Decision ID: bd4adea3-8f99-539a-a48d-278b9f1866a5
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Dezember 2011 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Sie gab an, sie habe die Handelsmittelschule
absolviert und sie arbeite aktuell in einem Pensum von 50 Prozent als
Kundenbetreuerin. Das Gehalt belaufe sich auf 50 Prozent von 10’000 Franken pro
Monat, zuzüglich Bonus. Bei der Krankentaggeldversicherung war ein Jahreslohn von
250’000 Franken versichert (IV-act. 2). Ein Lohnausweis für das Jahr 2009 belegte
einen Jahreslohn von 237’173 Franken (IV-act. 3). Gegenüber einer Schadeninspektorin
der Krankentaggeldversicherung hatte die Versicherte im November 2011 angegeben
(Fremdakten), sie habe eine kaufmännische Lehre bei der B._ absolviert und später
für einige Jahre in C._ gearbeitet. Von September 2004 bis März 2011 sei sie als
Vermögensverwalterin tätig gewesen. Sie sei für die Akquisition von neuen Kunden und
für Vorschläge betreffend Geldanlagen zuständig gewesen. In ihrer aktuellen Tätigkeit
betreibe sie noch keine Kundenakquisition, obwohl sie das lieber als die
Vermögensverwaltung mache. Ihr fehle noch die Energie für die zur Kundenakquisition
notwendigen Reisen im In- und Ausland. Die Psychiaterin med. pract. D._ berichtete
im März 2012 (IV-act. 24), die Versicherte leide an einer prolongiert verlaufenden
depressiven Episode auf dem Boden einer depressiven Anpassungsstörung. Von Ende
März 2011 bis Ende April 2011 sei sie vollständig arbeitsunfähig gewesen; seit dem 1.
Mai 2011 sei sie wieder zu 50 Prozent arbeitsfähig. Die Tagesklinik der Integrierten
Psychiatrie E._ hielt in einem Bericht vom 4. Juni 2013 fest (IV-act. 56), die
Versicherte habe sich vom 5. Februar 2013 bis zum 30. April 2013 in einer
tagesklinischen Behandlung befunden. Sie leide an einer mittelgradigen depressiven
Episode bei einer rezidivierenden depressiven Störung, an einer posttraumatischen
Belastungsstörung respektive Traumafolgestörung sowie an Panikattacken. Sie sei
A.a.
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vollständig arbeitsunfähig. Die posttraumatische Symptomatik sei auf traumatische
biographische Erfahrungen mit innerfamiliären sexuellen Übergriffen beziehungsweise
mit erlebter sexueller Gewalt im Kindesalter sowie auf körperliche und psychische
Gewalt im Rahmen von früheren partnerschaftlichen Beziehungen zurückzuführen.
Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Psychiaterin med. pract. F._ am 2.
September 2014 ein fachärztliches Gutachten (IV-act. 90). Sie führte aus, die
Versicherte habe während der mehr als dreieinhalb Stunden dauernden Exploration
eine gleichbleibend gute Aufmerksamkeit und Konzentration gezeigt. Die mnestischen
Funktionen seien ebenfalls gut gewesen; die kognitiven Fähigkeiten hätten im oberen
Normbereich gelegen. Das formale Denken sei unauffällig gewesen. Inhaltlich sei das
Denken auf die subjektiven Beschwerden und Insuffizienzgefühle sowie auf das
subjektive Krankheitskonzept fokussiert gewesen. Bei einer etwas eingeschränkten
Affektwahrnehmung habe sich die Versicherte auf körperliche Signale, körperliche
Regungen und Beschwerden fokussiert gezeigt. Die Stimmungslage sei etwas
herabgesetzt, aber nicht erkennbar depressiv, sondern vor allem unzufrieden und
anklagend gewesen. In ihrer emotionalen Resonanzfähigkeit habe die Versicherte
angepasst, aber etwas oberflächlich gewirkt. Der Antrieb sei unauffällig, spontan, aktiv
und initiativ gewesen. Die Psychomotorik habe unauffällig gewirkt. Klinisch seien keine
circadianen Besonderheiten, keine Störungen der Steuerungsfähigkeit und keine
Anzeichen für ein erhöhtes vegetatives Erregungsniveau festzustellen gewesen. Unter
Berücksichtigung der Angaben zur sozialen und beruflichen Anamnese, der Aktenlage
sowie der im Rahmen der Untersuchung festgestellten interaktionellen Auffälligkeiten
sei der Eindruck von persönlichkeitsstrukturellen Auffälligkeiten in der Form von
narzisstischen und histrionischen Zügen entstanden. Zwischen diesem insgesamt
unauffälligen objektiven klinischen Befund und den von der Versicherten geltend
gemachten zahlreichen körperlichen und psychischen Beschwerden habe eine
erhebliche Diskrepanz bestanden. Die Versicherte habe aktuell vor allem mit einem
eigenwilligen und dysfunktionalen subjektiven Krankheitskonzept und dem daraus
resultierenden inadäquaten Krankheits-, Schon- und Vermeidungsverhalten imponiert.
Die in den Akten beschriebenen depressiven Episoden dürften rückblickend weniger
stark ausgeprägt gewesen sein als von den behandelnden Ärzten angenommen. Die
psychische Symptomatik sei deutlich durch akzentuierte Persönlichkeitszüge mit
A.b.
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narzisstischen und histrionischen Anteilen überlagert gewesen. Die Berichte der
behandelnden Ärzte wiesen zudem auffällige Diskrepanzen zwischen der subjektiven
Einschätzung der Versicherten und den in den Berichten beschriebenen zahlreichen
Aktivitäten, Fähigkeiten und interaktionalen Auffälligkeiten im Behandlungsverlauf aus.
Die von einigen der behandelnden Ärzten gestellte Diagnose einer posttraumatischen
Belastungsstörung sei nicht nachvollziehbar, da die Kriterien für diese Diagnose nicht
erfüllt seien und da die behandelnden Ärzte diese Diagnose auch nicht überzeugend
begründet hätten. Diagnostisch leide die Versicherte an einer undifferenzierten
Somatisierungsstörung, an einer gemischten Angst- und depressiven Störung
(Differentialdiagnose: Rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig leichter
depressiver Episode) sowie an akzentuierten Persönlichkeitszügen mit narzisstischen
und histrionischen Anteilen. Keine dieser Diagnosen wirke sich auf die Arbeitsfähigkeit
aus. Die Versicherte sei als Vermögensberaterin uneingeschränkt arbeitsfähig. Das
Gutachten von med. pract. F._ wurde von Dr. med. G._ vom IV-internen regionalen
ärztlichen Dienst (RAD) als überzeugend qualifiziert (IV-act. 91). Mit einer Verfügung
vom 22. Oktober 2014 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der Versicherten ab (IV-
act. 100).
Die Versicherte erhob am 21. November 2014 eine Beschwerde gegen die
Verfügung vom 22. Oktober 2014 (vgl. IV-act. 101). Da sie in ihrer Beschwerdeschrift
und in weiteren Eingaben auf wiederholte stationäre psychiatrische Behandlungen
hingewiesen hatte, entschied die IV-Stelle am 30. Januar 2015, die angefochtene
Verfügung zu widerrufen und weitere Abklärungen zu tätigen (IV-act. 120). Die
Widerrufsverfügung erging noch am selben Tag (IV-act. 123). Das
Beschwerdeverfahren wurde mit einem Entscheid vom 3. Februar 2015 abgeschrieben
(IV 2014/550; vgl. IV-act. 125). Die Klinik H._ berichtete am 7. Dezember 2015 (IV-act.
140), die Versicherte sei vom 18. Juni 2015 bis zum 27. August 2015 stationär
psychiatrisch behandelt worden. Sie leide an einer komplexen posttraumatischen
Belastungsstörung, an einer rezidivierenden depressiven Störung mit einem
gegenwärtig mittelgradig agitiert-depressiven Zustandsbild sowie an einer chronischen
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Zu Beginn des
Aufenthaltes habe die Versicherte körperlich erschöpft, zugleich aber auch deutlich
angespannt und agitiert gewirkt. Sie habe über ausgeprägte Konzentrations- und
A.c.
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Gedächtnisstörungen sowie über chronische körperliche Schmerzen geklagt. Der
Gedankengang sei beschleunigt und teilweise logorrhoisch gewesen. Die Versicherte
habe ausgeprägte Zukunftsängste gezeigt und dabei oft verzweifelt gewirkt. Nebst
einem ausgeprägten Hyperarousal hätten Intrusionen in der Form von Flashbacks und
Albträumen bestanden. Zu Beginn der Behandlung habe sich die Versicherte gut
stabilisieren können. Gegen Ende des Aufenthaltes sei sie angesichts der unklaren
beruflichen Perspektive zunehmend instabiler geworden. Sie sei wieder deutlich agitiert
gewesen, habe Existenzängste gezeigt und Suizidgedanken geäussert. Beim Austritt
sei sie angesichts der agitiert-depressiven Symptomatik sowie der ausgeprägten
Erschöpfungssymptomatik in Bezug auf ihre anspruchsvolle Tätigkeit allenfalls zu 20
Prozent arbeitsfähig gewesen. Vom 6. September 2016 bis zum 16. November 2016
befand sich die Versicherte in einer stationären Behandlung in der Klinik I._. Diese
berichtete am 30. Dezember 2016 (IV-act. 167), die Versicherte leide an einer
rezidivierenden depressiven Störung mit einem gegenwärtig schwer agitiert-
depressiven Zustandsbild, an einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung
sowie an einer chronischen Schmerzstörung. Beim Eintritt hätten ausgeprägte
Konzentrations-, Merkfähigkeits- und Gedächtnisstörungen bestanden. Das formale
Denken sei kohärent, aber sehr weitschweifig und logorrhoisch gewesen; es habe ein
Gedankendrängen bestanden. Im Affekt sei die Versicherte deutlich niedergestimmt,
affektlabil, verzweifelt, hoffnungslos, gereizt und innerlich stark unruhig gewesen. Im
Verlauf der Behandlung sei es der Versicherten immer besser gelungen, sich selbst bei
grosser Agitiertheit zu beruhigen und „sich in das Gespräch im Hier und Jetzt
zurückzuholen“. Bei Unterbrechungen des logorrhoischen Erzählens und Stoppen der
theatralischen Dramatik habe die Versicherte oft Kränkungen erlebt und sich in ihrem
Leid nicht verstanden gefühlt. Beim Austritt sei das Zustandsbild insgesamt
teilremittiert gewesen.
Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Ärztliches Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH
am 17. April 2018 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 210). Der internistische
Sachverständige hielt fest, die Anamneseerhebung sei erschwert gewesen, weil die
Versicherte immer wieder abgeschweift sei und nicht auf die gestellten Fragen
geantwortet habe. Sie habe über Nackenschmerzen rechts mit Ausstrahlung in den
Oberkiefer rechts, in das rechte Ohr, temporal rechts und in die rechte Kopfseite oben,
A.d.
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über lumbale Rückenschmerzen beidseits, über ein Einschlafen der Arme, vor allem
des rechten Arms, über ein Hitzegefühl und ein Kribbeln im Bereich der Hände und
Füsse, über eine Reisekrankheit mit Übelkeit, über rezidivierende
Bewusstseinsverluste, über rezidivierende Übelkeit mit Erbrechen, Durchfall und
Schwindel, über Allergien auf verschiedene Lebensmittel mit Ekzemen an den Händen,
über Bauchschmerzen, Blähungen und Bauchkoliken, über Schmerzen in den Füssen
bei feuchter Kälte sowie über eine Urininkontinenz geklagt. Der objektive klinische
Befund und das Blutbild seien unauffällig gewesen. Die Medikamentenspiegel für
Vortioxetin, Mirtazapin und Desmethylmirtazapin hätten unterhalb des therapeutischen
Bereichs, jener für Pregabalin knapp im therapeutischen Bereich gelegen. Aus
internistischer Sicht seien ein Colon irritabile, eine Rhinoconjunctivitis allergica, ein
Asthma bronchiale, eine Neurodermitis und eine Rosacea zu diagnostizieren. Diese
Diagnosen führten zu passageren Beschwerden, begründeten aber keine
Arbeitsunfähigkeit. Aus internistischer Sicht bestehe eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit. Der psychiatrische Sachverständige führte aus, die Versicherte habe
sehr viel geredet; das Gespräch habe strukturiert werden müssen. Sie sei affektlabil
gewesen, habe wiederholt geweint, aber – bei Erzählungen über Erfreuliches – auch
gelacht. Sie habe dramatisierend gewirkt. Die affektive Modulation sei eingeschränkt
und durchwegs zum depressiven Pol hin ausgelenkt gewesen. Insgesamt habe die
Versicherte eigentlich recht energiegeladen, aber stimmungsmässig nicht angetrieben,
sondern vielmehr dramatisierend gewirkt. Konzentrationsstörungen hätten nicht
bestanden; eine erhöhte Ermüdbarkeit habe nicht festgestellt werden können. Die
Aufmerksamkeit, die Auffassung und das Gedächtnis seien intakt gewesen. Die
Versicherte habe mehrfach geäussert, dass sie sich umbringen wolle, aber dabei habe
sie manipulativ, fast drohend gewirkt. Diagnostisch leide die Versicherte an einer
leichten depressiven Episode, die durch depressive Verstimmungen, eine erhöhte
Ermüdbarkeit, Schlafstörungen mit Albträumen, leichte Konzentrationsstörungen und
Insuffizienzgedanken gekennzeichnet sei. Im Rahmen der Depression bestehe eine
Somatisierungstendenz, aber die depressive Symptomatik stehe ganz klar im
Vordergrund, weshalb keine zusätzliche Schmerzstörung diagnostiziert werden könne.
Diagnostisch lägen akzentuierte histrionische Persönlichkeitszüge vor. Zwar lägen
posttraumatische Symptome vor, aber eine eigenständige posttraumatische
Belastungsstörung könne nicht diagnostiziert werden, weil kein emotionaler Rückzug
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im Sinne einer Abstumpfung gegenüber der Umgebung erkennbar sei. Aufgrund der
erhöhten Ermüdbarkeit bestehe ein vermehrter Pausenbedarf, weshalb der
Versicherten nur ein Arbeitsfähigkeitsgrad von 80 Prozent zugemutet werden könne.
Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung beziehe sich auf leidensadaptierte Tätigkeiten, aber
auch auf die angestammte Tätigkeit. Im Verlauf sei es allenfalls punktuell zu
höhergradigen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit gekommen. Der orthopädische
Sachverständige hielt fest, die klinisch-funktionelle Untersuchung habe unauffällige
Ergebnisse gezeitigt. Auch der radiologische Befund sei unauffällig ausgefallen. Aus
orthopädischer Sicht könnten nur chronische Nacken-Schulterbeschwerden der
dominanten rechten Seite ohne entsprechende Befunde diagnostiziert werden, die sich
nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Der neurologische Sachverständige führte
aus, bei einem unauffälligen klinischen Befund und keinem spezifischen Krankheitsbild
zuzuordnenden anamnestischen Angaben seien eine unspezifische Schmerzstörung,
anamnestisch Synkopen (möglicherweise vasovagal) sowie Kopfschmerzen und
Schwindel bei einer Somatisierungsstörung zu diagnostizieren. Keine dieser Diagnosen
wirke sich auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten aus. Die Sachverständigen hielten
nach der Konsensbesprechung fest, dass der Versicherten für die angestammte
Tätigkeit und für leidensadaptierte Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 80 Prozent zu
attestieren sei. Der RAD-Arzt Dr. G._ qualifizierte das Gutachten als überzeugend (IV-
act. 211).
Mit einem Vorbescheid vom 3. Mai 2018 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit
(IV-act. 214), dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens vorsehe. Zur Begründung
führte sie an, die von den Sachverständigen der ABI GmbH diagnostizierte leichte
depressive Störung wirke sich rechtsprechungsgemäss nicht „invalidisierend“ aus,
weshalb von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Das
zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen entspreche folglich dem
Valideneinkommen von 195’828 Franken, weshalb keine Invalidität vorliege. Dagegen
liess die Versicherte am 15. Oktober 2018 einwenden (IV-act. 228), die neu
behandelnde Psychiaterin Dr. med. J._ habe eine dekompensierte Zwangsstörung
mit Angst und Insomnie, eine Migräne und eine posttraumatische Belastungsstörung
diagnostiziert. Sie habe einen auffälligen klinischen Befund mit einem Wechsel
zwischen einer zwanghaften Logorrhoe und einem ausgeglichenen Redefluss, mit
A.e.
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B.
einem Hyperarousal, mit einem steifen, kontrollierten und antriebsgehemmten
Verhalten, mit einem wechselhaften affektiven Rapport, mit einem zwanghaften
Bemühen, alles umfassend und richtig darzustellen, mit einer mittelgradig reduzierten
Schwingungsfähigkeit sowie mit einem zwanghaften, weitschweifigen, redundanten
und logorrhoischen Gedankengang beschrieben. Ihrer Ansicht nach sei die Versicherte
vollständig arbeitsunfähig. Die Zustandsbeschreibung von Dr. J._ decke sich
weitgehend mit jener im Bericht der H._. Die Sachverständigen der ABI GmbH hätten
diese Auffälligkeiten offenbar nicht als Krankheitssymptome, sondern nur als ein
lästiges Verhalten qualifiziert. Sie hätten auch nicht richtig erfasst, wie anspruchsvoll
die angestammte Tätigkeit der Versicherten gewesen sei. Der RAD-Arzt Dr. G._ hielt
in einer internen Notiz vom 22. Januar 2019 fest, dass sich aus den neu eingereichten
medizinischen Berichten keine neuen, fallrelevanten Fakten ergäben (IV-act. 237). Mit
einer Verfügung vom 22. Januar 2019 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der
Versicherten ab IV-act. 238).
Am 25. Februar 2019 liess die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 22. Januar 2019 erheben (act. G 1). Ihre
Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die
Zusprache einer ganzen Rente rückwirkend per 19. Dezember 2012 sowie –
eventualiter – die Einholung eines Obergutachtens nach einer vorgängigen Anhörung
der Beschwerdeführerin durch das Gericht, alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zulasten der IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin).
Zur Begründung führte sie aus, die Versicherte kämpfe seit Jahren mit erheblichen
psychischen Problemen, die wiederholt stationäre Behandlungen erfordert hätten. Sie
habe während eines langen Zeitraums versucht, ihren Arbeitsplatz zu erhalten. Immer
wieder habe sie im Umfang von 20 Prozent oder mehr gearbeitet. Die Arbeit habe von
ihr eine absolute Konzentration, lange Arbeitszeiten und regelmässige Reisen verlangt.
Die Beschwerdeführerin habe die Börse immer im Auge haben, politische Bewegungen
weltweit verfolgen und je nachdem umgehend und gleichzeitig überlegt reagieren
müssen. Die Verantwortung sei sehr hoch gewesen, da die Kunden ihr Millionenbeträge
anvertraut hätten. Die Sachverständigen der ABI GmbH hätten das Anforderungsprofil
nicht richtig erfasst. Die Beschwerdeführerin könne nicht einmal das Risiko von
B.a.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 22. Januar 2019 hat die Beschwerdegegnerin
ein Rentenbegehren der Beschwerdeführerin abgewiesen. Den Gegenstand des
vorangegangenen Verwaltungsverfahrens hat also die Frage nach einem allfälligen
Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung gebildet.
Da dieses Beschwerdeverfahren die Überprüfung der angefochtenen Verfügung auf
deren Rechtmässigkeit bezweckt, muss sein Gegenstand jenem des vorangegangenen
Verwaltungsverfahrens entsprechen, was bedeutet, dass in diesem
Beschwerdeverfahren zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf
eine Rente der Invalidenversicherung hat.
leisesten Konzentrationsdefiziten eingehen, da diese Millionenverluste zur Folge haben
könnten. Die Sachverständigen der ABI GmbH hätten offenbar auch Mühe mit der Art
der Beschwerdeführerin, ihre Beschwerden sehr ausführlich, weitschweifig und teils
abschweifend zu schildern, bekundet. Dies gehöre aber zur
Gesundheitsbeeinträchtigung der Beschwerdeführerin und hätte entsprechend
gewürdigt werden müssen. Die Beschwerdeführerin sei insgesamt bereits viermal in
der auf Traumata spezialisierten Klinik H._ behandelt worden. Dass die Fachärzte
nach mehreren Monaten Behandlung mit ihrer Einschätzung komplett falsch gelegen
haben sollten, sei nicht vorstellbar.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 17. April 2019 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie an, das Gutachten der ABI GmbH sei
in jeder Hinsicht überzeugend; „sämtliche Rügen der Beschwerdeführerin gegen das
ABI-Gutachten schlagen nicht durch“. Der objektive klinische Befund sei weitgehend
unauffällig gewesen. Die Berichte der behandelnden Ärzte weckten keine ernsthaften
Zweifel an der Überzeugungskraft des Gutachtens der ABI GmbH. Weshalb die
Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit nicht in einem Pensum von 80 Prozent
sollte ausüben können, sei nicht ersichtlich.
B.b.
Die Beschwerdeführerin liess am 13. September 2019 an ihren Anträgen festhalten
(act. G 13). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 14 f.).
B.c.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 10/14
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2.
Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die
während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, hat laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität
wird gemäss dem Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu
jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben
wäre.
2.1.
Die Beschwerdeführerin hat sich nach dem Abschluss einer kaufmännischen
Ausbildung im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit zur Vermögensberaterin
weitergebildet. Sie hat geltend gemacht, dass es ihr die so erlernten Fähigkeiten
ermöglicht hätten, über viele Jahre hinweg eine hoch anspruchsvolle Tätigkeit
auszuüben, die sowohl die Akquise von neuen, vermögenden Kunden als auch die
Verwaltung des Vermögens von bestehenden Kunden beinhaltet habe. Diese Tätigkeit
habe eine Erreichbarkeit und Verfügbarkeit praktisch rund um die Uhr verlangt. Sie sei
mit einer sehr hohen Verantwortung verbunden gewesen und sie habe oft rasche
Entscheidungen unter Berücksichtigung vielschichtiger und komplexer
Zusammenhänge erfordert. Diese subjektive Schilderung erscheint zwar – gerade auch
mit Blick auf das in jener Tätigkeit erzielte hohe Gehalt von etwa 200’000 Franken pro
Jahr – glaubhaft, reicht für sich allein aber nicht aus, um das Anforderungsprofil der vor
dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeübten Tätigkeit mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen, denn die
allgemeine Lebenserfahrung erlaubt es nicht, zu beurteilen, inwiefern diese Angaben
der objektiven Realität entsprechen. Die von der Beschwerdeführerin ausgeübte
Tätigkeit ist nämlich so hochspezialisiert gewesen, dass eine Drittperson ohne eigene
Erfahrungen in jener Tätigkeit sich keine rechte Vorstellung von deren Anforderungen
machen kann. Selbst eine erfahrene IV-Sachbearbeiterin oder ein erfahrener
medizinischer Sachverständiger dürfte nicht in der Lage sein, sich allein aufgrund der
eigenen („allgemeinen“) Lebenserfahrung eine konkrete, zuverlässige Vorstellung von
den spezifischen Anforderungen der angestammten Tätigkeit der Beschwerdeführerin
2.2.
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an die Konzentrationsfähigkeit, an die Durchhaltefähigkeit etc. zu machen. Das
Erstellen eines detaillierten Anforderungsprofils jener Tätigkeit ist also ohne
zuverlässige, objektive Angaben eines „Branchenkenners“ nicht möglich. In den Akten
finden sich keine solchen objektiven Angaben, die eine präzise, überwiegend
wahrscheinliche Definition des Anforderungsprofils der erlernten Tätigkeit erlauben
würden. Die medizinischen Sachverständigen der ABI GmbH haben sich deshalb bei
der Beantwortung der Frage nach der Zumutbarkeit der angestammten Tätigkeit trotz
der Gesundheitsbeeinträchtigung nur auf ihre – für diesen Fall nicht ausreichende –
allgemeine Lebenserfahrung stützen können. Sie haben sich zwar dazu äussern
können, welche körperlichen, psychischen und geistigen Belastungen der
Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht in welchem Ausmass zugemutet werden
können, aber sie haben dieses „Zumutbarkeitsprofil“ nicht mit dem Anforderungsprofil
der angestammten Tätigkeit „abgleichen“ können, weil die Beschwerdegegnerin ihnen
kein solches Anforderungsprofil zur Verfügung gestellt hatte. Sowohl das Gutachten
der ABI GmbH als auch das frühere psychiatrische Gutachten von med. pract. F._
erwecken den Eindruck, dass die medizinischen Sachverständigen – lediglich auf ihre
allgemeine Lebenserfahrung angewiesen – nicht in der Lage gewesen sind, eine
Zumutbarkeitsbeurteilung gemessen an den konkreten Anforderungen der
angestammten Tätigkeit der Beschwerdeführerin abzugeben, denn keines der
Gutachten enthält einen Hinweis darauf, dass die medizinischen Sachverständigen
beispielsweise dem hohen Dauerstress oder den überdurchschnittlichen
Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit Rechnung getragen hätten, die für die
Ausübung jener Tätigkeit, zumindest gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin,
notwendig gewesen sind. Das bedeutet nicht, dass das Gutachten der ABI GmbH
(oder das Gutachten von med. pract. F._) mangelhaft wäre, sondern nur dass es
unvollständig ist, weil die Beschwerdegegnerin den Sachverständigen nicht all jene
Informationen zur Verfügung gestellt hat, die diese zur Beantwortung der Frage nach
der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit benötigt
hätten. Schon vor über 20 Jahren ist in der Lehre darauf hingewiesen worden, dass die
Bestimmung der Arbeitsfähigkeit für eine bestimmte Tätigkeit eine Zusammenarbeit
zwischen einem Berufsberater und einem medizinischen Sachverständigen erfordert
respektive dass ein medizinischer Sachverständiger seine Arbeitsfähigkeitsschätzung
auf der Grundlage eines von einem Berufsberater erstellten Anforderungsprofils
abgeben sollte (Franz Schlauri, Medizinische Arbeitsfähigkeitsschätzung, in: René
Schaffhauser/Franz Schlauri, Rechtsfragen der Eingliederung Behinderter, 2000, S. 180
f.). Indem die Beschwerdegegnerin kein solches Anforderungsprofil hat erstellen
lassen, hat sie es den medizinischen Sachverständigen letztlich verunmöglicht, eine
überwiegend wahrscheinlich richtige Zumutbarkeitsbeurteilung bezüglich der
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angestammten Tätigkeit abzugeben. Die angefochtene Verfügung beruht folglich auf
einem ungenügend abgeklärten Sachverhalt, weshalb sie in Verletzung der
Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen ist und als rechtswidrig
aufgehoben werden muss.
Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird ihre
Berufsberatung oder nötigenfalls auch einen externen Sachverständigen damit
beauftragen, ein präzises Anforderungsprofil der angestammten Tätigkeit zu
formulieren. Der Berufsberater oder der externe Sachverständige wird dafür – wie ein
medizinischer Sachverständiger bei der Erstellung eines Administrativgutachtens –
eingehende Abklärungen tätigen und seine Schlussfolgerungen bezüglich des
Anforderungsprofils der angestammten Tätigkeit für Laien verständlich und
überzeugend begründen. Er wird sich in seiner Expertise auch zur Höhe jenes Lohnes
äussern, der mit dieser Tätigkeit auf dem invalidenversicherungsrechtlich
massgebenden (fiktiven) allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt erzielt werden
kann. Den entsprechenden Betrag wird die Beschwerdegegnerin dann bei der
Bemessung des Invaliditätsgrades als Valideneinkommen berücksichtigen, da davon
auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin diese Tätigkeit ohne die
Gesundheitsbeeinträchtigung weiterhin ausgeübt hätte und da dies auch das
ökonomisch sinnvollste Verhalten gewesen wäre, weil die Beschwerdeführerin mit einer
anderen Tätigkeit kein mindestens gleich hohes Erwerbseinkommen hätte erzielen
können. Anschliessend wird die Beschwerdegegnerin die Sachverständigen der ABI
GmbH im Sinne einer Ergänzung des Gutachtens auffordern, sich eingehend zur
Zumutbarkeit der angestammten Tätigkeit unter Berücksichtigung des detaillierten
Anforderungsprofils und der bei der Begutachtung erhobenen objektiven Befunde zu
äussern. Selbstverständlich steht es der Beschwerdegegnerin frei, nach den
berufsberaterischen Abklärungen ein neues Gutachten bei der ABI GmbH oder bei
einer anderen MEDAS in Auftrag zu geben, wenn beispielsweise der RAD ein solches
Vorgehen empfehlen sollte.
2.3.
Sollte sich ergeben, dass die angestammte Tätigkeit nicht oder nur noch deutlich
eingeschränkt zumutbar ist, wird die Beschwerdegegnerin dem Grundsatz
„Eingliederung vor Rente“ folgend (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020,
Vorbemerkungen N 86 ff., mit Hinweisen) eine Umschulung der Beschwerdeführerin in
eine leidensadaptierte Tätigkeit zu prüfen haben. Müsste die Beschwerdeführerin
nämlich in eine „gewöhnliche“ kaufmännische Tätigkeit wechseln, die ihr gemäss dem
diesbezüglich überzeugenden Gutachten der ABI GmbH zu 80 Prozent zumutbar ist,
könnte sie nur ein Erwerbseinkommen erzielen, das deutlich tiefer als das
2.4.
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3.
Dieser Verfahrensausgang gilt rechtsprechungsgemäss als ein vollständiges Obsiegen
der Beschwerdeführerin. Die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes
auf 600 Franken festzusetzenden Gerichtskosten sind deshalb der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen; der Beschwerdeführerin ist der von ihr geleistete
Kostenvorschuss von 600 Franken zurückzuerstatten. Die Beschwerdegegnerin hat der
Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung auszurichten. In einem durchschnittlich
aufwendigen IV-Rentenfall spricht das Versicherungsgericht neu eine pauschale
Parteientschädigung von 4’000 Franken (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu. In einer Plenarsitzung vom 25. Mai 2021 haben die
Versicherungsrichterinnen und Versicherungsrichter beschlossen, die
durchschnittlichen Ansätze für die Parteientschädigungen um 500 Franken zu erhöhen.
Aus Praktikabilitätsgründen soll diese Praxisänderung sofort auf alle hängigen Fälle
Anwendung finden. Diese Übergangsregelung führt dazu, dass die
Beschwerdegegnerin einen Nachteil erleidet, weil sie allein deswegen eine um 500
Franken höhere Parteientschädigung ausrichten muss, weil die Beschwerde erst nach
dem Plenumsbeschluss vom 25. Mai 2021 beurteilt wird. Die Beschwerdegegnerin soll
dies gemäss dem Beschluss des Richterplenums allerdings im Interesse der
Praktikabilität in Kauf nehmen müssen.
Valideneinkommen wäre, wodurch wohl ein Rentenanspruch resultieren würde. Der
statische Zentralwert der standardisierten Monatslöhne für ausgebildete
Mitarbeiterinnen für Finanz- und Versicherungsdienstleistungen hat sich nämlich im
Jahr 2018 auf 6’950 Franken belaufen (Bundesamt für Statistik, Schweizer
Lohnstrukturerhebung 2018, Tabelle A1, Branchen 64–66, Kompetenzniveau 3), was
bei einer Arbeitsfähigkeit von 80 Prozent einem Jahreslohn von knapp 70’000 Franken
entsprechen würde. Im Vergleich zum Valideneinkommen von rund 200’000 Franken
ergäbe sich folglich eine Erwerbseinbusse von rund 130’000 Franken respektive ein
Invaliditätsgrad von rund 65 Prozent. Zusammenfassend ist die Sache also zur
Anfertigung eines spezifischen Anforderungsprofils der angestammten Tätigkeit durch
einen Berufsberater oder einen spezialisierten Sachverständigen, zur anschliessenden
Ergänzung des Gutachtens der ABI GmbH und allenfalls zur Prüfung und Durchführung
von beruflichen Eingliederungsmassnahmen (respektive einer Umschulung) sowie zur
neuen Verfügung betreffend das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 14/14
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