Decision ID: b860decf-5a10-4530-8d24-5d1faf61c82c
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1979 geborene
X._
absolvierte eine kaufmänni
sche Ausbildung und war
ab
dem 1. April 2008 in einem Vollzeitpensum als Junior Order Operator bei der
Y._
angestellt (Urk. 6/17).
Am 5. Dezember 2008 (Eingangsdatum) meldete er sich unter Hinweis auf eine am 4. Oktober 2008 durchgeführte Herzoperation
(Kunstherz)
zufolge Herzinsuffizienz
bei der So
zialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leis
tun
gen der Invalidenversicherung an (Urk. 6/3).
Die IV-Stell
e klärte die erwerb
lichen und medizini
schen Verhältnisse ab und sprach dem Versicherten nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 8. Juni 2009; Urk. 6/23) mit Verfügung vom 11. September 2009 eine ganze Rente der Invali
denversicherung
(Invaliditätsgrad 100%)
ab Juli 2009
zu (
Urk. 6/29).
1.2
Im August 2010 eröffnete die IV-Stelle ein ordentliches
Rentenrevisi
onsver
fah
ren
(Urk. 6/39) und tätigte
erneut
Abklärungen bezüglich der erwerblichen und medizinischen Ver
hältnisse.
Am 19. August 2011 teilte sie dem Versicherten mit, dass weiterhin ein Anspruch auf eine ganze Invaliden
rente (Invaliditätsgrad 100 %) bestehe (Urk. 6/58).
1.3
Im Oktober 2012 eröffnete die IV-Stelle wiederum ein ordentliches
Rentenrevisi
onsver
fahren
(Urk. 6/60 f.)
.
Am
21. Januar 2013 wurde
dem Versi
cherten mitgeteilt
, dass ihm
Beratung und Unterstützung
bei der Stellensuche vom 29. Januar bis 31. Juli 2013
gewährt werde (Urk. 6/66).
Am 21. Januar 2013 wurde
eine
Zielvereinbarung zur Arbeitsvermittlung geschlossen (Urk. 6/69).
Am 29. Juli 2013 teilte
die IV-Stelle
dem Versicherten mit,
die Arbeitsvermittlung
werde abgeschlossen
, da es nicht gelungen sei, ihn innert angemessener Zeit in den Arbeitsmarkt zu integrieren (Urk. 6/84).
In der Folge
tätigte
die IV-Stelle weitere
Abklärungen bezüglich der erwerblichen und medi
zinischen Ver
hältnisse.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbe
scheid vom 16. Januar 2014; Urk. 6/106) setzte die IV
Stelle mit Verfügung vom 3. März 2014 die ganze Rente
auf den ersten Tag des zweiten Monats nach Zustellung der Verfügung - auf eine halbe Rente herab (Urk. 2 [= Urk. 6/110]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 25. März 2014 Beschwerde und beantragte sinngemäss, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, und es sei ihm weiter
hin eine ganze Rente der Invalidenversicherung auszurichten (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 8. Mai 2014 (Urk. 5)
auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 9. Mai 2014 angezeigt wurde (Urk. 7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungs
rechts
[
ATSG
]
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid fest,
der Beschwerde
führer habe über sechs Monate im Rahmen einer
Wiedereingliederungsmass
nahm
e
erfolgreich
eine Bürotätigkeit an einem geschützten Arbeitsplatz absol
viert. Eine Anstellung sei nicht zustande gekommen, weil es nicht die geeignete Stelle gewesen sei. Die medizinischen Abklärunge
n hätten ergeben, dass sich der
Gesundheitszustand sowohl aus somatischer als auch aus psychiatrischer Sicht gebessert und stabilisiert habe. Seit dem Abschluss der Arbeitsvermittlung könne von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit in der freien Wirtschaft ausgegangen werden. Das Ressourcenprofil umfasse eine kör
perlich leichte, überwiegend sitzende Tätigkeit (z.B. Bürotätigkeit). Die ange
stammte Tätigkeit könne als angepasste Tätigkeit angesehen werden (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend,
er verfüge für die Auf
gabe am Telefon nicht mehr über die geforderten Ressourcen und Fähigkeiten, weshalb er in der freien Wirtschaft keine Chance auf eine Anstellung habe
und zwar auch nicht in einem 50
%-Pensum. E
r
habe nervlich stark gelitten während der Wartezeit auf ein Spenderorgan und nach diversen Suizidversuchen und Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken. Auch habe er regelmässige
Arztter
mine
, welche zeitlich nur schwer mit einer regelmässigen Tätigkeit
koordinier
bar
seien. Seine allgemeine körperliche Verfassung verschlechtere sich zudem, und der Alterungsprozess des Körpers sei beschleunigt. Die Augen hätten sich zudem ebenfalls verschlechtert (Urk. 1).
3.
3.1
3.1.1
Es ist zu prüfen, ob ein Revisionsgrund nach Art. 17 Abs. 1 ATSG gegeben ist. Die Frage, ob im Spektrum der anspruchserheblichen Tatsachen eine zur Anpassung des Rentenanspruchs führende Veränderung eingetreten sei, ist im Vergleich mit den Verhältnissen zur Zeit der letzten rechtskräftigen Verfügung zu beurteilen, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (E. 1.1). Referenzzeitpunkt ist demnach hier die Mitteilung vom 19. August 2011, mit welcher der Anspruch des Beschwer
deführers auf eine ganze Invalidenrente bestätigt wurde (Urk. 6/58).
Zu diesem
Zeitpunkt waren
für die Beurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwer
defüh
rers die
nach
folgenden Arztberichte
massgebend
:
3.
1.
2
Im Bericht der
Z._
vom 9. November 2010 wurde als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome seit 2010 (ICD-10 F 32.2) bei Differentialdiagnose einer durch Prednison induzierten depressiven Episode
und nach mehreren Suizid
versuchen (X-Diagnosen)
aufgeführt. Daneben wurde
n auch diverse Z-Diagno
sen erwähnt sowie die somatischen Diagnosen einer sonstigen sekundären Hypertonie bei Status nach Herztransplantation sowie einer chronischen
Nie
reninsuffizienz
, aktuell
Kreatininwert
im Normbereich (Urk. 6/45/7 f.). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine
Hy
p
erurikä
mie
ohne Zeichen von entzündlicher Arthritis oder
tophischer
Gicht sowie eine akute Gastroenteritis vom 12. bis 1
6.
August 2010 erwähnt (Urk. 6/45/8).
Im Bericht wurde sodann festgehalten, der Beschwerdeführer sei nach der Herz
transplantation unter der Medikation (insb.
Prednisongabe
) depressiv geworden. Es seien vier Suizidhandlungen vorgenommen worden. Der Beschwerdeführer habe nach Aussage des behandelnden Psychiaters Schwierigkeiten mit der Akzeptanz eines „fremden Organs“ gehabt. In diesem Sinne habe er eine Anpassungsstörung mit Beeinträchtigung anderer Gefühle (ICD-10 F43.23) auf dem Boden einer vermutlich bestehenden emotional instabilen
Persönlichkeits
störung
vom impulsiven Typ mit narzi
s
stischen Zügen (ICD-10 F60.30) entwi
ckelt. Trotz hochfrequenter psychotherapeutischer Betreuung und ambulanter Anbindung an das Tageszentrum Löwenstrasse sei es im Verlauf des letzten Jahres vor Eintritt
in die Klinik
zu den genannten mehrfachen suizidalen Handlungen gekommen. Aufgrund dessen sei der Beschwerdeführer bereits von März bis Mai 2010 in der
A._
hos
pitalisiert gewesen (Urk. 6/45/9).
Dem Beschwerdeführer wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %
vom 17. Juli bis 13. Oktober 2010
attestiert (Urk. 6/45/8).
Die Ärzte gingen aber
davon aus, dass bei gutem Verlauf ab Anfang 2011 in einer behinderungsangepassten Tätigkeit ein sukzessiver Einstieg zu 21 Stunden pro Woche realisierbar wäre (Urk. 6/45/13).
3.
1.
3
Im Bericht vom 22. Dezember 2010 von Prof.
B._
,
Facharzt FMH für Kardiologie des
C._
, wurden die folgenden Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt
(Urk. 6/47/1)
:
Orthotope
Herztransplantation am 28. September 2009 wegen schwerer
dilatativer
Kardiomyopathie
seit 1999
rezidivierende schwere depressive Episoden mit wiederholten
Suizidversu
chen
seit 2009
wiederholte Grand-mal-Anfälle
seit dem 7. November 2008
arterielle Hypertonie
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden
eine
chroni
sche Niereninsuffizienz, Gicht, Anämie, Allergie auf
Metolazon
und
ein Status nach T
h
r
ombose der
V.
jugularis
interna
genannt (Urk. 6/47/1).
Prof.
B._
hielt zudem fest, der Beschwerdeführer befinde sich seit der Herz
transplantation vom 28. September 2009 weiterhin in reduziertem
Allgemein
zustand
. Die psychische Problematik stehe aber im Vordergrund. Bei der letzten
Endomyokardbiopsie
vom 25. November 2010 sei eine leichte zelluläre
Abstos
sungsreaktion
nachgewiesen worden.
K
linisch
präsentiere sich der Beschwerde
führer
kardial kompensiert. Als kaufmännischer Angestellter sei der Beschwer
deführer weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig. Möglicherweise könne ein langsa
mer Arbeitseinsatz (zu Beginn im Umfang von 10 %) versucht werden in einer geschützten Umgebung mit psychiatrischer Begleitung (Urk. 6/47/2 f.).
3.1.4
Im Bericht
von
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psy
chotherapie, vom 11. August 2011 wurde als Diagnose ein Status nach schwerer depressiver Episode (ICD-10 F32.2) bei rezidivierender depressiver Störung
seit Anfang 2010
aufgeführt.
Dr.
D._
führte aus, seit Mai 2011 sei es zu einer psychischen Stabilisierung mit deutlich eingeschränkter Belastbarkeit gekom
men. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei im Umfang von 2 Stunden pro Tag in einer geschützten Werkstätte möglich. Bei weiterer gesundheitlicher Sta
bilisierung könne mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit oder mit einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit gerechnet werden (Urk. 6/56).
3.2
3.2.1
Im
vorliegenden
Rentenrevisionsverfahren
sind
im Wesentlichen
die folgenden Arztberichte
für die Beurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwerdefüh
rers
massgebend
:
3.2.2
Dr.
med.
E._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
und
Oberärztin am
C._
, stellte in ihrem Bericht vom 16. August 2013
(Urk. 6/100)
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diag
nose ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4) sowie als Differenti
aldiagnose einen Status nach schwerer Anpassungsstörung mit anhaltend depressiver Verstimmung und wiederholten Suizidversuchen im Zeitraum vor und nach der Herztransplantation 2009 bis 201
1.
Dr.
E._
hielt im Bericht sodann fest, der Beschwerdeführer befinde sich seit dem 6. September 2011 bei ihr in ambulanter psychiatrischer Behandlung. Bereits vor diesem Zeitpunkt habe sich sein Zustand deutlich stabilisiert. Es sei keine stationäre Behandlung mehr notwendig geworden. Er habe über lange Zeit in einer psychiatrisch betreuten Arbeitsstätte der
Z._
mit
gearbeitet. Er habe sich einen eigenen Haushalt aufbauen können und sei daran, wieder einen normalen Alltag zu finden. Mittlerweile habe er auch seinen
Füh
rerausweis
wiedererlangt, welchen er in Zeiten der emotionalen Dekompensa
tion habe abgeben müssen. Aktuell lägen keine psychiatrischen Befunde vor.
Aufgrund der schwerwiegenden Ereignisse in der Vergangenheit seien sie über
eingekommen, die psychiatrische Behandlung mit weiten Zeitabständen zwi
schen den Terminen fortzusetzen. Eine psychopharmakologische Medikation habe der Beschwerdeführer aktuell nicht. Aus rein psychiatrischer Sicht bestün
den keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Es werde bei allen Patienten, die über längere Zeit schwer psychisch krank gewesen und aus dem Arbeitspro
zess über Jahre ausgeschieden seien, empfohlen, dass der Wiedereinstieg gra
duiert und stundenweise mit Unterstützung erfolge, da bessere Erfolgsaussichten bestünden. Der Beschwerdeführer habe bis Anfang des Jahres 2013 in einer psychiatrisch-betreuten Arbeitsstätte stundenweise gearbeitet, wozu er in der Lage gewesen sei. Danach habe er im Rahmen von Eingliederungsmassnahmen der IV in einem Betrieb im Bürobereich gearbeitet. Dies habe ihres Wissens im Rahmen von 50 % gut funktioniert
. Sie gehe also davon aus, dass der Beschwerdeführer zu mindestens 50 % eine Tätigkeit mit mittelmässiger Leis
tungsfähigkeit ohne ausgeprägte belastende Situationen und grossen Zeitdruck gut bewältigen könne
(Urk. 6/100/2 f.)
.
3.2.3
Dr.
med.
F._
, Fachärztin FMH für Kardiologie und Oberärztin am
C._
, hielt im Bericht vom 18. Oktober 2013
im Wesentlichen
die bereits bekannten Diagnosen fest (vgl. E. 3.1.3) und führte aus, seit der Transplantation zeige sich ein mehr oder weniger stabiler kardialer Verlauf. Medikamentös werde er immunsuppressiv mit Prednison,
Imurek
und Sandimmun behandelt. Des
Weiteren bestehe eine Herzinsuffizienz-Therapie. Gestört werde der Beschwerdeführer durch die
tophöse
Gichtarthropathie
mit rezidivierenden Gichtschüben und Gelenkschmerzen, weshalb
Allopurinol
verabreicht werde. Aktuell berichte der Beschwerdeführer über eine unveränderte Leistungsfähig
keit ohne relevante Einschränkung im Alltag. Zwei Stockwer
k
e könne er prob
lemlos hochsteigen. In der Ebene könne er auch längere Strecken hinter sich bringen. Er betreibe einmal wöchentlich circa eine Stunde Nordic Walking. Auch gehe er täglich mindestens eine halbe Stunde spazieren.
Es bestehe ein erfreulicher Verlauf mit einer leicht gebesserten Leistungsfähigkeit. Die Prog
nose sei grundsätzlich gut, aber abhängig von potentiellen Komplikationen im Rahmen einer Herztransplantation (akute Abstossungsreaktion, Infektionen unter Immunsuppression sowie
Graftarthropathie
). Die gegenwärtige Behand
lung bestehe in 1-3monatlichen Kontrollen mittels
Endomyokardbiopsie
(Urk. 6/100/1 ff.).
Des Weiteren hielt
Dr.
F._
fest, seit einem Monat arbeite der Beschwerdefüh
rer
in einem Pensum von 50 % im Büro
an einem
geschützte
n Arbeitsplatz
, jeweils von 08.00 bis 12.00 Uhr über fünf Tage verteilt. Diese Arbeit vermöge der Beschwerdeführer problemlos zu bewältigen
.
Aus kardiologischer Sicht sei das aktuelle Pensum von 50 % in einem Büro (administrative Arbeit) sinnvoll und dem Beschwerdeführer zumutbar. Eine Steigerung des Pensums sei momenta
n nicht zu empfehlen. Der Beschwerdeführer sei in seiner körperlichen Leistungsfähigkeit mittelschwer eingeschränkt und ermüde schneller (Urk. 6/102
/4).
4.
4.1
Zunächst ist festzuhalten, dass vom Zeitpunkt der
Bestätigung des Anspruchs auf eine ganze Rente
(
Mitteilung vom 19. August 2011;
Urk. 6/58)
bis zur angefochtenen Verfügung
vom 3. März 2014
offensichtlich eine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten ist.
Die schwere depressive Symptomatik (E. 3.1.2)
, welche
bei der
Annahme einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
im letz
ten Revisionsverfahren im Vordergrund gestanden hatte
,
ist mittlerweile gänz
lich remittiert (E.
3.1.4 und
3.2.2)
, was
vom Beschwerdeführer
denn auch nicht bestritten wurde.
Sodann wurde a
uch aus kardiologischer Sicht ein erfreulicher Verlauf mit einer leicht gebesserten Leistungsfähigkeit
beschrieben
(E. 3.2.3)
.
Die
Verbesserung des
Gesundheitszustand
s
trat überdies
während den
Einglie
derungsmassnahmen zu Tage
, zumal
der Beschwerdeführer imstande
war
, einer Arbeitstätigkeit
von 50 %
im geschützten Rahmen nachzugehen.
Ein
Revisions
grund
nach Art. 17 Abs. 1 ATSG ist somit
ausgewiesen
.
4.2
Sowohl die Psychiaterin
Dr.
E._
als auch die Kardiologin
Dr.
F._
gelang
ten übereinstimmend zum Schluss, dem Beschwerdeführer sei ein
Arbeitspen
sum
von 50 % in
einer administrativen Tätigkeit
zumutbar.
Sie begründeten dies aufgrund der erhobenen Befunde in nachvollziehbarer Weise.
4.3
Entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin kann die beschriebene administ
rative Tätigkeit jedoch nicht mit der angestammten Tätigkeit gleichge
setzt werden. Bei der angestammten Tätigkeit
des Beschwerdeführers
als Junior Order Operator
handelte es sich um einen technischen Fachsupport, der gegen
über Technikern, Servicepartnern und Internet Service Providern sichergestellt werden musste. Zu gewissen Zeiten konnte es
dabei
hektisch zu und her gehen (vgl. Fragebogen der Arbeitgeberin vom 23. März 2009; Urk. 6/17/8).
Gerade eine solche Hektik ist dem Beschwerdeführer aufgrund seines Gesundheitszu
standes aus ärztlicher Sicht
aktuell
jedoch nicht zumutbar. Dr.
E._
erachtete eine Tätigkeit mit mittelmässiger Leistungsfähigkeit ohne ausgeprägte belas
tende Situationen und grossen Zeitdruck als
bewältigbar
(E. 3.2.2).
Dr.
F._
bezog sich
bei ihrer Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
auf die aktuelle admi
nistrative Tätigkeit
an einem geschützten Arbeitsplatz
(E. 3.2.3). Bei der
von
den Ärztinnen
beschriebenen Tätigkeit handelt es sich som
it um eine angepasste Tätigkeit
(
in der Administration ohne grossen Leistungs- und Zeitdruck).
4.4
4.4.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
4.4.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validenein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausgegli
chenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Festsetzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
turerhebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.2 mit Hinweisen
).
4.4.3
Gemäss Fragebogen der ehemaligen Arbeitgeberin
betrug
der Jahreslohn des Beschwerdeführers im Jahr 2009
im Gesundheitsfall
Fr. 68‘958.50 (Urk. 6/17/3).
Da die
Herabsetzung oder Aufhebung der Renten nach Art. 88
bis
Abs. 2 IVV grundsätz
lich frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfü
gung fol
genden Monats an erfolgt, ist die Bemessung des Invaliditätsgrades für das Jahr 2014 vorzunehmen.
Unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwick
lung
(Indexstand 2136 [2009
] auf 2220 [2014
], vgl.
Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39: Entwicklung der Nominallöhne, der
Konsu
mentenpre
ise
und der Reallöhne, 1976-2014
, Männer).
beträgt das
Validenein
kommen
im Jahr 2014
somit
Fr.
71
‘
670.
--.
4.4.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens
sind
die Tabellenlöhne ge
mäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstruk
turer
hebungen
(LSE)
heranzuziehen. Abzustellen ist
angesichts de
r kaufmännischen Ausbildung und der Berufserfahrung des
Beschwerdeführers auf den Lohn
im Sektor 3 (Dienstleistungen)
, Anforderungsniveau 3,
womit von einem monatli
c
hen Einkommen von Fr. 5‘804.--
für Männer auszugehen
ist
(LSE 2010, S. 27, Tabelle TA1,
Ziff.
45-96). Unter Berücksichtigung der durch
schnit
tlichen Arbeitszeit im Jahr 2014
von 41,7 Stunden pro Woche (
vgl.
B
undesamt für Sta
tistik,
Betriebsübliche Arbeitsze
it nach Wirtschaftsabteilungen, Sektor III
) sowie der Nominall
ohnentwicklung bis ins Jahr 2014
(Indexstand 2150 [2010]
auf 2220 [2014
], vgl.
Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39: Entwicklung der Nominallöhne, der
Konsumentenpre
ise und der Reallöhne,
1976-2014, Männer)
ergibt
sich ein Jahreseinkommen
bei einem 50 %-Pensum
von Fr.
37
‘
486.
-- (Fr. 5‘804.-- : 40 x 41,7 x 12 x 0.5 : 2150
x 2220
).
Der Beschwerdeführer ist seit der Organtransplantation immunsupprimiert und damit für Krankheiten anfälliger. Er ist zudem in seiner körperlichen Leis
tungsfähigkeit mittelschwer eingeschränkt und ermüdet schneller. Hinzu kommt, dass
er
keinem grossen Leistungs- und Zeitdruck ausgesetzt werden sollte. Das Leistungsprofil ist
folglich
erheblich eingeschränkt,
insbesondere vor dem Hintergrund der an Arbeitnehmer im Anforderungsn
iveau 3 gestellten Ansprüche
.
Ein
leidensbedingter Abzug
ist
somit
am oberen Rande anzusiedeln
.
Das Invalideneinkommen beträgt
daher unter Berücksichtigung eines angemes
senen
Abzug
s
von 25 % Fr. 28‘115.--
(
Fr.
37
‘
486.
--
x 0.75).
4.4.5
Wird
das
Valideneinkommen
von Fr.
71
‘
670.
--
dem Invalideneinkommen gemäss LSE von
Fr. 28‘115.--
gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr.
43
‘
555
.--
,
was einem Invaliditätsgrad von
60.77 %, gerundet
61 %
,
entspricht.
4.5
Der Beschwerdeführer
kann demzufolge eine
Dreiviertelsr
ente
der Invalidenversi
cherung beanspruchen.
Die Beschwerde ist in dem Sinne
gutzu
heissen
, dass die angefochtene Verfügung dahingehend ab
zu
änder
n ist
, dass die bisherige ganze Rente auf eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung
her
abzusetzen ist
.
5.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende Partei kostenpflichtig. Die Kos
ten sind unabhängig vom Streitwert nach dem Verfah
rensaufwand festzulegen und vorliegend auf Fr. 600.-- anzusetzen. Da der Beschwerdeführer bezüglich des Rentenanspruchs an sich obsiegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_466/2007 vom 25. Januar 2008 E. 5), sind die Kosten voll
umfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.