Decision ID: e7d21850-2103-4a79-aac4-4022cdb8d408
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 25. August 2017
verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Re
n
tenanspruch von X._, geboren 1958 (Urk. 7/54-55 = Urk. 7/42-43 = Urk. 7/24-25). Am 18. September 2017 meldete sich dieser bei der Arbeitslosenversicherung zur Arbeitsvermittlung an (Urk. 7/45) und erhob Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab dem selben Datum (Urk. 7/50-53). Die Arbeits
losen
kasse des Kantons Zürich (nachfolgend: Kasse) verneinte mit Verfügung vom 24. Oktober 2017 einen Anspruch des Versicherten auf Arbeitslosenent
schädi
gung ab 18. September 2017 mangels Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäf
ti
gung in der
Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 1
8.
September 2015 bis
17. September 2017 (Urk. 7/36-37 = Urk. 7/18-19). Die dagegen am 13. Novem
ber
2017 erhobene (Urk. 7/28-30) und am 5. Dezember 2017 begründete Einsprache (Urk. 7/12-15) wies die Kasse mit Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2017 ab (Urk. 7/6-11 = Urk. 2).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2017 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 29. Januar 2018 Beschwerde mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheides und Zusprache von Leistungen der Arbeitslosen
ver
sicherung ab 18. September 2017 (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin bean
tragte mit Beschwerdeantwort vom 27. Februar 2018 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 6. März 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9). Mit Gerichtsverfügung vom 11. April 2018 (Urk. 10) wurden die Akten der Eidgenössischen Invalidenversicherung in Sachen des Beschwerde
führers beigezogen (Urk. 12/1-180) und am 23. Mai 2018 dem Beschwerdeführer zur Stellungnahme zugestellt (Urk. 13). Dieser äusserte sich dazu mit Eingabe vom 13. Juni 2018 (Urk. 14). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf Stellung
nahme (Urk. 16), was dem Beschwerdeführer am 11. Juli 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 18).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
9
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die obligatorische Arbeitslosen
versicherung und die Insolvenzentschädigung
(
AVIG
)
gelten - soweit das Gesetz nichts anderes vorsieht - für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit zwei
jährige Rahmenfristen. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind (
Art.
9
Abs.
2
AVIG
), und die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (
Art.
9
Abs.
3 AVIG).
Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenent
schädigung besteht darin, dass die versicherte Person die Beitragszeit erfüllt hat (Art. 8 Abs. 1 lit. e AVIG). Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist für die Beitragszeit (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor dem Tag, an welchem die versicherte Person sämtliche Anspruchsvoraus
setzungen erfüllt (Art. 9 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 AVIG).
1.2
Von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sind gemäss
Art.
14
Abs.
1 AVIG Per
-
sonen, die innerhalb der Rahmenfrist (
Art.
9
Abs.
3) während insgesamt mehr als zwölf Monaten nicht in einem Arbeitsverhältnis standen und die Beitragszeit nicht erfüllen konnten wegen:
a.
einer Schulausbildung, Umschulung oder Weiterbildung, sofern sie während mindestens zehn Jahren in der Schweiz Wohnsitz hatten;
b.
Krankheit (
Art.
3
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts
, ATSG
), Unfall (
Art.
4 ATSG) oder Mutterschaft (
Art.
5 ATSG), sofern sie während dieser Zeit Wohnsitz in der Schweiz hatten;
c.
eines Aufenthaltes in einer schweizerischen Haft- oder Arbeitserzieh
ungs
-
anstalt oder in einer ähnlichen schweizerischen Einrichtung.
Nach dem klaren Wortlaut von
Art.
14
Abs.
1 AVIG muss die versicherte Person durch einen der in dieser Bestimmung genannten Gründe an der Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung gehindert worden sein. Zwischen dem Befrei
ungs
grund und der Nichterfüllung der Beitragszeit muss ein Kausalzusammen
hang bestehen. Dabei muss das Hindernis während mehr als zwölf Monaten be
standen haben.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid (Urk. 2) wie folgt: Die zweijährige Rahmenfrist für die Beitragszeit dauere vom 18. September 2015 bis zum 17. September 2017. Der Beschwerdeführer bestreite nicht, dass er innerhalb dieser Frist keine beitragspflichtige Beschäftigung nachweisen könne, mache jedoch einen Befreiungsgrund gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG geltend. Die IV-Stelle des Kantons Zürich habe ihm mit Vorbescheid vom 8. September 2016 die Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht gestellt und am 25. August 2017 entsprechend verfügt. Die IV-Stelle sei davon ausgegangen, dass ihm eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit immer zumutbar gewe
sen sei. Dies bestätige auch der behandelnde Arzt. Er habe also im Zeitpunkt des Vorbescheids davon ausgehen müssen, dass seine subjektive Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sich nicht mit der objektiven Einschätzung decke. Als Zeitraum, in dem der Beschwerdeführer an der Erarbeitung von Beitragszeit verhindert gewesen sei, komme maximal die Zeit vom 18. September 2015 bis zur Kenntnis des Vorbescheids am 10. September 2016 in Frage. Dieser Zeitraum umfasse je
doch nicht mehr als ein Jahr, womit es am nötigen Kausalzusammenhang zwischen der Nichterfüllung der Beitragszeit und dem geltend gemachten Verhin
derungsgrund der Krankheit fehle. Eine Berufung auf den Befreiungsgrund nach Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG sei daher ausgeschlossen (S. 4-5).
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen (Urk. 1), er sei bis zum Erhalt der IV-Verfügung fest davon ausgegangen, dass er vollumfänglich arbeitsfähig (richtig: arbeitsunfähig; vgl. Urk. 14 S. 2 oben) gewesen sei, wie auch die behandelnden Ärzte stets bescheinigt hätten. Auch die IV-Stelle sei über die Auswirkungen der Beschwerden unsicher gewesen, weshalb im Rahmen des Einwandverfahrens zahl
reiche weitere Abklärungen stattgefunden hätten. Somit sei für sämtliche Beteiligten unklar gewesen, ob er tatsächlich eine angepasste Tätigkeit habe ausüben können. Gerade diese langen Abklärungen hätten gezeigt, dass dies überhaupt nicht klar gewesen sei. Somit könne nicht gesagt werden, er habe aus objektiver Sicht bereits im September 2016 eine Arbeit ausüben können. Würde dieser Argumentation gefolgt werden, so müsste jedem Versicherten im penden
ten Einwandverfahren geraten werden, sich sofort bei der Arbeitslosenkasse anzu
melden, obwohl noch weitere medizinische Abklärungen stattfänden und der Versicherte dadurch bestätigt werde, dass seine Arbeitsfähigkeit zumindest noch unklar sei. Mit ihrer Argumentation verlange die Beschwerdegegnerin, dass er bereits hätte wissen müssen, dass er arbeitsfähig sei, obwohl dies erst im August 2017 festgestanden habe. Er sei in der Rahmenfrist aus krankheitsbedingten Gründen an der Aufnahme einer Arbeitstätigkeit verhindert gewesen und von der Beitragspflicht zu befreien. Somit habe er Anspruch auf Leistungen der Arbeits
losenversicherung (S. 5 f.; vgl. auch Urk. 14).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer
in der Rahmenfrist für die
Beitragszeit vom 18. September 2015 bis 17. September 2017 aufgrund von Art. 14
Abs. 1 lit. b AVIG von der
Erfüllung der Beitragszeit befreit
war.
3.
3.1
Dr. A._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, speziell Kar
dio
logie, stellte mit Bericht vom 22. April 2015 (Urk. 12/126/1-5) folgende Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1): Mediane Diskushernie L4/5 und Spinalkanalstenosen L4/5 sowie Status nach
CT-gesteuerte
r
periradi
ku
läre
r
Therapie (CT-PRT)
2014. In der angestammten Tätigkeit sei der Beschwerde
führer seit 1998 zu 100 % arbeitsunfähig. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei zu maximal 25 % zumutbar (Urk. 12/126/5).
3.2
Dr. B._, Facharzt für Rheumatologie, stellte mit Bericht vom 9. November 2015 (Urk. 12/141/1-5) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechts
-
schwere unklare Gehbehinderung
-
Verdacht auf Symptomausweitung
-
mediane Diskushernie L4/5 ohne sichere Nervenwurzelkompression
Der Beschwerdeführer beziehe eine IV-Rente (Ziff. 1.6). Eine Symptomausweitung sei wahrscheinlich (Urk. 12/141/5).
3.3
Dr. C._, Facharzt für Kardiologie, stellte mit einem unda
tierten, von der IV-Stelle am 29. Dezember 2015 (Urk. 12/143) angeforderten Bericht (Urk. 12/144/1-4) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
entgleister Diabetes mellitus Typ II
-
symptomatisch nicht erosive Refluxerkrankung
-
formal Non-STEMI inferior koronare Herzkrankheit
-
Dyslipidämie
-
Status nach Verkehrsunfall 1996, aktuell chronische immobilisierende Rücken
schmerzen
-
Osteochondrose L4/5 mit medianer Diskushernie, Spinalstenose, Spondyl
arthrose
Die Diagnose einer Demonstration invalidisierender Schmerzen in der Lenden
wirbelsäule und der Beckenregion rechts ohne organisches Korrelat habe keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Der Beschwerdeführer könne nicht mehr arbeiten (Ziff. 1.7).
3.4
Die Gutachterinnen und Gutachter der Medizinischen Begutachtung D._ stellten in ihrem am 24. August 2016 nach Berücksichtigung der Akten, Erhebung der Anamnese und Durchführung einer internistischen, kardiolo
gi
schen, orthopädischen und psychiatrischen Untersuchung erstatteten Gutachten
(Urk. 12/155) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 43):
-
chronisches lumbospondylogenes Syndrom mit verminderter Belast
bar
keit und Beweglichkeit sowie tendomyotischer Ausstrahlung links bei
-
Hyperlordose, Torsionsskoliose
-
lumbosakraler Segmentationsstörung mit hypertrophen Querfortsätzen L4 und L5 rechts
-
Osteochondrosen L4/5 mit medianer Diskushernie und relativer Spinal
kanalstenose
-
keine Radikulopathie
-
chronisches zervikovertebrogenes Syndrom mit zervikothorakaler Facet
ten
arthrose und Spannungskopfschmerzkomponente bei
-
ausgeprägter Fehlhaltung und muskulärer Dysbalance
-
foraminaler Neurokompression C6 links bei Segmentdegeneration C5/6 mit Osteochondrose
-
Osteochondrose C5/6 und Facettenarthrose C6/7/Th1
-
keine Radikulopathie
Die folgenden Diagnosen hätten keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 43 unten f.):
-
Verdacht auf initiale Coxarthrose links
-
Diabetes mellitus Typ II
-
formal Status nach inferiorem non-STEMI
-
koronarangiographisch keine signifikanten Stenosen
-
erhaltene
linksventrikuläre Ejektionsfraktion
(LVEF)
-
Thoraxschmerzen unklarer Ätiologie
-
gastroösophageale Refluxkrankheit
(
G
ERD), Status nach Helicobacter pylori-Eradikationstherapie
Aus orthopädischer Sicht seien die seit Jahrzehnten bestehenden Klagen über Schmerzen im LWS-Beckenbereich im Sinne eines chronischen lumbospondy
logenen Syndroms zusammenzufassen. Klinisch habe auch jetzt wie schon früher ein auffälliges Verhalten bestanden. Die Kooperation sei erschwert gewesen, die Untersuchung ebenfalls. Der Versicherte sei mit zwei Amerikanerstöcken ge
kommen und habe eine Geh- und Stehunfähigkeit demonstriert. Hinweise auf radikuläre Irritationen oder Defizite hätten sich nicht ergeben. Trotz schwerem Schonhinken und Entlastung des rechten Beines zeigten die Untersuchungs
be
funde keine objektivierbaren Hinweise auf eine plausible Ursache der Schonung der unteren Extremitäten, die Muskeltrophik sei symmetrisch gewesen, es hätten sich keine Hinweise auf Muskelatrophien gefunden und die Beschwielung sei
sym
metrisch gewesen. Auch die vom Beschwerdeführer demonstrierte Bewe
gung
s
einschränkung sowie die geklagten Schmerzen hätten mit den LWS-Befunden nicht erklärt werden können. Es bestehe eine ausgeprägte Fehlhaltung mit muskulärer Dysbalance (S. 45).
Es müsse von somatischer Seite eine eindeutige Diskrepanz zwischen den vom Versicherten geklagten Beschwerden mit hoher Intensität und schwerer Gehbe
hinderung und geringen Befunden festgehalten werden. Die im Bereich des Bewe
gungsapparates festgestellten Befunde erklärten die Intensität und das Ausmass der vom Versicherten geklagten Beschwerden in keiner Weise. Im Vordergrund hätten die deutliche Diskrepanz zwischen angegebenen Beschwerden, die Selbst
limitierung, die Fixierung auf die somatischen Beschwerden und die Abwehr bei den Funktionsprüfungen gestanden (S. 46 oben).
Von psychiatrischer Seite her könne die Aktenlage in dem Sinn zusammengefasst werden, dass seit Jahren chronische Schmerzen geklagt würden. Seit 1997 sei immer wieder in den Arztberichten festgehalten worden, dass kein entspre
chen
des somatisches Korrelat für die geklagten Schmerzen vorhanden sei. Immer wieder sei auch auf die schwierige psychosoziale Situation aufmerksam gemacht worden. Es seien 1988 eine histrionische Persönlichkeit und eine Rentenneurose beschrieben worden. Anlässlich einer psychiatrischen Begutachtung 1998 sei zwar eine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert worden. Eine innerpsy
chische Konfliktbildung habe aber nicht festgestellt werden können, so dass diese Beurteilung nicht nachvollzogen werden könne. Aus psychiatrischer Sicht könne auch heute kein Grund für eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit genannt werden. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer seit Jahren keiner beruflichen Tätigkeit nachgehe, lasse sich nicht mit einer psychiatrischen Erkrankung erklären. Im Vordergrund stünden die Selbstlimitierung, die Fixierung auf die Schmerzen sowie die Schmerzverdeutlichung (S. 46). Auch labormässig finde sich eine offensichtliche Diskrepanz zwischen den Angaben über eine regelmässige Schmerzmitteleinnahme und fehlender entsprechender Konzentration (S. 47).
Die frühere körperlich schwere Tätigkeit mit Natursteinen und schweren Stein
platten sowie diejenige als Lagermitarbeiter und Magaziner mit Heben von schweren Papierrollen sei nicht mehr möglich (S. 47 unten). In sämtlichen anderen, körperlich adaptierten, leichten wechselbelastenden Tätigkeiten sei der Beschwerdeführer vollumfänglich arbeitsfähig. Bezüglich retrospektiver Beurtei
lung müsse gesagt werden, dass diese Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten seit Jahren bestanden habe. Es könne davon ausgegangen werden, dass spätestens sechs Monate nach einem Verhebetrauma vom November 1996 die Arbeitsfähig
keit in adaptierter Tätigkeit erreicht gewesen sei (S. 48 oben).
3.5
Am 11. April 2017 (Urk. 12/169) und 13. Juli 2017 (Urk. 12/174) nahmen die Gut
achter zu Fragen des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers (Urk. 12/163; Urk. 12/165; Urk. 12/171) Stellung.
4.
4.1
Eine Krankheit oder ein Unfall sind massgeblicher Grund für eine Nichter
werbs
tätigkeit, sofern sie eine Arbeitsunfähigkeit bewirken. Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten; bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Diese Definition der Arbeitsunfähigkeit ist sowohl bei der Inva
liden- und Unfallversicherung als auch bei der Arbeitslosenversicherung mass
gebend.
Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Schaden
minderungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeits
fähig
keit möglichst früh zu beantworten. Die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbsfähigkeit steht fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachv
erhaltsfeststellung erlauben (Urteil des Bundesgerichts 8C_404/2013 vom 14. November 2013, E. 3 mit Hinweisen).
Das Vorliegen des Befreiungstatbestandes Krankheit, Unfall oder Mutterschaft gemäss
Art.
14
Abs.
1 lit. b AVIG wird grundsätzlich nach objektiver Betrachtungsweise und somit ex post bestimmt. Ob sich eine versicherte Person nach eigener Einschät
zung gesundheitsbedingt ausser Stande sieht, eine beitragspflichtige (Teilzeit-) Beschäftigung auszuüben, ist demgegenüber nicht massgebend (Urteil des Bundes
gerichts 8C_367/2013 vom 1
8.
Juni 2013 E. 3.3 mit Hinweisen).
4.2
Objektiv und ex post betrachtet war aufgrund der medizinischen Akten seit Jahren bekannt, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig ist. So hielt das hiesige Gericht in seinem Urteil vom 27. November 2013 (Prozess Nr. IV.2012.00549; Urk. 12/97), womit es die Aufhebung der bisher ausgerichteten Rente bestätigte, fest, dass dem Beschwerdeführer - wie nach damals herrschender Rechtsprechung massgeblich - eine willentliche Überwin
dung der Schmerzen zumutbar sei und dass Anhaltspunkte für Aggravation bestünden, insbesondere da erhebliche Diskrepanzen zwischen den geklagten Schmerzen und den dennoch möglichen Alltagsaktivitäten beschrieben worden seien. Auf den damaligen rheumatologischen Gutachter (vgl. Urk. 12/75/36-41) habe das demonstrative Verhalten des Beschwerdeführers nicht nur unglaub
würdig, sondern geradezu grotesk gewirkt (vgl. E. 6.4 des genannten Urteils). Damit war von voller Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Die Aktenlage erlaubte mithin bereits im November 2013 eine
zuverlässige Sachverhaltsfeststellung
bezüglich der
medizinische
n Zumutbarkeit einer Erwerbsfähigkeit.
4.3
Diese Einschätzung wurde auch durch das aktuelle D._-Gutachten (vorstehend E. 3.4) bestätigt. Das Gutachten
ist
für d
ie streitigen Belange umfassend
, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden
und
wurde
in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben
. Es ist
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tend
und die Schlussfolgerungen in der Expertise sind begrün
det (BGE 134 V 231 E. 5.1, 12
5 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c), weshalb ihm voller Beweiswert zukommt. Darin zeigten die Gutachter in Übereinstimmung mit bisherigen Einschätzungen auf, dass die Leistungseinschränkung des Beschwer
de
führers kein genügendes somatisches und psychisches Korrelat findet. In somatischer Hinsicht erklärten die festgestellten Befunde die Intensität und das Ausmass der geklagten Beschwerden in keiner Weise, und die Tatsache, dass der Beschwerdeführer seit Jahren keiner beruflichen Tätigkeit nachgehe, lasse sich nicht psychiatrisch erklären. Die Diskrepanz zwischen den demonstrierten Schmer
zen und dem Leidensdruck zeigte sich auch im fehlenden laborchemischen Nachweis eines Schmerzmittelspiegels. Angesichts dieser klaren Beurteilung ist nicht zu beanstanden, dass die Gutachter von einer bereits seit Jahren besteh
enden vollen adaptierten Arbeitsfähigkeit ausgingen.
4.4
Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag nicht zu überzeugen, sondern ist auf seine aus versicherungsrechtlicher Sicht unbeachtliche subjektive Überzeugung der Arbeitsunfähigkeit (vorstehend E. 4.1) zurückzuführen. Dass die IV-Stelle im Nachgang zur D._-Begutachtung weitere Stellungnahmen der Gutachter einholte (vorstehend E. 3.5), ist nicht auf medizinische Ungereimt
heiten, sondern vor allem auf - medizinisch nicht fundierte - Nachfragen des damaligen Rechtsvertreters und die Beachtung der Grundsätze des rechtlichen Gehörs zurückzuführen, reichte der Beschwerdeführer doch keine Arztberichte ein, die die Beurteilung der Gutachter hätte entkräften können.
4.5
Auf die Berichte der behandelnden Ärzte (vorstehend E. 3.1-3.3) kann nicht abgestellt werden. Grundsätzlich
ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass nicht nur allgemeinpraktizierende Hausärzte, sondern auch behandelnde Spezialärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels
fällen eher zu Gunsten ihrer Patienten
aussagen (vgl. BGE 125 V 353 E
. 3b/cc mit Hinweisen).
Dr. A._ (vorstehend E. 3.1) erachtete den Beschwer
deführer ohne weitere Begründung als in einer angepassten Tätigkeit zu 25 % arbeitsfähig, was nicht zu überzeugen vermag. Dr. B._ (vorstehend E. 3.2) nahm zur Arbeitsfähigkeit keine Stellung und ging fälschlicherweise davon aus, dass der Beschwerdeführer immer noch eine Rente bezieht, wies aber ebenfalls auf eine Symptomausweitung hin. Dr. C._ hielt lapidar fest, der Beschwerde
führer könne nicht mehr arbeiten. Dem kann angesichts der differenzierten Beurteilung durch die Gutachter des D._ nicht gefolgt werden.
4.6
Nachdem der Beschwerdeführer in der Rahmenfrist für die Beitragszeit keine ausreichende beitragspflichtige Beschäftigung nach
Art.
13
Abs.
1 AVIG nachzu
weisen vermag und er auch nicht wegen Krankheit nach
Art.
14
Abs.
1 lit. b AVIG von der Erfüllung der Beitragszeit befreit werden kann, hat die Beschwerde
geg
nerin die Anspruchsberechtigung des Beschwerdeführers zu Recht verneint.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.