Decision ID: e3446a33-13f8-407e-81e0-a55de387dfca
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, ist als Finanzberater tätig und der
So
zial
versicherungs
anstalt des Kantons Zürich, Ausgleichs
kasse, als
Selbstän
dig
er
werbender
ange
schlossen.
Für das Jahr 2019 wurden die
Akonto
beiträge
für
Selb
ständigerwerbende
gestützt auf ein Erwerbs
ein
kommen von Fr. 287'700.-
- fest
gesetzt (Mitteilung vom 29
.
Ja
nuar
2019, Urk.
11
/98). Am 29. März 2020
(Ein
gangs
datum) meldete sich der Ver
si
cher
te
bei der Ausgleichskasse zum Bezug einer Erwerbsausfall
entschä
di
gung (Ver
anstaltungsverbot) gestützt auf die Ver
ord
nung über Massnahmen bei Er
werbs
ausfall im Zusammenhang mit dem
Corona
virus
(Covid-19-Verordnung Er
werbs
au
sfall) an
(
Urk. 11
/127
).
Nachdem die Ausgleichskasse einen Anspruch auf Co
rona-Erwerbsersatzentschädigung anfäng
lich verneint hatte (vgl. Verfü
gung vom 14. Mai 2020 [Urk.
11
/129] und
Ein
spracheentscheid
vom 15.
September 2020 [Urk. 11
/142]), teilte sie dem Ver
sicher
ten am 26. November 2020 mit, dass sie den
Einspracheentscheid
vom 15. Sep
tember 2020 wiedererwägungsweise aufhebe und ihm einen Anspruch auf Corona-Erwerbsersatzentschädigung für die Dau
er vom 17. März bis 16. Septem
ber 2020
bei einem Tages
an
satz von
Fr. 196.-- gewähre (Urk.
11
/156
f.).
1.2
Mit weiteren Anmeldungen vom 14. Dezember 2
020, 6. Januar, 1. und 28. Feb
ruar, 3. April, 1. Mai, 1. Juni, 1. Juli, 2. August,
1. und 30. September, 27. Okto
ber, 1. und 30. November 2021
, 3. Januar und 1. März 2022
machte
X._
insgesamt einen Anspruch auf eine Co
rona-Erwerbsaus
fall
ent
schä
digung für die
Zeit vom 17. September 2020
bis
Dezember
2021
sowie vom 1. bis 16. Februar 2022
gel
tend
(Urk. 11
/166 f., Urk.
11/170, Urk. 11
/175, Urk.
11/181, Urk. 11
/185, Urk.
11
/189, Urk.
11
/192, Urk.
11
/197, Urk.
11/201, Urk. 11
/205, Urk.
11/
214, Urk.
11
/220
, Urk. 11/223, Urk. 11
/227
, Urk. 11/239, Urk. 11/248
)
.
Die Aus
gleichs
kasse ge
währte dem Versi
cherten für die Zeit
periode vom 17. Sep
tember 2020 bis 31. August 2021 eine Corona-Er
werbs
ausfall
ent
schä
digung in
folge annullierter Veranstaltungen und für den Monat Sep
tem
ber 2021 eine in
folge er
heblicher Umsatzeinbusse und richtete ihm eine auf einem Tagesansatz von Fr. 196.-- be
ruhende Corona-Erwerbs
aus
fall
e
nt
schä
di
gung aus (vgl. Urk. 11/173, Urk. 11/179, Urk. 11
/183
, Urk. 11/186, Urk. 11/190, Urk. 11/193, Urk. 11
/198, Urk.
11/202, Urk. 11
/212
, Urk. 11
/222).
D
ie Aus
gleichs
kasse
verneinte
mit
Einsprache
ent
scheid
vom
22. Februar 2022
einen An
spruch auf Corona-Erwerbsersatz
entschä
di
gung für die Monate Oktober und November 2021
(Urk. 6/247).
Die dagegen erhobene Beschwerde vom
1
.
März
2022
(Urk. 1
1
/
255
) wies das hiesige Gericht mit Urteil
EE.2022.00010 vom
2
3. Juni 2022 ab (Urk.
15
im Verfahren EE.2022.00010
).
Weiter
verneinte die Ausgleichskasse
mit Verfügung vom 4. März 2022
einen Anspruch auf Corona-Erwerbsersatzentschädigung
für den Zeitraum Dezember 2021 und 1. bis 16. Fe
bruar 2022
,
da Personen, deren Umsatzeinbusse aus rein wirtschaftlichen Folgen entstanden sei und nicht auf eine aktuelle Massnahme von Bund oder Kanton zurückzuführen sei, keinen Anspruch auf diese Leistungen mehr hätten
(Urk. 6/2
).
Die dagegen vom Versicherten am 6. April 2022 erhobene Einsprache (Urk. 6/1) wies die Ausgleichskasse mit
Einspracheentscheid
vom 3. Juni 2022 ab (Urk. 6/6 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 14. Juni 2022 Beschwerde und beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die
Zu
sprache
einer Corona-Erwerbsausfallentschädigung für die Zeitperioden
Oktober bis
De
zem
ber 2021 sowie 1. bis 16. Februar 2022 (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom
22. Juli
2022
schloss
die Beschwerde
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde
(Urk. 5, unter Beilage der Kassenakten [Urk. 6/1-7])
und beantragte die Vereinigung mit dem Verfahren EE.2022.00010. Sie verwies auf die im Verfahren EE.2022.00010 eingereichten Kassenakten Urk. 6/1-255
(vorliegend geführt unter Urk. 11/1-255)
. Dies wurde dem Beschwerdeführer m
it Ver
fügung vom
29. Juli
2022 zur Kennt
nis gebracht (
Urk. 7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit er
for
der
lich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Die
Beschwerdegegnerin
beantragte
, dass das vorliegende Verfahren mit dem Verfahren Nr.
EE.2022.00010
zu vereinigen sei (vgl. Urk.
5
). Diesbezüglich ist
sie
darauf hinzuweisen, dass
jenes
Verfahren mit Urteil vom
23. Juni 2022
bereits
abgeschlossen
wurde, womit sich die Frage nach einer allfälligen Vereinigung der Verfahren erübrigt.
2.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Anspruch auf Corona-Erwerbsaus
fall
entschädigung mit der Begründung, dass nur
selbständigerwerbende
Personen anspruchsberechtigt seien, die aufgrund kantonaler oder auf Bundesebene be
schlossener Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
ihre Erwerbstätig
keit erheblich einschränken müssten. Der Zusammenhang zwischen der geltend ge
machten Erwerbseinbusse und den behördlichen Massnahmen sei nicht erwiesen (Urk. 2).
2
.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber zusammengefasst geltend (Urk. 1), Grund für seine ausbleibenden Umsätze seien abgesagte, verschobene und schlecht besuchte Messen infolge Maskenpflicht in Innenräumen, Zertifi
kats
pflicht an Veranstaltungen sowie Bewilligungspflicht für Grossveranstaltungen. Aus dem beigelegten Messeplan für die Jahre 2020 bis 2022 gehe hervor, dass viele Messen aufgrund der behördlich angeordneten Massnahmen abgesagt wor
den seien. Er habe deshalb Anspruch auf eine Corona-Erwerbs
ersatz
ent
schä
di
gung für die Monate Oktober bis Dezember 2021 s
owie für den Monat Februar 2022
.
3.
3.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. In
soweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 144 I 11 E. 4.3, 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a).
3.2
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 3. Juni 2022 betrifft einzig die Abweisung der Gesuche des Beschwerdeführers um Ausrichtung einer Corona-Erwerbsausfallentschädigung für die Zeitperioden Dezember 2021 sowie 1. bis 16. Februar 2022 (Urk. 2 S. 1). Auf den Antrag des Beschwerdeführers auf
Zu
sprache
einer solchen Entschädigung für die Monate Oktober und November 2021 (Urk. 1 S. 5) kann somit
vorliegend
mangels Anfechtungsobjektes nicht ein
getre
ten werden.
Über die
Entschädigung dieser Monate hat das hiesige Gericht im Verfahren EE.2022.00010 mit Urteil vom 23. Juni 2022 entschieden.
Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin die Auszahlung einer Corona-Erwerbsausfallentschädigung für die Zeitperioden Dezember 2021 und 1. bis 16. Fe
bruar 2022 zu Recht verweigert hat.
4.
4.1
4.1.1
Nach Art. 185 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV) kann der Bundesrat Ver
ordnun
gen und Verfügungen erlassen, um eingetretenen oder unmittelbar dro
hen
den schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicherheit zu begegnen. Solche Verordnungen sind zu befristen (und zwar auf [maximal] sechs Monate, vgl. Art. 7d Abs. 2
lit
. a des Regierungs- und Verwal
tungsorganisationsgesetzes, RVOG).
Gestützt auf dieses Notverordnungsrecht erliess der Bundesrat
–
nebst anderen Verordnungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, die sich teilweise (auch) auf das Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (
Epidemiengesetz
,
EpG
) stützten
–
am 2
0.
März 2020 die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall. Die Verordnung wurde rückwirkend per 1
7.
März 2020 in Kraft gesetzt (
Art.
11
Abs.
1 und 2 der Covid-19-Verordnung Erwerbs
ausfall vom 2
0.
März 2020). Mit dem Bundesgesetz über die gesetzlichen Grund
lagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie vom 2
5.
September 2020 (Covid-19-Gesetz) wurde rückwirkend per 1
7.
Septem
ber 2020 eine gesetzliche Grundlage für die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall geschaffen (
Art.
15 in Verbindung mit
Art.
21
Abs.
3 Covid-19-Gesetz). Seit ihrem Inkrafttreten per 1
7.
März 2020 wurde die Covid-19-Verordnung Erwerb
s
ausfall vom Bundesrat mehrfach geändert.
4.1.2
Gestützt auf Art. 7 des
Epidemiengesetzes
erliess der Bundesrat unter anderem die Covid-19-Verordnung 2, welche vom 13. März bis 22. Juni 2020 in Kraft war. Sie ordnete Massnahmen gegenüber der Bevölkerung, Organisationen und Insti
tutionen sowie den Kantonen zur Verminderung des Übertragungsrisikos und zur Bekämpfung des
Coronavirus
(Covid-19) an (Art. 1 Abs. 1 dieser Verordnung). Gemäss Art. 6 Abs. 1 der Covid-19-Verordnung 2 in der ab 17. März 2020 gültig gewesenen Version war es verboten, öffentliche oder private Veranstaltungen durch
zuführen. In der Folge beschloss der Bundesrat am 27. Mai 2020
eine weit
gehende Lockung der noch geltenden Massnahmen zur Bekämpfung de
s
Corona
virus
per 6. Juni 2020.
Unter der Bedingung, dass für alle Einrichtungen und Ver
anstaltungen Schutz
konzepte vorhanden sind (Art. 6d
Abs.
1 Covid-19-Ver
ord
nung 2 in der ab
6.
Juni 2020 gültig gewesenen Version),
waren Veranstal
tungen mit bis zu 300 Personen wieder erlaubt
(vgl. die Medien
mitteilung des Bundes
ra
tes vom 2
7.
Mai 2020).
Nach einer Zunahme der Ansteckungen mit dem
Coronavirus
im Herbst und Win
ter 2020 wurden weitere Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
beschlos
sen. Mit der Änderung der Verordnung über Massnahmen in der be
son
de
ren Lage zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie (Covid-19-Verordnung beson
dere Lage) vom
29. Oktober
2020 (
aufgehoben mit
Art.
30 Covid-19-Verordnung besondere Lage vom 2
3.
Juni 2021
) wurden mit
Art. 6
Abs. 3
dieser Verordnung
die Durch
führung von Messen und Märkten in Innenräumen
wieder
verboten. Alsdann beschloss der Bundesrat in seiner Sitzung vom 26. Mai 2021 wann und in welcher Form Grossveranstaltungen wieder stattfinden konnten (vgl. die Medien
mittei
lung des
Bundesrates vom 26. Mai 2021). Demnach waren mit einer Bewilligung der zuständigen kantonalen Behörde ab 1. Juli 2021 grosse Fach- und Publikums
messen mit bis zu 1000 Personen wieder zulässig (Art. 6 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 6b
quinquies
Covid-19-Verordnung besondere Lage in der ab 27. Mai 2021 gültig gewesenen Version). Per 26. Juni 2021 wurde sodann die Pflicht einge
führt, ein Schutzkonzept zu erarbeiten und umzusetzen. Für Messen, die nicht aus
schliess
lich im Freien stattfanden, bestand ausserdem bei Grossveranstaltun
gen die Zertifikatspflicht für alle Per
so
nen ab 16 Jahren (Art. 17 der Covid-19-Verordnung besondere Lage in der ab 26. Juni 2021 gültig gewesenen Fassung). Per 13. September 2021 wurde die Zertifikatspflicht auf alle Veranstaltungen in Innenräumen ausgeweitet (Art. 18 der Covid-19-Ver
ord
nung besondere Lage in der ab 13. September 2021 gültig gewesenen Version). An der Sitzung vom 17. Dezem
ber 2021 verschärfte der Bundesrat die Mass
nahmen und entschied, dass
zu Veranstaltungen im Innern
künftig
nur noch geimpfte und genesene Per
sonen (2G
-Regel
)
Zugang
haben (vgl. Medi
enmitteilung vom 17. Dezember 2021; Art. 14 der Covid-19-Verordnung beson
dere Lage in der ab 20. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung). Schliesslich wurde die Zertifikats
pflicht per 17. Februar 2022 wieder aufgehoben (vgl. Medienmit
teilung des Bundesrates vom 16. Februar 2022).
4.2
In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze
massgebend
, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbe
standes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinwei
sen).
D
as Sozialversicherungsgericht
stellt
bei der Beurteilung eines Falles grund
sätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung bezie
hungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1).
Vorliegend streitig ist
der Anspruch
des Beschwerdeführers auf eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung
für die
Zeitperioden Dezember 2021 sowie 1. bis 16. Fe
bruar 2022.
Entsprechend sind die in diesem Monat gültigen Bestim
mun
gen anwend
bar.
4.3
Laut
Art.
1 der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall (gemäss sämtlichen Fassun
gen) sind die Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG) auf die Entschädigungen gemäss dieser Ver
ordnung anwendbar, soweit die nachstehenden Bestimmungen nicht aus
drück
lich eine Abweichung vom ATSG vorsehen. Nach
Art.
8
Abs.
5 der Covid-19-Ver
ordnung Erwerbsausfall (gemäss sämtlichen Fassungen) wird die Ent
schä
di
gung im formlosen Verfahren nach Artikel 51 ATSG festgesetzt. Dies gilt in Abweichung von Artikel 49 Absatz 1 ATSG auch für erhebliche Entschädigungen.
4.4
4.4.1
Nach Art. 2 Abs. 3 der Covid-19-Verordnung Er
werbsausfall (Stand: 20. Septem
ber 2021) sind
Selbständigerwerbende
im Sinne von Artikel 12 ATSG und Perso
nen nach Artikel 31 Absatz 3 Buchstaben b und c des Bundesgesetzes über die obliga
to
rische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschä
digung (AVIG) unter der Voraussetzung von Absatz 1
bis
Buchstabe c anspruchs
berechtigt, wenn sie:
a. ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie unterbrechen müssen; und
b. einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden.
4.4.2
G
emäss
Art.
2
Abs.
3
bis
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall (Stand:
20. Septem
ber 2021
) sind
Selbständigerwerbende
im Sinne von
Art.
12 ATSG, die nicht
unter Absatz 3 fallen
, anspruchsberechtigt wenn:
a. ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie massgeblich eingeschränkt ist;
b. sie einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden; und
c. sie im Jahr 2019 für diese Tätigkeit ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen von mindestens Fr. 10'000.-- erzielt haben; diese Voraussetzung gilt sinn
ge
mäss, wenn die Tätigkeit nach dem Jahr 2019 aufgenommen wurde; wurde die Tätigkeit nicht während eines vollen Jahres ausgeübt, so gilt diese Voraus
setzung proportional zu deren Dauer.
Die Erwerbstätigkeit gilt gemäss
Art.
2
Abs.
3
ter
Satz 1 Cov
id-19-Verordnung Erwerbsausfall
als massgeblich eingeschränkt, wenn pro Monat eine
Umsatz
ein
busse von mindestens 3
0 Prozent im Vergleich zum durchschnittlichen monat
li
chen Um
satz der Jahre 2015–2019 vorliegt.
Wurde die Tätigkeit nach 2015 und vor 2020 aufgenommen, so ist der Durchschnitt der entsprechenden Erwerbsdauer massgebend. Personen, die ihre Erwerbstätigkeit nach dem Jahr 2019 aufge
nom
men haben, müssen nachweisen, dass pro Monat eine Umsatzeinbusse von min
destens 30 Prozent im Vergleich zum durchschnittlichen Umsatz von mindes
tens drei Monaten vorliegt; massgebend ist der Durchschnitt der drei Monate mit den höchsten Umsätzen (
Art.
2
Abs.
3
ter
).
5.
5.1
Der Beschwerdeführer ist bei der Beschwerdegegnerin als selbständig Erwerbs
tä
tiger im Bereich Finanzberatung gemeldet. Gemäss eigenen Angaben gewinnt er seine Kundinnen und Kunden überwiegend an Messen (Urk.
1
S.
2). Im Rahmen der Abrechnungen richtete die Beschwerdegegnerin die Corona-Erwerbs
ausfall
entschädigung zu Beginn bis 31. August 2021 aufgrund annullierter Veranstal
tungen (vgl. Urk.
11
/173, Urk.
11
/179, Urk.
11
/183, Urk.
11
/186, Urk.
11
/190, Urk.
11
/193, Urk.
11
/198, Urk.
11
/202, Urk.
11
/212), im September 2021 auf
grund erheblicher Um
satzein
bussen in
folge abgesagter Veranstaltungen aus (vgl. Urk.
11
/222), im
plizit also gestützt auf Art. 2 Abs. 3
bis
und Abs. 3
ter
der Covid-19-Verordnung Er
werbsausfall
. Dass der Beschwerdeführer im
Dezember
2021
und im Februar 2022
eine Umsatzeinbusse von mindestens 30 Pro
zent im Ver
gleich zum durchschnittlichen monatlichen Umsatz der Jahre 2015 bis 2019 erlitten hat, ist ausgewiesen und wird nicht bestritten (vgl. Urk.
11
/2
39
, Urk.
11
/24
8
).
In der
Verfügung vom
4. März 2022
sowie im
Einsprache
entscheid
vom
3. Juni
2022 äusserte sich die Beschwerdegegnerin einzig zu den behördlich an
geordneten Massnah
men und dass der Beschwerdeführer von solchen nicht mehr betroffen sei, mithin die Kausalität der Umsatzein
busse mit den geltenden Mass
nahmen nicht mehr gegeben sei.
5.2
Die Beschwerdegegnerin verweist im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf
Rz
. 1040.2
i.V.m
.
Rz
. 1041.2 des Kreisschreibens über die Entschädigung zur Bekämpfung des
Corona
virus
- Corona-Erwerbsersatz (KS CE). Darin wird ausge
führt, dass ab dem 1. September 2021, in Anbetracht der Aufhebung des ge
ne
rel
len Veranstaltungs
verbotes und des Fehlens des erforderlichen Nach
weises nach
Rz
. 1037 ff. (welche Randziffern den Anspruch infolge eines gel
ten
den Ver
anstaltungsverbotes oder infolge Nichtgenehmigung der Veran
staltung aufgrund von Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
betreffen),
Selb
ständig
er
wer
bende
und Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung sowie deren mitarbei
tende Ehegatten oder einge
tragene Partner, die aufgrund von Mass
nahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
einen Erwerbsausfall erlitten, An
spruch auf Co
rona-Erwerbsersatz infolge mass
gebender Einschränkung der Er
werbs
tätigkeit gel
tend machen könnten. Diese Randziffer wurde mit der Version 19 des KS CE (gültig ab 17. September 2021, vgl. dazu das Vorwort zur Version 19) eingefügt, nachdem im Vorwort zur Ver
sion 18 festgehalten worden war, dass es aktuell kaum noch behördliche Ein
schränkungen gebe. Deshalb müssten die Ausgleichs
kassen ihr Augenmerk besonders auf die Gründe richten, die die Versicherten für eine erhebliche Ein
schränkung geltend machten. Diese Gründe müssten im Zu
sam
menhang mit den Massnahmen zur Bekämpfung des
Corona
virus
stehen. Es ist der Beschwerdegeg
nerin somit beizupflichten, dass eine Umsatzeinbusse, die (alleine) darauf zurück
zuführen ist, dass sich das ökono
mi
sche Umfeld aufgrund der Pandemie ändert, nicht durch die Corona-Erwerbs
ersatz
entschädigung abge
deckt wird.
5.3
Massgebend ist, ob und inwiefern die Erwerbseinbusse des Beschwerdeführers in den Monaten Dezember 2021 und Februar 2022 auf die staatlich verordneten Mass
nahmen gegen das Corona-Virus zurückzuführen war. Sei
t 13. September
2021
galt in Bezug auf Fach- und Publikumsmessen insofern eine Einschränkung, als eine Zertifikats
pflicht für alle Personen ab 16 Jahre bestand (E.
4
.1.2 hiervor).
Einzig diese Mass
nahme interessiert in Bezug auf den zu prüfenden Entschä
di
gungs
anspruch. Soweit der Beschwerdeführer den geltend gemachten Anspruch mit Massnahmen begründet, die im relevanten Zeitraum bereits nicht mehr in Kraft waren, kann ihm nicht gefolgt werden. Mit der Aufhebung einer Mass
nahme endet ihr zeit
licher Geltungsbereich und sie kann nicht mehr Grundlage eines (weiteren) Ent
schädigungsanspruchs bilden. Ähnlich verhält es sich mit dem Umstand, dass sich im Winter 2021/2022 die epidemiologische Lage verschlech
terte und deshalb wieder eine Verschärfung der Massnahmen zu erwarten war. Eine Vor
wirkung kommt ihnen nicht zu, womit sie vorliegend ausser Betracht zu bleiben haben.
5.4
Der Beschwerdeführer verweist auf diverse Veranstaltungen, die abgesagt oder verschoben worden seien, und begründet so die Erwerbsei
nbusse (Urk. 1 S. 4
).
Mit Ausnahme der
Hochzeitsmesse
in
Y._
war jedoch keine dieser Veran
stal
tun
gen für Dezember 2021 oder Februar 2022 geplant.
Die
«
Messe Z._
»
in
A._
war
ursprünglich im
Januar 2022
vorgesehen
(vgl.
Urk. 3/1 und
Urk. 3/2).
Gemäss Angaben
des Beschwerdeführers hat
er im Januar 2022 jedoch keine Erwerbs
einbusse erlitten (vgl. Urk. 1 S. 3).
Mit seiner Argumentation, wonach die Absage der
Hochzeitsmesse
in
Y._
auf die im
Februar 2022
nach wie vor geltend gewesene Zertifi
kats
pflicht für sämtliche Veran
stal
tungen in Innenräumen zurück
zuführen gewesen und daraus eine anspruchsbegründende Umsatzeinbusse resultiert sei, weil er keine neuen Kundinnen und Kunden h
abe akquirieren können (Urk. 1
S. 4
), ver
mag der Beschwerdeführer nicht durchzu
dringen. So waren Fach- und Publi
kums
messen unter Einhaltung eines Schutz
konzeptes und der Zertifikats
pflicht im
Februar 2
022 erlaubt (vgl. vorstehend E.
4
.1.2). Dass teils Veranstalter trotz
dem auf die Durchführung einer Messe ver
zichteten, ändert nichts daran, dass die damals geltenden behördlichen Massnah
men der Durch
führung von Messen nicht entgegenstanden. Der unter
nehmerische Entscheid, allenfalls geleitet von der allgemeinen epidemiologischen Lage, den
noch auf eine Durchführung zu verzichten, stand nicht in Zusammen
hang mit den behördlichen Massnahmen, womit allfällig daraus resultierende Erwerbsein
bussen nicht mittels einer Corona-Erwerbsersatz
entschä
di
gung auszu
gleichen sind. Soweit der Be
schwer
deführer auch für den Monat Dezember 2021 einen Erwerbsausfall infolge abgesagter Veranstaltungen wegen der Zertifikats
pflicht geltend macht, kann ihm ebenfalls nicht gefolgt werden. Aus der jährlichen Mes
seplanung der Vorjahre ergibt sich, dass der Beschwerdeführer im Dezember nie an einer Messe teilge
nommen hat (vgl. Urk. 3/3), insofern im De
zember 2021 gegenüber den Vorjahren keine erwerbliche Auswir
kung aufgrund behördlich angeordneter Mass
nahmen gegen das
Coro
na
virus
ausgewiesen ist. Insgesamt bestand keine Ein
schränkung auf
grund von behörd
lich angeordneten Massnah
men zur Be
kämpf
ung der Covid-19-Pandemie im Sinne von Art. 2 Abs. 3
bis
lit
. a der Covid-19-Verordnung Er
werbs
ausfall. Die Beschwerdegegnerin hat die Gesu
che des Be
schwerdeführers um Aus
zahlung einer Corona-Er
werbs
ausfallentschä
digung für die Zeitperioden Dezember 2021 sowie 1. bis 16. Februar 2022 dem
nach zu Recht abgewiesen.
6.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde, soweit darauf ein
zu
treten ist.