Decision ID: 1d8abf70-3e00-40eb-8115-9832d2abca1c
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1956,
meldete sich im März 2010 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(Urk. 6/5)
. Die IV-Stelle des Kantons Zürich führte verschiedene berufliche und medizinisc
he Abklärungen durch, unter anderem
veranlasste sie eine bidisziplinäre Begutachtu
ng bei Dr. med. Y._
, FMH Psychiatrie und Psy
chotherapie, und Dr. med. Z._
, FMH Rheumatologie (psychiatrische Expertise vom 2
9.
September 2011, rheumato
lo
gische Expertise vom 3
1.
August 2011 sowie interdisziplinäre Beurteilung vom 1
2.
Oktober 2011
; Urk. 6/40-41+43). Mit zwei
Verfügungen vom 1
3.
und vom 1
4.
Dezember 2012 verneinte die IV-St
elle den Anspruch von X._
auf Berufsberatung und eine Rente der Invalidenversicherung mit der Be
gründung, es liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor (Urk. 6/70-71).
Die dagegen erhobenen Beschwerden vereinigte das Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich und wies diese mit Urteil vom 19. August 2014 ab (Urk. 6/88
; Prozess IV.2013.00116).
1.2
Gegen dieses Urteil erhob X._ am 8. Oktober 2014 vor Bun
des
gericht Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Urk. 6/92). Gleichentags stellte sie bei der IV-Stelle unter Einreichung eines Berichts von Dr. med. A._, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 7. Oktober 2014 (Urk. 6/89) ein Wiedererwägungsgesuch. Zugleich erwä
hnte sie, allenfalls sei von einer Neuanmeldung auszugehen (Urk. 6/90). Sodann reichte sie am 9. Oktober 2014 unter Hinweis auf den erwähnten Bericht von Dr. med. A._ beim hiesigen Sozialversicherungsgericht ein Revisions
ge
such gegen das Urteil vom 14. August 2014 ein (Urk. 6/93/3-23).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht beurteilte das Revisionsgesuch mit Urteil vom
19. Dezember 2014 abschlägig (Urk. 6/100; Prozess IV.2014.01051). Die dagegen
geführte Beschwerde wies das Bundesgericht mit Urteil vom 30. November 2015 ab (Bundesgerichtsurteil 9C_101/2015; Urk. 6/103).
Mit weiterem Urteil vom 30. November 2015 wies das Bundesgericht sodann die am 8. Oktober 2014 erhobene Beschwerde gegen den kantonalen Entscheid vom
19. August 2014 ab, soweit es darauf eintrat (Bundesgerichtsurteil 9C_739
/2014, Urk. 6/102).
1.4
Die IV-Stelle hatte das Gesuch von X._ vom 9. Oktober 2014 als Neuanmeldung entgegengenommen, das Verfahren aber bis zum Vorliegen der Bundesgerichtsentscheide sistiert (Urk. 6/94-95). Mit Schreiben vom
12. Febru
ar 2016 forderte sie
X._
auf, Beweismittel einzurei
chen
, die eine Änderung der tatsächlichen Verhältnisse glaubhaft machten. Bei
Säumnis stellte sie Nichteintreten auf die Neuanmeldung in Aussicht (Urk. 6/
104). In der Folge reichte X._ einen Bericht von Dr. A._ vom
23. März 2016 ein (Urk. 6/108-109). Nach durchgeführtem Vorbescheidver
fa
hren (Urk. 6/111, 6/112, 6/114) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 20. Juli 2016 auf die Neuanmeldung nicht ein, da keine Änderung der tatsächlichen Verhält
nisse glaubhaft gemacht worden sei (Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 20. Juli 2016 erhob X._ am 14. September 2016 Beschwerde und beantragte die Zusprechung einer Invali
den
rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 %, eventualiter die Rüc
k
weisung der Sache an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung (Urk. 1 S. 2). In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte sie um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels, um Durchführung einer öffentlichen Verhandlung, um Ein
vernahme von Dr. A._ als sachverständiger Zeuge und um Einholung eines psychiatrischen Gutachtens (Urk. 1 S. 2 vgl. auch Urk. 7). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 18. Oktober 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), diese wurde der Beschwerdeführerin unter Hinweis auf ihr
Replikrecht zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 9). Am 17. Januar 2018 (Urk. 10)
äusserte sich die Beschwerdeführerin erneut.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird
nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Vorausset
zungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versi
cherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
1
.2
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens
im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3
IVV
sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tat
sach
en
änderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen
Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) er
stellt
sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechts
er
heb
li
chen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behaup
tete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn
angenommen wer
den kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei be
gründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als rich
tig erweisen sollten (
Bundesgerichts
urteil
8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013
, E. 2.3.
1.3
Zur Frage des Bedeutungsgehalts des
Art.
87
Abs. 2 und 3 IVV
hat das Bun
des
ge
richt in BGE 130 V 64 E. 5.2.5 festgehalten, dass die versicherte Per
son mit dem Revisionsgesuch oder der Neuanmeldung die massgebliche Tatsa
chenän
de
rung glaubhaft machen muss, ihr mithin ausnahmsweise eine Be
weisfüh
rungs
last zukommt. Tritt die Verwaltung auf das erneute Leistungsbe
gehren ein, hat sie demgegenüber gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Art. 43
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts
[
ATSG
]
, Art. 57
des Bundesgesetzes über die Invalidenver
sicherung [IVG]
in Verbindung mit Art. 69 ff. IVV; SVR 2006 IV Nr. 10 S. 39 E. 4.1 [I 457/04]; vgl. auch BGE 117 V 198 E. 3a).
2.
2.1
Mit Verfügung vom 20. Juli 2016 trat die IV-Stelle auf die Neuanmeldung vom 9. Oktober 2014 nicht ein.
Richtet sich die Beschwerde gegen einen Nicht
ein
tretensentscheid, hat das Gericht, ungeachtet der Vorbringen der beschwerde
führenden Partei, zu prüfen und darüber zu entscheiden, ob die Verwalt
ung zu Recht nicht auf das Leis
tungs- oder Feststellungsbegehren eingetreten ist. Der richterliche Entscheid in der Sache (Sachentscheid) hat in dieser beso
nderen verfahrensmässigen Situa
tion den formellen Gesichtspunkt des Nichteintretens durch die untere Instanz zum Gegenstand. Dagegen hat sich das Gericht mit den materiellen Anträgen nicht zu befassen (BGE 121 V 157 E. 2b, 116 V 265 E. 2a, SVR 1997, UV Nr. 66 S. 225 E. 1a).
Die zeitliche Vergleichsbasis für die Frage, ob eine rentenrelevante Veränderung des Sachverhalts glaubhaft ist, bildet der Zeitpunkt der letzten umfassenden materiellen Prüfung. Der Vergleichszeitraum erstreckt sich grundsätzlich bis zur Prüfung und Beurteilung des Gesuchs, d.h. bis zum Erlass der Verfügung be
treffend die Neuanmeldung. Für die beschwerdeweise Überprüfung einer Nicht
eintretensverfügung ist somit der Sachverhalt, wie er sich der Verwaltung bot, respektive die Aktenlage bei Erlass dieser Verfügung massgeblich (BGE 130 V 64 E. 5.2.5.; Bundesgerichtsurteil 9C_683/2013 vom 2. April 2014 E. 3.3.1).
Es ist folglich zu prüfen, ob der Versicherte für den Zeitraum vom 14. Dezember 2012 bis zum 20. Juli 2016 eine anspruchsbeeinflussende Tatsachenänderung glaubhaft gemacht hat.
2.2
Die Beschwerdeführerin spricht in der Beschwerde unter anderem davon, dass die IV-Stelle zu Unrecht nicht auf die Neuanmeldung respektive Wiederer
wägung eingetreten sei (vgl. etwa Urk. 1 S. 8). Dabei handelt es sich um zwei
ver
schiedene Rechtsinstitute. Letztere findet ihre gesetzliche Grundlage in Art. 53
ATSG. In dieser Bestimmung werden ausdrücklich die Verfügungen und Ein
spra
che
entscheide als Objekt der Wiedererwägung bezeichnet. Damit wird zugleich klargestellt, dass Entscheide eines Gerichts nicht in Wiedererwägung gezogen werden können; hier steht ausschliesslich das Institut der Revision offen (vgl. Kieser,
ATSG-Ko
mmentar, 3. Aufl. 2015, N. 45 zu Art. 53
ATSG
). Da die Verfügung vom 14. Dezember 2012 mit Urteil vom 19. August 2014 gericht
lich überprüft worden war, hatte die IV-Stelle gar nicht die Befugnis, diese Verfügung in Wiedererwägung zu ziehen, was die Beschwerdeführerin offenbar verkennt.
3.
3.1
Im mit der Neuanmeldung vom 9. Oktober 2014 eingereichten Bericht vom 7. Oktober 2014 diagnostizierte Dr. A._
eine schizoaffektive Störung, gegenwärtig depressiv, mit Residualsymptomatik (ICD-10 F25.1), ein Burn-out, eine rezidivierende depressive Störung sowie differentialdiagnostisch einen Ver
dacht auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung. Prägend für die bestehende Arbeitsunfähigkeit sei die schizoaffektive Störun
g. Die Beschwerdeführerin
leide unter affektiven Beeinträchtigungen (wie Angstgefühle, Unsicherheit, Beein
träch
tigungsgedanken, Gefühl von Beeinflussung durch Aussenstehende, Störung
des Sozialverhaltens, sozialer Rückzug, Antriebs- und Körperempfindungs
stö
rung
,
Desorganisiati
on und zwanghaftes Horten, wahr
scheinlich im Sinne eines Messie-Syndroms),
die über eine mittelgradige De
pression hinausgingen. Im Verlaufe der Behandlung habe sich herausgestellt, d
ass die Beschwerdeführerin
im Heim
B._
gewesen sei. Das sei insoweit von Bedeutung, als sie zu den Personen gehören könnte, an denen versuchsweise Medikamente ver
ab
reicht worden seien respektive sie in dieser Zeit negative und nicht ver
arbeitete Erfahrungen gemacht haben könnte. Das von den Gutachtern Dres.
Y._
und
Z._
erfasste Krankheitsbild werde dem Leidensbild der
Beschwer
deführerin
nicht gerecht. Die tatsächliche und bisher unerkannt geblie
bene psychotische Störung gehe sehr viel weiter und beinhalte insbesondere auch w
ahnhafte Vorstellungen (Urk. 6/89
).
3.2
Das Sozialversicherungsgericht führte dazu im Urteil vom 14. Dezember 2014 (betreffend Revision) aus, Dr. Y._ habe
im psychiatrischen Teilgutachten vom 2
9.
September 2011 die Realitätsorientieru
ng der Beschwerdeführerin
als un
ge
stört beschrieben und das Vorliegen von Zwängen, Phobie
n, Denkstö
rungen oder Sinnestäu
schungen verneint. Anhaltspunkte für eine
Persönlich
keits
störung habe er nicht fest
stellen
können
.
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, bei
dem die Beschwerdeführerin seit 1. März 2005 in Behandlung stehe, sei
zur gleichen Einschätzung
gekommen. Er habe
im Bericht vom 1
3.
Mai 2011 fest
gehalten
, dass kein psychotisches
Erleben stattfinde
. Die von
Dr.
A._
erwähnten Befunde wie Antriebsstörung, Unsicherheit, Gefühl der Überforderung und K
örperempfindungsstörungen seien
auch von
Dr. C._
und
Dr. Y._
thematisiert, von ihnen aber als Bestandteil einer depressiven Störung gewertet
worden. Dr. Y._ habe
überdies ein teilweise selbst gewünschtes Rückzugsverhalten
konstatiert, indessen habe er anges
ichts der gepflegten sozialen Kontakte einen Verlust der sozialen Inte
gration
verneint. Ebenfalls sei
ihm die Tendenz de
r Beschwerdeführerin
zum Horten von Dingen bekannt
gewesen. Dieses Verhalten betreffe
aber, wie bereits im Urteil vom 1
9.
August 2014 au
sgeführt, hauptsächlich das Auf
bewah
ren von Zeitungsartikeln und sei
für die Arbeitsfähigkeit nicht relevan
t. Die Beschwer
de
führerin hab
e einen Teil ihrer Jugendzeit im Heim
B._ ver
bracht
. Was
Dr. A._ daraus ableite, sei indes spekulativ. Es treffe
zwar zu, dass im Bericht „Ki
nderheim und Sekundarschule
St. Iddazell. Historische Unter
suchung“ vom 1
5.
Apr
il 2014 der Vorwurf erhoben werde
, Zöglinge des Heims seien in die Psychia
trische Klinik D._ ge
bracht worden, wo
Medikamentenversuche an ihnen vorgenommen worden seien. Konkrete Anhalt
s
punkte dafür, dass dies b
ei der Beschwerdeführerin der Fall gewesen sei
, fehl
ten indes. Dasselbe gelte
für seine Aussa
ge, die Beschwerdeführerin
könnte
im Heim negative und nicht ver
arbeitete Erfahr
ungen gemacht haben. Solches sei
zwar nicht ausz
uschliessen. Allerdings habe
s
ich die Beschwerdeführerin selber nicht dahingehend ge
äussert und ihre Jugendzeit vielmehr als zufriedenstellend bezeichn
et
. Dem Bericht von
Dr. A._ vom 7. Oktober 2014 lä
gen somit keine neuen Erkenntnisse zu Grunde, welche die für das Urteil vom 1
9.
August 2014 massgebend gewesenen Befunde und Dia
gnosen in Zweifel zu ziehen ver
möchte
n
. Dass
Dr.
A._
den Sachverhalt nun (a
uch im Vergleich zu seinem eige
nen Bericht vom 2
4. November 2010) anders bewerte
, s
tellte keinen Revisions
grund dar
(Urk. 6/100/6-7).
3.3
Das Bundesgericht führte dazu im Entscheid 9C_101/2015 vom 30. November 2015 (Urk. 6/103) aus, inwiefern diese auf konkreter Beweiswürdigung beruhen
den und für das Bundesgericht verbindlichen vorinstanzlichen Feststellungen zum Fehlen neuer Befunde qualifiziert unrichtig seien oder auf einer Rechts
verletzung beruhten, sei weder ersichtlich noch von der Beschwerdeführerin dar
getan. Insbesondere gelinge ihr dies nicht mit dem blossen Hinweis, Dr. med. A._ diagnostiziere neu eine schizo-affektive Störung, welche bisher - namentlich von Dr. med. Y._ - übersehen worden sei. Entgegen ihrer Auf
fassung liege ein Revisionsgrund nach Art. 61 lit. i ATSG nicht bereits dann vor, wenn ein Experte aus den im Zeitpunkt des ursprünglichen Entscheides bekannten Fakten andere Schlüsse ziehe als das Gericht. Es bedürfe vielmehr neuer Sachverhaltselemente, aus denen hervorgehe, dass der ursprüngliche Ent
scheid objektiv betrachtet fehlerbehaftet gewesen sei. Die Beschwerdeführerin selbst räume aber ein, Dr. med. A._ habe wohl aufgrund ihrer Jugend
erlebnisse die bereits bekannten Befunde einem neuen Leidensgeschehen zuge
ordnet. Damit teile sie im Ergebnis die vorinstanzliche Auffassung, wonach es an neuen Befunden fehle, aus denen die Fehlerhaftigkeit des ursprünglichen Entscheids hervorginge (E. 4.2.1).
Nichts ändern am Fehlen neuer Befunde würden die Mutmassungen des Dr.
A._ in seinem Bericht vom 7. Oktober 2014, wonach die Beschwerde
führerin in ihrer Kindheit Opfer von Medikamentenversuchen im Heim des Klosters B._ geworden sein oder zumindest in diesem Umfeld negative und nicht verarbeitete Erfahrungen damit gemacht haben könnte. Wie die Vorinstanz richtig erwogen habe, seien diese Ausführungen rein spekulativer Natur und würden durch keine konkreten Hinweise in den Akten gestützt. Im Gegenteil habe die Beschwerdeführerin ihre Kindheit im Rahmen der Begutachtung bei Dr. Y._ als "relativ zufriedenstellend" bezeichnet und selbst - zumindest soweit aus den Akten ersichtlich - nie behauptet, es seien an ihr Medika
mentenversuche durchgeführt worden. Selbst in der vorliegenden Beschwerde beschränke sich die Beschwerdeführerin diesbezüglich auf den Hinweis, dass sie gemäss Dr. A._ "mutmasslicherweise auch Medikamentenversuche zu gewärtigen hatte" (E. 4.2.2).
3.4
Im gleichentags gefällten Entscheid 9C_739/2014 (Urk. 6/102) hielt das Bundes
gericht fest, die von Dr. Y._
lege artis
vorgenommene Exploration äussere
sich zu allen psychiatrisch relevanten Parametern, auch bezüglich der r
ezidi
vierenden Depression, setze
sich ferner einlässlich mit Vorgeschichte und per
sönlicher, beruflich-erwerblicher sowie sozialer Sit
uation auseinander und aner
kenne
schliesslich eine durch die Schmerzkrankheit auf 80
%
reduzierte Arbeits
fähigkeit im bisherigen Arbe
itsverhältnis bei der Post
und in angepasster Tätig
keit, womit der Administrativexperte dem mit BGE 141 V 281 in den Vorder
grund gerückten Aspekt der funktionellen Auswirkungen der diagnosti
zierten Gesundheitsbeeinträchtigung
gebührend Rechnung getragen habe. Es sei
uner
sicht
lich, was in solchen Verhältnissen einer insgesamt nicht schweren psychi
schen Beeinträchtig
ung - die Beschwerdeführerin habe
trotz Depressionen und Schmerzkrankheit während vielen Jahren gearbeitet - ein strukturiertes Beweis
verfahren an zusätzlichen Erkenntnissen an den Tag bringen
könnte. Dass Dr. A._
in seinen Berichten, namentlich im letztinstanzlich auf
gelegten
vom 7. Oktober 2014, diagnostisch und bezüglich Folgenabschätzung eine an
dere Meinung vertrete, ändere
daran nichts: Mit einer lediglich residual
sympto
matisch manifestierten schizo-affektiven Störung, der Angabe von
B
urnout und rezidivierender depressiver Störung bei Verdacht auf kombinie
rte Persönlich
keits
störung lasse
sich die von ihm postulierte 80
%ige Arb
eitsun
fähigkeit nicht begründen (E. 7.2.2)
4.
4.1
Aus den zitierten Urteilen geht mit aller Deutlichkeit hervor, dass der Bericht von Dr. A._ vom 7. Oktober 2014 keine Befunde enthält, die in der Ver
fügung vom 14. Dezember 2012 respektive im Urteil des Sozialversicherungs
gerichts vom 19. August 2014 unerkannt geblieben wären. Der Bericht ist daher von vornherein nicht geeignet, im Rahmen der Neuanmeldung eine anspruchs
beeinflussende Tatsachenänderung glaubhaft zu machen.
4.2
Beim Bericht von Dr. A._ vom 23. März 2016 (Urk. 6/109) handelt es sich um eine gekürzte Fassung des Berichts vom 7. Oktober 2014 (Urk. 6/89). Inhalt
lich und weitgehend auch im Wortlaut, soweit nicht gekürzt, stimmen die Berichte überein. Anhand des Berichts vom 23. März 2016 lässt sich somit eine
massgebliche Tatsachenänderung ebenfalls nicht glaubhaft machen. Die IV-Stelle
ist daher zu Recht nicht auf die Neuanmeldung eingetreten (Urk. 2, vgl. auch Urk. 6/110).
4.3
Von einer ausdrücklich beantragten öffentlichen Verhandlung kann
unter ande
rem abgesehen werden, wenn
sich ohne öffentliche Verhandlung mit hinrei
chen
der Zuverlässigkeit erkennen lässt, dass eine Beschwerde offensichtlich unbegründet oder unzuläss
ig ist (BGE 136 I 279 E. 1
).
Dies ist vorliegend der Fall. Nach der gesetzlichen Regelung wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn im Neuanmeldungsgesuch glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. E. 1.1). Dies musste dem Rechtsvertreter als patentierter Anwalt, der die Anmeldung im Namen der Beschwerdeführerin vornahm (Urk. 6/90), bekannt sein. Auch war er von der IV-Stelle wiederholt auf die Vor
aussetzungen für ein Eintreten auf eine Neuanmeldung aufmerksam gemacht worden, insbesondere enthält die angefochtene Verfügung entsprechende Erwä
gungen (Urk. 2, Urk. 6/104, Urk. 6/111). Da aufgrund des Urteils des Sozialver
sicherungsgerichts vom 19. Dezember 2014 und der beiden Bundesgerichts
ur
teile vom 30. November 2015 klar war, dass der Bericht von Dr. A._ vom 7. Oktober 2014 nicht zur Glaubhaftmachung einer relevanten Tatsachenän
derung taugt und sich aus dem Bericht vom 23. März 2016 nichts Neues ergibt, hätte die Beschwerdeführerin respektive ihr Rechtsvertreter die Aussichtslosig
keit der Beschwerde ohne Weiteres erkennen müssen, weshalb
die Beschwerde
erhebung gar als mutwillig zu qualifizieren ist
. Dass sich die Beschwerde
führerin respektive ihr Rechtsvertreter nur ungenügend mit dem Prozessthema auseinandergesetzt haben, zeigt sich auch in den Verfahrensanträgen auf Ein
vernahme von Dr. A._ als Zeugen und auf Einholung eines psychia
tri
schen Gutachtens (Urk. 1 S. 2). Prozessthema ist die
Überprüfung
einer Nicht
eintretensverfügung. Die materielle Abklärung der Sache gehört nicht dazu. Diese Frage stellt sich erst, wenn die Voraussetzungen für ein Eintreten gegeben sind (BGE 117 V 198 E. 3a; E. 2.2 hiervor). Ferner erübrigte sich im vor
lie
genden Verfahren die beantragte formelle Anordnung eines zweiten Schrif
ten
wechsels, nachdem es den Parteien im Rahmen des Replikrechts frei
steht, von sich aus weitere Eingaben einzureichen (BGE 139 I 189 E. 3.2, 138 I 484 E. 2.1, 137 I 195 E. 2.3.1, 133 I 100 E. 4.3-4.6,
je mit Hinweisen
), auf welche Mög
lichkeit sie vom Gericht explizit aufmerksam gemacht worden waren (Urk. 9). In diesem Lichte ist auch der Antrag vom 17. Januar 2018 (Urk. 10) um Fristan
setzung zur Stellungnahme unverständlich.
4.4
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das
Ver
fahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensauf
wa
nd und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG und vor
liegend auf Fr. 800.-- an
zusetzen. E
ntsprechend dem Ausgang des Ver
fah
rens sind sie der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen.