Decision ID: 9fc9d145-4168-46df-8bfb-7e0982c153a4
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ueli Kieser, Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Einstellung IV-Rente)
Sachverhalt:
A.
B._ meldete sich am 2. Oktober 1994 zum Bezug von IV-Leistungen an. Er gab an, er
sei als Autolackierer selbständig erwerbstätig. Gemäss dem IK-Auszug vom 25.
Oktober 1994 rechnete aber die A._ AG seit 1991 die Beiträge für ihn ab. Dr. med.
C._ berichtete am 24. Oktober 1994, seit dem 7. Februar 1994 bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit. Diese betrage seit dem 15. Mai 1994 bis auf weiteres 50%. Der
Versicherte leide an einem residuellen lumboradikulären Syndrom S1 links
(Diskushernienoperationen L5/S1 3/92, L4/5 links 3/94, L5/S1 4/94). Er sei im
administrativen Bereich zu 50% arbeitsfähig, wobei eine Steigerung möglich sein sollte.
Als Autolackierer sei der Versicherte nicht arbeitsfähig, da die kleinste Belastung
Schmerzen verursache. Gemäss einem Bericht der Klinik Valens vom 26. September
1994 hatte sich der Gesundheitszustand des Versicherten während des
Rehabilitationsaufenthalts vom 24. August bis 14. September 1994 erheblich
gebessert. Am 31. Oktober 1994 liess der Versicherte die Jahresabschlüsse 1992 bis
1994 einreichen. Die Regionalstelle für berufliche Eingliederung berichtete am 23.
Dezember 1994, der Versicherte sei ganztags im Betrieb, könne aber nur wenig
arbeiten, denn es träten sehr schnell wieder Rückenschmerzen auf. Der Versicherte
bzw. die A._ AG hätten vom ehemaligen Lehrmeister die Autolackiererei und die
Autospenglerei übernommen. Der ehemalige Lehrmeister betreibe auf demselben
Gelände einen Occasionenhandel, den die A._ AG vielleicht zu einem späteren
Zeitpunkt auch noch werde übernehmen können. Der Versicherte sei Angestellter
seiner AG. Die Bezüge seien nicht fix, sondern entsprächen den privaten Bedürfnissen
(Fr. 7-8000.- monatlich). Bei der Krankentaggeldversicherung sei ein Jahreslohn von Fr.
90'000.-versichert. Neben dem Versicherten und dessen Ehefrau arbeiteten zwei
gelernte Autolackierer und ein gelernter Autospengler für die A._ AG. Der Betrieb sei
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an einer guten Lage und er sei modern und optimal mit allen arbeitserleichternden
Hilfsmitteln ausgestattet. In den ersten Jahren habe der Betrieb nur geringe Gewinne
abgeworfen. Eine Analyse des Betriebes habe ergeben, dass die betriebliche
Infrastruktur nicht mehr weiter verbessert werden könne. Zusätzliche Einrichtungen
brächten keine Arbeitserleichterung für den Versicherten. Eine Umschulung würde den
Verkauf des Betriebes nach sich ziehen, wobei ein grosser Verlust realisiert werden
müsste. Derzeit sei keine Eingliederungsmöglichkeit in Sicht. Im eigenen Geschäft
bestehe am ehesten die Chance, dass der Versicherte wieder arbeits- und
erwerbsfähig werde. Wenn der Lehrmeister den Occasionenhandel aufgebe, könne der
Versicherte vermehrt in diesem Geschäft einsteigen. Ein weiterer Geschäftszweig sei
der Bergungsdienst, den sich der Versicherte erstaunlicherweise trotz der körperlichen
Belastung zutraue. In seinem Betrieb müsste der Versicherte zu rund drei Vierteln
praktisch tätig sein. Dabei sei er aber sehr eingeschränkt. Durch geschickte
Arbeitszuteilung müsste es ihm möglich sein, zu 50% zu arbeiten. Am 9. Juni/4.
Oktober 1995 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine halbe Rente bei einem
Invaliditätsgrad von 50% zu.
B.
Im Rahmen eines ersten Revisionsverfahrens gab die A._ AG am 27. März 1996 an,
der Versicherte verdiene Fr. 43'500.-. Ohne den Gesundheitsschaden würde er
Fr. 110'000.- verdienen. Dr. med. C._ gab am 30. April 1996 an, der
Gesundheitszustand sei stationär. Eine Besserung dürfte in den nächsten Jahren kaum
mehr erreicht werden. Die IV-Stelle richtete weiterhin die halbe Rente aus. In einem
1998 durchgeführten nächsten Revisionsverfahren machten die A._ AG und Dr. med.
C._ dieselben Angaben wie im ersten Revisionsverfahren. Auch diesmal blieb es bei
der Ausrichtung der halben Rente. In einem dritten Revisionsverfahren gab die A._
AG am 5. Dezember 2000 einen Lohn des Versicherten von Fr. 45'000.- und einen ohne
den Gesundheitsschaden erzielbaren Lohn von Fr. 90'000.- an. Dr. med. C._
bestätigte wieder die Arbeitsfähigkeit von 50%. Erneut blieb es bei der Ausrichtung der
halben Rente. Der Versicherte teilte der IV-Stelle am 15. Mai 2003 mit, er müsse sich
erneut am Rücken operieren lassen. Dr. med. D._ berichtete der IV-Stelle am 30. Mai
2003, der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich verschlechtert. Es sei eine
Rezidivdiskushernie L4/5 aufgetreten. Zur Zeit bestehe eine vollständige
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Arbeitsunfähigkeit. Nach der Operation werde hoffentlich wieder eine Arbeitsfähigkeit
von 50% erreicht werden. Mit einer Verfügung vom 24. Juli 2003 sprach die IV-Stelle
dem Versicherten eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100% zu. Sie sah
eine Rentenrevision für November 2003 vor. Die Schulthess Klinik gab am 20. August
2003 für die Zeit ab 30. Mai 2003 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% und ab 20. August
2003 eine Arbeitsunfähigkeit von 70% bis auf weiteres an. Die A._ AG teilte mit, der
Versicherte würde ohne den Gesundheitsschaden Fr. 130'000.- verdienen. Die
Schulthess Klinik berichtete am 8. Dezember 2003, der postoperative Verlauf sei
zufriedenstellend mit einer verminderten Schmerzhaftigkeit im linken Bein und mit
verminderten Rückenschmerzen. Als Carossier sei der Versicherte zu 30% arbeitsfähig.
Die IV-Stelle hielt am 5. Februar 2004 an der Ausrichtung einer ganzen Rente fest. Sie
sah für Februar 2005 eine erneute Revision vor. Am 22. September 2005 gab die A._
AG an, der Versicherte verdiene als Autolackierer/Geschäftsführer Fr. 39'000.-. Ohne
den Gesundheitsschaden betrüge der Lohn Fr. 130'000.-. Dr. med. D._ berichtete am
28. September 2005, der Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär. Der
Versicherte führe das Geschäft und erledige vorwiegend Büroangelegenheiten.
C.
Die IV-Stelle beschloss am 18. Oktober 2005, eine Abklärung an Ort und Stelle
vorzunehmen, da der Versicherte möglicherweise wieder zu mehr als 30% arbeitsfähig
sei. Die Abklärung fand am 31. März 2006 statt. Die Abklärungsperson hielt in ihrem
Bericht vom 29. Mai 2006 fest, der Versicherte habe angegeben, es gehe ihm
einigermassen zufriedenstellend, wenn er sich nicht körperlich belaste. Während der
Wintermonate sei es schlimmer; dann sei er auf ein bis zwei Ponstan wöchentlich
angewiesen. Mittags mache er eine längere Pause. Zu langes Gehen oder Stehen sei
nicht gut verträglich. Er suche nur selten (etwa einmal jährlich) einen Arzt auf. Die
Abklärungsperson berichtete weiter, 1995 sei auch der Occasionshandel vom
Vorgänger übernommen worden. Ausserdem werde seither auch der Abschleppdienst
[...] besorgt. Abgeschleppt würden jährlich achtzig PW. Seit 2003 beschäftige die a._
AG drei Lackierer, einen Spengler und einen Lackiererlehrling. Der Versicherte erledige
das Administrative. Die Betriebsführung (Offerten, Rechnungen, Bestellungen
Zahlungen) mache 18% der Arbeit aus. Sie sei dem Versicherten zu 136% möglich. Die
anteilige Arbeitsfähigkeit betrage 24,25%. Die Spenglerei (Entgegennahme der Autos,
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Offertstellung, Auftragsweiterleitung an den Spengler, Überwachung, Kontrolle und
Abnahme der Arbeit, keine praktische Mithilfe) mache 20% aus. Davon seien 70%
zumutbar, so dass die anteilige Arbeitsfähigkeit 14% ausmache. Die Arbeit in der
Malerei/Lackiererei bestehe in der Auftragsannahme und Weiterleitung/Anweisung an
die Lackierer. Hier habe der Versicherte einen zusätzlichen Arbeitnehmer anstellen
müssen. Der Anteil betrage 25%. Davon seien noch 10% zumutbar. Das ergebe eine
anteilige Arbeitsfähigkeit von 2,5%. Der Occasionshandel mache 3% aus. Da er dem
Versicherten vollumfänglich möglich sei, betrage die anteilige Arbeitsfähigkeit 3%. Der
Abschleppdienst umfasse 15%. Der Versicherte benötige einen Mitfahrer, weil er
praktisch nichts mehr anpacken könne. Hier belaufe sich der mögliche Anteil auf 75%,
so dass eine anteilige Arbeitsfähigkeit von 11,25% resultiere. Die Abklärungsperson
ermittelte so eine Arbeitsfähigkeit im Betrieb von 55%. Abschliessend hielt sie im
Bericht fest, es sei berücksichtigt worden, dass der Versicherte als Geschäftsführer in
allen Bereichen noch wesentlich zum Erfolg beitragen könne. Im administrativen
Bereich habe sich der Versicherte wesentlich gesteigert. Er könne seinen
Arbeitnehmern immer genug Arbeit zuteilen. Behinderungsbedingt wirke sich die
Leistungseinbusse am meisten in der Lackiererei aus. Die Lohnkosten seien um den
Lohn des zusätzlich angestellten Lackierers höher, als sie es ohne Behinderung wären.
Die bisherigen Bemessungen des Invaliditätsgrades seien immer das Ergebnis eines
Betätigungsvergleichs gewesen. Der Versicherte habe vor dem Eintritt der Behinderung
nie mehr als Fr. 69'000.- verdient. Deshalb sei es nicht nachvollziehbar, dass der
Versicherte ein Valideneinkommen von Fr. 130'000.- behaupte. Der Versicherte liess
am 12. Juni 2006 gegen diesen Abklärungsbericht einwenden, Präsenzzeiten im
Betrieb bedeuteten noch nicht Erwerb. Die fünf Tätigkeitsbereiche machten zusammen
nur 81% statt den notwendigen 100% aus. Der Anteil für die Betriebsführung von 18%
sei wohl nicht richtig. Die Leistung von 136% sei nicht nachvollziehbar, denn das
Maximum betrage 100%. Das im Bereich Spenglerei aufgeführte Offertwesen sei
bereits im Bereich Betriebsführung enthalten und könne deshalb nicht nochmals in
Anschlag gebracht werden. Effektiv leiste er hier nur 10% statt der angerechneten
70%. Dasselbe gelte für die Malerei/Lackiererei. Im Occasionshandel betrage die
Leistungsfähigkeit nicht 100%, sondern 50%. Da beim Abschleppen der Mitfahrer alle
körperlich belastenden Arbeiten erledige, betrage die Leistung nicht 75%, sondern
lediglich 25%. Die Abklärungsperson räumte am 15. Juni 2006 verschiedene
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Ungereimtheiten des Abklärungsberichts ein. Sie korrigierte den Betätigungsvergleich,
indem sie die Anteile der Betriebsführung auf 25%, der Spenglerei auf 25%, der
Malerei/Lackiererei auf 30% und des Occasionshandels auf 5% erhöhte. Die
behinderungsbedingten Einschränkungen wurden bei der Betriebsführung von 136%
auf 100%, bei der Spenglerei von 70% auf 60% und beim Abschleppdienst von 75%
auf 70% reduziert. Die verbliebene Arbeitsfähigkeit belief sich neu auf 58,5%.
Ergänzend wurde u.a. festgehalten, der Versicherte nehme heute vermehrt
administrative Massnahmen wahr. Er sei immer noch der Kopf des Unternehmens. Die
von ihm geltend gemachten Beschränkungen beträfen nur die körperlich
anstrengenden Arbeiten, die der Versicherte auch ohne Behinderung nicht voll
wahrnehmen würde. In der Aktennotiz vom 15. Juni 2006 wurde abschliessend
festgestellt, dass das Jahresgehalt von Fr. 39'000.- zu tief angesetzt sei. Es müsste in
der Höhe einer Fachkraft angesiedelt werden. Zugunsten des Versicherten setze man
Fr. 50'000.- ein.
D.
Mit einem Vorbescheid vom 24. Juli 2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
sie beabsichtige, die bisherige ganze Rente auf eine Viertelsrente herabzusetzen. Der
Versicherte liess am 19. September 2006 einwenden, die Invalidität sei systemwidrig
durch einen Betätigungsvergleich ermittelt worden, denn er sei unselbständig
erwerbstätig. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 130'000.- und einem
Invalideneinkommen von Fr. 39'000.- belaufe sich der Invaliditätsgrad auf 70%. Der –
unzulässige – Betätigungsvergleich sei falsch. Die Abklärungsperson habe einen Anteil
administrativer Tätigkeiten von 18% ermittelt. Es könne kein grösserer Anteil
herbeigeredet werden, nur weil ein neuer Lagerraum angeschafft worden sei. Der trotz
Behinderung noch mögliche Anteil von 75% beim Abschleppdienst sei viel zu hoch. Er
betrage maximal 40%, da der Hauptteil der körperlichen Arbeiten von der
Begleitperson erledigt werde. Auch beim Occasionshandel betrage der mögliche Anteil
nur 75%, da das Bereitstellen der Fahrzeuge unzumutbare körperliche Arbeiten
erfordere. Die zusätzlichen Stellenprozente hätten weniger mit dem Einsatz des
Versicherten als vielmehr mit der Umsatzvergrösserung zu tun. In den Bereichen
Spenglerei und Malerei könne der Versicherte nur die Qualitätskontrolle und die
Fahrzeugabnahme übernehmen. Für die anderen Arbeiten sei er praktisch vollständig
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arbeitsunfähig. In der Spenglerei (Anteil 45%) und der Malerei (35%) betrage die
Arbeitsfähigkeit je 15%, in der Betriebsführung (Anteil 18%) 100%, beim Pannendienst
(Anteil 15%) 40% und beim Occasionshandel (Anteil 3%) 75%. Daraus resultiere eine
Arbeitsfähigkeit von 38,25%. Die 116% Arbeitsleistung reduziert auf 100% ergäben
eine effektive Arbeitsfähigkeit von 32,97% und damit einen Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente. Die IV-Stelle gab am 20. Februar 2007 eine Revision der Buchhaltung
des "selbständigen Unternehmers" B._ für die letzten drei Jahre in Auftrag. Sie stellte
verschiedene Fragen, die sich insbesondere mit dem Neubau einer Halle befassten.
Der leitende Revisor der Sozialversicherungsanstalt St. Gallen berichtete am 7. März
2007 u.a., die neue Halle sei vom Versicherten privat erstellt worden. Er vermiete sie an
die A._ AG.
E.
Dr. med. E._ vom RAD empfahl am 7. Mai 2007 eine medizinische Begutachtung, da
er aus den Berichten von Dr. med. D._ und Dr. med. F._ keinen überzeugenden
Revisionsgrund erkennen könne. Dr med. univ. G._ berichtete in einem
psychiatrischen Teilgutachten vom 7. Dezember 2007, aus rein psychiatrischer Sicht
seien keine psychischen Störungen erhebbar. Aus neurologischer Sicht bestehe seit
der Revisionsfenestration bei Diskushernienrezidiv L4/5 links am 30. Mai 2003 weiterhin
eine Lumboischialgie links mit radikulärer Symptomatik an der linken unteren
Extremität ohne motorische Ausfälle. Die Beschwerdesymptomatik und derer Verlauf
seien orthopädisch zu beurteilen. Dr. med. H._ führte am 11. Dezember 2007 in
seinem orthopädischen Gutachten vom 17. Oktober 2007 aus, gemäss den Angaben
des Versicherten persistierten auch nach dem letzten Eingriff 2003 brennende lumbale
Schmerzen, die intermittierend lateral in den linken Unterschenkel ausstrahlten. Der
Schlaf sei dadurch nicht gestört. Das Sitzen sei auf eine Stunde beschränkt, das
Laufen auf dreissig Minuten. Das Heben und Tragen von Gegenständen und das
Bücken würden aus Angst vor Schmerzen vermieden. Schmerzmittel würden nur bei
Bedarf eingenommen. Der Versicherte habe eine Hyposensibilität lateral am linken
Unterschenkel beschrieben. Lähmungen der Beine oder Miktionsschwierigkeiten seien
verneint worden. Dr. med. H._ gab folgende Diagnose an: Verdacht auf
Diskushernienrezidiv L5/S1 linksforaminal mit Kompression der Nervenwurzel L5 links
bei St. n. Spondylodese L5/S1 05/2003 und zweifacher Voroperation 1992 und 1994
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sowie nach Diskushernienoperation L4/5 1994, Präadipositas und St. n.
vorübergehender Anpassungsstörung bei Partnerproblematik von Januar bis Juli 2006.
Er führte dazu aus, die lumbalen Schmerzen und die abnormen Untersuchungsbefunde
der LWS, insbesondere auch die neurologischen Ausfallerscheinungen am linken
Unterschenkel, seien mit der im MRI vermuteten erneuten Diskushernie L5/S1 und der
Kompression der Nervenwurzel L5 links vereinbar. Die Spontanprognose sei ungünstig,
insbesondere nach vierfacher Voroperation und gleichzeitigem Übergewicht, das zu
einer vermehrten Belastung der abgenützten Wirbelsäule führe. Körperlich schwere
Arbeiten in kalter und feuchter Umgebung, die vorübergehend sitzend oder stehend
ausgeübt werden müssten und die mit häufigen inklinierten, reklinierten oder rotierten
Körperhaltungen und dem regelmässigen Heben und Tragen von Lasten über 10 kg
verbunden seien, könnten nicht mehr vollumfänglich zugemutet werden. Als
Geschäftsführer sei der Versicherte voll arbeitsfähig. Als Automaler und –spengler
betrage die Arbeitsfähigkeit ca. 35%. Fahrzeugbergungen seien allein noch zu 35%
möglich, in Begleitung eines Mitarbeiters aber zu 100% zumutbar. In einer adaptierten
Tätigkeit bestehe eine vollständige Arbeitsfähigkeit.
F.
Am 11. Januar 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten einen neuen Vorbescheid zu.
Diesmal kündigte sie die Einstellung der Rente an. Sie machte geltend, es liege eine
wesentliche Veränderung der Situation vor, weil sich der Gesundheitszustand anfangs
2004 wieder stabilisiert habe. Ausserdem habe sich eine erhebliche Vergrösserung und
Verlagerung der betrieblichen Aktivitäten ergeben. Damit sei eine Neubeurteilung
unumgänglich. Zu den Tätigkeiten, in denen der Versicherte dauernd voll arbeitsfähig
sei, zählten die Geschäftsführung, der Occasionshandel und die Fahrzeugbergung,
letztere sofern er nicht allein tätig werden müsse. Zu 35% arbeitsfähig sei der
Versicherte als Spengler und als Maler sowie bei der allein durchgeführten
Fahrzeugbergung. Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades sei von einer
Wochenarbeitszeit von 45 Std. auszugehen. Die Geschäftsführung umfasse neben der
rein administrativen Arbeit (z.B. Rechnung stellen, Gehälter abrechnen) auch die
Bestellung von Ersatzteilen, den Kontakt mit den Versicherungen, die Auftragsannahme
und die Fahrzeugauslieferung. Sache des Geschäftsführers sei es zudem, die Arbeiten
in der Werkstatt zuzuteilen und zu überwachen. Aufgrund dieses breiten Spektrums sei
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davon auszugehen, dass die Betriebsführung wöchentlich 15-20 Std. in Anspruch
nehme. Soweit noch handwerkliche Arbeiten ausgeführt würden, könnten diese auf die
noch zumutbaren Anteile beschränkt werden. Dafür seien 10 Std. zu veranschlagen.
Für die Fahrzeugbergung sei von einem durchschnittlichen wöchentlichen Aufwand von
3 Std. auszugehen. Die übrige Zeit entfalle auf den Occasionshandel, der ausgedehnt
werden könnte. Anhand der Anteile der einzelnen Bereiche und der
Arbeitsfähigkeitsangaben des orthopädischen Gutachters ermittelte die IV-Stelle eine
Arbeitsfähigkeit von 83,39%. Bei einem Werkstattanteil von 20 Std. ermittelte sie eine
Arbeitsfähigkeit von 68,94%. Der Versicherte liess am 11. Februar 2008 einwenden, bei
der Rentenzusprache im Jahr 1995 sei von einem Anteil der Betriebsführung von 18%
ausgegangen worden. Jetzt mache die Betriebsführung angeblich plötzlich 44,44%
aus. Gemäss dem Gutachten von Dr. med. H._ habe sich der Gesundheitszustand
seit der Revisionsfenestration im Mai 2003 nicht gebessert, aber trotzdem solle in der
Spenglerei und in der Malerei eine Arbeitsfähigkeit von 35% bestehen. In konsequenter
Fortführung der einmal gewählten Bemessungsmethode müsse auch im aktuellen
Revisionsverfahren ein Betätigungsvergleich angestellt werden. Im übrigen sei in
rechtswidriger Weise eine erwerbliche Gewichtung unterblieben. Massgebend sei nicht
irgendeine leidensadaptierte Tätigkeit, sondern die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit. Der
Gutachter sei gar nicht fähig gewesen, die Arbeitsfähigkeit in den einzelnen
Arbeitsbereichen zu schätzen, da ihm jede Kenntnis darüber fehle, wie weit die
Arbeiten im Bereich Spenglerei und Malerei zumutbar seien. Es sei ausgeschlossen,
dass der Versicherte in diesen Bereichen noch eine verwertbare Leistung erbringen
könnte. Nur durch eine EFL wäre ein Aufschluss über die verbliebene
Leistungsfähigkeit zu erhalten. Für den Occasionshandel und für den Abschleppdienst
könnten keine fixen Auslastungsquoten angenommen werden. Der Occasionshandel
könne nicht nach Belieben ausgedehnt werden. Der Abschleppdienst bewirke keinen
relevanten Verdienst, selbst wenn achtzig Einsätze im Jahr erfolgten. Die IV-Stelle
erkundigte sich am 28. Februar 2008 bei Dr. med. H._, ob das Gutachten so zu
verstehen sei, dass nach einer postoperativ notwendigen Rehabilitation spätestens
anfangs 2004 wieder eine Teilarbeitsfähigkeit bestanden habe. Dr. med. H._
antwortete am 11. März 2008, spätestens ab Anfang 2004 hätten die im Gutachten
angegebenen Arbeitsfähigkeiten bestanden. In den Monaten nach der Operation sei
der Versicherte ziemlich sicher vollständig arbeitsunfähig gewesen. Erst ein halbes Jahr
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später könne zumindest von einer Teilarbeitsfähigkeit ausgegangen werden. In diesem
Sinn sei eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu bejahen. Der Versicherte liess am
18. April 2008 einwenden, die Erhöhung von einer halben auf eine ganze Rente per Mai
2003 sei wegen des sich ständig verschlechternden Gesundheitszustandes erfolgt. Die
Operation habe nicht zum erhofften Erfolg geführt, weshalb in den nachfolgenden
Revisionsverfahren jeweils keine Änderung des Invaliditätsgrades festgestellt worden
sei. Mit der Aufnahme zweier zusätzlicher Tätigkeitsbereiche sei er seiner
Schadenminderungspflicht ausreichend nachgekommen. Inzwischen habe sich sein
Gesundheitszustand wieder verschlechtert. Deshalb sei ein Verlaufsbericht von Dr.
med. D._ einzuholen. Die Tätigkeitsbereiche könnten nicht zugunsten der
Geschäftsleitung verschoben werden. Eine nicht existente Administration könne nicht
künstlich geschaffen oder herbeigeredet werden. Mit einer Verfügung vom 23. April
2008 hob die IV-Stelle die laufende ganze Invalidenrente mit Wirkung ex nunc auf. Sie
hatte die Begründung ergänzt durch den Hinweis darauf, dass keine erneute
Verschlechterung des Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht und deshalb die
Einholung eines Verlaufsberichts unnötig sei, dass weder auf die Buchhaltung noch auf
den abgerechneten Lohn abgestellt werden könne, weil beides keine verlässliche
Auskunft über die Leistungsfähigkeit gebe, und dass die erwerbliche Gewichtung zu
einem tieferen Invaliditätsgrad führe, weil die Leistungsfähigkeit dort am höchsten sei,
wo auch die Wertschöpfung am höchstens sei. Bei einer erwerblichen Gewichtung
betrage der Invaliditätsgrad nur 27,5%.
G.
Der Versicherte liess am 19. Mai 2008 Beschwerde erheben. Sein Rechtsvertreter
machte sinngemäss geltend, es liege eine Anpassungsüberprüfung nach Art. 17 ATSG
vor. Die ab 2003 ausgerichtete Rente sei im Februar 2004 überprüft worden. Es sei
deshalb zu untersuchen, ob zwischen Frühjahr 2004 und dem Zeitpunkt des Erlasses
der angefochtenen Verfügung (23. April 2008) eine massgebende Veränderung
eingetreten sei. Im Jahr 1994 habe die IV-Stelle entschieden, dass es keinen
Umschulungsbedarf gebe, weil der Versicherte am besten weiter in seinem bisherigen
Tätigkeitsgebiet bleibe. Der daraufhin durchgeführte detaillierte Betätigungsvergleich
habe eine Einschränkung von 50% ergeben. Das sei korrekt gewesen, denn angesichts
der Besonderheiten des Falles habe kein Einkommensvergleich erfolgen können.
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Ebenfalls korrekt seien die damals vorgenommene Aufteilung der einzelnen
Betätigungen und die damals festgelegten Beschränkungen in den einzelnen
Betätigungen gewesen. Im Rahmen des strittigen Revisionsverfahrens habe die IV-
Stelle angenommen, der Betrieb habe sich wesentlich verändert und die betrieblichen
Aktivitäten hätten sich verlagert. Sie sei zwar beim Betätigungsvergleich geblieben,
habe aber eine erhebliche Neuverteilung der einzelnen Betätigungsbereiche
vorgenommen. Sie habe dabei angenommen, der Versicherte könnte die
Betriebsführung und den Occasionshandel ausdehnen. Die Revision beruhe auf dem
medizinischen Element (Verbesserung des Gesundheitszustandes) und auf der
Annahme, dass der Versicherte seinen Betrieb wesentlich anders strukturieren müsse.
Dr. med. H._ habe im Gutachten ausdrücklich eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes verneint. Später habe er diese Aussage dahingehend korrigiert,
dass eine Teilarbeitsfähigkeit von 35% eine Veränderung bedeute. Wenn die IV-Stelle
verlange, dass der Versicherte seinen Betrieb anders ausgestalten müsse, berufe sie
sich auf die Schadenminderungspflicht. Tatsächlich habe der Versicherte aber bereits
alles umgesetzt, was ihm medizinisch möglich gewesen sei. Deshalb sei es verfehlt,
von ihm zu verlangen, dass er 44,44% der Arbeitszeit in der Betriebsführung einsetze
und dass er den Occasionshandel zu 26,67% betreiben solle. Das sei "hehres
Wunschdenken". In einem Kleinbetrieb sei es nicht möglich, soviel Zeit in die
Betriebsführung zu investieren, denn nicht diese Tätigkeit, sondern das Reparieren von
Fahrzeugen werfe Geld ab. Die IV-Stelle habe es unterlassen anzugeben, was sie unter
Betriebsführung verstehe. Sie habe zudem verkannt, dass es nicht möglich sei, den
Occasionshandel auszuweiten. Wo keine Nachfrage bestehe, könne sie auch nicht
geschaffen werden, weil der Internethandel die kleinen Garagenbetriebe verdränge.
Auch der Abschleppdienst könne nicht ausgeweitet werden, denn der Markt sei durch
die Polizei strikt reglementiert. Der Versicherte könne 60 bis 100 Abschleppdienste
jährlich ausweisen. Diese Dienste seien nicht gewinnbringend, sondern nur dazu da,
Reparaturaufträge hereinzuholen. Es müsse deshalb grundsätzlich bei der Aufteilung
von 1994 bleiben, als die Betriebsführung 18% ausgemacht habe. Die Spenglerei
mache 45% aus, die Malerei 37%. Die Einschränkungen von je 65% in der Spenglerei
und in der Malerei ergäben einen Invaliditätsgrad von 53,3%. Wenn schon eine
wirtschaftliche Bewertung vorgenommen werden müsse, dann resultiere auch daraus
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eine Einbusse von 53,3%. Damit sei die Rentenaufhebung ausgeschlossen. Es sei dem
Versicherten eine halbe Rente zuzusprechen.
H.
Die IV-Stelle beantragte am 3./7. Juli 2008 die Abweisung der Beschwerde. Sie machte
geltend, Referenzzeitpunkt für die Prüfung einer allfälligen relevanten Veränderung
bilde die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Beurteilung des
Rentenanspruchs beruht habe. Die Mitteilung vom 5. Februar 2004 sei keine solche
Verfügung gewesen. Zu prüfen sei also, ob sich der Sachverhalt seit der Verfügung
vom 24. Juli 2003 erheblich geändert habe. Es treffe nicht zu, dass die
Renteneinstellung nur unter der Annahme einer noch vorzunehmenden
Neustrukturierung gerechtfertigt sei. Immerhin müsse vom Versicherten aber doch
verlangt werden, dass er seinen Betrieb so optimiere, dass sich die gesundheitliche
Beeinträchtigung möglichst wenig auswirke. Der Versicherte habe bereits wesentliche
Verbesserungen erzielt. Die Folge sei, dass er ein rentenausschliessendes Einkommen
erzielen könne. Das Gutachten von Dr. med. H._ müsse so verstanden werden, dass
postoperativ selbst für körperlich anspruchsvolle Arbeiten eine wesentliche Besserung
der Leistungsfähigkeit eingetreten sei. Die Äusserung von Dr. med. H._ beziehe sich
auf den präoperativen Zustand. In bezug auf adaptierte Tätigkeiten sei keine
Arbeitsunfähigkeit mehr nachweisbar gewesen. Demnach sei die Veränderung hier
maximal gewesen. Der Betrieb habe sich seit 1994 erheblich verändert, so dass nicht
dieselbe Aufteilung wie damals verlangt werden könne. Der Versicherte müsse nicht die
Betriebsführung ausdehnen, er müsse nur jene betrieblich sinnvollen Aktivitäten
ausüben, die ihm zumutbar seien. Allfällige Leerzeiten könnten mit der Ausdehnung des
Occasionshandels ausgefüllt werden. Der Internethandel sei kein Nachteil, sondern
eine Hilfe für kleine Betriebe. Insbesondere müssten nicht von Anfang an mindestens
zwanzig Autos im Angebot sein. Eine Ausweitung des Abschleppdienstes sei nie in
Erwägung gezogen worden.
I.
In der Replik vom 26. August 2008 liess der Versicherte sinngemäss geltend machen,
die IV-Stelle habe am 3. November 2003 den Fragebogen für die Rentenrevision
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verschickt. Am 8. Dezember 2003 habe sie einen aktuellen Arztbericht eingeholt.
Diesen habe sie dann dem RAD mit der Empfehlung vorgelegt, es bei einem
Invaliditätsgrad und damit bei der Ausrichtung einer ganzen Rente zu belassen, aber
eine Revision innerhalb eines Jahres vorzusehen. Der RAD habe diesem Vorgehen
zugestimmt. Darauf sei dem Versicherten mitgeteilt worden, dass die Invalidenrente
unverändert bleibe. Der Rechtsvertreter des Versicherten zog daraus den Schluss,
dass es sich dabei um ein materielles Rentenrevisionsverfahren gehandelt habe, womit
der 5. Februar 2004 der massgebende Zeitpunkt für die Frage nach einer relevanten
Sachverhaltsveränderung sein müsse. Er machte weiter geltend, die jährlichen
Unkosten des Abschleppdienstes beliefen sich auf Fr. 35'000.-. Das
Valideneinkommen von Fr. 130'000.- sei stets korrekt angegeben worden. Dr. med.
H._ habe die Frage, ob eine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten
sei, klar und unmissverständlich mit "nein" beantwortet. Die revisionsweise Aufhebung
der Rente sei also zum vornherein ausgeschlossen.
J.
Die IV-Stelle wandte am 15. September 2008 ein, eine Verfügung, welche die
ursprüngliche Verfügung nicht ändere, sondern bloss bestätige, habe bei der
Bestimmung der zeitlichen Vergleichsbasis keine Rechtserheblichkeit. Deshalb müsse
die Verfügung vom 24. Juli 2003 die Vergleichsbasis bilden. Der formlosen Mitteilung
vom 5. Februar 2004 sei weder eine vollständige Sachverhaltsabklärung noch ein
Einkommensvergleich vorausgegangen. Vielmehr sei summarisch geprüft und
entschieden worden, kein materielles Revisionsverfahren zu eröffnen. Die behaupteten
Unkosten für den Abschleppdienst von Fr. 35'000.- seien nicht nachvollziehbar. Da der
Versicherte sein eigener Arbeitgeber sei, habe er sich die angeblichen Validenlöhne
selbst attestiert. Dr. med. H._ habe eine Veränderung im Vergleich zum
präoperativen Zustand verneint.

Considerations:
Erwägungen:
1.
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Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist eine Rentenrevision nach
Art. 17 Abs. 1 ATSG. Laut dieser Bestimmung ist eine Rente für die Zukunft zu
erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad erheblich
verändert hat. Die Rente ist also dann aufzuheben, wenn der Invaliditätsgrad unter 40%
(Art. 28 Abs. 2 IVG) gesunken ist. Der Wortlaut des Art. 17 Abs. 1 ATSG ("Ändert sich
der Invaliditätsgrad . . .") ist nicht eindeutig, weil er die Revisionsvoraussetzungen allzu
verkürzt wiedergibt. Dies zeigt ein Vergleich mit der Revisionsbestimmung für andere
Dauerleistungen in Art. 17 Abs. 2 ATSG, die eine nachträgliche erhebliche Veränderung
des der Dauerleistung zugrunde liegenden Sachverhalts voraussetzt. Darin kommt das
Wesen der Revision zum Ausdruck: Verändert sich der anspruchsbegründende
Sachverhalt und damit der Leistungsbedarf, so muss die laufende Dauerleistung
diesem neuen Bedarf angepasst werden, damit nicht eine ungenügende, überhöhte
oder ungerechtfertigte Leistung ausgerichtet wird. Das bedeutet für die Rentenrevision
nach Art. 17 Abs. 1 ATSG, dass die Veränderung des Invaliditätsgrades nur dann
revisionsrechtlich relevant ist, wenn sie auf eine Veränderung des zugrunde liegenden
Sachverhalts zurückzuführen ist. Eine Veränderung des Invaliditätsgrades, die
beispielsweise nur auf eine abweichende Ermessensausübung bei der Schätzung des
sogenannten "Leidensabzuges" zurückzuführen ist, kann also keine revisionsweise
Erhöhung, Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente rechtfertigen, weil es an
der zwingend notwendigen Veränderung des zugrunde liegenden Sachverhalts
mangelt. Ob und gegebenenfalls in welchem Umfang sich der relevante Sachverhalt
verändert hat, ist durch einen Vergleich des aktuellen Sachverhalts mit dem
Sachverhalt bei der ursprünglichen Rentenzusprache oder gegebenenfalls bei der
letzten Rentenrevision zu ermitteln. Letzteres setzt notwendigerweise voraus, dass
anlässlich jenes Revisionsverfahrens eine umfassende Sachverhaltsabklärung erfolgt
ist. Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht darauf hingewiesen, dass das mit der
Mitteilung vom 5. Februar 2004 abgeschlossene Verwaltungsverfahren kein
Revisionsverfahren gewesen sei, das eine umfassende Sachverhaltsabklärung,
insbesondere eine umfassende medizinische Abklärung der Arbeitsfähigkeit beinhaltet
hätte. Dr. med. F._ von der Schulthess Klinik hat zwar am 8. Dezember 2003 eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben. Diese hat sich aber nur auf den vom
Beschwerdeführer erlernten Beruf des Autolackierers bezogen. Dr. med. F._ hat also
keine Arbeitsfähigkeitsschätzung für den genauso relevanten Beruf des
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Geschäftsführers und Betriebsleiters abgegeben. Die Beschwerdegegnerin hat aus den
Angaben von Dr. med. F._ den Schluss gezogen, dass kein ausreichender Hinweis
für eine Sachverhaltsveränderung vorliege, die den Invaliditätsgrad unter 70% absinken
liesse. Deshalb hat sie keine Notwendigkeit gesehen, ein umfassendes
Rentenrevisionsverfahren zu eröffnen. Das mit der Mitteilung vom 5. Februar 2004
formell abgeschlossene "Revisionsverfahren" hat also bereits im Rahmen der
"Eröffnungsprüfung" (analog der sogenannten Eintretensprüfung gemäss Art. 87 Abs. 3
IVV) wieder ein Ende gefunden, wie die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend
gemacht hat. Da eine umfassende Sachverhaltsabklärung unterblieben ist, fällt der
Sachverhalt am 5. Februar 2004 als Vergleichsbasis für das aktuelle Revisionsverfahren
ausser Betracht. Abzustellen ist auf den Sachverhalt am 24. Juli 2003, denn an diesem
Tag ist ein reguläres Rentenrevisionsverfahren durch eine Verfügung abgeschlossen
worden, mit der die halbe Rente auf eine ganze Rente heraufgesetzt worden ist.
Diesem regulären Revisionsverfahren hat eine umfassende Sachverhaltserhebung
zugrunde gelegen.
2.
Bevor die revisionsrechtlich ausschlaggebende Frage, ob eine erhebliche
Sachverhaltsveränderung und damit auch eine erhebliche Veränderung des
Invaliditätsgrades eingetreten sei, beantwortet werden kann, muss geprüft werden,
nach welcher Methode die frühere Invaliditätsbemessung erfolgt ist. Wäre diese
Methode im vorliegenden Fall ein einfacher Einkommensvergleich gewesen, müsste
der von der A._ AG angegebene Lohn ohne Behinderung von Fr. 130'000.- dem
ebenfalls von der A._ AG angegebenen Lohn mit Behinderung von Fr. 39'000.-
gegenübergestellt werden. Damit stünde fest, dass sich keine erhebliche Veränderung
des Invaliditätsgrades ergeben hätte, denn der Beschwerdeführer wäre nach wie vor zu
70% invalid, so dass es bei einer ganzen Rente bliebe. Dieses Vorgehen würde
allerdings voraussetzen, dass die Angaben der A._ AG sowohl das Validen- als auch
das Invalideneinkommen mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
belegen würden. Wäre der Beschwerdeführer nur Arbeitnehmer der A._ AG, so wäre
diese Anforderung erfüllt. Tatsächlich hat der Beschwerdeführer in der A._ AG aber
eine beherrschende Stellung. Er fällt die Entscheide der A._ AG, d.h. die Angaben im
Fragebogen für den Arbeitgeber sind nicht die Aussagen unbeteiligter Drittpersonen,
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sondern die Aussagen des Beschwerdeführers selbst. Diesen Selbstangaben fehlt ein
ausreichender Beweiswert. Da von weiteren Abklärungen zum Validen- und zum
Invalideneinkommen kein überzeugendes Resultat zu erwarten ist, fällt eine
Invaliditätsbemessung durch einen einfachen Einkommensvergleich ausser Betracht.
Das zwingt dazu, ersatzweise den sogenannten erwerblich gewichteten
Betätigungsvergleich zur Anwendung zu bringen. Von dem dazu notwendigen
Beweismittel des Augenscheins ist ein überzeugendes Resultat zu erwarten. Diese
Bemessungsmethode setzt dem Grundsatz nach voraus, dass auch die
Vergleichsbasis in der Vergangenheit auf einem erwerblich gewichteten
Betätigungsvergleich beruht hat, denn andernfalls wäre nicht sichergestellt, dass eine
Abweichung im Invaliditätsgrad tatsächlich auf einer Sachverhaltsveränderung und
nicht nur auf dem Wechsel in der Bemessungsmethode beruht. Die ursprüngliche
Zusprache einer halben Rente im Jahr 1995 ist das Ergebnis eines reinen
Betätigungsvergleichs ohne erwerbliche Gewichtung gewesen, denn den einzelnen
Tätigkeiten im Betrieb ist kein jeweiliges Wertschöpfungspotential zugeordnet worden,
d.h. es ist unterstellt worden, dass alle Tätigkeiten für den Betrieb denselben Wert
hätten. Die Revisionsverfügung vom 24. Juli 2003 hat auf der Annahme einer
vollständigen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in allen Tätigkeiten im Betrieb
beruht. Damit lieferten ein reiner Betätigungsvergleich und ein erwerblich gewichteter
Betätigungsvergleich notwendigerweise dasselbe Resultat, nämlich einen
Invaliditätsgrad von 100%. Dies erlaubt es, im aktuellen Revisionsverfahren den
erwerblich gewichteten Betätigungsvergleich zur Anwendung zu bringen, ohne damit
die Gefahr zu laufen, einen tieferen Invaliditätsgrad zu ermitteln, von dem nicht bekannt
ist, ob er auf einen veränderten Sachverhalt oder aber auf den Wechsel der
Bemessungsmethode zurückzuführen ist.
3.
Dr. med. H._ hat in seinem Gutachten vom 17. Oktober/11. Dezember 2007 auf die
Frage nach dem Verlauf seit der Revisionsfenestration bei Diskushernienrezidiv am 30.
Mai 2003 angegeben, dieser Eingriff sei auf Höhe L5/S1 vorgenommen worden.
Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers hätten lumbale Schmerzen mit
intermittierender Ausstrahlung lateral in den linken Unterschenkel persistiert. Der
Neurochirurg Dr. med. F._ habe 2006 notiert, dass bei zwischenzeitlich sehr
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ansprechendem Verlauf wieder ausstrahlende Schmerzen lateral im Oberschenkel bis
in den Fussrist links bestünden. Dr. med. H._ hat dann die Anschlussfrage, ob seither
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Verbesserung des Gesundheitszustandes
anzunehmen sei, verneint. Er dürfte die Frage nach dem Verlauf seit der Operation vom
30. Mai 2003 falsch verstanden haben. Gemeint war, ob die Operation die bis dahin
bestehende gesundheitliche Situation verbessert habe. Der Verweis auf die
Feststellung von Dr. med. F._ aus dem Jahr 2006 zeigt, dass Dr. med. H._ sich
nicht auf die Situation vor der Operation vom 30. Mai 2003, sondern auf die Situation
nach dieser Operation und nach der anschliessenden Rehabilitation bezogen hat. Sein
Nein ist also für die Frage, ob eine revisionsrechtlich relevante
Sachverhaltsveränderung eingetreten sei, irrelevant. Das ergibt sich ohne weiteres aus
der Stellungnahme von Dr. med. H._ vom 11. März 2008. Dort ist nämlich klargestellt
worden, dass bis zur Operation im Mai 2003 und in den Monaten danach im Rahmen
der postoperativen Rehabilitation ziemlich sicher eine volle Arbeitsunfähigkeit
bestanden habe. Gut ein halbes Jahr später habe dann eine Teilarbeitsfähigkeit
bestanden und in diesem Sinn sei eine Verbesserung zu bejahen. Damit hat Dr. med.
H._ also nicht seinen eigenen Angaben im Gutachten widersprochen, wie der
Beschwerdeführer annimmt, sondern er hat die ihm gestellte, bei der Begutachtung
noch falsch verstandene Frage korrekt beantwortet. Die Revisionsverfügung vom 24.
Juli 2003, mit welcher die Beschwerdegegnerin die damals laufende halbe
Invalidenrente auf eine ganze Invalidenrente heraufgesetzt hatte, war die Reaktion auf
den Bericht von Dr. med. D._ gewesen, laut dem der Beschwerdeführer in Absprache
mit der Schulthess Klinik mit Wirkung ab 10. Februar 2003 für sämtliche Arten von
Tätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig geschrieben worden war. Die ab Mai 2003 laufende
ganze Rente beruhte also auf einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit (und damit
natürlich auch auf einer vollständigen Invalidität). Mit der von Dr. med. H._
festgestellten 100%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in adaptierten
Tätigkeiten und mit der 35%igen Arbeitsfähigkeit in nicht adaptierten Tätigkeiten ist
also die Grundvoraussetzung jeder Rentenrevision, nämlich die nachträgliche
erhebliche Sachverhaltsveränderung erfüllt. Dass diese Sachverhaltsveränderung
bereits im Jahr 2004 erfolgt ist, schadet nicht, denn das Revisionsverfahren kann auch
noch mit Verspätung durchgeführt werden.
4.
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4.1 Ein Einkommensvergleich setzt eine möglichst genaue Bestimmung des Validen-
und des Invalideneinkommens voraus. Die Bemessung des Valideneinkommens erfolgt
auf der Grundlage jener erwerblichen Situation, in der sich die versicherte Person
befinden würde, wenn sie gesund wäre. Diese fiktive erwerbliche Situation wird als
Validenkarriere bezeichnet. In den meisten Fällen besteht die Validenkarriere in der
fiktiven Fortführung der bis zum Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeübten
Erwerbstätigkeit, so dass das Valideneinkommen anhand jenes Lohnes ermittelt
werden kann, den die versicherten Person in dem für die
Invaliditätsbemessung entscheidenden Zeitpunkt in der zuletzt ausgeübten
Erwerbstätigkeit erzielen würde. Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ist von
der erwerblichen Situation auszugehen, die nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung besteht. Geht die versicherte Person allerdings keiner
Erwerbstätigkeit mehr nach, ist auch die Invalidenkarriere fiktiv. Sie entspricht jener
Erwerbstätigkeit, in welcher die versicherte Person ihre verbliebene Arbeitsfähigkeit
und ihre beruflichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen bestmöglich verwerten
könnte. Geht die versicherte Person effektiv einer Erwerbstätigkeit nach, liegt es nahe,
diese tatsächliche erwerbliche Situation als Invalidenkarriere zu betrachten und auf den
effektiv erzielten Lohn als Invalideneinkommen abzustellen. Allerdings gilt auch hier,
dass es sich um die bestmögliche Verwertung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit und
der beruflichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen handeln muss. Über das in
Art. 16 ATSG verwendete Wort "zumutbar" findet nämlich die allgemeine
Schadenminderungspflicht Eingang in die Bemessung des Invalideneinkommens. Die
versicherte Person kann also nicht irgendeine Erwerbstätigkeit ausüben und damit ihr
Invalideneinkommen selbst bestimmen. Verwertet sie ihre Restarbeitsfähigkeit und
ihren Beruf nicht so gut wie möglich und zumutbar, so ist nicht auf die reale, sondern
auf eine fiktive erwerbliche Situation nach dem Eintritt des Gesundheitsschadens
abzustellen. Das zumutbare Invalideneinkommen bemisst sich dann nicht nach dem
effektiv erzielten, sondern nach dem Lohn, den die versicherte Person erzielen könnte,
wenn sie ihre Restarbeitsfähigkeit bestmöglich verwerten würde. Diese Überlegungen
zur Ermittlung des Validen- und des Invalideneinkommens sind per analogiam auf den
hier zur Anwendung gelangenden erwerblich gewichteten Betätigungsvergleich zu
übertragen. Zu vergleichen sind deshalb der fiktive Betrieb und die fiktive erwerbliche
Betätigung in diesem Betrieb ohne den Gesundheitsschaden (Validenkarriere) und die
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erwerbliche Betätigung im realen Betrieb trotz des Gesundheitsschadens
(Invalidenkarriere). Sowohl die Validen- als auch die Invalidenkarriere des
Beschwerdeführers drehen sich um den Betrieb der A._ AG.
4.2 Zunächst ist die Frage zu beantworten, wie der Betrieb der A._ AG aussähe,
wenn der Beschwerdeführer gesund wäre, ob er beispielsweise grösser wäre, weitere
oder andere Geschäftszweige abdecken würde usw. Hinweise auf eine solche
Entwicklung fehlen. Der Betrieb weist alle Geschäftszweige auf, die zu einem auf die
Karosserie des Autos ausgerichteten Unternehmen gehören. Der zusätzliche Betrieb
einer Autoreparaturwerkstatt wäre eine grundlegende Veränderung, denn damit müsste
auch der Neuwagenverkauf übernommen werden, um eine ausreichende Auslastung
der Autoreparaturwerkstatt zu erreichen. Wenn der Beschwerdeführer die
Notwendigkeit gesehen und die Möglichkeit gehabt hätte, seinen Betrieb in dieser Art
zu erweitern, dann hätte er das als unternehmerisch handelnder Betriebsinhaber getan.
Wahrscheinlicher ist, dass der Betrieb im fiktiven "Gesundheitsfall" nicht grösser wäre
und dass er dieselben Geschäftszweige umfassen würde. Damit bleibt zu klären, ob
der Betrieb ohne den Gesundheitsschaden des Beschwerdeführers in bezug auf die
personelle Ausstattung von dem effektiv Bestehenden abweichen würde. Der
Beschwerdeführer hat nämlich sinngemäss geltend gemacht, im fiktiven
"Gesundheitsfall" würde er einen Autolackierer weniger beschäftigen. Grundsätzlich ist
der Einwand des Beschwerdeführers, er könnte durch die eigene Arbeit als
Autolackierer Lohnkosten sparen, durchaus plausibel. Allerdings ist nicht anzunehmen,
dass der Beschwerdeführer einen vollzeitlich angestellten Autolackierer einsparen
könnte. Die Arbeit als Geschäftsführer, Betriebsleiter, administrativer Mitarbeiter,
Autoverkäufer und Chauffeur des Abschleppwagens lässt sich nämlich ganz
offensichtlich nicht ausserhalb der täglichen Arbeitszeit von 45 Std. erledigen. Die
Beschwerdegegnerin hat gestützt auf den Augenschein im Betrieb angenommen, die
Geschäftsleitung, die Betriebsführung und die Administration machten 15 bis 20 Std.
wöchentlich aus. Die Geschäftsleitung umfasst die eigentliche Führung des
Unternehmens. Dieser Teil der Arbeit dürfte angesichts der Tatsache, dass es sich um
ein kleines, handwerklich ausgerichtetes Unternehmen handelt, wenig Zeit
beanspruchen. Etwas anderes muss für die Betriebsleitung gelten, denn diese umfasst
insbesondere die Arbeitsplanung und –zuteilung, die Überwachung, die fachliche
Beratung der Arbeiter und die Betreuung des Lehrlings und die Kontrolle des
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Arbeitsergebnisses. Verfügt ein Unternehmen von der Art und der Grösse der A._ AG
über qualifiziertes, motiviertes und selbständig arbeitendes Personal, so dürfte die
Betriebsleitung nicht mehr als drei Stunden täglich ausmachen. Der Beschwerdeführer
hat gewisse administrative Arbeiten von seiner Ehefrau übernommen. Ohne die
Gesundheitsbeeinträchtigung wäre die Ehefrau immer noch für die A._ AG tätig. Sie
würde aber nicht alle administrativen Arbeiten ausführen. Insbesondere die direkt mit
der Betriebsleitung, dem Occasionsverkauf und dem Abschleppdienst
zusammenhängenden Arbeiten würden auch im fiktiven "Gesundheitsfall" vom
Beschwerdeführer selbst ausgeführt. Dafür erscheint eine Stunde pro Tag als
angemessen. Es ist demnach davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im
fiktiven "Gesundheitsfall" durchschnittlich etwa zwanzig Stunden wöchentlich für die
Geschäftsführung, die Betriebsleitung und die administrativen Arbeiten aufwenden
würde. Hinzu kämen der An- und Verkauf von Occasionsfahrzeugen und der
Abschleppdienst. Dafür kann ebenfalls eine Stunde pro Tag eingesetzt werden, selbst
wenn die Fahrzeugbereitstellung nach dem Verkauf durch eine Autowerkstatt erfolgen
sollte. Die körperlich nicht belastenden Arbeiten im Betrieb würden den
Beschwerdeführer also an 25 Std. wöchentlich beschäftigen. Bei einer
Normalarbeitszeit im Betrieb von 45 Std. verblieben dem Beschwerdeführer somit 20
Std., an denen er als Autolackierer arbeiten könnte. Das bedeutet, dass der Betrieb
entgegen der entsprechenden Behauptung des Beschwerdeführers im fiktiven
"Gesundheitsfall" nicht mit zwei Autolackierern auskäme. Immerhin wären aber nicht
die effektiv beschäftigten 300, sondern nur 250 Stellenprozent notwendig.
4.3 Nach dem oben zum reinen Einkommensvergleich Ausgeführten entspricht die
tatsächlich ausgeübte Erwerbstätigkeit meistens der Invalidenkarriere. Etwas anderes
gilt dann, wenn es einer versicherten Person zumutbar wäre, ihre Restarbeitsfähigkeit
besser zu verwerten. Die Beschwerdegegnerin hat geltend gemacht, der
Beschwerdeführer könnte den Occasionshandel so weit ausdehnen, dass seine
Wochenarbeitszeit insgesamt 45 Std. ausmachen würde. Eine derartige Ausdehnung
eines Geschäftszweiges ist nicht ohne weiteres möglich und zumutbar, da
insbesondere die Beschaffung leicht und mit Gewinn zu verkaufender
Occasionsfahrzeuge nicht leicht sein dürfte. Im Zusammenhang mit dem
Occasionshandel besteht also nicht überwiegend wahrscheinlich eine reelle
Verbesserungsmöglichkeit. Etwas anderes gilt für die von Dr. med. H._ mit
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überzeugender Begründung festgestellte Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von
35% im Beruf als Autolackierer. In einem Betrieb mit drei Autolackierern und einem
Autolackiererlehrling fallen wohl immer wieder Arbeiten an, die mehr oder weniger
behinderungsadaptiert sind, so dass für den Beschwerdeführer die Möglichkeit
besteht, bei Bedarf einzuspringen, wo er gerade benötigt wird. In einem etwas
geringeren Ausmass dürfte das auch für die Arbeit des Autospenglers gelten. Auch bei
der Betreuung und Ausbildung des Lehrlings dürfte der Beschwerdeführer einsetzbar
sein. Damit ist es dem Beschwerdeführer also möglich und zumutbar, seine
Restarbeitsfähigkeit im Beruf als Autolackierer von 35% zu einem erheblichen Teil zu
verwerten. Das bedeutet, dass der Beschwerdeführer den dritten Autolackierer nicht
nur zu 50%, sondern zu 70-80% nicht zum Ausgleich der eigenen Arbeitsunfähigkeit,
sondern zur zusätzlichen profitablen Arbeit einzusetzt. Die – teilweise fiktive –
zumutbare Invalidenkarriere des Beschwerdeführers besteht also aus etwa 25
Wochenarbeitsstunden als Geschäftsführer, Betriebsleiter, administrativer Mitarbeiter,
Verkäufer und Chauffeur des Abschleppfahrzeugs und aus etwa 10
Wochenarbeitsstunden als Autolackierer.
4.4 Weil weder das Validen- noch das zumutbare Invalideneinkommen des
Beschwerdeführers erhoben werden kann, ist kein regulärer Einkommensvergleich
möglich. Ein reiner Betätigungsvergleich kann aber vorliegend den
Einkommensvergleich nicht ersetzen. Es genügt also nicht, der Normalarbeitszeit im
Betrieb der A._ AG von 45 Std. die dem Beschwerdeführer noch möglichen 35
Arbeitsstunden gegenüberzustellen und aus der behinderungsbedingten Reduktion um
10 Std. einen Invaliditätsgrad von 22% abzuleiten. Damit würde nämlich dem Umstand
nicht Rechnung getragen, dass die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG dem
behinderungsbedingten Verlust an erwerblicher Leistungsfähigkeit entspricht. Wäre nur
die behinderungsbedingte Einbusse an Arbeitsstunden massgebend für die Invalidität,
gäbe es keinen Unterschied mehr zur Arbeitsunfähigkeit nach Art. 6 ATSG. Die
erwerbliche Leistungsfähigkeit hängt zusätzlich zu der trotz der Behinderung noch
möglichen Zahl an Arbeitsstunden vom Lohnpotential per Arbeitsstunde ab. Deshalb ist
es möglich, eine behinderungsbedingt z.B. auf die Hälfte reduzierte zeitliche
Leistungsfähigkeit (Arbeitsunfähigkeit 50%) mittels einer höherwertigen Umschulung zu
kompensieren. Durch die höherwertige Umschulung wird die versicherte Person
nämlich in die Lage versetzt, pro Arbeitsstunde erheblich mehr als vorher zu verdienen.
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Steht der behinderungsbedingt auf die Hälfte reduzierten zeitlichen Leistungsfähigkeit
also ein durch die höherwertige Umschulung verdoppeltes Lohnpotential gegenüber,
so entspricht das zumutbare Invalideneinkommen trotz einer Arbeitsunfähigkeit von
50% dem Valideneinkommen, d.h. die versicherte Person ist nicht invalid. Dieses
Beispiel zeigt, dass erst die Kombination aus der behinderungsbedingt noch möglichen
Arbeitszeit und dem Lohnpotential der Arbeit das Mass der trotz der Behinderung noch
möglichen Leistungsfähigkeit ergibt. Der Beschwerdeführer ist in der A._ AG in
verschiedenen Funktionen tätig. Das trifft auch für den fiktiven Gesundheitsfall zu,
wobei aber die Zahl der Wochenarbeitsstunden eine andere ist. Jede dieser Funktionen
hat ein eigenes Lohnpotential, obwohl sie alle vom Beschwerdeführer ausgeübt
werden. Der Stundenlohn eines Geschäftsführers und Betriebsleiter eines
Kleinbetriebes ist um einiges höher als derjenige eines Hilfsarbeiters, der beim
Abschleppdienst mithilft. Der Lohn des Autolackierers liegt dazwischen, denn es
handelt sich um eine qualifizierte Berufstätigkeit, die aber nicht mit
Führungsverantwortung u.ä. verbunden ist. Das bedeutet, dass ein
behinderungsbedingter Verlust der Fähigkeit, Geschäftsführer und Betriebsleiter zu
sein, für die erwerbliche Leistungsfähigkeit weit bedeutsamer wäre als der
behinderungsbedingte Verlust der Fähigkeit, beim Abschleppen von Pannenfahrzeugen
mitzuhelfen. Der erwerblich gewichtete Betätigungsvergleich besteht deshalb darin,
sowohl auf der Validen- als auch auf der Invalidenseite den Arbeitsstunden in einer
bestimmten Funktion das jeweils massgebende Lohnpotential zuzuordnen. Die
Invalidität entspricht dann nicht dem Anteil der insgesamt behinderungsbedingt
ausfallenden Arbeitsstunden, sondern dem ausfallenden Teil des gesamten
Lohnpotentials aller Funktionen im Unternehmen zusammen. Das Lohnpotential der
Geschäftsführer- und Betriebsleitertätigkeit des Beschwerdeführers in der A._ AG
liegt naturgemäss höher als dasjenige in der Tätigkeit als Autolackierer. Deren
Lohnpotential wiederum ist höher als dasjenige der Tätigkeit des Beschwerdeführers
als Hilfskraft in der Administration, als Autoverkäufer und als Hilfskraft beim
Abschleppdienst, denn dabei kann der Beschwerdeführer keine qualifizierten
Berufskenntnisse einbringen, er ist als Hilfsarbeiter tätig. Die behinderungsbedingt
ausfallenden Arbeitsstunden betreffen die Tätigkeit als Autolackierer und zu einem
kleinen Teil die Tätigkeit im Abschleppdienst (wobei letztere aber ignoriert werden
können). Die Tätigkeit des Beschwerdeführers als Geschäftsführer und Betriebsleiter
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der A._ AG weist ermessensweise ein Lohnpotential im Betrag des vom
Beschwerdeführer behaupteten Jahreseinkommens von Fr. 130'000.- auf. Als
Autolackierer ist der Beschwerdeführer ein Facharbeiter, der aber in einer Branche tätig
ist, die unterdurchschnittliche Löhne bezahlt. Ermessensweise ist hier von einem
Lohnpotential von Fr. 80'000.- auszugehen. Den übrigen Arbeiten des
Beschwerdeführers in der A._ AG ist ermessensweise ein durchschnittliches
Hilfsarbeitereinkommen von Fr. 65'000.- zuzuordnen. Bei einer Wochenarbeitszeit von
45 Std. entspricht eine Arbeitsstunde als Geschäftsführer und Betriebsleiter einem
Jahresbetrag von Fr. 2889.-, eine Arbeitsstunde als Autolackierer einem Jahresbetrag
von Fr. 2000.- und eine Arbeitsstunde als Hilfskraft einem Jahresbetrag von Fr. 1444.-.
Die Arbeitszeit des Beschwerdeführers als Geschäftsführer und Betriebsleiter beträgt
15 Std. das Entspricht einem Lohnpotential von Fr. 43'335.-. Dazu kommen 10 Std. für
alle anderen Arbeiten mit Ausnahme der Arbeit als Autolackierer. Das Lohnpotential
dieser Arbeiten beläuft sich auf Fr. 14'440.-. Ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung
ginge der Beschwerdeführer während 20 Std. der Arbeit als Autolackierer nach. Das
bedeutet ein Lohnpotential von Fr 40'000.-. Auf der Validenseite der erwerblichen
Gewichtung steht also ein gesamtes Lohnpotential von Fr. 97'775.-. Auf der
Invalidenseite sind die Zahlen für die Geschäftsführung und Betriebsleitung und für die
Arbeiten als Hilfskraft (Administration, Verkauf, Abschleppdienst) dieselben. Lediglich
das Lohnpotential für die Tätigkeit als Autolackierer vermindert sich und zwar
entsprechend den noch möglichen 10 Std. auf Fr. 20'000.-. Das gesamte Lohnpotential
mit der Gesundheitsbeeinträchtigung beträgt also Fr. 77'775.-. Die Differenz von
Fr. 20'000.- zum gesamten validen Lohnpotential entspricht einem Invaliditätsgrad von
20%. Zwar beruht diese Invaliditätsbemessung auf sehr groben Schätzungen in bezug
auf die Lohnpotentiale der einzelnen Tätigkeiten und insbesondere der Arbeit als
Autolackierer, so dass der Invaliditätsgrad von 20% möglicherweise nicht mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist. Auf jeden
Fall steht aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass der Invaliditätsgrad des
Beschwerdeführers unter 40% liegt, so dass die Beschwerdegegnerin die laufende
ganze Invalidenrente im Ergebnis zu Recht ex nunc (Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV)
aufgehoben hat.
5.
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Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Der
vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung, so dass das entsprechende Begehren abzuweisen ist. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtsgebühr bemisst sich nach dem
Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Dieser Aufwand rechtfertigt im vorliegenden
Fall eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-. Diese Gebühr ist durch den vom
Beschwerdeführer geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.- gedeckt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG