenanspruch des Beschwerdeführers auswirk
en
.
3.2
3.2.1
Laut Bericht des Hausarztes Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeinmedizin, ein
gegangen bei der IV-Stelle am 25. Mai 2018, bestand beim Beschwerdeführer ein Status nach Distorsionstrauma des oberen Sprunggelenks rechts im Jahr 2005 mit Bandrekonstruktion im Jahr 2006,
ein Zustand
nach insuffizient verheilter LWK4-Trümmerfraktur mit zentraler Spinalkanalstenose LWK4/5 mit Wurzel
tan
gierung sowie
ein Status
nach verhakter links-unilateraler Facettengelenks
ver
letzung C4/5 am 17. März 2017. Als aktuelle gesundheitliche Probleme seien eine Bandinstabilität des rechten Sprunggelenks,
chronifizierte
lumbale Rücken
schmerzen sowie
z
erviko
z
ephale
Beschwerden zu nennen (Urk. 9/72/2). Deshalb seien dem Beschwerdeführer nur noch körperlich leichte, abwechselnd stehend und sitzend
ausgeübte Arbeiten zu 50 % halbtags beziehungsweise während 4,5 Stunden pro Tag zumutbar (Urk. 9/72/
2
-6).
3.2.2
Dem
auf fachärztlich
-internis
tischen, -psychiatrischen,
-
rheu
m
a
tologischen und –neurologischen
Untersuchungen vom 11. und 12. Dezember 2018 beruhenden
Gutachten der
Y._
vom 25. März 2019
ist zu entnehmen, dass der Beschwer
deführer
den Gutachtern angab,
er schätze
sich selber zu mindestens 50 % arbeitsfähig
in einer körperlich leichten Tätigkeit.
Er wirkte
adäquat und aus psychiatrischer Sicht völlig unauffällig. Anhaltspunkte für das Bestehen einer somatoformen Schmerzstörung bestanden nicht. Ebenso wenig konnte eine Aggra
vation oder Simulation beobachtet werden (Urk. 9/95/5, Urk. 9/95/45). In ihrer interdisziplinären Konsensbeurteilung hielten die Sachverständigen fest, der Beschwerdeführer habe mehrere Unfälle erlitten.
Im April 2005 sei es zu einer Distorsion des rechten Sprunggelenks gekommen. 2006 sei eine Bandrekon
struktion erfolgt. Aktuell sei im Bereich beider Fussgelenke ein Schmerzsyndrom feststellbar, wobei die Schmerzen aus neurologischer Sicht nicht erklärt werden könnten. Im Jahr 2009 sei es bei einem Treppensturz zu einer LWK4-Fraktur gekommen, die in der Folge stabilisiert worden sei. Aktuell fielen in der neu
rologischen Untersuchung eine leichte Atrophie der linken Wade, ein erloschener Achillessehnen-Reflex links sowie ein leicht positiver
Lasègue
links auf
, was zu einem S1-Syndrom links passe. Die behandelnden Ärzte hätten die Beschwerden als posttraumatisch narbig bedingt beurteilt, bei
foraminaler
Enge S1 links bei Status nach LWK4-Fraktur im Jahr 2017 (richtig wohl: 2009). Dies könne in der aktuellen neurologischen Untersuchung bestätigt werden. Der Beschwerdeführer beklage ferner ein Nacken-Schulter-Arm-Syndrom links. Der klinische Befund passe gut zu der Bildgebung
, im MRI vom 20. März 2017 zeige sich ein Status nach Facettenluxationsfraktur C4/5 links anlässlich des Verkehrsunfalls vom März 2017 mit anschliessender operativer Versorgung. Es fänden sich abge
schwächte
Bizepssehnen
- und
Radiusperiostreflexe
links, was gut zu einem C5/C6-Syndrom linksseitig passe.
Drei
Diagnosen
wirkten sich
auf die Arbeits
fähigkeit
aus: E
in chronisches Schmerzsyndrom lumbal mit
pseudoradikulärer
Ausstrahlung in das linke Bein und sensomotorischem S1-Syndrom links
mit begleitender
Ansatztendinose
am medialen Beckenkamm links
, ein chronisches Schmerzsyndrom zervikal
bei einer
Osteochondrose
HWK5/6
mit
pseudoradi
ku
lärer
Ausstrahlung in die Schulter und den Arm links
sowie ein
– aktuell beschwerdearmes -
chronisches Schmerzsyndrom
in de
n Sprunggelenken beid
seits
(Urk. 9/95/5-6)
. Diese Befunde führten sowohl zu qualitativen als auch zu quantitativen Beeinträchtigungen der Körperfunktionen.
Nicht zumutbar seien dem Beschwerdeführer Tätigkeiten auf unebenem Boden, körperlich mittel
schwere und schwere Tätigkeiten
,
Arbeiten wiederholt auf oder über der Schul
terhorizontalen mit dem linken, nicht dominanten Arm
und Überkopfarbeiten (wegen der Halswirbelsäule
; Urk. 9/95/6
). Deshalb sei ihm die angestammte Tätigkeit im Gartenbau seit
der traumatischen Wirbelkörperfraktur LWK4 am 19. September 2009 nicht mehr zumutbar. Ideal leidensangepasst seien Tätigkeiten, die vorwiegend sitzend und stehend ausgeübt werden könnten, ohne Überkopf
arbeiten, ohne Arbeiten wiederholt auf oder über der Schulterhorizontalen mit dem linken,
adominanten
Arm und ohne spezifische Belastung der Lenden
wirbelsäule im Sinne von wiederholten oder länger dauernden Arbeitshaltungen
rekliniert
oder vornüber geneigt oder verbunden mit wiederholten Bück- oder Torsionsbewegungen. Dabei sollte das Tragen von Gewichten über 5 kg vermie
den werden.
In einer solchen angepassten Tätigkeit bestehe wegen der Schmerzen nur eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Die attestierte Arbeitsfähigkeit gelte seit etwa Januar 2010, drei Monate nach dem Unfall vom September 2009 (Urk. 9/95/7-8).
3.2.3
Dr. med.
C._
, Facharzt für Neurologie vom Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-Stelle, hielt nach versicherungsmedizinischer Würdigung der
Y._
-Expertise in seiner Stellungnahme vom 1. April 2019 fest, die Expertise gehe detailliert auf die Aktenlage ein und beruhe auf einer umfassenden Befunderhebung. Es könne deshalb darauf abgestellt werden (Urk. 9/97/5-6).
3.2.4
Dem im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht der
A._
, Ab
teilung Wirbelsäulenchirurgie, Orthopädie und Neurochirurgie vom 2. August 2019 ist zu entnehmen, dass am 20. März 2019 ein weiterer operativer Eingriff (ventrale Dis
k
ektomie C4/5 und Cage-/
Plattenspondylodese
C4/5) erfolgte. Die Ärzte hielten fest, der Beschwerdeführer leide seit gut 2 Jahren
an einer
Lum
boischialgie
S1-Symptomatik linksseitig. Wahrscheinlich sei es bei dem Unfall, der zur LWK4-Fraktur geführt habe, zu einer
Duraverletzung
gekommen. Deshalb werde eine Vorstellung bei den Kollegen der Neurologie zur elektrophysio
lo
gischen Untersuchung empfohlen (Urk. 6).
Dem Bericht der Neurologen der
A._
vom 11. September 2019 ist zu entnehmen, dass eine MRI-Untersuchung der Lendenwirbelsäule vom 19.
August 2019 im Vergleich zur Voruntersuchung
vom 12. Juli 2017 einen weitgehend stationären Befund
zeigte
(Urk. 12/2 S. 2). Die elektrophysiologische Untersuchung ergab chronische
Denervationszeichen
der Kennmuskulatur L5 und S1 links. Klinisch zeigte sich ein ausgefallener Achillessehnenreflex links (Urk.
12/2 S. 3). Die Ärzte
interpretierten die seit 2017 akzentuierten
unteren Rückenschmerzen als
pseudoradikuläre
L5- und S1-Symptomatik. Weiter hielten sie fest, bei fehlenden Hinweisen für akute
Denervationszeichen
der Kennmus
kulatur L5 und S1 sei ein konservatives Vo
r
gehen vertretbar (Urk. 12/2 S. 1 ff
.).
3.3
3.3.1
Das Gutachten
der
Y._
vom 25. März 2019
ist
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
08.2018
für die streitigen Belange um
fassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Be
schwerden, ist in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und enthält begründete Schlussfolgerungen der Experten. Es ist deshalb grundsätzlich beweiskräftig (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
3.3.2
I
m
Y._
-
Gutachten
wurde
nicht
zur abweichenden Beurteilung im
Bericht
des Hausarztes Dr.
B._
vom 25. Mai 2018
Stellung genommen.
Der Hausarzt hatte
dem Beschwerdeführer
nur eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätig
keiten
attest
iert
(
4,5 Stunden pro Tag;
Urk. 9/72/6)
, wogegen die
Y._
-Sach
verständigen eine Restarbeitsfähigkeit von 80 % als zumutbar erachteten
.
Es fällt auf, dass
d
ie Höhe der
im hausärztlichen
Zeugnis
bescheinigten Arbeitsfähigkeit
genau der subjektiven Einschätzun
g des Beschwerdeführers
entspricht
;
den
Y._
-Gutachtern
gab
er nämlich an
, sich eine Erwerbstätigkeit in einer
leichten
Tätigkeit mit einem Pensum von 50
%
vorstellen zu können
(Urk.
Urk. 9/95/5
)
.
Eine
schlechtere
objektive Befundlage
, welche gegen die optimistischere Beur
teilung der
Arbeitsfähigkeit durch die
Y._
-Gutachter sprechen
könnte
,
ist
dem Hausarztbericht nicht zu entnehmen.
Deshalb ist die abweichende Beurteilung des Hausarztes nicht geeignet, die nach eingehenden interdisziplinären fachärztlichen Abklärungen getroffenen Schlussfolgerungen der
Y._
-Gutachter zu erschüttern.
Dabei wird auch der Erfahrungstatsache Rechnung getragen, dass Hausärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels
fällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
3.3.3
In den
vom Beschwerdeführer eingereichten Berichte
n der behandelnden Chirur
gen und Neurologen der
A._
vom
2. August
und 11. September 2019 wird ein weitgehend stationärer Verlauf seit 2017 dokumentiert.
Die neuste MRI-Bildgebung der
Lendenwirbelsäule vom 19. August 2019
zeigte im Vergleich zum Vorbefund aus dem Jahr 2017 keine wesentlichen Veränderu
n
gen
(Urk. 12/2 S. 2).
Ferner haben bereits die
Y._
-Gutachter einen ausgefallenen
Achillesseh
nen
reflex links
erhoben
und die Rückenbeschwerden als
pseudoradikuläre
Symp
tomatik interpretiert (Urk. 9/95/5-6).
Damit steht fest, dass sich der Gesund
heitszustand im Zeitraum zwischen den gutachterlichen Untersuchungen am 11. und 12. Dezember 2018 (Urk.
9/95/3)
und dem Erlass der angefochtenen Ver
fügung vom
5. Juli 2019 (Urk. 2) nicht erheblich verschlechtert hat.
Überdies
wird
in
den aktuellsten
Berichten
der
A._
nicht zur zumutbaren Arbeits
fähigkeit Stellung genommen
(Urk. 6, Urk. 12/2)
. Deshalb sind diese Berichte
ebenfalls nicht geeignet, die
Y._
-Expertise zu erschüttern.
3.
3
.4
Nach dem Gesagten besteht kein Grund, zur Festsetzung der zumutbaren Arbeits
fähigkeit
nicht
auf das polydisziplinäre
Y._
-Gutachten vom 25. März 2019 abzustellen. Mit der IV-Stelle ist davon auszugehen, da
ss der Beschwerdeführer beim frühestmöglichen Beginn eines Rentenanspruchs am 1. Oktober 2018 (sechs Monate nach der Neuanmeldung vom
20. April 2018
[
Urk. 9/67
])
in einer leichten leidensangepassten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig war.
4.
Die IV-Stelle
ist bei der Ermittlung des
Invaliditätsgrad
s mittels Einkommens
vergleich
s
davon ausgegangen, dass
sowohl
das
Validen- als auch
das Inva
lideneinkommen auf Basis des
Tabellenlohn
s
für Hilfsarbeiter
festzusetzen sei (Urk. 9/97/8)
. Dies ist
grundsätzlich
nicht zu beanstanden, steht doch fest, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz keine Ausbildung abgeschlossen hat und seit
mehr als 10 Jahren
nicht mehr erwerbstätig ist
(Urk. 9/1, Urk. 9/67/5-6, Urk.
9/95/5)
.
Da die Vergleichseinkommen auf gleichen Daten beruhen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Der Invaliditätsgrad entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit
, also 20 %
.
Selb
st wenn aufgrund des behinderungsbedingt eingeschränkten Tä
tigkeitsprofils (vorstehend E. 3.2.2
) und
des Umstands
, dass der Beschwerdeführer nur noch Teilzeitarbeit versehen kann, davon ausgegangen wird, dass er bei Aufnahme einer behinderungsangepassten Tätigkeit mit unter
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen muss, rechtfertigt sich
höchstens
ein behinderungsbedingter Abzug vom Tabellenlohn von 15 %
(vgl. zum Ganzen
Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversiche
rungs
recht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3. Auflage, Zürich 2014, Art. 28a
Rz
10
0 ff.)
.
Solchenfalls
beträgt der Invaliditätsgrad 32 % (vgl. vor
stehend E. 1.
3
sowie das Urteil des Bundesgerichts
I 822/06
vom 6. November 2007
E. 3.
3 und 4)
und berechtigt ebenfalls nicht zum Bezug einer Invalidenrente. Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
Ausgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- zulasten des unterliegenden Beschwerdeführers (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).