Decision ID: d4ded6cd-6bc0-52c1-9101-17513abcb986
Year: 2011
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriftenwechsel verzichtet wurde,
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),
dass das BFM aufgrund eines EURODAC-Treffers vom 20. August 2010 Bulgarien zu Recht als für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig erachtete und Bulgarien dem Wiederaufnahmegesuch des BFM vom 17. Februar 2011 zugestimmt hat (Art. 16 Abs. 1 Bst. e und Art. 20 Abs. 1 Dublin-II-VO),
dass die Beschwerdeführerin geltend macht, die Schweiz sei aufgrund einer drohenden Verletzung des Non-Refoulementgebots durch Bulgarien gehalten, von ihrem Selbsteintrittsrecht nach Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO Gebrauch zu machen und sich für ihr Asylgesuch zuständig zu erklären,
dass nach Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO die Schweiz ein Asylgesuch prüfen kann, auch wenn sie nach den in dieser Verordnung vorgesehenen Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist, um ihren Verpflichtungen aus dem nationalen und internationalen Recht nachzukommen,
dass diese Bestimmung jedoch nicht direkt anwendbar ist, weshalb sie nur in Verbindung mit einer anderen Norm des nationalen oder internationalen Rechts angerufen werden kann (vgl. BVGE 2011/45 E. 5),
dass zu den Verpflichtungen der Schweiz aus internationalem Recht insbesondere das Non-Refoulementgebot nach Art. 33 FK, Art. 3 EMRK und Art. 3 FoK gehört,
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dass Bulgarien unter anderem Signatarstaat der FK, der EMRK und FoK ist und keine konkreten Hinweise dafür bestehen, dass sich Bulgarien nicht an die daraus resultierenden Verpflichtungen hält,
dass der von der Beschwerdeführerin zu den Akten gegebene Bericht des UNO-Hochkommissars für Flüchtlinge (UNHCR) zur Situation der Flüchtlinge in Bulgarien auf verschiedene Missstände aufmerksam macht, so insbesondere darauf, dass das berufliche und ethische Verhalten von Übersetzern und Befragern und die Qualität von Länderberichten den Standards der EU nicht entsprächen,
dass die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift geltend macht, in ihrem Fall handle es sich offensichtlich um ein Fehlurteil aufgrund der vom UNHCR festgestellten Missstände, anders sei nicht zu erklären, wieso sie in Bulgarien keinen Schutz gefunden habe,
dass die Beschwerdeführerin diese Behauptung jedoch in keiner Weise substanziiert oder belegt,
dass sie insbesondere weder in der Befragung vor dem BFM noch in der Beschwerdeschrift darlegt, inwiefern das Asylverfahren in Bulgarien in ihrem Fall nicht den internationalen Standards entsprochen habe,
dass sie weder die ablehnende Verfügung der bulgarischen Behörden, noch das die Verfügung bestätigende Urteil zu den Akten gab,
dass damit die Behauptung der Beschwerdeführerin, ihr drohe eine Wegweisung in die Türkei in Verletzung des Non-Refoulementgebots, in keiner Weise bewiesen oder glaubhaft gemacht wurde,
dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass daran auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts zu ändern vermag, sie habe von Anfang an in die Schweiz gehen wollen, um hier ein Asylgesuch zu stellen, und habe in Bulgarien nur deshalb um Asyl nachgesucht, da die Schlepper sie dort zurückgelassen hätten,
dass die Begründung des BFM für den Verzicht auf die Ausübung des Selbsteintrittsrechts in seiner ablehnenden Verfügung zwar kurz ausgefallen ist, dies jedoch entgegen den Ansichten der Beschwerdeführerin unter dem Aspekt des rechtlichen Gehörs nicht zu
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beanstanden ist, da Nichteintretensentscheide nur summarisch zu begründen sind (Art. 37 Abs. 1 AsylG),
dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und auch kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht, weshalb das BFM die Wegweisung zu Recht angeordnet hat,
dass im Rahmen des Dublin-Verfahrens, bei dem es sich um ein Überstellungsverfahren in den für die Prüfung des Asylgesuches zuständigen Staat handelt, systembedingt kein Raum bleibt für Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 AuG,
dass eine entsprechende Prüfung, soweit notwendig, vielmehr bereits im Rahmen des Nichteintretensentscheides stattfindet,
dass in diesem Sinne das BFM den Vollzug der Wegweisung nach Bulgarien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat,
dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,
dass die Beschwerdebegehren sich aufgrund vorstehender Erwägungen als aussichtslos erwiesen haben, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG abzuweisen ist und die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1 ff. VGKE) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG),
dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses mit vorliegendem Urteil gegenstandslos geworden ist.
(Dispositiv nächste Seite)
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