Decision ID: 1cafa151-d231-486f-a7f2-47a31f20150e
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, meldete sich am 3
0.
Juli 2005 unter Hinweis auf massive Rückenbeschwerden, Hüftschmerzen mit Unterschenkellähmung und
eine
Depression mit Angststörung bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (
Urk.
6
/9). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm daraufhin mit Verfügung vom 2
4.
August 2006 bei einem Invalidi
tätsgrad von 100
%
eine ganze Rente ab Oktober 2004 zu (
Urk.
6
/39).
Am
3.
August 2007, 2
6.
Februar 2009 und
6.
September 2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass der Rentenanspruch unverändert sei (
Urk.
6
/59,
Urk.
6
/66,
Urk.
6
/72).
1.2
Nach Eingang eines am 2
5.
Oktober 2011 ausgefüllten Revisionsfragebogens (
Urk.
6
/74) holte die IV-Stelle unter anderem beim
I
nstitut
Y._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
7.
Mai 2013 ersta
ttet wurde (
Urk.
6
/117).
M
it Verfügung vom 2
9.
Januar 2014
hob die IV-Stelle
die bisher ausgerichtete Rente auf (
Urk.
6
/138).
Die
s wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom
2
1.
August 2015
im Verfahren Nr. IV.2014.00224 bestätigt
(
Urk.
6
/
149
).
1.3
Am 2
4.
Juli 2017 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/154). Nach Eingang von Arztberichten (
Urk.
6/153,
Urk.
6/162,
Urk.
6/167,
Urk.
6/172-173) und durchgeführte
m
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/182-187) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
3.
Mai 2019 einen Rentenanspruch (
Urk.
6/192 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 1
1.
Juni 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
3.
Mai 2019 (
Urk.
2) und beantragte sinngemäss, diese sei aufzuheben und
es sei ihm eine Invalidenrente zu gewähren (
Urk.
1 S. 1-2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2.
August 2019 (
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde. Am
3.
Februar 2020 berichtete der Beschwerdeführer von einer Verschlechterung und reichte entsprechende Arztberichte ein (
Urk.
9 und
Urk.
10/1-5), was der Beschwerdegegnerin am
7.
Februar 2020
zur Kenntnis gebracht
wurde
(
Urk.
11
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu han
deln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f
der
Verordnung über die Inva
lidenversicherung (IVV)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssach
verhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2)
gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass aus somatischer Sicht die i
m
Jahr
2015 erfolgte Operation
eines
Leistenbruchs eine Anpassung des Belastungs
prof
i
ls erwirkt habe und nunmehr noch körperlich leichte Tätigkeiten mit einer
Gewichtslimite
von 5 kg zumutbar seien, dies weiterhin im Rahmen einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
.
Weitere Veränderungen seien nicht festzustellen. Sowohl somatisch wie auch psychiatrisch würden im Wesentlichen dieselben Befunde aufgeführt. Auch der Tagesablauf sei weitgehend unverändert (S. 1). Bei einem leidensbedingten Abzug von 10
%
bestehe weiterhin kein Rentenanspruch (S. 2 oben).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), eine arbeitsmedizinische Untersuchung habe nicht stattgefunden, weshalb die Arbeitsfähigkeit nicht beurteilt werden könne (S. 1). Die ihm verbliebene Restar
beitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt sei
realistischerweise
nicht mehr relevant und die Verwertung auch gestützt auf die Schadenminderungs
pflicht nicht mehr zumutbar. Er habe keine Möglichkeit, mit seiner gesundheitli
chen Beeinträchtigung und unter Berücksichtigung seiner übrigen Fähigkeiten ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen (S. 2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist,
ob beim Beschwerdeführer seit Erlass der renteneinstel
lenden und vom hiesigen Gericht bestätigten Verfügung vom 2
9.
Januar 2014 (
Urk.
6/138) eine anspruchsbegründende Verschlechterung des Gesundheitszu
standes eingetreten ist und wie es sich mit der Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit verhält.
3.
3.1
Der renteneinstellenden Verfügung vom
2
9.
Januar 2014 (
Urk.
6/138)
lagen im Wesentlichen die nachfolgenden Arztberichte zugrunde:
3.2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 1
9.
Dezember 2006 (
Urk.
6
/46) von einem stationären Gesundheitszustand. Der Beschwerdeführer sei nach wie vor depressiv und leide unter einer Anpassungs
störung. Die Erinnerungen an die Folterungen seien allgegenwärtig und würden Gedankenkreisen, Angstreaktionen, Verfolgungs- und Beziehungswahn verursa
chen. Der soziale Rückzug bestehe weiterhin.
3.3
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am
8.
Mai 2008 (
Urk.
6
/63) von einem verbesserten Gesundheitszustand und hielt in diesem Zusammenhang fest, der Beschwerdeführer komme seit April 2006 regel
mässig zur Therapie. Bei der Therapie der Traumata bestehe von Seiten des Beschwerdeführers starker Widerstand. Er leide noch immer unter Ängsten, getraue sich jedoch wieder auf die Strasse und hüte seinen kleinen Sohn und den Enkelsohn, hole die Kinder von der Schule ab, gehe mit den Frauen einkaufen und mache sich so im Haus und in der Umgebung nützlich. Er könne jedoch noch nicht einer geregelten Arbeit nachgehen und dies wahrscheinlich auf unabseh
bare Zeit. Er sei mit dieser sozialen Situation sehr zufrieden (S. 3). Mit diesen Aufgaben sei er voll und ganz ausgefüllt, so dass eine berufliche Arbeit nicht mehr möglich sei (S. 4).
3.4
Dr.
Z._
(vorstehend E.
3
.2) berichtete am 2
2.
November 2008 (
Urk.
6
/64) weiter von einem stationären Gesundheitszustand und hielt hierzu fest, der Beschwer
deführer sei wegen seiner depressiven Episode und der posttraumatischen Störung in psychiatrischer Behandlung. Eine Änderung der bestehenden Diagno
sen verneinte er.
3.5
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.3)
verwies in seinem Bericht vom 2
2.
April 2010 (
Urk.
6
/70) auf die von ihm bereits genannte Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung und führte hierzu aus, diese zeige sich in Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, Schlafstörungen und Angstzuständen. Die Situation habe sich bereits wesentlich gebessert, da sich die Familie des Beschwerdeführers nun so arrangiert habe, dass seine Frau und die Schwiegertochter einer Arbeit nachgehen könnten, während er den Haushalt und die Kinder besorge (
Ziff.
1.4). Zu Konsultationen komme es im Abstand von 2 bis 3 Wochen (
Ziff.
1.5). Es seien vor allem die Söhne des Beschwerdeführers, die diesen beschäftigen würden. Der Beschwerdeführer sei weniger belastet, wenn er den Kindern schauen könne, als wenn er einer Arbeit nachgehen würde (
Ziff.
1.7). Wenn man die Arbeit als Haus
vater anrechne, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von etwa 40
%
(
Ziff.
1.7).
3.6
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.2)
berichtete am
8.
November 2010 (
Urk.
6
/73) von unveränderten Diagnosen (
Ziff.
1.1) und erachtete den Beschwerdeführer auf
grund seines psychischen Gesundheitszustandes weiterhin als zu 100
%
arbeits
unfähig (
Ziff.
1.6).
3.7
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.3)
nannte in seinem Bericht vom 1
5.
Mai 2012 (
Urk.
6
/76) neben den bekannten Diagnosen neu eine Lähmung des
Nervus
peroneus
, welche anlässlich einer Extraktion der Varizen entstanden sei. Dazu hielt er fest, dass diese Lähmung nun die eigentliche Begründung der Arbeitsun
fähigkeit des Beschwerdeführers darstelle und dieser deshalb seinen Beruf als Taxi-Chauffeur nicht mehr ausüben könne (
Ziff.
1.1).
3.8
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurolo
gie, sowie
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannten im polydisziplinären
Y._
-Gutachten vom
7.
Mai 2013 (
Urk.
6
/117/2-23) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 18 unten):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradige Episode (ICD-10 F33.0)
-
chronische Hüftbeschwerden rechts
-
Status nach Kontusion im Rahmen eines Autounfalles 1999
-
radiologisch bis auf kleinen Knorpeldefekt unauffällig
-
freie Hüftgelenksbeweglichkeit
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 18 f.):
-
Status nach Osteosynthese einer
Metakarpalefraktur
I rechts 2001 (
Spital
F._
)
-
Zustand nach
Saphenusläsion
bei Varizenoperation rechts
-
Verdacht auf
residuelles
Wurzelreizsyndrom S1 rechts
-
Varikosis
an beiden Bein
en
-
Status nach Varizenoperation rechts 2009
-
fortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch
Die Gutachter führten dazu aus, der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hätten sich seit 2006 deutlich verbessert. Beim Beschwer
deführer liessen sich nur wenige und leichte psychopathologische Befunde nach
weisen (S. 21). Bei der psychiatrischen Untersuchung sei eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradige Episode, diagnostiziert worden und der Beschwerdeführer sei durch diese depressive Symptomatik leichtgradig eingeschränkt. Eine posttraumatische Belastungsstörung könne nicht bestätigt werden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 20). In somatischer Hinsicht könne eine wesentliche organische Einschränkung für die vom Beschwerdeführer geklagten Gefühlsstörungen und Schmerzen im rechten Bein nicht festgestellt werden. Aus orthopädischer Sicht bestehe eine uneinge
schränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten. Körperlich schwere Tätigkeiten könnten zu
Schmerzexazerbationen
führen und seien daher nicht mehr zumutbar. Aus neurologischer Sicht bestehe aufgrund der
geringgradigen
Befunde keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 20 unten). Die Gutachter hielten ausserdem fest, dass sich der Beschwerdefüh
rer nicht fähig fühle, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und dies mit familiären Problemen begründe. Da kein schweres psychisches Leiden bestehe, sei es dem Beschwerdeführer zumutbar, die notwendigen Willensanstrengungen aufzubrin
gen, um eine angepasste Erwerbstätigkeit auszuüben (S. 21 Mitte).
Zusammenfassend sei der Beschwerdeführer aus polydisziplinärer Sicht für eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit zu 80
%
arbeits- und leistungsfähig, verwertbar in einem ganztägigen Pensum mit etwas vermehrten Pausen (S. 21 oben).
4.
4.1
Die medizinische Sachlage, wie sie sich anlässlich der
aufgrund der Neuanmel
dung vom 2
4.
Juli 2017
erfolgten erneuten Prüfung des Rentenanspruches darbot, stellt sich wie folgt dar:
4.2
Die Ärzte des Zentrums
G._
nannten im Bericht vom 1
6.
Oktober 2017 (
Urk.
6/153/5-9) folgende Diagnosen (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1)
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
Hüftschmerzen rechts
-
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts
-
Varikosis
Operation 2002 m/b Parästhesien Bein rechts seither
-
Inguinalhernienoperation
beidseits Dezember 2015, erneut Juni 2016
-
Nikotinabusus
-
Übergewicht
-
Dyslipidämie
Dazu hielten sie
im Wesentlichen
fest, es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 200
4.
Das Röntgenbild vom 2
3.
November 2016 zeige keine eindeutigen nachweisbaren
residuellen
Veränderungen des rechten Hüftgelenkes und es bestünden keine Zeichen einer
Coxarthrose
.
Die Medikamente
Metazimol
und Paracetamol seien im Medikamentenspiegel vom 2
0.
September 2016 ausserhalb des Referenzbereiches gewesen (S. 3). Rheumatologisch hätten sich im Wesentli
chen unauffällige Befunde gezeigt (S. 4).
Aus rheumatologischer Sicht sei der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsfähig, jedoch bestehe aus schmerztherapeutischer Sicht bei schlechten sprachlichen und gesellschaftlichen Ressourcen und langjähriger Entwöhnung aus dem Arbeitspro
zess eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 8 oben). Der Beschwerdeführer sei sowohl in der angestammten Tätigkeit als Lagermitarbeiter/Chauffeur als auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 8 Mitte).
Im Bericht vom 1
7.
Oktober 2017 (
Urk.
6/153/1-4) führten die Ärzte des
G._
weiter aus,
die Diagnose
ein
er
leichte
n
Depression ohne posttraumatische Belas
tungsstörung könne nicht mehr aufrechterhalten werden (S.
3
unten). Der Zustand des Beschwerdeführers habe sich deutlich verschlechtert und sei nicht mehr vergleic
hbar mit dem Zustand 2013 (S. 4).
4.3
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Anästhesiologie,
Zentrum
I._
,
führte im Bericht vom 1
4.
November 2017 (
Urk.
6/162) aus, seit mehr als zehn Jahren bestünden Kreuzschmerzen und Beschwerden im Hüftgelenksbe
reich rechts (
Ziff.
1.4). Die Frage der Arbeitsfähigkeit erfordere eine separate arbeitsmedizinische Untersuchung mit Evaluation der funktionellen Leistungsfä
higkeit respektive auch ein
en
Arbeitsversuch mit angepasster leichter Tätigkeit (
Ziff.
1.11).
4.4
Dr.
med.
J._
, Facharzt für
Chirurgie, führte im Bericht vom 1
6.
Januar 2018 (
Urk.
6/167) aus, er behandle den Beschwerdeführer seit dem 2
5.
November 2016 (
Ziff.
1.2) und erachte diesen in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Chauffeur aufgrund der vor allem belastungsunabhängigen Beschwerden zurzeit und bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.7). Beim Beschwerdeführer bestehe eine verminderte Belastbarkeit des Achsenor
gans. Für alle Tätigkeiten mit
schwerem Heben oder Tragen von L
asten sowie in wirbelsäulenbelastenden Tätigkeiten und in Zwangshaltung, für langandauerndes reines Stehen insbesondere in vorübergeneigter Körperhaltung, für alle Tätigkei
ten mit repetitiven Rumpf- oder HWS-rotierenden Stereotypien sowie Arbeiten überwiegend im Überkopfbereich, sei der Beschwerdeführer aufgrund der medi
zinischen Diagnose nicht geeignet. Zumutbar würden körperlich leichte Tätigkei
ten in wirbelsäulen-adaptierten Wechselpositionen mit der Möglichkeit zum Wechseln zwischen Sitzen, Stehen und Gehen, insbesondere kein Heben von schweren Lasten, nicht mehr als 5 kg kurzfristig und 2 kg langfristig erscheinen. In einer solchen der Behinderung angepassten Tätigkeit wäre der Beschwerdefüh
rer aus somatischer Sicht partiell arbeitsfähig. Um die potentielle Arbeitsfähigkeit festlegen zu können, müsste ein funktioneller Leistungstest durchgeführt werden (
Ziff.
1.7). Durch Physiotherapie, physikalische Massnahmen, Rückenschule und
chondroprotektive
Substanzen liessen sich die Beschwerden vermindern und die Arbeitsfähigkeit entsprechend erhöhen (
Ziff.
1.8).
4.5
Die Ärzte des Stadtspitals
F._
, Klinik für Kardiologie, berichteten am
8.
Juni 2018 (
Urk.
6/190/7-8) von einer planmässigen Verlaufskontrolle und führten dazu aus, sie hätten den Beschwerdeführer heute zur ersten Kontrolle drei Monate nach Vorderwandinfarkt bei koronarer
Eingefässerkrankung
gesehen. Anamnes
tisch sei der Beschwerdeführer beschwerdefrei, klinisch präsentiere er sich kardi
opulmonal kompensiert. Bei der Ergometrie habe er gut mit 162 Watt (110
%
Soll) geleistet ohne
Ischämiehinweise
. Echokardiographisch ergebe sich eine erhaltene linksventrikuläre Pumpfunktion mit lediglich
apikoanterolateraler
Hypokinesie
. Zusammenfassend bestehe also ein erfreulicher Verlauf. Lediglich der Nikotinkonsum habe leider noch nicht gestoppt werden können.
4.6
Die Ärzte des
G._
führten im Bericht vom
1
1.
Juni 2018 (
Urk.
6/172/7-11
=
Urk.
6/173/7-11
)
zur Arbeitsfähigkeit
aus,
ein
stationäre
r
Aufenthalt im Sanato
rium
K._
habe die Depression auch nicht verändern können. Die Depression sei bis anhin therapieresistent gewesen. Der Beschwerdeführer sei bis heute wegen der schweren Depression und der posttraumatischen Belastungsstörung sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeits
unfähig (S. 1)
.
4.7
Dipl. med.
L._
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in der Stellungnahme vom 1
3.
November 2018 (
Urk.
6/179/3-4) aus,
aus versicherungsmedizinischer Sicht sei von einem weitgehend unveränderten Gesundheitsschaden auszugehen, nur das qualitative Profil der angepassten Tätigkeit habe sich
zu leichten Tätig
keiten mit einem Gewichtslimit von 5 kg verändert
.
Das
G._
habe über einen stationären Aufenthalt im Sanatorium
K._
berichtet, welcher nie stattge
funden habe.
4.
8
Im Bericht
vom 2
5.
Februar 2019 (
Urk.
6/187)
berichteten die Ärzte des
G._
, dass es zu einer weiteren deutlichen Verschlechterung mit deutlichen Veränderungen gekommen sei. Der Beschwerdeführer müsse wegen
dem Herzinfarkt mehr spa
zieren,
der Zustand habe sich seit dem Infarkt deutlich
labilisiert
und die psychi
schen Störungen seien akuter geworden.
4.
9
Dr.
H._
(vorstehend E. 4.3)
führte im Bericht vom
5.
März 2019 (
Urk.
6/189)
aus, er habe den Beschwerdeführer wegen der Hüftgelenksproblematik rechts und Bursitis
trochanterica
rechts 2016, 2017, 2018 und 2019 behandelt, wodurch es im Verlauf zu einer deutlichen Besserung gekommen sei und sich der Beschwer
deführer dann nicht mehr gemeldet habe (
Ziff.
2.8). Für die Beantwortung der Fragen zur Arbeitsfähigkeit seien separate arbeitsmedizinische Untersuchungen erforderlich (
Ziff.
5).
4.
10
Dipl. med.
L._
, RAD (vorstehend E.
4.7), führte in der Stellungnahme vom 3.
März 2019 (
Urk.
6/191
S.
3) aus,
eine psychische Verschlechterung sei nicht ausreichend belegt. Insgesamt sei es infolge von verschiedenen somatischen Beschwerden zu einer vorübergehenden Verschlechterung des Gesundheitszu
standes gekommen. Eine dauerhafte Verschlechterung sei nicht eingetreten.
4.11
Dr.
med. univ.
M._
, Fachärztin für Kardiologie, Stadtspital
F._
, Klinik für Kardiologie, führte im Bericht vom
5.
März 2019 (
Urk.
6/190) aus, von kardiologischer Seite her bestünden keine Einschränkungen.
5.
5.1
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im relevanten Zeitraum (vgl. E. 2.3) in einer für den Anspruch erheblichen Weise verschlechtert hat.
5.2
Soweit der Beschwerdeführer einwendet, dass
zur Beurteilung der Arbeitsfähig
keit eine
separate arbeitsmedizinische Untersuchung hätte durchgeführt werden müssen
(vgl.
Urk.
1 S. 1), lässt er ausser Acht, dass
bei zuverlässiger ärztlicher Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der Regel keine Notwendigkeit besteht, die Rechtsfrage der Erwerbsunfähigkeit durch eine EFL zu überprüfen. Ausnahms
weise kann eine solche erforderlich sein, wenn mehrere involvierte Ärzte diese angesichts eines multiplen und schwierig einzuschätzenden Krankheitsbildes ausdrücklich befürworten (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_433/2018 vom
5.
Oktober 2018 E. 4.2 mit Hinweis).
Davon kann im vor
liegenden Fall keine Rede sein.
Die Frage, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert beziehungsweise verschlechtert hat, beur
teilt sich durch einen Vergleich des Gesundheitszustandes im Zeitpunkt der rentenablehnenden Verfügung vom
2
9.
Januar 2014 (
Urk.
6/138)
mit dem Gesund
heitszustand im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (vgl. vorstehend E. 1.
2
-
3
).
Ausgehend von der umfassenden medizinischen Beurteilung im
Y._
-Gutachten vom
7.
Mai 2013 konnte der RAD
aus den nach Neuanmeldung vom 2
7.
Juli 2017 eingeholten medizinischen Berichten bis
auf das veränderte quali
tative Profil der angepassten Tätigkeit
keine wesentliche
Verschlechterung des Gesundheitszustandes
feststellen
(vgl. vorstehend E. 4.7 und E. 4.10)
.
Eine Erfor
derlichkeit zur Durchführung einer EFL ist damit nicht ersichtlich. Daran ändert nichts, dass
Dr.
H._
und
Dr.
J._
- ohne dies zu begründen und ohne sich überhaupt zur Arbeitsfähigkeit zu äussern - im Bericht vom
1
4.
November 2017 (vgl. vorstehend E. 4.3)
, vom 1
6.
Januar 2018 (vgl.
vorstehend E. 4.4) und
vom
5.
März 2019 (vgl. vorstehend E. 4.9) eine EFL empfohlen hatte
n
.
Insbeson
dere ist davon auszugehen, dass
Dr.
H._
und
Dr.
J._
die umfassende Beurteilung des Gesundheitszustandes durch die
Y._
-Gutachter nicht vorgelegen hat.
Nachdem die
Y._
-Gutachter früher eine zuverlässige Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit und
des leistungsmässig Machbaren vornehmen konnten, ist es nicht ersichtlich, inwiefern jetzt zur Beurteilung einer wesentlichen und anspruchsbegründenden Veränderung des Gesundheitszustandes eine EFL erfor
derlich sein soll. Im
Y._
-Gutachten
wiesen die Gutachter zudem auf erhebliche Diskrepanzen
, psychosoziale Faktoren
und die Selbsteinschätzung des Beschwer
deführers hin, welcher sich für nicht mehr arbeitsfähig halte.
Unter diesen
Umständen ist e
ine EFL-Abklärung
ohnehin
nicht geeignet, solche Inkohärenzen und Gründe für die Selbstlimitierung zu erforschen (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_976/2010 vom 2
3.
Februar 2011 E. 5.5
).
5.3
5.3.1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt
sodann
, dass keine anspruchsbe
gründende Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist.
5.3.2
In somatischer Hinsicht
lässt
sich den vorliegenden Berichten
entnehmen
, d
ass sich der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers
nicht wesentlich verändert hat.
Aus dem Bericht von
Dr.
J._
vom 1
6.
Januar 2018
ergibt sich
anhand der Anamnese
einzig
,
dass
im Dezember 2015 eine
Inguinalhernien
- und im Juni 2016
eine
Rezidivhernienoperation
durchgeführt wurde, wobei
die Arbeitsfähig
keit
gemäss
Dr.
J._
insbesondere beim Heben von Lasten
eingeschränkt sei
(vgl. vorstehend E. 4.4)
.
Auch aus den übrigen Berichten ergibt sich kein anderes Bild.
Aus den Berichten von
Dr.
H._
geht einzig hervor, dass seit mehr als zehn Jahren Kreuzschmerzen und Beschwerden im Hüftgelenksbereich rechts bestün
den. Weder berichtete er hierbei von einer Verschlechterung der beklagten Beschwerden noch
bezifferte
er
dabei eine
Arbeitsunfähigkeit
, sondern wies einzig auf das Erfordernis einer arbeitsmedizinischen Untersuchung hin (vgl. vor
stehend E. 4.3)
.
Im Bericht vom
5.
März 2019 führte
Dr.
H._
sodann
aus, dass er den Beschwerdeführer wegen der Hüftgelenksproblematik rechts und
Bursitits
trochanterica
rechts in den Jahren 2016 bis 2019 behandelt habe, wodurch es im Verlauf zu einer deutlichen Besserung gekommen sei und sich der Beschwerde
führer nicht mehr gemeldet habe (vgl. vorstehend E. 4.9)
. Daraus
zeigt
sich
eben
falls keine wesentliche und andauernde Verschlechterung
des somatischen Gesundheitszustands
.
Eine wesentliche
somatische
Befundänderung
ist
auch den Berichten des
G._
nicht zu entnehmen
.
So konnten in den Röntgenaufnahmen des Beckens keine eindeutigen nachweisbaren
residuellen
Veränderungen des rechten Hüftgelenkes festgestellt werden und bestanden keine Zeichen einer
Coxarthrose
.
Von Seiten des rheumatologischen Fachgebietes erachteten sie den Beschwerdeführer als zu 100
%
arbeitsfähig,
einzig
aus schmerztherapeutischer Sicht bei schlechten sprachlichen und gesellschaftlichen Ressourcen und lang
jähriger Entwöhnung aus dem Arbeitsprozess
sei
keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben
(vgl. vorstehend E. 4.2). Schliesslich
bestehen
auch aus
kardiologischer Sicht
keine
somatischen
Einschränkungen
, so zeigte der Beschwerdeführer in der Ergometrie eine gute Leistungsfähigkeit
(vgl. vorstehend E. 4.5 und E. 4.11).
5.3.3
In psychiatrischer Hinsicht
ist ebenfalls von keiner
relevanten und anspruchsbe
gründenden
Verschlechterung auszugehen
.
Aus
dem
Y._
-Gutachten vom
7.
Mai 2013
geht
im Wesentlichen hervor,
dass
im Vordergrund der gesundheitlichen Beeinträchtigungen das subjektiv vom Beschwerdeführer angegebene psychische Leiden gestanden habe (vgl.
Urk.
6/117/20). Der Beschwerdeführer berichtete von Ängsten nach der Untersu
chungshaft, von fehlendem Vertrauen zu den Mitmenschen und von Sorgen mit seinen Söhnen, der Ehefrau und den Enkeln (vgl.
Urk.
6/117/9 oben).
Der psychi
atrische Gutachter des
Y._
stellte in seiner Untersuchung
nur wenige und leichte psychopathologische Befunde
fest
und
fand keine
Hinweise für eine posttrauma
tische Belastungsstörung (vorstehend
E. 3.8). Weiter führte
er aus
, dass die von
Dr.
A._
gestellte Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung rückbli
ckend in Frage zu stellen sei. Auch wenn die Untersuchungshaft für den Beschwerdeführer ein einschneidendes Ereignis gewesen sein möge, so habe sie wohl kaum die Bedeutung einer aussergewöhnlichen Bedrohung mit katastropha
lem Ausmass, wie dies in den Kriterien der ICD-10 gefordert sei. Auch könne davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz selbst in Untersuchungshaft anständig behandelt und nicht gefoltert worden sei. Es sei jedoch zu vermuten, dass der Beschwerdeführer auf
diesen Vorfall mit einer depressiven Verstimmung reagiert habe
(vgl.
Urk.
6/117/12 Mitte)
.
Die Ärzte und Fachpersonen des
G._
berichteten im Oktober 2017
von einem deutlich verschlechterten
psychischen Zustand
und dass dieser
mit dem Zustand von 2013
nicht mehr
vergleichbar sei
(vgl. vorstehend E. 4.2)
.
Im interdisziplinä
ren Bericht
führten sie
unter anderem
aus
, dass der Beschwerdeführer seit 2004 unter Konzentrationsstörungen, psychischer Erschöpfung, Vergesslichkeit, Lust- und Interesselosigkeit und Antriebslosigkeit leide (vgl.
Urk.
6/153/6 Mitte). An einer anderen Stelle im Bericht w
u
rd
e
ausgeführt, dass seit 2004 posttraumatische Belastungssymptome und seit 2014 zusätzlich eine depressive Symptomatik bestehe.
Davon abweichend w
u
rd
e
an einer weiteren Stelle
ausgeführt, dass der Beschwerdeführer von einer Verbesserung der Symptomatik von 2005 bis 2011 berichtet habe, sich der psychische Zustand dann
seit 2011 wieder massiv verschlechtert habe (vgl.
Urk.
6/153/11 unten). Inwiefern sich die Verhältnisse und der psychische Gesundheitszustand tatsächlich verändert haben, lässt sich den Berichten nach dem Gesagten nicht entnehmen. Insbesondere sprechen sich die Berichte nicht hinreichend und teilweise sogar sich widersprechend darüber aus,
inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustands stattgefunden
habe
.
Daran ändert
schliesslich auch der vorgenommene Vergleich der Tagesab
läufe von 2013 und 2017 nichts. So unterscheiden sich diese zwar in einzelnen Punkten, sind aber im Wesentlichen
vergleichbar
(vgl.
Urk.
6/117/10;
Urk.
6/153/6 unten)
.
Selbst die Ärzte des
G._
sprachen
von einem strukturierten Tagesablauf (vgl.
Urk.
6/153/12 unten)
, was ebenfalls gegen eine wesentliche Veränderung spricht
.
Schliesslich vermag auch die von den Ärzten des
G._
nun
wieder gestellte und von den Gutachtern des
Y._
in Frage gestellte Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung keine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes zu belegen.
So führten die Ärzte des
G._
d
as
von den diagnostischen Leitlinien
des ICD-10
geforderte
traumatisierende Ereignis von aussergewöhnlicher Schwere
auf den Gefängnisaufenthalt in der Türkei
in den 80er Jahren
zurück, während sich sowohl
Dr.
A._
in seinem psychiatrischen Gutachter im Jahr 2006 (vgl.
Urk.
6/21) als auch die Gutachter des
Y._
bei der Beurteilung dieser Diagnose
auf die zwei
wöchige Untersuchungshaft in der Schweiz bezogen.
Aus
früheren Gutachten von
Dr.
A._
geht sehr detailliert hervor, dass sich der Beschwerdeführer trotz
teilwei
ser
Folter nicht über die Gefängnisstrafe in der Türkei beklagte, sondern diese als gerecht
empfand
und mit einer gewissen Würde
ertrug
.
Auch über die
zweite längere sowie die dritte und vierte
kurze Inhaftierung
,
alle ohne
Folter
,
in der Türkei berichtete der Beschwerdeführer anlässlich der psychiatrischen Untersu
chung
durch
Dr.
A._
aber auch durch das
Y._
nicht
s
Negatives. Zwischen den Gefängnisaufenthalten arbeitete der Beschwerdeführer teilweise in der Türkei, teilweise auch in der Schweiz, bis er schliesslich die definitive Aufenthaltsbewil
ligung erhielt (vgl.
Urk.
6/21/3
-4,
Urk.
6/21/9
).
Angesichts dieser detaillierten
Schilderungen
des Beschwerdeführers ist es nicht nachvollziehbar, dass die Ärzte des
G._
die Gefängnisaufenthalte in der Türkei in den 80er und 90er Jahren
zur Begründung der Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung heranzo
gen.
So
beschrieb
der Beschwerdeführer
die insgesamt vier Gefängnisaufenthalte
in der Türkei
nicht
als
traumatisierend und
diese
führte
n
in der Folge auch nicht zu einer verminderten Arbeitsfähigkeit. So arbeitete der Beschwerdeführer in diversen Tätigkeiten ohne nennenswerte Einschränkungen sowohl in der Türkei als auch in der Schweiz.
Weiter vermag die von den Ärzten des
G._
gestellte Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung - ohne spezifische Begrün
dung, weshalb vorliegend der Abstand zwischen dem Ereignis und dem Beginn der Störung mehr als sechs Monate beträgt - auch in zeitlicher Hinsicht nicht zu überzeugen.
In dieser Hinsicht ist damit weiterhin der Ansicht der
Y._
-Gutachter zu folgen, welche wie dargelegt nachvollziehbar ausführten, dass die Untersu
chungshaft
in der Schweiz
für den Beschwerdeführer zwar ein einschneidendes Ereignis gewesen sein möge, sie aber kaum die Bedeutung einer aussergewöhnli
chen Bedrohung mit katastrophalem Ausmass gehabt habe und es
vermutet wer
den könne, dass der Beschwerdeführer auf diesen Vorfall mit einer depressiven Verstimmung reagiert habe (vgl.
Urk.
6/117/12 Mitte).
Schliesslich geht auch aus dem psychiatrischen Bericht des
G._
vom 1
1.
Juni 2018 nicht hervor, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustands stattgefunden haben soll
. So berichtete der Beschwerdeführer erneut darüber,
dass die Beschwerden mit den Haftumständen in der Türkei und in der Schweiz und mit den Schmerzen zusammenhängen würden und
er
beklagte, dass er seit 2004
an zahlreichen
Beschwerde leide.
Der Bericht
vom 1
1.
Juni 2018
lässt gewisse Zweifel über die am
G._
durchgeführte psychiatrische Behandlung
,
deren
Regel
mässigkeit und
der
Seriosität
der Berichterstattung
aufkommen. So b
erichteten die Ärzte des
G._
von einem stationären Aufenthalt im Sanatorium
K._
und dass dieser die Depression nicht verändert und keine nachhaltige Wirkung gehabt habe (
vorstehend E. 4.6
). Auf Nachfrage
der Beschwerdegegnerin teilte das
Sanatorium
K._
hingegen mit
, dass der Beschwerdeführer gar nie dort in Behandlung gewesen sei (
Urk.
6/175).
Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin erklärte der Beschwerdeführer am 2
9.
September 2018
sodann
, nicht er, sondern seine Tochter habe mehrere Monate im Sanatorium
K._
geweilt (
Urk.
6/178).
Schliesslich führten die Ärzte
des
G._
aus, dass es dem Beschwer
deführer aufgrund des Misstrauens und den Ängsten nicht möglich sei
,
einer Verweistätigkeit nachzugehen
(vgl.
Urk.
6/153/12 unten)
. Bereits anlässlich der Begutachtung durch das
Y._
berichtete der Beschwerdeführer bei der Selbstein
schätzung über Misstrauen und Ängste und dass er sich nicht konzentrieren könne (vgl.
Urk.
6/117/10 Mitte,
Urk.
6/117/12 oben). Gegen eine effektive Veränderung des
psychiatrischen
Gesundheitszustandes spricht schliesslich auch, dass die
Y._
-Gutachter zahlreiche psychosoziale Faktoren feststellten, welche aber nicht als Begründung
für eine
Arbeitsunfähigkeit
herbeigezogen werden könnten (vgl.
Urk.
6/117/12 oben)
,
und
von den Ärzten des
G._
wohl bei ihrer Beurteilung nicht ausgeklammert wurden
.
5.3.4
Zusammenfassend ist damit der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu betrachten, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in psychiatrischer Hinsicht seit der rentenablehnenden Verfügung vom 2
9.
Ja
nuar 2014 (
Urk.
6/138) nicht in einer für den Anspruch erheblichen
langandau
ernden
Weise verschlechtert hat. Aus somatischer Sicht hat sich der Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers im relevanten Zeitraum dagegen in qualitativer Hinsicht insofern verändert
, dass nur noch leichte Tätigkeiten mit einem Gewichtslimit von 5 kg möglich
sind
(vgl. vorstehend E. 4.7).
Daraus folgt, dass sich
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im relevanten Zeitraum nicht in einer anspruchsbegründenden Weise verändert
hat.
Zu den Berichten des Stadtspitals
F._
von November 2019 und Januar 2020 (
Urk.
10/1-4) ist anzumerken, dass der Erlass der angefochtenen Verfügung recht
sprechungsgemäss die Grenze der gerichtlichen Überprüfungsbefugnis bildet (vgl. etwas BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1 und BGE 129 V 354 E. 1). Eine allfällige seither eingetretene gesundheitliche Verschlechterung bildet daher nicht Gegenstand dieses Verfahrens.
6.
6.1
Weiter ist zu beurteilen, ob für
den Beschwerdeführer
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
realistischerweise
geeignete Arbeitsstellen zur Verfügung stehen, an denen sie die ihr verbleibende (Rest-)Arbeitsfähigkeit
zumutbarerweise
noch ganz oder teilweise verwerten kann.
6.2
Die Definition der Erwerbsunfähigkeit in
Art.
7 ATSG setzt einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt voraus.
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16 ATSG ist ein theoretischer und abstrakter Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt und dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen (BGE 134 V 64 E. 4.2.1, BGE 110 V 273 E. 4b; vgl. auch BGE 141 V 351 E. 5.2, 141 V 343 E. 5.2). Er umschliesst einerseits ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1 und 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die versicherte Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbs
fähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; Meyer/
Reichmuth
, Bundesge
setz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
131 zu Art. 28a).
Das
trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln (Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis).
Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtspre
chungsgemäss
keine übermässigen
Anforderungen
zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_910/2011 vom 30. März
2012 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1). Der ausgeglichene Arbeits
markt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeits
angebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 5.11 mit Hinweisen). Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so einge
schränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durch
schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2 mit Hinweis; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
132 zu Art. 28a).
6.3
Das seitens
der
Y._
-Gutachter
im Jahr 2013
formulierte
Anforderungsprofil (
vor
stehend E. 3.8)
wurde durch den RAD in qualitativer Hinsicht dahingehend angepasst, dass dem Beschwerdeführer leichte Tätigkeiten mit einer
Gewichtsli
mite
von 5 kg weiterhin in bisherigem Umfang von 80
%
zumutbar seien (vgl. vorstehend E. 4.7).
Entgegen der Ansicht
d
es
Beschwerdeführer
s
darf angenommen werden, dass auf dem hypothetischen Arbeitsmarkt genügend Tätigkeiten existieren, welche die
sem Anforderungsprofil entsprechen. Es gibt in Industrie und Gewerbe einfache Hilfsarbeiten, die den obigen Anforderungen zu genügen vermögen, zu denken ist dabei an Kontroll- und Überwachungsarbeiten. Inwiefern solche Tätigkeiten nicht zumutbar sind, ist nicht ersichtlich und w
u
rd
e
vom Beschwerdeführer nicht weiter ausgeführt. Es ist diesbezüglich nicht von realitätsfremden und in diesem Sinn unmöglichen oder unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Zwar sind insbesondere
in somatischer Hinsicht
gewisse
Einschränkungen vorhanden. Es kann jedoch nicht gesagt werden, dass die zumutbare Tätigkeit
nurmehr
in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt prak
tisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechen
den Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint. So ist der
Beschwerdeführer entgegen seiner Ansicht nach wie vor im Umfang von
80
%
arbeitsfähig. Weiter ist zu berücksichtigen, dass in Industrie und Gewerbe Arbei
ten, welche physische Kraft verlangen, seit vielen Jahren und in ständig zuneh
mendem Ausmass durch Maschinen verrichtet werden, während den Überwa
chungsfunktionen wie auch im Dienstleistungsbereich grosse und wachsende Bedeutung zukommt. Das Alter des (19
62
geborenen) Beschwerdeführers
sowie die fehlende Ausbildung
stehen
der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit in einer einfachen
keine spezifische Berufsausbildung erfordernde
n
Hilfsarbeit ebenfalls nicht entgegen. Hilfsarbeiten werden auf dem hier massgebenden hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ASTG) grundsätzlich alters
unabhängig nachgefragt und das Alter wirkt sich in diesen Tätigkeiten auch nicht lohnsenkend aus (AHI 1999 S. 242 E. 4a; vgl. Urteil des Eidgenössischen Versi
cherungsgerichts I 303/06 vom 1
7.
August 2006 E. 6.2.1).
In Gesamtwürdigung der für die Zumutbarkeitsfrage im vorliegenden Fall massgebenden objektiven und subjektiven Umstände ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer
, der auf keine besondere Ausgestaltung des Arbeitsplatzes und -umfeldes angewiesen ist,
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt geeignete Arbeits
stellen zur Verfügung stehen, an denen er die ihm verbleibende Rest
arbeitsfähig
keit
mit seinen vielfältigen Arbeitserfahrungen trotz seiner längeren Abwesenheit vom Arbeitsmarkt
noch verwerten kann und ihm die Verwertung gestützt auf die Selbsteingliederungslast zumutbar ist.
Für die Beurteilung der Ver
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist das subjektive Empfinden des Beschwerdeführers für sich allein nicht massgebend, da es sich nicht mit der Auf
fassung der medizinischen Fachleute deckt (v
gl. Urteil des Bundesgerichts I
204/05 vom 2
9.
September 2005 E. 3).
6.
4
Der
durch die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkun
gen vorgenommene Einkommensvergleich (Prozentvergleich) sowie der neu gewährte leidensbedingte Abzug in der Höhe von 10
%
ist
ebenfalls
nicht zu beanstanden und wird vom Beschwerdeführer
auch nicht gerügt.
Die angefoch
tene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.