Decision ID: a2326b9d-8d77-4874-9d91-46c8ea0aeaea
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1955
, gründete
mit weiteren Gesellschaftern am
7.
Juni 2012 ein Baukonsor
t
ium mit dem Zweck
,
bestimmte Parzellen in der Gemeinde
Y._
mit Mehrfamilienhäuser
n
zu überbauen (
Urk.
6/116, Gesellschafts
vertrag). Dabei war im
Gesellschaftsvertrag
vorgesehen, dass die Ehegatten
X._
das Mehrfamilienhaus A2
(
Z._-Strasse
)
inklusive 13 Garagen
plätze zu einem Pauschalpreis von
Fr.
4.5 Millionen
übernehmen
(
Art.
8 Gesell
schaftsvertrag).
D
ie Übernahme dieses
Mehrfamilienhauses
durch die Ehegatten
X._
wurde am 2
7.
Januar 2014
mit schriftlicher Beurkundung vollzogen (
Urk.
6/
115).
Mit Steuermeldung
en
vom 1
5.
Oktober 2020
meldete das Kantonale Steueramt Zürich der Sozialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, Ausgleichs
kasse, ein vom Versicherten
X._
aus selbständiger Erwerbstätigkeit im Jahr 201
6 erzieltes Einkommen von
Fr.
97’693
.-- und ein im Betrieb investiertes Eigen
kapital von
Fr.
1'387’098.--. Für das Jahr 2017 wurde ein Einkommen von
Fr.
47’222
.-- und ein im Betrieb investi
ertes Eigenkapital von
Fr.
1'448'508
.--
und für das Jahr 2018 ein Einkommen von
Fr. 174'603.--
und ein
investiertes
Eigenkapital von
Fr.
1'567'388.--
gemeldet (
Urk.
6/
69
/2-4
).
Am 1
0.
Februar 2021 erliess die Ausgleichskasse betreffend die Beiträge 2016
, 2017 und
2018 definitive Verfügungen (
Urk.
6/
91
-
6/6/
93)
, wobei sie von anderen Zahlen ausging, so etwa für das Jahr 2017 von einem Einkommen von
Fr.
0.--
. Sodann
erstellte
sie Verzugszinsv
erfügungen (
Urk.
6/
94 und
Urk.
6/
95)
und Schluss
rechnungen für die
Beitragsjahre
2016 und 2018 (
Urk.
6/
9
6/
2
-
6/6/
3)
.
D
agegen
erhob
der
Versicherte
am 1
5.
Februar 2021 Einsprache mit der Begrün
dung, es werde bestritten, dass die Liegenschaft
Z._-Strasse
zum Geschäfts
vermögen zähle (
Urk.
6/
9
6/
1
). Am 1
6.
Juli 2021 teilte die Ausgleichs
kasse mit, dass hinsichtlich der
Beitragsverfügung für das Jahr 2017
das
Rekti
fikat der Steuermeldung
(vgl. Rektifikat vom
9.
Februar 2021 [
Urk.
3/1 S.2]
: Ein
kommen von
Fr.
255'638.-- statt
Fr.
0.--
)
nicht berücksichtigt worden
sei, was zu
einer Schlechterstellung führe und weshalb Gelegenheit zur Stellungnahme und zum Rückzug der Ein
sprache geboten werde (
Urk.
6/
99
).
Am 3
0.
Juli 2021 teilte der Versicherte mit, dass
daran
fest
ge
halte
n werde
, dass die Liegenschaft
Z._-Strasse
zum P
rivatvermögen gehöre
(
Urk.
6/
100).
Am
3.
November 2021
teilte die Ausgleichskasse
mit, dass
die Berechnungs
grundlagen für die persönlichen Beiträge 2016 gestützt auf ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von
Fr.
97'693.-- (
Urk.
6/
108) und für das Jahr 2017 gestützt auf ein Erwerbseinkommen von
Fr.
255'638.-- (
Urk.
6/
109)
erfolge
. Mit gleichem Datum
e
rsetzte
sie
die
Schlussrechnungen für die persönlichen Beiträge
für das Jahr 2016 (
Urk.
6/
102) und
für das Jahr 2017
(
Urk.
6/
103)
.
M
it
Einspracheentscheid
vom
5.
November 2021
entschied die Ausgleichskasse
(
Urk.
2
S. 2
)
:
«
Die Einsprache vom 1
5.
Februar 202
1 gegen die Verfügungen vom 10.
Februar 2021 bezüglich der persönlichen Beiträge für die Jahre 2016 bis 2018 wird abgewiesen, da die Zuteilung der Liegenschaft
Z._-Strasse
in
Y._
zum Geschäftsvermögen korrekt ist. Die Jahre 2016 und 2017 wurden aufgrund der Überprüfung entsprechend dem vom kantonalen Steueramt bestätigten Erwerbseinkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit
3.
November 2021 korrigiert. Das Jahr 2018 wurde bereits am 1
0.
Februar 2021 korrekt
verfügt.»
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 2
2.
November 2021
(
Urk.
1) Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, der angefochtene Entscheid sei
aufzuheben und die Liegenschaft
Z._-Strasse
sei
nicht als Geschäftsvermögen zu erfassen.
Die Beschwerdegeg
nerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
7.
Januar 2022
unter Beilage einer Stellungnahme des kantonalen Steueramtes
Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
5).
Mit Replik vom 2
4.
Januar 2022 (
Urk.
9)
hielt der Beschwer
deführer an seinem Antrag fest.
D
ie Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (
Urk.
11
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Vom Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit werden AHV/IV/EO-Beiträge erhoben (Art. 3 f. und
Art.
8 f.
des Bundesgesetzes
über die Alters- und
Hinter
lassenenversicherung
, AHVG; Art. 2 und Art. 3 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG; Art. 26 und Art. 27 des Bundes
gesetzes über den Erwerbsersatz
, EOG). Zudem unterstehen die obligatorisch in der AHV versicher
ten
Selbständigerwerbenden
der Familienzulagenordnung des Kantons, in dem ihr Unternehmen seinen rechtlichen Sitz hat, oder, wenn ein solcher fehlt, ihres Wohnsitzkantons (Art. 12 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Familienzulagen,
FamZG
).
1.2
Gemäss Art. 9 Abs. 1 AHVG ist Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit jedes Erwerbseinkommen, das nicht Entgelt für in unselbständiger Stellung geleis
tete Arbeit darstellt. Als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 AHVG gelten alle in selbständiger Stellung erzielten Ein
künfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschafts
betrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen selbständigen Erwerbs
tätigkeit, einschliesslich der Kapital- und Überführungsgewinne nach Art. 18 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG) und der Gewinne aus der Veräusserung von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken nach Art. 18 Abs. 4 DBG, mit Ausnahme der Einkünfte aus zu Geschäftsvermögen erklärten Beteiligungen nach Art. 18 Abs. 2 DBG (Art. 17
der
Verordnung über die Alters-
und
Hinterlassenenversicherung
, AHVV
).
1.3
1.3.1
Nach Art. 23 Abs. 1 AHVV obliegt es in der Regel den Steuerbehörden, das für die Bemessung der Beiträge
Selbständigerwerbender
massgebende Erwerbsein
kommen aufgrund der rechtskräftigen Veranlagung für die direkte Bundessteuer und das im Betrieb investierte Eigenkapital aufgrund der entsprechenden rechts
kräftigen kantonalen Veranlagung unter Berücksichtigung der interkantonalen Repartitionswerte zu ermitteln. Die Angaben der Steuerbehörden hierüber sind für die Ausgleichskassen verbindlich (Art. 23 Abs. 4 AHVV).
Die absolute Verbindlichkeit der Angaben der Steuerbehörden für die Ausgleichs
kasse und die daraus abgeleitete relative Bindung des Sozialversicherungsgerichts an die rechtskräftigen Steuertaxationen sind jedoch auf die Bemessung des
mass
gebenden
Einkommens und des betrieblichen Eigenkapitals beschränkt.
Diese Bindung betrifft mithin nicht die beitragsrechtliche Qualifikation und beschlägt daher nicht die Fragen, ob überhaupt Erwerbseinkommen und gege
benenfalls solches aus selbständiger oder unselbständiger Tätigkeit vorliegt und ob die Person, die das Einkommen bezogen hat, beitragspflichtig ist. Somit haben die Ausgleichskassen ohne Bindung an die Steuermeldung aufgrund des Rechts der Alters- und
Hinterlassenenversicherung
zu beurteilen, wer für ein von der Steuerbehörde gemeldetes Einkommen beitrag
spflichtig ist (BGE 121 V 80 E.
2c).
1.3
.2
Das gilt namentlich auch für die Qualifikation eines Vermögensbestandteils als Privat- oder Geschäftsvermögen, zumal diese Unterscheidung steuerrechtlich häufig ohne Belang ist, da steuerrechtlich der Ertrag sowohl aus Privat- als auch aus Geschäftsvermögen steuerbar ist. Die Steuermeldung ist daher mit Bezug auf den Vermögensertrag keine zuverlässige Grundlage für die AHV-Beitragsfestset
zung, weshalb die Qualifikation als beitragsfreier Kapitalertrag auf Privatver
mögen oder beitragspflichtiges Einkommen aus Geschäftsvermögen im Beitrags
fest
setzungsverfahren erfolgen muss. In Bezug auf den Vermögens
gewinn ist demgegenüber auch steuerrechtlich die Unterscheidung von Geschäfts- und Privat
vermögen von Bedeutung, weshalb sich die AHV-Behörden in der Regel auf
die Steuermeldung verlassen können und eigene nähere Abklä
rungen nur dann vornehmen müssen, wenn sich ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit der
Steuermeldung ergeben (BGE 13
4 V 250 E.
3.3 mit Hinweisen; E. 2.2.1 f. des in
BGE 140 V 241 auszugsweise publizierten Urteils des Bund
es
gerichts 9C_89
7
/
2013 vom 27.
Juni 2014).
1.4
Ausgangspunkt für die Beurteilung der Frage, ob Einkünfte oder Vermögens
zuwächse (Erträge, Gewinne) aus einer selbständigen Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 4
Abs.
1 und Art. 9
Abs.
1 AHVG herrühren, bildet die bundesgericht
liche Rechtsprechung zur Abgrenzung zwischen Privat- und Geschäftsvermögen (BGE 125 V 383 E. 2b). Das AHV-Beitragsrecht verweist bezüglich des Begriffs des Geschäftsvermögens auf das Steuerrecht (
BGE 147 V 114 E.
3.3.1.1
).
Gemäss
Art. 18 Abs. 2 Satz 3 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG) und Art. 8 Abs. 2 Satz 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG) gelten als Geschäftsvermögen alle Vermögenswerte, die ganz oder vorwiegend der selbständigen Erwerbstätigkeit dienen.
Für die Zuteilung eines Vermögenswertes zum Geschäftsvermögen oder zum Privatvermögen ist auf dessen aktuelle technisch-wirtschaftliche Funk
tion abzu
stellen. Ist die technisch-wirtschaftliche Funktion nicht klar erkennbar, was insbesondere bei sogenannten Alternativgütern, wie sie unter anderem Liegen
schaften darstellen, der Fall sein kann, kommt dem Willen und der Sach
dar
stellung des Steuerpflichtigen
grosse
Bedeutung zu. Dabei kann jedoch nicht auf einzelne beliebige
Willensäusserungen
des Steuerpflichtigen abgestellt werden. Für die Abgrenzungsfrage relevant ist vielmehr der Wille, ein Wirt
schaftsgut dem Geschäft zu widmen
,
und nicht der Wille, ein Wirtschaftsgut für die Zwecke der Besteuerung als Geschäftsvermögen zu behandeln.
B
ei Alter
nativgütern,
hat dabei
aufgrund der steuer- und AHV-rechtlichen Parallelität grundsätzlich das Gleiche zu gelten (BGE 140 V 241 E. 4.2). Dies gebietet auch der Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung, wonach widersprechende Ent
scheide im Rahmen des Möglichen zu vermeiden sind (BGE 143 II 8 E. 7.3).
1.5
Indizien für gewerbsmässigen Grundstückhandel sind namentlich das systema
tische oder planmässige Vorgehen, insbesondere das Bemühen, die Entwicklung des Marktes zur Gewinnerzielung auszunutzen, ein enger Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit des Steuerpflichtigen sowie ganz allgemein der Einsatz spezieller Fachkenntnisse, die Verwendung bedeutender fremder Mittel zur Finan
zierung der Grundstückkäufe, die Wiederanlage der erzielten Gewinne in neuen Grundbesitz oder die Häufung von Grundstückkäufen und -verkäufen sowie eine kurze
Besitzesdauer
(vgl. Urteil
e
des
Bundesgerichts
H 36/03 vom
7.
Juni 2004 E. 4.3 mit Hinweisen, Urteil 9C_591/2016 vom 2
1.
März 2017 E. 6).
Eine
Vermietertätigkeit
erhält insbesondere
dann betrieblichen Charakter, wenn
sie in
einem wirtschaftlichen Zusammenhang mit einer haupt- oder nebenberuf
lich ausgeübten erwerblichen Tätigkeit, wie beispielsweise Liegenschaftshandel, steht und dem Besitz von Liegenschaften sowie deren Vermietung nicht eindeutig eine davon unabhängige Funktion zukommt. Unter solchen Umständen erscheint die Vermietertätigkeit als wirtschaftliche Folge der haupt- oder nebenberuflich gewerbsmässig ausgeübten Tätigkeit in der Bau- oder Immobilienbranche und nicht als blosse Kapitalanlage in Immobilien (
Pra
1997 Nr. 80 S. 409 f. E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_803/2011 vom 2
3.
August 2012 E. 3.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit (
Urk.
2), dass
sie bei der Prüfung der ursprünglichen Verfügungen vom 1
0.
Februar 2021 festgestellt habe, dass die Beiträge für das Jahr 2016 und 2017 nicht korrekt ver
fügt worden seien. Die verfügten Erwerbseinkommen aus selbständiger Erwerbs
tätigkeit hätten für die Jahre 2016 und 2017 nicht den Steuermeldungen entspro
chen. Hingegen sei das verfügte Erwerbseinkommen aus selbständiger Tätigkeit für das Jahr 2018 korrekt gewesen. Am
3.
November 2021 seien darauf die per
sönlichen Beiträge für die Jahre 2016 und 2017 angepasst worden. Die b
eide
n
korrigierten Verfügungen
hätten deshalb als mitangefochten zu gelten.
Gemäss dem kantonalen
Steueramt
seien
die Einkommen aus selbständiger Tätigk
eit für die Jahre 2016 bis 2018
korrekt gemeldet
worden
.
Dabei
handle
es
sich um Erträge aus den Liegensc
haften an der
Z._-Strasse
in
Y._
s
owie dem Baukonsortium
A._
.
Die Liegenschaftserträge (
Z._-Strasse
in
Y._
) seien bereits 2014 und 2015
gemeldet und besteuert worden, da die Liegenschaft zum Geschäftsvermögen gehöre. Dies
gelte auch für die Folge
jahre
.
Es handle sich somit auch i
n den Jahren
2016 bis 2018 um Ertrag aus Liegenschaften, welcher zum Geschäftsvermögen gehöre.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich auf den Standpunkt,
die Liegenschaft
Z._-Strasse
sei nie als Geschäftsvermögen in der Steuererklärung erfasst worden. Der
zitierte Ertrag 2014 und 2015 beziehe sich auf die
Einschä
tzung als
Liegenschaft
enhändler
durch
den Verkauf mehrerer Wohn- und Geschäftseinhei
ten
und den
entstandenen Grundstückgewinn.
Das Steueramt
habe
in der Folge nie schriftlich mitg
eteilt, dass diese Liegenschaft zum Geschäftsvermögen zähle
.
Dies werde
immer bei de
r Einschätzung der
Faktoren schriftlich festgehalten.
Wenn
die Liegenschaft Geschäftsvermögen
darstellen würde
, hätte das St
eueramt
auch die
geschuldete
n
AHV-Beit
räge errechnen
und
entsprechend bei der Veran
lagung b
erücksichtig
en müssen
. Im
Weiteren
hätte er
auch
gegen die Erfassung als Geschäft
svermögen
beim Steueramt rekurriert
, wenn
er das gewusst hätte
.
Es sei auch
zu berücksichtige
n, dass
Abschreibungen hätten geltend gemacht werden können, sofern die Liegenschaft Geschäftsvermögen darstelle. Es könne daher nicht auf Informationen des Steueramtes abgestellt werden, welche dieses einsei
tig weitergebe, wogegen die steuerpflichtige
Persone
keine
Einsprachemöglichkeit
habe
.
2.3
Streitig und zu
prüfen
ist einzig
, ob
die
Liegenschaft
Z._-Strasse
als Geschäftsvermögen
zu qualifizieren ist und damit deren Erträge
nac
h dem hiervor Gesagten (E. 1.4
)
der AHV-Beitragspflicht unterliegen
.
3.
3.1
In Bezug auf die zur Diskussion stehende
Liegenschaft
Z._-Strasse
ist den
Akten zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
und seine Ehegattin
mit weiteren Gesellschafter
n
am
7.
Juni 2012 ein Baukonsortium
gegründet haben
mit dem Zweck
,
auf den gekauften Parzellen Mehrfamilienhäuser zu erstellen und zu verkaufen. Dabei wurde das Beteiligungsverhältnis des Beschwerdeführers und seiner Ehegattin mit 25
%
und der prozentuale Anteil am Erfolg
mit
43.75
%
festgelegt
(
Urk.
6/
116/3)
.
Unter Bauausführung wurde
aufgeführt
,
welche Arbei
ten an die
Gesellschafter
und
deren Firmen zu vergeben sind
,
wobei
die Vergabe der
Sanitärinstallationen
an den Beschwerd
eführer
festgehalten wurde
.
Im Weite
ren wurde festgehalten, dass das Mehrfamilienhaus A2 inkl. 13 Garagen
plätze
,
welche auf den gekauften Parzellen erstellt wurde
n
,
durch den Beschwer
deführer und seine Ehegattin für
Fr.
4.5 Mio. übernommen
wird
(
Urk.
6/
116/5)
.
Mit öffentlicher Beurkundung «Einfache Gesellschaft Teilweise Auflö
sung/Liquida
tion» vom 2
7.
Januar 2014
(
Urk.
6/
115)
wurde sodann
die
Über
nahme dieses Mehrfamilienhauses
durch den Beschwerdeführer und dessen Ehe
gattin zum ver
anschlagten Übernahmepreis vollzogen.
3.2
Vor diesem Hintergrund
führte
das kantonale Steueramt in seiner
Stellungnahme vom
6.
Januar 2022 (
Urk.
6/
118) zu Recht aus, d
as
s
auch
das
vorliegende
Baukonsortium
nachweislich der
Arbeitsbeschaffung für die Konsorten
diente
. Dem kantonalen Steueramt ist auch dahingehend zu folgen, dass grundsätzlich
s
ämtlich
e
Liegenschaften, die durch ein Baukonsortium nach
Art.
530 ff. OR gebaut werden
,
Gesellschaftsvermögen
darstellen
und daher
in steuerrechtlicher Hins
icht
auch
als
Geschäftsvermögen
einzustufen sind
. Dies hat auch
in Bezug auf die AHV-rechtliche Qualifikation solcher Erträgnisse als
Einkünfte aus selb
ständiger Erwerbstätigkeit
zu gelten, sind doch die im Rahmen der Rechtspre
chung aufgestellten
Kriterien
(vgl. E. 1.5
)
, wie
Fachwissen,
Baunähe
,
systema
tisches und planmässiges Vorgehen, Einsatz von Arbeit un
d Kapital, Auftritt nach Aussen
bei
einer Beteiligung an
einem Baukonsortium regelmässig
erfüllt.
M
it dem kantonalen Steueramt
ist somit
festzuhalten, dass mit
der teilweisen Auflösung der Gesellschaft
respektive seit der Übernahme per 2
7.
Januar
2014 durch
den Beschwerdeführer und seine E
hegattin die
Liegenschaft
Z._-Strasse
weiterhin
als Geschäftsvermögen zu qualifizieren
ist.
Der Beschwerde
führer
legte denn auch nicht dar
, dass
er
gegenüber der Steuerbehörde eine Privat
entnahme
geltend gemacht
hätte
und es ergeben sich auch kein
e
A
nhalts
punkte
, dass
eine
rechtliche Überführung d
er Liegenschaft vom Geschäfts- ins Privatvermögen
mit einer
entsprechende
n
Steuer- und beitragsrechtliche
n
Ver
abgabung
des Überführungsge
winns
erfolgt ist.
Vielmehr musste sich der Beschwerdeführer
bereits aufgrund der Korrekturen in der Berechnungsmitteilung des Steueramtes vom 2
5.
Mai 2016 (
Urk.
6/
114/3-4)
gewahr
sein, dass die Erträge aus
der
Liegenschaft
Z._-Strasse
entgegen seinen Angaben den Einkünf
ten aus selbständigem Haupterwerb (
Ziff.
2.1) zugeschrieben werden.
Dabei
hielt das Steueramt auch ausdrücklich fest
: «Die Liegenschaft
Z._-Strasse
in
Y._
h
aben Sie von dem Baukonsortium A._
aus
Y._
zu einem Preis von
Fr.
4'500'000 übernom
men.
Die Liegenschaft bleibt bei Ihnen weiterhin im Geschäftsvermögen» (
Urk.
6/
114/8). Damit ist nicht zu beanstanden, dass
auch die Beschwerdegegnerin die
Liegenschaft
Z._-Strasse
als Geschäfts
vermögen
qualifiziert hat
und
die
Erträge
daraus
als Erwerbsein
kom
men aus selbständiger Erwerbstätigkeit der AHV-Beitragspflicht
unterstellte
.
3.3
In
masslicher
Hinsicht
stellte die Beschwerdegegnerin für die persönlichen Bei
träge des Beschwerdeführers für die Jahre 2016 bis 2018 auf die
in den Steu
ermeldungen aufgeführten Angaben zu
m
Einkommen aus selbständiger Erwerbs
tätigkeit und
zum
investiertem Eigenkapital
ab. Das kantonale Steueramt legte diese wie folgt fest (vgl.
Urk.
3/1):
20
16
SE-Einkommen
Fr.
97’693.--
Eigenkapital
Fr.
1'387’098.--
2017
SE-Einkommen
Fr.
255'638.--
Eigenkapital
Fr.
1'448'508
.—
2018
SE-Einkommen
Fr.
174'603.--
Eigenkapital
Fr.
1'567'388.--
Dazu brachte der Beschwerdeführer einzig vor,
dass er
beim Steueramt rekurriert
und
Abschreibungen
geltend gemacht
hätte
, wenn er von der Erfassung der
Lie
genschaft
als
Geschäftsvermögen
Kenntnis gehabt hätte. Dass der Beschwerde
führer von der Qualifikation der
Liegenschaft
Z._-Strasse
als Geschäfts
vermögen keine Kenntnisse hatte, trifft nach dem hiervor Gesagten offensichtlich nicht zu
(
Urk.
6/
114/8)
und i
nwiefern
er
zusätzliche
Abschreibungen
hätte
geltend
machen
können, wurde
nicht
weiter
substant
i
iert
.
Dass die
Beschwerde
gegnerin
auch in
masslicher
Hinsicht
auf die Steuermeldung abgestellt hat, ist damit
nicht zu beanstanden.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.