Decision ID: 3b6af88f-1e14-4c89-8e4a-5765c2d93e75
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1965 geborene
X._
war seit dem 1. Januar 2018 bei der
Y._
GmbH als Werkstattleiter in einem Vollzeit-Pensum angestellt und bei der ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG (nachfolgend: ÖKK) obliga
to
risch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Am
26. November 2018 wurde der Konkurs über die
Y._
GmbH eröffnet (Urk. 3/3)
und das Arbeitsver
hält
nis infolgedessen aufgelöst (
Urk.
1 S. 3)
. Mit E-Mail-Schreiben vom 2. März 2020 meldete
der Versicherte, vertreten durch
die AXA-ARAG Rechtsschutz AG
,
der ÖKK einen Unfall
vom 31. Januar 2018,
bei welchem
er
einen ca. 70 kg schweren Trog beim Umkippen mit seiner rechten Hand festgehalten habe, als dieser seinem Arbeitskollegen aus der Hand geglitten sei, da
letzter
er diesen in die falsche Rich
tung gekippt habe. Der Versicherte habe sich dabei
einen
Ulnar
drift
und eine Handgelenksinstabilität zugezogen (Urk. 10/3)
.
In der Unfall
meldung vom 17. März 2020 wurde als Unfalldatum der 30. Januar 2018 ange
geben (Urk. 10/6). Der behandelnde Arzt des Versicherten,
Dr.
Z._
, hielt anlässlich der Konsul
tation vom 29. Januar 2018 fest, der Versicherte beklage seit ca. drei Wochen plötzlich einschiessende Handgelenksschmerzen rechtsseitig
(Urk. 10/9)
. In der Folge fanden regelmässige Verlaufskontrollen bei
Dr.
Z._
statt. Am 24. August 2018 erfolgte eine operative Behandlung (Re-Arthroskopie mit TVC
C-
Débridement
und
Synovektomie
, Urk. 10/22 S. 55 und
Urk. 10/22
S. 11). Anläss
lich der Verlaufs
kontrolle vom 29. August 2019 stellte
Dr.
Z._
erstmals eine radiocarpale Instabilität rechts
sowie einen
Ulnardrift
fest und führte aus, es sei unklar, wie es zu der Destabilisierung gekommen sei (Urk. 10/22 S. 13 f.). Am 4. Februar 2020 diagnostizierte er eine posttraumatische radio
carpale Instabilität rechts bei
radiocarpaler
und
midcarpaler
Degeneration und Trauma des Hand
gelenks rechts am 30. Januar 2018 (Urk. 10/4). Am 3. März 2020 wurde eine
weitere operative Behandlung durchgeführt (
RL-
Arthrodese
mit
trikortikalem
Beckenkamm-
Interponat
u
nd eine
Ulnakopfprothese
rechts, Urk. 10/5 und
Urk. 10/30 S. 7 f.). Am 17. April und
2
9.
Mai
2020 erfolgten Aktenbeurteilungen durch den beratenden Arzt der ÖKK (Urk. 10/14 und Urk. 10/25). Mit Verfügung vom 8. Juni 2020 verneinte die ÖKK einen Leistungs
anspruch des Versicherten (Urk. 10/26). Dagegen erhob der Versicherte mit Eingaben vom 18. Juni
,
27. August
und 13
.
Oktober
2020 Einsprache (Urk. 10/27,
Urk. 10/32
und 10/36
)
und reichte eine
medizinische
Stellungnahme von Prof.
Dr.
A._
ein (Urk. 10/36 S. 5 f.)
. Am 13. und 15. Februar 2021 nahm der beratende Arzt der ÖKK erneut zur Kausalitätsfrage Stellung (Urk. 10/37 und Urk. 10/38). Gestützt auf die Schlussfolgerungen ihres beratenden Arztes wies die ÖKK die gegen die Verfügung vom 8. Juni 2020 erhobene Einsprache mit
Einspracheentscheid
vom 26. März 2021 ab (Urk. 10/39 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 10. Mai 2021 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien ihm die Leis
tungen gemäss UVG auszurichten. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Sistierung des Verfahrens bis zum Vorliegen des Patientendossiers von Dr.
Z._
und allfällig sich daraus ergebender medizinischer Abklärungen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 30. Juni 2021 beantragte die Beschwerde
gegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 12. Juli 2021 mitgeteilt wurde (Urk. 11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für
die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugeh
en.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf
geführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leis
tungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integ
rität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Stö
rung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
Reine Aktengutachten sind beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich fest
stehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befas
sung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesge
richts 8C_750/2020 vom 23. April 2021 E. 4 mit Hinweisen)
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, der Unfall vom 31. Januar 2018 sei erst mit E-Mail vom 2. März 2020 gemeldet worden. Am 29. Januar 2018, und damit zwei Tage vor dem Ereignis, habe der Beschwerde
führer
Dr.
Z._
aufgesucht und
über
seit drei Wochen plötzlich einschies
sende Handgelenksschmerzen rechtsseitig geklagt. Im Bericht sei festgehalten worden, dass er «erneut» in Behandlung gekommen sei. Aus den Berichten von
Dr.
A._
vom 23. Dezember 2019 und von
Dr.
B._
vom 25. März 2020 ergäben sich mehrere Distorsionstraumata im Jahre 2017, welche Ursache der
ulnaren
Translokation bilden dürften. Bemerkenswert sei, dass das Unfall
ereignis vom 31. Januar 2018 in den zeitnahen ärztlichen Berichten nicht als mögliche Ursache diskutiert worden sei. Hinzuweisen sei sodann auf die vorbe
stehenden Beschwerden. Eine rheumatologische Ursache sei in den späteren Beurteilungen ausgeschlossen worden. Damit könne eine Unfallkausalität bejaht werden, nicht aber eine überwiegend wahrscheinliche Kausalität zum Ereignis vom 31. Januar 201
8. Dr.
A._
und
Dr.
B._
hätten namentlich auf mehrere zusammenhängende Traumata im Jahr 2017 hingewiesen. Ein Kausal
zusammenhang zwischen den Beschwerden und dem fraglichen Ereignis sei erst mehrere Monate später überhaupt erst diskutiert worden. Ein natürlicher Kausal
zusammenhang zum Unfallereignis vom 31. Januar 2018 sei damit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Denn in medizinischer Hinsicht sei mit dem beratenden Arzt festzuhalten, dass eine SL
-
Bandläsion mehrheitlich durch eine Hyperextension des
supinierten
ulnarduktierten
Handgelenkes, üblicher
weise nach Sturz auf die gestreckte Hand, verursacht werde. Ein Rotations-Zugtrauma bei vorgespannter Muskulatur führe dagegen zur Überlastung des Extensoren- und
Flexorenapparates
des Handgelenkes. Die Arthrose und der Status nach diversen Handgelenksarthroskopien stellten einen derart ausge
präg
ten degenerativen Vorzustand dar, dass hier eine Kausalität oder richtungs
gebende Verschlimmerung
nicht
mehr geltend gemacht werden könne. Die
Ulnardeviation
des Handgelenkes habe sich erst über eineinhalb Jahre nach dem Trauma präsentiert. Bei der sieben Monate nach dem Ereignis erfolgten Operation sei diese noch nicht vorhanden gewesen. Mit Blick auf die zeitliche Distanz und die zwischenzeitlich erfolgte Operation im
ulnaren
Handgelenk, welche eine
Ulnardeviation
nochmals begünstige, könne nicht auf einen überwiegend wahr
scheinlichen Kausalzusammenhang geschlossen werden. Die später als unfall
kausal deklarierte SL-Region sei nicht angegangen worden, was darauf schliessen lasse, dass zu diesem Zeitpunkt dort keine Beschwerden vorgelegen hätten. Schliesslich falle auf, dass
zu keinem Zeitpunkt,
weder nach den ärztlichen Konsultationen noch
perioperativ
im August 2018 noch nach der gesicherten
Ulnardeviation
ein Jahr später der Unfall vom 31. Januar 2018 erwähnt worden sei. Das Unfallereignis vom 31. Januar 2018, welches definitionsgemäss zu sofortigen immobilisierenden Schmerzen hätte führen müssen, sei bis zum Zeit
punkt nach der Konsultation bei
Dr.
A._
im November 2019 bzw. bis zur Operation am 3. März 2020 nie thematisiert worden. Weitere medizinische Erhe
bungen versprächen keine Klärung der Sachlage. Namentlich sei es zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr möglich zu klären, ob die Beschwerden auf mehrere Trau
mata im Jahr 2017, auf andere vorausgehende Unfallereignisse oder auf das Ereignis vom 31. Januar 2018 zurückzuführen seien (Urk. 2 Ziff. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber im Wesentlichen geltend, der Unfall habe sich am 30. Januar 2018 ereignet und er sei deswegen erstmals am 1. Feb
ruar 2018 in Behandlung bei Dr.
Z._
gewesen. Anlässlich dieser Konsul
tation habe er gegenüber Dr.
Z._
vom Unfallereignis vom 30. Januar 2018 berichtet, dieser sei jedoch davon ausgegangen, dass die neu aufgetretenen Beschwerden nicht über Unfall laufen könnten, sondern nach wie vor über Krank
heit abgerechnet werden müssten. Es stelle sich die Frage, ob
Dr.
Z._
die durch den Unfall vom 30. Januar 2018 verursachte SL-Ruptur im Rahmen der Behandlung des Beschwerdeführers übersehen habe und
diesenalsdann
auch nicht entsprechend behandelt habe. Ein Indiz dafür, dass
Dr.
Z._
die SL-Ruptur im Rahmen der ab Januar bzw. Februar 2018 begonnenen Behandlung tatsächlich übersehen habe, stelle dessen Meinungsänderung dar, welche er in seinem Schreiben vom 4. Februar 2020 an den Hausarzt kundtue. So sei diesem zu entnehmen, dass er (der Beschwerdeführer) im Januar 2018 wegen eines trau
matischen Ereignisses, welches Ursache des
Ulna
r
driftes
und der Instabilität des rechten Handgelenkes sei, zu ihm in die Sprechstunde gekommen sei. Stimmig dazu gehe aus dem Bericht von Prof. Dr.
A._
vom 29. September 2020 hervor, dass in d
er Beschreibung der Handgelenks-
A
rthroskopie vom 24. August 2018 von Dr.
Z._
unspezifische,
synovitische
, als
o
Reizzustandsverände
rungen des Handgelenkes beschrieben worden seien. Die
radioulnaren
Bänder
palmar
und dorsal seien als stabil beurteilt worden, die extrinsischen
palmaren
Ligamente seien nicht erwähnt worden. Daraus folge, dass die extrinsischen
palmaren
Ligamente, welche aufgrund deren Ruptur zum
Ulna
r
drift
geführt hätten, von Dr.
Z._
im Jahr 2018 nicht Gegenstand seiner Untersuchungen und Behandlungen gewesen seien. Dies
sei
ein weiterer Hinweis dafür, dass er die unfallbedingte SL-Ruptur übersehen habe. Sollte sich herausstellen, dass
Dr.
Z._
die SL-Ruptur und damit die Ursache des
Ulna
r
driftes
und der Instabilität des rechten Handgelenks tatsächlich im Rahmen der seit Januar 2018 aufgenommen Behandlung übersehen habe, liessen sich auch alle übrigen Unstimmigkeiten hinsichtlich des vorliegenden Falles erklären. Insbesondere sei dann nachvollziehbar, dass erst der nachbehandelnde Spezialarzt Prof. Dr.
A._
, welcher die SL-Ruptur im Dezember 2019 entdeckt habe, einen Zusammenhang zwischen einem Unfallereignis und dem
Ulna
r
drift
herge
stellt habe. Durch den Unfall vom 30. Januar 2021 sei es zu einer Hyperextension des rechten Handgelenkes gekommen. Ihm (dem Beschwerdeführer) sei ein 70 kg schwerer Pflanzentrog, welchen er mit der schweren Bodenseite nach unten mit seiner rechten (und somit
supinierten
und
ulnardeviierten
) Hand und die Ober
seite mit der linken Hand festgehalten habe, aufgrund eines Kommunikations
problems mit seinem Arbeitskollegen über die Richtung, in welche der Topf für das Beladen auf einen Lastwagen habe gedreht werden müssen, mit seinem ganzen Gewicht in seine rechte Hand gefallen. Dadurch sei es zu einer gewalt
samen Überstreckung (Hyperextension) des rechten Handgelenkes und somit in nachvollziehbarer Weise zum Riss des SL-Bandes gekommen. Es sei unbestritten, dass an der rechten Hand ein degenerativer Vorzustand vorgelegen habe. Dieser sei jedoch durch das Unfallereignis richtunggebend verschlimmert worden, indem es dabei zu einer SL-Ruptur gekommen sei. Zudem habe das Unfallereignis zu sofortigen immobilisierenden Schmerzen geführt. So habe er (der Beschwerde
führer) noch am Unfalltag einen Termin bei Dr.
Z._
auf den 1. Februar 2018 vereinbart. Die von Dr.
Z._
ab Februar 2018 durchgeführten Behandlungen hätten jedoch nicht zur Schmerzlinderung geführt. Dies sei nachvollziehbar, weil Dr.
Z._
die Ursache der Beschwerden, die SL-Ruptur, übersehen und somit nicht behandelt habe. Leider sei die richtige Diagnose erst im Dezember 2019 durch Prof. Dr.
A._
gestellt worden. Aufgrund all dieser Umstände sei es überwiegend wahrscheinlich, dass das Unfallereignis vom 30. Januar 2018 kausal sei für die seither geklagten invalidisierenden Beschwerden am rechten Hand
gelenk (Urk. 1 S. 9 ff.).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. Juni 2021 führte die Beschwerdegegnerin unter anderem ergänzend aus, bemerkenswert sei, dass das Unfallereignis vom 31. Januar 2018 in den zeitnahen ärztlichen Berichten zu keiner Zeit als mögliche Ursache diskutiert worden sei. Daran änderten auch Mutmassungen, weshalb
Dr.
Z._
die SL-Ruptur übersehen haben könnte, nichts. Mit dem beratenden Arzt sei festzuhalten, dass eine SL-Bandläsion mehrheitlich durch eine Hyperex
tension des
supinierten
,
ulnarduktierten
Handgelenkes, üblicherweise nach Sturz auf die gestreckte Hand, verursacht werde. Ein Rotations-Zugtrauma bei vorge
spannter Muskulatur (beschrieben in der E-Mail der AXA ARAG) führe dagegen zur Überlastung des Extensoren- und
Flexorenapparates
des Handgelenkes. Die präzisen Schilderungen zum Unfallhergang mehr als zwei Jahre später (Ziffer 19 der Beschwerde) dürften denn auch mehr resultatbezogen als erinnerungsbezogen sein. Nicht abgestellt werden könne auf die abweichende Kausalitätsbeurteilung der behandelnden Ärzte, welche die Beschwerden als
traumabedingt
bezeichne
ten. Denn damit stehe noch in keiner Weise fest, dass die Beschwerden auf das versicherte Ereignis vom 31. Januar 2018 zurückzuführen seien. Die vorbeschrie
bene Arthrose und der S
tatus nach diversen Handgelenks-
A
rthroskopien stellten einen derart ausgeprägten degenerativen Vorzustand dar, dass keine Kausalität oder richtunggebende Verschlimmerung mehr geltend gemacht werden könne (Urk. 8 S. 9 f.).
3.
3.1
Im Bericht vom 30. Januar 2018 betreffend die Konsultation vom 29. Januar 2018 nannte
Dr.
med.
Z._
, Facharzt Chirurgie und Handchirurgie, die folgenden Diagnosen:
-
Dorsal okkultes
radioskapholunäres
HG-Ganglion rechts
-
FCR-Tunnelsyndrom rechts
-
d
istales Intersektionssyndrom rechts
-
St. n. HG-Arthroskopie und Ellenverkürzungsosteotomie rechts vor ca. 3 Jahren
Dr.
Z._
hielt fest, der manuell arbeitende Beschwerdeführer beklage seit ca. drei Wochen plötzlich einschiessende Handgelenksschmerzen rechtsseitig, einer
seits streckseitig aber auch
radiopalmar
mit Schwellung und Blockade, so dass er der Arbeit nicht mehr vollständig nachgehen könne (Urk. 10/9 und Urk. 10/22 S. 59).
3.2
In seinem Bericht vom 5. März 2018 betreffend die Verlaufskontrolle vom 28. Februar 2018 nannte Dr.
Z._
zusätzlich zu den bereits erwähnten Diag
nosen die Diagnose einer symptomatischen
Peritrapezial
-Arthrose links und hielt fest, der Beschwerdeführer habe sehr gut von der letztmaligen Infiltration des distalen Intersektionssyndroms und des FCR-Tunnelsyndroms rechts profitiert. Diesbezüglich sei er praktisch beschwerdefrei geworden. Demaskiert seien jetzt die Schmerzen im Daumensattelgelenk und
ulnocarpal
bei
Rezidivimpingement
nach
Ulnaverkürzungsosteotomie
vor drei Jahren. Lokal habe es keine Neben
wirkungen der Infiltrationen bei deutlicher
Druckdolenz
über dem CMC I-Gelenk und über dem TFCC bei positivem
stylo-triquetralem
und
ulnocarpalem
Im
p
inge
menttest
gegeben. Es bestünden regelmässige Kribbelparästhesien in den Händen, aktuell aber keine Hinweise auf Stammnervenkompression (Urk. 10/22 S. 63).
3.3
In seinem Bericht vom 29. März 2018 betreffend die Verlaufskontrolle vom 28. März 2018 führte
Dr.
Z._
aus, der Beschwerdeführer habe auch diesmal von den Infiltrationsbehandlungen profitiert. Er sei
peritrapezial
links fast voll
ständig schmerzfrei geworden,
ulnokarpal
rechts bestünden noch leichte Rest
be
schwerden. Lokal habe es keine Nebenwirkung der Infiltrationen bei schmerz
freier Situation über dem CMC I-Gelenk links und noch leichter
Druckdolenz
über dem TFCC rechts gegeben (Urk. 10/22 S. 62).
3.4
In seinem Bericht vom 17. Mai 2018 betreffend die Konsultation vom 16. Mai 2018 führte
Dr.
Z._
aus, der Beschwerdeführer habe nur ca. drei Monate von der letztmaligen Infiltration am rechten Handgelenk profitieren können. Die Beschwerden seien über dem distalen Intersektionssyndrom und über der dorsa
len HG-Kapsel wieder aufgeflammt. Lokal bestehe eine deutliche Schwellung über dem 2.,
3.
und
4.
SSF rechtsseitig bei deutlicher lokaler
Druckdolenz
im
radios
kapholunären
Winkel und über dem 2.,
3.
und
4.
SSF rechts. Es bestehe ein deut
licher Hyperextensionsschmerz.
Radiopalmar
und
ulnar
sei der Beschwerdeführer beschwerdearm (Urk. 10/22 S. 68 und Urk. 10/22 S. 57).
3.5
In seinem Bericht vom 5. Juli 2018 betreffend die Verlaufskontrolle vom 4. Juli 2018 hielt Dr.
Z._
fest, der Beschwerdeführer habe erneut gut von der letzt
maligen Infiltration des dorsalen Handgelenkes rechts sowie des
ulnokarpalen
Übergangs rechts profitiert; er sei diesbezüglich wieder deutlich beschwerdeärmer geworden (Urk. 10/22 S. 67 und S. 61).
3.6
In seinem Bericht vom 7. August 2018 betreffend die Konsultation vom 6. August 2018 nannte Dr.
Z._
zusätzlich zu den erwähnten Diagnosen einen Verdacht auf ein
Sulcus
ulnaris
Syndrom rechts. Er führte aus, es bestehe nach wie vor die Problematik des
ulnokarpalen
HG-Schmerzes im Sinne eines rezidiv
Impingement
zu
ulnokarpal
nach
Ulnaverkürzungsosteotomie
; höchstwahrscheinlich sei eine TFCC-Läsion zugrundeliegend. Zusätzlich beschreibe der Beschwerdeführer Krib
belparästhesien und eine Einschlaftendenz der
Ulnaris
-versorgten Hand rechts
seitig, was bisher nicht abgeklärt worden sei (Urk. 10/22 S. 58).
3.7
Im Operationsbericht vom 24. August 2018 wurden als Diagnosen ein Rezidiv eines
ulnocarpalen
Impingement
bei radiozentraler TFCC-Läsion,
ein Loge
de
Guyon
Reiz-Syndrom rechts und ein Karpaltunnelsyndrom rechts genannt. Es wurde
n
eine Arthroskopie, eine
Synovektomie
und ein TFCC-
Débridement
rechts sowie eine offene Dekompression Loge de
Guyon
und eine Spaltung des
Retina
kulum
flexorum
rechts durchgeführt (Urk. 10/22 S. 55 und Urk. 10/22 S. 11).
3.8
In seinem Bericht vom 25. September 2018 betreffend die gleichentags erfolgte postoperative Kontrolle nannte Dr.
Z._
die folgenden Diagnosen:
-
St. n. Re-Arthroskopie, TFCC-
Débridement
und
Synovektomie
rechts 24.08.18
-
St. n. HG-Arthroskopie
ulnarer
TFCC-Naht rechts 14.9.2009
-
St. n.
Ulnaverkürzungsosteotomie
rechts 6.5.2011
-
St. n. offener Dekompression Loge de
Guyon
Reiz und Spaltung
Retina
kulum
flexorum
rechts 24.8.18
-
Symptomatische
Peritrapezial
-Arthrose links
Der Beschwerdeführer zeige insgesamt einen sehr gutartigen frühpostoperativen Verlauf. Er beschreibe schon eine deutliche Reduktion der Grundschmerzen im Handgelenk und ein vollständiges Auflösen der Kompressionssymptomatik des
Nervus
ulnaris
rechts. Bei grösseren Bewegungen oder unvorhergesehenen Belas
tungen komme es noch zu deutlich einschiessenden Schmerzen. Lokal bestünden reizlose
,
palmar
noch deutlich verhärtete und leicht
druckdolente
Narbenverhält
nisse bei dorsal noch leichter Schwellung über dem Gelenk. Die HG-Flexion/Extension sei mit 40/0/40° noch deutlich eingeschränkt bei freier Radial-
Ulnar
-Deviation und freier Pro-/Supination (Urk. 10/22 S. 54).
3.9
In seinem Bericht vom 24. Oktober 2018 betreffend die gleichentags erfolgte Ver
laufskontrolle führte Dr.
Z._
aus, der Beschwerdeführer zeige eine soweit gutartige weitere Entwicklung. Die Sensibilitätsstörung im
Ulnaris
-Versorgungs
gebiet sei deutlich
regredient
bei aber noch deutlichen Narbenverhärtungen. Nach Mobilisation des Handgelenkes komme es häufig zu einer Exazerbation der dorsalen Handgelenksschmerzen, welche dann über zwei bis drei Tage wieder abklängen; der Beschwerdeführer zeige aber ein
en
soweit zufriedenstellenden weiteren Verlauf mittlerweile zwei Monate postoperativ. Lokal bestehe noch eine leichte Restschwel
l
ung über der dorsalen Handgelenkskapsel rechtsseitig bei reiz
losen Porteintrittsstellen ohne wesentliche Narbenverhärtungen. Die Flexi
on/Extension gelinge schon bis 50/0/40° bei freier Pro-/Supination. In Maximal-Supination bestünden noch ziehende Schmerzen
ulnokarpal
.
Palmar
zeigten sich noch deutliche Narbenverhärtungen im Bereich der Loge de
Guyon
-Operations
narbe; der Beschwerdeführer zeige aber hier nur wenig
Druckdolenz
. Der Faust
schluss und die Streckung der Langfinger
gelängen
vollständig (Urk. 10/22 S. 51).
3.10
In seinem Bericht vom 6. Dezember 2018 betreffend die gleichentags erfolgte Verlaufskontrolle hielt
Dr.
Z._
fest, der Beschwerdeführer zeige noch eine relativ ausgeprägte Schmerzsituation im Bereich der Operationsnarbe der Loge de
Guyon
und zusätzlich im Bereich des dorsalen und
ulnaren
Handgelenkes rechts. Lokal bestünden keine
Dystrophiezeichen
,
kein
hyperpathischer
Schmerz, keine
Dyshidrose
oder Temperaturverschiebung, keine Farbveränderung und kein über
proportionaler Schmerz. Somit bestünden keine Hinweise auf ein CRPS. Es zeige sich noch eine deutliche Rötung der Narbenverhältnisse über der Loge de
Guyon
mit
Druckdolenz
und leicht
hyperpathischen
Schmerzen im
Ulnaris
-Versorgungs
gebiet, was nach Re-Dekompression des
Nervus
ulnaris
als normal zu werten sei. Die Rehabilitation bei Re-Operationen sei in der Regel länger; hier sei eine Reha
bilitation von ca. sechs Monaten einzurechnen. Die Funktion der rechten Hand sei relativ spontan im Einsatz, jedoch noch ohne wesentliche Belastung. Pro-/Supination, Flexion und Extension zeigten sich schon normalisiert. Der volle Faustschluss und die volle Extension der Langfinger sei bei noch leichter Sensi
bilitätsverminderung im
Ulnaris
-Versorgungsgebiet rechts möglich (Urk. 10/22 S. 52).
3.11
In seinem Bericht vom 17. Januar 2019 betreffend die gleichentags erfolgte Verlaufskontrolle hielt Dr.
Z._
fest, der Beschwerdeführer beklage nicht mehr die ausgeprägten Schmerzen im OP-Gebiet bei verbesserter Beweglichkeit und Belastbarkeit des rechten Handgelenkes bei aber nach wie vor deutlichen Restbeschwerden im OP-Gebiet mit noch nicht vollständiger Auflösung der Sensibilitätsstörung. Lokal bestehe noch eine deutliche Rötung der Narben
verhältnisse
ulnar
/
palmar
mit noch lokaler
Druckdolenz
über den Narben und leichtem
Tinel
-Phänomen des
Nervus
ulnaris
. Nach wie vor bestünden keine Hinweise auf ein CRPS. Dorsal zeigten sich reizlose Porteintrittsstellen mit nur unwesentlicher Schwellung der dorsalen Kapsel. Die Flexion und Extension des Handgelenkes sei mit 30/0/50° noch eingeschränkt, aber am
B
essern. Die
Prosu
pination
sei frei mit deutlich einschiessenden Schmerzen in der Endphase der Rotation (Urk. 10/22 S. 44 und Urk. 10/22 S. 39).
3.12
In seinem Bericht vom 1. März 2019 betreffend die Konsultation vom 27. Februar 2019 führte Dr.
Z._
aus, der Beschwerdeführer zeige weiterhin einen gut
ar
tigen Verlauf mit protrahierter Entwicklung der Beweglichkeit und der Kraft, bei aber schon abgenommener Schmerzhaftigkeit. Restbeschwerden seien vor allem in Belastung der Rotationsbewegung des Handgelenkes vorhanden. Lokal bestehe noch eine Restschwellung über dem dorsalen, vor allem
dorsoulnaren
Hand
gelenk rechtsseitig bei deutlich weicheren Narbenverhältnissen über der
Palmarseite
im Bereich der Loge de
Guyon
mit nur mehr geringfügigsten Sensi
bilitätsstörungen im
Ulnaris
-Versorgungsgebiet rechts. Es bestehe noch eine deutliche
Druckdolenz
über dem TFCC und weniger ausgeprägt über dem DRUG (Urk. 10/22 S. 37).
3.13
In seinem Bericht vom 4. April 2019 betreffend die Verlaufskontrolle vom 3. April 2019 hielt Dr.
Z._
fest, der Beschwerdeführer zeige eine langsame Besserungstenden
z der Situation der rechten Hand
mit aber nach wie vor deutli
chen Restbeschwerden
,
vor allem belastende Rotationsbewegungen des rechten Handgelenkes. Die Sensibilitätsstörung des N.
medianus
und
ulnaris
-Versor
gungsgebietes rechts sei verschwunden. Lokal sei keine wesentliche Restschwel
lung über dem dorsalen und
dorsoulnaren
Handgelenk rechtsseitig mehr zu sehen bei freier Pro-/Supination, Radial-/
Ulnardeviation
und Fl
e
xion/Extension des Handgelenkes. Die Kraft sei rechtsseitig noch reduziert im Vergleich zur Gegen
seite. Lokal fänden sich noch
Druckdolenzen
über dem TFCC und über dem DRUG bei nach wie vor stabilen Verhältnissen des distalen
Radioulnargelenkes
.
Ulno
palmar
über der Narbe der Loge de
Guyon
seien keine
Druckdolenzen
mehr aus
zulösen. Sensibilität, Durchblutung und
Trophik
seien intakt (Urk. 10/22 S. 26 und Urk. 10/22 S. 23).
3.14
In seinem Bericht vom 6. Mai 2019 betreffend die gleichentags erfolgte Verlaufs
kontrolle hielt Dr.
Z._
fest, bezüglich des Handgelenks bestehe nach wie vor eine
Belastungslimite
von ca. 5-7 kg, bei repetitiven Bewegungen sogar noch niedriger. Lokal sei keine wesentliche Schwellung am rechten Handgelenk sicht
bar bei noch leichter Rötung und Verhärtung der Narbenverhältnisse und noch deutlicher
Druckdolenz
über dem dorsalen und
dorsoulnaren
Handgelenk rechts
seitig. Die Flexion und Extension seien rechts im Vergleich zur Gegenseite um 10 % eingeschränkt mit noch deutlicher Kraftreduktion. Die Pro- und Supination seien frei; es bestehe nach wie vor eine
Druckdolenz
über dem TFCC, über dem DRUG und über der dorsalen Handgelenkskapsel (Urk. 10/22 S. 17).
3.15
In seinem Bericht vom 11. Juni 2019 betreffend die gleichentags erfolgte Verlaufskontrolle führte Dr.
Z._
aus, der Beschwerdeführer zeige nach wie vor eine belastungslimitierende Schmerzhaftigkeit des
ulnokarpalen
Übergangs rechtsseitig. Lokal bestehe nach wie vor eine deutliche
Druckdolenz
im
ulnokar
palen
Übergang rechtsseitig mit eingeschränkter Flexion und Extension des rechtsseitigen Handgelenkes von 40/0/40° bei aber stabilem distale
m
Radioulnar
gelenk
. Der
sylotriq
u
etrale
Impingementtest
sei nach wie vor positiv (Urk. 10/22 S. 7).
3.16
In seinem Bericht vom 30. August 2019 betreffend die Verlaufskontrolle vom
29. August 2019
nannte Dr.
Z._
zusätzlich zu den bereits erwähnten Diag
nosen eine
zunehmende radiocarpale Instabilität rechts
bei radio-
carpaler
und
midcarpaler
Arthrose rechts. Er hielt fest, der Beschwerdeführer zeige eine Ver
schlechterung der Gesamtsituation mit zunehmenden radiokarpalen
midkarpalen
Handgelenksschmerzen rechts sowie auch Rotationsschmerzen. Er zeige immer wiederkehrende Schwellungszustände am Handgelenk, was in der Entwicklung nicht natürlich erscheine. Lokal fänden sich deutliche
Druckdolenzen
über der radiokarpalen
midkarpalen
Gele
n
kskapsel des rechten Handgelenkes global zirkulär; die Flexion und Extension seien mit 30/0/30° deutlich eingeschränkt. In der
dynamischen Durchleuchtung
sei eine
fortschreitende Destabilisierung des radiokarpalen Gelenkes rechtsseitig mit
Ulnardrift
des
gesamten
Karpus
und Destruktion der
radioluneären
Gelenksfacette sowie der
mi
d
karpalen
Gelenks
facette zu sehen. Das DRUG zeige eine soweit gutartige Positionierung bei Status nach
Ulnaverkürzungsosteotomie
; im seitlichen Strahlengang zeige sich noch eine unauffällige Konfiguration der karpalen Winkel. Erstaunlicherweise sei es zu einer Destabilisierung des radiokarpalen und
midkarpalen
Gelenkes rechtsseitig mit
Ulnardrift
des
Karpus
und Destruktion der radio-
luneären
und
mi
d
karpalen
Gelenkfacette gekommen. Hier könne eine rheumatologische Erkrankung
oder eine f
ortschreitende
Chondrokalzinose
destruktion
der Gelenkskapsel
zugrunde liegen
. Wie es zu der Destabilisierung gekommen sei, sei unklar (U
rk. 10/22 S. 13 f.).
3.17
In seinem Bericht vom 6. September 2019 betreffend die Konsultation vom 4. September 2019 führte Dr.
Z._
aus, der Beschwerdeführer zeige in der Magnetresonanztomographie und Computertomographie eine Zerstörung des
radioulnaren
Gelenkskompartiments mit
Ulnardrift
des gesamten
Carpus
mit deutlichem
Humulus
-Spitzensyndrom rechtsseitig. Lokal fänden sich deutliche
Druckdolenzen
über der radio-karpalen
midkarpalen
Gelenkskapsel des rechten Handgelenks global zirkulär, die Flexion und Extension sei mit 20/0/30° deutlich eingeschränkt. Der
Ulnardrift
des
Carpus
sei sehr erstaunlich, die letzte radiolo
gische Untersuchung vor ca. einem Jahr habe noch eine gute Zentrierung des Gelenkes gezeigt. Die ausgeprägte
Synovialitis
und der
Ulnardrift
liessen an eine
rheumatische Genese
der Problematik denken (Urk. 10/22 S. 15 f. und Urk. 10/22 S. 9 f.).
3.18
Prof. Dr. med.
A._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, Facharzt Handchirurgie, Universitätsklinik
C._
, nannte in seinem Bericht vom 23. Dezember 2019 betreffend die Sprech
stunde vom 11. Dezember 2019 die folgenden Diagnosen:
-
Aktuell symptomatische Radiokarpalarthrose aufgrund
ulnarer
Translo
kation rechts
-
Verdacht auf Arthrose DRUG rechts bei
-
St. n. Handgelenksarthroskopie, TFC
Débridement
und
Synovektomie
, offener Dekompression
Nervus
ulnaris
in der Loge de
Guyon
rechts 24.08.2018
-
St. n.
Ulnaverkürzungsosteotomie
rechts 06.05.2011
-
St. n. Handgelenksarthroskopie und
ulnarseitiger
Naht TFC vom 14.09.2009
Der Beschwerdeführer berichte, dass er nach der
Ulnaverkürzungsosteotomie
, wie bereits im letzten Bericht erwähnt, jahrelang wenig Beschwerden gehabt habe.
Im Jahr 2017 habe er mehrere Distorsionstraumata/Stürze erlitten, wonach sich die Situation deutlich verschlechtert habe bzw. neue Schmerzen radiokarpal aufge
treten seien. Be
züglich der Ursache der
ulnaren
Translokation dürfte diese höchst
wahrscheinlich
mit mehreren Traumata im Jahr 2017
zusammenhängen Eine
ulnare
Translokation entstehe bei nicht vorhandener entsprechender Erkrankung (zum Beispiel rheumatoide Arthritis) in der Folge eines Unfalles mit Ruptur der radiokarpalen
palmarseitigen
Ligamente (Urk. 10/22 S. 4 f.).
3.19
In seinem Bericht vom 4. Februar 2020 betreffend die Konsultation vom 15. Januar 2020 nannte
Dr.
Z._
die folgenden Diagnosen:
-
Posttraumatische radiocarpale Instabilität rechts
-
Radiocarpale und
midcarpale
Degeneration rechts
-
Trauma HG rechts 3
0.1.2018
-
V. a. beginnende DRUG-Arthrose rechts
-
St. n. Re-Arthroskopie, TFCC-
Débridement
und
Synovektomie
rechts 24.8.18
-
St. n. offener
Dékompression
Loge de
Guyon
Reiz und Spaltung
Retinakulum
flexorum
rechts 24.8.18
-
symptomatische
Peritrapezial
-Arthrose links
-
chronische Rückenschmerzen mit Schwächung der Muskulatur
Dr.
Z._
führte aus, die Beurteilung am
C._
habe eine traumatische Genese des
Ulnardriftes
und der Instabilität des rechten Handgelenkes eruieren können, was seines Erachtens Sinn mache,
da der Beschwerdeführer wegen einer initialen Traumatisierung im Januar 2018 in die Sprechstunde gekommen sei und seither höchstwahrscheinlich der
Ulnardrift
vorhanden sei.
Aus seiner Sicht stehe hier nicht in Frage, dass die Problematik am rechten Handgelenk eindeutig als unfallkausal zu bewerten sei. Lokal fänden sich deutliche
Druckdolenzen
über der radiokarpalen
midkarpalen
Gelenkskapsel des rechten Handgelenkes global zirkulär; die Flexion und Extension sei mit 30/0/30° deutlich eingeschränkt. In der dynamischen Durchleuchtung sehe man eine fortschreitende Destabilisierung des radiokarpalen Gelenkes rechtsseitig mit
Ulnardrift
des gesamten
Karpus
und Destruktion der
radioluneären
Gelenksfacette sowie der
midkarpalen
Gelenks
facette. Das DRUG zeige soweit eine gutartige Positio
n
ierung bei St. n.
Ulnaver
kürzungsosteotomie
; im seitliche Strahlengang zeige sich noch eine unauffällige Konfiguration der
k
arpalen Winkel (Urk. 10/4).
3.20
Am 3. März 2020 wurde an der Universitätsklinik
C._
, Abteilung für Hand
chirurgie, eine RL-
Arthrodese
mit
trikortikalem
Beckenkamm-
Interponat
und eine
Ulnakopfprothese
rechts durchgeführt (Urk. 10/5 und Urk. 10/30 S. 7 f.).
3.21
In seinem Bericht vom 25. März 2020 zuhanden der Beschwerdegegnerin, führte Prof. Dr.
A._
aus, der Beschwerdeführer habe sich erstmalig nach Zuwei
sung von Dr.
Z._
mit Schmerzen am distalen
Radioulnargelenk
sowie auch radiokarpal in der Sprechstunde vom 13. November 2019 präsentiert. Am 11. Dezember 2019 sei eine erneute Verlaufskontrolle mit zwischenzeitlicher Anforderung der CT- und MRI-Untersuchung erfolgt. Hierbei habe der Beschwer
deführer weiterhin von mässigen bis starken Schmerzen
sowohl
im DRUG als auch radiokarpal berichtet. Als Ursache hätte
n
sich damals anhand der Anamnese vermutlich
mehrere Traumata im Jahr 2017
im Zusammenhang feststellen lassen. Im extern durchgeführten CT des rechten Handgelenkes vom September 2019 hätten sich eine
ulnare
Translokation des
Carpus
mit komplett aufgehobenem Gelenkspalt zwischen Radius und
Lunatum
mit zusätzlichem
Hamatusspitzen
syn
drom
/Arthrose zwischen Typ II
Lunatum
Facette mit
Hamatumspitze
und fort
ge
schrittener DRUG-Arthrose gezeigt. Die
ulnare
Translokation lasse sich bei nicht vorhandener entsprechender Erkrankung in der Folge eines Unfalls mit Ruptur der radiokarpalen und
palmarseitigen
Ligamente erklären. Es sei eine Ope
ration mittels
radioulnärer
Arthrodese
mit
trikortikalem
Beckenkamminterponat
und
Ulnakopfprothese
rechts komplikationslos am 3. März 2020 durchgeführt worden (Urk. 10/22 S. 1 f.).
3.22
In seinem Bericht vom 26. März 2020 betreffend die Konsultation vom 16. März 2020 nannte Prof.
Dr.
A._
die folgenden Diagnosen (Urk. 10/12):
St. n. RL-
Arthrodese
mit
trikor
ti
kalem
Beckenkamm-
Interponat
,
Ulnakopf
-pro
these rechts vom 03.03.2020 mit/bei:
-
Aktuell symptomatische
r
Radiokarpalarthrose aufgrund
ulnarer
Translo
kation rechts
-
Arthrose DRUG rechts bei
-
St. n. Handgelenksarthroskopie, TFC
Débridement
und
Synovektomie
, offener Dekompression
Nervus
ulnaris
in der Loge de
Guyon
rechts 24.08.2018
-
St. n.
Ulnaverkürzungsosteotomie
rechts 06.05.2011
-
St. n. Handgelenkarthroskopie und
ulnarseitiger
Naht TFC vom 14.09.2009
-
Rezidivierende
n
Distorsionstraumata/Stürze
n
2017
3.23
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin,
Dr.
med.
D._
, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt in seiner Stellungnahme vom 17. April 2020 fest, obwohl sich das Trauma nach der Konsultation bei
Dr.
Z._
ereignet habe, habe dieser später behaup
tet, der Beschwerdeführer habe sich erst nach dem Trauma in seiner Sprechstunde vorgestellt. Die vorbestehende – aber in Anbetracht der
Voro
perationen sicher vorhanden gewesene – Arthrose werde von Dr.
Z._
in seinem Erstbericht nicht erwähnt. Dafür beschreibe Prof.
Dr.
A._
in seinem OP-Bericht vom 3. März 2020, beim Beschwerdeführer sei es einerseits nach einer
Ulnaver
kürzungsosteotomie
zu einer Degeneration/Arthrose des DRUG und andererseits
durch mehrere Handgelenkstraumata zu Läsionen der radiokarpalen Ligamente mit konsekutiver
ulnarer
Translation und konsekutiver Arthrose
radioulnär
gekommen.
Durch die am 3. März 2020 durchgeführte RL-
Arthrodese
seien die von Prof. Dr.
A._
zitierten Unfallfolgen behandelt worden. Da es sich nach seinen Angaben um mehrere Traumata gehandelt habe, sei die Distorsion vom 31. Januar 2018 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit teilkausal. Vor dem Ereignis habe der Beschwerdeführer an einem
Ulnaimpaktionssyndrom
mit distaler
Radioulnararthrose
gelitten, aufgrund dessen er zwei Mal operiert worden sei. Ferner habe er an einem Engpasssyndrom der M.
flexor
carpi
Radialissehne
gelitten. Aufgrund der vorbestehenden Degenerationen im Handgelenk habe sich
zudem
ein radio-
scapho
-
lunäres
Ganglion entwickelt. Somit sei das Ereignis, welches sich zwei Tage nach der Diagnosestellung jenes Ganglion
s
am 31. Januar 2018 ereignet habe, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht allein ursächlich für die
Radioulnararthrose
. Da momentan kein radiologischer Vorzustand respek
tive Status nach den vorangegangenen Traumatisierungen vorliege, gelte nach den heute vorliegenden Angaben die Verschlimmerung im (
arthrodetisch
versorg
ten) Radio-
Lunärgel
e
nk
als richtungsgebend. Diese Verschlimmerung sei jedoch am 3. März 2020 suffizient behandelt worden (Urk. 10/14).
3.24
In seiner Stellungnahme vom 29. Mai 2020 führte Dr.
D._
aus, die unfall
bedingte Ruptur der radiokarpalen Ligamente nach diversen Vortraumatisie
rungen und einer vorbestehenden Radiokarpalarthrose sei möglich.
Ein Distorsi
onstrauma, das die Rupturen zweier Ligamente zur Folge habe, gehe zwingend mit radiologisch evidenten
kapsuloligamentären
Zerrungszeichen, Hämatom
en
und entsprechenden
intraossären
Kontusionszeichen einher.
Überwiegend wahr
scheinlich sei dagegen eine Degenerationsfolge: Die
Ulnaverkürzungsosteotomie
habe zu einer Veränderung der Integrität der Gelenkflächen des distalen
Radioul
nargelenkes
, vergleichbar mit einem St. n. Osteosynthese oder auch
einer
Fraktur mit Gelenkbeteiligung geführt. Die sich radiologisch präsentierende Verkürzung der
Ulna
entspreche einer verkürzten
ulnaren
Gelenkgabel und führe somit zur beschriebenen
scapholunären
Dissoziation, hervorgerufen durch eine
Ulnardevi
ation
des
Carpus
. Das beschriebene Trauma vom 30. Januar 2018, für welches sich in der CT und MRT vom 4. September 2019 keine Distorsions- oder Kontu
sionsfolgen
,
dafür jedoch ausgeprägte Degenerationen zeigten, habe mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit zu einer vorübergehenden Verschlimmerung, jedoch nicht zu weiteren strukturellen Läsionen geführt. Der neu vorgelegte Bericht der
Klinik E._
, in dem lediglich die Behandlung der Folgen einer aktivierten Radiokarpalarthrose beschrieben werde, verstärke die schon im Vorfeld bestan
denen Zweifel an der Kausalität des (nicht mehr erwähnten) Ereignisses vom 30. Januar 2018 nochmals.
Es erfolge keine Begründung für eine Unfallkausalität der
ligamentären
Bandrupturen im voroperierten dissoziierten und
arthrotisch
veränderten Handgelenk. In der aktuellen Diagnoseliste werde das angebliche Trauma nicht einmal mehr erwähnt.
Entgegen seiner Stellungnahme vom 17. April 2020 beurteile er heute die Teilkausalität als möglich, jedoch nicht mehr als überwiegend wahrscheinlich (Urk. 10/25).
3.25
Im Operationsbericht vom 23. Juni 2020 nannte Prof.
Dr.
A._
die Diagnose einer rezidivierenden dorsalen Luxation bei St. n. RL-
Arthrodese
,
Ulnakopf
pro
these
rechts vom 3. März 202
0.
Es wurde ein
Rezentrierung
/Bildung Neo-
Fossa
sigmoidea
und Stabilisation
Ulnakopf
mittels Kapselraffung und temporärer Spickdrahtfixation DRUG rechts durchgeführt (Urk. 10/30 S. 10).
3.26
Prof. Dr.
A._
hielt in seinem Bericht vom 2. Juli 2020 zuhanden der Beschwerdegegnerin
dafür
, nach nochmaliger Durchsicht des gesamten Sachver
haltes sowie der erwähnten Berichte seitens Dr.
D._
sei nach wie vor
der Standpunkt
klar, dass
die vorliegende Pathologie
traumatologischer
Genese sei.
Insbesondere die
ulnare
Translokation sei praktisch ausschliesslich
traumatolo
gisch
, müsse jedoch differenzialdiagnostisch aus rheumatologischer Sicht mitbe
urteilt werden.
Nachdem aber eine rheumatologische Ursache habe ausgeschlos
sen werden können, sei die Ursache mit an Sicherheit grenzender Wahrschein
lichkeit
traumatologisch
bedingt. Er gehe konform mit der Aussage von
Dr.
D._
, dass sowohl die repetitiven Traumata vom 30. Januar 2018 wie auch die erwähnten von 2017 ursächlich sein könnten, jedoch nicht klar gesagt werden könne, welche der Traumata nun den tatsächlichen Ursprung gegeben hätten
(Urk. 10/30 S. 1).
3.27
Prof.
Dr.
A._
führte in seiner Stellungnahme vom 29. September 2020 zuhanden der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers aus,
Dr.
D._
stelle in seiner Stellungnahme vom 29. Mai 2020 die Theorie auf, dass eine
Ulnaver
kürzungsosteotomie
zu einer Veränderung der Integrität der Gelenkflächen und in der Folge einer
skapholunären
Dissoziation und auch
Ulnardeviation
des
Karpus
führe. Diese Theorie sei in der wissenschaftlichen Literatur nicht beschrie
ben, eine
ulnare
Translation des
Karpus
sei als Komplikation einer
Ulnarverkür
zungsosteotomie
ebenfalls nicht beschrieben. Es scheine zudem sehr unwahr
scheinlich, dass ein Patient, bei dem die «Integrität der Gelenkflächen» bei einer
Ulanverkürzungsosteotomie
2011 derart alteriert werde, erst 2018 symptomatisch werde und in der Zwischenzeit sieben Jahre nach dieser Operation ohne grosse Beschwerden seinen Alltag leben könne. In der Literatur sei eine
ulnare
Transla
tion des
Karpus
entweder als Folge von rheumatologischen Erkrankungen oder aber als Folge eines Unfallereignisses beschrieben.
Da beim Beschwerdeführer durch eine fachärztliche rheumatologische Begutachtung eine solche Erkrankung habe ausgeschlossen werden können, bleibe als letzte Ursac
he nur das Unfaller
eignis. Des W
eiteren sei noch zu erwähnen, dass
Dr.
D._
in seinen Erwä
gungen zur Beurteilung der Ruptur der
palmaren
Bänder als unfallbedingt von
notwendigen Dist
or
sions- oder Kontusionsfolgen in der Bildgebung spreche, welche im MRI vom 4. September 2019 nicht sichtbar
seien. Nach Rücksprache mit Radiologen sei
dies
durchaus möglich und sogar wahrscheinlich, da der Abstand zwischen Bildgebung und Trauma so lange sei, dass diese Zeichen bereits nicht mehr sichtbar seien. Das vom Beschwerdeführer für den 30. Januar 2018 beschriebene Unfallereignis sei durchaus geeignet, Rupturen der
palmaren
Liga
mente hervorzurufen.
Dass in seinen Berichten mehrere Traumata im Jahr 2017 beschrieben seien, der Beschwerdeführer diese jedoch im Jahr 2018 angebe, dürfte durch einen Fehler beim Erstellen des Berichtes bedingt sein. Zu
dem Bericht von
Dr.
Z._
vom 30. Januar 2018 über die Untersuchung vom 29. Januar 2018 sei festzuhalten, dass hier in der dynamischen Durchleuchtung ein regelrechtes Alignement der Handwurzel beschrieben worden sei, eine
ulnare
Translation des
Karpus
werde nicht erwähnt. Diese wäre bei einer postoperativ bedingten Trans
lation zu diesem Datum bereits vorhanden gewesen. Bezüglich der Beschreibung der Operation durch
Dr.
Z._
vom
24. August 2018 sei festzuhalten, dass in der Handgelenksarthroskopie unspezifische
synovitische
, also Reizzustands
veränderungen, des Handgelenkes beschrieben worden seien. Die
radioulnaren
Bänder
palmar
und dorsal seien
als stabil beurteilt worden, die extrinsischen
palmaren
Ligamente seien nicht erwähnt worden. Die Beschreibung des weiteren Operationsablaufs (Karpaltunnelspaltung) lasse keinen weiteren Rückschluss auf den Zustand des Handgelenkes zu (Urk. 10/36 S. 5 f.).
3.28
Dr.
D._
führte in seiner Stellungnahme vom 13. Februar 2021 aus, eine
SL-Bandläsion werde mehrheitlich durch eine Hyperextension des
supinierten
ulnar
duktierten
Handgelenkes, üblicherweise nach Sturz auf die gestreckte Hand
,
verursacht.
Ein Rotations-Zugtrauma bei vorgespannter Muskulatur führe dage
gen zur Überlastung des Extensoren- und
Flexorenapparates
des Handgelenkes. Sowohl die physiologische
Ulnardeviation
als auch die
Umwendebewegung
des Handgelenks
,
bei dem beschriebenen Entleeren des Troges,
sei
bereits durch die vorbestehende
Ulna
verkürzungsosteotomie
und das
Dé
bridement
des TFCC beeinflusst
gewesen
. Die vorbeschriebene Arthrose und der Status nach diversen Handgelenksarthroskopien stelle einen derart ausgeprägten degenerativen Vorzustand dar, dass hier unmöglich eine Kausalität oder richtungsgebende Verschlimmerung geltend gemacht werden könne.
Die
Ulnardeviation
des Hand
gelenkes habe sich erst über 1.5 Jahre
post
Trauma präsentiert, bei der zwischen
zeitlich erfolgten Operation sieben Monate
post
Trauma sei diese noch nicht vorhanden gewesen. Mit Blick auf die zeitliche Distanz und die zwischenzeitlich erfolgte Operation im
ulnaren
Handgelenk, welche eine
Ulnardeviation
nochmals begünstige,
könne allein für diese massive Läsion nach den geforderten Kriterien der überwiegenden Wahrscheinlichkeit keine Kausalität mehr geltend gemacht werden. Eine
Ulnardeviation
führe dagegen ohne Zweifel zu einer vermehrten Zugbelastung des SL-Bandes. Bei der am 24. August 2018, also sieben Monate nach dem besagten Unfall, erfolgten Handgelenksarthroskopie sei das bereits 2009 vernähte TFCC
debridiert
, die Loge de
Guyon
und das
Retinakulum
flexorum
(bei CTS)
debridiert
bzw. eröffnet worden.
Die später als unfallkausal deklarierte SL-Region sei jedoch erstaunlicherweise nicht angegangen worden, offenbar seien zu diesem Zeitpunkt dort keine Beschwerden vorgelegen. Sowohl nach den ärztlichen Konsultationen als auch
perioperativ
im August 2018 und auch noch nach der gesicherten
Ulnardeviation
ein Jahr später sei zu keinem Zeitpunkt in den vorliegenden Akten der Unfall vom 31. Januar 2018 erwähnt worden. Es seien rheumatologische Ursachen
hypothetisiert
worden, es seien Umschulungen durch
die IV erfolgt, jedoch sei ein
derart einschneidendes Unfallereignis, welches definitionsgemäss zu sofortigen immobilisierenden Schmerzen geführt haben müsste, bis zum Zeitpunkt nach der Konsultation bei Prof.
Dr.
A._
im November 2019 respektive bis zur Operation am 3. März 2020 schlichtweg vergessen worden
. Es werde offensichtlich versucht, eine Unfallkausalität zu dem Ereignis vom 31. Januar 2018 zu konstruieren, welches erstmalig 2020 von der AXA erwähnt worden sei, nachdem
Prof. Dr.
A._
im November 2019 von einer posttraumatischen Schädigung gesprochen habe. Er habe diese jedoch auf Unfälle im Jahr 2017 bezogen,
welche seiner Meinung nach zu einer SL-Dissoziation geführt hätten. Der Bereich des SL-Bandes sei jedoch gar nicht Gegenstand der Operation vom 24. August 2018 von Dr.
Z._
gewesen. Die einzige Behandlung des SL-Komplexes seit dem angeblichen Unfall sei eine Infiltration des SL-Ganglions (festgestellt zwei Tage vor dem angeblichen Unfall) zusammen mit den Strecksehnenfächern II-IV gewesen.
Am 30. August 2019 habe sich erstmalig die
Ulnardeviation
gezeigt, welche dann Gegenstand der Operation vom 3. März 2020 gewesen sei. Eine Kausalität zum Ereignis vom 31. Januar 2018 lasse sich hier nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen
(Urk. 10/37).
3.29
In seiner Stellungnahme vom 15. Februar 2021 hielt Dr.
D._
ergänzend fest,
es werde nicht bezweifelt, dass es
– wie von Prof. Dr.
A._
in seinen Sprechstundenberichten dokumentiert –
im Rahmen diverser Kontusionen und Distorsionen im Jahr 2017 zu einer Schädigung der extrinsischen
palmaren
Liga
mente gekommen sein könnte,
sondern dass ausgerechnet das im Jahr 2020 für den Januar 2018 gemeldete Unfallereignis die
Ulnardeviation
des
Karpus
, die sich erstmals am 30. August 2019 präsentiert habe, verursacht haben solle. Selbst im Rahmen der Arthroskopie am 24. August 2018 sei das im Nachhinein deklarierte Unfallgebiet nicht inspiziert geschweige denn beurteilt oder behandelt worden. In der Arthroskopie vom 24. August 2018 (sieben Monate nach dem zwei Jahre später gemeldeten Unfallereignis) sei die SL-Region «ignoriert» und nur der Karpaltunnel gespalten sowie das TFCC erneut
debridiert
worden.
Eine seit Januar bestehende unfallkausale SL-Ruptur bzw.
Ulnardeviation
wäre – zumindest
unmittelbar
post
T
rauma – auffällig geworden.
Stattdessen habe
Dr.
Z._
am 30. Januar 2018 dokumentiert, dass der manuell arbeitende Beschwerdeführer seit drei Wochen plötzlich einschiessende Handgelenksschmerzen rechtsseitig beklage, die Situation sich aber unter Schmerzmitteln wieder beruhigt habe.
Die
Ulnardeviation
habe sich dann ein Jahr
post
Operation gezeigt, am 30. August 201
9.
Dr.
Z._
selbst habe in seinem Bericht geschrieben, dass dies «erstaun
lich» sei und sich vor einem Jahr so nicht präsentiert habe. Er habe zunächst eine rheumatische Ursache vermutet, welche er daraufhin fachärztlich habe ausschliessen lassen. Ein Unfall sei bis dato nicht kommuniziert worden. Sieben weitere Monate später,
am 20. März 2020 sei dann für den Januar 2018 ein Unfall gemeldet worden, welcher nach Meinung des aktuellen
Behandlerteams
für diese
Ulnardeviation
verantwortlich gewesen sein soll, obwohl im Vorfeld diverse Vor-Unfälle und Vor-Operationen bekannt seien. Eine Kausalität der sich erstmals im Sommer 2019 präsentierenden
Ulnardeviation
, für welche es im August 2018 noch keine Hinweise gegeben habe, zu dem im März 2020 gemeldeten Unfall
ereignis vom Januar 2018 sei unwahrscheinlich
(Urk. 10/38).
4.
4.1
Streitig und z
u prüfen ist somit, ob zwischen dem Unfallereignis vom 30. bzw. 31. Januar 2018 und den vom Beschwerdeführer geklagten Handgelenks
beschwerden
im Zusammenhang mit der festgestellten
Ulnardeviation
rechts ein Kausalzusammenhang besteht.
4.2
Ob das Unfallereignis am 30. oder am 31. Januar 2018 stattfand, kann aufgrund der Akten nicht eruiert werden. Der Beschwerdeführer meldete, vertreten durch die AXA-ARAG Rechtsschutz AG, mit E-Mail-Schreiben vom 2. März 2020 der Beschwerdegegnerin ein Unfallereignis vom 31. Januar 2018 (Urk. 10/3). In seiner Unfallmeldung vom 17. März 2020 gab er als Unfalldatum hingegen den 30. Januar 2018 an (Urk. 10/6). Da für die Beurteilung der fraglichen Unfall
kausalität keine Rolle spielt, ob sich der Unfall ein
en
Tag früher oder später ereignete und die aktenkundige ärztliche Konsultation vom 29. Januar 2018 (vgl. oben E. 3.1) ohnehin vor dem Unfallereignis datiert, kann das Unfalldatum offenbleiben.
4.3
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Leistungsabweisung in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die Aktenbeurteilungen ihres beratenden Arztes Dr.
D._
. Dieser gelangte zum Schluss, dass die unfallbedingte Ruptur der radiokarpalen Ligamente nach diversen Vortraumatisierungen und einer vorbe
stehenden Radiokarpalarthrose möglich sei. Ein Distorsionstrauma, das die Rupturen zweier Ligamente zur Folge habe, gehe jedoch zwingend mit radiolo
gisch evidenten
kapsuloligamentären
Zerrungszeichen, Hämatom und entspre
chenden
intraossären
Kontusionszeichen einher. Das beschriebene Trauma vom 30. Januar 2018, für welches sich in der CT und MRT vom 4. September 2019 keine Distorsions- oder Kontusionsfolgen
,
dafür jedoch ausgeprägte Degenerati
onen zeigten, habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht zu weiteren strukturellen Läsionen geführt. Die
Ulnardeviation
des Handgelenkes habe sich erst über
eineinhalb
Jahre
pos
t
Trauma präsentiert;
bei der zwischenzeitlich erfolgten Operation sieben Monate
post
Trauma sei diese noch nicht vorhanden gewesen. Sowohl nach den ärztlichen Konsultationen als auch
perioperativ
im August 2018 und auch noch nach der gesicherten
Ulnardeviation
ein Jahr später sei zu keinem Zeitpunkt in den vorliegenden Akten der Unfall vom 31. Januar 2018 erwähnt worden. Eine seit Januar
2018
bestehende
unfallkausale SL-Ruptur bzw.
Ulnardeviation
wäre – zumindest unmittelbar
post
Trauma – auffällig geworden.
Ein derart einschneidendes Unfallereignis, welches definitionsgemäss zu
sofor
tigen immobili
sierenden Schmerzen
geführt haben müsste, sei bis zum Zeitpunkt nach der Konsultation bei Prof.
Dr.
A._
im November 2019 respektive bis zur Operation am 3. März 2020 schlichtweg vergessen worden. Prof. Dr.
A._
habe im November 2019 von einer posttraumatischen Schä
digung gesprochen. Er habe diese jedoch auf Unfälle im Jahr 2017 bezogen, welche seiner Meinung nach zu einer SL-Dissoziation geführt hätten. Es werde nicht bezweifelt, dass es im Rahmen diverser Kontusionen und Distorsionen im Jahr 2017 zu einer Schädigung der extrinsischen
palmaren
Ligamente gekommen sein könnte, sondern dass ausgerechnet das im März 2020 für den Januar 2018 gemeldete Unfallereignis die
Ulnardeviation
des
Karpus
, die sich erstmals am 30. August 2019 präsentiert habe, verursacht haben solle. Ausserdem werde eine SL-Bandläsion mehrheitlich durch eine Hyperextension des
supinierten
ulnarduk
tierten
Handgelenkes, üblicherweise nach Sturz auf die gestreckte Hand, verur
sacht. Ein Rotations-Zugtrauma bei vorgespannter Muskulatur führe dagegen zur Überlastung des Extensoren- und
Flexorenapparates
des Handgelenkes. Eine Kau
salität der sich erstmals im Sommer 2019 präsentierenden
Ulnardeviation
, für welche es im August 2018 noch keine Hinweise gegeben habe, zu dem im März 2020 gemeldeten Unfallereignis vom Januar 2018 sei somit unwahrscheinl
ich (vgl. vorne E. 3.24
; E. 3.28 und E. 3.29
).
4.4
Die gestützt auf die den Verlauf seit dem Unfallereignis vom 30.
b
zw.
31.
Januar 2018 lückenlos dokumentierenden Berichte der behandelnden Ärzte vorgenom
menen Beurteilungen
des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin
erfüllen
die von der Rechtsprechung verlangten Anforderungen an eine beweiskräftige
Ent
scheidungsgrundlage (vgl. vorne E. 1
.3
) und vermögen in ihren ausführlich begründeten Schlussfolgerungen zu überzeugen.
4.5
Die Angaben von Dr.
Z._
in seinem Bericht vom 4. Februar 2020, wonach die traumatische Genese des
U
lnard
r
i
ftes
und der Instabilität des rechten Hand
gelenkes Sinn mache, da der Beschwerdeführer wegen einer initialen Traumati
sierung im Januar 2018 zu ihm in die Sprechstunde gekommen sei (vgl. oben E. 3.19), steht im Widerspruch zu den unfallnahen Akten.
Aus jenen
geht hervor, dass der Beschwerdeführer
Dr.
Z._
am 29. Januar 2018 wegen plötzlich einschiessende
r
, seit ca. drei Wochen bestehende
r
Handgelenksschmerzen rechts
seitig aufsuchte.
In den Berichten betreffend die darauffolgenden regelmässigen Konsultationen bei
Dr.
Z._
wurde das Unfallereignis vom 30. bzw. 31. Januar
2018
nie erwähnt.
Die angeblich nach dem Unfall
und wegen dessel
ben
vereinbarte Konsultation vom
1.
Februar 2018 (
Urk.
1 S. 4) ist in dieser Form aktenmässig nicht dokumentiert; vielmehr handelte es sich dabei gemäss Bericht von
Dr.
Z._
vom 3
0.
Januar 2018 um einen anlässlich der S
prechstunde vom 2
9.
Januar 2018, mithin vor dem Unfall
bereits vereinbarten Termin zur Infiltrationsbehandlung unter Ultraschall (
Urk.
10/22 S. 60).
In der
aktenmässig dokumentierten
Erstkonsultation nach dem Unfall (28. Februar 2018) wurden
sodann
lediglich degenerative Veränderungen beschrieben
. Eine
unfallkausale
Ulnardeviation
wäre jedoch
unmittelbar
nach dem Trauma
auffällig geworden
.
So hätte
n
zumindest Schwellung
en
, Schmerzen
und Bewegungseinschränkungen festgestellt werden müssen
.
Diese wurden jedoch weder vom Beschwerdeführer noch in der klinischen Untersuchung
aktenkundig
beschrieben.
Die
radiocarpale Instabilität
wurde denn auch erst
mals
eineinhalb Jahre
nach dem Unfallereignis (am
29. August 2019
)
festgestellt (vgl. vorne
E. 3
.16
)
, obwohl der Beschwerde
führer in regelmässiger fachärztlicher Behandlung war
und sich die Situation
im rechten Handgelenk
zwischenzeitlich sogar
teilweise
verbesserte
, so insbesondere nach dem operativen Eingriff vom August 201
8.
Im
Bericht vom 30.
August 2019 hielt
Dr.
Z._
ausdrücklich fest, dass es unklar sei, wie es zu der Destabilisie
rung gekommen sei (vgl. vorne E
.
3.16).
Dass der behandelnde
Arzt als
Facharzt
H
andchirurgie trotz wiederholten
Unter
suchungen und
A
bklärungen
eine
SL-Bandruptur
übersehen haben soll - wie der Beschwerdeführer behauptet
(
Urk. 1 S. 9
)
- erscheint wenig plausibel.
Eine solche wäre
wohl
nicht nur mit einer damit korrespondierenden Anfangssymptomatik, sondern
auch mit einer progredienten Verschlechterung einhergegangen
, was vorliegend nicht der Fall war
. In der vom Beschwerdeführer eingereichten Publi
kation werden Symptome wie verminderte Griffkraft, herabgesetzte Beweglich
keit, Schwellung und Belastungsschmerz
erwähnt
(Urk.
3/7)
, welche
in
den vorliegenden Akten
allesamt
nicht
beschrieben werden
.
Aktenkundig
ist
, dass
Dr.
Z._
erst
am 30. August 2019
eine zunehmende Instabilität
und in der dynamischen Durchleuchtung einen
Ulnardrift
erkannt
hat und es ist
überwie
gend wahrscheinlich
davon auszugehen, dass sich diese
r
dann erst manifestierte
.
Dr.
Z._
erwähnte
eine
rheumatologische
Erkrankung
oder
ein
degenerative
s Geschehen
(
fo
rtschreitende
Chondrokalzinose
-D
estruktion der Gelenkskapse
l, vgl.
vorne E.
3.
16
)
als mögliche Ursachen
, ohne eine
traumatische Genese
in Erwägung zu ziehen
. In der Folge
wurde
eine rheumatol
ogi
sche Abklärung ver
anlasst.
Eine Unfallkausalität wurde erstmals von Prof.
Dr.
A._
in seinem Bericht vom
23. Dezember 2019
in Betracht gezogen
. Hier erwähnte er
mehrere
Unfälle (
Distorsionstraumata/Stürze
) i
m Jahr 2017
(vgl. oben E
.
3.18)
.
Diese Traumata im Jahr 2017 wurden auch in seinen Berichten vom 25. und
26.
März 2020 als
mögliche
Ursache herangezogen (
vgl. vorne
E
.
3.21
und
E.
3.22
).
In seinem Bericht vom
2.
Juli 2020 hielt Prof.
Dr.
A._
fest,
nachdem eine rheumato
logische Ursache habe ausgeschlossen werden können, sei die Ursache mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
traumatologisch
bedingt.
Es
könnten
sowohl die repetitiven Traumata v
om 30. Januar 2018 wie auch diejenigen
von 2017 ursächlich sein
(
vgl. vorne E. 3.26
)
.
Die Aussage von Prof.
Dr.
A._
,
wonach durch einen Fehler beim Erstellen des Berichtes bedingt
sei, dass
er in seinen Berichten mehrere Traumata im Jahr 2017 beschrieben habe
,
der Beschwerdeführer diese jedoch im Jah
r 2018 angebe
(vgl. vorne E. 3.27)
, üb
er
zeugt angesichts der Aktenlage nicht.
Damit gelingt es ihm
jedenfalls
nicht
,
die
Widersprüche auszuräumen
.
Vielmehr
kann man sich des
Eindruck
s nicht erweh
ren
, dass
versucht wird,
nachträglich
eine
Kausalität
zum
Unfall
vom 30.
bzw. 31
.
Januar 2018
zu konstruieren
.
Die Schlussfolgerung von Prof.
Dr.
A._
, dass
die vorliegende Verletzung
traumatologisch
bedingt sei, da rheumatolo
gische Ursachen ausgeschlossen worden seien
(vgl. vorne E. 3.27)
,
erscheint
sodann
vereinfacht und
überzeugt angesichts der Vorgeschichte nicht
, zumal
es sich vorliegend um eine
seltene
und komplexe
Konstellation mit langjährigen Beschwerden,
massiv
ausgeprägten degene
rativen Veränderunge
n, mehreren operativen Eingriffen und
anamnestisch
rezidivierenden
Unfällen handelt
.
Die
Vorakten
w
u
rden in
der
Beurteilung
von Prof.
Dr.
A._
nur teilweise berücksichtigt
und zu den Degenerationsfolgen äussert er sich nicht.
Im Übrigen
ist davon auszugehen
, dass zum vorliegenden
, vermutlich
seltenen Zustand einer
Ulnardeviaton
nach vorgängiger
Ulnaverkürzungsosteotomie
in der medizini
schen Literatur
aufgrund der Heterogenität solcher Konstellationen
kaum vergleichbare Fälle beschrieben werden
können
.
Insgesamt vermag
somit
die Kritik von Prof.
Dr.
A._
an den versicherungs
internen Beurteilungen
nicht zu überzeugen und es gelingt
dem Beschwerde
führer
damit nicht, die nachvollziehbaren Schlussfolgerungen von Dr.
D._
zu entkräften. Es entsteht vielmehr der Eindruck, dass
Prof.
Dr.
A._
als behan
delnder Spezialarzt aufgrund seiner auftragsrechtlichen Stellung zugunsten seine
s Patienten aussagt (vgl.
BGE 125 V 353 E. 3b/cc mit Hinweisen)
.
4.6
Vor diesem Hintergrund kann offenbleiben, ob der
vom Beschwerdeführer
beschriebene Unfallmechanismus überhaupt geeignet
gewesen
wäre, die vorlie
gende Verletzung hervorzurufen.
J
edenfalls
überzeugt
, dass
als typisches Trauma eine
Hyperextension des
supinierten
ulnarduktierten
Handgelenkes, üblicher
weise nach Sturz auf die gestreckte Hand,
gilt
und nicht das vor
l
iegend statt
gehabte Rotatio
n
s-Zugtrauma bei vorgespannter Muskulatur
(
Umwendebe
wegung
beim
Kippen
des Troges)
(vgl. dazu Stellungnahme von
Dr.
D._
vom 1
3.
Februar 2021,
Urk.
10/37 S. 4)
.
4.7
Nach dem Gesagten kann auf die nachvollziehbare und schlüssige
Beurteilung von
Dr.
D._
abgestellt werden.
Der medizinische Sachverhalt ist umfassend dokumentiert. Von weiteren Ab
k
lä
rungen sind keine neuen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten
, weshalb darauf verzichtet werden kann
(
zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. s
tatt vieler: BGE 144 V 361
E.
6.5 mit Hinweisen
).
Damit erübrigt sich auch die vom Beschwerdeführer beantragte Sistierung des Verfahrens bis zum Vorliegen allfäl
liger weiterer medizinischer Abklärungen (U
rk.
1 S
.
2). Im Übrigen reichte der Beschwerdeführer bislang weder das in Aussicht gestellte Patientendossier von
Dr.
Z._
noch sonstige medizinische Unterlagen ein.
4.
8
Somit
ist in Würdigung der gesamten Aktenlage
nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt, dass zwischen
der sich erstmals im August 2019 ma
n
ifes
tierenden
Ulnardeviation
am rechten Handg
elenk des Beschwerdeführers und dem im März 2020 gemeldeten Unfallereignis vom Januar 2018
ein Kausalzu
sammenhang besteht.
Die B
eschwerdegeg
n
e
rin hat demnach zu Recht
eine
n
Leis
tungsanspruch des Beschwerdeführers
verneint
, was zur Abweisung der Beschwerde führt.