Decision ID: 9c3a2b41-46c0-5cc6-a3de-d1225d5d0f72
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer, ein (...) geborener kosovarischer Staatsangehöri-
ger, reiste im Jahr 1994 im Rahmen eines Familiennachzugs in die
Schweiz ein und erhielt im Jahr 1998 eine Niederlassungsbewilligung. Im
Jahr (...) ging aus der damaligen Beziehung mit B._ eine Tochter
hervor. Am 1. Juni 2013 heiratete er seine Landsfrau C._, die im
Jahr 2015 in die Schweiz nachreiste. Mit ihr hat er zwei gemeinsame Töch-
ter (geb. [...] und [...]).
B.
In der Zeit von 2005 bis 2017 wurde der Beschwerdeführer mehrmals straf-
fällig und verurteilt zu insgesamt 20 Monaten Freiheitsstrafen, 100 Tages-
sätzen zu Fr. 30.–, 30 Tagessätzen zu Fr. 80.–, 30 Tagessätzen zu Fr. 90.–
, 120 Tagessätzen zu Fr. 70.–, 45 Tagessätzen zu Fr. 50.– und Bussen von
Fr. 3'100.– (Einzelrichteramt des Kantons D._: Strafbefehl vom
28. Januar 2005 und 13. Dezember 2005, Strafgericht D._: Urteil
vom 7. Dezember 2011, Staatsanwaltschaft D._: Strafbefehl vom 7.
November 2012, Staatsanwaltschaft E._: Strafbefehl vom 30. April
2013, Staatsanwaltschaft D._: Strafbefehl vom 5. November 2015,
Staatsanwaltschaft E._: Strafbefehl vom 23. September 2016,
Staatsanwaltschaft D._: Strafbefehl vom 24. August 2017).
C.
Das Amt für Migration des Kantons D._ drohte dem Beschwerde-
führer bereits mit Verfügung vom 21. April 2005 die Ausweisung aus der
Schweiz an, sollte er sich in Zukunft nicht wohl verhalten. Am 30. April 2012
wurde ihm der Widerruf der Niederlassungsbewilligung in Aussicht gestellt,
er erhielt eine letzte Chance. Am 23. April 2018 verfügte das Migrationsamt
– mit in Rechtskraft erwachsener Verfügung – den Widerruf der Niederlas-
sungsbewilligung.
D.
Dem Beschwerdeführer wurde am 5. Juli 2018 das rechtliche Gehör zu
einem allfälligen Einreiseverbot gewährt, wovon er am 16. Juli 2018 Ge-
brauch machte.
E.
Mit Verfügung vom 2. August 2018 erliess die Vorinstanz gegen den Be-
schwerdeführer ein fünfjähriges Einreiseverbot (gültig vom 15. August
2018 bis 14. August 2023) und verfügte die Ausschreibung im Schengener
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Informationssystem (SIS). Einer allfälligen Beschwerde entzog sie die auf-
schiebende Wirkung. Die Vorinstanz argumentierte dabei, zufolge des un-
einsichtigen Verhaltens des Beschwerdeführers sei auf eine (zukünftige)
Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu schliessen
F.
Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom
4. September 2018 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und be-
antragte die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung. Eventualiter sei
eine Einreisesperre von einem Jahr für die Schweiz und Liechtenstein aus-
zusprechen und die Ausschreibung im SIS aufzuheben. In prozessualer
Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
und Rechtsvertretung.
G.
Mit Zwischenverfügung vom 25. September 2018 wies das Bundesverwal-
tungsgericht die Begehren um unentgeltliche Prozessführung und Rechts-
vertretung ab und erhob einen Kostenvorschuss. Dieser ging fristgerecht
ein.
H.
Die Vorinstanz liess sich mit Eingabe vom 1. November 2018 vernehmen
und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Dem Beschwerdeführer
wurde die Vernehmlassung am 7. November 2018 zur Kenntnisnahme zu-
gestellt.
I.
Die unterzeichnende Richterin hat vorliegendes Verfahren anfangs No-
vember 2020 vom vormaligen Instruktionsrichter übernommen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2019 ist die Teilrevision des Ausländergesetzes vom 16. De-
zember 2005 (AuG) abschliessend in Kraft getreten (AS 2018 3171). Dabei
wurde auch der Titel des Gesetzes in "Ausländer- und Integrationsgesetz"
(AIG) geändert. Das Gericht wendet ab diesem Zeitpunkt die neue Be-
zeichnung an, mit dem Hinweis, dass die in diesem Urteil behandelten we-
sentlichen Bestimmungen nicht geändert wurden (vgl. dazu Urteil des
BVGer F-1186/2018 vom 10. Januar 2019 E. 2).
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2.
2.1 Verfügungen des SEM, die ein Einreiseverbot im Sinne von Art. 67 AIG
(SR 142.20) zum Gegenstand haben, unterliegen der Beschwerde an das
Bundesverwaltungsgericht (Art. 112 Abs. 1 AIG i.V.m. Art. 31 ff. VGG).
2.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet
sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37
VGG).
2.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-
rung legitimiert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist
einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).
2.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Sache
endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).
3.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49
VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren
das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG
nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann eine Be-
schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-
sen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeit-
punkt des Entscheids (BVGE 2014/1 E. 2).
4.
4.1 Nach Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG kann ein Einreiseverbot gegenüber Aus-
ländern verfügt werden, die gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung
in der Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder diese gefährden.
Das Einreiseverbot wird für eine Dauer von höchstens fünf Jahren verfügt.
Es kann für eine längere Dauer verfügt werden, wenn die betroffene Per-
son eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ord-
nung darstellt (Art. 67 Abs. 3 AIG). Aus humanitären oder anderen wichti-
gen Gründen kann ausnahmsweise von der Verhängung eines Einreise-
verbots abgesehen oder ein Einreiseverbot vollständig oder vorüberge-
hend aufgehoben werden (Art. 67 Abs. 5 AIG).
4.2 Das Einreiseverbot gemäss Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG ist keine Sanktion
für vergangenes Fehlverhalten, sondern eine Massnahme zur Abwendung
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einer künftigen Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (siehe
Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom
8. März 2002 [im Folgenden: Botschaft] BBl 2002 3813, welche in Bezug
auf die Regelungen zum Einreiseverbot weiterhin massgeblich ist). Die öf-
fentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG
bildet den Oberbegriff für die Gesamtheit der polizeilichen Schutzgüter. Sie
umfasst unter anderem die Unverletzlichkeit der objektiven Rechtsordnung
und der Rechtsgüter Einzelner (vgl. Botschaft, a.a.O. S. 3809). In diesem
Sinne liegt ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung unter
anderem dann vor, wenn gesetzliche Vorschriften oder behördliche Verfü-
gungen missachtet werden (Art. 77a Abs. 1 Bst. a VZAE).
4.3 Wird gegen eine Person, die nicht die Staatsangehörigkeit eines Mit-
gliedstaats der Europäischen Union oder der Europäischen Freihandelsas-
soziation besitzt, ein Einreiseverbot verhängt, so wird sie nach Massgabe
der Bedeutung des Falles im Schengener Informationssystem (SIS) zur
Einreiseverweigerung ausgeschrieben (vgl. Art. 21 und 24 der Verordnung
[EG] Nr. 1987/2006 vom 20. Dezember 2006 über die Einrichtung, den Be-
trieb und die Nutzung des Schengener Informationssystems der zweiten
Generation [SIS-II], Abl. L 381/4 vom 28.12.2006 [nachfolgend: SIS-II-VO];
Art. 21 der N-SIS-Verordnung vom 8. März 2013 [SR 362.0]).
5.
5.1 Zur Begründung des Einreiseverbots führte die Vorinstanz aus, der Be-
schwerdeführer habe trotz ausländerrechtlicher Verwarnungen in der Zeit
von 2005 bis 2017 in hohem Ausmass Straftaten begangen. Damit habe er
eine stetige Missachtung der in der Schweiz geltenden Rechtsordnung ge-
zeigt. Die Verurteilungen und die ausländerrechtlichen Verwarnungen
seien wirkungslos geblieben. Durch die Gesetzesverstösse habe er klarer-
weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen. Sein Fehl-
verhalten wiege schwer und lasse auf eine ausgeprägte Geringschätzung
und Gleichgültigkeit gegenüber der schweizerischen Rechtsordnung
schliessen. Zufolge des uneinsichtigen Verhaltens sei auf eine (zukünftige)
Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu schliessen. Es be-
stehe ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Fernhaltung des Be-
schwerdeführers. Seine privaten Interessen (Familie, Verwandte und
Freunde) würden trotz seines langen Aufenthaltes in der Schweiz und sei-
ner (noch) hier lebenden Ehefrau und Kinder nicht überwiegen. Aufgrund
seines strafrechtlichen Verhaltens und der Sozialhilfebezüge könne nicht
von einer wirtschaftlichen Integration ausgegangen werden. Er habe wäh-
rend längerer Zeit ausserhalb der Schweiz zu beweisen, dass er gewillt
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und fähig sei, sich in Zukunft an die geltende Rechtsordnung zu halten.
Besuche bei Verwandten könnten aufgrund von Art. 67 Abs. 5 AuG bewilligt
werden. Der Kontakt zu Familie und Freunden in der Schweiz könne auch
auf andere Weise gepflegt werden. Zum Schutz der öffentlichen Sicherheit
und Ordnung sei das Einreiseverbot auf fünf Jahre festzulegen. Gleichzei-
tig sei das Einreiseverbot im SIS auszuschreiben.
5.2 Der Beschwerdeführer macht auf Beschwerdeebene geltend, bei den
verschiedenen Straftaten habe es sich – mit Ausnahme des Diebstahls –
fast ausschliesslich um Übertretungen und Vergehen gehandelt. Dies
zeige, dass er nicht über eine derartige kriminelle Energie verfüge, die eine
solch drastische Massnahme wie einen Landesverweis mit zusätzlichem
Einreiseverbot nötig mache. Das Einreiseverbot verhindere einen ungehin-
derten und regelmässigen persönlichen Kontakt zu seinen Kindern. Damit
werde nicht nur er bestraft, sondern auch seine Kinder. Das Kindswohl sei-
ner drei Töchter wäre gefährdet, wenn sie ohne ihren Vater aufwachsen
müssten. Ein Leben im Kosovo sowie auch regelmässige Reisen dorthin
könne den Kindern und auch deren Müttern nicht zugemutet werden. Auf-
grund der überwiegenden persönlichen Interessen sei das Einreiseverbot
vollständig aufzuheben beziehungsweise allenfalls auf ein Jahr zu reduzie-
ren. Auf eine Ausschreibung im SIS sei zu verzichten; diese beeinträchtige
ihn in persönlicher Hinsicht (Verwandte in Kroatien) und schränke seine
Bewegungsfreiheit ein. Zudem werde ihm damit in beruflicher Hinsicht die
Möglichkeit genommen, im benachbarten Schengenraum Arbeit zu finden.
5.3 In ihrer Vernehmlassung hält die Vorinstanz fest, die Beschwerdeschrift
enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, die eine
Änderung ihres Entscheids rechtfertigen könnten.
6.
Der Beschwerdeführer wurde in den Jahren 2011 bis 2017 insgesamt
sechsmal wegen diverser Delikte zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten,
zu Geldstrafen in der Höhe von insgesamt 325 Tagessätzen unterschiedli-
cher Höhe sowie zu Bussen verurteilt (vgl. Strafregisterauszug vom 5. Juli
2018; frühere Delikte erscheinen darauf nicht mehr). Nebst verschiedenen
Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz (SVG) machte er
sich auch der Sachbeschädigung, des Hausfriedensbruchs, der Wider-
handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, der mehrfachen einfachen
Körperverletzung, der mehrfachen Drohung, des Raufhandels, der Be-
schimpfung, des Diebstahls, der Widerhandlung gegen das Waffengesetz
und des Angriffs schuldig. Selbst wenn zu Gunsten des Beschwerdeführers
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nur noch die im Strafregister ersichtlichen Straftaten berücksichtigt werden,
steht zweifellos fest, dass er die öffentliche Sicherheit und Ordnung im
Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG verletzt und einen Fernhaltegrund ge-
setzt hat.
7.
7.1 Den Entscheid darüber, ob ein Einreiseverbot anzuordnen und wie es
zeitlich auszugestalten ist, legt Art. 67 Abs. 2 AIG in das pflichtgemässe
Ermessen der Behörde. Zentrale Bedeutung kommt dabei dem Grundsatz
der Verhältnismässigkeit zu, der eine wertende Abwägung zwischen den
berührten privaten und öffentlichen Interessen verlangt. Ausgangspunkt
der Überlegungen bilden die Stellung der verletzten oder gefährdeten
Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Verhaltens und die
persönlichen Verhältnisse der betroffenen ausländischen Person (Art. 96
AIG; ferner statt vieler HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwal-
tungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 555 ff.).
7.2 Das generalpräventiv motivierte Interesse daran, die ausländerrechtli-
che Ordnung durch eine konsequente Massnahmenpraxis zu schützen, ist
als gewichtig einzustufen (zur Zulässigkeit der Berücksichtigung general-
präventiver Aspekte in Konstellationen, in denen wie hier kein sogenannter
Vertragsausländer betroffen ist, vgl. Urteile des BGer 2C_516/2014 vom
24. März 2015 E. 4.3.2 oder 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.5 je
m.H.). Dazu kommt eine spezialpräventive Zielsetzung der Massnahme,
den Betroffenen zu ermahnen, ausländerrechtliche Bestimmungen zukünf-
tig einzuhalten, und so einer weiteren Störung der öffentlichen Sicherheit
und Ordnung entgegenzuwirken (vgl. F-1827/2018 vom 30. September
2019 E. 7.1). Mit seinem Verhalten hat der Beschwerdeführer nach dem
bisher Gesagten gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen
bzw. unter diesen Oberbegriff fallende Rechtsgüter gefährdet. Damit be-
steht ein gewichtiges öffentliches Interesse an einer befristeten Fernhal-
tung des Beschwerdeführers.
7.3 Den öffentlichen sind die privaten Interessen des Beschwerdeführers
gegenüber zu stellen. Er reiste als Kind in die Schweiz ein und verfügt über
ein soziales Umfeld hier. In wirtschaftlicher Hinsicht konnte er sich jedoch
nicht integrieren. Seit dem 1. August 2017 ging er keiner geregelten Arbeit
mehr nach und bezog Sozialhilfe (vgl. Sozialbericht vom 24. Januar 2018).
Aufgrund seiner diversen Straftaten wurde ihm die Niederlassungsbewilli-
gung entzogen, nachdem er zuvor bereits mehrmals ausländerrechtlich ab-
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gemahnt worden war. Weder früher ergangene Verurteilungen noch die an-
gedrohten ausländerrechtlichen Konsequenzen hinderten ihn jedoch an
der Begehung weiterer Taten. An seinem Verhalten änderte auch seine
Heirat im Jahr 2013 und die Geburt seiner Kinder ([...], [...] und [...]) nichts.
Zumindest seine älteste Tochter – aus einer früheren Beziehung – ist mitt-
lerweile (...) Jahre alt und damit in einem Alter, in welchem der Kontakt
auch über moderne Kommunikationsmittel aufrechterhalten werden kann.
Den Akten lässt sich sodann entnehmen, dass seine Ehefrau am 9. Mai
2018 ein Eheschutzverfahren eingeleitet hat (vgl. Beschwerdebeilage 3).
Demzufolge ist nicht mehr von einer stabilen ehelichen Gemeinschaft aus-
zugehen. Seine Ehefrau ist ebenfalls Staatsangehörige des Kosovos und
reiste erst im Jahr 2015 in die Schweiz ein. Sollten sich die Ehepartner
wieder versöhnen, wäre es der Ehefrau und den beiden Töchtern zumut-
bar, ein Leben im Kosovo aufzubauen, zumal davon auszugehen ist, dass
ihre Familie ebenfalls dort lebt. Von einer Verwurzelung der beiden jünge-
ren Töchter in der Schweiz ist aufgrund ihres Alters noch nicht auszugehen.
Den Töchtern und ihren Müttern ist es sodann möglich, den Beschwerde-
führer im Kosovo zu besuchen. Weiter wurde dem Beschwerdeführer vom
21. Dezember 2019 bis zum 4. Januar 2020 die Einreise in die Schweiz
gewährt, so dass er seine Familie besuchen konnte (vgl. act. 13). Es ist
davon auszugehen, dass ihm die Genehmigung für einen kurzen Aufent-
halt in der Schweiz – veränderte Umstände vorbehalten – auch in Zukunft
gewährt werden kann. Eine Verletzung von Art. 8 EMRK liegt damit nicht
vor und auch aus der Kinderrechtskonvention lassen sich keine weiteren
Ansprüche ableiten. Die vorübergehende Einschränkung in der Pflege von
Kontakten zu in der Schweiz ansässigen Familienangehörigen und Be-
kannten hat der Beschwerdeführer selbst zu verantworten und in Kauf zu
nehmen. Eine wertende Gewichtung der sich gegenüberstehenden Inte-
ressen führt das Bundesverwaltungsgericht zum Ergebnis, dass das auf
fünf Jahre befristete Einreiseverbot dem Grundsatz nach und in Bezug auf
seine Dauer eine verhältnismässige und angemessene Massnahme zum
Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung darstellt.
Nicht zu beanstanden ist schliesslich, dass dem Beschwerdeführer die Ein-
reise in das Hoheitsgebiet sämtlicher Schengen-Staaten verboten wurde.
Es bleibt den Schengen-Staaten unbenommen, dem Beschwerdeführer
bei Vorliegen besonderer Gründe die Einreise in ihr Hoheitsgebiet zu ge-
statten.
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8.
Die angefochtene Verfügung ist zusammenfassend als rechtmässig im
Sinne von Art. 49 VwVG zu bestätigen. Die Beschwerde ist demnach ab-
zuweisen.
9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1'200.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]). Sie sind durch den geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe gedeckt.
(Dispositiv nächste Seite)
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