Decision ID: 87dd6ec6-3f07-5f2a-bc6f-773354cf6e53
Year: 2012
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die
Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),
dass die Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt – offensichtlich unbe-
gründet ist, weshalb darüber in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zu-
stimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richte-
rin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG),
dass auf einen Schriftenwechsel zu verzichten und der Entscheid nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es
das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-
prüfen (Art. 32 – 35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerde-
instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5
S. 116),
dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintre-
tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen mate-
riellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sa-
che zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE
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2007/8 E. 2.1 S. 73 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei-
zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle
Kognition zukommt, wobei sich diese Fragen – namentlich diejenigen
hinsichtlich des Bestehens von Vollzugshindernissen (Durchführbarkeit
der Überstellung an den zuständigen Staat) – in den Dublin-Verfahren be-
reits vor Erlass des Nichteintretensentscheides stellen (vgl. BVGE
2010/45 E. 8.2.3 und 10.2),
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durchfüh-
rung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig
ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),
dass sich der Beschwerdeführer – gemäss den Akten – über längere Zeit
in Frankreich aufgehalten hat und von dort her kommend in die Schweiz
einreiste,
dass bei dieser Sachlage Frankreich für die Prüfung des Asylantrags des
Beschwerdeführers zuständig ist,
dass Frankreich dem Ersuchen des BFM um Übernahme des Beschwer-
deführers gestützt auf Art. 10 Abs. 2 Dublin II-VO am 24. Mai 2012 ent-
sprochen und seine Zuständigkeit gemäss Dubliner Verfahrensregelung
akzeptiert hat,
dass dem Vorbringen des Beschwerdeführers in der Beschwerde, sein
Leben in Frankreich sei durch Dritte bedroht, entgegenzuhalten ist, dass
er diesbezüglich bei den französischen Behörden um Schutz nachsuchen
kann, weshalb allfällig in Aussicht gestellte Beweismittel nicht abzuwarten
sind,
dass der vom Beschwerdeführer geäusserte Wunsch nach einem
Verbleib in der Schweiz nicht gegen eine Rückführung nach Frankreich
spricht,
dass gemäss den vorstehenden Erwägungen für das BFM keine Pflicht
zu einem Selbsteintritt aus völkerrechtlichen Gründen nach der Bestim-
mung von Art. 3 Abs. 2 Dublin II-VO besteht (vgl. dazu BVGE 2011/9 E. 4
S. 115),
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dass aufgrund der gesamten Aktenlage auch ein Selbsteintritt aus huma-
nitären Gründen nach der Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 aus-
geschlossen bleibt (vgl. dazu BVGE 2011/9 E. 8 S. 121 f.), da keine be-
sonderen Sachverhaltsumstände vorliegen, welche eine Behandlung des
Asylgesuches in der Schweiz geradezu aufdrängen würden (vgl. dazu
das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-4534/2011 vom 28. Dezem-
ber 2011 E. 8),
dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. d AsylG zu
Recht und mit zutreffender Begründung auf das Asylgesuch des
Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,
dass die Anordnung der Wegweisung nach Frankreich der Systematik
des Dublin-Verfahrens entspricht und von daher im Einklang mit der Be-
stimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG steht (vgl. BVGE 2010/45 E. 10),
dass demnach das BFM den Vollzug der Wegweisung nach Frankreich zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erklärte,
dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun,
inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechts-
erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unan-
gemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,
dass mit dem vorliegenden Urteil in der Hauptsache die Begehren um
vorsorgliche Massnahmen und um Verzicht auf die Erhebung eines Kos-
tenvorschusses gegenstandslos geworden sind,
dass aufgrund vorstehender Erwägungen sich die Beschwerde als aus-
sichtslos erweist, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege abzuweisen ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-
(Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1
und 5 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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