Decision ID: ff857f8b-9f55-4908-8772-a90140041d55
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt sei unvollständig festgestellt und daher ein neuer
Lärmschutznachweis nötig.
Der Beschwerdeführer habe im Zeitpunkt der Abstimmung über die
projektbezogene NUP 2014 keine Möglichkeiten gehabt, seine Interessen
zu verteidigen, weil er damals weder Mieter noch Eigentümer der Wohnung
in der V._ gewesen sei. Er habe deshalb jetzt Anspruch auf
akzessorische Überprüfung der rechtskräftigen Grundordnung. Die Rüge
sei nicht verspätet. Es sei keine Anpassung der Grundordnung erfolgt. Der
Gemeindevorstand habe sich damit nicht auseinandergesetzt. Es sei
deshalb das rechtliche Gehör verletzt, das Recht falsch angewendet und
der Sachverhalt unvollständig festgestellt worden.
Art. 75 BV und Art. 80 KV seien die gesetzliche Grundlage für die
Forderung der Gemeinde nach dem Nachweis der Wirtschaftlichkeit und
der Finanzierung im Rahmen eines Bauprojekts. Zudem liege es im
öffentlichen Interesse, dass nur rentable bzw. finanzierbare Projekte
bewilligt würden. Ansonsten drohe eine Bauruine. BGU
1C_158/159/160/2015 (Leytron/VS) sei hier anwendbar. Daran ändere
nichts, dass die Umnutzung von Hotelzimmern zu Wohnungen
bewilligungspflichtig wäre und es dafür eine Umzonung bräuchte. Eine
Umzonung würde im Falle fehlender Rentabilität sicher erfolgen.
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Deswegen seien der Nachweis der Wirtschaftlichkeit und der
Finanzierbarkeit (Gutachten durch SGH) nötig. Der Finanzierungsnachweis
und der bereits vorliegende Businessplan seien zu edieren.
Die Parkplätze seien nicht genügend dimensioniert. Es sei ein Gutachten
erforderlich.
Die Fassadengestaltung sei unzulässig, weil das Baugesuch vor dem
Vorliegen des Berichts der Bauberatung eingereicht worden sei. Die
Bauberaterin habe in ihrem Bericht festgehalten, dass die
Fassadengestaltung betreffend Hotel und der Infrastrukturbauten zu
verfeinern, zu präzisieren und zu verbessern sei. Bis heute sei dies nicht
erfolgt. Deswegen sei nicht nachvollziehbar, wie die Bauberaterin im
zweiten Bericht der Bauberatung vom 13. November 2017 geschlossen
habe, dass das Projekt aus gestalterischer Sicht in Ordnung sei. Das
Projekt entspreche folglich nicht den gestalterischen Anforderungen.
Der (neue) Art. 76a Abs. 5 BG, welcher die maximal zulässige Höhe und
Grundfläche der Baute in Baufeld 2 festlege, sei nicht eingehalten.
Aufgrund der Baugesuchunterlagen sei nicht erkennbar, in welchem
Ausmass die Abtragung von Terrain erfolgen werde. Die Gemeinde sei auf
ihre Behauptung, der Sportplatz werde nicht verkleinert, zu behaften.
Daraus folge, dass die geplante Zweiteilung des Platzes nicht bewilligt
werden dürfe, andernfalls dieser zwangsläufig verkleinert würde. Die
Nutzungsmöglichkeit werde wegen der Verkleinerung des Sportplatzes in
Frage gestellt und eingeschränkt.
Unbestritten sei, dass das E._-Areal ein schützenswertes Gebiet sei.
Deswegen seien Gutachten für die Fragen des Ortsbildschutzes und für die
qualitative Nutzung der Sport- und Spielplätze einzuholen.
Die Sistierung des Verfahrens sei bis zum Vorliegen der Gutachten wichtig,
weil diese für den Ausgang des Beschwerdeverfahrens ausschlaggebend
seien.
Es bestehe ein verfassungsmässiges Recht auf die Durchführung einer
mündlichen Hauptverhandlung.
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Zusatzbewilligungen und weitere dauernde Bedingungen und Auflagen für
die Genehmigung lägen bis heute nicht vor. Das rechtliche Gehör müsse
noch gewährt werden.
Private Rechte für das Bauprojekt lägen offenbar heute nicht vor. Ohne
zivilrechtliche Berechtigungen sei die Baubewilligung nicht möglich. Die
Gemeinde plane offenbar ein nachgelagertes Verfahren. In einem solchen
Verfahren müsste der Beschwerdeführer Parteistellung haben. Eine
anfechtbare Verfügung wäre erforderlich. Davor sei dem Beschwerdeführer
uneingeschränkte Akteneinsicht zu gewähren, insbesondere für den
Finanzierungsnachweis und zwar vor der Erteilung der Baufreigabe und
des Betriebs- und Unterhaltsreglements. Die Baufreigabe sei erst nach
dem Eingang der Stellungnahme des Beschwerdeführers zu erteilen. Die
Verfügung betreffend Baufreigabe müsse vor Arbeitsbeginn rechtskräftig
sein.
16. In ihrer Vernehmlassung vom 15. Oktober 2018 beantragte die Gemeinde
B._ (nachfolgend Beschwerdegegnerin 1) die Abweisung aller vier
Beschwerden (R 18 52 [L._], R 18 43 [N._], R 18 44 [M._],
R 18 46 [A._]), soweit darauf eingetreten werden könne.
Bereits zu Beginn des Verfahrens, am 29. August 2018, hatte die
Beschwerdegegnerin 1 beantragt, die Verfahren seien zusammenzulegen.
Anfechtungsobjekte seien die Bau- und Einspracheentscheide sowie die
beiden Baubewilligungen vom 3., mitgeteilt am 5. Juli 2018.
Den am 7. Februar 2018 zugestellten Zwischenentscheid des
Gemeindevorstandes betreffend Ausstand vom 17. Oktober 2017 (recte:
das Begleitschreiben dazu) habe der Beschwerdeführer A._ nicht
angefochten.
Die Beschwerdeführer L._, N._ und M._ rügten vorliegend
erneut die fehlende Trennung der zwei Baubewilligungsverfahren und die
Rolle des Gemeindevorstandes als Baubewilligungsbehörde und
Baugesuchsteller. Darüber sei aber bereits am 17. Oktober 2017
- 17 -
entschieden worden. Eine Ausstandpflicht wäre hier ohnehin nicht
gegeben. Der Mangel der Ansetzung kürzerer Fristen an den
Beschwerdeführer A._ sei nachträglich geheilt worden. Dieser habe
auch nicht mehr remonstriert.
Von allen vier Beschwerdeführern sei die Ausstandseinrede gegen den
Gemeindepräsidenten erhoben worden, unter Verweis auf einen
Pressebericht in der regionalen Zeitung vom 14. Dezember 2017. Die
Baugesuche seien erstmals am 1. Juni 2017 bis 21. Juni 2017 öffentlich
aufgelegt worden. Die erste Projektänderung sei vom 16. November bis 6.
Dezember 2017 öffentlich ausgeschrieben worden. Der Bericht in der
regionalen Zeitung sei erst am 14. Dezember 2017 erschienen. Der
Gemeindepräsident habe im Interview gesagt, die Baubewilligung würde
erteilt. Die Beschwerdeführer hätten im ganzen Einspracheverfahren (inkl.
Einspracheverfahren gegen die zweite Projektänderung), also vier Monate
nach dem Artikel in der regionalen Zeitung vom 14. Dezember 2017, keine
Ausstandseinrede gegen den Gemeindepräsidenten erhoben. Diese Rüge
sei deshalb verspätet. Der Zeitpunkt wäre zehn Tage nach Bekanntwerden
des Ausstandsgrundes bei ihnen gewesen. Der Ausstandsgrund sei nicht
erst nach den Bau- und Einspracheentscheiden sowie Baubewilligungen
bekannt gewesen. Das Bekanntwerden sei schon am 14. Dezember 2017
eingetreten. Die verspätete Rüge verstosse gegen Treu und Glauben,
weshalb darauf nicht einzutreten sei. Die Rüge sei allerdings ohnehin
unbegründet. Der Gemeindepräsident habe im Interview nur über den
weiteren Verlauf des Verfahrens informiert. Sein einziger Fehler sei die
versehentliche Unterzeichnung der Entscheide vom 12. Juni 2018
gewesen. Durch die Wiederholung der Beschlussfassung am 3. Juli 2018
sei dieser Fehler geheilt worden.
Die Rüge der fehlenden Information der direkten Anstösser sei
unbegründet. Diese seien schon vor der Publikation der Baugesuche
schriftlich informiert worden. Auch weitere Nachbarn seien orientiert
worden. Zudem sei ordnungsgemäss publiziert worden. Die
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Beschwerdeführer hätten die Baueinsprachefrist offensichtlich wahren
können, weswegen sie gestützt auf Art. 131 Abs. 5 BG daraus nichts
ableiten könnten. Das Bauvorhaben sei ab Ende April 2017 profiliert
gewesen.
Zwar gebe es eine Bauberatungspflicht ([neuer] Art. 76a Abs. 9 BG). Die
Bauberaterin sei beigezogen worden. Aufgrund deren schriftlicher
Stellungnahme vom 30. Mai 2017 sei bei den Projektänderungen die Kritik
berücksichtigt worden. Für die erste Projektänderung sei eine weitere
schriftliche Stellungnahme bei der Bauberaterin eingeholt worden. Die
Beschwerdeführer L._, M._ und A._ rügten den fehlenden
Vollzug des Baurechtsvertrags mit der Bürgergemeinde. Beschwerdeführer
L._ kenne als früherer Bürgergemeindepräsident den Inhalt des
Baurechtsvertrags. Zudem sei der Baurechtsvertrag Bestandteil der
Auflageakten gewesen. Weiter sei die projektbezogene Nutzungsplanung
am 5. Mai 2015 in Kraft getreten. Im Zeitpunkt der Unterzeichnung des
Baurechtsvertrags am 15. Dezember 2016 seien somit die Ergänzungen
im BG, der GEP und auch der GGP bekannt gewesen.
Es stimme nicht, dass die auf der Baurechtsparzelle zu realisierende
Hotelbaute gegenüber der Stammparzelle Grenzabstände einhalten
müsste. Zudem seien hinsichtlich Tiefgarage ein unterirdisches
Grenzüberbaurecht zugunsten Baurechtsparzelle G._ und zulasten
Stammparzelle D._ sowie ein Fuss- und Fahrwegrecht zu Gunsten
Baurechtsparzelle G._ und zulasten Stammparzelle D._
begründet worden. Somit bestehe eine privatrechtliche Bauberechtigung
der C._ AG für die Realisierung der Hotelneubaute inklusive Garage
und Zufahrten. Es sei hinreichend, dass ein Vertrag abgeschlossen worden
sei. Es schade nichts, wenn dieser noch nicht grundbuchlich vollzogen sei.
Der Vollzug werde mittels Auflage sichergestellt. Dasselbe gelte auch für
die Rüge des Beschwerdeführers A._ betreffend noch fehlendem
grundbuchlichem Vollzug der Nutzungsübertragung. Der
Nutzungstransport mittels öffentlich-rechtlicher Eigentumsbeschränkung
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werde als Auflage im Grundbuch angemerkt, sobald der Baubescheid
rechtskräftig sei.
Das Baugesuch betreffend Infrastrukturbauten sei auch von der
Grundeigentümerin (der Bürgergemeinde) mitunterzeichnet worden. Somit
sei die privatrechtliche Bauberechtigung der politischen Gemeinde
vorhanden.
Es sei nicht zwingend, dass vor der Einreichung eines Baugesuchs von der
Beschwerdegegnerin 1 ein Kredit gesprochen werde. Der Zweck von
Baugesuchen sei die Prüfung auf deren Übereinstimmung mit Vorschriften
des Bau- und Planungsrechts sowie des Umweltschutzrechts. Der
Kreditbeschluss für Bauvorhaben sei erst zu fällen, wenn klar sei, dass das
Projekt ausführbar sei. Der Nachweis der Wirtschaftlichkeit und der
Finanzierung müsse der Baubehörde vor dem Baubeginn vorgelegt
werden. Dieses Begehren gehe in Ordnung. Die Beschwerdeführer hätten
aber mangels Legitimation keinen Anspruch auf Einsicht in den
Finanzierungsnachweis. Diesbezüglich sei ein Geheimhaltungsinteresse
gegeben.
Die verlangte Prüfung der Wirtschaftlichkeit und des Bedarfsnachweises
sei ohne gesetzliche Grundlage. Ein solcher Anspruch könne auch nicht
aus den Bundesgerichtsurteilen 1C_158/159/160/2015 abgeleitet werden.
Dort habe ein anderer Sachverhalt vorgelegen. Dort sei es um eine
mögliche nachträgliche Umnutzung neu zu erstellender Wohnungen
mangels Nachfrage als Erstwohnungen gegangen. Deshalb seien der
Bauherrin vom Bundesgericht die Vornahme entsprechender
Bedarfsabklärungen auferlegt worden. Hier liege kein offensichtlicher
Rechtsmissbrauch vor.
Die Befürchtung einer Umgehung des ZWG sei unbegründet. Die
Umnutzung der Hotelzimmer zu Wohnungen wäre bewilligungspflichtig und
bedürfte einer Umzonung der Hotelzone E._ samt Anpassungen im
BG. Die Bewilligung neuer Zweitwohnungen in der Gemeinde der
Beschwerdegegnerin 1 sei nicht möglich. Die Umnutzung von strukturierten
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Beherbergungsbetrieben zu Wohnungen gemäss Art. 8 Abs. 4 ZWG könne
hier nicht zur Anwendung gelangen, weil diese Umnutzungsmöglichkeit nur
für Hotels vorhanden sei, welche am 11. März 2012 bereits bestanden
hätten. Eine spätere Umnutzung aufgrund des ZWG wäre nicht zulässig.
Deswegen bestehe keine Pflicht oder kein Anlass für den Nachweis der
Rentabilität des Hotelprojekts oder vertiefte Bedarfsabklärungen zu
machen. Die Parzelle D._ sei vollumfänglich von der ZöBA in die neu
geschaffene und rechtskräftige Hotelzone E._ umgezont worden.
Die Bauherrschaft habe der Beschwerdegegnerin 1 einen Businessplan
eingereicht und zudem sei die Wirtschaftlichkeit von der SGH überprüft
worden, worauf die Banken, die SGH und der Kanton ihre Kredite und
Beiträge zugesprochen hätten. Es bestehe jedoch kein Anspruch auf
Einsicht in den Businessplan mangels Legitimation der Beschwerdeführer.
Der Vorwurf der Verletzung von Submissionsvorschriften sei unbegründet
und solche Vorschriften ohnehin nicht Gegenstand des
Baubewilligungsverfahrens. Aufgrund der vorangegangenen
projektbezogenen Nutzungsplanung sei zudem schon vieles vorgegeben
(insbesondere Standort, Höhe etc.) und der Spielraum des Architekten
deshalb stark eingeschränkt.
Der Vorwurf der Beschwerdeführer L._ und N._ laute, die
Parzelle D._ sei durch die angrenzende Via I._ und Via U._
bereits verkehrsmässig vollständig erschlossen, ohne weitere
Beanspruchung von Nachbargrundstücken. Laut Beschwerdeführer
N._ und M._ betreffe die bestehende Zufahrtsdienstbarkeit
zulasten Parzelle AA._ nur die Baurechtsparzelle W._. Letztere
werde gelöscht und damit gehe auch das Zufahrtsrecht unter. Deswegen
könne die Baubewilligung nicht erteilt werden. Diese Sachdarstellungen
stimmten allerdings nicht. Laut ursprünglichem Bauprojekt sei die Zufahrt
auf Parzelle D._ (Baufeld 3) vorgesehen gewesen. Diese habe aber
dem GEP widersprochen. Im GEP sei die Zufahrt zum Areal über die
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Parzelle AA._ vorgesehen. Deshalb sei bei der ersten
Projektänderung die Erschliessung neu auf der Parzelle AA._
konzipiert worden. Auf Wunsch der Stockwerkeigentümer der STWEG
R._ habe man eine etwas andere Linienführung als im GEP festgelegt
projektiert. Dagegen habe sich Beschwerdeführer N._ wieder gewehrt
und deswegen habe die Bauherrschaft mit der zweiten Projektänderung die
Zufahrt zum Areal wieder abgeändert, damit sie dem GEP E._
entspreche. Die zweite Projektänderung sehe auch einen Parkplatzbereich
vor, der dem GEP für Besucherparkplätze entspreche. Die Zufahrt gemäss
zweiter Projektänderung entspreche jetzt dem GEP. Beschwerdeführer
N._ könne diese Zufahrt im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens
nun nicht mehr in Frage stellen. Diese Rüge sei verspätet. Die
Beschwerdegegnerin 1 könnte die notwendigen Rechte allenfalls
enteignen. Entsprechende Aussagen stellten keine Drohung dar. Der
Baubeginn sei erst möglich, wenn die Berechtigung des für die Zufahrt
benötigten Bodens vorliege (Auflage).
Die gemäss zweiter Projektänderung vorgesehene und bewilligte Zufahrt
entspreche der bestehenden Zufahrtsrampe. Die Rüge des
Beschwerdeführers A._, wonach ein Wenden auf der Via I._ nicht
möglich sei, ohne die Gegenfahrbahn zu benutzen, sei deshalb
unbegründet.
Der zu erwartende Mehrverkehr mache die Erschliessung nicht
ungenügend. Das Areal E._ auf Parzelle D._ sei bereits heute
über die Via I._ (Sammelstrasse) erschlossen. Die
Mindestanforderungen an eine hinreichende Erschliessung seien durch die
vorgesehene Lösung erfüllt. Die geplante Erschliessung genüge. Die
geplante Überbauung auf dem Areal E._ beinhalte wieder Anlagen für
das gleiche Sportangebot. Hinzu kämen die dazugehörigen
Infrastrukturräumlichkeiten und ein Hotel mit rund 200 Betten, ein
öffentliches Restaurant für 70-120 Personen und eine Tiefgarage mit 84
Parkplätzen für die gesamte Überbauung. Der Mehrverkehr werde im
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Allgemeinen überschätzt. Die Garagenrampe im ersten Teil sei gleichzeitig
in beide Richtungen befahrbar. Kreuzen auf der Rampe und im
Einfahrtsbereich sei möglich. Ein Rückstau auf die Via I._ und eine
daraus resultierende Verkehrsüberlastung seien nicht zu erwarten. Die
Erschliessung entspreche dem GEP. Der GEP sei im Rahmen der
projektbezogenen Nutzungsplanung und unter Berücksichtigung eines
solchen Überbauungsprojekts revidiert worden. Die Erschliessung sei
damit genügend (Sammelstrasse).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers A._ sei kein neuer
Lärmschutznachweis notwendig. Der Lärmschutznachweis gehöre zu den
Baugesuchsakten und sei vom Baugesuchsteller einzureichen. Hier
bestünden keine berechtigten Zweifel an der Richtigkeit und
Zuverlässigkeit des eingereichten Lärmschutznachweises.
Die Hotelzone E._ sei der ES III zugewiesen. Die Objekte auf den
umliegenden Parzellen lägen in der Wohnzone 2B (ES II = Planungswerte
55 db(A) am Tag/45 db(A) in der Nacht; und ES III = Immissionsgrenzwerte
60 db(A) am Tag/55 db(A) in der Nacht).
Laut Lärmschutznachweis vom 8. November 2017 würden die
Planungswerte hinsichtlich Verkehrsaufkommen infolge der neuen
Tiefgarage beim Mehrfamilienhaus 14A-A auf Parzelle AA._ klar
eingehalten. Somit sei auch die Einhaltung der Grenzwerte bei weiter
entfernten Objekten sichergestellt. Auch der Immissionspegel bei der
Einfahrt zum Parkhaus sei eingehalten und dies sogar ohne vorgesehene
Lärmschutzmassnahmen. Die Lüftungsanlagen hielten gemäss
Lärmschutznachweis auch die Planungsgrenzwerte der ES II in einem
Abstand und Umkreis von 20 m ein.
Gemäss zweiter Projektänderung erfolge die Anlieferung entgegen der
Annahme des Beschwerdeführers A._ nicht an der Via I._,
sondern über das Platzgeschoss. Ein weiteres Lärmschutzgutachten sei
nicht erforderlich.
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Entgegen der Behauptung von Beschwerdeführer A._ sei der
Sachverhalt vollständig festgestellt worden. Gemäss Baubewilligungen
seien die Empfehlungen, Auflagen und Bedingungen des
Lärmschutznachweises vom 8. November 2017 umzusetzen bzw.
einzuhalten.
Die Frage der Dimensionierung der Parkplätze sei vom Gericht
überprüfbar. Dafür sei kein Gutachten notwendig. Nach (Anm.: Art. 31 Abs.
4) BG seien die VSS-Normen nicht zwingend einzuhalten. Hier lägen aber
VSS-konforme Parkfelder vor.
Die Eingliederung in das Orts- und Landschaftsbild sei gegeben. Die
Beschwerdegegnerin 1 habe sich mit den betreffenden Rügen
auseinandergesetzt. Gutachten betreffend Ortsbildschutz und qualitativer
Nutzung der Sport- und Spielplätze seien nicht notwendig. Mit jedem
Argument müsse man sich nicht auseinandersetzen.
Die projektbezogene Nutzungsplanung sei schon am 20. März bis 5. Mai
2014 öffentlich aufgelegt gewesen. Auch das Vorprojekt S._ AG sei
vorgelegen und habe die Grundlage der projektbezogenen NUP gebildet.
Am 2. Dezember 2014 sei die projektbezogene NUP von der
Gemeindeversammlung angenommen worden. Gegen diese Annahme
wäre die Planungsbeschwerde möglich gewesen. Die Einsprecher hätten
dagegen jedoch kein Rechtsmittel erhoben. Die Rüge sei daher verspätet.
Das Projekt stütze sich auf die rechtskräftige NUP ab. Es entspreche
hinsichtlich Dimensionen und Positionierung praktisch vollständig den
Vorgaben der rechtskräftigen Bauvorschriften, dem GGP und dem GEP.
Gemäss Art. 76a Abs. 2 BG sei die Hotelzone E._ für Hotels und
Sportanlagen bestimmt. Baufelder gemäss GGP (1-3) seien für neue
Gebäude und Ersatzbauten, die gewachsenen Boden überragten,
vorgesehen. Ausserhalb der Baufelder seien nur Sportanlagen wie
Eisfelder, Tennisplätze und Spielwiesen und die dazu notwendigen
Infrastrukturanlagen zulässig. Im GGP seien auch die maximalen
Höhenkoten und Mantellinien für die einzelnen Baufelder festgelegt und die
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bestehende Terrainlinie eingezeichnet. Mittels ebenfalls vorhandenen
Schnittplänen sei auch die Höhendimensionierung in Bezug auf
umliegende Gebäude ersichtlich.
Es sei ohne weiteres erkennbar, dass im Baufeld 1 die maximale
Höhenkote von 1'792 m.ü.M. zulässig sei. Die Baulinien für die Baufelder
1-3 grenzten die Überbauungsmöglichkeit genau ein. Die Unterlagen der
projektbezogenen NUP gäben einen aussagekräftigen Gesamteindruck
des Vorhabens. Das Hotelgebäude sei offensichtlich im Baufeld 1
vorgesehen. Allfällige Nachteile seien bekannt gewesen.
Die Rügen wegen überdimensionierten Hotelgebäuden (Talsperre),
massivem Schattenwurf, beeinträchtigter Aussicht und Zerstörung des
Sportplatzes durch Unterteilung in zwei Hälften seien allesamt verspätet.
Der Schutz des Orts- und Landschaftsbildes sei gewahrt. Grosse
Hotelbauten seien ein Kennzeichen der Beschwerdegegnerin 1. Im 19. und
20. Jahrhundert seien sie vorwiegend entlang der Via I._ errichtet
worden. Es seien vielfältige architektonische Formen vorhanden. Die
Flachdachkonstruktionen seien am verbreitetsten. Die Grundrisse und
Höhen dieser Hotelbauten überträfen die übrigen Bautypen stark und seien
ortsbildprägend. Das geplante Hotel führe diese Art der Bebauung mit
grösseren Hotels nun nach Nordwesten weiter. Dabei werde mit der
maximalen Gebäudehöhe von 17.5 m bei fünf Geschossen ein deutlich
kleinerer Bau realisiert als andere Hotels mit rund sechs Geschossen
(X._ und Y._) oder etwa zehn Geschossen ohne Turm beim
Z._.
Durch die senkrechte Stellung zur Strasse werde die Sicht kaum
eingeschränkt. Auch die Hotelgäste hätten optimalen Ausblick. Der
Baukörper gliedere sich in die sehr grosse Freifläche unter grösstmöglicher
Beibehaltung derselben ein.
Das Vorhaben berücksichtigte den haushälterischen Umgang mit Boden
und die Grundsätze der qualifizierten Dichte sowie der Aufwertung der
Siedlungsqualität und Siedlungsstruktur in unternutzten Baugebieten. Die
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Gesamtfläche des Sportplatzes werde zwar durch das Hotel reduziert, das
Sportangebot hingegen nicht. Die Anlagen seien weiterhin öffentlich
zugänglich und das Angebot werde insgesamt aufgewertet. Ein weiteres
Gutachten sei dazu nicht notwendig.
Die Berichte der Bauberaterin seien nicht widersprüchlich. Zwar sei von ihr
am 30. Mai 2017 festgehalten worden, die Fassadengestaltung müsse
noch verfeinert, präzisiert und verbessert werden. Dieses Anliegen sei in
den Projektänderungen berücksichtigt worden. Die Fassadengestaltung sei
überarbeitet und präzisiert worden. Die Projektänderungspläne wiesen
hinsichtlich Fassadengestaltung und Materialisierung den gewünschten
Detaillierungsgrad auf. Inhaltlich sei das Projekt im Sinne der Bauberaterin
überarbeitet und angepasst worden; beispielsweise werde der
Wellnessbereich im obersten Geschoss verglast ausgestaltet und es werde
auf vorgehängte Elemente verzichtet. Die Ostfassade sei überarbeitet und
verbessert worden. Die Bauberaterin habe die Fassadengestaltung nicht
per se bemängelt, sondern nur gefordert, dass die Fassaden hinsichtlich
Elemente und mit genauen Angaben über Materialisierung und
Farbgebung zu verfeinern und zu verbessern seien. Die Bauberaterin habe
am 13. November 2017 gesagt, das Projekt werde nun den gestalterischen
Anforderungen gerecht. Dieser Meinung habe sich die Baubehörde
angeschlossen.
Der (neue) Art. 76a Abs. 5 BG sei entgegen der Meinung des
Beschwerdeführers A._ eingehalten. Der Erschliessungsturm habe
lediglich eine Grundfläche von 19.39 m2. Somit sei die maximal zulässige
Grundfläche von 20 m2 eingehalten.
Der bestehende Sportplatz weise Höhenunterschiede auf. Gemäss
Baugesuch vom April 2017 werde der neu zu erstellende Sportplatz
ausnivelliert, mit Abgrabungen zwischen 0 und maximal 50 cm gemäss
Plänen. Dort seien auch leichte Änderungen in der Böschungsneigung
vorgesehen. Laut zweiter Projektänderung vom März 2018 werde die
Böschungsneigung im Ist-Zustand belassen. Nur dort, wo das Terrain
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zwecks Nivellierung des Sportplatzes leicht abgetragen werde, verschiebe
sich die Geländekante. Der Sportplatz werde weder vergrössert noch
verkleinert und das Sportangebot bleibe gleich.
17. Mit Vernehmlassung vom 12. Oktober 2018 beantragte die C._ AG
(nachfolgend Beschwerdegegnerin 2) die kostenfällige Abweisung der
Beschwerde (A._), soweit darauf eingetreten werden könne.
Die Argumentation ist praktisch dieselbe wie die der Beschwerdegegnerin
1, mit folgenden Abweichungen/Ergänzungen:
Der Gemeindepräsident habe mit seinen Aussagen gegenüber der
regionalen Zeitung am 14. Dezember 2017 nicht dem Entscheid der
Baubehörde vorgegriffen, sei aber trotzdem in Ausstand getreten. Bereits
am 12. Juni 2018 sei er bei der Gemeindevorstandssitzung nicht anwesend
gewesen.
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers habe die Bauherrschaft
nach Art. 131 Abs. 5 BG (soweit dieser überhaupt zur Anwendung komme)
die Anstösser am 24. April 2017 schriftlich über das Bauvorhaben orientiert.
Weitere Nachbarn (keine Anstösser) seien am 8. Juni 2017 auf Wunsch
der Baubehörde orientiert worden. Das Bauvorhaben sei ab Ende April
2017 profiliert gewesen. Der Beschwerdeführer sei denn auch in der Lage
gewesen, fristgerecht eine 42-seitige Einsprache einzureichen.
Die zivilrechtliche Berechtigung der Beschwerdegegnerin 2 zur
Einreichung eines Baugesuchs ergebe sich aus dem Baurechtsvertrag,
diejenige zur Nutzungsübertragung gemäss Art. 62 BG aus der
Vereinbarung der Beschwerdegegnerin 2 mit der Beschwerdegegnerin 1
vom 23. März 2018.
Die geplante Zufahrt entspreche dem GEP und der bestehenden
Zufahrtsrampe, welche nicht verändert werden müsse. Die Rüge betreffend
die Notwendigkeit der Benützung der Gegenfahrbahn der Via I._ zum
Wenden sei unbegründet.
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Die bestehende Sportanlage sei bereits jetzt erschlossen. Vorliegend gehe
es um die Neuerschliessung von Sportplatz, Hotel mit Restaurant und
Tiefgarage mit 64 (recte 84 Parkplätzen). Die gesamte Zufahrt sei im
Gegenverkehr befahrbar.
Der Lärmschutznachweis sei immer eine Prognose. Allenfalls sei nach
Inbetriebnahme der Anlage ein Lärmgutachten mit konkreten Messungen
in Auftrag zu geben. Wäre dies der Fall, müssten weitere
Lärmschutzmassnahmen ergriffen werden. Hier sei dies aber nicht nötig,
weil die Grenzwerte aufgrund des Lärmschutznachweises eingehalten
seien.
Es sei nicht vorgesehen, dass im Baubewilligungsverfahren jedes Mal die
Grundordnung akzessorisch überprüft werden könne. Im Urteil (VGU V 18
5, S. 10 ff.) habe das Verwaltungsgericht die Grundsätze der
Planbeständigkeit und Rechtssicherheit unter Einbezug des Initiativtextes
auf die Vereinbarkeit mit den raumplanerischen Vorgaben im RPG beurteilt.
Gemäss Gericht sei hier keine erhebliche Änderung der Verhältnisse zu
erkennen.
Das Bauprojekt entspreche den Vorschriften der projektbezogenen NUP.
Die Bauherrschaft habe ihren Businessplan eingereicht. Die
Wirtschaftlichkeit sei von der SGH überprüft worden. Die Banken, die SGH
und der Kanton hätten ihre Kredite und Beiträge nur gesprochen, weil sie
zum Schluss gekommen seien, dass das Hotel wirtschaftlich betrieben
werden könne. Der Businessplan sei nicht Bestandteil der Auflage und der
Baubewilligungsakten. Gemäss Art. 131 Abs. 6 BG sei bei nicht-
öffentlichen Bauvorhaben, die mit über CHF 5 Mio. Baukosten veranschlagt
seien, der Nachweis der Finanzierung bis zur Fertigstellung zu sichern. Der
Beschwerdegegnerin 2 liege ein Finanzierungsangebot der GKB vor.
Dieses enthalte neben dem Kantonsbeitrag, einer Finanzierung durch die
GKB und die SGH noch Eigenmittel, sodass die Anlagekosten finanziert
seien. Dieser Finanzierungsnachweis sei nicht für Dritte bestimmt und
durch das Gericht vertraulich zu behandeln.
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Die ursprüngliche Grundfläche des Treppenhauses habe 29.26 m2
betragen. Mit der zweiten Projektänderung sei diese Fläche auf 19.39 m2
reduziert worden und entspreche somit dem (neuen) Art. 76a Abs. 5 BG.
Die Grösse des Sportplatzes entspreche der projektbezogenen NUP.
Danach werde die Böschung nicht verändert und eine Vergrösserung oder
Verkleinerung des Sportplatzes finde nicht statt.
Der Antrag auf Verfahrenssistierung sei abzuweisen, da hier keine weiteren
Gutachten in Auftrag gegeben werden müssten.
Ob eine Hauptverhandlung durchgeführt werde, sei Ermessenssache des
Gerichts.
Bei den nachzureichenden Unterlagen gemäss Beschluss des
Gemeindevorstandes vom 3. Juli 2018 handle es sich um vor Baubeginn
zu beschaffende Unterlagen und noch zu tätigende Handlungen. Der
Beschwerdeführer könne zu diesen nachzureichenden Unterlagen nicht
Stellung beziehen. Die Eintragung des Baurechtsvertrags im Grundbuch
sei zum Beispiel nur ein formeller Akt und der Finanzierungsnachweis
vertraulich.
Das Betriebs- und Unterhaltsreglement sei auch nicht dem
Beschwerdeführer zur Stellungnahme zuzustellen, da es ein
privatrechtliches Reglement zwischen den beiden
Beschwerdegegnerinnen darstelle.
18. In den Repliken vom 20. November 2018 hielt der Beschwerdeführer
(A._) unverändert an seinen Rechtsbegehren in der Beschwerde fest.
Der Gemeindepräsident hätte in den Ausstand treten müssen und er hätte
die Entscheide nicht unterzeichnen dürfen. Er sei befangen gewesen,
ansonsten er nicht in den Ausstand gegangen wäre. Der
Gemeindepräsident habe am angefochtenen Entscheid mitgewirkt. Er und
der Gemeindevorstand hätten ihre Meinung bereits am 14. Dezember 2017
gebildet gehabt. Damals habe der Gemeindepräsident gegenüber der
regionalen Zeitung festgehalten, dass die Baubewilligung erteilt werde.
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Dies habe er nur tun können, weil er gewusst habe, dass die übrigen
Vorstandsmitglieder den Entscheid bereits gefällt gehabt hätten. Es sei
unglaubwürdig, zu behaupten, die Entscheide des Gemeindevorstands
wären so oder so gleich ausgefallen.
Der Gemeindevorstand habe sich mit verschiedenen Themen, nicht aber
mit sämtlichen vom Beschwerdeführer erhobenen Rügen
auseinandergesetzt und damit diesem das rechtliche Gehör verweigert.
Die Rüge der Befangenheit des Gemeindevorstands sei schon im
Einspracheverfahren erhoben worden. Der Beschwerdeführer sei nicht
Adressat des Zwischenentscheides vom 17. Oktober 2017 gewesen. Sein
Ausstandsbegehren sei nicht abgewiesen worden. Bisher habe die
Beschwerdegegnerin 1 den Zwischenentscheid nur in anonymisierter Form
und ohne Ansetzung einer Rechtsmittelfrist zur Kenntnisnahme zugestellt.
Bis heute sei ihm kein anfechtbarer Entscheid zugestellt worden
(Rechtsverweigerung). Die Rüge sei daher nicht verspätet.
Gemäss Art. 131 Abs. 5 BG müssten sämtliche Anstösser und nicht bloss
die direkten schriftlich informiert werden. Der Beschwerdeführer habe
Anspruch auf Einsicht in die Finanzierungsnachweise. Diese seien offenbar
Grundlage für die erteilten Baubewilligungen und gehörten damit zu den
Baugesuchsakten. Entsprechend sei dem Beschwerdeführer im
nachgelagerten Verfahren Einsicht zu gewähren, umso mehr, als
öffentliche Gelder eingesetzt würden. Er habe als Steuerzahler das Recht
zu wissen, ob öffentliche Gelder einem rentablen Betrieb zuflössen.
Eine Umzonung, um eine Umnutzung von Hotelzimmern zu Wohnungen zu
ermöglichen, sei nicht ausgeschlossen.
Art. 8 Abs. 1 des Gesetzes über die Zweitwohnungen der
Beschwerdegegnerin 1 erlaube die Erstellung neuer Zweitwohnungen.
Es bestehe auch Anlass, die Nachfrage nach Hotelzimmern zu prüfen. Es
bestehe die Gefahr des Rechtsmissbrauchs, wenn die Bauherrschaft
vorgebe, Hotelzimmer zu erstellen, um aber in Zukunft gestützt auf Art. 8
Abs. 2 ZWG Zweitwohnungen zu erstellen.
- 30 -
Der Beschwerdeführer habe von Anfang an dargelegt, das Gebiet E._
befinde sich im ISOS in der Umgebungsrichtung IX, „verbauter Hang im W"
mit der Aufnahmekategorie B (empfindlicher Teil) und Erhaltungsziel B
(Erhalten der wesentlichen Eigenschaften). Dies sei von der
Beschwerdegegnerin 1 und dem ARE unberücksichtigt liegen gelassen
worden.
Der Beschwerdeführer sei zudem im Anschluss an die am 15. Mai 2015
publizierte Teilrevision des BG und des ZWG noch nicht Eigentümer seiner
jetzigen Wohnung gewesen. Damals habe er klarerweise noch keine
Rechtsmittel erheben können. BG und ZP seien aber im Rahmen des
Einsprache- bzw. des vorliegenden Beschwerdeverfahrens vorfrageweise
auf deren Rechtmässigkeit zu prüfen. Dies sei zulässig (BGE 111 Ia 129
E.3d, S. 131). Damit habe sich die Beschwerdegegnerin 1 ebenfalls nicht
auseinandergesetzt.
Insbesondere habe es die Beschwerdegegnerin 1 unterlassen, sich mit den
erhobenen Rügen betreffend Bedrohung des Orts- und Landschaftsbildes,
der Verletzung von Art. 5 NHG, der Verletzung von öffentlichen Interessen,
der Verletzung der Pflicht zur Einholung eines Gutachtens und der
Verletzung von Art. 3 RPG/Art. 73 Abs. 1 KRG und Art. 22 BV
auseinanderzusetzen. Es sei dem Beschwerdeführer insofern das
rechtliche Gehör verweigert worden. Er könne sehr wohl noch zu den
nachzureichenden Unterlagen Stellung nehmen (vgl. VGU R 17 14 E.3e,
S. 18 f.). Dasselbe gelte auch für das Betriebs- und Unterhaltsreglement.
19. In ihrer Duplik vom 5. Dezember 2018 hielt die Beschwerdegegnerin 1
unverändert an ihren Rechtsbegehren in der Vernehmlassung fest.
Gemäss Art. 44 der Gemeindeverfassung vertrete der Gemeindepräsident
die Beschwerdegegnerin 1 nach aussen und er sei daher verpflichtet
gewesen, dem längst von den Stimmbürgern beschlossenen Projekt zum
Durchbruch zu verhelfen. Eine Befangenheit liege aber so lange nicht vor,
als der Gemeindepräsident bei Erfüllung dieser Aufgabe nicht auch eigene
- 31 -
Interessen verfolge, wie hier. Deshalb sei nicht zu beanstanden, dass der
Gemeindepräsident das Bauvorhaben verteidigt und auch den Lead im
Baubewilligungsverfahren innegehabt habe.
Beim Interview habe der Gemeindepräsident nicht gesagt, die
Baubewilligung würde erteilt, sondern nur, dass nach Bereinigung des
Baugesuchs der Gemeindevorstand über die Bewilligung entscheiden
werde. Die Journalistin habe die Aussage missverstanden. Es sei kein
Beweis vorhanden, der die Version im Zeitungsartikel untermauern könnte.
Als Gemeindepräsident und Grossrat wäre ihm nie eingefallen, sich derart
unvorsichtig zu äussern. Der Presseartikel enthalte unbelegte Aussagen
und sei nicht autorisiert gewesen.
Es sei sein gutes Recht gewesen, unter diesen widrigen Umständen auf
die Mitwirkung beim finalen Entscheid zu verzichten. Dies sei aber keine
Anerkennung der Befangenheit.
Die Ausstandseinrede, welche sich auf den am 14. Dezember 2017
publizierten Presseartikel abstütze, sei verspätet. Es stimme nicht, dass
der angebliche Ausstandsgrund, wie von den Beschwerdeführern
behauptet, erst mit der Eröffnung des angefochtenen Entscheids im
Sommer 2018 erkennbar gewesen sei. Wenn schon, hätte die
Verlautbarung im Interview des Gemeindepräsidenten die am Verfahren
Beteiligten zu einer sofortigen Ausstandsseinrede veranlassen müssen.
Indessen hätten es die Beschwerdeführer vorgezogen, die
Ausstandseinrede zu einem geeigneten Zeitpunkt zu erheben.
Die Eigentumsverhältnisse an Parzelle D._ (Bürgergemeinde) und
Parzelle AA._ im Stockwerkeigentum (mit N._) seien
Beschwerdeführer A._ bekannt.
Im Baurechtsvertrag sei der Beschwerdegegnerin 2 von der
Bürgergemeinde ein Baurecht für die Hotelanlage eingeräumt worden. Es
mache nichts, dass dieses Baurecht noch nicht im Grundbuch eingetragen
sei. Der Vollzug sei nur deshalb unterblieben, weil noch keine rechtskräftige
Baubewilligung vorgelegen habe und die Eintragung nur zu einem
- 32 -
unnötigen Aufwand geführt hätte. Hier liege nicht eine offensichtlich
fehlende zivilrechtliche Bauberechtigung vor. Die Beschwerdegegnerin 1
habe somit die Baugesuche behandeln müssen.
Eine besondere Situation sei nur mit Bezug auf Parzelle AA._
gegeben. Für die Beanspruchung des für die Zufahrt erforderlichen Bodens
fehle die Zustimmung der Stockwerkeigentümer. Beschwerdeführer
N._ habe diese sogar ausdrücklich verweigert. Vorliegend sei jedoch
eine Mitunterzeichnung des Baugesuchs bzw. eine Zustimmung gar nicht
erforderlich, da sich die Berechtigung zur Erschliessung des
Baugrundstücks über Parzelle AA._ bereits aus dem GEP ergebe. Die
Erschliessung sei in dem mit der projektbezogenen NUP verabschiedeten
GEP festgelegt worden. Sie gelte auch für Besucherparkplätze im Bereich
der Parzelle AA._. Erst nach den Projektänderungen sei die Zufahrt
gemäss GEP vorgesehen worden.
Die Beschwerdegegnerin 1 habe das Recht, für die im GEP vorgesehene
Erschliessung beim Kanton das Enteignungsrecht zu beantragen; dies
allerdings erst nach dem Vorliegen der rechtskräftigen Baubewilligung. Zur
Erreichung der Baubewilligung müsse jedoch ein Baugesuch eingereicht
werden, bevor die Beschwerdegegnerin 1 über das erforderliche Eigentum
oder die Nutzungsrechte an den betreffenden Flächen verfüge. Das in Art.
89 Abs. 3 KRG erforderliche Recht bestehe im Recht, für die im GEP
festgelegte Erschliessung die Enteignung verlangen zu können.
Die Beschwerdeführer N._ und L._ hielten die Vorgaben im GEP
für ungenügend, um gestützt darauf die Enteignung zu erwirken. Der GEP
enthalte keine Angaben über das Ausmass und die Steigungen der Zufahrt.
Sie machten geltend, die Ausgestaltung der Zufahrt sei in einem
ordentlichen Verfahren unter Einbezug der Interessen der
Grundeigentümer festzulegen. Dies sei nicht geschehen. Dies gelte auch
für die Besucherparkplätze, da noch nicht feststehe, wozu diese Parkplätze
dienen sollten.
- 33 -
Gemäss Auflage in den Baubewilligungen müssten für die vorgesehene
Zufahrt und die Parkierungsanlagen die Berechtigungen nachgewiesen
werden. Könnten sich die Parteien nicht einigen, könne innert zweier Jahre
ab Rechtskraft der Baubewilligungen das Enteignungsgesuch beim BVFD
(neu: DIEM) eingereicht werden.
Im GEP müssten die Details der Erschliessungsanlagen nicht im Einzelnen
beschrieben werden. Die Festlegung im GEP beruhe normalerweise nicht
auf konkreten Projekten. Solche würden normalerweise erst dann
ausgearbeitet, wenn der GEP rechtskräftig sei. Die Konkretisierung erfolge
normalerweise erst im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens. Dieses sei
dann die Voraussetzung für das Enteignungsverfahren.
Die Erschliessung über die Parzelle D._ der Bürgergemeinde sei nicht
mehr Thema. Die Erschliessung sei nun im GEP festgelegt, wo schon
heute die Zufahrt zum E._ bestehe. Falls das Verwaltungsgericht
trotzdem finde, der Variante gemäss erster Projektänderung wäre der
Vorzug zu geben (Stockwerkeigentümergemeinschaft wäre damit
einverstanden gewesen), hätte die Beschwerdegegnerin 1 dagegen nichts
einzuwenden.
Die Besucherparkplätze dienten klar den Sport- und Infrastrukturanlagen
der Beschwerdegegnerin 1, was die Beschwerdeführer genau wüssten.
Die Profilierung gemäss Artikel 43 KRVO sei vorgeschrieben. Hier sei die
Profilierung erstmals vom 1. bis 21. Juni 2017 erfolgt. Die Profile hätten
auch vom 16. November bis 6. Dezember 2017 gestanden. Somit seien die
Nachbarschaft und die Mitglieder der Gemeindeverwaltung sowie des
Gemeindevorstands in der Lage gewesen, sich ein genaues Bild über die
Erscheinungsform des Hotelprojekts zu machen. Daran ändere nichts,
dass zwei der Profile wegen Beeinträchtigung des Curlingbetriebs entfernt
worden seien. Der Baukörper habe sich seit den Projektänderungen nicht
mehr geändert. Die Baubehörde habe die Entfernung der Profile ohne
weiteres bewilligen können. Sollte das Verwaltungsgericht einen
Augenschein durchführen, würden die Profile wieder vervollständigt.
- 34 -
20. Die Beschwerdegegnerin 2 verzichtete am 13. Dezember 2018 auf die
Einreichung einer Duplik.
21. Am 27. Dezember 2018 reichten der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers (RA Stöhr) wie auch der Rechtsvertreter der
Beschwerdegegnerin 2 (RA Dr. M. Wieser) ihre jeweiligen Honorarnoten
bei Gericht ein.
22. Am 31. Januar/3. Februar 2020 stellte der Beschwerdeführer bei Gericht
ein Gesuch um Sistierung des Beschwerdeverfahrens R 18 46 bis zur
Abklärung und zu einem Entscheid des EKUD über die vorsorgliche
Unterschutzstellung des E._ (erhaltenswert/schützenswert) bzw. des
Grundstücks Nr. D._. Bis dahin sei das hängige Gerichtsverfahren
auszusetzen.
23. Am 11. Februar 2020 reichte der Beschwerdeführer dem Gericht (auf
Verlangen) ein korrigiertes Gesuch um Sistierung des Verfahrens ein.
24. Mit prozessleitender Verfügung vom 12. Februar 2020 wurde das Gesuch
um Sistierung den beiden Beschwerdegegnerinnen zur Kenntnisnahme
zugestellt, mit der Möglichkeit zur Stellungnahme bis zum 4. März 2020.
25. In der Stellungnahme vom 17. Februar 2020 beantragte die
Beschwerdegegnerin 1 die vollumfängliche Abweisung des
Sistierungsgesuchs; unter Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss
Hauptentscheid.
26. Mit Stellungnahme vom 3. März 2020 beantragte auch die
Beschwerdegegnerin 2 die vollumfängliche Abweisung des
Sistierungsgesuchs, soweit darauf überhaupt eingetreten werden könne.
- 35 -
27. Mit Verfügung vom 9. März 2020 (R 18 46a) lehnte der Instruktionsrichter
das Sistierungsgesuch betreffend das Beschwerdeverfahren R 18 46 ab.
28. Mit (Prozess-)Beschwerde vom 20. März 2020 (Verfahren R 20 24) setzte
sich der Beschwerdeführer gegen die Abweisung des Sistierungsgesuchs
vom 31. Januar/3. Februar [korrigiert vom 11. Februar] 2020 zur Wehr.
29. Mit Stellungnahme vom 4. Mai 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin 1
dem Gericht die kostenfällige Abweisung der Prozessbeschwerde.
30. Mit Vernehmlassung vom 7. Mai 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin
2 dem Gericht ebenfalls die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.
31. Mit Urteil vom 12. Juni 2020 (R 20 24) wies das Verwaltungsgericht in einer
Dreier-Besetzung (ohne Instruktionsrichter) die als Prozessbeschwerde
entgegengenommene Beschwerde vom 20. März 2020 kostenfällig ab. Das
Urteil blieb unangefochten.
32. Am 24. Juni 2020 führte das Verwaltungsgericht (5. Kammer) vor Ort einen
Augenschein durch, an welchem der Beschwerdeführer persönlich in
Begleitung seines Rechtsvertreters (RA MLaw Stöhr) zugegen war. In den
Parallelverfahren (R 18 43, 44 und 52) waren als Beschwerdeführer
N._ in Begleitung seiner Ehefrau persönlich und des Rechtsvertreters
L._, Rechtsvertreter RA MLaw Pedretti mit Substitutin für seinen
Mandanten und Anwalt Dr. L._ für sich selbst anwesend. Von Seiten
der Beschwerdegegnerin 1 waren deren Rechtsvertreter (RA Dr. Bänziger),
ein Gemeindevorstandsmitglied und der Leiter des kommunalen Bauamtes
präsent. Die Beschwerdegegnerin 2 war durch ihren Rechtsvertreter (RA
Dr. Wieser), ihren Architekten und die beiden Investoren des Bauprojekts
vertreten. Am Augenschein haben zudem (gemäss Einladung vom 1. Mai
2020) als Auskunftspersonen der Ortsplaner AB._ und die
- 36 -
Bauberaterin H._ teilgenommen. Allen Anwesenden wurde anlässlich
dieses Augenscheins an vier verschiedenen Standorten die Möglichkeit
geboten, sich zu den jeweiligen Örtlichkeiten, Distanzen und
Raumverhältnissen, Zufahrten/Erschliessung und weiteren Begebenheiten
zu äussern (vgl. Protokoll des Augenscheins). Zu Beginn der Begehung
(am Standort 1) reichte RA Dr. L._ (Eigentümer der noch nicht
überbauten Parzelle AC._ oberhalb der Via I._) einen
Situationsplan 'Hotel b. E._, B._, Variante c, im Massstab 1:500'
(betreffend ursprüngliche Anordnung der Hotelbaute entlang der Via
I._ mit zahlreichen/offenen Sportplätzen und Anlagen gegen Süden
hin [=Beilage 1] sowie einen Höhenschnittplan 'Hotel b. E._ B._,
Querschnitt b, 1:200' (betreffend die Hotelgeschosse [EG; OG 1-3]
einschliesslich der Aussichtsverhältnisse danach ab Parzelle AC._
[=Beilage 2]) ein. Am Standort 2 wurde noch eine Visualisierung (bereits
bei den Akten) eingereicht. Auf dieser Visualisierung ist der Baukörper ab
der 'Via AD._ abgebildet [=Beilage 3], wobei sich die Parteien über die
Aussagekraft der Abbildung wegen der Perspektivenwahl uneins geblieben
sind.
33. Am 30. November 2020 fand (antragsgemäss) eine Gerichtsverhandlung
nach Art. 45 VRG im Gerichtssaal, 1. Obergeschoss, des Kantonsgerichts
Graubünden an der Poststrasse 14 in Chur statt. Der Beschwerdeführer
(A._) war durch Rechtsanwalt MLaw Andrea-Franco Stöhr vertreten.
Rechtsanwalt Dr. Otmar Bänziger war für die Beschwerdegegnerin 1
(Gemeinde) in Begleitung von AE._ (Mitarbeiter Bausekretariat)
anwesend. Rechtsanwalt Dr. Marc Wieser war für die Beschwerdegegnerin
2 (Bauherrin) vor Ort präsent. Als Zuschauer/Besucher war Dr. L._
(mit Gerichtsverhandlung am Vormittag; wobei dort Rechtsanwalt lic. iur.
Stefan Metzger plädierte) zugegen. Allen Parteien wurde dabei die
Möglichkeit geboten, sich zu den strittigen Sach- und Rechtsfragen
nochmals zu äussern, wobei RA MLaw Stöhr seine Plädoyer-Notizen
- 37 -
(Umfang 22 Seiten mit Anhang: Zeitungsartikel regionale Zeitung vom 14.
Dezember 2017) samt Dokumentation "Verfahren R 18 46" (Power-Point-
Präsentation) beim Gericht einreichte.
Auf die weiteren Ausführungen und Argumente der Parteien wird, soweit
erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Das Gericht verzichtet aus prozessökonomischen Gründen darauf, wie von
der Beschwerdegegnerin 1 am 29. August 2018 beantragt, die Verfahren
R 18 43, R 18 44, R 18 46 und R 18 52 zusammenzulegen. Obwohl die vier
Beschwerden den gleichen Streitgegenstand betreffen, enthalten sie doch
wesentliche Unterschiede in den Anträgen selbst, insbesondere in den
prozessualiter gestellten Anträgen und ebenfalls in der Begründung ihrer
formellen und materiellen Anträge. Das Gericht hat indessen aus
Zweckmässigkeitsgründen jeweils für alle vier Beschwerden die
erforderlichen Verfahrensschritte koordiniert und eröffnet die vier Urteile
zudem gleichzeitig.
1.2. Anfechtungsobjekte sind der Bau- und Einspracheentscheid vom 3./5. Juli
2018 an den Beschwerdeführer sowie die zwei erteilten Baubewilligungen
vom 3./5. Juli 2018 der Beschwerdegegnerin 1, worin die Baugesuche Nr.
J._ (für Hotel K._ mit Infrastrukturräumlichkeiten und Hotel von
ca. 190 Betten und öffentlichem Restaurant für 70-90 Personen/Gäste
durch Beschwerdegegnerin 2) und Nr. T._ (für Abbruch und Neubau
Infrastrukturbauten E._ mit gleichem Sportangebot wie heute durch
Beschwerdegegnerin 1) mit Auflagen und Bedingungen bewilligt wurden.
Nicht (mehr) Gegenstand dieses Verfahrens sind der inhaltlich
gleichlautende Bau- und Einspracheentscheid vom 12./19. Juni 2018 sowie
die zeitgleich erlassenen Beschlüsse der Beschwerdegegnerin 1 vom
- 38 -
12./19. Juni 2018 betreffend dieselben Baugesuche, weil ein vollständiger
Ersatz derselben durch die nachträglich (mit Unterschriften des Vize-
Gemeindepräsidenten) ergangenen Entscheide vom 3./5. Juli 2018 erfolgt
ist. Die Rechtsmittelfrist hat damit erst ab Erhalt der neuen Entscheide –
unter Wahrung der Gerichtsferien nach Art. 39 Abs. 1 lit. b und Art. 52 Abs.
1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100;
Unterbruch der 30-tägigen Anfechtungsfrist vom 15. Juli bis 15. August) –
zu laufen begonnen und somit spätestens am 5. September 2018 geendet.
Beurteilungsgegenstand bildet somit die Rechtmässigkeit des
angefochtenen Bau- und Einspracheentscheids einschliesslich der
zugehörigen zwei Baubewilligungen.
2.1. Als formeller und materieller Adressat der angefochtenen Entscheide ist
der Beschwerdeführer als Nachbar auf Parzelle AF._
(Stockwerkeigentümer im Haus V._ 2 oberhalb der Via I._) im
Norden der betroffenen Bau- und Erschliessungsparzellen D._ (inkl.
Baurechtsgrundstück G._) und AA._ direkt unterhalb der Via
I._ offensichtlich im Sinne von Art. 50 VRG berührt, weil er stärker als
unbeteiligte Dritte oder die Allgemeinheit vom Gesamtprojekt (Hotelneubau
mit mehreren Sportplätzen und Infrastrukturanlagen für Betrieb und
Erschliessung) auf der gegenüberliegenden Strassenseite der Via I._
betroffen wird und somit in einer besonders beachtenswerten, nahen
Beziehung zum talseitigen Streitgegenstand steht (vgl. BGE 139 II 279
E.2.3; Urteil des Bundesgerichts 1C_139/2017 vom 6. Februar 2018 E.1.3
– Beschwerdelegitimation für Nachbarn im Umkreis von rund 100 m bejaht;
vgl. auch FRITZSCHE/BÖSCH/WIPF/KUNZ, Zürcher Planungs- und Baurecht,
Bd. 1, 6. Aufl., Wädenswil 2019, S. 198). Ein schutzwürdiges Interesse liegt
vor, wenn die tatsächliche oder rechtliche Situation des Beschwerdeführers
durch den Ausgang des Beschwerdeverfahrens beeinflusst werden kann
(BGE 137 II 30 E.2.2.2 und 139 II 279 E.2.2). Ein solch schutzwürdiges
Interesse ist mittels gerichtlicher Überprüfung der vom Beschwerdeführer
- 39 -
geltend gemachten Einschränkungen oder Beeinträchtigungen
(Aussichtsverlust, Mehrverkehr, zusätzlicher Lärm etc.) für die
Nachbarparzelle AF._ (Haus Y._) sicher nicht auszuschliessen,
womit dem Beschwerdeführer auch die Beschwerdelegitimation zukommt.
Die schriftlich eingereichte Beschwerde datiert ausserdem vom 21. August
2018, womit die 30-tägige Anfechtungsfrist gemäss Art. 52 Abs. 1 VRG seit
der Zustellung der angefochtenen Entscheide vom 3./5. Juli 2018 (unter
Einbezug der bereits erwähnten Gerichtsferien im Sommer) ebenfalls
eingehalten wurde und die Beschwerde somit rechtzeitig beim dafür
zuständigen Verwaltungsgericht (Art. 49 Abs. 1 lit. a; Art. 50 ff. VRG)
erhoben wurde. Auf die Beschwerde ist folglich – mit Ausnahme
nachfolgender Präzisierung bezüglich Anfechtbarkeit des NUP 2014/2015
(siehe E.2.2.) – einzutreten. Nichteingetreten kann auch auf die Anträge
Ziff. 1.2 und 1.3 (vgl. E. 3.5.).
2.2. Die Anfechtung von Nutzungsplänen unterwirft das Bundesgericht den
Regeln über die Einzelanfechtung im Sinne von Art. 82 lit. a des
Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110). Wenn
Nutzungspläne als Erlasse betrachtet würden, würde eine rein virtuelle
Betroffenheit als Legitimationsvoraussetzung genügen, weil zur
Anfechtung eines Erlasses berechtigt ist, wer mit einer gewissen minimalen
Wahrscheinlichkeit damit rechnen kann, der Rechtssatz werde künftig auf
ihn angewendet. Beschwerden gegen Entscheide setzen dagegen ein
aktuelles Interesse voraus, den angefochtenen Entscheid aufgehoben zu
sehen (vgl. dazu PETER HÄNNI, Planungs-, Bau- und besonderes
Umweltschutzrecht, 6. Aufl., Bern 2016, S. 100 zzgl. Rz. 169 mit Verweis
auf BGE 133 II 358). Legitimiert zur Anfechtung von Nutzungsplänen sind
damit nur gegenwärtige Eigentümer (auch Pächter) von planbetroffenen
Liegenschaften und angrenzender Gebiete, nicht aber potentielle
Grundstücksnutzer (HÄNNI, a.a.O. S.100-101 zzgl. Rz. 170 mit Verweis auf
BGE 133 II 252). Im konkreten Fall führte der Beschwerdeführer in seiner
- 40 -
Beschwerde dazu selbst aus, dass er im Zeitpunkt der Abstimmung über
die projektbezogene NUP 2014 keine Möglichkeit gehabt habe, seine
Interessen zu verteidigen, weil er damals weder Mieter noch Eigentümer
der Wohnung in der V._ gewesen sei. Er habe deshalb jetzt Anspruch
auf akzessorische Überprüfung der rechtskräftigen Grundordnung. Dieser
Darstellung kann nach dem eingangs Gesagten aber nicht gefolgt werden.
Der Beschwerdeführer hätte vielmehr 2014/2015 mangels aktuellen
Rechtsschutzinteresses keine abstrakte Plankontrolle verlangen können.
Es wäre daher nur schwer nachvollziehbar, wenn derselbe jetzt die
inzidenzielle (akzessorische) Plankontrolle beantragen könnte. Der
Beschwerdeführer ist somit nicht legitimiert, die vorfrageweise Überprüfung
der NUP im Nachhinein zu verlangen. Es wäre zudem in der Sache
widersinnig, wenn diese eigens für das vorliegende Bauprojekt
durchgeführte NUP, welche gerade mal fünf Jahre zurückliegt, und auch
angesichts der weitgehenden Übereinstimmung des vorliegenden
Bauprojekts mit der damals durchgeführten NUP jetzt nochmals
akzessorisch überprüft werden könnte. Weiter ist festzuhalten, dass nach
ständiger Rechtsprechung die akzessorische (vorfrageweise) Überprüfung
von Nutzungsplänen im Baubewilligungsverfahren nur ausnahmsweise
möglich ist, namentlich, wenn sich die Sach- oder Rechtsverhältnisse
wesentlich geändert haben (BGE 145 II 83 E.5, 144 II 41 E.5.1; Urteil des
Bundesgerichts 1C_161/2019 vom 23. Januar 2020 E.3.4). Das Vorliegen
einer wesentlichen Änderung der Sach- oder Rechtsverhältnisse wurde
hier aber bereits einmal im Rahmen der Planbeständigkeit des
Nutzungsplans gemäss Art. 21 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Raumplanung (RPG; SR 700) gerichtlich geprüft und verneint (vgl. Urteil
des Verwaltungsgerichts [VGU] V 18 5 vom 10. Juli 2018 E.4.1. ff.).
3.1. In materieller Hinsicht gilt es nachfolgend (Prüfungsraster) insbesondere
die Berechtigung zur Einreichung der zwei angefochtenen Baugesuche
(E.3.1.1.) mit der Möglichkeit der Enteignung (E.3.1.2.), die
- 41 -
Ausstandsproblematik (E.3.2. ff. und 3.3. ff.), die Anträge auf Einholung von
Gutachten (E.3.4.), die Anträge auf Fällung neuer Entscheide ohne
Mitwirkung des Präsidenten der Beschwerdegegnerin 1 (E.3.5.), die Rüge
der fehlenden Orientierung der Anstösser (E.3.6.), die Einwände gegen die
Ästhetik und Dimensionierung des Hotels (E.3.7. ff.), den Einbezug der
rechtskräftigen NUP (E.3.8.), die Zerstörung der Aussicht (E.3.9.), den
Vorwurf der Nichteinhaltung der Abstandsvorschriften (E.3.10.), die
Einwände gegen die Bauberatung (E.3.11) sowie den Erschliessungsturm
(E.3.12.), die Einteilung des Sportplatzes (E.3.13.), den anerbotenen
Lärmschutznachweis (E.3.14.), die Zulässigkeit von Nutzungsauflagen in
den Baubewilligungen (E.3.15.) mitsamt Wahrung des rechtlichen Gehörs
für solch 'nachgelagerte' Bewilligungen mittels Auflagen nach Art. 90 KRG
(E.3.16.), auf deren Rechtmässigkeit und deren Übereinstimmung mit den
zur Anwendung gelangenden Vorschriften zu prüfen und zu entscheiden.
3.1.1. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers können die benötigten
Berechtigungen zur Einreichung der zwei Baugesuche Nr. J._ und Nr.
T._ und der Projektänderungsgesuche auch erst vor Baubeginn als
vollzogen nachgewiesen werden (vgl. Art. 72 Abs. 2 KRG). Vorliegend sind
die massgebenden Verträge (Baurechtsvertrag vom 15. Dezember 2016,
vgl. Akten der Beschwerdegegnerin 1, BG1-act. V/6, schwarzer Ordner,
Teil 1, mit Vorprojekt E._ und Mutationsplan Nr. 1734; sowie
Vereinbarung Nutzungsübertragung vom 23. März 2018, ebenfalls BG1-
act. V/6, schwarzer Ordner, Teil 1) nachweislich bereits abgeschlossen,
jedoch im Grundbuch noch nicht vollzogen worden, was aber demzufolge
nicht schadet. Speziell ist die Situation nur bei Parzelle AA._, wo
tatsächlich nicht von allen Beteiligten Zusagen für die Erschliessung
vorliegen. Diesbezüglich ist aber auf die Möglichkeit innert zwei Jahren ab
Rechtskraft der Baubewilligungen – die betreffenden Rechte auf Parzelle
AA._ mittels Enteignungsgesuchs an das kantonale Departement für
Infrastruktur, Energie und Mobilität (DIEM) zu erlangen – hinzuweisen.
- 42 -
3.1.2. Nach Art. 97 Abs. 1 Ziff. 2 KRG ist der Gemeinde mit der Genehmigung der
Grundordnung das Enteignungsrecht erteilt für die darin festgesetzten
Flächen oder Flächenanteile in anderen Bauzonen für öffentliche oder
öffentlichen Interessen dienende Bauten und Anlagen. Im Rahmen des
projektbezogenen NUP 2014/2015 mit dem längst rechtskräftigen GEP –
als Bestandteil der Grundordnung gemäss Art. 22 Abs. 2 KRG – wurde die
Rechtsgrundlage geschaffen, die Zufahrt über Parzelle AA._ – selbst
gegen den Willen des Beschwerdeführers – erforderlichenfalls enteignen
zu können. Eine einwandfreie und möglichst gefahrlose Hotelzufahrt ist von
enorm hohem öffentlichen Interesse sowohl für die Hotelgäste als auch die
einheimischen Verkehrsteilnehmer. Art. 97 KRG regelt die Ausübung
dieses Rechts; dessen Bestand muss hingegen nicht mehr vor Gericht
erstritten werden. Sollte dereinst allenfalls ein Streit über die Höhe der
Entschädigung als Folge der Enteignung ausbrechen, wird in Art. 97 Abs.
4 KRG verfahrensrechtlich klar festgehalten, wie dann vorzugehen wäre.
In diesem Rügepunkt ist die Beschwerde daher abzuweisen.
3.2. Zur Ausstandsproblematik gilt es zwischen zwei Ausstandsbegehren zu
unterscheiden. Der Grund für das Ausstandsbegehren 1 – beantragt von
Rechtsanwältin J. O._ und wie behauptet auch von Beschwerdeführer
A._ – war, dass die Beschwerdegegnerinnen 1 und 2 eine
gemeinsame Vernehmlassung zu den Einsprachen gegen die
Stammbaugesuche und die Projektänderungsgesuche verfasst haben. Das
Ausstandsbegehren 2 betraf indes die Aussage des Gemeindepräsidenten
im Zeitungsinterview vom 14. Dezember 2017, woraus dessen
Befangenheit hergeleitet wurde.
3.2.1. Anlässlich des Einspracheverfahrens (siehe Einspracheunterlagen in den
Ordnern I-II) betreffend die Stammbaugesuche wurde offenbar nur von
Rechtsanwältin J. O._, P._ und Mitbeteiligte (wohl alles STWE-
- 43 -
Eigentümer im Haus 'Chesa AG._ auf Parzelle AH._) der Antrag
auf Ausstand des Gemeindevorstands gestellt. Dieser Antrag wurde
indessen vom Gemeindevorstand am 17., mitgeteilt bloss an RAin O._
am 23. Oktober 2017 abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde (siehe
BG1-act. III/19). Dieser Entscheid blieb unangefochten und ist deshalb
inzwischen längst in Rechtskraft erwachsen. Dem Beschwerdeführer
A._ wurde der Gemeindevorstandsentscheid vom 17./23. Oktober
2017 am 7. Februar 2018 auf sein Begehren vom 2. Februar 2018 hin vom
Vorstand anonymisiert zugestellt. Im Begleitschreiben dazu erklärte der
Gemeindevorstand dem Beschwerdeführer, er habe mit Schreiben vom 31.
August 2017 gar kein Ausstandsbegehren gestellt (BG1-act. III/18).
Beschwerdeführer A._ hat dagegen bis zur Einreichung der
Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 21. August 2018 nicht mehr
remonstriert. In der betreffenden Prozesseingabe ans Gericht behauptet
der Beschwerdeführer allerdings, über sein Ausstandsgesuch (vom 31.
August 2017) sei bis heute nicht entschieden worden. Es stimme nicht,
dass ihm die Beschwerdegegnerin 1 den diesbezüglichen Beschluss des
Gemeindevorstands vom 17./23. Oktober 2017 zur Kenntnis gebracht
habe. Die Zustellung dieses Entscheids in anonymisierter Form sei keine
förmliche Zustellung (Mitteilung). Der ganze Gemeindevorstand hätte in
Ausstand treten müssen.
3.2.2. Richtig ist, dass der Gemeindevorstand dem Beschwerdeführer A._
den Zwischenentscheid vom 17./23. Oktober 2017 nur in anonymisierter
Form zugestellt hat (BG1-act. III/18). Dieser Zwischenentscheid ist aber
nicht die Handlung, welche hier das Anfechtungsobjekt gebildet hätte. Zu
beanstanden wäre seitens des Beschwerdeführers vielmehr der
Begleitbrief des Gemeindevorstands vom 7. Februar 2018 gewesen, in
welchem dieser ausführte, er betrachte die Zuschrift des
Beschwerdeführers A._ vom 31. August 2017 nicht als
Handlungsanweisung, weil darin weder ein Begehren noch ein Antrag
- 44 -
formuliert worden sei (BG1-act. III/18). Der Inhalt dieser Zuschrift vom 31.
August 2017 lautete wie folgt:
"Sodann sei erwähnt, dass der Gemeindevorstand in vorliegender Angelegenheit in den Ausstand zu treten hat (Art. 6 Abs. 1 lit. b VRG). Es ist offensichtlich, dass dieser nicht in der Lage ist, die Einsprachen objektiv und unabhängig zu beurteilen. Dies wird dadurch verdeutlicht, dass die Gemeinde als Einsprachegegnerin ihre Stellungnahme mit jener der
Baugesuchstellerin vereint hat."
Die Beschwerdegegnerin 1 hat sich somit geweigert, diese Zuschrift als
Ausstandsbegehren zu behandeln. Der Beschwerdeführer A._ focht
jedoch diese (Handlungs-) Weigerung des Gemeindevorstands vom 7.
Februar 2018 nicht an, womit diese spätestens zwei Monate später (zzgl.
Gerichtsferien nach Art. 39 Abs. 1 lit. a VRG – Fristenstillstand vom siebten
Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern) in Rechtskraft
erwachsen ist (vgl. Art. 22 Abs. 2 VRG). Wenn der Beschwerdeführer
A._ erst in seiner Prozesseingabe vom 21. August 2018 das Thema
wiederaufnahm, war dies eindeutig zu spät (vgl. dazu BG1-act. III/18 und
19).
3.3. Das Gleiche gilt betreffend die vom Beschwerdeführer A._ geltend
gemachte Befangenheit des Präsidenten der Beschwerdegegnerin 1
aufgrund des Zeitungsinterviews, welches am 14. Dezember 2017 in der
regionalen Zeitung publiziert wurde (BG1-act. VII/15). Der
Beschwerdeführer A._ bringt erst in seiner Prozesseingabe vom 21.
August 2018, also mehr als acht Monate später, vor, der
Gemeindepräsident habe am 14. Dezember 2017 gegenüber der
regionalen Zeitung gesagt, die Baubewilligungen würden erteilt und damit
dem Entscheid der Baubehörde unzulässig vorgegriffen, und er habe
(materiell) auch an den neuen Entscheiden vom 3./6. Juli 2018 mitgewirkt,
ansonsten diese anders ausgefallen wären als die
Gemeindevorstandsbeschlüsse vom 12./20. Juni 2018.
- 45 -
3.3.1. Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) und Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101)
garantieren für gerichtliche Verfahren einen Anspruch auf ein durch Gesetz
geschaffenes, unabhängiges und unparteiisches Gericht. Der Anspruch auf
gleiche und gerechte Behandlung gemäss Art. 29 Abs. 1 BV umfasst nach
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch das Gebot der
Unbefangenheit als Teilgehalt des Anspruchs auf ein faires Verfahren
(BGE 140 I 326 E.5.2; Urteil des Bundesgerichts 2C_382/2018 vom 15.
März 2019 E.2.3). Auch in Verfahren vor nicht gerichtlichen Behörden
besteht folglich insofern ein Anspruch auf Unparteilichkeit der
Verwaltungsbehörde, als am Entscheid kein befangenes Behördenmitglied
mitwirken darf. In Analogie zu Art. 30 Abs. 1 BV verpflichtet Art. 29 Abs. 1
BV eine Amtsperson zum Ausstand, wenn Umstände vorliegen, die nach
objektiven Gesichtspunkten geeignet sind, den Anschein der Befangenheit
zu erwecken (BGE 144 I 234 E.5.2, 141 IV 178 E.3.2.1, 139 I 121 E.5.1;
Urteile des Bundesgerichts 6B_1005/2019 vom 25. Juni 2020 E.1.3 und
2C_717/2018 vom 24. Januar 2020 E.4.1). Kern der Garantie der
Unbefangenheit bildet sowohl für Behördenmitglieder wie für Mitglieder der
Gerichte, dass sie sich in Bezug auf die Beurteilung eines Sachverhalts
nicht bereits festgelegt haben (Urteil des Bundesgerichts 6B_457/2020
vom 20. Juli 2020 E.2.2.2). Liegen bei objektiver Betrachtungsweise
Gegebenheiten vor, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der
Voreingenommenheit zu begründen vermögen, so ist diese Garantie
verletzt (BGE 126 I 68 E.3, 125 I 119 E.3a). Der Gemeindevorstand –
mitsamt Präsidenten der Beschwerdegegnerin 1 – ist keine richterliche
Behörde, sondern Organ der Verwaltung. Nach der gefestigten Praxis des
Bundesgerichts sind politische Behörden (Kantonsregierungen,
Gemeindeexekutiven etc.) wegen ihres Amtes, anders als ein Gericht, nicht
allein zur (neutralen) Rechtsanwendung oder Streitentscheidung berufen.
- 46 -
Sie tragen zugleich eine besondere Verantwortung für die Erfüllung
bestimmter öffentlicher Aufgaben. Das Bundesgericht hat denn auch
wiederholt entschieden, dass Behördenmitglieder nur dann in den
Ausstand zu treten haben, wenn sie an der zu behandelnden Sache ein
persönliches Interesse haben; nimmt ein Behördenmitglied jedoch
öffentliche Interessen wahr, so besteht grundsätzlich keine
Ausstandspflicht (so Urteil des Bundesgerichts 1P.48/2007 vom 11. Juni
2007 E.4.1). Die für Gerichtspersonen geltenden Ausstandsregeln finden
daher grundsätzlich keine Anwendung. Wann Mitglieder einer
Administrativbehörde in den Ausstand zu treten haben, bestimmt sich
ausschliesslich nach dem anwendbaren Verfahrensrecht und nach den aus
Art. 8 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 BV herzuleitenden Grundsätzen (BGE 125
I 119 E.2b). Der Bürger hat demnach einen aus Art. 29 BV abgeleiteten
Mindestanspruch auf Unabhängigkeit und Unbefangenheit einer
Verwaltungsinstanz (BGE 107 Ia 135 E.2b, 116 Ia 242 E.3a/aa). Dieser
reicht aber nicht so weit wie die Garantie des Art. 30 Abs. 1 BV. Die
verwaltungsinterne Rechtspflege bietet der Natur der Sache nach also
nicht die gleichen Verfahrensgarantien wie die Rechtsprechung durch
unabhängige Gerichtsbehörden (Urteil des Bundesgerichts 1P.316/2003
vom 14. Oktober 2003 E. 3.6.1: PVG 2011 Nr. 20, 2009 Nr. 2; VGU R 17
85 vom 19. Juni 2018 E.5.2, R 11 41 vom 11. Oktober 2011 E.1, R 13 133
vom 1. Oktober 2013 E.2b).
3.3.2. Nach Art. 33 Abs. 1 des Gemeindegesetzes des Kantons Graubünden
(GG; BR 175.050) haben Mitglieder einer Gemeindebehörde bei der
Behandlung einer Angelegenheit in Ausstand zu treten, wenn sie selbst
oder eine mit ihnen im Ausschlussverhältnis im Sinne von Art. 32 GG
stehende Person daran ein unmittelbares persönliches Interesse haben. Im
Bereich der Rechtspflege richtet sich der Ausstand nach den
Bestimmungen des VRG (Art. 33 Abs. 3 GG). Laut Art. 6a Abs. 1 VRG
treten Personen, die einen Entscheid zu treffen, vorzubereiten oder zu
- 47 -
redigieren haben, von Amtes wegen oder auf Gesuch in den Ausstand u.a.
in Verfahren, in denen sie in anderer amtlicher Stellung an einem Entscheid
einer Vorinstanz in gleicher Sache mitgewirkt haben (lit. d) oder sie
aufgrund anderer Umstände als befangen erscheinen (lit. f). Nach Art. 6a
Abs. 3 VRG finden die Ausstandsgründe gemäss lit. d auf die Gemeinden
keine Anwendung. Art. 6b Abs. 2 VRG bestimmt weiter: Betrifft der
Ausstandsgrund die Vorsitzende oder den Vorsitzenden oder eine
Einzelbehörde, erfolgt die Durchführung des weiteren Verfahrens durch die
Stellvertreterin oder den Stellvertreter. Und zur 'Anfechtungsfrist' wird in
Art. 6b Abs. 3 VRG festgehalten: Die Parteien können einen
Ausstandsgrund innert zehn Tagen, seit sie davon Kenntnis erhalten
haben, bei der oder dem Vorgesetzten bzw. der oder dem Vorsitzenden
geltend machen. Die den Ausstand begründenden Tatsachen sind
glaubhaft zu machen.
3.3.3. Nach Auffassung des Gerichts stellt die Schlussfolgerung des
Beschwerdeführers aus dem geschildeten Ereignis betreffend
Zeitungsinterview nur eine Behauptung dar, die weder eine glaubhafte
Vermutung noch einen stichhaltigen Beweis für eine unzulässige
Befangenheit zu begründen vermag. Konkrete Anhaltspunkte, wonach der
Gemeindepräsident der Beschwerdegegnerin 1 ein persönliches Interesse
an der Erteilung der umstrittenen Baubewilligungen gehabt haben könnte,
sind für das Gericht bloss anhand des Zeitungsinterviews nicht ersichtlich
und materiell auch nicht glaubhaft vom Beschwerdeführer dargetan
worden. Im Übrigen hätte der Beschwerdeführer die Rüge der
Befangenheit spätestens bis 4. Mai 2018 – dem Ende der Einsprachefrist
gegen die zweite Projektänderung vom 29. März, amtlich aufgelegt vom 14.
April bis 4. Mai 2018 (vgl. BG1-act. III/14) – vorbringen müssen, eigentlich
aber schon viel früher, nämlich zehn Tage seit Bekanntwerden des
Zeitungsartikels vom 14. Dezember 2017 (siehe Art. 6b Abs. 3 VRG). Ein
Zuwarten von über acht Monaten bis zur Beschwerdeeingabe vom 21.
- 48 -
August 2018 erscheint hingegen treuwidrig und verdient keinen
Rechtsschutz. Auch ist zu verneinen, dass nur wegen des
Zeitungsinterviews eine Ausstandspflicht entstand, hat doch der
Gemeindepräsident seine recht apodiktisch klingende Aussage: "Und dann
werden wir die Baubewilligung erteilten" im selbigen Zeitungsinterview noch
selbst relativiert, indem er anschliessend beifügte: "Die Bauherrschaft und die Investoren bräuchten Planungssicherheit und hätten ein Anrecht darauf, eine Bewilligung
zu erhalten, sobald diese erteilt werden könne" (Hervorhebung mittels Unterstreichung
durch das Gericht).
Abgesehen davon ist nicht bewiesen, dass der Gemeindepräsident seine
Aussage gegenüber der Interviewerin genau in diesem Wortlaut gemacht
hat, weil der publizierte Zeitungstext von ihm unwiderlegt vorgängig nicht
autorisiert und damit auch nicht für richtig (beweisrelevant) taxiert wurde.
Der Gemeindepräsident ist zudem nach diesem Zeitungsinterview und vor
Ergehen der angefochtenen Entscheide vom 12./19. Juni 2018 (BG1-act.
VII/1-3) und rechtsverbindlich vom 3./5. Juli 2018 (BG1-act. VII/4-6) auch
in Ausstand getreten. Den Fauxpas der 'irrtümlich' gesetzten Unterschriften
des Gemeindepräsidenten hat die Beschwerdegegnerin 1 mit der
nochmaligen Durchführung des Genehmigungsverfahrens geheilt, da dem
Beschwerdeführer durch den Ersatz der zunächst (formell) fehlerhaften
Entscheide (Juni 2018) durch die neuen Entscheide (Juli 2018) und der
damit einhergehenden Verlängerung der Rechtsmittelfristen offensichtlich
kein Rechtsnachteil bezüglich der materiellen Überprüfung der
angefochtenen Entscheide entstanden ist (vgl. zur Heilung fehlerhafter
Entscheide: Urteile des Bundesgerichts 5A_194/2011 vom 30. Mai 2011
E.4.2.2 sowie U 217/02 vom 29. Oktober 2003 E.6.3.1;
HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl.,
Zürich/St. Gallen 2020, S. 260 Rz. 1175 mit Verweis auf BGE 137 I 195
E.2.3.2; auch BGE 133 I 201 E.2.3 sowie BGE 126 V 130 E.2c).
3.3.4. Die Beschwerde ist demnach in Bezug auf die Ausstandsbegehren (1+2)
materiell unbegründet und folglich abzuweisen.
- 49 -
3.4. Zu den Anträgen betreffend Einholung neutraler (externer) Gutachten hält
das streitberufene Verwaltungsgericht fest, dass die in den
Verfahrensanträgen Ziff. 2.2 bis Ziff. 2.4 gestellten Anträge auf Einholung
einer Expertise betreffend Auswirkungen/Mehrverkehr zur Tiefgarage, zur
Dimensionierung der Parkplätze und zum Ortsbildschutz samt qualitativer
Nutzung der Sport- und Spielplätze, für die vorliegende Streitentscheidung
nicht erforderlich sind. Nach Auffassung des Gerichts kann es über die
aufgeworfenen Fragen betreffend Mehrverkehr und Ästhetik aufgrund der
bewilligten Pläne, der Lärmprognose sowie den Erkenntnissen vom
Augenschein aufgrund eigener Wahrnehmung und aus eigenem Wissen
entscheiden (vgl. insbesondere BG1-act. IV/4 [Situationsplan], IV/5 [Ebene
3, Strassengeschoss – Ebene 2, Platzgeschoss; mit Handvermerk
'schwarz' auf Post-it-Zettel], IV/6 [Schnittplan dd/bb/aa und Südfassade
Schnitt ee/cc], IV/6 zuletzt [Erläuterung Terrainveränderung], IV/8 [Pro
Infirmis - Gästezimmernachweis], IV/13 [Umgebung Ebene 1 –
Garagengeschoss], IV/13 [Umgebung Ebene 2 – Platzgeschoss, je
Sommervariante und Wintervariante], IV/13 zuletzt [Umgebung Schnitt aa-
Schnitt cc]; speziell V/3 [Pläne mit Raumskizzen, Nutzungsberechnungen
S._ AG sowie Architekturbüro AI._ AG von 2017, genehmigt am
3. Juli 2018], V/5 [Fassadengestaltung], VII/12 sowie VII/15 [Visualisierung
Hotelneubau]), V/12 [Lärmschutznachweis vom 8. November 2017];
Protokoll des Augenscheins vom 24. Juni 2020 mit Bildaufnahmen/Fotos
und Planskizzen). Auch diesbezüglich ist die Beschwerde somit
abzuweisen.
3.5. Auf die Anträge des Beschwerdeführers (Ziff. 1.2 und Ziff. 1.3), wonach die
Organe der Beschwerdegegnerin 1 als auch der Gemeindepräsident
gerichtlich zu verpflichten seien, die neuen Entscheide ohne Mitwirkung
des Gemeindepräsidenten oder dessen Beeinflussung zu fällen, kann das
Verwaltungsgericht vorab nicht eintreten. Würden die angefochtenen
- 50 -
Entscheide aufgehoben und neue Verfahren eingeleitet, wäre nicht das
Gericht, sondern die Beschwerdegegnerin 1 selbst zur Beschlussfassung
über einen allfälligen Ausstand des Gemeindepräsidenten zuständig. Auf
diese Anträge kann daher zuständigkeitshalber nicht eingetreten werden.
3.6. Im Weiteren monierte der Beschwerdeführer, er sei als direkter Anstösser
(Wohnungseigentümer auf Parzelle AF._) im Norden zum Bauprojekt
auf Parzelle D._ im Süden auf der gegenüberliegenden Strassenseite
der Via I._ nicht (rechtzeitig) informiert worden, um sich gezielt
dagegen zur Wehr setzen zu können. Zur Orientierung der Anstösser von
Bauvorhaben wird in Art. 131 Abs. 5 des Baugesetzes der Gemeinde (BG)
diesbezüglich bestimmt: "Die Bauherrschaft ist verpflichtet, die Anstösserinnen und Anstösser schriftlich über das
Bauvorhaben zu orientieren. Eine Kopie des Schreibens geht an die Gemeinde."
Der Einwand der fehlenden Information des Beschwerdeführers A._
als (mittelbarer) Anstösser des Gesamtbauprojekts ist hier unbegründet.
Wie aus den Bauakten hervorgeht, wurden die entsprechenden
Baugesuche Nr. J._ und T._ nachweislich am 26. April 2017 beim
Bauamt der Beschwerdegegnerin 1 eingereicht. Bereits zwei Tage zuvor,
also am 24. April 2017, wurden alle umliegenden Grundstückseigentümer
und somit die 'direkten Anstösser' zum Bauvorhaben auf Parzellen D._
sowie AA._ (Zufahrt) schriftlich darüber informiert (vgl. BG1-act.
III/17). Der Beschwerdeführer A._ auf Parzelle AF._ wurde als
'indirekter Anstösser' aktenkundig am 8. Juni 2017 darüber orientiert (BG1-
act. III/17). Die Einsprachefrist gegen die Baugesuche endete jedoch erst
am 21. Juni 2017 (BG1-act. V/1). Die Beschwerdegegnerin 1 unterschied
bei der Orientierung zwischen den (sog. direkten) Eigentümern die
innerhalb der beiden Strassenzüge Via I._ und Via U._ und den
(sog. indirekten) Eigentümern ausserhalb, d.h. oberhalb und unterhalb der
bezeichneten Strassenzüge, zu denen räumlich eben auch der
Beschwerdeführer A._ zählte. Eine solche Differenzierung ist
- 51 -
nachvollziehbar und steht nicht im Widerspruch zu Art. 131 Abs. 5 BG. Im
Weiteren erfolgte die Orientierung sämtlicher Anstösserinnen und
Anstösser über die 1. Projektänderung mit Schreiben vom 15. November
2017 sowie über die 2. Projektänderung mit Schreiben vom 6. April 2018
(BG1-act. III/17). Zudem wurden die betreffenden Baugesuche
ordnungsgemäss publiziert und profiliert. Der Beschwerdeführer hat damit
aber die Baueinsprachefrist offensichtlich wahren können, weswegen er
gestützt auf Art. 131 Abs. 5 BG daraus nun nichts zu seinen Gunsten
herleiten kann. Die Beschwerde ist diesbezüglich unbegründet und
folgerichtig abzuweisen.
3.7. Zu den Rügen der ungenügenden Ästhetik sowie übermässigen
Dimensionierung des Hotelneubaus auf Parzelle D._ ist vorweg auf
die dazu massgebenden Gestaltungsvorschriften im kommunalen
Baugesetz (BG) sowie im übergeordneten Raumplanungsgesetz für den
Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) hinzuweisen, welche wie folgt
lauten:
Art. 22 BG [Gestaltung – Allgemeines] 1Bauten und Anlagen sind so zu gestalten, dass zusammen mit der bestehenden Umgebung eine gute Gesamtwirkung entsteht. Die Beurteilung dieser Gesamtwirkung richtet sich nach der bestehenden Umgebung, bei Vorliegen eines Konzeptes nach dessen Vorgaben. 2Bauten, welche diese Anforderungen nicht erfüllen, sind unzulässig, auch wenn sie den übrigen Bauvorschriften entsprechen. 3Bei der Beurteilung, ob eine gute Gesamtwirkung entsteht, ist besonders auf die folgenden Kriterien einzugehen:  Standort, Stellung, Form, Proportionen und Dimensionen eines Gebäudes;  Zugänge, Ein- und Ausfahrten;  Abstellplätze für Motorfahrzeuge;  Terrainveränderungen;  Aussenräume, insbesondere das Vorland, die Begrenzung gegen den öffentlichen
Raum und die Bepflanzung;  Gestaltung von Fassaden und Dach inkl. Farbgebung. Die Baubehörde kann
Farbbemusterungen am Bau verlangen. Mit der Baueingabe hat der Bauwillige in geeigneter Form (Bericht, Skizzen, Fotos) darzulegen, wie diese Kriterien geprüft wurden und wie das Projekt diesen im Sinne von Abs. 1 Rechnung trägt. 4Auf Verlangen der Baubehörde sind gewerbliche Anlagen und Bauten sowie Lagerplätze und dergleichen durch geeignete Einzäunungen oder Bepflanzungen abzuschirmen,
- 52 -
sofern sie das Orts- und Landschaftsbild beeinträchtigen. Dies gilt auch gegenüber bestehenden Bauten und Anlagen.
Art. 73 KRG [Kantonale Bauvorschriften – Gestaltung] 1Siedlungen, Bauten und Anlagen sind nach den Regeln der Baukunst so zu gestalten und einzuordnen, dass mit der Umgebung und der Landschaft eine gute Gesamtwirkung entsteht. 2Wo dieses Gesetz oder die Ortsplanung eine Pflicht zur Gestaltungsberatung vorsehen, haben sich die Bauherrschaft bei der Ausarbeitung der Projektpläne und die Baubehörde bei der Beurteilung des Bauvorhabens durch Fachleute in Fragen der Baugestaltung beraten zu lassen. 3Verunstaltet eine Baute oder Anlage wegen mangelhaftem Unterhalt das Orts- oder Landschaftsbild, verpflichtet die für die Baubewilligung zuständige Behörde die Eigentümer oder den Eigentümer zu den notwendigen Massnahmen. Kommen diese den Anforderungen innert Frist nicht nach, lässt die Behörde nach erfolgter Androhung die Massnahmen auf Kosten der Säumigen durch Dritte vornehmen.
3.7.1. In Anbetracht der soeben zitierten Normen und Regelungen sind aus
ästhetischer Sicht relativ hohe Anforderungen an ein Bauvorhaben zu
stellen. Doch dürfen die Anforderungen trotz der positiven Ausgestaltung
der Norm nicht derart hoch angesetzt werden, wie dies etwa der Fall wäre,
wenn eine optimale Gesamtwirkung verlangt würde. Für das streitberufene
Gericht steht damit fest, dass die Bestimmungen betreffend gestalterische
Einordnung einer Baute ins zeitlich gewachsene Orts- und Landschaftsbild
naturgemäss einen relativ weiten Ermessensspielraum der
Baubewilligungsbehörden mit sich bringt, da diese mit dem jeweils
vorherrschenden Baustil, der historischen Bau- und Ortsentwicklung sowie
den architektonischen Gepflogenheiten und Besonderheiten in ihrer
Gemeinde einschliesslich ganzer Talschaft am besten vertraut sind. Nach
gefestigter Rechtsprechung auferlegt sich das Verwaltungsgericht bei der
einzelfallbezogenen Überprüfung von Fragen der Ästhetik und Gestaltung
selbst eine gewisse Zurückhaltung, was bedeutet, dass es nur aus ganz
triftigen Gründen bzw. nicht ohne Not in das beträchtliche Ermessen der
lokalen Baubehörden eingreift, was im Ergebnis auf eine weniger strenge
Willkürprüfung hinausläuft (statt vieler: Urteile des Verwaltungsgerichts des
Kantons Graubünden [VGU] R 17 44 vom 2. Dezember 2019 E.21.2, R 17
37 vom 6. März 2018 E.3f, R 16 35 vom 4. November 2016 E.2d, R 12 104
vom 19. März 2013 E.2a, R 09 46 vom 27. August 2009 E.3a; so bereits:
- 53 -
PVG 1995 Nr. 25, 1994 Nr. 19 und 20, 1991 Nr. 16; ferner Urteile des
Bundesgerichts 1C_116/2018 vom 26. Oktober 2018 E.4.4, 1C_5/2016
vom 18. Mai 2016 E.5.3, 1C_92/2015 vom 18. November 2015 E.3.1.3,
1C_629/2013 vom 5. Mai 2014 E.7.1, 1C_434/2012 vom 28. März 2013
E.3, 3.2/3.3, 1C_115/2011 vom 17. Mai 2011 E.3, 3.1-3.3).
3.7.2. Bezüglich Ästhetik und Dimensionierung der Hotel- und Annexbauten ist
der Argumentation der Beschwerdegegnerinnen zu folgen. Die
Behauptung des Beschwerdeführers, dass das geplante Hotel
überdimensioniert sei und sich nicht in die umliegende Landschaft sowie
architektonische Umgebung mit dem typischen Dorfcharakter einfüge und
der Hotelneubau quer zur Landschaft geplant und ästhetisch untragbar sei,
ein übermässiger Schattenwurf anfalle, die Aussicht auf die umliegende
Bergwelt und ins AJ._ zerstört werde und der neue Hotelkomplex den
Sportplatz in zwei kleine unbrauchbare Hälften unterteile, hat sich sowohl
anhand der bewilligten Baupläne (vgl. dazu insbesondere BG1-act. IV/13
sowie V/3) und der diesbezüglich eingeholten Abklärungen als auch
anlässlich des Augenscheins des Gerichts nicht bestätigt. Wie der
Augenschein des Gerichts gezeigt hat, sind aus gestalterischer sowie
bauästhetischer Sicht sowohl in der näheren Umgebung als auch in
entfernterer Distanz in Richtung Osten zum Dorfzentrum und darüber
hinaus im oberen Dorfteil im Bereich der Post bereits bedeutend höhere
und voluminösere (Hotel-) Baukörper vorhanden, als das neu geplante
Hotelprojekt im Westen der Beschwerdegegnerin 1 mit seinen fünf
Geschossen. So weisen z.B. die schon bestehenden Hotels Y._ (vgl.
Standort 2, Foto 6) und X._ nachweislich sechs Geschosse und das
noch näher gelegene Z._ sogar zehn Geschosse (ohne Turm) auf.
Daneben hat es im Tourismus- und Kurort der Beschwerdegegnerin 1
zahlreiche weitere Gebäude und Anlagen (wie z.B. das
Veranstaltungszentrum mit grosszügigen Glasfenstern und
publikumsfreundlichem Vorplatz), welche von ihrer Kubatur und
- 54 -
Ausdehnung her durchaus mit dem geplanten Neubau samt umliegender
Grünflächen und Sportplätze vergleichbar sind. Selbst wenn man in dieser
Beziehung indes anderer Meinung wäre, würde der Hotelneubau samt
Infrastrukturanlagen aber stets noch den Anforderungen von Art. 73 Abs. 1
KRG entsprechen, wonach eine 'gute Gesamtwirkung' des Bauprojekts auf
die Umgebung ausreichend ist und den lokalen Baubehörden dabei ein
weiter Ermessensspielraum zukommt, der seine Grenzen erst im
Willkürverbot findet und somit hier sicherlich (noch) nicht überschritten
wurde.
3.8. Zudem hat bereits bei der projektbezogenen Nutzungsplanung 2014/2015
ein Vorprojekt vorlegen. Dieses war die Grundlage der projektbezogenen
NUP. Niemand hat ein Rechtsmittel gegen diese Planung erhoben. Diese
Ortsplanung (NUP) wird vom vorliegenden Bauprojekt praktisch zu 100 %
übernommen und stimmt auch mit den angepassten GEP/GGP überein.
3.9. Zur Thematik der Zerstörung der bisherigen Aussicht ist klarzustellen: Es
gibt keinen öffentlich-rechtlichen Anspruch auf Erhalt bisheriger
Aussichtsverhältnisse. Solange die einschlägigen Zonen- und
Bauvorschriften respektiert werden, ist innerhalb der Bauzone im Sinne von
Art. 27 KRG jederzeit mit der zonenkonformen Überbauung und Nutzung
benachbarter Grundstücke und damit künftigen Beeinträchtigungen der
eigenen Aussicht zu rechnen. Dies hat sich durch die raumplanerische
Siedlungsentwicklung nach innen verschärft. Diese Entwicklung führt
zwangsläufig zu höheren Gebäuden und vermehrt Beeinträchtigungen
bestandener Aussichtsverhältnisse. Auch dieser Kritikpunkt stösst
demnach ins Leere.
3.10. Zum Einwand der Nichteinhaltung der erforderlichen Abstandsvorschriften
durch das Neubauprojekt gilt es festzuhalten, dass die Einhaltung der
jeweiligen Grenzabstände ohne Weiteres überprüfbar ist, weil die
- 55 -
Neubauten allesamt innerhalb der drei Baufelder gemäss NUP projektiert
sind (so BG1-act. V/4 - Situationsplan mit Baufeldern 1-3 und neuen
Baukörpern).
3.11. Eine Bauberaterin – so wie in Art. 73 Abs. 2 KRG explizit vorgesehen –
wurde beigezogen. Deren Berichte sind nicht widersprüchlich ausgefallen.
Es wurde von ihr am 30. Mai 2017 (BG1-act. V/2) zwar zuerst festgehalten,
die Fassadengestaltung müsse noch verfeinert, präzisiert und verbessert
werden. Diese Anliegen wurden in den Projektänderungen berücksichtigt
und die Fassadengestaltung entsprechend überarbeitet und präzisiert. Die
Projektänderungspläne wiesen danach hinsichtlich der
Fassadengestaltung und der Materialisierung den gewünschten
Detaillierungsgrad auf. Auch inhaltlich wurde das Projekt im Sinne der
Bauberaterin überarbeitet und angepasst, beispielsweise werde der
Wellnessbereich im obersten Geschoss verglast ausgestaltet und es werde
auf vorgehängte Elemente verzichtet. Ebenfalls werde die Ostfassade
überarbeitet und verbessert. Die Bauberaterin habe die
Fassadengestaltung nicht per se bemängelt, sondern nur gefordert, dass
die Fassaden hinsichtlich Elemente und mit genauen Angaben über die
Materialisierung und die Farbgebung zu verfeinern und zu verbessern
seien. In ihrem (zweiten) Fachbericht vom 13. November 2017 (BG1-act.
V/2) führte dieselbe Bauberaterin dann aus, das Bauprojekt werde nun den
gestalterischen Anforderungen von Art. 22 BG und Art. 73 KRG gerecht.
Dieser fachkundigen Meinung hat sich die Baubehörde der
Beschwerdegegnerin 1 angeschlossen. Vorgesehen ist in den
Baubewilligungen unter Ziff. II a) 3 (siehe BG1-act. VII/5 S. 3 und BG1-act.
VII/6 S. 3) zudem, dass für die gestalterischen Belange die Bauberaterin
der Bauherrschaft (Beschwerdegegnerin 2) und dem
Projektverantwortlichen zur Seite gestellt wird. Nach der Überzeugung des
Gerichts ist die Beschwerde daher auch unter diesem Gesichtspunkt
abzuweisen.
- 56 -
3.12. Soweit der Beschwerdeführer eine Verletzung des neuen Art. 76a Abs. 5
BG (Sondervorschrift 'Hotelzone E._') in Bezug auf den geplanten
Erschliessungsturm (Infrastrukturanlage) entlang der Via I._ rügt, trifft
diese Behauptung nachweislich nicht zu. Der bezeichnete
Erschliessungsturm weist eine Grundfläche von 19.39 m2 auf (BG1-act. V/5
[Ebene 3 – Strassengeschoss mit Erschliessungsturm]). Die maximal
zulässige Fläche von 20 m2 nach Art. 76a Abs. 5 BG (BG1-act. VII/9 Ziff.
5) ist damit eingehalten, weshalb die Beschwerde auch diesbezüglich
abzuweisen ist.
3.13. Zu seiner Meinung nach verunglückten bzw. unzweckmässigen Einteilung
des Sportplatzes brachte der Beschwerdeführer vor, das geplante
Gesamtprojekt beinhalte nicht das gleiche Sportangebot wie bestehend.
Das neukonzipierte Sportangebot solle beispielsweise mit einer Eisbahn
ergänzt werden (BG1-act. IV/13 [Umgebung Ebene 2 – Platzgeschoss, je
Winter- und Sommervariante]). Der Sportplatz würde mit dem strittigen
Bauprojekt in zwei Hälften geteilt, so dass eine Nutzung wie heute nicht
mehr möglich sei (BG1-act. IV/13 [Situationsplan]). Das bestehende
Sportangebot entfiele damit. Aufgrund der Baugesuchunterlagen sei nicht
erkennbar, in welchem Ausmass die Abtragung von Terrain erfolgen werde.
Die Beschwerdegegnerin 1 sei auf ihre Behauptung zu behaften, der
Sportplatz werde nicht verkleinert. Daraus folge, dass die geplante
Zweiteilung des Platzes nicht bewilligt werden dürfe, andernfalls dieser
zwangsläufig verkleinert würde. Die Nutzungsmöglichkeit des Sportplatzes
sei wegen dessen Verkleinerung in Frage gestellt und eingeschränkt.
Zunächst hält das Gericht diesbezüglich fest, dass die Ausnivellierung des
Sportplatzes aufgrund der bewilligten Schnittpläne und insbesondere der
Erläuterungen zu den Terrainveränderungen vom 10. April 2018,
genehmigt am 3. Juli 2018, ersichtlich ist (BG1-act. V/5 zuletzt). Sodann
wird sich eine gewisse Verkleinerung des Sportplatzes aufgrund der
- 57 -
Tatsache, dass ein neues Hotel erstellt wird, logischerweise ergeben. Es
werden jedoch auch bestehende Bauten abgebrochen (BG1-act. VII/6
[Bewilligung T._ für Abbruch E._]). Die Nutzung wird aber – mit
dem gleichen oder einem ähnlichen Sportangebot wie jetzt – weitgehend
dieselbe bleiben. Die selbst gewonnenen Erkenntnisse betreffend
Platzeinteilung aufgrund der vollständigen und aussagekräftigen
Profilierung vor Ort im Rahmen des gerichtlichen Augenscheins hat diese
Einschätzung noch zusätzlich bestätigt (vgl. Standort 1: Gerichtsfotos 1-5,
Standort 2 Fotos 6-10, Standort 3 Fotos 11-16, Standort 4 Fotos 17-22
samt Anhang Gerichtsfotos mit Bildlegende). Ferner sind die Nutzung, der
Betrieb und das Sportangebot ohnehin nicht im Baubewilligungsverfahren
zu prüfen. Auch in dieser Beziehung ist die Beschwerde abzuweisen.
3.14. In Bezug auf die befürchtete Lärmproblematik (Mehrimmissionen vor Ort)
haben bereits die Einsprecher das Begehren gestellt, der vorgängig
eingeholte Lärmschutznachweis vom 8. November 2017 (BG1-act. V/12)
sei aus dem Recht zu weisen, weil dieser ein Parteigutachten darstelle und
zum Teil lückenhaft sei. Es sei daher noch ein neutrales Fachgutachten
darüber einzuholen. Gemäss angefochtenem Entscheid müsse das
Lärmschutzgutachten immer von den Baugesuchstellern selbst eingereicht
werden. Die Einholung von unabhängigen Lärmschutzgutachten sei nur
dann erforderlich, wenn berechtigte Zweifel an der Richtigkeit und
Zuverlässigkeit des von der Bauherrschaft (Beschwerdegegnerin 2)
selbständig eingereichten Lärmschutznachweises bestünden. Gerade dies
sei hier jedoch nicht der Fall. In der neu geschaffenen Hotelzone E._
gilt gemäss ergänzendem Zonenschema die Empfindlichkeitsstufe (ES) III.
Die umliegenden betroffenen Grundstücke liegen in der Wohnzone 2B und
es gilt dort die ES II (vgl. Art. 60 BG, [revidiertes] Zonenschema). In den
Zonen mit ES II gelten Planungswerte von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A)
in der Nacht (siehe Art. 2 [Belastungsgrenzwerte] Anhang 6 der
Lärmschutz-Verordnung des Bundes [LSV]; SR 814.41). Nach dem
- 58 -
Lärmschutznachweis vom 8. November 2017 werden die Planungswerte
hinsichtlich des Verkehrsaufkommens aufgrund der neuen Tiefgarage beim
Mehrfamilienhaus 14A-A auf Parzelle AA._ klar eingehalten (BG1-act.
V/12 S. 3), und dies sogar ohne vorgesehene Lärmschutzmassnahmen.
Auch die Lüftungsanlagen halten gemäss Lärmschutznachweis den
Planungswert der ES II von 45 dB(A) in einem Abstand von 20 m sicher ein
(BG1-act. V/12 S. 6). Damit ist die Einhaltung der Grenzwerte bei weiter
entfernten Wohnobjekten ebenfalls sichergestellt (BG1-act. V/12 S. 7
[Beurteilung/Empfehlungen] zzgl. Pläne mit Distanzangaben [12 m zum
Mehrfamilienhaus 14A-A auf Parzelle AA._ sowie 53 m zu Einfahrt
Tiefgarage bei Hotel auf Parzelle D._]). Die Einholung eines neuen
Lärm- und Immissionsgutachtens ist deshalb nicht erforderlich und die
Beschwerde auch diesbezüglich abzuweisen.
3.15. Zu den Nutzungsauflagen in den angefochtenen Baubewilligungen gilt es
zunächst auf Art. 90 KRG zu verweisen, wonach, wenn inhaltliche oder
formale Mängel des Bauvorhabens ohne besondere Schwierigkeiten
behoben werden können oder sich Anordnungen zur Schaffung oder
Erhaltung des rechtmässigen Zustands aufdrängen, mit der Bewilligung die
gebotenen Nebenbestimmungen (Auflagen, Bedingungen, Befristungen)
zu verknüpfen sind (Abs. 1). Nebenbestimmungen mit längerer zeitlicher
Wirkung oder von erheblicher Bedeutung sind vor Baubeginn auf Kosten
der Baugesuchstellenden im Grundbuch anzumerken. Das Grundbuchamt
bescheinigt der anmeldenden Behörde den Vollzug der Anmerkung (Abs.
2). Betreffend Hotelnutzung ist im konkreten Fall auf den (neuen) Art. 76a
BG abzustellen. Danach dürfen die Flächen im neu zu erstellenden Hotel
auf der Baurechtsparzelle G._ ausschliesslich als klassische
Hotelflächen einschliesslich Gastwirtschaftsbetriebe usw. genutzt werden.
Mit der Baubewilligung ist gleichzeitig eine Nutzungsübertragung von 1'556
m2 anrechenbarer Bruttogeschossfläche (BGF) zulasten von Parzelle
D._ und zu Gunsten der Baurechtsparzelle G._ verbunden (BG1-
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act. V/6 [Vereinbarung betreffend Nutzungsübertragung Ziff. 2 am Ende, S.
2]). Für die Pflichtparkplätze (Art. 31 BG), welche in den Plänen
eingezeichnet sind – und nach Art. 76a Abs. 7 BG im Grundsatz
unterirdisch in der Einstellhalle bereitgestellt werden müssen – gelten
ebenso die Beschränkungen und Auflagen nach Art. 31 Abs. 1-7 BG.
Konkret stehen hier 84 Pflichtparkplätze zur Verfügung (BG1-act. V/3
[Parkplatznachweis-Total Garagengeschoss]). Die Pflichtparkplätze dürfen
demzufolge ausschliesslich als Pflichtparkplätze für das Hotel und die
Sportanlagen genutzt werden. Sie sind dabei nach den entsprechenden
VSS-Normen auszuführen (BG1-act. VII/5 [Beschluss Gemeindevorstand
Ziff. II e 2., S. 5 und VII/6 Ziff. II e S. 4]), womit auch diese vom
Beschwerdeführer erhobene Rüge entkräftet wäre. Damit wird der
rechtmässige Zustand auf Baurechtsparzelle G._ geschaffen und –
mittels Nutzungsauflage in der Baubewilligung in Übereinstimmung mit Art.
90 KRG – auch erhalten. Die Grundsätze der Nutzung der Hotelzone
E._ sind zudem im (neuen) Art. 76a BG festgehalten. Darüber hinaus
sind, entgegen den Befürchtungen des Beschwerdeführers, keine weiteren
Sicherungsmassnahmen für die Festlegung und Gewährleistung der
zonenkonformen Nutzung auf Baurechtsparzelle G._ notwendig. Die
Beschwerde ist diesbezüglich somit unbegründet und abzuweisen.
3.16. Im Weiteren rügte der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs bezüglich der von der Beschwerdegegnerin 1 in Aussicht gestellten
'nachgelagerten' Bewilligungen mittels Auflagen gemäss Art. 90 KRG. In
diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die
Beschwerdegegnerin 1 zugesichert hat, dass gegen die vor Baubeginn
noch zu erfüllenden Bedingungen respektive zu denjenigen Unterlagen,
welche vor Baubeginn noch nachzureichen sind, Rechtsmittel ergriffen
werden können. In den jeweiligen Baubewilligungen wurde dazu noch
ausdrücklich bestimmt: Mit dem Bauvorhaben darf gemäss den
Baubewilligungen, Ziff. II. d), nämlich vorläufig nicht begonnen werden. Die
- 60 -
Baufreigabe erfolgt mit separater (anfechtbarer) Verfügung, sobald der
Nachweis erbracht ist, dass sämtliche vor Baubeginn zu erfüllenden
Auflagen erfüllt sind (vgl. BG1-act. VII/5 S. 5; BG1-act. VII/6 S. 4).
Vor Baubeginn nachzureichen sind:
 Notwendige Berechtigungen für Zufahrt- und Parkierungsanlagen. Nach Rechtskraft der Bewilligungen sind Verhandlungen über die für die Realisierung der Zufahrt und der Parkierungsanlagen nötigen Berechtigungen zu führen. Bei Nichteinigung ist innert zwei Jahren ab Rechtskraft der Baubewilligung ein Enteignungsgesuch einzureichen.
 Baurechtsvertrag zwischen Bürgergemeinde und Bauherrschaft (Beschwerdegegnerin 2) muss im Grundbuch vor Baubeginn eingetragen werden. Der Inhalt ist integrierender Bestandteil der Baubewilligung.
 Detaillausführung Wellnessbereich zur Prüfung und Genehmigung vorlegen.
 (Aktualisierter) Finanzierungsnachweis, woraus ersichtlich ist, dass die Finanzierung für die Projektrealisierung durch eine Bank, ein Finanzinstitut oder einen Investor gewährleistet ist (Art. 131 Abs. 6 BG).
 Fassadengestaltung vor Ausführungsbeginn zu bemustern (keine anfechtbare Verfügung).
 Beschriftungs- und Beleuchtungskonzept vor Baubeginn zu bewilligen.  Geometrie der Einfahrt durch ein Ingenieurbüro überprüft.
Übersichtlichkeit für Einfahrt in die Via I._ muss gemäss  SN 640 273 etwas erhöht werden. Allenfalls Parkplätze Nrn. 25 und eventuell 26 in Frage gestellt. Definitive Parkplatzeinteilung muss gemäss einschlägigen Normen erfolgen. Umsetzung im Zusammenhang mit Zusammenarbeit mit Bauamt und Verkehrspolizei vor Ort. (vgl. dazu Aufzählung in: BG1-act. VII/5 S. 4 und BG1-act. VII/6 S. 3).
Erfüllt ein Baugesuch die gesetzlichen Anforderungen nicht, ist
grundsätzlich der Bauabschlag zu erteilen. Durch Nebenbestimmungen
wie Auflagen können lediglich untergeordnete Mängel des Baugesuchs
behoben werden. Die Möglichkeit nach Art. 90 KRG vorzugehen, entfällt
wenn die Mängel eine wesentliche Projektänderung bzw. eine
konzeptionelle Überarbeitung des Projekts erfordern (Urteil des
Bundesgerichts 1C_37/2011 vom 14. April 2011 E.3.3;
FRITZSCHE/BÖSCH/WIPF/KUNZ, a.a.O., S. 393 f.). Die Anordnung von
Nebenbestimmungen kommt mit anderen Worten nicht in Betracht, wenn
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ohne grösseren planerischen Aufwand nicht beurteilbar ist, wie die Mängel
zu beheben sind und welche baurechtlichen, konzeptionellen und
gestalterischen Auswirkungen dies nach sich zieht (Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2017.00169 vom 13. Juli 2017
E.2.2). Es geht beispielsweise nicht an, einen Bau zu bewilligen mit der
Auflage, die fehlende Erschliessung müsse vor Baubeginn geregelt sein.
Dies folgt aus dem Grundsatz der Einheit des Bauentscheids, mit dem eine
einheitliche Beurteilung des baurechtlichen Sachverhalts sichergestellt
werden soll. Das bundesrechtliche Koordinationsgebot von Art. 25a RPG
verlangt, dass ein geplantes Bauvorhaben in einem einzigen und
einheitlichen Bewilligungsverfahren geprüft wird (Urteil des Bundesgerichts
1C_398/2016 vom 2. Februar 2017 E.2.7, in: ZBl 118/2017 S. 614).
Nachgelagerte Verfahren sind nur dann zulässig, wenn dies (1) von der
Sache her sinnvoll ist – so etwa wenn die Beurteilung der Farb- und
Materialwahl während der Bauausführung besser möglich ist – und sich
daraus (2) keine wesentlichen neuen Auswirkungen für das Projekt
ergeben oder ergeben können (siehe Urteil des Bundesgerichts
1C_615/2017 vom 12. Oktober 2018 E.2.5; sowie ARNOLD MARTI,
Besprechung des Urteils 1C_476/2016 vom 9. März 2017, in: ZBl 118/2017
S. 623). Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts sind die
Voraussetzungen für die Zulässigkeit von 'nachgelagerten' Verfahren
aufgrund der in den angefochtenen Baubewilligungen erwähnten Auflagen
und Bedingungen erfüllt. Ins Gewicht fällt dazu insbesondere, dass die
Bauausführung innert zwei Jahren erfolgen muss, andernfalls das ganze
Bauprojekt hinfällig würde. Damit ist die Gefahr von künftigen Bauruinen
wirksam gebannt. Die erfolgten Auflagen sind zudem auch bezüglich der
angekündigten Enteignung rechtens und vertretbar. Wie bereits dargetan
(vorstehend E.3.1.2.) ist der rechtskräftige GEP nach Art. 22 Abs. 2 KRG
gestützt auf Art. 97 Abs. 1 Ziff. 2 KRG der erforderliche Rechtstitel für das
Enteignungsrecht. Die gesetzliche Grundlage für die Vollstreckung der
Bewilligungsauflage (notwendige Zufahrt) ist demnach vorhanden. Die
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Bewilligung zur Erschliessung fehlt also nicht, sondern muss nur noch
vollstreckt werden. Der in der Bewilligungsauflage erwähnte
Baurechtsvertrag ist ebenfalls aktenkundig. Die aufgelistete
Detaillausführung im Wellnessbereich wie auch das Vorlegen eines
Finanznachweises stellen keine nennenswerten Änderungen am
Gesamtprojekt dar. Die Auflagen bezüglich Bemusterung der
Fassadengestaltung sowie das vorgängige Einreichen eines
Beschriftungs- und Beleuchtungskonzepts machen Sinn und sind die
klassischen Beispiele und Anwendungsfälle für zulässige und gebotene
Nebenbestimmungen im Sinne von Art. 90 Abs. 1 KRG (vgl. Auflistung in
FRITZSCHE/BÖSCH/WIPF/KUNZ, a.a.O., S. 394). Dasselbe gilt auch in Bezug
auf die vorgängige Überprüfung der Geometrie der Einfahrt durch ein
Ingenieurbüro, das lediglich der geplanten Projektverwirklichung dient.
Selbst die Auflage, dass die Übersichtlichkeit für die Einfahrt vielleicht noch
zu erhöhen sei und deshalb die Zahl der Aussenparkplätze aus
verkehrstechnischen Gründen allenfalls geringfügig (um die Parkplätze
Nrn. 25/26) redimensioniert werden könnte, ändert nichts daran, dass es
sich dabei im Vergleich zum Gesamtprojekt nur um kleine Details handelt,
zumal sich die Gesamtzahl der neu geschaffenen Parkplätze auf total 97
(davon 84 unterirdisch in Tiefgarage) beläuft, womit der Verlust von zwei
oberirdischen Parkplätzen sicherlich noch verkraftbar erscheint (vgl. BG1-
act. V/3 – Plan 'Parkplatznachweis' Nr. 25-34). Der dazu enthaltende
Auflagehinweis, dass die definitive Parkplatzeinteilung gemäss den
einschlägigen Normen erfolgen müsse, kann knapp als genügend
qualifiziert werden, weil dadurch keine wesentlichen Änderungen oder
Auswirkungen auf das Gesamtparkierungskonzept zu erwarten sind. Für
das Gericht ist daher nicht ersichtlich, wieso und inwiefern die Baubehörde
der Beschwerdegegnerin 1 den ihr zustehenden Ermessensspielraum
bezüglich Umfang oder Inhalt der konkret kritisierten Nebenbestimmungen
überschritten oder missbraucht haben sollte. Die Festlegung der von der
Baubehörde gewünschten Änderungen in den erwähnten Auflagen sind in
- 63 -
einer Gesamtschau nicht zu beanstanden, zumal bei grossen Bauprojekten
– wie hier – die Formulierung von sinnvollen und sachlich gebotenen
Ausführungspunkten (mittels Auflagen, Befristungen etc.) gestützt auf Art.
90 KRG in der Rechtswirklichkeit durchaus üblich und zulässig ist (vgl. VGU
R 16 59 vom 12. September 2017 E.5d [AK._-Fall]).
Vor Betriebsbeginn auszuarbeiten ist zudem ein Betriebs- und
Unterhaltsreglement für die Benützung des zukünftigen Areals (BG1-act.
VII/5 Ziff. II c S. 4 unten, sowie VII/6 Ziff. II c S. 4 oben). Dieses Reglement
bildet allerdings nicht Gegenstand des vorliegenden
Baubewilligungsverfahrens. Aufgrund dieser Sach- und Rechtslage ist das
rechtliche Gehör des Beschwerdeführers nicht verletzt worden, weswegen
die Beschwerde auch in diesem Rügepunkt ins Leere stösst und
abzuweisen ist.
3.17. Ansonsten wird auf die zutreffende Argumentation der
Beschwerdegegnerinnen 1 und 2 verwiesen, wonach über die Rolle des
Gemeindevorstands als Baubewilligungsbehörde und Baugesuchsteller
bereits am 17. Oktober 2017 entschieden wurde. Der Vorwurf einer
Umgehung des ZWG ist unbegründet, da die Umnutzung der Hotelzimmer
zu Wohnungen bewilligungspflichtig ist und einer Umzonung der fraglichen
Hotelzone samt Anpassungen im BG bedürfte. Aufgrund der
projektbezogenen Nutzungsplanung ist bereits vieles vorgegeben (schon
bekannte Eckwerte: Gebäudehöhe laut bewilligten Plänen max. 17.5 m [5
Geschosse]; im Baufeld 1 [Standort Hotelneubaute] max. zulässige
Höhenquote 1'792 m.ü.M.; Überbauungsmöglichkeiten laut Baulinien für
Baufelder 1-3; Terrainabgrabung zwischen 0 und max. 50 cm;
Böschungsneigung unverändert – Übernahme Ist-Zustand). Gemäss
Baubewilligungen sind die Empfehlungen, Auflagen und Bedingungen des
Lärmschutznachweises vom 8. November 2017 umzusetzen und
einzuhalten. Es sind genügend VSS-konforme Parkfelder vorhanden. Das
- 64 -
Neuprojekt stützt sich faktisch auf den rechtskräftigen NUP 2014/2015 ab.
Es entspricht daher in Bezug auf die Dimensionierung und Positionierung
praktisch vollständig und massgeschneidert den Vorgaben der
rechtskräftigen Bauvorschriften, dem GGP und GEP 'E._'. Diese
Bauzone ist nach Art. 76a Abs. 2 BG explizit für Hotels und Sportanlagen
bestimmt (vgl. dazu vorstehend Ziff. 16 und 19 [BG1] sowie Ziff. 17 und 20
[BG2]).
3.18. Der angefochtene Bau- und Einspracheentscheid vom 3./5. Juli 2018
(BG1-act. VII/4) und die zeitgleich erteilten Baubewilligungen J._
(BG1-act. VII/5) und T._ (BG1-act. VII/6) sind damit rechtens, was zu
ihrer Bestätigung und zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde
vom 21. August 2018 führt, soweit darauf eingetreten werden kann (vgl.
dazu vorstehend E.2.2. und E.3.5.).
4.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht erachtet dabei vorliegend eine Staatsgebühr von CHF 5'000.-
- (zzgl. Kanzleiauslagen) für angemessen und gerechtfertigt.
4.2. Der Beschwerdeführer hat der anwaltlich vertretenen und materiell
obsiegenden Beschwerdegegnerin 2 zudem die durch den Rechtsstreit
verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen (vgl. Art. 78 Abs. 1 VRG).
Ausgangspunkt ist dabei die Honorarnote des Anwalts der
Beschwerdegegnerin 2 vom 27. Dezember 2018 in der Höhe von CHF
4'642.45 (bestehend aus: Arbeits-/Zeitaufwand 15.5 Std. à Std. CHF 270.-
- /Std [CHF 4'185.--] plus Kleinspesen 3 % [CHF 125.55] und 7.7 %
Mehrwertsteuer [CHF 331.90]). Diese Honorarnote ist noch zu kürzen, da
keine Honorarvereinbarung im Sinne von Art. 4 der Verordnung über die
Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte
(siehe Honorarverordnung [HV]; BR 310.250) eingereicht wurde und somit
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der übliche Stundenansatz von CHF 240.-- laut Art. 3 Abs. 1 HV zur
Anwendung kommt. Die entsprechend korrigierte Honorarnote ergibt CHF
3'831.60 (Arbeits-/Zeitaufwand 15.5 Std. à CHF 240.--/Std. [CHF 3'720.--]
plus Kleinspesen 3 % [CHF 111.60]). In diesem Umfang hat der
Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin 2 im Verfahren R 18 46 eine
aussergerichtliche Entschädigung zu bezahlen. Weil die
Beschwerdegegnerin 2 gemäss UID-Register mehrwertsteuerpflichtig und
damit vorsteuerabzugsberechtigt ist, ist die Parteientschädigung ohne
Mehrwertsteuer zuzusprechen (siehe Leiturteil PVG 2015 Nr. 19, VGU R
17 39/R 17 71 vom 26. Juni 2018 E.7.2, R 17 32 vom 11. Mai 2017 E.2c
und R 16 58 vom 14. Februar 2017 E.7b).
4.3. Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der Beschwerdegegnerin 1
nach Art. 78 Abs. 2 VRG nicht zu, da sie lediglich in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegte.