Decision ID: a51e843e-6e72-5828-830f-11b29cf3dd4f
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1984 geborene X._ wurde nach einer Krisensituation mit akuter Suizidalität (Urk. 11/1-5) am 11. Dezember 2000 unter Hinweis auf psy
chi
sche Probleme zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung für Ver
si
cherte vor dem 20. Altersjahr bei der Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Aargau, IV-Stelle, angemeldet (Urk. 11/6).
Die IV-Stelle
Aargau
klärte die
medi
zinischen Verhältnisse ab und veranlasste eine Berufsberatung im Hinblick auf eine berufliche Eingliederung (Mitteilung vom 10. Mai 2001 [Urk. 11/10]). In der Folge konnte der Versicherte im Rahmen von beruflichen Massnahmen zwei Schnupperlehren als Konstrukteur vom 20. August bis 7. September 2001 sowie vom 17. September bis 5. Oktober 2001 absolvieren (Urk. 11/13-17). Am 24. Okto
ber 2001 wurde ihm Kostengutsprache für ein Berufsvorbereitungsjahr
als Konstrukteur vom 5. November 2001 bis am 31. Juli 2002 erteilt (Urk. 11/19 ff.).
Am 19. März 2002 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf die bestehenden psychischen Probleme zum Bezug von Leistungen der Invaliden
versicherung für Erwachsene an (Urk. 11/25). Ihm wurde Kostengut-sprache für eine erstmalige berufliche Ausbildung zum Konstrukteur erteilt (Mit
teilung vom 20. Juni 2002 [Urk. 11/33]). Da der Lehrvertrag per 11. April 2003 wieder auf
gelöst wurde (Urk. 11/43), stellte die IV-Stelle die Taggeld
leis
tungen ab dem 26. April 2003 wieder ein (Urk. 11/47). Mit Verfügung vom 12. Juni 2003 sprach sie ihm ab dem 1. April 2003 eine ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % zu (Urk. 11/51). Nach einem Aufenthalt in der Y._ (Urk. 11/54) absolvierte der Versicherte erneut ein Berufsvorbereitungsjahr vom 1. Dezember 2003 bis am 31. Juli 2004, wofür ihm die IV-Stelle Aargau – unter Aufhebung der bisherigen
Invaliden
rente – Kostengutsprache erteilte (Urk. 11/55 ff., insbesondere Urk.
11/56). Am 14. April 2004 erteilte sie ihm sodann Kostengutsprache für eine erstmalige berufliche Ausbildung in einem geschützten Rahmen als Koch vom 1. August 2004 bis am 31. Juli 2007 (Urk. 11/61), welche der Versicherte auch abschloss (Urk. 11/67). Daraufhin schloss die IV-Stelle Aargau die beruf
lichen Massnahmen ab (Mitteilung vom 13. Oktober 2008 [Urk. 11/70]).
1.2
Der inzwischen in Zürich wohnhafte Versicherte meldete sich am 19. Juli 2013 unter Hinweis auf Phobien und eine Antriebsschwäche bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 11/73). Die IV-Stelle klärte die beruflich-erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab. Die Akten der IV-Stelle Aar
gau wurden ihr überwiesen (Urk. 11/80). Nach Durchführung eines Standortge
sprächs am 6. September 2013 (Urk. 11/86) erteilte die IV-Stelle dem Versi
cher
ten am 20. März 2014 Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining (Urk. 11/99
), welches vom 7. April bis 27. Juni 2014 durchgeführt wurde (Urk. 11/106), und am 27. Juni 2014 für ein Aufbautraining vom 30. Juni 2014 bis 2. Januar 2015 (Urk. 11/108 und Urk. 11/114). Im Rahmen der beruflichen Massnahmen konnte der Versicherte vom 27. Oktober bis 7. November 2014 eine Schnupperlehre in einer Velowerkstatt absolvieren (Urk. 11/119). Am 20. Januar 2015 erteilte ihm die IV-Stelle Kostengutsprache für eine Berufsvor
bereitung für die Umschulung zum Velomechaniker vom 5. Januar bis 31. Juli 2015 (Urk. 11/124; vgl. auch die gleichentags geschlossene Zielvereinbarung [Urk. 11/127]). Am 30. Juni 2015 wurde dem Beschwerdeführer unter Hinweis auf am 5. Mai und 30. Juni 2015 geführte Gespräche mitgeteilt, dass die Kos
tengutsprache für die Berufsvorbereitung wieder aufgehoben werde, da der Ver
sicherte die gesetzten Ziele aus gesundheitlichen Gründen nicht erreiche (Urk. 11/129; vgl. auch den Abschlussbericht über das Arbeitstraining vom 7. Juli 2014 [Urk. 11/130]). In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine psychiat
rische Begutachtung des Versicherten (Mitteilung vom 12. Oktober 2015 [Urk. 11/134]). Am 2. Oktober 2015 meldete sich der Versicherte für den Bezug einer Hilflosenentschädigung an (Urk. 11/135). Am 31. Dezember 2015 erstat
tete Dr. med. Z._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, ihr Gutachten (Urk. 11/144). Am 1. Juni 2016 auferlegte die IV-Stelle dem Ver
sicherten eine Mitwirkungspflicht in Form von Behandlungen oder Massnah
men, die zur Erhaltung oder Verbesserung des Gesundheitszustandes beitragen (Urk. 11/151). Mit Vorbescheid vom 1. Juni 2016 kündigte sie an, das Leis
tungs
begehren (insbesondere berufliche Massnahmen und Invalidenrente) abzu
weisen (Urk. 11/152). Mit Vorbescheid vom 20. Juni 2016 kündigte sie sodann an, auch das Begehren auf Hilflosenentschädigung abzuweisen (Urk. 11/155). Am 23. Juni 2016 stellte der Versicherte ein weiteres Gesuch um Gewährung beruflicher Massnahmen (Urk. 11/158). Gegen den Vorbescheid vom 1. Juni erhob er am 1. Juli 2016 Einwand (Urk. 11/159 mit ergänzender Begründung
vom 11. August 2016 [Urk. 11/164]). Am 11. August 2016 bean
tragte er, das Ver
fahren
betreffend Hilflosenentschädigung zu sistieren, bis über den Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (insbesondere berufli
che Massnahmen und Rentenleistungen) entschieden sei (Urk. 11/165). Das Verfahren wurde ent
sprechend am 16. August 2016 sistiert (Urk. 11/166). Die IV-Stelle holte einen weiteren Arztbericht ein (Urk. 11/167 f.) und liess den Versicherten dazu Stel
lung nehmen (Urk. 11/169 ff., insbesondere Urk. 11/172). Mit Verfügung vom 17. November 2016 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch des Versicherten auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen (Urk. 12/2 [= Urk. 11/174]), mit Verfügung vom 23. November 2016 auf eine Hilflo
senentschädigung (Urk. 2 [= Urk. 11/177]).
2.
2.1
Mit Eingabe vom 23. Dezember 2016 (Urk. 1) erhob der Versicherte Beschwerde (Prozess IV.2016.01418) gegen die Verfügung vom 23. November 2016 (Urk. 2) und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Zuspre
chung einer Hilflosenentschädigung. In prozessualer Hinsicht beantragte er die
Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung sowie die Sistierung des Beschwerdeverfahrens, bis über das parallel laufende Verfahren betreffend
IV-Leis
tungen entschieden sei. Mit Verfügung vom 4. Januar 2017 (Urk. 5) wurde
dem Versicherten Frist angesetzt, um die Beschwerde zu verbessern bezie
hungs
weise sie genügend zu begründen. Der Versicherte reichte eine zusätzliche Begründung fristgerecht am 20. Januar 2017 ein (Urk. 7 und Urk. 8). Mit Beschwerdeantwort vom 14. Februar 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde und beantragte die Vereinigung des vorliegenden Beschwerdeverfahrens mit dem hängigen Beschwerdeverfahren IV.2016.01419 (Urk. 10).
2.2
Mit Eingabe vom 23. Dezember 2016 (Urk. 12/1) erhob der Versicherte Be
schwerde (Prozess IV.2016.01419) gegen die Verfügung vom 17. November 2016
(Urk. 12/2) und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Zusprechung der gesetzlichen Leistungen, in erster Linie einer berufli
chen Massnahme und in zweiter Linie einer Rente (Urk. 12/1 S. 5). In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Mit Beschwerdeantwort vom 2. Februar 2017 (Urk. 12/6) schloss die Beschwerde
geg
nerin auf Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 7. März 2017 (Urk. 12/9) hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträ
gen fest und reichte eine Rückmeldung der Velowerkstatt vom 2. März 2017 zu den Akten (Urk. 12/10).
2.3
Mit Verfügung vom 23. März 2017 wurde der Prozess IV.2016.01419 mit dem vorliegenden Prozess IV.2016.01418 vereinigt und unter dieser Prozessnummer weitergeführt. Der Prozess IV.2016.01419 wurde als dadurch erledigt abge
schrie
ben (Urk. 12/11 und Urk. 13). Sodann wurde der Beschwerdegegnerin Frist angesetzt, um zur Eingabe des Beschwerdeführers vom 7. März 2017 (Replik [Urk. 12/9]) Stellung zu nehmen (Urk. 13). Mit Eingabe vom 26. April 2017 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf Erstattung einer Duplik (Urk. 15), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 28. April 2017 angezeigt wurde (Urk. 16).
2.4
Die Akten des Verwaltungsverfahrens (Urk. 11 im Verfahren IV.2016.01418 und Urk. 12/7 im Verfahren IV.2016.01419) sind identisch, weshalb im Nachfol
gen
den auf eine doppelte Erwähnung verzichtet wird.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Allgemeinen Teils
des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krank
heit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über
die Invaliden
ver
sicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbs
un
fähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti
gung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heits
wert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezem
ber 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts
8C_616/2014 vom 25. Februar 2015 E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. Novem
ber 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.2
1.2.1
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Mass
nahmen (lit. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufliche Eingliederung (lit.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung, Kapitalhilfe; lit. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (lit.
d).
1.2.2
Gemäss Art.
17
IVG
hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten od
er verbessert werden kann (Abs.
1). Al
s Umschulung gelten gemäss Art.
6
Abs.
1
der Verord
nung über d
ie Invalidenversi
che
rung (IVV)
Ausbildungsmassnahmen, die Ver
sicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen
ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benö
ti
ge
n.
1.2.3
Der in
Art.
8
Abs.
1 IVG verankerte Grundsatz der Verhältnismässigkeit besagt, dass die versicherte Person in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen hat, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren; das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall not
wendig, aber auch genügend ist; ferner muss der voraussichtliche Erfolg einer Eingliederungsmassnahme in einem vernünftigen Verhältnis zu ihren Kosten stehen (BGE 135 I 161 E. 5.1; 133 V 624 E. 2.3.2, 132 V 215 E. 4.3.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_388/2013 vom 1
6.
Dezember 2013 E. 3.2.1).
1.2.4
Der Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumut
baren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbs
einbusse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488 E. 4.2; AH
I 2000 S. 27 E. 2b und S. 62 E.
1 je mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
1.4.1
Gemäss
Art.
42
Abs.
1 IVG haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (
Art.
13 ATSG) in der Schweiz, die hilflos (
Art.
9 ATSG) sind, Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persön
lichen Überwachung bedarf (
Art.
9 ATSG). Im Bereich der Invalidenver
siche
rung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (
Art.
42
Abs.
3 Satz 1 IVG;
Art.
38 IVV). Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrich
tungen massgebend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
-
Ankleiden, Auskleiden;
-
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
-
Essen;
-
Körperpflege;
-
Verrichtung der Notdurft;
-
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.
1.4.2
Art. 37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss Abs. 3 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
a.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
c.
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf;
d.
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
e.
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV ange
wiesen ist.
1.4.3
Nach
Art.
38
Abs.
1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne von
Art.
42
Abs.
3 IVG vor, wenn eine volljährige versicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
a.
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
b.
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder
c.
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Ist lediglich die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer Hilflosigkeit gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine Viertelsrente bestehen (
Art.
38
Abs.
2 IVV).
1.5
1.5.1
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weite
ren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Für die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.4). Wichtigste Grundlage gutachterlicher Schlussfolgerungen bildet – gegebenenfalls neben stan
dardisierten Tests – die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symp
tomerfassung und Verhaltensbeobachtung (Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2 mit Hinweis). Bezüglich der Wahl der Untersuchungsmethoden kommt der Expertin oder dem Experten ein weiter Ermessensspielraum zu, und es ist nicht zwingend notwendig, dass fremdanam
nestische Angaben eingeholt oder Zusatzuntersuchungen angeordnet werden (Urtei
le des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai
2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 und 9C_275/2014 vom 21. August 2014 E. 3). Rechtsprechungsgemäss gibt es keine verbindliche Mindestdauer für eine psychiatrische Exploration, sondern es wird lediglich verlangt, dass die Exper
tise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist, wobei der für eine psy
chiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen sein muss (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 und 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2).
1.5.2
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
ge
n einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersu
chung
en beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebe
nen
falls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklar
heiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Mit Verfügung vom 17. November 2016 verneinte die Beschwerdegegnerin ein
en Anspruch auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen der Invalidenver
sicherung. Als Grund für die Ablehnung verwies sie in erster Linie auf die anlässlich der Begutachtung festgestellten erheblichen Widersprüche zwischen den vom Beschwerdeführer geschilderten Beschwerden und seinem hohen Akti
vi
tätsniveau. Zudem stünden die Beschwerden in keinem Verhältnis zu den vom Beschwerdeführer ergriffenen Gegenmassnahmen. In den Jahren 2000 und 2003 sei er kurz in psychiatrischer Behandlung gewesen. Daraufhin habe er sich wäh
rend zehn Jahren keiner fachärztlichen Behandlung mehr unterzogen, sondern sich erst im Vorfeld des IV-Zusatzgesuches vom August 2013 wieder in psy
chia
trische Behandlung begeben. Auch die medikamentöse Behandlung sei nie konsequent durchgeführt worden. Die Therapien seien somit nicht genügend ausgeschöpft. Es bestehe aus versicherungsmedizinischer Sicht keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, weshalb kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe (Urk. 12/2).
Mit Verfügung vom 23. November 2016 verneinte die Beschwerdegegnerin ein
en Anspruch auf Hilflosenentschädigung, da die gesetzliche Voraussetzung eines Anspruchs auf mindestens eine Viertelsrente der Invalidenversicherung nicht gegeben sei (Urk. 2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein, es liege gemäss Gutachten durchaus eine versicherungsrechtlich relevante Diagnose vor. Eine Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als Koch werde verneint. Für eine
sozial nicht exponierte Tätigkeit habe die Gutachterin eine 60%ige Arbeits
fähig
keit bejaht. Dabei seien der von ihr gemischte Eindruck des Beschwerdeführers und die Ergebnisse der Konsistenzprüfung bereits in die Beurteilung einge
flossen. Die behandelnden Ärzte gingen auch von einer 60%igen bezieh
ungs
weise einer 60-80%igen Arbeitsfähigkeit aus, wobei die Durchführung berufli
cher Massnahmen erforderlich sei. Der Beschwerdeführer arbeite aktuell immer noch in der Velowerkstatt und besuche an einem Tag pro Woche die Berufs
schule, er habe sich somit gesundheitlich soweit stabilisieren können, dass die
Aus
bildung als Velomechaniker in Angriff genommen werden könne (Urk.
12/1).
Der Beschwerdeführer benötige sodann regelmässig lebenspraktische Begleitung von durchschnittlich mehr als zwei Stunden pro Woche, weshalb auch ein An
spruch auf eine Hilflosenentschädigung bestehe (Urk. 1 und Urk. 7).
2.3
In der Replik vom 7. März 2017 führte der Beschwerdeführer aus, aus der Aus
sage des behandelnden Arztes Dr.
A._
, es könne prognostisch eine Arbeits
fähigkeit im ersten Arbeitsmarkt erwartet werden, könne heute nichts weiter abgeleitet werden, als dass sich eine berufliche Massnahme lohne. Dass sich die Situation des Beschwerdeführers positiv entwickelt habe, sei seinem Einsatz, seinem Willen und der regelmässigen Arbeit im geschützten Rahmen zu ver
danken. Daraus könne aber keine hochprozentige Arbeitsfähigkeit auf dem ers
ten Arbeitsmarkt abgeleitet werden (Urk. 12/9).
3.
Dr. Z._ hielt in ihrem Gutachten vom 31. Dezember 2015 die folgende Diagnose fest (Urk. 11/144 S. 33):
-
ängstlich-vermeidende und asthenisch/abhängige Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.6 und F60.7) mit
-
Angststörung im beruflichen/schulischen Leistungskontext mit sich chronifizierendem Vermeidungsverhalten (ICD-10: F41.8)
-
mit somatoformen Reaktionsmustern (Neurasthenie, anamnes
tisch
Konversionssymptomatik, gastrointestinale Psychosomatisierung) (ICD-10: F48.0, F44.4 und F45.3)
-
Schulphobie (ICD-10: F40.2)
Dr. Z._ führte sodann im Wesentlichen aus,
der Beschwerdeführer sei in broken-home-
Verhäl
tnissen aufgewachsen und habe
offenbar ab 6-jährig, zeitgleich mit der Trennung seiner Eltern, erste Anzeichen für soziale Unsicher
heit (Angst auf dem Weg zu ein
er Geburtstagsparty) entwickelt
. Weiter
sei
seine Entwicklung dann durch zerrüttete und gewaltgeprägte häusliche Verhältnisse in der Interaktion mit zwei
alkoholabhängigen
Stiefvätern und mit einer als emotional „explosiv
“
geschilderten Mutter erschwert
gewesen
. Auch
habe der
Beschwerdeführer soziale Verunsicherung durch häufige Schulwechsel, Mobbing
und
Ausgrenzung durch Gleichaltrige erfahren
. Eigentliche Hinweise für krank
heitswertige frühkindliche oder kindliche Entwicklungsstörungen lägen aber nich
t vor. Ebenso wenig seien
etwaige Traumatisierungen im genuinen ICD-10-kate
goriengerechten Sinne eruierbar. Klinisch psychisch auffällig
geworden sei der Beschwerdeführer als Adoleszent beziehungsweise
im
Alter von 16 1⁄2
Jahren, kurz nachdem der Stiefvater „die Familie
rausgeschmissen habe", im Kontext der Konflikte mit Mu
tter und Brüdern sowie schulischen Problemen. Der
Be
schwer
deführer habe
mit depressiv akzentuierter Agitiertheit, Schulverweige
rung und der Drohung, sich auszuhungern,
imponiert,
worauf Kontakte mit dem Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst und zwei psychiatrische Kurzhospi
tali
sationen im Sommer 2000
(kurz vor Abschluss der 3.
Sekundarklasse)
erfolgt seien (Urk. 11/144 S. 28)
.
Nach Abschluss der IV-gestützten Lehre als Koch habe sich der Beschwerdeführer
2008-2009 an drei
Stellen
als Koch
versucht
, wobei er an zwei
Stellen mehrere Monate geblieben sei
und jewe
il
s selber
gekündigt habe
: das erste Mal noch nachvollziehbar, aufgrund des sehr hohen Arbeits
drucks mit 72-stündiger Arbeitswoche und Kündigungswelle unter Mitarbeitern aufgrund der harten und fragwürdigen Führung des Hotel-Restaurants, das zweite Mal, als sich der
Beschwerdeführer
vom Erwartungsdruck seines Vorge
setzten (der ihn um die Übernahme des Hotels gebete
n haben soll) überfordert gefühlt habe
. An der dritten Stelle
sei
der
Beschwerdeführer
n
ach wenigen Wochen zu Hause geblieben beziehungsweise seien
re-
exacerbierend
die dys
funk
tionalen ängstlichen Vermeidungsstrategien (Beinlähmungen)
aufgetreten
. Danach
habe der Beschwerdeführer
allerdings Selbstinitiative und Unterneh
mungslust
entfaltet, indem er vier
Jahre lang europaweit mehrere mehr
mona
tige Velotoure
n unternommen habe
, und dabei nicht n
ur keine Antriebs
stö
rungen, sondern
au
ch keine sozialen Ängste empfunden habe
, ja auch mit Unbe
kannten hemmungslos in Kontakt
habe treten können (Urk. 11/144 S. 29). Finanziell habe sich der Beschwerdeführer von
2009
bis
2013 zunächst mit Arbei
tslosengeld, dann mit Erspartem über
Wasser halten
können
und
sei
nun seit 2013 fürsorgeabhängig. Im gleichen Jahr
habe er sich wieder bei der IV
an
gemeldet
, wonach nun wieder, unter psychiatrischer Attestierung vollständi
ger Arbeitsunfähigkeit für den angestammten Beruf als Koch, Integrations
massnahmen (Belastbarkeit
s
-, Aufbautraining) sowie ein Vorbereitungsjahr für eine vom
Beschwerdeführer
favor
isierte erneute berufliche Ausbil
dung, nun als Vel
omechaniker, durchgeführt worden seien
. Es
sei
aber eine negative Empfeh
lung abgegeben
worden
, und das Vorbereitungsjahr
habe
im Juni 2015 einen Monat verfrüht beendet
werden müssen
, da sich Absenzen
gehäuft hätten
und sich der
Beschwerdeführer
auch beim probeweise
n Besuch von au
serwählten Fächern im Schulbesuch unverändert phobisch und blockiert erwies
en habe
. Eine Tendenz zu neura
sthenischen Reaktionsmustern sei
auch aus den heutigen Angaben des
Beschwerdeführers
feststellbar
(Urk. 11/144 S. 30)
.
Die Gutachterin gelangte zum Schluss, m
it dem aktuellen
psychopathologischen Befund könne
gegenwärtig durchaus e
ine theoretisch-medizinische 60%
ige Arbeits
fähigkeit in e
in
er nicht sozial exponierten Tätigkeit
— zum Beispiel als angelernter Mechaniker/
Velomechaniker - in einem wohlwollenden familiären Team ohne grosse Fluktuationen und mit konstant interagierenden, ruhigen väterlichen Vorgesetzten, verbunden werden.
Der Beruf als Koch erscheine
für
den Beschwerdeführer aufgrund des rohen sozialen Klimas und hohen Zeit
dr
ucks aber
ta
tsächlich nicht geeignet.
Um die unterschwellige soziale Vermei
dungs
t
endenz mit somatoformen Reaktionsmustern im Arbeits-/Leistungskontext anzu
gehen,
sei
selbstverständlich die weitere Fortführung einer angstfokussierten
Psy
chotherapie angezeigt, wobei sicherlich die psychopharmakologischen Optio
nen zu optimieren seien
(Dosiser
höhung des SSRI, gegebenenfalls Präparat
wechsel, Einsatz von Pregabalin) und auch störungsfokussierte verhaltens
thera
peutische Techniken (inkl. Expositionsverfahren unbedingt in Begleitung des
Thera
peuten) sinnvoll erscheinen würden. Eine Erhöhung der Arbeitsfä
higkeit auf 100
% erscheine
unter therapeutischer Optimierung theoretisch innerhalb von 1-2 Jahren möglich, weswegen es zum Gelingen dieses arbeitsreinte
gr
a
ti
ven Zieles sinnvoll erscheine
, diese Massnahmen im Sinne einer Schaden
min
derungspflicht aufzuerlegen. Eine Berentung als Bestätigung der Regressions
wünsche des
Beschwerdeführers
erschein
e
nicht zielführend
.
Nicht rea
listisch erscheine
vorläufig der erneute Versuch einer neuen beruflichen Ausbildung in einem regulären schulischen Betrieb. Die „Schulphobie
“
als
längst chronifizierte,
spezifische Phobie werde eine wohl mehrjährige intensive fokussierte Psycho
th
e
rapie mit psychopharmakologischer Behandlung voraussetzen (Urk. 7/144 S. 32).
Es erscheine
aufgrund der chronifizierten Schulphobie aussichtslos, zum gegen
wärtigen Zeitpunkt eine erneute berufliche Ausbildung in einer normalen Be
rufs
schule zu initiieren.
Aussichtsreich erscheine
hingegen die
Arbeitsver
mitt
lung für eine 60%
ige angepasste Tätigkeit mit oben formuliertem Belastungs
profil in einem geeigneten Betrieb, wobei e
s insbesondere wichtig erscheine
, dem
Beschwerdeführer
in der Einarbeitungsphase und bis z
u sechs Monate lang
einen professionellen Jobcoach zur Seite zu stellen
(Urk. 7/144 S. 37)
.
Unter dem Titel „Konsistenzprüfung“ führte die Gutachterin sodann aus, der Beschwerdeführer hinterlasse
bei
ihr als
neutrale
r
Untersucherin einen gemisch
ten Eindruck. Wie in der anamnestischen Erhebung und der Begründung der Diagnose und Beurteilung ausgeführt,
lägen
erhebliche Widersprüche zwischen der Selbstschilderung des
Beschwerdeführers
, der auf sehr diffuse, vage Art unspezifische Beschwerden wie rasche Erschöpfung, emotionale Labilität,
„gute und schlechte Tage
" und vor alle
m auch soziale Ängste beschreibe
, und seinem
tatsächlichen Aktivitätsniveau –
sei er doch auch in der Lage gewesen
,
vier
Jahre lang autonom mehrmonatige Toure
n
von mehreren Stunden täglich durch ganz Europa zu unternehmen und dabei auch ungehemmt mit Unbekannten in Interaktion zu treten, bei ihnen zu essen und zu übernachten etc. Das Ausmass der
geschilderten Beschwerden stimme
auch nicht mit der Intensität der bisher in Anspruch genommenen therapeutischen Hilfe überein: der
Beschwerdeführer
sei
lediglich auf
behördliche Initiative
im Jahr
2000 zweimal psychiatrisch kurz
hospitalisiert und danach inner
halb der Institutionen betreut worden, unter anderem
während eines siebenmonatigen
Aufenthalt
s
in einer Institution für Psyc
hotherapie für junge Erwachsene im Jahr
200
3.
Er
st im unmittelbaren Um
feld des IV-Zusatzgesuchs vom August
2013
habe
er wieder eine psychiatrische Behandlung auf
genommen
. Auch psychopharmakologisch
sei der Beschwerde
führer
nie konsequent behandelt
worden
,
er habe
die Dosis des Antide
pressi
vums
reduziert, welche sich gegenwärtig in einem
subtherapeutischen Bereich
befinde. Die subjektive Beschwerdeschilderung decke
sich
auch nicht mit dem
heutigen beziehungsweise dem objektiven aktuellen psychopathologischen Quer
schnittsbefund, der sehr milde sei
. Die Beschwerdeklagen w
ü
rden aber recht dra
matisch vorgetragen, in
diesem Sinne
,
dass der
Beschwerdeführer
eine hoch
gradige Einschränkung und Anr
echt auf Berentung geltend mache
. Z
usammen
fassend könne
aus psychiatrischer Sicht aufgrund der Konsistenzprüfung nur
mit gewissem Vorbehalt auf die subjektiven Beschwerdeklagen abgestellt werden
. Die Gutachterin habe
dies in
der Beurteilung des Arbeitsunfä
higkeitsgrades berücksichtigt
(Urk. 11/144 S. 33 f.)
.
4.
4.1
Das psychiatrische Gutachten von Dr.
Z._
vom 31. Dezember 2015 (Urk. 11/14
4
) vermag die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten
Anforderungen grundsätzlich zu erfüllen (E. 1.5.2). So tätigte Dr.
Z._
sorg
fältige, umfassende Abklärungen, berücksichtigte die geklagten Beschwerden und begründete ihre Einschätzung in nachvollziehbarer Weise sowie in Aus
ein
andersetzung mit den vorgelegten Vorakten. Sie legte die medizinischen Zu
sammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begründete ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar. D
as Gutachten erweist sich somit als be
weistauglich.
4.2
Der Beschwerdeführer brachte vor, entgegen der Annahme der Beschwerde
geg
nerin liege gemäss Gutachten eine versicherungsrechtlich relevante Diagnose vor
(E. 2.2).
Rechtsprechungsgemäss stellt
aber auch
eine schlüssig diagnos
t
izierte Persönlich
keitsstörung für sich allein keinen invalidisierenden Gesund
heits
schaden dar (vgl.
Urteile des Bundesgerichtes 9C_55/2010 vom 8. Oktober
2010 E.
2.3, 9C_456/2007
vom 1
7. März 2008, I 772/2006 vom
11. April
2007 E.
4.1 und 8C_167/2012 vom 1
5.
Juni 2010 E.
4.1, je mit Hinweisen).
Diesbezüglich gilt, dass
ein psychischer Gesundheitsschaden nur soweit zu einer Erwerbsun
fähigkeit führt
(Art. 7 ATSG), als ang
enommen werden kann, die Verwer
tung der Arbeitsfähigkeit sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar. Dabei
kommt der Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwie
fern, allenfalls bei geeig
ne
ter thera
peutischer Behandlung, von der versicherten Per
son trotz des Leidens
willens
mässig erwart
et werden kann, einer Erwerbs
tä
tigkeit nachzuge
hen (vgl. E. 1.1)
.
4.3
Vorliegend ist der Fokus auf den aktuellen psychopathologischen Querschnitts
befund, der gemäss Gutachterin sehr milde ausgefallen ist, die auffälligen Inkon
sistenzen zwischen den vom Beschwerdeführer diffus und vage geschil
der
ten unspezifischen Beschwerden einerseits und seinem tatsächlichen Aktivi
tätsniveau andererseits sowie die fehlende Ausschöpfung von Therapiemöglich
keiten (vgl. Urk. 11/144 S. 33) zu richten. Bereits ohne Ausschöpfung der The
rapiemöglichkeiten ging die Gutachterin von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit
in e
in
er
sozial
nic
ht exponierten Tätigkeit
in einem wohlwollenden familiären Team ohne grosse Fluktuationen und mit konstant interagierenden, ruhigen väterlichen Vorgesetzten,
aus (E. 3)
.
Wenn der Beschwerdeführer vorbringt,
bei
dieser
Beurteilung
seien die
Ergebnisse der Konsistenzprüfung bereits einge
flossen (
Urk.
12/1),
verkennt er, dass mangels konsequent durchgeführter Thera
pie auf diese Beurteilung versicherungsrechtlich nicht abgestellt werden kann. Der Beschwerdeführer begab sich gemäss Gutachterin nach jahrelanger Absti
nenz e
r
st im unmittelbaren Umfeld der IV-Anmeldung vom August
2013 wieder
in eine psychiatrische Behandlung
; offensichtlich fehlte es an einem hin
reichen
den Leidensdruck
. Auch psychopharmakologisch wurde er nicht
konse
quent be
handelt
;
er reduzierte die Dosis des Antidepressivums selbständig, sodass sich
diese gegenwärtig in einem subtherapeutischen Bereich befindet (E. 3).
Dr.
Z._
erschien unter Berücksichtigung sämtlicher Faktoren eine Erhöhung
der Arbe
itsfähigkeit
unter therapeutischer Optim
ierung
innerhalb von 1-2 Jah
ren
auf 100 %
möglich, weswegen
sie auch die Auferlegung einer
Scha
denmin
derungspflicht durch die Beschwerdegegnerin anregte (Urk. 11/144 S. 32).
Der vorliegenden zu beurteilenden
Persönlichkeitsstörung ist nach dem Gesagten
aus rechtlicher Sicht
grundsätzlich
keine invalidi
sierende Wirkung beizumessen
.
4.4
4.4.1
Im Zusatzantrag für berufliche Massnahmen vom 23. Juni 2016 teilte der Be
schwerdeführer der Beschwerdegegnerin mit, er sei jetzt schon über längere Zeit als Teillohnmitarbeiter in der Velowerkstatt tätig und gehe regelmässig zur Arbeit, fühle sich gut aufgehoben und stabiler. Bezüglich der Schulangst gehe er regelmässig einmal pro Woche zu lic. phil. B._ ins C._. Zudem werde er einmal wöch
entlich zu Hause begleitet, um die Tagesstruktur zu festigen. Seit drei Monaten gehe er sodann einmal wöchentlich zur Schule. Zusammen mit der Arbeit erreiche er das verlangte 100%-Pensum (Urk. 12/7/158).
Lic. phil. B._ hielt im Bericht vom 7. September 2016 (Urk. 12/7/168; mitun
terzeichnet durch Prof. Dr. med. A._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie) fest, der Beschwerdeführer befinde sich seit dem 18. Januar 2016 bei ihm in Behandlung. Der Befund wurde als mehrheitlich unauffällig beschrieben, mit Ausnahme einer leicht eingeschränkten Konzentration, einer sozialen Ängstlichkeit (Kontaktaufnahme, Bewertung von anderen) sowie einer
leicht eingeschränkten affektiven Schwingungsfähigkeit. Prognostisch wurde ei
ne 60-80%ige Arbeitsfähigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt als möglich erachtet. Der behandelnde Psychotherapeut hielt sodann dafür, die Symptomatik der sozialen Phobie sollte mit weiterer Exposition kleiner werden und somit zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führen.
Dieser Bericht bestätigt grundsätzlich die gutachterliche Einschätzung, wonach eine therapeutische Optimierung zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit füh
ren dürfte. Hinsichtlich des Umfangs einer künftigen Arbeitsfähigkeit wei
chen die ärztlichen Einschätzungen allerdings voneinander ab. Dass dies im Ergebnis aber nicht von Belang ist, ergibt sich aus den nachfolgenden Erwä
gungen (E. 4.5 f.).
4.4.2
Die aktuelle Behandlung reduziert die bisherigen Einschränkungen des Be
schwer
deführers in sozialer Hinsicht somit massgebend. Dies sollte sich in jeg
licher beruflicher Tätigkeit auswirken. Mit der Gutachterin ist aber dennoch davon auszugehen, dass auch in Zukunft eher eine
sozial
nicht
exponierte
Tätig
keit
in einem wohlwollenden familiären Team ohne grosse Fluktuationen und mit konstant interagierenden, ruhigen väterlichen Vorgesetzten,
zu bevor
zugen ist. Die bisherige Tätigkeit als Koch erachtet sie daher als nicht mehr zumutbar (Urk. 11/144 S. 36). Auf dem hypothetischen, als ausgeglichen unter
stellten Arbeitsmarkt (vgl. BGE 134 V 64 E. 4.2.1, 110 V 273 E. 4b) lassen sich genügend Arbeitsstellen als Hilfsarbeiter finden, welche diesem Zumutbarkeits
profil entsprechen und dem Beschwerdeführer unter Berücksichtigung seiner Fähig
keiten offen stehen. Selbst wenn nach Ausschöpfung der Behandlungs
möglichkeiten mit dem behandelnden Psychotherapeuten B._ (und Prof. A._) lediglich von einer durchschnittlichen 70%igen Arbeitsfähigkeit aus
zu
gehen ist, wird ein Invaliditätsgrad von 20 %, welcher für einen
Anspruch auf Umschulung
vorausgesetzt wird (E. 1.2), nicht erreicht, was aus dem Ein
kommensvergleich (E. 4.6) hervorgeht.
4.5
Die Gutachterin wies darauf hin, dass
der erneute Versuch einer neuen beruf
lichen Ausbildung in einem regulären schulischen Betrieb
vorläufig
nicht
rea
listisch erscheine, da die
„Schulphobie
“
als
längst chronifizierte, spezifische Phobie
wohl mehrjährige intensive fokussierte Psychotherapie mit psychophar
makolog
ischer Behandlung voraussetzen werde (E. 3). Der
voraussichtliche Erfolg
der beantragten
Eingliederungsmassnahme
(Ausbildung zum Velomech
aniker) steht daher in Frage, weshalb diese bereits wegen fehlender Verhältnis
mässigkeit abzulehnen wäre (E. 1.2.3). Die Rückmeldung der Velowerkstatt vom 2. März 2017 (Urk. 12/10) deutet ebenfalls darauf hin, dass der Beschwerde
führer mit der zusätzlichen Belastung durch den Schulbesuch (Wiederaufnahme circa April 2016; vgl. Urk. 12/158) überfordert zu sein scheint (Anspannung und weitere dadurch bedingte Auffälligkeiten). Inwiefern die übrigen beschrie
benen Beobachtungen (Grunzen, Singen und lautes Gelächter) der Persönlich
keitsstörung und inwiefern lediglich einer exaltierten Persönlichkeit zuzuordnen sind, ist nicht auszumachen. Ausserdem vermochte sich der Beschwerdeführer bei der Begutachtung absolut adäquat zu verhalten.
4.6
4.6.1
Mit Mitteilung vom 13. Oktober 2008 wurden von der IV-Stelle Aargau die beruflichen Massnahmen abgeschlossen, nachdem der Beschwerdeführer eine erstmalige Ausbildung als Koch erfolgreich absolviert hatte (Urk. 11/70). In der Folge übte der Beschwerdeführer die Tätigkeit als Koch bei drei verschiedenen Arbeitgebern aus, wobei er zweimal von sich aus kündigte und ihm einmal ge
kündigt wurde (vgl. Urk. 11/144 S. 29 f.). Der maximale Arbeitseinsatz dauerte gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) sieben Monate (Urk. 11/76), wobei der Grund für die Kündigung durch den Beschwerdeführer allerdings nicht in der Tätigkeit als Koch lag, sondern im Umstand, dass er um Übernahme des Hotels gebeten worden war. Mangels eines längerfristigen Ein
satzes als Koch sind für die Bemessung des Valideneinkommens daher die Tabellenlöhne
der Schweizerische
n
Lohnstrukturerhebung (LSE)
2014 heran
zu
ziehen und auf den
standardisierten Lohn
der Tabelle TA1, Ziff. 55-56 (Gast
gewerbe/Beherbergung und Gastronomie), Kompetenzniveau 2, Männer, von monatlich Fr. 4‘261.-- abzustellen (vgl.
https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/arbeit-erwerb/loehne-erwerbseinkommen-arbeitskosten.assetdetail.327886.html
). U
nter Berück
sichti
gung der durchschnit
tlichen Arbeitszeit im Jahr 2015 von 42.4
Stun
den pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeits
zeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2015,
I 55-56
) sowie der Nominallohnentwicklu
ng bis ins Jahr 2015 (Index
stand 2220 [2014] auf 2226 [2015
], vgl. Bundesamt für
Statistik, Arbeits
markt
indikato
ren 2016, T 35 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976–2015, Nominallöhne Männer)
ergibt sich somit
ein Valideneinkommen von
Fr.
54
‘
346.-- (
Fr. 4‘261.-- : 40 x 42.4
x 12 :
2220
x
2226
).
4.6.2
Das zur Bemessung des Invalideneinkommens heranzuziehende
standardisierte monatliche Einkommen für männliche Hilfskräfte (LSE 201
4
, TOTAL in der Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Männer)
beträgt Fr. 5‘312.--
. Dieses monat
liche E
inkommen ist unter Berücksichti
gung der durchschnit
tlichen Arbeitszeit im Jahr 2015
von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betrie
bsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stun
den pro Woche, 2004-2015, A-S 01-96) sowie der Nominall
ohnentwicklung bis ins Jahr 2015 (Indexstand 2220 [2014] auf 2226 [2015
], vgl. Bundesamt für
Statistik, Arbeitsmarktindikato
ren 2016, T 35 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976–2015, Nominallöhne Männer)
auf ein Jahreseinkommen für eine 70
%ige Tätigkeit hochzurechnen. Es resultiert somit ein Invalid
eneinkommen von Fr. 46‘643
.
-- (Fr.
5‘
312
.-- x 12 : 40 x 41,7:
2220
x
2226 x 70
%).
4.6.3
Die aus dem Einkommensvergleich resultierende Erwe
rbseinbusse beträgt dem
nach Fr. 7‘703.--
(
Valideneinkommen von Fr.
54
‘
346.
-- abzüglich Invalidenein
kommen von Fr. 46‘643
.
--
), was ei
nem Inva
liditätsgrad von gerundet
14 %
ent
spricht.
4.7
Mit einem Invaliditätsgrad von 14 % sind nicht nur die Voraussetzungen für einen Anspruch auf berufliche Massnahmen (E. 1.2) nicht erfüllt, sondern auch für eine Rente und eine Hilflosenentschädigung. Der rentenbegründende Inva
lidi
täts
grad liegt bei mindestens 40 % (E. 1.3). Für eine Hilflosenentschädigung bei Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit ist ebenfalls ein Invaliditäts
grad von mindestens 40 % (Viertelsrente) vorausgesetzt (E. 1.4.3).
5.
Nach dem Gesagten erweisen sich die Beschwerden als unbegründet, weshalb sie abzuweisen sind. Der prozessuale Antrag auf Sistierung des Verfahrens IV.2016.01418, bis über das parallel laufende Verfahren IV.2016.01419 ent
schie
den sei (Urk. 1), ist demzufolge als gegenstandslos geworden abzuschrei
ben.
6.
6.1
Gestützt auf die eingereichten Unterlagen (Urk. 3 beziehungsweise Urk. 12/3 [Bezug von Sozialhilfe] und Urk. 1 S. 2 beziehungsweise Urk.12/1 S. 2 [keine Rechtsschutzversicherung]) sind die Voraussetzungen für die unentgeltliche Rechts
pflege gemäss § 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungs
gericht (GSVGer) gegeben. Dem Beschwerdeführer ist die beantragte un
ent
geltliche Prozessführung somit zu gewähren.
6.2
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Ausgangsgemäss sind diese dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.3
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4 GSVGer hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.