Decision ID: afe2f197-d005-41fc-8662-ea068c206352
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung, vom 13. Juli 2015 (EE150053-L)
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Rechtsbegehren:
"1. Es sei zwischen den Parteien gerichtlich die Gütertrennung anzuordnen per 20. Februar 2015.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Gesuchsgegnerin (zzgl. MwSt.)."
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung, vom 13. Juli 2015:
1. Der Antrag des Gesuchstellers auf Anordnung der Gütertrennung wird .
2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'500.– festgesetzt. 3. Die Gerichtskosten werden dem Gesuchsteller auferlegt und mit dem geleis-
teten Vorschuss verrechnet. 4. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchsgegnerin eine Parteient-
schädigung von Fr. 1'500.– (zzgl. 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 5. [Mitteilungssatz]. 6. [Rechtsmittelbelehrung].
Berufungsanträge:
des Gesuchstellers und Berufungsklägers (Urk. 22):
1. Dispositivziffer 1 des Urteils vom 13. Juli 2015 (EE150055 [recte EE150053])
sei aufzuheben und es sei zwischen den Parteien gerichtlich die  anzuordnen per Datum Einreichung des Gesuchs bei der Vorinstanz.
2. Dispositivziffern 3 und 4 des Urteils vom 13. Juli 2015 seien aufzuheben und
es sei über die Kosten- und Entschädigungsfolge der Parteien gemäss  dieses Verfahrens zu entscheiden.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Berufungsbeklag-
ten (zzgl. MwSt).
der Gesuchsgegnerin und Beschwerdegegnerin (Urk. 30):
1. Die Berufung gegen das Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfah-
ren am Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung, vom 13. Juli 2015 (EE150053-L) sei vollumfänglich abzuweisen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. Mehrwertsteuer) zulas-
ten des Gesuchstellers und Berufungsklägers.
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Considerations:
Erwägungen:
I.
1. Das Einzelgericht im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Uster er-
liess am 5. Juli 2013 Eheschutzmassnahmen. Dabei erklärte es die Parteien zum
Getrenntleben berechtigt und regelte die Nebenfolgen (Urk. 2). Am 20. Februar
2015 reichte der Gesuchsteller beim Bezirksgericht Zürich ein Gesuch um Anord-
nung der Gütertrennung ein (Urk. 1). Für das Verfahren vor Vorinstanz ist auf den
angefochtenen Entscheid zu verweisen (Urk. 23 S. 2 f.). Mit Urteil vom 13. Juli
2015 wies die Vorinstanz das Begehren ab (Urk. 23 S. 12).
2. Der Gesuchsteller und Berufungskläger (fortan Gesuchsteller) erhob am
23. Juli 2015 Berufung mit den zitierten Anträgen (Urk. 22). Der mit Verfügung
vom 29. Juli 2015 verlangte Kostenvorschuss ging fristgerecht ein (Urk. 27 und
28). Die Berufungsantwort der Gesuchsgegnerin und Berufungsbeklagten (fortan
Gesuchsgegnerin) datiert vom 27. August 2015 und wurde mit Verfügung vom 3.
September 2015 der Gegenseite zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 30 und 31).
II.
1. Die Vorinstanz prüfte zunächst, ob es sich beim Begehren um Anordnung
der Gütertrennung um ein Abänderungsverfahren handelt, was vom Gesuchsteller
verneint und von der Gesuchsgegnerin bejaht wird. Die Vorinstanz liess die Frage
letztlich offen, da die Anordnung der Gütertrennung so oder anders nicht gerecht-
fertigt sei (Urk. 23 S. 7).
2.1 Zur Abweisung des Begehrens erwog die Vorinstanz das Folgende: Die Re-
gelung von Art. 185 Abs. 2 ZGB, wonach ein Ehegatte bei wichtigen Gründen je-
derzeit beim Gericht die Anordnung der Gütertrennung verlangen könne, werde
im Eheschutzverfahren analog herangezogen. Nach der strengen Praxis des
Bundesgerichts (BGE 116 II 21) würde die endgültige Aufhebung des gemeinsa-
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men Haushaltes nicht genügen, es seien vielmehr alle Umstände zu prüfen, in
welchen die Ehegatten lebten. Auch blosse Veränderungen der wirtschaftlichen
Verhältnisse der Ehegatten würden dazu nicht ausreichen. Vielmehr werde die
Gefährdung finanzieller Interessen eines Ehegatten verlangt. Das Obergericht des
Kantons Zürich hingegen habe das Anstreben der späteren Scheidung eines
Ehegatten genügen lassen (ZR 100 Nr. 24). Diese im Widerspruch zu BGE 116 II
21 stehende Rechtsprechung werde in der Lehre kritisiert. So müsse die strenge-
re Rechtsprechung des Bundesgerichts - wonach jeder Einzelfall im Lichte von
Art. 175 ZGB betrachtet werden solle - weiterhin gelten (Urk. 23 S. 7 ff.).
Demnach - so die Vorinstanz - müsse das Vorliegen einer wirtschaftlichen Ge-
fährdung des die Anordnung der Gütertrennung beantragenden Ehegatten glaub-
haft gemacht werden. Das Bundesgericht habe die Frage, ob neben dem Schei-
dungswillen noch weitere Gründe, welche die Anordnung der Gütertrennung
rechtfertigten, im Entscheid BGer 5A_2013 vom 13. September 2013 offen gelas-
sen. Mit Urteil vom 26. Mai 2015 (BGer 5A_945/2014) habe das Bundesgericht
indessen die Frage der Anordnung der Gütertrennung in Eheschutzverfahren
höchstrichterlich entschieden. Dabei habe es erwogen: "...ist die Tatsache, dass
eine Wiedervereinigung unwahrscheinlich erscheint, für sich alleine kein Um-
stand, der die Anordnung der Gütertrennung rechtfertigt. Erforderlich sind viel-
mehr weitere, am Katalog von Art. 175 ZGB orientierte Umstände, wobei das Kri-
terium der Gefährdung wirtschaftlicher Interessen im Vordergrund steht. Die kan-
tonale Praxis mag teilweise in eine andere Richtung weisen (...) und eine lockere-
re Praxis verfolgen. Für eine solche Lockerung bestehen jedoch keine Gründe.
Die Anordnung der Gütertrennung stellt einen schweren Eingriff in den Güterstand
dar. Er darf nicht zu leichtfertig vorgenommen werden, denn mit der Gütertren-
nung verlieren die Ehegatten güterrechtliche Anwartschaften. Der gesetzlich vor-
gesehene Zeitpunkt für die Auflösung des Güterstandes (Art. 204 Abs. 2 ZGB,
Art. 236 Abs. 2 ZGB) würde im Scheidungsverfahren nach Art. 114 ZGB wohl fak-
tisch bedeutungslos; in güterrechtlicher Hinsicht würde die Auflösung der Ehe ins
Eheschutzverfahren vorverlagert. Zudem wiegt der Eingriff auch insofern schwer,
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als die Massnahme bei einer Wiedervereinigung der Ehegatten nicht automatisch
dahinfällt (Art. 179 Abs. 2 ZGB)." (Urk. 23 S. 8f.).
2.2 Der Gesuchsteller habe sein Begehren damit begründet, dass die Gesuchs-
gegnerin im Zeitpunkt der Trennung am 22. Juni 2013 ihre Einwilligung zur Schei-
dung nicht gegeben habe. Er habe geltend gemacht, eine Wiedervereinigung sei
ausgeschlossen und er werde die Scheidungsklage nach Ablauf der zweijährigen
Trennungsfrist im Juni 2015 einreichen. Wenn das Eheschutzverfahren einzig der
Scheidungsvorbereitung diene, liege kein hinreichender Grund mehr vor, die enge
wirtschaftliche Bindung des Güterstandes der Errungenschaftsbeteiligung auf-
recht zu erhalten. Demgegenüber habe die Gesuchsgegnerin ausführen lassen,
dass die vorläufige Trennung zu einer vorübergehenden Entspannung vorange-
gangener regelmässiger Streitereien hätte führen sollen. Es sei keineswegs klar
gewesen, dass eine Wiedervereinigung ausgeschlossen würde. Der Zeitpunkt der
Einreichung des jetzigen Gesuchs falle exakt in die Zeit, in der beim Arbeitgeber
des Gesuchstellers gewohnheitsmässig Boni und Gewinnbeteiligungen ausbe-
zahlt würden. Ohne Anordnung der Gütertrennung hätte die Gesuchsgegnerin ei-
nen Anspruch auf Beteiligung an diesen Zusatzleistungen. Das sei der Grund für
die Einreichung des Gesuchs. Indessen sei eine wirtschaftliche Gefährdung, wie
vom Bundesgericht gefordert, nicht glaubhaft gemacht (Urk. 23 S. 9 f.).
2.3 Die Vorinstanz schloss in Nachachtung des jüngsten bundesgerichtlichen
Entscheids, dass die endgültige Auflösung des gemeinsamen Haushaltes und der
Scheidungswille für die Anordnung der Gütertrennung nicht genügen würden. Es
sei vielmehr nach dem finanziellen Risiko einer Fortsetzung der Errungenschafts-
beteiligung oder dem wirtschaftlichen Nutzen eines Übergangs zur Gütertrennung
zu fragen (unter Verweis auf Vetterli, FamKomm Scheidung, Art. 176 N 41). Von
einer Gefährdung sei indes nicht die Rede. Der Gesuchsteller habe insbesondere
vortragen lassen, dass die Parteien ihre eigenen Kassen führten - so hätten sie
das seit eh und je getan - und lediglich durch das Miteigentum an der ehelichen
Liegenschaft wirtschaftlich miteinander verflochten seien. Eine Gefährdung wirt-
schaftlicher Interessen, ernsthaft drohende oder eine tatsächliche Errungen-
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schaftsverminderung durch ungerechtfertigten Verbrauch oder schlechte Verwal-
tung sei allerdings nicht ersichtlich (mit Verweis auf Hausheer/Aebi-Müller, BSK
ZGB-I, N 26 zu Art. 185). Es würde demnach kein wichtiger Grund im Sinne von
Art. 185 Abs. 2 ZGB behauptet bzw. es würden vorliegend die Umstände die An-
ordnung der Gütertrennung nicht rechtfertigen (Urk. 23 S. 10 f.).
3.1 Der Gesuchsteller kritisiert in der Berufung, die Voraussetzungen für die An-
ordnung der Gütertrennung in einem Eheschutzverfahren seien durch das Zür-
cher Obergericht in konstanter Praxis klar aufgestellt worden (vgl. ZR 100 Nr. 24,
ZR 103 Nr. 2 und ZR 104 Nr. 50). Diese Rechtsprechung sei in den erstinstanzli-
chen Gerichten durchwegs angewendet worden. Gemäss obergerichtlicher
Rechtsprechung würden als rechtfertigende Umstände im Sinne von Art. 176 ZGB
die Auflösung der "Schicksalsgemeinschaft" gelten, d.h. wenn das Eheschutzver-
fahren einzig der Scheidungsvorbereitung diene. Eine ähnliche Gerichtspraxis
würde in den Kantonen St. Gallen, Aargau, Glarus, Graubünden und Luzern gel-
ten. Die Vorinstanz begehe eine Rechtsverletzung, indem sie voraussetze, dass
die Anordnung der Gütertrennung stets eine "wirtschaftliche Gefährdung" voraus-
setze. Nicht richtig sei sodann die Auffassung, wonach die Umstände im Sinne
von Art. 176 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB den wichtigen Gründen gemäss Art. 185 ZGB
gleichzusetzen seien. Beim fraglichen Bundesgerichtsurteil handle es sich um ei-
nen unveröffentlichen Entscheid, der nicht zur Publikation vorgesehen sei. Selbst
das Bundesgericht verfolge aber nicht eine einheitliche Praxis. In einem wenig
früheren Entscheid habe das Bundesgericht noch ausgeführt, dass die kantonalen
Instanzen eine Ermessensfreiheit geniessen würden (BGer 5A_371/2013). Ent-
gegen der Vorinstanz verlange das Bundesgericht nicht eine "Gefährdung wirt-
schaftlicher Interessen". Vielmehr sollten zusätzliche Umstände als eine blosse
Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes vorliegen. Diese seien im vorliegenden
Fall zu bejahen: die Parteien seien nicht mehr miteinander wirtschaftlich ver-
knüpft, es gäbe keine gemeinsamen Bankkonti. Weiter sei im Februar 2015 die
zweijährige Trennungsdauer fast abgelaufen und im Zeitpunkt der Urteilsfällung
das Scheidungsverfahren schon pendent gewesen. Damit sei klar, dass von An-
fang an keine Aussicht auf Wiedervereinigung bestanden habe. Faktisch bestehe
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seit zwei Jahren zwischen den Parteien effektiv keine Schicksalsgemeinschaft
und innere Verbundenheit mehr. Wenn eine Wiedervereinigung der Parteien aus-
ser Betracht stehe und die Scheidung unmittelbar bevorstehe, wiege der "Eingriff
in die Gütermassen der Parteien" durch die Gütertrennung nicht mehr schwer
(Urk. 22 S. 7 f.).
3.2 Die Gesuchsgegnerin macht in formeller Hinsicht geltend, das Scheidungs-
verfahren sei vor Erlass des Urteils der Vorinstanz vom 13. Juli 2015 anhängig
gemacht worden. Deshalb sei die sachliche Zuständigkeit des Eheschutzgerichts
aufgrund der Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens entfallen, und es sei
auf die Berufung nicht einzutreten. Mit der Rechtshängigkeit der Scheidungsklage
mittels Eingabe vom 18. Juni 2015 sei inzwischen der "Stichtag Güterrecht" ge-
mäss Art. 204 Abs. 2 ZGB im ordentlichen Verfahren bereits gesetzt. Damit werde
die Anordnung in einem vorausgehenden Eheschutzverfahren gegenstandslos
und das Berufungsverfahren sei zufolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben
(Urk. 30 S. 3).
In materieller Hinsicht führt die Gesuchsgegnerin aus, die Vorinstanz habe keine
Rechtsverletzung begangen, sondern sich an der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung orientiert und einen den konkreten Umständen entsprechenden Entscheid
gefällt. Es treffe aber nicht zu, dass die Parteien schon lange keine Schicksals-
gemeinschaft mehr bilden würden. Vielmehr sei von beiden Parteien mit dem
Eheschutzverfahren eine bloss vorläufige Trennung und damit eine Entspannung
der Situation angestrebt. Richtig sei, dass die gesamten, konkret vorliegenden
Umstände des Einzelfalls zu würdigen seien. Das Urteil des Bundesgerichts
(5A_945/2014) bestätige insofern die bisherige bundesgerichtliche Praxis. Ver-
langt würden "weitere, am Katalog von Art. 175 ZGB orientierte Umstände, wobei
das Kriterium der Gefährdung wirtschaftlicher Interessen im Vordergrund steht".
Der Gesuchsteller führe "solche Gründe" an und nenne insbesondere die fehlen-
de wirtschaftliche Verknüpfung. Die Parteien hätten jedoch schon vor der Tren-
nung eigene Bankkonti gehabt und sie seien weiterhin Miteigentümer der Liegen-
schaft. Auch handle es sich nicht um "am Katalog von Art. 175 ZGB orientierte
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Umstände". Entgegen den Ausführungen des Gesuchstellers stelle die Anord-
nung der Gütertrennung sehr wohl einen schweren Eingriff in den Güterstand dar.
Es gehe darum, den Stichtag um wenige Monate vorzuziehen, um ihn auf ein Da-
tum vor dem alljährlich wiederkehrenden Termin grösserer Lohnauszahlungen
(Boni, Gewinnbeteiligungen) zu platzieren und damit den gesetzlichen Beteili-
gungsanspruch aus Errungenschaftsbeteiligung erheblich zu schmälern (Urk. 30
S. 4 ff.).
Im Weiteren hält die Gesuchsgegnerin daran fest, dass es sich um ein Abände-
rungsverfahren handle. Die Parteien hätten seinerzeit konkludent eine Vereinba-
rung über den Verzicht auf die Gütertrennung geschlossen, was sich aus den Ak-
ten des Eheschutzverfahrens ergäbe. Die Voraussetzungen für eine Abänderung
seien jedoch weder behauptet worden noch aufgrund der Akten ersichtlich (Urk.
30 S. 5 ff.).
4. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts wird ein Eheschutzverfahren
durch Anhängigmachung des Scheidungsprozesses nicht einfach gegenstands-
los. Das Eheschutzgericht bleibt zuständig für Massnahmen bis zum Eintritt der
Rechtshängigkeit der Scheidung, selbst wenn es darüber erst nach diesem Zeit-
punkt entscheiden kann (BGE 129 III 60). Das Gesetz sieht die Anordnung der
Gütertrennung als Eheschutzmassnahme vor (Art. 176 Abs. 1 Ziff. 3). Bleibt das
Eheschutzgericht für Eheschutzmassnahmen bis zur Rechtshängigkeit der Schei-
dungsklage zuständig, ist vom Eheschutzgericht auch über die anbegehrte Güter-
trennung zu entscheiden, unabhängig davon, dass mit dem Einreichen der Schei-
dungsklage von Gesetzes wegen Gütertrennung eintritt. Die Vorinstanz ist daher
zu Recht auf das Begehren eingetreten; desgleichen ist auch auf die Berufung
einzutreten.
5. Beide Parteien beantragten vor Erstinstanz den Beizug der Eheschutzakten
EE130018 des Bezirksgerichts Uster, was die Vorinstanz abwies (Prot. I S. 9, 11,
12). Dies blieb unangefochten. Die Behauptung der Gesuchsgegnerin, die Partei-
en hätten konkludent einen Verzicht auf die Gütertrennung vereinbart, lässt sich
nicht nachvollziehen; sie erscheint auch nicht folgerichtig, zumal es die Gesuchs-
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gegnerin war, die seinerzeit - was unbestritten ist (Prot. I S. 8) - ein Begehren ge-
stellt und wieder zurückgezogen hatte. Aufgrund des im Recht liegenden, mass-
geblichen Urteils war die Anordnung der Gütertrennung weder beantragt, noch
wurde sie im Entscheid anderweitig thematisiert, noch bildete sie Gegenstand des
Dispositivs (Urk. 2). Wurde im Urteil nicht über die Gütertrennung entschieden,
liegt kein Abänderungsbegehren vor.
6.1 Der Gesetzgeber hat vorgesehen, dass innerhalb des Eheschutzverfahrens
eine Gütertrennung angeordnet werden kann, wenn es um die Regelung des Ge-
trenntlebens geht (Art. 176 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB). Die Voraussetzungen für die Auf-
hebung des bisherigen Güterstandes sind gegenüber Art. 185 ZGB erleichtert.
Gemäss Art. 185 ZGB kann während des Zusammenlebens eine Gütertrennung
nur aus wichtigen Gründen verlangt werden und ein solcher liegt namentlich vor,
wenn die güterrechtlichen Ansprüche eines Ehegatten gefährdet sind, weil der
andere sich anschickt, die Errungenschaft zu vermindern, indem er Vermögen
schlecht verwaltet oder verschwendet (Vetterli, a.a.O., Art. 176 N 41). Beim Ge-
trenntleben kann sie gefordert werden, wenn die Umstände es rechtfertigen. Die
rechtfertigenden Umstände können zwar, müssen aber nicht notwendig einen
wichtigen Grund im Sinn des Art. 185 Abs. 1 ZGB darstellen (Spycher, Erleichter-
te Anordnung der Gütertrennung unter neuem Scheidungsrecht?, Festschrift
Hausheer, Bern 2002, S. 361, 365 m.H.).
6.2 Nach der Rechtsprechung des Obergerichts des Kantons Zürich ist im Ehe-
schutzverfahren die Gütertrennung anzuordnen, wenn eine nur sehr geringe Aus-
sicht auf Wiedervereinigung besteht und darob die ehelichen Bande nur mehr auf
dem Papier bestehen, während zwischen den Parteien effektiv keine Schicksals-
gemeinschaft bzw. innere Verbundenheit mehr existiert. Immer aber sind die kon-
kreten Umstände des Einzelfalles zu beachten (ZR 104 Nr. 50; ZR 103 Nr. 2; ZR
100 Nr. 24).
6.3 Die eheliche Gemeinschaft ist unter dem Güterstand der Errungenschafts-
beteiligung auch eine wirtschaftliche Gemeinschaft. Da nach Inkrafttreten des re-
vidierten Scheidungsrechts das Eheschutzverfahren vorwiegend der Scheidungs-
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vorbereitung dient, spricht sich die Praxis der Kammer dafür aus, dass unter den
in Ziff. 6.2 genannten Voraussetzungen an die nicht mehr bestehende Lebens-
gemeinschaft anzuknüpfen sei. "Dient das Eheschutzverfahren einzig der Schei-
dungsvorbereitung, liegt kein hinreichender Grund vor, die engen wirtschaftlichen
Bindungen, die durch die Errungenschaftsbeteiligung oder die Gütergemeinschaft
bestehen, gegen den Willen eines Ehegatten aufrecht zu erhalten" (ZR 100 Nr.
24). In ZR 104 Nr. 50 wurde ferner erwogen: "Des Weiteren kann auch nach dem
1. Juni 2004 der mit einer zerrütteten Ehe konfrontierte scheidungswillige Ehegat-
te bei Fehlen der Voraussetzungen von Art. 111/112 bzw. Art. 114 ZGB nur den
Weg über eine Klageanhebung nach Art. 115 ZGB beschreiten, um die Fixierung
des Zeitpunktes für die Auflösung des Güterstandes erreichen zu können (vgl. Art.
204 Abs. 2 ZGB). Ist zwar die Ehe zerrüttet, jedoch nicht im Sinne von Art. 115
ZGB unzumutbar, ist ein Ehegatte im Gegensatz zum alten Scheidungsrecht ge-
zwungen, bis zum Eintritt der zweijährigen Trennungsfrist und der damit mögli-
chen Klageanhebung gestützt auf Art. 114 ZGB in wirtschaftlicher Hinsicht mit
seinem Ehepartner verbunden zu bleiben. Dies widerspricht dem Gedanken der
Schicksalsgemeinschaft." Diese Erwägung korrespondiert mit der in der Literatur
aufgeworfenen Frage, worin die Berechtigung einer güterrechtlichen Partizipation
nach erfolgter Trennung liege, da insofern keinerlei Bezug mehr zwischen "Errun-
genschaft" und Lebensgemeinschaft bestehe (vgl. Schwenzer/Frei-vogel, FamP-
ra.ch 2007, S. 336, 343).
Die Praxis der Kammer betonte allerdings stets, selbst wenn zwischen den Par-
teien keine Schicksalsgemeinschaft mehr bestehe und der Eheschutz einzig der
Scheidungsvorbereitung diene, seien immer aber die konkreten Umstände des
Einzelfalles zu berücksichtigen (ZR 104 Nr. 50). In Bezug auf diese konkreten
Umstände wurde etwa ausgeführt, die Beibehaltung der Errungenschaftsbeteili-
gung könne aus Gründen der Altersvorsorge geboten sein; die Gütertrennung sei
beispielsweise verweigert worden, da eine Partei durch vorzeitige Auflösung ihres
Vorsorgevertrages der zweiten Säule die Partizipation des anderen Ehegatten an
der beruflichen Vorsorge bis zum Zeitpunkt der Scheidung vereitelt habe (nicht
publiz. Beschluss I. ZK vom 16. Oktober 2003, LP030135). Verneint worden ist
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die Anordnung der Gütertrennung ferner in einem Fall, da die Parteien trotz an
sich bestehender wirtschaftlicher Selbständigkeit weiterhin wirtschaftlich mitei-
nander verflochten waren (nicht publiz. Beschluss I. ZK vom 20. März 2003;
LP020107).
6.4 Der Gesuchsteller sieht das Mitte 2013 eingeleitete Eheschutzverfahren als
reine Scheidungsvorbereitung. Nach Auffassung der Gesuchsgegnerin hat es sich
nur um eine vorläufige Trennung gehandelt, welche zu einer vorübergehenden
Entspannung hätte führen sollen. Tatsache ist, dass die Parteien im Februar 2015
bereits rund 20 Monate getrennt lebten. Zudem haben sie eigenen Angaben zu-
folge im September 2014 einvernehmlich die Unterhaltsbeiträge abgeändert (Urk.
14 S. 4). Es kam also ein Jahr nach der Trennung nicht zu einer Wiederannähe-
rung, vielmehr wurden die Trennungsfolgen neuen Umständen angepasst. Dies
ist Grund genug zur Annahme, dass die Parteien keine Wiedervereinigung an-
strebten, dass die innere Verbundenheit und der geistig sittliche Gehalt ihrer ehe-
lichen Gemeinschaft entfallen ist und die Ehe nur noch ihrem rechtlichen Bande
nach besteht.
Unstrittig ist, dass der Gesuchsteller beim ersten Eheschutzbegehren keinen An-
trag auf Anordnung der Gütertrennung gestellt hatte. Er war somit (konkludent)
einverstanden, auch nach Auflösung der Lebensgemeinschaft bis zum Ablauf der
zweijährigen Trennungsfrist in wirtschaftlicher Hinsicht mit der Gesuchsgegnerin
verbunden zu bleiben. Er wehrte sich jedenfalls nicht gegen die weiterhin gelten-
de güterrechtliche Partizipation der Gesuchsgegnerin. Im Begehren um Anord-
nung der Gütertrennung betonte der Gesuchsteller, dass eine Wiedervereinigung
ausgeschlossen sei, weshalb "in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung" er um Gutheissung seines Gesuchs ersuche (Urk. 1). Er machte
indessen keinerlei Angaben, weshalb er genau im Februar 2015, also vier Monate
vor Ablauf der zweijährigen Trennungsfrist, dieses Begehren stellte, vielmehr ging
er aufgrund der faktischen Verhältnisse wohl von einem "Anspruch" auf Güter-
trennung aus (vgl. Urk. 1).
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6.5 Im Berufungsverfahren wendet der Gesuchsteller ein, dass es sich beim von
der Vorinstanz zitierten Bundesgerichtsentscheid um einen sog. unveröffentlichen
handle, der nicht zur Publikation vorgesehen sei, weshalb fraglich sei, ob das
Bundesgericht damit in die Ermessensfreiheit kantonaler Gerichte habe einschrei-
ten wollen (Urk. 22 S. 7). Das Bundesgericht hat sich im besagten Urteil mit der
Praxis des Kantons Aargau auseinandergesetzt, welche besagt, dass die Güter-
trennung anzuordnen sei, wenn feststehe, dass keine oder nur eine geringe Aus-
sicht auf eine Wiedervereinigung der Ehegatten bestehe und mit grosser Wahr-
scheinlichkeit eine Scheidungsklage gestützt auf Art. 114 ZGB eingereicht werde.
Sodann hat es erkannt, dass die Tatsache, dass eine Wiedervereinigung unwahr-
scheinlich erscheine, für sich alleine kein Umstand sei, der die Anordnung der Gü-
tertrennung rechtfertigt. Für eine Lockerung der bereits mit BGE 116 II 21 publi-
zierten Praxis würden keine Gründe bestehen (BGer 5A_945/2014 E. 7.2). Das
Bundesgericht hat sich somit mit der kantonalen Praxis zur Anordnung der Güter-
trennung auseinandersetzt. Es hat die vom Gesetzgeber geforderten Umstände
konkretisiert und der Entscheid trägt damit zur Klärung der Frage bei, wie Art. 176
Abs. 1 Ziff. 3 ZGB auszulegen ist. Im Übrigen hat sich immer ein Teil der Lehre für
eine zurückhaltende Interpretation der Gesetzesbestimmung ausgesprochen und
verlangt, es müsse eine konkrete Gefährdung der wirtschaftlichen Interessen im
weitesten Sinne glaubhaft gemacht werden (vgl. Weber, AJP 2001, S. 463.;
Steck, FamPra.ch 2005, S. 308; Spycher, a.a.O., S. 361, 370 f.; Vetterli, a.a.O.,
Art. 176 N 41; Hausheer/Geiser/Aebi-Müller, Das Familienrecht des Schweizeri-
schen ZGB, 5. Aufl., Bern 2014, N 11.65).
6.6 Weiter macht der Gesuchsteller geltend, das Bundesgericht verlange im
fraglichen Entscheid nicht eine "Gefährdung wirtschaftlicher Interessen". Vielmehr
sollten zusätzliche Umstände als eine blosse Aufhebung des gemeinsamen
Haushaltes vorliegen. Solche Gründe würden im vorliegenden Fall bestehen (s.
Ziff. 3.1 vorn). Dem Gesuchsteller ist insoweit zuzustimmen, als das Bundesge-
richt nicht ausschliesslich eine "Gefährdung wirtschaftlicher Interessen" verlangt.
Nach Auffassung des Bundesgerichts sind die Umstände gemäss Art. 176 Abs. 1
Ziff. 3 ZGB unter dem Blickwinkel von Art. 175 ZGB zu sehen, wobei das Kriteri-
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um der Gefährdung wirtschaftlicher Interessen im Vordergrund steht (BGer
5A_945/2014 E. 7.2). Das trifft auf die vom Gesuchsteller genannten Umstände
nicht zu. Zum einen sind die Parteien durch das Miteigentum an der ehelichen
Liegenschaft wirtschaftlich miteinander verflochten. Diese wirtschaftliche Verbin-
dung zeitigt während des Getrenntlebens insofern Auswirkungen, als offenbar
Rechnungen für die von der Gesuchsgegnerin bewohnte Liegenschaft an den
Gesuchsteller gehen (Urk. 20/2). Zum anderen spricht die Tatsache, dass das
Scheidungsverfahren im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils bereits rechts-
hängig war, nicht für den Standpunkt des Gesuchstellers. Die Anordnung der Gü-
tertrennung stellt einen schweren Eingriff in den Güterstand dar. Wenn die kanto-
nale Rechtsprechung von der Prämisse ausgeht, dass es dem Scheidungswilligen
nicht zumutbar sei, die zweijährige Trennungszeit abzuwarten, bedeutet das um-
gekehrt, dass das Weiterbestehen "enger wirtschaftlicher Bindungen" eher hinzu-
nehmen ist, je kürzer die Frist bis zur Scheidung ist. Die fehlende Aussicht auf
Wiedervereinigung schliesslich genügt nach Auffassung des Bundesgerichts, wie
eben ausgeführt, nicht.
6.7 Das Gericht ist bei der Anordnung der Gütertrennung auf sein pflichtgemäs-
ses Ermessen verwiesen (Art. 4 ZGB). Indem die Vorinstanz sich bei ihrem Ent-
scheid auf das Bundesgerichtsurteil berufen und vor allem die Frage nach der Ge-
fährdung der wirtschaftlichen Interessen des Gesuchstellers gestellt (und diese zu
Recht verneint) hat, hat sie nach dem Gesagten Umstände im Sinne von Art. 176
Abs. 1 Ziff. 3 ZGB geprüft und daher ihr Ermessen pflichtgemäss ausgeübt. Eine
Rechtsverletzung liegt nicht vor.
7. Aus den dargelegten Gründen erweist sich die Berufung als unbegründet,
und der angefochtene Entscheid ist (einschliesslich Kosten- und Entschädigungs-
regelung) zu bestätigen.
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III.
1. Ausgangsgemäss ist der Gesuchsteller für kosten- und entschädigungs-
pflichtig zu erklären (Art. 106 Abs. 1 ZPO).
2. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 2
lit. a, c und d, § 6 Abs. 2 lit. b i.V.m. § 5 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG
auf Fr. 1'500.– festzusetzen. Die Parteientschädigung ist gestützt auf § 13 Abs. 1
und 2 in Verbindung mit §§ 5 Abs. 1, 6 Abs. 3, 9 und 11 AnwGebV ebenso auf
Fr. 1'500.– zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer zu veranschlagen.