Decision ID: 4612568d-e8f0-42a0-8070-84222f764908
Year: 2013
Language: de
Court: BL_KG
Chamber: BL_KG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A. Im Rahmen des vom mündigen Sohn A._ gegen seinen Vater B._ angehobenen
Verfahrens auf Leistung von Unterhaltszahlungen stellte das Kantonsgericht mit Entscheid vom
20. März 2012 in Gutheissung der Berufung des Klägers und in Aufhebung des Entscheids der
Bezirksgerichtspräsidentin Arlesheim vom 03. November 2011 fest, dass dem Beklagten die
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Leistung von Unterhaltsbeiträgen an den Kläger aufgrund des persönlichen Verhältnisses zwi-
schen den Parteien grundsätzlich zumutbar sei und wies das Verfahren in Anwendung von Art.
318 Abs. 1 lit. c ZPO an die Bezirksgerichtspräsidentin Arlesheim zurück zwecks Beurteilung
der Frage, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang eine Unterhaltspflicht des Beklagten auf-
grund der wirtschaftlichen Verhältnisse der Parteien zu bejahen sei, sowie zwecks Erhebung
der dafür erforderlichen Beweise.
B. Mit Entscheid vom 25. September 2012 wies die Bezirksgerichtspräsidentin Arlesheim
die Klage von A._ erneut ab, auferlegte die Gerichtskosten von pauschal CHF 500.00 dem
Kläger und ordnete an, dass jede Partei für ihre eigenen Parteikosten aufzukommen habe, wo-
bei die Gerichtskosten sowie das Honorar des Rechtsvertreters des Klägers im Umfang von
CHF 1'249.60 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) für das gesamte bezirksgerichtliche Verfah-
ren zu Lasten der Gerichtskasse gingen. Zur Begründung ihres Entscheides führte die Bezirks-
gerichtspräsidentin im Wesentlichen an, dass der Beklagte seit acht Jahren keiner Erwerbstä-
tigkeit mehr nachgehe und im Eheleben die Rolle des Hausmannes übernommen habe, wäh-
rend seine Ehefrau für das eheliche Einkommen und seinen Lebensunterhalt besorgt sei. Der
knapp 54-jährige Beklagte, der früher auf dem Bausektor und in der Liegenschaftsverwaltung
tätig gewesen sei, sei trotz Arbeitssuche selbst mit Hilfe einer Arbeitsvermittlungsfirma seit meh-
reren Jahren nicht mehr arbeitstätig gewesen, weshalb er insbesondere angesichts seines Al-
ters im heutigen schwierigen wirtschaftlichen Umfeld keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt ha-
ben dürfte. Unter diesen Umständen könne dem Beklagten kein hypothetisches Einkommen
angerechnet werden. Unter dem Lichte von Art. 162 ZPO könne auch die Weigerung des Be-
klagten, die Einkommensverhältnisse seiner Ehefrau offenzulegen, nicht dazu führen, den Be-
klagten zu Unterhaltsleistungen zu verpflichten. Die Ehefrau des Klägers (recte: Beklagten) sei
im Rahmen ihrer ehelichen Beistandspflicht zwar grundsätzlich zur Unterstützung des Beklag-
ten verpflichtet, was auch die Leistung von Unterhaltsbeiträgen an voreheliche Kinder ein-
schliessen könne. Diese Beistandspflicht bestehe indessen nicht voraussetzungslos; so könne
gemäss bundesgerichtlicher Praxis dem zweiten Partner nicht zugemutet werden, über seine
Beistandspflicht indirekt für die Rente an die frühere Ehegattin aufzukommen. Nichts anderes
könne auch für ein voreheliches Kind gelten, dies umso mehr, als die Ehefrau des Beklagten
den Kläger gar nicht kenne und dieser bereits mündig sei, weshalb die Voraussetzungen für die
Bejahung zur Pflicht von Unterhaltszahlungen von Gesetzes wegen restriktiver auszulegen sei-
en.
C. Gegen dieses Urteil erklärte der Rechtsvertreter des Klägers mit Eingabe vom 29. Okto-
ber 2012 Berufung mit den Begehren, der Berufungsbeklagte sei in Gutheissung der Berufung
und in Aufhebung des angefochtenen Entscheids zu verurteilen, dem Berufungskläger gemäss
Art. 277 Abs. 2 ZGB einen monatlichen und monatlich vorauszahlbaren Unterhaltsbeitrag von
CHF 750.00 zu bezahlen, wobei die Unterhaltsbeiträge nach der gerichtsüblichen Formel zu
indexieren seien; ferner seien die ordentlichen und ausserordentlichen Kosten beider Instanzen
dem Berufungsbeklagten aufzuerlegen, ausserdem sei dem Berufungskläger die unentgeltliche
Rechtspflege für das kantonsgerichtliche Verfahren zu bewilligen. Zur Begründung wurde im
Wesentlichen angeführt, dass der Beklagte erst 2010 freiwillig aus dem Erwerbsleben ausge-
stiegen sei, um seinen familienrechtlichen Verpflichtungen nicht nachkommen zu müssen.
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Nachdem zwei Brüder des Beklagten selbständig Erwerbende auf dem Bausektor seien, wäre
ein Wiedereinstieg ins Erwerbsleben für den Beklagten ohne Weiteres möglich. Ausserdem
habe der Beklagte für das Jahr 2012 keinerlei Arbeitsbemühungen nachgewiesen. Ferner stehe
dem Beklagten seine Rolle als Hausmann der Aufnahme einer Teilzeiterwerbstätigkeit nicht
entgegen, zumal die Kinder der Ehefrau bereits erwachsen seien. Indem es die Vorinstanz un-
terlassen habe, die Steuerunterlagen des Beklagten und seiner Ehefrau einzuholen, habe sie
Art. 296 ZPO verletzt. Entgegen dem Dafürhalten der Vorinstanz sei die offensichtlich gut ver-
dienende Ehefrau des Beklagten verpflichtet, ihn in der Erfüllung seiner Unterhaltspflicht ge-
genüber seinen vorehelichen Kindern zu unterstützen, da sie nur deshalb einer Arbeit nachge-
hen könne, weil der Beklagte ihr zu Hause den Rücken freihalte. Schliesslich sei auch der vo-
rinstanzliche Hinweis auf die bundesgerichtliche Praxis insofern unbehelflich, als das angeführ-
te Präjudiz den Ehegatten- und nicht den Kinderunterhalt betreffe.
D. Mit Verfügung vom 31. Oktober 2012 bewilligte das instruierende Kantonsgerichtspräsi-
dium dem Berufungskläger die unentgeltliche Prozessführung für das Berufungsverfahren. Mit
Eingabe vom 27. November 2012 beantragte der Berufungsbeklagte sinngemäss die Abwei-
sung der Berufung und führte zur Begründung im Wesentlichen an, dass er als Arbeitsloser
ausgesteuert und mit seiner Rolle als Hausmann zufrieden sei. Seine Ehefrau sei nicht bereit,
ihre Einkommensverhältnisse offen zu legen, sie kenne den Kläger nicht einmal.
E. Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung vom 22. Januar 2013, zu welcher
der Berufungskläger mit seinem Rechtsvertreter sowie der Berufungsbeklagte erschienen sind,
hat keine der Parteien neue Tatsachen oder Beweismittel vorgebracht. Im Anschluss an eine
ausführliche Befragung der Parteien zur Sache - namentlich zu den Einkommens- und Vermö-
gensverhältnissen des Beklagten und dessen Ehefrau - gelangte das Kantonsgericht zur Auf-
fassung, dass die Beweislage in Bezug auf die Einkommens- und Vermögenssituation keine
schlüssigen Ergebnisse zulasse. Folglich wurde das Berufungsverfahren ausgestellt und die
Einholung der Steuererklärungen und -veranlagungen des Beklagten aus den vergangenen drei
Jahren bei der Gemeindeverwaltung X._ angeordnet.
F. Nach Eingang der angeforderten Steuerunterlagen führte der Rechtsvertreter des Klä-
gers mit Eingabe vom 11. Februar aus, dass das eheliche Einkommen in den Jahren 2010 und
2011 durchschnittlich CHF 7'000.00 pro Monat betragen habe, was ausreiche, dem Beklagten
einen Hausmannslohn von monatlich CHF 750.00 zu entrichten. Ausserdem könnte der Beklag-
te mit Sicherheit ein Erwerbseinkommen von rund CHF 5'000.00 pro Monat erzielen, was die
Bezahlung des geltend gemachten Unterhaltsbeitrages ermöglichen würde.

Considerations:
Erwägungen
1. Gegen einen erstinstanzlichen Endentscheid in einer vermögensrechtlichen Angelegen-
heit kann Berufung erhoben werden, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen
Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO). Für
die Bemessung des Streitwerts ist gemäss Art. 91 ZPO das Rechtsbegehren massgeblich, wo-
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bei bei wiederkehrenden Leistungen gemäss Art. 92 ZPO der Kapitalwert zu veranschlagen ist.
Der Berufungskläger verlangt für die Dauer seiner Ausbildung einen monatlichen Unterhaltsbei-
trag von CHF 750.00. Ausgehend davon, dass der Berufungskläger die Matur frühestens im
Sommer 2013 absolvieren wird und in Bezug auf das anschliessende geplante Wirtschaftsstu-
dium ein Bachelor-Abschluss eine Mindeststudiendauer von 6 Semestern voraussetzt, beläuft
sich der Streitwert somit auf mehr als CHF 40'000.00, so dass die Streitwertgrenze von CHF
10'000.00 bei weitem erreicht ist. Die Berufung ist innert 30 Tagen seit Zustellung des begrün-
deten Entscheides bzw. seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung schriftlich
und begründet bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die schriftliche
Begründung des angefochtenen Entscheids wurde dem Rechtsvertreter des Klägers am 29.
September 2012 zugestellt. Die Rechtsmittelfrist ist durch die Berufung vom 29. Oktober 2012
somit eingehalten. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. c EG ZPO ist die Dreierkammer der Abteilung Zivil-
recht des Kantonsgerichts für die Beurteilung von Berufungen gegen Entscheide der Präsidien
der Bezirksgerichte, die nicht im summarischen Verfahren ergangen sind, sachlich zuständig.
Der Berufungskläger macht einerseits geltend, die Vorinstanz sei zu Unrecht davon ausgegan-
gen, dass dem Berufungsbeklagten die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht mehr möglich
sei, und wendet andererseits ein, die Vorinstanz habe bei der Beurteilung der Unterhaltsfrage
die bundesgerichtliche Praxis zur ehelichen Beistandspflicht falsch interpretiert. Damit macht er
eine unrichtige Rechtsanwendung wie auch eine unrichtige Feststellung des Sachverhaltes und
somit zulässige Berufungsgründe im Sinne von Art. 310 ZPO geltend. Auf die vorliegende Beru-
fung ist daher einzutreten.
2. Nachdem das Kantonsgericht mit Entscheid vom 20. März 2012 die Zumutbarkeit der
Leistung von Unterhaltsbeiträgen durch den Beklagten aufgrund des persönlichen Verhältnisses
zwischen den Parteien bejaht hat, hatte die Vorinstanz einzig noch zu prüfen, ob und gegebe-
nenfalls in welchem Umfang die Unterhaltspflicht aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse der
Parteien begründet ist.
2.1 Der Beitrag des unterhaltspflichtigen Elternteils an ein mündiges Kind bemisst sich ge-
mäss Art. 285 Abs. 1 ZGB aufgrund des Bedarfs des Unterhaltsberechtigten, aufgrund der Le-
bensstellung und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Unterhaltsverpflichteten sowie auf-
grund der Eigenversorgungskapazität des Unterhaltsberechtigten. Bei der Beurteilung der Leis-
tungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen ist grundsätzlich von seinem tatsächlichen aktuellen
Verdienst auszugehen. Es ist indes auch zulässig, ein hypothetisches Einkommen der Berech-
nung zugrunde zu legen, falls und soweit der Unterhaltspflichtige bei gutem Willen bzw. bei ihm
zumutbarer Anstrengung mehr zu leisten vermag. Voraussetzung ist also, dass eine entspre-
chende Einkommenssteigerung möglich und zumutbar ist (vgl. BGE 119 II 316, 117 II 17
m.w.H.; H. HAUSHEER / A. SPYCHER, Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. Auflage, Bern 2010, S.
23 ff., Rz 01.49 ff. mit weiteren Hinweisen; T. GEISER, Herabsetzung von Unterhaltsleistungen
wegen (absichtlicher) Verminderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, in: Zeitschrift des
Bernischen Juristenvereins [ZBJV], Band 128, 1992, S. 530). Die Berücksichtigung eines hypo-
thetischen höheren Einkommens ist also namentlich auch dann möglich, wenn eine Partei ihr
Einkommen freiwillig vermindert hat. Im Falle der Wiederverheiratung des Unterhaltspflichtigen
ist ferner zu beurteilen, ob allenfalls aufgrund der ehelichen Beistandspflicht der neue Ehegatte
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seinem unterhaltspflichtigen Partner in der Erfüllung der Unterhaltspflicht beizustehen hat. Ge-
mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Begründung einer Leistungspflicht des zwei-
ten Ehegatten nur dann sachlich gerechtfertigt, wenn die verminderte Leistungsfähigkeit des
Unterhaltspflichtigen in einem direkten Zusammenhang mit der Wiederverheiratung steht. Vom
Unterhalt erfasst werden damit insbesondere diejenigen Geldmittel, die einem Ehegatten, der
aufgrund der Aufgabenteilung in der neuen Ehe die Erwerbstätigkeit aufgibt, vom anderen zur
Erfüllung der Unterhaltspflicht zur Verfügung gestellt werden müssen (vgl. H. HAUSHEER / A.
SPYCHER, a.a.O., S. 126 f., Rz 03.126 ff.).
2.2 Die Vorinstanz hat eine auf der ehelichen Beistandspflicht begründete Leistungspflicht
der Ehefrau des Beklagten verneint, dabei indessen verkannt, dass die verminderte Leistungs-
fähigkeit des Beklagten auf die Aufgabenteilung in der neuen Ehe zurückzuführen ist. Erst nach
der erneuten Heirat hat der Beklagte in Absprache mit seiner Ehefrau die Rolle des Hausman-
nes übernommen und ist keiner weiteren Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen. Aufgrund die-
ser direkten kausalen Verknüpfung zwischen der Wiederverheiratung und der Reduktion der
Leistungsfähigkeit des Beklagten sind entgegen dem Dafürhalten der Vorinstanz die Vorausset-
zungen für eine Inanspruchnahme der Ehefrau des Beklagten grundsätzlich erfüllt. Das Ein-
kommen der Ehefrau kann für Unterhaltsverpflichtungen des Beklagten indessen nur soweit
herangezogen werden, als ihr eigener Unterhalt sowie der Unterhalt ihrer Familie abgedeckt ist.
Die amtliche Erkundigung bei der Gemeindeverwaltung X._ hat ergeben, dass das aktuelle
jährliche Nettoeinkommen der Ehefrau des Beklagten rund CHF 80'000.00 beträgt, was einem
monatlichen Einkommen von rund CHF 6'600.00 entspricht. Ob dieses Einkommen den Unter-
halt des Beklagten, seiner Ehefrau und ihres mündigen Sohnes, welcher ebenfalls im ehelichen
Haushalt lebt, im erforderlichen Ausmass (vgl. BGE 118 II 97 ff.) abzudecken vermag, kann
nicht klar ermittelt werden, da die massgeblichen Bedarfszahlen fehlen. Die Frage kann jedoch
aus den nachstehend erörterten Gründen offen bleiben.
2.3 Wie bereits sub 2.1 ausgeführt, darf bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Un-
terhaltspflichtigen ein hypothetisches Einkommen der Berechnung zugrunde gelegt werden,
falls und soweit er bei gutem Willen und zumutbarer Anstrengung mehr zu leisten vermag. Die
Vorinstanz verneinte die Anrechenbarkeit eines Verzichtseinkommens mit der Begründung,
dass der Beklagte angesichts seines Alters, seiner langjährigen Arbeitslosigkeit sowie des
schwierigen wirtschaftlichen Umfelds keine realistischen Chancen mehr auf dem Arbeitsmarkt
habe. Diese Auffassung vermag das Kantonsgericht nicht zu teilen. Zunächst ist festzuhalten,
dass der Beklagte in seiner Rolle als Hausmann keine Erziehungs- und Betreuungsaufgaben
wahrzunehmen hat, so dass ihm neben der Haushaltsführung ohne Weiteres möglich ist, zu-
mindest einer Teilzeiterwerbstätigkeit nachzugehen. Sodann trifft es nicht zu, dass der Beklagte
seit Jahren durchwegs arbeitslos war. Zumindest vom 25. November 2010 bis zum 05. Januar
2011 war er für die C._ GmbH arbeitstätig, womit die vorinstanzliche Annahme, der Beklag-
te habe keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt, widerlegt ist. Im Weiteren ist festzustellen,
dass die letzte Stellenbemühung vom April 2011 datiert, weshalb anzunehmen ist, dass sich der
Beklagte seit nahezu zwei Jahren um keine Arbeitsstelle mehr bemüht. Angesichts dieser Um-
stände sowie im Hinblick darauf, dass der Beklagte gesund und noch mehr als zehn Jahre vom
Erreichen des Pensionsalters entfernt ist, muss davon ausgegangen werden, dass er bei gutem
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Willen und zumutbarer Anstrengung ohne Weiteres einen monatlichen Verdienst im Umfang
des beantragten Unterhaltsbeitrages erzielen könnte.
2.4 Was den Bedarf des Klägers angeht, so wird ein monatlicher Betrag von CHF 1'500.00
geltend gemacht, welcher hälftig vom Beklagten eingefordert wird. Dieser Betrag erscheint im
Hinblick auf den einzusetzenden Grundbetrag, die Krankenkassenprämie und den Wohnkos-
tenanteil auch ohne das ausserdem anfallende Schulgeld ohne Weiteres gerechtfertigt. Zumin-
dest bis zum Abschluss der Maturaprüfung ist dem Kläger nach Dafürhalten des Kantonsge-
richts die Erzielung eines Eigenverdienstes noch nicht zumutbar, so dass dem Kläger der ein-
geklagte Betrag zuzusprechen ist.
3. Aus den vorstehenden Erwägungen folgt, dass das angefochtene Urteil in Gutheissung
der Berufung aufzuheben und der Beklagte in Gutheissung der Klage zu verurteilen ist, dem
Kläger ab Klageeinreichung einen monatlichen und monatlich vorauszahlbaren, indexierten Un-
terhaltsbeitrag von CHF 750.00 zu bezahlen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind
dem Berufungsbeklagten in Anwendung von Art. 106 Abs. 1 i.V. mit 95 Abs. 1 ZPO die Kosten
des bezirksgerichtlichen Verfahrens sowie des Berufungsverfahrens aufzuerlegen. Ferner ist
der Beklagte zu verpflichten, dem Kläger für die Verfahren vor beiden Instanzen je eine ange-
messene Parteientschädigung zu entrichten. Nachdem dem Kläger die unentgeltliche Rechts-
pflege für die Verfahren vor beiden Instanzen bewilligt wurde und die Parteientschädigungen
beim Beklagten voraussichtlich nicht einbringlich sind, sind die Voraussetzungen gemäss Art.
122 Abs. 2 ZPO erfüllt, weshalb die Parteientschädigungen an den Rechtsvertreter des Klägers
aus der Gerichtskasse zu bezahlen sind.