Decision ID: 5d5b2d70-91ae-4a93-9bac-be6be0731fd3
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1976,
hat keine berufliche Ausbildung absolviert und
reiste
im Jahr 1998
in die Schweiz ein.
Zuletzt war er von März 2007 bis April 2011 bei der Genossenschaft
Y._
als Buffetmitarbeiter angestellt (
Urk.
7/2, 7/6 [= 7/7] und 7/8 f.).
Unter Hinweis auf ein psychisches Leiden meldete er sich am
8.
Februar 2011 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte nebst einem Auszug aus dem individuellen Konto (
IK-Auszug;
Urk.
7/6 [=
Urk.
7/7]) einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
7/9)
sowie ärztliche Berichte ein (Urk. 7/10 f.).
In Kenntnis einer Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD
, Urk.
7/13/2 f.) sprach sie dem Versicherten mit Verfügung vom 4. November 2011 rückwirkend ab dem
1.
September 2011 eine ganze Invaliden
rente zu (
Urk.
7/17,
7/19).
1.2
Im Rahmen eines Revisionsverfahrens bestätigte die IV-Stelle den Rentenan
spruch des Versicherten mit Mitteilung vom
1.
November 2012 (Urk. 7/26).
1.3
Im Zuge eines weiteren Rentenrevisionsverfahrens holte die IV-Stelle ab
Februar 2016 insbesondere einen vom Versicherten ausgefüllten Fragebogen (
Urk.
7/38) sowie
mehrere ärztliche Berichte ein
(
Urk.
7/46, 7/52). Zudem gab sie bei
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag, welches am 2
0.
November 2017 vorgelegt wurde
(
Urk.
7/85
)
und auch eine neuropsychologische Beurteilung
durch
Dr.
phil.
A._
beinhaltete
(Urk.
7/85).
Mit Vorbescheid vom 1
3.
Dezember 2017 stellte sie dem Versicherten die Aufhebung der Rente auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats in Aussicht (
Urk.
7/89), wogegen dieser Einwand erhob
(
Urk.
7/90, 7/92 und 7/95 f.).
Nachdem die Gutachter zu Rückfra
gen der IV-Stelle Stellung genommen hatten (
Urk.
7/101 f.), wurde dem Versi
cherten diesbezüglich das rechtliche Gehör gewährt
(
Urk.
7/103).
Dieser hielt mit Eingabe vom
8.
Mai 2018 an seinem Einwand fest
(
Urk.
7/107). Nach Kenntnis
nahme eines Berichtes von
med.
pract
.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
(
Urk.
7/111)
,
verfügte die IV-Stelle am 13.
September 2018 im angekündigten Sinne (
Urk.
7/116 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
1
5.
Oktober 2018 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwer
degegnerin sei zu verpflichten, ihm nach wie vor die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es seien ergänzende
Abklärungen in Auftrag zu geben. Im Weiteren sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und in der Person von Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
, Zürich,
ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen (
Urk.
1 S. 2).
M
it Beschwerdeantwort vom 27.
November 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Mit Eingabe vom 2
9.
November 2018 (
Urk.
10) reichte der Beschwerdeführer zwecks Darlegung seiner finanziellen Verhältnisse Unterlagen zu den Akten (
Urk.
7/8,
Urk.
9/1-2). Mit Verfügung vom
3.
Dezember 2018 wurde ein zweiter Schriftenwechsel ange
ordnet. Gleichzeitig wurde das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung bewilligt und ihm wurde Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt (Urk. 11). Mit Replik vom 1
3.
März 2019 (
Urk.
15) hielt der Beschwerdeführer
unter Beilage eines Arztberichtes (
Urk.
16)
an seinen Rechtsbegehren fest, worauf die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom
2.
Mai 2019 mitteilte, auf das Einreichen einer Duplik zu verzichten (
Urk.
18). Darüber wurde der Beschwerdeführer mit Verfügung vom
3.
Mai 2019 in Kenntnis gesetzt (
Urk.
19). Am 3
0.
Januar 2020 reichte Rechtsanwalt
Antoniadis
seine Honorarnote ei
n (Urk.
20
f.
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
A
TSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes ü
ber die Invalidenversicherung, IVG
).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1
.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
erwog
in der angefochtenen Verfügung vom 13. Sep
tember 2018
(
Urk.
2)
zusammengefasst, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers spätestens seit dem Zeitpunkt der psychiatrischen Begutach
tung am 1
4.
August 2017 verbessert habe. Da keine Diagnosen mehr vorlägen, welche sich langandauernd auf die Arbeitsfähigkeit auswirken
würden
, bestehe kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente.
An dieser Beurteilung werde nach Rücksprache mit dem RAD
auch nach Prüfung der im
Vorbescheidverfahren
erhobenen Einwände festgehalten.
Insbesondere sei m
it Blick auf die Stellung
nahmen von med.
pract
.
B._
dem Umstand Rechnung zu tragen, dass behan
delnde Ärzte eher zu Gunsten ihrer Patie
ntinnen und Patienten aussagen.
2.2
Dieser Argumentation hielt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift vom 1
5.
Oktober 2018 im Wesentlichen entgegen,
auf das psychiatrische Gutach
ten von
Dr.
Z._
könne aus diversen Gründen nicht abgestellt werden.
Dieser werde
von der Beschwerdegegnerin übermässig häufig mit der Erstellung von Gutachten beauftragt und
habe
soweit bekannt
noch nie eine relevante Arbeitsunfähigkeit attestiert. Zur näheren Abklärung der Befangenheit sei die Beschwerdegegnerin aufzufordern,
alle
für sie
von
Dr.
Z._
seit 2016 erstellten Gutachten in anonymisierter Form insoweit zuzustellen, als damit sämtliche Beurteilungen
hinsichtlich Arbeitsfähigkeit ersichtlich seien (
Urk.
1 S. 4 f.). Des Weiteren
komme dem Gutachten kein Beweiswert zu, da trotz schlechter Deutsch
kenntnisse kein Dolmetscher beigezogen worden sei (
Urk.
1 S. 6 f.).
Darüber hinaus vermöge die Expertise inhaltlich nicht zu überzeugen, wobei Dr.
Z._
namentlich d
ie zuvor von mehreren Fachärzten gestellte Diagnose einer posttrau
matischen Belastungsstörung zu Unrecht negiert habe (
Urk.
1 S.
10 f.).
Insgesamt
sei
das Gutachten nicht geeignet, den Beweis für eine Verbesserung des Gesund
heitszustandes zu erbringen, weshalb nach wie vor Anspruch auf eine ganze Invalidenrente bestehe (
Urk.
1 S. 12).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom 2
7.
November 2018
(
Urk.
6)
betonte die Beschwerdegegnerin, dass sie von einer Verbesserung der gesundheitlichen Situ
ation ausgehe und daher die Rente einzustellen sei. Ein weiterer Revisionsgr
und sei ferner
darin zu erblicken, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der medizi
nischen Abklärungen erstmals ein
aggravatorisches
Verhalten gezeigt habe.
Im Übrigen
sei die Rentenaufhebung auch gestützt auf die substituierte Begründung der Wiedererwägung zulässig, da bei Rentenzusprechung eine unvollständige Sachverhaltsabklärung vorgenommen
worden
sei und eine klare Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes vorliege.
2.4
Mit Replik vom 1
3.
März 2019
(
Urk.
15)
bestritt der Beschwerdeführer
insbeson
dere
, dass die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen
Konstellation beruhe, welche eindeutig über die blosse (unbewusste) Tendenz zur Schmerzausweitung und -verdeutlichung hinausgehe.
3.
3.1
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle des
wegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangs
sachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesge
richts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
Eine umfassende Anspruchsprüfung wurde
im konkreten Fall einzig
bei Erlass der
Verfügung vom 4. November 2011
durchgeführt
, mit welcher dem Beschwerde
führer erstmals rechtskräftig eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuge
sprochen wurde (
Urk.
7/19).
Im ersten Revisionsverfahren im Jahr 2012 holte die Beschwerdegegnerin lediglich einen vom Besc
hwerdeführer beziehungsweise med.
pract
.
B._
ausgefüllten Fragebogen ein
(
Urk.
7/23)
, ohne den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) um eine Stellungnahme zu ersuchen (vgl.
Urk.
7/25)
, obwohl der Formularbericht keine nachvollziehbare Begründung enthält
. Dies entspricht keiner rechtskonformen Sachverhaltsabklärung im Sinne der Recht
sprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_52/2016 vom 2
3.
März 2016 E. 3.2), weshalb die rentenbestätigende Mitteilung vom
1.
November 2012 (
Urk.
7/26) keine
Basis
für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bilden kann.
3.2
3.2.1
Der erstmaligen Rentenzusprechung lagen die folgende
n
medizinischen Unterl
a
gen zu Grunde.
Gemäss Bericht des Sanatoriums
C._
vom
1.
April 2011 ha
t
sich der Beschwerdeführer vom
4.
Januar bis
4.
März 2011 in stationärer psychiatrischer Behandlung befunden (
Urk.
7/11/1).
Es wurde eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) diagnostiziert.
Während des gesam
ten Aufenthalts sei es leider zu keiner wesentlichen Verbesserung des Zustands
bildes gekommen. Im Rahmen der
Hospitalisation
habe der Beschwerdeführer von seinem Arbeitgeber die Kündigung erhalten. Aufgrund der mangelnden Tages
strukturierung sei es nach der Klinikentlassung zu einer Exazerbation der depres
siven Symptomatik gekommen, weshalb der Beschwerdeführer am 3
0.
März 2011 erneut zur stationären Behandlung eingetreten sei. Aufgrund der persistierenden Symptome sei es eher unwahrscheinlich, dass sich eine allzu grosse Verbesserung des Zustandsbildes ergeben werde. Für die Dauer des ersten stationären Aufent
halts und ab dem 3
0.
März 2011 liege bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit vor. Der Beschwerdeführer sei durch starke Konzentrationsstörungen sowie eine deutliche Antriebs- und Energielosigkeit sowie die innere Unruhe ein
geschränkt (
Urk.
7/11/2 f.).
3.2.2
Med.
pract
.
B._
diagnostizierte
im Bericht vom
5.
April 2011
eine schwere depressive Störung im Sinne von ICD-10 F32.2 (
Urk.
7/10/1). Aus ärztlicher Sicht seien ein Leidensdruck und eine innere Anspannung spürbar. Subjektiv seien die Konzentrations- und Merkfähigkeit reduziert. Hinweise auf inhaltliche Denkstö
rungen, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen seien nicht vorhanden. Der Beschwerdeführer beschreibe jedoch ein kaum zu unterbrechendes Gedankenkrei
sen und wirke leicht verlangsamt. Ferner wirke er im Affekt kaum auslenkbar und starr. Der Antrieb sei deutlich reduziert, wobei der Haushalt und administra
tive Pflichten noch erledigt würden. Der Beschwerdeführer beschreibe zudem eine permanente innere Anspannung und Nervosität sowie das Gefühl von Wertlosig
keit und Insuffizienz. In diesem Zusammenhang hätten sich starke Schamgefühle und ein sozialer Rückzug entwickelt. Hinzu kämen störende Durchschlafstörun
gen, ein merklicher Appetitverlust und eine passive Suizidalität (
Urk.
7/10/3). Namentlich infolge der stark reduzierten Belastbarkeit, der sehr rasch auftreten
den Überforderungsgefühle sowie der verminderten Durchhaltefähigkeit liege seit dem
7.
September 2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für den ersten Arbeits
markt vor. Langfristig könne mit einer langsamen und schrittweisen Steigerung der Arbeitsfähigkeit gerechnet werden (
Urk.
7/10/4).
3.2.3
Mit Stellungnahme unbekannten Datums hielt
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, vom RAD fest, dass den ärztlichen Berichten gefolgt werden könne. Seit dem
7.
September 2010 bestehe sowohl für die angestammte als auch für leidensangepasste Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Prognostisch könne nach einer Stabilisierung des Gesundheitszustandes von einer schrittweisen Steigerung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (
Urk.
7/13/2 f.).
3.2.4
Auf der Grundlage
dieser medizinischen Beurteilung und
einem Invaliditätsgrad von 100
%
sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab dem
1.
September 2011 eine ganze Invalidenrente zu (
Urk.
7/19).
3.3
3.3.1
Im Rahmen des aktuellen Revisionsverfahrens
holte die Beschwerdegegnerin
zunächst
diverse Berichte der behandelnden Ärzte ein.
Daraus ist ersichtlich, dass sich der Beschwerdeführer in den Zeiträumen Dezember 2010 bis Dezember 2011 sowie März 2014 bis März 2015 wiederholt für mehrere Wochen im Sanatorium
C._
sowie der p
sychiatrischen
K
linik
E._
in (teil-)stationäre psychiatrische Behandlung begeben hatte (vgl.
Urk.
7/46/6 ff.
[mit einer Auflistung der Aufenthalte in
Urk.
7/46/24]
,
Urk.
7/52/3 ff.
). Zuletzt war
er vom
3.
Februar bis
6.
März 2015 in der
E._
hospitalisiert, wobei
im Aus
trittsbericht vom
9.
März 2015
folgende Di
agnosen gestellt wurden (Urk.
7/46/23):
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
eine ausführliche Abklärung sei am 1
5.
August 2011 in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsspitals
F._
erfolgt, wobei die Untersuchungen keine Hinweise auf eine posttrau
matische Belastungsstörung ergeben hätten
-
soziale Phobien (ICD-10 F40.1; Erstdiagnose 2010)
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak; Abhängigkeitssyn
drom (ICD-10 F17.2)
-
rezidivierende, okzi
pital betonte Kopfschmerzen, etwa
drei Mal monatlich seit 2011 (ICD-10 R51).
Bei Eintritt seien insbesondere ein eingeschränkter affektiver Rapport sowie ein verminderter Antrieb aufgefallen. Der Beschwerdeführer habe affektiv niederge
stimmt, hoffnungslos sowie reduziert schwingungsfähig gewirkt.
Im Weiteren sei der formale Gedankengang verlangsamt erschienen. Dagegen hätten weder Anhaltspunkte für inhaltliche Denkstörungen noch für Einschränkungen des Bewusstseins oder der Orientierung bestanden. Die Auffassung, Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit sowie die mnestischen Funktionen seien ebenfalls nicht
offensichtlich gestört gewesen. Im Verlauf habe sich anhand der regelmässigen Gespräche herausgestellt, dass die Kriterien für eine posttraumatische Belastungs
störung erfüllt seien. Der Beschwerdeführer sei mit dem Giftgasangriff auf
Halabdscha
(Irak)
im März 1988 einer Extrembelastung ausgesetzt gewesen und habe bereits eine Woche danach regelmässig von dem Attentat geträumt. Diese Träume seien ab 2010 zunehmend schlimmer geworden, wobei mit der Zeit die Schlafstörungen zugenommen hätten und Konzentrationsstörungen sowie eine erhöhte Schreckhaftigkeit aufgetreten seien.
Wegen der grossen Ängste habe sich die Durchführung von Probeübernachtungen zu Hause zunächst schwierig gestaltet. Nachdem ihm ein paar Übernachtungen gelungen seien, sei der Beschwerdeführer bei fehlenden Hinweise
n
auf eine Selbst- oder Fremdgefähr
dung am
6.
März 2015 ausgetreten, um am
9.
März 2015
in den Irak zu fliegen und sich um den Nachzug seiner Ehefrau in die Schweiz zu kümmern (
Urk.
7/46/26).
3.3.2
Med.
pract
.
B._
hielt in seinem Bericht vom 2
9.
Juni 2016 fest, dass eine schwere depressive Störung im Sinne von ICD-10 F32.2 vor dem Hintergrund eines Status nach traumatischen Kriegserlebnissen vorliege. Das psychopatholo
gische Zustandsbild zeige sich weitgehend unverändert. Der Beschwerdeführer leide namentlich unter einer hohen Anspannung, die zu Blockierungsgefühlen und einer starken Regression führe. Es seien nur vereinzelte soziale Kontakte vorhanden und der Beschwerdeführer sei nur gelegentlich zu seiner Familie in sein Heimatland zurückgekehrt. Kurz nachdem seine Frau im Dezember 2015 in die Schweiz eingereist sei, habe sie einen Jungen geboren. Kurzfristig habe eine leichte Verbesserung der Stimmung und Antriebslage beobachtet werden können, die leider bereits nach wenigen Wochen wieder einer Überforderung und ver
mehrten Anspannung sowie Ratlosigkeit gewichen sei.
Aktuell zeige sich wieder das alte depressive Zustandsbild; einzig die Suizidalität sei etwas rückläufig (
Urk.
7/46/1).
Zurzeit scheine daher jede Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt den Beschwerdeführer zu überfordern (
Urk.
7/46/3).
3.3.3
In seinem psychiatrischen Gutachten vom 2
0.
November 2017 gelangte
Dr.
Z._
zum Schluss, dass keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden könnten. Ohne Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit
sei die rezidivie
rende depressive Störung, welche gegenwärtig remittiert sei (ICD-10 F33.4;
Urk.
7/85/50).
Im Rahmen der Anamneseerhebung habe der Beschwerdeführer berichtet, dass es ihm meistens schlecht gehe.
Dies äussere sich dadurch, dass er nicht nach draussen gehen könne, nicht lesen könne sowie den ganzen Tag nervös und unruhig sei. Zudem seien Ein- und Durchschlafprobleme vorhanden. Manchmal
bessere sich sein Zustand für kurze Zeit,
jedoch nicht anhaltend.
Dies sei seit 2010 respektive 2011 der Fall; es habe sich
seither
nichts geändert. Es gehe ihm jetzt eher noch schlechter. Die Unruhe sei so stark geworden und die Traurigke
it sei den ganzen Tag vorhanden (
Urk.
7/85/27).
Der Gutachter legte dar, dass d
ie Untersuchung keine
Einschränkungen
des Bewusstseins
oder der Orientierung
ergeben
habe
. Die Auffassungsgabe sei eben
falls ungestört gewesen; leichte Beeinträchtigungen seien hinsichtlich Konzent
ration und Merkfähigkeit aufgefallen.
Etwas verlangsamt dargestellt habe sich der formale Gedankengang, wobei der Beschwerdeführer ein Grübeln und Gedan
kenkreisen betreffend die Themen Gesundheit und Zukunft beschrieben habe.
Inhaltliche Denkstörungen hätten sich demgegenüber ebenso wenig eruieren lassen wie Hinweise auf Zwänge, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen.
Die Grundstimmung sei zum depressiven Pol verschoben gewesen; die affektive Modulationsfähigkeit habe sich eingeschränkt präsentiert. Des Weiteren
habe der Beschwerdeführer unter anderem über ausgeprägte Insuffizienzgefühle, innere Unruhe, Reizbarkeit, Antriebsarmut, eine Minderung der Vitalgefühle sowie sozi
alen Rückzug geklagt
. Hinweise auf einen Todeswunsch oder Suizidgedanken hätten aktuell nicht bestanden
(
Urk.
7/85/38 f.).
Aus psychiatrischer Sicht
habe der Beschwerdeführer vordergründig über eine depressive Symptomatik geklagt und ausgeführt, dass es ihm seit 2010 oder 2011 immer gleich respektive eher noch schlechter gehe
. Was genau «schlechter» bedeute, habe er jedoch nicht erklären können. Beim suggestiven Abfragen
verschiedener Symptome habe er
d
iverse bejaht und auch eine depressive Grund
stimmung demonstriert.
Abgesehen von den Schilderungen des Beschwerdefüh
rers, dass sich sein Zustand verschlechtert habe, dass er nicht arbeiten könne und dass es Tage gebe, an denen er nicht rausgehen könne und nichts machen würde, habe er über einen eigentlich recht unauffälligen Tagesablauf mit verschiedenen sozialen Kontakten und vor allem über eine rege Reisetätigkeit berichtet, was in sich bereits ein recht grosser Widerspruch sei. Dem beschriebenen sozialen Rück
zug stehe auch die Tatsache entgegen, dass der Beschwerdeführer wieder gehei
ratet habe und dass seine Ehefrau nun zum zweiten Mal schwanger sei.
Zu beto
nen sei zudem, dass einzelne schlechte Tage nicht für das Vorliegen einer depres
siven Episode sprechen würden, da diese Diagnose eine über mindestens vierzehn Tage anhaltende depressive Verstimmung in einer gewissen Ausprägung voraus
setze und nicht auf die jeweiligen
Lebensumstände reagieren dürfe
(
Urk.
7/85/43
f.).
Aufgrund der grossen Diskrepanz zwischen
den berichteten sozialen Aktivitäten und der Überzeugung, nicht arbeitsfähig zu sein
, sowie den geschilderten neuropsychologischen Einschränkungen sei zusätzlich eine neuropsychologische
Abklärung bei
Dr.
A._
veranlasst worden.
Dabei hätten sich eindeutige Hinweise dafür ergeben, dass der Beschwerdeführer nicht nur stark
aggraviert
, sondern teilweise auch Einschränkungen simuliert habe. So hätten sämtliche Beschwerdevalidierungsverfahren auffällige Testergebnisse gezeigt.
Würden diese der tatsächlichen neurokognitiven Funktionstüchtigkeit entsprechen, so wäre der Beschwerdeführer in keiner Weise fähig gewesen, selbständig vom Wohn- zum Untersuchungsort zu gelangen und er bedürfte einer engmaschigen Betreuung in einer pflegerischen Institution. Dies zeige sich auch im erbrachten Testresultat zum allgemeinen Intelligenzquotienten (IQ von 50;
Urk.
7/85/44 f., vgl. zudem
Urk.
7/85/81 f.).
Aufgrund der starken Aggravation, den Diskrepanzen und
den
Widersprüchen könne aktuell nicht vom Vorliegen einer depressiven Episode ausgegangen wer
den. Es könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass deren Kriterien in der Vergangenheit vorübergehend einmal (oder auch mehrere Male) vorgelegen hätten, weshalb die Diagnose der rezidivierenden depressiven Störung durchaus zutreffen könne. Zum Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung sei diese allerdings als remittiert einzustufen. Immer wieder sei zudem die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung gestellt worden, w
as
aus verschiedenen Gründen nicht plausibel sei. Insbesondere habe der Beschwerdeführer über keine entsprechende Symptomatik geklagt und gar explizit betont, bei der Einreise
in die Schweiz keine psychischen Probleme gehabt und hierzulande gearbeitet zu haben, bis
es
etwa 2010
zur
depressiven Erkrankung gekommen
sei.
Die
Diagnose
einer posttraumatischen Belastungsstörung könne nach ICD-10 allerdings
nur gestellt werden,
wenn die entsprechende Symptomatik innerhalb eines halben Jahres nach dem belastenden Ereignis aufgetreten sei
(
Urk.
7/85/46 f.).
Insgesamt liege aus psychiatrischer Sicht keine Störung vor, welche sich auf die Arbeitsfä
higkeit auswirke. Da der Verlauf der Arbeitsunfähigkeit seit April 2012 nicht eindeutig beantwortet werden könne, gelte die attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit seit dem
Datum
der psychiatrischen Untersuchung am 1
4.
August 2017 (
Urk.
7/85/54, 7/85/56).
3.3.4
In seinem im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
verfassten Einwand vom 8. Februar 2018 hielt med.
pract
.
B._
fest, dass das Gutachten von
Dr.
Z._
nicht nachvollziehbar sei
. Aufgrund von sprachlichen Missverständnissen seien Fakten falsch interpretiert worden
(
Urk.
7/98/1,
7/98/4)
.
Es sei namentlich
nicht zulässig, aus einer «Antwortverzerrung» in einer testpsychologischen Abklärung darauf zu schliessen, dass der Proband «gesund» sei. Die von
Dr.
Z._
erhobenen psychopathologischen Befunde sprächen für ein deutliches depressives Zustands
bild. Zusätzlich liege eine posttraumatische Belastungsstörung vor, welche wesentliche Einschränkungen im Alltag zur Folge habe. Der Gutachter scheine
die Symptome dieser Störung nicht eingehend abgefragt zu haben. Ferner sei die Latenzzeit nicht derart klar auf ein halbes Jahr nach dem Ereignis begrenzt; viel
mehr gebe es auch Verläufe, die einen verzögerten Beginn aufweisen
würden
.
Des Weiteren
erweise sich der Vorwurf einer «regen Reisetätigkeit» als haltlos und sei nicht geeignet, zu belegen, dass der Beschwerdeführer in der Lage sein soll, einer Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt nachzugehen (
Urk.
7/98/2 f.).
3.3.5
Mit Stellungnahme vom 2
6.
März 2018 hielt
Dr.
Z._
im Wesentlichen an seiner Beurteilung fest und betonte, dass die neuropsychologische Abklärung eine Mög
lichkeit der Symptomvalidierung darstelle, welche im konkreten Fall sehr auffäl
lig gewesen sei. Aufgrund der vielen Inkonsistenzen müsse davon ausgegangen werden, dass sich der Beschwerdeführer bei der psychiatrischen Abklärung ana
log verhalten habe
. Im Gegensatz zur behandelnden Fachperson könne
in der arbeitsmedizinischen Abklärung
nicht nur auf die Angaben des Exploranden abgestützt werden, vor allem nicht bei
zahlreichen
Hinweisen auf deren Unzu
verlässigkeit (
Urk.
7/102/4 ff.
; vgl. auch die ergänzenden Ausführungen des Neu
ropsychologen vom 2
7.
März 2018,
Urk.
7/101
).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die dem Beschwerdeführer erstmals mit Verfügung vom
4.
November 2011 (
Urk.
7/19) zugesprochene ganze Rente der Invalidenversicherung zu Recht aufgehoben hat.
Dabei stützte sie sich
primär
auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
, welches auch eine neu
ropsychologische Beurteilung von
Dr.
A._
beinhaltete
und am 2
6.
März 2018 ergänzt wurde
(
Urk.
7/85
/1-57
,
7/85/69-83,
7/101
-102
).
4.2
4.2.1
Vorab zu prüfen ist
einerseits
der Einwand des
Beschwerdeführer
s,
dass
Dr.
Z._
die Begutachtung nicht unvoreingenommen durchgeführt habe. Dieser werde von der Beschwerdegegnerin übermässig häufig mit der Erstellung von Gutachten beauftragt und habe noch nie eine relevante Arbeitsunfähigkeit attestiert. Zur näheren Abklärung der Befangenheit sei die Beschwerdegegnerin aufzufordern, dem Gericht alle für sie von
Dr.
Z._
seit 2016 erstellten Gutachten in anony
misierter Form insoweit zuzustellen, als damit sämtliche Beurteilungen hinsicht
lich Arbeitsfähigkeit ersichtlich seien (
Urk.
1 S. 4 f.).
4.2.2
Nach der Rechtsprechung gelten für Sachverständige grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie sie für Richter vorgesehen sind. Danach ist Befangenheit anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Miss
trauen in die Unparteilichkeit zu erwecken. Bei der Befangenheit handelt es sich
allerdings um einen inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ablehnung nicht nachgewiesen zu werden, dass die sach
verständige Person tatsächlich befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenom
menheit zu begründen vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befan
genheit und der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das sub
jektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Misstrauen muss vielmehr in objektiver Weise als begründet erscheinen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztgutachten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters ein strenger Massstab anzusetzen (BGE
132 V 93 E. 7.1, 120 V 357 E. 3).
4.2.3
In erster Linie ist darauf hinzuweisen,
dass Ausstands- oder Ablehnungsgründe gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung so früh wie möglich geltend gemacht werden müssen. Es verstösst gegen Treu und Glauben, Einwendungen dieser Art erst im Rechtsmittelverfahren vorzubringen, wenn dies schon vorher möglich und zumutbar gewesen wäre. Wird eine sachverständige Person nicht unverzüglich als befangen abgelehnt, wenn die betroffene Person vom Ablehnungsgrund Kenntnis erhält, verwirkt sie den Anspruch auf spätere Anrufung dieser Verfah
rensgarantie (BGE 137 V 210 E. 6.1.1 mit Hinweisen).
Die Beschwerde
gegn
erin orientierte den Beschwerdeführer
mit Mitteilung vom
28.
März 2017
darüber
, dass
sie gedenke,
Dr.
Z._
mit der Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens zu beauftragen (
Urk.
7/60).
Den Einwand der Befan
gen
heit erhob der Beschwerdeführer allerdings erst im Zuge des
Beschwer
de
verfah
rens,
weshalb sich seine Rüge als verspätet erweist
.
Davon abgesehen bleibt anzumerken, dass der regelmässige
Beizug
eines Gutachters durch den Versiche
rungsträger, die Anzahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen Gutach
ten und Berichte sowie das daraus resultierende Honorarvolumen nach gefes
tigter bundesgerichtlicher Rechtsprechung für sich allein genommen keine Zweifel an der Unabhängigkeit eines Gutachters erwecken (Urteil des Bundes
gerichts 9C_96/2018 vom 1
9.
März 2018 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
Im Weiteren
ist nicht ersichtlich, inwiefern die Kenntnis der vom psychiatrischen Experten in anderen Fällen attestierten Arbeitsunfähigkeiten mangelnde Ergeb
nisoffenheit zu belegen und damit den Beweiswert seiner gutachterlichen Einschätzung in Frage zu stellen vermöchte (
Urteile des Bundesgerichts 9C_582/2018 vom
7.
Januar 2019 E. 2.1 und
8C_627/2016 vom 1
7.
November 2016 E. 4.3). Anhaltspunkte, die auf eine anscheinsweise Befangenheit des psy
chiatrischen Gutachters im konkreten Einzelfall hindeuten könnten, trägt der
Beschwerdeführer
nicht vor.
Es rechtfertigt sich daher,
in antizipierter Beweis
würdigung (vgl. hierzu BGE 136 I 229 E. 5.3) auf die bezüglich der gutachterli
chen Ergebnisoffenheit verlangte Beweismassnahme
zu
verzichte
n
.
Insgesamt erweist sich der Einwand,
Dr.
Z._
habe das Gutachten nicht unvor
eingenommen erstellt,
somit
als nicht stichhaltig.
4.3
4.3.1
Andererseits
rügt der Beschwerdeführer, dass das Gutachten aufgrund des feh
lenden
Beizugs
eines Dolmetschers nicht verwertbar sei (
Urk.
1 S. 6 f. und S. 11).
4.3.2
Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässlicher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Der bestmöglichen sprachlichen Verständigung zwischen Experte und versicherter Person kommt insbesondere bei der psychiatrischen Abklärung besonderes Gewicht zu. Nach der Rechtsprechung ist daher bei psychiatrischen Begutachtun
gen eine Übersetzungshilfe beizuziehen, sofern sprachliche Schwierigkeiten bestehen und das Untersuchungsgespräch nicht in der Muttersprache des Explo
randen geführt werden kann (BGE 140 V 260 E. 3.2.1). Es besteht indessen kein unbedingter Anspruch auf Durchführung einer medizinischen Abklärung in der Muttersprache oder auf
Beizug
eines Übersetzers (Urteil
des Bundesgerichts
8C_913/2010 vom 1
8.
April 2011 E. 3.3.1 mit Hinweisen). Grundsätzlich hat der Gutachter im Rahmen sorgfältiger Auftragserfüllung zu entscheiden, ob eine medizinische Abklärung in der Muttersprache des Exploranden oder unter
Beizug
eines Übersetzers im Einzelfall geboten ist. Massgeblich, ob und in welcher Form bei der Abklärung dem Gesichtspunkt der Sprache und der sprachlichen Verstän
digung Rechnung getragen werden muss, ist letztlich die Bedeutung der Mass
nahme im Hinblick auf die in Frage stehende Leistung. Es geht um die Aussage
kraft und damit die beweismässige Verwertbarkeit des Gutachtens als Entschei
dungsgrundlage für die IV-Stelle und gegebenenfalls das Sozialversicherungsge
richt. Danach müssen die Feststellungen des Experten nachvollziehbar sein, seine Beschreibung der medizinischen Situation muss einleuchten und die Schlussfol
gerungen müssen begründet sein (erwähntes Urteil 8C_913/2010 E. 3.3.1
; vgl. zum Ganzen
:
Urteil des Bundesgerichts 8C_578/2014 vom 1
7.
Oktober 2014 E.
4.2.5
).
4.3.3
Der Beschwerdeführer weist grundsätzlich zutreffend darauf hin (
Urk.
1 S. 6 f.), dass für den ersten Begutachtungstermin, welcher verschoben werden musste, ein Übersetzer aufgeboten worden war (vgl.
Urk.
7/65). Für den zweiten Termin wurde darauf verzichtet, wobei
Dr.
Z._
dies in seiner ergänzenden Stellung
nahme vom 2
6.
März 2018 damit begründete, dass die Verständigung auf Deutsch
gut möglich gewesen sei (
Urk.
7/102/4
; vgl. auch
Urk.
7/85/2
)
, was der Neuropsy
chologe bestätigte (
Urk.
7/101/2)
. Entgegen der Behauptung des Beschwerdefüh
rers finden sich im Gutachten
jedoch
nicht nur Angaben zu seiner Muttersprache Kurdisch (
Urk.
7/85/28
, 7/85/73
), sondern
auch konkrete
Hinweise
zu seinen
Deutsch
kenntnissen.
Befragt nach seinem beruflichen Werdegang äusserte sich der Beschwerdeführer dahingehend, dass er
einige Jahre nach seiner Einreise in die Schweiz für
eineinhalb Jahre
jewei
ls an fünf Halbtagen pro Woche
einen Deutschkurs besucht habe. Er habe dabei auch Schreiben und Lesen gelernt
. Er sei in diesem Zusammenhang nicht auf die Hilfe von
Drittpersonen
angewiesen (
Urk.
7/85/30 f.).
Darüber hinaus war es dem Beschwerdeführer nicht nur möglich, die Fahrprüfung erfolgreich
zu absolvieren, sondern auch das
Schweizer
Bürgerrecht
zu er
werben
(
Urk.
7/85/28)
,
was als Zeichen erfolgreicher Integration unter anderem die Fähigkeit voraussetzt, sich im Alltag in Wort und Schrift in einer Landessprache verständigen zu können (vgl.
Art.
11
lit
. a in Verbindung mit Art. 12
Abs.
1
lit
. c des Bundesgesetzes
über das Schweizer Bürgerrecht,
BüG
).
Wird darüber hinaus berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer seit geraumer Zeit psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlungen in Anspruch nimmt und dabei — soweit ersichtlich — nicht auf
einen Dolmetscher angewiesen war (vgl.
Urk.
7/52/29 [«
G
ute Deutschkenntnisse»])
, so
spricht dies
klar gegen
seine
Behauptung
, nicht in der Lage
zu
sei
n
,
die
Fachperson
en
so zu verstehen, dass er verwertbare Antworten geben könne (vgl.
Urk.
1 S. 6).
Insgesamt ist m
it überwie
gender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer über genügend Deutschkenntnisse
verfügt, damit die psychiatrisch-neuropsychologi
sche
Begutachtung
ohne
Beizug
eines Übersetzers fachgerecht durchgeführt wer
den konnte.
Dies widerspiegelt sich nicht zuletzt auch im hohen Detaillierungs
grad der von
Dr.
Z._
erhobenen Anamnese (vgl.
Urk.
7/85/27 ff.), welche bei
mangelhaften
Deutschkenntnissen des Beschwerdeführers kaum in dieser Form ausgefallen wäre.
4.4
.
4.4
.1
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar
(vgl. E. 1.3 vorstehend)
.
Nach Auffassung
der Beschwerdegegnerin liegt ein Revisionsgrund vor, da sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers spätestens
im
Begut
achtungszeitpunkt am 1
4.
August 2017
gegenüber den im
Referenz
zeitpunkt vorliegenden Verhältnissen
verbessert habe (
Urk.
2,
Urk.
6).
Demgegenüber hielt der Beschwerdeführer fest, dass das psychiatrische Gutachten nicht geeignet sei,
den Beweis für eine Verbesserung des Gesundheitszustandes zu erbringen (
Urk.
1 S. 12).
4.4
.2
Die im Vergleichszeitpunkt der erstmaligen Rentenzusprechung diagnostizierte schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2)
zeich
nete sich insbesondere durch
Gedankenkreisen, einen kaum auslenkbaren und starren Affekt, eine deutliche Reduktion des Antriebs, permanente innere Anspannung und Nervosität sowie Insuffizienzgefühle aus. Im Weiteren klagte der Beschwerdeführer damals über
Ein- und Durchschlafstörungen, ein deutlich vermindertes Konzentrationsvermögen, einen merklichen Appetitverlust sowie eine passive Suizidalität (
Urk.
7/10/3, 7/11/
2).
Der Beschwerdeführer teilte
Dr.
Z._
mit
,
nach wie vor
namentlich unter
Ein- und Durchschlafstörungen, eine
r
starke
n
innere
n
Unruhe, Grübeln und Gedan
kenkreisen
sowie einer während des gesamten Tages bestehenden Traurigkeit zu leiden
. Zudem klagte er über eine
Konzentrationsminderung
und Vergesslichkeit (
Urk.
7/85/27, 7/85/38 f.
).
Massive Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkei
ten gab er
im Vorfeld der neuropsychologischen Abklärung
ebenfalls
gegenüber
Dr.
A._
an (
Urk.
7/85/70, 7/85/72).
Die
daraufhin
vorzugsweise ohne Zuhil
fenahme der deutschen Sprache (Urk.
7/85/73)
durchgeführten Testverfahren ergaben
auch
insbesondere in den Kategorien Aufmerksamkeit und Konzentrati
onsfähigkeit sowie Lernen und Gedächtnis durchwegs
schwergradige
Einschrän
kungen
(
Urk.
7/85/75 ff.).
Allerdings hielt Dr.
A._
fest, dass sämtliche Beschwerdevalidierungsverfahren durchgängig auffällige Testergebnisse
mit Hinweisen auf eine Antwortverzerrung
beziehungsweise eine bewusste Manipu
lation
gezeigt
hätten.
Zeitweise sei zudem aufgefallen, dass sich der Beschwerde
führer für das Betätigen der «Richtigtaste» vorbereitet, dann kurz innegehalten und anschliessend die «Falschtaste» betätigt habe.
Aufgrund der test
weise
erziel
ten Daten könne nicht auf das tatsächliche Ausmass der neurokognitiven Funk
tionstüchtigkeit geschlossen werden. Würden die erzielten Resultate der realen neurokognitiven Funktionstüchtigkeit entsprechen, wäre der Beschwerdeführer auf eine engmaschige Betreuung in einer pflegerischen Institution angewiesen.
Ferner wäre in Anbetracht des erzielten Intelligenzquotienten von 50 noch äusserst knapp
von
eine
r
leichte
n
Intelligenzminderung im Sinne von ICD-10 F70 (IQ von 50 bis 69)
auszugehen
(
Urk.
7/85/80 ff.).
Der Neuropsychologe vermochte deshalb aus den
erfolgten
Testungen keinen Mehrwert betreffend d
ie
Frage der Leistungsfähigkeit zu gewinnen (Urk. 7/85/83).
Vor diesem Hintergrund kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausge
schlossen werden, dass
das tatsächliche Leistungsniveau des Beschwerdeführers
nach wie vor
durch eine
starke
Beeinträchtigung
des Konzentrationsvermögens
vollständig eingeschränkt
ist. Eine Verbesserung des psychischen Gesundheitszu
standes ist auch dahingehend erkennbar, dass
sich der Appetit des Beschwerde
führers wieder normalisiert hat (
Urk.
7/85/36) und von seiner Seite keine Suizidgedanken mehr geschildert wurden (
Urk.
7/85/27, 7/85/39).
Gegen eine weiterhin bestehende schwere depressive Störung spricht überdies der Umstand, dass der Beschwerdeführer
nur noch alle zwei Wochen jeweils eine einstündige
Behandlung
bei med.
pract
.
B._
in Anspruch nimmt und seit März 2015 nicht mehr
psychiatrisch
hospitalisiert war (
Urk.
7/85/28, 7/85/37).
Der begutachtende Psychiater führte zudem aus, dass die Diagnose der rezidivierenden depressiven Störung durchaus zutreffend gewesen sein könne, aber im Zeitpunkt seiner Untersuchung als remittiert betrachtet werden müsse (
Urk.
7/85/46), was auf eine
entsprechende
Verbesserung schliessen lässt.
Insgesamt ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin eine Ver
besserung des Gesundheitszustandes und damit einen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG bejahte.
D
er Rentenanspruch
ist daher im Folgenden
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht
(vgl. E. 1.3 vorstehend).
4.
5
4.5.1
Dr.
Z._
diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4).
In diesem Zusammenhang trug er den Ergebnissen der neuropsy
chologischen Abklärung Rechnung. Es leuchtet ein, dass er in Anbe
tracht der äusserst auffälligen Symptomvalidierung die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers zu seinem psychischen Gesundheitszustand
sowie die demonstrierte depressive Grundstimmung
generell
kritisch hinterfragte
(vgl.
Urk.
7/85/
43
ff.
, 7/102/4 f.).
Zu Recht
wies er auch darauf hin, dass einzelne schlechte Tage nicht für das Vorliegen einer depressiven Episode sprechen, da eine solche gemäss ICD-10 eine über mindestens vierzehn Tage anhaltende depressive Verstimmung in einer
gewissen Ausprägung voraussetzt
(
Urk.
7/85/44
; vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], ICD-10,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnosti
sche Leitlinien, 1
0.
Auflage, S.
170
).
Dabei berücksichtig
t
e Dr.
Z._
d
en
vom Beschwerdeführer geschilderte
n
gewöhnlichen Tagesablauf.
Dieser hält sich zwar oft bei seiner Familie zu Hause auf, ist aber unter anderem auch in der Lage,
die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen, Besuch von seinen Kollegen zu emp
fangen beziehungsweise diese zu besuchen, einzukaufen und ein- bis zweimal wöchentlich in Restaurants einzukehren
(
Urk.
7/85/34 f.
, vgl. auch
Urk.
7/52/12 f.
).
Entgegen der Argumentation des Beschwerdeführers ist auch nicht zu bean
standen, dass von gutachterlicher Seite von einer regen Reisetätigkeit ausgegan
gen wurde.
So begab sich der Beschwerdeführer nicht nur im Dezember 2012 zwecks Heirat in sein Heimatland (
Urk.
7/28), sondern auch
im
Oktober 2013 für etwa
ein halbes Jahr
(
Urk.
7/27, 7/46/6 und 7/46/8)
, im März 2015 (Urk. 7/46/26), im März 2016 für etwa zwei Monate (
Urk.
7/41, 7/50/2), im Mai/Juni 2017 für vier Wochen (
Urk.
7/65) sowie im November 2017 für die Dauer von zwei Mona
ten (
Urk.
7/84, 7/85/35).
Da keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Beschwerdeführer in diesen Zeiträumen jeweils psychiatrische Unterstützung in Anspruch genommen hätte,
sprechen diese regelmässigen mehrwöchigen Auslandsreisen klar gegen
das Vorliegen
eines
schweren
psychischen Leidens
. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer
in der Schweiz
bis März 2015
wiederholt freiwillig im Sanatorium
C._
oder
in
der
E._
hospitalisiert war (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_444/2016 vom 3
1.
Oktober 2016 E. 6.2.2 mit Hinweisen).
Darüber
hinaus
ist einerseits
dem Umstand Rech
nung
zu
tragen, dass
der Beschwerdeführer nur noch alle zwei Wochen eine ambulante Therapie bei med.
pract
.
B._
wahrnimmt, was kaum eine konse
quente Depressionsbehandlung darstellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_454/201
3 vom 2
9.
Oktober 2013 E.
4.1). Andererseits lagen die Werte
betref
fend
Antidepressiva (
Olanzapin
,
Quetiapin
) ausgehend von der von Dr.
Z._
veranlassten Laboruntersuchung eindeutig unter dem jeweiligen Referenzbereich
(
Urk.
7/85/40)
, sodass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer die Medikamente
nicht respektive nicht regelmäs
sig einnimmt, was gegen einen erheblichen Leidensdruck spricht.
Insgesamt erweist es sich in Anbetracht all dieser Gegebenheiten als schlüssig, dass
Dr.
Z._
die rezidivierende depressive Störung als remittiert
einstufte und Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verneinte.
Diese
Beurteilung ist im Übri
gen auch
angesichts
der Einschätzungen von med.
pract
.
B._
vom 8. Februar und
7.
Juni 2018
(
Urk.
7/98, 7/111) sowie dem Bericht der
E._
vom 1
9.
Dezem
ber 2018 (
Urk.
16) nicht
in Frage zu stellen
.
Letzterer datiert über drei Monate nach Erlass der angefochtenen Verfügung
. Für die richterliche Beurteilung eines Falles sind jedoch grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend (vgl.
BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98)
.
Dies muss auch vorliegend gelten, weil
d
er Bericht
der
E._
nicht geeignet
ist
, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen, da
er
auf der
Annahme
einer seit mehreren Monaten eingetretenen Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes
fusst
(
Urk.
16 S. 1) und
somit nicht auf den
ent
scheidrelevanten
Zeitraum Bezug nimmt.
Zu den
Berichten
von med.
pract
.
B._
bleibt zum einen anzumerken, dass
auf die im Wesentlichen von ihm erhobene Kritik am Gutachten von Dr.
Z._
bereits eingegangen wurde.
Zum anderen
ist
diesbezüglich
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Fachpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel
lung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen
(BGE
135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc
). Dies muss
im konkreten Fall
umso mehr gelten, da med.
pract
.
B._
im
Vorbescheidverfahren
die Vertretung des Beschwerdeführers übernommen und wiederholt die Weiterausrichtung der Inva
lidenrente gefordert hatte.
Somit bestehen erhebliche Zweifel am Vor
liegen
der für eine objektive Beurteilung notwendigen persönlichen Distanz
, was die B
eweiskraft
seiner Einschätzung
minder
t (Urteil des Bundesgerichts 8C_695/2019 vom 1
8.
Dezember 2019 E. 4.3)
.
4.5.2
Einzugehen bleibt auf den Einwand des Beschwerdeführers, wonach
Dr.
Z._
zu Unrecht keine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert
habe
, welche von mehreren behandelnden Fachärzten festgestellt
worden sei (
Urk.
1 S. 10, Urk.
15 S. 2 f.).
Unstrittig liegt mit dem vom Beschwerdeführer im März 1988 erlebten Giftgas
angriff auf
Halabdscha
ein Ereignis katastrophenartigen Ausmasses vor, welches grundsätzlich geeignet
sein könnte
, eine posttraumatische Belastungsstörung auszulösen.
Dr.
Z._
erachtete eine
solche
jedoch
aus verschiedenen Gründen
für nicht plausibel, wobei er
primär
mit Blick auf die Diagnoseleitlinien
der
ICD-
1
0
darauf hinwies, dass eine entsprechende Symptomatik innerhalb eines halben Jahres nach dem belastenden Ereignis auftreten müsse. Darüber hinaus habe der Beschwerdeführer nicht über
die typische Symptomatik einer solchen Störung geklagt (
Urk.
7/85/47).
D
em Beschwerdeführer und seinem behandelnden Fach
arzt med.
pract
.
B._
ist in diesem Zusammenhang insofern
beizupflichten, dass
die Störung nicht absolut zwingend innert einer Latenzzeit von
maximal
sechs Monaten seit dem Trauma
auftreten muss (vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
a.a.O.
, S.
208
).
Gemäss bundesgerichtlicher Praxis bedarf
es
in jenen Fällen, in denen ganz ausnahmsweise ein späterer Beginn als wenige Wochen bis sechs Monate nach dem Trauma berücksichtigt werden soll
,
allerdings
einer besonderen Begründung
(BGE 142 V 342 E. 5.2.2 mit Hinweis
; Urteil des Bundesgerichts 9C_133/2019 vom 2
5.
Juni 2019 E. 4.2.1 mit Hinweisen
).
Der Beschwerdeführer
äusserte sich anlässlich der psychiatrischen Begutachtung dahingehend,
bei seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 1998
gesund gewesen zu sein und keine Probleme gehabt zu haben
(
Urk.
7/85/28; vgl. auch
Urk.
7/46/7).
Er war denn auch in der Lage, hierzulande
abgesehen von
wenigen
Phasen der
Arbeitslosigkeit
bis 2010 einer Erwerbstätigkeit
ohne krankheitsbedingte Ein
schränkungen
nachzugehen (
Urk.
7/6
, 7/85/30 f.).
Erst
in einem Be
richt der
E._
vom 2
9.
Juli 2011, mithin mehr als 23 Jahre nach dem Giftgasangriff auf
Halab
dscha
,
findet sich erstmals die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstö
rung (
Urk.
7/52/31).
Diese konnte
dann im Zuge einer
ausführlichen Abklärung
im August 2011 jedoch nicht bestätigt werden (vgl.
Urk.
7/46/23
f.
).
Im weiteren Verlauf wurde die
Störung
von den behandelnden Ärzten
entweder nicht mehr oder nur noch als Nebendiagnose aufgeführt (vgl.
Urk.
7/46/1-12,
7/46/20,
7/52/25-30).
Seitens der
E._
wurde
eine posttraumatische Belastungsstörung
schliesslich
im Austrittsbericht vom
9.
März 2015
erneut
in die Diagnoseliste auf
genommen
(
Urk.
7/46/23)
, ohne dass die Abweichung zur Diagnose im Bericht der
E._
vom
3.
Februar 2015 (
Urk.
7/46/20) erläutert worden wäre
.
Eine in Nach
achtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung geforderte besondere Begrün
dung für die mehr als zwei Jahrzehnte dauernde Latenzzeit lässt sich allerdings weder diesem Bericht, noch den
anderen medizinischen Unterlagen entnehmen.
Eine solche wäre umso mehr
in Anbetracht dessen zu erwarten
,
dass
der Beschwerdeführer zwar von Träumen vom Massaker berichtete,
jedoch
charakte
ristische Flashbacks gemäss eigenen Angaben nie erlebte (
Urk.
7/52/12).
Im Wei
teren
zeigen sich mit Blick auf das
bereits the
matisierte Reiseverhalten
ins Heimatland
keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer es vermeidet, Erinnerungen an das Trauma wachzurufen (vgl. vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
a.a.O.
, S.
207 f.),
obwohl
im Irak nach wie vor mit kriegerischen Ausei
nandersetzungen gerechnet werden muss.
Die
vom Beschwerdeführer geäusserten Zweifel an der Beurteilung von
Dr.
Z._
, welcher eine posttraumatische Belastungsstörung
verneinte,
erweisen sich vor diesem Hintergrund
als unberechtigt.
Es bestehen gewichtige Gründe, die
das
Verneinen
eine
s
derartigen psychischen Gesundheitsschaden
s als nachvoll
ziehbar erscheinen lassen
, wobei ergänzend anzumerken bleibt, dass allein die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung rechtsprechungsgemäss
ohnehin
für eine Anspruchsbegründung nicht ausreichen
würde
(BGE 142 V 342 E. 5.2.3 mit Hinweisen).
4.5.3
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
abgestellt, welches im Übrigen sämtliche Kriterien für eine beweiswertige Expertise erfüllt (vgl. E. 1.4).
Der Vollständigkeit halber bleibt anzufügen, dass das Bundesgericht für sämtliche psychischen Leiden die Anwendbarkeit des
indikatorengeleiteten
Beweisverfahrens gemäss BGE 141 V 281 statuiert hat (BGE 143 V 409 und 418). Ein solches bleibt jedoch aus Gründen der Verhältnismässigkeit dort entbehrlich, wo im Rahmen fachärztlicher Berichte eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und gegenteiligen Einschätzungen kein Beweiswert beigemessen werden kann
(BGE
143 V 418 E. 7.1). Diese Voraussetzungen sind mit Blick auf die obigen Ausführungen erfüllt.
Ausgehend von einer seit spätestens dem 1
4.
August 2017
bestehenden
uneinge
schränkten
Arbeitsfähigkeit
für die angestammte Tätigkeit
(
Urk.
7/85/54)
und folglich einem Invaliditätsgrad von 0
%
hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch mehr auf eine Rente der Invalidenversicherung.
5
.
Zusammenfassend
hat die Beschwerdegegnerin die Rente des Beschwerdeführers zu Recht revisionsweise auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats aufgehoben (vgl.
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. a IVV), da kein anspruchsbegrün
dender Invaliditätsgrad mehr vorliegt. Entgegen dem Eventualantrag des Beschwerdeführers besteht in Anbetracht der beweiskräftigen Aktenlage auch kein Anlass für weitere medizinische Abklärungen (antizipierte Beweiswürdi
gung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
Die angefochtene Verfügung vom 1
3.
September 2018 (
Urk.
2) ist somit nicht zu beanstanden, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
6
.
6
.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen, infolge der ihm gewähr
ten unentgeltlichen Prozessführung (vgl.
Urk.
11) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6
.2
Mit Verfügung vom
3.
Dezember 2018 (
Urk.
11) wurde dem Beschwerdeführer Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt. Die
ser machte mit Honorarnote vom 3
0.
Januar 2020 einen Gesamtaufwand von 15 Stunden und 40 Minuten sowie Barauslagen von pauschal
Fr.
103.40 geltend (
Urk.
20).
Nach
§
34
Abs.
3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Der geltend gemachte Aufwand ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwie
rigkeit des Prozesses
teilweise
nicht angemessen.
Für das
S
tudium
der nicht sehr
umfangreichen Verwaltungsakten
sowie das Abfassen der
12
seitigen
Beschwer
deschrift inklusive Bearbeitung des Gesuches um unentgeltliche Rechtspflege
(Einträge vom 2
8.
September bis 2
9.
November 2018;
Urk.
20)
erweist sich maximal ein Aufwand von
insgesamt neun Stunden als gerechtfertigt. Hinzuzu
rechnen sind die im Übrigen insbesondere für die Instruktion, die Erstellung der Replik sowie die Nachbearbeitung geltend gemachten drei Stunden und 15 Minuten. Unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- resultiert damit ausgehend von einem Gesamtaufwand von 12.25 Stun
den ein Honorar von
Fr.
2'695.--. Rechtsanwalt
Antoniadis
ist folglich mit
Fr.
2'989.60 aus der Gerichtskasse zu entschädigen (
Fr.
2'
695
.--
plus Barauslagen von
Fr.
80.85 [3
%
] zuzüglich Mehrwertsteuer von 7.7
%
).
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der
Gerichtskosten und der
Entschäd
igung an den unentgeltlichen Rechtsvertreter verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.