Decision ID: 1af0a6f2-741e-44ce-bbdc-24cffc95ee97
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964,
Kranführer,
stürzte
am 1
9.
Juli 2017
beim Tragen von Elementen durch eine Decke
und zog sich dabei multiple Verletzung
en
zu
, unter anderem eine Schulterkontusion links
. Für
die
Folgen
dieses Unfalls
erbrachte
die Suva Heilbehandlungs- und Taggeldl
eistungen
(vgl.
Urk.
9/106/19).
1.2
Seit
dem
2
0.
April 2020
war der Versicherte
bei der Y._
AG angestellt und dadurch
erneut
bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
. Am
2
4.
April 2020
zog er sich
beim Herablassen einer Last eine Platz
wunde am Kop
f z
u
. Daraufhin lief er
eine Böschung hinunter, machte einen
Miss
tritt
und stürzte
(Schadenmeldung
en
UVG vom 2
7.
April
und 1
5.
Mai
2020,
Urk.
9/2
und
Urk.
9/11
). Die erstbehandelnden Ärzte des Spitals
Z._
diagnostizierten im Austrittsbericht
vom 2
4.
April 2020 (1) eine Schädel
kontusion
mit
/bei
Schädelhirntrauma mit
Commotio cerebri und Schulterkon
tusion link
s und (2) Rippenfrakturen
X, XI links (
Urk.
9/7/1). Die Suva erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen.
Am 1
4.
September 2020 nahm Kreis
arzt
Dr.
med. A._
, Fac
harzt für Chirurgie sowie
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, eine Beurteilung vor (
Urk.
9/57).
Am 1
7.
September 2020 wurde der Versicherte im Spital
B._
an der linken Schulter operiert (Schulterarthroskopie,
Bizepstenotomie
,
anteriore
Synovektomie
,
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
[
Supraspinatus
]
und
Bursek
tomie
,
Urk.
9/101/1-2).
Mit Verfügung vom 25.
September 2020 hielt die
Suva fest, dass die
aktuell
noch
bestehenden Beschwerden an der linken Schulter nicht mehr unfallbedingt seien
. Die betreffenden
Versicherungsleis
tungen
würden
per 3
1.
August 2020 eingestellt.
Das Taggeld sei noch bis am 2
3.
September 2020 ausbezahlt worden. Auf eine Rückforderung werde verzich
tet
(
Urk.
9/61).
Dagegen erhob die
Vivao
Sympany
AG (Krankenversicherung) am 1
4.
Oktober 2020 Einsprache (
Urk.
9/75; vgl. auch ergänzende
Einsprache
begründung
vom 1
9.
November 2020,
Urk.
9/87).
Der
Versicherte
erhob am 1
8.
Oktober 2020 Einsprache
(
Urk.
9/78 und
Urk.
9/
86/3-4;
vgl. auch ergän
zende
Einsprachebegründung
en
vom 1
1.
November 2020 und
7.
Januar 2021,
Urk.
9/
86/1-2 und
Urk.
9/97
).
Am
9.
März 2021 nahm Kreisarzt
Dr.
A._
eine weitere Beurteilung vor (
Urk.
9/105). Mit Entscheid vom 1
1.
März 2021 wies die Suva die Einsprache
n
des Versicherten
und der
Vivao
Sympany
AG
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 2
8.
April 2021 Beschwerde mit folgendem Rechtsbegehren (
Urk.
1 S. 2):
1.
Es seien der
Einspracheentscheid
vom 11.03.2021 und die Verfügung vom
25.09.2020 aufzuheben.
2.
Es seien dem Beschwerdeführer für sämtliche Beschwerden im Bereich der linken
Schulter als Folge des Unfalls vom 24.04.2020 die ihm zustehenden
Versiche
rungs
leistungen
auszurichten und die Sache zur Leistungsausrichtung an
die
Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen.
3.
Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die
Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 3
1.
Mai 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8). Mit Eingabe vom
3.
Juni 2021 (
Urk.
10) reichte der Beschwerdeführer den Bericht von
Dr.
med. C._
, Leitender Arzt der Orthopädisch
en Klinik des Spitals
B._
,
vom 1
4.
April 2021 (Urk.
11) ein. Mit Verfügung vom
9.
Juni 2021 wurde dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort
vom 3
1.
Mai 2021
und der Beschwerdegegnerin die Eingabe des Beschw
erdeführers vom
3.
Juni 2021 sowie
der Bericht von
Dr.
C._
vom 1
4.
April 2021 zugestellt (
Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleis
tungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittel
bare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversi
cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schick
salsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leis
tungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nun
mehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entspre
chende Beweislast
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natür
licher Kausalzusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten mass
gebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.4
Die Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/
2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass
au
f
die schlüssig begründete
n
kreisärztlichen
Einschätzung
en
abgestellt werden könne. Bereits die im MRI-
Arth
r
ografie
-Bericht vom
2
4.
August 2017 beschrie
bene in
komplette Läsion im Insertionsbereich und an der Unterfläche der
Supra
spinatussehne
links habe auf einer rein verschleissbedingten Veränderung der
Gewebestruktur der
Rotatorenmanschette
gegründet. Durch die weiterhin fort
schreitende Dege
neration habe sich am
6.
Mai 2020
bildgebend eine
transmural
e
(Partial-)Ruptur dieser Sehne
dargestellt
. Die beiden Unfallereignisse vom 1
9.
Juli 2017 und vom 2
4.
April 2020 hätten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht zu zusätzlichen objektivierbaren strukturellen Läsionen geführt. Vielmehr habe es sich hierbei um zeitlich begrenzte, vorübergehende Verschlimmerungen des jeweiligen degenerativen, mithin krankheitsbedingten Vorzustandes an der linken Schulter gehandelt.
Das
Unfallereignis vom 2
4.
April 2020
sei
nicht mehr Ursache des Gesundheitsschadens, wie er sich am 1
7.
Juli 2020 (zwölf Wochen nach dem Ereignis
) präsentiert habe.
Der Zustand,
der
sich auch ohne diesen Unfall eingestellt hätte, sei spätestens zu diesem Zeitpunkt erreicht
gewesen
. Um eine Unfallkausalität nachweisen zu können, reich
e es beweisrechtlich nicht aus,
geltend zu machen,
dass die Beschwerden
erst mit dem Unfall aufgetreten seien
(
Urk.
2 S. 12 ff.
).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass
er
beim Sturz vom 24.
April 2020 unter anderem
eine Prellung an der linken Schulter
erlitten
habe. G
emäss
Austrittsbericht des
Spitals
Z._
vom 2
4.
April 2020
habe er
bereits initial
Schmerzen in der linken S
chulter angegeben
. Eine Elevat
ion sei schmerzbedingt nur bis 9
0° möglich gewesen. Als Folge des ersten Unfall
s im Jahr
2017 habe sich
bei der Voruntersuchung vom 2
4.
August 2017
lediglich eine leichte Ausdünnung der
Supraspinatussehne
gezeigt.
Nach dem Unfallereignis vom 2
4.
April 2020 sei
en
im MRI vom
6.
M
ai 2020
eine
transmurale
, knapp 12
mm lange Ruptur der
Supraspinatussehne
etwa auf Höhe des AC-G
elenk
s
, sonst jedoch intakte
Rotatoren
mit normaler Muskulatur ohne Atro
phie/Verfet
tung ersichtlich gewesen. Z
usätzlich
habe
neu
auch eine partiale Ruptur
der
Bizepssehne
vorgelegen
. Diesbezüglich habe vor dem Unfall
vom 24.
April 2020
keine Vorschädigung bestanden
.
Dem Bericht von
Dr.
C._
vom
3.
November 2020 sei zu entnehmen, dass im Bereich der linken Schulter keine wesentlichen degenerativen Veränderungen vorgelegen hätten.
Gemäss
Dr.
C._
sei die Sehnenruptur
demnach mit hoher Wahrscheinlic
hkeit auf das Unfallereignis vom 2
4.
April 2020 zurückzuführen.
Es
sei
von einer
richtung
s
g
ebende
n
Verschlim
merung
auszugehen
. Für die
Bejahung von U
nfallfolgen
genüge sodann
eine Teilursächlichkeit
des Unfallereignisses.
Mit
der Frage der Teilursächlichkeit
hab
e sich Kreisarzt
Dr.
A._
indes
nicht befasst.
Des Weiteren sei hinlänglich bekannt, dass auch
die Feststellung
einer
no
r
malen Muskulatur ohne A
trophie
und
Verfettung der Muskelansätze gegen einen degenerativen P
rozess spreche. Die Unfallmechanik ge
lte rechtsprechungsgemäss
als
eines von
mehreren Krite
rien zur Beurteilung der Unfallkausalität. Zur relevanten Frage, i
nwiefern eine
Schulterkontusion eine R
uptur bewirken könne,
wenn durch die
arthrotische
Verengung bereits eine Vulnerabilität der S
ehne gegeben sei, habe sich
Dr.
A._
ebenfalls
nicht äussert.
Die von der Beschwerdegegnerin ange
führte F
ormel
«
post
hoc ergo
pr
opter
hoc
»
habe
diese
schliesslich
nicht davon
entbunden
, den anamnestischen und klinischen Verlauf und in diesem Zusam
menhang die Bedeutung des Unfalls für den Verlauf kritisch zu würdigen.
Dies habe die Beschwerdegegnerin unterlassen (
Urk.
1 S. 3 ff.).
3.
3.1
Kreisarzt
Dr.
med. D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates
, legte in der Beurteilung vom
4.
April 2018 dar, dass
sich
der Beschwerdeführer beim Unfallereignis vom 1
9.
Juli 2017 eine Kontusion
der gesamten linken Körperseite zugezogen habe. Eine spezifische unfallbedingte Schädigung habe weder klinisch noch bildgebend nachgewiesen werden können. Die sich bildgebend darstellenden ansatznahen Veränderungen der
Supraspinatussehne
seien überwiegend wahrscheinlich einer degenerativen und nicht traumatischen Ätiologie zuzuordnen. Aus diesem Grund sei die Aner
kennung eines kausalen Zusammenhangs der fünfeinhalb Monate nach dem geltend gemachten Ereignis beklagten Beschwerden bezüglich des linken Schul
ter
gelenks abzulehnen. Die rückläufigen Beschwerden seien ausschliesslich unfall
unabhängigen Verschleisserscheinungen des linken Schultergelenks zuzu
ordnen. Entgegen der vom Orthopäden
Dr.
med. E._
zitierten Studie zeige ein Grossteil der international anerkannten Studien eine statistisch signifikante Korrelation degenerativer Verschleissprozesse der Sehnenmanschette mit dem Alter des jeweils Betroffenen (
Urk.
9
/106/27).
3.2
Dr.
med. F._
, FMH Radiologie, hielt
im
an
Dr.
med. G._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, gerichteten Bericht vom
6.
Mai 2020 fest, dass die gleichentags durchgeführte MRI-Untersuchung Schulter links im Vergleich zur Voruntersuchung vom 2
4.
August 2017 neu eine
transmurale
knapp 12 mm lange Ruptur der ventralen
Supraspinatussehne
etwa auf Höhe des AC-Gelenks
zeige.
Die
Rotatoren
seien intakt
mit normaler Muskulatur ohne Atro
phie/
Verfet
tung.
Es liege unverändert eine mässige AC-Arthrose vor (
Urk.
9/17/1).
3.3
Kreisarzt
Dr.
A._
erklärte in der Beurteilung vom 1
4.
September 2020, dass das linke Schultergelenk des Beschwerdeführers mit überwiegender Wahrschein
lichkeit schon vor dem Unfall vom 2
4.
April 2020 in stummer oder manifester Weise beeinträchtigt gewesen sei. Beim Unfallereignis vom 2
4.
April 2020 sei es zu einem Schädelhirntrauma, einer Prellung des linken Schultergelenks und einer
Fraktur der 1
0.
und 1
1.
Rippe
links
gekommen. Seitens des linken Schulter
gelenks sei zwar eine
transmurale
Ruptur des ventralen Anteils der
Supra
spinatussehne
festgestellt worden. Gemäss
Arthro
-MRT-Untersuchung vom 2
4.
August 2017 habe aber bereits zu diesem Zeitpunkt eine Degeneration der
Supraspinatussehne
und ein
e
Arthrose des AC-Gelenks vorgelegen. Unter Berücksichtigung des aktuellen Wissensstandes, der internationalen fachspezi
fischen, gutachterlichen und evidenzbasierten Literatur würden
Prellungen binnen vier bis sechs Wochen folgenlos ausheilen. Durch den Unfall vom 2
4.
April 2020 sei es seitens des linken Schultergelenks zu einer vorübergehenden Verschlimmerung gekommen (
Urk.
9/57/3).
3.4
Dr.
G._
gab
im Bericht vom 1
6.
Oktober 2020
an
, dass
es letztlich eine Ermes
sensfrage bleibe, ob die anlässlich der Operation
vom 1
7.
September 2020 beho
benen Sehnenverletzungen
als kausal zum Unfall vo
m 2
4.
April 2020 angesehen würden
.
Die Operation von
Dr.
C._
sei
zielführend
gewesen.
Die
Funktion des linken Arme
s habe
wieder vollständig hergestellt
und
die muskulären Schmerzen im Schulter-/Nacken- und
Armbereich deutlich verbessert werden können.
Es bestehe somit ein
Zusammenhang zwischen
dem Unfall vom 2
4.
April 2020 und der
Ope
ration
vom 1
7.
September 2020 (Urk.
9/76/1).
3.5
Dr.
C._
vom Spital
B._
gab im Bericht vom
3.
November 2020 an,
dass der Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 2
5.
September 2020 aus fachortho
pädischer Sicht nicht nachvollziehbar sei. Der Beschwerdeführer habe seit dem Sturzereignis im April 2020 über persistierende Schulterschmerzen links mit deutlicher Bewegungseinschränkung geklagt. Am
1
7.
September 2020 sei nach ausgiebiger konservativer Therapie, welche nicht zielführend gewesen sei, eine Schulterarthroskopie durchgeführt worden. Dabei habe sich eine Partialruptur der
Bizepssehne
gezeigt. Beim 55-jährigen Beschwerdeführer hätten keine wesent
lichen degenerativen Veränderungen vorgelegen. Aus fachorthopädischer Sicht sei dies somit mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom April 2020 zurückzuführen (
Urk.
9/82).
3.6
Kreisarzt
Dr.
A._
hielt in der Beurteilung vom
9.
März 2021 fest,
dass seine
Beurteilung vom
9.
Septembe
r 2020 ihr
e Gültigkeit behalte (
Urk.
9/105/6
).
3.7
Dr.
C._
erklärte im Bericht vom 1
4.
April 2021, dass sich in der MR
-
Tomographie
vom
6.
Mai 2020 eine
transmurale
Ruptur der
Supraspinatussehne
gezeigt habe, welche in der Voruntersuchung von 2017 nicht bestanden habe.
Somit habe eindeutig der
Unfall vom 2
4.
April 2020 zur
neu beschriebenen Ruptur der
Supraspinatussehne
geführt
. Dies habe
sich bei der Operation vom 17.
September 2020
auch intraoperativ bestätigt
(
Urk.
11
)
.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Entscheid in medizi
nischer Hinsicht im Wesentlichen auf di
e Beurteilung von Kreisarzt Dr.
A._
vom
9.
März 2021 (
Urk.
9/105
).
4.2
Kreisarzt
Dr.
A._
legte
in dieser
B
eurteilung dar
, dass im Jahr 2017 eine ähnliche Situation mit Prellung der linken Körperseite und des linken Schulter
gelenks vorgelegen habe. Kreisarzt
Dr.
D._
habe in der Beurteilung vom
4.
April 2018 erklärt, dass die vorhandenen strukturellen Veränderungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht unfallkausal seien. Auch aufgrund der aktuellen anamnestischen Daten könne festgehalten werden, dass sich im Bereich der das Schultergelenk umgebenden Weichteile keine Signalerhöhungen, die auf eine relevante Gewalteinwirkung hinweisen würden – wie zum Beispiel eine reissende Rotation des Schultergelenks – zeigen würden. Zudem würden sich auch keine Signalerhöhungen im Bereich des
Humeruskopfes
oder der Gelenk
pfanne
zeigen. Ein
intraartikulärer Gelenkerguss oder andere Zeichen für eine relevante Traumatisierung
hätten nicht vorgelegen
. Auch dieses Mal korreliere der bildgebende Befund mit den klinischen Befunden aus der echtzeitlichen Behandlung, im Rahmen derer sich keine Prellmarken, Flüssigkeitskollek
tionen, Hautabschürfungen oder Ä
hnliches im Bereich des linken Schultergelenks bzw. der gesamten linken oberen Extremität gefunden hätten. Bereits in der Bild
gebung von 2017 hätten eine deutliche Einengung des
subacromialen
Raumes sowie eine AC-Gelenksarthrose vorgelegen, welche als wichtige Faktoren für die Entstehung von degenerativ bedingten Rupturen zu betrachten seien.
A
nalysiere
man die Bildgebung aus den Jahren 2017 und 2020, komme man zum Schluss, dass es
nicht
durch
das Unfallereignis vom 2
4.
April 2020 zu einer Ruptur der
Rotatorenmanschette
gekommen sei, sondern dass diese bereits so fortgeschritten degenerativ verändert gewesen sei, dass eine beliebige Tätigkeit zu einem belie
bigen Zeitpunkt zu einer partiellen Ruptur habe führen können (
Urk.
9/105/5-6).
4.3
Diese fachärztliche Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
A._
, welche er in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgab, ist
nachvollziehbar.
Wie
Dr.
A._
zutreffend bemerkte, finden sich im Bericht der erstbehandelnden Ärzte des Spitals
Z._
vom 2
4.
April 2020 keine Hinweise auf Prellmarken, Flüssigkeitskollektionen, Hautabschürfungen oder
Ä
hnliches im Bereich des linken Schultergelenks, die auf eine relevante Gewalteinwirkung hinweisen würden (
Urk.
9/7).
Der Beschwerdeführer gab nach dem Unfall vom 2
4.
April 2020 zwar (auch) Schmerzen in
der linken Schulter an (
Urk.
9/7/2
).
Anlässlich
der Besprechung mit dem Aussendienstmitarbeiter der Beschwerd
e
gegnerin vom
6.
August 2020 erklärte er jedoch
, bereits vor dem Ereignis vom 2
4.
April 2020 unter Schmerzen an der linken Schulter gelitten zu haben. Er habe nur noch mit Schmerzmitteln arbeiten können (
Urk.
9/42/1).
Dem
Operations
bericht von
Dr.
C._
vom 2
2.
September 2020
ist
sodann
zu entnehmen,
dass
das vordere Labrum degenerativ verändert, aber stabil
sei.
Der
Biz
epsa
nker
sei deutlich degenerativ verändert
und instabil. Im Verlauf zeige
sich eine deutlich aufgefaserte Sehne mit Partialruptur,
welche
im
Sulcus
instabil
sei
(
Urk.
9/101/2). Das
s
Dr.
C._
in der Folge
im Bericht vom
3.
November 2020
erklärte, beim Beschwerdeführer hätte
n
keine wesentlichen degenerativen Verän
derung
en vor
gelegen, erscheint
vor diesem Hint
ergrund
wenig plausibel
.
Im Weiteren
wies die Beschwe
rdegegnerin zu Recht darauf hin,
dass sich die
Argumentation von
Dr.
C._
, wonach
die nach dem Unfall vom 2
4.
April 2020 festgestellten Sehnen-Rupturen
gemäss
Voruntersuchung von 2017
noch nicht bestanden hätten
, im Wesentlichen
in der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc»
erschöpft.
Ärztliche Auskünfte, die allein auf dieser Argumentation beruhen, sind beweis
rechtlich nicht zu verwerten
(Urteil des Bundesgerichts 8C_241/2020 vom 29. Mai 2020 E. 3
).
Dr.
G._
hat
im Bericht vom 1
6.
Oktober 2020
ferner
nicht begründet dargetan, weshalb die
festgestellten
Sehnenrupturen auf das Unfall
ereignis vom 2
4.
April 2020 zurückzuführen sein sollen.
Das Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach sich
Kreisarzt
Dr.
A._
nicht mit dem anamnestischen und klinischen Verlauf auseinandergesetzt haben soll, ist unzutreffend. Unter Hinweis auf den degenerativ weit fortgeschrittenen Vor
zustand ist
er
offensichtlich zum Schluss g
ekommen, dass der Sturz vom 24.
April 2020 – ohne
ausgewiesene
relevante Gewalteinwirkung
auf die linke Schulter
- für die eingetretene
n
Rupturen der
Supraspinatus
- und
Bizepssehne
nicht
(teil-)
ursächlich war.
Der Unfallmechanismus war mit anderen Worten nicht geeignet,
dies
e
Rupturen
zu verursachen.
Eine
richtungsgebende Ver
schlimmerung
durch
den Unfall vom 2
4.
April 2020
ist nicht gegeben
.
Dass die
festgestellten
ansonsten
intakten
Rotatoren
mit normaler Muskulatur ohne Atro
phie/
Verfettu
ng vorliegend
gegen einen degenerativen Prozess spreche
n soll
en
, wurde von ärztlicher Seite nicht bestätigt.
Schliesslich ist
darauf hinzuweisen
, dass akut-traumatische
Rotatorenmanschettenrupturen
im Vergleich zu Ruptu
ren, die aufgrund chronischer Schäden des Schultergelenks entstehen, weitaus seltener sind (
https://de.wikipedia.org/wiki/Rotatorenmanschettenruptur
).
4.4
Auf die Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
A._
kann demnach abgestellt werden.
Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine
entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann
(antizipierte Beweiswürdigung;
vgl.
BGE 144 V 361 E. 6.5, 136 I 229 E. 5.3, je mit Hinweisen)
.
5.
Dass die Beschwerdegegnerin
den
Status quo sine betreffend die linke
Schulter
zwölf Wochen nach dem Unfall
ereignis
vom 2
4.
April 2020
als
erreicht
betrach
tete
, ist demnach nicht zu beanstanden.
Der angefochtene Entscheid erweist sich
damit
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.