Decision ID: dabc153f-d9a8-4115-af57-09032b4ab64f
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1961 geborene
X._
war
seit
2002
als
G
ärtner bei der
Y._
tätig (Urk.
8/11
). Am 3
1.
Januar 2011 meldete er sich unter Hinweis auf eine seit August 2010 bestehende Krankheit bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/1).
A
b
1.
März 2011
nahm
er seine an
gestammte
Erwerbstätigkeit
wieder
schrittweise
auf
(Urk. 8/19, Urk. 8/20)
. Ab dem
1.
Januar 2012 arbeitete der Versicherte wieder zu 100 % (Urk. 8/23/5).
Mit Verfügung vom 29.
Mai 2012
verneinte
die
IV-Stelle
einen Rentenanspruch
(Urk. 8/27).
1.2
Am
23.
Juni 2018
meldete sich
der
Versicherte unter Hinweis auf
eine Diskusher
nie
erneut bei der IV-Stelle
zum Leistungsbezug an (Urk. 8/30
)
. Die IV-Stelle
tä
tigte medizinische und erwerbliche Abklärungen
und
gewährte als Frühinterven
tionsmassnahme
am 2
4.
Januar 2019 eine Potentialabklärung
bei der
Z._
(Urk. 8/44).
Nach Abschluss der
beruflichen Ein
g
liederungsmassnahmen
(vgl.
Mitteilung vom
8.
März 2019,
Urk.
8/55
)
prüfte
die IV-Stelle den
Rentenanspruch
. Nach durchgefüh
rtem Vorbescheidverfahren (Urk.
8/60
, Urk. 8/67
) wies sie das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
1
1.
Juni 2019 (Urk. 8/71
=
Urk.
2) ab.
2.
Der Versicherte erhob am
11.
Juli 2019
Beschwerde gegen die Verfügung vom
11.
Juni 2019
(
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben und es sei ihm eine Invalidenrente zuzusprechen. Eventuell sei
er
medizinisch zu begutachten.
In pro
zessualer Hinsicht ersuchte er um unentgeltliche Prozessführung und
unentg
elt
liche Rechtsvertretung (Urk. 1 S.
2).
Am
20.
August 2
01
9 (Urk. 7
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Be
schwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
2
2.
August 2019
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
9
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Ver
fügung vom 1
1.
Juni 2019 (
Urk.
2) damit, dass der Beschwerdeführer als Garten
baumitarbeiter weiterhin zu 75 % arbeitsfähig sei. In einer seinen Beschwerden angepassten Tätigkeit sei er zu 100 % arbeitsfähig. Die gesetzliche Wartefrist sei wegen der 75%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit nicht erreicht (S. 1).
2.2
Der Beschwerdeführer
stellte sich demgegenüber
aus näher genannten Gründen (vgl. Rz 12 ff.)
auf den Standpunkt (
Urk.
1),
das Verfahren
hätte nicht alleine mit einem Aktenbericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), der mit keinem der übrigen Berichte in den Akten in Übereinstimmung stehe, entschieden werden dürfen (
S. 9
Rz 20). Die Beschwerdegegnerin habe nicht begründet, weshalb
er
keinen Anspruch
auf Integrationsmassnahmen im Rahmen von
Art.
14a IVG ha
ben solle (
S. 9 f.
Rz 22). Ohne den Anspruch auf Integrationsmassnahmen geprüft zu haben, sei der Entscheid über die Rente verfrüht gefallen (
S. 10
Rz 23).
Vor
liegend sei keinerlei Auseinandersetzung mit seinem Einwand, die Ergebnisse der Potentialabklärung würden in Widerspruch zu den medizinischen Beurteilungen des RAD stehen, erfolgt. Damit sei sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden (
S. 12
Rz 30).
2.3
Im Rahmen seiner ersten Anmeldung nahm der
Beschwerdeführer seine ange
stammte Tätigkeit zu 75 % ab dem 20. Juni 2011 (Urk. 8/20) beziehungsweise später zu 100 % (Urk. 8/23/5) wieder auf.
Am
29. Mai 2012 (Urk. 8/27) verneinte
die Beschwerdegegnerin
einen Rentenanspruch
.
Die
neue
Anmeldung vom
2
3.
Juni 2018 (Urk.
8/30) erfolgte, nachdem der Beschwerdeführer
seine
Arbeits
stelle verloren hatte.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts handelt es sich bei
der Anmeldung vom 23. Juni 2018
somit
nicht um eine Neuanmeldung
im Sinne von
Art.
87
Abs.
3 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
. Vielmehr ist diese gleich wie eine erstmalige Anmeldung zu behandeln (Urteil des Bundesgerichts 8C_876/2017 vom 1
5.
Mai 2018, E. 4.1).
Strittig und zu prüfen ist die Arbeitsfähigkeit de
s
Beschwerdeführer
s
.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
,
führte mit
Bericht vom
2
5.
Juli 2018 (Urk. 8/34)
aus, er behandle den Beschwerdeführer seit 1998, wobei die letzte Kontrolle am
6.
Juli 2018 stattgefunden habe (
Ziff.
1.1). Er nannte folgende Diagnosen (
Ziff.
2.1):
-
chronisch, rezidivierende asthmatische Bronchitis
-
multiple
transitori
sche ischämische Attacke (TIA)
mit Hemisyndrom rechts bei Foramen ovale
-
persistierendes Foramen ovale
(
PFO
)
Verschluss
,
B._
-
Ulcus ventriculi
-
Helicobacter pylori positive Gastritis / Ulcus mit sekundärer Anämie
-
koronare Her
z
krankheit mit Stent
Ramus interventricularis anterior
(
RIVA
)
,
B._
-
m
etabolisches Syndrom mit diabetischer Stoffwechsellage, arterieller Hy
pertonie, Adipositas
-
psychiatrische Behandlung im
C._
wegen Depressionen bei belasteter psychosozialer Situation
Der B
eschwerdeführer sei seit dem 1.
Dezember 2017 arbeitslos. Die
frustrierende
Suche nach eine
m
geeigneten Arbeitsplatz nach der Scheidung
habe den Be
schwerdeführer belastet
, die Betreuungssituation der gemeinsamen Kinder sei
un
geklärt (Ziff.
2.2).
Neben den diversen
physischen
Einschränkungen, insbesondere de
m
leichten Resthemisyndrom rechts und der ausgeprägten Adipositas
,
bestün
den erhebliche sprachliche und kulturelle Schwierigkeiten, eine weitere Stelle zu finden (Ziff. 2.7).
3.2
I
m Auftrag der Beschwerdegegnerin
wurde d
ie Eingliederungs- und Arbeitsfähig
keit des Beschwerdeführers
vom
4.
Februar bis
1.
März 2019
im
Z._
abgeklärt (Urk.
8/54
). Im Schlussbericht der Po
tentialabklärung
vom
1.
März 2019
wurde festgehalten, dass
eine Integration in den freien Arbeitsmarkt als verfrüht angesehen werde. Der Beschwerdeführer habe zu starke körperliche Defizite/Schmerzen (Rücken), Übergewicht sei ein Thema (30 kg Gewichtszunahme seit Arbeitslosigkeit), er habe Mühe mit Stress und Drucksituationen (zum Beispiel Zug fahren, Zeitdruck), sein Arbeitstempo sei unterdurchschnittlich (
t
agesformabhängig), es bestehe eine Sprachbarriere (Deutsch verstehe er rudimentär, sprechen sei nicht möglich) und momentan seien nur sitzende Tätigkeiten möglich. Der Aufbau einer Tagesstruktur in
Form einer Beschäftigung in einem Arbeitsprogramm (Sozialdienst) und
der Aufbau
der Deutschkenntnisse
werde
empfohlen. Es werde empfohlen, nach sechs bis zwölf Monaten stabiler Tätigkeit im Arbeitsprogramm ein Zusatzgesuch an die Be
schwerdegegnerin zu stellen, um die Arbeitsintegration allenfalls
wiederaufzu
nehmen
(S. 5).
3.3
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.1)
führte mit Bericht vom
13.
März 2019 (Urk. 8/58
/1
)
aus, seinem letzten Bericht
sei inhaltlich nichts beizufügen. Seither
habe er den Beschwerdeführer lediglich am 15.
Oktober 2018 nochmals gesehen.
Der Be
schwerdeführer
sei seit über einem Jahr arbeitslos, nachdem ihm nach 15 Jahren gekündigt worden sei.
3
.
4
Dr.
med.
Dr.
rer. pol. D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
führte
mit Stellungnahme vom 1.
April 201
9
(Urk. 8/59/3-4)
aus,
b
ei fehlenden neuen medizinischen Gesichtspunkten sei der Beschwerdeführer in der zuletzt ausgeführten Tätigkeit weiterhin zu 75 % arbeits
fähig. Eine adaptierte Tätigkeit könne er vollschichtig ausführen. Eine adaptierte Tätigkeit müsse wechselbelastend, teils sitzend, teils ebenerdig gehend oder ste
hend ausgeführt werden, wobei die Sitzphase 50 % der Tätigkeit ausmachen sollte. Das sporadische Anheben und Tragen von mittelschweren Gewichten (10 bis 15 kg) sei nicht zumutbar.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin vertrat in der angefochtenen Verfügung die Ansicht,
der Beschwerdeführer
sei
als Gartenbaumitarbeiter weiterhin zu 75
%
arbeitsfähig. In einer seinen Beschwerden angepassten Tätigkeit sei er zu 100
%
arbeitsfähig. Die gesetzliche Wartefrist sei wegen der 75%igen Arbeitsfähigkeit in der angestamm
ten Tätigkeit nicht erreicht
(vgl. vorstehend E. 2.1)
.
Dabei stützte sie sich insbe
sondere auf die RAD-Beurteilung (vorstehend E. 3.
4
).
Wie erwähnt, führte
RAD-Arzt
Dr.
D._
aus, der Beschwerdeführer
sei
in der zuletzt ausgeführten Tätigkeit weiterhin zu 75
%
und in einer angepassten Tätig
keit zu 100 %
arbeitsfähig. Eine
angepasste
Tätigkeit müsse wechselbelastend, teils sitzend, teils ebenerdig gehend oder stehend ausgeführt werden, wobei die Sitzphase 50
%
der Tätigkeit ausmachen sollte. Das sporadische Anheben und Tragen von mittelschweren Gewichten (10 bis 15 kg) sei nicht zumutbar (vorste
hend E. 3.
4
).
4.2
In den Akten finden sich
– nebst der RAD-Einschätzung -
einzig aktuelle medi
zinische Berichte des
Hausarzt
es Dr.
A._
(vgl. vorstehend E. 3.1, E. 3.3). Daraus gehen jedoch weder aktuelle Diagnosen hervor, noch wurde beurteilt,
in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
der Beschwerdeführer
arbeits
(
un
)
fähig ist
.
4.
3
RAD-Arzt
Dr.
D._
nahm
ausserdem
keine eigene Untersuchung, sondern le
diglich eine Aktenbeurteilung vor, was den Beweisanforderungen (vgl. vorste
hend E. 1.
4
) kaum zu genügen vermag. Praxisgemäss kommt einer reinen Akten
beurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beru
henden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und die Schlussfolgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts 8C_971/2012 vom 1
1.
Juni 2013 E. 3.4).
Eine Begründung für die Annahme einer 75%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten und einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer angepass
ten Tätigkeit fehlt gänzlich. Zudem setzte sich
der RAD-Arzt
nicht mit dem Um
stand auseinander, dass im Rahmen einer Potentialabklärung keine Arbeitsfähig
keit für den ersten Arbeitsmarkt festgestellt werden konnte
(vgl. vorstehend E. 3.2)
.
4.
4
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach
Art.
49
Abs.
2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständi
g
engutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom
3.
Ok
tober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7). Solche Zweifel bestehen vorliegend, weshalb der RAD-Bericht keinen ge
nügenden Aufschluss über die Arbeitsfähigkeit de
s
Beschwerdeführer
s
zu geben vermag.
Da
keine andere
verlässliche und nachvollziehbare Einschätzung der ver
bliebenen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen sowie in einer angepassten Tätigkeit
vorhanden ist, fehlt es an der Grundlage für einen Entscheid.
5.
5.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der ent
scheidrelevante Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
5.2
Vorliegend wurde der entscheidrelevante Sachverhalt, nämlich die Frage der Ar
beitsfähigkeit des Beschwerdeführers, ungenügend abgeklärt. Es ist daher ange
zeigt, die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die Ar
beitsfähigkeit des Beschwerdeführers in geeigneter Weise abkläre und hernach die Frage von beruflichen Massnahmen prüfe oder gegebenenfalls erneut über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers entscheide.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
Damit
erübrigen sich Ausführungen zu beantragten Integrationsmassnahmen und der geltend gemachten Verletzung des rechtlichen Gehörs
(vgl. vorstehend E. 2.2)
.
6
.
6
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr. 5
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
.
6
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat
.
Nach
§
34
Abs.
3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf
den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialver
sicherungsgericht (GebV SVGer) wird namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers machte mit Honorarnote vom 23. Januar 2020 einen Aufwand von 11 Stunden (5.20 Stunden für Aktenstu
dium, Erarbeiten Beschwerde gegen Verfügung der IV vom 1
1.
Juni 2019, 4.5 Stunden Erarbeiten Beschwerde gegen Verfügung der IV vom 1
1.
Juni 2019, 0.10 Stunden für Durchsicht Verfügung Sozialversicherungsgericht vom 1
8.
Juli 2019, 0.20 Stunden für Durchsicht Verfügung Sozialversicherungsgericht vom 2
2.
Au
gust 2019 und Beschwerdeantwort und vorsorglich 1 Stunde Urteilsstudium und Besprechung mit Klient) und Barauslagen von
Fr.
82.50 geltend (
Urk.
10 S. 2).
Der geltend gemachte Aufwand von
11
Stunden ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen
.
Insbesondere die verrech
neten Aufwendungen im Zusammenhang mit der Beschwerdeschrift erscheinen überhöht. Angesichts der
wenigen
zu studierenden Aktenstücke der Beschwerde
gegnerin, des Aufwands für die Beschwerdeschrift sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträge ist die Entschädigung bei Anwendung des gerichtsübli
chen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2’000
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
6
.3
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erweist sich das Gesuch
des Beschwerdefüh
rers
um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung
(vgl. Urk. 1 S. 2)
als gegenstandslos.