Decision ID: 18e8c642-f48b-4b63-a7a3-e86f1830a43a
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1974 geborene
X._
,
Mutter zweier erwachsener Kinder (geboren 1997 und 1998), war
vom 1. November 2001 bis 31. Mai 2004 mit einem
Pensum
von
zirka
20 %
bei der
Y._
AG als
Reinigungsfachfrau
sowie seit 1. Juli
2003
mit einem Pensum von
2.20 Stunden pro Woche als
Zeitungs
verträ
gerin
bei der
Z._
AG
tätig (Urk. 11/
7/1-3
, Urk. 11/14
)
. Am 22. März 2005
meldete
sie sich
unter Hinweis
auf
Kopf-, Hals-, Nacken-, Rücken- und Schulterschmerzen sowie psychische Probleme bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 11/3).
Die Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, wies am 28. Januar 2008 das Leis
tungsbegehren der Versicherten verfügungsweise ab (Urk. 11/41). Die dagegen von
letztere
r
erhobene Beschwerde (Urk. 11/44/3-7) hiess das Sozialversiche
rungsgericht
am 30. September 2008
in dem Sinne gut, als dass
es
die angefoch
tene Verfügung aufhob
und die Sache
zwecks weiterer Abklärungen
an die IV
Stelle
zurückwies (Urk. 11/50). In der Folge veranlasste die IV-Stelle ein psychi
atrisches Gutachten
(Expertise vom 2
3.
Januar 2010,
Urk.
11/60)
und
verneinte
am 12. November 2010 verfügungsweise einen Leistungsanspruch (Urk. 11/76).
Am 9. Januar 2019 meldete sich die Versicherte
–
welche
seit
9. November 2010
mit einem Pensum von 100 %
als Montagemitarbeiterin bei der
A._
AG
ange
stellt
war
(
Urk. 11/89
S. 2 Ziff. 2.2)
–
mit Verweis auf chronische Schultern-, Nacken- und Kopfschmerzen erneut bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (Urk. 11/77).
D
ie IV-Stelle
nahm
medizinische und erwerbliche Abklärungen vor und zog unter anderem die Akten des Krankentaggeldversi
che
rers
bei
(Urk. 11/96, Urk. 11/105). Am 18. Juni 2020 informierte die IV-Stelle die Versicherte über den Abschluss der Eingliederungsberatung, da letztere aktuell
mit einem Pensum von
50 % in der angestammten Tätigkeit im angepassten Rahmen arbeite und eine weitere Steigerung nicht möglich sei (Urk. 11/111). Die IV-Stelle veranlasste daraufhin bei der
B._
GmbH
eine polydisziplinäre
Begutachtung
(Allgemeine Innere Medizin, Neuro
logie, Psychiatrie, Rheumatologie;
Expertise vom 1. März 2021 [Urk. 11/127]). Mit Vorbescheid vom 31. März 2021 (Urk. 11/129) stellte die IV-Stelle der Versi
cherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen letztere am 10. Mai 2021
Einwand
(Urk. 11/134/1-4, Urk. 11/136) erhob. Am 2. September 2021 verneinte die IV-Stelle verfügungsweise einen Leistungsanspruch der Ver
sicherten (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 4. Oktober 2021 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, es sei die Verfügung vom 2. September 2021 aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr fü
r die Zeit ab Ablauf des Wartejahrs mindestens eine halbe Invalidenrente auszurichten. Eventuell sei die Sache zur umfassenden neuropsychologischen Begutachtung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen mit anschliessendem Neuentscheid über
ihren
Leistungsan
spruch (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 10. Dezember 2021 (Urk. 10) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde
. Am 27. Dezember 2021 (Urk. 13) reichte die Beschwerdeführerin den Operationsbericht von Dr.
med.
C._
,
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
vom 12. November 2021 (Urk. 14)
ein
, was der Beschwerdegegnerin am 4. Januar 2022 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 15).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten
Bestimmungen
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
–
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
–
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf
den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungs
weise
des
streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V
210
E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraus
sichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilw
eise Erwerbsun
fähigkeit (Art. 8 ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1
ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf
eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2
IVG).
1.
4
Bei einer Neuanmeldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung finden die Grundsätze zur Rentenrevision analog Anwendung (Art. 17 Abs. 1 ATSG; Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV;
BGE 133 V 108 E. 5.2,
130 V 71,
117 V 198 E. 3a).
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herab
gesetzt
oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar.
Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschied
liche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesund
heits
zustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021
E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenan
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere
Beurteilungen besteht (BGE 141 V
9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinwei
sen).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die leistungsabweisende Verfügung (Urk. 2) damit
, dass bei der Beschwerdeführerin gestützt auf das
B._
-
Gutachten sowohl als Montagemitarbeiterin als auch in jeder anderen angepassten Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 80 %
vorliege
. Damit ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 20 %
, weshalb kein Anspruch auf eine Invali
denrente
bestehe (S. 1).
Im Weiteren führte die Beschwerdegegnerin aus, dass
sich
aus den im Bericht von Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurochirurgie,
genannten Befunde
n
aus versicherungs
me
dizinisch-orthopädischer Sicht nicht automatisch eine funktionelle Ein
schrän
kung ab
leite
, welche über diejenige hinausgehe, die bereits im Gutachten formu
liert wor
den sei
. Im Bericht von Dr.
C._
seien
sodann
keine Angaben zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ersichtlich. Die von
Dr.
med.
E._
, Fach
arzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
am 16. Mai 2021
postulierte Diag
nose sei nicht nachvollziehbar und
in Bezug auf das Gutachten
handle es sich
lediglich
um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts, weshalb an der psychiatrischen gutachterlichen Beurteilung festzuhalten sei (S. 2). In der Beschwer
deantwort (Urk. 10)
präzisierte
die Beschwerdegegnerin, dass der neue Bericht
von
Dr.
E._
vom 4. Oktober 2021 nichts an der Beweiskraft der Expertise ändere, da dieser den psychopathologischen Befund erst pe
r 9. Septem
ber 2021 erhebe und damit erst
neun Monate nach der gutachterlichen Explora
tion (S. 1 f.).
2.2
Die B
eschwerdeführerin macht
e demgegenüber
geltend
(Urk. 1),
ihr Gesundheits
zustand habe sich im Vergleich zum Gutachten
vom
Jahre 2010 verschlechtert, weshalb
sich
vorliegend lediglich die Frage stelle, wie stark die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
ausfalle (S. 7 Ziff. 11).
Dr.
D._
und
Dr.
C._
seien auf
grund von bildgebend nachweisbaren Befunden zum Schluss gekommen, dass die somatischen Beschwerden erheblich sein müss
t
en und zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 bis 70 % führten. Dr.
E._
komme gestützt
auf seine konkret hergeleitete Diagnose
(schwere Depression) in Wechselwirkung mit den somatischen Beschwerden zum Schluss, dass
für die
Beschwerdeführerin kein höheres Arbeitspensum als 50 % möglich sei. Demgegenüber sei das
B._
-Gutachten unvollständig,
da
den Experten nicht alle bildgebenden Befunde vor
gelegen und
erstere
sich nicht mit den
S
tellungnahmen der behandelnden Ärzte auseinandergesetzt hätten. Weiter sei die Wechselwirkung zwischen den somati
schen und psychischen Beschwerden von den
B._
-Gutachtern entweder nicht the
matisiert oder stark unterschätzt worden. Die
B._
-Expertise sei demnach unvoll
ständig und nicht hinreichend begründet, weshalb auf die Einschätzung der behandelnden Fachärzte abzustellen und der Beschwerdeführerin mindestens eine halbe
Invalidenrente
zuzusprechen sei
.
E
ventuell
sei
ein neuropsycholo
gisches Gutachten einzuholen
(S. 8 Ziff. 15).
3.
Es
ist
aufgrund der Akten ausgewiesen und zudem unstrittig
(vgl. Urk. 11/121 S. 2)
, dass seit dem Erlass der leistungsabweisenden Verfügung vom 12. Novem
ber 2010 (Urk. 11/76) eine Veränderung des Gesundheitszustands im revisio
ns
rechtlichen Sinne (vgl. E. 1.4
) ausgewiesen ist.
Die
B._
-Gutachter
gingen in ihrer
Konsensbeurteilung davon aus, dass sich die Gesamtarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
–
im Vergleich
zur Expertise
vom
Jahre 2010
(
Urk.
11/60)
–
seit Juni 2019 um 20 % ver
ringert
habe (
Urk.
11/127
S. 11).
Weiter steht fest, dass die Beschwerdeführerin
ab
27. April
2020
zu 50 % in ihrer angestammten Tätig
keit als
Montagemitarbeiterin
im angepassten Rahmen
tätig war (
Urk. 11/110
S. 3; Urk. 11/111;
vgl. auch
Urk. 11/127 S
. 29
,
S. 37
, S. 45
).
Strittig ist
indes
, ob
die Beschwerdeführerin
in der bisherigen
oder
in
einer angepassten T
ätigkeit
zu mehr als 50 %
arbeitsfähig ist.
4.
4.1
4.1.1
Die
B._
-Gutachter
Dr.
med.
F._
, FMH Allgemeine Innere Medizin,
Dr. med.
G._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Rheumatologie, und
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Neurologie, stellten in ihrer interdisziplinären Gesamtbeurteilung vom 1. März 2021 (Urk. 11/127/1-12) folgende Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 9):
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
Ganzkörperschmerz mit funktionellen Schwindelbeschwerden (ICD-10 R42)
-
Hypermobilität (ICD-10 M35.7)
Die Experten führten aus, dass aus rheumatologischer Sicht aufgrund der Hyper
mobilität körperlich schwere Tätigkeiten nicht zumutbar seien. In der ange
stammten Tätigkeit als Montagemitarbeiterin und in anderen körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeiten bestehe aus rheumatologi
scher Sicht eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Weder aus neurologischer noch aus allgemeininternistischer Sicht könne eine weitere Diag
nose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Aus psychiatrischer Sicht beeinflusse einzig die anhaltende somatoforme Schmerzstörung die Arbeits
fähigkeit. Aufgrund der genannten Diagnose könne eine um 20 % verminderte Leistungsfähigkeit in sämtlichen Erwerbstätigkeiten attestiert werden. Die Panik
störung und die generalisierte Angststörung schränkten die Arb
eitsfähigkeit nicht relevant ein
. Insgesamt bestehe
aus polydisziplinärer Sicht
eine
80%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und in anderen geeigneten Verweistätigkeiten
(S. 9
).
4.
1.
2
Der Experte
Dr.
F._
führte
in seinem Fachgutachten
aus, dass
die bei der Beschwerdeführerin in allgemein-internistischer Hinsicht diagnostizierte arteri
elle Hypertonie
(ICD-10 I10),
der
chronische Nikotinkonsum (ICD-10 F17.1) und
die
anamnestisch dyspeptische
n
Beschwerden (ICD-10 K30) keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Entsprechend fänden sich keine Hinweise für eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit in der Vergangenheit aufgrun
d einer allge
mein
-
internistischen
Diagnose (Urk. 11/127 S. 24).
4.1.3
In psychiatrisch
er Hinsicht diagnostizierte Dr.
G._
folgende Diag
n
osen (Urk. 11/127 S. 30):
-
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.41)
-
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
-
generalisierte Angststörung
Der Psychiater führte aus, dass die gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin alle paar Tage auftretenden rezidivierenden Panikzustände im Sinne einer Panik
störung zu werten seien. Aufgrund der recht geringen Frequenz des Auftretens sei von einer leichten Ausprägung dieses Störungsbilds auszugehen. Gleiches gelte für die zu stellende Diagnose ein
er generalisierten Angststörung
. Die geklag
ten Beschwerden und Schwindelgefühle seien im Sinne einer psychosoma
tischen Erkrankung respektive einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung anzusehen (S. 31).
In der aktuellen Untersuchung hätten sich keine Hinweise auf ein Störungsbild aus dem Spektrum der affektiven Erkrankungen gefunden und es
sei
en
keine Depressionserkrankung per se
respektive
keines der
Kriterien
für eine depressive Störung mittelgradiger Ausprägung
feststellbar gewesen
(S. 32).
Die Beschwerdeführerin sei in der Lage, in ihrer aktuell ausgeübten Tätigkeit mit einem Pensum von acht Stunden pro Tag an fünf Tagen pro Woche anwesend zu sein. Während der Anwesenheitszeit bestehe eine 20%ige Einschränkung der Leis
tungsfähigkeit. Diese Einschätzung erschliesse sich aus dem Umstand, an sie belastenden erheblichen Symptomen zu leiden, wobei
in diese Überlegung auch
die erheblichen Aggravationstendenzen und die Nicht-Compliance bei der Medi
kamenteneinnahme einflössen. Bezogen auf ein 100 %-Pensum bestehe seit der Aufnahme der aktuellen ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behand
lung im Juni 2019 in der bisherigen Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 80 %
(S. 33).
4.1.4
Aus rheumatologischer Sicht stellte Dr.
H._
folgende Diagnosen (
Urk. 11/127
S.
39):
-
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Hypermobilität (ICD-10 M35.7)
-
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom
(ICD-10
M53.1
)
-
Dysbalancen
der Schultergürtelmuskulatur
-
klinisch keine Hinweise für
radikuläre
Symptomatik
-
kernspintomographisch unauffälliger altersentsprechender Befund (MRI 06/2018)
-
chronisches
thorakolumbospondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD-M54.5)
-
myostatische
Insuffizienz mit der entsprechenden
muskuloligamentären
Überlastungsreaktion
-
klinisch keine Hinweise für
radikuläre
Symptomatik
-
computertomographisch unauffälliger Befund (CT 08/2020)
-
beginnendes generalisiertes
multilokuläres
Schmerzsyndrom (ICD-10 R52.9)
-
klinisch, labortechnisch und bildgebend keine Hinweise auf entzündlich-rheumatisches Geschehen
Dr.
H._
führte aus, dass bei der aktuellen Untersuchung die
Reklination
des Kopfes aufgrund von Schwindel eingeschränkt sei und die Halswirbelsäule (HWS) ansonsten frei bewegt werden könne. Es fänden sich nur mässig ausgeprägte
Dys
balancen
der Schultergürtelmuskulatur, welche die ausgeprägte Beschwerde
symptomatik indes nicht erklärten.
Klinische Hinweise für eine
radikuläre
- oder Wurzelkompressionssymptomatik wie Reflexausfälle oder Abschwächung von Kern
muskeln fänden sich nicht. Dies
korreliere gut mit den Befunden der Kern
spintomographie der HWS vom Juni 2018,
welche
bis auf geringe altersentspre
chende degenerative Veränderungen unauffällig gewesen sei
. Darüber hinaus habe sich in den vergangen
en
Jahren ein chronisches
thorakolumbospondylo
genes
Schmerzsyndrom entwickelt, wobei sich bei der klinischen Untersuchung eine
myostatische
Insuffizienz mit den entsprechenden
muskuloligamentären
Über
lastungsreaktionen
gezeigt habe
. Die
Lendenwirbelsäule
(LWS) sei in sämtli
chen Ebenen frei beweglich und es fänden sich
keine Hinweise für eine
radiku
läre
- oder Wurz
elkompressionssymptomatik
. Dies korreliere gut mit dem Befund de
r
CT Abdomen vom August 2020, bei
welcher
die
ossären
Strukturen bis auf eine leichte
Spondylarthrose
im
lumbosakralen
Übergang unauffällig gewesen seien. Auffällig sei bei der klinischen Untersuchung eine allgemeine Hypermobi
lität mit Überstreckbarkeit der Gelenke. Bedingt hierdurch bei nur ungenügender muskulärer Stabilisierung
sei es
immer wieder zu Überbelastungserscheinungen im Bereich der peripheren Gelenke und zu Blockierungen im Wirbelsäulenbereich mit der entsprechenden
Beschwerdesymptomatik
ge
kommen. Für die von der Beschwerdeführerin
g
eklagten von den Kniegelenken aus abwärts ausstrahlenden Beschwerden finde sich kein entsprechendes morphologisches Korrelat. Die Unter
suchung der Kniegelenke beidseits sei unauffällig und es
zeigten sich keine Anhaltspunkte
für eine Meniskusläsion oder Bandinstabilitäten, weshalb bei klinisch unauffälligem Befund auf die Durchführung von Röntgenaufnahmen ver
zichtet worden sei. Im Verlauf der Jahre sei es zur Entwicklung eines begin
nenden generalisierten
multilokulären
Schmerzsyndrom
s
gekommen und bei der aktuellen klinischen Untersuchung seien 12 der 18 Fibromyalgie-typi
schen Tender
points schmerzhaft. Zusätzlich gebe die Beschwerdeführerin diffuse
Druck
dolenzen
im Bereich der Arm- und Beinmuskulatur beidseits an, wobei es weder klinisch, labortechni
s
ch noch bildgebend Hinweise auf ein entzündlich-rheu
ma
tologisches Geschehen gebe
(S. 39 f.)
.
Die rheumatologische Expertin führte weiter aus, dass die angestammte Tätigkeit
als
Montagearbeiterin
gemäss Arbeitsplatzbeschreibung
dem zumutbaren Leis
tungsprofil entspreche und der Beschwerdeführerin acht Stunden pro Tag zumut
bar sei. Es gebe aus Sicht des Bewegungsapparates keine
Hinweise dafür
, dass die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit in den vergangenen Jahren länger
fristig
relevant
eingeschränkt gewesen sei
(S.
41)
.
4.1.
5
Der neurologische Experte Dr.
I._
nannte
folgende
Diagnosen
(S. 47):
-
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
keine
-
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
HWS-Syndrom (ICD-10 M53.1
) ohne
radikuläre
oder
medulläre
Beteiligung
-
Ganzkörperschmerz bei Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.4) mit funk
tionellen Schwindelbeschwerden (ICD-10R42)
Dr.
I._
führte aus, dass aktuell neben einer Zunahme der Nackenbe
schwerden diffuse Schwindelzustände geklagt würden
,
welche
beim klinischen Untersuch im Vordergrund gestanden hätten. Hierbei ergebe sich ein in objektiver Hinsicht völlig unauffälliger neurologischer Status, wenn von den Verspannun
gen der Nackenmuskulatur und den degenerativen HWS-Veränderungen abgese
hen werde. Die Reflexe, grobe Kraft und Sensibilität seien jeweils seitengleich und es gebe keine
radikulären
Ausfälle, sondern eine allgemeine Schmerzhaftig
keit. Be
züglich
des Schwindels gebe es keinen Anhalt für eine organische Erkran
kung, wie die
s
letztlich schon von der Anamnese her nahegelegen habe. Gesamt
haft seien die geklagten massiven Nacken- und Ganzkörperschmerzen sowie Schwindelbeschwerden als funktionell beziehungsweise somatoform im Rahmen einer Somatisierungsstörung oder Fehlverarbeitung zu sehen, was in den psychi
atrischen Teil des Gutachtens falle.
Ein kleiner organischer Kern der HWS-Beschwerden bei degenerativen Veränderungen sei
möglich
,
wobei
dessen Beur
teilung
in rheumatologischer Hinsicht
zu erfolgen
habe
. Ansonsten könnten die Beschwerden nicht organisch-neurologisch erklärt werden (S. 47 f.).
Unter dem Titel Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit führte der neurologi
sche Experte aus, dass die Besc
hwerdeführerin vollzeitlich
tätig sein könne und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe
(S. 49)
.
4.2
4.2.1
Dr.
C._
führte in seinem Bericht vo
m 2. Juli 2021 (Urk. 11/144) folgende Diag
nosen
auf
(S. 1)
:
-
atlantoax
iale
Blockade nach rechts bei
-
Status nach
Auffahrunfall mit 12 Jahren
-
muskulärer Dysfunktion
des
m.
levator
scapulae
mit
-
c
hronisch rezid
i
vi
erender
Cephaleae
, kognitiven Störungen und Schwin
del
attacken und Über-
Aktivitität
des n.
vagus
mit
-
rezidiv
i
erendem Erbrechen
-
sensible
radikuläre
Reizsymptomatik C6 links bei
-
for
aminaler
diskogener
Stenose C5/6
links mit
-
dekonditionierter
Hals- und Nackenmuskulatur und
-
sekundären
pseudoradikulären
Ausstrahlungen
Der Arzt wies auf
die Bildgebung
en
der HWS vom
8. April
und
30. Juni 2021 hin, wo sich eine laterale
Bandscheibenprotrusion
C5/C6 links mit Kompression des Ganglions C6 zeige. Die therapieref
r
aktären Nackenschmerzen links seien
radi
kulär
und durch die
foraminale
Kompression der austretende
n Wurzel C6 links verursacht mit typische
m
punk
t
förmigem Schmerz
mittig der medialen Kante des Schulterblattes. Zusätzlich würden die stabilisierenden muskulären Strukturen in Alarmbereitschaft
gehalten und führten
zur Fixierung der Fehlstellung C1 und zu
pseudoradikuläre
n
Ausstrahlungen in den Kopf und die Peripherie.
Als Therapie schlug Dr.
C._
eine Behandlung des Kopfgelenks un
d anschliessend der Mus
kulatu
r vor. Sollte sich das Kopfgelenk trotz korrekter Behandlung nicht reponie
ren lassen, müsse die
radikuläre
Reiz
s
ymptomatik chirurgisch behandelt werden (S. 2).
4.2.2
Am
12
. November 2021 berichtete Dr.
C._
über die gleichentags bei der Beschwerdeführerin durchgeführte Diskektomie C5/6 mit ventraler
intercorpo
reller
Spondylodese
C5/C6 (Urk. 14).
5.
5.1
5.1.1
Die
rheumatologische
B._
-Expertin Dr.
H._
diagnostizierte
am1. März 2021
eine Hypermobilität,
ein chronisches
zerviko
-
und
thorakolumbospondylogenes
sowie ein beginnendes generalisiertes
multilokuläres
Schmerzsyndrom
, wobei die Arbeitsfähigkeit in der
bisherigen
Tätigkeit nicht eingeschränkt sei (Urk. 11/127 S. 39 f., S. 41).
Sie verneinte
dabei bezüglich
der
HWS und LWS Hinweise
auf
eine
radikuläre
S
ymptomatik
, wobei sie sich
im Wesentlichen
auf
ihre
klinische Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 13. Januar 2021,
das MRI
der HWS vom
8.
Juni 2018
(vgl. Urk. 11/127/60)
sowie
das
CT
des
Abdomen
s
vom
24.
August 2020
(Urk. 11/127/5
7)
abstützte
(
S. 39
f.
)
. Der neurologische
B._
-Gutachter Dr.
I._
diagnostizierte ein
en
Ganzkörperschmerz bei Soma
tisierungsstörung sowie ein HWS-Syndrom, wobei er bezüglich letzterem
eine
radikuläre
oder
medulläre
Beteiligung ausdrücklich ausschloss
und
jegliche
Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit in neurologischer Hinsicht verneinte
(S. 47
, S. 49
)
.
Dr.
C._
ging
in seinem Bericht vom 2. Juli 2021 (Urk. 11/144)
von einer
radi
kulären
Reizsymptomatik
C6
aus
, wobei er sich auf
–
nicht aktenkundige
–
Bild
gebung
en
der
HWS vom
8. April und
30. Juni 2021
abstütz
t
e
, wonach sich eine laterale
Bandscheibenprotrusion
C5/C6 links mit Kompression des Ganglions C6 zeige
(S. 2)
. Durch diese Einschätzung wird die Beurteilung der
B._
-Gutachter, wonach im Zeitpunkt der
Verfassung
der Expertise am 1. März 2021
hinsichtlich der HWS
keine
radikuläre
Symptomatik vorgelegen habe, deutlich in Frage gestellt. Dies insbesondere unter Berücksichtigung des Umstands, dass zwischen der
Erstellung
des
B._
-Gutachtens und
des MRI
vom 8. April 2021 lediglich
fünf Wochen verstrichen sind
und den Akten keine Hinweise auf eine erst nach Gut
achtens
verfassung
eingetretene Verschlechterung der gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin entnommen werden können. Im Weiteren
basierte die Ein
schätzung der
B._
-Experten betreffend fehlende
radikuläre
Symptomatik der HWS
im Wesentlichen
auf einem MRI vom 8. Juni 2018 (Urk. 11/127 S. 40, Urk. 11/127/60) und somit auf einer
im Begutachtungszeitpunkt
nicht
mehr
aktuellen Bildgebung.
An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass
der Bericht
von Dr.
C._
vom 2. Juli 2021
den
B._
-Gutachtern
zu keinem Zeitpunkt
vor
gelegt wurde.
5.1.2
Nach dem Gesagten bestehen Zweifel an der Zuverlässigkeit des gutachterlichen Befunds in somatischer Hinsicht sowie der damit einhergehenden Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
.
Gleiches gilt mit Bezug auf die psychiatrische
B._
-Expertise, worin Dr.
G._
im Zusammenhang mit den
geklagten körperlichen Beschwer
den von einer psychosomatischen Erkrankung
ausging
(Urk. 11/127 S. 31).
An dieser Beurteilung
vermag die Stellung
n
ahme des Arztes des Regionalen Ärztli
chen Dienstes (RAD),
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
,
vom 12. August 2021 (Urk. 11/145/5), nichts zu ändern. Der Hin
weis des RAD-Arztes, wonach Dr.
C._
als H
auptdiagnose eine
atlant
oaxiale
Blockade respektive einen
manualmedizinisch
-funktionellen Begriff verwe
ndet
und diesen mit eigenanamnestischen Angaben zur Symptomatik sowie daraus abgeleitetem therapeutischem Vorgehen vermi
scht habe
, ändert nichts daran, dass sich
im
MRI der HWS vom 8. A
pril 2021
gemäss
Dr.
C._
eine
Radiku
lärkompression
C6
zeigte. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin am 12. November 2021 an der HWS operiert wurde (Urk. 14)
,
legt sodann einen erheb
lichen Leidensdruck der Beschwerdeführerin nahe.
5.2
In den Akten finden sich
letztlich
keine fachärztlichen Beur
tei
lungen, die
in somatischer Hinsicht
ein abschliessendes Bild betreffend die Arbeitsfähigkeit erlauben.
Dr.
C._
äusserte sich in seinen Berichten vom 2. Juli und 12. Novem
ber 2021 nicht zur Arbeitsfähigkeit (Urk. 11/144, Urk. 14). Für die in seiner Email vom 14. Septem
ber 2021 (Urk. 3/2) postulierte
Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % in jeglicher Tätigkeit fehlt
sodann
jegliche Begründung und eine solche ist –
entgegen den
Angaben von Dr.
C._
–
auch nicht in seinem
Bericht vom 2. Juli 2021 enthalten.
Ebenso
wenig finden sich im Bericht von Dr.
D._
vom 22. Juli 2021 (Urk. 11/141) Ausführungen
zur
Arbeitsfähigkeit
(S. 2
f
f. Ziff. 3 f.). Die in der Beschwerdeschrift
erwähnte
telefonische
Ausk
unft
von Dr.
D._
, wonach eine maximale Arbeitsfähigkeit von 30 % bestehe (Urk. 1 S. 4 Ziff. 5),
ist
nicht
aktenmässig
belegt.
Betreffend den Bericht von
d
ipl.
m
ed.
K._
vom 14. Dezember 2020 (Urk. 11/135/3) ist festzuhalten, dass letztere in Kardiologie und Allgemeine
r
Innere
r
Medizin
spezialisiert ist.
Mit Bezug auf die
Berichte von Dr.
E._
vom 19. Mai und 4. Oktober 2021 (Urk. 11/135/1-2, Urk. 3/3)
ist Folgendes zu bemerken: Der behandelnde Psychiater
stützte
sich bei der von ihm am 19. M
ai 2021
gestellten
Diagnose einer schweren Depression (S. 2)
im Wesent
lichen
auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin ab (S. 1) und
äusserte sich nicht zur
Arbeitsfähigkeit.
Im Weiteren hielt
er
fest, dass die von de
r Beschwer
deführerin angegebene
Symptomatik seit mehreren Wochen best
ehe
(S. 2),
womit
unklar ist, ob seit der gutachterlichen Untersuchung eine
Verände
rung
des psychi
schen
Gesundheitszustands eingetreten ist
.
In diesem Zusammen
hang ist darauf hinzuweisen, dass Dr.
E._
noch
am 6. August 2020 von einer mittelgradigen depressiven Störung
ausg
egangen war
(Urk. 11/117 S. 1 Ziff. 1.2).
5.3
Im Lichte der obigen Erwägungen ist der
für die Beurteilung des Rentenan
s
pruchs im Nachgang zur Neuanmeldung vom
9.
Januar 2019
relevante medizinische Sachverhalt
in somatischer
und psychischer
Hinsicht
in wesentlichen Teilen unge
klärt
,
weshalb es weiterer Abklärungen bedarf
.
Unter psychiatrischen Gesichts
punkten
wird
dabei
insbesondere
auch
die Frage nach allfälligen Wech
selwirkungen zwischen somatischen und psychischen B
eschwerden
zu klären sein
.
In somatischer Hinsicht wird sich zur Beurteilung des Verlaufs
bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids respektive
bis
zur
Operation vom 1
2.
November 2021 eine einlässliche Aktenbeurteilung und für die Zeit
danach
je nach Beschwerdeklage
eine neuerliche
rheumatologische und neurologische
Untersuchung als unabdingbar erweisen.
Entsprechend ist die Verfü
gung vom 2. September 2021 (Urk. 2) aufzuheben und die Sache an die Be
schwer
degegnerin zurückzuweisen, damit diese ergänzende medizinische Ab
klärungen veranlasse und über den Rentenanspruch d
er Beschwerdeführerin
neu verfüge.
In diesem Sinne ist die Beschwerde
gutzuheissen
.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens
–
nach stän
diger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur
weiteren Abklärung und neuen Verfügung
als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E.
2.2)
–
sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
6.2
Dem Verfahrensausgang entsprechend ist die Beschwerdegegnerin zu verpflich
ten, de
r
Beschwerdeführer
in
eine Prozessentschädigung zu bezahlen.
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht be
misst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Be
deutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Ob
siegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Es ist de
r
Beschwerdeführer
in
unter Berück
sichtigung dieser Grundsätze eine Pro
zess
ent
schädigung von Fr. 2’
4
00.-- (inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.