Decision ID: 938a6373-8d93-437b-b08e-d1dccb4f1781
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
39
,
ist Bezüger einer Rente der
Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHV
;
Urk.
6/56 S. 7
)
.
Er wurde am 3
1.
Mai 2012
geschieden (
Urk.
6/56).
Am
2
2.
August 2019 meldete er sich
bei der
Stadt Dietikon
,
Durchführungsstelle für
Zusatzleistungen zur AHV/IV (nachfolgend: Durchfüh
rungsstelle), zum Bezug von Zusatzleistungen an (
Urk.
6/
56
). Diese holte zur Klä
rung des An
spruchs diverse Unterlagen ein
.
Mit Verfügung vom
2
2.
April 2020
verneinte sie einen
Anspruch auf Zusatzleis
tungen ab
August 2019
aufgrund eines Einnahmenüberschusses
, wobei sie
insbesondere einen Ver
mögensverzicht von Fr. 218'351.--
im Jahr 2019 sowie einen von Fr. 208'351.-- im Jahr 2020
anrechnete (
Urk.
6/
58
). Die dagegen am
1
2.
Mai 2020, ergänzt am
1
4.
Juni 2020,
erhobene Einsprache (Urk. 6/59
-60
) wies die Durchführungsstelle mit Entscheid vom
1
7.
September 2020
ab (
Urk.
6/
61 =
Urk.
2
).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom
1
7.
September 2020
erhob
X._
am
1
5.
Oktober 2020
Beschwerde mit dem
sinngemässen
Rechtsbegehren, dieser sei aufzuheben und
es sei von der Anrechnung eines Vermögensver
zichts
abzusehen (
Urk.
1
).
In ihrer
Beschwerdeantwort vom
1
0.
November 2020
schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom
1
2.
November 2020
in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
7).
Auf die Ausführungen der Parteien und die
eingereicht
en Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Am
1.
Januar 2021 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG
) und der Verordnung über Ergänzung
sleistungen zur Alters-, Hinter
lasse
nen- und Invalidenversicherung (ELV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Da der Anspruch auf
Ergänzungsleistungen
für die Zeit ab
August 2019
Gegenstand des Verfahrens bildet
(vgl.
Urk.
6/58 S. 2)
und der allfällige respektive zu prüfende Vermö
gens
verzicht bereits früher stattfand
, finden folglich die bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen Norm
en auf den vorliegenden Fall An
wendung und werden
- wo nichts
anderes
erwähnt wird -
in dieser Fassung zitiert.
1
.2
Gemäss Art. 2 Abs. 1
ELG
haben Personen An
spruch auf Ergänzungsleistungen zur Deckung ihres Existenzbedarfs, wenn sie die Voraussetzungen nach
Art.
4-6 ELG erfüllen. Dabei entspricht die jährliche
Ergänzungsleistung dem Betrag, um den die an
erkannten Ausgaben die anrechen
baren Einnahmen übersteigen (
Art.
9
Abs.
1 ELG).
1
.3
Die anrechenbaren Einnahmen werden nach Art. 11 ELG ermittelt. Als Ein
kom
men anzurechnen sind unter anderem auch Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist (Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG). Eine Verzichtshandlung liegt vor, wenn die versicherte Person ohne rechtliche Verpflichtung und ohne adä
quate Gegenleistung auf Einkünfte oder Vermögen verzichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte Einkünfte und Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch macht beziehungsweise ihre Rechte nicht durchsetzt oder wenn sie aus von ihr zu verantwortenden Gründen von der Ausübung einer mög
lichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (BGE 140 V 267 E. 2.2).
1
.4
Die leistungsansprechende Person hat sich im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht an der Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu beteiligen. Insbesondere hat sie bei einer ausserordentlichen Abnahme des Vermögens diejenigen Tatsa
chen zu behaupten und soweit möglich auch zu belegen, die einen Vermögens
verzicht ausschliessen. Ist ein einmal bestehendes Vermögen nicht mehr vor
han
den, trägt sie die Beweislast dafür, dass es in Erfüllung einer rechtlichen Pflicht oder gegen eine adäquate Gegenleistung hingegeben worden ist. Dabei genügt weder die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts noch Glaubhaft
machen, sondern es gilt der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Dieser ist erfüllt, wenn für die Richtigkeit der Sachbehauptung nach objektiven Gesichtspunkten derart gewichtige Gründe sprechen, dass andere denkbare Mög
lichkeiten vernünftigerweise nicht massgeblich in Betracht fallen. Bei Beweis
losigkeit, das heisst wenn es dem Leistungsansprecher nicht gelingt, einen (über
durchschnittlichen) Vermögensrückgang zu belegen oder die Gründe dafür rechts
genügend darzutun, wird ein Vermögensverzicht angenommen und ein hypothe
tisches Vermögen sowie darauf entfallender Ertrag angerechnet (BGE 146 V 306 E. 2.3.2).
Dabei ist ein Verzicht nicht alleine deswegen anzunehmen, weil jemand vor der Anmeldung zum Ergänzungsleistungsbezug über seinen Verhältnissen gelebt
haben könnte; das System der Ergänzungsleistungen bietet keine gesetzliche Ha
nd
habe für eine wie auch immer geartete «Lebensführungskontrolle». Nach der Praxis
des Bundesgerichts kann auch selbstverschuldete Bedürftigkeit einen An
spruch auf
Ergänzungsleistungen begründen
(BGE 146 V 306 E. 2.3.1 und E. 2.6.2).
2.
2.1
Im angefochtenen Einspracheentscheid vom
1
7.
September 2020 hielt die Be
schwer
de
gegnerin im Wesentlichen fest,
nachdem sich der Beschwerdeführer am 1
5.
Oktober 2004 sein Kapital aus der Pensionskasse in der Höhe von Fr. 930'000.-- habe ausbezahlen lassen, habe er am 1
8.
Februar 2009 kein Ver
mö
gen mehr gehabt.
Die Vermögensabnahme müsse sich gemäss den konsul
tierten Steuerunterlagen zwischen 2006 und 2007 ergeben haben. Aufgrund der eingeforderten Bank- und Steuerunterlagen habe man festgestellt, dass der Ver
sicherte im Jahr 2007 Einnahmen von
Fr.
622'114.--
und Ausgaben von Fr.
533'747.
--
gehabt habe, woraus sich
ein Einnahmenüberschuss von Fr. 88'367.
--
ergeben habe. Trotz dieses Einnahmenüberschusses habe sich sein Vermögen nicht vermehrt, sondern er habe
eine Vermögensabnahme um Fr. 338'351.-- zu verzeichnen gehabt
, die man aus den Steuerunterlagen 2006 und 2007 ermittelt
habe. Diese Vermögensabnahme sei nicht nachvollziehbar. Nach Abzug einer frei verfügbaren Quote von Fr. 10'000.-- sei von einem Ver
mögensverzicht von Fr.
328'351
.-- im Jahr 2007 auszugehen.
Nach einem jähr
lichen Abzug von Fr. 10'000.-- pro Jahr ab 2009 habe sie für das Jahr 2019 noch einen Vermögensverzicht von Fr. 218'351.-- und fürs Jahr 2020 einen
solchen
von Fr. 208'351.-- zu berücksichtigen gehabt.
Dass effektiv kein Vermögen mehr vorhanden sei, ändere nichts daran
.
Nach dem Gesagten sei ein Anspruch des Beschwerdeführers auf Zusatzleistungen ab August 2019 zu verneinen
(Urk. 2 S. 3)
.
2
.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift vom
15. Oktober 2020
zusammengefasst geltend,
ihn treffe kein Verschulden. Das nicht mehr vorhandene
K
apital habe er beim Börsencrash der Jahre 2008 und 2009 verloren. In den Jahren 2005 bis 2008 hätten sie
ausgedehnte Reisen in den fernen Osten,
in
Nord- und Osteuropa durchgeführt. Bereits in seinem Schei
dungsurteil vom 3
1.
Mai 2012 sei festgehalten worden, dass er kein Kapital mehr aufweise. Um den Sozialdiensten nicht zur Last zu fallen, habe er bis zum 80. Altersjahr als Chauffeur gearbeitet, was er beim Vorhandensein von Kapital
nicht gemacht hätte.
Er habe nirgends Kapital versteckt und wisse nicht mehr, wie er seine Rechnungen bezahlen solle (
Urk.
1 S. 1). Ferner machte er geltend, er habe keine zusätzlichen Quittungen mehr. Hier gelte
sicher auch
die Ver
jäh
rungsfrist von zehn Jahren (
Urk.
1 S. 2).
2
.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom
1
0.
November 2020 wies die Be
schwerde
geg
nerin darauf hin
,
es handle sich nicht um eine Schuldfrage
und es werde nicht bestritten, dass im Jahr 20
12
nur noch ein Vermögen von Fr. 3'415.-- vorhanden gewesen sei
.
Der Vermögensverzicht sei bereits im Jahr 2007 erfolgt
und d
ie Börsenverluste im Jahr 2008 seien in der Verzichtsberechnung berücksichtigt worde
n, ebenso wie die Ausgaben für die Reisen (
Urk.
5 S. 3). Auch die Tatsache, dass
d
er
Versicherte
bis zum 8
0.
Lebensjahr einer beruflichen Tätigkeit nach
ge
gangen sei, sei ohne Einfluss auf die Berechnung des Vermögensverzichts (
Urk.
5 S. 4).
3
.
3
.1
Strittig und zu prüfen ist, ob im Rahmen der Ermittlung des Leistungsanspruchs ab dem
1.
August 2019
ein Verzichtsvermögen im Sinne von
Art.
11
Abs.
1 lit. g ELG anzurechnen ist.
Die gerichtliche Beurteilung hat sich praxisgemäss auf diesen Punkt zu beschränken, wogegen kein Anlass besteht, die übrigen unbe
strittenen Berechnungspositionen in die Prüfung mit einzubezieh
en (BGE 131 V
329 E. 4, 110 V 48 E. 4a).
3
.2
Vorab ist in diesem Zusammenhang nochmals hervorzuheben (vgl. vorstehende E.
1
.4), dass die leistungsansprechende Person z
u beweisen hat, dass eine Vermö
genshingabe gegen eine adäquate Gegenleistung oder aufgrund
einer Rechts
pflicht erfolgt ist. Massgebend ist der Be
weisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit. Demnach genügt es nicht, bloss allgemeine Behauptungen aufzustellen und unspezifisch Unterlagen zum Beweis anzub
ieten (vgl. Urteil des Bundes
ge
richts 9C_186/2011 vom 1
4.
April 2011 E. 4.2
.3). Vermag die leistungsanspre
chende Person die adäquate Gegenleistung oder die rechtliche Verpflichtung nicht darzutun, kann sie sich nicht auf den gegebenen Vermögensstand berufen, sondern muss sich die Frage nach den Gründen für den Vermögensrückgang ge
fallen und mangels entsprechender Beweise
ein hypothetisches Vermögen an
rechnen lassen.
3
.3
Der Beschwerdeführer
legte dar
, dass er sich im
Juli
2004
das
Kapital
der beruf
lichen Vorsorge und/oder
Freizügigkeitsguthaben im Umfang von Fr. 9
5
0'000.
--
habe
auszahlen lassen (
Urk.
6/56 S. 7)
.
D
ie Beschwerdegegnerin
ging
bei ihrer Berechnung des Verzichtsvermögens
von einem tieferen Betrag von Fr. 930'000.--
aus (
Urk.
6/
14
S. 1)
, entsprechend der am 1
5.
Oktober 2004 auf einem Konto
der
Bank Y._
des Beschwerdeführers nachgewiesenen Gutschrift
von
Fr.
930'000.
--
(
Urk.
6/1).
Überdies lässt sich dieser Sachverhalt auch
anhand der Akten erst
ellen
,
wonach
gemäss den Angaben des damals zuständig gewesenen Steueramtes im Kanton
Z._
der Beschwerdeführer sich am 1
0.
Mai 2004 seine dritte Säule im Betra
g von Fr. 61'386.-- sowie am 1.
Juli 2004 sein Kapital der zweiten Säule in der Höhe von Fr. 1'014'581.-- auszahlen
liess
(
Urk.
6/G6 S. 2).
Sodann
ist aktenkundig, dass der Beschwerdeführer
gemäss Veranlagungs
verfü
gungen der Steuerbehörde nach einem steuerbaren Vermögen im Jahr 2004 von
Fr.
651'083.--
ab dem Jahr 20
08
kein
steuerbares
Vermögen mehr
hatte, wobei die Veränderungen vor allem dem Wertschriftenbestand
zuzuschreiben war
en
(Urk. 6/
G6 S. 2
,
Urk.
6/25 S. 1
).
3.
4
3.4.1
Die Beschwerdegegnerin hat den fürs Jahr 2007 angenommenen Vermögens
verzicht in der Höhe von Fr. 338'351.--
damit begründet, dass bei Einnahmen von Fr. 622'144.-- und Ausgaben von Fr. 533'747.-- und einem daraus resul
tie
renden Einnahmenüberschuss von Fr. 88'367.-- nicht nachvollziehbar sei, wes
halb das Vermögen
gemäss Steuern
um Fr. 338'351.-- abgenommen habe (
Urk.
6/14
S. 2-3).
Der Beschwerdeführer macht geltend, das Geld
teilweise
an der Börse verloren und
es teilweise
für ausgedehnte Reisen verwendet zu haben (
Urk.
1 S. 1).
3.4.2
Ende 2006 verfügte der Beschwerdeführer
(zusammen mit seiner Ehefrau)
über Wertschriften im Wert von Fr.
585'318.--
(
Urk. 6/23 S. 4)
, Ende 2007 nur noch im Wert von
Fr.
255'717.
--
(
Urk.
6/24 S. 3).
Im Laufe des Jahres 2007 tätigte er
folgende
Effektenkäufe
über sein Konto bei der
Bank Y._
(
Bank Y._
;
Urk.
6/1 S. 15 ff.
)
:
Datum
Betrag
in Fr.
Betreff
4.1.
30'014.35
Effektenkauf
25.1.
16'447.65
Effektenkauf
25.1.
20'084.20
Effektenkauf
25.1.
15'284.65
Effektenkauf
25.1.
16'447.65
Effektenkauf
29.1.
9'831.00
Effektenkauf
30.1.
10'019.70
Effektenkauf
2.3.
7'986.75
Effektenkauf
8.3.
17'282.10
Effektenkauf
8.3.
12'160.65
Effektenkauf
7.5.
8'951.30
Effektenkauf
25.5.
12'317.35
Effektenkauf
25.5.
14'507.45
Effektenkauf
4.6.
22'099.35
Effektenkauf
5.6.
7'923.20
Effektenkauf
5.6.
13’036.00
Effektenkauf
12.6.
8'343.90
Effektenkauf
12.6.
8'736.10
Effektenkauf
12.6.
11'389.00
Effektenkauf
20.6.
11'205.10
Effektenkauf
20.6.
8'520.20
Effektenkauf
10.7.
7’296.15
Effektenkauf
10.7.
10'422.40
Effektenkauf
4.10.
10'937.40
Effektenkauf
4.10.
7'550.95
Effektenkauf
4.10.
7881.75
Effektenkauf
4.10.
11'451.20
Effektenkauf
18.10.
10'437.10
Effektenkauf
18.10.
8'732.20
Effektenkauf
7.11.
3'922.00
Effektenkauf
Total
361'218.80
Mithin tätigte der Beschwerdeführer im Jahr 2007 über sein
Bank Y._
-Konto Effek
tenkäufe für total
Fr.
361'218.80
,
statt wie von der Beschwerdegegnerin errechnet
für
Fr.
332'337.--
(
vgl.
Urk.
6/14 S.
2
)
.
Zudem kaufte er
2007
über
sein
Bank
A._
-Konto folgende
Akti
en
(
Urk.
6/4)
:
Datum
Betrag
in Fr.
Betreff
1.2.
8'135.60
Aktien
10.5
.
13'607.75
Aktien
22.6
.
4'872.30
Aktien
22.6
.
5'577.70
Aktien
Total
32'193.35
Der
errechnete Betrag von
Fr. 32'193.35
liegt etwas über den
von der Beschwer
de
geg
nerin unter Abrundung jedes einzelnen Betrags errechneten
Fr. 32'191
.-- (
vgl.
Urk.
6/14 S. 2
)
.
Nach dem Gesagten tätigte der Beschwerdeführer im Jahr 2007 Wertpapierkäufe für
total
Fr.
393’412.15
(Fr.
361'218.80
plus Fr. 32'193.35)
.
3.4.3
Über sein
Bank Y._
-Konto wickelte er im Jahr 2007 folgende Wertschriftenverkäufe ab
(
Urk.
6/1 S. 14 ff.)
:
Datum
Betrag
in Fr.
Betreff
2.1.
23'657.75
Effektenverkauf
24.1.
8'141.40
Effektenverkauf
24.1.
21'140.90
Effektenverkauf
29.1.
40'800.30
Effektenverkauf
29.1.
33'358.00
Effektenverkauf
7.3.
23'297.60
Effektenverkauf
7.3.
47'517.60
Effektenverkauf
3.5.
14'474.15
Effektenverkauf
3.5.
4801.15
Effektenverkauf
3.5.
2'100.50
Effektenverkauf
24.5.
607.00
Effektenverkauf
24.5.
4'597.90
Effektenverkauf
24.5.
12'065.10
Effektenverkauf
5.6.
20'303.35
Effektenverkauf
12.6.
16'761.20
Effektenverkauf
12.6.
7'511.15
Effektenverkauf
12.6.
862.20
Effektenverkauf
10.7.
11'919.80
Effektenverkauf
10.7.
2'223.55
Effektenverkauf
11.7.
29'152.45
Effektenverkauf
11.7.
1'158.90
Effektenverkauf
20.8.
25'000.00
Fällige
Oblig
*
28.8.
47'501.75
Effektenverkauf
28.8.
49'524.70
Effektenverkauf
28.8.
7'711.40
Effektenverkauf
3.10.
6'420.10
Effektenverkauf
3.10.
3'195.35
Effektenverkauf
18.10.
7'241.65
Effektenverkauf
18.10.
9'518.90
Effektenverkauf
5.11.
0.10
Effektenverkauf
21.11.
6'216.30
Effektenverkauf
21.11.
10'091.50
Effektenverkauf
21.11.
20'444.60
Effektenverkauf
21.11.
7'639.60
Effektenverkauf
21.11.
1'545.05
Effektenverkauf
21.11.
7'654.75
Effektenverkauf
21.11.
11'243.75
Effektenverkauf
21.11.
1'066.20
Effektenverkauf
Total
548’467.65
*
Bei einer Obligation handelt es sich um ein festverzinsliches Wertpapier
(
https://www.cash.ch/lexikon/obligation
; besucht am 1
5.
Juli 2021). Bei Fällig
keit wird die Obligation zurückbezahlt, was hier offenbar der Fall war. Dies wirkt sich aus wie ein Wertpapierverkauf, weil der Beschwerdeführer anschliessend das Geld in seinem Vermögen hat anstelle der Obligation/des Wertpapiers. Demnach ist die wegen Fälligkeit ausbezahlte Obligation ebenfalls als Wertpapierverkauf zu berücksichtigen.
Entsprechend der voranstehenden Tabelle nahm der Beschwerdeführer aus
dem Verkauf von Wertschriften
aus seinem
Bank Y._
-
Depot
Fr
.
5
48’467
.65
ein.
Die
Be
schwer
degegnerin
hatte demgegenüber einen Betrag von
Fr. 545'344
.-- errechnet gehabt (
vgl. Urk.
6/14 S. 2
)
.
Zudem tätigte
d
er
Beschwerdeführer im Jahr 2007
folgende
Aktienv
erkäufe über
sein
Bank
A._
-Konto
(
Urk.
6/4)
:
Datum
Betrag
in Fr.
Betreff
31.1.
22'548.85
Aktien
9.5.
13'322.75
Aktien
7.6.
6'234.15
Aktien
22.6.
.
2'882.00
Aktien
Total
44'987.75
Mithin
erhielt er einen Erlös von
Fr.
44'987.75
, in Übereinstimmung mit de
m
ge
rundeten
Betrag von
Fr. 44'987.--
laut
der
Berechnung der Beschwerde
geg
nerin
(
vgl.
Urk.
6/14 S. 2)
.
Insgesamt verkaufte der Beschwerdeführer nach dem Gesagten
im Jahr 2007
Wertpapiere für
Fr. 593'455.40 (
Fr.
548'467.65
plus Fr. 44'987.75)
.
3.4.4
Bei unveränderten Aktienkursen wäre demnach Ende 2007 ein Wertschriften
guthaben in der Höhe von Fr.
385'274.75
zu erwarten gewesen (
die
Ende 2006 vorhandenen
Fr. 585'318.--
[
Urk.
6/23 S. 4
]
plus die zugekauften Wertschriften im Wert von Fr.
393'412.15
[E. 3.4.2 vorstehend]
minus die verkauften
Wert
pa
piere
im Wert von Fr.
593'455.40
[E. 3.4.3 vorstehend]
).
Effektiv wiesen die Wert
schriften des Beschwerdeführers
laut Steuer
veranlagung
Ende 2007 einen Wert von Fr. 255'717.-- auf
(
Urk.
6/24 S. 3)
, weshalb mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit davon auszugehen ist, dass er im Jahr 2007 einen Wertverlust von
rund
Fr.
129'557
.-- (Fr.
385'274.75
minus Fr. 255'717.--) hinzunehmen hatte.
Die Be
schwerdegegnerin hat zwar die Geldflüsse im Zusammenhang mit den Wert
schriftenkäufen und -verkäufen berücksichtigt, nicht hingegen den Wertverlust der Wertschriften (vgl.
Urk.
6/14 S. 2).
Verzichtsrechtlich relevant sind allein Investitionen, bei denen die erhebliche Gefahr eines späteren Verlusts im Zeitpunkt der Investit
ion im vornherein erkenn
bar ist (Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich
im Prozess
ZL.2011.
00
106 E.
4.3, Urteil des Bundesgerichts
9C_28/2018 vom 2
1.
Dezem
ber 2018
E. 4.2 e
contrario
).
Seit Anfang 2021 findet sich eine ent
sprechende Regelung in
Art.
17d
Abs.
3 lit. c ELV, wonach
unfreiwillige Vermö
gensverluste, die nicht auf ein absichtliches oder grobfahrlässiges Verhalten der Bezügerin oder des Bezügers zurückzuführen sind
, für die Ermittlung der Höhe des Verzichts bei übermässigem Vermögensverbrauch nicht zu berücksichtigen sind. In den Erläuterung
en
des
Bundesamt
es
für Sozialversicherungen
(
BSV
) zur Änderung der ELV,
Ausführungsbestimmungen zur EL-Reform, vom Januar 2020 wird zudem festgehalten, dass
die Beweislast hier nicht der versicherten Person auferlegt wird, da sich unfreiwillige Vermögensverluste wie etwa unvorher
ge
sehene Verluste an der Börse nur schwer belegen liessen (S. 14). Auch in der
seit
1.
Januar 2021 gültigen Version der Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (WEL) werden unvorhersehbare Verluste an der Börse als Beispiel für
solch
unfreiwillige Vermögensverluste erwähnt (Rz
3533.25).
Die Anlage eines Vermögens
beispielsweise in Wertschriften
ist
demnach
trotz des bestehenden Verlustrisikos grundsätzlich kein Vermögensverzicht. Anders zu entscheiden ist, wenn unter den konkreten Umständen von Anfang an mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mit dem Verlust des gesamten oder eines grossen Teils des Vermögens gerechnet werden musste, sodass kein vernünftiger Mensch eine solche Anlage getätigt hätte (
Urs
Müller,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG,
3.
Auflage 2015
, S. 223 Rz 617
und S. 225 Rz 620, je
mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung).
Dabei hat die EL-ansprechende Person im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht bei der Abklärung des rechtserheblichen Sach
verhalts mitzuwirken. Insbesondere hat sie bei einer ausserordentlichen Abnahme des Vermögens darzutun beziehungsweise diejenigen Tatsachen zu behaupten und soweit möglich auch zu belegen, die einen Vermögensverzicht ausschliessen (Müller, a.a.O., S. 224 Rz 617 mit Hinweis).
Über den Verzichtscharakter einer Vermögensverminderung entscheidet im Rahmen einer Vermögensanlage nicht in erster Linie das Fehlen einer Rechtspflicht und einer adäquaten Gegenleistung, sondern das Ausmass des Risikos, welches im Zeitpunkt der Investition einge
gangen wird. Ein Vermögensverzicht liegt namentlich vor, wenn in fahrlässiger Weise eine risikoreiche Investition getätigt wurde, bei welcher ein (erheblicher) Verlust im Zeitpunkt der Investition sehr wahrscheinlich und damit absehbar war (Müller, a.a.O., S. 224 Rz 618 mit Hinweisen).
Dafür, dass die vom Beschwerdeführer hinzunehmenden Börsenverluste im vorn
herein erkennbar respektive vorhersehbar gewesen wären,
liegen keine
objektiven
Anhaltspunkte vor
, und die Beschwerdegegnerin behauptet dies auch nicht
. Dem
zufolge stellt
die
im Jahr 2007 erfolgte
Vermögensabnahme im durch Börsen
verluste erklärbaren Umfang von Fr.
129’557
.--
entgegen der Annahme der Be
schwerdegegnerin
keinen Vermögensverzicht dar.
Dies gilt unabhängig davon, ob die entsprechenden Kursverluste realisiert wurden oder nicht
(vgl. die von der Beschwerdegegnerin in
Urk.
6/14 S. 3 angeführte Begründung)
, stellte doch die Beschwerdegegnerin auf die Steuererklärung ab, wo jeweils der Aktienkurs Ende Jahr berücksichtigt wird
, wodurch sich auch nicht realisierte Kursverluste auf den Vermögensstand auswirken
.
3.
5
Die nachweislich gebuchten und im Jahr 2007 bezahlten Reisen wurden von der Beschwerdegegnerin anhand der Kontoauszüge (
Urk.
6/1) als belegte grössere Aufwendungen als Ausgaben berücksichtigt (
Urk.
6/14 S. 2). Bezüglich allfälliger darüberhinausgehender Aufwendungen für Reisen
trägt der Beschwerdeführer
die Beweislast
und damit die Folgen der Beweislosigkeit
, weshalb die Berechnung der Beschwerdegegnerin in diesem Punkt nicht zu beanstanden ist.
3.
6
Da ein Vermögensverzicht auch länger als zehn J
ahre anzurechnen ist (vgl. Art.
17a
Abs.
1 ELV und Urteile des Bun
desgerichts 9C_435/2020 vom 14.
Dez
em
ber 2020 E. 5, P 55/06 vom 2
2.
Oktober 2007 E. 3.2, je mit Hinweisen), ist
auch
der Hinweis des Beschwerdeführers auf die allgemeine zehnjährige Verjäh
rungs
frist
unbehelflich
.
Ebenso wenig spielt es für die Anrechnung eines Verzichtsvermögens eine Rolle, ob der Beschwerdeführer effektiv noch über Vermögen verfügt, ob er je mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, Spielschulden hatte oder über das Pensionsalter
hinaus
gearbeitet hat (vgl. die Einwände in
Urk.
1).
3.
7
Zusammenfassend ist der angerechnete Vermögensverzicht nach dem Gesagten insoweit zu beanstanden, als die
aus den Steuerdaten ersichtliche
übermässige
Vermögens
abnahme
des Jahres 2007
von
Fr.
338'351.--
im Umfang von Fr.
129'557.
--
durch Börsenverluste
erklärbar
ist
(vgl. vorstehende E. 3.
4.4
), wes
halb sich das Verzichtsvermögen um diesen Betrag auf Fr.
208’794
.--
reduziert (Fr.
3
3
8'351.--
minus Fr.
129’557
.--)
.
3.
8
Überdies ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in den Jahren
2007 und 2008 noch verheiratet war (vgl. das Scheidungsurteil vom 3
1.
Mai 2012, Urk. 6/G8) und
die verwendeten Steuerdaten sich nicht nur auf ihn, sondern auch auf seine damalige Ehefrau bezogen. Dies ist namentlich daran ersichtlich, dass auch seine Ehefrau (mit anderer Adresse) aufgeführt ist, dass eine reformierte und
eine römisch-katholische Person erwähnt werden und dass vom für Ehepaare
geltende
n Vermögensfreibetrag von Fr. 180'000.--
(
vgl.
§
54
Abs.
1 lit. a des Aargauischen Steuergesetzes, Stand am
1.
Januar 2
010; abrufbar im Internet
unter
https://gesetzessam
mlungen.ag.ch/app/de/
texts_of_law/651.100/ver
sions/
345
)
ausgegangen wurde (Urk. 6/24-25).
Wäre das
ab dem
Jahr 2007 «verschwundene» Vermögen im Zeitpunkt der Scheidung noch vorhanden gewesen, wäre es im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung hälftig zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Ex-Frau geteilt worden, da es sich bei Kapitalauszahlungen der Pensionskasse in der Regel um Errungenschaft handelt. Demnach ist nur die Hälfte des Vermögens, auf welches verzichtet wurde, dem Beschwerdeführer anzurechnen (vgl. Urteil des Bundesgerichts P 30/06 vom
5.
Februar 2007). Überdies würde dies auch im Fall
e
von
Eigengut
gelten (vgl.
M
üller,
a.a.O.
, S. 176 f., Rz 488)
.
3.9
Nach dem Gesagten ist der Vermögensverzicht des Jahres 2007 von Fr.
208'794.
nach
Art.
17a ELV jährlich
- erstmals ab 2009
(
vgl.
Art.
17a
Abs.
2
ELV)
-
um
Fr.
10'000.
--
bis zur Scheidung 2012 zu reduzieren, was für das Jahr 2012 noch einen Vermögensverzicht von
Fr.
1
6
8'794.
--
ergibt. Dieser finanzielle Rückschlag ist unter den Ehegatten zu teilen und hernach ist der Anteil des Beschwerdeführers von
Fr.
84
'397.
--
erneut bis
zum
Jahr 2019 und 2020 um
Fr.
10'000.
--
zu amortisieren, was für das Jahr 2019 noch einen Verzicht von
Fr.
14
'397.
--
und für das Jahr 2020 von
Fr.
4’397
.
--
ergibt.
Die Beschwerdegegnerin wird unter Berücksichtigung dieser Feststellung den Anspruch neu zu berechnen haben.
3.10
Dabei wird sie auch zu beachten haben, dass sich der Wert des beweglichen Ver
mögens, den sie
gemäss dem Kontostand
des
Bank
A._
-Kontos per 3
1.
Dezember 2018 (Urk.
6/36)
im Jahr 2019 mit
Fr.
429.
--
bezifferte
(
Urk.
6/58)
, nicht korrekt ist,
hat sie doch den Minussaldo des Postkontos per 3
1.
Dezember 2018 dabei nicht be
rücksichtigt. Massgebend ist das steuerliche Reinvermögen (
Art.
17
Abs.
1 ELV)
.