Decision ID: 12e9c772-4d9d-4c1e-9fbb-685d259689b3
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A. Der Eidgenössische Untersuchungsrichter (nachfolgend „“) führt eine Voruntersuchung u. a. gegen A._ wegen  bzw. in Umlaufsetzen falschen Geldes (Art. 240, 242 StGB). A._ wird vorgeworfen, im Frühjahr 2004 in seinem Büro in Z._ Falschgeld im Umfange von Total Fr. 9'000.-- hergestellt und dieses  persönlich oder über Kollegen in Umlauf gebracht zu haben. A._ ist geständig.
Bei A._ wurden u.a. ein PC Targa PowerLine AC 848104513, ein Scanner / Drucker / Fax Lexmark X5130 und eine Schneidemaschine  507 sichergestellt und in der Folge beschlagnahmt.
B. Im Rahmen des Abschlusses der Untersuchung verfügte der Untersu-
chungsrichter am 22. Oktober 2004 die Rückgabe der obigen Gegenstände an A._.
Dagegen reichte die Bundesanwaltschaft am 28. Oktober 2004  ein mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie Erteilung der aufschiebenden Wirkung (BK act. 1). Mit Entscheid vom 29. Oktober 2004 gewährte der Präsident der Beschwerdekammer die  Wirkung (BK act. 2). Der Vertreter von A._ beantragte mit Eingaben vom 1. und 9. November 2004 die Bestätigung der Verfügung des Untersuchungsrichters (BK act. 5, 13). Der Vertreter des  B._ teilte am 9. November 2004 das Desinteresse seines Mandanten mit (act. 12), die Vertreterin des weiteren Mitbeschuldigten C._ liess sich nicht vernehmen.
Der Untersuchungsrichter trug mit Schreiben vom 16. November 2004 auf Abweisung der Beschwerde an (BK act. 14). Die Bundesanwaltschaft  keine Beschwerdereplik ein.
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Considerations:
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. 1.1 Wie zuvor die Anklagekammer des Bundesgerichts prüft die Beschwerde-
kammer des Bundesstrafgerichts die Zulässigkeit der bei ihr eingereichten Rechtsmittel von Amtes wegen in freier Kognition (BGE 122 IV 188, 190 E. 1; 121 II 72, 74 E. 1 a).
1.2 Die Zuständigkeit der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zum
Entscheid über die vorliegende Beschwerde ergibt sich aus Art. 28 Abs. 1 lit. a Strafgerichtsgesetz (SGG, SR 173.71). Aufgrund der Parteistellung der Bundesanwaltschaft gemäss Art. 34 Bundesstrafrechtspflegegesetz (BStP, SR 312.0) ist diese gestützt auf Art. 214 BStP zur Erhebung der  legitimiert. Die generelle Beschwer der Bundesanwaltschaft  sich dabei aus deren funktioneller Stellung, indem ihr die Durchsetzung der materiellen Wahrheit und Verwirklichung des Rechts obliegt (BK_B 016/04 E. 2.1). Die Beschwerde ist innert der gesetzlichen Frist erfolgt. Es ist auf sie einzutreten.
2. 2.1 Gemäss Art. 65 BStP sind u.a. Gegenstände zu beschlagnahmen, die vor-
aussichtlich der Einziehung unterliegen. Der Beschwerdeführer beruft sich zur Begründung der von ihm verlangten Aufrechterhaltung der  auf den Beschlagnahmegrund der Sicherungseinziehung gemäss Art. 58 StGB.
2.2 Grundvoraussetzung für die Beschlagnahme ist das Vorliegen eines kon-
kreten Tatverdachts für den objektiven Tatbestand einer Straftat (HAUSER/SCHWERI, Schweizerisches Strafprozessrecht, 5. Aufl., Basel 2002, § 69 N 1). Bei der Beschlagnahme zum Zweck der späteren  bedarf es ferner konkreter Hinweise für den erforderlichen Deliktskonnex. Sodann müssen bei diesem Beschlagnahmegrund die  Erfordernisse als Tatinstrument, als Tatprodukt bzw. als durch die mutmassliche strafbare Handlung hervorgebrachter Gegenstand  dargetan sein. Anders als für die Einziehung nach Art. 58 StGB als definitive Nebenstrafe genügt es für die Beschlagnahme als bloss  Sicherungselement, wenn diese Voraussetzungen hinreichend glaubhaft gemacht werden. Schliesslich muss jede Beschlagnahme  sein (BGE 125 IV 185, 187 E. 2 a).
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Ein ausreichender konkreter Tatverdacht ist hier aufgrund des Geständnis-
ses ohne weiteres gegeben. Die beschlagnahmten Gegenstände dienten der mutmasslichen Herstellung von Falschgeld. Sie waren daher , weshalb auch der erforderliche Deliktskonnex unbestritten ist. Streitig ist allein, ob von diesen Gegenständen eine Gefährdung für die  von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung .
3. 3.1 Die Sicherungseinziehung setzt voraus, dass vom einzuziehenden Ge-
genstand eine Gefährdung für die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung ausgeht. Dabei sind diesbezüglich keine  Anforderungen zu stellen; es genügt, dass es wahrscheinlich ist, dass eine Gefahr bestünde, wenn ein Gegenstand in der Hand des  nicht eingezogen wird (BGE 125 IV 185, 187 E. 2 a; 124 IV 121, 123 E. 2 a). Nach SCHMID (SCHMID, Kommentar Einziehung, Organisiertes Verbrechen und Geldwäscherei, Bd. I, Zürich 1998, Art. 58 StGB N 59)  die abstrakte Gefährlichkeit für die Einziehung nicht. Sie ist nur , wenn die vom Richter anzustellende Prognose ergibt, dass die  erwähnte, künftige Gefährdung als wahrscheinlich erscheint. Dabei sind insbesondere das Anlassdelikt, die Person des , die fortbestehende Gefahr einerseits und ein sozial anerkanntes  an der weiteren Benutzung des Gegenstandes durch den  anderseits abzuwägen (SCHMID, a.a.O.).
Die Beschlagnahme als bloss vorläufige Massnahme ist im Prinzip , bis der Richter über die Einziehung entscheiden kann. Wie alle vorsorglichen Massnahmen ist sie aber aufzuheben, wenn die  die Voraussetzungen dazu für dahingefallen betrachtet (SCHMID, a.a.O., Art. 58 StGB N 84). Dabei hat die Untersuchungsbehörde in sachgerechter und zurückhaltender Weise die Frage zu beantworten, wie der Richter wahrscheinlich entscheiden werde. Massstab dafür bildet die Gerichtspraxis zur Einziehung (so BK_B 009/04 E. 4).
3.2 Vorliegend verhält es sich so, dass der noch junge Beschwerdegegner
nicht vorbestraft ist, das Verfahren ausschliesslich wegen diesem einen Tatkomplex gegen ihn geführt wird und er zurzeit wieder einer beruflichen Tätigkeit nachgeht. Es kommt dazu, dass der Beschwerdegegner  ist, sein damaliges Verhalten bedauert und das mutmasslich strafbare Verhalten den Eindruck einer einmaligen Entgleisung vermittelt. Das  ist zwar keineswegs als geringfügig einzustufen, die Art und Wei-
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se der Tatbegehung dennoch relativ banal und ohne Hinweise auf eine  deliktische Veranlagung. Es kommt dazu, dass die beschlagnahmten Gegenstände solche des täglichen Gemeingebrauchs sind und jederzeit bei nicht übermässigem finanziellen Mitteleinsatz beschafft werden können. Es kann damit fraglos nicht von einem mutmasslichen Delinquenten  werden, der mit einer gewissen Regelmässigkeit und überdies unter Benutzung des Computers delinquiert. Darüber hinaus besteht grundsätzlich ein sozial anerkanntes Interesse an der weiteren Benutzung der beschlagnahmten Gegenstände. Bei dieser Sachlage ist nicht ernsthaft anzunehmen, der Sachrichter werde diese Gegenstände in der Hand des Beschwerdegegners als fortbestehenden Gefährdungsfaktor einstufen und diesen einziehen. Der Verweis der Beschwerdeführerin auf eingezogene Gegenstände im Fall des israelischen D._-Agenten ist nicht . Der rund zwanzigjährige Beschwerdegegner kann mit Bezug auf die Prognose offenkundig nicht mit einem professionellen  verglichen werden. Die Beschlagnahme unter dem Titel der  lässt sich daher nicht rechtfertigen.
Die Beschwerde ist damit abzuweisen.
4. Nachdem eine Behörde der Eidgenossenschaft gegen die Verfügung einer
anderen Bundesbehörde Beschwerde erhoben hat, sind gemäss Art. 245 BStP i. V. m. Art. 156 Abs. 2 OG keine Kosten zu erheben und . Anders verhält es sich hingegen mit Bezug auf die Entschädigung der Gegenpartei. Diese ist gemäss Art. 159 Abs. 2 OG der unterliegenden  aufzuerlegen, sieht doch das Gesetz diesbezüglich anders als in Art. 156 Abs. 2 OG keine Ausnahme zugunsten des Bundes vor. Der , der mit seinem Rechtsbegehren durchgedrungen ist, ist deshalb durch die Beschwerdeführerin für seine Anwaltskosten zu . Die Entschädigung wird nach Ermessen festgesetzt, da der Vertreter des Beschuldigten keine Kostennote eingereicht hat (Art. 3 Abs. 2 des Reglements über die Entschädigungen im Verfahren vor dem , SR 173.711.31). Vorliegend erscheint eine pauschale  von Fr. 400.-- (inkl. MwSt.) angemessen.
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