Decision ID: 7d80678a-3b89-406c-b3fe-386dc2bdb020
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a A._, meldete sich am 15./23. Mai 2006 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an und beantragte namentlich Berufsberatung,
Arbeitsvermittlung und eine Rente. Sie sei 1991 in die Schweiz gekommen und habe
hier als Hilfsarbeiterin und als Küchengehilfin gearbeitet. Am 22. Dezember 2004 habe
sie ein Supinationstrauma am rechten OSG mit Schwellung und Schmerzen erlitten.
Am 19. Dezember 2004 war ihr das Arbeitsverhältnis als Küchengehilfin gekündigt
worden, das sie gemäss der Arbeitgeberbescheinigung vom 1. Juni 2006 seit dem
18. Oktober 2004 in Teilzeitbeschäftigung (während 25 bis 30 von 42 Stunden pro
Woche) innegehabt hatte. Als Grund der Kündigung während der Probezeit wurde in
der Bescheinigung die Arbeitsleistung der Versicherten angegeben. - Dr. med. B._,
Spezialarzt für Chirurgie FMH, gab im IV-Arztbericht vom 13. Juni 2006 (IV-act. 15-1
bis 4) an, als Diagnosen lägen ein chronifiziertes Schmerzsyndrom OSG rechts (Dez. 04
Supinationstrauma) und ein St. n. chronifiziertem Schmerzsyndrom OSG links (recte
wohl: rechts) 1997 vor. Die Versicherte sei vom 23. Dezember 2004 bis 11. Mai 2006 zu
100 % arbeitsunfähig gewesen und sei seither zu 50 % arbeitsunfähig. Die bisherige
Tätigkeit sei noch an vier Stunden pro Tag zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit könne durch
psychiatrische Betreuung verbessert werden. Leichte bis mittelschwere Tätigkeiten
seien an vier bis fünf Stunden (Teilzeit mit voller Leistung) zumutbar. Beim Ereignis vom
Dezember 2004 (wie schon einmal 1997) hätten die angegebenen Beschwerden
(Schmerzen bei Tag und bei Nacht) weder klinisch noch durch MRI-Bilder erklärt
werden können. Es hätten schwierige und aufwendige Abklärungen bei verschiedenen
Spezialisten und Kliniken stattgefunden. Alle Berichte und Untersuchungen sprächen
für psychosomatische Beschwerden. Gemäss einem beigelegten Bericht der
Nuklearmedizin am Kantonsspital Chur vom 3. März 2005 war bei einer Szintigraphie
als Differentialdiagnose ein Osteoidosteom bezeichnet worden, das in der Folge an der
Klinik für Chirurgie und Orthopädie am Spital Walenstadt ausgeschlossen wurde.
In einem Bericht vom 29. April 2005 des Röntgeninstituts (IV-act. 15-53) über ein MRI
des OSG war angegeben worden, die gefundenen Läsionen seien am ehesten mit
Kompaktainseln vereinbar. - In einem Gutachten von Dr. med. C._, Spezialarzt
Orthopädie FMH, vom 4. Dezember 2007 (IV-act. 33), das in Berücksichtigung der
psychiatrischen Begutachtung durch Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie,
psychotherapeutische Medizin und Neurologie, erstellt wurde, waren als Diagnosen
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benannt (erstens) eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und (zweitens) ein
Status nach Distorsion des rechten oberen Sprunggelenks 12/04, daneben Spreizfüsse
und Präadipositas. Spätestens ab April 2005 bestehe aus orthopädischer Sicht wieder
eine volle Arbeitsfähigkeit als Küchengehilfin (oder Reinigungsangestellte). Seit
Dezember 2004 bestehe aber aus psychiatrischer Sicht als Küchengehilfin lediglich
eine Arbeitsfähigkeit von 60 %, für einfache, leichte Tätigkeiten ohne erhöhten
Zeitdruck und ohne erhöhte psychische Belastung, die überwiegend im Sitzen
durchgeführt werden könnten, eine Arbeitsfähigkeit von 70 % (bei voller
Stundenpräsenz). Im psychiatrischen Teilgutachten vom 30. November 2007 (IV-
act. 34) waren eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und ein chronisches
Schmerzsyndrom OSG rechts bei Zustand nach Supinationstraumata 1997 und
12/2004 diagnostiziert worden. Es bestünden ferner Hinweise auf eine histrionische
Persönlichkeitsstörung mit auffallend konversionsneurotischen und demonstrativen
Verhaltensweisen und eine Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und
dem gezeigten Verhalten ohne wesentlichen Leidensdruck. Die Voraussetzungen für
eine zumutbare Willensanstrengung seien nur eingeschränkt vorhanden. - Auf einen
Vorbescheid hin erhob die Versicherte am 22. August 2008 (IV-act. 53) Einwand und
erklärte, sie sei zu 100 % arbeitsunfähig. Das bestätigten Dr. B._ und auch ihre
gegenwärtige Hausärztin Dr. med. E._, FMH Innere Medizin. In der Beilage fanden
sich ein Zeugnis von Dr. B._ vom 21. August 2008 über eine Arbeitsunfähigkeit der
Versicherten von 100 % vom 22. Dezember 2004 bis 31. Juli 2008 und ein solches von
Dr. E._, bei welcher die erste Konsultation am 4. Juli 2008 stattgefunden hatte, über
eine Arbeitsunfähigkeit von ebenfalls 100 % seit dem 22. Dezember 2004 bis auf
weiteres. - Mit Verfügung vom 10. September 2008 (IV-act. 54) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen den Rentenanspruch der
Versicherten ab. Sie stelle auf das umfassende Gutachten und nicht auf die
Bestätigungen der subjektiv vollen Arbeitsunfähigkeit durch die Hausärzte ab. - In einer
hiergegen erhobenen Beschwerde vom 29. September 2008 (IV-act. 59-2 ff.) liess die
Versicherte beantragen, ihr ab Dezember 2005 mindestens eine halbe Invalidenrente
zuzusprechen, eventualiter eine neue polydisziplinäre Begutachtung durchzuführen. -
In ihrer Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2008 (IV-act. 63) beantragte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Dem Gutachten
komme volle Beweiskraft zu. Demgegenüber stehe die dort festgesetzte
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Arbeitsfähigkeit von lediglich 70 % nicht im Einklang mit der Rechtsprechung des
Bundesgerichts zur somatoformen Schmerzstörung oder den sonstigen vergleichbaren
pathogenetisch bzw. ätiologisch unklaren syndromalen Zuständen. - Mit Replik vom
19. Februar 2009 (IV-act. 68) liess die Versicherte unter anderem darlegen, bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung von 30 % Einschränkung handle es sich um eine
gesamtheitliche Beurteilung und nicht allein eine solche aus psychiatrischen Gründen. -
Mit Eingabe vom 18. Mai 2009 (IV-act. 71-2 f.) liess die Versicherte einen zuvor
angekündigten Bericht von Dr. med. F._, Spezialarzt für Neurologie FMH, vom
15. Mai 2009 (IV-act. 72-1 f.) einreichen. Der Arzt hatte darin unter anderem erklärt, er
habe die Kraftentfaltung der Muskulatur am Fuss untersuchen können und habe keine
auffälligen Abschwächungen gefunden. Bei der Abklärung der sensiblen
Nervenleitgeschwindigkeiten sei der stark brennende Berührungsschmerz in
eingekreisten Gebieten auffällig gewesen, was für eine Schädigung der feinen
Hautnerven durch die Fussverdrehung beim Unfall spreche, die bisher weder auf
Schmerzpflaster noch auf Medikamente angesprochen habe. Es liege keine
Schmerzverarbeitungsstörung vor, sondern es bestünden reale Schmerzen, welche die
Versicherte daran hinderten, den Fuss richtig zu gebrauchen, was sich auf Dauer
nachteilig auf das Gelenk auswirken werde. Er halte eine Integritätsentschädigung von
30 % für am Platz. Von einer psychoanalgetischen Behandlung verspreche er sich gar
nichts. Pathologische Werte waren in der beigelegten Tabelle unter anderem für den N.
saphenus und den N. peronaeus profundus angegeben worden. - Die Versicherte liess
am 19. April 2010 (IV-act. 75-2) auf Ersuchen Berichte der Klinik Balgrist vom 20. März
2009 und vom 27. April 2009 einreichen. Im ersten Bericht war ein chronisches
Schmerzsyndrom Rückfuss rechts bei St. n. Sprunggelenks-Distorsion 6.10.1997 und
22.12.2004 diagnostiziert worden. Gemäss dem zweiten Bericht hatten sich MR-
tomographisch ein normaler Bandapparat des rechten Rückfusses, normale
Fusssehnen und keine Hinweise auf ein Knochenmarksödem gezeigt. - Die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle reichte am 4. Mai 2010 (IV-act. 78) eine RAD-
Stellungnahme vom 29. April 2010 (IV-act. 77) ein, welche das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen zum neurologischen Bericht von Dr. F._ vom 15. Mai 2009
angefordert hatte. Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung (für
ihn ein Facharzt für Chirurgie) hatte dargelegt, die Resultate der neurophysiologischen
Untersuchung der sensiblen Nervenleitungsgeschwindigkeit (teils pathologisch) seien
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nicht detailliert kommentiert und nicht explizit mit den klinischen Befunden in
Beziehung gesetzt worden. Der Bericht beschreibe einen brennenden
Berührungsschmerz in Arealen, die bei der neurophysiologischen Prüfung angeblich
zwei sensiblen Nervenästen mit verzögerter Leitungsgeschwindigkeit zur Kleinzehe und
zum proximalen Fussrücken zugeordnet werden könnten. Die Annahme des
Untersuchers, "reale" Schmerzen würden daran hindern, den Fuss richtig zu
gebrauchen, werde nicht mit entsprechenden Ausfällen bei Funktionsprüfungen belegt.
- Die Versicherte liess mit Stellungnahme vom 27. Mai 2010 (IV-act. 80-2 ff.)
vorbringen, die Einschätzung, ob die (von zehn gemessenen) sechs pathologischen
Nervenleitungsgeschwindigkeiten auch Schmerzen bedeuteten, könne allein durch
einen Spezialisten vorgenommen werden. - Am 20. August 2010 (IV-act. 81-2 ff.) liess
sie einen Fragebogen einlegen, den sie vom Spital I._ hatte ausfüllen lassen.
Dr. med. G._ hatte darin am 17. August 2010 angegeben, der Umfang des
Fussgelenks im Bereich des OSG bzw. der Fesseln betrage links 23 cm und rechts
21.5 cm, derjenige der Wadenmuskeln links 40 cm und rechts 38 cm. Der allgemeine
Eindruck über die Stärke/Schwäche der beiden Füsse im Vergleich zueinander sei
aufgrund der subjektiven Schmerzangabe nicht beurteilbar. Die Beschwielung der
Füsse sei links regelrecht, rechts etwas vermindert. - Mit Entscheid vom 1. September
2010 (IV-act. 82) hob das Versicherungsgericht die Verfügung vom 10. September 2008
auf und wies die Sache zu ergänzenden medizinischen Abklärungen an die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle zurück. Im Vergleich zum Gutachten seien die
Ergebnisse von Dr. F._ als neu erschienen, wonach einige Nerven deutlich
verlangsamt geleitet hätten und der stark brennende Berührungsschmerz in
eingekreisten Gebieten für eine Schädigung der feinen Hautnerven gesprochen habe.
Ausserdem habe Dr. G._ gemäss Bericht vom 17. August 2010 rechts im Vergleich
zu links reduzierte Umfänge der Fussgelenke und Waden und eine etwas verminderte
Beschwielung des Fusses der Versicherten festgestellt. Eine Einschätzung der
allfälligen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten fehle allerdings.
Angemerkt wurde, dass die Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen auf
das Ausstehen eines diagnostischen N. saphenus-Blocks hingewiesen habe und
gemäss der Erhebung von Dr. F._ eine Verzögerung der sensiblen Leitung gerade
dieses Nervs bestehe, sowie dass radiologisch Läsionen gefunden worden waren, die
am ehesten mit Kompaktainseln vereinbar seien.
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A.b In dem daraufhin veranlassten Gutachten vom 11. November 2010 (IV-act. 93;
aufgrund von Untersuchungen am 5. November 2010) gab Prof. Dr. med. H._,
Facharzt FMH für Neurologie, bekannt, eine neurologische Diagnose sei nicht zu
stellen. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe demnach nicht.
A.c Der RAD schloss sich diesem Gutachten am 26. November 2010 (IV-act. 94) an
und ging von einer Arbeitsfähigkeit der Versicherten von 70 % für adaptierte
Tätigkeiten aus.
A.d Mit Vorbescheid vom 9. Mai 2011 (IV-act. 99 f.) wurde dem Rechtsvertreter der
Versicherten eine Abweisung deren Leistungsgesuchs in Aussicht gestellt. Er wandte
am 10. Juni 2011 (IV-act. 101) ein, die Tatsache, dass zweieinhalb Monate vor der
Begutachtung vom 5. November 2010 eine Arthroskopie des linken Knies durchgeführt
worden sei, sei nicht mitberücksichtigt worden, obwohl sie dazu geführt habe, dass die
Versicherte das linke Bein noch mehr habe schonen und das rechte entsprechend
stärker belasten müssen, was die gleichmässige Beschwielung erkläre. Auch wenn die
Versicherte die Füsse (wie wohl nach der Knieoperation) gleichmässig eingesetzt haben
möge, seien die Schmerzen im rechten Bein vom Knie abwärts doch nach wie vor
vorhanden und führten zu einer erheblichen Behinderung, auch belastungsunabhängig
nachts. Die Arbeitsunfähigkeit übersteige 30 %. Indem der Psychiater die
Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf und in einer Verweisungstätigkeit festgelegt
habe, habe er auch somatische Belange beurteilt, wohl wegen Fehlens eines
rheumatologischen Gutachtens. Die Abklärung sei zu erweitern. Schliesslich
rechtfertige sich beim Einkommensvergleich ein Abzug von 25 %.
A.e Mit Verfügung vom 24. Juni 2011 (IV-act. 105) wies die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle den Anspruch der Versicherten auf eine Rente ab.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller am
25. August 2011 für die Betroffene erhobene Beschwerde mit dem Antrag, die an
gefochtene Verfügung aufzuheben und der Beschwerdeführerin ab Dezember 2005
eine halbe Rente zuzusprechen, ausserdem ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu
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gewähren. Selbst wenn davon auszugehen sei, dass nach der Kniearthroskopie links
die rechte Extremität der Beschwerdeführerin notgedrungen etwas weniger habe
geschont werden können, sei kaum realistisch, dass sich die Beschwielung innerhalb
von zweieinhalb Monaten so weitreichend verändert habe. Die Befunde würden also
(von Dr. G._ und dem neurologisch fachärztlichen Gutachter) sehr unterschiedlich
interpretiert. Selbst von Prof. H._ sei festgehalten worden, dass auch Schmerzen
bestehen könnten, wenn keine pathologischen Messwerte nachweisbar seien. Davon
sei auszugehen, da Prof. H._ (allerdings im Gegensatz zu Dr. F._) keine diesbe
züglichen Auffälligkeiten festgestellt habe. Dass die Arbeitsfähigkeit nicht
eingeschränkt sei, leite dieser Gutachter aus dem Umstand ab, dass die
Beschwerdeführerin die Extremitäten normal einsetzen könne. Das aber sei eine
unbewiesene und bestrittene Unterstellung. Die Beschwerdeführerin leide nach wie vor
an den bekannten Schmerzen in beiden Knien und insbesondere im rechten Fuss und
Fussgelenk, die regelmässig schmerzhaft anschwellen und zu einem gestörten Schlaf
führen würden. Schmerzhaft sei auch der rechte Unterschenkel. Ausserdem sei die
Verwendung zweier Stöcke (in der Wohnung eines Stockes) erforderlich. Dass die
Beschwerdeführerin beim Ankleiden die Extremitäten seitengleich und ohne
Haltungsanomalie eingesetzt habe und der rechte Fuss frei bewegt worden sei, werde
bestritten. Die Befähigung zum Anziehen eines Sockens sei nicht repräsentativ für die
Fähigkeit zu einer Arbeit an 8.5 Stunden pro Tag. Der (neurologisch fachärztliche)
Gutachter relativiere die Beurteilung selber, indem er festhalte, der rechte Fuss könne
zeitweise normal eingesetzt werden. Weitere Feststellungen, welche ihn zur Beurteilung
hätten führen können, dass nicht nur keine neuropathische Schädigung, sondern auch
keine entsprechenden Schmerzen vorlägen, habe der Gutachter nicht zu bieten.
Wegen der Schmerzen habe die Beschwerdeführerin die Sommerferien 2011 im
Ausland eine Woche früher beendet. Es sei unerklärlich, weshalb der Gutachter
(sinngemäss) zum Ergebnis gelange, klinisch liege keine eindeutige anatomisch
zuzuordnende Symptomatik mit konsistent angegebenen Sensibilitätsstörungen und
(leichtgradigen) Paresen vor. Die Beschwerdeführerin schildere seit spätestens 2004
konstant die gleichen Beschwerden. Für einen neurologischen Befund bräuchten doch
nicht Paresen vorzuliegen, es genüge wohl auch die Berührungsempfindlichkeit (bzw.
das Einschlafgefühl), derentwegen das Bein regelmässig, auch in der Nacht, massiert
werden müsse. Der Gutachter halte fest, eine Schädigung des N. saphenus würde zu
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einem Sensibilitätsausfall und könnte auch zu Missempfindungen oder schmerzhaften
lokalen Zuständen an der Innenseite des Unterschenkels - aber nicht am Sprunggelenk
oder Fuss - führen. Das aber seien gerade die von der Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden. Es sei bei den Schmerzen der Beschwerdeführerin seit Jahren und
aktenmässig gesichert auch um den rechten Unterschenkel gegangen. Das
(neurologische) Gutachten sei daher widersprüchlich bzw. unvollständig. Die
Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit liege bei maximal 40 %. Von welchen Validen-
und Invalideneinkommen die Beschwerdegegnerin ausgegangen sei, sei nicht klar. Bei
den gemäss GAV im Gastgewerbe üblichen mindestens 45 Stunden pro Woche hätte
sich ein Valideneinkommen von Fr. 47'425.-- ergeben. Die Beschwerdeführerin sei
beim Unfall vom Dezember 2004 mit einem reduzierten Lohn und offenbar ohne ganzes
Pensum in der Probezeit gewesen und habe nach einer zusätzlichen Beschäftigung
gesucht. Fortgeschrittenes Alter, fehlende Berufserfahrung, lange Abwesenheit vom
Arbeitsplatz, mangelhafte Flexibilität und Erfordernis vermehrter Rücksichtnahme eines
Arbeitgebers auf die psychische Befindlichkeit müssten zu einem Leidensabzug von
mindestens 20 % führen.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 27. September 2011 beantragt die Beschwerde
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. Der neurologisch fachärztliche Gutachter
habe sich einlässlich mit dem Bericht von Dr. F._ und den nach der bidisziplinären
Begutachtung vorgelegten Berichten der Uniklinik Balgrist und des Spitals I._ aus
einandergesetzt. Es werde nichts vorgebracht, das die Schlüssigkeit dieses
Gutachtens in Frage stellen könnte. Da keine Befunde hätten erhoben werden können,
welche die beklagten Schmerzen zu erklären vermöchten, sei es richtig, dass der
neurologisch Begutachtende volle Arbeitsfähigkeit attestiert habe, zumal dies in
Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesgerichts stehe, wonach Schmerzangaben
durch korrelierende, fachärztlich schlüssig festgestellte Befunde hinreichend erklärbar
sein müssten, um eine mit somatischem Leiden begründete Arbeitsunfähigkeit
anzuerkennen. Unspezifische Schmerzzustände (funktionelle Störungen) ohne
objektivierbar organische Ursache dagegen, wie sie bei der Beschwerdeführerin
vorlägen, seien nur unter bestimmten Voraussetzungen invalidisierend. Dass keine
neurologischen Befunde als Erklärung der Schmerzen gefunden worden seien, sei als
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Bestätigung der Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung zu
betrachten. Wie schon in der Beschwerdeantwort vom Oktober 2008 erklärt, komme
dieser keine invalidisierende Wirkung zu. Es sei von voller Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in sämtlichen Tätigkeiten auszugehen.
D.
Am 17. Oktober 2011 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege
(Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbei
ständung) gewährt.
E.
Mit Replik vom 25. Januar 2012 weist der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
darauf hin, dass das Begehren um Rückweisung zur Vornahme weiterer Abklärungen
im Antrag enthalten sei. Der neurologisch Begutachtende habe sich viel zu sehr auf das
rechte Fussgelenk der Beschwerdeführerin allein konzentriert. Sie beklage seit Jahren
auch eine Hyperempfindlichkeit am Unterschenkel, wie sie auch schon im
bidisziplinären Gutachten erwähnt worden sei. Die Sensibilitätsstörungen würden als
elektrisierende und lästige Schmerzen empfunden und müssten sich, auch wegen der
dadurch bewirkten Schlaflosigkeit, auf die Leistungsfähigkeit auswirken. Dass sie kein
neurologisches Korrelat haben sollten, werde bestritten, zumal im neurologischen
Gutachten selbst darauf hingewiesen werde, dass Schädigungen des N. saphenus zu
einem Sensibilitätsausfall an der Innenseite des Unterschenkels (proximal) führten.
Darin sei ein Widerspruch zu sehen. Aus dem Gutachten gehe nicht hervor, dass der
N. saphenus, der gemäss Dr. F._ pathologische Messwerte geliefert habe, untersucht
worden wäre. Der Rückweisungsauftrag des Gerichts sei nicht erfüllt worden. Das
Gutachten sei auch deshalb widersprüchlich, weil sich seine Aussage auf rein
äusserliche Kriterien abstütze. Es werde vorgebracht, die neurographischen Ergebnisse
seien unerheblich und Schmerzen könnten auch ohne Neuropathie vorliegen. Obwohl
eine ausgeprägte Minderinnervation und eine gewisse Kraftlosigkeit bestätigt würden,
werde behauptet, die Beschwerdeführerin habe keine funktionellen Defizite gezeigt. Es
werde darauf abgestellt, dass die Beschwerdeführerin den rechten Fuss während der
Untersuchung zeitweise ganz belastet haben solle und er eine relativ gleichartige
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Beschwielung wie der linke aufgewiesen habe. Die neurographischen Untersuchungen
seien dagegen als unerheblich betrachtet worden. Das sei unhaltbar; dem Gutachter
sei offenbar zu wenig bewusst gewesen, dass es nur mit der Fähigkeit zur Bewältigung
des Alltags, aber nichts mit der Arbeitsfähigkeit zu tun habe, wenn sich die
Beschwerdeführerin mit Mühe durch den Alltag schleppe und bei kurzfristigen
Ereignissen wie dem Untersuch oder dem Entkleiden eine gewisse Muskelstärke
ableite. Statt sich zur Zumutbarkeit der Überwindung zu äussern, die nicht in sein
Fachgebiet falle, hätte er besser den N. saphenus getestet. Auch die Kommentierung
des Berichts von Dr. F._ überzeuge nicht. Wie schon im ersten Verfahren sei die
Einschränkung um 30 % gemäss dem bidisziplinären Gutachten in Vorbescheid und
Verfügung anerkannt, in der Beschwerdeantwort aber abgelehnt worden. Es handle
sich dabei jedoch um eine gemeinsame orthopädisch-psychiatrische Beurteilung unter
Berücksichtigung auch der Wechselwirkungen, welche nicht aufteilbar sei. Die
Schmerzen der Beschwerdeführerin seien auch nie in Zweifel gezogen worden. Zu
erwähnen sei die histrionische Persönlichkeitsstörung der Beschwerdeführerin. Dass
jemand nicht in einer Psychotherapie stehe, sei kein Grund, eine psychische
Beeinträchtigung auszuschliessen. Der primäre Krankheitsgewinn sei in act. 33-6, der
innerseelische Verlauf in act. 33-8 und 34-9 bestätigt worden. Die Voraussetzungen für
die zumutbare Willensanstrengung seien im bidisziplinären Gutachten diskutiert und für
nur eingeschränkt gegeben bezeichnet worden. Es gehe nicht um alles oder nichts.
Sollte die Arbeitsunfähigkeit von 30 % tatsächlich zweifelhaft bleiben, wären die beiden
Gutachter mit den entsprechenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin zu
konfrontieren. Aus einer notwendigen rheumatologischen Zusatzabklärung werde sich
eine tiefere Arbeitsfähigkeit ergeben. Bezüglich des Einkommensvergleichs sei wie
schon in der früheren Beschwerde die fehlende Parallelisierung zu beanstanden. Eine
Tätigkeit mit zwei Stunden zusätzlichen Pausen wäre als atypische Teilzeitarbeit zu
betrachten. Ein Abzug von 15 % sei sicherlich berechtigt, so dass im Minimum eine
Viertelsrente zuzusprechen wäre.
F.
Die Beschwerdegegnerin hat am 9./13. Februar 2012 an ihrem Antrag festgehalten und
im Übrigen auf die Erstattung einer Duplik verzichtet.

Considerations:
Erwägungen:
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1.
1.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die Beschwerdegegnerin
hat die angefochtene Verfügung am 24. Juni 2011 erlassen. Der zu beurteilende
Sachverhalt reicht in eine Zeit davor zurück. Bezüglich des Rentenbeginns sind
angesichts der IV-Anmeldung der Beschwerdeführerin von 2006 und des Eintritts der
Arbeitsunfähigkeit im Dezember 2004 die bis zum 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden. Für die
Invaliditätsbemessung hat sich indessen materiell keine Änderung der Rechtslage
ergeben.
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin das Leistungsge
such der Beschwerdeführerin, namentlich den Rentenanspruch, abgelehnt. Die Be
schwerdeführerin lässt als Leistung einzig eine Rente beantragen. Streitgegenstand
bildet daher zunächst der allfällige Rentenanspruch. Ergäbe sich allerdings, dass ohne
Eingliederungsmassnahmen ein solcher in Frage stünde, so gehörte zum
Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht der Beschwerdeführerin
zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
2.
Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.
3.1 Für die Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
stellte die Beschwerdegegnerin gemäss der angefochtenen Verfügung (unter Berück
sichtigung des neurologischen Gutachtens, das keine entsprechende Diagnose und
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergab) auf das Ergebnis des bidisziplinären
Gutachtens von 2007 ab. Bei den Diagnosen einer anhaltenden somatoformen
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Schmerzstörung und eines Status nach Distorsion des rechten oberen Sprunggelenks
12/04 war der Beschwerdeführerin darin seit Dezember 2004 als Küchengehilfin eine
Arbeitsfähigkeit von 60 %, für einfache, leichte Tätigkeiten ohne erhöhten Zeitdruck
und ohne erhöhte psychische Belastung, die überwiegend im Sitzen durchgeführt
werden könnten, eine Arbeitsfähigkeit von 70 % (bei voller Stundenpräsenz) attestiert
worden. Gemäss der Beschwerdeantwort erachtet die Beschwerdegegnerin die
Beschwerdeführerin als in sämtlichen Tätigkeiten voll arbeitsfähig.
3.2 Die Beschwerdeführerin lässt in Bezug auf das neurologische Gutachten bean
standen, dass dessen Annahme, sie könne ihre Extremitäten normal einsetzen, nicht
zutreffe. Prof. H._ hat als Befund beschrieben, sowohl an den oberen als auch an
den unteren Extremitäten habe sich bei der Kraftprüfung eine Minderinnervation
gezeigt, d.h. die Beschwerdeführerin habe jeweils nach nur kurzer Kraftanstrengung
rasch wieder nachgegeben. Es hätten sich aber keine latenten oder manifesten
Paresen feststellen lassen. Im Liegen sei ein Anheben der Beine einzeln nicht gelungen,
aber mit Hilfestellung durch Anheben des Unterschenkels habe die Hüfte dennoch mit
voller Kraft flektiert werden können (IV-act. 93-7). Der Gutachter vermerkte dies in der
Folge als Diskrepanz. Auch bei der Fuss- und Zehenextension habe, wie bei der
Hüftflexion, unter Hilfestellung zumindest für kurze Zeit volle Kraft entwickelt werden
können (IV-act. 93-8). Er berichtete, beim An- und Auskleiden seien die Extremitäten
zwar verlangsamt, aber seitengleich (und ohne Haltungsanomalie) eingesetzt worden.
Dabei sei auch der rechte Fuss frei bewegt worden (vgl. IV-act. 93-7 f.). In der
Beurteilung hielt der Gutachter dafür, es habe sich insbesondere eine seitengleiche
Beschwielung an den Handinnenflächen und den Fusssohlen auf beiden Seiten
gezeigt. Die Muskeltrophik im rechten Bein sei regelrecht gewesen, insbesondere was
die kleine Fussmuskulatur betreffe. Eine Umfangsdifferenz der beiden Unterschenkel
von einem Zentimeter sei nicht signifikant und auch nicht krankheitsrelevant. Auch
Störungen der Hauttrophik oder relevante Schwellungen hätten sich um das
Sprunggelenk herum nicht gefunden (IV-act. 93-11). Er stellte schliesslich fest, die
Beschwerdeführerin habe keinerlei Einschränkungen in ihren Funktionen aufgewiesen
(IV-act. 93-17 oben). - Dass die Beschwerdeführerin die Beine normal einsetzen könne,
schloss der Gutachter somit zum einen aus dem Umstand, dass eine
Minderinnervation, aber keine Paresen festzustellen waren, und zum andern aus den
während des Untersuchungsablaufes gefundenen Hinweisen darauf, dass zumindest
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für kurze Zeit bzw. zeitweise volle Kraftentwicklung möglich gewesen sei, sowie aus
der Beobachtung, dass beim An- und Auskleiden ein seitengleicher Einsatz erfolgt sei.
Aus der seitengleichen und symmetrischen Muskeltrophik, insbesondere der kleinen
Fussmuskulatur, der seitengleichen Hauttrophik und der seitengleichen Beschwielung
an den Fusssohlen schloss er in der Folge, dass die Beschwerdeführerin die Beine im
Alltag auch tatsächlich so einsetze (IV-act. 93-11).
3.3 Bezüglich der Kraftentfaltung der Muskulatur am Fuss ist insofern eine Überein
stimmung mit der Beurteilung von Dr. F._ vom 15. Mai 2009 festzustellen, als dieser
diesbezüglich keine auffälligen Abschwächungen gefunden hatte. Zum Verhalten beim
Ankleiden stehen einander konträre Angaben des Gutachters und der
Beschwerdeführerin gegenüber. Was die Beschwielung betrifft, ist nicht ersichtlich, ob
sie sich nach Auffassung der Beschwerdeführerin im Zeitablauf infolge des Knieleidens
verändert (angeglichen) habe oder unterschiedlich geblieben sei. Jedenfalls lässt sich
aus den unterschiedlichen ärztlichen Befundbeschreibungen dazu nichts für den
jeweiligen Beweiswert ableiten. Die Umfangsdifferenz ist nach gutachterlicher
Feststellung nicht signifikant. Wenn auch einzuräumen ist, dass eine bloss für kurze
Zeit mögliche Kraftentwicklung nicht schon als Indikator für eine volle Arbeitsfähigkeit
gelten kann, sind doch keine Anhaltspunkte belegt, welche ausschlössen, der
gutachterlichen Beurteilung in dieser Hinsicht zu folgen.
3.4 Die Beschwerdeführerin lässt des Weiteren bestreiten, dass klinisch keine ein
deutige anatomisch zuzuordnende Symptomatik mit konsistent angegebenen Sensi
bilitätsstörungen bestehen solle. Prof. H._ hat dafürgehalten, gemäss der aktuellen
Neurographie seien die Hauptnerven zum Fuss unauffällig bzw. nicht richtungsweisend
verändert gewesen. Die im rechten Unterschenkel und Fuss angegebenen
Sensibilitätsstörungen entsprächen weder einem Nervenversorgungsgebiet noch einem
Dermatom (IV-act. 93-8 unten). Sie hätten kein neurologisches Korrelat. Die
Beschwerdeführerin gebe eine Sensibilitätsminderung an und keine Allodynie oder
Dysästhesie, wie sie gelegentlich bei neuropathischen Schmerzen auftreten könnten
(IV-act. 93-11). Die Beschwerdeführerin hat, wie er berichtet hat, eine Hypalgesie,
Thermhypästhesie und Hyposensibilität am gesamten rechten Unterschenkel, an
Dorsum und Planta pedis rechts beklagt (IV-act. 93-8). Der Gutachter hat dargelegt,
Schädigungen des N. saphenus führten zu einem Sensibilitätsausfall an der Innenseite
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des Unterschenkels. Es könnten dabei auch Missempfindungen oder schmerzhafte
lokale Zustände entstehen, die aber wie erwähnt im Bereich des proximalen
Unterschenkels, nicht im Bereich des Sprunggelenks und des Fusses, lokalisiert seien.
Eine Veränderung der Nervenleitgeschwindigkeit im N. saphenus betreffe ein Gebiet
oberhalb des Sprunggelenks bis zum Knie, das ausserhalb der von der
Beschwerdeführerin geklagten Schmerzen liege (IV-act. 93-17). Da die
Beschwerdeführerin gemäss der Befunderhebung Sensibilitätsstörungen am rechten
Unterschenkel angezeigt hat, lässt sich diese letztgenannte gutachterliche Feststellung
nicht nachvollziehen. Eher verständlich könnte die Begründung erscheinen, dass sich
die Störungen (gesamter rechter Unterschenkel) keinem Nervenversorgungsgebiet oder
Dermatom (hier wohl: Innenseite des Unterschenkels) zuordnen lassen. Dass der
Gutachter zwar den N. suralis beidseits (sensibel) und den N. tibialis rechts sowie den
N. peronaeus beidseits (motorisch), aber gerade den N. saphenus nicht geprüft hat,
erscheint bei diesen Gegebenheiten als Unvollständigkeit der Befunderhebung, zumal
der Gutachter beschreibt, dass dieser Nerv zu den routinemässig abgeleiteten
sensiblen Nerven an den Beinen zähle (IV-act. 93-15), Dr. F._ bei der
Beschwerdeführerin gerade dort einen pathologischen Befund erhoben und das
Gericht im Rückweisungsentscheid auf diese Auffälligkeit hingewiesen hatte.
3.5 Wie dem Gutachten weiter zu entnehmen ist, ist der Befund des N. saphenus aber -
grundsätzlich - als nicht krankheitsrelevant betrachtet worden (IV-act. 93-17). Wichtiger
als der Bestand oder Nichtbestand einer neuropathischen Schädigung seien die
klinisch festgestellten Funktionsbeeinträchtigungen (IV-act. 93-17 oben). Die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hänge im Wesentlichen hiervon ab und nicht von einem
pathologischen Messwert in der sensiblen Neurographie. Denn ein neurographisches
Messergebnis lasse noch keinen Rückschluss auf die Leistungsfähigkeit zu. Es könnten
einerseits subklinische pathologische Befunde erhoben werden, denen jegliches
klinische Korrelat fehle. Anderseits schliesse eine unauffällige Neurographie eine
leichtgradige Nervenläsion nicht aus, wenn klinisch eine eindeutige anatomisch
zuzuordnende Symptomatik mit konsistent angegebenen Sensibilitätsstörungen und
(leichtgradigen) Paresen bestehe. Ebenfalls unter Hinweis auf eine Literaturstelle legt
der Gutachter des Weiteren dar, selbst wenn eine sensible Neuropathie zu
Sensibilitätsstörungen führe, seien isolierte Sensibilitätsstörungen in der Regel ohne
wesentliche funktionelle Bedeutung, sofern die Schutzsensibilität erhalten sei. Im
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Vordergrund stehe daher die Bewertung von Muskellähmungen, welche bei der
Beschwerdeführerin nicht vorlägen (IV-act. 93-15). Es rechtfertigt sich angesichts
dieser Umstände, von einer Rückweisung zur Ergänzung durch eine entsprechende
sensible Neurographie abzusehen, zumal nach gutachterlicher Feststellung auch die
Variation der sensiblen Nervenaktionspotentiale grösser und die Reproduzierbarkeit
geringer ist als bei Muskelsummenaktionspotentialen in der motorischen Neurographie
(IV-act. 93-15).
3.6 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie leide an Schmerzen in den Knien und
im rechten Bein vom Knie abwärts. Diese Schmerzen führten zu einer erheblichen Be
hinderung, auch belastungsunabhängig nachts. Dr. F._ hatte am 15. Mai 2009 an
gegeben, sie sei durch reale Schmerzen (brennender Berührungsschmerz, der für eine
Schädigung der feinen Hautnerven spreche) daran gehindert, den Fuss richtig zu
gebrauchen. Der Gutachter der Neurologie ist nicht überzeugt, dass bei der
Beschwerdeführerin Funktionsbeeinträchtigungen vorliegen. Es sei davon auszugehen,
dass die Beschwerdeführerin bei ausreichender Willensanspannung durchaus in der
Lage sei, sämtliche Extremitäten im normalen Umfang einzusetzen (IV-act. 93-11). Es
ist wohl (auch als unbestritten) anzunehmen, dass sie den betroffenen Fuss in
gewissem Ausmass einsetzt. Es fragt sich allerdings, inwieweit sie dies tun kann, und
ausserdem, inwiefern sich - unabhängig von der Funktionalität - allenfalls Schmerzen
auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Prof. H._ hat dargelegt,
Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen sagten nichts über Schmerzen aus, weder in
der einen noch der andern Richtung (IV-act. 93-16 oben und unten). Bei seiner
Begutachtung sei kein stark brennender Berührungsschmerz (im Sinn einer Allodynie)
festzustellen gewesen (IV-act. 93-17). Aus dem symmetrischen sympathischen
Hautreflex leitete er ferner ab, dass keine Hinweise auf eine Störung des vegetativen
Nervensystems bestünden, wie man sie bei komplexen regionalen Schmerzsyndromen
(vormals M. Sudeck) finde (IV-act. 93-11). Der Verdacht auf einen M. Sudeck sei im
Verlauf aufgegeben worden (IV-act. 93-11). Das Departement Innere Medizin,
Onkologie/Hämatologie, am Kantonsspital St. Gallen hatte am 24. April 2006 (IV-
act. 15-10 ff.) noch ein chronifiziertes Schmerzsyndrom mit deutlicher neuropathischer
Komponente und ausgeprägter Allodynie sowie eine Hyperalgesie Malleolus lateralis
rechts erhoben. Damals war es danach auch zu einer massiven Immobilität gekommen,
eine Functio laesa im Bereich von Knochen, Bändern oder Gelenksflächen war
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hingegen als ausgeschlossen betrachtet und es waren keine Hinweise auf ein CRPS
gefunden worden. Auch die Uniklinik Balgrist hatte nach diversen Untersuchungen
keine Hinweise für eine Algodystrophie gefunden (IV-act. 76-4). Allfälligen, mit
Kompaktainseln vergleichbaren Läsionen schrieb Prof. H._ keine Krankheitsrelevanz
zu. Schmerzen als solche werden in seinem neurologischen Gutachten weder bestätigt
noch ausdrücklich in Abrede gestellt. Allerdings hält er die geklagten Beschwerden im
Ergebnis für (neurologisch) nicht nachvollziehbar (IV-act. 93-16). Mit der Aussage, die
somatoforme Schmerzstörung sei ebenfalls nicht invalidisierend, da die
Beschwerdeführerin im Alltag offenbar die Extremitäten normal einsetzen könne, geht
der Gutachter hingegen über sein Fachgebiet hinaus. Mit dem Schmerzsyndrom hat
sich indessen das bidisziplinäre Gutachten schlüssig auseinandergesetzt (hierzu unten
E. 3.8).
3.7 Insgesamt liegt nun mit dem neurologischen Gutachten eine fachärztliche Be
urteilung der Frage vor, ob unter dem betreffenden Aspekt allfällige Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit bestünden. Angesichts der bereits vielfältigen aktenkundigen
Untersuchungen ist von einer weiteren Abklärung (beantragt wurde namentlich eine
rheumatologische Ergänzung) abzusehen, da keine zusätzlichen Ergebnisse mehr
erwartet werden können. Eine Verschlechterung von Seiten des linken Knies
(Arthroskopie) ist für den hier massgeblichen Zeitraum nicht geltend gemacht worden.
In antizipierender Beweiswürdigung ist auf die Ergebnisse des bidisziplinären und des
neurologischen Gutachtens abzustellen.
3.8 Im bidisziplinären Gutachten vom 4. Dezember 2007 (und insbesondere dem
psychiatrischen Teilgutachten vom 30. November 2007) waren eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung und ein chronisches Schmerzsyndrom OSG rechts
diagnostiziert worden. Der Gutachter der Psychiatrie beschreibt, dass die mehrjährige
anhaltende somatoforme Schmerzstörung bei der Beschwerdeführerin zu einer
massiven Fixierung auf die Beschwerdesymptomatik geführt habe, so dass diese bei
der histrionischen Persönlichkeitsstruktur therapeutisch äusserst schwer zu
beeinflussen sein werde. Die Beschwerdeführerin erkenne insbesondere keinen
Zusammenhang zwischen chronischer Schmerzsymptomatik und missglückter
Schmerzbewältigung und Schmerzverarbeitung. Die histrionische
Persönlichkeitsstruktur führe ausserdem zu konversionsneurotischen Verhaltensweisen
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mit primärem Krankheitsgewinn. Auch bei scheinbar kooperativer Haltung stünden
einem psychotherapeutischen Zugang psychogene Abwehrmechanismen gegenüber,
die eine ausreichende Schmerzbewältigung behinderten. Die anhaltende chronische
Schmerzstörung mit massiver Fixierung auf die Beschwerdesymptomatik und damit
einhergehenden, teils demonstrativ dargestellten Behinderungen, die auch bei
Willensanstrengung nicht vollständig überwunden werden könnten, führten zu einer
Beeinträchtigung der psychischen Belastbarkeit und zu Störungen im sozialen Umfeld.
Ein Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess sei damit sehr erschwert. Die
Beschwerdeführerin verfüge aus psychiatrischer Sicht nur - aber immerhin - teilweise
über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen. Gemäss dem
bidisziplinären Gutachten ist gesamthaft für eine adaptierte Tätigkeit von einer
Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin von 30 % auszugehen. Die
Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung seien eingeschränkt
vorhanden. Angesichts der fachärztlichen, umfassenden und insgesamt
überzeugenden Beurteilung der massgeblichen Fragen (namentlich auch der
gutachterlichen Einschätzung einer massiven, nur teilweise willentlich überwindbaren
Fixierung auf die Beschwerdesymptomatik und eingeschränkter Ressourcen) zur
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin kann hierauf abgestellt werden (70 %
Arbeitsfähigkeit mit voller Arbeitszeitpräsenz).
3.9 Eine relevante Veränderung im Zeitablauf ist nicht ersichtlich. Die Klinik für Ortho
pädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen hatte im Arztbericht vom 20. Juli 2006
(IV-act. 18-5 ff.) erklärt, die Beschwerdeführerin sei für Tätigkeiten im Sitzen bereits am
12. Mai 2005 bzw. (und recte wohl) am 5. Dezember 2005 (somit beim ersten
möglichen Ablauf einer Wartezeit) arbeitsfähig gewesen.
4.
4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss ent
scheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Renten
beginns - hier 2005 - nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als
Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie
möglich zu erfolgen. Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige
Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die
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Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor Eintritt der
Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S. K.
vom 23. März 2009, 8C_515/2008). - Der Anmeldung, dem IK-Auszug (IV-act. 6) und
dem Abklärungsbericht Haushalt vom 6. Juni 2008 (IV-act. 44) ist zu entnehmen, dass
die Beschwerdeführerin ab Juni 1993 (damals Mutter eines gut X- Kindes) in einer
vollzeitlichen Anstellung gestanden hatte. 1995 und 1996 kamen zwei weitere Kinder
zur Welt und sie behielt die Anstellung zunächst bei. Ab Februar 1997 bezog sie
(zeitweise) Arbeitslosenentschädigung. Im Jahr Y gebar sie ein viertes Kind. Später war
sie auch als Nichterwerbstätige erfasst und hatte gewisse Arbeitseinsätze (Aushilfen,
Temporärstelle). Am 18. Oktober 2004 hat sie eine Teilzeitanstellung im Restaurant mit
einem Pensum von (im Durchschnitt) rund 65 % angenommen, welche ihr am
19. Dezember 2004 - noch vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens - gekündigt
wurde. Der Abklärungsbeauftragte hielt fest, die Beschwerdeführerin habe glaubhaft
dargelegt, dass sie ohne Eintritt der Gesundheitsschädigung "weiterhin" in einem
Pensum von 100 % tätig wäre. Sie habe ein vollzeitliches Arbeitspensum angestrebt.
Eine Platzierungsmöglichkeit für die Kinder sei vorhanden. Die Kinder der
Beschwerdeführerin waren im Dezember 2004 [...] Jahre alt. Es lässt sich bei diesen
Gegebenheiten rechtfertigen, die Invalidität der Beschwerdeführerin anhand eines
Einkommensvergleichs zu bestimmen. Welche Arbeit sie als Gesunde nach der
Kündigung gegebenenfalls neu hätte finden können, ist offen, so dass für das
Valideneinkommen auf Tabellenlöhne von Hilfsarbeiterinnen zu greifen ist. Ihre früheren
Einkommen waren im Vergleich zum Tabellenlohn unterdurchschnittlich gewesen:
Gemäss der Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE des
Bundesamtes für Statistik konnten Frauen mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten im
privaten Sektor etwa im Jahr 1996 - bezogen auf eine Arbeitszeit von 40 Stunden pro
Woche - durchschnittlich Fr. 41'460.-- (12mal Fr. 3'455.--) verdienen. Die
Beschwerdeführerin verdiente damals Fr. 37'673.--.
4.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person
konkret steht. Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so
können nach der Rechtsprechung statistische Werte beigezogen werden (vgl. BGE 129
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V 472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid i/S B. vom 6. Januar 2010, 8C_579/2009). -
Für die Beschwerdeführerin kommen gemäss gutachterlichen Feststellungen einfache,
leichte Tätigkeiten ohne erhöhten Zeitdruck und ohne erhöhte psychische Belastung in
Frage, die überwiegend im Sitzen durchgeführt werden könnten. Die gesundheitliche
Situation setzt demnach einschränkende Rahmenbedingungen, die allerdings auf
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ausreichend viele Anstellungsmöglichkeiten offen
lassen, um von Durchschnittslöhnen ausgehen zu können. Da vorliegend somit beide
Vergleichseinkommen aufgrund von statistischen Werten (Tabellenlöhnen) und
ausgehend vom selben Wert zu bemessen sind, entspricht der Invaliditätsgrad dem
Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzugs vom Tabellenlohn (vgl.
Bundesgerichtsentscheide i/S A. vom 25. Januar 2011, 9C_882/10 E. 7.3.1, und i/S H.
vom 10. Juli 2009, 9C_360/09; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
i/S M. vom 8. Juni 2005, I 552/04 E. 3.4).
4.3 Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre ge
sundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist ein Abzug von den
Tabellenlöhnen zu machen. Mit dem behinderungsbedingten Abzug wird in der Praxis
dem Umstand Rechnung getragen, dass versicherte Personen, die in ihrer letzten
Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens
auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, dass sie - unabhängig von
der früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen leichter
Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder dass weitere
persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit,
Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die
Höhe des Lohnes haben können. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der
Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter
Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf
höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen. Dabei ist zu beachten, dass
allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen beachtete
invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht
nochmals berücksichtigt werden dürfen (vgl. zum Ganzen: BGE 134 V 322 E. 5.2 und
BGE 126 V 75). - Da die Beschwerdeführerin keinen Dienstaltersvorteil verloren hat und
auch für ihr Valideneinkommen der Durchschnittswert eingesetzt wird, rechtfertigen
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das Alter und die fehlende Berufserfahrung keinen Abzug. Sie hatte ausserdem bereits
vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung längere Zeit nicht oder nur
sporadisch im Erwerbsleben gestanden. Ein Teilzeitabzug ist nicht am Platz (vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S M. vom 16. August 2012, 8C_344/12). Eine allfällige
eingeschränkte Flexibilität und der Umstand, dass sie im Vergleich zu gesunden
Arbeitnehmerinnen auf weiterreichende Rücksichtnahme eines Arbeitgebers
angewiesen ist, vermögen einen Abzug von (höchstens) 10 % zu begründen.
4.4 Der Invaliditätsgrad stellt sich demnach auf (höchstens) 37 % (100 % - 0.9 x 70 %).
Unter Berücksichtigung der Parallelisierungsaussparung von 5 % gemäss BGE 135
V 297 ergäbe sich ein noch leicht tieferer Invaliditätsgrad. Dass die Beschwerde
gegnerin einen Rentenanspruch abgelehnt hat, ist demnach im Ergebnis nicht zu be
anstanden.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Ver
sicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Eine
Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint vorliegend angemessen. Die
Beschwerdeführerin ist im Verfahren unterlegen, weshalb ihr die Gerichtskosten in der
Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen sind. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen
Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) durch die Gerichtsleitung am 17. Oktober 2011 ist sie jedoch
von deren Bezahlung zu befreien.
5.3 Der Staat ist aufgrund der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu verpflichten,
für die Kosten ihrer Rechtsvertretung aufzukommen. Der Bedeutung der Streitsache
und dem Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer). Diese ist in Anwendung von Art. 31
bis
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Abs. 3 des st. gallischen Anwaltsgesetzes (sGS 963.70) um einen Fünftel auf
Fr. 2'800.-- zu reduzieren.
5.4 Wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es ihr gestatten, kann die Beschwerde
führerin allerdings zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Auslagen für die Ver
tretung verpflichtet werden (vgl. Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39