Decision ID: feff7a16-8224-5d5f-a92f-7f20058e3dda
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959, meldete sich am
2.
Februar 2009 (Eingangsda
tum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf Rückenbeschwerden, einen Bandscheibenvorfall sowie eine
Dis
kushernie
zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/2).
Die IV-Stelle t
ätigte berufliche sowie
medizinische Abklärungen und holte insbesondere das polydisziplinäre Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle
Z._
(folgend: MEDAS
Z._
) vom 1
1.
Dezember 2009 ein (
Urk.
8/35).
Mit Verfügung vom
5.
Juli 2010 (
Urk.
8/62) sprach
die IV-Stelle der Ver
sicherten eine halbe Rente mit W
irkung
ab dem
1.
August 2009 zu (Verfügungsteil 2,
Urk.
8/59).
Im Rahmen einer von Amtes wegen eingeleiteten Revision im Jahr 2012 (
Revisi
onsfragebogen
vom
4.
Januar 2013
,
Urk.
8/67
)
holte die IV-Stelle das polydisziplinäre Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle
A._,
vom
7.
Oktober 2013 ein (
Urk.
8/82).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 2
4.
April 2014,
Urk.
8/92;
Einwand vom 1
4.
Mai 2014,
Urk.
8/94; ergänzende
Einwandbegrün
dung
vom 1
9.
Juni 2014,
Urk.
8/97) hob die IV-Stelle
die
Verfügung vom
5.
Juli 2010
mit Verfügung vom 2
4.
Juni 2014
wiedererwägungsweise auf. Die Rente werde nach Zustellung der Verfügung auf Ende des folgenden Monats aufgeho
ben (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 2
0.
August 2014 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, es sei die Verfügung vom
24.
Juni 2014 aufzuheben. Die IV-Akten seien bei der Beschwerdeführerin zu editieren und es sei der Beschwerdeführerin weiterhin eine halbe Invalidenrente auszurichten (
Urk.
1). Mit
Beschwerdeant
wort
vom 1
7.
September 2014 (
Urk.
7 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
8/1-100) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 2
6.
September 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) dafür, dass die Verfügung vom
5.
Juli 2010 offensichtlich unricht
ig und in
Wiederer
wägung
zu ziehen sei, da sie sich auf eine missverständliche und offensichtlich unrichtige Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienste
s (RAD) vom 1
6.
März 2010 stütz
e. Der Leistungsanspruch sei somit aktuell und insgesamt zu prüfen. Das Gutachten der MEDAS
A._
sei beweiskräftig und stimme inhaltlich weitgehend mit dem Gutachten der MEDAS
Z._
überein. Die Beschwerdeführerin sei damit zu 70
%
arbeitsfähig in der angestammten und zu 100
%
arbeitsfähig in
ein
er angepassten Tätigkeit. Gestützt auf einen
Einkom
mensvergleich
resultiere so ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 30
%
.
Die Beschwerdeführerin
brachte demgegenüber im Wesentlichen vor
(
Urk.
1)
,
dass bei der
Rentenzusprache
vom
5.
Juli 2010 diverse medizinische
Abklä
rungsberichte
vorgelegen hätten und die Beschwerdegegnerin damals offen
sichtlich die Einschätzung der medizinischen Abklärungen der Pensionskasse geteilt habe. Gestützt darauf sei zu Recht eine halbe Rente gesprochen worden. Im neuen MEDAS Gutachten werde festgehalten, dass sich der medizinische Sachverhalt seit dem ersten Gutachten nicht verändert habe, womit weder ein Wiedererwägungs- noch ein Revisionsgrund gegeben sei.
2.
2.1
Gemäss einem allgemeinen Grundsatz des Sozialversicherungsrechts kann die Verwaltung auf formell rechtskräf
tige Verfügungen oder
Einspracheentscheide
, die nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet haben, zurückkommen, wenn sie zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG; BGE 133 V 50 E. 4.1).
Die Wiedererwägung dient der Korrektur einer
anfänglich unrichtigen Rechtsan
wendung. Ein Zurückkommen auf eine rechtskräftige Verfügung unter diesem Rechtstitel setzt Unvertretbarkeit der darauf beruhenden Leistungszusprechung vor dem Hintergrund der damaligen Sach- und Rechtslage voraus. Es darf kein vernünftiger Zweifel daran möglich sein, dass die Verfügung unrichtig war; einzig dieser Schluss ist denkbar. Eine kla
re Verletzung des
Untersuchungs
grundsatzes
(
Art.
43
Abs.
1 ATSG) mit der Folge, dass die Leistungszusprechung auf einer offenkundig unvollständigen oder widersprüchlichen Aktenlage erfolgte, bei Renten etwa die Invaliditätsbeme
ssung auf keiner nachvollziehba
ren ärztlichen Einschätzung der Arbeitsfähig
keit beruhte, kann ein
Wiederer
wä
gungsgrund
im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG sein. Als zweifellos unrichtig kann die betreffende Verfügung indessen erst gelten, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Sachverhalt erstellt werden kann, gestützt auf den ein umfangmässig geringerer oder sogar kein Leistungsanspruch resultierte (Urteil des Bundesgerichts 9C_816/2013 vom 2
0.
Februar 2014 E. 1.1 mit Hinweisen).
2.2
Bei der Wiedererwägung einer formell rechtskräftigen Verfügung oder eines formell rechtskräftigen
Einspracheentscheides
, sei es im Rahmen der substitu
ierten Begründung bei Gelegenheit eines Revisionsverfahrens nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG und
Art.
87 ff.
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
, sei es sonst von Amtes wegen oder auf Gesuch hin, gilt es, wenn spezi
fisch IV-rechtliche Aspekte zur Diskussion stehen, mit Wirkung ex
nunc
et pro
futuro
einen rechtskonformen Zustand herzustellen (
Art.
85
Abs.
2,
Art.
88bis
Abs.
1
lit
. c IVV; BGE 110 V 291 E. 3 S. 293 ff.; Urteil 9C_215/2007 vom
2.
Juli 2007 E. 6.1). Um die Frage nach dem zukünftigen Rentenanspruch prüfen zu können, muss die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung festgestellt sein. Ist dies der Fall und die Berichtigung von erheblicher Bedeu
tung, was auf periodische Dauerleistungen regelmässig zutrifft (vgl. BGE 119
V
475 E. 1c S. 480 mit Hinweisen; Urteil 9C_655/2007 vom
4.
Januar 2008
E.
2), sind die Anspruchsberechtigung und allenfalls der Umfang des Anspruchs pro
futuro
zu prüfen (Urteil 9C_215/2007 vom
2.
Juli 2007 E. 6.1). Es kann somit nicht mit der Feststellung der zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung sein Bewenden haben. Vielmehr ist wie bei einer materiellen Revision nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG auf der Grundlage eines richtig und voll
ständig festgestellten Sachverhalts der Invaliditätsgrad im Zeitpunkt der Verfü
gung oder des
Einspracheentscheides
zu ermitteln (in diesem Sinne auch Urteil I 859/05 vom 1
0.
Mai 2006 E. 2.3), woraus sich die Anspruchsberechtigung und allenfalls der Umfang des Anspruchs ergeben (
Art.
28
Abs.
1 IVG; Urteil 9C_11/2008 vom 2
9.
April 2008 E. 4.2.1).
2.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.
4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3
.
3
.1
Die medizinische Aktenlage präsentierte sich im Zeitpunkt der Verfügung vom 5.
Juli 2010
(Urk. 8/62
)
folgendermassen:
3
.1.1
Dr.
med.
B._
, FMH für Rheumaerkrankungen, diagnostizierte in seinem zuhanden der Beschwerdegegnerin erstellten Arztbericht vom 1
2.
Dezember 2008 (
Urk.
8/8) 1) ein chronisches
panspondylogenes
Syndrom mit
myofascia
len
Veränderungen im Bereiche des Schultergürtels und des Beckenringes, 2) eine Migräne und 3) eine depressive Verstimmung mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Es bestünden seit vielen Jahren immer wieder Schübe von zer
vikalen, thorakalen und lumbalen Beschwerden. Daneben leide die Beschwer
deführerin unter Migräne-Attacken und häufigen d
epressiven Verstimmungen. Vom
1.
September bis zum 3
1.
Dezember 2008 sei sie zu 50
%
arbeitsu
nfähig als Pflegeassistentin.
Ab
dem
1.
Januar 2009 bestehe die Möglichkeit, jed
en zweiten Tag zu arbeiten, was
einem idealen Arbeitspensum von 60
%
entspre
che
(
Urk.
8/8).
3.1.2
Der Vertrauensarzt der Pensionskasse der Stadt Zürich
,
Dr.
med.
C._
,
untersuchte die Beschwerdeführerin am 2
3.
März 2009 und stellte folgende Diagnosen (
Urk.
8/20):
Chronifiziertes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit neu
Radikulo
pathie
L5 rechts
MRI 1
9.
September 2005
Chondrose
L5/S1 mit
Dis
kusprotrusion
und
mediolateralem
kleinem
Annulusriss
.
Chondrose
L2/3 und L3/4 sowie
Th
11/12 mit leichter Spondylose
Verdacht auf leichte
bis mittelgradige anhaltend depressive Episode seit 06/2006 in psychiatrischer Behandlung
Fr. Dr.
D._
, ihrerseits nur 50-60
%
arbeitsfähig eingeschätzt
Ohne Auswi
rk
ungen auf die Arbeitsfähigkeit notierte er 1) eine Hypertonie,
Erstdi
agnose
am
1.
Dezember 2008, 2) einen Status nach Nierenbeckenentzün
dung 08/2008
und 3)
eine Curettage 1998,
Fe-Mangelanämie
2000 mit
Fe
-Substitution behoben.
Die Beschwerdeführerin
sollte weiterhin an drei Arbeitstagen pro Woche in der Wohngruppe PZ
E._
als weniger rückenbelastendem Arbeitsplatz arbei
ten. Die Arbeitstage seien mit jeweils einem freien Tag zur Erholung zu unter
brechen
und b
eim Heben immobiler Patienten sei eine zweite Person beizuzie
hen.
3
.1.3
A.
D._
, Dipl. Ärztin A
PPM, hielt in ihrem zuhanden der
Beschwer
degegnerin
erstellten Arztbericht vom 2
3.
April 2009 folgende Diag
nosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
8/23):
Ängstlich (verm.) Persönlichkeitsstörung, ICD-10 F60.6
Differentialdiagnostisch (DD)
anank
. Persönlichkeitsstörung, ICD-10 F60.5
Mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
,
ICD-10 F32.11
Migräne
Hernia
nuclei
polposi
(
Th
. Und L)
Verdacht auf Weichteilrheuma
Somatoforme
Schmerzstörung
Ohne Auswirkun
g auf die Arbeitsfähigkeit konstatierte
sie 1) eine
Hausstauballer
gie
und 2) ein Entwurzelungssyndrom. Die Beschwerdeführerin sei seit ca. 2006/2007 zu 20
%
arbeitsunfähig gewesen als Pflegeassistentin. Ab ca. Januar 2009 seien die psychischen und somatischen Einschränkungen beide mit 40
%
zu beziffern, seien aber nicht
zu kumulieren, so dass eine Arbeitsfä
higkeit von 60
%
erhalten bleibe (
Urk.
8/23 S. 7 f.).
3.1.4
Die begutachtenden Ärzte der MEDAS
Z._
notierten
in ihrem
Gutach
ten vom 11. Dezember 2009
keine Diagnosen mit wesentlicher Ein
schränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit. Diagnosen ohne wesentliche Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert
hielten
sie folgende
fest
(
Urk.
8/35 S. 13 f.)
:
Chronische unspezifische Rückenschmerzen mit intermittierender
spondy
logener
Ausstrahlung rechts bei
l
eichtgradiger
Segmentdegeneration mit
Spondylarthrose
L5/S1 beid
seits und kleiner, nicht
kompressiver
Diskushernie
mediolateral
links
Konstitutionelle Hypermobilität
Schmerzstörung in Verbindung mit psychischen Faktoren und
Verhaltens
faktoren
bei andernorts klassifizierten Krankheiten (chroni
sches
lumbospondylogenes
Syndrom ohne
radikuläre
Symptomatik) ICD-10 F54
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Arterielle Hypertonie
Fortgesetzter
Nikotinabusus
Chronische Obstipation unter der Behandlung mit
Durogesic
Kopfschmerzen im Sinne einer Migräne
Status nach Operation einer Hornhautverkrümmung rechts
Status nach Curettage 1998 bei
Hypermenorrhoe
Als Nebenbefunde notierten sie einen Status nach Nierenbeckenentzündung 2008 und einen Status nach zwei normalen vaginalen Geburten.
Der rheumatologisch begutachtende Arzt habe bei der Beschwerdeführerin chro
nische, unspezifische Rückenschmerzen mit intermittierender
spondylogener
Ausstrahlung rechts bei Segmentdegeneration und
Spondylarthrose
L5/S1 beidseits und kleiner, nicht neuro-
kompressiver
Diskushernie
mediolateral
links, ohne
radikuläre
Symptomatik gefunden. Er beurteile die Beschwerden in Abweichung zur rheumatologischen Vorbeurteilung als nicht einschränken
d für die angestammte
und alle weiteren leichten bis mittelschweren körperlichen Tätigkeiten. Die begutachtende
Psychiaterin attestiere der Beschwerdeführerin eine Schmerzstörung in Verbindung mit psychischen Faktoren und
Verhaltens
faktoren
bei andernorts klassifizierten Krankheiten sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren und messe diesen Beschwerden ebenfalls in Abweichung zur vorbeurteilenden Psychiaterin keinen IV-relevanten, langdauernden Gesundheitsschaden zu. Die begutachtenden Ärzte kamen zusammenfassend zum Schluss, dass bei der Beschwerdeführerin keine Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf oder einer anderen leichten bis mittelschweren Tätigkeit zu attestieren sei (
Urk.
8/35 S. 13 f.).
3
.1.5
Dr.
med.
F._
, Allgemeine Medizin FMH, untersuchte die Beschwerde
führerin am
4.
März 2010 als Vertrauensarzt der Pensionskasse Stadt Zürich. Er hielt folgende Diagnosen fest (
Urk.
8/55 S. 1):
Chronisch rezidivierendes
panspondylogenes
Syndrom
Status nach
radikulärem
Syndrom L5 rechts 2008
Mittelgradige rezidivierende depressive Störung mit somatischen Sympto
men (ICD-10 F33.11)
Gegenwärtig teilremittiert zu leicht
Bei
Persönlichlichkeit
mit ängstlichen und
anankastischen
Zügen
Arterielle Hypertonie, unter
Antihypertensivum
normoton
und kardial kompensiert
Migräne
Klinisch
Rhizarthrose
links
Status nach Eisentherapie bei chronischem Eisenmangel
Bezogen auf die aktuelle Tätigkeit im Pflegezentrum
E._
bestehe eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Restarbeitsfähigkeit betrage 60
%
, wobei wei
terhin nach den einzelnen Arbeitstagen mindestens ein arbeitsfreier Tag einzu
planen sei (
Urk.
8/55 S.7).
3
.2
Die aktuelle medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen folgender
massen:
3
.2.1
Die bis zur polydisziplinären Begutachtung aufliegenden Arztberichte wurden in der Expertise vom
7.
Oktober 2013
zusammengefasst (
Urk.
8/82 S. 5 ff.),
wes
halb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden.
3
.2.2
Die begutachtenden Ärzte der MEDAS
A._
hielten 1) ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit Ausstrahlung gegen rechts, ohne neurologische Ausfälle, ohne
lumboradikuläre
Reizsymptomatik,
szintigraphisch
Spondylarthrose
L5/S1, keine akuten entzündlichen Veränderungen und 2) ein
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom ohne sichere Ausstrahlung, ohne neurologische Defizite, wobei im MRI eine Wurzelirritation C6 rechts und C7 beidseits nicht sicher aus
geschlossen werden könne,
szintigraphisch
aktuell sicher keine akuten Prozesse, mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit als Pflegeassistentin fest (
Urk.
8/82 S. 21). Als Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit notierten sie folgende (
Urk.
8/82 S. 21):
Status nach Spaltung des ersten Ringbands des dritten Fingers rechts bei
Synovialitis
2011
Status nach Operation bei
Rhizarthrose
Daumen links 2012
Knick-/Senkfüsse beidseits
Primäre episodische Migräne, teilweise mit Aura
Restless
-
Legs
-Syndrom, bislang noch nicht behandelt
Psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassifi
zierten Krankheiten F54
Hypertonie ED 09/2009
Chronischer Eisenmangel
Status nach
koloskopisch
erfolgter Entfernung von Polypen 2007 und 2010 (Histologie unauffällig)
Chronischer Nikotinkonsum
Hausstaub-Allergie seit 04/2009
Die Beschwerdeführerin arbeite aktuell 60
%
als Pflegeassistentin mit der Befür
wortung des behandelnden Rheumatologen. Anhand der jetzigen Untersuchung sei eher mit einer 70%igen Arbeitsfähigkeit zu rechnen, wobei die Prognose für den Pflegeberuf eher reserviert zu stellen sei. Für die doch eher zierliche Beschwerdeführerin (BMI 21) dürfte die Arbeit zu belastend sein, vor allem die nicht zu kalkulierenden schweren Belastungen (stürzender Patient) seien schwierig zu tolerieren. Eine Arbeitsmöglichkeit im Beruf mit nur mittelschwe
rer Belastung wäre wünschenswert und sollte abgeklärt werden. Im anderen Fall sollte die Beschwerdeführerin vor allem übergewichtige Patienten nicht alleine betreuen müssen. Die Prognose im Pflegeberuf, die Arbeitsfähigkeit so zu hal
ten, sei eher fraglich.
In einer Verweistätigkeit mit leichter bis maximal mittelschweren Belastungen sei die Beschwerdeführerin 100
%
arbeitsfähig ohne Einschränkung (
Urk.
8/82 S. 22).
4.
4.1
Zum Zeitpunkt der rentenzusprechenden Verfügung lagen verschiedene
Arztbe
richte
sowie das Gutachten der MEDAS
Z._
vor. Keiner der im Recht liegenden Arztberichte attestierte der Beschwerdeführerin e
ine Arbeitsunfähig
keit von 50
%
. Die behandelnden Ärzte
und
die Vertrauensärzte der Pensions
kasse Stadt Zürich gingen von einer Arbeitsfähigkeit von 60
%
aus, die begut
achtenden Ärzte der MEDAS
Z._
sogar von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
(vgl. E. 3.1).
Sofern mit Verfügung vom
5.
Juli 2010
(
Urk.
8/62;
Urk.
8/59)
festgehalten wurde, dass die Beschwerdeführerin nur noch zu 50
%
arbeitsfähig sei,
ist dies mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf
die Anfrage
an den RAD vom
3.
März 2010 zurückzuführen (
Urk.
8/57)
, in welcher der Sachverhalt falsch dargestellt wurde
:
D
ie Sachbearbeiterin der IV-Stelle
notierte
, dass im Einwand der Stadt Zürich von einer 40%igen Arbeitsunfähigkeit bei einem Pensum von 80
%
ausgegangen werde.
Richtigerweise wurde im Einwand
(
Urk.
8/46)
aber
von einer Arbeitsunfähigkeit von 40
%
ab dem
1.
Januar 2009 bei einem Beschäftigungsgrad von 100
%
ausgegangen - entsprechend den behandelnden Ärzten sowie der Vertrauensärzte der Pensionskasse Stadt Zürich (vgl. E. 3.1).
Damit erweis
t
sich die Verfügung vom
5.
Juli 2010 als zweifellos unrichtig,
da der Invaliditätsgrad entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht auf einer ärztlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit beruhte, sondern auf einer basierend auf falschen Angaben eingeholten Stellungnahme des
RAD - welche an sich ebenfalls missverständlich war: So hielt
Dr.
med.
G._
, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, in der Stellung
nahme vom 1
6.
März 2010 fest, dass die aktuelle Stellungnahme eine Fortset
zung der Stellungnahme vom 1
8.
Jan
uar 2010 bilde, in welcher er noch von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ab dem 2
8.
August 2009 ausging (
Urk.
8/36 S. 6). Des Weiteren notierte er, dass nach nochmaliger Aktendurchsicht empfohlen werde, auf oben genannte Arbeitsun
fähigkeitszeiten abzustellen
(
Urk.
8/57 S. 2). Ob er sich damit auf die vorangegangene Stellungnahme, wo er sich noch auf das MEDAS Gutachten stützte, oder die inhaltlich falsche Anfrage vom
3.
März 2010 stützen wollte, bleibt unklar.
Zusam
mengefasst hätte der Beschwerdeführerin - selbst unter Berücksichtigung der Arztberichte der behandelnden Ärzte und der Vertrauensärzte der Pensions
kasse - gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 40
%
maximal eine
Viertelsrente
zugesprochen werden dürfen. Die ursprüngliche
Rentenzusprache
erweist sich
damit als zweifellos unrichtig und
d
ie Voraussetzungen für eine Neu
beurteilung
der Arbeitsfähigkeit auf der Grundlage eines umfassenden medizinischen Gut
achtens sind daher gegeben
(vgl. E. 2.2)
.
4.2
Das Gutachten der MEDAS
A._
vom
7.
Oktober 2013 (
Urk.
8/82) beruht auf für die streitigen Belange umfassenden fachärztlichen Untersuchungen (Psychiatrie, Allgemeine Chirurgie/Unfallchirurgie, Neurologi
e und Innere Medizin) und wurde
in Kenntnis der
Vorakten
(
Urk.
8/82 S. 5 ff.) verfasst. Die Gutachter haben detaillierte Befunde (
Urk.
8/82 S. 14 f.;
Urk.
8/82 S. 26 f.;
Urk.
8/82 S. 33 f.; und
Urk.
8/82 S. 38 f.) und Diagnosen (
Urk.
8/82
S. 21
) erhoben, die geklag
ten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolge
rungen nachvollziehbar begründet.
Das
Gutachten der MEDAS
A._
erfüllt daher grundsätzlich die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an
beweis
taugliche
ärztliche Ent
scheidungsgrundlagen (vgl. E. 2.4
). Damit ist die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Pflegehelferin
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu
70
%
arbeitsfähig. In einer angepassten Tätigkeit mit leichten bis maximal mittelschweren Belastungen ist
sie ohne Einschränkung vollumfänglich
arbeitsfähig (
Urk.
8/82 S. 21).
4.3
Zu prüfen bleibt, wie
sich
die gutachterlich attestierte Arbeitsfähigkeit auf den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin auswirkt.
4.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
4.3.2
Vorliegend ist die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit zu 70
%
arbeitsfähig.
Im Regelfall ist eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Nach langjährigem Rentenbezug können ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeits
marktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglichen Leistungsentfaltung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten
Leis
tungspotenzials
ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist. Diese Rechtsprechung ist grundsätzlich auf Fälle zu beschränken, in denen die (revisions- oder wiedererwägungsweise) Herabsetzung oder Aufhebung der In
validenrente eine versicherte Person betrifft, welche das 55. Altersjahr zurück
gelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat. Die Übernahme der beiden Abgrenzungskriterien (vgl.
lit
. a
Abs.
4 der Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 [
6.
IV-Revision, erstes Massnahmenpaket]) bedeutet nicht, dass die darunter fallenden Rentnerinnen und Rentner im jewei
ligen revisions- (Art. 17 Abs. 1 ATSG) beziehungsweise gegebenenfalls
wieder
erwägungsrechtlichen
(Art. 53 Abs. 2 ATSG) Kontext einen
Besitzstandsan
spruch
geltend machen könnten; es wird ihnen lediglich zugestanden, dass – von Ausnahmen abgesehen – aufgrund des fortgeschrittenen Alters oder einer langen Rentendauer die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_39/2012 vom 24. April 2012 E. 5.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteile Bundesgerichts 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.4 und 9C_412/2014 vom 20. Oktober 2014 E. 3.1).
Die Beschwerdeführerin arbeitet in der angestamm
ten Tätigkeit in einem 60%-Pensum. Eine Aufstockung um 10
%
ist ihr auf dem Weg der Selbst
eingliederung
trotz ihres Alters
durchaus zumutbar.
Ausgehend von der angestammten Tätigkeit ist d
ie Einkommenseinbuss
e bzw. der Invaliditätsgrad
damit
in rentenausschliessender Höhe von 30
%
festzuset
zen.
D
ie Verfügung erweist sich damit
als rechtens und die Beschwerde ist voll
umfänglich abzuweisen.
5.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
600.-- festzusetzen und der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.