Decision ID: 8dc3d0a9-1475-415b-b68a-35bf8f3711df
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964, meldete sich am 16. August 2002 wegen der Fol
gen eines am 1. Februar 2002 erlittenen Unfalls (vgl. Urk. 7/9/41) bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug (Umschulung, Rente) an (
Urk
7/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog unter anderem Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA; Urk. 7/9, Urk. 7/41) und insbesondere deren
Einspracheentscheid
vom 7. Juli 2004, mit welchem ein Invaliditätsgrad von 40 % festgehalten wurde (Urk. 7/43), bei. Mit Verfügung vom 10. September 2004 sprach sie dem Versicherten bei einem
In
validitätsgrad
von 41 % eine halbe (Härtefall-) Rente mit Wirkung ab Februar 2003, eine Ehegattenrente und drei Kinderrenten zu (Urk. 7/55).
Am 23. März 2005 meldete sich der Versicherte wegen der Folgen eines am 26. Juni 2004 erlittenen Unfalls (vgl. Urk. 7/57/32) erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 7/60). Die SUVA sprach
ih
m mit Verfügung vom 5. Dezember 2005 eine Invalidenrente entsprechend einer Erwerbseinbusse von 44 % ab November 2005 zu (Urk.
7
/73).
Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland sprach dem Versicherten wegen Weg
zugs ins Ausland mit Verfügung vom 30. Januar 2006 bei einem
Inva
liditäts
grad
von 41 %
nurmehr
eine
Viertelsrente
mit Wirkung ab Februar 2006, eine Ehegattenrente und drei Kinderrenten zu (Urk. 7/75). Die IV-Stelle der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich sprach dem Versicherten mit Verfü
gung vom 10. April 2006 ebenfalls bei einem
Invalidi
tätsgrad
von 41 % wie
derum eine halbe Rente mit Wirkung ab Februar 2006, eine Ehegattenrente und drei Kinderrenten zu (Urk. 7/78), da der Versicherte eine Wohnsitzbestätigung in der Schweiz (Urk. 7/77) beigebrach
t
hatte.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/90,
Urk.
7/94) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügungen vom 11. Feb
ruar 2008 (Urk. 7/106
) von März bis Oktober 2005 eine ganze Rente und ab 1. März 2008 eine
Vier
telsrente
zu. Im sogenannten Verfügungsteil 2 (Urk. 7/10
1
) hielt sie nebst der
Zusprache
der befristeten ganzen Rente fest, ab 1. November 2005 bestehe wie
der Anspruch auf eine
Viertelsrente
. Mit Urteil vom 17. November 2009 im Verfahren Nr. IV.2008.00280 bestätigte das hiesige Gericht diese
Rentenzuspra
chen
(
Urk.
7/119).
1.2
Nach Eingang des Revisionsfragebogens vom
27
. Januar 2010 (
Urk.
7/121) tä
tigte die IV-Stelle weitere Abklärungen, und nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
7/130,
Urk.
7/141) hob sie mit Verfügung vom 23. Dezember 2011 (
Urk.
7/152 =
Urk.
2) die bisherige Rente rückwirkend per Januar 2010 auf (S. 4
Ziff.
1) und stellte für die von April 2009 bis Januar 2010 bezogenen Leistungen eine separate Rückforderungsverfügung in Aussicht (S. 4
Ziff.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 23. Dezember 2011 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 27. Januar 2012 Beschwerde und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin zumindest eine
Viertelsrente
zuzusprechen und auszurichten (
Urk.
1 S. 2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 28. Februar 2012 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 7. März 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Am 8. August 2013 verzichtete die Beschwerdegegnerin darauf, zu den vom Gericht beigezogenen Akten
der SUVA
(
Urk.
13/1-139) Stellung zu nehmen (
Urk.
15)
.
Am 26. September 2013 nahm der Beschwerdeführer - der Aufforderung des Gerichts (
Urk.
16) folgend - zu den beigezogenen Akten der SUVA Stellung (
Urk.
17).
3.
Die SUVA reduzierte mit Verfügung vom 20. Oktober 2010 die von ihr zugespro
chene Invalidenrente von 44
%
auf 34
%
(
Urk.
7/127
=
Urk.
13/94
), hob diesen Entscheid jedoch
a
m 18. Mai 2011 wieder auf (
Urk.
7/145 =
Urk.
13/108). Am 29. April 2013 schloss sie mit dem Beschwerdeführer einen Vergleich (
Urk.
13/133/2) und mit Verfügung vom
2.
Mai 2013
reduzierte
sie
die von ihr zugesprochene
Invalidenrente
rückwirkend ab 1. Juli 2012 von 44
%
auf 40
%
(
Urk.
13/135)
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Aus der Einheitlichkeit des
Invali
ditätsbegriffs
(Art. 8 ATSG) in der Sozial
-
versicherung folgt, dass die Schätzung der Invalidität
, auch wenn sie für jeden Versicherungszweig grund
sätzlich selbständig vorzunehmen ist,
mit Bezug auf denselben
Gesundheits
schaden
praxisgemäss denselben Invaliditätsgrad zu ergeben hat (vgl. BGE 131 V 120 E. 3.3.3, 126 V 288 f. E. 2a mit Hinweisen; Art. 16 ATSG). Da der Unfall
versicherer bei der
Invalidi
tätsbemessung
indessen regelmässig weder die
un
fallfremden
invalidisierenden Faktoren noch die zum Aufgabenbereich der In
validenversicherung gehörenden bevorstehenden oder laufenden beruflichen Eingliederungsbemühungen berücksichtigt, kommt dem von ihm festgelegten Invaliditätsgrad kein Vorrang zu (BGE 119 V 468 E. 3; RKUV 1995 Nr.
U 220 S. 108 in fine).
Nach der Rechtsprechung sind hinsichtlich der Invaliditätsbemessung Abwei
chungen indessen nicht zum vornherein ausgeschlossen (vgl. BGE 119 V 468
E. 2b mit Hinweisen). Nicht als massgeblich zu betrachten ist die
Inva
-
liditätsschät
zung
des einen Sozialversicherungsträgers etwa dann, wenn ihr ein Rechtsfehler oder eine nicht vertretbare Ermessensausübung zu Grunde liegt. Ohne Auswir
kungen hat der von einem Unfallversicherer angenommene Invaliditätsgrad auch zu bleiben, wenn dieser bloss auf einem Vergleich beruht (vgl. BGE 131 V 120 E. 3.3.3, 126 V 288 E. 2b, 112 V 174 f. E. 2a; RKUV 2000 Nr. U 402 S. 391; AHI 2003 S. 108 E. 2a).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Ar
beitsmarktlage
erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor
den wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Au
-
gust
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.5
Kann eine rentenberechtigte Person neu ein Erwerbseinkommen erzielen oder ein bestehendes Erwerbseinkommen erhöhen, so wird die Rente nur dann im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG revidiert, wenn die Einkommensverbesserung jährlich mehr als 1‘500 Franken beträgt (Art. 31
Abs.
1 IVG).
Gemäss - dem bis 31. Dezember 2011 in Kraft
gewesenen und damit vorliegend anwendbaren - Art. 31
Abs.
2 IVG werden für die Revision der Rente vom Be
trag, der 1500 Franken übersteigt, nur zwei Drittel berücksichtigt.
Der lediglich zu zwei Dritteln zu berücksichtigende Betrag bezieht sich auf die (um Fr. 1'500.-- reduzierte) Einkommensverbesserung und nicht auf das ge
samte Erwerbseinkommen (Urteil 9C_226/2011 vom 15.
Juli
2011 E. 4.4.3.2 in
fine).
Sodann findet Art. 31 IVG nur auf Rentenrevisionsfälle Anwendung, in denen die betroffene Person ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt tatsächlich verwertet und dadurch - durch erneute Aufnahme einer Erwerbstä
tigkeit oder Erweiterung des bisherigen Arbeitspensums - ein entsprechendes Einkommen erwirtschaftet.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin machte in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) - so
weit nicht noch einmal und unnötigerweise der Text des Vorbescheids wieder
holt wurde (S. 2) - geltend, das
Valideneinkommen
werde in der Unfallversi
cherung bei jeder Revision neu berechnet, nicht aber in der Invalidenversiche
rung (S. 3 Mitte), hielt an den im Vorbescheid verwendeten Daten für das Vali
den- und das Invalideneinkommen fest (S. 3 f.) und ermittelte einen
Invalidi
tätsgrad
von 38
%
(S. 4 oben).
In zeitlicher Hinsicht ging sie davon aus, sie habe erst mit Eingang des
Revisions
fragebogens
am 29. Januar 2010 von der im April 2009 neu aufge
nommenen Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers erfahren (S. 2 unten
), womit von April 2009 bis Januar 2010
eine Meldepflichtverletzung vorliege (S. 3 Mitte). Im Dispositiv führte sie sodann unter Ziffer 1 an „Die Ausrichtung der Rente wird rückwirkend per Januar 2010 aufgehoben“, und unter Ziffer 2 stellte sie ein
e
die Zeit von April 2009 bis Januar 2010 betreffende Rückforderung in Aussicht (S. 4). In der Beschwerdeantwort führte sie aus, beim in Ziffer 1 des Dispositivs genannten Datum handle es sich um einen offensichtlichen Schreibfehler, der dahin zu korrigieren sei, dass die Rente rückwirkend per April 2009 aufgehoben werde (
Urk.
6 S. 1 unten).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber in seiner Beschwerde (
Urk.
1) unter anderem auf den Standpunkt, die Ermittlung des
Valideneinkommens
richte sich nach Art. 16 ATSG, unterliege mithin in beiden Versicherungszwei
gen den gleichen Regeln (S.
6 f.
Ziff.
8.2).
In seiner Stellungnahme vom 26. September 2013 wies er darauf hin, dass die Änderung der erwerblichen Verhältnisse (und mit ihr der tiefere Invaliditätsgrad in der Unfallversicherung) erst im Jahr 2012 eingetreten sei (
Urk.
17).
2.3
Strittig und zu prüfen ist im Hinblick auf die Invaliditätsbemessung insbeson
dere das
Valideneinkommen
sowie der Zeitpunkt einer allfälligen Änderung des Rentenanspruchs.
3.
3.1
Gemäss Verfügungsteil 2 (
Urk.
7/101) ging die Beschwerdegegnerin im Februar 2008 bei der
Zusprache
(von unter anderem) einer
Viertelsrente
ab
März
200
8
(
Urk.
7/106) von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
84‘500.-- und einem
Invali
deneinkommen
von
Fr.
47‘665.-- aus, womit ein Invaliditätsgrad von 44
%
re
sultierte (S. 1 unten). Ferner hielt sie fest, dass ausschliesslich Unfallfolgen vor
lägen (S. 2 Mitte).
Die Vergleichseinkommen hatte die Beschwerdegegnerin von der SUVA
(
Urk.
7/7
3 S. 2
)
übernommen (vgl.
Urk.
7/86 S. 1,
Urk.
7/88 S. 5 oben)
.
3.2
Sowohl das Vorliegen reiner Unfallfolgen als auch der Invaliditätsgrad von 44
%
wurden mit Gerichtsurteil vom 17. November 2009 bestätigt (
Urk.
7/119 S. 9 f. E. 5.3).
3.3
Im Revisionsverfahren, das zur hier strittigen Verfügung führte, ging die
Be
schwerdegegnerin
von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
94‘
802.-- im Jahr 2010 aus, b
etreffend Invalideneinkommen ging sie von
Fr.
63‘600
.-- aus, wo
von sie
rund
Fr.
59‘226
.--
berücksichtigte
(
Urk.
2 S. 4)
.
4.
4.1
Die SUVA sprach dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 5. Dezember 2005 eine Invalidenrente entsprechend einer Erwerbseinbusse von 44
%
zu (
Urk.
13/62). Dabei ging sie von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
84‘500.-- und einem gestützt auf Daten der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) er
mittelten Invalideneinkommen (vgl.
Urk.
13/59) von
Fr.
47‘665.--
aus
(S. 2 Mitte).
Beim
Valideneinkommen
dürfte es sich um den der
Nominal
lohn
ent
wicklung
angepassten Betrag von
Fr.
82‘472.-- handeln, auf den die SUVA in einem
Einspracheentscheid
vom 7. Juli 2004 abgestellt hatte (
Urk.
12/104 S. 5
Ziff.
4a), dies gestützt auf eine Arbeitgeberauskunft, wonach der Beschwerde
führer ohne Gesundheitsschaden im Jahr 2003 einen Monatslohn von
Fr.
6‘344.-- (x 13) erziel
t
hätte (
Urk.
12/56).
4.2
Mit Verfügung vom 20. Oktober 2010 (
Urk.
13/94 =
Urk.
7/127) reduzierte die SUVA die bisher ausgerichtete Invalidenrente von 44
%
auf 34
%
(S. 1 unten). Zur Begründung führte sie an, der Beschwerdeführer habe seit dem 1. April 2009 wieder eine Anstellung (bei der
Y._
AG) und erhalte einen Leistungslohn von
Fr.
5‘300.-- (x 13), mithin
Fr.
68‘900.-- pro Jahr
; a
ls
Vali
deneinkommen
setzte sie
Fr.
104’0
0
0.-- ein (S. 2)
, letzteres gestützt auf die
Ar
beitgeberauskunft
, ohne Behinderung könnte der Beschwerdeführer als Gipser
Fr.
8‘000.-- x 13 verdienen (
Urk.
13/93 =
Urk.
7/126 S.
1
unten)
4.3
Mit Einsprache vom 18. November 2010 (
Urk.
13/96) machte der
Beschwer
-
defüh
rer
geltend, sein Gesundheitszustand habe sich nicht verbessert (S. 1 unten) und er erziele ein Invalideneinkommen, das lediglich 56
%
des
Va
lideneinkommens
betrage (S. 2 oben).
Mit Eingabe vom 16. Februar 2011 (
Urk.
13/104/1) teilte er mit, er habe aus Belastungsgründen die Stelle bei der
Y._
AG aufgeben müssen und sei (übergangslos) seit dem 1. Februar 2011 beim
Z._
beschäftigt (S. 1). Sofern er diese Stelle behalten könne, betrage das
Invaliden
einkommen
Fr.
63‘600.-- (
Fr.
5‘300.-- x 12), dies bei einem der
Nominallohn
entwicklung
angepassten
Valideneinkommen
von
Fr.
106‘080.-- (S. 2). Gemäss Arbeitsvertrag vom 21. Januar 2011 (
Urk.
13/104/2
=
Urk.
7/139
) wurde der Beschwerdeführer mit einem Pensum von 66
%
und einem jährlichen Brutto
lohn von
Fr.
63‘600.-- angestellt (S. 2
Ziff.
4).
Am 18. Mai 2011 teilte die SUVA mit, sie schliesse hiermit das Einsprache
-
verfah
ren formell ab, hebe die Verfügung vom 20. Oktober 2010 (Re
duktion der Rente auf 34
%
) auf und richte weiterhin eine Invalidenrente ent
sprechend einer Erwerbseinbusse von 44
%
aus (
Urk.
13/108 =
Urk.
7/145)
.
4.4
Am 15. März 2012 wurde die Anstellung bei der
Z._
gekündigt (vgl.
Urk.
13/111/2) und per 1. Mai 2012 wurde der Beschwerdefüh
rer wieder von der
Y._
AG angestellt, dies mit einer Präsenzzeit von 100
%
, einer Arbeitsleistung von zirka 56
%
und einem Gehalt
von
Fr.
4‘860.-- pro Monat (x 13), mithin
Fr.
63‘180.-- pro Jahr (
Urk.
13/113/2).
Am 30. August 2012 fand eine Besprechung am Arbeitsplatz statt, worüber am 10. September 2012 berichtet wurde (
Urk.
13/118). Dabei wurde die im Vertrag genannte Lohnhöhe bestätigt (S. 1 unten). Der Geschäftsführer der Firma führte aus, ohne Behinderung könnte ein guter Gipser wie der Beschwerdeführer
Fr.
8‘000.-- x 13 verdienen; der Finanzchef bezeichnete
Fr.
8‘000.-- als sicher die oberste Grenze, heute seien bei guten Gipsern eher
Fr.
7‘000.-- bis
Fr.
8‘000.-- üblich (S. 2 oben).
Am 15.
Oktober 2012 teilte die SUVA dem Arbeitgeber mit, wenn von einem mittleren
Valideneinkommen
von
Fr.
7‘500.-- ausgegangen werde, betrage der Invaliditätsgrad noch 35
%
, wenn entgegenkommenderweise von
Fr.
8‘000.-- ausgegangen werde, betrage er 39
%
(
Urk.
13/119).
Am
29. April 2013 schlossen der Beschwerdeführer und die SUVA einen Ver
gleich, mit welchem der Invaliditätsgrad auf 40
%
gesetzt wurde
(
Urk.
13/
133/
2)
, und am
2.
Mai 2013 verfügte die SUVA (ab 1. Juli 2012) ent
sprechend (
Urk.
13/135)
.
5.
5.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Va
-
lidenein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224 mit Hinweisen).
5.2
Der erste von zwei Unfällen des Beschwerdeführers ereignete sich im Jahr 2002 (vgl.
Urk.
12/1). Laut Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) erzielte der Beschwerdeführer im Jahr 2001 (bei der
Y._
AG) ein Jahresein
kommen von
Fr.
84‘470.-- (
Urk.
7/5).
Der seitherigen branchenspezifischen Nominallohnentwicklung von 1.6
%
(2002), 1.0
%
(2003), 0.4
%
(2004), 1.1
%
(2005), 1.1
%
(2006), 1.7
%
(2007), 2.0
%
(2008) und 2.0
%
im Jahr 2009 (Die Volkswirtschaft 1-2/2009, S. 99 und 5/2010 S. 87, je Tab. B 10.2
lit
. F)
angepasst,
ergibt dies im Jahr 2009
rund
Fr.
94‘118.--
(
Fr.
84‘470.-- x 1.016 x 1.01 x 1.004 x 1.011 x 1.011 x 1.017
%
x 1.
02 x 1.02).
5.3
Im Arbeitgeberfragebogen vom 15. Januar 2003 (
Urk.
7/16
Ziff.
16) bezifferte die
Y._
AG den Lohn ohne Gesundheitsschaden mit
Fr.
6‘190.--
(x 13).
Der Nominallohnentwicklung (vorstehend E. 5.2) angepasst ergibt dies im Jahr 2009 rund
Fr.
87‘376.-- (
Fr.
6‘190.-- x 13 x 1.004 x 1.011 x 1.011 x 1.017
%
x 1.02 x 1.02)
5.4
Gemäss den Angaben
der
A._
AG - wo der Beschwerdeführer seit
1. Januar 2002 angestellt war (vgl.
Urk.
7/6
Ziff.
1) - hätte er
ohne Behinderung im Jahr 2003 einen Monatslohn von
Fr.
6‘344.-- (x 13) erzielen können (vorste
hend E. 4.1), mithin
Fr.
82‘472.-- im Jahr.
Der Nominalentwicklung (vorstehend E. 5.2) angepasst ergibt dies im Jahr 2009 rund
Fr.
89‘550.-- (
Fr.
82‘472.-- x 1.004 x 1.011 x 1.011 x 1.017
%
x 1.02 x 1.02).
5.5
Der vo
n der
Y._
AG im Jahr 2010 und im Jahr 2012
als ohne Behin
derung erzielbar
angegeben
e Monatslohn (x 13) von
Fr.
7000.-- bis höchstens
Fr.
8‘000.--
(vorstehend E. 4.2 und 4.4)
ergibt auf ein Jahr umgerech
net
Fr.
91‘000.-- bis höchstens
Fr.
104‘000.--
.
5.6
Beim Vergleich der vorstehend ermittelten Beträge fällt auf, dass sich eine doch erhebliche Spannweite zeigt. Dies ist ein Hinweis darauf, dass es sich (auch) beim
Valideneinkommen
um eine hypothetische Grösse handelt
. Die Antwort auf die Frage, welches Einkommen die versicherte Person ohne den
Gesund
heitsschaden
erzielen könnte, stellt zwangsläufig -
weil
eben der
Gesundheits
schaden
eingetreten ist - eine Annahme dar. Werden divergierende Annahmen vertreten, so ist jene massgebend, für welche der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit spricht.
Vor diesem Hintergrund ist gegenüber denjenigen Annahmen, die von einer einzigen Arbeitgeberauskunft ausgehen und zu Ergebnissen am (oberen oder unteren) Rand des Spektrums
führ
en, eine gewisse Zurückhaltung
angezeigt.
Damit ist vorliegend nicht auf die aus den Arbeitgeberangaben von 2003 hochge
rechneten, eher tiefen Werte (vorstehend E.
5.3 und 5.4) abzustellen, aber auch nicht auf den Maximalwert von
Fr.
104‘000.-- (vorstehend E. 5.5), der umso weniger überzeugt, als der vom selben Arbeitgeber im Jahr 2003 ge
nannte Lohn ein
Valideneinkommen
von lediglich
Fr.
87‘376.-- ergäbe (vorste
hend E. 5.3).
Am plausibelsten ist das Jahreseinkommen von
Fr.
94‘118.--, das resultiert, wenn das zuletzt ohne Gesundheitsschaden erzielte Einkommen auf das Jahr 2009 hochgerechnet wird (vorstehend E. 5.2). Dieser
Betrag
liegt denn auch
zwischen den beiden v
om aktuellen Arbeitgeber genannten
Extremwerten
(vor
stehend E. 5.5).
Somit ist von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
94‘118.--
auszugehen
.
5.
7
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens ist die Beschwerdegegnerin vom Einkommen
(von
Fr.
63‘600.--)
ausgegangen,
welches
der Beschwerdeführer mit der im April 2009 wieder aufgenommenen Erwerbstätigkeit effektiv zu erzielen vermochte.
Dies ist nicht zu beanstanden, handelt es sich doch dabei offensichtlich um das trotz des Gesundheitsschadens
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen im Sinne der gesetzlichen Konzeption des Invaliditätsgrades.
Sodann hat sie
Art.
31 IVG in der für die zu beurteilende Zeit massgebenden Fassung (vorstehend E. 1.5)
berücksichtigt
. Auch dies ist nicht zu beanstanden, und
es
illustriert überdies, das
s
im Revisionsfall zweigspezifische Unterschiede bei der Ermittlung der Invaliditätsgrades bestehen.
Dementsprechend ist auch das resultierende Invalideneinkommen von rund
Fr.
59‘226.-- zutreffend.
Damit
beträgt
die Einkommenseinbusse
Fr.
34‘
892
.-- und der Invaliditätsgrad
37.07
%
, was gerundet 37
%
ergibt und keinen Rentenanspruch mehr verleiht.
5.
8
Die wieder erlangte Erwerbsfähigkeit bestand ab April 2009 und blieb seither bestehen. Vor diesem Hintergrund ist die Aufhebung der bisher gewährten Rente per
1.
April 2009, wie sie sich aus dem Text (wenn auch nicht dem Dis
positiv) der angefochtenen Verfügung ergibt
(vorstehend E. 2.1)
, auch nach Massgabe von
Art.
88a
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) nicht zu beanstanden.
Über eine allfällige Rückforderung wurde noch nicht verfügt. Somit kann offen bleiben, wie es sich damit und den vom Beschwerdeführer dagegen geltend ge
machten Einwänden verhält.
Zusammengefasst erweist sich die Aufhebung der bisher gewährten Rente ab
1.
April 2009 als rechtmässig, so dass die dagegen erhobene Beschwerde abzu
weisen ist.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
900.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerle
gen.