Decision ID: 70f5e2ae-75f8-50f7-adda-640bab80969f
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer Nigeria eigenen Angaben zufolge am 11. Dezember 2007 verlassen habe und am 12. Dezember 2007 in die Schweiz gelangte, wo er am folgenden Tag um Asyl nachsuchte,
dass die Erstbefragung des Beschwerdeführers am 19. Dezember 2007 (Ort) durchgeführt wurde,
dass er am 1. Februar 2008 vom BFM zu seinen Asylgründen angehört wurde,
dass er anlässlich der Anhörungen im Wesentlichen geltend machte, sein Grossvater und sein Vater seien Chefpriester eines lokalen -Kultes gewesen,
dass die Dorfbevölkerung nach dem Tod seines Vaters ihn zu dessen Nachfolger erklärt habe,
dass er sich indessen zum Christentum bekenne und dieses Amt  habe,
dass die Voodoo-Anhänger ihn im Dezember 2007 in der Kirche  und ihm erklärt hätten, sie seien gekommen, um ihn zum Schrein des Orakels mitzunehmen,
dass es in der Kirche eine Auseinandersetzung gegeben habe, bei der Sachbeschädigungen begangen worden seien,
dass der Pastor ihn gebeten habe, mit den Voodoo-Anhängern zum Schrein zu gehen,
dass er nach Abschluss der Rituale an einen Pfahl gebunden und mit den Wächtern des Schreins zurückgelassen worden sei,
dass er nach drei Tagen nach Hause gebracht worden und  beschattet worden sei,
dass er sich vor den Voodoo-Anhängern gefürchtet und deshalb die Flucht ergriffen habe,
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dass für den weiteren Inhalt der Aussagen auf die Akten zu verweisen ist,
dass das BFM mit Verfügung vom 14. Februar 2008 – eröffnet am 16. Februar 2008 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des  vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die  des Beschwerdeführers über die Voodoo-Rituale seien  des Umstandes, wonach diese seit Jahrzehnten  seien, erstaunlich mangelhaft,
dass er weder gewusst habe, wo die Sitzungen, an denen sein Vater teilgenommen habe, stattgefunden hätten, noch, wer die Zeremonien nach dessen Tod geleitet habe, noch, wie die Dorfbewohner spirituell Kontakt zu ihren Götzen aufgenommen habe,
dass indessen davon auszugehen sei, er hätte als Sohn eines  über detaillierte Kenntnisse zu den Praktiken dieses Kultes verfügen müssen,
dass er auch widersprüchliche Angaben zu der von ihm angeblich  erlebten Zeremonie gemacht habe,
dass auch die Tatsache, wonach er keinen Schutz bei den  Behörden gesucht habe, darauf hindeute, die vom ihm  Übergriffe entsprächen nicht der Wahrheit,
dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle und aufgrund der Aktenlage keine zusätzlichen Abklärungen zur  der Flüchtlingseigenschaft oder eines  erforderlich seien,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 22. Februar 2008 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde  und dabei beantragen liess, die angefochtene Verfügung sei , das BFM sei anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten und einen Entscheid in der Sache zu fällen und es sei ihm die  Rechtspflege zu gewähren,
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dass für den Inhalt der Beschwerde auf die Akten zu verweisen ist,
dass die vorinstanzlichen Akten am 25. Februar 2008 beim  eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

Considerations:
und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde  ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den  als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl.  und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),
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dass indessen im Falle des Nichteintretens auf ein Asylgesuch  Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),
dass dementsprechend in einem diesbezüglichen  ungeachtet der vorzunehmenden Überprüfung eines formellen Nichteintretensentscheides auch die Flüchtlingseigenschaft  ist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),
dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn  glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die  festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder sich auf Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur  der Flüchtlingseigenschaft oder eines  nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),
dass der Beschwerdeführer auch gemäss Auffassung des  keine entschuldbaren Gründe für die Nichtabgabe  beweistauglichen Identitätsdokuments (vgl. BVGE 2007/7 E. 4-6)
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innerhalb der Frist von 48 Stunden nach Einreichen des Asylgesuchs glaubhaft zu machen vermag (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG; vgl. BVGE 2007/8 E. 3.2),
dass das Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe die Dokumente, mit denen ihm die Reise in die Schweiz gelungen sei, nie in den  gehabt, nicht zu überzeugen vermag, da Flugreisende ihre  anlässlich der strengen Kontrollen eigenhändig vorlegen ,
dass der Beschwerdeführer auch darüber hätte Bescheid wissen , unter welcher Identität er reiste, um entsprechende Nachfragen beantworten zu können,
dass das Vorbringen in der Beschwerde, Schlepper würden den  regelmässig Identitätspapiere zur Verfügung stellen und ihnen diese nach der Ankunft am Zielort wieder abnehmen, an dieser  nichts zu ändern vermag, zumal der Beschwerdeführer gerade behauptete, er habe die verwendeten Reisepapiere nie in den Händen gehabt,
dass das Unwissen des Beschwerdeführers über die genaueren  nicht dadurch erklärt werden kann, die Reise sei von  Schlepper organisiert worden, sondern vielmehr der Eindruck entsteht, er wolle die genauen Reiseumstände verschleiern,
dass sodann im vorliegenden Fall aufgrund der Aktenlage, wie sie sich nach der Direktanhörung vom 1. Februar 2008 präsentierte, unter  auf zusätzliche tatbestandliche oder rechtliche Abklärungen im Rahmen einer bloss summarischen Prüfung der Schluss gezogen  konnte, er erfülle die Flüchtlingseigenschaft offenkundig nicht, und ebenso offenkundig stünden einem Vollzug der Wegweisung keine  entgegen (Art. 32 Abs. 3 Bst. b und c AsylG; vgl. BVGE 2007/8 E. 5.5. und 5.6.),
dass die Vorinstanz in ihrer Verfügung zutreffend darlegte, der  hätte angesichts des Umstandes, wonach sowohl sein Grossvater als auch sein Vater Chefpriester des lokalen Voodoo-Kultes gewesen seien, vertieftere Kenntnisse über die rituellen Handlungen haben müssen, da nicht davon ausgegangen werden kann, sein Vater hätte seinem möglichen Nachfolger nichts über den Kult erzählt,
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dass er von den drei Tage dauernden Ritualen, an denen er habe  müssen, nur oberflächlich und teilweise widersprüchlich  hat, weshalb nicht der Eindruck entsteht, er habe die geltend gemachten Rituale persönlich miterlebt,
dass dem Vorbringen in der Beschwerde, er sei von den Erlebnissen traumatisiert und es müsse abgeklärt werden, inwieweit die erlittene Traumatisierung sein Aussageverhalten beeinflusst habe, nicht gefolgt werden kann, da den Befragungsprotokollen keine Hinweise auf eine Traumatisierung des Beschwerdeführers zu entnehmen sind,
dass der Beschwerdeführer während den Anhörungen zwar von schlechten Träumen berichtete, die er den Anhägern des Voodoo- zuschrieb, sich indessen dank seines Vertrauens in Gott davon überzeugt zeigte, dieser habe sein Schicksal in seine Hand ,
dass aufgrund der Aktenlage der Schluss zu ziehen ist, der  habe Nigeria aus anderen als den von ihm genannten  verlassen,
dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,
dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine  erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer  besteht (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der  Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die  Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,
dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern , wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
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dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen,  das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder  droht,
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als  erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),
dass weder die allgemeine Lage in Nigeria noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen , weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,
dass der junge und gemäss Aktenlage gesunde Beschwerdeführer in seinem Heimatland über ein familiäres Beziehungsnetz verfügt und seinen Lebensunterhalt weiterhin durch die familieneigene  wird bestreiten können,
dass keine Anhaltspunkte dafür bestehen, der Beschwerdeführer  nach einer Rückkehr nach Nigeria dort in eine existenzbedrohende Situation,
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dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den  schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse  (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),
dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,
dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist,
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, da sich die Beschwerde als aussichtslos darstellte,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 1-3 des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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