Decision ID: 95b6d772-ed95-43b8-9237-9749422dc40d
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1982, arbeitete vom 1
5.
März 2010 bis zum 31. März 2011 im Rahmen eines Zivildiensteinsatzes und vom
1.
April 2011 bis zum 3
1.
März 2012 in einer Festanstellung zu 100
%
bei der
Y._
als Ausbildner für KV-Lernende und IT-Verantwortlicher (
Urk.
9/20/5-6). Wegen Burnout, Depression, Angst- und Panikstörung sowie Tinnitus meldete er sich am
7.
Juni 2012 bei der Invalidenversicherung zu
m
Leis
tungsbezug
an (
Urk.
9/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte die Arztberichte von
Dr.
med.
Z._
, Innere Medizin FMH, vo
m 2
2.
August 2012 (
Urk.
9/9) sowie
vom
A._
vom 2
7.
S
eptember 2012 (
Urk.
9/17) ein und nahm die von der
Swica
Krankenversicherung AG in Auftrag gegebene psychiatrische Kurzbeurteilung von
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom
2.
Dezember 2012 (
Urk.
9/21/4-9) zu den Akten.
Ausserdem
führte
die IV-Stelle Abklärungen über die beruflichen
Eingliede
rungsmö
glichkeiten
des Versicherten
im Sinne einer Frühintervention
durch
.
Mit Verfügungen vom 1
0.
Januar 2013 übernahm die IV-Stelle die Kosten eines Computer-Anw
enderkurses für die Zeit vom
1.
bis zum 2
8.
Februar 2013 (
Urk.
9/25) und eines Berufsbildner-Kurses für die Zeit vom 15. März bis zum 1
9.
April 2013 (
Urk.
9/26).
Mit Verfügung vom 1
5.
Januar 2013 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ausserdem die Kosten für einen Arbeitsversuch im Betrieb
C._
für die Dauer vom 2
1.
Januar bis zum 1
9.
Juli 2013 zu (
Urk.
9/33).
Mit Verfügung vom 22. Januar 2013 wurde dem Versicherten während der Ab
solvierung dieser Massnahme ein
Taggeld in der Höhe von
Fr.
168.80 pro Tag zugesprochen (
Urk.
9/36). Am 1
3.
Juni 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, die Massnahme werde per
6.
Juni 2013 aufgehoben, da die Abklärungen ergeben hätten, dass sich die Zielsetzungen im Rahmen des Arbeitsversuchs nicht mehr realisieren liessen (
Urk.
9/41). Am gleichen Tag teilte die IV-Stelle dem Versicherten sodann mit, sie gewähre ihm Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche mit externem Job Coaching
für die Zeit vom
4.
Juni bis zum
4.
Dezember 2013
(
Urk.
9/42).
Diese Massnahme verlängerte die IV-Stelle am
5.
Dezember 2013 bis zum 3
0.
Mai 2014 (
Urk.
9/52). Am 2
6.
November 2013 schloss
X._
mit der
D._
einen per
1.
Januar 2014 beginnenden Arbeitsvertrag als IT-Sachbearbeiter zu einem Pensum von 60
%
ab (
Urk.
9/55). Am 1
8.
Mai 2014 teilte die IV-Stelle dem Versi
cherten mit, die beruflichen Massnahmen könnten erfolgreich abge
schlossen werden (
Urk.
9/57). Am 3
0.
Mai 2014 erstattete die
E._
den Schluss
bericht über das Job Coaching (
Urk.
9/59). Die IV-Stelle holte den Arztbericht des
A._
vom
2
1.
August 2014 ein (
Urk.
9/60). Am 1
0.
April 2015 führte
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle eine psychiatrische Untersuchung durch (
vgl. Bericht vom 16. April 2015,
Urk.
9/62).
Mit Vorbescheid vom 2
0.
Mai 2015 teilte die IV-Stelle
X._
mit, es stehe ihm kein Anspruch auf eine Invalidenrente zu, da kein Gesundheitsschaden mit bleibender Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit vor
liege (
Urk.
9/64), wogegen der Versicherte durch Rechtsanwalt Eric Schuler am 2
3.
Juli 2015 Einwand erhob (
Urk.
9/69). Mit Verfügung vom
4.
Dezember 2015 ver
n
einte die IV-Stelle den Rentenanspruch (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
durch Rechtsanwalt Schuler am 2
0.
Januar 2016 Beschwerde mi
t folgenden Anträgen (
Urk.
1 S.
2):
„
1.
Die Verfügung vom
4.
Dezember 2015 sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer ab
1.
Januar 201
3
mindestens eine halbe Rente auszurichte
n
.
2.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwerde
gegne
rin
.“
Die Beschwerdegegnerin ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
Februar 2016 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer am 2
2.
Februar 2016 mitgeteilt wurde (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
D
en
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
/
ee
). Trotz dieser grundsätzli
chen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizini
scher Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versiche
rungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so
sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versi
cherungsinternen
ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4).
In
Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351
E.
3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behand
lung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unter
schiedliche Natur von Behandlungsauftrag de
r therapeutisch tätigen (Fach-)
Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten
fachme
dizinischen
Experten anderseits (BGE 124 I 170
E. 4
) nicht zu, ein Admini
strativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbe
halten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige
–
und nicht rein subjekti
ver Interpretation entspringende
–
Aspekte benennen, die bei der Begutach
tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]
).
1.4
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Lei
den
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.5
In Bezug auf mögliche psychische
Komorbiditäten
verliert eine depressive Problematik nicht bereits wegen einer medizinischen
Konnexität
zum Schmerzleiden ihre Bedeutung als potentiell ressourcenhemmender Faktor
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3). Bei Störungen im mittelgradigen Bereich ist indes die
invalidisierende Wirkung - weiterhin - besonders sorgfältig zu prüfen. Es darf nicht unbesehen darauf geschlossen werden, eine solche Störung vermöchte eine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde (teilweise) Erwerbsunfähigkeit zu bewirken und wäre damit eine relevante Komorbidität
(
BGE 141 V 281
E. 4.3.1.3;
vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_125/2015 vom 18
.
Novem
ber 2015 E.
7.2.1 mit Hinweis und 9C_168/2015 vom 1
3.
April 2016 E. 4.2). Auch nach der Praxis
änderung vom 3.
Juni 2015
(BGE 141 V 281)
gelten psychische Störungen der hier interessierenden Art nur als invalidisierend, wenn sie schwer und therapeu
tisch nicht (mehr)
angehbar
sind, was namentlich bei noch nicht lange
chro
nifizierten
Krankheitsgeschehen voraussetzt, dass keine therapeutische Option mehr und somit eine Behandlungsresistenz besteht
(
BGE 141 V 281
E. 4.3.1.2; v
gl. Urteile des Bund
esgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5 und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
7.2.1). An der bun
desgerichtlichen Praxis, wonach leichte bis höchstens mittelschwere Störun
gen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel therapierbar sind und invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen (vgl. Urteile des Bund
esgerichtes 9C_836/2014 vom 23. März 2015 E. 3.1, 9C_474/2013 vom 20.
Februar 2014 E. 5.4, 9C_696/2012 vom 19.
Juni
2013 E.
4.3.2.1, 9C_250/201
2 vom 29. November 2012 E.
5, 9C_736/2011 vom 7.
Februar 2012 E. 4.2.2.1 sowie 9C_917/2012 E. 3.2 vom 14.
August 2013) hat
BGE 141 V 281
nichts geändert (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E.
7.2.1 und 9C_168/2015 vom 13.
April 2016 E. 4.2 mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie
erwiese
nermassen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hin
weis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich verlangten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konse
quent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140
V
193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E.
4.1).
Ist eine mittelgradige depressive Episode eine „
blosse
“ Begleiterscheinung (zum Beispiel Urteil des Bundesgerichts 8C_689/2014 vom 19. Januar 2015 E. 3.4; vgl. auch Rahel Sager, Die bundesgerichtliche Rechtsprechung betref
fend Depression, in: SZS 2015 308 ff., 312) zu einer
somatoformen
Schmerzstörung oder einem vergleichbaren psychosomatischen Leiden (vgl. BGE 137 V 64 E. 4.2), beurteilt sich die Frage der invalidisierenden Wirkung der gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach der Schmerzrechtsprechung (BGE 141 V 281; vgl. BGE 140 V 290 E. 3.3.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_624/2015 vom 25. Januar 2015 E. 3.2.2 und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 4.4).
Eine leichte depressive Episode stellt nach der Gerichtspraxis keine Komorbidi
tät von hinreichender Erheblichkeit im Sinne der früheren Recht
sprechung zu den unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern dar. Sie ist auch grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität zu begrün
den (Urteil des Bundesgerichts 9C_337/2015 vom 7. April 2016 E. 4.4.1 mit weiteren Hinweisen).
Persönlichkeitsstörungen können aufgrund klinischer psychiatrischer Untersu
chungen klar diagnostiziert werden (vgl. BGE 139 V 547 E. 7.1.4; vgl.
Rz
1003 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über die Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 des IVG [KSSB] in der ab 1. Januar 2016 gültigen Fassung). Sie zählen
rechtspre
chungsgemäss
nicht zu den
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndroma
len
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage. Die Rechtsprechung
gemäss
BGE 141 V 281 ist auf Persönlichkeitsstörungen nicht anwendbar (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_730/2015 vom 24. Februar 2016 E. 4.1 und 8C_6/2016 vom 3. Februar 2016 E. 4.2.3).
2.
2.1
Gemäss dem Bericht des Hausarztes
Dr.
Z._
vom 2
2.
August 2012 (
Urk.
9/9) liegt beim Beschwerdeführer keine physische Erkrankung vor. Die Diagnose Angst- und Panikattacken könne bestätigt werden, über deren Verlauf und die Situation des Beschwerdeführers seien jedoch beim Psychia
ter Informationen einzuholen.
2.2
2.2.1
Laut dem Bericht des
A._
vom 2
7.
September 2012 (
Urk.
9/17) bestehen beim Beschwerdeführer mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Panik
störung mit Agoraphobie (F41.0), eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (F45.4) sowie ein Tinnitus (H93.2). Ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ausserdem ein Status nach mit
telgradiger depressiver Episode (F32.1), ein Status nach dissoziativer Störung gemischt (F44.27), Differentialdiagnose: sonstige gemischte Angstzustände (
hysteriforme
Zustände) (F41.8), Status nach Kokainabhängigkeit (F14.20) sowie Status nach Medikamentenmissbrauch (F13.20). Der bisherige
Thera
pieverlauf
mit signifikanter Abnahme der Panikattacken und deutlich redu
ziertem Vermeidungsverhalten würde auf eine positive Entwicklung bzw. Prognose hindeuten. Durch den Tinnitus und die Kopf- und
Nackenschmer
zen
werde über eine längere Zeitspanne (z.B. halber Arbeitstag) die
Auf
merksamkeits
- un
d
Konzentrationsfähigkeit erheblich beeinträchtig
t
, was langfristig auch zu Ermüdung führe. Insgesamt sei die Arbeitsqualität beein
trächtigt. Die Konzentrationsstörungen hätten auch Ermüdungserscheinun
gen zur Folge, wodurch der Beschwerdeführer mehr Aufwand für die gleiche Leistung erbringen müsse.
Die bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer noch zumutbar, allerdings mit reduziertem Pensum. Zum jetzigen Zeitpunkt sei ein Pensum von 20-30
%
zumutbar.
2.2.2
Im Bericht vom 2
1.
August 2014 (
Urk.
9/60) hielten die Ärzte des
A._
fest, es komme aktuell noch ca. ein Mal pro Monat zu einem Panikanfall mit vollständigem Kontrollverlust. Der Beschwerde
führer habe aber täglich Tendenzen zu Panik und versuche mit Mühe, grös
sere Panikanfälle zu verhindern. In der Folge sei er dann erschöpft. Er fühle sich mit dem 60%-Pensum als IT-Administrator am Limit und brauch
e
deut
lich längere Erholungszeiten. Bezüglich der Depression komme es zu
Kon
zentrationsstörungen
, Vergesslichkeit, Lust- und Interesse
losigkeit, Rückzug, Antriebslosigkeit und Schlafstörungen (4 Stunden Durchschlaf, auch nachts Angstanfälle). Für den Erhalt der 60%igen Arbeitsfähigkeit sei die Prognose gut, für eine rasche Steigerung schlecht. Ab dem
1.
Januar 2014 sei dem Beschwerdeführer ein Pensum von 60
%
in bisheriger Tätigkeit zumutbar.
2.3
Gemäss der psychiatrischen Beurteilung von
Dr.
B._
vom
2.
Oktober 2012 (
Urk.
9/21/4-9) bestehen beim Beschwerdeführer mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Panikstörung mit Agoraphobie (ICD10 F41.01) sowie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Tinnitus (ICD10 H93.2) und ein Status nach Kokainabhängigkeit (ICD10 F13.20).
Der Beschwerdeführer sei aufgrund seine
r
Angst- und Panikstörung vom 2
3.
Januar bis zum
7.
Oktober 2012 100
%
arbeitsunfähig sowohl in zuletzt ausgeübter Tätigkeit als Infor
matiker im kaufmännischen Bereich als Ausbilder als auch für
eine
ange
passte Tätigkeit.
Der Verlauf der Erkrankung mit der geschilderten Sympto
matik
sei
aus psychiatrischer Sicht bis heut
e nachvollziehbar, eine weiter
andauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit wäre es hingegen nicht. Ab dem
8.
Dezember 2012 sei von einer 20%igen Arbeitsfähigkeit in ehemaliger Tätigkeit auszugehen. Bei kontinuierlicher psychopharmakologischer und engmaschiger psychiatrisch-psychotherapeutischer Weiterbehandlung sei mit einer Steigerung des Arbeitspensums von 10-15
%
pro Monat zu rechnen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sollte bei den Fortschritten, welche der therapiemotivierte Beschwerdeführer bis anhin erzielt habe, eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit ab Mai 2013 gegeben sein. Die Angabe für angepasste Tätigkeiten erübrige sich damit.
2.4
Laut dem Schlussbericht der
E._
vom 3
0.
Mai 2014 (
Urk.
9/59) über das Job Coaching
stand der Beschwerdeführer zu Beginn des Job Coachings im
Juni 2013 in einem Arbeitsversuch, welcher beendet worden sei. Es sei das Anliegen gewesen, eine nachhaltige Festanstellung im Bereich IT-Sup
port zu finden. An etlichen Tagen hätten sich die gesundheitlichen Ein
schränkungen beim Beschwerdeführer sehr deutlich gezeigt und hätten ihm den Gang ausser Haus verunmöglicht. Es sei aber gelungen, die Wiederauf
nahme der ärztlich-therapeutischen Unterstützung im
A._
einzurichten. Ab Herbst 2013 habe der Beschwerdeführer immer wieder Bewerbungen am Laufen gehabt, welche ermutigend aber auch mit Enttäuschungen verlaufen seien.
Auf Anfang 2014 habe
er
schliesslich eine 60%-Anstellung als IT-Sachbearbeiter gefunden. Die 60%-Stelle sei ein Pensum, welches an der Grenze seiner Möglichkeiten liege. Dass die Firma flexible Arbeitszeiten anbiete, sei ein Glücksfall. Der Beschwerdeführer könne so die Tage, an welchen es ihm nicht gut gehe, etwas kaschieren und dann arbeiten, wenn er gesundheitlich stabil sei. Das positive
Probezeit-Endge
spräch
habe ihn ermutigt, geschmälert werde seine Freude aber durch sein eher tiefes Gehalt. Insgesamt seien sämtliche Ziele des Job Coachings erreicht worden. Der Beschwerdeführer werde weiter ärztliche und therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen.
Er
werde auch weiterhin daran arbeiten müssen,
es zu vermeiden, sich selbst unter Stress zu setzen. Es diene seiner gesund
heitlichen Stabilität, wenn die finanzielle
Existenz
sicherung
weiter geklärt werden könne und sich ihm eine Perspektive eröffne.
2.5
Gemäss dem Untersuchungsbericht von RAD-Arzt
Dr.
F._
vom 1
6.
April 2015
(
Urk.
9/62)
bestehen beim Beschwerdeführer mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
e
leichtgradige
depressive Episode (ICD-10 F32.0), Diffe
rentialdiagnose: rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
leichtgradig
(ICD-10 F33.0)
,
und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
Panik
störung
mit Agoraphobie (ICD-10 F40.01), eine
Persönlichkeits
akzentuierung
, narzisstisch (ICD-10 Z73.1) sowie eine Störung durch Kokain, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F14.20).
Die Panikstörung mit Agoraphobie könne bestä
tigt werden. Sie sei jedoch mit einer Panikattacke
(gemeint wohl: pro Monat)
sowie nicht vorhandener Vermeidung von agoraphobischen Situationen ohne Relevanz in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit.
Aktuell könne allenfalls eine
leichtgradige
depressive Episode festgestellt werden. Aufgrund der
Persön
lichkeits
akzentuierung
bestehe ab Untersuchungszeitpunkt eine etwa 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in bisheriger und in angepasster Tätig
keit. Diese Einschränkung sei einerseits bedingt durch die depressive Episode bzw. d
ie
doch
mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit vorliegende
rezi
divie
rende
depressive
Störung, andererseits durch die negative Modulation durch
die Persönlichkeitsakzentuierung und die weitere Symptomatik (u.a. der Angst- und Paniksymptomatik). Der Verlauf der Arbeitsfähigkeit sei unklar und könne aufgrund der diskrepanten Einschätzungen nicht genau bestimmt werden. Nachvollzogen werden könne eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für die Zeit vom 2
3.
Januar bis zum 7. Oktober 2012 und eine 20%ige Arbeitsfä
higkeit ab dem
8.
Oktober
2012
in bisheriger und angepasster Tätigkeit. Der Verlauf der Steigerung sei unklar. Ab dem
1.
Januar 2014 habe gemäss den behandelnden Ärzten eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
bestanden. Ab dem 1
0.
April 2015 betrage die Arbeitsfähigkeit 80
%
.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer lässt zur Begründung seiner Beschwerde geltend machen,
er sei durch die Angst- und Panikstörung in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Die Tendenz zu Panik nehme unter Arbeitsbelastung und im Tagesverlauf zu und
er
müsse viel Kraft aufwende
n
, um grössere
Panik
atta
cken
zu verhindern.
Dies führe zu Erschöpfung und
Konzentrations
störun
gen
. Der Beschwerdeführer habe immer grosse Anstrengungen zur berufli
chen Wiedereingliederung unternommen. Mit dem 60%-Pensum habe er aber sein Limit erreicht und seine Arbeitsfähigkeit im Rahmen des Zumutbaren vollständig ausgeschöpft. Es sei damit davon auszugehen, dass er seit dem
1.
Januar 2014 nur zu 60
%
arbeitsfähig gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe eine kaufmännische Lehre abgeschlossen und sei anschliessend im IT-Bereich arbeitstätig gewesen. Er habe im August 2009 ein berufsbegleitendes Studium als Wirtschaftsinformatiker HF begonnen. Nach erfolgreicher Absol
vierung zweier Semester
habe er das Studium aus gesundheitlichen Gründen abbrechen müssen und sein Arbeitsverhältnis sei aufgelöst worden. Er habe nach wie vor den Wunsch, das Studium wieder aufzunehmen, es stelle aber eine zu grosse gesundheitliche Belastung dar. Im Jahr 2008 habe der Beschwerdeführer ein Bruttoeinkommen von Fr. 83‘203.
erzielt. Bei der
Y._
habe das Einkommen lediglich noch
Fr.
5‘900.-- x 12 + Bonus betragen. Dieses tiefere Einkommen sei bereits gesundheitsbedingt gewesen. Zu berücksichtigen sei ausserdem, dass der Beschwerdeführer ohne Eintritt des Gesundheitsschadens das
Wirtschafts
informatikstudium
im Jahre 2011 abgeschlossen hätte. Es müsse damit von einem
Valideneinkommen
von mindestens
Fr.
100‘000.-- ausgegangen werden. Verglichen mit dem bei der
D._
erzielten Einkommen von
Fr.
48‘100.-- (13 x
Fr.
3‘700.--) im Jahr ergebe sich eine Einkommenseinbusse von
Fr.
51‘900.-- bzw. ein
Invaliditätsgrad von 52
%
, womit dem Beschwerdeführer ab dem
1.
Januar 2013 eine halbe Invalidenrente zustehe.
Ab 1
1.
Januar 2016 werde er zwar eine neue Stelle bei der
G._
antreten und dort ein monatliches Einkommen von
Fr.
4‘725.-- bzw. ein Jahreseinkommen von Fr. 56‘700.-- erzielen (
Urk.
3/4). Inwieweit dies zu einer
rentenbeein
flussenden
Änderung der Invaliditätsgrades führe, müsse sich aber erst noch zeigen (
Urk.
1).
3.2
Demgegenüber führte die Beschwerdegegnerin aus, es bestehe kein
Grund,
am psychiatrischen Untersuchungsbericht des RAD zu zweifeln. Einer leicht
gradigen depressiven Episode komme rechtsprechungsgemäss keine invalidi
sierende Wirkung zu. Ausserdem sei eine Erwerbsunfähigkeit nur relevant, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar sei.
Aus den Akten gehe diesbezüglich hervor, dass der Beschwerdeführer im privaten Bereich ein weitgehend uneingeschränktes Aktivitätsniveau zeige. Die geltend gemachten beruflichen Einschränkungen seien somit nicht überzeugend.
Es sei dem Beschwerdeführer im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht zumutbar, seine zweifellos vorhandenen Ressourcen im Erwerbsbereich einzusetzen. Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter
Gesundheits
schaden
liege damit nicht vor (
Urk.
2,
Urk.
7).
4.
4.1
Der psychiatrische Untersuchungsbericht von RAD-Arzt
Dr.
F._
vom
16. April 2015
(
Urk.
9/62)
beant
wortet die gestellten Fragen umfassend, berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beeinträchtigungen, wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt und ist in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtend. Ebenso wurden die gezogenen Schlussfolgerungen in nachvoll
ziehbarer Weise hergeleitet. Der Bericht wird damit den von der Rechtspre
chung entwickelten Anforderungen an eine be
weis
kräftige medizinische Stellungnahme (E. 1.5) gerecht. Ihm ist volle Beweis
kraft zuzuerkennen, falls keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/
bb
).
4.2
Der Beschwerdeführer bringt gegen den Untersuchungsbericht vor, dass die Panikstörung mit Agoraphobie nach Ansi
cht von RAD-Arzt
F._
keine
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
bewirke
, sei nicht
nachvollziehbar
, zumal die Panikstörung sowohl gemäss der Beurteilung von Dr.
B._
als auch des
A._
seine Arbeitsfähigkeit in erhebli
chem Mass einschränke.
Hierzu ist festzuhalten, dass
Dr.
B._
zwar eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit aufgrund der Panikstörung bejahte, deren Dauerhaftigkeit aber verneinte, indem sie
die
Wiederer
eichung
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit unter entsprechender Behandlung prognostizierte.
In Bezug auf die Einschätzung
der
behandelnden Ärzte
des
A._
ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen.
Es erscheint damit als nachvollziehbar, dass
Dr.
F._
angesichts der nur ca.
1-2 Mal pro Monat (
Urk.
9/62/8) auftretenden Panikattacken und des Umstan
des, dass der Beschwerdeführer bezüglich agoraphobischen
Situa
-
tionen
kein Vermeidungsverhalten zeigt, der Panikstörung mit Agoraphobie keine Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen hat.
4.3
Es verhält sich jedoch vorliegend ohnehin so, dass der Beschwerdeführer unstrittig ausschliesslich an psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen lei
det. Wie sich aus den Akten ergibt, ist dieses Leiden einer Behandlung sehr gut zugänglich und therapeutisch
angehbar
.
Die aktuelle Krise wurde denn gemäss Angaben des Beschwerdeführers gerade auch deshalb ausgelöst, weil er ohne ärztliche Begleitung in einer schweren Belastungssituation (Tod eines sehr guten Freundes) die Medikation absetzte
. S
ein Zustand
verbesserte sich
unter neuer
Medikation
aber schne
ll wieder wesentlich
(
Urk.
9/30/3).
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festgehalten hat, zeigt der Beschwerdeführer im privaten Bereich ausserdem ein weitgehend uneingeschränktes
Aktivitäts
niveau
. Er führt eine intakte Ehe, hat regelmässigen Kontakt zu Freunden
sowie seiner Glaubensgemeinschaft
und geht in normalem Umfang seinen Freiz
eit
aktivitäten nach
(
Urk.
9/21/5,
Urk.
9/62/5
)
.
Insgesamt ergibt sich damit,
dass
beim Beschwerdeführer keine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegt und er über genügend Ressourcen verfügt, um diese zu überwinden und wieder vollumfänglich einer Erwerbstätigkeit nachzuge
hen.
4.4
Soweit der Beschwerdeführer während der Zeit seines Bezugs von Taggeldern die Ausrichtung einer Invalidenrente verlangt, ist sein Begehren alleine schon deshalb abzuweisen, weil der Anspruch auf eine Invalidenrente wäh
rend des Taggeldbezugs nicht entstehen kann (
Art.
29
Abs.
2 IVG).
Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass das Arbeitstraining bei der
C._
nicht aus gesundheitsbedingten Gründen beendet werden musste, sondern
weil die Arbeitgeberin die Bewilligung zur Ausbildung von KV-Lernenden nicht erhielt und der Beschwerdeführer grosse zwischen
menschliche Problem
e
mit seinem Vorg
esetzten hatte (
Urk.
8/43/2-3). Der
Umstand, dass es dem Beschwerdeführer in der Folge schlechter ging, hatte sodann auch damit zu tun, dass sein Grossvater verstarb, seine Mutter gesundheitliche Probleme hatte und er vorerst keine neue Arbeitsstelle finden konnte (
Urk.
9/52/4), mithin spielten psychosoziale Belastungsfaktoren eine wesentliche Rolle. Wenn der Beschwerdeführer geltend macht, er habe mit einem Arbeitspensum von 60
%
das Limit erreicht und seine Arbeitsfähigkeit damit vollumfänglich ausgeschöpft, er aber gleichzeitig eine Arbeitsstelle mit einem höheren Arbeitspensum zu 70
%
gesucht und gefunden hat (
Urk.
3/4), widerspricht er sich
schliesslich
selbst.
4.5
Insgesamt ist damit festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin
das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens zu Recht verneint hat.
5.
5.1
Selbst wenn
ein invalidisierender Gesundheitsschaden zu bejahen wäre
,
wäre
unstrittig von einer
Arbeitsfähigkeit
von
60
%
im bisherigen Tätigkeits
be
reich als kaufmännischer Angestellter, IT-Verantwortlicher und
Lehrlings
ausbildner
auszugehen
. Bezüglich des
Valideneinkommens
macht der Beschwerdeführer geltend, ohne Eintritt des Gesundheitsschadens hätte er sein Studium als Wirtschaftsinformatiker HF abgeschlossen und würde ein Einkommen von mindestens
Fr.
100‘000.-- pro Jahr erzielen.
Ebenso sei zu berücksichtigen, dass er seine besser bezahlte Stelle bei
H._
krank
heitsbedingt
verloren und er später unfreiwillig bei der
Y._
ein tieferes Einkommen erzielt habe. Hierzu ist festzuhalten, dass sich nicht aus den Akten ergibt, dass der Beschwerdeführer das Studium aus
gesundheits
bedingten
Gründen abgebrochen und insbesondere später nicht wieder auf
genommen hat. Zu
einem Zusammenbruch kam es im Jahr 2009
nicht zuletzt auch wegen
des
übermässigen Kokainkonsums und somit aus
invaliditäts
fremden
Gründen (
Urk.
9/62/6). Was den weiteren Verlauf anbelangt, so absolvierte der Beschwerdeführer vom 1
5.
März 2010 bis zum 3
1.
März 2011 bei der
Y._
seinen Zivildienst
, was er offensichtlich nicht wegen seinen gesundheitsbedingten Einschränkungen tat. Dass der Beschwerde
füh
rer in der Folge weiter bei der
Y._
arbeitete, sich an dieser Firma als Gesellschafter finanziell beteiligte und gar plante, mit seinem mittlerweile verstorbenen Geschäftspartner einen ähnlichen Betrieb zu eröffnen (
Urk.
9/21/6), deutet darauf hin, dass der Beschwerdeführer diese Tätigkeit ausübte, weil sie ihm sehr gut gefiel und sein Gesundheitszustand dabei keine Rolle spielte.
Es
ist damit überwiegend wahrscheinlich,
dass der Beschwerdeführer ohne Eintritt
des
Gesundheits
schadens
weiterhin bei der
Y._
gearbeitet hätte. Das
Validen
einkommen
für das Jahr 2012
beträgt
damit
Fr.
5‘900.-- pro Monat
(Urk.
9/32)
.
Angepasst an den
Nomi
nallohnindex
für Männer (vgl. Bundesamt für Stat
istik,
Tabelle T 1.93: 20
12
=
125.5
, 20
14
=
127.3
) beläuft sich das
Valideneinkommen
für das Jahr 20
14
somit
auf Fr.
5‘984.60 pro Monat
.
5.2
Beim Invalideneinkommen wäre vom effektiv bei er
D._
ver
dienten
Einkommen auszugehen, bei welchem es sich
nicht
um Soziallohn handelt
und dessen Erzielung vom Beschwerdeführer keinen unzumutbaren Einsatz erfordert. Diese
s
beträgt
Fr.
3‘700.-- pro Monat
(
Urk.
9/55)
. Vergli
chen mit dem ermittelten
Valideneinkommen
von Fr. 5‘
984.60
ergibt sich damit eine Einkommenseinbusse von
Fr.
2‘284.60
pro Monat
bzw. ein
Invali
ditäts
grad
von rund 3
8
%
, welcher keinen Anspruch auf eine Invalidenrente
begründet
.
6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente verneint hat, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berück
sichti
gung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.--
bis
Fr.
1'000.--) auf Fr.
7
00.
festzusetzen und de
m
unterliegenden Beschwerdeführer aufzu
erlegen.