Decision ID: d69bc767-02d9-4935-9c4a-22dde77298c7
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit 1. August 2005 als B._ bei der C._
AG tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen
die Folgen von Unfällen versichert (Suva-act. 1). Am 3. Februar 2017 kam er beim
Snowboardfahren auf einer Eisfläche zu Fall und erlitt ein stumpfes Bauchtrauma. Im
Weiteren wurde der Verdacht auf eine Rezidivhernie gestellt (Suva-act. 6, 30). Mit
Schreiben vom 6. März 2017 sprach die Suva dem Versicherten für die Folgen des
Nichtberufsunfalls vom 3. Februar 2017 die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung
und Taggeld) zu (Suva-act. 5). Bei anhaltenden Schmerzen in der Leistenregion links
wurde der Versicherte am 23. März 2017 durch Dr. med. D._, Facharzt Chirurgie
FMH, operiert (Leistenrevision mit Leistenhernienrepair links bei diagnostiziertem
indirekten Inguinalhernienrezidiv links bei Status nach TEPP April 2013 und Status nach
Snowboardunfall mit starkem Bauchtrauma am 3. Februar 2017). Anlässlich des
Eingriffs wurde ein kleinfingergrosses Lipom abgetragen (Suva-act. 15). Am 20. Juli
2017 teilte der Versicherte der Suva mit, dass die Behandlung abgeschlossen sei
(Suva-act. 30). Nach diversen medizinischen Abklärungen lehnte die Suva mit
Verfügung vom 21. Juni 2018 die Ausrichtung von Versicherungsleistungen für die
Leistenproblematik links mangels Kausalität ab (Suva-act. 40). Die dagegen erhobene
Einsprache (Suva-act. 44) wies die Suva – nach weiteren medizinischen Abklärungen –
mit Entscheid vom 21. März 2019 ab (Suva-act. 61; vgl. zum Ganzen den Sachverhalt
in UV 2019/33).
A.a.
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B.
Die gegen den Einspracheentscheid vom 21. März 2019 erhobene Beschwerde
vom 7. Mai 2019 (Suva-act. 66) wurde mit Urteil des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 12. August 2020 (UV 2019/33) gutgeheissen, der
Einspracheentscheid vom 21. März 2019 aufgehoben und die Suva verpflichtet, für die
Operation vom 24. (recte: 23.) März 2017 und deren unmittelbare Folgen die
gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen. Die gegen diesen Entscheid von
der Suva ergriffene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beurteilte
das Bundesgericht mit Urteil vom 5. Februar 2021 (8C_587/2020). Es hiess sie teilweise
gut und hob den Entscheid des Versicherungsgerichts auf. Die Sache wurde zu neuer
Entscheidung an letzteres zurückgewiesen. Im Übrigen wurde die Beschwerde
abgewiesen. Das Bundesgericht erwog, dass weitere Abklärungen vorzunehmen seien,
wenn der Rechtsanwender zur Feststellung gelange, dass die grundsätzlich
beweistaugliche versicherungsinterne Beurteilung nicht zuverlässig sei. Es sei ein
Gerichtsgutachten einzuholen (act. G 1).
A.b.
Am 26. April 2021 erteilte das Versicherungsgericht nach vorgängiger Gewährung
des rechtlichen Gehörs (act. G 2 ff.) Prof. Dr. E._, Chefarzt der Klinik für Allgemein-,
Viszeral-, Endokrin- und Transplantationschirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
(KSSG) den Auftrag zur Erstellung eines Gerichtsgutachtens (act. G 5). Am 8.
November 2021 reichte Prof. E._ seine medizinische Expertise ein. Er führte darin
aus, dass es keine direkten oder indirekten Hinweise gebe, die mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit darauf schliessen lassen würden, dass der Snowboardunfall
Auswirkungen auf das vorbestehende Lipom als Verursacher der Beschwerden gehabt
habe. Da der Versicherte vor dem Unfall in der Leiste beschwerdefrei gewesen sei,
aber posttraumatisch Schmerzen in der linken Leiste bestanden hätten und in der
Ultraschalluntersuchung der Verdacht auf ein Rezidiv einer Leistenhernie geäussert
worden sei, sei die Operationsindikation gegeben gewesen. Die Leistenschmerzen
seien in direktem Zusammenhang mit dem Snowboardunfall zu sehen und die weitere
Abklärung sei folgerichtig erfolgt. Dass der Versicherte nach dem chirurgischen Eingriff
mit Entfernung des Samenstranglipoms wieder arbeitsfähig und beschwerdefrei
gewesen sei, reiche als Begründung für das Vorhandensein eines symptomatischen
Lipoms nicht aus. Weder die natürliche Lage des Lipoms noch die Grösse oder
B.a.
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Considerations:
Erwägungen
1.
allfällige morphologische Veränderungen würden dafür sprechen (act. G 6.1). Am 19.
April 2022 nahm Prof. E._ zu Zusatzfragen des Versicherungsgerichts Stellung. Auf
die Frage, worin die Ursache für die Leistenschmerzen bestanden hätte, antwortete
Prof. E._, dass die posttraumatisch aufgetretenen Schmerzen vielfältige Ursachen
haben könnten. Differentialdiagnostisch zur seltenen traumatischen Leistenhernie
komme insbesondere die deutlich häufiger auftretende posttraumatische
Leistenzerrung (Ansatztendinose) oder die sogenannte Sportlerleiste (Osteitis pubis) in
Frage. Die weitere Frage, ob die Operation vom 23. März 2017 auch ohne Unfall vom 3.
Februar 2017 überwiegend wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt indiziert gewesen wäre,
verneinte der Gutachter (act. G 13).
Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers reichte am 16. Mai 2022 eine
Stellungnahme zur Beurteilung von Prof. E._ ein (act. G 16). Die Beschwerdegegnerin
verzichtete auf Ausführungen (act. G 15).
B.b.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
B.c.
Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung
bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht
demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem
versicherten Unfallereignis zusammenhängen (André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc
Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar
zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018; Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in:
Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.],
Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019; Alexandra Rumo-Jungo/André
Pierre Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich
Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4.
Aufl. 2012, S. 53 ff.). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind
1.1.
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alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten
oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht
werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhanges nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist. Es genügt, dass das
schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder
geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern
Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene Störung
entfiele (Conditio sine qua non; BGE 129 V 181 E. 3.1). Bei organischen Unfallfolgen
deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität im Übrigen weitgehend
mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier praktisch keine selbständige
Bedeutung (BGE 134 V 112 E. 2.1).
Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung
des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz
und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen
annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht
hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse
Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht
(BGE 138 V 221 f. E. 6 mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine
Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast grundsätzlich nur
insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei
ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte.
Diese Beweisregel greift indessen erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der
Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 221 f. E. 6 mit Hinweisen). Für das gesamte
Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die urteilenden Instanzen
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Bezüglich Beweiswert eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
1.2.
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2.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht ihre Leistungspflicht
(Heilbehandlung/Taggeld) in Bezug auf die Operation an der linken Leiste vom 23. März
2017 und die Operationsfolgen (Wundheilung, postoperative Schmerzphase, Einnahme
von Medikamenten, Schonungsphase mit möglicher Arbeitsunfähigkeit etc.) mangels
(natürlichen) Kausalzusammenhangs verneint hat.
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E.
3a mit Hinweisen). Den im Rahmen des Verwaltungs- oder Gerichtsverfahrens
formgerecht eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E.
1.3.4). Widersprechen Berichte behandelnder Ärzte dem von der Verwaltung oder dem
Gericht bei externen Spezialärzten eingeholten Gutachten, ist die unterschiedliche
Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Ärzte einerseits und
Begutachtungsauftrag der amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits zu
beachten (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 18. April 2006,
I 783/05, E. 2.2). Es ist deshalb nicht zulässig, ein medizinisches Administrativ- oder
Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu
nehmen, wenn die behandelnden Ärzte später zu anderslautenden Einschätzungen
gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten.
Vorbehalten bleiben aber Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt,
weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher
Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundegerichts vom 27. Mai
2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2).
Der Beschwerdeführer wurde im Jahr 2013 bei diagnostizierter Leistenhernie links
operiert (endoskopische Leistenhernien-OP [TEPP] links mit Netzeinlage; Suva-act. 28).
Am 3. Februar 2017 erlitt er einen Snowboardunfall mit Beteiligung der Bauch- und
Leistenregion. Die Beschwerden im Bauchraum klangen ab, die Problematik im Bereich
2.1.
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der linken Leiste dauerte an (Suva-act. 30). Am 23. März 2017 erfolgte der operative
Eingriff an der linken Leiste mit Abtragung eines in etwa kleinfingergrossen
präperitonealen Lipoms. Diagnostiziert wurde ein indirektes Inguinalhernienrezidiv links
(Suva-act. 15). Entgegen dieser Diagnose des Operateurs Dr. D._ und auch der
ursprünglichen Beurteilung gemäss Ultraschallbericht vom 15. März 2017 (Suva-act.
23) lag im Operationszeitpunkt indes kein indirektes Leistenhernienrezidiv links im
klassischen/engeren Sinn vor, sondern "lediglich" ein präperitoneales Lipom, welches
sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits vor dem Ereignis vom 3. Februar
2017 im Leistenkanal befunden hatte und, wie bereits erwähnt, im Rahmen des
Eingriffs vom 23. März 2017 abgetragen wurde. Bezüglich dieser Einschätzung des
Gesundheitszustands nach dem Snowboardunfall bzw. im Zeitpunkt des Eingriffs kann
auf die schlüssigen Beurteilungen mehrerer Fachärzte abgestellt werden (Suva-act.
33-2, 69-2, 73-5 ff., act. G 6.1), welche insbesondere angesichts der korrekten
Netzeinlage (vgl. dazu Suva-act. 73-7, act. G 6.1-2) die These von Dr. D._, dass das
Fettgewebe durch den Unfall nach aussen gedrückt und dadurch symptomatisch
geworden sei (Suva-act. 44-6 f., 57), nachvollziehbar widerlegen.
Zur Beurteilung stehen hingegen die Auswirkungen des Unfalls auf das
vorbestehende Lipom resp. auf die Beschwerden, welche die Operation vom 23. März
2017 notwendig machten. Dabei steht zur Prüfung, ob das Lipom infolge des Unfalles
vom 3. Februar 2017 symptomatisch geworden und Ursache für die Schmerzen im
linken Leistenbereich war. Diesfalls wäre ohne weiteres von einer Kausalität und einer
Leistungspflicht des Unfallversicherers für den Eingriff vom 23. März 2017 auszugehen.
Für diese Annahme spricht sich Prof. Dr. med. F._, Chefarzt Chirurgie, Spital G._,
mit Aktenbeurteilung vom 2. Mai 2019 aus (Suva-act. 69). Demgegenüber sieht med.
pract. H._, Facharzt Chirurgie, Facharzt Chirurgie und Unfallchirurgie (DE) sowie
Facharzt für Viszeralchirurgie (DE), Kompetenzzentrum Versicherungsmedizin der Suva,
in seiner Beurteilung vom 23. Juli 2019 keinen Zusammenhang zwischen dem
Unfallereignis und der Leistenproblematik links bzw. den operierten Befunden (Suva-
act. 73). Das Versicherungsgericht veranlasste zur Klärung dieser Frage bei Prof. E._
eine externe Beurteilung. Dieser kam in Würdigung der Aktenlage und der
divergierenden medizinischen Beurteilungen zum Schluss, dass keine Hinweise für ein
posttraumatisch symptomatisches Lipom erkennbar seien. Weder sei die
kleinfingergrosse Ausdehnung beeindruckend noch werde es als in den Leistenkanal
eingeklemmt beschrieben oder zeige morphologische Folgen des Traumas wie
Schwellung, Rötung, Nekrose oder Einblutungen. Auch könnten weder die
schmerzhafte klinische Untersuchung durch Dr. D._ noch die
Ultraschalluntersuchung durch Dr. med. I._, Facharzt für Allgemeine Medizin,
2.2.
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3.
Ultraschalldiagnostik SGUM und Manuelle Medizin SAMM, oder der Befund während
der Operation belegen, dass das Lipom für die Symptome verantwortlich gewesen sei.
Dass der Beschwerdeführer nach dem chirurgischen Eingriff mit Entfernung des
Lipoms wieder arbeitsfähig und beschwerdefrei gewesen sei, reiche als Begründung
für das Vorhandensein eines symptomatischen Lipoms nicht aus (act. G 6.1).
Durch die schlüssige Beurteilung von Prof. E._ bzw. die von ihm angeführten
fehlenden Hinweise ist überzeugend mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt,
dass das im Rahmen des Eingriffs vom 23. März 2017 abgetragene,
unbestrittenermassen vorbestehende, kleinfingergrosse Lipom durch den Unfall vom 3.
Februar 2017 nicht symptomatisch wurde und demnach nicht Verursacher der
Beschwerden war. An dieser Einschätzung ändert nichts, dass Prof. E._ die
Leistenschmerzen in direktem Zusammenhang mit dem Snowboardunfall sieht (act. G
6.1 S. 2 Schlussfolgerung). Eine initiale unfallkausale Schmerzsymptomatik ist zwar
unbestritten. Diese ist jedoch lediglich in Form von vorübergehenden kontusions- und/
oder zerrungsbedingten Schmerzen ohne objektivierbaren strukturellen
Gesundheitsschaden hinlänglich ausgewiesen. Diesbezüglich ist ohne weiteres der
medizinischen Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, wonach Kontusionen ohne
strukturelle Verletzungen grundsätzlich innert kurzer Zeit folgenlos ausheilen und sich
die damit verbundenen Beschwerden gänzlich zurückbilden (Alfred M. Debrunner,
Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl., Bern 2005, S. 412, 1096 f.). Die
Operation mit Leistenrevision und Abtragung des vorbestehenden Lipoms adressierte
damit keinen unfallkausalen Gesundheitsschaden. Denkt man das Unfallereignis vom 3.
Februar 2017 weg, wäre der intraoperativ vorgefundene Befund derselbe gewesen,
womit es am vorausgesetzten natürlichen Kausalzusammenhang (im Sinne der
Conditio sine qua non-Formel) zwischen dem Unfallereignis bzw. den dabei
resultierenden Schmerzen und der Operation resp. des operierten
Gesundheitsschadens mangelt (vgl. vorstehende E. 1.1). Dies zumal auch nicht
hinlänglich erstellt ist, dass der Eingriff der vorzeitigen Beseitigung der unfallkausalen
Schmerzen diente. Es besteht damit keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin
bezüglich der Operation an der linken Leiste vom 23. März 2017 und der
Operationsfolgen.
2.3.
Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 21. März
2019 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
3.1.
Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben
(vgl. dazu Art. 61 lit. f ATSG).
3.2. bis
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Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). Das anwendbare kantonale Verfahrensrecht
(siehe Art. 61 Ingress ATSG) sieht (auch) bei den ausseramtlichen Kosten bzw. der
Parteientschädigung das Verursacherprinzip vor (Art. 98 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1] in Verbindung mit Art. 108 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]), weshalb die
Beschwerdegegnerin trotz materiellen Obsiegens entschädigungspflichtig wird (Urteil
des Bundesgerichts vom 8. Januar 2019, 9C_605/2018, E. 7.2). Es sind allerdings
lediglich diejenigen Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, die durch die
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (vgl. dazu nachstehende E. 3.4) entstanden
sind. Der Untersuchungsmangel wurde mit der Erstattung des Gerichtsgutachtens
geheilt. Die dem Beschwerdeführer danach entstandenen Aufwände liegen nicht mehr
im Untersuchungsmangel begründet, sondern sind erst nach dessen Heilung
angefallen. Sie wären auch angefallen, wenn das weitere Gutachten bereits im
Verwaltungsverfahren nach dem Einwand des rechtskundig vertretenen
Beschwerdeführers erstattet worden wäre. Deshalb ist der Anspruch auf eine allfällige
Parteientschädigung für diesen Teil des Aufwands auch nicht nach dem
Verursacherprinzip, sondern nach Art. 98 VRP und damit nach Obsiegen und
Unterliegen zu beurteilen und vorliegend nicht von der Beschwerdegegnerin zu
entschädigen. Wäre anstelle des Einholens eines Gerichtsgutachtens die Sache zur
Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen worden, erschiene eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 4'000.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen (vgl. zur Höhe der
Parteientschädigung bei zu weiteren medizinischen Abklärungen zurückweisenden
Kollegialentscheiden etwa die Entscheide des Versicherungsgerichts vom 14. Juni
2021, UV 2020/58, und vom 21. Juli 2021, UV 2020/39). Die gleiche Entschädigung ist
deshalb für bis zur Heilung des Untersuchungsgrundsatzes durch ein
Gerichtsgutachten anfallende Aufwände vergleichsweise als angemessen zu erachten.
3.3.
ter
bis
Zu klären bleibt, wer die Kosten des Gerichtsgutachtens inklusive ergänzender
Stellungnahme zu tragen hat. Das Gerichtsgutachten wurde angeordnet, nachdem die
Abklärungsergebnisse aus dem Verfahren vor dem Unfallversicherer nicht ausreichend
beweiswertig waren. In diesem Sinne mangelte es an der genügenden Abklärung der
unfallversicherungsrechtlichen Fragen durch die Beschwerdegegnerin. Das
Gerichtsgutachten hat sich für die Beurteilung des Sachverhalts als notwendiger Teil
der Sachverhaltsgrundlage erwiesen, auch wenn letztlich die Beschwerde abzuweisen
3.4.
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