Decision ID: c0b1aaec-19c7-4e74-b2f2-5c5f41604ccf
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Mai 2003 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum
Bezug einer IV-Rente an (IV-act. 1). Ihr Hausarzt, Dr. med. B._, berichtete am 18. Mai
2003 (IV-act. 5), dass die Versicherte wegen einer Depression und einer Fibromyalgie
seit Juli 2002 in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig sei. Die C._ GmbH teilte
am 13. Juni 2003 mit (IV-act. 9), dass sie die Versicherte vom 1. Januar bis 30. Juni
2002 zu 100 % als Produktionsmitarbeiterin beschäftigt habe (befristetes
Arbeitsverhältnis). Der AHV-beitragspflichtige Lohn habe Fr. 3'200.-- betragen. Die
D._ AG berichtete am 16. Juni 2003 (IV-act. 10), dass die Versicherte vom 20. August
bis 30. November 2001 zu 100 % als Anlernnäherin für sie gearbeitet habe. Dr. med.
E._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, gab in ihrem Bericht vom 15.
August 2003 (IV-act. 11) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
rezidivierende depressive Störung, schwere und mittelgradige Episoden mit
somatischen Symptomen, an. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte sie eine Fibromyalgie (Diagnose Klinik F._). Die Versicherte sei zurzeit in
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jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. Nach Aufhellung der Depression sollte sie
eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit wiedererlangen.
A.b Mit Verfügung vom 17. Juni 2004 (IV-act. 24 und 26) sprach die IV-Stelle der
Versicherten wegen einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit bei einem IV-Grad von 100
% für die Zeit ab dem 1. Juli 2004 eine ganze Rente zu. Mit Verfügung vom 20. August
2004 erfolgte die rückwirkende Zusprache einer ganzen Rente für den Zeitraum 1. April
2003 bis 30. Juni 2004 (IV-act. 27). Im internen Feststellungsblatt vom 18. März 2004
(IV-act. 21) waren als Diagnosen eine Depression und eine Fibromyalgie angegeben
worden.
A.c Im Rahmen eines im März 2006 eingeleiteten Revisionsverfahrens (IV-act. 28) gab
Dr. E._ am 9. April 2006 an, dass der Gesundheitszustand und die Arbeitsunfähigkeit
unverändert seien (IV-act. 31). Dr. B._ berichtete am 9. April 2006 (IV-act. 33) über
einen verschlechterten Gesundheitszustand. Die rheumatischen Schmerzen
(Fibromyalgie, Fingergelenke) hätten in letzter Zeit stark zugenommen. Am 1. Mai 2006
teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie weiterhin Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente habe (IV-act. 35). Im April 2009 leitete die IV-Stelle das nächste
Revisionsverfahren ein (IV-act. 38). Dr. E._ erklärte am 14. Mai 2009, dass der
Gesundheitszustand der Versicherten stationär sei (IV-act. 41). Die Versicherte sei
weiterhin in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. Dr. B._ berichtete am 16. Mai
2009 (IV-act. 42) über eine Zunahme der rheumatischen Schmerzen (insbesondere in
der linken Hand) und der Depression. Gleichzeitig hielt er fest, dass er objektiv keine
Veränderungen festgestellt habe. Wegen der chronischen Schmerzen attestierte er der
Versicherten weiterhin eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit. Am 28.
Mai 2009 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit (IV-act. 44), dass sie weiterhin
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe.
B.
B.a Am 26. Oktober 2010 ging bei der IV-Stelle ein anonymer Hinweis ein (IV-act. 46),
wonach die Versicherte in verschiedenen Privathaushalten gegen Entgelt putze. Zudem
könne sie zusammen mit einer Freundin x-tausend Kilometer mit dem Auto nach G._
fahren. Der Rentenanspruch sollte überprüft werden. Am 1. Juli 2011 bewilligte die IV-
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Stellenleitung einen Antrag zur Observation der Versicherten mit Bildaufzeichnen im
Inland (IV-act. 50). Die Observation erfolgte vom 25. Juli bis 30. August 2011
(Observationsbericht vom 13. Oktober 2011, IV-act. 53). Im Revisionsformular vom 11.
Januar 2012 (IV-act. 58) gab die Versicherte an, dass sich ihr Gesundheitszustand
(Schmerzen und Depression) verschlechtert habe. Der neue Hausarzt der Versicherten,
Dr. med. H._, berichtete am 28. Januar 2012 über einen stationären
Gesundheitszustand (IV-act. 63). Die Diagnose habe sich nicht geändert. Die
Versicherte leide u.a. an reaktiven Depressionen und an einem Panvertebralsyndrom
bei Tendomyosen (generalisiert). Dr. E._ berichtete am 17. Februar 2012 (IV-act. 67)
ebenfalls über einen stationären Gesundheitszustand. Die Versicherte sei zu 100 %
arbeitsunfähig. Neben multiplen Beschwerden habe sie oft Ängste, habe vereinzelt
Panikattacken und sei depressiv und verzweifelt.
B.b Am 24. April 2012 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass eine bidisziplinäre
Begutachtung notwendig sei (IV-act. 81). Die psychiatrische Abklärung erfolgte am 4.
Juni 2012 durch Dr. med. I._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und die
internistisch-rheumatologische Abklärung am 11. September 2012 durch Dr. med.
J._, Rheumatologie (Konsensbeurteilung vom 18. Dezember 2012, IV-act. 92). Die
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:
• Chronifiziertes, diffuses, generalisiertes Schmerzsyndrom unter panvertebraler
Betonung und mit unspezifischen Polyarthralgien
- Wirbelsäulenfehlstatik (thorakale Hyperkyphose mit Kopf- und Schulterprotektion,
konsekutive leichte lumbale Hyperlordose, diskrete Skoliose)
- muskuläre Dysbalance und Dekonditionierung
- segmentale Dysfunktion
- leichte degenerative Veränderung der LWS (Chondrose L5/S1, Verdacht auf
Spondylarthrose L4-S1, diskrete initiale ventrale Spondylarthrose L3-S1)
- Schmerzausweitung.
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter u.a. an:
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• Status nach reaktiven depressiven Störungen (ICD-10: F43.20/F43.21)
• anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.1)
• Anpassungsprobleme bei Veränderung der Lebensumstände (Eheprobleme,
Scheidung)
• sonstige Probleme in der primären Bezugsgruppe (mit der Tochter, dem Bruder in
G._)
• soziokulturelle Entwurzelung
• Adipositas
• initiale Fingerpolyarthrose vom Heberdentyp.
Dr. I._ hielt in seinem Teilgutachten vom 22. Juli 2012 (IV-act. 92-5 ff.) fest, dass die
Kriterien zur Diagnosestellung einer depressiven Störung nicht erfüllt seien. Die
Versicherte habe über Verstimmungen geklagt und diese in Zusammenhang mit
Schicksalsschlägen gebracht. Psychopathologisch sei sie sonst weitgehend unauffällig
gewesen. Sie habe dem Schicksal gegenüber enttäuscht und verbittert gewirkt und
Groll gegenüber den zwei Ex-Ehemännern und der Tochter geäussert. Sie könne
keineswegs als rat- oder hilflos bezeichnet werden, sie habe sich eher resolut und
bestimmend gezeigt. Die mnestischen und kognitiven Funktionen hätten keinerlei
Auffälligkeiten gezeigt. Unter Berücksichtigung der Lebensgeschichte lasse sich aus
psychiatrischer Sicht nachvollziehen, dass die Versicherte im Zusammenhang mit den
Eheschwierigkeiten im Rahmen einer Anpassungs- und Belastungsstörung immer
wieder Phasen von depressiven Reaktionen entwickelt habe. Anhaltspunkte für das
Vorliegen einer rezidivierenden depressiven Störung im Sinne einer affektiven Störung
bestünden keine. Die (von den behandelnden Ärzten) gestellte Diagnose einer
rezidivierenden depressiven Störung mit mittelschweren und schweren Episoden sei
nie ausreichend begründet worden. Ausserdem seien die depressiven Episoden jeweils
mit psychosozialen Belastungsfaktoren und mit den von der Versicherten empfundenen
Schmerzen in Zusammenhang gebracht worden. Da die Art und das Ausmass der
dargestellten Beschwerden gemäss Dr. J._ somatisch nicht vollständig erklärt
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werden könnten und die Beschwerden in Verbindung mit emotionalen Konflikten und
psychosozialen Problemen aufträten, welche schwerwiegend genug seien, um als
entscheidende ursächliche Einflüsse zu gelten, sei die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung zu stellen. Depressive Symptome begleiteten eine
chronifizierte Schmerzstörung sehr häufig. Dies sei auch bei der Versicherten der Fall.
Die depressiven Symptome (depressive Verstimmung, Verlust von Freude, erhöhte
Ermüdbarkeit) seien nicht als eigenständiges Krankheitsbild zu werten. Ausserdem
bestehe eine negativ getönte Stimmungslage mit Bedrücktheit bei länger dauernden
Belastungen sozialer Art. Die Versicherte leide nicht an einer psychischen Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer, die ihre Willensanstrengung
beeinträchtigen würde. Auch die Foerster-Kriterien seien nicht erfüllt. Retrospektiv
lasse sich aus psychiatrischer Sicht eine langandauernde Arbeitsunfähigkeit nicht
nachvollziehen. Nicht zuletzt habe das Observationsmaterial klar gezeigt, dass sich die
Versicherte in ihrer Umgebung frei bewegen könne. Auch könne keinerlei Zeichen eines
depressiven Verhaltens aus dem Observationsmaterial abgeleitet werden. Es könne mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass die Versicherte die
Beschwerden und Symptome im Zeitpunkt der Rentenzusprache bewusst
tatsachenwidrig dargestellt habe. Für das Fortbestehen der Beschwerden dürfte der
sekundäre Gewinn (Rente, Schonung durch Familie) − nun bewusst − eine wesentliche
Rolle spielen. Dr. J._ führte im rheumatologischen Teilgutachten aus, dass er die
Versicherte bereits im Jahr 2003 vertrauensärztlich untersucht habe. Die Versicherte
habe angegeben, dass sich die Schmerzen von der Nacken- und BWS-Region in beide
Arme und Beine und in die Beckenregion ausgeweitet hätten. Ausserdem leide sie
unter Schmerzen in den Händen und Füssen mit subjektivem Schwellungsgefühl.
Aktuell habe sie "in allen Knochen" Schmerzen invalidisierenden Ausmasses
angegeben. Wie bereits anlässlich der vertrauensärztlichen Untersuchung habe sich
auch anlässlich der aktuellen Untersuchung kein klinisch oder radiologisch fassbares,
adäquates Korrelat für die von der Versicherten geltend gemachten muskuloskelettalen
Beschwerden gefunden. Die geschilderten Polyarthralgien seien im Rahmen des
generalisierten Schmerzsyndroms und nicht als Ausdruck einer entzündlichen
rheumatischen Erkrankung zu interpretieren. Nach wie vor lasse sich aus
rheumatologischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit in körperlich leichten,
wechselbelastenden Tätigkeiten unter Vermeidung des Hebens/Tragens von Lasten
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über 10 kg und ohne längere Arbeiten in ausgesprochenen
Wirbelsäulenzwangshaltungen nicht begründen. In interdisziplinärer Hinsicht kamen die
Gutachter zum Schluss, dass der Versicherten die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Produktionsmitarbeiterin nach wie vor zumutbar sei. Aufgrund der Akten und der
aktuellen Untersuchungsbefunde sei sowohl aus somatischer als auch aus
psychiatrischer Sicht nicht von einer wesentlichen Änderung des
Gesundheitszustandes auszugehen. Dr. med. K._ von der IV-Stelle notierte am 7.
März 2013 (IV-act. 94), dass das Gutachten klar gegliedert, verständlich und in der
Argumentation nachvollziehbar sei. Aus dem Gutachten gehe hervor, dass der
Sachverhalt zum Referenzzeitpunkt nicht richtig eingeschätzt worden sei. Der
Gesundheitszustand sei unverändert.
B.c Im Rahmen der Abklärung eines Anspruchs auf eine Hilflosenentschädigung
berichtete Dr. E._ am 5. August 2013, dass die Versicherte neben einer
rezidivierenden depressiven Störung mit somatischen Symptomen, mittelgradige
Episoden, an einem Erschöpfungssyndrom (F48) leide (IV-act. 105). Die Versicherte sei
mit dem Haushalt und der Erziehung der Kinder überfordert. Ihre Aufmerksamkeit und
ihre Konzentration seien herabgesetzt und sie sei vergesslich. Ihr Antrieb sei
vermindert, sie sei verängstigt, selbstunsicher sowie sehr leicht beeinflussbar und leide
an einer inneren Unruhe und Angststörungen. Die Versicherte benötige Hilfe von der
psychiatrischen Spitex.
B.d Am 11. Juli 2013 gingen die angeforderten Akten der Krankentaggeldversicherung
bei der IV-Stelle ein (IV-act. 109). Darin befanden sich insbesondere der Bericht von Dr.
J._ vom 19. Februar 2003 über eine vertrauensärztliche Untersuchung vom 10.
Januar 2003 (KV-act. 1-20 ff.) und ein Bericht der Klinik F._ vom 1. Mai 2003
betreffend einen Klinikaufenthalt vom 12. März bis 4. April 2003 (KV-act. 2). Dr. J._
hatte als Diagnosen ein diffuses, generalisiertes Schmerzsyndrom mit einem im
Vordergrund stehenden lumbal betonten Panvertebralsyndrom, DD
Somatisierungsstörung, ein depressives Zustandsbild und anamnestisch degenerative
Veränderungen der LWS angegeben. Für körperlich leichte, wechselbelastende
Tätigkeiten hatte er der Versicherten aus rein rheu¬matologischer Sicht keine
Arbeitsunfähigkeit attestiert. Dr. med. L._, Psychiatrie/ Psychotherapie, Klinik F._,
hatte als Diagnosen eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
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und eine Fibromyalgie genannt. Er hatte erklärt, dass es im Rahmen der
Doppelbelastung als Hausfrau und Vollerwerbstätigkeit sowie einer sehr belastenden
psychosozialen Situation (Krankheit des Kindes, Eheprobleme, Ablösproblematik beim
Sohn aus erster Ehe) seit zwei Jahren zu einer zunehmenden depressiven Entwicklung
gekommen sei. Das Hinterfragen und Bearbeiten der persönlichen Probleme habe im
Verlauf des Aufenthalts zu einer zunehmenden Verbesserung des Zustandes geführt.
Trotzdem sei die Versicherte aus psychiatrischer Sicht weiterhin zu 100 %
arbeitsunfähig.
B.e Mit Vorbescheid vom 22. Januar 2014 (IV-act. 120) stellte die IV-Stelle der
Versicherten die Aufhebung der Rente in Aussicht. Zur Begründung führte sie an, dass
aufgrund der medizinischen Unterlagen eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit in der
bisherigen wie auch in einer Verweistätigkeit ausgewiesen sei. Bei der ursprünglichen
Rentenzusprache sei auf eine umfassende medizinische Abklärung verzichtet und die
Abklärungspflicht verletzt worden. Die psychosozialen Belastungsfaktoren seien
damals bei der Beurteilung des Leistungsanspruchs nicht ausgeklammert worden.
Daher bestünden Zweifel, ob je eine relevante Invalidität vorgelegen habe. Die
Voraussetzungen der Wiedererwägung seien deshalb erfüllt. Des Weiteren sei die
Invalidität nicht nach der mit Urteil vom 12. März 2004 eingeführten
bundesgerichtlichen Rechtsprechung beurteilt worden. Gemäss den Gutachtern sei
nicht von einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes auszugehen.
Folglich habe nie eine langfristige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Hinzu komme, dass
sich der Gesundheitszustand der Versicherten verbessert habe. Die Gutachter hätten
einen Status nach reaktiven depressiven Störungen gestellt. Das Störungsbild, das
Grundlage für die Berentung gewesen sei, sei also weggefallen. Da ein syndromales
Leiden vorliege, hätte die Rente gestützt auf lit. a Abs. 1 der Übergangsbestimmungen
zur 6. IV-Revision auch ohne gesundheitliche Verbesserung eingestellt werden müssen.
Gegen diesen Vorbescheid liess die Versicherte am 20. Februar 2014 durch ihren
Beistand (freiwillige Beistandschaft, IV-act. 133 f.) einwenden (IV-act. 126), dass auf die
Einschätzungen von Dr. B._ und Dr. E._, wonach sie wegen einer Fibromyalgie und
einer depressiven Störung zu 100 % arbeitsunfähig sei, abzustellen sei. Am 27. Februar
2014 bestätigte Dr. E._ erneut, dass die Versicherte wegen einer rezidivierenden
depressiven Störung (schwere und mittelgradige Episoden mit somatischen
Symptomen) zu 100 % arbeitsunfähig sei (IV-act. 129). Mit Verfügung vom 10. März
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2014 (IV-act. 135) hob die IV-Stelle die Rente aus den im Vorbescheid angegebenen
Gründen auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats hin auf.
Zum Einwand erwiderte sie, dass keine neuen Tatsachen geltend gemacht worden
seien.
C.
C.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am
10. April 2014 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihre Rechtsvertreterin beantragte die
Aufhebung der Verfügung und die Weiterausrichtung einer ganzen IV-Rente. Zudem
stellte sie ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung. Zur
Begründung machte sie geltend, dass die Schlussbestimmungen der 6. IV-Revision
vorliegend nicht anwendbar seien, da die ursprüngliche Rente nicht ausschliesslich auf
der Basis eines pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildes
ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen worden sei. Die seitens der IV-
Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) dargelegte Möglichkeit einer
Wiedererwägung basiere ausschliesslich auf der Beurteilung von Dr. I._. Mit einem
Teilgutachten, welches acht Jahre zurück beurteilen wolle, dass nie eine
Arbeitsunfähigkeit bestanden habe, könne die für die Wiedererwägung vorausgesetzte
zweifellose Unrichtigkeit nicht belegt werden. Dr. E._ und die Klinik F._ hätten
dannzumal klar eine invalidisierende Diagnose gestellt. Diese könne nicht zweifellos mit
einem über eine so lange Zeit rückblickend erstellten Gutachten widerlegt werden.
Entgegen der Behauptung der Beschwerdegegnerin seien auch die Voraussetzungen
einer Revision nicht erfüllt. Dr. I._ und Dr. J._ hätten nämlich festgestellt, dass nicht
von einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes auszugehen sei.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 27. Juni 2014 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Sie brachte vor, dass die Beschwerdeführerin gemäss Dr. I._
an reaktiven depressiven Verstimmungen gelitten habe. Er habe also eine
Verbesserung angenommen, diese aber irrtümlich für rechtlich nicht relevant erachtet.
Mit dem Wegfallen der depressiven Problematik sei eine relevante Verbesserung
nachgewiesen. Sollten die Voraussetzungen einer Revision als nicht erfüllt betrachtet
werden, sei die angefochtene Verfügung mit der substituierenden Begründung der
Wiedererwägung der ersten Rentenverfügungen zu bestätigen.
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C.c Am 1. Juli 2014 entsprach das Gericht dem Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwältin K. Herzog) für das Beschwerdeverfahren
(act. G 6).
C.d In ihrer Replik vom 19. August 2014 (act. G 9) machte die Rechtsvertreterin
ergänzend geltend, es müsse auch heute noch auf die Beurteilung von Dr. E._
abgestellt werden. Aus der Diagnose eines "Status nach reaktiven depressiven
Störungen" könne nicht auf eine Verbesserung geschlossen werden. Zudem sei die
Einschätzung von Dr. I._ offenkundig nicht eindeutig und unterliege gewissen
Widersprüchen. Ausserdem sei eine rückwirkende, zuverlässige Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit insbesondere bei psychischen Störungen überaus schwierig. Die
Beurteilung von Dr. I._ erscheine daher nicht seriös.
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Replik (act. G 11).
C.f Am 13. November 2014 reichte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin eine
Honorarnote über den Betrag von Fr. 3'720.60 ein (act. G 13). Sie erklärte, dass es sich
vorliegend um einen aktenreichen Fall gehandelt habe und neben dem Aktenstudium
auch die Observationsvideos von gesamthaft über einer Stunde hätten geprüft werden
müssen.
C.g Am 16. April 2015 teilte Rechtsanwältin A. Guyot mit, dass sie die Vertretung der
Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren übernommen habe (act. G 15).
C.h Am 15. Juli 2015 reichte die Beschwerdegegnerin einen am 2. Juli 2015
eingegangenen anonymen Hinweis ein (act. G 17). Es handelte sich um ein Foto, das
die Beschwerdeführerin bei einem Gesellschaftstanz zeigen solle. Dem Foto war ein
Bild eines "High-Heel" beigelegt, den die Beschwerdeführerin damals getragen haben
solle.
C.i Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin machte am 20. Juli 2015 geltend
(act. G 18), dass das Gutachten vor der neuen Rechtsprechung des Bundesgerichts zu
den somatoformen Schmerzstörungen nicht standhalte. Sie beantragte die sofortige
Rückweisung der Sache zur Einholung eines neuen Gutachtens. Am 3. August 2015
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(act. G 21) verlangte dieselbe, dass die Beschwerdegegnerin darlegen müsse, wie das
anonyme Schreiben in die Akten gelangt sei. Zudem seien die Akten inklusive Kuvert
des anonymen Schreibens zu editieren. Im Weiteren sei der anonyme Hinweis im
hängigen Verfahren von keiner Bedeutung, da der Schriftenwechsel bereits
abgeschlossen sei. Die Beschwerdeführerin teilte dem Gericht am 5. August 2015
telefonisch mit (act. G 23), dass der im anonymen Hinweis abgebildete Schuh nicht ihr
gehöre. Die Beschwerdegegnerin legte in ihrer Stellungnahme vom 16. September
2015 dar (act. G 26), dass keine Auskünfte über die Herkunft des anonymen
Schreibens gemacht werden könnten, da die Korrespondenz zentral bei der
Sozialversicherungsanstalt eingehe und Briefumschläge in der Regel entsorgt würden.
Nach einem Quervergleich mit dem Observationsmaterial bestünden keine Zweifel über
die Identität der auf dem Foto abgebildeten Person. Der Hinweis sei durchaus relevant
und geeignet, die Behauptungen der Beschwerdeführerin in Frage zu stellen. Die
gutachterliche Beurteilung halte einer Prüfung im Lichte der neuen Rechtsprechung zu
den syndromalen Leiden stand. An der angefochtenen Verfügung werde daher
festgehalten.
C.j Am 28. September 2015 reichte die Rechtsvertreterin A. Guyot eine ergänzende
Honorarnote über den Betrag von Fr. 385.80 ein (act. G 28). Am 9. November 2016
bewilligte das Gericht die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwältin
A. Guyot für das vorliegende Verfahren für die Zeit ab dem 16. April 2015 (act. G 30 f.).
C.k Am 28. November 2016 räumte das Gericht den Parteien die Gelegenheit ein, zum
Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom 18. Oktober
2016 (Vukota-Bojic v. Schweiz) Stellung zu nehmen (act. G 32). Die Rechtsvertreterin
der Beschwerdeführerin beantragte am 12. Dezember 2016 die umgehende Aufhebung
der angefochtenen Verfügung und die rückwirkende Ausrichtung einer ganzen Rente
ab 1. Mai 2014 (act. G 33). Sie machte geltend, dass Art. 59 Abs. 5 IVG als gesetzliche
Grundlage im Hinblick auf den schweren Grundrechtseingriff einer Observation nicht
ausreichend sei. Die Observationsunterlagen sowie die Folgeakten stellten daher
rechtswidrig erlangte Beweismittel dar und seien aus dem Recht zu weisen. Das
Beweisverwertungsverbot erfasse auch das Gutachten von Dr. J._ und Dr. I._,
welches sich auf die Observationsmaterialien stütze.
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C.l Die Beschwerdegegnerin beantragte am 3. Januar 2017 die Sistierung des
Verfahrens (act. G 34). Es sei zu erwarten, dass sich das Bundesgericht bald zur
Rechtslage äussern werde. Im Übrigen ergäben sich aus dem besagten EGMR-Urteil
für den vorliegenden Fall keine neuen Aspekte. Anders als im Bereich der
Unfallversicherung existiere im Bereich der Invalidenversicherung mit Art. 59 Abs. 5 IVG
eine klare gesetzliche Grundlage. Damit sei die Voraussehbarkeit gewährleistet. Die
Observation sei rechtens und das dabei erhobene Beweismaterial verwertbar. Selbst
wenn man die gesetzliche Grundlage als nur knapp ausreichend taxieren würde, hätte
dies nicht zur Folge, dass das Observationsmaterial nicht verwertbar wäre. Der Mangel
wäre nämlich so geringfügig, dass eine Interessenabwägung klar zu Gunsten der
Verwertbarkeit ausfallen müsste. Durch die Observation seien Informationen über das
Funktionsniveau im Alltag erhoben worden, über die die Beschwerdeführerin der
Beschwerdegegnerin ohnehin hätte Auskunft erteilen müssen.
C.m Das Gericht teilte den Parteien am 11. Januar 2017 mit, dass im
gegenwärtigen Zeitpunkt kein Anlass zu einer förmlichen Sistierung bestehe (act. G 35).
Sollte das von der Beschwerdegegnerin erwähnte Bundesgerichtsurteil zur Frage der
Bedeutung des EGMR-Entscheides im Bereich der Invalidenversicherung längere Zeit
auf sich warten lassen, würde den Parteien Gelegenheit gegeben, sich vor einem
Entscheid zum Antrag auf Sistierung zu äussern.
C.n Am 12. Januar 2017 reichte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin eine
ergänzende Honorarnote über den Betrag von Fr. 1'288.85 (inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer) ein.
C.o Am 19. April 2017 informierte das Gericht die Parteien darüber, dass die
Beschwerde inzwischen in materielle Bearbeitung genommen worden sei (act. G 38).
Aus der Sicht des Gerichts gebe es keinen Grund, das Verfahren zu sistieren. Das
Gericht räumte den Parteien die Gelegenheit ein, sich bis 8. Mai 2017 hierzu zu
äussern.
C.p Die Beschwerdegegnerin erklärte am 8. Mai 2017, dass die Sistierung des
Verfahrens bis zum Vorliegen eines bundesgerichtlichen Präjudizes aus
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verfahrensökonomischen Gründen unabdingbar sei (act. G 39). Die Rechtsvertreterin
der Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Stellungnahme.

Considerations:
Erwägungen
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung vom 10. März 2014 hat die Beschwerdegegnerin
die ganze Rente der Beschwerdeführerin für die Zukunft aufgehoben. Nachfolgend ist
zu prüfen, ob die Rentenaufhebung zu Recht erfolgt ist.
1.2 Zunächst ist zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin seit der Rentenzusprache verbessert haben oder ob die
ursprünglichen Rentenverfügungen vom 17. Juni 2004 und vom 20. August 2004
zweifellos unrichtig gewesen sind.
1.3 Anlass zur Revision einer Invalidenrente nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) gibt jede
wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 17. August 2015, 8C_209/2015 E. 6.3;
vgl. Art. 87 Abs. 1 und 2 IVV). Die langjährige behandelnde Psychiaterin Dr. E._ hat
den Gesundheitszustand und die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin in den
nach der Rentenzusprache von der Beschwerdegegnerin angeforderten Berichten
jeweils als unverändert bezeichnet (Berichte vom 9. April 2006, vom 14. Mai 2009 und
vom 17. Februar 2012). Auch der Hausarzt Dr. B._ hat in seinen Berichten vom 9.
April 2006 und am 16. Mai 2009 die vollständige Arbeitsunfähigkeit bestätigt. Der neue
Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. H._, hat am 28. Januar 2012 über einen
stationären Gesundheitszustand berichtet. Damit übereinstimmend sind die Gutachter
Dr. J._ und I._ in ihrer Konsensbeurteilung vom 18. Dezember 2012 zum Schluss
gekommen, dass sowohl aus somatischer als auch aus psychiatrischer Sicht nicht von
einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes auszugehen sei (IV-act. 92-3).
Der RAD hat diese Einschätzung gestützt (IV-act. 94). Demnach kann nicht mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass
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sich der Gesundheitszustand resp. die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit der
ursprünglichen Rentenzusprache verbessert hat.
1.4 Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG kann auf formell rechtskräftige Verfügungen
zurückgekommen werden, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre
Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Die zweifellose Unrichtigkeit liegt
praxisgemäss vor, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die
Verfügung unrichtig gewesen ist. Die Unrichtigkeit kann sich sowohl auf die
Rechtsanwendung als auch auf die Sachverhaltsfeststellung beziehen. Die
Wiedererwägung darf jedoch nicht zu einer voraussetzungslosen Überprüfung von
zugesprochenen Leistungen führen. Es darf nur ein einziger Schluss − derjenige auf die
Unrichtigkeit der Verfügung − möglich sein (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 10. Mai 2006, U 378/05 E. 5.2 mit Hinweisen). Mit Bezug
auf Renten ist zu beachten, dass die Ermittlung des Invaliditätsgrades verschiedene
Ermessenszüge aufweisende Elemente und Schritte umfasst. Zu denken ist namentlich
an die durch eine Beeinträchtigung der Gesundheit bedingte Arbeitsunfähigkeit. Hier
bedarf es für die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit einer qualifiziert rechtsfehlerhaften
Ermessensbetätigung. Scheint die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vor dem
Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen
Rentenzusprache dargeboten hat, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser
Unrichtigkeit aus (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/2008
E. 2.2 mit Hinweisen). Die Rente ist der Beschwerdeführerin ursprünglich wegen einer
Depression und einer Fibromyalgie zugesprochen worden (IV-act. 21). Der
Rentenentscheid hat sich auf die übereinstimmenden Einschätzungen von zwei
behandelnden Ärzten, dem Hausarzt Dr. B._ und der Psychiaterin Dr. E._, gestützt.
Hinzu kommt, dass das Eidgenössische Versicherungsgericht (heute: Bundesgericht)
erst mit Urteil vom 8. Februar 2006 (I 336/04) entschieden hat, dass die von der
Rechtsprechung im Bereich der somatoformen Schmerzstörungen entwickelten
Grundsätze bei der Würdigung des invalidisierenden Charakters einer Fibromyalgie
analog anzuwenden sind (siehe auch Urteil des Bundesgerichts vom 13. Dezember
2013, 8C_33/2013 E. 2.2.1.3). Demzufolge kann darin, dass die Beschwerdegegnerin
bei der ursprünglichen Rentenzusprache die mit Urteil vom 12. März 2004 (BGE 130 V
352) eingeführte (und zwischenzeitlich bereits wieder überholte) Rechtsprechung zu
den pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne
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nachweisbare Grundlage (sog. Überwindbarkeitsvermutung) nicht berücksichtigt hat,
nicht eine zweifellose Unrichtigkeit erblickt werden. Folglich ist auch die
Wiedererwägung der ursprünglichen Rentenverfügungen vom 17. Juni 2004 und vom
20. August 2004 ausgeschlossen, da die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vor dem
Hintergrund der Sach- und Rechtslage im Verfügungszeitpunkt (17. Juni und 20.
August 2004) als vertretbar erscheint.
1.5 Zu prüfen bleibt, ob die Voraussetzungen für eine Aufhebung der Rente gestützt
auf lit. a der Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 (6. IV-Revision,
erstes Massnahmenpaket) im Sinne einer substituierten Begründung erfüllt sind. Die
Wiedererwägung, die Revision nach Art. 17 ATSG und die Überprüfung nach der
Schlussbestimmung stellen (bloss) verschiedene rechtliche Begründungen für den
Streitgegenstand "Abänderung des Rentenanspruchs" dar. Hat der
Versicherungsträger die Rente mit einer unzutreffenden Begründung herabgesetzt oder
aufgehoben, führt aber die richtige Begründung zum gleichen Ergebnis, so ist die
Verfügung zu bestätigen (Urteil des Bundesgerichts vom 17. August 2015,
8C_635/2014 E. 3; Urteil vom 3. September 2014, 9C_121/2014 E. 3.2.2).
1.6 Gemäss der am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen lit. a Abs. 1 der
Schlussbestimmungen der Änderung des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) vom 18. März 2011 ("IV-Revision 6a") werden
Invalidenrenten, die bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden,
innerhalb von drei Jahren seit Inkrafttreten dieser Änderungen überprüft. Sind die
Voraussetzungen von Art. 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder
aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt
sind. Keine Anwendung findet diese Bestimmung auf Personen, die im Zeitpunkt des
Inkrafttretens dieser Änderung das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im
Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet worden ist, seit mehr als 15 Jahren eine
Rente der Invalidenversicherung bezogen haben (Abs. 4). Die Rentenüberprüfung ist
nach einem anonymen Hinweis vom 26. Oktober 2010 eingeleitet worden. Auf seit vor
dem 1. Januar 2012 bereits laufende Revisionen von Renten, die auf Grundlage dieser
Beschwerdebilder gesprochen worden sind, finden ab 1. Januar 2012 die Regelungen
der Schlussbestimmungen Anwendung (Rz. 1017 des Kreisschreibens über die
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Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 des IVG, KSSB, gültig ab 1.
September 2013). Im vorliegenden Fall ist also zu unterstellen, dass die Überprüfung
am 1. Januar 2012 und somit rechtzeitig eingeleitet worden ist. Die Beschwerdeführerin
ist im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Gesetzesänderung 4_ Jahre alt gewesen und hat
die Rente im Zeitpunkt der Einleitung der Überprüfung (1. Januar 2012) erst seit knapp
9 Jahren bezogen.
1.7 Zu prüfen bleibt, ob die Rente aufgrund eines pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische Grundlage
zugesprochen worden ist. Entgegen der Ansicht der Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin (act. G 1 N 20) ist lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen der 6. IV-
Revision auch in Fällen anwendbar, in denen eine laufende Rente sowohl für unklare
als auch für erklärbare Beschwerden zugesprochen worden ist (vgl. BGE 140 V 197 E.
6.2.3; MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, N 99 zu
Art. 30-31). Die ursprüngliche Rentenzusprache ist wegen einer Depression und einer
Fibromyalgie erfolgt (IV-act. 21). Wie bereits erwähnt handelt es sich bei der
Fibromyalgie um ein pathogenetisch-ätiologisch unklares syndromales Beschwerdebild
ohne nachweisbare organische Grundlage (vgl. BGE 139 V 346 E. 2). Die ursprüngliche
Rentenzusprache basiert somit teilweise auf einem pathogenetisch-ätiologisch
unklaren syndromalen Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage. Lit.
a Abs. 1 der Schlussbestimmungen der 6. IV-Revision ist vorliegend also anwendbar.
Daher ist nachfolgend umfassend zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin ab dem 1. Mai
2014 weiterhin einen Rentenanspruch hat. Der IV-Grad ist dabei anhand des in diesem
Zeitpunkt aktuellen Sachverhalts zu prüfen. Massgebend ist also der
Gesundheitszustand resp. die Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt des Erlasses der
Einstellungsverfügung, d.h. am 10. März 2014.
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin hat weiterhin einen Anspruch auf eine IV-Rente, sofern sie
im Wirkungszeitpunkt der angefochtenen Verfügung zu mindestens 40 % invalid
gewesen ist (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
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körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.2 Um das Invalideneinkommen und damit den IV-Grad ermitteln zu können, muss die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt feststehen.
2.3 Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, dass die
Observationsunterlagen sowie die Folgeakten, namentlich das bidisziplinäre Gutachten
von Dr. J._ und Dr. I._, aus dem Recht zu weisen seien, da für die Observation
keine ausreichende gesetzliche Grundlage bestanden habe. Die Beschwerdegegnerin
ist demgegenüber der Ansicht, dass die Observation rechtens und das dabei erhobene
Beweismaterial verwertbar sei. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte
(EGMR) hat in seinem inzwischen in Rechtskraft erwachsenen Urteil Vukota-Bojic
gegen Schweiz vom 18. Oktober 2016 (Urteil no. 61838/10) in einer
unfallversicherungsrechtlichen Streitigkeit eine Verletzung von Art. 8 (Recht auf
Achtung des Privat- und Familienlebens) der Konvention zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR.0.101) erkannt, da im
schweizerischen Recht eine genügende gesetzliche Grundlage für die Foto- und
Videoüberwachung von versicherten Personen fehle. Die Frage, ob im Bereich der
Invalidenversicherung eine ausreichende gesetzliche Grundlage für heimliche
Überwachungen durch die IV-Stellen vorhanden ist, kann im vorliegenden Fall offen
gelassen werden, da das Observationsmaterial, wie nachfolgend aufgezeigt wird,
keinen entscheidenden Einfluss auf die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
gehabt hat. Aus den gleichen Gründen ist auch die Sistierung des Verfahrens, wie die
Beschwerdegegnerin dies beantragt hat, nicht angezeigt.
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2.4 In somatischer Hinsicht hat Dr. J._ erklärt, dass er wie bereits bei der
vertrauensärztlichen Untersuchung im Jahr 2003 kein klinisch oder radiologisch
fassbares, adäquates Korrelat für die von der Beschwerdeführerin geschilderten
muskuloskelettalen Beschwerden gefunden habe. Die geschilderten Polyarthralgien
seien im Rahmen des generalisierten Schmerzsyndroms und nicht als Ausdruck einer
entzündlichen rheumatischen Erkrankung zu interpretieren. Dr. J._ hat die
Arbeitsfähigkeit in der angestammten wie auch in jeder anderen körperlich leichten,
wechselbelastenden Tätigkeit wie bereits im Jahr 2003 auf 100 % geschätzt.
Divergierende Beurteilungen behandelnder Ärzte liegen keine im Recht. Der Hausarzt
der Beschwerdeführerin hat im Januar 2012 als somatische Diagnose ein
Panvertrebralsyndrom bei Tendomyosen angegeben. Seine Diagnose stimmt also
grundsätzlich mit jener von Dr. J._ überein, welcher ein chronifiziertes, diffuses,
generalisiertes Schmerzsyndrom unter panvertebraler Betonung und mit
unspezifischen Polyarthralgien diagnostiziert hat. Eine Arbeitsfähigkeitsschätzung hat
der Hausarzt nicht abgegeben. Angesichts der geringen pathologischen Befunde
überzeugt die Einschätzung von Dr. J._. Von einer weiteren rheumatologischen
Abklärung ohne Vorlage des Observationsmaterials sind keine neuen Erkenntnisse zu
erwarten, da die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. J._ allein auf den von ihm
erhobenen klinischen und bildgebenden Befunden beruht. Bezüglich der
Observationsergebnisse hat er lediglich angemerkt, dass sich auch aus diesen keine
Arbeitsunfähigkeit in körperlich adaptierten Tätigkeit ableiten lasse (IV-act. 91-9). Daher
ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen,
dass die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht in ihrer angestammten Tätigkeit
als Produktionsmitarbeiterin nie langandauernd arbeitsunfähig gewesen ist.
2.5 Dr. I._ hat keine psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
angegeben. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat er insbesondere
einen Status nach reaktiven depressiven Störungen und eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung genannt. Erstere Diagnose steht in eklatantem Widerspruch zur
Einschätzung von Dr. E._, die der Beschwerdeführerin in ihrem Bericht vom 17.
Februar 2012 weiterhin eine rezidivierende depressive Störung, schwere und
mittelgradige Episoden mit somatischen Symptomen (F33.11 und 33.2), diagnostiziert
hat. Dr. I._ hat erklärt, dass Dr. E._ die von ihr gestellte Diagnose nie ausreichend
begründet habe. Tatsächlich sind die Berichte von Dr. E._ zuhanden der
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Beschwerdegegnerin sehr knapp gehalten. Deren Aussagekraft ist dementsprechend
gering. Die unterschiedliche Diagnostik ist einerseits dadurch erklärbar, dass Dr. E._
die erheblichen psychosozialen Belastungsfaktoren und den sekundären
Krankheitsgewinn bei ihrer Beurteilung nicht ausgeklammert resp. mitberücksichtigt
hat. Andererseits weisen die Beurteilungen von behandelnden Ärzten insoweit eine
generelle Schwäche auf, als diese aufgrund ihrer auftragsrechtlichen
Vertrauensstellung und im Hinblick auf einen möglichen Ziel- und Interessenskonflikt im
Zweifel regelmässig eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 5. April 2004, I 814/03 E 2.4.2). Die Einschätzung von Dr. E._
vermag die gutachterliche Beurteilung von Dr. I._ daher nicht in Zweifel zu ziehen. Dr.
I._ hat erklärt, dass die Beschwerdeführerin bei der Untersuchung im Juni 2012 über
Verstimmungen geklagt habe. Ansonsten sei sie psychopathologisch weitgehend
unauffällig gewesen. Die Beschwerdeführerin könne keineswegs als rat- oder hilflos
bezeichnet werden, sie habe sich eher resolut und bestimmend gezeigt. Die
mnestischen und kognitiven Funktionen hätten keinerlei Auffälligkeiten gezeigt. Vor
diesem Hintergrund überzeugt die Einschätzung von Dr. I._, dass bei der
Beschwerdeführerin aktuell keine die Arbeitsfähigkeit einschränkende depressive
Symptomatik vorliegt. Zum Observationsmaterial hat Dr. I._ erst Stellung genommen,
nachdem er seine Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben hat (siehe IV-act. 92-23 f.).
Zudem hat er hinsichtlich des Observationsmaterials lediglich angemerkt, dass daraus
keinerlei Zeichen eines depressiven Verhaltens abgeleitet werden könnten (IV-act.
92-24). Das Observationsmaterial hat seine Beurteilung folglich nicht beeinflusst.
2.6 Dr. I._ hat der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung keine Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen, da er keine psychiatrische Komorbidität von
erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer angenommen und die Foerster-Kriterien
als nicht erfüllt betrachtet hat. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat
vorgebracht, dass das Gutachten von Dr. I._ vor der neuen bundesgerichtlichen
Rechtsprechung zu den somatoformen Schmerzstörungen nicht standhalte. Mit BGE
141 V 281 vom 3. Juni 2015 hat das Bundesgericht seine Praxis zur Beurteilung des
Anspruchs auf eine Invalidenrente wegen somatoformer Schmerzstörungen und
vergleichbarer psychosomatischer Leiden geändert (vgl. z.B. IV-Rundschreiben Nr.
334). Nach dem alten Verfahrensstandard eingeholte Gutachten haben durch die
Praxisänderung nicht per se ihren Beweiswert verloren. Vielmehr ist im Rahmen einer
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gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den
erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die
vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In jedem einzelnen Fall ist
zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen
Sachverständigengutachten ‒ gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen
Berichten ‒ eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren
erlauben oder nicht (BGE 141 V 281 E. 8). Nachfolgend ist somit zu prüfen, ob das
psychiatrische Teilgutachten von Dr. I._ mit Bezug auf die Diagnose einer
anhaltenden Schmerzstörung eine schlüssige Beurteilung der verbleibenden
Arbeitsfähigkeit im Lichte der neuen Rechtsprechung erlaubt.
2.7 Das Bundesgericht hat mit BGE 141 V 281 die bisherige Vermutung, dass der
versicherten Person eine Willensanstrengung zuzumuten sei, mit welcher die Folgen
einer somatoformen Schmerzstörung oder eines vergleichbaren psychosomatischen
Leidens überwunden werden könnten, aufgegeben. Neu muss eine ergebnisoffene
symmetrische Beurteilung anhand eines Kataloges von Indikatoren des tatsächlich
erreichbaren Leistungsvermögens erfolgen. Die Handhabung des Katalogs muss stets
den Umständen des Einzelfalls gerecht werden; es handelt sich nicht um eine
"abhakbare Checkliste". Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren sind:
1. Funktioneller Schweregrad:
- Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome;
- Behandlungserfolg oder -resistenz;
- Komorbiditäten;
- "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende
psychische Funktionen);
- sozialer Kontext.
2. Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens):
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- Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren
Lebensbereichen (sozialer Rückzug, Ressourcen);
- Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen;
- Verhalten im Rahmen der beruflichen (Selbst-)Eingliederung.
Die Beschwerdeführerin hat anlässlich der Begutachtung über Schmerzen in der
Nacken- und BWS-Region, den Armen und Händen, den Beinen und dem Becken, den
Füssen sowie in allen Knochen geklagt. Gegenüber den Gutachtern hat sie erklärt,
dass sie im Haushalt selber einiges mache, dass sie oberflächlich putze, die Betten
mache, koche und einkaufen gehe. Sie habe einen sehr guten Kontakt zu ihrem
ältesten Sohn; sie besuchten sich gegenseitig. Auch bestehe ein guter Kontakt zu einer
Nachbarin, mit der sie sich regelmässig zum Kaffee treffe. Zudem sei sie in der Lage,
Auto zu fahren (IV-act. 92-17 f.). Die Beschwerdeführerin leidet weder an einer
psychischen noch an einer körperlichen Komorbidität und verfügt über gute kognitive
Ressourcen (IV-act. 92-24). Zu berücksichtigen ist auch der sekundäre
Krankheitsgewinn, der gemäss Dr. I._ für das Fortbestehen der Beschwerden −
bewusst − eine wesentliche Rolle spielen dürfte. Da die Beschwerdeführerin über
erhebliche Ressourcen verfügt, ist davon auszugehen, dass sie in der Lage ist, die
subjektiv empfundenen Schmerzen willentlich zu überwinden und einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die Einschätzung von Dr. I._, dass die anhaltende
somatoforme Schmerzstörung keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat, überzeugt
somit auch vor der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Dr. I._ hat erst
Stellung zum Observationsmaterial genommen, nachdem er seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben hatte (IV-act. 92-23 f.). Bezüglich des
Observationsmaterials hat er lediglich angemerkt, dass dieses klar gezeigt habe, dass
sich die Beschwerdeführerin in ihrer Umgebung frei bewegen könne. Das
Observationsmaterial hat hinsichtlich der subjektiv empfundenen Schmerzen zudem
keine neuen Erkenntnisse gebracht, da die Beschwerdeführerin anlässlich der
Begutachtung gar nicht behauptet hat, dass sie sich in ihrer Umgebung nicht frei
bewegen könne. Zudem hat sie die Schmerzintensität als sehr unterschiedlich
geschildert (minimal 2.5 bis maximal 10 auf der Visual Analogue Scale, IV-act. 91-3).
Vor diesem Hintergrund kann ausgeschlossen werden, dass Dr. I._ die Auswirkungen
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der diagnostizierten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung anders beurteilt
hätte, wenn er keine Kenntnis des Observationsmaterials gehabt hätte.
2.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin im
Verfügungszeitpunkt (10. März 2014) in ihrer angestammten Tätigkeit als
Produktionsmitarbeiterin aus somatischer wie auch aus psychiatrischer Sicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit vollständig arbeitsfähig gewesen ist. Bei einer 100
%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit beträgt der IV-Grad 0 %. Die
Beschwerdeführerin hat somit keinen Anspruch mehr auf eine Invalidenrente.
2.9 Zu prüfen bleibt, auf welchen Zeitpunkt hin die Rente aufzuheben ist. Die
Beschwerdeführerin hat gestützt auf lit. a Abs. 2 der Schlussbestimmungen zur 6. IV-
Revision Anspruch auf Massnahmen zur Wiedereingliederung nach Art. 8a IVG. Werden
Massnahmen zur Wiedereingliederung durchgeführt, so wird die Rente bis zum
Abschluss der Massnahmen weiter ausgerichtet, längstens aber während zwei Jahren
ab dem Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung (Abs. 3). Der Umstand, dass die
Rentenaufebung ohne vorgängige Prüfung von Wiedereingliederungsmassnahmen im
Sinne von Art. 8a IVG mit gleichzeitiger Weiterausrichtung der bisherigen Rente erfolgt
ist, führt dazu, dass der zweijährige Fristenlauf gemäss Abs. 3 der
Schlussbestimmungen erst ab dem Zeitpunkt der Eröffnung des kantonalen Entscheids
beginnen kann (BGE 141 V 385 E. 5.2 ff.). Gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung ist es mit dem Sinn und Zweck der in lit. a Abs. 2 und 3 der
Schlussbestimmungen vorgesehenen Anpassungsfrist nicht vereinbar, die
Invalidenrente bereits vor deren Beginn einzustellen, um sie später für die Dauer der
Massnahmen zur Wiedereingliederung wieder zu gewähren. Die rentenbegleitenden
Massnahmen zur Wiedereingliederung nach Art. 8a IVG haben also grundsätzlich
nahtlos an die Rentenaufhebung gemäss lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen
anzuknüpfen (BGE 141 V 385 E. 5.5). Da ein Anspruch auf Massnahmen zur
Wiedereingliederung nach lit. a Abs. 2 und 3 der Schlussbestimmungen im
vorliegenden Fall nicht bereits ohne nähere Prüfung ausser Betracht fällt, ist die
bisherige Rente bis zum Entscheid über die Gewährung rentenbegleitender
Massnahmen zur Wiedereingliederung weiter auszurichten.
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2.10 Demnach ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass die Verfügung
vom 10. März 2014 aufzuheben ist und der Beschwerdeführerin bis zum Entscheid
über die Gewährung rentenbegleitender Massnahmen zur Wiedereingliederung gemäss
lit. a Abs. 2 und 3 der Schlussbestimmungen weiterhin eine ganze Invalidenrente
auszurichten ist.
3.
3.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
3.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. In einem
durchschnittlichen IV-Rentenfall spricht das Versicherungsgericht praxisgemäss eine
pauschale Entschädigung von Fr. 3'500.-- zu. Im vorliegenden Fall hat die
Rechtsvertreterin K. Herzog eine Honorarnote über den Betrag von Fr. 3'720.60
eingereicht. Die Rechtsvertreterin A. Guyot hat zusätzlich ein Honorar von insgesamt
Fr. 1'774.65 geltend gemacht (Fr. 485.80 + Fr. 1'288.85). Findet im
Verwaltungsverfahren eine Observation statt, ist dies in der Regel mit einem für die
Rechtsvertretung erhöhten Aufwand verbunden, da sie das Observationsmaterial
sichten und würdigen muss. Allein schon die Sichtung der Videoaufnahmen hat über
eine Stunde in Anspruch genommen. Bereits deshalb ist eine etwas
überdurchschnittliche Parteientschädigung von insgesamt Fr. 3'720.60, wie sie die
Rechtsvertreterin K. Herzog gefordert hat, gerechtfertigt. Rechtsvertreterin A. Guyot hat
die Vertretung der Beschwerdeführerin erst nach dem (erstmaligen) Abschluss des
Schriftenwechsels übernommen. In diesem Verfahrensstadium hat die
Beschwerdegegnerin einen weiteren anonymen Hinweis eingereicht, mit dem sich die
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Rechtsvertreterin hat auseinandersetzen müssen. Zudem hat das Bundesgericht nach
Abschluss des Schriftenwechsels seine Rechtsprechung zu den syndromalen Leiden
geändert, wozu die Rechtsvertreterin ebenfalls noch Stellung genommen hat. Und
schliesslich hat sich die Rechtsvertreterin auch noch mit dem Urteil des EGMR vom
Oktober 2016 betreffend Observationen befassen müssen und diesbezüglich eine
ausführliche Stellungnahme eingereicht. Ausnahmsweise erscheint daher die von der
Rechtsvertreterin A. Guyot geforderte Entschädigung von Fr. 1'774.65 für die Zeit ab
dem (erstmaligen) Abschluss des Schriftenwechsels als angemessen. Die
Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin somit eine Parteientschädigung von
insgesamt Fr. 5'495.25 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen
(Fr. 3'720.60 + Fr. 485.80 + Fr. 1'288.85).