Decision ID: 14441cd5-ef6b-4510-bc66-62ee3eb2b391
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1962 geborene
X._
meldete sich am 2
1.
April 2008 (Eingangs
da
tum) unter Hinweis darauf, dass sie sich seit mehreren Monaten in psy
chia
trischer Behandlung befinde, bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/3).
Zur Abklärung der er
werb
lichen und medizinischen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug
aus dem individuellen Konto (
Urk.
5/7) sowie Berichte der behan
delnden Är
zte (
Urk.
5/8-9,
5
/23) bei und führte am
23. April
2009 eine Haushaltsabklärung durch (
Urk.
5/31
: Abklärungsbericht vom 2
5.
Mai 2009
). Mit Verfügung vom 2
7.
Juli
2009 verneinte sie einen Anspruch
der Versi
cherten
auf eine Inva
li
den
rente (Urk. 5/35
).
1.2
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1
1.
September 2009 Be
schwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht (
Urk.
5/41)
. In der Folge zog die IV-Stelle ihren Entscheid in Wiedererwägung und sprach
der Versi
cherten
mit Verfügung vom 1
2.
November
2009
mit Wirkung ab 1. April 2009
eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu (
Urk.
5/44 und 54).
Das
Be
schwerdeverfahren
wurde daraufhin mit Verfügung vom 17. November 2009 als gegenstandslos geworden abgeschrieben (
Urk.
5/55).
1.3
Am 2
8.
Mai 2012 stellte die Ärztin der Versicherten einen Antrag auf Er
höhung der Invalidenrente (
Urk.
5/69), worauf
hin
die IV-Stelle ein
Renten
revi
sionsverfahren
einleitete. Mit ausgefülltem
F
ormular
gab
die Versicherte
an
, sie befinde sich in einem schl
echten Gesundheitszustand (Urk.
5/80). Mit Schreiben vom 2
6.
Juli 2012 teilte die IV-Stelle mit, es bestehe ein unverän
der
ter Anspruch auf eine halbe Invalidenrente
(Urk. 5/83). Daraufhin ver
langte die Versicherte eine beschwerdefähige Verfügung (Urk. 5/84). Mit Schrei
ben vom 5. Oktober 2012 gab die IV-Stelle bekannt, sie sei nach Über
prüfung ihrer Mitteilung vom 26. Juli 2012 zum Schluss gekommen
, es
müssten weitere medizinische Abklärungen vorgenommen werden (Urk. 5/
85). In der Folge zog sie Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 5/87) sowie Aus
züge aus dem individuellen Konto (
Urk.
5/88, 5/90) bei und
ver
anlasste
die Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens bei der
Begutach
tungsstelle
Y._
, welche
ihr Gut
achten am
4.
November
2014 erstattete (
Urk.
5/110).
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
ver
fahren
stellte die IV-Stelle die der Versicherten bisher ausge
richtete halbe Invalidenrente
mit Verfügung vom 29. Januar 2016
auf das Ende des der
Zustellung der Verfügung folgenden Monats ein; einer allfälli
gen dagegen gerichteten Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung ent
zogen (
Urk.
2 [= 5/153]).
2.
Dagegen führt
e
die Versicherte mit Eingabe vom
2.
März 2016 Beschwerde und beantragt
e
, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine halbe Rente der Invalidenversicherung auszurichten (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
März 2016 schloss die IV-Stelle auf Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
4), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2
3.
März 2016 angezeigt wurde (
Urk.
6).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Renten
be
zü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Ge
such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialver
siche
rungs
rechts
;
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Ände
rung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invalidi
tätsgrad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, son
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert ha
ben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heit
lichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Ar
beits
fähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im We
sentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfä
higkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer
anspruchser
heblichen
Änderung des Invaliditätsgrades
bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskon
former
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundes
gerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.2
Lässt sich eine massgebliche Sachverhaltsänderung als Voraussetzung für eine revisionsweise Rentenherabsetzung oder –
aufhebung
nicht nachweisen, so kann die Verwaltung eine rechtskräftig zugesprochene Rente nur herab
setzen oder aufheben, wenn die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung er
füllt sind. Dies ist dann der Fall, wenn sich eine formell rechtskräftige
Ren
tenverfügung
, die nicht Gegenstand einer materiellen richterlichen Beur
tei
lung gewesen ist, als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (vgl.
Art.
53 Abs. 2 ATSG).
Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung ist die zweifellose Unrichtigkeit als Voraussetzung für eine Wiedererwägung nur unter restriktiven Bedingungen zu bejahen, da die Wiedererwägung andernfalls zum Instrument für eine jederzei
tige voraussetzungslose Neubeurteilung von rechtskräftig zugespro
che
nen Dau
erleistungen würde (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 551/03 vom 3
0.
Dezember 2003 E. 2.2.1). Nicht jede Unrichtigkeit, sondern nur eine qua
lifizierte, offen
sichtliche Unrichtigkeit berechtigt somit zur
wiedererwä
gungs
weisen
Herabset
zung oder Aufhebung einer rechtskräftig zugesproche
nen Dauerleistung.
Die Wiedererwägung dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechts
an
wendung einschliesslich unrichtiger Feststellung im Sinne der Wür
digung des Sachverhalts (Urteil des Bundesgerichts 8C_33/2011 vom 16. Mai 2011 E.
2.2). Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine
Leistungszusprache
aufgrund falsch oder unzutreffend verstan
de
ner
Rechtsre
geln
erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig an
gewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der
Wieder
erwägungsgrund
im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren
Beurteilung notwen
digerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher
Anspruchsvo
raus
setzungen
(Invaliditätsbemessung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung,
Be
weiswür
di
gung
, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechts
lage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräf
tigen
Leistungszuspre
chung
dar
boten, als vertretbar, scheidet die Annahme
zweifelloser Unrichtig
keit aus.
Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein ver
nünftiger Zweifel da
ran möglich
ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss
–
der
jenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - denk
bar. Insbeson
dere ist eine auf
keiner nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der mass
geblichen Arbeits
fähigkeit beruhende Invaliditätsbemessung nicht
rechts
konform
und die ent
sprechende Verfügung zweifellos unrichtig im
wie
derer
wägungsrechtlichen
Sinne (Urteil des Bundesgerichts 8C_33/2011 vom 16. Mai 2011 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
G
emäss
der mit
BGE 130 V 352
begründeten und seither stetig weiter ent
wickelten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diag
nostizierte
somatoforme
Schmerzstörung und vergleichbare psychosomati
sch
e Leiden (
BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3
) in der Regel keine lang dauernde, zu ei
ner Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Arbeitsunfähigkeit zu
bewirken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder od
er ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumut
bar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Um
gang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt (zur Entstehungs
ge
schichte dieser Praxis:
BGE 135 V 201
E.
7.1.2;
Urteil des Bundesgerichtes 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 2.1
).
Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien (so ge
nannte „Foerster-Kriterien“, vgl. BGE 130 V 352, BGE 131 V 39 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3.2.3).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung aufgegeben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch
einen struk
tu
rierten normativen
Prüfungsraster ersetzt. In dessen Rahmen wird im Re
gel
fall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen
Standar
d
indikatoren
das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und
symmetrisch beurteilt, indem
gleichermassen
den
äusseren
Belastungs
fakto
ren
wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Anerkennung eines
rentenbegrün
denden
Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der
medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzel
fa
ll anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zu
min
dest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell
be
weisbelastete
versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2016 vom 15. April 2016 E. 3.2).
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem dargeleg
ten Prüfungsraster erübrigt sich
rechtsprechungsgemäss
, wenn
Ausschluss
gründe
vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, welche die Annahme einer gesundheitlichen Beeinträchtigung von vornherein
ausschliessen
(BGE 141 V 281 E. 2.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Janu
ar 2016 E. 4.1 und 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 4).
1.5
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychoso
matischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
Komplex „Gesundheitsschädigung"
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
Komorbiditäten
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
Komplex „Sozialer Kontext"
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
behandlungs- und eingliederung
sanamnestisch ausgewiesener
Lei
den
s
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung
leistungs
hin
dern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und
Kompensati
onspoten
zialen
(Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leis
tungsvermögen ein
zu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer
gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die disku
tierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgabenbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Frei
zeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Krite
rium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krankheitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermin
dern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau so
zialer Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundes
ge
richts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das
heisst
das
Ausmass
, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex "Gesundheitsschädigung") auf den tat
sächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist.
Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu
schliessen
ist, wenn die Nichtinan
spruch
nahme
einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur
Krankheits
einsicht
zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Ver
halten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Ein
gliederung.
Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versi
cherte
Ge
sundheitsbeeinträchtigung
(BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_296/20
16 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
1.
6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.7
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige
Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf e
s beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Pro
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des
Beweiswer
tes
eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den er
forderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizini
schen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die
rechts
anwendende
Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der
Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auf
lage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung wurde erwogen,
gemäss dem
Y._
-
G
utach
ten habe sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin aus psychia
trischer Sicht verbessert. Aktuell sei die rezidivierende depressive Störung remittiert. Das Gutachten erfülle die beweisrechtlichen Voraussetzungen, wes
halb darauf abgestellt werden könne. Dem Gutachten sei zu entnehmen, dass gewisse Inkonsistenzen bestünden. So habe sich bei der Überprüfung der Schulterbeweglichkeit eine deutliche Selbstlimitierung gezeigt. Auch befinde sich die Beschwerdeführerin seit 5 Jahren nicht mehr in
psychotherapeuti
scher
Behandlung, was ebenfalls für eine Verbesserung des Gesundheitszu
standes spreche. Die Beschwerdeführerin habe ein stabiles soziales Umfeld. Insgesamt würden damit die Gründe, welche keine relevante Arbeitsunfähig
keit annehmen lassen würden, überwiegen. Daher sei der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitstätigkeit zumutbar.
Zu den im
Vorbescheidverfahren
vorgebrachten Einwänden führte die IV-Stelle
aus, das Gutachten beruhe auf allseitigen Untersuchungen und be
rücksichtige die geklagten Beschwerden, weshalb es die Voraussetzungen eines beweiskräftigen Gutachtens erfülle. Das Gutachten liefere die nötigen Informationen, um eine
Indikatorenprüfung
vorzunehmen, weshalb von der Zustellung des Frage
n
katalogs
des BSV
an die Gutachter
abgesehen werden könne.
Im psychiatrischen Teilgutachten sei klar von einer Verbesserung der affektiven Symptomatik die Rede. Die depressive Störung sei remittiert. Da
her sei ein Revisionsgrund ausgewiesen. Da seit November 2014 eine 90%ige Arbeitsfähigkeit bestehe, liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden mehr vor (
Urk.
2).
2.2
Dagegen brachte die Beschwerdeführerin vor, sie leide nach wie vor unter einer mittelschweren Depression, was
auch
aus dem Arztbericht von
Dr.
med.
Z._
vom 2
0.
Mai 2013 hervorgehe.
Die Einschätzung der Gut
achter, sie sei nun vollständig arbeitsfähig, sei nicht nachvollziehbar. Der Hinweis des rheumatologischen Gutachters, sie habe beim Betreten des Unter
suchungszimmers gelacht, zeige seine Befangenheit, genauso wie die Be
merkung, sie sei eine „Viel-
Konsultiererin
“. Bei der gutachterlichen Beur
tei
lung würde es sich um eine andere
Einschätzung des gleichen Sachverhalts handeln, was die Gutachter auch selber festgehalten hätten. Ihre Ansichten würden sie denn auch nicht begründen. Es würde nicht aufgezeigt, welche konkreten Gesichtspunkte
in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu der neuen diagnostischen Beurteilung geführt hätten. Bei der psychiatrischen Diagnose sei zudem die Anamneseerhebung unvoll
ständig ausgefallen, weshalb das Gutachten nicht als lege
artis
erstellt gelten könne. Schliesslich habe in der Zwischenzeit eine Rechtsprechungsänderung zu den sogenannten „unklaren Beschwerdebildern“ stattgefunden. Anhand dieses Gutachtens könnten die
massgeblichen
Indikatoren nicht geprüft wer
den, weshalb die Beschwerde auch aus diesem Grund gutzuheissen sei (
Urk.
1).
3.
3.1
Im Bericht der Psychiatrischen Poliklinik des
A._
vom 29. April 2008 wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit aufgeführt (
Urk.
5/8 S. 1):
mittelschwere depressive Episode (
ICD-10:
F 32.1), von uns diagnosti
ziert ab Juni 2006
subsyndromale
posttraumatische Belastungsstörung (
ICD-10:
F 43.1)
Die Patientin fühle sich niedergeschlagen, traurig, erschöpft und beklage sich über eine verminderte Energie und Insuffizienzgefühle. Diskret fänden sich auch Angaben von Intrusionen und Flashbacks
von
früher erlittenen Miss
handlungen, die aber nicht den klinischen Schweregrad einer posttraumati
schen Belastungsstörung erreichen würden (
Urk.
5/8 S. 2).
Von der Grundstimmung her wirke die Patientin niedergeschlagen, depri
mi
ert und traurig. Einige Male seien deutlich Tränen in den Augen zu sehen ge
wesen. Psychomotorisch sei sie ruhig, die
mnestischen
Funktionen seien gut. Die Auffassung und Konzentration seien diskret gemindert. Hingegen würden sich keine Hinweise auf formale und inhaltliche Denkstörungen, Ich-Stö
rungen, Sinnestäuschungen, Ängste oder Zwänge zeigen (
Urk.
5/8 S. 2).
3.2
Im Bericht des behandelnden Hausarztes,
Dr.
med.
B._
, Fach
arzt FMH für Allgemeine Medizin, vom
1.
August 2008 wurden folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 5/9 S.
2
):
Verdacht auf
subsyndromale
posttraumatische Belastungsstörung
mittelschwere depressive Episode
arterielle Hypertonie unkl. Genese
DD:
Hyperaldosteronismus
Adipositas WHO-II
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende ge
nannt (
Urk.
5/9 S. 2):
subklinische Hypoth
y
reose
chronisches
Panvertebralsyndrom
chronische
Cephalie
unklarer Genese
DD: im Rahmen der art. Hypertonie Spannungskopfschmerzen
Dr.
B._
führte aus, die Patientin leide seit mehreren Jahre unter einer zum Teil ungenügend
eingestellten arteriellen
Hypertonie. Sie
sei deshalb schon mehrmals hospitalisiert worden. Wegen einer depressiven Entwicklung sei sie zudem in die psychiatrische Poliklinik eingewiesen worden und nehme zurzeit diverse Psychopharmaka ein. D
ie Patientin klage über diffuse Müdig
keit, Schlafstörungen, Alpträume, Traurigkeit, Freudlosigkeit und Insuffi
zienz
gefühle (
Urk.
5/9 S. 3).
3.3
Im Bericht der psychiatrischen Poliklinik des
A._
vom 1
6.
Dezember 2008 wurden folgende Diagnosen aufgeführt (Urk. 5/23 S. 2):
depressive Episode (gegenwärtig mittelgradig mit somatischem Syn
drom) (
ICD-10:
F 32.1)
subsyndromale
posttraumatische Belastungsstörung (
ICD-10:
F 43.1)
Die Patientin sei vegetativ deutlich übererregt, nervös, ängstlich, angespannt, schreckhaft und könne nur fraktioniert und schlecht schlafen. Sie habe in
trusive Bilder und Erinnerungen, vor allem im Zusammenhang mit Miss
handlungen seitens ihres Ex-Ehemannes. Manchmal komme es auch zu
psy
chosenahen
Pseudohalluzinationen. Sie habe sich sozial sehr zurückgezogen, aus Angst und Lustlosigkeit gehe sie nur selten und wenn überhaupt, nur in Begleitung aus dem Haus. Sie leide unter Gedankenkreisen und ihr Denken sei eingeengt auf die negative Vergangenheit und die schlechten Zukunfts
aussichten. Auch habe sie ein schlechtes Selbstwertgefühl, Schamgefühle und leide unter Hoffnungslosigkeit (Urk. 5/23 S. 2).
Weiter wurde ausgeführt, gegenwärtig liege ein Zustandsbild vor, das von Angst und depressiver Symptomatik dominiert werde und als mittelschwere depressive Episode mit somatischem Syndrom zu klassifizieren sei. Zur Arbeitsfähigkeit
wurde festgehalten, aufgrund der eingeschränkten Konzen
tra
tionsfähigkeit sowie der eingeschränkten Anpassungsfähigkeit und Belast
barkeit sei die Patientin nur im Umfang von 50
%
arbeitsfähig. Das beziehe sich auf eine Berufstätigkeit, die aufgrund ihrer somatischen Beschwerden (Adipositas,
Panvertebralsyndrom
) zumutbar sei (
Urk.
5/23 S. 2).
3.4
Im
Y._
-Gutachten vom
4.
November 2014 wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (
Urk.
5/110 S. 42):
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende ge
nannt (
Urk.
5/110 S. 42-43):
muskuläre
Dysbalance
am Schultergürtel beidseits
endständiges
Schulterimpingement
rechts
beginnende degenerative Veränderungen an der
Supraspinatus
sehne
rechts gemäss MRI 2011
unspezifische Kreuzschmerzen
multilokuläres
Schmerzsyndrom mit 18/18 positiven Fibromyalgie-Druckpunkten, keinem eigentlichen rheumatologischen Krankheitsbild entsprechend
Spreizfüsse, Verdacht auf beginnende
Grosszehengrundgelenksarth
rose
beidseits
anamnestisch beginnende degenerative Kniegelenksveränderungen möglich
arterielle Hypertonie unklarer Ätiologie (ED 2000)
Hyperaldosteronismus
nicht definitiv ausgeschlossen
konzentrisch hypertropher linker Ventrikel mit diastolischer
Relaxa
tionsstörung
und normaler linksventrikulärer Funktion (Echo 07/2003)
unauffälliges Myokard-SPECT 11/2007
Adipositas WHO II (BMI 38.8)
subklinische Hypothyreose, ungenügend substituiert
anamnestisch obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
CPAP von Januar bis März 2014, seither ohne Therapie
anamnestisch chronische Kopfschmerzen
b
enigner Tumor der Vaginalwand rechts
Status nach VSM Stripping links und Operation von Astvarizen rechts
Im internistischen Teilgutachten schilderte
Dr.
med.
C._
, Fach
arzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, aus internistischer Sicht finde sich im Wesentlichen eine schwerste arterielle Hypertonie bei einem Adipo
sitas Grad II und anamnestisch fraglich relevanter Schlafapnoe.
Ein zusätzli
cher kardiovaskulärer Risikofaktor sei das massiv erhöhte
Lipoprotein
a. Auf
fallend sei, dass die Explorandin wiederholt ärztliche Ratschläge aus Angst vor negativen Folgen nicht befolge. Auch in der aktuellen Untersu
chung lägen Hinweise auf eine
Malcompliance
vor. Sie sei eine ausgespro
chene Viel-
Konsultiererin
, sowohl in der Schweiz als auch in der Türkei (
Urk.
5/110 S. 20).
Zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, aus internistischer Sicht sei die Versicherte in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt (
Urk.
5/110 S. 20).
Der begutachtende Rheumatologe,
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für
Rheumatologie, führte aus,
die Anamneseerhebung gestalte sich schwierig, da
die Explorandin
spontan über ihre Beschwerden am Bewegungsapparat spr
eche und dabei
eine lebhafte Gestik
zeige
, speziell den rechten Arm immer wieder
bewege
und den Kopf wiederholt zur Dolmetscherin nach rechts um etwa 80°
drehe.
Dabei zeige sie kein Schmerzempfinden. Sie beklage sich über Schwindelbeschwerden und Schmerzen, habe Mühe mit dem Gleichge
wicht und müsse sich oft setzen. Daher könne sie den Haushalt praktisch nicht führen. Die Schmerzmittel würden ihr nicht helfen, obwohl sie täglich
Targin
und Paracetamol
ein
nehme (
Urk.
5/110 S. 2
1
-23).
Weiter schilderte der Gutachter, der Gang der Explorandin sei
hinkfrei
, wäh
rend der Untersuchung jedoch langsam. Ausserhalb der eigentlichen
Unter
suchungssituation
sei das Gangtempo normal. Am Schultergürtel finde sich beidseits eine deutliche Tonuserhöhung mit lokaler
Druckdolenz
vor allem im Bereich der
Trapeziusmuskulatur
, der
Rhomboidei
und am Ansatz des
Levator
scapulae
beidseits. Beim Finger-Bodenabstand könne die Explorandin die Hände bis auf Kniehöhe
bewegen
und gebe danach Schmerzen an. Beim An
ziehen der Schuhe bücke sie sich jedoch mit gestreckten Beinen nahezu bis zum Boden und richte sich anschliessend zügig wieder auf. Dabei zeige sie keine Schmerzreaktion. An der Lendenwirbelsäule finde sich kein segmenta
ler Befund bei mehrsegmentaler
Druckdolenz
, am stärksten präsakral. Bei den
Rotatorenmanschetten
-Tests seien links keine Schmerzen
provozierbar
, rechts
würden nur Schmerzen
beim
Infraspinatus
und
Subscapularis
angegeben, nicht jedoch beim
Supraspinatus
, der kräftig
und symmetrisch innerviert sei. Links finde sich kein
Schulterimpingement
, es würden endständige Schmer
zen bei der Flexion und Abduktion rechts angegeben. Die aktive globale Be
weglichkeit der Schulter sei bei deutlicher Selbstlimitierung eingeschränkt
(
Urk.
5/110 S.
24).
Die Explorandin beklage sich über verschiedene Schmerzlokalisationen, ins
be
sondere in den Kniegelenken, der rechten Schulter und der Kreuzregion. In der klinischen Untersuchung könnten keine wesentlichen pathologischen Befunde erhoben werden. Es bestehe eine
multilokuläre
Schmerzhaftigkeit mit jeweils besseren Spontanbewegungen der erwähnten Bereiche verglichen mit der Untersuchungssituation.
Bildgebend seien keine degenerativen Ver
änderungen bekannt. Im Vordergrund stünden Beschwerden, die keiner kla
ren
somatischen Ursache zugeordnet werden könnten, wobei dazu passe, da
s
s die Explorandin berichte, die eingesetzten Schmerzmittel würden keine Wir
kung zeigen (
Urk.
5/110 S. 25).
Zur Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
D._
aus, aus rein rheumatologischer Sicht könne aufgrund der klinischen Untersuchungsbefunde, der anamnestischen Angaben sowie der Aktenlage keine Einschränkung in der Tätigkeit als Haus
frau begründet werden (
Urk.
5/110 S. 26).
Im psychiatrischen Teilgutachten führte
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychologie, aus, die Explorandin betrete das Un
tersuchungszimmer etwas schwunglos, ansonsten in unauffälligem Gang. Wäh
rend der Untersuchung sitze sie ruhig da, nehme gut Blickkontakt auf und könne diesen unauffällig halten. Die Bewusstseinslage und Orientierung seien unauffällig. Phasenweise zeige sie einen eher müden, phasenweise spon
tan einen energisch schwungvollen Antrieb
, wobei sie einerseits ein energisches Ausdrucksverhalten bei sie verärgernden Themen und anderer
seits Tränen in den Augen beim Gespräch über ihre erste Ehe zeige. Formal bes
tünde eine gewisse Einschränkung
auf die erste Ehe mit
Zwangsverhei
ratung
, dann wieder könne sie frei und plastisch über ihre drei Kinder be
richten. Überwertige Ideen, Wahn, Phobien, Wahrnehmungsstörungen und
Ich-Störungen bestünden nicht (
Urk.
5/110 S. 31).
Die Explorandin habe vor dem Hintergrund akzentuierter Probleme und emo
ti
onaler Konflikte eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung mit se
kun
därer
Entwicklung einer rezidivierend depressiven Störung entwickelt. In der aktuellen Exploration werde das Ausmass einer auch nur
leichtgradigen
, rezidivierend depressiven Störung nicht erreicht, weshalb die Diagnose einer
rezidivierend depressiven Störung, gegenwärtig remittiert, gestellt werden könne
.
Die bestehenden emotionalen Schwankungen seien unter die
soma
to
forme
Schmerzstörung zu subsumieren. Eine posttraumatische
Belastungs
störung
liege nicht vor. Zwar seien während der ersten Ehe dramatische Umstände vorgelegen und
die Explorandin
sei vom Vater mit dem Tode be
droht worden.
Sie
sei jedoch nach ihrer Trennung ins Elternhaus zurück
gekehrt und mache nun jährlich im Elternhaus Ferien. Zudem sei es ihr ohne
Ver
meideverhalten
möglic
h, über ihre Ehe zu sprechen. Die psychiatrische Be
handlung sei bereits vor Jahren abgeschlossen worden, in der Folge habe die Explorandin auch keine Psychopharmaka mehr eingenommen (
Urk.
5/110 S. 36-37).
Zur Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
E._
aus, aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte aufgrund einer 10%igen Rendement-Verminderung bei anhalten
der
somatoforme
r
Schmerzstörung in ihrer Arbeitsfähigkeit zu 10 % einge
schränkt (
Urk.
5/110 S. 39).
In der interdisziplinären Zusammenfassung führten die Gutachter zur Arbeits
fähigkeit aus, aus rheumatologischer Sicht habe sich seit dem Jahr 2008 keine bedeutende Änderung ergeben, es liege kein relevantes Leiden vor, das eine Arbeitsunfähigkeit begründen würde. Aus internistischer Sicht sei die Versicherte für leichte körperliche Tätigkeiten nicht eingeschränkt. Aus psy
chiatrischer Sicht bestehe eine Rendement-Verminderung von 10
%
. Im Übrigen sei die Versicherte hingegen arbeitsfähig.
Insgesamt
sei daher von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte Tätigkeiten auszu
gehen (
Urk.
5/110 S. 47).
4.
4.1
Entgegen der Ansicht de
r
Beschwerdeführer
in
vermag das Gutachten zu
über
zeugen.
Es beruht auf sorgfältigen, allseitigen Untersuchungen (Urk. 5/110
S.
11-20, S.
23-24, S.
27-31), berücksichtigt die geklagten Be
schwerden (
Urk.
5/110 S.
16, S.
22-23, S.
30) und wurde in Kenntnis der
Vorakten
abge
geben (
Urk.
5/110 S. 5-9).
Die Beschwerdeführerin bringt vor, der Hinweis des begutachtenden Rheu
ma
tologen darauf, dass sie beim Betreten des Untersuchungszimmers gelacht habe,
sei tendenziös und begründe eine Befangenheit. Gleiches gelte für die Bemerkung, sie eine Viel-
Konsultiererin
. Damit liege ein
Ausstands
grund
vor (
Urk.
1
S.
4
).
Soweit
die Beschwerdeführerin mit diese
m
Vorbringen geltend
macht
, das Gut
achten sei aufgrund der Befangenheit der Gutachter
unverwertbar
, ist
da
rauf hinzuweisen, dass die Gutachter
ihre Beobachtungen und Schlussfol
ge
rungen neutral darlegten. Es ergibt sich aus den Akten, dass die Beschwer
de
führerin sowohl in der Schweiz als auch in ihrem Heimatland diverse Ärzte aufsuchte. Inwiefern der Hinweis darauf tendenziös sein sollte, ist nicht ersichtlich.
Zudem
entspricht
es
medizinischen Standards, in den Gutachten
das Auftreten sowie das Erscheinungsbild
der Exploranden
zu beschreiben
, weshalb
auch die Beobachtung
, die Beschwerdeführerin habe beim Betreten des Untersuchungszimmers gelacht, auf keine Befangenheit schliessen lässt.
Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, die Gutachter hätten sich nicht damit auseinandergesetzt, dass sie im Ambulatorium für Folter- und
Kriegsopfer behandelt worden sei und diverse Suizidversuche hinter sich ha
be (
Urk.
1 S.
4-5).
Damit sei das psychiatrische Gutachten in anamnesti
scher Hinsicht unvollständig, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne (
Urk.
1 S. 9).
Zudem
s
ei
die Diagnose der Posttraumatischen
Belastungsstö
rung
zu Unrecht negiert worden (
Urk.
1 S. 8).
Der Bericht des
F._
findet sich im Gutachten bei den berücksichtigten
Vorakten
(
Urk.
5/110
S
. 6). Zudem wurde bei der psychiatrischen Beurteilung explizit darauf hingewiesen, die Be
schwerdeführerin sei zwangsverheiratet und während der Ehe bedroht wor
den, weshalb sie mehrere Suizidversuche unternommen habe (Urk. 5/110 S. 32).
Dr.
E._
legte dar, die Beschwerdeführerin vertrete ein deutliches Ausmass an Somatisierung und ein weitgehend asomatisch ausgerichtetes Krankheitskonzept mit im Vordergrund stehenden Blutdruckproblemen und generalisierten Schmerzen. Erst in zweiter Linie spreche sie von der
Zwangs
verheiratung
und den schwierigen Verhältnissen in der ersten Ehe (
Urk.
5/11
0 S.
36). Diese Ausführungen zeigen, dass Dr.
E._
eine aus
führliche Anam
nese erhob und sich eingehend mit
den relevanten
Vorakten
aus
einander
setzte
. Weiter legten die Gutachter schlüssig dar, weshalb im
Unter
suchung
s
zeitpunkt
keine Posttraumatische Belastungsstörung vorlag
. Dabei setzten sie sich mit den Berichten der Psychiatrischen Poliklinik auseinander und be
grün
deten
ihre Diagnosestellung
nachvollziehbar
(Urk. 5/1
10 S. 36).
Schliesslich bringt die Beschwerdeführerin vor, bei der gutachterlichen Beur
teilung
handle
es sich um eine andere Einschätzung
eines unveränderten
Sachverhalts, was die Gutachter auch selber festgehalten hätten. Ihre An
sichten würden sie
zudem
nicht begründen. Es würde nicht aufgezeigt, wel
che konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu der neuen diagnostischen Beurteilung geführt hätten, weshalb kein Revisionsgrund vorliege (
Urk.
1 S. 7-9).
Während
im
Bericht der psychiatrischen Poliklinik des
A._
vom 1
6.
Dezember 2008
die Hauptdiag
nose einer
mittelgradige
n
de
pressive
n
Störung
gestellt wurde
, wurde im
Y._
-Gutachten schlüssig dar
ge
tan, dass die damals im Vordergrund stehende depressive Störung
remit
tiert ist (Urk. 5/110 S. 36).
Es konnten weder Konzentrationsstörungen noch ande
re kognitive Störungen eruiert werden. Die Beschwerdeführerin unter
hält tragfähige Beziehungen und die psychiatrische Behandlung wurde vor Jahren abgeschlossen (
Urk.
5/110 S. 36-37).
Dr.
E._
hielt explizit fest, im Ver
gleich zum Bericht der psychiatrischen Poliklinik vom 1
6.
Dezember 2008
liege
eine deutliche Besserung der affektiven Symptomatik vor (Urk. 5/110 S.
40). Er begründete dies nicht nur mit den aktuell erhobenen Befunden
, son
dern auch mit den intakten sozialen Beziehungen, so insbesondere der neu geschlossenen Ehe im Jahr 2010 und den jährlichen Ferien bei den Eltern (
Urk.
5/110 S.
36-37). Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, die An
sicht des Gutachters sei nicht begründet worden, geht daher fehl. Ebenso verhält es sich mit dem
Einwand, bei der aktuellen Einschätzung der Gut
achter handle es sich um eine andere Beurteilung des gleichg
ebliebenen Gesund
heitszustandes
.
4.2
Nach dem Gesagten ist eine Verbesserung des Gesundheitszustandes der Be
schwerdeführerin ausgewiesen, weshalb ein Revisionsgrund zu bejahen ist.
Zu prüfen bleibt damit der künftige Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
5.
5.1
Wie bereits ausgeführt, vermag das
Y._
-Gutachten vom
4.
November 2014 zu überzeugen.
Die Gutachter haben detaillierte Befunde
erhoben
und hieraus begründete Diagnosen
abgeleitet
, die medizinischen Zustände und Zusam
menhänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfol
ge
rungen nachvollzieh
bar begründet. Daher erfüllt das Gutachten die recht
sprechungsgemässen Anforderungen an beweistaugliche
Entscheidungs
grund
lagen
. Namentlich er
laubt
es entgegen der Ansicht der Beschwerde
führerin auch eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indi
katoren gemäss BGE 141 V 281 (vgl. dazu E. 1.4-1.5).
5.
2
In der rheumatologischen Untersuchung konnten nur wenige objektivierbare pathologische Befunde erhoben werden. Beim F
inger-B
odenabstand-Test gab die Beschwerdeführerin an, sie könne die Hände nur bis auf Kniehöhe bewe
gen. Beim Anziehen der Schuhe konnte sie sich jedoch mit gestreckten Beinen nahezu bis zum Boden bücken und danach zügig wieder aufrichten ohne Schmerzreaktion. Bei der aktiven globalen Beweglichkeit der Schultern stellte der begutachtende Rheumatologe eine deutliche Selbstlimitierung fest (
Urk.
5/110 S. 24). Dr.
E._
führte im psychiatri
schen Teilgutachten aus, es bestünden gewisse Inkonsistenzen in den Angaben (Urk. 5/110 S. 37).
5.
3
Die
begutachtenden Ärzte sind in Anwendung der bisherigen Rechtsprechung zu den
somatoforme
n
Schmerzstörungen zum Ergebnis gelangt, dass
die
so
matoforme
Schmerzstörung de
r
Beschwerde
führer
in
als
weitgehend
über
wind
bar zu gelten ha
be
und
sie
in
einer angepassten
Tätigkeit
zu 90 %
ar
beits
fähig
sei
.
Die Beschwerde
führerin machte geltend, vor dem Hintergrund der Rechtsprechungsänderung seien die Abklärungen als ungenügend anzu
sehen (Urk. 1 S. 9-10). Dieser An
sicht kann nicht gefolgt werden. Wie das Bundes
gericht ausführte, verlieren bereits vor der Rechtsprechungsänderung einge
holte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung zu entscheiden, ob auf die vorhandene
Beweis
grund
lage
abgestellt werden kann (
vgl. BGE 141 V 281 E. 8)
, weshalb nach
folgend die Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin anhand der vom Bun
desgericht genannten Indikatoren
zu prüfen ist
.
5.
4
Unter dem Aspekt „funktioneller Schweregrad“ ist in Betracht zu ziehen, dass die diagnoserelevanten Befunde und Symptome nicht besonders ausgeprägt erscheinen.
Zudem konnte die Beschwerdeführerin von der integrativ psychi
atrischen Behandlung profitieren, womit ein Behandlungserfolg zu bejahen ist (
Urk.
5/110 S.
38).
Ebenfalls zu erwähnen sind die nicht ausgeschöpften Therapieversuche aus internistischer Sicht (
Urk.
5/110 S. 20).
Was den Indi
kator „
Komorbiditäten
“ betrifft, wies der psychiatrische Gutachter darauf hin, dass
keine relevante psychische Komor
bidität bestehe
(Urk.
5/110 S.
37
).
Weiter
konnten
weder chronische
körperliche
Begleiterkrankungen
, welche
sich auf die Arbeitsfähigkeit
auswirk
t
,
noch ein primärer
Krankheitsge
winn
festgestellt werden
(Urk. 5/110 S. 38). Zum Komplex
„Sozialer Kontext“
ist
festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin über zahlreiche Ressourcen ver
fügt
. So lebt sie in einer intakten Ehe, unterhält gute Beziehungen zu ih
ren Kin
dern, verbringt
regelmässig
Ferien bei ihren Eltern in der Türkei und
ver
fügt über tragfähige Beziehungen
zu
den Brüdern, Onkeln und Anver
wand
ten (Urk. 5/110 S. 37).
5.
5
Zum -
be
weisrechtlich
entscheidenden - Aspekt der
„
Konsistenz
“
ist zu erwäh
n
en, dass die aktenkundigen Behandlungsbemühungen nicht auf einen ausgeprägten
Leidensdruck
schliessen
lassen. Zwar
befindet sich die Be
schwerdeführerin in ärztlicher Behandlung. Sie befolgte jedoch
wiederholt ärztliche Ratschläge nicht (
Urk.
5/110 S. 20).
Zudem nimmt sie – entgegen ihren Angaben – die ihr verordneten Medikamente nicht ein, was in der Laboruntersuchung festgestellt werden konnte (
Urk.
5/110 S. 37)
.
5.
6
Demnach sind auch unter Berücksichtigung der nunmehr im Regelfall be
acht
li
chen Standardindikatoren (vgl. E.
1.
5
) erhebliche funktionelle Aus
wir
kungen der Schmerzstörung auf die Arbeitsfähigkeit nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
Gewisse Einschränkungen sind in
dessen
vorhanden, weshalb auf die von Dr.
E._
attestierte 10%ige Ein
schrän
ku
ng abzustellen ist.
5.
7
Mit dem im Sozialversicherungsrecht
massgebenden
Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist daher von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit der Be
schwer
deführerin in einer angepassten Tätigkeit auszugehen.
6.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte
Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut
bare
Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
In
valideneinkommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
ein
kommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er
folgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig mög
lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des
Einkom
mensvergleichs
gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art.
16 ATSG
grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen zif
fern
mässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Mass
gabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewon
nenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorge
nommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Fest
legung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegen
über
stel
lung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erziel
bare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, wäh
rend das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Pro
zentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der
Invali
ditätsgrad
ergibt (sog. Prozentvergleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E.
3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur
mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit
Pro
zentzahlen
bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Vali
den- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwert
e von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs.
2 IVG) ein
deutig über- oder untersch
r
eitet (Urteil des Bun
desgerichts 8C_333/2013 vom 11.
Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
6.3
Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin über keine Ausbil
dung verfügt und lediglich für kurze Zeit erwerbstätig war. Mangels formaler hiesiger Qualifikation wäre die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Einschränkung daher als Hilfskraft tätig.
Wie vor
stehend dargelegt, ist die Beschwerdeführerin in der Lage,
leichte körperliche Tätigkeiten mit einem Beschäftigungsgrad von 90
%
auszuführen
. Da
sie
auch in dieser Tätigkeit als Hilfskraft zu qualifizieren ist, kann zur Bestimmung des Validen- sowie Invalideneinkommens auf denselben Lohn abgestellt werden.
Damit erübrigt sich ein
ziffernmässiger
Einkommensvergleich, und es kann eine Gegenüber
stellung
blosser
Prozentzahlen vorgenommen werden (9C_22/2014 vom 18. Februar 2014 E. 3.2).
6.4
D
ie Beschwerdeführerin ist zu 90
% arbeitsfähig. Selbst unter der
grosszügi
gen
Annahme eine
s
behi
nderungsbedingten Abzugs von 10
% resultiert ein
rentenausschlie
ssender
Invaliditätsgrad von
19
%, womit die angefochtene Verfügung im Resultat nicht zu beanstanden ist.
7.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in psychiatrischer Hinsicht verbessert hat, weshalb ein Revisionsgrund vorliegt. Seit dem November 2014 sind ihr leichte körperliche Tätigkeiten mit einem Besch
äftigungsgrad von 90
% zumutbar, weshalb in Anwendung von
Art.
88a der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
seit dem
1.
Februar 2015 kein invalidisierender Gesundheitsschaden mehr ausgewiesen ist. Die Verfügung vom 2
9.
Januar 2016 ist
daher
rechtens und die Beschwerde abzuweisen.
8.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen und
ausgangsge
mäss
von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).