Decision ID: 28366732-7834-4809-91e4-41ef50873b06
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1960 geborene
X._
war zuletzt seit 29. August 2009 in einem 73 %-Pensum als Pflegefachfrau beim Wohnheim
Y._
angestellt und im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der
Z._
Versicherungen AG (nachfolgend:
Z._
) gegen die Folgen von Unfällen versichert.
A
m 11. April 2016
wurde sie
von einem Auto angefahren
und zog
sich dabei einen Bruch des rechten Fussgelenks
zu
(
vgl.
Urk.
8/3/
1
und
Urk.
8/16
). Die
Z._
erbrachte die geset
zlichen Leistungen
und stellte diese
per 31. Juli 2017 ein (
Verfügung vom 2
3.
August 2017
[
Urk.
8/56/175-177]
sowie
Einspracheentscheid
vom
4.
April 2018
[
Urk.
8/
38]
). Die
dagegen von der Versicherten erhobene Beschwerde
vom
7.
Mai
2018
(
Urk.
8/56/227-229)
hiess das hie
sige Gericht mit Urteil vom 18.
September 2019 (Prozess-
Nr.
UV.2018.00097) in dem Sinne teilweise gut, als dass es den
Einspracheentscheid
in Bezug auf die Ansprüche auf Dauerleis
tungen ab 1. August 2017 aufhob und die Sache an die
Z._
zurückwies, damit diese nach ergänzenden medizinischen Abklärungen
darüber
neu verfüge. Im Übrigen wies es die Beschwerde ab
(vgl.
Urk.
8/91/32)
.
Die
Z._
liess die Versicherte daraufhin von der
A._
AG orthopädisch begutachten (Expertise v
om
2
4.
Januar 2020, Urk. 8/91/5-33
) und verneinte die Unfallkausalität der geltend
gemachten Beschwerden mit rechtskräftigem
Einspracheentscheid
vom 2
1.
A
ugust 2020
(
vgl.
Urk.
8/91/2-4 und
Urk.
1 S. 3
).
Per 2
6.
August 2020 reduzierte
die Versicherte
ihr Pensum
beim Wohnheim
Y._
auf 22
%
(
Urk.
8/
114
).
1.2
Am
1
2.
September 2016
hatte
sich
die Versicherte
unter Hinweis auf
den Unfall
vom 1
1.
April 2016
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
ge
m
eldet
(Urk.
8/1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklär
ungen und
wies das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 2
1.
März 2018 (
Urk.
8/36) ab.
1.3
Am
2
7.
September 2018 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf Schmer
zen am rechten Fuss erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 8/47). Die IV-Stelle tätigte wiederum medizinische und erwerbliche Abklärungen und
zog insbesondere die Akten der Unfallversicherung bei
(vgl. etwa
Urk.
8/56 und
Urk.
8/91
)
.
Nach durchgefüh
rtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/107
und
Urk.
8
/115
) wies sie das
Leistungs
begehren
mit Verfügung vom
4.
Januar 2021
gestützt auf eine 39%ige Einschränkung im Erwerbsbereich (hypothetische Erwerbstätigkeit 73
%
) und
k
eine Einschränkung im Haushalt (Anteil 27
%
) bei einem Gesamtinvaliditätsgrad von 28
%
(Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
4.
Februar 2021
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei
die Sache zur Durchführung einer Abklärung im Haushalt und allenfalls zu ergänzenden medi
zinischen Abklärungen und zum Neuentscheid über ihre Invalidenrente an die Vorinstanz zurückzuweisen
. Am
1
7.
März 2021
(Urk.
7
) beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
2
4.
März 2021
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
9
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.4
Bei einer hypothetisch im Gesundheitsfall lediglich teilerwerbstätigen versicher
ten Person
ohne
Aufgabenbereich im Sinne von
Art.
27
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV)
bemisst sich die Invalidität rechtsprechungsgemäss nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs oder einer Untervari
ante (Schätzungs- oder Prozentvergleich, ausserordentliches Bemessungsverfah
ren) davon. Dabei ist das
Valideneinkommen
nach Massgabe der ohne Gesund
heitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen, wobei entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum, um mehr Freizeit zu haben, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen. Das In
valideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben da
nach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das
–
ärztlich fest
zulegende
–
Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung geleistete (BGE 131 V 51 E. 5.1.2; wiedergegeben in BGE 142 V 290 E. 5).
In Präzisierung dieser Rechtsprechung hat das Bundesgericht in BGE 142 V 290 entschieden, dass bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich die anhand der Einkommensvergleichsmethode zu e
rmittelnde Einschränkung im (al
lein versicherten) erwerblichen Bereich proportional – im Umfang der hypo
theti
schen Teilerwerbstätigkeit – zu berücksichtigen ist (E. 7.3).
1.
5
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
be
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
weisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbe
achtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete
die angefochtene leistungsabweisende Ver
fü
gung vom
4.
Januar 2021
(Urk. 2) damit, dass
die Beschwerdeführerin seit 1
1.
Januar 2017
in ihrer angestammten Tätigkeit als Pflegefachfrau zu 50
%
und
in einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei.
Eine höhere Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sei nicht belegt
, ge
sundheitliche Gründe, welche die Reduktion des Erwerbspensums auf 22
%
be
gründen würden, seien nicht ersichtlich
.
Im Erwerbsbereich (73
%
) ergebe
sich
ein
Teilinvaliditätsgrad von 39
%
. Im Haushalt (23
%
) sei sie nicht eingeschränkt,
womit
ein
rentenausschliessender
Gesamtinvaliditätsgrad
von 28
%
resultiere (S.
2
-3
).
Eine Haushaltsabklärung sei nicht erforderlich, sei doch nicht davon auszugehen, dass die
Einschränkung im Haushalt über 43
%
betrage und
deshalb
ein
IV-Grad von über 40
%
entstehe
(S.
3).
In ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
7) hielt sie ergänzend fest,
die Beschwerdef
üh
rerin sei im für die Beurteilung der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit massgebenden Zeitpunkt der Erstattung des Gutachtens der Unfallversicherung 59 Jahre und 9 Monate alt gewesen. Seit ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr
e
1989 sei sie einer Erwerbstätigkeit nachgegangen. Aus diesen und weiteren näher dargelegten Gründen sei die Verwertbarkeit ihrer Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zu bejahen (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber
auf den Standpunkt (Urk. 1),
sie sei seit vielen Jahren im Pflegeberuf tätig, seit über elf Jahren beim jetzigen Arbeitgeber. Dort werde sie sehr geschätzt, weshalb ihr ermöglicht worden sei,
das Arbeitspensum ihrem Gesundheitszustand entsprechend auf 22
%
anzu
passen
. Es könne ihr nicht zugemutet werden, die bestehende Anstellung aufzugeben, um mit völlig ungewissem, mit grosser Wahrscheinlichkeit aber fehlendem Erfolg auf eine Anstellung mit wesentlich höherem Pensum in einem anderen Beruf zu hoffen. Realistischerweise könne sie die restliche Erwerbstätigkeit nur in einem verwandten Beruf wie dem bisherigen verwerten. Ein solcher Beruf wäre
jedoch
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit einem ähnlichen körperlichen Belas
tungsprofil verbunden wie der bisherige. Über berufliche Ressourcen, die eine völlig andere Tätigkeit ermöglichen würden, verfüge sie angesichts ihrer Berufs
karriere nicht. Ein Berufswechsel könne ihr nicht zugemutet werden. Das Invali
den
einkommen sei deshalb anhand der zumutbaren Resterwerbsfähigkeit im angestammten Beruf zu bestimmen
(S. 4-5)
. In der angestammten Tätigkeit sei sie zu
22
%
arbeitsfähig
(30
%
ihres
ehemaligen 73 %-Pensums). Das in ihrem 22
%-Pensum erzielte Einkommen sei als Invalideneinkommen zu berücksich
ti
gen, womit im Erwerbsbereich ein Teilinvaliditätsgrad von 57
%
resultiere
.
Bei diesem Teilinvaliditätsgrad spiele es sehr wohl eine Rolle, wie hoch der Inva
li
ditätsgrad im Haushaltsbereich sei. Dass im Haushaltsbereich eine wesentliche Beeinträchtigung bestehe, könne zumindest nicht ausgeschlossen werden. Es sei deshalb eine Haushaltsabklärung durchzuführen. Die Sache sei dazu an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
, allenfalls habe diese dann noch weitere medizinische Abklärungen zu tätigen
(S
.
5
-6
).
3.
Vergleichs
zeitpunkt für eine für die Neuanmeldung relevante Veränderung des Gesund
heitszustands bildet die Verfügung vom 2
1.
März 2018 (Urk. 8/36),
mit wel
cher die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegehren abgewiesen hat.
4
.
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Vergleichszeitpunkt lässt sich unter anderem folgenden Berichten entnehmen:
4.1
Der behandelnde Dr. med.
B._
, Leiter F
usschirurgie am Departement Chi
rur
gie des
Spitals C._
, stellte in seinem Bericht vom 10. Januar 2017 (Urk. 8/56/115-116
) fol
gende Diagnosen:
1.
konsolidierte mediale
Malleolarfraktur
und konsolidierte Fraktur an Os
meta
tarsale
II - IV rechts vom 11. April 2016 bei Status nach ORIF Innenknöchel vom 19. April 2016 (Unfall)
2.
Transfermetatarsalgie
MTP II- bis IV-Köpfchen rechts im Rahmen eines Spreiz
fusses beidseitig (Krankheit)
Dazu hielt er zur 1. Diagnose fest, die Frakturen seien konsolidiert. Die Behand
lung des Unfalls könne abgeschlossen werden. Eine OSME sei bei asymptomatisch einliegendem Osteosynthesematerial aktuell nicht notwendig. In Bezug auf die 2. Diagnose ständen die Beschwerden am Vorfuss mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit nicht mit dem Unfall in kausalem Zusammenhang. Es werde wei
terhin dringend das Tragen der Schuheinlagen empfohlen. Diese müssten gege
benenfalls nochmal modifiziert werden. Eine entsprechende Notiz für das Ortho-Team
D._
sei der Beschwerdeführerin mitgegeben worden. Die aktuellen Beschwerden würden keine weitere Arbeitsunfähigkeit rechtfertigen. Die Behand
lung werde heute abgeschlossen.
4.2
Der um eine Zweitmeinung gebetene Dr. med.
E._
, Unfallchirurgie und Sport
verletzungen, führte in seinem Bericht vom 22. Februar 2017 (Urk. 8/56/124-125) folgende Diagnosen auf:
-
Status nach Überroll-/Quetschtrauma Fuss rechts vom 11. April 2016
-
Status nach dislozierter und instabiler medialer
Malleolarfraktur
-
Status nach offener Reposition, Schraubenosteosynthese
Malleolus
medialis
19. April 2016
-
Status nach basisnahen Frakturen Ossa
metatarsalia
II bis IV rechts
-
Status nach Ruhigstellung im OSG-Soft-Cast mit harter,
anmodellierter
Sohle für sechs Wochen
-
Spreiz-/Senkfuss beidseits, multiple degenerative Veränderungen
Lisfranc
- und MCP-Gelenk I
-
aktuell: Restbeschwerden Vorfussbereich rechts, belastungsabhängig
Dazu führte er aus, die noch bestehenden Restbeschwerden könnten gut nach
voll
zogen werden und entsprächen Zuständen nach verheilten Frakturen und erheb
li
chem Weichteiltrauma. Ungünstig auf die Gesamtsituation wirke sich die Ver
an
lagung zu Spreiz-/Senkfüssen aus. Seiner
Ansicht nach sollten die Schuh
ein
lagen eine bessere Abstützung im dorsalen Mittelfuss ermöglichen, um so den Vorfuss und
die Köpfchen
Metatarsale
II bis IV spürbar zu entlasten. Der Beschwerde
führerin habe er dazu ein Rezept mitgegeben mit der Bitte um Vor
stellung beim Ortho-Team zwecks Adaptation der abgegebenen Einlagen. Für die Verbesserung der kurzen Fussmuskulatur und der Fuss-Statik werde eine Serie Physiotherapie zwecks Instruktion von Übungen empfohlen. Eine entsprechende Verordnung habe er ihr zugestellt. Unter diesen Massnahmen empfehle er die nächsten drei Monate zu beobachten. Falls Bedarf bestehe, könne sie sich melden. Es bestehe weiterhin eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit.
4.3
Der behandelnde Prof.
Dr.
F._
hielt in seinem Bericht vom 2. Juni
2017 (Urk. 8/56/160-161) folgende Diagnose fest:
-
konsolidierte mediale
Malleolarfraktur
in sehr schöner Stellung und konsoli
dierte Frakturen Os
Metatarsalia
II bis IV rechts nach Unfall vom 11. April 2016
Dazu führte er aus, die Beschwerdeführerin habe sich gemeldet, weil sie sich durch das Osteosynthesematerial gestört fühle und dieses entfernt haben möchte. Von Seiten der
Malleolarfraktur
sei sie absolut beschwerdefrei, auch in der Arbeit im Alters- und Pflegeheim. Gestört fühle sie sich vor allem durch die beidseitigen Spreizfüsse, welche zwischenzeitlich bei Dr.
B._
beurteilt und konservativ therapiert worden seien. Eine Schraubenosteosynthese könne sicherlich problem
los durchgeführt werden, die Beschwerdeführerin wünsche dies im Oktober 2017 in einer Kurznarkose in einem ambulanten Setting.
4.4
Dr. med.
G._
, FMH für Allgemein- und Unfallchirurgie, stellte in seiner Aktenbeurteilung vom 14. Juli 2017 (Urk. 8/20/4-8) zu Händen der Unfallver
sicherung folgende Diagnosen (S. 3):
-
Status nach Überrolltrauma des rechten Fusses im Rahmen eines Verkehrsun
falls am 11. April 2016 mit dislozierter medialer
Malleolarfraktur
und basis
nahen Frakturen der Ossa
Metatarsalia
II bis IV rechts
-
Status nach offener Reposition und Schraubenosteosynthese des medialen
Malleolus
rechts am 19. April 2016
-
Spreiz-/Senkfuss beidseits
-
multiple degenerative Veränderungen im
Lisfranc
- und MTP-Gelenk I
Dazu hielt er fest, die von der Beschwerdeführerin subjektiv beklagten Beschwer
den könnten anhand der Unterlagen objektiviert werden, sie seien als Restzustand bei mehreren Frakturen im Mittelfussbereich und schwerem Weichteiltrauma zu interpretieren. Die vorbestehende Fussdeformität und die degenerativen Verän
derungen würden wahrscheinlich lediglich eine sekundäre Rolle spielen. Unter der Voraussetzung, dass sie in ihrem ursprünglichen Arbeitspensum wieder voll
um
fänglich arbeitsfähig sei, keine Therapie mehr durchgeführt werde und die Behandlung abgeschlossen sei, sei davon auszugehen, dass mit keiner namhaften
Besserung der Gesundheitsschädigung mehr gerechnet werden könne. Der Unfall sei prinzipiell die einzige Ursache der festgestellten gesundheitlichen Störung (S. 3).
In der beruflichen Tätigkeit als Pflegefachkraft unter Berücksichtigung eines Arbeitspensums von 73 % sei eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben. Die Beurtei
lung von Dr.
E._
vom 22. Februar 2017 sei schlüssig und nachvollziehbar. Im Rahmen des Überrolltraumas am rechten Fuss durch ein Auto sei es zu einer schweren Weichteilverletzung mit mehreren Frakturen am rechten Mittelfuss ge
kommen. Aufgrund dessen sei eine Restsymptomatik und ein verzögerter Hei
lungsverlauf absolut nachvollziehbar und dadurch zu erklären. Es sei nicht davon auszugehen, dass die Unfallfolgen vollständig ausgeheilt seien und die Restsymp
tomatik lediglich noch auf den Vorzustand zurückzuführen sei. Dieser sei nur von sekundärer Bedeutung und spiele bei der Symptomatik keine entscheidende Rolle (S. 4-5).
4.5
Nachdem die Unfallversicherung Dr.
G._
den Bericht von Prof. Dr.
F._
vom 2. Juni 2017 (E. 4.3 hievor) vorgelegt hatte, hielt er in einer weiteren Akten
beurteilung am 18. August 2017 ergänzend fest (Urk. 8/56/171-173), auch ohne Unfall wären die Beschwerden im Rahmen der Fussdeformität beidseits über
wie
gend wahrscheinlich früher oder später im heutigen Ausmass aufgetreten. Rein unfall
bedingt sei davon auszugehen, dass in der beruflichen Tätigkeit in einem 73 %-Pensum wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. Die aktuelle Arbeitsun
fähig
keit von 15 % könne nicht nachvollzogen werden. Mit einer namhaften Bes
se
rung der Gesundheitsschädigung könne nicht gerechnet werden, rein unfallbe
dingt müsse lediglich im Oktober dieses Jahres eine ambulante Metallentfernung durchgeführt werden, was zu einer Arbeitsunfähigkeit von maximal einer Woche führen werde. Die Fussdeformität werde mittels konservativer Massnahmen behandelt (S. 2-3).
4.6
Dr. med.
H._
, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, berichtete am 28. Janu
ar 2018 (Urk. 8/56/236), er sehe den derzeit noch geklagten plantaren Schmerz am
Metatarsaleköpfchen
III im Rahmen eines mechanischen Schmerzes im Sinne einer
Metatarsalgie
III bei wahrscheinlich nicht ideal zubereiteter Fussbettung. Der Schuhorthopäde werde kleinere Abänderungen am Schuh vornehmen. Er hoffe, dass durch eine geeignete Abstützung beziehungsweise Weichbettung der Restschmerz behoben werden könne. Die Kontrollen bei ihm ständen ohne Zwei
fel im Rahmen des Unfalls und es könne nicht von einer Krankheit ausgegangen werden.
5.
Die angefochtene Verfügung vom
4.
Januar 2021 basierte unter anderem auf fol
genden Berichten:
5.1
Der behandelnde
Dr.
med.
I._
,
stellvertretender Leiter Technische
Orthopädie
,
von der Universitätsklinik
J._
hielt in seinem Bericht vom
9.
September 2019 (
Urk.
8/84/4-
6
) folgende Diagnosen fest (S. 1):
-
p
ersistierende
Metatarsalgie
Fuss rechts, im Bereich des MTP IV rechts mi
t
/bei:
-
a
usgeprägtem Senk-/Spreizfuss
-
a
usgeprägtem Weichteilödem
-
S
tatus nach
dislozierter, medialer
Malleolarfraktur
und basisnaher Fraktur des Os
metatarsale
II-I
V recht
s
am 1
1.
April 2016
-
St
atus nach
offener Repos
i
tion und Schraubenosteosynthese rechts am 19.
April
2016
-
k
leines 3x4 mm messendes Morton Neurom
II
/
III
rechts
Dazu führte er aus, der Gesundheitszustand sei stabil. Die Beschwerdeführerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit als Pflegefachfrau maximal zu 50
%
arbeitsfähig,
das heisse vier Stunden am Tag. I
n einem angepassten Beruf bestehe hingegen keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit (S. 1-2).
5.2
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsap
p
arates und Fachärztin für O
r
thopädische Rheumatologie (D)
,
von der
A._
AG
,
stellte in ihrem Gutachten zu Händen der Unfall
ver
sicherung vom 2
4.
Januar 2020 (
Urk.
8/91/5-33
) folgende unfallrelevante ortho
pädisch-/traumatologische Diagnosen (S. 10):
-
knöchern konsolidierte Fraktur des medialen
Malleolus
und der basisnahen Frakturen der Ossa
metatarsalia
II-IV des rechten Fusses vom 1
1.
April 2016, Schrauben-Entfernung am medialen
Malleolus
rechts am 1
4.
November 2017
Zudem führte sie folgende nicht-unfallrelevante orthopädisch-/traumatologische Diagnosen auf (S. 10):
-
beginnende Arthrose des rechten Grosszehengrundgelenkes und
Metatarsalgie
D II-IV rechts bei Senk-Spreizfuss beidseits
-
Gonarthrose beidseits
-
Varikosis
beider Unterschenkel, links stärker als rechts
Dazu hielt sie fest,
im Bericht der Fusschirurgie des
Spitals C._
vom 1
0.
Januar 2017 (E. 4.1 hievor) sei eingeschätzt worden, dass die aktuellen Beschwerden keine weitere Arbeitsunfähigkeit mehr rechtfertigen würden und die Arbeitsunfähigkeit 0
%
ab dem 1
1.
Januar 2017 betrage. Mit dieser Einschätzung bestehe von orthopädisch-traumatologischer Seite Übereinstimmung. Bereits im Röntgen des rechten Sprunggelenkes und des rechten Fusses vom 1
5.
Juli 2016 habe eine knöcherne Konsolidierung der medialen
Malleolarfraktur
bestanden in anatomischer Stellung mit kongruenter
Malleolengabel
sowie in Konsolidation befindliche
undislozierte
Basisfrakturen der
Metatarsalia
II bis IV. Im Röntgen des rechten Fusses vom
2.
September 2016 seien die Basisfrakturen der
Metatarsalia
II
bis IV ohne intraartikuläre Stufenbildung knöchern konsolidiert gewesen. Dazu passe auch, dass die Beschwerdeführerin am
4.
August 2016 von der Orthopädie und Traumatologie des
Spitals C._
eine Bestätigung für ihren Arbeitgeber
erhalten habe
, dass sie ohne medizinisches Risiko für vier Wochen nach Indien in die Ferien fliegen
könne
(S. 10)
.
Im Bericht der Physikalischen Medizin der Universitätsklin
i
k
J._
vom
9.
August
2019
seien
die mecha
nischen Beschwerden des rechten Fusses am ehesten im Rahmen der beginnenden degenerativen Veränderungen, der Fussfehlstellung und der Burs
i
tiden bedingt eingeschätzt
worden
. Hinweise für ein akutes flor
i
des CRPS
hätten
nicht
be
standen, auch nicht für eine entz
ü
ndliche rheumat
i
sche Grunderkrankung. Auch mit dieser Einschätzung besteh
e
auch anhand der aktuellen Untersu
chungs
be
funde von orthopädisch-traumato
logischer Seite Übereinstimmung (S. 10).
Die subjektiv beklagten Beschwerden könn
t
en nur zum geringen Teil objektiviert werden. Insbesondere
beständen
Diskrepanzen zwischen den nur ge
ringfügigen objektivierbaren kli
nischen und radiologischen Untersuchungsbefunden und dem angegebenen Ausmass der Beschwerden
.
Die angegebene belastungsabhängige Schwellneigung des rechten Vor- und Mittelfusses
habe
im Rahmen der hiesigen
orthopädisch-traumatologischen Untersuchung trotz Anreise aus
L._
nicht
bestand
en
. Die angegebenen Druckschmerzen unter dem
Metatarsa
l
e
-Köpfchen D III des rechten Fusses
seien
auch w
ä
hrend der gutachterl
i
chen Untersuchung an
gegeben
worden
. Die beschriebenen Verhärtungen in beiden distalen Oberschen
keln
hätten von orthopädisch-t
raumatologische
r Seite nicht objektviert werden können (S. 11).
In ihrer angestammten Tätigkeit als Pflegefachfrau sei die Beschwerdeführerin bezogen auf ein 100
%
-Pensum zu 100
%
arbeitsfähig. Bei fehlenden objek
tivier
baren klinischen und radiologischen Korrelaten für das hier angegebene Ausmass der Beschwerden im Bereich des rechten Fusses sei die aktuelle 70%ige Arbeits
unfähigkeit der Beschwerdeführerin von orthopädisch-traumatologischer Seite nicht
nachvollziehbar (S. 13). Körperlich leichte bis mittelschwere wechselbe
lastende Tätigkeiten ohne ständige
s
Knien, Hocken oder Treppensteigen seien ihr zu 100
%
zumutbar (S. 14).
5.3
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Chirurgie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
führte in seiner Stellungnahme
vom
7.
Februar 2020
zum Gutachten
(Urk
.
8/105/6)
folgende Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf:
-
knöchern konsolidierte Fraktur des medialen
Malleolus
und der basisnahen Frakturen der Ossa
metatarsalia
II-IV des rechten Fusses vom 1
1.
April 2016, Schrauben-Entfernung am medialen
Malleolus
rechts am 1
4.
November 2017
Zudem stellte er folgende Diagnosen ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit:
-
beginnende Arthrose des rechten Grosszehengrundgelenkes und
Metatarsalgie
D II-IV rechts bei Senk-Spreizfuss beidseits
-
Gonarthrose beidseits
Dazu führte er
aus, die Beschwerdeführerin sei in ihrer bisherigen Tätigkeit als
Pflegefachfrau
vom 1
1.
April 2016 bis 1
0.
Januar 2017 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Seither bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
.
Tätigkeiten mit Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, mit Ersteigen von Treppen, Leitern und Gerüsten, mit Gehen auf unebenem Grund, in kniender oder kniebeugender Kör
perhaltung sowie überwiegende Geh- und Stehbelastung seien zu vermeiden. In einer angepassten körperlich leicht bis mittelschweren wechselbelastenden Tätig
keit ohne ständige
s
Knien, Hocken oder Treppensteigen sei sie vom 1
1.
April 2016 bis 1
0.
Januar 2017 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Seither bestehe keine Ein
schränkung mehr.
Bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als
Pflegefachfrau
sei vom Gutachten abzuweichen. Es sei nicht plau
sibel, dass die Beschwerdeführerin mit der krankheitsbedingten Gonarthrose ge
mäss dem angegebenen Belastungsprofil trotzdem zu 100
%
arbeiten könne. Aus versicherungsmedizinisch theoretischer Sicht sei das von ihr geleistete Pensum von höchstens 50
%
durchaus plausibel und auch so im Arztbericht von
Dr.
I._
(
E. 5.1 hievor) bestätigt worden (
U
rk.
8/105/6
)
.
5.4
Die behandelnden
Dr.
med.
N._
, Leiter Fusschirurgie, und
Dr.
med.
O._
, Ober
arzt Orthopädie, von der Universitätsklinik
J._
führten in ihrem Bericht vom 1
5.
Mai 2020 (
Urk.
8/113) aus, die Beschwerdeführerin berichte von einem unveränderten Verlauf.
Die Beschwerden seien am ehesten auf die Degeneration der plantaren Platte
Dig
. II und III zurückzuführen. Es werde weiterhin ein kon
servatives Vorgehen empfohlen. Ultima
ratio
sei nach Ausschöpfen aller konser
vativen Therapieoptionen die Durchführung einer
Maceira
-Osteotomie
Dig
. II/III und einer Hohmann-Prozedur
Dig
. II/III. Sie seien hier aufgrund der nicht 100%ig fassbaren Beschwerden sehr zurückhaltend. In einem überwiegend gehenden oder stehenden Beruf mit den Anforderungen einer pflegerische
n
Tätigkeit sei daher plausibel, dass dauerhaft keine 100%ige Arbeitsfähigkeit mehr bestehe. Gemäss der Beschwerdeführerin sei ein IV-Verfahren hängig. Da dieses durch die Corona-Problematik verzögert worden sei, erfolge nochmals eine
Arbeitsunfähigkeit
für 70
%
bis zum 3
0.
Juni
202
0.
Einer angepassten Tätigkeit in einem überwiegend sitzenden Beruf steh
e
aus orthopädischer Sicht indes nichts im Wege.
6.
Die Beschwerdeführerin leidet seit ihrem am 1
1.
April 2016 erlittenen Unfall an Fussbeschwerden. Ob sich diese seit dem Vergleichszeitpunkt in invalidenver
si
cherungsrechtlich relevantem Ausmass verändert haben, erscheint fraglich. Dies insbesondere mit Blick auf das Gutachten von
Dr.
K._
sowie die Stellungnahme von
Dr.
M._
vom RAD, gemäss welchen die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin seit dem 1
1.
Januar 2017 unverändert ist. Die behandelnden Ärzte be
schreiben den Zustand der Beschwerdeführerin als stabil
, eine Veränderung in Bezug auf die anhaltenden Beschwerden ist ihren Berichten nicht zu entnehmen.
Die attestierte 70%ige Arbeitsunfähigkeit begründeten sie im aktuellsten Bericht mit dem durch die Corona-Problematik verzögerten IV-Verfahren, was für die Anerkennung einer
invalidenversicherungsrechtlich relevanten
Verschlechterung des Gesundheitszustandes offensichtlich nicht ausreicht.
Wie es sich
in Bezug auf eine angebliche Veränderung des Zustandes
verhält, kann mit Blick auf die nachfolgenden Ausführungen jedoch letztlich offenbleiben.
7.
7.1
Das orthopädische Gutachten von
Dr.
K._
von der
A._
AG vom 2
4.
Januar 2020 (E. 5.2 hievor) beruht auf den erforderlichen Untersuchungen, ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der und in Aus
einandersetzung mit den fallrelevanten
Vorakten
erstellt. Die Gutachterin legte die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar, beurteilte die medizinische Situation überzeugend und setzte sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander.
Sie zeigte auf, dass die subjektiv beklagten Beschwerden nur zum geringen Teil objektiviert werden
können. Ins
besondere
bestehen
Diskrepanzen zwischen den nur geringfügigen objektivier
baren klinischen und radiologischen Untersuchungsbefunden und dem ange
gebenen Ausmass der Beschwerden. Bei fehlenden objektivierbaren klinischen und radiologischen Korrelaten für das angegebene Ausmass der Beschwerden im Bereich des rechten Fusses
erachtete sie
die aktuelle 70%ige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin von orthopädisch-traumatologischer Seite
her als
nicht nachvollziehbar
.
Die Gutachterin gelangte so
dann zum begründeten Schluss, dass
die Beschwerdeführerin in jeglicher körperlich leichten bis mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit ohne ständiges Knien, Hocken oder Treppensteigen - so auch in ihrer angestammten Tätigkeit als Pflegefachfrau - bezogen auf ein 100
%
-Pensum zu 100
%
arbeitsfähig ist.
Das Gutachten entspricht damit den rechtsprechungsgemässen Anfor
derungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 1.6 hievor).
7.2
Die Beweiskraft des Gutachtens ist grundsätzlich unbestritten.
Die Ansichten der Parteien divergieren einzig in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin in ihrer angestammten Tätigkeit, doch kann deren Umfang mit Blick auf
die nachfolgenden Ausführungen letztlich offenbleiben. Ausgewiesen ist hinge
ge
n die 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer den Beschwerden angepassten Tätig
keit, welche von den behandelnden Ärzten spätestens mit Bericht vom
9.
September 2019 attestiert und nach der Begutachtung anlässlich der Untersuchung vom 1
4.
Mai 2020 wiederum bestätigt wurde (E. 5.1 und E. 5.4 hievor).
8.
8.1
Die Beschwerdeführerin ist unbestritten in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig. Dies ist spätestens seit der Begutachtung durch
Dr.
K._
bekannt (
Expertise vom 2
4.
Januar 2020, vgl. E. 5.2 hievor), wurde vom behandelnden Dr.
I._
aber bereits im Bericht vom
9.
September 2019 so bestätigt (E.
5.1 hievor).
Die Beschwerdeführerin bestritt unter anderem aufgru
nd
ihres Alters die Verwertbarkeit ihrer Resterwerbsfähigkeit.
8.2
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 2.1 mit Hinweis).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis
tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhan
dene
Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwend
barkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138
V
457 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher
Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Gemäss BGE 138 V 457 richtet sich der Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, nach dem Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbs
tätig
keit (E. 3.3). Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Er
werbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuver
lässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.1; vgl. BGE
138
V 457 E. 3.4).
8.3
Die Beschwerdeführerin
wies im
massgebenden
Zeitpunkt der Arbeitsfähig
keitseinschätzung durch die Gutachterin der
A._
AG noch eine Resterwerbszeit von mehr als vier Jahren auf.
Sie
verfügt über
ausreichend
Schul
bildung und eine Ausbildung als Pflegefachfrau HF, wohnt und arbeitet seit über 30 Jahren in der Schweiz und wurde vor über 15 Jahren eingebürgert (vgl. Urk. 8/47), womit von guten Sprachkenntnissen
auszugehen ist
.
Sie verblieb je
weils mehrere Jahre am selben Arbeitsplatz,
was auf eine Tätigkeit zur Zufrie
denheit der jeweiligen Arbeitgeber hindeutet
.
S
ie
war
seit ihrer Einreise in die Schweiz im Jahre 1989 stets erwerbstätig und ist
- in einem
kleinen
Pensum -
noch immer im
ersten
Arbeitsmarkt integriert. Unter diesen Umständen ist
trotz eines Berufswechsels
nicht davon auszugehen, dass die verbleibende Akti
vitäts
dauer von rund vier Jahren einen durchschnittlichen Arbeitgeber davon abhalten würde, die mit einer Beschäftigung der Beschwerdeführerin ver
bundenen Risiken (wie mögliche krankheitsbedingte Ausfälle, allfällige berufli
che Unerfahrenheit
und altersbedingt geringere Aufnahmefä
higkeit) einzugehen. Da Hilfsarbeiter
inn
en auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeits
markt grundsätzlich altersunab
hängig nachgefragt werden und angesichts der relativ hohen Hürden, die das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Rest
arbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt hat (vgl.
hiezu
Urteil des Bundes
ge
richts 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.2 in
fine
mit Hinweisen), ist ein in
validenversicherungsrechtlich erheblicher fehlender Zugang zum Arbeitsmarkt zu verneinen.
Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin zwar an Fussbeschwerden leidet, in einer
angepassten körperlich leicht bis mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit ohne ständige
s
Knien, Hocken oder Treppensteigen aber
voll leistungsfähig
ist.
Mit diesen Ein
schränkungen steht ihr ein ausreichend grosses Betätigungsfeld
auf dem in Frage kommenden
ausgeglichenen
Arbeitsmarkt offen. In Betracht fallen etwa einfache Kontroll-, Prüf- und Ü
berwachungsarbeiten sowie
Sortier- und Verpackungs
tätigkeiten, welche
keine
lange Einarbeitungszeit
,
Ausbildung oder Umschulung
erfordern
(vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_172/2019 vom 2
2.
Juli 2019 E. 4.5 und
8C_77/2019 vom 8.
März 2019 E. 3.2.3).
Umstände, die gegen die Zumut
barkeit der Selbsteingliederung in eine derartige Tätigkeit sprechen, liegen nicht vor, womit
von einer Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auszugehen
ist
.
Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte, ein Berufswechsel sei ihr a
ufgrund ihres beruflichen Werdegangs nicht zumutbar (
Urk.
1 S. 5), ist festzuhalten, dass
sich keine Hinweise darauf ergeben, da
ss
sie
in ihrer
Anpassungs
- oder Um
stellungs
fähigkeit
eingeschränkt ist.
Sie hat zudem bereits mehrfach ihren Arbeit
geber gewechselt (vgl.
Urk.
8/
79
), sodass nicht einzusehen ist, weshalb sie eine Tätigkeit als Hilfsarbeiterin ausserhalb des Gesundheitswesens nicht ausüben könnte und weshalb ihr eine solche nicht zumutbar sein soll
(vgl. Urteil des Bun
desgerichts 9C_356/2014 vom 1
4.
November 2014 E. 3.2)
.
So wird denn auch nicht von ihr verlangt,
die bestehende Anstellung aufzugeben, um
arbeitslos
auf eine Anstellung mit wesentlich höherem Pensum in einem anderen Beruf zu hoffen
(vgl.
Urk.
1 S. 4
),
hat sie doch ihre Anstellung nicht zu kündigen, bevor sie eine neue gefunden hat.
Für die Berechnung des Invalideneinkommens ist deshalb auf das Einkommen gemäss LSE 201
8
TA 1, Kompetenzniveau 1, Total, Frauen, abzustellen.
8.4
Bei diesem Ergebnis kann offenbleiben, ob die Beschwerdeführerin in ihrer ange
stammten Tätigkeit zu 50
%
oder zu 30
%
arbeitsfähig ist
, ebenso ob die Reduk
tion ihres Pensums auf 22
%
aus gesundheitlichen Gründen erforderlich war
.
Von weiteren medizinischen Abklärungen - wie von der Beschwerdeführerin be
antragt - sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipier
ter Beweiswürdigung (
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen)
ver
zichtet wird.
8.5
Die Beschwerdegegnerin ging bei der Berechnung des IV-Grades von einem
Vali
deneinkommen
von Fr. 89'576.7
0
in einem hypothetischen 100
%
-Pensum
und einem Inva
lideneinkommen
von Fr.
54'954.6
0
in einer den Beschwerden an
ge
passten 100%igen Hilfstätigkeit
aus (vgl. Urk.
8
/
104/1
). Dies ist nicht
zu bean
standen und
wurde
auch von der
Beschwerdeführer
in
nicht
weiter
gerügt
.
Im
Erwerbsbereich (Anteil 73
%
) ergibt
sich daraus
ein
Teilinvaliditätsgrad von 28.22
%.
9.
9.1
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b). Die für
die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde.
Die Beschwerdeführerin gab anlässlich eines am 2
6.
Oktober
2016 geführten Standortgespräches an, sie habe ihr 73
%
-Pensum aus persönlichen Gründen so gewählt. Sie habe noch einen Haushalt zu verrichten und Kinder. Bei guter Gesundheit würde sie weiterhin 73
%
arbeiten (
Urk.
8/9/2).
Angesichts dessen, dass die beiden 1991 und 1995 geborenen Kinder der Beschw
er
deführerin im Zeitpunkt der Neuanmeldung im Jahre
2018
bereits 23 und 27 Jahre alt waren und ihr Ehemann inzwischen pensioniert ist (vgl. Urk. 8/1/2-3)
,
ist fraglich, ob
bei ihr ein Aufgabenbereich im Sinne von Art. 27 IVV anerkannt werden kann oder ob sie nicht vielmehr aufgrund ihrer eigenen Angaben als Teilerwerbstätige zu qualifizieren ist. Dies kann aber letztlich mit Blick auf die nachfolgenden Ausführungen offenbleiben.
9.2
Damit Anspruch auf mindestens eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung bestünde, wäre bei einem Teilinvaliditätsgrad von 28.22
%
im Erwerbsbereich selbst bei Anerkennung eines Aufgabenbereichs eine Einschränkung im Haushalt von mindestens 41.78 % erforderlich
([39.5 - 28.22] / 27)
.
Aus den Unterlagen ergeben sich keinerlei Hinweise,
welche eine Einschränkung in diesem Ausmass rechtfertigen würden.
Dies insbesondere auch m
it Blick auf den Umstand, dass die subjektiv beklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin gemäss Gutachterin
Dr.
K._
nur zum geringen Teil objektiviert werden können, sie unbestritten in einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig ist und von ihrem
pensionierten
Mann und ihrem erwachsenen Sohn
aufgrund ihrer
Scha
denminderungspflicht
(vgl. dazu BGE 133 V 504 E. 4.2)
eine Mithilfe
im Haushalt erwartet werden kann
.
Der exakte Umfang der Einschränkungen im Haushalt kann
somit
letztlich offenbleiben. In Anbetracht dieser Umstände ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf eine Abklärung im Haushalt
ver
zichtet
hat
(vgl. dazu auch
das
Urteil des Bundesgerichts 9C_103/2010 vom
2.
September 2010 E. 2.2)
und
von einem
rentenausschliessenden Invaliditätsgrad
ausgegangen ist
.
Dies führt zur Abweisung
der Beschwerde.
10.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die Gerichtskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ermessensweise
auf
Fr.
800
.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.