Decision ID: 17dce462-1d07-47f9-9db1-3cc707d48d39
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1963
in
Y._
geborene
X._
reiste im Jahr 1991 in die Schweiz ein und war zuletzt bei der
Gemeinde
Z._
als Mitarbeiter im Strassen
inspektorat in der Funktion als Strassenwärter zu 100
%
angestellt, als er am 7. Mai 2016 einen Auffahrunfall erlitt (Urk. 7/29/394).
A
m
18. Januar 2018
(Eingangsdatum)
meldete sich der Versicherte
bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
z
um Leis
tungsbezug an (Urk. 7/20
).
Die IV-Stelle tätigte daraufhin beruflich-erwerbliche sowie medizinische Abklärungen, zog d
ie Akten der Suva bei (Urk. 7/29
) und
veranlasste insbesondere ein polydisziplinäres Gutacht
en, das von den Ärzten des
A._
am 13. November 2019 erstattet wurde (
Urk. 7/66 ff.).
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheid
verfahren
(Vorbescheid vom 5. Dezember 2019 [Urk. 7/77]; Einwand vom 20. Januar 2020 [Urk. 7/84])
verneinte die IV-Stelle mi
t Verfügung vom 16. April 2020 ein
en Anspruch auf IV-Leistungen
(Urk. 2 =
Urk. 7/89
)
.
2.
Dagegen erhob der
Versicherte mit Eingabe vom
18. Mai 2020
Beschwerde beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich und beantragte, die ange
fochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache
sei
an die Beschwerdegegnerin zu
rück
zuweisen, damit diese ein polydisziplinäres Gutachten einhole und hernach noch
mals über die Leistungen entscheide
(Urk. 1 S. 2). Mit Beschwer
deantwort vom
24. Juni 2020
beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be
schwerde (Urk. 6)
, was dem
Beschwer
de
führer
mit Verfügung vom 7
.
Juli 2020
angezeigt wurde (Urk.
9
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend ob
jektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen all
seitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vor
akten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusam
menhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Ex
perten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
anwendende Person sie prü
fend nachvollziehen kann, und ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen er
schweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog,
dass der
Beschwerdeführer gestützt auf das von ihr eingeholte Gutachten in einer leidensangepass
ten Tätigkeit
zu 100 % arbeits
fähig sei. Eine angepasste Tätigkeit könne körperlich leichte und mittelschwere, einfach strukturierte und klar vorgegebene Tätigkeiten beinhalten.
Gemäss dem Bu
ndes
amt für Statistik könne der Beschwerdeführer
in einer solchen Tätigkeit ein Einkommen von Fr. 67'405.95 erwirtschaften, woraus ein rentenaus
schlies
sen
der IV-Grad von 3
% resultiere
(Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber im Wesentlichen vor,
dass das Gutachten nicht verwertbar se
i. Es
sei in sich widersprüchlich und unvollständig
,
der psychiatrische Gutachter sei befangen
und der
Beizug
eines neurologi
schen Gutachters sei vorgängig nic
h
t
von der IV-Stelle
angekündigt worden. Zudem sei kein auf chronische Schmerzen spezialisierter Facharzt SSIPM beigezogen wor
den
(Urk. 1).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihren Entscheid massgeblich auf das von ihr veranlasste
polydisziplinäre Gutachten des
A._
vom
13. November
2019 (Urk. 7/66 ff.).
Dr. med.
B._
, Facharzt
FMH
für Allgemeine Innere Medizin, Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirur
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Dr. med.
D._
, Fach
arzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
,
Dr. med.
E._
,
F
acharzt FMH für Neurologie
,
und
lic
. phil.
F._
, Fachpsychologe für Neuro
psychologie FSP,
stellten darin die folgenden Diagnosen
mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 7/73/9
):
-
Chronisches
zervikogenes
Schmerzsyndrom mit Generalisierungstendenz (rechts)
-
St. n.
kraniozervikalem
Beschleunigungstrauma vom 07.05.2016
-
HWS-Distorsion QTF II
-
Mögliche leichte traumatische Hirnverletzung
-
BWS-Kontusion
-
Leichte deg
e
nerative HWS-Veränderungen
-
Kein Nachweis eines
medullären
und/oder
radikulären
Reiz- und Ausfallsyndroms
Diagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende erhoben
(Urk. 7/73/9 f.)
:
-
Hypercholesterinämie
-
Adipositas Grad 1
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
Chronische koronare Herzkrankheit
-
Axiale
Hiatushernie
-
St. n. VKB-Plastik links am 24.02.2009
-
St
. n. Somatisierungsstörung, aktuell remittiert (ICD-10 F45.1)
-
DD: St. n. mög
l
ich
en dissoziativen Störungen (ICD-
10 F44)
-
Verdacht
auf eine zumindest leichte neuropsychologische Störung mit
attentionalen
und exekutiven Funktionsschwächen
-
Nicht organische Zuckungen des Kopfs
-
Verdacht auf dissoziative Bewegungsstörung
-
Anamnestisch Verdacht auf leichte Polyneuropathie
Die Arbeitstät
igkeit in angestammter Tätigkeit wurde als nicht
mehr
zumutbar beurteilt, während eine entsprechend adaptierte
Beschäftigung
mit folgendem Belastungsprofil
vollschic
htig möglich eingeschätzt wurde:
Wechselbelastende Tätigkeit mit Limitierung auf leichte und mittelschwere Hebe- und Tragebelastungen sowie Vermeidung nichtebenerdiger Arbeiten und repe
ti
tiver Überkopfarbeiten (
Kopfreklination
), zudem einfach strukturierte und klar vorgegebene Arbeit (Urk. 7/73/13 f.).
3.2
Im allgemein-internistischen Teilgutachten vom 12. August 2019 konnten
keine
Diagnosen
erhoben
werden
, welche die A
rbeitsfähigkeit be
ein
trächtig
en (Urk. 7/74/11).
3.3
Aus orthopädischer Sicht
wurde
als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
ein c
hronisches therapierefraktäres z
erv
ik
ales Schmerzsyndrom
festgehalten
. Der orthopädische Gutachter
führte
dazu
aus
, dass diverseste Bildgebungen nur dis
krete bis allenfalls moderate degenerative HWS-Veränderungen
gezeigt hätten
und n
eurologische Unt
ersuchungen weitestgehend una
uffällig
ausgefallen seien.
Bei der Untersuchung habe sich eine schmerzbedingt eingeschränkte HWS-Be
weglichkeit nach links gezeigt, wobei im spontanen Verhalten der Kopf weit
ge
hend frei getragen und bewegt
worden sei
. Lokal
habe
sich kei
ne klar auslösbare, zuordenbare und
reproduzierbare
Druckdolenz
im HWS-Bereich
gefunden
.
Der Beschwerdeführer sehe sich a
ufgrund der chronischen HWS-Beschwerden nicht mehr
fähig, einer Arbeit nachzugehen
und führe dafür weitere Einschränkungen
an, wie ein Zittern am ganzen Körper, Konzentrationsschwierigkeiten, Übelkeit und Lähmungserscheinung im Berei
ch der gesamten rechten Körperhälfte
. Die letzteren
Symptome
könnten
orthopädisch nicht erklärt werden. Aufgrund der chronischen HWS-Beschwerden sei jedoch davon auszugehen, dass ständig schwere Arbeiten und Überkopftätigkeiten nicht mehr
möglich
seien. Leichte und
mittelschwere Arbeiten ohne Überkopft
ätigkeiten und
ohne Tätigkeiten in ab
sturzgefährdeter Position seien jedoch vollschichtig zumutbar. Aus orthopädi
scher Sicht sei es erstaunlich, dass die vom Beschwerdeführer
seit dem Unfall vom 7. Mai 2016
beklagten
Dauerbeschwerden sich in keine
rlei Weise beein
flussen liessen und
keine therapeutischen Verfahren trotz angebli
ch massiver Beschwerden
gegriffen hätten
(Urk. 7/69)
.
3.4
Der begutachtende Psychiater schilderte
, dass
der Beschwerdeführer
in der Unter
suchung sehr undifferenziert Antwort
gegeben
und
d
ie Beschwerden sehr genera
lisierend und verallgemeinernd
beschrieben habe
.
Er
habe
pauschalisierend
an
gegeben
, dass sein Körper kaputt sei und er dadurch nicht mehr arbeiten könne.
Der Psychostatus
erscheine
weitgehend unauffällig. Insbesondere
ergäben sich
keine Hinweise au
f affektive, kognitive und psychomotorische Beeinträchti
gun
gen. Aufgrund seiner Angaben
könne
einzig angenommen werden, dass
der Beschwerdeführer
den Tag sehr passiv verbringe
, ohne dass er i
rgendwelchen Interessen nachgehe
, was allerdings schon vorgängi
g der Fall gewesen sei.
Hinweise auf eine posttraumatische Belastungsstörung könnten nicht gefunden werden und seien auch in den Unterlagen nie aufgeführt.
Ebenso wenig ergäben sich Anhaltspunkte für
eine aff
ektive Störung
, insbesondere keine dauernd ge
drückte Stimmung und Freudlosigkeit. Bezüglich einer Somatisierungsstörung bedürfe es multiple
r
und wiederholt auftretende
r
wechselnde
r
körperliche
r
Symp
tome seit einigen Jahren. Der Explorand
weise
vorwiegend
auf
Nackenbe
schwer
de
n hin
und gebe an, dass
er den Kopf nicht mehr drehen
könne
. Aus diesen Gründen könne die Diagnose einer Somatisierungsstörung
allerdings
nicht bestä
tigt werden,
zumal
nicht weiterhin multiple
,
häufig wechselnde
,
körperliche
Symp
tome ange
ge
be
n wü
rden
.
Solche
könnten
m
ö
g
liche
r
weise in der Vergan
genheit ei
ne gewisse Rolle gespielt haben,
doch ständen diese Beschwerden aktuell nicht im Vordergrund.
Eine generalisierte Angststörung äussere sich in frei flottierender Angst mit ver
schiedenen Beschwerden wie
beispielsweise
Nervosität, Zitt
ern, Anspannung, Schwitzen, Ben
ommenheit, He
rzklopfen, Schwindelgefühlen.
Als Befürchtung gebe der Explorand
aber
einzig an, dass er Angst davor habe, dass die Krankheit ihn in Zukunft schwer beeinträchtigen und er im Rollstuhl landen könn
t
e. Es handle sich dabei um eine Angst, wie sie bei Erkrankungen oft auftret
e,
allerdings nicht
im Sinne einer generalisierten Angststörung. Hinweise darauf, dass frei flottierende
Ängste
beständen, könnten aktuell nicht gefunden werden. Es müsse daher diesbezüglich ebenfalls angenommen werden, dass diese Störungen aktuell nicht im Vordergrund
seien
.
In der Vergangenheit sei auch die Möglichkeit einer Konversionsstörung oder dissoziativen Stö
rung in Betracht gezogen worden
. Charakteristisch seien dabei Symptome, die nicht einer somatischen Ursache zugeordnet werden und dem
Krankheitsbild der betroffenen Person
entsprechend
zu Störungen
führen könnten
. Derartige Störungen
seien
aktuel
l ebenfalls nicht vorgefunden wo
rden, weswegen diesbezüglich
eine Remission anzunehmen sei. A
uch der
aktuell
behandelnde Psychiater stelle diese Diagnosen nicht.
Beim Beschwerdeführer
zeige sich eine eher einfach strukturierte Persönlichkeit
. Es beständen Bildungsdefizite und
sprachlic
he Beeinträchtigungen
. Zeitlebens
sei
der Explorand zudem kaum irgendwelchen Interessen nach
gegangen
. Hinweise darauf, dass er aufgrund der Persönlichkeit im zwischenmenschlichen und beruf
lichen Bereich beeinträchtigt gewesen wäre oder anderweitige Schwierigkeiten gehabt hätte, fänden sich
aber
nicht,
womit keine Anzeichen für
gravierende Per
sönlichkeitsauffälligkeiten
beständen
. In den Unterlagen würden diesbezüg
lich ebenfalls keine Angaben gemacht.
Differentialdiagnostisch könne sich
er
eine Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen Faktoren in Betracht gezogen werden, wobei auch diese Diagnose hinterfragt werden müsse. Der Explorand wirke in der Untersuchung bezüglich allfälliger Beschwerden nicht beeinträchtigt, so dass auf eine derartige Diagnose verzichtet werde, zumal sie auch in den Unterlagen nicht aufgeführt
worden sei
.
Zur Konsistenz äusserte der Gutachter, dass die Angaben des Exploranden nicht ohne Weiteres nachvollziehbar seien. Es zeigten sich in der Untersuchungs
situa
tion deutliche
Hinweise auf Inkonsistenzen: So wirk
e
der Beschwerdeführer
be
züglich der Kopfbewegung nicht eingeschränkt, obwohl er angebe, dass
er
den Kopf überhaupt nicht wenden könne. Es sei auch nicht nachvollziehbar, dass der Explorand tagsüber überhaupt nicht
s
esse und sein Gewicht relativ stabil bleibe. Er gebe
sodann
stärkste
Einschränkungen
an und wirke
demgegenüber
in der Unter
suchung nicht sehr beeinträchtig
t
.
Die Akteninformationen seien zudem teilweise sehr knapp und nicht nachvollziehbar.
Der Explorand sei aufgrund des psychischen Zustandes durchaus in der Lage, auf seine Fähigke
iten und Resso
ur
cen zurückzugrei
fen. Die psychosoziale Situation dürfte
aber
möglicherweise eine gewisse Auswirkung auf seinen Zustand habe
n
. Es müsse bedacht werden, dass der Explorand an die hiesigen Verhältnisse nur ungenügend adaptiert sei. Er weise bildungsmässi
ge und sprachliche Defizite auf und
hab
e im Vorfeld auch Mühe gehabt, eine Arbeit zu finden.
Aufgrund dieser Erwägungen stellte der
psychiatrische
Gutachter als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Somatisierungs
störung, aktuell remittiert (ICD-10 F45.1), und als Differentialdiagnose einen Status nach möglichen dissoziativen Störungen (ICD-10 F44)
fest
(Urk. 7/71)
.
3.5
Die neuropsychologische Begutachtung führte zum Schluss, dass
beim Beschwer
deführer
formal
zwar insgesamt als leicht bis mittelschwer zu beurteilende
attentionale
und exekutive Funktionsdefizite
beständen
.
Allerdings
hätten sich auf der Verhaltensebene einige Inkonsistenzen respektive Hinweise auf eine Ver
deutlichungstendenz ergeben und die vom Beschwerdeführer angeführten lebens
alltäglichen Gedächtnisprobleme hätten sich auch psychometrisch nicht auswei
sen lassen. Des Weiteren hätten sich der abklärungsbegleitend durchgeführten Symptomvalidierung
zufolge Hinweise ergeben, welche die Authentizität der Be
funde als fraglich und damit letztlich nicht mit der gebotenen Gewähr als ge
sichert erscheinen liessen und so eine Diagnosestellung verunmöglichten.
All
fällige w
esentliche, in Abhängigkeit von Schmerzen, von Medikamenten
neben
wirkung
en
und/oder von der unterdurchschnittlichen kognitiven Ressourcenlage dennoch bestehende, kognitive Funktionsschwächen könnten so weder zuver
lässig ausgewiesen noch genauer quantifiziert oder qualifiziert werden.
Folglich könne die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers
nicht sicher beurteilt werden. Aber auch bei einem tatsächlichen Bestehen der formal ausweisbaren neuro
psychologischen Funktionsstörungen sollten dem Beschwerdeführer einfache, ausführende, von vertrauten Routinen bestimmte, manuelle und beschwerde
adaptierte Tätigkeiten mehrstündig vormittags und nachmittags möglich sein (Urk. 7/70).
3.6
Aus neurologischer Sicht wurde ein
die Arbeitsfähigkeit beeinflussendes
chroni
sches
zervikogenes
Schmerzsyndrom mit
Generalisierungstendenz (rechts)
festge
halten
.
Der Neurologe legte
dabei
dar, dass sich
in
der Untersuchung mehrfache Inkonsistenzen
– insbesondere auch im Vergleich zwischen beobachteten und unbeobachteten Momenten – gezeigt hätten
. Auch wenn der als Beschwer
de
ursprung geltend gemachte Verkehrsunfall vom 7. Mai 2016 ein
zervikogenes
Schmerzsyndrom zumindest vorübergehend plausibilisiert habe, seien die geltend gemachten massiven Auswirkungen und der chronisch nicht nur
vollständig
refraktäre
,
sondern
gar kontraproduktive Therapieverlauf, anhan
d der Befunde und der Aktenlage
nicht plausibel. Ebenso
könnten
die nur geringfügigen degene
rativen HWS-Veränderungen das geltend gemachte invalidisierende Ausmass der
zervikoge
nen
Schmerzen nicht erklären. Ausser
dem seien die Funktionsein
schrän
kungen der HWS nicht konsistent nachweisbar. Die präsentierte Bewe
gungs
störung, mit teils gröberen ruckartigen Zuckungen des Kopfes, lasse sich
sodann
nicht zwanglos einer bestimmten neurologischen Fun
ktionsstörung zu
ordnen und wirk
e nicht authentisch.
Zudem
sei dabei keine Schmerzreaktion oder Schmerzhemmung ersichtlich
.
Unter Berücksichtigung des Status nach
kranio
z
ervikalem
Beschleunigungstrauma
sowie der leichten degenerativen Wirbelsäu
lenveränderungen und der chronischen Schmerzen seien körperlich schwere Verrichtungen nicht zumutbar. In einer wechselbelastenden Tätigkeit, mit Limi
tierung auf leichte und mittelschwere Hebe- und Tragebelastungen, sowie Ver
mei
dung nichtebenerdiger Arbeiten und repetitiver Überkopfarbeiten
,
bestehe aus neurologischer Sicht
hingegen
eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/66).
4.
4.1
Das Gutachten des
A._
vom
13
.
November
2019 beruht auf den erforder
lichen allseitigen Untersuchungen, wurde in Kennt
nis der und in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben, be
ant
wortet sämtliche Fragen, erscheint in der Dar
legung der medizinischen Zu
stände und Zusammenhänge als einleuchtend und begründet die Schluss
folge
rungen in nach
vollziehbarer Weise. Folglich erfüllt es die formellen An
forde
rungen an eine be
weiskräftige Expertise (vgl. vorstehend E. 1.3), weshalb darauf ab
zustellen ist.
4.2
D
er Beschwerdeführer
kritisierte in seiner Beschwerdeschrift insbesondere
das psychiatrische Teilgutachten und machte
unter anderem
geltend, dass die Unter
suchung lediglich eine Stunde gedauert habe und der Gutachter voreingenommen gewesen sei, was sich insbesondere an den falschen Aussagen
bezüglich der
Medikamenteneinnahme und den an die Untersuchung mitzubringenden Unter
lagen gezeigt habe (Urk. 1 S. 9 f.).
Für den Aussagegehalt eines medizinischen Berichts kommt es allerdings nicht in erster Linie auf die Dauer der Untersuchung an. Massgeblich ist vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist, was vorliegend klar
zu bejahen
ist. Der für eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand hängt insbesondere stets von der Fragestellung und der zu beurtei
lenden Psychopathologie ab (Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 15. März
2016 E. 3.2.2).
Dr.
D._
setzte
sich mit den in Frage kommenden psychia
trischen Diagnosen sehr ausführlich und sorgfältig auseinande
r
und
legte
nach
vollziehbar
dar
, weshalb aktuell keine Diagnose aus dem psychiatrischen Fach
bereich gestellt werden kann.
Dabei befasste er sich entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 9 und
S.
11 f
.
)
auch
mit den beklagten Schmerzen und einer allfälligen affektiven Störung. Der Gutachter äusserte hierzu nach
vollziehbar, dass der Beschwerdeführer die Beschwerden sehr generalisierend und verallgemeinernd
schilderte
, wobei sich
deutliche Inkonsistenzen
erga
ben
.
Auch liessen sich
keine Hinweise darauf finden, dass er durch allfällige Beschwerden oder Schmerzen beeinträchtigt wäre. Der Psychostatus
erschien sodann weit
ge
hend unauffällig und es zeigten sich keine
affektive
n
, kognitive
n
oder
psycho
motorische
n
Beeinträchtigungen.
Dr.
D._
hielt
zwar fest, dass differential
diagnostisch eine Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen Faktoren in Betracht gezogen werden könnte, verneint
e
aber eine entsprechende Diagnose, da
d
er
Beschwerdeführer
wie erwähnt diesbezüglich nicht beeinträchtigt
erschien
und auch von den
Vorbehandlern
keine en
tsprechende Diagnose gestellt wo
rde
n
war
(vgl. Urk. 7/71/11 f.
, E. 3.4
).
Überdies
erscheint es
widersprüchlich, wenn
der Beschwerdeführer
zum einen die kurze Begutachtungsdauer bei Dr.
D._
beanstandet
e
, gleichzeitig aber auch kritisiert
e
, dass ihn die polydisziplinäre Begutachtung in diesem Ausmass, insbesondere die lange Dauer der neuropsy
chologischen Exploration, überfordert habe (Urk.
1.
S. 12). Vielmehr
erhellt
, dass der Beschwerdeführer in unterschiedlichen Disziplinen
ausführlich
untersucht
,
mithin
die Begutachtung mit der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt wurde.
Ob sich
die
Aussage
des Gutachters
,
wonach
keine medikamentöse Behandlung durchgeführt werde
(Urk.
7/71/10
)
, auf die fehlende Einnahme von eigentlichen Psychopharmaka oder
auf
den im Labor gefundenen tiefen Medikamentenspiegel
hinsichtlich
Lyrica
und
Tramal
(Urk. 7/69/7, 7/72/3
) bezieht,
erscheint etwas unklar
. Dr.
D._
führte
jedenfalls die vom Beschwerdeführer angegebenen Medikamente (
Lyrica
,
Tramadol
,
Mydocalm
und bei Bedarf
Novalgin
und
Dafal
gan
) in seinem Gutachten
korrekt
auf (Urk. 7/71/4). Im Übrigen kommt
diesem Umstand
bei der Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes aber ohnehin keine entscheidende Bedeutung zu
, da der Gutachter hieraus
vorliegend
keine
(
diagnostischen
)
Schlüsse zieht
. Dasselbe gilt für die Frage, ob dem Beschwer
deführer im Vorfeld der psychiatrischen Begutachtung – neben dem Einladungs
schreiben vom 8. Juli 2019 (Urk. 7/62) – tatsächlich ein Fragebogen zugesandt und er zudem gebeten wurde, einen Lebenslauf und allfällig einzunehmende Medikamente mitzubringen (Urk. 7/71/8 f.).
So oder anders kann aus diesen Umständen mitnichten auf eine
Voreingenommenheit des Gutachters
geschlossen werden
.
Bei der Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit bildet sodann die
klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung – gegebe
nen
falls neben standardisierten Tests – die wichtigste Grundlage gutachterlicher Schlussfolgerungen (Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2 mit Hinweis). Bezüglich der Wahl der Untersuchungsmethoden kommt der Expertin oder dem Experten ein weiter Ermessensspielraum zu, und es ist
nicht zwingend notwendig, dass fremdanamnestische Angaben eingeholt oder Zu
satzuntersuchungen angeordnet werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai
2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April
2014 E. 3.2 und 9C_275/2014 vom 21. August 2014 E. 3). Zusatzuntersuchungen in Form von psychodiagnostischen Instrumenten (Selbst- und Fremdrating, Fragebögen, mehr oder weniger strukturierte Interviews) können sodann gemäss den Qualitäts
leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGPP für versicherungspsychiatrische Gutachten (2016, S. 18; im Internet
ein
sehbar, unter: https://www.psychiatrie.ch/sgpp/fachleute-und-kommissio
nen/
leit
linien [19.3.2021]) ohnehin nur der Ergänzung der klinischen Exploration dienen. Der Verzicht auf entsprechende Zusatzdiagnostik stellt die Beurteilung von Dr.
D._
– entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 12) – daher ebenfalls nicht in Frage.
Alsdann erscheint es entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Urk. 1 S.
11) nicht widersprüchlich, wenn ihm Dr.
D._
– insbesondere auch wegen IV-fremden psychosozialen Belastungsfaktoren – wenig Ressourcen attestiert, ihn aber dennoch in der Lage sieht, auf diese Ressourcen zurückzugreifen (Urk. 7/71/14 f.). Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Beschwer
deführer aktuell an
keiner psychiatrischen Diagnose,
auch nicht an einer chroni
sche
n
Schmerzstörung
mit somatischen und psychischen Faktoren,
leidet.
Da die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG jedoch eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützt
e Diagnose voraussetzt (vgl. E.
1.2), und eine solche nicht vorliegt, ist selbstredend auch keine
Indikatorenprüfung
vorzunehmen. Den entsprechenden Ausführungen des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 13 f.) ist auch hierin nicht
beizupflichten
.
Schliesslich gilt noch festzuhalten, dass sich bei der
Abklärung des aktuellen Gesundheitszustandes
ke
ine Auseinandersetzung mit der Frage
aufdrängte
, wa
rum der Beschwerdeführer
in der Vergangenheit vorübergehend unter Vormund
schaft im Sinne von
a
Art
.
372
des Schweizerischen
Zivilgesetzbuch
es
(ZGB)
stand (Urk. 7/1, 7/5, 7/18). Dies insbesondere
vor dem Hintergrund, dass
d
er
Beschwer
de
führer
vor dem Unfall offensichtlich uneingeschränkt
zu 100 %
und zur Zu
friedenheit
des
Arbeitgeber
s
seiner
Tätigkeit bei der Gemeinde
Z._
nachgehen konnte
(vgl. Urk. 1 S. 4, 7/19)
,
die Vormundschaft weder anlässlich der diversen medizinischen Behandlungen in der Vergangenheit noch anlässlich der Begut
achtung in irgendeiner Ar
t und Weise thematisiert und
in der Zwischenzeit
(per 8. Juli 2013)
auch
wieder aufgehoben wurde und
im
Rahmen
der Begutachtung
der aktuelle gesundheitliche Zustand zu erheben war.
Folglich erübrigen sich diesbezüglich weitere Abklärungen.
4.3
Der Beschwerdeführer
machte weiter geltend
, dass er von einem Neurol
o
gen be
gutachtet
worden sei
, obwohl dies im Vorfeld durch die Beschwerdegegnerin nicht geplant und entsprechend auch nicht m
itgeteilt worden sei (Urk. 1 S.
7).
Inwiefern darin ei
ne Verletzung des rechtlichen Gehörs
liegen soll, ist allerdings nicht
erkennbar
.
Nach der Recht
sprechung kommt den Gutachtern –
was die Wahl der Untersuchungsmeth
oden betrifft –
ein weiter Ermessensspielraum zu (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
9C
_886/2009 vom 27. April 2010 E.
2.2 mit Hinweisen; bestätigt etw
a mit Urteil 9C_514/2012 vom 5. Oktober 2012 E.
4
und Urteil 8C_768/2012 vom 24. Januar 2013 E.
3). Das beinhaltet auch die Auswahl der
vorzunehmenden fachärztlichen Abklärungen
(vgl. auch Susanne
Leuzinger-Naef
, Die Auswahl der medizinischen Sachverständigen im Soz
ialversicherungs
ver
fahren [Art.
44 ATSG], in Riemer-Kafka/
Rumo-Jungo
, Soziale Sicherheit - Soziale U
nsicherheit, FS
Murer
, 2010, S.
419, wonach die Wahl der Fachrichtungen in erster Linie von den Gutachterfragen abhängt und je nach Gesundheitsschaden mehrere Fachrichtungen in Frage kommen)
.
Es liegt demnach im Ermessen der Gutachter, ob der
Beizug
weiterer Experten notwendig ist oder nicht
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C
_277/2014 vom
30. Januar 20
15 E.
5.1
)
.
Vorliegend wurde anlässlich der allgemein
-
internistischen Begutachtung vom 12. August 2019 festgestellt, dass
aufgrund der geschilderten Beschwerden
eine neurologisch
e
Ab
klärung erforderlich
ist
. Der Beschwerdeführer wurde hierüber informiert und er
klärte sich schriftlich mit einer entspr
echenden Untersuchung durch Dr.
E._
einverstanden (Urk. 7/64/1,
7/74/6). Die neurologische Untersuchung fand
in der Folge erst
am 22. Oktober 2019 statt (Urk. 7/66)
, weshalb von
einer «Überrumpe
lung»
des Beschwerdeführers
(Urk. 1 S. 7) nicht die Rede sein kann.
Der Be
schwer
deführer hatte
vielmehr
ausreichend
Zeit, sich gegen die angekündigte
neurolo
gische
B
egutachtung oder den neurologischen Gutachter zur Wehr
zu setzen. Er
machte aber weder vorgängig noch
nachträglich irgendwelche Ausstands- oder
Ablehnungsgründe gegenüber Dr.
E._
geltend und erklärte selbst im Rahmen
der Beschwerde nicht, was konkret gegen eine neurologische Begutachtung spre
chen sollte. Schliesslich dient
e
diese
Untersuchung
der Abklärung der gesund
heitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers und erfolgt
e
damit in seinem eigenen Interesse.
Ebenso wenig kann der Beschwerdeführer aus seinem Hinweis, wonach der Dolmetscher nicht neutral gewesen sei (Urk. 1 S. 7)
,
etwas zu seinen Gunsten ableiten.
Wie aus dem allgemein-internistischen Teilgutachten hervorgeht
(Urk. 7/74/10 f.)
, wünschte der Sohn des Beschwerdeführers, anlässlich der Be
gut
achtung anwesend sein zu können. Es wurde ihm daraufhin erklärt, dass keine Familienangehörigen anwesend sein dürften, dass aber ein neutraler und pro
fessioneller Dolmetscher
des
G._
beigezogen werde. Daraufhin äusserte der Sohn seine Zweifel, ob dieser Dolmetscher neutral sei.
Mithin brachten der Beschwer
deführer und sein Sohn keine Ausstands- oder Ablehnungsgründe gegen den konkreten Dolmetscher vor, sondern äusserten vielmehr
allgemein
ihren Unmut über die Tatsache, dass keine Familienmitglieder anlässlich der Beg
utachtung zugelassen we
rden.
Allerdings
schliessen Rechtsprechung, Begutachtungsleit
li
nien und Lehre den
Beizug
Angehöriger zur Übersetzung
insbesondere
–
aber nicht nur
–
von
psychi
atrischen Begutachtungsgesprächen
regelmässig
aus.
Denn Angehörige eignen sich grundsätzlich
nicht als Dolmetscher, weil sie infolge mangelnder Distanz zum Exploranden und (beiderseitigem) Zwang zu
«
familien
rollenkonformem
»
Verhalten befangen sind
.
Zudem vermögen sie in der Regel
nicht die für die Begutachtung erforderliche sprachliche Übersetzungsqualität
zu gewährleisten (
vgl. insbesondere
BGE 140 V 260).
Mangels konkreter Ausstands-
beziehungsweise Ablehnungsgründe gegenüber dem Dolmetscher
des
G._
erfolgte
dessen
Beizug
durch den Gutachter deshalb
zu Recht
.
Auch wurden nachträglich keine Übersetzungsfehler oder dergleichen geltend gemacht
oder
ergeben sich
solche
aus den Akten.
Sodann
beanstandete der Beschwerdeführer, dass der neurologische Gutachter keine weiteren Abklärungen in Bezug auf eine hirndegenerative Erkrankung vorgenommen habe (Urk. 1 S. 8). Diesbezüglich führte Dr.
E._
aus, dass im Verlauf der ärztlichen Behandlung der zerebrale MRI-Befund überprüft werden sollte, angesichts des Umstands, dass gemäss Aktenlage in einer der MRI-Unter
suchungen eine zerebrale Atrophie beurteilt worden sei. Falls sich dieser Befund im Rahmen weiterer MRI-Untersuchungen bestätige und eine Progression ersicht
lich werde, müsste gegebenenfalls eine
Reevaluation
bei Frage nach einer hirn
degenerativen Erkrankung durchgeführt werden (Urk. 7/66/28). Aus diesen Aus
führungen folgt, dass
aufgrund der Untersuchungsergebnisse aktuell
keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit vorliegt.
Dies könnte sich aber im Falle einer Progression der allfälligen
zerebralen
Atrophie
wandeln
, weshalb dem Beschwerdeführer nahegelegt wird, dies im Verlauf überprüfen
zu lassen
. Dies ändert
allerdings
nichts an der vorgenommenen Einschätzung, welche
r
die im Zeitpunkt der Untersuchung aktuellen Befunde zugrunde
liegen
.
4
.4
Schl
iess
lich
vermag auch die Kritik
des Beschwerdeführers
am neuropsycho
lo
gischen Teilgutachten nicht zu überzeugen. Entgegen
seiner
Ansicht (Urk. 1 S. 8 f.)
legte
lic
. phil.
F._
nachvollziehbar
dar,
dass sich in den beiden Vali
die
rungsverfahren
Medical Symptom
Validity
Test (MSVT oder MVST) und Non-Ver
bal Medical Symptom
Validity
Test (NV-MSVT oder NV-MVST)
einige aty
pi
sche, teils in sich widersprüchliche Werte
(vgl.
IR [unmittelbare Wiedererkennung], DR [
verzö
gerte Wiedererkennung], CNS [Konsistenz], PA [Paarassoziationen], FR [freier Abruf]) zeigten
. Da auch die Prüfung der weiteren eingebetteten Indizes vereinzelt Hinweise auf eine zumindest phasenweise ungenügende Leistungsbe
reitschaft des
Beschwerdeführers
lieferten und bereits auf der klinischen Verhal
tensebene wiederholt Verdeutlichungstendenzen zu beobachten waren, erscheint die Authentizität der neuropsychologischen Befunde als
fraglich und damit letztlich nicht mit der gebotenen Gewähr als gesichert
. Jedenfalls dürfte die Anstren
g
ungsbereitschaft zumindest phasenweise leicht eingeschränkt gewesen sei
n
(Urk. 7/70/11).
Dagegen vermag der Bericht
von
lic
. phil.
H._
, Neuropsychologin/Psychologin FSP, und Dr. med.
I._
, Verhal
tensneurologin,
vom 21. Januar 2019
(Urk. 7/54)
, welcher sich nur in zwei Sätzen mit der
– bloss anhand eines einzigen Verfahrens durchgeführten
–
Symptom
validierung auseinandersetzte, das neuropsychologische Teilgutachten nicht zu entkräften.
Insbesondere waren
lic
. phil.
H._
und Dr.
I._
auch die diversen Inkonsistenzen, welche
sich
in
allen
gutachterlichen Untersuchungen
deutlich zeigten
, nicht bekannt. Folglich ist gestützt auf die Ausführungen von
lic
. phil.
F._
aus neuropsychologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit
ausge
wiesen.
4.5
Zusammenfas
send ist dem Gutachten des
A._
in Bezug auf die Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit voller Beweiswert beizumessen und für die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der Arbei
tsfähigkeit auf das unter E. 4.8
der Kon
sens
beurteilung notierte Belastungspr
ofil abzustellen (
Urk.
7/73/14
, E. 3.1
);
damit besteht auch kein weiterer Abklärungs
be
darf (anti
zipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3 mit Hinweisen; BGE 124 V 90 E. 4b).
Insbesondere ist entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 12/14) nicht zwingend ein Gutachter mit Fähigkeitsausweis SSIPM (Swiss Society
for
Interventional
Pain
Management) beizuziehen.
5.
Was die vom Beschwerdeführer bestrittene Verwertbarkeit d
er Restarbeits
fähig
keit (Urk. 1 S. 15
) anbelangt, übersieht er, dass der zu unterstellende ausgegli
chene Arbeitsmarkt nach ständiger Rechtsprechung durch ein gewisses Gleichge
wicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften gekennzeichnet ist und einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten aufweist (BGE 110 V 273 E. 4b). Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraus
setzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (Urteil des Bundes
gerichts 8C_113/2016 vom
6.
Juli 2016 E. 4.3 mit Hinweisen). Wohl trifft zu, dass nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden darf. In
dessen umfasst der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischen
arbeits
plätze, also Stellenangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Ent
gegen
kommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundes
gerichts 9C_95/2007 vom 2
9.
August 2007 E. 4.3 mit Hinweisen).
Sodann richtet sich der Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, nach dem Fest
stehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit. Als ausge
wiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhalts
fest
stellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.1; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.4). Im hier
massgeblichen Zeitpunkt d
er Erstellung des Gutachtens
des
A._
vom 13. Novem
ber 2019
verblieb dem am
15. Mai 1963
geborenen Beschwerdeführer eine Aktivi
tätsdauer von
über acht
Jahren bis zur ordentlichen Pensionierung
. Nach
dem das Bundesgericht in der Regel die Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeits
fähigkeit nur bei über 60-jährigen versicherten Personen, welchen lediglich noch eine Aktivitätsdauer von weniger als fünf Jahren verblieb, verneint (v
gl. Urteile 9C_918/2008 vom 28.
Mai 2009,
9C_954/2012 vom 10.
Mai 2013 E.
3.2, p
ubli
ziert in: Plädoyer 2013 S.
57, so
wie Urteile 9C_456/2014 vom 19. Dezember 2014 E. 3.3 und 8C_910/2015 vom 19. Mai 2016 E.
4.3.4), ist auch unter Berück
sich
tigung der Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens des Beschwer
de
füh
rers sowie des eingeschränkten
Leistungsprofils auf körperlich
leichte
und mittel
schwere
Arbeiten mit zusätzlichen Einschränkungen davon auszugehen,
dass er in der Lage
wäre, seine zeitlich uneingeschränkte Restarbeitsfähigkeit auf dem ausge
gli
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten.
Auch bietet weder der psychische Zustand (vgl. Urk. 7/73/14
) noch die Berufsbiographie des
lediglich
über eine Bäckerei-/Konditorei-
Anlehre
in
J._
, aber
über eine langjährige berufliche Tätigkeit
in verschiedenen Bereichen
in der Schweiz
verfügenden Be
schwer
de
führers, Anlass anz
unehmen, die notwendige Umstellungs
-
und Anpas
sungs
fähig
keit sei nicht gegeben.
Hiergegen bringt der Beschwerdeführer denn auch keine substantiierten stichhaltigen Einwände vor. Da von
weiteren Abklä
rungen (vgl. Urk. 1 S. 14 f.
) keine
entscheidrelevanten
neuen Ergebnisse zu erwarten sind, ist denn auch in antizipierter Beweis
würdi
gung davon abzusehen (BGE 144 V 361 E. 6.5., 136 I 229 E.
5.3).
6
.
6
.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
6
.2
Bei er
werbs
tätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu be
stimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der In
validität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
ge
gli
che
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in
Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie n
icht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Ein
kommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbs
ein
kom
men ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad be
stim
men lässt (sog. allgemeine Methode des Ein
kommens
ver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2; 128 V 29 E. 1).
6
.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des früh
est
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt er
zielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kom
mens
entwick
lung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Er
fah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1).
Vorliegend stellte die IV-Stelle zur Ermittlung des
Valideneinkommens
auf den vom Beschwerdeführer
im Jahr vor dem Unfall
erzielten effek
tive
n Jahresver
dienst
von Fr. 68'63
0.-- (gemäss IK-Auszug [Urk. 7/34
])
ab
,
welchen sie an die Nominallohnentwicklung bis ins massgebliche Jahr 2018 anpasste
(Fr. 68'630.--
x 1.006 x 1.004 x 1.005 [Urk. 2
,
Bundes
amt für Statistik [BFS], Tabelle T1.1.15, Nomi
nallohnindex, Männer 2016-2019
, Ziff. 05-96
, Total
)
,
wodurch ein
Va
liden
ein
kommen
von Fr. 69'665.--
resultierte.
6
.4
Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder je
denfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, können
zur Ermittlung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne gemäss den vom
Bun
desamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohn
struktur
erhebun
gen (LSE) herangezogen werden. Dabei sind grundsätzlich die im Ver
fügungs
zeit
punkt
aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.2 f.).
Mit Blick auf das medizinische Belastungsprofil ist mit der IV-Stelle auf die LSE 2016, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Männer, Total, abzustellen. Der Lohn für Hilfsarbeiten betrug unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahr 2018 Fr. 66'803.40 (Fr. 5'340.
--
:
40 x 41.7 x 12) für ein vollschichtiges Pensum. Unter Be
rück
sichti
gung der Nominallohnentwicklung bis ins massgeb
liche J
ahr 2018 (x 1.004 [2017] x
1.005 [2018]
; vgl. die vorerwähnte Tabelle T1.1.15
) ergibt sich folglich ein Inva
lideneinkommen von Fr. 67'406.--
.
6
.5
Ein basierend auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermit
tel
tes Invalideneinkommen ist allenfalls zu kürzen, da persönliche oder berufliche Merkmale wie Lebensalter, Nationalität oder Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Indes soll der Abzug nicht automatisch erfolgen; er ist vielmehr unter Würdigung der Um
stände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 332 E. 5.2).
Zunächst führt die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypo
thetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind,
sogar
bei eingeschränkter Leistungs
fähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der
Tabellenlohn im Kompetenzniveau
1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittel
schweren Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 19. September 2019 E. 6.3.2).
Darüber hinaus ist jeweils unter Berücksichtigung aller konkreter Umstände des Einzelfalls zu prüfen, ob das Merkmal «Alter» einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt (Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 vom 22. September 2015 E. 4.3.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.2). Dies gilt ins
besondere im Bereich der Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausge
gliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG), wo sich ein fortgeschrittenes Alter nicht zwin
gend lohnsenkend auswirken muss. Hilfsarbeiten werden auf dem mass
gebenden ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt (Urteile des Bundes
ge
richts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1; 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3).
Schliesslich sind auch mangelnde Sprachkenntnisse oder eine ungenügende Aus
bildung nicht abzugsrelevant, da diesen Aspekten bei der Wahl des Kom
pe
tenz
niveaus Rechnung zu tragen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7).
Die IV-Stelle stellte zur Berechnung des Invalideneinkommens bereits auf das Kompetenzniveau 1 ab.
Es besteht folglich kein Anlass,
hievon
einen
leidensbe
dingten Abzug
vorzunehmen.
6
.6
Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen
(
Valideneinkommen
Fr. 69'665.--
; Invalideneinkommen
Fr. 67'406.--
) resultiert eine Erwerbs
ein
busse
von Fr.
2'259
.--, was einem
rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von gerun
det
3
% ent
spricht
.
7
.
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung vom 16. April 2020 als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
8
.
Die
Verfahrenskosten sind auf Fr. 8
00.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.