Decision ID: 136a70fa-f02a-45a6-94f9-22df726d9482
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1962 geborene
X._
, welcher
in seinem Heimatland
eine
Ausbil
dung
als Automechaniker absolviert hatte,
reiste 1980 in die Schweiz ein und
war ab 1989 als selbständiger Automechaniker tätig. Am 18. Juli 2005 (Eingangsdatum) meldete er sich unter Hinweis auf einen
Reizdarm
, bestehend seit einer traumatischen Milzruptur im Jahr 1980, bei der IV-Stelle
des Kantons
Y._
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/14
und Urk. 7/67/2
).
Die IV-Stelle
Y._
klärte die erwerblichen und medizini
schen Verhältnisse ab und veran
lasste am
24. Januar 2007
eine interdisziplinäre
(internistisch
-rheumatologische
und psychiatrische)
Begutachtung des
Versi
cherten bei
der MEDAS
Z._
(Urk. 7/63). Die
se
erstattete das
Gutachten am
8. Juni 2007 (Urk. 7/67
; vgl. auch
die
Ergänzung vom 2. Juli 2007 [Urk. 7/67/24 f.]
).
Am 8. August 2007 veranlasste die IV-Stelle
Y._
eine
zusätzliche
gastroenterologische
Untersuchung am Kanto
nsspital
A._
(Urk. 7/69). Das
gastroenterologische
Gutachten wurde am
20. September 2007
erstattet (Urk. 7/70
). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 24. Juli 2008
[Urk. 7/84]
)
sprach die IV-Stelle
Y._
dem
Versicherten mit Verfügung vom
13. November 2008
ab dem 1. Juni
200
5
bei einem
Invali
ditätsgrad
von 50 % eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu (Urk.
7/93 und Urk. 7/95
).
1.2
Nachdem der Versicherte seinen Wohnsitz am 1. September 2011 in den Kanton Zürich verlegt hatte (Urk. 7/103), überwies die IV-Stelle
Y._
die Akten am 15. Mai 2012 der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (Urk. 7/104). Diese eröffnete
per
1. Mai
2012 ein ordentliches
Rentenrevi
sions
verfahren
(Urk. 7/110
) und klärte die erwerblichen und medizinischen Verhält
nisse ab. Am 17. August 2012 (Urk. 7/116) veranlasste sie eine polydisziplinäre Untersuchung des Versicherten. Die MEDAS
B._
GmbH erstattete das Gutachten am 15. Januar 2013 (Urk. 7/124).
Am 20. März 2014 liess die IV-Stelle Zürich das Gutachten mit einer Zusatzfrage ergänzen (Urk. 7/127; Ergän
zung vom 2. April 2014 [Urk. 7/128]). In der Folge wurde am 11. Juli 2014 im Einzelunternehmen des Versicherten eine Ab
klärung durchgeführt (Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
vom 13. Oktober 2014 [Urk. 7/148]). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 25. Februar 2015 [Urk. 7/150]; Einwand vom 13. März 2015 [Urk. 7/151] bzw. 4. Mai 2015 [Urk. 7/159]) hob die IV-Stelle Zürich mit Verfü
gung vom 5. Mai 2015 die bisherige halbe Invalidenrente auf Ende des nach Zustellung der
Verfügung folgenden Monats auf; einer allfälligen dagegen ge
richteten Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (Urk. 2 [= Urk. 7/161]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte
mit Eingabe vom 4. Juni 2015
Beschwerde
und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm weiter
hin die bisherige halbe Rente auszurichten, eventuell sei die
Beschwerdegegne
rin
zu verpflichten, das gesetzliche Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
zu initiali
sieren. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels (Urk. 1 S. 2 und S. 3). Mit Beschwerdeantwort vom
12. August 2015
(Urk.
6
) schloss die IV-Stelle
auf Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 13. August 2015 wurde dem Beschwerdeführer die
Be
schwerdeantwort
zugestellt und darauf hingewiesen, dass ein zweiter
Schriften
wechsel
nicht als erforderlich erachtet werde (Urk. 8).
Am
26. August 2015
reichte der
Beschwerdeführer
eine weitere
Eingabe zu den Akten (Urk. 9) und be
antragte die
Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur
Durchfüh
rung eines strukturierten Beweisverfahrens im Sinne von
BGE 141 V 281. Die Eingabe vom
26. August 2015
wurde
der Beschwerdegegnerin am 15. September 2015
zugestellt
(Urk. 10)
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.2
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursa
che und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd an
schliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die Invaliditätsbemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichti
gen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE
130
V 352 begründete Rechtspre
chung die Sicherstellung eines gesetzmässigen
Versi
cherungsvollzuges
mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbar
-
keitsvermutung
. Deren Rechtsnatur kann offen bleiben. Denn an dieser Recht
-
sprechung
ist nicht festzuh
alten. Das bishe
rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st
rukturier
tes Beweisverfahren er
setzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti
gung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweisl
ast der rentenansprechenden Per
son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch
nichts. An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) trete
n im Re
gelfall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka
tegorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die
Präponderanz
der psychiatri
schen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlich
er Natur. Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der
Standardindikato
ren
wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzel
fall zu
sammen. Im Grunde konkre
tisieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die
Aner
kennung eines rentenbegrün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w
enn die
funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen sind. Fehlt e
s da
ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wi
e vor die materiell beweisbelas
tete versicherte Person zu tragen (E. 6).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Vor der materiellen Prüfung der Beschwerde ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin vor der Aufhebung der Rente kein Mahn- und
Bedenkzeit
verfahren
(vgl. Antrag Ziff. 2 [Urk. 1 S. 2]) anzuordnen hatte. Das
Vorbescheid
verfahren
wurde korrekt durchgeführt, womit kein prozessualer Mangel festge
stellt werden kann.
2.2
Im angefochtenen Entscheid erwog die IV-Stelle im Wesentlichen, die medizini
schen Abklärungen hätten eine Verbesserung des Gesundheitszustandes erge
ben. Es habe eine Adaptierung stattgefunden. Die 20%ige Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit gründe auf einer leichten somatoformen autonomen Funkti
onsstörung des Verdauungssystems. Diese sei überwindbar, weshalb kein
invali
ditätsrelevanter
Gesundheitsschaden bestehe (Urk. 2).
2.3
Der Beschwerdeführer brachte dagegen im Wesentlichen vor, eine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes sei nicht eingetreten.
Die
Rentenaufhe
bung
werde lediglich mit einer Adaption an das Beschwerdebild begründet. Der Gutachter
Dr.
C._
habe keine eigenen Untersuchungen vorgenommen. Sämtliche früheren Gutachter hätten dem Beschwerdeführer jedoch aufgrund der
gastroenterologischen
Beschwerdeproblematik, welche persistiere, eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
(Urk. 1)
.
3.
3.1
Die
Rentenzusprache
vom 13. November 2008 (Urk. 7/93 und Urk. 7/95
) er
folgte nach Begutachtung des
Beschwerdefü
hrers
bei der MEDAS
Z._
(Urk. 7/67) und einer
gastroenterologischen
Untersuchung im Kanton
sspital
A._
(Urk. 7/70):
3.1.1
Im
inter
disziplinären Gutachten der MEDAS
Z._
vom 8. Juni 2007 wur
den die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festge
halten (Urk. 7/67/10):
Chronisches, therapierefraktäres abdominales Schmerzsyndrom
Colon
irritabile
Peritoneallavage
, Probelaparotomie und
Splenektomie
wegen
trauma
-
ti
scher
Milzruptur 05/80
Splenoseherde
im kleinen Becken, am Dünndarm und
Zökalpol
Laparotomie und
Adhäsiolyse
wegen ausgeprägter Adhäsionen im Mit
tel- und Unterbauch 29.06.2004
hypertrophe
Laparotomienarbe
mit
Keloidbildung
Hemispondylolyse
L5/S1
rechts mit diskreter
Olisthesis
Als Diagnose mit fraglicher Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde eine Lymphozytose mit abnorm atypischer Lymphozyten-Morphologie,
computerto
mographisch
vergrösserte Lymphknoten
mesenterial
und
iliozökal
(CT Abdomen 26.08.2004/23.12.2004), DD
low
grade-
Lymphoma
(abklärungsbedürftig) ge
nannt.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden die folgenden aufgeführt:
Verdacht auf schädlichen Gebrauch von Alkohol
Antrumbetonte
Gastritis und leichte
Bulbitis
duodeni
bei HCO-Infektion (ED 12/03)
Inguinalhernien
beidseits
Nephrolithiasis
links
Adipositas I (BMI 32,5 kg/m2)
Die Gutachter führten in der zusammenfassenden Beurteilung im Wesentlichen aus,
dem Beschwerdeführer habe nach einem im Jahr 1980 erlittenen Autoun
fall die verletzte Milz entfernt werden müssen. Danach habe er an rezidivieren
den
Abdominalschmerzen
erträglichen Ausmasses gelitten. Im Juli 2003 seien die Beschwerden jedoch
exazerbiert
, woraufhin
er
eingehend
gastrologisch
ab
geklärt
worden sei.
Nach der Vornahme einer Laparotomie mit
Adhäsiolyse
,
d.h.
einer Lösung von Verwachsungen,
im Mittel- und Unterbauch am 29. Juni 2004 hätten die vom Beschwerdeführer präoperativ geschilderten gastrointestinalen Beschwerden in subjektiv verstärktem Ausmass persistiert. Im Vordergrund ge
standen seien
Epigastralgien
und Unterbauchschmerzen mit Flatulenz und nach eigenen Angaben Unverträglichkeit diverser Nahrungsmittel. Im
D._
sei im Mai die Diagnose eines Colon
irritabile
gestellt wor
den, es sei ein schweres Colon
irritabile
vermutet worden. In der aktuellen kör
perlichen Untersuchung hätten sich gegenüber den
gastroenterologischen
Vor
untersuchungen keine neuen Gesichtspunkte ergeben. Auf Palpation habe der Beschwerdeführer
exquisite lokale
Druckdolenzen
epigastrisch
im Bereich des proximalen Narbenrandes und am
Xiphoid
angegeben, des Weiteren diffus im Unterbauchbereich beidseits. In der aktuellen Laborabklärung habe sich als Überraschungsbefund eine Lymphozytose mit abnorm atypischen
Lymphozy
tenpopulationen
, welche auf ein
low
-grade
Lymphoma
hinweisen könnten,
ge
funden. Weitere Abklärungen seien indiziert, es sei jedoch zu bezweifeln, dass die vom Beschwerdeführer geschilderten
Abdominalbeschwerden
auf ein
diffe
rentialdiagnostisch
in Betracht zu ziehendes
low
grade-
Lymphoma
zurückzu
führen seien. Aus somatischer Sicht und unter Berücksichtigung der
gastro
enterologischen
Untersuchung des
D._
werde von einer Arbeitsunfähigkeit als
Garagist
von 50 % ausgegangen. Körperlich schwere Tätigkeiten seien dem Be
schwerdeführer sowohl aufgrund der
Abdominalbeschwerden
als auch des pa
thologischen
Radiologiebefundes
des
lumbosakralen
Übergangs dauerhaft nicht mehr zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit (Urk. 7/67/11 f.).
In der Ergänzung des Gutachtens vom 2. Juli 2007 (Urk.
7/67/24-25)
führten die Gutachter aus, das chronische, therapierefraktäre abdominale
Schmerzsyn
drom
sei vorliegend zentral. Dieses sei
gastroenterologisch
zu beurteilen.
Die
IV-Stelle
Y._
habe im Rahmen des laufenden Verfahrens
ein Gutachten bei der Abteilung Gastroenterologie
und Hepatologie,
Dep
. Innere Medizin,
D._
, in Auftrag gegeben
(richtig:
die IV-Stelle
Y._
hat das im Auftrag der
Krankent
aggeldv
ersicherung
erstellte Gutachten des
D._
vom 14. April 2005
beigezogen [
Urk. 7/12
]
)
. Im Rahmen dieser Begutachtung seien sehr umfangreiche technische Untersuchungen durchgeführt worden. Die MEDAS
Z._
habe sich daher ausserstande gesehen, erneut derart um
fangreiche Untersuchungen in Auftrag zu geben beziehungsweise solche durch
zuführen und von der Einschätzung des
D._
abzuweichen. Es habe daher auf das Gutachten des
D._
vom 14. April 2005 abgestellt werden müssen. Die Ar
beitsunfähigkeit betrage gemäss diesem Gutachten 50 % (sinngemäss für alle Erwerbstätigkeiten).
3.1.2
Im
gastroenterologischen
Gutachten
des Kantonsspitals
A._
vom 20. September 2007
(Urk. 7/70)
wurde
n als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein schweres Colon
irritabile
und eine funktionelle Dyspepsie
festgehalten
.
Dem Beschwerdeführer wurde eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit sowie in einer Tätigkeit, für welche er aufgrund seiner Aus
bildung qualifiziert sei (ausser Tätigkeiten, welche anhaltend oder wiederholt den Körper, speziell das Abdomen, stark belasteten), attestiert (4 1⁄2 Stunden pro Tag).
3.2
3.2.1
Im
polydisziplinären
Gutachten
der MEDAS
B._
vom 15. Januar 2013
(internistische,
gastroenterologische
, rheumatologische und psychiatrische Un
tersuchung)
wurden die folgenden Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
aufgeführt
(Urk. 7/124/22)
:
Chronifizierte
funktionelle abdominelle Störung in Form eines Reizdarm-Syndroms und einer Dyspepsie (ICD-10 K5
8
.9); psychiatrisch als somatoforme autonome Funktionsstörung des GI-Trakts klassifiziert (ICD.10 F45.32),
dok
. seit 2004
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden die folgenden genannt
(Urk. 7/124/22)
:
Status nach
Splenektomie
wegen traumatischer Milzruptur 1980; ICD-10 Z90.4;
Status nach
Adhäsiolyse
2004; ICD-10 Z92.4;
vorbefundlich
:
Splenoseherde
Dünndarm,
Coecum
, kl. Becken, ICD-10 D73.8,
dok
. seit 2004
In der
gesamtmedizinischen
Beurteilung wurde
im Wesentlichen
festgehalten, die vom Beschwerdeführer erhaltenen Informationen seien unvollständig und widersprüchlich
gewesen
. Er habe sich in der Anamnese vage geäussert, auswei
chende Antworten gegeben oder wortlos mit Grimassen und Schulterzucken ge
antwortet. Andererseits habe er spontan bei ihn offensichtlich interessierenden Punkten ausführlich, detailliert und flüssig Angaben machen oder Fragen stel
len können (Urk. 7/124/22).
Internistisch sei der Beschwerdeführer – abgesehen vom gastrointestinalen Beschwerdebild – gesund (Urk. 7/124/27). Die abdomi
nellen Beschwerden seien Ausdruck eines seit Sommer 2003 manifesten Reizdarmsyndroms. Eine organische Ursache für die abdominellen Beschwerden sei wiederholt ausgeschlossen worden. Die
Ätiopathogenese
von
Reizdarmsyn
dromen
sei hypothetisch; physiologische Faktoren, psychische Faktoren,
lebens
verändernde
Ereignisse und das soziale Umfeld würden in unterschiedlichem Ausmass eine Rolle spielen. Eine der wenigen objektiven Befunde im Zusam
menhang mit einem Reizdarmsyndrom sei die erhöhte viszerale Empfindlichkeit auf physikalische Reize (Druck, Dehnung). Aus psychiatrischer Sicht handle es sich um ein psychosomatisches Leiden. Als Auslöser würden lebensverändernde Ereignisse und Abhängigkeit von Stressbelastung bei einer Mehrzahl der Fälle beschrieben. Die Auswirkungen auf die Alltagsaktivitäten und das Arbeitsleben hängten stark von der subjektiven Bewertung des Betroffenen und seinem Krankheitsverhalten ab. In der psychiatrischen Exploration sei beim Beschwer
deführer eine Entschädigungshaltung deutlich geworden. Gleichzeitig be
schreibe er einen wenig eingeschränkten Alltag und ein wenig eingeschränktes Arbeitsleben.
Muskuloskelettal
bestehe
der Be
fund einer
Spondylolyse
L5/S1, und es würden lumbale Beschwerden geklagt, die mit einer
Fazettengelenksrei
zung
in diesem Segment zusammenhängen könnten. Eine eingeschränkte Be
lastbarkeit der unteren Wirbelsäule sei daher plausibel. Gesamtmedizinisch werde aufgrund der
gastroenterologischen
Beurteilung, des psychiatrischen Be
fundes und der rheumatologischen Einschätzung von einer Arbeitsunfähigkeit für schwere körperliche Tätigkeiten und von einer eingeschränkten Leistungsfä
higkeit im angestammten Beruf, welcher prinzipiell zeitlich uneingeschränkt weiter zumutbar sei, ausgegangen. Eine Leistungsminderung sei zu erwarten, da Erholungspausen und/oder Arbeitsunterbrüche bei Beschwerden auftreten dürf
ten. Die Leistungsminderung werde auf etwa 1/3 des früheren Leistungsvermö
gens zu Zeiten fehlender oder mässiger Beschwerden geschätzt und damit ge
ringer als bisher bei den
gastroenterologischen
Untersuchungen 2004 und 2007. Da der Beschwerdeführer nach eigener Schilderung seine Arbeit ohne zeitliche L
imitierung ausüben könne und da
es ihm möglich sei, als
Selbständigerwer
bender
die Arbeit entsprechend seinem Befinden zu strukturieren, seien keine
ausreichenden Gründe für eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit auf 50 % zu fin
den. Es werde davon ausgegangen, dass eine Reduktion der Leistungsmenge auf etwa 2/3 realistisch sei. Im Zweifelsfall wäre eine Abklärung am Arbeitsplatz zu erwägen
(Urk. 7/124/28 f.)
.
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich seit 2005 – wenn die Alltags- und Arbeitsaktivitäten zugrunde gelegt wür
den – insofern verändert, als eine Adaptation an das Beschwerdebild Dyspepsie und Reizdarmsyndrom stattgefunden habe (Urk. 7/124/34).
Der begutachtende Psychiater führte in seinem Teilgutachten aus, es bestünden Hinweise darauf, dass mehr Beschwerden angegeben würden, als sich dies durch die somatischen Befunde erklären liesse. Einerseits sei von einer Verdeutlichung sowie einer als legitim erlebten Entschädigungshaltung auszugehen. Anderer
seits gelte es dennoch
,
eine monosymptomatische somatoforme autonome Funktionsstörung ernsthaft in Betracht zu ziehen.
Die demonstrierte Sympto
matik sei als leichte somatoforme autonome Funktionsstörung (ICD-10 F45.32) einzustufen, als leichte deshalb, weil der Schweregrad nicht von den unmittel
baren Klagen und Beschwerdeangaben des Beschwerdeführers abzuleiten sei, sondern von der weiteren Psychopathologie und dem Funktionsniveau im All
tag. Eine typische dysfunktionale Krankheitsverarbeitung im Sinne von
Selbst
limitierung
und
Dekonditionierung
sei weniger zu finden, möglicherweise aber Zeichen der Aggravation oder der Verdeutlichung. Dennoch habe der Beschwer
deführer keine Probleme
,
zu erklären, dass er am Tage vor der Begutachtung den ganzen Tag in der Werkstatt gearbeitet habe. Er berichte auch von einem ausgesprochen positiven Bezug zu seiner Arbeit, wirke weder
dekonditioniert
noch übertrieben im Schonverhalten und verharre nicht in einer Krankenrolle. Ressourcen
schienen
vorhanden zu sein, insbesondere arbeitsbezogen aber auch familienbezogen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe allenfalls eine
Leistungs
minderung
von 20 % (Urk. 7/124/19-21).
3.2.2
In der Ergänzung zum Gutachten vom 2. April 2014 hielten die Gutachter fest,
nach Durchsicht der gesamten Aktenlage inklusive des Gutachtens vom 15. Januar 2013 sowie der entsprechenden drei Teilgutachten (Rheumatologie, Gastroenterologie, Psychiatrie) werde davon ausgegangen, dass dem
Hauptgut
achter
versehentlich ein Fehler unterlaufen sei. Aus psychiatrischer Sicht be
stehe eine Leistungseinschränkung von 20 % und nicht, wie im
Gesamtgutach
ten
festgehalten von 33 %. Deshalb werde aus interdisziplinärer Sicht davon ausgegangen, dass dem Beschwerdeführer sowohl die angestammte Tätigkeit als
Garagist
als auch eine angepasste Verweistätigkeit im Angestelltenverhältnis zu 100 %, d.h. zu 8.4 Stunden pro Tag, zumutbar sei. Aus psychiatrischer Sicht bestehe
jedoch
eine Leistungseinschränkung von
höchstens
20 % (Urk. 7/128).
4.
4.1
Das polydisziplinäre Gutachten
der MEDAS
B._
vom 15. Januar 2013
(inkl. Ergänzung vom 2. April 2014)
vermag die an eine beweis
kräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen
(E. 1.3
).
Die Gut
achter
tätigte
n
sorgfältige, umfassend
e Abklärungen
,
berücksichtigten
die ge
klagten Beschwerden und begründeten ihre Einschätzung in nachvollziehbarer Weise sowie in Ausei
nandersetzung mit den
Vorakten
. Hinweise, welche gegen die Verwertbarkeit des Gutachtens sprächen, sind
n
icht ersichtlich.
4.2
Der Vorwurf des Beschwerdeführers, die Gutachter hätten mit der Ergänzung vom 2. April 2014 versucht, ihr Gutachten zu „retten“ (Urk. 1 S. 4),
zielt ins Leere
.
Im rheumatologischen Teilgutachten wurde festgehalten, für die Tätigkeit als
Garagist
könne aus rheumatologischer Sicht keine relevante Einschränkung festgestellt werden. Für eine körperlich schwer belastende Tätigkeit bestehe eine Einschränkung, ebenfalls für repetitives Heben. Die Tätigkeit als
Garagist
, wie sie der Beschwerdeführer beschreibe, entspreche einer eher leichten bis maximal mittelschweren Tätigkeit. Da der Beschwerdeführer einen Angestellten habe, könne er die teilweise anfallenden schweren Tätigkeiten delegieren. Beim
Pneuwechseln
sei er nicht eingeschränkt (Urk. 7/124/41). Im
gastroenterologi
schen
Teilgutachten wurde ausgeführt, es sei gut bekannt, dass funktionelle Beschwerden (Reizdarmsyndrom und Dyspepsie) im subjektiven Erleben ähnlich einschränkend sein könnten wie relevante organische Erkrankungen. In diesem Sinne sei der Beschwerdeführer durch die ständigen
Abdominalschmerzen
im Alltag und im Arbeitsleben beeinträchtigt. Ob diese Beeinträchtigungen über
wunden werden könnten, müsse gesamtmedizinisch unter Berücksichtigung der psychiatrischen Beurteilung eingeschätzt werden (Urk. 7/124/45). Im psychiat
rischen Teilgutachten wurde
dem Beschwerdeführer aufgrund der leichten so
matoformen autonomen Funktionsstörung des Verdauungssystems eine Ein
schränkung der Leistungsfähigkeit von maximal 20 % attestiert (Urk. 7/124/66).
In der Zusammenschau sämtlicher Teilgutachten erscheint nicht schlüssig, w
es
halb
aus gesamtmedizinischer Sicht
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von
33 %
resultierte (Urk. 7/124/28
f.)
, ging doch einzig der begutachtende Psy
chiater von einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit von maximal 20 % aus. Weshalb von dieser Einschätzung abgewichen wurde,
wurde
in der interdis
ziplinären Beurteilung
nicht begründet.
Die Erklärung in der Ergänzung des Gutachtens vom 2. April 2014, wonach es sich dabe
i um ein Versehen gehan
delt habe
(Urk. 7/128), erscheint d
eshalb plausibel.
Es ändert sich somit nichts an der Verwertbarkeit des Gutachtens.
4.3
Sodann vermag
auch
der Umstand, dass der begutachtende
Gastroenterologe
keine neue
n Endo
skopie
n
durch
geführt hat
(Urk. 7/124/44)
, den Bew
eiswert des Gutachtens
nicht zu schmälern. Grundsätzlich steht es in seinem Ermessen, wel
che Untersuchungen er als not
wendig erachtet oder nicht.
Er
tastete den Be
schwerdeführer ab, nahm eine Abdominal-Sonographie vor und veranlasste La
boruntersuchungen. Bei diesen Untersuchungen konnte er keine neuen, nicht bekannten Befunde finden und gelangte zum Schluss, zusätzliche Abklärungen würden aufgrund der klinischen Symptomatik und Befunde zurzeit mit hoher Wahrscheinlichkeit keine neuen Erkenntnisse bringen (Urk. 7/124/44). E
r
setzte
sich
sodann
mit den früheren Befunden und Diagnosen auseinander und
fol
gerte
,
der Gesundheitszustand
sei in etwa unverändert
(
Urk. 7/124/43-45).
Das gutachterliche
Vorgehen ist nicht zu beanstanden, zu
mal der Beschwerdeführer selbst
keine Verschlechterung der Symptomatik behauptet hatte.
4.4
Sämtliche begutachtenden
Gastroen
t
erologen
gingen übereinstimmend von ei
ner funktionellen und keiner organischen Störung aus.
Der begutachtende
Gastroenterologe
am Kantonsspital
A._
hielt in seinem Bericht vom 20. September 2007
dementsprechend
fest, dass sich das Ausmass der Störung naturgemäss nicht direkt messen lasse, sondern nur aufgrund von Indizien ein
zuschätzen sei
.
Unter Berücksichtigung des subjektiven Erlebens des Beschwer
deführers kam er zum Schluss, es bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
(Urk. 7/70/6
f.
).
D
er begutachtende
Gastroenterologe
der MEDAS
B._
,
welcher
keine Veränderung feststellen konnte, welche aus
organisch-gastro
enterologischer
Sicht eine Arbeitsunfähigke
it bedingen würde, überliess die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der
versicherungsmedizinische
n
Beurteilung im Gesamtgutachten
,
unter Berücksichtigung des psychiatrischen Befundes
(Urk. 7/124/45).
Dies
erscheint schlüssig
, ist das Ausmass der funktionellen Störung doch
, wie gesagt,
nur mittels Indizien einzuschätzen.
4.5
4.5.1
Da
in der psychiatrischen Exploration beim Beschwerdeführer eine ausgeprägte Darstellung der Beschwerden (
Aggravation
) und eine als legitim erlebte
Ent
schädigungshaltung
beobachtet
werden konnten (Urk. 7/124/67),
ist auf
die subjektiven Beschwerdeschilderungen
nur eingeschränkt
abzustellen
.
Ein
starkes
Indiz für das Ausmass der gesundheitlichen Einschränkung
sind deshalb
die
vorhandenen Ressourcen
beziehungsweise das
Funktionsn
iveau
im Alltag
.
Res
sourcen
scheinen durchaus in hohem Masse
vorhanden
zu sein: Anlässlich der Begutachtung bei der MEDAS
B._
berichtete der Beschwerdeführer am 13. November 2012 gegenüber dem Rheumatologen, er arbeite von 08.00 Uhr bis etwa 18.00 Uhr, dazwischen lege er sich ab und zu hin. An den meisten Ta
gen lege er sich nicht hin, dann wieder 2-3 Mal pro Tag. Nach Hause gehe er in der Regel nur über Mittag (Urk. 7/124/38). Gegenüber dem begutachtenden Psy
chiater schilderte der Beschwerdeführer am 20. November 2
012, er sei tags zu
vor um 07.30
Uhr aufgestanden und um 0
8.15
Uhr in die Werkstatt gefahren. Über Mittag sei er nach Hause gegangen und dann in die Werkstatt zurüc
kge
kehrt, wo er bis circa 18.00
Uhr geblieben sei. Ein pensionierter Deutscher habe ihm etwas geholfen (Urk. 7/124/54). Auch anlässlich der Abklärung vor Ort in seiner Garage gab der Beschwerdeführer zu Protokoll, er sei je nach
Tagesform von circa 08.00-12.00 Uhr und von 13.30-18.00
Uhr in der Garage (
Abklä
rungsbericht
für
Selbständigerwerbende
vom 13. Oktober 2014 [
Urk. 7/148/3
]
).
Es ergibt sich also aus den eigenen Schilderungen des Beschwerdeführers, dass er mittlerweile wieder ganztags arbeitstätig ist, wenn auch gelegentlich mit Unterbrüchen.
Der Bes
chwerdeführer verfügt zudem
über familienbezogene Ressourcen (Urk. 7/124/21
, Urk. 7/124/53 f.) und ist
zudem
in einem Fussball
verein (er spiele allerdings nicht [Urk. 7/124/11]).
4.5.2
Der Beschwerdeführer gab zwar
anlässlich der Abklärung vor Ort
an, er sei
die Hälfte der Zeit, welche er in der Garage verbringe,
nicht produktiv aufgrund seiner Schmerzen. Er könne diesbezüglich jedoch keine genauen Angaben ma
chen, es sei sehr tagesformabhängig und abhängig vom Auftragsvolumen (Urk. 7/148/4). Das Auftragsvolumen ist bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit jedoch ausser Acht zu lassen, da es sich dabei um einen invaliditätsfremden Faktor handelt.
Im Übrigen erwiesen sich d
ie Angaben des Beschwerdeführers insgesamt als unklar und nicht aussagekräftig.
Er
konnte
nicht einmal
bezüglich der Einschränkungen in den verschiedenen Tätigkeiten
relevante
Angaben ma
chen. Gemäss Abklärungsperson
habe
er
oft mit den Schultern gezuckt und ge
sagt, dass er es nicht genau wisse. Er arbeite so viel, wie es ihm sein Körper er
laube
(Urk. 7/148/4)
.
Auffallend ist sodann, dass die Abklärungspe
rson mithilfe der
vorgelegten Zahlen
keine schlüssige Betriebsbeurteilung vornehmen konnte. Der Bruttoer
trag im Jahr 2012 von rund Fr. 150‘000.-- entspreche nicht einmal den Ein
nahmen aus Arbeiten für einen Einmannbetrieb. Somit müsse angenommen werden, dass weder der Beschwerdeführer noch der Angestellte ausgelastet ge
wesen seien (oder es seien nicht alle Einnahmen deklariert worden). Bei einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit als
selbständigerwerbender
Garagist
sei im Jahr 2008 ein Invalideneinkommen von Fr. 37‘143.10 errechnet worden (vgl. Urk. 7/92/7). Der Beschwerdeführer habe seither in all seinen Geschäftsjahren
aber
nicht annähe
r
nd dieses Einkommen erzielt (Urk. 7/148/7).
Weiter
fällt auf, dass der Beschwerdeführer bereits vor seiner gesundheitlichen Einschränkung
ein sehr unregelmässiges und meist tiefes AHV-pflichtiges Einkommen erzielt
hatte
, welches in den Jahren 1992 bis 2003 zwischen Fr. 10‘00
0.-- und Fr. 60‘300.-- variiert hatte
(vgl. den Auszug aus dem individuellen Einkommen der AHV vom 26. Juli 2005 [Urk. 7/10]). Die Abklärungsperson gelangte deshalb
in nachvollziehbar Weise
zum Schluss, aus wirtschaftlicher Sicht sei das Ge
schäft noch gar nie effektiv rentabel gewesen (Urk. 7/148/8).
In welchem Aus
mass das niedrige Einkommen des Beschwerdeführers seiner gesundheitlichen Einschränkung und in welchem Ausmass der betrieblichen Situation geschuldet ist, kann also nicht beurteilt werden.
Da die Angaben des Beschwerdeführers
durchgängig
nicht aussagekräftig sind, ist seine Arbeitsfähigkeit medizinisch-theoretisch zu bestimmen.
4.5.3
Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers wurde im Gutachten der MEDAS
B._
vom 15. Januar 2013 (inkl. Ergänzung vom
2.
April 2014) auf 100
%
(ohne schwere Tätigkeiten) geschätzt, unter Berücksichtigung einer 20%igen Leistungseinschränkung. Die 20%ige Leistungseinschränkung wurde mit einer leichten somatoformen autonomen Funktionsstörung des Verdauungssystems (ICD-10 F45.32)
unter Berücksichtigung der vorhandenen Ressourcen
begründet (
Urk.
7/124/66).
Die
von den
Gutachter
n angewandte
Überwindbarkeitspraxis
ist
mittlerweile
überholt. D
ie Änderung der Rechtsprechung zur
Invaliditätsbe
messung
bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursache und ver
gleichbaren psychosomatischen Leiden (vgl. E. 1.2) erfordert
aber
dennoch
k
eine Rückweisung an die Beschwerdegegnerin (vgl.
den Antrag in Urk.
9). Aufgrund des umfassenden Gutachtens kann der Aspekt der funktionellen Auswirkungen ausrei
chend beurteilt werden.
Diesbezüglich
ist
auf die bereits gemachten Aus
führungen
zu den Ressourcen
(E. 4.5.1)
zu verweisen, welche
in hohem Masse
vorhanden
zu sein scheinen. Eine
über 20 % liegende
Einschränkung der Leis
tungsfähigkeit ist damit nicht
begründet.
4.6
Es wurde bereits darauf
hingewiesen, dass die Rente nicht nur bei einer wesentli
chen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
ist, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe
nen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Eine tatsächliche Verän
derung in den gesundheitlichen Verhältnissen kann auch darin liegen, dass sich beispielsweise ein Leiden in seiner Intensität und damit in seinen Auswirkungen auf die Arbeit
sfähigkeit verändert hat (E. 1
.1
), oder in einer verbesserten
Lei
densanpassung
der versicherten Person (BGE 141 V 9 E. 6.3.2 mit weiteren Hinweisen).
Der Beschwerdeführer verkennt
also
(vgl. sein Vorbringen in Urk. 1 S. 2), dass
auch
eine Adaption an das Beschwerdebild geeignet ist, den
Invali
ditätsgrad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Im
gastroenterolo
gischen
Bericht
des Kantonsspitals
A._
vom 20. September 2007
wurde
n
noch ein schweres Colon
irritabile
und eine funktionelle Dyspepsie diagnosti
ziert, dies unter Berücksichtigung der subjektiven Schilderungen des Beschwer
deführers, welcher angegeben hatte,
sich
bei Exazerbationen der Blähungen kaum
noch bücken oder länger als 10
Minuten
hinse
tzen zu können. Aufgrund der
Abdominalschmerzen
könne er nur noch zu 50 % als
Garagist
arbeiten, wenn ihm Kollegen, je nach Situation, aushelfen würden. Die Auftragslage sei an sich gut. Da er die anstehenden Fixkosten wegen der reduzierten Arbeitsfä
higkeit jedoch nicht mehr bezahlen könne, sei die Schliessung der Garage ge
plant (Urk. 7/70/4
; vgl. auch Urk. 7/92/2
).
Bereits i
m Frühling 2008 richtete sich der Beschwerdeführer allerdings wieder eine
Garagewerkstatt
ein
, in welcher er
mittlerweile wieder
ganztäg
ig
arbeitstätig
ist
(
E. 4.5.1
).
Gemäss der
nachvoll
ziehbaren
medizinisch-theoretischen Einschätzung im Gutachten der MEDAS
B._
beträgt die Arbeitsfähigkeit
heute
sodann
100 % mit einer
Leistungs
einschränkung
von 20 %
(vgl. E. 4.5.3)
.
Damit fand eine Adaption an
die
Be
schwerde
n
statt, was einen Revisionsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG
darstellt.
Damit
erübrigt
es sich ausserdem
zu prüfen, ob die ursprüngliche
Rentenzusprache
überhaupt gerechtfertigt war, insbesondere deshalb, weil die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
in keinem
der damalig
en Gut
achten
plausibel begründet worden war
(vgl. insbesondere E. 3.1.2)
.
5.
Mangels aussagekräftiger
Geschäftsabschlüsse
(E. 4.5.2)
sind sowohl für die Be
stimmung
des
Valideneinkommens
als auch des Invalideneinkommens die
Ta
bellenlöhne
ge
mäss den vom Bundesamt für Sta
tis
tik periodisch herausgegebe
nen
Lohnstruk
turer
hebungen
(LSE) heranzu
ziehen. Da der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als
Garagist
(welche einer leichten bis mittel
schweren Tätigkeit entspricht)
wieder
zu 100 % arbeitsfähig ist,
kann ein
Pro
zentvergleich
vorgenommen werden. Der Invaliditätsgrad entspricht somit der
Leistungseinschränkung
von
20 %.
Selbst wenn
nicht davon auszugehen wäre, dem Hauptgutachter sei bei der gesamtmedizinischen Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit ein Fehler unterlaufen (
vgl.
E. 3.2.2
und E. 4.2
),
resultierte
auch dann
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von
33
%
.
6.
Die angefochtene Verfügung ist demnach nicht zu beanstanden, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
7
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).