Decision ID: efba3a34-03eb-4e53-94c8-fd93a6360332
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957, arbeitete zuletzt ab 7. April 2003 als
Gebäu
dereiniger
bei
Y._
in
Z._
.
Am 10. April 2003 erlitt er einen Unfall, bei dem er von einer Leiter stürzte und sich dabei
Zahn
frakturen
und eine Unterkieferfraktur paramedian (inkomplett) rechts sowie eine
Kiefer
köpfchenfraktur
beidseits
zuzog
(Urk.
8
/2, Urk.
8
/9/38
-39
).
Der Unfallversicherer
, die schweizerische
Unfallversicherungsanstalt (SUVA),
er
brach
te die gesetzlichen Leistungen. Mit Verfügung vom 2
7.
Oktober
2008 (Urk. 8/
28
) stellte
sie
die Versicherungs
leistungen betreffend die Kieferprobleme des Versicherten per 3
1.
Oktober 2008 ein mit der Begründung, dass diese
Ge
sund
heits
beein
trächtigungen
keine organische Grundlage (mehr) hätten und dass die Adäquanz zu verneinen sei. Gleichzeitig verneinte die SUVA insoweit einen Rentenanspruch des Ver
sicherten. Betreffend Integritätsentschädigung hielt sie fest, dass darüber in einer separaten Verfügung entschieden werde. Mit Schreiben vom 28. November 2008 (Urk. 8/
34/29
) erhob der Versicherte vor
sorglich Einsprache. Am 1. Dezember 2008
(Urk.
8/34/27-28)
folgte seine
er
gänzende
Einsprache.
Mit Ent
scheid vom 2. Februar 2011 wies die SUVA die Einsprache gegen die Ve
r
fügung vom 27. Oktober 2008 ab
.
Die hierauf erho
bene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil UV.2011.00075 vom 3
0.
November 2012 ab (Urk. 10).
1.2
Am 22
.
Juni 2004
hatte
sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung unter Hinweis auf Schwindelanfälle, Kiefer- und Gehörprobleme sowie
Glieder
zit
tern
seit
1
0.
April 2003 zum Rentenbezug
angemeldet
(Urk. 8
/
2
). Die
Sozial
ver
si
cherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog die Unfallakten bei (Urk. 8
/9,
Urk. 8/13, Urk. 8/
16, Urk. 8
/19-
20, Urk. 8/23-29, Urk
. 8
/
34
-35),
tätigte erwerbli
che (Urk. 8/7, Urk. 8/12, Urk. 8/17-18, Urk. 8/39, Urk. 8/49-50, Urk. 8
/76-77) sowie medizi
nische
Abklärungen (
Urk. 8/5, Urk. 8/10
)
und veranlasste eine Be
gutachtung des Versiche
rten durch das
A._
(Gutachten vom 3
1.
Oktober 2010, Urk. 9/63
)
. Nach durch
geführt
em
Vor
be
scheidverfahren
(Urk. 8
/
71
)
in welchem der Versicherte unter anderem eine Be
urteilung des
B._
vom
4.
März 2011 (
Urk.
8/89) einreichte,
sprach die IV-Stelle
dem
Versicherten mit Verfü
gung vom
1
1.
Februar 2012
(Urk. 2)
rück
wirkend ab 1.
April 2004
bis
2
8.
Februar 2005
eine befristete
ganze Rente
zu.
2.
Dagegen erhob der
Versicherte am
16. März
2012 (Urk. 1) Beschwerde
unter Auflage verschiedener medizinischer Berichte (Urk. 3/5, Urk. 3/7-9)
und bean
tragte, es sei die angefochtene Verfügung insoweit aufzuheben, als ihm mit
Wirkung ab
1.
März 2005 keine IV
-Rente zugesprochen worden sei, und die Beschwerdegegnerin anzuweisen, er
gänzende, polydisziplinäre Abklärungen durch ein
e
unabhängige
Gutachter
stelle
zu veranlassen. Mit Beschwerdeantwort vom 9. Mai 2012
(Urk. 7)
schloss die IV-Stelle auf Abweisun
g der Beschwerde
, was dem Beschwerdeführer am 10. Mai 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am
1.
Januar 2008 und am
1.
Januar 2012 sind die im Zuge der Revisionen 5 und 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG), der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Kraft getreten.
In
materiellrechtlicher
Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 1
1.
Februar 2012 – und somit nach Inkrafttre
ten der IV-Revisionen 5 und 6a – ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen begonnen hat. Da
her und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemei
nen
intertemporal
rechtlichen
Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Nor
men der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision:
BGE 130 V 445
ff.; Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1). Ab
1.
Januar 2012 gelangen die entsprechend in Kraft gesetzten Bestimmungen zur Anwendung.
Da die IV-Revisionen hinsichtlich Invaliditätsbemessung keine substanziellen Änderungen gegenüber der bis 3
1.
Dezember 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat, so dass die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 1
9.
Mai 2009 E. 2), werden die massgeblichen Gesetzesbestimmungen – soweit nichts
anderes vermerkt ist – im Folgenden in der seit dem
1.
Januar 2008 geltenden und mit der Revision 6a unverändert gebliebenen Fassung zitiert.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
mög
lich
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits
markt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbs
un
fähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu er
folgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einan
der gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in
der angefochtenen Verfügung vom 1
1
. Februar 2012 (Urk. 2) dafür,
dass d
e
r Beschwerdeführer
seit dem Unfall vom 1
0.
April 2003 in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
gewesen
sei und seither
bis Ende November 2004 keine Erwerbstätigkeit mehr
habe
ausüben könne
n
.
Ab Dezem
ber 2004 sei ihm
indes
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Reinigungshilfe
ohne Arbeiten mit Absturzgefahr
wieder in einem vollen Pensum zumutbar, weshalb drei Monate nach der gesundheitlichen Verbesserung
-
selbst bei Annahme eines
Leidens
abzuges
im Umfang von 15
%
-
kein rentenbegründender
Invali
ditätsgrad
resultiere.
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer
in Bezug auf die medizinische Abklä
rung durch das
A._
verschieden
e
Kritikpunkte geltend und stellte sich mit den
B._
-Gutachtern
auf den Standpunkt, das
A._
-Gutachten
vermöge
den
Anfor
derungen an den Beweiswert einer Expertise offensichtlich nicht zu genügen (Urk. 1 S. 5
Ziff.
1
, S. 12 ff.
Ziff.
8-9
).
Da die medizinische Sachlage nicht hin
reichend geklärt sei, sei ein polydisziplinäres Gutachten durch eine unab
hängige Gutachterstelle zu veranlassen, die ihn insbesondere neurologisch, neuro
psycho
logisch
und psychiatrisch beurteile und
sich auch eingehend mit den in den Akten befindlichen abweichenden Beurteilungen auseinandersetze (S. 15
Ziff.
9).
2.3
S
trittig und zu prüfen ist, ob d
e
r Beschwerdeführer
Anspruch auf eine
unbe
fristete
Invali
denrente hat.
3.
3.1
Die
nach dem Unfall behandelnde
Neurologin
Dr.
med.
C._
führte in ihrem Bericht vom 16. Mai
2003 (Urk. 8/9/34-35) aus
, dass der Beschwerdefüh
rer am 10. April 2003 aus 3 m Höhe von einer Leiter gestürzt sei und sich dabei eine Kieferköpfchenfraktur beidseits sowie eine Kontusion der Rippen links zugezogen habe. Beim Schwindel, der wenige Tage nach dem Un
fall aufgetreten sei, handle es sich unter Berücksichtigung der Anamnese um ei
nen posttrauma
tischen paroxysmalen Lagerungsschwindel. Mittels der
Frenzel
brille
habe aber aktuell in den Provokationsmanövern (wie bereits zuvor im
Spital D._
) keine Schwindelattacke und kein Nystagmus provo
ziert
werden
können. Somit sei keine sichere
Seiten
lokalisation
möglich. Eine andere
Schwindelursa
che
sei jedoch angesichts der Anam
nese und bei sonst normalem Neurostatus nicht ersichtlich. Weitere Ab
klärungen seien nicht not
wendig. Schliesslich attestierte sie dem Be
schwerde
führer bis zu einem Sistieren des Schwindels eine volle Arbeits
un
fähigkeit, was hoffentlich in absehbarer Zeit der Fall sei
(vgl. auch Urk. 8
/5/11-14)
.
Am 10. Dezember 2003
(Urk.
8
/9/21-22)
erklärte Dr.
C._
, bis anhin habe der Verdacht auf einen posttraumatischen Lagerungsschwindel bestanden. Aktuell zweifle sie aber an dieser Diagnose, weil eine Attacke nie habe provo
ziert werden können. Die Ursache des Schwindels bleibe offen. Die
Dauer
kopf
schmerzen
interpretiere sie
als multifaktoriell. Die Symptomati
k sei seit dem Trauma stationär
.
3.
2
Am
5.
Juli 2004 (Urk. 8
/5
/1-6
) nannte der behandelnde Hausarzt
Dr.
med.
E._
, All
ge
meine Medizin FMH, als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit einen
Sturz von einer Leiter aus 3
m Höhe auf den Kopf bezie
hungsw
eise Kinn am 1
0.
April 2003 mit p
ersistierendem Schwindel in Attacken auftretend
, m
ulti
faktoriel
le
n Kopfschmerzen,
Kieferköpfchenfraktur
beidseits, einer
Prog
nathie
be
stehend seit
1
0.
April 2003
und attestierte dem Beschwer
deführer eine Arbeits
unfähigkeit von
100
%
seit 1
0.
April 2004 bis auf weiteres
.
Eine
be
hinderungs
angepasste
Tätigkeit sei ihm halbtags zumutbar.
Dr.
E._
führte weiter aus, der Beschwerdeführer klage aktuell immer noch über die g
leichen Beschwerden
(
persistierende bewegungsunabhängige
Schwin
del
attacken
, Drehschwindel assoziiert mit Übelke
it, zu
nehmende Angst- und Pani
kzustände
,
im nächsten Moment stürzen zu müssen, Schmer
zen im Bereich des Kiefergelenkes beidseits beim Essen in den Kopf aus
strahlend
)
zusätzlich aber auch noch über Gesichtsschmerz mit Beein
trächtigungen des Seh
ver
mö
gens.
Zudem könne sich der Beschwerdeführer nicht konzentrieren,
zit
tere zeit
weise am ganzen Körper und habe das Gefühl,
dass ihn
die Beine
nicht halten könnten.
3.3
Dr.
C._
diagnostizierte im Verlaufsbericht
vom
9.
August 2004 (Urk. 8/10
, vgl. dazu auch Urk. 8/5/7
-8, Urk. 8/5/11-14
)
mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit einen
Sturz von einer Leiter aus 3 m Höhe auf
den Kopf und Kinn am 10. April 2003, einen dringenden
Verdacht auf posttraumatischen
paro
xysmalen Lagerungsschwindel, eine Kieferköpfchenfraktur beidseits und eine
Akzentuierung von vorbestehen
den Kopf- und Gesichtsschmerzen sowie eine
Rippen
quetschung
li
nks seit 1
0.
April 2003
und attestierte dem Be
schwer
de
führer eine
aktuelle
100%ige Arbeits
un
fähigkeit seit dem 1
0.
April 2003
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Angestellter eines Reinigungs
institutes
bis auf weiteres. Als Diagnose
ohne Aus
w
irkung auf die Arbeits
fähigkeit nannte sie
rezi
divierende Kopf- und Gesichtsschmerzen
seit einem Unfall vor 10 Jahren und eine
Prognat
h
ie
.
Unter angegebene
Beschwerden des Be
schwerde
führers
notierte
Dr.
C._
„3-4 Schwindelattacken pro 24 Stunden. Gleichzeitig jeweil
s
Übel
keit. Sich fest
halten oder hinsetzen müssen, da Sturzgefahr. Dauernde Kopf
schmer
zen, Schwerpunkt
frontotemporal
, Intensität wechselhaft. Rechts Aus
strahlung der Schmerzen ins linke Ohr. Rechts Kopfseite wie ein Stein. Nacht
ruhe wegen der Schmerzen teils stark gestört. Aktuelle Medikation:
Zoloft
,
Tramal
,
Mefenacid
,
Saroten
,
Stugeron
.“
Ob dem Beschwerdeführer allerdings eine
be
hinderungs
an
gepasste
Tätigkeit zumutbar wäre, sei offen, da zuerst eine ent
sprechende Eva
luation
zu erfolgen hätte
.
3.4
Am 16. Dezember 2004
(Urk. 8/13/4)
berichtete
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Ohren
, Nasen- und Hals
krankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie und Arbeitsmedizin, von de
r SUVA-Abteilung Arbeitsmedizin
, dass wesentliche Störungen des Gleichgewichtsorgans nicht mehr hätten objektiviert werden können, so dass die Diagnose eines phobischen Schwindels gestellt worden sei, also eigentliche psychische Folgen. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit aus ORL-ärztlicher Sicht hielt er weiter fest, dass der Beschwerdeführer ohne Anforde
rungen an das Gleichgewichtsfunktionssystem rein aus
neuro
otologischer
Sicht uneingeschränkt arbeitsfähig sei. Eine
allfällig
e
Einschränkung käme mehr von den psychischen Folgen.
3.5
Die Psychotherapeutin
G._
berichtete am 20. Januar 2005
(Urk. 8/13/2)
darüber, dass der Beschwerdeführer seit seinem Unfall an Schmerzen leide. Das depri
miere ihn und trübe seine Stimmung. Nachts wache er voller Angst auf und sei ganz verschwitzt. Die vegetative Übererregtheit und die
Vigilanzsteige
rung
be
hinderten ihn in seinem Schlafverhalten. Er könne manchmal wegen des Schwindels und Brechreizes nicht aus dem Haus gehen. Therapeutisch arbeite
sie mit dem Beschwerdeführer an der Bewältigung seiner Angst und Besorgnis sowi
e der
Vigilanzsteigerung
.
3.6
Dr. med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in seinem Bericht vom 27. März 2006 (Urk. 8/
19/22-24
) ein Schmerzsyndrom nach Un
fall, eine mittelschwere Depression (ICD-10 F32.1) mit Freud- und Hoff
nungs
losigkeit sowie Schlafstörung und eine posttraumatische
Belastungs
stö
rung
(ICD-10 F62.0) mit intrusiven Vorstellungen und
Hypera
rousal
(ohne
Ver
meidungsverhalten
, mit Leere und Hoffnungslosigkeit).
3.
7
PD Dr. med.
I._
, Oberärztin und Leiterin
Otoneurologie
, und Dr. med.
J._
, Assistenzarzt,
K._
,
L._
,
M._
, erläuterten am 17. April 2008
(Urk. 8/29/9-10)
, dass die
otoneu
rologische
Untersuchung ein peripher
vesti
buläres
Defizit links gezeigt habe, das nicht kompensiert sei, sowie eine Störung der zentralen
visuo-okulomoto
rischen
Bahnen. Dieses
unkompensierte
Defizit erkläre teil
weise die Konstanz der Gangunsicherheiten. In solchen Situationen bleibe die Therapie schwierig. Es werde trotzdem ein Versuch mit intensiver
vesti
bulärer
Physiotherapie emp
fohlen. Die Prognose bleibe jedoch nach so lange vo
r
handenen Symptomen un
günstig
.
3.
8
Dr. med.
N._
, Oberarzt Neurologie,
O._
, hielt in seinem Bericht vom 13. Mai 2008 (Urk. 8/29/17
-19
) fest, dass die Zuweisung des Be
schwer
de
führers zur neurologischen Verlaufskontrolle durch die
Beschwerde
gegnerin
erfolgt sei zur Klärung der Frage, ob ein organischer Hirnschaden vor
liege. Die klinische neurologische Untersuchung sowie die
kra
nielle
Bild
gebung mittels MRI hätten diesbezüglich keine pathologischen Be
funde er
geben. Die in den interkonventionellen radiologischen Abklärungen er
sicht
lichen beginnen
den
osteochondrotischen
Veränderungen C4-C6 seien un
spezifisch; die funktio
nelle
manual
therapeutische
Untersuchung habe auf der Höhe der zervikalen Segmente keine rele
vanten Dysfunktionen ergeben. Eine strukturelle Verände
rung der
Hals
wirbel
säule
als zusätzliche Reizkomponente sei eher unwahr
scheinlich. Betreffend der
chronifizierten
, intermittierend auf
tretenden
Trüm
melepisoden
seien aus neurologischer Sicht keine Hinweise für eine relevante
vestibuläre
Funktions
störung vorhanden, wie dies bereits mehr
fach in den fach
ärztlichen Vorberichten erwähnt worden sei.
3.
9
Dr. phil.
P._
, Fachpsychologe für
Neuropsychologie
FSP
,
Q._
, Zent
rum für Querschnittgelähmte und Hirnverletzte,
R._
,
erklärte in seinem Be
richt vom 9. Oktober 2009 (Urk.
8/40),
dass die kognitive Leis
tungsfähigkeit des Beschwerdeführers schwer gestört sei. In dieser Verfassung sei er sicher zu 100 % arbeitsunfähig. Um eine Störung dieses Ausmasses zu verursachen, müsste eine organische Hirnschädigung mit höchs
ter Wahrschein
lichkeit ein
relativ grosses Ausmass haben und in einem
bildge
benden
Verfah
ren sichtbar sein. Das MRI sei aber unauffällig. Es sei deshalb anzunehmen, dass die vorliegende massive kognitive Einschränkung psychische Ursachen habe. Am ehesten sei an eine
Angst
störung
, an eine posttraumatische
Belastungsstö
rung
im Sinne einer
Fehl
ver
arbeitung
des erlittenen Unfalls zu denken. Die de
finitive Beurteilung sei aller
dings den behandelnden
Fachperso
nen
aus dem Bereich der Psychiatrie zu über
l
assen.
3.
10
Oberärztin Dr. Dr. med.
S._
und Prof. Dr. Dr.
T._
vom
D._
führten in ihrem Bericht vom 15. Oktober
2010 (
vgl.
Urk.
10
S. 1
7
E. 3.2.1
) aus, dass der Besc
hwerdeführer über unveränderte Schmerzen in bei
den Kiefergelenken klage. Das Hauptsymptom sei der Schwindel. Bezüglich der Schmerzintensität habe der Beschwerdeführer auf der Schmerz-Skala von 0 bis 10 einen Wert von 7 bis 8 angegeben, was jedoch schwer nachvollziehbar sei, da er nicht gestresst, schmerzgeplagt oder kaltschweissig gewesen sei. Auch die Einschränkungen der Mundöffnung seien schwierig zu eruieren. Festzuhalten sei, dass der Beschwer
deführer an einer
Myoarthropathie
bei beginnender post
traumatischer Arthrose leide, was aber sicher kein Grund für eine Arbeitsunfä
higkeit sei. Der Beschwer
deführer sei aus kiefer- und gesichtschirurgischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig
(vgl. dazu auch Urk. 8/27/38-39)
.
3.1
1
Chefarzt Dr. med.
U._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, und Dr. med.
V._
, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom
A._
stellten in ihrem für die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV
Stelle, erstellten Gutachten vom 31. Oktober 2010
(
Urk. 8
/63) folgende Diagnosen
(S. 48
Ziff.
6.2
)
:
1.
Status nach 3-facher Unterkieferfraktur (paramedian links, nicht disloziert, Kieferköpfchenfraktur beidseits) nach Sturz von einer Leiter am 10.04.2003
2.
Myoarthropathie
auf dem Boden einer Kiefergelenksarthrose beid
seits bei Status nach beidseitiger Kieferköpfchenfraktur
3.
Multiple faziale Tics mit/bei:
-
möglichem Blepharospasmus
4.
Verdacht auf Analgetika-induzierte Kopfschmerzen
Diese Diagnosen hätten allerdings keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, der aktuell seine psychischen Beschwerden als im Vorder
grund stehend bezeichnet habe
(S. 27 f.
Ziff.
3.4)
. Er sei depressiv; sein Kopf schlafe; er fühle sich einfach nur schlecht und könne nicht mehr so lachen wie früher. Besonders be
lasteten ihn seine Gedächtnisstörungen. Er
klage
über stärkste
Nackenschmer
zen
mit Ausstrahlungen in den gesamten Kopf. Er habe Beschwerden bei der Nahrungsaufnahme. Zudem leide er unter einem ständigen Schwindel. Auf Nachfragen habe er aber verneint, bisher gestürzt zu sein.
Ledig
lich einmal habe er sich bei einer Schwindelattacke abfangen müssen und sich dabei an beiden Daumen wehgetan. Auf weiteres Nachfragen habe der Be
schwerdeführer auch über einen gelegentlich auftretenden beidseitigen Tinnitus geklagt. Die internis
tische Unters
uchung ergebe das Bild
eines
53-
jährigen, sehr kräftig-muskulös gebauten und kardiopulmonal kompensierten Versicherten in gutem
Allgemein
zustand
. Es hätten sich keine patho
logischen Befunde erheben lassen. Aus in
ternistischer Sicht sei der Be
schwerdeführer voll arbeitsfähig
(S. 53 ff.
Ziff.
7.3)
. Bei der rheuma
tologischen Begutachtung imponiere eine erhebliche Selbstlimitation und In
konsistenz. So seien die demonstrierten Be
schwerden sowie die teilweise mas
sive Bewegungsminderung im Bereich der Halswirbelsäule und des Kauappara
tes deutlich variabel und klinisch im demonstrierten Ausmass nicht plausibel. Auffällig sei eine ausser
ordentlich gut trainierte und seitengleich ausgeprägte Muskulatur des gesamten Haltungs- und Bewegungsapparates, insbesondere auch der
Schulter
gürtel
muskulatur
. Dies sei ein Hinweis dafür, dass der Be
schwerdeführer sich im All
tag deutlich mehr belaste, als er angebe. Namentlich könne auch keine wesent
liche Insuffizienz der Nackenmuskulatur objektiviert werden. Aus orthopädisch-rheuma
tologi
scher Sicht liege kein
Gesundheitsscha
den
vor, der die Arbeits
fähig
keit ein
schränkte. Die neurologische Untersuchung habe multiple faziale Tics sowie einen mögli
chen Blepharospasmus ergeben. Das Störungsbild sei zwar sozial störend und weiter klärungsbedürftig, jedoch kein Hinderungsgrund, um eine dem Bildungs
stand des Beschwerdeführers entspre
chende
Arbeits
tätig
keit
zu 100 % auszu
üben. Das beklagte
Kopfschmerzsyn
drom
lasse sich ange
sichts der Medikamentenanamnese differenzialdiagnostisch auch als Anal
getika-Kopf
schmerz verstehen, so dass eine Entgiftung eine deut
liche Bes
serung herbei
füh
ren könne. Es liege jedenfalls keine die Arbeitsfähig
keit mindernde dauer
hafte neurogene Störung vor. Für ein behinderndes peri
pher-
vestibuläres
Störungs
syndrom
sei kein ausreichender Anhaltspunkt vor
handen. Bei der
kiefer
or
tho
pädischen
Untersuchung imponierten deutliche Zei
chen einer
Selbst
limitation
. Es hätten weder für die demonstrierten
Funktions
ein
schränkungen
noch für den geklagten Schwindel noch die subjektiv sehr hoch angegebene
Schmerz
intensi
tät
objektive pathologisch-anatomische Be
funde erhoben werden kön
nen. Zwar habe eine
initiale
posttraumatische Arth
rose der Kiefergelenke festgestellt wer
den könne
n
, doch wirke sich das nicht auf die Arbeitsunfähigkeit aus. Bei der psychiatrischen Exploration hätten sich bei unsystematischer und unspezifischer Symptomatik keine Anhaltspunkte für eine psychische Störung ergeben, insbe
sondere nicht für eine Angststörung, ein posttraumatisches Belastungssyndrom, eine affektive Störung (depressive Epi
sode oder
Dysthymia
) oder eine
Persön
lichkeitsstörung
. Die entsprechenden
Di
agnosekriterien
seien nicht erfüllt. Es
bestünden hingegen Anhaltspunkte für eine erhebliche Selbstlimitierung und Symptomausweitung, zumal eine schwere organische neuro
logische Störung ausgeschlossen werden könne. Der Wider
spruch zur neuro
psycho
logischen Un
tersuchung von Dr.
P._
lasse an ein
be
wusst
seinsnahes
Aggravationsverhal
ten
denken. Aus psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer voll arbeitsfä
hig.
Hinsichtlich Beginn und Verlauf der Arbeitsfähigkeit führten sie sodann aus,
aufgrund
der durch das Unfallereignis vom 1
0.
April 2003 erlittenen Ver
letzun
gen
sei es
vorübergehend
zu einer Einschränkung der Arbeitsfähig
k
eit auch
in einer behinderungsangepassten
Tätigkeit, die jedoch einen thera
peutischen Hin
tergrund aufgewiesen habe, gekommen. Spätestens seit De
zember 2004 sei jedoch überwiegend wahrscheinlich wieder von einer vollen Arbeits
fähig
keit zumindest für eine Tätigkeit ohne Absturzgefahr auszugehen (S. 55
Ziff.
7.5). Der Beschwerdeführer ist hingegen
sowohl
in
der zuletzt ausge
übten Erwerbs
tä
tig
keit als Reinigungskraft überwiegend wahrscheinlich seit De
zember 2004 unter der Einschränkung des Arbeitens ohne Absturzgefahr als auch in seinem all
ge
meinen
Leistungs
spektrum
entsprechend für alle
Verweis
tätigkeiten
zu 100 % arbeits
fähig.
3.1
2
Dr.
med.
W._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
nahm am 17. Januar 2011
(Urk. 3/7)
zum
A._
-Gutachten
Stellung
.
Er kritisierte dabei ins
besondere die psychiatrische Beurteilung: Der beschriebe
nen Angst-, Schmerz- und
Posttraumasymptomatik
und der
Wesensverände
rung
werde zu Unrecht jeglicher Krankheitswert abgesprochen. Dafür sei dem Gutachten aber keine hinreichende Erklärung zu entnehmen. Es werde aus dem angeblichen Um
stand, dass keine psychiatrische Diagnose zu stellen sei, auf eine
Selbst
limi
tierung
und praktisch auf eine Simulation geschlossen, für die es sonst keine Hinweise gebe. Ungünstige posttraumatische Entwicklungen, die durchaus auch schwer invalidisierenden Charakter haben könnten, seien in der psy
chiatrischen Praxis und Literatur bekannt und beruhten grösstenteils auf unbe
wussten Pro
zessen. Weiter bemängelte Dr.
W._
am Gutachten, dass die anam
nestischen Erhebungen unvollständig gewesen seien; es sei auf jegliche
Fremd
anamnesen
verzichtet worden.
3.1
3
Dr.
E._
äusserte sich am 18. Januar 2011
(Urk. 3/8)
dahingehend, dass es beim Be
schwerde
führer zu einer posttraumatischen Belastungsstörung gekom
men sei. Diese äussere sich in chronischen Ängsten und phobischem Schwindel. Trotz un
auffälliger neurologischer Untersuchung und des unauffälligen MRI-Befundes sei er in seiner subjektiven Empfindlichkeit massiv eingeschränkt. Er sei unfä
hig, konzentriert zu arbeiten, und auf die tägliche Einnahme von Medi
kamenten (Antidepressiva und
Anxiolytika
)
angewiesen
.
3.1
4
Am
3.
März 2011
(Urk. 8/90)
führte
Dr.
U._
vom
A._
in seiner Stellung
nahme zu der Fra
ge, ob der Inhalt der Be
richte
von
Dr.
W._
v
om 17.
Januar 2011 (E. 3.1
2
hiervor) und
Dr.
E._
vom 1
8.
Januar 2011 (E. 3.1
3
hiervor) etwas an ihrer in ihrem Gutachten gezogenen Schlussfolgerung ändere,
aus
, dass
sie an ihrer Schlussfolgerung festhielten und die Begutachtung korrekt und der Form ent
sprechend durchgeführt worden sei. Insbesondere habe sich
der allgemein psychopathologische Befund
bis auf einen leicht ge
reizten,
morös
verstimmten Affekt – welchem jedoch kein
Krankheits
wert
im psy
chiatrischen Sinne zugeschrieben werden könne
–
als nahezu unauffällig
gezeigt.
Die psy
chiatrische Beurteilung
basiere
auf
dem
Vorliegen be
ziehungs
weise Fehlen einer typischen Symptomatologie, welches eine Diagnose ge
mäss ICD-10 begründen würde
. Invalid
itäts
fremde Faktoren und
konstellative
Um
stände seien bei der Bewertung der Arbeitsfähigkeit strikt ausser Acht ge
las
sen worden. Hinsichtlich des Berichtes von
Dr.
E._
führte
Dr.
U._
weiter aus, dass es sich hierbei
weder
um einen fachärztlich aus
ge
wiesenen Befund
noch um eine ICD-10 Diag
nose, sondern um eine deskriptive Symptomschilderung handle.
3.1
5
Auch Dr. med.
AA._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, und Prof. Dr. med.
BB._
, Facharzt FMH für Neurologie, vom
B._
äusserten sich in ihrer Stellungnahme vom 4. März
2011
(Urk. 3/5
)
kritisch zum
A._
-Gutachten: Im Wesentlichen wurde be
mängelt, dass die anamnestischen Angaben lückenhaft seien, die psychopa
thologische Befunderhebung weder formal noch inhaltlich den üblichen An
sprüchen genüge, die neurologischen Diagnosen nicht überzeugten und es nicht nach
vollziehbar sei, dass keine psychiatrischen Diagnosen gestellt worden seien. Das
A._
-Gutachten genüge den in BGE 122 V 160 festgehaltenen
Qualitäts
kriterien
weder in formeller noch materieller Hinsicht.
3.1
6
Der seit März 2006 behandelnde
Psychiater
Dr.
W._
nannte im
Verlaufsbe
richt
vom 1
4.
März 2012
(Urk. 3/9)
als psychiatrische Diagnosen, eine ausge
prägte persistierende post
traumatische Angst-, Schwin
del- und
Schmerzsymp
tomatik
mit Schlaf
störung sowie dissoziativ an
mutende
r
Gangun
sicherheit
w
ie ein
flashbackhaftes
Wieder
erleben
des Sturzes, eine chronische Depression mittleren Grades, eine deut
liche
Persönlich
keits
ver
änderung
mit
Merkfähig
keitsstörung
,
Interessen
ein
engung
, Perse
veratione
n
bei klinischem Verdacht auf ursprünglich organische Komponente und neuro
logisch stark pathologischem Testbefund.
Dr.
W._
führte weiter aus, der Verlauf sei ausgesprochen ungünstig. Die Un
sicherheit, schlechte Zukunftsaussichten wie die anhaltende Verkennung
der
Be
hinderung
des Beschwerdeführers
hätten sowohl auf sein Befinden als auch
auf den medizinisch-psychiatrischen Befund, insbesondere auf die therapeuti
schen Möglichkeiten
,
negative Auswirkungen
, indem seine depressive und funktionelle Einengung zunehme. Unter den gegebenen Bedingungen sei die Prognose schlecht. Bei zusätzlichem Wegfall der privaten menschlichen Unter
stützung, der früher oder später zu erwarten sei, müsse mit seiner Verelendung gerechnet werden. Der Beschwerdeführer sei höchstens in einem spezifischen geschützten Rahmen sehr be
schränkt arbeitsfähig, aber nicht erwerbs- und schon gar nicht
vermittlungs
fähig
. Unter günstigen Bedingungen und entspre
chender Schulung könnten in einer gut betreuten stationären Situation die posttraumatischen Beschwerden und seine depressive Stimmungslage und Ein
schränkung allenfalls etwas einge
dämmt und die Medikation optimiert werden, an der er
jetzt aus Ängsten und negativen Erfahrungen festhalte.
4.
4.1
Nicht bestritten und zu Gunsten des Beschwerdeführers auch nicht zu beanstan
den ist, dass er seit dem
1.
April 2003 bis zum 2
8.
Februar 2005 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. So ist aufgrund der echtzeitlichen
Arzberichte
erstellt, dass sich der Beschwerdeführer nach seinem Sturz von der Leiter am 1
0.
April 2003 verschiedene Verletzungen zuzog, in der Folge ein Schwindel auftrat und er vollumfänglich arbeitsunfähig war (E. 3.1). Nach Ablauf des Wartejahres im April 2004 bestand demnach Anspruch auf eine ganze Rente. Spätestens im Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung vom Dezember 2004 (die medizinischen Akten sprechen gar bereits vorher von der Wiedererlangung einer teilweisen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, E. 3.2) lag indes keine unfallbedingte Gesundheitsschädigung mehr vor, wurde der Schwindel als pho
bisch und damit psychisch bedingt erachtet und reduzierten sich die Beschwer
den auf solche psychischer Natur (E. 3.4). Dies ergibt sich denn auch aus dem inzwischen rechtskräftigen Urteil des hiesigen Gerichtes UV.2011.00075 vom 3
0.
November 2012
(
Urk.
10 E. 3.3.3
)
, in welchem festgestellt wurde, dass beim Beschwerdeführer abgesehen von den Kiefer- und Zahnbeschwerden keine
un
fallbedingten
organischen Gesundheitsbeeinträchtigungen mehr vorliegen und die Arbeits- beziehungsweise Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers hierdurch nicht mehr eingeschränkt ist.
Damit ist die Rentenaufhebung (unter Berücksichtigung der Dreimonatsfrist) per März 2005 in Bezug auf die Unfallfolgen grundsätzlich nicht zu beanstanden. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine un
be
fristete Rente der Eidgenössischen Invalidenversicherung hat. Dabei steht haupt
sächlich in Frage, ob der Beschwerdeführer aus psychischen Gründen in seiner
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
Auf die mit Bericht von PD
Dr.
I._
und
Dr.
J._
vom 17.
April 2008 (E. 3.
7
) neu gestellte und
laut
Urteil des Sozial
versicherungsgericht
s
UV.2011.00075
(Urk. 10 E. 3.3.3)
nicht unfallbedingte Diagnose
eines nicht kompensierten
peripheren Defizits links wird
in E. 4.6
ein
gegangen.
4.2
Der Beschwerdeführer machte gestützt auf die
B._
-Stellungnahme vom 4. März
2011
(E. 3.15)
geltend, das von der Beschwerdegegnerin eingeholte inter
dis
ziplinäre
A._
-Gutachten vom 31. Oktober 2010 vermöge den
in BGE 122 V 160 festgehaltenen
An
forderungen an den Beweiswert einer Expertise offen
sicht
lich nicht zu genügen
4.2.1
Vorab ist daran zu erinnern, dass es Sache der Rechtsanwendung und nament
lich - wie hier - im Streitfall des Gerichts ist, die Qualität medizinischer Stel
lung
nahmen zu beurteilen (vgl. Art. 61
lit
. c ATSG). Das Gericht benötigt dazu keine von einer Partei veranlasste Meta-Expertisen, die sich darauf beschränken und kaprizieren, zu
untersuchen, ob eine medizinische Stellungnahme „den er
forderlichen Kriterien
entspricht“ und sich unter anderem darüber auslassen, wel
che Qualifikationen die Gutachter haben, ob eine inter
disziplinäre Bespre
chung
stattgefunden hat oder wie es sich mit der Gliederung und der sprachli
chen
Abfassung
eines Gutachtens verhält.
4.2
.2
Zur Kritik am Gutachten, es fehlten Literaturhinweise, ist auf das Urteil des hiesi
gen Gerichts vom 14. Juni 2011 (IV.2010.00164) hinzuweisen. Es wurde zu einer bei der gleichen Institution eingeholten und vom vorliegend tätig gewor
denen Meta-Gutachter unterzeichneten Meta-Expertise mit derselben Kritik aus
geführt, es handle sich um ein bekanntes Argumentationsmuster:
Wird in einem Gut
achten wenig
oder keine Literatur zitiert, so wird dies in aller Regel als Ver
säumnis bemängelt; wird umgekehrt auf Literatur Bezug genommen, wird dem Gut
achten ein ungenügendes Eingehen auf die untersuchte Person vorge
worfen. Dieses Argumentationsmuster hat den Vorteil, dass es aus gutachterli
cher Sicht immer etwas zu kritisieren gibt. Es hat aber auch den Nachteil, dass die - eine wie die andere - Kritik als allzu wohlfeil nicht mehr als stichhaltig qualifiziert werden kann. Dies bestätigt sich nun auch im vorliegenden Fall.
4.2.3
Die Meta-Gutachter bemängelte
n,
dass
relevante anam
nestische Angaben zu den Kopf
schmerzen wie Schmerzhäufigkeit,
Schmerz
dauer
, Schmerzqualität, Schmerzlokalisation, Schmerzintensität auf
visueller Analogskala
,
Schmerz
provo
katoren
,
Schmerz
suppressoren
und Begleit
symptomen fehlten. Das Fehlen jener Angaben sei umso gravierender,
als
der für
dieses
Be
schwerde
bild
spezia
lisierte Gutach
ter (nämlich der Neurologe) diese
An
gaben eben
so nicht an
gebe.
Die
se
Kritik erweist sich insofern als aktenwidrig, als der be
gutachtende Neuro
loge in seiner
Anamnese
diesbezügliche Angaben
machte (Urk. 8/63 S.
59)
. Ins
besondere hielt er in seinem Teilgutachten fest, dass der Be
schwerde
führer den Schmerzcharakter nicht näher
habe
benennen könne
n,
ein
Schwank
schwindel
als Begleitsymptom angegeben worden und die
Schmerz
inten
sität
zum
Untersu
chungszeitpunkt
auf einer Skala von 0 bis 10
bei einem
Wert von 7 zu
liegen gekommen sei
.
4.2.4
Die Meta-Gutachter brachten
vor, die Angabe im neurologischen Teilgutachten, wonach die aufgrund der Schmerzsymptomatik benötigte Medikation nicht be
nannt werden könne, erstaune, da im Hauptgutachten die Medikamente nicht nur mit Namen, sondern auch mit der Dosierung angegeben worden sei. In Be
zug auf diesen Kritikpunkt ist
festzuhalten, dass
diese
Angabe
in
dem Sinne zu verstehen ist, als der Beschwerdeführer selbst seine Medikation nicht
hat
be
nen
nen
kö
nn
en
,
weshalb diesbezüglich auch kein Widerspruch mit dem
Haupt
gut
achten
besteht
und sich
demnach auch
Ausführungen zur geübten Kritik hin
sichtlich der gestellte Diagnose „Analgetika-Kopfschmerz“ erübrigen
.
4.2.5
Weiter monierten die Meta-Gutachter, dass sich
im neurologischen
Teil
gutach
ten
keine Angaben
zur Gedächtnisfunktion (der Hauptgutachter habe Ge
dächt
nisstörungen angegeben)
gemacht
worden seien
, obwohl diese Funktion ins Kerngebiet der Neurologie gehöre
.
In Bezug auf diesen Kritikpunkt ist festzu
halten, dass
im neurologischen
Teilgutachten
sehr wohl Angaben zu Orientie
rung,
Mnes
tik
, Denken, Intelligenz sowie n
europsychologisch
en Funktionen
gemacht wurden. Insbesondere wurde festgehalten,
dass die Merk
fähig
keit in
takt
, der Gedankengang zwa
r auf die Beschwerden eingeengt
, aber formal ge
ordnet und kohärent sei und weiter keine inhalt
lichen Denk
störungen
vorlägen
.
4.2.6
D
ie Meta-Gutachter
kritisierten ferner
,
im Gutachten
finde sich
irritier
t
ender
weise
die unsinnige Angabe „
kein Nystagmus
“
. Diesbezüglich ist fest
zuhalten, dass
der Ausdruck „kein Nystagmus“ in medizinischen Berichten stets im Sinne von „kein pathologischer Nystagmus“
verwendet wird, worauf
die Meta-Gut
achter in ihrer Expertise
denn auch
selbst schlo
ssen
.
4.2.7
Soweit die Meta-Gutachter bemängelten, dass keine formale neuro
psy
cholo
gische Untersuchung der geklagten kognitiven Defizite
des Beschwerdeführers
erfolgt sei, ist fest
zuhalten, dass
die Frage, ob u
nd welche
Zusatz
unter
suchun
gen
, darunter auch
test
(neuro-)psycho
logische
Zusatz
unter
suchungen
,
erforder
lich sind,
vom Gutachter zu beantworten
ist und g
emäss
Qualitäts
leitlinien
für psy
chiatrische Gutachten in der Eid
genös
sischen Invaliden
versicherung der Schweizer
ischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) vom Februar 2012 lediglich bei be
gründeter Indikation wie Verdacht auf
neurokog
nitive
Beeinträchtigungen oder bei schwer ob
jektivierbaren Beschwerden bezie
hungsweise geklagten Funktionseinbussen zu veran
lassen sind (
Ziff.
4.3.2.2). Selbst dann ersetzen jedoch diese Verfahren nicht die gutachterlichen Bemü
hungen, sondern stellen einen Zusatzbefund dar, der in die Gesamtbeurteilung einzubeziehen ist. Generell kann
einem
test
mäs
sigen
Er
fassen der
Psychopatho
logie im Rahmen der psychiatrischen Ex
ploration näm
lich nur ergänzende Funk
tion
beigemessen
werden; aus
schlag
gebend bleibt die klinische Untersu
chung mit Anamneseerhebung,
Symptom
erfassung
und
Ver
haltensbeobachtung
(
Urteil
des Bundesgerichts 9C_44/2007
vom
7.
April
2008 E. 3.2 mit Hinweisen). Da vorliegend
weder
an
läss
lich
der psychiatrischen
Unter
suchung
(Urk. 8/63
/
7
0-76
)
Anhaltspunkte für eine eigentliche Auffassungs-,
Konzentra
tions
-, oder
mnes
tische
Störung
er
sicht
lich waren (die vagen Aussagen wurden auf eine
Selbst
li
mi
tierung
,
De
konditionierung
und mangelnde
Anstrengungs
bereit
schaft
mit
dysphorischem
Affekt zurückgeführt) noch in der neurologi
schen Untersuchung
dies
be
züg
liche
Auf
fällig
keiten als Befunde erhoben wurden, ist der Verzicht auf die Durch
führung neuro
psy
chologischer
Test
ver
fahren
nicht zu be
anstanden.
4.3
Daraus ergibt sich, dass der Beschwerdeführer aus der
B._
-Stellungnahme nichts zu seinen Gunsten ableiten kann.
4.4
Für die Frage, ob der Beschwerdeführer in seiner
Arbeitsfähigeit
eingeschränkt ist, kann auf das polydisziplinäre
A._
-Gutachten
vom
3
1. Oktober
20
10
(
E.
3.
11
hier
vor
)
abgestellt werden: Dieses Gutachten entspricht den
praxisge
mässen
Kriterien
an den
Be
weiswert
einer Expertise
(E. 1.5
hiervor)
. So ist es für die Be
ant
wor
tung der gestellten Fragen um
fassend, gibt es doch detailliert Aus
kun
ft über die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
sowie in
einer
be
hinderungs
ange
passten
Verweist
ätigkeit
.
Ferner basiert die Expertise
auf
ein
läss
lichen
rheumatologischen
, neurologischen, kieferchirurgischen und psy
chi
atrischen
und allgemein internistischen
Unter
suchungen
,
berück
sic
htigt die geklagten Beschwerden,
setzt sich mi
t
diesen sowie dem Ver
halten des
Be
schwerdeführers
in angemessener Weise
auseinander
und
wurde weiter in Kennt
nis
der
Vorakten
ab
ge
geben.
Das Gutachten leuchtet ferner in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein. Demgemäss sind die Schlussfolgerungen der medi
zi
ni
schen Experten in einer Weise begründet, dass die
rechts
an
wen
dende
Person sie prüfend nachvollziehen kann. Es ist schlüssig dar
gelegt wor
den,
dass d
e
r Be
schwerde
führer
aufgrund
der durch das Unfallereignis vom 1
0.
April 2003
erlit
tenen Verletzungen vorübergehend
in seiner
Arbeits
fähig
keit auch in einer
be
hinderungsan
gepassten
Tätigkei
t
eingeschränkt war
und
er hernach
unter der Einschränkung des Arbeitens ohne Absturzgefahr überwiegend wahrscheinlich
in seiner zuletzt
ausge
übten Erwerbstätigkeit als Reinigungs
kraft seit Dezember
2004 als auch in seinem allge
meinen
Leistungs
spektrum
entsprechend für alle
Verweis
tätig
keiten
zu 100 % arbeits
fähig ist
.
Das Gutachten erfüllt dam
it
die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens
(vgl. vorstehend E
. 1.
5
)
, weshalb für die
Entscheid
findung
da
rauf
abzustellen ist.
4.5
Die übrigen vorliegenden (fach-)ärztlichen Beurteilungen vermögen den
Be
weis
wert
des
A._
-Gutachtens vom 3
1.
Oktober 2010 nicht zu schmälern:
4.5
.1
Das gilt zunächst für die Beurteilungen des behandelnde
n Hausarztes
Dr.
E._
(E. 3.13
hiervor) und des behandelnde
n Psychiaters
Dr.
W._
(E.
3.12 und 3.14 hiervor) wie auch für die weiteren den Beschwerdeführer psy
chiatrisch beziehungsweise psychologisch behandelnden Ärzte.
So
nannte
Dr.
E._
in seinem Arztzeugnis vom 1
8.
Januar 2011 lediglich
die
psy
chiatrische
n
Diagnosen und
schilderte
weder
Befunde
noch äusserte er sich konkret zu einer Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit noch zu mö
glichen adaptierten Tätigkeiten, weshalb seine Einsch
ätzung nicht ohne weiteres nach
voll
ziehbar ist.
Ausserdem
ist d
en im
Arztzeugnis
festgehaltenen Ein
schränkun
gen
zu entnehmen, dass
sie sich primär auf
subjektive
Angaben des Be
schwer
de
führers stützen
.
Hinzu
kommt, dass
Dr.
E._
als Facharzt für All
ge
mein
medizin nicht über die notwendigen fachlichen Voraussetzungen für eine ent
sprechende Diagnosestellung
verfügt.
Auch aus den Einschätzungen des behandelnden Psychiaters
Dr.
W._
(E
. 3.1
6
)
wonach der Beschwerdeführer aufgrund einer ausgeprägten persistierenden posttraumatischen Angst-, Schwindel- und Schmerzsymptomatik mit Schlaf
störung sowie dissoziativ anmutende
r
Gangunsicherheit
und
ein
flash
back
haftes
Wiedererleben des Sturzes, einer chronischen Depression mittleren Grades, einer deutlichen Persönlichkeitsveränderung mit
Merk
fähig
keits
störung
,
Interes
sen
ein
engung
, Perseverationen bei klinischem Verdacht auf ur
sprünglich organi
sche Komponente
n
und neuropsychologisch stark patho
logischem
Test
be
fund
nicht mehr erwerbs- und schon gar nicht
vermittlungs
fähig
sei, kann der
Be
schwerde
führer
ni
chts zu seinen Gunsten ableiten
, da auch
Dr.
W._
ledig
lich die psychiatrischen Diagnosen
nannte
ohne hierfür die Grundlage, namentlich die erhobenen Befunde, zu liefern, und
er
auch keine näheren Angaben zu funktionellen Einschränkungen machte. Dieser Bericht vermag somit die von den
A._
-Gutachtern vorgenommene und begründete Beurteilung der Arbeits
fähigkeit nicht in Frage zu stellen.
Daran ändert auch nichts, dass
laut
Dr.
W._
die Deutung eines etwas variab
len und demonstrativen Verhaltens in einer punktuellen gutachterlichen Unter
suchung als bewusstseinsnah nicht mit de
r Konstanz des Beschwerdebildes
und den konstatierten Lebenseinschränkungen in Einklang
gebracht werden könne (E. 3.12
)
,
l
iess er doch gerade die Schilderungen entsprechender objektivierba
rer Befunde vermissen.
Was die divergierenden psychiatrischen Diagnosen anbelangt, ist
anzumerken, dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht
ermes
sens
frei
erfolgen kann.
Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher prak
tisch im
mer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizi
nisch-psy
chiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (Urteil des Bundes
gerichts 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 5.1 mit Hinweis).
Objektiv fest
stellbare Gesichtspunkte, welche im Rahmen der psychiatrischen Be
gutachtung durch die
A._
-Gutachter uner
kannt geblieben und geeignet
ge
wesen wären, zu einer ab
weichenden Beurtei
lung zu führen, sind nicht er
sicht
lich.
Soweit
Dr.
W._
bemängelte, dass keine Fremdanamnese
eingeholt worden sei
(E.
3.12
), ist festzuhalten, dass
das Einholen fremdanamnestischer Auskünfte im Ermesse
n des Gutachters liegt
(vgl. hierzu etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_270/2012 vom 2
3.
Mai 2012 E.4.2 mit Hinweisen)
und
das Vorgehen des Gutachters
somit ebenfalls nicht zu beanstanden ist
.
Schliesslich
kann der Beschwerdeführer auch aus den Berichten von
Dr.
G._
vom 2
0.
Januar 2005
(E. 3.5 hiervor
)
und
von
Dr.
H._
vom 27.
März 2006
(
E. 3.6 hiervor
)
nichts
zu seinen Gunsten ableiten. Weder
Dr.
H._
noch die Psycho
therapeutin
G._
machten in ihren Berich
ten nähere Angaben z
u funktionellen Einschränkungen
noch
äusserten
sie sich zu einer möglichen Arbeitsfähigkeit.
Im Übrigen darf und soll das Gericht in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten
,
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E.
3b/cc).
Analoges gilt auch für die behandelnden Fachärzte.
4.5
.2
Sodann vermag
auch der Bericht von
Dr.
phil.
P._
vom
9.
Oktober 2009 (E.
3.
9 hiervor
)
a
n der Beurteilung der
A._
-Gutachter
nichts zu ändern, in wel
chem er dem Be
schwerde
führer aufgrund der
schwer gestörten
kognitiven Leistungsfähigkeit eine 100%ige Arbeits
unfäh
igkeit attestierte, da
er
für die Be
urteilung auf die be
handelnden Fachpersonen aus dem Bereich der Psychiatrie verwies.
4.6
Was die neu durch PD
Dr.
I._
und
Dr.
J._
gestellte Diagnose
eines nicht kom
pensierte
n
peripher-
vestibulären
Defizits links anbelangt (E. 3.
7
), ist fest
zu
halten, dass
der neurologische Teilgutachter Prof.
Dr.
med.
CC._
keine ausrei
chend sichere
n
Anhalts
punk
te für das Vorliegen eines behindernden peripher-
vestibulären
Störungssyndroms h
at finden können (Urk. 8/63/64) und damit auch keine unfallfremden organischen
,
die Arbeitsfähigkeit ein
schränkende
n
Gründe
vorliegen.
4.7
Schliesslich erweisen sich auch
die weiteren
Vorbringen des Beschwerdeführers
als nicht
stichhaltig.
Soweit der Beschwerdeführer monierte, die einmalige, relativ kurze Unter
suchung durch
Dr.
med.
DD._
sei schon vom Zeitaufwand her nicht
geeignet, die schwierige Persönlichkeit zu erhellen oder problematische
Zusammen
hangs
fragen
zwischen traumatischen äusseren Ereignissen und nachfolgender Symp
tomatik zu erörtern (Urk.
1 S. 14 oben)
, ist festzuhalten, dass
es f
ür den Aussage
gehalt eines medizinischen Gutachtens in erster Linie darauf an
kommt
, ob die Ex
pertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Trifft dies – wie hier
– zu, ist die
Un
tersuchungsdauer
grundsätzlich nicht entscheidend und damit auch nicht zu beanstanden. Zudem liegt es in der Natur der Sache, dass sich eine psychiatri
sche Begutachtung nicht auf einen gleich langen
Be
obachtungs
zeitraum
stützen kann wie die Berichte behandelnder Fachleute
.
4.8
Insgesamt erweisen sich nach dem Gesagten weder die
B._
-Stellungnahme
noch die restlichen medizinischen Berichte
sowie weiteren Vorbringen des Be
schwerdeführers
als überzeugend. Somit ist auf das
A._
-Gutachten vom
31
.
Oktober 2010
abzustellen und der medizinische Sach
ver
halt ist als dahin
gehend erstellt zu betrachten,
als der Beschwerdeführer seit dem
Unfallereignis vom 1
0.
April 2003 bis spätestens
Dezember
2004 auch in
be
hinderungsange
passter
Tätigkeit arbeitsunfähig war und hernach sowohl in bis
heriger als auch in behinderungsangepasster Tätigkeit
eine volle Arbeits
fähig
keit
(unter der Einschränkung des Arbeitens ohne Absturzgefahr)
besteht.
Ein weiterer
Abklä
rungsbedarf
besteht nicht.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich auswirkt.
Der
Beschwerdeführer
war zuletzt
vor seinem Unfall am 1
0.
April 2003
in der
Reinigungs
branche
tätig und
hätte bei se
iner
früheren Arbeitgeber
in
im Jahr 2005 ohne Gesundheitsschaden
und
einem
Stundenlohn
von
Fr.
23.
-- à 43 Wo
chen
stunden ein
jährliches Einkommen von
Fr.
51‘428.-- erzielt (
Fr.
23.-- x 43 x 52
,
Urk.
8/12
).
Obwohl ein solches Jahreseinkommen für diese Branche nicht unter
durch
schnittlich ist, ist
es
gemessen am mittleren Lohn für Männer
aller Branchen
, die Hilfsarbeiten ausführen
, relativ
wenig
. Deshalb ist zu Gunsten des Beschwerdeführers
zur Ermittlung des
Valideneinkommens
der statistische
Ta
bellenlohn
heranzuziehen und vom mittleren Lohn für Männer, die
Hilfs
arbeiten
ausführen, auszugehen.
Nachdem der Beschwerdeführer nach der Verbesserung seiner Arbeitsfähigkeit keine neue Erwerbsfähigkeit aufgenommen hat, ist
auch
das
Invaliden
ein
kom
men
anhand der LSE – und wiederum unter Einstufung des Be
schwerde
führers als Hilfsarbeiter
– zu ermitteln, womit rechnerisch ein
Prozent
vergleich
vor
ge
nommen werden kann und selbst bei einem leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn
im Umfang
von 15
%
, der
im Übrigen
im Sinne einer
Ermessens
kontrolle
nicht zu beanstanden wäre, für den fraglichen Zeitraum kein
in
vali
ditäts
begründender
Invaliditätsgrad mehr resultieren würde.
5.2
Demnach hat es mit der in der Verfügung vom
1
1.
Februar 2012
(Urk. 2) zuge
sprochenen
befristeten ganzen R
ente vom 1.
April 2004
bis zum
28.
Februar 2005
sein Bewenden.
Damit erweist sich d
ie angefochtene Verfügung vom 11
.
Februar 2012
als
rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
900
.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem
unterliegenden Be
schwerdeführer
aufzu
erlegen.