Decision ID: 0d3884cc-d98e-40c2-a170-a4a72b037d33
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VB
Chamber: SG_VB_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: Oeffentliches Bau-, Raumplanungs- und Umweltrecht
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
a) Die A._ betreibt am M._see, teilweise auf und teilweise
nördlich vor Grundstück Nr. 001, Grundbuch B._ (Eigentümerin:
Ortsgemeinde B._), einen Bootshafen mit 37 Bootsplätzen für die
permanente Bootsstationierung ("Alter Hafen C._").
b) Am 31. Januar 1980 hatte das Baudepartement der A._ eine
unbefristete Bewilligung für die Erweiterung dieses Hafens durch Ver-
längerung der damals schon bestehenden Mole und den Einbau eines
Resastegs für 34 Boote erteilt, wobei die jährliche Nutzungsentschä-
digung für den Bootssteg auf Fr. 350.– festgelegt worden war.
c) In einer gemeinsamen Verfügung vom 1. Oktober 1999 ersetz-
ten das Tiefbauamt (TBA), das Planungsamt (heute: Amt für Raum-
entwicklung und Geoinformation) sowie die Jagd- und Fischereiver-
waltung (heute: Amt für Natur, Jagd und Fischerei) die unbefristete
Bewilligung vom 31. Januar 1980 durch eine bis 31. Dezember 2018
befristete Sondernutzungsbewilligung nach Art. 9 Abs. 1 Ziff. 5 des
Gesetzes über die Gewässernutzung (sGS 751.1; abgekürzt GNG) für
den Weiterbestand der Hafenanlage mit Bootssteg. Die jährlich zu leis-
tende Nutzungsentschädigung wurde dabei auf Fr. 16'975.– festge-
legt.
Bei der Berechnung der Nutzungsentschädigung wurde berücksich-
tigt, dass eine Teilfläche der Hafenanlage für die Einwohner von D._
und damit als einzige Verkehrserschliessung ganzjährig bewohnter
Liegenschaften in D._ dient und nicht kommerziell genutzt wird.
Ausserdem wurde eine weitere Teilfläche, die der öffentlichen Schiff-
fahrt als Fluchthafen bei Sturm diente, von der Berechnung der für die
Nutzungsentschädigung massgeblichen Hafenfläche ausgenommen.
Den gegen diese Bewilligung von der A._ erhobenen Rekurs wies
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 66/2019), Seite 3/20
die Regierung mit Beschluss vom 27. Juni 2000 ab; sie verneinte da-
bei namentlich das Vorliegen eines ehehaften Rechts an der Hafenan-
lage.
d) Aufgrund eines Sturms wurde der Kopf der westlichen Hafen-
mole am 3. Januar 2018 auf einer Länge von etwa 10 m stark beschä-
digt. Für die Sanierung derselben erteilte das Amt für Wasser und
Energie (AWE) mit Verfügung vom 1. Oktober 2018 eine Sondernut-
zungsbewilligung nach Art. 9 Abs. 1 Ziff. 5 GNG. Dabei erwog es, dass
gemäss Baugesuch nebst der Sanierung des Molenkopfs auch die
Entfernung der hafenseitigen Prellpfähle (Holzpfähle entlang der Mo-
len-Innenseite) vorgesehen sei. Diese Pfähle – wie auch der anstos-
sende rund 200 m2 grosse Teil des Hafens – hätten in der Vergangen-
heit den öffentlichen Kursschiffen als Anlegestelle bei Sturm gedient.
Nachdem diese Not-Anlegestelle nun nicht mehr benötigt werde,
müsse die jährlich für den Hafen zu entrichtende Nutzungsentschädi-
gung angehoben werden; diese Anpassung werde im inzwischen be-
reits laufenden Verfahren für die Konzessionserneuerung vorgenom-
men.
B.
a) Bereits mit Gesuch vom 11. April 2018 hatte die A._ für den
"Alten Hafen C._" beim AWE die Erneuerung der ablaufenden Son-
dernutzungsbewilligung beantragt.
b) Innert der öffentlichen Auflagefrist vom 27. November bis
10. Dezember 2018 gingen keine Einsprachen ein.
c) Mit Schreiben vom 10. Dezember 2018 ersuchte der Gemeinde-
rat B._ das Baudepartement unter Verweis auf ein "Rechtsgutach-
ten" von Dr. Walter Locher, Rechtsanwalt, St.Gallen, vom 24. Dezem-
ber 2015, bei der Festsetzung der Nutzungsentschädigung zu prüfen,
ob die Hafenbesitzer am M._see – im Vergleich zu jenen am N._-
Not-Anlegestelle
Fläche für die  von D._
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 66/2019), Seite 4/20
und O._see – nicht rechtsungleich behandelt würden. Zudem be-
stehe ein wohlerworbenes Recht am Alten Hafen C._, das berück-
sichtigt werden müsse.
d) Am 26. März 2019 erteilte das AWE die Sondernutzungsbewilli-
gung unter Bedingungen und Auflagen. Die Bewilligung ist neu auf
30 Jahre, bis 31. Dezember 2048, befristet und sieht eine an die Teu-
erung anzupassende jährliche Nutzungsentschädigung von
Fr. 21'585.– (Stand Landesindex der Konsumentenpreise; Jahres-
durchschnitt 2018: 756,6 Pt. [Basis: August 1939 = 100 Pt.]) vor.
Zur Begründung wurde ausgeführt, dass für jene Hafenfläche, die für
die Einwohner von D._ reserviert sei, weiter ein reduzierter Ansatz
von 50 % zur Anwendung gelange. Demgegenüber werde die Hafen-
fläche von rund 200 m2, welche in der Vergangenheit als Not-Anlege-
stelle für die Kursschiffe gedient habe und auf welche nun verzichtet
werde, neu für die Bemessung der Nutzungsentschädigung relevant.
Der mit der Erteilung oder Erneuerung der Sondernutzungsbewilligung
verschaffte wirtschaftliche Nutzen hänge nach den Materialien zu
Art. 41bis GNG im Wesentlichen davon ab, ob die Anlage kommerziell
genutzt werde oder ob sie lediglich dem Eigengebrauch diene. Bei Ha-
fenanlagen sei der wirtschaftliche Vorteil einer Sondernutzungsbewil-
ligung ausserdem von der Grösse und den Kosten der Anlage abhän-
gig. Weitere Kriterien würden nicht genannt. Entgegen der Auffassung
der Gesuchstellerin sei die Grösse der frei schiffbaren Fläche des
Sees, an dem sich ein Hafen befinde, für die Bestimmung des wirt-
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 66/2019), Seite 5/20
schaftlichen Vorteils nach Art. 41bis Abs. 1 Bst. a GNG kein massge-
bendes Kriterium, was daran liege, dass die Schifffahrt auf öffentlichen
Gewässern nach Art. 6 Abs. 1 GNG grundsätzlich frei sei, also dem
Gemeingebrauch unterliege. Die Nutzungsentschädigung werde ein-
zig für die Sondernutzung eines Teils eines Sees durch das Erstellen
von Hafenanlagen erhoben, weil diese Flächen dadurch dem Gemein-
gebrauch entzogen würden. Das gelte an allen Seen gleichermassen;
folglich liege keine Ungleichbehandlung zwischen Hafenbesitzern am
M._see und jenen am N._- oder O._see vor.
C.
Gegen diesen Beschluss erhob die A._, vertreten durch Dr. Walter
Locher, Rechtsanwalt, St.Gallen, mit Schreiben vom 8. April 2019 Re-
kurs beim Baudepartement. Mit Rekursergänzung vom 6. Mai 2019
werden folgende Anträge gestellt:
1. Die wasserbauliche Sondernutzungsbewilligung nach
Art. 9 des Gesetzes über die Gewässernutzung vom 5. Dezember 1960 (sGS 751.1; GNG) des kantonalen Amtes für Wasser und Energie vom 26. März 2019 sei auf die Dauer von 20 Jahren herabzusetzen und die festgelegte jährliche Nutzungsentschädigung im  von CHF 21'585.00 pro Jahr sei aufzuheben und angemessen zu reduzieren.
2. Ziffer 5 der wasserbaulichen  nach Art. 9 GNG des kantonalen Amtes für  und Energie vom 26. März 2019 sei aufzuheben, soweit für die Fläche der Bootsrampen und der  von Seiten des Kantons St.Gallen eine  erhoben wird.
3. Die Hafenmole sei von der für die  massgeblichen Fläche auszunehmen und die festgelegte jährliche Nutzungsentschädigung im  von CHF 21'585.00 pro Jahr sei aufzuheben und angemessen zu reduzieren.
4. Eventualiter sei die wasserbauliche  nach Art. 9 GNG des kantonalen Amtes für Wasser und Energie vom 26. März 2019 aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz .
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Zur Begründung wird geltend gemacht, die Bewilligung sei wider-
sprüchlich, da einerseits festgestellt werde, dass für die Flächen, die
von der Hafenmole und den Bootsrampen beschlagen würden, auf
eine Nutzungsentschädigung verzichtet werde, solange diese der Öf-
fentlichkeit uneingeschränkt zur Verfügung stünden. Aus den Beilagen
zur Bewilligung ergebe sich jedoch, dass sowohl Hafenmole als auch
Bootsrampen in der für die Nutzungsentschädigung massgebenden
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 66/2019), Seite 6/20
Fläche enthalten seien. Aufgrund der Freihaltungspflicht für diese An-
lagen resultiere aus ihnen für die Hafenbetreiberin kein wirtschaftlicher
Vorteil, der entschädigt werden müsse. Weiter habe die Rekurrentin
von einer Bewilligungsdauer von bloss 20 Jahren – wie bei Erteilung
der letzten Sondernutzungsbewilligung – ausgehen dürfen. Die Ver-
längerung um 30 Jahre habe für sie finanziell nachteilige Folgen, weil
die zu leistende Entschädigung durch die längere Dauer höher aus-
falle. Die Vorinstanz verletze das Gebot der Rechtsgleichheit (Art. 8
der Bundesverfassung [SR 101; abgekürzt BV]); sie habe im Rahmen
der Prüfung des wirtschaftlichen Vorteils die relativ geringe, frei schiff-
bare Fläche des M._sees unberücksichtigt gelassen.
D.
a) Mit Vernehmlassung vom 29. Mai 2019 beantragt die
Vorinstanz, der Rekurs sei abzuweisen. Zur Begründung wird ausge-
führt, dass die Grösse der Seen bei der Bemessung der Nutzungsent-
schädigung keine Rolle spiele. Die Berechnung der jährlich zu entrich-
tenden Nutzungsentschädigung erfolge nach den "Richtlinien für die
Bemessung der jährlichen Nutzungsentschädigung für Anlagen an
Seen" (Version 2.0) des Baudepartementes/Tiefbauamtes vom
1. September 2003 (im Folgenden Richtlinie BD/TBA). Die massge-
bende Fläche betrage 1'940 m2; bei einer Bewilligungsdauer von über
20 Jahren betrage die Grundnutzungsentschädigung Fr. 8.– je m2. Zu
dieser werde ein Zuschlag von Fr. 2.– pro m2 erhoben. Die Nutzungs-
entschädigung der gesamten Anlage betrage damit Fr. 19'400.–
bzw. – an den Landesindex der Konsumentenpreise angepasst –
Fr. 21'585.–. Die Flächen der Hafenmole und der Bootsrampen seien
bei der Bemessung der Nutzungsentschädigung nicht miteinbezogen
worden.
b) Mit Stellungnahme vom 16. Juli 2019 führt die Rekurrentin aus,
dass sowohl Art. 41quater GNG als auch Art. 3 der Verordnung über
Nutzungsentschädigungen und Gebühren für Bewilligungen nach dem
Gesetz über die Gewässernutzung (sGS 751.12; abgekürzt VNEGNG)
den "verschafften wirtschaftlichen Vorteil" als massgebende Grund-
lage für die Bemessung anführten. Gemäss Protokoll der Regierung
des Kantons St.Gallen vom 2. Juli 1996 würden die Kriterien für die
Bemessung des wirtschaftlichen Vorteils und des Nachteils für die Öf-
fentlichkeit in Art. 3 Abs. 2 VNEGNG zusammengefasst. Bei einer Nut-
zung zu kommerziellen Zwecken sei ein wirtschaftlicher Vorteil grund-
sätzlich gegeben; wie gross dieser im Einzelfall sei, hänge von ver-
schiedenen Faktoren ab. Die frei schiffbare Seefläche stelle einen
Faktor für die Attraktivität eines Bootsplatzes dar. Je grösser ein See
sei, desto grösser sei auch die Nachfrage nach Bootsplätzen und der
Wert eines Bootsplatzes. Die Verhältnisse hätten sich seit dem Jahr
1996, als die VNEGNG erlassen worden sei, verändert und die Nach-
frage nach attraktiven Bootsplätzen sei gestiegen. Es sei davon aus-
zugehen, dass die Nachfrage nach Bootsplätzen am O._- und
N._see erheblich grösser sei als am M._see und demgemäss die
einzelnen Bootsplätze zu höheren Preisen angeboten werden könn-
ten. Die Richtlinie BD/TBA, auf welche sich die Vorinstanz stütze, sei
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 66/2019), Seite 7/20
vor ungefähr 16 Jahren vom TBA erlassen worden. Der Richtlinie
BD/TBA könne entnommen werden, dass diese nur als Leitfaden zu
verstehen sei; folglich müsse der Einzelfall berücksichtigt werden. Es
sei denkbar, die Richtlinie BD/TBA in dem Sinn anzuwenden oder zu
ergänzen, dass bei der kommerziellen Nutzung eines Hafens zusätz-
lich die Grösse der frei schiffbaren Seefläche berücksichtigt werden
müsse.
c) Am 2. September 2019 reicht die Vorinstanz eine Stellung-
nahme zur Eingabe der Rekurrentin vom 16. Juli 2019 ein.
d) In der Eingabe vom 13. September 2019 bringt die Rekurrentin
vor, der Nachweis für die korrekte Flächenberechnung sei nach wie
vor nicht erbracht worden.
E.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

Considerations:
genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
1.
1.1 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus
Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1;
abgekürzt VRP).
1.2 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
VRP sind erfüllt. Die Rekursberechtigung ist gegeben (Art. 45 VRP).
Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.
Die Rekurrentin macht vorab geltend, die Vorinstanz habe ihren An-
spruch auf rechtliches Gehör verletzt, weil nicht begründet worden sei,
wie sich der zu entrichtende Gesamtbetrag von Fr. 21'585.– zusam-
mensetze; entsprechende Detaildaten seien weder in der Bewilligung
beschrieben noch dieser beigelegt worden. Das rechtliche Gehör sei
zudem auch deshalb verletzt worden, weil sie keine Gelegenheit ge-
habt habe, sich zur 30-jährigen Dauer der Verlängerung der Son-
dernutzungsbewilligung zu äussern.
2.1 Der Umfang der Begründungspflicht bemisst sich primär nach
dem kantonalen Recht, subsidiär nach dem in Art. 29 Abs. 2 BV ent-
haltenen Anspruch auf rechtliches Gehör und den daraus fliessenden
Mindestgarantien. Nach Art. 24 Abs. 1 Bst. a VRP soll eine Verfügung
die Tatsachen, die Vorschriften und die Gründe enthalten, auf die sie
sich stützt. Der verfassungsrechtliche Anspruch auf rechtliches Gehör
verlangt, dass eine Behörde die Vorbringen der vom Entscheid Be-
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 66/2019), Seite 8/20
troffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Ent-
scheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die grundsätzliche Pflicht,
einen Entscheid zu begründen. Die Begründung muss so abgefasst
sein, dass der Betroffene den Entscheid sachgerecht anfechten kann
(BGE 125 II 149 Erw. 2a; 123 I 34 Erw. 2c). Diesen Anforderungen ge-
nügt nach der Praxis des Bundesgerichtes auch ein Verweis auf Er-
wägungen in einem vorinstanzlichen Urteil (BGE 123 I 34 Erw. 2c mit
Hinweisen). Die entscheidende Behörde ist auch nicht gehalten, sich
über alle Vorbringen auszusprechen, die in der Einsprache geäussert
werden. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen
Gesichtspunkte beschränken. Insbesondere ist die Behörde nicht ver-
pflichtet, sich mit allen Standpunkten der am Verfahren Beteiligten ein-
lässlich auseinanderzusetzen. Es genügt, die Vorbringen des Rechts-
suchenden durch die Darlegung der eigenen, gegenteiligen Ansicht zu
widerlegen, sofern jener auf diese Weise genügend Aufschluss dar-
über erhält, ob und, wenn ja, mit welchem Ergebnis sein Vorbringen
geprüft worden ist (BDE Nr. 63/2008 vom 29. September 2008 Erw. 3
mit Hinweisen; Nr. 53/2012 vom 17. Oktober 2012 Erw. 2.3).
2.2 Aus den Erwägungen der angefochtenen Sondernutzungsbewil-
ligung lassen sich die Gründe, wie die Vorinstanz zum jährlich zu ent-
richtenden Gesamtbetrag von Fr. 21'585.– gelangt ist, nicht entneh-
men. Die Verfügung stützt sich zwar formell auf Art. 5 VNEGNG, aller-
dings wird in der Verfügung nicht dargetan, wie hoch die zu leistende
Grundnutzungsentschädigung (Art. 5 Abs. 1 GNG) ist, ob und für wel-
chen Hafenteil diese reduziert wird (Art. 5 Abs. 2 GNG) und wie hoch
der Zuschlag nach Art. 5 Abs. 3 GNG ausfällt. Weiter ist aus der Ver-
fügung nicht ersichtlich, welches die für die Berechnung der Nutzungs-
entschädigung massgebliche Fläche ist (Art. 6 VNEGNG). Letzteres
ist umso gravierender als die beanspruchte Fläche in der Regel in ei-
nem Plan festgelegt werden müsste (Art. 6 Abs. 2 VNEGNG). Die bei-
den der Sondernutzungsbewilligung beigelegten Pläne ("Amtliche
Vermessung Gemeinde" und "Orthofoto 2013", beide datiert vom
19. März 2019) enthalten zudem nicht die für die Bemessung der Nut-
zungsentschädigung massgebliche Fläche, sondern – deutlich dar-
über hinaus gehend – bloss eine grobe Umgrenzung des gesamten
Hafenbereichs.
2.3 Die Verfügung gibt somit weder den rechtserheblichen Sachver-
halt wieder noch enthält sie diejenigen Angaben, die für die Rekurren-
tin erforderlich gewesen wären, um das Zustandekommen des Ge-
samtbetrags der Nutzungsentschädigung nachvollziehen zu können.
Der Einwand, die Vorinstanz habe in der angefochtenen Verfügung die
Begründungspflicht verletzt, ist damit zutreffend. Diese hat über das
Gesuch um Neuerteilung der Sondernutzungsbewilligung in einer
Form entschieden, welche der Rekurrentin keine Möglichkeit bot zu
prüfen, ob die Berechnung der Nutzungsentschädigung richtig ist oder
nicht. Darin – wie auch im Umstand, dass die Dauer der Sondernut-
zungsbewilligung (anhörungslos) auf 30 Jahre ausgedehnt werden
soll – liegt eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Der
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 66/2019), Seite 9/20
Rekurrentin blieb gar keine andere Wahl als die Sondernutzungsbe-
willigung anzufechten, um Einblick in die für die Berechnung der Nut-
zungsentschädigung relevanten Grundlagendaten zu erhalten.
2.4 Die Ansprüche auf rechtliches Gehör sind nach der Rechtspre-
chung formeller Natur und führen bei ihrer Verletzung grundsätzlich zu
einer Aufhebung des betreffenden Entscheids und zur Rückweisung
der Streitsache an die Vorinstanz. Nach der Rechtsprechung des Bun-
desgerichtes kann ein solcher Verfahrensmangel durch die Gewäh-
rung des rechtlichen Gehörs in einem nachfolgenden Rechtsmittelver-
fahren nur geheilt werden, wenn der Rechtsmittelinstanz die volle
Überprüfungsbefugnis zusteht und sie von diesem Recht tatsächlich
Gebrauch macht (BGE 126 I 72, 110 Ia 82). Zurückhaltung ist jedoch
am Platz, wenn es um die Beurteilung von Ermessensfragen geht und
der Vorinstanz ein erheblicher Beurteilungsspielraum zukommt. Wenn
hingegen die unterbliebene Anhörung nachgeholt werden kann und
die Rechtsmittelbehörde mit derselben Kognition entscheidet, wird
eine Heilung zugelassen (CAVELTI/VÖGELI, Verwaltungsgerichtsbarkeit
im Kanton St.Gallen, St.Gallen 2003, Rz. 990).
2.5 Im vorliegenden Fall verfügt die Rekursinstanz zum einen über
volle Kognition. Zum anderen geht es entgegen der Ansicht der Re-
kurrentin nicht in erster Linie um die Beurteilung von Ermessensfra-
gen, sondern darum, ob die für die Berechnung der Nutzungsentschä-
digung massgebliche Fläche richtig ermittelt wurde und ob Grundnut-
zungsentschädigung sowie Zuschlag für diese Fläche entsprechend
der Richtlinie BD/TBA festgelegt wurden. Auch die Beurteilung, ob die
jeweilige Seegrösse bei der Ermittlung des wirtschaftlichen Vorteils
berücksichtigt werden muss oder nicht, ist eine Rechts-, keine Ermes-
sensfrage. Die Vorinstanz zeigte im Rahmen ihrer Vernehmlassung
vom 29. Mai 2019 im Detail auf, wie die Nutzungsentschädigung be-
rechnet wurde. Die Rekurrentin erhielt während des Rekursverfahrens
diese sowie die gesamten übrigen Vorakten zugestellt und konnte
dazu Stellung nehmen. Unter diesen Umständen ist eine Heilung des
Verfahrensmangels angezeigt und erwiese sich die beantragte Rück-
weisung als Verfahrensleerlauf, zumal die Vorinstanz – wie deren Stel-
lungnahmen im Rekursverfahren zeigen – ohnehin wieder gleich ent-
scheiden würde. Die festgestellte Gehörsverletzung ist trotzdem
schwerwiegend und deshalb bei der Kostenverlegung zu berücksich-
tigen.
3.
Die Rekurrentin bringt sinngemäss vor, für die Hafenmole dürfe keine
Nutzungsentschädigung verlangt werden, weil an dieser ein wohler-
worbenes Recht bestehe.
3.1 Bereits im Rekurs gegen die am 1. Oktober 1999 erteilte und bis
31. Dezember 2018 befristete Sondernutzungsbewilligung für den "Al-
ten Hafen C._" hatte die Rekurrentin vorgebracht, aus den Plänen
des "Eisenbahnprojekts 1857" und dem "Situationsplan des Strandbo-
dens und der Freiplätze am M._see vor 1854" sei ersichtlich, dass
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 66/2019), Seite 10/20
schon zu diesem Zeitpunkt eine Hafenmole an der heutigen Stelle be-
standen habe. Für eine Hafenanlage, die nachweislich schon vor dem
Jahr 1860 bestanden habe, dürfe keine Nutzungsentschädigung erho-
ben werden.
Die Regierung hatte diesen Rekurs mit Entscheid vom 27. Juni 2000
abgewiesen und dabei in Erw. 2c eingehend erwogen, dass sich aus
den damals eingereichten Plänen der Jahre 1854 und 1857 ergebe,
dass schon früher eine Mole an der heutigen Stelle bestanden habe.
Allerdings habe es sich dabei nur um eine in den See hinausragende
Schüttung gehandelt, die erst später durch eine Mauer ersetzt und ver-
längert worden sei. Wie sich aus den Fotografien ergebe, habe beid-
seits dieser Mole ein Flachufer bestanden, das sich – wie jedes andere
Flachufer – zum Anlanden von Schiffen geeignet habe. Beim Flachufer
östlich der Mole (dem heutigen "Alten Hafen C._") habe es sich um
einen sogenannten "Freiplatz" gehandelt, der dem allgemeinen Ver-
kehr offen gestanden habe und von jedermann für das An- und Able-
gen von Schiffen sowie den Warenumschlag habe beansprucht wer-
den können. Dieser "Freiplatz" sei im Jahr 1830 aus der Strandboden-
ausscheidung zwischen der Linthpolizeikommission und dem Kanton
St.Gallen hervorgegangen. In einer Übereinkunft aus dem Jahr 1854
zwischen dem Kleinen Rat des Kantons St.Gallen (Regierung) und der
Linthpolizeikommission sei bestimmt worden, dass die Freiplätze als
öffentliches Gut dem allgemeinen Verkehr offen stünden. Dies
schliesse ein privates, ehehaftes Recht am fraglichen Platz von vorn-
herein aus, und für die Annahme eines anzuerkennenden, ohne Ver-
leihung geschaffenen, im Eigentum der A._ oder eines Rechtsvor-
gängers stehenden Hafens bleibe bei dieser Sachlage kein Raum. Im
Übrigen würden – von der Mole abgesehen, für die aber ohnehin keine
Nutzungsentschädigung erhoben werde – von der Rekurrentin keine
Nutzungsanlagen nachgewiesen, die als ohne Verleihung geschaffene
Anlagen anerkannt werden könnten. Abschliessend wies die Regie-
rung darauf hin, dass für den Resasteg schon mit der Bewilligung des
Baudepartementes vom 31. Januar 1980 eine Nutzungsentschädi-
gung verlangt worden sei. Der Einwand, beim Hafen C._ handle es
sich um eine ehehafte bzw. vor dem Jahr 1860 ohne Verleihung ge-
schaffene Nutzungsanlage, hätte folglich schon damals erhoben wer-
den müssen; er sei heute verspätet, weil bereits mit der rechtskräftigen
Bewilligung vom 31. Januar 1980 gegenteilig entschieden worden sei.
Dieser Entscheid der Regierung erwuchs in der Folge in Rechtskraft.
3.2 Die Rekurrentin bringt in diesem Verfahren neuerlich vor, zumin-
dest für die Hafenmole dürfe keine Nutzungsentschädigung verlangt
werden, da das TBA inzwischen mit Schreiben vom 24. August 2015
ein wohlerworbenes Recht an der Mole anerkannt habe.
Es trifft zu, dass die Rekurrentin mit Schreiben vom 27. April 2015
beim TBA – gestützt auf eine inzwischen aufgetauchte Karte aus dem
Landesarchiv des Kantons Glarus – neuerlich den Antrag gestellt
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 66/2019), Seite 11/20
hatte, es sei anzuerkennen, dass am "Alten Hafen C._" ein ehehaf-
tes Recht bestehe, weil dieser bereits im April des Jahrs 1840 bestan-
den habe und der Standort sowie die genutzte Fläche sich seitdem
nicht verändert hätten. Folglich habe auch nie eine Wasserzinspflicht
bestanden; über die vom TBA zu Unrecht erhobenen Wasserzinse sei
später separat zu befinden. Mit Schreiben vom 24. August 2015 teilte
ein Mitarbeiter der damaligen Abteilung Gewässer im TBA der Rekur-
rentin mit, dass höchstens an der Mole ein wohlerworbenes Recht be-
stehe, aber sicher nicht am Hafen. Für die Mole werde indessen oh-
nehin keine Nutzungsentschädigung erhoben. Eine Anpassung der
Sondernutzungsbewilligung bzw. der Nutzungsentschädigung sei
nicht möglich. Falls eine anfechtbare Verfügung gewünscht werde,
solle dies mitgeteilt werden.
3.3 In weiterer Folge verlangte die Rekurrentin weder eine anfecht-
bare Verfügung beim TBA noch – was in Anbetracht allfälliger neuer
Tatsachen oder Beweismittel zwingend nötig gewesen wäre (vgl. dazu
Art. 82 Abs. 1 und Art. 83 Abs. 1 VRP) – eine Wiederaufnahme des
früheren Rekursverfahrens bei der Regierung. Ob ein Grund für eine
Wiederaufnahme gegeben gewesen wäre oder nicht, ist nicht Gegen-
stand dieses Verfahrens; für diese Beurteilung wäre allein die Regie-
rung zuständig. Nachdem die Frist zur Stellung eines Wiederaufnah-
mebegehrens jedoch seit Jahren abgelaufen ist, bleibt es inhaltlich
beim Ergebnis gemäss Entscheid der Regierung vom 27. Juni 2000,
was bedeutet, dass es sich sowohl beim Hafen C._ als auch bei der
Mole nicht um ehehafte bzw. vor dem Jahr 1860 ohne Verleihung ge-
schaffene Nutzungsanlagen handelt.
3.4 Lediglich der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die am
27. April 2015 beim TBA eingereichte Karte auch nach einer materiel-
len Prüfung kein Abweichen vom Entscheid der Regierung vom
27. Juni 2000 rechtfertigen würde; eine Hafenmole in der heutigen
Form war damals noch nicht vorhanden.
4.
Die Rekurrentin macht im Rahmen ihrer Stellungnahme vom 16. Juli
2019 zur Vernehmlassung der Vorinstanz geltend, den Unterlagen der
Vorinstanz könne nicht entnommen werden, wie die für die Berech-
nung der Nutzungsentschädigung massgeblichen Flächen (F1 bis F4
sowie S1 und S2) berechnet bzw. vermessen worden seien. Es sei ihr
nicht bekannt, wer diese Flächen eingemessen habe. Es sei Sache
der Vorinstanz nachzuweisen, wie diese Vermessung vorgenommen
worden sei. Ohne diesen Nachweis sei nicht ersichtlich, ob die Flächen
der Hafenmole und der Bootsrampen tatsächlich nicht in die für die
Berechnung der Nutzungsentschädigung massgebliche Fläche mitein-
bezogen worden seien, wie es die Vorinstanz behaupte.
4.1 Die Rekurrentin wurde mit Schreiben der Vorinstanz vom
20. Februar 2018 darauf aufmerksam gemacht, dass die am 31. De-
zember 2018 auslaufende Sondernutzungsbewilligung auf Gesuch hin
verlängert werden könne. Gleichzeitig wurde sie darauf hingewiesen,
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 66/2019), Seite 12/20
dass mit einem allfälligen Gesuch um Verlängerung der Vorinstanz
eine "Situation im Massstab 1:500 (Grundlage aktueller Grundbuch-
plan) mit Eintrag der Lage und der Ausdehnung der Baute/Anlage (mit
Angabe der Aussenmasse und des Verwendungszwecks) inkl. Boots-
plätze und allfällig ausserhalb des Anlagegrundrisses vorhandene
Pfähle, Bojen usw." eingereicht werden müssten. Dieses Gesuch
wurde von der Rekurrentin am 11. April 2018 bei der Vorinstanz ein-
gereicht. Auf dem Gesuchsformular bestätigte die Rekurrentin (in ihrer
Funktion als Standortgemeinde), dass sie einer Erneuerung der Son-
dernutzungsbewilligung bis 31. Dezember 2048 zustimmen könne.
Die von der Vorinstanz zusammen mit dem Gesuch angeforderten
Planbeilagen fehlten dagegen; stattdessen wurde lediglich der fol-
gende Situationsplan 1:1'000, welcher Teil der Sondernutzungsbewil-
ligung vom 1. Oktober 1999 war, nochmals eingereicht.
4.2 Dieser Situationsplan 1:1'000 lag bereits dem damaligen Re-
kursverfahren zugrunde. Die Regierung ging u.a. wegen der in diesem
Plan dargestellten Flächen in ihrem Entscheid vom 27. Juni 2000
(Sachverhalt Bst. B) von Folgendem aus: Die jährliche Nutzungsent-
schädigung für den "Alten Hafen C._" beträgt Fr. 16'975.– (Stand
Landesindex der Konsumentenpreise, Jahresdurchschnitt 1998: 683,6
Pt.). Für deren Bemessung ist – ohne die sogenannte "Quintner Flä-
che" – von einer massgeblichen Fläche von 1'749 m2, einer Grundnut-
zungsentschädigung von Fr. 7.– je m2 und einem Zuschlag von
Fr. 2,50 je m2 ausgegangen worden. Die Fläche der Mole wie auch die
für die öffentliche Schifffahrt beanspruchte Fläche längs der Mole sind
für die Berechnung der Nutzungsentschädigung nicht berücksichtigt
worden.
4.3 Die Richtigkeit dieses früheren Situationsplans 1:1'000 wurde
von der Vorinstanz anlässlich der Gesuchsbearbeitung nochmals
überprüft. Der Plan wurde – mangels von der Rekurrentin gelieferter
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 66/2019), Seite 13/20
Flächen- und Massangaben – aufgrund der heutigen Basisdaten noch-
mals nachgebildet und die massgebliche Hafenfläche neu vermessen
(Vorakten Vorinstanz, act. 2.6):
Für die Bestimmung der für die Berechnung der Nutzungsentschädi-
gung massgebenden Fläche wurde zwischen den Flächen auf dem
Seegrundstück (Fläche "Kanton"; F1 und F3) und den Flächen aus-
serhalb des Seegrundstücks (Fläche "Privat"; F2 und F4) unterschie-
den. Letztere wurden bei der Berechnung der Nutzungsentschädigung
wiederum lediglich zu 50 % angerechnet. Zudem wurde bei jenem klei-
nen Teil des Hafens, welcher für die Einwohner von D._ reserviert
ist, die Fläche ebenfalls um 50 % reduziert (F3 und F4). Die für die
Berechnung der Nutzungsentschädigung massgebende Fläche be-
trägt nach dieser neuen Berechnung 1'940 m2 und nicht mehr wie frü-
her 1'749 m2; sie ist damit um 191 m2 grösser. Diese Vergrösserung
der massgebenden Fläche resultiert indessen nicht – wie die Rekur-
rentin zu glauben scheint – aus messtechnischen Ungenauigkeiten,
sondern ist – wie sich aus der angefochtenen Sondernutzungsbewilli-
gung und auch aus der bereits zuvor ergangenen Verfügung der
Vorinstanz vom 1. Oktober 2018 ergibt – Folge dessen, dass inzwi-
schen ein rund 200 m2 grosser Teil des Hafens – der in der Vergan-
genheit den öffentlichen Kursschiffen als Not-Anlegestelle bei Sturm
gedient hatte – nicht mehr als solche benötigt wird; folglich ist für die-
sen Hafenteil neu ebenfalls eine jährliche Nutzungsentschädigung zu
entrichten.
4.4 Somit ergibt sich, dass die künftig zu entrichtende jährliche Nut-
zungsentschädigung um Fr. 4'610.– höher ausfällt als in der Son-
dernutzungsbewilligung vom 1. Oktober 1999. Das ist einerseits die
Folge der um 191 m2 grösseren Hafenfläche und der Erhöhung der
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 66/2019), Seite 14/20
Nutzungsentschädigung von früher Fr. 9,50 je m2 (Grundnutzungsent-
schädigung von Fr. 7.– plus Zuschlag von Fr. 2,50) auf neu Fr. 10.–
je m2 (Grundnutzungsentschädigung von Fr. 8.– plus Zuschlag von
Fr. 2.–). Anderseits liegt diese Erhöhung aber zu einem wesentlichen
Teil in der Teuerung begründet. Während der Jahresdurchschnitt des
Landesindex der Konsumentenpreise im Jahr 1998 noch 683,6 Punkte
betrug, lag dieser im Jahr 2018 bereits bei 756,6. Aus den Unterlagen
ergibt sich im Weiteren, dass die Flächen der Hafenmole und der
Bootsrampen nicht für die Bemessung der Nutzungsentschädigung
einbezogen wurden, weil diese Anlagen der Öffentlichkeit uneinge-
schränkt zur Verfügung stehen. Insgesamt zeigt sich auf der Basis der
im Rahmen des Rekursverfahrens von der Vorinstanz nachgereichten
Unterlagen und Angaben, dass die für die Berechnung der Nutzungs-
entschädigung massgeblichen Flächen nachvollziehbar eingezeichnet
und richtig berechnet wurden und im Wesentlichen mit jenen im Situ-
ationsplan 1:1'000 der Sondernutzungsbewilligung vom 1. Oktober
1999 übereinstimmen.
5.
Die Rekurrentin stellt sich im Weiteren auf den Standpunkt, die
Vorinstanz habe das Gebot der Rechtsgleichheit verletzt, weil sie im
Rahmen der Prüfung des ihr durch die Sondernutzungsbewilligung
verschafften wirtschaftlichen Vorteils (Art. 41bis Abs. 1 Bst. a GNG) die
relativ kleine, frei schiffbare Fläche des M._sees unberücksichtigt
gelassen habe. Zwar sei die Schifffahrt auf den öffentlichen Gewäs-
sern grundsätzlich frei; ohne Hafenplatz oder eigenes Grundstück mit
Seeanstoss sei die Ausübung der privaten Schifffahrt jedoch kaum
möglich. Aus den unterschiedlichen Seeflächen des O._-, N._-
und M._sees resultierten unterschiedliche Sondervorteile für Hafen-
betreiber. Eine grössere Seefläche sei attraktiver und entsprechend
auch die Nachfrage nach Bootsplätzen höher, womit der Wert je
Bootsplatz steige. Diese Überlegungen würden in der von der
Vorinstanz angewendeten Richtlinie BD/TBA nicht berücksichtigt,
weshalb diese entweder angepasst werden oder zumindest dem Ge-
bot der Rechtsgleichheit entsprechend ausgelegt und angewendet
werden müsse. Demgegenüber bringt die Vorinstanz vor, dass die
Grösse der Seen bei der Bemessung der Nutzungsentschädigung
noch nie eine Rolle gespielt habe. Der wirtschaftliche Vorteil bestimme
sich lediglich nach der Grösse der Nutzungsanlage, der Intensität der
Nutzung sowie den Erstellungs- und Betriebskosten bezogen auf ei-
nen Bootsanlegeplatz, nicht jedoch nach der schiffbaren Fläche des
Sees.
5.1 Nach Art. 41 Abs. 1 GNG werden für Bewilligungen nach diesem
Gesetz Nutzungsentschädigungen und Gebühren erhoben. Art. 41bis
Abs. 1 GNG bestimmt, dass die Höhe der Nutzungsentschädigung
nach dem dem Bewilligungsnehmer verschafften wirtschaftlichen Vor-
teil (Bst. a), dem der Öffentlichkeit entstehenden Nachteil (Bst. b) und
der Art und Dauer der Bewilligung (Bst. c) bemessen wird. Die in der
Bewilligung festgelegte Nutzungsentschädigung wird periodisch der
Teuerung angepasst (Art. 41ter GNG). Nach den Materialien zum
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 66/2019), Seite 15/20
III. Nachtragsgesetz zum Gesetz über die Gewässernutzung (Bot-
schaft und Entwurf der Regierung vom 10. Januar 1995 zum III. NG
zum GNG [im Folgenden Botschaft], in: ABl 1995, S. 343 ff.) überstieg
bereits im Jahr 1995 – wie übrigens auch heute noch – bei Hafenan-
lagen die Nachfrage regelmässig das Angebot an Liegeplätzen, wes-
halb bei kommerziell genutzten Häfen für einen einzelnen Bootsplatz
in der Regel Mietzinse bis zu einigen tausend Franken je Jahr gezahlt
werden. In der Botschaft, S. 353, wird weiter ausgeführt, dass der wirt-
schaftliche Vorteil einer Bewilligung im Wesentlichen davon abhänge,
ob eine kommerzielle Nutzung oder eine Nutzung zum Eigengebrauch
stattfinde. Insbesondere bei Hafenanlagen sei der wirtschaftliche Vor-
teil einer Bewilligung auch von der Grösse der Anlage abhängig. In der
Regel stiegen die jährlichen Einnahmen, je grösser die Anlage sei. Zu-
dem seien die Kosten für Bau und Amortisation bei grossen Hafenan-
lagen im Verhältnis tiefer als bei kleinen Anlagen. Eine Bewilligung
nach GNG könne mit Nachteilen für die Öffentlichkeit verbunden sein,
beispielsweise durch Beeinträchtigungen der Umwelt oder weil eine
öffentliche Sache der Allgemeinheit entzogen werde und nur mehr we-
nigen Berechtigten zur Verfügung stehe. Die entstehenden Nachteile
zeigten sich insbesondere auch an den baulichen Eingriffen, welche
die öffentliche Sache in ihrer Struktur veränderten. Intensität und
Dauer der Nutzung seien bei der Bemessung der Nutzungsentschädi-
gung ebenfalls zu berücksichtigen. Dabei seien Sondernutzungen hö-
her zu bemessen als Nutzungen, die gesteigerten Gemeingebrauch
darstellten. Da eine Bewilligung von langer Dauer für den Bewilli-
gungsnehmer in der Regel mit Vorteilen verbunden sei (z.B. längere
Amortisationszeiten, Möglichkeit von langfristigen Verträgen) rechtfer-
tige sich eine angemessene Erhöhung der Nutzungsentschädigung.
Vor allem bei grossen, kommerziell genutzten Bootshäfen, an denen
das Gemeinwesen nicht beteiligt sei, solle eine Nutzungsentschädi-
gung von wenigstens Fr. 25.– je m2 erhoben werden.
5.2 Auf der Grundlage dieses III. NG zum GNG wurde die VNEGNG
erlassen. Nach Art. 1 Abs. 1 VNEGNG besteht die Nutzungsentschä-
digung aus einer Grundnutzungsentschädigung und einem Zuschlag.
Die Grundnutzungsentschädigung richtet sich nach Art. 2 VNEGNG
(ausschliesslich) nach Art und Dauer der Bewilligung, wogegen sich
der Zuschlag nach dem verschafften wirtschaftlichen Vorteil und dem
für die Öffentlichkeit entstehenden Nachteil richtet (Art. 3 Abs. 1
VNEGNG). Die Höhe des Zuschlags wird gemäss Art. 3 Abs. 2
VNEGNG bemessen nach dem kommerziellen Zweck einer Nutzung
(Bst. a), der Grösse der Nutzungsanlagen (Bst. b), der Intensität der
Nutzung (Bst. c), den Erstellungs- und Betriebskosten (Bst. d), den
Auswirkungen der Nutzung auf die Umwelt (Bst. e) und dem Ausmass
der Beeinträchtigung des Gemeingebrauchs (Bst. f). Gemäss Art. 5
Abs. 1 VNEGNG beträgt die Grundnutzungsentschädigung für die In-
anspruchnahme von Strand- und Seeboden, der unter der Hoheit und
im Eigentum des Staates steht, je Quadratmeter der beanspruchten
Fläche Fr. 4.– bei einer Bewilligungsdauer bis 10 Jahre (Bst. a), Fr. 6.–
bei einer Bewilligungsdauer von über 10 Jahren bis 20 Jahre (Bst. b)
und Fr. 8.– bei einer Bewilligungsdauer von über 20 Jahren (Bst. c).
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 66/2019), Seite 16/20
Sie wird angemessen reduziert, wenn besondere Verhältnisse vorlie-
gen, insbesondere wenn der Strand- und Seeboden unter der Hoheit
des Staates, aber im Eigentum Dritter steht (Art. 5 Abs. 2 VNEGNG).
Der Zuschlag beträgt bis Fr. 9.– je Quadratmeter der beanspruchten
Fläche (Art. 5 Abs. 3 VNEGNG). Massgeblich für die Bemessung der
Nutzungsentschädigung ist dabei nach Art. 6 Abs. 1 VNEGNG dieje-
nige Fläche, die tatsächlich oder aufgrund von Abgrenzungseinrich-
tungen, wie Pfählen, Ketten, schwimmenden Balken, Ufermauern oder
Schüttungen, dem Gemeingebrauch entzogen ist.
5.3 Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass sich weder aus dem Ge-
setzeswortlaut, den Materialien noch aus den zugehörigen Verord-
nungsbestimmungen irgendwelche Anhaltspunkte ergeben, dass der
Gesetzgeber und in der Folge auch der Verordnungsgeber die flä-
chenmässige Ausdehnung der drei grossen Seen im Kanton St.Gallen
als relevant für die Bemessung des wirtschaftlichen Vorteils und damit
auch für jene der Nutzungsentschädigung betrachten wollten. Nach
Art. 6 Abs. 1 VNEGNG ist die schiffbare Fläche des an die Nutzungs-
anlage anstossenden Gewässers ausdrücklich kein Kriterium für die
Berechnung der für die Nutzungsentschädigung massgeblichen Flä-
che. Entgegen der Auffassung der Rekurrentin kann daraus nun aber
nicht der Schluss gezogen werden, Gesetz- oder Verordnungsgeber
verstiessen gegen das Gebot der Rechtsgleichheit. Das Gegenteil ist
der Fall: Die Hafenbetreiber werden an allen drei grossen kantonalen
Gewässern gleichbehandelt, weil die Seefläche für sich allein betrach-
tet eben keinen entscheidenden Einfluss auf den wirtschaftlichen Nut-
zen einer Hafenanlage hat. Das Erstellen und Betreiben von Hafenan-
lagen unterliegt allein den Grundsätzen des freien Marktes. Bestünde
mithin aufgrund der mangelnden Attraktivität eines Sees keine Nach-
frage nach Bootsliegeplätzen, würden solche auch nicht angeboten.
Hingegen wäre es nicht Aufgabe des Gesetzgebers, eine allfällig ge-
ringere Nachfrage an einzelnen Seen über eine tiefere Nutzungsent-
schädigung zu fördern.
6.
Die Rekurrentin wendet sich weiter gegen die 30-jährige Dauer der
angefochtenen Sondernutzungsbewilligung. Es sei rechtlich nicht halt-
bar, gestützt auf die verwaltungsinterne Richtlinie BD/TBA eine kür-
zere Bewilligungsdauer abzulehnen, wenn die Gesuchstellerin eine
solche beantrage. Die längere Bewilligungsdauer habe für sie finanzi-
ell nachteilige Folgen. Die Vorinstanz führt dagegen aus, für die Be-
stimmung der Dauer der Sondernutzungsbewilligung werde stets auf
die Richtlinie BD/TBA abgestellt. Gemäss dieser betrage die Bewilli-
gungsdauer bei Konzessionserneuerungen für bestehende Häfen in
der Regel 30 Jahre. Die kürzere Bewilligungsdauer von 20 Jahren
werde nach aktueller Praxis nur für deutlich kleinere Anlagen, etwa für
einzelne Bootsstege, eingeräumt. Der "Alte Hafen C._" gehöre mit
seinen 37 Plätzen nicht zu diesen kleineren Anlagen.
6.1 Nach Ziff. 2.1.1 der Richtlinie BD/TBA gilt eine Anlage mit mehr
als 5 Booten als Hafen. Ziff. 2.5.3 der Richtlinie BD/TBA sieht vor, dass
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 66/2019), Seite 17/20
die Bewilligungsdauer bei der Erneuerung einer Sondernutzungsbe-
willigung für bestehende Hafenanlagen mindestens 20 Jahre und
höchstens 30 Jahre beträgt, wobei sie gemäss Richtlinie BD/TBA "in
der Regel für 30 Jahre" gewährt wird. Eine kürzere Bewilligungsdauer
wird nach der Richtlinie BD/TBA (Ziff. 2.5.3 Bst. a) nur gewährt, wenn
in Seeuferplanungen mittelfristig eine Entfernung oder Änderung der
Hafenanlage vorgesehen ist oder wenn – aus anderen Gründen – eine
Entfernung oder Änderung der Hafenanlage innerhalb einer kürzeren
Frist vorgesehen ist. Im vorliegenden Fall ist keine Entfernung oder
Änderung der Hafenanlage geplant. Folglich bestand für die
Vorinstanz auch kein Grund, die auch in vergleichbaren Fällen regel-
mässig gewährte Bewilligungsdauer von 30 Jahren zu verkürzen.
6.2 Zu prüfen ist indessen, ob die Rekurrentin Anspruch auf eine
kürzere Bewilligungsdauer hat, um dadurch die gemäss Art. 5 Abs. 1
VNEGNG geschuldete Grundnutzungsentschädigung von Fr. 8.– auf
Fr. 4.– (bei einer Bewilligungsdauer bis 10 Jahre) oder auf Fr. 6.– (bei
einer Bewilligungsdauer von über 10 Jahren bis 20 Jahre) reduzieren
zu können.
6.2.1 Es entspricht Lehre und Rechtsprechung, dass ein Konzessi-
onsnehmer keinen Anspruch auf Erteilung oder Erneuerung einer Kon-
zession hat. Auch das kantonale Recht kennt keinen grundsätzlichen
Rechtsanspruch auf Erneuerung des Ausschliesslichkeitsrechts. Das
bedeutet jedoch nicht, dass einem Konzessionsnehmer die künftige
Erneuerung der Konzession von den Behörden willkürlich verweigert
werden könnte. Dies wird nur dann der Fall sein, wenn das öffentliche
Interesse an der Nichterneuerung das private an der Weiterführung
der bisherigen Bewilligungspraxis überwiegt (VerwGE vom 14. De-
zember 1999 i.S. W.N. Erw. 6 mit Hinweis).
6.2.2 Genauso wenig wie ein Konzessionsnehmer Anspruch auf Er-
neuerung einer Konzession hat, hat er Anspruch auf die Wahl der Kon-
zessionsdauer. Zwar stellt die Festlegung des zeitlichen Geltungsbe-
reichs einen wesentlichen Bestandteil der Konzession dar; er wird in
der Regel vereinbart und damit für die festgelegte Dauer ein wohler-
worbenes Recht an der ausschliesslichen Nutzung der öffentlichen
Sache begründet (VerwGE vom 14. Dezember 1999 i.S. W.N.
Erw. 5.d). Die zuständige Behörde kann aber auch ohne formalgesetz-
liche Grundlage die Kriterien festlegen, die sie zur Konkretisierung ei-
ner gesetzlich festgelegten Bewilligungspflicht im Interesse einer
rechtsgleichen und vorhersehbaren Verwaltungspraxis anwendet
(VerwGE vom 14. Dezember 1999 i.S. W.N. Erw. 5.b mit Hinweis). Der
in der Richtlinie BD/TBA enthaltene Rahmen für die Dauer von Son-
dernutzungsbewilligungen wurde – mangels einer gesetzlichen Grund-
lage – festgelegt, um eine rechtsgleiche Behandlung aller Bewilli-
gungsnehmer im Kanton sicherzustellen und deren ökonomische Inte-
ressen zu wahren. Zudem wurde er aber auch aus fiskalischen Grün-
den festgelegt, um den aus der Sondernutzungsbewilligung resultie-
renden wirtschaftlichen Vorteil in angemessenem Ausmass abschöp-
fen zu können.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 66/2019), Seite 18/20
6.2.3 Die Bestimmung der Dauer der Sondernutzungsbewilligung liegt
im Ermessen der Bewilligungsbehörde. Zumindest im Fall der blossen
Erneuerung einer Sondernutzungsbewilligung braucht sie nicht zwin-
gend Gegenstand einer Vereinbarung zwischen Bewilligungsgeber
und –nehmer zu sein. Bei Erneuerungen bzw. Verlängerungen von
Sondernutzungsbewilligungen stehen die wirtschaftlichen Interessen,
namentlich die Amortisation der Anlage, regelmässig nicht mehr im
Vordergrund, weshalb die Dauer der Bewilligung einseitig von der Be-
willigungsbehörde festgesetzt werden kann. Das gilt jedenfalls so-
lange, als diese die Dauer der Bewilligung nach pflichtgemässem Er-
messen bestimmt. Eine Mitsprachemöglichkeit des Bewilligungsneh-
mers bei der Dauer der Bewilligung ist in solchen Fällen nur mehr von
untergeordneter, das Interesse der Bewilligungsbehörde an einer kan-
tonsweit rechtsgleich gehandhabten Bewilligungspraxis hingegen von
hoher Bedeutung. Unter diesen Umständen ist vorliegend auch nicht
zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Verlängerung der Sondernut-
zungsbewilligung für 30 Jahre erteilte.
7.
Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Vorinstanz ihre Begrün-
dungspflicht verletzt hat, dieser Mangel jedoch im Rekursverfahren ge-
heilt wurde. In der Sache ist der Rekurs dagegen abzuweisen. Sowohl
beim "Alten Hafen C._" als auch bei der Mole handelt es sich nicht
um ehehafte Nutzungsanlagen. Die für die Berechnung der Nutzungs-
entschädigung massgeblichen Flächen wurden nachvollziehbar und
richtig berechnet, die Vorinstanz musste die unterschiedliche Grösse
der kantonalen Seen bei der Bemessung der Nutzungsentschädigung
nicht mitberücksichtigen und die Dauer der angefochtenen Sondernut-
zungsbewilligung wurde in Übereinstimmung mit den Richtlinien
BD/TBA zu Recht auf 30 Jahre befristet.
8.
8.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen
werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 3'000.– (Nr. 10.01 des Ge-
bührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung, sGS 821.5).
Die Rekurrentin unterliegt in der Sache, obsiegt indessen in Bezug auf
die geltend gemachte Gehörsverletzung. Aufgrund des teilweisen Ob-
siegens ist es angemessen, ihr die amtlichen Kosten zur Hälfte aufzu-
erlegen. Die andere Hälfte trägt der Staat (VerwGE B 2019/6 vom
1. Juli 2019 Erw. 5); auf deren Erhebung wird jedoch verzichtet
(Art. 95 Abs. 3 VRP).
8.2 Der vom Vertreter der Rekurrentin am 30. April 2019 geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 1'800.– ist mit den zu tragenden amtlichen
Kosten von Fr. 1'500.– zu verrechnen; der Rest ist zurück zu erstatten.
9.
Die Rekurrentin stellt ein Begehren um Ersatz der ausseramtlichen
Kosten.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 66/2019), Seite 19/20
9.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt,
soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-
messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschä-
digung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unter-
liegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen
Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung
(Art. 98ter VRP).
9.2 Die Rekurrentin unterliegt in der Sache, obsiegt jedoch in Bezug
auf die geltend gemachte Gehörsverletzung. Sie war gezwungen, die
Sondernutzungsbewilligung anzufechten, um Einblick in die für die Be-
rechnung der Nutzungsentschädigung relevanten Grundlagendaten
zu erhalten. Da das Verfahren zudem in tatsächlicher und rechtlicher
Hinsicht Schwierigkeiten bot, die den Beizug eines Rechtsvertreters
rechtfertigen, besteht grundsätzlich Anspruch auf eine ausseramtliche
Entschädigung (Art. 98bis VRP). Weil keine Kostennote vorliegt, wäre
die ausseramtliche Entschädigung in Anwendung von Art. 6 in Verbin-
dung mit Art. 22 der Honorarordnung (sGS 963.75) grundsätzlich auf
die Pauschale von Fr. 2'001.– festzulegen. In Anbetracht des Verfah-
rensausgangs hat die Rekurrentin indessen nur Anspruch auf die
halbe Entschädigung (Fr. 1'375.–); sie ist vom Staat zu bezahlen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 66/2019), Seite 20/20