Decision ID: 80a97b80-80b3-4ce1-9c03-584376251c39
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1980, war vom 1
2.
September 2001 bis
13. Dezember 2002 als Hilfsarbeiter bei der
Firma Y._
, Strassenbau, ange
stellt (vgl.
Urk.
5/6). Der an
Frühcoxarthrose
mit
residueller
Hüftdysplasie leidende Versicherte unterzog sich am 17. August 2003
in der K
linik
Z._
einer Osteotomie rechts (vgl.
Urk.
5/1/10). Am 6. November 2003 meldete er sich zum Leistungsbezug in Form beruflicher Massnahmen und einer Rente bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
5/2).
Nach Abklärung der medizinischen und beruflichen Verhältnisse (
Urk.
5/6
-9, 5/12-16)
verneinte
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 13. August 2004 einen Ans
pruch auf berufliche Massnahmen
(
Urk.
5/19). Mit Verfügung vom
26. November 2004 sprach sie dem Versicherten eine vom 1. Oktober 2003 bis 31. Mai 2004 befristete ganze Invalidenrente zu (
Urk. Urk.
5/30). Die Einsprache dagegen mit dem Antrag auf Zusprechung einer ganzen Invalidenrente bis Mitte Oktober 2004 und anschliessend einer halben Invalidenrente (
Urk.
5/28) wies di
e IV-Stelle am 17. März 2005 ab. Dem unangefochten in Rechtskraft erwach
senen Einspracheentscheid lag die Annahme einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
ab Mitte Mai 2004
zugrunde (
Urk.
5/50).
1.2
Am 10. Juni 2013 meldete sich der Versicherte
, welcher zwischenzeitlich in eine
r Reinigungsfirma und in einem Restaurant
gearbeitet hatte
(
vgl.
Urk.
5/65/2, 5/71/11),
neuerlich zur beruflichen Integration und zum Rentenbezug bei der Invalide
nversicherung an (
Urk.
5/56) und
machte unter Einreichung eines Berichts von
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Allgemeine und Innere Medizin FMH, vom 28. Juli 2013 (
Urk.
5/63
) eine Verschlechterung des gesund
hei
tlichen Zustandes geltend
. Die IV-Stelle holte weitere Unterlagen ein, unter anderem zwei vom zuständigen Taggeldversicherer SWICA
in Au
f
trag gegebene
Gutachten von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin, vom 27. September 2013 (
Urk.
5/70/2-10) und von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 19. September 2013 (
Urk.
5/70/11-17). Nach durchgeführtem Vorbescheid
-
verfahren (
Urk.
5/75-89) lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 10. April 2014 sowohl einen An
spruch auf berufliche Massnahmen als auch einen Rentenanspruch ab (
Urk.
2).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob
X._
am 14. April 2014 Beschwerde und beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Ent
scheides unter
Zusprechung der beantragten Leistungen, insbesondere sei sein Anspruch auf Arbeitsvermittlung zu bejahen und sein Gesundheitszustand im Rahmen einer MEDAS-Begutachtung abzuklären (
Urk.
1). Die
Beschwerdegeg
nerin
schloss in der Vernehmlassung
vom 6. Juni 2014
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
4).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art. 87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn di
e Voraussetzungen gemäss
Abs.
2
dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erhebli
chen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2).
Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und
hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Arbeitsunfähige (Art. 6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss Art. 18
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Auf
rechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle veranlasst diese Mass
nahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
Ist die Arbeitsfähigkeit einzig inso
weit eingeschränkt, als dem Versicherten leichte Tätigkeiten voll zumutbar sind, bedarf es zur Begründung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung zusätzlich einer sp
ezifischen Einschränkung gesund
-
heitlicher
Art (SVR 2006 IV 45; Urteil des Bundesgerichts 9C_416/2009 vom
1.
März 2010 E. 2.2 und 5.2)
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E
. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom 1
0.
Juni 2013 eingetreten und hat
die Leistungsansprüche
materiell geprüft. Strittig und im Folgenden zu prüfen ist
zunächst
, ob sie sich gestützt auf die
Aktenlage zur Recht auf den Standpunkt stellte, dass der Beschwerdeführer in einer
angepassten, leichten Tätigkeit weiterhin voll arbeitsfähig ist und sich folglich sein Gesundheitszustand nicht in anspruchsrelevanter Weise ver
schlechtert hat.
2.2
Der Rentenverfügung vom 2
6.
November 2004 (
Urk.
5/30) und dem bestätigen
den Einspracheentscheid vom
1
7.
März 2005 (
Urk.
5/5
0) lagen in medizinischer Hinsicht diverse Bericht
e
der
Klinik
Z._
und von
Dr.
med.
D._
, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation
,
zugrunde.
Den Berichten der
Klinik
Z._
ist zusammenfassend zu entneh
men, dass der Beschwerdeführer an
einer
beidseitigen
residue
llen
Hüftdysplasie
litt, welche offenbar bereits in der Kindheit zu meh
reren Operationen geführt hatte
(vgl. dazu
Urk.
5/70/4)
. Gemäss Bericht zur Hüftsprechstund
e vom 2
2.
Mai 2003 lagen dannzumal
invalidisierende Hüftschmerzen rechts vor (
Urk.
5/1/6/11). Trotz bereits sichtbarer Schäden
acetabulär
wurde angesichts des jungen Alters des Versicherten eine
periacetabuläre
Osteotomie empfohlen, welche sodann am 1
5.
August 2003 durchgeführt wurde (
Urk.
5/8/1
-6
). Posto
perativ resultierte eine partielle
Ischiadicus
-Parese
(
Urk.
5/8/6). Im
Verlaufsbe
richt
vom
7.
Mai 2004 wurde der Zustand als stationär bis leicht verbessert b
ezeichnet; von Seiten der Hüfte
habe sich der Beschwerdeführer gut erholt, so dass dort bei guter Beweglichkeit und Belastbarkeit keine Schmerzen mehr bestünden.
Was die
Nervenläsion
betreffe,
habe sich die Situation jedoch nur minim gebessert
. Der
Beschwerdeführer
müsse
aufgrund des Fallfusses langfris
tig mit einer H
eidelberger-Schiene laufen
. Diagnostisch sei zum Status nach
periacetabulärer
Osteotomie rechts bei
Frühcoxarthrose
mit
residueller
Hüftdys
plasie
rechts und dem Status nach Beckenosteotomie und
intertrochanterer
Femurosteotomie
in der Kindheit mit
residueller
Hüftdysplasie links
(vgl
.
Urk.
5
/
8
/6) eine intermittier
ende Lumbalgie hinzugekommen, welche aktuell physiotherapeutisch behandelt werde.
Als Bauarbeiter könne der Beschwerdeführer nicht mehr arbeiten. In einer
behin
derungsangepassten
Tätigkeit mit vorwiegend
sitzender Arbeit und
Positi
onswechsel
n
sowie
kurzen Gehstrecken ohne Belastung erachtete ihn
Dr.
med.
E._
, Ob
erarzt i.V. der Orthopädie der
Klinik
Z._
,
am
8.
Mai 2004 wieder zu 100
%
einsatzfähig (
Urk.
5/13/3).
Auch
Dr.
D._
bezeichnete
den Zustand der operierten Hüfte am 3
0.
März 2004 als erstaunlich gut, jedoch sei der Lendenbereich infolge des Schonhinkens bei ausgedehnter neurogener L
äsion des
Nervus
ischiadicus
und
Fallfuss
enorm überbelastet (
Urk.
5/14).
Gestützt darauf ging die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 2
6.
No
vember 2004 davon aus, dass der
Beschwerdeführer
vom
1
2.
Oktober 2002
bis
Mitte Mai 2004
gänzlich
arbeits
unfähig gewesen sei, dass sich sein Gesundheit
s
zustand jedoch seit Mitte Mai 2004 soweit verbessert habe, dass ihm die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit ab diesem Zeitpunkt zu 100
%
zumutbar sei, was ab
1.
Juni 2004 zu keiner Erwerbseinbusse mehr führe (vgl.
Urk.
5/21/1). Hieran hielt sie im Einspracheentscheid vom
1
7.
März 2005 fest (
Urk.
5/50).
3.
3.1
Im Rahmen der Neuanmeldung nahm die Beschwerdegegnerin
insbesondere medizinische
Unterlagen des Taggeldversicherers SWICA zu den Akten.
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, nahm am 3
0.
April 2013 zu
Handen
der SWICA Stellung. Seine Diagnosen lauteten auf eine Lumbago mit Schmerzausstrahlung
in den
linke
n
Oberschenkel, eine schmerzbedingte
Bewe
gungseinschränku
ng
bei Flexion/Extension der Lendenwirbelsäule (LWS)
, eine Gefühlsstörung im Bereich der Operationsnarbe, eine
Fussheberschwäche
rechts u
nd eine
leicht reduzierte
Sensibilität rechts lateraler Oberschenkel,
ventromedi
aler
Unterschenkel und über den
1.
Strahl
dorsaler Fuss/
1.
Zeh. Daneben lie
ge eine recht
sseitige Hüftdysplasie bei einem
Status
nach 5 Operationen, zuletzt 2003
, und eine chronische Lumbago/Ischialgie seit
12 Jahren mit Ausstrahlung
in den
linke
n
Oberschenkel vor.
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Service-Mitarbeiter sei
d
er
Beschwerde
-
füh
rer
zumindest stehend nur begrenzt einsetzbar. In einer wech
selnd sitzend/stehenden Tätigkeit in einem möglichst stressfreien Umfeld bei Lasten bis maximal 10 Kilogramm empfahl
Dr.
F._
ein kleines Pensum mit
schrittweiser Steigerung, eventuell
4 Stunden morgens und nach einer längeren Pause 4 Stunden abends (
Urk.
5/57/2-3).
Die Hausärztin
Dr.
A._
erachtete gemä
ss ihrer Stellungnahme
vom 2
8.
Juli 2013 die Gesamtsituation an der rechten Hüfte und am linken Bein als ver
schlechtert. Der Beschwerdeführer könne sein
en
Oberschenkel kaum mehr drehen; radiologisch
zeige
sich eine
Osteopenie
und eine schwere Arthrose. Durch die ständige Fehlbelastung hätten sich Schmerzen im linken Bein einge
stellt. Eine rein stehende oder rein sitzende Tätigkeit sei nicht machbar. Der Beschwerdeführer benötige zumindest Berufsberatung und Umschulung (
Urk.
5/63).
Gemäss ihrer Beurteilung vom
2.
Februar 2014, im Formular E213,
sei der Beschwerdeführer
in einer angepassten Tätigkeit während 4 Stunden täglich mit Pausen einsatzfähig (
Urk.
5/85/10).
Auf
Überweisung
von
Dr.
A._
untersuchte
Dr.
med.
G._
, Oberarzt der Orthopädie
der Klinik
H._
,
den Beschwerdeführer am
5.
September 201
3.
Seine Diagnose lautete auf eine Hüftdysplasie beidseits mit fortgeschritte
ner
Coxarthrose
rechts und beginnender sekundärer
Coxarthrose
links, Status nach mehrmaligen Korrekturosteotomien rechts und nach postoperativer
Peroneuesläsion
rechts,
restitutio
. Die vom Beschw
erdeführer geklagten
belas
tungsabhängigen
Hüftschmerzen beidseits,
akutell
links im Vordergrund, sind gemäss
Dr.
G._
mit der festgestellten
Coxarthrose
gut vereinbar. Eine Indika
tion für ein gelenkerhaltendes operatives Vorgehen sehe
er
nicht mehr. Er empfehle zunächst eine Hüftgelenksinfiltration. Da jedoch die
Beschwerde
symptomatik
auch deutlich in die Weichteile projiziert werde, veranlasse er zum Ausschluss einer Weichteilpathologie, beziehungsweise eines Leistenbruchs noch eine Sonographie (
Urk.
5/84/1-2).
3.2
Dr.
B._
untersuchte den Beschwerdeführer im Auftrag der SWICA am 2
4.
September 201
3.
Neben den Berichten von
Dr.
A._
und
Dr.
F._
stan
den ihm der Bericht von
Dr.
G._
sowie ein nicht in den Akten liegender Sono
graphie-Bericht von
Dr.
I._
vom 1
8.
September 2013 (vgl.
Urk.
5/84/4)
und
bildgebende Unterlagen der LWS
,
des Beckens
und der Hüfte aus den Jahren 2011 und 2013
zur Verfügung (
Urk.
5/70/3-4 und 5/70/7-8).
Seine Beurteilung lautete dahingehend, dass
sich
das motorische Defi
zit aus der
vom
Versicherten geschilderten Nervenverletzung im rechten Bein weitgehend zurückgebildet haben dürfte und aktuell nicht mehr nachweisbar sei. Im Verlauf habe sich
aber
eine progrediente und zunehmend symptomatische
Coxarthrose
zuerst rechts, in den letzten Jahren nun auch links gebildet. Die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers und das klinische Bild würden gut mit den radiologischen Befunden der sekundären
Coxarthrose
rechtsbetont korrelieren. Hinweise für ein schmerzdemonstrierendes oder
aggravierendes
Verhalten ver
neinte
Dr.
B._
. Die ebenfalls langjährigen
lumbovertebralen
Schmerzen seien in erster Linie auf die
lumbosakrale
hyperlordotische
Fehlform
und die doch deutliche muskuläre
Dysbalance
im gesamten Beckengürtel und der unte
ren Extremität zurückzuführen
. Weder klinisch noch im MRI vom
November 2011 hätten sich Hinweise für wesentliche strukturelle degenerative Verände
rungen an der LWS gezeigt.
Eine
Inguinalhernie
könne
gemäss
Sonographiebe
richt
von
Dr.
I._
ausgeschlossen werden (vgl. zu letzterem
Urk.
5/84/4).
Aufgrund der fortgeschrittenen
Coxarthrose
rechts, der beginnenden
Coxarth
rose
links und der dadurch resultierenden Fehlstellung
lumbosakral
sei der
Beschwerdeführer als Küchen-/Restaurantmitarbeiter aktuell und wohl auf Dauer nicht mehr arbeitsfähig. Nicht mehr zumutbar seien ihm längeres Gehen als 10-15 Minuten am Stück sowie Stehen ohne Positionswechsel länger als 5 bis maximal 10 Minuten.
Nur ausnahmsweise sollten Treppensteigen oder
Besteigen von Leitern erfolgen;
auch seien Arbeiten mit wiederholt notwendi
gem Bücken beziehungsweise der Flexion im Hüftgel
enk nicht mehr zumutbar. Repetitiv
zu hebende oder zu tragende Lasten sollten 7,5 Kilogramm nicht übersteigen, Einzellasten 20 Kilogramm.
Als weiterhin zumutbar erachtete
Dr.
B._
körperlich leichte, wechsel
-
belas
tende Tätigkeiten mit vorwiegendem Sitzen und gelegentlichem Gehen beziehungsweise seltenem und nicht längerem Stehen ohne häufiges Bücken und unter Berücksichtigung obiger
Gewichtslimiten
. Im Bereich der oberen Extremitäten bestünden keine Einschränkungen. In einer derart ange
passten Tätigkeit erachte er den Beschwerdeführer aktuell angesichts der nicht optimal therapierten
Coxarthrose
und der gleichzeitigen muskulären
Dysbalance
im Beckengürtel zu lediglich 50
%
arbeitsfähig. Durch Optimierung der aktuel
len Therapie sollte jedoch innert spätestens zwei bis drei Monaten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit zu erreichen sein.
Aktuell sei eine orthopädische Abklärung in der Klinik
H._
im Gange, wobei am 2
5.
September 2013 eine Hüftgelenks-Infiltration geplant sei. Optimiert werden könne sicher die medikamentöse Analgesie. Auf jeden Fall sei eine Intensivierung der physiotherapeutischen Behandlung zur Behebung der muskulären
Dysbalance
zu empfehlen. Sollte auf ambulantem Weg innert nütz
licher
Frist
keine wesentliche
muskuloskelettale
Rekonditionierung
mit entspre
chender Steigerung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit erreicht werden, wäre gemäss
Dr.
B._
eine 3-4wöchige stationäre rein
muskuloskelettal
orientierte Rehabilitation sinnvoll.
In
jedem
Fall empfehle er
eine berufliche Umstellung in Richtung einer der
Hüft
problematik
angepassten Tätigkeit
, dabei benötige der Beschwerdeführer seines Erachtens jedoch fremde Hilfe (
Urk.
5/70/8-10
).
Dr.
C._
schloss eine psychische Erkrankung gestützt auf seine psychiatri
sche Abklärung vom
1
8.
September 2013
aus
(
Urk.
5/17/
17).
4.
4.1
Der Vergleich der im Neuanmeldeverfahren eingegangenen medizinischen Unter
lagen mit den unter E. 2.2 dargelegten, der befristeten Rentenzusprechung und Abweisung eines Anspruchs auf berufliche Massnahmen zugrunde gelege
nen zeigt auf, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
seit Erlass der ursprünglichen Verfügung bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids
verändert hat.
Zwar scheint sich die gesundheitliche Situation, w
as die erlittene Ischiadikus
-
läsion anbela
ngt, gemäss der medizinischen Aktenlage zumindest nicht verschlechtert zu haben. Die bereits am 1
1.
Januar 2005 in der
Klinik
Z._
festgestellten Zeichen von guter
Reinnervation
(vgl.
Urk.
5/44/1) finden in den Untersuchungsergebnissen von
Dr.
B._
ihre Bestätigung. Ausser
residuellen
Sensibilitätsstörungen stellte
Dr.
B._
diesbezüglich keine weiteren Einschränkungen mehr fest; insbesondere waren keine motorischen Defizite mehr nachweisbar (
Urk.
5/70/8).
Die langjährigen
lumbovertetbralen
Schmerzen wurden von
Dr.
B._
auf eine
lumbosakrale
hyperlordotische
Fehlform
und eine deutliche muskuläre
Dysbalance
zurückgeführt (
Urk.
5/70/8).
Eine wesentliche Veränderung ist den Akten diesbezüglich nicht zu entnehmen; auch
Dr.
F._
bezeichnete die seit 12 Jahren bestehende
Lumboischialgie
als chronisch (
Urk.
5/57/2)
Was aber die angeborene Hüftdysplasie und deren Folgen anbelangt, k
ann der
gestützt auf die Beurteilung des RAD-Arztes
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom
9.
Oktober 2
013
(vgl.
Urk.
5/74/4) gezogene Schluss
der Beschwerdegegnerin, wonach
aufgrund der aktuellen medizinis
chen Berichte keine relevante Änderung des Gesundheitszu
standes im Vergleich zur
ursprünglichen Beurteilung erkennbar sei, nicht bestä
tigt werden.
Nach der am 1
5.
August 2003 durchgeführten
periacetabuläre
Osteotomie (
Urk.
5/8/1/6, 8-10) zeigte sich postoperativ ein guter Verlauf
. Der Beschwer
deführer war gemäss Berichten der
Klinik
Z._
vom
7.
Mai 2004
und 2
0.
August 2004 von Seiten der Hüfte
dannzumal
rechts schmerzfrei
und gut beweglich
(
Urk.
5/13/3 und 5/31/12). Zwisc
henzeitlich entwickelte sich die
ursprünglich diagnostizierte
Frühcoxarthrose
rechts
gemäss übereinstimmenden Beurteilungen von
Dr.
B._
,
Dr.
G._
und
Dr.
A._
jedoch
zu einer fort
geschrittenen sekundären
Coxarthrose
rechts und einer beginnenden
Coxarth
rose
links mit zunehmend progredienter Symptomatik, wobei die Schmerzhaf
tigkeit links aktuell im Vordergrund steht (
Urk.
5/63, 5/70/8, 5/85/1-2).
Diagnostisch kann damit nicht von einem im Wesentlichen unveränderten gesundheitlichen Zustand ausgegangen werden
;
vielmehr liegt angesichts der Auswei
tung auf die linke Seite und der
ärztlicherseits nicht in Frage gestellte
n
erhebliche
n
Schmerzhaftigkeit eine deutliche
Verschlechterung
vor
.
Was deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit anbelangt, lassen die Akten keine abschliessende Beurteilung zu. Die
Beschwer
degegnerin
verzichtete auf eine Verifizierung der bloss prognostischen Ein
schätzung von
Dr.
B._
vom 2
7.
September 2013, wonach durch
eine Optimierung der
Therapie innert zwei bis drei Monaten
eine Steigerung der aktuell
50%igen auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit erreichbar sein sollte (
Urk.
5/70/9).
Aufgrund der Aktenlage ist weder bekannt, welches Ergebnis die am 2
5.
September 2013 geplante
Hüftgelenksin
filtration
nach sich gezogen hat, noch ob anderweitige physiotherapeutische oder medikamentöse B
ehandlungen stattgefunden
und ob dieselben den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit verbessert haben
.
Auch die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den Allgemeinpraktiker
Dr.
F._
vom 3
0.
April 2013
erweist sich bei näherer Betrachtung keineswegs als unmissverständlich
attestierte
volle
Arbeitsfähigkei
t (Urteil des Bundesge
richts 8C_
653/2008 vom 1
2.
Januar 2009 E. 3.2 und 5
), empfahl er doch, in einer angepassten Tätigkeit ein kleines Pensum mit schri
ttweiser Steigerung an
zustreben.
Die Anmerkung, dass eventuell 4 Stunden morgens und nach einer längeren Pause 4 Stunden abends möglich seien,
bleibt vage und
darf fraglos nicht als abschliessende Beurteilung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit gewürdigt werden, zumal
Dr.
F._
offensichtlich
ohne fachorthopädische Informationen über den
coxarthrotischen
Zustand der Hüfte
urteilte (vgl.
Urk.
5/57/2-3).
Letztlich kann angesichts dieser Aktenlage auch nicht auf die Beurteilung von
Dr.
A._
abgestellt werden, darf und soll doch das Gericht in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4
.2
Zusammenfassend ist
nach dem oben Gesagten
mit dem
im
Sozial
-
versicherungs
recht
üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahr
schein
lichkeit erstellt (BGE 126 V 353 E. 5b, 130 III 321 E. 3.2 und 3.3), dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführer
s
in diagnostischer
und
befundmässi
ger
Hinsicht
hinsichtlich der Hüften wesentlich verschlechtert hat. Jedoch läss
t sich gestützt auf die momentane
Aktenlage die hieraus resultierende Arbeitsfä
higkeit nicht abschliessend beurteilen.
Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zu ergänzenden med
izinischen Abklärungen
zurück
weisen, um
zunächst einen Bericht der Orthopädie der Klinik
H._
zu den durchgeführten Behandlungen und deren Ergebnis sowie der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ein
zu
holen. Je nach Aussagekraft dieses
Berichts wird sie gegebenenfalls gehalten sein, eine zusätzliche orthopä
dische Begutachtung in Auftr
ag zu geben, um
anschliessend über den Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahme
n
und eine Invalidenrente
neu
zu verfügen.
Mit Blick auf das junge Alter des Beschwerdeführers ist dem Grundsatz „Einglie
derung vor Rente“ dabei besonders Rechnung zu tragen.
Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
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Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.