Decision ID: 564772da-09bf-4c38-87d2-bb714c9c5ac0
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, war vom 1
4.
Januar 2009 bis 3
0.
Septem
ber 2010 als
Magaziner
und Fahrer bei der
Y._
tätig (Urk.
11
/4/13). Anschliessend war der Versicherte arbeitslos und bezog seit dem
1.
November 2010 Leistungen der Arbeitslosenversicherung als er am 2
4.
April 2011 einen Unfall erlitt, indem er auf
einer Treppe stürzte (Urk. 11
/13/205). Dabei zog er sich eine laterale
Malleolarfraktur
(Urk. 9/13/194
-195
) sowie ein Dis
torsionstrauma im Bereich des linken Kniegelenks (Urk.
11
/10/3) zu.
Am 1
7.
Oktober 2012 meldete sich der Versicherte bei der In
validenver
siche
rung zum Leistungsbezug an (Urk.
11
/5). Die Sozial
versiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog Akten der
Suva
bei (Urk.
11
/13/1-212, Urk.
11
/35/1-409, Urk.
11
/39/1-317) und
verneinte nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
11
/36, Urk.
11
/45)
mit Verfügung vom
4.
November 2013 (Urk.
11
/56) einen An
spruch des Versicherten auf Eingliederungsmassnah
men und insbesondere auf Ar
beits
ver
mitt
lung.
In Gutheissung der vom Versicherten
am
3.
Dezember 2013
gegen die Ver
fü
gung vom
4.
November 2013 erhobenen
Beschwerde (Urk. 1
1/61/3-8
)
hob da
s
hiesige Gericht die angefochtene Verfügung mit
dem in Rechtskraft erwachsenen
Urteil vom 2
9.
April 2015 (Urk.
11/68/1 9; Prozess Nr. IV.2013.01108)
auf und wies die Sache zu ergänzender Sachverhaltsabklärung und anschliessend erneuter Verfü
gung über den Leistungsanspruch des Versicherten an die IV-Stelle zurück.
1
.
2
In Nachachtung des Urteils vom 2
9.
April 2015 liess die IV-Stelle den Versicher
t
en psychiatrisch begutachten (Gutachten vom
5.
August 2016
; Urk. 11/94/1-37) und sprach
ihm
mit Mitteilung
en
vom
5.
Januar 2017 (
Urk.
11/113)
und vom
5.
April 2017 (
Urk.
11/122) Integrationsmassnahmen im Sinne eines Belastbar
keitstrainings und eines Aufbautrainings zu. Mit Mitteilung vom 3
0.
August 2017 (
Urk.
11/131) beendete die IV-Stelle die Integrationsmassnahmen per 1
5.
Septem
ber 201
7.
Nach Erlass des Vorbescheids (
Urk.
11/142) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
3.
Januar 2018 (Urk. 11/147
=
Urk.
2
) einen Rentenanspruch des Versicherten.
2.
Gegen die Verfügung vom 2
3.
Januar 2018 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 2
2.
Februar 2018 Beschwerde (
Urk.
1) mit dem Antrag, diese sei
aufzuheben und es sei ihm eine Rente zuzusprechen
. Gleichzeitig ersucht
e der Versicherte um Ge
währung de
r unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
2
8.
März 2018 (
Urk.
10) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde
.
Mit Verfügung vom 1
4.
Juni 2018 (
Urk.
12) wurde bei
Dr.
med.
Z._
eine ergänzende Stellungnahme zu seinem
Gutachten vom
5.
August 2016
und zu weiteren
ärztlichen Berichten eingeholt
, welche dieser am 2
1.
September 2018 erstattete (
Urk.
16).
Während
der Beschwerdeführer am
5.
November 2018
dazu
Stellung
nahm
(
Urk.
19)
, verzichtete die
Beschwerdegegnerin am
6.
November 2018 (
Urk.
20) auf eine Stellungnahme
, wovon den
Parteien am 1
8.
Dezember 2018 (
Urk.
21)
Kenntnis gegeben wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
raus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.
4
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen
(E. 7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellun
gen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeits
unfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
1.
5
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.
6
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Ar
beitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfäl
ligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_580/2017 vom 1
6.
Januar 2018 E. 3.1).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 2
3.
Januar 2018 (
Urk.
2) davon aus, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung der von ihm bisher ausgeübten Tätigkeit im Getränkehandel oder ähnliche körperlich schwere Tätigkeiten nur noch im Umfang eines Arbeitspensums von 60
%
zuzumuten sei
en
, dass ihm indes die Ausübung einer angepassten, körperlich leichten bis
mittelschweren Tätigkeit, mit nur minimalem Kundenkontakt und der Möglich
keit
,
seinen Erfordernissen eines erhöhten Pausenbedarfs nachzukommen, im Umfang eines vollzeitlichen Arbeitspensums zuzumuten sei (S. 1).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte
hiegegen
vor, dass
die Beurteilung seiner Restar
beitsfähigkeit durch den psychiatrischen Gutachter
,
Dr.
med.
Z._
,
vage und widersprüchlich sei und daher nicht zu überzeugen vermöchte (Urk
.
1 S. 7). Insbesondere gehe daraus nicht hervor,
aus welchen Gründen ihm die Aus
übung der bisherigen Tätigkeit, welche nur einen geringen Kundenkontakt auf
gewiesen habe, im Umfang von 60
%
und behinderungsangepasste Tätigkeiten im Umfang von 100
%
zuzumuten sei
en
. Zudem habe der Gutachter die neu
ropsychologischen Befunde verharmlost. Er ging
e
indes jedenfalls davon aus, dass eine Eingliederung in den Arbeitsmarkt stark erschwert sei (
Urk.
1 S. 8). Da
bei gelte es zu berücksichtigen, dass er trotz grosser Motivation seine Leistungs
fähigkeit
im Aufbautraining
nicht über eine Präsenzzeit von vier Stunden im Tag habe steigern können (
Urk.
1 S. 9)
, weshalb von keiner verwertbaren Arbeitsfä
higkeit auszugehen sei
(
Urk.
1 S. 10).
3.
3.1
Die medizinische Aktenlage stellt sich im Wesentlichen wie folgt dar:
3.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, erwähnte in seinem Gutachten vom
2
8.
Juli 2010 (
Urk.
11/16/12-25), dass er den Beschwerdeführer am 1
2.
Juli 2010 untersucht habe (S. 1)
,
und stellte die folgenden, die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Diagnosen (S. 10):
-
intermittierendes
thorakolumbovertebrales
Syndrom mit/bei:
-
Fehlstatik bei Wirbelsäulenfehlform und -
fehlhaltung
mit Rundrücken thorakal
-
DISH der BWS (Brustwirbelsäule)
-
degenerative Veränderungen der unteren LWS (Lendenwirbelsäule)
-
Symptomausweitung bei psychosozialer Problemkonstellation
Er führte aus, dass spätestens ab dem Begutachtungszeitpunkt eine Arbeitsunfä
higkeit in der bisherigen Tätigkeit im Getränkehandel im Umfang von 40
%
be
stehe, und dass dem Beschwerdeführer die Ausübung weniger rückenbelastender Tätigkeiten im vollzeitlichen Umfang zuzumuten sei (S. 12).
3.3
Med.
pract
.
B._
stellte mit Bericht vom 1
3.
Januar 2016 (
Urk.
11/85) die folgenden Diagnosen (
Ziff.
1.1):
-
emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ
-
nichtorganische Insomnie
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (Differentialdiagnose: längere depressive Anpassungsstörung bei psycho
sozialer Belastung durch Arbeitslosigkeit, finanzielle Notlage, multiple Konflikte im Umfeld)
-
Verdacht auf Persönlichkeit mit narzisstischen Anteilen
Er erwähnte, dass gegenwärtig zudem eine Erkrankung aus dem
schizophrenifor
men
Erkrankungskreis
sowie
eine multiple Sklerose und ein ADHS (
Aufmerksam
keitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
) im Erwachsenenalter nicht definitiv ausge
schlossen werden könn
t
e
n
(
Ziff.
1.1). Nach dem Aufbau einer guten therapeuti
schen Beziehung sei es zu einer starken Verbesserung des Beschwerdebildes ge
kommen, wobei die Schlafstörungen und die depressiven Symptome persistiert hätten (
Ziff.
1.4). Die Arbeitsfähigkeit
müsse
im Rahmen einer Begutachtung
be
urteilt werden
(
Ziff.
1.7).
3.4
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Neurologie, und
lic
. phil.
D._
, Neuropsychologin, erwähnten in ihrem Bericht vom 1
6.
Juni 2016 (
Urk.
3/2), dass eine neuropsychologische Untersuchung des Beschwerdeführers vom 1
4.
Juni 2016 leichte bis mittelschwere kognitive Auffälligkeiten mit im Vordergrund stehenden mnestischen Defiziten im Sinne einer verbal betonten deutlichen Auffassungs-, Lern- und Abrufstörung, Einschränkungen im Bereich der höheren Frontalhirnfunktionen, eine leichte Lese- und Rechtschreibeschwä
che sowie visuell-räumliche und konstruktiv-planerische Defizite ergeben
h
abe
. Das neuropsychologische Profil sei gut im Rahmen einer frühkindlichen zerebra
len Entwicklungsstörung als Folge perinataler Komplikationen/Frühgeburt und Verdacht auf
hypoxische
Hirnschädigung einzustufen, wobei gegenwärtig
resi
duelle
kognitive Funktionsdefizite im Sinne einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) im Erwachsenenalter und ein legasthenisches Syndrom bestünden. Auf Grund der
attentionalen
und mnestischen Defizite
und der damit assoziierten
Verlangsamung
sei von einer relevanten Einschränkung der Arbeitsleistung aus
zugehen (S. 3).
3.5
Die Ärzte des Zentrums für medizinische Radiologie des Kantonsspitals
E._
stellten im MRI-Bericht vom 2
1.
Juni 2016 (
Urk.
3/3) fest, dass eine glei
chentags durchgeführte Magnetresonanztomographie (MRI) des Schädels des Be
schwerdeführers im Vergleich zur MRI vom
3.
Oktober 2014 keine neue
n
oder progredienten
Demyelisierungen
und keine rückbildenden
Demyelisierungen
er
geben habe. Weiterhin seien bei
juxtacorticalen
und
periventrikulären
Demyeli
nisierungen
die
McDonald-Kriterien für das Vorl
i
e
gen einer
Encephalomyelitis
disseminata
(Multiple Sklerose) mit Dissemination in
space
erfüllt.
3.6
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Neurologie und für
Psychiatrie und Psy
chotherapie
,
erwähnte
in seinem Gutachten vom
5.
August 2016 (
Urk.
11/94)
, dass er den
Beschwerdeführer am
8.
Juni 2016 psychiatrisch untersucht habe (S. 2) und stellte
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 28):
-
gemischte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und paranoi
den Anteilen (Differentialdiagnose:
schizotype
Störung)
-
rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige Episode
Er erwähnte, dass bei der diagnostischen Einschätzung insgesamt die Diagnosen einer gemischten Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und paranoi
den Anteilen überwiege, dass eine
schizotype
Störung indes nicht mit letzter Si
cherheit ausgeschlossen werden könne. Für
l
etztere sprächen insbesondere ein inadäquater und eingeschränkter Affekt, Misstrauen, eigentümliches Verhalten und Erscheinen, wenig soziale Bezüge
,
und Tendenzen zu sozialem Rückzug (S.
26). Die depressive Symptom
atik sei ein begleitendes Symptom der gemischten Persönlichkeitsstörung und der ungünstigen Lebensumstände des Beschwerde
führers. Die leicht ausgeprägten sozialphobischen Tendenzen stellten keine ei
genständige
Angsterkrankung
sondern ein Korrelat zur Paranoia dar. Sichere Hinweise für ein ADHS bestünden nicht. Dagegen spreche die festgestellte adä
quate Konzentrationsfähigkeit (S. 27). Der Beschwerdeführer verfüge nur über geringe persönliche Ressourcen (S. 30).
D
ie Impulskontrollstörung und die emo
tionale Instabilität führ
t
e
n
mit der erheblichen Paranoia zu negativen sozialen Konsequenzen, sozial inadäquatem Verhalten und Schwierigkeiten im sozialen Umgang, welche die depressive Entwicklung verstärk
t
e
n
. Der mit der Depression verbundene soziale Rückzug führe
zudem
zu einer Verschlechterung der parano
iden Anteile (S. 32).
Probleme bei der Eingliederung sei
en
auf Grund der ausgeprägten Paranoia, der deutlichen emotional instabilen Anteile, der geringen Frustrationstoleranz und der leichten Kränkbarkeit zu erwarten (S. 33 f.). Auf Grund der paranoiden und emotional instabilen Anteile, der leichten Kränkbarkeit und Störung der Impuls
kontrolle sei die Fähigkeit zum adäquaten Kundenkontakt und sozial angepassten Verhalten im Publikumsverkehr eingeschränkt.
Auf Grund der depressiven Symp
tomatik bestünden sodann Einschränkungen im Antrieb und im Durchhaltever
mögen. Insgesamt bestehe ein reduziertes quantitatives Restleistungsvermögen. In der bisher ausgeübten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
(S. 36) und in einer angepassten Tätigkeit eine solche von 100
%
. Bei einer angepassten Tätigkeit handle es sich um eine solche (auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt) mit möglichst wenigen Sozialkontakten und mit möglichst geringem (schwierigem oder konfrontativem) Publikumsverkehr (S. 37).
3.7
Lic
. phil.
F._
, Therapeutische Leiterin, und
lic
. phil.
G._
, Fachpsychologin, Integrierte Psychiatrie
H._
, er
wähnten im Abschlussbericht vom
5.
Dezember
2016 (
Urk.
11/138/13-15), dass der Beschwerdeführer vom 1
8.
August bis
2.
Dezember 2016 im Umfang eines Pensums von 50
%
an einem integrierten psychiatrischen Behandlung
spro
gramm, welches Gruppenprogramme, ein
kognitives Training, Einzelgespräche
und
- zur Gewöhnung an einen regelmässigen
Arbeitsrhytmus
- den
Besuch eines geschützten Arbeitsplatzes
umfasst habe, t
eilgenommen habe
(S. 1)
.
Ab dem 2
1.
November 2016 sei der Arbeitsversuch auf drei Stunden täglich während fünf Tagen ausgeweitet worden. Der Beschwerdeführer habe die ihm aufgetragenen Arbeiten gut bewältigt, obwohl ihn das Arbeitspensum von drei Stunden täglich sehr angestrengt habe (S. 2).
3.8
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in ihrer Stellungnahme vom 1
8.
Dezember 2016 (
Urk.
11/107) aus, dass sie die Behandlung des Beschwerdeführers im April 2016 aufgenommen habe, und dass seither eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestehe. Der Beschwerdeführer könne indes an einer beruflichen Massnahme teilnehmen. Auf Grund der medizinischen
Vorakten
sei sodann davon auszugehen, dass mindestens seit Beginn des Jahres 2013 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Seit September 2016 zeichne sich eine Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit a
b
(S. 2).
3.9
Dr.
C._
und
lic
. phil.
D._
führten in ihrem Bericht vom 2
1.
März 2017 (
Urk.
11/130) aus, dass eine neuropsychologische und verhaltens
neurologi
sche Verlaufsuntersuchung vom 2
0.
März 2017 im Vergleich zur Voruntersu
chung ein positiv verändertes kognitives Zustandsbild mit signifikanter Verbes
serung der Testkennwerte im
attentionalen
, frontal-exekutiven und mnestischen Bereich ergeben habe. Kongruent mit den Vorbefunden seien indes weiterhin Minderleistungen im Bereich der höheren Frontalhirnfunktionen und im mnesti
schen Bereich vorhanden. Die positive Befundänderung unter Behandlung mit
Methylphenidat
bestätige die in der Voruntersuchung gestellte Verdachtsdiag
nose einer
residuellen
Aufmerksamkeitsdefi
zitstörung im Erwachsenenalter (S. 3).
3.
10
Dr.
I._
stellte in ihrem Bericht vom 1
7.
Oktober 2017 (
Urk.
11/138/4-6) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
einfache Aufmerksamkeitsstörung seit der Kindheit
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung (emotional, impulsiv und paranoid) seit Jahren
-
rezidivierende depressive Episode, gegenwärtig leichtgradige Episode, seit Jahren
-
chronisches
lumbovertebrales
Syndrom
-
Gonalgie
links
Anlässlich eines von der Beschwerdegegnerin
für die Zeit ab April 2017
angeord
neten Aufbautrainings sei es auf Grund einer paranoiden Wahrnehmungsverar
beitung zu verbalen Attacken gegenüber einer Mitarbeiterin der Beschwerdegeg
nerin ge
kommen (S. 2). In der Folge seien Konflikte
mit anderen Te
ilnehmenden beziehungsweise Mitarbeitenden aufgetreten und das Aufbautraining sei vorzei
tig beendet worden. Der
Beschwerdeführer
habe
seine Tagesstruktur
indes
beibe
halten können. Dem Beschwerdeführer sei die Ausübung einer angepassten, kör
perlich leichten, geräuscharmen Tätigkeit mit wechselnder Körperhaltung, mit der Möglichkeit zu vermehrten, kurzen Pausen und mit der Möglichkeit alleine zu arbeiten im Umfang von bis zu vier Stunden im Tag zuzumuten
(S. 3)
.
3.11
Dr.
Z._
nahm
am
2
1.
Juni 2018 (
Urk.
16)
in Ergänzung zu seinem Gutachten vom
5.
August 2016 zu den
funk
tionellen Auswirkungen der psychischen Ge
sundheitsbeeinträchtigung des Be
schwerdeführers anhand der vom Bundesge
richt formulierten Standard
indikato
ren
gemäss
BGE 141 V 281
sowie
zu den
nach dem Begutachtungszeitpunkt verfassten
Berichten
der Therapeutinnen der
Inte
grierte
n
Psychiatrie
H._
vom
5.
Dezember 2016
und von
Dr.
I._
vom 1
7.
Oktober 2017 Stellung
und erwähnte, das
s der
funktio
nelle Schweregrad der psychischen Gesundheits
beeinträchtigung zum Begutach
tungszeitpunkt mittelgradig
ausgeprägt gewesen sei
(S. 1)
, und das
s
zum
Begut
achtung
szeitpunkt noch
keine Eingliederungsversuche
stattgefunden hätten
,
wes
halb zum Begutachtungszeitpunkt
keine Eingliederungsresistenz
bestanden habe
.
Beim Beschwerdeführer bestünden somatische
Komorbiditäten
im Sinne eines
Di
abetes mellitus
sowie Beschwerden im Bereich der LWS
,
der
BWS
und des linken
Meniskus
. Der Beschwerdeführer weise eine
emotional instabil
e
, leicht kränkbar
e
Persönlichkeit
mit deutlichen paranoiden Anteilen
auf.
In sozialer Hinsicht be
stehe
eine lange Abwesenheit vom
ersten Arbeitsmarkt und
eine Abhängigkeit von
der
Sozialhilfe
(S. 2)
.
Der
Beschwerdeführer verfüge
nur
über
wenige Freunde
und insgesamt über
wenig Ressourcen
, insbesondere scheine
die familiäre Unter
stützung un
genügend zu sein. Auf gewisse
Ressourcen
sei indes auf Grund der
stabile
n
Berufstätigkeit bis
zum Jahre
2010,
de
s
Umstand
s
, dass der Beschwerde
führer über einige
wenige Freunde
und über
Sensibilität, Feinfühligkeit und so
ziale Kompetenz
verfüge
, zu schliessen
.
In Bezug auf die Frage nach der
Konsis
tenz
bestehe keine
gleichmässig
e Einschränkung des Aktivität
s
niveaus.
Obwohl der
Beschwerdeführer
noch
über gewisse
soziale Kontakte
verfüge
,
ein Fahrzeug lenke
,
im
Internet
surfe
und
Bücher
lese, sei das Aktivitätsni
veau insgesamt
ein
geschränkt
.
Auf einen
Leidensdruck
sei auf Grund der festgestellten
Compliance bei der Medikamenteneinnahme
und auf Grund des Umstandes, dass sich der Be
schwerdeführer einer regelmässigen psychiatrischen Behandlung durch
Dr.
I._
unterziehe, zu schliessen.
Sodann gelte es zu berücksichtigen, dass der
Beschwerdeführer nach dem
Begutachtungszeitpunkt ausgiebige Eingliederungs
bemühungen
unternommen habe.
Dem
Bericht der
Therapeutinnen der Integrierten Psychiatrie
H._
vom
5.
Dezember
2016
sei zu entnehmen, dass sich der Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers ab dem
Aufnahmetag
vom 1
8.
August
2016 im Vergleich zum psychopathologischen Befund zum
Begutachtungszeitpunkt
ver
schlechtert
habe
(S. 3)
.
Demgegenüber habe zum
Zeitpunkt der Entlassung
vom
2.
Dezember
2016 ein deutlich verbesserter Zustand
bestanden. Da der Beschwer
deführer im Rahmen der Behandlung in einem geschützten Rahmen tätig
gewesen sei
, da er
eine Steigerung
der täglichen Präsenzzeit
über
drei Stunden nicht tole
riert habe
, und
da
der initiale Befund
im Vergleich zum Begutachtungszeitpunkt
deutlich schlechter
gewesen sei, erscheine
eine Verschlechterung des Gesund
heitszustandes
im Vergleich zum Begutachtungszeitpunkt im
Herbst 2016
als
plausibel.
Dem
Bericht
von
Dr.
I._
vom
1
8.
Dezember
2016
seien keine
Befunde
zu ent
nehmen, und
es
sei nicht ersichtlich
,
worauf die Ärztin ihre Einschätzung gestützt habe, weshalb er dazu keine Stellung nehmen könne. Demgegenüber sei dem
Be
richt
von
Dr.
I._
vom
1
7.
Oktober
2017
zu entnehmen, dass der Beschwerde
führer
trotz intensiver Reintegrationsbemühungen nur ein Restleistungsvermö
gen für leichte
re
Tätigkeiten
im Umfang von vier Stunden im Tag habe erreichen können
,
obwohl
er alleine
habe
arbeiten
können
.
Diese Beurteilung durch
Dr.
I._
erscheine
angesichts des beschriebenen Verlaufs
als
plausibel,
wes
halb davon auszugehen sei, dass
sich der Gesundheitszustand nach
dem Begut
achtungszeitpunkt
verschlechtert
habe
(S. 4)
. Für eine deutliche Verschlechterung der psychischen Symptomatik spreche auch der Umstand, dass der Beschwerde
führer neu mit
eine
m hochpotenten Neuroleptikum
(
Risperidon
) behandelt wor
den sei
(S. 5)
.
4.
4.1
In somatischer Hinsicht ist den erwähnten medizinischen Akten zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer unter ein
em chronischen
lumbovertebralen
Syndrom, einer
Gonalgie
links
(vorstehend E.
3.
2 und E. 3.10
) und unter einer
Encephalo
myelitis
disseminata
beziehungsweise einer Multiplen Sklerose (
vorstehend E.
3.5
)
litt
.
Gemäss der Beurteilung durch
Dr.
A._
vom 2
8.
Juli 2010 (vorstehend E. 3.2) werde der Beschwerdeführer dadurch im Umfang von 40
%
in der Aus
übung der bisherigen Tätigkeit im Getränkehandel beeinträchtigt. Auf Grund der
medizinischen Akten
ist indes eine
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
in zu
mutbaren behinderungsangepassten Tätigkeiten
aus somatischen Gründen
nicht
mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (
BGE
126 V 353 E. 5b) erstellt
.
4.2
In psychischer Hinsicht ging
Dr.
Z._
in seinem Gutachten vom
5.
August 2016 (vorstehend E.
3.6
), davon aus, dass der Beschwerdeführer unter einer gemischten Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und paranoiden Anteilen und unter einer rezidivierenden depressiven Störung, aktuell mittelgradige Episode, leide, und dass er deswegen in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt werde. Damit übereinstimmend diagnostizierte auch
Dr.
I._
in ihrem Bericht vom 1
7.
Ok
tober 2017 (vorstehend E.
3.10
) eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (emoti
onal, impulsiv und paranoid). Sie ging indes davon aus, dass der Beschwerdefüh
rer zu diesem Zeitpunkt unter einer leichtgra
digen depressiven Episode
im Rah
men einer rezidivierenden depressive
n
Störung und
dass er
seit der Kindheit unter einer
einfache
n
Aufmerksamkeitsstörung
gelitten habe.
4.3
Während
Dr.
I._
dem Beschwerdeführer am 1
8.
Dezember 2016 (vorstehend E.
3.8
) eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestiert hatte, ging sie in ihrem Be
richt vom 1
7.
Oktober 2017 (vorstehend E.
3.10
) davon aus, dass dem Beschwer
deführer die Ausübung einer angepassten, körperlich leichten, geräuscharmen Tätigkeit mit wechselnder Körperhal
tung, mit der Möglichkeit
,
kurze
Pausen
ein
zuhalten
und alleine zu arbeiten
,
im Umfang von bis zu vier Stunden im Tag zuzumuten
sei.
Dr.
Z._
führte
in seinem Gutachten vom
5.
August 2016 (
vor
stehend E.
3.5
)
aus
, dass
in der bisherigen Tätigkeit des Beschwerdeführe
r
s (im Getränkehandel) eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
ausgewiesen sei, dass dem Be
schwerdeführer indes die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt mit möglichst wenigen Sozialkontakten und mit möglichst geringem Publikumsverkehr im vollzeitlichen Umfang zuzumuten sei.
In seiner
Stellungnahme vom 2
1.
Juni 2018 (
vorstehend E.
3.11
)
stellte
Dr.
Z._
ab Herbst 2016 eine Verschlechterung
des psychischen Gesundheitszustandes seit dem Begutachtungszeitpunkt vom
8.
Juni 2016
fest und ging
gestützt auf die Berichte der Therapeutinnen der Integrierten Psychiatrie
H._
vom
5.
Dezember
2016
(vorstehend E.
3.7
) und von
Dr.
I._
vom
1
7.
Oktober
2017
(vorstehend E.
3.10
)
davon aus,
dass
dem Beschwerdeführer ab diesem Zeitpunkt die Ausübung einer behinderungs
angepassten Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt im Umfang von vier Stunden im Tag zuzumuten sei.
4.4
4.4
.
1
Das Gutachten von
Dr.
Z._
vom
5.
August 2016 (vorstehend E.
3.6
) und dessen Ergänzung vom 2
1.
Juni 2018 (vorstehend E.
3.11
) erfüllen
die praxisgemässen Anfor
derungen für eine beweis
kräf
tige medizinische Ent
schei
dung
sgrundlage (vgl. vor
ste
hend E.
1.
7
). Denn
der Gutachter, welcher
als Fach
arzt
für Psychiatrie
und Psychotherapie
über die für die Beur
teilung
der psychischen
Gesundheits
be
einträchtigung
des
Beschwer
de
führers angezeigte fachärztliche Aus- und Weiter
bildung verfügt, hatte
Kennt
nis sämtlicher me
di
zinischer Vorak
ten, setzte
sich in ange
messe
ner Weise mit den geäusser
ten Beschwerden
aus
einan
der und be
gründeten
seine
Schlussfolgerungen
in nachvoll
ziehbarer Weise
.
4.4.2
In inhaltlicher Hinsicht vermag zu überzeugen, dass
Dr.
Z._
in seinem Gut
achten davon ausging, dass der Beschwerdeführer vor allem im adäquaten Kun
denkontakt und im Publikumsverkehr eingeschränkt sei, dass ihm zum Begutach
tungszeitpunkt vom
8.
Juni 2016 indes die Ausübung einer angepassten Tätigkeit mit möglichst wenigen Sozialkontakten und mit möglichst geringem Publikums
verkehr im vollzeitlichen Umfang zuzumuten gewesen sei
. Sodann vermag zu überzeugen
, dass der Gutachter in seiner das Gutachten ergänzenden Stellung
nahme vom
2
1.
Juni 2018
in Berücksichtigung der Berichte der Therapeutinnen der Integrierten Psychiatrie
H._
vom
5.
Dezember 2016 und
von
Dr.
I._
vom
1
8.
Dezember
2016
, wonach trotz
intensiver Rein
tegrationsbemühungen nur ein Restleistungsvermögen für Tätigkeiten
mit gerin
gen sozialen Kontakten
im Umfang von vi
er Stunden im Tag habe erreicht
werden
können
, davon ausging, dass sich der
Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers ab Herbst 2016
verschlechtert
habe, und dass dem Beschwerdeführer ab diesem Zeitpunkt die Ausübung einer angepassten Tätigkeit mit geringen sozialen Kon
takten im Umfang von vier Stunden im Tag zuzumuten
gewesen
sei.
4.4.3
Da nicht von einer lediglich leichtgradigen psychischen Störung ohne
Chronifi
zierung
und ohne Komorbiditäten auszugehen ist, ist das psychische Leiden des Beschwerdeführers
sodann
einem strukturier
t
en Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen
(vgl. vorstehend E.
1.
6
)
.
Betreffend den Komplex
«
Gesund
heitsschädigung
»
führte
Dr.
Z._
in
seinem Gutachten vom
5.
August 2016 (vorstehend E.
3.6
)
aus, dass der
Beschwerdeführer
unter einer gemischten Per
sö
n
lichkeitsstörung mit emotional instabilen und paranoiden Anteilen sowie un
ter einer rezidivierenden depressiven Störung, aktuell mittelgradige Episode, leide
.
4.4.4
Was den Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder die –
resistenz
beziehungs
weise den Verlauf und den Ausgang von Therapien als
wichtige Schweregradin
dikatoren anbelangt, e
rwähnte
Dr.
Z._
in seiner Stellungnahme vom 2
1.
Juni 2018 (vorstehend E.
3.11
)
,
dass der Beschwerde
führer regelmässig psychiatrisch behandelt werde,
und dass auf Grund
seiner
Compliance bei der Medikamenten
einnahme
auf einen Leidensdruck zu schliessen sei. Sodann gelte es zu berück
sichtigen, dass der Beschwerdeführer nach dem
Begutachtungs
zeitpunkt ausgie
bige Eingliederungsbemühungen
unternommen habe.
4.4.5
Zu den ebenfalls der Kategorie des funktionellen Schweregrades angehören
den Komplexen
«
Persönlichkeit
»
und
«
sozialer Kontext
»
führte
Dr.
Z._
aus,
dass der Beschwerdeführer
eine emotional instabil
e
, leicht kränkbare
Persönlichkeit
mit deutlichen paranoiden Anteilen auf
weise
.
Obwohl der Beschwerdeführer ins
gesamt über
wenig Ressourcen
verfüge, könne auf Grund der Umstände, dass der Beschwerdeführer bis zum Jahre 201
0
eine
stabile Berufstätigkeit
ausgeübt habe, und dass er über einige
wenige Freunde
sowie über
Sensibilität, Feinfühligkeit und soziale Kompetenz
verfüge
,
auf gewisse Ressourcen geschlossen werden. In sozialer Hinsicht bestehe gegenwärtig indes
eine lange Abwesenheit vom
ersten Arbeitsmarkt und
eine Abhängigkeit von
der
Sozialhilfe
und
der
Beschwerdefüh
rer verfüge
nur
über
wenige Freunde
und über eine ungenügende
familiäre Un
terstützung
.
4.4.6
Betreffend die Kategorie
«
Konsistenz
»
legte
Dr.
Z._
in nachvollziehbarer Weise dar,
dass zwar keine
gleichmässig
e Einschränkung des Aktivitätsniveaus bestehe, da der Beschwerdeführer noch ein Fahrzeug lenke, Bücher lese und im Internet
surfe
, dass insgesamt
jedoch
von einem eingeschränkten Aktivitätsniveau auszu
gehen sei.
Weitere Inkonsistenzen
stellte
der Gut
achter
nicht fest.
4.4.7
Das Gutachten
von
Dr.
Z._
vom
5.
August 2016 (vorstehend E. 3.6)
und dessen Ergänzung vom
2
1.
Juni 2018 (vorstehend E. 3.11)
enthalten
hinreichende un
d nachvollziehbare medizinische
Anga
ben und Ausführungen zu den Themen der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281
und erfüllen damit
die allgemeinen rechtlichen Beweisanforde
rungen sowie die mit BGE 141 V 281 definierten ver
sicherungsmedizinischen Mass
stäbe
. Der Gutachter hat sich
sodann
an d
ie
mass
gebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten und
berücksichtigte
in sei
ner Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit in seinem Gutachten
und in dessen Er
gänzung ausschliesslich
die funktionellen Auswirkungen des psychischen Leidens
des Beschwerdeführers.
Die Beurteilung durch
Dr.
Z._
enthält
daher
eine auf objektivierter Grundlage erfolgte Zumutbarkeitsbeurteilung, weshalb seinem
Gut
achten
und dessen Ergänzung volle
Beweiskraft
zu
kommen
.
Da das Gutachten und dessen Ergänzungen
eine zuverlässige Beur
teilung der Arbeits
fähigkeit im strukturierten Beweisverfahren er
lauben, ist auf die darin enthaltene Zumutbar
keitsbeurteilung bei der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit
abzustellen.
Auf eine davon losgelöste juristische Parallelüberprüfung der Indikatoren nach Massgabe des strukturierten Beweis
verfahrens
ist
zu verzichten.
4.
5
Nicht zu überzeugen vermag indes die Stellungnahme durch
Dr.
I._
vom 1
8.
Dezember 2016 (vorstehend E.
3.8
), da sich dieser keine nachvollziehbare Be
gründ
ung für die darin postulierte
vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab Beginn des Jahres 2013 entnehmen lässt. Mangels einer nachvollziehbaren Begründung
kann
demnach
auf
die Stellungnahme von
Dr.
I._
vom 1
8.
Dezember 2016
vorliegend
nicht abgestellt werden.
Ergänzend gilt es
diesbezüglich
zu berück
sichtigen, dass es nach der Rechtsprechung wegen der unterschiedlichen Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen Fachärzte und Fachärztinnen und des Begutachtungsauftrags der amtlich bestellten medizinischen Experten (BGE 124 I 170 E. 4) nicht geboten ist, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderen Einschätzungen gelangen. Vorbehalten blei
ben Fälle, in denen sich eine klärende Ergänzung des medizinischen Dossiers oder direkt eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige, nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblie
ben sind (Urteile des Bundesgerichts 9C_252/2012 vom 7. September 2012 E. 8.4
und 8C_784/2011 vom 15. Dezember 2011 E. 3.2). Solche Aspekte sind vorlie
gend
nicht gegeben.
Demgegenüber enthält die
Beurteilung
durch
Dr.
I._
vom 1
7.
Oktober 2017 (vorstehend E.
3.10
)
eine nachvollziehbare Begründung der seit dem Begutach
tungszeitpunkt durch
Dr.
Z._
eingetretenen Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführer
s
und der seither bestehenden Ar
beitsfähigkeit in zumutbaren behinderungsangepassten Tätigkeiten von vier Stunden im Tag. Insoweit stimmt die Beurteilung durch
Dr.
I._
vom 1
7.
Ok
tober 2017
inhaltlich daher
mit derjenigen durch
Dr.
Z._
vom 2
1.
September 2018 (
vorstehend E. 3.11
) ü
berein.
4.
6
Auf den Bericht der Therapeutinnen der Integrierten Psychiatrie
H._
vom
5.
Dezember 2016 (vorstehend E.
3.7
) kann vorliegend alleine
nicht
abgestellt werden, da
diese
nicht über eine ärztliche Ausbildung verfügen.
G
emäss der Recht
spre
chung ist es
indes
ärztliche Aufgabe, den Gesund
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist, be
ziehungsweise
inwiefern die ver
sicherte Person in ihren körperlichen
und
geisti
gen Funktionen dur
ch das Leiden einge
schränkt ist
(Urteil des Bundesgerichts 9C_473/2015, 9C_925/2015 vom 20. April 2016 E. 4.5.2).
5.
Gestützt auf die nachvollziehbare Beurteilung durch
Dr.
Z._
vom
5.
August 2016
(vorstehend E. 3.6)
und vom 2
1.
September 2018
(vorstehend E. 3.11)
steht daher fest, dass
dem Beschwerdeführer
bis zum Beginn des Herbstes 2016 bezie
hungsweise bis
zum
3
1.
August 2016
die Ausübung einer
behinderungs
angepass
ten Tätigkeit mit
nur geringen
Sozialkontakten im vollzeitlichen Umfang zuzu
muten
war, dass sich der psychische Gesundheitszustand in der Folge jedoch
zu Beginn des
Herbst
es
2016
und
mithin ab
1.
September 2016 verschlechterte, und dass dem Beschwerdeführer
ab diesem Zeitpunkt die Ausübung einer
behinde
rungs
angepassten Tätigkeit mit geringen sozialen Kontakten lediglich
noch
im Umfang von vier Stunden im Tag
,
mithin
im Umfang eines Arbeitspensums von
rund
50
%
,
zuzumuten war
.
6.
6.1
Im Folgenden sind die erwerblichen Auswirkungen zu prüfen.
6.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.3
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des
hypotheti
schen
Renten
be
ginns massgebend. Validen- und Invalideneinkommen sind auf zeitidenti
scher Grundlage zu erheben; allfällige rentenwirksame Änderungen der
Ver
gleichs
ein
kommen müssen bis zum Verfügungszeitpunkt berücksichtigt werden
(BGE
129 V 222 E.
4.1 und 4.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_22/2014 vom 1
8.
Februar 2014 E. 4.3).
6.4
Angesichts des in Art. 25 Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festgehaltenen Abstellens
auf die
AHV
recht
lich beitragspflichtigen Ein
kom
men bei der Berechnung der IV-recht
lich mass
gebenden hypothetischen Ver
gleichseinkommen kann das
Vali
den
ein
kom
men
Selbständig- (Urteil des Bundes
gerichts 9C_428/2009 vom 13. Okto
ber 200
9 E. 3.2.1 mit Hinweisen) wie auch
Unselbständigerwerbender
(Urteil des Bundes
ge
richts 9C_111/2009 vom 21. Juli 2009 E. 2.1.2 mit Hin
weisen) grundsätzlich auf der Basis der Einträge im indivi
duellen Konto bestimmt wer
den.
6.5
Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Be
einträchtigung realisierte Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte (Tabellenlöhne) abzustellen (vgl. AHI 1999 S. 240 E. 3b), wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevan
ten persönlichen und beruflichen Faktoren mit zu berücksichtigen sind (AHI 1999 S. 237, E. 3; Urteile des Bundesgerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 3.2.1, 9C_868/2013 vom 24. März 2014 E. 4.2.2, 9C_210/2011 vom 21. April 2011 E. 3.2.1.2). Nach der Rechtsprechung können
die
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohn
strukturerhebun
gen (LSE) heran
gezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird pra
xisgemäss auf die stan
dardisier
ten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentral
wert (Median) aus
zuge
hen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu be
rück
sichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochen
stunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende be
triebs
üb
li
che Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E.
3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
;
AHI
2000 S. 81 E. 2a).
6.6
In der LSE 2012 erfolgten vielfältige Anpassungen der erhobenen Daten an die entsprechenden Reglemente der Europäischen Union (EU). Neu wird darunter nun nach Berufen (
Skill
Levels) differenziert statt nach den bisherigen Anforde
rungs
niveaus 1 bis 4 der Stelle. Das Bundesgericht hat in BGE 142 V 178 E. 2.5.3 fest
ge
stellt, dass das statistische Einkommen nach TA1 Kompetenzniveau 1 der LSE 2012 bei den Männern gegenüber dem Tabellenlohn nach TA1
Anforde
-
rungs
niveau
4 der
LSE
2010 ein Plus von 6,3 Prozent, bei den Frauen ein Minus von 2,7 Prozent und beim Total ein Plus von 5,4 Prozent zeige, was nicht mit der Lohnentwicklung von 2010 bis 2012 übereinstimmt (vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_343/2016 vom 12. September 2016 E. 6). Es hat erkannt, dass die LSE 2012 im Rahmen einer erstmaligen Invaliditätsbemessung (Art. 28 ff. IVG) und im Neuanmeldungsverfahren nach vorausgegangener rechtskräftiger Ablehnung oder nach Aufhebung der Invalidenrente sowie grundsätzlich auch im Revisions
verfahren (mit Entstehung des potentiellen oder Veränderung des laufenden Ren
ten
anspruchs im Jahr 2012 oder später) zur Festlegung der Vergleichseinkommen nach Art. 16 ATSG dennoch grundsätzlich als Beweis geeignet ist (
BGE
142 V
178
E. 2.5.7 und E. 2.5.8.1;
vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2). Laufende, gestützt auf die LSE 2010 rechtskräftig zugesprochene Invalidenrenten dürfen aber nicht al
lein aufgrund der Tabellenlohnwerte gemäss LSE 2012 in Revision gezogen wer
den (BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1
)
.
Gemäss Bundesgericht dürfen für die Invaliditätsbemessung – zumindest bis auf Weiteres – nur die (unter anderem)
nach
dem Kompetenzniveau differenzierten TA1-Tabellen der LSE 2012 verwendet werden, hingegen nicht die TA1 b-Tabel
len (BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.7).
Das Anfor
de
rungs
niveau 4 der
LSE
2010 ent
spricht dem Kompetenzniveau 1 der
LSE
2012
(IV-Rundschreiben Nr. 328 des Bundesamtes für Sozialversicherungen vom 22. Okto
ber 2014).
6.7
Da vorliegend ein Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach der Anmel
dung zum Leistungsbezug vom 1
7.
Oktober 2012 (Urk. 11/5) und
mithin frühes
tens im
April
2013 entstehen k
o
nnte (Art. 29 Abs. 1 IVG)
, sind beim Einkommens
vergleich die Verhältnisse dieses Jahres mass
ge
bend. Da der Beschwerdeführer bei Eintritt des Gesundheitsschadens im Jahr 2013
seit dem
1.
Oktober 2010
keine Erwerbs
tätigkeit mehr ausübte (vgl.
Urk. 11/4/13
),
ist
bei der Bemessung des
Validenein
kommens
auf Erfahrungs- und Durch
schnittswerte (Tabellenlöhne)
abzu
stellen.
Die Beschwerdegegnerin bemass das
Valideneinkommen
in der angefochtenen Verfügung vom 2
3.
Januar 2018 (
Urk.
2) anhand der Tabelle T17 der LSE
2014
, Berufsgruppe
Ziff.
9 «Hilfsarbeitskräfte» (vgl.
Urk.
11/140). Dieses Vorgehen ent
spricht der Rechtsprechung (Urteile des Bundesgerichts 9C_276/2017 vom 2
3.
April 2018 E. 6.2 und 8C_12/2017 vom 2
8.
Februar 2017 E. 5.3) und ist grundsätzlich nicht zu beanstanden.
Es sind indes vorliegend die Werte der LSE 2012 zu berücksichtigen.
6.8
Unter
Berücksichti
gung des Zentralwerts
der
Tabelle
T17
der LSE 2012
für die
Berufsgruppe der
Ziff.
9 («Hilfsarbeitskräfte»)
für Männer eines Alters
zwischen 30 -
4
9 Jahre
n
von
Fr.
5'324.--,
bei einer betriebs
üblichen Wochenarbeitszeit im Jahre 2013 von ins
gesamt 41.7 Stunden (www.bfs.admin.ch;
Betriebsübliche Ar
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
), bei einem
mutmasslichen
Beschäftigungs
grad
im Jahre 2013
von
10
0 % und
bei
einer durch
schnittlichen
Nomin
al
lohn
entwick
lung für Männer im Jahre 2013
von
0.8 %
(
www.bfs.admin.ch;
T39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumen
ten
preise und der Reallöhne, 1976-2016
)
resultiert im Jahre 2013 ein
V
aliden
einkommen
von rund Fr.
67
’136.--
(Fr. 5‘
324
.-- x
12 Mo
nate ÷ 40 Stun
den x 41.7
Stunden
x 1.008)
.
7
.
7
.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
ge
be
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592
E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu ver
wenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reich
muth
,
IVG
, 3. Aufl. 2014, N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weite
ren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
7
.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schni
tts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnit
t
lichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug
soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Inva
lideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leich
ter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (
BGE
126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurtei
lung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschrän
kungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs ein
flies
sen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dür
fen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
7
.3
Die Rechtsprechung gewährt einen Abzug auf dem Invali
den
einkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeiter
tätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (
BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Sind hin
gegen leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar, ist allein des
wegen auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit noch kein Abzug gerecht
fertigt, weil der Ta
bellenlohn im Kompetenz
niveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittel
schwe
ren Tätigkeiten umfasst (Urteile des Bundesgerichts 9C_187/2011 vom 30. Mai 2011 E. 4.2.1 und 9C_72/2009 vom 30. März 2009 E. 3.4).
7
.4
Ein Leidensabzug ist nach der Rechtsprechung auch dann nicht gerechtfertigt, wenn die gesundheitlichen Einschränkungen oder die eingeschränkte Leistungs
fähigkeit beziehungsweise das eingeschränkte Rendement vom medizinischen Experten in der von ihm attestierten Arbeitsunfähigkeit bereits berücksichtigt wurden (Urteil des Bundesgerichts 8C_20/2012 vom 4. April 2012 E. 3.2 und
3.3). Sodann rechtfertigt der Umstand, dass eine grundsätzlich vollzeitlich arbeits
fähige versicherte Person gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leis
tungsfähig ist, nach der Rechtsprechung keinen Abzug vom Tabellenlohn (Urteile des Bundes
ge
richts 8C_827/2009 vom 26. April 2010 E. 4.2.1, 9C_980/2008 vom 4. März
2009 E. 3.1.2, 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 4.3.3, 9C_344/2008 vom 5. Juni 2008 E. 4 und I 69/07 vom 2. November 2007 E.
5.1).
7
.
5
Vorliegend
war
de
m
Beschwerdeführer
gemäss der
Beurteilung durch
Dr.
Z._
vom
5.
August 2016 bis Herbst 2016 beziehungsweise 3
1.
August 2016 die Aus
übung einer behinderungsangepassten, körperlich leichten Tätigkeit mit nur ge
ringen Sozialkontakten im vollzeitlichen Umfang zuzumuten.
Die leidensbeding
ten Einschränkungen, insbesondere
die Einschränkungen bei Tätigkeiten mit häu
figen sozialen Kontakten und mit Kunde
n
- und Publikumsverkehr,
sind
in diesem
Zumutbarkeitsprofil
bereits enthalten
,
weshalb sie
im Rahmen eines allfälligen Abzugs nicht erneut berücksichtigt werden
dürfen
.
Ein weitergehender Einbezug der ge
sundheitlichen Einschränkungen
beim Abzug vom Tabellenlohn würde
vielmehr
eine unzulässige doppelte Berücksichtigung darstellen
(vgl. Urteile
des Bundesgerichts
9C_802/2016 vom 3
0.
März 2017 E. 4.1
,
8C_12/2017 vom 2
8.
Februar 2017 E. 5.5.1
und
8C_678/2015 vom
9.
Juni 2016 E. 5.6
).
Ein
Abzug vom Tabellenlohn erscheint vorliegend daher nicht als gerechtfertigt
.
7.6
Unter
Berücksichti
gung des Zentralwerts
der LSE 2012
für
einfache Tätigkeiten
körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) für Männer
(Total; Ta
belle TA1, privater Sektor Schweiz 2012)
von Fr.
5’210
.--
,
bei einer betriebs
übli
chen Wochenarbeitszeit im Jahre 201
3
von ins
gesamt 41.7 Stunden (
vgl. vorste
hend E.
6.8
), bei einem zumutbaren Beschäftigungsgrad von 100 % und
einer durch
schnittlichen
Nomin
al
lohnentwick
lung
für Männer
im Jahre 2013
von
0.8 %
(
vgl. vorstehend E.
6.8
)
r
esultiert im Jahre 2013
ein Inv
aliden
einkommen von
(
ge
rundet)
Fr
.
65’699
.
-- (Fr.
5’210
.-- x
12 Mo
nate ÷ 40 Stun
den x 41.7
Stunden
x 1.008)
.
7.7
Der
Vergleich des
Vali
deneinkommens
von Fr.
67
’
136.
--
mit dem
Invaliden
ein
kommen von
Fr.
65’699
.
-- ergibt eine Erwerbseinbusse von Fr.
1’437
--. Da
raus resultiert ein Invaliditätsgrad von (gerundet)
2
%. Damit wird
bis 3
1.
August 2016
ein für den An
spruch auf eine Invalidenrente vorausgesetzter Invaliditätsgrad von min
des
tens 40 % nicht erreicht.
8
.
8
.1
Zu bemessen bleibt die Invalidität für die Zeit ab
1.
September 2016.
8.2
Unter
Berücksichti
gung des Zentralwerts
der
Tabelle
T17
der LSE 2014
für die
Berufsgruppe der
Ziff.
9 («Hilfsarbeitskräfte»)
,
für Männer eines Alters
zwischen 30 - 4
9 Jahre
n
,
von
Fr.
5'388.--,
bei einer betriebs
üblichen Wochenarbeitszeit im Jahre 201
6
von ins
gesamt 41.7 Stunden (www.bfs.admin.ch;
Betriebsübliche Ar
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
), bei einem mutmasslichen Beschäftigungs
grad im Jahre 201
6
von 100 % und bei
einer durch
schnittlichen
Nomin
al
lohn
entwick
lung für Männer im Jahre 201
5
von
0.3
%
und im Jahre 2016 von 0.6
%
(
www.bfs.admin.ch;
T39 Ent
wicklung der Nominallöhne, der Konsumen
ten
preise und der Reallöhne, 1910-2017
) resultiert im Jahre 201
6
ein
V
aliden
einkommen
von rund
Fr.
68’012.
--
(Fr. 5‘
388
.-- x
12 Mo
nate ÷ 40 Stun
den x 41.7
Stunden
x 1.003 x 1.006
)
.
8.3
Dem Beschwerdeführer war gemäss der
Beurteilung durch
Dr.
Z._
vom 2
1.
September 2018 die Ausübung einer behinderungs
angepassten Tätigkeit mit geringen sozialen Kontakten im Umfang eines Arbeitspensums von 50
%
zuzu
muten. Die leidensbedingten Einschränkungen, insbesondere die Einschränkun
gen bei Tätigkeiten mit häufigen sozialen Kontakten und mit Kunden- und Pub
likumsverkehr, sind in diesem Zumutbarkeitsprofil
bereits enthalten
, weshalb sie
im Rahmen eines allfälligen Abzugs nicht erneut berücksichtigt werden
dürfen (vgl. vorstehend E.
7.4
)
.
Ein
leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn erscheint vorliegend daher nicht als gerechtfertigt
.
8.4
Ein Abzug vom Tabellenlohn ist auch nicht auf Grund des Umstandes, dass dem Beschwerdeführer ab
1.
September 2016 lediglich noch die Ausübung einer be
hinderungsangepassten Tätigkeit im Umfang eines teilzeitlichen Beschäf
tigungs
grads von 50 % zuzumuten ist, gerechtfertigt.
Denn g
emäss der gestützt auf die LSE 2012 erstellten Tabelle zu den nach Beschäftigungsgrad, Geschlecht und be
ruflicher Stellung differenzierten monatlichen Durchschnitts
bruttolöhnen, die im Anhang des vom Bundesamt für Sozialversicherungen herausgegebenen IV-Rundschreibens Nr. 328 vom 2
2.
Oktober 2014 veröffentlicht wurde, besteht bei Männern ohne Kaderfunktion zwischen dem Durchschnittslohn bei einem Teil
zeitpensum von 50-74
%
proportional bezogen auf ein Pensum
von
(Fr.
6'080.-
-
) und dem Durchschnittslohn bei einem Vollzeitpensum (
Fr.
6'085.
)
lediglich
eine vernachlässigbare
Lohneinbusse
(von
Fr.
5.-
-
).
Bei Berück
sichtigung der für das Jahr 2016
aktualisierten Tabelle
(www.bfs.admin.ch)
besteht zwar bei
einem vollzeitäquivalenten Durchschnittslohn für
ein
Teilzeitpensum von 50-74
%
von Fr. 5'878.-- und dem Durchschnittslohn bei einem Vollzeitpensum von Fr. 6'130.-
-
eine Differenz von
Fr.
2
55
.--
oder
von 4.16
%
.
Daraus lässt sich jedoch keine
überproportionale Lohneinbusse
ableiten, welche einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen würde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_12/2017 vom 2
8.
Februar 2017 E. 5.5.2).
Ein
Abzug vom Tabellenlohn erscheint daher nicht als gerechtfer
tigt
.
8.5
Unter
Berücksichti
gung des Zentralwerts
der Tabelle TA1 (privater Sektor Schweiz) der LSE 2014
für
einfache Tätigkeiten
körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) für Männer
(Total; Tabelle TA1, privater Sektor Schweiz 2012)
von Fr.
5’312
.--
,
bei einer betriebs
üblichen
Wochenarbeitszeit im Jahre 2016
von ins
gesamt 41.7 Stunden (vgl. vorstehend E.
6.8
), bei einem zum
utbaren Beschäftigungsgrad von 50
% und
einer durch
schnittlichen
Nomin
al
lohnentwick
lung für Männer im Jahre 2015
von
0.3 % und im Jahre 2016 von 0.6
%
(
vgl. vorstehend E.
8.2
) resultiert im
Jahre 2016
ein Inv
aliden
einkommen von
(
ab
ge
rundet)
Fr
.
33
’
526.
-- (Fr. 5'312.
-- x
12 Mo
nate ÷ 40 Stun
den x 41.7
Stunden
x 0.5
x
1.003 x 1.006
)
.
8.6
Der
Vergleich des
Vali
deneinkommens
von Fr.
68’012
.
--
mit dem
Invaliden
ein
kommen von
Fr.
33
’
526
.
-- ergibt eine Erwerbseinbusse von Fr.
34
'
486
.
--. Da
raus resultiert ein Invaliditätsgrad von (gerundet)
51
%.
Demzufolge
wäre
ab Eintritt der Verschlechterung des Gesundheitszustandes grundsätzlich ein
Anspruch auf eine halbe Rente ausgewiesen.
9
.
9
.1
Zu prüfen bleibt der Beginn des Anspruchs auf eine halbe Rente.
9
.2
Gemäss
Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG.
Der Beschwerdeführer
hat
seinen
Leistungsanspruch am
1
7.
Okto
ber 2012 (Urk. 11/5)
im Sinne von Art. 29 Abs. 1 ATSG geltend gemacht. Ein Rentenanspruch konnte
gemäss
Art. 29 Abs. 1 IVG daher frühestens
im April 2013
entstehen.
9
.3
Laut Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG besteht ein Rentenanspruch frühestens ab dem Zeit
punkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war. Bei der Berechnung der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit gilt die Wartezeit von einem Jahr in dem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine erhebliche Beeinträch
tigung der Arbeitsfähigkeit vorliegt. Die Praxis sieht eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % als erheblich an (Urteil des Bundesgerichts I 725/05 vom 30. Mai 2006 E.
2).
Für die Bestimmung des Rentenbeginns sind somit auch Perioden zu berück
sichtigen, während welcher eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % bestan
den hat.
9
.4
D
ie Rentenhöhe ist sowohl vom
Ausmass
der nach Ablauf der Wartezeit weiterhin bestehenden Erwerbsunfähigkeit als auch von einem entsprechend hohen Grad der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit während des vorangegangenen Jahres abhängig. Somit kommt eine ganze Rente erst in Betracht, wenn die versicherte Person während eines Jahres durchschnittlich mindestens zu 70 % arbeitsunfähig gewesen und weiterhin wenigstens im gleichen Umfang invalid im Sinne von Art. 28 Abs. 1
lit
. c IVG ist (Urteile des Bundesgerichts 9C_718/2008 vom 2. Dezember 2008 E. 4.1.1 und I 392/02 vom 23. Oktober 2003 E. 4.2.1). Die durch
schnittliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit während eines Jahres und die nach Ablauf der Wartezeit bestehende Erwerbsunfähigkeit müssen somit kumu
lativ und in der für die einzelnen Rentenabstufungen erforderlichen Mindesthöhe gegeben sein, damit eine Rente im entsprechenden Umfang zugesprochen werden kann (BGE 121 V 264 E. 6b/cc).
Entsprechend der in
Art.
28
Abs.
2 IVG festge
legten Rentenabstufung kommt zum Beispiel eine
Viertelsrente
erst in Betracht, wenn die versicherte Person während eines Jahres durchschnittlich mindestens zu 40
%
arbeitsunfähig gewesen und weiterhin wenigstens zu 40
%
invalid im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
l
it
. c IVG ist (
Art.
8 ATSG; Urteil des Bundesgerichts
8C_174/2013, 8C_178/2013 vom 2
1.
Oktober 2013
E. 3.2
).
9
.5
Bei Prüfung der für den Beginn des Rentenanspruchs vorausgesetzten durch
schnittlichen Arbeitsunfähigkeit während des Wartejahrs nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG gilt es die Rechtsprechung zu der in Art. 6 ATSG enthaltenen Definition der Arbeitsunfähigkeit zu beachten (Urteile des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 23. Februar 2010 E. 1 und 8C_380/2009 vom 17. September 2009 E. 2.1; SVR 2008 BVG Nr. 31 S. 126), wonach unter Arbeitsunfähigkeit eine
Einbusse
an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen ist. Das
heisst
, es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungsvermögen
eingebüsst
hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich be
dingte Arbeitsausfälle. Die
Leistungseinbusse
muss daher in aller Regel dem sei
nerzeitigen Arbeitgeber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren rückwirkend fest
gelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Vielmehr muss der Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit mit dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen und
spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_368/2008 vom 11. September 2008 E. 2 mit Hinweisen).
9
.6
Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass
Dr.
A._
in seinem Gut
achten vom 2
8.
Juli 2010 (
vorstehend E. 3.2
)
dem Beschwerdeführer für die Zeit ab dem Zeitpunkt der Begutachtung vom 1
2.
Juli 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
aus somatischen Gründen in der von ihm zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hilfsarbeiter im Getränkehandel attestierte. Damit übereinstimmend stellte auch
Dr.
Z._
in seinem Gutachten vom
5.
August 2016 (vorstehend E.
3.6
) eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
des Be
schwerdeführers
im Getränkehandel
fest
. Ausführungen zum Beginn und Verlauf der Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit des Beschwerdeführers lassen sich
indes
weder dem Gutachten vom
5.
August 2016 (vorstehend E.
3.6
) noch dessen Ergänzung vom 2
1.
September 2018 (vorstehend E.
3.11
) entnehmen.
Eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit (aus psychischen Gründen) lässt sich auch den Berichten von
Dr.
B._
vom
7.
April 2015 (Urk. 11/67/4-9) und vom 1
3.
Januar 2016 (vorstehend E.
3.3
)
nicht
entnehmen. Vielmehr hielt
Dr.
B._
darin aus
drücklich fest, dass die Be
stimmu
ng der Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer Begut
achtung erfolgen müsse
(vorstehend E. 3.3)
. Eine rückwirkende Beurteilung des Verlaufs der Arbeitsfähigkeit in
der
bisherigen Tätigkeit des Beschwerdeführers ist auch dem Bericht von
Dr.
I._
vom 1
7.
Oktober 2017 (vorstehend E.
3.10
) nicht zu entnehmen. Obwohl
Dr.
I._
in ihrem Bericht vom 1
8.
Dezember 2016 (vorstehend E.
3.8
) eine Arbeitsunfähigkeit (aus psychischen Gründen) seit Beginn des Jahres 2013 postulierte, handelt es sich hierbei nicht um eine echtzeitliche Arbeitsfähigkeitsbeurt
eilung, da sie die psychiatrische Behandlung des Beschwer
deführers erst am
7.
April 2016 aufnahm. Da die Arbeits
fähigkeitsbeurteilung durch
Dr.
I._
vom 1
8.
Dezember 2016
indes
, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
4.8
), keine nachvollziehbare Begründung enthält und damit nicht als schlüssig erscheint,
kann darauf
vorliegend nicht a
bgestellt werden
.
9
.7
Gestützt auf die Gutachten von
Dr.
A._
vom 2
8.
Juli 2010 (
vorstehend E. 3.2
) und von
Dr.
Z._
vom
5.
August 2016 (vorstehend E.
3.6
) ist daher für die Zeit vom
1
2.
Juli 2010 bis 3
1.
August 2016 eine Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit des Beschwerdeführers im Getränkehandel
im Umfang von 40
%
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Des Weiteren ist gestützt auf die Stellungnahme von
Dr.
Z._
vom 2
1.
Septem
ber 2018 (vorstehend E.
3.11
) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus
zugehen, dass ab
1.
September 2016 mindestens eine Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit des Beschwerdeführers
im Umfang von 50
%
bestanden hat.
9
.8
Während des Wartejahres im
Sinne von
Art. 28. Abs.
1
lit
. b IVG, welches am
1.
September 2015 zu laufen begann und am 3
1.
August 2016 endete, bestand
gemäss
den Beurteilungen durch
Dr.
A._
und
durch
Dr.
Z._
vom
5.
Au
gust 2016
daher eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
.
Demnach war das Wartejahr am
1.
September 2016
für den Anspruch auf eine
Viertelsrente
bestanden.
9.9
Der Beginn des Anspruchs auf eine halbe Rente richtet sich sodann nicht nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG, sondern ist rechtsprechungsgemäss nach den revisions
rechtlichen Regelungen von
Art.
88a IVV zu ermitteln (BGE 109 V 125 E. 4a). Gemäss
Art.
88a
Abs.
2 IVV ist eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigten, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedau
ert hat.
Demnach besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente ab
1.
Dezember 201
6.
10
.
Nach Gesagtem ist
ab
1.
September 2016 ein Anspruch
des Beschwerdeführers
auf eine
Viertelsrente
und
ab
1.
Dezember 2016
ein solcher auf eine halbe Rente ausgewiesen.
Demzufolge ist die Beschwerde gutzuheissen.
11
.
1
1
.1
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Ver
fahrens
auf
wand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzli
chen Rahmens (Fr. 20
0.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
1‘0
00.-- festzusetzen und
aus
gangsgemäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
11
.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens bemes
sen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
11
.3
Ausgangsgemäss
hat der
obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf eine Pro
zessentschädigung, welche
nach Einsicht in die Kostennote vom 2
8.
Dezember 2018 (
Urk.
23)
und
in Berücksichtigung der Bedeutung der Streit
sache
,
der Schwierigkeit des Prozesses
sowie eines
gerichtsüblichen Stundenan
satzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf Fr.
2‘800
.--
(inklusive Bar
auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.
Unter diesen Umständen erweist sich das Gesuch des Beschwerdeführers um un
entgeltliche Rechtsvertretung vom 2
2.
Februar 2018 (
Urk.
1) als gegenstandslos.