Decision ID: 0b134282-7b29-4081-8ea3-bf10bb96c8b6
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1977, verheiratet und Vater dreier Kinder (geb. 2001, 2002 und 2008), arbeitete seit dem 18. Juli 2000 als Chauffeur bei der
Y._
S.A. (Urk. 11/6), als er am 23. Juli 2000 ausserhalb der Arbeitszeit als Autofahrer
auf einer Autobahn einen Fussgänger überfuhr, welcher offenbar noch auf der Unfallstelle verstarb (Urk. 11/75). Die Arbeitgeberin löste das Ar
beitsverhältnis mit dem Versicherten per Ende Mai 2001 auf, wobei der Versi
cherte ab März 2001 teilweise krankgeschrieben gewesen war (Urk. 11/6/1 f.).
Am
4. Juli 2001
meldete sich
X._
bei der
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
unter Hinweis auf
ein psychisches Leiden
zum Leistungsbezug an (Urk. 11/3).
Nachdem
Eingliederungsbemühungen getä
tigt worden waren (Urk. 11/14-64), sprach ihm die
IV-Stelle mit Verfügung vom
1
0.
Mai 2005 - gestützt auf eine verwertbare Arbeitsleistung von 44 % gemäss Angaben der Ausbildungsinstitution
Z._
-
rückwirkend per
1. März 2004
eine halbe Rente der Invalidenversicherung (IV) zu (
Urk. 11/73
).
Diese wurde anlässlich des ersten amtlichen Revisionsverfahrens vorerst bestätigt (Mitteilung vom 15. Mai
2006 [Urk. 11/81]),
mit Verfügung vom 2
4. April 2007
jedoch rückwirkend
per
1.
Juni
2006
auf
eine
ganze
Rente
erhöht
(
Urk. 11/100
).
Mit Mitteilung vom 12. März
2009 (Urk. 11/110) respektive 16. Oktober
2012 (Urk. 11/117) wurde die ganze Rente bestätigt.
Nachdem
X._
die IV-Stelle mit Schreiben vom 29. November 2013
darüber in Kenntnis gesetzt hatte, dass er 30 Stunden monatlich als Aushilfe tätig sei und dabei ein Einkommen von Fr. 495.-- pro Monat erziele (Urk. 11/121), tätigte diese ergänzende Abklärungen zur erwerblichen und me
di
zinischen Situation von
X._
.
Dazu holte sie auch das medizini
sche Gutachten vom 14. Juni 2014 von Prof. Dr. med.
A._
,
FMH Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie
,
ein (
Urk
. 11/130).
Nach auferlegter Schadenminderungspflicht mit Bezug auf die
Alkoholabsti
nenz
(Urk. 11/133) und durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
11/134-147
) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 15. Januar 2015 die Rente per Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf und entzog e
iner
all
fällig
dagegen gerichteten Beschwerde die aufschiebende Wirkung
(Urk. 2)
.
2.
Dagegen erhob
X._
am
16. Februar 2015
Beschwerde und bean
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm
weiterhin
eine
ganze Invalidenrente auszurichten. Gleichzeitig ersuchte er um die Ge
wäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1). Mit
Beschwerdeant
wort
vom
20.
März
2015
schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
10
unter Beilage ihrer Akten [Urk. 11/1-154]
). Am 23. März 2015 reichte der Beschwerdeführer eine unaufgeforderte Stellungnahme ein (Urk. 12
unter Beilage von Urk. 13
). Mit Verfügung vom 23. April 2015 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Urk. 14). Der Beschwerdeführer er
stattete am 18. Mai 2015 Replik (Urk. 16
unter Beilage von Urk. 17
) und die
Beschwerde
geg
nerin
am 4. Juni 2015 Duplik (Urk. 20), was den Parteien jeweils zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (
BGE
130
V
343
E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003
E.
2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beur
teilung einer anspruchserheblichen Änderung
des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheent
scheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
be
messung
beruht (
BGE
133
V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 2
6.
März
2010 E.
1 mit Hinweisen).
1.2
Der Revisionsordnung gemäss Art. 17 ATSG geht jedoch der Grundsatz vor, dass die Verwaltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf eine formell
rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beur
teilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn diese zweifellos unrichtig und ihre
Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 110 V 176 E. 2a; Art. 53 Abs.
2 ATSG). Unter diesen Voraussetzungen kann die Verwal
tung eine
Rentenver
fügung
auch dann abändern, wenn die Revisionsvorausset
zungen des Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind. Wird die zweifellose Unrich
tigkeit der ursprüng
lichen Rentenverfügung erst vom Gericht festgestellt, so kann es die auf Art. 17 Abs. 1 ATSG gestützte Revisionsverfügung der Verwal
tung mit dieser Begrün
dung schützen (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung lässt sich eine allgemein gültige
betragliche
Grenze für die Voraussetzung der Erheblichkeit der Berichtigung nicht festlegen.
Mass
gebend sind vielmehr die gesamten Umstände des Einzelfalles. Bei periodischen Leistungen ist die Erheb
lichkeit der Berichtigung zu bejahen (
BGE
119
V
475
E.
1c; Urteil des Bundes
ge
richts 9C_11/2008 vom 2
9.
April 2008
E.
4.2 mit Hinweisen
)
.
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die
Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser
Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Gestützt auf das Gutachten vom 14. Juni 2014 von Prof.
A._
hielt die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) dafür, dass sich der Gesund
heitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers seit der
Renten
zusprache
wesentlich verbessert hätten. Namentlich sei die frühere depressive Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung remittiert, womit ihm die bisherige Tätigkeit als
Chauffeur
wieder zu 100 % zumutbar und die Er
zielung eines
rentenausschliessenden
Erwerbseinkommens möglich sei.
2.2
Demgegenüber wird vom Beschwerdeführer im Wesentlichen vorgebracht (Urk. 1),
die
kombinierte Persönlichkeitsstörung
, welche zur Renten
erhöhung
geführt habe, bestehe unverändert fort, was der Gutachter nicht berücksichtigt h
ab
e. Es sei daher unzulässig, die Rente aufzuheben.
3.
3.1
3.1
.1
Im Bericht des
Psychiatriezentrums
B._
vom 31. Juli 2001 (Urk. 11/10),
wo der Beschwerdeführer ab März 2001 in Behandlung stand, wurde als Diag
nose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
posttraumatische
Belas
tungs
stö
rung
(ICD-10 F43.1)
aufgeführt
.
Es wurde berichtet, der Beschwerde
führer klage über eine anhaltend bedrückte Stimmung, eine ständige innere Unruhe und Spannungszustände, über Ein- und Durchschlafstörungen sowie über rezidivie
rende
Kopfschmerzen und Schwindelgefühle (Urk. 11/10/3)
.
Der Beschwerde
füh
rer sei nur noch vermindert belastbar
. Die im Rahmen der post
traumatischen Belastungsstörung aufgetretene depressive Stimmung sowie die erhöhte An
span
nung und innere Unruhe würden eine Rückkehr in die Tätigke
it als Chauffeur verunmöglichen
.
Der Beschwerdeführer
sei durch den Unfall schwer traumatisiert worden. Die Gefahr einer psychischen Dekompensation wäre bei weiterer Berufsausübung als Chauffeur gegeben. Dem Beschwerdefüh
rer
sei
jedoch eine geordnete, klar strukturierte Tätigkeit,
eventuell
im techni
schen Bereich,
halbtags zumutbar
, wobei eine Steigerung
der Arbeitsfähigkeit
möglich sei (Urk. 11/10/4).
3.1.2
Dr. med.
C._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH
,
Hausarzt
des Beschwerdeführers seit 1989 (Urk. 11/79/3), hielt mit Bericht vom 22. August
2001 (Urk. 11/11) fest, der Beschwerdeführer habe ihn ab November
2000 wegen
diffusen Beschwerden wie Kopfschmerzen, einem brennenden Ge
fühl in der
Schei
tel
gegend
, Magenbrennen etc. konsultiert
. Der Beschwerdefüh
rer klage
über Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit und Nervosität (Urk. 11/11/2)
. Dr.
C._
attestierte eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ab dem 19. März 2001 sowie eine solche von 50 % ab dem 19. Juli 2001 und hielt dafür, e
s sei dringend eine Wiedereingliederung in den Arbeits
prozess notwendig. Der Beschwerdeführer möchte gerne
Autome
chaniker
lernen
.
A
ufgrund des Psychotraumas seien Autofahrten als Chauffeur eher kritisch.
Sämtliche Arbeiten ausser dieser Tätigkeit seien jedoch möglich (Urk. 11/11/1 ff
.).
Dr.
C._
wies ausserdem darauf hin
,
dass der Beschwerdeführer
phasenweise eine starke Aggravation
zeige sowie
eine Tendenz, Versicherungsleistungen
(IV, Arbeitslosengeld etc.)
zu konsumier
en (Urk. 11/11/2).
3.1.3
Dr. med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
welcher
den Beschwerdeführer von September
2002 bis März
2004 behandelte (Urk. 11/60/2),
führte in seinem Bericht vom 30. August 2004 folgende Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf
(Urk. 11/60/1)
: Posttrauma
tische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0), schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1), psychogene Polydipsie und Polyurie
.
Dr.
D._
berichtete, die in der Ausbildungsinstitution
Z._
absolvierte
Anlehre
zum Kleingerätewart habe im Frühling 2004 abgebrochen werden müssen, da der Beschwerdeführer seine Leistung nicht über 50 % habe steigern können und häufig krankheitsbedingt abwesend gewesen sei.
Der Beschwerdeführer habe über starke, migräneartige Kopfschmerzen mit Sehstörungen, Reizbarkeit und Impulsivität, Schlafstörun
gen, Erinnerungen an das Unfallereignis mit Vermeidung auslösender Trigger-Situation, Polyurie, innere Unruhe und Nervosität
sowie
Lärmempfindlichkeit
geklagt, wobei nur
Alkohol, Co-
Dafalgan
und Rückzug
seine
Beschwerden lin
dern würden. Ausserdem habe er über impulsive Affektdurchbrüche
aufgrund seiner Reizbarkeit
berichtet. Er habe mitgeteilt, bei der Arbeit sein B
estes
zu ge
ben
,
jedoch
aufgrund der Beschwerden nicht in der Lage
zu sein
, mehr zu leis
ten (Urk. 11/60/2).
Dr.
D._
attestierte eine 50
%
ige Arbeitsunfähigkeit als
Klein
gerätewart
bis auf weiteres, erachtete die Arbeitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen jedoch als verbesserungsfähig und hielt ergänzend fest, zur ge
nauen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf längere Sicht empfehle er eine ein
gehende Begutachtung (Urk. 11/60/1 f.).
3.1.4
Im Bericht des Psychiatriezentrums
B._
vom 8. Dezember
2004 (Urk. 11/61), wo der Beschwerdeführer nach Abbruch der Behandlung bei Dr.
D._
ab März 2004
wieder
in Behandlung stand (Urk. 11/61/6), wurden als Diag
no
sen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine posttraumatische
Be
lastungs
störung
(ICD-10 F43.1), eine Persönlichkeitsänderung nach
Extrembe
lastung
(ICD-10 F62.0), eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F3
3.11) sowie
ein schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1) genannt (Urk. 11/61/5).
Es wurde berichtet, d
er Beschwerdeführer
habe vor
allem über Kopfschmerzen, Müdigkeit, Interesse- und Freudlosigkeit, über innere Unruhe,
Angespanntsein
,
Nervosität, Überempfindlichkeit und Stressintoleranz, Aggres
sivität und Schwie
rig
keiten im Kontakt zu anderen Menschen sowie
über
Dere
alisations
- und Depersonalis
at
ionsgefühle
geklagt.
Sein
Denken
sei inhaltlich
auf die ungelöste Arbeitssituation und die damit verbundenen finanziellen Probleme eingeengt
sowie der Affekt und die Stimmung von einer pessimis
tisch-resignativen Grund
haltung
, Hoffnungslosigkeit, gereizte
r
Nervosität und Angespanntheit
geprägt gewesen
. Eine Hoffnung auf Besserung hege der Be
schwerdeführer kaum
(Urk. 11/61/6)
.
Es wurde eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres atte
stiert, jedoch ergänzend vermerkt, es sei eine gründlichere Abklärung und Beur
teilung im Rahmen eines Gutachtenauftrages angezeigt, falls sich zeigen sollte, dass der Beschwerdeführer auch ein reduziertes
Arbeits
pensum
nicht meistere (Urk. 11/61/6).
3.1.5
Gestützt auf
diese Berichte erachtete der
Regionale Ärztliche Dienst (RAD)
eine 50
%
ige
Arbeitsunfähigkeit als ausgewiesen (Urk. 11/62/2).
3.2
3.2.1
Dr.
C._
nannte im Bericht vom 10. März 2006 (Urk. 11/79) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine p
assiv aggressive
Persönlichkeitsstö
rung
(ICD-10
F
60.8),
einen
Verdacht auf
eine
posttrauma
tische
Belastungsstö
rung
(ICD-10 F
43.1),
einen schädlichen
Gebrauch von Alkohol (ICD-10
F10.1) sowie eine psychogene Polydi
psie und Polyurie
und attes
tierte bis auf weiteres eine 50
%
ige
Arbeitsunfähigkeit (Urk. 11/79/3). Er berichtete, der Beschwerde
füh
rer sei aufgrund seiner Persönlichkeitsstörung nach wie vor nicht in der Lage, eine Arbeitsstelle zu finden, obwohl dies im Rahmen von etwa 50 % theo
retisch möglich sein sollte. Voraussetzung dazu wäre eine bessere Kooperation. Diese scheitere derzeit insbesondere daran, dass der Beschwerdeführer jede
psy
cho
pharmakologische
Therapie ablehne, angeblich wegen Nebenwirkungen der Me
dikamente. Dies lasse zumindest den Verdacht zu, dass der Beschwerdeführer
an einer Verbesserung seiner Gesundheit nicht wirklich interessiert sei. Erschwe
rend komme die Suchttendenz mit massivem Alkohol- und
Nikotinabusus
dazu (Urk. 11/79/3).
3.2.2
Im Bericht des Psychiatriezentrums
B._
vom 4. Mai 2006 (Urk. 11/80) wurden als Diagnosen
mit Auswi
rkung auf die Arbeitsfähigkeit eine r
ezidivie
rend depressive Störung (ICD-10
F
33.10),
eine
Persönlichkeitsveränderung nach
Extrembelastung (ICD-10 F62.0), DD kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10
F
61.0),
ein schädlicher
Konsum von Alkohol (ICD-10
F
10.1)
sowie von Ni
k
o
t
in (ICD-10
F
10.25)
aufgeführt und bis auf weiteres ebenfalls eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit attestiert (Urk. 11/80/3).
Anamnestisch wurde festgehalten, seit dem Autounfall im Jahr 2000 sei es zu Schwindelgefühlen und mehrmals pro Woche auftretenden Kopfschmerzen ge
kommen. Innere Unruhe, Schlafstörungen und Depressivität hätten zugenom
men. Der Integrationsversuch in der Ausbildungsinstitution
Z._
sei nac
h zwei Jahren wegen ungenügender Leistungen und zu häufiger
Absenzen abge
brochen worden. Verschiedene Arbeitsversuche seien jeweils nach kurzer Zeit wegen Reizbarkeit und geringer Belastbarkeit des Beschwerdeführers gescheitert (Urk. 11/80/4). Der Beschwerdeführer beklage Schwindelgefühle, Kopfschmer
zen, innere Unruhe, depressive Stimmung, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit und Ängste. Beim Beschwerdeführer bestehe eine negative Zukunftssicht mit Hoffnungslosigkeit und gereizter Nervosität (Urk. 11/80/4).
3.2.3
Mit
B
ericht vom 2
0.
Juni
2006
(
Urk. 11/84) erklärten die Ärzte des
Psychiatrie
zentrums
B._
,
die Arbeitsunfähigkeit im letzten Arztbericht zuhanden der IV
sei fälschlicherweise
mit 50
%
statt mit 100
%
angegeben worden.
Weil der Beschwerdeführer die von Februar 2005 bis Mai 2005 mit einem Pensum von 50 % ausgeübte Anstellung als Lagermitarbeiter wegen Überforderung habe ab
brechen müssen und ihn eine 30%ige Anstellung beim gleichen Arbeitgeber von Mai 2005 bis Februar 2006 ebenfalls überfordert respektive zu einer Ver
schlechterung des psychischen Zustandsbilds geführt habe, bestehe seit dem 1. März 2006 bis aktuell eine anhaltende 100%ige Arbeitsunfähigkeit, die ge
mäss Einschätzung noch einige Monate andauern werde.
Diagnostisch
stehe eine
schwere kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit narzisstisch/ängstlich-ver
meidenden Zügen (ICD-10
F
61.0)
im Vordergrund
.
3.2.4
Dr. med.
E._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH
(ab April 2005 bis September 2006 zuerst im Psychiatriezentrum
B._
zustän
diger
Fallarzt
des Beschwerdeführers; danach behandelnder Arzt des Beschwer
deführers im Rahmen seiner eigenen Praxis [Urk. 11/87, Urk. 13 S. 1]) nannte im Bericht vom 24. Oktober 2006 (Urk. 11/88) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narziss
tisch/ängstlich-vermeidenden Anteilen (ICD-10 F61.0)
sowie
einen schädlichen Konsum von Alkohol (ICD-10 F10.1; Urk. 11/88/1).
Hinsichtlich der beklagten Beschwerden und Befunden verwies er auf die erstatteten Vorberichte des
Psy
chiatriezentrums
B._
. Ergänzend er
wähnte er Pseudohalluzinationen,
ag
gressive Durchbrüche sowie eine ausgeprägte
Externalisation
. Dr.
E._
hielt dafür, seit dem 1. März 2006 bestehe eine anhaltende 100%ige Arbeitsunfähig
keit. Bei insgesamt ungünstiger Prognose sei eine Steigerung der Erwerbsfähig
keit auf 50 % mittelfristig möglich, jedoch erwarte er auch langfristig keine entscheidende Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
(Urk. 11/88/1 f.).
3.2.5
Der RAD hielt in seiner Stellungnahme zu dieser Aktenlage vom 14. Dezember 2006 dafür, angesichts der aufgezeigten Gesamtentwicklung erscheine eine
Ar
beitsunfähigkeitseinschätzung
von 100 % als gerechtfertigt und nachvollziehbar (Urk. 11/91/2),
worauf
hin
die
Beschwerdegegnerin
die zuvor ausgerichtete halbe Invalidenrente mit Wirkung ab dem 1. Juni 2006 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % auf eine ganze Rente erhöhte (Urk. 11/97 f.).
3.3
3.3.1
Dr.
E._
berichtete am 3. März 2009 (Urk. 11/107) von einem unveränderten gesundheitlichen Zustand, wobei ein gewisser Rückgang des querulatorischen Verhaltens festzustellen sei. Unverändert bestehe eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit für jegliche Tätigkeiten. Die aktuell vom Beschwerdeführer in einer be
treuten Werkstatt durchgeführte Tätigkeit beschränke sich auf das gelegentliche Auseinandernehmen von elektronischen Geräten und finde stundenweise bei sehr verständnisvollem Vorgesetzten statt. Ein zumutbares Arbeitsprofil bestehe nicht. Die psychotherapeutische Behandlung weise
supportativen
Charakter auf und finde regelmässig alle vier Wochen statt. Dr.
E._
empfahl eine Fortfüh
rung der Behandlung im Sinne eines stabilisierenden Beziehungsfaktors.
3.3.2
Dr.
E._
informierte mit
Arztbericht vom
5. Juni 2012 (Urk. 11/114), der
Arbeits
versuch
in der Werkstatt
F._
im Pensum von 30 - 50 % von September 2008 bis Januar 2009 habe wegen Überforderung des Beschwer
de
führers vorzeitig abgebrochen werden müssen. Eine aktuelle Medikation bestehe nicht, da alle vorhergehenden Pharmakotherapien infolge ausbleibender Wir
kung ab
gesetzt worden seien. Aufgrund der Diagnose (kombinierte
Persönlich
keitsstö
rung
[ICD-10 F 61.0]) sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage, sich in Strukturen und Abläufe des Arbeitgebers einzufügen. Mithin sei für den Be
schwerdeführer kein Tätigkeitsprofil vorstellbar und könne er keine Tätigkeit ausführen.
3.3.3
Mit Arztbericht vom 19. Februar 2014 (Urk. 11/125) gab Dr.
E._
an, dass der Beschwerdeführer keine Medikation zu sich nehme, da er diese aus Krankheits
gründen unverändert ablehne. Die im Vorbericht erwähnte Anstellung in der Werkstatt
F._
sei auf Wunsch des Beschwerdeführers beendet worden, da er mit „den anderen“ [gemeint: Angestellten] „einfach nicht klar gekommen sei“. Ihr blosses „ihn-Betrachten“ oder gar „ihn-Ansprechen“ sowie die Weisun
gen des Vorgesetzten, Rauchpausen nur in den dafür vorgesehenen Zeiträumen zu machen, hätten den Beschwerdeführer überfordert. Der Beschwerdeführer habe sich bevormundet und entwertet gefühlt und habe die Anstellung als nicht mehr hilfreich erachtet, ihn dabei zu unterstützen, gegenüber seinen Angehöri
gen und Nachbarn zeigen zu können, dass er Arbeit habe beziehungsweise „beruflichen Verpflichtungen“ nachkomme. Nach erneuten FIAZs und auch Aus
weisentzug bestünden keine weiteren anamnestischen Aspekte bis Septem
ber 201
3.
Seit dieser Zeit arbeite der Beschwerdeführer in einer von ihm orga
nisierten Anstellung als Hilfsarbeiter mit einem Pensum von 1.5 Stunden täg
lich in der Garage eines Bekannten. Gemäss telefonischer Auskunft des Arbeit
gebers vom 5. Februar 2014 sei der Versicherte „‚unzuverlässig‘, er ‚mache was er wolle‘, ‚komme wann er
wolle‘ und ‚lasse sich nichts sagen‘“. Unter ärztli
chem Befund notierte Dr.
E._
, dass der Versicherte vollumfänglich orientiert sei und auch nach jahrelanger Behandlung zumindest zu Beginn einer Konsul
tation immer noch ausgesprochen misstrauisch wirke ohne offen querulatori
sches Verhalten. Das Gedächtnis sei kursorisch intakt, die Konzentration pha
senweise deutlich reduziert. Der Gedankengang sei formal
leichtgradig
ver
lang
samt, inhaltlich ausgeprägt auf Ungerechtigkeiten ihm gegenüber einge
engt. Der Affekt sei starr in Mittellage. Es bestünden diffuse Zukunftsängste. Eine psychotische Symptomatik bestehe nicht, ebenso kein Wahn, keine Hallu
zina
tionen oder Intoxikationsanzeichen. Eine unmittelbare Selbst- und
Fremd
ge
fährdung
fehlten. Demgegenüber bestünden ein ausgeprägter sozialer Rück
zug sowie eine Tag-Nacht-Umkehr (Urk. 11/125/2).
Der behandelnde Psychiater hielt weiter fest, die psychiatrisch-psycho
thera
peu
ti
sche Behandlung, welche inzwischen ausschliesslich
supporti
ven
Charakter aufweise, sei fortzusetzen. Als bestehende Einschränkungen be
zeichnete er eine
psychosenahe
Wahrnehmung der Umgebung mit bizarr an
mutendem
Verwei
gerungsverhalten
im Umgang mit jeglichen Autoritäten, was sich mittels Ver
wei
gerung, Querulieren bei Regeln, Vorschriften, Geboten und Ablehnung von Vor
schlägen bei der Arbeit auswirke. Die Frage, ob die bisherige Tätigkeit aus me
di
zinischer Sicht zumutbar sei, beantwortete er wie folgt: „keine medizi
ni
sche Fragestellung“. Die Frage, ob mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit beziehungsweise der Erhöhung der Einsatzfähigkeit gerechnet werden könne, verneinte er (Urk. 11/125/3).
3.3.4
Am 13. Juni 2014 wurde der Beschwerdeführer von Prof.
A._
psychiat
risc
h untersucht (Gutachten vom 14. Juni 2014, Urk. 11/130). Der Beschwerde
führer klagte über starke Schlafstörungen und eine tagsüber bestehende Müdig
keit. Er gab an, viel grübeln zu müssen. Im Vordergrund seiner Sorgen stünden seine hohen Schulden. Er habe keine Hoffnung, dass er jemals wieder schul
denfrei werde und es stresse ihn sehr, dass er monatlich so viel abbezahlen müsse. Schuld daran sei nur der Unfall vom 24. Juli 2000, in dessen Folge alle Prob
leme entstanden seien. Vorher sei er gesund gewesen und habe ein völlig nor
males Leben geführt. Nun sei er „nervös“. Er könne machen, was er wolle. Es werde nie wieder so sein wie früher. Er habe auch Angst, dass wieder so etwas passieren könnte.
Weiter gab er an,
mit
T
rinken begonnen zu haben, nachdem ihm die Stelle als Chauffeur gekündigt worden sei. Aktuell habe er ein starkes Verlangen nach Alkohol. Er dürfe zurzeit jedoch wegen einer polizeilichen Auf
lage keinen Alkohol konsumieren, da er im Sommer 2012 beim Autofahren unter
Alkoholeinfluss erwischt worden sei. Dies sei das sechste oder siebte dies
be
zügliche Delikt gewesen, weshalb er diese Auflage erhalten habe. Er sei seit Juli 2012 trocken. Wenn er den Führerschein im Sommer
2014 wieder habe, werde er wieder Alkohol trinken. Dieser beruhige ihn sehr (Urk. 11/130/21 f.).
Gutachter Prof.
A._
kam zum Schluss, dass
keine psychische Störung
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege
. Als ohne Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit diagnostizierte er eine
r
ezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig remittiert (ICD-10
F
33.4)
sowie
ein
depressiver Verstimmungszustand bei erheblicher Vers
chuldung (finanzielle Probleme,
ICD-10
Z01; Urk. 11/130/31). Er hielt fest, im Rahmen der Exploration hätten sich multiple Inkonsistenzen gezeigt. Der Beschwerdeführer habe in der Beantwortung der Fragen nur vor
dergründig offen gewirkt. Es sei immer wieder zu Widersprüchlichkeiten oder nicht nachvollziehbaren Darstellungen des Beschwerdeführers gekommen, wie beispielsweise bezüglich der beklagten Ängste, jemanden beim Autofahren zu verletzen und dem Fahren unter Alkoholeinfluss oder bezüglich ungeklärter Tätigkeiten beim Tagesablauf. Psychopathologisch hätten sich im Rahmen der Be
gutachtung lediglich leichte affektive Symptome mit einem depressiven Ver
stimmungszustand fassen lassen, die - auch nach Einschätzung des Beschwer
de
führers - reaktiv auf psycho-soziale Faktoren, insbesondere infolge der er
heb
lichen Schulden, bestünden. Die Entstehung dieser Schulden sei letztlich un
ge
klärt geblieben. Der Beschwerdeführer habe angegeben, die Schulden im Rahmen des Unfalls angehäuft zu haben. Dies bleibe zweifelhaft bei angege
benen Schulden in der Höhe von ungefähr Fr. 180‘000.-- und jahrelanger Tilgung. Beim Beschwerdeführer bestehe zudem im Psychischen ein
Craving
bei lang
jährigem
Alkoholabusus
, wobei er gegenwärtig abstinent sei, nachdem ihm bei wiederholtem Fahren unter Alkoholeinfluss die Fahrerlaubnis entzogen worden sei. Eine Alkoholabstinenz sollte auch weiterhin erfolgen, da ansonsten
die Ar
beitsfähigkeit als Chauffeur bedroht wäre. Aus gutachterlicher Sicht spreche
ge
gebenenfalls nichts gegen die Auferlegung einer
Schadenminde
rungs
pflicht
(Urk. 11/130/28 f.).
Die diagnostischen Kriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) mit wiederkehrenden Intrusionen sowie Albträumen und einem
Vermei
dungsverhalten
seien nicht vollumfänglich erfüllt, so dass diese Diagnose nicht gestellt werden könne. Hingegen läge ein depressiver Verstimmungszustand vor, welcher auf eine IV-fremde psychosoziale Belastungssituation (massive Schul
den) zurückzuführen sei. Die diagnostischen Kriterien einer depressiven Störung seien zum Explorationszeitpunkt nicht erfüllt gewesen. Auch eine anhaltende
Persönlichkeitsstörung
durch eine Extrembelastung (ICD-10
F
62.0)
scheine nicht gegeben zu sein, da der Beschwerdeführer keine Symptome in direkter Folge der Extrembelastung gezeigt habe. Im Jahr 2006 habe Dr.
C._
eine aggressive Persönlichkeitsstörung und Dr.
E._
für denselben Zeitraum eine gemischte
narzisstisch/ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, ohne dass die sich widersprechenden Diagnosen begründet worden wären. Dr.
E._
habe sogar aggressive Verhaltensweisen erwähnt und zugleich eine ängstlich
vermeidende Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, was
gutachterlicherseits
schwer
nachvollziehbar sei. Bei Persönlichkeitsstörungen handle es sich um lang
anhaltende Zustandsbilder mit tief verwurzelten Verhaltensmustern der betrof
fe
nen Personen, die sich in wenig flexiblen Reaktionen auf unterschiedli
che per
sönliche und soziale Lebenslagen zeigen würden.
Persönlichkeitsstörun
gen
würden früh im Verlauf der individuellen Entwicklung entstehen und im Erwachsenenalter andauern. Beim Beschwerdeführer würden sich zum einen neurosenbiographisch keine belastenden Momente in der Kindheit und Jugend
zeit als Grundlage einer
Persönlichkeitsstörung
ergeben, andererseits seien auch keine prämorbiden (in Bezug auf das Unfallereignis mit nachfolgender psychi
scher Erkrankung) Verhaltensauffälligkeiten berichtet worden, die auf eine ent
sprechende Störung schliessen liessen.
Gutachterlicherseits
könne nur inso
fern gefolgt werden, als dass der
Copingstil
des Beschwerdeführers eine narziss
tische Kränkung durch den Unfall erkennen lasse (Urk. 11/130/29 f.).
Der Gutachter führte weiter aus, es sei in der Exploration offen geblieben, wie der Beschwerdeführer den ganzen Tag verlebe. Er habe sich diesbezüglich wenig offen gezeigt, sich in Widersprüche verstrickt und schliesslich unter dem
Ge
sprächsdruck
berichtet, dass er tagsüber Autos repariere. Zusammenfassend hätten
sich im Rahmen der aktuellen Exploration zahlreiche Inkonsistenzen er
geben. Die vorgestellten Diagnosen seien bis auf den schädlichen Gebrauch von Alkohol, zurzeit abstinent, nicht nachvollziehbar (Urk. 11/130/30).
A
us versicherungsmedizinisch-psychiatrischer Sicht
seien
zum
Explorationszeit
punkt
keine Fähigkeitsstörungen infolge psychiatrischer Störungsbilder auszu
machen
gewesen
, welche eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
oder mehr begrün
den würden.
Aus psychiatrischer Sicht sei eine vorsichtige berufliche Wieder
eingliederung möglich, wobei mit heftigem Widerstand des Beschwerdeführers zu rechnen sei. Anzufügen bleibe, dass d
ie zu beobachtende
n
Verhaltensweise
n
des Beschwerdeführers während der beruflichen
Wiedereingliederungsmass
nah
men
(beispielsweise
s
elbstgenommene Rauchpausen)
nicht gegen die Wie
derauf
nahme einer beruflichen Tätigkeit sprächen, könnten diese doch auch ei
nen Ursprung haben, welcher sich mit der Diagnose gemäss ICD-10 F68.0 fas
sen liesse
. Zusammenfassend stünden beim Beschwerdeführer IV-fremde psy
choso
ziale Probleme
mit hoher Verschuldung
ganz
im Vordergrund des psychi
schen Gesundheitszustandes
(Urk. 11/130/31 f.
).
4.
4.1
4.1.1
Das Gutachten von Prof.
A._
vermag die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen (E. 1.4). Es be
ruht auf den erforderlichen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Be
schwerden und die gutachterliche Einschätzung wurde in nachvollziehbarer Weise
sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
begründet.
4.1.2
Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers vermag die abweichende Beur
teilung von Dr.
E._
- wonach der Beschwerdeführer nach wie vor voll
ständig arbeitsunfähig sei, da es ihm aufgrund einer Persönlichkeitsstörung krankheitsbedingt nicht möglich sei, sich an Regeln, Gesetze, Normen und Hierarchien zu halten (E. 3.3.3, sowie die zusätzlichen Stellungnahmen von Dr.
E._
vom 20. Oktober 2014 [Urk. 3] und 10. März 2015 [Urk. 13]) - das Gutachten von Prof.
A._
nicht zu erschüttern. Der Gutachter nahm zur Einschätzung des behandelnden Psychiaters eingehend Stellung und legte nach
vollziehbar dar, weshalb er vorliegend keine solche invalidisierende Stö
rung
diagnostizieren könne (E. 3.3.4). Was Dr.
E._
dagegen vorbringt, ver
mag nicht
zu überzeugen. So führte der behandelnde Psychiater aus, der
Ein
gliede
rungs
versuch
in der Ausbildungsinstitution
Z._
wie auch sämtliche andere
Aktivierungsversuche seien an der Verweigerung und Unfähigkeit des Beschwer
deführers, mit Weisungen, Regeln und Abmachungen umzugehen, gescheitert,
wobei der Beschwerdeführer an diesen krankheitsbedingten Unfä
higkeiten scho
n seit späteren Jugendjahren leide (Urk. 13). In Diskrepanz zu diesen Ausfüh
rungen stehen jene der zuständigen Fachpersonen der Ausbil
dungsstätte
Z._
, welche das Verhalten des Beschwerdeführers als korrekt und ihn als
zuverlässig, verantwortungsbewusst (Bericht vom 5. April
2002, Urk. 11/30/3 f.),
sowie als freundlich und als angenehm im Umgang beschrieben hatten (
Semes
terberichte
vom 27. Januar 2003 [Urk. 11/47], vom 7. Juli
2003 [Urk. 11/49] sowie vom 26. Januar 2004 [Urk. 11/53]). Auch von Seiten der ehemaligen Arbeitgeberin
G._
AG, wo er im Jahr 2005/2006 teilzeitlich erwerbstätig gewesen war, wurde sodann berichtet, man habe den Beschwerde
führer als sehr gewissenhaften und arbeitssamen, einsatzfreudigen Menschen kennengelernt (Urk. 11/78/3). Im Übrigen ergibt sich aus den Akten, dass der Beschwerdeführer durchaus auch noch im Erwachsenenalter fähig war, während längerer Zeit an einer Arbeitsstelle erwerbstätig zu sein. So arbeitete er von Mai 1997 bis Ende Dezember 1999 bei der
H._
AG als Maschinenführer, wobei dieses Arbeitsverhältnis gemäss Angaben der Arbeitgeberin wegen Ab
baus von nicht kostendeckenden Produktebereichen aufgelöst wurde (Urk. 11/9/1, 4). Die Beur
teilung von Dr.
E._
, wonach dem Beschwerdeführer ein regelkonformes Ver
hal
ten
krankheitsbedingt objektiv nicht möglich
sei
respektive keine
Arbeit
s
tätigkeit
ausgeübt werden könn
e, erscheint bereits auf
grund dessen wenig nach
vollziehbar. Auch sein Verhalten bezüglich
Alkohol
konsums
zeigt im Übrigen beispielhaft auf, dass der Beschwerdeführer durchaus in der Lage ist, sich an Regeln zu halten. So gab der Beschwerdeführer anläss
lich der Begutachtung gegenüber Prof.
A._
an, aufgrund einer entspre
chenden polizeilichen Auf
lage trotz einem starken Verlangen nach Alkohol seit dem Sommer 2012 kein
en
Alkohol mehr zu trinken (E. 3.3.4).
Vielmehr als ein invalidisierender
psychischer Gesundheitsschaden
erscheinen
der Arbeitswille respektive die Motivation des Beschwerdeführers
als zweifel
haft
.
Dr.
C._
, der Hausarzt des Beschwerdeführers, wies wiederholt darauf hin, dass eine Tendenz bestehe, bei
aggravatorischem
Verhalten Versicherungs
leistungen konsumieren zu wollen (E. 3.1.2), dass der Verdacht bestehe, der Be
schwerdeführer sei an einer Verbesserung seiner Gesundheit nicht wirklich in
teressiert (E. 3.2.1), sowie, dass der Arbeitswille des Beschwerdeführers sicher zweifelhaft sei (Urk. 17 S. 13). Die Anstellung in der Werkstatt
F._
beendete der Beschwerdeführer sodann gemäss Ausführungen im Bericht von
Dr.
E._
, da er diese Anstellung als nicht mehr „hilfreich“ empfand, um ge
gen
über seinen Angehörigen und Nachbarn zeigen zu können, dass er Arbeit habe beziehungsweise beruflichen Verpflichtungen nachkomme (E. 3.3.3).
Dr.
E._
scheint im Übrigen vorwiegend auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers abzustellen. So konnte der von Dr.
E._
erhobene Befund ei
ner Tag-Nacht-Umkehr (E. 3.3.3) respektive die anlässlich der Begutachtung be
klagte Tagesmüdigkeit (E. 3.3.4) bei der gutachterlichen Untersuchung nicht nachvollzogen werden. Gutachter Prof.
A._
hielt diesbezüglich fest, der Beschwerdeführer habe die Aufmerksamkeit und Konzentration während der zirka zweistündigen Exploration gut halten können, sei wach gewesen und habe nicht verlangsamt gewirkt (Urk. 11/130/25 f.). Auch der vom behandelnden Psychiater erwähnte ausgeprägte soziale Rückzug (E. 3.3.3) steht sodann in Diskre
panz zu den gutachterlichen Ausführungen, wonach der Beschwerde
führer mitgeteilt habe, zahlreiche soziale Kontakte zu haben und sich nicht isoliert zu fühlen (Urk. 11/130/19). Diesbezüglich ist auch darauf hinzuweisen, dass sich der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung bei der Schilderung seines Tagesablaufes in Widersprüche verstrickte und schliesslich unter dem Gesprächsdruck berichtete, tagsüber Autos zu reparieren (E. 3.3.4).
Wenn Dr.
E._
sodann
unter Hinweis darauf, dass eine depressive Störung bereits
seit Behand
lungsbeginn bei ihm nicht mehr habe fest
gestellt werden können (Urk. 3 S. 1)
,
bemängelt, dass Gutachter Prof.
A._
bei den Diag
nosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwär
tig remittiert, aufgeführt habe
,
kann seinen
Ausführungen auch diesbezüglich nicht gefolgt werden.
Dr.
E._
war -
gemäss eigenen Angaben
-
ab April 2005
zuständiger
Fallarzt
des Beschwerdeführers im Psychiatriezentrum
B._
(vgl. E. 3.2.4). N
och
im
Juni 2006
– mithin mehr als ein Jahr nach Behandlungsbeginn bei Dr.
E._
– wurde im Bericht dieses Psychiatriezentrums
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.10: ge
genwärtig mittelgradige Episode) aufgeführt (E. 3.2.2).
Wenn sich Gutachter Prof.
A._
somit mit dieser Diagnose auseinandergesetzt hat, ist dies ent
gegen den Ausführungen von Dr.
E._
ohne weiteres nachvollziehbar und erscheinen im Gegensatz dazu seine eigenen Ausführungen wenig schlüssig, wel
che er denn im Übrigen mit Stellungnahme vom 10. März
2015 auch inso
fern relativierte, als er ausführte, seit September 2006 hätten sich keine de
pressiven Beschwerden mehr gefunden, welche die Diagnose einer depressiven Störung rechtfertigen würden (Urk. 13 S. 2).
4.1.3
Unbehelflich
ist
sodann
das Vo
rbringen des
Beschwerdeführer
s
, der psychiatri
sche Gutachter hätte Kontakt mit dem behandelnden Umfeld, mit dem letzten Arbeitgeber sowie mit den Familienmitgliedern aufnehmen müssen (Urk. 1 S. 6
,
unter
Verweis
auf die Ausführungen von Dr.
E._
). Fremdanamnestische Ab
klärungen sind bei der psychiatrischen Begutachtung nicht unerlässlich. Eine Fremdanamnese kann zwar eine zentrale Erfahrungsquelle für den Arzt darstel
len, allerdings muss sich der medizinische Sachverständige von entsprechenden Erhebungen einen wesentlichen Erfahrungsgewinn versprechen können (Urteil
des Bundesgerichts I 58/06 vom 13. Juni
2006 E. 2.3). Dem psychiatrischen Gut
achter lagen sowohl die B
erichte der behandelnden Ärzte,
Berichte der Aus
bildungsstätte
Z._
sowie
beispielsweise auch der Bericht der letzten Arbeit
geberin
– wo der Beschwerdeführer von November 2013 bis März 2014 Hilfsarbeiten in der Garage ausgeführt hatte (Urk. 11/124, Urk. 11/126)
-
vor (Urk. 11/130/4 ff.). Wenn der Gu
tachter von weiteren Erhebungen absah
, ist d
ies
mit Blick auf das V
orgenannte
nicht zu beanstanden.
4.1.4
Dass Prof.
A._
schliesslich bei seiner Begutachtung
die Expertise
von Dr. med.
I._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psycho
therapie FMH (Urk. 17) – welche
dieser zuhanden der Unfallversicherung am 25. Juli 2006 erstattet hatte (vgl. Urk. 11/7) - nicht vorlag, führt entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers (Urk. 12 S. 2 f.) ebenso wenig zur Verminderung des Beweiswertes
seines Gutachtens
. So gibt es in den Akten
keinerlei Hinweise darauf
, dass die Beschwerdegegnerin um diese Exploration aus dem Jahr 2006 hätte wissen
müss
en. Es
hätte
somit am Beschwerdeführer gelegen, auf diese hinzuweisen und der Beschwerdegegnerin
dieses
Gutachten zugänglich zu machen. Es ist
im Übrigen
nicht ersichtlich,
was das Gutachten von Dr.
I._
für zusätzliche relevante Informationen enthalten würde, von welchen Gut
ach
ter Prof.
A._
keine Kenntnis gehabt hätte und welche zu einer anderen Beur
teilung geführt hätten.
Zusammenfassend ist somit gestützt auf das Gutachten von Prof.
A._
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass beim Be
schwerdeführer ab dem Explorationszeitpunkt keine psychiatrischen Störungen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr vorlagen.
4.2
Gestützt auf die Beurteilung von Prof.
A._
ist sodann von einer wesentli
chen Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes respektive der Leis
tungsfähigkeit des Beschwerdeführers seit der Verfügung vom 24. April 2007, mit welcher die zuvor ausgerichtete halbe Rente rückwirkend per 1. Juni 2006 auf eine ganze Rente erhöht worden war (Urk. 11/100), auszugehen. So wurde im Bericht des Psychiatriezentrums
B._
vom 4. Mai 2006, welcher im Rahmen des damaligen Rentenrevisionsverfahrens eingeholt worden war, über
Schwindelgefühle, Kopfschmerzen, innere Unruhe, depressive Stimmung, Schlaf
störungen, Antriebslosigkeit und Ängste berichtet sowie als Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit unter anderem eine r
ezidivierend de
pressive Störung
, gegenwärtig mittelgradige Episode, sowie ein schädlicher Konsum von Alkohol genannt (E. 3.2.2). Im zusätzlich eingeholten Bericht vom 24. Oktober 2006 berichtete Dr.
E._
über unveränderte Beschwerden und Befunde, wobei er zusätzlich noch Pseudohalluzinationen,
aggressive Durchbrü
che sowie eine ausgeprägte
Externalisation
erwähnte. Als Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
nann
te er unter anderem ebenfalls einen schäd
lichen Konsum von Alkohol (E. 3.2.4). Auch im Rahmen der Begutachtung
durch
Dr.
I._
im Mai 2006 klagte der Beschwerdeführer über diverse somatisch imponierende Beschwerden (sehr starke Kopfschmerzen, steten Druck vom Na
cken aus mit
Aus
strahlung in die Stirn, Schwindelgefühle, Übelkeit etc. [Urk. 17 S. 7, S.
9
,
S. 19]), wobei Gutachter Dr.
I._
festhielt, die somatischen Be
schwerden lies
sen sich teils durch die depressive Störung, teils aber auch durch eine allenfalls zusätzlich bestehende anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung erklä
ren, wobei diese zweifelsohne sehr ungünstig durch den Alkoholmiss
brauch und den
Nikotinabusus
beeinflusst würden. Zukünftige Medikationen sollten zum Ziel haben, die Schmerzen zu modulieren, die Stimmung zu ver
bessern sowie die Schlafqualität und die
Verstimmbar
- und Reizbarkeit des Be
schwerdeführers zu beeinflussen. Ausserdem sei unbedingt eine
Alkoholabsti
nenz
anzustreben (Urk. 17 S. 22).
Im Vergleich
zum damaligen Zustand klagte
der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der
aktuellen
Begutachtung bei Prof.
A._
im Juni 2014 über keine
soma
tisch imponiere
nden Beschwerden mehr, sondern
einzig noch über
Schlaf
stö
rungen, Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen – wobei dies nicht ob
jek
tiviert werden konnte – sowie über eine nervöse Stimmung und über Angst
gefühle. Er gab denn auch an, nicht arbeiten zu können, da er sich nervös fühle (Urk. 11/130/23). Sodann konnte im Rahmen der aktuellen Begutachtung auch keine depressive Störung mehr diagnostiziert werden, sondern es liessen sich einzig noch leichte affektive Symptome mit einem depressiven
Verstimmungs
zustand
bei erheblicher Verschuldung feststellen. Und schliesslich lag auch kein schädlicher Konsum von Alkohol mehr vor (E. 3.3.4). Somit ist ohne weiteres von einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes respektive der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdefüh
rers (Urk. 1 S. 7) kommt die gutachterliche Beurteilung von Prof.
A._
da
mit nicht bloss einer unterschiedlichen Beurteilung eines unveränderten Sach
verhaltes gleich. Wenn der Beschwerdeführer unter Verweis auf die Ausführun
gen von Dr.
E._
vorbringt, die rezidivierende depressive Störung hätte bereits im September 2006 respektive im Zeitpunkt der
Zusprache
der ganzen Rente nicht mehr vorgelegen (Urk. 1 S. 7, Urk. 12 S. 2), ist im Übrigen darauf hinzu
weisen, dass Dr.
E._
noch in seinem Bericht vom 24. Oktober 2006 (E. 3.2.4) vollumfänglich auf die Befunde gemäss Bericht des Psychiatrischen Zentrums vom 4. Mai 2006 verwies, in welchem eine solche Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert worden war (E. 3.2.2).
Ergänzend bleibt festzuhalten, dass auch Dr.
I._
im Jahr 2006 eine gesund
heitliche Verbesserung des Gesundheitszustandes respektive der Arbeitsfähigkeit für die Zukunft als realistisch erachtet hatte (Urk. 17 S. 22).
4.3
Zusammenfassend ist daher gestützt auf das
psychiatrische
Gutachten von Prof.
A._
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit er
stellt, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert hat und
seine Arbeitsfähigkeit nicht mehr eingeschränkt ist
. Bei dieser Sachlage liegt ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG vor und es kann offenblei
ben, ob
– wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vor
bringt (Urk. 10) -
,
die Verfügung
vom 24. April 2007
, mit welcher die halbe auf eine ganze Rente erhöht wurde
(Urk. 11/100)
, als zweifell
os unrichtig zu be
trachten
wäre
.
Die angefochtene rentenaufhebende Verfügung der IV-Stelle vom 15. Janu
ar
2015 erweist sich als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
5.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen
Prozess
führung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aus
sichtslos und die Partei bedürftig ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
5.2
Der vertretene Beschwerdeführer war mit gerichtlicher Verfügung vom
1
8. Februar 2015 (Urk. 5
)
zur
Darlegung und Substantiierung
seiner
finanziellen Verhältnisse unter Beilage sämtlicher Belege zur finanziellen Situation (wie Lohnausweise, Bankauszüge, Mietverträge, Versicherungsverträge, Rechnungen, Quittungen, Steuererklärungen etc. [vgl. Urk.
5
S. 2 Dispositiv-Ziff. 2]) ver
pflich
tet sowie auf die im Unterlassungsfalle zu gewärtigenden K
onsequenzen hingewiesen worden. Der Beschwerdeführer gab im Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk. 8) an, abgesehen von einem Auto kein Vermö
gen zu besitzen. Aktuelle Belege
,
insbesondere
Kontoauszüge
oder
eine Steuer
erklärung
,
reichte er keine ein
.
Damit hat es der Beschwerdeführer unterlassen, die Vermögensverhältnisse zu
belegen, weshalb
mangels Substantiierung
androhungsgemäss davon auszu
gehen
ist, dass keine pro
zessuale Bedürftigkeit besteht
.
5.3
Nach dem Gesagten ist das Gesuch des Beschwerdeführers um
Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung mangels ausgewiesener Bedürftigkeit abzuwei
sen
.
6.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem
kan
to
na
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem
Ver
fah
rensaufwand
und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 20
0.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
8
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen
.