Decision ID: d7a36fde-86e4-5469-a789-537dbcb6947b
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965, Mutter von zwei Kindern (Jahrgang 1987 und 1991), meldete sich am 2
7.
Februar 2018 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/6). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab, und verneinte nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/29-39) mit Verfügung vom 1
5.
März 2019
einen Rentenanspruch (
Urk.
7/41
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 2
6.
April 2019
Beschwerde (
Urk.
1) gegen die Ver
fü
gung vom 1
5.
März 2019
(
Urk.
2) und bea
ntragte, diese sei aufzuheben
und es sei
eine polydisziplinäre Abklärung in Auftrag zu geben, woraufhin neu zu ent
scheiden sei (S. 2
Ziff.
1), eventuell sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihr mindestens eine halbe IV-Rente zu gewähren (S. 2
Ziff.
2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
3.
Mai 2019
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwe
rde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 2
7.
Mai 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich
zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invalidi
tätsbe
messung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als
ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Ge
sundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigung
en und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für
die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beur
teilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
1.4
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG entspricht der Ein
busse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufga
ben
be
reich (Art. 6 ATSG; BGE 130 V 97 E. 3.2). Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von
erheb
licher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszu
gehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schadenminderungs
pflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu ent
wickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaft
lichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhän
gige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit ein
teilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in An
spruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Per
sonen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöhnung
oder durch
Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Er
werbs
einbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mit
hilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschä
digung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familien
gemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminde
rungspflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in einzelnen Funk
tionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung zugrunde lie
genden, in Art. 159 Abs. 2 und 3 ZGB zwischen den Ehegatten und in Art. 272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittel
bar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können, an der Schadenminderungspflicht der im Haus
halt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbs
bereich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den Haus
haltbereich davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumutbar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen).
1.5
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69 Abs. 2 Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosig
keit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und ge
nügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haus
halt dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2,
in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumut
barkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaub
würdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer ver
sicherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnis
sen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchti
gungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in
BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733
/03 vom 6. April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 be
treffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilf
losigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklä
rungs
bericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haus
halt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der
den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Ver
sicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinwei
sen
).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine
grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann,
wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grund
sätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die
Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht,
das heisst
wenn die Beur
teilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S. 137
E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizi
nischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellung
nahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklä
rung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psy
chischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1,
9C_986/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hinweisen).
2.
2.1
In formeller Hinsicht machte die Beschwerdeführerin geltend, die Be
schwer
de
geg
nerin habe das rechtliche Gehör und die Begründungspflicht verletzt, indem sie es unter
lassen habe, in der Verfügung
zur Qualifikation, zur Rückenprob
le
matik und zur Gesichtsfeldeinschränkung gebührend Stellung zu nehmen
(Urk. 1 S. 2 f.).
2.2
Die Pflicht zur Begründung eines Entscheids durch die erlassende Behörde stellt einen Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör dar. Die Begründungs
pflicht soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und der betroffenen Person ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl sie wie auch die Rechts
mittel
instanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs als persönlichkeitsbe
zogenes Mitwirkungsrecht verlangt ebenfalls, dass die Behörde
die Vorbringen
der vom Entscheid in ihrer Rechtsstellung betroffenen Person auch tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der
Entscheidfindung
berücksichtigt (BGE 126 I 102 E. 2b).
2.3
Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Dessen Verletzung führt
daher grundsätzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache
selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Vorbehalten sind recht
sprechungsgemäss diejenigen Fälle, in denen diese Verletzung nicht be
sonders schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die betroffene Person die Möglich
keit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sach
verhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann (vgl. BGE 124 V 18
0
E.
4a mit Hinweisen;
Kieser
, ATSG-Kommentar,
3.
Auflage, 2015,
Art. 42
Rz
13 ff.
).
2.4
D
er angefochtenen Verfügung vom
1
5.
März 2019
(Urk. 2)
sind
eine kurze Stellungnahme zur
sozialversicherungsrechtlichen
Quali
fikation
(S.
1 und S.
2)
sowie knappe Ausführungen zur Sehbehinderung der Beschwerdeführerin (S. 2) zu entnehmen.
Keine Ausführungen machte die Beschwerdegegnerin z
ur Rücken
problematik, Gesichtsfeldeinschränkung und zur psychischen Problematik.
2.5
Die Beschwerdegegnerin hat damit
in Grundzügen
ihre Schlussfolgerungen dar
getan
, jedoch im Einzelnen nicht zu allen
von der Beschwerdeführerin vorge
brachten Einwände
n
Stellung genommen
.
Die wesentlichen Beweggründe für die Abweisung sind
somit
aus der Verfügung ersichtlich
, wobei das Augenleiden
der Hauptgrund für die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bildet
.
E
ine detaillierte Auseinandersetzung mit den weiteren Leiden
könnte damit
als
weniger
nötig erschein
en
.
Ob dieses Vorgehen der Beschwerdegegnerin
letztlich
eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör dar
stellt, kann vorliegend
offen gelassen
werden
, zumal d
ie Voraussetzungen für eine Hei
lung hinsichtlich der allenfalls unzureichenden Begründung erfüllt
sind
. Die Be
schwerdeführerin konnte im ge
richt
lichen Verfahren ihre Einwände nochmals voll
umfänglich vorbringen und ein
gehend zu den geltend gemachten Ansprü
chen Stellung nehmen. Da das Ge
richt ausserdem über volle Kognition verfügt, ist eine allfällige Gehörsverletzung
im vorliegenden Verfahren heilbar (vgl. 132 V 387 E. 5.1 mit weiteren Hin
wei
se
n).
Die angefochtene Verfügung ist damit hinsichtlich des Rentenanspruchs mate
riell zu überprüfen.
3.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin auch bei guter Gesundheit keiner Erwerbstätig
keit nachgehen würde. Seit der Einreise in die Schweiz im Jahr 1998 könne lediglich ein 5-tägiger Arbeitsversuch nachgewiesen werden. Im Haushaltsbereich habe sich bei der durchgeführten Abklärung zu Hause ergeben, dass eine Ein
schränkung von 27
%
angerechnet werden könne. Dies entspreche auch dem IV-Grad (S. 1).
3
.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
sie habe nachvollziehbar erklärt, dass sie heute im Gesundheitsfall auswärts arbei
ten würde. Die Familie wäre auf den Verdienst angewiesen, da der Ehemann nicht mehr arbeite (S. 3).
Es liege eine schlechte medizinische Abklärung und eine mangelnde Untersuchung des rechtserheblichen Sachverhaltes vor
, gar die Unter
drückung von Tatsachen wie das Rückenleiden samt Nervenkompression
. Es liege offensichtlich eine Rassendiskriminierung vor, da es um eine Erledigung nach der Namensendung und der Abstammung gehe
(S. 4)
.
3.3
Strittig und zu prüfen ist
vorliegend die sozialversicherungsrechtliche Qualifi
kation der Beschwerdeführerin sowie
ob weitere medizinische Abklärungen nötig sind.
4.
4.1
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete
am 1
8.
September 2017 (
Urk.
7/4/2-4) und
führte
folgende Diagnosen
auf
(S. 1 f.):
Diagnosen durch
Dr.
Z._
, Rheumatologe
,
vom 1
1.
Januar 2016:
-
unspezifische muskulär-betonte Beschwerden an Unterarmen und Unter
schenkeln beidseits
-
mögliche
zerviko
- beziehungsweise
lumbospondylogene
Komponente
-
am ehesten überlastungsassoziiert
-
Differentialdiagnose (DD): symptomatische
Beinvarikosis
-
leichte Gonarthrose beidseits, aktuell
oligosymptomatisch
-
Verdacht auf beginnende leichte Fingerpolyarthrose
Diagnosen durch das Kantonsspital
A._
, Gastroenterologie
,
vom
1.
Februar 2017 und vom
7.
September 2017:
-
maximal 10 cm messende, gemischt echoreiche/
echoarme
Leberläsion
-
am ehesten einem atypischen Hämangiom mit Nekrosen entsprechend
-
Kontrolle mit Leber-MRI vom
7.
September 2017 im
A._
: grössen
stationäres Riesenhämangiom mit zentraler Narbe im Lebersegment VI
Diagnosen durch
Dr.
B._
, Neurologie, vom 1
1.
April 2017:
-
Bein- und distal-betonte Extremitäten-Beschwerden, multifaktoriell
-
Verdacht auf
restless
leg
syndrome
, kein PNP-Hinweis, DD
lumbo
radi
ku
läres
Reizsyndrom
-
tendomyotisches
beziehungsweise muskuläres Überlastungssyndrom der Extremitäten beziehungsweise vertebral
-
Verdacht auf
Gonarthropathie
links (DD Meniskusläsion)
-
Dekonditionierung
-
Karpaltunnelsyndrom beidseits,
Sulcus
-
ulnaris
-Syndrom rechts, sensibel
axonal
-
anamnestisch Depression
-
arterielle Hypertonie
-
Adipositas
-
gastrale Dyspepsien
-
Augenprobleme (
Dr.
C._
, Augenärztin)
-
hohe Myopie (-19
dpt
.)
-
regelmässige Kontrollen nötig
-
drohender Verlust der Lesefähigkeit
-
tiefe Beinvenenthrombose links 2008
-
Anti-
HBc
-
alone
-
Eisenmangel
-
Vitamin D-Mangel
-
n
eu 2
9.
August 2017: starke
Mens
-Blutungen
Er führte aus,
die Beschwerdeführerin halte sich wegen ihrer multiplen Be
schwerden für nicht mehr arbeitsfähig. Er halte die Beschwerdeführerin für zu 100
%
nicht mehr arbeitsfähig als Reinigungsfachfrau vor allem wegen der Seh
störung. Eine andere berufliche Tätigkeit sei wohl illusorisch (keine Lehre, sprach
liche Probleme, keine Ausbildungen).
Die Beschwerdeführerin sei wohl schon seit längerem arbeitsunfähig. Er glaube nicht, dass durch medizinische Massnahmen die Arbeitsfähigkei
t als Reinigungsfachfrau wieder
erlangt werden könne
. Zu Hause könne die Versicherte viele Sachen nicht mehr machen. Um dies schlüssig beantworten zu können, müsse sie bei den täglichen Alltagsarbeiten beobachtet werden
(S.
2 f.
).
4.2
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Augenheilkunde, berichtete am
1.
Novem
ber 2017 (
Urk.
7/4/1)
und nannte folgende Diagnosen (S. 1):
-
Pseudophakie
-
angeborene maligne Myopie
-
Astigmatismus
-
Zustand nach
Dermatochalasis
Operation
-
Pigmentdispersionssyndrom
-
ausgeprägtes
Sicca
Syndrom
Sie führte aus,
dass der
Visus
netzhautbedingt bei hochpathologischer Myopie beidseits deutlich limitiert sei. Die Beschwerdeführerin wende aufgrund des Tränendefizits täglich Tränenersatzmittel an. Sie benötige regelmässige
ophtal
mologische
Kontrollen zum Erhalt der Sehleistung.
Aufgrund der hohen Myopie sei im Verlauf mit einer
Visusverschlechterung
und einem Verlust der Lese
fähig
keit zu rechnen. Aufgrund der deutlichen Gesichtsfeldeinschränkungen und der Trockenheit beider Augen sei trotz Therapie die Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin deutlich reduziert.
4.3
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Rheumatologie, berichtete am
9.
Januar 2018 (
Urk.
7/14/23-24) und nannte folgende Diagnosen (S. 1):
-
akzentuiertes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits rechts
be
tont
-
fragliche
radikuläre
Komponente L5/S1
-
leicht beginnende (
Os
teo
-
)
Ch
ondrosen
der LWS
kaudalbetont
, flache kleine
Diskusprotrusionen
L4/5 und L5/S1 mit rechtsbetonter leichter Stenose
rezessal
, beginnende
kaudalbetonte
Spondylarthrosen
-
leichte Gonarthrose beidseits, aktuell
oligosymptomatisch
-
Verdacht auf beginnende leichte Fingerpolyarthrose
-
a
rterielle Hypertonie
-
g
astrale Dyspepsien
-
Adipositas
Er führte aus, die Wiedervorstellung der Beschwerdeführerin sei wegen akzen
tu
ierten chronisch-rezidivierenden Schmerzen im Bereich
lumbosakral
quer rechts
betont, dazu schmerzhaftes Ziehen an den Unterschenkeln rechts mehr als links sowie Knieschmerzen rechtsbetont, klinisch ohne
radikuläre
Zeichen oder Aus
fälle erfolgt.
Im MRI der LWS fänden sich lediglich leichtgradig beginnende Seg
mentdegenerationen der kaudalen LWS mit kleinen flachen
Diskusprotrusionen
mit
Anulusriss
und möglichem leichtem Kontakt zu den Nervenwurzeln S1 und fraglich L5
rezessal
, dazu beginnende
Spondylarthrosen
, ohne eindeutige Entzün
dungszeichen an LWS und ISG.
4.4
Dr.
Y._
berichtete am 2
8.
Mai 2018 (
Urk.
7/14/7-10)
, nannte die bekannten Diagnosen und führte aus, die Beschwerdeführerin gebe verschiedene Beschwer
den an. Es bestehe eine schwere Sehstörung. Laut Augenärzten drohe der Verlust der Lesefähigkeit. Sie könne zu Hause viele Dinge nicht mehr erledigen. Sie leide zudem an Rückenschmerzen, an Knieschmerzen, Beinschmerzen, Kopfschmerzen und an Fingerschmerzen.
Die Beschwerdeführerin habe früher als Reinigungs
fach
frau gearbeitet. Wegen der schweren Sehstörung und auch den anderen Be
schwerden halte er die Beschwerdeführerin für nicht arbeitsfähig im angestam
m
ten Beruf. Die Beschwerdeführerin habe weder eine Lehre abgeschlossen, noch habe sie eine andere berufliche Tätigkeit erlernt oder verrichtet und sie spreche kaum Deutsch. Seiner Meinung nach mache eine Berufsberatung oder eine Um
schulung deshalb keinen Sinn. Auch das fortgeschrittene Alter spreche gegen eine solche Massnah
me. Eine berufliche Wiedereingliederung sei seiner Meinung nach nicht möglich (S. 2
Ziff.
1.4).
4.
5
Dr.
C._
berichtete am
8.
Juni 2018 (
Urk.
7/15) und führte aus, sie behandle die Beschwerdeführerin drei- bis viermal im Jahr
(S. 1
Ziff.
1.2). Es lägen
ein stabiler Befund nach beidseitiger Katarakt-Operation sowie ein medikamentös gut kontrollierter Augeninnendruck vor. Es bestehe ein deutliches
Siccasyndrom
trotz intensiver Benetzungstherapie (S. 2
Ziff.
2.2).
Eine Verbesserung der derzeitigen S
ituation sei nicht möglich. Zurz
eit sei der Befund stabil, bei maligner Myopie sei
eine deutliche weitere Sehverschlechterung möglich (S. 2
Ziff.
2.7).
Die Beschwer
deführerin habe mal als Reinigungskraft und in der Küche versucht zu arbeiten, sie könne aber dafür nicht gut genug sehen
(S. 3
Ziff.
3.2)
.
Die Sehleistung betrage korrigiert rechts 0.3 und links 0.
5.
Zudem bestünden deutliche Gesichtsfeld
ein
schränkungen und ausgeprägt trockene Augen, so dass von einer deutlich ver
minderten Sehleistung auszugehen sei (S
.
3
Ziff.
3.4).
Eine leidensangepasste Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin unbeschränkt möglich (S. 4
Ziff.
4.2).
4.6
Die Ärzte des Kantonsspitals
A._
berichteten am 1
9.
Juni 2018 (
Urk.
3/4) über die ambulante Behandlung der Beschwerdeführerin vom 1
3.
Juni 201
8.
Sie nannte
n
als Diagnose eine Rissquetschwunde am Ellbogen links (
ado
minant
) nach Sturz und führten aus,
es bestehe keine Schwellung oder Rötung, Flexion und Extension sowie Pronation und Supination seien möglich, bei maxi
maler Beweglichkeit bestünden leichte Schmerzen. Die Sensibilität sei peripher im gesamten Bereich des Unterarms/Hand intakt.
4.7
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, be
richtete am 1
0.
Oktober 2018 (
Urk.
7/21) und nannte folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2
Ziff.
2.5):
-
mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32
.11)
-
Agoraphobie (ICD-10 F40.0), bestehend seit mehreren Jahren
Er führte aus,
die aktuelle Behandlung bestehe aus stützenden Gesprächen, Psychoedukation und Psychopharmakotherapie. Die Gesprächstermine fänden alle zwei Wochen statt. Die bereits vom Hausarzt installierte Psychopharma
ko
therapie sei fortgesetzt und die Dosis schrittweise gesteigert worden. Die Angst
zustände seien darunter in den Hintergrund getreten. Die depressiven Symptome und vor allem die Verzweiflungszustände hätten leider nicht wesentlich beein
flusst werden können. Nach wie vor leide die Beschwerdeführerin unter zuneh
mender
Visusschwäche
.
Im letzten Jahr sei bei der Beschwerdeführerin ein Häman
giom an der Leber festgestellt worden, was sie sehr verunsichere (S. 2
Ziff.
2.2).
Die Konzentration und Aufmerksamkeit der Beschwerdeführerin seien reduziert.
Die Mimik und Gestik seien verarmt. Im formalen Denken sei sie verlangsamt und wortkarg. In der Grundstimmung sei sie deprimiert, oft ratlos, affektarm, affektstarr und resigniert. Der Antrieb sei reduziert
(S. 2
Ziff.
2.4)
.
Aus rein psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit bei der Beschwerdeführerin aktuell und mittelfristig nicht gegeben. Eine längerfristige Prognose sei aktuell schwierig zu stellen (S. 3
Ziff.
2.7).
Im Rahmen der depressiven Symptome be
stünden psychische Einschränkungen wie rasche Ermüdung, verlangsamtes Te
mpo, mangelnde Energie sowie Konzentrationsstörungen (S. 3
Ziff.
3.4).
Auch eine
andere Tätigkeit als die bisherige im Reinigungsdienst wäre der Beschwerde
füh
rerin aktuell nicht zumutbar (S. 4
Ziff.
4.2). Auch im Haushaltsbereich habe die Beschwerdeführerin Einschränkungen. Diese würden aber kompensiert durch die Mithilfe des Ehemannes (S. 4
Ziff.
4.5).
4.
8
Am 2
0.
Dezember 2018
berichtete die Abklärungsperson über die am
1
9.
Dezem
ber 2018
durchgeführte Haushaltsabklärung (Urk.
7/27
). Z
u Beginn und Ausmass der Beschwerden
fügte
sie
als Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die angeborene maligne Myopie mit Gesichtsfelddefekten an
(S.
1 unten)
und führte
aus,
die Beschwerdeführerin berichte, s
eit der letzten Augenoperation, welche vor
zirka
2-3 Jahren gewesen sei, habe sich die Situation eher noch verschlechtert. Zuerst habe sie etwas besser gesehen, aber dann
sei es
schlechter
geworden
. Eine Brille müsse sie nicht tragen, weil man eine Linse eingesetzt habe. Die Dioptrie sei immer noch hoch
und sie könne
auch auf die Seiten nicht gut sehe
n.
Sie müsse sehr nahe an eine Sache gehen, um sie scharf sehen zu können. Sie müsse sich auch sehr konzentrieren und könne die Augen nicht so lange anstrengen. Sie müsse Creme und Tropfen in die Augen
geben, weil sie oft trocken seien
. Sie habe keine Kurse für Blinde oder Sehbehinderte besucht, gehe aber alleine nur noch selten aus dem Haus
, weil sie es sich nicht zutraue
. Manchmal begleite sie das Enkelkind in de
n Kindergarten. Der Ehemann sage
, dass man immer telefonisch erreichbar sei, falls etwas gesch
ehe.
Sie benutze keine Hilfsmittel und müsse auf jeden S
chritt achten, welchen sie setze
.
Der Sohn sage
, dass die
Beschwerdeführerin
schon einige Male eine Art "Anfall"
erlebt habe
. Es werde ihr dann ganz warm, übel und teilweise könne sie auch den Stuh
l nicht halten. Woher dies komme
,
wisse er nicht. Es werde
vor allem durch Stress oder T
raurigkeit ausgelöst. Die Beschwerdeführerin sage
, sie sei auch
depressiv. Der Ehemann begleite
sie
teilweise zu
Dr.
D._
, we
il dieser serbokroatisch spreche
und er dies gut verstehen könne. Er fungiere dann als Übersetzer. Auch der Hausarzt spre
che diese Sprache, er habe die Ä
rzte extra so ausgewählt, damit man den Sohn nicht immer als Übersetzer brauch
e (S. 2).
Als Diagnosen ohne dauerhafte Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führte die Abklärungsperson ein LWS-Syndrom, leichte Gonarthrose beidseits, eine mittelgradige depressive Störung und eine Agoraphobie an (S. 1
Ziff.
1).
Zur Qualifikation führte die Abklärungsperson aus,
die Beschwerdeführerin habe 4 Jahre die Primarschule besucht, keine berufliche Ausbildung gemacht und sei nie einer ausserhäuslichen Tätigkeit nachgegangen (S. 3
Ziff.
2.1 und 2.2).
Der Ehemann ha
be
ebenfalls eine IV-Rente beantragt, welc
he im Juni 2016 abge
wiesen worden sei. A
uf die Beschwerde
sei
mit Gerichtsurteil vom März 2018 nicht eingegangen
worden.
Die Familie sei 1998
in die Schweiz
eingereist.
Der Ehe
mann habe nicht sofort eine Anstellung gefunden, als er
habe
arbeiten
dürfen.
Erst 2011-2013 habe er gearbeitet, vorher und nachher
habe
man immer Sozial
hilfe
bezogen
. Seit 2013 könne er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbei
ten. Warum er keine Rente erhalt
e,
verstehe er und der Sohn nicht. Er habe Herzprobleme, Mühe mit der
Atmung, Rücken- und Schulterschmerzen
, e
in ge
schientes rechtes Handgelenk, dies ebenfalls wegen den Schmerzen. Er habe überall Arthrosen und Entzündungen. Er
habe
auch eine
Gallenblasenoperation 2005
gehabt
und nun Beschwerden in der Narbengegend. Zudem sei er depressiv und könne nicht gut schlafen. 2013
sei
ihm gekündigt
worden
. Er
sei
auf dem RAV
gewesen, sei
aber nicht vermittlungsfähig, weil er krank
gewesen sei
. Der Sohn und die Schwiegertochter
würden
mit den drei Kindern direkt gegenüber im gleichen Wohnblock
leben
. Die Schwiegertochter sei Hausfrau und Mutter und helfe der
Beschwerdeführerin
immer wieder
unregelmässig bei Hausarbeiten (S. 3
Ziff.
2.3.1).
Die Beschwerdeführerin gebe an,
heute bei guter Gesundheit 100
%
zu
arbeiten.
Zirka
2010 habe sie erstmals s
ei der Einreise in die Schweiz
in der
E._
fünf Tage auf Probe gearbeitet. Der damalige Vorarbeiter sei aber sehr gemein gewesen zu ihr und habe gesagt, dass sie zu wenig sehe. Danach habe sie geweint und sich nicht mehr getraut, sich an einem anderen Ort um eine Anstellung zu bemühen. Sie habe vorher nichts gesucht, weil sie erst
vor
zirka 5 Jahren die B-Bewilligung erhalten habe
und vorher kaum eine Möglichkeit
gehabt habe
, eine Anstellung zu finden. Sie spreche kein Deutsch und könne auch kaum lesen und schreiben, da sie nur 4 Jahre in der Schule
gewesen sei
. Nach 2010 habe sie sich nie mehr
um eine Anstellung bemüht, weil sie der Arbeitsversuch verängstigt habe. Deutsc
h
kurse habe sie nur 6 Monate im Durchgangsheim
gemacht, danach hätte sie diese
selber bezahlen müssen und das Geld habe man nicht gehabt. Sie würde aber gerne auf eignen Beinen stehen und von niemandem abhängig sein
(S. 4
Ziff.
2.5)
.
Die Abklärungsperson qualifizierte die Beschwerdeführerin als zu 1
00
%
im
Hau
s
halt
tätig (S. 4
Ziff.
2.6). Zur Begründung führte
sie
aus, d
er Ehemann
sei
zu
100
%
arbeitsfähig in angestammter und angepasster Tätigkeit. Die IV-Leis
tung
en
seien
abgewiesen und vor Gericht gestützt
worden
. Er geh
e
jedoch weiterhin keiner Erwerbstätigkeit nach. Dass nun die
Beschwerdeführerin
bei guter Ge
sundheit diesen Part übernehmen würde, um für den Unterhalt der Familie zur sorgen
,
sei
nicht nachvollziehbar. Sie
sei
in der Schweiz nie einer ausser
häus
lichen Tätigkeit nach
gegangen
. Die IV-Rente
sei
erst 2018 beantragt
worden
. Der
Arbeitsversuch mit 5 Tagen in 20 Jahren
sei
minimal und kaum zu berück
sich
tigen. Zudem ha
be die Beschwerdeführerin
keine Bemühungen zur Inte
gration unternommen. Sie spreche
kein Deutsch und ha
be
auch keine anderen
Kurse be
sucht. Hinzu komme
, dass der RAD von einer
100%
igen Arbeitsfähigkeit in an
ge
passter Tätigkeit ausgehe
und sie über
entsprechende Ressourcen verfüge
, einer
Erwerbstätigkeit nachgehen zu können. Das Ehepaar
sei
ausser in den Jahren 2011-
2014
immer vo
m
Sozialamt abhängig
gewesen
. Der Ehemann
arbeite
seit diesem Zeitpunkt nicht mehr und auch die
Beschwerdeführerin
ha
be
keine erneu
ten Arbeitsbemühungen seit 2010 mehr unternommen, auch nicht als man wieder vom Sozialamt abhängig
geworden sei
. Dass sie der Deutschen Sprache nicht mächtig
sei und keine Ausbildung habe
,
seien
keine IV-relevanten
Gründe
. Es sei
aufgrund dieser Voraussetzung nicht überwiegend wahrscheinlich davon aus
zu
gehen, dass die
Beschwerdeführerin
bei guter Gesundheit einer 100
%
igen Erwerbs
tätigkeit nachgehen würde. Die
Beschwerdeführerin sei
als 100%
ige
Hausfrau zu qualifizieren
(S. 4
Ziff.
2.6.1)
.
Die Mitwirkungspflicht des Ehema
nnes müsse
mit 50
%
angerech
net werden, da er nicht arbeite
und alle
leichten Arbeiten erledigen könne
. Es
sei
zumutbar, in Etappen zu arbeiten und auf Hilfsmittel zurück zu greifen
(S. 6
Ziff.
6)
.
Zum Bereich «Ernährung» führte die Abklärungsperson aus,
die Beschwerde
füh
rerin
koche nicht mehr gleich gut wie vorher. Oft sei etwas versalzen, weil sie es nicht sehe. Sie streue sich das Salz beispielsweise nicht in eine Hand, um z
u spüren, wie die Menge aussehe
. Dies wäre zumutbar. Es
müsse
davon ausge
gang
en werden, dass die
Beschwerdeführerin
in all den Jahren den Tastsinn verfeinert ha
be
, zudem könnte sie zuerst nur wenig Gewürz verwenden und danach nach
würzen, wenn dies notwendig
sei. Der Sohn sage
, dass sie einfach
e
Speisen selber zubereiten könne. Man greife aber oft auf Fertigprodukte zurück.
Die ober
fläch
liche Reinigung sei
der
Beschwerdeführerin
möglich, sie sehe aber manchmal einige Flecken nicht. Die gründliche Küchenreinigung werde von der Schwieger
tochter gemach
t oder einfach liegen gelassen
.
Es resultiere
eine Einschränkung von
10.80
%
(S. 6
Ziff. 6.
1
).
Zum Bereich «Wohnungspflege» hielt die Abklärungsperson fest, die Beschwer
deführerin
erfülle die Bodenpflege, sehe aber nicht immer alles
.
Auch im Bad reinige sie oberflächlich, wenn man nachs
ehe
, habe es an manchen Stellen noch kleine Flecken. Die gründliche Reinigung werde unregelmässig von der Schwie
ger
tochter durchgeführt. Der Ehemann sag
e
, da
ss auch er teilweise nachreinige
, wenn noch Verschmu
tzungen vorhanden seien
(zumutbar).
Die Fenster reinige
angeblich der Ehemann mit der linken Hand, die Kund
in selber versuche es auch, könne
aber die Streifen
nicht sehen. Die Betten würden
sie zusammen
beziehen
und die Pflanzen seien das Hobby des Ehemannes. Den A
bfall entsorge
der Ehe
mann (zumutbar).
Es resultiere eine Einschränkung von
9.6
% (S. 6 Ziff. 6.2).
Zum Bereich «Einkauf sowie weitere Besorgungen» hiel
t die Abklärungsperson fest, d
er Ehemann habe die kleinen Einkäufe mehrheitlich übernommen, weil sich die
Beschwerdeführerin nicht getraue
. Sie habe keine Hilfsmittel im Freien und
fühle sich unsicher (sie bringe
aber auch das Enkelkind in den Kindergarten). Die
Beschwerdeführer
in könne aber das Geld oft nicht auseinanderhalten und darum werde es ihr abgenommen. Einmal pro Monat fahr
e
der Sohn oder die Tochter mit dem Auto zu einem Grosseinkauf. Die
Beschwerdeführerin und der Ehemann hätten
beide keinen Führerausweis. Die
Beschwerdeführerin
kaufe nur selten eine Kleinigkeit ein, auch weil sie in einem Geschäft überford
ert sei und nichts finde
. Die Zahlungen habe schon immer der Ehemann gemacht. Wenn andere Briefe entziffert werden müss
t
en, sei man aus sprachliche
n und somit IV-fremden Gründen
auf d
ie Hilfe der Kinder angewiesen. D
er
Beschwerdeführerin
sei
es zumutbar, in einem ihr bekannten Geschäft
kleine Einkäufe zu tätigen, zudem ha
be
der Ehemann eine Mitwirkungspflicht
.
Es kann nur eine ganz geringe Ein
schränkung
von 1
%
in diesem Bereich angerechnet werden
(S. 7
Ziff.
6.3).
Zum Bereich «Wäsche und Kleiderpflege» führte die Abklärungsperson aus,
die Beschwerdeführerin könne
einmal
in der
Woche waschen und habe
zirka 2 Wasch
gänge. So gut es gehe
,
mache sie es selber oder sonst helfe ihr die Schwie
gertochter, welche immer zu Hause
sei
. Sie könne die Wäsche sortieren, sie waschen und aufhängen. Sie müsse einfach alles sehr langsam und vorsichti
g machen, damit sie nicht stürze
. Sie lege die Kleider selber zusammen und b
ügle auch, wenn es notwendig sei
. Nähen und flicken könne sie gar nicht mehr, weil sie den Faden nicht mehr einfädeln
könne
. Sie habe auch keine Nähmaschine.
Es resultiere eine Einschränkung von
0.85
% (S. 7 Ziff. 6.4).
Zum Bereich «Betreuung von Kindern und/oder Angehörigen» hielt die Abklä
rungsperson fest, dass d
ie Eltern der
Beschwerdeführerin
in
F._
bei einem Bruder der
Beschwerdeführerin leben würden
. Sie seien 75 und 78 Jahre alt und gesundheitlich sehr beeinträchtigt. Wenn die
Beschwerdeführerin
gesund wäre, würde sie den Eltern aber auch gerne helfen, obwohl auch noch zwei wei
tere Brüder und eine Schwester in der Nähe wohn
t
en. Sie könnte aber auch bei guter Gesundheit nicht immer gehen, weil man zu weit weg wohn
e
und sie mit dem Bus und Zug gehen müsste.
Die Schwiegertochter arbeite
nicht. Sie ha
be
keine Aufsichtspflichten, ausser dass sie manchmal mit dem Enkelkind in den Kindergarte
n gehe
.
Es resultiere eine Einschränkung von 5 % (S. 7 Ziff. 6.5
).
Zusammenfassend resultiere eine gesamthafte Einschränkung von
27.25
%
(S.
8
Ziff.
6.
6)
.
4.9
Dr.
D._
berichtete am 1
3.
Februar 2019 (
Urk.
7/35) zuhanden des Migra
tionsamtes
, nannte die bekannten Diagnosen
(vgl. vorstehend E. 4.7)
und führte aus,
die in der Zwischenzeit multimorbide Beschwerdeführerin sei ihm im Früh
ling 2016 durch den Hausarzt zugewiesen worden. Sie habe sich depressiv ge
fühlt, habe Angst gehabt, alleine in den Bus zu steigen und unter Leute zu kommen
(S. 1). Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin krankheitsbedingt arbeitsunfähig. Auch im Haushalt brauche sie Hilfe. Die Behandlung sei noch nicht abgeschlossen (S. 2).
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin machte geltend, im Gesundheitsfall würde sie einer vo
llen Erwerbstätigkeit nachgehen. Die gegenteilige Beurteilung im Abklä
rungs
be
richt lasse ausser Acht, dass sie lediglich aus gesundheitlichen Gründen nicht erwerbs
tätig sei und
schon
aus finanziellen Gründen
arbeiten müsste, da ihr Ehemann nicht mehr arbeite
(
Urk.
1 S.
3
).
Die Argumentation der Beschwerdeführerin ist nicht überzeugend
.
Dem Bericht über die Abklärung der Beeinträchtigungen im Haushalt (vgl. vor
steh
end E.
4
.
8; Urk. 7
/
27
) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin und ihre Familie 1998 in die Schweiz eingereist
sind
. Der Ehemann habe nicht sofort eine Anstellung gefunden, sondern habe erst von 2011 bis 2013 gearbeitet. Vorher und nachher habe die Familie Sozialhilfe bezogen. Die zwei Kinder mit Jahrgang 1987 und
1991
sind seit 2005 beziehungsweise 2009 volljährig und besuchten
spätestens seit
1994 beziehungsweise 1998
die Schule. Seit der Einschulung der Kinder, welche bereits seit dem Umzug in die Schweiz bestand, war die Beschwerdeführerin
– abgesehen von einem fünftägigen Arbeitsversuch im Jahre 2010 -
nie erwerbs
tätig, obwohl es ihr aufgrund des Alters und der Schulpflicht der Kinder möglich gewesen wäre und auch die finanziellen Verhältnisse bereits zu jenem Zeitpunkt eine Erwerbstätigkeit
nötig gemacht
hätten.
Zudem
geht aus den Akten hervor, dass
die Beschwerdeführerin
auch
keine
anderweitigen Bemühungen
um
eine Anstellung
unternommen
hat. So machte die Beschwerdeführerin denn auch nicht geltend, sich vergeblich um eine Arbeitsbewilligung oder Anstellung be
müht zu haben
,
oder aufgrund medizinischer Gründe an der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gehindert worden zu sein.
Sie hat sich denn auch erst im Jahre 2018 bei der Invalidenversicherung angemeldet und den
früheren
echtzeitlichen medizinischen Berichten
ist keine (
visusbedingte
) Arbeitsunfähigkeit zu entneh
men (vgl.
Urk.
7/14/19,
Urk.
7/14/20).
Aufgrund des Gesagten
und unter Berücksichtigung der Erwerbsbiographie be
zieh
ungsweise der gelebten Verhältnisse
erscheint nicht nachvollziehbar und ist
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass di
e Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Rentenprüfung
in den Jahren 2018/2019 eine (vollzeitliche) Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte, nachdem bei seit vielen Jahren unveränderten familiären und finanziellen Umständen keine Erwerbs
tätig
keit aufgenommen beziehungsweise keine Arbeit gesucht worden war.
Die
Beschwerdegegnerin hat
die Beschwerdefüh
rerin somit zu Recht als zu 100 % im Haushalt Tätige qualifiziert.
5.2
Nach der Rechtsprechung stellt der durch die IV-Stelle eingeholte Bericht über die Abklärung vor Ort eine geeignete und im Regelfall genügende Grundlage zur Ermittlung des Invaliditätsgrades von im Haushalt tätigen Versicherten dar. Für den Beweiswert eines entsprechenden Berichtes ist analog auf die Rechtsprechung zur Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 352 E. 3a und b, BGE 122 V 160 E. 1c) zurückzugreifen. Sind die entsprechenden Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.5) erfüllt, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift
diesfalls
in das Ermessen der Abklärungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein
schätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate (zum Beispiel infolge von Widersprüchlichkeiten) vorliegen. Das gebietet insbe
sondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht.
5.3
Die zuständige Abklärungsperson führte zur Beurteilung der Beeinträchtigungen im Haushaltsbereich am
1
9
.
Dezember 2018
eine Abklärung an Ort und Stelle durch. Sie hat dabei unter Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin ge
klagten Leiden und Behinderungen sowie der Familien- und der Wohnverhält
nisse, der technischen Einrichtungen und der örtlichen Lage eine Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich von
27.25
%
festgestellt.
Der von der Abklärungsperson verfasste Bericht vom
2
0
. Dezember 201
8
(
vgl. vorstehend E.
4
.
8
) befasst sich umfassend mit den einzelnen Haushaltsbereichen und deren prozentualer Gewichtung und umschreibt die zu verrichtenden Tätig
keiten sowie die an Ort und Stelle festgestellten Einschränkungen in diesen Be
reichen. Ebenfalls berücksichtigt wurde die Mitwirkungs
pflicht
des Ehemannes und
der beiden
erwachsenen
Kinder
der Beschwerdeführerin. Der Abklärungs
bericht ist sodann schlüssig und in nachvollziehbarer Weise begründet. Es sind vorliegend keine besonderen Umstände gegeben, welche den Abklärungsbericht als mangel
haft oder ungeeignet erscheinen liessen; vielmehr entspricht dieser den an ihn gestellten Anforderungen, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abge
stellt werden kann.
5.4
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, dass die Einschränkung im Haushalts
bereich im Abklärungsbericht mit
27.25
%
zu tief ausgefallen sei und die medizi
nischen Akten in unzulässiger Weise nicht berücksichtigt worden seien (vgl. Urk. 1 S.
3
), kann ihr nicht gefolgt werden.
So stellt der auf der Basis von Erhebungen an Ort und Stelle verfasste Abklä
rungsbericht vom 2
0
. Dezember
2018
(Urk. 7/
27
) grundsätzlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Ermitt
lung der entsprechenden Behinderung
im Haushalt
dar.
Dagegen
vermag
die pauschale und ohne Bezug zu den einzelnen Positio
nen der Haushaltsführung gemachte
Aussage von
Dr.
D._
,
wonach
die Be
schwer
deführerin Hilfe im Haushalt benötige
(vgl.
vorstehend E. 4.9
), den vor
liegenden Abklärungsbericht, welcher vor Ort von einer qualifizierten Person in Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse und der sich aus den medi
zinischen Diagnosen ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen erhoben
wurde, nicht in Zweifel zu ziehen.
Aus medizinischer Sicht steht
gestützt auf die
vorliegenden Arztberichte die
Visuseinschränkung
aufgrund der angeborenen Myopie beidseits im Vordergrund. G
estützt auf die medizinischen Berichte
(vgl. vorstehend E. 4)
kann
davon ausgegangen werden, dass keine
weitere
schwer
wiegende somatische oder psychische Erkrankung von
auch im Haushalt
rele
vanter
Ausprägung und Intensität vorliegt, welche den
Beizug
einer psychiatri
schen Fachärztin bei der Bemessung der Einschränkung im Haushalt rechtfertigen würde.
Zwar ist bei psychischen Beschwerden im Einzelfall bei einem Widerspruch zwi
schen den Ergebnis
sen der Abklärung vor Ort und den fachmedizinischen psy
chia
trischen Feststellungen zur Fä
higkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen (vgl. vorstehend E. 1.5).
Vorliegend liegt jedoch keine entsprechende Konstella
tion vor. So führte
Dr.
D._
– bei den festgestellten Einschränkungen von
rasche
r
Ermüdung, verlangsamte
m
Tempo, mangelnde
r
Energie sowie Konzentra
tionsstörungen
-
im Bericht vom Oktober 2018 beziehungsweise Februar 2019 aus, die Beschwerdeführerin habe auch im Haushaltsbereich Einschränkungen
beziehungsweise brauche im Haushalt Hilfe
. Die
Einschränkungen
würden aber durch die Mithilfe des Ehemannes kompensiert (vgl. vorstehend E. 4.7, 4.9).
Damit hielt
Dr.
D._
lediglich fest, dass die Beschwerdeführerin im Haushalt in gewissem Masse eingeschränkt sei, was sich mit dem im Haushaltab
klärungs
bericht eruierten Grad der Einschränkung von 27.25
%
in Einklang bringen lässt, zumal die vom Psychiater festgestellten Einschränkungen (rasche Ermüdung, ver
langsamtes Tempo, mangelnde Energie sowie Konzentrationsstörungen)
durch die freie Einteilung und die Möglichkeit von Pausen keine vollständige Verhinderung im Haushaltsbereich begründen können.
Die Würdigung der medizinischen Akten
ergibt ausserdem
, dass die psychischen Beein
trächti
gungen bei der Beschwerdeführerin
nicht
im Vordergrund stehen
. Dass die Beschwerdegegnerin es unterliess, den
behandelnde
n
Psychiater
zur Leis
tungsfähig
keit der Beschwerdeführe
rin im Haushalt
zu befragen,
lässt
somit
nicht auf eine mangelhafte Er
heb
ung der Behin
derung im Haushalt schliessen. Viel
mehr wurden im Ab
klä
rungs
bericht für die Ermittlung der Beeinträchtigungen in
erster Linie die Angaben
der Beschwer
deführerin übernommen, womit das Leis
tungsprofil dem ent
spricht,
was sich die Beschwerdeführerin tatsächlich selber zumutet.
Zudem wurden die psychischen Beschwerden im B
ericht über die Haushalt
ab
klä
rung geschildert und die Abklärungsperson gab detailliert an, inwiefern die
Be
schwerdeführerin in den einzelnen Haushaltsbereichen einge
schränkt ist. Wei
ter
wurde im Bericht umfassend dargelegt, wie die Beschwer
deführerin im Sinne einer
Schaden
minderungspflicht von den Familienangehö
rigen unter
stützt
wird. Es liegen auch keine fachärztlich-psychiatrischen Ein
schätzungen vor, wel
che
der Beur
teilung im Abklärungsbericht widersprechen würden
. Den medi
zini
schen Berich
ten sind ausserdem keine Angaben
zur Ar
beitsfähigkeit im Haushalt zu entnehmen, und die Einschätzungen einer Ar
beitsfähigkeit in einer ausser
häus
lichen Tätigkeit vermögen die Beurteilung im Abklä
rungs
bericht ebenfalls nicht zu entkräften. So kann die Tätigkeit im Haushalt im Gegensatz zu einer ausser
häuslichen Erwerbstätigkeit insbesondere frei ein
geteilt und nach Bedarf
mit Pausen unterbrochen werden. Der Beschwer
deführerin ist es somit zumut
bar,
die Haushaltarbeiten etappenweise zu erledi
gen respektive an den Tagen mit weniger Beschwerden auszuführen.
Auf eine Stellungnahme des behandelnden Psychiaters
kann unter diesen Um
stän
den verzichtet werden.
5.5
Die Beschwerdeführerin verkennt
zudem
, dass bei der Besorgung des eigenen Haushalts in der Regel mehr Spielraum und Flexibilität für die Einteilung sowie Ausführung der Arbeit besteht, als im Rahmen eines – hinsichtlich des Tätig
keitsprofils ähn
lich ausgestalteten – Anstellungsverhältnisses. Kann die Versi
cherte wegen ihrer Beeinträchtigung gewisse Haushaltsarbeiten
nurmehr
mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit ent
sprechend gliedern, wobei sie
in üblichem Umfang die Mithilfe von Familien
angehörigen in Anspruch zu nehmen hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_440/2011 vom 11. Juli 2011 E. 4.2). In diesem Sinne haben mit
häuslichen Aufgaben beschäftigte Versicherte
auch
Verhaltensweisen zu entwickeln, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haus
haltsverrichtungen ermöglichen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_680/2011 vom 16. November 2011 E. 3.2.2). Vor dem Hintergrund, dass die Haushaltsver
rich
tungen in zeitlicher und organisatorischer Hinsicht frei gestaltet werden können und schadenmindernde Vorkehren getroffen werden müssen, ist es folg
lich ohne weiteres denkbar, dass die Abklärungsperson hinsichtlich des Haushal
tes zu einer tieferen Einschränkung gelangt als die generelle gutachterliche Ein
schätzung der leistungsmässigen Beeinträchtigung (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 107/05 vom 29. November 2005 E. 4.2).
Es
ist ausserdem zu bemerken, dass die Tätigkeit als Raumpfle
gerin nicht mit dem Führen eines privaten Haushalts vergleichbar ist. Letzteres beinhaltet zahlreiche Tätigkeiten, für die keine besonderen körperlichen Voraus
setzungen erforderlich sind bzw. deren Anforderungen direkt von der Grösse des Haushalts und der Anzahl der Haushaltsmitglieder abhängen. Das Führen eines privaten Haushalts erlaubt zudem, die Tätigkeit an körperliche Probleme anzu
passen, welche unter Umständen nicht mit den Leistungsanforderungen für die Ausübung einer ähn
lichen Tätigkeit in einem beruflichen Umfeld vereinbar sind (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts I 735/04 vom 17. Januar 2006). Dass die Beschwerdeführerin ge
wisse Arbeiten nicht mehr eigenständig erledigen kann, wurde von der Abklä
rungs
person entsprechend bei der Einschränkung berück
sichtigt.
5.6
Zusammenfassend bestehen somit keine Anhaltspunkte für Fehleinschätzungen der Abklärungsperson, welche eine gerichtliche Ermessenskorrektur der vor Ort er
hobenen gesundheitsbedingten Beeinträchtigungen rechtfertigen, und es kann
auf den Abklärungsbericht vom 20. Dezember 2018 abgestellt werden. Ergän
zen
de
medizinische Abklärungen sind unter den gegebenen Umständen nicht erfor
der
lich. Dies insbesondere deshalb, weil sich aus den Akten keine Anhalts
punkte dafür ergeben, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer psychischen Proble
matik in der Haushaltführung
über das eruierte
Ausmass eingeschränkt wäre.
Ferner
ergeben sich aus den Akten keine Anhaltspunkte für die monierte Rassen
diskriminierung (vgl.
Urk.
1 S. 4
), zumal sich zahlreiche medizinische Berichte
und ein aussagekräftiger Haushaltabklärungsbericht
in den Akten befinden, welche
Aufschluss über den relevanten Gesundheitszustand
und die Einschränkungen
geben. Die Beurteilung der sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation erfolgte
zudem
gestützt auf sachliche Gründe und unter Berücksichtigung der bundes
ge
richtlichen Rechtsprechung.
Es ist nach dem Gesagten von einer Einschränkung von 27.25 % im Haushalts
be
reich aus
zuge
hen,
was infolge Qualifizierung der Beschwerdeführerin als zu 100
%
im Haushalt Tätige dem IV-Grad entspricht
.
Folglich hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Rente. Dement
spre
chend ist die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die dage
gen erho
bene Beschwerde abzuweisen.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Ent
spre
chend
dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwer
defüh
rerin aufzuerlegen
.