Decision ID: 16f7c540-df58-53c3-9a26-c9cf2924f81e
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1979, meldete sich
am
24. Januar 2006
unter Hinweis auf
ein
lumboradikuläres
Syndrom
bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an
(Urk. 7/2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom
11. Dezember 2007 (Urk. 7/32)
einen
Rentenan
spruch
.
1.2
Die Versicherte meldete sich am 6. April 2017 unter Hinweis auf eine Bandschei
ben
b
eschädigung erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/34). Die IV-Stelle klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und trat nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/
42; Urk. 7/48) mit Verfügung vom 19. Dezember 2017 (Urk. 7/61 = Urk. 2) auf das neue Leistungs
begehren nicht ein.
2.
Die Versicherte erhob am 29. Januar 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 19. Dezember 2017 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und die vorlie
gende Streitsache sei zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zu
rückzuweisen
. Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 6. März 2018 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 5. Juli 2018 (Urk. 8) wurde die Pensionskasse Stadt Zürich zum Prozess beigeladen und die Beschwer
deantwort der Beschwerdeführerin zur Kenntnis gebracht. Die Beigeladene ver
zichtete mit Eingabe vom 17. J
uli 2018 (Urk. 9) auf eine Stellungnahme
, worüber die Parteien am 18. Juli 2018 in Kenntnis gesetzt wurden (Urk. 10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmel
dung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invalidi
tätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise
wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegrün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Ver
waltung zunächst zur Prüfung ver
pflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dement
sprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen). Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspiel
raum zu, den das Gericht grund
sätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintre
tensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person des
wegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwal
tung auf die Neuanmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b).
1.3
Mit
Art.
87
Abs.
3 in Verbindung mit
Abs.
2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweige
rung immer wieder mit
gleich lautenden
und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E. 2a, 264 E. 3). Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht da
hingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwür
dig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungs
begehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.4
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte An
forderungen an den Beweis verbunden: Die
Tatsachenänderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstandes wenigs
tens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Mög
lichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinwei
sen). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom
7.
April 2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E. 3.3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete das Nichteintreten auf die Neuanmeldung in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) damit,
dass sich die berufliche oder medi
zinische Situation der Beschwerdeführerin nicht wesentlich geändert habe. Die Beschwerdeführerin könne zwar die Tätigkeit
als
Kleinkinderbetreuerin nicht mehr ausüben, könne jedoch in einer angepassten Tätigkeit als voll arbeitsfähig beurteilt werden (S. 1 unten f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1) geltend,
dass sich der somatische als auch der psychische Gesundheitszustand verschlech
tert habe und sie
derzeit
weder in der bisherigen noch in einer angepassten Tä
tigkeit arbeitsfähig sei. Somit müsse die Beschwerdegegnerin auf das neue Leis
tungsbegehren eintreten, die notwendigen Abklärungen treffen und insbesondere ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag geben (S. 4 f. Ziff. III.4).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung zu Recht nicht eingetreten ist.
Es gilt zu beurteilen
, ob die Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 87 Abs. 2 IVV glaubhaft gemacht hat, dass sich ihr gesundheitli
cher Zustand erheblich verschlechtert hat, dies verglichen mit dem Zeitpunkt, in welchem der Rentenanspruch letztmals materiell geprüft wurde, mithin im Dezember 2007.
3.
3.1
Der rechtskräftigen
Verfügung vom
11.
Dezember 2007 (Urk. 7/32) lag
im We
sentlichen d
as
orthopädische
Gutachten von Dr. med.
Y._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 28.
Februar 2006 (
Urk. 7/16) zu
Handen
der Krankentaggel
dversicherung zu
grunde
.
Dr.
Y._
diagnostizierte
ein chronisches rezidivierendes
Lumbovertebral
syn
drom
bei Flachrücken, beginnende degenerative Veränderungen der unteren Len
denwirbelsäule (LWS) sowie ein
en
allgemeine
n
Trainingsmangel
und eine
Schwangerschaft
im
3.
Monat (S. 5 Ziff. 6). Er legte dar, dass die Beschwerdefüh
rerin derzeit praktisch
zu
100 % als Hausfrau und Mutter arbeite, was einer eher leichten, wechselnden Tätigkeit entspreche, die es erlaube, ungünstige Belastun
gen zu vermeiden und bei Bedarf Ruhepausen einzuschalten. Einzig für schwerere Arbeiten werde sie punktuell von ihrem Ehemann unterstützt.
Für ausserhäusli
che Tätigkeiten würden grundsätzlich die gleichen Kriterien gelten
, so seien leich
tere, dem Rücken angepasste Tätigkeiten, welche es erlauben, ungünstige Belas
tungen zu vermeiden und Ruhepausen einzulegen, möglich (S. 6 Ziff. 8.1.1).
3.2
Die Beschwerdegegnerin verneinte mit Verfügung vom 11. Dezember 2007 (Urk. 7/32) einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Sie führte diesbezüg
lich aus, dass ihre Abklärungen ergeben hätten, dass die Beschwerdeführerin seit April 2005 für rückenbelastende Tätigkeiten, wie die zuletzt ausgeübte Hilfstätig
keit als Produktionsmitarbeiter in der Montage, in ihrer Arbeitsfähigkeit einge
schränkt sei. In sämtlichen anderen Erwerbsbereichen mit rückenadaptierten, leichten Tätigkeiten in Wechselbelastung beste
he nach wie vor eine volle Arbeits
fähigkeit (S. 1 f.).
4.
4.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Anästhesiologie, diagnost
izierte in sei
nem Bericht vom 10. Januar 2017 (Urk. 7/40/3-4
= Urk. 7/40/5-6
) eine rezidivie
rende Ischialgie beidseits, rechtsbetont, und führte aus, dass sich bei dreimaliger selektiver
transforaminaler
periradikulärer
Infiltration L5 und S1 keinerlei
Be
schwerderegredienz
ergeben habe (S. 1).
4.2
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Neurologie, nannte in ihrem Be
richt vom 26.
Januar 2017 (Urk. 7/40/1-2
= Urk. 3/3
) folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
akute
Radikulopathie
S1 rechts
-
leichte chronisch neurogene Schädigung L5 rechts
-
Segmentdegeneration L5/S1 mit
mediorechtslateraler
Diskushernie L5/S1
-
leichte
Bandscheibenprotrusion
L3/4 und L4/5
4.3
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilita
tion,
erstattete das von
der Beigeladenen
in Auftrag gegebene Gutachten
am 11. Juli 2017
(Urk. 7/45
= Urk. 3/4
), und
nannte folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2 Ziff. A1):
-
lumbospondylogenes
differentialdiagnostisch
lumboradikuläres
Reizsyn
drom L5/S1 rechts
-
neurologisches Konsilium vom 2
0.
Januar 2017: diskrete chronisch neu
rogene Schädigung der Wurzel L5 rechts und Hinweise auf das Vorliegen einer akuten
Radikulopathie
S1 rechts
-
Status nach mehrmaligen Infiltrationen, ohne Veränderung der Sympto
matik
-
Segmentdegeneration L5/S1 mit medio rechts lateraler Diskushernie L5/S1 und leichten
Bandscheibenprotrusionen
L3/4 und L4/5
In der bisherigen Tätigkeit liege vorübergehend bis auf Weiteres eine Arbeitsun
fähigkeit vor (S. 7 Ziff. B1). Nach den Sommerferien könne die Beschwerdefüh
rerin eine leichte, wechselhafte Tätigkeit ohne Zwangspositionen über 15 Minu
ten und ohne repetitives Heben von Lasten über 5 kg ausüben (S. 8 Ziff. B2).
4.4
Die Ärzte der Klinik
C._
, Klinik für Rheumatologie und internistische Rehabi
litation,
erstatteten den von der Krankentaggeldversicherung in Auftrag gegebe
nen
interdisziplinäre
n
(internistisch, rheumatologisch, psychiatrisch und ergo
nomisch)
arbeitsspezifische
n
Abklärung
sbericht am 30. Oktober 2017 (Urk. 3/7
/1-4
)
, und nannten folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom
-
muskuläre
Dysbalance
und Insuffizienz
-
minime Fehlhaltung mit
thorakolumbaler
rechts konvexer und
lum
bosakral
links konvexer Skoliose
-
mässige
Chondrose
LWK 5/SWK 1
-
Hyperlaxizität
Beighton
-Score 8/9
-
e
rhebliche Symptomausweitung mit psychosomatischer Ausgestal
t
ung der Beschwerde
n
-
Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung von anderen Gefühlen (in absteigender Reihenfolge: Depression, Sorge, Anspannung, Angst und Är
ger; ICD-10 F43.23
)
-
aktuell sei die depressive Symptomatik im Vordergrund, so da
ss diffe
renzialdiagnostisch von einer depressiven Episode mittelgradige
r
Aus
prägung mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) gesprochen wer
den könne
Die bisherigen ambulanten Therapien und Infiltrationen hätten seit
einem Jahr keine Verbesserung gebracht und aktuell sei vor allem die psychische Situation so schlecht, dass von ambulanten Massnahmen kein richtiges Weiterkommen zu erwarten sei. Deshalb sei aus
rheumatologischer und ergonomischer Sicht als auch aus fachpsychiatrischer Sicht und somit interdisziplinär gesehen, eine
drei- bis vierwöchige stationäre Rehabilitation mit
muskuloskelettalem
Schwerpunkt und psychosomatischer Mitbetreuung dringend zu empfehlen
(S. 2)
.
Interdisziplinär - aus psychiatrischer als auch
aus
somatischer Sicht - bestehe i
n einer
leichten Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
, halbtags verwertet. Die zu
letzt ausgeübte Tätigkeit als Kinderbetreuerin sei aktuell nicht mehr zumutbar. Eine endgültige Beurteilung der Zumutbarkeit sollte aber erst nach erfolgter sta
tionärer Rehabilitation erfolgen, da durch diese eine Steigerung der beruflichen Leistungsfähigkeit
erwartet werden könne (S. 2; vgl. Urk. 3/7/5-8 S. 3 unten; Urk. 3/7/17-18 S. 2 unten).
4.5
Dr.
phil.
D._
, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP,
führte in
ihrem Bericht vom 31. Oktober 2017 (Urk. 7/54
= Urk. 7/55/3-4
= Urk. 3/6
)
aus, dass sie die Beschwerdeführerin seit Juni 2017 behandle, und diagnostizierte
eine de
pressive Episode,
zur Zeit
mittelgradig (ICD-10 F32.1)
.
Sie
führte
diesbezüglich
aus, dass die lange und
frustrane
Krankheitsgeschichte, die folgende Arbeitsun
fähigkeit und der soziale Rückzug zu einer zunehmenden psychischen Destabili
sierung, einer Akzentuierung der Ängste und Befürchtungen sowie zur Entwick
lung einer depressiven Störung
zur Zeit
mittelgradigen Ausmasses geführt hätten (S. 2).
4
.6
Dr.
Z._
führte
in seinem Bericht vom
1. November 2017 (Urk. 7/53 = Urk. 7/55/1-2
= Urk. 3/5
) aus, dass seit Jahren beidseitige dorsale Beinschmerzen bei bekanntem Bandscheibenleiden, rechtsbetont, bestünden. Aktuell sei die Symptomatik im rechten Bein stark
exazerbierend
, die Beschwerdeführerin sei kaum mehr in der Lage, ihren Beruf in der Kinderbetreuung auszuüben. Alle bis
lang getroffenen Massnahmen hätten zu keiner
Beschwerderegredienz
geführt, im Gegenteil hätte sich im Zeitverla
uf eine
Aggravierung
entwickelt und
die Be
schwerdeführerin sei mittlerweile arbeitsunfähig (S. 1).
4.7
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie und für Orthopädie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom 14. November 2017 (Urk. 7/60/2) aus,
dass die Be
schwerdeführerin seit dem Jahr 2007 eine angepasste Tätigkeit ausüben solle und
die Diagnosen unverändert seien, weshalb keine Änderung des Gesundheitszu
standes vorliege. Die von der Psychologin am 31. Oktober 2017 angegebene Di
agnose einer depressiven Episode (
vgl.
vorstehend E. 4.5) sei nicht dauerhaft und reaktiv. Es handle sich um invaliditätsfremde Gründe. Es könne demnach auf die Ausführungen im Bericht von
Dr.
B._
vom 11. Juli 2017 (
vgl.
vorstehend
E. 4.3
) abgestellt werden, wonach in angestammter Tätigkeit ab dem 24. Oktober 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege, in angepasster Tätigkeit liege hingegen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vor.
4.8
Dr.
Z._
nannte in seinem Bericht vom 16. Dezember 2017 (Urk. 3/8) n
eu die Diagnose eines
diskogenen
Schmerzsyndrom
s
L3/4 und L5/S1 (S. 2). Ausserdem führte er aus, dass
sich
das von den Ärzten der Klinik
C._
diagnostizierte
spondylogene
Schmerzsyndrom (vgl. vorstehend E. 4.
4
) weder anhand einer kli
nisch somatischen Untersuchung, noch anhand eines Röntgenbildes oder einer MRT-Bildgebung objektivieren lasse (S. 2 unten f.).
4.9
Am 10. Januar 2018 berichtete Dr.
Z._
über die gleichentags durchgeführte
intradiskale
Intervention am Diskus L5/S
1.
5.
5.1
Bei der Beschwerdeführerin stand im Zeitpunkt der erstmaligen Rentenvernei
nung im Dezember 2007 in erster Linie ein Rückenleiden, mithin eine somatische Problematik im Vordergrund (
vgl.
vorstehend
E. 3.2
). So ging Dr.
Y._
in seinem orthopädischen Gutachten vom Februar 2006
(vorstehend E. 3.1)
von einem chro
nischen rezidivierenden
Lumbovertebralsyndrom
aus
.
Dem im Rahmen der Neu
anmeldung eingereichten Bericht der behandelnden Psychologin
D._
vom Oktober 2017
(vorstehend E. 4.5)
ist zu entnehmen, dass die Beschwerde
führerin
neu
an einer depressiven Episode,
zur Zeit
mittelgradig (ICD-10 F32.1), leide
. Angaben zur Arbeitsfähigkeit machte sie hingegen nicht
.
Die Beschwerde
gegnerin hätte bei dieser Ausgangslage weitere Abklärungen treffen müssen. Dem erst im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht der
Ärzte der Klinik
C._
vom Oktober 2017
(vorstehend E. 4.4)
ist sodann zu entnehmen, dass die Be
schwerdeführerin an einer
Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung von anderen Gefühlen (ICD-10 F43.23) beziehungsweise differenzialdiagnostisch
an
eine
r
depressive
n
Episode mittelgradiger Ausprägung mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
leidet
und
in psychischer Hinsicht
50 % arbeitsfähig
ist
.
Dabei gilt zu beachten,
dass das Bundesgericht mit
BGE 143 V 418 entschied
en hat,
dass grundsätzlich sämtliche ps
ychische
Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281
zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143
V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Da
die
Beschwerdegegnerin
in Bezug auf
eine
psychische Erkrankung keine weiteren Abklärungen getätigt hat und somit auch keine Prüfung der Standardindikatoren durchführen konnte, lässt sich nicht ausschliessen, dass bei der
Beschwerdefüh
rerin
in psychischer Hinsicht ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt, der anlässlich der letzten materiell-rechtlichen Leistungsprüfung im Dezember 2007 noch verneint wurde.
5.2
Eine möglicherweise anspruchsrelevante Veränderung ergibt auch der somatische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
, hat sich doch das Rückenleiden in
zwischen
chronifiziert
. Dr.
B._
kam in ihrem Gutachten vom Juli 2017
(vor
stehend E. 4.3)
zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin ihre bisherige Tätigkeit als Kinderbetreuerin
zwar
nicht mehr ausüben könne, in einer angepassten Tä
tigkeit bestehe
jedoch
eine volle Arbeitsfähigkeit
. Die Ärzte der Klinik
C._
attestierten der Beschwerdeführerin
im Oktober 2017
hingegen lediglich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (vorstehend E. 4.4).
In Bezug auf den somatischen Gesundheitszustand besteht demnach ebenfalls Abklärungsbe
darf. Ausserdem wurde die Beschwerdeführerin kurz nach Verfügungserlass am Rücken operiert (vgl. vorstehend
E. 4.9
).
5.3
Nach dem Gesagten liegen zumindest Anhaltspunkte für eine mögliche relevante Verschlechterung
des Gesundheitszustands
vor, was zur Glaubhaftmachung aus
reicht (vgl. vorstehend E. 1.
4
). Die Beschwerdegegnerin ist somit zu Unrecht nicht auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die Beschwerde gutzuheissen und die Sache zur materiellen Beurteilung an sie zurückzuweisen ist.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
) und auf Fr.
5
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Da der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
vor Fällung des Endentscheids keine Kostennote eingereicht hat, ist die Entschädigung nach
§
7
Abs.
2 der Ver
ordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialver
sicherungsgericht (
GebV
SVGer
) nach Ermessen festzusetzen. Vorliegend erscheint beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr.
220.-- unter Berücksichti
gung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses ein Honor
ar in der Höhe von Fr.
1‘700.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.