Decision ID: 0857e4f9-a8de-4597-a139-21d221505ec4
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
50
, und
Y._
, geboren
1943
, sind seit
11
.
Mai
19
73
verheiratet und Eltern
von
vier
Kinder
n
, geboren 19
77, 1979, 1981
und 1983 (Urk.
7
/
7
,
Urk.
8/6
).
Sie hatten
vom
4.
Februar bis
2.
Dezember 1977
in
Z._
, vom
5.
März 1979 bis 1
9.
März 1980 im
A._
und vom 10.
März 1981 bis 2
1.
Dezember 1983
auf den
B._
Wohnsitz (
Urk. 7/7 S.
4)
,
wo
bei
X._
in diesen Zeiten jeweils
keiner Erwerbstätigkeit nach
ging.
1.2
Im
März
2008 beziehungsweise
Januar
2014 meldete
n
sich
Y._
und
X._
bei
der
Ausgleichskasse für das schweize
rische Bankge
werbe zum Bezug der Altersrente an (
Urk.
7/7,
Urk.
8/6).
Die Ausgleichskasse für das schweizerische Bankgewerbe
sprach
X._
m
it Verfügung vom 12
.
Juni
20
14
gestützt auf ein massgebendes durchschnitt
liches Jahresein
kommen von Fr. 60‘372.--, eine Bei
trags
dauer von 42 Jahren und 3 Monaten und die Rentenskala 43 mit Wirkung ab
1.
August
20
14
eine
Altersrente von Fr. 1‘
665
.-- pro Monat (plafoniert)
zu (Urk.
7
/
3
).
Gleichzeitig
setzte sie die
Altersrente
von
Y._
verfügungsweise mit Wirkung ab 1. August 2014 auf Fr. 1‘845.-- pro Monat (pla
foniert) fest (Urk. 8/1)
. Gegen die sie betreffende Verfügung
erhob
X._
am 27. Juni 2014 Ein
sprache (Urk.
7/2
), welche die Ausgleichskasse für das schweizerische Bankge
werbe mit Ent
scheid vom 30. Juli 2014 abwies (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
1.
August 2014 Beschwerde und bean
tragte
sinngemäss die Anrechnung der vollen Beitragsjahre
in den Jahren
, in denen sie ihren Ehegatten ins Ausland begleitet habe
(
Urk.
1).
Mit
Beschwerde
antwort
vom 24. September 2014 beantragte die
Beschwerde
gegnerin
Ab
wei
sung der Beschwerde (
Urk.
6, unter Beilage der Kassenakten
in Sachen der Beschwerdeführerin
[
Urk.
7/1-7] sowie in Sachen
Y._
[
Urk.
8/1-6]), was der Beschwerdeführerin mit Mitteilung vom 17. Oktober 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin für die Zeit
en
, in der sie als Nichterwerbstätige zusammen mit ihrem erwerbstätigen Ehegatten im Aus
land Wohnsitz hatte, Anspruch auf die Anrechnung von zusätzlichen
Beitrags
zeiten
hat.
1.2
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 3
0.
Juli 2014 erwog die
Beschwer
degegnerin
, dass
die Beschwerdeführerin vom
4.
Februar bis
2.
Dezember 1977 in
Z._
, vom 5. März 1979 bis 1
9.
März 1980 im
A._
und vom 10. März 1981 bis 21. De
zember 1983 auf den
B._
Wohnsitz gehabt habe.
Anders als die Beschwerdeführerin selbst, sei deren Ehegatte in der fraglichen Zeit durchwegs für einen Schweizer Arbeitgeber tätig und damit weiterhin obligato
risch in der AHV versichert gewesen.
Damals seien
nichterwerbstätigen Ehe
frauen eines im Ausland obligato
risch ver
sicherten Erwerbstätigen
mit Arbe
it
geber in der Schweiz
der AHV nicht mehr unterstellt beziehungsweise
nicht mehr
versichert gewesen. In diesen Fällen
hätten die Ehefrauen, um all
fällige Beitragslücken zu vermeiden, der freiwilligen Ver
siche
rung für Aus
land
-
schweizer beitreten müssen. Da dies für die Beschwerde
führerin nicht zu
treffe, bestünden die aus deren Individuellen Konto ersichtliche
n
Beitragslücken (
Urk.
2 S.
3
).
1.3
Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber im Wesentlichen vor, dass sie und ihr Ehemann für ein
en
Schweizer
Arbeitgeber
an drei verschiedenen
Einsatzor
ten
im Ausland tätig gewesen seien. Sie sei weder von der Schweizer Botschaft noch vo
m
Arbeitgeber ihres Ehemanns auf die spezielle Meldepflicht für nichterwerbstätige Ehefrauen aufmerksam gemacht worden.
Während ihrer
Zeit auf den
B._
hätte
für sie
sodann keine Möglichkeit bestanden
,
sich dar
über zu informieren (
Urk.
1 S. 1). Sie sei
in
den fraglichen Jahren nicht er
werbstätig gewesen und habe die Kinder betreut. Jedoch habe nur ihr Ehe
mann AHV-Beiträge bezahlen müssen, da er von einem Schweizer
Arbeitgeber
ange
stellt gewesen sei (
Urk.
1 S. 2).
2.
2.1
2.1.1
O
bligatorisch versichert
n
ach Massgabe des
Bundesgesetzes über die Alters-und
Hinterlassenenversicherung
(
AHVG
)
in der seit
1.
Januar 1997 gültigen Fassung
sind
natürliche Personen
mit
Wohnsitz in der Schweiz (
Art.
1
a
Abs. 1
lit
. a AHVG), natürliche Personen, die in der Schweiz eine Erwerbstätig
keit
ausüben (
Art.
1
a
Abs.
1
lit
. b AHVG) sowie Schweizer Bürger, die im Aus
land
für die
in
Art.
1
a
Abs.
1
lit
. c AHVG
genannten Arbeit
geber t
ätig
sind
. Vor der
1
0.
AHV-Revision waren gemäss
altArt
.
1
Abs.
1
lit
. c AHVG
auch Schweizer Bürger obligatorisch versi
chert, die im Ausland für einen Arbeitgeber in der Schweiz tätig waren und
von diesem
entlöhnt
wurden.
2.1.2
Die Versicherteneigenschaft ist persönlich und von jeder Person, auch von Ehe
gatten, persönlich zu erfüllen
(
Art. 1a AHVG;
BGE 126 V
217 E. 3 mit Hinwei
sen
).
Von der Unter
stellung ist die beitragsrechtliche Erfassung der Ehe
gatten zu unterscheiden. Dabei ist in Art. 3 Abs. 3
lit
. a AHVG (in der seit 1. Januar 1997 geltenden Fassung) vorgesehen, dass bei nicht
erwerbstätigen Ehegatten von erwerbstätigen Versicherten die eigenen Beiträge als bezahlt gelten, sofern der Ehegatte Beiträge von mindestens der doppelten Höhe des Min
dest
beitrages bezahlt hat. Vor dem 1. Januar 1997 waren die nicht erwerbstätigen Ehefrauen von Versicherten von der Beitragspflicht befreit (
altArt
. 3 Abs. 2
lit
. b AHVG). Ist bei internationalen Verhältnissen nur der eine Ehegatte der schweizerischen AHV unterstellt, kann sich aufgrund des Erforder
nisses der persönlichen
Ver
si
cherteneigenschaft
die Frage, ob die Bei
träge des anderen Ehegatten als bezahlt gelten, nicht stellen (vgl.
Kieser
,
Rechtsprech
ung des Bundesgerichts zum Sozi
alversicherungsrecht, Alters- und
Hinterlassenen
versicherung
, 3. Auflage, 2012,
Rz
22 und 24 zu Art. 3 AHVG).
2.
1.
3
Nach der Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Ver
sicherungsgerichts (EVG) zu
altArt
.
29
bis
Abs.
2 AHVG
(Anrechnung von beitragslosen Ehejahren einer Ehefrau oder geschiedenen Frau)
konnte der sozialversicherungsrechtliche Grund
satz der Einheit des Ehepaares nur in jenen Fällen eine Ausdehnung der Versicherteneigenschaft des Ehemannes auf die Ehefrau nach sich ziehen, in denen die Versicherteneigenschaft des Ehemannes
entweder auf seinem schwei
zerischen Wohnsitz oder auf seiner Zugehörigkeit zur freiwilligen Versicherung für Ausland
schweizer beruhte.
Der Schutz der Ehefrau eines nach
altArt
. 1 Abs. 1
lit
. c AHVG
obligatorisch Versicherten beschränkte sich nach der Recht
sprechung auf die Ausrichtung der Ehepaarrente und
auf die Möglichkeit, der
freiwilli
gen Versicherung
beizutreten
, dies im Wissen darum, dass sich daraus unbefriedigende Fol
gen ergeben können (BGE 126 V 217 E. 1d, 107 V
1
f. E. 1 f.; ZAK 1981 S. 338 f.
E. 3).
Eine Ausdehnung der Versicherteneigenschaft des infolge seiner Tätigkeit
im Aus
land für einen Arbeitgeber in der Schweiz
obligatorisch versicherten Ehe
mannes (Art. 1 Abs. 1
lit
. c AHVG, in der bis zum 31. Dezember 1996 gültig gewesenen Fassung) auf dessen Ehefrau ist auch nach Inkrafttreten der 10. AHV-Revision nicht gerechtfertigt. Zeiten, in welchen die Ehefrau – ohne der freiwilligen Versicherung beigetreten zu sein – mit ihrem nach Massgabe von
altArt
. 1 Abs. 1
lit
. c AHVG obligatorisch versicherten Ehemann Wohnsitz
im Ausland hatte, können nicht als Beitragsjahre berücksichtigt werden (BGE 126 V 217). Dass eine Frau kraft ihrer Ehe in einem solchen Fall ebenfalls als versichert zu gelten hat, hat das höchste Gericht auch unter der vor der
10. AHV-Revision geltenden Rechtslage klar verworfen (vgl. BGE 126 V 21
7
E.
1d
mit Hinweisen).
2.2
Die rechtlichen Grundsätze der Rentenberechnung hat d
ie Beschwerdegegnerin in ihrem angefochtenen
Einsprach
e
entscheid
vom 3
0.
Juli 2014 (
Urk.
2) zu
tref
fend wieder
gegeben (
Urk.
2 S. 2). Darauf kann verwiesen werden.
3.
3.1
Nach den unwidersprochen gebliebenen Vorbringen der Be
schwerdegegnerin hatte die Beschwerdeführerin vom
4.
Februar bis
2.
Dezember 1977 in
Z._
, vom
5.
März 1979 bis 1
9.
März 1980 im
A._
und vom 1
0.
März 1981 bis 2
1.
Dezember 1983 auf den
B._
Wohnsitz (vgl. Urk. 7/7 S. 4). Es finden sich
in den Akten
keine Anhaltspunkte, welche dies in Frage stellen würden.
Zwischen der Schweiz und
Z._
sowie dem
A._
bestehen keine Sozial
versicherungsabkommen. Das Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidge
nossenschaft und der
B._
über Soziale Sicherheit vom 1
7.
September 2001 ist am
1.
März 2004 in Kraft getreten. Aus diesem Abkom
men, insbesondere dessen Übergangs- und Schlussbestimmungen, lässt sich hinsichtlich der vorliegend zu beurteilenden Frage nichts zu Gunsten der Beschwerdeführerin ableiten.
Bezüglich
der eingangs erwähnten
Zeiten
,
als der Ehemann der Beschwerdeführerin im Ausland arbeitete
und weiterhin bei der AHV versichert war (vgl.
Urk.
8/4-5)
und
die Beschwerdeführerin
ihn begleitete, jedoch
selber
nicht er
werbstätig war und keine AHV-Beiträge bezahlte, erfolgt keine Ausdehnung der Versicherteneigenschaft des Ehemannes auf die Beschwerdeführerin (E. 2.1.
3
; vgl. Urteil des Bundesgerichts H 33/02 vom 22.
April 2002 E. 2
).
D
ie Beschwerdeführerin
war sodann
in der fraglichen Zeit unbestrittenermassen nicht der freiwilligen
Versicherung für Ausland
schweizer (vgl. – bezüglich der heute gültigen Regelung –
Art.
2 AHVG) ange
schlossen
.
Auch Erziehungsgutschriften
(
Art.
29
sexies
AHVG)
verhelfen nicht zur
Ver
si
che
rten
eigenschaft
und gemäss
Art.
52f
Abs.
4 AHVV sind für Jahre, in denen sein Ehega
tte
– wie vorliegend die Beschwerdeführerin – nicht in der
AHV
ver
sichert war, dem versicherten Ehegatten die ganze Erziehungsgutschrift anzu
rechnen (Urteil
e
des Bundes
gerichts
H 135/03 vom 7.
Juli 2003 E. 4
, H
176/03 vom 1
9.
Oktober 2005 E. 3.1.1
).
Für die fraglichen Perioden entstand der Beschwerdeführerin mithin eine Beitragslücke.
3.2
Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, dass sie bezüglich
AHV-
Ver
siche
rungsunterstellung
beziehungsweise Beitritt zur freiwilligen AHV von einer Behörde eine falsche Auskunft erhalten hätte.
Aus ihren Vorbringen, dass ihr die Be
stimmungen des AHVG zur freiwilligen Versicherung nicht bekannt gewesen seien und sie auch
von der Schweizer Botschaft oder vom Schweizer Arbeit
geber ihres Ehemannes
nicht auf diese aufmerksam gemacht worden sei (Urk. 1 S. 1), kann die Beschwerdeführerin
sodann
nichts zu
ihren
Gunsten ableiten. Aus der Norm betreffend freiwillige Versicherung selbst heraus, kann keine Pflicht abge
leitet werden, die Betroffenen auf diese Möglichkeit aufmerk
sam zu machen (Urteil des Bundes
gerichts 9C_485/2012 vom 10. Dezember 2012 E.
3.3).
Insbesondere gehörte die Orientierung der Auslandschweizer über die Beitrittsmöglichkeit und Aus
wirkungen der freiwilligen Versicherung zwar zu den Be
fugnissen, aber – zu
mindest im damaligen Zeitpunkt – nicht zu den durch Gesetz oder Verord
nung auferlegten Pflichten der schweizerischen
Aus
landvertretung
(Urteil des Bundesgerichts H 135/03 vom 7. Juli 2003 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen).
Schliesslich kann nie
mand
aus der eigenen
Rechtsun
kenntnis
Vorteile für sich beanspruchen (Urteil
e
des Bundesgerichts
H 135/03 vom
7.
Juli 2003 E. 3.1,
H 176/03 vom 19. Oktober 2005 E. 2.3.2,
je
mit Hin
weis).
3.
3
Zusammenfassen
d
bleibt es bei der ansonsten unbestritten gebliebenen und kor
rekten Rentenbe
rechnung der Beschwerdegegnerin, was zur Abweisung der Be
schwerde
führt
.