Decision ID: 34b16a1a-dc21-4653-8175-83b526106486
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter, Anwalt und Beratung GmbH,
Poststrasse 6, Postfach 239, 9443 Widnau,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._, wurde am 22. Januar 2009 von seiner Krankentaggeldversicherung zur
Früherfassung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen gemeldet (IV-act. 1). Beim
Früherfassungsgespräch am 2. Februar 2009 (IV-act. 3) gab der Versicherte an, dass er
seit Anfang Januar 2009 arbeitsunfähig sei. Im Vordergrund stehe eine Depression. Er
sei aber überzeugt, dass er die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit in absehbarer
Zeit überwinden könne. Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 3. Februar 2009 mit,
dass zurzeit keine formale IV-Anmeldung nötig sei (IV-act. 4).
A.b Am 23. September 2009 meldete sich der Versicherte dann selbst zum Bezug von
IV-Leistungen an (IV-act. 11). Er gab an, unter den folgenden gesundheitlichen
Beeinträchtigungen zu leiden: Schmerzen und Empfindungsstörungen im rechten Fuss
(Unfall im Jahr 1999), Dickdarmoperation (2003), Depression und Burnout (2008). Vom
1. Januar 2009 bis am 9. August 2009 sei er zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Seit
dem 10. August 2009 sei er bis auf Weiteres zu 50 % arbeitsunfähig.
A.c Die Schule B._ berichtete am 23. Oktober 2009, dass sie den Versicherten seit
1978 als Reallehrer beschäftige. Seit dem 1. August 2005 arbeite er in einem 80 %-
Pensum. Von Januar bis Juli 2009 habe er pro Monat Fr. 8'976.75 verdient (zzgl.
13. Monatslohn). Seit dem 1. August 2009 betrage sein Jahreslohn Fr. 113'279.-- (ohne
Klassenlehrerzulage). Der Versicherte sei vom 4. Januar 2009 bis am 9. August 2009 zu
100 % arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 19. August 2009 sei er bis auf Weiteres zu
40 % arbeitsunfähig (Fragebogen für Arbeitgebende; IV-act. 28).
A.d Der Hausarzt Dr. med. D._, FMH Allgemeine Medizin, berichtete am 2. No
vember 2009 (IV-act. 31), dass eine rezidivierende mittelgradige depressive Episode
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mit somatischem Syndrom und der Verdacht auf eine Alkoholabhängigkeit die
Arbeitsfähigkeit des Versicherten beeinflussten. Keine Auswirkungen auf seine
Arbeitsfähigkeit habe der Senkfuss (rechts mehr als links) mit Varisation Calcaneus,
beginnendem Hallux und Spreizfuss. Der Versicherte leide unter Zerfahrenheit,
Konzentrationsschwäche, Schlaflosigkeit und Magen-Darm-Beschwerden. Die
Tätigkeit als Lehrer sei ihm allenfalls noch in einem reduzierten Pensum zumutbar. Seit
dem 10. August 2009 sei er zu 50 % arbeitsfähig.
A.e Gemäss dem Bericht der Klinik E._ vom 8. Mai 2009 (IV-act. 36) hatte der Ver
sicherte vom 16. März bis 24. April 2009 einen ambulanten Rehabilitationsaufenthalt
absolviert. Dr. med. E._, FA Psychiatrie und Psychotherapie, hatte eine An
passungsstörung mit Angst und Depression gemischt im Rahmen eines Burnout-
Syndroms diagnostiziert. Der Versicherte sei als Reallehrer seit Monaten massiv über
fordert gewesen und habe unter einem depressiven Morgentief, fehlendem Antrieb und
Motivation, Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen, innerer Unruhe, Aufgewühltheit,
innerem Zittern, massiven Schlafstörungen, fehlender Erholung und Lebensfreude,
Schwierigkeiten, sich zu entscheiden, Grübeln, Selbstkritik mit mangelndem
Selbstwertgefühl, Appetitlosigkeit, sozialem Rückzug und Schamgefühlen gelitten.
Nach zusammenfassend positivem Behandlungsverlauf habe der Versicherte am 24.
April 2009 aus der Rehabilitationsbehandlung entlassen werden können. Aktuell nehme
er ein Antidepressivum ein. Der Versicherte sei bis 3. Juli 2009 zu 100 % arbeitsunfähig
gewesen. Nach den Schulferien sollte er in seinem 80 %-Pensum zu 100 %
arbeitsfähig sein.
A.f Dr. D._ attestierte dem Versicherten am 23. November 2009 weiterhin eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 % (IV-act. 41 S. 8). Am 29. Dezember 2009 verfügte das
Bildungsdepartement des Kantons St. Gallen, dass das Dienstverhältnis zwischen dem
Versicherten und der Schule B._ aus gesundheitlichen Gründen per 31. Dezember
2009 zu 40 % aufgelöst werde (IV-act. 41 S. 1 f.). Am 12. Januar 2010 teilte die IV-
Stelle dem Versicherten mit, dass aufgrund seines Gesundheitszustandes zurzeit keine
beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 38).
A.g Der Versicherte wurde am 25. März 2010 vom RAD-Arzt Dr. med. G._, Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie, untersucht (IV-act. 52 und 54). Es sollte geklärt
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werden, ob beim Versicherten eine Alkoholproblematik vorliege, nachdem dieser der
Aufbietung durch den Hausarzt zur Blutabnahme nicht nachgekommen war. Der
Versicherte gab anlässlich der Untersuchung an, dass er jeweils morgens von Montag
bis Freitag unterrichte (50 %). Nachmittags sei er müde und lege sich zwei bis drei
Stunden hin. Das frühere Pensum traue er sich nicht mehr zu. Dr. G._ befand, dass
vom Aspekt her keine Zeichen für aktiven Substanzgebrauch (Alkohol) bestünden. Als
Diagnosen gab Dr. G._ eine depressive Episode, derzeit leichte Ausprägung, sowie
eine abgeklungene Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (Geldverluste infolge
der Wirtschafts- und Finanzkrise zu Jahresbeginn 2009) an. Von der körperlichen
Verfassung her lägen auf den ersten Blick keine Leistungseinschränkungen vor. Die
perforierenden Dickdarmdivertikel mit Dickdarmteilresektion hätten keine
invalidisierenden Folgen hinterlassen. Die Depression schränke die Arbeitsfähigkeit des
Versicherten in der Tätigkeit als Reallehrer zu 20 bis allenfalls 30 % ein, da diese
Tätigkeit eine erhöhte Konzentrationsfähigkeit, Konzentrationsbelastbarkeit wie auch
Aufmerksamkeit voraussetze. Der Gesundheitszustand sei noch nicht ganz stabil. Nach
Rücksprache mit der IV-Stelle erklärte der RAD, dass der Versicherte bei voller
Leistung zu 80 % arbeitsfähig sei bzw. dass bei einem Arbeitspensum von 100 % eine
Leistungsverminderung von 20 % bestehe (IV-act. 55).
A.h Im August/September 2010 reichte die Psychiatrische Klinik H._ den
einverlangten Austrittsbericht vom 13. Januar 2009 ein (IV-act. 58 und 61). Gemäss
diesem Bericht war der Versicherte wegen einer depressiven Episode mit latenten
Suizidgedanken vom 5. bis am 13. Januar 2009 in der Psychiatrischen Klinik H._
hospitalisiert gewesen (IV-act. 61). Die behandelnden Ärzte hatten die folgenden
Diagnosen angegeben: Rezidivierende mittelgradige depressive Episode mit
somatischem Syndrom und Verdacht auf ein Alkoholabhängigkeitssyndrom. Am 13.
Januar 2009 habe der Versicherte in gebessertem Zustand in die weitere hausärztliche
Betreuung entlassen werden können. Beim Austritt seien die Auffassung und die
Konzentration noch leicht beeinträchtigt gewesen und er habe mittelgradige
Gedächtnisstörungen gehabt. Im Affekt habe er nach unten ausgelenkt gewirkt, sei
affektarm, affektstarr und leicht ratlos gewesen. Sein Antrieb sei noch leicht vermindert
gewesen.
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A.i Am 29. Oktober 2010 fand ein Gespräch zwischen der Eingliederungsverantwort
lichen und dem Versicherten statt (IV-act. 65). Dieser gab an, dass ihn die ganze
Situation mit dem Darm etc. "so müde mache" und er viele Male am Tag auf die
Toilette gehen müsse. Er habe ein Burnout gehabt, weil ihm einfach alles ‒ die Schüler,
der ganze Stress ‒ zu viel geworden sei. Er könne sich nicht mehr vorstellen, mehr als
50 % zu arbeiten und beanspruche deshalb eine halbe IV-Rente. Er wolle keine
Unterstützung bei der Arbeitsvermittlung, sondern nur eine Rentenprüfung. Am 27.
Januar 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass die Arbeitsvermittlung
abgeschlossen werde, da berufliche Massnahmen nicht erfolgsversprechend seien (IV-
act. 69).
A.j Dr. G._ vom RAD erklärte am 2. März 2011 (IV-act. 71), dass der Versicherte als
Lehrer von Januar bis August 2009 zu 100 %, ab August 2009 bis am 25. März 2010
(RAD-Untersuchung) zu 50 % und ab dann zu 20 % arbeitsunfähig gewesen sei.
A.k Am 10. Mai 2011 berichtete Dr. D._, dass sich der Gesundheitszustand des
Versicherten verschlechtert habe (IV-act. 74). Seit dem 25. März 2011 sei er wegen
psychischer Überforderung mit deutlich somatischen Beschwerden (Schlaflosigkeit,
Zittern) zu 100 % arbeitsunfähig. Die Tätigkeit als C._ wie auch andere Tätigkeiten
seien ihm nicht mehr zumutbar. Dr. med. I._, Chefarzt der Klinik E._, berichtete am
30. Mai 2011 (IV-act. 75), dass der Gesundheitszustand stationär sei. Unter
Weiterführung der therapeutischen Massnahmen sei mit der intermittierenden Stabili
sierung des psychischen Zustandes auf niedrigem Niveau zu rechnen. Der Versicherte
leide unter einer reduzierten Konzentrationsfähigkeit, einer ausgeprägten reduzierten
Belastbarkeit, einer reduzierten Ausdauer und Antriebsstörungen. Die bisherige
Tätigkeit als Reallehrer wie auch andere Tätigkeiten seien ihm nicht mehr zumutbar. Dr.
D._ attestierte dem Versicherten am 8. August 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
% vom 8. August 2011 bis am 30. September 2011 (IV-act. 83 S. 39).
A.l Am 9. September 2011 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle von Dr.
med. J._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachtet (IV-act. 83). Der
Versicherte gab an, dass ihm der Mumps mit Hodenentzündung im Alter von 20 Jahren
sehr zugesetzt habe. Dies habe sicherlich seine depressive Verstimmung ausgelöst.
Vor vier Jahren habe es damit begonnen, dass er bei den Eröffnungsfeiern des neuen
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Schuljahres Schweissausbrüche gehabt habe. Er sei jeweils sehr nervös gewesen. Es
sei vermutlich die Angst vor dem Ungewissen und Neuen und die Angst, die
Erwartungen nicht erfüllen zu können, gewesen. Er sei überfordert gewesen. Nach der
stationären Behandlung in der Klinik H._ sei er nur dreimal im Ambulatorium in K._
zum Gespräch gewesen, da er gemerkt habe, dass es nicht reiche. Nach dem
Aufenthalt in der Klinik E._ sei es im März 2011 mit dem Unterricht wieder
einigermassen gegangen. Zuletzt habe er eine Kleinklasse unterrichtet, was zu Beginn
angenehm gewesen sei. Aber mit der Zeit seien die Schüler immer frecher geworden.
Er habe Mühe gehabt, sich durchzusetzen. Die Schüler von heute seien nicht mehr
vergleichbar mit früher. Der Schulleiter habe ihn bei einem Schulbesuch in diesem Jahr
gefragt, ob die Schüler ihn überhaupt ernst nähmen. Er habe den Eindruck gehabt,
dass der Schulleiter mit seinem Unterricht nicht zufrieden gewesen sei. Da er sowieso
schon angeschlagen gewesen sei, habe ihm dies "total den Bogen gegeben". Er habe
vielleicht im Unterricht zu wenig Neues eingebracht, sei im gleichen Trott verharrt und
zu wenig mit den Veränderungen mitgegangen. Auch habe er etwas Mühe mit dem
Computer gehabt; er sei viel zu spät eingestiegen. Die Schüler hätten dies natürlich
auch gemerkt. Das Ohnmachtsgefühl sei immer stärker geworden. Im März habe er
wieder Schlafstörungen und Schweissausbrüche gehabt, er habe keine Motivation
gehabt, Schule zu geben, und er habe gewisse Ängste gehabt. Die Schüler hätten
gemerkt, dass es ihm nicht gut gegangen sei, und dies ausgenutzt. Seit März 2011
gehe es ihm schon etwas besser, da der Stress der Schule weggefallen sei. In der
Klinik sei er seither nicht mehr gewesen. Im Moment sei er unruhig, habe
Schwankungen. Er denke, dass er nicht mehr werde unterrichten können. Er wüsste
nicht, was es anderes für ihn geben könnte. Er sei im 58. Lebensjahr, könne nicht
mehr, sei schnell ermüdbar. Wenn er wieder Schule geben würde, hätte er wieder die
gleichen Probleme. Die Gründe dafür seien fehlendes Durchsetzungsvermögen,
fehlende Sachkompetenz und fehlende innere Ruhe. Er habe Ängste, die Erwartungen
‒ auch der Eltern der Schüler ‒ nicht erfüllen zu können. Dr. J._ befand, dass die
depressive Symptomatik nur leicht sei, so dass allerhöchstens die Diagnose einer
leichten depressiven Episode gerechtfertigt sei. Die aktuell leichte depressive Episode
begründe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von höchstens 30 % bei jeder in
Frage kommenden Tätigkeit. Es sei davon auszugehen, dass seit dem Austritt aus der
Klinik H._ durchgehend eine diskrete bis leichte depressive Verstimmung bestanden
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habe. Die Weiterführung der therapeutischen Massnahmen sei sinnvoll, werde sich
aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr positiv auf die Arbeitsfähigkeit
auswirken. Es sei offensichtlich, dass es dem Versicherten ‒ wohl in erster Linie
aufgrund seines Alters ‒ schwergefallen sei, sich den gesellschaftlichen Umwälzungen
anzupassen. Dadurch seien zunehmend Probleme mit den Schülern aufgetreten. In der
Folge sei er an einem Burnout erkrankt. Diese reaktive depressive Verstimmung sei
Folge und nicht Ursache seiner zunehmenden Schwierigkeiten bei der Tätigkeit als
Lehrer. Nun, da er nicht mehr unterrichte, gehe es ihm auch gut. Aktuell könne keine
psychiatrische Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit mehr gestellt
werden. Es sehe danach aus, dass hier von den behandelnden Ärzten ein primär nicht
medizinisches Problem medizinialisiert worden sei. Der Versicherte selber begründe
seine Arbeitsunfähigkeit als Lehrer nicht in erster Linie mit medizinischen Gründen,
sondern eher mit psychosozialen Faktoren; diese vermöchten jedoch keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen. Die Klinik H._ habe die Diagnose
einer rezidivierenden depressiven Störung gestellt. Die Anamnese spreche nicht
wirklich für eine solche Diagnose. Es erstaune auch, dass eine eindeutige
Entzugssymptomatik beschrieben worden sei, man aber nur den Verdacht auf ein
Alkoholabhängigkeitssyndrom geäussert habe. Die Diagnose der Klinik E._
(Anpassungsstörung) sei gerechtfertigt gewesen. Nicht ganz nachvollziehbar sei,
weshalb mit dieser Diagnose und der beschriebenen deutlichen Verbesserung des
Zustandes eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis weit über das Ende des
Rehabilitationsaufenthaltes hinaus attestiert worden sei. Vor allem die Wendung "nach
den Schulferien sollte eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit bei einem 80 %-Pensum als
Reallehrer möglich sein" deute darauf hin, dass diese attestierte Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit nicht wirklich medizinisch-theoretisch begründet sei. Es sei unklar,
weshalb der Versicherte in der Folge nur zu 50 % als Lehrer gearbeitet habe respektive
weshalb ihm eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert worden sei. Auch die von Dr.
D._ am 10. Mai 2011 attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit sei nicht
nachvollziehbar. Es sei nicht klar, wie die genannten Symptome (Schlaflosigkeit,
Zittern) eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % begründen könnten. Die Situation sei durch
den Verlaufsbericht von Dr. I._ nicht wirklich klarer geworden. Wäre der
Gesundheitszustand seit der ambulanten Rehabilitation tatsächlich stabil gewesen,
liesse sich damit kaum eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 100 % begründen.
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Hinzu komme, dass Dr. I._ damals selber nicht wirklich von einer anhaltenden
Einschränkung der Arbeitsunfähigkeit ausgegangen sei, habe er doch eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nur bis Ende der Sommerferien attestiert.
Medizinisch-theoretisch seien diese widersprüchlichen Einschätzungen nicht
nachvollziehbar.
A.m RAD-Arzt Dr. L._ erklärte am 10. Oktober 2011 (IV-act. 84), dass auf die
psychiatrische Begutachtung mit einer Ausnahme vollständig abgestellt werden könne:
Die Begründung der Arbeitsunfähigkeit von 30 % als Lehrer sei
versicherungsmedizinisch nicht korrekt. Auf den Seiten 33 f. des Gutachtens habe Dr.
J._ ausgeführt, dass ein psychosoziales Problem für das depressive Leiden
ursächlich sei. IV-rechtlich sei es jedoch so, dass sobald eine psychiatrische Diagnose
nach ICD gestellt werden könne, die Ursache für dieses Leiden irrelevant sei. Der
Versicherte sei folglich seit dem 25. März 2011 als Lehrer zu 100 % arbeitsunfähig. In
einer adaptierten Tätigkeit sei er seit Mai 2011, sicher aber seit der Begutachtung im
September 2011, für Tätigkeiten ohne direkte Lehrtätigkeit mit Schülern und
Jugendlichen zu 30 % arbeitsunfähig.
B.
B.a Mit Vorbescheid vom 2. März 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
die Abweisung des Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-act. 89). Zur Begründung führte
sie an, dass es dem Versicherten aus medizinischer Sicht noch zumutbar sei, seine
Tätigkeit als Reallehrer zu 70 % auszuüben. Es seien hauptsächlich psychosoziale
Faktoren für die leichte depressive Episode verantwortlich (z.B. spätes Einsteigen in die
PC-Arbeit, zu wenig mit Veränderungen mitgegangen, fehlendes
Durchsetzungsvermögen). Psychosoziale Faktoren seien IV-rechtlich aber nicht
relevant und eine leichte depressive Verstimmung stelle kein schweres psychisches
Leiden dar, welches eine Invalidität begründen könnte.
B.b Gegen diesen Vorbescheid liess der Versicherte am 24. April 2012 einen Einwand
erheben (IV-act. 92 S. 1-14). Zur Begründung brachte sein Rechtsvertreter
zusammengefasst folgendes vor: Neben der Depression schränkten die Fussverletzung
(kein Turnunterricht, kein längeres Stehen während dem Unterricht, keine grösseren
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Wanderungen während Schulreisen) und die Darmproblematik den Versicherten
zusätzlich in seiner Tätigkeit als Lehrer ein. Seit der Dickdarmoperation müsse der
Versicherte mindestens 5 bis 8 Mal wegen Stuhlgang die Toilette aufsuchen. Unter
Stress leide er unter permanentem Durchfall. Dies führe zu entsprechender Ermüdung,
weshalb er sein Pensum als Reallehrer auf 80 % reduziert habe. Die häufigen
Toilettengänge während des Schulunterrichts hätten seine Autorität gegenüber den
Schülern untergraben. Unter Berücksichtigung aller Einschränkungen erscheine jede
Tätigkeit als unmöglich. Der Versicherte habe im Jahr 2009 ein Jahreseinkommen von
Fr. 124'318.80 erzielt. Wenn wider Erwarten von einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit
in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen werde, müsse berücksichtigt werden, dass
ein Lehrer aufgrund der spezialisierten Ausbildung generell in anderen Tätigkeiten nur
eine Hilfsarbeiterfunktion übernehmen könnte. Weiter verfüge der Versicherte nur über
sehr einfache Computerkenntnisse. Da er in einer adaptierten Tätigkeit wegen der
häufigen Toilettengänge sowie der Fussverletzung immer wieder umfangreiche Pausen
einlegen müsse, sei ein Leidensabzug von 25 % vorzunehmen. Für die Bemessung des
Invalideneinkommens sei auf die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik
(LSE) abzustellen. Demnach betrage das Jahreseinkommen eines Hilfsarbeiters Fr.
59'979.--. Aufgrund des Leidensabzugs von 25 % betrage das Jahreseinkommen noch
Fr. 45'000.--. Gehe man von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % aus, betrage das
Invalideneinkommen Fr. 22'500.--. Das Valideneinkommen betrage Fr. 155'000.-- (Fr.
124'318.-- = 80 %). Der IV-Grad betrage somit 85.5 %, was einer vollen Rente (richtig:
ganzen Rente) entspreche. Dr. J._ habe in seinem Gutachten keinerlei Bezug auf das
Anforderungsprofil eines Realschullehrers genommen. Ebenfalls sei falsch, dass die
reaktive depressive Stimmung Folge des fehlenden Durchsetzungsvermögens und der
allgemeinen Veränderungen im Lehrberuf sei. Sofern ein Lehrer gesund sei, lasse sich
als C._ eine Schulklasse ohne Weiteres ohne eingehende PC-Kenntnisse führen.
Sodann sei der Versicherte mit dem Verdacht auf Alkoholabusus zu Unrecht belastet
worden; er habe nie die Durchführung einer Urin- oder Blutprobe verweigert. Dr. J._
habe sich zum Autoritätsverlust aufgrund der rund fünfmaligen Toilettengänge am
Morgen nicht geäussert. Dem Einwand legte der Rechtsvertreter diverse Dokumente
bei (IV-act. 92 S. 15 ff.). Gemäss einem Schreiben des Amtes für Volksschule vom 26.
März 2012 hatte das Amt für Volksschule beabsichtigt, das Dienstverhältnis aus
gesundheitlichen Gründen per 24. März 2012 aufzulösen (IV-act. 92 S. 19). Am 19. April
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2012 berichtete Dr. med. M._, Facharzt Orthopädie, dass der Versicherte an einem
Zustand nach Valgusstressverletzung des Rückfusses 1998 mit möglicher Läsion der
Tibialis posticus-Sehne, einem Hallux valgus und beginnender Hallux rigidus rechts,
einer Spreizfussproblematik mit Überlänge des zweiten und dritten Metatarsale und
Balance-Störung der Zehen II und III leide (IV-act. 92 S. 20 f.). Aufgrund der relativ
kurzen Frist sei eine weitere Abklärung des Rückfusses über eine MRI-Untersuchung
nicht möglich gewesen. Der Versicherte sei möglicherweise aufgrund einer Verletzung
der Tibialis posticus-Sehne in seiner Tätigkeit als Reallehrer eingeschränkt. Wäre die
Tibialis posticus-Sehne verletzt, wäre er im Turnen/Sport allgemein und im allgemeinen
Unterricht bei längerem Stehen eingeschränkt. Es wäre eine Rekonstruktion, eventuell
eine Verstärkungsplastik der Sehne zu empfehlen. Auch die Vorfussveränderung
könnte operativ korrigiert werden. Der Schulleiter der Schule B._ berichtete am 18.
April 2012 (IV-act. 92 S. 22), dass der Versicherte während seiner 50 %-Tätigkeit die
Aufgaben eines Lehrers an der Oberstufe nicht mehr zu seiner und ihrer Zufriedenheit
habe erfüllen können. Er habe sich bei seinen Schülern immer weniger durchsetzen
können und sei von ihnen nicht mehr ernst genommen worden. Ideen für neue Impulse
und Projekte hätten in den letzten Jahren fast vollständig gefehlt. Die Regeln, an die
sich seine Schüler zu halten gehabt hätten, habe er selber nicht mehr einhalten können.
So habe er mehrmals während des Unterrichts die Toilette aufsuchen müssen, was bei
den Schülern für allgemeine Erheiterung und respektlose Äusserungen gesorgt habe.
Im Interesse aller Beteiligten könne er daher einen Einsatz des Versicherten als Lehrer
an der Oberstufe nicht mehr befürworten. Dr. med. O._, Facharzt für
Gastroenterologie und innere Medizin, berichtete am 4. April 2012 (IV-act. 92 S. 27 ff.),
dass der Versicherte an einem Diarrhoe-dominanten Reizdarmsyndrom und einem
Status nach anteriorer Sigmaresektion 2003 bei Divertikulitis leide. Endoskopisch habe
sich keine Ätiologie im unteren Intestinaltrakt gefunden. Histologisch hätten sich weder
für eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung noch für eine mikroskopische Kolitis
Anhaltspunkte ergeben. Somit liege eine funktionelle Störung im Sinne eines
Reizdarmsyndroms vor. Aus rein gastroenterologischer Sicht sollte bei einem freien
Zugang zu einer Toilette keine Reduktion der Arbeitsfähigkeit bestehen. In seinem
angestammten Beruf als Lehrer dürfte dies während der Unterrichtstätigkeit aber kaum
zu realisieren sein. Es müsse von einer maximalen Arbeitsunfähigkeit von 50 % als
Lehrer unter einer ausgebauten medikamentösen Therapie ausgegangen werden.
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Gemäss einem Arztzeugnis von Dr. D._ war der Versicherte vom 25. März 2011 bis
am 30. April 2012 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen (IV-act. 92 S. 34). Dr. I._
berichtete am 19. April 2012 (IV-act. 92 S. 35 f.), dass der Versicherte zurzeit an einer
mittelgradigen depressiven Störung leide. Er habe ihm bereits bei leichter depressiven
Symptomatik eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % als Lehrer attestiert, da die
Lehrtätigkeit mit höchsten Anforderungen an die Konzentration, Ausdauer, psychische
Belastbarkeit, geistige Flexibilität und sozialen Kompetenzen verbunden sei. Der
Versicherte leide depressiv bedingt unter anhaltend reduzierter psychischer
Belastbarkeit, reduzierter Ausdauer, Konzentrationsabfällen und reduzierter geistiger
Flexibilität in Drucksituationen. Es könne eine Stabilisierung auf mittlerem Niveau
erwartet werden. Eine Rückkehr in den Lehrerberuf sei dem Versicherten auch
aufgrund der vorprogrammierten Verstärkung der depressiven Symptomatik nicht mehr
zumutbar. Auch sei ein depressiver Lehrer den Schülern nicht zumutbar. Für
behinderungsangepasste Tätigkeiten bzw. Tätigkeiten ohne sehr hohe Anforderungen
an die Konzentration, die geistige Flexibilität, die Ausdauer und die sozialen
Kompetenzen könne dem Versicherten auch aus seiner Sicht eine Arbeitsunfähigkeit
von 30 % attestiert werden.
B.c Mit Verfügung vom 1. Juni 2012 eröffnete die IV-Stelle dem Versicherten, dass
sein Rentengesuch aus den im Vorbescheid angegebenen Gründen abgewiesen werde
(IV-act. 98). Zum Einwand hielt sie fest, dass der Auslöser der psychischen Störung
nichts an der Tatsache ändere, dass die diagnostizierte leichte depressive Störung
keine Invalidität begründe.
C.
C.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
9. Juli 2012 Beschwerde erheben (act. G 1). Er beantragte die Aufhebung der
Verfügung und die Zusprache einer ganzen IV-Rente ab dem 28. September 2009.
Weiter habe die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) den Anspruch auf
rechtliches Gehör verletzt; das vorliegende Verfahren sei deshalb vorab im Rahmen
eines einfachen Schriftenwechsels auf die Frage der Gehörsverletzung zu beschränken.
Eventualiter beantragte der Rechtsvertreter die Erstellung eines unabhängigen inter-/
polydisziplinären Gutachtens; subeventualiter sei die Streitsache zwecks Klärung des
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Umfanges der Erwerbsunfähigkeit sowie zwecks Durchführung weiterer medizinischer
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Neben den bereits im
Vorbescheidverfahren angebrachten Gründen machte der Rechtsvertreter geltend,
dass die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt nur ungenügend abgeklärt habe, indem
sie trotz der Fussverletzung und der Darmproblematik nur ein psychiatrisches
Gutachten in Auftrag gegeben habe. Sollten die Einschätzungen der Spezialärzte Dr.
O._ und Dr. M._ nicht wider Erwarten 1:1 übernommen werden, müsse daher ein
inter- bzw. polydisziplinäres Gutachten in Auftrag gegeben werden. Die
Beschwerdegegnerin gehe von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % in der angestammten
Tätigkeit als Lehrer aus, obwohl der RAD am 10. Oktober 2011 erklärt habe, dass der
Beschwerdeführer als Lehrer vollständig arbeitsunfähig sei. Obwohl die
Beschwerdegegnerin in einer adaptierten Tätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit von 30
% ausgegangen sei, habe sie keinen Einkommensvergleich vorgenommen. Die
Beschwerdegegnerin habe sich mit den im Vorbescheidverfahren neu eingereichten
medizinischen Berichten nicht auseinandergesetzt. Es liege somit eine
Rechtsverweigerung und ein Verstoss gegen Art. 6 EMRK (Recht auf ein faires
Verfahren) vor. Des Weiteren sei die Beschwerdegegnerin in der
Verfügungsbegründung in keiner Weise auf die umfangreichen Ausführungen im
Einwand eingegangen: Sie habe sich insbesondere nicht mit der Argumentation des
Beschwerdeführers, dass ein Einkommensvergleich vorgenommen werden müsse, und
mit dem geltend gemachten maximalen Leidensabzug auseinandergesetzt. Auch zu
den eingereichten Arztberichten und zum Einwand, dass der Beschwerdeführer allein
schon aus psychiatrischer Sicht bereits voll erwerbsunfähig sei, habe sie nicht Stellung
genommen. Mit dieser Vorgehensweise habe sie den Anspruch auf rechtliches Gehör
krass verletzt. Der Rechtsvertreter verwies zudem auf den Bericht des behandelnden
Arztes Dr. med. P._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, vom 6. Juli 2012 (act.
G 1.1/5). Dr. P._ hatte berichtet, dass sich der Beschwerdeführer seit dem 11. Januar
2012 bei ihm in seiner Spezialsprechstunde für Psychopharmakotherapie befinde und
mit Trazodon retard 150 mg/d (= Trittico®) behandelt werde. Unter dieser Therapie sei
es zu einer diskreten Verbesserung der depressiven Stimmung gekommen, allerdings
persistierten die kognitiven Dysfunktionen. Der Beschwerdeführer leide unter einer
massiven Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung. Die kognitiven Störungen
seien mit grosser Wahrscheinlichkeit im Sinne einer Pseudodemenz als depressive
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Symptome zu werten. Zusätzlich bestehe ein nicht unerheblicher Mangel an Belast
barkeit und Anpassungsfähigkeit. Der Beschwerdeführer zeige eine extreme
Gehemmtheit, Unsicherheit und emotionale Labilität. Aufgrund des ängstlichen
depressiven Syndroms, der kognitiven Störungen, der ängstlichen (vermeidenden)
Persönlichkeitszüge sowie des rezidivierenden, chronischen Verlaufs der depressiven
Störung sei kurz- bis mittelfristig nicht von einer auch nur teilweisen Arbeitsfähigkeit
auszugehen.
C.b Die Verfahrensleitung ignorierte den Antrag des Rechtsvertreters, das vorliegende
Beschwerdeverfahren sei vorab im Rahmen eines einfachen Schriftenwechsels auf die
Frage der Gehörsverletzung zu beschränken; sie forderte die Beschwerdegegnerin
direkt auf, die Beschwerdeantwort einzureichen (vgl. act. G 3).
C.c In der Beschwerdeantwort vom 24. August 2012 (act. G 4) erklärte die
Beschwerdegegnerin, je stärker psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren im
Einzelfall in den Vordergrund träten und das Beschwerdebild mitbestimmten, desto
ausgeprägter müsse eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von
Krankheitswert vorhanden sein (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a). Insofern seien die
Ausführungen des RAD-Arztes Dr. L._ in seiner Stellungnahme vom 10. Oktober
2011 nicht korrekt. Der Beschwerdeführer sei spät in die Arbeit mit dem PC
eingestiegen, immer im gleichen Trott verharrt, es fehle ihm die nötige Sachkompetenz,
es mangle ihm an Durchsetzungsvermögen und er sei zu wenig mit den Veränderungen
mitgegangen. Dies seien allesamt IV-fremde psychosoziale Faktoren, die im Hinblick
auf die Berentung ausser Acht zu lassen seien. Wähle jemand den falschen Beruf oder
bilde sich jemand nicht standesgemäss weiter, so habe nicht die IV für diesen
Fehlentscheid oder diese Unterlassung aufzukommen. Sodann stelle eine leichte
depressive Episode kein schweres Leiden dar, welches eine Invalidität im Rechtssinne
zu begründen vermöchte (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juni 2010,
9C_1040/2010). Es sei daher die Ansicht von Dr. J._, der Beschwerdeführer sei in
jeglicher Tätigkeit gleichermassen eingeschränkt, zu teilen. Aus IV-rechtlicher Sicht sei
entgegen den Ausführungen von Dr. J._ von einer vollen Arbeitsfähigkeit
auszugehen. In einem gewissen Sinne bestätige Dr. J._ die IV-rechtliche Sicht auf S.
33 des Gutachtens, wo er erklärt habe, dass die reaktive depressive Verstimmung
Folge und nicht Ursache der zunehmenden Schwierigkeiten des Beschwerdeführers
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bei seiner Lehrtätigkeit sei. Nun, da er nicht mehr unterrichte, gehe es ihm auch gut. Es
könne keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr
gestellt werden. Diese Ausführung stelle einen gewissen Widerspruch zu seiner
abschliessenden Arbeitsfähigkeitsschätzung dar. Daraus könne nur geschlossen
werden, dass selbst der Gutachter IV-fremde Aspekte in seiner
Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt habe. Selbst bei einer mittelgradigen
Depression käme man nicht zu einem anderen Schluss. Das erwähnte
Reizdarmsyndrom habe keinen Krankheitswert. Gemäss Dr. O._ bestehe bei einem
freien Zugang zu einer Toilette keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Dies müsse
entgegen seiner Ansicht auch ‒ oder gar erst recht ‒ für Lehrer gelten, da diese
mehrheitlich nach jeder Lektion Pausen einlegen oder gar das Schulzimmer für einen
Moment verlassen könnten, während die Schüler mit Selbststudium oder
Gruppenarbeiten beschäftigt würden. Autorität gewinne man im Schulzimmer nicht nur
durch physische Präsenz. Die mangelnde Autorität sei nicht durch das
Reizdarmsyndrom, sondern durch seine eigene Person bedingt und somit IV-fremd.
Insofern hätten die neu eingereichten Berichte auch nicht dem RAD zur Stellungnahme
unterbreitet werden müssen, da keine neuen medizinischen Aspekte mit Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit eingereicht worden seien. Aus diesem Grund sei auch kein inter-/
polydisziplinäres Gutachten anzuordnen. Im Übrigen seien Dr. L._ als
Allgemeinmediziner sowohl die geltend gemachte Darm- als auch die Fussproblematik
bewusst gewesen; diese seien an diversen Stellen thematisiert worden. Weitere
Abklärungen habe er nicht für angezeigt erachtet. Selbst wenn man von einer
Arbeitsunfähigkeit von 30 % ausgehen würde, bestünde kein Anspruch auf eine Rente.
Es sei hinlänglich bekannt, dass viele Lehrer aus ihrem erlernten Beruf ausstiegen, um
sich einer anderen (kaufmännischen oder gar akademischen) Tätigkeit zu widmen.
Üblicherweise werde ein gleich hohes oder höheres Salär erzielt, ansonsten der
Wechsel wohl nicht lohnenswert wäre. Folglich müsse auch nicht über einen
Leidensabzug und die Höhe der Vergleichseinkommen befunden werden. Die
Beschwerde erweise sich als unbegründet und sei daher abzuweisen.
C.d In der Replik vom 4. Oktober 2012 (act. G 7) machte der Rechtsvertreter geltend,
dass Dr. L._ seine Arbeitsfähigkeitsschätzung ohne das Wissen um die Darm- und
Fussproblematik abgegeben habe. Ansonsten hätte er die Arbeitsunfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit höher angesetzt. Dem Beschwerdeführer werde vorgeworfen,
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dass er spät in die Arbeit mit dem PC eingestiegen sei. Sofern dies überhaupt zutreffe,
sei es im vorliegenden Fall völlig irrelevant, weil der er nicht in Informatik unterrichtet
habe. Es treffe nicht zu, dass der Beschwerdeführer Dr. J._ erklärt habe, er sei immer
im gleichen Trott verharrt, es habe ihm die nötige Sachkompetenz gefehlt und er sei zu
wenig mit Veränderungen mitgegangen. Der Beschwerdeführer habe keine falsche
Berufswahl getroffen und habe sich immer ordnungsgemäss weitergebildet. Er werde
weiterhin von verschiedenen Ärzten behandelt und therapiert. Es stimme daher nicht,
dass es ihm wieder gut gehe, weil er nicht mehr unterrichte. Der mittelgradigen
Depression lägen somit keine IV-fremden Aspekte zugrunde. Die Behauptung, dass die
Autorität nicht nur durch physische Präsenz gewonnen werde, sei von rein
akademischer Natur. Der Beschwerdeführer sei 37 Jahre als Lehrer tätig gewesen und
habe somit grundsätzlich kein Autoritätsproblem gehabt. Die Autorität werde ‒ vor
allem in der Realschule und in Kleinklassen (jugendliches Alter, Bildungsstand) ‒ auch
durch die physische Präsenz gewonnen. Es werde bestritten, es sei hinlänglich
bekannt, dass viele Lehrer aus ihrem erlernten Beruf ausstiegen und sich einer
anderen, gleich gut oder besser bezahlten Tätigkeit widmeten. Dr. P._ hatte am 3.
Oktober 2012 (act. G 7.1/9) über den aktuellen Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers berichtet. Sodann lagen der Replik Atteste von Dr. D._ bei (act. G
7.1/10), gemäss welchen der Beschwerdeführer vom 1. Mai 2012 bis am
30. September 2012 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen war.
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 9).
C.f Am 17. Juli 2013 reichte der Rechtsvertreter eine Kostennote über den Betrag von
Fr. 5'054.40 (inklusiv Barauslagen und Mehrwertsteuer) ein (act. G 10). Dr. P._
berichtete am 5. Dezember 2013 über die Entwicklung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers im Anschluss an den Bericht vom 3. Oktober 2012 (act. G 11.1.1).
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme zu diesem Bericht (vgl.
act. G 12).

Considerations:
Erwägungen:
1.
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1.1 Der Rechtsvertreter hat geltend gemacht, dass die Beschwerdegegnerin die Be
gründungspflicht und damit den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches
Gehör verletzt habe. Zum einen habe sie sich nicht mit den zusammen mit dem
Einwand eingereichten Berichten von Dr. M._ und von Dr. O._ auseinandergesetzt.
Zum anderen sei die Beschwerdegegnerin in keiner Weise auf die umfangreichen
Ausführungen im Einwand eingegangen, habe insbesondere keinen
Einkommensvergleich vorgenommen und nicht zur fachärztlichen Einschätzung, dass
der Beschwerdeführer allein schon aus psychiatrischer Sicht voll erwerbsunfähig sei,
Stellung genommen.
1.2 Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 Satz 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung soll die Begründungspflicht zum einen verhindern, dass sich die
Verwaltungsbehörde von unsachlichen Motiven leiten lässt. Zum anderen soll sie es der
betroffenen Person ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht
anzufechten. In der Entscheidbegründung müssen wenigstens kurz die Überlegungen
genannt werden, von denen sich die Verwaltungsbehörde hat leiten lassen und auf
welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich
ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand
auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid
wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 124 V 180 E. 1a, mit Hinweisen).
1.3 Der Verfügungsbegründung kann zwar indirekt entnommen werden, dass die Be
schwerdegegnerin den im Einwand geltend gemachten somatischen Beschwerden
keine invalidisierende Wirkung beigemessen hat. Aber die Beschwerdegegnerin hat
darin nicht näher erläutert, weshalb die von Dr. M._ und von Dr. O._ attestierten
Arbeitsunfähigkeiten sie nicht überzeugt haben. Dr. O._ hat dem Beschwerdeführer
in seiner angestammten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert. Die
Frage, ob der Beschwerdeführer aufgrund des Diarrhoe-dominanten Reizdarmsyndrom
arbeitsunfähig ist, ist somit entscheidwesentlich: Würde auf das
Arbeitsunfähigkeitsattest von Dr. O._ abgestellt, hätte der Beschwerdeführer zu
mindest Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen. Indem die
Beschwerdegegnerin nicht begründet hat, weshalb auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung
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von Dr. O._ nicht abgestellt werden kann, hat sie ihre Begründungspflicht nach Art.
49 Abs. 3 Satz 2 ATSG verletzt. Der Rechtsvertreter hat in der Beschwerdeschrift eine
Verletzung der Begründungspflicht geltend gemacht und damit sinngemäss eine
Aufhebung der Verfügung aus formellen Gründen verlangt. Sein Begehren, es sei vorab
ein Schriftenwechsel zur Frage der Verletzung des rechtlichen Gehörs durchzuführen,
hat die Verfahrensleitung ignoriert. Aus dem Umstand, dass der Rechtsvertreter in der
Replik nicht mehr auf die geltend gemachte Verletzung der Begründungspflicht
eingegangen ist, muss geschlossen werden, dass er an seinem Antrag, die Verfügung
sei aus formellen Gründen aufzuheben, nicht mehr hat festhalten wollen. Dies bedeutet,
dass das Gericht die Verletzung der Begründungspflicht ignorieren und in der Sache
materiell entscheiden muss.
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung einen Anspruch
des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente verneint. Streitgegenstand des
vorliegenden Verfahrens ist somit, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine
Invalidenrente hat oder nicht. Allerdings gilt im Leistungsbereich der
Invalidenversicherung der Grundsatz "Eingliederung vor Rente". Dies bedeutet, dass
eine Selbsteingliederung bzw. eine durch eine Sozialversicherung übernommene
Eingliederung zu erfolgen hat, bevor eine Rente beansprucht werden kann (Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, N 47 der Vorbemerkungen; Art. 28 Abs. 1
lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Sollte das
Gericht nachfolgend zur Überzeugung gelangen, dass der Beschwerdeführer in seiner
angestammten Tätigkeit als Lehrer teilweise oder vollständig arbeitsunfähig sei, wäre
die Sache daher zur Abklärung bzw. Durchführung der beruflichen
Eingliederungsmassnahmen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
2.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder ver
bessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8
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Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der
Invaliditätsgrad grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei
wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
3.
3.1 In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere die Berichte des Hausarztes
Dr. D._ vom 2. November 2009 und vom 10. Mai 2011, die Austrittsberichte der
Psychiatrischen Klinik H._ und der Klinik E._, der Abklärungsbericht des RAD-
Psychiaters Dr. G._, die Berichte des Psychiaters Dr. I._ (Chefarzt Klinik E._) vom
30. Mai 2011 und vom 19. April 2012, das Gutachten des Psychiaters Dr. J._, der
Bericht des Psychiaters Dr. P._ vom 6. Juli 2012, der Bericht des Gastroenterologen
Dr. O._ sowie der Bericht des Orthopäden Dr. M._ vor. Für die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit ist auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zum Zeitpunkt
des Verfügungserlasses abzustellen. Die Verfügung datiert vom 1. Juni 2012. Die
Berichte des behandelnden Psychiaters Dr. P._ vom 3. Oktober 2012 und vom 5.
Dezember 2013 umschreiben den psychischen Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers nach Verfügungserlass und sind für die Beurteilung der Invalidität
im vorliegenden Verfahren somit nicht relevant.
3.2 Die Psychiatrische Klinik H._ hat im Januar 2009 einen Verdacht auf ein Alkohol
abhängigkeitssyndrom diagnostiziert. Dr. G._ hat bei der Untersuchung im März
2010 jedoch keine Zeichen für einen aktiven Alkoholgebrauch finden können. Auch
Dr. J._ und die behandelnden Psychiater haben den Verdacht nicht bestätigen
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können. Es ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer nicht an einer Alkoholabhängigkeit leidet, die Einfluss auf seine
Arbeitsfähigkeit hat.
3.3 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat geltend gemacht, dass die Be
schwerdegegnerin gegen den Untersuchungsgrundsatz nach Art. 43 Abs. 1 ATSG
verstossen hat, indem sie die geltend gemachten Fussbeschwerden nicht gutachterlich
abgeklärt hat. Der Beschwerdeführer sei aufgrund der Fussverletzung in seiner
Tätigkeit als Lehrer eingeschränkt, da er stehenden Frontalunterricht wenn möglich
vermeiden müsse, den Turnunterricht nicht mehr aktiv leiten könne und bei Schulreisen
keine grösseren Wanderungen einplanen könne. Da der Beschwerdeführer in den
letzten vier Jahren Mathematik, Geographie und Geschichte unterrichtet und sich für
die Fachrichtung Mathematik entschieden hat (IV-act. 83 S. 20), ist das Argument, dass
er den Turnunterricht aufgrund der Fussbeschwerden nicht mehr aktiv leiten könne,
nicht stichhaltig. Auch das Vorbringen, der Beschwerdeführer könne bei Schulreisen
keine grösseren Wanderungen mehr einplanen, geht fehl: Einerseits gehören
Schulreisen nicht zu den regelmässigen Tätigkeiten eines Lehrers, sondern finden ca.
ein- bis zweimal jährlich statt. Andererseits geniessen Lehrer bei deren Planung
gewisse organisatorische Freiheiten. Es ist dem Beschwerdeführer daher ohne
Weiteres möglich, auf Schulreisen auf grössere Wanderungen zu verzichten, ohne dass
deren Qualität oder seine Stellung gegenüber den Schülerinnen und Schülern darunter
zu leiden hätten. Somit bleibt noch das Argument zu prüfen, dass der
Beschwerdeführer stehenden Frontalunterricht wegen den Fussbeschwerden wenn
möglich vermeiden müsse. Der Orthopäde Dr. M._ ist zum Schluss gekommen, dass
der Beschwerdeführer bei einer Läsion der Tibialis posticus-Sehne bei längerem
Stehen eingeschränkt wäre. Ob eine solche Sehnenverletzung vorliege, könnte mittels
eines MRI nachgewiesen werden. Die Sehne könnte allerdings operativ rekonstruiert
werden. Der Beschwerdeführer führt die Fussbeschwerden auf ein Unfallereignis im
Jahr 1999 zurück. Es ist daher davon auszugehen, dass er sich die allfällige
Sehnenverletzung zu diesem Zeitpunkt zugezogen hätte. Zwischen dem Unfall und der
IV-Anmeldung liegen somit zehn Jahre, während denen der Beschwerdeführer ‒ trotz
der möglicherweise bestehenden Sehnenverletzung ‒ als Lehrer tätig gewesen ist.
Auch sein Hausarzt hat erklärt, dass die Fussbeschwerden keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit hätten. Hinzu kommt, dass er auch während des Unterrichts kurze
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Entlastungspausen einplanen kann (z.B. während des Selbststudiums, während
Gruppenarbeiten, durch entlastendes Abstützen auf dem Lehrerpult oder durch
Hinsetzen auf das Lehrerpult, was bekanntlich viele Lehrer zwischendurch machen).
Auch die regelmässigen Pausen dienen der Entlastung des Fusses. Schliesslich geht
aus den Aussagen des Beschwerdeführers gegenüber der IV-Stelle und den Ärzten
deutlich hervor, dass er sich nicht wegen der Fussbeschwerden, sondern wegen der
depressiven Symptomatik und des Reizdarmsyndroms als im Lehrberuf nicht mehr
arbeitsfähig fühlt. Die Beschwerdegegnerin hat es somit zu Recht unterlassen, den
rechten Fuss gutachterlich abklären zu lassen. Daher ist mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Fussschmerzen den
Beschwerdeführer in seiner Tätigkeit als Lehrer nicht in relevanter Weise einschränken.
3.4 Der Rechtsvertreter hat weiter vorgebracht, dass der Beschwerdeführer aufgrund
der häufigen Toilettengänge ‒ insbesondere auch während des Unterrichts ‒ in seiner
Tätigkeit als Lehrer eingeschränkt sei. Die häufigen Toilettengänge hätten seine
Autorität gegenüber den Schülern untergraben. Dr. O._ hat keine organischen
Ursachen für die häufig auftretende Diarrhoe finden können und deshalb ein Diarrhoe-
dominantes Reizdarmsyndrom diagnostiziert. Er hat weiter angegeben, dass der
Beschwerdeführer aus rein gastroenterologischer Sicht bei einem freien Zugang zur
Toilette voll arbeitsfähig sei. In der Tätigkeit als Lehrer sei er unter einer ausgebauten
medikamentösen Therapie maximal 50 % arbeitsfähig. Die Beschwerdegegnerin ist
demgegenüber zum Schluss gekommen, dass der Beschwerdeführer als Lehrer einen
freien Zugang zur Toilette habe, da er mehrheitlich nach jeder Lektion Pausen einlegen
und das Schulzimmer auch während des Unterrichts einen Moment verlassen könne.
Autorität gewinne man im Schulzimmer nicht nur durch physische Präsenz. Bei
Diarrhoe äussert sich der Drang, die Toilette aufsuchen zu müssen, spontan. Die
Argumentation der Beschwerdegegnerin, dass aufgrund der regelmässigen Pausen ein
freier Zugang zur Toilette gewährleistet sei, ist daher nicht stichhaltig. Zu klären bleibt,
ob eine Lehrperson einer Realklasse auch während des Unterrichts einen freien Zugang
zur Toilette hat. Schüler der Realschule befinden sich in der Adoleszenz, d.h. in einem
emotionalen, moralischen und intellektuellen Entwicklungsprozess, in dem sie auch ihre
Grenzen austesten. Eine gesunde Autorität der Lehrperson gegenüber den
Jugendlichen ist für einen funktionierenden Unterricht daher zentral. Während des
Unterrichts besteht für die Lehrpersonen grundsätzlich eine Präsenzpflicht. Unterbricht
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eine Lehrperson den Schulunterricht regelmässig, indem sie das Klassenzimmer
verlässt, sorgt dies bei den Schülern für Aufsehen und Unruhe, da sie nicht mehr
beaufsichtigt sind. Verschärft wird die Situation im vorliegenden Fall durch den Grund
der Abwesenheit: Diarrhoe wird als etwas "Ekliges" empfunden und löst beim
Betroffenen häufig ein Schamgefühl aus. Es wäre realitätsfremd, anzunehmen, dass
der (wahre) Grund für die häufigen, spontanen Abwesenheiten geheim gehalten werden
kann. Einerseits machen häufige Abwesenheiten der Lehrperson die Schüler neugierig,
andererseits ist nicht ersichtlich, wie eine regelmässige spontane Unterbrechung des
Schulunterrichts anders zu rechtfertigen wäre. Es ist daher gut nachvollziehbar, dass
regelmässige Toilettengänge zu einem Autoritätsverlust der Lehrperson gegenüber den
Schülern führen. Haben die Schüler den Respekt und die Achtung vor der Lehrperson
verloren, ist der regelgerechte Unterricht nicht mehr gewährleistet. Dass es sich im
vorliegenden Fall genau so verhalten hat, bestätigt die Aussage der Arbeitgeberin,
wonach die Toilettengänge während des Schulunterrichts bei den Schülern für
allgemeine Erheiterung und respektlose Äusserungen gesorgt hätten. Daneben ist auch
zu berücksichtigen, dass eine Lehrperson während Prüfungssituationen oder während
Referaten der Schüler physisch stets präsent sein muss. Aus dem Gesagten lässt sich
schliessen, dass ein Realschullehrer während des Unterrichts keinen freien Zugang zur
Toilette hat und der Beschwerdeführer daher durch das Reizdarmsyndrom in seiner
Tätigkeit als Lehrer eingeschränkt ist. Die Einschätzung von Dr. O._, dass der
Beschwerdeführer als Reallehrer zu 50 % eingeschränkt sei, erscheint plausibel. Es ist
somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer aus allein gastroenterologischer Sicht in seiner angestammten
Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig ist.
3.5 Der Rechtsvertreter hat weiter geltend gemacht, dass der Beschwerdeführer
aufgrund seiner psychischen Probleme im angestammten Beruf als Lehrer wie auch in
allen anderen Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig sei. Die Beschwerdegegnerin geht
dagegen von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit im Lehrberuf aus, da die Arbeitsun
fähigkeit durch psychosoziale Faktoren (z.B. spätes Einsteigen in die PC-Arbeit, zu
wenig mit Veränderungen mitgegangen, fehlendes Durchsetzungsvermögen) ausgelöst
worden sei, die IV-rechtlich nicht relevant seien. Die Invalidenversicherung ist eine
finale Versicherung, das heisst, es wird nicht nach der Art und Genese eines
Gesundheitsschadens gefragt, welcher die Erwerbsunfähigkeit verursacht. Der
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Gesundheitszustand ist folglich immer gesamtheitlich zu betrachten. Selbst eine
Erwerbsunfähigkeit, deren psychogene krankhafte Grundlage (auch) durch eine
soziokulturelle Überforderung verursacht worden ist, fällt in den Geltungsbereich der
Invalidenversicherung, vorausgesetzt es handelt sich um ein verselbständigtes
psychisches Leiden. Eine rentenbegründende Invalidität kann damit nicht allein mit
dem Hinweis auf das Vorhandensein soziokultureller oder psychosozialer
Belastungsfaktoren verneint werden (Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2014,
8C_830/2013 E. 5.2.3; BGE 136 V 279 E. 3.2.1).
3.6 Als Erstes ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer an einer verselbständigten psy
chischen Erkrankung leidet. Die Psychiatrische Klinik H._ hat im Januar 2009 eine
rezidivierende mittelgradige depressive Episode (F33.11) diagnostiziert, während die
Klinik E._ im Mai 2009 nur eine Anpassungsstörung mit Angst und Depression ge
mischt im Rahmen eines Burnout-Syndroms (F43.22) festgestellt hat. Dr. G._ ist im
März 2010 von einer leichten Depression ausgegangen (F33.0). Im Mai 2011 hat Dr.
I._ den Zustand des Beschwerdeführers als stationär bezeichnet (F33.22). Im April
2012 hat Dr. I._ berichtet, dass der Beschwerdeführer aktuell an einer rezidivierenden
mittelgradigen depressiven Störung leide (F33.11). Der Gutachter Dr. J._ hat im
September 2012 erklärt, dass die Anamnese nicht für die von der Psychiatrischen
Klinik H._ diagnostizierte rezidivierende depressive Störung spreche, die Diagnose
der Klinik E._ aber gerechtfertigt gewesen sei. Es sei davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer seit Januar 2009 an einer leichten depressiven Störung (F33.0)
gelitten habe. Diese Aussagen des Gutachters sind schlüssig und decken sich im
Ergebnis mit den medizinischen Beurteilungen der behandelnden Ärzte und von Dr.
G._. Es ist daher davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ab Januar 2009 an
einer depressiven Störung gelitten hat. Wie Dr. L._ in seiner Stellungnahme vom 10.
Oktober 2011 richtig aufgezeigt hat, ist die Ursache eines psychischen Leidens
irrelevant, sobald eine psychiatrische Diagnose nach ICD (International Classification of
Diseases) gestellt werden kann. Da es sich bei der leichten depressiven Störung um
eine Diagnose nach ICD handelt, ist diese als verselbständigter psychischer
Gesundheitsschaden zu qualifizieren. Ob die Ursache der depressiven Störung in
psychosozialen Faktoren zu finden ist, spielt ‒ entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin ‒ für die Frage, ob ein invalidisierender Gesundheitsschaden
vorliegt, somit keine Rolle. Diese Frage kann daher offen gelassen werden.
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3.7 Als Nächstes ist zu prüfen, ob die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden
Ärzte bzw. Gutachter überzeugen. Dr. F._ von der Klinik E._ hat die Arbeits
unfähigkeit des Beschwerdeführers im Mai 2009 von Januar bis Juli 2009 auf 100 %
geschätzt. Als Gründe gab er u.a. ein depressives Morgentief, fehlenden Antrieb und
Motivation, Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen, innere Unruhe, Aufgewühltheit,
inneres Zittern, massive Schlafstörungen und sozialen Rückzug an. Im April 2012 hat
Dr. I._, ebenfalls von der Klinik E._, erklärt, dass der Beschwerdeführer als Lehrer
zu 100 % arbeitsunfähig sei, auch wenn er nur an einer leichten Depression leide. Er
hat seine Arbeitsfähigkeitsschätzung damit begründet, dass die Lehrtätigkeit mit
höchsten Anforderungen an die Konzentration, Ausdauer, psychische Belastbarkeit,
geistige Flexibilität und an die sozialen Kompetenzen verbunden sei. Die anhaltend
reduzierte psychische Belastbarkeit, die reduzierte Ausdauer, die Konzentrationsabfälle
und die reduzierte geistlicher Flexibilität in Drucksituationen lasse sich mit dem
Lehrberuf nicht vereinbaren. Dr. P._ hat am 6. Juli 2012 berichtet, dass es seit
Behandlungsbeginn am 11. Januar 2012 zwar zu einer diskreten Verbesserung der
depressiven Stimmung gekommen sei, die kognitiven Dysfunktionen allerdings
persistierten. Der Beschwerdeführer leide nach wie vor unter einer massiven
Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung. Die kognitiven Störungen seien mit
grosser Wahrscheinlichkeit im Sinne einer Pseudodemenz als depressive Symptome zu
werten. Zusätzlich bestehe ein nicht unerheblicher Mangel an Belastbarkeit und
Anpassungsfähigkeit. Der Beschwerdeführer zeige eine extreme Gehemmtheit,
Unsicherheit und emotionale Labilität. Aufgrund des ängstlichen depressiven
Syndroms, der kognitiven Störungen, der ängstlichen (vermeidenden)
Persönlichkeitszüge sowie des rezidivierenden, chronischen Verlaufs der depressiven
Störung sei kurz- bis mittelfristig nicht von einer auch nur teilweisen Arbeitsfähigkeit
auszugehen. Dagegen hat Dr. G._ die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als
Lehrer im März 2010 für den Zeitraum Januar bis August 2009 auf 100 %, ab August
2009 bis Ende März 2010 auf 50 % und ab dann (bei einem Vollpensum) auf 20 %
geschätzt. Allerdings hat er den Gesundheitszustand als noch nicht ganz stabil
bezeichnet. Dr. J._ wiederum ist zum Schluss gekommen, dass der Be
schwerdeführer in jeder Tätigkeit, auch als Lehrer, seit Januar 2009 zu 30 % arbeits
unfähig sei. RAD-Arzt Dr. L._ hat in seiner Stellungnahme zum Gutachten von
Dr. J._ festgehalten, dass die Begründung der 30 %igen Arbeitsunfähigkeit als Lehrer
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versicherungsmedizinisch nicht korrekt sei. Sobald eine psychiatrische Diagnose
gestellt werden könne, sei die Ursache für das Leiden irrelevant. Der Beschwerdeführer
sei folglich seit dem 25. März 2011 als Lehrer zu 100 % arbeitsunfähig. In einer
adaptierten Tätigkeit sei er seit Mai 2011, sicher jedoch seit der Begutachtung im
September 2011, zu 30 % arbeitsunfähig.
3.8 Bei der Schätzung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person in ihrer ange
stammten Tätigkeit wird beurteilt, ob die versicherte Person die berufsspezifischen
Anforderungen ihrer bisherigen Tätigkeit trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigungen
noch ganz oder teilweise erfüllen kann. Bei psychischen Beeinträchtigungen ist zudem
zu prüfen, ob die versicherte Person in der Lage ist, die Arbeitsunfähigkeit mit einer
zumutbaren Willensanstrengung zu überwinden (siehe bspw. BGE 131 V 49 E. 1.2). Es
ist Dr. I._ zuzustimmen, dass die Lehrtätigkeit mit höchsten Anforderungen an die
Konzentration, Ausdauer, psychische Belastbarkeit, geistige Flexibilität und an die
sozialen Kompetenzen verbunden ist. Die Lehrperson stellt den Mittelpunkt einer
Schulklasse dar, auf die alle Augen gerichtet sind. Sie muss sich jeden Tag von Neuem
gegen eine Vielzahl von jugendlichen Schüler durchsetzen. Die Lehrperson muss sich
nicht nur Respekt und Autorität gegenüber den Schülern verschaffen, sondern auch
gedanklich stets präsent sein. Sie muss frei sprechen und Fragen prompt beantworten
können. Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer aufgrund der
depressiven Störung insbesondere unter Konzentrations- und Gedächtnisstörungen,
vermindertem Antrieb und einer reduzierten psychischen Belastbarkeit leidet. Aufgrund
der hohen Anforderungen des Lehrberufs an eben diese Eigenschaften muss die
Unterrichtstätigkeit für den Beschwerdeführer auch schon bei einer leichten
Ausprägung dieser Eigenschaften als nicht geeignet qualifiziert werden. Bezüglich der
Frage, ob die psychische Erkrankung unter Aufbringung der zumutbaren
Willensanstrengung überwunden werden kann, ist festzuhalten, dass jedermann
einleuchtet, dass zwar vielleicht ein verminderter Antrieb und eine verminderte
Motivation, nicht jedoch eine reduzierte psychische Belastbarkeit, Konzentrations- und
Gedächtnisstörungen willentlich überwindbar sind. Aus dem Gesagten lässt sich
schliessen, dass der Beschwerdeführer seit Ausbruch der leichten depressiven
Störung, d.h. seit Januar 2009, in seiner angestammten Tätigkeit als Lehrer zu 100 %
arbeitsunfähig ist. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer von August 2009
bis März 2011 zwischenzeitlich zu 50 % als Lehrer einer Kleinklasse (und nicht mehr als
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Klassenlehrer) tätig gewesen ist. Denn auch in dieser Funktion und mit reduziertem
Pensum war er mit der Lehrtätigkeit überfordert. Dies bestätigt der Bericht der Schule
B._ vom 18. April 2012. Der Schulleiter berichtete darin, dass der Beschwerdeführer
während der eineinhalb-jährigen 50 %-Anstellung die Aufgaben eines Lehrers an der
Oberstufe nicht mehr zu seiner und ihrer Zufriedenheit habe erfüllen können. Er habe
sich bei den Schülern immer weniger durchsetzen können und sei von ihnen deshalb
nicht mehr ernst genommen worden. Folglich ist mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit bewiesen, dass der Beschwerdeführer seit Januar
2009 in seiner angestammten Tätigkeit als Oberstufenlehrer zu 100 % arbeitsunfähig
ist.
3.9 Bleibt noch zu prüfen, ob der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit in
seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt wäre. Dr. J._ ist davon ausgegangen, dass der
Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit zu 30 % arbeitsunfähig ist. Dr. L._
hat diese Schätzung als nachvollziehbar erachtet und ergänzt, dass eine adaptierte
Tätigkeit eine Tätigkeit ohne direkte Lehrtätigkeit mit Schülern und Jugendlichen be
inhalten müsste. Auch Dr. I._ hat erklärt, dass der Beschwerdeführer in Tätigkeiten
ohne sehr hohe Anforderungen an die Konzentration, die geistige Flexibilität, die Aus
dauer und die sozialen Kompetenzen zu 30 % arbeitsunfähig sei. In einer adaptierten
Tätigkeit ist folglich von einer 30 %igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Gemäss
Dr. L._ ist der Beginn der 70 %igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auf
Mai 2011, spätestens aber auf den Zeitpunkt der Begutachtung im September 2011,
festzusetzen. Dr. J._ hat dagegen argumentiert, dass der Beschwerdeführer in einer
adaptierten Tätigkeit bereits seit dem Austritt aus der Klinik H._, d.h. seit Januar
2009, zu 70 % arbeitsfähig sei. Diese Einschätzung überzeugt nicht. Der
Beschwerdeführer hat nach dem Aufenthalt in der Psychiatrischen Klinik H._ bis im
August 2009 nicht mehr gearbeitet. Dennoch hat sich sein Gesundheitszustand
während dieser Zeit soweit verschlechtert, dass er sich im März/April 2009 in eine 40-
tägige intensive ambulante Tagesbehandlung begeben hat. Ende März 2011 hat der
Beschwerdeführer seine Tätigkeit als Reallehrer endgültig aufgegeben. Es liegt daher
nahe, dass es ihm zu diesem Zeitpunkt gesundheitlich wieder schlechter gegangen ist.
Dies bestätigt der Bericht von Dr. D._ vom Mai 2011, in welchem dieser eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit deutlichen psychosomatischen
Beschwerden (Schlaflosigkeit, Zittern) angegeben hat. Dr. I._ hat im selben Monat
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zwar berichtet, dass der Zustand des Beschwerdeführers stationär sei. Er hat jedoch
auch erklärt, dass ihm eine adaptierte Tätigkeit nicht zumutbar sei. Damit ist nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, ab wann der Beschwerdeführer in einer
adaptierten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig gewesen ist. Diese Frage wäre allenfalls im
Anschluss an die beruflichen Eingliederungsmassnahmen noch rechtsgenüglich
abzuklären.
3.10 Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit
als Reallehrer ab Januar 2009 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen ist. Da die
Beschwerdegegnerin eine invalidisierende Wirkung der Gesundheitsschäden verneint
hat, hat sie keine beruflichen Massnahmen geprüft und durchgeführt. Die Sache ist
daher zur Prüfung und Durchführung beruflicher Eingliederungsmassnahmen sowie zur
allfälligen Rentenprüfung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
4.
4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Aus
gang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer
zurückzuerstatten.
4.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungs
gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter hat eine Kostennote über den Betrag von Fr. 5'054.40 eingereicht. Aus
den eingereichten Unterlagen geht allerdings nicht hervor, wie sich das Honorar im
Detail zusammensetzt. In einem Fall mit mittlerem Aufwand und Schwierigkeitsgrad
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wird praxisgemäss eine Pauschalentschädigung von Fr. 3'500.-- ausgerichtet. Der
vorliegend zu beurteilende Fall war vom Aufwand und vom Schwierigkeitsgrad her nur
leicht überdurchschnittlich. Dies widerspiegelt sich u.a. in den relativ umfangreichen
Rechtschriften. Bei einem nur leicht überdurchschnittlichen Fall erscheint eine
Entschädigung von Fr. 4'000.-- als angemessen. Die vom Rechtsvertreter geltend
gemachte Entschädigung in der Höhe von Fr. 5'054.40 ist daher übersetzt. Die
Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer entsprechend mit Fr. 4'000.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht