Decision ID: c8663297-e6fb-4b4b-8f5c-08e09e5edba9
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1962 geborene X._
war seit 4. Dezember 2000 bei der
Y._ AG
als
Mitarbeiter für das
Be
- und Entladen von Flugzeugen
angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 3. April 2017 fiel er von einer Hebebühne mehrere Meter in die Tiefe und erlitt dabei
Bruchverletzungen
(Unfallmeldung vom 5. April 2017 [
Urk.
8/1])
. Er wurde notfallmäss
ig ins Universitätsspital Z._
eingewiesen, wo neben einem leichten Schädel-Hirn-Trauma insbesondere eine
Acetabulum
-Fraktur rechts
und eine distale
,
nach dorsal dislozierte
,
intra
artikuläre Radiusfraktur rechts (dominant)
festgestellt (
Urk.
8/10) und
in den Folgetagen operativ saniert wurden (
Urk.
8/2, 8/3, 8/13)
.
Die Suva erbrachte die gesetzlichen V
ersicherungsleis
tungen (
Urk.
8/5
).
Vom 12. April bis 16. Mai 2017
erfolgte eine stationäre Rehabilitation
in der Rehaklinik A._
(
Urk.
8/35)
und vom
4. September bis 7. November 2017
hielt sich der Versicherte stationär
in der Rehak
linik
B._
auf
(
Urk.
8/78).
Im Verlauf folgten weitere
ambulante
Behandlungen
und Abklärungen
. Am
29. November 2018 stellte die Suva die Heil
kostenleistungen und Taggeldleistungen per 31. Dezember 2018 ein (
Urk.
8/189).
Mit
Verfügung vom 18. Januar 2019
verneinte sie mangels einer erheblichen Erwerbseinbusse einen Anspruch auf eine Invalidenrente
und sprach
dem Versicherten eine Integri
t
ätsentschädigung von Fr. 14'820.-- (
Integritäts
scha
den von
1
0 %) zu
(
Urk.
8/206)
.
Die dag
egen erhobene Einsprache (
Urk.
8/211, 8/229
)
wies die Suva mit Entscheid vom 12. Februar 2020 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 13. März 2020 Beschwerde mit dem Antrag, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei infolge des inkonsistenten Akten
stan
des aufzuheben. Eventualiter seien ihm die gesetzlichen Leistungen in Form einer Invalidenrente von mindestens 17 % und einer Integritätsentschädigung von 45 % sowie nach dem Fallabschluss weiterhin Heilbehandlungen zu gewähren,
insbesondere Physiotherapie im bisherigen beziehungsweise notwendigen Um
fa
ng (
Urk.
1 S. 2). Am 3. April 2020 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), wovon der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 17. April 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
11).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei den im Einzelnen in Abs. 2 aufgeführten
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie An
spruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordent
lichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG)
.
1.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24
Abs. 2 UVG;
BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen;
Urteil
des Bundesgerichts
8C_
527/2020
vom 2.
November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen
).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Be
griffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Mög
lich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender ge
ringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
füh
rung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_
64/2021
vom
14. April 2021 E. 3.2
mit
Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3).
Grundlage für die Beurtei
lung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_44/2021 vom 5. März 2021 E. 5.2 mit Hinweisen).
1.3
1.3.1
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädi
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Inte
gritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht über
steigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36
der
Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dau
ernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integri
täts
entschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beein
träch
tigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchstbetrag des versi
cherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezo
gene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
1.3.2
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Inte
gritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. Für die darin genannten Integri
täts
schäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschä
di
gung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die
gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch
ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des
versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
1.3.3
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso we
ni
ger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala ange
gebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regelfall, welcher im Ein
zelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versi
che
rungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) im We
sent
lichen damit, dass
vorliegend keine ärztlichen Berichte
bestätigen würden
,
dass
von einer weiteren
medizinischen
Behandlung mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit noch eine namhafte Besserung zu erwarten
sei
.
Der Fallabschluss per 31
. Dezember 2018 sei deshalb zu R
echt erfolgt.
Dem Beschwerdeführer sei eine leidensangepasste Tätigkeit vollschichtig möglich
und bei einem ermittelten
I
n
validitätsg
rad von
rund
7 %
bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente
.
A
ufgrund der lediglich beginnenden Arthrosen in Hand- und Hüftgelenk
recht
fertige sich
zudem keine Integritätsentschädigung über 10 %.
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
dass das von der Beschwerdegegnerin
berechnete
Invalideneinkommen zu hoch sei.
Er werde auch mit massiv reduzierten Anforderungen nicht mehr vollzeitlich einsetzbar sein.
Nur schon die Tatsache, dass die dominante Hand
nicht mehr geschl
o
s
sen werden könne, schränke die Arbeitsmög
l
ichkeiten erheblich ein. Es sei deshalb ein Leidensabzug von mindestens 15 % vorzunehmen, womit ein Inva
liditätsgrad von 17 % resultiere.
Zudem sei a
uch die Bemessung der Integri
tätsentschädigung zu tief erfolgt. Die Beschwerdegegnerin habe eine mögliche Verschlechterung nicht
einberechnet
. Unter Berücksichtigung der zu erwartenden
Arthrodese
im Handgelenk und der Hüftgelenkresektion bei
Coxarthrose
seien für
das Handgelenk
15 % und für
das Hüftgelenk
20 bis 40 %
Entschädigung
zu leisten.
Ausserdem sei
en
ge
stützt auf Art. 21 Abs. 1
lit
. c
UVG weitere Heilbe
handlungen
,
insbesondere Physiotherapie
,
zu übernehmen, da sie zur Erhaltung der Erwerbsfähigkeit notwendig seien.
3.
Vorab ist auf die Rüge des Beschwerdeführers einzugehen, wonach in den
Unfall
a
kt
en die Aktoren 188 und 190 fehl
t
en und sich der Aktenstand damit als nicht
re
chtsgenüglich
im Sinne von Art.
46
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
erweise
n würde
, weshalb der
Ein
spra
cheentscheid
aufzuheben sei (
Urk.
1 S. 4). Diesbezüglich
erläuterte
die Beschwer
degegnerin
in
ihrer Beschwerdeantwort, dass es sich bei den beiden Aktenstücken (
Urk.
8/188, 8/190) lediglich um
Kopieempfängerbriefe
des Schreibens vom 29. November 2018 (
Urk.
8/189)
handle
, welche infolge eines technischen Pro
blems im bisherigen Aktenverzeichnis und in der Aktensammlung fehlten (
Urk.
7 S. 2 f.).
Mit der
Aufnahme
der besagten Aktenstücke
in die Aktensammlung und
das Aktenverzeichnis
sowie der Feststellung, dass sich aus diesen
Kopieemp
fängerbriefen
keinerlei
zusätzliche
(materielle)
Erkenntnisse
gewinnen
lassen,
erübrigen sich
weitere
Ausführungen
hierzu
.
4
.
Kreisärztin
Dr.
med. C._
, Fachärztin für Chirurgie,
führte im Bericht über die kreisärztliche Untersuchung vom
25
. Mai 2018 (
Urk.
8/124
)
folgende Diagnosen auf
:
-
Belastungsabhängige Restbeschwerden bei Status nach intraartikulärer Radiusfraktur rechts (AO 23-C2) und
Azetabulumfraktur
rechts am 03.04.2017
-
Status nach
Maxil
l
a
fraktur
und
Orbitabodenfraktur
rechts, 03.04.2017
Als Nebendiagnosen
nannte
sie zudem
folgende
:
-
Mediastinale
Lymphadenopathie
, ED 2015
-
Pulmonale Granulome, ED Juni 2015
-
COPD Gold Stadium II
-
Reaktive Polyarthritis Erstmanifestation April 2015
Sie führte aus, dass sich b
ei der Untersuchung klinisch eine
endgradige
Be
wegungseinschränkung im Bereich des rechten Handgelenkes sowie eine leicht
verminderte Handkraft rechts im Seitenvergleich gezeigt
hätt
e
n
. Neurol
o
gisch seien
Parästhesien im Bereich des Zeige- und Mittelfingers angegeben worden, welche auch beim Faustschluss nicht voll
hätten
eingebunden werden könn
en. E
benso sei
en
auch die Kraft und Belastung vermindert
gewesen
. Trophische Verände
rungen seien keine sichtbar
gewesen
. Bezüglich der
Azetabulumfraktur
habe sich klinisch ebenfalls eine sehr gute erreichte Beweglichkeit im Seitenvergleich ge
zeigt.
Es
habe
kein muskuläres Defizit und eine g
ute Standfestigkeit
und
Pro
priozeption
vor
gelegen
. L
edi
g
l
ich beim
Treppabgehen
hätt
e
n
sich eine Schwäche und ve
r
m
inderte Belastbark
eit
gezeigt
. Klinisch
habe
eine Be
inlängendiffer
en
z von knapp 2 cm bei Beckengeradstand
bestanden
. Neurologisch
habe
sich im Be
reich des rechten Beines eine zirkuläre Hyposensibilität im Seitenvergleich
gefunden
und der Beschwerdeführer
habe
an
gegeben
, je nach Lage und Beugung
im Hüftgelenk
beständen
Parästhesien und ein Einsc
h
lafgefühl d
es rechten Beines
. Bezüglich der
Gesichtsfrakturen,
der
Maxillafraktur
und der
Orbitabodenfraktur
würden zum aktuellen Zeitpunkt keine Beschwerden mehr angegeben.
Anhand der klinisch erhobenen Befunde liege ein gutes rehabilitiertes Ergebnis nach
den erlittenen Verletzungen vor. Aus
Sicht der Kreisärztin sollte nun eine weitere Steigerung, entsprechend dem postulierten Zumutbarkeitsprofil in ange
passter Tätigkeit der Rehaklinik
B._
, durchgeführt werden, so dass innerhalb der nächsten drei Monate wieder eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leichten bis mittelschweren, wechse
lbelastenden Tätigkeit vorliege; o
hne kniende, kauernde,
n
ach vorne gebeugte
Tätigkeiten; o
hne Heben
und Bewegen von schweren Las
ten; o
hne besonderen Anspruch an die Feinmoto
rik im Bereich der rechten Hand; o
hne Tätigkeiten auf Lei
t
er
n
und Gerüst
en
.
Aufgrund der beklagten Sensibilitätsstörungen im Bereich des rechten Handge
lenks, Zeige- und Mittelfinger
s
sowie Einschlafstörungen im Bereich des rechten Beines empfehle die Kreisärztin eine neurologisc
he Standortbestimmung (
beim
rechten
Handgelenk mit
der
Frage nach
einem
Karpaltunnelsyndrom,
beim
recht
e
n
Bein mit der Frage nach einer
neurologische
n
Pathologie
)
.
Des Weiteren empfehle sie eine Ultraschalluntersuchung der Unterbauchnarbe sowie Leiste, zum Aus
schluss einer Hernie. Klinisch habe sie keine Hernie tasten können. Bei einer Beindifferenz von 2 cm, welche den Beschwerdeführer störe, empfehle s
ie sodann einen Längenausgleich beziehungsweise eine
Einlage (
Urk.
8/124).
5.
Der Beschwerde
vom 13. März 2020
lässt sich nicht eindeutig entnehmen, ob der Beschwerdeführer den per 31. Dezember 2018 vorgenommenen Fallabschluss beanstandet oder lediglich die Gewährung von Heilbehandlungen über den Fall
abschluss hinaus beantragt
(vgl.
Urk.
1 S
.
2 und 7)
.
Massgebend für den Fallabschluss und damit auch für die Einstellung von Heil
behandlungen und Taggeldleistungen ist zunächst, ob zum Zeitpunkt des Fallab
schlusses noch mit einer relevanten Besserung der Beschwerden
zu rechnen ist (E. 1.2
). Dies
war
vorliegend zu verneinen. Die
Ärzte der
Rehaklinik
B._
stellte
n
bereits im Austrittsbericht vom 8. November 2017 (
Urk.
8/78
S. 3
) fest, dass von
einer
Fortsetzung der konservativen Behandlung keine namhafte Besse
rung mehr erwartet werden könne
,
und attestierte
n
für eine angepasste Tätigkeit keinerlei Arbeitsunfähigkeit
.
Ebenso legte
der behandelnde Arzt
PD Dr. med. D._
, Facharzt FMH für Chirurgie,
im Bericht
des Universitätsspitals
Z._
, Klinik für Traumatologie,
vom 3. Oktober 2018 (
Urk.
8/160) keine Arbeits
unfähigkeit mehr fest. Er führte vielmehr aus, dass sich eineinhalb Jahre post
operativ ein erfr
eulicher Verlauf zeige. In den k
onventionell-radiologischen Auf
nahmen fänden sich regelrechte, konsolidierte Stellungsverhältnisse ohne Locke
rungszeichen. Es werde daher die Fortführung der Wiedereingliederung der Arbeit
mit erlaubter Vollbelastung empfohlen. Bei negativen
Arthrosezeichen
sei zudem aktuell eine Prothese
nicht
indiziert
und ein Kontrolltermin werde vorerst nicht
mehr
vereinbart
. Nachdem der Beschwerdeführer am 21. November 2018
zudem
telefonisch mitteilen liess,
sich gegen
eine Metallentfernung
entschieden zu haben
(
Urk.
8/182)
,
und auch die von Dr. C._
empfohlenen Abklärungen
(vgl.
E. 4)
keine
weiterführenden Behandlungsmassnahmen
indizierten
(
vgl.
Urk.
8/151
, 8/153,
8/160,
8/16
2)
, hat die Beschwerdegegnerin deshalb prognostisch zu Recht beurteilt, dass beim Beschwerdeführer von weiteren ärztlichen Behandlungen über den 31. Dezember 2018 hinaus keine namhafte gesundheitliche Besserung erwartet werden konnte.
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht
e
sodann auch
der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht ab
gewartet zu werden,
da
von weiterer
ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheitliche Besserung mehr erwartet werden
konnte
(vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und
keine Anhaltspunkte dafür vorla
gen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invali
di
tätsbemessung der Unfallversicherung gestützt auf die medizinischen Abklä
rungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invali
den
rente der Unfallversicherung bestimmende Invaliditätsgrad
hätte
beeinflusst werden
könn
e
n
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
Da der medizinische Endzustand somit spätestens im Zeitpunkt der Leis
tungs
einstellung erreicht war –
und eine Fortsetzung von Heilbehandlung unter dem Titel von Art. 21 UVG beim
unberenteten
Beschwerdeführer nicht
in Frage steht (vgl. hierzu E. 7
.4
) –
hat die Beschwerdegegnerin den Fall zu Recht abgeschlossen und einen Anspruch des Beschwerdeführers auf weitere Heilbehandlungen sowie Taggeldleistungen verneint.
6
.
6
.1
Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt
des Fallabschlusses
ist auf die Stellungnahme
der Kreisärztin Dr. C._
(E. 4)
abzustellen. Diese wurde
in Kenntnis der
Vorakten
erstattet,
ist
für die streitigen Belange umfassend, set
zt
sich mit den Befunden, den geklagten Beschwerden sowie dem Verhalten der untersuchten
Per
son auseinander und leuchtet
in der Darlegung der medizini
schen Zustände und Zu
sammenhänge ein. Damit erfüllt
sie die Anforderungen an eine beweiskräf
tige medizinisch
e Entscheidungsgrundlage
(
E. 1.4)
.
6
.2
Dr. C._
ging implizit davon aus,
dass der Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht
in
seiner ange
stammten Tätigkeit als
Mitarbeiter für das
Be
- und Entladen von Flugzeugen nicht mehr arbeitsfähig ist.
In Bezug auf leidensadaptierte Tätig
keiten berücksichtigte
sie
die Einschrän
kungen für
die rechte Hand und die rechte Hüfte
und legte
unter Bezugnahme auf das postulierte Zumutbarkeitsprofil ge
mäss der Rehaklinik
B._
(
Urk.
8/78/3
)
dar, welche Arbeiten dem Beschwer
deführer we
iterhin möglich
sind
. Diesbezüglich erachtete
sie
eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit
(innerhalb der nächsten drei Monate)
für zumutbar
(vgl. E. 4)
. Das kreisärztliche Zumut
barkeitsprofil sowie die Arbeitsfähigkeitseinschätzung erweisen sich aufgrund der vorhanden
en Befunde
und Diagnosen
als nachvoll
ziehbar
, weshalb darauf abgestellt werden kann.
Auch die
Ärzte der
Rehaklinik
B._
hielt
en
bereits im Austrittsbericht vom 8. November 2017 keine Arbeits
unfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit mehr fest (
Urk.
8/78/2 f.). Insoweit der behandelnde Arzt
PD Dr.
D._
in seinem Bericht vom 11. Februar 2019 auf die multifacettierte Problemati
k des Beschwerdeführers hinwies
(Urk. 8/233/3)
, gilt
es zu berücksichtig
en, dass die internistischen Beschwerden bei der
vorliegenden
Beurteilung al
s unfallfremde Faktoren ausser A
cht zu lassen sind.
Das
von
den Ärzten
der Rehaklinik
B._
erstellte
Zumutbarkeitsprofil
schätzte er
sodann
ebenfalls
als rationell gesehen korr
ekt ein
(
Urk.
8/233/3)
.
Die Ansicht des Beschwerdeführers, dass
seine
Leistungsfähigkeit aufgrund der
reduzierten Belastbarkeit, des
erhöhten
Pausenbedarfs, des langsameren Arbeits
tempos und der Tatsachen, dass er keine schweren Lasten mehr tragen und die dominante Hand nicht mehr
schliessen
könne,
reduziert sei (
Urk.
1 S. 5
f.
),
kann nicht geteilt werden.
Die
Ärzte der
Rehaklinik
B._
und die Kreisärztin be
rücksichtigten
in
ihrem
Belastungs- und Leistungsprofil den physischen Endzu
stand de
r rechten Hand und Hüfte und
die damit erklär
baren Beschwerden und arbeitsbezogenen Einschränkungen. Als zumutbar wurde
n lediglich leichte
bis
mittelschwere
wechselbelastende
Tätigkeiten
beurteilt
, ohne
kniende
, kauernde, nach vorne ge
beugte
Arbeiten, o
hne Heben und Bew
egen von schweren Lasten, o
hne beson
deren Anspruch an die Feinmotor
ik im Bereich der rechten Hand und o
hne Tätigkeiten auf Leiter
n
und Gerüst
en
.
In einer derart angepassten Tätigkeit sind – bei Ausklammerung der unfallfremden Beschwerden – keine Einschrän
kungen ersichtlich.
Soweit der Beschwerdeführer sodann geltend macht, dass die medizinische Ein
schätzung
der Leistungsfähigkeit durch die Kreisärztin
im Widerspruch
zur fest
gestellten Leistungsfähigkeit anlässlich
de
r
Wiedereingliederungsmass
nahmen
bei
der
Y._
AG
stehe (
Urk.
1 S. 5, 3/5
), kann ihm ebenfalls nicht gefolgt werden.
Nach der Rechtsprechung ist die Frage nach den noch zumutbaren
Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Massgabe der objektiv fest
stellbaren Gesundheitsschädigung in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf der Grundlage der von ihnen
erhobenen, subjek
tiven Arbeitsleistung zu beantworten (Urteile des Bundesge
ric
hts 9C_396/2014 vom 15. April 2015 E. 5.4 und 9C_401/2014 vom 26. November 2014 E. 4.2.2; je mit Hinweis).
Steht eine medizinische Einschätzung der Leis
tungsfähigkeit
aber
in offensichtlicher und erheblicher Diskrepanz zu einer Leis
tung, wie sie während einer ausführlichen beruflichen Abklärung bei einwand
freiem Arbeitsverhalten/-einsatz der versicherten Person effektiv realisiert wurde und gemäss Einschät
zung der Berufsfachleute objektiv realisierbar ist, vermag dies ernsthafte Zweifel an den ärztlichen Annahmen zu begründen und ist das Einholen einer klärenden medizinischen Stellungnahme grundsätzlich unabding
bar (Urteile
des Bundesge
richts
8C_411/
2015 vom 17.
September 2015 E.
5.2; 9C_737/2011 vom 16.
Okto
ber
2012 E.
3.3; 9C_833/2007 vom 4.
Juli
2008 E.
3.3.2)
. Dies ist vor
liegend allerdings nicht der Fall. Wie die Beschwerdegegnerin in
ihrer Be
schwerdeant
wort vom 3.
April 2020 (
Urk.
7 S. 3
)
zutreffend
darlegte,
führte der Beschwerde
führer bei den Abklärungen auch Tätigkeiten aus,
welche dem kreis
ärztlichen Zumutbarkeitsprofil zuwiderlaufen, wie beispielsweise
die Tätigkeiten „Dolly Waschaktion“ und „Gerätecheck Tour“ mit kauernden, knienden und nach vorne gebeugten Tätigkeiten. Demgegenüber konnte die weitaus am längsten ausgeübte wechselbelastende leichte bis mittelschwere Tätigkeit „Dolly (Rollwagen) suchen“
gemäss
dem
Bericht
grundsätzlich
gut ausgeübt werden (vgl.
Urk.
3/5).
Der
Verlaufsbericht über den Arbeitsversuch weckt
daher keine ernsthaften Zweifel an der fachärztlichen Einschätzung der Arbeits
fä
higkeit
durch Dr.
C._
,
wes
halb auf das Einholen einer klärenden medizini
schen Stellungnahme verzichtet werden
kann.
6.3
Zusammenfassend ist
folglich
mit überwiegender Wahrscheinlich
keit
davon aus
zugehen, da
ss der Beschwerdeführer jedenfalls seit
Januar
2019 in einer ange
passten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist. Bei der insoweit hin
reichend auf
sc
hlussreichen Aktenlage besteht
kein weiterer Abklärungsbedarf (antizipierte Be
weiswürdi
gung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom 6. Dezember 2006 E.
2.2 mit Hinweisen).
7
.
7
.1
Da der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht unfallbedingt nicht mehr in seinem angestammten Beruf als
Mitarbeiter für das
Be
- und Entladen von Flug
zeugen
arbeitsfähig ist, hat die Beschwerde
gegnerin den Rentenanspruch auf
grund eines Einkommensvergleichs geprüft. Dabei blieben grundsätzlich sowohl die Ermittlung des Validen- als auch die Berechnung des Invalideneinkommens aufgrund der LSE-Tabelle TA 1 (LSE 2016, Tabelle TA l, TOTAL, Kom
petenz
niveau l, Männer) unbestritten und
sind ausgewiesen.
Die Beschwerdegegnerin hat die
Nominallohnentwicklung zu Recht
bis zum
Jahr 2019
– als Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns –
berücksichtigt
. Zwar beträgt diese
für das Jahr 2019 0.9
%
(vgl. Bundes
amt für Statistik [BFS], Tabelle T1.1.15, Nominallohn
index, Männer 2016-2019, Ziff. 05-96, Total). Diese leichte Abweichung
fällt bei der Berechnung des (rentenausschliessenden
[vgl. E. 7.3]
)
Invaliditätsgrad
es aber nicht ins Gewicht
.
7
.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzel
fall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht
übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc).
Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Inva
lideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beur
teilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschrän
kungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliesse
n und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (
BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemä
ss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine
abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137
V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerde
instanz den Abzug gesam
thaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgericht
s
9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
7
.3
Die Beschwerdegegnerin gewährte aufgrund der unfallbedingten körperlichen
Einschränkungen einen leidensbedin
gten Abzug von 5 % (
Urk.
2 S. 5,
Urk.
8/206
). Dies erscheint gerechtfertigt. Denn die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypothetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Um
stand allein, dass nur mehr leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, selbst bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbe
dingten Abzug, weil der Tabellenlohn im vorliegend anwendbaren Kom
petenz
niveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 19. September 2019 E. 6.3.2). Den darüber hinaus bestehenden Einschränkungen
hinsichtlich
kniender, kauernder und nach vorne gebeugter Arbeiten, bezüglich Heben und Bewegen von schweren Lasten und in Bezug auf die Feinmotorik im Bereich der rechten Hand und Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten
wurde mit dem Abzug von 5 % hinreichend Rechnung getragen. Dem
gegenüber sind fehlende Aus
bil
dung und ungenügende Deutschkenntnisse als unfallfremde Faktoren prinzipiell nicht abzugsrelevant und ist diesen Aspekten im Übrigen bei der Wahl des Kompetenzniveaus Rechnung zu tragen (Urteil des Bundesgerichts 8C_54
9/2019 vom 26. November 2019 E.
7.7). Sodann führt auch das fortge
schrittene
Alter nicht automatisch zu einem Abzug, zumal sich dieses im Anfor
derungsniveau 4 (resp. Kompetenzni
veau 1 gemäss LSE 2016) sogar eher lohner
höhend auswirkt (Urteil des Bundes
gerichts 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.2).
Schliesslich nimmt auch die Bedeutung der Anzahl Dienstjahre im priva
ten Sektor ab, je niedriger das Anfor
derungsprofil ist (AHI 1999 177 E. 3b S. 181), weshalb mit Blick auf das Kompe
tenzniveau 1 die lange Betriebszu
ge
hörigkeit keinen Abzug zu rechtfertigen ver
mag (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.1 mit Hin
weisen).
Nach dem Gesagten besteht vorliegend kein Anlass, von dem von der Beschwer
degegnerin vorgenommen
en
Abzug von 5 % abzuweichen. Da die Ermittlung
des
Valideneinkommens
von Fr. 68’941
.
-- (vgl.
Urk.
8/202)
und des Invalidenei
n
kommens (
vor
Abzug) von Fr.
6
7’743
.-- wie erwähnt nachvollziehbar ist und
nicht bestritten wurde, bleibt es somit bei dem von der Beschwerdegegnerin be
rechne
ten renten
ausschliessenden Invaliditätsg
rad von
rund 7
%.
7
.4
Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Rente hat, steht ihm auch kein Anspruch auf Heilbehandlung gemäss Art. 21 Abs. 1 UVG (Heilbehandlung nach Festsetzung der Rente) zu (Urteil des Bun
des
gerichts U 482/06 vom 8. Februar 2007 E. 3.1
, BGE 140 V 130 E. 2.3 f.
).
8
.
8
.1
Hinsichtlich des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung ist ebe
nfalls auf die Stellungn
ahme der Kreisärztin Dr. C._
abzustellen. Sie
schätzte den Inte
gritätsschaden in
ihrem
Bericht vom
28. November
2018 (
Urk.
11/187
) auf 10
% und führte hierzu aus,
dass gestützt auf die klinischen Untersuchungsbefunde und die vorliegenden aktuellen Röntgenbilder im Bereich des rechten Hüftge
lenkes
wie
auch des rechten Handgelenkes
nur
ei
ne beginnende Arthrose vorliege. Sie veranschlagte
deshalb
für das Handgelenk und das Hüftgelenk jeweils
eine Integritätsentschädigung von
5 %.
Dieser Einschätzung vermögen die Einwände des Beschwerdeführers nichts entgegenzusetzen, wie im Na
chfolgenden zu zeigen sein wird:
8
.2
Gemäss Art. 36 Abs. 4 UVV sind voraussehbare Verschlimmerungen des Inte
gri
tätsschadens
angemessen zu berücksichtigen
und Revisionen der Integritätsent
schädigung nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung insbe
son
dere nicht voraussehbar war. Eine voraussehbare Verschlimmerung liegt vor, wenn
im Zeitpunkt der Festsetzung der Integritätsentschädigung eine Verschlimmerung als wahrscheinlich prognostiziert und damit auch geschätzt werden kann. Die blosse Möglichkeit einer Verschlimmerung des Integritätsschadens genügt hinge
gen nicht (vgl.
RKUV 1995 Nr. U
228 S.
192, U 23/93 E.
3a). Diese Prognose im Sinne einer fallbezogenen medizinischen Beurteilung über die voraussichtliche künftige Entwicklung der Gesundheitsbeeinträchtigung ist, genauso wie die Beur
teilung der einzelnen Integritätsschäden an sich (RKUV 1998 Nr. U 296 S. 235, U 245/96 E. 2d; Urteil U 121/06 vom 23. April 2007 E. 4.2), eine Tatfrage, die ein Mediziner zu beurteilen hat (BGE 132 V 393 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_459/2008 vom 4. Februar 2009 E. 2.3; 8C_32/2010 vom 6. September 2010 E. 2.6.2).
8
.3
In der Tabelle 5 der Suva – Integritätsschaden bei Arthrosen – wird der Inte
gritätsschaden bei einer mässigen Handgelenksarthrose auf 5 bis 10 %, bei einer schweren auf 10 bis 25 % und bei einer
Arthrodese
auf 15 % festgesetzt.
Aufgrund der vorliegend lediglich beginnenden Handgelenksarthrose erweist sich eine
Integritätsentschädigung von 5 % als angemessen
und berücksichtigt auch den Fall, dass sich die
beginnende
Arthrose in Zukunft
hin
zu einer mässigen
Arthrose
entwickeln sollte. Insofern der Beschwerdeführer hierfür
aber
eine Integritätsent
schädigung von 15 % als ge
rechtfertigt erachtete
(Urk. 1 S. 6)
, kann ihm nicht gefolgt werden.
So
legte er
insbesondere
keinerlei medizinische Begründung oder Belege vor, weshalb im Bereich des Handgelenks
im Sinne von Art. 36 Abs.
4 UVV
wahrscheinlich
eine
Arthrodese
zu erwarten
sei. Auch der Bericht von PD
Dr.
D._
vom 11. Februar 2019 (
Urk.
8/233) bestätigt
e
dies nicht. Vielmehr äusserte
dieser, dass
die allfällige Notwendigkeit einer
Arthrodese
als spekulative Angabe zu verstehen sei, welche nur eine der vielen möglichen weiteren Entwicklungen widerspiegle. Insbesondere könne auch
kein näherer zeitli
cher Rahmen voraus
gesagt werden, da
multiple Faktoren,
namentlich
die körperliche Aktivität und der Belastungsgrad
,
massgebend seien.
Erscheint eine
spätere
Arthrodese
aber
lediglich
als
eine
Möglichkeit, so kann
eine derartige Verschlimmerung
zum jetzigen Zeitpunkt
nicht vorausgesehen und damit
nicht berücksichtigt werden.
Kommt hinzu
, dass beginnende
beziehungsweise leichte
Arthrosen gemäss der Suva-Tabelle 5 die
Erheblichkeitsgrenze
für eine Integritätsentschädigung noch gar nicht
zu
erreichen
vermögen
und Dr. C._
mit der Festlegung eines Betra
ges von 5 % bereits eine gewisse Verschlech
terung
einkalkuliert
hat
.
8
.4
Ähnliche Überlegungen rechtfertigen sich in Bezug auf die Hüftproblematik.
Gemäss Suva-Tabelle 5 – Integritätsschaden bei Arthrosen – wird der Inte
gri
tätsschaden bei einer mässigen
Coxarthrose
auf 10 bis 30 % festgesetzt, wäh
rend bei einer leichten Arthrose keine Integritätsentschädigung geschuldet ist. Da der Beschwerde
führer lediglich unter einer
beginnenden
Coxarthrose
leidet, ist eine Integritätsentschädigung von 5 % unter Berücksichtigung eine
r gewissen Ver
schlechterung des Integritätsschadens
durchaus angeme
ssen, zumal zu
m
aktuellen
Zeitpunkt
gemäss PD Dr.
D._
k
eine
Implantation eine
r
Hüftt
otalendoprothese
geplant ist
und sich seinen A
ngaben zufolge ein
Coxarthrose
radiologisch nur erahnen lässt
(
Urk.
8/233
/1
)
.
9
.
Zusammenfassend erweist sich
damit
der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
12
.
Februar
2020
(
Urk.
2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.