Decision ID: 83ddd3ff-157d-58b4-aef0-8d260a22ea95
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer
Ethnie – stellte am 22. Dezember 2007 bei der schweizerischen Botschaft
in Sri Lanka ein erstes Asylgesuch aus dem Ausland. Dabei machte er im
Wesentlichen geltend, er sei im Jahr 2007 von der Marine während etwa
einer Woche festgehalten, geschlagen, nach seiner Zugehörigkeit zu den
Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) befragt und anschliessend vom
Gericht offiziell entlassen worden.
B.
Die Vorinstanz lehnte sein Asylgesuch mit Verfügung vom 12. Dezember
2013 ab und verweigerte ihm die Einreise in die Schweiz. Dabei hielt es
zur Begründung im Wesentlichen fest, die Massnahmen der sri-lankischen
Behörden stünden im Zusammenhang mit der allgemeinen Bekämpfung
des Terrorismus der LTTE und aufgrund mangelnder Intensität komme
ihnen kein Verfolgungscharakter zu.
C.
Am 10. Mai 2016 ersuchte der Beschwerdeführer in der Schweiz erneut
um Asyl. Zur Begründung seines Asylgesuchs wiederholte er im Wesentli-
chen seine bisherigen Asylvorbringen. Ergänzend gab er an, Armeeange-
hörige hätten sich einige Male bei seiner Familie daheim nach ihm erkun-
digt. Seit seiner Ausreise werde seine Frau alle fünf bis sechs Monate von
Zivilpersonen aufgesucht und nach seinem Verbleib befragt.
D.
Mit Verfügung vom 17. Dezember 2018 wies das SEM das Asylgesuch des
Beschwerdeführers ab und ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz
sowie den Vollzug an.
E.
Eine dagegen beim Bundesverwaltungsgericht erhobene Beschwerde
wies dieses mit Urteil D-469/2019 vom 12. März 2019 im einzelrichterlichen
Verfahren mit Zustimmung als offensichtlich unbegründet ab. Dabei führte
es zur Begründung im Wesentlichen aus, eine allfällige Haft im Jahr 2007
vermöge keine Asylrelevanz mehr zu entfalten, da der Beschwerdeführer
offiziell gerichtlich entlassen worden sei und die seither geltend gemachten
Schwierigkeiten nicht hinreichend habe substantiieren können. Im Kontext
von Sri Lanka sei angesichts der geringen Frequenz der geltend gemach-
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ten Besuche und seiner Möglichkeit, sich an einem anderen Ort aufzuhal-
ten, auch nicht von einem gesteigerten Interesse der Behörden an seiner
Person auszugehen. Seine pauschale, nicht näher substantiierte Behaup-
tung, seit seiner Ausreise werde seine Ehefrau alle fünf bis sechs Monate
von Personen in Zivil aufgesucht und nach seinem Verbleib befragt, lasse
nicht darauf schliessen, er müsse aus objektiver Sicht bis heute eine asyl-
relevante Verfolgung befürchten. Der Beschwerdeführer weise auch kein
Profil auf, das die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Sicherheitsbehörden
bei einer Rückkehr auf sich ziehen könnte, zumal er im Jahr 2007 von ei-
nem Gericht offiziell entlassen worden sei und seither keine wesentlichen
Behelligungen darzulegen vermocht habe.
F.
Mit Eingabe vom 4. Juni 2019 reichte der Beschwerdeführer beim SEM ein
Gesuch ein, welches dieses sowohl als Mehrfachgesuch als auch als qua-
lifiziertes Wiedererwägungsgesuch entgegennahm, soweit es darauf ein-
trat.
Zur Begründung seines Gesuches machte er im Wesentlichen geltend,
seine Frau sei im letzten Jahr mehrmals durch unbekannte Personen in
Zivil, vermutlich Armeeangehörige oder Agenten des Criminal Investigation
Department (CID), aufgesucht, nach seinem Aufenthaltsort befragt und be-
droht worden. Nachdem sie im Januar 2019 erneut einen Besuch dieser
Art erhalten habe, habe sie eine Anzeige bei der Human Rights Commis-
sion of Sri Lanka (HRC) gemacht. Vor einer Woche sei er erneut bei seiner
Frau gesucht worden und diese werde erneut eine Anzeige machen. Die
Suche nach ihm stehe wahrscheinlich damit in Zusammenhang, dass in Sri
Lanka zurzeit Entführungs- und Tötungsfälle durch die Marine aufgearbei-
tet würden und jemand verhindern wolle, dass er als Zeuge aussage. Es
wäre aber auch möglich, dass er immer noch aufgrund seiner LTTE-Tätig-
keit gesucht werde. Zudem habe er sich in der Schweiz an regierungskriti-
schen Protesten beteiligt, wie etwa am 1. Mai oder am Heldengedenktag.
Zuletzt wies er darauf hin, dass er sich in der Schweiz in psychiatrischer
Behandlung befinde und eine starke posttraumatische Belastungsstörung
(PTBS) diagnostiziert worden sei.
Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er die Anzeige seiner Frau vom
April 2019, ein Bestätigungsschreiben eines Parlamentsabgeordneten vom
Februar 2019, undatierte Fotografien seiner Protestteilnahmen und ein
Arztzeugnis vom April 2019 zu den Akten.
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G.
Mit Verfügung vom 19. Juni 2019 – eröffnet am 22. Juni 2019 – stellte das
SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht
und lehnte das Mehrfachgesuch sowie das qualifizierte Wiedererwägungs-
gesuch ab, soweit es darauf eintrat. Sodann trat es auf das Revisionsge-
such nicht ein und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren
Vollzug an.
H.
Mit Eingabe vom 19. Juli 2019 (Poststempel) erhob der Beschwerdeführer
– handelnd durch seinen Rechtsvertreter – gegen diese Verfügung beim
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und
die Asylgewährung, eventualiter die Feststellung der Unzulässigkeit bezie-
hungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs und die Erteilung
einer vorläufigen Aufnahme sowie subeventualiter die Rückweisung der
Sache an die Vorinstanz für weitere Abklärungen (inklusive Frist zur Einrei-
chung originalbeglaubigter und übersetzter Belege) beziehungsweise die
Fristgewährung für weitere medizinische Abklärungen. In formeller Hinsicht
ersuchte er um Gewährung der aufschiebenden Wirkung.
I.
Mit Zwischenverfügung vom 25. Juli 2019 stellte die damals zuständige
Instruktionsrichterin fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des
Verfahrens in der Schweiz abwarten und trat auf den Antrag um Gewäh-
rung der aufschiebenden Wirkung nicht ein. Sie forderte den Beschwerde-
führer zur Zahlung eines Kostenvorschusses von Fr. 750.– auf.
J.
Der einverlangte Kostenvorschuss wurde am 7. August 2019 fristgerecht
geleistet.
K.
Das vorliegende Verfahren wurde im Januar 2021 aus organisatorischen
Gründen auf die vorsitzende Richterin und im Oktober 2021 auf die im
Rubrum genannte Gerichtsschreiberin übertragen.
L.
In ihrer Vernehmlassung vom 10. November 2021 hielt die Vorinstanz voll-
umfänglich an ihren Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der
Beschwerde.
D-3699/2019
Seite 5
M.
Mit Replik vom 26. November 2021 nahm der Beschwerdeführer zur Ver-
nehmlassung des SEM Stellung und stellte rückwirkend einen Antrag um
unentgeltliche Rechtspflege.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Gemäss Lehre und Praxis können Wieder-
erwägungsentscheide und Mehrfachgesuche grundsätzlich wie die ur-
sprüngliche Verfügung auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezo-
gen werden. Das Bundesverwaltungsgericht ist ausserdem für die Revision
seiner Urteile (vgl. BVGE 2007/21 E. 2.1) und somit auch für die Beurtei-
lung der vorliegenden Eingabe zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet
des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG
[SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
In der Beschwerde wird beantragt, es sei dem Beschwerdeführer die Mög-
lichkeit zu geben, von Fachärzten eine Diagnose stellen und eine mögliche
Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Falle eines Wegwei-
sungsvollzuges beurteilen zu lassen, da in der kurzen Beschwerdefrist eine
entsprechende spezialmedizinische Abklärung nicht möglich gewesen sei.
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Weiter wird in der Beschwerde die Rückweisung der Sache an die Vor-
instanz zwecks Abklärung der Asyleigenschaft beziehungsweise von Voll-
zugshindernissen beantragt. Dabei sei dem Beschwerdeführer Gelegen-
heit zu geben, Originaldokumente mit Sicherheitsmerkmalen beizubringen.
In diesem Zusammenhang gilt es den Beschwerdeführer an seine Mitwir-
kungspflicht im Sinne von Art. 8 AsylG zu erinnern. Seit der Beschwerde-
einreichung sind mehr als zwei Jahre vergangen. In diesem Zeitraum hätte
er entsprechende Dokumente zu den Akten reichen können (vgl. Art. 32
VwVG). Mit seiner Replik hat er nun auch zwei ärztliche Berichte einge-
reicht. Der Antrag auf Rückweisung an die Vorinstanz wurde inhaltlich nicht
weiter begründet. Das Gericht geht insgesamt von einem genügend erstell-
ten Sachverhalt aus und die gestellten Anträge sind nach dem Gesagten
abzuweisen.
4.
Das Mehrfach- beziehungsweise Wiedererwägungsverfahren ist im Asyl-
recht spezialgesetzlich geregelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG).
Ein Wiedererwägungsgesuch ist dem SEM innert 30 Tagen nach Ent
deckung des Wiedererwägungsgrundes schriftlich und begründet einzu-
reichen (Art. 111b Abs. 1 AsylG). In seiner praktisch relevantesten Form
bezweckt das Wiedererwägungsgesuch die Änderung einer ursprünglich
fehlerfreien Verfügung an eine nachträglich eingetretene erhebliche Verän-
derung der Sachlage (vgl. BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Falls die abzu-
ändernde Verfügung unangefochten blieb – oder ein eingeleitetes Be-
schwerdeverfahren mit einem blossen Prozessentscheid abgeschlossen
wurde – können auch Revisionsgründe einen Anspruch auf Wiedererwä-
gung begründen (zum sogenannten "qualifizierten Wiedererwägungsge-
such" vgl. BVGE 2013/22 E. 5.4 m.w.H.). Darüber hinaus sind Revisions-
gründe, welche sich auf Beweismittel abstützen, die erst nach Abschluss
eines Beschwerdeverfahrens entstanden sind, stets unter dem Titel der
Wiedererwägung bei der Vorinstanz einzubringen, da solche neu entstan-
denen Beweismittel keine Grundlage für ein Revisionsverfahren vor dem
Bundesverwaltungsgericht darstellen können (vgl. Art. 45 VGG i.V.m.
Art. 123 Abs. 2 Bst. a [letzter Satz] BGG; BVGE 2013/22 E. 12.3). Analog
zur Revision wird dabei vorausgesetzt, dass die entsprechenden Beweis-
mittel auch bei zumutbarer Sorgfalt nicht im Rahmen des ordentlichen Ver-
fahrens hätten eingereicht werden können. Die Erheblichkeit ist zu beja-
hen, wenn die neu angerufenen Tatsachen und Beweismittel geeignet sind,
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die beurteilten Asylvorbringen in einem anderen Licht erscheinen zu las-
sen.
Das Mehrfachgesuch bezieht sich demgegenüber auf eine nachträgliche
Veränderung der Sachlage, die für die Feststellung der Flüchtlingseigen-
schaft Relevanz entfaltet (vgl. Art. 111c AsylG).
5.
5.1 Zur Begründung seiner Verfügung führte das SEM im Wesentlichen
aus, in Bezug auf die exilpolitischen Aktivitäten des Beschwerdeführers sei
festzuhalten, dass einzig aufgrund der Teilnahme an einzelnen Veranstal-
tungen noch auf keine besonders exponierte Stellung innerhalb der exilpo-
litischen Opposition geschlossen werden könne. Da er die einzelnen Tätig-
keiten nicht genau darlege, könne sein Engagement nicht qualitativ beur-
teilt werden. Eine wesentliche Verschärfung seines Profils ergebe sich
auch nicht aus den eingereichten Fotografien. Es sei davon auszugehen,
dass die sri-lankischen Behörden seine marginale exilpolitische Tätigkeit –
sollten sie davon überhaupt Kenntnis erlangen – nicht als ernsthafte Be-
drohung erachten würden. lnsofern er sich auf exilpolitische Tätigkeiten be-
rufe, die er vor dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 12. März
2019 vorgenommen haben wolle, seien diese vom Bundesverwaltungsge-
richt nach den revisionsrechtlichen Regeln zu behandeln. Im Zusammen-
hang mit der Geltendmachung einer Gefährdungslage in Sri Lanka auf-
grund der neuen Suche nach ihm Ende Mai 2019 wegen seiner Vorge-
schichte seien an der Authentizität der eingereichten Anzeige vom April
2019 Zweifel anzubringen. So handle es sich lediglich um eine kopierte
Vorlage, die einige von Hand ausgefüllte Zeilen enthalte. Damit enthalte
das Beweismittel keine Sicherheitsmerkmale, weswegen sein Beweiswert
als äusserst gering eingestuft werden müsse. Ohnehin vermöge eine sol-
che Anzeige bloss zu belegen, dass eine Anzeige aufgegeben worden sei,
nicht aber, dass sich der behauptete Sachverhalt tatsächlich zugetragen
habe. Seinem Mehrfachgesuch bezüglich der Suche nach ihm seien ledig-
lich pauschale, nicht näher substantiierte, vage und oberflächliche Behaup-
tungen zu entnehmen. Sowohl das Vorbringen der Hausbesuche bei seiner
Frau im letzten Jahr wie auch das Schreiben des Parlamentariers vom Feb-
ruar 2019 seien eine Tatsache beziehungsweise ein Beweismittel, welche
vor Erlass des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 12. März 2019
entstanden und somit revisionsrechtlich zu beurteilen seien.
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5.2 Der Beschwerdeführer hielt den Erwägungen des SEM entgegen, bei
einer Rückkehr nach Sri Lanka drohten ihm Verhaftung, Verhöre, Entfüh-
rung und Folter. Diese Ansicht werde durch die mit der Beschwerde einge-
reichten drei Schreiben vom Juli 2019 bestätigt, die aus verschiedenen Op-
tiken Auskunft über die Ausgangslage und die drohende Verfolgung geben
würden. Bei den Schreibenden handle es sich um seinen seinerzeitigen
Anwalt und Sektionsvorsitzenden des Roten Kreuzes, einen LTTE-kriti-
schen tamilischen Flüchtling in der Schweiz und ein weiteres Parlaments-
mitglied. Diese Schreiben dürften nicht ohne stichhaltige Begründung als
Gefälligkeitsschreiben qualifiziert werden und würden sich mit einer
Schnellrecherche der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) decken. Be-
reits die erfolgte Anzeige seiner Ehefrau gegen die sri-lankische Armee
vom April 2019 begründe für sich alleine betrachtet eine konkrete, ernst-
hafte und aktuelle Verfolgungsgefahr. Würden zudem die weiteren Risiko-
faktoren (LTTE-Verbindung, Rückkehr nach erfolglosem Asylgesuch in der
Schweiz, Exilpolitik) betrachtet, ergebe sich eine konkrete Gefährdung bei
einer Rückkehr nach Sri Lanka. Zwischenzeitlich habe die HRC die Armee
am (...) Mai 2019 zu einer Stellungnahme aufgefordert, die mit Antwort-
schreiben vom (...) Juni 2019 sämtliche Vorwürfe bestritten habe. In ihrem
erneuten Schreiben vom (...) Juli 2019 an die HRC mache seine Ehefrau
geltend, dass sich die Situation seit dem Schreiben der HRC an die Armee
noch verschlimmert habe. Es müsse davon ausgegangen werden, dass
sich die Vorgehensweise des Militärs beziehungsweise des Geheimdiens-
tes seit und infolge der «Einmischung» durch das UNHCR verschärft habe.
Aus Sicht der Armee sei das nachvollziehbar, wolle diese doch nicht noch
mehr in den Fokus von Menschenrechtsorganisationen geraten. Weiter lä-
gen ihm unscharfe, undatierte Fotos über einen dieser «Besuche» von ver-
gangener Woche bei seiner Ehefrau vor. Es sei ihm bewusst, dass aus
diesen allein nichts zu seinen Gunsten abgeleitet werden könne. Diese
könnten aber allenfalls als kleines Steinchen dienen, um das Gesamtbild
zu vervollständigen.
Die Begründung des SEM in Bezug auf die Authentizität der eingereichten
Anzeige halte einer vertieften Überprüfung nicht stand. Zum einen sei es
kaum möglich, innert Beschwerdefrist beglaubigte und klar verständlich
übersetzte Originaldokumente zu beschaffen. Die drei neu eingereichten
Bestätigungsschreiben würden die Beweiskraft der Anzeige erhöhen. Eine
behördliche Bestätigung, dass sich die gemachten Vorwürfe tatsächlich er-
eignet hätten, sei illusorisch. Immerhin könne nunmehr eine Übersetzung
der eingereichten Anzeige vom April 2019 zu den Akten gereicht werden.
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Die Anzeige und die sich stetig wiederholenden Besuche bei seiner Ehe-
frau seien im Gesamtzusammenhang und vor dem Hintergrund der aktuel-
len Lage in Sri Lanka ernst zu nehmen.
In Bezug auf die exilpolitische Aktivität kritisiert der Beschwerdeführer die
allgemeinen Einschätzungen des SEM bezüglich der Tätigkeit der sri-lan-
kischen Geheimdienste. Weiter führt er aus, obwohl seine exilpolitische Ak-
tivität marginal gewesen sei, sei zu befürchten, dass eine derartige Aktivität
eines seinerzeit die LTTE unterstützenden Tamilen das Interesse des hoch-
professionellen Geheimdiensts von Sri Lanka geweckt habe. Die Vor-
instanz betrachte die erwähnte exilpolitische Aktivität isoliert und nicht im
Gesamtzusammenhang.
In Bezug auf den Wegweisungsvollzug verwies der Beschwerdeführer
noch einmal auf die geltend gemachte Gefährdung. Zudem leide er, wie
dem beigelegten Arztzeugnis zu entnehmen sei, an einer PTBS, die auf die
Ereignisse in Sri Lanka zurückzuführen sei. Sein Zustand werde nun in ei-
ner psychiatrischen Klinik abgeklärt. Ob eine Behandlung in Sri Lanka tat-
sächlich möglich wäre, bedürfe intensiver Abklärungen.
Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer unter ande-
rem Fotos eines angeblichen Besuches von Unbekannten bei seiner Ehe-
frau, ein Schreiben der HRC vom (...) Mai 2019 an die Armee bezüglich
der Anzeige seiner Ehefrau, ein entsprechendes Antwortschreiben der
Armee vom (...) Juni 2019 und ein darauf erfolgtes Schreiben seiner Ehe-
frau an die HRC vom (...) Juli 2019, drei weitere Bestätigungsschreiben
vom Juli 2019 bezüglich seiner Gefährdung, eine Schnellrecherche der
SFH und eine Übersetzung der eingereichten Anzeige vom April 2019 so-
wie den erwähnten Arztbericht zu den Akten.
5.3 In seiner Vernehmlassung hielt das SEM fest, die Beschwerde be-
schränke sich im Wesentlichen darauf, bereits Gesagtes zu wiederholen.
Bei den drei neu eingereichten Schreiben von Auskunftspersonen und dem
Schreiben seiner Ehefrau handle es sich um blosse Gefälligkeitsschreiben
respektive um eine kopierte Anzeige, weswegen diesen grundsätzlich kein
erhöhter Beweiswert zukomme. Dass sich der darin behauptete Sachver-
halt tatsächlich so zugetragen habe, vermöchten die Dokumente nicht zu
belegen. Ähnliches sei für das Schreiben des Sri Lanka Headquarters fest-
zustellen. So handle es sich auch hierbei um eine blosse Kopie, der kei-
nerlei Sicherheitsmerkmale zu entnehmen seien. Auf den eingereichten
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Fotos seien kaum erkennbare Personen ersichtlich; weitere Rückschlüsse
liessen sich auf den geltend gemachten Sachverhalt nicht ziehen.
5.4 In seiner Replik bestritt der Beschwerdeführer, dass es sich bei den
eingereichten Bestätigungsschreiben um Gefälligkeitsschreiben handle
und beantragte eine Zeugenbefragung des in der Schweiz wohnhaften Ver-
fassers des einen Schreibens. Weiter gehe das SEM nicht auf seinen Ge-
sundheitszustand im Zusammenhang mit der Zumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs ein. Hierzu werde ein Arztbericht vom 14. Oktober 2020 zu
den Akten gereicht, welcher mit Bericht vom 25. November 2021 bestätigt
werde. Die Verzögerung der Einreichung lasse sich durch die späte Ver-
nehmlassung des SEM und die Notwenigkeit einer gewissen Zeit für eine
Diagnose erklären. Er leide an einer PTBS, die durch die Haft in Sri Lanka
im Jahr 2007 ausgelöst worden sei, und sei seit Juli 2019 zweimal monat-
lich in Behandlung. Eine Behandlung in Sri Lanka sei nicht möglich, zumal
es nicht genügend Therapieangebote gäbe und eine Behandlung im Land
der Peiniger nicht sinnvoll sei. Bei einer Ausschaffung müsse mit einer Zu-
standsverschlechterung gerechnet werden. Die PTBS erkläre nicht zuletzt
auch sein vages Aussageverhalten zu den erlittenen Vorkommnissen und
der anhaltenden Suche nach ihm.
6.
6.1 Der Beschwerdeführer machte in seinem Wiedererwägungsgesuch zu-
nächst geltend, seine Ehefrau sei im Jahr 2018 verschiedene Male sowie
im Januar 2019 von Beamten aufgesucht und nach ihm befragt worden.
Zudem reichte er ein Bestätigungsschreiben eines Parlamentariers vom
Februar 2019 zu den Akten. Das SEM stellte in seiner Verfügung diesbe-
züglich fest, diese Vorbringen hätten sich vor dem Urteil des Bundesver-
waltungsgerichts im ordentlichen Verfahren ereignet beziehungsweise das
Beweismittel sei davor entstanden, weshalb diese Aspekte revisionsrecht-
lich zu prüfen seien und insoweit auf das Gesuch nicht einzutreten sei. In
der Beschwerde wird diesbezüglich allgemein ausgeführt, die Abgrenzung
zwischen Revisions- und Wiedererwägungsgesuch sei vorliegend schwie-
rig, da die neuen Beweismittel zwar nach dem Entscheid der Vorinstanz
entstanden seien, aber den Sachverhalt vor und nach dem Entscheid des
SEM beziehungsweise des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts beträ-
fen.
6.2 Diesbezüglich sind die vorinstanzlichen Erwägungen vollumfänglich zu
stützen. Eine klare Abgrenzung zwischen Revision und Wiedererwägung
beziehungsweise Mehrfachgesuch entspricht der geltenden Praxis und ist
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schon insofern zwingend, als unterschiedliche Zuständigkeiten sowie un-
terschiedliche Rechtsfolgen zu beachten sind. Der Beschwerdeführer ver-
mag mit seinem Einwand, eine Abgrenzung sei aufgrund der starken Ver-
netzung der Ereignisse nicht zielführend, nicht durchzudringen. Die oben
erwähnten Tatsachen und Beweismittel wären zweifellos durch die Be-
schwerdeinstanz unter dem Titel der Revision zu prüfen, zumal sie sich vor
Abschluss des ordentlichen Verfahrens (Urteil des Bundesverwaltungsge-
richt D-469/2019 vom 12. März 2019) zugetragen haben sollen bezie-
hungsweise entstanden sind. Das SEM hat sich demnach diesbezüglich zu
Recht als funktional unzuständig erklärt.
6.3 Eine Prüfung unter dem Gesichtspunkt der Revision bleibt jedoch letzt-
lich ebenfalls ausgeschlossen, da die Tatsachen und Beweismittel gemäss
den nachfolgenden Erwägungen als nicht neu beziehungsweise als ver-
spätet vorgebracht zu qualifizieren sind (vgl. Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG)
und offensichtlich auch keine völkerrechtlichen Wegweisungsvollzugshin-
dernisse zu begründen vermögen. Auf das Revisionsgesuch ist deshalb
nicht einzutreten (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-4607/2019
vom 16. November 2021). Vor diesem Hintergrund kann offenbleiben, ob
die Ausführungen in der Beschwerdeeingabe als den hohen Anforderun-
gen eines Revisionsgesuchs genügend zu erachten wären.
Der Beschwerdeführer hat schon während des ordentlichen Verfahrens
geltend gemacht, seine Frau werde regelmässig aufgesucht. Im bereits
zitierten Urteil D-469/2019 wurde diesbezüglich festgehalten, seine pau-
schale, nicht näher substantiierte Behauptung, seit seiner Ausreise werde
seine Ehefrau alle fünf bis sechs Monate von Personen in Zivil aufgesucht
und nach seinem Verbleib befragt, lasse nicht darauf schliessen, er müsse
aus objektiver Sicht bis heute eine asylrelevante Verfolgung befürchten.
Vor diesem Hintergrund sind diese Vorbringen nicht als neu zu bezeichnen.
Die eingereichte Bestätigung vom Februar 2019 ist sodann als revisions-
rechtlich verspätet zu qualifizieren, zumal in keiner Weise begründet wird,
weshalb eine solche Bestätigung bei Beachtung der prozessualen Sorgfalt
nicht bereits im ordentlichen Verfahren hätte eingereicht werden können.
Der allgemeine Verweis auf Schwierigkeiten bei der Beweismittelbeschaf-
fung genügt diesbezüglich offensichtlich nicht. Die entsprechende Bestäti-
gung wäre aber ohnehin auch nicht als erheblich zu beurteilen – und ist
damit auch unter dem Gesichtspunkt eines völkerrechtlichen Wegwei-
sungsvollzugshindernisses irrelevant – zumal bereits im ordentlichen Ver-
fahren eine ganze Reihe von ähnlichen Bestätigungsschreiben eingereicht
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worden waren, die damals aufgrund der erkannten gewichtigen Unglaub-
haftigkeitselemente als nicht relevant beurteilt wurden. Inwiefern dieses
neuerliche Bestätigungsschreiben anders zu qualifizieren wäre, ergibt sich
aus den Eingaben nicht. Als verspätet – weil sie ohne weiteres im ordentli-
chen Verfahren hätten vorgebracht werden können und müssen – und nicht
erheblich sind auch die mit dem Gesuch geltend gemachten exilpolitischen
Aktivitäten zu qualifizieren, soweit diese vor dem Urteil D-469/2019 vom
12. März 2019 stattgefunden haben (vgl. nachfolgend E. 7.3 analog).
7.
7.1 Der Beschwerdeführer macht in seinem Wiedererwägungsgesuch wei-
ter geltend, im Nachgang zum Urteil D-469/2019 sei es zu weiteren Besu-
chen gekommen und seine Frau habe schliesslich im April 2019 eine Be-
schwerde bei der HRC gemacht. Das SEM bezeichnete diese Vorbringen
und Beweismittel in seiner Verfügung als nicht erheblich. In seiner Be-
schwerde reichte der Beschwerdeführer weitere im Vor- und Nachgang zu
seinem Gesuch entstandene Beweismittel zu den Akten. Es gilt nun zu prü-
fen, ob diese neu geltend gemachten Tatsachen beziehungsweise die neu
entstandenen Beweismittel an der Beurteilung in der Verfügung vom
17. Dezember 2018, die mit Urteil D-469/2019 vom 12. März 2019 bestätigt
wurde und damit in Rechtskraft erwuchs, etwas zu ändern vermögen.
7.2 Im ordentlichen Verfahren wurde festgehalten, dass die durch den Be-
schwerdeführer erlittene Haft im Jahr 2007 keine Asylrelevanz zu entfalten
vermag, da der Beschwerdeführer offiziell gerichtlich entlassen worden ist
und die seither geltend gemachten Schwierigkeiten nicht hinreichend sub-
stantiieren konnte. Wenn er nun in seinem, sehr kurze Zeit nach Abschluss
des ordentlichen Verfahrens eingereichten Gesuch vom 4. Juni 2019 gel-
tend macht, er sei bei seiner Frau auch im Mai 2019 gesucht worden, ist
dieses Vorbringen als nicht erheblich zu betrachten, weil es sich von den
schon während des ordentlichen Verfahrens geäusserten vagen Behaup-
tungen in Bezug auf eine Suche nach ihm, die als nicht hinreichend sub-
stantiiert qualifiziert worden waren, nicht unterscheidet. An dieser Einschät-
zung vermag auch die eingereichte Anzeige der Ehefrau des Beschwerde-
führers bei der HRC im April 2019 nichts zu ändern. Das SEM attestiert der
Anzeige als Beweismittel zu Recht einen geringen Beweiswert, zumal sie
lediglich die Sicht der anzeigenden Person wiedergibt und den Sachverhalt
nicht zu belegen vermag. Das Gleiche gilt im Übrigen für die weiteren Be-
stätigungsschreiben vom Juli 2019, die als Gefälligkeitsschreiben von ge-
ringem Beweiswert zu qualifizieren sind, zumal sie lediglich den Sachver-
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halt und dessen rechtliche Einschätzung aus Sicht des Schreibenden wie-
dergeben. Der Antrag in der Replik um Zeugeneinvernahme ist in antizi-
pierter Beweiswürdigung abzuweisen, zumal davon keine weiteren Er-
kenntnisse zu erwarten sind. Dass alleine aus der Tatsache, dass die Ehe-
frau die Ereignisse bei der HRC zur Anzeige gebracht hat, welche diese
der Armee mit Schreiben vom (...) Mai 2019 weitergeleitet hat, und die
Armee offenbar reagiert hat, eine weitere Gefährdung des Beschwerdefüh-
rers resultiert, vermag das Gericht angesichts der Häufigkeit der Einrei-
chung solcher Anzeigen bei der HRC Sri Lanka nicht zu überzeugen. Das
Antwortschreiben der Armee bestätigt vielmehr, dass diese die Ereignisse
zur Kenntnis genommen, untersucht und einen entsprechenden Bericht er-
stattet hat. Wenn die Ehefrau in ihrem darauf erfolgten erneuten Schreiben
an die HRC vom (...) Juli 2019 von einer weiteren Verschlimmerung der
Situation spricht, ist auch dies wiederum als unsubstantiierte Parteibe-
hauptung wenig überzeugend, zumal bis heute keine weiteren Angaben
hierzu erfolgten. Auch die mit der Beschwerde eingereichten unscharfen
Fotos von der Ehefrau des Beschwerdeführers mit den angeblich unbe-
kannten Besuchern vermögen, wie der Beschwerdeführer richtig einge-
steht, keinerlei Beweiswert zu entfalten. Es kann sich dabei um irgendwel-
che Personen handeln, zumal sich dem Foto keinerlei Hinweise auf die
Identität der Personen oder den Ablauf der Ereignisse entnehmen lassen.
Dass der Beschwerdeführer insgesamt weiterhin keine begründete Furcht
vor Verfolgung hat, bestätigt sich schliesslich aufgrund der Tatsache, dass
er seit der Gesuchseinreichung im Juni 2019, also seit mehr als zwei Jah-
ren, dem Gericht keinerlei weitere Vorbringen bezüglich einer Suche nach
ihm zur Kenntnis brachte und keine entsprechenden – in der Beschwerde
in Aussicht gestellten Beweismittel – zu den Akten reichte. Dies obwohl er
in seiner Replik im November 2021 noch einmal die Möglichkeit gehabt
hätte, sich einlässlich zu äussern.
7.3 Zu einer Gefährdung des Beschwerdeführers vermag auch sein sehr
marginales politisches Engagement (Teilnahme am 1. Mai oder Heldentag)
in der Schweiz nicht zu führen. Diesbezüglich kann auf die überzeugenden
Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Dabei
würdigte das SEM die geltend gemachten Aktivitäten und eingereichten
privaten Fotos so konkret wie dies angesichts der vagen Angaben möglich
war und baute dies in die Gesamtwürdigung ein. Auch in der Beschwerde
wird dieses Engagement nicht weiter konkretisiert. Die Kritik in der Be-
schwerde an der allgemeinen Einschätzung des SEM bezüglich der Tätig-
keit der sri-lankischen Geheimdienste vermag an dem Gesagten nichts zu
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ändern. Von einem relevanten Risikoprofil ist die Vorinstanz auch insge-
samt zu Recht nicht ausgegangen.
7.4 Diesen Erwägungen ist zu entnehmen, dass die neuen Tatsachen und
Beweismittel in Bezug auf die Frage der Flüchtlingseigenschaft nicht er-
heblich und die vorinstanzlichen Erwägungen vollumfänglich zu bestätigen
sind.
8.
In der Rechtsmitteleingabe wird sodann eventualiter beantragt, es sei die
Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzu-
stellen, dabei wird auch auf den Gesundheitszustand des Beschwerdefüh-
rers verwiesen.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
8.2 Soweit keine Veränderung der Sachlage geltend gemacht wird, kann
an dieser Stelle vollumfänglich auf die Erwägungen im Urteil D-469/2019
vom 12. März 2019 und im Übrigen auf die ausführlichen und zutreffenden
Erwägungen des SEM in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden.
Darüber hinaus gilt es festzuhalten, dass die psychischen Beschwerden
des Beschwerdeführers, die offenbar auf die Haft in Sri Lanka im Jahr 2007
zurückgehen, in ihrem Gewicht nachgeschoben wirken. So legte er im or-
dentlichen Verfahren lediglich dar, unter Schlafproblemen zu leiden. Aus-
serdem gab es in der damaligen Beschwerde einzig einen kurzen Hinweis
auf eine Bestätigung einer psychiatrischen Einrichtung in Sri Lanka aus
dem Jahr 2013. Bezeichnenderweise nahm der Beschwerdeführer die Be-
handlung in der Schweiz erst im Juli 2019 und damit kurz nach dem ersten
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts auf. Ohnehin ist das SEM aber zu
Recht von der Behandelbarkeit der Beschwerden in Sri Lanka ausgegan-
gen. Daran vermag entgegen den Beschwerdevorbringen auch nichts zu
ändern, dass der Grund für die psychischen Beschwerden in den in der
Vergangenheit erfahrenen Misshandlungen seitens der Behörden liegt. In
diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdefüh-
rer nach den erlittenen Misshandlungen noch jahrelang im Heimatstaat ver-
blieb. Sodann weist zwar das öffentliche Gesundheitssystem im Norden Sri
Lankas nach Kenntnis des Gerichts bezüglich Kapazität und Infrastruktur
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Mängel auf. Vorliegend ist aber davon auszugehen, dass eine allfällig not-
wendige Behandlung der psychischen Beschwerden des Beschwerdefüh-
rers zugänglich wäre (vgl. Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016
E. 14.2.2 m.w.H. sowie auch statt vieler Urteil des Bundesverwaltungsge-
richts D-1587/2020 17. Mai 2021 E. 11.3.2 m.w.H.). Der Beschwerdeführer
reichte im ordentlichen Verfahren denn auch eine Bestätigung des Mental
Health Unit General Hospitals vom 18. September 2013 zu den Akten, der
zu entnehmen ist, dass er sich in der Klinik einer Behandlung unterziehen
konnte. Zudem sei auf die medizinische Rückkehrhilfe (vgl. Art. 93 Abs. 1
Bst. d AsylG) sowie darauf verwiesen, dass im Falle eines vorhandenen
Suizidrisikos diesem mittels einer adäquaten medizinischen Begleitung
entgegnet werden könnte.
8.3 Soweit der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit dem Wegwei-
sungsvollzug erneut auf die geltend gemachte Gefährdung verweist, ist
diese nach dem Gesagten unbeachtlich.
8.4 Nach dem Gesagten liegen keine Gründe vor, auf die Anordnung des
Vollzugs der Wegweisung wiedererwägungsweise zurückzukommen.
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. Auf das
Revisionsgesuch ist nicht einzutreten.
10.
10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt
Fr. 750.‒ festzusetzen (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Mit seiner Replik ersuchte der Beschwerdeführer
nachträglich und rückwirkend um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege. Da der Beschwerdeführer in der Lage war, den Kostenvorschuss
zu bezahlen und weder in der Beschwerde noch im Zeitpunkt der Auferle-
gung der Zahlungspflicht ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
stellte, obwohl er bereits zu diesem Zeitpunkt durch den rubrizierten
Rechtsvertreter vertreten war, ist nicht von seiner prozessualen Bedürftig-
keit auszugehen. Daran vermag die mit der Replik eingereichte Fürsorge-
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quittung vom November 2021 nichts zu ändern, zumal in keiner Weise be-
gründet wird, weshalb trotz des bereits geleisteten Kostenvorschusses da-
von auszugehen sei, der Beschwerdeführer verfüge nicht über die notwen-
digen Mittel. Das Gesuch um unentgeltlichen Prozessführung ist deshalb
abzuweisen. Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Ver-
fahrenskosten zu verwenden.
10.2 Das nachträgliche Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung im
Sinne von Art. 102m Abs. 2 i.V.m. Art. 65 Abs. 2 VwVG ist unabhängig von-
einer aktuellen Bedürftigkeit ebenfalls abzuweisen, da vorliegend die Be-
dingung der Notwendigkeit einer professionellen Vertretung nicht gegeben
ist, zumal sich keine komplexen Sach- oder Rechtsfragen stellten.
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