Decision ID: 8ad0a3c4-40b8-4b1d-a1d0-6a648c79c70f
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren
1962
,
bezog vom
1.
Juni 2007 bis 3
1.
August 2010
bei einem Invaliditätsgrad von 58
%
eine halbe Rente
(Verfügung vom
9.
April 2008
,
Urk.
6/94)
und ab
1.
September 2010 bei einem Invaliditätsgrad von 70
%
eine ganze Rente (Verfügung vom 1
7.
November 2010,
Urk.
6/125; Mitteilungen vom 3
0.
Juli 2012 und 2
6.
November 2013;
Urk.
6/147,
Urk.
6/155) der Invalidenversicherung, als er sich am 2
9.
Juni 2020 (
Urk.
6/187) beziehungsweise am 1
1.
Juli 2020 (
Urk.
6/
190
)
bei der Invalidenversicherung
zum Bezug einer H
ilflosenentschädigung anmeldete.
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
führte
im Haushalt des Versicherten eine Abklärung an Ort und Stelle durch (Abklärungsbericht vom 1
2.
Oktober 2020;
Urk.
6/193)
, und verneinte
-
nach durchgeführtem Vor
bescheidverfahren (
Urk.
6/194,
Urk.
6/201,
Urk.
6/203 und
Urk.
6/205)
mit Ver
fügung vom 2
2.
März 2021 (
Urk.
6/208 = Urk. 2)
-
einen A
nspruch des Ver
sicherten auf eine Hilflosenentschädigung.
2.
2.1
Gegen die Verfügung vom
2
2.
März 2021
(
Urk. 2) erhob
der
Versicherte am
6.
April 2021
Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, diese sei
aufzuheben und
es
sei
ihm
eine Hilflosenentschädigung zuzusprechen
; eventuell seien weitere Ab
klärungen vorzunehmen und hernach über den Leistungsanspruch neu zu ent
scheiden; subeventuell sei die Sache zu ergänzender Sachverhaltsabklärung und erneuter Verfügung über den Leistungsanspruch an die IV-Stelle zurückzuweisen (S. 2)
.
Mit Beschwerdeantwort vom
1
2.
Mai 2021
(
Urk.
5
) beantragte die IV-Stell
e die Abweisung der Beschwerde
. Davon sowie von der Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes der Beschwerdegegnerin
(RAD)
vom 1
1.
Mai 2021 (
Urk.
7)
wurde dem Beschwerdeführer am 3
1.
Mai 2021 Kenntnis gegeben (
Urk.
8).
2.2
Mit Eingabe vom
8.
Juni 2021 (
Urk.
9)
ersuchte der Beschwerdeführer um die Gewährung einer Möglichkeit zu ergänzender Stellungnahme
, worauf mit Ver
fügung vom
9.
Juni 2021 (
Urk.
10) ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet wurde. Mit Replik vom
8.
Oktober 2021 (
Urk.
15) nahm der Beschwerdeführer zur Beschwerdeantwort vom 1
2.
Mai 2021 sowie zur Stellungnahme des RAD vom 1
1.
Mai 2021 Stellung und hielt im Übrigen an seinem beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren fest
. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 1
0.
November 2021 auf eine Duplik (
Urk.
17).
Mit Eingabe vom 2
6.
Oktober 2021 (
Urk.
19) reichte der Beschwerdeführer einen weiteren Arztbericht vom 1
8.
Oktober 2021 (
Urk.
20) ein, wovon der Beschwerdegegnerin am 2
9.
November 2021 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
21).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen Einspracheentscheids eingetretenen
Sachverhalt abstellt (BGE 144 V
210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 42 Abs. 1 IVG haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, An
spruch auf eine Hilflosenentschädigung. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für all
tägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG). Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art. 42 Abs. 3 Satz 1 IVG; Art. 38 IVV). Liegt ausschliesslich eine Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit vor, so gilt die Person nur als hilflos, wenn sie Anspruch auf eine Rente hat (Art. 42 Abs. 3 Satz 2 IVG). Praxisgemäss sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen mass
gebend (BGE 133 V 450 E. 7.2, 121 V 88 E. 3a, je mit Hinweisen):
-
Ankleiden, Auskleiden;
-
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
-
Essen;
-
Körperpflege;
-
Verrichtung der Notdurft;
-
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.
1.3
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts richtet sich der zeitliche Beginn des Anspruchs auf Hilflosenentschädigung nach Vollendung des ersten Lebensjahres entgegen dem wörtlich verstandenen Verweis in Art. 42 Abs. 4 IVG nicht nach Art. 29 Abs. 1 IVG. Vielmehr gelangt sinngemäss Art. 28 Abs. 1 IVG zu den Anspruchsvoraussetzung
en für eine Rente zur Anwendung.
Der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung entsteht demnach grundsätzlich nach dem Ablauf eines Wartejahres in sinngemässer Anwendung von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG
(BGE 144 V 361 E. 6.2).
1.4
Art. 37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss Abs. 3 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
a.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
c.
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf;
d.
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
e.
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV ange
wiesen ist.
1.5
Gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als mittelschwer, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
a.
in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf; oder
c.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist.
Nach der Rechtsprechung setzt Hilflosigkeit mittelschweren Grades nach Art. 37 Abs. 2 lit. a IVV eine Hilfsbedürftigkeit in mindestens vier alltäglichen Lebens
verrichtungen voraus (B
GE 121 V 88 E. 3b, 107 V 145 E.
2).
1.6
Gemäss
Art. 37 Abs.
1 IVV gilt die Hilflosigkeit als schwer, wenn die versicherte Person vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter ange
wiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen Überwachung bedarf.
1.7
Pflege und Überwachung beziehen sich nicht auf die alltäglichen Lebens
verrichtungen und sind deshalb von der indirekten Dritthilfe zu unterscheiden (ZAK 1984 S. 357 E. 2c). Es handelt sich vielmehr um eine Art medizinischer oder pflegerischer Hilfeleistung, die infolge des physischen, geistigen oder psychischen Zustandes der versicherten Person notwendig ist. Unter Pflege ist zum Beispiel die Notwendigkeit zu verstehen, täglich Medikamente zu verabreichen oder eine Bandage anzulegen. Die Notwendigkeit der persönlichen Überwachung ist beispielsweise dann gegeben, wenn die versicherte Person wegen geistiger Ab
senzen nicht während des ganzen Tages allein
gelassen werden darf (BGE 107 V
136 E. 1b mit Hinweis; ZAK 1990 S. 46 E. 2c; Urteil des Bundesgerichts I 431/05 vom 13. Oktober 2005 E. 1.3 mit Hinweisen).
1.8
Die benötigte Hilfe kann praxisgemäss nicht nur in direkter Dritthilfe, sondern auch bloss in Form einer Überwachung der versicherten Person bei Vornahme der relevanten Lebensverrichtungen bestehen, indem etwa die Drittperson sie auf
fordert, eine Lebensverrichtung vorzunehmen, die sie wegen ihres psychischen Zustandes ohne besondere Aufforderung nicht vornehmen würde
(sog. indirekte Dritthilfe; BGE
121 V 88 E. 3c, 107 V 145 E. 1c und 139 E. 1b, 1
05 V 38; 106 V 153, 105 V 52 E.
4a;
Urteil des Bundesgerichts I 296/05 vom 29
.
Dezember 2005 E. 2.2.2
mit Hinweis
en
).
1.9
Nach A
rt. 38 Abs.
1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktisch
er Begleitung im Sinne von Art. 42 Abs.
3 IVG vor, wenn eine volljährige versicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
a.
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
b.
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder
c.
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Ist lediglich die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer Hilflosigkeit gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine Viertelsrente
bestehen (Art. 38 Abs. 2 IVV).
Zu berücksichtigen ist nur diejenige lebens
praktische Begleitung, die regelmässig und im Zusammenhang mit den in Absatz 1 erwähnten Situ
ationen erforderlich ist. Nicht darunter fallen insbesondere
Ver
tretungs
- und Verwaltungstätigkeiten im Rahmen von Massnahmen des Erwachsenenschutzes nach den Artikeln 390-398 des Zivilgesetzbuches (Art. 38 Abs. 3 IVV). Als regelmässig im Sinne dieser Bestimmung gilt die lebens
praktische Begleitung, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durchschnitt mindestens zwei Stunden pro
Woche benötigt wird (BGE 146 V
322 E. 6.2 mit Hinweisen).
Die lebenspraktische Begleitung umfasst weder die (direkte oder indirekte) Dritt
hilfe bei den alltäglichen Lebensverrichtungen noch die dauernde Pflege oder persönliche Überwachung im Sinne von Art. 37 IVV. Vielmehr stellt sie ein zusätzliches und eigenständiges Institut dar. Lebenspraktische Begleitung ist nicht auf Menschen mit psychischen oder geistigen Behinderungen beschränkt; auch körperlich Behinderte können grundsätzlich lebenspraktische Begleitung beanspruchen. Die Notwendigkeit einer Dritthilfe ist objektiv nach dem Gesund
heitszustand der versicherten Person zu beurteilen. Abgesehen vom Aufenthalt in einem Heim ist die Umgebung, in welcher sie sich aufhält, grundsätzlich un
erheblich. Bei der lebenspraktischen Begleitung darf keine Rolle spielen, ob die versicherte Person allein lebt, zusammen mit dem Lebenspartner, mit Familien
mitgliedern oder in einer der heutzutage verbreiteten neuen Wohnformen. Mass
gebend ist einzig, ob die versicherte Person, wäre sie auf sich allein gestellt, erhebliche Dritthilfe in Form von Begleitung und Beratung benötigen würde. Von welcher Seite diese letztlich erbracht wird, ist ebenso bedeutungslos wie die Frage, ob sie kostenlos erfolgt oder nicht (BGE 146 V 322 E. 2.3, Urteil des Bundes
gerichts 9C_381/2020 vom 15. Februar 2021 E. 5.2.1, je mit Hinweisen).
1.10
Der Bedarf nach lebenspraktischer Begleitung allein gilt als leichte Hilflosigkeit (
Art.
42
Abs.
3 IVG,
Art.
37
Abs.
3 lit. e IVV). Ist eine Person auf lebenspraktische Begleitung angewiesen und damit nach dem Gesagten leicht hilflos, erhöht sich der Grad der Hilflosigkeit nur dann, wenn sie darüber hinaus in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen hilflos ist (
Art.
37
Abs.
2 lit. c IVV). Direkte oder indirekte Hilfestellungen Dritter, derer die versicherte Person bei mehreren Lebensverrichtungen bedarf, können grundsätzlich nur einmal berücksichtigt werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_839/2009 vom
4.
Juni 2010 E. 3.3). Dies gilt auch bei Überschneidungen im Bedarf an lebenspraktischer Begleitung einer
seits
und der Hilfsbedürftigkeit in den alltäglichen Lebensverrichtungen anderer
seits (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_691/2014 vom 1
1.
Dezember 2014 E. 4.2). Bei der Zuordnung einer Hilfeleistung zu einer bestimmten Lebensverrichtung hat eine funktional gesamtheitliche Betrachtungsweise Platz zu greifen (Urteile des Bundesgerichts
9C_381/2020 vom 1
5.
Februar 2021
E.
5.1.2
, 8C_184/2019 vom 2
2.
Juli 2019 E. 5.1 und 9C_839/2009 vom
4.
Juni 2010 E. 3.3).
1.11
Die Rechtsprechung hat
die vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) in den Verwaltungsweisungen vorgenommene Konkretisierung der Anwendungs
fälle der lebenspraktischen Begleitung
(
BGE 133 V 450
E. 9; Urteil des Bundes
gerichts 9C_537/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 2.3) und insbesondere die in
Rz
8048
KSIH
vorgenommene Abgrenzung
zwischen Hilflosenentschädigung
und lebenspraktischer Begleitung
als sachlich gerechtfertigt und damit als gesetzes- und verordnungskonform erachtet
(Urteil
e des Bundesgerichts
9C_639/2015 vom 14. Juni 2016 E. 2.2 und
9C_691/2014
vom 11. Dezember 2014 E. 4.2). Gemäss Rz 8048 KSIH darf, wenn zusätzlich zur lebenspraktischen Begleitung auch die Hilfe bei der Teilfunktion einer alltäglichen Lebensverrichtung benötigt wird (zum Beispiel die Hilfe bei der Pflege gesellschaftlicher Kontakte), die gleiche Hilfeleis
tung nur einmal – das heisst entweder als Hilfe bei der Teilfunktion der alltägli
chen Lebensverrichtung oder als lebenspraktische Begleitung – berücksichtigt werden.
1
.12
Gemäss Rz 8050 KSIH erweist sich die lebenspraktische Begleitung im Rahmen der Ermöglichung des selbstständigen Wohnens im Sinne von Art. 38 Abs. 1 lit. a IVV als notwendig, wenn der Alltag damit selbstständig bewältigt werden kann. Sie liegt vor, wenn die betroffene Person auf Hilfe bei mindestens einer der fol
genden Tätigkeiten angewiesen ist:
-
Hilfe bei der Tagesstrukturierung
-
Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagssituationen (zum Beispiel Fragen der Gesundheit, Ernährung und Hygiene und einfache administra
tive Tätigkeiten)
-
Haushaltsführung
Die erforderlichen Hilfeleistungen sind aber unter dem Gesichtspunkt einer Ver
wahrlosung zu evaluieren
, weshalb
geprüft werden
muss
, ob die
versicherte Per
son
ohne die entsprechende Hilfe in ein Heim eingewiesen werden müsste
. Ge
mäss der Rz
8050.3
KSIH muss die
Summe aller notwendigen Hilfeleistungen, unter Berücksichtigung der Schadenminderungspflicht, dazu führen, dass mit Ausbleiben der Dritthilfe-Unterstützung ein Heimeintritt
zwingendermassen die Folge wäre.
Sodann ist im Rahmen der lebenspraktischen Begleitung nach
Art.
38
Abs.
1 lit. a IVV die direkte und indirekte Dritthilfe zu berücksichtigen. Demnach kann die
Begleitperson die notwendigerweise anfallenden Tätigkeiten auch selber ausfüh
ren, wenn die versicherte Person dazu gesundheitsbedingt trotz Anleitung oder Überwachung/Kontrolle nicht in der Lage ist (BGE 133 V 450 E. 10.2; Urteile des Bundesgerichts 9C_537/2010 vom 1
0.
Dezember 2010 E. 2.3 und 9C_28/2008 vom 2
1.
Juli 2008 E.
2
.2).
1.13
Nach Rz 8051 KSIH muss sich bei ausserhäuslichen Verrichtungen im Sinne von Art. 38 Abs. 1 lit. b IVV die lebenspraktische Begleitung als notwendig erweisen, damit die versicherte Person in der Lage ist, das Haus für bestimmte notwendige Verrichtungen und Kontakte zu verlassen (Einkaufen, Freizeitaktivitäten, Kon
takte mit Amtsstellen oder
Medizinalpersonen
,
Coiffeurbesuch
und Ähnliches), wobei es sich um eine tatsächliche Begleitung handeln muss.
Gemäss Rz 8052 KSIH muss sich die lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art.
38
Abs.
1 lit. c IVV
als notwendig erweisen, um der Gefahr vorzubeugen, dass sich die versicherte Person dauernd von sozialen Kontakten isoliert und sich dadurch ihr Gesundheitszustand erheblich verschlechtert. Die rein hypothetische Gefahr einer Isolation von der Aussenwelt genügt nicht. Vielmehr müssen sich die Isolation und die damit verbundene Verschlechterung des Gesundheitszustan
des bei der versicherten Person bereits manifestiert haben. Die notwendige le
bens
praktische Begleitung besteht in beratenden Gesprächen und der Motiva
tion zur Kontaktaufnahme (zum Beispiel Mitnehmen zu Anlässen). Gemäss Rz 8052.2 ist, wenn eine
partnerschaftliche Beziehung
oder
e
in Arbeitsver
hältnis (auch in einer Werkstätte)
besteht,
oder
wenn
eine Tagesstruktur besucht
wird
, die Isola
tion nicht gegeben.
1.14
Bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Bemessung der Hilflosigkeit ist eine enge, sich ergänzende Zusammenarbeit zwischen Arzt und Verwaltung erforderlich. Ersterer hat anzugeben, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen
beziehungsweise
geistigen Funktionen durch das Leiden ein
geschränkt ist. Der Versicherungsträger kann an Ort und Stelle weitere Ab
klärungen vornehmen
(
BGE 133 V 450
E. 11.1.1).
Gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV kann die IV-Stelle zur Prüfung eines Leistungsanspruchs unter anderem Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen
(vgl. auch Rz 8131 ff. des Kreis
schreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der IV, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015).
Nach der Rechtsprechung hat ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit (Art. 9 ATSG) oder des Pflegebedarfs folgenden Anforderungen zu genügen: Als Berichterstatterin oder Berichterstatter wirkt eine qualifizierte Per
son, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen
und Hilfsbedürftigkeiten hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf all
tägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fach
personen nicht nur zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebens
verrichtungen sowie der tatbestandsmässigen Erfordernisse der dauernden Pflege und der persönlichen Überwachung und der lebenspraktischen Begleitung sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen An
gaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Ent
scheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehl
einschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fach
lich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (
BGE
133 V 450 E. 11.1.1, 130 V 61 E. 6.1 f.
). Diese Grundsätze gelten entsprechend auch für die Abklärung der Hilflosigkeit unter dem Gesichtspunkt der lebenspraktischen Begleitung (BGE 133 V 450 E. 11.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_464/2015 vom 14. September 2015 E. 4) sowie unter dem Aspekt des Intensivpflegezuschlags (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_
573/2018 vom 8. Januar 2019 E. 3.2
).
1.15
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
2
2.
März 2021
(Urk. 2) davon aus, dass
der
Beschwerdeführer
ausschliesslich im Bereich der Fortbewegung und der Pflege gesellschaftlicher Kontakte
für die Zeit ab September 2019
regelmässig und in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter an
gewiesen s
ei.
Beim An- und Auskleiden bestehe keine Einschränkung, weil der Beschwerde
führer in der Lage sei, sich selbst an- und auszukleiden. Im Rahmen der Schadenminderungspflicht
sei es ihm insbesondere
zuzumuten
,
als Hilfsmittel einen verlängerten Schuhlöffel
zu verwenden, um sich
beim Anziehen
der Schuhe
nicht
vornüberbeugen
zu müssen
.
Zudem sei es dem Beschwerdeführer zuzu
muten,
Schlüpfschuhe
und/
oder Schuhe mit Zip
- oder K
lettverschlüssen
zu tragen. Damit müsse er die
Schuhe nicht mehr binden.
Da der Beschwerdeführer
ohne Hilfe Dritter aufstehen, absitzen und abliege
n könne, bestehe
auch in diesem Bereich
keine Beeinträchtigung.
Obwohl der
Beschwerdeführer
beim Essen
funktionell in der Lage
sei
,
das Besteck koordiniert einzusetzen
, sei
er
a
uf
G
rund
von
Schluckschwierigkeiten
auf
flüssige Speisen
angewiesen.
Dieser
Umstand
begründe indes mangels Erheblichkeit
keine Hilflosigkeit
im Bereich des Essens.
Der Beschwerdeführer sei sodann
motorisch
in der Lage, die
Körperpflege
selbständig
auszuüben
.
Insbesondere sei ih
m
im
Rahmen der
ihm obliegenden
Schadenminderungspflicht zuzumuten,
beim Duschen ein
Badewannenbrett
und/oder
ein
en Duschhocker zu verwenden
,
um
sich
nicht stehend
d
uschen
zu müssen
.
Auch bei der
Verrichtung der Notdurft
sei der Beschwerdeführer
funktionell selbständig.
B
ei der Erledigung der finanziellen und administrativen Angelegenheiten
werde der
Beschwerdeführer
weder in
kognitive
r
noch in p
sychische
r Hinsicht beein
trächtigt.
Daran ändere auch
eine bestehende Einschränkung beim handschrift
lichen Schreiben auf Grund von Defiziten in den Händen
nichts
, weil es sich hierbei
nicht um eine alltägliche Lebensverrichtung handle
(S. 2).
Der Beschwerdeführer sei sodann nicht auf
eine
l
ebenspraktische Begleitung
an
gewiesen.
Obwohl der
Beschwerdeführer
bei der Wohnungspflege
und
d
er Kleiderwäsche auf
G
rund seiner
körperlichen Einschränkungen
im Umfang einer halben Stunde in der Woche auf Dritthilfe angewiesen
sei,
benötige er über keinerlei Unterstützung bei der Tages- und Wochenstrukturierung, der Organisation des Haushaltes, der Freizeit oder der Alltagsbewältigung.
Da ins
gesamt von einem zeitlichen
Mehraufwand
im Umfang
einer Stunde und 15 Minuten
auszu
gehen sei,
sei der Beschwerdeführer nicht auf
lebenspraktische Begleitung
im Umfang von mindestens z
wei Stunden in der W
oche angewiesen. Demzufolge sei ein Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Hilflosen
entschädigung zu verneinen (S. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte
hiegegen vor (Urk. 1), dass
er Dritthilfe bei der Zubereitung der Nahrung bedürfe. Insbesondere sei er auf Grund einer Schluck
störung auf breiige oder flüssige Nahrung angewiesen
. Er müsse die Nahrung vor dem Einnehmen daher pürieren. Zudem bestünden auch auf Grund eines Zittern
s
Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme (
Urk.
1 S. 3). Sodann leide er unter einer
dauernden Appetitlosigkeit. Er sei sodann auf Grund eines Schwindels und von
Dypuytren
-Kontrakturen im Bereich
d
er Hände beim An- und Auskleiden beeinträchtigt
. Beim Duschen sei er auf Grund einer körperlichen Schwäche und eines Drehschwindels stark sturzgefährdet (
Urk.
1 S. 4). Eine Beeinträchtigung bestehe auch bei administrativen Tätigkeiten
. Insbesondere werde er dabei
durch eine starke Lichtempfindlichkeit, durch Sehstörungen, welche zu einem Bild
schirmflimmern führten, und durch Dupuytren-Kontrakturen beim handschrift
lichen Schreiben beeinträchtigt, weshalb er einer lebenspraktischen Begleitung bedürfe (S. 5). Zudem könne
er
die erforderlichen ausserhäuslichen Ver
richtungen, wie Einkaufen, Behördengänge, Arztbesuche und Ähnliches ohne Begleitung durch eine Drittperson nicht wahrnehmen (
Urk.
1 S. 7).
3.
3.1
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Neurologie,
Z._
, Departement Medizin, stellte
in
seinem
Bericht vom 1
2.
Februar 2020 (
Urk.
6/186/
3
-6) die folgenden Diagnosen (S. 1 f.):
-
fortgeschrittene zerebrale
Leukenzephalopathie
im Stadium
Fazekas
3
-
Ätiologie: am Ehesten toxisch nach
Kokainabusus
und Polytoxiko
manie
-
Stand- und Gangunsicherheit
-
Ätiologie: multifaktoriell
,
bei
zerebrale
r
Leukenzephalopathie
und Polyneuropathie
-
axonale überwiegend sensible beinbetonte Polyneuropathie und Verdacht auf metabolische Myelopathie
-
Ätiologie: metabolisch bei aktivem Vitamin B12-Mangel und toxisch bei Alkoholabusus
-
Polytoxikomanie mit/bei:
-
persistierendem Alkoholabusus (etwa 1.5 Liter Bier pro Tag)
-
früherem Kokainabusus (bis Oktober 2019)
-
früherem
Heroinabusus
(bis vor etwa 12 Jahren)
-
Nikotinabusus, 5 Zigaretten pro Tag
-
Benzodiazepinabhängigkeit
-
Dysphagie mit/bei:
-
deutlicher Schleimhautschwellung mit Bildung im Epipharynx beid
seits
-
bioptischem Ausschluss eines MALT-Lymphoms im Dezember 2020
Bei
m
Beschwerdeführer stehe subjektiv eine Stand- und Gangunsicherheit im Vordergrund. Klinisch neurologisch bestehe ein leichtes polyneuropathisches Syndrom mit deutlicher Stand- und Gangunsicherheit und spinaler Ataxie sowie eine ausgeprägte zerebrale
Leukenzephalopathie
wahrscheinlich toxischer Genese nach ausgeprägtem Kokainabusus.
Eine
elektrophysiologisch
e Untersuchung habe
eine
ausgeprägte
Afferenzstörung
von beiden Beinen bei nicht ableitbaren kortikalen
,
sensibel evozierten Potentialen von den Beinen
ergeben, welche ver
mutlich metabolisch bedingt sei. Eine e
lektroneurographisch
e Untersuchung habe
eine überwiegend sensible axonale Polyneuropathie
ergeben (S. 3)
.
Es sei
en
eine parenterale Vitamin B12-Substitution, eine Physiotherapie sowie eine absolute Kokainabstinenz und eine Alkoholabstinenz angezeigt (S. 4).
3.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Rheumatologie, stellte in seinem Bericht vom 1
9.
Mai 2020 (
Urk.
6/186/1-2) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Stand- und Gangunsicherheit/Ataxie mit/bei:
-
fortgeschrittener zerebraler
Leukenzephalopathie
im Stadium
Fazekas
3
-
am Ehesten toxisch bei Status nach Polytoxikomanie
-
axonale überwiegend sensible beinbetonte Polyneuropathie
-
funktionelle
Ankylosierung
im Bereich des oberen (OSG) und unteren Sprunggelenks (USG) links bei Status nach Traumatisierung vor Jahren
-
beginnende Coxarthrose beidseits bei deutlicher Offsetstörung
-
Dysphagie bei deutlicher Schleimhautschwellung mit Bildung im Epipharynx beidseits
-
Dupuytren-Kontraktur zweiter bis fünfter Strahl links, beginnend dritter Strahl rechts
Der Arzt erwähnte, dass
beim
Beschwerdeführer
eine Stand- und Gangunsicher
heit
und
eine
Ganga
taxie im Vordergrund
stehe. Diese habe überwiegend
toxisch
e Ursachen bei einem Status
nach einer langjährigen Anamnese mit Polytoxi
komanie (Kokain, Heroin, Nikotin, Benzodiazepin, Alkohol
und Ähnliches; S. 1 und S. 3
)
. N
ach
einer
Substitution von Vitamin B12
sei es
zu einer deutlichen Verbesserung gekommen.
Gegenwärtig könne der Beschwerdeführer mit seinem Hund während
zweieinhalb Stunden gehen. Anhaltend
sei
vor allem beim längeren Stehen
eine
Unsicherheit mit beginnendem Zittern in den Beinen
(S. 1)
.
Aus rheumatologischer Sicht sei eine
r
egelmässig
e
physikalische Therapie
mit Heimprogramm und
medizinischer Trainingstherapie (
MTT
) angezeigt
(S.
2
).
3.3
Die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin erwähnte im Abklärungsbericht für Hilflosenentschädigung für Erwachsene vom 1
2.
Oktober 2020 (
Urk.
6/193), dass am
7.
Oktober 2020 im Haushalt des Beschwerdeführers in seiner Anwesen
heit sowie in Anwesenheit seiner Lebenspartnerin eine Abklärung durchgeführt worden sei
(S. 1)
, und führte aus, dass der Beschwerdeführer gemäss seinen An
gaben seit September 2019 unter einer Gangunsicherheit, Schwindel und einer Lichtempfindlichkeit leide, weshalb er sich die meiste Zeit des Tages in einem abgedunkelten Zimmer aufhalte. Bei längerem Stehen würden seine Beine zu zittern
beginnen
. Er gehe
täglich mindestens
einmal mit seine
m Hund spazieren
, wobei d
ie anfallenden Haushaltarbeiten
durch
seine Lebenspartnerin
erledigt würden
.
Da er bei der geringsten körperlichen Belastung ermüde, sei e
ine Mithilfe
im Haushalt
nicht möglich
.
Seine Lebenspartnerin habe
ihr
Arbeitspensum
redu
ziert
,
um ihn
im Alltag unterstützen
zu
könne
n. Da sie Angestellte seines
Bruder
s in dessen Unternehmung sei
,
sei eine Reduktion ihre
s Pensums
problemlos mög
lich gewesen. Er werde auch sonst durch seinen Bruder unterstützt, beispielsweise
beim
Begleiten mit dem Auto zu Terminen.
Ankleiden und Auskleiden: Der Beschwerdeführer sei gemäss seinen Angaben in der Lage, sich selbständig an- und auszukleiden
. Dies gelte auch für das An- und Ausziehen
der Schuhe und Socken
. Der Beschwerdeführer könne zudem auch die
Verschlüsse
bedienen und
benötige in diesem Bereich keine Dritthilfe.
Bei der vom Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben benötigten
Hilfestellung für das Bereit
l
egen der Kleidung
handle es sich nicht um eine regelmässige
und erheb
lich
e Dritthilfe, weshalb diese Hilfestellung nicht zu berücksichtigen sei.
A
ufstehen,
Absitzen
und
Abliegen
: Der Beschwerdeführer
sei in der Lage ohne Dritthilfe sich auf einen Stuhl zu setzen und von diesem wieder aufzustehen. Auch
sei es ihm möglich,
sich selbständig ins Bett zu legen und von diesem wieder aufzustehen.
Essen (n
ormal zubereitete Mahlzeiten): Der B
eschwerdeführer sei
diesbezüglich f
unktionell selbständig.
Er sei insbesondere
in der Lage
,
das Besteck koordiniert einzusetzen und sämtliche Nahrung selbständig zu zerkleinern.
Sodan
n
bereite ihm auch das
Trinken aus einem Glas
, einem
Becher
oder einer
Tasse keine Schwierigkeiten. Der
Beschwerdeführer habe indes gemäss seinen Angaben seit einer gewissen
Zeit Probleme mit
dem S
chlucken.
Körperpflege
:
Der Beschwerdeführer könne
sämtliche Teilbereich
e
der Körper
pflege selbständig
ausführen und benötige diesbezüglich nicht der
Dritthilfe
(S. 2)
.
Reinigung nach Verrichtung der Notdurft
: Der Beschwerdeführer
sei in der Lage
,
sich
selbständig auf die Toilette zu s
etzen
und von dieser wieder aufzustehen. Er
leide
weder
unter einer
Urin- noch
einer Stuhlinkontinenz.
Fortbewegung und
Pfl
ege gesellschaftlicher Kontakte: Der Beschwerdeführer könne gemäss seinen Angaben seit
September 2019
auf Grund einer
Gang
unsicherheit
sowie
eines
Schwindels die öffentlichen Verkehrsmittel
nicht mehr benützen, weshalb er von s
ein
em
Bruder
(mit dem Auto)
zu Terminen
begleitet werde
n müsse
.
Er verbringe auch
die Freizeitaktivitäten
mit seinem
Bruder oder seine
r
Lebenspartnerin
. Einkäufe und Anschaffungen
könne er
auf Grund der
Gangunsicherheit, fehlender Kraft und zu greller Beleuchtung in den Verkaufs
geschäften
selbst nicht erledigen
. Der Beschwerdeführer sei nicht auf Grund
einer Sinnesschädigung (
zum Beispiel
Sehschwäche) oder eines körperlichen Gebrechens
auf die
Hilfe Dritter für die Pflege gesellschaftlicher Kontakte
ange
wiesen
.
L
ebenspraktische Begleitung:
D
er Besch
werdeführer, welcher s
ich selbst
so
strukturieren
und organisieren könne,
dass er die alltäglichen Probleme
selbst
ändig
meistern
könne
,
sei diesbezüglich
aus gesundheitlichen Gründen nicht dauernd und regelmässig auf eine lebenspraktische Begleitung angewiesen.
Zu
dem
könne er
auch
seine finanziellen und die administrativen Angelegenheiten pflichtbewusst und selbständig
erledigen
.
Demgegenüber fehle es ihm
an
Kraft
,
um bei den anfallenden Haushaltarbeiten mitzuwirken
,
weshalb
diese stell
vertretend durch
seine Lebenspartnerin
ausgeführt
werden
müssten. Zudem würden von seiner Lebenspartnerin auch die Aufgaben des Kochens und der
Kleider- und Wäschepflege
übernommen
.
Es
sei von einem
erforderlichen
zeit
lichen Mehraufwand
für Dritthilfe
beziehungsweise Begleitung
im Umfang
von
höchstens
einer
Stunde
und
15 Minute
n
pro Woche
auszugehen
, weshalb die für den
Bedarf an lebenspraktischer Begleitung
vorausgesetzte minimale
Intensität der Begleitung
nicht erfüllt sei
.
D
auernde medizinisch-pflegerische Hilfe: Der Beschwerdeführer benötige eine solche Dritthilfe nicht, da er seine Medikamente selbständig und pflichtbewusst einnehmen könne.
P
ersönliche Überwachung: Der Beschwerdeführer
bedürfe
k
einer Dritthilfe in diesem Bereich
, da er weder eigen- noch fremdgefährdet sei
(S. 3)
.
Insgesamt
sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführe
seit September 2
019 lediglich in Bezug auf den Bereich der Fortbewegung und der
Pflege gesellschaft
licher Kontakte regelmässig und in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter ange
wiesen ist. In allen anderen Bereichen
sei dies nicht der Fall, weshalb ein An
spruch
auf
eine Hilflosenentschädigung nicht ausgewiesen sei (S. 4).
3.4
Dr.
Y._
erwähnte
in seinem
Bericht vom 1
0.
November 2020 (
Urk.
6/204/2-5), dass
eine
ausgeprägte Gangunsicherheit beim Stehen und Gehen
weiterhin im Vordergrund stehe, dass s
ich die Ganginstabilität
nach der Injektion von
Vitamin B12
jedoch deutlich verbessert habe. Daneben leide der Beschwerdeführer unter
eine
r
starke
n
Lichtempfindlichkeit
. Die
Alltagsaktivitäten
und insbesondere auch die Finanzgeschäfte
könne
der Beschwerdeführer indes
uneingeschränkt
selbst
bewältigen
. Der Beschwerdeführer konsumiere
weiter
hin
ungefähr drei
Bier pro Tag
(S. 2). Klinisch-neurologisch bestehe im Vergleich zum Februar 2020 ein weitgehend unveränderter Untersuchungsbefund. Die ausgedehnte zerebrale Mikroangiopathie sei als toxisch bedingt anzusehen bei einem Zustand nach einer Polytoxikomanie.
Hinsichtlich der Polyneuropathie sei eine strikte Alkoholkarenz und ein Fortführen der Vitamin B12
-
Substitution
und der
Physiotherapie
angezeigt (S. 5).
3.5
In
seiner
Stellungnahme vom 1
8.
Febru
ar 2021 (
Urk.
6/206/1-2) führte
Dr.
Y._
aus, dass
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Zeitraum von Februar bis November 2020 nicht wesentlich verändert habe. Im Vordergrund stehe weiterhin eine deutliche Stand- und Gangunsicherheit mit spinaler Ataxie. Der Beschwerdeführer sei aus neurologischer Sicht im Alltag im Rahmen der Stand- und Gangunsicherheit eingeschränkt. In den Bereichen des Ankleidens und Auskleidens sowie des Aufstehens, Absitzens und Abliegens sei der Beschwerdeführer nicht auf Dritthilfe angewiesen (S. 1). Auch beim Essen (Nahrung zerkleinern und Nahrung zum Mund führen), bei der Körperpflege (ins
besondere beim Duschen) und beim Verrichten der Notdurft sei der Beschwerde
führer nicht auf die Hilfe Dritter angewiesen
. Demgegenüber sei
er
in Bezug auf den Bereich Fortbewegung und
Pflege gesellschaftlicher Kontakte
(
in der Wohnung
und
im Freien)
auf Dritthilfe angewiesen. Denn durch
die Stand- und Gangunsicherheit und die allgemeine Belas
tungsminderung bestehe
eine Ein
schränkung in der Mobilität mit erhöhter Sturzgefahr und reduzierter Gehstrecke.
Bei der Ausführung von a
dministrative
n Tätigkeiten bestünden sodann
leichte Einschränkungen
in Bezug auf die
Konzentration und
die
Aufmerksamkeit
(S. 2).
3.6
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, führte in seiner Stellungnahme vom
1.
März 2021 (
Urk.
6/206/11-12) aus, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem
9.
Januar 2020 nicht ver
ändert habe. Der Beschwerdeführer leide unter einer komplexen gesundheitlichen Problematik mit psychischen/psychiatrischen wie auch soma
tischen/
neurologischen Anteilen. Es bestehe
einerseits
ein Zustand nach jahre
langem Drogenkonsum, wobei der Beschwerdeführer diesbezüglich, abgesehen von einer
Benzodiazepinabhängigkeit
, gegenwärtig abstinent sei.
Andererseits leide der Beschwerdeführer unter
einer
Traumafolgeerkrankung
im Sinne
einer Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung
(S. 1)
.
Er
leide
insbesondere
unter Drehschwindel, Gangunsicherheit, neurologisch bedingten Schluckproblemen und zunehmend auch unter einer Angst vor Stürzen beim Verlassen des Hauses.
Be
im Ankleiden und Auskleiden
bestehe eine Beeinträchtigung
, da
d
er
Beschwerdeführer insbesondere
auf Grund eines Schwindels beim Vornüber
beugen beim Anziehen und vor allem beim Binden der Schuhe
der Dritthilfe
bedürfe. Keine Beeinträchtigung bestehe beim Aufstehen, Absitzen und Abliegen. Beim Essen benötige der Beschwerdeführer Unterstützung bei der Zubereitung der Nahrung. Denn er müsse wegen einer Schluckstörung vor allem breiige und flüssige Speisen
zu sich nehmen. Einer Dritthilfe bedürfe der Beschwerdeführer auch bei der Körperpflege, da er beim Duschen auf Grund einer körperlichen Schwäche und eines Drehschwindels stark sturzgefährdet
sei. Keine Beeinträchtigung bestehe beim
Verrichten der Notdurft
. Demgegenüber bestehe eine solche in Bezug auf die
Fortbewegung
und die
Pflege gesellschaftlicher Kontakt
e, da der Beschwerdeführer auf Grund
der körperlichen Schwäche und des Drehschwindels mit entsprechender Sturzgefa
hr und -n
eigung
in seiner Mobilität deutlich eingeschränkt
sei. Zudem bestehe auch eine angstbedingte
Ein
schränkung des Bewegungsradius. Schliesslich bestehe eine Einschränkung in Bezug auf die Erledigung von a
dministrative
n
Tätigkeiten
, da der Beschwerde
führer
durch die Dupuytren-
K
ontrakturen der Hände
v
or allem bei handschriftlich durchzuführenden Tätigkeiten
beeinträchtigt werde (S. 2)
3.7
Dr.
med.
C._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
, führte in seiner Stellungnahme vom
5.
März 2021
(
Urk.
6/206/15) aus, dass
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Hinblick auf die Ein
schränkungen im Alltag eher verschlechtert habe, obwohl dies medizinisch nicht messbar sei. Die Einschränkungen würden vor allem durch Schwindel und Gang
unsicherheit verursacht und sei
en
durch die neurologische Grunderkrankung zu erklären. Beim Ankleiden und Auskleiden und beim
Aufstehen, Absitzen und Ab
liegen
sowie bei der Körperpflege werde der Beschwerdeführer durch Schwindel eingeschränkt. Beim Essen werde er durch Schluckstörung und Appetitlosigkeit eingeschränkt. Beim Verrichten der Notdurft bestehe keine Einschränkung. Bei der Fortbewegung und der Pflege gesellschaftlicher Kontakte werde der Beschwerdeführer durch Schwindel, Gangunsicherheit und Verunsicherung ein
geschränkt, wobei diese Einschränkungen teilweise neurologisch zu erklären seien. Sodann werde der Beschwerdeführer bei den administrativen Tätigkeiten vor
a
llem durch eine Sehstörung im Sinne eines Bildschirmflimmerns eingeschränkt.
3.8
Die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin
nahm in ihrer Stellungnahme vom 1
7.
März 2021 (
Urk.
6/207/
1
-3) ergänzend zu den seit
ihrer
Beurteilung vom
1
2.
Oktober 2020 (vorstehend E.
3.3
)
neu
erstellten medizinischen
Akten
Stellung
. Grund
sätzlich
hielt sie darin
an ihrer Beurteilung vom 1
2.
Oktober 2020 fest
(S.
3)
.
An- und Auskleiden: Der
Beschwerdeführer sei in Bezug auf die unentbehrlichen
Kleidungsstück
e
in der Lage, sich selbst an-
und aus
zu
kleiden. Im Rahmen der Schadenminderungspflicht
sei es ihm
zuzumuten
,
sich als Hilfsmittel einen ver
längerten Schuhlöffel anzuschaffen,
um sich beim An- und Ausziehen der Schuhe
nicht vornüberbeugen
zu müssen
. Zumutbar
sei
ihm
auch die Verwendung von
Schlüpfschuhe
n
oder von
Schuhe
n
mit Zip
-
oder
Klettverschlüssen
, um die
Schuhe
nicht mehr binden zu müssen
.
Aufstehen,
Absitzen
und A
bliegen
:
Der Beschwerdeführer könne
ohne Hilfe Dritter aufstehen, absitzen und abliegen.
Essen: Hilflosigkeit lieg
e
vor, wenn eine versicherte Person nicht koordiniert mit dem Besteck umgehen kann und ihm deshalb eingegeben werden oder die Nahrung täglich zerkleinert werden
müsse
. Der
Beschwerdeführer sei
funktionell in der Lage
,
das Besteck koordiniert einzusetzen.
Obwohl er a
uf
G
rund
von
Schluckschwierigkeiten
auf
flüssige Speisen
angewiesen sei, begründe dieser Um
stand
keine Hilflosigkeit,
weil es diesbezüglich an der
Erheblichkeit
fehle.
Körperpflege: Der
Beschwerdeführer sei
bei der notwendigen täglichen
Körper
pf
lege (Waschen, Kämmen, Rasieren,
Baden
und
Duschen)
motorisch selbständig
, wobei es ihm im
Rahmen der Schadenminderungspflicht zuzumuten
sei
, sich ein Badewannenbrett
und/oder
einen Duschhocker anzuschaffen,
um
nicht stehend
d
uschen
zu
müsse
n (S. 2)
.
Verrichtung der Notdurft:
Der Beschwerdeführer sei
in diesem Bereich funktionell selbständig.
Fortbewegung
und
Pfl
ege gesellschaftlicher Kontakte: In diesem
Bereich
bestehe eine Einschränkung ab September 201
9.
F
inanzielle und administrative Angelegenheiten: Gestützt auf die Angaben
seines behandelnden
Psychiaters
sei
der
Beschwerdeführer
auf
G
rund
von
Defiziten in den Händen
beim
handschriftlich
en S
chreiben
beeinträchtigt
.
Die diesbezügliche Beeinträchtigung könne
bei der Bemessung der Hilflosenentschädigung
indes nicht berücksichtigt werden, da es sich hierbei nicht um eine Einschränkung in den
alltäglichen Lebensverrichtungen
handle
.
L
ebenspraktische Begleitung: Die anzurechnenden Zeitaufwände
seien
bei der lebenspraktischen Begleitung auf einen 1-Personenhau
s
halt
beschränkt
. Der
Beschwerdeführer könne
sich selber strukturieren und organisieren. Gestützt auf die Angaben vor Ort
benötige er
keine Unterstützung bei der Tages
-
und Wochenstrukturierung
sowie bei der Organisation des Haushalts,
der Freizeit und der Alltagsbewältigung.
Er benötige indes
Dritthilfe bei der Wohnungspflege so
wie
bei
der Kleiderwäsche auf
G
rund
der
körperlichen Einschränkungen
. H
ierfür k
önne für einen
1-Personenhauhalt
höchstens ein
Zeitaufwand
im Umfang einer halben
Stunde in der Woche angerechnet werden.
Obwohl der Beschwerdeführer
auf
Grund körperlicher
Einschränkungen bei der Zubereitung der Mahlzeiten ein
geschränkt
sei, bestünden in k
ognitiv
er Hinsicht keine Einschränkungen bei der
Zubereitung von
Mahlzeit
en
, weshalb dieser Aspekt
bei
der lebenspraktischen Begleitung
nicht
berücksichtigt werden k
önne
.
Der
Beschwerdeführer
sei
auf Grund k
örperliche
r Beeinträchtigungen im Sinne einer
Gangat
axie und
eines
Schwindels
auf
Dritthilfe
im Sinne
einer Begleitung ausser Haus bei
Arzt
terminen
,
Einkäufe
n,
notwendige
n
ausserhäusliche
n
Verrichtungen
und Ähnlichem
ange
wiesen. Insgesamt sei von
einem notwendigen
zeitliche
n
Mehraufwand
im Um
fang von
einer Stunde und 15 Minuten
auszugehen. Dem zufolge sei
der für eine
regelmässige und dauernde
lebenspraktische Begleitung vorausgesetzte Umfang einer notwendigen Begleitung von
mindestens 2 Stunden in der Woche
nicht erfüllt
(S. 3).
3.9
RAD-Ärztin
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Neurologie,
führte in ihrer Stellungnahme vom
1
1.
Mai
2021
(
Urk.
7) aus, dass die Stand- und Gang
unsicherheit sowie der Schwindel aufgrund der objektivierten Befunde beim Beschwerdeführer nachvollziehbar seien. Diese Funktionseinschränkungen könnten auf eine Polyneuropathie bei langjähriger Alkoholabhängigkeit und Vitaminmangel sowie auf Gehirnveränderungen zurückgeführt werden. Da weder ein Tremor (Zittern der Hände) noch eine Schwäche oder eine Koordinations
störung der Arme und der Hände zu objektivieren sei
en
, sei dem Beschwerde
führer das Bedienen eines Mixers oder eines Pürierstabs und damit
die Zubereitung von Speisen
zuzumuten. Trotz durchgeführter Diagnostik habe die
Schluckstörung
medizinisch nicht eingeordnet werden können. Es sei lediglich eine
Schleimhautschwellung unklarer Ursache
festzustellen gewesen
, weshalb die
Ursache der Schluckbeschwerden nicht fest
stehe
.
Die Annahme, dass der Beschwerdeführer lediglich Nahrung von einer gewissen
Konsistenz
zu sich neh
men könne,
beruh
e ausschliesslich
auf Angaben des
Beschwerdeführers.
Auf
fallend
sei insbesondere
, dass eine Schluckstörung nur für
Lebensmittel geltend gemacht we
rd
e, und dass der Beschwerdeführer
gemäss seinen Angaben
täglich 1.5 Liter Bier problemlos konsumieren k
önne. Selbst bei einer leichten Dysphagie (Schluckstörung) sei indes zu erwarten, dass auch Flüssigkeiten verschluckt wü
r
den und tagesformabhängig angedickt werden müss
t
en.
Da auch eine
Aspirationspneumonie (Lungenentzündung durch Verschlucken)
nicht akten
kundig sei, seien die Schluckbeschwerden des Beschwerdeführers
me
dizinisch nicht nachzuvollziehen.
3.10
Dr.
B._
führte in seiner Stellungnahme vom 1
8.
Oktober 2021 (
Urk.
20) aus, dass
es dem Beschwerdeführer schon vor Jahren schwergefallen sei,
sich aus
gewogen und kalorisch ausreichend zu ernähren. Vor einigen Jahren
habe
sich die Schluckproblematik weiter verschlechtert.
Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers habe er sich daran erinnert,
was er alles während seiner Haft
zeit in Portugal vor v
ielen Jahren habe essen müssen. Während dieser Zeit habe er
nur gegessen
, um
nicht
zu
verhunger
n
.
Es sei daher
zumindest teilweise auch von einer
psychogenen
beziehungsweise von einer
traumatisch bedingten Dysphagie auszugehen.
Nach Auftreten der
neurologischen Problematik hätten sich die Schluckbeschwerden
noch verstärkt. Seither falle es ihm noch schwerer
, feste Nahrungsbestandteile runterzuschlucken. Dies gelinge ihm
gegenwärtig
nur, wenn er diese mit gen
ügend
Flüssigkeit herunterspüle. D
as Aufnehmen von Flüssigkeiten
gelinge ihm
hingegen wesentlich besser. Ob es sich dabei aus
schliesslich um
psychogen
e Probleme handle, oder ob dabei eine
neurologische Problematik
mit
beteiligt sei, könne er nicht beurteilen (S. 1).
4.
4.1
Den erwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerde
führer sowohl in somatischer als auch in psychischer Hinsicht beeinträchtigt war. In somatischer Hinsicht litt der Beschwerdeführer
unter einer
ausgedehnte
n
zerebrale
n
Mikroangiopathie
im Sinne einer
fortgeschrittene
n
zerebrale
n
Leukenzephalopathie
sowie unter einer beinbetonten Polyneuropathie, wobei die beteiligten Ärzte davon ausgingen, dass diese neurologischen Leiden
durch eine
Polytoxikomanie und
einen schädlichen
Gebrauch von Alkohol
verursach
t
wor
den beziehungsweise toxisch bedingt seien
(vorstehend E.
3.4
). Im Vordergrund st
and gemäss der Beurteilung durch
Dr.
Y._
eine Stand-
und Gangunsicher
heit
sowie eine
Gangataxie
, wobei
überwiegend
von
toxische
n
Ursachen
auszu
gehen sei
(vorstehend E.
3.
1
)
. Gemäss der Beurteilung durch
Dr.
A._
(vor
stehend E.
3.2
) und durch
Dr.
Y._
(vorstehend E.
3.4
) sei es n
ach einer Substitution von Vitamin B12 zu einer deutlichen Verbesserung
der Beschwerden
gekommen. Der
Beschwerdeführer
sei in der Lage,
während
eines Zeitraums
von
rund
zweieinhalb Stunden
zu
gehen.
Daneben
litt
der Beschwerdeführer unter einer
starken Lichtempfindlichkeit
(vorstehend E.
3.7
), unter einer
Dupuytren-Kontraktur
im Bereich des zweiten bis fünften
Strahl
s
links
und im Bereich des dritten
bis fünften
Strahl
s
rech
ts sowie unter einer
Schluckstörung (
Dysphagie
)
bei deutlicher Schleimhautschwellung im
Bereich des
Epipharynx beidseits
(vor
stehend E.
3.2
).
4.2
Dr.
Y._
ging
in
seiner
Stellungnahme vom 1
8.
Februar 2021 (
vors
t
ehend E.
3.5
)
davon aus, dass
der Beschwerdeführer
weder in
den Bereichen des An
kleidens und Auskleidens
,
des Aufs
tehens, Absitzens und Abliegens, des
Essen
s, der K
örperpflege, noch im Bereich
des
Verrichten
s
der Notdurft auf die Hilfe Dritter angewiesen
sei,
dass er indes
hinsichtlich der
Fortbewegung und
der
Pflege gesellschaftlicher Kontakte
auf Grund einer
Stand- und Gangunsicherheit mit erhöhter Sturzgefahr und reduzierter Gehstrecke
sowie auf Grund
einer
allgemeine
n
Belastungsminderung
auf Dritthilfe angewiesen sei
.
Damit über
einstimmend ging
auch
Dr.
D._
in ihrer Stellungnahme vom 1
1.
Mai 2021 (
vor
stehend E.
3.9
)
davon
aus, dass
der Beschwerdeführer durch eine
Stand- und Gangunsicherheit sowie
durch
Schwindel
beeinträchtigt sei
.
Sie ging sodann
davon aus, dass -
s
elbst wenn von einer Schluckstörung auszugehen wäre,
was nicht erstellt sei, da der Beschwerdeführer
lediglich bei der Einnahme fes
ter Nahrung beeinträchtigt sei -
keine
Notwendigkeit für eine Dritthilfe beim Essen
ausgewiesen sei
. Denn dem Beschwerdeführer, welcher weder unter einem
Tremor noch
unter
eine
r
Schwäche oder eine
r
Koordinationsstörung der Arme und der Hände
leide, sei die Verwendung
eines Mixers oder eines Pürierstabs
zum Pürieren der Nahrung
bei der Zubereitung der Speisen
und
die Einnahme von
Speisen
in flüssiger oder breiiger Konsistenz zuzumuten.
Demgegenüber vertrat
Dr.
C._
in seiner Stellungnahme vom
5.
März 2021
(
vorstehend E.
3.7
)
die Ansicht, dass der Beschwerdeführer in somatischer Hinsicht wegen
Schwindel, Gangunsicherheit und
einer
Verunsicherung
b
ei der Fortbewegung und der Pflege gesellschaftlicher Kontakte
eingeschränkt sei, dass er durch Schwindel b
eim An
kleiden und Auskleiden
,
beim Aufstehen, Absitzen und Abliegen sowie bei der Körperpflege
beeinträchtigt werde, und dass er auf Grund einer Schluckstörung b
eim Essen
beeinträchtigt
sei
.
Zudem bestehe bei
administrativen Tätigkeiten
eine Beeinträchtigung auf Grund einer
Sehstörung im Sinne eines Bildschirm
flimmerns
.
4.3
In psychischer Hinsicht ging
Dr.
B._
in seiner Stellungnahme vom
1.
März 2021 (
vorstehend E.
3.6
)
davon
aus, dass Schluck
beschwerden eine neurologische und damit eine somatische Ursache hätten
. In
seiner Stellungnahme vom 1
8.
Oktober 2021 (
vorstehend E.
3.10
)
vertrat er indes
die Ansicht
, dass
zumindest
teilweise von einer psychogenen
Schluckstörung auszugehen sei.
Daneben ging
Dr.
B._
davon aus, dass der Beschwerdeführer b
eim Ankleiden und Auskleiden, beim Essen,
bei der Körperpflege,
bei der
Fortbewegung und die Pflege gesell
schaftlicher Kontakte
und bei der
Erledigung von administrativen Tätigkeiten
aus somatischen Gründen beeinträchtigt sei
,
und
dass er
dabei in unterschiedlichem Umfang der Dritthilfe benötige.
4.4
Die Beurteilungen durch
Dr.
Y._
vom
1
0.
November 2020
(vorstehend E.
3.4
) und vom
1
8.
Februar 2021 (
vorstehend E.
3.5
)
erfüllen die praxisgemässen An
forderungen für eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. vorstehend E.
1.15
). Denn
er verfügte
als Fach
arzt
für
Neurologie in somatischer Hinsicht über eine angezeigte fachärztliche
Aus
bildung, setzte
sich in angemessener Weise mit den geäusserten Beschwer
den auseinan
der und begründete
seine
Schlussfolgerungen
in
Kenntnis
der medizinischen
Vorakten
in nachvollziehbarer Weise.
Die Beurteilungen durch
Dr.
Y._
vermögen
ins
besondere
zu überzeugen, als er in somatischer Hinsicht eine Dritthilfe
in den Bereichen des Ankleidens und
Auskleidens, des Aufstehens, Absitzens und Ab
liegens,
der Körperpflege sowie
der Verrichtung
der Notdurft
nicht als erforderlich erachtete, jedoch
auf Grund einer Stand- und Gangunsicherheit
davon ausging, dass der Beschwerdeführer im Bereich
Fortbewegung und der Pflege gesell
schaftlicher Kontakte auf Dritthilfe angewiesen sei.
Die Beurteilung durch
Dr.
Y._
vermag auch insoweit zu überzeugen, als er die Ansicht vertrat, dass aus somatischen Gründen eine Dritthilfe im Bereic
h des Essens nicht erforderlich sei.
Denn
den Akten lassen sich
keine Hinweise
dafür entnehmen, dass die bestehende
Schluckstörung
somatische Ursachen hätte. Insbesondere lässt sich darauf nicht aus der
durch
Dr.
Y._
festgestellten Schl
e
imhautschwellung schliessen.
Sodann vermag dessen Beurteilung auch
insoweit
zu
überzeugen,
als
er davon ausging, dass der Beschwerdeführer trotz einer starken
Licht
empfindlichkeit
die
Alltagsaktivitäten und insbesondere auch die Finanzgeschäfte
und andere administrative Tätigkeiten ohne Dritthilfe
selbst bewältigen
könne
.
4.5
Nicht zu überzeugen vermag indes die Beurteilung durch
Dr.
C._
vom
5.
März 2021
(vorstehend E.
3.7
). Denn seiner Beurteilung lässt sich keine nach
vollziehbare Begründung für die von ihm festgestellten Einschränkungen ent
nehmen. Insbesondere gilt dies auch für die von ihm festgestellte Beeinträchtigung bei den administrativen Tätigkeiten durch ein Bildschirm
flimmern. Insoweit
Dr.
C._
sodann die Ansicht vertrat, dass die Ein
schränkungen durch ein neurologisches Leiden zu erklären seien, gilt es zu beachten, dass
Dr.
C._
als
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
nicht über eine Weiterbildung zum Facharzt für Neurologie verfügt, weshalb es ihm an einer für die Beurteilungen der funktionellen Auswirkungen der neurologischen Leiden des Beschwerdeführers angezeigten fachärztlichen Aus- und Weiter
bildung fehlte. Zudem
gilt es in Bezug auf die Beurteilung durch
Dr.
C._
die Erfahrungstatsache zu beachten, wonach Hausärztinnen und Hausärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen dürften (Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2012 vom 2
7.
Juni 2012 E. 3.3.2; BGE 135 V 465 E. 4.5). Demzufolge kann auf die Beurteilung durch
Dr.
C._
vom
5.
März 2021
vorliegend nicht abgestellt werden.
4.6
Demgegenüber erfüllt die
Beurteilung durch
Dr.
D._
vom 1
1.
Mai 2021 (
Urk.
7) die praxisgemässen Anforderungen für eine beweiskräftige medizinische Ent
scheidungsgrundlage (vgl. vorstehend E.
1.15
).
Insbesondere verfügte sie als Fachärztin
für Neurologie in somatischer Hinsicht über eine angezeigte fachärzt
liche Aus
- und Weiter
bildung
. Dabei schadet nicht, dass es sich bei ihrer
Stellungnahme
um ein Aktengutachten handelt, da auch nicht auf eigenen Untersuchungen beruhende Berichte und Stellungnahmen regionaler ärztlicher Dienste beweiskräftig sein können, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im
Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizini
schen Sachverhalts geht, mit
hin die direkte fachärztliche Befassung mit der ver
sicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteile des Bundesgerichts 9C_558/2016 vom 4. November 2016 E. 6.1 und 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 3.2.2). Dies ist vorliegend bei der Beurteilung des Bedarfs an Dritthilfe der Fall, weshalb insoweit einer Aktenbeurteilung nichts entgegenstand.
In inhaltlicher Hinsicht erscheint als schlüssig, dass
Dr.
D._
einerseits
in Über
einstimmung mit den Beurteilungen durch
Dr.
Y._
die Ansicht vertrat
, dass der Beschwerdeführer nicht an einer durch ein somatisches Leiden verursachte Schluckstörung leide
, und dass sie andererseits davon ausging, dass selbst dann, wenn eine Behinderung bei der Einnahme von fester Nahrung durch eine Schluckstörung auszugehen wäre,
dem Beschwerdeführer
zuzumuten wäre
,
Nahrung
in flüssiger oder breiiger Konsistenz
zu sich zu nehmen, und feste Nahrungsbestandteile vorgängig mit einem Mixer oder einem Pürierstab zu zer
kleinern beziehungsweise zu pürieren.
In Bezug auf die
Beurteilung durch Dr.
D._
gilt es
zwar
zu beachten, dass der Beweiswert von RAD-Berichten (
Art.
49
Abs.
2 IVV) gemäss der Rechtsprechung
mit
jenem externer medizinischer Sach
verständigengutachten vergleichbar ist, sofern
die versicherungsinternen Berichte und Stellungnahmen
den praxis
gemässen Anforde
rungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und
sofern
die Arzt
person über die notwendigen fachlichen Qualifikationen v
erfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1), dass indes a
uf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Ab
klä
rungen – zu denen die RAD-Berichte gehören –
nicht abgestellt werden
kann
,
wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit be
ste
he
n (BGE 139 V 225 E. 5.2 und 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7; Urteil des Bun
desgerichts 8C_197/2014 vom
3.
Oktober 2014 E. 4).
Solche Zweifel an der Zu
verlässigkeit und Schlüssigkeit der Stellungnahme durch
Dr.
D._
sind
in somatischer
Hinsicht
vorlie
gend indes nicht ersichtlich.
Insbesondere ergeben sich solche aus den erwähnten Gründen nicht aus den Beurteilungen durch
Dr.
C._
, weshalb auf
die
nachvollziehbare
Beurteilung durch
Dr.
D._
in somatischer Hinsicht
abgestellt werden kann.
4.7
In psychischer Hinsicht
vermag die Beurteilung durch
Dr.
B._
v
om
1.
März 2021 (vorstehend E.
3.6
)
insoweit
zu überzeugen
,
als er
darin
davon aus
ging
, dass
die
Schluck
störung bei der Einnahme fester Nahrung, unter welchen der Beschwerdeführer l
eide
,
zumindest teilweise
durch psychische Gründe verursacht worden sei
. Insoweit
Dr.
B._
darin davon ausging, dass der Beschwerdeführer,
abgesehen vom Essen, in den übrigen Bereichen aus somatischen Gründen beein
trächtig
t
sei und Dritthilfe benötige, kann auf dessen Beurteilung indes nicht
ab
gestellt werden, da
es ihm
in Bezug auf
die Beurteilung der
durch ein neuro
logisches Leiden verursachten funktionellen Einschränkungen an einer dafür an
gezeigten fachärztlichen Weiterbildung in der Disziplin Neurologie fehlte.
5.
5.1
Gestützt auf die nachvollziehbaren Beurteilungen durch
Dr.
Y._
vom 1
0.
November 2020 (vorstehend E.
3.4
) und vom 1
8.
Februar 2021 (vorstehend E.
3.5
)
sowie
durch
Dr.
D._
vom 1
1.
Mai 2021 (
Urk.
7)
ist daher davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer
in den Bereichen des Ankleidens und Auskleidens, des Aufstehens, Absitzens und Abliegens, der Körperpflege sowie der Verrichtung der Notdurft
keiner Hilfeleistung bedurfte
, dass er indes aus somatischen Gründen
auf Grund einer Stand- und Gangunsicherheit
im
Bereich
der
Fortbewegung
auf
Dritthilfe
angewiesen war
. Sodann ist gestützt auf die Beurteilung
durch
Dr.
B._
vom
1.
März 2021 (vorstehend E.
3.10
)
davon auszugehen,
dass
der Beschwerde
führer bei der Einnahme fester Nahrung unter einer
Schluckstörung
litt, welche
zumindest te
ilweise durch psychische Gründe verursacht wurde. Diesbezüglich ist
indes
gestützt auf die Beurteilung
durch
Dr.
D._
vom 1
1.
Mai 2021 (
Urk.
7)
da
von auszugehen, dass
dem Beschwerdeführer zuzumuten
war
, Nahrung in flüssiger oder breiiger Konsistenz zu sich zu nehmen,
sowie
feste Nahrungs
bestandteile vorgängig mit einem Mixer oder
einem Pürierstab zu zerkleinern.
5.2
Im Folgenden gilt es
anhand des
Abklärungsbericht
s
vom 1
2.
Oktober 2020 (vor
stehend E.
3.3
) und
der
ergänzende
n
Stellungnahme vom 1
7.
März 2021 (vorstehend E.
3.8
)
zu prüfen, ob
die
Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin
da
rin
den
medizinischen Einschränkungen angemessen Rechnung trug.
5.3
5.3.1
De
n
Abklärungsbericht
vom 1
2.
Oktober 2020 (
vorstehend E.
3.3
)
und die ergänzende Stellungnahme
vom 1
7.
März 2021 (
vorstehend E.
3.8
)
verfasste eine qua
lifizierte Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin, welche Kenntnis der ört
li
chen und räumlichen Verhältnisse am Wohnort des Beschwerdeführers, der
gestellten
ärztlichen
Diagnosen
und der
sich daraus ergebenden Beeinträchtigungen
hatte. Der Abklärungs
bericht enthält sodann in Bezug auf die alltäglichen Lebensverrichtungen sowie hinsicht
lich des Bedarfs an lebens
praktischer Begleitung nachvollziehbar begründete Be
urteilungen, welche mit
den an Ort und Stelle erhobenen Angaben
überein
stimmen.
5.3.2
Insbesondere vermag zu überzeugen, dass die Abklärungsperson
im Abklärungs
bericht vom 1
2.
Oktober 2020 (
vorstehend E.
3.3
)
davon ausging, dass der Beschwerdeführer seit September 2019 auf Grund einer Gangunsicherheit sowie Schwindels
auf Dritthilfe angewiesen sei, dass er indes keiner dauernden medizinisch-pflegerischen Hilfe und keiner persönlichen Überwachung bedürfe.
5.3.3
Sodann vermag zu überzeugen, dass die Abklärungsperson in der ergänzenden
Stellungnahme vom 1
7.
März 2021 (
vorstehend E.
3.8
) davon ausging, dass der Beschwerdeführer beim
Aufstehen, Absitzen und Abliegen
nicht beeinträchtigt sei
.
A
ls schlüssig
erscheint auch
, dass die Abklärungsperson einen Bedarf des Beschwerdeführers an notwendiger Dritthilfe
beim An- und Auskleiden der un
entbehrlichen
Kleidungsstück
e
verneinte
, und dass sie davon ausging, dass es dem Beschwerdeführer
zuzumuten sei, einen verlängerten Schuhlöffel zu ver
wenden, um sich beim An- und Ausziehen der Schuhe nicht vornüberbeugen zu müssen, sowie
Schlüpfschuhe
oder Schuhe mit Zip- oder Klettverschlüssen
zu
tragen, um nicht die Schuhe binden zu müssen.
Sodann erscheint als schlüssig, dass die Abklärungsperson auch den Bedarf für eine Dritthilfe beim Essen
ver
neinte. Denn insofern stimmt ihre
Beurteilung mit derjenigen durch
Dr.
D._
überein, wonach dem Beschwerdeführer zuzumuten sei
, Nahrung in flüssiger oder breiiger Konsistenz zu sich zu nehmen,
und
feste Nahrung
vorgängig mit einem Mixer oder einem Pürierstab zu zerkleinern.
In Bezug auf den Bereich der Körperpflege vermag zu überzeugen, dass die Abklärungsperson die Ansicht ver
trat, dass es dem Beschwerdeführer zuzumuten sei, sich sitzend auf einem
Bade
wannenbrett
oder einem
Duschhocker
zu duschen
,
und einen Bedarf auf Dritthilfe in diesem Be
reich verneinte.
5.3.4
Schliesslich vermag die Beurteilung der Abklärungsperson auch
insoweit
zu über
zeugen, als sie
hinsichtlich des Bereich
s
der lebenspraktischen Begleitung
davon ausging, dass
d
er
Beschwerdeführer
über
keine Unterstützung bei der Tages- und Wochenstrukturierung sowie bei der Organisation des Haushalts, der Freizeit und der Alltagsbewältigung
bedürfe
. Sodann ist nachzuvollziehen, dass
sie
einen
Unterstützung
sbedarf
bei der Bewältigung der alltäglichen finanziellen und administrativen Angelegenheiten
verneinte.
Denn
die Beeinträchtigung des
Beschwerdeführer
s
beim handschriftlichen Schreiben
auf Grund von
Dupuytren-Kontraktur
en an den Händen
vermögen
einen Unterstützungsbedarf im Sinne der lebenspraktischen Begleitung nicht zu begründen, da es sich beim hand
schriftlichen Schreiben nicht um eine alltägliche Lebensverrichtung hand
elt
. Diese Beurteilung stimmt sodann mit der erwähnten medizinischen Beurteilung der Einschränkungen überein (vorstehend E.
5.1
)
. Zu überzeugen vermag zudem, dass die Abklärungsperson davon ausging, dass
d
er Beschwerdeführer
bei der
Wohnungspflege sowie bei der Kleiderwäsche auf Grund
von
körperlichen Ein
schränkungen
der
Unterstützung
bedürfe, und dass er insgesamt einer Begleitung im Umfang
eines
zeitlichen Mehraufwandes von
einer Stunde und 15 Minuten
bedürfe.
Demzufolge erscheint auch
d
ie Beurteilung durch
die
Abklärungsperson, wonach der Beschwerdeführer
nicht
regelmässig und in erheblichem Umfang
in einem Umfang von mindestens zwei Stunden in der Woche
auf die Begleitung einer Drittperson angewiesen sei,
als schlüssig
.
Insbesondere ist nicht zu beanstanden, dass die
Abklärungsperson
die Einschränkungen in der Fort
bewegung nicht nur unter dem Titel der allgemeinen Lebensverrichtungen, sondern auch unter jenem der lebenspraktischen Begleitung
berücksichtigte.
Denn
gemäss der Rechtsprechung
ist
nicht ausgeschlossen, dass die Beeinträchtigung bei der Fortbewegung (im und ausser Haus) und der Bedarf an lebenspraktischer Begleitung kumulativ berücksichtigt werden (Urteile des Bundesgerichts 9C_135/2014 vom 1
4.
Mai 2014 E. 4.3.1, 9C_202/2011 vom 1
2.
Mai 2011 E. 2 und 3, 9C_410/2009 vom
1.
April 2010 E. 5).
5.4
Insgesamt verm
ögen
der eine
nachvollziehbare und detaillierte Begründung
der Ergebnisse der an Orte und Stelle vorgenommenen Abklärungen
enthaltende
Ab
klärungsbericht vom 1
2.
Oktober 2020 (vorstehend E.
3.3
) und
dessen
ergänzende Stellungnahme vom 1
7.
März 2021 (vorst
ehend E.
3.8
)
, welche in ihren Schluss
folgerungen den
medizinischen
Einschränkungen angemessen Rechnung trugen
, zu überzeugen
. Sie
stellen
daher
eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage dar (vgl. BGE 130 V 61 E. 6.2), weshalb darauf
abzustellen ist.
6.
6.1
Nach Gesagtem ist gestützt auf d
en
Abklärungsbericht vom 1
2.
Oktober 2020 (vorstehend E.
3.3
) und
die
ergänzende Stellungnahme vom 1
7.
März 2021 (vor
stehend E.
3.8
)
sowie gestützt auf die
Beurteilungen durch
Dr.
Y._
vom 1
0.
November 2020 (vorstehend E.
3.4
) und vom 1
8.
Februar 2021 (vorstehend E.
3.5
),
durch
Dr.
D._
vom 1
1.
Mai 2021 (
Urk.
7)
und
durch
Dr.
B._
vom 1
8.
Oktober
2021
(vorstehend E.
3.10
) davon auszugehen, dass
sich der Beschwerdeführer unter Zuhilfenahme eines
verlängerten Schuhlöffel
s
und dem Tragen von
Schlüpfschuhe
n
oder Schuhe
n
mit Zip- oder Klettverschlüssen
, was ihm in Nachachtung der ihm obliegenden Schadenminderungspflicht zuzumuten ist, sich selbst
an- und auskleiden
kann
,
und
dass er
dabei
funktional selbst
ständig
ist.
Damit fällt
eine
direkte Dritthilfe im Bereich Ankleiden
und
Aus
kleiden ausser Betracht.
Sodann
ist
davon auszugehen, dass
der Beschwerde
führer beim Aufstehen, Absitzen und Abliegen nicht beeinträchtigt
ist.
Obwohl der Beschwerdeführer b
eim Essen
gemäss den erwähnten Beurteilungen durch die Abklärungsperson und durch
Dr.
B._
auf die Einnahme flüssiger oder breiiger Nahrung angewiesen
ist, ist dem Beschwerdeführer
eine
Pürierung
fester Nahrung mit einem Mixer oder einem Pürierstab
in
Nachachtung der ihm obliegenden Schadenminderungspflicht
zuzumuten
. Da
der Beschwerdeführer bei der Ein
nahme pürierter beziehungsweise entsprechend verkleinerter
Nahrung und von Flüssigkeiten funktional selbständig
ist
,
bedarf er
diesbezüglich keiner
Dritthilfe.
Sodann ist gestützt auf die Beurteilung durch die Abklärungsperson davon aus
zugehen, dass
dem
Beschwerdeführer b
ei der alltäglichen Lebensverrichtung der Körperpflege beim Duschen
in Nachachtung der Schadenminderungspflicht
die Verwendung eines
Badewannenbrett
es
oder ein
es
Duschhocker
s zuzumuten
ist, dass
er
bei der Verwendung dieser Hilfsmittel
beim Duschen und
bei
der Körper
pflege funktional selbständig und
n
icht auf Dritthilfe angewiesen
ist
.
6.2
Sodann ist gestützt auf die Beurteilung durch
die Abklärungsperson davon aus
zugehen
, dass
der Beschwerdeführer in der alltäglichen Lebensverrichtung der
Fortbewegung und
der
Pflege gesellschaftlicher Kontakte
auf Grund einer Gang
unsicherheit
und eines
Schwindels die öffentlichen Verk
ehrsmittel nicht mehr benützen kann, und dass er deshalb
eine
r
regelmässig
en und dauernden
Hilfe
stellung
bei der Fortbewegung bed
arf
.
6.3
Schliesslich
ist gestützt auf
die Beurteilung der Abklärungsperson
davon auszu
gehen,
dass der Beschwerdeführer
keiner Hilfestellung
bei der Tages- und Wochenstrukturierung sowie bei der Organisation des Haushalts, der Freizeit und der Alltagsbewältigung be
darf, und dass er auch
bei der Bewältigung der all
täglichen finanziellen und administrativen Angelegenheiten
keiner Unter
stützung bedarf, da es sich bei der bestehende Beeinträchtigung beim
hand
schriftlichen Schreiben auf Grund von Dupuytren-Kontrakturen an den Händen
nicht um eine Einschränkung in den
alltägliche Lebensverrichtung
en
handelt.
Demgegenüber benötigt der
Beschwerdeführer bei der Wohnungspflege sowie bei der Kleiderwäsche auf Grund von körperlichen Einschränkungen der
Unter
stützung
beziehungsweise einer Begleitung im Umfang
von einer Stunde und 15 Minuten
in der Woche
.
Dass der Beschwerdeführer einer Begleitung zur Ver
meidung dauernder Isolation bedürfte,
ist den Akten nicht zu entnehmen und wird vom Beschwerdeführer auch
nicht geltend
gemacht (
Urk.
1 S. 6 f.)
, weshalb sich Weiterungen dazu erübrigen
.
Damit ist anhand einer funktional gesamtheit
lichen Betrachtungsweise die Notwendigkeit einer
regelmässigen und dauernden lebenspraktischen Begleitung von mindestens zwei Stunden in der Woche
nicht erstellt.
6.4
Da
der Beschwerdeführer in
fünf (von sechs) alltägliche
n Lebensverrichtungen kein
er Unterstützung bedarf
, da
er
auf eine Hilfeleistung
lediglich
im Bereich
der
Fortbewegung
und der
Pflege gesellschaftlicher Kontakte
angewiesen ist
, und da mit
Blick auf die lebenspraktische Begleitung
ein zeitlicher Hilfe
bedarf für Haus
arbeiten und für Kleiderpflege
lediglich in einem
Umfang von einer Stunde und 15 Minuten
in der Woche
besteht
, weshalb die Notwendigkeit einer regelmässigen und dauernden lebenspraktischen Begleitung von mindestens zwei Stunden in der Woche nicht ausgewiesen ist, sind beim Beschwerdeführer die Voraus
setzungen für den
Ansp
ruch auf Hilflosenentschädigung
daher
nicht erfüllt.
7.
Demzufolge ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit der an
gefochtenen Verfügung vom 2
2.
März 2021 (
Urk.
2) einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Hilflosenentschädigung verneinte, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
8.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetz
lichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 700.-- festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.