Decision ID: c7032c1e-183c-4098-8429-8a3dbd30b047
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971,
ist Mutter von drei Kindern (geboren 1989, 1991
und 1997,
Urk.
7/8
Ziff.
3.1).
Die Versicherte war
bis zum 16. Dezember 2007 als Küchenhilf
e tätig
(
Urk.
7/17
Ziff.
2.1 und 2.7) und arbeitete daneben als
Reini
gerin (
Urk.
7/18/8
Ziff.
2.1 und 2.7).
Vom 1. September 2008 bis 30. April 2009 bezog sie
Taggelder der Arbeitslosenversicherung
(
Urk.
7/12/1).
Am
18. Mai 2009
meldete sie sich
wegen einer mittelgradigen depressiven Epi
sode
und
Panikattacken bei
der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/8
Ziff.
6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte medizinische Berichte (
Urk.
7/19,
Urk.
7/21), ein medizinisches Gutachten (
Urk.
7/25),
Arbeit
geberberichte
(
Urk.
7/18-19
) und Auszüge aus de
m individuellen Konto (IK-Auszüge
,
Urk.
7/5,
Urk.
7/14) ein.
Mit Verfügung
vom
9. Juni 2011
(
Urk.
7/60,
Urk.
7/50)
sprach die IV-Stelle der Versicherten befristet für die Zeit vom 1. November 2009 bis 30. April 2010 eine ganze Rente zu
. Ab dem 1. Mai 2010 verneinte sie bei einem
Invaliditäts
grad
von 33
%
einen Rentenanspruch
.
Die
se
Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Die Versicherte arbeitete vom 20. April bis 30. November 2012 für die
Y._
als Küchenhilfe (
Urk.
7/74
Ziff.
2.1).
Am 1. Oktober 2012 meldete
sie sich
erneut bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/63).
Die IV-Stelle holte
einen Arztbericht (
Urk.
7/73) und einen
Arbeit
geberbericht
(
Urk.
7/74) ein und zog
Akten des Krankentaggeldvers
icherers (
Urk.
7/71,
Urk.
7/76)
bei
.
N
ach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/80-
95)
verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom
2.
September 2013 (
Urk.
7/96 =
Urk.
2) einen Leistungsanspruch der Versicherten.
2.
Gegen die Verfügung vom
2.
September 2013 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am 3. Oktober 2013 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, diese sei vollumfänglich aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihr eine Invalidenrente aus
zurichten (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 30. Oktober 2013 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Dieses Schreiben wurde der Beschwerdeführerin am 26. März 2014 zugestellt (
Urk.
10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Au
-
gust
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.3
Wurde eine Rente, eine
Hilflosenentschädigung
oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil
aufgrund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen
Assistenzbei
trag
entsteht, verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung er
füllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des
invaliditätsbeding
ten
Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades oder der Hilflosigkeit auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinwei
sen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der
In
validitätsgrad
oder die Hilflosigkeit oder der Hilfebedarf seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidi
tät oder Hilflosigkeit oder einen anspruchsbegründenden Hilfebedarf zu beja
hen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche mate
rielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung fest, die Ab
-
klärun
gen
hätten lediglich eine neue Beurteilung des bereits vorha
ndenen Sachverhaltes ergeben. Es
sei keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen (
Urk.
2). In ihrer Beschwerdeantwort machte sie geltend, es hätten sich aufgrund der vorliegenden Arztberichte als neue Diagnosen insbesondere ein chronisches rezidivierendes
lumbospondylogenes
sowie
zervikovertebrales
und
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom ergeben. Rechtsprechungsgemäss bestehe bei diesen Beschwerden eine Vermutung der Zumutbarkeit der willentli
chen Leidensüberwindung. Eine erhebliche psychische Komorbidität im Sinne der Foerster-Kriterien liege nicht vor (
Urk.
6).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte geltend, das Schmerzsyndrom sei bereits in ei
nem Bericht vom 23. Mai 2011 beschrieben, aber in der Verfügung vom 9. Juni 2011 nicht berücksichtigt worden. Diese Beeinträchtigung habe Auswirkung auf ihre Arbeitsfähigkeit, weshalb eine Verschlechterung eingetreten sei (
Urk.
1 S. 4 unten f.).
2.
3
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom 1. Oktober 2012 eingetreten
und hat das Gesuch materiell geprüft
.
Strittig und zu prüfen
ist
daher
, ob sich die Verhältnisse
verglichen mit denjenigen zum Zeitpunkt der Verfügung vom 9. Juni 2011 massgeblich verändert haben.
Nachfolgend ist auf die medizinischen Akten einzugehen.
3.
3.1
Med.
pract
.
Z._
, Assistenzärztin, Dr.
med.
A._
,
Ober
ärztin
, und Dr. med
.
B._
, Leitender Arzt
C._
,
berichteten am
29. Dezember 2008 (
Urk.
7/19/6-8)
über
einen
stationären Auf
enthalt
der Beschwerdeführerin
in der
C._
vom 8. bis 13. Dezember 2008 (S. 1)
. Die behandelnden Ärzte
nannten im Bericht als
Diag
nose
n
Verdacht auf Anpassungsstörung
,
mittelgradige depressive Episode bei rezidivierender depressiver Störung
(Differentialdiagnose)
und Trennung vom Lebensgefährten (S. 1
Ziff.
1).
Die Beschwerdeführerin war sodann vom 13. bis 27. Mai 2009 erneut
in der
C._
hospitalisiert
(
Urk.
7/19/14).
3.2
Der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. med.
D._
,
Allgemeine Innere Medizin FMH,
stellte in einem Bericht vom 18. Januar 2010
(
Urk.
7/19/2-5)
die Diagnosen mittelschwere depressive Episode bei psychosozialer Belastungssitu
ation und rezidivierender depressiver Störung sowie Akzentuierung von
Per
sönlichkeitszügen
mit unreifen Anteilen (
Ziff.
1.1). Dr.
D._
attestierte für die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit seit dem 2
2.
November 2007 bis auf
Weiteres
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %
(
Ziff.
1.6).
3.3
Die Beschwerdeführerin war sodann vom 11. Juni 2009 bis 30. März 2010 im
E._
in ambulanter psychiatrischer Behandlung (
Urk.
7/21
Ziff.
1.2).
Dr. med. F._
, Assistenzarzt, und
Dr. med.
G._
, Oberärztin
E._
,
hielten
im
Bericht 1. April 2010 (
Urk.
7/21)
zur Krankengeschichte fest
, die Beschwerdeführerin habe während mehrerer Jahre seitens ihres Vaters sexuelle und nicht sexuelle Gewalt erlitten. Auch ein Schwager habe sie sexuell missbraucht. 1995
sei sie
in der
H._
festgenom
men und inhaftiert worden. Während der einwöchigen Inhaftierung sei sie mit Stromschlägen gefoltert und wiederholt vergewaltigt worden. 2001 sei sie als anerkannter politischer Flüchtling in die Schwei
z gekommen. Nach einer Thera
pie,
von der sie initial profitiert habe,
sei es
später
zu einer zunehmenden de
pressiven Symptomatik im Rahmen einer mittelgradigen depressiven Episode gekommen, was einen verstärkten sozialen Rückzug zur Folge gehabt habe. Die Beschwerdeführerin leide seit mindestens 2001 an massiven Flashbacks und Albträumen, an einem
Hyperarousal
, insbesondere bei Erinnerung an die durch
gemachte Folter und den sexuellen Missbrauch, ausserdem an einem erhebli
chen
Vermeidungsverhalten
. Seit zirka Februar 2010 sei es zu einer leichten Besserung des Krankheitsbildes gekommen. Die Beschwerdeführerin könne sich jetzt durchgehend von akuter Suizidalität distanzieren und wieder häufiger ihr Haus verlassen und sinnvolle Aktivitäten ausüben
(
Ziff.
1.4).
Dr.
F._
und Dr.
G._
nannten als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung bei gegenwärtig mittelgradiger Episode, eine pos
ttraumatische
Belas
tungsstörung
und
abhängige Persönlichkeitszüge (
Ziff.
1.1).
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bestehe seit dem 11. Juni 2009 bis auf Weite
res eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
1.6).
3.4
Die Beschwerdegegnerin
gab
in der Folge
ein psychiatrisches Gutachten
bei
Dr. med.
I._
,
Psychiatrie und Psychotherapie,
in Auftrag,
welches
am
16. September 2010 (
Urk.
7/25) erstattet wurde.
Dr.
I._
nannte
im Gutachten
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syn
drom im Rahmen einer rezi
divierende
n depressiven
Störung.
Weiter stellte er die Diagnose
eine
r
narzisstisch-infantile
n
Persönlichkeitsakzentuierung
, ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 10
Ziff.
IV).
Dr.
I._
führte weiter aus, n
ach Trennung vom jetzigen Lebensgefährten sei es
erneut zu einer depressiven Symptomatik gekommen (S. 11 oben).
Z
irka
im
Februar 2010 sei
eine leichte
Besserung des Krankheitsbildes
eingetreten
. Die Beschwerdeführerin könne sich durchgehend von einer akuten Suizidalität dis
tanzieren. Sie könne wieder
häufiger ihr Haus
verlassen
und sinnvolle Aktivi
täten ausüb
en (zum Beispiel Besuch einer Selbsthilfegruppe für Traumatisierte, Besuch einer an Krebs erkrankten Schwester in der
H._
, S. 11 unten).
Die
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung sei
definiert
als eine wahrscheinliche Folgereaktion eines oder mehrerer traumatischer Ereignisse in einem Ausmass, wie sie die Beschwerdeführerin im Rahmen der Misshandlung durch Vater und Schwager sowie
auch
bei dem
Vergewaltigungs- und
Folterer
leben
während der Inhaftierung erlebt habe. Ein intrusives Erleben sei in der Untersuchung nicht objektivierbar und von der Beschwerdeführerin auch nicht beschrieben worden. Die beschriebenen Schlaf- und Konzentrationsstörungen liessen sich unter die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Symptomatik subsumieren. Ein traumaassoziiertes Vermeidungsverhalten sei nicht erkennbar
.
Zusammenfassend seien die Kriterien einer posttraumatischen
Belastungsstö
rung
aus psychiatrischer Sicht mindestens zum Untersuchungszeitpunkt nicht
erfüllt
(S. 12 Mitte).
Aus psychiatrischer Sicht bestehe aufgrund der mittelgradig ausgeprägten depressiven Symptomatik eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
in jed
weder den Fähigkeiten der Beschwerdeführerin entsprechenden Arbeitstätigkeit. Um die bestehende Restarbeitsfähigkeit überhaupt nutzbar machen zu können, bedürfe es einer vorgeschalteten Belastbarkeitsprüfung und eines
Arbeitstrai
nings
in einem geschützten Umfeld. Angesichts der ausgeprägten subjektiven Krankheits- und Insuffizienzüberzeugung sei es aus psychiatrischer Sicht wenig wahrscheinlich, dass die Restarbeitsfähigkeit ausgeschöpft werde. Hierbei seien allerdings vornehmlich invaliditätsfremde Kontextfaktoren
als
ausschlaggebend
anzusehen
(S. 14 oben). Zwischen dem 2
2.
November 2007 bis zirka Februar 2010 sei
aus
psychiatrischer Sicht durchgehend von einer
vollen
Arbeitsunfä
higkeit auszugehen.
Es sei den Berichten der
C._
und Dr.
D._
zu folgen.
Spätestens seit Februar 2010 sei von der aktuell attestierten Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 15
Ziff.
4).
3.5
Dr. med.
J._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Regionalärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD),
erklärte
in einer Stel
lungnahme vom 1. November 2010
(
Urk.
7/32 S.
5
f.
)
,
nach dem
psychiatrischen Gutachten von Dr.
I._
sei
ein relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen. Es sei von folgender Arbeitsunfäh
igkeit in
der bisherigen und einer angepassten Tätigkeit auszugehen: Vom 2
2.
November 2007 (Eröffnung der Wartefrist) bis Ende Januar 2010 habe
eine solche von 100
% bestanden. Ab Februar 2010 sei
von
einer Arbeitsunfähigkeit von 40
%
in der bisherigen und in einer ange
passten Tätigkeit (beziehungsweise einer Arbeitsfähigkeit von 60
%
in der freien Marktwirtschaft) auszugehen.
Gestützt auf diese Berichte sprach die Beschwerdegegnerin der Beschwerdefüh
rerin mit Verfügung vom 9. Juni 2011 eine befristete ganze Rente zu (
Urk.
7/50;
Urk.
7/60).
3.6
Dr. med.
K._
, Assistenzarzt, u
nd Dr. med. L._
, Oberarzt
Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin,
M._
,
berich
teten am 23. Mai 2011 (
Urk.
7/59) über
die Untersuchungen
der Beschwerde
führerin
vom 11. April und 20. Mai 2011.
Dr.
K._
und Dr.
L._
nannten als
Diagnosen (S. 1):
chronisches
zervikovertebrales
und
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom (aktenanamnestisch seit 2005)
Status nach
z
ervikoradikulärem
Reizsyndrom C6 links ohne
sensomotorisches Ausfallsyndrom-chronisches
zervikospondylogenes
Syndrom
p
ersistierende
HWS/BWS-
Kyphosierung
,
cervikothorakale
Dysfunktion
MRI Halswirbelsäule vom 7. Juni 2010: Diskushernie bei C5/C6
mit
präforaminaler
Kompression der Wurzel bei C6 links
MRI Halswirbelsäule vom 21. April 2011: Im Vergleich zur
externen Voruntersuchung vom 7. Juni 2010 stationäre
Discusprotrusion
bei C5/C6 ohne Affektion
einer
Nervenwurzel
lumbospondylogen
e
s
Schmerzsyndrom links
bei
Ventrolisthesis
und
Spondylolyse
bei
L5/S1
MRI Lendenwirbelsäule 21. April 2011
Status nach Facettengelenksinfiltration bei L5/S1 beidseits 2004
,
Status nach
periduraler
Infiltration bei L5/S1 2004
Periarthopathia
humeroscapularis
links
Sonographie Schulter, 4. Mai 2011
Depression
Allergie auf
Bac
t
rim
Nikotinkonsum von 1 Pack täglich
Dr.
K._
und Dr.
L._
führten
aus, die Beschwerdeführerin sei
im Rahmen der seit März 2010 bestehenden links
s
eitigen Nacken- und Schulterschmerzen mit anschliessender Ausdehnung in den linken Arm bereits von Juni bis September 2010 in der Poliklinik des
M._
in Behandlung gewesen. Bei initial nicht ausge
schlossenem
lumboradikulärem
Schmerzsyndrom sei über fünf Tage ein syste
mischer Steroidstoss mit 20mg durchgeführt worden, was keine Linderung ge
bracht habe. Motorische Defizite wie auch sensorische Ausfälle seie
n wiederholt nicht dokumentiert worden. En
t
sprechend dem Verlauf,
der Klinik und der wie
derholten Untersuchung seien die Nackenschmerzen
im
cervikothorakalen
Übergang
am ehesten haltungsbedingt bei mittelschwerer HWS-/
BWS-Kypho
sierung
und assoziierter Facettengelenksüberlastung interpretiert worden
. Die ausstrahlenden Schmerzen hätten sich im Verlauf deutlich
regredient
präsentiert
(S. 1 f.).
Klinisch bestünden aktuell keine Hinweise für ein
cervikoradikuläres
oder ein
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom. Die
cervikovertebralen
und
lumbovertebra
len
Schmerzen liessen sich durch eine Fehlhaltung bei
Dekonditionierung
und muskulärer
Dysbalance
durchaus erklären. Es werde unverändert eine konse
quente aktive Therapie, initial unter physiotherapeutischer Aufsicht, anschlies
send in einem konsequenten Heimprogramm mit Schwerpunkt der
Haltungs
schule
, segmentaler Mobilisation im
cervikothorakalen
Übergang und aktiver Rumpfstabilisierung empfohlen. Die ausstrahlenden Schmerzen in den linken Arm seien am
e
hesten im Rahmen der
Periarthropathia
humero
scapularis
links
mit
sonographisch
dokumentierter
Bursis
subdeltoidea
links zu interpretieren
S. 3)
.
Aus rheumatologischer Sicht seien leichte körperliche Arbeiten uneingeschränkt durchführbar. Für mittelschwere körperliche Arbeiten bestehe zum jetzigen Zeitpunkt im Rahmen der
Dekonditionierung
eine Einschränkung von 50
%
. Unter aktiver Physiotherapie sei im weiteren Verlauf von einer sukzessiven Steigerung bis zu einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
für mittelschwere körperli
che Arbeiten auszugehen. Für schwere Tätigkeiten sei von einer Arbeitsunfähig
keit von 100
%
auszugehen (S. 3).
4.
4.1
Dr. med. N._
, Assistenzarzt, u
nd Dr. med. O._
, Oberarzt
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
M._
,
nannten
in einem Bericht vom 31. Ok
to
ber 2012 (
Urk.
7/71/2-4) als Diagnosen eine posttraumatische
Belastungsstö
rung
und eine mit
telgradige depressive Episode
.
Dr.
N._
und Dr.
O._
führten aus, die
Beschwerdeführerin habe sich
am
18. August 2011 erstmals ins
Ambulatorium für Kriegs- und Folteropfer begeben. Sie habe vorübergehend ein sehr labiles psychisches Zustandsbild präsentiert. Seit dem 6. März 2012 erscheine sie wöchentlich und moti
viert zu den
Thera
piesitzungen
(S. 2 Mitte). In Anbetracht des bisherigen Verlaufs auf dem ersten Arbeitsmarkt mit jeweils nur kurz andauernden Engagements sowie der kom
plexen und
chronifizierten
Erkrankung sei in Zukunft nicht von einer hochgra
digen dauerhaften Arbeitsfähigkeit auszugehen. Nach Rücksprache mit
dem Rheumatologen
Dr. med.
P._
; Oberarzt, Rheumaklinik
M._
,
bestehe von somatischer Seite sei
t dem 24. September 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
. Nach Einschätzung von Dr. med.
N._
und Dr.
O._
interferiere das gegenwärtig psychisch
dekompensierte
Zustandsbild mit der somatischen Grunderkrankung, weshalb man der Beschwerdeführerin seit dem 24. September 2012
global
eine
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestiere
, welche vorderhand andauern dürfte. Eine mögliche Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei von mehre
ren
Faktoren abhängig (S. 2 unten, vgl. auch
den Bericht
von Dr.
P._
vom
1. Oktober 2012,
Urk.
7/71/5-6
Ziff.
5
)
.
4.
2
Nach
dem
Bericht von
Dr.
P._
vom 21. November 2012 (
Urk.
7/73/5-8) war die Beschwerdeführerin vom 30. August bis 13. September 2012 in der
Rheu
maklinik
des
M._
in stationärer Behandlung (
Ziff.
1.3).
Dr.
P._
be
merkte dazu
,
dass
während des
Klinika
ufenthaltes
keine entscheidende
Befundverbes
serung
gelungen
sei
(
Ziff.
1.4).
Aus rheumatologischer Sicht habe für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Kellne
rin bis zum 23. September 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Ab dem 24. September 2012 sei ein Arbeitsversuch
mit einem Pensum
von 50
%
geplant (
Ziff.
1.6). Während Phasen erhöhter
Schmerzexazerbationen
sei anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin vermehrte Pausen benötige. Insge
samt sei mit einer verminderten Leistungsfähigkeit von bis zu 50
%
passagèr
zu rechnen. Kurzzeitig seien Arbeitsunfähigkeiten von 100
%
möglich. Insgesamt sei ein Wechsel der Arbeitstätigkeit auf eine leichte bis mittelschwere wechsel
belastende Tätigkeit anzuraten (
Ziff.
1.7). Durch regelmässige
Physiotherapie, welche als Ziel die Wirbelsäulenstabilität verbessere und mittels welcher die Beschwerdeführerin
ein
rückenergonomis
ches Verhalten erlerne
, solle aus rheumatologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
bestehen (
Ziff.
1.8).
4.
3
Dr. med. Q._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie und Fach
arzt FMH für Pharmazeutische Medizin, erstattete
am 27. Dezember 2012
im Auftrag des Krankentaggeldversicherers ein versicherungsmedizinisches psychi
atrisches Konsilium (
Urk.
7/76/2-8). Das Konsilium beruht
e
auf
der Untersu
chung der Beschwerdeführerin vom 11. Dezember 2012
und den Dr.
Q._
überlassenen Ak
ten
(S. 1).
Dr.
Q._
führte aus, der psychopathologische Befund sei zum Zeitpunkt der Evaluation durch eine leichte Verschiebung der Stimmungslage zum depressi
ven Pol gekennzeichnet gewesen. Die affektive Auslenkbarkeit sei ebenfalls leicht eingeschränkt gewesen. Im Affekt wirke die Beschwerdeführerin resig
niert, gekränkt und verbittert. Zusammengefasst sei der Befund mit einer mit
telgradig ausgeprägten Depression vereinbar, die aktuell am Zurückgehen sei
(S. 5
Ziff.
3). Nach Vorgeschichte, B
eschwerdeschilderung, bisherigem
Krank
-
heits
verlauf
und aktuellem Befund liege eine mittelgradige depressive Episode vor. Das Krankheitsbild sei in Rückbildung begriffen und nur noch leichtgradig aus
geprägt. Ausserdem bestünden anamnestisch begründete Annahmen, die eine posttraumatische Belastungsstörung wahrscheinlich
machten
(S. 5
Ziff.
4). Die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100
%
als Küchenhilfe sei
aus
psy
-
chiatrischer
Sicht dem Krankheitsbild und dessen klinischer Ausprägung bislang angemes
sen gewesen. Dr.
Q._
g
ing
davon aus, dass die Arbeitsunfähigkeit vorläufig fortzuschreiben sei. Ob anschliessend an berufliche Massnahmen wenigstens wieder eine Teilarbeitsfähigkeit resultiere, sei derzeit noch nicht
prognostizier
bar
und hänge vom weiteren Behandlungsverlauf ab (S. 6
Ziff.
5). Bei einer mittelgradigen depressiven Episode sei die Prognose unter sachgerechter Be
handlung prinzipiell als günstig zu bewerten. Es sei davon auszugehen, dass eine solche Episode innerhalb einiger Monate deutlich rückläufig sei. Dies sei vorliegend bereits teilweise gelungen (S. 6
Ziff.
6).
4.
4
Med.
pract
.
R._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Trau
matologie,
RAD
,
führte
in einer Stellungnahme vom
26. März 2013 (
Urk.
7/79 S. 3)
aus,
im Bericht von Dr.
L._
vom 23. Mai 2011 seien unver
änderte Befunde erhoben worden. Die Beschwerdeführerin sei für körperlich leichte Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsfähig. Für mittelschwere Tätigkeiten bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
aufgrund von
Dekonditio
nierung
. Im Bericht von Dr.
P._
vom 21. November 2012 würden weiterhin unveränderte Befunde und Diagnosen dargelegt. Die bisherige Tätigkeit sei aus rheumatologischer Sicht noch zumutbar.
Gemäss dem Psychiater Dr.
Q._
liege eine mittelgradige depressive Episode vor, die in Rückbildung begriffen sei. Die Prognose der depressiven Episode sei günstig.
Die Annahme, dass eine post
traumatische Belastungsstörung vorliege, sei wahrscheinlich.
Eine vorüberge
hende Arbeitsunfähigkeit von 100
%
sei angemessen. Die Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestehe seit Juli 201
2.
Dr.
R._
hielt fest, e
ine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes gegenüber dem Zustand, wie er im Gutachten von Dr.
I._
vom 16. September 2010 dokumentiert worden sei, sei nicht ausgewiesen.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin
hatte
in der in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 9. Juni 2011
gemäss
der
von Dr.
I._
attestierten
Resta
rbeitsfähigkeit von 60
%
per 1. Mai 2010
einen
Invaliditätsgrad von 33
% ermittelt
und ver
neinte
daher
ab dem 1. Mai 2010 einen Rentenanspruch
der Beschwerdefü
h
rerin
(vgl. Verfügungsteil 2,
Urk.
7/50 S. 2).
Grundlage
der
zugesprochene
n
Invali
denrente bildeten die psychischen Beschwerden der Beschwerdeführerin.
Am 1. Oktober 2012 meldete sich d
ie Beschwerdeführerin
erneut bei der Invali
denversicherung an.
In der
Neua
nmeldung
gab
sie nebst
psychischen Problemen
neu auch
Rücken- und Armschmerzen
an
(
Urk.
7/63
Ziff.
6.2).
D
ie
von rheu
matologischer Seite bestehenden
körperlichen
Einschränkungen
sind im Bericht von Dr.
K._
und Dr.
L._
vom 2
3.
Mai 2011
eingehend
dokumentiert (vgl.
E. 3.6).
Dieser Bericht wurde jedoch in der Verfügung vom
9.
Juni 2011 nicht be
rücksichtigt. Somit liegen neue somatische Diagnosen vor.
5.2
Gemäss
Dr.
K._
und Dr.
L._
waren der Beschwerdeführerin
im
Mai 2011
körperlich leichte Ar
beiten uneingeschränkt möglich, während
die Ärzte
f
ür kö
rperlich mittelschwere und körperlich schwere Arbeiten eine Einschränkung von 50
%
respektive von
100
%
attestierten
(vgl. E. 3.6).
D
ie Beschwerdeführerin war i
m weiteren Verlauf
vom 3
0.
August bis 1
3.
Sep
-
tember
2012
in der Rheumaklin
ik des
M._
in stationärer Behandlung
. Nach dem Bericht von Dr.
P._
vom 2
1.
November 2012 bestand für die zu
letzt ausgeübte Tätigkeit aus rheumatologischer Sicht bis zum 2
3.
September 2012 eine Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
und
war
ab dem 2
4.
September 2012 ein Arbeits
versuch mit einem Pensum von 50
% geplant (E. 4.2). Dr.
N._
und
Dr.
O._
sprachen sich im Bericht vom 3
1.
Oktober 2012 nach Rücksprache mit Dr.
P._
global für eine Ar
beitsunfähigkeit von 100
%
aus (E. 4.1).
Ent
gegen dem RAD der Beschwerdegegnerin
lassen
die aktuellen Berichte des
M._
in somatischer Hinsicht
eher
auf eine
ge
sundheitliche Verschlechterung schliessen
.
Ob und inwiefern eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich ist, bleibt nach den vorliege
nden medizinischen Akten offen und kann nicht mit ei
ner tatsächlichen Arbeitsfähigkeit gleichgesetzt werden.
5.3
In psychiatrischer Hinsicht beschrieben die Ärzte der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
M._
mit Bericht vom 3
1.
Oktober 2012 eine psychische De
kompensation der Beschwerdeführern und hielten fest, dass dieses Zustandsbild mit der somatischen Grunderkrankung interferiere, weshalb von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei (vgl. vorstehend E. 4.1). Damit ist im Ver
gleich zur Situation, wie sie sich im Juni 2011 präsentierte, auch in psychischer Hinsicht eine Verschlechterung eingetreten. Auch
Dr.
Q._
ging von einer fortdauernden vollen Arbeitsunfähigkeit aus und stellte in Frage, ob anschlies
send an berufliche Massnahmen eine Teilarbeitsfähigkeit resultieren werde (vgl. vorstehend E. 4.3). Die seit Oktober 2012 ergangenen Berichte basieren auf der Annahme eines therapeutischen Verbesserungspotentials, gehen aber bis zur Durchführung von Therapien von einer vollen Arbeitsunfähigkeit aus. Diesbe
züglich hielt bereits
Dr.
I._
fest, dass es zuerst verschiedener Massnahmen bedürfe, um die damals bestehende Restarbeitsfähigkeit überhaupt nutzbar ma
chen zu können (vgl. vorstehend E. 3.4).
Eine Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, die nach Lage der vorliegenden medizinischen Berichte somatisch und psychisch beein
flusst wird, fehlt bislang. Damit ist nicht beurteilbar, wie sich die beschriebene Verschlechterung auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirkt.
5.4
Darüber hinaus fehlt es der angefochtenen Verfügung an einer
rechtsgenügli
chen
Begründung, hielt die Beschwerdegegnerin doch ohne Bezug auf konkrete medizinische Einschätzungen fest, dass es sich lediglich um eine neue Beurtei
lung des gleichen Sachverhaltes handle. Dies ist, wie vorstehend gezeigt, bereits aufgrund der hinzugetretenen somatischen Diagnosen unzutreffend. Nicht ge
folgt werden kann der Beschwerdegegnerin sodann, soweit sie in der
Beschwer
deantwort
auf eine Überwindbarkeit des diagnostizierten Schmerzsyndroms verwies (
Urk.
6), da keine Diagnose aus dem Kreis der
pathogenetisch
-ätiolo
gisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne organische Grundlage
gestellt wurde. Vielmehr besteht für die Schmerzen der Beschwerdeführerin ein organisches Korrelat.
5.
5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
5.
6
Zusammenfassend erweist sich der medizinische Sachverhalt als ungenügend abgeklärt. Die angefochtene Verfügung ist daher aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese die Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
bidisziplinär
(
psychiatrisch
und rheumatologisch
)
fach
ärztlich abkläre. Anschliessend hat die Beschwerdegegnerin über den Renten
anspruch der Beschwerdeführerin neu zu verfügen. In diesem Sinne ist die Be
schwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend
sind die Kosten auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf
eine Prozessentschädigung hat. Diese ist
beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
200.— (zuzüglich
MW
S
t
)
auf
Fr.
1‘750
.-- festzusetzen.