Decision ID: bd6f439a-c8ce-51a8-8709-08c5b211bc1f
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 3./9. Oktober 1996 wegen einer seit ca. 1980 bestehenden
Hörbehinderung zum Bezug eines Hilfsmittels (Hörgerät) bei der Invalidenversicherung
an. Er sei seit 19_ in der Schweiz und von 1990 bis 31. Januar 1996 als _berater
tätig gewesen (vgl. IV-act. 2). Die Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie
am Universitätsspital Zürich diagnostizierte bei ihm am 4. März 1997 (IV-act. 6) eine
hochgradige beidseitige symmetrische Schwerhörigkeit vom sensorineuralen Typ. Am
29. April 2002 (IV-act. 25) verfügte die IV-Stelle des Kantons _ eine leihweise Abgabe
von Geräten.
A.a.
Am 16./18. November 2009 (IV-act. 34, 36) meldete sich der Versicherte zum
Bezug einer Rente an. Er habe von 1996 bis 2008 ein eigenes _unternehmen geführt.
Seit einem Unfall vom _. Dezember 2008 sei er arbeitsunfähig. Seit August 2009 sei er
richterlich getrennt. - Einem provisorischen Austrittsbericht des Spitals B._ vom
12. Dezember 2008 (IV-act. 33) ist zu entnehmen, dass der Versicherte bei einer
handgreiflichen Auseinandersetzung eine Humerusschaftfraktur links und eine
Schädelkontusion erlitten habe (daneben bestünden auch eine chronische Sinusitis
ethmoidalis, submuköse Retentionszysten im Sinus maxillaris links und Nikotinabusus).
- Dr. med. C._, Facharzt Allgemeine Medizin FMH, gab am 9. Dezember 2009 (IV-
act. 38) an, es bestünden eine Oberarmfraktur links, Marknagelung, und ein
lumbospondylogenes Syndrom mit wechselnder Intensität. Der Versicherte halte sich
als _chauffeur für nicht mehr arbeitsfähig. Der Arzt attestierte eine volle
Arbeitsunfähigkeit seit dem 1. Dezember 2008, hielt aber fest, ob die bisherige Tätigkeit
noch zumutbar sei, müsste gutachterlich abgeklärt werden. Vor allem auch hinsichtlich
der psychologischen Situation des Versicherten sei eine Begutachtung angezeigt. - Am
6. Januar 2010 (IV-act. 45) gab die Klinik D._ an, die derzeit attestierte
Arbeitsunfähigkeit sei nicht bekannt. Der Versicherte scheine wegen interfamiliären
Problemen unter einem immensen psychischen und sozialen Druck zu stehen. Dazu
kämen grössere finanzielle Probleme und ein regelmässiger Alkohol-Überkonsum. Es
A.b.
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bestünden Schmerzen seitens der linken Schulter, im Zentrum stünden jedoch
sicherlich die genannten Faktoren, welche die Arbeit als _fahrer teilweise
verunmöglichten. - In einem IV-Arztbericht vom 28. Mai 2010 (IV-act. 52) gab Dr. med.
E._, Fachärztin FMH Psychiatrie und Psychotherapie, an, es lägen beim seit
24. November 2009 behandelten Versicherten eine depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradig, vermutlich eine somatoforme Schmerzstörung und eine "susp.
Persönlichkeitsstörung" (emotional labil, unbeherrscht, zeitw. aggressiv, unreif) vor.
Zeitweise gleite der Versicherte in Alkoholabusus ab. Als _fahrer könne er nicht mehr
arbeiten. - Die MEDAS Zentralschweiz gab in einem Gutachten vom 22. August 2011
(IV-act. 57; Begutachtung am 14., 22. und 24. März 2011) bekannt, beim Versicherten
lägen eine leichte depressive Episode, eine nicht näher bezeichnete
Persönlichkeitsstörung mit antisozialen, paranoiden, schizotypischen und
narzisstischen Anteilen, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren, erfüllte Foerster Kriterien, und eine mässige Frozen shoulder
(Periarthropathia humeroscapularis ankylosans) links mit Status nach retrograder
Marknagelung einer proximalen Humerusfraktur links 02.12.2008 vor. Ohne Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit, aber von Krankheitswert, seien ausserdem ein leichtes
lumbovertebrales Schmerzsyndrom, leichte Phobien (Flugzeug, Höhe),
Alkoholabhängigkeit, gegenwärtig abstinent, eine hochgradige symmetrische
Schwerhörigkeit beidseits vom sensorineuralen Typ, Übergewicht und Nikotinabusus.
Körperliche Schwerarbeiten und unter anderem repetitives Heben von Lasten über 15
kg über Gürtelhöhe oder repetitive Tätigkeiten auf oder über Schulterhöhe seien nicht
mehr zumutbar. Die Tätigkeit als _fahrer/Betriebsinhaber und jede andere körperlich
leichte bis teils auch mittelschwere Tätigkeit seien dem Versicherten aber noch zu
70 % zumutbar. Limitierend seien vor allem die Symptome der Persönlichkeits- und der
Schmerzstörung (vgl. IV-act. 57-15). Retrospektiv wurde festgehalten, seit der
Anmeldung habe sich der psychische Gesundheitszustand des Versicherten
kontinuierlich verbessert. Zur Zeit des Berichts von Dr. E._ dürfte seine
Arbeitsunfähigkeit höchstens 70 % betragen haben. Im rheumatologischen Konsilium
war angegeben worden, für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten bestehe keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 57-25). - Wie dem Gutachten zu
entnehmen ist, hatte die Klinik D._ am 16. Juni 2009 berichtet, bezüglich der
Kapsulitis habe der Versicherte bereits deutliche Fortschritte verzeichnen können, am
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10. September 2009, bezüglich der linken Schulter und des linken Oberarms
bestünden von operativer Seite her keine Verbesserungsmöglichkeiten. Die
Behandlung werde abgeschlossen. Im Vordergrund stünden die soziale Situation mit
entsprechenden Auswirkungen auf die Psyche (vgl. IV-act. 57-4). - Am 7. März 2012
(IV-act. 61) erfolgte eine Abklärung an Ort und Stelle im Geschäft bzw. beim
selbständigerwerbenden Versicherten zuhause. Dieser gab gemäss dem Bericht an, er
habe Probleme mit der Psyche, an der linken Schulter, dem Rücken, dem Gehör und
neu auch Herzprobleme und er verliere allmählich die Zähne. Arbeiten könne er nur,
wenn er eine Stelle habe, die ihm recht sei. Er habe zwei festangestellte Fahrer
beschäftigt und insgesamt bis zu acht Angestellte gehabt, teilweise auf Abruf oder in
Teilzeit. Die Geschäftsresultate seien vor dem Unfall nicht optimal gewesen. Er habe
danach nicht mehr arbeiten können. Die _partnerin habe den Betrieb mit den
Angestellten weitergeführt, doch es sei finanziell schnell schlechter gegangen. Im
Oktober 2009 sei das Geschäft aufgelöst worden (vgl. IV-act. 61-1 bis 7). Die
Abklärungsperson hielt fest, am 1. Dezember 2009 sei eine Wartezeit abgelaufen. Der
Invaliditätsgrad habe 76 % ausgemacht. Für die Berechnung des Valideneinkommens
werde auf die Einkommensmeldungen des Versicherten als Selbständigerwerbender
(SE) für die letzten drei Geschäftsjahre 2006 bis 2008 (bei Unfall im Dezember 2008)
abgestellt. Das seien Fr. 59'128.-- (2006), Fr. 90'900.-- (2007) und Fr. 81'700.-- (2008)
gewesen. Zum Durchschnitt würden die persönlichen AHV-/IV-/EO-Beiträge von 9.5 %
geschlagen. Der Durchschnitt mache Fr. 84'580.71 aus. Dieser wurde als
Valideneinkommen für 2009 und für 2011 eingesetzt. Das Invalideneinkommen 2009
betrage (nach dem Tabellenlohn 2008, indexiert auf 2009, Dienstleistungen,
Landverkehr, Niveau 3) bei 70 % Arbeitsunfähigkeit Fr. 20'423.56. Ab Juli 2011 mache
die Arbeitsunfähigkeit 30 % aus, der Invaliditätsgrad 43 % (Valideneinkommen wie
erwähnt wieder Fr. 84'580.71; Invalideneinkommen, ausgehend von einem auf 2011
erhöhten Ausgangswert, bei 30 % Arbeitsunfähigkeit Fr. 48'324.48). - Mit Verfügung
vom 19. Juli 2012 (IV-act. 73, mit drei Teilen; dritter Teil betreffend eine der
Kinderrenten; Beiblatt bzw. "Verfügungsteil 2" vgl. IV-act. 67) sprach die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons _ dem Versicherten ab 1. Mai 2010
eine ganze und ab 1. November 2011 eine Viertelsrente zu (von der Nachzahlung bis
Oktober 2011 wurden Fr. 25'465.30 zugunsten von SVA-Beiträgen verrechnet, IV-
act. 73-2). Am 16. August 2012 (IV-act. 75) wurde die Hauptrente von August 2012
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B.
In einem Fragebogen zur Revision der Invalidenrente (IV-act. 85) gab der Versicherte
am 12. Juni 2014 an, sein Gesundheitszustand habe sich allgemein (eher)
verschlechtert; die Rückenschmerzen hätten zugenommen. Dr. med. F._, Facharzt
Allgemeine Medizin FMH, erklärte am 20. Juni 2014 (IV-act. 88-2), er habe den
Versicherten nur dreimal gesehen und habe von einer Berentung nichts gewusst.
Gemäss einem Operationsbericht des Spitals G._ vom 21. Dezember 2011 (IV-
act. 93) waren beim Versicherten damals die proximalen Verriegelungsschrauben am
Oberarm links entfernt worden. Eine Entfernung des ganzen UHN-Nagels habe der
Versicherte nicht gewollt. Dr. med. H._, Allgemeine Medizin FMH, hielt in einem IV-
Verlaufsbericht vom 17. November 2014 (IV-act. 96) fest, der Zustand des Versicherten
sei stationär. Seit Januar 2012 bestünden offenbar nach einem Treppensturz
anhaltende Schulterschmerzen links. Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
müsste, falls noch nicht erfolgt, IV-ärztlich abgeklärt werden. - Die Psychiatrische Klinik
I._ gab am 15. Dezember 2014 (IV-act. 97-2) bekannt, der Versicherte sei am
13. Dezember 2013 zum letzten Mal im Ambulatorium behandelt worden. - Am
30. Dezember 2014 (IV-act. 100) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem
Versicherten mit, es bleibe beim Anspruch auf die bisherige Rente.
C.
verrechnet. Am 22. Oktober 2012 (IV-act. 78-1 bis 95) wurden weitere Verrechnungen
angeordnet (zugunsten von Beiträgen SVA Fr. 1'791.--, IV-act. 78-64; Fr. 14'188.--, IV-
act. 78-17; und Fr. 9'486.30, IV-act. 78-2; und zugunsten Sozialamt) und am
29. November 2012 (IV-act. 78-96 ff.) wurde zufolge "nachträglich gemeldeter oder
korrigierter Einkommen bzw. definitiver Steuermeldung" (massgebendes
durchschnittliches Jahreseinkommen neu Fr. 61'248.-- statt Fr. 58'464.--) eine
Nachzahlung der betragsmässig erhöhten Renten angeordnet. Am 21. Juni 2013 (vgl.
IV-act. 79) wurden die Akten zufolge Wohnsitzwechsels des Versicherten an die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen überwiesen. Im September
2013 verheiratete sich der Versicherte neu (vgl. IV-act. 84).
Am 2. Mai 2016 (IV-act. 107) stellte Dr. H._ für den Versicherten ein
Anpassungsgesuch und wies auf Röntgenaufnahmen der LWS und einen
Schulterstatus links vom 29. April 2016 hin (radiologisch deutliche traction spurs im
Bereich LWS 4/5; radiologisch Status nach Oberarm-Osteosynthese einer subcapitalen
C.a.
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Humerusfraktur 1989 ohne Arthrosezeichen, ansonsten starke Einschränkung der
Beweglichkeit der linken Schulter, positiver Jobe-Test). Die seit 1989 bestehenden
LWS-Probleme hätten sich nach Angaben des Versicherten seit einigen Monaten
verstärkt, die seit 2008 vorhandenen Schulterschmerzen links seit zwei Jahren (mit
insbesondere Schwäche des linken Arms, Bewegungseinschränkung bei der
Innenrotation und verminderter Belastbarkeit beim Heben). Seit langer Zeit liege auch
eine erhebliche Einschränkung der Hörfähigkeit vor (dazu Konsilium am Kantonsspital
vom 11. Dezember 2014). Der Versicherte sei aus hausärztlicher Sicht wegen der
verschiedenen Erkrankungen in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit zu
maximal 50 % arbeitsfähig. Es sei eine Beurteilung durch die IV-Ärzte vorzunehmen. -
Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen schrieb dem
Versicherten am 24. Mai 2016 (IV-act. 108), mit den bisherigen Unterlagen sei eine
relevante Änderung des rechtserheblichen Sachverhalts nicht glaubhaft gemacht. Dies
sei (samt eigener Gesuchstellung oder Legitimation des ärztlichen Gesuchs) innert Frist
nachzuholen. - Am 23. Mai 2016 (IV-act. 109) reichte Dr. H._ einen audiologischen
Bericht der Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie am Universitätsspital
Zürich vom 18. Mai 2016 (IV-act. 110) ein. Danach liege eine beidseitige, an Taubheit
grenzende sensorineurale Schwerhörigkeit im Hochtonbereich vor. Der Versicherte sei
darauf hingewiesen worden, dass er nach der langen Zeit ohne Hörgeräteversorgung
nicht gewohnt sei, neben Sprache auch Nebengeräusche zu hören. Ein Geräte-
Trageversuch (nicht nur über einzelne Tage, sondern) über mehrere Monate wäre
wünschenswert. - Aufgrund einer ärztlichen Erstexpertise der HNO-Klinik am
Kantonsspital St. Gallen vom 19. März 2015 (IV-act. 103) war dem Versicherten am
25. März 2015 (IV-act. 104) eine Pauschale für eine beidseitige Hörgeräteversorgung
zugesprochen worden.
In einem veranlassten Gutachten vom 22. Dezember 2016 (IV-act. 123) gab die
Begutachtungsstelle medexperts AG bekannt, als Haupt-Diagnosen lägen (verkürzt
wiedergegeben) ein leichtgradiges subacromiales Impingement Schulter links mit
Schmerzchronifizierung, ein Status nach frozen shoulder links und mehrfachen
Infiltrationen subacromial 2009 und ein Status nach Humerusschaftfraktur links nach
Sturz (_.12.2008) vor. Nebendiagnosen (ohne wesentliche Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit) seien leichtgradige rezidivierende lumbovertebragene Schmerzen, eine
C.b.
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initiale Coxarthrose links, Übergewicht, Schwerhörigkeit, hochgradig, beidseits,
sensorineural, Nikotingebrauch und zeitweiser Alkoholabusus, aktuell abstinent, eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren und eine nicht
näher bezeichnete kombinierte Persönlichkeitsstörung mit antisozialen, paranoiden,
schizotypischen und narzisstischen Anteilen. Internistisch und psychiatrisch gesehen
bestünden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-
act. 123-49). In einer adaptierten Tätigkeit sei der Versicherte ab dem
Gutachtenszeitpunkt aus orthopädischer Sicht unter Berücksichtigung des
Leistungsprofils voll arbeitsfähig (vgl. IV-act. 123-49 unten, Ziff. 8.2.1). In der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als _fahrer sei er aus orthopädischer Sicht voll arbeitsfähig.
Aufgrund der Schmerzchronifizierung der linken Schulter werde eine
Leistungsminderung von 20 % angenommen (vgl. IV-act. 123-49 oben, Ziff. 8.1.1). Der
Gesundheitszustand des Versicherten habe sich seit der Begutachtung vom August
2011 geändert (vgl. IV-act. 123-50). Die chronifizierten Schulterarmschmerzen links
bedingten eine Leistungsminderung um 20 % (vgl. IV-act. 123-51). - Der Regionale
Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt am 2. Februar 2017 (IV-act. 125)
dafür, es sei davon auszugehen, dass der Versicherte ganztägig arbeitsfähig sei und
dabei eine Leistungsminderung von 20 % bestehe.
Mit Vorbescheid vom 3. Februar 2017 (IV-act. 128) kündigte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten an, seine Rente bei einem
Invaliditätsgrad von 38 % einzustellen (Valideneinkommen als selbständigerwerbender
_fahrer Fr. 86'198.--, Invalideneinkommen Fr. 53'375.--). Seine Arbeitsfähigkeit
mache 80 % aus.
C.c.
In einem Einwand vom 29. März 2017 (IV-act. 136) beantragte die Procap für den
Versicherten, es sei diesem weiterhin mindestens die bisherige Rente auszurichten. Der
psychiatrische Gesundheitsschaden sei als gegenüber dem MEDAS-Gutachten vom
22. August 2011 unverändert einzustufen und nötigenfalls vollständig abzuklären. Eine
Verbesserung sei nicht ausgewiesen. Entgegen der Annahme des Gutachters habe der
Versicherte nach Abschluss des IV-Verfahrens 2012 noch lange Zeit in
fachpsychiatrischer Behandlung gestanden (unter anderem bei Dr. J._, Ambulatorium
K._). Da von den Behandlungsstellen keine Berichte bei den Akten lägen, sei der
Sachverhalt diesbezüglich nicht vollständig abgeklärt. Das Valideneinkommen sei
C.d.
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korrekt an die Teuerung anzupassen und es sei ein Leidensabzug von 10 % zu
gewähren.
Auf Anfrage teilte die K._ AG am 5. April 2017 (IV-act. 141) mit, der Versicherte
sei 2012 letztmals in Behandlung gewesen, ohne dass ein Bericht erstellt worden wäre.
- Dr. med. L._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gab in einem IV-
Arztbericht vom 2. Mai 2017 (IV-act. 143) an, er behandle den Versicherten seit 5. April
2017. Es bestünden bei ihm Rückenprobleme (seit 1989, _fahren; seit 2008, Sturz auf
Treppe), eine Anpassungsstörung mit leichtgradiger Depressivität, Besorgtheit/
Ängstlichkeit und Selbstunsicherheit (seit dem Verlust des _-Betriebes),
zahnmedizinische Probleme (Unterkiefer; _) und eine Demotivation (fehlende Hobbys,
Schlafprobleme). Gemäss Hausarzt (Dr. H._) sei der Versicherte seit längerem voll
arbeitsunfähig. Er sei schon sehr lange aus der Struktur einer Erwerbstätigkeit
herausgefallen. - Die Psychiatrische Klinik I._ reichte am 28. April 2017 (IV-act. 146)
eine Verlaufsdokumentation (IV-act. 145-2 ff.) ein. Danach war im Juni 2013 etwa
erwogen worden, dass eine Anstellung des Versicherten in einer geschützten
Werkstätte finanziell wenig hilfreich wäre, weil diesfalls zwar bei den
Ergänzungsleistungen kein hypothetisches Einkommen angerechnet, der Lohn aber
wegen der hohen Schulden weggepfändet würde. - Dr. H._ erstattete am 3. Mai 2017
(IV-act. 147-2 bis 5) unter Beilage diverser weiterer Berichte einen IV-Verlaufsbericht.
Seit anfangs Februar 2017 seien beim Versicherten Schulterschmerzen exazerbiert,
zudem bestehe ein verstärktes Lumbovertebralsyndrom links bei L3. Gemäss Dr. med.
M._, Innere Medizin und Rheumatologie, liege ein statisch myalgisches
Wirbelsäulensyndrom mit PHS links vor. Der Versicherte sei bei Dr. N._, Chiropraktor,
in Behandlung. Zudem bestehe ein massives Angstsyndrom seit 31. März 2017,
therapiert mit Escitalopram. - Dr. M._ hatte in einem Bericht vom 17. Februar 2017
(IV-act. 147-6 f.) erklärt, der Versicherte habe etwas depressiv, aber gleichzeitig auch
aggressiv gewirkt. Die hartnäckigen, stark empfundenen statisch-myalgischen
lumbalen Beschwerden seien vor allem durch eine Fehlstatik und -belastung bedingt.
Die Röntgenaufnahmen von Schulter, Oberarm links und Beckenübersicht hätten einen
überwiegend altersentsprechend unauffälligen Befund gezeigt. Die Schmerzen am
Schultergelenk links seien am ehesten mit narbigen Veränderungen zu erklären, die
man bei Wetterveränderungen am stärksten spüre. - Gemäss einer weiteren Beilage
C.e.
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hatte Dr. med. O._, Fachärztin für Kardiologie, am 23. Juni 2015 (IV-act. 147-28 f.)
beim Versicherten ein erhöhtes vaskuläres Risiko, einen V. a. chronisch obstruktive
Pneumopathie und eine psychosoziale Belastung diagnostiziert. Hinweise auf eine
Koronarerkrankung habe es weder klinisch anamnestisch noch anhand der Fahrrad-
Ergometrie gegeben. - Die vom Versicherten genannte (Dr. J._, vgl. IV-act. 142)
Integrierte Psychiatrie P._ gab am 12. Mai 2017 (IV-act. 149) bekannt, der Versicherte
habe sich in der Datenbank nicht finden lassen. - Der Chiropraktor Dr. N._ gab in
einem Bericht vom 1. Juni 2017 (IV-act. 150) an, er behandle den Versicherten seit dem
10. April 2017. Eine körperlich stark belastende Tätigkeit sei wegen der chronischen
Rückenbeschwerden künftig eher nicht möglich.
Der RAD hielt am 18. August 2017 (IV-act. 151) dafür, der Gesundheitszustand des
Versicherten habe sich gegenüber dem Vorgutachten von 2011 gebessert. Dass im
psychiatrischen Gutachten die neue Rechtsprechung berücksichtigt worden sei, könne
dem Gutachten nicht zum Vorwurf gemacht werden.
C.f.
Als zweite Anhörung (IV-act. 152) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der
Procap mit, gemäss den neu eingeholten Berichten habe sich der Gesundheitszustand
des Versicherten relevant verbessert. Zu vergleichen seien ein Valideneinkommen von
Fr. 86'887.-- und ein Invalideneinkommen von Fr. 53'375.--. Der Invaliditätsgrad mache
39 % aus. - In ihrer Stellungnahme vom 7. September 2017 (IV-act. 153) brachte diese
Rechtsvertretung vor, der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich
zwischenzeitlich verschlechtert. Gemäss dem beigelegten Bericht von Dr. H._ habe
sich ein Verdacht auf eine Hüftarthrose ergeben. Ausserdem würden Abklärungen bei
einem Spezialisten eingeleitet. Der Versicherte müsse immer noch regelmässig
Psychopharmaka einnehmen, damit der Gesundheitszustand stabil bleibe. Die
Diagnose der Schwerhörigkeit sei bei den Abklärungen der IV ausser Acht gelassen
worden. Es sei ein Leidensabzug von 10 % zu gewähren, weil verschiedene körperliche
und psychische Problematiken diagnostiziert worden seien. - Dr. H._ hatte im Bericht
vom 1. September 2017 (IV-act. 153-3) erklärt, neben den bereits erwähnten
Diagnosen leide der Versicherte unter wahrscheinlich beginnenden
Hüftarthrosebeschwerden. Eine spezifische Untersuchung sei noch nicht durchgeführt
worden.
C.g.
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In einem daraufhin veranlassten weiteren IV-Verlaufsbericht vom 25. Oktober 2017
(IV-act. 156) gab Dr. L._ an, es habe leichte Besserungen (bezüglich des Ein- und
Durchschlafens, des Drangs zu Nikotin-Abusus und der Stimmungslage) ohne
wesentlichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des Versicherten gegeben. Dieser
klage hauptsächlich über somatische Schmerzen (Hüfte, Knie, linker Oberarm, Rücken)
und halte dafür, er könne nicht andauernd sitzen, keine Lasten tragen und keine
Telefonate entgegennehmen. Er sei resigniert und demotiviert und habe sich in seinem
Status als Invalider fest etabliert. Eventuell könnte der IV-Berufsberater klären, welche
Tätigkeiten für den Versicherten in Frage kämen.
C.h.
Am 20. Dezember 2017 (IV-act. 159) reichte Dr. med. Q._, Facharzt FMH
Orthopädie, das Zuweisungsschreiben von Dr. H._ an ihn vom 9. September 2017
und drei Berichte von ihm selbst an diesen zuweisenden Arzt vom 10. und 23. Oktober
und vom 2. November 2017 (IV-act. 160 bis 163) ein. Im jüngsten Bericht vom
2. November 2017 hatte Dr. Q._ beim Versicherten einen Verdacht auf coxogene
Beschwerden beidseits linksbetont bei radiologisch diskretem
Schenkelhalstaillenverlust beidseits, ein chronisches Rückenschmerzproblem,
anamnestisch unklare Schulter-/Armschmerzen links, Schwerhörigkeit beidseits und
eine "chronisch behinderte Nasenatmung?" (Eindruck bei der Konsultation vom
Berichtstag) diagnostiziert. Die Angaben des Versicherten über die Wirkung der
Infiltration der beiden Hüften vom 23. Oktober 2017 klängen nach einem guten
Lokalanästhesie-, aber nur einem geringen oder keinem Kortisoneffekt. Deshalb könnte
man meinen, dass relevante coxogene Beschwerden bestünden. Es sei zuzuwarten. -
Auf Anraten des RAD (IV-act. 164) wurde Dr. Q._ gebeten, einen weiteren Arztbericht
auszufüllen. Der Arzt wies in seiner Antwort vom 17. März 2018 (IV-act. 166-2) auf
seinen letzten Bericht vom 20. Dezember 2017 hin. Seither habe er den Versicherten
nicht mehr gesehen.
C.i.
In einem dritten Vorbescheid vom 20. März 2018 (IV-act. 167) hielt die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle erneut an ihrem vorgesehenen Entscheid fest. -
Die Procap reichte mit ihrer Stellungnahme vom 5. April 2018 (IV-act. 168) einen
Verlaufsbericht von Dr. H._ vom 28. März 2018 ein. Darin werde festgehalten, bei
weiteren Abklärungen im Spital R._ vom Januar 2018 sei ein chronisches
lumbovertebrales Syndrom bei Spondylose diagnostiziert worden. Weder Dr. L._
C.j.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/26
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noch Dr. Q._ (dieser auch nicht auf ihre - der Procap - Nachfrage hin) hätten zur
Arbeitsfähigkeit des Versicherten Stellung genommen. - Dr. H._ hatte im erwähnten
Bericht angegeben, arbeitsfähigkeitsrelevant seien eine PHS links und ein
ausgeprägtes Angstsyndrom, das durch Dr. L._ behandelt werde, dessen Beurteilung
für die Arbeitsfähigkeit insbesondere auch relevant sei. Insgesamt habe der Versicherte
stets Rücken- und Hüftbeschwerden, die ihn in seinen Tätigkeiten einengten. - Der
RAD hielt am 8. Mai 2018 (IV-act. 169) fest, die neu vorgelegten Berichte seien wenig
geeignet, die gutachterlich eingeschätzte Arbeitsfähigkeit in Frage zu stellen, und sie
belegten auch nicht genügend eine wesentliche Verschlechterung. Weitere
Abklärungen seien nicht mehr erforderlich.
Das Spital R._ reichte einen Austrittsbericht seiner Abteilung Chirurgie vom
16. Mai 2017 (IV-act. 172-1 ff.; über einen Aufenthalt des Versicherten vom 30. April bis
5. Mai 2017) und einen Austrittsbericht seiner Abteilung Allgemeine Innere Medizin vom
18. Januar 2018 (IV-act. 171-2 ff., über einen Aufenthalt vom 2. bis 8. Januar 2018) ein.
Im älteren (chirurgischen) Bericht waren eine erosive Gastritis, NSAR-induziert, unklare
rechtsseitige Flankenschmerzen (bei bekannter Spondylarthrose mit chronischem
lumbovertebralem Schmerzsyndrom), eine Mikrohämaturie (einmalig urinchemisch
nachgewiesen), eine kortikale 3.5 cm grosse Nierenzyste am Unterpol links und
Sigmadivertikel (beide letzten CT-nebenbefundlich erhoben) diagnostiziert worden.
Nebendiagnosen seien das chronische lumbovertebrale Schmerzsyndrom L2/L3, die
beidseitige hochgradige sensorineurale Mittel- bis Hochtonschwerhörigkeit,
Spannungskopfschmerzen, Hypercholesterinämie und ein St. n. Septumrevision. Auf
NSAR sei absolut zu verzichten. Es sei eine Anbindung an das Schmerzzentrum
veranlasst worden. - Im jüngeren (internistischen) Bericht waren ein chronisches
lumbovertrebrales Schmerzsyndrom Höhe L2/L3, aktuell atraumatische
Schmerzexazerbation, eine erosive Gastritis 05/17, beidseitige hochgradige
sensorineurale Mittel- bis Hochtonschwerhörigkeit, Spannungskopfschmerzen und eine
Hypercholesterinämie diagnostiziert worden. Die Ursache der erneuten
Verschlechterung der vorbestehenden lumbalen Rückenschmerzen sei unklar
geblieben. Hinweise auf eine radikuläre Symptomatik hätten sich bei erhalten
gebliebener Motorik, Sensibilität und Reflexen trotz der computertomographisch
beschriebenen bilateralen Diskusprotrusionen klinisch nicht gezeigt. Eine operative
C.k.
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D.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 16. August 2018
(Poststempel: 27. August 2018). Der Beschwerdeführer beantragt, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine Rente - mindestens eine
Viertelsrente - auszurichten, ausserdem sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu
gewähren. Im Gutachten der MEDAS Zentralschweiz vom August 2011 sei ihm eine
Arbeitsunfähigkeit von 30 % attestiert worden, die ihren Grund in einer
Persönlichkeitsstörung und einer Schmerzstörung - bei schlechter Prognose - gehabt
habe. Nachdem er eine Verschlechterung des Gesundheitszustands angezeigt habe,
habe die medexperts AG ihm im Dezember 2016 lediglich eine Arbeitsunfähigkeit von
20 % für in verschiedener Hinsicht adaptierte Tätigkeiten bescheinigt, und zwar aus
orthopädischen Gründen. In psychiatrischer Hinsicht sei neu keine Diagnose mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit mehr gestellt worden. Angeblich habe sich sein
Gesundheitszustand etwas verbessert. Die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
sei unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung (Bundesgerichtsurteil
9C_492/14 [BGE 141 V 281]) neu beurteilt worden. Ein für die Einstellung der Rente
erforderlicher Revisionsgrund liege nicht vor. Eine neue Rechtsprechung genüge als
Revisionsgrund nicht. Der Gutachter der Psychiatrie begründe die Verbesserung mit
dem Abklingen der depressiven Symptomatik. Er habe die Rente aber nicht wegen
einer depressiven Störung, sondern wegen der Persönlichkeitsstörung und der
Schmerzstörung erhalten, wo sich keine Besserung ergeben habe. Dass seine
Angaben nicht konsistent seien, seine Anspruchshaltung hoch sei und er misstrauisch
sei, sei gerade Teil der Persönlichkeitsstörung. Ebenso sei krankheitsimmanent, dass
er die Arbeitsunfähigkeit mit der Bewegungsstörung des linken Arms und nicht
psychiatrisch begründe. Hierzu verweise er auf das psychiatrische Teilgutachten der
MEDAS (sc. Zentralschweiz). Auf die psychiatrische Beurteilung könne nicht abgestellt
werden. Daneben beschreibe das Gutachten insgesamt eine Verschlechterung seines
Gesundheitszustands. In somatischer bzw. orthopädischer Hinsicht werde neu eine
Sanierung (und Infiltrationstherapie) wie vom Versicherten gewünscht werde nicht
empfohlen. - Der RAD hielt am 9. Juli 2018 (IV-act. 173) erneut an der bisherigen
Beurteilung fest.
Mit Verfügung vom 10. Juli 2018 (IV-act. 174) stellte die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle des Kantons St. Gallen den Rentenanspruch des Versicherten auf das Ende
des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats ein und entzog einer Beschwerde
die aufschiebende Wirkung.
C.l.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/26
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zusätzliche Leistungsminderung von 20 % anerkannt. Er habe ausserdem eine
Verschlechterung wegen der zunehmenden Schmerzen in der Schulter geltend
gemacht. Es sei unverständlich, dass ihm die Rente plötzlich gestrichen werde, obwohl
es ihm doch schlechter gehe. Weiter verstehe er nicht, weshalb ihm kein Leidensabzug
gewährt werde, müsse doch davon ausgegangen werden, dass er die
Restarbeitsfähigkeit nur mit wirtschaftlich unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten
könne. Wenn die Beschwerdegegnerin auf das (sc. neue) Gutachten abstelle und die
Persönlichkeits- und Somatisierungsstörung nicht beachte, sei das zumindest "beim
Valideneinkommen in Abzug zu bringen". Gleiches gelte für den Aspekt der
Gehörlosigkeit.
E.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 12. Oktober 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus
psychiatrischer Sicht sei im medexperts-Gutachten nicht aufgrund einer
Praxisänderung neu beurteilt worden, sondern es sei eine relevante Verbesserung des
Gesundheitszustands festgestellt worden. Die depressive Störung sei abgeklungen und
die (sc. gesundheitlich beeinträchtigenden) Charakterzüge des Beschwerdeführers
hätten sich gemindert. Ob eine Rechtsprechungsänderung einen Anpassungsgrund
darstelle, könne offenbleiben. Von einer Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit sei
nicht auszugehen. Ein Abzug vom Tabellenlohn sei zu Recht nicht vorgenommen
worden, denn Limitierungen wegen psychischer Leiden könnten zwar die Auswahl an
Stellen einschränken, wirkten sich aber nur in besonders aussergewöhnlichen Fällen
auf die Höhe des erzielbaren Lohnes aus.
F.
Am 16. Oktober 2018 ist dem Gesuch des Beschwerdeführers um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) entsprochen worden.
- Von der ihm am 16. Oktober 2018 eingeräumten Möglichkeit, sich zur
Beschwerdeantwort vernehmen zu lassen, hat der Beschwerdeführer keinen Gebrauch
gemacht.

Considerations:
Erwägungen
1.
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Im Streit liegt die Verfügung vom 10. Juli 2018, mit welcher die Beschwerdegegnerin
die Rente des Beschwerdeführers auf den 31. August 2018 eingestellt hat.
2.
Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.1.
Nach der Rechtsprechung (BGE 143 V 418 E. 7.1 f., vom 30. November 2017; also
nach der Erstellung des Gutachtens vom 22. Dezember 2016 ergangen) sind
grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem jeweiligen Beweisbedarf) sämtliche
psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281
(vom 3. Juni 2015) zu unterziehen, denn bei sämtlichen psychischen Störungen
bestehen trotz variierender Prägnanz der erhebbaren Befunde im Wesentlichen
vergleichbare Beweisprobleme. Grundsätzlich sind Rechtsprechungsänderungen, so
auch jene von BGE 141 V 281, auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht
erledigten Fälle anzuwenden (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 29. Februar 2016,
9C_354/2015 E. 5); eine neue Rechtsprechung ist im Grundsatz sofort und überall
anwendbar und gilt nicht nur für künftige, sondern für alle im Zeitpunkt der Änderung
hängigen Fälle (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 7. November 2019, 9C_309/2019 E. 4.1).
Für die Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens sind nach dem genannten
BGE 141 V 281 in der Regel diverse Standardindikatoren beachtlich, die in zwei
Kategorien systematisiert werden, nämlich einerseits in der Kategorie des funktionellen
Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz. Zum funktionellen Schweregrad
sind die Komplexe "Gesundheitsschädigung" (mit den Aspekten der Ausprägung der
diagnoserelevanten Befunde, des Behandlungs- und Eingliederungserfolgs oder der
entsprechenden Resistenz und der Komorbiditäten), "Persönlichkeit" (mit
Persönlichkeitsdiagnostik und persönlichen Ressourcen) und "Sozialer Kontext" zu
berücksichtigen. In der Kategorie der Konsistenz geht es um Gesichtspunkte des
Verhaltens, namentlich um eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in
allen vergleichbaren Lebensbereichen und um behandlungs- und
eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281
E. 4.1.3).
2.2.
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3.
Dauerleistungen wie eine Rente werden regelmässig unbefristet für die Zukunft
zugesprochen, was dem Bedarf der Leistungsberechtigten nach Rechtssicherheit
Rechnung trägt (vgl. Ralph Jöhl, Die Revision nach Art. 17 ATSG, in JaSo 2012, 153 ff.,
155). Die formelle Rechtskraft einer Verfügung über ein Dauerrechtsverhältnis
beschränkt sich aber auf den Sachverhalt und die Rechtslage zur Zeit ihres Erlasses.
Die Rechtskraft kann hauptsächlich (abgesehen von Revisionen nach SchlBest. 6. IV-
Revision) in viererlei Hinsicht durchbrochen werden: Einerseits kann sie es
(rückwirkend) durch eine prozessuale Revision (Art. 53 Abs. 1 ATSG oder Art. 61 lit. i
ATSG, erster Grund) oder durch eine Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG, zweiter
Grund) tun. Anderseits hat, wenn nach dem Erlass einer Verfügung eine
anspruchsrelevante Änderung des Sachverhalts (nachträgliche tatsächliche
Unrichtigkeit) eintritt, gegebenenfalls eine Anpassung im Rahmen einer Rentenrevision
nach Art. 17 Abs. 1 ATSG (dritter Grund, vgl. unten E. 3.2 ff.) stattzufinden. Dazu
kommen schliesslich Anpassungen an eine veränderte Rechtslage (vierter Grund, vgl.
unten E. 3.5).
3.1.
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
3.2.
Ob eine revisionsbegründende Änderung des Sachverhalts eingetreten ist, beurteilt
sich nach der Rechtsprechung durch Vergleich des Zustands, wie er im Zeitpunkt der
letzten (der versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen Verfügung bestand, welche
auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen
Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (vgl. BGE 133 V 108,
Bundesgerichtsurteil vom 21. Januar 2019, 9C_382/2018 E. 2), mit demjenigen zur Zeit
der streitigen Neubeurteilung (vgl. BGE 130 V 351 E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2).
3.3.
Anlass zur Rentenrevision im Sinn von Art. 17 ATSG gibt nach der Rechtsprechung
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f. E.
3.5). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen
Sachverhaltes stellt dagegen praxisgemäss keine revisionsrechtlich relevante Änderung
dar (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 3. März 2020, 9C_698/2019 E. 2, und vom 25. Mai
2018, 8C_807/2017 E. 3.2).
3.4.
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4.
Mit der Verfügung vom 19. Juli 2012 - erster Vergleichszeitpunkt im Sinn von E. 3.3 -
hatte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer ab 1. Mai 2010 eine ganze und
ab 1. November 2011 eine Viertelsrente (diese bei einem Invaliditätsgrad von 43 %)
zugesprochen. Die Zusprache hatte namentlich auf einem Gutachten der MEDAS
Zentralschweiz vom 22. August 2011 basiert. Danach hatten vier Diagnosen mit
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorgelegen, nämlich eine leichte depressive
Episode, eine nicht näher bezeichnete Persönlichkeitsstörung, eine chronische
Schmerzstörung und eine mässige Frozen shoulder links. Ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit waren unter anderem ein leichtes lumbovertebrales Schmerzsyndrom,
leichte Phobien (Flugzeug, Höhe), Alkoholabhängigkeit und eine hochgradige
symmetrische Schwerhörigkeit beidseits vom sensorineuralen Typ. Körperliche
Schwerarbeiten und unter anderem repetitives Heben von Lasten über 15 kg über
Gürtelhöhe oder repetitive Tätigkeiten auf oder über Schulterhöhe seien nicht mehr
zumutbar. Die angestammte Tätigkeit als _fahrer/Betriebsinhaber und jede andere
körperlich leichte bis teils auch mittelschwere Tätigkeit seien dem Beschwerdeführer
aber noch zu 70 % zumutbar. Limitierend seien vor allem die Symptome der
Persönlichkeits- und der Schmerzstörung (vgl. IV-act. 57-15). Orthopädisch gesehen
war festgehalten worden, die Beweglichkeitseinschränkung des adominanten
Schultergelenks links führe zur Arbeitsunfähigkeit für schwere körperliche Arbeiten;
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, insbesondere auch Auto- und
_fahren mit gelegentlichem Tragen auch schwerer Koffer sei uneingeschränkt
zumutbar (vgl. IV-act. 57-12, IV-act. 57-25).
Ursprünglich fehlerfreie Verfügungen über Dauerleistungen können auch an
Änderungen der Rechtslage (nachträgliche rechtliche Unrichtigkeit durch Gesetzes-
oder Rechtsprechungsänderungen, unter je bestimmten, unterschiedlichen
Voraussetzungen; vierter Grund) angepasst werden (zu Letzterem und zu allen vier
"Rückkommenstiteln" vgl. BGE 135 V 201 E. 5.1, E. 6.1.1. und E. 6.4; BGE 140 V 514
E. 3.2, BGE 127 V 10 E. 4a und 4b, Bundesgerichtsurteil vom 18. Mai 2017,
8C_842/2016 E. 5.1.1). Mit der geänderten Praxis nach BGE 141 V 281 erfolgte nicht
eine Änderung der Voraussetzungen für den Leistungsanspruch und sie stellt für sich
allein keinen (Neuanmeldungs- oder) Revisionsgrund und auch keinen
Wiedererwägungsgrund dar (vgl. BGE 141 V 585). Allein aus diesem Grund ist die
Rechtskraft früherer Verfügungen nicht bereits durchbrochen und sind nicht
Anpassungsverfahren aufzunehmen.
3.5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 17/26
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5.
Die angefochtene Anpassungsverfügung wurde nach einer weiteren medizinischen
Begutachtung des Beschwerdeführers erlassen. Das Gutachten der medexperts AG
vom 22. Dezember 2016 stützt sich auf eine Kenntnis der Vorakten (samt ergänzter
Aktenlage, vgl. IV-act. 123-5 bis 21) sowie auf Anamneseerhebungen und
Untersuchungen in orthopädischer (Hauptgutachten), psychiatrischer und
internistischer Hinsicht.
5.1.
Der Gutachter der Psychiatrie erhob den Status. Wie im psychiatrischen
Konsilium vom Juli 2011 seien die Kriterien für einzelne Persönlichkeitsstörungen beim
Beschwerdeführer nicht sehr stark ausgeprägt; sie dauerten seit Jahrzehnten an. Die
diesbezügliche damalige Diagnose könne übernommen werden, jedoch liege sie nicht
in einer Ausprägung vor, welche die Willensanstrengung beeinträchtigen würde. Es
könne auch davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer mit dem Alter
eine gewisse Reife erreicht habe und die Symptome der kombinierten
Persönlichkeitsstörung gemildert seien, denn unter anderem Reizbarkeit, Aggressivität
und Impulsivität schienen nicht mehr im Vordergrund zu stehen. Der Beschwerdeführer
zeige allerdings keine Einsicht und auch keinen Leidensdruck, sei sehr ichbezogen und
habe eine inadäquate Anspruchshaltung. Die chronische Schmerzstörung sei nach wie
vor vorhanden. Die Schmerzen seien im Zusammenhang mit psychosozialen
Belastungsfaktoren entstanden oder (sc. letztere) trügen zu ihrer Fortdauer bei (vgl. IV-
act. 123-32). Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich aus
psychiatrischer Sicht etwas verbessert, ausserdem werde die Arbeitsfähigkeit unter
Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung (BGE 141 V 281) neu beurteilt (vgl. IV-
act. 123-34). Der Gutachter der Psychiatrie schloss, weder in der angestammten
Tätigkeit noch in Verweistätigkeiten bestehe unter Berücksichtigung der aktuellen
Rechtsprechung eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit (vgl. IV-act. 123-33). - Zu den
Aspekten, die als Standardindikatoren zur Objektivierung der allfälligen psychiatrischen
Beeinträchtigungen vorgesehen sind, hielt der Gutachter der Psychiatrie unter anderem
fest, der Beschwerdeführer begründe seine Arbeitsunfähigkeit mit einer
Bewegungsstörung des linken Arms (vgl. IV-act. 123-33). Diese Darstellung des
Beschwerdeführers kann insofern bestätigt werden, als gemäss dem Ergebnis der
orthopädischen Begutachtung (vgl. IV-act. 123-44) immerhin ein leichtes
subacromiales Impingement der linken Schulter vorliegt. Des Weiteren wurde im
psychiatrischen Gutachten darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer in der
Beschwerdeschilderung voller Schuldzuweisung und misstrauisch gewesen und seine
Angaben nicht konsistent gewesen seien (vgl. IV-act. 123-33, vgl. IV-act. 123-48,
5.1.1.
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5. Absatz). Sowohl seine misstrauische Art wie die Inkonsistenzen räumt der
Beschwerdeführer in der Beschwerde ein, will sie aber als krankheitsimmanent
verstanden wissen. Die gutachterliche Feststellung, dass der Beschwerdeführer bei
zumutbarer Willensanstrengung in allen zu beurteilenden Fähigkeiten gemäss Mini-ICF
nicht eingeschränkt gewesen sei (vgl. IV-act. 123-33), wurde - soweit ersichtlich - nicht
detailliert, doch wurden die klinischen psychiatrischen Befunde gutachterlich erhoben
und beschrieben (vgl. IV-act. 123-31), was diesbezüglich massgebend ist. Der
Gutachter fand gemäss seinen Ausführungen beim Beschwerdeführer keine
Anhaltspunkte für Verdeutlichung und/oder Aggravation (vgl. IV-act. 123-31). Im PACT-
Test (vgl. IV-act. 123-29) ergab sich allerdings zumindest, dass der Beschwerdeführer
sein Arbeitsbelastungsniveau recht niedrig einschätzte (nämlich nur mit 70 von 190
Punkten, was selbst nicht für eine leichte Tätigkeit im Sitzen [100 bis 110 Punkte]
ausreichen würde), was ebenfalls zu berücksichtigen ist. Im Weiteren nahm der
Gutachter der Psychiatrie an, der Beschwerdeführer habe nie in psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung gestanden (vgl. IV-act. 123-33) und es sei
unwahrscheinlich, dass er davon profitieren würde (vgl. IV-act. 123-33). Nach der
Aktenlage hatte der Beschwerdeführer allerdings bei der MEDAS-Begutachtung vom
März 2011 erklärt, monatlich ambulant einen Psychiater aufzusuchen (vgl. IV-
act. 57-29). In der Klinik K._ AG war er in der Folge jedoch jedenfalls 2012 und im
Ambulatorium der Psychiatrischen Klinik I._ war er im Dezember 2013 letztmals
gewesen. Zum Zeitpunkt der Begutachtung durch die medexperts AG hat er somit
nach der Aktenlage seit immerhin etwa drei Jahren nicht mehr in entsprechender
Behandlung gestanden. Und in der Folge suchte er erst nach Ankündigung der
Renteneinstellung durch Vorbescheid vom 3. Februar 2017 erneut einen Psychiater auf.
Es kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der
unzutreffenden Annahme des Gutachters zur vollständig fehlenden psychiatrischen
Behandlung keine für das Ergebnis ausschlaggebende Bedeutung zukommt. Ferner
hielt der Gutachter der Psychiatrie fest, in der Freizeitgestaltung und im familiären
Alltag seien beim Beschwerdeführer keine (sc. einem die Arbeitsfähigkeit tangierenden
psychiatrischen Leiden) entsprechenden Auswirkungen zu erheben (vgl. IV-
act. 123-33). Nach gutachterlicher Beurteilung ist der Beschwerdeführer in der
Gestaltung des alltäglichen Lebens nicht nennenswert beeinträchtigt, denn er sorge für
die Kinder, erledige den Haushalt, unterhalte einen guten Kontakt mit den
Geschwistern, pflege seinen Bekanntenkreis und verbringe die Ferien mit der Familie in
der Heimat. Diesbezüglich ist zwar darauf hinzuweisen, dass die nach wie vor
beschriebenen Persönlichkeitsstörungsanteile insgesamt nicht ohne Einfluss auf die
sozialen Lebensumstände waren (vgl. Kontakt zu einzelnen Kindern, Kränkungen,
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/26
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Misstrauen, vgl. IV-act. 123-32), nach der Aktenlage scheint aber durchaus
nachvollziehbar, dass solche Auswirkungen nicht in einem für die Arbeitsfähigkeit
relevanten Mass vorzufinden waren. Der Beschwerdeführer gab dem Gutachter der
Psychiatrie im Übrigen an, er sei zwar seelisch "kaputt", aber nicht psychisch krank
(vgl. IV-act. 123-29). Schliesslich unterstrich der Gutachter der Psychiatrie, dass beim
Beschwerdeführer kein Leidensdruck vorhanden sei (vgl. IV-act. 123-32). Insgesamt
rechtfertigt es sich bei diesen Gegebenheiten, dem Ergebnis der psychiatrischen
gutachterlichen Würdigung der Arbeitsfähigkeit Beweiswert zuzumessen.
Auch bei der internistischen Exploration wurden die klinischen Befunde erhoben.
Ausserdem wurden die Laborbefunde berücksichtigt und es wurde ein
Lungenfunktionstest gemacht (vgl. IV-act. 123-39 f.). Gastrointestinale Beschwerden
verneinte der Beschwerdeführer. Zum Aspekt der (akustischen) Verständigung mit dem
Beschwerdeführer legte der Gutachter dar, diese sei ohne Hörgeräte gut gewesen,
auch ohne Lippenablesen recht gut (vgl. IV-act. 123-35). Eine Diagnose mit Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit wurde nicht genannt. Erhoben wurden allerdings die
Schwerhörigkeit; der Nikotingebrauch; ein zeitweiser Alkoholabusus 1996 und 2009,
zur Begutachtungszeit keinerlei Anhaltspunkte; Übergewicht; und eine mögliche COPD
mit chronischem Husten, zur Begutachtungszeit ohne wesentliche Obstruktion (vgl. IV-
act. 123-42). Kontrollbedürftig seien die Nierenfunktion und die Pankreasamylase
einschliesslich Lipase; auf NSAR sollte eher verzichtet werden (vgl. IV-act. 123-42).
Schon bei der Begutachtung vom August 2011 sei keine internistische Diagnose mit
Arbeitsunfähigkeitsfolge angegeben worden. Eine Alkoholabhängigkeit bestehe nicht
mehr und der Nikotinabusus habe sich reduziert. Das Übergewicht habe sich leicht
verschlechtert, was für die Arbeitsfähigkeit aber nicht relevant sei (vgl. IV-act. 123-44).
5.1.2.
Bei der orthopädischen Begutachtung wurden der klinische Befund und
Röntgen-Befunde (von Schulter und Oberarm links, von LWS ap/seitlich und von
Becken ap/Hüfte nach Lauenstein links) erhoben. Ausserdem standen ein CT
Neurocranium und Wirbelsäule nativ vom 10. Januar 2016 und eine Aufnahme LWS ap/
seitlich vom 14. September 2016 zur Verfügung. Daneben wurden Laborbefunde
erhoben und es wurde der bereits erwähnte PACT-Test gemacht (vgl. IV-act. 123-21
bis 29). Die Gutachterin hielt fest, im Bereich der LWS sei die paravertebrale
Muskulatur im Rückenstreckerverlauf im unteren Lumbalabschnitt mässig verspannt
und druckempfindlich gewesen. Die Schmerzangabe bei der Seitneigung nach links
könne auf ein muskuläres und facettogenes Problem hindeuten. Bei sonst
uneingeschränkter WS-Funktion hätten sich keine Nervenkompressionszeichen
gezeigt. Die weitgehend unauffälligen Röntgenbefunde würden die klinische Annahme
5.1.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 20/26
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einer muskulär myofascialen Problematik aufgrund von Fehlhaltung und muskulärer
Dysbalance bestätigen (vgl. IV-act. 123-47). Es bestünden keine
Funktionseinschränkungen und keine radikulären Zeichen und radiologisch nur
leichtgradige degenerative Veränderungen, welche die Arbeitsfähigkeit nicht
einschränkten (vgl. IV-act. 123-48). Die endgradig eingeschränkte Hüftrotation
linksbetont und der Rotationsschmerz im Bereich der linken Hüfte deuteten auf eine
vom Hüftgelenk ausgehende Störung hin. In der Röntgenaufnahme fänden sich keine
Anhaltspunkte für eine signifikante Coxarthrose. Allenfalls sei die diskret exzentrische
Gelenkspaltverschmälerung kaudal ein Zeichen eines beginnenden solchen Leidens. Es
habe auch keinen Hinweis für eine Beinumfangsdifferenz gegeben, die auf eine länger
bestehende Störung hingewiesen hätte (vgl. IV-act. 123-47). Die muskuläre Dysbalance
im Bereich der Lenden-Becken-Beinregion mit myofascial bedingten Störungen stehe
im Vordergrund (der dortigen orthopädischen Situation) und erkläre die Beschwerden
(vgl. IV-act. 123-48). In den Oberarmen habe sich eine Umfangsdifferenz gefunden. Die
Funktion des linken Schultergelenks sei in Abduktion, Flexion, Extension und
Aussenrotation endgradig eingeschränkt gewesen. Die leichte Kraftabschwächung
beim Bizepsspanntest habe auf die Bizepstendinopathie und die
Supraspinatussehnentendinopathie hingedeutet (vgl. IV-act. 123-47). - Zum Verlauf
wurde angegeben, die seit 2011 als Residuum nach Frozen Shoulder links nun noch
bestehende mässige Impingementsymptomatik schränke den Beschwerdeführer
allenfalls bei repetitiven Tätigkeiten über Kopf- und über Schulterhöhe ein. Die
Schulterarmschmerzen links bedingten die Leistungsminderung um 20 %.
Hinzugekommen seien chronifizierte pseudoradikuläre Schmerzen und eine initiale
Coxarthrose links. Subjektiv hätten die lumbalen Rückenschmerzen seit 2015
zugenommen; sie könnten allerdings aufgrund der Untersuchung und der
radiologischen Befunde somatisch in der Intensität nicht erklärt werden. Die
wechselnden Rückenschmerzen bestünden anamnestisch seit 1989. Es seien
leichtgradige degenerative LWS-Veränderungen gefunden worden, die den
Beschwerdeführer allenfalls beim Heben und Tragen von schweren Lasten und bei
Wirbelsäulenzwangshaltungen einschränkten (vgl. IV-act. 123-51).
Polydisziplinär wurde festgehalten, die somatischen Beschwerden im Bereich des
Rückens (sc. wohl LWS-Becken-Bein-Leiden) und der linken Schulter stünden im
Vordergrund (vgl. IV-act. 123-48). Es wurde dem Beschwerdeführer insgesamt eine
Leistungsminderung von 20 % attestiert (vgl. IV-act. 123-48), und zwar bezüglich der
Arbeit als _chauffeur aufgrund der Schmerzchronifizierung der linken Schulter bei
St. n. Frozen shoulder und operativ versorgter Humerusschaftfraktur und aufgrund der
in der Beurteilung subsumierten Rückenbeschwerden (vgl. IV-act. 123-49). In einer
5.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 21/26
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adaptierten Tätigkeit mit Berücksichtigung des Leistungsprofils sei er orthopädisch
gesehen voll arbeitsfähig (vgl. IV-act. 123-49). - Dass auch da noch eine
Leistungsminderung von 20 % wegen der Schmerzchronifizierung hinzukäme, wurde
im Gutachten bei der Beantwortung dieser Frage nicht explizit angegeben (IV-
act. 123-49), bei der Verlaufsfrage wurde die Einschränkung von 20 % allerdings ohne
Begrenzung auf das Tätigkeitsfeld des _fahrers erwähnt (vgl. IV-act. 123-51). Der
RAD nahm entsprechend eine solche Einschränkung an (vgl. IV-act. 125). - Im Ergebnis
ist demnach vom Attest einer Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 20 %
auszugehen.
Insgesamt erscheint die Begutachtung der medexperts AG (mit der genannten,
nicht ausschlaggebenden Einschränkung) umfassend. Es sind keine erheblichen
konkreten Indizien ersichtlich geworden, die gegen die Zuverlässigkeit des Ergebnisses
der Expertise sprechen würden, weshalb darauf abgestellt werden kann (vgl. hierzu
Bundesgerichtsurteil vom 14. Dezember 2017, 8C_616/2017 E. 6.2.2; BGE 137 V 210
E. 2.2.2 und 1.3.4). Namentlich wurde im medexperts-Gutachten vom 22. Dezember
2016 bereits festgehalten, dass eine initiale Coxarthrose links bestehe. Dabei handelt
es sich somit nicht etwa um einen noch nicht erkannten oder nicht gewürdigten
medizinischen Sachverhalt. Nichts anderes gilt für die Schwerhörigkeit. Die
Voraussetzungen für den (vollen) Beweiswert des Gutachtens (vgl. BGE 125 V 351
E. 3a) sind erfüllt.
5.3.
Zum Verlauf seit der Begutachtung vom März 2011 lässt sich demnach
überwiegend wahrscheinlich Folgendes annehmen: Internistisch gesehen hat sich
keine namhafte Veränderung eingestellt. - Unter orthopädischem Gesichtspunkt waren,
was die Arbeitsfähigkeit betrifft, nach wie vor repetitive Tätigkeiten über Kopf- und über
Schulterhöhe und infolge der LWS-Veränderungen allenfalls Heben und Tragen von
schweren Lasten und Wirbelsäulenzwangshaltungen für den Beschwerdeführer
ungeeignet. Neu wurde den orthopädischen Leiden eine Leistungsminderung bzw.
Arbeitsunfähigkeit von 20 % für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als _fahrer
beigemessen, begründet mit den chronifizierten Schulterarmschmerzen (und
subsumierten Rückenschmerzen, vgl. IV-act. 123-49). Dass der Beschwerdeführer im
Vorgutachten (sc. orthopädisch gesehen) für die angestammte Tätigkeit (sc. als
_fahrer) als voll arbeitsfähig erachtet worden war, betrachteten die medexperts-
Gutachter dabei an einer Stelle als fraglich zutreffend (vgl. IV-act. 123-49), an anderem
Ort auch als aufgrund der damaligen Befunde nachvollziehbar (vgl. IV-act. 123-46). -
Für eine adaptierte Tätigkeit wurde orthopädisch betrachtet wie erwähnt eine
Leistungsminderung nicht ausdrücklich erwähnt, ist aber insgesamt anzunehmen (oben
5.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 22/26
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6.
Was den medizinischen Sachverhalt nach der Begutachtung vom 8. November 2016
und bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 10. Juli 2018
betrifft, ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr von einer relevanten
Veränderung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit - namentlich keiner
Verschlechterung - auszugehen, obwohl der Beschwerdeführer nach der Ankündigung
der Leistungseinstellung vom 3. Februar 2017 diverse Abklärungen und Behandlungen
E. 5.2). Befundmässig wurde festgehalten, es seien chronifizierte pseudoradikuläre
Schmerzen und eine initiale Coxarthrose dazugekommen, aber die subjektiv seit 2015
vermehrten Rückenschmerzen im Lumbalbereich könnten in ihrer Intensität nicht erklärt
werden (vgl. IV-act. 123-51). Gemäss der Liste der Hauptdiagnosen der jüngeren
Begutachtung lag (nebst zwei Residualzuständen) ein leichtgradiges Impingement der
linken Schulter vor (vgl. IV-act. 123-44), während bei der Vorbegutachtung noch eine
mässige Frozen shoulder zu diagnostizieren gewesen war (vgl. IV-act. 57-15). Eine
Verbesserung des Gesundheitszustands wurde gutachterlich unter orthopädischem
Gesichtspunkt nicht erwähnt, was auf das Hinzukommen der Chronifizierung und der
Coxarthrose zurückzuführen sein dürfte. Insgesamt ist anzunehmen, dass eine gewisse
Zunahme bzw. Chronifizierung der Schulter-/Armbeschwerden stattgefunden hat, so
dass sie in einer Gesamtbetrachtung nach Einschätzung der Experten (und des RAD-
Arztes, IV-act. 125, vgl. oben E. 5.2) die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers um
20 % herabsetzten. - Gemäss der psychiatrischen Beurteilung dagegen ist davon
auszugehen, dass die depressive Störung in der Zwischenzeit abgeklungen ist und sich
die Symptome der kombinierten Persönlichkeitsstörung beim Beschwerdeführer im
Vergleichszeitraum abgeschwächt haben (vgl. IV-act. 123-35). Darin ist namentlich in
Bezug auf die Persönlichkeitsstörung eine Änderung des Sachverhalts zu sehen,
ausserdem aber auch in Bezug auf den Umstand, dass eine der mitwirkenden
psychiatrischen Komorbiditäten somit neu abgeschwächt war. Während ehemals
psychiatrisch eine die Arbeitsfähigkeit um 30 % einschränkende chronische
Schmerzstörung beschrieben worden war, wurde bei der jüngeren Begutachtung
psychiatrischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen kein Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit mehr beigemessen. In Bezug auf den psychiatrischen
Gesundheitszustand ist demnach von einer namhaften Verbesserung auszugehen. -
Die Gutachter erklärten in ihrer als stichhaltig zu betrachtenden Beurteilung
interdisziplinär, der Gesundheitszustand und die damit verbundene Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers hätten sich seit der Begutachtung vom August 2011 geändert (vgl.
IV-act. 123-50). - Zusammenfassend liegen demnach ein erheblich veränderter
Sachverhalt und ein Anpassungsgrund vor.
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aufgenommen hat. Das hat der RAD am 8. Mai 2018 (IV-act. 169) und am 9. Juli 2018
(IV-act. 173) nämlich begründet festgehalten. Wie dem psychiatrischen IV-
Verlaufsbericht vom 25. Oktober 2017 (IV-act. 156) von Dr. L._ zu entnehmen ist,
konnten damals vielmehr leichte Besserungen unter anderem der Stimmungslage
verzeichnet werden. Gemäss dem Bericht des Spitals R._ vom 16. Mai 2017
bestanden ferner die Magenbeschwerden des Beschwerdeführers anamnestisch
bereits seit zehn Jahren. Bei einer Gastroskopie hatte sich eine erosive Gastritis
gezeigt, die therapiert wurde. Die laborchemischen Verlaufskontrollen blieben normal
und die Schmerzen verlagerten sich im Verlauf vom Abdomen in die rechte Flanke und
bis zum medialen Oberschenkel (mit Hypästhesie). Der Urinstatus sei nach initialer
Mikrohämaturie zweimal unauffällig geblieben und die Nieren seien gemäss einer
Sonographie nicht gestaut gewesen. Die beigezogenen Orthopäden hätten keinen
Anhaltspunkt für eine radikuläre Ursache gefunden. Eine Ursache für eine erneute
Verschlechterung der lumbalen Rückenschmerzen blieb gemäss dem Bericht des
Spitals R._ vom 18. Januar 2018 unklar. Es habe sich keine klare Indikation für eine
Infiltration ergeben und eine operative Sanierung wurde nicht empfohlen. Den
begründeten Beurteilungen des RAD vom 8. Mai 2018 (IV-act. 169) und vom 9. Juli
2018 (IV-act. 173) kann daher gefolgt werden. Es bleibt demnach auch während dieser
zeitlichen Phase bei der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 80 %.
7.
Was die erwerblichen Verhältnisse betrifft, hat sich im Lauf des revisionsrechtlich
relevanten Zeitraums insofern nichts verändert, als der Beschwerdeführer schon bei
Erlass der ursprünglichen, rentenzusprechenden Verfügung nicht mehr erwerbstätig
war und das bei Erlass der angefochtenen Verfügung noch immer der Fall war.
7.1.
Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung einerseits anhand
der Berechnungen gemäss der ursprünglichen Rentenverfügung ein Valideneinkommen
2015 von Fr. 86'887.-- angenommen und hat dieses anderseits mit einem
Invalideneinkommen von Fr. 53'375.-- verglichen, was aufgerundet einen
Invaliditätsgrad von 39 % ergab.
7.2.
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person
konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität - wie der Beschwerdeführer - keine
Erwerbstätigkeit aus, können die Tabellenlöhne herangezogen werden (vgl.
Bundesgerichtsurteile vom 22. November 2019, 8C_590/2019 E. 5.1, und vom
22. Februar 2019, 9C_479/2018 E. 2.2, BGE 143 V 295 E. 2.2). - Im Jahr 2015 lag der
7.3.
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durchschnittliche Bruttolohn von Männern für einfache Tätigkeiten körperlicher oder
handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) im privaten Sektor bei Fr. 66'633.-- (vgl.
Anhang 2 der Textausgabe Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil des
Sozialversicherungsrechts, Gesetze und Verordnungen, 2019, herausgegeben von der
Informationsstelle AHV/IV, S. 228, basierend auf der Tabelle TA1 der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik).
Bei einer Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers von 20 % ergibt sich somit ein
Betrag von Fr. 53'306.--.
7.4.
Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich zumutbare verbleibende (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist
ein Abzug von den Tabellenlöhnen zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des
Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das
Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu
schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl.
BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75). - Die gesundheitlich bedingten
Einschränkungen des Beschwerdeführers sind in der medizinisch begründeten
Arbeitsunfähigkeitsschätzung enthalten. Dabei wurde namentlich die Gesamtheit der
beklagten (somatischen und psychiatrischen) Leiden berücksichtigt. Eine für ihn
adaptierte Tätigkeit soll demnach keine körperlich schweren und mittelschweren
Arbeiten enthalten, die in ständig gebückten, vorgeneigten Haltungen durchzuführen
sind oder einen repetitiven Armeinsatz links oder ein Heben von Lasten über 10 kg über
Brust-/Schulterhöhe erfordern (vgl. IV-act. 123-50). Ein Abzug wegen nicht mehr
zumutbarer körperlich schwerer und mittelschwerer Arbeit fällt, da der genannte
Tabellenlohn (des Kompetenzniveaus 1) bereits eine Vielzahl von leichten und
mittelschweren Tätigkeiten umfasst, nicht ohne weiteres in Betracht (vgl.
Bundesgerichtsurteile vom 20. April 2018, 9C_833/2017 E. 5.1, und vom 24. Mai 2018,
8C_884/2017 E. 4.2). Eine diesbezügliche erwerbliche Zurücksetzung ist vorliegend
nicht anzunehmen, da für den Beschwerdeführer ausreichend Arbeitsmöglichkeiten auf
dem massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt bestehen. Aus demselben Grund
(d.h. mit Blick auf die Art der für ihn in Frage kommenden Einsatzmöglichkeiten gemäss
Kompetenzniveau 1) ist auch die längere Abwesenheit vom Arbeitsmarkt nicht
abzugsrelevant (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 11. September 2019, 9C_225/2019
E. 4.4.2). Der Beschwerdeführer ist zudem in der Lage, vollzeitliche Arbeit zu leisten; es
handelt sich bei der Arbeitsunfähigkeit um eine Leistungsminderung (vgl. IV-
act. 123-51). Daher entfällt auch ein Teilzeitabzug (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 12.
7.5.
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November 2019, 9C_542/2019 E. 3.1, vom 16. Mai 2019, 8C_705/2018 E. 4.3, vom 13.
Februar 2017, 9C_762/2016 E. 5, und vom 8. Mai 2018, 8C_211/2018 E. 4.4). Die
Beschwerdegegnerin hat daher zu Recht von einem Abzug abgesehen. - Damit ergibt
sich ein Invalideneinkommen 2015 des Beschwerdeführers von Fr. 53'306.--.
Im Vergleich zum Valideneinkommen 2015 gemäss der angefochtenen Verfügung
von Fr. 86'887.-- ergibt sich demnach ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 39 %, was
keinen Rentenanspruch auszulösen vermag.
7.6.
Es fragt sich zwar, ob es gerechtfertigt ist, das ehemals bei der Rentenzusprache -
allein aufgrund der Einkommensmeldungen des Beschwerdeführers für die letzten drei
Geschäftsjahre 2006 bis 2008 (vgl. IV-act. 61-8) - auf die genannte
überdurchschnittliche Höhe festgelegte Valideneinkommen zu übernehmen, hatten die
Einkommen des Beschwerdeführers als Selbständigerwerbender doch geschwankt
(vgl. IV-act. 37, 58, auch Abschreibungen darunter; noch vor Verrechnungen von 2012
erstellt), waren die Geschäftsresultate nach seinen Angaben vor dem Unfall - also noch
ohne Beeinflussung durch eine allfällige Invalidität - nicht optimal gewesen (vgl. IV-
act. 61-6, IV-act. 61-5), und erscheint zumindest möglich, dass er den Betrieb auch
ohne Gesundheitsschaden aufgegeben hätte. Das kann aber dahingestellt bleiben, da
sich wie erwähnt jedenfalls kein rentenbegründender Invaliditätsgrad ergibt.
7.7.
Der Umstand, dass die Arbeitsunfähigkeit auf 20 % und der Invaliditätsgrad neu
unter die rentenerhebliche Grenze gefallen ist, ist drei Monate nach Anhalten der
gesundheitlichen Veränderung zu berücksichtigen. Bei einer Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit ist die anspruchsbeeinflussende Änderung nach Art. 88a Abs. 1 IVV
für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu
berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere
Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne
wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin
andauern wird. - Die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit war spätestens zur Zeit der
Begutachtung vom November 2016 festgestellt worden, weshalb sie unter diesem
Aspekt ab 1. März 2017 zu berücksichtigen ist. - Eine anpassungsweise Herabsetzung
oder Aufhebung der rechtskräftig zugesprochenen Invalidenrente erfolgt gemäss
Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV (lit. b betreffend u.a. Sachverhalte der Meldepflichtverletzung
gelangt hier nicht zur Anwendung) allerdings frühestens vom ersten Tag des zweiten
der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an. Bei Anwendbarkeit dieser
Bestimmung ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers wie verfügt einzustellen.
7.8.
bis
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8.