Decision ID: 305a8cb3-beb9-4059-afd6-3f59b5b117c0
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1974 geborene
X._
,
in zweiter Ehe verheiratet und
Mutter zweier Töchter (geboren
1996
und
1999
), meldete sich am 23. April 2013 (Ein
gangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 9/10). In der Folge tätigte die IV-Stelle medizini
sche und erwerbliche Abklärungen und liess die Versicherte durch die Medizi
nische Abklärungsstelle
(
Medas
)
Y._
internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch begutachten (polydisziplinäres
Medas
-Gutachten vom 18. März 2014, Urk. 9/41). Am 30. April 2014 wurde eine Haushaltsabklärung durchge
führt (
Bericht vom 22. Mai 2014,
Urk. 9/46). Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(
Urk. 9/50, Urk. 9/59, Urk. 9/62 und
Urk. 9/66
)
wies die
IV-Stelle das Rentengesuch mit Verfügung vom 25. September 2014 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 24. Oktober 2014 Beschwerde und bean
tragte, es sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen, eventuell sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen; alles unter Kosten- und
Entschädigungsfol
gen
zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Ausserdem ersuchte sie um die Gewäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung und um Bestellung von Rechtsanwalt
lic
.
iur
. Georg
Engeli
als unentgeltlichen Rechtsbeistand (Urk. 1). Die
Beschwer
degegnerin
schloss mit Beschwerdeantwort vom 5. Dezember 2014
auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 8, unter Bei
lage ihrer Akten, Urk. 9/1-74).
Mit Ver
fügung vom 3. Februar 2016 (Urk. 18) wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung gewährt, Rechtsanwalt
Engeli
als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt und die
Beschwerdeant
wort
vom 5. Dezember 2014 (Urk. 8) zugestellt.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des
Einkommens
vergleichs
gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art.
16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Mass
gabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorge
nommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypotheti
sche Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das
Inva
lideneinkommen
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog.
Pro
zentvergleich
; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E.
3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Mass
gabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die kon
kreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und
Invali
deneinkommen
die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenz
-
wert
e von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs.
2 IVG) eindeutig über- oder
untersch
r
eitet (Urteil des Bun
desgerichts 8C_333/2013 vom 11.
Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
1
.
3.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
1.3.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der
unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.3.4
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne
Gesundheitsscha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
). Ist jedoch anzuneh
men, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung teiler
werbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsät
zen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 e
contrario
). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das
Vali
deneinkommen
ist nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie besten
falls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversi
cherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das – vom Arzt festzulegende – Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131
V
51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditätsbemes
-
sungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheiden
den Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsa
chen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in
aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypo
thetischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebenserfahrung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folge
rungen, die ausschliesslich – losgelöst vom konkreten Sachverhalt – auf die all
gemeine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten Indizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013, je
mit Hinweisen).
1.4
1.4.1
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.4.2
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des
Art.
69
Abs.
2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der
gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil
des Bundesgerichts
9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltfüh
rung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bun
desgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E.
5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61
E.
6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfah
ren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grundsätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S. 137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztli
chen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1,
9C_986/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hinweisen).
2.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin begründet die Verneinung des Rentenanspruchs gestützt auf den Haushalts-Abklärungsbericht vom 22. Mai 2014 (Urk. 9/46), wonach die Beschwerdeführerin als zu 100 % im Haushalt tätig zu qualifizieren sei. Im Aufgabenbereich sei sie
gemäss Abklärungen
zu 34 % eingeschränkt, was dem Invaliditätsgrad entspreche. Diese Feststellung beruhe auf den Aussa
gen der Beschwerdeführerin
(Urk. 2).
Im Rahmen der Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin weiter aus, dass die Beschwerdeführerin gestützt auf das polydisziplinäre
Medas
-Gutachten vom 18. März 2014 (Urk. 9/
41
) aus psychiatrischer Sicht in einer
behinderungs
angepassten
Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei. Bei den gestellten Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F 33.1) und einer gemischten Angststörung (ICD-10: F 41.3) stelle sich die Frage der Überwindbarkeit
der psychischen Erkrankung, die zu bejahen sei
(Urk. 8).
2
.2
Die Beschwerdeführerin ist dagegen
der
Ansicht, dass sie als Voll-Erwerbstätige zu qualifizieren sei. Dies ergebe sich aus ihren bisherigen Beschäftigungen, ihren Stellenbemühungen auf eine 100%-Stelle und der RAV-Anmeldung.
Es gehe nicht an, a
us einer
hypothetische
n
Familienplanung
zu schliessen, dass sie auch im Gesundheitsfall keiner Arbeit nachgehen würde.
Im Weiteren sei die gutachterliche Einschätzung einer 50
%igen Arbeitsfähigkeit sehr zweifelhaft, weshalb ein neues Gutachten einzuholen
sei.
Es sei ein leidensbedingter Abzug
von 15 %
zu berücksichtigen
(Urk. 1)
.
3
.
3.1
Dr.
med.
Z._
,
Fachärztin für Allgemeine Medizin FMH, führte in ihrem Bericht vom 26. April 2013 (Urk. 9/15) zuhanden der
Beschwerdegeg
nerin
folgende Diagnosen an:
-
Depressive Entwicklung
-
Lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechtsbetont bei
mediolateraler
Bandscheibenprotrusion
LWK 4/5 rechts mit
Kompromittierung
der
Nerven L4 und L5 rechts
-
Einfache Ovarialzyste, Vaginalinfekt
-
Status nach Bypass-Operation 2005
Im April 2011 sei ein akutes
lumbospondylogenes
Syndrom mit ISG-Blockaden beidseits aufgetreten, welches physiotherapeutisch behandelt worden sei. In diesem Zusammenhang habe vom 10. April bis 30. Juni 2011
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Im Juli 2011 sei die depressive Entwicklung mit Schlafstörungen im Vordergrund gestanden, welche anschliessend fachärztlich behandelt worden sei. Im Juli 2012
(gynäkologische Jahreskontrolle)
habe ein Vaginalinfekt bestanden. Das im August 2012 durchgeführte MRI der LWS zeige keine Diskushernie, sondern eine
mediolaterale
Bandscheibenprotrusion
rechts LWK 4/
5.
Im Februar 2013 sei es zu einer Mittelphalanx-Fraktur III der linken Hand gekommen; am 21. Februar 2013 sei die geschlossene Reposition und Spickdraht-Osteosynthese durchgeführt worden. In den Jahren 2012 und 2013 habe sie die Beschwerdeführerin nie beurteilt und keine
Arbeitsunfähigkeits
zeugnisse
ausgestellt.
3.2
3.2.1
Dr.
med.
A._
, Spezialärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
bei welcher
sich di
e Beschwerdeführerin seit 2010 und nach einem
Unterbruch
seit Herbst 2012
in Behandlung befand, n
annte in i
hrem Bericht vom 19. Juni 2013 (
Urk. 9/20) zuhanden der Beschwerdegegnerin fol
gende Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit
:
-
Depression (ICD-10: F 31.4, seit circa 5 Jahren)
-
Selbstunsichere Persönlichkeit (ICD-10: F 60.7, seit Jahren)
-
Magen-Bypass-Operation 2004 (von 116 Kilogramm auf 68 Kilogramm)
bei Adipositas
-
Dermatolochalasis
bei Oberschenkeln und Brüsten
-
Mastopexie
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben die
Cholezystektomie
(circa 2001) und die Tonsillektomie. Die Beschwerdeführerin sei in ihrer zuletzt aus
geübten Tätigkeit (ursprünglich
Coiffeuse
, dann Hilfsarbeiterin in Lebensmittel- und
Hotelleriebetrieben
) seit circa 4 Jahren und bis auf
Weiteres
zu 70-80 % arbeitsunfähig. Sie sei körperlich und psychisch nur sehr wenig belastbar und sei nur zu circa 20 % arbeitsfähig.
3.2.2
Am 7. September 2013 beantwortete
Dr.
A._
die vo
m Regiona
len Ärztlichen Dienst (
RAD) gestellten Zusatzfragen vom 2
6.
Juli 2013
(Urk. 9/22-23). So sei die Arbeitsunfähigkeit in den letzten 4 Jahren chronisch, gleichbleibend hoch gewesen. Psychosoziale Belastungsfaktoren seien eher nicht die Ursache der vorliegenden Beschwerden; die Beschwerdeführerin habe ein relativ stabiles psychosoziales Umfeld (gleichen Ehemann, 2 Töchter). Die chro
nisch hohe Arbeitsunfähigk
eit bestehe seit spätestens 200
6.
Die Arbeitsfähigkeit liege bei 20 %. Eine Invalidenrente wäre sehr hilfreich, damit die Beschwerde
führerin in „finanzieller Ruhe“ ihre Restarbeitsfähigkeit leben könne.
3.3
Das polydisziplinäre
Medas
-Gutachten vom 18. März 2014 (Urk. 9/41) nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
R
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
(ICD-10: F 33.1, die depressive Störung sei primär und nicht reaktiv auf
die
somatoformen
Symptome und Beschwerden)
-
G
emischte Angststörung (ICD-10: F 41.3, die Angststörung sei primär
und nicht reaktiv auf die
somatoformen
Symptome und Beschwerden)
Ohne Einfluss auf die A
rbeitsfähig
k
eit verblieben folgende Diagnosen:
-
Ä
ngstlich-vermeidende selbstun
sichere Persönlichkeitsstörung
(ICD-10:
F 60.6)
-
U
ndifferenzierte
Somatisierungsstötung
-
Chronisches
Fibromyalgiesyndrom
mit multiplen
vegetativen
Begleitbeschwerden
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom bei degenerativen
Veränderungen vorwiegend mit
Bandscheibenprotrusion
L4/5
mediolateral
rechts (MRI LWS August 2012)
-
Status nach
laparoskopische
m
Magenbypass 2005 und
Re
operation
Januar 2008 wegen morbider Adipositas, aktuell leichte Adipositas
-
L
e
ichtes Asthma bronchiale
Die Beschwerdeführerin habe als italienische
Seconda
9 Grundschuljahre an ihrem jetzigen Wohnort absolviert, grösstenteils in Kleinklassen wegen Lern- und Rechenproblemen. Danach habe sie eine 3-jährige
Anlehre
als Coiffeur-Assistentin gemacht und diverse Anstellungen in Lebensmittelbetrieben und einer chemischen Reinigung sowie als Buffet- und
Lingeriemitarbeiterin
sowie zuletzt
als Lagermitarbeiterin gehabt. Die familiären Verhältnisse seien schwie
rig, es bestehe seit längerer Zeit eine Abhängigkeit von der Sozialhilfe.
Seit einer
laparoskopischen
Magenbypass-Operation 2005 wegen morbider Adipo
sita
s hätten sich Schmerzen in der H
üft- und Oberschenkelregion entwi
ckelt, verbunden mit einem Schwellungsgefühl in den Unterschenkeln,
schwin
delartigen
Beschwerden sowie weiteren
vege
tativen Beschwerden. Entsprechend folgten seit dem Bypass-Eingriff viele Untersuchungen mit hoher Inanspruch
nahme des medizinischen Systems. Die Befunde seien vorwiegend unspe
zifisch und die diversen Beschw
erden kaum erklärend. Seit einem MRI der LWS im August 2010 sei eine
Bandscheibenprotrusion
L4/5
mediolateral
rechts bekannt. Bei der aktuellen
Untersuchung
fänden sich keine
radikulären
Zeichen. Entspre
chend sei ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom zu diagnostizieren. Wegen einer
Periarthropathie
der Hüfte rechtsbetont sei im Oktober 2012 eine
Arthro
graphie
rechts durchgeführt worden, welch
e lediglich
Zeichen einer
leichten
Ansatztendinitis
am
rech
t
en Trochanter
major
ergebe
n habe. Die ausgedehnten Beschwerden
könnten angesichts einer generalisierten
Tendomyopathie
und typischen vegetativen Begleitbeschwerden (Müdigkeit und
unerholsamer
Schlaf, Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit, Muskelschwäche, Benommenheit, Schlaf
störungen, Depression, Brustschmerzen, Kurzatmigkeit) als
Fibromyalgiesyn
drom
interpretiert werden gemäss ACR-Diagnosekriterien. Es bestehe eine aus
gebreitete Schmerzhaftigkeit in allen typischen Arealen.
Von entscheidender Bedeutung seien die psychischen Faktoren, so seien bei der Beschwerdeführerin aktuell 3 Diagnosen feststellbar: eine
Persönlichkeitsstö
rung
(abhängig und selbstunsicher), eine gemischte
Angststörung und eine rezidivierende depressive Störung, die gegenwärtig mittelgradig sei. Die
Persön
lichkeitsstörung
habe sich bereits früh entwickelt und bestehe seit der frühen Jugend beziehungsweise
seit dem
frühen Erwachsenenalter. Sowohl die depres
sive Störung als auch die Angststörung hätten sich bei der Beschw
erdeführerin in den 20er-Jahren,
also noch vor der Bypass-Operation, entwickelt. Beide Stö
rungen seien primär und nicht auf die körperlichen Beschwerden und Schmer
zen reaktiv. Die depressive Störung erfülle gegenwärtig die ICD-10-Kriterien. Die Beschwerdeführer leide an einer erheblichen Gemütsstörung mit gedrückter depressiver Stimmungslage, sie zeige Freudlosigkeit, Verminderung des Antriebs und stark erhöhte Ermüdbarkeit. Zusätzlich berichte sie von Konzentrations
störungen. Sie zeige ein deutlich vermindertes Selbstwertgefühl und ganz wenig Selbstvertrauen. Sie habe schwere Schuldgefühle und Gefühle von Wertlosig
keit, sei pessimistisch, habe auch schon selbstverletzendes Verhalten gezeigt und habe ab und zu Suizidgedanken. Sie leide unter Schlafstörungen,
Libidoverlust
und Morgentief, weshalb aktuell eine mittelgradige depressive Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung diagnostiziert werde.
Internistisch sei der Zustand nach
laparoskopischem
Bypass 2005 mit erfolgrei
cher Gewichtsabnahme zu erwähnen. Eine leichte bronchiale Obstruktion wirke sich auf übliche Arbeitsbelastungen nicht aus. Rheumatologisch sei eine
bekannte
Diskusprotrusion
L4/5 ohne
radikuläre
Zeichen, welche wohl aufgrund eines aktuell feststellbaren
Fibromyalgies
y
ndroms
aggraviert
werde, auffällig. In Frage kämen körperlich leichte bis mittelschwere rückenadaptierte Tätigkeiten (keine vorgeneigten Zwangshaltungen, kein Heben und Tragen von Lasten regelmässig über 10 Kilogramm), welche
somatischerseits
vollschichtig durch
führbar seien. Aus
psychiatrischer Sicht sei die A
rbeitsfähigkeit in der zu
l
etzt ausgeübten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin in einem Lager
sowie in jeder ange
passten Tätigkeit
um 50 % (von 100 %)
eingeschränkt
.
Die reduzierte Arbeitsfä
higkeit basiere hauptsächlich auf der Ermüdbarkeit und dem daraus folgenden erhöhten Bedarf an Pausen und Erholung. Die polydisziplinäre Beurteilung richte sich entsprechend nach der psychiatrischen Einschätzung unter Beach
tung der oben genannten qualitativen Einschränkungen.
Die Beurteilung gelte
seit 2009 beziehungsweise
spätestens seit der aktuellen Begutachtung.
Die Arbeitsprognose dürfte dabei schlecht sein. So spielten auch viele soziale, IV-fremde Faktoren eine Rolle: bescheidene Schul- und Berufsbildung, langandau
ernde Arbeitsunfähigkeit, Selbstlimitierung, familiäre Faktoren und subjektive Krankheitsüberzeugungen.
4
.
Strittig und zu prüfen ist die für die Wahl der Methode der
Invaliditätsbemes
sung
ausschlaggebende Statusfrage (
E. 1.3
.
4
).
4
.1
Am 30. April 2014 fand eine Haushaltsabklärung statt (Abklärungsbericht vom 22.
Mai 2014, Urk. 9/46).
Gegenüber der Abklärungsperson gab die Beschwer
deführerin an, die letzte und befristete Arbeitsstelle (bei
B._
als
Lagermit
arbeiterin
), bei der sie über das RAV gearbeitet habe, habe sie aufgrund von zu viel Stress und Hektik bereits nach einem Monat von sich aus gekündigt. Sie hätte jedoch, wenn sie nicht so viele Probleme mit dem Magen-Bypass gehabt hätte, noch einmal ein Kind gewollt, wäre dann die ersten Jahre zuhause geblieben und hätte das Kind aufgezogen, so wie sie es bei ihren beiden Töch
tern gemacht habe. Es sei aber alles anders gekommen. Daher hätte sie bereits vor 10
Jahren, als die beiden Töchter im Alter von 5 und 9 Jahren gewesen wären, eine Teilzeit-Erwerbstätigkeit in einem Pensum zwischen 50-60 % aus
geübt. Sie hätte im Service in der Gastronomie gearbeitet, da sie das gerne gemacht habe. Gesundheitsbedingt sei es ihr jedoch nach der Bypass-Operation nicht möglich gewesen. Sie habe auch keine intensive Stellensuche mehr vorge
nommen, um eine Stelle in der Gastronomie zu finden, da sie sich das
gesund
heitsbedingt
nicht mehr zugemutet habe (S. 5).
Die Abklärungsperson hielt
dazu
fest, dass die Angaben der Beschwerdeführerin vor Ort nicht nachvollziehbar und teilweise widersprüchlich seien.
So habe sie
die letzte Stelle von sich aus aufgrund zu viel Stress gekündigt, erwähne dann aber, dass eine Mitbewerberin die Stelle bekommen habe. Zudem gebe sie einerseits einen weiteren Kinderwunsch an, wobei sie dann
z
uhause geblieben wäre, und führe andererseits aus, dass sie ab 2004 als Servicemitarbeiterin in einem 50-60 %-Pensum gearbeitet hätte. Zusätzlich sei zu beachten, dass die Beschwerdeführerin an diversen Stellen befristete Einsätze gehabt beziehungs
weise als Aushilfe gearbeitet habe. Es könne daher davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit und wenn sie nochmals ein Kind gehabt hätte, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keiner Erwerbstätig
keit nachgegangen wäre. Dementsprechend sei von
einer Qualifikation von 100 % H
aushaltstätigkeit auszugehen (S. 5 unten).
Die Abklärungsperson ermittelte sodann
eine Einschränkung gewichtet von 16 % für den Bereich Ernährung, von 10 % für die Wohnungspfle
ge und
von
8 % für die Wäsche und Kleiderpflege und errechnete infolgedessen eine Ein
schränkung von 34 %, was bei einer 100%igen Haushaltstätigkeit dem
Invali
ditätsgrad
entspreche (S. 6-10).
4.2
Entgegen
den
Vorbringen der Beschwerdegegnerin ist es nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beeinträchti
gung zu 100 % der Haushalttätigkeit nachgehen würde. So entbehrt die Hypo
these eines möglichen dritten Kindes und der daraus gezogenen Schlussfolge
rung, die Beschwerdeführerin würde dann die ersten Jahre zuhause bleiben wollen, jeglicher Grundlage. Es ist vielmehr auf die
durchaus glaubhafte
Aus
sage
(der ersten Stunde)
der Beschwerdeführerin, wonach sie ab 2004 (als
die beiden Töchter 5
und 9 Jahre gewesen wären) einer Servicetätigkeit bei einem 50-60 %-Pensum nachgehen würde, abzustellen.
Die Familie der Beschwerde
führerin lebte während Jahren von der Sozialhilfe, weshalb auch die ange
spannte finanzielle Situation eher dafür spricht, dass auch die Beschwerdefüh
rerin durch eine Teilzeit-Erwerbstätigkeit den familiären Finanz-Haushalt unterstützt hätte. Zudem ist aus den Auszügen aus dem individuellen Konto (Urk. 9/1-3 und Urk. 9/14) ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin
in den Jah
ren 1992 bis 2001, 2007 und ab 2009 regelmässig
(teilzeitlich) gearbeitet hat.
Dass
es sich bei diesen Anstellungen um diverse Tätigkeiten, befristete Einsätze und Aushilfs-Jobs gehandelt hat,
spricht nicht dagegen.
4.3
Die Beschwerdeführerin vermag angesichts dieser Erwerbsbiografie und den dargelegten persönlichen und finanziellen Umständen aber auch nicht mit ihrem Einwand, dass sie im Gesundheitsfall zu 100 % einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde (Urk. 1 S. 3)
,
zu überzeugen.
Der Einwand, dass die von der Beschwerdegegnerin eingeholten IK-Auszüge (
Urk.
9/1-3 sowie
Urk.
9/14)
unvollständig und darin nicht sämtliche beitragspflichtigen Erwerbseinkünfte eingetragen seien, ist
unsubstantiiert
, da nicht dargelegt wird, welche konkreten Einkünfte darin fehlen sollen. Der Einwand ist auch deshalb nicht zu hören, weil
es der Beschwerdeführerin ohne W
eiteres möglich (gewesen) wäre, selber unentgeltlich einen IK-Auszug einzuholen und gegebenenfalls innert 30 Tagen eine Berichtigung bzw. Ergänzung zu verlangen (vgl.
Art.
141 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
). Damit ist auf die in den Akten liegenden IK-Auszüge abzustellen und damit auf den Umstand, dass die Beschwerdeführerin in den Jahren 2002 bis 2006 sowie 2008 keine Erwerbstä
tigkeit ausgeübt hat, obwohl ihr eine solche wenigstens zu einem
Teilzeitpen
sum
zumutbar gewesen wäre. Schliesslich gab sie anlässlich der
Haushaltsab
klärung
zur Frage, zu welchem Pensum sie aktuell ohne Gesundheitsschaden erwerbstätig wäre, an, sie hätte ohne Gesundheitsschaden bereits vor 10 Jahren ein Teilzeitpensum zwischen 50 und 60
%
ausgeübt. Auf diese Aussage der ers
ten Stunde ist abzustellen (BGE 121 V 45 E. 2a S. 47 mit Hinweisen).
4.3
Zusammenfassend ist
davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigung einer erwerblichen Tätigkeit im Umfang von 60 % nachgehen würde. Folglich
ist die Qualifikation mit 60 % Erwerbs- und 40 % Haushaltstätigkeit festzulegen.
5.
5.1
Das polydisziplinäre
Medas
-Gutachten 18. März 2014 (Urk. 9/41) basiert auf einer umfassenden internistischen, rheumatologischen und psychiatrischen Untersuchung und wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Die Gutachter haben detaillierte und nach
vollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Zudem wurden die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuch
tend dargelegt und die Schlussfolgerung
nachvollziehbar begründet. Dem
p
oly
disziplinären
Gutachten kommt demnach grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.4.1).
5.2
Der rheumatologische
Medas
-Gutachter stellte schlüssig fest, dass bei der Beschwerdeführerin zwar kein
somatischer G
esundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit besteht, aber zukünftig in qualitativer Hinsicht ein Belastungsprofil einzuhalten sei: körperlich leichte bis mittelschwere
rücken
adaptierte
Tätigkeiten (keine vorgeneigten Zwangshaltungen, kein Heben und Tragen von Lasten regelmässig über 10 Kilogramm).
Daraus folgernd attestierte er ihr ab 2009 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit als Hilfsarbeiterin in einem
Lager, stellte aber klar, dass ihr eine solchermassen adaptierte Tätigkeit
somati
scherseits
vollschichtig zumutbar sei.
5.3
Nebst den internistischen und rheumatologischen Diagnosen wurde auch eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, (ICD-10: F. 33.1) und eine gemischte Angststörung (ICD-10: F 41.3) diagnostiziert, wel
che die Arbeitsfähigkeit um 50 % einschränke. Diese Diagnosen wurden zwar schlüssig dargelegt, doch hat insbesondere eine solche depressive Störung nicht in jedem Fall eine invalidisierende Wirkung.
5.3.1
Nach der Rechtsprechung werden leicht- bis mittelgradige Episoden einer Depres
sion und selbst mittelgradige depressive Episoden regelmässig nicht als von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens betrachtet, die es der betroffenen Person verunmöglicht, die Folgen der bestehenden Schmerzproblematik zu überwinden. Daran ändert nichts, wenn die depressive Episode vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven Störung diag
nostiziert worden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_104/2014 vom 2
6.
Juni 2014 E. 3.3.4 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil 9C_856/2013 vom
8.
Oktober 2014
E.
5.1.2). Zwar ist eine invalidisierende Wirkung einer mittelgradigen depressiven Störung nicht schlechthin auszuschliessen, indes bedingt deren Annahme, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014 E. 4.2 mit Hinweisen).
Die Beschwerdeführerin befindet sich seit 2010
- wenn auch mit einem kurzzeiti
gen Unterbruch bis Herbst 2012
-
in psychiatrischer Behandlung bei Dr
.
A._
. Die fortdauernde Inanspruchnahme einer konse
quenten Depressionstherapie spricht demnach durchaus für einen massgebenden psychischen Leidensdruck. Zudem ist auf das Zusammenwirken der depressiven Erkrankung mit der ausgeprägten gemischten Angststörung nach ICD-10: F 41.3 hinzuweisen. Das Vorliegen dieser einschneidenden
Persönlichkeitsstö
rung
erschwert die Therapierbarkeit und die Überwindbarkeit der psychischen Erkrankung massgeblich. Unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach sogar eine leichte depressive Episode im Einzelfall die Arbeitsfähigkeit erheblic
h beeinträchtigen könne, wenn si
e zusammen mit anderen Befunden - wie etwa einer ernsthaften Persönlichkeitsstörung - auftrete (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_808/2009 vom 4. Januar 2011), überzeugt die
vom psychiatrischen Gutachter
attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit
durchaus.
5.3.2
Trotz Vorliegen diverser psychosozialer Belastungsfaktoren (bescheidene Schul- und Berufsbildung, langandauernde Arbeitsunfähigkeit, Selbstlimitierung, fami
liäre Faktoren und subjektive Krankheitsüberzeugungen) hielt der psychiatrische Gutachter ausdrücklich fest, dass beide diagnostizierten psychischen Erkran
kungen primär und nicht auf die körperlichen Beschwerden und Schmerzen reaktiv seien. Entsprechend verneint er rechtsgenügend eine relevante Überla
gerung der psychischen Erkrankung durch invaliditätsfremde Faktoren.
5.3.3
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (Urk. 8) reichen die bei der Beschwerdeführerin vorhandenen Ressourcen nicht, um die vorliegende Störung
vollständig
zu überwinden. So hält der Psychiater fest, dass die Beschwerde
führerin nur einen Teil der Haushaltsarbeiten und dies nur mit Hilfe ihrer Ver
wandten mache, die Freizeitaktivitäten relativ monoton und nur auf das Haus beschränkt
seien sowie ausserhalb der Familie nur wenige soziale Kontakte vor
handen seien. Dieser ärztlichen Einschätzung kann angesichts des bisherigen langjährigen Verlaufes und dem Zusammenwirken der Depression mit der Angststörung gefolgt werden.
5.3.4
Angesichts
dieser Umstände
ist aufgrund der psychiatrischen Diagnose
n
einer depressiven Störung
und einer gemischten Angststörung
ein
invalidenversi
cherungsrechtlich
relevanter Gesundheitsschaden
- entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 8) - zu bejahen.
Damit steht aufgrund der über
zeugenden Feststellungen im polydisziplinären
Medas
-Gutachten vom 18. März 2014 fest, dass der Beschwerdeführerin
seit dem Begutachtungszeitpunkt eine angepasste Tätigkeit (
körperlich leichte bis mittelschwer
e rückenadaptierte Tätigkeiten ohne
vorgeneigt
e
Zwangshaltungen,
ohne
Heben und Tragen von Lasten regelmässig über 10 Kilogramm
und häufigen Pausen
)
zu
einem - ein
geschränkten - 50
%
-Pensum
zumutbar ist.
6.
6.1
Die Bestimmung des Invaliditätsgrades erfolgt im Erwerbsbereich durch einen Einkommensvergleich (
E. 1
.3.1).
Da die fraglichen Erwerbseinkommen vorlie
gend schwierig zu ermitteln sind, da die Beschwerdeführerin wechselnde Arbei
ten verrichtete,
ist das Validen- wie auch das Invalideneinkommen anhand der Tabellenwerte gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
ben Lohnstrukturerhebungen (LSE) ermittelt. Dass sie sodann für beide
Ver
gleichseinkommen
auf die Tabellenwerte für einfache und repetitive Tätigkeiten, Niveau 4, abgestellt hat, ist angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführe
rin nur eine
Anlehre
absolvierte, nicht zu beanstanden. Der
Einkommensver
gleich
läuft somit auf einen Prozentvergleich hinaus. Bei einer auf ein 50 %-Pensum eingeschränkten Leistungsfähigkeit,
wo körperliche Einschränkungen als auch ein erhöhter Pausenbedarf zu berücksichtigen sind
(vgl.
E.
5.
3.4),
ist ein Leidensabzug von 15
%
gerechtfertigt
. Somit resultiert im Erwerbsbereich eine Einschränkung von
29.17 %
(
Valideneinkommen
= 60
%
,
Invalidenein
kom
men
= 50
%
x 0.85
[=
42.5
%
], Erwerbseinbusse = 17.5
%
).
Dies
ergibt e
inen Teilinvaliditätsgrad von 17.5
%
.
6.2
Die Haushaltsabklärung vom
3
0.
April 2014
(E.
4.1
) wurde von der
Abklärungs
person
an Ort und Stelle durchgeführt und ergab unter Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin geklagten Leiden, der Wohnverhältnisse sowie der Mitwirkungspflicht der Familienmitglieder eine Einschränkung von
34
%
.
Der Bericht befasst sich einlässlich mit den einzelnen Haushaltsbereichen und deren prozentualen Gewichtung und umschreibt die zu verrichtenden Tätigkeiten sowie die an Ort und Stelle festgestellten Einschränkungen in die
sen Bereichen; er ist plausibel,
erscheint nachvollziehbar
und blieb im Übrigen unbestritten
.
Bei einem Anteil der H
aushaltstätigkeit von 40 % resultiert ein
Teilinvaliditätsgrad von 13.6
%
.
6.3
Der Gesamtinvaliditätsgrad ergibt sich aus der Addierung der in beiden Berei
chen ermittelten und gewichteten Teilinvalidität (E.
1.3.3).
Damit resultiert eine G
esamtinvalidität von gerundet 31
%
(Erwerb: 17.5
%
, Haushalt:
13.6
%
), was keinen Anspruch auf eine Rente begründet (E.
1.2
). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.
7.
7.1
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 600.-- anzuset
zen. Ents
prechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen, wobei diese jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (vgl. Urk. 18) einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen sind.
7.2
Die unentgeltliche Rechtsvertretung hat dem Gericht eine detaillierte Zusammen
stellung über ihren Zeitaufwand und ihre Barauslagen einzureichen; unterlässt sie dies, wird die Entschädigung vom Gericht nach Ermessen festge
setzt (
§
7
Abs.
2 in Verbindung mit
§
8 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht,
GebV
SVGer
). Unnötiger oder geringfügiger Aufwand wird ausserdem nicht entschä
digt (
§
7
Abs.
1 in Verbindung mit
§
8
GebV
SVGer
).
Mit Honorarnote vom 1
9.
September 2016 (
Urk.
20/2) machte Rechtsanwalt
Engeli
einen Aufwand von 7.92 Stunden und damit
Fr.
1‘880.95 (inklusive Mehrwertsteuer) geltend, was als angemessen erscheint. Rechtsanwalt
Engeli
ist daher in diesem Umfang aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
7.3
Die Beschwerdeführerin ist darauf hinzuweisen, dass sie zur Nachzahlung der Kosten für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).