Decision ID: 513d58c6-0c0e-50ce-8df3-e549b56fca5e
Year: 2016
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_004
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A. Die A_ AG (fortan: Beschwerdeführerin) liess im Aussenbereich ihrer Liegenschaft,
Gasthaus „zur Fernsicht“, Parzellennummer 00 in C_, eine ortsfeste, elektrische
Widerstandsheizung einbauen, ohne vorgängig ein Baugesuch einzureichen (act. 7.2). Die
Parzelle liegt gemäss geltendem Zonenplan der Gemeinde C_ teilweise in der
Wohnzone W2b sowie in der Grünzone (GRi). Nach dem kantonalen Schutzzonenplan liegt
die Parzelle in der Ortsbildschutzzone von nationaler Bedeutung und das Gasthaus gilt als
geschütztes Einzelobjekt. In der Stellungnahme der Fachstelle Umweltschutz
(fortan: Fachstelle) an die Kommission Planung und Bewilligung der Gemeinde C_
(fortan: Kommission) vom 22. Dezember 2014 wurde beantragt, das nachträgliche
Baugesuch für die Heizung sei im Sinne der Erwägungen abzulehnen, da eine Anwendung
von Art. 12d des kantonalen Energiegesetzes (kEnG, bGS 750.1) vorliegend
ausgeschlossen sei. Zudem sei die Heizung auszubauen oder an der Anschlussstelle
abzukoppeln, zu versiegeln und zu plombieren und es seien unangekündigte
Nachkontrollen durch die Gemeinde durchzuführen. Begründet wurden diese Anträge mit
der Tatsache, dass ortsfeste Heizungen im Freien ausschliesslich mit erneuerbaren
Energien oder nicht anders nutzbarer Abwärme betrieben werden müssten. Die
erneuerbare Energiequelle müsse direkt und physisch mit der Heizung verbunden sein. Da
es sich bei Art. 12d kEnG um eine anlagetechnische Bedingung handle, vermöge der
Zukauf von erneuerbarem Strom diese Bedingung nicht zu erfüllen, handle es sich doch
dabei um eine betriebliche Massnahme. Mit Entscheid vom 22. Januar 2016 folgte die
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Kommission dem Antrag der Fachstelle vollumfänglich (act. 9.1.3). Mit Rekurs an das
Departement Bau und Umwelt (heute Departement Bau und Volkswirtschaft, fortan:
Vorinstanz) vom 11. Februar 2015 beantragte die Beschwerdeführerin die Erteilung der
Baubewilligung für die Heizung und die Durchführung eines Augenscheins. Sie hielt fest,
aus Rücksicht auf die kulturhistorische Bedeutung der Liegenschaft freiwillig auf eine
Photovoltaikanlage verzichtet zu haben. Weiter wurde auf Art. 12d Abs. 2 kEnG und die
Sicherheit der Restaurantgäste verwiesen, die durch Schneefall bzw. Schneeglätte
beeinträchtigt werde. Ohnehin sei es den Umständen entsprechend unverhältnismässig,
den Betrieb der Heizung zu untersagen (act. 2.7, S. 3 ff.). Mit Schreiben der Vorinstanz
vom 7. April 2015 wurde der Beschwerdeführerin mitgeteilt, auf einen Augenschein werde
verzichtet und stattdessen ein zweiter Schriftenwechsel durchgeführt (act. 9.6). Mit
Rekursentscheid vom 19. Oktober 2015 hiess die Vorinstanz den Rekurs insofern gut, als
die Kommission sich nicht zur Verhältnismässigkeit des Ausbaus der Heizung geäussert
hatte, weshalb der Entscheid vom 22. Januar 2015 teilweise aufgehoben und zur
Neuerwägung zurückgewiesen wurde. Das Begehren um Erteilung einer nachträglichen
Baubewilligung wurde mit der Begründung abgewiesen, durch die fehlende direkte und
physische Anbindung der Heizung mit einer erneuerbaren Energiequelle könne Art. 12d
Abs. 1 kEnG nicht erfüllt sein, da damit nicht sichergestellt sei, dass ausschliesslich
erneuerbare Energie in die Heizung gespiesen werde. Für diese Interpretation spreche der
Ausnahmetatbestand in Art. 12d Abs. 2 kEnG, worunter Heizungen fallen, die mit nicht
erneuerbarer Energie betrieben werden. Zudem sei nicht erkennbar, weshalb
Schneeräumungen oder Salzen nicht durchführbar seien; des Weitern stehe auch einer
Überdachung des Treppen- und Rampenbereichs nichts im Weg. Die Kosten hierfür seien
im Verhältnis zu den gesamten Kosten des Umbaus nicht unverhältnismässig (act. 9.17, S.
3 f.).
B. Gegen diesen Rekursentscheid liess die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 25.
November 2015 Beschwerde beim Obergericht (Verwaltungsrechtliche Abteilung) erheben
und die eingangs erwähnten Begehren stellen. Die Beschwerdeführerin bringt vor, die
Auslegung von Art. 12d kEnG, wonach eine ortsfeste Heizung im Freien direkt und
physisch mit der erneuerbaren Energiequelle verbunden sein muss, halte vor dem
Hintergrund des eidgenössischen Energiegesetzes (EnG, SR 730.0) nicht stand. Weiter sei
diese Auslegung mit dem Prinzip der Verhältnismässigkeit nach Art. 3 Abs. 4 EnG nicht
vereinbar, da eine Anlage zur Erzeugung von erneuerbarer Energie auf der Liegenschaft
des Gasthauses als auch die Überdachung des Treppen- und Rampenbereichs nicht
realisierbar seien. Ein Augenschein würde dies belegen, doch sei dieser Antrag stets
abgewiesen worden, was eine Verletzung des rechtlichen Gehörs darstelle. Schliesslich
könne den Gründen, aus dessen die Vorinstanz die Anwendung von Art. 12d Abs. 2 kEnG
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verneinte, nicht gefolgt werden und die vorgeschlagenen Massnahmen der Vorinstanz
seien unpassend oder schlicht nicht durchsetzbar.
C. Die Kommission teilte mit Schreiben vom 19. Januar 2016 mit, dass sie auf eine
Stellungnahme verzichte (act. 6). Die Vorinstanz hielt der Beschwerde in ihrer
Vernehmlassung vom 20. Januar 2016 erneut entgegen, der Wortlaut von Art. 12d Abs. 1
kEnG sei eindeutig und es sei demnach nicht möglich, auch den Zukauf von erneuerbarer
Energie darunter zu subsumieren. Ein Augenschein sei nicht in Frage gekommen, da die
tatsächlichen Verhältnisse anhand der vorliegenden Akten abgeklärt werden konnten und
es ohnehin im pflichtgemässen Ermessen der Behörde läge, ob ein Augenschein
durchzuführen sei oder nicht. Dieser hätte ohnehin nur im Winter Sinn ergeben, da die
Beschwerdeführerin eine Gefahr aus Schneefall bzw. Schneeglätte geltend machte.
Schliesslich stehe eine Bewilligung gestützt auf Art. 12d Abs. 2 kEnG nicht zur Diskussion,
da die Beschwerdeführerin mit dem Vorwand, Damen mit leichtem Schuhwerk könnten sich
unsicher fühlen und leicht ausrutschen, nicht darlegen könne, inwiefern die Sicherheit der
Restaurantgäste ohne den Betrieb der Heizung objektiv gefährdet sei (act. 8, S. 1 f.).
D. Die Beschwerdeführerin liess mit Eingabe vom 17. Februar 2016 eine Replik einreichen
(act. 11). Die Kommission (act. 13) und die Vorinstanz (act. 14) verzichteten je auf weitere
Ausführungen. Die Beschwerdeführerin erklärte mit Schreiben vom 24. März 2016, sie
gehe davon aus, der Schriftenwechsel sei nunmehr abgeschlossen und reichte ihre
Honorarnote ein (act. 15 und 16).
E. Mit der Eröffnung des Urteilsdispositivs hin (act. 17) bestand die Beschwerdeführerin mit
Schreiben vom 1. Dezember 2016 ausdrücklich auf einer Begründung (act. 18).
Auf die Ausführungen der Beteiligten und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich,
in den folgenden Erwägungen Bezug genommen.

Considerations:
Erwägungen
1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der prozessualen Voraussetzungen ergibt,
dass nach Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, bGS
143.1) in Verbindung mit Art. 20 Abs. 1 kEnG das Obergericht zur Behandlung der
Beschwerde gegen den Rekursentscheid der Vorinstanz zuständig ist. Die Beschwerde
wurde frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin des
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angefochten Rekursentscheides formell beschwert. Bezogen auf Ziffern 3 - 5 dieses
Anfechtungsobjekts ist die Beschwerdeführerin in den eigenen schutzwürdigen Interessen
berührt, weshalb ihre Beschwerdeberechtigung zu bejahen und auf die Beschwerde
einzutreten ist.
2. Nach Art. 89 Abs. 4 Bundesverfassung (BV, SR 101) sind für Massnahmen, die den
Energieverbrauch in Gebäuden betreffen, vor allem die Kantone zuständig. Der in Abs. 4
genannte Bereich stellt aber nur einen Bereich möglicher kantonaler Aktivitäten dar. Dieser
Abs. 4 stellt keine Kompetenzbegrenzung der Kantone dar und ist also nicht so zu lesen,
dass die Kantone nur im Bereich von Gebäuden noch über Kompetenzen verfügen
(Schaffhauser/Uhlmann, St. Galler Kommentar, 3. Aufl., N 16 zu Art. 89). Auch bei Art. 89
Abs. 5 BV handelt es sich nicht um eine Kompetenzzuweisung an den Bund, sondern wo
Kanton und Gemeinden bereits massgebliche Anstrengungen unternommen haben, soll der
Bund diesen Rechnung tragen. Entsprechend weist Art. 9 EnG die Regelungszuständigkeit
unter dem Titel sparsame und rationelle Energienutzung im Bereich der Gebäude den
Kantonen zu, wobei davon ausgegangen wird, dass etwa Heizungen, obwohl eigentlich
Anlagen, in erster Linie unter Art. 89 Abs. 4 BV und mithin nicht in die nach Abs. 3 auch
Anlagen umfassende Kompetenz des Bundes fallen (vgl. Schaffhauser/Uhlmann, a.a.O, N
12 zu Art. 89).
2.1 Nach Art. 12c kEnG sind ortsfeste elektrische Widerstandsheizungen zur Gebäudeheizung
grundsätzlich verboten. Dieses Verbot gilt ohne Ausnahme für deren Neuinstallation sowie
für Ersatzanalagen, falls diese mit einem Wasserverteilsystem ausgerüstet sind. Ein Ersatz
kann ausnahmsweise bewilligt werden, wenn die ortsfeste elektrische Widerstandsheizung
ohne Wasserverteilsystem auskommt (Art. 12c Abs. 2 kEnG i.V.m. Art. 14b kEnV). Nach
Art. 12d Abs. 1 kEnG werden Heizungen im Freien bewilligt, wenn sie ausschliesslich mit
erneuerbarer Energie oder nicht anders nutzbarer Abwärme betrieben werden. Diese
Vorschriften setzen gemäss dem "Erläuternden Bericht zur Teilrevision Energiegesetz"
(Departement Bau und Umwelt, vom 31. August 2009, S. 16) das Modul 4 der
Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) der Konferenz Kantonaler
Energiedirektoren um. Aussenheizungen sollen demnach soweit möglich durch betriebliche
Massnahmen vermieden werden und wenn trotzdem nötig, einen effizienten Einsatz
gemäss dem Stand der Technik (ausschliesslich erneuerbare Energie oder nicht anders
nutzbare Abwärme) gewährleisten. In Ausnahmefällen dürfen Aussenheizungen aber auch
mit nicht erneuerbaren Energie betrieben werden, wenn die Sicherheit von Personen es
erfordert (Art. 12 Abs. 2 lit. a kEnG), wenn bauliche oder betriebliche Massnahmen nicht
ausführbar oder unverhältnismässig sind (lit. b) und wenn die Heizungen mit einer
temperatur- und feuchteabhängigen Regelung ausgerüstet sind (lit. c). Erneuerbare
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Energie wird in Art. 1 lit. f der vom Bundesrat erlassenen Energieverordnung (EnV, SR
730.01) als Wasserkraft, Sonnenenergie, Geothermie, Umgebungswärme, Windenergie
und Energie aus Biomasse und dessen Abfälle definiert. Dies würde - bei analoger
Begriffsanwendung im Bereich der den Kantonen vorbehaltenen Regelungszuständigkeit -
bedeuten, dass für den Betrieb einer Heizung im Freien ein „numerus clausus“ der
Energiequellen gilt und sie nur durch eines oder mehrere dieser ebengenannten
Energiequellen nach Art. 1 lit. f EnV betrieben werden darf. In der MuKEn (Ausgabe 2008)
wird zum Modul 4 zu Art. 4.1 präzisiert, dass diese Bestimmung unabhängig vom
Energieträger der Heizung im Freien gelte (also auch für Elektroheizungen und
Wärmepumpen); zulässig sei jedoch der Einsatz einer Erdsonde ohne Wärmepumpe. In
der Vollzugshilfe EN-10 der Konferenz kantonaler Energiefachstellen wird zu den
Heizungen im Freien in der Ausgabe Juli 2009 präzisiert, als erneuerbare Energien gelten
Holz und Sonne. Auch Geothermie gehöre dazu, sofern eine direkte Nutzung aus einer
Erdsonde ohne den Einsatz einer Wärmepumpe erfolge. Die Verwendung von aus dem
Netz zugekauftem Strom für den Betrieb einer elektrischen Widerstandsheizung oder für
eine Wärmepumpe gilt demnach weder überhaupt noch als ausschliessliche Verwendung
erneuerbarer Energie und ist demnach im Freien grundsätzlich nicht zulässig; der Betrieb
mit Strom ab dem Netz kann deshalb nur ausnahmsweise zulässig sein, wenn die für nicht
erneuerbare Energie in Art. 12c Abs. 2 kEnG genannten drei Voraussetzungen kumulativ
erfüllt sind.
2.2 Nach dem oben Gesagten haben die Kantone den Bereich der sparsamen und rationellen
Energienutzung im Gebäudebereich durch eigene Vorschriften sicherzustellen. In Bezug
auf Heizungen im Freien hält die eidgenössische Gesetzgebung folgerichtig derzeit -
ausser dem Gesetzgebungsauftrag in Art. 9 EnG - nichts fest, weshalb die Kantone die
Anforderungen an diese Anlagen durch eigene Gesetzgebung und Vorschriften
abschliessend regeln. Dass der Bundesgesetzgeber eine möglichst einheitliche Regelung
seitens der Kantone befürwortet, ergibt sich daraus, dass er in Art. 9 Abs. 2 EnG dazu
auffordert und in Art. 9 Abs. 3 lit. e EnG ausdrücklich auf den von den kantonalen
Energiedirektoren ausgearbeiteten MuKEn-Standard abstellt.
2.3 Der im August 2009 teilrevidierte Art. 12d Abs. 1 kEnG basiert ausdrücklich auf Modul 4
(Ausgabe 2008) und sinngemäss auf Modul 3 (Ausgabe 2014) der MuKEn. Diese Module
wurden konzipiert, um anschliessend in die kantonale Gesetzgebung einzufliessen. Um die
Harmonisierung nicht zu gefährden, waren die Kantone gehalten, die Module unverändert
zu übernehmen (vgl. Departement Bau und Umwelt, a.a.O., S. 4 und 11). Dass in der
kommentierten Ausgabe 2008 der MuKEn unter Art. 4.1 „Heizungen im Freien“ festgehalten
wurde, die Bestimmung gelte unabhängig vom Energieträger der Heizung im Freien, also
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auch für Elektroheizungen oder Wärmepumpen, und dass infolgedessen einzig der Einsatz
einer Erdsonde ohne Wärmepumpe als zulässig bezeichnet wurde, ist im Sinne einer
Gesetzesmaterialie für die Auslegung von Art. 12d kEnG somit durchaus zu beachten.
Durch die Subsumierung von Elektroheizungen oder Wärmepumpen unter dem Begriff
„Heizung im Freien“ wird klargestellt, dass aus dem Netz zugekaufter elektrischer Strom in
diesem Zusammenhang nicht als ausschliessliche Verwendung erneuerbarer Energie gilt.
Gleiches wird in der Vollzugshilfe EN-10 „Heizungen im Freien“ der Konferenz Kantonaler
Energiefachstellen festgehalten; erneuerbare Energien sind demnach Holz, Sonne sowie
auch Geothermie, sofern eine direkte Nutzung aus einer Erdsonde ohne den Einsatz einer
Wärmepumpe erfolge (vgl. Konferenz Kantonaler Energiefachstellen, Vollzugshilfe EN-10,
Juli 2009, S. 1). Der Einwand der Beschwerdeführerin, die Vollzugshilfe EN-10 sei nicht
anwendbar, da nicht unter Art. 1 kEnV aufgeführt, geht fehl, stellt doch die Vollzugshilfe
EN-10 die Grundlage für das Nachweisformular für eine Heizung im Freien des Amts für
Umwelt dar, das von der Konferenz Kantonaler Energiefachstellen erarbeitet wurde und als
Bestandteil des Modules 3 bzw. 4 der MuKEn betrachtet wird (vgl. Departement Bau und
Umwelt, a.a.O., S. 4).
2.4 Die MuKEn und die Vollzugshilfe EN-10 präzisieren durch den Ausschluss von elektrischen
Widerstandsheizungen und Wärmepumpen den Begriff der erneuerbaren Energie insofern,
als die Heizung im Freien unter Zufuhr von zugekauftem elektrischem Strom aus dem Netz
grundsätzlich verboten ist, da dort eine Heizung nur durch Sonne, Holz oder Geothermie
ermöglicht werden soll, sofern letztere direkt und ohne Einsatz einer Wärmepumpe genutzt
wird. Sinn und Zweck von Art. 12d kEnG deckt sich auch weitgehend mit Art. 12c kEnG:
Elektrischer Strom aus dem Netz soll analog auch für Heizungen im Freien grundsätzlich
nicht mehr verwendet werden, und zwar unabhängig davon, mit welcher Energie dieser
elektrische Strom im Kraftwerk erzeugt und anschliessend ins Netz eingeleitet wurde. Die
von der Beschwerdeführerin vertretene Auslegung würde unweigerlich zu einem sachlich
unhaltbaren Wertungswiderspruch führen: Es liesse sich nicht rechtfertigen, zur
Gebäudeheizung (netzbetriebene) ortsfeste elektrische Widerstandsheizungen
grundsätzlich zu verbieten (Art. 12c Abs. 1 kEnG) und im Freien solche zuzulassen, nur
weil der aus dem Netz dafür von einem Lieferanten zugekaufte Strom von dessen
Produzent teilweise aus Wasserkraft oder photovoltaisch erzeugt wurde. Denn im einen wie
im anderen Fall entspricht der Einsatz hochwertiger elektrischer Energie zu Heizzwecken
nicht dem Ziel einer rationellen Energienutzung, wie sie in Art. 2 kEnG verankert ist und wie
sie der Bund in Art. 9 Abs. 2 und Art. 9 Abs. 3 lit. b EnG fordert (vgl. Departement Bau und
Umwelt, a.a.O., S. 15). Daran kann bzw. könnte auch der Bezug zertifizierten Ökostroms
aus dem Netz nichts ändern. Zulässig wäre hingegen - im Sinne einer baulichen oder
betrieblichen Massnahme - der Betrieb einer Heizung im Freien direkt durch eigene
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Sonnenkollektoren oder - zellen, durch eine eigene Pelletheizung oder durch eine
Erdsonde ohne Wärmepumpe; zulässig wäre auch ein Betrieb durch nicht anders nutzbare
Abwärme.
Die Beschwerdeführerin hat gemäss ihrem nachträglichen Baugesuch eine ortsfeste,
elektrische Widerstandsheizung im Aussenbereich verbaut. Diese wird mit elektrischem
Strom aus dem Netz und somit nicht im Sinne von Art. 12d Abs. 1 kEnG ausschliesslich mit
erneuerbarer Energie (oder nicht anders nutzbarer Abwärme) betrieben. Eine nachträgliche
Bewilligung ist ihr in richtiger Auslegung von Art. 12d Abs. 1 kEnG somit zu Recht
verweigert worden. In diesem Punkt erweist sich die Beschwerde als unbegründet.
3. Die Beschwerdeführerin macht im Sinne eines Eventualbegehrens geltend, die Heizung sei
nach Art. 12d Abs. 2 kEnG zu bewilligen und beantragt dafür einen Augenschein. Sie rügt,
die Nichtdurchführung eines Augenscheins vor Ort verletzte das rechtliche Gehör nach
Art. 12 VRPG und verunmögliche die Darlegung, inwieweit es einem besonderen Bedürfnis
der Restaurantgäste entspreche, den erhöhten Eingang zum Gasthaus ohne das Risiko
des Ausrutschens bei winterlichen Verhältnissen zu erreichen. Weiter könne durch den
Augenschein aufgezeigt werden, dass eine Überdachung des Treppen- und
Rampenbereichs schwierig zu bewerkstelligen wäre und zu unverhältnismässigen Kosten
führen würde. Somit macht die Beschwerdeführerin geltend, durch einen Augenschein
könne dargelegt werden, dass Art. 12d Abs. 2 lit. a und b kEnG erfüllt und somit eine
nachträgliche Baubewilligung zu erteilen wäre.
3.1 Es ist vorweg zu nehmen, dass die Überdachung des Treppen- und Rampenbereichs nicht
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist. Denn dabei handelt es sich zweifellos um ein
baubewilligungspflichtiges Vorhaben, da davon ein Schutzobjekt in einer
Ortsbildschutzzone betroffen ist, so dass dessen Zulässigkeit nur auf ein konkretes,
zunächst bei der ersten Instanz einzureichendes Baugesuch hin beurteilt werden könnte
(Art. 93 Abs. 2 Baugesetz [BauG, bGS 721.1] e contrario). Da diesbezüglich weder ein
Baugesuch vorliegt noch damit der Instanzenzug durchlaufen wurde, kann das Obergericht
darauf nicht eintreten und muss dazu auch kein Beweis abgenommen werden. Gegenstand
des Verfahrens ist ausschliesslich die im Freien erstellte Heizung, für welche ein
nachträgliches Baugesuch vorliegt. Das nachträgliche Baubewilligungsverfahren ist nicht
dazu da, die von der Beschwerdeführerin bislang für eine allfällige Überdachung
unterlassene Baueingabe nun durch einen blossen Augenschein zu ersetzen. Mit diesem
Begehren scheint die Beschwerdeführerin ihre Mitwirkungspflicht bei
baubewilligungspflichtigen Vorhaben erneut ignorieren zu wollen.
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3.2 Zu prüfen bleibt, ob das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin allenfalls dadurch verletzt
wurde, dass ein Augenschein auch zur Darlegung von Tatsachen verweigert wurde, welche
das im Rahmen des nachträglichen Baugesuches geltend gemachte besondere Bedürfnis
der Restaurantgäste betreffen, den Eingang zum Gasthaus ohne das Risiko eines
Ausrutschens bei winterlichen Verhältnissen zu erreichen.
3.3 Der verfassungsrechtliche Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV räumt
den Verfahrensbeteiligten das Recht ein, Beweismassnahmen zu beantragen, und
verpflichtet die Behörden, rechtzeitig und formgerecht angebotene Beweismittel zu
behaupteten rechtserheblichen Tatsachen abzunehmen. Auf ein beantragtes Beweismittel
kann nur dann verzichtet werden, wenn es eine nicht erhebliche Tatsache betrifft oder
offensichtlich untauglich ist, wenn die Behörden den Sachverhalt aufgrund eigener
Sachkunde oder nach den Akten hinreichend würdigen, oder wenn sie in
vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen können, dass ihre Überzeugung durch
weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde. Wird ein Augenschein beantragt, steht
der Entscheid, ob ein solcher angeordnet werden soll, im pflichtgemässen Ermessen der
mit der Sache befassten Behörde. Eine dahingehende Pflicht besteht nur, wenn die
tatsächlichen Verhältnisse auf andere Weise nicht ermittelt werden können (vgl. dazu BGE
124 I 208 E. 4a; Urteil des Bundesgerichts 1C_192/2010 vom 8. November 2010 E. 3.3).
3.4 Wie bereits durch die Vorinstanz aufgezeigt wurde, kann der Sachverhalt vorliegend ohne
Weiteres anhand der Plangrundlagen der Heizung (act. 9.8) und anhand von Fotos vom
Eingangsbereich, der drei Treppenstufen sowie der Rampe ermittelt werden. Deshalb kann
in antizipierender Beweiswürdigung auch vor Obergericht auf einen Augenschein verzichtet
werden.
3.5 Nach Art. 12d Abs. 2 lit. a kEnG wird eine mit nicht erneuerbaren Energie betriebene
Heizung im Freien bewilligt, wenn die Sicherheit von Personen den Betrieb der Heizung im
Freien erfordert. Zum Begriff der Sicherheit von Personen nach Art. 12d Abs. 2 lit. a kEnG
wird in den Materialien nichts festgehalten, handelt es sich dabei um einen unbestimmten
Rechtsbegriff. In diesem Zusammenhang kann jedoch auf die ähnliche Formulierung in Art.
116 Abs. 1 BauG hingewiesen werden, wo festgehalten wird, Bauten und Anlagen seien so
zu erstellen, dass weder Personen noch Sachen gefährdet werden. Weiter lässt sich der
Vollzugshilfe EN-10 entnehmen, die Beheizung von Weichen von öffentlichen
Verkehrsmitteln stelle eine zu bewilligenden Ausnahme nach Art. 12d Abs. 2 kEnG dar.
3.6 Der Begriff der Sicherheit von Personen nach Art. 12d Abs. 2 lit. a kEnG bezieht sich
vorliegend nicht auf Gefahren, die von Bauten oder Anlagen ausgehen, sondern von
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Gefahren, die aus der Tatsache herrühren, dass der vorliegend beheizte Bereich im Freien
liegt. Die Beschwerdeführerin bezeichnet Schneefall bzw. Schneeglätte als eine solche
Gefahr, jedoch nur für Damen, und dies wiederum unter der Annahme, diese würden
„leichtes Schuhwerk“ tragen. Aus diesem Spezialfall schliesst die Beschwerdeführerin auf
eine (allgemeine) Gefährdung der Sicherheit von Personen durch Schneefall bzw.
Schneeglätte im Eingangsbereich des Gasthauses. Dem kann nicht gefolgt werden. Beim
Ausnahmetatbestand in Art. 12d Abs. 2 kEnG geht es darum, gewichtigen, nicht anders zu
gewährleistenden Sicherheitsinteressen Rechnung zu tragen, wie die beispielhafte
Nennung der beheizten Weichen von öffentlichen Verkehrsmitteln zeigt. Das Vorbringen
der Beschwerdeführerin, die Sicherheit von Damen mit leichtem Schuhwerk könne tangiert
sein, kann nicht als gewichtiges Sicherheitsinteresse qualifiziert werden, denn diesem
Interesse kann offenkundig durch eine auch in C_ landesübliche Schneeräumung auf der
Treppe und der Rampe mit durchaus verhältnismässigem Arbeitsaufwand Rechnung
getragen werden; dazu gehört auch das Anbringen geeigneter Handläufe. Unter den
gegebenen Umständen bedarf es zur Sicherung des Eingangsbereiches keiner Aussen-
bzw. Bodenheizung. Den Gästen kann im Übrigen zugemutet werden, sich genauso wie
beim Betreten eines öffentlichen Trottoirs im Freien auch auf privatem Grund mit der
Jahreszeit angemessenem Schuhwerk zu bewegen. Da die Voraussetzungen in Art. 12d
Abs. 2 kEnG kumulativ zu erfüllen sind und die Beschwerdeführerin jedenfalls keine nur mit
unverhältnismässigem Aufwand vermeidbare Gefährdung der Sicherheit von Personen
aufgezeigt hat, ist die Ausnahmebewilligung zu Recht verweigert worden. Es kann offen
bleiben, ob die weiteren Voraussetzungen einer Ausnahmebewilligung erfüllt wären. Die
Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet.
4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde gegen den vorinstanzlichen Entscheid
durchwegs unbegründet ist und deshalb abzuweisen ist. Der im Aussenbereich erstellten
Bodenheizung ist die nachträgliche Baubewilligung zu Recht verweigert worden und der
Beschluss der Vorinstanz, die Sache an die Kommission zur Anordnung angemessener
Wiederherstellungsmassnahmen im Sinne der Erwägungen zurückzuweisen, wird insofern
mangels Anfechtung ebenfalls bestätigt. Weiter wurde die Beschwerde auch betreffend des
vorinstanzlichen Entscheids über die Kosten- und Entscheidungsfolgen (Ziffern 4 und 5)
nicht begründet (vgl. Art. 59 in Verbindung mit Art. 35 Abs. 2 VRPG). Da die Beschwerde in
der Sache abzuweisen ist, sind diese Begehren aber ohnehin ausgangsgemäss
abzuweisen, so dass offen bleiben kann, ob darauf einzutreten wäre.
5. Nach Art. 19 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 VRPG ist im Beschwerdeverfahren vor
Obergericht gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt oder auf
dessen Rechtsmittel nicht eingetreten wird. Da die Beschwerde gegen den vorinstanzlichen
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Entscheid abgewiesen wird, ist der Beschwerdeführerin in Anwendung von Art. 4a des
Gesetzes über die Gebühren in Verwaltungssachen (GGV, bGS 233.2) eine
Entscheidgebühr aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr von Fr. 3‘000.-- erscheint als
angemessen. Der Kostenvorschuss von Fr. 1‘500.-- wird angerechnet.
6. Nach Art. 53 Abs. 3 VRPG hat die obsiegende Partei in der Regel Anspruch auf eine
Entschädigung für ihre notwendigen Kosten und Auslagen. Da die Beschwerde
abgewiesen wird, ist das Begehren der Beschwerdeführerin um Ausrichtung einer
Parteientschädigung für das Verfahren vor Obergericht abzuweisen.