Decision ID: dc401b60-35e5-4e20-b83d-55be88ef8d64
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1953,
meldete sich am 1
0.
Dezember 2003 unter Hinweis auf psychische Beschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Rente) an (
Urk.
11/2
Ziff.
7.2 und 7.8). Die
Sozialversiche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom 2
0.
Januar 2005 bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Rente ab Dezember 2004 zu (
Urk.
11/37
=
Urk.
11/39). Mit Verfügung vom 2
3.
Juni 2005 wurde die Ren
te betragsmässig erhöht (
Urk.
11/50).
1.2
Am 1
2.
Januar 2006 reichte die Versicherte einen Antrag auf
Hilflosenentschä
digung
ein (
Urk.
11/54). Mit Verfügung vom 2
3.
März 2006 sprach die IV-Stelle der Versicherten ab Februar 2005 eine Entschädigung für eine Hilflosigkeit leichten Grades zu (
Urk.
11/59).
Nach einem im Januar 2010 eingeleiteten Revisionsverfahren (vgl.
Urk.
11/63) teilte die IV-Stelle der Versicherten
a
m 2
0.
Mai 2010 mit, der Rentenanspruch
und der Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
seien unverändert (
Urk.
11/68-69).
1.
3
Nach einer a
m 1
5.
März 2013
erfolgten weiteren Anmeldung (
vgl.
Urk.
11/
76
) holte die IV-Stelle
unter anderem
einen Abklärungsbericht für
Hilf
l
osenent
schädigung
ein, d
er
am
1
1.
September 2013
erstattet wurde (
Urk.
11/88
). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
11/89
;
Urk.
11/91;
Urk.
11/96
)
hob
die
IV-Stelle mit Verfügung
en
vom
2
8.
November 2013
die bisher ausgerichtete
Hilflosenentschädigung
auf (
Urk.
11/98 =
Urk.
2) und verneinte
eine
n Anspruch auf einen Assistenzbeitrag (
Urk.
11/97 =
Urk.
7/2
)
.
2.
Die Versicherte erhob am
1
7.
Januar 2014
Beschwerde gegen die Verfügung vom
2
8.
November 201
3
betreffend
Hilflosenentschädigung
(
Urk.
2) und bean
tragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihr weiterhin die
Hilf
losenentschädigung
auszurichten
(
Urk.
1
S. 2
Ziff.
1
).
Ebenfalls am 1
7.
Januar 2014 erhob sie Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
8.
November 2013 betreffend Assistenzbeitrag (
Urk.
7/2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr der beantragte Assistenzbeitrag zuzusprechen (
Urk.
7/1 S. 2
Ziff.
1).
Mit Gerichtsverfügung vom 2
3.
Januar 2014 wurden die beiden Verfahren verei
nigt (
Urk.
7/6,
Urk.
8).
D
ie IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
7.
Februar 2014
(
Urk.
10
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
6.
Mai 2014
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2
Ziff.
II,
Urk.
7/1 S. 2
Ziff.
II
) die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsver
tretung
bewilligt und der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
14
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
42
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos sind, Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf (
Art.
9 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Im Bereich der Invali
den
versicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (
Art.
42
Abs.
3 Satz 1 IVG).
1.2
Nach
Art.
38
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne von
Art.
42
Abs.
3 IVG vor, wenn eine volljährige, versicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Ist lediglich die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer Hilflosigkeit gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine
Viertelsrente
bestehen (
Art.
38
Abs.
2 IVV).
Zu berücksichtigen ist nur diejenige lebenspraktische Begleitung, die regelmäs
sig und im Zusammenhang mit den in Absatz 1 erwähnten Situationen erfor
derlich ist. Nicht darunter fallen insbesondere Vertretungs- und
Verwaltungs
tä
tig
keiten
im Rahmen vormundschaftlicher Massnahmen nach
Art.
398-419 des Zivilges
etzbuches (
Art.
38
Abs.
3 IVV).
Als regelmässig im Sinne von
Art.
38
Abs.
3 Satz 1 IVV gilt die
lebensprak
ti
s
che
Begleitung, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durch
schnitt mindestens 2 Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 133 V 450 E. 6.2).
Die lebenspraktische Begleitung beinhaltet weder die (direkte oder indirekte) Dritthilfe bei den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen noch die Pflege noch die Überwachung. Sie stellt vielmehr ein zusätzliches und eigenständiges Insti
tut der
Hilfe dar (BGE 133 V 450 E. 9).
1.3
Ist der dauernde Bedarf für lebenspraktische Begleitung (vorstehend E. 1.2)
aus
gewiesen, so begründet dies eine Hilflosigkeit leichten Grades (
Art.
37
lit
. e IVV).
1.4
Versicherte, denen eine
Hilflosenentschädigung
ausgerichtet wird, die zu Hause leben und die volljährig sind, haben Anspruch auf einen Assistenzbeitrag (
Art.
42
quater
Abs.
1 IVG).
1.5
Bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Bemessung der Hilflosigkeit ist eine enge, sich ergänzende Zusammenarbeit zwischen ärztlicher Fachperson und Verwaltung erforderlich. Erstere hat anzugeben, inwiefern die versicherte Per
son in ihren körperlichen beziehungsweise geistigen Funktionen durch das Lei
den eingeschränkt ist. Der Versicherungsträger kann an Ort und Stelle weitere Abklärungen vornehmen. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berück
sichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzei
gen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie den
tatbe
standsmässigen
Erfordernissen der dauernden persönlichen Überwachung und der Pflege (
Art.
37 IVV) sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschrie
benen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbe
sondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 130 V 61 ff. E. 6.1.1 und 6.2; AHI 2000 S. 319 f. E. 2b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der einen der beiden angefochtenen Verfügun
gen (
Urk.
2) davon aus, gemäss der erfolgten Abklärung sei
die lebenspraktische Begleitung von 2 Stunden wöchentlich nicht mehr ausgewiesen, deshalb seien die Voraussetzungen für die bisher ausgerichtete
Hilflosenentschädigung
nicht mehr erfüllt (S. 2 unten). Die Beschwerdeführerin habe - bei unveränderten medi
zinisch-diagnostischen Verhältnissen
- ihre Lebensumstände derart anpas
sen können, dass die Begleitung nicht mehr im geforderten zeitlichen Mindest
mass benötigt werde (S. 3 oben).
Mangels Hilflosigkeit bestehe kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag (
Urk.
7/2 S. 2 oben).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) auf den Standpunkt, die Annahme der Beschwerdegegnerin, sie benötige ledig
lich eine Stunde pro Woche eine lebenspraktische Begleitung, sei lebensfremd, habe doch seit der letzten Revision (2009) keine objektiv wesentliche gesund
heitliche Verbesserung stattgefunden, womit per se ein Revisionsgrund fehle. Ohne Abklärungen über ihren aktuellen medizinischen und psychosozialen Zu
stand könne kein begründeter Sachentscheid gefällt werden (S. 6 f.
Ziff.
2.10).
Sie könne nur wegen der lebenspraktischen Begleitung alleine in ihrer Woh
nung leben (S. 7 f.
Ziff.
2.12). Der behandelnde Psychiater habe ab 1
9.
Novem
ber 2013 für die Dauer von sechs Monaten zwei mal 90 Minuten pro Woche
Psychospitex
verordnet (vgl.
Urk.
3/3-4); damit stehe fest, dass sie weiterhin auf lebenspraktische Begleitung angewiesen sei (S.
8 f.
Ziff.
2.14).
Werde der Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
bejaht, seien sämtliche Voraus
setzungen für die Ausrichtung eines Assistenzbeitrags erfüllt (
Urk.
7/1 S.
5
Ziff.
2.6).
2.3
In der Beschwerdeantwort (
Urk.
10)
führte die Beschwerdegegnerin unter ande
rem aus, die Beschwerdeführerin nehme die Hilfe der Spitex nicht mehr in Anspruch (S. 2 oben), und
machte
ge
ltend,
dies stelle eine erhebliche
Sachver
haltsveränderung
dar, womit ein Revisionsgrund ausgewiesen sei (S. 3 unten).
3.
3.1
Gemäss Feststellungsblatt vom
8.
November 2004 erfolgte die
Zusprache
einer ganzen Rente im Jahr 2005 aufgrund einer diagnostizierten Anpassungsstörung und einer seit 1981 bestehenden paranoiden Schizophrenie (
Urk.
11/31 S. 1 Mitte) und basierte hauptsächlich auf einem Bericht von
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychiatrie FMH, und
Dr.
phil.
Z._
, klini
scher Psychologe und Supervisor, datiert vom 2
8.
Juli
2004, eingegangen am
3
0.
September 2004 (vgl.
Urk.
11/31 S. 3), in welchem eine Restarbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit von 30
%
attestiert worden war (
Urk.
11/29).
3.2
Am 2
8.
Februar 2006 erfolgte eine Abklärung betreffend Hilflosigkeit, worüber am 1
7.
März 2006 berichtet wurde (
Urk.
11/55).
Die Abklärungsperson bejahte einen Bedarf
an
regelmässige
r
lebenspraktische
r
Begleitung. Um den Haushalt erledigen zu können, benötige die Beschwerde
führerin Hilfe in Form von Motivation. Diese erhalte sie aus Gesprächen mit einer Person der
Psychospitex
, dies 1 Stunde pro Woche (S. 2 unten).
Die administrativen Belange würden von einem Bekannten erledigt; seit Dezem
ber 2005 erhalte sie auch Unterstützung durch eine Haushalthilfe der
Psycho
spitex
. Im Abklärungsbericht wurde dafür ebenfalls 1 Stunde pro Woche ein
gesetzt (S. 3 oben).
Die Voraussetzungen der Regelmässigkeit, der Dauer und der Intensität des Be
darfs an Begleitung seien eindeutig erfüllt, zwei Stunden wöchentlich über eine Zeitspanne von mindestens drei Monaten seien ausgewiesen (S. 3 unten).
3.3
In einem Beiblatt zum Revisionsfragebogen vom 2
2.
Januar 2010 (
Urk.
11/63/5) - abermals eingereicht am 1
9.
Juli 2013 (
Urk.
11/86) - führte die Beschwerde
füh
rerin aus, der - näher umschriebene - Bedarf an persönlicher Assistenz be
trage in
unpsychotischen
Zeiten über 4 Stunden pro Wo
che; in psychotischen (Krisen-)
Zeiten benötige sie bis zu 2 Stunden pro Tag, um zu Hause in der gewohnten Umgebung leben zu können.
3.4
Dr.
Y._
gab im Berichtsformular vom
6.
Mai 2010 (
Urk.
11/66/5-7) unter ande
rem an, die Beschwerdeführerin benötige lebenspraktische Begleitung; der Bedarf werde durch 2
-
3 Stunden pro Woche durch eine persönliche Assistenz abgedeckt (S. 3
Ziff.
9).
3.5
Am
8.
August 2013 fand eine weitere Abklärung betreffend
Hilflosenentschädi
gung
statt, über die am 1
1.
September 2013 berichtet wurde (
Urk.
11/88).
Die Abklärungsperson führte unter anderem aus, betreffend lebenspraktische Begleitung hätten sich seit der 2006 erfolgten Abklärung Änderungen ergeben. Die Beschwerdeführerin
habe zurz
eit auf privater Basis eine
Assistenzperson für 3 Wochen pro Stunde angestellt (S. 3 Mitte). Es sei ihr ein grosses Anliegen, die benötigten Dienste selbst einzuteilen und anzuleiten. Deshalb wolle sie auf kei
nen Fall
die
Spitex anfordern; die Fachkräfte der Spitex hätten Forderungen gestellt und ihr beispielsweise vorschreiben wollen, wie sie diverse Dinge des Alltags organisieren wolle
. Sie stelle sich vor, dass ihre Angestellte diverse weitere Dienste
,
wie Sekretariatsarbeiten, Begleitung zu ausserhäuslichen
Terminen und vermehrte Joggingtouren mit dem Dackel,
übernehmen
würde
(S.
3 unten).
Die Abklärungsperson führte aus, die Beschwerdeführerin liefere ein eindrückli
ches Beispiel an selbstorganisiertem Leben. Sie habe zu ihrer Unterstützung eine Assistenzperson für 3 Stunden pro Woche - mehr sei finanziell nicht machbar
an
gestellt. Davon könne 1 Stunde wöchentlich (nämlich das Sicherstellen der Wohnungspflege) als regelmässige lebenspraktische Begleitung angerechnet werden (S. 4 oben = S. 6 unten).
Abschliessend hielt die Abklärungsperson fest, aus ihrer Sicht seien die
An
spruchsvoraussetzungen
für die Ausrichtung einer
Hilflosenentschädigung
auf
grund lebenspraktischer Begleitung nicht mehr erfüllt, und warf die Frage auf, ob dies aus medizinischer Sicht bestätigt werden könne (S. 7 unten).
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte daraufhin am
5.
September 2013 aus, nach Durchsicht des Dossiers und der detaillierten Darstellung des aktuellen Berichts des Abklärungsdienstes sei die Versicherte trotz ihres bestehenden
Ge
sundheitsschadens
in ihrem Alltag sehr autonom, entscheidungsfähig und selbststrukturierend. Eine dauernde und regelmässige Hilfestellung durch eine Drittperson in Form einer lebenspraktischen Begleitung sei aus
versicherungs
medizinischer
Sicht anhand des ausgewiesenen Gesundheitsschadens nicht aus
gewiesen (S. 8 oben).
3.6
Im November 2013 verordnete
Dr.
Y._
(vorstehend E. 3.1) 2 x 90 Minuten
Psychospitex
pro Woche (
Urk.
3/3-4).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrem Entscheid ausschliesslich auf den im September 2013 erstatteten Bericht über die im August 2013 erfolgte Ab
klärung (vorstehend E. 3.5).
Es darf davon ausgegangen werden, dass die Abklärungsperson im genannten Bericht die Angaben der Beschwerdeführerin zutreffend festgehalten und prä
zise wiedergegeben hat.
Zu bezweifeln ist jedoch, ob eben diese Angaben der Beschwerdeführerin in dem Masse zum Nennwert genommen werden dürfen, wie dies die
Beschwerde
gegnerin
getan hat.
Das Hochfliegende der von der Beschwerdeführerin geschil
derten Pläne ist so auffällig, dass auch an einen gewissen Realitätsverlust zu denken wäre.
Auch die Begründung der Beschwerdeführerin dafür, dass sie die
Unterstützung der Spitex nicht (mehr) wolle, weist in die gleiche Richtung; sie störte sich offensichtlich daran, von dieser Seite mitunter auch gesagt zu erhal
ten, was sie nicht unbedingt hören
wollte
.
Es überwiegen die Anzeichen, dass es sich bei der von der Beschwerdeführerin vermittelten Hochstimmung um eine Momentaufnahme handelte, die nicht das Fundament des Leistungsentscheids sein kann. So reichte sie im Juli 2013 noch einmal die gleiche Zusammenstellung betreffend Assistenzbedarf ein wie 2010 (vorstehend E. 3.3); damals hatte ihr Psychiater den Umfang der erforderlichen lebenspraktischen Begleitung auf 2
-
3 Wochenstunden veranschlagt (vor
stehend E. 3.4).
Entscheidend ins Gewicht fällt vor diesem Hintergrund, dass der behandelnde Psychiater im November 2013 wiederum 2 x 90 Minuten pro Woche
Psycho
spitex
verordnete (vorstehend E. 3.6). Dies belegt eindrücklich, dass die Beschwer
deführerin - entgegen dem von ihr im August 2013 erweckten An
schein - im Verfügungszeitpunkt weiterhin in anspruchsrelevantem Umfang der lebenspraktischen Begleitung bedurfte.
4.2
Ist, wie dargelegt, der Sachverhalt dahingehend erstellt, dass auch im
Verfü
gungs
zeitpunkt
ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung ausgewiesen war, so fehlt es an einer wesentlichen Veränderung, womit sich die revisionsweise Auf
hebung der
Hilflosenentschädigung
als unrechtmässig erweist.
Die entsprechende Verfügung ist deshalb in Gutheissung der Beschwerde aufzu
heben.
Der Beschwerdegegnerin ist es unbenommen, die Verhältnisse erneut abzuklä
ren, dies jedoch unter Einbezug aussagekräftiger ärztlicher Beurteilungen (vor
stehend E. 1.5).
4.3
Die Beschwerdegegnerin hat, da
mit der Aufhebung der
Hilflosenentschädigung
ohnehin eine Anspruchsvoraussetzung nicht erfüllt war
,
einen allfälligen An
spruch auf einen Assistenzbeitrag nicht näher geprüft. Dies bleibt nachzuholen, so dass die betreffende Verfügung aufzuheben und die Sache zur entsprechen
den Prüfung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.
5.
5.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Inva
lidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat
innert der ihr angesetzten Frist keine Honorarnote eingereicht (vgl.
Urk.
16), so dass die ihr zustehende Entschädigung - wie in Aussicht gestellt - vom Gericht festgesetzt wird, dies b
eim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
200.-- (zuzüglich Mehr
wertsteuer)
auf
Fr.
2‘100.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
.