Decision ID: 33505df9-bb83-501d-acb7-fa0ab145af1c
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer, ein algerischer Staatsangehöriger, ersuchte in der
der Schweiz am 30. Januar 2021 um Asyl. Ein Abgleich seiner Fingerab-
drücke mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit Eu-
rodac) ergab, dass er am 7. Januar 2021 in Spanien aufgegriffen und re-
gistriert worden war. Am 5. Februar 2021 fand im Bundesasylzentrum
B._ die Personalienaufnahme statt.
B.
Das SEM ersuchte die spanischen Behörden am 5. Februar 2021 gestützt
auf Art. 13 Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien
und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-
nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-
gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist
(nachfolgend: Dublin-III-VO) um Übernahme des Beschwerdeführers. Die
spanischen Behörden stimmten diesem Ersuchen am 10. Februar 2021 zu.
C.
Im Rahmen des Dublin-Gesprächs vom 10. Februar 2021 bestätigte der
Beschwerdeführer, dass er illegal nach Spanien eingereist sei. Von dort
aus sei er über Frankreich in die Schweiz gelangt, wobei er ausschliesslich
in der Schweiz um Asyl nachgesucht habe. Er machte geltend, dass er in
Spanien im Freien unter einer Brücke habe schlafen müssen. Asylsu-
chende erhielten dort keine Unterstützung und würden nach Hause zurück-
geschickt. Für die illegale Ausreise aus Algerien habe er sein Leben riskiert,
wobei er in die Schweiz gekommen sei, da er nun nach Hause zurückkeh-
ren wolle. Er kenne Leute, welche von der Schweiz aus zurückgekehrt
seien und dafür Geld erhalten hätten. Mit diesem Geld könnte er sich als
(...) eine Zukunft aufbauen. Hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts
führte er aus, er habe seit seiner Kindheit (...)probleme und könne (...).
Aus diesem Grund habe er mit Sport aufhören müssen. Ein Arzt in Algerien
habe eine Röntgenaufnahme machen wollen und gesagt, dies könne ope-
riert werden. Er habe aber das Geld dafür nicht gehabt und sei hierherge-
kommen, um sich behandeln zu lassen.
D.
Mit Verfügung vom 11. Februar 2021 – eröffnet am 15. Februar 2021 – trat
das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf
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das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, verfügte die Überstel-
lung nach Spanien und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf
der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig ordnete es die Aushändi-
gung der editionspflichtigen Akten an und stellte fest, einer allfälligen Be-
schwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu.
E.
Mit Eingabe vom 19. Februar 2021 erhob der Beschwerdeführer beim Bun-
desverwaltungsgericht Beschwerde gegen diesen Entscheid. Darin bean-
tragte er, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz
sei anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten und ein nationales Asyl-
verfahren zu eröffnen. Eventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, sich ge-
stützt auf Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999
(AsylV 1, SR 142.311) für das vorliegende Asylverfahren zuständig zu er-
klären, subeventualiter sei die Sache wegen Verletzung des rechtlichen
Gehörs an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hin-
sicht ersuchte er darum, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu
erteilen und die Vollzugsbehörden im Sinne einer vorsorglichen Mass-
nahme anzuweisen, bis zum Entscheid über die Beschwerde von einer
Überstellung nach Spanien abzusehen. Weiter sei auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche Prozessführung
zu gewähren.
Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, die Lage für Flüchtlinge in
Spanien sei kritisch und die Lebensbedingungen in den Unterkünften seien
ungenügend. Zudem würden Asylsuchende immer wieder Opfer von ras-
sistischen Anfeindungen durch die Bevölkerung und seien gar Diskriminie-
rungen durch die Polizei ausgesetzt. Die Corona-Pandemie habe die Situ-
ation in den spanischen Unterkünften weiter verschärft, wobei die Mängel
in den Aufnahmestrukturen dazu führten, dass die notwendigen Abstands-
und Hygienevorschriften – insbesondere in den Abschiebezentren – nicht
eingehalten werden können. Eine Überstellung nach Spanien würde be-
deuten, dass er unter solchen gesundheitsgefährdenden Bedingungen in-
haftiert würde. Ausserdem befinde er sich aufgrund seiner gesundheitli-
chen Probleme in einer besonders vulnerablen Position. Das SEM habe
jedoch hinsichtlich der von ihm geltend gemachten (...)probleme keinerlei
medizinischen Abklärungen vorgenommen und dadurch den Untersu-
chungsgrundsatz verletzt. Es sei von systemischen Mängeln im spani-
schen Asylverfahren auszugehen, weshalb sein Asylgesuch in der Schweiz
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zu behandeln sei. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzu-
weisen, damit diese vor der Überstellung Garantien für seine Unterbrin-
gung in Spanien einhole.
F.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
22. Februar 2021 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG).

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von
Beschwerden gegen Verfügungen des SEM (Art. 105 AsylG, Art. 31 und 33
Bst. b VGG). Auf dem Gebiet des Asyls entscheidet es in der Regel – so
auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2.
Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Ver-
fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten
Richters oder einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durch-
führung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung, zu
behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
3.
3.1 Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht
(einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die
unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
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3.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
4.
4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen
Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO.
Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die
Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-
fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt
hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2).
4.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-
ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat
erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Fall
eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) sind die in
Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort aufge-
führten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; vgl.
Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden. Wenn ein Antragsteller aus ei-
nem Drittstaat kommend die Land-, See- oder Luftgrenze eines Mitglied-
staats illegal überschritten hat, ist dieser Mitgliedstaat gemäss Art. 13
Abs. 1 Dublin-III-VO für die Prüfung des Antrags auf internationalen Schutz
zuständig.
4.3 Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 7. Januar
2021 in Spanien aufgegriffen und daktyloskopiert worden war. Im Rahmen
seines Dublin-Gesprächs bestätigte er, dass er sich vor der Einreise in die
Schweiz in Spanien aufgehalten hat. Die spanischen Behörden hiessen
das Gesuch der Vorinstanz um dessen Aufnahme (take charge) gestützt
auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO am 10. Februar 2021 ausdrücklich gut. Die
Zuständigkeit Spaniens steht somit grundsätzlich fest und wird vom Be-
schwerdeführer auch nicht bestritten.
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5.
5.1 Nachfolgend ist im Lichte von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO zu prüfen, ob
es wesentliche Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die
Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Spanien würden systemische
Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder
entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grund-
rechtecharta mit sich bringen würden.
5.2 Spanien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-
kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967
(SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Ver-
pflichtungen nach. Es darf davon ausgegangen werden, Spanien aner-
kenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richt-
linien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom
26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-
kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie
2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-
nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-
merichtlinie), ergeben. Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde-
schrift gibt es keine wesentlichen Gründe für die Annahme, das Asylverfah-
ren und die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Spanien würden
systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmensch-
lichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-
Grundrechtecharta mit sich bringen würden. Für die Feststellung systemi-
scher Schwachstellen bedarf es struktureller und landesweiter Missstände,
die eine individuelle und konkrete Gefahr für jeden einzelnen oder zumin-
dest eine nennenswerte Anzahl von Asylbewerbern bedeuten, welche von
den nationalen Behörden tatenlos hingenommen wird (vgl. Urteil des
BVGer E-223/2016 vom 11. Februar 2016 S. 12). Solche Missstände sind
in Bezug auf Spanien auch unter Berücksichtigung der Ausführungen in
der Beschwerdeschrift nicht auszumachen. Die vom Beschwerdeführer ge-
äusserte Vermutung, er könnte angesichts des überlasteten spanischen
Asylsystems und der Mängel in den Unterbringungsstrukturen – im Hinblick
auf das Ansteckungsrisiko infolge der Corona-Pandemie – unter gesund-
heitsgefährdenden Bedingungen inhaftiert werden, erweist sich als rein
spekulativ. Ebenso wenig ist die pauschale Behauptung, dass (nordafrika-
nische) Asylsuchende in Spanien von Seiten der Bevölkerung oder der Po-
lizei rassistisch motivierten Diskriminierungen ausgesetzt seien, geeignet,
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auf eine konkrete Gefährdung sämtlicher respektive einer grossen Anzahl
von asylsuchenden Personen in Spanien zu schliessen.
Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO
nicht gerechtfertigt.
6.
6.1 Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO
beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-
tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn
er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-
fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintritts-
recht). Dieses Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a
Abs. 3 AsylV 1 konkretisiert. Erweist sich die Überstellung einer asylsu-
chenden Person in einen Dublin-Mitgliedstaat als unzulässig im Sinne der
EMRK oder einer anderen die Schweiz bindenden, völkerrechtlichen Be-
stimmung, muss die Vorinstanz die Souveränitätsklausel anwenden und
das Asylgesuch in der Schweiz behandeln (BVGE 2015/9 E. 8.2.1;
2010/45 E. 7.2).
6.2 Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, steht es dem Beschwerdeführer
nach erfolgter Überstellung nach Spanien offen, dort um Asyl nachzusu-
chen und damit Zugang zu den asylrechtlichen Aufnahmestrukturen zu er-
halten. In diesem Zusammenhang hat er kein konkretes und ernsthaftes
Risiko dargetan, die spanischen Behörden würden sich weigern, ihn auf-
zunehmen und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung
der Regeln der Verfahrensrichtlinie und der Respektierung des Grundsat-
zes des Non-Refoulement zu prüfen. Zwar gab er an, dass er im Freien
unter einer Brücke habe übernachten müssen und keine Unterstützung er-
halten habe. Es gibt jedoch keine konkreten Hinweise für die Annahme,
Spanien würde ihm dauerhaft die ihm gemäss Aufnahmerichtlinie zu-
stehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten, so dass die bei
einer Rückführung zu erwartenden Bedingungen zu einer Verletzung von
Art. 4 der EU-Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK führen
könnten. Bei einer allfälligen vorübergehenden Einschränkung könnte er
sich nötigenfalls an die dortigen Behörden wenden und die ihm zustehen-
den Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern (vgl. Art. 26
Aufnahmerichtlinie).
6.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass es sich bei ihm aufgrund
seines Gesundheitszustands um eine vulnerable Person handle. Das SEM
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habe es in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes unterlassen, weitere
Abklärungen hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts vorzunehmen.
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer erklärte, er
leide bereits seit seiner Kindheit an (...)problemen und könne (...). Er habe
deswegen aufhören müssen, Sport zu treiben. Diese gesundheitlichen
Probleme sind zwar bedauerlich und stellen durchaus eine gewisse Ein-
schränkung dar. Sie bestehen aber bereits seit längerem und haben den
Beschwerdeführer nicht daran gehindert, die – eigenen Angaben zufolge
gefährliche – Reise nach Europa anzutreten. Zudem ist er nicht auf Medi-
kamente angewiesen und befindet sich den Akten zufolge auch nicht in
ärztlicher Behandlung. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern der Beschwerde-
führer eine allenfalls notwendige adäquate Behandlung seiner gesundheit-
lichen Probleme nicht auch in Spanien erhältlich machen könnte. Das Land
verfügt über eine ausreichende medizinische Infrastruktur und die Mitglied-
staaten sind verpflichtet, den Antragstellern die erforderliche medizinische
Versorgung zugänglich zu machen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie) so-
wie Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche medizini-
sche oder sonstige Hilfe (einschliesslich nötigenfalls einer geeigneten psy-
chologischen Betreuung) zu gewähren (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie).
Es gibt keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass Spanien dem Beschwer-
deführer eine allfällige zukünftig notwendige medizinische Behandlung ver-
weigern würde.
Vor diesem Hintergrund bestand für die Vorinstanz keine Veranlassung,
aufgrund der vom Beschwerdeführer geltend gemachten gesundheitlichen
Beschwerden – seit der Kindheit bestehende (...)probleme – weitere Ab-
klärungen zu tätigen. Entgegen der in der Beschwerdeschrift vertretenen
Auffassung handelt es sich bei ihm auch nicht um eine besonders vul-
nerable Person. Seine medizinischen Probleme sind – trotz der nicht zu
verkennenden Einschränkung – nicht als allzu gravierend einzustufen, zu-
mal eine Behandlung bislang offenbar nicht akut erforderlich war. Unter den
vorliegenden Umständen erscheint es auch nicht angezeigt, das SEM zu
verpflichten, bei den spanischen Behörden Garantien für die spätere Un-
terbringung des Beschwerdeführers einzuholen.
6.4 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt das SEM bei
der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 über einen Ermessensspiel-
raum (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Die angefochtene Verfügung ist unter die-
sem Blickwinkel nicht zu beanstanden; insbesondere sind den Akten keine
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Hinweise auf einen Ermessensmissbrauch oder ein Über- respektive Un-
terschreiten des Ermessens zu entnehmen. Das Gericht enthält sich des-
halb in diesem Zusammenhang weiterer Äusserungen.
6.5 Zusammenfassend besteht kein Grund für eine Anwendung der Ermes-
sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO. Somit bleibt Spanien der für die
Behandlung des Asylgesuches des Beschwerdeführers zuständige Mit-
gliedstaat gemäss Dublin-III-VO.
7.
Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten. Da er
nicht im Besitze einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilli-
gung ist, wurde die Überstellung nach Spanien in Anwendung von Art. 44
AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a AsylV 1).
8.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen und die Verfügung
des SEM zu bestätigen.
9.
9.1 Die Gesuche um Erteilung der aufschiebenden Wirkung und Anord-
nung von vorsorglichen Massnahmen sowie Verzicht auf die Erhebung ei-
nes Kostenvorschusses werden mit dem vorliegenden Urteil gegenstands-
los.
9.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65
VwVG) ist abzuweisen, da die mit der Beschwerde gestellten Begehren –
wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu
bezeichnen sind. Die Verfahrenskosten sind dem Beschwerdeführer auf-
zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen
(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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