Decision ID: 2d22692d-403a-48d9-a935-73827c9a58d6
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1970
und
Y._
Staatsangehörige,
zog im Jahr 2012 von
Z._
in die Schweiz und trat am
2.
Juli 2012 eine Stelle beim Transportunternehmen
A._
als Aushilfe auf Abruf
an
(Arbeitsvertrag vom 7. Juni 2012,
Urk.
6/31
; vgl. auch das Jah
reslohnkonto 2013 in
Urk.
6
/8/3
sowie die Angaben der Arbeitgeberin gegenüber der Inv
ali
denversicherung vom 16. Okto
ber 2014,
Urk.
14/1/1-5
). Im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses war
X._
bei der Schweizerischen Unfallver
sicherungsanstalt (Suva) für die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen obligatorisch versichert.
Am 31. März 2014 war
X._
von einem Arbeitsunfall betroffen, bei dem ihr eine Kartonschachtel auf die rechte Schulter fiel
(Unfallmeldung UVG vom 15. April 2014,
Urk.
6/1
; Angaben der Versicherten gegenüber der Suva vom 25. April 2014,
Urk.
6/11
)
.
Noch am selben Tag suchte s
ie die Hausärztin
Dr.
med.
B._
auf
.
Die
se schrieb sie
zunächst für eine Woche zu 100
%
arbeitsunfähig (Zeugnis vom 31. März 2014,
Urk.
6/7) und verlängerte dieses Attest in der Folge mehrmals
, zuletzt bis voraussichtlich Mitte Mai 2014
(Zeug
nisse vom 9. und vom 23. April 2014,
Urk.
6/6 und
Urk.
6/10;
Arztzeugnis UVG vom 29. April 2014,
Urk.
6/12).
Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht für die Folgen des Ereignisses vom 31. März 2014 und bezahlte Heilungskosten, unter anderem Physiotherapie, sowie Taggelder (Brief vom 6. Mai 2014,
Urk.
6/1
3
).
1.2
Mitte Mai 2014 nahm die Versicherte die Arbeit
bei der angestammten Arbeit
geberin
im Umfang von zwei Stunden im
Tag
wieder auf (Bericht der Suva über ein Telefongespräch mit der Vers
icherten vom 13. Mai 2014, Urk.
6/17)
, und Mitte Juni 2014 erhöhte sie ihr Arbeitspensum auf drei Stunden im Tag (Zwischenbericht von
Dr.
B._
vom
2.
Juli 2014,
Urk.
6/26; Bericht
der Suva über
ein Telefongespräch
mit der Versicherten vom 23. Juli 2014,
Urk.
6/29).
Mit Schreiben vom 2
2.
Juli 2014 löste die Arbeitgeberin das Arbeits
verhältnis wegen Umstrukturierungen p
er Ende August 2014 a
uf (Urk.
6/32/1).
Unterdessen hatte die Hausärztin die Versicherte dem
Spital C._
zur Abklä
rung und ambulanten Behandlung der Schulter zugewiesen. Dort
hatte
am
21. Mai 2014 eine erste Untersuchung und am 9. Juli 2014 eine Kontroll
-
untersu
chung
statt
gefunden
(Bericht
e
von
Dr.
med.
D._
, Urk.
6/20/2-3
und
Urk.
14/20/18
).
Des Weiteren wurde
am 11. August 2
014
eine
Magnetreso
-
nan
zuntersuchung
der rechten Schulter durchgeführt (Bericht des
E._
,
Urk.
6/36)
, und am 10. September 2014 wurde die Versicherte erneut von
Dr.
D._
untersucht, der ihr wieder eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (Bericht in
Urk.
6/46
; Zeugnisse von Dr.
D._
in
Urk.
6/45 und
Urk.
6/48
).
1.3
Die Suva legte den Fall dem Kreisarzt
Dr.
med. F._
, Spezialarzt für Chirur
gie, vor (kreisärztliche Stellungnahme vom 23. September 2014, Urk.
6/47)
und liess
durch ihn die Aktenbeurteilung vom 21. Oktober 2014 erstellen (
Urk.
6/51). Gestützt darauf teilte sie der Ver
sicherten mit Verfügung vom 23.
Oktober 2014 mit, dass die heute bestehenden Schulterbeschwerden nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur seien und dass die Versicherungs
leistungen daher per 16. Novembe
r 2014 eingestellt würden (Urk.
6/53). Die Versicherte erhob am 17. November 2014 Einsprache mit dem Antrag, ihr seien in Aufhebung der Verfügung Versicherungsleistungen
bis zur vollständigen Abheilung der Beschwerden
zu gewähren
(
Urk.
6/55). Im Nachgang
zu
r Ein
sprache
liess sie, vertreten durch die
Assista
Rechtsschutz AG, einen Bericht von
Dr.
D._
vom 9. Dezember 2014 zuhanden ihrer Rechtsvertretung einreichen (
Urk.
6/62).
Mit Entscheid vom 11. März 2015 wies die Suva die Einsprache ab (
Urk.
2 =
Urk.
6/69).
2.
2.1
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 11. März 2015 erhob
X._
mit Eingabe vom 10. April 2015 Beschwerde und beantragte erneut, ihr seien Leis
tungen der obligatorischen Unfallversicherung
bis zur vollständigen Abheilung der Beschwerden
zuzusprechen (
Urk.
1). In der Beschwerdeantwort vom 5. Mai 2015 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5). Die Versicherte liess die ihr angesetzte Frist zur Replik (Verfügung vom 7. Mai 2015,
Urk.
7) unbenützt verstreichen (Verfügung vom 29. Juni 2015
,
Urk.
9
).
2.2
Am 20. September 2014 hatte sich
X._
auf Anraten der Suva (Urk.
6/43)
auch
bei der
Invalidenversicherung
angemeldet (
Urk.
14/3), und
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle,
hatte
vom
Spital C._
die Berichte über die Weiterbehandlung nach der
Leistungsein
stellung
durch die Suva ei
n
geholt
.
Dr.
D._
hatte
nach der Ausschöpfung
der konservativen
Massnahmen (Berichte vom 21. Oktober
und vom 7. November 2014, Urk.
14/13/6 und
Urk.
14/20/16)
am 9. Dezember 2014
eine Operation der rechten Schulter in
Form einer
arthroskopischen
AC
Gelenksresektion und einer
subakromialen
Dekompression durchgeführt (Bericht
e
vom
29.
Januar
,
vom
26.
Februar
und vom 15. April 2015,
Urk.
14/
20/17, Urk. 14/20/14-15 und Urk.
14/20/10-11
)
, anschliessend hatte
Dr.
med. G._
des
Spitals H._
neurologische Abklärungen getroffen (Bericht
vom 20. April 2015, Urk.
14/20/8-9), und schliesslich hatte die Versicherte auch in der
Schmerz
sprechstunde
des
Spitals H._
vorgesprochen (Bericht vo
n
Dr.
med.
I._
vom 21. Mai 2015,
Urk.
14/20/7)
.
Nach einer weiteren Kontrolle im
Spital C._
(Bericht von
Dr.
D._
vom 11.
Juni 2015,
Urk.
14/20/6) und einer Eingliederungsberatung der IV-Stelle (Verlaufsprotokoll vom 23. Juli 2015,
Urk.
14/25) zog die Versicherte im Sep
tember 2015 nach
Z._
(
Urk.
14/25/1; Adressmitteilung der Versicherten an das Gericht vom 8. Januar 2016,
Urk.
10), worauf die IV-Stelle des Kantons Zürich die Akten an die IV-Stelle für Versicherte im Ausland überwies (
Telefon
notiz
vom 19. April 2016,
Urk.
11).
2.3
Mit Verfügung vom 19. April 2016 (
Urk.
12) zog das Gericht die Akte
n der Invali
denversicherung bei
(
Urk.
14/0-54) und gab den Parteien mit Verfügung vom 4. Mai 2016 Gelegenheit zur Stellungnahme dazu (
Urk.
15). Die Suva machte davon mit Eingabe vom
24. Mai 2016 Gebrauch (
Urk.
16). Die Sendung der Verfügung und der Akten
an
die
neu mitgeteilte Adresse
der Versicherten
in
Z._
wurde dem Gericht von der Post
retourniert, da die Empfänger
in nicht habe ermittelt werden können (Urk.
17).
Das Gericht ersuchte die Ver
sicherte daraufhin per E
Mail
um Bekanntgabe der aktuellen Anschrift (Urk.
18)
, erhielt jedoch keine An
t
wort. M
it Verfügung vo
m 6. Juli 2016
teilte das Gericht der Versicherten deshalb
an die bisherige Adresse
mit,
die weitere Korrespon
denz und insbesondere auch das Urteil
werde an die
se
zuletzt bekanntgegebene
Adresse
in
Z._
gesandt, falls dem Gericht
bis zum Ergehen des Urteils keine andere Zustellungs
adresse angegeben werde (
Urk.
19).
Die Beschwerde
führerin antwortete darauf mit Schreiben vom 18. Juli 2016 (
Urk.
20).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdeführerin ist
Y._
Staatsangehörige, lebte vom Sommer 2012 bis zum Herbst 2015 in der Schweiz und arbeitete ab Juli 2012 hier. Es liegt somit ein Sachverhalt vor, der in persönlicher Hinsicht vom
Personenfreizügig
keitsabkommen
(Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit [FZA]) erfasst ist. Anhang II des FZA erklärt au
sserdem die Verordnung (EG) Nr.
883/2004 vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (VO 883/2004) und die Veror
dnung (EG) Nr. 987/2009 vom 16.
September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der VO 883/2004 (VO 987/2009) als anwend
bar. In sachlicher Hinsicht sind das FZA und die VO 883/2004 ebenfalls an
wendbar, da Leistungen bei einem Arbeitsunfall im Sinne von Art. 3
Abs.
1
lit
. f der Verordnung zur Diskussion stehen.
Damit ist nach den Regeln in Art. 11 ff. VO 883/2004 das anwendbare Landes
recht festzulegen. Nach dem Grundsatz in Art. 11
Abs.
1 VO 883/2004 unterlie
gen Personen, für welche die Verordnung gilt, den Rechtsvorschriften nur eines Mitgliedstaats. Nach Art. 11
Abs.
3
lit
. a VO 883/2004 sind dies für Personen, die in einem Mitgliedstaat eine Beschäftigung oder eine selbständige Erwerbs
tätigkeit ausüben, die Rechtsvors
chriften dieses Mitgliedstaates. Die Beschwer
deführerin arbeitete zur Zeit des Unfalls vom 31. März 2014 in der Schweiz, und es gelangt daher
das schweizerische Recht
zur Anwendung.
2.
2.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
In Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
-
rungs
rechts
(ATSG) ist der Unfall definiert als plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geis
tigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
2.
2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammen
hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
3.
3.1
Der Vorfall vom 3
1.
März 2014 bestand g
emäss der Schilderung der Beschwerde
führerin vom 2
5.
April 2014 im Fr
agebogen der
Beschwerdegeg
nerin
darin, dass ihr bei der Entnahme eines Paketes von einem Rollkarren ein anderes schweres Paket auf die rechte Schulter fiel (
Urk.
6/11). Gegenüber den behandelnden medizinischen Fachpersonen stellte die Beschwerdeführerin den Sachverhalt vergleichbar dar; sowohl im Arztzeugnis UVG von
Dr.
B._
vom 2
9.
April 2014 als auch im Bericht
von
Dr.
D._
über die erst
-
malige Untersuchung vom 2
1.
Mai 2014 ist von einem rund 10 kg schweren (Karton-)Paket die Rede, das der Beschwerdeführerin auf das rechte Schulterdach gefal
len sei (
Urk.
6/12,
Urk.
6/20/2). Von diesem Hergang kann daher ausgegangen werden, und er erfüllt die Kriterien des Unfallbegriffs nach Art. 4 ATSG
ohne
Weiteres
.
3.2
Dr.
B._
, welche die Beschwerdeführerin noch am Unfalltag untersucht hatte
, stellte
im Arztzeugnis UVG vom 2
9.
April 2014
die Diagnose einer Kon
tusion der rechten Schulter und nannte
als Befunde
Schmerzangaben in den Bereichen des Schulterblatts und des
Akromioklavikulargelenks
(AC-Gelenk) sowie eine reduzierte
B
izepskraft
; eine
ossäre
Läsion schloss die Ärztin mittels Röntgenaufnahme aus (
Urk.
6/12). Die erhobenen Befunde veranlassten die Ärztin zunächst nur zu einem einwöchigen Arbeitsunfähigkeitsattest (
Urk.
6/7), das sie in der Folge bis Mitte Mai 2014 verlängert
e
(
Urk.
6/6,
Urk.
6/10, Urk.
6/12).
Dr.
D._
nahm im Bericht vom 21.
Mai 2014
zusätzlich
an
, dass die Beschwerdeführerin beim Ereignis vom 3
1.
März 2014 eine temporäre
Plexusir
ritation
erli
tten habe, und fand bei der aktuellen Untersuchung noch multiple
Triggerpunkte
, die er auf das Trauma vom 3
1.
Mä
r
z 2014 zurückführte (
Urk.
6/20/2). Strukturelle Schädigungen vermutete
hingegen auch
Dr.
D._
keine.
Bei der Magnetresonanzuntersuchung vom 1
1.
August 2014
zeigte sich dann eine
Tendinose
der
Supraspinatussehne
, vergesellschaftet mit einer leichten Involution des zugehörigen Muskelbauches,
und eine mässig ausgeprägte AC
Gelenksarthrose, und ausserdem ergab sich der Verdacht auf eine
Rotato
renintervall-Läsion
(
Urk.
6/36). Weder
Dr.
D._
als behandelnder Arzt noch der Kreisarzt
Dr. F._
führten indessen diese strukturellen Befunde auf das Ereignis vom 3
1.
März 2014 zurück
. Vielmehr
nannte
Dr.
D._
sie im Bericht vom 1
0.
September 2014 unter Verwendung des Begriffs einer
intratendinösen
Sup
raspinatussehnenruptur
als eigenständige Diagnose neben dem Status n
ach kranialem Schultertrauma
(
Urk.
6/46), und
Dr. F._
hielt in der
Aktenbeurtei
lung
vom 2
1.
Oktober 2014 fest,
intratendinöse
Sehnenrupturen seien mit weit überwiegender Häufigkeit degenerativer Natur und auch die
AC-Gelenksarth
rose
stelle einen
degenerativen Befund dar (Urk.
6/51/2).
Da keine a
bweichen
de
n
fachärztliche
n
Meinungen
dokumentiert
sind
,
kann
der
Unfall vom 3
1.
März 2014
d
eshalb
nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit für die magnetresonanztomografisch festgestellten Befunde verantwortlich gemacht werden.
Hingegen ist überwiegend wahrscheinlich, dass der Unfall das degenerativ
vorge
schädigte
AC-Gelenk in ein schmerzhaftes Stadium versetzt hat
;
Dr.
D._
erklärte im Bericht vom
9.
Dezember 2014 einleuchtend, dass der angegebene Unfallhergang mit direkter Traumatisierung d
es Schulterdachs durch einen 10
kg schweren Karton einen adäquaten Mechanismus für das Auslösen von AC-Gelenksbeschwerden darstelle (
Urk.
6/62). Die Beschwerdegegnerin aner
kannte daher
richtigerweise
ihre Leistungspflicht für die Heilungskosten und den Verdienstausfall in der ersten Zeit nach dem Ereignis vom 3
1.
März 2014.
3.3
3.3.1
Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
die
Leistungen
in der Folge
zu Recht
gestützt auf die Aktenbeurteilung von
Dr. F._
(
Urk.
6/51) per 1
6.
November 2014
eingestellt hat. Voraussetzung dafür ist aufgrund der vorstehenden recht
lichen Erwägungen
, dass die rechte Schulter auf dieses Datum hin mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit den Zustand erreicht hat, wie er sich schon vor dem Unfall präsentiert hatte oder wie er sich auch ohne den Unfall entwickelt hätte (Status quo ante oder Status quo sine).
3.3.2
Die Beschwerdeführerin erlangte die vollumfängliche Arbeitsfähigkeit nicht so rasch wieder, wie es
Dr.
B._
bei der erstmaligen Untersuchung erwartet hatte (vgl.
Urk.
6/7).
G
egenüber
Dr.
D._
klagt
e die Beschwerdeführerin am 21.
Mai 2014 nach wie vor über
AC-Gelenksbeschwerden und über ausstrah
lende Beschwerden in den Arm, und
Dr.
D._
fand bei der aktuellen Untersu
chung noch multiple
Triggerpunkte
, die er auf das Trauma vom 3
1.
Mä
r
z 2014 zurückführte. Insgesamt ging jedoch
Dr.
D._
von einer deutlichen Besserung seit dem Unfall aus (
Urk.
6/20/2)
, und im nachfolgenden Bericht vom
9.
Juli 2014 sprach
Dr.
D._
wiederum von einem in Besserung befindlichen Beschwerdebild mit freier passiver Gelenksbeweglichkeit und einer guten
Mus
kelkraftentwicklung
für die gesamte
Rotatorenmanschette
(
Urk.
14/20/18).
Auch
die Beschwerdeführerin selber berichtete der Beschwerdegegne
rin am 23.
Juli 2014, es gehe langsam besser mit der recht
en Schulter, sie habe immer noch leichte Einschränkungen mit dem rechten Arm und könne ihn noch nicht ganz hochheben, benötige indessen nur noch ab und zu Schmerzmittel, und mit der Arbeit im Umfang von täglich drei S
tunden klappe es ganz gut (Urk.
6/29/1).
Bei d
er weiteren Untersuchung
im
Spital C._
vom
1
0.
September 2014 war demgegenüber wieder von einer Zunahme der Beschwerden die Rede;
Dr.
D._
hielt fest, es sei der Beschwerdeführerin nicht geglückt, parallel zur Therapie wieder zu arbeiten, sondern die Beschwerden
, vor allem im Bereich des
Schul
terdachs
,
hätten sich durch den Arbeitsversuch sukzessive verstärkt, sodass die Beschwerdeführerin seit Ende August 2014 nicht mehr arbeiten könne (
Urk.
6/46). Diese Angabe steht in einem Gegensatz zur vorstehend wiedergege
benen Dokumentation des Verlaufs bis Ende Juli 201
4.
Die Beschwerdezunahme im Laufe des Monats August 2014
ist somit nicht kongruent mit
dem bisherigen Verlauf
, sondern präsentiert sich als Entwicklung, die eine neue Wendung genommen hat.
Dies spricht dafür, dass das Ereignis vom 3
1.
März 2014 den degenerativen Vorzustand an der rechten Schulter lediglich vorübergehend hat schmerzhaft werden lassen und keine richtunggebende Verschlimmerung her
beigeführt hat.
Wohl schrieb
Dr.
D._
am
9.
Dezember 2014 im Brief an die Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin, persistierende Beschwerden nach einem Ereignis wie dem vorliegenden mit direkter Traumatisierung des
Schul
terdachs
seien nicht selten, und erachtete einen entsprechender Zusammenhang auch im vorliegenden Fall als plausibel (
Urk.
6/62). Kurz vorher hatte er jedoch
im Bericht vom 2
1.
Oktober 2014 gegenüber
der IV-Stelle
erklärt, normaler
weise sei in einem solchen Fall eine
restitutio
ad
integrum
zu erwarten (
Urk.
14/13/6). Sodann bestanden die Schulterbeschwerden auch nach der Ope
ration v
om
9.
Dezember 2014 weiter, wie den Berichten von
Dr.
D._
über die
Kontrolluntersuchungen von Januar bis April 2015 zu entnehmen ist (
Urk.
14/20/17,
Urk.
14/20/14-15 und Urk.
14/20/10-11). Auch dies ist ein Anhaltspunkt dafür, dass im Herbst 2014 nicht mehr die traumatisierten dege
nerativen Veränderungen des AC-Gelenks, sondern andere Mechanismen für das Schmerzbild verantwortlich waren
.
Zwar konnte
Dr.
G._
bei der neu
rologischen Untersuchung vom April 2015
keine Nervenschädigung als Ursache für die fortdauernden Schulterbeschwerden ausmachen, immerhin beurteilte er aber die
von der Beschwerdeführerin
wieder
geschilderten Taubheitsgefühle an der rechten Hand
, über die sie gemäss dem Bericht von
Dr.
D._
vom 2
1.
Mai 2014 schon
nach dem
Unfall geklagt hatte (
Urk.
6/20/2), nicht als Folgen des Schultertraumas, sondern führte sie am
ehesten
auf
e
inen
Medianus
-Engpass
im Bereich des Unterarms
(Carpaltunnel oder
pronator
teres
)
zurück (
Urk.
14/20/8-9).
3.3.3
Bei diesem Gesamtverlauf unter Berücksichtigung der Entwicklung ab Ende 2014 leuchtet die Beurteilung von
Dr. F._
vom 2
1.
Oktober 2014 ein, dass das Besch
werdebild ab der Zeit der Aktenvorlage an ihn nicht mehr durch die Fol
gen des Ereignisses vom 3
1.
März 2014, sondern durch krankheitsbedingte Faktoren bestimmt werde (
Urk.
6/51/3).
D
ie fortbestehenden Beschwerden
waren somit
ab jenem Zeitpunkt
zumindest
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr unfallkausal
.
3.4
Die Leistungseinstellung auf den 1
6.
November 2014 hin ist daher rechtens, und die Beschwerde ist abzuweisen.