Decision ID: 546be096-e238-4489-96b4-8f8707e7f790
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil der 1. Abteilung des Bezirksgerichtes Pfäffikon vom 15. Dezember 2020; Proz. CG180006
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Rechtsbegehren:
des Klägers (act. 1 S. 2)
Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger den vollen Schadenersatz dafür zu leisten, dass er aufgrund der Beweisvereitelung seitens der  der Suva-Rente verlustig ging, wobei im Hinblick auf den Streitwert von einem minimalen Betrag von CHF 50'000 ausgegangen wird und eine abschliessende Bezifferung nach Durchführung des Beweisverfahrens (insbesondere Festlegung des unfallversicherungsrechtlichen  Invaliditätsgrades und der damit zu kapitalisierenden entgangenen Suvarente);
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten der Beklagten.
der Beklagten (act. 17 S. 2)
1. Die Klage vom 16. November 2018 sei vollumfänglich abzuweisen;
2. alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, letztere zuzüglich die  Mehrwertsteuer von derzeit 7.7 %, zulasten des Klägers.
Urteil des Bezirksgerichtes:
1. Die Klage wird abgewiesen.
2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 5'550.-- festgesetzt.
3. Die Gerichtskosten werden dem Kläger auferlegt.
4. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von Fr. 8'500.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
5./6. (Mitteilungen, Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
des Klägers (act. 66 S. 2):
Es sei in Aufhebung des angefochtenen Urteils die Klage gutzuheissen, eventualiter die Sache zur Neubeurteilung zurückzuweisen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungsbeklagten.
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Considerations:
Erwägungen:
1.1 Der Kläger war vom 1. Februar 2005 bis am 30. November 2012 bei der Be-
klagten als Anlage- und Maschinenführer angestellt; dabei arbeitete er insbeson-
dere an einem sogenannten Extruder.
1.2 Am 3. September 2009 meldete der Kläger bei der Schweizerischen Unfall-
versicherungsanstalt (SUVA) eine Berufslärmschwerhörigkeit aufgrund seiner Tä-
tigkeit bei der Beklagten als Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 UVG an. Die
SUVA verneinte in der Folge – nach Durchführung von Lärmmessungen am Ar-
beitsplatz des Klägers – eine Leistungspflicht nach UVG mangels ersichtlichem
Kausalzusammenhang zwischen der Schwerhörigkeit des Klägers und der fest-
gestellten Lärmbelastung an dessen Arbeitsplatz. Auf Beschwerde des Klägers
hob schliesslich das Bundesgericht den Entscheid der SUVA mit Urteil vom 26.
Juli 2012 auf und ordnete eine erneute Lärmmessung durch einen externen
Sachverständigen sowie unter Gewährung der Mitwirkungsrechte des Klägers an
(act. 5/4). Die SUVA informierte hierauf am 4. Oktober 2012 die Beklagte telefo-
nisch darüber, dass die Lärmmessungen am (ehemaligen) Arbeitsplatz des Klä-
gers wiederholt werden müssten.
1.3 Ab dem 15. Mai 2013 ergab sich, dass die ursprüngliche Arbeitsplatzsituati-
on des Klägers für eine erneute Lärmmessung infolge Demontage der entspre-
chenden Maschinen nicht mehr wiederherzustellen war. Nachdem sich die vom
Bundesgericht angeordnete Wiederholung der Lärmmessung somit als unmöglich
erwiesen hatte, verneinte die SUVA wiederum ihre Leistungspflicht gegenüber
dem Kläger. Die dagegen gerichteten Beschwerden des Klägers wurden letztin-
stanzlich vom Bundesgericht mit Urteil vom 6. Februar 2017 abgewiesen. Das
Bundesgericht erwog dabei insbesondere, der SUVA könne vorliegend keine Be-
weisvereitelung vorgeworfen werden, weshalb unfallversicherungsrechtlich der
Kläger die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen habe. Jedoch wäre in haftpflicht-
rechtlicher Hinsicht allenfalls zu prüfen, ob die Beklagte als Arbeitgeberin des
Klägers die Beweislosigkeit und den daraus für den Kläger entstandenen Scha-
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den in Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht (Art. 56 UVV) zu verantworten habe
(act. 5/6).
1.4 Am 9. Mai 2018 gelangte der Kläger mit einem Schlichtungsgesuch an das
Friedensrichteramt C._, welches ihm am 26. Juli 2018 die Klagebewilligung
ausstellte, nachdem die Schlichtungsverhandlung vom 24. Juli 2018 zu keiner Ei-
nigung zwischen den Parteien geführt hatte (act. 4). Am 16. November 2018 er-
hob der Kläger Klage beim Bezirksgericht Pfäffikon (act. 1). Mit Urteil vom
15. Dezember 2020 wies die Vorinstanz – wie eingangs wiedergegeben – diese
Klage schliesslich ab und regelte die Kosten- und Entschädigungsfolgen aus-
gangsgemäss zu Lasten des Klägers (vgl. act. 68 S. 29). Hinsichtlich des erstin-
stanzlichen Prozessverlaufs kann auf die zutreffenden Ausführungen im genann-
ten Urteil verwiesen werden (act. 68 S. 2 f.). Dieses wurde dem Kläger schriftlich
begründet am 15. Januar 2021 zugestellt (act. 64/1) und belehrte als Rechtsmittel
die Berufung an das Obergericht des Kantons Zürich innert 30 Tagen (act. 68
S. 29).
2. Der Kläger erhob mit Eingabe vom 15. Februar 2021 (Poststempel) gegen
das vorinstanzliche Urteil rechtzeitig Berufung mit den eingangs wiedergegebe-
nen Anträgen (act. 66). Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. Den ihm
mit Verfügung vom 15. März 2021 auferlegten Kostenvorschuss (act. 70) leistete
der Kläger innert mehrfach erstreckter Frist am 10. Mai 2021 (act. 72, 74 und 76).
Mit Verfügung vom 30. November 2021 wurden die Parteien über einen Referen-
tenwechsel orientiert (act. 77). Die Sache erweist sich als spruchreif, weshalb auf
das Einholen einer Berufungsantwort verzichtet werden kann. Der Beklagten ist
mit diesem Entscheid ein Doppel der Berufungsschrift (act. 66) zur Kenntnisnah-
me zuzustellen.
3.1 Die Vorinstanz hat das Rechtsmittel der Berufung gemäss den Art. 308 ff.
ZPO innert 30 Tagen belehrt (act. 66 S. 29). Das ist zutreffend. Der Streitwert
gemäss Art. 91 ZPO beläuft sich auf mindestens Fr. 50'000.– (vgl. act. 68 S. 4).
3.2 Mit der Berufung können unrichtige Feststellung des Sachverhaltes und un-
richtige Rechtsanwendung der Vorinstanz geltend gemacht werden (Art. 310
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ZPO). Gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO sind die entsprechenden Beanstandungen
von der Berufung führenden Partei in der Berufungsschrift einzeln vorzutragen
und zu begründen (Begründungslast; vgl. dazu BGE 138 III 375 oder OGer. ZH,
Urteil LB110049 vom 5. März 2012, E. 1.1 und E. 1.2, je mit Verweisen). Die Be-
gründung hat die Fehlerhaftigkeit des angefochtenen Entscheids aufzuzeigen.
Blosse Wiederholungen des bereits vor der ersten Instanz Vorgetragenen genü-
gen den gesetzlichen Anforderungen an eine Begründung daher ebenso wenig
wie allgemeine Kritik am angefochtenen Entscheid bzw. an den erstinstanzlichen
Erwägungen. Die Begründung muss so ausführlich sein, dass die Berufungs-
instanz sie ohne Weiteres verstehen kann. Dies setzt eine genaue Bezeichnung
der angefochtenen Urteilspassagen voraus wie auch der Aktenstücke, auf die sich
die Kritik stützt (vgl. BGE 138 III 375, E. 4.3.1). Neue Tatsachen und Beweismittel
können nur noch in den Schranken von Art. 317 ZPO vorgetragen werden, und
zwar selbst in Verfahren, die erstinstanzlich noch der Untersuchungsmaxime so-
wie der Offizialmaxime unterstehen (vgl. dazu auch BGE 138 III 625; vgl. auch
BGE 143 III 42, E. 4.1, m.w.H., gemäss dem bei sog. unechten Noven detailliert
darzutun ist, warum sie nicht bereits der Vorinstanz vorgetragen wurden).
Wird von der Berufung führenden Partei eine genügende Beanstandung
vorgebracht, so wendet die Berufungsinstanz das Recht von Amtes wegen an
(Art. 57 ZPO) und prüft sämtliche Mängel frei und uneingeschränkt – sie ist weder
an die Argumente der Parteien noch an die Begründung des vorinstanzlichen
Entscheides gebunden (vgl. BGE 133 II 249, E. 1.4.1, m.w.H., sowie ZR 110/2011
Nr. 80). Bei der Begründung ihrer Entscheidung darf sie sich auf die wesentlichen
Überlegungen konzentrieren, von welchen sie sich hat leiten lassen.
4. Der Kläger verlangt mit seinem Hauptantrag die Aufhebung des vorinstanzli-
chen Urteils und die Gutheissung seiner Klage (vgl. act. 66 S. 2 und S. 6 unten).
Die Vorinstanz hielt jedoch fest, dass der Kläger eine unbezifferte Forderungskla-
ge im Sinne von Art. 85 Abs. 1 ZPO eingereicht hat, deren Bezifferung er sich bis
nach dem Abschluss des Beweisverfahrens vorbehielt (act. 68 S. 2 und 4; vgl.
auch act. 1 S. 2 und 7). Der Kläger tut mit seiner Berufung nicht dar, dass dies
anders wäre oder dass eine abschliessende Bezifferung seiner Schadenersatz-
forderung – entgegen der Vorinstanz – bereits erfolgt wäre und dies ist auch nicht
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ersichtlich. Eine noch unbezifferte Forderungsklage kann jedoch naturgemäss
nicht gutgeheissen werden, da diesfalls unklar ist, welcher Betrag von der Beklag-
ten überhaupt verlangt wird bzw. dem Kläger vom Gericht zugesprochen werden
kann (vgl. Art. 58 Abs. 1 ZPO).
Überdies hielt die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid fest, dass zufolge der
Verneinung einer Pflichtverletzung der Beklagten die weiteren Voraussetzungen
des vom Kläger geltend gemachten Schadenersatzanspruches, insbesondere
Schadenshöhe und adäquater Kausalzusammenhang, nicht weiter geprüft wer-
den müssten (act. 68 S. 19). Selbst wenn die Berufung des Klägers zur Aufhe-
bung des vorinstanzlichen Urteils führen würde, wäre die Klage somit noch nicht
spruchreif und könnte von der Berufungsinstanz nicht ohne Weiteres gutgeheis-
sen werden. Vielmehr wäre die Sache diesfalls gemäss Art. 318 Abs. 1 lit. c Ziff. 2
ZPO zur Vervollständigung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Der Kläger tut mit seiner Berufung denn auch nichts anderes dar.
Der Hauptantrag des Klägers ist deshalb abzuweisen.
5.1 Mit seinem Eventualantrag verlangt der Kläger die Aufhebung des angefoch-
tenen Urteils und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurtei-
lung (act. 66 S. 2). Er rügt dabei eine unrichtige (rechtswidrige) Feststellung des
Sachverhalts durch die Vorinstanz (Art. 310 lit. b ZPO).
5.2.1 Der Kläger referiert zunächst die vorinstanzlichen Erwägungen, wonach eine
Pflichtverletzung im Sinne von Art. 56 UVV auf Seiten der Beklagten vorausset-
zen würde, dass diese nach dem 4. Oktober 2012 und vor dem 15. Mai 2013 mit
der Demontage der Maschinen begonnen und damit die Beweisdurchführung
(Lärmmessung) verhindert habe, was bestritten sei. Dem Kläger obliege dafür die
Beweislast und er habe zum Beweis die Urteile des Versicherungsgerichts
St. Gallen vom 7. September 2016 (act. 5/5) und des Bundesgerichts vom 6. Feb-
ruar 2017 (act. 5/6) offeriert. Der Kläger habe jedoch nicht näher ausgeführt, was
er aus dem Entscheid des Versicherungsgerichts ableiten möchte, welcher unter-
schiedliche Sachdarstellungen enthalte. Diese seien zudem auch nicht in materi-
elle Rechtskraft erwachsen, nachdem die Beklagte im damaligen Verfahren nicht
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Partei gewesen sei. Bei den Sachverhaltsäusserungen des Versicherungsgerichts
handle es sich damit um reine Parteibehauptungen, welchen keine erhöhte Be-
weiskraft zukomme. Gleich verhalte es sich mit den Erwägungen im Urteil des
Bundesgerichts, denn auch dieses sei in einem Verfahren zwischen dem Kläger
und der SUVA ergangen, in dem die Beklagte keine Parteistellung gehabt habe.
Ausserdem seien weder die Akten dieser versicherungsrechtlichen Verfahren bei-
gezogen worden noch sei deren Beizug beantragt worden, weshalb unklar sei,
worauf sich diese Urteile stützten (act. 66 S. 2 ff.; vgl. auch act. 68 S. 15 ff.).
Der Kläger kritisiert an diesen Erwägungen der Vorinstanz im Wesentlichen, dass
die Vorinstanz nicht auf die von ihm angerufenen tatsächlichen Feststellungen
des Versicherungsgerichts St. Gallen in dessen Urteil vom 7. September 2016
(act. 5/5) bzw. des Bundesgerichts in dessen Urteil vom 6. Februar 2017 (act. 5/6)
abgestellt habe. Die Vorinstanz habe diese (höchstrichterlichen) Ausführungen zu
Unrecht als blosse Parteibehauptungen abqualifiziert, obwohl sich diese auf die
SUVA-Akten gestützt hätten. Falsch sei auch die Behauptung der Vorinstanz, der
Kläger habe den Beizug der diesen Urteilen zugrundeliegenden Akten nicht bean-
tragt. Der Kläger habe im Gegenteil mehrfach den Beizug der SUVA-Akten bean-
tragt, sowohl in der Klageschrift, in der Replik, anlässlich der Instruktionsverhand-
lung sowie in seinem schriftlichen Schlussvortrag. Der Antrag auf Beizug der
SUVA-Akten habe selbstverständlich auch die Akten des Versicherungsgerichts
St. Gallen und des Bundesgerichts erfasst, denn diese gingen nach rechtskräfti-
gem Abschluss in die Akten der SUVA zurück. Durch ihre Weigerung, den bean-
tragten Beizug der gesamten SUVA-Akten vorzunehmen und auf die massgebli-
chen Ausführungen des Bundesgerichts abzustellen, habe die Vorinstanz eine
korrekte Beweisführung und Beweiswürdigung verhindert (act. 66 S. 4 ff.).
5.2.2 Die folgenden Parteivorträge des vorinstanzlichen Verfahrens sind bezüglich
der von den Parteien aufgestellten Behauptungen und der gestellten Beweisan-
träge (vgl. Art. 221 Abs. 1 lit. d und lit. e und Art. 222 Abs. 2 ZPO) von Belang:
- Klageschrift des Klägers vom 16. November 2018 (act. 1);
- Klageantwortschrift der Beklagten vom 23. Dezember 2018 (act. 17);
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- Replikschrift gemäss Art. 225 ZPO des Klägers vom 8. April 2019 (act. 28);
- Duplikschrift gemäss Art. 225 ZPO der Beklagten vom 24. Juni 2019
(act. 36).
Vorliegend ist der Aktenschluss mit dem Abschluss des zweiten Schriftenwech-
sels eingetreten. Neue Tatsachen und Beweisanträge konnten nach diesem Zeit-
punkt im erstinstanzlichen Verfahren nur noch unter den Voraussetzungen des
Art. 229 Abs. 1 ZPO in den Prozess eingebracht werden (BGE 140 III 312), wobei
diejenige Partei, die sich auf Noven beruft, darzutun hat, dass die Voraussetzun-
gen dazu gegeben sind.
5.2.3 Soweit sich der Kläger zur Begründung seiner Berufung auf Vorbringen und
Beweisanträge nach Eintritt des Aktenschlusses – insbesondere anlässlich der
Instruktionsverhandlung vom 29. Oktober 2019 (Prot. I S. 9 ff.) oder in seinem
schriftlichen Schlussvortrag vom 8. Dezember 2020 (act. 59) – stützt, ohne dabei
darzutun, dass diese die Voraussetzungen von Art. 229 Abs. 1 ZPO erfüllten (so
etwa in act. 66 S. 4 f. und S. 6 unten), ist er damit von vornherein nicht zu hören.
Zutreffend ist das Vorbringen des Klägers, dass er auf S. 3 der Klageschrift den
Beizug der SUVA-Akten sowie seine Befragung beantragen liess (act. 66 S. 4).
Dies tat er allerdings lediglich im Zusammenhang mit einer Schallmessung vom
12. Oktober 2009 (vgl. act. 1 S. 3) und nicht bezüglich der von der Vorinstanz
(unangefochten) als relevant erachteten Vorgänge zwischen dem 4. Oktober 2012
und dem 15. Mai 2013. Der Kläger vermag damit nichts für seinen Standpunkt zu
gewinnen, wonach die Vorinstanz einen relevanten Beweisantrag übergangen
habe.
Der Hinweis des Klägers, er habe auf S. 6 (recte: S. 7) seiner Replik (act. 28) die
Behauptung der Beklagten, sie habe im Zusammenhang mit der vom Bundesge-
richt angeordneten Lärmmessung keine Zusicherungen an die SUVA abgegeben,
explizit bestritten und darauf hingewiesen, dass die Beklagte nunmehr versuche,
den schwarzen Peter wieder der SUVA zuzuschieben und nicht davor zurück-
scheue, dem Versicherungsgericht St. Gallen falsche tatsächliche Feststellungen
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zu unterschieben (act. 66 S. 4 unten), ist im vorliegenden Zusammenhang nicht
ohne Weiteres verständlich. Es ergibt sich daraus allenfalls, dass der Kläger den
Behauptungen der Beklagten die Feststellungen des Versicherungsgerichts
St. Gallen entgegenhalten wollte. Davon ist indessen bereits die Vorinstanz aus-
gegangen (act. 68 S. 17). Keinesfalls kann den zitierten Ausführungen des Klä-
gers in der Replik jedoch ein Antrag auf Beizug der SUVA-Akten bzw. der Akten
des Versicherungsgerichts zum vorliegend relevanten Beweisthema entnommen
werden.
Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass der Vorwurf des Klägers, die
Vorinstanz habe den von ihm beantragten Beizug der SUVA-Akten (bzw. der Ak-
ten des Versicherungsgerichts St. Gallen sowie des Bundesgerichts) verweigert,
nicht zutrifft.
5.2.4 Die Vorinstanz verneinte die Beweiseignung der vom Kläger angerufenen
Urteile des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 7. September 2016 (act. 5/5)
und des Bundesgerichts vom 6. Februar 2017 (act. 5/6) unter anderem mit der
Begründung, die Beklagte müsse sich diese Urteile nicht entgegenhalten lassen,
da sie in den diesen Urteilen zugrunde liegenden Verfahren nicht Partei gewesen
sei und sich auch sonst nicht habe äussern können (act. 68 S. 18). Zu diesen we-
sentlichen Erwägungen der Vorinstanz, welche deren Entscheid letztlich auch al-
leine zu tragen vermögen, äussert sich der Kläger in seiner Berufung mit keinem
Wort. Damit genügt er der ihn treffenden Begründungslast nicht. Auf die Berufung
kann in diesem Punkt nicht eingetreten werden und es bleibt bereits aus diesem
Grund bei der vorinstanzlichen Ansicht. Diese ist überdies aber auch richtig, denn
ein Urteil vermag immer nur die in das Verfahren involvierten Parteien zu ver-
pflichten (vgl. dazu etwa BGer. 5A_763/2012 vom 18. März 2013, E. 5.1.2,
m.w.H.).
5.3 Der Kläger wendet sich gegen die Ausführungen der Vorinstanz, wonach er
zu den von ihm zu beweisenden Voraussetzungen für eine Beweislastumkehr
(Vereitelung der Beweisführung durch die Beklagte) keine Beweisofferten ge-
nannt, sondern sich lediglich auf die Erwägungen des Bundesgerichts im Urteil
vom 6. Februar 2017 gestützt habe (vgl. act. 68 S. 20). Er bringt vor, er habe nicht
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nur auf die Erwägungen des Bundesgerichts und des Versicherungsgerichts
St. Gallen verwiesen, sondern auch die Befragung der SUVA-Verantwortlichen
und den Beizug der gesamten SUVA-Akten beantragt, was die Vorinstanz igno-
riert habe. Weiter stellt der Kläger diverse Behauptungen zum Sachverhalt auf
(act. 66 S. 7 f.).
Der Kläger unterlässt es bei seinen Ausführungen anzugeben, auf welche Akten-
stellen er seine Kritik stützt. Insbesondere gibt er nicht an, wo er im vorliegenden
Zusammenhang im erstinstanzlichen Verfahren die Befragung der SUVA-
Verantwortlichen und den Beizug der gesamten SUVA-Akten beantragt hätte.
Damit genügt er der ihn treffenden Begründungslast nicht. Soweit er Behauptun-
gen zum Sachverhalt aufstellt, gibt er überdies nicht an, warum er diese nicht be-
reits im erstinstanzlichen Verfahren vorbringen konnte (Art. 317 Abs. 1 ZPO).
Damit handelt sich um unzulässige Noven, auf die nicht weiter einzugehen ist.
6. Schliesslich kritisiert der Kläger, dass die Vorinstanz über sein Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege erst mehr als zwei Jahre nach dessen Beantragung
(negativ) entschieden habe (act. 66 S. 8). Was der Kläger mit diesen Ausführun-
gen bezweckt, bleibt indessen unklar. Er verbindet damit keinen konkreten Antrag
und behauptet insbesondere auch nicht, die Abweisung seines Gesuchs um un-
entgeltliche Rechtspflege durch die Vorinstanz (vgl. act. 68 S. 21 ff.) wäre zu Un-
recht erfolgt. Damit hat es beim vorinstanzlichen Entscheid sein Bewenden.
7. Im Sinne einer Zusammenfassung bleibt somit festzuhalten, dass sich die
Berufung, soweit sie hinreichende Beanstandungen enthält und zulässige Vor-
bringen umfasst, abzuweisen ist. Das Urteil der Vorinstanz ist damit zu bestäti-
gen.
8. Bei diesem Ausgang des Berufungsverfahrens hat der Kläger die Prozess-
kosten des erstinstanzlichen Verfahrens im dort festgelegten Umfang zu tragen,
deren Bemessung und Festsetzung durch das Bezirksgericht unangefochten blieb
(vgl. act. 68 S. 21). Es sind ihm zudem die Kosten des Berufungsverfahrens auf-
zuerlegen (vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO).
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Die Entscheidgebühr ist im Berufungsverfahrens gemäss § 12 Abs. 1-2
GebV OG festzusetzen. Die Grundgebühr ist gestützt auf § 4 Abs. 1 und § 10
Abs. 1 GebV OG zu ermitteln, und zwar ausgehend von dem im Berufungsverfah-
ren noch strittigen Betrag von mindestens Fr. 50'000 (vgl. § 12 Abs. 2 GebV OG).
Zur Liquidation der Kosten ist der Vorschuss heranzuziehen, den der Kläger
geleistet hat.
Parteientschädigungen sind für das Berufungsverfahren keine zuzuspre-
chen, dem Kläger nicht, weil er unterliegt, der Beklagten nicht, weil ihr kein Auf-
wand entstanden ist, den es zu entschädigen gölte.