Decision ID: b84f7351-e6be-4507-8320-48bec24b010b
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Verwaltungsorgan den Sachverhalt und erhebt die Beweise von Amtes wegen durch
Befragen von Beteiligten, Auskunftspersonen und Zeugen, durch Beizug von
Urkunden, Amtsberichten und Sachverständigen, durch Augenschein sowie auf andere
geeignete Weise. Mit welchen Beweismitteln der Sachverhalt festzustellen ist, liegt im
Ermessen der Behörde, sofern nicht Beweismittel seitens der Beteiligten bezeichnet
werden, auf deren Erhebung sie einen Anspruch haben. Dabei ist der Grundsatz der
Verhältnismässigkeit zu beachten, so dass das mildeste Mittel zu wählen ist, das zur
Erreichung des angestrebten Zwecks erforderlich ist (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 594).
Art. 39 TSchG verleiht den mit dem Vollzug dieses Gesetzes beauftragten Behörden ein
unbeschränktes Zutrittsrecht zu allen Räumen, Einrichtungen, Fahrzeugen,
Gegenständen und Tieren, wobei ihnen die Eigenschaft der Organe der gerichtlichen
Polizei zukommt. Sodann ist den Aufsichts- und Vollzugsorganen gemäss Art. 16 der
Vollzugsverordnung zur Bundesgesetzgebung über den Tierschutz (sGS 645.1) auf
Verlangen Auskunft zu erteilen, Zutritt zu den Tierhaltungs-, Tiertransport- und
Tierversuchseinrichtungen zu gewähren, Einsicht in die nach der Bundesgesetzgebung
über den Tierschutz zu führenden Unterlagen zu gewähren und das Untersuchen von
Tieren zu gestatten.
4.2. Im Gegensatz zur Auffassung der Beschwerdeführerin sind Film- und
Tonaufnahmen im Zusammenhang mit der Frage, ob Tieren der Rindergattung, die in
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Anbindehaltung leben, entsprechend den tierschutzrechtlichen Vorgaben genügend
Auslauf gewährt wird, geeignete Beweismittel und es kommt ihnen ein erheblicher
Beweiswert zu. Während mit Fotos lediglich ein bestimmter Moment festgehalten
werden kann, ist das in bewegten Bildern und mit Geräuschen dokumentierte Verhalten
von Tieren beim "Auslassen" geeignet, Aufschluss darüber geben, ob sie regelmässig
ins Freie können bzw. ob ihnen der Ablauf dieses Vorgangs vertraut ist und ob sie die
Bereiche kennen, die ihnen ausserhalb des Stalls jeweils zur Verfügung gestellt werden.
Dabei ist ohne Belang, ob die Film- und Tonaufnahmen nur das Verhalten der Tiere
beim "Auslassen" wiedergeben, oder ob auch die Personen zu sehen und zu hören
sind, die das Vieh betreuen.
4.3. Zu prüfen ist weiter, ob die Film- und Tonaufnahmen als Beweismittel nicht hätten
verwertet werden dürfen, weil sie ohne Wissen der Beschwerdeführerin und ihres
Ehemanns erstellt worden sind.
Bei den Film- und Tonaufnahmen, mit denen die Kontrolleure das von ihnen
angeordnete "Auslassen" der Kühe der Beschwerdeführerin am 17. März 2010
festgehalten haben, handelt es sich nicht um widerrechtlich beigebrachte Beweismittel.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist zudem selbst die Verwertung
widerrechtlich beigebrachter Beweismittel, d.h. von Beweismitteln die nicht
rechtmässig beschafft werden können (vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar
zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, N. 9 zu
Art. 19 VRPG), die aber an sich nicht verboten sind, verfassungsrechtlich nicht in jedem
Fall ausgeschlossen, sondern lediglich dem Grundsatz nach (vgl. BGE 131 I 272 f.).
Das Dokumentationsmaterial ist im vorliegenden Fall aber rechtmässig beschafft
worden, auch wenn es die Vertreter des Veterinärdienstes offenbar unterlassen haben,
die Beschwerdeführerin und ihren Ehemann darüber zu informieren, dass sie den
Vorgang auf diese Weise festhalten. Die Beschwerdeführerin musste ohne weiteres
damit rechnen, dass die Kontrolleure ihre Feststellungen mit geeigneten Beweismitteln,
wozu Film- und Tonaufnahmen, wie ausgeführt, gehören, für Dritte nachvollziehbar
machen.
4.4. Es ergibt sich somit, dass die Film- und Tonaufnahmen, die anlässlich der
Kontrolle vom 17. März 2010 erstellt worden sind, als Beweismittel geeignet sind und
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verwertet werden durften. Daran ändert auch nichts, dass der Kantonstierarzt die
Beschwerdeführerin unverständlicherweise offenbar erst kurz vor Erlass der Verfügung
am 11. Mai 2010 darüber ins Bild gesetzt hat, dass Film- und Tonaufnahmen bestehen
und dass ihre Tochter erst am 25. Mai 2010 Einsicht in die Akten genommen hat, zu
einem Zeitpunkt, als der Rekurs bereits anhängig gemacht worden war. Die Verletzung
des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin ist im Rahmen des Rekursverfahrens
geheilt worden.
5. Zu prüfen ist weiter, ob es recht- und verhältnismässig ist, die Beschwerdeführerin
zu verpflichten, die angebunden gehaltenen Tiere der Rindergattung während der
Winterfütterungsperiode regelmässig (= 2 Mal pro Kalenderwoche) ins Freie zu lassen.
5.1. Zweck des TSchG ist es, die Würde und das Wohlergehen des Tieres zu schützen
(Art. 1 TSchG). Nach Art. 3 Abs. 1 der Tierschutzverordnung (SR 455.1, abgekürzt
TSchV) sind Tiere so zu halten, dass ihre Körperfunktionen und ihr Verhalten nicht
gestört werden und ihre Anpassungsfähigkeit nicht überfordert wird. Rinder, die
angebunden gehalten werden, müssen gemäss Art. 40 Abs. 1 TSchV regelmässig,
mindestens jedoch an 60 Tagen während der Vegetationsperiode und an 30 Tagen
während der Winterfütterungsperiode, Auslauf erhalten. Sie dürfen höchstens zwei
Wochen ohne Auslauf bleiben. Der Auslauf ist in einem Auslaufjournal einzutragen.
5.2. Nach Art. 59 Abs. 1 der Direktzahlungsverordnung (SR 910.13, abgekürzt DZV)
gewährt der Bund Beiträge u.a. an Bewirtschafter und Bewirtschafterinnen, die
Nutztiere regelmässig ins Freie lassen. Regelmässiger Auslauf im Freien (RAUS)
bedeutet, dass den Rauhfutter verzehrenden Nutztieren während der
Vegetationsperiode an mindestens 26 Tagen pro Monat Auslauf auf einer Weide
gewährt wird und sie während der Winterfütterungsperiode an mindestens 13 Tagen
pro Monat ins Freie gelassen werden (Art. 61 Abs. 1 lit. a DZV). Die Auslauf-
Standardvariante bezüglich Auslauftagen und Dokumentation ist in Anhang 4 zur
Verordnung des EVD über Ethoprogramme (SR 910.132.4) geregelt. Danach ist Tieren
der Rindergattung vom 1. November bis zum 30. April mindestens an 13 Tagen pro
Monat Auslauf zu gewähren. Für Tiere, denen während einer gewissen Zeitspanne
dauernd Auslauf gewährt wird, muss nur am ersten und am letzten Tag dieser
Zeitspanne eine entsprechende Eintragung im Auslaufjournal gemacht werden.
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5.3. Es ergibt sich somit, dass die Beschwerdeführerin ihren angebunden gehaltenen
Tieren der Rindergattung gestützt auf den angefochtenen Entscheid während der
Winterfütterungsperiode weniger oft Auslauf ins Freie gewähren muss (2 Mal je
Kalenderwoche), als dies gemäss RAUS-Programm, an dem sie unbestrittenermassen
teilnimmt, erforderlich ist (13 Tage pro Monat), aber mehr als Art. 40 Abs. 1 TSchV
vorsieht (30 Tage während der Winterfütterungsperiode). Die Vorinstanz und der
Veterinärdienst gehen demzufolge davon aus, dass die Beschwerdeführerin die
Vorgaben des RAUS-Programms, für dessen Überwachung das AfGVS nicht zuständig
ist, nicht einhält bzw. dass es aus tierschutzrechtlichen Gründen notwendig ist, ihr
bezüglich des Auslaufs ihrer angebunden gehaltenen Tiere der Rindergattung für die
Winterfütterungsperiode Vorgaben zu machen, die zwar weniger streng sind als
diejenigen das RAUS-Programms, aber strenger als diejenigen, die Art.40 Abs. 1
TSchV statuiert. In diesem Zusammenhang fällt in Betracht, dass aus
tierschutzrechtlichen Gründen bezüglich des Auslaufs von angebunden gehaltenen
Tieren der Rindergattung grundsätzlich keine höheren Anforderungen gestellt werden
dürfen als sie Art. 40 Abs. 1 TSchV vorsieht, auch wenn es sich dabei um
Mindestanforderungen handelt und es wünschenswert ist, dass den Tieren mehr
Auslauf gewährt wird. Die Tierhalterin bzw. der Tierhalter hält die tierschutzrechtlichen
Vorgaben demzufolge grundsätzlich ein, wenn sie bzw. er den angebunden gehaltenen
Rindern während der Winterfütterungsperiode regelmässig, mindestens an 30 Tagen,
d.h. in regelmässigen Abständen mindestens 5 Mal je Monat, Auslauf gewährt. Dies gilt
unabhängig davon, ob die Tierhalterin oder der Tierhalter am RAUS-Programm
teilnimmt und ob die höheren Anforderungen, die nach diesem Programm bezüglich
Auslauf gestellt werden, tatsächlich erfüllt werden. An dieser Beurteilung ändert nichts,
dass es aus Sicht des Bundesamtes für Veterinär-wesen (BVET) vorteilhaft und zu
empfehlen ist, den Tieren min-destens zwei Mal pro Woche Auslauf zu gewähren, weil
ein häufiger(er) und regelmässiger(er) Auslauf als derjenige, zu dem die Tierhalterinnen
und Tierhalter gemäss Art. 40 Abs. 1 TSchV verpflichtet sind, die Rinder gesund und
leistungsfähig erhält, ihr Zustand im Auslauf besonders gut beurteilt werden kann und
die Gewöhnung der Tiere an den Auslauf das Freilassen und Anbinden wesentlich
erleichtert (vgl. Fachinformation Tierschutz Nr. 6.9 vom 15. Juli 2009 "Auslauf für
angebunden gehaltene Rinder", in: www.bvet.admin.ch).
http://www.bvet.admin.ch
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5.4. Wer Vorschriften über die Tierhaltung, somit auch die Vorgaben von Art. 40 Abs. 1
TSchV missachtet, wird nach den Vorgaben von Art. 28 TSchG, gegebenenfalls nach
denjenigen von Art. 26 TSchG mit Gefängnis, Haft oder Busse bestraft. Art. 24 Abs. 1
TSchG verpflichtet die zuständige Behörde zudem, unverzüglich einzuschreiten, wenn
festgestellt wird, dass Tiere vernachlässigt oder unter völlig ungeeigneten Bedingungen
gehalten werden. Sie kann die Tiere vorsorglich beschlagnahmen und auf Kosten der
Halterin oder des Halters an einem geeigneten Ort unterbringen; wenn nötig lässt sie
die Tiere verkaufen oder töten. Sie kann dafür die Hilfe der Polizeiorgane in Anspruch
nehmen. Werden strafbare vorsätzliche Verstösse gegen die Vorschriften dieses
Gesetzes festgestellt, so erstatten die für den Vollzug von Tierschutzvorschriften
zuständigen Behörden gemäss Art. 24 Abs. 3 TSchG Strafanzeige. Es kann somit im
Einzelfall zum Wohl von Tieren, die unter schlechten Bedingungen gehalten werden,
aus tierschutzrechtlichen Gründen gerechtfertigt sein, die Tierhalterin bzw. den
Tierhalter zu verpflichten, häufiger Auslauf zu gewähren als in Art. 40 Abs. 1 TSchV
vorgesehen. Dies setzt indessen voraus, dass behördliches Einschreiten erforderlich
ist, weil die Tiere grundsätzlich unter schlechten Bedingungen ge-halten werden, und
dass die Anordnung der Massnahme geeignet ist, die Haltungsbedingungen zu
verbessern.
5.5. Im vorliegenden Fall ist das AfGVS, Veterinärdienst, eingeschritten und hat die
Beschwerdeführerin am 11. Mai 2010 verpflichtet, die angebunden gehaltenen Tiere
der Rindergattung während der Winterfütterungsperiode regelmässig (d.h. 2 Mal pro
Kalenderwoche) ins Freie zu lassen. Die Anordnung wurde damit begründet, anlässlich
der Kontrolle vom 17. März 2010 sei festgestellt worden, dass der Winterauslauf den
Rindern, nicht aber den Kühen, trotz Teilnahme am RAUS-Programm ungenügend
gewährt werde, dass eine Schwarz- und eine Rotfleckkuh massive
Gliedmassenprobleme gehabt hätten und sich schlecht hätten fortbewegen können,
dass die übrigen Aspekte der Tierhaltung (inkl. Hund) aber in Ordnung gewesen seien.
Weil sich die Beschwerdeführerin geweigert habe, die Ursache des "Hinkens" der
beiden Kühe tierärztlich abklären zu lassen, sei die Amtstierärztin mit der Untersuchung
betraut worden, die am 5. Mai 2010 stattgefunden habe. Beim Betreten des Stalls
seien die Tiere ruhig und aufmerksam gewesen. Der Nährzustand sei bei allen Kühen
ohne besonderen Befund gewesen. Mit Ausnahme von zwei Kühen hätten alle Kühe
eine normale Körperhaltung gezeigt und beim "Auslassen" auf die Weide keine
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Gangprobleme gehabt. Die Untersuchungen der Kühe mit Gliedmassenproblemen
habe ergeben, dass sie kürzlich einer Klauenpflege unterzogen worden seien. Da sie
aber deutlich lahm seien, habe der Klauenpfleger die Ursache der Lahmheit
offensichtlich nicht beheben können. Allgemein gelte, dass Klauenveränderungen, die
im Lederhautbereich oder tiefer liegen würden, nicht vom Klauenpfleger, sondern vom
Tierarzt behandelt werden sollten.
5.6. Die Vorinstanz ist davon ausgegangen, dass die angebunden gehaltenen Kühe der
Beschwerdeführerin vor dem 17. März 2010, als die erste Kontrolle stattfand, wenig
Auslauf hatten. Unbestritten geblieben ist die Feststellung in der Verfügung des AfGVS
vom 11. Mai 2010, wonach anlässlich dieser Kontrolle vor dem Jungviehstall zahlreiche
Trittsiegel vorhanden waren, während vor dem Kuhstall kaum Spuren einer freien
Bewegung ersichtlich waren. Sodann zeigen die Filmaufnahmen, dass sich die Kühe
bei der angeordneten "Freilassung" äussert nervös und hektisch verhalten haben. So
sprangen einige der Tiere mit erhobenem Schwanz herum und versuchten, in den Stall
zurückzukehren. Auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Vorgang in
angespannter Atmosphäre stattfand und dass die Beschwerdeführerin geltend macht,
die Kühe hätten die letzten vier Tage ausschliesslich im "mollig warmen" Stall
verbracht, durfte die Vorinstanz das Verhalten der Kühe als Indiz dafür werten, dass sie
nicht regelmässig ins Freie kommen, zumal Praxiserfahrungen gemäss BVET zeigen,
dass die Gewöhnung der Tiere an den Auslauf zur Folge hat, dass weniger Stress
herrscht und die Unfallgefahr für Mensch und Tier minimiert wird (vgl. Fachinformation
Tierschutz Nr. 6.9 vom 15. Juli 2009 "Auslauf für angebunden gehaltene Rinder", in:
www. bvet.admin.ch). Das Filmmaterial macht zudem deutlich, dass sich zwei Kühe nur
schlecht fortbewegen konnten. Es wird aber weder von der Vorinstanz noch vom
AfGVS geltend gemacht, die Verhältnisse, wie sie am 17. März 2010 vor Ort geherrscht
hätten, würden darauf schliessen lassen, dass die Beschwerdeführerin ihren Kühen
weniger Auslauf gewähre, als nach Art. 40 Abs. 1 TSchV vorgeschrieben bzw. dass sie
die diesbezüglichen Minimalanforderungen nicht einhalte. Der Beschwerdeführerin wird
insbesondere nicht vorgeworfen, die Eintragungen im Auslaufjournal würden nicht den
Tatsachen entsprechen. Sodann werden keine Ausführungen dazu gemacht, ob die
Gliedmassenprobleme, unter denen zwei Tiere litten, auf mangelnden Auslauf
zurückzuführen sein könnten. Auch wenn das Fehlen von Trittsiegeln und das Verhalten
der Kühe darauf schliessen lassen, dass die Tiere am 17. März 2010 mit dem Gang aus
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dem Stall ins Freie nicht eigentlich vertraut waren, ist somit offen, ob davon
ausgegangen werden muss, dass die Beschwerdeführerin die Vorgaben von Art. 40
Abs. 1 TSchV missachtet hat. Hinzu kommt, dass sich weder die Vorinstanz noch das
AfGVS darauf berufen, die Verpflichtung, einen weitergehenden Auslauf als denjenigen
nach Art. 40 Abs. 1 TSchV gewähren zu müssen, sei zum Wohl der Kühe erforderlich,
weil die Haltebedingungen, unter denen sie leben, grundsätzlich schlecht seien und
dadurch verbessert werden müssten. Aus der Verfügung des AfGVS vom 11. Mai 2010
ergibt sich, dass die Tierhaltung der Beschwerdeführerin in Ordnung war, abgesehen
davon, dass bemängelt wurde, dass den Kühen zu wenig Auslauf gewährt werde und
dass zwei Kühe massive Gliedmassenprobleme hätten. Auch die Verhältnisse, wie sie
am 5. Mai 2010 angetroffen worden sind, lassen nicht darauf schliessen, die Kühe der
Beschwerdeführerin würden grundsätzlich unter schlechten Haltebedingungen leiden.
Es zeigte sich indessen, dass sie es unterlassen hatte, tierärztlich abklären zu lassen,
warum zwei ihrer Kühe am 17. März 2010 lahmten und sich nur schlecht fortbewegen
konnten, und die Tiere anschliessend behandeln zu lassen. Die Beschwerdeführerin
bestreitet nicht, dass einzelne Kühe "ab und zu hinken", behauptet aber, es sei eine
Unterstellung, anzunehmen, sie hätte dies nicht bemerkt und nichts dagegen
unternommen. Die am 17. März 2010 erstellten Filmaufnahmen zeigen indessen
zweifelsfrei, dass zwei Tiere unter erheblichen Gliedmassenproblemen litten und die
Amtstierärztin hat am 5. Mai 2010 festgestellt, dass dies immer noch der Fall war. Zum
Wohl der Kühe hätte deshalb gestützt auf Art. 24 Abs. 1 TSchG gegebenenfalls eine
tierärztliche Behandlung der Tiere auf Kosten der Beschwerdeführerin angeordnet
werden müssen. Die Verpflichtung, den Tieren häufiger Auslauf zu gewähren, als nach
Art. 40 Abs. 1 TSchV vorgesehen, vermag die gesundheitlichen Probleme der beiden
Kühe aber nicht zu beheben.
6. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde gutzuheissen ist, soweit darauf
eingetreten werden kann, zumal die tierärztliche Untersuchung und Behandlung der
beiden stark hinkenden Kühe nicht angeordnet worden und somit nicht Gegenstand
des Verfahrens ist. Der Entscheid der Vorinstanz vom 12. November 2010 und die
Verfügung des AfGVS vom 11. Mai 2010 werden aufgehoben.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens obsiegt die Beschwerdeführerin zu drei Vierteln.
Entsprechend sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens der
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Beschwerdeführerin zu einem Viertel und dem Staat zu drei Vierteln aufzuerlegen (Art.
95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 7, Ziff. 222
der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der auf die Beschwerdeführerin
entfallende Kostenanteil von Fr. 500.-- wird mit dem Kostenvorschuss von Fr. 2'000.--
verrechnet. Der Rest von Fr. 1'500.-- wird ihr zurückerstattet. Auf die Erhebung des
Kostenanteils des Staates von Fr. 1'500.-- wird verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Was die Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 800.-- anbetrifft, hat die
Beschwerdeführerin ebenfalls einen Viertel bzw. Fr. 200.-- zu bezahlen. Dem Staat
werden drei Viertel bzw. Fr. 600.-- auferlegt, wobei auf die Erhebung der Kosten
verzichtet wird.
Der Staat hat die Beschwerdeführerin für ihre Umtriebe mit Fr. 300.-- zu entschädigen
(Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht

Considerations: