Decision ID: f575443f-8aeb-5bbb-aa56-d0561729fa8f
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer stellte am 22. April 2017 in der Schweiz ein Asylge-
such am Flughafen B._. Gleichentags verfügte das SEM die Ver-
weigerung der Einreise und die Zuweisung des Beschwerdeführers in den
Transitbereich als einstweiligen Aufenthaltsort für das Verfahren. Mit Ver-
fügung vom 11. Mai 2017 trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1
Bstn. c und e AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht ein. Gleichzeitig
ordnete es die Wegweisung des Beschwerdeführers in den Drittstaat In-
dien und den Vollzug an. Mit Urteil E-2838/2017 vom 8. Juni 2017 wies das
Bundesverwaltungsgericht eine dagegen erhobene Beschwerde vollum-
fänglich als offensichtlich unbegründet ab, nachdem es mit Urteil E-
2886/2017 vom 1. Juni 2017 zwischenzeitlich auch ein Ausstandsbegeh-
ren des Beschwerdeführers abgewiesen hatte. Zwei am 14. Juni 2017 ge-
gen die Urteile E-2838/2017 und E-2886/2017 eingereichte Revisionsge-
suche wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteilen E-3364/2017 und
E-3365/2017 je vom 24. Juli 2017 ebenso ab.
Seit dem (...) 2017 ist zudem beim UNO Ausschuss gegen Folter (Com-
mittee Against Torture, CAT) eine Beschwerde gegen die Schweiz wegen
Verletzung von Art. 3 des Übereinkommens gegen Folter und andere grau-
same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe vom 10.
Dezember 1984 (FoK, SR 0.105) hängig. Auf Ersuchen des CAT hin setzte
das SEM den Vollzug der Wegweisung am 4. Juli 2017 vorsorglich aus. Am
(...) 2017 wurde der Beschwerdeführer aus der Ausschaffungshaft entlas-
sen und reiste in der Folge in die Schweiz ein.
Ein Gesuch des Beschwerdeführers vom 19. Juli 2017 um Eröffnung eines
materiellen Asylverfahrens schrieb das SEM am 14. August 2017 formlos
ab. Eine weitere Eingabe des Beschwerdeführers vom 11. September 2017
nahm das SEM als Wiedererwägungsgesuch entgegen und wies dieses
mit Verfügung vom 25. September 2017 ab; gleichzeitig erklärte es seine
Verfügung vom 11. Mai 2017 zwar als rechtskräftig und vollstreckbar, je-
doch unter Feststellung, dass der Vollzug der Wegweisung bis zum Urteil
des CAT sistiert bleibe. Eine gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde
vom 25. Oktober 2017 wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil
E-6041/2017 vom 6. März 2018 vollumfänglich ab. Auf ein gegen dieses
Urteil gerichtetes Revisionsgesuch trat das Bundesverwaltungsgericht mit
Urteil E-3750/2018 vom 10. Juli 2018 nicht ein; die Eingabe wurde als mut-
willig und rechtsmissbräuchlich erkannt.
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B.
Mit schriftlicher Eingabe an das SEM vom 2. März 2021 stellte der Be-
schwerdeführer ein «neues Asylgesuch». Darin machte er geltend, er habe
aufgrund einer zwischenzeitlichen Veränderung der Sachlage (mehrjähri-
ger geduldeter, aber ungeregelter Aufenthalt in der Schweiz; Rückkehr sei-
ner Familienangehörigen von Indien nach Sri Lanka im (...) 2017 und damit
dahingefallener Konnex zwischen ihm und Indien; drohende Kettenrück-
schiebung von Indien nach Sri Lanka) Anspruch auf Eröffnung eines mate-
riellen Asylverfahrens und auf Anerkennung als Flüchtling (Flüchtling nach
Art. 3 AsylG und der FK bzw. «refugee in orbit»), da er in Sri Lanka verfolgt
sei. Es sei – analog zur Zweijahresregelung in Dublin-Verfahren – die
Pflicht der Schweiz, nunmehr seine Zuständigkeit für die Prüfung des Asyl-
gesuchs anzuerkennen und damit den Schwebezustand, der durch die
Verfügung vom 11. Mai 2017 (festgestellte Zuständigkeit Indiens in Anwen-
dung von Art. 31a Abs. 1 Bst. c und e AsylG) herbeigeführt worden sei, zu
beenden; dieser Schwebezustand sei völkerrechtlich, rechtsstaatlich und
menschlich unhaltbar.
Für den detaillierten Inhalt des Gesuchs und der vorgelegten Beweismittel
wird auf die Akten verwiesen.
C.
Nachdem das SEM am 31. März 2021 den Vollzug der Wegweisung einst-
weilen ausgesetzt und die Anhandnahme des Gesuchs vom 2. März 2021
als Wiedererwägungsgesuch erklärt hatte, traf es mit Verfügung vom 3. Mai
2021 seinen Entscheid über dasselbe. Darin wies es das Wiedererwä-
gungsgesuch ab und erklärte seine Verfügung vom 11. Mai 2017 als
rechtskräftig, den Vollzug der Wegweisung jedoch als für die Dauer des
Verfahrens vor dem CAT weiterhin sistiert.
Eine gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 10. Juni 2021
hiess das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-2736/2021 vom 1. Juli
2021 insoweit gut, als es die angefochtene Verfügung von Amtes wegen
aufhob und die Sache zur Neubeurteilung an das SEM zurückwies. In der
Begründung hielt das Gericht fest, die Behandlung des Gesuchs unter dem
Prozedurtyp Wiedererwägung sei in casu bundesrechtswidrig. Eine Person
könne nicht gezwungen werden, Partei in einem Verfahren zu werden, das
sie explizit nicht zu iniziieren beabsichtige. Genauso wenig könne eine Per-
son gezwungen werden, Partei in einem Verfahren vor einer Behörde zu
werden, die sie explizit nicht anzurufen beabsichtige. Gelange das SEM
E-4530/2021
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somit zur Auffassung, es sei zwar für die Eingabe vom 2. März 2021 zu-
ständig, jedoch handle es sich nicht um ein Asyl-, sondern um ein Wieder-
erwägungsgesuch, hätte es dies in einem Nichteintretensentscheid auf das
Asylgesuch festzustellen. Sollte das SEM hingegen nunmehr zur Auffas-
sung gelangen, beim «neuen Asylgesuch» vom 2. März 2021 handle es
sich tatsächlich um ein solches, wäre dieses nach Massgabe von Art. 111c
AsylG zu beurteilen, wobei entsprechend dem Gesetzestext weder ein
Nichteintretensentscheid nach Art. 31a Abs. 1-3 AsylG oder eine formlose
Abschreibung des Gesuchs anstelle einer materiellen Behandlung ausge-
schlossen noch die Durchführung einer Anhörung zwingend wäre. Zudem
stelle sich für das Bundesverwaltungsgericht die Frage, weshalb das SEM
die Verfahrensmaterie auf den Vollzug der Wegweisung reduziert habe, wo
doch im «Asylgesuch» ein Anspruch auf Anerkennung als Flüchtling gel-
tend gemacht werde.
D.
Mit Eingaben vom 5. Juli und vom 5. August 2021 an das SEM verwies der
Beschwerdeführer zum einen auf den Inhalt der Beschwerde vom 10. Juni
2021, insbesondere auf die dortigen Ausführungen betreffend eine Verlet-
zung von Art. 3 EMRK angesichts des unmenschlichen, erniedrigenden
und mithin völkerrechtswidrigen Umgangs der Schweiz mit ihm in Form der
Verweigerung des ihm zustehenden Asylverfahrens und der gegen ihn er-
griffenen ausländer(straf-)rechtlichen Massnahmen, sowie zum andern auf
seine Eigenschaft als «refugee in orbit». Er fordere die Ausstellung eines
N-Ausweises.
Mit Antwortschreiben vom 6. September 2021 verwies das SEM den Be-
schwerdeführer betreffend die Ausstellung eines N-Ausweises an die kan-
tonalen Migrationsbehörden.
Der Beschwerdeführer replizierte seinerseits auf dieses Antwortschreiben
und nahm die involvierten Mitarbeitenden für ihr Vorgehen in seinem Fall
in die Kritik; zudem forderte er die Inkenntnissetzung des Staatssekretärs
über die bisherigen Vorgänge.
Mit neuerlichem Antwortschreiben teilte das SEM dem Beschwerdeführer
mit, dass einer Ausstellung des N-Ausweises durch die kantonalen Behör-
den nichts im Wege stehen sollte und ein Entscheid über das hängige
Mehrfachasylgesuch zeitnah in Aussicht stehe. Im Übrigen verwies es auf
die bisherige Korrespondenz.
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Seite 5
E.
Mit Verfügung vom 29. September 2021 – eröffnet am 7. Oktober 2021 –
trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG unter Erhe-
bung einer Gebühr von Fr. 600.– auf die nunmehr als Mehrfachasylgesuch
qualifizierte Eingabe vom 2. März 2021 nicht ein und ordnete die Wegwei-
sung aus der Schweiz an. Weiter stellte es fest, dass der Vollzug der Weg-
weisung für die Dauer des hängigen CAT-Verfahrens sistiert bleibe. Den
Antrag betreffend Durchführung einer Anhörung lehnte es ab.
F.
Mit Schreiben vom 13. Oktober 2021 teilte das SEM der zuständigen Mig-
rationsbehörde die nach seiner Auffassung am 7. Oktober 2021 eingetre-
tene Rechtskraft der Verfügung vom 29. September 2021 mit.
G.
Gegen die Verfügung vom 29. September 2021 hat der Beschwerdeführer
mit Eingabe vom 14. Oktober 2021 Beschwerde beim Bundesverwaltungs-
gericht erhoben. Darin beantragt er deren Aufhebung und die Rückweisung
der Sache an die Vorinstanz zur korrekten Behandlung als neues Asylge-
such sowie eventualiter die Feststellung der Unzulässigkeit, eventuell der
Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges. In prozessualer Hinsicht be-
antragt er die unverzügliche Bekanntgabe der mit der Behandlung der Sa-
che betrauten Gerichtspersonen und die Bekanntgabe ihrer zufälligen Aus-
wahl, andernfalls die objektiven Kriterien ihrer Auswahl mitzuteilen seien.
H.
Am 15. Oktober 2021 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ein-
gang der Beschwerde.
I.
Direkt im Nachgang zur vorgenannten Eingangsbestätigung gelangte der
Beschwerdeführer mit Schreiben vom 18. Oktober 2021 an das Gericht.
Hierbei führte er unter Hinweis auf seine betreffenden Ausführungen in der
Beschwerde aus, der vorsitzende Richter solle im vorliegenden Verfahren
die Instruktion abgeben. Dieser habe bereits den Vorsitz im Kassationsur-
teil E-2736/2021 vom 1. Juli 2021 gehabt und erscheine daher vorbefasst.
J.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht einen-
teils am 15. Oktober 2021 in elektronischer Form und andernteils am
18. Oktober 2021 in physischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG).
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend –
endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
Daran ändert die Rechtskraftmitteilung des SEM vom 13. Oktober 2021
(vgl. oben Bst. F) nichts. Es entzieht sich der Kenntnis des Bundesverwal-
tungsgerichts, auf welcher Grundlage diese ergangen ist. Sie ist indessen
auch nicht Anfechtungsobjekt der vorliegenden Beschwerde.
2.
Der Beschwerdeführer beantragt die Bekanntgabe der mit der Behandlung
der Sache betrauten Gerichtspersonen und die Bekanntgabe ihrer zufälli-
gen Auswahl, andernfalls die objektiven Kriterien ihrer Auswahl mitzuteilen
seien.
Die mit der Sache betrauten Gerichtspersonen gehen aus dem Rubrum
des vorliegenden Urteils hervor. Praxisgemäss ist der Spruchkörper aus
denselben Personen zusammengesetzt, die – wie vorliegend – an einem
vorangegangenen Kassationsentscheid in gleicher Sache beteiligt waren.
Das Schreiben vom 18. Oktober 2021 (vgl. oben Bst. I) ist zum einen nicht
als formelles Ausstandsbegehren aufzufassen, zumal der Rechtsvertreter
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solche regelmässig und formkorrekt beim Bundesverwaltungsgericht ein-
zureichen imstande ist. Zum andern wird darin vom vorsitzenden Richter
ausdrücklich nur die Abgabe der «Instruktion» verlangt. Ein Instruktions-
verfahren wurde jedoch vor dem hiermit ergehenden Direktentscheid in der
Sache nicht durchgeführt.
3.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
4.
Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM
ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
Hinsichtlich der Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs hat
die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb das Bun-
desverwaltungsgericht diese Punkte ohne Einschränkung prüft.
5.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
6.
6.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG tritt das SEM in der Regel auf ein
Asylgesuch nicht ein, wenn Asylsuchende in einen Drittstaat zurückkehren
können, in welchem sie sich vorher aufgehalten haben. Art. 31a Abs. 1
Bst. c AsylG findet indes keine Anwendung, wenn Hinweise bestehen, dass
im Einzelfall im fraglichen Drittstaat kein effektiver Schutz vor Rückschie-
bung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht (vgl. Art. 31a Abs. 2 AsylG).
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Nach Art. 5 Abs. 1 AsylG darf keine Person in irgendeiner Form zur Aus-
reise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre
Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in
dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu wer-
den.
6.2 Tritt das SEM auf ein Asylgesuch nicht ein, so verfügt es in der Regel
die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berück-
sichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG).
Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht
möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetz-
lichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83
Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtli-
che Verpflichtungen der Schweiz (insb. Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1
FK, Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 FoK und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der
Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG
kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn
sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg,
Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret ge-
fährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbe-
halt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Der
Vollzug ist schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Aus-
länder weder in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen Dritt-
staat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AIG).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
7.
7.1 In der angefochtenen Verfügung hält das SEM zunächst fest, dass es
die Eingabe vom 2. März 2021 nunmehr in Übereinstimmung mit dem Be-
schwerdeführer ebenfalls als Mehrfachasylgesuch qualifiziere. Zur Begrün-
dung seines Nichteintrensentscheids erwägt es sodann, dass für den be-
hauptungsgemäss nach zwei Jahren erfolgten Zuständigkeitsübergang auf
die Schweiz für die materielle Prüfung der Asylgründe keine rechtliche
Grundlage ersichtlich sei, da es sich vorliegend nicht um ein Dublin-Ver-
fahren handle und die Bestimmungen der Dublin-Verordnung somit keine
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Anwendung fänden; der Vergleich gehe fehl. Weiter habe das Bundesver-
waltungsgericht sowohl in seinem Urteil vom 8. Juni 2017 als auch in jenem
vom 6. März 2018 festgestellt, dass der Wegweisungsvollzug nach Indien
in seinem Fall zulässig, zumutbar und möglich sei. Der Wegweisungsvoll-
zug sei aufgrund der hängigen Beschwerde vor dem CAT sistiert und aus-
serdem seien keine Hinweise ersichtlich, wonach er sich in irgendeiner
Weise darum bemüht hätte, freiwillig nach Indien zurückzukehren oder ihm
dies nicht möglich gewesen wäre. Seine Situation habe sich diesbezüglich
seit Erlass des letzten Urteils nicht verändert. Im Weiteren wiederholt es
seine bisherige Feststellung, dass er von (...) bis 2017 legal in Indien ge-
lebt habe und ihm dort eine Wohnung zur Verfügung gestellt worden sei.
Es sei davon auszugehen, dass seine (...) Eltern ihn bei einer Rückkehr
nach Indien erneut finanziell unterstützen würden und er sich aufgrund sei-
ner insbesondere in beruflicher Hinsicht vollzugsbegünstigenden Voraus-
setzungen dort wieder integrieren könne. Die vierjährige Landesabwesen-
heit und die geltend gemachte Ausreise seiner Ehefrau und Kinder aus In-
dien änderten daran nichts. Für ausführlichere Erwägungen zur Durchführ-
barkeit einer Rückkehr nach Indien sei auf die Verfügung des SEM vom 11.
Mai 2017 und das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 8. Juni 2017
zu verweisen. Zusammenfassend bestünden keine Gründe für die An-
nahme, dass die Zuständigkeit für die materielle Prüfung des Asylgesuchs
auf die Schweiz übergegangen wäre. Auch betreffend die behauptete Ge-
fahr einer Kettenrückschaffung habe das Bundesverwaltungsgericht in den
Urteilen vom 8. Juni 2017 und vom 6. März 2018 das Vorliegen von Hin-
weisen verneint, wonach in Indien kein effektiver Schutz vor Rückschie-
bung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG bestehe. Eine aktuelle Recherche
der Länderanalyse des SEM zeige, dass an dieser Einschätzung auch zum
jetzigen Zeitpunkt festzuhalten sei. Im Dezember 2018 hätten indische Me-
dien zwar über den Fall eines in Indien geborenen Mannes mit sri-lanki-
schen Eltern, der gegen seinen Willen nach Sri Lanka deportiert worden
sei, berichtet. Seither seien aber keine weiteren Zwangsrückführungen von
Personen aus Sri Lanka, die in Indien als Flüchtlinge registriert gewesen
seien, bekannt geworden. Auch gemäss UNHCR und indischen Akademi-
kern anerkenne Indien das Prinzip des Non-Refoulement und halte sich
grundsätzlich daran. Folglich bestünden nach wie vor keine Hinweise da-
rauf, dass Indien in Bezug auf srilankische Staatsangehörige das Non-Re-
foulement-Gebot verletze. Der Vollzug der Wegweisung nach Indien sei
demnach weiterhin als zulässig einzustufen. Im Übrigen würden Mehrfach-
asylverfahren gemäss Art. 111c AsylG und in Abstützung auf die Praxis
grundsätzlich schriftlich geführt. Eine Anhörung erweise sich vorliegend
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auch gestützt auf Art. 12 VwVG nicht als angezeigt. Auf das Mehrfachge-
such sei daher gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG nicht einzutreten,
der Antrag auf Durchführung eines materiellen Asylverfahrens in der
Schweiz abzuweisen und die Wegweisung in den Drittstaat Indien anzu-
ordnen. Der Vollzug bleibe jedoch für die Dauer des hängigen CAT-Verfah-
rens sistiert. Die Gebührenerhebung stützt das SEM schliesslich auf
Art. 111d AsylG.
7.2 In seiner Rechtsmitteleingabe verweist der Beschwerdeführer auf
seine Eingaben in früheren Verfahren, insbesondere auf sein Asylgesuch
vom 2. März 2021, gemäss welchen er die fehlende materielle Prüfung des
Asylgesuchs und damit seiner Flüchtlingseigenschaft in der Schweiz als
bundesrechts- und völkerrechtswidrig beanstandet habe. Sodann kritisiert
er das Kassationsurteil vom 1. Juli 2021 insbesondere deshalb, weil darin
das SEM von den involvierten Gerichtspersonen angewiesen werde, die
Sache als Mehrfachasylgesuch zu behandeln und – im Sinne einer Rechts-
beratung – eine materielle Prüfung der Asylgründe weiter zu verhindern
und auf das Gesuch abermals aus formellen Gründen nicht einzutreten. Er
werde durch diese Anweisung bewusst und schikanös in der verpönten Si-
tuation eines «refugee in orbit» belassen. Seit seinem ersten Asylgesuch
vom 22. April 2017 seien zahlreiche Entscheide ergangen, aber nie sei in
einer materiellen Prüfung über das Bestehen seiner Flüchtlingseigenschaft
nach Art. 3 AsylG entschieden worden. Stattdessen bezeichne die Schweiz
Indien als sicheren Drittstaat, obwohl das Land die Genfer Flüchtlingskon-
vention nicht unterzeichnet habe. Entgegen den bisher betreffend ihn er-
gangenen Entscheidungen sei die Schweiz für die Behandlung des Asyl-
gesuchs und die Schutzgewährung in Form des Asyls zuständig und sie
habe dies in einem ordentlichen materiellen Asylverfahren zu prüfen. Bei
seiner Auffassung einer fehlenden rechtlichen Grundlage für diese Zustän-
digkeit verkenne das SEM die bereits im Asylgesuch vom 2. März 2021
erwähnten Grundlagen in Gestalt insbesondere der in der FK verbrieften
fundamentalen Rechte, womit es seinen Anspruch auf Wahrung des recht-
lichen Gehörs und die Begründungspflicht in kassationsauslösender Weise
missachte. Die Zuständigkeit der Schweiz (anstelle von Indien) für die
Schutzgewährung ergebe sich sodann angesichts seines rund vierjährigen
rechtmässigen, regulären und ordnungsgemässen Aufenthalts in der
Schweiz (aufgrund des hängigen CAT-Verfahrens). Dennoch sei er in die-
ser Zeit mehrmals wegen seines behauptungsgemäss unberechtigten Auf-
enthalts in der Schweiz zu Unrecht festgenommen und inhaftiert worden.
Die Widerrechtlichkeit solcher Massnahmen könne er mit verschiedenen
Beweismitteln dokumentieren. Es stelle sich die Frage im Raum, ob seine
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Behandlung in der Schweiz, welche ihn insbesondere täglich kriminalisiere,
ihn Übergriffen und Inhaftierungen durch die Polizei aussetze und ihm ge-
mäss FK zustehende Rechte willkürlich verweigere, nicht nur einer un-
menschlichen und erniedrigenden Behandlung gemäss Art 3 EMRK gleich-
komme, sondern sogar einer Folterung entspreche. Eine solche von Schi-
kanen und ständiger Ausschaffungsangst geprägte Existenz über vier
Jahre sei klar unmenschlich und erniedrigend. Weitere rechtliche Grundla-
gen für die Zuständigkeit der Schweiz zur materiellen Prüfung der Flücht-
lingseigenschaft und des Asyls seien die Art. 29 Abs. 1 und 29a BV. Hinzu
komme vorliegend die im Asylgesuch vom 2. März 2021 bereits vorgetra-
gene Veränderung der Sachlage insoweit, als er nun seit vier Jahren nicht
mehr in Indien weile, seine Frau und Kinder dieses Land im (...) 2017 ver-
lassen hätten, er dort über keinen Rechtanspruch mehr für ein Aufenthalts-
recht verfüge und ihm eine Kettenabschiebung in den Verfolgerstaat Sri
Lanka drohe. Das SEM verkenne in seiner Argumentation die Analogie
zum Dublin-Verfahren; er habe anhand der Dublin-Verordnung aufzuzei-
gen vermocht, dass die Drittstaatenregelung im Gegensatz zu den völker-
rechtlichen Verpflichtungen der Schweiz nicht unveräusserlich und zeitlich
unbegrenzt seien. Im Gegensatz zu den Zeitpunkten der Urteile des Bun-
desverwaltungsgerichts vom 8. Juni 2017 und vom 6. März 2018 habe er
spätestens seit der Ausreise der Ehefrau und der Kinder des Beschwerde-
führers aus Indien keinen Konnex mehr zu diesem Land, wogegen er heute
starke Verbindungen zur Schweiz aufweise. Es sei deshalb in höchstem
Masse befremdlich, falsch und grenze an Arbeitsverweigerung, wenn das
SEM nun erneut pauschal auf die Zumutbarkeitsprüfung im Urteil E-
2838/2017 des Bundesverwaltungsgerichts vom 8. Juni 2017 verweise.
Aus diesem Grund sei seine Rückkehr nach Indien, zumal ohne Rücknah-
mezusicherung dieses Landes, nicht mehr zulässig und die Zuständigkeit
zur Prüfung des Asylgesuchs sei klar auf die Schweiz übergegangen, dies
völlig ungeachtet früherer rechtskräftiger Entscheidungen. Das SEM habe
somit zu Unrecht die Sache keiner materiellen Prüfung unterzogen und
sich mit keinem Wort zu dieser Zuständigkeitsfrage geäussert, was eine
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache
an die Vorinstanz rechtfertige. Das SEM nehme auch zur Gefahr der Ket-
tenabschiebung keine Stellung und argumentiere in Verletzung seiner Be-
gründungspflicht pauschal, dass Indien das Non-Refoulement-Gebot res-
pektiere. Kettenabschiebung und Refoulement seien jedoch zu differenzie-
ren und Staaten, die die FK nicht unterzeichnet hätten, würden Kettenab-
schiebungen, d.h. die Verweigerung der Einreise und direkte Abschiebung
in den Verfolgerstaat, oft praktizieren. Das SEM habe in der angefochtenen
Verfügung selber einen solchen Fall erwähnt. Dessen Recherche grosser
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Tageszeitungen gehe völlig fehl, zumal solche Abschiebungen den Weg in
die Berichterstattungen meist nicht fänden. Auch der indische Supreme
Court bestätige in einem Urteil vom 8. April 2021 die Unterordnung des
Non-Refoulement-Gebots. Der Beschwerdeführer habe nach vier Jahren
Abwesenheit aus Indien das dortige Aufenthaltsrecht verwirkt. Sollte die
angefochtene Verfügung nicht aufgehoben und die Sache an die
Vorinstanz zurückgewiesen werden, wäre die Unzulässigkeit oder die Un-
zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges von Amtes wegen festzustellen.
Für den weiteren Inhalt der Beschwerde und der vorgelegten Beweismittel
wird auf die Akten verwiesen.
8.
8.1 Vorab ist festzustellen, dass das SEM die im Urteil E-2736/2021 vom
1. Juli 2021 als kassationsauslösend erkannten Mängel mit der nun ange-
fochtenen neuen Verfügung behoben hat. So ist es sowohl von der Quali-
fikation des Gesuchs vom 2. März 2021 als Wiedererwägungsgesuch als
auch von der Reduktion der Verfahrensmaterie auf den Vollzug der Weg-
weisung abgerückt. Der Beschwerdeführer scheint dies angesichts seiner
Kritik in der vorliegenden Beschwerde zu verkennen, wurde doch seinem
Hauptantrag der damaligen Beschwerde durch das Gericht entsprochen
und das Gesuch vom SEM nunmehr wunschgemäss als Asylgesuch be-
handelt. Zudem erstaunt die Behauptung des Beschwerdeführers, mit dem
erwähnten Kassationsurteil werde das SEM im Sinne einer Rechtsbera-
tung angewiesen, eine materielle Prüfung der Asylgründe weiter zu verhin-
dern und auf das Gesuch abermals aus formellen Gründen nicht einzutre-
ten. Im besagten Urteil wurde einzig auf die Gesetzeslage aufmerksam ge-
macht, wonach für ein Mehrfachasylgesuch Art. 111c AsylG massgeblich
sei und entsprechend dem Gesetzestext weder ein Nichteintretensent-
scheid nach Art. 31a Abs. 1-3 AsylG oder eine formlose Abschreibung des
Gesuchs anstelle einer materiellen Behandlung ausgeschlossen noch die
Durchführung einer Anhörung zwingend wäre. Eine Anweisung an das
SEM zum Nichteintreten ist darin nicht zu erkennen.
Soweit der Beschwerdeführer in der vorliegenden Beschwerde weitere for-
melle Rügen betreffend den angefochtenen Entscheid erhebt, sind diese,
soweit erheblich, kontextbezogen in den nachfolgenden Erwägungen zu
würdigen.
8.2 Das SEM ist nach korrekter und vollständiger Sachverhaltsfeststellung
und Beweismittelwürdigung in seinen umfassenden und hinlänglich auf
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Quellen abgestützten Erwägungen mit zutreffender Begründung (inkl.
rechtskonformer Verweisung auf frühere Entscheidungen des SEM und
des Bundesverwaltungsgerichts betreffend den Beschwerdeführer) in An-
wendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG – unter Einbezug von Aspekten
der Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzu-
ges – auf das Mehrfachasylgesuch vom 2. März 2021 nicht eingetreten.
Dies gilt gleichsam für die Wegweisungsanordnung und die Abweisung des
Verfahrensantrags auf Durchführung einer Anhörung. Zur Vermeidung von
Wiederholungen ist auf die betreffenden Erwägungen in der angefochte-
nen Verfügung (dort Ziff. IV) und die Zusammenfassung oben (E. 7.1) zu
verweisen. Die Erwägungen geben dem Bundesverwaltungsgericht keinen
Anlass zu Beanstandungen von Amtes wegen und die phasenweise aus-
schweifende Beschwerde führt, soweit sie nicht ohnehin blosse Wiederho-
lungen, Bekräftigungen und Gegenbehauptungen beinhaltet, zu keiner ge-
genüber den Einschätzungen des SEM grundsätzlich anderen Betrach-
tungsweise. Im Einzelnen bleibt Folgendes zu erwägen:
8.3
8.3.1 Der erwähnte Hinweis auf die Tatsache, dass seit dem ersten Asyl-
gesuch vom 22. April 2017 zahlreiche Entscheide ergangen seien, aber nie
in einer materiellen Prüfung über das Bestehen seiner Flüchtlingseigen-
schaft nach Art. 3 AsylG entschieden worden sei, ist zutreffend, als Bean-
standung aber unbehelflich. Erfüllt ein Asylgesuchsteller nämlich die Vo-
raussetzungen eines gesetzlichen Nichteintretenstatbestandes, ist das
SEM gehalten, diesen auch anzuwenden. Es liegt nicht in seinem Ermes-
sen oder gar Belieben, dennoch eine materielle Prüfung der Flüchtlingsei-
genschaft und eines allfälligen Anspruchs auf Asyl vorzunehmen. Dass
Rechtsgrundlagen für eine Anerkennung als Flüchtling und für eine Ge-
währung von Asyl existieren, ändert, unbesehen der Frage ob sie im Ein-
zelfall potenziell tatsächlich zu einem materiellen Erfolg für die betroffene
Person führen könnten, an dieser Pflicht zum Nichteintreten nichts. Weiter
ist der Beschwerdeführer in allgemeiner Hinsicht darauf aufmerksam zu
machen, dass ein Mehrfachasylgesuch nicht dazu dienen darf, blosse Kri-
tik an rechtskräftigen Entscheidungen aus früheren ordentlichen oder aus-
serordentlichen Asylverfahren zu üben, solche immer wieder infrage zu
stellen, Fristen für die Ergreifung von Rechtsmitteln zu umgehen oder pro-
zessuale Versäumnisse nachzuholen. Für die Deponierung entsprechen-
der Kritikpunkte dienen ausserordentliche Verfahrensschritte wie ein Revi-
sions- oder ein Wiedererwägungsgesuch. Weiten Teilen der vorliegenden
Rechtsmitteleingabe, mit denen die Rechtswidrigkeit insbesondere von
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früheren Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts betreffend den Be-
schwerdeführer angeprangert wird, bleiben somit für das Bundesverwal-
tungsgericht in diesem Verfahren unbeachtlich.
8.3.2 Weiter ist zu beachten, dass die Anwendung des Nichteintretenstat-
bestandes von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG nicht voraussetzt, dass das
betreffende Drittland die FK unterzeichnet hat. So figurieren auf der perio-
disch überprüften bundesrätlichen Liste der verfolgungs- beziehungsweise
Refoulement-sicheren Staaten (vgl. Art. 6a Abs. 2 f. AsylG) gerade auch
solche, die nicht Signatarstaaten der FK sind. Dies gilt im vorliegenden
Kontext im Besonderen für Indien (vgl. dazu auch das Urteil
E-2838/2017 vom 8. Juni 2017 E. 9 [2. Abschnitt] und E. 11).
8.3.3 Betreffend den vom Beschwerdeführer standhaft behaupteten Zu-
ständigkeitsübergang von Indien auf die Schweiz für die materielle Prüfung
der Flüchtlingseigenschaft und des Asyls verkennt er abermals, dass
Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG im Gegensatz zu Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG
(Nichteintreten bei Verfahrenszuständigkeit insb. eines anderen Dublin-
Staates) keine solche Zuständigkeitsregelung darstellt. Die von ihm gefor-
derte Analogie hinkt offensichtlich, zumal der Gesetzgeber die verschiede-
nen Nichteintretenstatbestände klar geregelt und voneinander getrennt
hat. Seine Auffassung vermag er denn auch nicht auf die Praxis oder auch
nur einzelne Urteile des Bundesverwaltungsgerichts abzustützen und die
Anrufung von Art. 29 Abs. 1 und 29a BV ist für eine Zuständigkeitsbegrün-
dung der Schweiz untauglich. Für einen behaupteten Zuständigkeitsüber-
gang von Indien auf die Schweiz für die materielle Prüfung des Asylge-
suchs und eine darauf basierende Schutzgewährung aufgrund eines län-
geren und angeblich rechtmässigen, regulären und ordnungsgemässen
Aufenthalts in der Schweiz besteht somit in Stützung der vorinstanzlichen
Erkenntnisse keine Rechtsgrundlage. Damit wird gleichsam augenfällig,
dass die Rüge, wonach sich das SEM in Missachtung seiner Begründungs-
pflicht mit keinem Wort zu dieser Zuständigkeitsfrage geäussert habe, halt-
los ist. Der Hinweis auf eine fehlende Rechtsgrundlage für einen solchen
Zuständigkeitsübergang auf die Schweiz ist eine solche Begründung.
8.3.4 Soweit der Beschwerdeführer die Unrechtmässigkeit der in der
Schweiz behauptungsgemäss erfolgten schikanösen Festnahmen, Inhaf-
tierungen und Übergriffe durch die Polizei oder andere kantonale Behörden
geltend macht und darin eine unmenschliche und erniedrigende Behand-
lung gemäss Art 3 EMRK oder gar Folter erkennt, ist er an die betreffenden
Behörden beziehungsweise diesen übergeordneten Rechtsmittel-
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oder Aufsichtsinstanzen zu verweisen. Eine entsprechende Beurteilung
durch das Bundesverwaltungsgericht würde dessen Zuständigkeiten, Ma-
terienkompetenzen und den vorliegenden Prozessgegenstand klar über-
schreiten.
8.3.5 Betreffend die Ausführungen des Beschwerdeführers zum (angeblich
zwischenzeitlich dahingefallenen) Aufenthaltsrecht in Indien und die Ge-
fahr einer Kettenabschiebung ist abermals auf die im Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts E-2838/2017 vom 8. Juni 2017 gewonnenen Erkennt-
nisse (dort insb. E. 9 und 11) zu verweisen. Im Übrigen wird das zwischen-
zeitliche Dahinfallen eines entsprechenden Aufenthaltsrechtsanspruchs
und mithin einer Rücknahmezusicherung Indiens bloss behauptet, nicht
aber belegt oder zumindest nachvollziehbar glaubhaft gemacht. Wenn das
SEM sodann selber einen Fall einer Kettenabschiebung in der angefoch-
tenen Verfügung erwähnt, zeugt dies gerade von der Ausgewogenheit sei-
ner Erwägungen. Der Einwand des Beschwerdeführers hingegen, wonach
die ebenfalls erwähnte Recherche des SEM betreffend Kettenabschiebun-
gen völlig fehlgehe, zumal solche Abschiebungen kaum den Weg in die
Berichterstattungen fänden, ist in dieser Form nicht verwertbar. Eine an-
geblich mittlerweile starke Verbindung zur Schweiz vermag für sich bese-
hen schliesslich weder am Nichteintretens- noch am Wegweisungsent-
scheid etwas zu ändern. Betreffend den Wegweisungsentscheid als sol-
chen bleibt anzufügen, dass der Beschwerdeführer nach wie vor insbeson-
dere weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung betref-
fend die Schweiz noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen
verfügt (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das SEM zurecht in Anwen-
dung von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG auf das Mehrfachasylgesuch vom
2. März 2021 nicht eingetreten ist und die Wegweisung des Beschwerde-
führers angeordnet hat. Ebenso zutreffend hat es die fortbestehende Sis-
tierung des Wegweisungsvollzuges aufgrund des hängigen CAT-Verfah-
rens erkannt und den Verfahrensantrag auf Durchführung einer Anhörung
abgewiesen. Anlass zur Rückweisung der Sache an das SEM aus formel-
len Gründen besteht nicht.
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
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überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. Es erüb-
rigt sich, auf deren Inhalt und die vorgelegten Beweismittel weiter einzuge-
hen.
10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1’500.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
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