Decision ID: 9f5ee78f-4739-47ef-af47-57806c0435da
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1970 geborene
X._
war seit
dem 8.
Oktober 2007 bei der
Y._
als Kassiererin angestellt und dadurch bei der CSS Ver
sicherung AG obligato
risch gegen die Folgen
von Unfällen versichert. Am 3.
Dezember 2011 wurde sie gemäss Schadenmeldung vom 13. Dezember 2011 beim Überqueren eines Fussgängerstreifens von einem Auto
erfasst
(Urk. 7/1).
Nach
dem
provisorischen
Austrittsbericht des erstbehandelnden
Z._
vom
9.
Dezember 2011 erlitt sie dabei eine leichte traumatische Hirn
verletzung mit Schulterluxation rechts un
d multiple
Prellungen (Urk. 7/3
). Die CSS Versicherung AG erbrachte in der Folge die gesetzlichen V
ersicherungsleis
tungen (Urk. 7/13, 7/31
). Gestützt auf die kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 21. Januar 2015
(
Urk.
7/222)
stellte die CSS Versicherung AG mit Mitteilung vom 27. Februar 2015 die Leistungen für Heilbeha
ndlung und Taggeld ein (Urk. 7/226
)
. Am 15. Juli 2016
sprach
sie
X._
eine Integritätsent
schädigung von 10 % zu (Urk. 7/261
). Nach weiteren medizinischen und erwerb
lichen Abklärungen
verneinte
die CSS Versicherung AG mit Verfügung vom 23. April 2018 einen Rentenanspruch unter Zugrundelegung eines I
V-Grades von
weniger als
10
% (Urk. 7/301
). Die dagegen erhobene Einsprache vom 23. Mai 2018 (Urk. 7
/0/7
) wies sie mit Entscheid vom 18. Dezember 2018 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 31. Januar 2019 Beschwerde mit dem Antrag, es sei ihr eine angemessene Invalidenrente auszurichten (Urk. 1). Am 27. Februar 2019 schloss die CSS Versicherung AG auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), wovon die Beschwerdefü
hrerin mit Verfügung vom 4. März
2019 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 3. Dezember 2011 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten gewährt (Abs.
1).
1.3
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungs
rechts [ATSG]
), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.4
Unter dem sogenannten Valideneinkommen ist rechtsprechungsgemäss jenes Ein
kommen zu verstehen, welches die versicherte Person im Zeitpunkt des Renten
beginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich erzielen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigen
falls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Ver
dienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müs
sen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt sein (BGE 139 V 280 E. 3.3.2, 134
V
322 E. 4.1 und 129 V 222 E. 4.3.1; Urteil 8C_530/2009 vom 1. Dezember 2009 E. 7.2 mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung kann ein Nebeneinkommen dann als Validenlohn berücksichtigt werden, wenn ein solches bereits im Gesundheitsfall erzielt wor
den ist und weiterhin erzielt worden wäre, wenn die versicherte Person keinen Gesundheitsschaden erlitten hätte (vgl. die Urteile des Bundesgerichts 9C_766/2011 vom 30. Dezember 2011 E. 3.1 und 8C_125/2009 vom 27. April 2009 E. 4.1.1, je mit Hinweisen). Ebenso sind geleistete Überstunden und sons
tige Erwerbszusätze zu berücksichtigen (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_922/2012 vom 26. Februar 2013 E. 5.2 mit Hinweisen).
1.5
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
si
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tä
tigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gege
ben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich er
zieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumut
bare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtspre
chung namentlich Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Sta
tistik peri
odisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden. Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardi
sierten Brut
tolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 372 E. 4.2.1).
Nebeneinkünfte und geleistete Überstunden sind auch bei der Berechnung des Invalideneinkommens miteinzubeziehen, wenn feststeht, dass die versicherte Per
son im Hinblick auf ihren Gesundheitszustand in der Lage ist, Arbeiten zu ver
richten, die zu solchen Zuschlägen führen (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_922/2012 vom 26. Februar 2013 E. 5.2 mit Hinweisen).
1.6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre,
Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/aa). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/aa). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/bb-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/bb). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hin
weisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
2.
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass
die bereits am 15. Juli 2016
verfügte
Integri
tätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 10 % (vgl. Urk. 7/261
) unange
fochten blieb und damit in Rechtskraft erwachsen
ist. So
dann wurde weder die
Einstellung der Taggelder
und der Heilbehandl
ungen per 31. Januar 2015 (Urk.
7/226, 7/258) noch der damit verbundene Fallabschluss durch die Beschwerdeführerin in Frage gestellt.
In Bezug auf die
medizinischen Abklärungen und die bestehenden
Einschränkun
gen blieb
sodann unbestri
tten, dass die
Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit
vollständig arbeitsfähig ist
.
Strittig und zu prüfen ist
damit einzig, ob der
Beschwerdeführerin ab dem 1.
Februar 2015
eine Invalidenrente der Unfall
versicherung
zusteht
. In die
sem Zusammenhang wurde zwischen den Parteien insbesondere kontrovers dis
kutiert, welches Validen- und Invalideneinkommen für die Invaliditätsbemes
sung massgeblich i
st (vgl. Urk. 1
S. 2 ff.
, 2
S. 2 ff.
,
6
S. 2 f.
).
3.
3.1
Im Zusammenhang mit
den
vor dem Unfallereignis
getätigten Beschäftigungen
führte die Beschwerdeführerin anl
ässlich der Besprechung vom 21.
Ma
i 2012 (Situationsanalyse
[
Urk.
7/38
]
) aus, dass sie bei
der
Y._
in einem 100 %-Pensum als Kassiererin gearbeitet habe. Dabei habe es sich um eine sitzende Tätigkeit gehandelt, bei welcher zum Teil sehr schwere und unhandliche Waren eingescannt und über den Verkaufstisch gezogen oder gehoben w
o
rden
seien
. Bei der
A._
habe sie im Dur
ch
schnitt
während
neun Stunden pro Woche Zeitungen mit ihrem privaten Auto verteilt.
In ihrem
Gebiet
habe es viele Einfamilienhäuser
gegeben
,
so dass
sie keine grossen Bün
del/Gewichte herumschleppen, jedoch viel
habe
ins Auto ein– und aussteigen müssen. Beim
B._
habe sie schliesslich durchschnittlich acht bis neun Stunden pro Woche als Raumpflegerin gearbeitet. Sie habe die Kirche und die Räume gereinigt und insbesondere Staub gesaugt und gewischt und den Boden nass aufgenommen.
3.2
Im Rahmen seiner kreisärztlichen Untersuchung vom 4. August 2017 beschrieb
Dr.
med. C._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Trau
matolog
ie des Bewegungsapparates (Urk.
7/290),
eine traumatische inferiore
Schulterlux
ation rechts am 3. Dezember 2016 (recte 2011)
mit/bei:
-
Hill Sach
s
-Läsion, ossärer und ligamentärer Bankart-Läsion
-
St. n. Schulter-Arthroskopie, Dé
bridement Rotatorenintervall, Bicepsteno
tomie, subacr
om
i
aler Bursektomie am 8. November 2013
bei SLAP
II-Läsion
-
Frozen shoulder nach Luxation
In Bezug auf mögliche Tätigkeiten verwies
Dr.
C._
auf das Belastbarkeits
pr
ofil in der Beurteilung vom 27. Februar 2017 (recte 24.
Februar 2017). Danach seien der Beschwerdeführerin a
ufgrund der
unfallbedingten
Schulterbeschwerden lediglich
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten
zumutbar
. Arbeiten oberhalb der Horizontalen
seien zu vermeiden. Rechts sei das Hantieren und Heben von Gewichten beziehungsweise Werkzeugen vor dem Körper und oberhalb der Gür
tellinie vo
n maximal 6-8
kg möglich. Mi
t gestrecktem, hängendem rechtem
Arm könnten Gewichte bis 20
kg unterhalb der Gürtellinie gehoben werden. Grobmo
torische Tätigkeiten seien zu vermeiden, ebenso belastete regelmässige Rotatio
nen im rechten Schultergelenk. Das Arbeiten mit stark vibrierenden Werkzeugen oder auf vibrierenden Arbeitsflächen sollte vermieden werden. Der rechte Arm beziehungsweise die rechte Hand seien nicht mehr zur Sicherung auf Gerüsten oder Leitern einzusetzen.
In zeitlicher Hinsicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/274).
3.3
Kreisarzt med. pract.
D._
, Facharzt FMH für Chirurgie,
erklärte die angestammte Tätigkeit bei
der
Y._
für nicht mehr zumutbar, da ein Ziehen von schweren, unhandlichen Lasten bei Hyperlaxizität der Schulter nicht sinnvoll sei. Sodann sei die Tätigkeit als Raumpflegerin
häufig
mit Arbeiten über der Schulterhöhe verbunden und deshalb ebenfalls nicht
leistbar
.
Die Arbeit als Zeitungsverträgerin bei der
A._
erachtete
er hingegen
als
zumutbar, da kein Heben schwerer Lasten und keine Überkopfarbeiten gefor
dert seien (
Stel
lungnahme vom 28. November 2014
[
Urk.
7/
200
]
).
Kreisarzt
Dr.
C._
erklärte
am 14. Februar 2018
in Beantwortung der
Frage, ob der
Beschwerdeführerin zusätzlich zu ihrem Vollpensum eine angepasste Tätigkeit im Nebenerwerb zugemutet werden könne, dass es sich bei den Neben
erwerbstätigkeiten als Raumpflegerin und Zeitungsverträgerin unter Berücksich
tigung der Unfallfolgen nicht um optimale Tätigkeiten
handle. Eine zusätzliche Belastung durch Ausweitung ü
ber eine 100
%-Anstellung hinaus
sei aufg
rund der Unfallfolgen
medizinisch nicht zu empfehlen
. Wenn weiter einem Nebener
werb nachgegangen werden sollte, dann unter Einhaltung des Zumutbarkeitspro
fils
(Urk.
7/299).
4.
4.1
Die kreisärzt
lichen Stellungnahmen inklusive
festgelegte
m
Belastungsprofil wur
den in Kennt
nis der Vorakten erstattet, sind für die streitigen Belange umfassend, beruhen auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen, setzen
sich mit den ge
klagten Beschwerden sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinan
der und leuchten in der Darlegung der medizi
nischen Zustände und Zusammen
hänge ein
. Damit erfüllen
sie die Anforderungen an eine beweiskräftige medizi
nische
Entscheidungsgrundlage, weshalb auf sie abgestellt werden kann, was unter den Parteien denn auch unumstritten blieb.
4.2
Strittig und zu klären sind die erwerblichen Auswirkungen der medizinischen Einschränkungen. Diese sind anhand eines Einkommensve
rgleichs zu ermitteln (vgl. E. 1.3
),
wobei von den Verhältnissen im Jahr 2015 (hypothetischer Renten
beginn gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG als massgeblicher Vergleichszeitpunkt: BGE 128 V 174; vgl. E. 3) auszugehen ist.
4.3
Zur Ermittlung des Valideneinkommens ist unbestrittenermassen auf das vor Ein
tritt des Gesundheitsschadens zuletzt erzielte Einkommen abzu
stellen (
vgl. E. 1.4
). Die Beschwerd
eführerin ging neben ihrer 100%
igen Tätigkeit bei der
Y._
zwei Nebenbeschäftigungen nach:
Seit dem Jahr 2
000 war sie im Umfang von etwa acht
bis neun
Stunden pro Woche als Raumpflegerin für den
B._
tätig (Urk.
7/16,
7/38,
7/225).
Zudem trug sie seit März 2010 für die
A._
während durchschnittlich
neun Stunden pro Woche
Zeitungen und Zeitschriften aus
(Urk. 7/38,
7/225)
.
Mit diesen drei Beschäftigungen war
sie
gesamthaft in einem Pensum
von
über 140
%
arbeits
tätig.
Trotz dieser hohen Belastung ist
davon
auszugehen
, dass
die Beschwerdeführerin
die Nebenerwerbs
tätigkeiten
im Gesundheitsfall
weiterhin ausgeübt hätte. Denn
gemäss IK-Auszug
(Urk. 7/225)
ging sie
seit vielen Jahren parallel
verschiedenen Beschäftigungen nach. So war sie beispielsweise vor der Tätigkeit für die
A._
- neben den
Beschäftigung
en
bei
der
Y._
und
dem
B._
–
zusätzlich in einem Privathaushalt tätig.
Zudem
war die Be
schwerdefüh
r
erin auf
grund ihrer sozialen
und finanziellen
Lage
(allein erziehend, zwei Kinder
und Mutter im
selben
Haushalt,
finanzielle Schwierigkeiten
[
Urk. 7/75
]
)
gefordert, ein ausreichend hohes
Einkommen zu erzielen.
Folglich sind die Nebenverdienste bei der Ermittlung des Valideneinkommens zu berücksichtigen.
4.3.1
Die
Hauptarbeitgeberin
der Beschwerdeführerin,
die
Y._
,
deklarierte
in der Schadenmeldung vom 13. Dezember 2011 einen Monatslohn von F
r
.
3'600.-- x 13 (Urk. 7/1).
In der Arbeitgeberauskunft vom
13. Januar 2015
vermerkt
e sie
,
dass
der
Monatslohn seit dem 1. Januar 2015 Fr. 3'800.
-- x 1
3 zuzüglich einem Bonus von Fr.
1'000.
--
betrage
n würde
(Urk.
7/
215).
Gestützt darauf ermittelte die Beschwerdegegnerin für das massgebliche Jahr 2015 ein Valideneinkommen von Fr. 50'400.--
(Fr. 3'800.-- x 13 + Fr. 1'000.
-- [Urk. 2 S. 4]
)
für die Haupterwerbstätigkeit
, worauf abzustellen ist
.
Insoweit
die Beschwerdeführerin hiegegen
einwendet
, es seien ihr darüber hinaus noch zusätzliche Sonntagsz
u
lagen im Dezember von Fr.
500.-- anzurechnen, ist ihr nicht zu folgen.
Sowohl der Auskunft
der
Y._
vom 13.
Januar 2015 als auch der mit der Einsprache vom 2
3.
Mai 2018 eingereichten Aktualisierung für das Jahr 2018
(Urk. 7/0/4)
ist neben dem üblichen Monatslohn led
iglich ein Bonus von Fr. 1'000.--
zu entnehmen. Damit besteht kein Raum f
ür die Berücksichtigung einer weiteren
Zulage
von Fr. 500.--
, welche trotz mehrfa
cher Lohndeklaration seitens
der Arbeit
geberin aktenmässig nicht belegt ist, son
dern lediglich
von der Beschwerdeführerin
mit einer Feiertagsabgeltung im Dez
ember 2010 von Fr.
334.35 (Urk.
7/178) begründet wurde
.
Von einer Nach
frage bei
der
Y._
sind
unter diesen Umständen
keine wei
teren Erkenntnisse zu erwarten, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung darauf verzichtet werden kann.
4.3.2
Betreffend die Nebenerwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin als Zeitungsverträ
gerin bei der
A._
stellte die Beschwerdegegnerin auf ein Valideneinkommen von Fr. 10'936.23 für das Jahr 2011 und von Fr. 10'989.-- für das Jahr 2015 ab
(Urk. 2 S. 4)
. Die diesen Beträgen zugrundeliegende Berech
nung
ist allerdings nicht vollständig nachvollziehbar und wird
von der Beschwer
deführerin
auch
bestritten.
Aus den Lohnabrechnungen von Dezember 2010 bis November 2011 (Urk. 7/159) ergibt sich ein Einkommen von Fr. 10'856.-
-. Die Arbeitgeberin deklarierte in ihrem Schreiben vom
6.
Februar 2012 (Urk. 7/11)
sodann
einen Jahres
brutto
lohn von Fr. 11'005.--. Da diese
Beträge
alle in einer ähnlichen Grössenordnung liegen, ist
auch hier von einer erneuten Anfrage bei der
A._
abzusehen und
zugunsten der Beschwerdeführerin vo
n ei
nem Jahreseinkommen
von
Fr.
11'005.-- auszugehen,
woraus
unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung
für Frauen bis ins Jahr 2015
(Indexstand
2604 [2011
] auf 2686 [2015], vgl. Bundesamt für Statistik, T 39 Ent
wicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2018, Nominallöhne Frauen)
ein
Betrag
von Fr. 11'352.--
(Fr.
11'005.-- : 2604 x 2686)
resultiert
.
Insofern die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang auf Lohnabrechnungen aus dem Jahr 2014 hinweist, zielt sie
nur schon deshalb
ins Leere, als diese Abrechnungen zwar auf sie ausgestellt sind, offensichtlich aber die Arbeitstätigkeit ihrer Kollegin
betreffen
(vgl. Urk. 7/218, 7/219).
4.3.3
In Bezug auf die Tätigkeit der Beschwerdeführerin bei
m
B._
ermittelte die Beschwerde
gegnerin für das Jahr 2015 ein Einkommen von Fr. 11'
883.-- (Urk. 2 S. 4
), wel
ches wiederum nicht
vollständig
nachvollzogen werden kann. Zudem
ist auf
grund der Einträge im
IK-Auszug
auf ein höheres
Einkommen
zu schliessen
. Im Jahr 2008 erzielte die Beschwerdeführerin
einen Lohn von Fr.
12'467.--, im Jahr 2009 von Fr.
12'194.-- und im Ja
hr 2010 von Fr. 12'534.-- (Urk.
7/225). Dies ergibt
einen Durchschnittswert von Fr.
12'398.--,
auf welchen angesichts der schwankenden
Einkommen abzustellen ist. A
usgehend vom mittleren Jahr 2009
ergibt sich damit
angepasst an die Nominallohnentwicklung des Jahres 2015 ein Validene
inkommen von Fr. 13’049.-- (Fr.
12’398.-- : 2552 x 2686).
4.3.4
Unter Berücksichti
g
ung der beiden Nebenverdienste
besteht
folglich
ein Validen
eink
ommen im Jahr 2015 von Fr.
74'801.--. Dieses Einkommen erscheint im Ver
gleich
zu den
Gesamteinkommen
der Jahr
e
2007 bis 2009
zwar
sehr hoch
(
2007: Fr. 29'874.--,
2008:
Fr.
54
'
447
.--
, 2009:
Fr.
58
'
847
.--
,
vgl. IK-Auszug
[
Urk.
7/225
]
)
.
Doch wurde es immerhin während 21 Monaten
vor dem Unfall
erzielt (März 2010 bis November 2011)
, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass es im Gesundheitsfall auch in Zukunft erwirtschaftet worden wäre.
4.4
Bei der Berechnung des Invalideneinkommens sind
keine
Nebeneinkünfte
zu berücksichtigen, da der Beschwerdeführerin aufgrund der Unfallfolgen ein Pen
sum über 100 %
medizinisch
nicht zumutbar ist
(vgl
. E. 3.3
).
4.4.1
Die bisherige Hauptarbeitstätigkeit bei der
Y._
ist
der Beschwerdeführerin
aufgrund der
schweren
Lasten
nicht mehr
möglich
. Aus die
sem Grund sind
zur Bemessung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2014 heranzuziehen. Die Beschwer
deführerin verfügt über keine abgeschlossene Berufsausbildung, wes
halb auf das standardisierte monatliche Einkommen für weibliche Arbeitskräfte (LSE 2014, TOTAL in der Tabelle TA1) im Kompetenzniveau 1 von Fr. 4‘300.-- abzustellen ist. Dieses monatliche Einkommen ist unter Berücksichtigung der durchschnit
tli
chen Arbeitszeit im Jahr 2015
von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilun
gen [NOGA 2008],
in Stunden pro Woche, 2004-2018
, A-S 01-96)
sowie der Nominallohnentwick
lung bis ins Jahr 2015 (Indexst
and 2673 [2014] auf 2686 [2015]
)
auf
ein Jah
res
einkommen für eine 100
%ige Tätigkeit hochzure
chnen. Es resultiert somit ein Invaliden
einkommen von Fr. 54'055.--
(Fr.
4‘300.-- x 12 : 40 x 41,7 : 2673 x 2686
).
4.4.2
Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte aufgrund der körperlichen Einschrän
kungen
bei der Haupterwerbstätigkeit
einen Abzug vom Ta
bellenlohn von 10 % und bei den Nebenerwerbstätigkeiten von 25 %
(Urk. 7/301
)
. Dies erscheint nicht gerechtfertigt.
Die Beschwerdeführerin ist in zeitlicher Hinsicht nach wie vor uneingeschränkt leistungsfähig.
Dass
sie
keine schweren Arbeiten mehr leisten kann und aufgrund ihrer Schulterbeschwerden gewissen
, allerdings nicht schwer
wiegenden
Beeinträchtigungen
unterliegt, führt nicht automatisch zu einem lei
densbedingten
Abzug. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind
,
kein Grund für einen zusätzli
chen leidens
bedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenz
niveau 1 bereits eine Viel
zahl von leichten bis mittelschweren Tätigkeiten umfasst. Angesichts des Zumut
bar
keitsprofils ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verwei
sungstätigkeiten auszugehen, auch wenn die Beschwerdeführerin über keine Berufsausbildung verfügt.
Zu denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedienung und Überwachung von (halb-) automatischen Maschinen oder Produktionsein
heiten, die keine Überkopfarbeiten oder repetitive, weit ausreichende Bewegun
gen und/oder Exposition des rechten Arms
beziehungsweise der rechten Schulter
gegenüber Vibrationen voraussetzen. Gleichzeitig werden in Industrie und Gewerbe Arbeiten, welche physische Kraft verlangen, seit vielen Jahren und in ständig zunehmendem Ausmass durch Maschinen verrichtet, während den Überwachungsfunktionen
wie auch im Dienstleistungsbereich
grosse und wachsende
Bedeutung zukommt (ZAK 1991 S.
320 f
. E. 3b; RKUV 1993 Nr. U 168 S.
104 E. 5b).
Folglich können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt als ausserordentlich zu bezeich
nen sind. Solche Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich. Die leidensbedingten Einschränkungen wurden bereits im Belastungsprofil
sowie beim zumutbaren Arbeitspensum (E. 4.4)
berücksichtigt und dürfen nicht nochmals - als abzugsre
le
vant
herangezogen werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_61/2018 vom 23. März 2018 E. 6.5.2 mit Hinweisen).
Entgegen den
Vorbringen der Beschwer
deführerin
, welche aufgrund
einer bestehenden Behinderung aus einem früheren Unfall in Hüfte, Knie und Fuss links einen Abzug von 15 oder 20 % geltend macht
(Urk. 1 S. 3)
,
können sodann Beschwerden
, welche in keinem Zusammenhang zum
Ereignis vom 3.
Dezember 2011 stehen,
nicht berücksichtigt werden
.
Mit Blick auf die Beschäftigungen der Beschwerdeführerin vor Eintritt des Gesund
heitsschadens kann zudem auch nicht davon ausgegangen werden, dass sie ihre Restarbeitsfähigkeit zufolge dieser Beschwerden auf dem allgemeinen Arbeits
markt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten könnte.
Sodann
fällt das Alter der Beschwerdeführerin, die
im Zeitpunkt des hier
zu prü
fen
den Rentenanspruchs 4
4
Jahre alt war, nicht negativ ins Gewicht, weil Hilfs
ar
beiten auf dem massgebenden hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig angeboten werden und sich das Alter im Kompe
tenzniveau 1 sogar eher lohnerhöhend auswirkt. Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ
beeinflussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor unbe
rücksichtigt bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.3).
Schliesslich
bestehen auch keine
weiteren
persönlichen oder beruf
lichen
Gründe,
die Auswirkung auf die Lohnhöhe haben könnten
.
Insbesondere nimmt auch die Bedeutung der Anzahl Dienstjahre im priva
ten Sektor ab, je nied
riger das Anforderungspr
ofil ist (AHI 1999 177 E. 3b S.
181), weshalb mit Blick auf das Kompetenzniveau 1 die lange Betriebszugehörigkeit keinen Abzug zu rechtfertigen vermag (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach dem Gesagten besteht vorliegend kein Anlass, vom ermittelten Tabellenlohn einen Abzug vorzunehmen.
4.5
Wird das Valideneinkommen von
Fr. 74'801.--
dem Invalideneinkommen gemäss LSE von
Fr. 54'055.--
gegenübergestellt, resultiert ei
ne Erwerbseinbusse von Fr. 2
0’
746
.--, was
einem Invaliditätsgrad von 27.73 %, gerundet 28 %
,
ent
spricht
.
5
.
Damit
ist
der angefochtene Einspracheentscheid vom 18. Dezember 2018 (Urk. 2)
in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben
und
es ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin ab
1.
Februar 2015 Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung beruhend auf einem Invaliditätsgrad von 28 % hat.
6.
Ausgangsgemäss hat die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist gemäss § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses festzusetzen. Unter Berücksichtigung der genannten Aspekte erweist sich eine Entschädigung von Fr. 1’200.-- als angemessen (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen).