Decision ID: cd7adbfd-e25d-4bf5-a2be-b26379880647
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964, war als Polier über seine Arbeitgeberin bei der Suva gegen Unfälle obligatorisch versichert, als er am
1
8.
August 2
014
ohne Gehörschutz Mess
-/Aussteck
arbeiten
verrichtete
und
2 m
hinter
ihm eine Drittperson
mit einem
Bolzenschussgerät einen Bolzen in
einen Stahlträger setzte
(
Urk.
12/1
;
Urk.
12/38
).
Vom
24. November bis 19. Dezember 2014
nahm der Versicherte
an einer stationären
Tinnitusbehandlung
in der Klinik
Y._
teil
(
Urk.
12/69
) und schaffte sich im Januar 2015 auf eigene Kosten beidseitig Hörgeräte an (
Urk.
12/53).
Von der Klinik
Y._
wurde ihm vom 2
4.
November 2014 bis 1
3.
Januar 2015 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Urk.
12/133).
Mit Verfügung vom 3
0.
Oktober 2014 verneinte d
ie Suva zunächst ihre Leistungs
p
flicht für die vom Versicherten
geklagten
, vorderhand rechtsseitigen
Hörbe
schwerden mangel
s eines Kausalzusammenhangs zum Bolzenschuss
(
Urk.
12/13). Dagegen erhob
dieser Einsprache (
Urk.
12/20). A
m 1
8.
März 2015
liess die Suva
das Unfallereignis
von ihrer
Abteilung «Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz»
rekonstruier
en
und
den
Schall
pegel
messen
. Die Ergebnisse wurden in der «Technischen Beurteilung der beruflichen Lärmbelastung» vom 2
0.
März 2015 festgehalten (
Urk.
12/27) und anschliessend
fachärztlich
evaluiert
(
Urk.
12/29).
Hierauf
teilte die Suva dem Versicherten am 2
8.
April 2015 mit, für die nötigen Versicherungsleistungen aufzukommen, da
die Hörschädigung auf
den Un
f
all
zurückzuführen sei
(
Urk.
12/30).
Mit Schreiben vom 1
6.
Dezember 2015
aner
kannt
e
sie
die Schwerhörigkeit als Unfall
im Sinne
des Gesetzes an
und übernahm die Kosten
für die
binaurale
komplexe H
örgeräteversorgung (
Urk.
12/64).
Am
1
8.
August 2016 erlitt der Versicherte einen Hörsturz am linken Ohr, worauf ihm die Ärzte
des Universitätsspitals
Z._
be
i
nun massivem
Hörverlust
beidseits
zuerst
eine volle Arbeitsunfähigkeit und ab 1
0.
Oktober 2016 eine Arbeitsfähigkeit von 20
%
für Büroarbeiten attestierten
(
Urk.
12/95/2-4
, 12/113,
112/115
und 12/120
).
Gestützt auf
die
versicherungsinterne fachärztliche Beur
teilung vom 1
6.
November 2016 (
Urk.
12/143
) verfügte die Suva am 29.
Dezem
ber 2016 die Einstellung der vorübergehenden Leistungen per
31. Dezember 201
6.
Mit derselben Verfügung
sprach sie dem Versicherten eine Integritätsent
schädigung bei einer Integritätseinbusse von 10
%
zu, verneinte indes einen Rentenanspruch (
Urk.
12/151 und 12/47).
Dagegen erhob der Versicherte am
2
5.
Januar 2017
Einsprache
(
Urk.
12/157
)
.
Nach
dem die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, Kosten
gutsprache für das Cochlea-Implantat geleistet hatte
(
Urk.
12/154)
, wurde der Versicherte
im Februar 2017
operiert
(
Urk.
1
Ziff.
11)
.
Im Anschluss daran attes
tierte ihm s
ein Hausarzt
weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
auf der
Baustelle
bzw.
eine solche von 80
%
im Büro
bis Ende Juli 2017
,
danach
noch eine
nicht weiter spezifizierte
Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(
Urk.
12/165
und 3/3
).
Dementsprechend startete
der Versicherte im
August 2017
einen Arbeitsversuch mit einem 50%-Pensum (
Urk.
1
Ziff.
12). In diesem Zusammenhang hatte die IV-Stelle
bereits
mit formloser Mitteilung vom 2
5.
Juli 2017
Kostengutsprache
für ein
sechsmonatige
s
Job-Coaching
ab dem
2.
August 2017
zwecks
Erhalt des Arbeitsplatzes geleistet
(
Urk.
12/169/2 f.)
.
Kurz darauf
wies die Suva die Einsprache des Versicherten
mit Entscheid vom
8.
August 2017
ab (
Urk.
2).
2.
Gegen
d
iesen
Einspracheentscheid
erhob der Versicherte am
1
2.
September 2017
Beschwerde und beantragte sinngemäss dessen Aufhebung sowie die Zuspre
chung der gesetzlichen Leistungen
, gegebenenfalls nach Einholung eines Gerichtsgutachtens zur Frage der Unfallkaus
a
lität
(
Urk.
1
S. 2
und
Ziff.
25; Bei
lagen
Urk.
3/3-5
). Die
Suva
schloss in der Beschwerdeantwort vom 1
8.
Januar 2018
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11
). Es wurde ein zweiter Schriften
wechsel angeordnet (
Urk.
13
). In der Replik vom
5.
Februar 201
8
(
Urk.
11) sowie der Duplik vom
1
5.
März 2018
(
Urk.
18
) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am
1.
Januar 2017 sind die am 2
5.
September 2015 bzw. am
9.
November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfall
versicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten. Indes sieht
Abs.
1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 2
5.
September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem
1.
Januar 2017 ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt werden. Vorliegend finden deshalb die bis 3
1.
Dezember 2016 gültig gewesenen Normen Anwendung und werden in dieser Fassung zitiert.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts
,
ATSG)
, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG
)
.
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person überdies Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet.
Nach
Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integri
tätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog, die Beurteilun
g
von
Dr.
A._
sei mit Blick auf den von
Dr.
B._
und
Dr.
C._
dargelegten
, schon früher ärztlich abgeklärten
Vorzustand
überzeugend
.
Hörschaden und Tinnitus seien vorbe
stehend. Der Hörsturz
links
im August 2016 habe
sich zudem
nachvollziehbar mit dem Watt
e
gefühl im Frühjahr 2016 angekündigt und
keine lärmtraumatische Genese
.
Folglich
sei a
uch
die deswegen indizierte Cochlea-Implantation
nicht
auf das akustische Trauma vom August 2014 zurückzuführen
(
Urk.
2
Ziff.
2;
Urk.
11
Ziff.
7, 9
, 11 und
15)
.
Das
Z._
habe keine
(abweichende)
Kausalitätsbeurteilung vorgenommen (
Urk.
11
Ziff.
1
4
)
. G
emäss
Dr.
D._
sei nur die Schwerhörigkeit mit Tinnitus
rechts
als Schadenfall anzuerkennen
.
Einzig
wegen
der Berufs
prophylaxe habe
sie
e
ine
binaurale
Versorgung empfohlen
(
Urk.
11
Ziff.
13). W
enn
diese
ferner
aufgrund des
«
Spitzenschallpegels
»
eine unfallkausale Ver
schlimmerung des vorbestehenden Hörschadens mit Tinnitus rechts
bejaht habe
,
ergebe sich daraus kein Widerspruch zur Feststellung von Dr.
A._
, welche
die Wahrscheinlichkeit für ein bleibendes akustisches Trauma aufgrund des
«
Schallexpositionspegels
»
als sehr gering
eingeschätzt habe
(
Urk.
11
Ziff.
10
;
Urk.
1
8
Ziff.
5 f.
).
Gemäss den behandelnden Ärzten sei der
Beschwerdeführer
vor dem Hörsturz als Polier wieder
zu 100
%
arbeitsfähig
bzw.
mit der
binauralen
Hörversorgung problemlos integriert gewesen.
Erst die krankheitsursächliche Hörabnahme links habe die Hörsituation massiv verschlechtert.
Ende 2016
hätten
somit
keine
behandlungsbedürftigen
, die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Unfallfolgen mehr vorgelegen
. D
a der Unfall
als leicht zu qualifizieren sei, müsse
zudem
ein adäquater Kausalzusammenhang
zu den
psychischen Störungen verneint werden (
Urk.
2
Ziff.
3
und 6
;
Urk.
11
Ziff.
11 und
17
;
Urk.
14
Ziff.
6
).
Gemäss
Dr.
A._
liege a
ufgrund des schicksalsmässigen Verlaufs der vorbe
stehenden Hörminderung kein entschädigungspflichtiger Integritätsschaden vor.
Der Beschwerdeführer sei vor dem Hörsturz
aufgrund der
Hörgeräteversorgung im Alltag durch seinen Tinnitus nicht schwer belastet gewesen.
Die wohl nicht
geschuldete,
grosszügige
Integritätsentschädigung sei
daher selbst bei Anwen
dung der
Tabelle 13
nicht zu beanstanden
(
Urk.
2
Ziff.
2 und 4
;
Urk.
11
Ziff.
19
).
2.2
Der Beschwerdeführer
machte indes geltend
,
das
Cochlea
-I
mplantat
w
erde
es ihm gemäss
Dr.
E._
erlauben,
(
zumindest teilweise
)
wieder als Polier zu arbeiten.
Seit August 2017 finde ein Arbeitsversuch mit einem 50%-
P
ensum statt.
Auch von
der Behandlung der unfallkausalen
psychischen Beschwerden
sei noch
eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten
.
Weitere Behandlungsmassnahmen seien nicht geprüft worden. Der Fallabschluss sei
zu früh
erfolgt.
Nur weil der Krankenversicherer vorleiste,
würden
i
n den Arztzeugnissen
krankheitsbedingte Beschwerden
erwähnt
(
Urk.
1
Ziff.
12 f
, 40 und 52
;
Urk.
14
Ziff.
7
).
Zwar hätten v
or dem Unfall
gewisse Befunde betreffend
das
Gehör vorgelegen, doch sei er dadurch weder in seiner Arbeitsfähigkeit noch der Kommunikation
oder sonst wie beeinträchtigt gewesen
.
Das vereinzelt aufgetretene Rauschen sei jeweils nach kurzer Zeit wieder abgeklungen. Er sei nie wegen eines Tinnitus
in ärztliche
r
Behandlung gewesen
(
Urk.
1
Ziff.
16
,
29
und 33
;
Urk.
14
Ziff.
1
).
D
as Wattegefühl im linken Ohr
habe er zudem
nur zweimal kurz wahrgenommen
(
Urk.
1
Ziff.
37).
Die Beschwerdegegnerin habe
in
Urk.
12/29
, das heisst mit der Beurteilung von
Dr.
D._
,
die Kausalität zwischen Unfall und dauernder Schwerhörigkeit
bzw.
Tinnitus anerkannt
.
Es sei daher unzutreffend
, dass
ange
sichts der technischen Beurteilung nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit für ein bleibendes akustisches Trauma bestehe
.
D
er Hörverlust
habe
unstrittig erst nach dem Unfall 93
%
betragen. Dass hierfür ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch unfallfremde Ursachen vorlägen, sei von der Beschwerdegegnerin zu bewei
sen
(
Urk.
1
Ziff.
30
;
Urk.
14
Ziff.
3
). Er
selbst
habe nach dem Unfall allgemein
eine zunehmende Hör
minderung festgestellt,
wobei
es
für
i
h
n schwierig
gewesen sei
,
das Verhältnis zwischen
den
Ohr
en
zu beurteilen. Die
ermittelten Werte
wür
den
indes
eine
starke Abnahme der Hörleistung auch für das linke Ohr zeigen (
Urk.
1
Ziff.
31 f.
und 44
).
Für
den höheren
binauralen
Hörverlust
Ende 2016
sei
einzig der Hörsturz links verantwortlich (
Urk.
1
Ziff.
46).
Werde dessen Unfallkausalität verneint,
sei der Hörverlust rechts
zumindest als
Teilursache des na
hezu vollständigen
binauralen
Hörverlusts
z
u sehen
(
Urk.
1
Ziff.
47
;
Urk.
14
Ziff.
6
).
Darüber hinaus
seien
bereits
vor dem Hörsturz
Gespräche mit mehreren Personen
im
Raum
und mit
Umge
bungsgeräuschen
trotz der Hörgeräte
problematisch gewesen.
Diese hätten
den
Lärm
auch
unangenehm verstärkt. Aufgrund der Hörschädigung, des Tinnitus und der psychischen Beschwerden habe er
schon
vor dem Hörsturz
grösste Mühe gehabt, sein A
rbeitspensum aufrechtzuerhalten. Dies sei
im Juli
bzw.
Anfang
August 2016
mit seinem Vorgesetzten
thematisiert
und der Beschwerdegegnerin mitgeteilt worden (
Urk.
1
Ziff.
35 f. und 38 f.
;
Urk.
14
Ziff.
4
).
Die Beschwerdegegnerin habe einerseits sein rechtliches Gehör verletzt,
indem
sie sich
nicht mit seinen
Einwände
n
auseinandergesetzt habe (
Urk.
1
Ziff.
21-23
;
Urk.
14
Ziff.
2
). Anderseits habe sie
mit dem Abstellen auf
Dr.
A._
s Beur
teilung
den Untersuchungsgrundsatz verletzt
.
Diese sei von einem
falschen Sach
verhalt
und falsche
n
medizinischen Annahmen
ausgegangen
, ohne die
«Quellen»
anzugeben
.
Auch f
ehlten
Abklärungen
zum
linken Ohr
und den psychischen Beschwerden
. Darüber
hinaus
widerspreche sich die
Beschwerdegegnerin
selbst
,
zumal
sie
in
Urk.
12/76 von einem
«
bilateralen
»
Hörverlust ausgeg
angen
sei
.
Auch habe das
Z._
die Unfallkausalität weiterhin bejaht, indem es
die Beschwer
degegnerin um Kostengutsprache für das Cochlea-Implantat ersucht habe
(
Urk.
1
Ziff.
24
,
26
, 41
,
44
-46
und 52
).
Es
sei deshalb
mittels Gerichtsgutachten zu klären, inwieweit unfall- oder krankheitsbedingte Folgen vorliegen würden (
Urk.
1
Ziff.
13 und 25).
Zur Rente und Integritätsentschädigung sei nach Fallabschluss Stellung zu neh
men. Es sei aber
festzuhalten
, dass aufgrund des
beidseitigen Hörverlust
s
gestützt auf
die Tabelle 12
eine höhere Entschädigung resultiere
. Zusätzlich seien
bei der
en
Bemessung der als schwer beurteilte Tinnitus gemäss Tabelle 13
mit 10
%
und die psychischen Folgen zu berücksichtigen (
Urk.
1
Ziff.
56 f.).
3.
3.1
U
nter diversen Gesichtspunkten
strittig ist demnach
der Kausalzusammenhang zwischen dem
(anerkannten) Unfallereignis
im August 2014 sowie den vom Beschwerdeführer Ende 2016 geklagten Beschwerden
(
beidseitiger
Hörverlust,
beidseitiger
Tinnitus, psychisches Leiden)
.
Konkret sind in
medizinischer Hinsicht
(1)
die Ursache des Hörsturzes i
m linken Ohr
sowie (2) das Ausmass und die
hypothetische
Entwicklung
(ohne
Unfallereignis
)
des Vorzustandes i
m rechten Ohr strittig.
Bei
der rechtlichen Würdigung sind sich die Parteien uneinig,
(3) ob die psychischen Beschwerden eine adäquate Unfallfolge darstellen
und
(4) ob bzw.
inwieweit die
später hinzugetretene
Beeinträchtigung
des
linken Ohr
s
eine Leistungspflicht
der Beschwerdegegnerin
zu begründen vermag
,
falls
kein Zusammenhang zwischen dieser und dem Knalltrauma
besteht
.
3.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusam
menhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
Anders verhält es sich
bei einer schadens
auslösenden traumatischen Einwirkung
, wenn
diese
nur Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ein gegenwärtiges Risiko, mit dessen Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, manifest werden lässt, ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige Bedeutung anzunehmen
.
Nach dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusam
menhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen
; Urteil des Bundesgerichts 8C_337/2016 E.
7.
Juli 2016 E. 4.1
).
Dies bedeutet allerdings nicht, dass der Unfallversicherer, soweit der Unfall nur als Teilursache zu qualifizieren ist,
die
gesetzlichen Leistungen
stets ungekürzt
zu erbringen hätte, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen.
Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber das Gericht nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusam
menhangs genügt nicht für die Begründung eines Leistungs
anspruches (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
3.
3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995).
Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss ebenfalls mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein
(RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nun
mehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die Beweislast anders als bei der Frage nach dem leistungsbegründenden natürlichen Kausalzusammenhang nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallver
sicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spät
folgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesge
richts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
3.
4
Die Adäquanz spielt als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 138 V 248
E. 4 S. 250 f. mit Hinweisen). Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfall
folgen kann somit erst gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei ange
wendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1; 134 V 109 E. 7 ff.; vgl. auch BGE 117 V 359 E. 5).
Anders verhält es sich bei natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier ist bei der Adäquanzprüfung vom augen
fälligen Geschehensablauf auszugehen, wobei zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischenliegenden mittleren Bereich unterschieden wird, und es sind je nach
dem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. Bei psychischen Fehlent
wicklungen nach Unfall werden diese Adäquanzkriterien unter Ausschluss psy
chischer Aspekte geprüft (sog. Psycho-Praxis; BGE 115 V 133
; zum Ganzen
140 V 356 E. 3.2
)
. Die
Prüfung
ist dementsprechend
in jenem Zeitpunkt vorzunehmen
ist
, in dem von der Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheits
zustandes mehr erwartet werden kann (
Art.
19
Abs.
1 UVG;
Urteil
des Bundesge
richts
8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Bei einem Tinnitus, der sich keiner organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolge zuordnen lässt, kann der adäquate Kausalzusammenhang nicht ohne besondere Prüfung bejaht werden (BGE 138 V 248). In diesen Fällen kommt - abhängig von den festgestellten Beschwerden - die
Schleudertraumapraxis
(BGE 134 V 109), welche auch bei Schädelhirntraumata anwendbar ist (BGE 117 V 369), oder die
sogenannte Psycho
-P
raxis (BGE 115 V 133) zur Anwendu
ng
. Bei der Prüfung der Kriterien nach
BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
sind dabei
alleine die physi
schen Folgen zu berücksichtigen
, nicht aber die psychischen
(
vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_241/2014 vom
8.
Juli 2014 E. 4.2). Ein i
n
audiometrischen Messungen
nach
gewiesener H
örverlust
stellt nac
h Auffassung des Bundesgerichts
kein
e
organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolge dar
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_96/2015 vom 1
9.
Mai 2015 E. 3.4
).
3.
5
Vorausgesetzt,
der
adäquate Kausalzusammenhang
ist gegeben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_896/2011 vom 2
3.
April 2012 E. 3.2
),
gilt es d
as Zusammen
treffen
mit anderen Schadensursache
n
zu prüfen.
Art.
36 UVG geht von de
r Annahme
aus
,
dass nicht bloss ein Unfall, sondern zusammen mit ihm auch andere (unfallfremde) Faktoren eine bestimmte
«
Gesundheitsschädigung
»
bewir
ken können
.
Die Gesundheitsschädigung
stellt
in diesem Sinne
den Oberbegriff zu Krankheit und Unfall dar.
Entsprechend dem Grundsatz, wonach die Unfallversicherung nur für die Folgen von Unfällen aufzukommen hat, sieht
Art.
36
Abs.
2 Satz 1 UVG bei Invaliden
renten
und Integrationsentschädigung
en
eine
«
angemessene
»
Leistungskürzung bei Einwirkung unfallfremder Faktoren vor.
Nur f
ür
die
Invalidenrente wird dieses Kausalitätsprinzip in
Satz 2
abgeschwächt:
Gesundheitsschädigungen vor dem Unfall, die zu keiner Verminderung der Erwerbsfähigkeit geführt haben, werden nicht b
erücksichtigt.
In BGE 121 V 326 E. 3b befasste sich das Bundes
gericht eingehend mit dem Begriff der Erwer
bsunfähigkeit. Es stellte sinngemäss
fest
, dass eine
kurze Arbeits
un
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit nicht
genüge
. N
ur eine Gesundheitsschädigung mit invalidisierendem Charakter, die bereits zuvor
ein erhebliches Unvermögen zur Folge gehabt habe,
die
verbliebene
Arbeitsfähigkeit
in zumutbarer Weise
auf
dem
ausgeglichen
en
Arbeitsmarkt
wirt
schaftlich
zu verwerten, vermöge eine Rentenkürzung zu rechtfertigen.
Durch
brochen wird
das
Kausalitätsprinzip
sodann
in
Art.
36
Abs.
1 UVG
. Danach
hat der aktuelle Unfallversicherer für d
ie
Pflegeleistungen
, Taggelder
und Kostenver
gütungen
,
worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen,
ohne Einschränkung allein aufzukommen.
So gesehen hat er systemwidrig auch bei einem geringen Kausalitätsanteil am Gesamtschaden für den gesamten Gesundheitsschaden aufzukommen und Funktionen der Krankenversicherung zu übernehmen
(
vgl.
BGE 113 V 132 E. 5a;
Urteil
e des Bundesgerichts 8C_172/2018 vom
4.
Juni 2018 E.
4.4.2 und
8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2)
.
Die Anwendung von
Art.
36 UVG
setzt
indes
voraus
, dass der Unfall und
das nicht versicherte Ereignis
derart zusammenwirken, dass von einer gemeinsamen Verursachung des Gesundheitsschadens zu sprechen ist. Keine gemeinsame Ver
ursachung liegt vor und die Bestimmung ist daher nicht anwendbar, wenn die beiden Einwirkungen einander nicht beeinflussende Schäden verursacht haben, so etwa wenn der Unfall und
das versicherte Ereignis
verschiedene Körperteile betreffen und sich damit die Krankheitsbilder nicht überschneiden
.
Diesfalls
sind die Folgen des versicherten Unfalles für sich allein zu bewer
ten
(BGE 126 V 116 E. 3a; 121 V 326 E. 3
; 113 V 132 E. 5a; Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_816/2009 vom 2
1.
Mai 2009 E. 4.2
und 8C_172/2018 vom
4.
Juni 2018 E. 4.4.2
).
Als selb
ständige Gesundheitsschädigung
en
gelten insbesondere somatische Befunde und psychische Störung
en
nach einem Unfall
,
obschon sie in einem inneren Zusam
menhang stehen
. Das Ergebnis der getrennten Adäquanzprüfung soll aber nicht nachträglich umgangen werden
(
vgl.
BGE 126 V 116).
Zusammenfassend wird das Kaus
alitätsprinzip
also
lediglich in
den
Fälle
n durchbrochen
, in denen ein Gesundheitsschaden durch konkurrierende
teils unfallbedingte, teils unfallfremde
Ursachen bewirkt wurde.
K
eine Leistungspflicht
besteht
für vorbestehende oder nach dem Unfall aufgetretene (interkurrente) Krankheiten, auf
di
e der Unfall überhaupt keinen Einfluss
ausgeübt hat
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts U 344/01 vom 1
1.
September 2002 E. 2).
3.
6
3.6.1
Es
interessiert
somit
als Grundsatzfrage
, ob es sich bei
den
Beschwerden
im linken und i
m rechten Ohr
, die
z.T.
separat
audiometrisch
gemessen werden können,
um
zwei
selbständige Gesundheitsschädigungen oder eine gemeinsam verursachte Gesundheitsschädigung
handelt
.
Damit
befasst sich
Art.
29 UVV
.
Dieser
regelt die Invaliditätsbemessung
bei Invalidenrenten infolge
Verlust
s
bestimmter
paariger Organe und zwar von
Augen, Ohren und Ni
eren
(
Abs.
1). B
eim Verlust eines
solchen
infolge eines versicherten Unfalles
wird
der
Invaliditätsgrad ohne Berücksichtigung des Risikos eines Verlustes des andern
Organs bestimmt
(
Abs.
2)
.
Ist
nur der erste oder der zweite Verlust eines paarigen Organs nach dem Gesetz
versichert, so wird bei Verlust des zweiten Organs der Invaliditätsgrad nach dem
Gesamtschaden bestimmt und der Versicherer ist dafür leistungspflich
tig. Leistungen
einer Unfall- oder Krankenversicherung oder eines Haftpflichtigen für den
nichtversicherten Verlust eines paarigen Organs werden angerechnet.
Stehen solche Leistungen noch aus, so muss der Versicherte seine Ansprüche an den
leistungspf
lichtigen Versicherer abtreten (
Abs.
3
)
.
3.6.2
Peter
O
mlin
vertr
itt
d
ie Auffassung,
es
handle sich
hierbei
um eine Privilegierung bestimmter Schadensbilder, deren Grund klar und verständlich sei. Die paarigen Organe erfüllten gemeinsam eine einzige Funktion
. D
ie Folgen eines Augenver
lusts sei
en
überproportional grösser und nicht
kompensierbar
, wenn bereits die Funktion des Partnerorgans verloren sei.
Es bedürfe jedoch
keiner langen Aus
führungen, dass sich dieser Effekt nicht auf die drei genannten Organe b
egrenze, sondern
z.B.
bei einer Arm- oder Handamputation ebenso auftrete. Soweit
Art.
29
Abs.
3 UVV daher eine eventuelle Kürzung nach
Art.
36
Abs.
2 UVG ausschliesse, führe
er
zu einer Rechtsungleichheit und sei
gesetzeswidrig.
Die
Haftungsaus
dehnung
finde
in der Delegationsnorm
alt
Art
.
18
Abs.
3 UVG
keine Stütze und widerspreche
Art.
36
Abs.
2 UVG, der keine Ausnahmen für be
stimmte Schädi
gungen vorbehalte (Peter
Omlin
, D
ie Invalidität in der obligatorischen Unfallver
siche
rung, Freiburger
Diss
. 1995, S.
139 f. und 145 f.
;
zur genannten Delega
tionsnorm ferner
BGE 113 V 132 E. 4a.).
Die Überlegungen von
Omlin
bedürften im Falle der Festsetzung einer Rente wohl trotz Neufassung der Delegationsnorm
in
Art.
18
Abs.
2 UVG
einer näheren
Prü
fung. So rüttelt
Art.
29
Abs.
3 UVV
etwa
i
m Vergleich zum auf die gleiche Dele
gationsnorm
gestützten
Art.
28
Abs.
4 UVV, der mit dem Alter eine nicht unter den Begriff der Gesundheitsschädigung fallende Ursache bei der Invaliditätsbe
messung in zulässiger Weise ausklammert (BGE 122 V 426), mehr an den in Art. 36
Abs.
2 UVG verankerten Grundprinzipien.
Vorderhand interessiert aber nur, ob bei zwei geschädigten Ohren von einer gemeinsamen Schadensverur
sachung auszugeh
en ist.
Dies wird
auch
von
Omlin
befürwortet, der den Gesamt
schaden durch paarige Organe unter
Art.
36
Abs.
2 UVG subsumiert. Er spricht sich bezüglich der gemeinsam ver
ur
sachten Gesundheits
schädigung sogar expli
zit
gegen eine enge medizinische Betrachtungsweise und für eine
Anknüpfung an die Auswirkungen
in Anlehnung an
Art.
29 UVV
aus.
Dazu
merkte er
im Jahr 1995
an, dass die Verwaltungspraxis
in der Regel auf die für den Versicherten vorteilhaftere funktionale Trennbarkeit abstelle, weshalb eine einschlägige Recht
sprechung fehle (vgl.
Omlin
, a.a.O., S. 128 f.).
Darüber hinaus
hielt er dafür,
bezüglich
der Frage, wann der Unfallversicherer für die spätere Verschlimmerung von Unfallfolgen durch ein nichtversichertes Ereignis einzustehen habe,
sei
nicht allein auf die Vergrösserung der gesundheitlichen Folgen abzustellen, sondern
seien
allenfalls auch allein die grösseren erwerblichen Auswirkungen genügen zu lassen. Die Rechtsprechung bezeichnete er
damals
als eher restriktiv, aber nicht eindeutig, zumal das Bundesgericht keinen Fall entschieden habe, bei dem einzig grössere erwerbliche Auswirkungen zur Diskussion gestanden hätten (vgl.
Omlin
, a.a.O., S. 144 f.).
Die Rechtsprechung des Bundesgerichts in diesem Bereich ist weiterhin spärlich und soweit ersichtlich besteht kein einschlägiger Entscheid bezüglich paariger Organe. Dennoch bleibt
zu bezweifeln, dass das Bundesgericht es entsprechend
dem
von
Omlin
gewählten Be
ispiel
für die gemeinsame
Schadensverursachung
genügen lässt, dass Unfall und Krankheit an zwei verschiedenen Knien die Steh- und Gehfähigkeit und damit
verbunden
die Erwerbsfähigkeit gemeinsam wesent
lich mehr einschränken, als nur ein
geschädigtes
Knie allein (vgl. Urteil des Bun
desgericht 8C_172/2018 vom
4.
Juni 2018 E. 4.4.3 implizit). Dies ändert aber nichts an der speziellen Situation
d
er paarige
n
Organe Ohren, Augen und Nieren, bei denen die bedeutsamen gesundheitlichen und erwerblichen Auswirkungen in aller Regel erst beim Verlust des zweiten Organs eintreten.
3.6.3
Im Übrigen war es
früher
ein unbestrittene
r
und in der Praxis berücksichtigte
r
Grundsatz, dass die Unfallversicherung, haftet sie für den Ausfall des erstgeschä
digten paarigen Organs, auch für das Risiko des Verlustes des anderen paarigen Organs einzustehen hat.
Als Grund hierfür nannte das Bundesgericht in
BGE 98 V 166 E.
2
wiederum
die Gefahr
b
ei Verlust oder Funktions
un
tü
chtigkeit eines paarigen Organs
, dass wesentlich schwerere Auswirkungen eintreten würden, wenn auch das andere geschädigt
würde
oder verloren
ginge.
Dieses Risiko, das sich realisieren konnte oder nicht, wurde
bei der Invalidenrente
miteinkalkuliert
.
Mit
Art.
29 UVV wurde
später
die Regelung
gemäss
alt
Art
.
25
Abs.
4 des
Bun
desgesetz
es
über die Militärversicherung (MVG)
übernommen
,
die
eine Haftung erst bei Verwirklichung dieses Risikos
vorsah
(heute:
Art.
4
Abs.
3 MVG).
3.6.4
E
s erscheint daher
gerechtfertigt,
so
fern
am einen Ohr unfallbedingte und am zweiten Ohr krankheitsbedingte Hörbeschwerden
ausgewiesen sind,
von einem gemeinsam verursachten Hörschaden (Hörfähigkeit) im Sinne von Art. 36 UVG auszugehen und den Unfall als teilursächlich anzusehen.
4.
4
.1
Zur Beurteilung der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsansprüche bedarf es alsdann verlässlicher medizinischer Entscheidungsgrundlagen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf 125 V 351 E. 3b/
bb
). Anspruch auf ein Gerichtsgutachten besteht rechtsprechungsgemäss, wenn die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren in rechtserheblichen Punk
ten nicht ausreichend beweiswertig s
ind (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.5).
4.2
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt nach der Recht
sprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
mit Hinweis). Allerdings kommt diesen praxisgemäss dennoch nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gericht
lichen oder vom Versicherungsträger im Verfahren nach
Art.
44 ATSG veranlass
ten Gutachten eines unabhängigen Sachverständigen. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärzt
lichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2 und 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/2016 vom
9.
Dezember 2016 E. 2.4; vgl. zum Ganzen Urteil des Bundes
gerichts 8C_474/2016 vom 2
3.
Januar 2017 E. 2.3-4).
5.
5
.
1
Mit Schreiben vom 2
8.
August 2014
über
wies der Hausarzt
Dr.
med.
G._
,
Allgemeinmediziner
,
den Beschwerdeführer
zeitnah zum Unfallereignis
an
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten
(HNO).
Der Hausa
rzt hatte aufgrund der seither g
eklagten Beschwerden (
deutliche Hör
minderung rechts
,
ausgeprägte
r
Tinn
i
tus
) in
Rücksprache mit dem
Z._
eine
mehrtägige
Steroid-Therapie angeordnet, ohne dass eine
B
esserung eingetreten
war
(
Urk.
12/15).
5.2
Dr.
B._
wies
im Bericht vom
1.
September 2014
vorab auf einen krankhaften Vorzustand hin
:
E
s bestünden seit einigen Jahren ein rechtsbetonter Tinnitus und eine Gehörsverminderung.
Ferner erwähnte
er
, dass a
nfangs des Jahres
e
ine
oto-rhino-laryngologische
Abklärung
durch
Dr.
H._
erfolgt
sei. Über
die konkre
ten Ergebnisse jener Abklärung
berichtete er nicht
.
Weiter erläuterte
Dr.
B._
, a
ufgrund
des Unfallereignisses
habe sich der Tinnitus verstärkt. Die
hierauf
empfohlene
Prednisontherapie
sei nicht durchgeführt worden.
D
as Reintonau
diogramm
zeige eine Hochtonperzeptionsstörung bis 70
Dezibel (dB)
links; rechts verlaufe die Hörschwe
lle
perzeptionsbedingt
um
60-70 dB mit Hochtonabfall auf über 100 dB.
Es liege somit
eine vorbestehende Perzeptionsschwerhörigkeit mit unklarer Schwellenasymmetrie zu Ungunsten der rechten Seite vor. Der Tinnitus dürf
t
e im Rahmen der Störung zu sehen se
in und sei aktuell kompensiert
(
Urk.
12/2
/1
).
Es fällt somit auf
, dass
Dr.
B._
keinen Zusammenhang zwischen dem Unfall
ereignis und dem
von ihm im
Tonaudiogramm festge
haltenen
Hörverlust gemäss Tabelle des Council
of
Physical
Therapie-American Medical-
Association
(CPT-AMA-Tabelle) vo
n 24
%
links und 75,9
%
rechts (
Urk.
12/2/2) herstellte.
Ob bzw. inwiefern
ihn
bekannte
frühere
Abklärungsergebnisse zu dieser Annahme veran
lassten
, lässt sich anhand der Akten nicht
erurieren
.
5.3
Am 2
6.
November 2014
präzisierte
PD
Dr.
med.
C._
, HNO-Facharzt, der Beschwerdeführer
habe
sei
t
ca. 10 Jahren ein hochfrequentes, pfeifende
s Ohrge
räusch rechts.
Ebenfalls
erwähnte er in seinem Bericht
eine Zunahme der Hörbe
schwerden
einzig
am rechten Ohr.
Im
Reinton
audio
gramm
mass
Dr.
C._
eine Schallempfindungsschwerhörigkeit beidseits, die
er
rechts
als
hochgradig und links
als
leichtgradig
einstufte. Dazu erläuterte er, d
er Hörverlust
nach CPT-AMA
-Tabelle
betrag
e
rechts 78
%
und lin
ks 24,2
%.
D
er Tinnitus rechts sei nicht
maskierbar
. Die Unbehaglichkeitsschwelle sei rechts bis auf 85 dB, links bis auf 80 dB abgesunken.
Er schlussfolgerte
, der seit 10 Jahren wahrscheinlich durch eine Schwerhörigkeit bestehende rechtsseitige Tinnitus sei durch das
Knalltrauma
verschlechtert worden.
Seitdem bestehe auch die hoch
gradige S
chwerhörigkeit rechts. Im Übrigen erachtete
Dr.
C._
eine Hörgeräteversorgung zumindest für das rechte Ohr als indiziert. Evaluiert werden könnten eine
binaurale
Versor
gung sowie die Kombination mit einem Rauschgenerator. Er empfehle eine Medikation mit
Symfona
forte sowie in der Musik-/Hörtherapie auch auf die
Hyperakusis
einzugehen (
Urk.
12/20/5 f.).
D
amit mass
Dr.
C._
dem
Unfallereignis
als Ursache der Hörbeschwerden
einen wesentli
ch höheren Stellenwert bei als
Dr.
B._
, obschon
die Ergebnisse der audiometrischen Messungen ähnlich aus
fielen
und
beide über keine
näheren
Angaben zur
mit dem Unfallereignis verbundenen Schallimmission
verfügten
.
Wie dargelegt offen ist die Frage nach entscheidenden Zusatzinformationen von
Dr.
B._
aus früheren Untersuchungen
.
5.
4
5.4.1
In
der
Stellungnahme vom 2
3.
Februar 2015
führte
die
versicherungsinterne HNO-Fachärztin
Dr.
med.
D._
aus
, der Beschwerdeführer
sei
bis zum Jahr 2000 während 19 Jahren einem durchschnittlichen Lärmbelastungspegel von 86 dB ausgesetzt gewesen.
Ein erstes
Reintonaudiogramm
4 Jahre danach habe einen
Hörverlust nach CPT-AMA von 10,
7
%
rechts
und 4
%
links gezeigt
. Im Laufe der Jahre könne verfolgt werden, dass sich das Gehör rechtsseitig stark ver
schlechtert habe.
Der Hörverlust nach CPT-AMA habe rechts i
m Jahr 2009 27
% und nach dem akustischen Ereignis 76
%
betragen. Dazwischen
lägen
keine audiologischen Daten vor
(vgl. auch
Urk.
12/7-9)
.
Sodann ersuchte
sie
aufgrund der von
Dr.
C._
empfohlenen Massnahmen
um
eine
physikalische
Einzel
ereignis-Beurteilung des akustischen Traumas
(
Urk.
12/26).
5.4.2
Gemäss
der
«Technischen Beurteilung der beruflichen Lärmbelastung»
vom 20.
März 2015 wurden bei der Rekonstruktion des Schadensereignisses
ein
Spit
zenschallpegel
L
peak
von 135 bis 145 dB
(C)
u
nd ein
Schallexpositionspegel L
E
von 115 bis 125 dB (A) gemessen.
Der
Wertebereich müsse
aufgrund gewisser
Unsicherheiten
rela
tiv gross angegeben werden. So sei d
as verwendete Gerät
nicht
bekannt,
die Distanz von
2 m
sei
geschätzt
und der halb geschlossene Raum, in dem sich der Unfall ereignet habe, könne
nicht exakt nachgestellt werden
(
Urk.
12/27).
5.4.3
Daraus
schlussfolgerte
Dr.
D._
am
8.
April 2015
,
die Kriterien für den Impuls
lärm
seien
erfüllt, so dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Tinnitus
rechtsseitig
sowie
der hochgradigen Schwerhörigkeit rechtsseitig
und dem Unfallereignis hergestellt werde
n
könne. Die
se
könnten
als Schadenfall anerkannt
werden. Z
u
l
asten des Unfallereignisses des rechten Ohres könnten
die Kosten
der
Hörgeräteversorgung
übernommen werden
. Wegen der Berufsunfallprophylaxe empfehle sie eine
binaurale
Versor
gung.
A
ufgrund
des im Jahr 2004
festgestellten Hörverlust
s
liege
kein
e
berufs
lärmbedingte Hörschädigung vor (
Urk.
12/29).
5.4.4
Die
Beurteilung von
Dr.
D._
ist
unstrittig
,
soweit
sie
eine Berufskrankheit
aus
schloss.
Die
Bejahung einer überwiegend wahrscheinlichen (natürlichen) Kausa
lität
steht
alsdann
insofern
im Einklang mit den von der Beschwerdegegnerin
publizierten akustischen Grenz- und Richtwerten
,
als bei einem Schalldruckspit
zenpegel von
L
Peak
≥
135 dB (C) in Kombination mit einem Schallexpositionspegel von L
E
≥
120 dB (A)
ein Gehörschutz am Arbeitsplatz obligatorisch
ist
(
vgl.
https://www.suva.ch/material/dokumentationen/aku
stische%20grenz%20und%20richtwerte
)
. Indes finden sich in der medizinischen Lite
ratur Hinweise darauf, dass ein akustisches Trauma erst ab einer Schalldruckwelle von mindestens 150 dB (C) anzunehmen ist (z.B. Berghaus
/
Rettinger
/
Böhme, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, 1996,
S. 177 ff
.
,
https://www.apotheken-umschau.de/Knalltrauma
).
Ferner
erkannte
Dr.
D._
nur die Beschwerden am
rechten
Ohr als unfallbedingt an, während
der Beschwerdeführer zutreffend vor
brachte
, dass nach der Aktenlage auch
linksseitig
erstmals nach dem Unfallereig
nis ein massiver Hörverlust gemessen wurde
.
Darüber hinaus stellte
sie zutreffend
fest
, dass audiologische Daten
nach dem Jahr 2009 fehlten, ohne sich näher nach den von
Dr.
B._
erwähnten Abklärungen bei
Dr.
H._
zu erkundigen.
Zusammenfassend ist deshalb
festzustellen
, da
ss
Dr.
D._
weder
den Vorzu
stand weiter
abklärte
,
noch
unter
Erläuterung wissenschaftlicher Gesichtspunkte und
Einbezug
des Vorzustandes
sowie des
Verlaufs der Hörbeschwerden beidseits
nachvollziehbar
darlegte, weshalb sie
gestützt auf die
technischen Daten
von
einer
durch
ein
Knalltrauma verursachten
, dauerhaften rechtsseitigen
Schädigung des Gehörs
a
usging.
5.
5
5.5.1
D
er
Hörgeräte-Erstexpertise
des
Z._
vom 1
1.
November 2015
sowie der
dazuge
hörigen Verordnung
ist
zu entnehmen,
der Beschwerdeführer habe nach dem Unfall
vom 1
8.
August 2014
einen starken Tinnitus
und
eine Schwerhörigkeit auf der rechten Seite bemerkt.
Das im
September 2014
durchgeführte Kopf-
CT
sei
normal ausgefallen.
Es
zeige sich rechts eine mittel- bis hochgradig
e
senso
rineurale
,
hochtonbetonte Schwerhörigkeit
mit einem
Tonh
örverlust nach CPT
-AMA-Tabelle
von
95
[recte: 93]
%
. Links zeige sich eine leicht- bis mittelgradige
senorineurale
,
hochtonbetonte Schwerhörigkeit mit einem
Tonh
örverlust nach CPT
-AMA-Tabelle
von 53
%
.
Der
binaurale
Hörverlust betrage damit
74
%
.
Auf
grund des Sprachaudiogrammes resultiere ein Sozialindex von rechts 100
%
und links 50 %.
Die Leitende Ärztin KD
Dr.
med.
E._
betonte
dabei
,
d
as Audio
gramm sei
«
für eine alleinige akute Lärmschädigung nicht typisch
»
.
Weiter führte sie aus, d
e
r
Beschwerdeführer
leide
an
einem
starke
n
chronischen rechtsseit
i
gen Tinnitus
, der
ihn
im Alltag sehr störe.
Damit seien die
Voraussetzungen
für eine monaurale Standardversorgung
erfüllt
(
Urk.
12/5
8 f.
).
Gemäss
der
Schlussexpertise vom 1
2.
April 2016
berichtete der
Beschwerdefüh
rer
,
mit den
nun
angepassten
Hörgeräten deutlich besser zu hören
(vgl. auch
Urk.
12/77/3)
.
Ein guter Hörgewinn konnte
ferner in den
apparativen Unter
suchungen
bestätig
t werden
(
Urk.
12/77/1
).
5.5.2
Infolgedessen hielt
Dr.
D._
am
2
3.
Mai 2016
fest
, die Anpassung
der Hörge
räte
sei
subjektiv und objektiv erfo
lgreich abgeschlossen
.
Die
Kosten
der
binaura
len
komplexen
Versorgung
seien
zu übernehmen.
Zudem sei a
ufgrund des hoch
gradigen rechtsseitigen Hörschadens gestützt auf Tabelle 12 eine
Integritäts
e
ntschädigung von 10
%
geschuldet. Der Fall könne
damit
abgeschlossen werden (
Urk.
12/80
und 12/83/2
).
Die Kausalitätsfrage rollte
Dr.
D._
demnach
trotz Verschlechterung der Hör
leistung auf beiden Seiten im
vorangegangenen
Jahr und trotz Hinweis von
Dr.
E._
auf das zumindest für ein alleiniges akustisches Trauma untypische Audiogramm nicht mehr auf.
Überdies machte sie keine Angaben dazu, ob bzw. inwiefern der Vorzustand zu einer Kürzung der Integritätsentschädigung führte.
5.5.3
Hierauf konstatierte
Dr.
von
G._
im
Bericht vom
5.
Juni 2016
ebenfalls
eine stabile
,
nicht mehr besserungsfähig
e
Situation bezüglich der Hörminderung und des Tinn
i
tus.
Bei ausgewiesenem audiologische
m
Gehörschaden
vertrat er
indes
die Auffassung,
de
r geschilderte schwere Tinnitus
sei
gemäss Tabel
le 13 mit 10 % zu entschädigen
(Urk.
12/85).
Ihm folgend bestätigte
Dr.
D._
a
m
4.
Juli 2016
die
Integritätsentschädigung von 10
%
gemäss Tabelle 12 für die Schädigung des Gehörs
und stellte
darüber hinaus
fest
,
aus den Unterlagen ergebe sich, dass
der Beschwerdeführer
durch den Tinnitus doch beeinträchtigt
sei
.
Dieser könne nun, mithin zwei Jahre nach dem Unfall beurteilt werden. Es
sei eine weitere Abklärung
im
Z._
nötig, um über eine allfällige Entschädigung nach Tabelle 13 zu entscheiden (
Urk.
12/89).
5.6
5.6.1
Am 1
8.
August 2016
erlitt der Beschwerdeführer einen Hörsturz am linken Ohr. Das
Reintonaudiogramm vom
2
2.
August 2016
zeigte
eine
n
Hörverlust nach CPT-AMA-Tabelle
von 91
%
rechts und 85
%
links (
Urk.
12/95).
Gemäss
dazugehöri
gem
B
ericht
des
Z._
lag
nun
eine
schwergradige
pantonale
sensorineurale
Hör
minderung beidseits vor. Der Beschwerd
eführer habe
im Februar dreimal
für ein bis zwei Stunden
ein Watte
g
efühl im linken Ohr gehabt
.
In der letzten Woche sei
es gleich
gewesen
, doch sei das Gefühl
nicht mehr weggegangen. Der Tinnitus sei im ganzen Kopf bzw. auch
lauter geworden (
Urk.
12/115).
5.6.2
Am
4.
Oktober 2016
beantwortete das
Z._
,
basierend auf
de
r
Untersuch
ung
vom 30. September 2016, die Fragen von
Dr.
D._
zu
r
Integritäts
einbusse
.
Es handle
sich um einen kontinuierlich lauten bilateralen Tinnitus, der durch Umgebungs
geräusche nicht maskiert
werde
. Der Beschwerdeführer sei dadurch im Alltag ein
ge
schränkt, wache nachts teilweise auf und
berichte
über einen sozialen Rück
zug wegen der Geräuschempfindlichkeit. Im Fragebogen nach Hiller und Göbel
erreiche er
68 von 84 möglichen Punkten, was einem sehr schweren Tinnitus, Grad 4, entspreche. Der Tinnitus sei audiometrisch bei 1 Kilohertz (kHz) mit einer Lautstärke von 95 dB gemessen worden. Die Unbehaglichkeitsschwelle liege links bei 80 dB und rechts zwischen 100 und 110 dB (
Urk.
12/123/1-2).
Ergänzend
ergibt sich aus
dem Bericht gleichen Datums zuhanden des Hausarztes, der bilaterale Tinnitus
bestehe
sei
t
dem Knalltrauma vor zwei Jahren und
sei
auf der linken Seite seit dem Hörsturz im August 2016
exazerbiert
. Kopfschmerzen bestünden keine.
Eine günstige Beeinflussung
durch ein
e
Cochlea-Implantat
ion
sei denkbar,
aber
nicht vora
usz
usagen.
Noch mehr als der Tinnitus belaste
den Versicherten
die faktische Arbeitslosigkeit
(
Urk.
12/123/3 f.).
5.6.3
Es fällt auf
, dass
die Berichte
einerseits
keine Auskunft über
den Schweregrad des Tinnitus
vor dem Hörsturz
geben
, der zu einer Exazerbation führte
.
Andererseits
wurde auf die Möglichkeit hingewiesen, dass sich dieser
durch
eine
Cochlea-Implantation
,
wie sie inzwischen
tatsächlich
erfolgt ist
,
verbessern könnte.
5.
7
Am
1.
November 2016
ersuchte
Dr.
E._
die
Beschwerdegegnerin
um Kosten
ü
bernahme
für eine Cochlea-Implantation.
Sie
diagnostizierte
(1)
eine an Taubheit grenzende,
sensorineurale
Schwerhörigkeit rechts bei einem Status nach einem akust
ischen Trauma am 1
8.
August 2014,
(2)
eine hochgradige,
senso
rineurale
Schwerhörigkeit links bei einem Status nach Hörsturz am 1
8.
August 2016 sowie (3) einen sehr schweren Tinnitus beidseits.
Dazu erörterte sie den Befund vom 3
1.
Augus
t 201
6.
Damals
lag die Hörschwelle rechts zwischen
70 und 100 dB, links zwischen 50 und 65 dB. Der Hörverlust
nach
CPT
-AMA-Tabelle
betrug rechts 92
%
und links 91
[recte: 71]
%
.
Es resultierte zudem
ein Hörverlust gemäss S
ozialindex beidseits von 100
%
.
Zur Begründung ihres Antrags führte
Dr.
E._
aus
, am
rechten Ohr bestehe seit einem akustischen Trauma im Jahr 2014 eine hochgradige Schwerhörigkeit. Es sei deswegen eine Hörgeräte-Versor
gung
erfolgt
. Im August
2016
sei es zu einem Hörsturze
reignis am linken Ohr gekommen.
Trotz
Dexamethason
-Behandl
ung erhole sich das Gehör nicht.
Obschon die
bisher
igen
Hörgeräte nachgestellt worden
seien, b
emerke der Beschwerdeführer im Alltag grosse Mühe, einem Gespräch
zu
folgen. Telefoni
eren sei ihm kaum mehr möglich.
Zudem sei aus Sicherheits
gründen
auch
die
Arbeits
fähigkeit als Polier auf der Baustelle
nicht
gegeben.
Teilweise
könnte
er
im Büro tätig sei.
Da die
Hörgeräte
-Versorgung am rechten Ohr ohne wesentlichen Nutzen sei
und
sich
das Gehör am
Gegenohr
deutlich
verschlechtert habe, sei die audio
logische Indikation zur Cochlea-Implantation klar gegeben.
Das
MRI
zeige
unauffällige anatomische V
erhältnisse
(
Urk.
12/121/1 f.;
ähnlich
Urk.
12/123/3 f.
; vgl. ferner
12/121/6 und 12/117).
Das Gesuch belegt
somit
eine rapide Verschlechterung des linken Gehörs in den ersten Wochen nach dem Hörsturz.
In Anbetracht d
er
gestellten
Diagnosen (Sta
tus nach einem Knalltraum
a
nur beim rechten Ohr) und der Begründung des Gesuchs (Verschlechterung des Gegenohrs)
besteht
allerdings
kein Anlass zur Annahme,
Dr.
E._
bejahe einen
natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Hörsturz am linken Ohr und dem Unfallereignis.
5.8
5.8.1
Schliesslich
prüfte a
m 1
6.
November 2016 die versicherungsinterne HNO-Ärztin
Dr.
med.
A._
die Kostenübernahme für eine Cochlea
-Implantation
und wür
digte hierbei die medizinischen Unterlagen umfassend
.
Sie hielt
f
est,
seit Jahren
vorbestehend
sei
ein bekannter
asymmetrischer Hörverlust zu Ungunsten der rechten Seite. Dieser sei
–
mit
Verweis auf die
prophylaktischen
Messungen
–
nicht typisch für eine Berufskrankheit, ohne dass der Beschwerdeführer als Polier einem chronisch gehörschädigenden Belastungspegel ausgesetzt gewesen sei. Seit
dem Jahr 2005 werde zudem auf dem rechte
n
Gehör ein dauernder Tinnitus beklagt, der wiederholt behandelt worden sei
(
Urk.
12/143/1)
.
N
ach
dem akustischen Trauma vom August 2014 sei
eine Kortison-Behandlung o
hne subjektive Hörverbesserung recht
s
erfolgt
. Im Verlaufsaudiogramm
vom
September 2014
von
Dr.
B._
zeige sich eine beidseitige asymmetrische
pancochleäre
Innenohrschwerhörigkeit. Diese sei von
Dr.
E._
im Jahr 2015
auch
nicht als typisch für eine akustische Schädigung
der
beiden
Innenohren
beurteilt worden.
Die Schallpegelbelastung des akustischen Traumas bei einem S
challexpositionspegel L
E
von 115 bis 125 dB vermöge nach technischer Berech
nung mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit ein bleibendes akustisches Trauma auszulösen. Der Spitzenschallpegel habe bei einem vorbestehenden Hörschaden mit Tinnitus rechts diesen verschlimmern können, so dass
die beidseitige
binaurale
Hörmittelversorgung unfallkausal
aufgrund der beklagten verstärkten Tinnitus-Symptomatik und einer hypothetisch unfallkausalen Hörabnahme auf dem rechten Ohr
übernommen worden sei
,
zumal das linke Gehör
vom Versicher
ten
nach dem Unfallereignis nicht
als
verschlechtert
wahrgenommen worden sei
.
Inzwischen
habe der jahrelange Tinnitus rechts den Beschwerdeführer subjektiv mehr belastet.
Es seien Schlafstörungen und eine subdepressive Tinnitus-Verar
beitungsstörung aufgetreten, die nicht wesentlich
hätten
beeinflusst werden können. Eine Angstüberlagerung habe zu einem zusätzlichen Motivationsverlust im Alltag und einem allgemeinen sozialen Rückzu
g
geführt
(
Urk.
12/143/1 f.).
H
eute liege
eine beidseitige an Re
s
t
hörigkeit grenzende hochgradige Inneno
hrschwerhörigkeit als krankheitsursächliche Folge bei einem Status nach einem Hörsturz links
vor. Dessen Ätiologie sei
zwar unklar, doch könne eine unfallur
sächliche oder lärmtraumatische Genese für die weitere Hörabnahme ausge
schlossen werden.
So sei der Beschwerdeführer als Polier keinem chronisch gehörschädigenden Berufslärmpegel ausgesetzt
gewesen und habe unter dem Pami
r bei Lärmexposition seine Hörgeräte nicht getragen, welche bei Lärm auch technisch keine Verstärkung zugelassen hätten.
Es bestehe der
Verdacht auf eine Durchblutungsstörung, da Gehörsschwankungen
bzw. ein Wattegefühl
im Ohr
mehrfach
auf das kommende Hörsturzereignis hingewiesen hätten
. Allenfalls sei der Hörsturz idiopathischer Natur. Eine
retro
coch
leäre
Hörstörung sei inzwischen durch das
Z._
ausgeschlossen worden
(
Urk.
12/143/
2 f.
)
.
5.8.2
Dr.
A._
schlussfolgerte, eine Cochlea-Implantation
sei
zwar medizinisch indiziert
, um eine Gehörsrehabilitation und eine bessere Tinnitus-Prognose zu ermöglichen.
Indes sei die Indikation nicht unfallkausal
.
Gemäss Schlussexpertise des
Z._
vom März 2016
sei die
binaurale
komplexe Hörmittelversor
g
ung erfolg
reich abgeschlossen
gewesen
. Daher wäre der Beschwerdeführer heute
o
hne
den Hörstur
z
mit einer
binauralen
Hörmittelversorgung funktionell im Alltag, wie auch bezüglich der Tinnitus-Maskierung problemlos integriert. Erst durch
die krankheitsursächliche Hörabnahme habe sich die Hörsituation massiv verschlech
tert. So habe der
binaurale
Hörverlust nach dem
Unfall
74
%
betragen, heute liege dieser bei 153
%
. Zudem verursache d
er Hörsturz den Tinnitus neu
erdings
beid
seits
sowie
verstärkt und
aggraviere
gesamthaft die subjektive Tinnitus
-S
törung
(
Urk.
12/143/2 f.)
.
Im Übrigen
sei das rechte Gehör bereits vor dem Unfallereignis
pancochleär
und mittelgradig schwerhörig gewesen. Dabei sei die chronische, langjährige beruf
liche Lärmexposition keine Erklärung für diese ausgeprägte asymmetrische Hör
störung rechts, zumal
eine
solche
beide Ohren
gleichzeitig und im gleichen Mass geschädigt hätte
. Die durch das akustische Trauma verursach
t
e Hörminderung sei mit der Integritätsentschädigung von 10
%
gemäss Tabelle 12 grosszügiger als angebracht entschädigt worden, da sich die Hörminderung am rechten Gehör in den vergangenen 10 Jahren ohne Berufslärmeinfluss
pancochleär
weiterent
wickelt habe.
Da sich b
ereits im
Verlaufsaudiogramm im
Jahr 2009 ein Hörverlust nach CPT-AMA
-Tabelle
von 30
%
ergeben habe, hätte das akustische Trauma in seinem individuellen Hörverlust streng gerechnet keinen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bewirkt
(
Urk.
12/143/2
f.
).
Ein erheblicher und schwer
er
oder gar sehr schwerer Tinnitus lasse sich mit dem Unfallereignis
vom 1
8.
August 2014
nicht erklären (
Urk.
12/143/4).
5.8.3
Demnach schloss
Dr.
A._
wie bereits
Dr.
D._
vorab eine Berufskrankheit im Sinne einer chronischen Lärmschwerhörigkeit aus. Nachvollziehbar wies sie
diesbezüglich
zusätzlich
auf die ausgeprägte Asymmetrie der Hörstörung hin.
Schwierig zu verstehen sind
indes ihre
Ausführungen
zur Kausalität. Soweit ersichtlich räumte sie ein, dass der Schallspitzenpegel, welcher bei der Rekon
struktion des Unfallereignisses gemessen wurde, den vorbestehenden Hörschaden rechts verschlimmern konnte. Den unfallbedingten Anteil am Hörschaden beur
teilt
e
sie jedoch als zu
unbedeutend
für die Zusprechung
einer Integritätsentschä
digung. Einerseits verwies sie hierzu
auf di
e
Entwicklung der Schwerhörigkeit
zwischen
1999 und 2009
, andererseits beurteilte sie das Unfallereignis als zu geringfügig, um einen massgeblichen Tinnitus zu bewirken.
Die Übernahme der Kosten der ersten Hörgeräteversorgung begründete sie
schliesslich
mit einer bloss "hypo
thetisch
en
unfallkausalen
Hörabnahme
"
.
Damit steht i
hre Beurteilung im Wider
spruch zu derjenigen von
Dr.
D._
,
die
aufgrund derselben audio
logischen und technischen Daten
sowohl die Kostengutsprache für die Hörgeräteversorgung als auch e
ine Integritätsentschädigung von 10
%
ohne Einschränkungen als
ange
messen erachtete und
auch
einen entschädigungs
pflichtigen Tinnitus nicht
aus
schloss
.
Anders als von
Dr.
A._
angenommen
,
wird ihre Beurteilung zudem nur bedingt durch den Hinweis von
Dr.
E._
auf das für eine
"alleinige" akute Lärmschädigung untypische Audiogramm
gestützt.
Dr.
E._
schloss damit
weder eine lärmtraumatische Teilursache aus, noch definierte
sie deren Anteil am Hörschaden.
Eine Zunahme der Hörbeschwerden links als Folge des Unfall
s
verneinte
Dr.
A._
, weil der Beschwerdeführer
zunächst
keine solche
beklagte
, ohne
dass sie
sich
jedoch
zu den au
diologischen Daten
äusserte
.
M
angels
entsprechender
spezifischer
Fachkenntnisse und eigener Untersuchung
des Beschwerdeführers
keine Bedeutung beizumessen
ist
Dr.
A._
s Einschät
zung der
Tinnitus-Bewältigung und psychischen
Beschwerden. Mit dem Bericht der Klinik
Y._
vom 1
4.
Januar 2015 (
Urk.
12/69
/2-5
) nicht vereinbar ist ihre
implizite
Feststellung,
die Tinnitus
-S
ymptomatik
sei
erheblich und
nicht therapierbar. So zeitigte der
stationäre Aufenthalt durchaus Erfolg
. Im Übrigen nahm der Beschwerdeführer nicht sofort im Anschluss daran, sondern erst viel später
die (zur Reduktion der den Tinnitus begünstigenden Stressfaktoren) empfohlene
ambulante psychiatrische Behandlung auf.
Zu
deren Verlauf
liegen keine medizinischen Unterlagen vor
.
In Anbetracht der diagnostizierten Anpas
sungsstörung mit längerer depressiver Reaktion nach einem
Arbeitsunfall mit
Knalltrauma, Differentialdiagnose leicht- bis mittelgradige depressive Episode, und
dem erhobenen psychopathologischen Befund
rechnete man im Bericht
der Klinik
I._
vom 30. Juni 2016 aber
(
zumindest vor dem Hörsturz
) noch
mit einer relativ kurzen Behandlungsdauer (
Urk.
12/118).
Woher die Fest
stellung
von
Dr.
A._
rührt, es liege eine
Angstüberlagerung mit in der Folge Motivationslosigkeit
im Alltag
und sozialem Rückzug
vor
(
Urk.
12/143/2 oben)
, erschliesst sich nicht.
Ferner gilt
es
Dr.
A._
s Ausführungen dahingehend
zu präzisieren, dass gemäss
Dr.
B._
nach dem Unfallereignis eine Therapie mit Kortison zwar angeordnet, aber nicht durchgeführt wurde. Ärztliche Behandlungen (oder gar
ärztlich attestierte
A
r
beitsunfähigkeiten) im Zusammenhang mit dem Tinnitus sind
bisher
zudem nur für die Zeit nach dem Unfaller
e
ignis aktenkundig.
6.
Z
usammenfassend
ist der Vorzustand
der
Ohren nur für die Zeit vor dem Jahr 2010 aktenkundig, obschon sich mit dem Bericht von
Dr.
B._
ein starkes Indiz für eine Anfang 2014 stattgehabte
weiter
e
otologische
Abklärung findet
(Erwä
gung 5.2 oben)
.
Die
versicherungsinternen Ärztinnen
haben
einen
natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Bolzenschu
ss
und
den Hörbeschwerden
am rechten Ohr
dennoch
bestätigt
, weshalb die Beschwerdegegnerin nicht nur vorübergehende Leistungen erbrachte, sondern dem Beschwerdeführer auch eine
Integritätsentschädigung zusprach. Die Teilursächlichkeit und damit die Leis
tungspflicht der Beschwerdegegnerin entfällt deshalb erst, wenn mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit der Status quo sine
vel
ante erreicht ist
, d.h. der Beschwer
deführer auf dem rechten Ohr auch ohne Unfallereignis einen entsprechenden Hörverlust mit Tinnitus aufgewiesen hätte
. Über das Ausmass und
die Dauer der Unfallfolgen
sind sich die versicherungsinternen Ärztinnen indes uneinig
.
Für die Beschwerden am linken Ohr scheint eine Unfallkausalität
derzeit
aufgrund
der
Stellungnahmen der versicherungsinternen Ärztinnen und
der
letzten
Gesuchs
begründung
von
Dr.
E._
eher unwahrscheinlich
. Dabei fehlt es
aber
bezüg
lich des linken Ohrs
an einer Auseinandersetzung mit den audiologischen Daten vor und unmittelbar nach dem Unfallereignis
.
Letztlich vermögen d
ie
sich teils widersprechenden Stellungnahmen
der Suva-Fachärztinnen
Dr.
D._
und
Dr.
A._
den erhöhten beweisrechtlichen Anforderungen an versicherungs
interne Berichte nicht standzuhalten.
Die medizinischen Unterlagen
bezüglich des Vorzustandes
sind
unvollständig
.
J
e nachdem
bedarf es vor dem
Fallabschluss
auch der Ergänzung im Zusammenhang mit der Cochlea-Implantation und dem Verlauf der nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden
sowie
eine
r
erneute
n
Adäquanzprüfung
.
Daher
ist die Sache zur Durchführung der notwendigen ergänzenden Abklärungen
, insbesondere der Ein
holung eines
otologischen
Gutachtens,
und neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
]; vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003
E. 5.2). In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene Verfügung aufzuheben.
Infolgedessen kann offenbleiben, ob die Rüge der Gehörsverletzung durch die Beschwerdegegnerin gegenüber dem Beschwerdefüh
rer berechtigt ist.
7.
Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu
tung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (§ 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
). Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung von Fr. 3‘
1
00.– (inkl. Mehr
wertsteuer und Barauslagen) zuzusprechen.