Decision ID: 89fb5c98-1e01-53a9-9010-a2b042108fb2
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer ersuchte am 4. Januar 2021 in der Schweiz um Asyl
(Akten der Vorinstanz [SEM-act.] 1). Ein anschliessender Abgleich seiner
Fingerabdrücke mit der Eurodac-Datenbank ergab, dass er am 27. Juni
2020 bereits in Deutschland als Asylgesuchsteller erfasst und daktylosko-
pisch behandelt worden war (SEM-act. 8).
B.
Am 8. Januar 2021 nahm die Vorinstanz die Personalien des Beschwerde-
führers auf (SEM-act. 9) und am 12. Januar 2021 gewährte sie ihm das
rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid und der
Möglichkeit der Überstellung nach Deutschland. Der Beschwerdeführer
wandte gegen eine solche Überstellung ein, er habe in Deutschland nicht
um Asyl ersucht. Ihm seien dort lediglich während einer Kontrolle die Fin-
gerabdrücke abgenommen worden, da er keinen Ausweis auf sich getra-
gen habe. Er habe daraufhin erklärt, dass er dies nicht wolle und die Asyl-
unterkunft verlassen. Er habe in Deutschland keine Unterkunft gehabt und
wolle nicht dorthin zurückkehren. Er wolle dort nicht um Asyl ersuchen,
sondern in der Schweiz einen Asylantrag stellen.
Auf die Frage nach allfälligen gesundheitlichen Beeinträchtigungen erklärte
der Beschwerdeführer gleichen Orts, er habe Bauch-, Zahn- und Augen-
schmerzen. Zudem habe er Probleme mit einem Bein. Wenn er laufen
wolle, könne er nicht gerade laufen. Er werde immer auf eine Seite «balan-
ciert». Den Fuss müsse er mit einem Band umwickeln. Schliesslich habe
er Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten. Er sei wegen seinen Be-
schwerden bereits mehrmals beim Gesundheitsdienst des Bundesasyl-
zentrums gewesen. Einen Arzttermin habe er soeben gehabt und ein wei-
terer sei in zwei Wochen geplant. Seine grösste Sorge sei seine Gesund-
heit (vgl. SEM-act. 13).
C.
Ein erstes Gesuch der Vorinstanz vom 13. Januar 2021 um Wiederauf-
nahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Ver-
ordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates
vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestim-
mung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaats-
angehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags
auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO), lehn-
ten die deutschen Behörden am 19. Januar 2021 ab. Begründend führten
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sie aus, zum Beschwerdeführer habe in Deutschland letztmals am 7. Au-
gust 2020 und damit vor mehr als drei Monaten Kontakt bestanden. Es
gebe keine genügenden Beweise, dass er danach bis zu seiner Einreise in
die Schweiz im Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten geblieben sei (SEM-act.
15 und SEM-act. 19).
D.
Am 20. Januar 2021 ersuchte die Vorinstanz die deutschen Behörden im
Rahmen eines sogenannten Remonstrationsverfahrens (Art. 5 Abs. 2 der
Durchführungsverordnung [EU] Nr. 118/2014 der Kommission vom 30. Ja-
nuar 2014 zur Änderung der Verordnung [EG] Nr. 1560/2003 mit Durchfüh-
rungsbestimmungen zur Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates zur
Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitglied-
staats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in ei-
nem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist [DVO]) um erneute
Prüfung des Übernahmeersuchens. Dabei vertrat sie gegenüber den deut-
schen Behörden die Auffassung, es sei als äusserst unwahrscheinlich zu
betrachten, dass der Beschwerdeführer entgegen seiner eigenen Aussage
den Schengenraum in der Zwischenzeit für mehr als drei Monate verlassen
habe (SEM-act. 21).
Am 21. Januar 2021 hiessen die deutschen Behörden das Gesuch um
Übernahme des Beschwerdeführers gut (SEM-act. 24).
E.
Am 14. Januar 2021, am 21. Januar 2021 sowie am 26. Januar 2021
reichte der damalige Rechtsvertreter bei der Vorinstanz je ein amtliches
Formular F2 («Zuweisung zur medizinischen Abklärung») sowie Arztbe-
richte [...] vom 11., 20. und 25. Januar 2021 zu den Akten. Daraus gehen
die folgenden Diagnosen hervor:
 Strongyloidiasis (Infektion mit Strongyloides stercoralis [Zwergfadenwür-
mern]),
 Vitamin-D-Mangel,
 sonstige Muskelkrankheiten,
 rechtsseitige Schwäche der oberen und unteren Extremitäten, keine Hy-
potrophie (unterdurchschnittliche Grössenentwicklung) der Muskeln, Re-
flexstatus unauffällig, Sensibilitätsstörung rechtsseitig die gesamte Kör-
perfläche betreffend,
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 Supination (Auswärtsdrehung) des rechten Fusses beim Versuch zu ge-
hen, Nachhinken der rechten unteren Extremität, Zehenstand nicht mög-
lich, Einbeinstand rechts nicht möglich,
 posturale Instabilität (mangelnde Stabilität der aufrechten Körperhaltung),
aufrechtsitzen kaum möglich ohne aktives abstützen,
 Gastroösophageale Refluxkrankheit (Zurückfliessen von saurem Magen-
saft in die Speiseröhre)
 Eosinophilie (Sonderform der Leucozytose [Vermehrung der weissen Blut-
körperchen]),
 Magenschmerzen
Zur Behandlung wurden dem Beschwerdeführer verschiedene Medika-
mente verschrieben. Zudem sollte ein erster Termin zur neurologischen Be-
urteilung und ein zweiter Termin beim Zahnarzt vereinbart werden. Die au-
genärztliche Kontrolle wurde aufgeschoben, da er gut lesen könne (SEM-
act. 17, SEM-act. 25-27).
F.
Mit Verfügung vom 26. Januar 2021 (eröffnet am 27. Januar 2021) trat die
Vorinstanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, verfügte
dessen Überstellung nach Deutschland und forderte ihn auf, die Schweiz
am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig ordnete
sie die Aushändigung der editionspflichtigen Akten an und wies darauf hin,
dass einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid keine aufschie-
bende Wirkung zukomme (SEM-act. 28).
G.
Dagegen gelangte der Beschwerdeführer mit einer Rechtsmitteleingabe
vom 2. Februar 2021 an das Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte da-
rin, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzu-
weisen, auf das Asylgesuch einzutreten und ihm ein nationales Asylverfah-
ren zu eröffnen. Eventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, sich gestützt
auf Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1,
SR 142.311) für das vorliegende Asylverfahren für zuständig zu erklären.
Subeventualiter sei die Sache wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs
an die Vorinstanz zurückzuweisen. Im Sinne vorsorglicher Massnahmen
sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden anzu-
weisen, von einer Überstellung nach Deutschland abzusehen, bis das Bun-
desverwaltungsgericht über die vorliegende Beschwerde entschieden
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habe. Ferner ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-
rung sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses (Akten
des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-act.] 1).
H.
Am 3. Januar 2021 lagen dem Bundesverwaltungsgericht die vorinstanzli-
chen Akten in elektronischer Form vor und setzte der Instruktionsrichter
den Vollzug der Überstellung gestützt auf Art. 56 VwVG einstweilen aus
(BVGer-act. 2).

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.2. Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die üb-
rigen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG],
Frist [Art. 108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 VwVG] sind offensichtlich
erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten.
1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2.
Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu zeigen ist – als offen-
sichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zustän-
digkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer
zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schrif-
tenwechsels und mit summarischer Begründung, zu behandeln ist
(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
3.
Der Beschwerdeführer stellt subeventualiter Antrag auf Rückweisung der
Angelegenheit an die Vorinstanz wegen Verletzung seines Anspruchs auf
rechtliches Gehör. Er unterlässt es aber, irgendwelche Ausführungen dazu
anzubringen und entsprechende Mängel sind in den Akten der Vorinstanz
auch nicht erkennbar. Die verfahrensrechtliche Rüge erweist sich solcher-
massen als unbegründet.
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4.
4.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-
weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG).
4.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8 - 15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch
Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-
gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals
ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des
Wiederaufnahmeverfahrens (Art. 23 -25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich
keine (neue) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO mehr
statt (vgl. zum Ganzen: BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1).
4.3. Wie bereits erwähnt wurde der Beschwerdeführer gemäss den Einträ-
gen in der Eurodac-Datenbank vor seiner Weiterreise in die Schweiz am
27. Juni 2020 in Deutschland als Asylgesuchsteller erfasst. Das Wieder-
aufnahmegesuch der Vorinstanz hiessen die deutschen Behörden im Rah-
men des Remonstrationsverfahrens am 21. Januar 2021 gut. Die grund-
sätzliche Zuständigkeit Deutschlands zur Durchführung des Asyl- und
Wegweisungsverfahrens ist somit gegeben. Sie lässt sich mit dem blossen
Einwand des Beschwerdeführers, wonach er in Deutschland kein Asylge-
such gestellt habe, nicht schon in Frage stellen.
5.
5.1. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts
weist das Asylverfahren in Deutschland keine systemischen Schwachstel-
len im Sinn von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf (vgl. anstelle vieler Urteil des
BVGer F-380/2021 vom 2. Februar 2021 E. 5.2 m.H.).
Deutschland ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-
kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 3. Januar 1967 (SR
0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-
tungen nach. Auch ist anzunehmen, dieser Staat anerkenne und schütze
weiterhin die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des
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Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013
zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-
ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie, ABl. L 180/96 vom
29. Juni 2013) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von
Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz bean-
tragen (sog. Aufnahmerichtlinie, ABl. L 180/96 vom 29. Juni 2013) ergeben.
Aufgrund des nicht näher erläuterten Einwandes des Beschwerdeführers,
wonach er in Deutschland keine Unterkunft gehabt habe, ist nicht davon
auszugehen, dass Deutschland ihm gezielt und in erheblichem Masse die
ihm gemäss Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingun-
gen vorenthalten würde. Gestützt auf die Schilderungen des Beschwerde-
führers im erstinstanzlichen Verfahren ist denn auch nicht davon auszuge-
hen, Deutschland habe ihm eine richtlinienkonforme Unterbringung verwei-
gert. Vielmehr sagte er dort aus, er habe eine ihm zugewiesene Asylunter-
kunft aus eigenen Stücken verlassen. Sollte es sich dennoch anders ver-
halten, bestünde die Möglichkeit, an die zuständigen deutschen Behörden
zu gelangen und die zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechts-
weg einzufordern (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie).
5.2. Bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz trotz der grundsätzlichen Zustän-
digkeit Deutschlands das Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 erster
Satz Dublin-III-VO, konkretisiert in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, hätte ausüben
müssen.
5.3. Der Beschwerdeführer macht geltend, gegen seine Rückführung in die
Niederlande (recte: nach Deutschland) würden gewichtige medizinische
Gründe sprechen. Er verweist auf drei der Beschwerde beigelegte ärztli-
chen Berichte [...] vom 11., 20. und 25. Januar 2021 und die darin aufge-
listeten Diagnosen. Er befinde sich gesundheitlich in einem schlechten Zu-
stand und sei auf die Medikamente Zentel, Dafalgan, Relaxane und Pan-
toprazol angewiesen.
5.3.1. Ein Verstoss gegen Art. 3 EMRK kann vorliegen, wenn eine schwer
kranke Person durch die Abschiebung mit einem realen Risiko konfrontiert
würde, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung
ihres Gesundheitszustandes ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Lei-
den oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde
(vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016,
Grosse Kammer 41738/10, §§ 180-193 m.w.H.).
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5.3.2. Zwar leidet der Beschwerdeführer an verschiedensten gesundheitli-
chen Beeinträchtigungen. Diese sind indes weder einzeln noch in ihrer Ge-
samtheit als derart schwerwiegend zu betrachten, dass von einer Überstel-
lung nach Deutschland abgesehen werden müsste. Dies gilt insbesondere
auch in Bezug auf die diagnostizierte rechtsseitige Muskelschwäche, deren
neurologische Abklärung die Vorinstanz für ihren Entscheid nicht abgewar-
tet hat. Deutschland verfügt über eine mit der Schweiz in allen Bereichen
vergleichbare medizinische Infrastruktur (statt vieler: Urteil des BVGer
E-3703/2020 vom 29. Juli 2020 E. 7.1.2). Es liegen aber auch keine Hin-
weise dafür vor, dass Deutschland dem Beschwerdeführer eine adäquate
medizinische Behandlung verweigern könnte.
5.3.3. Die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefoch-
tenen Verfügung beauftragt sind, werden den festgestellten gesundheitli-
chen Beeinträchtigungen bei der Bestimmung der konkreten Modalitäten
der Überstellung Rechnung tragen und die deutschen Behörden vorgängig
in geeigneter Weise über besondere Bedürfnisse informieren (Art. 31 f.
Dublin-III-VO). Medikamente können dem Beschwerdeführer auf Vorrat
mitgegeben werden.
5.4. Andere Gründe, die der Schweiz Anlass geben könnten, von ihrem
Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO Gebrauch zu
machen, werden weder geltend gemacht noch sind solche ersichtlich. Da-
bei gilt auch zu beachten, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden
kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen
(vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3).
6.
Die Vorinstanz ist demnach zu Recht gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und
hat in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Deutschland
angeordnet. Unter diesen Umständen sind allfällige Vollzugshindernisse
gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen, da das
Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-
eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE
2015/18 E. 5.2 m.w.H.).
7.
Die Beschwerde ist aus den dargelegten Gründen abzuweisen und die Ver-
fügung der Vorinstanz ist zu bestätigen.
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7.1. Mit dem vorliegenden Urteil fällt der am 3. Februar 2021 angeordnete
Vollzugsstopp dahin. Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wir-
kung ist gegenstandslos geworden.
7.2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist
abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-
gen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind. Die Verfahrenskosten
sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf
insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
8.
Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
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