Decision ID: ce85d7c0-c1ef-431e-b610-532485b63098
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1963
,
ist Mutter eines 2001 geborenen Sohnes und hat Ausbildung
en zur
Museologin
sowie
zur
Werklehrerin absolviert (
Urk.
6/7). In letzterer Funktion war sie ab August 2012 in
T
eilzeitpensen
bei der Y._
respektive dem Z._
angestellt (
Urk.
6/7, 6/17 und 6/21).
Nach erfolgter Früherfassung (vgl.
Urk.
6/1-5) meldete sie sich am 1
2.
April 2014 unter Hinweis auf eine Depression erstmals bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/7). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte erwerbliche (
Urk.
6/11, 6/17 und 6/21)
und
medizinische Abklärungen (
Urk.
6/20, 6/25 und 6/29)
, wobei sie
insbesondere
auch
Akten der BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich (
Urk.
6/22 f.) ein
holte
und bei
Dr.
med. A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag
gab
(
Urk.
6/31
;
Gutachten vom 2
9.
September 2015
,
Urk. 6/39
). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/40)
verneinte die IV-Stelle den Rentenanspruch mit Verfügung vom 1
8.
Dezember 2015 (Urk.
6/42).
Dieser Entscheid blieb unan
gefochten.
1.2
Im weiteren Verlauf ging die Versicherte weiterhin ihrer Tätigkeit als Werk
lehrerin in einem Teilzeitpensum nach (vgl.
Urk.
6/44, 6/53/3). Am 12.
November 2019 wurde
sie
durch ihre behandelnde
Psychiaterin
unter Hinweis auf
eine zu
nehmend schwere depressive Episode
sowie eine mehrwöchige
Hospitalisation
erneut zum Leistungsbezug angemeldet (
Urk.
6/44)
, wozu die Versicherte nach
träglich ihre Zustimmung erteilte (U
rk.
6/50).
Die IV-Stelle
holte nebst einem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, U
rk.
6/58) namentlich A
rbeit
geberberichte
(
Urk.
6/52, 6/53/3-22)
,
A
rztberichte
(
Urk.
6/54)
sowie die Akten der BVK ein (
Urk.
6/64), welche unter anderem zwei vertrauensärztliche Gutachten von
Dr.
med. B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
0.
März und 2
1.
September 2020 beinhalteten
(
Urk.
6/64/2-14, 6/64/15-26)
. Mit Schreiben vom 1
9.
August 2020 teilte sie der Versicherten mit, dass sie zwecks Arbeitsplatzerhalt die Kosten für ein Job Coaching übernehme (
Urk.
6/61).
Nach erfolgreichem Erhal
t des Arbeitsplatzes (vgl. Urk.
6/69/8 f., 6/74/2) schloss die IV-Stelle die Eingliederungsberatung mit Schreiben vom 27. Januar 2021 ab und orientierte die Versicherte über die Weiterleitung des Dossiers zur Renten
prüfung (
Urk.
6/68). Mit Vorbescheid vom
8.
März 2021 stellte sie der Ver
sicherten
sodann
die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (
Urk.
6/78), worauf sie am
3.
Mai 2021 entsprechend verfügte (
Urk.
2 =
Urk.
6/81).
2.
Dagegen erhob
X._
am
3
1.
Mai
2021 Beschwerde mit dem sinn
gemässen Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
ihre Erwerbsfähigkeit sei nach Einholung von Berichten
der
behandelnden Ärztinnen
sowie de
m
J
obc
oach
neu einzuschätzen. Falls dies nicht ausreichen sollte, sei eine neue psychiatrische Begutachtung anzuordnen (
Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom
2
4.
Juni 2021
schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5
), worüber die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
2
8.
Juni 2021
in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
7
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
un
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invalidi
tätsgrades eingetreten ist (BGE
117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.5
1.5.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG)
.
1.5.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5.3
Wie in BGE 145 V 361 dargelegt, ist in allen Fällen durch die Verwaltung beziehungsweise das Gericht zu prüfen, ob und inwieweit die ärztlichen Experten ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren (Beweisthemen) hinreichend und nachvollziehbar begründet haben. Dazu ist erforderlich, dass die Sachverständigen den Bogen schlagen zum voraus
gehenden medizinisch-psychiatrischen Gutachtensteil (mit Aktenauszug, Anam
nese, Befunden, Diagnosen usw.), das heisst sie haben im Einzelnen Bezug zu nehmen auf die in ihre Kompetenz fallenden erhobenen medizinisch-psychiatrischen Ergebnisse fachgerechter klinischer Prüfung und Exploration. Ärztlicherseits ist also
substanziiert
darzulegen, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungs
vermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeit
licher Hinsicht zu schmälern vermögen. Der psychiatrische Sachverständige hat darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, und zwar - zu Ver
gleichs-, Plausibilisierungs- und Kontrollzwecken - unter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, familiären und sozialen Aktivitäten der renten
ansprechenden Person (E. 4.3; vgl. auch das zur Publikation vorgesehene Urteil des Bundesgerichts 8C_280/2021 vom 17. November 2021 E. 6.2.1 mit Hinweis
).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.7
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1
des Gesetzes über das Soz
ialversicherungsgericht,
GSVGer
).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen)
medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachterlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ
expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betreffende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der – anschliessend reformatorisch entscheidenden – Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rück
weisung an die Verwaltung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien
) unbenommen, eine Sache zurückzuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 139 V 99 E. 1.1, 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_354/2020 vom 8. September 2020 E. 2.1)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom
3.
Mai 2021 fest, sie habe nach Eingang der Anmeldung zum Leistungsbezug sowohl bei den behandelnden Ärzten als auch bei der Beamtenversicherungskasse des Kantons Zürich laufend medizinische Berichte eingeholt, um den Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
zu prüfen. Es seien ferner berufliche Eingliederungs
massnahmen eingeleitet und die Beschwerdeführerin sei mit einem Jobcoaching aktiv unterstützt worden. Die weiteren medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass keine gesundheitliche Beeinträchtigung vorliege, welche die Arbeitsfähigkeit dauerhaft einschränke; das vorhandene Leiden sei behandelbar. Folglich bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (
Urk.
2 S. 1).
2.2
Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift vom 31. Mai 2021 im Wesentlichen geltend,
ihr sei
die Wiedereingliederung in ihre
Tätigkeit als Werklehrerin nur bis zu einem Wochenpensum von zehn Stunden
gelungen
. Eine weitere Erhöhung sei ihr nicht möglich, da seit
A
nfang Jahr eine Verstärkung des Leidens vorliege und sie seit einem Monat wegen einer COVID-19-Erkrankung vollständig arbeitsunfähig sei.
Gemäss dem psychiatrischen Gut
achten von
Dr.
B._
vom 2
1.
September 2020
bestehe bezogen auf ein 100%-Pensum eine 50%ige Einschränkung der Berufsfähigkeit, woran sich in den nächsten Jahren nichts ändern werde. Diese Einschätzung werde sich mit aktuellen medizinischen Berichten bestätigen lassen (
Urk.
1).
3.
3
.1
Die Beschwerdeführerin wurde am 1
2.
November 2019
mit ihrer nachträglichen Zustimmung (Urk. 6/50)
durch
Dr.
med. C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, zum Leistungsbezug angemeldet.
Die behandelnde Ärztin berichtete, dass sie die
Beschwerdeführerin
seit 2012 psychiatrisch betreue. Nach längerer
Hospitalisation
sei 2015 eine vollständige Remission der Depression mit vollem Wiedereinstieg in
ihren angestammten Beruf erfolgt. N
ach fast fünf
rezidivfreien
Jahren
sei die
Beschwerdeführerin
im Frühjahr 2019 erneut in eine zunehmend schwere depressive Episode gefallen
.
Sie habe sich
vom
4.
Juli bis 1
3.
Septem
ber 2019 im Sanatorium D._
in stationär-psychiatrischer Behandlung befunden
(
Urk.
6/44).
Dem Austrittsbericht
dieser Klinik
vom 2
6.
September 2019
ist als Hauptdiagnose eine rezidivierende depressive Störung
mit
gegenwärtig schwere
r
Episode ohne psychotische Symptome zu entnehmen (ICD-10 F33.2;
Urk.
6/54/7).
Als Auslöser seien aus ärztlicher Sicht eine Überforderung am Arbeitsplatz sowie somatische Probleme zu sehen, die zur Erschöpfung geführt hätten. Im Verlauf der Behandlung hätten sich sowohl die Stimmung als auch der Schlaf deutlich gebessert. Die Beschwerdeführerin habe regelmässig am interdisziplinären Therapieprogramm bestehend aus Einzel- und Gruppentherapien sowie para
medizinischen Therapien teilgenommen (
Urk.
6/54/8 f.).
3
.2
Dr.
C._
diagnostizierte in ihrem Bericht vom 1
7.
Februar 2020 eben
falls eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.2), wobei sie von einer gegenwärtig beginnenden Remission berichtete. Die Stimmung sei aktuell auf
gehellt und der Antrieb habe sich bei noch geringer Belastbarkeit und erhöhter Erschöpfungstendenz verbessert.
Es bestünden noch eine geringe Konzentrations
spanne, subjektive Gedächtnisstörungen sowie leichte Schlafstörungen
(
Urk.
6/54/3). Seit dem
5.
Juni 2019
liege bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit für die Tätigkeit als Werklehrerin in der Primarschule vor; diese sei
bis Mitte April 2020 attestiert worden
. Die Ärztin äusserte die Ansicht, dass bei einer weiteren Remission eine grundsätzlich gute Prognose für die Eingliederung in ihre bisherige Tätigkeit bestehe, es sollte jedoch ei
n reduziertes Arbeitspensum (30
–40
%
) angestrebt werden, um ein Rezidiv zu vermeiden.
Sodann brauche die Versicherte ein wertschätzendes Umfeld
(Urk.
6/54/2
-5
).
3
.3
Am 1
0.
März 2020 untersuchte
Dr.
B._
die Beschwerdeführerin im Auf
trag der BVK. In seinem
vertrauensärztlichen
psychiatrischen Gutachten vom 2
0.
März 2020
stellte er die folgende Diagnose (
Urk.
6/64/23):
-
rezidivierende depressive Störung, aktuell noch mittelgradig (ICD-10 F33.1), im Zusammenhang mit Schwierigkeiten am Arbeitsplatz (ICD-10 Z56) vor dem Hintergrund einer Persönlichkeit mit zwanghaften und narzisstischen Zügen (ICD-10 Z73.1).
Im Rahmen der Exploration sei die Beschwerdeführerin kooperativ gewesen. Bei aufgewühlter, aufgeregter und ängstlicher Stimmung
habe sie bei dramatischem un
d ausserordentlich detailliertem
Erzählstil dazu geneigt, sich in Details zu ver
lieren. Ihre Angaben sei
en
jedoch grundsätzlich nachvollziehbar gewesen. Ihre Wahrnehmung habe sich ausschliesslich fremdattribuierend mit minimaler Intro
spektionsfähigkeit dargestellt. Sowohl Bewusstsein als auch Orientierung, Gedächtnis und Gedankengang seien inhaltlich nicht grob gestört erschienen. Die Aufmerksamkeit und Konzentration seien eingeschränkt gewesen; die Beschwerdeführerin habe teilweise nicht
recht
zugehört. Sie habe ausserdem unter anderem von Schlafstörungen, verminderter Belastbarkeit, Lärm
empfindlichkeit, rascher Erschöpfung, Ängstlichkeit und Selbstzweifeln berichtet (
Urk.
6/64/21 f.
, 6/64/24
).
Gemäss
Dr.
B._
habe sich die anfänglich schwere depressive Episode nun gebessert, sei jedoch insgesamt immer noch etwa mittelgradig ausgeprägt.
Trotz hoher antidepressiver Behandlung klinge sie nur langsam ab
. Unübersehbar seien
die zwanghaft-narzisstischen Charakterzüge in Anbetracht der
ehrgeizigen Leistungsansprüche, welche die Beschwerdeführerin an sich selbst stelle
, der Rigidität der Einstellungen, der einseitigen Sicht der Dinge sowie der hohen Kränkbarkeit und starken Selbstzweifel (
Urk.
6/64/24).
Aufgrund der nach wie vor recht ausgeprägten depressiven Symptomatik sei die Arbeitsfähigkeit vorläufig weiterhin voll eingeschränkt.
Zudem stehe eine weitere Bauchoperation bevor, welche die Arbeitsfähigkeit eine gewisse Zeit au
s
somatischen Gründen einschränken werde. Der weitere Verlauf sei aller Wahr
scheinlichkeit
nach
sehr protrahiert, wobei ein Arbeitsversuch geplant und sinn
voll sei. Eine verwertbare Arbeitsfähigkeit sei nach den Sommerferien wohl mög
lich. Zukünftig werde
bezogen auf ein 100%-Pensum eine 50%ige Einschränkung
der Berufsfähigkeit gegeben sein, woran sich die nächsten Jahre auch nichts ändern werde (
Urk.
6/64/25).
3
.4
In seinem Verlaufsgutachten vom 2
1.
September 2020
stellte
Dr.
B._
die folgende Diagnose (
Urk.
6/64/11):
-
Bipolare-II-Störung, aktuell
hypomane
Phase (ICD-10 F31.8), im Zusammenhang mit Schwierigkeiten am Arbeitsplatz (ICD-10 Z56) vor dem Hintergrund einer Persönlichkeit mit zwanghaften und narzisstischen Zügen (ICD-10 Z73.1).
Im Unterschied zum Vorgutachten vom 2
0.
März 2020 beschrieb
Dr.
B._
eine angeregte Stimmung im Rahmen der Exploration; die Beschwerdeführerin sei im Schwung und voller Energie gewesen. Der Gedankengang sei formal beschleunigt gewesen, wobei die Beschwerdeführerin ihr Befinden
hypomaner
Art nicht wahrgenommen habe. Die
konzentrative
Belastung im Test habe sich normal und viel besser dargestellt, als vor einem halben Jahr (
Urk.
6/64/12).
Aus psychiatrischer Sicht habe die anfänglich schwere depressive Episode, welche nun gebessert sei, in ein
hypomanes
Befinden umgeschlagen.
Auch a
ngesichts der familiären Belastung sei
die
gesamte Erkrankung damit als
B
ipolare
-II-Störung einzuordnen (vorwiegend depressive Zustände,
hypomane
Zustände aber be
kannt). Nach wie vor unübersehbar seien die zwanghaft-narzisstischen Charakterzüge.
Relevante Komponenten auf somatischer Ebene seien das erheb
lich
e Übergewicht, die Fersenspornb
eschwerden rechts sowie eine Narben
hernie in der Bauchdecke, die operiert werden müsse (
Urk.
6/64/13).
Vor dem Hintergrund des deutlich gebesserten psychischen Befindens sei die Beschwerdeführerin aktuell fähig, sechs von zehn Stunden zu unterrichten, aller
dings unter Dispensation von den für sie speziell belastenden Komponenten wie Teamsitzungen und Elterngespräche. Zudem gebe es somatische Faktoren, die weiterer Klärung bedürften. In diesem Kontext sei es adäquat, die Belastung vor
sichtig weiter zu steigern in Absprache mit der Psychiaterin und den von somatischer Seite involvierten Ärzten. Zugleich sei grundsätzlich davon auszu
gehen, dass die bisherigen zehn Stunden wieder erreicht werden können. Auf
grund des chronisch rezidivierenden Verlaufs sei bezogen auf ein 100%-Pensum eine 50%ige Einschränkung der Berufsfähigkeit gegeben, woran sich auch in den nächsten Jahren nichts mehr ändern werde (
Urk.
6/64/13).
3
.5
Mit E-Mail vom 2
4.
Mai 2021 wandte sich die behandelnde Psychiaterin Dr.
C._
an die Beschwerdegegnerin und wies darauf hin, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ihres Erachtens um mindestens 40-50
%
eingeschränkt sei, was auch im Rahmen des Job-Coachings festgestellt worden sei. Aufgrund der Krankheitskonstellation sei das frühere Pensum von ungefähr
70
%
leider nicht mehr möglich.
Dr.
B._
habe in seinem Gutachten vom 2
1.
September 2020 ebenfalls auf eine etwa 50%ige Arbeitsunfähigkeit geschlossen (
Urk.
6/84).
4
.
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung.
Vorab
ist es angezeigt, auf die Begründungsdichte der angefochtenen Verfügung einzugehen. Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten
(A
rt.
49
Abs.
3 Satz 2 ATSG)
, das heisst eine Darstellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwägungen
.
Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt
(BGE 142 II 49 E. 9.2, 136 I 185 E. 2.2.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_600/2021 vom
3.
März 2022 E. 5.4.1).
Zwar kann sich der Versicherungsträger rechtsprechungsgemäss auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken.
Die Begründung der Ab
weisung des Rentenbegehrens in der angefochtenen Verfügung erschöpft sich je
doch
im Wesentlichen
im
Hinweis auf die Behandelbarkeit des vorhandenen Leidens und die Anmerkung, dass aufgrund der medizinischen Abklärungen keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestehe, welche die Arbeitsfähigkeit dauerhaft einschränke (
Urk.
2 S. 1).
Allein d
araus geht insbesondere nicht klar hervor, auf welche ärztliche Beurteilung sich die Beschwerdegegnerin stützt
e
.
Auch auf weitere im Verwaltungsverfahren abgeklärte Aspekte wie die invaliden
versicherungsrechtliche Statusfrage wurde keinerlei Bezug genommen.
Insgesamt erscheint somit zweifelhaft, ob die angefochtene Verfügung den Anforderungen der Begründungspflicht als Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör (vgl.
Art.
29
Abs.
2 der Bundesverfassung, BV) überhaupt zu genügen vermag. Letzt
lich braucht darüber allerdings nicht entschieden zu werden, da
vorausgesetzt
eine
al
lfällige
Verletzung des Gehörsanspruchs
ist einer Heilung nicht zugäng
lich
auch in diesem Fall die Aufhebung des angefochtenen Entscheids samt Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin die Rechtsfolge wäre. Wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt, ist eine solche Rückweisung bereits aus anderen Gründen
unabdingbar.
5.
5.1
Medizinische Grundlage des angefochtenen Entscheids bildet
soweit aus dem Feststellungsblatt der Beschwerdegegnerin ersichtlich
im Wesentlichen
eine telefonische Rücksprache mit
Dr.
med. E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
Regionalen Ärztlich
en Dienst (RAD)
.
Die in diesem Zusammenhang
von einer Mitarbeiterin der Beschwerdegegnerin
am 1. März 2021
erstellte
sehr kurz gehaltene
Aktennotiz (
Urk.
6/77/3) wird der Sache jedoch in keiner Weise gerecht.
Es ist daran zu erinnern, dass gemäss bundesgerichtlicher Praxis
e
ine formlos eingeholte und
in einer Aktennotiz fest
gehaltene mündliche beziehungsweise telefonische Auskunft nur insoweit ein zu
lässiges und taugliches Beweismittel dar
stellt
, als damit bloss Nebenpunkte, namentlich Indizien oder Hilfstatsachen, festgestellt werden
.
Sind aber Auskünfte zu wesentlichen Punkten des rechtserheblichen Sachverhaltes einzuholen, kommt grundsätzlich nur die Form einer schriftlichen Anfrage und Auskunft in Betracht
(B
GE 130 II 473 E. 4.2, 117 V 282 E. 4c, je mit Hinweisen)
.
Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit handelt es sich
üblicherweise
so
auch
im konkreten Fall
um einen
invalidenversicherungsrechtlich entscheidenden
Aspekt, weshalb
auf die
lediglich
telefonisch beim RAD eingeholte Auskunft nicht abgestellt wer
den kann.
Dies muss umso mehr gelten, als nicht ersichtlich ist, ob und inwief
ern der RAD überhaupt Kenntnis
von den medizinischen
Vorakten
hatte.
Im Übrigen greift auch d
er Hinweis der Beschwerdegegnerin auf die Therapierbarkeit des Leidens zu kurz, da
dieser Umstand bei der Beurteilung, ob sich eine psychische Erkrankung invalidisierend auswirkt, nur einen der
grundsätzlich
zu berück
sichtigenden Faktoren darstellt (vgl.
in diesem Zusammenhang
BGE 143 V 409 und 418, 141 V 281 E. 4.3.1
und vorstehende E. 1.5.2
).
5.2
5.2.1
A
uch die übrige
medizinische Aktenlage lässt
keine abschliessende Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
für den
entscheidrelevanten
Zeitraum
zu.
In Bezug auf die von der Beschwerdegegnerin
beigezogenen, von der BVK bei
Dr.
B._
in Auftrag gegebenen vertrauensärztlichen psychiatrischen Gutachten (
Urk.
6/64/2-14, 6/64/15-26) ist zunächst anzumerken, dass es sich
dabei um versicherungs
interne ärztliche Feststellungen handelt. Ohne ergänzende externe medizinische Abklärungen kann darau
f nur abgestellt werden,
falls
keine auch nur geringen Zweifel an deren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (vgl. BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
Der Aussagekraft der psychiatrischen Gutachten ist in invalidenversicherungsrechtlicher Hinsicht einerseits abträglich, dass
sich
Dr.
B._
seiner Funktion als Vertrauens
arzt
einer beruflichen Vorsorgeversicherung geschuldet
in erster Linie mit der Frage der Berufs
(
un
)
fähigkeit
zu beschäftigen hatte
und sich entsprechend auch nur damit beschäftigt hat
(vgl.
Urk.
6/64/13, 6/64/
25)
, wohingegen sich die Invalidenversicherung mit der angestammten beruflichen Fähigkeit (also Berufs
fähigkeit) wie auch
– wenn diese Fähigkeit in relevantem Ausmass eingeschränkt ist -
mit der Frage der angepassten Tätigkeit auf dem
ausgeglichenen
Arbeits
markt zu befassen hat
.
Zudem hat die Invalidenversicherung vor allem auch
den
Verlauf der Arbeitsfähigkeit
beziehungsweise
deren Einschränkung
zu
klären
, denn es stellt sich für sie die Frage, welches die
Arbeitsfähigkeitseinschränkungen nach Ablauf des Wartejahres im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 IVG im angestammten und allenfalls angepassten
Tätigkeitsb
ereich sind.
Eine eingehende Auseinander
setzung mit der Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten
fand nicht statt.
Zudem
lässt sich der Verlauf der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Werklehrerin nicht stringent nachvollziehen.
Nach einem gänzlichen Ausfall der Beschwerdeführerin ab Juni 2019 berichtete
Dr.
B._
noch im März 2020 von einer zwar ab Ende Dezember 2019 verbesserten Situation, die jedoch nur relativ zum vorherigen
«
katastrophalen
»
Zustand sei und einen Arbeits
versuch noch nicht zulasse (
Urk.
6/64/24).
Bei der
zuletzt
im Gutachten vom 2
1.
September 2020 postulierte
n
Einschätzung, dass die Beschwerdeführerin wahrscheinlich wieder «die heutigen 10 Stunden» schaffen werde, dass aber
für die nächsten Jahre
bezogen auf ein 100%-Pensum eine 50%ige Einschränkung der Berufsfähigkeit gegeben sei (Urk. 6/64/13
, vgl. auch
Urk.
6/64/25
)
,
handelt es sich einzig um eine vermutungsweise geäusserte Prognose, die für die vorliegend relevanten Fragen nicht abschliessend ist.
Des Weiteren ist nicht hinreichend geklärt, wie sich der psychi
sche
Gesundheitszustand
sam
t
allfälliger
Aus
wirkungen auf die Erwerbsfähigkeit b
is zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses im M
ai 2021, welcher grundsätzlich die zeitliche Grenze der
richterlichen
Über
prüfung bildet (vgl. BGE
143 V 409 E. 2.1 mit Hinweis
)
,
entwickelt hat.
Wie es sich mit der beschwerdeweise
geltend gemachten gesundheitlichen Verschlechterung ab Frühjahr 2021 verhält, ist dementsprechend ebenfalls un
klar.
Weiter
gilt es festzuhalten
, dass
psychiatrische Gutachten dem Rechtsanwender eine Beurteilung des Nachweises einer funktionellen Leistungseinschränkung erlauben
müssen
.
Gefordert sind vorab Angaben zur Schwere des Leidens und zu dessen Folgen für die Leistungsfähigkeit, die nach Massgabe der in BGE 141 V 281 definierten Standardindikatoren (vgl. vorstehende E. 1.5
.2 f.
)
abzuhandeln
beziehungsweise dementsprechend auch formal zu strukturieren sind
(Urteil des
Bundesgerichts 8C_681/2020 vom 2
3.
Juli 2021 E. 5.2.2).
Auch diesen Anforderungen genügen die vertrauensärztlichen Guta
chten nicht.
Ergänzend ist anzumerken, dass die Berichte
respektive Stellungnahmen
der behandelnden Psychiaterin,
Dr.
C._
, in diesem Zusammenhang
ebenfalls
nicht ergiebig sind (vgl.
Urk.
6/54/2
-6, 6/84).
Diesbezüglich gilt es ohnehin
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, wonach behandelnde Arztpersonen beziehungs
weise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen, weshalb die
direkte
Zusprechung von Leistungen der Invalidenversicherung im Wesentlichen gestützt
auf
deren Angaben
kaum je in Frage kommt (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc; Urteil des Bundesgerichts
8C_549/2021
vom
7.
Januar 2022 E. 7.2
).
5.2.2
Den Akten sind darüber hinaus Anhaltspunkte
für somatische
Gesundheits
schäden
zu entnehmen
,
denen
nicht von
v
ornherein
jegliche
Auswirkungen auf das funktionelle Leistungsvermögen
abgesprochen
werden können.
Es handelt sich dabei namentlich um Übergewicht (
wohl
als Folge
hypomaner
Essenslust), Kniebeschwerden, rechtsseitige Fersenbeschwerden sowie eine
operations
bedürftige
Narbenhernie in der Bauchdecke (vgl. Urk. 6/54/5, 6/64/10 und 6/64/12 f.).
Dies muss umso mehr in Anbetracht des Umstands gelten, dass die Ausübung der Tätigkeit als W
erklehrerin auch gewisse körperliche
Anforderungen
etwa in Bezug auf die Gehfähigkeit (vgl. Urk. 6/17/7)
stellt.
Die Beschwerdegegnerin hat es bis anhin unterlassen,
in somatischer Hinsicht medizinische Abklärungen zu tätigen, was sie
in Nachachtung
des geltenden Untersuchungsgrundsatzes (vgl.
Art.
43
Abs.
1 ATSG) ebenfalls nachzuholen ha
ben wird.
6
.
Nach dem Gesagten
ist zusammenfassend festzuhalten, dass
sich der
medizinische
Sachverhalt
für eine abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin und damit des Invaliditätsgrades
sowohl in psychiatrischer als auch in somatischer Hinsicht
als
ungenügend
abgeklärt
erweist.
Bei der Klärung der Arbeitsunfähigkeit
und der Festlegung des zumutbaren Ausmasses
ist
deren Definition
zu berücksichtigen,
wonach
eine Person als arbeitsunfähig
gilt
,
wenn sie
infolge eines Gesundheitsschadens ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr, nur noch beschränkt oder nur unter der Gefahr, ihren Gesundheitszustand zu verschlimmern, ausüben
kann
(BGE 130 V 343 E. 3.1).
Dies gilt es im Besonderen
auch
bei
der Schwankungen
unterliegenden Krankheitsdiagnose einer
b
ipolaren
Störung,
wie sie offenbar bei der Beschwerdeführerin vorliegt, zu beachten. Es sind mithin das Ausmass
,
aber auch die Umstände sorgfältig zu
klären und zu begründen, die es der Beschwerdeführerin ermöglichen, ihre ange
stammte oder allenfalls angepasste Tätigkeit
aus
zuüben
, ohne dass es innert kurzer Zeit
wieder
zu Verschlech
t
erungen des Gesundheitszustandes kommt.
Je nach Ergebnis der ergänzend von der Beschwerdegegnerin zu veranlassenden medizinischen Abklärungen
werden
im Rahmen der
Ermittlung des Invaliditäts
grades
weitere Erhebungen
im
Hinblick auf den
invalidenversicherungs
rechtlichen Status der
bis anhin teilerwerbstätigen
Beschwerdeführerin
sowie die konkreten
Einschränkungen im Aufgabenbereich
erforderlich sein
, vorzugsweise im Rahmen einer Haushaltsabklärung.
Vor diesem Hintergrund
ist die angefochtene Verfügung vom
3.
Mai 2021 (Urk. 2) aufzuheben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach ergänzender Abklärung im Sinne der obigen Erwägungen eine neue Beurteilung vornehme und sodann über den Leistungsanspruch neu verfüge.
7
.
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Im vorliegenden Verfahren sind sie ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 210 E. 7.1, 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind
.