Decision ID: 64dbb443-2bed-5c89-94e0-ec77c9879d83
Year: 2017
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der 1961 geborene, seit Sommer 2004 in seiner Heimat Mazedonien
wohnhafte A._ (im Folgenden: Versicherter oder Beschwerdefüh-
rer) arbeitete von 1997 bis 2003 mit Unterbrüchen in der Schweiz und ent-
richtete Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen und Invalidenversicherung
(AHV/IV). Zuletzt war er von März 2003 bis Januar 2004 in der Schweiz als
Chauffeur angestellt (Akten der IV-Stelle des Kantons Zürich [im Folgen-
den: IV-Stelle ZH resp. IV-act.) 3 bis 6, 12, 20). Zufolge eines chronischen
lumbospondylogenen Syndroms links war er vom 23. Oktober bis 20. No-
vember 2003 hospitalisiert (Akten der Schweizerischen Unfallversiche-
rungsanstalt [im Folgenden: Suva resp. Suva-act.] 33 bis 35). Nachdem
der Versicherte am 17. Dezember 2003 einen Auffahrunfall erlitten hatte
(Suva-act. 54 und 60), wurde er am nächsten Tag im Spital B._ un-
tersucht; im entsprechenden Bericht vom 18. Dezember 2003 wurden ein
HWS-Distorsionstrauma, sofortige Kopf- und Nackenschmerzen sowie
klopfdolente obere BWS-Dornfortsätze festgehalten (Suva-act. 56). Nach-
dem der Versicherte vom 12. Mai bis 8. Juni 2004 in der C._ hospi-
talisiert gewesen war (Suva-act. 79 bis 90), erfolgte am 6. Januar 2005 die
kreisärztliche Abschlussuntersuchung (Suva-act. 3 bis 7). In der Folge er-
liess die Suva am 11. Februar 2005 eine Verfügung, mit welcher sie den
Fall abschloss und die Versicherungsleistungen per 13. Februar 2005 ein-
stellte (IV-act. 26). Diese Verfügung erwuchs – soweit aus den Akten er-
sichtlich – unangefochten in Rechtskraft.
B.
Mit Datum vom 6. Juli 2004 meldete sich der Versicherte erstmals zum Be-
zug von Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung in Form
von Berufsberatung und einer Rente an (Akten der Invalidenversicherungs-
Stelle für Versicherte im Ausland [im Folgenden: IVSTA resp. act.) 1). Nach
Vorliegen der für die Beurteilung des Leistungsanspruchs massgebenden
Abklärungsergebnisse in beruflich-erwerblicher (IV-act. 1 bis 7, 10, 11, 13,
16, 17, 20) und medizinischer (IV-act. 21, 22, 25, 28, 29 S. 3 und 4) Hinsicht
sowie in Kenntnis der Suva-Akten (IV-act. 15; Suva-act. 1 bis 93) erliess
die IV-Stelle ZH am 13. Juni 2005 einen Beschluss. Dieser Beschluss, mit
welchem dem Versicherten mit Wirkung ab 1. September 2004 eine ordent-
liche halbe IV-Rente zugesprochen wurde (IV-act. 31 und 32 bzw. 36), ba-
sierte in medizinischer Hinsicht gemäss entsprechendem Feststellungs-
blatt vom 13. Juni 2005 auf verschiedenen Diagnosen (HWS-Distorsion,
lumbospondylogenes Syndrom, intermittierend lumboradikuläres Syndrom
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links, leichte bis mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörung, de-
pressives Zustandsbild im Rahmen einer Anpassungsstörung; IV-act. 29
S. 1). Die entsprechende, unangefochten in Rechtskraft erwachsene Ver-
fügung datiert vom 15. September 2005 (IV-act. 33 bzw. 37 und 38).
C.
Im Juni 2010 leitete die IV-Stelle ZH eine Rentenrevision von Amtes wegen
ein (IV-act. 36, act. 7). Nach Erhalt des entsprechenden, am 5. Juli 2010
vom Versicherten unterzeichneten Formulars samt Beilagen (IV-act. 39 bis
42) überwies die IV-Stelle ZH die Akten am 23. Juli 2010 zuständigkeits-
halber an die IVSTA (IV-act. 43). Nach Einholung weiterer Unterlagen und
medizinischen Beurteilungen von Dr. med. D._ vom IV-internen me-
dizinischen Dienst vom 4. Januar und 15. Mai 2011 (act. 8 und 19) teilte
die IVSTA dem Versicherten am 18. Mai 2011 mit, die Überprüfung des
Invaliditätsgrades habe keine anspruchsbeeinflussende Änderung erge-
ben, weshalb aufgrund unveränderter Verhältnisse weiterhin Anspruch auf
die entsprechenden Geldleistungen bestehe (act. 20).
D.
Mit Datum vom 28. August 2013 ersuchte die IVSTA Dr. med. D._
vom IV-internen medizinischen Dienst um Mitteilung, ob die Revision nach
den Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 des Bundes-
gesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG, SR
831.20; 6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket [AS 2011 5659]; im Fol-
genden: SchlBest. IVG) durchzuführen sei (act. 21). Nach seiner Beurtei-
lung vom 19. September 2013 (act. 22) sowie in Kenntnis weiterer medizi-
nischer Unterlagen (act. 28 bis 30) gab Dr. med. E._ am 25. Okto-
ber 2013 eine Beurteilung ab; sie war entgegen der Meinung von Dr. med.
D._ der Auffassung, dass die Revision nach den SchlBest. IVG zu
erfolgen habe und eine Begutachtung in der Schweiz notwendig sei (act.
32). In der Folge beauftragte die IVSTA am 8. November 2013 die Dres.
med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
G._, Facharzt für Rheumatologie, mit einer interdisziplinären medi-
zinischen Abklärung (act. 33 bis 35); die entsprechenden Expertisen datie-
ren vom 8. und 17. Februar 2014 (act. 41 und 42). Nach Vorliegen weiterer
ärztlicher, IV-interner Stellungnahmen vom 11. März und 30. Juni 2014
(act. 45 und 50) stellte die IVSTA dem Versicherten mit Vorbescheid vom
17. Juli 2014 die Aufhebung der Rente in Aussicht (act. 51). Nach durch-
geführtem Vorbescheidverfahren (act. 52 bis 54) erliess die IVSTA am 26.
November 2014 eine Verfügung, mit welcher die IV-Rente mit Wirkung ab
1. Februar 2015 eingestellt wurde (act. 60).
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E.
Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur.
Wyler, beim Bundesverwaltungsgericht mit Eingabe vom 12. Januar 2015
Beschwerde erheben und folgende materiellrechtlichen Anträge stellen
(Akten im Beschwerdeverfahren [im Folgenden: B-act.] 1).
1. Die Verfügung der Zentralen Ausgleichsstelle ZAS, Invalidenver-
sicherungs-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, vom 26. No-
vember 2014 sei aufzuheben.
2. Es sei dem Beschwerdeführer ab dem 1. Februar 2015 weiterhin
mindestens eine halbe unbefristete Invalidenrente auszurichten.
3. Es sei festzustellen, dass die Aufhebung der Invalidenrente ge-
stützt auf die SchlB des IVG der 6. IV-Revision unzulässig sei.
4. Ev. für den Fall, dass dem Beschwerdeführer ab dem 1. Februar
2015 nicht weiterhin mindestens eine unbefristete halbe Invaliden-
rente, wie unter Ziff. 2 beantragt, zuerkannt wird, sei die Angele-
genheit an die Vorinstanz zurückzuweisen und diese sei zu ver-
pflichten, zusätzliche medizinische Abklärungen zu tätigen und
neu zu verfügen.
5. Subev. für den Fall, dass wider Erwarten die Aufhebung der Inva-
lidenrente des Beschwerdeführers bestätigt werden sollte, seien
ihm Massnahmen zur Wiedereingliederung nach Art. 8a IVG in der
Schweiz oder in Mazedonien zuzusprechen, und die Rente sei bis
zum Abschluss der Massnahmen, längstens während zwei Jahren
ab dem Zeitpunkt der Aufhebung, weiter auszurichten.
Zur Begründung wurde zusammengefasst ausgeführt, die ursprüngliche
Diagnose beim Beschwerdeführer, welche als Grundlage für die IV-Rente
angesehen worden sei, habe aufgrund der (zumindest teilweise) mittel-
schweren neuropsychologischen Funktionsstörungen und des depressi-
ven Zustandsbilds im Rahmen einer Anpassungsstörung nicht demjenigen
eines ausschliesslich pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen
Beschwerdebilds entsprochen. Sämtliche Beschwerden seien in gegensei-
tigem Austausch gestanden und hätten sich dementsprechend bereits zum
Zeitpunkt der Zusprechung der Rente nicht trennen lassen. Die Be-
schwerde gegen die Rentenrevision sei somit bereits aus diesem Grund
gutzuheissen. Weiter machte die Rechtsvertreterin geltend, es müsse die
notwendige Tiefe der beiden ärztlichen Experten-Untersuchungen sehr
C-210/2015
Seite 5
stark angezweifelt werden. Die Ansicht, dass die Schmerzen des Be-
schwerdeführers keine direkt nachweisbare somatische Ursache haben
sollten, sei unverständlich. Die medizinisch-rheumatologische Schlussfol-
gerung von Dr. med. H._, wonach keine objektivierbaren Befunde
am Bewegungsapparat festgestellt werden könnten, stehe der Diagnose-
stellung von Dr. med. I._ vom 7. Juli 2010 direkt entgegen. Allenfalls
vorliegende Diskrepanzen und Inkonsistenzen in den Angaben des Be-
schwerdeführers seien auf seine Denkblockaden und seine Konzentrati-
onsstörungen zurückzuführen. Aus diesem Grund auf eine Simulation zu
schliessen, würde geradezu die Krankheitssymptome beim Beschwerde-
führer missachten. Zum unklaren syndromalen Beschwerdebild würden
beim Beschwerdeführer auch deutliche somatische Beschwerden hinzu-
treten, wobei die einzelnen unklaren und klaren Beschwerden in einem Ge-
samtkontext gesehen werden müssten und nicht einzeln betrachtet werden
könnten. Unter Berücksichtigung dieser Umstände müsse jedenfalls beim
Beschwerdeführer klar von einer deutlichen und rentenrelevanten
Schmerzstörung mit einem (zumindest auch) somatischen Beschwerdebild
ausgegangen werden. Weiter seien sämtliche Förster-Kriterien erfüllt. Vor
dem Hintergrund der Stellungnahmen von Dr. med. D._ vom 15.
Mai 2011 und 19. September 2013 sei die Feststellung von Dr. med.
G._ im rheumatologischen Gutachten vom 5. Februar 2014, dass
seit dem 18. Mai 2011 aus rheumatologischer Sicht weder hinsichtlich der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit noch bezüglich einer anderen keine Arbeits-
unfähigkeit mehr vorliege, genau so wenig nachvollziehbar wie diejenige
von Dr. med. F._ in seinem psychiatrischen Gutachten vom 17. Feb-
ruar 2014, aus psychiatrischer Sicht sei eine Arbeitsunfähigkeit als Chauf-
feur nicht begründbar. Die direkten Auswirkungen des Schlafmangels auf
den Gesundheitszustand seien weder im rheumatologischen noch im psy-
chiatrischen Gutachten ausreichend berücksichtigt und thematisiert wor-
den; es seien zusätzliche Abklärungen nötig. Die Chauffeurtätigkeit beruf-
lich auszuüben, sei vollkommen unrealistisch. Dem Beschwerdeführer
könne aufgrund seines Schlafmangels mitnichten zugemutet werden,
seine Schmerzen zu überwinden. Es werde bestritten, dass beim Be-
schwerdeführer keine auf den Unfall vom 17. Dezember 2003 zurückzu-
führende psychische Komorbidität vorhanden sein soll. Die Schwere, die
Intensität und die Ausprägung des depressiv ängstlichen Zustandsbildes
seit dem Unfall vom 17. Dezember 2003 seien – wie auch die weiteren
Förster-Kriterien – ausreichend dokumentiert. Für den Fall, dass wider Er-
warten die Invalidenrente gestützt auf Bst. a der SchlBest IVG. aufgehoben
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werden sollte, seien dem Beschwerdeführer Massnahmen zur Wiederein-
gliederung nach Art. 8a IVG in der Schweiz oder in Mazedonien zuzuspre-
chen; darauf habe er Anspruch.
F.
Mit prozessleitender Verfügung vom 14. Januar 2015 wurde der Beschwer-
deführer unter Hinweis auf die Säumnisfolgen (Aktenentscheid) aufgefor-
dert, innert Frist das dieser Verfügung beigelegte Formular „Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege“ ausgefüllt und mit den nötigen Beweismitteln
versehen beim Bundesverwaltungsgericht einzureichen (B-act. 3); dieser
Aufforderung kam der Beschwerdeführer nach (B-act. 4, 5 und 7).
G.
In ihrer Vernehmlassung vom 3. März 2015 beantragte die Vorinstanz die
Abweisung der Beschwerde (B-act. 6).
Zur Begründung machte sie zusammengefasst geltend, es handle sich um
einen Anwendungsfall der 6. IV-Revision. Diesbezüglich werde auf den IV-
ärztlichen Bericht vom 25. Oktober 2013 verwiesen, wonach bereits von
der C._ keine unfallspezifischen, strukturell pathologisch objekti-
vierbaren Körperschäden festgestellt worden seien und deshalb bei den
Beschwerden und Beweglichkeitseinschränkungen von einer psychoso-
matischen Affektion bei unglücklichen psychosozialen Belastungsfaktoren
auszugehen gewesen sei. Die rheumatologischen und psychiatrischen Ab-
klärungen, denen volle Beweiskraft zuzusprechen sei, sowie die heimat-
ärztlichen Berichte hätten den beiden beurteilenden Fachärzten des IV-
ärztlichen Dienstes ein deutliches und nachvollziehbares Bild der vorlie-
genden Leiden vermittelt. Sie seien dabei zur zweifelsfreien Feststellung
gelangt, dass aus somatischer Sicht keine relevanten Funktionseinschrän-
kungen vorlägen bzw. sich die Schmerzen des Versicherten nicht durch
somatische Befunde erklären liessen und aus psychiatrischer Sicht eine
Dysthymie leichter Ausprägung gegeben sei, so dass die anhaltenden so-
matoformen Schmerzstörungen ohne psychiatrische Komorbidität als
überwindbar zu erachten seien. Eine rentenbegründende Arbeits- bzw. Er-
werbsunfähigkeit sei nicht feststellbar. Abschliessend sei festzuhalten,
dass Wiedereingliederungsmassnahmen gemäss Bst. a Abs. 2 SchlBest.
IVG in Verbindung mit Art. 8a IVG Personen vorbehalten seien, welche die
versicherungsmässigen Voraussetzungen erfüllen würden. Da der Be-
schwerdeführer nicht mehr versichert sei, könnten diesem keine entspre-
chenden Massnahmen gewährt werden. Dementsprechend könne auch
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keine an die Durchführung solcher Massnahmen gekoppelte Weiteraus-
richtung der Rente erfolgen (Bst. a Abs. 3 SchlBest. IVG).
H.
Nachdem der Beschwerdeführer mit prozessleitender Verfügung vom
15. April 2015 aufgefordert worden war, innert Frist sein Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege zu ergänzen (B-act. 8 und 9), reichte die Rechtsver-
treterin im Rahmen der Eingabe vom 13. Mai 2015 weitere Unterlagen ein
(B-act. 10).
I.
In seiner Replik vom 15. Januar 2015 liess der Beschwerdeführer an sei-
nen beschwerdeweise gestellten Anträgen festhalten und weitere Ausfüh-
rungen machen (B-act. 12).
J.
Mit prozessleitender Verfügung vom 10. September 2015 wurden die Ge-
suche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeistän-
dung gutgeheissen und dem Beschwerdeführer Rechtsanwältin Dr. iur.
Wyler als gerichtlich bestellte Anwältin beigeordnet (B-act. 13).
K.
In ihrer Duplik vom 12. Oktober 2015 beantragte die Vorinstanz weiterhin
die Abweisung der Beschwerde (B-act. 15).
Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die umfangreichen
medizinischen Unterlagen sowie die revisionsweise veranlassten interdis-
ziplinären, psychiatrisch-rheumatologischen Gutachten hätten dem IV-ärzt-
lichen Dienst erlaubt, auch im Licht der Beurteilungsindikatoren gemäss
Urteil des Bundesgerichts 9C_492/2014 eine umfassende Prüfung des tat-
sächlichen Leistungsvermögens einzelfallgerecht zu bewerten. Dabei
seien keine relevanten Indikatoren hinsichtlich dem funktionellen Schwere-
grad festgestellt worden; sämtliche diagnoserelevanten Befunde zeitigten
keine invalidisierende Arbeitsunfähigkeit.
L.
Mit prozessleitender Verfügung vom 21. Oktober 2015 schloss der Instruk-
tionsrichter den Schriftenwechsel (B-act. 16).
M.
In der Folge reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers am
10. November 2015 unaufgefordert eine Triplik ein (B-act 17). Darin
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Seite 8
machte sie insbesondere geltend, die Begutachtung hätte anhand der für
den Beschwerdeführer relevanten Indikatoren gemäss Urteil des Bundes-
gerichts 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 erfolgen sollen, doch diesen An-
forderungen genügten die Expertisen nicht; die diesbezüglich von der Vor-
instanz abgegebene Eingabe datiert vom 14. Dezember 2015 (B-act. 20).
N.
Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften und Beweis-
mittel der Parteien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwä-
gungen einzugehen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Zu den an-
fechtbaren Verfügungen gehören jene der IVSTA, welche eine Vorinstanz
des Bundesverwaltungsgerichts darstellt (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. auch
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die In-
validenversicherung [IVG, SR 831.20]). Eine Ausnahme, was das Sachge-
biet angeht, ist in casu nicht gegeben (Art. 32 VGG).
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG).
Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen
Verfahren die besonderen Bestimmungen des ATSG vorbehalten. Gemäss
Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen dieses Gesetzes auf die bundesge-
setzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, wenn und soweit es
die einzelnen Sozialversicherungsgesetze vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind
die Bestimmungen des ATSG auf die IV anwendbar (Art. 1a bis 70 IVG),
soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht.
Dabei finden nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln in for-
mellrechtlicher Hinsicht mangels anderslautender Übergangsbestimmun-
gen grundsätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeit-
punkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2).
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Seite 9
1.3 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 22a
in Verbindung mit Art. 60 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Als Adressat der
angefochtenen Verfügung vom 26. November 2014 (act. 60) ist der Be-
schwerdeführer berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren
Aufhebung oder Änderung (vgl. Art. 59 ATSG). Zusammenfassend ergibt
sich, dass sämtliche Prozessvoraussetzungen erfüllt sind. Auf die Be-
schwerde ist daher einzutreten.
1.4 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die
Verfügung vom 26. November 2014 (act. 60), mit welcher die Vorinstanz
die seit 1. September 2004 ausgerichtete halbe IV-Rente des Beschwer-
deführers (vgl. Bst. B. hiervor) auf der Grundlage von Bst. a Abs. 1 Schl-
Best. IVG aufgehoben hat. Mit Blick auf die materiellen Hauptanträge des
Beschwerdeführers ist streitig und zu prüfen, ob die vorinstanzliche Er-
kenntnis, die Voraussetzungen für eine Rentenüberprüfung gemäss lit. a
Abs. 1 SchlBest. IVG seien erfüllt, Bundesrecht verletzt hat resp. ob die
Verfügung vom 26. November 2014 aufzuheben und dem Beschwerdefüh-
rer auch über den 1. Februar 2015 hinaus mindestens eine halbe IV-Rente
auszurichten ist.
1.5 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
2.
Im Folgenden sind vorab die im vorliegenden Verfahren im Wesentlichen
anwendbaren Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen.
2.1 Der Beschwerdeführer, über dessen Anspruch auf eine Invalidenversi-
cherung zu entscheiden ist, ist Staatsangehöriger von Mazedonien, sodass
vorliegend das Abkommen vom 9. Dezember 1999 zwischen der Schwei-
zerischen Eidgenossenschaft und der Republik Mazedonien über Soziale
Sicherheit (SR 0.831.109.520.1; nachfolgend: Sozialversicherungsabkom-
men) zur Anwendung gelangt. Nach Art. 4 Abs. 1 des Sozialversicherungs-
abkommens sind die Staatsangehörigen des einen Vertragsstaates in ihren
Rechten und Pflichten aus den Rechtsvorschriften des anderen Vertrags-
staates, zu denen gemäss Art. 1 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 2 A lit. ii
des Sozialversicherungsabkommens auch die Bundesgesetzgebung über
die schweizerische Invalidenversicherung gehört, den Staatsangehörigen
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Seite 10
dieses Vertragsstaates gleichgestellt; abweichende Bestimmungen in die-
sem Abkommen bleiben vorbehalten. Mangels vorliegend anwendbarer,
abweichender Vorschriften bestimmt sich der Anspruch des Beschwerde-
führers auf Leistungen der Invalidenversicherung demnach ausschliesslich
nach schweizerischem Recht.
2.2 Weil in zeitlicher Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtli-
cher Regelungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich
sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen
führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1, 131 V
11 E.1). Diese Lösung stellt zufolge ihres allgemein gültigen Bedeutungs-
gehaltes einen für alle Rechtsverhältnisse – und somit auch für Dauerleis-
tungen – geltenden intertemporalrechtlichen Grundsatz auf (BGE 130 V
445 E. 1.2.1; SVR 2010 IV Nr. 59 S. 181 E. 3.1). Demnach sind die vorlie-
gend zu beurteilenden Leistungsansprüche im Verfügungszeitpunkt
(26. November 2014) nach den Normen des vom Bundesrat auf den 1. Ja-
nuar 2012 in Kraft gesetzten ersten Teils der 6. IV-Revision zu prüfen.
2.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), die Folge
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Invalidität ist somit der durch einen Gesundheitsschaden verursachte und
nach zumutbarer Behandlung oder Eingliederung verbleibende länger dau-
ernde (volle oder teilweise) Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt resp. der Möglichkeit,
sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Der Invaliditätsbegriff
enthält damit zwei Elemente: ein medizinisches (Gesundheitsschaden mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) und ein wirtschaftliches im weiteren
Sinn (dauerhafte oder länger dauernde Einschränkung der Erwerbsfähig-
keit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich; vgl. zum Ganzen UELI KIESER,
ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 8 Rz. 7). Arbeitsunfähigkeit ist
die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen
Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer
wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgaben-
bereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be-
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei-
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
C-210/2015
Seite 11
2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung
haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähig-
keit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder
verbessern können (Bst. a), und die zusätzlich während eines Jahres ohne
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig
(Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres zu min-
destens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. b und c). Laut Art. 28 Abs. 2
IVG in der ab 2008 geltenden Fassung besteht der Anspruch auf eine
ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf
eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem In-
validitätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine
Viertelsrente. Laut Art. 29 Abs. 4 IVG (in der ab 2008 geltenden Fassung)
werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entspre-
chen, jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und ge-
wöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, soweit nicht
zwischenstaatliche Vereinbarungen eine abweichende Regelung vorse-
hen. Eine solche Ausnahme ist vorliegend nicht gegeben. Nach der Recht-
sprechung stellt diese Regelung nicht eine blosse Auszahlungsvorschrift,
sondern eine besondere Anspruchsvoraussetzung dar (BGE 121 V 275
E. 6c).
2.5 Nach Bst. a Abs. 1 SchlBest. IVG werden Renten, die bei pathogene-
tisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nach-
weisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei
Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Vorausset-
zungen nach Art. 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt
oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1
ATSG nicht erfüllt sind. Diese Bestimmung wurde höchstrichterlich als ver-
fassungs- und EMRK-konform beurteilt (BGE 139 V 547). Sie findet laut
Bst. a Abs. 4 SchlBest. IVG keine Anwendung auf Personen, die im Zeit-
punkt des Inkrafttretens der Änderung das 55. Altersjahr zurückgelegt ha-
ben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet wird, seit mehr
als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung beziehen. Bst. a Abs.
3 SchlBest. IVG sieht vor, dass bei Durchführung von Massnahmen nach
Art. 8a IVG die Rente bis zum Abschluss dieser Massnahmen weiter aus-
gerichtet wird, längstens aber während zwei Jahren ab dem Zeitpunkt der
Aufhebung oder Herabsetzung.
C-210/2015
Seite 12
3.
Der Beschwerdeführer geht beschwerdeweise davon aus, dass kein An-
wendungsfall von Bst. a Abs. 1 SchlBest. IVG vorliege, weil die ursprüngli-
che Diagnose, welche Grundlage für die Rentenzusprache gebildet habe,
nicht einem ausschliesslich pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndro-
malen Beschwerdebild entsprochen habe. Mit Blick auf die vernehmlas-
sungsweise mit Verweis auf den IV-ärztlichen Bericht vom 25. Oktober
2013 (act. 32) gemachten Ausführungen ist zweifelsfrei erstellt, dass sich
die Vorinstanz bei der Einstellung der Rentenleistungen einzig auf Bst. a
Abs. 1 SchlBest. IVG abgestützt hatte. Zu prüfen ist demnach in einem
ersten Schritt, ob sich die Vorinstanz bei der Rentenaufhebung zu Recht
auf diese Bestimmung gestützt hatte. In diesem Zusammenhang ist auch
zu klären, ob eine der in Bst. a Abs. 4 SchlBest. IVG genannten Ausnah-
mesituationen gegeben und ob die Rentenzusprache auf einer von Bst. a
SchlBest. IVG erfassten gesundheitlichen Beeinträchtigung erfolgt war.
3.1 Der Beschwerdeführer bezog ab dem 1. September 2004 eine halbe
IV-Rente (IV-act. 31 bis 33, 36 bis 38; act. 20). Mit Datum vom 28. August
2013 ersuchte die IVSTA den IV-internen medizinischen Dienst um Mittei-
lung, ob die Revision nach den SchlBest. IVG durchzuführen sei (act. 21),
und am 27. September 2013 wurde der Versicherte von der Vorinstanz dar-
über orientiert, dass zur Durchführung der Rentenrevision neue ärztliche
Unterlagen aus Mazedonien angefordert worden seien (act. 26). Welches
Datum als Zeitpunkt der Einleitung der Überprüfung zu qualifizieren ist,
kann offengelassen werden, denn selbst mit Blick auf den Zeitraum vom
1. September 2004 bis 27. September 2013 ist festzustellen, dass der Be-
schwerdeführer während dieser Zeit noch nicht über 15 Jahre lang eine
Rente bezogen hatte (vgl. dazu BGE 139 V 442 E. 4 und 5.1 und Urteil des
BGer 8C_576/2014 vom 20. November 2014 E. 4). Bei Inkrafttreten der
Änderung am 1. Januar 2012 war der 1961 geborene Beschwerdeführer
zudem noch nicht 55 Jahre alt, weshalb keiner der Ausschlussgründe nach
Bst. a Abs. 4 SchlBest. IVG gegeben ist. Da die Überprüfung der Rente
innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten der Änderungen erfolgte, ist
Bst. a SchlBest. IVG in formeller Hinsicht anwendbar.
3.2 In materieller Hinsicht ergibt sich die Anwendbarkeit von Bst. a Schl-
Best. IVG ausschliesslich aus der Natur des Gesundheitsschadens, auf
dem die Rentenzusprechung beruht (vgl. Urteil des BGer 9C_379/2013
vom 13. November 2013 E. 3.2.3). Unklare Beschwerdebilder, wie sie in
den SchlBest. IVG vorausgesetzt werden, charakterisieren sich durch den
Umstand, dass mittels klinischer Untersuchungen weder Pathologie noch
C-210/2015
Seite 13
Ätiologie nachweisbar oder erklärbar sind (vgl. Urteil des BGer
8C_654/2014 vom 6. März 2015 mit Hinweis auf BGE 139 V 547 E. 9.4),
wobei es mit Blick auf die Zielsetzung von Bst. a SchlBest. IVG auf die
Natur des Gesundheitsschadens ankommt und nicht auf eine präzise Dia-
gnose (vgl. Urteil des BGer 9C_384/2014 vom 10. Juli 2014 E. 3.2). Nach
BGE 140 V 197 E. 6.2.3 sind die SchlBest. IVG auch anwendbar, wenn
sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen lassen. Ein organisch
begründeter Teil der Arbeitsunfähigkeit kann bei der Anwendbarkeit der
Schlussbestimmungen jedoch nur neu beurteilt werden, sofern eine Verän-
derung im Sinne von Art. 17 ATSG eingetreten ist (vgl. Urteil des BGer
9C_121/2014 vom 3. September 2014 E. 2.4.2).
3.3 Im Rahmen des Rentenbeschlusses vom 13. Juni 2005 (IV-act. 31 und
32 bzw. 36) resp. der entsprechenden Verfügung vom 15. September 2005
(IV-act. 33 bzw. 37 und 38) dienten der IV-Stelle ZH als Entscheidbasis im
Wesentlichen folgende ärztlichen Beurteilungen:
3.3.1 Das B._ erwähnte in seinem Bericht vom 18. Dezember 2003
unter „Indikation“ einen Auffahrunfall mit einem HWS-Distorsionstrauma,
sofortigen Kopf- und Nackenschmerzen sowie klopfdolenten oberen BWS-
Dornfortsätzen. Konventionell radiologisch konnte keine frische ossäre Lä-
sion im Bereich der Hals- bzw. oberen Brustwirbelsäule gefunden werden
(Suva-act. 56). In einem früheren, vor dem Unfalldatum (17. Dezember
2003) am 2. Juni 2003 verfassten Bericht hielt das B._ eine ver-
mehrte Lendenlordose mit einer leichten, nach kaudal zunehmenden
Spondylarthrose fest (Suva-act. 36).
3.3.2 Im Austrittsbericht der J._ vom 15. Dezember 2003 wurde zu-
sammenfassend erwähnt, es bestehe ein chronisches lumbo-spondyloge-
nes Syndrom links bei einer Wirbelsäulenfehlform und degenerativen Wir-
belsäulenveränderungen. Differenzialdiagnostisch komme auch ein lumbo-
radikuläres Reizsyndrom L5 links in Frage, wobei dafür keine objektiven
Befunde vorlägen (Suva-act. 33 bis 35).
3.3.3 Gemäss neuropsychologischem Bericht der C._ vom 26. Mai
2004 bestand beim Versicherten zusammenfassend eine leichte bis mittel-
schwere Störung des kognitiv-psychischen Leistungsvermögens. Beim Un-
fall vom 17. Dezember 2003 habe der Versicherte eine Distorsion der HWS
erlitten. Hinweise auf eine durchgemachte leichte traumatische Hirnverlet-
zung fehlten. Seit dem Unfall leide der Versicherte nebst den angegebenen
Schmerzen auch an verschiedenen psychopathologischen Symptomen,
C-210/2015
Seite 14
welche als stressbedingte Leistungsdekompensationen in spezifischen An-
forderungssituationen einzuordnen seien (Suva-act. 25 bis 28).
3.3.4 Im Anschluss an das rheumatologische Konsilium wurde am 2. Juni
2004 berichtet, im Vordergrund stünden myofasziale Beschwerden. Die
Beweglichkeit der Halswirbelsäule sei allseits stark eingeschränkt, wobei
die Kooperation doch eher als fraglich beurteilt werden müsse. Die Be-
schwerden führten zu einem starken subjektiven Beeinträchtigungsempfin-
den, welches im Disabilityindex nach Vernon in fast allen Kategorien im
obersten Bereich angegeben werde. Dies deute darauf hin, dass die sub-
jektive Komponente eine erhebliche Rolle spiele. Die früher bestehenden
lumbalen Beschwerden, die schon vor der Auffahrkollision zu einer Arbeits-
unfähigkeit geführt hätten, wurden aktuell lediglich als mässig angegeben.
Lumbal zeige der Versicherte eine starke Bewegungseinschränkung, wo-
bei in den Akten lumbal noch eine weitgehend normale Beweglichkeit be-
schrieben worden sei. Auch hier handle es sich demnach um ein Koopera-
tionsproblem (Suva-act. 23 und 24).
3.3.5 Nach Durchführung des psychosomatischen Konsiliums wurde psy-
chiatrischerseits am 2. Juni 2004 ausgeführt, es handle sich um ein eher
mildes depressives Zustandsbild, das im Rahmen einer Anpassungsstö-
rung mit gemischter ängstlich-depressiver Reaktion verstanden werden
könne (ICD-10: F43.22). Es sei nachvollziehbar, dass sich der Versicherte
Sorgen um die zukünftige Existenz mache, da er im heutigen Zustand nicht
einmal mit dem Privatwagen entspannt fahren könne. Besondere Hinweise
auf ein Symptomausweitungsverhalten seien nicht festgestellt worden
(Suva-act. 20 bis 22).
3.3.6 Im Austrittsbericht der C._ vom 17. Juni 2004 wurden fol-
gende Diagnosen gestellt: Unfall vom 17. Dezember 2003 (Heckauffahrun-
fall; HWS-Distorsion, chronisches lumbospondylogenes Syndrom links),
lumboradikuläres Syndrom L5 links (Wirbelsäulenfehlform, degenerative
Wirbelsäulenveränderungen), leichte bis mittelschwere neuropsychologi-
sche Funktionsstörung, mildes depressives Zustandsbild im Rahmen einer
Anpassungsstörung mit gemischter ängstlich-depressiver Reaktion (ICD-
10: F43.22), dyspeptische Beschwerden (Status nach Duodenalulkus
1994), Adipositas, rezidivierende Hämorrhoiden, erniedrigte Glukosetole-
ranz. Weiter wurde ausgeführt, die aktuellen Probleme bestünden in einer
unveränderten Rotationseinschränkung der HWS, starken Nackenschmer-
zen bei Eintritt und mittelstarken bis leichten Nackenschmerzen bei Austritt
sowie Schulterschmerzen und –schwäche links bei Eintritt und verbesserte
C-210/2015
Seite 15
Kraft bei Austritt. Im Rahmen des Ergebnisses der Berufsabklärung wurde
schliesslich berichtet, der Versicherte sei seit dem Unfall im Dezember
2003 arbeitsunfähig. Eine Wiederaufnahme seiner angestammten Tätig-
keit als Chauffeur sei derzeit nicht möglich aufgrund der eingeschränkten
Rotationsfähigkeit der HWS. Eine Fahrfähigkeit sei im Moment nicht gege-
ben. Die Aufnahme eines anderen Berufs sei hingegen möglich (Suva-act.
14 bis 19).
3.3.7 Im kreisärztlichen Abschlussbericht vom 6. Januar 2005 übernahm
Dr. med. K._ die im Austrittsbericht der C._ vom 17. Juni
2004 gestellten Diagnosen. Seine zusätzlichen Bemerkungen lauteten wie
folgt: Unveränderte Bewegungseinschränkung im Nacken (unverändert
trotz verschiedensten Therapien), keine Besserung der Beschwerden trotz
intensiver Behandlung, starke Beweglichkeitseinschränkung der HWS, Ko-
operation eher fraglich, subjektive Komponente des Beeinträchtigungs-
empfindens spielt wahrscheinlich eine erhebliche Rolle, neuropsycholo-
gisch mittelschwere Störung ohne Hinweis auf durchgemachte leichte trau-
matische Hirnverletzung. Weiter führte Dr. med. K._ im Rahmen
des Fazits aus, aufgrund der erfolgten Abklärungen und auch der heutigen
Untersuchung finde sich kein unfallspezifischer, struktureller pathologisch
objektivierbarer Körperschaden. Eine Erklärung für die Beschwerden und
die Beweglichkeitseinschränkung sei deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit
Folge einer psychosomatischen Affektion bei unglücklichen psychosozia-
len Belastungsfaktoren. Er, Dr. med. K._, verweise dabei auch auf
den Bericht des Psychiaters von C._. Schliesslich erwähnte er un-
ter dem Punkt „Restfolgen“ einen zervikozephalen Symptomkomplex, eine
Beweglichkeitseinschränkung der HWS (organisch nicht erklärbar) sowie
einen Status nach einer HWS-Distorsion QTF II (Suva-act. 3 bis 7).
3.3.8 Am 10. Juni 2005 stellte der Regionale Ärztliche Dienst (im Folgen-
den: RAD) unter anderem fest, in der angestammten Tätigkeit als Chauf-
feur sei der Versicherte vollständig arbeitsunfähig. In einer behinderungs-
angepassten, leichten Tätigkeit bestehe gemäss Belastungsprofil von
Dr. med. L._ eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Dass diese nicht 100 %
sei, könne mit der in C._ festgestellten neuropsychologischen Stö-
rung und mit den psychischen Problemen nachvollzogen werden (IV-act.
29 S. 4).
C-210/2015
Seite 16
3.4
3.4.1 Mit Blick auf die von den Ärzten gestellten Diagnosen lagen im Zeit-
punkt der erstmaligen Rentenzusprache (Beschluss vom 13. Juni 2005 [IV-
act. 31 und 32 bzw. 36]; die entsprechende, unangefochten in Rechtskraft
erwachsene Verfügung datiert vom 15. September 2005 [IV-act. 33 bzw.
37 und 38]) einerseits somatisch objektivierbare ("erklärbare") Gesund-
heitsschädigungen in Form eines intermittierend lumboradikulären Syn-
droms links, einer Lendenlordose mit einer leichten, nach kaudal zuneh-
menden Spondylarthrose bzw. eines chronischen lumbospondylogenen
Syndroms bei einer Wirbelsäulenfehlform und degenerativen Wirbelsäu-
lenveränderungen vor.
3.4.2 Andererseits bestand aus rheumatologischer Sicht eine Diskrepanz
zwischen der vom Beschwerdeführer lumbal gezeigten starken Bewe-
gungseinschränkung und der in den Akten beschriebenen, weitgehend nor-
malen lumbalen Beweglichkeit. Bereits dieser Umstand lässt den Schluss
zu, dass im Zeitpunkt der erstmaligen Rentenzusprache – nebst somatisch
objektivierbaren Gesundheitsschädigungen – auch ein pathogenetisch-äti-
ologisch unklares syndromales Beschwerdebild ohne nachweisbare orga-
nische Grundlage im Sinne von Bst. a Abs. 1 SchlBest. IVG vorgelegen
hatte (vgl. BGE 139 V 547 E. 2.2 und 137 V 64 E. 4.2, je mit Hinweisen),
zumal die Ausführungen von Dr. med. K._, wonach die Beschwer-
den und Beweglichkeitseinschränkungen Folge einer psychosomatischen
Affektion bei unglücklichen psychosozialen Belastungsfaktoren seien,
schlüssig und nachvollziehbar sind. Insbesondere ist jedoch auch das un-
fallbedingt erlittene HWS-Distorsionstrauma ohne einen daraus resultie-
renden strukturellen, pathologisch objektivierbaren Körperschaden mit den
damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang stehen-
den verschiedenen psychopathologische Symptomen sowie der Anpas-
sungsstörung mit gemischter ängstlich-depressiver Reaktion (ICD-10:
F43.22) unter die hiervor genannten unklaren Beschwerden zu subsumie-
ren. Dasselbe gilt im Übrigen auch für die neuropsychologisch höchstens
mittelschwere Funktionsstörung ohne Hinweis auf durchgemachte leichte
traumatische Hirnverletzung.
3.4.3 Obwohl rein somatische Diagnosen erwähnt worden waren, basierte
die erstmalige Rentenzusprache letztlich zu einem überwiegend grossen
Teil auf den psychischen Beeinträchtigungen resp. einem pathogenetisch-
ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebild ohne nachweisbare or-
C-210/2015
Seite 17
ganische Grundlage. Mit anderen Worten war dieses Beschwerdebild ge-
mäss Bst. a Abs. 1 SchlBest. IVG ausschlaggebend resp. conditio sine qua
non für die ursprüngliche Rentenzusprache. Dasselbe gilt auch für die
nachfolgende Bestätigung der halben IV-Rente des Beschwerdeführers.
So lag der Mitteilung vom 18. Mai 2011 (act. 20) der Bericht von Dr. med.
D._ vom 15. Mai 2011 (act. 19), welcher einen unveränderten Ge-
sundheitszustand beschrieben hatte, zu Grunde.
3.5 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist als Zwischenergebnis fest-
zuhalten, dass die Voraussetzungen für eine Rentenüberprüfung gemäss
Bst. a Abs. 1 SchlBest. IVG erfüllt sind. Mit anderen Worten kann die mit
Verfügung vom 15. September 2005 rechtskräftig zugesprochene und mit
Mitteilung vom 18. Mai 2011 bestätigte halbe IV-Rente des Beschwerde-
führers gestützt auf Bst. a Abs. 1 SchlBest. IVG aufgehoben werden, soll-
ten die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sein. Dies ist im Folgen-
den zu prüfen.
4.
4.1 Im Rahmen der rentenaufhebenden Verfügung vom 26. November
2014 unter dem Titel von Bst. a Abs. 1 SchlBest. IVG stützte sich die Vor-
instanz insbesondere auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. med.
G._, Facharzt für Rheumatologie, und F._, Facharzt für Psy-
chiatrie und Psychotherapie, vom 8. und 17. Februar 2014 (act. 41 und 42).
Diese beiden Expertisen sowie weitere medizinische Dokumente sind
nachfolgend zusammengefasst wiederzugeben und einer Würdigung zu
unterziehen.
4.2
4.2.1 Dr. med. G._ stellte keine rheumatologische Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfä-
higkeit erwähnte er ein chronisches Halbseitenschmerzsyndrom links (mit
chronischem lumbalem Schmerzsyndrom links mit pseudoradikulärer
Symptomatik, diskrete Segmentdegenerationen L2 bis L5 und mässiggra-
dige Spondylarthrose L5/S1 sowie Fehlstatik mit lumbaler Hyperlordose,
Haltungsinsuffizienz, muskulärer Dysbalance und Dekonditionierung) und
ein chronisches, diffuses zerviko-nuchales und zerviko-brachiales
Schmerzsyndrom links (bei zervikaler Streckhaltung mit diskreter rechts-
konvexer Torsionsskoliose, leichter Osteochondrose C5/C6 sowie einem
Status nach HWS-Distorsionstrauma infolge Heckauffahrkollision am
C-210/2015
Seite 18
17. Dezember 2003). Weiter führte er aus, in der Zusammenschau der
anamnestischen Angaben des Versicherten, der Akten sowie der klinischen
und bildgebenden Befunde könne er von seinem Fachgebiet her das vom
Versicherten angegebene Beschwerdebild durch die objektivierbaren Be-
funde nicht erklären. Die angegebenen Beschwerden stünden im Zusam-
menhang mit einer diffusen, chronifizierten und therapierefraktären Halb-
seitenschmerzsymptomatik links ohne ein adäquates organisches Korrelat
am Bewegungsapparat. Im Rahmen der mittlerweile jahrelangen Arbeits-
karenz und des Schonverhaltens sei es zu einer allgemeinen Dekonditio-
nierung und muskulären Dysbalance gekommen. Von rheumatologischer
Seite her attestierte Dr. med. G._ dem Versicherten medizinisch-
theoretisch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für jegliche Tätigkeit ohne zeitli-
che oder leistungsmässige Einschränkung. Weiter hielt er dafür, aufgrund
der Akten stünden psychische und neuropsychologische Probleme im Vor-
dergrund. Aus rheumatologischer Sicht habe auf der Befundebene nie eine
begründbare, länger dauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestan-
den. Bezüglich des HWS-Distorsionstraumas könne davon ausgegangen
werden, dass nach spätestens sechs bis zwölf Wochen der Weichteilscha-
den abgeheilt gewesen sein dürfte.
4.2.2 Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
stellte mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ebenfalls keine Diagno-
sen. Ohne Auswirkungen diagnostizierte er eine Dysthymie (ICD-10:
F34.1), psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei anderorts
klassifizierten Krankheiten (ICD-10: F54) sowie eine iatrogen induzierte
Low-dose-Benzodiazepinabhängigkeit (ICD-10: F13.25). Weiter führte er
aus, es fänden sich depressive Symptome wie vermindertes Selbstwertge-
fühl, verminderte Lebensfreude und Lebenslust sowie Durchschlafstörun-
gen. Anhand der klinischen Befunde seien aktuell keine kognitiven Ein-
schränkungen mehr objektivierbar. Zum Untersuchungszeitpunkt fänden
sich klinisch keine Anhaltspunkte für ein posttraumatisches Belastungssyn-
drom (ICD-10: F43.1). Beim Versicherten habe in den letzten Jahren eine
depressive Entwicklung eingesetzt. Ausprägungsart und Intensität dieser
depressiven Entwicklung entsprächen zum Untersuchungszeitpunkt einer
leichtgradigen depressiven Episode. Diagnostisch sei die chronifizierte de-
pressive Entwicklung mit der Dysthymie (ICD-10: F34.1) vereinbar. Durch
die Folgen dieser Dysthymie sei abgestützt auf die klinischen Befunde und
die medizinische Aktenlage kein invalidisierender Gesundheitsschaden be-
gründbar. Seit 2005 sei der Versicherte nur selten und sporadisch in psy-
chiatrischer Behandlung gewesen. Die diagnostischen Kriterien für eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
C-210/2015
Seite 19
(ICD-10: F45.41) seien nicht erfüllt. Eine Beurteilung der zumutbaren Wil-
lensanspannung gemäss den Foerster-Kriterien entfalle. In der ange-
stammten Tätigkeit als Chauffeur sei beim Versicherten aus psychiatri-
scher Sicht keine Arbeitseinschränkung begründbar. Es sei anhand der
medizinischen Aktenlage nicht klar, aufgrund welcher Störung der Versi-
cherte in der Tätigkeit als Chauffeur als arbeitsunfähig beurteilt worden sei.
Auch in einer angepassten Tätigkeit bestehe eine volle Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit. Die Folgen der Benzodiazepinabhängigkeit seien ohne
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit.
4.2.3 Am 11. März 2014 berichtete Dr. med. D._, Facharzt für All-
gemeine Medizin, vom IV-internen ärztlichen Dienst, der Versicherte
scheine keine relevanten funktionellen Einschränkungen aufzuweisen,
weshalb gemäss den Experten eine normale Arbeitsfähigkeit vorliegen soll.
Er könne nichts beifügen, da er den Versicherten nicht selbst untersucht
habe. Selbst wenn es sich gegenüber früheren Untersuchungen um einen
unveränderten klinischen Befund handeln sollte, so könne die Rente im
Rahmen der Revision 6a aufgehoben werden (act. 45).
4.2.4 In ihrer Beurteilung vom 30. Juni 2014 führte Dr. med. M._,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom IV-internen medizini-
schen Dienst aus, bei der interdisziplinären Begutachtung hätten sich keine
relevanten Funktionseinschränkungen feststellen lassen. Es zeigten sich
Inkonsistenzen zwischen der freien Beweglichkeit und bei der Untersu-
chung. Die Schmerzen des Versicherten liessen sich nicht durch somati-
sche Befunde erklären. Dr. med. M._ attestierte dem Versicherten
sowohl in der angestammten als auch in einer leidensadaptierten Ver-
weistätigkeit ab dem 17. Februar 2014 eine volle Arbeits- resp. Erwerbsfä-
higkeit und hielt weiter dafür, die Gutachter hätten sich ausführlich mit den
Vorakten auseinandergesetzt. Die Untersuchung sei gründlich gewesen,
einzig einen Medikamentenblutspiegel habe sie, Dr. med. M._,
nicht gefunden. Aus psychiatrischer Sicht liege kein IV-relevantes Krank-
heitsbild vor (act. 50).
4.2.5 Beschwerdeweise reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdefüh-
rers am 12. Januar 2015 einen Arztbericht von Dr. med. N._, Fach-
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 7. Januar 2015 ein (B-act. 1
Beilage 3). Dieser Bericht wurde von Dr. med. M._ am 23. Februar
2015 gewürdigt (act. 65). Diese beiden ärztlichen Dokumente sind vorlie-
gend ebenfalls zu berücksichtigen, da sie rückwirkend Bezug auf den be-
C-210/2015
Seite 20
reits im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügungen vorliegen-
den Gesundheitszustand nehmen, mit dem Streitgegenstand in engem Zu-
sammenhang stehen und allenfalls geeignet sind, die Beurteilung zu be-
einflussen (BGE 116 V 80 E. 6b; ZAK 1989 S. 111 E. 3b).
4.2.5.1 Im Bericht von Dr. med. N._ wurden depressive Episoden
mittleren, intermittierend auch schweren Grades (ICD-10: F32.1 und 32.2),
einen Verdacht auf eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach psy-
chischer Erkrankung (ICD-10: F62.1), eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) sowie multiple
rheumatologische Krankheiten erwähnt. Weiter führte Dr. med. N._
aus, jede der Diagnosen vermöge die Arbeitsfähigkeit zu verringern. Ihr
komorbides Auftreten erhöhe deren pathogene Wirkung, weshalb sich Be-
handelbarkeit und Verlauf entsprechend schwierig gestalten würden. Das
aktuelle Krankheitsbild habe sich nach dem Unfall im Jahr 2003 entwickelt.
Es sei zu einem invalidisierenden Verlauf gekommen. Es bestehe weiterhin
latente Suizidalität. Insgesamt und insbesondere im Vergleich zum Vorzu-
stand, der nunmehr über zehn Jahre andauere, sei es zu einer merklichen
Verschlechterung gekommen. Die aktuelle Arbeitsunfähigkeit dürfte zirka
70 % betragen.
4.2.5.2 In Bezug auf diesen Bericht führte Dr. med. M._ am 23. Feb-
ruar 2015 zusammengefasst aus, da vom behandelnden Psychiater die
Schmerzen einer somatoformen Schmerzstörung zugeordnet würden,
nehme sie zu den Förster-Kriterien Stellung. Gemäss den beiden Gutach-
ten bestehe weder eine relevante psychische Komorbidität noch eine rele-
vante körperliche Krankheit. Hinweise auf eine primäre Konfliktbewältigung
hätten keine eruiert werden können. Eine Einschränkung im sozialen Be-
reich habe zum Zeitpunkt der Begutachtung nicht vorgelegen. Differential-
diagnostisch aufgeführt werden müsse die posttraumatische Verbitterungs-
störung, eine Diagnose, die von Prof. O._ für die Aufnahme in die
ICD-10 vorgeschlagen worden sei.
4.3
4.3.1 Das bidisziplinäre Gutachten der Dres. med. G._, Facharzt für
Rheumatologie, und F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-
rapie, vom 8. und 17. Februar 2014 (act. 41 und 42) erfüllt die an den vollen
Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens gestellten Kriterien. Insbesondere
ist es für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersu-
chungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis
C-210/2015
Seite 21
der Vorakten (Anamnese) abgegeben. Zudem ist es in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen
Situation für die hier interessierenden Fragen einleuchtend und in den
Schlussfolgerungen begründet, so dass grundsätzlich darauf abgestellt
werden kann. Der medizinische Sachverhalt erweist sich somit als rechts-
genüglich abgeklärt (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/bb; vgl. zum Ganzen auch
E. 2.7 hiervor), und es kann bei dieser Sachlage auf weitere Abklärungen
verzichtet werden (vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. BGE 136 I
229 E. 5.3; vgl. auch BGE 122 V 157 E. 1d; SVR 2005 IV Nr. 8 S. 37 E. 6.2,
2003 AHV Nr. 4 S. 11 E. 4.2.1; vgl. zum Ganzen Urteil des BGer
8C_189/2008 vom 4. Juli 2008 E. 5 mit Hinweisen). Soweit der Beschwer-
deführer aufgrund der von Dr. med. F._ erwähnten iatrogen indu-
zierten Low-dose-Benzodiazepinabhängigkeit und der subjektiv geltend
gemachten Konzentrations- und Schlafstörungen in der Tätigkeit als
Chauffeur allenfalls Einschränkungen erleiden könnte, stünde dem Be-
schwerdeführer zumindest ein breites Feld an leidensangepassten Verwei-
sungstätigkeiten zur Verfügung.
4.3.2 Betreffend die Ausführungen der Rechtsvertreterin, die Untersuchun-
gen bei den Gutachtern hätten lediglich an je einem Tag während weniger
Stunden stattgefunden, ist weiter festzuhalten, dass es für den Aussage-
gehalt eines medizinischen Gutachtens grundsätzlich nicht auf die Dauer
der Untersuchung ankommt. Massgebend ist in erster Linie vielmehr, ob
die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (vgl. hierzu
Entscheid des BGer vom 29. März 2010, 8C_942/2009, E. 5.2). Dies ist –
wie vorstehend dargelegt – vorliegend der Fall.
4.3.3 Zwar bestehen mit Blick auf den Bericht des Internisten Dr. I._
vom 17. Oktober 2013 (act. 28) sowohl hinsichtlich der gestellten Diagno-
sen als auch betreffend die Beurteilung der daraus resultierende Arbeits-
und Leistungsunfähigkeit Differenzen. Während Dr. I._ unter ande-
rem aus der festgestellten Lumboischialgie sowie der Diskushernie auf
eine Arbeitsunfähigkeit schliesst, ist Dr. med. G._ der Auffassung,
dass keine rheumatologischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit vorliegen. Der – der freien Beweiswürdigung des Gerichts unter-
liegende (vgl. Urteil des BVGer C-6398/2009 vom 18. Mai 2012 E. 2.1; zum
Grundsatz der freien Beweiswürdigung vgl. BGE 125 V 351 E. 3a) – Bericht
von Dr. I._ vermag an der Schlüssigkeit der bidisziplinären Exper-
tise nichts zu ändern, zumal die von Dr. I._ erwähnte Arbeitsunfä-
higkeit nicht nachvollziehbar und somit nicht rechtsgenüglich begründet
C-210/2015
Seite 22
worden ist. Mangels Objektivierbarkeit der vom Beschwerdeführer geklag-
ten Beschwerden ist auch nicht nachvollziehbar, inwiefern er aufgrund des
von Dr. med. G._ erwähnten chronifizierten Halbseitenschmerzsyn-
droms links mit chronischem lumbalen Schmerzsyndrom links mit pseudo-
radikulärer Symptomatik resp. zufolge des chronischen, diffusen zerviko-
nuchalen und zerviko-brachialen Schmerzsyndroms eine vollständige Ar-
beitsunfähigkeit aufweisen soll. Mit Blick auf den Umstand, dass der Be-
schwerdeführer seit 2003 von Dr. I._ behandelt wird, trägt das Bun-
desverwaltungsgericht schliesslich auch der Erfahrungstatsache Rech-
nung, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen
(BGE 125 V 351 E. 3b cc; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3).
4.3.4
4.3.4.1 Weiter vermag die von Dr. med. N._ in seinem Bericht vom
7. Januar 2015 diagnostizierte chronische Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) mit Blick auf die Aus-
führungen von Dr. med. F._ nicht zu überzeugen, zumal dieser
nachvollziehbar und schlüssig dargelegt hat, dass keine relevante psychi-
sche Komorbidität vorliegt resp. die diagnostischen Kriterien für eine chro-
nische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-
10: F45.41) nicht erfüllt sind und durch die Folgen dieser Dysthymie abge-
stützt auf die klinischen Befunde und die medizinische Aktenlage kein in-
validisierender Gesundheitsschaden begründbar ist. Die Tatsache, dass
Dr. med. N._ in seiner Funktion als behandelnder Arzt in einem Zeit-
punkt nach Erlass der angefochtenen Verfügung zu einer anderslautenden
Einschätzung gelangt ist, kann die gutachterliche Beurteilung von Dr. med.
F._ nicht infrage stellen. Dr. med. N._ hat insbesondere
keine wichtigen Aspekte benannt hat, die im Rahmen der Begutachtung
unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären und aufgrund welcher sich
eine abweichende Beurteilung aufdrängen würde (vgl. hierzu SVR 2008 IV
Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1).
4.3.4.2 Im Urteil 8C_491/2015 vom 24. September 2015 erwog das Bun-
desgericht (E. 4.2.2), dass die fachgerecht gestellte Diagnose der anhal-
tenden somatoformen Schmerzstörung oder eines vergleichbaren psycho-
somatischen Leidens nur dann zur Feststellung einer invalidenversiche-
rungsrechtlich erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigung führe, wenn die
Diagnose auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach BGE
131 V 49 standhalte (BGE 141 V 281 E. 2.2, E. 4.2). Bestehe im Einzelfall
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Klarheit darüber, dass solche Ausschlussgründe die Annahme einer Ge-
sundheitsbeeinträchtigung verbieten würden, so bestehe von vornherein
keine Grundlage für eine Invalidenrente, selbst wenn die klassifikatori-
schen Merkmale einer somatoformen Schmerzstörung oder eines anderen
psychosomatischen Leidens gegeben sein sollten (BGE 141 V 281 mit Hin-
weis auf Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG).
4.3.4.3 Mit Blick auf die vorstehend zusammengefasst wiedergegebene
höchstrichterliche Rechtsprechung resp. die vage gebliebene Charakteri-
sierung der vom Beschwerdeführer angegebenen Schmerzen und den
Umstand, dass bloss sporadische Behandlungen und keine Therapien er-
folgt waren, ist anzunehmen, dass von vornherein keine Grundlage für eine
Invalidenrente besteht, selbst wenn die klassifikatorischen Merkmale einer
somatoformen Schmerzstörung oder eines anderen psychosomatischen
Leidens gegeben wären. Da gemäss der schlüssigen und überzeugenden
Expertise von Dr. med. F._ eine Beurteilung der zumutbaren Wil-
lensanspannung gemäss den Foerster-Kriterien entfällt, erübrigen sich
auch weitere Ausführungen zu der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
betreffend somatoforme Schmerzstörungen und ähnliche ätiologisch-pa-
thogenetisch unklare syndromale Leidenszustände (vgl. hierzu Urteil des
BGer 8C_689/2014 vom 19. Januar 2015 E. 2.1 mit Hinweisen auf BGE
136 V 279 E. 3, 130 V 352 E. 2.2.2 und 2.2.3, 132 V 65, 131 V 49 und 130
V 396; BGE 139 V 547 E. 9; BGE 137 V 64 E. 4.1), welche durch BGE 141
V 281 eine Praxisänderung – an die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs
treten im Regelfall beachtliche Standardindikatoren, welche sich in die Ka-
tegorien Schweregrad und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen ein-
teilen lassen – erfahren hat.
5.
5.1 Für die Vornahme des Einkommensvergleichs sind grundsätzlich die
Gegebenheiten im Zeitpunkt der Rentenrevision massgebend, wobei Vali-
den- und Invalideneinkommen in zeitidentischer Grundlage zu erheben
und allfällige später eingetretene rentenwirksame Änderungen der Bezugs-
grössen zu berücksichtigen sind (BGE 128 V 174). Für den vorliegenden
Revisionsfall bedeutet dies, dass auf die Verhältnisse im Jahre 2014 (Zeit-
punkt der rentenaufhebenden Verfügung) abzustellen ist.
5.2 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen,
dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig mög-
lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich
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aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Inso-
weit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt
werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Um-
stände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinan-
der zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
128 V 29 E. 1, 104 V 135 E. 2a und b; ZAK 1990 S. 518 E. 2; RKUV 1989
U 69 S. 176 E. 1).
5.3
5.3.1 Für die Ermittlung des Einkommens, welches die versicherte Person
ohne Invalidität erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend,
was sie im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich
verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der
Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst
angeknüpft (BGE 134 V 322 E. 4.1, 129 V 222 E. 4.3.1; RKUV 2006 U 568
S. 66 E. 2). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Ein-
zelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren
abgestellt werden (AHI 1999 S. 240 E. 3b; Entscheid des EVG I 517/02
vom 30. Oktober 2002, E. 1.2).
5.3.2 Da der Beschwerdeführer gemäss dem beweiskräftigen bidisziplinä-
ren Gutachten der Dres. med. G._ und F._ sowohl in seiner
zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Chauffeur als auch in (anderen) leidens-
adaptierten Verweisungstätigkeiten eine volle Arbeits- resp. Erwerbsfähig-
keit aufweist, ergibt bereits ein Prozentvergleich, dass er keine rentenbe-
rechtigende Invalidität aufweist. Insofern erübrigt sich die Durchführung ei-
nes (bezifferten) Einkommensvergleichs (zur Zulässigkeit des Prozentver-
gleichs vgl. Urteil des BGer 9C_785/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 2.2
mit Hinweisen). Soweit der Beschwerdeführer aufgrund der von Dr. med.
F._ erwähnten iatrogen induzierten Low-dose-Benzodiazepinab-
hängigkeit und der subjektiv geltend gemachten Konzentrations- und
Schlafstörungen in der Tätigkeit als Chauffeur allenfalls Einschränkungen
erleiden könnte (vgl. E. 4.3.1 hiervor), wäre die Invalidität anhand des
nachfolgenden bezifferten Einkommensvergleichs zu bemessen.
http://links.weblaw.ch/9C_785/2009
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5.3.3 Gemäss dem Fragebogen für Arbeitgebende vom 13. Dezember
2004 verdiente der Versicherte als Chauffeur ab Juli 2003 monatlich
Fr. 4‘600.- (IV-act. 20). Da diese Lohnangaben über elf Jahre vor Erlass
der vorliegend angefochtenen Verfügung datieren und somit mit Blick auf
das für den Einkommensvergleich massgebliche Jahr 2014 wenig verläss-
lich sind, ist es sachgerecht, hinsichtlich der Bestimmung des hypotheti-
schen Valideneinkommens in Anbetracht des Bildungsstands des Be-
schwerdeführers und der von ihm in der Schweiz zuletzt ausgeübten Er-
werbstätigkeit (Chauffeur) sachgerecht, auf die Tabelle TA1_tirage_skill_le-
vel der LSE 2012, privater Sektor, Wirtschaftszweig Landverkehr etc. (Ziff.
49 bis 52), Männer, Kompetenzniveau 1, abzustellen (zur Anwendbarkeit
vgl. BGE 142 V 178). Dieser Wert belief sich auf monatlich brutto
Fr. 5‘513.- bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden und inkl.
13. Monatslohn (vgl. www.bfs.admin.ch > Statistiken finden > Arbeit und
Erwerb > Löhne, Erwerbseinkommen und Arbeitskosten > Lohnniveau –
Schweiz > privater und öffentlicher Sektor > monatlicher Bruttolohn nach
Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht – Privater Sektor >
Download Tabelle > Tabelle TA1_tirage_skill_level; zuletzt besucht am
10. März 2017). Unter Umrechnung dieses Einkommens auf die betriebs-
übliche wöchentliche Arbeitszeit von 42.7 Stunden im Jahr 2012 (BGE 126
V 75 E. 3b bb S. 76; vgl. www.bfs.admin.ch > Statistiken finden > Arbeit
und Erwerb > Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit > Arbeitszeit > Normalar-
beitsstunden gemäss der Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit > Be-
triebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, in Stunden pro Wo-
che 1990-2015 > Download Tabelle > Abschnitt H, Abteilung 49 [Landver-
kehr etc.]; zuletzt besucht am 10. März 2017) und Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung von 2012 auf 2014 (Tabelle 1.1.10; Nominallohn-
index Männer Total 2012: 101.7; 2014: 103.2; vgl. www.bfs.admin.ch > Sta-
tistiken finden > Arbeit und Erwerb > Löhne, Erwerbseinkommen und Ar-
beitskosten > Lohnentwicklung > schweizerischer Lohnindex: Index und
Veränderung auf der Basis 2010 = 100 > Download Tabelle; zuletzt besucht
am 10. März 2017) resultiert demnach ein Valideneinkommen von
Fr. 71‘663.-.
5.4
5.4.1 Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarer-
weise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi-
cherte Person konkret steht (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b aa).
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Erwerbslosigkeit aus invaliditätsfremden Gründen vermag keinen Renten-
anspruch zu begründen (vgl. BGE 107 V 17 E. 2c; AHI 1999 S. 238 E. 1).
Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne herangezo-
gen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b bb; RKUV 1999 U
343 S. 412 E. 4b aa).
5.4.2 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Per-
sonen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitstätigkeiten behindert sind, im Ver-
gleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitneh-
mern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist
mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 124 V 321
E. 3b bb; SVR 2007 IV Nr. 11 S. 41 E. 3.2; RKUV 2003 U 494 S. 390 E.
4.2.3). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzuset-
zen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen
des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter,
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad).
Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 129 V 472 E. 4.2.3, 126
V 75 E. 5b bb und cc; AHI 2002 S. 69 ff. E. 4b).
5.4.3 Zur Bestimmung des hypothetischen Invalideneinkommens des Be-
schwerdeführers ist auf den Zentralwert der Tabelle TA1_tirage_skill_level
der Lohnstrukturerhebungen (LSE) 2012 abzustellen (zur Anwendbarkeit
vgl. BGE 142 V 178). Dieser Wert belief sich für die mit einfachen Tätigkei-
ten körperlicher oder handwerklicher Art beschäftigt Männer im privaten
Sektor (Kompetenzniveau 1) im Jahr 2012 auf monatlich brutto Fr. 5‘210.-
bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden und inkl. 13. Monats-
lohn (vgl. www.bfs.admin.ch > Statistiken finden > Arbeit und Erwerb >
Löhne, Erwerbseinkommen und Arbeitskosten > Lohnniveau – Schweiz >
privater und öffentlicher Sektor > monatlicher Bruttolohn nach Wirtschafts-
zweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht – Privater Sektor > Download
Tabelle > Tabelle TA1_tirage_skill_level; zuletzt besucht am 10. März
2017). Unter Umrechnung dieses Einkommens auf die betriebsübliche wö-
chentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2012 (BGE 126 V 75 E. 3b
bb S. 76; vgl. www.bfs.admin.ch > Statistiken finden > Arbeit und Erwerb >
Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit > Arbeitszeit > Normalarbeitsstunden ge-
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Seite 27
mäss der Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit > Betriebsübliche Ar-
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, in Stunden pro Woche 1990-2015 >
Download Tabelle > Abschnitte A-S [Total]; zuletzt besucht am 7. Februar
2017) und Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 2012 auf
2014 (Tabelle 1.1.10; Nominallohnindex Männer Total 2012: 101.7; 2014:
103.2; vgl. www.bfs.admin.ch > Statistiken finden > Arbeit und Erwerb >
Löhne, Erwerbseinkommen und Arbeitskosten > Lohnentwicklung >
schweizerischer Lohnindex: Index und Veränderung auf der Basis 2010 =
100 > Download Tabelle; zuletzt besucht am 10.März 2017) resultiert dem-
nach ein hypothetisches Invalideneinkommen von Fr. 66‘138.- pro Jahr.
Zufolge der vollen Leistungs- resp. Erwerbsfähigkeit in einer leidensadap-
tierten Verweisungstätigkeit vermindert sich dieses Einkommen nicht wei-
ter.
5.4.4 Aus der Gegenüberstellung eines hypothetischen Valideneinkom-
mens von jährlich Fr 71‘663.- und eines hypothetischen Invalideneinkom-
mens von Fr. 66‘138.- pro Jahr resultiert bei einer Erwerbseinbusse von
Fr. 5‘525.- ein IV-Grad von gerundet 8 % (zur Rundung vgl. BGE 130 V 121
E. 3.2 und 3.3), was keinen Anspruch auf ein IV-Rente ergibt. Selbst wenn
– was sich im vorliegenden Fall als unangebracht erweisen würde – ein
(maximaler) Abzug vom Tabellenlohn in der Höhe von 25 % vorgenommen
und sich das hypothetische Invalideneinkommen demnach auf Fr. 49‘604.-
belaufen würde, ergäbe sich aus der Gegenüberstellung eines hypotheti-
schen Valideneinkommens von jährlich Fr 71‘663.- und eines hypotheti-
schen Invalideneinkommens von Fr. 49‘604.- pro Jahr bei einer Erwerbs-
einbusse von Fr. 22‘059.- ein rentenausschliessender IV-Grad von (gerun-
det) 31 %.
6.
Hinsichtlich Wiedereingliederungsmassnahmen ist vorab festzuhalten,
dass die Rechtsprechung im Zusammenhang mit einer Rentenaufhebung
von versicherten Personen, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die
Rente seit mehr als 15 Jahre bezogen haben (SVR 2011 IV Nr. 30 S. 86
und Nr. 73 S. 220, Urteile des BGer 9C_163/2009 und seitherige Praxis
[bspw. 9C_178/2014 vom 29. Juli 2014]; 9C_228/2010 E. 3), nicht auf jene
Fälle anwendbar ist, in denen eine Rentenaufhebung – wie vorliegend –
gestützt auf die SchlBst. IVG möglich ist (vgl. Urteil des BGer 8C_90/2015
vom 23. Juli 2015 E. 4 mit Hinweisen). Betreffend den geltend gemachten
Anspruch auf Massnahmen zur Wiedereingliederung nach Art. 8a IVG (Bst.
a Abs. 2 und 3 SchlBst. IVG) ergibt sich weiter, dass die Selbsteingliede-
http://links.weblaw.ch/BGE-130-V-121
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rung resp. die Verwertung des vorhandenen Leistungspotentials unter Be-
rücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten
ohne vorgängige Durchführung befähigender beruflicher Massnahmen al-
lein vermittels Eigenanstrengung des Beschwerdeführers möglich und zu-
mutbar ist (vgl. hierzu BGE 138 I 205 E. 3.2 S. 209, 113 V 22 E. 4a S. 28;
SVR 2007 IV Nr. 1 S. 3 E. 5.1), zumal der Beschwerdeführer bloss An-
spruch auf eine halbe IV-Rente hatte und das Fernbleiben vom Arbeits-
markt nicht nur invaliditätsbedingt gewesen war resp. ist. Unter diesen Um-
ständen erübrigen sich Weiterungen zur Frage, ob Massnahmen für eine
Wiedereingliederung – wie für das Bestehen eines Anspruchs nach Bst. a
Abs. 2 SchlBst. IVG vorausgesetzt – sinnvoll und nutzbringend wären (vgl.
hierzu BGE 141 V 385 E. 5.3 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des BVGer C-
3507/2014 vom 25. Mai 2016 E. 5).
7.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich zusammenfassend,
dass die Beschwerde vom 12. Januar 2015 gegen die Verfügung vom
26. November 2014 als unbegründet abzuweisen ist.
8.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-
teientschädigung.
8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 IVG ist das
Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver-
weigerung von IV-Leistungen vor dem Bundesverwaltungsgericht kosten-
pflichtig. Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden
Partei auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit prozessleitender Verfügung vom
10. September 2015 wurde das Gesuch des Beschwerdeführers um un-
entgeltliche Prozessführung gutgeheissen (B-act. 13), weshalb auf die Er-
hebung von Verfahrenskosten zu verzichten ist.
8.2 Die gerichtlich bestellte Rechtsanwältin hat gemäss Art. 65 Abs. 2 bis
5 VwVG in Verbindung mit Art. 12 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
(VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Entschädigung. Unter Berück-
sichtigung des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, der Bedeutung
der Streitsache und der Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilenden Ver-
fahrens erscheint die Kostennote vom 12. November 2015 von total
Fr. 9‘185.40 (B-act. 19) zu hoch, dies nicht zuletzt unter Berücksichtigung
der unaufgefordert eingereichten Triplik vom 10. November 2015 (B-
C-210/2015
Seite 29
act. 17). Der Stundenansatz beträgt für Anwältinnen und Anwälte nach
Art. 10 Abs. 2 VGKE Fr. 200.- bis Fr. 400.-. Der vorliegend veranschlagte
Stundenansatz von Fr. 200.- bewegt sich damit an der unteren Grenze und
ist ohne Weiteres zu akzeptieren. Hingegen erscheint der Arbeitsaufwand
von 40.44 Std. im Vergleich zu Beschwerdeverfahren, in denen keine amt-
lich bestellte Verbeiständung erfolgt, als unüblich hoch. Mit Blick auf einen
zweifellos gerechtfertigten Zeitaufwand von 21 Stunden im vorliegenden
Fall resultiert ein Anwaltshonorar von Fr. 4‘200.-. Zuzüglich Auslagen von
Fr. 417.- und der -- bei amtlich bestellter Verbeiständung geschulde-
ten -- Mehrwertsteuer von 8 % (vgl. BGE 141 IV 344 E. 4), ausmachend
Fr. 369.40, ist eine Parteientschädigung von total Fr. 4‘986.40 zuzuspre-
chen. Diese Entschädigung ist aus der Gerichtskasse zu leisten. Gelangt
der Beschwerdeführer später zu hinreichenden Mitteln, so ist er verpflich-
tet, dem Bundesverwaltungsgericht Honorar und Kosten der Rechtsanwäl-
tin zu vergüten (Art. 65 Abs. 4 VwVG).
8.3 Die Vorinstanz als obsiegende Partei hat keinen Anspruch auf eine Ent-
schädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 3 VGKE).