Decision ID: d4c6df30-6c31-464c-be17-84f8033b0304
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963, Mutter zweier erwachsener Kinder (Jahrgänge 198
6
und 1992)
,
war von Februar 2013 bis Juli 2018 als Teillohn-Mitarbeiterin
im Z._
de
r Organisation A._
tätig (Urk. 8/11; Urk. 8/15). Unter Hinweis auf Arm- und Schulterbeschwerden meldete sie sich am 1. Februar 2019 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/11). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und verneinte nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 8/45; Urk. 8/51) mit Verfügung vom 19. Juni 2020 bei einem Invaliditätsgrad von 8 %
einen Rentenanspruch (Urk. 8/56
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
24. Juli 2020
Beschwerde gegen die Verfügung vom
19. Juni 2020
(Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
en
weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1. September 2020
(Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
18. September 2020
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk. 1
S.
2
) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und der Beschwerde
füh
rerin die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk.
9
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhal
ten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktio
nelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
beurteilen die RAD die medi
zi
nischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmetho
den können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Unter
suchungs
ergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.3.2).
Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Be
stehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
Reine Aktengutachten sind beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich fest
stehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befas
sung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundes
gerichts 8C_750/2020 vom 23. April 2021 E. 4 mit Hinweisen).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02
vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, dass gemäss Beurteilung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) für optimal angepasste
,
leichte wechselbelastende
Tätigkeiten ab 1. Oktober 2019 eine 100%ige Arbeits- und Vermittlungsfähigkeit bestehe. Gemäss Belastungs
profil seien Tätigkeiten mit Heben oder Tra
gen von Lasten unter 2 kg
möglich,
wobei Verharren in Zwangshaltungen, repetitive Rumpfdrehungen oder Rotatio
nen
der Halswirbelsäule (HWS), repetitive Bewegungen der rechten Schulter so
wie Überkopfarbeiten oder Armvorhalte zu vermeiden seien (S. 2 oben). Eine Arbeits
un
fähigkeit sei erst seit der
Hospitalisation
ab 30. Juli 2019 nachvollziehbar, der Verlauf ab August 2018 sei nicht belegt. Die Gegenüberstellung des
Validen
ein
kommens
von Fr. 59'933.-- mit dem Invalideneinkommen von Fr. 5
4’955
.--, beide gestützt auf statistische Werte berechnet, ergebe einen nicht leistungs
be
gründenden Invaliditätsgrad von 8 % (S. 2 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
es bestehe selbst unter Annahme einer 80%igen (richtig: 100%igen) Arbeits
fähigkeit ab Januar 2020 (richtig: Oktober 2019) zumindest ein befristeter Ren
tenanspruch aufgrund einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit
wegen
der be
reits seit 2018 bestehenden Diagnosen. Die Einschätzung durch den RAD-Arzt, dass die Arbeitsunfähigkeit vor dem 30. Juli
2019 nicht ausgewiesen sei
, sei nicht nachvollziehbar (S. 5 f. Ziff. 3).
Indes sei ihr Gesundheitszustand nicht genügend abgeklärt worden (S. 6 Ziff. 4). Im Arztbericht der Klinik für Rheumatologie des
Universitätsspitals B._
vom Februar 2020 werde weiterhin die Aufnahme
einer Tätigkeit von initial 30
% empfohlen. Die prognostizierte Arbeitsfähigkeit von sechs bis acht Stunden täg
lich sei zwar in Aussicht gestellt worden, jedoch ohne Angabe eines genauen Zeithorizonts oder eines entsprechenden Belastungsprofils. Die Behandler hätten sogar ausgeführt, dass die Funktionalität nicht genau definiert werden könne. Auch der RAD-Arzt äussere sich nicht dahingehend, wie viel prozentuale Stei
gerung der Arbeitsfähigkeit im zeitlichen Verlauf zu erwarten sei. Es handle sich zudem weiterhin um eine Vermutung und um keine gesicherte Tatsache (S. 6 Ziff. 5).
Die RAD-Stellungnahme vermöge ohnehin nicht zu überzeugen. Wenn der RAD-Arzt Berichte als nicht beweiswertig erachte oder Herleitungen von Diagnosen nicht genügend nachvollziehen könne, könne nicht im Umkehrschluss von einer Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Vielmehr müsse die Beschwer
de
gegnerin in Erfüllung ihrer Untersuchungspflicht weitere medizinische Abklä
rungen vornehmen (S. 6 Ziff. 5 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach der Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin und dabei insbesondere die Frage, ob die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt rechtsgenügend abgeklärt hat.
3.
3.1
Dr.
med. C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie,
Klinik für Rheumatologie
, B._
, führte
in
seinem
Bericht vom 14. August 2019 (Urk. 8/26) aus, die stationäre Behandlung sei vom 30. Juli bis
13. August 2019 erfolgt. Er nannte
folgende, hier verkürzt wiedergegebene Dia
gnosen (S. 3):
-
chronische Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen Ursachen (
ICD-10
F45.41)
-
zervikozephales
Schmerzsyndrom, Erstdiagnose (ED) April 2019, mit multiplen
myofaszialen
Befunden und Muskelhartspann, Magnetreso
nanztomographie (MRI) HWS vom 22. Juli 2019:
Osteochondrose
und
Unkarthrose
mit dorsalen
Spondylophyten
zwischen dem 5. und
6. Halswirbelkörper (HWK 5/6) rechtsbetont, mit konsekutiver
neuro
foraminaler
Einengung rechts ohne Nervenwurzelkompression, geringe
Diskusprotrusion
HWK 4/5 ohne
neuroforaminale
Einengung.
-
Kapsulitis
adhä
siva
rechts, ED August 2018 mit
Tendinosis
calcarea
des
Musculus
supraspinatus
(ED Röntgen Schulter rechts im Oktober 2018
)
-
leichtgradige
Tendinosis
calcarea
des
Musculus
supraspinatus
links
,
Erstmanifestation (EM) Februar 2019
,
mit
sonographisch
minimster Verkalkung der
Supraspinatussehne
im April 2019
-
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
Einflussfaktoren:
-
rezidivierende depressive Episoden
-
aktuell: multimodale Schmerztherapie vom 30. Juli bis 13. August 2019
Nebendiagnosen:
-
Vitamin D-Mangel Juli 2019
-
Migräne ohne Aura
-
latente Hypothyreose
-
erosive
Antrumgastritis
Gastroskopie Januar 2019
Die Schmerzen seien vor einem Jahr erstmals in der rechten Schulter aufgetreten, die linke Schulter habe zwischenzeitlich im Frühjahr auch zu schmerzen be
gonnen. Seit August 2018 habe sie auch starke Nackenschmerzen und sehr starke Kopfschmerzen, die immer zusammen aufträten
. Psychisch gehe es ihr gut, sie sei zufrieden und habe gute Laune
(S. 1 f.).
Es bestünden wesentliche Funktionseinschränkungen, vor allem im Rahmen der
Kapsulitis
adhäsiva
rechts.
Ausser
dem
sei die Leistungsfähigkeit vermindert aufgrund der chronischen
myofaszialen
Beschwerden im
thorakozervikalen
Be
reich und der damit verbundenen wesentlichen Schmerzsymptomatik und psychi
scher Belastung (S. 4 Ziff. 3.4).
Wie viele Stunden pro Tag die bisherige Tätigkeit zumutbar sei, könne nicht be
antwortet werden (S. 4 Ziff. 4.1). Eine dem Leiden angepasste Tätigkeit sei 6 bis 8 Stunden pro Tag zumutbar. Aus medizinischer Sicht sei die Patientin für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mindestens teilweise arbeitsfähig. Die Bewegungs
einschränkung der rechten Schulter sei aber zu berücksichtigen. Überkopfarbeiten und Tragen von schweren Lasten seien zu vermeiden. Ein initiales Pensum von 30 % werde als zumutbar erachtet mit dem Ziel, dieses mittelfristig zu erhöhen (S. 4 Ziff. 4.2).
Die Prognose zur Eingliederung sei voraussichtlich gut bei stabil-positivem Ver
lauf. Mittelfristig sei sie vorwiegend von der Bewegungseinschränkung der rechten Schulter abhängig (S. 4 Ziff. 4.3). Einer Eingliederung im Wege stünden
die längere Abwesenheit von der Arbeit, die
Schmerzchronifizierung
, die damit verbundene psychische Belastung und die Schmerzausweitung (S. 4 Ziff. 4.4).
Die Prognose zur Arbeitsfähigkeit sei voraussichtlich mittelfristig gut. Die Mehr
heit der Patienten profitiere wesentlich von der multimodalen Therapie mit Verbesserung der
myofaszialen
Beschwerden. Die Bewegungseinschränkung der Schulter bei einer
Kapsulitis
adhäsiva
besser
e
bei den meisten Patienten innert ein bis zwei Jahren und es habe sich bereits eine Besserung der Range
of
Motion (ROM) gezeigt (S. 3 Ziff. 2.7). Der Behandlungsplan sehe eine stationäre Reha
bilitation und Fortführung der multimodalen S
chmerztherapie in D._
vor (S. 3 Ziff. 2.8).
3.2
Im Austrittsbericht vom 2. Oktober 2019 (Urk. 8/31) nach der vorerwähnten stationären Behandlung (vorstehend E. 3.
1) hielt
Dr.
C._
fest,
es habe sich um einen elektiven Eintritt zur stationären Schmerzkomplextherapie gehandelt. Klinisch
habe man
besonders rechts eine schmerzbedingt eingeschränkte Schul
ter
beweglichkeit mit einem
painful
arc
ab 50 Grad gesehen. Im Rahmen der Schmerztherapie habe die Patientin eine intensive Physio- und Ergotherapie absolviert. Während der
Hospitalisation
sei sie zudem psychiatrisch beurteilt wor
den, wobei sich Hinweise auf ein somatoformes schmerzassoziiertes Syndrom im Zusammenhang mit erheblichen psychosozialen Belastungen, schmerzbezoge
nen Ängsten und einer Tendenz zur ausschliesslichen Attribution auf organische Faktoren gezeigt hätten. Bei Bestehen einer ursprünglich auslösenden somati
schen Ursache sei dies am ehesten als chronische Schmerzstörung mit körper
lichen und psychischen Ursachen (F45.41) zu beschreiben. Eine aktenanamnes
tisch beschriebene depressive Störung sei von der Patientin aktuell verneint worden. Der stationäre Verlauf habe sich sehr erfreulich gezeigt, es habe eine Schmerzreduktion von 7 auf 4 auf der Visue
l
len
Analogskala
(VAS)
und eine Verbesserung der Haltung sowie eine leichte Verbesserung der Schulterbe
weg
lichkeit erzielt werden können (S. 2). Eine
muskuloskelettale
Rehabilitation in Davos sei organisiert wo
rden, reguläre Kontrollen am B._
seien keine geplant (S. 3).
3.3
Dr. med. E._
, Facharzt für Rheumatologie sowie für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Chefarzt, und
Dr. med. F._
, Abteilung
Muskuloskelettale
Rehabilitatio
n des
Rehazentrum
s
D._
, erstatteten am 11. Oktober 2019 ihren Austrittsbericht (Urk. 8/36
/1-5
) über den stationären Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom 13. August bis 1. September 2019. Dieser habe der
s
tati
onären Rehabilitation im
Interdisziplinären Schmerzprogramm
(MSR-DISP) gedient (S. 2 Mitte), welches
Physiotherapie, Gestaltungstherapie, Teilnahme an der Schmerzbewältigungsgruppe, Einzelpsy
cho
logie und Entspannungsverfahren
umfasst
habe
(S. 3 Mitte). Der Schmerzver
lauf sei in der Gesamtschau rückläufig gewesen von VAS 4-5 auf VAS 3 im Schulterbereich (S. 3 unten).
Hauptthemen in den psychotherapeutischen Einzelgesprächen sei das Erarbeiten und Anwenden erweiterter Strategien im Umgang mit den Schmerzen und die Stärkung der Selbstfürsorge gewesen. Die Beschwerdeführerin habe viele Belas
tungen in ihrem Leben gehabt und
habe nicht auf ihre Bedürfnisse hören können. Sie habe versucht, dass es den anderen gut gehe
,
und sich dabei überlastet. Im Laufe der Gespräche habe sie geübt, sich abzugrenzen, angenehme Freizeitakti
vitäten und die Förderung von sozialen Kontakten seien auch besprochen wor
den. Die Beschwerdeführerin habe sich sehr interessiert gezeigt (S. 4 oben). Vom Therapievorschlag einer ambulanten psychotherapeutischen Weiterbehandlung würde sie profitieren, sie habe sich diesbezüglich aktuell aber ablehnend
g
ezeigt. Reguläre Kontrollen in der rheum
atologischen Sprechstunde im B._
seien keine geplant (S. 4 unten).
3.4
Dr. med. G._
, Fachärztin für Anästhesiologie,
Oberärztin,
I
nstitut
für komplement
äre und integrative Medizin, B._
, führte
im Bericht vom 7. Oktober 2019 (Urk. 8/38
= Urk. 8/41/7-9
) aus, die Beschwerdeführerin leide unter Ver
span
nungen im Nacken, die Schmerzen würden dann von
occipital
nach frontal, mehrheitlich auf der rechten Kopfseite, ziehen (S. 1 unten). Die Schmerzen seien von
muskuloskelettalem
Charakter, kombiniert mit einer Migräne ohne Aura. Man habe sich für eine Akupunktur entschieden, zusätzlich werde mit einem
phytotherapeutischen
Kombinationspräparat begonnen (S. 2 Mitte
).
3.5
Im Bericht vom 20. Januar 2020 (Urk. 8/41/1-6) hielt Dr.
G._
fest, sie könne keine Angaben zur aktuellen Situation machen, da sie die Patientin nur zweimal, zuletzt am 5. Dezember 2019, gesehen habe (S. 2 Ziff. 1.1 und 2.2, S. 5 Ziff. 5). Die Behandlung bei Dr.
G._
sei abgeschlossen (S. 3 Ziff. 2.8).
3.
6
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.1-2) führte im Bericht vom 5. Februar
2020 (Urk
. 8/43) aus,
seit dem Austritt vom 9. August 2019 hätten zwei Sprechstunden stattgefunden (S. 1 oben). I
nitial sei es unter den etablierten Massnahmen zu einer 50%igen Verbesserung des Gesundheitszustands gekommen. In der Konsultation vom 27. Januar 2020 habe die Patientin jedoch wieder über eine vermehrte Schmerzproblematik berichtet, vordergründig mit einer Exazerbation der
zerviko
zephalen
und rechtsseitigen Schulterschmerzen (S. 1 Ziff. 1.1). Bezüglich der Psychopathologie könnten fachspezifisch keine Angaben gemacht werden. Des Weiteren bestünden unveränderte Befunde mit den entsprechenden Funktions
einschränkungen (S. 2 Ziff. 1.3).
Aus rheumatologischer Sicht sollte eine wechselbelastende Tätigkeit ohne stereo
type/repetitive Beweglichkeit möglich sein. Jedoch sei die Funktionalität sehr schwer einschätzbar aufgrund der
chronifizierten
Schmerzproblematik, einher
gehend auch mit einer Einschränkung der alltäglichen Funktionsfähigkeit bei jeglicher Belastung. Daher sei die ursprüngliche schwere körperliche Tätigkeit in der Brockenstube für die Patientin weiterhin nicht möglich (S. 2 Ziff. 2.1). Bezüg
lich leichter Belastung könnte eine langsame Reintegration mit wechselbe
las
tender leichter Tätigkeit wohl zukünftig möglich sein.
Wie gesagt
,
sei es jedoch schwierig, die Funktionalität endgültig einzuschätzen (S. 2 Ziff. 2.2).
Betreffend Belastbarkeit für Massnahmen der Wiedereingliederung (S. 3 Ziff. 4.2) hielt Dr.
C._
fest
, dies könne nicht genau eingeschätzt werden. Eine Ein
satzfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit sei – wie im letzten Bericht erwähnt - für sechs bis acht Stunden pro Tag zumutbar. Aus medizinisch-rheumatologischer Sicht wäre die Patientin für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit arbeitsfähig. Aber die Funktionalität sei schwierig einzuschätzen. Wie im letzten Bericht er
wähnt, sollte ein initiales Pensum von 30 % zumutbar sein mit dem Ziel, es mittelfristig zu erhöhen (S. 3 Ziff. 4.2).
3.7
Dr. med. H._
, Facharzt für Chirurgie sowie für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, RAD, hielt in seiner Stellungnahme vom 8. April 2020 (Urk. 8/54 S. 2-4) fest, die Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin betrage 100 % seit dem 30. Juli 2019. In angepasster Tätigkeit betrage die Arbeitsunfähigkeit 100 % vom 30. Juli bis 1. September 2019. Das Belastungsprofil umfasse Tätigkeiten mit Heben oder Tragen von Lasten unter 2 kg, wobei Verharren in Zwangshaltungen, repetitive Rumpfdrehungen oder HWS-Rotationen, repetitive Bewegungen der rechten Schulter sowie Überkopfarbeiten oder Armvorhalte nicht geeignet seien. Leichte Tätigkeiten in Wechselbelastung seien medizinisch-theoretisch zumutbar (S. 3 unten).
Es würden
muskuloskelettale
Schmerzen insbesondere von Nacken und rechtem Arm beklagt, für die keine gravierenden organpathologischen Ursachen hätten nachgewiesen werden können. Eine adhäsive
Kapsulitis
der Schulter stelle keinen dauerhaften Gesundheitsschaden dar, sie heile in aller Regel innert spätestens 2
Jahren folgenlos aus. Die Inanspruchnahme therapeutischer Angebote sei sehr gering. Eine Schmerzmedikation erfolge mit niedrigpotenten Medikamenten nur bei Bedarf. Eine psychotherapeutische Behandlung werde durch die Beschwerde
führerin abgelehnt und die komplementärmedizinischen Massnahmen seien im Dezember 2019 abgebrochen worden. Die Diagnose einer chronischen Schmerz
störung mit somatischen und psychischen Faktoren sei nicht plausibel. Psychi
sche Faktoren würden nicht ausreichend belegt. Der Verweis auf eine depressive Störung
in der mündlichen Anamnese genüge nicht
(S. 3 f.).
Aufgrund der angegebenen Befunde sei nachvollziehbar, dass mittelschwere und schwere körperliche Tätigkeiten, Überkopfarbeiten sowie repetitive Belastungen von Schulter und HWS derzeit ungeeignet seien. In einer angepassten Tätigkeit könne medizinisch-theoretisch eine Arbeitsfähigkeit angenommen werden. Ab
stel
lend auf die Angaben im rheumatologischen Bericht werde eine stufenweise Eingliederung ausgehend von einem 30%-Pensum empfohlen (S. 4 Mitte).
Ein invalidisierender Gesundheitsschaden setze anhaltende Einschränkungen unter
zweckmässiger und zumutbarer Therapie voraus. Diese finde nicht statt. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei unter adäquater Behandlung mit leitlinien
gerechter Schmerztherapie, Physiotherapie, medizinischer Trainingstherapie und wöchentlicher psychi
atrisch-psychotherapeutischer Behandlung
über 6 Monate eine Verbesserung des Gesundheitszustands zu erwarten. Eine Arbeitsunfähigkeit sei auf Basis der vorliegenden medizinischen Berichte erst seit der
Hospitalisation
ab 30. Juli 2019 nachvollziehbar. Der Verlauf ab August 2018 sei nicht belegt (S. 4 Mitte).
4.
4.1
Der behandelnde Rheumatologe Dr.
C._
(E. 3.6) und RAD-Arzt Dr.
H._
(E. 3.7) sind sich darin einig, dass die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen körperlich schweren Tätigkeit
als Mitarbeiterin im Z._
zu 100 % arbeits
unfähig ist. Den Beginn dieser vollständigen Arbeitsunfähigkeit erblickt Dr.
H._
im Antritt des stationären Aufenthaltes in der Rheumatologischen
Klinik des B._
am 30. Juli 2019 (vgl. E. 3.1), da der Verlauf ab August 2018 nicht belegt sei (E. 3.7). Dies ist mit Blick auf den aktuellen Aktenstand zwar korrekt, doch ergibt sich aus der Diagnoseliste des Berichts von Dr.
C._
vom 14. August 2019 (E. 3.1) nicht nur, dass die
Kapsulitis
adhäsiva
rechts bereits im August 2018 und die
Tendinosis
calcarea
des
Musculus
supraspinatus
erstmals anlässlich eines Röntgens im Oktober 2018 diagnostiziert worden war
en
, sondern auch, dass sich eine leichtgradige
Tendinosis
calcarea
des
Musculus
supraspinatus
links erstmals im Februar 2019 manifestiert hatte und im April 2019 eine minimste Verkalkung
der
Supraspinatussehne
sonographisch
festgestellt worden war.
Dr.
C._
hatt
e denn auch angegeben, dass
frühere Kontrollen durch den B._-Rheumatologen Dr. I._
erfolgt seien (Urk. 8/26 S. 1 Ziff. 1.1).
Insbesondere aufgrund der getätigten
sonographischen
und Röntgen-Untersu
chungen müssten somit Berichte und Einträge in der Krankengeschichte aus dem Zeitraum August 2018 bis August 2019 vorhanden sein. Die Beschwerdegegnerin hat es versäumt, die echtzeitliche medizinische Dokumentation aus diesem Zeit
rau
m oder vom genannten Dr. I._
einen aktuellen Bericht einzuholen. Dies stellt eine Verletzung ihrer Untersuchungspflicht dar, was dem Argument ihres versicherungsinternen Arztes, der Verlauf ab August 2018 sei nicht belegt, den Boden entzieht. Nicht aussagekräftig ist sodann angesichts der anhaltenden Arbeitslosigkeit der Beschwerdeführerin die
Angabe
von Dr.
C._
vom 14. August 2019
, wonach bislang seitens der Klinik für Rheumatologie kein Arbeitsunfähigkeits-Zeugnis ausgestellt worden sei (Urk. 8/26 S. 1 Ziff. 1.3).
Unterstellt man demnach die
übereinstimmende und soweit plausible
Einschät
zung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit durch Dr.
H._
und Dr.
C._
als richtig, so ist diese mit dem Mangel behaftet, dass sich
ihr Beginn
derzeit nicht zuverlässig feststellen lässt.
4.2
In einer optimal angepassten leichten wechselbelastenden Tätigkeit mit dem
näher genannten Belastungsprofil erachtet die Beschwerdegegnerin die Beschwe
r
de
führerin ab 1. Oktober
2019
als zu 100 % arbeitsfähig. Dabei möchte sie sich auf die Beurteilung durch ihren RAD-Arzt stützen (E. 2.1).
Ob sich dieser ver
sicherungsinternen Beurteilung (E. 3.7)
jene
Arbeitsfähigkeitse
inschätzung
aber
überhaupt so entnehmen lässt, ist fraglich. Unmissverständlich äusserte sich RAD-
Arzt
H._
betreffend die 100%ige Arbeitsunfähigkeit, welche am 1. September 2019 geendet
habe
. Auch hielt er fest, dass leichte Tätigkeiten in Wechsel
be
lastung medizinisch-theoretisch zumutbar seien. Dies könnte für sich gesehen zwar mit der Beschwerdegegnerin durchaus so interpretiert werden, dass hier ab 2. September 2019 – oder eben spätestens ab 1. Oktober 2019 – eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben sei.
Indes empfahl Dr.
H._
in
seiner Stellungnahme vom 8. April 2020
ebenfalls
eine stufenweise Eingliederung ausgehend von einem 30%-Pensum und hielt schliesslich fest, aus versicherungsmedizinischer Sicht sei unter adäquater Behandlung mit leitliniengerechter Schmerztherapie, Physiothe
rapie, medizinischer Trainingstherapie und wöchentlicher psychiatrisch-psycho
therapeutischer Behandlung über 6 Monate eine Verbesserung des Gesund
heits
zustands zu erwarten.
Es wird aus den Ausführungen von Dr.
H._
somit
mangels expliziter Angabe
nicht klar, ob er per 2. September 2019 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
ausging, oder ob er von einer
geringeren –
allenfalls
30%igen
-
Arbeitsfähigkeit ausging, welche sich
seines Erachtens
prognostisch innert 6 Monaten auf eine volle A
rbeitsfähigkeit steigern lasse.
4.3
Die Berichte des behandelnden Rheumatologen Dr.
C._
vermögen diese Unklarheit nicht auszuräumen. Im Gegenteil
konnte
auch er – der die Beschwer
deführerin im Gegensatz zu Dr.
H._
immerhin persönlich untersucht hatte – keine exakten Angaben zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit liefern.
Zwar hielt er am 14. August 2019 (E. 3.1) nach zweiwöchigem Rehabilitationsaufent
halt
noch
fest, eine dem Leiden angepasste Tätigkeit sei 6 bis 8 Stunden pro Tag zumutbar, die Beschwerdeführerin sei hier mindestens teilweise arbeitsfähig.
Im Widerspruch dazu nannte er in demselben Bericht indes auch ein initiales Pensum von 30 % als zumutbar mit dem Ziel, dieses mittelfristig zu erhöhen. Zwischen aktueller und prognostizierter zumutbarer Arbeitsfähigkeit unterschied somit
nicht nur der RAD
-
Arzt (E. 4.2), sondern vor ihm
bereits
der behandelnde Rheu
matologe
nicht mit der erforderlichen Klarheit.
Nachdem ihm
die Beschwerdeführerin
trotz eines weiteren
zunächst
erfolgreichen stationären Aufenthalts im
D._
in der zweiten Augusthälfte 2019
mit einer 50%igen Verbesserung des Gesundheitszustands
bereits
am 27. Januar 2020
wieder
über eine
Exazerbation der Schulterschmerzen berichtet hatte, formulierte Dr.
C._
seine Einschätzung am 5. Februar 2020 (E. 3.6)
sodann
noch
vor
sichtiger: Aus rheumatologischer Sicht sollte eine langsame Reintegration in eine leichte wechselbelastende Tätigkeit
«wohl zukünftig»
möglich sein, jedoch sei die Funktionalität sehr schwer einschätzbar aufgrund der
chronifizierten
Schmerz
problematik.
Diese Relativierung betreffend die Funktionalität wäre von Dr.
H._
bei seiner Aktenbeurteilung zu berücksichtigen und zu diskutieren gewesen, insbesondere dann, wenn er tatsächlich von einer vollen Arbeitsfähigkeit bereits ab 2. Septem
ber 2019 ausgegangen wäre. Eine solche Auseinandersetzu
ng ist in der genannten Aktenbeurteilung jedoch nicht ersichtlich, was deren Beweiskraft weiter Abbruch tut (vgl. E.1.3-4).
4.4
Die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren erachtete Dr.
H._
schliesslich als nicht plausibel, da letztere nicht ausreichend belegt würden. Dies
dürfte
indes damit zusammen
hängen
, dass
sich die Beschwerdeführerin trotz entsprechender ärztlicher Empfehlung (vgl.
E
. 3.3) bislang nicht in
ambulante
psychotherapeutische Behandlung begab. Es
griffe zu kurz, aus der Nichtinanspruchnahme von psychiatrischer Betreuung direkt auf das Nichtvorhandensein von psychischen Faktoren zu schliessen, da erstere durchaus
auch
ein Resultat fehlender Krankheitseinsicht sein kann. Indizien hierfür finden sich etwa im Bericht von Dr.
C._
am 2. Oktober 2019 (E. 3.2), wo dieser festhielt, es
habe
sich
bei
Hinweise
n
auf ein somatoformes schmerzassoziiertes Syndrom im Zusammenhang mit erheblichen psychosozialen
Belastungen eine
Tendenz zur ausschliesslichen Attribution auf organische Fak
toren gezeigt.
Zur genannten Diagnose gelangte er nach einem immerhin
zwei
wöchigen
stationären Aufenthalt einschliesslich einer psychiatrischen Beurtei
lung
, worauf im nachfolgenden Klinikaufenthalt im
D._
psychotherapeutische Einzelgespräche folgten (E. 3.3).
Damit bestehen doch ernstzunehmende Anhalts
punkte für eine relevante psychische Komponente im vorliegenden medizinischen Gesamtbild
, die es näher abzuklären gilt.
4.5
Nach dem Gesagten bestehen Zweifel an der Zuverlässigkeit
und Schlüssigkeit
der Aktenbeurteilung
durch RAD-Arzt Dr.
H._
. Sie beruht auf einer unvoll
ständigen medizinischen Aktenlage (E. 4.1), ist nicht genügend klar formuliert (E. 4.2), setzt sich mit der – ihrerseits ebenfalls wenig
exakten
- Einschätzung durch den
behandelnden Rheumatologen
nicht genügend auseinander (E 4.3) und
verwi
rf
t
die durch letzteren genannte psychiatrische Hauptdiagnose
nach
unge
nügender
Begründung und Abklärung
(E. 4.4). Auf die
versicherungsinterne Beurteilung
durch Dr.
H._
kann somit nicht abgestellt werden
(E. 1.4)
, womit es an der Grundlage für einen Entscheid fehlt und ergänzende Abklärungen durch die Beschwerdegegnerin vorzunehmen sind
(E. 1.5
), nachdem diese ihrer Unter
suchungspflicht
im Verwaltungsverfahren
nicht in rechtsgenügender Weise nach
gekommen ist.
4.6
Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach Durchführung von weiteren Abklärungen eine neue Beurteilung vornehme und über den Leistungs
an
spruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.
In diesem Sinne ist die Beschwerde
gutzuheissen
.
5.
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.