Decision ID: e97f2ecd-baa1-4c38-936a-fb3e3b6c718e
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 13. Juni 2017 bei der IV-Stelle
des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) für berufliche Massnahmen und
Rentenleistungen an (IV-act. 9; zur Früherfassung vgl. IV-act. 1 ff.). Er hatte zuletzt als
Z._ bzw. Y._-mitarbeiter bei der Firma B._ gearbeitet, war jedoch aufgrund einer
Diskushernie von Dr. med. C._, Praktischer Arzt FMH, seit dem 3. Januar 2017 zu
100 % arbeitsunfähig geschrieben worden (IV-act. 5, 9, 15 und 18). Am 4. Januar 2017
waren beim Versicherten eine mikrochirurgische interlaminäre Fensterung L5/S1 rechts,
eine Prolapsentfernung sowie eine Diskotomie durchgeführt worden (IV-act. 5-6 ff.; zu
den Nachkontrollen vom 10. Februar und 17. März 2017 vgl. IV-act. 5-1 ff. und 24). In
einem Verlaufsbericht des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom _ August 2017
wurde festgehalten, dass der klinische Befund ähnlich wie im März 2017 sei. Zu den
glutealen Schmerzen rechts hätten sich nun jedoch auch links gluteale Schmerzen
hinzugesellt. Eine zum Ausschluss einer Spondylodiscitis zwischenzeitlich
durchgeführte Feinnadelpunktion der Bandscheibe habe einen unauffälligen Befund
gezeigt. Insgesamt sei das präsentierte Schmerzbild weit gravierender, als man es
nach einem Bandscheibenvorfall und der Operation eines solchen erwarten würde. Die
MRT-Bildgebung vom 17. März 2017 und 28. Oktober 2016 zeige einen mittelgrossen
Rezidivvorfall L5/S1 rechts (bei jedoch fehlendem klinischem radikulärem Syndrom)
sowie eine leicht verminderte Bandscheibenhöhe L5/S1 im Verlauf. Der Versicherte sei
für eine erneute MRT-Untersuchung angemeldet worden, um ein aktives
osteochondrotisches Geschehen zu verifizieren. Als nächster Schritt sei an eine
gestaffelte Facettengelenksinfiltration L5/S1 und L4/L5 zu denken, um den
Schmerzfokus weiter eingrenzen zu können. Die darüber liegenden lumbalen
Bewegungssegmente seien radiologisch unauffällig. Dass im verhältnismässig jungen
A.a.
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Alter des Versicherten eine beidseitige Hüftgelenkspathologie vorliegen sollte, sei kaum
vorstellbar (IV-act. 28). Am 11. August 2017 wurde beim Versicherten eine
transpedikuläre Spondylodese L4/L5/S1 (TLIF L4/L5 von rechts sowie L5/S1 von links)
sowie eine intersomatische Graftonanlagerung durchgeführt (vgl. die Diagnosen in IV-
act. 73 f.). In einem Bericht der Klinik für Neurochirurgie des KSSG vom _ Oktober
2017 über eine Sprechstunde vom 28. September 2017 wurde festgehalten, dass die
Kopfschmerzen, die anfangs September 2017 zu einer kurzen Hospitalisation bei
Verdacht auf Liquorleck (nicht bestätigt) geführt hätten, rückläufig seien. Auch die
lumbalen Rückenschmerzen würden langsam abnehmen. Aus
wirbelsäulenchirurgischer Sicht zeige sich ein regulärer Verlauf und es sei kein
spezifisches Prozedere zu beachten. Wahrscheinlich werde der Versicherte noch einige
Zeit brauchen, um wieder eine normale körperliche Belastbarkeit zu erlangen,
namentlich auch aufgrund stattgehabter Infektionen. Langfristig sollte jedoch wieder
ein Normalzustand erreichbar sein (IV-act. 74).
Am 9. März 2018 erstellte die X._ AG im Auftrag der
Krankentaggeldversicherung eine medizinische Beurteilung. Als Diagnose nannten die
Untersuchenden ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom beidseits. Weiter
hielten sie fest, dass das arbeitsbezogene relevante Problem in einer verminderten
Belastungstoleranz der Lendenwirbelsäule (LWS) bestehe. Aufgrund des ausgeprägten
Schmerz- und Schonverhaltens hätten die funktionellen Einschränkungen jedoch nicht
objektiviert werden können. Die Beobachtungen bei den Tests würden auf eine
deutliche Selbstlimitierung hinweisen. Die Beurteilung könne sich somit nicht auf die
EFL-Tests stützen. Vielmehr müsse eine rein ärztlich-medizinische Beurteilung erfolgen.
Unter Berücksichtigung der strukturellen, organisch teilweise nachvollziehbaren
Beschwerden sei die angestammte Tätigkeit mit einem vermehrten Pausenbedarf von
2.5 Stunden als ganztags zumutbar einzustufen. Dies entspreche einer medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit von 75 %. Zur Angewöhnung sei jedoch ein Einstieg mit
einem halbtägigen Einsatz zu empfehlen mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf
75 % (ganztägige Tätigkeit mit vermehrten Pausen/reduzierter Leistung) innert zwei
Monaten. Eine optimal leidensangepasste Tätigkeit (wechselpositionierende
mittelschwere berufliche Tätigkeit) sei dem Versicherten ganztags zumutbar. Unter
Berücksichtigung der längeren Arbeitskarenz sei jedoch während zwei Monaten eine
A.b.
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75%ige Arbeitsfähigkeit anzunehmen mit einer sukzessiven Steigerung, um in drei
Monaten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zu erreichen (Fremdakten, act. 2-33 ff.).
Am 23. April 2018 hielt Dr. C._ fest, dass der Verlauf nach der
Diskushernienoperation vom 4. Januar 2017 und der Re-Operation vom 11. August
2017 nun schon sehr schleppend sei. Der Versicherte sei seit dem 3. Januar 2017 zu
100 % arbeitsunfähig. Er gebe noch immer massive Rückenschmerzen an. Eine
nochmalige neurochirurgische Vorstellung im KSSG vom _ April 2018 habe ergeben,
dass eine Facettengelenksinfiltration vom 13. März 2018 (IV-act. 81) sowie eine ISG-
Infiltration beidseits vom _ März 2018 (IV-act. 82) keinen positiven Effekt gehabt
hätten (zur Sprechstunde im KSSG vom _ April 2018 vgl. IV-act. 30 und 32). Der
Versicherte warte nun auf einen Termin im Schmerzzentrum, bei dem er schon länger
angemeldet worden sei (zum Ganzen vgl. IV-act. 33).
A.c.
Vom 20. August bis 10. September 2018 hielt sich der Versicherte stationär im
Schmerzzentrum des Spitals D._ auf. Im entsprechenden Austrittsbericht wurden die
Diagnosen chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren,
leichte bis mittelgradige depressive Episode sowie Onychomykose mit id-Reaktion an
den Händen genannt. Sodann wurde unter anderem festgehalten, dass der Versicherte
auf einem mechanistischen Schmerzverständnis beharrt habe und sich auf die
psychologische und soziale Dimension des Schmerzes nicht habe einlassen können. Er
sei in ordentlichem Zustand nach Hause entlassen worden (IV-act. 45-2 ff.). In einem
Bericht des Schmerzzentrums des KSSG vom _ September 2018 wurde als Diagnose
ein chronifiziertes nozizeptives lumbospondylogenes Schmerzsyndrom genannt. Weiter
hiess es, dass die letzte Kontrolle am _ September 2018 erfolgt sei. Der Versicherte
habe sich noch immer massiv schmerzgeplagt präsentiert. Zuletzt sei eine stationäre
Therapie mit multimodalem Ansatz erfolgt. Der Versicherte habe davon nur sehr
bedingt profitieren können. Auf die Empfehlung des Schmerzzentrums hin seien die
konservativen Massnahmen wie Wassertherapie oder regelmässige intensivierte
Bewegungstherapie über einen Zeitraum von sechs Monaten ausgebaut worden,
bisher ohne signifikante Linderung der Beschwerden. Die behandlungsspezifischen
Möglichkeiten am Schmerzzentrum seien zurzeit ausgeschöpft. In Rücksprache mit
dem Versicherten werde auf eine weitere Anbindung ans Schmerzzentrum verzichtet.
Aktuell würden die Anbindung an ein tagesklinisches Angebot im Rahmen einer
A.d.
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psychosomatischen Behandlung von chronischen Schmerzstörungen sowie die
Fortführung der physiotherapeutischen Massnahmen empfohlen (IV-act. 40). In einem
Bericht des Schmerzzentrums des KSSG vom _ Dezember 2018 wurde festgehalten,
dass der Versicherte am _ Dezember 2018 erneut zur neurochirurgischen Beurteilung
vorstellig geworden sei. Nach ausgeschöpftem konservativen Prozedere inklusive
stattgehabter infiltrativer Massnahmen stehe letztlich noch eine neuromodulative
Therapie im Sinne einer Rückenmarkstimulation zur Verfügung. Aufgrund der doch
unklaren psychosomatischen Situation des Versicherten sei eine entsprechende
Evaluation angezeigt (IV-act. 50).
Am 6. Dezember 2018 berichtete Dr. med. E._, Facharzt für Neurologie FMH,
über eine auf hausärztliche Zuweisung hin erfolgte Kopfschmerzbeurteilung. Er kam
zum Schluss, dass die klinische Präsentation mit Selbstlimitierung und Schonhaltung
im Gesamtkontext an eine chronische somatoforme Schmerzstörung denken lasse.
Folglich sei eine multimodale Schmerztherapie mit Analgetikaentzug und der
Etablierung einer kopfschmerzprophylaktischen Basistherapie zu empfehlen. Bei
anscheinend geplanter Operation würde sich anschliessend eine schmerztherapeutisch
ausgerichtete Rehabilitation anbieten. Aus neurologischer Sicht bestehe keine
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 67).
A.e.
Am 9. Januar 2019 wurde der Versicherte im Ambulatorium F._ der Psychiatrie
G._ vorstellig. Im dazu ergangenen Sprechstundenbericht vom 21. Januar 2019
wurden als Diagnosen eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren sowie der Verdacht auf eine leichte depressive Episode genannt.
Weiter wurde die Indikation für eine ambulante psychotherapeutische Behandlung
gestellt, jedoch gleichzeitig angemerkt, dass der Therapieerfolg von der Compliance
des Versicherten abhängig sei. Da ein erneutes Gespräch im KSSG für eine etwaige
Operation geplant sei, sei der Versicherte noch unsicher, ob aktuell der richtige
Zeitpunkt für den Beginn einer entsprechenden Behandlung sei (vgl. IV-act. 60).
A.f.
Vom _ bis _ September 2019 hielt sich der Versicherte stationär in der Klinik für
Neurochirurgie des KSSG auf. Im Austrittsbericht vom _ September 2019 wurde
festgehalten, dass der Versicherte zur geplanten SCS-Einlage thorakal eingetreten sei.
Der Eingriff sei am _ September 2019 durchgeführt worden. Postoperativ habe der
A.g.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 6/19
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Versicherte über Nacken- und Kopfschmerzen berichtet. Im Verlauf sei es zu einem
Flüssigkeitsaustritt aus der Wunde gekommen. Bei Verdacht auf ein intraoperatives
Liquorleck sei am _ September 2019 durch die Kollegen der Anästhesie ein Blutpatch
lumbal durchgeführt worden. Die Kopfschmerzen hätten sich gebessert, die
Beinschmerzen seien aber immer noch vorhanden. Nach mehreren Umstellungen des
SCS-Systems ohne positives Ansprechen sei schliesslich der Entscheid zur
Explantation des Systems getroffen und diese am _ September 2019 komplikationslos
durchgeführt worden. Die Wundflüssigkeit sei intraoperativ auf Beta-Trace-Protein
getestet worden. Es sei kein Liquor nachgewiesen worden. Der Versicherte sei am _
September 2019 bei GCS 15, ohne neue fokal-neurologische Defizite und bei
trockenen, reizlosen Wundverhältnissen entlassen worden (IV-act. 71 f., 84 f. und 87).
Anlässlich einer Sprechstunde in der Klinik für Neurochirurgie des KSSG vom _
Oktober 2019 berichtete der Versicherte von weiterbestehenden, einschiessenden
starken Kopfschmerzen und einer gleichbleibenden Rückenschmerzsymptomatik. Die
behandelnden Ärzte hielten im Sprechstundenbericht fest, dass die Ursache der nach
der Implantation der SCS-Elektroden erstmals aufgetretenen Kopfschmerzen unklar
bleibe. Ein Liquorleck sei während des stationären Verlaufes mittels Beta-Trace-Tests
ausgeschlossen worden. Auch eine am Sprechstundentag durchgeführte ausgedehnte
MR-Diagnostik habe keine Hinweise auf einen Liquorverlust ergeben (IV-act. 86).
Vom 10. April bis 7. Mai 2020 hielt sich der Versicherte stationär in H._ auf. Im
entsprechenden Austrittsbericht wurden als Diagnosen eine chronifizierte
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, eine Depression, ein
Verdacht auf analgetikainduzierte Kopfschmerzen sowie ein Nikotinabusus genannt (IV-
act. 105-88 ff.).
A.h.
Mit Mitteilung vom 10. Juni 2020 informierte die IV-Stelle den Versicherten darüber,
dass sein Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen abgewiesen werde. Aktuell
seien keine beruflichen Massnahmen, sondern eine polydisziplinäre Untersuchung
angezeigt (IV-act. 99).
A.i.
In einem Bericht vom 6. Juli 2020 hielt Dr. med. I._, Spezialarzt für Psychiatrie/
Psychotherapie, fest, dass der Versicherte seit dem 23. September 2019 bei ihm in
ambulanter Behandlung stehe und seit diesem Zeitpunkt sowohl in der angestammten
A.j.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 7/19
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St.Galler Gerichte
als auch in anderen Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig sei. Als Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine mittelgradige bis schwere
Depression sowie eine chronifizierte Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren bei Status nach mehreren Operationen und Infiltrationen (IV-act.
101).
Am 4. Oktober 2020 erstattete die SMAB AG im Auftrag der IV-Stelle ein
polydisziplinäres (psychiatrisches, internistisches, neurologisches und orthopädisch-
traumatologisches) Gutachten (IV-act. 105). In ihrer interdisziplinären
Gesamtbeurteilung kamen die Sachverständigen zum Schluss, dass keine Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorlägen (IV-act. 105-8). Sodann hielten sie
fest, dass sowohl in der angestammten als auch in leidensangepassten Tätigkeiten ab
dem 1. Oktober 2016 (MRT Wirbelsäule BWK12 bis SWK3 vom 28. Oktober 2016) eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Angesichts der Diskushernienoperation
L5/S1 rechts vom 4. Januar 2017 sowie der Spondylodese L4-S1 vom 11. August 2017
sei bis zum 31. Dezember 2017 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Ab
dem 1. Januar 2018 sei bei persistierenden Schmerzen und dem Verdacht auf eine
Spondylodiscitis bis zur erfolglosen Implantation des SCS-Systems thorakal vom _
September 2019 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit anzunehmen. Nach dieser Operation
und der Explantation des SCS-Systems vom _ September 2019 habe bis zum 31.
Dezember 2019 wiederum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab dem 1.
Januar 2020 gelte die anlässlich der Begutachtung festgestellte 100%ige
Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in leidensangepassten Tätigkeiten (IV-act.
105-10). In einer Aktenbeurteilung vom 17. Oktober 2020 würdigte der regionale
ärztliche Dienst (RAD) das SMAB-Gutachten als ausführlich, schlüssig und
nachvollziehbar. Es könne darauf abgestellt werden (IV-act. 106).
A.k.
Mit Vorbescheid vom 23. November 2020 stellte die IV-Stelle dem Versicherten für
die Zeit vom 1. Januar 2018 bis 31. März 2020 einen befristeten Anspruch auf eine
halbe Invalidenrente in Aussicht (IV-act. 109).
A.l.
Gegen diesen Vorbescheid erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr. iur. K. Glavas, Muolen, am 1. Dezember 2020 vorsorglich Einwand (IV-act. 110), zog
A.m.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 8/19
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B.
diesen nach Einsicht in die Akten (vgl. IV-act. 115 f.) mit Schreiben vom 11. Dezember
2020 jedoch wieder zurück (IV-act. 117).
Mit Verfügung vom 14. Januar 2021 (IV-act. 118 f.) bzw. vom 25. Februar 2021 (IV-
act. 120) sprach die IV-Stelle dem Versicherten für die Zeit vom 1. Januar 2018 bis zum
31. März 2020 eine befristete halbe Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 53 %
zu. Sie führte erklärend aus, dass seit dem 3. Januar 2017 in der angestammten
Tätigkeit eine verminderte Arbeitsfähigkeit vorliege. Der Rentenanspruch entstehe nach
Ablauf des Wartejahres. Ab dem 3. Januar 2018 habe in leidensangepassten
Tätigkeiten eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden. Nach dem Eingriff vom _
September 2019 sei der Versicherte bis zum Ende des Jahres 2019 vollumfänglich
arbeitsunfähig gewesen. Ab dem 1. Januar 2020 habe sich der Gesundheitszustand
jedoch wesentlich und anhaltend verbessert. Der Versicherte sei seither in sämtlichen
Erwerbstätigkeiten wieder zu 100 % arbeitsfähig. Folglich liege ein Revisionsgrund vor,
sodass nach einer dreimonatigen Übergangszeit die Rente eingestellt werde. Der
Einkommensvergleich beziehe sich auf die Zeit vom 1. Januar 2018 bis 1. September
2019 (vgl. IV-act. 118-1).
A.n.
Gegen diese Verfügung erhob der weiterhin durch Rechtsanwalt Glavas vertretene
Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 9. März 2021 Beschwerde (act. G 1).
Er beantragte, die angefochtene Verfügung vom 25. Februar 2021 sei teilweise
aufzuheben und ihm sei weiterhin mindestens eine halbe Rente zu gewähren.
Eventualiter sei die angefochtene Verfügung teilweise aufzuheben und es sei eine neue
polydisziplinäre Abklärung unter Einschluss seiner gesamten Beschwerden in Auftrag
zu geben, woraufhin neu zu entscheiden sei; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteuer zu Lasten der IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin; act. G 1 S. 2). Weiter beantragte der Beschwerdeführer die
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung für das Verfahren
vor Versicherungsgericht (act. G 1 S. 2, G 4 und 4.1) sowie die Durchführung eines
zweiten Schriftenwechsels (vgl. act. G 1 S. 5).
B.a.
Am 19. April 2021 entsprach die verfahrensleitende Richterin dem Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
B.b.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Invalidenrente.
2.
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor Versicherungsgericht (act.
G 5).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 8. Mai 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (act. G 6).
B.c.
In seiner Replik vom 16. Juni 2021 hielt der Beschwerdeführer an den in der
Beschwerde gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich fest (act. G 9). Neu beantragte
er die Vornahme eines Augenscheins an einem Arbeitsplatz eines Y._-Mitarbeiters
zur Beurteilung der stehenden und sitzenden Anteile dieser Tätigkeit (vgl. act. G 9 S. 1,
unten, und S. 2, oben). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Erstattung einer
Duplik (act. G 10 f.).
B.d.
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen
Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
2.1.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 10/19
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3.
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Art. 16 ATSG).
Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs-
und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art.
61 lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen
und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen
und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).
2.2.
Die Beschwerdegegnerin hat sich für die Ablehnung des Rentenanspruchs in erster
Linie auf das polydisziplinäre SMAB-Gutachten gestützt (vgl. IV-act. 118 f. und act. G
6), wonach sowohl in der angestammten als auch in leidensangepassten Tätigkeiten in
der Vergangenheit zwar Arbeitsunfähigkeiten bestanden hätten (zwischen dem 1.
Oktober 2016 und 31. Dezember 2017 eine 100%ige, zwischen dem 1. Januar 2018
und 1. September 2019 eine 50%ige, zwischen dem 2. September und 31. Dezember
2019 wiederum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit), ab dem 1. Januar 2020 aber von
einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei (vgl. IV-act. 105-10). Demgegenüber ist der
Beschwerdeführer der Ansicht, dass das SMAB-Gutachten nicht als Basis zur
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit dienen könne. Er bemängelt das Gutachten in
mehreren Punkten, auf die nachfolgend näher einzugehen ist (vgl. act. G 1 und 9).
3.1.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 11/19
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3.2.
Hinsichtlich des psychiatrischen Fachgutachtens rügt der Beschwerdeführer,
dass er sich seit 2017 in psychiatrischer Behandlung bei Dr. I._ befinde, ohne dass
diesbezüglich ein Bericht existiere. Dass kein entsprechender Bericht eingeholt worden
sei, stelle eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes dar. Ein entsprechender
Bericht sei für eine neutrale gutachterliche Abklärung unentbehrlich (vgl. act. G 1 S. 4).
Weiter kritisiert er, dass der psychiatrische Gutachter keine Diagnose mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit gestellt, jedoch von einer subdepressiven Grundstimmung
berichtet hätte, ohne näher darauf einzugehen. Die Begutachtenden seien
offensichtlich darauf ausgerichtet gewesen, die vorhandenen psychischen Probleme zu
bagatellisieren. Dabei sei es eigentlich nicht verwunderlich, dass er bei derart langen
Rückenbeschwerden auch psychisch angeschlagen sei (vgl. act. G 9).
3.2.1.
Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers befindet sich ein Bericht von
Dr. I._ vom 6. Juli 2020 in den Akten, welcher sich über die Behandlung ab dem 23.
September 2019 ausspricht (vgl. IV-act. 105-83 ff.). Mit den Ausführungen von Dr. I._
hat sich der psychiatrische SMAB-Gutachter eingehend auseinandergesetzt (vgl. IV-
act. 105-31). Beispielsweise hat er festgehalten, dass die Diagnosen einer schweren
depressiven Episode und einer somatoformen Schmerzstörung im Bericht von Dr. I._
nicht plausibel begründet worden seien. Ein sozialer Rückzug könne nicht bestätigt
werden, da der Beschwerdeführer regelmässige soziale Kontakte sowohl innerhalb der
Familie als auch im Freundes- und Bekanntenkreis angegeben habe. Die Schonhaltung
werde auch durch äussere Einflüsse getriggert. So dürfe der Beschwerdeführer
gemäss seiner Schilderung der Ehefrau im Rahmen der Haushaltsführung keine
Unterstützung leisten, obwohl entsprechende Ressourcen vorhanden wären. Der
Beschwerdeführer sei ohne Weiteres in der Lage, entsprechende Aufgaben zu
übernehmen, da weder eine relevante Antriebsstörung noch eine Einschränkung des
Durchhaltevermögens oder andere kognitive Leistungseinschränkungen auszumachen
seien. Die Grundstimmung des Beschwerdeführers sei zwar subdepressiv getönt,
Anhaltspunkte für eine Anhedonie seien jedoch zu keinem Zeitpunkt berichtet worden
und im Rahmen der Exploration nicht ersichtlich gewesen. So vermöge der
Beschwerdeführer im Alltag eine stabile Bindungs- und Beziehungsfähigkeit zu
realisieren. Ein Verlust an Interessenneigungen sei ebenfalls nicht ersichtlich. Die
beschriebenen passiven Todeswünsche habe Dr. I._ in keiner Weise weiter
kommentiert oder begründet, während er aber über finanzielle Engpässe des
Beschwerdeführers berichtet habe. Im Übrigen seien in der Labordiagnostik keine
Medikamentenspiegel nachweisbar gewesen, die den verordneten Antidepressiva
3.2.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 12/19
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entsprechen würden. Insofern bestünden begründete Zweifel an der Adhärenz des
Beschwerdeführers im Zusammenhang mit der mitgeteilten medikamentösen
Behandlung. Aus den Ausführungen von Dr. I._ würden sich keine überzeugenden
Aspekte ergeben, die eine abweichende Beurteilung von der gutachterlich
diagnostizierten länger andauernden depressiven Anpassungsstörung rechtfertigen
würden (IV-act. 105-31). Die von ihm diagnostizierte länger andauernde depressive
Anpassungsstörung hat der psychiatrische Gutachter entgegen der Behauptung des
Beschwerdeführers sodann nicht unbegründet gelassen. Vielmehr hat er für seine
Diagnosestellung eine nachvollziehbare Begründung geliefert (vgl. namentlich IV-act.
105-29 ff.). Diesbezüglich ist auch festzuhalten, dass der Gutachter einen
Zusammenhang zwischen den Wirbelsäulenschmerzen und der psychischen
Verfassung des Beschwerdeführers nicht abgestritten hat. Im Gegenteil hat er
ausgeführt, dass aus seiner Sicht am ehesten reaktive Einflüsse (Kränkung) im
Zusammenhang mit dem Verlust des Arbeitsplatzes als Folge des degenerativen
Lendenwirbelsäulensyndroms im Rahmen der Chronifizierung der
Schmerzwahrnehmung für die Krankheitsentwicklung bzw. die psychische Verfassung
massgeblich gewesen seien (vgl. IV-act. 105-29; vgl. dazu ferner die Aktenwürdigung in
IV-act. 105-31). Offensichtlich bestehe eine deutliche Tendenz zur Regression mit einer
gleichzeitigen Tendenz zur Schmerzausweitung und Schonhaltung, deren Grundlage
unklar bleibe. Die Kriterien einer somatoformen Schmerzstörung seien nicht erfüllt, da
eine unbewältigte Konfliktdynamik als Grundlage zur Diagnosestellung nicht erkennbar
werde. Auch eine Schmerzverarbeitungsstörung könne in diesem Zusammenhang nicht
begründet werden. Insofern sei aus psychiatrischer Sicht lediglich von einer länger
andauernden depressiven Anpassungsstörung auszugehen, die sich unter
Berücksichtigung der persönlichkeitsgebundenen Ressourcen des Beschwerdeführers
und der Darstellung seiner gegenwärtigen Lebensführung auf die Arbeitsfähigkeit nicht
relevant einschränkend auswirke (IV-act. 105-29).
3.3.
Weiter moniert der Beschwerdeführer, dass die von der Beschwerdegegnerin
zitierte gutachterliche Behauptung, wonach seine Schmerzen auf keine fassbaren
strukturellen Veränderungen der LWS zurückgeführt werden könnten (vgl. dazu act. G 6
S. 5), in krassem Widerspruch zu den Berichten des KSSG, namentlich zu demjenigen
vom _ Oktober 2019, stehe, wonach er im Bereich der lumbalen Wirbelsäule schwer
angeschlagen gewesen sei und bleibe (vgl. act. G 9 S. 2). Gerade auch aus den letzten
Berichten der Klinik für Neurochirurgie des KSSG, z.B. aus jenem vom _ September
2019, sei ersichtlich, dass er Kribbelparästhesien vom unteren Rücken über den
3.3.1.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 13/19
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lateralen Ober- und Unterschenkel bis in den lateralen Fussrand und die Zehen
verspüre und dass er auf verschiedenen Ebenen nach mehreren Eingriffen an der
Wirbelsäule angeschlagen geblieben sei (vgl. act. G 1 S. 3).
Ein krasser Widerspruch zwischen der Aussage des orthopädischen
Sachverständigen, wonach im Rahmen der Begutachtung eine Spondylodiscitis, eine
Rezidivhernie und eine Segmentinstabilität der LWS ausgeschlossen worden seien,
sodass die Schmerzen nicht auf fassbare strukturelle Veränderungen der LWS hätten
zurückgeführt werden können (vgl. IV-act. 105-70, unten), und den Ausführungen in
den vom Beschwerdeführer erwähnten Berichten des KSSG vom _ September und
22. Oktober 2019 (vgl. IV-act. 86 f.) ist nicht ersichtlich. Subjektiv empfundene
Kribbelparästhesien sind mit einer strukturellen Veränderung gerade nicht
gleichzusetzen. Gleiches gilt für die im Bericht vom _ September 2019 angegebene
Schmerzstärke in Ruhe (vgl. IV-act. 87-1). Im Übrigen hat der neurologische SMAB-
Gutachter darauf hingewiesen, dass die im Bericht vom _ September 2019
beschriebenen Ausfälle (gemeint wohl die Angaben M3 und M4; vgl. IV-act. 87-1,
unten) nicht stimmig seien und sich aufgrund der gutachterlichen Untersuchung nicht
nachvollziehen liessen (vgl. IV-act. 105-56). Inwiefern sich aus den beiden genannten
Berichten des KSSG ergeben sollte, dass der Beschwerdeführer auf verschiedenen
Ebenen der Wirbelsäule noch schwer angeschlagen ist, erläutert dieser denn auch
nicht weiter. Aus der Aufzählung der stattgehabten Operationen lässt sich jedenfalls
nicht automatisch auf postoperativ dauerhaft anhaltende strukturelle Schäden, welche
die noch geklagten Schmerzen erklären könnten, schliessen, bezwecken Operationen
in der Regel doch gerade die Beseitigung von Beschwerden oder Schädigungen. Im
Übrigen befasst sich der Bericht vom _ Oktober 2019 in erster Linie mit der
Kopfschmerzproblematik und nicht der Wirbelsäulenproblematik (vgl. IV-act. 86).
3.3.2.
3.4.
Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, dass er nach der Implantation des
Stimulators vom _ September 2019 über Kopfschmerzen geklagt habe. Offensichtlich
sei es zu einem Flüssigkeitsaustritt aus der Wunde und zu einem intraoperativen
Liquorleck gekommen, was einer iatrogenen Verletzung gleichkomme. Diese
Problematik werde von den SMAB-Gutachtern nicht thematisiert (vgl. act. G 1 S. 3 f.).
3.4.1.
Aus dem Austrittsbericht der Klinik für Neurochirurgie des KSSG vom _
September 2019 geht zwar hervor, dass es nach dem Eingriff vom _ September 2019
zu Kopfschmerzen und einem Flüssigkeitsaustritt aus der Wunde gekommen sei,
sodass der Verdacht auf ein intraoperatives Liquorleck aufgekommen und ein
3.4.2.
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Blutpatch durchgeführt worden sei. Die Kopfschmerzen hätten sich aber anschliessend
wieder gebessert und beim intraoperativen Untersuch der Wundflüssigkeit (wohl im
Rahmen der Explantationsoperation vom _ September 2019) sei kein Liquor
nachgewiesen worden (vgl. IV-act. 87). Im Bericht vom _ Oktober 2019 zur
Sprechstunde vom _ Oktober 2019, anlässlich welcher der Beschwerdeführer
weiterhin über Kopfschmerzen geklagt hatte, haben die behandelnden Ärzte sodann
festgehalten, dass ein Liquorleck während des stationären Verlaufs mittels Beta-Trace-
Tests ausgeschlossen worden sei und eine am Sprechstundentag durchgeführte
ausgedehnte MR-Diagnostik ebenfalls keine Hinweise auf einen Liquorverlust ergeben
habe. Die Ursache der nach der Implantation der SCS-Elektroden aufgetretenen
Kopfschmerzen bleibe aktuell unklar (vgl. IV-act. 86). Demnach kann also nicht
behauptet werden, es sei nach der Implantation des Stimulators vom _ September
2019 offensichtlich zu einem Liquorleck gekommen, zumal in den Berichten des KSSG
vom _ September und _ Oktober 2019 ein Liquorleck lediglich als Verdachtsdiagnose
genannt worden ist (vgl. IV-act. 86 f.). Weiter kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt
werden, soweit er behauptet, die Problematik eines Liquorlecks sei im SMAB-
Gutachten nicht thematisiert worden. Vielmehr hat der internistische Gutachter auf
einen möglichen Zusammenhang zwischen den Kopfschmerzen und einem Liquorleck
hingewiesen, zur weiteren diesbezüglichen Beurteilung jedoch auf das neurologische
Gutachten verwiesen (vgl. IV-act. 105-42). Der neurologische Sachverständige hat in
seinem Fachgutachten sodann nachvollziehbar ausgeführt, dass sich retrospektiv nicht
mehr zuverlässig einschätzen lasse, ob beim Beschwerdeführer nach dem Eingriff vom
_ September 2019 ein postfunktionelles (gemeint wohl: postpunktionelles)
Kopfschmerzsyndrom vorgelegen habe. Im Gesamtkontext könne ein vorübergehendes
Liquorunterdruck-Syndrom nicht ausgeschlossen werden (vgl. IV-act. 105-56).
Überdies hat der neurologische Sachverständige auch die
Kopfschmerzsymptomatik, die bereits vor September 2019 in Erscheinung getreten
war, berücksichtigt. Er hat ausgeführt, dass Kopfschmerzen, die nach der
Spinalanästhesie im Rahmen der zweiten Wirbelsäulenoperation aufgetreten seien (vgl.
dazu auch IV-act. 74), für ein folgenlos abgeheiltes postpunktionelles
Kopfschmerzsyndrom sprächen. Im Übrigen bestünden zeitweilige
Spannungskopfschmerzen (vgl. IV-act. 105-54 ff.). Seine Einschätzung stimme mit den
neurologischen Untersuchungsbefunden von Dr. E._ und der Diagnose eines am
ehesten anzunehmenden Spannungskopfschmerzes überein (vgl. IV-act. 105-56).
3.4.3.
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3.5.
Schliesslich rügt der Beschwerdeführer, dass die Gutachter ihm selbst für die
angestammte Tätigkeit im Y.-_-dienst eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert hätten,
obwohl es sich dabei um eine rückenexponierte Tätigkeit handle, die zu rund 90 %
stehend und nur zu 10 % sitzend ausgeübt werden könne. Allein diese zentrale
Fehlbeurteilung zeige auf, dass das SMAB-Gutachten nicht haltbar sei (vgl. act. G 1 S.
3 und 9 S. 1 f.).
3.5.1.
Die Gutachter der SMAB AG haben das Belastungsprofil in ihrer
interdisziplinären Gesamtbeurteilung wie folgt definiert: Der Beschwerdeführer sei in
der Lage, leichte bis mittelschwere Arbeiten, rückenadaptiert, überwiegend im Sitzen,
mit der Möglichkeit eigens gewählter Positionswechsel, ohne Heben und Tragen von
schweren Lasten zu bewältigen. Tätigkeiten auf Leitern bzw. Gerüsten oder unter
ungünstigen Witterungsbedingungen (Nässe, Kälte, Staub) seien nicht zumutbar (vgl.
IV-act. 105-9). Ob dieses Zumutbarkeitsprofil mit demjenigen der angestammten
Tätigkeit im Y._ bzw. als Z._ vereinbar ist, kann letztlich offenbleiben. Die
Beschwerdegegnerin hat in ihrer Beschwerdeantwort zu Recht darauf hingewiesen (vgl.
act. G 6 S. 5), dass für die Bemessung des Invaliditätsgrades die Arbeitsfähigkeit in
einer optimal angepassten Tätigkeit massgebend ist (vgl. Art. 6 Satz 2 und Art. 16
ATSG). Dass das gutachterliche Belastungsprofil nicht einer solchen entsprechen
würde, wird von beschwerdeführender Seite nicht geltend gemacht. Ein Augenschein
an einem Arbeitsplatz eines Y._-mitarbeiters bzw. Z._, wie ihn der
Beschwerdeführer beantragt (vgl. act. G 9 S. 2), drängt sich somit nicht auf. Aus dem
Umstand, dass den Sachverständigen der SMAB AG das Belastungsprofil der vom
Beschwerdeführer zuletzt ausgeübten Tätigkeit möglicherweise nicht vollumfänglich
bekannt gewesen oder von ihnen allenfalls falsch eingeschätzt worden ist, liesse sich
sodann entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht automatisch auf deren
Befangenheit oder sonstiges Ungenügen schliessen.
3.5.2.
Nach dem Gesagten erweisen sich die vom Beschwerdeführer vorgebrachten
Einwände hinsichtlich des SMAB-Gutachtens als nicht stichhaltig. Das Gutachten
beruht auf eigenständigen Abklärungen. Die medizinischen Vorakten und die vom
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden sind berücksichtigt worden (vgl. IV-act.
105). Die bescheinigten Arbeitsfähigkeiten leuchten in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein (vgl.
namentlich IV-act. 105-10), sodass auf das Gutachten abgestellt werden kann. Einzig
nicht zu übernehmen ist die seitens der Gutachter bereits ab Oktober 2016 attestierte
100%ige Arbeitsunfähigkeit. Zwar ist bereits ab Oktober 2016 eine gesundheitliche
3.6.
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4.
Beeinträchtigung aktenkundig (vgl. IV-act. 5-12 ff. und 15). Die später operativ
behandelte Bandscheibenhernie ist bereits in einer MRT-Untersuchung vom 28.
Oktober 2016 nachgewiesen worden (vgl. IV-act. 5-9). Da der Beschwerdeführer seine
Arbeit jedoch erst ab dem 3. Januar 2017 längerfristig niedergelegt hat (vgl. IV-act.
18-3), Dr. C._ eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit erst ab dem 3. Januar 2017
attestiert hat (vgl. IV-act. 15-1) und der Beschwerdeführer in seiner IV-Anmeldung als
Beginn seiner Arbeitsunfähigkeit ebenfalls den 3. Januar 2017 genannt hat (vgl. IV-act.
9-4), ist eine Arbeitsunfähigkeit erst ab dem 3. Januar 2017 rechtsgenüglich
ausgewiesen. In der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin den
Beginn der Arbeitsunfähigkeit ebenfalls auf den 3. Januar 2017 gelegt (vgl. IV-act.
118-1), was vom Beschwerdeführer in seiner Beschwerde, soweit ersichtlich, nicht
beanstandet worden ist (vgl. act. G 1).
In einem nächsten Schritt gilt es den Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers
anhand eines Einkommensvergleichs festzulegen (vgl. E. 2).
4.1.
Für den Einkommensvergleich sind grundsätzlich die Verhältnisse im Zeitpunkt des
Beginns des Rentenanspruchs entscheidend (vgl. BGE 129 V 222). Die vorliegend zu
beurteilende IV-Anmeldung des Beschwerdeführers ist bei der Beschwerdegegnerin
am 13. Juni 2017 eingegangen (IV-act. 9-1). Der frühestmögliche Rentenbeginn i.S.v.
Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG fällt somit auf den 1. Dezember 2017. Zu diesem Zeitpunkt ist
das Wartejahr i.S.v. Art. 28 IVG allerdings noch nicht verstrichen gewesen, da
anzunehmen ist, die Arbeitsunfähigkeit habe am 3. Januar 2017 ihren Anfang
genommen (vgl. E. 3.6). Unter Berücksichtigung des Wartejahres fällt der Rentenbeginn
auf den 1. Januar 2018. Massgebend für den Einkommensvergleich ist somit das Jahr
2018. Da vorliegend ein vor dem 1. Januar 2022 beginnender Rentenanspruch im Streit
liegt, finden die am gleichen Tag in Kraft getretenen Anpassungen im IVG sowie in der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) keine Anwendung (siehe
das Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen über Invalidität und
Rente in der Invalidenversicherung, gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100 ff.).
4.2.
Für das Valideneinkommen ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dabei ist in der
Regel vom zuletzt – d.h. grundsätzlich vor dem Beginn der ganzen oder teilweisen
4.3.
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Arbeitsunfähigkeit – erzielten Verdienst auszugehen (BGE 139 V 30 E. 3.3.2 mit
Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 8C_590/2014, E. 5.1).
Gemäss den Angaben der letzten Arbeitgeberin hat der Beschwerdeführer im Jahr
2017 ein Jahreseinkommen von Fr. 59'800.-- verdient (vgl. IV-act. 18-5 f.). Von diesem
Validenlohn ist auch die Beschwerdegegnerin ausgegangen, jedoch hat sie die
Indexierung bis zum Jahr 2018 unterlassen (vgl. IV-act. 118-1). Angepasst an die
Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2018 ergibt sich ein Valideneinkommen von
gerundet Fr. 60'092.-- (Fr. 59'800.-- / 2249 x 2260; vgl. Tabelle T 39 des Bundesamtes
für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und Reallöhne,
2010-2020).
4.4.
Für das Invalideneinkommen kann auf die Tabelle TA1 der Lohnstrukturerhebung
(LSE) 2018 des Bundesamtes für Statistik abgestellt werden. Dabei ergibt sich für im
Kompetenzniveau 1 beschäftigte Männer bei einem Pensum von 100 % mit einer
betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (vgl. Bundesamt für
Statistik, Tabelle T03.02.03.01.04.01) ein Jahreseinkommen von gerundet Fr 67'767.--
(12 x Fr. 5'417.-- = Fr. 65'004.-- / 40 x 41.7 = gerundet Fr. 67'767.--). Bei einer
Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen für eine Vollerwerbstätigkeit zeigt sich,
dass das vom Beschwerdeführer gemäss den Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin
im Jahr 2018 in einem Pensum von 100 % im Gesundheitsfall erzielbare Einkommen
leicht unter dem statistischen Invalideneinkommen gemäss LSE für leidensangepasste
Tätigkeiten liegt. Daher ist trotz des Einwandes des Beschwerdeführers, wonach das
Belastungsprofil der angestammten Tätigkeit nicht demjenigen einer optimal
angepassten Tätigkeit entspreche (vgl. act. G 1 S. 3 und 9 S. 1 f.), zu seinen Gunsten
von der gutachterlichen Feststellung auszugehen, wonach sich die Schätzung der
Arbeitsfähigkeit sowohl auf die angestammte als auch auf leidensangepasste
Tätigkeiten beziehe (vgl. IV-act. 105-10). Diese Beurteilung führt dann nämlich dazu,
dass vorliegend sowohl hinsichtlich des hypothetischen Valideneinkommens als auch
bezüglich des Invalideneinkommens derselbe Lohn zugrunde zu legen ist, und der
Einkommensvergleich anhand eines sogenannten Prozentvergleichs vorgenommen
werden kann. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit,
allenfalls unter Berücksichtigung eines Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. BGE 126 V 75).
Gründe, die einen solchen rechtfertigen würden, werden vom Beschwerdeführer nicht
vorgebracht und sind auch nicht ersichtlich (vgl. act. G 1 und 9).
4.5.
Unter Berücksichtigung des für die Zeit vom 1. Januar 2018 (Beginn des
Rentenanspruchs; vgl. E. 4.2) bis zum 1. September 2019 anzunehmenden
Arbeitsunfähigkeitsgrades von 50 % (vgl. IV-act. 105-10) resultiert ein Invaliditätsgrad
4.6.
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5.
von 50 %. Ab dem 2. September 2019 wäre zwar grundsätzlich vorübergehend erneut
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (vgl. IV-act. 105-10), jedoch ist die
Anpassung des Invaliditätsgrades an den verschlechterten Gesundheitszustand
aufgrund der Übergangsfrist von Art. 88a IVV erst per 1. Januar 2020 vorzunehmen. Da
ab dem 1. Januar 2020 bereits wieder eine Verbesserung des Arbeitsfähigkeitsgrades
ausgewiesen ist (vgl. IV-act. 105-10), hat die vorübergehende 100%ige
Arbeitsunfähigkeit keine Relevanz. Vielmehr ist demnach für die Zeit vom 1. Januar
2018 bis zum 31. Dezember 2019 von einem Invaliditätsgrad von 50 % und einem
Anspruch auf eine halbe Rente auszugehen, während ab dem 1. Januar 2020 bei einem
Arbeitsfähigkeitsgrad von 100 % grundsätzlich kein Rentenanspruch mehr besteht.
Aufgrund der Übergangsfrist von Art. 88a IVV ist die halbe Rente jedoch noch bis zum
31. März 2020 weiter auszuzahlen. Der von der Beschwerdegegnerin verfügte
befristete Anspruch auf eine halbe Invalidenrente für die Zeit vom 1. Januar 2018 bis
31. März 2020 (vgl. IV-act. 118 ff.) ist somit nicht zu beanstanden.
Zusammenfassend ist die Beschwerde gegen die angefochtene Verfügung
abzuweisen.
5.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem unterliegenden
Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen.
Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.
5.2.
bis
Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (vgl.
Art. 61 lit. g ATSG). In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit
Blick auf vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- als
angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes
[AnwG; sGS 963.70]). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
pauschal mit Fr. 2'400.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
5.3.
Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden ist, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
5.4.
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