Decision ID: a8a16c6e-c36f-42dd-9bdd-968630a79e5e
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
in Sachen
M._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., c/o K & B Rechtsanwälte,
Freudenbergstrasse 24, Postfach 213, 9240 Uzwil,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a M._ war als Maschinenbedienerin bei der A._ tätig und dadurch bei der Suva
unfallversichert, als sie am 3. Oktober 2005 als Beifahrerin in einem Personenwagen
bei einem Auffahrunfall ein HWS-Distorsionstrauma erlitt. Die Erstbehandlung erfolgte
am Unfalltag bei N._, prakt. Arzt, (UV-act. 1, 2). Die anschliessende Behandlung
führte Dr. med. B._, Fachärztin für Neurologie FMH, durch. Sie bestätigte die
Diagnose einer HWS-Distorsion (UV-act. 5). In der Folge wurden umfassende
medizinische Behandlungen und Abklärungen vorgenommen. Die
Invalidenversicherung lehnte Rentenleistungen im Vorbescheid vom 19. Juli 2007 mit
Hinweis auf eine 25%ige Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit ab (UV-act. 132). Nach
Vornahme von weiteren medizinischen Abklärungen (UV-act. 136, 140, 143) stellte die
Suva mit Verfügung vom 28. März 2008 sämtliche Versicherungsleistungen auf den 31.
März 2008 ein mit der Begründung, dass aufgrund der Akten die natürliche
Unfallkausalität der aktuell bestehenden Beschwerden nicht gegeben und die
Adäquanz in Anwendung der Schleudertrauma-Rechtsprechung zu verneinen sei (UV-
act. 147).
A.b Die gegen diese Verfügung von Fürsprecher Marco Büchel, LL.M, Uzwil, erhobene
Einsprache vom 28. April 2008 (UV-act. 155) wies die Suva mit Einspracheentscheid
vom 12. Mai 2009 ab (UV-act. 175). Eine vorsorglich erhobene Einsprache hatte der
Krankenversicherer der Versicherten wieder zurückgezogen (UV-act. 148f).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 12. Mai 2009 erhob Fürsprecher Büchel für
die Versicherte mit Eingabe vom 12. Juni 2009 Beschwerde mit den Rechtsbegehren,
die Verfügung vom 28. März 2008 und der Einspracheentscheid seien aufzuheben. Die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, auch nach dem 31. März 2008 die
gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Es sei ein polydisziplinäres Gutachten zu
erstellen und es sei gestützt auf dieses Gutachten die Rentenfrage zu prüfen. Der
Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das vorliegende
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Verfahren zu erteilen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter unter anderem aus,
das Ereignis vom 3. Oktober 2005 sei als mittlerer Unfall im Sinn der Rechtsprechung
zu qualifizieren. Das biomechanische Gutachten beruhe auf ungesicherten Angaben
und Spekulationen. Die Beschwerdegegnerin bejahe den natürlichen
Kausalzusammenhang, nicht jedoch die Adäquanz. Bei Beschwerden, die wie hier
länger und ohne deutliche Besserungstendenz bestehen würden, sei eine
interdisziplinäre Abklärung und die Beurteilung durch Fachärzte angezeigt. Auch wenn
davon ausgegangen werde, dass die von der Beschwerdegegnerin getroffenen
Abklärungen genügen würden, so gehe doch aus keinem Bericht hervor, dass die
Beschwerden nicht wenigstens eine wesentliche Teilursache des erlittenen Unfalls
seien. Es seien mindestens drei der im Bereich der mittleren Unfälle verlangten
Adäquanzkriterien erfüllt, was dazu führe, dass die Adäquanz zu bejahen sei.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 17. August 2009 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen
Entscheids. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen
Entscheid und führte unter anderem aus, darin seien sowohl der natürliche wie auch
der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und dem
Unfall vom 3. Oktober 2005 verneint worden. Die Berichte des Kreisarztes Dr. med.
C._, Facharzt FMH für Chirurgie (UV-act. 143) und des Suva-Arztes Dr. med. D._,
Facharzt für Neurologie FMH (UV-act. 173), würden die beweismässigen
Anforderungen erfüllen; auf sie sei abzustellen. Der von der Beschwerdeführerin
geklagte Tinnitus stehe nicht mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit in kausalem
Zusammenhang mit dem Unfallereignis. Es fehle an einem unfallbedingten organischen
Substrat im Sinn einer strukturellen Veränderung. Selbst wenn davon ausgegangen
würde, dass die aktuell geklagten, für eine HWS-Distorsion typischen Beschwerden in
einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall stehen würden, sei die
Leistungseinstellung aufgrund der fehlenden Adäquanz gerechtfertigt. Die
Beschwerdeführerin sei umfassend untersucht und abgeklärt worden. Von weiteren
Abklärungen seien in unfallversicherungsrechtlicher Sicht keine neuen Erkenntnisse zu
erwarten. Ausgehend von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten
Ereignissen sei lediglich das Adäquanzkriterium der erheblichen Beschwerden, jedoch
nicht in ausgeprägter Form, erfüllt.
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B.c Mit Replik vom 29. September 2009 und Duplik vom 20. Oktober 2009 bestätigten
die Parteien ihre Anträge und Ausführungen.
C. Am 21. Oktober 2009 bewilligte der Versicherungsgerichtspräsident die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung der Beschwerdeführerin für das vorliegende
Verfahren (act. G 12).

Considerations:
Erwägungen:
1.
Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin im Anschluss an
das Unfallereignis vom 3. Oktober 2005 ausgerichtet wurden, auf den 31. März 2008
eingestellt werden durften oder nicht. Gemäss ständiger Praxis des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts) kann ein nach einem versicherten Unfall aufgetretenes Leiden nur
dann als dessen Folge betrachtet werden, wenn und soweit es sicher oder doch
zumindest überwiegend wahrscheinlich von jenem Unfall herrührt (natürliche Kausalität;
BGE 115 V 133 sowie 117 V 359 und 134 V 109). Die blosse Möglichkeit eines
Zusammenhangs genügt für die Begründung des Leistungsanspruchs nicht (BGE 129
V 181 Erw. 3.1; BGE 119 V 338 Erw. 1 und 118 V 289 Erw. 1b je mit Hinweisen). Der
Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen, die mit dem Unfall adäquat-kausal
zusammenhängen (SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Während es Aufgabe des Arztes oder
der Ärztin ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem
Gericht, die Fragen nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beurteilen (BGE
123 III 110 Erw. 3a). Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn
von nachweisbaren strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit
bildgebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG]
nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus
dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers
praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu
bejahen (BGE 127 V 103 Erw. 5b/bb, 123 V 102 Erw. 3b, 118 V 291 Erw. 3a, 117 V 365
Erw. 5d/bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend)
fassbar, ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie
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folgt zu differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma
bzw. keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung
gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen
das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum
typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen
zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den
Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE
115 V 140 Erw. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze
massgebend (BGE 123 V 99 Erw. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz
gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten
Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang
bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus
dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die
ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild
ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 Erw. 3b).
2.
2.1 Im Bericht vom 5. Oktober 2005 vermerkte Dr. B._, dass bei der
Beschwerdeführerin im Sommer 2004 (vor dem streitigen Unfall) Abklärungen wegen
einer "über Nacht blockierten HWS" stattgefunden hätten. Die Nackenbeschwerden
seien seither trotz durchgeführter Manualtherapie nicht vollständig verschwunden.
Hinsichtlich des am 3. Oktober 2005 erlittenen HWS-Distorsionstraumas hätten sich
weder klinisch noch radiologisch Hinweise für eine Verletzung neuraler oder ossärer
Strukturen ergeben (UV-act. 5f). Dr. med. E._, FMH für Chirurgie, berichtete am 7.
November 2005, die Patientin habe sich am 11. Oktober 2004 mit Schmerzen im
Bereich der HWS, seit ca. einer Woche bestehend, gemeldet. Diese seien ohne Trauma
aufgetreten und hätten sich an Intensität nicht geändert. Die angefertigten
Röntgenaufnahmen hätten eine beginnende Arthrose vor allem bei C5/6 und C6/7
gezeigt. Nach der manuellen Therapie am 11. Oktober 2004 habe die Patientin weniger
Beschwerden gehabt. Am 14. Oktober 2004 sei die Therapie ein zweites Mal
durchgeführt worden. Mit der zweiten Behandlung sei die damalige Therapie
abgeschlossen worden (UV-act. 10). Im Bericht vom 12. Dezember 2005 hielt Suva-
Kreisarzt Dr. med. F._ als Angabe der Beschwerdeführerin eine Zustandsbesserung
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fest. Sie habe immer noch Nackenbeschwerden und Kopfschmerzen, jedoch keinen
Trümmel mehr. Die Sinnesorgane (Augen, Gehör, Geruchssinn) seien in Ordnung. Zwei
bis dreimal wöchentlich mache sie Physiotherapie. Von Seiten der Unfallfolgen bestehe
wieder eine Arbeitsfähigkeit, im Sinn einer Angewöhnung halbtags 50 % ab 15.
Dezember 2005, 75 % ab 2. Januar 2006 und 100 % ab 30. Januar 2006 (UV-act. 23).
Im Bericht vom 23. Januar 2006 hielt Dr. B._ unter anderem fest, die
Schmerzsymptomatik habe sich in den letzten dreieinhalb Monaten noch verstärkt. Die
Beschwerdeführerin klage neben Schmerzen im Nacken auch über solche im
Handgelenk, im Ellbogen und beiden Armen sowie in der BWS mit Ausstrahlung in die
LWS, in die Hüfte und ins linke Bein. Sie (die Ärztin) habe den Eindruck, dass die
Beschwerdeführerin schon vor dem Unfallereignis die Doppelbelastung als Hausfrau/
Mutter und eine 100 %ige Berufstätigkeit nur knapp habe bewältigen können. Der
Unfall und die nachfolgenden Schmerzen hätten wahrscheinlich zu einer vollständigen
Dekompensation geführt. Sie (die Ärztin) halte einen vorübergehend noch auf 50 %
reduzierten Einsatz für sinnvoll. Diese Teilarbeitsunfähigkeit sei auch durch
unfallfremde Faktoren mit bedingt (UV-act. 36). Am 5. und 25. April 2006 gab die
Beschwerdeführerin der Suva-Mitarbeiterin bekannt, sie habe Schmerzen im linken
Ellbogen (unfallfremd) und seit einiger Zeit auch ein Pfeifen in den Ohren (UV-act. 50,
51). Der Neurologe Dr. med. G._ berichtete am 1. Mai 2006, die neurologische
Untersuchung und das EEG würden einen unauffälligen Befund zeigen (UV-act. 58).
2.2 Eine Vestibulärabklärung im Kantonsspital St. Gallen ergab gemäss Bericht vom
21. Juni 2006 einen subtotalen Ausfall des linken Vestibulärorgans (mit
Schwankschwindel und Schwarzwerden vor den Augen). Ein Zusammenhang mit dem
Unfall sei nicht erkennbar, da ein akuter Drehschwindel in der Anamnese nicht
eruierbar sei (UV-act. 72). Im Nachgang zu einem Aufenthalt in der Klinik Valens vom
10. Juli bis 10. August 2006 wurde in den Austrittsberichten vom 8. und 22. August
2006 festgehalten, die Patientin habe sich mittelmässig engagiert gezeigt und habe
ergotherapeutische Verhaltensweisen nur schwer annehmen und umsetzen können. Es
sei eine psychosomatische Vorstellung mit der Diagnose einer angedeuteten
leichtgradigen depressiven Symptomatik erfolgt, welche jedoch im Zusammenhang
des anhaltenden Beschwerdebildes bei tendenziell maladaptivem
Schmerzbewältigungsverhalten gesehen werden müsse. Die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit sei halbtags zumutbar. Eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende
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Tätigkeit sei ganztags mit zusätzlichen Pausen, insgesamt ca. zwei Stunden pro Tag
aufgrund der erhöhten Ermüdbarkeit, zumutbar (UV-act. 81, 84). Die Arbeitgeberin löste
das Arbeitsverhältnis mit der Beschwerdeführerin auf den 31. Oktober 2006 auf (UV-
act. 80, 95). In der Folge anerkannte die Beschwerdegegnerin bis Ende Oktober 2006
(Ende des Arbeitsverhältnisses) eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 88). Der Suva-
Arzt Dr. med. O._, Facharzt FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, kam im
Bericht vom 5. Dezember 2006 zum Schluss, anlässlich der neurologischen
Untersuchung bei Dr. B._ am 5. Oktober 2005 habe die Beschwerdeführerin weder
über Ohrbeschwerden noch über Tinnitus geklagt. Sie verfüge über ein
altersentsprechend praktisch normales Gehör. Der geklagte Tinnitus stehe nicht mit der
erforderlichen Wahrscheinlichkeit in kausalem Zusammenhang mit dem Unfall (UV-act.
102). Die Beschwerdegegnerin erklärte sich dennoch bereit, die Kosten für die von Dr.
med. H._, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie,
verordnete Bogduk-Therapie zu übernehmen (UV-act. 113f). Im Bericht vom 4.
Dezember 2006 hatte Dr. H._ unter anderem festgehalten, die beim Unfall vom 3.
Oktober 2005 wirkenden Kräfte im Bereich der HWS und des cervico-cranialen
Übergangs hätten genügend Relevanz gehabt, eine HWS-Distorsion bzw.
multisegmentale Läsionen der cervicalen Facettengelenke zu verursachen. Die
Kollegen der ORL-Klinik des Kantonsspitals St. Gallen seien apparativ nicht der Lage,
eine komplette neuro-otologische und aequilibriometrische Untersuchung mit
notwendigen modifizierten Testverfahren durchzuführen. Deren Beurteilung, dass der
Vestibulärausfall möglicherweise die Folge des Sturzes vor 27 Jahren sei, könne er
nicht nachvollziehen (vgl. UV-act. 105). Im Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom
5. Januar 2007 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin fest, letztere habe auf
eigene Initiative per 4. Dezember 2006 eine Praktikumsstelle beim I._ gefunden. Dort
sei sie unter grösster Anstrengung zu 75 % tätig (UV-act. 106). Am 15. Februar 2007
berichtete Dr. med. J._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, es lasse
sich keine eigenständige depressive Krankheit feststellen. Es handle sich um eine
depressive Reaktion auf den Unfall bzw. die dauernden Schmerzen als Unfallfolge. Eine
maladaptive Schmerzbewältigung lasse sich nicht bestätigen (UV-act. 116). Im Bericht
vom 2. Mai 2007 hielt Dr. H._ fest, in Bezug auf die (durch die Behandlung erreichte)
praktische Schwindelfreiheit der Patientin sei die Durchführung eines visuo-
vestibulären Trainings nicht mehr notwendig (UV-act. 121). Hierauf liess die
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Beschwerdeführerin mitteilen, durch die Bogduk-Therapie habe es nur eine
vorübergehende Besserung gegeben (UV-act. 123).
2.3 Dr. med. K._, Leitender Arzt Anästhesie, Spital Wattwil, hielt im Bericht vom 18.
August 2007 als neue Diagnose einen Verdacht auf ein komplexes regionales
Schmerzsyndrom (CRPS) Typ I des linken Armes fest. Als Auslöser des CRPS müsse
die HWS-Problematik angesehen werden; andere Läsionen seien anamnestisch nicht
zu erheben (UV-act. 135). Frau Dr. J._ bestätigte am 25. August 2007 die Diagnose
einer depressiven Anpassungsstörung im Zusammenhang mit anhaltenden starken
Schmerzen und Schwindel nach Schleudertrauma (UV-act. 136). Eine neurologische
Abklärung im Kantonsspital St. Gallen ergab gemäss Berichten vom 21. Dezember
2007 und 30. Januar 2008 einen elektrophysiologischen Normalbefund ohne Hinweise
für das Vorliegen einer Neuropathie im Bereich der oberen Extremitäten und
untersuchten Nerven. Die Beschwerden (aufgrund welcher ein CRPS diagnostiziert
wurde) seien nach dem Unfall vom 3. Oktober 2005 mit einer Latenz von sieben
Wochen aufgetreten. Daher würden die aktuell gültigen Diagnosekriterien für ein
Beschleunigungstrauma der HWS (beschwerdefreies Intervall von maximal 48 Stunden)
nicht erfüllt. Die morgendliche Betonung der Beschwerden mit Gelenksschmerzen
sowie Gelenkschwellungen lasse ohne peripher nachweisbares neurologisches Defizit
an eine rheumatologische Grunderkrankung denken. Es werde eine weiterführende
rheumatologische Abklärung empfohlen. Bezüglich des teils unsystematischen und
teils drehenden Schwindels habe man keine Hinweise auf ein periphere vestibuläre
Störung, eine Durchblutungsstörung und auch keine anderen Störungsbilder gefunden.
Ein Zusammenhang der Schwindelsymptomatik mit der Bewegungseinschränkung und
der muskulären Dysbalance im Bereich der HWS sei denkbar. Es werde eine
regelmässige Physiotherapie auf neurophysiologischer Basis empfohlen. Zur
Behandlung der rezidivierenden Kopfschmerzen, welche am ehesten im Sinn eines
Spannungskopfschmerzes zu interpretieren seien, seien unter anderem ein
Nikotinstopp und physikalische Massnahmen zu empfehlen. Differentialdiagnostisch
sei bei prolongiertem Heilungsverlauf, depressiver Episode und Angststörung auch an
eine somatoforme Störung zu denken (UV-act. 140). Suva-Kreisarzt Dr. C._ erachtete
die Diagnose eines CRPS Typ 1 als nicht nachgewiesen. Es würden diesbezüglich die
entscheidenden Kriterien im klinischen Bild fehlen. Lediglich bezüglich
Vestibularissituation sei eine strukturelle Läsion nachweisbar; alle übrigen Abklärungen
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hätten keine organisch nachweisbare strukturelle Läsion gezeigt. Bezüglich der
Vestibulärsituation bestehe jedoch kein Zusammenhang zum Unfallereignis des Jahres
2005. Es liege kein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesener natürlicher
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem sich heute
präsentierenden klinischen Bild und den geäusserten Schmerzen vor, würden doch die
Nachweise organischer posttraumatischer Veränderungen bzw. neurologisch
identifizierte andere Ausfallerscheinungen fehlen. Der Status quo sine sei damit
erreicht. Aus diesem Grund stelle sich die Frage nach dem Erreichen des Endzustands
in diesem Zusammenhang nicht. Es bestünden nach wie vor unfallfremde Probleme,
welche behandlungsbedürftig seien (Bericht vom 28. Februar 2008; UV-act. 143).
2.4 Suva-Arzt Dr. D._ legte in der Beurteilung vom 4. Mai 2009 unter anderem dar,
die Beschwerdeführerin habe infolge des Unfalls vom 3. Februar (richtig: Oktober) 2005
eine leichte HWS-Distorsion WAD Grad 2 mit muskuloskelettalen Zeichen ohne
neurologisches Defizit und ohne strukturelle Läsion erlitten. Mit zeitlicher Latenz zum
Unfallzeitpunkt habe sie Beschwerden beklagt, welche aus neurologischer Sicht
aufgrund der Latenz nicht kausal auf diesen zurückgeführt werden könnten. Die ORL-
Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen hätten keine Unfallfolgen feststellen können; dies
sei von ORL-Arzt Dr. O._ bestätigt worden. Dr. H._ habe dagegen festgehalten,
dass die Beschwerdeführerin multisegmentale Läsionen der zervikalen
Facettengelenke durch den Unfall erlitten habe. Einen objektiven Nachweis hierfür habe
er aus neurologischer Sicht nicht erbringen können. Die von ihm empfohlene Therapie
nach Bogduk (zur Behandlung der Schwindelbeschwerden) sei durchgeführt worden.
Ein langfristiger Erfolg habe sich jedoch nicht eingestellt. Gemäss Bericht von Dr. J._
vom 25. August 2007 habe die Beschwerdeführerin wieder über Schwindel und
Schmerzen im linken Arm geklagt. Dieser Verlauf spreche gegen die Hypothese von Dr.
H._. Anlässlich der Untersuchung in der Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen am
20. Dezember 2007 habe kein neurologisches Defizit festgestellt werden können. Eine
Magnetresonanztomographie der HWS vom 11. Januar 2008 habe leichte degenerative
Veränderungen mit einer leichten Vorwölbung der Bandscheibe C5/C6 bei sonst
unauffälligem Befund gezeigt. Vergleiche man diese Bilder mit der Voruntersuchung
vom 22. November 2005, zeige sich keine über die Erwartung hinausgehende Zunahme
degenerativer Veränderungen. Eine richtunggebende Verschlimmerung könne
demzufolge nicht festgestellt werden. Die heute bestehenden Beschwerden seien nicht
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mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 3.
Oktober 2005 zurückzuführen. Aufgrund der Unfallfolgen seien keine weiteren
Abklärungen oder Therapien erforderlich (UV-act. 173). Am 8. Juni 2009 bescheinigte
Dr. J._, dass die Beschwerdeführerin vom 21. August 2006 bis 12. Dezember 2008
bei ihr in Behandlung gestanden sei (act. G 1.2/2). Dr. E._ berichtete am 6. Juni 2009
über die von ihm vorgenommenen Behandlungsmassnahmen (act. G 1.2/4).
3.
3.1 Eine manuelle ärztliche Untersuchung der versicherten Person fördert klinische,
nicht aber somatisch-strukturelle Ergebnisse zu Tage. Bei letzteren handelt es sich um
Ergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den
Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde auf Ergebnisse klinischer
Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat
namhaft gemacht. Folglich kann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen
erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/
bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 9, 117 V 359
Erw. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 Erw. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Diese
Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V
231 Erw. 5.1 mit Hinweisen). So sind beispielsweise ein Thoracic outlet Syndrom (TOS),
myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde für sich allein nicht als
organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Auch Verhärtungen
und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie
Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit können für sich allein nicht als klar
ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches
gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteil des
Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008 i/S H.B.-G. [8C_124/2008] mit vielen Hinweisen,
sowie vom 7. Februar 2008 i/S D. [U13/07] Erw. 3.2 und 3.3). Im vorliegenden Fall
ergaben die medizinischen Abklärungen keine durch den Unfall bedingten organisch-
strukturellen Befunde (vgl. UV-act. 5f, 21).
3.2 Zu den von Dr. H._ festgestellten Befunden ist festzuhalten, dass es sich nach
der Rechtsprechung bei der Posturographie um eine in Fachkreisen zwar nicht
unbestrittene, jedoch weit verbreitete und auch in Universitätskliniken schon seit
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längerer Zeit verwendete Untersuchungsmethode handelt, deren Wissenschaftlichkeit
nach dem heutigen Stand der Medizin kaum zu bestreiten ist. Die damit zu
gewinnenden Erkenntnisse sind indessen beschränkt. Die Posturographie liefert zwar
zusätzliche Informationen, und es lassen sich damit sonst nicht fassbare
Gleichgewichtsstörungen objektivieren. Sie vermag jedoch keine direkten Aussagen zur
Ätiologie des Leidens und zu dessen allfälliger Unfallkausalität zu machen. Auch lässt
sich daraus nicht unmittelbar auf eine bestimmte Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit
schliessen. Sie bildet deshalb lediglich ein zusätzliches Element bei der Beurteilung
vestibulärer Störungen. Daraus folgt, dass sich aus der Beurteilung des medizinischen
Sachverhalts durch Dr. H._ direkt verwertbare Aussagen zur Unfallkausalität nicht
ableiten lassen (vgl. Urteil des EVG vom 29. März 2006 i/S J. [U 254/04] Erw. 2.3.2),
zumal auch diese erst über ein Jahr nach dem Unfall erfolgte und Dr. H._ den bei der
Beschwerdeführerin unbestrittenermassen bestehenden Unfallvorzustand an der HWS
(vgl. UV-act. 5f, 10) nicht in seine Würdigung einbezog (UV-act. 105). Wenn aufgrund
der Vestibulärabklärung im Kantonsspital St. Gallen ein Zusammenhang der
Schwindelbeschwerden mit dem in Frage stehenden Unfall als nicht erkennbar erachtet
wurde (UV-act. 72) bzw. die Schwindelursache in einer späteren neurologischen
Untersuchung als unklar bezeichnet wurde (UV-act. 140), so ist jedenfalls ein
überwiegend wahrscheinlicher Unfallkausalzusammenhang der Schwindelbeschwerden
nicht belegt. Was die von der Beschwerdeführerin erstmals im April 2006 - über ein
halbes Jahr nach dem Unfall - vorgebrachten Tinnitus-Beschwerden betrifft (UV-act.
50, 51), so ist festzuhalten, dass diese sich angesichts des verzögerten Auftretens der
Symptomatik nicht überwiegend wahrscheinlich auf das Unfallereignis vom 3. Oktober
2005 zurückführen lassen (vgl. UV-act. 102); ebenso wahrscheinlich ist eine vollständig
unfallfremde Ursache. Dies umso mehr, als die Beschwerdeführerin noch anlässlich der
Kreisarzt-Untersuchung vom 12. Dezember 2005 angegeben hatte, dass ihr Gehör in
Ordnung sei (vgl. UV-act. 23 S. 2 oben) und sie auch am 23. Januar 2006 gegenüber
Frau Dr. B._ keinen Tinnitus erwähnt hatte (UV-act. 36).
3.3 Betreffend die von Dr. K._ im Bericht vom 18. August 2007 neu erhobene
Verdachtsdiagnose eines CRPS Typ I des linken Arms, welches nach Meinung dieses
Arztes durch die HWS-Problematik ausgelöst wurde (UV-act. 135), ist festzuhalten,
dass auch hier eine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität nicht als belegt
gelten kann. Mit den Begriffen CRPS, komplexes regionales Schmerzsyndrom,
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Algodystrophie oder Morbus Sudeck wird in der Medizin ein posttraumatisches
Krankheitsbild beschrieben, das sich, von einem blanden Trauma ausgelöst, schnell zu
heftigen Schmerzen von brennendem und invalidisierendem Charakter wandelt, dem
sich motorische, trophische und sensomotorische Funktionseinschränkungen
zugesellen; typisch ist, dass eine ganze Extremität oder eine grosse Körperregion
betroffen ist. Auslösende Ursachen können unter anderem Gelenksdistorsionen aber
auch beispielsweise ein Herzinfarkt sein (vgl. NIX/VAN HOUDENHOVE, Komplexes
regionales Schmerzsyndrom, in: Egle/Hoffmann/Lehmann/ Nix [Hrsg], Handbuch
Chronischer Schmerz, Stuttgart/New York 2003, S. 588 f.; vgl. auch HEIERLI/MEYER/
RADZIWILL, Nosologischer Rahmen und Terminologie, in: Bär/Felder/Kiener [Hrsg.],
Algodystrophie [complex regional pain syndrom I], SUVA Luzern 1998, S. 7). Ätiologie
und Pathogenese der CRPS sind unklar, weshalb gemäss KIENER/KISSLING,
Begutachtungsfragen der Algodystrophie, in: Algodystrophie [complex regional pain
syndrom I], a.a.O., S. 90 zur Qualifikation des Beschwerdebilds als Folge eines Unfalls
die folgenden drei Kriterien erfüllt sein sollten: a) Nachweis eines Körperschadens nach
einem Unfall (beispielsweise in Form eines Hämatoms oder einer Schwellung) oder das
Auftreten einer Algodystrophie nach einer wegen einer Unfallverletzung durchgeführten
Operation, b) Ausschluss anderer nicht traumatischer, ursächlicher Faktoren (wie z.B.
Zustand nach Myokardinfarkt, nach Apoplexie, nach/bei Barbiturat-Einnahme, bei
Tumoren, bei Schwangerschaften etc.) sowie c) Kurze Latenzzeit zwischen dem Unfall
und dem Auftreten der Algodystrophie (bis maximal sechs bis acht Wochen; Urteil des
Bundesgerichts vom 5. Januar 2010 i/S P.S. [8C_384/2009]). Im Bericht des
Kantonsspitals St. Gallen wurde festgehalten, dass sich bei der Patientin, welche sich
mit einem komplexen Schmerzsyndrom vorgestellt habe, klinisch-neurologisch
erschwerte Untersuchungsbedingungen mit schmerzbedingter Schonhaltung und
generalisierter Minderinnervation des linken Armes ergeben hätten.
Elektrophysiologisch habe sich ein Normalbefund ohne Hinweise für eine Neuropathie
im Bereich der oberen Extremitäten und der untersuchten Nerven gezeigt. Die Ärzte
vermuteten eine rheumatologische Grunderkrankung (vgl. UV-act. 140). Angesichts
dieser Verhältnisse (Nichtvorliegen eines äusserlich sichtbaren Körperschadens am
linken Arm nach dem Unfall; nicht erhärtete Verdachtsdiagnose und weitere Diagnose-
Vermutungen; fehlender Ausschluss anderer, krankheitsbedingter Ursachen) kann nicht
von einer überwiegend wahrscheinlichen Unfallverursachung ausgegangen werden. Im
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ausführlichen Bericht von Dr. H._ vom 4. Dezember 2006 wurden zudem
Beschwerden der erwähnten Art sowohl in der Anamnese als auch im Bericht selbst
überhaupt nicht mehr vermerkt (UV-act. 105). Zum Vorbringen des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin, ein Kreisarzt, der sich zur Frage der natürlichen Kausalität
äussere, sei nicht mehr objektiv (act. G 9 S. 3), ist festzuhalten, dass die Abklärung der
natürlichen Unfallkausalität zweifellos zum Aufgabenbereich des Kreisarztes gehört
bzw. eine seiner Kerntätigkeiten darstellt. Auch den Berichten versicherungsinterner
Ärztinnen und Ärzte kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden,
sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125
V 353 f. E. 3b/ee mit Hinweis). Art. 8 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK geben keinen formellen
Anspruch auf eine versicherungsexterne Begutachtung, wenn Leistungsansprüche
streitig sind. Es liegen keine konkreten Anhaltspunkte vor, aufgrund welcher die
begründeten Schlussfolgerungen der Suva-Ärzte Dr. C._ und Dr. D._ in Frage zu
stellen wären.
3.4 Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert
und liegt - wie dies konkret der Fall ist - kein fassbarer organischer (unfallbedingter)
Befund an der HWS im erwähnten Sinn vor, muss für die Bejahung der natürlichen
Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie
diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen,
Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität,
Depression, Wesensveränderung usw. vorliegen (BGE 117 V 359 Erw. 4b; vgl. auch
BGE 117 V 369 Erw. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 109 Erw. 9). Dieses Beschwerdebild
mit einer Häufung von Beschwerden muss jedoch nicht in seiner umfassenden
Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten.
Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder
an der HWS manifestieren (Urteile des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007 i/S T.
[U 215/05] und vom 15. März 2007 i/S G. [U 258/06]; RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29 Erw.
5e). Im Weiteren muss nach der Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des EVG vom 4.
November 2005 i/S K. [U 312/05]) nicht der gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um
von einer Unfallkausalität ausgehen zu können.
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3.5 Gemäss Bericht von pract. med. Edelmann vom 6. November 2005 bestanden im
Nachgang zum streitigen HWS-Distorsionstrauma linksbetonte Nackenschmerzen,
Übelkeit und Trümmelgefühl (UV-act. 2). Im Dokumentationsbogen für Erstkonsulta
tionen nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma gab die Beschwerdeführerin
gemäss den Einträgen von Dr. B._ vom 10. Oktober 2005 an, nach dem Unfall an
Nacken- und Kopfschmerzen sowie Schwindel und Übelkeit gelitten zu haben. Es habe
ein Kopfanprall an der Kopfstütze stattgefunden. Eine Bewusstlosigkeit und eine
Gedächtnislücke verneinte sie, bejahte jedoch eine Angst- und Schreckreaktion. Vor
dem Unfall hätten (seit einem Jahr) behandlungsbedürftige Beschwerden im Nacken
bestanden (UV-act. 4). Im Erhebungsblatt der Beschwerdegegnerin für die Abklärung
von HWS-Fällen bestätigte die Beschwerdeführerin diese Angaben (UV-act. 15).
Angesichts dieser Aktenlage kann vom Auftreten eines typischen Beschwerdebilds
unmittelbar nach dem Unfall gesprochen werden, das mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit als natürlich-kausale Unfallfolge eines HWS-Traumas zu betrachten
ist. Entsprechend anerkannte die Beschwerdegegnerin einen Leistungsanspruch der
Beschwerdeführerin bis zum 31. März 2008.
4.
4.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt erst, wenn das Dahinfallen
jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es
sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast -
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 Erw. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht
etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein
nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der
Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde
Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag.
Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre
kausale Bedeutung verloren haben, also dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S.
329 Erw. 3b). Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen
Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die
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versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des EVG vom 18. Dezember
2003 i/S Z. [U 258/02], vom 25. Oktober 2002 i/S L. [U 143/02] und vom 31. August
2001 i/S O. [U 285/00] ).
4.2 Aufgrund der in der Erw. 2.1 bis 2.4 dargelegten medizinischen Akten können die
nach dem streitigen Einstellungszeitpunkt (31. März 2008) weiter bestehenden
Gesundheitsstörungen an der HWS nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als
natürliche (Teil-)Folge des versicherten Unfalls angesehen werden. Aber selbst wenn
dies zweifelhaft wäre, würde sich eine Rückweisung der Sache zwecks weiterer
Abklärung des natürlichen Zusammenhangs erübrigen, weil es - wie nachstehend zu
zeigen sein wird - an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs fehlt. Angesichts der
geschilderten medizinischen Gegebenheiten ist die Adäquanz nach Massgabe der in
BGE 117 V 359 Erw. 6 entwickelten und in BGE 134 V 109 Erw. 10 präzisierten
Kriterien zu beurteilen und dabei auf eine Differenzierung zwischen psychischen und
physischen Komponenten zu verzichten, kann doch nach Lage der Akten - bei
weiterhin bestehendem vielschichtigen Beschwerdebild - eine eindeutige Dominanz
psychischer Probleme (vgl. BGE 123 V 98 Erw. 2a) nicht als nachgewiesen gelten.
4.3 Zu prüfen ist sodann, ob per 31. März 2008 noch eine unfallbedingte
Behandlungsbedürftigkeit vorlag bzw. ob von einem Fallabschluss im Sinn von Art. 19
Abs. 1 UVG - als Voraussetzung für die Adäquanzprüfung (BGE 134 V 109 Erw. 4) -
ausgegangen werden durfte oder nicht. Der Abschluss des Falls durch den
Unfallversicherer bedingt dabei lediglich, dass von weiteren medizinischen
Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet
werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2008 i /S G. [8C_467/2008], Erw.
5.2.2.2.). Die bei der Beschwerdeführerin im Jahr 2007 durchgeführte Therapie nach
Bogduk (vestibuläres Training) bewirkte nach Lage der Akten keine dauerhafte
gesundheitliche Verbesserung (vgl. UV-act. 121, 123, 136, 140 S. 2f), wobei allerdings
im November 2007 von Seiten des behandelnden Arztes festgehalten wurde,
postinterventionell seien die Schmerzen verschwunden; die Beschwerdeführerin könne
den Kopf wieder in alle Richtungen bewegen (UV-act. 139). Für die Annahme einer
Weiterdauer der Behandlungskostenübernahme genügt es nicht, dass eine Therapie
lediglich eine unbedeutende Besserung erhoffen lässt oder dass für eine namhafte
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Besserung nur eine weit entfernte Möglichkeit besteht (A. Maurer,
Unfallversicherungsrecht, 2. A., Bern 1989, 274). Von einer namhaften Besserung des
Gesundheitszustandes kann auch dann nicht gesprochen werden, wenn eine
therapeutische Massnahme mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nur die sich aus
einem stationären Gesundheitsschaden ergebenden Beschwerden für eine begrenzte
Zeit zu lindern vermag (RKUV 2005, 388). Für die Bejahung eines medizinischen
Endzustandes wird keine vollständige Schmerzfreiheit vorausgesetzt (vgl. Rumo-
Jungo, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 145). Im Nachgang zu einer
neurologischen Abklärung im Kantonsspital St. Gallen wurde im Bericht vom 30.
Januar 2008 - bei Fehlen eines neurologischen Defizits und Erwägung einer allfälligen
rheumatologischen Grunderkrankung - eine regelmässige Physiotherapie auf
neurophysiologischer Basis empfohlen (UV-act. 140). Hierbei ist allerdings der bereits
vor dem Unfall vom 3. Oktober 2005 bestehende krankheitsbedingte Zustand der HWS
mit Behandlungsbedürftigkeit mit einzubeziehen (vgl. UV-act. 5f, 10), so dass eine
Unfallbedingtheit der Behandlung nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen erscheint. Am 28. Februar 2008 erklärte die Beschwerdeführerin
gegenüber der Case Managerin, sie könne nicht sagen, ob die Osteopathie etwas
bringe; es sei eine komische Therapie (UV-act. 144). Dr. E._ vermerkte im Bericht
vom 6. Juni 2009 lediglich die Verabreichung von schmerzlindernden Spritzen seit dem
1. April 2008 und führte im Übrigen aus, ihm seien keine weiteren Therapien seit dem 1.
April 2008 bekannt (act. G 1.2/4). Damit kann nicht als belegt gelten, dass mit den
vorgenommenen Behandlungen nach März 2008, welche auch eine Psychotherapie bis
Ende 2008 beinhaltete (vgl. act. G 1.2/2), eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands erwartet werden konnte. Die geschilderte tatsächliche und
rechtliche Situation spricht bei ausgebliebenem Erfolg der bisherigen Therapien dafür,
dass auf Ende März 2008 von den Unfallfolgen her zu Recht von einem
Behandlungsabschluss im vorerwähnten Sinn ausgegangen wurde (vgl. UV-act. 143,
173). Aber selbst wenn von einer unfallbedingten Notwendigkeit einer therapeutischen
Weiterbetreuung über das erwähnte Datum hinaus auszugehen wäre, müsste - wie
nachstehend zu zeigen sein wird - die Adäquanz verneint werden. Von einer
interdisziplinären Begutachtung im Sinn einer Gesamtschau (vgl. dazu BGE 134 V 109
Erw. 10.2.4) kann vor diesem Hintergrund abgesehen werden, zumal die
Beschwerdeführerin neurologisch (UV-act. 5, 36, 58, 140), otoneurologisch (UV-act. 72,
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105) und psychiatrisch (UV-act. 116) umfassend abgeklärt wurde. Zudem sind
rechtsprechungsgemäss weitere Abklärungen bezüglich der natürlichen Unfallkausalität
dann nicht erforderlich, wenn der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen ist (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 20. März 2008 i/S P. [8C_217/2008], Erw. 7.3). Sodann
bedarf es eines poly-/interdisziplinären Gutachtens für die Klärung von bei der Prüfung
einzelner Adäquanzkriterien zuweilen auftauchenden Problemen nicht zwingend, wenn
- wie hier - Berichte von Ärzten verschiedener in Betracht fallender Fachrichtungen
vorliegen, welche eine schlüssige Gesamtbeurteilung zulassen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 27. November 2008 i/S M. [8C_527/2008] Erw. 3.2.2).
5.
5.1 Gemäss biomechanischer Kurzbeurteilung vom 4. Januar 2006 lag die
kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung des Fahrzeugs, in welchem die
Beschwerdeführerin als Beifahrerin sass, innerhalb eines Bereiches von 10-15 km/h. An
biomechanischen Besonderheiten seien degenerative Veränderungen der HWS mit
vorbestehenden Nackenbeschwerden zu berücksichtigen; es liege eine Abweichung
vom Normalfall vor. Die anschliessend an das Ereignis bei der Beschwerdeführerin
festgestellten Beschwerden und Befunde seien durch die Kollisionseinwirkung bereits
im Normalfall eher erklärbar; bei Berücksichtigung der erwähnten Abweichungen
würden sie besser erklärbar (UV-act. 30). Bei der in Frage stehenden Auffahrkollision ist
- auch angesichts der Sachschäden am Fahrzeug, in welchem die Beschwerdeführerin
sass (UV-act. 20) - praxisgemäss von einem mittelschweren Ereignis im Grenzbereich
zu den leichten Unfällen auszugehen (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236). Hieran vermag
nichts zu ändern, dass die Beschwerdeführerin, welche ebenfalls ein mittelschweres
Ereignis unterstellt, die Delta-V-Berechnung bestreiten lässt (act. G 1 S. 4), zumal diese
Berechnung lediglich ein Indiz darstellt und für sich allein keine Beweiskraft hat. Der
aus dem Unfall resultierende Totalschaden (UV-act. 20) ergab sich ausschliesslich aus
der Tatsache, dass der voraussichtliche Reparaturaufwand den mit Fr. 3'500.--
geschätzten Fahrzeug-Restwert überstieg. Aus der Qualifizierung als Totalschaden
lässt sich für die Unfallschwere nichts ableiten. Die Adäquanz des
Kausalzusammenhangs ist - ausgehend von einem mittelschweren Unfall im
Grenzbereich zu den leichten Ereignissen - zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die
Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise vorliegt oder
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die zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind
(BGE 117 V 359 Erw. 6b). Von besonders dramatischen Begleitumständen oder einer
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls kann konkret nicht gesprochen werden.
Sodann vermag die Diagnose eines HWS-Distorsionstraumas die Schwere oder
besondere Art der Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hierzu einer
besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder
besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese
können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen Körperhaltung und den
dadurch bewirkten Komplikationen bestehen. Solche Umstände sind hier nicht
gegeben. Von der Beschwerdeführerin wurde lediglich ein Anprall des Kopfes an der
(weichen) Kopfstütze angegeben (UV-act. 4). Es liegt auch keine besondere Schwere
der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden vor (vgl. BGE 134 V 109 Erw.
10.2.2 mit Hinweisen).
5.2 Was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen
Behandlung (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.3) betrifft, ist festzuhalten, dass die
Beschwerdeführerin nach Lage der Akten nach dem Unfall in ärztlicher/
physiotherapeutischer Behandlung stand, ohne dass damit eine länger andauernde
Besserung eingetreten wäre. Die Physiotherapie brach sie im Februar 2006 ab (UV-act.
39). Während zwei Monaten ging sie in die Nazarov-Therapie (UV-act. 42, 46, 50, 53).
Vom 10. Juli bis 10. August 2006 erfolgte ein Aufenthalt in der Klinik Valens (UV-act.
82, 84). Im Weiteren wurde eine MTT-Behandlung (UV-act. 110, 118), die Therapie
nach Bogduk (UV-act. 121, 123) und eine psychotherapeutische Behandlung (UV-act.
116) durchgeführt. In Anbetracht der Aktenlage lässt sich eine fortgesetzt spezifische,
die Beschwerdeführerin belastende ärztliche Behandlung nicht ohne weiteres in Abrede
stellen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008 i/S S. [8C_331/2007],
Erw. 4.2.3). Die durchgeführten Behandlungen bewegten sich jedoch in einem nach
HWS-Distorsionen üblichen Umfang, bei welchem die bundesgerichtliche
Rechtsprechung das Kriterium in der Regel verneint (vgl. Urteile des Bundesgerichts
vom 16. Mai 2008 i/S D. [8C_500/2007] Erw. 5.4, vom 8. August 2008 i/S H.
[8C_144/2008] Erw. 7.3, vom 22. August 2008 i/S E. [8C_266/2008] Erw. 4.2.4, und
vom 30. Oktober 2009 i/S G. [8C_488/2009] Erw. 5.2.2). Zu beachten ist dabei auch
der krankheitsbedingte Vorzustand an der HWS. Das Vorliegen des erwähnten
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Kriteriums könnte somit - wenn überhaupt - höchstens in nicht sehr ausgeprägtem
Umfang - bejaht werden.
5.3 Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem
Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende
erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften
Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die
Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.4). Die
Beschwerdeführerin schilderte gegenüber dem Suva-Kreisarzt Schmerzen im Nacken,
praktisch tägliche Kopfschmerzen und Schwindel. Sobald sie arbeite, schwelle der
linke Arm an. Auch der gesamte Rücken sei schmerzhaft. Sie spüre jeden einzelnen
Knochen (UV-act. 143 S. 4). Dazu ist festzuhalten, dass nach Lage der Akten im
Rücken und im linken Arm (vgl. UV-act. 36 und vorstehende Erw. 3.3) Unfallfolgen nicht
zur Diskussion standen bzw. als nicht nachgewiesen gelten können. Sodann
bestanden unfallfremde Schmerzen im linken Ellbogen (UV-act. 50, 51). Zu
berücksichtigen ist auch hier, dass HWS-Beschwerden bereits vor dem streitigen
Unfall ärztliche Behandlungen erforderlich machten (UV-act. 5f, 10). Sodann ist die
überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität der nach wie vor bestehenden
Schwindelbeschwerden wie dargelegt nicht belegt (vorstehende Erw. 3.2). Bei dieser
Aktenlage kann das Kriterium von dauerhaften und erheblichen (unfallbedingten)
Beschwerden höchstens mit geringer Ausprägung angenommen werden. Sodann
lassen sich ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen nicht schon
dann bejahen, wenn eine Vielzahl von verschiedenen Therapien zu keinem
Heilungserfolg führt. Diese Kriterien können nicht als erfüllt gelten. Auch kann von einer
ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, nicht
gesprochen werden.
5.4 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE
134 V 109 Erw. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis
mittelschweren Schleudertraumen der HWS und ähnlichen Verletzungen ein längerer
oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt
aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher
massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden
die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret muss ihr Wille
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erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder in den
Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können
sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher
Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der
gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht
fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in
erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag,
kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7). - Seit dem 16. Dezember
2005 arbeitete die Beschwerdeführerin wieder zu 50 % und seit dem 2. Januar 2006 zu
75 % (UV-act. 28f). Im Bericht vom 23. Januar 2006 schilderte Frau Dr. B._ den
Eindruck, dass die Beschwerdeführerin schon vor dem Unfallereignis die
Doppelbelastung als Hausfrau/Mutter und einer 100%igen Berufstätigkeit nur knapp
habe bewältigen können. Sie erachtete einen (auch durch unfallfremde Faktoren
bedingten) vorübergehend noch 50%igen Einsatz als sinnvoll (UV-act. 36). Seit
30. Januar 2006 setzte die Beschwerdeführerin die Arbeit wieder aus (UV-act. 37, 40).
Nach einem weiteren Arbeitsversuch (UV-act. 41, 43) wurde sie ab 29. März 2006
wegen einer (unfallfremden) Sehnenscheidenentzündung voll arbeitsunfähig (UV-act.
47-49, 51). Aufgrund der Unfallfolgen bestand nach wie vor eine 75%ige
Arbeitsfähigkeit (UV-act. 49, 53). Einen erneuten Arbeitsversuch im Juni 2006 brach die
Beschwerdeführerin beschwerdebedingt ab (UV-act. 70f). Obschon die Klinik Valens im
Nachgang zum stationären Aufenthalt eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit attestierte (UV-act.
84), nahm die Beschwerdeführerin die Arbeit nicht mehr auf, was schliesslich zur
Kündigung auf Ende Oktober 2006 führte (UV-act. 80, 82, 87f). Rein aufgrund der
Unfallfolgen wurde nach dem Klinikaufenthalt nach wie vor von einer Arbeitsfähigkeit
von 75 % ausgegangen (UV-act. 88). Von Dezember 2006 bis Ende Mai 2007 war die
Beschwerdeführerin im Rahmen eines RAV-Einsatzprogramms zu 75 % tätig (UV-
act. 106, 123). Vom 14. April bis 30. Juni 2008 arbeitete sie nach den Darlegungen in
der Beschwerde (act. G 1 S. 11) bei der L._ zu 100 %, wobei dieses Pensum für sie
zu hoch gewesen sei. Rund eineinviertel Jahre nach dem hier zur Diskussion stehenden
Einstellungszeitpunkt bescheinigte Dr. E._, dass die körperlich bedingte
Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin zur Zeit 20 % betrage (act. G 9.1/8); hierbei
unterschied er nicht zwischen unfallbedingten und unfallfremden Gegebenheiten.
Angesichts dieser Arbeitsfähigkeits-Entwicklung sowie der geschilderten unfallfremden
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gesundheitlichen Gegebenheiten und des krankheitsbedingten Vorzustandes an der
HWS lässt sich - bei unstreitig gegebenen Wiedereingliederungs-Bemühungen der
Beschwerdeführerin - eine erhebliche (rein unfallbedingte) Arbeitsunfähigkeit im
Einstellungszeitpunkt (31. März 2008) nicht bejahen.
5.5 Unter diesen Umständen können - mit geringer Ausprägung - lediglich das
Kriterium der fortgesetzt spezifischen belastenden Therapien und dasjenige der
erheblichen Beschwerden als erfüllt gelten, womit dem streitigen Unfall keine
adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die über den 31. März 2008 hinaus
andauernden Beschwerden zukommt. Selbst bei drei geringgradig erfüllten Kriterien
wird die Adäquanz praxisgemäss vom Bundesgericht verneint (Urteil vom 31. Juli 2009
i/S X. [8C_172/2009]). Die Einstellung der Leistungen auf den 31. März 2008 erweist
sich demgemäss als rechtmässig.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 12. Mai 2009 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ist zufolge
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch den Staat zu
entschädigen. Es rechtfertigt sich, die Entschädigung, ausgehend von der üblichen
Entschädigung von Fr. 4'000.-- und unter Berücksichtigung einer Reduktion um einen
Fünftel (Art. 31 Abs. 3 AnwG [sGS 963.70]), auf Fr. 3'200.-- festzulegen (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG