Decision ID: 204558c7-b0d7-473a-9f1a-c424b9619cef
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1969, arbeitet sei
t
1.
Oktober 2004 als Oberärztin im
Y._
und ist in dieser Eigenschaft bei der
Visana
Versiche
rungen AG (nachfolgend:
Visana
) gegen die Folgen von Be
rufs-
und
Nicht
berufsunfällen
versichert (
Urk.
9/1
).
Am
1
9.
Januar 2015
stürzte sie
, als sie nach dem Überqueren der Strasse über einen Schneehaufen stei
gen musste, um auf das Trottoir zu gelangen (Bagatell-Unfallmeldung vom 10. Febru
ar 2015, Urk. 9/1).
Die Versicherte begab sich am 1
0.
Februar 2015 in die
Z._
, wo ihre linke Schulter geröntgt und eine
Bursitis
subacromialis
sowie ein Verdacht auf
Tendinopathie
der langen
Bicepssehne
links diagnostiziert wurde
.
Zur Behandlung führten d
ie Ärzte eine
subacromiale
Infiltration durch
(Urk.
9/7
, Urk.
9/
13 f.
)
.
Weil die Ver
si
cherte in der Folge
über eine Schwäche und Funktionseinschränkung der linken Schulter klagte
(Urk. 9/18)
, veranlassten die behandelnden Ärzte
zu
dem
die
Arthro
-MRI-Untersuchung
der linken Schulter
vo
m 27.
Mai 2015 in der
Z._
(Urk.
9/16)
.
Daraufhin empfahlen sie der Ver
si
cherten eine Schulteroperation und verordneten ihr zur Behandlung des Knackens im Schultergelenk
Physio
therapie (
Urk. 9/17,
Urk.
9/19 f.)
.
Die
Visana
erbrachte Heilbehandlungsleistungen. Nach Eingang des Kosten
gutsprachegesuchs für
eine Schulteroperation in der
Z._
(
Urk. 9/21 f.
)
holte s
ie die Kausalitätsbeurteilung ihres bera
tenden Arztes vom
3
0.
Oktober 2015 (Urk. 9/23
f.
) ein.
Ge
stützt darauf stellte die
Visana
ihre
Ver
sicher
ungs
leistungen
mit Verfü
gung vom 30. Oktober 2015 per 19. Sep
tem
ber
2015 ein und führte zur
Be
gründung
aus
, dass die
Schul
terb
eschwerden
spä
testens acht Monate nach dem Unfall vom 1
9.
Ja
nuar 2015 mit überwie
gen
der Wahr
scheinlichkeit auf degenera
tive Verän
derungen zurück
zuführen seien
(
Urk.
9/25 ff.
).
D
a
gegen
erhob
die Ver
sicherte
am 1
1.
No
vember
2015 Ein
spra
che (
Urk.
9/29 f.
)
.
Am folgenden Tag wurde sie in der
Z._
an der linken Schulter operiert (Urk.
9/39 f.). D
eren
Ärzte attestierten der Versicherten von 1
2.
November 2015 bis 1
7.
Januar 2016 eine 100%ige und von 1
8.
Januar bis
1
4.
Februar 2016 eine
6
0%ige Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
9/34 f.
,
Urk.
9/41,
Urk.
9/43
, Urk.
9/45
).
Nachdem sie die Stellung
nahme
ihres beratenden Arztes vom 2.
Februar 2016 (
Urk.
9/47) einge
holt hatte, wies
die
Visana
die Einsprache der Versi
cherten m
it
E
ntscheid
vom 8. April 2016
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
9.
Mai 2016 Beschwerde und
liess bean
trag
e
n
(
Urk.
1 S. 2):
„
1.
Der angefochtene Einsprache-Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 8. April 2016 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin seien auch ab dem 19. September
2015 weiterhin und
ununterbrochen die UVG-Leis
tunge
n zu erbringen, namentlich sei
der Beschwerdeführerin das bis
he
rige Taggeld bis zur Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit zu gewähren sowie die Behandlungskosten zu übernehmen.
2.
Eventualiter
sei der angefochtene Einsprache-Entscheid der
Beschwerde
gegnerin
vom 8. April 2016 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, eine neutrale Begutachtung in Auftrag zu geben, wo
rauf
hin neu zu entscheiden sei
.
3.
Unter
Kosten- und
Entschädigungsfolge
n zuzüglich 8
%
Mehrwertsteuer zu Lasten der Beschwerdegegnerin
.“
In prozessualer Hinsicht beantragte sie, dass ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen sei (
Urk.
1 S. 3).
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
August 2016
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8, unter Beilage ihrer Akten [
Urk.
9/1-
6
8
]).
Mit Verfügung vom 2
6.
August
2016 wurde der Beschwerdeführerin das Dop
pel der Beschwerdeantwort vom 1
9.
August 2016 (
Urk.
8) zugestellt und den Parteien
wurde
mitgeteilt, dass das Gericht die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels nicht als erforderlich erachte (
Urk.
10).
Die Beschwerdeführerin reichte mit Eingabe vom 2
8.
September 2016 (Urk.
11)
eine Replik ein,
was der Beschwerde
gegnerin
am
30
.
September 2016 (Urk. 12
)
zur Kenntnis gebracht
wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. Septem
ber 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
ge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfal
l
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Ände
rung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungs
leistun
gen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufs
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangs
bestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
19. Januar 2015
ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vor
lie
gen
den Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6
Abs.
1 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes be
stimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder
teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 U
VG ein Taggeld zu.
1.4
1.4.1
Die Leistungspflicht eines
Unfallver
sicherers
gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, In
va
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausal
zusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der einge
tretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge
dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall
die
alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass
auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1
, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im
Sozialversicherungs
recht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
den
hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Be
grün
dung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der
Gesund
heits
schaden
nur noch und ausschliesslich auf
unfall
fremden
Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesund
heitszustand, wie er un
mittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfall
beding
ten
Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im
Sozialver
siche
rungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gege
ben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese
Beweis
grundsätze
gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spät
folgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundes
ge
richts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine
Teilursächlich
keit
für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der
Un
fa
ll
ver
sicherer
gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch
Pflege
leistungen
und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heil
behandlungskosten
nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
1.5.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adä
quate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kau
salität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammen
hang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.6
1.6.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.6.2
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztin
nen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollzieh
bar begründet sowie in sich wider
spruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen
lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut
achters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
1.6.3
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer
Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
1.6.4
Auf Aktenberichte kann abgestellt werden, wenn ein lückenloser Befund vor
liegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_608/2015 vom 17. Dezember 2015 E. 3.3.3 mit weiteren Hinweisen).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin auch über den 19. September 2015 hinaus Anspruch auf Leistungen der
Beschwerdegeg
nerin
hat, mithin ob die nach diesem Zeitpunkt geklagten Beschwerden noch in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom 1
9.
Januar 2015 stehen.
2.2
Mit angefochtenem
Einspracheentscheid
vom
8.
April 2016 führte die
Be
schwerdegegnerin
im Wesentlichen aus, dass auf die Beurteilung
en
ihre
r
be
ra
ten
d
en
Ä
rzte,
Dr. med.
A._
, Facharzt für Chirurgie FMH,
und Dr. med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH
,
vom 30
. Oktober 2015
respektive 2. Februar 2016
abgestellt werden könne. In seiner Beurteilung habe Dr.
A._
ausgeführt, dass die
Rotatorenman
schette
bei direkten Anpralltraumen, wie dem vorliegenden Fall, nicht reisse (
Urk.
2 S. 5). Sodann habe er
darauf hingewiesen, dass bei
der MRI
-Unter
su
chung vom 27. Mai 2015 keine eindeutig traumatischen
Läsionen
festge
stellt worden seien. Gemäss Dr.
A._
seien die von der Beschwerde
führerin weiter
hin geltend ge
machten Beschwerden mit überwiegender Wahrschein
lichkeit auf
altersent
sprechende
degenerative Veränderungen zurückzuführen
und der
status
quo sine
sei
spätestens acht Monate nach dem Unfall vom 19. Januar 2015 erreicht gewesen
(
Urk.
2 S. 4)
.
Alsdann sei
Dr.
B._
auf
grund der
Befunde
dieser MRI
-Untersuchung
gar zum Schluss gelangt, dass
schon am 2
7.
Mai 2015 der
status
quo sine
hätte angenommen werden müssen
.
Weil die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden g
e
stützt
auf diese ärztlichen Beurteilungen als
nicht mehr
un
fallbedingt
gelten würden, sei d
er Fallabschluss per 1
9
.
Septem
ber 2015
korrekt
(Urk. 2 S. 5).
2.3
Die Beschwerde
führerin
bringt demgegenüber vor, dass ihre Beschwerden auch
nach dem 19.
September 2015 bestanden hätten. Sie
sei
erst im Früh
jahr 2016
, nach der
Schulterarthroskopie und
Rotatorenmanschetten
-Rekon
struk
tion links
in der
Z._
vom
12.
November 2015
und der an
schliessenden Heilungsphase, wieder voll arbeitsfähig gewesen (
Urk.
1 S. 3
-4
).
Zuvor
sei noch versucht worden, eine Heilung der unfallbedingten Beschwer
den mittels Physiothera
pie zu erreichen (
Urk.
11 S. 2).
Weil die
Be
schwer
de
geg
nerin
bis 19.
Septem
ber 2015 Leistungen erbracht habe, müsse sie den Nach
weis erbringen, dass der Kausalzusammenhang ab dies
em Zeit
punkt nicht mehr gegeben
sei. Die von der Beschwerdegegnerin einmal aner
kannte Leistungspflicht entfalle erst dann, wenn sie nachweise, dass der Ge
sund
heits
zustand erreicht sei, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden habe oder wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krank
haf
ten Vorzustande
s
auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte. Zu
sätzlich müsse sie gemäss
Art.
36 UVG solange Leistungen erbringen, als die
Gesundheits
schädigung
noch teilweise auf den Unfall zurückzufüh
ren sei (
Urk.
1 S.
4).
Gemäss
Prof. Dr. med.
C._
, leitender Arzt, Leiter Schulterchirurgie,
Z._
,
sei sowohl bei der MRI-Unter
suchung vom 27. Mai 2015 als auch bei der Operation vom 12. November 2015 eine Ruptur der
Rotatorenmanschette
links festgestellt worden.
Die Be
funde seien
von den
beratenden Ärzten der
Beschwerde
geg
nerin
als Zeichen von Degeneration fehl
interpretiert worden (
Urk.
1 S.
5
,
Urk.
11 S.
3
).
Auf
grund dessen
habe die Beschwerdegegnerin auch über den 1
9.
September 2015 hinaus Versicherungsleistungen zu er
bringen (
Urk.
1 S.
6
,
Urk.
11 S. 4
).
3.
3.1
Prof.
Dr.
C._
und med.
pract
.
D._
, Assistenzarzt Orthopädie,
Z._
,
führten in ihrem Be
richt vom 19. Februar 2015 die Diagnosen Bursitis
subacromialis
sowie Ver
dacht auf
Tendinopathie
der langen
Bicepssehne
links bei Sturz am 19. Ja
nuar 2015 an. Bei der von ihnen veranlassten Röntgenuntersuchung der lin
ken Schulter
zeigte
n
sich keine abgrenzbare Fraktur und kein
össärer
Aus
riss, ein kritischer Schulter Winkel (Critical
Shoulder
Angle [CSA]) von 35 Grad sowie eine
acromiohumerale
Distanz (ACHD) von 9 mm (
Urk.
9/14)
.
Sodann erhoben sie bei ihrer klini
schen Untersuchung vom 1
0.
Februar 2015 den fol
genden Befund (
Urk.
9/1
4): „Schulter links: Intaktes Schulterrelief. PDMS in
takt. Globale
Schulterbe
weg
lichkeit
symmetrisch. Apprehensionstest negativ.
Rotatoren
manschette
kräftig.
Bicepsstresstest
positiv.
Subacromialer
Impin
gementtest
kräftig.
Bicepsstress
test
positiv.
Subacromialer
Impingementtest
postiv
. AC-Gelenk unauffällig.“
3.2
Bei der von
Dr.
med.
E._
, Oberärztin, und
Dr.
med.
F._
, Assistenzärztin, Radiologie,
Z._
,
befundeten
Ar
thro
-MRI-Untersuchung der linken Schulter der Beschwerdeführerin vom 2
7.
Mai
2015
fand
sich eine
Tendinopathie
der
Subscapularissehne
mit
Partial
ruptur
am
Ober
rand
und eine
Tendinopathie
der langen
Bicepssehne
im Intervall (Urk. 9/16).
3.3
Am 2
7.
Mai 2015 diagnostizierte Prof.
Dr.
C._
eine
Rotatorenmanschetten
-Partialruptur (
Subscapularis
obere 30
%
unterflächig) und
Verdacht auf
Bicepsbeteiligung
links mit
scapulothorakalem
Knacken
der
Schulter links bei Status nach Sturz vom 1
9.
Januar 2015
(
Urk.
9/18)
. Dazu hielt
er
fest, dass der MRI-Befund vom 2
7.
Mai 2015 mit einer
Unter
flächenläsion
der oberen 30 bis 50
%
des
Subscapularis
- die Sehne sei dort verdickt und erscheine aufgefächert - gut zum Trauma vom 1
9.
Januar 2015 und
zum
klinischen Befund passen würde (
Urk.
9/17).
3.4
Dr.
A._
führte in seiner Beurteilung vom 30. Oktober 2015 aus, dass das Ereignis vom 1
9.
Januar 2015 mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit zu
einer vorübergehenden Verschlimmerung eines Vorzustandes der linken Sch
ulter im Sinne von altersentsprechenden degenerativen Veränderungen
geführt habe. MR-tomographisch se
ien
am 2
7.
Mai 2015 keine eindeutig trau
matisch bedingten Läsionen festgestellt worden (
Urk.
9/24). Die Be
schwerden der Beschwerdeführerin seien acht Monate nach dem Ereignis mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit auf altersentsprechende degenerative Verände
rung
en zurückzuführen (
Urk.
9/23).
3.5
Dr.
B._
gelangte in seiner Stellungnahme vo
m
2.
Februar
2016
zum Schluss
,
dass bezüglich der Schulterbeschwerden
der
status
quo sine schon im Zeitpunkt der MR
I
-Untersuchung vom 2
7.
Mai 2015 bestanden
habe
. Die in der Folge durchgeführten Behandlungen, namentlich auch die Operation vom 12.
November 2015
,
sei
en
überwiegend wahr
schein
lich aus
schliesslich im Zusammenhang mit degenerativen Verän
derungen erfolgt, wie sie in der
Al
terskategorie
der Beschwerdeführerin oft
mals zu sehen seien (
Urk.
9/47).
3.6
Prof.
Dr.
C._
schrieb am
3.
Mai 2016, der Unfall vom 1
9.
Januar 2015 habe eine richtungsweisende Verschlechterung des Zustandes der Beschwer
deführerin zur Folge gehabt. Bei der MRI-Untersuchung vom 2
7.
Mai 2015 und auch bei der Operation vom 1
2.
November 2015 sei eine Ruptur der
Rotatorenmanschette
links feststellbar gewesen. Eine Beurteilung der
Seh
nen
qualität
im MRI nach dem Trauma lasse keine Rück
schlüsse auf die
Seh
nen
qualität
vor dem Trauma zu, da die Traumatisierung zu einer
Ödem
bildung
, Einblutung und
intratendinösen
Veränderung führe, welche das Trauma
als Ursache unterstreichen würde.
Dies sei vorliegend als Degenera
tion fehlinter
pretiert worden. Schliesslich sei die Beschwerdeführerin vor dem Unfall vom 1
9.
Januar 2015
bezüglich der linken Schulter
völlig asympto
ma
tisch gewe
sen, was sich mit diesem Unfallereignis richtungsweisend geändert habe (
Urk.
3).
4.
4.1
Zu prüfen ist, ob die
Rotatorenmanschettenläsion
der Beschwerdeführerin auf den Unfall vom 1
9.
Januar 2015 zurückzuführen ist.
Zum U
n
fallhergang ist der Unfallmeldung vom 1
0.
Februar 20
15 zu ent
nehmen, die Beschwerde
füh
rerin habe sich beim Sturz vom 1
9.
Januar 2015 die linke Schulter verdreht beziehungsweise verstaucht (
Urk.
9/
1).
Ein
Anprall der Schulter ist nach ein
helliger fachärztlicher Ansicht nicht geeignet, um eine Verletzung der
Rotato
renmanschette
zu bewirken (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_100/2016 vom 1
7.
Mai 2016 E. 5
mit Hinweisen
).
Es entspricht
ferner
einer medizi
nischen Erfah
rungstatsache, dass eine
Rotatoren
man
schet
tenruptur
so
wohl traumati
sche wie auch degenerative Ursachen haben kann,
wobei eine traumatische Ruptur, die mit sofort auftretenden akuten Schmer
zen und
Funktionsbe
ein
träch
tigun
gen
einhergeht, seltener ist; die
Rota
torenman
schetten
ruptur
ent
steht vielmehr meist durch degenerative
Vorschädi
gungen
(vgl
. Fritz U.
Niethard
/Joachim Pfeil, Orthopädie, 2., überarbeitete und er
weiterte Au
f
lage, Stuttgart 1992, S. 369).
In diesem Zusammenhang hielt
Dr.
A._
sodann unter Hinweis auf versicherungsmedizinische Fachliteratur fest, dass eine traumatische
Rotatorenmanschettenruptur
einerseits im Rahmen einer
Schul
terluxation
anderseits durch eine exzen
trische Belastung derselben entstehen könne (
Urk.
9/24). Bei der erstmaligen Konsultation von Prof.
Dr.
C._
am 1
0.
Februar 2015 gab die Beschwerdeführerin noch an, dass sie auf den linken Arm gefallen sei (
Urk.
9/14). Alsdann führte sie in ihre
r
Einsprache vom 1
1.
November 2015 gegen die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
3
0.
Oktober 2015 (
Urk.
9/25 ff.) aus,
beim Sturz vom 1
9.
Januar 2015 nach hinten auf den beim Abfangversuc
h nach hinten getreckten und au
srotierten linken Arm gefallen zu sein, was ein
verletztungstypisches
Traumamuster
dar
stelle (
Urk.
9/30).
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des
Sozial
versi
cherungsrechts
jedoch in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späte
ren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überle
gungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Ins Gewicht fällt eben
falls
, dass sich die Beschwerdeführerin nach dem Sturz vom 1
9.
Januar 2015 erst am 1
0.
Februar 2015 zum Arzt begab, wo sie angab
,
dass
die Belastung der Schulter
schmerzhaft sei, jedoch deren
Beweg
lichkeit und
die Kraft normal seien und keine
Ruhe- und
Nacht
schmerzen
bestünden
(
Urk.
9/14)
. Nach dem Unfall aufgetreten
e
akute
Schmer
zen und Funktionsbeeinträchtigungen
wur
den allerdings nicht erwähnt, so dass aufgrund des echtzeitlich angegebenen Unfallhergangs (
Urk.
9/14) nicht von einer trauma
tischen
Rotatorenmanschet
tenruptur
auszugehen ist.
4.2
Ebenso wenig wurden
in den
klinischen Untersuchung
sbefunden von Prof.
Dr.
C._
vom 1
0.
Februar 2015
(
Urk.
9/14)
wesentliche
Funktionsbeeinträch
tigungen
beschrieben
.
Diesbezüglich
wies
Dr.
B._
darauf hin, dass die da
maligen klinischen Befunde
hinsichtlich
einer
allfälligen,
traumatisch entstan
denen Läsion der
Rotatorenmanschette
unauffällig gewesen seien (Urk.
9/47).
Was die bildgebenden Befunde betrifft, so
ergab die Röntgenunter
suchung
vom 1
0.
Februar 2015
weder eine ab
grenzbare Fraktur noch ein
en
ossäre
n
Aus
riss (
Urk.
9/7,
Urk.
9/13)
.
Dies spricht ebenfalls gegen eine trauma
tische
Rota
torenmanschettenläsion
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_100/2016 vom 1
7.
Mai 2016 E. 5).
Prof.
Dr.
C._
hielt dafür, dass die aufgetriebene, signalalterierte
Sub
scapu
laris
sehne
mit Partialruptur, welche sich im MRI-Befund vom 2
7.
Mai 2015 zeigte (
Urk.
9/16), gut zum Trauma vom 1
9.
Januar 2015 passen würde (
Urk.
9/17). Hierzu hielt
Dr.
B._
fest, dass
Prof.
Dr.
C._
am 2
7.
Mai 2015 zwar von einer Läsion gesprochen habe, welche 30 bis 50
%
des kranialen Sehnenanteils ausmache, bei der
Schulter
operation
vom 1
2.
November 2015 sei jedoch lediglich eine kleine
Unter
flächenläsion
im mittleren Anteil gefunden worden, wohingegen der kraniale Anteil als intakt beschrieben wor
den sei. Bei eigener Betrachtung der Bilder habe er (
Dr.
B._
) Mühe, überhaupt eine relevante Pathologie an der
Subskapula
ris
sehne
zu
sehen
. Die dort b
estehenden
leichtgradigen
Alter
a
tionen würden für rein degenerative Verän
derungen sprechen.
Objekti
vierbare Hinweise auf Residuen
des am 19.
Januar 2015 erlittenen Traumas seien
in den MRI-Be
funden vom 2
7.
Mai 2015
nicht zu erkennen (
Urk.
9/47).
Es ist ferner darauf hinzuweisen
, dass
auch im
Operationsb
ericht
zur
Schulter
arthroskopie
und
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion
vom 1
2.
November 2015
keine t
rauma
tische
n
Läsionen
erwähnt
werden (
Urk.
9/39 f.).
4.3
Für ihre Aktenbeurteilungen standen
Dr.
A._
und
Dr.
B._
jeweils die Akten der Beschwerdegegnerin inklusive Untersuchungsberichte und Be
funde der bildgeben
d
en Untersuchungen zur
Verfügung
, so dass sie in der Lage waren, den medizinischen Sachverhalt zu beurteilen
.
Insbesondere m
it Blick auf den Unfallhergang und
die
Untersuchungsbefunde
in
den
echtzeit
li
chen
Akten
(vgl.
Urk.
9/13 f.)
, die
Befunde der
bildgebenden Unter
such
un
gen
(vgl.
Urk.
9/7,
Urk.
9/16)
sowie den Operationsbericht vom 12.
Novem
ber 2015 (
Urk.
9/39 f.) erweisen sich ihre Beurteilungen vom 30. Oktober 2015 (
Urk.
9/23 f.)
beziehungsweise
2.
Februar 2016 (Urk.
9/47) als schlüssig und überzeugend. Die Berichte des behandelnden Arztes Prof.
Dr.
C._
sowie
insbesondere dessen Stellungnahme vom
3.
Mai 2016 (Urk.
3) ver
mögen keine
Zweifel an diesen Beurteilungen zu begründen.
Zur Letzteren ist fest
zuhalten, dass er auf einen allfälligen Zusammenhang zwi
schen
der
Rotato
renman
s
chettenläsion
der 1969 geborenen Be
schwerde
führerin und
degenera
tive
n
Ver
änderun
gen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_100/2016 vom 1
7.
Mai 2016
E. 5)
nicht ein
ging
. Statt
dessen schrieb er, dass eine
Oedembil
dung
, Ein
blutung und
intraten
dinöse
Veränderung für eine traumatische Einwir
kung sprechen
würde
n
(
Urk.
3)
, o
hne jedoch
nach
vollziehbar
darzule
gen
,
dass ent
sprechende Befunde bei der Beschwerdefüh
rerin bestanden hät
ten (vgl
. auch die Berichte zur MRI-Untersuchung vom 2
7.
Mai 2015 [
Urk.
9/16] sowie zur Schulterarthroskopie vom 1
2.
November
2015 [
Urk.
9/39 f.]
)
.
Schliesslich be
gründet
e
Prof.
Dr.
C._
die
Unfall
kausalität
der
Schulter
be
schwerden
der Beschwerdeführerin
mit dem Umstand
, dass die
se
erst nach dem Unfall vom 19.
Januar 2015 symptomatisch geworden seien
. Dem ist entgegenzuhalten, dass eine gesundheitliche Schädigung nicht schon dann als durch einen Unfall verursacht g
e
lt
en kann
, weil sie nach diesem auf
getreten ist (
post
hoc, ergo
propter
hoc; BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
mit Hinweis, Urteil des Bundes
ge
richts 8C_636/2016 vom 1
6.
November 2016 E.
5.2 mit weite
ren Hinweisen). Weitere Abklärungen sind
nicht angezeigt. Die
Beschwerde
gegnerin
hat ihre Leistungen zu Recht per 19.
Septem
ber 2015 einge
stellt, da gestützt auf die Beurteilungen der
Dres
.
A._
und
B._
da
von auszu
gehen ist, dass die geltend gemachten Beschwerden - spätestens - in diesem Zeitpunkt nicht mehr unfallbedingt waren.
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.