Decision ID: c1268a70-4042-4c78-a60e-aba3d9604d7a
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1959 geborene
X._
war seit dem
8.
November 1998 als
Salatrüste
rin
b
ei der
Z._
AG angestellt und damit bei der Schweizerischen
Un
fall
versicherungsanstalt
(Suva) im Rahmen des Bundesgesetzes über die Un
fall
ver
sicherung (UVG) obligatorisch versichert.
Mit
der
Schadenmeldung vom 2
5
.
April
2013 liess die Versicherte einen Arbeitsunfall
vom 2
4.
April 2013
melden, bei wel
chem Salatkisten vom
Palett
gestürzt seien und ihre rechte Schulter gestreift
hätten. Es liege eine Schulterprellung vor (
Urk.
11/1). Mit Schreiben vom 2
9.
April 2013 teilte die Suva mit, ab
dem
2
7.
April 2013 Tag
gelder zu bezah
len.
Zudem vergüte sie die Heilungskosten direkt den Leistungs
erbringern (
Urk.
11/3).
Der behandelnde Arzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allge
meine Innere Medizin,
hielt im Arztzeugnis UVG vom
8.
Juli 2013 fest, es liege eine
Rotatorenman
schetten
r
uptur
vor (
Urk.
11/18).
Am
9.
Oktober 2013 wurde eine
arthroskopi
sche
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
durchgeführt (
Urk.
11/51). Mit Schreiben vom 2
3.
Oktober 2013
löste
die
Z._
AG
das Arbeitsverhältnis
per 3
1.
Januar 2014
auf
(
Urk.
11/43). Vom
4.
März bis
2.
April 2014
hielt sich die Ver
sicherte stationär in der
Klinik B._
auf (
Urk.
11/82). Mit Verfügung vom
3.
April 2014 stellte die
Suva die
Taggeldleis
tungen
per
1.
Mai 2014
ein
(
Urk.
11/83) und mit Verfügung vom 2
2.
April 2014 sprach die Suva der Ver
sicherten eine Integritätsentschädigung
von 15
%
in der Höhe von
Fr.
18‘900.-- zu (
Urk.
11/85).
Am 1
5.
Mai 2014 liess die Versicherte gegen beide Verfügungen Einsprache erheben (
Urk.
11/91)
und mit der Begrün
dung der Einsprache vom
2
6.
Juni 2014
zog sie die
Einsprache gegen
die Ver
fügung
betreffend
Inte
gri
tätsentschädigung
vom 2
2.
April 2014
zurück
(
Urk.
11/106)
. Mit
Einsprache
entscheid
vom 2
8.
Oktober 20
14 wies die Suva die Einsprache ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch die Fortuna Rechtsschutz-
Versi
cherungs
-Gesellschaft AG, am 2
8.
November 2014
beim Kantonsgericht Luzern
Beschwerde und liess beantragen,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und
es seien bis zum 3
1.
August 2014 Unfall
tag
geldzahlungen zu leisten (
Urk.
1). Das Kantonsgericht Luzern überwies diese Eingabe am 1
8.
Dezember 2014
zu
stän
dig
keitshalber
ans hiesige Sozialversicherungsgericht (
Urk.
5). Mit
Beschwer
de
antwort
vom 2
0.
April 2015 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
10)
, mit
Verfügung vom 2
2.
April 2015 wurde ein zweiter
Schriften
wech
sel
angeordnet (
Urk.
12)
, a
m 2
1.
Mai 2015 liess die Versicherte die Replik erstat
ten (
Urk.
13) sowie eine Stellungnahme des Spitals
C._
vom
6.
Mai 2015 ein
rei
chen (
Urk.
14) und am 1
7.
September 2015 verzichtete die Suva auf das Erstat
ten einer Duplik (
Urk.
19).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
[
ATSG
]
), so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über die Un
fallversicherung, UVG)
Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld ent
steht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er er
lischt mit der Wiederer
lang
ung der vollen Arbeitsfähigkeit, mithin im Zeitpunkt der vollen Wiedererlang
ung
der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (Art.
16 Abs.
1 und 2 UVG
i.V.m
. Art.
6 ATSG; BGE
137 V 199 E.
2.1,
Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3), mit dem Be
ginn einer Rente oder mit dem Tod der ver
sicherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG).
1.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Be
griffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG er
hoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender ge
ringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
füh
rung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt
werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai
2014 E. 4.1 mit Hin
weisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
1.3
Steht fest, dass die versicherte Person unter dem Blickwinkel der
Schadenmin
derungspflicht
einen Berufswechsel vorzunehmen hat, so hat der Versiche
rungs
träger sie dazu aufzufordern und ihr zur Anpassung an die veränderten Verhält
nisse sowie zur Stellensuche eine angemessene Übergangsfrist einzu
räumen, wäh
rend welcher das bisherige Taggeld geschuldet bleibt. Diese
Über
gangsfrist
bemisst sich nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalles und
be
trägt
in der Regel drei bis fünf Monate. Nach deren Ablauf entspricht der für die Bemessung
des Taggeldes massgebende Arbeitsunfähigkeitsgrad der Differenz zwischen de
m Einkommen, das ohne Unfall im bisherigen Beruf verdient wer
den könnte, und dem Einkommen, das im neuen Beruf
zumutbarerweise
zu er
zielen wäre. Ist die
versicherte Person, die Taggeldleistungen bezieht, arbeitslos, so erbringt die Un
fall
versicherung gemäss
Art.
25
Abs.
3
der Verordnung über die Unfallver
siche
rung (
UVV
)
die ganze Leistung, wenn die Arbeitsunfähigkeit mehr als 50 Prozent
beträgt, und die halbe Leistung, wenn die Arbeitsunfähig
keit mehr als 25, aber höchstens 50 Prozent beträgt. Bei einer Arbeitsunfähig
keit von 25 und weniger Prozent besteht kein Taggeldanspruch. Bei dieser Norm handelt es sich um eine Koordinationsbestimmung zwischen der Unfall- und der Arbeitslosenversiche
rung. Deren Anwendung setzt das Zusammentreffen von Taggeldern der Unfall
versicherung mit solchen der Arbeitslosenversicherung voraus (Urteil des Bun
des
gerichts 8C_889/2014 vom 2
3.
Februar 2015
E. 3
mit weiteren Hinweisen
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin anerkannte ihre Leistungspflicht für das Unfallereignis vom 2
4.
April 2013 und erbrachte zunächst die gesetzlichen Leistungen (
Urk.
2). Strittig und zu prüfen ist, ob sie die Taggeldleistungen zu Recht ab
1.
Mai 2014
einstellte.
Die
gegen die
Verfügung vom 2
2.
April 2014 (
Urk.
11/85)
erhobene Ein
sprache zog die Versicherte am 2
6.
Juni 2014 zurück (
Urk.
11/106), weshalb die
Verfügung betreffend
Integritätsentschädigung in Rechtskraft erwachsen ist.
2.2
Die Suva
hielt im
Einspracheentscheid
vom 2
8.
Oktober 2014 vor allem fest, nac
h dem 3
0.
April 2014 sei von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr zu erwarten gewesen. Der
Tag
geldanspruch
ende daher unabhängig vom Grad der Arbeitsfähigkeit per 3
0.
April 201
4.
Dabei
könne offen bleiben, ob die Versicherte in ihrer ange
stammten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei oder ob zur Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit auf den allgemeinen Arbeitsmarkt auszuweichen sei. In einem solchen
Fall
erübrige sich auch die Einräumung einer angemessenen Anpassungsfrist
(
Urk.
2). In der Beschwerdeantwort vom
2
0.
April 2015 wies die Suva insbeson
dere darauf
hin, dass der Verweis auf
Art.
25
Abs.
3 UVV in der Verfügung vom
3.
April 2014 irrtümlicherweise erfolgt sei, doch die Einstellung der Taggelder per
3
0.
April 2014 sei dennoch zu Recht erfolgt und die Versicherte bestreite nicht, dass der
gesundheitliche
Endzustand per Ende April 2014 erreicht
worden
sei (
Urk.
10).
2.
3
Die Versicherte liess in der Beschwerde vom 2
8.
November 2014 vorbringen, das
s sie in der angestammten Tätigkeit als
Salatrüsterin
Überkopfarbeiten
habe
aus
führen müssen, was ihr gemäss Belastungsprofil der Suva nicht mehr mög
lich sei. Die Suva könne sich nicht erst nachträglich im
Einspracheentscheid
darauf
berufen, dass der
gesundheitliche
Endzustand erreicht worden sei und so den An
spruch auf eine angemessene Übergangsfrist verhindern. Da weder der Endzu
stand erreicht worden sei noch eine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätig
keit bestanden habe, habe
sie
Anspruch auf eine praxisgemässe
Über
gangsfrist
für eine Anpassung an die neuen Verhältnisse, wobei sich eine Frist von vier Monaten als angemessen erweise und bis am 3
1.
August 2014
Taggel
der
zu gewähren seien (
Urk.
1). Mit der Replik vom 2
1.
Mai 2015 liess die Versi
cherte insbesondere ausführen, dass sie das
Eintreten
eines
gesundheitlichen
Endzu
stands bestreite
.
Zudem habe die Suva sie nie zum Berufswechsel aufge
fordert (
Urk.
13).
3.
3.1
Vorab ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin über den Zeitpunkt der Einstel
lung der Taggelder per Ende April 2014 hinaus unfallbedingt in ihrer Arbeitsfä
higkeit eingeschränkt war. Unabhängig davon, dass das Arbeitsverhältnis der
Beschwerdeführerin per 3
1.
Januar 2014 aufgehoben worden war (
Urk.
11/43), is
t
in erster Linie das Ausmass der aufgrund ärztlicher Feststellungen ermittel
ten tat
sächlichen Unfähigkeit, der angestammten Tätigkeit nachzugehen, mass
geb
lich.
3.2
Im
Austrittsbericht
der
Klinik B._
vom
2.
April 2014 wurde ausge
führt,
dass eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet worden sei. Infolge
Selbst
limitierung
und ungenügender Kooperation hätten die zu erwartenden Verbes
se
rungen bezüglich Funktion und Belastbarkeit nicht erreicht werden können. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersu
chung und der
bildgebenden Abklärungen nur ungenügend erklären. Die Beur
teilung der Zumut
barkeit von beruflichen Tätigkeiten stütze sich daher wesent
lich auf medizi
nisch-
theoretische Überlegungen. In der angestammten Tätigkeit als
Salatrüsterin
sei
die Versicherte ab dem
3.
April 2014 zu 100
%
arbeitsfähig. Eine 100%ige Ar
beits
fähigkeit bestehe auch für andere angepasste Tätigkeiten. Bei ange
passten Tätigkeiten handle es sich aktuell um leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, welche keine wiederholten Tätigkeiten über Schulterhöhe beinhal
teten
. Weitere
ambulante Therapien seien nicht vorgesehen, es werde die Fort
setzung des instru
ierten Heimprogramms empfohlen
(
Urk.
11/
82
).
3.3
Der behandelnde Arzt
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates,
hielt im Bericht vom 1
6.
April 2014 fest, die Rehabilitation in
B._
habe zu keiner wesentlichen Verbesse
rung der Schulterbeschwerden geführt. Die Situation sei unverändert und
es bestän
den seiner Ansicht nach
derzeit keine Therapiemassnahmen, welche zu einer Verbesserung der Beschwerdesymptomatik beitragen könnten. Für leichte und mittelschwere Arbeiten sollte seines Erachtens eine 100%ige Arbeitsfähig
keit erreichbar sein, aktuell seit weiterhin von einer vollständigen Arbeitsunfä
higkeit auszugehen (
Urk.
11/88).
Am
8.
Mai 2014 führte
Dr.
D._
aus, die Si
tuation sei unverändert, wobei in den letzten Wochen eher eine
Verschlechte
rungs
ten
denz
bestehe. Er habe eine Infiltration vorgenommen und es bleibe ab
zuwarten, ob diese zu einer Verbesserung führe (
Urk.
11/95).
Am 1
6.
Juni 2014 berichtete
Dr.
D._
der Beschwerde
gegn
erin
, durch die
subakromiale
Infiltration habe
sich eine deutli
che Beschwerdeverbesserung ergeben und auch die Beweglich
keit
sei während vier Wochen deutlich besser gewesen. Doch es beständen weiter
hin
Bewegungs
einschränkungen
vor allem
Überkopf
und in der angestammten Tätig
keit be
stehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Sistierung der Physiotherapie halte er nicht für ratsam, da dies die Situation wahrscheinlich eher verschlech
tere (
Urk.
11/102).
Ebenfalls am
1
6.
Juni 2014 führte
Dr.
D._
gegenüber der Vertreterin der Versicherten im gleichen Sinn
aus, bei
dieser
bestehe nach einer
Schulterarthroskopie weiterhin eine deutliche
Bewe
gungseinschränkung
. Die an
gestammte Tätigkeit als
Salatrüsterin
sei aktuell nicht mehr zumutbar. Bewe
gung
en über dem Kopf seien der Versicherten nicht möglich und Rotations
be
wegungen seien schmerzhaft. In einer angepasster Tä
tigkeit ohne
Überkopfar
bei
ten
und ohne Tragen und Heben von schweren Ge
genständen sollte eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
erreichbar sein (
Urk.
11/106).
3.4
Schon a
m 2
0.
September 2013
hatte
im Betrieb der ehemaligen Arbeitgeberin ein Ge
spräch zwischen der Versicherten und einem Aussendienstmitarbeiter der
Suva statt
gefunden
. Zur Tätigkeit der Versicherten wurde festgehalten, dass diese
am Fliess
band erledigt werde. Man müsse beim Zerschneiden von Salat und Gemüse ziemlich schnell sein
.
Die Salate kämen auf einem Förderband
überkopf
zu den Rüsterinnen. Die Rüsterinnen müssten nach oben zu den Salaten greifen, diese aufs Rüstbrett legen, sie zerschneiden und wieder aufs Förderband legen,
damit sie in einer anderen Abteilung weiterverarbeitet werden könnten.
Die Ver
si
cherte gab an, zw
ischendurch müsse sie auch Kisten tragen, doch mehr als 15 Kilogramm müsse sie nie tragen. Im Besprechungsbericht ist die Arbeitssituation der Versicherten fotografisch abgebildet, wobei das sich über Schulterhöhe be
findende Förderband gut ersichtlich ist (
Urk.
11/36/2).
3.5
Sowohl dem Bericht der
Klinik B._
als auch den Berichten von
Dr.
D._
lässt sich
jedoch
entnehmen, dass der Versicherten Tätigkeiten
ü
ber
kopf
aufgrund der Schulterbeschwerden
nicht
mehr
zumutbar s
ind
(
Urk.
11/82,
Urk.
11/102,
Urk.
11/106). Die
Suva stellte in der Verfügung vom
3.
April 2014
(
Urk.
11/83)
auf den Austrittsbericht der
Klinik B._
vom
2.
April 2014
(
Urk.
11/82)
ab und ging davon aus, dass
die
angestammte Tätigkeit der Versi
cher
ten
wieder möglich sei. Doch die angestammte Tätigkeit
beinhaltet
eben gerade
Über
kopfarbeiten
(
Urk.
11/36/2
), was
im Austrittsbericht der
Klinik B._
of
fensichtlich nicht berücksichtigt worden
ist
. Es ist somit festzuhalten,
dass die angestammte Tätigkeit der Versicherten noch immer nicht zumutbar ist
.
3.6
Demgegenüber ist gestützt auf den Austrittsbericht der
Klinik B._
vom
2.
April 2014 (
Urk.
11/82)
davon auszugehen, dass der Versicherten eine ange
passte Tätigkeit
ab April 2014
zu 100
%
zumutbar war
.
Der Bericht von
Dr.
D._
vom
1
6.
April 2014
vermag dies nicht in Frage zu stellen. Z
war
führt
e
Dr.
D._
aus, für leichte und mittelschwere Arbeiten sollte seines Er
achtens eine 100%ige Arbeitsfähigkeit er
reichbar sein, aktuell sei
jedoch
weiter
hin von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen
(
Urk.
11/88)
. Aller
dings be
gründete er nicht nachvollziehbar, weshalb aktuell
in jeder
T
ätigkeit
eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit bestehen solle
. Zudem erscheint es
widersprüchlich
,
dass gemäss
Dr.
D._
eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tä
tigkeit
erreichbar sein sollte,
obwohl er angab, dass
keine
Therapiemass
nah
men
ersichtlich
seien
, welche den Gesundheitszustand verbessern könnten. Es is
t so
mit
nach d
er derzeitigen Aktenlage
davon auszugehen, dass die Versicherte ab April 2014 in Vollzeit einer angepassten Tätigkeit nachgehen konnte.
4.
4.1
Steht fest, dass die versicherte Person unter dem Blickwinkel der
Schadenmin
de
rungspflicht
einen Berufswechsel vorzunehmen hat, so hat der Versiche
rungs
träger sie dazu aufzufordern und ihr zur Anpassung an die veränderten Verhält
nisse sowie zur Stellensuche eine angemessene Übergangsfrist einzu
räumen, wä
h
rend welcher das bisherige Taggeld geschuldet bleibt (RKUV 2000 Nr. KV 112 S.
122, K 14/99 mit weiteren Hinweisen). Eine solche Aufforderung zur
Stellensuche mit Einräumung einer Übergangsfrist ist
unbestrittenermassen
nicht
erfolgt.
Vielmehr hat sich
die
Suva
noch
in der Verfügung vom
3.
April 2014
(
Urk.
11/83) auf den Standpunkt gestellt, der Versicherten sei die angestammte Tätigkeit
als
Salatrüsterin
in einem 100%igen Pensum
zumutbar.
Die Suva hätte der Versicherten jedoch eine Übergangsfrist zum Antreten einer
leidensange
passten
Tätigkeit ansetzen müssen. Dabei erweist sich eine
Übergangsfrist von vier
Monaten
als
angeme
ssen
.
Diese Übergangsfrist berücksichtigt
so
wohl, dass
der Versicherten in gesundheitlicher Hinsicht
eine grosse Zahl an zumutbaren Erwerbsmöglichkeiten
offensteht
,
als auch, dass sie während vieler Jahre
ihrer angestammten Tätigkeit
bei der gleichen Arbeitgeberin
nachgegan
gen ist
und sich bereits in fortgeschrittenem Alter befindet
.
4.2
Gemäss
Art.
19
Abs.
1 UVG entsteht der Rentenanspruch, wenn von der Fortset
zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu
stands mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind.
Eingliederungsmassnahmen der In
validenversicherungen fanden bisher soweit ersichtlich keine statt.
Im
Aus
trittsbericht
der
Klinik B._
vom
2.
April 2014 wurde ausgeführt, dass
keine
weitere
n
ambulante
n
Therapien vorgesehen seien (
Urk.
11/81/2). Zudem wurde
festgehalten, solange die Versicherte an ihrem ausgeprägten
Schmerz
er
le
ben
festhalte,
sei keine Besserung des Gesamtzustands zu erwarten
(
Urk.
11/81/4).
Der behandelnde Arzt
Dr.
D._
hielt im Bericht vom 1
6.
April 2014 zunächst fest, er sehe derzeit keine Therapiemassnahmen, welche zu einer Verbesserung der Beschwerdesymptomatik beitragen könnten (
Urk.
11/88). Am
8.
Mai 2014 führte er hingegen aus, er habe eine Infiltration vorgenommen und es bleibe abzuwarten, ob diese zu einer Verbesserung führe (
Urk.
11/95). Am 1
6.
Juni 2014 berichtete
Dr.
D._
, durch die
subakromiale
Infiltration habe
sich eine deutliche Beschwerdeverbesserung ergeben und auch die Beweglich
kei
t
der Schulter
sei während vier Wochen deutlich besser gewesen. Die Sistie
rung der Physiotherapie halte er nicht für ratsam, da dies die Situation wahr
schein
lich eher verschlechtere (
Urk.
11/102). Angesichts dieser Arztberichte kann die
Beendigung des Anspruchs auf Taggeldleistungen zufolge Entstehung eines Ren
ten
anspruchs in Anwendung von
Art.
19
Abs.
1 UVG nicht ausge
schlossen werden.
Allerdings ist aufgrund der
im Mai 2014
aufgenommenen Behandlung
mit Infiltrationen
die Frage offen
, ob von diesen noch n
amhafte Verbesse
rung
en
zu erwarten waren.
4.
3
Beim sogenannten Fallabschluss sind die Heilbehandlungs- und
Taggeldleistun
gen
einzustellen und
ist
der Anspruch auf
eine
Invalidenrente und
auf eine
In
te
gritätsentschädigung
zu prüfen (vgl. BGE 134 V 109 E.
4.1).
Von der Suva wurde bisher
über den Rentenanspruch
nicht
entschieden
.
Zur ab
schliessenden Beurteilung des Taggeldanspruchs für die Zeit ab
1.
Mai bis längstens zum 3
1.
August 2014 wird die Beschwerdegegnerin daher zuvor über den Renten
an
spruch und hernach in Anwendung von
Art.
19
Abs.
1 UVG und im Sinne der Erwägungen über den Taggeldanspruch ab dem
1.
Mai 2014 zu befinden haben.
Daran vermag nichts zu ändern, dass die Versicherte seit dem
1.
Februar 2014 (vgl.
Urk.
11/43) arbeitslos war und von der Suva mit Verfü
gung vom
3.
April 2014 (
Urk.
11/83) zur Anmeldung bei der Arbeitslosenversi
cherung aufgefordert worden war.
Die Koordinationsregelung in
Art.
25
Abs.
3 UVV kommt erst zur Anwendung, wenn die versicherte Person tatsächlich bei der Arbeitslosenver
sicherung angemeldet ist (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom
2.
April 2001 in Sachen Z., U 348/99 E. 3 mit Hin
weis auf BGE 126 V 128 E.
3c), wobei sich eine solche Anmeldung aus den Ak
ten
nicht
ergibt.
Art.
25
Abs.
3 UVV bestimmt
überdies
, dass bei einer Arbeits
unfähigkeit von mehr als 50
%
die ganze Leistung des Taggelds durch die Un
fallversicherung zu erfolgen hat. Die Beschwerdegegnerin hat somit - vorbe
hältlich eines Rentenanspruchs - prioritär auch bei allfälligen tatsächlich er
folgten Leistungen der Arbeits
losen
versicherung bis am 3
1.
August 2014 ein ganzes Taggeld im Sinn von
Art.
17
Abs.
1 UVG zu leisten
, denn bis zu diesem Zeitpunkt ist wie ausgeführt
die
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätig
keit zu berücksichtigen
.
4.
4
Die Beschwerde ist daher in dem Sinn gutzuheissen, dass der angefochtene
Ein
spracheentscheid
vom
2
8.
Oktober 2014 (
Urk.
2)
aufzuheben
und die S
ache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
ist
, damit s
ie über den Rentenan
spruch der
Beschwerdeführeri
n und
– damit verbunden -
im Sinne der Erwägungen über den
Tag
geldanspruch
ab dem
1.
Mai 2014 entscheide
.
5.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (Urteil des Bundesgerichts U 199/02 vom 1
0.
Februar 2004 E.
6 mit Hinweis auf BGE 110 V 57; SVR 1999 IV Nr. 10 S.
28 E.
3).
Ausgangsgemäss ist die Be
schwerdegegnerin zu verpflichten, der durch die Fortuna Rechtsschutz-
Versi
che
rungs
-Gesellschaft vertretenen Beschwerdeführerin eine angemessene
Partei
ent
schädigung
zu bezahlen. Diese ist in Anwendung von
Art.
61
lit
. g ATSG nament
lich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf
Fr.
1‘300.--
(inklusive Mehrwertsteuer und
Bar
auslagen
)
festzusetzen.