Decision ID: a0e47f28-c0ce-5ac1-b3da-2a9bc02d34a1
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961, absolvierte Ausbildungen als Spitalgehilfin und Krankenpflegerin. Sie war vom Jahr 1993 bis zum Jahr 2000 in einer christli
chen Mission in den Philippinen und in Hawaii tätig.
Am 28. März 2001 erlitt sie einen Autounfall.
Ab August 2006 arbeitete sie in einem Pensum von ungefähr 20 % als Präsenznachtwache im Alters- und
Spitexzentrum
A._
.
A
m 14. Januar 2007
meldete
s
ie sich
wegen Fol
gen
d
es im Jahr 2001 erlittenen Verkehrsunfalls
(Schlafschwierigkeiten, Schmer
zen,
Ohrengeräusch, Schwindel, Lich
t- und Lärm
empfindlichkeit, Konzentrationsstö
rung) bei der
Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (Urk.
9
/5).
Die Versicherte gab ein neurologisc
h-psychothera
peutisches Privatgut
achten in Auftrag, welches am 25. August beziehungsweise 8. Oktober 2007
erstattet wurde (Urk.
9
/22),
und die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, gab bei der
B._
ein polydisziplinäres (internistisches, rheumatologisches, neurologisches, psychiatri
sches, neuropsychologisches) Gutachten in Auftrag, welches am 31.
Dezember 2007
erstattet wurde (Urk.
9/26
-31
).
Am 12. Fe
bruar sowie am 20. März 2008 beantwortete der fallverant
wortliche
B._
-Gutachter Rückfragen der IV-Stelle (Urk.
9/34, Urk. 9
/38) und am
6. Mai 2008
fand eine Abklärung im Aufgaben
bereich Missionstätigkeit statt
(Urk.
9
/40). Mit Verfügung vom 17. Juli 2008 wur
de der Versicherten
ab
1. Janu
ar 2006 eine halbe Invalidenrente zuge
sprochen (Urk.
9
/48, Urk.
9
/50).
1.2
Im Jahr 2013 leitete die IV-Stelle eine Rentenrevision nach
lit
. a Abs. 1 der am
1. Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmungen
(
SchlB
)
der Änderung vom 18. März
2011 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG;
6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket; kurz:
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revi
sion
) ein (Urk.
9
/61)
, indem sie der Versicherten einen Revisionsfragebogen zu
stellte, welcher am 22. Juni 2013 ausgefüllt retourniert wurde
(Urk. 9/64)
. Sie holte Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk.
9
/63, Urk.
9
/66) und
führte mit
der Versicherten
am 16. Juli 2013 ein Informationsgespräch durch (Urk.
9
/68/7-8
).
Mit Vorbescheid vom 17. Juli 2013 stellte die IV-Stelle
der Versicherten die
Ein
stellung der halben Invalidenrente in
Aussicht, da es sich bei den ge
stellten
Diag
nosen um ätiologisch-patho
genetisch unklare
syndromale
Zu
standsbilder ohne
nachweisbare organische
Grundlagen handle und deren Folgen
unter Berücksich
tigung der Foerster-Kriterien
überwind
bar seien, weshalb keine Arbeitsun
fähig
keit im Sinne des Gesetzes vorliege
(Urk.
9
/70). Am 16. September 2013 l
iess die Versicherte
,
vertreten durch
lic
.
iur
.
Y._
,
Einwand erheben (Urk. 9
/75).
Daraufhin gab die IV-Stelle bei der
Medas
C._
ein polydiszi
plinäres (internistisches,
neurologisches, psychiatris
ches, rheumatologisches, neu
ro
psychologisches) Gutachten in Auftrag, welches am 17. April 2014 erstattet wurde
(Urk. 9
/87).
M
it Verfügung vom 23. Juli 2014
hob die IV-Stelle die bisherige halbe Rente wie angekündigt auf Ende August 2014 auf und
sie
entzog einer Be
schwerde die aufschiebende Wirkung
(Urk.
9/96
).
Die dagegen erhobene Be
schwer
de vom 15. September 2014 (Urk. 9/101)
hiess das
hiesig
e Gericht
mit Urteil vom 30. Dezember 2015 (IV.2014.00945)
in dem Sinne gut, dass die ange
fochtene Verfügung vom 23. Juli 2014 aufgehoben und die
Angelegenheit
an die
IV-Stelle
zu weiteren Abklärungen zurückgewiesen wurde (vgl. Urk. 9/120).
1.3
Die IV-Stelle gab der Begutachtungsstelle
D._
im Mai 2016
eine polydisziplinäre Begutachtung in den Bereichen Allge
meine Innere Medizin, Neurologie, Neuropsychologie, Psychiatrie und Psycho
therapie sowie Orthopädischer
Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungs
apparates in Auftrag (Urk. 9/130
, Urk. 9/133
).
Das
D._
-Gutachten wurde am 22. November 2016 erstattet (Urk. 9/142)
. Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) nahm dazu Stellung (Urk. 9/146/4-5) und eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle würdigte die Akten (Urk. 9/146/5-6)
.
Gestützt auf ihre Abklärungen, insbesondere
unter Hinweis auf die Schluss
bestimmungen 6a IVG und
die
Darlegungen
der Sachbearbeiterin der IV-Stelle (Urk. 9/146/5-6)
,
wonach die Versicherte unter einem gewissen Belastungsprofil in angepasster Tätigkeit voll arbeitsfähig sei,
stellte die IV-Stelle der Versicherten
mit Vorbescheid vom 5. April 2017 (Urk. 9/147)
in Aussicht, dass die
halbe Inva
lidenrente
aufgehoben bleibe
.
Dagegen liess die Versicherte am 22. Mai 2017 Ein
wand erheben (Urk. 9/155) und medizinische Unterla
gen einreichen (Urk. 9/150-154), wozu sich der
RAD
äusserte
(Urk. 9/157/3). Unter Bezugnahme
auf die
Einwände verfügte die IV-Stelle am 6. September 2017 (Urk. 2 = Urk. 9/158) im angekündigten Sinne.
2.
Hiergegen liess die Versicherte
am
9. Oktober 2017
Beschwerde erheben
mit dem
Rechtsbegehren,
die Verfügung vom 6. September 2017
sei
aufzuheben und die IV-Stelle zu verpflichten, ihr rückwirkend per 1. September 2014 die ursprüngliche Rente (50 %) weiter auszurichten.
Eventu
aliter sei die IV-Stelle zu ver
pflichten,
ihr rückwirkend per 1. September 2014 neu eine
Viertelsrente
zuzusprechen.
Subeventualiter
sei ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben bzw. die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen zwecks ergänzender Abklärung des medizinischen Sachverhaltes, inkl. Zumutbarkeit/Ressourcen und Verwertbarkeit einer allfälli
gen Rest-Arbeitsfähigkeit mittels stationärer Begutachtung in der Rehaklinik
E._
, um anschliessend neu über
einen allfällig veränderten Anspruch der Beschwerdeführerin auf Invalidenleistungen zu entscheiden
(Urk. 1
S. 2
).
Zu
sammen mit der Beschwerde reichte sie einen
B
ericht des Neurologen Dr.
F._
, Facharzt für Neurologie,
vom 31. Mai 2016
ein (Urk. 3).
Mit Beschwerdeantwort vom
13. Dezember 2017
schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
8
), was der Versicherten am 14. Dezember 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegli
chenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
70 % auf eine ganze Rente (Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet
ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den
Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V
131
E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesent
lichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypo
thetischen) Sachverhalts bestehen (
BGE
144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V
198 E. 3b, je mit Hinweisen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beur
teilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächli
cher Hinsicht umfassend („
allseitig
”
) zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
4
Nach
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
werden Renten, die bei patho
gene
tisch-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach In
kraft
treten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind.
Diese Bestimmung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
Die in
lit
. a
Abs.
1
SchlB
6.
IV-Revision
vorgesehene Rentenherabsetzung bezieh
ungsweise -aufhebung ist nicht auf vor dem
1.
Januar 2008 zugesprochene Renten beschränkt. Erging die fragliche
Rentenzusprache
aber bereits in Beach
tung der jeweils relevanten Rechtsprechung zu pathogenetisch-ätiologisch unkla
ren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grund
lage, bleibt kein Raum für ein Rückkommen unter dem Titel der Schlussbe
stimmung (BGE 140 V 8 E. 2).
Laufende Renten sind vom Anwendungsbereich von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur
6.
IV-Revision nur ausgenommen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwerden, das heisst auf einer nachweisbaren objektivierbaren Grundlage beruhen. Lassen sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen, können die Schlussbe
stimm
ungen der
6.
IV-Revision au
f erstere Anwendung finden (BGE
140 V 197 E. 6.2, in Präzisierung u.a. von
BGE 139 V 547
E. 10.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2013 vom
8.
April 2014 E. 3.1.2.1 mit Hinweis). Demnach ist die
Schlussbestimmung bei kombinierten Beschwerden anwendbar, wenn die unkla
ren
und die
„
erklärbaren
”
Beschwerden – sowohl
diagnostisch als auch hin
sicht
lich der funktionellen Folgen – auseinandergehalten werden können. Ein
orga
nisch begründeter
Teil
der Arbeitsfähigkeit kann bei Anwendbarkeit der Schluss
bestimmung nur neu beurteilt werden, sofern eine Veränderung im Sinne von
Art.
17 ATSG eingetreten ist. Insoweit wird im Anwendungsbereich der Schluss
bestimmung vom Grundsatz abgewichen, dass die Verwaltung im Rahmen einer materiellen Revision – um eine solche handelt es sich auch hier – den Ren
tenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend prüft (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.4.2 mit Hinweisen).
Ist ein
„
Mischsachverhalt
”
gegeben, bei dem es unmöglich ist festzustellen, wie gross der Anteil der organisch bedingten Beschwerden bei der Renten
zu
spre
chung war, wäre ein Abstellen auf die aktuelle gutachterliche Einschätzung nicht zu vereinbaren mit der Rechtsprechung, wonach der auf erklärbaren Beschwerden beruhende Teil der Invalidität unter dem Rechtstitel der Schlussbestimmung nicht überprüft werden kann. In einem solchen Fall bestimmt sich die (zu einer
inte
gralen
Neuprüfung führende) Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nach folgen
dem Grundsatz: Besteht (im Zeitpunkt der Rentenzusprechung und/oder -überprüfung) neben dem
syndromalen
Zustand eine davon unabhängige
orga
nische oder psychische Gesundheitsschädigung
, so hängt die Anwendbarkeit der Schlussbestimmu
ng davon ab, dass die weitere
(„
nichtsyndromale
”
) Gesundheits
schädigung die anspruchserhebliche Arbeitsunfähigkeit nicht mitverursacht, das heisst letztlich nicht selbständig zur Begründung des Rentenanspruchs beige
tragen hat. Wenn sie die Auswirkungen des unklaren Beschwerdebildes bloss verstärkte, bleibt eine Rentenrevision unter diesem Rechtstitel möglich (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom 3.
September 2014 E. 2.6 mit Hinweisen).
Da der Bestand laufender Renten wesentlich von medizinischen Aspekten ab
hängt, sind an die entsprechenden Abklärungen besonders hohe Anforderungen zu stellen. Namentlich muss verlangt werden, dass die Untersuchungen im Zeitpunkt der Revision aktuell sind und sich mit der massgeblichen Fragestellung auseinandersetzen. Soweit die versicherte Person sich – auch mit Bezug auf die Chancen, welche die Wiedereingliederungsmassnahmen bieten – der Beurteilung durch die Verwaltung und deren regionalen ärztlichen Dienst nicht anschliessen kann, dürfte sich in der Regel eine neue, polydisziplinäre Begutachtung als unumgänglich erweisen (vgl. BGE 139 V 547 E. 10.2).
1.5
Der Nachweis der Invalidität im Rechtssinn setzt eine gesundheitlich bedingte, erhebliche und evidente, dauerhafte sowie objektivierbare Beeinträchtigung der Arbeits-
und Erwerbsfähigkeit voraus (
BGE 139 V 547
E. 9.4). Ob eine Migräne zu den Krankheitsbildern zählt, die mit etablierten Methoden objektiviert werden können, scheint in der medizinischen Fachwelt nicht eindeutig beantwortet zu werden (BGE 140
V 290 E. 3.3.1
). Das Bundesgericht hat offengelassen, ob die Migräne zu den objektivierbaren Beschwerdebildern zu zählen ist (Urteil des Bundesgericht 9
C_427/2014 vom 1. Dezember 2014
E. 1.2 mit Hinweis auf
BGE 140 V 290
E. 3.3.1). Es hat die Migräne mit
BGE 140 V 290
nicht „als unklares Beschwerdebild der Schmerzrechtsprechung unterstellt" (Urteil des Bundesgerichts 9C_889/2015 vom 15. Januar 2016 E. 2.2). Grundsätzlich können sowohl objektivierbare wie auch medizinisch nicht oder nicht klar fassbare Be
schwerdebilder die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit beeinträchtigen und somit einen Rentenanspruch begründen. Entweder müssen die subjektiven Beschwer
deangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sein oder es ist bei unklaren Beschwerdebildern in Anwendung der sogenannten
Foerster-Kriterien (heute strukt
uriertes, ergebnis
offenes Beweisverfahren [BGE 141 V 281 E. 3.6 und E. 6; BGE 141 V 585 E. 5.3]) zu prüfen, ob das Leiden grundsätzlich invalidisierend sein kann (vgl.
BGE 130 V 352
E. 2.2.3, welcher durch BGE 141 V 281 abgelöst wurde). Sowohl bei Leiden, deren Ursache bekannt oder (bildgebend) zu objektivieren ist, als auch bei Beschwerden mit unklarer Ätiologie und Kausalität vermögen die subjektiven Angaben der versicherten Person eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit jedenfalls nicht ohne Weiteres
rechtsgenüglich
nachzuweisen, sondern es hat stets eine sorgfältige Plausibilitätsprüfung der geltend gemachten Funktionseinschränkungen zu erfolgen. Andernfalls wäre eine rechtsgleiche Beurteilung der Rentenansprüche nicht mehr gewährleistet (BGE 140 V 290 E. 3.3.1).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerd
egeg
nerin b
eg
ründete die Renteneinstellung
im Wesentlichen
damit,
dass
die Diagnosen, welche zur
Rentenzusprache
geführt hätten, zu den ätiologisch-
pathogenetisch unklaren
syndromalen
Zustandsbildern ohne n
ach
weis
bare organische Grundlage
gehörten
und d
eren Folgen überwindbar
seien
, weshalb keine Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes vorliege.
Das Sozialver
sicherungsgericht habe mit Urteil vom 30. November 2015 (IV.2014.00945) bestätigt, dass sie, die Beschwerdegegnerin, zu Recht unter dem Titel der Schlussbestimmung 6a IVG eine Rentenüberprüfung eingeleitet habe. Ausserdem habe es die Angelegenheit zur weiteren Abklärung des aktuellen Gesundheits
zustandes zurückgewiesen, weshalb eine polydisziplinäre Begutachtung beim
D._
stattgefunden habe.
In d
e
n
gutachterlichen Untersuchungen im internis
tischen und psychiatrischen Bereich sei
kein Gesundheitszustand festgestellt worden
, welche
r
aus versicherungsmedizinischer Sicht eine dauerhafte Arbeits
un
fähigkeit b
eg
ründen würde
(Urk. 2 S.
2).
I
m orthopädischen Gutachten sei
für die bisherige Tätigkeit und eine andere leidensadaptierte, wechselbelastende, leichte bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeit keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Das neuropsychologische
D._
-Gutachten sei wegen der mangelnden Mitarbeit nicht verwertbar.
Die im
neurologischen
D._
-
Gutachten attestierte
6
0%ige Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
sei nicht nachvollziehbar.
Die
Indikatorenprüfung
(r
ichtig
: Plausibilitätsprüfung)
zeige auf, dass die Be
schwerdeführerin über ein hohes Aktivitätsniveau verfüge. Aus rechtlicher Sicht sprächen keine hinreichenden Gründe dafür, dass nicht genügend Ressourcen vorhanden seien,
um über eine volle Arbeitsfähigkeit zu verfügen
(S. 3).
2.2
Die Beschwerdeführerin hielt
im Wesentlichen
dagegen (Urk. 1),
d
ie Rente sei
weiter auszu
bezahlen
, weil
die Annahme der Beschwerdegegnerin, sie sei a
ls voll arbeitsfähig zu eracht
en,
gestützt auf das
D._
-Gutachten vom 22. November 2016
, das die Beschwerdegegnerin ihrem Entscheid zugrunde lege,
unzutreffend sei
.
Denn b
asierend auf der gutachterlichen Untersuchung sei von einer Migräne ohne Aura, welche lediglich noch eine 60%ige Restarbeitsfähigkeit zur Folge habe, auszugehen.
Diese Diagnose schränke sie
(die Beschwerdeführerin)
nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ ein. Es liege somit im Revisionszeitpunkt kein unklares Beschwerdebild vor
, weshalb die Rente nicht nach der Schluss
bestimmung aufgehoben werden könne (Urk. 1 S. 7-8)
.
Ausserdem
sei
es
nicht richtig, dass sie über ein
hohes Aktivitätsniveau verfüge
(vgl. Urk. 1 S. 8)
.
Dies führe im Ergebnis nach wie vor zu einem Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (Urk. 1 S. 7-8).
Ferner sei die neuropsychologische Teilbegutachtung nicht be
weis
kräftig, weil es die Auseinandersetzung mit mehreren aktenkundigen neuro
psychologischen Beurteilungen vermissen lasse. Stattdessen sei auf den akten
kundigen Bericht
d
er behandelnden Neuropsychologin und
d
es behandelnden Neu
rologen vom
10. Mai 2016 abzustellen, nach welchem sie
(die Beschwerde
führerin)
aufgrund der erheblichen und objektivierbaren Beeinträchtigungen dauerhaft zu mindestens 50 % arbeitsunfähig sei
. Auch vor diesem Hintergrund sei die Aufhebung der Rente zu Unrecht erfolgt
(Urk. 1 S. 10)
.
Sofern das Gericht wider Erwarten auf das
D._
-Gutachten vom 22. November 2016 abstelle
, sei ihr unter Annahme einer 100%igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall vom 1. September 2014 bis zum Zeitpunkt der Begutachtung im November 2016 die ursprüngliche halbe Invalidenrente und rückwirkend ab dem 1. November 2016 eine
Viertelsrente
(Prozentvergleich) zuzusprechen (Urk. 1 S. 10-11).
3.
3.1
Unbestrittenermassen wurde die Rentenüberprüfung zwischen Anfang 2012 und Ende 2014 eingeleitet, weshalb
lit
. a der Sch
lussbest
immungen zur
6.
IV-Revision aus formeller Sicht anwendbar ist
(vgl. BGE 140 V 15 E. 5.3.4.2 mit weiterem Hinweis)
.
In materieller Hinsicht entschied d
as Sozialversicherungsgericht am 30. Dezem
ber 2015
(Urk. 9/120)
gestützt auf die zugrundeliegenden Akten, dass die IV-Stelle zu Recht eine Rentenüberprüfung gemäss
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG 6.
IV-Revision eingeleitet hatte
, weil die Invalidenrente der Versicherten aufgrund von pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage
zugesprochen worden und bei der ursprüng
liche
Rentenzusprache
keine Überprüfung nach den sogenannten Foerster-Kri
terien erfolgt war
(Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2014.00945 vom 30. Dezember 2015 E. 2.4)
.
3.2
Zur Anwendbarkeit von
lit
. a der Schlussbestimmungen zur
6.
IV-Revision liess die Beschwerdeführerin geltend machen,
weil
in der angefochtenen Verfügung
vom 6. September 2017 (Urk. 2)
organisch bedingte neurologische Defizite
(Folgen
des Hirntumors und des Status nach Entfernung des
Oligodendroglioms
, der Amygdala und des Hippocampus)
anerkannt worden seien, sei auf die Erwä
gungen im Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 30. Dezember 2015, in welchen das Vorliegen der Voraussetzungen für eine Rentenprüfung gemäss
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG 6. IV-Revision bejaht wurde, wiedererwägungsweise zurückzu
kommen. Es sei korrigierend festzustellen, dass hier die Rentenprüfung nach den Schlussbestimmungen nicht zulässig sei (Urk. 1 S. 9-10).
3.3
Das Gericht erwog, dass die
Rentenzusprache
vor allem
basierend
auf dem polydisziplinären
B._
-Gutachten vom 31. Dezember 2007 erfolgt sei. Als Diag
nosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielten die
B._
-Gutachter ein chro
nisches
zer
vikozephales
Syndrom mit pseudoradikulärer
Schmerzausstrahlung, ein
unspe
cific
low
back
pain
mit pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung, einen Status
nach einer Operation eines linkstemporalen
Oligodendroglioms
im Jahr 1988, eine
leichte neuropsychologische Störung nach einem am 28. März 2001 erlitte
nen Halswirbelsäulendistorsionstrauma und nach einer
Oligodendrogliom
-Opera
tion, eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), eine disso
ziative Störung (ICD-10 F44.7) und einen Verdacht au
f ein organisches Psy
cho
syndrom
nach Schädelhirntrauma (ICD-10 F07.2) fest (Urk. 6/26/15).
Die Arbeits
un
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit im Altersheim und als Seelsorgerin betrage unter einem bestimmten Ressourcenprofil 50 % (Urk. 9/34,
vgl.
auch
Urk. 9/38
und
Urk. 9
/41/8). Vor diesem medizinischen Hintergrund
schloss das Gericht
, dass sich die
Rentenzusprache
aus den Folgen der Halswirbeldistorsion herleite und diese nicht in Beachtung der
Foerster-Kriterien (vgl. BGE 130 V 352) erfolgt sei
. Die somatischen Beschwerden würden sich gemäss dem rheumatologischen
B._
-Gutachten lediglich insofern auswirken, als dass der Versicherten nur noch körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere, wechselbelastende und rücken
dadaptierte Tätigkeiten zumutbar gewesen seien, solche jedoch zu 100 % (Urk. 9/26/7-10). Diese Beschwerden könnten sowohl diagnostisch als auch hin
sichtlich der funktionellen Folgen und unklaren Beschwerden auseinander
ge
halten werden, weshalb
rechtsprechungsgemäss hierfür
die Schlussbestimmung der
6.
IV-Revision trotzdem angewendet werden könne
(vgl. Urteil de
s Sozial
versicherungsgerichts IV
.2014.00945 vom 30. Dezember 2015
E. 2.1-2.
4
).
Diese Überlegungen sind
vor dem Hintergrund, dass die leichte neuropsy
ch
o
logi
sche Störung einerseits auf den Status nach HWS-Distorsionstrauma am 28. März 2001 zurückzuführen war,
weil
die Konzentrations- und Gedächtnis
defizite wahrscheinlich durch das Unfallereignis von 2001 bedingt waren (vgl. Urk. 9/26/13
, Urk. 9/26/16
), und andererseits
mit dem
Status nach
Oglioden
dro
gliom
temporal links
im Zusammenhang stand, weil
dieses
wohl für eine Sprach
störung mit Wortfindungsschwierigkeiten
verantwortlich
war
(Urk. 9/26/13
, Urk. 9/26/16
)
,
nicht zu beanstanden.
Denn hierbei handelt es sich ebenfalls um Beschwerden, die sowohl diagnostisch als auch hinsichtlich der funktionellen Folgen auseinandergehalten werden können. Letztlich hatten gemäss neuropsy
chologischem
B._
-Gutachter insbesondere die Aufmerksamkeits- und Gedächt
nisdefizite, welche auf die HWS-Distorsion zurückzuführen waren, und nicht die Wortfindungsstörungen, hauptsächlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. Urk. 9/26/14),
weshalb eine Einleitung der Rentenrevision nach
Abs. 1
SchlB
6.
IV-Revision
zur Recht erfolgt ist.
Daran ändern die im
B._
-Gesamtgutachten festgehaltene dissoziative Störung (ICD-10 F.44.7
)
und
posttraumatische Belastungsstörung (
PTBS,
ICD-10 F43.1
)
, welche
n
die
B._
-Ärzte
ebenfalls Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
zuer
kannten
(vgl. Urk. 9/26/16)
,
nichts
.
Denn
ersteres
Leiden l
ässt
sich nicht mittels
objektiv nachweisbaren Untersuchungsresultaten untermauern, sondern erschöpf
t
sich vielmehr in pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen
Besch
w
erde
bildern ohne nach
weisbare organische Grundlage (zur dissoziativen Störung [Urteil des Bundesgerichts I 9/07 vom 9. Februar 2007 E. 4 in
fine
, in: SVR 2007 IV Nr. 45 S. 149
)
.
Die PTBS, bei der es sich um eine Störung handelt, die nicht nur keinen Bezug zu einem organischen Geschehen aufweist, sondern für die sich keine oder kaum objektivierbare Befunde erheben lassen
(vgl. BGE 142 V 432 E. 5.2.3)
, ist gleich zu behandeln wie
die
vorherige Kategorie
.
Im Übrigen verbietet § 26 Abs. 2
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
, dem Entscheid eine andere rechtliche Beurteilung zu Grunde zu legen.
Damit ist allerdings noch nichts über die Verhältnisse im Zeitpunkt der Auf
hebung der Rente gesagt. Wie es sich damit verhält, ist nachfolgend zu prüfen.
Anzufügen ist, dass zur Neubeurteilung der organischen Befunde eine wesent
liche Veränderung im Sinne von
Art.
17 ATSG eingetreten sein muss
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom 3. September 2014 E. 2.4.2)
.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der
Rentenzusprache
vom 17. Juli 2008 (Urk. 9/48, Urk. 9/50) im Wesentlichen auf die Einschätzungen der
B._
-Gutachter vom 31. Dezember 2007 (Urk. 9/26), vom 12. Februar 2008 (Urk. 9/34), und vom 20. März 2008 (Urk. 9/38)
sowie vom Regionalen Ärztlichen Dienst
vom 10.
April 2008
(RAD, Urk. 9/41/8)
. Ausserdem l
e
g
t
en sie ihrem Entscheid
in medi
zinischer Hinsicht
das
neurologische und
das
psychiatrische
Privatgutachten vom
25. August (Urk. 9
/22/1
6
-33) und
8. Oktober 2007 (Urk.
9
/22
/1-15
) zugrunde (vgl. Feststellungsblatt für den Beschl
uss vom 15. Mai 2008 [Urk. 9/41
]).
4.
2
Im psychiatrischen Privatgutachten vom 25. August 2007 (Urk.
9/22/16
-33)
diag
nostizierte Dr.
G._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, eine
per
sistierende und chronifizierte p
osttraumatische Belastungsstörung nach Unfa
ll
geschehen im Jahr 2001 (ICD-10 F43.1). Differentialdiagnostisch könne auch eine
Persönlichkeitsstörung
nach Unfallgeschehen 2001
vom emotional-instabilen und
ängstlich-vermeidenden Typus (ICD-10 F60.3 und 60.6) vorliegen. Die Beschwer
deführerin sei in ihrem ehemaligen Beruf als Krankenschwester bzw. als Seel
sorgerin in der Auslandsmission (mit erhöhtem Leistungsanspruch) bzw. in der freien Wirtschaft aus psychiatrischer Sicht zu mindestens 80 % arbeitsunfähig. Die Arbeitsfähigkeit in einer wesentlich weniger belastenden Tätigkeit betrage
circa
40 bis maximal
50 %
(Urk. 9/22/32-33).
4.
3
Im neurologischen Privatgutac
hten vom 8. Oktober 2007 (Urk. 9/22/1-15
) erklärte
Dr.
H._
, Facharzt für Neurologie,
einerseits,
dass ein Status nach Epilepsie mit partiellen Anfällen 1971 bis 1990 bei
Oligodendrogliom
links temporal bestehe, das 1988 operiert
worden sei und zur Ausheilung des Tumors und der Epilepsie geführt habe. Andererseits bestehe unfallbedingt ein Status nach Ver
kehrsunfall mit zweiseitiger Kollision mit HWS-Distorsion, Beckenkontusion rechts und wahrscheinlich sekundärem
Lumbovertebralsyndrom
, mit neuro
ve
getativer und neuropsychologische
r
Symptomatik, mit
„Mild
Traumatic
Brain
In
jury
” (MTBI) bei Veränderung der Bewusstseinslage, beziehungsweise ohne Bewusstlosigkeit oder Amnesie, ohne posttraumatische neurologische oder radi
kulä
re Ausfälle, ohne radiologischen
Nachweis einer neuralen zervikalen oder lumbalen Kompression (Urk. 9/22/14). Es bestünden keine Vorzustände im Sinne von Auswirkungen früherer Krankheiten, da das
Oligodendrogliom
und die Epi
lepsie vor dem Unfall schon 11 Jahre ausgeheilt gewesen seien. Hingegen liege ein typisches Beschwerdebild einer HWS-Distorsion vor
(Urk. 9/22/14). In der angestammten
Tätigkeit bei der Mission mit zusätzlicher Pflegetätigkeit sei die Beschwerdeführerin nicht mehr arbeitsfähig. In der jetzigen Tätigkeit in der Pflege und Nachtwache bestehe eine angepasste Möglichkeit entsprechend der aktuellen Leistung, welche mit der psychotherapeutischen Behandlung möglicherweise geste
igert werden könne
(Urk.
9
/22/15).
4.
4
Im
B._
-Gutachten vom 3
1.
Dezember 2007 (Urk. 9/26)
hielten die
Ärzte folgende
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest
(S. 14 f.)
:
1.
Chronisches
zervikozephales
Syndrom mit pseudoradikulärer Schmerzaus-
strahlung
rechts mit/bei Status
nach HWS-Distorsion mit Abknick
mecha
nismus im Rahmen eines Autounfalls am 28. März 2001
;
mit diskreter
Supra
spinatus
t
endinose
rechts;
mit
Epicondylopathia
humeri
radialis
rechtsbetont
;
mit Verkalkung des Ligamentum
atlanto-clivale
am Abgang
des
vorderen Atlasbogen
s
. Diskrete Hypermobilität des ersten Halswirbel
körpers,
nach links, ansonsten kongruente Rotation der Halswirbelkörper
(funktionelle
Computer
tomographie C0-C7, 25. Juni 1997); mit keinen
Hinweisen auf
radikuläres Reiz- oder Ausfallsyndrom
2.
Unspecific
low
back
pain
m
it pseudoradikulärer Schmerzaus
strahlung rechts
mit/bei möglicher LWS-Distorsion und/oder Beckenkontusion durch
Auto
un
fall am 28. März 2001; mit diskreter medialer
Diskusprotrusion
mit Burs
itis
trochanterica
beidseits,
Dru
ckdolenz
M
usculus
piriformis rechts
L5/S1;
sowie
druckdolente Adduktoren rechts
3
.
Status nach Operation eines linkstemporalen
Oligodendroglioms
1988 mit/bei
Status nach partiellen Anfällen 1988, seit Operation anfallsfrei; mit
res
id
u
ellem
senso
-(motorischem
)
Hemis
y
ndrom
rechts
4.
Leichte neuropsychologische Störung nach HWS-Distorsionstrauma am
28. März 2001
und Status nach
Oligodendrogliom
-Operation
temporal links
5.
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
6.
Dissoziative Störung (ICD-10 F44.7)
7.
Verdacht auf organisches Psychosyndrom n
ach Schädelhirntrauma (ICD-10
F07.2)
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Präsenz-Nachtwache bestehe eine zumut
bare Arbeitsfähigkeit von maximal 50 %. Hierbei sei die Einschränkung der Arbeits
fähigkeit hauptsächlich
auf
die psychiatrisch vorliegende posttrau
mati
sche Belastungsstörung, die
dissoziative Störung sowie den
Verdacht auf ein orga
nisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma zurückzuführen. Sämtlich
e
körperlich schweren und regelmässig mittelschweren Tätigkeiten könnten der Beschwerdeführerin nicht mehr zugemutet werden. Sämtliche körperlich leichten bis intermittierend mittelschweren wechselbelastenden und rückenadaptierten Tätigkeiten unter Ausschluss von Tätigkeiten, welche eine Zwangshaltung der Halswirbelsäule, dauerndes Arbeiten oder wiederholtes Arbeiten mit den Armen
oder
über der Horizontalen bedingen würden, könnten der Beschwerdeführerin vollumfänglich
(r
ichtig
: aufgrund der psychiatrischen Komorbidität zu 50 %, vgl. Urk. 9/34)
zugemutet werden, sofern sie keine allzu grosse Konzentration voraus
setzen würden (Urk. 9/26/16). Diese Einschränkungen bestünden seit dem Auto
unfall vom 28. März 2001 (Urk. 9/26/17).
Am 12. Februar 2008 ergänzte der fallführende
B._
-Gutachter
, dass im Seel
sorge
bereich von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen sei
(Urk. 9/34
)
.
Am 20. März 2008 führte der fallführende
B._
-Gutachter
zudem
aus, dass der vo
m privatbegutachtenden Psychiater
Dr.
G._
attestierten 80%igen Arbeitsun
fähigkeit in der Tätigkeit als Krankenschwester und Seelsorgerin nicht gefolgt werden könne. Diese Einschätzung sei inkonsistent, weil
Dr.
G._
selbst auch sage, dass d
ie
Beschwerdeführer
in
ein Pensum von etwa 40 bis 50 % in Form von Hilfeleistungen an
behinderten Menschen und von Präsenznachtwachen in einem Pflegeheim übernehme. Aus diesem Grund könne der Beschwerdeführerin
-
wie durch ihn berichtet
-
ein Pensum von 50 % zugemutet werden (Urk. 9/38).
4.
5
In der Stellungnahme vom 10. April 2008 (Urk. 9/41/8)
schloss
der RAD-Arzt Dr.
I._
, Facharzt für Innere Medizin,
gestützt
auf die Ausführungen des fallführenden
B._
-
Gutachters vom 20. März 2008
sei von einer
50%igen Arbeitsfähigkeit
sowohl in den bisherigen Tätigkeiten im Altersheim und als Seel
sorgerin als auch in einer dem
B._
-Ressourcenprofil entsprechenden Tätigkeit auszugehen.
5.
5.1
5.1.1
Im Rahmen der
aktuellen
Rentenprüfung
stell
ten die Gutachter der
Medas
C._
am 1
7.
April 2014 (Urk. 9/87)
gestützt auf eine neuropsychologische Testung
die D
iagnose
(
mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
)
mittel
schwere
kogniti
ve
Störungen und Störungen der Antriebs- und Selbst
regu
lationsfähigkeiten
,
Status nach temporalem
Oligoden
d
rogliom
mit Exstirpation und
Amygdalahippokampektomie
im Jahr 1988
,
bei einer Autoseitenk
ollision im
März 2001 erlittene
HWS-D
istorsion sowie
eine dissoziative
Störung (Urk. 9/87
/33).
Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeits
fähig
keit
nann
ten die Gutachter einen Status nach Exstirpation eines links temporalen
Oligodendrogliom
s
und
einer
Amygdalahippokampektomie
bei Status nach par
tiellen Anfällen 1988 mit
residuellem
sensiblem
Hemisyndrom
rechts und leichter amnestisch-
aphasischer
Sprachstörung, wobei die epileptischen Anfälle vollstän
dig sistiert seien.
Weiter nannten sie einen Status nach HWS-Dist
orsion und Beckenkontusion bei A
utoseitenkollision im März 2001, Kopf- und Gesichts
schmerzen vom
Mischtyp
mit Kopfschmerzen vom Spannungstyp und Trige
minus
neuralgie V2 links, eine chronische Anpassungsstörung (DSM-IV-TR309.9), akzentuierte zwanghafte und leistungsorientierte Persönlichkeitszüge
(ICD-10 Z73.1), ein
Fibromyalgiesyndrom
mit vielen vegetativen Begleitbeschwerden, ein
en mässigen
Senk- und Spreizfuss, ein
en
Status
nach
Pyelonephritisschüben
in den Jahren 1995 und 1998, einen Status nach Denguefieber auf den Philippi
nen (1995), einen Status nach Hepatitis A auf den Philippinen (1996), gelegent
lich
e Colon
irritabile
Beschwerden, ein
en
hyperaziden
Reizmagen mit
Status
nach
medi
kamenteninduziertem Ulcus
pepticum
2004
(Urk. 9/87/33)
.
Die anamnes
tisch
diagnostizierte PTBS wurde verneint, da sie unter Berücksichtigung der ICD-10 Kriterien nicht bestätigt werden könne (Urk. 9/87/20).
5.1.
2
Der internistische, der rheumatologische und der psychiatrische Gutachter hielten fest, dass die Arbeitsfähigkeit aus Sicht ihres Fachgebiets nicht eingeschränkt sei (Urk. 9/87/21, Urk. 9/87
/25, Urk. 9/87/31).
Die neuropsychologische Gutachterin führte hingegen aus, dass die Versicherte als Präsenznachtwache zu 70 % arbeits
unfähig sei. Diese Tätigkeit sei aus neuropsychologischer Sicht denkbar unge
eignet, da sie die Normalisierun
g des Schlaf-Wach-Rhythmus störe
und sich auf die neuropsychologischen Funktionsfähigkeiten, insbesondere die Gedächtnis
funk
tionen, verschlechternd auswirken dürfte. In einer angepassten Tätigkeit, welche mehrheitlich von aussen getaktet und geführt sei sowie keine höheren und/oder komplexen Anforderungen an Sprachleistungen beinhalte, sei die Versicherte
zu 50 % arbeitsfähig
(Urk. 9/87/50).
In der hauptgutachterlichen Beurteilung und polydisziplinären Zusammen
fas
sung
wurde die Beurteilung der Neuropsychologin bezüglich einer angepassten Tätig
keit übernommen, aber zugleich festgehalten
, dass die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Präsenznachtwache nicht eingeschränkt sei. Von neurologischer Seite her ergebe sich bei chronisch rezidivierenden Kopf
schmer
zen und halbseitigen leichten Gefühlsstörungen keine Fähigkeitsstörung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in dieser bisher ausgeübten Tätigkeit. Auch aus psychiatrisch-neuropsychologischer Sicht bestehe keine Arbeitsunfähigkeit (Urk. 9/87/37).
In einer angepassten Tätigkeit, welche mehrheitlich von aussen getaktet und ge
führt sei sowie keine höheren und/oder komplexen Anforderungen an Sprach
leistungen beinhalte, sei die Versicherte mittel- und längerfristig zu 50 % arbeits
fähig. Auch in der Arbeit als Pflegeassistentin sowie eventuell im erlernten Beruf als ausgebildete Krankenpflegerin, jedoch im Tagdienst, bestehe eine Arbeitsun
fähigkeit. Aus psychiatrischer, rheumatologischer und internistischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt (Urk. 9/87/38).
5.
2
Am
10. Mai 2016 berichteten die
behandelnde
Neuropsychologin J._
und die
behandeln
de
Verhaltensneurologin Dr.
K._
von
einer
mittelschweren kognitiven Störung. Aufgrund der festgestellten neuropsycho
logischen Defizite seien die Leistungen im praktischen Berufsalltag in quanti
tativer und auch qualitativer Hinsicht (im Besonderen aufgrund der deutlichen mnestischen Störungen, der Verlangsamung und der exekutiven Defizite) um mindestens
50-60
% eingeschränkt
. Mit zu
b
erücksichtigen sei jedoch zusätzlich auch die Reizüberflutung und deutlich eingeschränkte Belastbarkeit,
sodass eine Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft als deutlich erschwert zu beurteilen sei. Eine stundenweise, zeitlich limitierte z.B. 40%ige (in der psychischen und kog
nitiven Belastbarkeit der Beschwerdeführerin angepassten) Arbeitstätigkeit mit geringem bis gering mässigem kognitivem Anforderungsprofil, wo die Beschwer
deführerin routiniert sei und gute Grundkenntnisse habe, sei prinzipiell möglich
(Urk. 9/153).
5.3
Der
behandelnde
Neurologe
Dr.
F._
führ
te in seinem Bericht vom 31. Mai 2016 (Urk. 3)
im Wesentlichen
aus
, dass die Beschwerdeführerin eine posttraumatische Migräne habe.
Eine gewisse Verlangsamung und eine gewisse instabile Emotio
nalität habe sie bereits postoperativ gehabt. Als sie das HWS-Distorsionstrauma erlitten habe, seien diese Einschränkungen nochmals etwas ausgeprägter vorhanden gewesen, insbesondere seien dann Schmerzmomente und eine deutlich verminderte körperliche Belastbarkeit hinzugekommen. Die Beschwerdeführerin, welche sich in den Jahren nach der Operation ordentlich gut stabilisiert und eine doch recht gute Lebensqualität gehabt habe, habe
Letztere
nach dem HWS-Distorsionstrauma verloren. Insbesondere sei es dann zu einer posttraumatischen Migräne gekommen.
Die Diagnosekriterien einer Migräne der internationalen Kopf
wehgesellschaft seien erfüllt (wiederholte einseitige oder beidseitige Kopf
schmerzen von Stunden bis 3 Tagen von mittlerer Intensität mit Licht- und/oder Lärmempfindlichkeit mit Übelkeit und/oder Zunahme der Beschwerden unter körperlicher Belastung). Wie häufig bei solchen Migränen sei diese nur partiell behandelbar. Dass gehäufte Migräne absolut keinen Einfluss auf die Arbeits
fähig
keit habe, könne nicht mit Absolutheit gesagt werden.
5
.4
5.
4
.1
Das polydisziplinäre
Gutachten des
D._
vom 22. November 2016 (Urk. 9/142)
basiert auf
internistische
n
, neurologische
n
, neuropsychologische
n
, psychia
tri
sche
n
und orthopädische
n
Untersuchungen. Als einzige Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurde in neurologischer Hinsicht eine Migräne ohne Aura aufgelistet. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielten die
D._
-Gutachter eine Fibromyalgie, eine
Zervikobrachialgie
beidseits ohne radikuläre Reizung, einen Status nach selektiver Amygdala-
Hippokampektomie
links eines
Oligodendroglioms
bei therapierefraktärer Epilepsie 1988, seit 1990 ohne Medi
kation anfallsfrei bei
residuellem
sensiblem
Hemisyndrom
rechts und bei
Qua
dran
t
enanopsie
nach rechts oben, eine Trige
minus-Neuralgie V2 links, eine p
osttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1),
einen Verdacht auf eine arti
fizielle Störung (ICD-10 F68.1) und eine Hypercholesterinämie fest.
5.
4
.
2
In der hauptgutachterlichen Beurteilung und polydisziplinären Zusammen
fas
sung wurde aus neurologischer Sicht
festgehalten, dass die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Erwerbstätigkeit als Präsenz-Nachtwache zu 100 % arbeitsunfähig sei, da sich der Schichtdienst mit unregelmässigem Schlaf-Wach-Rhythmus ungünstig auf die Migräne- und
Kopfschmerzenproblematik
auswirk
e
.
Aus orthopädisch
er
Sicht
wäre noch ein Belastungsprofil mit
wechselbelastende
r
, körperlich leicht
er
bis gelegentlich mittelschwerer
Tätigkeit
in einem 100 %-Pen
sum
möglich (vgl. Urk. 9/142/116, Urk. 9/142/120)
.
Unter der Berücksichtigung der
neurologischen Schonkriterien (kein Schichtdienst, da ein regelmässiger Schlaf-Wach-Rhythmus therapeutisch günstig sei
; kein Stress und keine Überforderung)
, betrage
Arbeitsfähigkeit
60
%
(
Urk. 9/142/69, Urk. 9/142/117,
Urk. 9/142/120-121)
.
Aus
internist
ischer Sicht bestehe keine weitere Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit
(Urk. 9/142/115, Urk. 9/142/120)
.
Aus neuropsycho
logischer Sicht k
ö
nn
e
wegen mangelnder Mitarbeit keine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen werden (Urk. 9/142/117). Die Arbeitsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht per se nicht eingeschränkt. Eine leichte verminderte
psy
chische Belastbarkeit und verminderte Stresstoleranz seien vorhanden, würden
die Arbeitsfähigkeit aber wahrscheinlich nicht beeinträchtigen (Urk. 9/142/119).
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei in
orthopädisch-traumato
logischer
und auch in neurologischer Hinsicht im Wesentlichen unverändert. Einerseits sei
en
aus orthopädischer Sicht das Belastungsprofil und die Arbeits
fähigkeit seit dem Unfall 2001 unverändert. Andererseits seien aus neurologischer Sicht die Kopf- und Nackenschmerzen bereits bei der
Rentenzusprache
am 17. Juli 2008 ähnlich gewesen. Die beschriebenen lumbalen Schmerzen seien in der aktuellen Begutachtung nicht mehr angegeben worden. Aus psychiatrischer Sicht habe sich der Gesundheitszustand im Vergleich zum Gutachten der
Medas
C._
von 2014
verbessert
(Urk. 9/142
/122).
5.
5
RAD-Arzt Dr.
L._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, er
achtete am 10. Dezember 2016
das auf eigenen Untersuchungen beruhe
nde
Gutachten
als
schlüssig
und
umfassend
;
es berücksichtige
die gesamte Aktenlage sowie sämtliche Beschwerden und Symptome des Versicherten.
Daher werde empfohlen
,
darauf abzustellen
(Urk. 9/146/4)
.
6
.
6
.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Rentenaufhebung nicht mit einer Ver
besserung des Gesundheitszustandes, sondern einzig mit der Anwendung von
lit
.
a
Abs.
1
SchlB
6.
IV-Revision (Urk. 2).
Rechtsprechungsgemäss ist
für die
Aufhebung der Rente
erforderlich, dass auch im Revisionszeitp
unkt
ausschlies
s
lich ein unklares Beschwerdebild vorliegt. Zu klären ist daher fern
er, ob sich der Gesundheitszustand seit
der
Rentenzusprache
allenfalls verschlechtert hat und ob neben den nicht ob
jektivierbaren Störungen anhand
klinischer psychiatrischer Untersuchungen nunmehr klar eine Diagnose gestellt werden kann
(BGE 139 V 547 E. 10.1.2).
6.2
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
erfolgte einerseits
auf im Wesentlichen unkla
ren
und damit vergleichbaren
Beschwerdebildern,
da
sie wegen
der Folgen
eines HWS-Distorsionstrauma am 28. März 2001
, wegen der PTBS und wegen einer
dissoziative
n Störung gesprochen wurde
(vgl. vorstehend E. 3.3)
. Anderer
seits waren
(abgrenzbare)
organische Befunde (
Oligodendrogliom
im Jahr 1988
, Verdacht auf ein organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma
) von Bedeutung
(vgl. Urk. 9/26, Urk. 9/41)
.
6.3
Im Rahmen der aktuellen Abklärungen stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das
D._
-Gutachten vom 22. November 201
6.
Sie legte ihrem
rentenaufhebenden
Entscheid
im Wesentlichen
die darin gestellte Diagnose Migräne ohne Aura zugrunde, welcher sie
aber
nach einer Plausibilitätsprüfung
die gutachterlich attestierte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit absprach
(vgl. Urk. 9/146
; Urk. 2 S. 3
)
.
Hinsichtlich der Migräne ohne Aura hielt das Bundesgericht fest, dass
in der medizinischen Fachwelt nicht eindeutig beantwortet werde, ob eine Migräne zu den Krankheitsbildern zähl
e
, die mit etablierten Methoden objektiviert werden könn
t
en (BGE 140 V 290 E. 3.3.1
; E. 1.5
hievor
).
D
a die Rechtsprechung
für die Bejahung einer Anspruchsberechtigung
sowohl bei objektivierbaren als auch bei unklaren Beschwerdebildern
,
bei denen die
subjek
tiven Angaben der versicherten Person
eine grosse Rolle spielen
,
eine nachvoll
ziehbare ärztliche Beurteilung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwer
bsfähigkeit voraussetzt (vgl. BGE 140 V 2
90
E.
3.3.1
), und bei der M
igräne
aufgrund zahlreicher subjektiver Angaben
regelmässig eine Plausib
i
li
tät
sprüfung vorgenommen wird, um deren Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit zu prüfen
(vgl. BG
E 140 V 290
E. 3.3.1 und E. 4.2)
,
ist die Migräne wie eine Krankheit ohne organische Pathologie zu behandeln. Wurden
im
B._
-
Gutachen
die
ausgeprägte Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie die Nacken- und
Kopfschmerzen bei der
Rentenzusprache
noch mit den Folgen eines HWS-Distorsionstrauma
s
begründet (
vgl. Urk. 9/26/13), wurden diese Beschwer
d
en im
D._
-Gutachten im Rahmen einer Migr
äne ohne Aura gedeutet (vgl.
Urk. 9/142/67). Somit kann gesagt werden, dass hinsichtlich der hiervor erwähn
ten Beschwerden bei der
Rentenzusprache
eine bildgebend oder mittels objek
ti
vier
bar
er Untersuchungsresultate nachweisbare organische Pathologie nicht nach
gewiesen werden konnte
, und dass aktuell mit der Migräne ohne Aura ebenfalls eine Diagnose vorliegt, deren Objektivierbarkeit fraglich erscheint, weshalb sich eine Behandlung dieses Leidens wie bei einer Beeinträchtigung ohne organische Pathologie rechtfertigt.
Im aktuellen Revisionsverfahren wird ausserdem wie früher eine
PTBS
diag
nos
tiziert
, welcher
allerdings anders als bei der
Rentenzusprache
aus psychiatrisch-gutachterlicher Sicht
kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit mehr
zuerkannt
wurde
(vgl.
Urk. 9/22/32
,
Urk. 9/26/16,
vgl. Urk. 9/142/104)
. Ausserdem e
rklärte
die
D._
-Psychiaterin
,
die der
Rentenzusprache
zugrundeliegende Diagnose
einer dissoziativen Störung
stelle sie nicht, weil sie die entsprechenden Befunde unter die PTBS-Diagnose subsumiere (
vgl.
Urk. 9/142/108).
Da es sich bei der PTBS gemäss BGE 140 V 432 ebenfalls um eine Störung handelt, zu der sich keine oder kaum objektivierbare Befunde erheben lassen,
ist dieses Leiden ebenfalls wie eine Einschränkung ohne organische Pathologie zu behandeln.
Damit ist eine Rentenanpassung nach Massgabe der
SchlB
des IVG möglich.
Es liegen im Revisionszeitpunkt Leiden vor, welche wie solche mit
pathogenetisch-ätiologischem
unklarem Beschwerdebild zu behandeln sind.
6.4
Anzufügen bleibt
, dass aufgrund der Darlegungen der
D._
-Gutachter im Ver
gleich zur
Rentenzusprache
in organischer Hinsicht eine Verbesserung des Ge
sundheitszustandes ausgewiesen ist, wurde doch der Verdacht auf ein organisches Psychosyndrom nach Schädel
-H
irn
-T
rauma (ICD-10 F07.2),
der
die der
Renten
zu
sprache
zugrundeliegenden Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der
B._
-Gut
achter beeinflusste
(vgl. Urk. 9/26/16)
, aktuell verneint.
So wurde sowohl im
Medas
-Gutachten vom 17. April 2014 als auch im
D._
-Gutach
ten
fest
gehalten
, dass
sich
anamnestisch keine Hinweise auf
ein
Schädel-Hirn
-
Trauma erg
e
ben
würden (vgl. Urk. 9/87/36;
vgl. Urk. 9/142/68).
Der
D._
-Neurologe führte dies
bezüglich nachvollziehbar aus, es sei nicht zu einem Schädel-Hirn-Trauma gekommen, weil weder die ambulante Behandlung in
M._
noch die durch die Beschwerdeführerin bei der Schilderung des Traumas berichteten verschiedenen schweren Traumatisierungen, die nirgends in den Akten erwähnt seien, dafür
sprechen würden (vgl. Urk. 9/142/67).
Somit ist auch in organischer Hinsicht eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustands im Sinne von
Art.
17 ATSG
erstellt
.
6.5
Nach Gesagtem kann einerseits unter Berücksichtigung der
SchlB
des IVG und andererseits aufgrund Vorliegens eines medizinischen Revisionsgrundes eine um
fassende Überprüfung des Rentenanspruchs erfolgen.
7.
7.1
Das polydisz
iplinäre Gutachten der Ärzte des
D._
vom 22. November 2016 erfüllt sämtliche
von
der Rechtsprechung für eine beweiskräftige medizinische
Entscheidgrundlage
vorausgesetzten Kriterien (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a)
. Denn die Gutachter verfügten als Fachärzte für Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie
und
Psychotherapie
sowie
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
über für die Beurteilung des Gesund
heits
zustandes der Beschwerdeführerin angezeigte
Facharzttitel.
Sie hatten zudem Kenntnis sämtlicher medizinischer
Vorakten
und setzten sich in angemessener Weise mit den geäusserten Beschwerden auseinander und begründeten die gezogenen Sch
lüsse nachvollziehbar
.
7
.2
7
.2.1
In somatischer-neurologischer Hinsicht wurde im Wesentlichen eine Migräne ohne Aura mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten.
Bei der Diag
nose Migräne ohne Aura
handelt es sich gemäss den Diagnosekriterien der Inter
nationalen Kopfschmerz-Gesellschaft
(IHS Classification ICHD-II)
um eine w
i
e
der
kehrende Kopfschmerzerkrankung, die sich in Attacken von 4 bis 72 Stunden Dauer manifestiert. Typische Kopfschmerzcharakteristika seien einseitige Loka
lisation, pulsierende
r
Charakter, mässige bis starke Intensität, Verstärkung durch körperliche Routineaktivitäten und das begleitende Auftreten von
Übelkeit und/oder Licht- und Lä
r
m
überempfindlichkeit (vgl. IHS
Classification ICHD-II, IHS-
1.1
bzw. ICD-10
G43.0
; vgl.
Claus Bischoff/Harald C. Traue, Kopfschmerzen, in: Fortschritte der Psychotherapie, Dietmar Schulte/Klaus Grawe/Kurt
Hahl
weg
/
Dieter
Vaitl
[Hrsg.], Band 22, Migräne ohne Aura, S. 7
). Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht der erhobenen Befunde (vgl. Urk. 9/142/67) vermag d
ie Beur
teilung des neurologischen
D._
-Gutachters Dr.
N._
, wonach bei den Kopf
schmerzen von einer Migräne ohne Aura auszugehen sei, zu überzeugen
.
Denn
die Beschwerdeführerin berichtete von im Vordergrund stehenden Kopfschmer
zen, welche einseitig, stechend, teils pochend, von Übelkeit begleitet, teils mit Erbrechen sowie mit Licht-
und Lärmscheu einhergehend
und welche 1-3 Tage andauern (Urk. 9/142/67). Diese Diagnose war bereits am 10. Mai 2001 durch die neurologische Poliklinik
O._
, welche von einer gehäuft auftretenden Migräne ohne
Aura berichteten,
ge
stellt worden (vgl. Urk. 9/22/2).
Auch der behandelnde Neurologe
Dr.
F._
erhob in seinem Bericht vom 31. Mai 2016 (Urk. 3) die Be
funde einer Migräne, auch wenn er diese als eine posttraumatische darstellte, was von untergeordneter Bedeutung ist, weil
rechtsprechungsgemäss
nicht die Diag
nosestellung, sondern die Auswirkungen der erhobenen Befunde auf die Arbeits
fähigkeit entscheidend sind
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_273/2017 vom 9. April 2018 E. 3.2.2 mit Hinweis auf BGE 136 V 279 E. 3.2.1)
.
Nach dem Gesag
ten vermögen die Feststellungen
im
Medas
-Gutachten, wonach für die Migräne die diagnostischen Kriterien der International
Headache
Society (IHS) nicht erfüll
t seien
(vgl. Urk. 9/87/36), nicht zu überzeugen.
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit hielt das
Gutachten der Ärzte des
D._
vom 22. November 2016
gestützt auf die Diagnose Migräne ohne Aura eine 40%ige Einschränkung fest
(vgl. Urk. 9/142/69)
. Hier gilt es zu beachten
,
dass
-
wie erwähnt
-
die Rechtsprechung indes sowohl bei objektivierbaren als auch bei unklaren Beschwerdebildern für die Bejahung einer Anspruchsberechtigung eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Auswirkungen des Gesundheits
scha
dens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraussetzt, und dass, wenn die Aus
wirkungen eines objektivierbaren oder eines nicht (bildgebend) fassbaren Leidens
auf die Arbeitsfähigkeit trotz
sorgfältiger und umfassender Abklärungen vage und unbestimmt bleiben und die Einschränkungen nicht anders als mit den sub
jektiven Angaben der versicherten Person begründet werden können, der Beweis für die Anspruchsgrundlage nicht geleistet und als nicht zu erbringen zu gelten hat, wobei sich die entsprechende Beweislosigkeit zu Lasten der versicherten Person auswirkt (BGE 140 V 290 E. 4.2
).
So verhält es sich auch hier.
D
er neurologische
D._
-Gutachter stütz
t
e sich
bei
seiner Beurteilung ausschliesslich auf die von der Beschwerdeführerin selbst angegebene Häufigkeit der Kopfschmerzen beziehungsweise der Migräneanfälle
und damit auf subjektive Angaben der Beschwerdeführerin
. Die Auswirkungen de
r Kopfschmerzproblematik der Beschwerdeführerin wurden indes weder plausibili
siert noch deren Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit überzeu
gend dargelegt. Insbesondere ist nicht nachvollziehbar dargetan, weshalb die Beschwerdeführerin
aufgrund der erhobenen Befunde
unter Berücksichtigung der neurologischen Schonkriterien (Tätigkeit ohne Schichtarbeit, ohne Stress und ohne Überforderungsgefahr
, Urk. 9/142/69, Urk. 9/142/117, Urk. 9/142/120-121
)
nicht in einem vollzeitlichen Pensum arbeitsfähig sein sollte. Eine Plausibili
sierung ergibt sich zudem auch nicht aus den Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrem Aktivitätsniveau
.
Vielmehr lässt sich den anamnestischen Angaben im
D._
-
Gutachten
entnehmen
, dass
die Beschwerdeführerin morgens üblicherweise zwischen 07.00 und 07.30 Uhr aufstehe, ein Frühstück zubereite, leichte Haus
haltsarbeiten erledige und sich dann mit der Stellensuche beschäftige, dass sie anschliessend ein Mittagessen zubereite und einnehme, dass sie nach einem Mittagsschlaf am Nachmittag nebst der weiteren Jobsuche und dem Schreiben von Bewerbungen ein bis eineinhalb Stunden spazieren gehe, sich abends ein Nachtessen mache,
Fernseh
schaue, telefoniere oder weiter eine Stelle suche (vgl. Urk. 9/142/33-34). Diese Angaben zum Tagesablauf, welche auf ein relativ aktives Leben schliessen lassen, ermöglichen keine solche Plausibilisierung.
Das Gleiche gilt für weitere Anhaltspunkte
aus dem
D._
-Gutachten
: So ergeben
sich ges
tützt auf
das
in medizinischer Hinsicht
beweiskräftige neurologische
D._
-
Gutachten
Hinweise für
ein
en
fehlende
n
Leidensdruck, da die Beschwerdeführerin
das nach ihrem Empfinden wirksame Zomig lediglich einmal im Monat einnehme, nach den Angaben des
D._
-Neurologen aber
bei einer schweren Migräne kaum auf ein wirksames Medikament, wie es das Medikament Zomig nach dem Emp
finden der Beschwerdeführer war, verzichten würde
,
und weil nie eine medi
ka
mentöse Alternative erprobt wurde
(vgl. Urk. 9/142/
67)
.
Aus dem
D._
-Gut
achten geht ferner hervor, dass es an der
Ausschöpfung der Therapie
mög
lich
keiten einer grundsätzlich gut therapierbaren Krankheit
fehlt, weil keine leitli
niengerechte Migräneprophylaxe eingestellt ist
(vgl. Urk. 9/142/68)
.
Letztlich werden im
D._
-Gutachten
zahlreiche
Auffälligkeiten und Diskrepanzen geschil
dert
(vgl. Urk. 9/142/42)
.
Vor diesem Hintergrund kann die erforderliche Plausi
bilität nicht hergestellt werden. Damit wird eine gesundheitliche Beeinträchtigung der Versi
cherten keineswegs in Abrede gestellt. Indes konnten deren Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit trotz umfangreicher und langwieriger Abklä
rungen nicht hinreichend erstellt werden.
All dies trägt zur Annahme bei
, dass die Arbeitsfähigkeit durch das Kopf
schmerz
leiden im Sinne einer Migräne ohne Aura nicht
als massgeblich beeinträchtigt zu gelten hat
. Aus rechtlicher Sicht ist die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, welche die neurologischen Schonkriterien berücksichtigt (kein Schicht
dienst, da ein regelmässiger Schlaf-Wach-Rhythmus therapeutisch günstig ist; kein Stress und keine Überforderung)
,
daher
vollzeitlich zumutbar.
7
.2.2
Das internistische und das orthopädische
D._
-Teilgutachten sind unbestritten geblieben. Sie sind nachvollziehbar und enthalten keine Diagnosen, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Es ist nicht ersichtlich, weshalb nicht darauf abgestellt werden soll
t
e und dergleichen wird auch nicht geltend gemacht; sie werden den Anforderungen des Bundesgerichts an beweiswerte Arztberichte gerecht (BGE 134
V 231 E. 5.1). Demnach besteht aus internistischer Sicht für jegliche Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (vgl. Urk. 9/142/115).
Aus orthopädischer Sicht besteht
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Präsenz
-Nachtwache, bei der es sich um eine körperlich leichte bis gelegentlich mittel
schwere wechselbelastete Tätigkeit handelte,
und bei jeder Verwei
sungs
tätigkeit mit diesem Belastungsprofil,
ebenfalls keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit (Urk. 9/142/116). Hiervon ist auszugehen.
7
.3
In psychischer Hinsicht diagnostizierte die
D._
-Psychiaterin Dr.
P._
im Wesentlichen eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), welche sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (vgl. Urk. 9/142/104).
Das Bundes
gericht hat mit BGE 142 V 342 zur Beurteilung der Auswirkungen einer PTBS auf die Arbeitsfähigkeit das strukturierten Beweisverfahrens nach BGE
141 V 281 für anwendbar erklärt,
d
iese Rechtsprechung mit BGE 143 V 409 und 418 grund
sätzlich auf
sämtliche psychischen Leiden
ausgeweitet und für diese
die Anwend
barkeit
eines
indikatorengeleit
eten
Beweisverfahrens statuiert
. Ein solches bleibt jedoch aus Gründen der Verhältnismässigkeit dort
entbehrlich,
wo im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfällige gegenteilige Einschätzungen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 418 E. 7.1).
Dies ist vorliegend der Fall,
da
Dr.
P._
nach zweimaliger Untersuchung (vgl. Urk. 9/142/93) in schlüssiger Weise darlegte, weshalb zwar aus rein psychia
tri
scher Sicht
im Wesentlichen
von der Diagnose einer PTBS auszugehen sei (vgl. Urk. 9/142/100-101), der Schweregrad der Symptomatik jedoch als leicht und die Alltagsfunktionalität als hoch einzuschätzen sei, so dass die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
per se
nicht eingeschränkt sei (Urk. 9/142/104).
Dr.
P._
führte zudem aus
, dass zwar das Unfallereignis 2001 nicht katastrophenhaft im Sinne einer Naturkatastrophe, aber sicher als potentiell lebensbedrohlich und damit als aussergewöhnliche Bedrohung anzusehen sei. Ausserdem habe sich im klinischen Alltag gezeigt, dass die Bewertung der Belastung individuell sei und auch nach der gängigen Meinung entsprechend geringer Belastung eine PTBS auftreten könne (vgl. Urk. 9/142/110). Ausserdem steht eine PTBS im Einklang mit den psychiatrischen Feststellungen des Privatgutachters Dr.
G._
vom 25. August 2007 (vgl. Urk. 9/22/32) und des
B._
-Gutachters Dr.
Q._
vom 26. November 2007 (vgl. Urk. 9/30/4).
Die durch Dr.
P._
beschriebene hohe Alltagsfunktionalität ergibt sich sodann auch aus den anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 9/142/33-34).
Sodann bleibt anzufügen
, dass es für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht auf die Diagnosestellung, son
dern auf den Schweregrad der
ärztlich attestierten gesundheitlichen Beein
trächtigung und dementsprechend auf das Mass ihrer Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ankommt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_826/2011 vom 6. Februar 2012 E. 3.2). Es ist daher
letztlich
nicht ausschlaggebend, ob die psychischen Symptome wie im Gutachten des
D._
vom 22. November 2016 im Rahmen der Diagnose einer PTBS oder wie im Gutachten der
Medas
vom 17. April 2014 (Urk. 9/84) im Rahmen einer chronischen Anpassungsstörung (DSM-IV-TR309.9) und unter Verneinung einer PTBS
zu fassen sind
. Denn bezüglich Aus
wirkungen der psychischen Leiden auf die Arbeitsfähigkeit sind sich die psychia
trischen Gutachter des
D._
und der
Medas
einig, nämlich das
s
kein mass
geblicher Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit besteht (vgl. Urk. 9/87/21, Urk. 9/142/104).
7
.
4
Bei
der Beurteilung der neuropsychologischen Gesundheitssituation stehen sich die behandelnde Neuropsychologin
J._
und die neuropsy
cho
logische
D._
-
Gutachterin Dr.
R._
mit ihren Ansichten diametral gegenüber. Während die behandelnde Neuropsychologin eine mittelschwere kognitive Stö
rung feststellte, welche eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit zur Folge habe (vgl. Urk. 9/153), erachtet Dr.
R._
es mangels Mitarbeit der Beschwerdeführerin nicht als möglich
,
eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vorzunehmen (Urk. 9/142/78).
Das neuropsychologische
D._
-Gutachten legt nachvollziehbar dar, weshalb
die Gutachterin
nach zwei Symptomvalidierungstests zum Ergebnis kam, dass deren Ergebnisse unter der Grenze für eine motivierte Mitarbeit lagen.
So zeigte d
e
r Vergleich der Reaktionszeit der Beschwerdeführerin mit jener einer gesunden Kontrollgruppe, einer Gruppe Studenten, die simulierte sowie einer Gruppe von Patienten mit leichter und schwerer traumatischer Hirnverletzung, dass sie mit einer Reaktionszeit von 967
ms
mit einer Standardabweichung von 136
ms
länger zur Reaktion brauchte, als Patienten mit schweren Hirntrauma
ta
, welche eine Reaktionszeit von etwa 435
ms
mit einer Standardabweichung von 209
ms
hatten (vgl. Urk. 9/142/129-130)
. Ausserdem nahm die neuropsychologische
D._
-Gut
achterin Dr.
R._
zur wichtigsten neuropsychologischen
Vorakte
, dem neuro
psychologischen
Medas
-Teilgutachten von Dr.
S._
, Stellung. Dr.
R._
stellte
richtig fest, dass der psychiatrische
Medas
-Gutachter Dr.
T._
hinsichtlich der neuropsychologischen Beobachtungen, wonach eine mittelsch
w
ere kognitive Störung und Störungen der Antriebs- und Selbstregulationsfähigkeiten vorlagen (Urk. 9/87/48), erklärte, dass die neuropsychologische Beurteilung von Dr.
S._
nicht als valide gewertet werden können, weil die festgestellten unauffälligen bis
schwerst
gestörten Befunde aus klinisch-psychiatrischer Sicht
nicht konstatiert werden konnten (vgl. Urk. 9/87/21,
Urk. 9/142/132). Der Umstand, dass Dr.
R._
sich zum Bericht der behandelnden Neuropsychologin vom 10. Mai 2016
(Urk. 9/153)
nicht äusserte, erscheint vor dem Hintergrund, dass darin im Wesentlichen ähnliches berichtet wur
de wie im neuropsychologischen
Medas
-Teilgutachten
(mittelschwere kognitive Störungen; mittel
- bis höher
gradige Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit [vgl. Urk. 9/87/48, Urk. 9/87/50
, Urk. 9/153/3
])
, dessen Feststellungen psychiatrisch nicht validiert werden konnten, und in Anbetracht der Rechtsprechung, dass neuropsychologische Untersuchungs
ergeb
nisse stets im Kontext der übrigen (interdisziplinären) medizinischen Abklärungs
ergebnissen zu würdigen und beweisrechtlich nur insoweit relevant sind, als sie sich in das Gesamterg
e
bnis der medizinischen Sachverhaltsabklärung schlüssig einfügen (Urteil des Bundesgerichts I 816/05 vom 7. Juni 2006 E. 3.2.2 mit weite
ren Hinweisen), nicht entscheidend.
Denn solche kognitiven Einschränkungen konnten bereits klinisch psychiatrisch nicht validiert werden, sie sind darüber hinaus auch im Kontext der übrigen medizinischen Abklärungsergebnisse zu sehen, welche gesundheitlich begründete kognitive Einschränkungen mit
wesent
lichem
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bisher nicht überwiegend wahrscheinlich mach
t
en. Letztlich erklärte der
D._
-Neurologe
zwar, dass neuropsychologische Auffälligkeiten mit der
Ogliodendrogliom
-Operation von 1988 und den davor
liegenden epileptischen Anfällen zusammenhangen könnten. Eine Verschlechte
rung kognitiver Funktionsbereiche
, sei es durch das psychische Befinden, die seit Jahren berichteten schweren Schlafstörungen, oder aber auch die Schmerzen erscheine
n
aus neurologischer Sicht plausibel (vgl. Urk. 9/142/68). Dies ist aber vor dem Hintergrund, dass die
Ogliodendrogliom
-Operation von 1988 bis zum
Unfall von 2001 keine erheblichen Auswirkungen a
uf die Arbeitsfähigkeit zeiti
gte, was daraus erhellt, dass sie von 1993 bis ins Jahr 2000 in einer christlichen Mission tätig war
,
und in Anbetracht der Umstände, dass die Folgen der Hirn
operation gestützt a
uf die Ausführungen von Dr.
H._
vom 8. Oktober 2007 (Urk. 7/22/1-1
5
) zwischenzeitlich als voll ausgeheilt galten
(Urk. 7/22/14)
,
nicht überwiegend wahrscheinlich. Die Darlegungen des
D._
-Neurologen diesbezüg
lich stellen
lediglich eine mögliche, jedoch nicht eine überwiegend wahr
schein
liche
Erklärung
dar
.
Die
Ausführungen der
psychiatrische
n
D._
-Gutachterin, welche im Wesentlichen eine PTBS ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit attestierte,
gibt zu keiner anderen Auffassung Anlass, da sie aufgrund von psychischen Gründen lediglich eine leichte Reduktion der psychischen Belast
barkeit und der Stresstoleranz ohne wesentlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit anerkannte (vgl. Urk. 9/142/100).
8
.
Insgesamt
ist davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
füh
rerin weder durch das Kopfschmerzleiden im Sinne einer Migräne ohne Aura
,
noch durch orthopädische Beschwerden (Fibromyalgie,
Zervikobrachialgie
beid
seits ohne radikuläre Reizung, etc.), noch durch ein psychisches Leiden im Sinne einer PTBS, noch durch neuropsychologische Defizite massgeblich beeinträchtigt ist, und dass ihr die Ausübung einer wechselbelastende
n
, körperlich leicht bis gelegentlich mittelschwere
n
Tätigkeit unter Berücksichtigung der neurologischen Schonkriterien (kein Schichtdienst, da ein regelmässiger Schlaf-Wach-Rhythmus therapeutisch günstig sei; kein Stress und keine Überforderung)
vollzeitlich zumut
bar ist.
9
.
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkommens
vergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grund
sätzlich Vorrang zu. Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozent
vergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hin
reichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüber
stellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massge
ben
den Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs. 2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (Urteil des Bundesgerichts 8C_333/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
Da davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin unter vorerwähnte
m
Belastungsprofil vollzeitlich
arbeiten kann
, dass sie nie viel verdiente
(vgl.
Urk.
9/10
,
Urk. 9/12, Urk. 9/40/2) und daher in Anbetracht einer möglichen Hilfsarbeit unter genanntem Belastungsprofil nicht mit einer Einkommens
ein
busse zu rechnen ist
, und dass sich selbst bei Anerkennung eines maximal zu
lässigen Leidensabzugs von 25 % kein rentenleistungsgewährende
r
Invaliditäts
grad von 40 %
(vgl.
Art.
28
Abs.
2 IVG)
ergeben würde,
hat es mit der Fest
stellung sein Bewenden, dass die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung mehr hat. Dies auch unter Annahme, dass sie als
Privatière
zu fassen wäre, entsprechen doch die von der Beschwerdeführerin angestrebten (gemeinnützigen) Tätigkeiten dem zumutbaren Profil.
10
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.
--
bis
Fr.
1
’
000.
--
festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 800.
--
anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.