Decision ID: a18d55c3-c320-4943-85e6-d9a4d41088f6
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1990, schloss im Sommer 2009 die Lehre als Zim
mermann ab (Urk. 6/1/4). Wegen psychischen Beschwerden übte er im An
schluss daran keine Erwerbstätigkeit aus (Urk. 6/1/2-3, Urk. 6/2/7). Er wurde ab dem 20. Juli 2009 stationär und teilstationär in der Psychiatrie Y._ behandelt (Urk. 6/8/5, Urk. 6/15/3, Urk. 6/30/2) und wohnte im betreuten Wohnen mit ambulanter Nachbehandlung (Urk. 6/15/4, Urk. 6/20/3, Urk. 6/32/1).
Am 25.
März 2010
meldete er sich bei der Eidgenössischen Invali
denver
siche
rung wegen
Zyklothymia
und Depressionen zum Leistungsbezug an (Urk. 6/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nach
folgend: IV-Stelle), klärte die medizinischen und erwerblichen Verhältnisse ab und holte unter anderem das Gutachten von Dr. med. E. Z._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 28. Februar 2011 (Urk. 6/34) ein. Die auf
genommene Eingliederungsberatung und -abklärung der IV-Stelle (Urk. 6/15, Urk. 6/22) schloss die IV-Stelle mit Verfügung vom 6. Dezember 2010, mit welcher der Anspruch auf Integrationsmassnahmen verneint wurde (Urk. 6/29), ab. Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Vorbescheid vom 1. April 2011, Urk. 6/37) wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 16. Juni 2011 eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % ab dem 1. Oktober 2010 zugesprochen (Urk. 6/40, Urk. 6/45).
1.2
Im Juni 2012 eröffnete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren (Urk. 6/52). Der Versicherte nahm ab Juli 2012 einen Arbeitsversuch mit stundenweiser Präsenz auf (Urk. 6/56-57, Urk. 6/59/8), der per Ende April 2013 abgebrochen wurde (Urk. 6/69/1).
Ab dem
4.
Januar 2014 arbeitete er
auf dem Bau
mit (ver
ein
bar
ten) 20
Stunden pro Woche im Stundenlohn
für einen
Kollegen
(Urk. 6/76/1
, Urk. 6/81/1, Urk. 6/87
).
Am 19. März 2014 sprach die IV-Stelle dem Ver
sicher
ten Beratung und Begleitung mit einem Job Coaching vom 17. März 2014 bis 16. März 2015 zu (Urk. 6/75), welche mit Mitteilung vom 22. September 2014 per Mitte September 2014 abgeschlossen wurden, nachdem der Versicherte ab dem 1. September 2014 in der A._ eine Tätigkeit mit drei Stunden pro Tag aufge
nommen hatte (Urk. 6/80/1, Urk. 6/81/1). Am 1. Oktober 2015 wurde der Versicherte von med.
pract
. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, des Regio
nalen Ärztlichen Dienstes (RAD) untersucht, der gemäss seinem Bericht vom 6. Oktober 2015 auf eine vollständige Arbeits
fähigkeit schloss (Urk. 6/100). Gestützt darauf kündigte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 29. März 2016 die Ein
stellung der Rente an (Urk. 6/102). Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben
vom 5. April 2016 (Urk. 6/103), ergänzt mit Schreiben vom 31. Mai 2016 (Urk. 6/111), Einwände. Wie angekündigt hob die IV-Stelle die bisherige ganze Rente mit Verfügung vom 29. Juni 2016 auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf (Urk. 2).
2.
Mit
Eingabe vom
29. August
2016 erhob der Versicherte hiergegen
Beschwerde und beantragte,
die Verfügung vom 29. Juni 2016
sei aufzu
heben und es
sei ihm auch mit Wirkung ab September 2016 weiterhin die bisherige Rente auszu
richten (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom 3. Oktober 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5 S. 1). In der Replik vom 20. Januar 2017 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest (Urk. 11 S. 2). Mit Eingabe vom 2. Februar 2017 verzichtete die Beschwerdegeg
nerin auf eine weitere Stellungnahme (Urk. 14).
Auf die Ausführungen der Parteien und die weiteren eingereichten Unter
lagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bun
desgeset
zes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbs
unfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesund
heit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invali
dität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen
Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenaus
schliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundes
gerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Ein
kommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invaliden
einkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad be
stimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V
343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent ergibt sich ein An
spruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent An
spruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Pro
zent
Anspruch auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG
).
1.4
1.4.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
bezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge
ho
ben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Än
de
rung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invalidi
tätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbe
sondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesund
heitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheb
lich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Verän
derung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beur
teilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Ge
sund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundes
gerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.4.2
Im Rah
men einer materiellen Revision (Art. 17 ATSG) ist die Ver
waltung ver
pflich
tet, das Leistungsbegehren in tatsächlicher und recht
licher Hin
sicht all
seitig, das heisst nicht nur mit Bezug auf jenes Sachver
haltssegment, in wel
chem eine Änderung glaubhaft gemacht worden ist, zu prü
fen. Dement
sprechend ist das Sozialversicherungsgericht befugt (und verpflich
tet),
bei Bedarf Teilaspekte des Rechtsverhältnisses von Amtes wegen aufzu
greifen, selbst wenn diese bereits in der früheren rechtskräftigen Verfügung beurteilt wurden (Urteile des Bundes
gerichts
9C_813/2008
vom 8.
April 2009 E. 4.1 und 9C_206/2010 vom 8. Oktober 2010 E. 3.1 je mit Hinweisen),
wobei auch eine zum bestehenden Beschwerdebild hinzu
ge
tretene Gesundheitsproble
matik im Rahmen der vor
zunehmenden Neueinschätzung von Gesundheitszu
stand und Arbeitsfähig
keit einer
allfälli
gen
Renten
herabsetzung oder -
aufhe
bung
grundsätzlich nicht ent
gegensteht (BGE 141 V 9 E.
5 und 6).
1.5
Fehlen die in Art. 17 ATSG ge
nannten Voraussetzungen, so ka
nn die Rentenverfü
gung
nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger Verwal
tungsverfügungen geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Ver
waltung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Be
urteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos un
richtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs. 2 ATSG; BGE 110 V 176 E. 2a
mit Hin
weisen). Das Gericht kann eine zu Unrecht ergangene Revisionsverfügung gege
benenfalls mit der substituierten Begründung schützen, dass die ursprüngliche Rentenverfügung zweifellos un
richtig und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 128 V 272 E. 5b/
bb
; Urteile des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 3.2.2, 9C_762/2013 vom 2
4.
Juni 2014 E. 4.2 und 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.2 je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die rentenaufhebende Verfügung vom 29. Juni 2016 damit, dass sich bei der Untersuchung durch den RAD im Oktober 2015 keine Diagnosen mehr hätten feststellen lassen, die einen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit
hätten. Die Symptome, welche von Dr. Z._ im Jahr 2011 festgehalten worden seien, seien zum Zeitpunkt der Untersuchung durch den RAD nicht mehr
eruierbar
gewesen. Der Gesundheitszustand habe sich somit seit 2011 verbessert. Ausserdem sei das Gutachten von Dr. Z._ von 2011 offensichtlich unzu
treffend gewesen. Es sei dem
Beschwerdeführer
eine 100%ige
Arbeits
fähigkeit
in der angestammten als auch in anderen Tätigkeiten zumutbar. Der Invaliditätsgrad ergebe daher 0 %, weshalb kein Rentenanspruch mehr bestehe (Urk. 2 S. 2).
Mit der
Beschwerdeantwort
führt die
Beschwerdegegnerin
ergänzend aus, die medizinische Einschätzung gehe den Ergebnissen einer beruflichen Abklärung grundsätzlich vor. Im Übrigen sei ein Wiedererwägungsgrund gegeben. Denn das Gutachten von Dr. Z._ weise gravierende Mängel auf. Es hätte nicht darauf abgestellt werden dürfen und es hätten zwingend weitere Ab
klärun
gen vorgenommen werden müssen (Urk. 5).
2.2
Der
Beschwerdeführer
wendet dagegen ein, die revisionsrechtlichen Anfor
derun
gen seien nicht erfüllt. Denn es handle sich bei der Beurteilung durch den RAD-
Psychiater lediglich um eine Neubeurteilung des unveränderten Ge
sund
heits
zustandes ohne Hinweise auf eine Verbesserung, was nach der bundes
gerichtlichen Rechtsprechung nicht zu einer materiellen Revision führe. Der RAD-Psychiater gehe sogar davon aus, dass er, der
Be
schwerdeführer
, in seiner
Arbeitsfähigkeit
als Zimmermann nie eingeschränkt gewesen sei. Der Gesund
heitszustand habe sich jedoch keineswegs verbessert, wie aus dem Bericht von Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom August 2013 (richtig: 14. Juni 2013, Urk. 6/69) und dem Bericht des behandelnden Psychologen
lic
. phil. D._ vom 10. Oktober 2014 (Urk. 6/83/1-4, Urk. 6/83/7-8) hervor
gehe. Ein Arbeitsversuch in der freien Wirtschaft habe im Frühjahr 2013 abge
brochen werden müssen, das IV-Job-Coaching sei dementsprechend abge
schlossen wor
den sowie es sei ein geschützter Arbeitsplatz vermittelt worden. Der Umstand, dass er mittlerweile mit seiner Freundin zusammenwohne und therapeutischen Empfehlungen folgend musiziere, einen Hund halte sowie Haushaltsaufgaben erledige, lasse keine Rückschlüsse auf eine Verbesserung der
Arbeitsfähigkeit
zu, zumal vergleichbare Umstände schon im Rahmen des betreuten Wohnens bestanden hätten. Ferner handle es sich bei der RAD-Beur
teilung nicht um ein Gutachten und es sei angesichts der hohen Anfor
derungen des Bundesgerichts bei Revisionen von psychiatrischen Beschwerden davon auszugehen, dass eine IV-interne Unter
suchung nicht genüge. Schliess
lich wären auch die hohen Anforderungen für eine wiedererwägungsweise Aufhe
bung nicht gegeben, da der Sachverhalt mit den eingeholten Berichten der behandelnden Ärzte und dem Gutachten von Dr. Z._ vom 28. Februar 2011 ausreichend abgeklärt worden sei (Urk. 1 S. 4 ff., Urk. 11 S. 2 ff.).
2.3
Es ist strittig und zu prüfen,
ob
die Beschwerdegegnerin zu Recht die bis
herige ganze Rente per 1. September 2016 aufgehoben hat.
Es ist hierzu zu klären, ob s
ich der Invaliditätsgrad seit
der Verfügung vom 16. Juni 2011 (Urk. 6/40, Urk. 6/45)
bis zum Erlass
der ange
fochtenen Ver
fü
gung vom
29. Juni 2016 (Urk. 2) in leistungserheblichem
Ausmass verändert hat. Die angefoch
tene Ver
fügung bildet da
bei recht
sp
re
chungsgemäss die zeit
liche Grenze der richter
lichen Über
prüfungs
be
fugnis (BGE 132 V 220 E. 3.1.1,
122 V 77 E. 2b, Urteil des Bundes
ge
richts
8C_76/2009 vom 19. Mai 2009 E. 2, je mit Hin
weis).
3.
3.1
Die Zusprechung der ganzen Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % erfolgte gemäss dem Feststellungsblatt der Beschwerdegegnerin (Urk. 6/36/5-6) gestützt auf das psychiatrische Gutachten von Dr. Z._ vom 28. Februar 2011 (Urk. 6/34)
. Dieser stellte die Diagnosen chronischer rezi
divierender depressiver Phasen (ICD-
10 F33.11), einer Spielsucht (ICD-10 F33.0), eines sporadischen Alkoholabusus (ICD-10 F10.1) und einer emotional insta
bilen Persönlichkeits
störung,
Borderline
-Typ (ICD-10 F60.31). Eine solche Per
sönlichkeitsstörung sei regelmässig von Sucht- und depressiven Tendenzen begleitet. Insbesondere gehöre der häufige, abrupte, depressiv gefärbte Verlust jeder Motivation auf dem Boden von übermässigen Selbstzweifeln, depressiven Versagensängsten und Schamgefühlen dazu, wie auch die pathologisch-depres
siv anmutende resignative Aufgabe von Arbeitsstellen auf Kritik und soziale Span
nungen hin. Der
Beschwerde
führer
leide neben den akuten Phasen an einer konstanten Depressivität mit übermässigem Schlafbedürfnis, Apathie, Interesse- und Moti
vationslosigkeit sowie sozialem Rückzug. Das Nichterscheinen am Arbeitsplatz gehe auf das depressive Morgentief zurück und nicht auf eine soziale Anpas
sungsstörung. Die Sucht sei Folge dieser Leiden. Er sei über den gesamten Zeit
raum seit dem 20. Juli 2009 und prognostisch auf mindestens mittlere Frist hin
aus psychischen Gründen generell zu 80 bis 100 % arbeitsunfähig gewesen. Ein Belastungsprofil könne aufgrund der schweren Komorbidität von depressiver und Persönlichkeitsstörung nicht erstellt werden (Urk. 6/34/12-16).
Von
dieser
Sachlage
ist als Vergleichsbasis auszugehen.
3.2
3.2.1
Im nach der Revisionseröffnung (Urk. 6/52) eingeholten Bericht von Dr. C._ vom 14. Juni 2013 stellte dieser die Diagnose einer wiederkehrenden depressi
ven Störung (ICD-10 F33.10). Zur Frage der Arbeitsfähigkeit in einer leidensan
ge
passten Tätigkeit hielt er fest, es sei ein Arbeitsversuch per 30. April 2013 abgebrochen worden. Die Behandlung bestehe in der Einnahme eines pflanz
lichen Anti
depressivums und einer begleitenden Psychotherapie beim Psycho
logen D._ mit Sitzungen zweimal pro Monat (Urk. 6/69).
Lic
. phil. D._, Psychotherapeut FSP, hielt in seinem Bericht vom 3. Oktober 2013 fest, der Beschwerdeführer sei seit dem 5. Juni 2013 bei ihm wegen einer wieder
kehren
den depressiven Störung (ICD-10 F33.10) mit Verlust des Selbst
wert
gefühls, Gefühlen des Versagens, der Leere, Antriebslosigkeit und sozialen Äng
sten in Behandlung. Es bestehe in den Tätigkeiten als Zimmermann und Hand
langer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Kritisch sei die morgendliche Antriebs
hem
mung; wenn er es schaffe, zur Arbeit zu gehen, würden eigentlich keine Ein
schränkungen bestehen. Die Inkonsistenz des Erscheinens auf der Arbeit sei sehr ausgeprägt. Der Beschwerdeführer benötige daher einen flexiblen Arbeit
geber oder einen geschützten Arbeitsplatz, an dem man mit den häufigen Ab
sen
zen umgehen könne. Eventuell könne ab Sommer 2014 von einer 60%igen Arbeits
fähigkeit gerechnet werden (Urk. 6/70/1-3).
Im Bericht vom 10. Oktober 2014 führte der Psychologe
lic
. phil. D._ aus, der Be
schwerdeführer sei nach wie vor psychisch sehr instabil, es würden immer wieder depressive Einbrüche stattfinden, unter denen er sich sozial zurückziehe, Termine nicht einhalte etc. Die Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Zim
mer
mann sei zirka zu 60 % eingeschränkt. Renovationsarbeiten im Sinn einer angepassten Tätigkeit seien ihm maximal 4 Stunden pro Tag zumutbar (Urk. 6/83/1). Der Beschwerdeführer habe bis im Sommer 2014 versucht, wöchentlich 20 Stunden Renovationsarbeiten bei einem Bekannten auszufüh
ren. Dort sei er aber die meiste Zeit alleine gewesen, was sich als Überforderung erwiesen habe. Bei Unsicherheit und labilen Ge
mütslagen könne er sich nicht aufraffen (Urk. 6/83/7).
3.2.2
Der RAD-Arzt med.
pract
. B._ kam nach der psychiatrischen Untersuchung des Beschwerdeführers vom 1. Oktober 2015 in seinem Bericht vom 6. Ok
tober 2015 zum Schluss, als einzige Diagnose sei die einer Spielsucht (ICD-10 F63.0) zu stellen, welche aus
versicherungspychiatrischer
Sicht ein nicht IV-relevantes primäres Spielsuchtgeschehen darstelle und daher als Diagnose ohne Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen sei. Das ausgiebige nächtliche Spie
len führe am Folgetag zu Defiziten bei der Leistungsfähigkeit (Müdigkeit, Kon
zentrationsschwierigkeiten etc.). Daher habe er die Lehrstelle wechseln müssen. Zwei
Hospitalisationen
hätten einige Gesundheitsfortschritte ergeben, aber keine anhaltende Abstinenz vom Gamen. Inzwischen habe sich ein Lebens
stil einge
schliffen mit unregelmässiger Teilnahme an der Tätigkeit in der ge
schützten Werkstätte (
O._
) und der ambulanten Therapie. Andererseits zeige der Beschwerdeführer ein erfreuliches Funktionsbild bei ihn interes
sierenden The
men. Es seien ein Tanzkurs, mehrere Urlaube, unter anderem in Korsika und in Bad
Zurzach
, ein stabiles Zusammenleben mit der Freundin seit drei Jahren, Freude am gemeinsamen Kochen und Essen sowie regelmässige soziale Kon
takte erwähnt worden. Man könne keine irreparablen Folgeschäden der Spiel
sucht feststellen. Vielmehr gebe der Beschwerdeführer an, dass er sozialer sei, wenn er weniger spiele. Seit einer Woche stehe der Beschwerde
führer ausserdem frühmorgens auf, um den Hund auszuführen, aber zur Arbeit in der Werkstätte
O._
gehe er nicht. Eine Arbeitsteilnahme erscheine daher als zumutbar. Im Gegensatz zu den Angaben des Beschwerdeführers belege der Laborbefund einen erheblichen Alkoholkonsum. Insgesamt sei von einer schon immer beste
henden 100%igen Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit als Zimmer
mann auszugehen (Urk. 6/100/8-9).
Zum Gutachten von Dr. Z._ vom 28. Januar 2011 führte der RAD-Arzt aus, dieses weise gravier
ende Unkorrektheiten und Defizite auf. So könne aufgrund der nur spärlichen Befunde nicht auf eine mittelgradige Depression geschlossen werden. Der Gutachter habe denn auch kaum das positive Funktionsbild erör
tert. Als
einzigen Beleg für ein somatisches Syn
drom seien ferner das Morgen
tief, völlige Apathie und Inappetenz genannt worden. Dabei habe der Gutachter nicht berücksichtigt, dass dieses Morgentief aus der für Spieler typischen Tages
gestaltung herrühre. Wenn der Beschwerdeführer angebe, er habe bis drei Uhr morgens das Computerspiel „
world
of
warcraft
“ gespielt, sei eine morgend
liche Müdigkeit die natürliche Folge. Es liege weder ein depres
sives Symptom noch ein somatisches Syndrom vor. Auch sei die Behauptung, es habe sich als Folge der depressiven Störung in der Oberstufenschulzeit eine ausgeprägte Spielsucht entwickelt, in der Biographie nicht belegt. Die Bio
graphie belege kein sekundä
res, sondern ein primäres Suchtgeschehen. Auch sei der Gutachter zur Begrün
dung der
Borderline
-Persönlichkeitsstörung nicht den ICD-Kriterien gefolgt. Diese seien nicht erfüllt. Insbesondere fänden sich beim Beschwerdeführer keine Impulsivität, keine Streitsucht, keine Störung der inneren Präferenzen, keine intensiv-unbeständige Beziehungen, kein chroni
sches Gefühl der Leere und keine Selbstverletzungen (Urk. 6/100/6-7).
3.3
3.3.1
Es ist der Beschwerdegegnerin grundsätzlich nicht verwehrt,
gestützt auf
solche
interne medizinische Unterlagen
wie den RAD-Bericht von med.
pract
. B._
zu entscheiden, die im Wesentlichen oder sogar ausschliesslich vom am Recht stehenden Versicherungsträger eingeholt wurden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch insoweit strenge Anfor
derungen zu stellen, als bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen sind (BGE 135 V 465; Urteil
des Bundesgerichts 9C_492/2012 vom 25.
September 2012
E. 5.3).
Dabei
genügt die Tatsache allein nicht, dass
eine abweichende (selbst fach-)
ärztliche Meinung besteht, um im dargelegten Sinne die Aussagekraft und damit den Beweiswert eines medizinischen Berichts in Frage zu stellen (Urteil
e des Bundesgerichts
9
C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E.
5.1.2 mit Hinweisen
und
9C_360/2016 vom 2
1.
April 2017
E. 3.2
).
RAD-Untersuchungsberichte im Sinne
Art.
49
Abs.
2 IVV
können
mat
eriell Gut
achtensqualität haben
. Voraussetzung ist insbesondere, dass sie in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden sind und in der Be
schreibung der medizinischen Situation und Zusammenhänge einleuchten; die Schlussfolge
rungen sind zu begrün
den (BGE 125 V 351 E. 3a und 3b
). Die RAD-Ärzte müs
sen sodann über die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Quali
fikationen verfügen, was in einer bestimmten medizinischen Disziplin einen entsprechenden, dem Nachweis der erforderlichen Fachkennt
nisse dienen
den, spezialärztlichen Titel des berichtenden oder zumindest des den Bericht
visie
renden Arztes
voraussetzt
; eine FMH-Ausbildung ist für Gutachter nicht zwin
gend verlangt, sondern nur eine Fachausbildung, welche auch
im Ausland erworben werden kann
. Bezüglich der materiellen und formel
len Anforderungen sind die RAD-Untersuchungsberichte im Beschwerdefall
gericht
lich überprüfbar (
Urteil
des Bundesgerichts
9C_865/2009
vom 3.
Dezem
ber 2009
E. 2.2 mit Hin
weisen; vgl. auch
Urteil
des Bundesgerichts
9C_323/2009 vom 14.
Juli 2009 E. 4.3)
3.3.2
Der RAD-Arzt med.
pract
. B._ ist Facharzt für Psychiatrie und Psycho
the
rapie und verfügte damit über die nötige Qualifikation für die medizinische Beurteilung der psychischen Leiden des Beschwerdeführers und dessen Arbeits
fähigkeit. Ausserdem hat er diesen am 1. Oktober 2015 persönlich untersucht und es lagen ihm sämtliche Akten vor. Im Bericht vom 6. Oktober 2015 setzte sich med.
pract
. B._ zudem ausführlich mit den wesentlichen medizinischen
Vorakten
auseinander (Urk. 6/100/8). Es wurde eine umfassende Neubeurteilung des aktuellen Gesundheits
zustandes vorgenommen, mit welcher sämt
liche Beschwerden und die Anam
nese mit den
Vorakten
berück
sich
tigt sowie die Schlussfol
gerungen nachvollziehbar begründet dargelegt wurden. Der Bericht erfüllt
alle recht
spre
chungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweis
kräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c). Der grundsätzliche Beweiswert des Unter
suchungsberichts des RAD-Psychiaters med.
pract
. B._ vom 6. Oktober 2015 ist daher zu bejahen.
3.3.3
Zwar trifft es zu, dass med.
pract
. B._ gemäss diesem Bericht aufgrund einer anderen diagnostischen Beurteilung der psychischen Leiden eine von der Ein
schätzung von Dr. Z._ (gemäss dessen Gutachten vom 28. Februar 2011, Urk. 6/34/12-16) und den damaligen behandelnden Ärzten abweichende Ein
schätzung der Arbeits
fähigkeit vornahm, ohne eine Verbesserung des Ge
sund
heits
zustandes explizit zu thematisieren. Jedoch holte er dies in der ergän
zen
den Stellungnahme vom 28. Juni 2016 (Urk. 6/113/2) nach und begründete mit Hinweis auf die in Bezug auf die Diagnose einer Depression verbesserten psy
chopathologischen Befunde nachvoll
ziehbar, dass und weshalb von einem ver
besserten Gesundheitszustand auszu
gehen sei.
So führte der RAD-Arzt med.
pract
. B._ aus, es fänden sich Befundunter
schiede im Ver
gleich zum Gutachten von Dr. Z._. Und zwar seien die von Dr. Z._ aufgeführten Symptome (stimmungsmässig monoton, leicht bedrückt, ernst, der Beschwerdeführer zeige wenig eigene Initiative) bei der RAD-Unter
suchung nicht mehr zu sehen gewesen. Nunmehr sei der Beschwerdeführer affektiv schwingungs
fähig gewesen, sei häufig und lebhaft auf Scherze einge
gangen sowie er habe viele
eigeninitiative
Darstellungen gemacht. Der Gesund
heits
zustand habe sich somit verbessert (Urk. 6/113/2).
Dementsprechend hatte Dr. Z._ noch chronische rezidivierende depressive Phasen diagnostiziert und ausserdem sogar ausgeführt, schon die depressive Störung allein müsste im Grunde genommen als schwer diagnostiziert werden. Sie gehe nämlich mit einem schweren somatischen Syndrom mit unter anderem Morgentief, völliger Apathie und Inappetenz einher. Das Nichterscheinen am Arbeitsplatz sei auf dieses depressive Morgentief zurückzuführen (Urk. 6/34/14). Ausserdem war der Beschwerdeführer im Februar 2011 gemäss seinen Angaben gegenüber Dr. Z._ noch in intensiver psychiatrischer Behandlung mit anti
de
pressiver Medi
kation (
Venlafaxin
) und zwei Konsultationen pro Woche. Zusätz
lich war er in einer betreuten Wohngruppe untergebracht (Urk. 6/34/11 und 6/100/3). Nur wenige Monate zuvor war der Beschwerdeführer ausserdem noch in statio
närer (vom 17. November 2009 bis Mitte März 2010, Urk. 6/34/4)
und teilstationärer psychiatrischer und psycho
therapeutischer Be
handlung
(vom 18. August bis am 22. Oktober 2010, Urk. 6/34/5).
Dagegen befand sich der Beschwerdeführer im Oktober 2015 lediglich noch - soweit er die Termine einhielt - alle vierzehn Tage in psycho
therapeu
tischer Behandlung (Urk. 6/83/2). Eine psychiatrische oder medikamentöse Behandlung fand nicht mehr statt, der Beschwerdeführer wohnte selbständig mit seiner Freun
din und es erfolgte in den letzten Jahren auch keine stationäre oder teil
stationäre Behand
lung mehr (Urk. 6/100/3-4).
3.3.4
Vor diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar, dass der RAD-Psychiater auf eine Verbes
serung der depressiven Symptomatik schloss, zumal der Be
schwerde
führer anlässlich der Untersuchung vom 1. Oktober 2015 angab, dass er nun
mehr morgens um 6.30 Uhr mit dem Hund spazieren gehe und ansonsten um 9 Uhr aufstehe, dann game oder Fernsehen schaue (Urk. 6/100/2). Völlige Apathie und ein Morgentief sind damit nicht mehr auszumachen. Die Schwierig
keit zur Arbeit zu gehen, ist somit nicht mehr auf eine depressive Störung zurück
zu
führen.
Hinzu kommt, dass der behandelnde Psychologe im Bericht vom 10. Oktober 2014 eine zumindest 40%ige Arbeitsfähigkeit als Zimmermann und Handlanger als zu
mut
bar erachtete (Urk. 6/83/7), was allein schon auf eine erhebliche Ver
besserung des Gesundheitszustandes schliessen lässt. Schon im Bericht vom 3. Oktober 2013 hatte er zudem klargestellt, dass die morgendliche Antriebs
hemmung kritisch sei; wenn der Be
schwerde
führer es aber schaffe, zur Arbeit zu gehen, be
stehe eigentlich keine Ein
schrän
kungen (Urk. 6/70/2).
3.4
3.4.1
Es ist daher entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführer
s von einer Verbes
se
rung seines psychischen Gesundheitszustandes mit Aus
wirkung auf die Arbeits
fähigkeit auszugehen,
welche geeignet ist, den Invaliditätsgrad mass
geblich zu be
einflussen.
Ein Revisionsgrund nach Art. 17 ATSG ist damit zu bejahen und der Rentenan
spruch hinsicht
lich aller Aspekte zu prüfen. Rechtsprechungsgemäss ist der
Invaliditätsgrad
dabei
auf der Grund
lage eines richtig und vollständig festge
stellten Sachver
halts neu und ohne
Bindung an frühere Invaliditäts
schätzungen zu ermitteln (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
3.4.2
Daran ändert entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nichts, dass im Früh
jahr 2013 ein Arbeits
versuch abgebrochen (Urk. 6/67, Urk. 6/69) und das Jobcoaching im Septem
ber 2014 im Hinblick auf die Aufnahme der Tätigkeit in der geschützten Holzwerkstatt im
O._
abgeschlossen wurde (Urk. 6/80). Denn massgeblich ist in erster Linie die medizinisch-theoretische Einschätzung der Arbeits
fähigkeit.
Nach ständiger Rechtsprechung ist eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeits
fähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar. Aus einer medizinisch attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit kann unmittelbar auf eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit ein entsprechender Einkommensvergleich (mit dem Ergebnis eines tieferen Invaliditätsgrades) vorgenommen werden
.
Es können im Einzelfall
zwar die
Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrech
nung einer medizinisch vorhan
de
nen
Leistungs
fähigkeit und medizinisch möglichen Leistungsentfaltung ent
ge
genstehen, wenn aus den Akten einwand
frei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotentials ohne vorgängige Durch
führung befähi
gender Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist
.
Die Verwaltung muss sich vor der Herabsetzung oder Auf
he
bung einer Invalidenrente
daher
vergewissern
,
ob - ausnahmsweise - im Ein
zelfall eine erwerbsbezogene Abklärung (der Eignung, Belastungsfähigkeit usw.) und/oder die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen im Rechtssinne vorausgesetzt ist.
Diese Rechtsprechung findet
jedoch
nur bei versicherten Per
sonen
Anwendung
, welche das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen haben
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_597/2014
vom 6.
Oktober 2015 E. 3.2
mit Hinweisen
).
Der Beschwerdeführer ist weder über 55 Jahre alt, noch hat er seit mehr als 15 Jahren eine Rente bezogen. Auch hat er tage- und stundenweise immer wie
der gear
beitet, und zwar nicht nur in einer geschützten Werkstatt, sondern auch auf dem freien Arbeitsmarkt, wenn auch für Bekannte. Die vollständige Einglie
derung scheiterte zudem allein daran, dass der Beschwerdeführer sich schwer damit tat, regel
mässig am Morgen direkt als Erstes zur Arbeit zu fahren und Termine einzu
halten. Dieses Verhalten kann indes - wie hiervor ausgeführt (E. 3.3.3-E. 3.3.4) - nicht respektive zumindest nicht mehr auf die depressive Symp
tomatik zurückgeführt werden.
3.4.3
Angesichts des vorliegenden Revisionsgrundes nach Art. 17 ATSG kann sodann offen bleiben, ob die Voraussetzungen für eine wiedererwägungsweise Neu
be
urteilung des damaligen Sachverhaltes gegeben gewesen wären und die ange
fochtene Verfügung daher mit einer substituierten Begrün
dung geschützt wer
den könnte (vgl. E. 1.5 hiervor).
4.
4.1
Mit der Beschwerdegegnerin ist zur Bestimmung der aktuellen Arbeits- und Erwerbsfähigkeit (Art. 6 und 7 ATSG) nach dem Gesagten von der Einschätzung des RAD-Psychiaters gemäss seinem Bericht vom 6. Oktober 2015 (Urk. 6/100) auszugehen. Sämtliche weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers führen zu keiner anderen Betrach
tungsweise, zumal gegen den Bericht und die medi
zi
nische Beurteilung von med.
pract
. B._ im Einzelnen keine Rügen vor
ge
bracht werden.
So legte d
er RAD-Psychiater im Bericht vom 6. Oktober 2015 denn auch
nach
vollziehbar
mit korrektem Bezug zu den ICD-10-Kriterien
begründet und vom Beschwerdeführer nicht bean
standet
dar, weshalb er im Gegensatz zu Dr. Z._
die Diagnose einer
Borderline
-Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.31) nicht stellte (Urk. 6/100/6-7), zumal dies auch keiner der behandelnden Ärzte getan hat.
4.2
4.2.1
Der RAD-Psychiater führte im Bericht vom 6. Oktober 2015 des Weiteren
über
zeugend aus, weshalb er die (auch von Dr. Z._ diagnostizierte) Spielsucht als primäres und nicht als sekundäres Krankheitsgeschehen beurteilte (Urk. 6/100/6-9). Insbesondere ist es zutreffend, dass sich aus der Biographie des
Beschwerde
führer
s, wie sie in der Anamnese des Gutachtens von Dr. Z._ detailliert aufgeführt wurde (Urk. 6/34/8), keine depressive Störung in der Kind
heit und Jugend ergibt, aufgrund welcher sich eine (Computergame-)Spiel
sucht entwickelte. Vielmehr ist dem Gutachten, wie med.
pract
. B._ korrekt fest
hielt (Urk. 6/100/6), lediglich zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer
in der Sekundar
schule lieber Computerspiele gespielt, als die Aufgaben gemacht habe. Mit den Com
puterspielen habe er in der Oberstufenschulzeit, mithin in der Sekundar
schule, angefangen. Fünf Jahre lang habe er im Internet immer das
selbe Spiel (World
of
Warcraft) gemacht, deshalb sei er abends lange aufgeblie
ben, er habe fast täglich gespielt und in den Ferien fast nichts anderes gemacht. Während der Lehre sei exzessives Biertrinken, zum Teil nach Feier
abend und vor allem am Wochenende, dazugekommen (Urk. 6/100/8-9). Den Angaben des
Beschwerdeführer
s gegenüber dem RAD-Psychiater ist zudem zu entnehmen, dass er das PC-Spiel bereits im Alter von 8 oder 9 Jahren kennen
gelernt hat. Er habe in den Folgejahren zunehmend gespielt (Urk. 6/100/3). In der Woche vor der Begutachtung (Okto
ber 2015) habe er insgesamt zirka 24 Stunden gespielt, mithin durch
schnittlich rund 3,5 Stunden pro Tag (Urk. 6/100/1), und zwar gemäss der Schilderung zum Tagesablauf insbesondere jeweils am Morgen (Urk. 6/100/2).
Der
Beschwerdeführer
ist somit weiterhin von seiner Sucht betroffen. Med.
pract
. B._ führte dazu schlüssig aus, dass die zwei
Hospitalisationen
einige Gesundheitsfortschritte ergeben hätten, aber keine anhaltende Abstinenz vom Gamen (Urk. 6/100/8). Gefolgt werden kann dem RAD-Psychiater auch insofern, als er darauf schloss, dass keine irreparablen Folgeschäden der Spielsucht fest
zustellen seien (Urk. 6/100/9). Dies gilt zumindest für die Zeit ab Oktober 2015, da keine weitere psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit auszu
machen ist.
4.2.2
Die Auswirkungen der Spielsucht selbst sind unter den gegebenen Umständen ab Oktober 2015 nicht mehr beachtlich. Denn
nach der Rechtsprechung führt eine Sucht (so etwa eine Drogensucht, Alkoholismus und Medikamenten
miss
brauch) als solche nicht zu einer Invalidität im Sinne des Gesetzes. Dagegen wird sie im Rahmen der Invalidenversicherung relevant, wenn sie eine Krank
heit oder einen
Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geis
tiger, die Erwerbs
fähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden einge
treten ist, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesund
heits
schadens ist, dem Krankheitswert zukommt (BGE 124 V 265 E. 3c). Die zitierte Praxis setzt den Grundsatz um, dass funktionelle Einschränkungen nur anspruchsbegründend sein können, wenn sie sich als Folgen selbständiger Gesundheitsschädigungen darstellen (Art. 6 ff. ATSG und Art. 4 Abs. 1 IVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 2.2.1 unter Hinweis auf 8C_580/2014 vom 11. März 2015 E. 2.2.1 und 9C_856/2012 vom 19. August 2013 E. 2.2.1). Dies ist hier nicht (mehr) der Fall.
4.3
4.3.1
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Einschätzung von med.
pract
. B._ vom 6. Oktober 2015 (Urk. 6/100) im angefochtenen Entscheid mangels einer versicherungsrechtlich beachtlichen Gesundheitsschädigung spätestens ab Oktober 2015 von einer 100%igen Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ausging.
Von weiteren Beweismassnahmen, nament
lich weiteren medizinischen Ab
klärun
gen, sind keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu er
warten, weshalb davon abzu
sehen ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_320/2014 vom 14. August 2014 E. 11).
4.3.2
Die Beschwerdegegnerin hat die bis
herige ganze Rente mit Verfügung vom 29. Juni 2016 folglich zu Recht per 31. August 2016 aufge
hoben (Urk. 2).
Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
5.
Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
siche
rungs
leistungen betrifft, ist das Ver
fahren kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert festzulegen, ermessensweise
auf Fr. 600.-- an
zu
setzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzu
erlegen.