Decision ID: ba02ef9c-87df-46c1-b373-9f440ef70d14
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964,
Mutter zweier 1998 und 2000 geborener Kinder,
arbeitete als Dolmetscherin
auf Abruf
für
die
Y._
und studierte
seit
dem Jahr
2008
Rechtswissenschaft
en
an der
Z._
(vgl.
Urk.
8/3/1
;
Urk.
8/28
), als sie sich am
2
0.
Oktober 2011 unter Hinweis auf ein sich ent
wickelndes Burn-out bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
mel
dete
(vgl.
Urk.
8/6 S. 5
Ziff.
6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische sowie erwerbliche Situation ab und veranl
asste insbesondere ein
psychiatrische
s
Gutachten
, welche
s
am
3.
September 20
12 erstattet wurde (
Urk.
8/23), sowie eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, über welche am 1
3.
Februar 2013 berich
tet wurde (
Urk.
8/36). Mit Schreiben vom 1
2.
März 2013 (
Urk.
8/39) auferlegte die IV-Stelle der Versicherten als Schadenminderungspflicht die Weiterführung einer fachärztlich durchgeführten Psycho
-
und Pharmakotherapie. Sodann sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom 2
8.
Juni 2013 (
Urk.
8/51;
Urk.
8/55) bei einem Invaliditätsgrad von 50
%
eine halbe Invalidenrente mit Wirkung ab dem
1.
Juni 2012 zu.
1.2
Am
4.
Dezember 2013 ersuchte die Versicherte um ber
ufliche Massnahmen (
Urk.
8/67), verzichtete anschliessend
jedoch
auf die Unterstützung bei der beruf
lichen Eingliederung (
vgl. Mitteilung vom 2
1.
Mai 2014,
Urk.
8/80). Mit Mittei
lung vom 2
7.
August 2014 (
Urk.
8/85) wurde der Anspruch auf die bisherige Invalidenrente bestätigt.
1.3
Die IV-Stelle erkannte daraufhin, dass die Rentenrevision im Jahr 2014 nicht hätte abgeschlossen werden dürfen, da weitere medizinische Abklärungen
aus
stehend gewesen
seien
(
Urk.
8/92;
Urk.
8/155).
Sie tätigte deshalb
weitere Abklä
rungen und veranlasste eine polydisziplinäre Begutachtung durch die Medizi
nische Abklärungsstelle (MEDAS)
A._
, über welche am
2
8.
Mai 2015
berichtet wurde
(
Urk.
8/113)
.
Mit Zwischenverfügung vom 2
7.
September 2016 (
Urk.
8/212) erachtete die IV-Stelle eine erneute polydisziplinäre Begutachtung
durch die Gutachter des
B._
als
notwendig
.
Das Gutachten wurde am 1
5.
März 2017 erstattet (
Urk.
8/223).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
8/230;
Urk.
8/236) hob die IV-Stelle die bisherige halbe Invalidenrente der Versicherten mit Verfügung vom 2
6.
März 2018 (
Urk.
8/247 =
Urk.
2) auf.
2.
Die Versicherte erhob am
2.
Mai 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
6.
März 2018 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen zu gewähren und insbesondere die bisherige halbe Rente weiterhin unbefristet auszurichten. Eventuell seien weitere medizinische Abklärungen zur Feststellung der Arbeits- respektive Erwerbsfähigkeit vorzunehmen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
Mai 2018 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
4.
Juni 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9). Mit Verfügung vom 2
0.
Dezember 2018 (
Urk.
12) wurde antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Prozessfüh
rung und Rechtsvertretung bewilligt.
Die von der Beschwerdeführerin daraufhin eingereichten Unterlagen (
Urk.
15-16;
Urk.
18-19) wurden der Beschwerdegeg
nerin jeweils zur Kenntnis gebracht (
Urk.
17;
Urk.
20).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % bes
teht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG
).
1.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte
Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktio
nellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichk
eitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in
allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsana
mnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressiven Störung auszugehen ist, die nicht schon als chronifiziert gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines strukturierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_580/2017 vom 1
6.
Januar 2018 E. 3.1).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu han
deln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit. f
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangs
sachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesge
richts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.4
Unabhängig von einem materiellen Revisionsgrund kann die IV-Stelle auf formell rechtskräftige Verfügungen, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Überprüfung gebildet haben, zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn – was auf periodische Dauerleistungen regelmässig zutrifft (BGE 119 V 475 E. 1c mit Hinweisen) – ihre Berichtigung von erheblicher Bedeu
tung ist (Art. 53 Abs. 2 und 3 ATSG; BGE 141 V 405 E. 5.2, 138 V 147 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_819/2017 vom 13. Februar 2017 E. 2.2). Die Wiedererwägung im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhaltes (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_121/2017 vom 5. Juli 2018 E. 8.2).
Die Wiedererwägung nach
Art.
53
Abs.
2 ATSG setzt voraus, dass kein vernünf
tiger Zweifel an der Unrichtigkeit der Verfügung möglich, folglich nur dieser einzige Schluss denkbar ist. In diesem Sinne qualifiziert unrichtig ist eine Verfü
gung, wenn eine Leistung aufgrund falscher Rechtsregeln beziehungsweise ohne oder in unrichtiger Anwendung der massgeblichen Bestimmungen zugesprochen wurde (BGE 141 V 405 E. 5.2, 140 V 77 E. 3.1 mit Hinweis). Gleiches gilt bei einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, insbesondere wenn die notwendigen fachärztlichen Abklärungen überhaupt nicht oder nicht mit der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt wurden (vgl. Art. 43 ATSG; BGE 141 V 405 E. 5.2; Urteil des
Bundesgerichts 8C_717/2017 vom
2.
August 2018 E. 3.2 mit Hinweisen). Soweit ermessensgeprägte Teile der Anspruchsprüfung vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage einschliesslich der Rechtspraxis im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung in vertretbarer Weise beurteilt worden sind, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (BGE 141 V 405 E. 5.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_766/2016 vom 3. April 2017 E. 1.1.2 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung kann das Gericht eine zunächst auf
Art.
17 ATSG gestützte Rentenaufhebung oder -herabsetzung gegebenenfalls mit der (substitu
ierten) Begründung schützen, dass die ursprüngliche (bzw. die letzte auf einer umfassenden materiellen Prüfung beruhende, vgl. BGE 140 V 514, 133 V 108) Rentenverfügung oder Mitteilung zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung sei (BGE 144 I 103 E. 2.2, 140 V 85 E. 4.2, 125 V 368 E. 2, je mit Hinweisen; vgl. Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenver
sicherung, 3. Auflage 2014, R
n
77 zu Art. 30–31).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
hielt in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) fest, dass die für die Berentung ausschlaggebende Depression seit März 2016 nicht mehr bestehe. Auch seien die Nackenbeschwerden und die Halbseitensymptomatik nicht mehr vorhanden. Es bestehe nur noch eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit aus rheumatologischer Sicht.
Aus somatischer Sicht werde eine eindeutige Verbesse
rung diagnostiziert.
Der Invaliditätsgrad entspreche dem Grad der Arbeitsunfä
higkeit. Die Invaliden
rente sei daher aufzuheben
. Die Gutachter des
B._
hätten sich ausführlich dazu geäussert, weshalb die Voraussetzungen einer posttrauma
tischen Belastungsstörung
(PTBS)
nicht erfüllt seien. Auch hätten sie im Rahmen der
Konsistenzprüfung mehrere Inkonsistenzen festgestellt. Dabei handle es sich nicht um eine unzulässige second opinion
(S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (
Urk.
1),
die Rentenzusprache sei einzig aus
psychischen Gründen erfolgt. Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) se
i von einer aus rein somatischen
Gründen
vollständigen Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen (S. 5).
Das Gutachten des
B._
halte explizit fest, dass seit der Rentenzusprache im Jahr 2013 keine Veränderung des psychischen Gesundheitszustandes eingetreten sei und es sich lediglich um eine andere Beurteilung handle (S. 6 unten). Ein Revisionsgrund liege daher nicht vor, weshalb
sie weiterhin Anspruch auf die bisherige halbe
Invalidenrente
habe
(S. 7 ff.). Ausserdem entspreche das Gutachten des
B._
– aus näher genannten Gründen –
nicht den rechtsprechungsgemässen Vorgaben (S. 10 ff.).
Auch das Gutachten
der MEDAS
A._
aus dem Jahr 2015 weise keinen Revisionsgrund aus (S. 13). Das Gutachten des
B._
stelle
zudem
eine unzulässige second opinion dar (S. 14 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin erheblich verbessert hat, und gestützt darauf die Frage, ob die verfügte Renten
aufhebung rechtens ist.
Als Vergleichszeitpunkt massgebend ist die ursprünglich rentenzusprechende Verfügung vom 2
8.
Juni 2013 (
Urk.
8/51;
Urk.
8/55). Dies ungeachtet des Umstandes, ob das Revisionsverfahren im Jahr 2014 abgeschlos
sen oder nun wiederaufgenommen wurde, da vor der Mitteilung vom 2
7.
August 2014 (
Urk.
8/85)
keine materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskon
former Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung vorg
enommen wurde (vorstehend E. 1.3
).
3.
3.1
Der ursprünglich rent
enzusprechenden Verfügung vom
2
8.
Juni 2013 (
Urk.
8/51;
Urk.
8/55)
lagen
im Wesentlichen
die nachfolgenden
Berichte zugrunde.
3.2
M
it Bericht vom 2
4.
November 2011 (
Urk.
8/10/1-7)
nannte
Dr.
med. C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
mittelschwere Depression (ICD-10 F32.1) bei langandauernder psychoso
zialer Belastungssituation, Entwicklung auf dem Boden einer
PTBS (
ICD-10 F43.1)
-
somatoforme Schmerzstörung mit chronischem Lumbovertebralsyndrom,
Karpaltunnelsyndrom (
CTS
)
beidseits (ICD-10 F45.4)
Sodann
erwähnte
sie folgende Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
chronische Blepharitis posterior mit konsekutiver Benetzungsstörung, Limbusstammzellinsuffizienz mit Pannus links mehr als rechts bei chronischer Infl
ammation des anterioren Segment
s
-
Struma multinodosa
-
Bronchopneumonie April 2005/Januar 2008 (hospitalisationsbedürftig) bei Nikotinabusus, rezidivierende Sinusitiden
-
Status nach diversen akuten Schwindelattacken bei peripherer vestibulä
rer Funktionsstörung
Die Beschwerdeführerin sei eine sehr motivierte, kreative Persönlichkeit mit grossen Ressourcen, welche von zu vielen Schicksalsschlägen vollständig ent
kräftet worden sei
. Falls sie den Universitätsabschluss
bestehe
,
sei eine berufliche Integration sehr realistisch. Dies vermutlich zunächst in einem Teilzeitpensum,
welches
später
erhöht werden könn
e. Falls sie die Prüfung nicht bestehe, sei mit einem erneuten Zusammenbruch zu rechnen
(S. 3
Ziff.
1.4).
I
n der bisherigen Tätigkeit als Gerichtsdolmetscherin und Familienbegleiterin
sei sie
seit dem
1.
Juni 2011 vollständig arbeitsunfähig (S. 4
Ziff.
1.6).
3.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
sowie
E._
, lic. phil. Psychotherapeut,
F._
,
gab
en
m
it Bericht vom
1.
respektive
5.
Dezember 2011 (
Urk.
8/11)
an, dass die Beschwerdeführerin s
eit dem
8.
Februar 2010 behandelt werde
(S. 1
Ziff.
1.2)
,
und eine
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) sowie eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt werden
könn
t
e
n
. Es sei anzuneh
men, dass sich diese auf dem Boden einer
PTBS
(ICD-10 F43.1) im Zusammen
hang mit der politischen Verfolgung in der Türkei
entwickelt hätten (S. 1
Ziff.
1.1).
Die Prognose sei relativ günstig, falls die Beschwerdeführerin die rechtswissenschaftliche
n
Prüfung
en
bestehe,
da ihr dann
einige gute Perspektiven offen
stünden
. Falls sie die Prüfung
en
nicht bestehe, sei die Prognose eher schlecht, da sie in ihrem Selbstwertgefühl stark angeknackst sein dürfte (S. 2
Ziff.
1.4). Es erfolge eine psychotherapeutische Sitzung pro Woche und geleg
ent
liche psychiatrische Checks
zwecks Medikation (S. 2
Ziff.
1.5). Die Beschwerde
führerin sei in der bisherigen Tätigkeit als Gerichtsdolmetscherin und Familien
begleiterin seit dem
1.
Juni 2011 vollständig arbeitsunfähig (S. 3
Ziff.
1.6).
3.4
Chiropraktorin
G._
nannte
mit Bericht vom 2
2.
Mai 2012 (
Urk.
8/19/2-5)
- unter Beilage radiologischer Berichte der
H._
(
Urk.
8/19/6-8) -
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
l
umbospondylogenes/radikuläres Schmerzsyndrom bei Übergangsanoma
lie, Osteochondrose L5/S1, neuroforaminaler Stenose L5 beidseits durch knöcherne Engen sowie Bandscheibenaussackung L5/S1 linksbetont
-
z
ervikospondylogenes und zervikozephales Schmerzsyndrom bei Osteo
chondrosen und Spondylarthrosen C4-6
-
Achillodynie beidseits
-
Verdacht auf weichteilrheumatische Beteiligung
-
w
iederkehrende schwere Infektionskrankheiten (Pneumonien, Nieren
beckenentzündungen)
-
Erschöpfungsdepression
Dr.
C._
habe der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Dolmetscherin attestiert (S. 2
Ziff.
1.6).
3.5
Mit Stellungnahme vom 1
2.
Juni 2012 konnte
RAD-Arzt
Dr.
med. I._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, im relevanten psychiatrischen Bereich noch keinen
klaren Gesundheitsschaden aus versicherungsmedizinischer Sicht
feststellen
. Aus rein somatischer Sicht könne von einer vollen Restarbeitsfähig
keit in leidensangepasster Tätigkeit ausgegangen werden. Eine psychiatrische Begutachtung erweise sich als notwendig (vgl.
Urk.
8/38 S. 3).
3.6
Am
3.
September 2012 erstattete
Dr.
med. J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sein psychiatrisches Gutachten (
Urk.
8/23).
Dabei
diagnosti
zierte er Folgendes
(S. 10):
-
depressive Entwicklung mit aktuell mittelgradiger depressiver Episode (ICD-10 F32.1) auf dem Hintergrund von multiplen psychosozialen Belas
tungen und Traumatisierungen im Heimatland
-
chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und somatoformen Schmerzkomponenten im Sinne einer anhaltenden somatof
ormen Schmerzstörung (ICD-10 F
45.4)
-
Status nach Traumatisierungen im Heimatland. Eine
PTBS
im engeren Sinn
lasse
sich aktuell gemä
ss ICD-10 nicht diagnostizieren
Die Beschwerdeführerin weise seit der Jugend sehr leistungsorientierte und verantwortungsbewusste Persönlichkeitszüge mit
einer
Tendenz zu
r
Selbstüber
forderung auf.
Sie
sei wiederholt mit schwierigen Schicksalen und multiplen
psychosozialen Belastungen konfrontiert gewesen
, welche im Laufe der Jahre zu einer zunehmenden Dekompensation geführt hätten
.
Die depressive Entwicklung sowie die Entwicklung des Schmerzsyndroms seien vor diesem Hintergrund ver
ständlich (S. 10).
Di
e vollständige Krankschreibung durch die behandelnde
Haus
ärztin seit Juni 2011 bezüglich d
er
Tätigkeit
en
als Familienberaterin und Dolmet
scherin
sei nachvollziehbar. Trotz der psychischen Beeinträchtigung sei die Beschw
erdeführerin jedoch in der Lage
ihr Studium fortzusetzen.
Unter Abstrak
tion
der
invaliditätsfremden psychosozialen Faktoren sei
in einer
leidensange
passten Tätigkeit (keine Betreuungsfunktion, keine schwierigen psychosozialen Belastungen durch Klienten, stressarme Routinetätigkeit mit der Möglichkeit zwischendurch Pausen einzuschalten)
von
eine
r
50%ige
n
Restarbeitsfähigkeit (wahrscheinlich bereits seit
1.
Juni 2011)
auszugehen
.
Denkbar
wären beispiels
weise Tätigkeiten als Juristin im BackOffice ohne Zeitdruck oder schriftliche Übersetzungsarbeiten (S. 11
Ziff.
5). Trotz adäquater psychotherapeutischer Behandlung sowie antidepressiver Medikation sei bisher keine vollständige Auf
hellung des depressiven Syndroms eingetreten. Die Chronifizierung sei teilweise durch die psychosozialen Belastungsfaktoren mitbedingt. Die ambulante Psycho
therapie sollte unbedingt fortgesetzt werden. Die psychopharmakologische Behandlung sei optimierbar. Bei erneuter Dekompensation wäre eine stationäre Behandlung sinnvoll. Für eine günstige Prognose sprächen die vielen Ressourcen der Beschwerdeführerin. Prognostisch ungünstig seien die bestehenden psycho
sozialen Faktoren sowie die Tendenz zur Selbstüberforderung und die erhöhte Vulnerabilität
vor
dem Hintergrund der multiplen Traumatisierungen. Bei opti
male
m
Verlauf sei mit einer weiteren Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen (S. 11
Ziff.
6). Ein ausgeprägter sozialer Rückzug bestehe nicht. Die Beschwerde
führerin sei sozial gut integriert. Von einer nicht mehr beeinflussbaren Entwicklung im Sinne eines primären Krankheitsgewinns sei nicht auszugehen. Mit der chronischen Erschöpfung und chronifizierten mittelgradigen depressiven Episode bestehe jedoch eine relevante Komorbidität zur Schmerzsymptomatik. Die Forster-Kriterien seien deshalb teilweise erfüllt (S. 12).
3.7
Mit Stellungnahme vom 1
3.
September 2012 erachtete
RAD-Arzt
Dr.
I._
das psychiatrische Gutachten von
Dr.
J._
als vollständig und schlüssig.
E
in relevanter Gesundheitsschaden
sei
ausgewiesen.
I
n der bisherigen und psychisch belastenden Tätigkeit als Übersetzerin
bestehe
seit Juni 2011 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. In leidensangepasster, ruhiger und geordneter Tätigkeit als Juristin ohne vorwiegenden Kundenkontakt liege eine
A
rbeitsfähigkeit von 50
%
vor. Die Prognose
sei gut. Es sei eine Schadenminderungspflicht aufzuerlegen im Sinne einer nachhaltigen fachärztlichen Psycho- und Pharmakotherapie.
Eine
medizinische Neub
eurteilung
habe in spätestens einem Jahr zu
erfolgen (vgl.
Urk.
8/38 S. 3 f.).
3.8
Am
7.
Februar 2013 erfolgte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beru
f und Haushalt (vgl. Abklärungsb
ericht vom 1
3.
Februar 2013,
Urk.
8/36).
Die Beschwerdeführerin habe angegeben, dass sie ohne gesundheitliche Beein
trächtigung ihr Studium
Anfang 2011 ab
geschlossen hätte und seither in einer juristischen Funktion zu 100
%
erwerbstätig wäre. Ihr Ziel, das Anwaltspatent zu erwerben, habe sie
noch
nicht
aufgegeben
. Auch aus finanziellen Gründen wäre sie auf eine volle Erwerbstätigkeit angewiesen.
Die
Kinder würden sich
aufgrund
des geteilten Sorgerechts nur zweieinhalb Tage bei ihr aufhalten. Ausserdem habe sie schon in einem
100
%
-
Pensum gearbeitet, als die Kinder noch kleiner gewesen seien (S. 4
Ziff.
2.5). Die Abklärungsperson legte dementsprechend die Qualifika
tion der Beschwerdeführerin als zu 100
%
Erwerbstätige fest (S. 4
Ziff.
3).
4.
4.1
Beim Erlass der vorliegend angefochtenen, rentenaufhebenden Verfügung vom 2
6.
März 2018 (
Urk.
2)
lagen
im Wesentlichen
die folgenden Berichte vor:
4.2
Am 2
2.
August 2013 erfolgte in der
K._
bei diagnostiziertem lumboradikulärem Schmerzsyndrom mit sensomotorischem Defizit am ehestens L5 und S1 eine mikrochirurgische Hemilaminektomie
L5, F
l
a
vektomie und Dekompress
i
o
n der Wurzel L5/
S
1.
Der postoperative Verlauf verzeichne eine deutliche Beschwerderegredienz mit fehlender Harninkontinenz und deutlicher Verbesserung der präoperativen Symptomatik (vgl. Bericht vom 2
9.
August 2013,
Urk.
8/129/19-20 S. 1
f.
).
4.3
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
F._
,
nannte mit Bericht vom 2
8.
Februar 2014 (
Urk.
8/75 =
Urk.
8/76
=
Urk.
8/78
)
eine mittelgradige rezidivierende depressive Episode (ICD-10 F33.1) sowie eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1). Es fänden sich verstärkt Symptome wie Schlafstörungen, Erschöpfungszustände und Konzentrationsschwierigkeiten. Die Prognose sei günstig, falls die Beschwerde
führerin bei Arbeitsaufnahme nicht in Überforderungssituationen gerate, eine stückweise Reintegration beachtet werde und eine adäquate Arbeitssituation möglich sei (S. 1 ff.
Ziff.
1.4). Es fänden wöchentliche oder zweiwöchentliche Psychotherapiesitzungen statt sowie psychiatrische Checks zwecks Medikation
(S. 3
Ziff.
1.5). Die Beschwerdeführerin sei seit dem
1.
Juni 2011 in der bisherigen Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig (S. 3
Ziff.
1.6).
4.4
Am 2
8.
Mai 2015 erstatteten die Gutachter der MEDAS
A._
ihr poly
disziplinäres Gutachten in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie (
Urk.
8/113).
Dabei konn
ten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt werden (S. 23
Ziff.
4.1
):
-
anhaltende depressive Störung wechselnder Ausprägung (ICD-10 F32.8) mit hohem Verdacht auf
eine PTBS
(ICD-10 F43.1) und hohem Verdacht auf
eine
medikamentöse Mal-Compliance (Trimipramin-Serumspiegel unmessbar tief)
-
anhaltende somatoforme Schmerzst
örung (ICD-10 F45.4) mit Pseudoh
alb
seitensyndrom links, fibromyalgiformer Symptomatik besonders
im Nacken-/Schultergürtelbereich
sowie Symptomverstärkung und
-v
erdeut
lichung
-
chronische Lumbosakralgien bei lumbaler Hyperlordose, Spondylarthro
sen zwischen L4 und L5 und Sakrum, linksbetonte Forameneinengungen zwischen L5 und Sakrum sowie Status nach mikrochirurgischer Hemi
laminektomie L5 links im August 2013 bei Diskushernie mit Kompression der Nervenwurzel L5
Sodann nannten die Gutachter eine Adipositas simplex sowie eine re
chtsbetonte Struma multinodosa
als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 23
Ziff.
4.2).
In psychiatrischer Hins
icht
habe
d
ie Beschwerdeführerin eine Vielzahl von Belas
tungen in unterschiedlichen Lebensbereichen erlebt
, welche
in Verbindung mit den körperlichen Problemen zu einer relevanten Einschränkung der Arbeitsfähig
keit geführt
hätten
. Psychosoziale Faktoren würden o
hne Zweifel eine Rolle spielen. Dennoch
bestehe ein eigenständiges psychiatrisches Krankheitsbild in einem relevanten Umfang. Die anhaltende depressive
Störung sei offensichtlich. Die Beschwerdeführerin sei durch die Ängste
in ihrer Alltagsgesta
ltung sehr stark eingeschränkt und überfordert.
Die Kriterien einer
PTBS
seien nicht vollständig erfüllt.
Eine
somatoforme Dimension
sei gegeben
, weshalb die Förster-Kriterien
zu prüfen seien. Eine psychische Komorbidität sei vorhanden. Ein sozialer Rück
zug liege vor
.
Die
seit Jahren
durchgeführte angemessene
Psychotherapie
habe nicht zu einer relevanten Verbesserung geführt. Der krankheitsbedingte Wider
stand
gegen die Medikation könne ihr kaum vorgeworfen werden und es sei frag
lich, ob diese einen
Durchbruch zu bewirken vermöge
.
Zumindest
derzeit
liege keine
verwertbare Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt
vor
(S. 33 ff.
Ziff.
5).
Die Beschwerdeführerin sei
in den bisherigen Tätigkeiten als Juristin, Dolmet
scherin und Familienhelferin zu
100
%
arbeitsunfähig. Eine einfachere Büroa
rbeit als Verweistätigkeit könn
e diskutiert werden.
Dabei bestehe
das Problem der intellektuellen Unterforderung und der emotionalen Überforderung, was derzeit ebenfalls in einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit münden dürfte (S. 36
Ziff.
6.1-6.2).
Aus
rheumatologischer
Sicht
überwiege derzeit ein linksseitiges Pseudohalb
seitensyndrom (verminderte Spitz- und Stumpfempfindung). Als einzig objektives Zeichen einer früheren Wurzelkompression
sei
der Achillessehnenreflex nicht auslösbar und das Trendelenburgzeichen links im Stehen sei fraglich positiv. Die Fehlform der Wirbelsäule mit abgeflachter Thorakalkyphosierung und verstärkter lumbaler Lordosierung bei Überwichtigkeit
setze
die Belastungstoleranz bei allgemeiner Schonung mit konsekutiver Dekondit
ionierung zusätzlich herab
. Eine fibromyalgiforme Symptomatik mit Schwerpunkt im Nacken-Schultergürtelbe
reich bei guter Beweglichkeit im Bereich der
Halswirbelsäule (
HWS
)
trotz radio
logisch nachgewiesenen Unkovertebralarthrosen im unteren Zervikalsegment (Röntgen 2
6.
März 2012) und angeblich assoziierten chronischen Kopfschmerzen kompliziere die chronifizierte Wirbelsäulensymptomatik.
Die
Symptomverstär
kung und –ausweitung erschwere eine Präzisierung der Bef
underhebung am Bewegungsapparat
. An beiden Kniegelenken imponiere eine Periarthrosis genu. An den Fersen lasse sich klinisch weder eine dorsale noch plantare fassbare Symptomatik objektivieren (S. 42 f.
Ziff.
5).
Die Beschwerdeführerin sei in den Tätigkeiten als Juristin
, Dolmetscherin
und Familienhelferin sowie ähnlichen körperlich leichten Tätigkeiten ohne
absoluten
Sitzzwang und mit ergonomischer Einrichtung des Arbeitsplatzes sowie ohne
häufiges oder regelmässiges
Heben von mehr als 10 kg und ohne längere Arbeiten in vornüber geneigter Körperhal
tung zu 50
%
arbeits
fähig. Im Haushalt ohne kraftaufwändige Arbeiten im Stehen und ohne grosse Reinigungen, grosse Wäsche und Grosseinkäufe sei sie zu 40
%
arbeitsunfähig (S. 21 f.
, S. 43 f.
Ziff.
6.1-6.2
).
Es handle sich um einen seit der Rentenzusprache im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand, dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit anders beurteilt würden als
durch die Chiropraktorin am 2
2.
Mai 2012, als
noch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit fest
gelegt worden sei (S. 44
Ziff.
8.1).
Zusammenfassend kamen die Gutachter zum Schluss, dass die Beschwerdeführe
rin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Substitutin in einer Anwaltskanzlei
vollständig arbeitsunfähig sei. D
ies vor allem aus psychiatrischen, weniger aus rheumatologischen Gründen. Dasselbe gelte derzeit für sämtliche beruflichen Verweistätigkeiten sowie für den Haushalt (S. 24
Ziff.
5.1-5.2). Dies
e Einschät
zung gelte seit dem 1
8.
Mai 2015
(
Datum der Schlussbesprechung
)
, da sich die Gesamtsituation seit der letzten Einschätzung von
Dr.
J._
vom
3.
September 2012 eindeutig verschlechtert habe. Eine genaue retrograde zeitliche Einordnung sei nicht möglich. Die Prognose sei ungewiss und abhängig von der psychischen Entwicklung der Beschwerdeführerin (S. 24
Ziff.
5.4-5.5). Soweit sich dies beant
worten lasse, würden invaliditätsfremde psychosoziale Belastungsfaktoren
im Krankheitsgeschehen überwieg
en. Der Gesundheitsschaden lasse sich durch Psychotherapie und eventuell durch Optimieren der Psychopharmakotherapie verbessern (S. 24 f.
Ziff.
6.1).
4.5
Mit Stellungnahme vom
3.
Juni 2015 erkannte RAD-Ärztin
Dr.
med.
M._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin sowie für Arbeitsmedizin, dass das Gutachten der MEDAS
A._
in der Darlegung der medizi
nischen Zusammenhänge nicht ganz einleuchtend sei und die gezogenen Schluss
folgerungen in nicht ganz nachvollziehbarer Weise hergeleitet würden. Die Befundlage und die Funktionseinschränkungen würden rechtsgenüg
lich erfasst und wiedergegeben. D
ie Interpretation der Leistungseinschränkung aufgrund dieser wenig pathologischen Funktionsstörungen und stark ausgeprägten psycho
sozialen Belastungsfaktoren
sei
bei relativ hohem Aktivitätsniveau aus arbeits
medizinischer Sicht
allerdings
nicht plausibel dargelegt und
nicht begründet
(vgl.
Urk.
8/228 S. 2 f.).
4.6
Dr.
L._
diagnostizierte mit Bericht vom
8.
März 2016 (
Urk.
8/146) eine rezidivierende depressive Episode (ICD-10 F33.1) sowie einen Verdacht auf eine
PTBS
(ICD-10 F43.1)
als mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1). In der bisherigen Tätigkeit als Juristin sei die Beschwerdeführerin voll
ständig arbeitsunfähig (S. 2
Ziff.
1.6).
Auch eine behinderungsangepasste Tätig
keit sei ihr nicht möglich (S. 3
Ziff.
1.7).
4.7
Dem am
8.
April 2016 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen Bericht von
Dr.
C._
(
Urk.
8/145/1-5) sind folgende Diagnosen mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (S. 1
Ziff.
1.1):
-
anhaltende depressive Störung wechselnder Ausprägung bei langandau
ernder psyc
hosozialer Belastungssituation
(ICD-10 F32.8)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) mit/bei:
-
chronischem Lumbovertebral
syndrom und zervikospondylogenem sowie zervikozephalem
Schmerzsyndrom, Verdacht auf Blockade
des Iliosakralgelenks (ISG)
rechts
-
Triggerpunkte im Bereich des oberen Schultergürtels
, Radiku
lopathie C6/7
-
Achillodynie beidseits
-
CTS beidseits
-
w
eichteilrheumatische Beschwerden wechselnder Intensität und Aus
prägung
-
r
ezidivierende
r
Trigeminusneuralgie links und rechts
Ausserdem nannte sie folgende Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
PTBS
hoch wahrscheinlich (ICD-10 F43.1)
-
Hemilam
inektomie L5, F
l
a
vektomie und Dekompression der Wurzel L5/S1 bei lumboradikulärem Schmerzsyndrom mit sensomotorischem Defizit L5/S1 und Harninkontinenz im Sinne einer Cauda-Symptomatik
,
2
2.
August 2013
-
c
hronische rezidivierende Rhinosinusitis
-
c
hronische Blepharitis posterior mit konsekutiver Benetzungsstörung
Seit dem krankheitsbedingten Arbeitsabbruch als Substitutin in einer Anwalts
kanzlei im Februar 2015 sei eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit gegeben.
Dies
e
könne mittelfristig nicht geändert werden.
Langfristig könnten eventuell
nach Auszug der Kinder
neue Ressourcen mobilisiert werden (S. 2
Ziff.
1.4).
4.8
Dr.
med.
N._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte mit Bericht vom
1.
Juni 2016 (
Urk.
8/159
/5-10
) folgende Diagnosen mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
komplexe
PTBS
(DSM-V 309.81)
,
seit Kindheit
-
komplexe dissoziative Störung mit Amnesie für belastende Ereignisse und teilabgespaltenen Persönlichkeitsanteilen (ICD-10 F44.88)
,
seit Kindheit
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
diverse rheumatische Erkrankungen und wiederholte Infektionskrankhei
ten
Die Beschwerdefüh
rer
in
sei nicht arbeitsfähig (S. 3 f.
Ziff.
2.1). Solange die massive Dissoziation bestehe, könne die Arbeitsfähigkeit nicht erhöht werden
(S. 5
Ziff.
3.3).
4.9
Am 1
5.
März 2017 erstatteten die Gutachter des
B._
ihr polydisziplinäres Gut
achten (
Urk.
8/223).
Dabei konnten sie folgende Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellen (S. 101
Ziff.
6.1):
-
b
ewegungs- und belastungsabhäng
ige intermittierend ausgeprägt
e lumbovertebrale Schmerzen mit/bei:
-
p
ostoperativer 2/3-Chondrose mit Spondylarthrose L4/5, betont L5/S1 beidseits
bei
Status
n
ach mikrochirurgischer Hemilaminektomie L5 links mit Flavektomie und Dekompression L5/S1 links am 2
2.
August 2013
-
r
esiduelle
r
Radikulopathie S1 links
Sodann nannten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit (S. 101
Ziff.
6.2):
-
Hypercholesterinämie
-
Spinalkanalstenose bei C4/5 und C5/6 ohne Hinweise auf radikuläre Schädigung oder Läsion des Myelons
-
s
pezifische isolierte Phobien (ICD-10 F40.2)
-
c
hronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
Dysthymia (ICD-10 F34.1)
Die chirurgisch-internistische Untersuchung sei altersentsprechend
unauffällig
, ohne Hinweise für eine Links- oder Rechtsherzinsuffizienz oder für eine Lungenerkrankung. Auch im Abdominalstatus lasse sich kein pathologischer Befund erheben. Die im Neurostatus angegebene Hypästhesie am linken Bein lasse sich keinem Dermatom zuordnen. Der fehlende
Achillessehnenreflex (
ASR
)
links entspreche einer residuellen S1-Symptomatik. Korrelierend dazu fänden sich mit Ausnahme einer Erythrozytose und einer Hypercholesterinämie durch
wegs Normalwerte in den Laboruntersuchungen. Das
Elektrokardiogramm (
EKG
)
zeige einen unauffälligen Erregungsablauf und die Spirometrie liefere keine Hin
weise für eine obstruktive oder restriktive Ventilationsstörung.
Eine
Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit
lasse sich
weder in der bisherigen Tätigkeit noch in einer Verweistätigkeit
begründen
(S. 106 f.).
Bei der rheumatologischen Untersuchung
würden
Missempfindungen mit Dysäs
thesien und einer Oberflächensensibilitätsabnahme im Berei
ch des linken Fusses persistieren
. Die segmentale Untersuchung bestätige den guten Verlauf mit
jedoch
Hinweise
n
für eine Belastbarkeitseinschränkung und einem zumindest angedeu
teten Schonverhalten. Die weitere klinische Untersuchung sei unauffällig und schmerzfrei. Ebenso fehle eine Pseudohalbseitensymptomatik. Die radiologisch dokumentierten Veränderungen an der HWS entsprächen geringen Degeneratio
nen ohne neurogene Beeinträchtigung. Aus rheumatologischer Sicht bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer wirbelsäulenschonenden Tätigkeit mit Wechsel zwischen sitzenden und stehenden Abläufen, wobei die sitzenden Positionen dominieren sollten. Die bisherige Tätigkeit als Juristin entspreche diesem Belas
tungsprofil (S. 107).
Die neurologische
Untersuchung
ergäbe
Hinweise auf eine leichte residuelle Wurzelschädigung S1 links.
Ein
radikulärer Schmerz
bestehe aktuell nicht
. Die angegebene Hypästhesie und Hypalgesie des linken Beines lasse sich organisch nicht
erklären. Hinsichtlich der Nackenschmerzen zeige sich bildgebend in den Segmenten C4/5 und C5/6 eine Einengung des Spinalkanals. In der aktuellen Untersuchung hätten keine objektivierbaren Schädigungszeichen von zervikalen Nervenwurzeln oder des Myelons gefunden werden können.
Die Gesichtsschmer
zen könn
t
en nicht erklärt werden.
Eine Einschränkung in der
Arbeitsfähigkeit
bestehe
weder in der bisherigen noch in einer angepassten Tätigkeit (S. 107).
Die neuropsychologische
Exploration lasse auf ein Aggravationsverhalten der Beschwerdeführerin schliessen.
D
ie Ergebnisse der Leistungstests
könnten daher
nicht ausgewertet werden und würden keine verwertbaren neuropsychologischen Befunde liefern. Eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit könne daher nicht vor
genommen werden (S. 107 f.).
Aus psychiatrischer Sicht
würden
sich im psychopathologischen Befund Sym
p
tome einer affektiven Störung sowie
Ängste im Sinne von panikähnlichen Zuständen
und
posttraumatisch anmutende Ängste
zeigen.
Gemäss Mini-ICF-APP sei d
ie Beschwerdeführerin in der Partizipation und Aktivität nicht einge
schränkt. Ein subjektives Schmerzsyndrom stehe im Vordergrund. Die Kriterien für eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.4) seien erfüllt. Das Ausmass der Erkrankung sei leicht ausgeprägt. Die Kriterien einer
PTBS
(ICD-10 F43.1) seien nicht erfüllt.
E
ine Dysthymia (ICD-10 F34.1)
liege vor
. Ob eine
depressive Störung bestehe, könne
aufgrund des Aggravationsverhaltens nicht festgestellt werden. Die Kriterien einer spezifisch isolierten Phobie (ICD-10 F40.2) seien erfüllt. Aufgrund des weitgehend intakten psychosozialen Funktionsniveaus sei die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht zu 100
%
arbeitsfähig (S. 108).
Zusammenfassend kamen die Gutachter zum Schluss, dass die Beschwerdeführe
rin
aufgrund der rheumatologischen Befunde
in der bisherigen Tätigkeit als Juristin sowie in sämtlichen wirbelsäulenschonenden Tätigkeiten mit Wechsel zwischen sitzenden und stehenden Abläufen, wobei die sitzenden Positionen dominieren sollten, aufgrund der vermehrt notwendigen
Pausen zu 80
%
arbeits
fähig sei
. Aus internistischer, neurologischer und psychiatrischer Sicht sei sie
in
sämtliche
n
Tätigkeiten vollständig arbeitsfähig. Aus neuropsychologischer Sicht könne
aufgrund
des aggravierenden Verhaltens keine Einschätzung
vorgenom
men
werden
.
Das
aus rheumatologischer Sicht
ermittelte Belastbarkeitsprofil gelte seit der aktuellen Begutachtung,
dasjenige
aus psychiatrischer Sicht seit jeher
(S. 109 ff.
Ziff.
7.5-7.8). Aus somatischer Sicht sei eine Verbesserung eingetreten. Die Beschwerdeführerin sei am 2
2.
August 2013 operiert worden (mikrochirur
gische
Hemilaminektomie L5, Flavektomie und
Dekompression der Wurzel L5/S1)
. Aus psychiatrischer Sicht sei der Gesundheitszustand unverändert, wobei dieser anders beurteilt werde als im Gutachten vom
3.
September 2012 (S. 111 f.
Ziff.
8). Die invaliditätsfremden psychosozialen Belastungsfaktoren seien bei der Beurteilung berücksichtigt worden (S. 112 unten). Die
aus rheumatologischer Sicht
attestierte 80%ige Arbeitsfähigkeit könne nicht mehr gesteigert werden. Bei einigen Teilgutachten sei teilweise aggravierendes Verhalten sowie eine Selbst
limitierung festgestellt worden (S. 113).
4.10
Mit Stellungnahme vom 2
8.
März 2017 erkannte RAD-Arzt
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, dass das
Gutachten des
B._
die gestellten Fragen umfas
send beantwortet und die beklagten Beschwerden berücksichtigt habe, in Kennt
nis und in Auseinandersetzung mit den Vorakten erstellt worden sei und in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge einleuchte. Ebenso würden die gezogenen Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer Weise hergeleitet
. Der Gesundheitszustand habe sich seit Juni 2013 gebessert. Es läge keine mi
ttelgra
dige Depression mehr vor. D
ie Nackenbeschwerden sowie die Halbseitensympto
matik würden ebenfalls nicht mehr bestehen. Eine weitere Verbesserung des Gesundheits
zustandes sei nicht zu erwarten
(vgl.
Urk.
8/228 S. 10 f.).
4.11
Eine weitere RAD-Stellungnahme zum Gutachten des
B._
wurde durch
Dipl. med. P._
, Facharzt für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie, am 3
0.
November 2017 erstattet. Dieser kam zum Schluss, dass eine Verbesserung der
somatischen
Beschwerden durch die umfangreichen Therapien
eingetreten sei
. Die psychiatrische Begutachtung sei nicht plausibel. Die Diagnosekriterien einer PTBS würden unkritisch abgearbeitet, obwohl in der Anamnese entsprechende Befunde erhoben worden seien. Es sei nicht klar begründet, weshalb die chronische Schmerzstörung sowie die Dysthymia keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
hätten
. Sicherlich zeige die Beschwerdeführerin ein beachtliches privates Aktivitätsniveau, welches aber auch immer wieder zu psychischen Dekompensationen führe.
A
us seiner Sicht
sei
von einer komplexen PTBS mit Tendenz zur Somatisierung
und Depressivität auszugehen
. Der psychische Gesundheitszustand habe sich seit dem Jahr 2012 bezüglich der allgemeinen Funktionalität nicht verändert, auch wenn die Symptomatik schwankend sei. Es sollte daher an der bisherigen Einschätzung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit festgehalten werden (
Urk.
8/244 S. 4).
4.12
Dem im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten Austrittsbericht der
Q._
vom
4.
Juni 2018 (
Urk.
11) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin vom 1
7.
April bis 3
0.
Mai 2018 stationär behandelt worden sei. Als Diagnosen werden eine nicht näher bezeichnete Reaktion auf schwere Belastung (ICD-10 F43.9), eine gemischte dissoziative Störung (Konversions
störung, ICD-10 F44.7) sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) aufgelistet (S. 1).
Die Beschwerdeführerin sei während des stationären Aufenthaltes vollständig arbeitsunfähig gewesen (S. 4).
4.13
Dr.
med.
R._
, praktische Ärztin, bestätigte am 2
1.
März 2019, dass sie d
ie Beschwerdeführerin behandle und diese
seit Jahren
an
einem chronischen Müdigkeitssyndrom (CFS) oder an einer myalgischer Enzephalopathie (ME/CFS) leide. Im Moment würden weitere Abklärungen am
S._
laufen (
Urk.
16).
4.14
Mit Bericht vom 2
6.
Juni 2019 (
Urk.
19)
diagnostizierten
die Ärzte des
S._
ein chronisches Müdigkeitssyndrom, Differentialdiagnose (DD) Neurasthenie (ICD-10 F48.0), eine Angst und depressive Störung, gemischt (ICD-10 F41.2), sowie einen aktenanamnestischen Verdac
ht auf eine PTBS (ICD-10 F43.1;
S. 1).
5.
5.1
Anhand der vorliegenden Akten lässt sich erkennen, dass anlässlich der ursprünglichen Rentenzusprache
hinsichtlich des
psychische
n
Leiden
s
der Beschwerdeführerin
psychosoziale
und damit invaliditätsfremde
Faktoren
(
vgl. hierzu
BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 und
8C_730/2008 vom 2
3.
März 2009 E. 2)
im Vordergrund standen
(vgl.
Urk.
8/10/1-7 S. 1
Ziff.
1.1, S. 2 f.
Ziff.
1.4;
Urk.
8/11 S. 2
Ziff.
1.4;
Urk.
8/23
S. 5 f., S. 1
0), womit
sich die Frage
einer allfälligen
zweifellosen Unrichtigkeit der urspr
ünglichen Rentenzusprache stellen würde
(
vorstehend E. 1.4
). Auf
Weiterungen hierzu
kann jedoch verzichtet werden, da
– wie sich nach
folgend zeigen wird -
bereits
ein Revisionstatbestand erstellt ist.
Denn nebst dem
psychischen Leiden w
ar
en
im Rahmen der ursprünglichen Rentenzusprache auch
die somatischen Beschwerden von Relevanz
, wenn auch in
untergeordnetem Ausmass
.
So wurden
etwa
ein lumbospondyloge
nes/radikuläres Schmerzsyndrom bei Übergangsanomalie, Osteochondrose L5/S1, neuroforaminaler Stenose L5 beidseits durch knöcherne Engen sowie Band
scheibenaussackung L5/S1 linksbetont sowie ein zervikospondylogenes und zervikozephales Schmerzsyndrom
bei Osteochondrosen und Spondylarthrosen C4-6 als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (vgl.
Urk.
8/10/1-7 S. 1
Ziff.
1.1;
Urk.
8/19/2-5 S. 1
Ziff.
1.1;
Urk.
8/19/6-8).
RAD-Arzt
Dr.
I._
erachtete entsprechend aus somatischer Sicht auch lediglich in einer
leidens
an
gepassten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit als gegeben
. Ein
entspre
chendes
Belastungsprofil
findet sich allerdings nicht
(vgl.
Urk.
8/38 S. 3 f.).
Wie sich nachfolgend zeigen wird (vgl. nachstehend E. 5.2)
,
ist in somatischer Sicht
nun nachweislich
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes
eingetreten
und damit ein Revisionsgrund ausgewiesen, welcher zur umfassenden Prüfung des Rentenanspruchs
ex nunc et pro futuro führt (
vorstehend E. 1.3
).
5.2
Zur Beurteilung des
aktuellen
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin erfolgte eine eingehende Begutachtung durch die Ärzt
e des
B._
(vorstehend
E. 4.9
), wobei d
as Gutachten
die praxisgemässen Kriterien an beweiskräftige ärzt
liche Entscheidungsgrundlagen (vo
rstehend E. 1.5
) vollumfänglich
erfüllt.
F
ür die Entscheidfindung
kann deshalb
- entgegen der RAD-Stellungnahme von
Dipl. med.
P._
-
darauf abgestellt werden
.
Dies
er nahm eine eigene Diagnosestel
lung und Einschätzung zur verbliebenen Arbeitsfähigkeit vor, ohne die Beschwer
deführerin selbst untersucht zu haben
(vgl.
die zutreffenden Ausführungen in
Urk.
8/246 S. 2 f.).
D
ie internistische Untersuchung
erwies sich
als unauffällig (vgl.
Urk.
8/223
S. 50 ff.,
S. 106 f.) und n
eurologisch konnten
lediglich leicht ausgeprägte
Befunde erhoben werden,
welche
nachvollziehbar zu keiner Einschränkung der Arbeits
fähigkeit
führen
. So besteht aktuell kein radikulärer Schmerz
hinsichtlich der leichten residuellen Wurzelschädigung S1 links
und es konnten keine objektivier
baren Schädigungszeichen von zervikalen Nervenwurzeln oder des Myelons
betreffend die
Einengung des Spinalkanals in den Segmenten C4/5 und C5/6
gefunden werden (vgl.
Urk.
8/223
S. 63 ff., S. 66 ff.,
S. 107).
Die a
ufgrund
der
rheumatologisch
erhobenen Befunde
(vgl.
Urk.
8/223 S. 56 ff.)
attestierte 80%ige Arbeitsfähigkeit
in einer wirbelsäulenschonenden Tätigkeit mit Wechsel zwischen sitzenden und stehenden Abläufen, wobei die sitzenden Positionen dominieren sollten
,
ist nachvollziehbar
(
vgl.
Urk.
8/223
S. 58 f.,
S. 107).
N
ach der schlüssigen Beurteilung der
B._
-
Gutachter
ist eine
Verbesserung des somatischen Gesund
heitszustandes
ausgewiesen, wobei
etwa
die im August 2013 erfolgte Operation
zu einer
deutlichen
Abnahme
der lumbalen
Schmerzen
geführt hat
(vgl.
Urk.
8/223 S. 55
, S. 110 f.
Ziff.
7.6 und
Ziff.
8
)
.
D
ie ausführliche psychopathologische
Befundaufnahme
(vgl.
Urk.
8/223 S. 86 ff.)
ergab
in Bezug auf die
Affektivität
lediglich
eine leicht
deprimierte Stimmungs
lage,
eine leichte reduzierte Schwingungsfähigkeit, Insuffizienz- und Schuldge
fühle sowie eine leicht affektlabile B
eschwerdeführerin (vgl.
Urk.
8/223
S. 88),
weswegen
die diagnostizierte Dysthymia (ICD-10 F34.1)
plausibel erscheint
.
In schlüssiger Weise
verneinten die Gutachter
unter Bezugnahme auf die ent
sprechenden ICD-Kriterien das Vorliegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.40),
erachteten
hingegen die Kriterien einer ledig
lich leicht ausgeprägten chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Anteilen (ICD-10 F45.41) als erfüllt (vgl.
Urk.
8/223
S. 93 f.). Auch hinsichtlich des
Vorliegen
s
einer PTBS führten
sie
nachvollziehbar aus, dass
nicht sämtliche
Kriterien erfüllt seien (vgl.
Urk.
8/223 S. 94 f.).
Diesbezüglich
besteht
eine Übereinstimmung mit den Gutachtern der MEDAS
A._
, die eben
falls nicht alle Kriterien einer PTBS als erfüllt betrachteten
und deshalb nur die Verdachtsdiagnose einer PTBS stellen
(vgl. E. 4.4).
Auch
Dr.
J._
hatte keine PTBS diagnostiziert (E. 3.6).
Die Beurteilung der funktionellen Leistungsfähigkeit in Anlehnung an den Mini-ICF-APP ergab schliesslich keine Beeinträchtigungen respektive Einschränkungen (vgl.
Urk.
8/223 S. 89 ff.).
Da keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt wurde, ist das Absehen von einem ausführlichen strukturierten Beweisverfahren (vorstehend
E. 1.2) nicht zu beanstanden.
Dem Gutachten lässt sich hinsichtlich der Standardin
dikatoren Folgendes entnehmen:
Ein erheblicher Schweregrad hinsichtlich der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde ist nicht ausgewiesen, konnte
doch
lediglich eine Dysthymia
(ICD-10 F34.1)
festgestellt werden
und das Ausmass der chronischen Schmerzstörung (ICD-10 F45.41) ist leicht
(
Urk.
8/223 S. 86 ff.
, S. 108
). Eine schwere Ausprägung des psychischen Leidens fällt ausser Betracht. Hinsichtlich Behandlungs- und Eingliederungs
erfolg und –resistenz kann nicht von einer therapeutisch nicht mehr angehbaren Störung ausgegangen werden. Es erfolgt eine wöchentliche psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung
. Aller
dings besteht e
ine Diskrepanz zwischen den als eingenommenen angegebenen Substanzen und deren fehlendem Nachweis im Blutserum
(
Urk.
8/223 S. 86
, S. 92, S. 98).
Als
somatische
Komor
bidität
sind
vor allem die bewegungs- und belastungsabhängigen lumbo
vertebralen Schmerzen
zu nennen
(
Urk.
8/223 S. 101
Ziff.
6.1
-6.2
)
. In den Komplexen Persönlichkeit und sozialer Kontext ergeben sich sodann keine wesentlichen, einschränkenden Faktoren. Das soziale Umfeld ist intakt.
Die Beschwerdeführerin
lebt in einer Partnerschaft, teilt sich das Sorgerecht der Kinder mit ihrem Ex-Mann und hat viele Freunde (
Urk.
8/223 S. 80 f.). Hinsichtlich der Konsistenz ergibt sich schliesslich, dass anlässlich der Untersuchung ein symptomverstärkendes Verhalten beobachtet werden konnte (vgl.
Urk.
8/223 S. 95 f.).
Bereits die neuropsychologische Exploration deutete auf ein Aggravationsverhalten hin (vgl.
Urk.
8/223 S. 74 ff., S. 107 f.) und auch in sämtlichen anderen Teiluntersuchungen wurden Verdeutlichungstendenzen sowie Diskrepanzen erkannt. So wurde beispielsweise der Tagesablauf anlässlich der
einzelnen
Teilgutachten unterschiedlich beschrieben (vgl.
Urk.
8/223 S. 45 f., S. 52, S. 62 f., S. 68, S. 97 f., S. 108 f.).
Die Einschätzung einer aus psychiatrischen Sicht vollständigen Arbeitsfähigkeit (vgl.
Urk.
8/223 S. 98) erscheint
nach dem Gesagten
plausibel und nachvollziehbar. Hinsichtlich der abweichenden Ein
schätzungen der Gutachter der MEDAS
A._
sowie von
Dr.
J._
hielten die Gutachter des
B._
nachvollziehbar und plausibel fest, weshalb diese nicht nachvollziehbar seien und es sich um eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts handle (vgl.
Urk.
8/223 S. 99 f., S. 110
Ziff.
7.6, S. 112).
Die von der Beschwerdeführerin
gegen das psychiatrische Teilgutachten
vorgebrachten Ein
wände (vgl.
Urk.
1 S. 11 ff.
Ziff.
14) erweisen sich
zuletzt
als nicht stichhaltig.
So erfolgte eine
genügende Auseinandersetzung mit den
Vorberichten
(vgl.
Urk.
8/223
S. 98 ff.
)
und e
in Widerspruch des Gutachtens in sich
kann aus den
zitierten Fundstellen
(vgl.
Urk.
8/223 S. 48 und S. 84)
betreffend die Angstsymp
tome
nicht erkannt werden
.
Somit ist festzuhalten, dass aus medizinischer Sicht gestützt auf das beweiskräf
tige polydisziplinäre Gutachten des
B._
von einer Verbesserung des Gesund
heitszustandes der Beschwerdeführerin auszugehen und dieser jegliche Tätigkeit in Beachtung des aus rheumatologischer Sicht erstellten Belastungsprofils wiede
rum zu 80
%
zumutbar ist. Damit besteht in jedem Fall Anlass zur Rentenrevision im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG (vorstehend E. 1.3).
5.3
E
ntgegen den Ausführungen der Besc
hwerdeführerin (vgl.
Urk.
1 S. 14 f.
Ziff.
19
)
wurde
die Notwendigkeit einer erneuten Begutachtung durch die Ärzte des
B._
nicht mit der zwischenzeitlich ergangenen Rechtsprechung betreffend Standar
dindikatoren begründet. Vielmehr wurde das
vorangegangene
Gutachten der MEDAS
A._
(vorstehend E. 4.4) sowohl aus medizinischer als auch aus rechtlicher Sicht als nicht nachvollziehbar erachtet. Da die daraufhin eingeholten Arztberichte der behandelnden Ärzte divergierten, wurde eine erneute Begutach
tung veranlasst (vgl.
Urk.
8/228 S. 2 ff., S. 9 oben
;
Urk.
8/229
).
Das Gutachten
der MEDAS
A._
wurde entsprechend als nicht beweiswertig im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung qualifiziert, weshalb die Durchführung einer weiteren
Begutachtung durch die Ärzte des
B._
angezeigt war. Das Gutachten
des
B._
stellt daher keine
unzulässige
«
second opinion
» dar.
Der Vollständigkeit halber zu erwähnen bleibt, dass die Zwischenverfügung vom 2
7.
September 2016 betreffend die erneute Begutachtung (
Urk.
8/212) unange
fochten in Rechtskraft erwachsen ist.
5.4
Hinweise einer Veränderung der sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation der Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige (vorstehend E. 3.8) sind nicht ersicht
lich und wurden auch nicht geltend gemacht
.
B
ei
der Prüfung der erwerblichen Auswirkungen
übernahm die Beschwerdegeg
nerin
unverändert die Zahlen des im Jahr 2013 erstellten Einkommensvergleichs
, bei welchem die
damaligen
Löhne der vom Bundesamt für Statistik herausgege
benen Lohnstrukturerhebung (LSE)
des Jahres 2010
herangezogen wurden
(vgl.
Urk.
8/37 S. 1;
Urk.
8/228 S. 12 oben).
G
rundsätzlich
gilt es zu beachten,
dass
die aktuellsten im Verfügungszeitpunkt veröffentlichten
LSE-
Tabellen zu verwenden und diese der Nominallohnentwicklung anzupassen
wären
(BGE 143 V 295 E. 4.1.3 und E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1).
Weiterungen
hierzu erübrigen sich allerdings,
da es sich vorliegend weiterhin rechtfertigt, sowohl für das hypothetische Validen- als auch
für das
hypothetische
Invaliden
einkommen auf denselben Tabellenlohn
abzustellen
, nämlich auf
den Lohn für Juristen/innen, Sozialwissenschaftler/innen und Kulturberufe (vgl. LSE 2014, T17,
Ziff.
26).
Somit kann ausnahmsweise von der ärztlich geschätzten Arbeits(un)fähigkeit ohne Weiteres – unter Berücksichtigung eines allfälligen leidensbedingten Abzu
ges (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75) – auf einen entsprechenden Invaliditätsgrad geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_450/2014 vom 2
4.
Juli 2014 E. 7.3). Da sich
ein solcher
Abzug als nicht gerechtfertigt erweist, entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsun
fähigkeit, womit ein nicht rentenbegrün
dender Invaliditätsgrad von 20
%
resultiert.
5.5
Bei der am 1
8.
Juli 1964 geborenen und im Zeitpunkt der rentenaufhebenden Verfügung vom 2
6.
März 2018 (
Urk.
2) 53 Jahre alten Beschwerdeführerin
ist nach einem fast 6
-jährigen Rentenbezug vom Grundsatz der Verwertbarkeit der verbesserten oder wiedergewonnenen Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbst
eingliederung auszugehen (vgl. BGE 141 V 5 E. 4.2.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_228/2010 vom 2
6.
April 2011 E. 3.3 und 9C_163/2009 vom 1
0.
September 2010 E. 4.2.2).
5.6
Nach dem Gesagten hob die Beschwerdegegnerin
die Rente
der Beschwerdefüh
rerin zu Recht auf.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von
IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen, infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer).
6.2
Mit Honorarnote vom
8.
Januar 2019 (
Urk.
14) machte der un
entgeltliche Rechts
vertreter der Beschwerdeführerin
einen Aufwand von 14.6 Stunden sowie Bar
auslagen von
Fr.
131.40 geltend.
Dies erscheint unter Berücksichtigung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (
§
34
Abs.
3 GSVGer) als ange
messen, weshalb Rechtsanwalt Kaspar Gehring, Zürich, beim gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
220.-- mit insgesamt
Fr.
3'60
1.-
-
(inkl. Barauslagen und MWSt) aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist. Die Beschwerdeführerin wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss
§
16
Abs.
4 GSVGer hingewiesen.