Decision ID: 09d1ad4d-b582-5789-a890-51dfe2486d4f
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A. Die am 28. Januar 1976 geborene chinesische Staatsangehörige Q._ (im Folgenden: Gesuchstellerin) ersuchte am 30. Mai 2006 für sich und ihre Tochter W._ (geboren 19. September 2005) beim Schweizerischen Generalkonsulat in Shanghai um Ausstellung eines Visum für einen dreimonatigen Besuchsaufenthalt bei ihrem Ehemann X._ (im Folgenden: Gastgeber bzw. ) in Aarau. Die Schweizer Vertretung überwies das Gesuch der  zum Entscheid.
B. Nachdem die Vorinstanz beim Migrationsamt Kanton Aargau eine  eingeholt hatte, verweigerte sie in einer Verfügung vom 22. Juni 2006 die nachgesuchte Einreisebewilligung. Dies im  mit der Begründung, die anstandslose und fristgerechte  könne angesichts der wirtschaftlichen und soziokulturellen Lage im Herkunftsland sowie der Aktenlage nicht als gesichert  werden. Zudem seien die im Hinblick auf den beantragten  geleisteten finanziellen Garantien ungenügend.
C. Mit Rechtsmitteleingabe vom 8. Juli 2006 beantragte der Gastgeber beim damals zuständigen Eidgenössischen Justiz- und  (EJPD) implizit die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Erteilung der Einreisebewilligung. Zur Begründung machte er im Wesentlichen sinngemäss geltend, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, die Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt wäre nicht gesichert. Er halte sich als Student in der Schweiz auf und sei während der letzten drei Jahre im Schnitt dreimal pro Jahr nach China geflogen, um seine Ehefrau und seine Tochter zu besuchen. Er hoffe nun, dass seine Familie ihn auch einmal in der Schweiz besuchen . Was die finanzielle Garantiefähigkeit betreffe, so verfügten er und seine Ehefrau über genügend Vermögen, um einen dreimonatigen  in der Schweiz finanzieren zu können.
D. Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 11. August 2006 die Abweisung der Beschwerde. Die Firma, bei welcher die  angestellt sei, habe einen zwiespältigen Eindruck hinter-
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lassen (dies gemäss den von der Schweizer Vertretung in Shanghai während des Gesuchsverfahrens getätigten Abklärungen). Aufgrund der kantonalen Akten sei zudem ersichtlich, dass sich die  in der Vergangenheit wiederholt erfolglos um einen Aufenthalt in der Schweiz bemüht habe (zu Besuchs- oder Studienzwecken bzw. im Rahmen eines Familiennachzugsgesuchs). Es könne daher nicht  werden, dass die Gesuchstellerin nach bewilligter  in die Schweiz zu einem Besuchsaufenthalt ihre Bemühungen zum Erlangen einer Aufenthaltsbewilligung wieder aufnehmen  fortsetzen würde.
E. In einer Replik vom 6. September 2006 hält der Beschwerdeführer an seinem Rechtsbegehren und an dessen Begründung fest. Auf die  wird, soweit entscheidswesentlich, in den Erwägungen .

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. Verfügungen des BFM betr. Einreiseverweigerung unterliegen der  an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 20 Abs. 1 des  über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer vom 26. März 1931 [ANAG, SR 142.20], Art. 31 ff. des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).
1.1 Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verwaltungsgerichtsgesetzes bereits beim EJPD hängige Rechtsmittelverfahren werden vom  übernommen. Die Beurteilung erfolgt nach  Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VGG).
1.2 Gemäss Artikel 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem Bundesgesetz über das  vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern dieses Gesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 20 Abs. 2 ANAG, Art. 48 ff. VwVG).
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2. Die schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen  auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist �  nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe � von der  in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu  (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 ANAG, Art. 9 Abs. 1 der Verordnung über Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern vom 14. Januar 1998 [VEA, SR 142.211]; PETER UEBERSAX, Einreise und , in: PETER UEBERSAX / PETER MÜNCH / THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im  Recht, Privatrecht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, S. 143; URS BOLZ, Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht, Basel und Frankfurt a.M., 1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen; PHILIP GRANT, La protection de la vie familiale et de la vie privée en droit des étrangers, Basel usw. 2000, S. 24).
2.1 Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund  Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 5 VEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und  die in Artikel 1 Absatz 2 VEA aufgeführten Voraussetzungen . Sie haben unter anderem Gewähr für eine fristgerechte  zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA).
3. Die Gesuchstellerin und ihre Tochter benötigen aufgrund ihrer  zur Einreise in die Schweiz nebst dem Pass ein Visum. Die  verweigerte die Erteilung der gewünschten Visa unter anderem mit der Begründung, die anstandslose und fristgerechte  erscheine nicht als hinreichend gesichert.
3.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten  erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen machen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus,  von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten oder Regionen mit  respektive wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen  zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die  Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.
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3.2 Die aktuelle Lage in China zeichnet sich durch ein rasantes  Wachstum auf der einen und eine nur zögerliche  und politische Öffnung auf der anderen Seite aus. Trotz des Wirtschaftswachstums ist der wirtschaftliche Wohlstand der  im internationalen Vergleich noch immer unterdurchschnittlich. China avancierte zwar inzwischen zur viertgrössten Volkwirtschaft und drittgrössten Handelsnation der Welt. Mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Inlandsprodukt von jährlich knapp über 2'000 Dollar bleibt es aber das weltgrösste Entwicklungsland. Ungeachtet aller Fortschritte bergen die überkommenen Strukturen Chinas mittel- und langfristig  für die wirtschaftliche, soziale und damit auch die politische . Das Wohlstandsgefälle in der chinesischen Gesellschaft nimmt ständig zu. Die ländliche Bevölkerung sowie West-, Nordost- und Zentralchina werden zu Reformverlierern. Aber auch in den  Küstenprovinzen klafft die Wohlstandsschere immer weiter auseinander (vgl. www.auswaertiges-amt.de, Stand Juli 2007 [besucht am 11. September 2007]). Auf entsprechendem Niveau bewegt sich der Anteil derer, die sich zur Emigration entschliessen. Der  schlägt sich auch in den Asylgesuchszahlen nieder. In der schweizerischen Asylstatistik nach Herkunftsländern des Jahres 2006 lag China mit 475 Gesuchen an 5. Stelle. Der Wille zur Auswanderung wird erfahrungsgemäss in jenen Fällen noch begünstigt, wo sich  oder Bekannte im Ausland aufhalten bzw. sich dort etabliert haben.
4. Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur solch allgemeine Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des  Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einem Gesuchsteller oder einer Gesuchstellerin im Heimatland beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose  begünstigen. Umgekehrt muss bei Gesuchstellern, die in ihrer  keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für ein  nicht vorschriftsgemässes Verhalten (nach bewilligter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.
5. Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um die Ehefrau des  beziehungsweise Beschwerdeführers. Die beiden haben ein , 2005 geborenes Kind. Ansonsten ist über die familiären
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Verhältnisse nichts bekannt. Da die Gesuchstellerin zusammen mit dem Kind in die Schweiz reisen möchte, hätte sie in der Heimat keine erkennbaren Verpflichtungen persönlicher oder familiärer Natur mehr, welche die Prognose einer fristgerechten Wiederausreise begünstigen könnten. Auch in den beruflichen Verhältnissen liegen keine  vor, die Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise bieten würden. Zwar soll die Gesuchstellerin gemäss ihrer eigenen  im Visumsantrag bei einer Firma namens D._ in Wuxi als Sekretärin arbeiten. Seit wann sie bei dieser Firma angestellt ist und welchen Verdienst sie erzielt, ist nicht bekannt. Die Schweizer  in Shanghai versuchte offenbar erfolglos, über die Firma bzw.  Angestellte Abklärungen zu tätigen. Gemäss einer dazu erstellten Notiz war die firmeneigene Telefonnummer bei der Auskunft überhaupt nicht, die FAX-Nummer nur als Privatnummer registriert und die Homepage der Firma auf dem Server der ETH Zürich (d.h. am  des Beschwerdeführers) aufgeschaltet. Ob die Firma  irgendwelche Geschäfte tätigte, konnte nicht festgestellt werden. Die erwähnte Homepage der Firma D._, die ganz offensichtlich vom Beschwerdeführer eingerichtet worden war, ist heute nicht mehr aufgeschaltet. In Anbetracht dieser Abklärungsergebnisse und des Umstandes, dass die Gesuchstellerin gleich für volle drei Monate in die Schweiz reisen möchte, kann jedenfalls nicht auf eine besondere berufliche Verpflichtung geschlossen werden.
5.1 Die Einschätzung der Vorinstanz, wonach keine genügende  für die Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt bestehe, stützt sich zudem auch auf ganz konkrete Vorkommnisse. So ersuchte die Gesuchstellerin im Jahre 2003 erfolglos um eine  in die Schweiz zu Besuchszwecken, wobei als Gastgeber  der damalige Vermieter des Beschwerdeführers vorgeschoben und der Beschwerdeführer selbst gar nicht erwähnt wurde. Am 10.  2004 stellte der Beschwerdeführer ein Familiennachzugsgesuch für seine Ehefrau, welches vom Migrationsamt Kanton Aargau in  Schreiben vom 27. Oktober 2004 formlos abgelehnt wurde.  am 15. November 2004 stellte die Gesuchstellerin dann einen  für einen Sprachaufenthalt in der Schweiz. Der Antrag wurde offenbar nicht aufrechterhalten, nachdem die Gesuchstellerin schwanger geworden war. Die Gesuchstellerin hat somit in der  mehrmals versucht, im Rahmen unterschiedlicher  zumindest vorübergehend zusammen mit ihrem Ehemann in der Schweiz zu leben. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie �
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einmal in der Schweiz � versucht sein könnte, den Aufenthalt für sich und das Kind zu verlängern.
5.2 Vor dem aufgezeigten persönlichen und allgemeinen Hintergrund durfte die Vorinstanz demnach davon ausgehen, dass keine  Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose  der Gesuchstellerin und ihrer Tochter nach einem  besteht. Bei dieser Rechts- und Sachlage erübrigt sich eine , ob die Vorinstanz zu Recht von ungenügenden finanziellen  ausging und darin einen zusätzlichen Verweigerungsgrund  hat.
6. Aus vorstehenden Darlegungen folgt, dass die angefochtene  im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die  ist deshalb abzuweisen.
7. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die  sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 11. Dezember 2006 [VGKE, SR 173.320.2]).
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