Decision ID: 3e24ec5a-7110-4ede-8bc7-155af8bd3087
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
D
ie
197
8
geborene
X._
absolvierte
nach
dem Besuch der
Primar- und Sekundar
schule sowie
des
Progymnasium
s
von
August 1996
bis Juni 1999 bei der
Z._
AG eine kaufmännische Lehre mit Berufsmatura (
Urk.
2/21,
Urk.
6 S. 3
, Urk.
11/16/5
). Danach arbeite
te sie im Call Center
der
Z._
AG (
Urk.
1 S. 2
,
Urk.
6 S. 3
,
Urk.
11/
5/2
).
In dieser Eigenschaft war
sie
bei der
Pensionskasse
der
Z._
berufsvorsorgeversichert
.
Das Arbeitsverhältnis wurde am 2
1.
Dezem
ber 2001 von der
Z._
aus disziplinarischen Gründen (fehlende Pünktlich
keit, Nichteinhaltung des Schichtplanes)
gekündigt
(
Urk.
11/5/
2,
Urk.
2/3)
. Es endete aufgrund der Sperrfrist
im
Krankheit
sfall
am 3
1.
August 2002 (
Urk.
2/3
).
Wegen
der Nachdeckungsfrist war
X._
n
och bis 3
0.
September 2002 bei der Pensionskasse der
Z._
versichert (
Urk.
6 S. 3).
1.2
Am
2
9.
März 2003
meldete sich
X._
unter Hinweis auf eine
seit Februar 2002 bestehende paranoide Schizophrenie
bei der
Sozialversicherungs
anstalt
A._
,
IV-Stelle
,
zum
Leistungsbezug an
(
Urk. 1
1
/4
).
Diese
sprach ih
r
– nach einschlägigen Abklärungen
und Eingliederungsmassnahmen (vgl.
Urk.
11/28
,
Urk.
11/34
,
Urk.
11/41
)
– mit Verfügung vom
26
.
September 2005
mit Wirkung ab 1.
Juli
2005
eine
auf einem Invaliditätsgrad von 58
%
ba
sierende
halbe
Invaliden
rente
zu (Urk.
11/
48
).
Daraufhin wurde die halbe
Inva
lidenrente mit Verfügung 2
7.
Februar 2008
per Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats
wieder aufgehoben (Urk. 11/
62
). Am 2
9.
Dezember 2008 meldete sich
X._
bei der nunmehr auf
grund des Wohn
sitzwechsels zuständigen Sozialversicherungsanstalt des Kantons Aar
gau,
IV-Stelle,
erneut zum Leistungsbezug an
(Urk. 11/67)
. Die IV-Stelle
Aargau
sprach ihr
mit Verfügung vom 15. Juli 2010
mit Wirkung ab
1.
Juli 2008
wieder
eine halbe Invalidenrente zu
(
Urk.
11/82)
. Am
8.
Januar 2015 beantragte die Versicherte eine Erhöhung der
Invalidenrente
(
Urk.
11
/
93
).
1.3
X._
hatte
sich
zuvor
am
13. Oktober 2014 an die Pensionskasse der
Z._
gewandt
und die Ausrichtung von Invalidenleistungen
beantragt
.
Diese lehnte ihre Leistungspflicht ab,
verzichtete
am 1
4.
Oktober 2015 aber auf die Einrede der Verjährung, soweit die Verjährung nicht bereits eingetreten
sei
(
vgl.
Urk.
1 S. 3
,
Urk.
2/18
).
2.
Am 1. März 2016 erhob
X._
gegen die Pensionskasse der
Z._
Klage
und beantragte, d
ie Beklagte sei zu verpflichten,
ihr
zumindest ab
1.
Oktober 2009 die gesetzlichen und reglementarischen
Rentenl
eistungen zuzüglich Zins von 5
%
seit
1.
März 2016 zu erbringen
(
Urk.
1 S. 2)
.
Die Beklagte beantragte mit Klageantwort vom
20
.
April 2016
Abweisung der Klage
. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie, dass die Akten der Eid
genössischen Invalidenversicherung in Sachen der Klägerin einzuholen seien (Urk. 6 S. 2).
Nachdem
die IV-Akten in Sachen der Klägerin (Urk. 11/1-133)
mit
Gerichtsver
fü
gung
vom
22. April 2016
(Urk.
9
) beigezogen worden waren, hiel
ten die Parteien replicando (Urk.
15
) und duplicando (Urk.
21
)
jeweils
an ihren Rechtsbegehren fest.
Die Beklagte beantragte zusätzlich, dass ein Gerichts
gut
achten einzuholen sei (
Urk.
21 S. 2).
Am 15.
September 2016 wurde der Kläge
rin die Duplik zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
23).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 73 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter
lassenen und Invalidenvorsorge (BVG) bestimmt sich der Gerichtsstand nach dem schwei
zerischen Sitz oder Wohnsitz des Beklagten oder dem Ort des Be
trie
bes, bei dem der Versicherte angestellt worden war, wobei die klagende Partei den Gerichts
stand wählen kann (
Urteil des Bundesgerichts
B 93/04
vom 9.
August 2005 E. 2.3
mit Hinwei
sen).
1.2
Da die Beklagte ihren Sitz im Kanton Zürich hat (vgl. Internet-Auszug
aus dem
Handelsregister des Kantons Zürich), ist das angerufene Gericht für die Beur
tei
lung der vorliegenden Klage örtlich und sachlich zuständig.
2.
2.
1
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss
Art.
23 BVG Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40
%
invalid sind und bei Ein
tritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren.
Nach
Art.
23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der relevan
ten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Ver
sicher
teneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Ver
schlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später inva
lid werden. Für eine einmal aus
während der Versicherungsdauer aufgetre
tene
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeein
richtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vor
sorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (
Art.
26
Abs.
3 BVG e contrario; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
2.
2
Art.
23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorgeeinrich
tungen gegeneinander abzu
grenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversicherung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistun
gen nach
Art.
23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vor
sorgeeinrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeit
punkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsun
fähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeit
neh
mer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzu
kommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Inva
lidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130
V
270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeits
fähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spät
folgen einer Krankheit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unter
bre
chung des zeitlichen Zusammenhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückge
kehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Arbeitsun
fähigkeit und Invalidität in schematischer (analoger) Anwendung der Regeln von
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichti
gen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, nament
lich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische ärztliche Beurtei
lung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E. lc, 120 V 112 E. 2c/aa und 2c/
bb
mit Hinweisen).
2.
3
Der zeitliche Zusammenhang zur später eingetretenen Invalidität als weitere Voraussetzung für den Anspruch auf Invalidenleistungen der damaligen Vor
sorgeeinrichtung beurteilt
sich
nach der Arbeits
unfähigkeit
respektive Arbeits
fähigkeit
in einer der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten zu
mutba
ren
Tätigkeit. Diese Beschäftigung muss
jedoch bezogen auf die angestammte Arbeit die Erzielung
eines rentenausschliessenden Einkom
mens erlauben (BGE 134 V 20 E. 5.3; Urteil
des Bundesgerichts 9C_536/2012 vom 28. Dezember 2012 E. 2.1.3 mit weiteren Hinweisen).
2.
4
Mit Urteil B 51/05 vom
7.
September 2006 führte das Bundesgericht zum zeitli
chen Zusammenhang bei Schubkrankheiten in E. 5.1 folgendes aus:
Bei der Würdigung des Sachverhalts, die mit aller Sorgfalt zu erfolgen hat, muss dem Wesen einer Schubkrankheit wie
zum Beispiel
der Schizophrenie besonders Rechnung getragen werden, bei der sich Perioden der Arbeitsfähigkeit und sol
che der vollen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit oft kurzfristig ablösen (vgl.
BGE 99 V 100 f.
E. 2). Typisch für die Krankheit ist zudem das mangelnde Bewusstsein derselben (Urteil
des Bundesgerichts
B 30/04
vom 2
0.
Juli 2005). Ein allzu strenger Massstab bei der Beurteilung der zeitlichen Konnexität im Falle einer Schubkrankheit würde sodann dazu führen, dass regelmässig jene Vorsorge
einrichtung, die bei Ausbruch der Krankheit leistungspflichtig war, bei späteren invalidisierenden Schüben Rentenleistungen zu bezahlen hätte, selbst wenn unter Umständen längere Abschnitte mit wiederhergestellter und in meh
reren, wenn auch kurzen, Anstellungsverhältnissen verwerteter Arbeits
fähigkeit dazwischen liegen. Ein solches Ergebnis wäre unter dem Gesichtspunkt des Versicherungsschutzes in der beruflichen Vorsorge in jenen Fällen unerwünscht
und gar als stossend zu bezeichnen, in welchen die Schub
krank
heit zu einem Zeitpunkt ausbricht, in welchem eine Versicherungsdeckung fehlt. Den gesam
ten Umständen des Einzelfalles kommt daher besondere Bedeutung zu (Urteil
des Bundesgerichts
B 12/03
vom 1
2.
November 2003).
2.
5
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenversi
cherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der berufli
chen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in fine). Diese Konzeption fusst auf der Über
le
gung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen auf
wändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente ent
schei
dend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete An
mel
dung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung recht
spre
chungs
gemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sach
verhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung beziehungsweise das Berufsvor
sorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins Vorbescheidverfahren (a
Art.
73
bis
IVV; seit
1.
Juli 2006:
Art.
73
ter
IVV) ein
bezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1 mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich, masslich und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfah
ren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invali
ditätsbemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
2.
6
Die Leistungsansprüche verjähren nicht, sofern die Versicherten im Zeitpunkt des Versicherungsfalles die Vorsorgeeinrichtung nicht verlassen haben (
Art.
41
Abs.
1 BVG).
Forderungen auf periodische Beiträge und Leistungen verjähren nach fünf, andere nach zehn Jahren. Die
Art.
129-142 OR sind anwendbar (Art.
41
Abs.
2 BVG).
3.
3.1
Die Klägerin bringt im Wesentlichen vor, dass bei ihr seit Ende 2001 / Anfang 2002 eine schwere psychische Störung diagnostiziert worden sei (
Urk.
1 S. 3). Aufgrund der IV-Akten sei erstellt, dass sie bereits während ihres Arbeits
ver
hältnisses bei der
Z._
AG
,
und damit
,
als sie bei der Beklagten berufsvorsorge
versichert gewesen sei, an derselben gesundheitlichen Einschränkung gelitten habe. Diese habe sich erheblich auf ihre Arbeitsfähigkeit ausgewirkt und zur Zusprache einer Invalidenrente geführt. Der sachliche
Zusammenhang
sei
daher gegeben
.
Sie
habe sich mit Ausnahme von rund zwei Wochen im August 2003 zwischen April 2003 und März 2004 auf den Philippinen und
in
den umliegen
den Ländern aufgehalten. Es
bestünden
a
ber echtzeitliche Arztzeugnisse
, die auch während des Auslandaufenthalts zumindest eine 50%ige Arbeitsun
fähig
keit bestätigen würden
.
Der zeitliche Zusammenhang sei durch den Aus
lands
aufenthalt mithin nicht unterbrochen worden
(Urk. 1 S. 4)
.
Sie leide seit dem Jahr 2002 an einer schizoaffektiven Störung. Aus keinem Arztbericht gehe her
vor, dass der sporadische Konsum von Betäubungsmitteln eine wesentliche Bedeutung habe. Als Ursache für die immer wieder aufgetre
tenen psychischen Dekompensationen würden vielmehr Druck- und Stresssitua
tionen ge
n
annt (
Urk.
15 S. 4).
Nachdem
sie zwei Jahre als temporäre Mitarbei
terin
in einem Pensum von 60 bis 65
%
bei
G._
tätig gewesen sei, sei ihre halbe Invali
denrente mit Verfügung der IV-Stelle
A._
vom 2
7.
Februar 2008 aufgehoben worden. Bereits im Juli 2008 sei
es
aber
bei der neuen Voll
zeit
stelle zur erneuten psychischen Dekom
p
ensation
gekommen
(
Urk.
15 S.
6).
3.2
Die Beklagte bringt demgegenüber
im Wesentlichen
vor
, dass die Versiche
rungsde
ckung am 3
0.
September 2002 geendet habe.
Die Klägerin
sei damals bis 11.
Dezember 2002 in der Klinik gewesen. Im April 2003 habe sie sich zusam
men mit ihrem Freund auf eine Weltreise begeben und habe in dieser Zeit
weder
eine Therapie absolviert
noch
Medikamente eingenommen. Wäre sie in dieser Zeit in der Schweiz gewesen und hätte sie sich bei der Arbeitslosen
ver
sicherung
angemeldet, wäre sie zu 100
%
vermittelbar gewesen. Am 3
0.
September 2003 habe ihr Arzt der IV-Stelle mitgeteilt, dass die Klägerin die IV-Anmeldung zurückziehen wolle, da es ihr so gut gehe. Erst im März 2004, mithin 15 Monate nach dem Austritt aus der Klinik, sei es infolge des Konsums von Haschisch erneut zu einem Rückfall gekommen, was zur Rück
reise in die Schweiz geführt habe
(
Urk.
6 S. 4-6).
Der zeitliche
Zusammenhang
zur Versicherungsunter
stel
lung bei der Beklagten sei
bereits
dadurch
unter
brochen
worden
(
Urk.
6 S.
9).
4.
4.1
4.1.1
In den Akten lassen sich folgende entscheidrelevante medizinische Unterlagen finden:
4.
1.
2
Dr.
med. B._
, Oberärztin, und
lic
. phil.
C._
,
Psychologe, Psycho
therapeut FSP, K
antonale Psychiatrische Klinik D._
,
führten
im Bericht vom 1
5.
Juni 2004 als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits
fä
higkeit eine paranoide Schizophrenie (ICD-10: F20.0; bestehend seit ca. Ende 2001) sowie
einen
gelegentlich schädliche
n
Gebrauch von Cannabis (ICD-10: F12; bestehend seit ca. 1995)
auf
. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit nannten sie
“anamnestisch Kokainmissbrauch, gegenwärtig abstinent“
(Urk. 11/16/3)
.
Sie attestierten der Klägerin eine 75%ige Arbeitsunfä
higkeit als kaufmännische Angestellte seit Ende 2001
(Urk. 11/16/1)
.
Sie hielten
weiter
fest, dass die Klägerin eine kauf
männische Lehre abgeschlossen habe. Dort habe s
ie
auch ihren Freund kennen
gelernt, mit welchem sie im Juni 2001 zusam
mengezogen sei. Danach habe die Klägerin zunehmend psychische Pro
b
leme bekommen. Zunächst habe sie sich häufiger depressiv gefühlt. Im Herbst 2001 habe die Klägerin bei einem Call-Center der
Z._
AG gearbeitet. Der Druck bei der Arbeit sei dort sehr stark gewesen und sie habe dies auf Dauer nicht mehr ertragen. Sie habe immer mehr Fehlzeiten gehabt. Zu Hause habe
sie ver
stärkt Haschisch konsumiert sowie gelegentlich Kokain, zusammen mit ihrem Freund. Ab Dezember 2001 habe sich die Klägerin
krankschreiben
lassen. An
fangs 2002 sei
es
zu einer zunehmend paranoiden Entwicklung mit Realitäts
ver
lust, Verfolgungswahn und Beeinträchtigungsideen gekommen. Am 1
3.
Februar 2005
(richtig: 2002)
sei die Klägerin erstmals in der
D._
hospitalisiert worden. Bei Aufnahme sei sie stark verlangsamt ge
wesen, mit Beeinträch
tigungs- und Verfolgungsideen sowie optische
n
und akus
tische
n
Halluzina
tionen. Ausser
dem hätten sich deutliche Denkstörungen gezeigt. Unter der Behandlung sei die Psychose nach ca. einer Woche beinahe voll
ständig remittiert
. Nach dem Austritt sei
es
jedoch bereits nach zwei Monaten wieder zu einem Rückfall
gekommen, der am
5.
Mai 2002 eine erneute
Hospita
lisation
in der
D._
notwendig gemacht habe. Die Klägerin sei erneut deutlich psy
chotisch gewesen und dieses Mal habe sich die Symptomatik nur langsamer und auch nur teilweise gebessert. Deshalb sei bis zum 11. Dezember 2002 ein län
gere
r
Rehabiliationsaufenthalt
in der
D._
notwendig ge
wesen. Anschliessend sei sie durch die Tagesklinik
E._
weiter betreut wor
den. Im April 2003 sei die Klägerin zusammen mit ihrem Freund auf eine Welt
reise gegangen. Die Klägerin habe zu diesem Zeitpunkt die antipsychotische Medikation ab
ge
setzt, trotzdem sei es ihr recht gut gegangen. Im März 2004 sei es jedoch nach Haschischkonsum zu einem erneuten Rückfall
gekommen
, wel
cher eine sofortige Rückreise in die Schweiz notwendig gemacht habe. Nach einer erneuten Hospitalisation vom 1
1.
März 2004 bis zum
8.
April 2004 habe die Klägerin
die Klinik
in gebessertem Zustand verlassen
und sei danach in der Tagesklinik
E._
weiterbetreut worden
(
Urk. 11
/
16/5
)
.
4.
1.3
Dr.
med. Dipl.-Psych.
F._
,
Oberarzt Externe Psychiatrische Dienste
E._
,
führte im Bericht vom 1
6.
Juni 2004 die Diagnose schizo
affek
tive Störung (ICD-10: F25), Differential
diagnose: paranoide Sc
hizophrenie (ICD-10: F 20.1) an
. Er attestierte der
Klägerin
eine 100
%ige Arbeitsunfähigkeit von Februar 2004 bis 3
1.
Mai 2004 sowie eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vo
m
1.
Juni 2004 bis auf Weiteres
(Urk. 11/17/1)
.
4.
1.4
Im
Bericht vom 2
8.
Juli 2005 stellte
Dr.
F._
die Diagnose
schizoaffektive
Stö
rung (ICD-10: F 25; bestehend seit 2001) und attestierte der Klägerin eine 35%ige Arbeitsunfähigkeit seit
1.
März 2005
(
Urk. 11/51/1,
Urk.
11/42
/1
)
.
Er schrieb sodann
, dass die Entwicklung seit April 2004 als sehr erfreulich einzu
stufen sei. Insbesondere habe die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie eher ausgeschlossen werden können. Die Klägerin leide unter einer schizoaffek
tiven Störung, die aber deutliche Zeichen einer bi
polaren affektiven Störung zeige. Unter der medikamentösen Behandlung mit Solian®, initial 100 mg pro Tag, dann 50 mg pro Tag, seien keine psychotischen Symptome mehr aufgetreten und auch die Affektlage sei erfreulich stabil geblieben. Allerdings werde immer wieder deutlich, dass die Klägerin in psychosozialen Belastungs- und vor allem Stresssituationen rückfallgefährdet sei. Auch im Rahmen der Wiederein
gliede
rungsmassnahmen in der Sozialen Stellenbörse sei deutlich geworden, dass der Klägerin selbst in einem geschütz
teren Rahmen ein höheres
Pensum als 80
%
nicht zuzumuten sei. Unter Berücksichtigung der Belastung auf dem freien Arbeitsmarkt sei von einer Arbeitsfähigkeit von 60 bis 70
%
auszugehen (Urk.
11/42/3).
4.1.5
Dr.
F._
führte i
m Bericht vom
3.
August 2006 sodann aus, dass sich die psychi
sche Situation der Klägerin weiterhin erfreulich stabilisiert habe. Im Mai 2006 sei es ihr gelungen, eine Temporärarbeit in der Finanzbuchhaltung
bei der
G._
mit einem variablen Pensum von 50 bis 60
%
zu bekommen. In Belastungs
situationen komme es immer wieder zu kleineren psychischen Krisen, welche die Klägerin jedoch, auch mit Hilfe der ambulanten Psychotherapie, bewältigen könne. Bis auf die belastungsabhängigen Symptome sei der psycho
patholo
gische Befund insgesamt unter der Behandlung mit
dem
Neuroleptikum
Solian®
und der regelmässigen ambulanten Psychotherapie relativ unauffällig (Urk.
11/51/2).
4.1.6
Mit Schreiben vom 2
2.
September 2006 hielt
Dr.
F._
fest, dass die aktuelle Arbeitsunfähigkeit der Klägerin
4
0
%
betrage. Sie habe sich selbständig eine Arbeitsstelle mit einem
6
0%-Pensum gesucht und tendiere eher dazu sich zu überfordern. Bei einem höheren Pensum als 60
%
wäre die momentan erfreulich stabile psychische Situation im Sinne einer Dekompensation gefährdet. Es bleibe abzuwarten, inwieweit sie auf längere Sicht in der Lage sei, dieses 60%ige Pensum auszu
üben
(
Urk.
11/56).
4.1.
7
Im Bericht vom 1
9.
Dezember 2007 schrieb
Dr.
F._
, dass die Klägerin in der Lage gewesen sei, einem 50
%
bis 60
%
Stellenpensum als Mitarbeiterin der Verwaltung von
G._
im Rahmen einer temporären Anstellung gerecht zu werden. Abends
besuche
si
e
ausserdem Fortbildungskurse im Rahmen einer Ausbildung zur Personalfachfrau. Damit scheine sie aus psychiatrischer Sicht am oberen Limit ihrer Belastungsfähigkeit zu stehen. In psychosozialen Be
las
tungssituationen, z. B. Auseinandersetzungen mit dem Freund aber auch ande
re
n
private
n
Konflikte
,
habe immer wieder die Ge
fahr einer psychischen Dekompen
sierung bestanden. Sie sei dabei sehr gut in der Lage, selbst mögliche Anzeichen einer depressiven, aber auch psychotischen Dekompensation zu sehen und rechtzeitig, in Zusammenarbeit mit ihm (
Dr.
F._
) und anderen Bezugsper
sonen,
gegenzu
steuern. Nach wie vor benötige
die Klägerin eine begleitende antipsychotische Behandlung mit dem Medikament Solian®. Es sei bisher als sehr erfreulich zu bezeichnen, dass es nun über einen langen Zeit
raum nicht mehr zu einer gravierenden psychischen Dekompensation mit einer Notwendigkeit zur Hospitalisation oder längerer Krankschreibung gekommen sei. Trotzdem sei die diesbezügliche Vulnerabilität der Klägerin sehr zu beach
ten, um diese Überforderung über ein gewisses Mass hinaus zu ver
meiden (Urk.
11/59/2).
4.1.8
Dem Bericht von
Dr.
med.
H._
, Oberarzt, und
Dr.
med.
I._
, Assistenzärztin,
E._
, vom 2
0.
Januar 2009 ist zu entnehmen, dass
es im Rahmen der bei der
Klägerin seit 2001 bestehenden gemischten schizoaffektiven Störung immer wieder zu psychotischen, manischen und depressiven Episoden gekommen sei. Ende 2007/Anfang 2008 sei eine gewisse Stabilisierung zu verzeichnen gewesen. Trotzdem sei die Belastbarkeit der Klä
gerin eingeschränkt gewesen und es sei immer wieder in Belastungs
situationen zu erhöhter Irritierbarkeit, zu Konzentrations- und Aufmerksam
keitsstörungen und vor allem zu depressiven Entwicklungen gekommen.
Zwei Jahre lang sei sie als Temporärangestellte bei der
Firma
G._
angestellt gewe
sen, zuletzt in der Personalabteilung. Danach habe sie sich eine Anstellung in einem 100%-Pensum gesucht
. Weil sie das Ziel einer Festanstellung verfolgte, habe sich die Klägerin sehr bemüht
, sei aber dem Arbeitsaufkommen und dem Stress bei der Arbeit zunehmend nicht gewachsen gewesen. Sie habe eine starke Schlaflosig
keit mit Früherwachen gezeigt, was nach den Erfahrungen der Vergangenheit den Beginn einer psychischen Dekompensation anzeige. Deshalb sei sie zunächst durch ein Ar
zt
zeugnis vom
7.
bis 1
8.
Juli 2008 aus “dem
Arbeitspro
zess herausgenommen“ worden
(
Urk.
11/70/1).
4.
2
4.2.1
Sodann liegen folgende Unterlagen der früheren Arbeitgeber der Klägerin vor, welche für die Beurteilung der streitgegenständlichen Fragen relevant sind:
4.2.2
Dem Arbeitgeberbericht der
Z._
AG vom
6.
August 2003 ist zu entnehmen, dass das Arbeitsverhältnis insgesamt vo
m
5.
August 1996 bis 3
1.
August 2002 gedauert habe. Zuletzt sei die Klägerin als Phonebankerin im Call Center tätig gewesen. Das Arbeitsverhältnis sei durch die
Z._
AG
am 2
1.
Dezember 2001
aus disziplinarischen Gründen (
fehlende
Pünktlichkeit, Nichteinhaltung des Schicht
planes) gekündigt worden
. Der letzte effektive Arbeitstag der Klägerin sei der 5. Februar 2002 gewesen
(
Urk.
11/5/4
,
Urk.
11/5/9
).
4.2.3
Die
J._
AG
,
über welche die Klägerin bei der
G._
tem
porär angestellt war, schrieb im Begleitschreiben zum Arbeitgeberfragebo
gen vom
2.
Januar 2008, dass ihr keine gesundheitlichen
Beschwerden
der Klägerin bekannt gewesen seien (
Urk.
11/60/1).
5.
5.1
Die Beklagte hat mit Schreiben vom 1
4.
Oktober 2015 erklärt, sie verzichte inso
weit auf die Einrede der Verjährung, als die Verjährung noch nicht einge
treten sei. Weil die Klägerin erstmals am 1
3.
Oktober 2014 von ihr Invaliden
leistungen der Pensionskasse Rentenauszahlung
verlangt habe,
sei
en solche
frü
hestens ab 1. Okto
ber 2009 einforderbar (
Urk.
2/18).
Die Beklagte hat somit nur für allfällige In
validenleistungen ab dem
1.
Oktober 2009 auf die Einrede der Verjährung verzichtet, was vom hiesigen Gericht zu berücksichtigen ist (vgl.
Art.
41
Abs.
2 BVG i.V.m.
Art.
142 OR).
Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, würde ab dem
1.
Oktober 2009
aber
so oder anders keine Leistungs
pflicht der
Beklagten
mehr bestehen.
5.2
5.
2
.1
D
en IV-Akten der Klägerin
kann
entnommen werden
,
dass die
der Klägerin
mit Verfügung vom 26. September 2005 (
Urk.
11/48)
ausgerichtete
halbe Invaliden
rente zuerst aufgehoben und später wieder zugesprochen
wurde
(vgl. Sachver
halt
Ziff.
1.2)
.
Als das hiesige Gericht mit
Begleitschreiben
vom 2
8.
April 2016 (Urk.
10) die IV-Akten der IV-Stelle Aargau erhalten hat (Urk.
11/1-133), war
diese
noch mit den Ab
klä
run
gen zum Rentener
höhungs
gesuch der Klägerin vom 8. Januar 2015
(Urk. 11/93)
beschäf
tigt (vgl. Urk. 11/133).
Der Be
izug von wei
teren IV-Akten ist jedoch nicht nötig
(vgl. nachstehend).
5.
2
.2
In der Verfügung vom 2
6.
September 2005 führte die IV-Stelle
A._
aus, dass die Klägerin seit
1.
Februar 2004 (Beginn der einjährigen Wartezeit) in der Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei. Unter Berücksichtigung der Lohnangaben ihre
r ehemaligen Arbeitgeberin
und der Nominallohnentwicklung könnte sie in ihrer angestammten Tätigkeit als Bankangestellte ein Jahresein
kommen von
Fr.
74‘090.50 erzielen. Vom
1.
Juni 2004 bis 2
8.
Februar 2005 sei sie zu 50
%
arbeitsfähig gewesen und ab März 2005 bestehe eine 65%ige Arbeitsfähigkeit.
Bei ihrer aktuellen Arbeitsstelle verdiene die Klägerin Fr. 31‘200.-- pro Jahr. Weil sie zusätzlich ein
e
Ausbildung zur Personalfachan
gestellten beginnen wolle, werde das momentane Pensum von 50
%
als maxi
mal zumutbar erachtet. Der Einkommensvergleich ergebe eine Erwerbseinbusse von
Fr.
42‘890.-- beziehungsweise eine
n
Invaliditätsgrad von
58
%
(Urk. 11/48/3).
5.
2
.3
Mit Verfügung vom 2
7.
Februar 2008 erwog die IV-Stelle
A._
sodann
, dass die Klägerin - basierend auf den Angaben ihres ehemaligen Arbeitgebers und bereinigt um die Nominallohnentwicklung - in ihrer ange
stammten Tätig
keit als Bankangestellte ein Jahreseinkommen von Fr. 74‘460.-- erzielen könnte. Die
medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass ihr eine kaufmännische Tätigkeit in der freien Wirtschaft im Umfang von 65
% möglich sei. Bei ihrer aktuellen kaufmännischen Tätigkeit habe sie im Jahr 2007 einen Verdienst von Fr.
51‘976.-- erzielt.
Bei
m Einkommensvergleich resultier
e eine Erwerbseinbus
se von Fr. 22‘484.-- beziehungsweise ein Invaliditätsgrad von 30 %, weshalb kein Rentenanspruch mehr bestehe (
Urk.
11/62/2).
5.
2
.
4
Weil diese Verfügungen der Beklagten nicht eröffnet wurden, ist sie nicht daran gebunden (E.
2.
5
vorstehend)
. Die Frage, ob die Beklagte
eine Leistungspflicht trifft
, kann daher frei geprüft werden.
5.
3
Gemäss dem behandelnden
Arzt
Dr.
F._
leidet die Klägerin an einer schizo
affektive
n
Störung
und ist in psychosozialen Belastungs- und vor allem Stress
situatio
nen rückfallgefährdet
(vgl. E. 4.1.3
f.
).
Nach dem Abschluss ihrer Ausbil
dung zur kaufmännischen Angestellten, arbeitete sie ab ca. 1999 für rund
1.5 Jahre im Call Center der
Z._
AG.
Zu ihren Aufgaben gehörte die Beant
-
wortung von Fragen zu E-Banking oder Zahlungen, jedoch keine finanziellen Beratun
gen. Gemäss den Angaben der Klägerin sei der Druck und die Kontrolle der Mit
ar
beiter
gestiegen, weil
E-Banking von den Kunden vermehrt
genutzt
worden sei (vgl. S. 1 des Protokolls per 2
7.
April 2016 zu den IV-Akten [Urk.
11/1-133]).
Dr.
F._
sprach davon, dass sich die psychische Krankheit der Klägerin damals zum ersten Mal manifestiert habe (E. 4.1.3).
Bei ihrer Tätigkeit im Call Center der
Z._
AG sei der
Druck so stark gestiegen, dass sie eine psychotische Phase gehabt habe (
Urk.
11/17/2; vgl.
Urk.
11/16/5
, Urk.
11/37
). I
n diesem
Rahmen
wurde
die Klägerin vom
13. Februar bis zum 8.
März 2002 im
D._
hospitalisiert
(E. 4.1.2 f.)
. Im
weiter
e
n
Verlauf war sie vom 7. Mai bis 1. Dezember 2002 erneut in der
D._
in statio
närer Behandlung. Die sta
tionäre Behandlung ist mit einer 100%ige Arbeitsun
fähigkeit der Klägerin gleichzusetzen, womit es
während des Vor
sorgever
hält
nisses mit der Beklagten (vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.1) erstmals
zu einer Arbeitsun
fähigkeit
aus ps
ychischen Gründen gekommen ist.
5.
4
5.4.1
Die Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, dass
der zeitliche Zusammenhang
zwischen dieser Arbeitsunfähigkeit während des Vorsorgeverhältnisses und der späteren Invalidität unterbrochen worden sei, weil die Klägerin während ihrer Weltreise von ca. April 2003 bis ca. März 2004 keine Psychotherapie absolviert und keine Medikamente eingenommen habe (
Urk.
6
S. 6). Zudem liege eine Mitteilung von
Dr.
F._
vom 3
0.
September 2003 vor. Demnach habe
die
Klä
gerin ihren Antrag auf Leistungen der Eidg
. Invalidenver
sicherungen zurückzie
hen wollen, weil sie
sich
psychisch soweit stabilisiert habe, dass sie sich in der
Lage fühle
, sich auf dem freien Arbeitsmarkt um eine Stelle zu bemühen (
Urk.
6 S. 5).
Während
ihrer
Weltreise stand die Klägerin
nicht in einem Anstellungs
verhält
nis, weshalb angesichts der fehlenden Möglichkeit, die Arbeitsfähigkeit unter Beweis zu stellen, dieser Phase nicht die gleiche Bedeutung beigemessen werden kann wie der Zeit, da die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit durch tat
säch
lich geleistete Arbeit belegt wird (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts B 23/01
vom 21. November 2002 E. 3.3).
5.
4.2
Nach dem Auslandaufenthalt
attestierte
Dr.
F._
der Klägerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit von Februar 2004 bis 31. Mai 2004 sowie eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
ab
1. Juni 2004 bis auf Weiteres (
E. 4.1.3
). Ab dem
1.
März 2005
schrieb
er
die
Klägerin nur noch
zu
35
%
a
rbeitsunfähig (
E. 4.1.4
). Er
hielt
in seinem Bericht vom 2
8.
Juli 2005 im Wesentlichen
fest
, dass
deren
gesund
heitliche Ent
wicklung seit April 2004 einen sehr guten Verlauf genommen habe. Durch die Einnahme eines Neuroleptikum
s, dessen Dosis im Laufe der Be
hand
lung habe halbiert werden können, seien keine psychotische Symptome mehr auf
getreten. Die Affektlage der Klägerin sei stabil geblieben.
Allerdings werde immer wieder deutlich, dass die Klägerin in psychosozialen Belastungs- und vor allem Stresssituationen rückfallgefährdet sei.
Mit der
erlangten
psychischen Stabilität ging auch eine Steigerung der Leistungsfähigkeit der Klägerin einher. Sie
war in der Lage,
i
m Januar 2005 einen Englischkurs mit dem Ziel Abschluss “Cambridge Advanced“
zu
besuchen
(vgl. S. 2 des Protokolls per 27.
April 2016 zu den IV-Akten [Urk.
11/1-133])
.
Vom 2
4.
April bis 2
3.
Juli 2005 absolvierte sie ein von der Eidg. Invalidenversicherung finan
ziertes Arbeitstraining
im geschützten Rahmen, währenddessen sie ihr dortiges Arbeitspensum von 50
%
auf 80
%
steige
r
n konnte (
Urk.
11/43/3)
.
Beim Abschluss des Arbeitstrainings sah die Durchführungsstelle eine Tätigkeit
der Klägerin
in der Privatwirtschaft
in einem Pensum
von max. 60
%
als realistisch an (
Urk.
11/43/2).
Die Klägerin arbeitete daraufhin a
b
2.
August 2005 bei der
K._
AG als administrative Assisten
tin
in einem 50%-Pensum
(
Urk.
11/44/
2
).
S
ie plante zudem eine Weiter
bildung zur Personalfachangestellten zu beginnen, welche etwa einem Pensum von 20
% entsprochen hätte (vgl.
Urk.
11/42/2).
Hierzu führte IV-Arzt PD
Dr.
med.
L._
am 30.
August 2005 aus
, dass von eine
r
70%igen Arbeitsfähigkeit aus
gegangen werden könnte, wobei aber die Gefahr einer erneuten psychischen Dekompen
sation bestehe. Die Klägerin habe nun eine Stelle in einem 50%-Pensum und es sollte ihr mindestens sechs Monate Zeit gegeben werden um zu sehen, wie sich ihre Gesundheit und Arbeits
fähig
keit entwickle (
Urk.
11/45). Gestützt darauf wurde der Klägerin m
it Verfügung vom 2
6.
September 2005
mit Wirkung ab 1.
Juli 2005 eine halbe Invalidenrente der Eidg. Invalidenver
siche
rung zu
ge
sprochen (
Urk.
11/48).
Die
K._
AG
s
tellt
e
fest
, dass die Klägerin nicht sehr belastbar gewesen
sei
(
Urk.
11/50/3). Die Klägerin selbst gab an, dass sie während des Arbeitstrainings und bei der
K._
AG immer wieder wegen Migräneanfällen tage
weise gefehlt habe (
Urk.
11/49/1).
Das Arbe
itsverhältnis mit der
K._
AG wurde schliesslich sei
tens der Arbeitgeberin per 3
1.
März 20
06
aufgelöst (
Urk.
11/50/4).
5.4.3
In der Folge konnte die Klägerin
ihre
psychische
Stabilität
grundsätzlich
bewah
ren.
Dr.
F._
äusserte sich im Bericht vom 3. August 2006, im Schreiben vom 22. September 2006 sowie im Bericht vom 1
9.
Dezember 2007 (E. 4.1.5 ff.) im Wesentlichen wie
in
seinem Bericht vom 2
8.
Juli 2005 (E. 4.1.4). E
s gelang ihr auch ab 1
5.
Mai 2006 (
Urk.
11/42/2)
über die
J._
AG
für ca. zwei Jahre
in der Finanzbuchhaltung der
G._
in einem Pensum von
50 bis 60
%
tätig
zu sein
(vgl.
Urk.
11/60).
Bezüglich dieses Arbeitsver
hält
nisses
sind nur wenige
Fehltage
wegen Krankheit (
7.
bis
9.
Februar 2007 und 2
4.
bis 29.
Oktober 2007) verzeichnet (
Urk.
11/60/6).
Ein Arbeitgeberbericht der
G._
liegt
zwar
nicht vor, weshalb sich nicht abschliessend
beurteilen
lässt, ob
beziehungsweise inwieweit
sich die psychische Erkrankung der Klägerin auf deren Arbeitstätigkeit bei
der
G._
ausgewirkt hat.
Die
J._
AG
gab jedoch an
, dass
keine gesundheitlichen Beschwerden der Klä
gerin bekannt gewesen s
eien
(Urk.
11/60/1).
Bei der Über
prüfung des Renten
anspruches der Klägerin gelangte die IV-Stelle
A._
zum Schluss, dass die Klägerin im Jahr 2007 in der Lage gewesen sei, ein rentenauschliessen
des Einkommen zu erzielen und hob
deren
bisherige halbe Invalidenrente mit Verfügung vom 27. Februar 2008 auf
(
Urk.
11/62)
.
Erst später kam
es infolge Stellenwechsels der Klägerin zu einer erneuten psy
chischen Dekompensation, weshalb die Klägerin ab
7.
Juli 2008 krankge
schrieben werden musste. Es folg
ten unter anderem eine Erhöhung der Psycho
pharmaka und weitere tagesklini
sche Behandlung
(
Urk.
1
1/70/2
).
5.
5
D
er
Klägerin wurde von ihrem behandelnden Arzt ab dem
1.
März 2005
eine 65%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Zudem war sie während rund zwei Jahren in der Lage
,
bei der
G._
bei einem Invaliditätsgrad von 30
%
ein rentenaus
schli
essendes Einkommen zu er
zielen und
zusätzlich
in dieser Zeit eine
inten
sive
Weiterbildung
zu besuchen
(
vgl.
E. 4.1.7).
Bezüglich des vorliegend zu prüfenden Anspruchs der Klägerin auf In
validen
leistung
en ab
1.
Oktober 2009 gilt der zeitliche Zusammenhang zwischen der Arbeitsun
fähigkeit während dem Vorsorgeverhältnis
mit der
Beklagte
n
und der folgenden Invalidität
daher
als unterbrochen
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_938/2012 vom
3.
Juli 2013
E.
3.2 und 9C_537/2016 vom
1.
Dezember 2016 E. 5.2)
. Die Beklagte trifft keine Leistungspflicht.
Allfällige frühere Invalidenleistungen sind verjährt (vgl. E. 5.1 vorstehend).
Es braucht
somit
nicht weiter
geprüft zu werden, ob der zeitliche Zusammen
hang durch
die Weltreise von
ca. April 2003 bis ca. März 2004,
die Teilnahme der Klägerin an den Eingliederungsmassnahmen de
r IV-Stelle
A._
oder etwa
ihre weiteren seitherigen berufliche
n
Tätigkeit
en,
wie
zu
m
Beispiel von 2.
August 2005 bis 3
1.
März 2006 als adminis
trative Assistentin bei der
K._
AG
(vgl. Urk.
11/44/2
,
Urk.
11/50/4]
) unterbrochen wor
den ist.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Klage.
6.
Der Beklagten
steht in ihrer Funktion als Trägerin der beruflichen Vorsorge trotz ihres Obsiegens keine Prozessentschädigung zu (§ 34 Abs. 2
GSVGer
; vgl. statt vieler: BGE 128 V 124 E. 5b).