Decision ID: d9389fa9-07bd-4e1b-8ac8-39fac7a4071a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964, arbeitete zuletzt von Mai 2000 bis Ende Februar 2006 als
Mitarbeiterin im Reinigungsdienst
im
Y._
(
vgl.
Urk.
5/30 S. 1
Ziff.
1,
Ziff.
5
).
A
m 1
9.
November 2005
meldete sie sich
unter Hinweis auf eine schwere Depression sowie chronische Kopfschmerzen und Beschwerden an der rechten Schulter
erstmals bei der Invalidenver
siche
rung zum Leistungsbezug an
(
vgl.
Urk.
5/
2
S. 6
Ziff.
7.2, S. 7
). Nachdem die
Sozi
alversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, die medizinische und
erwerbliche Situation (
Urk.
5/5-7;
Urk.
5/10
-12;
Urk.
5/14
) abgeklärt hatte, verneinte sie mit Verfügung
vom 1
2.
September 2005 (
Urk.
5/17
) mangels erfüllter Warte
zeit einen
Renten
anspruch der Versicherten.
1.2
Am 1
0.
Januar 2006 meldete sich die Versicherte
erneut
zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/
18
), worauf die IV-Stelle
Abklärungen der medizinischen und er
werblichen
Situation (
Urk.
5/21;
5/
24;
Urk.
5/27;
Urk.
5/29-31
)
vornahm
.
Am
9.
Mai 2006 ersuchte
d
ie Versicherte
ausserdem
um Leistungen der
lebens
praktischen
Begleitung (
Urk.
5/32).
Nach weiteren medizinischen und er
werb
lichen Abklärungen
(
Urk.
5/64-65;
Urk.
5/77;
Urk.
5/82), wobei die IV-Stelle
insbesondere
eine psychiatrische (
Urk.
5/46)
sowie
eine
polydiszipli
näre
Be
gut
achtung (
Urk.
5/66)
veranlasste
,
verneinte sie m
it Verfügungen vom
7.
August 2009
(
Urk.
5/87-
88
) sowohl einen Rentenanspruch als auch einen Anspruch auf eine Hilfslosenentschädigung.
Die dagegen von der Ver
sicher
ten erhobene Beschwerde wurde sowohl vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 1
4.
Februar 2011 (
Urk.
5/107, Verfahren Nr. IV.2009.00855) als auch vom Bundesgericht mit Urteil vom 2
1.
November 2011 (
Urk.
5/118, Verfahren Nr.
8C_241/2011) abgewiesen.
1.3
Nachdem
sowohl die behandelnde Psychiaterin als auch die Versicherte selbst
am 1
3.
August 2012 respektive am 1
8.
September 2012 um
nochma
lige
Prü
fung des Leistungsanspruchs ersucht hatten (vgl.
Urk.
5/125/1;
Urk.
5/128), klärte die IV-Stelle die medizinische und erwerbliche Situation (
Urk.
5/129-130)
erneut
ab und
veranlasste ein polydisziplinäres Gutachten, welches am 2
5.
Juli 2013 erstattet wurde (
Urk.
5/155). Mit Verfügung vom 2
2.
Oktober 2013 (
Urk.
5/168) verneinte die IV-Stelle
abermals
einen Renten
anspruch der Versicherten.
1.4
M
it Schreiben vom
3.
März 2014 (
Urk.
5/172)
berichtete die behandelnde Psychiaterin der Versicherten – unter Beilage eines weiteren Arztberichtes (
Urk.
5/171) -
über eine erneute Verschlechterung de
s
Gesundheitszustands und bat
wiederum um
Überprüfung des Leistungsanspruches. Dieses Schreiben wurde von der Versicherten nachträglich mitunterzeichnet (vgl.
Urk.
5/174). Mit Verfügung
vom 2
1.
Mai 2014 (
Urk.
5/179)
trat die IV-Stelle mangels glaubhaft dargelegter Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse
auf das neue Leistungsbegehren nicht ein.
1.5
Am 1
7.
August
2015
teilte
die Versicherte
mit
Unterstützung
ihre
r
behan
deln
de
n
Psychiaterin
der IV-Stelle
abermals
eine gesundheitliche Ver
schlech
terung mit
(
Urk.
5/
180
). Mit Schreiben vom
1
9.
August 2015
(
Urk.
5/181
) forderte die IV-Stelle die Vers
icherte auf, bis spätestens am 2
5.
September
2015
entsprechende aktuelle Beweismittel zur Prüfung des Anspruches einzu
reichen, unter Androhung, dass ansonsten auf ihr Gesuch nicht eingetreten werde. Daraufhin
reichte die Versicherte mehrere Berichte (
Urk.
5/183) ein.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
5/
185;
Urk.
5/187;
Urk.
5/190
)
trat die IV-Stelle mit Verfügung vom
7.
Januar 2016 (
Urk.
5/
192
=
Urk.
2) auf das neue Leistungsbegehren der Versicherten nicht ein.
2.
Die Versicherte erhob am
8.
Februar 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom
7.
Januar 2016 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei auf das neue Leistungsbegehren einzutreten (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle bean
tragte mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
März 2016 (
Urk.
4) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 2
4.
März 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
6). Am
3.
Mai 2016
nahm
die Beschwerdeführerin unter Beilage eines weiteren Arztberichtes
nochmals Stellung (
Urk.
7-
8).
Die
Be
schwerdegegnerin
verzichtete m
it Schreiben vom 2
3.
Mai 2016 (
Urk.
10)
auf eine
erneute
Stellungnahme, was der Beschwerdeführerin am 2
4.
Mai 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
11). Am 1
7.
Oktober 2016
reichte
die Be
schwerdeführerin
einen weiteren Arztbericht ein
(
Urk.
12-
13).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaub
haft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Ver
änderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat dem
nach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräfti
gen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Ver
ände
rung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu be
ja
hen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche ma
terielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurück
liegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (ZAK 1966 S.
279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E.
2.2 mit Hinweisen). Insofern steht ihr ein gewisser
Beurteilungs
spielraum
zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die ver
sicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine rich
terliche Beurtei
lung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein
getreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b).
1.3
Mit
Art.
87
Abs.
3 in Verbindung mit
Abs.
2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger
Leistungsverwei
gerung
immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E. 2a, 264 E.
3). Hingegen kann diese
Eintretensvor
schrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Ver
waltung der früheren rechtskräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung er
heblichen Tatsachenspektrum glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Ver
waltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig
zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 7
2 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.4
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsachenänderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend ge
machten rechtserheblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhalts
punkt
e bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Er
heblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die gel
tend gemach
ten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesge
richts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom
7.
April 2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E. 3.3.2).
1.5
Da die versicherte Person im Rahmen der Neuanmeldung die massgebliche
Tatsachenänderung glaubhaft zu machen hat, spielt der
Untersuchungs
grund
satz
, wonach das Gericht (oder die Verwaltung) für die richtige und voll
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat, inso
weit nicht. M
ithin
kommt der versicherten Person
ausnahmsweise eine
Be
weis
führungslast
zu. Wird in der Neuanmeldung kein
Eintretenstatbestand
glaubhaft gemacht, sondern bloss auf ergänzende Beweismittel, insbesondere Arztberichte hingewiesen, die noch beigebracht würden oder von der Ver
waltung beizuziehen seien, ist der versicherten Person eine angemessene Frist
zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen. Diese Massnahme setzt voraus, dass die ergänzenden Beweisvorkehren geeignet sind, den entspre
chenden Beweis zu erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten gegebenenfalls auf Nichteintreten zu erkennen sei. Dasselbe gilt, wenn der Neuanmeldung zwar ärztliche Berichte beigelegt sind, diese indes
sen so wenig
substanziiert
sind, dass sich eine neue Prüfung nur aufgrund weiterer Erkenntnisse allenfalls rechtfertigen würde.
Diesfalls
ist die IV-Stelle zur Nachforderung weiterer Angaben nur verpflichtet, wenn den – für sich allein
genommen nicht Glaubhaftigkeit begründenden – Arztberichten kon
krete Hin
weise entnommen werden können, wonach möglicherweise eine mit wei
teren
Erhebungen erstellbare rechtserhebliche Änderung vorliegt. Ergeht eine
Nich
t
eintretensverfügung
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens, das den Erfor
der
nissen betreffend Fristansetzung und Androhung der
Säumnis
folgen
ge
nüg
t, legen die Gerichte ihrer beschwerdeweisen Überprüfung den Sachver
halt zu Grunde, wie er sich der Verwaltung bot. Für das Beibringen neuer Beweismittel bleibt im anschliessenden Gerichtsverfahren kein Raum mehr (BGE 130 V 64 E. 5.2.5, Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom 5. Juni 2013 E. 2.1-2.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) fest, mit dem neuen Gesuch sei nicht glaubhaft dargelegt worden, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten. Es liege lediglich eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts vor.
Eine Änderung der Voraussetzungen für den Leistungsanspruch sei a
uf
grund der neuen Rechtsprechung hinsichtlich eines strukturierten
Beweis
verfahrens
nicht
erfolgt. Die
somatoforme
Schmerzstörung sei bereits be
rück
sichtigt worden.
Die geltend gemachte gesundheitliche
Verschlechterung infolg
e eines sozialen Rückzugs sei nicht nachvollziehbar
. Auf das neue Leistungsbegehren werde daher nicht eingetreten
(S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (
Urk.
1
),
sie
s
ei
zu Beginn
des Jahres 2014 in der
Z._
hospitalisiert gewesen.
Dabei sie der Verdacht auf eine posttraumatische
Be
las
tungsstörung
diagnostiziert
worden, welcher
im Gutachten aus dem Jahr 2013 noch nicht
geäussert
worden sei
.
Der Regionale Ärz
tliche Dienst (RAD)
habe hierzu
keine Stellung genommen.
Zudem sei die RAD-Beurteilung durch
eine fachfremde Ärztin erfolgt.
Auch die behandelnde Psychiaterin beschreib
e eine
Verschlechterung
des Gesundheitszustandes
. Insbesondere liege ein sozia
ler Rückzug in allen Belangen des Lebens vor, wovon im Gut
achten aus dem Jahr 2013 noch nicht ausgegangen worden sei. Auch sei nun eine schwere affektive Störung ausgewiesen
. Folglich sei
eine Verschlechte
rung glaubhaft
gemacht und auf das Begehren sei daher einzutreten (S. 7 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin – mangels einer glaubhaft gemachten Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der letztma
ligen materiellen Prüfung
im Oktober 2013 (vgl.
Urk.
5/168
)
– zu Recht nicht auf das neue Leistungsbegehren eingetreten ist.
3.
3.1
Die massgebende medizinische Aktenlage stellte sich bei der letztmaligen materiellen Prüfung, in deren Rahmen ein Rentenanspruch erneut verneint wurde (vgl. Verfügung vom 2
2.
Oktober 2013
,
Urk.
5/168
), wie folgt dar:
3.2
Mit Schreiben vom 1
3.
August 2012 (
Urk.
5/125/1) diagnostizierte
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, eine schwere de
pressive Episode ohne psychotische Symptom
e
im Rahmen einer rezidivie
renden
– zwischen mittelgradigen und schweren Episoden abwechselnden - depressiven Störung
(ICD-10 F33.2)
sowie ein somatisches Schmerzsyndrom
. Dabei berich
tete
Dr.
A._
über eine
n
seit einem Jahr
stark
verschlechterten
Gesundheitszustand der Beschw
erdeführerin
.
Sie
sei schwer depressiv und
verspüre
Todeswünsche.
Die
Leistungsfähigkeit sei aufgrund
der stark ausge
prägten Ängsten, der niedrigen Frustrationstoleranz, der traurig-depressiven Stimmung, der Konzentrations- und Sc
hlafstörungen,
der Schmerzen in den Nierenlogen
sowie
der Kopfschmerzen sehr niedrig. Zudem sei sie fast taub und höre nichts. Sie könne sich zu Fuss kaum bewegen. Hinzu komme der soziale Rückzug in allen Belangen des Lebens.
Dr.
A._
bat die
Beschwerde
gegnerin
deshalb um eine erneute
Überprüfung des Leistungsan
spruchs der Beschwerdeführerin.
3.3
Am 1
5.
August 2012 wurde eine Computertomographie (CT) des Thorax und des Abdomens infolge des Verdachts eine
r
somatoforme
n
Schmerzstörung mit thorakalen Schmerzen sowie Schmerzen im Oberbauch bei unauffälliger Gastroskopie durchgeführt. Dabei war keine Lungenembolie ersichtlich, hin
gegen zeigten sich
bihilär
e
pathologisch vergrösserte konfluierende Lymph
knoten (LK), welche am ehesten mit einer
Sarkoidose
im Stadium I mit einer leichten (
Hepato
)-
Splenomegalie
und einer
mesenterialen
Pannikulitis
ver
einbar seien. Aus differentialdiagnostischer Sicht sei auch eine
Lymphom
mani
festation
nicht auszuschliessen
(vgl. Bericht vom 1
5.
August
2012,
Urk.
5/127/3).
3.4
Der behandelnde Hausarzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allge
meine Innere Medizin, überwies die Beschwerdeführerin aufgrund der mittels CT diagnostizierten
bihilär
en
pathologisch vergrösserten LK zur weiteren Abklärung an das
C._
.
Differentialdiagnostisch zog er eine
Sarkoidose
Stadium I mit einer leichten
Hepatosplenomegalie
und
mesenterialen
Pannikulitis
in Betracht.
In seinem Überweisungsschreiben vom 2
1.
August 2012 (
Urk.
5/125/2) nannte er als Diagnosen ausserdem eine
somatoforme
Schmerzstörung mit rezidivierenden unklaren
Oberbauch
schmer
zen
, eine Depression, chronische Kopfschmerzen bei Status nach einer Distorsio
n der Halswirbelsäule (H
W
S
) im April 2005, eine Polyarthrose mit einer
Chondropathia
patellae
links, eine
Steatosis
hepatis
sowie einen seit dem Jahr 2011 bestehenden Herpes
zoster
thorakal links.
3.
5
Am 2
5.
Juli 2013 erstatteten die Ärzte der
D._
ihr polydisziplinäres Gutachten in den
Fach
disziplinen
Allgemeine Innere Medizin, Orthopädische Chirurgie und Trau
ma
tologie des Bewegungsapparates, Neurologie sowie Psychiatrie und Psycho
therapie zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
5/155). Dabei konnte
n sie
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
stellen
(S. 30). Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erachteten
sie
Folgendes (S. 31):
c
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto
ren (ICD-10 F45.41)
Primärpersönlichkeit mit vermeidenden und vorwiegend
histrioni
schen
Anteilen (keine Krankheitswertigkeit)
Sarkoidose
Stadium
I
Fehlstatik der Wirbelsäule, Haltungsinsuffizienz, muskulärer
Hart
spann
und
verschmächtigte
Rumpfmuskulatur
radiologisch altersentsprechende Befunde
bis auf eine
Torsionsskoli
ose
der Lendenwirbelsäule (LWS)
k
ein nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit
k
räftige Schwielen der Füsse mit Ausschluss körperlicher Inaktivität
Adipositas
bei einem
Übergewicht von mehr als 20 kg
r
eduzierter Allgemeinzustand
d
ringender Verdacht auf eine nicht authentische
Symptompräsenta
tion
und negative Antwortverzerrung
Aus psychiatrischer Sicht könne gegenwärtig weder von einer relevanten affektiven Störung noch von einer Angststörung ausgegangen werden. Auch
sei k
eine psychotische Störung oder eine
somatoforme
Schmerzstörung aus
gewiesen.
Hierzu würden die ICD-Kriterien fehlen. Die Foerster-Kriterien seien ebenfalls nicht ausgewiesen. So liege insbesondere ke
in sozialer Rück
zug in allen Belangen des Lebens vor. Die Beschwerdeführerin neige zu
einem
Verdeutlichungsverhalten und zu
einer
Aggravation, welche
bewusst
seinsnah
erscheine
.
Die
Angaben
seien
stellenweise nicht konsistent
gewesen
.
Auch ergebe sich eine auffällige Diskrepanz zwischen der
behaupteten
regelmässigen
konstan
ten Medikamenteneinnahme und den
gemessenen W
erten. Aus diagnostischer Sicht sei von einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) auszugehen.
Aus psychiatrischer Sicht könne d
ie Beschw
erdeführerin
die bisherige sowie jegli
che behinderungsangepasste Tätigkeit zu 100
%
ausüben (S. 29).
Anlässlich
der internistischen Untersuchung
habe kein pathologischer Befund
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben werden können.
Die zuvor festgestellte Eisenmangelanämie sei nicht mehr nachweisbar.
Die
Sarkoidose
Stadium I sei ebenfalls ohne Bedeutung
. Die Beschwerdeführerin sei aus inter
nistischer Sicht vollständig arbeitsfähig
(S. 29
, S. 36
).
In neurologischer Hinsicht liege
ebenfalls
keine relevante Diagnose vor. So seien insbesondere bezüglich des von der Beschwerdeführerin für ihre Be
schwerden teilweise
als
ursächlich geltend gemachten Verkehrsunfalles aus dem Jahr 2006 keinerlei Folgen erkennbar. Konkrete
zervikoradikuläre
oder
lumboradikuläre
Schmerzen würden nicht angegeben und die Darstellung der Kopfschmerzen deute allenfalls auf einen Spannungskopfschmerz hin.
Eine
komplette Anästhesie und Palanästhesie an den Extremitäten
sowie
am Ru
mpf und
am
Gesicht sei nicht erklärbar. Die allgemein sehr kräftige
Ext
remi
tätenmuskulatur
sei
mit der angegebenen Lebensführung
nicht verein
bar
, wonach sie praktisch n
ur noch im Bett liege
.
Angesichts der
Laborbe
funde
mit nicht nachweisbaren Wirkstoffspiegeln der angegebenen
Schmerzmedi
ka
mente
seien die anamnestischen Angaben der Beschwe
rde
führerin zumin
dest erheblich
zweifelhaft
. Das Verhalten in der klinischen Untersuchung sei auffallend bizarr und von erheblichen bewusstseinsnahen Diskrepanzen geprägt
gewesen
. Insgesamt seien die Diskrepanzen und
Ver
haltensauffällig
keiten
als Korrelat
einer bewusstseinsnahen
nicht-
authenti
schen
Sympto
m
präsentation
und negativen Antwortverzerrung zu deuten
. Die aus neurolo
gischer Sicht von der Beschwerdeführerin dargestellte moto
rische Beeinträch
tigung, Kraftlosigkeit und Gangproblematik sei nicht zu er
klären.
Es ergebe
sich somit weder f
ür die bisherige noch für eine angepasste Tätigkeit eine Beeinträchtigung
der Arbeitsfähigkeit
(S. 29 f.
, S. 40 f.
).
Aus orthopädischer Sicht
liege
ebenfalls keine relevante Diagnose
vor
. An
hand der kräftigen bis pathologischen
Beschwielung
der Fusssohlen könne eine
– wie von der Beschwerdeführerin im Tagesprofil teilweise angegebene - körperliche Inaktivität
nicht nachvollzogen werden.
Aufgrund des r
adiolo
gisch
en Befundes hätten
manifeste degenerative Ve
ränderungen der Schulte
r
gelenke sowie
der H
WS
und
LWS
ausgeschlossen werden
können
.
Die dar
gestellten degenerativen Veränderungen
an der
unteren
HWS und
unteren
LWS seien altersentsprechend. Ein nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit liege nicht vor.
Eine mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin vollumfänglich zumutbar. Dies gelte auch für die bishe
rige Tätigkeit (S. 30
, S. 46
).
Zusammenfassend kamen die Gutachter zum Schluss, dass keine relevante Diagnose feststellbar sei.
Der psychische Gesundheitszustand sei seit der
im Jahr 2009 erlassenen
Rentenverfügung unverändert. Aus somatischer Sicht lägen keine objektivierbaren Befunde vor, welche die subjektiv angegebenen Beschwerden hinreichen
d
erklären würden.
Es ergäben sich
in
allen Fachge
bieten Hinweise für eine starke Aggravation und teilweise derart auffällige Befunddiskrepanzen, dass diese bereits als bewusstseinsnahe nicht-authenti
sche Symptompräsentation
zu
deute
n
sei
en
. Auch seien die anamnestischen Angaben ausgesprochen vage, schwer nachvollziehbar und teilweise wider
sprüchlich. Die Beschwerdeführerin sei sowohl
in der
bisherige
n
als auch
in
eine
r
angepasste
n
mittelschwere
n
wechselbelastende
n
Tätigkeit voll
ständig
arbeitsfähig
(S.
30 ff.).
3.6
Mit Stellungnahme vom
9.
August 2013 empfahl RAD-Arzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, für die B
eurteilung auf das Gutachten der
D._
abzustellen.
Seit der letzten Rentenverfügung aus dem Jahr 2009
sei von einem unveränderten Gesund
heitszustand
auszugehen.
So sei
keine für die Arbeitsfähigkeit relevante Diagnose ausgewiesen und die Beschwerdeführerin
sei sowohl
in der bis
herigen
als auch
einer
behinderungs
angepassten
,
wechselbelastenden mittel
schweren Tätigkeit weiterhin
zu 100
%
arbeitsfähig
(vgl.
Urk.
5/165 S. 4 f.).
3.7
In der Folge erachteten sowohl
Dr.
B._
als auch
Dr.
A._
die psychia
trische Beurteilung
des
Gutachten
s
der
D._
aufgrund der jeweiligen lang
jäh
rigen Beobachtung der Beschwerdeführerin als nicht nachvollziehbar
. Dies
e weiche von der Meinung der behandelnden Ärzte ab
(vgl.
die
Schreiben vom 2
0.
und 2
3.
August 2013,
Urk.
5/160-161).
4.
4.1
Bei der vorliegenden Neuanmeldung lag der Beschwerdegegnerin im Zeit
punkt des Verfügungserlasses am
7.
Januar 2016 (
Urk.
2) Folgendes vor:
4.2
Mit Austrittsbericht vom 1
8.
Februar 2014 (
Urk.
5/183/14-17) informierten die Ärzte der
Z._
über die stationäre
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin vom 1
0.
Januar bis 1
3.
Februar 2014
zur psychoso
matischen Rehabilitation
. Dabei führten sie folgende Diagnosen auf (S. 1):
Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung (Flashbacks, Alb
träume, Vermeidungsverhalten)
r
ezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.11)
Status nach Suizidversuch durch Tablettenintoxikation im Jahr 2005
Status nach
Hospitalisation
im
Mai 2011
c
hronisches Schmerzsyndrom mit psychischen und somatischen An
tei
len
r
ezidivierende
Abdominalschmerzen
unklarer Ätiologie
Status nach Gastroskopie am
3.
Februar
2010: normale obere Endo
s
kopie und Nachweis einer kleinen
Hiatushernie
Status nach Autounfall mit HWS-Distorsionstrauma im Apr
il 2005 mit chronischem
zervikooccipitalem
und
zervikobrachialem
Schmerz
syndrom
Chondropathia
patellae
links
c
hronische Kopfschmerzen
Polyarthrose, besonders im linken Knie
Eisenmangelanämie bei
Menometrorrhagie
, durch Eiseninfusion behan
delt
Lungensarkoidose
p
ulmonales Stadium I
o
hne Nachweis
okulärer
Beteiligung, 2
6.
September 2012
Übergewicht,
Steatosis
hepa
tis
Bei der Beschwerdeführerin h
ätten
sich im Rahmen psychosozialer Belastun
gen auf dem Boden einer vorbestehenden Traumatisierung eine rezidivie
rende depressive Störung
sowie
ein somatisches Schmerzsyndrom entwickelt. Es
lägen
deutliche Hinweise
vor
, dass die traumatischen
Kriegse
rlebnisse
weitgehend für die Gehstörung
sowie für
die Schmerzen und die Schlafstö
rungen mit rezidivierenden Flashbacks verantwortlich seien. Eine
Trauma
therapie
sei
dringend notwendig.
Die Beschwerdeführerin habe sich w
ährend der
Hospitalisation
psychophysisch stärken können.
Eine
Arbeitsunfähigkeit werde voraussichtlich noch länger
e Zeit
bestehen. Es werde gegebenenfalls eine berufliche Reintegration im geschützten Rahmen empfohlen (S. 3 f.).
4.3
Am
3.
März 2014 berichtete
Dr.
A._
über eine erneute Verschlechterung des psychischen und körperlichen Zustandes der Beschwerdeführerin und bat die Beschwerdegegnerin um
eine
erneute Überprüfung des Leistungsanspruchs (vgl. Schreiben vom
3.
März 2014,
Urk.
5/172).
4.4
Die Ärzte
der
pneumologischen
Klinik des
C._
informierten mit Bericht vom 1
8.
August 2014 (
Urk.
5/183/6-13) über die gleichentags erfolgte reguläre Verlaufskontrolle aufgrund der im September 2012 erstmals diagnostizierten
Sarkoidose
Stadium I. Als weitere Diagnosen nannten sie eine Depression, eine Adipositas Grad I
sowie eine
somatoforme
Schmerzstörung und ein
gastroösophagealer
Reflux
.
Die Ärzte kamen nach erfolgter Untersuchung zum Schluss,
dass die Beschwerdeführerin klinisch kardiopulmonal kompen
siert sei. B
ei aktuell stabilem Verlauf mit normaler
Kohlenstoffmonoxid (
CO
)
-Diffusion und stationärem radiologischen Befund
liege
keine Indikation für eine Steroid-Behandlung der
Sarkoidose
vor
(S. 1 f.).
4.5
Am 1
1.
November 2014 erfolgte aufgrund der unklaren
Thoraxbeschwerden
eine kardiologische Beurteilung durch
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Kardiologie. Dem gleichentags erstellten kardiologischen Abklärungsbericht (
Urk.
5/183/20-22) lassen sich als
Diagnosen extrakardiale
Thoraxbeschwerden
sowie ein
somatoformes
Schmer
z
bild
/Schmerzstörung entnehmen.
Dr.
F._
hielt dabei fest, dass die aktuelle
Ergometrie
subjektiv und objektiv negativ gewesen sei. Ausserdem habe die aktuelle Echokardiographie ein strukturell und funktionell normales Herz gezeigt. Es sei daher davon auszugehen, dass die Beschwerden
somato
form
respektive funktionell bedingt seien (S. 1 f.).
4.6
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates,
H._
,
nannte
mit Bericht vom 1
3.
August 2015 (
Urk.
5/183/4-5)
die
folgende
n – hier gekürzt aufgeführten -
Diagnosen (S. 1):
u
nklare
Beinschmerzen im Knie- und
Sprunggelenksbereich bei be
kannter
l
umbosakraler
Schmerzsymptomatik;
Differentialdiagnosen (
DD
)
:
radikuläre
Symptomatik, Spinalkanalstenose, degenerative Ver
änderung im Kniebereich
s
omatoforme
Schmerzstörung
bei rezidivierenden unklaren
Oberb
auch
schmerzen
Depression
Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung (Flashbacks, Alp
träume, Vermeidungsverhalten)
c
hronische Kopfschmerzen bei Status nach HWS-Distorsion im April 2005
Sarkoidose
, pulmonales Stadium I
Die
Schmerzen im Knie- und Sprunggelenksbereich bestünden sei mindestens drei Jahren.
Anlässlich der
Untersuchung habe kein
wesentliche
r
pathologi
sche
r
Befund
erhoben werden können
, weshalb weitere Abklärungen nicht angezeigt seien. Die psychische Komponente stelle den überwiegenden Anteil des Leidens dar (S.
1 f.
).
4.7
Mit Schreiben vom 1
7.
August 201
5 (
Urk.
5/180) berichtete
Dr.
A._
über ein
e erneute Verschlechterung des psychischen und körperlichen Zustandes der Beschwerdeführerin und bat
die Beschwerdegegnerin
um
eine
Überprü
fung des Leistungsanspruchs.
4.8
Dem durch
Dr.
B._
am 2
7.
August 2015 ausgestellten Arztzeugnis (
Urk.
5/183/3) lassen sich die folgenden – hier gekürzt aufgeführten - Diag
nosen entnehmen:
s
omatoforme
Schmerzstörung
bei rezidivierenden unklaren
Ober
bauch
schmerzen
Depression
Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung (Flashbacks, Alb
träume, Vermeidungsverhalten)
chronische Kopfschmerzen bei Status nach HWS-Distorsion
im
April 2005
Polyarthrose mit
Chondropathia
patellae
links
Steatosis
hepatis
Herpes
zoster
thorakal links,
2011
Sarkoidose
, pulmonales Stadium I
Die Beschwerdeführerin habe schwerwiegende psyc
hische
Probleme
, weshalb sie bereits mehrmals hospitalisiert gewesen sei
.
Sie sei aufgrund der
gesund
heitlichen Probleme arbeitsunfähig.
4.9
Dr.
A._
berichtete mit Schreiben vom
2.
September 2015 (
Urk.
5/183/1-2)
über eine
seit einem Jahr bestehende
gesundheitliche Verschlechterung.
Die Beschwerdeführerin sei durch die chronische somatische und psychische Problematik im Sinne einer
Lungensarkoidose
, einer schweren Depression sowie chronischen
Schmerzen beinahe pflegebedürftig
. Sie sei nicht in der Lage
,
alleine aus dem Haus zu gehen und
benötige auch zu Hause eine dau
ernde Überwachung.
Im Vordergrund stünden Konzentrations- und Merk
störungen, eine tiefe Stimmungslage, ein Schwäche- und Kältegefühl sowie ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens
und
eine Hilflosigkeit.
Es könne Folgendes diagnostiziert werden
(S. 1 f.):
schwere depressive Episode im Rahmen einer chronischen rezidi
vie
ren
den depressiven Störung bei chronischer schwerer soma
tischer Problema
tik (ICD-10 F33.2);
Wechsel
zwischen
schweren und mittel
gradigen depressiven Episoden
Chondropathia
patellae
links, chronische Kopfschmerzen bei Status nach Distorsion im April 2005
Sarkoidose
(Lungen)
Status nach Suizidversuch durch Tablettenintoxikation im 2005
Status nach psychiatrischer
Hospitalisation
im Mai 2011
Polyarthrose (besonders
des linken
Knies)
4.10
Mit Stellungnahme vom
3.
Oktober 2015
erachtete
RAD-Ärztin med.
pract
.
I._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates,
eine Veränderung des Gesundheitszustandes
der Beschwerdeführerin
als nicht ausgewiesen.
Dr.
A._
nenne keine neuen Diagnosen,
attestiere
jedoch, d
ass sich die bestehenden Diagnosen –
aller
dings
bei gegenüber den Vor
berichten
unverändertem Psychostatus – stark verschlechtert hätten.
Auch d
ie Berichte des
H._
sowie
des
C._
würden keine neuen medizinischen Sachverhalte ausweisen (vgl.
Urk.
5/184 S. 2).
5.
5.1
Mit den im Rahmen der Neuanmeldung eingereichten Berichten
(vorstehend E.
4)
vermag die Beschwerdeführerin
entgegen ihren Ausführungen
keine Verschlechterung ihres Gesundhei
tszustandes glaubhaft darzutun.
5.2
So
sind
sämtliche somatischen Diagnosen
bereits
seit längerem bekannt (vgl.
unter anderem
das
Urteil des hiesigen Gerichts IV.2009.00855 vom 1
4.
Februar
2011,
Urk.
5/107 S.
5 ff.) und wurden auch
im Rahmen
der letzt
maligen
materiellen Beurteilung
berücksichtigt. E
ine
diesbezügliche Ver
schlech
terung lässt sich
anhand
de
r
aktuell
erhobenen Befunde
nicht e
r
kennen
.
Hinsichtlich der bereits bekannten
Sarkoidose
Stadium I zeigte sich anlässlich der im August 2014 erfolgten
pneumologischen
Untersuchung durch die Ärzte des
C._
eine kardiopulmonal kompensierte Beschwerde
führerin bei
stabile
m
Verlauf mit normaler CO-Diffusion und stationärem radi
ologischen Befund
(vgl.
Urk.
5/183/6-13 S.
2
). Auch die kardiologische Un
tersuchung durch
Dr.
F._
aufgrund der unklaren
Thoraxbeschwerden
– über welche die Beschwerdeführerin bereits
im Rahmen
der letzt
maligen
materiellen Beurteilung klagte (vg
l.
Urk.
5/125/2;
Urk.
5/127/3
) -
zeigte weiterhin
einen
un
auffälligen Befund. Die
Ergometrie
sei subjektiv und objek
tiv negativ gewesen und die Echokardiographie habe
ein strukturell und funkti
onell normales Herz
gezeigt
(vgl.
Urk.
5/183/20-22 S.
2
). Dasselbe gilt für die durch
Dr.
G._
erfolgte orthopädische Untersuchung aufgrund der unkla
ren Beinschmerzen
im Knie- und Sprung
gelenksbereich bei bekannter
lum
bosakraler
Schmerzsymptomatik. Bereits anlässlich der Begutachtung durch die Ärzte der
D._
im Jahr 2013
klagte die Beschwerdeführerin über dies
bezügliche Beschwerden, wobei sich sowohl damals als auch
gegenwärtig
kein wesentlicher pathologischer Befund
erheben liess
(vgl.
Urk.
5/155 S.
43,
S.
46
;
Urk.
5/183/4-5 S.
1
f.).
Die von der
behandelnden Psychiaterin
Dr.
A._
unter anderem
geltend gemachte Verschlechterung des körperlichen Zust
an
des (vgl.
Urk.
5/172; 5/180) ist
demzufolge nicht
glaubhaft
. Die Be
schwer
de
führerin machte
denn auch selbst lediglich eine
Verschlechterung des psy
chischen Gesundheitszustandes geltend
(vgl.
Urk.
1 S. 7 f.).
5.3
H
insichtlich des psychischen Gesundheitszustandes
wird
mit den
eingereich
ten Berichte
n
indessen
ebenfalls
keine Verschlechterung glaubhaft
gemacht
.
So diagnostiziert
e
Dr.
A._
bei
unverändertem psychopathologischen Befund
weiterhin eine schwere depressive Episode ohne ps
ychotische Symptome im Rahmen einer rezidivierenden – zwischen mittelgradigen und schweren Episo
den abwechselnden - depressiven Störung (ICD-10 F33.2).
B
ereits an
läss
lich der letztmaligen materiellen Beurteilung
erachtete
Dr.
A._
die Be
schwerdeführerin
als schwer depressiv
, lebensmüde
und
hilflos. Auch
werden weiterhin Konzentrations- und Schlafstörungen
sowie
eine derart leidende und leistungsunfähige Beschwerdeführerin beschrieben, dass sie
auch im
Haushalt keine Arbeit erledigen könne.
Einen sozialen Rückzug in allen Belangen des Lebens er
wähnte
Dr.
A._
ebenfalls bereits im August 2012
(vgl.
Urk.
5/125/
1;
Urk.
5/183/1-2 S.
1
f.).
Auch eine
somatoforme
Schmerz
stö
rung
beziehungsweise ein chronisches Schmerzsyndrom wurden bereits
seit längerem und ebenfalls
im Rahmen der letztmaligen materiellen Beurtei
lung diagnostiziert (vgl.
Urk.
5/125/1;
Urk.
5/
125/2;
Urk.
5/127/3;
Urk.
5/155
S.
31
; vgl.
auch das Urteil des hiesigen Gerichts IV.2009.00855 vom 1
4.
Febru
ar 2011,
Urk.
5/107 S.
5 ff.
).
Der Umstand, dass die Gutachter der
D._
– wo
rauf sich die Beschwerdegegnerin damals abstützte (vgl.
Urk.
5/165
S. 4 f.
) - sowohl eine affektive Störung als auch eine
somatoforme
Schmerzstörung
sowie einen sozialen Rückzug in allen Belangen des Lebens
verneinten und
lediglich
eine chronische Schmerzstörung ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit als ausgewiesen erachteten (vgl.
Urk.
5/155 S. 29, S.
31),
ändert daran nichts,
ergibt doch
insbesondere
der
Vergleich der
dama
ligen mit den
aktuellen Berichten von
Dr.
A._
keine Veränderung
des Ge
sundheitszustan
des
.
Die Tatsache, dass das Bundesgericht mit BGE 141 V 281
seine Recht
sprechung bei psychosomatischen Störungen neu gefasst hat, stellt
– wie dies die Beschwerdeführerin anlässlich ihrer Einspra
che noch geltend gemacht hatte (vgl.
Urk.
5/190 S. 4) - für sich allein
sodann
keinen
Neu
an
meldungs
-
beziehungsweise
Revisionsgrund dar (vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_590/2015 vom 2
4.
November 2015 E. 5.3).
Zwar wurde
anlässlich des
zu Beginn des
Jahr
es
2014 erfolgten stationären Aufenthalts in der
Z._
erstmals der Verdacht eine
r
posttraumatische
n
Belastungsstörung mit Flashbacks, Albträumen und
Ver
meidungsverhalten
geäussert (vgl.
Urk.
5/183/14-17 S. 1).
Dabei wurde a
ller
dings
nur
eine Verdachtsdiagnose gestellt, wogegen e
ine eindeut
ige
Diagno
sestellung
unterblieb
.
Sodann wurde zwar d
ie
vermutete
Kriegstraumatisie
rung
zuvor noch nie
erwähnt,
d
och
hielten die Ärzte der
Z._
diesbezüglich lediglich
fest,
dass sich die depressive Störung sowie das somatische Schmerzsyndrom auf dem Boden dieser Traumatisierung entwickelt h
ätten
(vgl.
Urk.
5/183/14-17 S.
3
)
.
Diese Diagnosen
sind
indessen – wie soeben aufgezeigt -
bereits
seit längerem
bekannt
, womit
auch
dadurch keine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht wird.
5.
4
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, di
e Beurteilung durch den RAD sei
durch eine Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates erfolgt und hätte zwingend durch einen Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie erfolgen müssen (vgl.
Urk.
1 S.
8 unten), kann sie hieraus nichts
zu ihren Gunsten ableiten. So stellt sich im Rahmen der
Eintretensfrage
anlässlich einer Neuanmeldung lediglich die Frage, ob eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Vergleich zu den anlässlich der letztmaligen materiellen Beurteilung erhobenen Befunden glaubhaft gemacht wurde. Hierfür sind
nicht zwingend fachspezifische
Kennt
nisse notwendig, zumal
überdies
auch für die Beurteilung der
An
spruchsvoraussetzungen
kein unbedingter gesetzlicher Anspruch auf eine
Aktenvorlage an den RAD besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_858/
2014 vom
3.
September 2015 E. 3.3.3).
5.
5
Vor dem
Hintergrund, dass der Untersuchungsgrundsatz bei einer Neuanmel
dung keine Geltung und die versicherte Person die massgebliche
Tatsachen
änderung
mit der Neuanmeldung glaubhaft zu machen hat (vorstehend E. 1.5)
, ist die
Eintretensfrage
gestützt auf die Aktenlage, wie sie sich der
Be
schwer
degegnerin
im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom
7.
Januar 2016 (
Urk.
2) präsentierte, zu beantworten. Das Verwaltungsverfahren genügte da
bei den Erfordernissen betreffend Fristansetzung und Androhung der
Säum
nisfolgen
, wurde die Beschwerdeführerin doch die Gelegenheit gegeben, noch aussteh
ende Arztberichte einzureichen und sie wurde auch auf die
Säumnis
folgen
hingewiesen (vgl. Schreiben vom 1
9.
August 2015,
Urk.
5/181). Die erst im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte
(
Urk.
8,
Urk.
13)
sind für die Beurteilung der
Eintretensfrage
daher nicht zu beachten.
5.6
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass verglichen mit der letztma
ligen Beurteilung eine erhebliche gesundheitliche Verschlechterung nicht glaubhaft dargelegt wurde.
Die Beschwerdegegnerin traf somit auch keine Pflicht zur Vornahme von weiteren Abklärungen des Sachverhalts (vor
stehend E. 1.5).
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Ab
weisung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
) und auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfah
rens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.