Decision ID: 37fb3e56-6e3c-4439-823a-3ff5a2f0c466
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1985 geborene
X._
absolvierte nach
Beendigung
der obligatori
schen Schulzeit ein halbjähriges Praktikum im
Sozialb
ereich und in der Folge
eine
Berufslehre als Verkäuferin, welche sie
nach Wiederholung der Abschluss
prüfung
im Sommer 2006 erfolgreich
beendete
.
N
achdem sie nach einer Phase der Arbeitslosigkeit
vo
m 1. April 2007 bis 31. Oktober 2008 als
Charcuteriever
käuferin
in der Metzgerei
A._
tätig gewesen war
,
bezog sie
vom 3
. November 2008 bis 30. April 2009 sowie vom 16. Juni
bis 31. Oktober 2009
erneut
Ar
beitslosen
entschädigung
und war dadurch
bei
der
Stiftung Auffang
einrichtung BVG
berufsvorsorgeversichert
(Urk. 16/4, Urk. 16/8, Urk. 16/9)
.
Ab 1. November 2009 war
X._
bei der
B._
als Verk
äuferin Charcuterie angestellt (Urk. 2/5).
Nachdem sie ab 11. Dezember 2009
bis auf weiteres
voll arbeitsunfähig geschrieben war (Urk. 16/5 S. 1-3, Urk. 16/19 S. 17), wurde ihr am 16. Dezember 2009 noch in der Probezeit per 22. Dezember 2009 gekündigt (Urk. 16/5 S. 4, Urk. 16/13).
Am 28. Januar 2010 meldete
sich
X._
bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
wegen eines Burnout
-S
yndroms
zum
Be
zug von Leistungen der Invalidenversicherung
(
Massnahmen zur
berufliche
n
Eingliederung)
an (Urk. 16/6)
.
Mit
unangefochten in Rechtskraft erwachsener
Verfügung vom 3. November 2010 sprach ihr die IV-Stelle eine
ganze
R
ente
nach Massgabe eines
Invaliditätsgrad
es
von 100 %
mit Wirkung
ab 1. Novem
ber 2010
zu
(
Urk. 16/37, Urk. 16/41
)
.
Mit Schreiben vom
12. November
2010 (Urk. 11/27)
und 10. Dezember 2010 (Urk. 2/9)
lehnte die
Y._
ihre Leistungspflicht für eine
Invalidenrente ab
.
2.
Mit Eingabe vom 2. Dezember 2011
liess
X._
Klage gegen
die
Y._
erheben
und beantrag
en
, diese sei zu verpflichten, ihr die reglementarischen und gesetzlichen Leistungen zu erbringen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um unentgeltliche Prozessführung unter Rechtsverbei
stän
dung durch Rechtsanwalt Thomas Wyss (Urk. 1).
Die Beklagte schloss mit Kla
geantwort vom 23. März 2012 auf Abweisung der Klage (Urk. 10).
Nach Beizug der Akten der Invalidenversicherung (
Urk.
16/1-73)
liess sich
die
unter Vernei
nung der Vorleistungspflicht der Beklagten
am 11. Juni 2012 (Urk. 19) zum Prozess beigeladene
Stiftung Auffangeinrichtung BVG
m
it
Stellungnahme
vom
19. September 2012
vernehmen
(Urk. 23)
.
Mit Verfügung vom 24. September 2012 wurde ein zweiter Schrift
enwechsel ange
ordnet (Urk. 24), worauf die Par
teien mit
Replik vom 26. Juni 2012 (Urk. 27)
und
Duplik vom 8. März 2013 (Urk. 34)
an ihren Anträgen festhielten und d
ie
Beigeladene am 19. April 2013
erklärte
,
auf das Einreichen einer weiteren Stellungnahme
zu verzichten
(Urk. 37)
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf Invalidenleist
ungen haben gemäss Art.
23 des
Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG)
Perso
nen, die im Sinne der Invalid
enversicherung zu mindestens 40 %
invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt h
at, versichert waren. Nach Art. 24 Abs.
1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung min
destens zu 70 %
,
auf eine Dreiviertelsrente, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine Viertelsrente, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist.
1.2
Art.
23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorgeein
richtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person die Vorsorgeeinrichtung wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversicherung zugesprochen wird. Der An
spruch auf Invalidenleistungen nach
Art.
23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber derjenigen, wel
cher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähig
keit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeit
neh
mer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzu
kom
men hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Inva
lidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusamme
nhang besteht (BGE 130 V 270 E.
4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen der
sel
be ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Ein
tritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde.
1.
3
Nach
Art.
10 BVG beginnt die obligatorische Versicherung mit dem Antritt des Arbeitsverhältnisses, für Bezüger von Taggeldern der Arbeitslosenversicherung mit dem Tag, für den erstmals eine Arbeitslosenentschädigung ausgerichtet wird (
Abs.
1). Die Versicherungspflicht endet, wenn der Anspruch auf Altersleistung entsteht, das Arbeitsverhältnis aufgelöst, der Mindestlohn unterschritten oder die Ausrichtung von Taggeldern der Arbeitslosenversicherung eingestellt wird; vorbehalten bleibt
Art.
8
Abs.
3 BVG (
Abs.
2). Für die Risiken Tod und Inva
li
dität bleibt der Arbeitnehmer während eines Monats nach Auflösung des Vor
sorgeverhältnisses bei der bisherigen Vorsorgeeinrichtung versichert; wird vor
her ein neues Vorsorgeverhältnis begründet, so ist die neue Vorsorgeeinrichtung zuständig (
Abs.
3).
1.
4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach
BVG
ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar er
scheint (BGE 126 V 309 E. 1 in fine). Diese Konzeption fusst auf der Über
le
gung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen auf
wändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Ver
fahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsor
geeinrichtung bzw. das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesge
richts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins Vorbescheidverfahren (
Art.
73
ter
der Verordnung über die Invalidenversi
che
rung [
IVV
]
) einbezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinwei
sen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfah
ren nach
dem Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG)
zu. Unter
bleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtli
che Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich, masslich und zeitlich) be
rufs
vorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
1.
5
Von einer relevanten
Arbeitsunfähigkeit
ist
praxis
gemäss dann auszugehen
, wenn sie mindestens 20
% beträgt und sich auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat. Es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person im bisherigen Beruf an Leistungsvermögen
ein
ge
büsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Fest
stel
lung
oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, gesund
heit
lich bedingte Arbeitsausfälle. Der Zeitpunkt des Eintritts der berufsvorsorge
rechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungs
recht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit echtzeitlich nachge
wiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegungen
ersetzt werden (
vgl. etwa Urteil des Bundesge
richts 9C_1034/2012 vom
5.
April 2013 E. 2.1.2 mit Hinweisen
).
2.
2.
1
Die Klägerin brachte zur Begründung ihrer Klage
im Wesentlichen
vor,
dass dem
von der IV-Stelle
festgelegte
n
Beginn der einjährigen Wartezeit
per
2. November 2009
keine Bindungswirkung zukomme
.
Sie habe d
ie Stelle bei der
B._
bereits
am 30. Oktober 2009
, eventuell am 2. November 2009,
und damit jedenfalls vor Eintritt der arbeitsrechtlichen Aus
wir
kungen des Gesundheitsschadens am 11. Dezember 2009 angetreten
,
womit die
Beklagte l
eistungspflicht
ig sei
.
Es habe sich bei diesem Arbeits
ver
hält
nis
um eine normale Fest
anstellung und nicht
bloss
um
ein
en
Arbeits
ver
such
gehandelt
(Urk. 1
S. 5 ff., Urk. 27 S. 2-4
).
2.2
Dem hielt d
ie Beklagte
zur Hauptsache entgegen
,
die
Klägerin sei schon vor der Begründung des Vorsorgeverhältnisses im Umfang von über 20 % in ihrer Ar
beitsfähigkeit eingeschränkt gewesen. Die rund einen Monat dauernde Tätigkeit bei der
B._
sei lediglich ein gescheiterter Arbeits- be
ziehungsweise Selbsteingliederungsversuch gewesen, welcher den engen zeit
li
chen Zusammenhang zwischen der vorbestehenden Arbeitsunfähigkeit und der im November 2010 eingetretenen Invalidität nicht unterbrochen habe. Folglich habe sie keine Invalidenleistungen zu erbringen (Urk. 10 S. 13 ff.
, Urk. 34
).
2.
3
Die Beigeladene schliesslich
stellte sich auf den Standpunkt, dass die Klägerin
bereits
vor Beginn ihrer Vorsorge bei ihr mindestens zu 20 % arbeitsunfähig gewesen sei
(Urk. 23 S. 2).
3
.
3
.
1
Der die Klägerin seit 1. November 2007 behandelnde
Dr. med.
C._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
,
diagnostizierte in seinem Bericht vom 18. Feb
ruar 2010 an die IV-Stelle eine chronisch rezidivierende Epicondylopathia hu
meroradialis rechts, bestehend seit November 2007, sowie eine depressive Epi
sode und eine Angststörung mit eventuell
s
ozialer Phobie, bestehend seit De
zember 200
9.
Anamnestisch hielt er fest, d
as psychische Leiden sei im Dezember 2009 exazerbiert.
Er attestierte für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Verkäu
fe
rin im Lebensmittelbereich
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 26. Novem
ber bis 1. De
zember 2009 sowie ab 11. Dezember 2009 bis auf weiteres (Urk. 16/11; vgl. auch ärztliche Zeugnisse vom 11. und 17. De
zember 2009 [Urk. 16/5 S. 1, Urk. 16/19 S. 17]).
3
.2
Dr. med.
D._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
bescheinigte
der Klägerin
eine A
rbeitsunfähigkeit
von 100 % seit
Beginn der Behandlung am 18. Dezember 2009 (ärztliche Zeugnisse vom 18. Dezember
2009 sowie
12.
Januar, 16. Februar, 2. März und 28. April
2010 [Urk. 16/5 S. 2-3
,
Urk. 16/19 S. 1
3
-1
5]).
3
.3
Dr. med.
E._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
stellte in seinem im Auftrag des Krankentaggeldversicherers verfassten Gutachten vom 8. Mai 2010
die Diagnose einer leicht- bis mittelgradig ausgeprägten depressiv-ängst
li
chen Episode (ICD-10 F32.01, F32.11) vor dem Hintergrund einer mindestens akzentuierten Persönlichkeit mit infantil-unreifen und emotional instabilen Anteilen, wobei er differentialdiagnostisch auf eine kombinierte Persönlichkeits
störung mit infantil-unreifen und emotional instabilen Anteilen schloss (ICD-10 Z73.1, F61.0).
Er beurteilte, a
ktuell sei eine verwertbare Arbeitsleistung unter den Bedingungen der freien Wirtschaft von der Klägerin nicht zu erwarten (Urk. 16/19 S. 8 und 10 f.).
3
.4
Dr. med.
F._
, Facharzt für Neurologie, Regionale
r
Ärztliche
r
Dienst (RAD) der IV-Stelle
,
hielt am 7. Juli 2010 dafür,
mit den
gutachterlich festgestellten
psy
chischen Beschwerden (sekundär auch mit der Epicondylopathia humeroradialis rechts) bestehe ein namhafter Gesundheitsschaden. Nachvollziehbar bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen wie auch in jeder angepass
ten Tätigkeit, dies ab 26. November 200
9.
Die Wartezeit könne ab 2. November eröffnet werden (Urk. 16/21 S. 3 f.).
3
.5
Auf
(nicht aktenkundige)
Anfrage des Vertrauensarztes der Beklagten
führte
Dr.
C._
am 7. September 2010
aus, die Klägerin leide seit zirka 11. Mai 2009 an Schlafstörungen und Angstzuständen, wobei
sie allerdings damals keine Be
handlung gewünscht habe und auch keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei. Im Rahmen der Behandlung vom 11. Dezember 2009 habe er notiert, dass
sie
seit zirka Oktober 2009
an
eine
r
Dysthymie, zunehmende
n
Traurigkeit und depressive
n
Symptom
atik
mit Dur
ch
schlafproblemen
leide
, worauf er Solevita for
te
[Johanniskraut-Trockenextrakt; pflanzliches Antidepressivum]
verordnet und die Klägerin an einen Psychiater überwiesen habe.
Er habe sie erstmals ab 11. Dezember 2009 wegen
einer
psychische
n Problematik
arbeits
unfähig ge
schrieben. Zu diesem Zeitpunkt habe die Klägerin regelmässig eine Psychologin der
Arbeitgeberin
aufgesucht
. Die
psychischen Beschwerden mit zunehmenden Konzentrationsstörungen und eingeschränkter Anpassungsfähig
keit hätten im Oktober 2009 begonnen
(Urk. 16/33).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Arbeitsunfähigkeit, welche
die Zusprache einer ganzen Rente der Invalidenversicherung ab
1. November 2010
zur Folge hatte
, während der
Dauer des Vorsorgeverhältnisses
mit der Beklagten ein
getreten ist
. Dabei steht ausser Frage, dass die Rentenzusprache auf ein
psychische
s Leiden zurückzuführen ist.
4.2
Die Invalidenversicherung
, welche
die
Beklagte
gehörig in das Verfahren ein
be
zogen hatte
(Urk. 16/22-23, Urk. 16/37, Urk. 16/39, Urk. 16/41)
,
ging
in ihrem Rentenentscheid
davon aus, dass die Klägerin seit November 2009 aus gesund
heitlichen Gründen
erheblich
in ihrer Arbeitsfähig
keit eingeschränkt sei, und
brachte Rentenleistungen ab 1. November 2010 zur Ausrichtung.
Das allein Rechtsverbindlichkeit
(Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
B 53/05 vom 7.
November 2005 E.
3.1.1)
erlangende Dispositiv der Verfügung
vom 3. November 2010 (Urk. 16/41) beschränkt sich darauf,
ab 1. November 2010 eine Rente
auf der Basis eines
Invaliditätsgrad
es
von 100 % zuzusprechen. Ein Beginn der
einjährigen
Wartezeit
gemäss
Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG
per 2. November 2009
wurde
zwar
auf
Einwand der Beklagten hin
(Urk. 16/34)
im Fest
stellungsblatt für den Beschluss
und
in der Mitteilung des Beschlusses
an die zuständige Ausgleichskasse, je datiert vom 6. Oktober 201
0
(Urk. 16/35-3
5
)
, sowie im Verfügungsteil
2 (Urk. 16/37) erwähnt,
aber in der Verfügung nicht rechtsverbindlich
im Dispositiv
festgelegt.
Angesichts
dessen, dass nach Art. 29 Abs.
3 IVG die Rente vom Beginn des Monats an ausgerichtet
wird, in dem der
An
spruch entsteht,
bestand für
die Invalidenversicherung denn auch
kein An
lass, das Da
tum des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
näher
zu spezifizieren.
Im Weiteren
ist es in der Invalidenversicherung für die Bestim
mung der einjährigen Wartezeit unerheblich, auf welche gesundheitlich beding
ten Ursachen die Arbeitsunfähigkeit zurückzuführen ist; die Ursachen können verschiedener Natur sein und hintereinander oder kumulativ auftreten (
Rz
2009
des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invaliden
versiche
rung [
KSIH
]
). Massgebend ist allein, dass die versicherte Person wäh
rend eines Jahres
ohne wesentlichen Unterbruch
– ein solcher liegt vor, wenn an mindes
tens dreissig aufeinanderfolgenden Tagen eine volle Arbeitsfähigkeit vorlag (Art. 29
ter
IVV) –
du
rchschnittlich zu mindestens 40
% arbeitsunfähig ist, wobei sich der Grund für die Arbeitsunfähigkeit
–
wie im Falle der Klägerin
(siehe unten E. 4.3)
–
geändert haben kann.
Insofern kann
den IV-rechtlichen Feststellungen zu
m
Beginn
de
s
Warte
jahres
keine
Verbindlichkeit
für das be
rufsvorsorge
rechtliche Verfahren
zukommen
. Überdies erweist sich die
Datie
rung auf den
2.
November 2009 ohnehin als offensichtlich haltlos
, wie aus den folgenden Erwägungen
erhellt
.
4.3
Aus de
n
vorliegenden Akten
geht hervor
, dass anlässlich des Arbeitsverhältnis
ses mit der
B._
i
m Zusammenhang mit einem am 24.
November 2009 erlittenen
Berufs
unfall mit Schnittverletzung an der
linken
Hand aus somatischen und damit in berufsvorsorgerechtlicher Hinsicht nicht massgebenden Gründen
vorübergehend
eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit be
stand
(vgl. Arztzeugnis von
Dr.
C._
vom 2
6.
November 2009 [Urk. 2/8])
, wobei
gemäss Angaben der Arbeitgeberin
die Klägerin ihre Arbeit am 30.
November 20
09 wieder voll aufgenommen hat (vgl. Schadenmeldung UVG vom 27. November 2009 [Urk. 11/14]).
Eine psychisch bedingte
Einschränkung der Arbeits
fähig
keit wurde
ihr
erst ab 11.
Dezember 2009 durch
den
sie
seit 1. November 2007 wegen einer Ellenbogenproblematik behandelnden Hausarzt Dr.
C._
und hernach ab 18.
Dezember 2009
durch den fortan behandelnden Facharzt
Dr.
D._
bescheinigt
(vgl. E. 3.
1 und E. 3.2
hiervor)
.
Ersterer
hielt
am 7. September 2010 zuhanden des Vertrauensarztes der Beklagten ausdrücklich
fest
,
dass er
d
ie
Klägerin am 11.
Dezember 2009
erstmals aus psychischen Gründen arbeitsunfähig geschrieben
habe
(vgl. E. 3.
5
hiervor).
Dass vor diesem Zeitpunkt eine psychisch bedingte Arbeitsunfähi
gkeit von mindestens 20 % (vgl.
E. 1.
5
hiervor) vorgelegen hätte, ist auf Grund der vorliegenden Akten nicht rechtsgenüglich erstellt, weshalb sich die Feststellung der Invalidenversi
cherung
, die W
artezeit sei per 2. November 2009
zu eröffnen,
als rein
spekulativ und damit nicht überwiegend wahrscheinlich erweist.
D
em Arbe
itszeugnis der
Metzgerei
A._
vom 10. Oktober 2008 (Urk. 16/4 S. 3)
ist zu entnehmen
, dass die Klägerin während der vom 1. April 2007 bis 31. Oktober 2008 dauernden Anstellung als
Charcuteriev
erkäuferin engagiert, zuverlässig und pflichtbewusst war, selbständig und zur vollen Zufriedenheit des Arbeitgebers
gearbeitet
und sich
jederzeit freundlich
sowie
korrekt
verhalten
hat
.
Im Arbeitszeugnis der
G._
vom 18. Mai 2009
(Urk. 16/4 S. 2)
ist vermerkt, dass die Klägerin vom 1. Juli 2008 bis 28. Februar 2009 als Betriebsmitarbeite
rin/Vorarbeiterin die ihr zugewiesenen Arbeiten selbständig und einwandfrei verrichtet und ein einwandfreies Verhalten gezeigt
ha
be
, weshalb
man
sie un
gern gehen lasse.
Anhaltspunkte dafür, dass sich
da
mals
ein allfälliges psychisches Leiden in relevanter Weise auf die Arbeitsfähig
keit ausgewirkt hät
te, sind
in
beiden
Arbeitsattesten
nicht auszumachen.
Schliesslich bezog die Klägerin v
om 3. November 2008 bis 30. April 2009 sowie vom 16. Juni bis 31. Oktober 2009
bei einer un
eingeschränkten Vermittlungsfä
higkeit
Taggelde
r der Arbeitslosenversicherung
(Urk. 16/8).
S
olchen
Perioden
kann zwar
nicht die gleiche Bedeutung beigemes
sen werden wie
Zei
tspannen
effektiver Erwerbstä
tigkeit, jedoch ist diese Phase bei fehlenden
Arbeitsunfähig
keitsattesten als In
diz für eine effektiv vorhandene Arbeitsfähigkeit zu wer
ten.
Die
gesamte
Akten
lage verbietet
somit
den Schluss, dass überwiegend wahr
schein
lich schon bei Antritt der Stelle in der
B._
beziehungsweise
bei Beginn der Versicherungsdeckung bei der Beklagten eine deren Leistungspflicht ausschliessende
psychisch bedingte
Arbeitsunfähigkeit bestanden hätte. Daran vermag auch der Umstand, dass die Klägerin die am 1. Mai 2009 angetretene Stelle als Verkäuferin
im
H._
(Motorrad
bekleidung und Zubehör)
bereits
nach drei Wochen in der Probezeit selber kün
digte (Urk. 16/6 S. 6, Urk. 16/12 S. 1), nichts zu ändern. Gleiches gilt für das von der Invalidenversi
cherung für die Eröffnung der einjährigen Wartezeit als massgebend era
chtete Gutachten des Dr. E._
vom 8. Mai 2010
, worin
der Facharzt
aus psychi
schen Gründen
auf eine "aktuell" 100%ige Arbeitsunfähig
keit
schloss
, ohne sich
jedoch
z
u deren
Beginn zu äussern (vgl. E. 3.
3
hiervor).
A
namnestisch
hat er
festgehalten
, dass sich die Klägerin rund drei Wochen nach
dem
Stellenantritt vermehrt überfordert gefühlt habe und
dann
zirka anfangs Dezember 2009 einer internen
Psychologin
vorgestellt worden sei
(vgl.
Urk.
11/20
)
,
welche
sie mit einem "Dampf
kochtopf, der explodieren kann" ver
glichen habe
(Urk. 1
6
/
19 S. 6
)
. Dies spricht ebenfalls
dafür, dass
die psychisch bedingte Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstmals am 11. Dezember 2009 – mithin während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklag
ten
– arbeitsrechtlich in Erschei
nung getreten ist.
Damit ist sie grundsätzlich leistungspflichtig
, was zur Gutheissung der Klage führt
.
4.4
Bei dieser Feststellung muss es im vorliegenden Verfahren sein Bewenden haben, d
a sich die Parteien in quantitativer Hinsicht zum Rentenanspruch nicht geäussert haben und die Frage, ob der Rentenbeginn auf
G
rund anderweitiger Leistungen im
Sinne von Art. 29 Abs. 2 des Vorsorgereglements (Urk. 11/28) aufgeschoben werden kann, von den Parteien nicht thematisiert worden ist
.
Die Bestimmung des Rentenbeginns und der Rentenhöhe bleibt somit einstweilen der Beklagten überlassen.
5
.
Nach
§ 34 Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [GSVGer]
hat die obsiegende Partei Anspruch auf
den vom Gericht festzusetzenden
Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsieg
ens bemessen (§
34 Abs.
3 GSVGer). Den Versicherungsträgern und den Gemeinwesen steht der Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten in der Regel nicht zu (§ 34 Abs.
2 GSVGer).
Ausgangsgemäss ist der anwaltlich vertretenen Klägerin eine Prozessentschädi
gung zuzusprechen.
Rechtsanwalt
Thomas Wyss machte mit
Honorarnote vom
9. Juli 2013
einen Aufwand von
19
,45
Stunden
zu einem Stun
denansatz von Fr
.
250
.-- zuzüglich
einer Barauslagen
pauschale von
3
%
und Mehrwertsteuer
entsprechend einem Gesamthonorar von Fr. 5'408.10
geltend
(Urk. 39
)
.
Mit Blick auf die Tatsache, dass das vorliegende Verfahren von der Untersuchungs- und Offizialmaxime geprägt ist, rechtfertigt es sich nicht, bei der Berechnung der Parteientschädigung einen höheren als den gericht
süblichen Stundenansatz von Fr.
200.--
(zuzüglich Mehrwertsteuer)
anzuwenden
.
Hieraus
resultiert eine Prozessentschädigung von Fr. 4'327.--.
Damit erweist sich das
in der
Klage
schrift vom 2. Dezember 2011 gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechts
verbei
stän
dung
(Urk. 1 S. 2)
als
gegenstandslos.
Gleiches gilt für das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung, ist doch das Verfahren
vor dem hiesigen Gericht grundsätzlich kostenlos (Art.
73 Abs. 2 BVG in Verbindung mit § 33 Abs.
1
GSVGer
).