Decision ID: 0305d33e-11e3-441e-bc25-5e9f5f728920
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1965 geborene und damals als Maschinist noch erwerbstätig gewesene
X._
meldete sich am 31. Januar 2005 ein erstes Mal bei der Sozial
versiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an und gab als Grund seit 2001 bestehende Bandscheibenprobleme sowie Läh
mungserschei
nungen am rechten Fuss an (Urk.
2/
7/2). Mit Verfügung vom 22. Juli 2005 (Urk.
2/
7/24) und Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2005 (Urk.
2/
7/38) ver
neinte die IV-Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Invalidi
tätsgrad von 23 %.
Am 23. März 2006 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an und machte eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes geltend (Urk.
2/
7/44). Mit Verfügung vom 18. April 2006 (Urk.
2/
7/52) trat die IV-Stelle auf das neue Leistungsbegehren nicht ein.
1.2
Unter Hinweis auf eine Zustandsverschlechterung infolge Auftretens von psychi
schen Problemen und der Notwendigkeit einer psychiatrischen Be
hand
lung seit 18. Januar 2007 meldete sich der Versicherte am 23. November 2007 erneut bei der IV-Stelle an (Urk.
2/
7/55). Mit Verfügungen vom 20. Oktober 2010 (Urk.
2/
7/90 ff.) sprach ihm diese eine ganze Rente mit Wir
kung ab 1. Januar 2008 zu.
Im September 2013 leitete die IV-Stelle eine erste Rentenrevision ein (Urk.
2/
7/96) und holte aktuelle Auskünfte der behandelnden Ärzte ein. Sodann liess sie den Versicherten in der über
SuisseMED@P
zugeteilten MEDAS
Y._
polydisziplinär abklären (Gutachten vom 24. Juli 2015, Urk.
2/
7/119). Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (Urk.
2/
7/123 ff.) hob sie mit Verfügung vom 24. November 2015 (Urk.
2/
2) die bisher ausge
rich
tete Rente wiedererwägungsweise auf.
Mit Urteil vom 8. März 2017 hiess das hiesige Gericht die vom Versicherten
am 11. Januar 2016
dagegen erhobene
Beschwerde
(Urk. 2/1) gut und hob die Verfügung der IV-Stelle vom 24. November 2015 auf mit der Feststellung, dass der Versicherte weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente habe (
Proz
. Nr. 2016.00038;
Urk. 2/9).
2.
In teilweiser Gutheissung der v
on der IV-Stelle
erhobenen Beschwerde in öffent
lich-rechtlichen Angelegenheiten
hob das Bundesgericht mit Urteil vom 13. Juli 2017
den Entscheid des hiesigen Gerichts auf und wies die Sache
an dieses
zu neuer Entscheidung zurück (Urteil 9C_309/2017; Urk. 1).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Im Urteil 9C_309/2017 vom 13. Juli 2017 kam das Bundesgericht zum Schluss, dass ein Rückkommen auf die Rentenverfügung vom 20. Oktober 2010 nicht gerechtfertigt sei (E. 3.2)
und wies das hiesige Gericht an
,
zu prüfen, ob die Rentenaufhebung mit der substituierten Begründung der
revisonsweisen
An
passung geschützt werden könne (E. 3.3).
2.
2.1
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
2.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich ve
rändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
2.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
3
.
Referenzzeitpunkt
für die Prüfung einer
allfälligen anspruchsrelevanten Ände
rung des Gesundheitszustandes ist die rentenzusprechende Verfügung vom
20. Oktober 2010
(Urk.
2/7/90 ff.
).
Die
Rentenzusprache
beruhte
auf de
n Ergeb
nissen einer
psychiatrischen Standortbestimmung im Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
durch
Prof. Dr. med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie
. In seinem Bericht vom
25. Januar 2010 (Urk.
2/
7/86 S. 3)
gab
Prof. Dr.
Z._
an
, dass sich das bis Ende 2006 vorwiegend auf somatischer Ebene zentrierte Beschwer
debild mit einer ausgeprägten Gehbehinderung und Schmerzentwicklung zu Be
ginn des Jahres 2007 psychisch in Richtung einer depressiv betonten Schmerz
verarbeitungsstörung entwickelt habe. Das Krankheitsbild sei inzwischen trotz lege
artis
durchgeführter somatischer und psychiatrischer Therapien
chronifi
ziert
und erscheine weitgehend therapieresistent. Aus versicherungsmedizini
scher Warte sei medizin
isch-
theoretisch ab 2007 eine Restarbeitsfähigkeit von 30 % bis maximal 50 % in leidensangepasster Tätigkeit zu postulieren.
Im Übrigen nannte der RAD-Arzt folgende Diagnosen:
-
Lumboischialgie
mit Diskushernie bei degenerativer Veränderung der Wirbel
säule
-
ICD-10 F45.41
-
ICD-10 F48.0
4
.
4
.1
Im Revisionsverfahren holte die Beschwerdegegnerin zunächst Auskünfte des Hausarztes Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeinmedizin,
ein. Im Bericht vom 16. Januar 2014 (Urk.
2/
7/100) wiederholte dieser die früher gestellte somati
sche Diagnose. Unter Hinweis darauf, dass der Beschwerdeführer mehr pausie
ren können müsse, attestierte er i
hm eine Arbeitsfähigkeit von 50 %
für leichte Arbeiten. Abschliessend stellte er fest, dass die chronischen Schmerzen nicht schlechter geworden seien, und bezeichnete die Prognose als stabil.
4
.2
Der Psychiater Dr
.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
stellte im Bericht vom 4.
Feb
ruar 2014 (Urk.
2/
7/102)
folgende
zwei psychiatri
sche Diagnose
n
:
-
Anhaltende depressive Reaktion seit Ende 2006
-
Panikstörung
bestehend
seit zirka 2010
Weiter gab er an, seit dem Bericht vom 4. September 2009 habe sich der Zu
stand nicht wesentlich verändert. Es sei zu einer weiteren Chronifizierung und Ausweitung der Schmerzen auf beide Körperhälften gekommen. Seit zirka 2010 bestünden zusätzlich nächtliche Panikattacken.
Der depressive Zustand halte weiterhin an.
Die Arbeitsfähigkeit als Barmann und für angepasste Tätigkeiten schätzte Dr.
B._
auf zirka 20% ein.
4
.3
4.3.1
Im polydisziplinären Gutachten der MEDAS
Y._
vom 24. Juli 2015 (Urk.
2/
7/119/1-21) wurden folgende Diagnosen mit wesentlicher Einschrän
kung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit gestellt (S. 19):
-
Chronisches lumbales Schmerzsyndrom mit Ausstrahlung, rechtsbetont, in beide untere Extremitäten, bei
-
möglicher Mitbeteiligung einer
Diskopathie
zwischen dem
4.
und
5.
Lendenwirbel
-
Chronisches zervikales Schmerzsyndrom, bei
-
möglicher Mitbeteiligung mehrsegmentaler deutlicher degenerativer Veränderun
gen
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), mit
-
aktueller
Dysthymia
(ICD-10 F34.1)
-
unübersehbarer Verdeutlichungstendenz
-
Status nach depressiven Episoden (anamnestisch)
Folgenden weiteren Diagnosen massen die Gutachter einen Krankheitswert
,
je
doch keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bei (S. 19):
-
Nikotinabusus (ICD-10 F17.25; 20 Zigaretten pro Tag, zirka 20 pack
years
)
Sodann nannten sie folgende Nebenbefunde (S. 19):
-
Übergewicht (167.5 cm/81 kg, Body Mass Index 28.9)
-
Hypermetropie (Brille)
-
Dyslipidämie
, mit
-
leicht erhöhten Werten von Gesamtcholesterin,
atherogenem
Index und
Trig
l
yze
riden
-
Status nach
-
Zirkumzision in der Kindheit
-
6-wöchiger Hospitalisation wegen Gelbsucht X (unklar) 1984
-
3-wöchiger Hospitalisation wegen Rückenproblemen 2002
-
Nervenwurzelblock L5 rechts (subjektiv nutzlos) 2005
-
„Kortison"-Spritze in die linke Schulter 2013
Weiter gaben die Gutachter an, der Beschwerdeführer habe hauptsächlich an Schmerzen im Kreuz und im rechten Bein geklagt. Daneben habe er eine 2006 aufgetretene Depression angegeben (S. 12
f.).
Abschliessend kamen die Gutach
ter zum Schluss, dass der Beschwerdeführer für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Barman
sowie für jede körperlich leichte bis mittelschwere Verweistätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei, wobei die psychiatrischen Befunde die Grenzen setz
ten. Den Beginn dieser Arbeitsfähigkeit setzten sie auf den 10. Juli 2015
(“Da
tum unserer Schlussbesprechung“) fest
. Die Prognose sei bei Erhaltung des Ar
beitsplatzes günstig (Urk.
2/
7/119/1-21 S. 19 f.). Unter Verweis auf das psy
chiatrische Teilgutachten bejahten sie sodann eine Verbesserung des Gesund
heitszustandes im Vergleich zu 2010 (Urk.
2/
7/119/1-21 S. 20).
4.3.2
Die rheumatologische Untersuchung
hatte
sich
dabei
laut dem Te
ilgutachten vom 10.
Juni 2015 als i
n
konsistent
erwiesen
. Erst die Bildgebung habe Befunde ergeben, die geeignet seien, gewisse Rückenschmerzen auch mit Ausstrahlung in beide Beine zu begründen. Das vorliegend hohe
(“
Chronifizierungs
-“)
Aus
mass sei dadurch nicht zu e
rklären (Urk.
2/
7/119/38-44 S
.
5). Der rheumatolo
gische Gutachter veranschlagte die Arbeitsunfähigkeit als Barmann
und für Haushaltsarbeiten auf 0 %
, wogegen
die Arbeitsfähigkeit in einer schweren kör
perlichen Tätigkeit eingeschränkt sei
(Urk.
2/
7/1
19
/
38-44
S.
7
).
4.3.3
Der psychiatrische
(Teil-)
Gutachter
Dr.
med.
C._
, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, war
zum Schluss
ge
kommen
, dass eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und aktuell eine
Dysthymie
bei anamnestisch bekannten depressiven Episoden best
änden
(
Urk.
2/
7/119/
26-35
S.
5
). Dabei prüfte der Gutachter die Kriterien der damals
geltenden
Ü
berwindbarkeitsrechtsprechung und stellte
u.a.
fest, dass der de
pressive Zustand sicher nicht andauernd sei und damit keine Berentung zu be
gründen vermöge.
Der Behandlungserfolg sei bescheiden. Wenn man den heuti
gen Zustand, so wie ihn der Beschwerdeführer geschildert habe, mit der Situa
tion zu Beginn der Beschwerden vergleiche, habe eine deutliche Besserung stattgefunden. Seit dem Zeitpunkt der vollumfänglichen Berentung bis h
eute hätten sich aber höchstens
geringgradige Verbesserungen ergeben. Verglichen mit den Beschreibungen des Psychiaters Dr.
B._
sche
in
e der Beschwerdeführer
dem Gutachter gegenüber deutlich
locker
er und angepasster zu sein. Dr.
B._
beschreibe etwa in seinem Bericht vom Februar 2014 eine Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, eine Reduktion der affektiven Schwingungsfähigkeit, die der Gutachter
in
diesem Ausmass nicht bestätigen könne. Auch die Panikattacken habe der Beschwerdeführer dem Gutachter gegenüber nicht erwähnt.
Der Ver
lauf sei alles in allem sicher ungünstig, wobei aus psychotherapeutischer Per
spektive auch festzuhalten sei, dass die vollumfängliche Berentung die Motiva
tion zu Veränderungen stark reduziere.
Die
Foersterschen
Kriterien seien zum Teil erfüllt und im Zusammenhang mit der
Komorbidität
durch die
Dysthymia
müsse eine neue Einschätzung der Arbeitsunf
ä
higkeit erfolgen. Die Beschwer
den dürften sich in den letzten Jahren kaum verändert haben. Durch die wirt
schaftl
iche Sicherheit auf geringem Niveau sei sicher eine gewisse Stabilisierung erfolgt und es sei sicher zu keiner Verschlechterung gekommen. Der Sachverhalt werde aber heute im Vergleich zur Situation vor sieben Jahren unterschiedlich beurte
il
t, was sich in einer Reduktion der Arbeitsunfähigkeit niederschlage. Ein gleicher oder ähnlicher Sachverhalt führe damit zu einer Red
u
ktion der Arbeits
unf
ä
higkeit
(Urk.
2/
7/119/26-35 S. 6-8).
Bei der Arbeit an der Bar in einem Nachtklub müsste der Beschwerdeführer ei
nen Zeitumfang der Arbeit von 50
%
bei einer Arbeitsfähigkeit in der gleichen Grössenordnung erreichen können. Es sei
aus seinem Fachgebiet
nicht nach
vollziehbar, weshalb er
das Pensum nicht ausweite. Ein 1
00%
iges Pensum scheine nicht möglich zu sein, da der Durchhaltewille reduziert sei, der Be
schwerdef
ührer verm
ehrt Ruhezeiten und Pausen benötige und die Anstrengung unter den Beschwerden deutlich grösser sei als
bei gesunden Werktätigen
. Wie dargelegt hätten sich die Beurteilungskriterien bei gleichem oder vergleichba
rem Sachverhalt in den letzten Jahren allmählich geändert, woraus eine konti
nuierliche Abnahme der Arbeitsunfähigkeit in den letzten Jahren bis zum heuti
gen Umfang von 50 % abgeleitet werden müsse (Urk.
2/
7/119/26-35 S. 8).
5
.
5
.1
Wie das Bundesgericht im Urteil 9C_309/2017 vom 13. Juli 2017
in E. 3.3.1
erwogen hat
beantworteten
die federführenden Gutachter der MEDAS
Y._
die Frage nach einer Verbesserung des Gesundheitszustandes seit 2010
k
lar mit „Ja“
und
bestätigten
darüber hinaus
, dass eine Verbesserung stattge
funden
habe. Implizit
schlossen
sie da
mit aus, dass es sich
bei den gutachterli
chen Schlussfolgerungen
nur um eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen gleichen
bzw. gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes
handelt
e
. Dabei ver
wiesen sie jedoch auf die Angaben im psychiatrischen Teilgutachten (Urk.
2/
7/119/1-21 S. 20
, oben E. 4.3.1
).
Darin
sprach sich
der begutachtende Konsiliararzt
aber
wiederholt
und unmissverständlich
gegen eine
mehr als ge
ringgradige
Veränderung
des Gesundheitszustandes
seit der
für die Prüfung einer allfälligen anspruchsrelevanten Änderung massgebenden (vgl.
oben
E. 3)
Rentenzusprache
im Oktober 2010
aus
und erklärte den höheren Ar
beitsfähigkeitsgrad bei
g
leichbleibendem Sachverhalt mit der in den letzten Jahren eingetretenen Veränderung der
Beurteilungskriterien
.
Zwar stellte der psychiatrische Gutachter eine deutliche Besserung des Zustandes fest. Dabei
be
zog
er sich aber nicht auf den Zustand
,
wie er sich
im Oktober 2010
präsentiert hatte,
sondern auf die Situation zu Beginn der Beschwerden. Die Veränderung seit der
Rentenzusprache
im Oktober 2010
beschrieb der Gutachter ausdrücklich
als höchstens
geringgradig
und ging in der
F
olge
von einem gleichen bezie
hungsweise
vergleichbaren
Sachverhalt aus
(Urk.
2/
7/119/26-35 S. 7 f.
;
oben
E. 4.3
.3
)
.
Demzufolge ist entgegen der
Formulierung der
Schlussfolgerung der federführen
den Gutachter im MEDAS-Gutachten vom 24. Juli 2015 keine an
hand von objektiven Kriterien nachvollziehbare Verbesserung des Gesundheits
schadens
im invalidenversicherungsrechtlich relevanten Zeitintervall
ausge
wiesen.
5
.2
Anhaltspunkte für eine gesundheitliche Verbesserung ergeben sich schliesslich auch nicht aus den aktuellsten Angaben der behandelnden Ärzte. Sowohl der Hausarzt Dr.
A._
(
oben
E.
4
.1) als auch der Psychiater Dr.
B._
(
oben
E.
4
.2) gehen von einem
chronifizierten
Zustand aus.
5
.3
Unter diesen Umständen kann
nicht
auf die Bejahung der Frage nach einer Verän
derung des Gesundheitszustandes seit der Rentenzusprechung im Oktober 2010
im
MEDAS-
Gutachten vom 24. Juli 2015
abgestellt werden
, sondern es ist
v
ielmehr zusammen mit dem psychiatrischen Konsiliararzt und den behandeln
den Ärzten von einem im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheits
zustand
auszugehen
. Eine unterschiedliche Beurteilung
seiner
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellt indessen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Damit besteht
auch
unter diesem Titel kein Ra
um für eine Aufhebung der Rente, weshalb
die angefochtene Verfügung vom 24. November 2015 aufzuheben und festzustellen
ist
, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine (ganze) Rente hat.
6
.
Nimmt das Gericht keine Begründungssubstitution vor, kann von einer Gewäh
rung des rechtlichen Gehörs an die Parteien abgesehen werden
(vgl. Bundesge
richtsurteil 9C_309/2017 E. 3.3.2)
.
7
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
1‘0
00.
festzulegen und ausgangsge
mäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Zudem ist dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung von Fr.
2‘1
00.
(in
klusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen (Art. 61
lit
. g ATSG in Verbin
dung mit § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das
Sozialversicherungsge
richt
;
GSVGer
).