Decision ID: 8c085243-dc6d-495d-9f01-e5eba8cf8632
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im September 2002 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen
zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 4). Er gab an, in B._ acht Jahre die
Grundschule besucht zu haben; einen Beruf habe er nicht erlernt. Seit 1999 leide er an
Schmerzen im Ellbogen und an einer Depression. Dr. med. C._, Oberärztin, und
D._, Psychiatriepfleger, Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie E._,
berichteten der IV-Stelle am 17. Januar 2003 (IV-act. 12), dass der Versicherte
mindestens seit Juli 2001 (Behandlungsbeginn) an einer andauernden
Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0) leide. Wegen starker
Schlafstörungen sei der Versicherte nicht in der Lage, einer geregelten Tätigkeit
nachzugehen. Er habe wenig Antrieb und Energie und ermüde sehr rasch. Insgesamt
sei er sehr wenig belastbar. Zum heutigen Zeitpunkt bestehe eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit. In Zukunft könnte eventuell eine Teilzeittätigkeit
als Hilfsarbeiter in Frage kommen. Am 11. September 2003 erklärten Dr. C._ und
D._, dass der Gesundheitszustand des Versicherten stationär sei (IV-act. 14).
Gemäss den Schilderungen der Ehefrau leide der Versicherte unter starken
Stimmungsschwankungen, einer Aggressivität und einer grossen Unruhe. Er sei für die
ganze Familie eine grosse Belastung. Mit zwei Verfügungen vom 5. Februar 2004 (IV-
act. 17, 21) sprach die IV-Stelle dem Versicherten rückwirkend ab 1. August 2002 eine
ganze Rente zu.
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A.b Am 21. Dezember 2004 bezeichneten Dr. med. F._, Oberarzt, und D._,
Fachstelle für Psychiatrie und Psychotherapie E._, den Gesundheitszustand des
Versicherten weiterhin als stationär (IV-act. 24). Neben der Diagnose einer
andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung gaben sie eine
mittelgradig depressive Episode (F32.1) an. Am 27. Januar 2005 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit, dass er weiterhin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe (IV-
act. 26).
A.c Im Laufe des Jahres 2007 wurde die IV-Stelle von der AHV-Zweigstelle G._
darüber informiert, dass sich der Versicherte eine längere Zeit im Ausland aufgehalten
habe (IV-act. 27). Der Versicherte erklärte am 17. August 2007, dass er aus Gefälligkeit
eine Familie, die keine korrekten Visa gehabt habe, nach H._ gefahren habe.
Deswegen sei er vom 1. März 2007 bis 3. August 2007 in H._ im Gefängnis gewesen.
A.d Dr. med. I._, Oberarzt, und D._, Psychiatrie-Zentrum Z._, berichteten der IV-
Stelle am 7. März 2008 über einen stationären Gesundheitszustand (IV-act. 33). Als
neue Diagnose gaben sie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom, an. Sie erklärten, dass seit Januar
2003 ein instabiler Verlauf mit sechs stationären Aufenthalten bestehe. Bei einem
chronischen Verlauf mit ausgeprägter Depressivität, Konzentrationsschwierigkeiten,
Impulsivität und Aggressivität mit immer wieder hoher Suizidalität sei der Versicherte
weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig. Am 20. März 2008 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit, dass er weiterhin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe (IV-
act. 36).
B.
B.a Das Untersuchungsamt J._ informierte die IV-Stelle am 21. April 2010 darüber
(IV-act. 38), dass gegen den Versicherten ein Strafverfahren geführt werde. Da der
Versicherte zusammen mit seiner Ehefrau ein Restaurant in L._ betreibe, sei die
Rentenberechtigung zu überprüfen. Die Zeitung M._ hatte am _ 2009 darüber
berichtet, dass der Versicherte und seine Ehefrau seit knapp vier Monaten wirteten (IV-
act. 40-1). Dieselbe Zeitung berichtete am _ 2010, dass der Versicherte und seine
Ehefrau die Eröffnung eines weiteren Lokals planten (IV-act. 40-2).
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B.b Am 15. Juni 2010 bewilligte die IV-Stellenleitung die Observation des Versicherten
(IV-act. 41). Diese erfolgte zwischen dem 23. Juni und dem 1. Juli 2010 sowie zwischen
dem 22. Juli 2010 und dem 20. August 2010 zu verschiedenen Tageszeiten (zwischen
10 und 22.12 Uhr; Ermittlungsberichte vom 8. Juli 2010 und vom 25. August 2010, IV-
act. 43 f.). Laut den Berichten hatte der Versicherte fast zu jedem Zeitpunkt der
Überwachung an einer der beiden Geschäftsadressen beobachtet werden können. Der
Versicherte sei im Verlauf der Überwachung wiederholt beim Arbeiten am Gebäude des
zukünftigen Lokals gesehen worden. Im Laufe der Überwachung hätten keinerlei
offensichtliche Beeinträchtigungen festgestellt werden können. Der Versicherte habe
bei handwerklichen Tätigkeiten wie auch bei langen, offenbar konzentriert geführten
Unterhaltungen beobachtet werden können. Zudem sei er wiederholt beim sehr
freundlichen Umgang mit Gästen oder Personen, die ihm offenbar bei der Arbeit im
Gebäude des zukünftigen Lokals geholfen hätten, gesehen worden. Der Versicherte sei
auch aktiv auf die Menschen zugegangen und habe mit diesen gelacht. Aufgefallen
seien zudem die hohen Präsenzzeiten des Versicherten an einer der beiden Adressen.
Des Weiteren habe der Versicherte beim Lenken des Autos der Ehefrau beobachtet
werden können. N._ vom Bauamt O._ erklärte am 15. September 2010 gegenüber
dem Leiter Bekämpfung Versicherungsmissbrauch der IV-Stelle (IV-act. 47), dass er in
seiner Tätigkeit mit dem Versicherten und dessen Ehefrau zu tun gehabt habe. Beim
Umgang mit dem Versicherten seien ihm nie Einschränkungen irgendwelcher Art
aufgefallen.
B.c Im Revisionsfragebogen vom 13. September 2010 (IV-act. 48) gab der Versicherte
an (IV-act. 48), dass sein Gesundheitszustand gleich geblieben sei. Er sei nicht
erwerbstätig. Auch gehe er keiner freiwilligen/unentgeltlichen Arbeit nach.
B.d Dr. med. P._ hielt in seiner Stellungnahme vom 13. September 2010 zum
Observationsbericht fest (IV-act. 50), dass er während der Beobachtungszeit einen sehr
aktiven, kontaktfreudigen, gestikulierenden, gut gelaunten, konzentriert eine Stunde
verhandelnden, offensichtlich (eine Betriebserweiterung) organisierenden und
"Hilfsarbeiter" anleitenden Versicherten gesehen habe. Der Versicherte habe bei der
Observation ein Verhalten gezeigt, das in keiner Weise zu einer invalidisierenden
Persönlichkeitsänderung oder einer depressiven Störung passe. Er habe einen
intensiven sozialen Umgang gepflegt und sei dabei nie durch Reizbarkeit, Impulsivität
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und Aggressivität aufgefallen. Die Organisation der Geschäftserweiterung habe eine
hohe geistige Präsenz (Gedächtnis und Aufmerksamkeit) erfordert; der Versicherte
habe die verschiedenen "Hilfsarbeiter" zielgerichtet einsetzen müssen. Dasselbe gelte
für das einstündige "Verhandeln". Der Antrieb des Versicherten sei nicht gestört und
die Gestik und die Mimik seien keineswegs wenig lebhaft gewesen. Der Versicherte
habe nicht depressiv gewirkt. Das Beobachtungsmaterial widerlege die Diagnosen, die
die Rente begründet hätten.
B.e Dr. I._, Psychiatriezentrum Z._, berichtete der IV-Stelle am 5. Oktober 2010
(IV-act. 51), dass der Gesundheitszustand des Versicherten stationär sei. Beim
Versicherten bestehe weiterhin ein durchgängig leichtes bis mittelgradiges depressives
Zustandsbild. Er leide an erheblichen Stimmungsschwankungen mit vermehrter
Aggressivität, die sich zumeist verbal äussere oder gegen Gegenstände richte. Der
Versicherte lebe im Alltag sozial deutlich zurückgezogen und nehme nur wenig am
Familienleben teil. Es bestünden deutliche Antriebsstörungen und der Versicherte
vermöge seine Ehefrau im Haushalt kaum zu unterstützen. Mit der Betreuung der
minderjährigen Tochter zeige er sich vollständig überfordert.
B.f Am 1. Dezember 2010 reichte die Klinik Q._ Berichte über stationäre Aufenthalte
ein (IV-act. 55). Vom 9. bis 23. August 2001 war der Versicherte wegen einer
mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom hospitalisiert gewesen
(Bericht vom 10. September 2001, IV-act. 55-2 ff.). Die Behandlung vom 12. Februar
2002 bis 11. März 2002 war wegen einer Dysthymia erfolgt (Bericht vom 28. März
2002, IV-act. 55-16 f.). Bei den Aufenthalten vom 2. bis 19. Februar 2004 und vom 28.
April bis 14. Mai 2005 hatte es sich um Kriseninterventionen bei einer Zuspitzung der
psychosozialen Belastungssituation gehandelt; als Diagnose war in beiden Berichten
neben einer Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung eine mittelgradige
depressive Episode angegeben worden (Bericht vom 24. März 2004, IV-act. 55-13 ff.,
und Bericht vom 19. Mai 2005, IV-act. 55-10 ff.). Der Grund für den Aufenthalt vom 1.
Februar bis 25. März 2006 war wiederum ein depressives Syndrom mit latenter
Suizidalität und aggressiven Impulsdurchbrüchen, welche zu einer unerträglichen
Belastung der Familie geführt hätten, gewesen. Als Hauptdiagnose war eine schwere
depressive Episode angegeben worden (Bericht vom 8. Mai 2006, IV-act. 55-7 ff.). Der
Aufenthalt vom 3. bis 14. August 2006 war zur Krisenintervention wegen drohender
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häuslicher Gewalt erfolgt. Als Diagnose war eine mittelgradig depressive Episode bei
anhaltender Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung angegeben worden
(Bericht vom 23. August 2006, IV-act. 55-5 f.).
B.g Am 31. Januar 2011 erhob die IV-Stelle beim Untersuchungsamt J._ eine Straf-
und Zivilklage gegen den Versicherten wegen Betrugs, Widerhandlungen gegen Art. 70
IVG i.V.m. Art. 87 AHVG und Widerhandlungen gegen Art. 16 bzw. 31 ELG (IV-act. 59).
B.h Am 24. August 2011 bewilligte das kantonale Zwangsmassnahmengericht die
Verwendung eines Zufallsfundes aus der (telefonischen) Überwachung des
Versicherten vom 1. bis 30. April 2009 wegen Brandstiftung für das laufende Verfahren
(vgl. IV-act. 85-4 ff.; IV-act. 130-16). Zudem hatte das Untersuchungsamt J._ vom
22. August bis 22. November 2011 eine Telefonüberwachung durchführen lassen (vgl.
IV-act. 85-1 ff.). Im Zwischenbericht vom 2. November 2011 (IV-act. 85-6 ff.) war
festgehalten worden, die Überwachung habe deutlich gezeigt, dass der Versicherte
teilweise selber im Imbiss gearbeitet, Bestellungen ausgeführt, Anweisungen erteilt,
sich um das Einstellen von Personen gekümmert, mit dem Treuhänder Termine
wahrgenommen habe etc. Es bestehe der dringende Verdacht, dass der Versicherte,
zusammen mit seiner Ehefrau, die Funktion des Geschäftsführers des Imbisses
ausübe. Am 10. Januar 2012 erfolgte eine Hausdurchsuchung an der Wohnadresse
des Versicherten, bei der Bankverbindungen sichergestellt wurden (IV-act. 84-2 ff.).
B.i Mit Verfügung vom 10. Januar 2012 stellte die IV-Stelle die Rente des Versicherten
ab sofort vorsorglich ein (IV-act. 62).
B.j Am 11. Juni 2013 erhob das Untersuchungsamt R._ beim Kreisgericht S._
Anklage gegen den Versicherten wegen Betrugs, Vergehens gegen das Bundesgesetz
über die Alters- und Hinterlassenenversicherung, Vergehens gegen das Bundesgesetz
über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
sowie Verletzung der Verkehrsregeln (IV-act. 93).
B.k Am 17. Juni 2013 berichtete Dr. I._ dem Rechtsvertreter des Versicherten (IV-
act. 121-4 f.), dass sich der Versicherte seit 2001 praktisch durchgehend in ambulanter
Behandlung im Psychiatrie-Zentrum Z._ befinde. Der Versicherte leide an einer
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andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung und an einer
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode mit
somatischem Syndrom. Ihm sei bekannt gewesen, dass der Versicherte phasenweise
im Restaurant seiner Ehefrau geholfen habe. Nach Auskunft der Ehefrau sei es das Ziel
gewesen, eine Arbeitsfähigkeit von 50 % zu erreichen. Die Symptomatik habe jedoch
eine konstante Einsetzbarkeit verunmöglicht. Der Versicherte sei für diese Tätigkeit
wegen seines aufbrausenden und bedrohlichen Verhaltens auf geringste Anlässe und
vermutete Kränkungen nicht geeignet. Das Hauptsymptom der Erkrankung des
Versicherten seien die unkontrollierbaren Affektausbrüche, die wegen geringfügiger
Anlässe aufträten und meist zum Werfen und Beschädigen von Gegenständen führten;
früher sei es gelegentlich auch zu Gewalttätigkeiten gegenüber der Ehefrau und den
Kindern gekommen. Diese hätten immer noch Angst vor ihm, obwohl es laut der
Ehefrau zu einer deutlichen Besserung gekommen sei. Der Versicherte habe berichtet,
dass es ihm in Gesellschaft seiner Kollegen besser gehe. Der Widerspruch zur früheren
Beschreibung eines sozialen Rückzugs sei vielleicht dadurch erklärbar, dass es
insgesamt zu einer Besserung des Zustandes gekommen sei. Die unveränderte
Einschätzung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt
ergebe sich aus den Fähigkeitsstörungen des Versicherten.
B.l Ein am 20. Juni 2013 durchgeführtes Vergleichsgespräch zwischen der IV-Stelle
und dem Versicherten führte zu keinem Ergebnis (IV-act. 96).
B.m Mit Entscheid vom 13. November 2013 (IV-act. 122) verurteilte das Kreisgericht
S._ den Versicherten in allen Anklagepunkten zu einer bedingten Freiheitsstrafe von
14 Monaten und zu einer Busse. Das Gericht erwog unter anderem, dass der
Versicherte im Revisionsfragebogen vom 19. September 2010 (richtig: 13. September
2010) wahrheitswidrige Angaben über seine sozialen Kontakte, seinen
Gesundheitszustand, seine Erwerbstätigkeit und seine Arbeitsfähigkeit gemacht habe.
Aus den zur fraglichen Zeit in der Zeitung M._ erschienenen Anzeigen, den
Observationen und der Telefonüberwachung ergebe sich unmissverständlich, dass der
Versicherte den Imbiss zusammen mit seiner Ehefrau geführt und einen erheblichen
Teil seiner Zeit in die Führung des Betriebs investiert habe. Da er in der ersten
Observationsphase an fünf Tagen während 21 Stunden und in der zweiten
Observationsphase an fünf Tagen während 12.5 Stunden bei der Arbeit beobachtet
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worden sei, sei schon allein durch die Observationsberichte belegt, dass der
Versicherte im Durchschnitt mindestens 3.5 Stunden pro Tag gearbeitet und
demzufolge zu mindestens 40 % arbeitstätig resp. arbeitsfähig gewesen sei. Somit sei
nachgewiesen, dass der Versicherte spätestens ab April 2009 bis zur Sistierung der
Rente am 31. Januar 2012 in einem Pensum von sicher mehr als 40 % für den Imbiss
gearbeitet habe. Der Versicherte habe nicht nur gegenüber der IV-Stelle, sondern auch
gegenüber den behandelnden Ärzten der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und
Psychotherapie Falschangaben gemacht. Die Beobachtungen, die am 19. und 20.
August 2010, also nur wenige Tage vor der ärztlichen Kontrolle am 14. September
2010, gemacht worden seien, hätten gezeigt, dass der Versicherte zu dieser Zeit
ausgesprochen viele gesellschaftliche Kontakte gepflegt und dabei besonders fröhlich
bzw. lachend alle möglichen Gäste begrüsst habe. Sie hätten auch gezeigt, dass der
Versicherte motiviert und höchst konzentriert Gespräche führen könne. Während der
gesamten Observation und der Telefonüberwachung habe sich kein Hinweis darauf
ergeben, dass der Versicherte in bestimmten Situationen aufbrausend oder gar
bedrohlich reagieren oder ein unflexibles oder fehlangepasstes Verhalten zeigen
könnte. Dies stehe in einem klaren Widerspruch zu den von Dr. I._ im Bericht vom 5.
Oktober 2010 gemachten Feststellungen, wonach der Versicherte im Alltag sozial
deutlich zurückgezogen und mit deutlicher Antriebsstörung überwiegend auf sich
selbst bezogen lebe. Dr. I._ scheine sich in der Stellungnahme vom 17. Juni 2013
noch immer vornehmlich auf die seinerzeitigen Schilderungen des Versicherten zu
stützen. Das Strafurteil erwuchs in Rechtskraft (vgl. IV-act. 141).
B.n Am 28. März 2014 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle durch Dr. med.
T._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, monodisziplinär begutachtet (Gut-
achten vom 28. Mai 2014, IV-act. 142). Dr. T._ hielt fest, dass aktuell keine
psychiatrische Diagnose gestellt werden könne, so dass die Arbeitsfähigkeit des
Versicherten aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt sei (IV-act. 142-84). Im
Rahmen der Untersuchung hätten sich keinerlei Hinweise für das Vorliegen einer
organischen, einschliesslich einer symptomatischen psychischen Störung, einer
Störung durch psychotrope Substanzen, einer Schizophrenie oder einer schizotypen
oder wahnhaften Störung gefunden. Zum Zeitpunkt der Untersuchung sei die
Grundstimmung des Versicherten euthym (ausgeglichen) und die affektive
Modulationsfähigkeit sei nicht eingeschränkt gewesen; aktuell hätten sich also keine
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Hinweise für das Vorliegen einer affektiven Erkrankung gefunden. Der Versicherte habe
keine Symptome beklagt, die auf eine neurotische Störung, eine Belastungsstörung
oder eine somatoforme Störung hingewiesen hätten. Bei der von den Behandlern
gestellten Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung bestehe das Problem,
dass man sich bei der Voraussetzung der extremen Belastung auf die anamnestischen
Angaben des Exploranden verlassen (können) müsse. Zudem sei die beschriebene
Symptomatik relativ unspezifisch und könne beispielsweise genauso gut durch eine
depressive Störung bedingt sein; dies müsste laut den diagnostischen Leitlinien aber
an sich ausgeschlossen werden. Darum sei es sehr problematisch, dass die Diagnose
der andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung in den Berichten der
Behandler fast immer zusammen mit einer depressiven Episode angegeben worden
sei. Eine Differenzierung habe offensichtlich nicht stattgefunden. Aktuell seien die
diagnostischen Leitlinien einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach
Extrembelastung, wie man vor allem dem Observationsmaterial entnehmen könne,
sicherlich nicht erfüllt. Es bestehe kein sozialer Rückzug und es sei auch keine
feindliche oder misstrauische Haltung der Welt gegenüber sichtbar; der Versicherte
habe sich im Gegenteil sehr offen, kommunikativ und sozial verhalten. Dazu komme,
dass der Versicherte auch nicht wirklich über entsprechende subjektive Symptome (die
nicht beobachtet werden könnten wie beispielsweise ein Gefühl der Leere oder
Hoffnungslosigkeit, ein Gefühl von Nervosität oder Entfremdung) berichtet habe; die
Klagen des Versicherten seien sehr vage bis sogar widersprüchlich gewesen. Aufgrund
der sehr widersprüchlichen Angaben, die der Versicherte über seine aktuellen
Symptome gemacht habe, müsse davon ausgegangen werden, dass er die Dinge nicht
wirklich so erlebe, wie er sie vorgebracht habe. Diese Einschätzung werde durch das
Observationsmaterial bestätigt, das den Versicherten als sehr sozialen, umgänglichen
und kommunikativen sowie auch aktiven Menschen zeige. Auch die Schilderung des
Tagesablaufs des Versicherten lasse nicht wirklich auf Einschränkungen durch eine
psychiatrische Erkrankung schliessen. Der Versicherte habe berichtet, dass er sich
tagsüber meistens im Restaurant seiner Ehefrau aufhalte und sie auch bei der Arbeit
unterstütze. Der Gutachter erklärte weiter, dass er vor allem die letzten Einschätzungen
des Ambulatoriums U._ nicht nachvollziehen könne. D._ habe auf telefonische
Nachfrage hin bestätigt, dass der Versicherte nicht arbeitsfähig sei. Dafür würde D._
sogar seine Hand ins Feuer legen. Im Gespräch sei aber auch klar geworden, dass man
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im Ambulatorium gewusst habe, dass der Versicherte zusammen mit seiner Ehefrau
zwei Geschäfte geführt habe. Auch die Stellungnahme von Dr. I._ vom 17. Juni 2013
sei nicht nachvollziehbar. Dr. I._ habe sich voll auf die anamnestischen Angaben
abgestützt. Zwar sei in früheren Jahren plausibel eine rezidivierende depressive
Störung beschrieben worden. Mit dem Kreisgericht S._ sei jedoch davon
auszugehen, dass seit April 2009 wieder eine Arbeitsfähigkeit bestehe. Wie hoch diese
damals gewesen sei, könne er (der Gutachter) nicht mit Sicherheit festlegen.
Spätestens seit Beginn der Observation am 23. Juni 2010 habe aber keine
mittelgradige depressive Episode und insbesondere auch keine
Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung mehr bestanden; beide Diagnosen
zeichneten sich nämlich wesentlich durch einen sozialen Rückzug aus. Dr. med. W._
von der IV-Stelle notierte am 4. Juni 2014 (IV-act. 143), dass das Gutachten sehr
detailliert, präzise und formell korrekt sei. Die Ableitung der Diagnosen und die daraus
resultierende Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien klar, schlüssig und
nachvollziehbar. Auf das Gutachten könne vollumfänglich abgestellt werden.
Grundsätzlich sei von einer heute voll remittierten rezidivierenden depressiven Störung
auszugehen. Die signifikante Verbesserung des Gesundheitszustandes könne auf den
Zeitpunkt des Beginns der Observation (Juni 2010) zurückdatiert werden. Seit diesem
Zeitpunkt bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit.
B.o Mit Vorbescheid vom 26. September 2014 (IV-act. 145) kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten an, die Rente rückwirkend per 30. Juni 2009 einzustellen. Zur Begründung
führte sie aus, dass der Versicherte durch sein Verhalten eine konkrete
Befunderhebung verunmöglicht habe. Die Abklärungen hätten gezeigt, dass das über
Jahre gezeigte Zustandsbild seit längerer Zeit wesentlich verbessert sei und dass
spätestens seit der Aufnahme der Erwerbstätigkeit als selbständiger Wirt im April 2009
keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit mehr bestehe. Da der Versicherte die
Aufnahme der Erwerbstätigkeit gegenüber der IV-Stelle verschwiegen habe, liege eine
Meldepflichtverletzung vor, die eine rückwirkende Renteneinstellung rechtfertige.
B.p Dagegen liess der Versicherte am 24. Oktober 2014 (IV-act. 147) einwenden, im
Urteil des Kreisgerichts sei nirgends festgehalten, dass der Versicherte ab April 2009
vollumfänglich arbeitsfähig gewesen sei. Auch der Gutachter habe eine rezidivierende
depressive Störung in den früheren Jahren als plausibel erachtet. Daher sei davon
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auszugehen, dass im April 2009 eine Arbeitsfähigkeit von 40 % bestanden habe. Erst
ab dem Gutachtenszeitpunkt sei von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Mit der Einschätzung von Dr. I._ liege eine divergierende Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit vor. Die IV-Stelle habe sich bei der rückwirkenden Einstellung der
Rente einzig auf das Strafurteil bzw. die Observationsergebnisse gestützt. Um die
Rente rückwirkend einzustellen, wäre daher ein neues Gutachten erforderlich. Eine
rückwirkende Arbeitsfähigkeitsschätzung sei heute allerdings nicht mehr möglich. Für
die Zeit von Ende Juni 2009 bis zur vorsorglichen Einstellung der Rente sei daher von
einer vollumfänglichen, mindestens jedoch von einer 60 %igen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen.
B.q Mit Verfügung vom 30. Oktober 2014 stellte die IV-Stelle die Rente wie
angekündigt rückwirkend per 30. Juni 2009 ein (IV-act. 148). Zum Einwand erwiderte
sie, dass die Unsicherheit bezüglich des Gesundheitszustandes und der
Arbeitsfähigkeit betreffend die Zeit ab April 2009 vom Versicherten durch eine arglistige
Täuschung verursacht worden sei. Deshalb trage er die Beweislast. Nachdem infolge
der Erwerbsaufnahme ein Anpassungsgrund gegeben und keine Arbeitsunfähigkeit
mehr nachweisbar sei, sei die Rente mit Wirkung ab 1. Juli 2009 einzustellen. Mit
Verfügung vom 31. Oktober 2014 verpflichtete die IV-Stelle den Versicherten, die im
Zeitraum 1. Juli 2009 bis 31. Januar 2012 zu Unrecht bezogenen Rentenleistungen in
der Höhe von Fr. 91'446.-- zurückzuerstatten (IV-act. 149).
C.
C.a Gegen die Rentenaufhebungsverfügung vom 30. Oktober 2014 liess der
Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 1. Dezember 2014 Beschwerde
erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der Verfügung und
die Zusprache einer IV-Rente basierend auf einer Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit von
100 %, eventualiter von 60 %, im Zeitraum Juli 2009 bis Januar 2012. Subeventualiter
sei die Sache zur neuen Beurteilung an die IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Ausserdem stellte der Rechtsvertreter ein
Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Zur
Begründung der Beschwerde machte der Rechtsvertreter ergänzend zu den
Einwänden im Vorbescheidverfahren geltend, Dr. I._ habe sich sehr kritisch mit der
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Situation auseinandergesetzt; er habe die Hilfstätigkeit des Beschwerdeführers als
Bemühung verstanden, die Arbeitsunfähigkeit zu überwinden. Der Effort des
Beschwerdeführers sei jedoch unbelohnt geblieben. Die Beurteilung des Strafgerichts
genüge nicht, um für den Zeitraum von April 2009 bis März 2014 von einer vollen
Arbeitsfähigkeit auszugehen. Die Behauptung der Beschwerdegegnerin, der
Beschwerdeführer trage die Beweislast für den Nachweis der Arbeitsunfähigkeit,
widerspreche den einschlägigen rechtsstaatlichen Grundsätzen. Die Unmöglichkeit der
Bezifferung der Arbeitsfähigkeit durch den Gutachter führe zusammen mit der
Beurteilung von Dr. I._ dazu, dass für den Zeitraum April 2009 bis Januar 2012 eine
volle Arbeitsunfähigkeit anzunehmen sei. Im Übrigen sei die Einholung eines neuen
Gutachtens unumgänglich, da die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. I._ für die
Dauer von April 2009 bis Januar 2012 erhebliche Zweifel an der Beurteilung von Dr.
T._ aufkommen lasse. Es sei nicht auszuschliessen, dass auch Dr. T._ zum
Schluss gekommen sei, es habe eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 60 %
vorgelegen, dass er diese jedoch im Interesse der Beschwerdegegnerin nicht habe
festhalten wollen.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 1. April 2015 die Abweisung der
Beschwerde, sofern darauf einzutreten sei (act. G 8). In formeller Hinsicht hielt sie fest,
dass die angefochtene Verfügung dem Beschwerdeführer bereits am 31. Oktober 2014
eröffnet worden sei. Die Beschwerde sei demnach nur rechtzeitig erfolgt, wenn sie
spätestens am 1. Dezember 2014 der Post übergeben worden sei. Zur materiellen
Begründung brachte die Beschwerdegegnerin vor, dass die Erwerbsaufnahme im April
2009 erfolgt und damals bereits eine relevante Verbesserung eingetreten sei. Die
Differenz zwischen der Auffassung von Dr. I._ und derjenigen des Gutachters sei
nicht Ausdruck einer gesundheitlichen Entwicklung, sondern einer grundsätzlich
anderen Beurteilung des gleichen Sachverhalts. Aus den Akten ergebe sich, dass sich
primär D._ um den Beschwerdeführer gekümmert habe. Daher sei es wenig
wahrscheinlich, dass Dr. I._ den Beschwerdeführer aus eigener Wahrnehmung gut
kenne. Das Kreisgericht habe das Schreiben von Dr. I._ vom 17. Juni 2013 als nicht
beweistauglich erachtet. Bei der Bestimmung der Arbeitsfähigkeit sei zu beachten,
dass der Beschwerdeführer beim Aufbau eines Restaurantbetriebes in verantwortlicher
Stellung mitgeholfen habe. Eine solche Tätigkeit stelle grosse Anforderungen an die
Belastbarkeit, die Übersicht, das Planungsvermögen und die Flexibilität. Wer in der
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Lage sei, dies zu leisten, sei in einer weniger belastenden Tätigkeit mit Sicherheit zu
mehr als zu 60 % arbeitsfähig. Daher könne dem Beschwerdeführer der Beweis nicht
gelingen, dass er Anfang April 2009 zu mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sei.
Das Strafgericht sei zum Schluss gelangt, dass der Beschwerdeführer im April 2009 in
einem so hohen Mass arbeitsfähig gewesen sei und dass kein Anspruch auf eine ganze
Rente mehr bestanden habe. Dass sich das Gericht nicht auf eine Diskussion über die
Frage eingelassen habe, ob damals noch eine Teilrente geschuldet gewesen sei oder
nicht, sei nachvollziehbar, da auch bei einem Anspruch auf eine Teilrente der
Deliktstatbestand erfüllt gewesen sei.
C.c Am 5. Mai 2015 bewilligte das Gericht das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
(Befreiung von den Gerichtskosten und Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) für das Beschwerdeverfahren (act. G 12).
C.d In seiner Replik vom 11. Mai 2015 (act. G 13) machte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers ergänzend geltend, dass in der Beschwerde fälschlicherweise der
3. November 2014 als Eingangsdatum angegeben worden sei. Die Beschwerde sei am
1. Dezember 2014 der Post übergeben und somit rechtzeitig erhoben worden. Für den
Beschwerdeführer habe es keinen Anlass gegeben, eine Meldung an die IV-Stelle
vorzunehmen, da er gestützt auf die ärztlichen Zeugnisse von einer vollen Invalidität
ausgegangen sei. Eine Umkehr der Beweislast sei im vorliegenden Fall somit nicht
möglich. Es sei unklar, gestützt auf welche Grundlage das Strafgericht ab April 2009
von einer Arbeitsfähigkeit von 40 % ausgegangen sei. Auch sei nicht nachvollziehbar,
worauf die Annahme der Beschwerdegegnerin beruhe, dass der Beschwerdeführer
beim Aufbau eines Restaurantbetriebs in verantwortlicher Stellung mitgeholfen habe.
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 15).
C.f Am 14. Dezember 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die Sistierung des
Verfahrens; zumindest sei mit dem Entscheid zuzuwarten, bis ein Grundsatzurteil des
Bundesgerichts bezüglich der Zulässigkeit von Observationen im Bereich der
Invalidenversicherung vorliege (act. G 17). Am 22. Dezember 2016 informierte das
Gericht die Parteien darüber (act. G 18), dass im gegenwärtigen Zeitpunkt kein Anlass
für eine förmliche Sistierung bestehe.
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C.g Am 3. Juli 2017 räumte das Gericht dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
die Gelegenheit ein, zum Antrag der Beschwerdegegnerin auf Sistierung des
Verfahrens Stellung zu nehmen (act. G 20). Der Rechtsvertreter erklärte am 7. August
2017 (act. G 21), das Bundesgericht habe zwischenzeitlich entschieden, dass für die
Observation von Bezügern einer IV-Rente keine genügende gesetzliche Grundlage
vorhanden sei. Damit falle der angeführte Sistierungsgrund dahin. Das
Sistierungsgesuch sei folglich abzuweisen. Die Beschwerde sei schon deshalb
gutzuheissen, weil die Observation, gestützt auf welche die Rente eingestellt worden
sei, widerrechtlich gewesen sei.

Considerations:
Erwägungen
1.
1.1 Vorab ist zu klären, ob die Beschwerde rechtzeitig erhoben worden ist. Gemäss
Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) ist die Beschwerde innerhalb von 30
Tagen nach der Eröffnung der Verfügung einzureichen. Die angefochtene Verfügung
datiert vom 30. Oktober 2014. Sie ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers per
A-Post Plus am 31. Oktober 2014 zugestellt worden (IV-act. 155). Die Frist hat also am
1. November 2014 zu laufen begonnen. Der 30. Tag der Frist ist auf den Sonntag, 30.
November 2014 gefallen. Ist der letzte Tag der Frist ein Sonntag, so endet sie am
nächstfolgenden Werktag (Art. 38 Abs. 3 ATSG). Der letzte Tag der Frist ist somit der
Montag, 1. Dezember 2014 gewesen. Da die Beschwerde am 1. Dezember 2014 der
Post übergeben worden ist (act. G 1), ist die Beschwerde rechtzeitig erhoben worden.
Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten.
1.2 Die Beschwerdegegnerin hat einen Antrag auf Sistierung des vorliegenden
Verfahrens gestellt, bis das Bundesgericht einen Grundsatzentscheid bezüglich der
Zulässigkeit von Observationen in der Invalidenversicherung gefällt hat. Nachdem in
dieser Frage am 14. Juli 2017 ein Urteil des Bundesgerichts ergangen ist
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(9C_806/2016, zur Publikation vorgesehen), ist das Sistierungsgesuch gegenstandslos
geworden.
1.3 Bezüglich der Verwertbarkeit des in den Akten liegenden Observationsmaterials ist
folgendes anzumerken: Das Bundesgericht hat − in Nachachtung des Entscheides des
Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 18. Oktober 2016, Vukota-Bojic
gegen Schweiz, Urteil no. 61838/10 − im Urteil 9C_806/2016 vom 14. Juli 2017
erwogen, dass es auch in der Invalidenversicherung an einer genügenden gesetzlichen
Grundlage, welche die verdeckte Überwachung umfassend klar und detailliert regle,
fehle (Erw. 4). Mit dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist daher davon
auszugehen, dass die durch die IV-Stelle in Auftrag gegebene Observation rechtswidrig
gewesen ist. Was die Verwendung des im Rahmen der widerrechtlichen Observation
gewonnenen Materials anbelangt, hat das Bundesgericht im zitierten Urteil erkannt,
dass die Verwertbarkeit der Observationsergebnisse (und damit auch der gestützt
darauf ergangenen weiteren Beweise) grundsätzlich zulässig sei, wenn die tangierten
öffentlichen Interessen, namentlich die Verhinderung von Versicherungsmissbrauch,
die privaten Interessen überwögen. Im konkreten Fall ist das Bundesgericht zum
Schluss gekommen, dass die Observationsergebnisse in die Beweiswürdigung
miteinbezogen werden dürften, weil die Observation aufgrund von ausgewiesenen
Zweifeln über die Leistungsfähigkeit des Versicherten eingeleitet worden sei, weil es
sich um (unbeeinflusste) Handlungen des Versicherten gehandelt habe, die im
öffentlichen Raum aufgenommen worden seien und weil es sich weder um eine
systematische noch um eine ständige Überwachung gehandelt habe (Erw. 5.1.2; vgl.
auch Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juli 2017, 8C_735/2016 E. 5.3). Anlass für die
Observation des Beschwerdeführers haben die Mitteilung des Untersuchungsamtes
J._ vom 21. April 2010 und die Zeitungsberichte der Zeitung M._ vom _ 2009 und
vom _ 2010 gegeben. Somit hat ein begründeter Verdacht vorgelegen, dass der −
gemäss den IV-Akten vollständig arbeitsunfähige − Beschwerdeführer einer
Erwerbstätigkeit nachgeht. Die aufgezeichneten Handlungen hat der Beschwerdeführer
aus eigenem Antrieb und ohne äussere Beeinflussung gemacht. Die Handlungen sind
zudem im öffentlichen Raum aufgenommen worden. Der Beschwerdeführer ist
zwischen dem 23. Juni und 1. Juli 2010 und dem 22. Juli und 25. August 2010 an
insgesamt zehn Tagen überwacht worden. Von einer systematischen oder ständigen
Überwachung kann also nicht gesprochen werden. Gestützt auf die bundesgerichtliche
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Rechtsprechung sind die Observationsergebnisse somit verwertbar, obwohl die
Observation an sich mangels genügender gesetzlicher Grundlage rechtswidrig
gewesen ist. Das aus dem Strafverfahren gewonnene Material, insbesondere die
Protokolle der Telefonüberwachungen, sind im Rahmen des Strafverfahrens
rechtmässig erhoben worden. Sie sind geeignet, Aussagen über die Erwerbstätigkeit
des Beschwerdeführers und dessen Gesundheitszustand bzw. dessen Arbeitsfähigkeit
im IV-rechtlich massgebenden Zeitraum zu machen. Die Verwertung der
Gesprächsprotokolle im IV-Verfahren ist daher notwendig. Zusammenfassend ist
festzuhalten, dass die Observationsmaterialien wie auch das im Strafverfahren
erhobenen Beweismaterial (insbesondere die Protokolle der telefonischen
Überwachung) im vorliegenden Verfahren verwertet werden dürfen.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer hat seit 1. August 2002 eine ganze IV-Rente bezogen. Mit
der angefochtenen Verfügung vom 30. Oktober 2014 hat die Beschwerdegegnerin die
Rente rückwirkend per 30. Juni 2009 aufgehoben. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die
Rentenaufhebung zu Recht erfolgt ist.
2.2 Die Beschwerdegegnerin hat die Rente mittels einer Revision nach Art. 17 Abs. 1
ATSG aufgehoben. Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so
wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend
erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG; vgl. auch Art. 87 Abs. 2,
Art. 88a und Art. 88bis der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV, SR
831.201). Anlass zur Revision einer Invalidenrente gibt jede Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen. Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob
bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche
Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige
Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht. Ist eine anspruchserhebliche Änderung des
Sachverhalts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es nach dem
Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand (vgl. Urteil des
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Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010 E. 3.1 mit Hinweisen). In der
Zeitung M._ ist am _ 2009 publiziert worden, dass der Beschwerdeführer und seine
Ehefrau seit knapp _ Monaten als Wirte tätig seien (IV-act. 40-1). Aus den Protokollen
der Telefonüberwachung vom 1. bis 30. April 2009 (IV-act. 85-11 ff.) geht hervor, dass
der Beschwerdeführer bereits zum damaligen Zeitpunkt an den Vorbereitungen für die
Eröffnung des Imbisses beteiligt gewesen ist, indem er sich um finanzielle und
organisatorische Angelegenheiten gekümmert hat. Demnach steht fest, dass der
Beschwerdeführer spätestens ab April 2009 einer Erwerbstätigkeit nachgegangen ist.
Hierbei handelt es sich um ein Indiz dafür, dass sich sein Gesundheitszustand resp.
seine Arbeitsfähigkeit seit der ursprünglichen Rentenzusprache verbessert hat.
Nachfolgend ist deshalb zu prüfen, ob sich die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
bis April 2009 gegenüber der Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der Rentenzusprache
(Verfügung vom 5. Februar 2004) in einem für den Rentenanspruch relevanten Ausmass
verbessert hat.
3.
3.1 Die ursprüngliche Rentenzusprache ist wegen einer andauernden
Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung erfolgt. Die damalige behandelnde
Psychiaterin Dr. C._ hatte dem Beschwerdeführer wegen starker Schlafstörungen,
wenig Antrieb und Energie, rascher Ermüdung und sehr tiefer Belastbarkeit eine volle
Arbeitsunfähigkeit attestiert. In den nachfolgenden Jahren ist dem Beschwerdeführer
von den behandelnden Ärzten neben einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach
Extrembelastung immer wieder auch eine depressive Störung diagnostiziert worden. Im
März 2014 ist der Beschwerdeführer durch den Psychiater Dr. T._ begutachtet
worden. Der Gutachter hat keine psychiatrische Diagnose stellen können und ist
demzufolge aus psychiatrischer Sicht von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit
ausgegangen. Er hat in der aktuellen Untersuchung keine Hinweise für das Vorliegen
einer affektiven Erkrankung gefunden. Die Grundstimmung war ausgeglichen und die
affektive Modulationsfähigkeit war nicht eingeschränkt gewesen. Das Vorliegen einer
Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung hat er ebenfalls verneint; weder
bestehe ein sozialer Rückzug noch sei eine feindliche oder misstrauische Haltung der
Welt gegenüber sichtbar. Im Gegenteil habe sich der Beschwerdeführer auf den
Videoaufnahmen (aus dem Jahr 2010) sehr offen, kommunikativ und sozial gezeigt. Der
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Beschwerdeführer habe in der gutachterlichen Untersuchung auch nicht über
entsprechende subjektive Symptome wie ein Gefühl der Leere oder Hoffnungslosigkeit,
ein Gefühl von Nervosität oder Entfremdung berichtet. Die Klagen des
Beschwerdeführers seien zudem sehr vage und sehr widersprüchlich gewesen. Es
müsse davon ausgegangen werden, dass er die Dinge nicht wirklich so erlebe, wie er
sie vorgebracht habe. In krassem Widerspruch zu dieser gutachterlichen Einschätzung
stehen jene des behandelnden Psychiaters Dr. I._ vom 5. Oktober 2010 und vom 17.
Juni 2013. Dr. I._ hatte am 5. Oktober 2010 erklärt, dass beim Beschwerdeführer
durchgängig ein leichtes bis mittelgradiges depressives Zustandsbild bestehe. Der
Beschwerdeführer leide an erheblichen Stimmungsschwankungen mit vermehrter
Aggressivität und an deutlichen Antriebsstörungen. Im Alltag lebe er sozial deutlich
zurückgezogen und nehme nur wenig am Familienleben teil. Im Bericht vom 17. Juni
2013 hatte Dr. I._ angegeben, dass das Hauptsymptom der Erkrankung des
Beschwerdeführers die unkontrollierbaren Affektausbrüche, die wegen geringfügiger
Anlässe aufträten, seien. Der Beschwerdeführer sei aufgrund seiner
Fähigkeitsstörungen zu 100 % arbeitsunfähig. Die Einschätzung von Dr. I._
überzeugt aus verschiedenen Gründen nicht: Zunächst ist davon auszugehen, dass Dr.
I._ keine Kenntnis der gesamten Akten, insbesondere der Protokolle der
Telefonüberwachungen und des Observationsmaterials, gehabt hat. Zwar hat Dr. I._
gewusst, dass der Beschwerdeführer phasenweise im Restaurant der Ehefrau geholfen
hat. Die Überwachungsergebnisse zeigen jedoch nicht nur auf, dass der
Beschwerdeführer gearbeitet hat, sondern auch, dass er in der Lage gewesen ist,
anspruchsvolle Tätigkeiten (Führungsaufgaben) zu erledigen, höchst konzentriert
Unterhaltungen bzw. Verhandlungen zu führen und einen sehr freundlichen und offenen
Umgang mit Gästen und anderen Personen zu pflegen. Sie enthalten auch keinen
Hinweis darauf, dass es dabei zu unkontrollierten Affektausbrüchen gekommen wäre.
Hätte Dr. I._ Kenntnis der Protokolle der Telefonüberwachungen und der
Observationsmaterialen gehabt, wäre ihm also aufgefallen, dass der Beschwerdeführer
während der ganzen Überwachungszeit nie durch Reizbarkeit, Impulsivität oder
Aggressivität aufgefallen ist und dass das Verhalten des Beschwerdeführers somit in
einem eklatanten Widerspruch zu dem von Dr. I._ geschilderten Hauptsymptom der
Erkrankung, nämlich den unkontrollierbaren Affektausbrüchen, gestanden hat. In
Übereinstimmung mit dem Kreisgericht und mit Dr. T._ ist davon auszugehen, dass
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Dr. I._ bei seiner Einschätzung hauptsächlich auf die Angaben des
Beschwerdeführers zu seinem psychischen Gesundheitszustand abgestellt hat. Dies ist
insoweit nachvollziehbar, als die behandelnden Ärzte im Rahmen des
Behandlungsverhältnisses die Richtigkeit der Angaben ihrer Patienten − was legitim ist
− grundsätzlich nicht in Frage stellen. Wegen des aggravatorischen, möglicherweise
sogar simulierenden Verhaltens des Beschwerdeführers wäre es im vorliegenden Fall
jedoch zwingend notwendig gewesen, die subjektiven Angaben des
Beschwerdeführers kritisch zu hinterfragen. Die Beurteilung von Dr. I._ vermag somit
keine Zweifel an der gutachterlichen Einschätzung zu wecken. Demnach ist auf die
überzeugende Einschätzung des psychiatrischen Gutachters abzustellen, wonach der
Beschwerdeführer spätestens im Untersuchungszeitpunkt (März 2014) aus
psychiatrischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit voll arbeitsfähig gewesen
ist.
3.2 Zu prüfen bleibt, ob bereits vor dem Zeitpunkt der Begutachtung (März 2014)
zumindest eine Teilarbeitsfähigkeit bestanden hat. Der psychiatrische Gutachter hat
erklärt, dass in früheren Jahren plausibel eine rezidivierende depressive Störung
beschrieben worden sei. Seit April 2009 sei wieder von einer Arbeitsfähigkeit
auszugehen. Wie hoch diese damals gewesen sei, könne er nicht mit Sicherheit
festlegen. Spätestens seit Beginn der Observation am 23. Juni 2010 habe aber keine
mittelgradige depressive Episode und insbesondere auch keine
Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung mehr bestanden. Beide Diagnosen
zeichneten sich nämlich wesentlich durch einen sozialen Rückzug aus. Dem
psychiatrischen Gutachter haben die Telefonprotokolle aus dem Strafverfahren gemäss
dem Aktenverzeichnis des Gutachtens nicht vorgelegen. Allerdings hat er Kenntnis des
Strafurteils vom 13. November 2013 gehabt, in welchem der Inhalt der
Gesprächsprotokolle zusammengefasst wiedergegeben worden ist (IV-act. 142-41 ff.).
Aus den Telefonprotokollen von April 2009 geht hervor, dass der Beschwerdeführer
massgeblich an den Vorbereitungen für die Eröffnung des Imbisses beteiligt gewesen
ist. Er hat sich um Fragen betreffend die Finanzierung, die Einrichtung des Lokals,
Bestellungen und Lieferungen sowie um Personalfragen gekümmert. Er hat also
verantwortungsvolle und geistig anspruchsvolle Arbeiten erledigt. Da diese Arbeiten
einen intensiven Kontakt zu anderen Menschen erfordert haben, belegen die
Telefonprotokolle, dass bereits im April 2009 kein sozialer Rückzug − ein wesentliches
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Merkmal der früheren psychiatrischen Erkrankungen des Beschwerdeführers − mehr
vorgelegen hat. Hinzu kommt, dass aus den Akten keine Hinweise dafür ersichtlich
sind, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zwischen
April 2009 und der Begutachtung im März 2014 wesentlich verbessert hätte. Dies wird
nicht einmal vom Beschwerdeführer selbst geltend gemacht. Zwar hat Dr. I._ in
seinem Bericht vom 17. Juni 2013 an den Rechtsvertreter in Erwägung gezogen, dass
der Widerspruch zur früheren Beschreibung eines sozialen Rückzugs vielleicht dadurch
erklärbar sei, dass es insgesamt zu einer Besserung des Zustandes gekommen sei. Er
hat allerdings nicht geltend gemacht, dass diese Zustandsverbesserung erst nach April
2009 eingetreten sei. Da der Beschwerdeführer bereits im April 2009 einer
anspruchsvollen Erwerbstätigkeit nachgegangen ist, da zu diesem Zeitpunkt kein
sozialer Rückzug mehr bestanden hat und da nichts darauf hinweist, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zwischen April 2009 und März 2014
wesentlich verändert hätte, muss davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführer spätestens ab April 2009 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nicht mehr an einer psychischen Erkrankung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
gelitten hat. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit spätestens seit dem 1. April 2009
zu 100 % arbeitsfähig ist.
3.3 Die Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente erfolgt grundsätzlich frühestens
vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an (Art.
88bis Abs. 2 lit. a IVV). Ausnahmsweise erfolgt sie rückwirkend ab Eintritt der für den
Anspruch erheblichen Änderung, wenn der Bezüger die Leistung zu Unrecht erwirkt hat
oder der ihm nach Art. 77 zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist (vgl. Art.
88bis Abs. 2 lit. b IVV). Der Beschwerdeführer hat seine Meldepflicht verletzt, indem er
weder die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (spätestens im April 2009) noch die
Verbesserung seines psychischen Gesundheitszustandes respektive seiner
Arbeitsfähigkeit (rechtzeitig) der Beschwerdegegnerin gemeldet hat. Im vorliegenden
Fall ist eine rückwirkende Rentenaufhebung daher zulässig. Eine Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit ist für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung (hier: Rente)
allerdings erst zu berücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei
Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (vgl. Art. 88a Abs. 1
IVV). Der Beschwerdeführer hat spätestens am 1. April 2009 die volle Arbeitsfähigkeit
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wiedererlangt. Die Beschwerdegegnerin hat die Rente daher zu Recht rückwirkend per
30. Juni 2009 revisionsweise aufgehoben.
3.4 Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
4.
4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). In einem durchschnittlich aufwändigen IV-
Rentenfall erhebt das Gericht praxisgemäss eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Da die
Bearbeitung des vorliegenden Falles wegen des Observationsmaterials und der aus
dem Strafverfahren beigezogenen Akten aufwändiger gewesen ist, erscheint eine
Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- als angemessen. Diese ist dem unterliegenden
Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist der
Beschwerdeführer von der Bezahlung zu befreien.
4.2 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote
eingereicht. In einem durchschnittlich aufwändigen IV-Rentenfall spricht das
Versicherungsgericht praxisgemäss eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- zu. Der
Aufwand des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers ist im vorliegenden Fall
überdurchschnittlich gewesen, da er zusätzlich das umfangreiche Observationsmaterial
hat sichten und würdigen müssen. Das Aktenstudium hat sich auch wegen der
beigezogenen Strafakten als umfangreicher als üblich erwiesen. Im vorliegenden Fall
erscheint daher eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'500.-- als angemessen.
Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit entschädigt der Staat
den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 3'600.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer).
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4.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Parteientschädigung
verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO, SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP, sGS 951.1]).