Decision ID: 1f89a3ea-d4a9-400d-8c5e-a12aa874c1f4
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1980, ohne
erlernten Beruf
, reiste im September
20
01 in die Schweiz ein und war vom 1
8.
März 2002 bis
3
0.
September
2015 bei der
Y._
als Maschinist im 3-Schichtbetrieb angestellt
(
Urk.
13/1
Ziff.
1.7 und
Ziff.
5.3
,
Urk.
13/40
)
. Zufolge Einstellung der Produktion in der Schweiz wurde d
as Arbeitsverhältnis durch den Arbeitgeber gekündigt
(
Urk.
13/
30
). Am 1
6.
Mär
z 2015
meldete
er sich
unter Hinweis
auf eine psychische Erkrankung
bei der Invalidenversicheru
ng zum Leistungsbezug an (
Urk.
13/1
Ziff.
6
.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte Abklärung
en in erwerblicher und medizinis
cher Hinsicht
, z
og unter anderem die Unterlagen des Case Management
s
der Krankentaggeldversicherung bei (
Urk.
13/5, 13/9,
13/26) und gewährte
Eingliederungsberatung (
Urk.
13/35).
Am
1
7.
Dezember 2015
(
Urk.
13/3
4)
teilte
sie
den Abschluss
der Arbeitsvermittlung
mit und wies auf
die
separate
Rentenprüfung
hin.
Dazu liess sie am
1
5.
April 2016 eine psychiatrische Untersuchung durch ihren regionalen ärztlichen Dienst (RAD) durchführen (Untersuchungsbericht vom 1
8.
April 2016 [
Urk.
13/44]). Mit Vorbescheid vom 1
5.
Juli 2016
(
Urk.
13/46)
kündigte
sie
die Verneinung eines Anspruchs auf IV-Leistungen
an
und hielt hieran mit Verfügung vom
1
6.
November 2016 (
Urk.
13/52) fest
.
Eine dauerhafte Einschränkung der Arbeits
fähigkeit liege nicht vor.
1.2
Am 1
5.
November 2017 reichte der Versicherte ein Gesuch um
«
berufliche
Mass
nahmen und
Eingliederungsmassnahmen
»
ein
und begründete dies mit einer Verbesserung der gesundheitlichen Situation
(
Urk.
13/60)
.
Mit
Vorbescheid vom 2
7.
November 2017 (
Urk.
13/62)
stellte
die IV-Stelle die
Verneinung eines Anspruchs auf berufliche Massnahmen in Aussicht
.
N
achdem
der Versicherte am 1
8.
Januar 2018 Ein
wand
erhoben hatte (
Urk.
13/64),
wies die IV-Stelle
mit Verfügung vom 25
.
Januar 2018
das Begehren
um «Berufliche Massnahmen»
ab
(
Urk.
2).
2
.
Gegen die Verfügung vom 2
5.
Januar 2018
liess
der Versicherte am 2
6.
Februar 2018
Beschwerde
erheben
mit folgenden Anträgen
(
Urk.
1
S. 2):
1.
Die
Verfügung
vom 2
5.
Januar 2018 sei aufzuheben und es seien Leistun
gen nach IVG, namentlich Eingliederungsmassnahmen in Form von Integrationsmassnahmen sowie nach erfolgter beruflicher Einglied
erung gegebenenfalls eine Rente
zu gewähren.
2.
Eventuell seien eine berufliche Abklärung der Eingliederungsfähigkeit nach
Art.
69 und 78
Abs.
3 IVV sowie daran anschliessend ein unabhän
giges
bidisziplinäres
psychiatrisches/
somnologisches
Gutachten i.S.v.
Art.
44 ATSG betreffend Arbeitsfähigkeit zu veranlassen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte
er
um
u
nentgeltliche Prozessführung und
um die Bestellung eines
unentgeltlichen Rechtsbeistand
s
in der Person von Rechts
anwalt Martin Hablützel, Zürich
.
Die IV-Stelle beantragte
in der Beschwerdeant
wort vom 1
9.
April 2018 (
Urk.
12) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
0.
April 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14).
Am 2
3.
Oktober 2018 (
Urk.
15 und
Urk.
16) reichte der Beschwerdeführer weitere Unterlagen zu den Akten, die der Beschwerdegegnerin zugestellt wurden (
Urk.
17).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.3
Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 % arbeitsun
fähig (Art. 6 ATSG) sind, haben Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (Integrationsmassnahmen), sofern
dadurch die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen beruflicher Art geschaffen werden können
(Art. 14a Abs. 1 IVG). Als Integrationsmass
nahmen gelten gemäss Abs. 2 gezielte, auf die berufliche Eingliederung gerichtete Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation (
lit
. a) und Beschäftigungs
massnahmen (
lit
. b). Es geht darum, bei denjenigen Versicherten, die aktuell nicht eingliederungsfähig sind oder deren Eingliederungsfähigkeit verloren zu gehen droht, die Eingliederungsfähigkeit herzustellen oder zu erhalten. Ist aber jemand in einer anderen zumutbaren Tätigkeit arbeitsfähig, so ist er (in dieser anderen Tätigkeit) bereits eingliederungsfähig; er braucht keine Integrationsmassnahmen mehr, um die Eingliederungsfähigkeit herzustellen. Es gibt keinen Grund, Mass
nahmen zur Ermöglichung einer beruflichen Eingliederung durchzuführen, wenn auch ohne solche Massnahmen eine berufliche Eingliederung bereits umgesetzt werden kann (BGE 137 V 1 E. 7.2.3 mit Hinweisen).
1.4
Gesetz und Verordnung enthalten keine Vorschriften über die
materiel
l
rechtliche
Revision von Eingliederungsleistungen wegen einer seit ihrer Zusprechung ein
getretenen Veränderung der Verhältnisse. Ebenso wenig ist geregelt, unter welchen Voraussetzungen im Falle einer vorangegangenen Verweigerung von Eingliederungsleistungen ein neues Gesuch entgegenzunehmen und zu prüfen ist. In BGE 105 V 173 hat das Bundesgericht entschieden, dass Eingliederungsleis
tungen gleich wie Renten und
Hilflosenentschädigungen
zu behandeln sind und dass demzufolge Art. 17 ATSG sowie die dazugehörigen Verordnungsbestimmun
gen in analoger Weise auch auf die Revision von Eingliederungsleistungen angewendet werden müssen
. Art. 87 Abs. 3 IVV
betrifft – trotz seiner Stellung im Abschnitt E «Die Revision der Rente und der
Hilflosenentschädigung
» – zwar nicht die eigentliche
materiellrechtliche
Revision laufender Leistungen, sondern einen anderen Sachverhalt, nämlich die Neuprüfung nach vorangegangener Leistungsverweigerung. Es rechtfertigt sich aber, die vorerwähnte Recht
sprechung auch auf Art. 87 Abs. 3 IVV
auszudehnen und diese Bestimmung ebenfalls in analoger Weise auf Eingliederungsleistungen anzuwenden
(vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen
).
Anlass zur R
evision gibt
damit
jede wesentliche Änderung in
den tatsächlichen Verhältnissen
, die geeignet ist, den
A
nspruch zu beeinflussen.
Dies ist i
nsbesondere bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes
der Fall
. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der
Verordnung ü
ber die Invalidenversicherung
(
IVV
)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfme
thoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
– gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
gerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Verfahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schluss
folgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifi
kationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Abweisung des
Begehrens um berufliche Massnahmen
damit
(
Urk.
2)
, dass
das Leistungsbegehren bereits
am 1
6.
Novem
ber 2016
abgewiesen worden sei, da die Beschwerden keine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet hätten und eine Arbeitstätigkeit bereits damals zumutbar gewesen sei. Die
seither eingereichten medizinischen Unterlagen
se
ien
zur Beurteilung
dem
RAD
vorgelegt
worden und es habe sich ergeben, dass sich der Gesundheitszustand insgesamt nicht verändert habe. Ein Anspruch auf Unterstützung bei der beruflichen Wiedereingliederung durch die IV-Stelle bestehe nicht
;
dafür sei
das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zuständig.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1
S. 16
Ziff.
40
),
die Beschwerdegegnerin stelle einzig auf die Einschätzung von
Dr.
Z._
(vo
m RAD) ab. Diese wiederum stütze
sich massgeblich auf ihre eigene Untersuchung im April 2016 ab und zu den
aktuellen Berichten und Diagnosen äussere sie
sich
lediglich mit pauschaler Kritik, sodass auf ihre Ausführungen nicht abgestellt werden könne. Stattdessen sei mit sämtlichen anderen involv
ier
ten Fachleuten davon auszugeh
en, dass auch
in
einer angepassten Tätigkeit erhebliche Einschränkungen bestünden und daher die Arbeitsfähigkeit noch ca. 30
%
betrage.
Das geforderte Mindestpensum für Eingliederungsmassnahmen entspreche acht Stunden pro Woche. Die Erfahrungen aus dem sozialen Integrationsprogramm hätten gezeigt, dass
er
in der Lage sei
, mit einem solchen Pensum ein
steigen
zu können
, gleichzeitig aber Hilfe im Aufbau seiner Arbeitsfähigkeit benötige (
Ziff.
44).
Z
udem
sei er
seit mehreren Jahren aus dem Arbeitsleben
ausgeschieden und entsprechend sei
von einer
Dekonditionierung
auszugeh
en. Es
reiche nicht
aus, ihn einfach auf den «
fr
eien Markt zu entlassen»
, damit er sich dort selbst eingliedere (
Ziff.
46).
Im Vordergrund st
ehe
ein niederschwelliger Einstieg
mittels eines Belastbarkeitstrainings
gefolgt von einem Aufbautraining
und je nach Ver
lauf könnten später auch Beschäftigungsmassnahmen in Betracht fallen (
Ziff.
49). Im Nachgang zu diesen Integrationsmassnahmen seien berufliche Massnahmen durchzuführen und zuletzt die Rentenfrage zu prüfen
(
Ziff.
49)
.
Angesichts der voneinander abweichenden medizinischen Einschätzungen könne auch ein Arbeitsversuch Klarheit
über seine
Leistungsfähigkeit geben (
Ziff.
51). Allenfalls sei zunächst eine berufliche Abklärung
zur
Eingliederungsfähigkeit durchzufüh
ren und daran anschliessend ein Gutachten zu veranlassen (
Ziff.
55).
2.3
Strittig und zu prüfen ist ein
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen
und dabei vorrangig ein Ansp
ruch
auf
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung
.
D
abei
ist vorab
die Restarbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers in einer angepassten Tätigkeit und das hierbei zumutbare med
izinische Belastungsprofil
zu klären
, wobei
die Verhältnisse im Zeitpunkt des Erlass
es des angefochtenen Entscheids
massgebend sind
.
Im Weiteren ist zu beachten, dass
die Beschwerdegegnerin mit
rechtskräftiger
Verfügung vom 16.
November 2016 (
Urk.
13/52)
bereits
über
den
A
nspruch
auf Eingliederungsmassnahmen entschie
den
hat. M
it Blick auf eine revisionsrechtlich relevante Tatsachenänderung (E. 1.4 hiervor)
sind damit auch
die diesem Entscheid zugrunde geleg
t
en medizinischen Berichte
sowie die damalige medizinische Situation
zu berücksichtigen
.
Kein
Streitgegenstand
im
vorliegenden Verfahrens
bilden
demgegenüber Renten
leistungen aus d
er Invalidenversicherung, da
die Beschwerdegegnerin darüber in der angefochtenen Verfügung nicht entschieden hat.
3.
3.1
Der rechtskräftigen
Verfügung vom 1
6.
November 2016 (
Urk.
13/52)
lagen im Wesentlichen die folgenden medizinischen Berichte zugrunde:
3.1.1
Im Bericht vom
1
8.
April 2016 (
Urk.
13/44/1-8)
über die
Untersuchung vom 15.
April 2016 nannte
RAD
-Ärztin
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
folgende Diagnosen
(S. 6)
:
Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
-
leichtgradige depressive Episode (ICD-10 F32.0)
Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
-
n
arzisstische Persönlichkeitszüge (ICD-10 F73.1
)
Der
Beschwerdeführer
berichte
, dass es ihm schon seit 2003 nicht mehr gut gegangen sei. Er habe Schlafstörungen bekommen. Vom Hausarzt habe er Schlaf
mittel bekommen und sei zu einem Psychiater geschickt worden. Er sei etwa ein Jahr wegen Schlafstörungen, Verlust von Freude und Lust, Stimmungstief, Moti
vationslosigkeit und innerer Unruhe im
A._
(
B._
)
behandelt worden. Es sei befunden worden, dass er zu einem türkis
ch
sprachigen Therapeuten gehen solle, damit die Ehefrau nicht immer mitkommen müsse, um zu übersetzen und er sei zu
Dr.
C._
gekommen. Es seien verschiedene antidepressive Medikamente ausprobiert worden, die er aber allesamt nicht vertragen habe. Nachdem die Psychiaterin pensioniert worden
sei
, sei er im
A._
behandelt worden. Seit September 2014 sei er bei
Dr.
D._
und
Dr.
E._
in Behandlung. In der ganzen Zeit sei es ihm nie wirklich
besser
gegangen
, eher sogar schlechter, vor allem nach der Kündigung Ende 2014, die i
h
n sehr gekränkt habe. Im August 2014 sei zudem seine Grossmutter verstorben. Auch der zusätzliche Tagesklinikaufenthalt im
A._
seit bald einem Jahr, zuerst einen Nachmittag,
dann
zwei halbe Tage, habe zu keiner Verbesserung geführt.
Er versp
üre weiterhin weder Freude noch
Lust,
habe keine Motivation und die Sti
mmung sei schlecht. E
r sei schnell gereizt, aber
auch traurig, zudem verspüre er eine innere Unruhe und vergesse
V
ieles
. Er
klag
e
über Grübeln, gleichzeitig ab
er auch über einen leeren Kopf.
Eine stationäre Behandlung käme aber absolut nicht in Frage,
und
wen
n er
müsste, würde er sich
suizidieren
. Er wolle nicht, dass die Kinder mitbek
ämen
wie krank er sei.
Zum Tagesablauf
werde angegeben
,
er stehe
zwischen 9 und 10 Uhr auf
,
nehme einen
Kaffee und eine Zigarette und
d
usche
. Dann schaue er fern, lese die Zeitung oder sitze am Computer. Wenn die Ehefrau das
Mittagessen gekocht habe, esse er zusammen mit der F
amilie etwas. A
m Nachmittag und
Abend mache er wi
eder das gleiche, wie am Morgen.
Er helfe
der Ehefrau nicht im Haushalt,
nicht mal einkaufen gehe er mit ihr. Er gehe auch nicht nach draussen, da er sich
dort unsicher fühle. Zwischen 21 und 24 Uhr gehe er ins Bett. Mit
Seroquel
könne er gut einschlafen, i
n der Nacht wache er aber meist
einmal au
f (S. 2).
Vor den Schlafstörungen, die wegen der Schichtarbeit aufgetreten seien, sei es ihm gut gegangen. Generell sei es am Arbeitsplatz mit dem türkischen Vorgesetz
ten
schwierig
und
die Arbeit
mit T
ragen einer Schutzkleidung den ganzen Tag lang
stressig gewesen
.
Zum psychopathologischen Befund hielt die Ärztin fest
(S. 4
f.)
, der Beschwer
de
führer erscheine gepflegt und
sei alleine mit dem Auto
und zehn
Minuten verspätet wegen Staus zur Untersuchung gekommen. Zu Beginn
habe
er
sich
dysphorisch
und angespannt
gezeigt
und der Blickkontakt sei vermieden worden
. Das
Gespräch
sei
von einem professionellen Dolmetscher übersetzt
worden und
trotzdem
habe er
immer wieder in gebrochenem Deutsch
geantwortet. Im Verlauf habe sich die Anspannung gelöst und
er
sei
zugänglicher
geworden
, habe
mitge
schwungen,
Blickkontakt aufgenommen
und
diesen
aufrechterhal
ten.
Er
präsen
tiere sich
bewusstseinsklar, in allen
Modalitäten voll orientiert
und habe die Aufmerksamkeit aufrechterhalten können.
Die
Konzentration und Gedächtnis
leistungen
sei
en
im Gespräch nicht eingeschränkt
,
Hinweise auf formale Denk
störungen
hätten sich keine
ergeben und er habe sich s
achlich ausdrücken
können.
Es
seien
auch keine
Hinweise auf inhaltliche Denkstörungen oder Phobien
, Ich-Störungen,
Wahrnehmungsstörungen/
Sinnestäuschunge
n
vorhan
den
. Der affektive Rapport sei herstellbar, die Schwingungsfähigkeit
habe sich
zu Beginn teilweise eingeschränkt
im Verlauf
aber
uneingeschränkt
gezeigt
und ins
gesamt sei de
r Beschwerdeführer gut spürbar
.
Der Antrieb und
die
Psychomotorik seien, bis auf eine Anspannung
zu Beginn, unauffällig
. Die Sprache sei deutlich und klar und die
Krankheitseinsicht vorhanden
. Es hätten sich keine Hinweise auf Selbst- oder Fremdgefährdung ergeben, wobei der Beschwerdeführer immer wieder davon gesprochen habe,
dass er sich
suizidieren
möchte.
D
er Affekt
habe
aber nicht dem Gesagte
n
entsprochen und er
habe
auch
ge
meint, dass er sich dies wegen den Kindern nicht antun würde.
Zwangsgedanken und
–
handlungen
, Ängste seien verneint worden, wobei
er
im Gespräch auch
gemeint habe
, dass ihm alles Angst mache und er vor allem auch Angs
t um die Kinder habe. Z
irka
diane Besonderheiten
seien
verneint
w
orden und
dem Gespräch sei zu entneh
men, dass sich
der
Beschwerdeführer regelmässig auswärts mit Kollegen treffe und
kein sozialer Rückzug
bestehe.
Er
beklage sich über sporadisch auftretende Kopfschmerzen, vor allem in Stresssituationen.
Auch
sei der Appetit schlecht und
trotzdem esse er mehr und glaube, es komme von den Medikamenten, wobei
er
innerhalb von zwei Ja
hren von 85
auf 100
kg
zugenommen habe
bei einer Grösse von
184
cm
.
Er
beurteile
sich selber als sehr krank und arbeitsunfähig
.
In ihrer Beurteilung (S. 6) hielt
Dr.
Z._
fest, es sei von einer Remission der vorgängig mittelgradig- bis
schwergradig
depressiven Episode und von einer leichten depressiven Störung auszugehen.
Die anfängliche Schlafstörung könne aufgrund des 3-Schichtbetriebes gut nachvollzogen
werden. Im Weiteren seien es jedoch der
Druck am Arbeitsplatz, Schwierigkeiten mit dem Vorgesetzten und die Kündigung, die für
den Beschwerdeführer
sehr kränkend gewesen sei
en
. Eine Tätigkeit im Schichtbetrieb sei nicht mehr
zumutbar. Die Schlafstörungen könnten
exazerbieren
und zu einer Zunahme der depressiven Symptomatik führen. Das Belastungsprofil in einer a
ngepassten Tätigkeit entspreche
der bisherigen Tätigkeit, mit Ausnahme des Schichtbetriebs. In angepasster Tätigkeit betrage die A
rbeitsfähigkeit per sofort 60
%
. Aus psychiatrischer Sicht sei kein dauerhafter Gesundheitsschaden ausge
wiesen, eine 60%ige Arbeitsfähigkeit mit stufenweiser Erhöhung auf 100
%
sei innerhalb der nächsten drei Monate medizinisch-theoretisch
ab sofort gegeben
und um das Rückfallrisiko zu minimieren seien beru
fliche Massnahmen sinnvoll (S. 8 f.
).
3.1.2
Dr.
med.
D._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH
,
nannte im Bericht vom 22.
August 2016 die folgenden Diagnosen
(
Urk.
13/47
S. 2
):
C
hronische depressive Störung, mittelgradig bis schwer ausgeprägt (ICD 10 F33.2) bei langjährig vorbestehender depressiver Störung,
Dysthymia
oder Persönlich
keitsproblematik mit depressiven, ängstlich-abhängigen Anteile
n
.
De
r Beschwerdeführer habe bisher bei allen zumutbaren Behandlungsoptionen kooperativ mitgearbeitet und in den letzten beiden Jahren der Behandlung habe sich eine vertrauensvolle Beziehung entwickelt. Es sei intensiv an einer Verbes
serung der Selbständigkeit und Autonomie gearbeitet worden. Durch die Schwere der depressiven Symptomatik sowie durch zusätzliche Angstsymptome sei dies jedoch nur sehr langsam und begrenzt möglich gewesen. Genauso sei als Inten
sivierung der Behandlung die Stabilisierungsgruppe des
A._
initiiert worden, da er für die reguläre tagesklinische Behandlung psychisch nicht ausreichend stabil gewesen sei. Eine stationäre Behandlung
sei
mehrmals abgewogen und besprochen worden,
aber da grosse Ängste bestünden
die
Familie auch nur kurze Zeit
zu verlassen, sei
dies aktuell keine zumutbare Option
.
Im aktuellen psychischen Befund zeigten sich weiterhin ausgeprägte kognitive Störungen in Form von Konzentrationsstörungen,
eine deutlich reduzierte
Auf
merksamkeit
,
eine deprimierte
Stimmungslage, teilweise verzweifelt, da er selbst merke, dass die Leistungsfähigkeit für ein Aufstocken der Belastung nicht vorhanden sei. Es seien weiterhin massive Antriebsstörungen vorhanden und dadurch
eine
Verstärkung von Selbstzweifeln, sozialem Rückzug und Gefühlen von Hoffnungslosigkeit. Formale Denkstörungen seien vorhanden in Form von Gedankenkreisen,
Gr
übelneigung
. Es bestehe
eine ausgeprägte
Anhedonie
und
die
Angstsymptome
hätten sich verstärkt
. Inhaltliche Denkstörungen und Wahr
nehmungsstörungen seien keine vorhanden. Es bestünden weiterhin Schlaf
störungen, ausgeprägte Vitalstörungen, ausserdem lebensmüde Gedanken bei Distanzierung von Suizidabsichten
.
Beim Beschwerdeführer bestünden ausgeprägte Defizite in der Aktivität und Partizipation am Alltagsleben. Massiv eingeschränkt sei die Durchhaltefähigkeit, die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit und es koste ihn störu
ngsbedingt grösste Überwindung
die Wohnung alleine zu v
erlassen, um allfällige Termine
alleine wahrzunehmen. Stark eingeschränkt
sei
auch die Fähigkeit z
u Spontan
aktivitäten, zum einen
durch die Antriebsstörung und Tagesmüdigkeit, zum anderen durch d
ie Angstsymptome und
Panikattacken im Kontakt mit Fremden. Aufgrund der Einschränkungen
sei die Fähigkeit zur Planung und St
rukturierung von Aufgaben sowie die Fä
higkeit zur Anpassung an Regeln
und Routinen eben
falls sehr eingeschränkt.
Angesichts der massiven leistungsreduzierenden Symp
tome durch einen Gesundheitsschaden, der bereits sicher länger als ein Jahr anhalte, sei eine Arbeitsfähigkeit aktuell sicher nicht gegeben und offensichtlich auch nicht in
einer
optimal angepassten
Tätigkeit.
3.1.3
Zum Bericht von
Dr.
D._
hielt RAD
-Ärztin
Dr.
Z._
in ihrer Stellungnahme vom 6.
Oktober 2016 fest (
Urk.
13/51/4-5),
im psychopathologischem Befund
werde der Beschwerdeführer als schwer depressiv mit ausgeprägten kognitiven Störun
gen und ausgeprägten Defiziten in der Aktivität und Partizipation beschrieben. Weiter werde angegeben, dass er wegen Ängsten bisher nicht habe hospitalisiert werden können und zudem bei Medikamentenwechsel jeweils eine Verschlimme
rung der depressiven Symptomatik eingesetzt habe. In
der Untersuchu
ng vom 1
5.
April 2016 habe
sich jedoch ein ganz anderes Bild
gezeigt
und insgesamt schienen die Befunde und Aussagen diametral auseinander zu gehen.
Eine Beurteilung könne somit nur aufgrund der im RAD durchgeführten Unter
suchung gemacht werden.
In einem Arztbericht des
A._
vom
2.
September 2015 (vgl.
Urk.
13/27) sei auch festgehalten, dass aus sprachlichen Gründen keine hochfrequente tagesklinische Behandlung habe durchgeführt werden könne
n
, und nicht wegen des schlechten Zustandes des Beschwerdeführers. Es werde deshalb an der
RAD-
Berichterstattung vom 1
8.
April 2016 festgehalten.
3
.2
Im Zusammenhang mit dem Gesuch vom 1
5.
November 2017 (
Urk.
13/60) um «berufliche Massnahmen und Eingliederungsmassnahmen» in
dem der Beschwer
deführer ausführte,
am 1
6.
November
2016
sei sein
Anspruch auf IV
-
Leistungen abgelehnt
worden und seine gesundheitliche Situation habe sich in der Zwischen
zeit verbessert, weshalb er erneut ein Gesuch um berufliche Massnahmen/ Eingliederungsmassnahmen stelle, ergibt die medizinische Aktenlage
F
olgendes
:
3.2.1
Dr.
med.
F._
, l
eitender Arzt Pneumologie am
G._
berichtete am
2.
Februar 2017 über die Konsultation vom 2
4.
Januar 2017
(
Urk.
13/65/1-2
). Er diagnostizier
te ein Schichtarbeiter-Syndrom
mit circadianer Tag-Wach-Rhyth
musstörung, eine nicht-organische Insomnie aufgrund von Medikamenten und ein
en
Bruxismus. Die Zuweisung sei zur
somnologischen
Beurteilung bei lang
andauernden Schlafstörungen erfolgt. Der Beschwerdeführer berichte seit Jahren über Ein- sowie Durchschlafstörungen, welche während der Schichtarbeiten angefangen hätte
n
. Aktuell sei er seit zwei Jahren arbeitsunfähig. In d
er Regel gehe er zwischen 22 und 24
Uhr zu Bett und schlafe mit einer Latenz von ein bis drei Stunden
,
je nach Medikamentenwirkung
,
ein. Durchgeschlafen werde nie und er stehe zwischen 6 und 8 Uhr auf. Seine Schlafqualität beurteile
der Beschwer
deführer
als
schlecht. N
achts
könne er nicht abschalten,
wälz
e
er
seine Probleme und am Morgen fühle
er
sich
müde, nervös, antriebsarm und während des Tages sei das Befinden noch
schlechter.
Ein Mittagsschlaf werde
n
icht abgehalten. Jedoch sei er antriebslos und möge
nicht.
Es würden
Parasomnie
-Episoden ange
geben
,
wobei hypnagoge
Halluzinationen und
kataplektische Episoden nicht erfragt werden
könn
t
en
.
Nächtliche Myoklo
nien im Sinne eines
Restless
l
egs
-Syndroms
seien
nicht
vorhanden
, jedoch
bestehe
seit Jahren ein Bruxismus und geschnarcht werde ebenfalls. Eine depressive Komponente werde seit 2004 behandelt. Die
Stimulantienanamnese
sei bis auf zwei Tassen Kaffee sowie eine Tasse Schw
arztee
und 20 Zigaretten täglich unergiebig. Täglich
würden
Cymbal
ta
sowie
Seroquel
und
Temesta
einge
nommen.
In der nächtlichen
Polysomnographie
vom 2
3.
November 2016
habe
sich in der
gesamt
en
Analysezeit von 387 min eine Schlafperiode von 364 min
sowie ein
e gesamte Sch
l
afzeit von 226 min
gezeigt
.
Die Schlafeffizienz liege gerade mal bei 58
%
und die Einsc
hlaflatenz zu N1 sei mit 24 min
verzögert vorhanden. Es sei schlechter geschlafen worden als zu Hause und die subjektive Einschlaflatenz liege bei 60 min.
E
inerseits
liege
ein Schichtarbeiter-Syndro
m im Sinne einer
circadianen Tag-Wach-Rhythmuss
törung vor und weiter
eine nicht-organische Insomni
e, welche sicherlich medikamentös akzentuiert sei
,
und ein Bruxismus
,
bei welchem
eine Anpassung mittels einer Bruxi
smus-Schiene
zu empfehlen sei
. Des Weiteren
sei
ein Schlaf-Coaching
zu empfehlen.
Bei keiner Verbesserung im ambulanten Setting sollte an ein stationäres
Insomnieprogramm
gedacht werden
.
3.2.2
Im
H._
wu
rde der Beschwerdeführer am 30.
Oktober 2017 erstmals durch Diplompsychologin
I._
, Oberpsychologin/
Somnologin
, untersucht. Sie dia
gnostizierte im Bericht vom 20.
November 2017 (Urk. 13/65/9-11)
Störung
en
des Schlaf-Wach-Rhythmus
ICD-10
G47.2
Delayed
-
Sleep
-Phase
-
Syndrome (DSPS) und eine rezidivierende depressive Störung (mittelg
radig) ICD-10 F33.
1.
Der Beschwerdeführer berichte, dass er 15 Jahre Sch
ichtdienst gearbeitet habe. D
adurch sei es zu einer Verschiebung des Schlaf- un
d Wachrhythmus bis gegen
den
Morgen
hin
gekommen
. Er versuche um 23 Uhr zu Bett zu gehen, könne aber erst gegen 2 bis 3 Uhr einschlafen.
Er
s
chlafe dann meist bis
in den Mittag hinein, stehe mit Kopfschmerzen auf
und sei häufig gegenüber seiner Frau und den Kindern gereizt
. D
aneben würden auch Sti
mmungsschwankungen auftreten und er
fühle sich, als wenn er nur noc
h neben seiner Familie herlaufe. G
emeinsame Unternehmungen würden auch aufgrund seiner
Müdigkeit und der
Kopfschmerze
n
nicht mehr stattfinden. Arbeiten oder eine Anstellung
finden
,
könne
er unter di
esen Voraussetzungen nicht mehr
.
Es sei
in der schlafmedizinischen Behandlung
bereits
eine Ko
nsolidierung des Schlafrhythmus
angestrebt
und Bettzeiten von 23 bis 6 Uhr
eingeführt
worden
.
Im Schlafprotokoll zeige
sich
unter der schlafunterstützenden Medikation
weiter
hin ein «
Delayed
-
Sl
eep
-
Phase
-
Syndrom
e
»
.
Es
sei von einer
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
auszugehen
.
3.
2
.
3
Im Bericht des
J._
vom 2
2.
November 2017
(
Urk.
16/4)
hielt de
r
zuständige Kardiolog
e
fest, in der klin
ischen Untersuchung präsentiere
sich der Beschwerdeführer kardiopulmonal kompensiert, knapp
normoton
und leicht übergewichtig (Grösse 1.86
m 94 kg). In der Fahrrad-Ergometrie könne
er
trotz reduzierter Leistungsfähigkeit genügend ausgelastet werden und es zeigten sich keine Hinweise für eine Myokardischämie und auch das Blutdruckverhalten sei nicht auffällig. Zusammenfassend bestünden keine Hinweise für eine relevante koronare Herzkrankheit und echokardiographisch keine pulmonale Drucksteige
rung.
3.2.4
Dr.
F._
führte im Bericht vom 2
8.
Dezember 2017 zusätzlich die Diagnose einer Depression auf. Schlafregulierende sowie
schlafrelaxierende
Massnahmen hätten bis aktuell nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Aufgrund der
chroni
fizierten
Situation sei künftig ein Arbeiten im Schichtbetrieb nicht mehr möglich. Aktuell sei zudem ebenfalls ein strukturiertes Arbeiten schwer möglich (
Urk.
13/73).
3.
2
.
5
Im
Verlaufsbericht zu Händen der IV-Stelle am 1
1.
Januar 2018 (
Urk.
13/66)
hielt
Dr.
D._
fest, seit der Ablehnung von Leistungen im Juli 2016 seien einige Diagnosen und Befunde hinzugekommen,
welche belegten, dass eine Arbeits
fähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht gegeben sei.
Als Diagnosen bestün
den eine Doppeldepression bei chronischer depressiver Störung, mittelgradig bis schwer ausgeprägt (ICD-10 F33.2) und
eine
langjährig
vorbestehende depressive
Störung,
Dysthymia
(ICD-10 F34.1) und eine Persönlichkeitsproblematik mit ängstlich-abhängigen Anteilen sowie ein
Delayed
-
Sleep
-Phase
-
Syndrom
e (DSPS;
ICD-10 G47.2
)
.
Im aktuellen psychischen Befund zeigten sich weiterhin ausge
prägte kognitive Störungen in Form von Konzentrationsstörungen
und von
deutlich reduzierte
r
Aufmerksamkeit,
eine
deprimierte Stimmungslage, teilweise verzweifelt, da
der Beschwerdeführer selb
st
merke, dass die Leistungsfähigkeit für ein Aufstocken der Belastung nicht vorhanden sei. Weiterhin seien massive Antriebsstörungen vorhanden und dadurch eine Verstärkung von Selbstzweifeln, sozialem Rückzug und Gefühlen von Hoffnungslosigkeit. Formale Denkstörungen se
ien in Form von Gedankenkreisen und
Grübelneigung
vorhanden und es bestehe eine ausgeprägte
Anhedonie
. Angstsymptome, inhaltliche Denkstörungen und Wahrnehmungsstörungen seien
nicht
vorhanden während Schlafstörun
gen, ausgeprägte Vitalstörungen sowie
lebensmüde Gedanken bei Distanzierung von Suizidabsichten vorhanden seien.
Beim Beschwerdeführer bestünden weiterhin ausgeprägte Defizite in der Aktivität und Partizipation am Alltagsleben und die Durchhaltefähigkeit, die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sei
en
massiv eingeschränkt
.
Es koste ihn stör
ungsbe
dingt grösste Überwindung
,
die Wohnung alleine zu verlassen, um allfällige Termine alleine wahrzunehmen und auch die Fähigkeit zu Spontanaktivitäten sei zum einen durch
die
Antriebsstörung und
die
Tagesmüdigkeit, zum anderen durch die Angstsymptome im Kontakt mit Fremden massiv eingeschränkt. Die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben sowie die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen sei
en
ebenfalls sehr eingeschränkt.
Trotz dieser Einschränkungen
habe der Beschwerdeführer
versucht, in einem beschützten Rahmen zu arbeit
en. Im beschützten Umfeld sei ab 2
8.
Februar 2017 eine Tätigkeit von 20
-
30
%
bis 1
8.
September 2017 möglich gewesen, wobei nach einer Erhöhung auf 40
%
ab 1
9.
September 2017 jedoch eine Verschlechte
rung aufgetreten sei. Eine Erweiterung des Pensums sei aktuell nicht möglich.
Angesichts der massiv
leistungsreduzierenden Sympt
ome
durc
h einen Gesund
heitsschaden, der
bereits
sicher länger als ein Jahr anha
lt
e
,
sei
eine Arbeitsfähig
keit auf
dem e
rsten Arbeitsmarkt aktuell
sicher nicht gegeben,
und
offensichtlich auch nur bis 30
%
in optimal angepasster Tätigkeit.
3.
2
.
6
RAD
Dr.
Z._
führte in ihrer Aktenbeurteilung vom 2
4.
Januar 2018 aus (
Urk.
13/76/2-3), wie in der früheren RAD-Stellungnahme geschrieben, sei eine Tätigkeit im Schichtbetrieb nicht mehr
zumutbar. Die Schlafstörungen könnten
exazerbieren
und zu einer Zunahme der depressiven Symptomatik führen. Aufgrund des psychopathologischen Befundes im Bericht vom 2
0.
November 2017 des
H._
könne keine mittel- oder
schwergradige
depressive Symptomatik erkannt werden. Die im Arztbericht von
Dr.
F._
vom
2.
Februar 2017
empfohlene
Bruxismusschiene
sei gemäss Einsprache der Gemeinde
K._
vom 1
8.
Januar 2018 erst
in
diese
r
Woche bestellt
worden
, was gegen einen Leidens
druck spreche.
Dr.
D._
beschreibe
im Bericht
vom
1
1.
Januar 2018 wieder
die genau gleichen psychopathologische
n
Befund
e
w
ie in der Stellungnahme vom 22.
August 2016, was
etwas
am Wahrheitsgehalt zweifeln lasse. Der
Beschwerde
führer
habe bei der Schlafuntersuchung a
ngegeben, dass er zwischen 22 und 24
Uhr
zu Bett gehe
und mit einer Latenz von 1 bis 3 Stund
en, je nach Medikamen
tenwirkung
einschlafe. Im
Schlaflabor
sei
er nach 24 Minuten eingeschlafen
und es sei
keine Diagnose ei
nes
Delayed
-
Sleep
-Phasen
-
Syndroms
(DSPS) gestellt
worden. Dass ein strukturiertes
Arbeite
n schwer möglich sein soll
e
, könne
nicht
wirklich nachvollzogen werden
. I
nsgesamt
könne
nicht auf die Schlafabklärung abgestellt werden, da der
Beschwerdeführer in dieser Zeit
Temesta
eingenommen h
abe. Auch seien die Schlafstörungen schon bei der ursprünglichen RAD-Untersuchung bekannt gewesen und es hätten keine Einschränkung der Funk
tionsfähigkeit
erhoben
werden könne
n
. Insgesamt könne
nicht von einem
verän
derten Gesundheitszustand ausgegangen werden
.
3
.
2.
7
In einem weiteren Verlaufsbericht
vom 2
2.
August 2018 (
Urk.
16/1) hielt
Dr.
D._
fest, im aktuellen psychischen Befund zeigten sich weiterhin ausgeprägte kogni
tive Störungen in Fo
rm von Konzentrationsstörungen. Die
Aufmerksamkeit
sei
deutlich reduziert,
die
Stimmungslage deprimiert, teilweise verzweifelt, da der Beschwerdeführer selber merke, dass die Leistungsfähigkeit im
L._
eher bei 20 % als bei 30
%
liege. Der psychische Zustand habe sich seit dem letzten Bericht verschlechtert und aktuell habe der Beschwerdeführer bis
2.
September 2018 zu 100% krankgeschrieben werden müssen, weil er zuletzt über die psychische Bela
stungsgrenze gegangen sei. I
m Vergleich zum Vorbericht sei tendenziell eine Verschlechterung festzustellen.
3.
2.
8
Am
2
4.
August 2018 hielt
Dr.
F._
fest
(
Urk.
16/2)
, es liege ein leichtes, in Rückenlage mittelschweres obstruktives Schlafapnoe-/
Hypopnoe
-Syndrom vor. Zur Vermeidung der Rückenlage sei
eine Lagetherapie
mittels weich gepolstertem Rucksack für zwei Monate
durchzuführen
und
danach
in jährl
ichen Abständen für einen Monat.
Die morgendlichen Kopfschmerzen könnten durch die Schlaf
apnoe-/
Hypopnoe
-Problematik deutlich akzentuiert sein.
4.
4.1
Zu untersuchen ist eine
revisionsrechtlich relevante Tatsachenä
n
derung
seit der Verfügung
vom 1
6.
November 201
6.
A
us den Akten geht
diesbezüglich
hervor, dass
RAD
-Ärztin
Dr.
Z._
, welche
den Beschwerdeführer am 1
5.
April 2016 untersucht hatte (E. 3.1.1 hiervor)
,
ein
en dauerhaften
Gesundheitsschaden
nicht als
ausgewiesen
sah
und den Beschwerdeführer
als
zu
60
%
arbeitsfähig beurteilte und eine stufenweise
Erhöhung auf 100
%
innert drei Monaten als
zumutbar
erachtete. D
er behan
delnde Arzt
Dr.
D._
attestierte demgegenüber bereits
im
Bericht vom 2
2.
August 2016 keine ve
rwertbare Arbeitsfähigkeit mehr, wobei er
auf
schwerwiegend
e
,
l
eistungsreduzierend
e
und seit
mehr als einem Jahr
bestehende
Symptome
hinwies (E. 3.1.2).
Mit diesem gegenüber dem in der
RAD-Untersuchung gezeigten
ganz anderen
und aufgrund der Befunde und Aussagen
entgegengesetzten Beschwerdebild
setzte sich die Beschwerdegegnerin sodann
einlässlich auseinander
, wobei
insgesamt
die
Einschätzung
des Behandlers
verworfen
(
vgl.
E. 3.1.3)
und in
der Verfügung vom 1
6.
November 2016 nicht
darauf abgestellt wurde
.
Eine
praktisch
identische Befunderhebung
wie im Bericht vom 2
2.
August 2016 findet sich im Bericht von
Dr.
D._
vom
11.
Januar 2018 (E. 3.2.
5
).
Dazu führte RAD
-Ärztin
Dr.
Z._
aus, dies lasse
etwas
am Wahrheitsgehalt zweifeln
(E. 3.5.
6
), was
jedenfalls insofern nicht zu beanstanden ist, als di
e
mitunter auch im
Wortlaut identische Befundbe
schreibung nichts N
eues ausweist, als
was
nicht
bereits anlässlich
der
Verfügung vom 1
6.
November 2016 gewürdigt
worden war
.
RAD-Ärztin
Dr.
Z._
wies zudem zu Recht darauf hin, d
ass das in den Berichten des
H._
vom 2
0.
November 2017 und von
Dr.
D._
vom 1
1.
Januar 2018 fest
gehaltene
Delayed
-
Sleep
-Phase-Syndrom
e
bei der Untersuchung im Schlaflabor vom 2
3.
November 2016 nicht fest
stellbar gewesen war. Durch den Facharzt Dr.
F._
wurde dementsprechend keine entsprechende Diagnose gestellt, auch nicht im neuesten Bericht vom 2
9.
August 2018
und dies obwohl der Beschwer
deführer ihm gegenüber bereits am 2
4.
Januar 2017 eine Einschlaflatenz von einer bis drei Stunden angegeben hatte
(
vgl. E. 3.2.1, E. 3.2.4 und E. 3.2.8)
.
Dr.
Z._
ist auch darin zu folgen
, dass
die Schlafstörungen schon bei der ursprünglichen RAD-Untersuchung bekannt
w
aren,
dabei
jedoch
keine Ein
schränkung der Funktion
sf
ähigkeit erhoben werden konnte und dieser Störung insofern Rechnung getragen wurde
,
als Tätigkeiten im Schichtbetrieb nicht als zumutbar erachtet wurden (vgl. E.
3.1.1). Insgesamt ist damit nicht zu beanstan
den, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf die
Angabe von
Dr.
Z._
nicht auf eine relevante Veränderung (Verschlechterung) des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers seit der Verfügung
vom
1
6.
November 2016
schloss.
4.2
Bezüglich
insbesondere
der Schlafstörungen ist ergänzend noch Folgendes festzuhalten: Bereits
im
Zeitpunkt der anspruchsverneinenden
Verfügung vom 1
6.
November 2016 war die schlafmedizinische Abklärung bei
Dr.
F._
eingeleitet gewesen. Die Untersuchung im Schlaflabor fand
nämlich bereits
am 2
3.
November 2016 statt. Damit ist anzunehmen, dass der Bericht von
Dr.
F._
vom Februar 2017 die gesundheitliche Situation beschreibt,
die
schon im November 2016 vorgelegen hatte
. Diese Situation entsprach sodann im Wesentlichen derjenigen ab Ende Oktober 2017; im Bericht des
H._
vom 2
0.
November 2017 wird von einer Einschlaflatenz von drei bis vier Stunden, von einer schlechten Schlafqualität und einer erheblichen Tagesmüdigkeit berich
tet (vgl. E. 3.2.2).
Eine
weitergehende
Behandlung
der Schlafstörungen
wurde erst Ende Oktober 2017 aufgenommen
, obwohl
Dr.
F._
bereits Anfang Februar 2017 eine Über
weisung ans
H._
vorgenommen hatte.
Bis im Januar 2018 war die vom
H._
im Sinne eines nächsten Schrittes empfohlene
stationäre
Insomnietherapie
noch nicht durchgeführt worden
und war auch keine Anpassung einer
Bruxismus
schiene
erfolgt
(
vgl. E. 3.2.1, E. 3.2.2, E. 3.2.4, E. 3.2.8; vgl. auch
Urk.
13/69). Angesichts dessen kommt dem Hinweis von
Dr.
F._
im Bericht vom 2
8.
Dezember 2017, es liege eine
chronifizierte
Situation vor, keine entscheidende Bedeutung zu (vgl. E. 3.2.4).
Hinsichtlich der Schlafstörung
en
ist zwischen November 2016 und Januar 2018
demgemäss – entsprechend der Beurteilung von
Dr.
Z._
-
keine relevante Veränderung und namentlich auch keine
Chronifizierung
ersichtlich
.
4.3
A
us dem
Zwischenbericht des
M._
v
om 1
3.
Dezember 2017 (
Urk.
13/65
/3-6)
auf welchen
der Beschwerdeführer
Bezug nimmt (vgl.
Urk.
1
Ziff.
54)
,
ergibt sich
ein Arbeitspensum vom 2
8.
Februar
bis
7.
August
2017
von
20
%
,
vom
8.
Au
gust bis 18.
September
2017
von
30
%
und letztlich
ab
1
9.
Sep
tember 2017
ein Pensum von
40
%
, sowie
,
dass
der Beschwerdeführer in dieser Zeit viele Absenzen aufgewiesen habe und
krankgeschrieben worden sei.
Auf
grund der
erfolgten
Bewertung von Eigeninitiative und
Arbeitsmotivation (vgl.
Urk.
13/65/4) ist die Eingliederungsbereitschaft (subjektive Eingliederungs
fähig
keit) zumindest fraglich. Dazu ist auch
festzuhalten, dass
der Beschwerde
führer
b
ereits
in einem früheren Verfahren als Unterstützung seiner Genesung eine Rente und
«allenfalls»
für einen späteren Zeitpunkt ein Belastungstraining für den Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt
beantragt
hatte
(
Urk.
13/48)
.
Im vorliegenden Verfahren
wird
nun über Integrationsmassnahmen und berufliche Eingliederungsmassnahmen
die
Rente
beantragt
(
Urk.
1 S. 2)
. Dabei
besteht
gemäss dem im Verfahren eingereichten aktuellsten Bericht von
Dr.
D._
eine
zu 100%
ige Arbeitsunfähigkeit
(E. 3.2.
7
).
V
or diesem Hintergrund
ist fraglich, ob
berufliche Massnahmen
zielführend durch
geführt werden könnten
. Nachdem hiervor Gesagten sind die Kriterien jedoch bereits anderweitig nicht erfüllt, weshalb
eine eingehendere Auseinandersetzung
unterbleiben
kann. Diesbezüglich drängen sich auch keine weiteren medizinischen Abklärungen auf, da hiervon für den
entscheidrelevanten
Zeitraum keine neuen
Erkenntnisse zu erwarten sind
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b)
.
4.
4
Zusammenfassend ist seit der Verfügung
vom 1
6.
November 2016
und bis zum 2
5.
Januar 2018
keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen
und es ist weiterhin von der vollständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Integra
tionsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung
fallen damit nicht in Betracht. Rentenleistungen der Invalidenversicherung sind nicht Gegen
stand des vorliegenden Verfahrens.
Die Beschwerde ist damit insgesamt unbegründet, was zu deren Abweisung führt.
5.
5.1
Die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss
§
16
Abs.
1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) sind vorliegend erfüllt (vgl
. insbesondere
Urk.
3
). Demzufolge ist dem Beschwer
deführer antragsgemäss (
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung
zu bewil
ligen und Rechtsanwalt
Martin Hablützel
, Z
ürich
, als unentgeltlich
er Rechtsvertreter
für das vorliegende Verfahren zu bestellen.
5.2
Die Kosten des Verfahrens gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind auf
Fr.
800.-- fest
zusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.3
Rechtsanwalt Martin Hablützel m
achte mit Honorarnote vom 2
9.
Mai 2019 (
Urk.
19) einen Aufwand von insgesamt 24.9
Stunden
sowie Barauslagen von Fr.
164.34
geltend. Darin enthalten sind
unter a
nderem Sammelp
ositionen
bezeichnet als «Beschwerde, Sachverhalt, Aktenstudium, Rechtliches...», welche insgesamt mit 15.4 Stunden Aufwand veranschlagt wurden (vgl. Position vom 6., 8, 12., 13
., 2
1.
und 2
6.
Februar 2018)
.
Rechtsstudium
bzw.
Rechtskenntnisse werden grundsätzlich vorausgesetzt und können im Rahmen der unen
t
geltlichen Rechtsvertretung nicht entschädigt werden. Sodann
wurden zahlreiche Telefonate und Emailkorrespondenzen mit behandelnden Ärzten
und Therapeuten aufge
führt (vgl. Positionen vom 1
3.
und 2
0.
Februar s
owie 5., 20., und 2
8.
März 2018)
, die
einerseits
keinen Eingang in die
Akten gefunden haben
und
anderseits
im
Hinblick auf die im
Sozialversicherungsverfahr
en geltende Untersuchungs
maxime
sowie de
n
Umstand
, dass der Sachverhalt
grundsätzlich
im
Verfügungs
zeitpunkt zu erheben ist und sich die gerichtliche Überprüfungsbefugnis auf diesen Zeitpunkt beschränkt
,
auch
nicht
als
zwingend
notwendig
erachtet werden können
. Im Weiteren ist nach der
Neuanmeldung
vom 1
5.
November 2017
und
dem Gesuch um Eingliederungsmassnahmen festzustellen, dass sich
die
massge
benden Akten auf
die Konsultation
wenige
r Aktenstücke beschränkt
. Nicht
Prozessthema des
vorliegenden Verfahren
s
sind
— wie gesagt —
Rentenleistungen der
Invalidenversicherung, weshalb die in diesem
Zusammenhang geltend gemachten, zuweilen in Sammelpositionen in Rechnung gestellten Aufwendun
gen im Zusammenhang mit der Ausfertigung der Beschwerdeschrift
auch
nicht im gelt
end gemachten Umfang vergütet werden können
(vgl.
etwa Positionen vom 26
.
Februar 2018
).
Angesichts des
in Bezug auf das Prozessthema
geringen Umfangs der zu studie
renden Akten
,
der
zwar
rund 20 Seiten
umfassenden Beschwerdeschrift,
die sich jedoch mit Blick auf
den streitgegenständlich zu beurteilenden Anspruch auf berufliche
Eingliederungsmassnahmen
auf wenige Seiten hätte beschränken können,
die notwendigen
Aufwendungen für Instruktion und Abklärungen, der Bemühungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unen
tgeltliche Rechtspflege
sowie der in ähnlich gelagerten Fällen zugesprochenen Beträge ist die Entschä
digung von
Rechtsanwalt Martin Hablützel
bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- (zuzügl
ich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2‘
6
0
0.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
5.4
Der Beschwerdeführer
wird auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewiesen, wonach
er
zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Entschädigung an
Rechtsanwalt Martin Hablützel
, Zürich,
verpflichtet ist, sobald er
dazu in der Lage ist.