Decision ID: e580ae65-ad46-4f61-88d7-88e568a65a4e
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1976, Mutter eines
im November
2011 gebore
nen
Sohnes
, arbeitete zuletzt als Dentalhygienikerin
in
mehreren
Zahn
arzt
praxen
(
Urk.
7/13,
Urk.
7/16-18
), als sie
Ende
März 2006 einen
Motorradun
fall
erlitt (vgl.
Urk.
7/10/107-108 S. 1)
und sich
deswegen
am
9.
Januar 2008
unter Hinweis auf die seither bestehenden
Nacken-, Kreuz- und Kopfschmer
zen sowie eine Instabilität des rechten Schultergelenkes
bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an
meldete
(
vgl.
Urk.
7/1 S. 6
Ziff.
7.1-7.3
, S. 7
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation (
Urk.
7/7-8,
Urk.
7/10,
Urk.
7/13-14,
Urk.
7/16-18,
Urk.
7/23,
Urk.
7/26,
Urk.
7/31) ab und teilte der Versicherten
daraufhin
am 1
3.
März 2009
den Abschluss der
Arbeitsvermittlung
mit
(
Urk.
7/35). Nach weiteren Abklärungen der medizinischen und erwerblichen Situation (
Urk.
7/38-41,
Urk.
7/43,
Urk.
7/45
,
Urk.
7/51
) wies die IV-Stelle
das Gesuch um berufliche Massnahmen
ab
(
vgl. Mitteilung vom 1
1.
März 2011,
Urk.
7/49).
Die zuständige Unfallversicherung stellte die Leistungen infolge f
ehlender Kausalität der noch bestehenden
Beschwerden ein (vgl. Ver
fügung vom 1
5.
November 2010,
Urk.
7/47/2-4).
1.2
Mit Vorbescheid vom
5.
August 2011 (
Urk.
7/55) stellte die IV-Stelle der Ver
sicherten die Abweisun
g des Rentengesu
chs in Aussicht. Dagegen erhob d
ie Versicherte
Einwände
und beantragte
nebst der Vornahme eines neuen
Ein
kommensvergleichs
auch
die Gewährung von
berufliche
n
Massnahmen
(
Urk.
7/56)
.
Die IV-Stelle erteilte ihr daraufhin Kostengutsprachen für einen Laboreinführungskurs, für einen
E
nglisch
sprach
kurs sowie für ein obligato
risches Praktikum
(
vgl. Mitteilungen vom 2
8.
August und 1
1.
Dezember 2012;
Urk.
7/63
,
Urk.
7/75). Am
3
0.
April 2013 wurden die beruflichen Massnah
m
en gesundheitsbedingt abgebrochen
(vgl.
Urk.
7/81), worauf
hin
mit Mitteilung
vom
1.
Juli 2013 (
Urk.
7/84)
auch
die Berufsberatung abge
schlossen
wurde
.
D
ie IV-Stelle
nahm daraufhin
weitere Abklärungen der me
dizinischen
und erwerblichen
Situation (
Urk.
7/83,
Urk.
7/87,
Urk.
7/90-91,
Urk.
7/97
-98
,
Urk.
7/
103-
104,
Urk.
7/112
,
Urk.
7/121-122
)
vor
und veran
lasste ein
polydis
zi
plinäre
s
Gutachten
, welche
s
am 2
5.
Juni 2014
erstattet
wurde (
Urk.
7
/106/1-80 =
Urk.
7/106/81-160), sowie
eine Abklärung der be
einträch
tigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, über welche am 1
9.
Februar 2015 berichtet wurde (
Urk.
7/123).
Mit Verfügung vom 1
6.
September 2015 (
Urk.
7/127 =
Urk.
2) hielt die IV-Stelle
an ihrem Vorbescheid
vom August 2011
fest und verneinte einen Rentenanspruch der Versicherten.
2.
Die Versicherte erhob am 2
0.
Oktober 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
6.
September 2015 (
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben und es
sei
de
r
Anspruch auf eine Invalidenrente
erst nach einer erneuten Begut
achtung
festzulegen.
Eventuell sei das bestehende Gutachten durch ein er
gänzendes psychiatrisches Gutachten zu vervollständigen und danach
über
de
n
Anspruch auf eine Invalidenrente
zu entscheiden
. Sodann
sei
ein
ärztli
che
r
Bericht über
ihren
psychischen Gesundheits
zustand einzuholen.
Ausser
dem
sei ei
n leidensbedingter Abzug von 20 bis
25
%
zu gewähren (
Urk.
1 S.
2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
3.
November 2015 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde
der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2
5.
November 2015 (
Urk.
8) zur Kenntnis gebracht und gleichzeitig
wurde
antragsgemäss (
Urk.
1 S.
2) die unentgeltliche
Prozess
führung
und
Rechtsvertretung bewilligt
. Der
ebenfalls
beantragte zweite
Schriften
wechsel
wurde als
nicht
erforderlich erachtet. Am 2
3.
Februar 2016 reichte die Beschwerdeführeri
n weitere Berichte ein (
Urk.
11,
Urk.
12/1-3).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren
Invaliditätsbemessungsme
thode
.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der
Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden
könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
). Die ge
mischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie
sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Ma
ss
gabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypotheti
sche Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufga
benbereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchti
gung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E.
3.3 in
fine
). Ist je
doch anzunehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beein
trächtigung teilerwerbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgaben
bereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu be
messen (
Art.
28a
Abs.
3 e
contrario
IVG).
Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das
Valideneinkommen
ist nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Ein
kommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversicherung ein
zustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a).
Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vor
gaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das – vom Arzt festzulegende – Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch
zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) ge
stützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass die Beschwerde
führerin seit dem im März 2006 erfolgten Unfall in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. In der bisherigen Tätigkeit als Dentalhygienikerin sei sie seither zu 50
%
arbeitsfähig.
Eine leidensangepasste Tätigkeit sei ihr demge
genüber bereits einige Monate nach dem Unfall wieder zu 100
%
zumutbar gewesen. Seit Mitte 2013 sei sie
allerdings
auch
in der bisherigen Tätigkeit nur noch zu 30
%
und in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 75
%
ar
beitsfähig
. Im November 2011
habe sie ein Kind geboren
, weshalb sie seither als zu 85
%
Erwerbstätige und zu 15
%
im Haushalt Tätige zu qualifizieren sei. Nach Vornahme der Einkommensvergleiche resultiere jeweils ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad (S. 1 ff.).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (
Urk.
1), die Beschwerdegegnerin habe
die
gesundheitlichen Beeinträchtigun
gen nicht genügend abgeklärt. So seien die durch den im Jahr 2006 erfolgten Unfall und die durch den
im Jahr 2013 erlittenen
Bandscheibenvorfall resul
tierenden Beschwerden nicht respektive ungenügend
beachtet
worden. Das polydisziplinäre Gutachten berücksichtige
zudem
nur den Zeitraum bis März 2014, wogegen die massiven psychischen Beschwerden ers
t danach aufge
tre
ten seien. Diese
seien daher gänzlich unbeachtet geblieben. Die
Beschwer
degegnerin
habe
ausserdem
sowohl das Validen- als auch das
Invaliden
einkommen
falsch berechnet (S. 6 ff.). Schliesslich sei die
Qualifikationsände
rung
infolge
der Geburt des Sohnes nicht belegt und diskriminierend.
Ferner
sei ein Leidensabzug von 20 bis
25
%
zu gewähren (S. 13 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Renten
anspruch der Beschwerdeführerin. D
abei
sind
insbesondere die verbliebene Arbeitsfähigkeit, die Statusfrage sowie der v
orgenommene Einkommensvergleich umstritten.
3.
3.1
In medizinischer Hinsicht finden sich in den Akten zahlreiche Berichte, wo
bei insbesondere das Folgende für die Beurteilung wesentlich ist:
3.2
Dem Bericht des
Y._
vom
8.
April 2006 (
Urk.
7/10/107-108) lässt sich entnehmen, dass d
ie Beschwerdeführerin
eine Woche
zuvor
einen
Motorradunfall
in Thailand erlitten
habe
, wobei sie bewusstlos gewesen sei und die darauffolgende Nacht erbrochen habe.
Zudem habe sie
sich eine okzipitale Rissquetschwunde (RQW) sowie
Schürfwunden an der linken Schul
ter und an beiden Knien
zugezogen
. Als Diagnosen seien ein Status nach
einer
Commotio cerebri sowie ein Verdacht auf einen fehlenden Druck
ausgleich im rechten O
h
r nach erfolgtem Flug
festzuhalten
(
S. 1).
Die am
1
3.
April 2006 erfolgte
kranioz
erebrale
Compute
rtomographie
habe
ein
e
querverlaufende Fraktur des Os
occipitale
ohne Dislokation der Frag
mente
gezeigt
(vgl. Bericht vom 1
3.
April 2006,
Urk.
7/10/105).
3.3
A
m
5.
November 2007
wurde ein
Arthro
-MRI
des rechten Schultergelenkes
durch
geführt, welches
eine
ausgedehnte Labrumläsion
ventrok
audal
, eine partielle Ruptur und
ein
en
Längsriss der proximalen langen
Bizepssehne
so
wie eine leichte Bursitis
subac
romialis-subdeltoidea
bei intakter
Rotatoren
man
schette
gezeigt habe
(vgl. Bericht vom
5.
November 2007,
Urk.
7/8/9).
Daher erfolgte a
m 1
6.
Mai 2008 in der
Z._
eine
arthroskopische
ventrokaudale
Schulterstabilisierung rechts mit
Bankart
repair
und dosierter Kapselraffung bei posttraumatischer
ventrokaudaler
Instabilität der rechten Schulter bei Status nach
im März 2006 erfolgtem
Motorradunfall. Der intra- und postoperative Verlauf sei komplikationslos gewesen (vgl. Austrittsbericht vom 1
9.
Mai 2008,
Urk.
7/51/11-12).
3.4
Mit Schreiben vom 2
6.
November 2008 (
Urk.
7/26/3-4)
berichte
te
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates,
Z._
,
dass
die Behandlung
sechs Monate nac
h der
arthroskopischen
ventrok
audalen
Schulterstabilisie
rung
rechts abgeschlossen werden könne. Die Schulterstabilität stelle sich aktuell sehr gut dar. Die in den besonderen Abduktionsstellungen immer wieder auftretenden
Muskelschmerzen rechts seien möglicherweise durch eine mus
ku
läre Verspannung bedingt (S. 1).
3.5
Auch
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Rheumatologie sowie für Physikali
sche Medizin und Rehabilitation,
wies m
it Schreiben vom 1
0.
Dezember 2008 (
Urk.
7/26/6) hinsichtlich der operierten rechten Schulter
auf das sehr gute
Ergebnis hin, wobei die Beschwerdeführerin diesbezüglich
sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig
sei
.
Aller
dings
liege
immer noch ein posttraumatisches
zervikospondylogenes
Syn
drom mit
radikulären
Reizungen rechts bei bekannter medianer Diskushernie C6/7 sowie ein rezidivierendes
lumbospondylogenes
Syndrom mit fraglichen
radikulären
Reizungen bei
Osteochondrosen
L4-S1
vor
.
Die Beschwerdefüh
rerin könne a
ufgrund
der
HWS-
Beschwerden nicht mehr als zu 50
%
als Dentalhygienikerin arbeiten. In einer angepassten Tätigkeit ohne extreme Position der HWS sei sie sicherlich
zu
mehr als 70
%
arbeitsfähig.
3.6
Mit Bericht vom 2
0.
Februar 2009 (
Urk.
7/31) informierte
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Arbeitsmedizin, über das erfolgte Assessment hinsicht
lich einer beruflichen Wiedereingliederung. Als Diagnosen führte sie dabei Folgendes auf (S. 8
Ziff.
6):
-
chronifiziertes
Schmerzsyndrom mit/bei:
-
Status nach Motorradunfall am 2
9.
März 2006
-
nicht dislozierte
r
Fraktur des Os
occipitale
-
medianer Diskushernie C5/6 sowie
Bandscheibenprotrusion
C6/7
-
Status nach
ventrokaudaler
Stabilisierung und Kapselraffung bei traumatischer
Limbusläsion
der rechten Schulter am 1
6.
Mai 2008
-
leichte bis zeitweise mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.0) bei noch nicht erfolgter Unfallverarbeitung
Aus arbeitsmedizinischer Sicht
sei
nach erfolgtem Therapie- und
Trainings
programm
eine volle Leistung i
n einer behinderungsangepassten, wechsel
belastenden, körperlich leichten bis zeitweise mittelschweren
T
ä
tigkeit
ohne Zwangshaltungen im
Nacken
- und Schulterbereich
mit der Möglichkeit zum Abstützen der Arme sowie ohne langdauernde Arbeiten in vorgeneigter Stellung oder
Kopfprotraktion
anzustreben. Derzeit
seien
keine medizinischen Gründe bekannt, welche
eine volle Leistung in einer
behinderungsangepass
ten
Tätigkeit einschränken würden (S. 10
Ziff.
7.2).
3.7
Ein
e am
9.
Juli 2009 durchgeführte
M
agnetresonanztomographie (MRI)
der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
habe fortgeschrittene
Osteochondrosen
und
Band
scheibendegenerationen
L4-S1 gezeigt, wogegen kein Nachweis einer
Neuro
kompression
ersichtlich gewesen sei. Ein gleichentags erfolgtes MRI der HWS
habe eine
Osteochondrose
, Spondylose und
leichtgradige
Spinalkan
al- sowie
Foraminalstenosen
C5/
6 gezeigt. Dagegen habe
weder
eine
Myelonkom
pres
sion
noch
ein fokale
r
Bandscheibenprolaps nachgewiesen werden können (vg
l. Berichte vom 1
0.
Juli 2009,
Urk.
7/51/13-14).
3.8
Da die Beschwerdeführerin nach einem am 2
4.
Oktober
2010 erfolgten Treppensturz kein Gefühl und keine Kraft mehr in ihrem linken dominanten Arm gehabt habe (vgl. Schreiben vom 2
0.
Dezember 2010,
Urk.
7/51/7-8),
wurde
am 2
9.
Dezember 2010
erneut
ein
MRI der HWS
durchgeführt. Dieses
habe
eine
breitbasige
Diskusprotrusion
intraforaminal
C6/7
links mit Tangierung der Radix C7 links sowie eine
zirkuläre
Diskusprotrusion
mit Ein
engung des
Neuroforamens
C7
/Th1 beidseits
gezeigt
. Die Radix C8 links w
erd
e
durch Diskusmaterial kontaktiert mit einer konsekutiven Schwellung (vgl. Bericht vom 2
9.
Dezember 2010,
Urk.
7/51/9-10).
3.9
Mit Schreiben vom
3.
Februar 2011 (
Urk.
7/51/5-6) diagnostizierte
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie, ein
zweietagiges
radikuläres
Reiz
syndrom
C7 und C8 links bei im Vergleich zur Voruntersuchung unter aktueller Behandlung subjek
tiver und objektiver Besserung
(S. 1). Aktuell bestehe bis auf weiteres keine Arbeitsfähigkeit als Dentalhygienikerin (S. 2).
3.10
Dem
durch
Dr.
B._
am 1
5.
April 2011 erstellten
Bericht (
Urk.
7/51/1-3) sin
d die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu ent
nehmen (S. 1
Ziff.
1.1):
-
c
hronisch
es
rezidivierendes
zervikoradikuläres
Reizsyndrom C7 bei
breitbasi
g
er
Diskushernie links
-
r
ezidivierendes
zervikoradikuläres
Syndrom C5/6 links bei
Osteo
chondrosen
und
foraminalen
Stenosen
-
c
hronisches
lumbospondylogenes
Syndrom bei
Osteochondrosen
L4-S1
-
r
ezidivierende PHS rechts bei Status nach Schulterstabilisation rechts am 1
6.
Mai 2008
-
Status nach
Motorradunfall mit nicht dislozierter okzipitaler Schädel
fraktur und HWS-Distorsion am 2
9.
März 2006
Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit als Dentalhygienikerin seit längerer Zeit zu 50
%
arbeitsfähig.
Ein höheres Pensum sei nicht mög
lich.
Er schlage
deshalb
vor
, die Beschwerdeführerin zu 50
%
zu berenten und sie als
zu
50
%
arbeitsfähig
in der bisherigen Tätigkeit als
Dentalhy
gienikerin
einzustufen.
Die Prognose sei bei einem reduzierten
Arbeits
pen
sum
relativ günstig (S. 2
Ziff.
1.4,
Ziff.
1.6
-
Ziff.
1.7
).
3.11
Mit Bericht vom 2
7.
Februar 2013 (
Urk.
7/87/24-26) stellten die Ärzte der
Z._
folgende Diagnose (S. 1):
-
r
adikuläres
Reiz- und sensomotorisches Ausfallssyndrom mit Punk
tu
m
maximum
C7 links mit/bei:
-
k
linisch:
Sensibilitätsminderung an der gesamten linken oberen Ext
remität mit Punktum
maximu
m
Dig
. IV und V der linken Hand; a
llseits schmerzhaftes
Giving
way
im Bereich der gesamten linken oberen Extremität mit deutlichen distal betonten Parese
n der
Fin
gerspreizer
, -strecker und –
beuger
; a
bgeschwächter
Trizepsseh
nen
reflex
(
TSR
) links;
Atrophie, insbesondere des
Hypothenars
links
-
MRI
der
HWS vom
1.
Februar 2013:
m
ultietagere
degenerative Ver
änderung mit
Diskusp
rotrusion
C5/6, C6/7 und C7/Th1;
Einen
gung der Nervenwurzel
n
C6 beidseits, C7 ausgeprägt li
nks sowie C8 links nur diskret
-
Elektrophysiologie: Normalbefund
des
Nervus
medianus
rechts,
Ner
vus
ulnaris
links mit Amplitudenminderung (
atropher
Zielmus
kel
)
;
Zeichen der akuten
Denervation
vor allem im Bereich der Kennmuskulatur C7, nur vereinzelt auch im Bereich C8
Daher
sei der Entscheid
für
eine Dekompression der Nervenwurzel C7 links gef
äll
t worden (S. 2 unten).
3.12
Diese
erfolgte a
m 1
4.
März 2013 in der
Z._
. Dabei sei
eine ven
t
rale Diskektomie, eine
foraminale
Dekompression links,
eine Implanta
tion eines Cages
und eine ventra
le
Plattenspondylodese
auf Höhe C6/7
durch
geführt worden
. Der postoperative Verlauf sei komplikationslos ver
laufen
mit
Regredienz
der elektrischen ausstrahlenden Sensationen und der sensomo
to
rischen Defizite
(vgl. Operations- und Austrittsbericht
jeweils
vom 1
5.
März 2013,
Urk.
7/87/17-20).
Auc
h drei Monate postoperativ sei
ein guter Verlauf
zu verzeichnen
. In den nächsten Monaten sei mit einer Verbesserung der Funktion zu rechnen.
Eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
werde noch für weitere vier Wochen bestätigt (
vgl. Bericht vom 2
1.
Juni 2013,
Urk.
7/83
).
3.13
Am 2
5.
Juni 2014 erstatteten die Ärzte der
G._
ihr polydisziplinäres
Gutachten in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Rheumatolo
g
ie, Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie zuhanden der
Be
schwer
de
gegnerin
(
Urk.
7/106/1-80).
Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit nannten sie –
hier
gekürzt aufgeführt - Folgendes (S. 36
lit
. A):
-
zervikale
Radikulopathie
mit im Vordergrund stehender Schädigung der Wurzel
n
C
7 und C8, möglicherweise auch Th
1 links mit/bei:
-
degenerativen Veränderungen vordergründig
C
5/6 (MRI vom
3.
Februar 2014)
-
muskulärer
Dysbalance
-
chronischen
Denervationszeichen
in der C7-Muskulatur links sowie weniger in der C8-Muskulatur
-
Status nach ventraler Diske
k
tomie,
foraminaler
Dekompression l
inks, Implantation eines Cages
und ventraler
Plattenspondylodese
C
6/7 am 1
4.
März 2013
Sodann führten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit auf (S. 36 f.
lit
. B):
-
Status nach Motorradunfall am 2
9.
März 2006 mit HWS-Distorsion und nicht dislozierter Fraktur des Os
occipitale
-
Stat
us nach
arthroskopischer
ventro
kaudaler
Schulterst
abilisierung rechts mit
Bankart
repair
und dosierter Kapselraffung vom 1
6.
April 2008 bei posttraumatischer
ventrokaudaler
Instabilität und Verd
acht auf kraniale
Limbusläsion
und instabile
Bizepslonguss
ehne
-
Status
nach Commotio cerebri
-
l
umbospondylogene
Schmerzen
-
Verdacht auf
einen benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel (B
PPV
) den
rechten
posterioren
Bogengang betreffend
-
a
nhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
In der internistischen Untersuchung
habe
keine Diagnose
mit Auswirkung a
uf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden
können
. Als ohne Auswirkungen sei ein Status nach Tonsillektomie in der Kindheit zu erwähnen
(S. 50).
Aus rheu
matologischer Sicht stehe
ein
zervikoradikuläre
s
Reizsyndrom
der Wur
zeln C7 und C8
links im Vordergrund. Dabei sei
hervorzuheben, dass die Be
schwerdeführerin Linkshänderin sei.
Die Beschwerden
bestünden
nebenbei
grösstenteils in
einer
muskulären Überlastung.
Klinisch
zeige sich
eine
pro
vo
zierbare
Reizung der Nervenwurzeln
C
7 und
C
8
links
, wobei auch eine chronische Schädigung mit Atrophie und Schwäche der von diesen Nerven
versorgten Musk
eln der Hand und des Unterarmes
festgehalten werden kön
ne
. Dadurch
lägen
Einschränkungen de
r Greif-Haltefunktion für eine g
rob-
und
feinmotorische Handfunktion
vor
. Zudem habe sich bei konsekuti
ver
Seg
mentüber
lastung
eine sekundäre
artikulo
muskuläre
Dysfunktion der HWS ent
wickelt. Diese äussere
sich durch Muskelverspannungen der HWS und des Nackens
, teils mit Ausstrahlungen
. Unter Belastung und
Provokati
onstestung
nehme der Reizzustand zu
. Die Beschwerdeführerin sei daher täg
lich in ver
schiedener Intensität eingeschränkt (S. 53 f.). In der bisherigen Tä
tigkeit als Dentalhygienikerin sei sie aus rheumatologischer Sicht seit Beginn der
links
zervikalen
Symptomatik im Juni 2010 zu 60
%
arbeitsunfähig. Die Arbeits
fähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei derzeit noch unklar, wobei nach einer eventuellen Operation mit einer Arbeitsfähigkeit von bis zu 80
%
gerechnet werden könne. Falls sich keine Verbesserung ein
stelle, sei von einer andauernden Arbeitsunfähigkeit in
der angestammten
Tätigkeit von 60
%
und in einer angepassten Tätigkeit von 40
%
auszugehen. Dabei seien 20
%
der Beschwerden auf muskuläre Überlastung zurückzufüh
ren,
welche im Rahmen von
myofaszialen
Beschwerden teilreversibel seien (S. 55
).
Aus neurologischer Sicht seien
die Sensibilitätsstörungen im
Dermatom
C8 rechtsseitig erstmals im Rahmen des im Dezember 2010 erfolgten
Treppen
sturzes
dokumentiert
worden
. Zudem
seien
bildmorphologisch
Diskusprotru
sionen
C6
/7 und
C
7/Th
1
festgehalten worden
. Der bildgebende
Befund vom Februar 2013
zeige
multisegmentale Diskushernien/knöcherne Verände
rungen auf der Höhe
C
5-
Th
1 linksbetont. In der
ebenfalls im Februar 2013 er
folgten
elektrophysiologischen Untersuchung
seien
Hinweise für eine aus
ge
prägte frische Schädigung der Wurzel C7 mehr als C8
links
sowie Hinweise für eine bereits bestehende nicht unerhebliche Schädigung der motorischen Fasern
zur Versorgung der
Hypothenarmuskulatur
ersichtlich gewesen. In der aktuellen klinischen
Untersuchung zeige sich eine deutliche Atrophie,
wobei
insbesondere d
ie
C8-
innervierten Handmuskeln
betroffen seien
.
D
ie
Hypo
then
armuskulatur
, der mediale Anteil der
Thenarmuskulatur
sowie die klei
nen Handmuskeln mit daraus resultierender Fehlstellung der Finger 4 und 5
seien deutlich betroffen
. Zudem zeige sich eine Sensibilitätsstörung in den
Dermatomen
C8 und Th
1.
Am relevantesten seien
die Einschränkung
en der C8-
innervierten Handmuskeln,
welche
nicht unerhebliche Auswirkungen auf die Fein- und Grobmotorik der Hand hätten. In Anbetracht der Ausprägung der Schädigung und der bereits deutlich sichtbaren Atrophie müsse von einer erheblichen Einschränkung bei der Arbeit als Dentalhygienikerin ausgegan
gen werden. Die Schmerzen und Sensibilitätsstörungen im
Dermatom
C8
würden zwar die Gesamtsituation zusätzlich erschweren,
tr
ü
gen
derzeit aller
dings nicht wesentlich zur Funktionseinschränkung bei. Es sei nicht davon auszugehen, dass es nach
einer
optimale
n
operative
n
Behandlung der
links
seitigen
Wurzel
C8
zu einer wesentlichen Besserung der motorischen Fähig
keiten komme
n werde
. Die C7-
innervierten langen Fingerbeuger und Exten
soren seien ebenfalls betroffen, stünden hinsichtlich der Funktion jedoch ebenfalls eher im Hintergrund (S.
64 ff.). Aus neurologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin
in der bisherigen Tätigkeit
maximal
während
drei von acht Stunden arbeitsfähig, wobei für diese drei Stunden eine Belastbarkeit von zirka 75
%
bestehe. Die Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit
betrage somit 70
%
.
Tätigkeiten, welche mit
der Führungshand
durchzu
führen seien
oder die höhere Ansprüche an die grobe Kraft und Feinmotorik stellen würden, seien nicht mehr möglich. In einer geeigneten
Verweistätig
keit
seien insgesamt acht Stunden pro Tag denkbar, wobei eine mindestens 75%ige eingeschränkte Belastbarkeit vorliege. Somit ergebe sich eine Arbeits
unfähigkeit von mindestens 25
%
(S. 66
f.
).
In der psychiatrischen Untersuchung wurde festgehalten, dass die Beschwer
deführerin nach dem Unfall zunächst
mit
depressiven Symptomen bis hin zu
r
Suizidalität reagiert habe. Dies könne als Anpassungsstörung nach einem belastenden Le
bensereignis aufgefasst werden. A
ufgrund der langen Dauer respektive des rezidivierenden Charakters
sei diese
als rezidivierende depres
sive Störung (IC
D-10 F33) zu diagnostizieren
. Bei der
aktuellen
klinischen Untersuchung habe keine depressive Symptomatik
mehr
festgestellt werden können, allenfalls eine leichte depressive Episode.
Die Diskrepanz zum Er
gebnis des Selbstbeurteilungsfragebogens, welches für eine mittelschwere Depression spreche, könne dadurch erklärt werden, dass die Symptome bei einer leichten Depression eher überschätzt und bei einer schweren Depression eher unterschätzt würden.
Sollten die Schmerzbeschwerden
nicht
durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung vollständig erklärt werden können, müsse
zudem
eine
somatoforme
Schmerzstörung
diagnosti
ziert
werden
.
Eine
psychische Komorbidität von erheblicher S
chwere, Aus
prägung und Dauer
liege
nicht vor
.
Zudem sei
k
ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens feststellbar. Die Beschwerdeführerin pflege weiterhin
– auch ausserhalb der Familie -
ihre Kontakte, wenn auch deutlich weniger.
Ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer, innerseelischer Verlauf einer missglückten psychischen Konfliktverarbeitung könne ausgeschlossen werden.
F
ür eine posttraumatische Belastungsstörung
oder
eine Angststörung
lägen
schliesslich
keine Hinweise vor
. Aus psychiatrischer Sicht liege keine Arbeitsunfähigkeit vor
(S.
78 f.
).
Aus gesamtmedizinischer Sicht überwiege das somatische Korrelat mit der neurologisch eindeutig verifizierten
Radikulopathie
C7 und C8 links. Er
schwerend komme hinzu, dass es sich hierbei um die führende Hand der Beschwerdeführerin handle.
Die erhebliche Schädigung der Wurzel
n
C7 und C8 sei definitiv und elektrophysiologisch am 2
7.
Februar 2013 dokumentiert worden. Da sich eine Amplitudenreduktion bei der Ableitung über der
Hy
po
thenarmuskulatur
wahrscheinlich über Monate hinweg entwickle, sei da
von auszugehen, dass bereits vorher eine merkliche Einschränkung vorgele
gen habe. Insgesamt sei davon auszugehen, dass die aktuell bestehende funktio
nelle Einschränkung der
Hand seit mindestens Mitte 2013
vorliege
(S.
39)
.
Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit
als
Dentalhygie
nikerin
von 2008 bis Mitte 2012
zu 50
%
arbeitsunfähig gewesen. Ab Mitte 2012
liege
aufgrund der im Vordergrund stehenden neurologischen
Grunder
kran
kung
eine Arbeitsunfähigkeit von
70
%
vor
.
Tätigkeiten
,
welche
mit der linken Führungshand
durchzuführen seien
und hohe Ansprüche an die grobe Kraft und Feinmotorik stellen würden
, könne sie nicht mehr ausüben
. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit könne sie insgesamt acht Stunden pro Tag mit einer 75%igen Belastbarkeit arbeiten, weshalb eine Arbeitsun
fähigkeit von mindestens 25
%
resultiere
. In einer angepassten Tätigkeit bestehe seit 2008 eine unveränderte Arbeitsunfähigkeit von 30
%
(S. 40
ff.
).
Die Prognose hinsichtlich der Funktion bei
bestehender
Radikulopathie
C8 sei in Bezug auf eine Verbesserung aufgrund des Grades der bereits bestehenden Atrophie und der zeitlichen Länge der Schädigung
wahrscheinlich
ungünstig.
Die Sensibilitätsstörung, welche jedoch funktionell weniger ins Gewicht falle, könne nach Jahren noch
partiell rückläufig sein
. Als medizinische Mass
nahme stehe primär die Entlastung der Wurzel C8 durch Infiltration oder Operation im Vordergrund (S. 41).
3.1
4
Mit Austrittsbericht vom 2
6.
Juni 2014 (
Urk.
7/112/3-4) informierte med.
pract
.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Z._
, über die stationäre
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin vom 2
3.
bis 2
9.
Juni 2014 infolge der durchgeführten ventralen Diskektomie und
Foraminotomie
C5/6 links und C7/Th1 links, der
Unkoforaminotomie
C6/7 links, der ventralen Cage- und
Plattenspondylodese
C5-Th1 sowie der
Osteo
synthesematerialentfernung
C6/
7,
d
ies bei bestehendem
radikulären
Reiz- und
sensomotorischem Ausfallsyndrom C7 und C8 links
. Der postope
rative Ver
lauf sei komplikationslos gewesen
(S. 1).
3.15
Mit Stellungnahme
vom 1
8.
Juli
2014
stellte med.
pract
.
F._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
für die Beurteilung
auf das Gutachten
der
G._
ab. Ergänzend führte sie am
9.
Oktober 2014 aus, dass n
ach der im Juni
2014 erfolgten Operation der HWS mit Dekompression der Nervenwurzel C8 und erneuter Dekompression der Wurzel C7 die
von den Gutachtern vor
aus
gese
hene Situation eingetreten sei. Die Gutachter hätten eine solche Operation empfohlen.
Die Operation sei d
em Bericht zufolge komplikationslos verlaufen. Die Gutachter seien bereits davon ausgegangen, dass von der jetzt durchgeführten Operation keine grundlegende Verbesse
rung des Gesundheitszustandes erwartet w
erden könne. Vielmehr sei es da
rum
gegangen, die Schädigung einer weiteren Nervenwurzel zu verhindern. Eine dauerhafte Veränderung des Gesundheitszustandes sei daher nicht aus
ge
wie
sen und an der Stellungnahme vom 1
8.
Juli 2014 könne festgehalten werden (vgl.
Urk.
7/126 S. 4 f.).
4.
4.1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt,
dass das polydisziplinäre Gutachten der
G._
(vorstehend E. 3.1
3
) die von der Beschwerde
führe
rin geklagten Beschwerden
(
vgl.
Urk.
7/106/1-80 S. 47 f.
, S.
57, S.
70
)
in an
gemessener Weise berücksichtigt, in Kenntnis
und in Auseinander
setzung der umfangreichen
Vorakten
erstattet wurde
(vgl.
Urk.
7/106/1-80 S.
10 ff., S.
44 ff.
, S.
56
)
sowie der konkreten medizinischen Situation Rech
nung trägt. Die Beurteilung leuchtet in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesund
heits
zustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet
(vgl.
Urk.
7/106/1-80 S. 39 ff.
, S. 53 ff., S. 64 ff., S. 78 f.)
. Die Beurteilung durch die Gutachter der
G._
ist nach dem Gesagten für die Beantwortung der gestellten Fragen um
fassend. Das Gutachten erfüllt damit die
praxis
gemässen
Kriterien für be
weiskräftige ärztliche Entscheidu
ngsgrundlagen (vorstehend E. 1.
5
) vollum
fänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann. Dies empfahl überdies auch RAD-Ärztin med.
pract
.
F._
(vgl.
Urk.
7/126 S. 4 f.).
4.2
Aus somatischer Sicht
kamen die Gutachter der
G._
nach ausführ
licher internistischer, rheumatologischer sowie neurologis
cher
Befundauf
nahme
(vgl.
Urk.
7
/106/1-80 S. 50, S. 51 f., S. 62 ff.) zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin
- mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit -
im Wesent
lichen
an einer zervikalen
Radikulopathie
mit im Vordergrund stehender Schädigung der Wurzeln C7 und C8 möglicher
weise auch Th1 links
leidet
. Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erachteten die Gutachter
die un
mittelbar durch den Unfall im März 2006 aufgetretenen Beschwerden, den Status nach
arthroskopischer
ventrokaudaler
Schulterstabilisierung rechts sowie die
lumbospondylogenen
Schmerzen und den Verdacht auf einen BPPV (vgl.
Urk.
7/106/1-80 S. 36
).
Hinsichtlich des
für die
Beurteilung der
verbliebene
n
Arbeitsfähigkeit als
rele
vant
erachteten
zervikoradikulären
Reizsyndroms zeigte sich nebst einer
provozierbaren
Reizung der Nervenwurzeln C7 und C8 links auch eine chro
ni
sche Schädigung mit Atrophie und Schwäche der von diesen Nerven ver
sorgten Muskeln der Hand und des Unterarms
. Ausserdem fand sich eine sekundäre
artikulomuskuläre
Dysfunktion der HWS und
eine
Sensibilitäts
störung
in den
Dermatomen
C8 und Th
1.
Ausschlaggebend seien d
ie Ein
schrän
kungen der C8 innervierten Handmuskeln, da diese nicht unerhebliche Aus
wirkungen auf die Fein- und Grobmotorik der Hand hätten. Die C7 inner
vierten langen Fingerbeuger und Extensoren seien ebenfalls betroffen, stün
den
jedoch
hinsichtlich der Funktion ebenso im Hintergrund wie die Schmer
zen und
die
Sensibilitätsstörungen im
Dermatom
C
8.
Sodann gingen die Gutachter davon aus, dass
primäres Ziel eine Entlastung der Wurzel C8 durch Infiltration oder Operation sein sollte. Allerdings komme es auch nach einer optimalen operativen Behandlung der linksseitigen Wurzel C8 nicht zu einer wesentlichen Besserung der motorischen Fähigkeiten
(
vgl.
Urk.
7/106/1-80 S.
54, S. 65
f.).
4.3
Die
aufgrund der somatischen Beschwerden
für
d
ie
bisherige Tätigkeit als Dentalhygienikerin
für die Zeit von 2008 bis Mitte 2012
attestierte 50%ige sowie ab Mitte 2012 aufgrund der seither im Vordergrund stehenden neuro
logischen
E
rkrankung 70%ige Arbeitsunfähigkeit
erschein
t
nachvollziehbar und plausibel (vgl.
Urk.
7/106/1-80 S. 40
ff.
).
Soweit
RAD-Ärztin med.
pract
.
F._
und
gestützt darauf die Beschwerdegegnerin
die 70%ige Arbeits
unfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit erst ab Mitte 2013 als gegeben erach
teten
(vgl
.
Urk.
2 S. 3
;
Urk.
7/126 S. 4)
,
stützten sie sich
hierfür
zwar eben
falls auf
d
as Gutachten der
G._
. Aus dem zitierten Abschnitt geht al
lerdings klar hervor,
dass bereits vor der
am 2
7.
Februar 2013 erfolgten
elektrophysiologischen Dokumentation eine merkliche motorische Einschrän
kung bestanden habe (vgl.
Urk.
7/106/1-80 S. 39 unten).
Die
darauffolgende A
ussage
, dass die aktuell bestehende funktionelle Einschränkung der Hand
daher
seit mindestens Mitte 2013 vorliege (vgl.
Urk.
7/106/1-80 S. 39 unten),
kann somit nicht nachvollzogen werden
.
Bei der Zusammenstellung des zeit
lichen Verlaufs
und im neurologischen Teilgutachten wurde
mit derselben Begründung
entsprechend
auch
eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
ab Mitte 2012 fest
gehalten
(vgl.
Urk.
7/106/1-80 S. 41 f.
,
S. 69
). Darauf ist
nach dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
abzustellen
.
Im Hinblick auf die verbliebene Arbeitsfähigkeit in einer
behinderungsange
passten
Tätigkeit
bedarf es ebenfalls einer Präzisierung.
D
em Gutachten der
G._
lässt sich zunächst
entnehmen,
dass der Beschwerdeführerin eine
geeignete Verweistätigkeit ohne Verrichtung von Aufgaben mit der linken Führungshand und ohne hohe Anforderungen an die grobe Kraft und
Fein
mo
torik
zu acht Stunden pro Tag mit höchstens 75%iger Belastbarkeit
zu
mutbar sei, weshalb eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25
%
vorliege (vgl.
Urk.
7/106/1-80 S. 40 unten).
Hierauf
berief
en
sich
der RAD sowie
die Beschwerdegegnerin
(vgl.
Urk.
2 S. 3;
Urk.
7/126 S. 4).
In der Zusammen
stel
lung des zeitlichen Verlaufs wurde
allerdings
seit
dem Jahr
2008
von
ei
ne
r
un
v
eränderte
n
Arbeitsunfähigkeit von 30
%
ausgegangen
(vgl.
Urk.
7/106/1-80 S.
42). In Anbetracht des Umstandes, dass
zunächst lediglich
eine
Min
dest
e
inschränkung
festgehalten wurde, kann
für die vorliegende Be
urteilung
zugunsten der Beschwerdeführerin
von der
in der Zusammenschau erwähn
te
n
30%ige
n
Arbeitsunfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
a
usge
gangen
werden.
4.4
In psychischer Hinsicht konnte dagegen keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Als ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit erachteten die Gutachter der
G._
eine rezidivierende de
pressive Störung, gegenwärtig leicht
e Episode (ICD-10 F33
.0), sowie eine
an
hal
tende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4; vgl.
Urk.
7/106/1-80 S.
37
oben
).
Der psychiatrische Gutachter
der
G._
hat nach ausführlicher psy
chopathologischer Befundaufnahme (vgl.
Urk.
7/
106/1-80 S. 75
) festgestellt, dass
aktuell keine depressive Symptomatik vorliege, allenfalls eine leichte depressive Episo
de. Auch erklärte er
die
Diskrepanz zwischen dem klinischen Befund und dem E
rgebnis des Selbstbeurteilungsfragebogens (vgl.
Urk.
7/106/1-80 S. 78).
E
inem testmässigen Erfassen der Psychopathologie
wird
im Rahmen der psychiatrischen Exploration
auch
nur ergä
nzende Funktion beigemessen
, wogegen die klinische Untersuchung mit
Anam
nese
erhebung
, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung ausschlagge
bend ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_44/2007 vom
7.
April 2008 E. 3.2).
Sodann wurde, falls sich die beklagten Schmerzen nicht durch einen phy
siologischen Prozess oder eine körperliche Störung vollständig erklären lassen würden, eine
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4
)
in Erwägung gezogen
, welcher nach der Prüfung der bis anhin geltenden Foerster-Kriterien (BGE 130 V 352)
ebenfalls
keine Auswirkung auf die Arbe
itsfähigkeit beigemessen
wurde (vgl.
Urk.
7/106/1-80 S. 78 f.
).
Der psy
chi
atrische Gutachter der
G._
machte
allerdings
keine weitergeh
en
den Ausführungen zur
Diagnosestellung und g
ing insbesondere nicht
auf den
di
agnoseinhärenten
Schweregrad der
somatoformen
Schmerzstörung
ein
,
bei welcher ein andauernde
r
, schwerer und quälender Schmerz im Vordergrund
ste
ht (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1.1
).
Da dieser allerdings keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen wurde und daran
– wie sich nachfol
gend zeigen wird
-
die Tatsache, dass das
Bundesgericht mit BGE 141 V 281 seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei psychosoma
tischen Störungen neu gefasst hat,
nichts ändert, erübrigen sich weitere Ausführungen hierzu
.
So gab die Beschwerdeführerin selbst an, dass die Schmerzen zwar auch ein
schränkend seien, sie diese aber derzeit gut toleriere. Im Vordergrund stehe die motorische Einschränkung, welche schlecht kompensiert werden könne (vgl.
Urk.
7/106/1-80 S.
62 f.).
Hinweise für Simulation oder Aggravation
konnten anlässlich der Untersuchung nicht
erkannt werden (vgl.
Urk.
7/106/1-80 S. 62 unten).
Die aufgrund der somatischen
Komorbiditäten
verminderte Arbeitsfähigkeit erscheint nachvollziehbar, wogegen es an einer psychiatrischen Komorbidität fehlt, mangelt es der derzeit lediglich leichten depressiven Episode im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung an einer invalidisierenden Wirkung (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3; Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_337/2015 vom
7.
April 2016 E.
4.4.1 und 9C_125/2015 v
om 1
8.
November 2015 E.
7.2.1).
Hinsichtlich des Behandlungserfolgs und der Behandlungsresistenz gilt es zu erwähnen, dass
die Beschwerdeführerin
lediglich jeweils für kurze Zeit in psychiatrisch-psychotherapeutischer Be
handlung war und
im Zeitpunkt der Begutachtung keinerlei Therapie wahr
nahm
. Das verschriebene
Remeron
nehme sie weiterhin, damit sie besser ein
schlafen könne (vgl.
Urk.
7/106/1-80 S
.
70
unten
; vgl. auch
Urk.
7/123 S. 2 unten).
Entsprechend ist von einem eher ge
ringen Leidensdruck auszuge
hen.
Aus dem geschilderten Tagesablauf
ergeben sich sodann zahlreiche Ak
tivi
täten körperlicher und sozialer
Art.
So stehe sie etwa zwischen
7 und 9 Uhr auf und praktizier
e zirka zwei
bis drei Stunden pro Tag als freischaf
fende Dentalhygienikerin. Tagsüber spiele sie viel mit dem Kleinen. Sie habe häufig
en
und regelmässigen Kontakt mit der Mutter und
verbringe
so viel Zeit wie möglich mit der Familie. Etwa jede
s zweite Wochenende gehe sie in den Ausgang, etwas Essen
oder
Trinken
sowie
zum Tanzen
und lerne durch
aus auch neue Leute kennen
. Eine feste Beziehung habe sie nicht, sondern lediglich Affären
(vgl.
Urk.
7/106/1-80 S. 74).
Im Hinblick auf den
beweis
rechtlich
entscheidenden Aspekt der Konsistenz lässt sich
somit
auch
keine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen erkennen (vgl.
BGE 141 V 281 E. 4.4.1; Urteil des Bundes
gerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
D
ie gutachterliche Beur
teilung der
G._
, wonach die psychischen Leiden der Beschwerdefüh
rerin
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zeitigen, ist demnach
auch unter Berücksichtigung der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung
nach
vollziehbar.
4.
5
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die Unfallfolgen aus dem Jahr 2006 sowie die Folgen des im Jahr 2013 erlittenen Bandscheibenvorfalles seien nicht genügend berücksichtigt worden (vgl.
Urk.
1 S. 6
, S. 9
f
f.
), kann ihr
nicht gefolgt werden. So wurde das Gutachten
der
G._
in K
enntnis sämtlicher medizinischer
Vorberichte erstellt und es wurden
sämt
liche von der Beschwerdeführerin
damals
geklagten Beschwerden einschliess
lich der beiden genannten Ereignisse in die gutachterliche Beurteilung
mit
ein
bezogen
und genügend bedacht
.
Die Beschwerdeführerin gab überdies selbs
t an, dass derzeit die Gefühlsstörungen im Bereich der Finger 4 und 5 und die
Proble
matik der
Feinmotorik
am meisten stören würden
. Die zervi
kalen Beschwer
den seien im Alltag erträglich, die Kopfschmerzen stünden nicht im Vorder
grund und im Schulterbereich
sowie
hinsichtlich
der degene
rativen Verän
derungen an der Wirbelsäule habe sie keine Schmerzen respek
tive Beschwer
den (vgl.
Urk.
7/106/1-80 S. 47 f.
, S. 53 f., S. 57
, S. 58
ff.
).
Bei der
Beschwerdeführerin wurde zwar aufgrund des bestehenden
radikulä
ren
Reiz- und sensomotorischen Ausfallsyndroms C7 und C8 links
im Juni 2014
und somit nach der Begutachtung durch die Ärzte der
G._
eine ventrale Diskektomie und
Foraminotomie
C5/6 links und C7/Th1 links, eine
Unkoforaminotomie
C6/7 links, eine ventrale Cage- und
Plattenspondylodese
C5-Th1 sowie eine
Osteosynthesematerialentfernung
C6/7 durchgeführt (vorstehend
E. 3.14
).
Hierzu nahm
RAD-Ärztin med.
pract
.
F._
bereits ausführlich Stellung und erklärte, weshalb sich keine abweichende Beurtei
lung zur gutachterlichen Einschätzu
ng aufdrängt (vorstehend E.
3.15
). So empfahlen nämlich bereits die Gutachter der
G._
eine Entlastung der Wurzel C8 durch Infiltration oder Operation, wobei dadurch lediglich eine weitere Schädigung verhindert, aber keine grundlegende Verbesserung erzielt werden könne (vgl.
Urk.
7/106/1-80 S.
41, S. 66
).
Der postoperative Verlauf war komplikationslos (vgl.
Urk.
7/112/3-4 S. 1),
sodass
sich keine abwei
chende Beurteilung zur gutachterlichen Einschätzung aufdrängt.
Nach Lage der Akten wurde sodann – wie die Beschwerdeführerin dies
anlässlich der Beschwerde
geltend machte (vgl.
Urk.
1 S. 11
Ziff.
46) – im Januar 2015 und damit vor Verfügungserlass
auch
deren rechte Hand ope
riert.
D
em im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten Bericht der
Z._
vom
1.
Februar 2016 (
Urk.
12/1)
lässt sich
als
Nebendiag
nose
unter
anderem ein
Status nach Ganglion Exzi
sion des rechten Hand
gelenks
im Januar 2015 sowie ei
n Rezidiv im Juni 2015 entnehmen.
Als Be
fund wurde ein zirka 1x1
cm grosses, leicht
druckhaftes
radial-
palmares
Ganglion aufgeführt, wobei dieses der Beschwerdeführerin hie und da Schmerzen bereite (vgl.
Urk.
12/1 S. 1 ff.). Da dieses Ganglion allerdings lediglich als Nebendiagnose aufgeführt wurde und bei der Beurteilung nicht einmal mehr erw
ähnt wird (vgl.
Urk.
12/1 S. 3
), ist es nicht überwiegend wahrscheinlich, dass dieses einen
zusätzlichen
Einfluss a
uf die Arbeitsfähig
keit zeitigt, zumal es sich dabei nicht um die Führungshand der Beschwer
deführerin handelt.
Der somatische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin wurde durch das Gutachten der
G._
genügend gewürdigt.
Auch a
ufgrund der
danach erfolgten
Operationen drängt sich keine abweichende Beurteilung auf. Es be
steht
demzufolge
keine Veranlassung
eine
r
erneute
n Begutachtung
,
wesha
lb darauf im Sinne antizipierter
Beweiswürdigung (BGE 122 V 157 E. 1d) zu verzichten ist.
4.
6
Ebenfalls nichts zu ihren Gunsten ableiten kann die Beschwerdeführerin aus dem geltend gemachten Umstand, dass sie an massiven psychischen Be
schwerden leide, welche hauptsächlich erst nach der Begutachtung aufgetre
ten und
daher
gänzlich unbeachtet gebl
ieben seien (vgl.
Urk.
1 S. 6
Ziff.
23
, S. 9
Ziff.
34-35
). Anlässlich der psychiatrischen Begutachtung im
Jahr
2014 zeigte sich ein vollkommen unauffälliger Psychostatus und die Beschwerde
führerin befand sich auch nicht in psychiatrischer Behandlung
(vgl.
Urk.
7/106/1-80 S.
70, S. 75
)
.
Den im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vorliegenden Akten lässt sich nichts Gegenteiliges entnehmen. Die erst im Rah
men des Beschwerdeverfahrens eingereichten
Arztzeug
nisse
(
Urk.
12/2-3)
attestieren lediglich eine Arbeitsunfähigkeit vom 1
8.
Dezember
2015 bis 2
9.
Februar 2016 und somit für die Zeit nach
Verfü
gungserlass
(
vgl. hierzu
BGE 121 V 362
E. 1b). Es wäre der Beschwerdefüh
rerin frei gestanden – wie sie dies in der Beschwerdeschrift
überdies
auch angekündigt hat (vgl.
Urk.
1 S.
7
Ziff.
25
) – einen entsprechenden ausführli
chen Bericht des
neu
behan
deln
den Psychiaters einzureichen, welcher nebst Befunden und den gestützt darauf gestellten Diagnosen auch eine Einschät
zung der verbliebenen Arbeits
fähigkeit enthält.
Aus Sicht des Gerichts be
steht hierfür m
angels konkreter Hinweise für eine Verschlechterung des psy
chischen Gesundheits
zustandes
vor
dem Zeitpunkt
de
s
Verfügungs
erlasses und somit für den massgebenden Beurteilungszeitraum
ebenso keine
Veran
lassung
wie für
die beantragte
Ergänzung des psychiatrischen Teilgutachtens der
G._
.
4.
7
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin auf
grund der somatischen Beschwerden in der bisherigen Tätigkeit als
Dental
hygienikerin
von 2008 bis Mitte 2012
zu 50
%
arbeitsunfähig und seither aufgrund der im Vordergrund stehenden neurologischen
E
rkrankung zu 70
%
arbeitsunfähig ist. In einer behinderungsangepasste
n
Tätigkeit
ohne
Ver
richtung von Aufgaben mit der linken Führungshand und ohne hohe Anfor
derungen an die grobe Kraft und Feinmotorik
ist sie dagegen seit
dem Jahr
2008
ununterbrochen
zu 70
%
arbeitsfähig,
dies bei einem vollschichtigen Pensum
mit verminderter Belastbarkeit.
5.
5.1
Hinsichtlich der sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation der Beschwer
deführerin (vorstehend E.
1.3) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf den Haushaltsabklärungsbericht vom 1
9.
Februar 2015 (
Urk.
7/123), worin die Be
schwerdeführerin für die Zeit von 2006 bis zur Geburt des Sohnes im November 2011 als zu 100
%
Erwerbstätige und für die Zeit ab Dezember 2011 als zu 85
%
Erwerbstätige und zu 15
%
im Haushalt Tätige qualifiziert wurde (vgl.
Urk.
7/123 S. 6
Ziff.
2.6).
Diese Schlussfolgerung der
Abklä
rungs
person
lässt sich gestützt auf die Erwerbsbiographie und die anlässlich der Abklä
rung getätigten Ausführungen der Beschwerdeführerin allerdings nicht nach
vollziehen.
5.2
Aus den Akten geht klar hervor, dass die Beschwerdeführer
in
bereits vor Ein
tritt des Gesundheitsschadens lediglich in einem Teilzeitpensum erwerbstätig war (vgl.
Urk.
7/13,
Urk.
7/16,
Urk.
7/18). Dies erklärte sie auch anlässlich der zu Hause erfolgten Abklärung. Dabei gab sie an, dass sie vor dem Unfall und der Geburt ihres Sohnes in einem Pensum von 90
%
gearbeitet habe, wobei dies nichts mit der Erkrankung der Mutter zu tun gehabt h
ab
e. Sie habe so gearbeitet, weil es bei den betreffenden Zahnärzten keine andere Möglichkeit gegeben habe und sie den freien Nachmittag für Weiterbildun
gen und den Haushalt habe nutzen wollen. Dabei erklärte sie zwar, dass sie
bei Vorhandensein eines entsprechenden Angebots zu 100
%
gearbeitet hätte
. Die Anstellungen seien jedoch gut gewesen und sie habe keinen Wechsel gewollt. Bei
H._
habe sie hingegen zu 100
%
gearbeitet und auch die beruflichen Massnahmen seien eine Vollzeitbeschäftigung gewesen. Der Sohn sei damals bereits auf der Welt gewesen und von einer Tagesmutter betreut
worden. Bei guter Gesundheit würde sie heute nach wie vor zu 80 bis 90
%
als Dentalhygienikerin arbeiten (vgl.
Urk.
7/123 S. 6
Ziff.
2.5).
5.3
Gestützt auf diese Schilderungen kann nicht nachvollzogen werden, weshalb für die Zeit vor Eintritt des Gesundheitsschadens eine hypothetisch
voll
schichtige
Erwerbstätigkeit als überwiegend wahrscheinlich angenommen wurd
e. Der Beschwerdeführerin wäre es frei gestanden, sich in einer anderen Zahnarztpraxis eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zu suchen oder das Pen
sum aufzustocken.
Demnach
hat sie sich aus freien Stücken mit ihrem Pensum von 90
%
begnügt. Ein Aufgabenbereich kann ihr dabei ebenfalls nicht zugeordnet werden, gab sie
doch
insbesondere an, dass dies
e
Teil
zeit
tätigkeit
nicht aufgrund der Erkrankung der Mutter und einer damit allenfalls zusammen
hängenden Pflegebedürftigkeit erfolgt sei. Dafür, dass die Be
schwerdeführe
rin freiwillig teilerwerbstätig war und auf ein höheres
Erwerbs
einkommen
verzichtete, hat nicht die Invalidenversicherung einzu
stehen (BGE 142 V 290 E. 3.2, 131 V 51 E. 5.1.2). Bis zur Geburt des Sohnes im November 2011 hat die Beschwerdeführerin demzufolge mit dem im Sozial
versicherungsrecht geltenden Beweismass der überwiegenden Wahrschein
lich
keit als Teiler
werbstätige in einem Pensum von 90
%
ohne Aufgaben
bereich zu gelten. Auch nach der Geb
urt ihres Sohnes erscheint es,
insbesondere auch in Anbe
tracht der g
eregelten Betreuung des Kindes,
überwiegend wahr
scheinlich, dass die Beschwerdeführerin weiterhin dasselbe Arbeitspensum ausgeübt hätte. Dies gab sie anlässlich der Haushaltsabklärung auch selbst an. Die zu
vor freie Zeit im Umfang von 10
%
ist somit nach der Geburt des Sohnes nun nachvollziehbar einem Aufgabenbereich zuzuordnen.
5.4
In Bezug auf die Einschränkung im Haushaltsbereich hielt die
Abklärungs
person
fest, dass die Beschwerdeführerin vor der im März 2013 erfolgten Operation vollzeitlich an beruflichen Massnahmen teilgenommen und ne
ben
bei am Abend als Dentalhygienikerin gearbeitet habe. Bis zu diesem Zeit
pun
kt sei auch der Haushalt nicht eingeschränkt gewesen, so dass die Ein
schrän
kungen erst ab März 2013 angerechnet werden könnten (vgl.
Urk.
7/123 S. 9
Ziff.
6). Die ab diesem Zeitpunkt von der Abklärungsperson ermittelten Ein
schränkungen bei der Ernährung, bei der Wohnungspflege, bei der Wäsche und Kleiderpflege sowie bei der Betreuung von Kindern oder an
deren Fami
lienangehörigen im Umfang von insgesamt 17.12
%
(vgl.
Urk.
7/123 S. 9 ff.
Ziff.
6)
,
erscheinen in Anbetracht der gutachterlich fest
gestellten
gesundheit
lichen
Einschränkungen und der geltenden
Schaden
minderungspflicht
von im Haushalt tätigen Versicherten (BGE 133 V 504 E. 4.2) als plausibel und nachvollziehbar. Die Erhebung erfolgte detailliert und in Kenntnis der ört
li
chen und räumlichen Verhältnisse sowie der somatischen Beeinträchti
gungen.
Der Abklärungsbericht ist somit hinsichtlich der ermit
telten Einschränkung – dies im Gegensatz zum ermittelten mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit im Gesundheitsfall - voll beweiskräftig, weshalb darauf abzustellen ist (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht ve
röffentlichte Er
wä
gung]; Urteil
des Bundesgerichts 8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1).
5.5
Nach dem Gesagten ist die Beschwerdeführerin somit mit dem im Sozialver
sicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als zu 90
%
Erwerbstätige zu qualifizieren, wobei die übrigen 10
%
bis zur Geburt des Sohnes im November 2011 keinem Aufgabenbereich zugeordnet werden können. Ab November 2011 ist die Beschwerdeführerin in
dessen als zu 90
%
Erwerbstätige und zu 10
%
im Haushalt Tätige zu qualifi
zieren.
Bis Ende Februar 2013 war die Beschwerdeführerin im
Haus
haltsbe
reich
nicht eingeschränkt. Ab März 2013 beträgt die Einschränkung im Haushaltsbereich 17.12
%
.
Das Urteil der zweiten Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschen
rechte (EGMR) in Sache
n
Di
Trizio
gegen die Schweiz vom
2.
Februar 2016 (Nr. 7186/09) steht der vorliegenden Anwendung der gemischten Methode ab November 2011 nicht entgegen (vgl. Revisionsurteil des Bundesgerichts 9F_8/2016 vom 2
0.
Dezember 2016 E. 4.1-4.4 und IV-Rundschreiben Nr. 355 des Bundesamtes für Sozialversicherungen vom 3
1.
Oktober 2016).
6.
6.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen vorzunehmen
.
F
ür die Vornahme des Einkommensvergleichs
ist
auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns abzustellen und allfällige
renten
wirksame
Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungs
er
lass
sind
zu berücksichtigen (BGE 129 V 222). Angesichts der am 1
7.
Janu
ar
2008 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen Anmeldung (vgl.
A
ktenver
zeichnis
zu
Urk.
7 S. 1)
würde ein allfälliger Rentenanspruch frühestens ab dem
1.
Juli 2008 bestehen (
Art.
29
Abs.
1 IVG).
Für die Zeit von Juli 2008 bis Ende Oktober 2011 gilt die Beschwerdeführerin als hypothetisch im Gesundheitsfall lediglich teilerwerbstätige versicher
te Person ohne Aufgabenbereich
. In einem solchen Fall bemisst sich die Invali
dität respektive die Erwerbseinbusse in der Regel nach der allgemeinen Me
thode des Einkommensvergleichs nach
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG (BGE 131 V 51 E. 5.1-5.2). Ab November 2011 erfolgt die Bemessung des
Invalidi
tätsgrad
es
nach der gemischten Methode gemäss
Art.
28a
Abs.
3 IVG
, nachdem mit der Geburt des Sohnes ein
nicht
erwerb
licher
Aufgabenbereich hinzugekommen ist
.
6.2
Die Beschwerdegegnerin zog für die Bestimmung des
Valideneinkommens
die Angaben der LSE 2012, TA17,
Ziff.
32 „Assistenzberufe im Gesundheitswe
sen“, Kompetenzniveau 3 heran, da die Beschwerdeführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens im Jahr 2006 unregelmässige Einkommen an unter
schiedlichen Arbeitsstellen parallel erzielt habe und seither bereits sehr
viel
Zeit verstrichen sei. Das Kompetenzniveau 2 sei nicht gerechtfertigt, da die berufliche Qualifikation das Ausüben eines akademischen Berufs nicht ermögliche. Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2015 ergebe sich ein hypothetisches
Valideneinkommen
von
Fr.
83‘119.-- (vgl.
Urk.
2 S. 2 f.
;
Urk.
7/128 S. 1). Die Beschwerdeführerin beantragte dem
gegenüber das Abstellen auf den tatsächlichen erzielten Verdienst in der Höhe von
Fr.
116‘098.5
5.
Falls dennoch die statistischen Werte herange
zogen wür
den, sei auf das Kompetenzniveau 2 abzustellen (vgl.
Urk.
1 S. 7 ff.
Ziff.
26-33).
Der Beschwerdeführerin ist insoweit zuzustimmen, als das
Valideneinkom
men
so konkret wie möglich zu ermitteln und daher in der Regel auf den tatsächlich erzielten Verdienst abzustellen ist, wogegen die lohnstatistischen Daten nur subsidiär heranzuziehen sind (
BGE
134 V 322 E. 4.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2015 vom
2.
März 2016 E. 2.2
Urteil des Bundesge
richts 9C_192/2014 vom 23. Septem
ber 2014 E. 3.2
).
A
uch
ist
auf die Ge
gebenheiten im Zeitpunkt de
s hypothetischen Rentenbeginns
und nicht – wie dies die Beschwerdegegnerin getan hat -
auf das Jahr 2015 abzustellen
, weshalb der tatsächliche Verdienst
auch
nicht bereits längere Zeit zurück
liegt
. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
1 S.
7
f.
Ziff.
30-31) geht es allerdings nicht an, das jeweilige im Teilzeitpensum im Stundenlohn erzielte Einkommen auf ein vollzeitliches Pensum hochzurech
nen, verdienen doch Teilzeit arbeitende Frauen in der Regel verhältnismässig mehr als vollzeitlich Tätige. Vielmehr ist für die Bestimmung des tatsächlich erzielten Verdienstes der Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug) heranzuziehen.
Diesem lässt sich für die letzten fünf Jahre vor Eintritt des
Gesundheitsscha
dens
im Jahr 2006 Folgendes entnehmen
(vgl.
Urk.
7/7)
: Im Jahr 2001 er
zielte die Beschwerdeführerin ein Einkommen von
Fr.
69‘928.--, was unter
Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bei den Frauen von 2001 (In
dex: 2‘245) bis 2008 (Index: 2‘499) ein Einkommen von rund
Fr.
77‘840.-- für das massgebende Jahr 2008 ergibt (
Fr.
69‘928.-- : 2‘245 x 2‘499). Im Jahr 2002 erzielte die Beschwerdeführerin sodann ein Einkommen von
Fr.
60‘683.--, was wiederum unter Berücksichtigung der massgebenden Nominallohnentwicklung bei den Frauen von 2002 (Index: 2‘296) bis 2008 (In
dex: 2‘499) ein Einkommen von rund
Fr.
66‘048.-- für das Jahr 2008 ergibt (
Fr.
60‘683.
-- :
2‘296 x 2‘499). Im Jahr 2003 betrug das Einkommen
Fr.
54‘703
.--
, womit angepasst an die Nominallohnentwicklung von 2003 (Index: 2‘334) bis 2008 (Index: 2‘499) ein massgebendes Einkommen im Jahr 2008 von rund
Fr.
58‘570.-- resultiert (
Fr.
54‘703.
-- :
2‘334 x 2‘499). Für das Jahr 2004 lässt sich ein Einkommen von
Fr.
100‘174.-- respektive angepasst an die Nominallohnentwicklung von 2004 (Index: 2‘360) bis 2008 (Index: 2‘499) von rund
Fr.
106‘074.-- für das massgebende Jahr 2008 erkennen (
Fr.
100‘174.
-- :
2‘360 x 2‘499). Schliesslich betrug das Einkommen im Jahr 2005
Fr.
80‘540.-- und angepasst an die entsprechende
Nominallohnent
wicklung
von 2005 (Index: 2‘386) bis 2008 (Index: 2‘499) rund
Fr.
84‘354.
--
im Jahr 2008
(
Fr.
80‘540.
-- :
2‘386 x 2‘499). Das Durchschnittseinkommen der letzten fünf Jahre – angepasst an die Nominallohnentwicklung – und folglich das hypothetische
Valideneinkommen
für das
Jahr
2008 beträgt demzufolge rund
Fr.
78‘577.-- (
Fr.
392‘886.-- : 5). Im Jahr 2011 (
Statusän
derung
) ergibt sich angepasst an die Nominallohnentwicklung von 2008 (Index: 2‘499) bis 2011 (Index: 2‘604)
folglich
ein hypothetisches
Validenein
kommen
von rund
Fr.
81‘879.-- (
Fr.
78‘577.-- : 2‘499 x 2‘604).
6.3
Aus den Akten geht
sodann
hervor, dass die Beschwerdeführerin auch nach Eintritt des Gesundheitsschadens im Jahr 2006 zwischenzeitlich bei verschie
denen Arbeitgebern angestellt war und sich ebenfalls in der Selbständigkeit versuchte. Seit Juni 2014 geht sie allerdings keiner Erwerbstätigkeit mehr nach (vgl.
Urk.
7/17;
Urk.
7/123 S. 3 ff.
Ziff.
2.2-2.3, S. 6 f.
Ziff.
3). Für die Bestimmung des hypothetischen Invalideneinkommens ist das Abstellen auf die statistische
n Werte deshalb gerechtfertigt
(BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl.
auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1 und E. 4.3.2,
124 V 321 E. 3b/
aa
).
Nach der medizinischen Beurteilung war die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit als Dentalhygienikerin von 2008 bis Mitte 2012 zu 50
%
arbeits
fähig. Seither liegt eine 30%ige Arbeitsfähigkeit vor. Zudem ist ihr eine
behinde
rungsangepasste
Tätigkeit ohne Verrichtung von Aufgaben mit der linken Führungshand und ohne hohe Anforderungen an die grobe Kraft und
Fein
motorik
seit dem Jahr 2008 ununterbrochen zu 70
%
zumutbar (vor
steh
end E.
4.7). Durch ihre fundierte Ausbildung als Dentalhygienikerin verfügt sie über medizinisches Fachwissen, welches sie weiterhin in einer Tätigkeit im Gesundheitswesen einzusetzen vermag. Es rechtfertigt sich daher für die Be
stimmung des Invalideneinkommens auf den Zentralwert für Frauen in medi
zinischen, pflegerischen und sozialen Tätigkeiten im
Anforderungs
niveau
3 in der Höhe von
Fr.
5‘788.-- (LSE 2008, T7S,
Ziff.
33) abzustellen
(
vgl.
Ur
teil
e
des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3
und 9C_237/2007 vom 2
4.
August 2007 E. 5.1
).
Angepasst an
die durchschnittli
che wöchentliche Arbeitszeit im Jahr 2008 von 41.6 Stunden
resultiert
ein
hypothetisches Invalideneinkommen von rund
Fr.
50‘564.-- für das Jahr 2008
bei der verbliebenen
zumutbaren
70%igen Arbeitsfähigkeit (
Fr.
5‘788.-- : 40 x 41.6 x 12 x 0.7).
Das hypothetische Invalideneinkommen für das Jahr 2011 (Statusänderung)
beträgt demgegenüber angepasst an die
Nominallohn
ent
wicklung
von 2008 (Index: 2‘499) bis 2011 (Index: 2‘604) rund
Fr.
52‘689.-- (
Fr.
50‘564.
-- :
2‘499 x 2‘
604).
6.4
Die Beschwerdegegnerin gewährte vorliegend keinen Abzug vom
Tabellen
lohn
(vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75)
, da die Einschränkungen bereits bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden s
eien (vgl.
Urk.
2 S.
3;
Urk.
7/128 S.
2
).
Demgegenüber erachtete d
ie
Beschwerdeführe
r
in
infolge des Umstandes, dass sie aufgrund des Invaliditätsgrades nicht das durchschnittliche Lohnniveau erreichen könne, einen Abzug von 20 bis 25
%
als angemessen (vgl.
Urk.
1 S. 14
Ziff.
60). Angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin in der Lage ist, die gutachterlich bescheinigte 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit vollschichtig
mit reduzierter Belastbarkeit
auszuüben
, rechtfertigt sich kein Abzug wegen Teilzeitarbeit (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_158/2016 vom
5.
April 2016 E. 4.2.2). Weiter
e Gründe, welche einen Abzug rechtfertigen würden, sind nicht ersichtlich. Das Nichtgewähren eines leidensbedingten Abzuges ist dem
nach nicht zu beanstanden.
6.5
Zusammenfasse
nd ergibt sich somit Folgendes:
Für den Zeitraum bis Ende Oktober 2011 resultiert aus der Gegenüberstellung des
Valideneinkommens
von
Fr.
78‘577.-- und des Invalideneinkommens von
Fr.
50‘564.-- eine Erwerbseinbusse von
Fr.
28‘013
.--, was einem theoretischen Invaliditätsgrad von gerundet 36
%
entspricht
. In Anwendung von BGE 142 V 290 E.
7.3, wonach die Rechtsprechung gemäss BGE 131 V 51 dahingehend präzisiert wurde, dass bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich die anhand der Einkommensvergleichsmethode (
Art.
16 ATSG) zu ermittelnde Einschränkung im allein versicherten erwerblichen Bereich proportional – im
Umfang der hypothetischen Teilerwerbstätigkeit – zu berücksichtigen ist und der Invaliditätsgrad somit der proportionalen Einschränkung im erwerblichen Bereich entspricht und damit den versicherten Bereich, welcher durch das hypothetische Teilzeitpensum von 90
%
(vorstehend E.
5.5) definiert wird, nicht übersteigen kann, ergibt sich ein relevanter und nicht
rentenbegrün
dender
Invaliditätsgrad von
gerundet
32
%
(36
%
x 0.9
0
).
Für den Zeitraum von November 2011 bis Ende Februar 2013 resultiert aus der Gegenüberstellung des
Valideneinkommens
von
Fr.
81‘879.-- und des
In
valid
eneinkommens
von
Fr.
52‘689
.--
eine Erwerbseinbusse von
Fr.
29‘
190
.
--
und somit eine Einschränkung von 36
%
,
was bei der massgebenden Ge
wichtung des Erwerbsbereichs mit 90
%
ein
en
Teilinvaliditätsgrad von 32.4
%
ergibt (36
%
x 0.90).
Da die Beschwerdeführerin während dieser Zeit im Haushaltsbereich nicht eingeschränkt war, ergibt sich diesbezüglich kein
Tei
linvaliditätsgrad
. Somit resultiert wiederum ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von
gerundet
32
%
(32.4
%
+ 0
%
).
Schliesslich ist für die Zeit ab März 2013 zusätzlich
die
festgestellte Ein
schrän
kung im Haushaltsbereich
von 17.12
%
zu berücksichtigen.
Bei ei
nem Teilinvaliditätsgrad im Erwerb
sbereich von 32.4
%
(36
%
x 0.90
) und
im Haushaltsbereich von 1.712
%
(17.12
%
x 0.10),
resultiert
ein
ebenfalls nicht rentenbegründender
Gesamtinvaliditätsgrad von gerundet 34
%
(32.4
%
+ 1.712
%
)
.
Die angefochtene Verfügung erweist sie demnach im Ergebnis als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7
.
7
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzu
legen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
9
00.--
festzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahre
ns sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin
auf
zuerlegen, infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung jedoch einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).
7
.2
Mit Honorarnote vom 3
0.
November 2015
(
Urk.
10
) machte die unentgeltli
che Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin einen Aufwand v
on 15.45
Stunden
und gestützt darauf eine Entschädigung von insgesamt
Fr.
3‘742.05
geltend.
Dies erscheint unter Berücksichtigung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (
§
34
Abs.
3
GSVGer
)
noch
als angemessen, wes
halb Rechtsanwältin Angelika Häusermann, Zürich, beim für Rechtsanwälte ab dem
1.
Januar 2015 gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
220.-- mit insgesamt
Fr.
3‘742.05 (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist.