Decision ID: e79364ba-930d-43c8-995f-a590e6029b05
Year: 2018
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
weiterer (Sachverhalts-) Abklärungen, wobei namentlich den
Auswirkungen der massiv eingeschränkten Arm-, Hand- und
Fingerfunktionen auf die einzelnen Bereiche Rechnung zu tragen sei.
Diese erheblichen Auswirkungen würden in der angefochtenen Verfügung
nicht oder nur ungenügend berücksichtigt.
5. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Oktober 2017 beantragte die IV-Stelle
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Da
in der Beschwerde keine neuen rechtserheblichen Tatsachen vorgebracht
worden seien, werde auf die Wiederholung der Begründung in der
angefochtenen Verfügung verzichtet und darauf verwiesen.
6. In der (freigestellten) Replik vom 16. Oktober 2017 hielt der
Beschwerdeführer präzisierend fest, er lebe nicht zusammen mit seiner
Ehefrau in der gleichen Wohnung. Soweit die Beschwerdegegnerin das
Gegenteil behaupte, verkenne sie den massgebenden Sachverhalt. Der
Beschwerdeführer wohne zusammen mit dem Onkel der Ehefrau im
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Parterre der Liegenschaft in X._. Die Ehefrau wohne im 1. OG. Er
und seine Ehefrau teilten sich keine gemeinsame Wohnung. Die
Parterrewohnung sei zu klein, als das dort nebst ihm und der Ehefrau
auch noch der Onkel leben könnte. Der Beschwerdeführer könne nur in
der Parterrewohnung leben, weil die oberen Stockwerke
behinderungsbedingt nicht zugänglich seien. Der Onkel könne alters- und
gesundheitsbedingt einzig die Parterrewohnung, an welcher er ein
lebenslängliches Wohnrecht habe, bewohnen. Es werde deshalb an der
Beschwerde unverändert festgehalten.
7. In ihrer Duplik vom 7. November 2017 entgegnete die
Beschwerdegegnerin noch, die Ehefrau des Beschwerdeführers schlafe
zwar aus Platzgründen in der oberen Wohnung; aus den Akten ergebe
sich aber, dass der Beschwerdeführer und die Ehefrau faktisch in
derselben Wohnung wohnten und der Beschwerdeführer von der Ehefrau
Pflege und Hilfe von einigen Stunden pro Tag in Anspruch nehme.
Folglich sei die Feststellung der Beschwerdegegnerin, dass der
Beschwerdeführer und die Ehefrau im selben Haushalt wohnten, korrekt,
womit die vorgenommene Reduktion wegen Erwachsenen im selben
Haushalt gerechtfertigt gewesen sei.
Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit
erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen
IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle
anfechtbar. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom
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14. August 2017 stellt somit ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Die
sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in
Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressat der strittigen
Verfügung ist der Beschwerdeführer berührt und weist ein schutzwürdiges
Interesse an deren Aufhebung oder Änderung auf (Art. 59 ATSG). Auf die
im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit
einzutreten.
1.2. Streitig und zu prüfen ist hier, ob die Beschwerdegegnerin den gewährten
Assistenzbeitrag von im Durchschnitt Fr. 1'762.60 pro Monat bzw.
maximal Fr. 19'388.60 pro Jahr korrekt ermittelt hat oder ob ein höherer
Unterstützungsbeitrag zum Erhalt und zur Förderung der
Selbstständigkeit des seit einem Traktorunfall schwerbehinderten
Beschwerdeführers von mehr als Fr. 2'643.90 pro Monat – so wie in der
Beschwerde beantragt und begründet – gerechtfertigt und angemessen
gewesen wäre.
2.1. Nach Art. 42quater Abs. 1 lit. a-c IVG haben Anspruch auf einen
Assistenzbeitrag, volljährige Versicherte, die eine Hilflosenentschädigung
der Invalidenversicherung nach Art. 42 Abs. 1-4 beziehen und zu Hause
leben. Ein Assistenzbeitrag wird für Hilfeleistungen gewährt, die von der
versicherten Person benötigt werden und die nicht bereits durch andere
Leistungen gedeckt sind. Die Hilfeleistungen müssen gemäss Art.
42quinquies lit. a-b IVG regelmässig und für eine bestimmte Dauer von einer
natürlichen Person (Assistenzperson) erbracht werden, die nicht zu den
Familienangehörigen zählt und die von der versicherten Person oder ihrer
gesetzlichen Vertretung im Rahmen eines Arbeitsvertrages angestellt ist.
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2.2. In Art. 42sexies IVG wird der Umfang des Assistenzbeitrages umschrieben.
Nach Abs. 1 lit. a-c ist Grundlage für die Berechnung des
Assistenzbeitrags, die für die Hilfeleistungen benötigte Zeit. Davon
abgezogen wird die Zeit, die den Leistungen der Hilflosenentschädigung
nach Art. 42-42ter, den Beiträgen für Dienstleistungen Dritter anstelle
eines Hilfsmittels nach Art. 21ter Abs. 2 sowie dem für die Grundpflege
ausgerichteten Beitrag der obligatorischen Krankenpflegeversicherung an
Pflegeleistungen nach Art. 25a KVG entspricht. Laut Art. 42sexies Abs. 4 lit.
a-b IVG legt der Bundesrat u.a. die Bereiche und die minimale und
maximale Anzahl Stunden, für die ein Assistenzbeitrag ausgerichtet wird,
sowie die Pauschalen für Hilfeleistungen pro Zeiteinheit im Rahmen des
Assistenzbeitrages fest.
2.3. Nach Art. 39c lit. a-c und i der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV; SR 831.201) kann der Hilfebedarf u.a. in den Bereichen alltägliche
Lebensverrichtungen, Haushaltsführung, gesellschaftliche Teilhabe,
Freizeitgestaltung und Nachtdienst anerkannt werden. Laut Art. 39e Abs.
2 lit. a IVV gelten für Hilfeleistungen in den Bereichen nach Art. 39c lit. a-c
pro alltägliche Lebensverrichtung, die bei der Festsetzung der
Hilflosenentschädigung festgehalten wurde, folgende monatlichen
Höchstansätze: Bei leichter Hilflosigkeit 20 Stunden; bei mittlerer
Hilflosigkeit 30 Stunden und bei schwerer Hilflosigkeit 40 Stunden.
Gemäss Art. 39f Abs. 1 IVV beträgt der Assistenzbeitrag Fr. 32.90 pro
Stunde. Der Assistenzbeitrag für den Nachtdienst, der von der IV-Stelle
nach Intensität der zu erbringenden Hilfeleistung festgelegt wird, beträgt
höchstens Fr. 87.80 pro Nacht (Abs. 3). Nach Art. 39g Abs. 1 IVV
berechnet die IV-Stelle die Höhe des Assistenzbeitrages pro Monat und
pro Jahr. Dabei beträgt der Assistenzbeitrag pro Jahr das 12-fache des
Assistenzbeitrages pro Monat (Abs. 2 lit. a); das 11-fache des
Assistenzbeitrages pro Monat (lit. b), wenn (1) die versicherte Person mit
der Person – mit der sie verheiratet ist oder in eingetragener
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Partnerschaft lebt oder eine faktische Lebensgemeinschaft führt oder in
gerader Linie verwandt ist – im selben Haushalt lebt, und (2) die Person,
mit der sie im selben Haushalt lebt, volljährig ist und selber keine
Hilflosenentschädigung bezieht (vgl. zum Ganzen: Kreisschreiben über
den Assistenzbeitrag [KSAB], gültig ab 01.01.2015, Stand 01.01.2017,
samt Anhängen [besonders Anhänge 3, 5 und 6]; BGE 140 V 543 E.3.2,
Urteile des Bundesgerichts 8C_161/2016 vom 26. August 2016 E.3.1.2.1
und 3.1.2.3 sowie 8C_226/2014 vom 21. November 2014, insbesondere
E.4.2.2, 5.1 und 8.2.2). Allgemein sei noch erwähnt, dass der
Assistenzbeitrag als 'neue Versicherungsleistung' mit der IV-Revision 6a
im Jahre 2012 zur Förderung der eigenverantwortlichen und
selbstbestimmten Lebensführung von Behinderten eingeführt wurde (vgl.
BBl 2010 S. 1865 ff.).
2.4. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat ein Abklärungsbericht
unter dem Blickwinkel der Hilflosigkeit oder des Pflegebedarfs folgenden
Anforderungen zu genügen: Als Berichterstatterin wirkt eine qualifizierte
Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie
der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden
Beeinträchtigungen und Hilfsbedürftigkeiten hat. Bei Unklarheiten über
physische und psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf
alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen
Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die
Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei
divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der
Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert
bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie den
tatbestandsmässigen Erfordernissen der dauernden Pflege und der
persönlichen Überwachung und nach der lebenspraktischen Begleitung
sein. Schliesslich hat der Bericht in Übereinstimmung mit den an Ort und
Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der
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Abklärungsbericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage darstellt, in
das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar
feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere
der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am
konkreten Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige
Gericht. Diese Rechtsprechung ist auch massgeblich beim Eruieren des
gesamten Hilfebedarfs mit Blick auf den Assistenzbeitrag (BGE 140 V 543
E.3.2.1 S. 547 m.w.H.)
2.5. Weiter hat das Bundesgericht wiederholt festgehalten, dass es selbst für
die betroffene Person schwierig sei, den jeweils benötigten Zeitbedarf
zuverlässig einschätzen zu können. Es sei deshalb notwendig, den
Bedarf mittels eines standardisierten Abklärungsinstruments zu ermitteln.
Es ermögliche, die persönliche, subjektiv gefärbte Einschätzung anhand
von wissenschaftlich evaluierten und praxiserprobten Minutenwerten
gleichsam einer Plausibilitätskontrolle zu unterziehen. Würde stets
unbesehen ohne Gegenprüfung auf die Angaben der betroffenen
Personen abgestellt, könnte dies je nach Selbstwahrnehmung selbst bei
ähnlich gelagerten Beschwerdebildern und vergleichbaren funktionellen
Einschränkungen zu unterschiedlichen Ergebnissen und damit zu einer
nicht gerechtfertigten Ungleichbehandlung von Versicherten führen, so
das Bundesgericht in den zwei Urteilen 8C_161/2016 E.3.1.2.3 und
8C_226/2014 E.8.2.
3.1. Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin auf die am 19. Januar 2017 vor
Ort durchgeführten Erhebungen, deren Ergebnisse im mit dem
standardisierten Abklärungsinstrument FAKT2 erstellten
Abklärungsbericht festgehalten wurden (vgl. Bg-act. 164), einen Anspruch
des Beschwerdeführers auf einen Assistenzbeitrag von Fr. 1'762.60 pro
Monat bzw. Fr. 19'388.60 pro Jahr sowie einen pro Monat maximal in
Rechnung zu stellenden Betrag von Fr. 2'643.90 ermittelt (Bg-act. 164 S.
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71 sowie angefochtene Verfügung vom 14. August 2017 – Bg-act. 203 S.
5).
3.2. Der Beschwerdeführer beanstandet die standardisierte Methode der
Ermittlung des Hilfebedarfs (FAKT2) zu Recht nicht, da dieses
Abklärungsinstrument anerkanntermassen grundsätzlich geeignet ist, den
gesamten Hilfebedarf einer versicherten Person zu ermitteln (BGE 140 V
543 E.3.2 sowie auch KSAB Rz. 4005). Der Beschwerdeführer kritisiert
jedoch, die Beschwerdegegnerin habe seinen Hilfebedarf falsch und/oder
unvollständig berücksichtigt bzw. eingeschätzt. Unter Hinweis auf seine
Selbstdeklaration vom 12. Dezember 2016 (Bg-act. 154) und den
Abklärungsbericht von Dr. med. B._, Schweizer Paraplegiker-
Zentrum, vom 11. November 2016 (Bg-act. 187 S. 5 f.; Bf-act. 3)
bemängelt der Beschwerdeführer die Beurteilung einzelner Positionen der
Abklärungsperson in den Bereichen alltägliche Lebensverrichtungen (Ziff.
1 [Bg-act. 164 S. 12 ff.]) und Haushalt (Ziff. 2 [Bg-act.164 S. 30 ff.]). Er
macht insbesondere geltend, er sei aufgrund seiner eingeschränkten
Arm-, Hand- und Fingerfunktionen stärker beeinträchtigt als von der
Beschwerdegegnerin behauptet. Sodann wendet er ein, dass eine
Reduktion wegen Erwachsenen im gleichen Haushalt nicht zulässig sei
(Ziff. 2.2.3, 2.3.3, 2.4.4 und 2.5.3 [Bg-act. 164 S. 34, 36, 40 und 43]).
Ferner macht er geltend, dass ein Zusatzaufwand zu berücksichtigen sei,
dies für Transport / Begleitung zum Arzt-/ Therapiekonsultationen (Ziff.
2.4.5 [Bg-act. 164 S. 40]) und den behinderungsbedingt grossen
Wäscheverbrauch (Ziff. 2.5.4 [Bg-act. 164 S. 43]).
3.3. Die behinderungsbedingten Einschränkungen werden sodann nach einem
Stufensystem mit den unterschiedlichen Behinderungsgraden (Stufen 0-4)
im Detail wie folgt festgelegt (Bg-act. 164 S. 12 und KSAB Ziff. 4.1.2.1):
Stufe 0 = selbstständig (mit Hilfsmitteln), versicherte Person braucht keine Hilfe
Stufe 1 = versicherte Person kann fast alles selbst erledigen, benötigt
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punktuell direkte oder indirekte Hilfe Stufe 2 = versicherte Person kann einen Teil der Verrichtung / Tätigkeit
selbstständig übernehmen, andernfalls ist direkte Hilfe oder stets Anleitung und Kontrolle nötig
Stufe 3 = versicherte Person kann nur geringe Eigenleistungen vollbrin- gen, benötigt in grossem Umfang direkte Hilfe oder häufig Überwachung
Stufe 4 = versicherte Person kann gar nichts selbstständig tun, braucht umfassende direkte Hilfe oder ständige Anleitung und Überwa- chung bei allen Verrichtungen.
4. Im Einzelnen betreffen die Rügen des Beschwerdeführers nachfolgende
Bereiche im FAKT2-Abklärungsbericht vom 19. Januar 2017: Unter dem
Titel 'Alltägliche Lebensverrichtungen' wurden die Ziff. 1.1.1
(Zusammenstellen Kleider/Wäschewechsel), Ziff. 1.3.1 (Vorbereiten
Nahrungsaufnahme) und Ziff. 1.4.5 (Kosmetik/Rasieren), sowie unter
'Haushalt' die Ziff. 2.3.1 (Tageskehr), Ziff. 2.4.2 (Einkaufen/Versorgen),
Ziff. 2.4.3 (andere Besorgungen), Ziff. 2.4.5 (Zusatzaufwand für
Transport) und Ziff. 2.5.4 (Zusatzaufwand für behinderungsbedingt
grossen Wäscheverbrauch), sowie schliesslich unter 'Reduktion/Abzüge
wegen Erwachsenen im selben Haushalt' die Ziff. 2.2.3 (Küchenordnung),
Ziff. 2.3.3 (Wochenkehr), Ziff. 2.4.4 (andere Besorgungen) und Ziff. 2.5.3
(Wäsche zusammenlegen/bügeln/versorgen) als ungenügend abklärt
und/oder falsch beurteilt gerügt. Statt (Einschränkungs-) Stufe 2 (3) wäre
Stufe 3 oder 4 richtig gewesen. Die dagegen erhobenen Einwände des
Beschwerdeführers gilt es im Folgenden bei jeder einzelnen Position
(Ziff.) zu prüfen und zu klären.
5.1. Im FAKT2-Abklärungsbericht Ziff. 1.1.1 beurteilte die Abklärungsperson
den Hilfebedarf für das Zusammenstellen, die Wahl und das Bereitstellen
der geeigneten Kleidung nach Massgabe der Stufe 2. Die
Beschwerdegegnerin argumentierte hierzu in der angefochtenen
Verfügung, dass es dem Beschwerdeführer trotz eingeschränkter
Fingermotorik selbstständig möglich sei, Kleider, sofern sie sich oben des
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Kleiderstapels befänden, und Kleines (wie Unterwäsche) aus dem
Schrank oder der Schublade zu nehmen. Die Stufe 2 sei damit
angemessen. Bezüglich der eingeschränkten Fingermotorik erging der
Hinweis, dass der Beschwerdeführer eigenständig Auto fahren und sich
mit dem Rollstuhl selbständig fortbewegen könne. Die Fingermotorik
präsentierte sich also nicht derart schlecht, wie vom Beschwerdeführer
dargestellt (Bg-act. 164 S. 12).
5.2. Der Beschwerdeführer kritisiert diese Einstufung und bringt vor, er habe in
der Selbstdeklaration vom 12. Dezember 2016 seinen Hilfebedarf mit
Stufe 3 angegeben. Die Beschwerdegegnerin verkenne die Realität, wenn
sie behaupte, der Beschwerdeführer könne Kleider selbständig aus dem
Schrank / der Schublade nehmen "sofern sie sich oben des Kleiderstapels
befänden" und klein seien wie beispielsweise die Unterwäsche. Der
Beschwerdeführer habe durch den Unfall nahezu die gesamten Hand-
und Fingerfunktionen eingebüsst. Laut Abklärungsbericht vom 11.
November 2016 von Dr. med. B._ des Schweizer Paraplegiker-
Zentrums könne der Beschwerdeführer die rechte Hand praktisch nicht
öffnen und links sei zudem nur der Zeigefinger z.B. für das Bedienen
einer Tastatur brauchbar. Der Beschwerdeführer könne somit seine
Kleider nicht selbständig aus dem Schrank behändigen. Daran ändere
weder die Grösse des Kleidungsstücks noch dessen Lage im Schrank
etwas.
5.3. Aus Sicht des Gerichts geht aus den medizinischen Akten hervor, dass
beim Beschwerdeführer eine stark eingeschränkte Fingermotorik besteht.
Es besteht eine praktische Funktionslosigkeit der rechten Hand, diese
kann praktisch gar nicht geöffnet werden und es besteht eine massiv
eingeschränkte Gebrauchsfähigkeit der Finger der linken Hand. Eine
Computertastatur könnte maximal mit dem Zeigefinger bedient werden
(vgl. die Abklärungsberichte von Dr. med. B._ vom 8. November
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2016 und 11. November 2016 [Bg-act. 138 S.1 f. und Bg-act. 187 S. 5 f.;
Bf-act. 3]). Zutreffend ist aber auch, dass sich der Beschwerdeführer
selbständig mit dem Rollstuhl ebenerdig fortbewegen kann (vgl.
Abklärungsbericht Hilfsmittelentschädigung vom 24. Oktober 2016 [Bg-
act. 127 S. 1] – 'die Finger der rechten Hand seien zusammengezogen
und liessen sich nicht öffnen. Dennoch schaffe es der Beschwerdeführer
mit dieser Hand das Rad des Rollstuhls auf ebenem Boden
voranzutreiben'). Überdies kann der Beschwerdeführer auch Auto fahren
(vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts [VGU] S 17 45 vom 31. Januar 2018
betreffend 'Kostenübernahme für Fahrzeugumbau'). Das Gericht ist daher
zur Auffassung gelangt, dass kein Anlass besteht, korrigierend in die
Beurteilung der Abklärungsperson einzugreifen, da eine Fehleinschätzung
nicht erkennbar ist. Aktenkundig trifft es nämlich nicht zu, dass der
Beschwerdeführer trotz eingeschränkter Fingermotorik überhaupt nichts
mehr selber machen kann.
6.1. Im FAKT2-Abklärungsbericht Ziff. 1.3.1 beurteilte die Abklärungsperson
den Hilfebedarf zur Vorbereitung der Nahrungsaufnahme (Einschenken,
Schöpfen, Pürieren, Brot streichen/schneiden etc., Nährlösung bereit
machen) ebenso nach Massgabe der Stufe 2 (Bg-act. 164 S. 17). Die
Beschwerdegegnerin wies in der angefochtenen Verfügung darauf hin,
dass es dem Beschwerdeführer selbständig möglich sei, Brot zu
streichen, sofern die Konsistenz des Aufstrichs nicht zu hart sei, und ein
Glas einzuschenken, sofern die Flasche stabil und nicht zu voll sei. Stufe
2 sei damit nicht zu beanstanden (Bg-act. 203 S. 2).
6.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, sein Hilfebedarf liege auf Stufe 3.
Er könne das Essen nicht selbst schöpfen und/oder aus Schüsseln auf
den Teller geben. Auch könne er keine Flaschen, Joghurts, Fleisch-,
Käse-, Gemüseverpackungen etc. öffnen. Der Beschwerdeführer sei im
vorliegenden Bereich weitaus stärker beeinträchtigt als von der
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Beschwerdegegnerin behauptet. Der Grund dafür liege in den
eingeschränkten Arm- und praktisch inexistenten Fingerfunktionen.
6.3. Das streitberufene Gericht vermag sich der Auffassung der
Beschwerdegegnerin – in Würdigung der Beurteilung im Assistenzbogen
(Bg-act. 164 S. 17) – anzuschliessen. Die stark eingeschränkte
Fingermotorik ist bei der Beurteilung des Assistenzbeitrags genügend
berücksichtigt worden, womit auch hier keine Veranlassung für allfällige
Korrekturen besteht.
7.1. Im FAKT2-Abklärungsbericht Ziff. 1.4.5 beurteilte die Abklärungsperson
den Hilfebedarf bezüglich Kosmetik (eincremen, rasieren, kämmen,
bürsten, frisieren, schminken) gleichermassen mit der (Behinderten-)
Stufe 2 (Bg-act. 164 S. 23). Die Beschwerdegegnerin hielt dazu in der
angefochtenen Verfügung fest, dass es dem Beschwerdeführer möglich
sei, sich zu kämmen und oberflächlich (elektrisch) zu rasieren. Folglich
sei, auch wenn der letzte Teil der Rasur durch Dritte durchgeführt werden
müsse, der Hilfebedarf im Bereich Kosmetik auf Stufe 2 korrekt (Bg-act.
203 S. 3).
7.2. Der Beschwerdeführer macht auch hier die Stufe 3 geltend. Es stimme
nicht, dass er sich 'oberflächlich rasieren könne. Er könne sich nur dann
und 'oberflächlich' rasieren, wenn zuvor jemand den Rasierapparat
behändigt, eingestellt und ihm in die Hand gelegt habe. Ohne diese
vorgängige Dritthilfe könne sich der Beschwerdeführer überhaupt nicht
selbständig rasieren, auch nicht bloss oberflächlich. Oberflächlich heisse,
dass es nach erfolgter Rasur durch den Beschwerdeführer stets einer
Nachrasur durch Dritte bedürfe. Wegen der eingeschränkten Arm-, Hand-
und Fingerfunktionen sei es dem Beschwerdeführer nicht möglich, sich
überall im Gesicht zu rasieren. Eine selbständige Rasur sei ihm weder im
Rahmen einer bloss oberflächlichen noch gründlichen Rasur möglich.
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7.3. Das Gericht erachtet auch hier die Einreihung in Stufe 2 als gerechtfertigt.
Es ist nämlich nicht ersichtlich, wieso die selbständige oberflächliche
Rasur dem Beschwerdeführer trotz eingeschränkter Hand- und
Fingerfunktionen nicht möglich und zumutbar sein sollte. Daran ändert
auch der Umstand nichts, dass eine Nachrasur durch Dritte durchgeführt
werden muss. Im Analyseelement FAKT2 im Bereich Kosmetik (Bg-act.
164 S. 12) wurde hierzu festgestellt: "Kann sich routinemässig selbst
rasieren, benötigt aber Anleitung (verliert sich in Zwängen und Ritualen)".
Die Einreihung in Stufe 2 erscheint damit plausibel und gerechtfertigt,
zumal beispielsweise beim Rasieren die rechte Hand zwar beinahe
unbrauchbar ist, mit einem Elektrorasierapparat sollte es für den
Beschwerdeführer jedoch dennoch möglich sein, sich selbständig zu
rasieren. Im Übrigen verhält es sich so, dass selbst ein Rechtshänder mit
entsprechender Übung irgendwann mit der linken Hand rasieren kann, da
es auch eine Pflicht zur Selbsthilfe gibt.
8.1. Beim "Haushalt" hielt die Abklärungsperson im FAKT2-Abklärungsbericht
unter Ziff. 2.3.1 den Hilfebedarf zur Tageskehr (allgemeine Ordnung, Bett
machen, Sichtreinigung Bad, kleinere handwerkliche Aufgaben) die Stufe
3 für angemessen und gerechtfertigt (Bg-act. 164 S. 35). Die
Beschwerdegegnerin machte in der angefochtenen Verfügung geltend
(Bg-act. 203 S. 3), dass es dem Beschwerdeführer möglich sei, leichte
und kleine Sachen aufzuräumen (wie z.B. eine Zeitung auf die Seite zu
legen). Damit könne der Beschwerdeführer beim Aufräumen ein bisschen
mithelfen, so dass der Hilfebedarf im Bereich Tageskehr auf Stufe 3
einzuordnen sei.
8.2. Der Beschwerdeführer macht die (höhere) Stufe 4 geltend. Das ihm
mögliche 'Mithelfen' bestehe maximal darin, der aufräumenden Person
Anweisungen zu erteilen, wo was hinkomme. In der praktischen
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Ausführung sei es ihm höchstens möglich, eine herumliegende Zeitung
auf die Seite zu legen. Darüber hinausgehende Handlungen seien aber
behinderungsbedingt nicht denkbar. Dies könne bei Weitem noch nicht
als Aufräumen, geschweige denn als Verrichten der Tageskehr
bezeichnet werden. Die Möglichkeiten des Beschwerdeführers, beim
Wochenkehr mitzuwirken, tendierten daher gegen null und seien
vernachlässigbar.
8.3. Auch bei dieser Funktion erachtet das Verwaltungsgericht die Beurteilung
der Abklärungsperson mit Stufe 3 als korrekt. Die vom Beschwerdeführer
beantragte Stufe 4 würde bedeuten, dass der Beschwerdeführer im
Bereich Tageskehr auf umfassende und ständige Hilfe bei allem
angewiesen wäre. Er könnte danach gar nichts selbständig tun, bräuchte
umfassende direkte Hilfe oder ständige Anleitung und Überwachung bei
allen Verrichtungen (vgl. KSAB Rz. 4014). Dem ist hier aber nachweislich
nicht so.
9.1. Im FAKT2-Abklärungsbericht Ziff. 2.4.2 beurteilte die Abklärungsperson
den Hilfebedarf in Sachen Einkaufen, Einräumen, Versorgen (Weg
bewältigen, aus Regalen nehmen, Kommunikation mit Verkaufspersonal,
Kasse, Umgang mit Geld, Waren einpacken) nach Massgabe Stufe 3 (Bg-
act. 164 S. 39). Die Beschwerdegegnerin führte aus, dass der
Beschwerdeführer im Gerichtsverfahren S 17 45 geltend gemacht habe,
dass es ihm dank dem umgebauten Fahrzeug selbständig möglich sei,
ausserhalb des Dorfes (z.B. in Y._) soziale Kontakte zu pflegen.
Wenn ihm dies möglich sei, sei es ihm somit auch selbständig möglich,
ausserhalb des Dorfes, z.B. in Z._, wo es diverse rollstuhlgängige
Geschäfte gebe, kleine Besorgungen zu machen. Demzufolge sei ihre
Beurteilung, dass der Beschwerdeführer sehr kleine Besorgungen
(Brötchen holen etc.) selbst machen und einzelne kleine Waren an gut
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zugänglicher Stelle (z.B. in Schublade) versorgen könne, korrekt und
Stufe 3 angemessen.
9.2. Der Beschwerdeführer macht die Einreihung in Stufe 4 geltend. Er könne
nicht einmal Kleinstbesorgungen selbständig vornehmen. Denn weder in
seinem Wohnort X._ noch in der näheren Umgebung gebe es
rollstuhlgängige Geschäfte. Damit sei es dem Beschwerdeführer zum
vorneherein verwehrt, Besorgungen jeder Art selber zu erledigen. Der
Beschwerdeführer könne auch mit Hilfe seines angepassten
Personenwagens z.B. in Z._ keine kleinen Besorgungen erledigen.
Sobald er sich ausser Haus bewege, sei er mangels Kraft in den Armen
auf das Rollstuhlzuggerät Swiss Track angewiesen. Dies gelte umso
mehr, wenn er Besorgungen transportieren müsste. Damit er das
Zugfahrzeug Swiss Track an seinen Rollstuhl koppeln könne, brauche es
eine entsprechende Vorrichtung am Rollstuhl, welche sich unterhalb der
Sitzfläche zwischen den beiden kleinen Vorderrädern befinde. Die
umgesetzte Autoumbauvariante sehe vor, dass er aus dem Rollstuhl
heraus auf den Fahrersitz transferiert und den Rollstuhl anschliessend
mittels eines elektrischen Seilzuges hinter den Fahrersitz ziehe. Dazu
müsse der Rollstuhl zusammengefaltet werden, was nur möglich sei,
wenn vorher die Koppelungsvorrichtung für den Swiss Track entfernt
worden sei. Genau dies könne der Beschwerdeführer aber nicht
selbständig tun. Sowohl für das Entfernen als auch die Montage dieser
Vorrichtung sei er auf Dritthilfe angewiesen. Wolle er also z.B. in Z._
Besorgungen machen, dann bleibe er aus den genannten Gründen auch
hierfür auf ständige Dritthilfe angewiesen.
9.3. Die Beurteilung der Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin mit Stufe
3 ist nicht zu beanstanden, wenn der Beschwerdeführer die sehr kleinen
Besorgungen in einem rollstuhlgängigen Geschäft erledigen kann. Dass
es solche an seinem Wohnort aber nicht gibt, wird von der
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Beschwerdegegnerin nicht bestritten. Hingegen dürften solche
rollstuhlgängigen Geschäfte in Z._ vorhanden sein, was der
Beschwerdeführer im Übrigen gar nicht in Abrede stellt. Wenn es ihm
dank des umgebauten Fahrzeugs selbständig möglich ist, ausserhalb des
Dorfes, so z.B. in Y._, soziale Kontakte zu pflegen (vgl. Beschwerde
des Beschwerdeführers im Verfahren S 17 45 und Bg-act. 179 S. 12), so
ist es ihm nach Ansicht des Gerichts jedoch auch selbständig möglich,
ausserhalb des Dorfes, z.B. eben in Z._, kleine Besorgungen zu
machen. In Z._ stehen diverse Behindertenparkplätze zur Verfügung,
so auch bei Coop und Migros (vgl. dazu nachfolgend die Ausführungen zu
Ziff. 2.4.5). Die vorgebrachten Einwände des Beschwerdeführers
überzeugen nicht. Es ist nämlich nicht vorstellbar, dass der
Beschwerdeführer mit dem Zugfahrzeug Swiss-Track in einem
Geschäft/Laden Besorgungen machen kann, da diese Geschäfte nicht für
solche Vehikel geeignet, sondern nur mit einem Rollstuhl ohne Zusätze
befahrbar sind. Somit braucht es die Koppelung für das Anhängen des
Swiss-Tracks für die Erledigung sehr kleiner Besorgungen nicht.
10.1. Im FAKT2-Abklärungsbericht Ziff. 2.4.3 beurteilte die Abklärungsperson
den Hilfebedarf betreffs anderer Besorgungen (Post, Ämter, persönlicher
Einkauf [Kleider, CD's etc.]) mit der Stufe 2 (Bg-act. 164 S. 40). Die
Beschwerdegegnerin gab dazu an, dass der Beschwerdeführer auf
Ämtern seine Anliegen trotz der nicht rollstuhlgängigen Amtsstuben selbst
vertreten könne (z.B. telefonisch, elektronisch per E-Mail oder postalisch).
Dies gelte umso mehr, als der Schalter der Gemeindekanzlei X._ seit
dem 1. Januar 2016 generell geschlossen sei. Zudem wurde darauf
hingewiesen, dass es dem Beschwerdeführer dank dem umgebauten
Fahrzeug selbstständig möglich sei, in Z._ auf die Post zu 'gehen'
und kleine persönliche Einkäufe zu tätigen. Der Hilfebedarf Stufe 2 sei
daher berechtigt.
- 19 -
10.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, der Hilfebedarf sei in Stufe 4
einzureihen. Er sei nicht in der Lage, auf Ämtern seine Anliegen selbst zu
vertreten. In X._ sei kein einziges Amt rollstuhlgängig. Es könne auf
die Ausführungen zu Ziff. 2.4.2 (s. E.9.1.-3, hiervor) verwiesen werden.
10.3. Nach Auffassung des Gerichts verhält es sich dazu wie folgt: Wie die
Beschwerdegegnerin zu Recht ausführt, kann der Beschwerdeführer
seine Anliegen auf den Ämtern telefonisch, per E-Mail oder postalisch und
damit selbst vertreten. Dank dem umgebauten Fahrzeug ist es ihm auch
selbständig möglich, in Z._ zur Post zu fahren und ebenfalls kleine
persönliche Einkäufe zu machen. Die Einreihung Stufe 2 ist somit
rechtens.
11.1. Im FAKT2-Abklärungsbericht Ziff. 2.4.5 verneinte die Abklärungsperson
einen gesonderten Zusatzaufwand für Transporte und die Begleitung zu
Arzt- und Therapiekonsultationen (Bg-act. 164 S. 40). Die
Beschwerdegegnerin argumentierte, in Z._ stünden diverse
Behindertenparkplätze zur Verfügung. Deshalb sei es dem
Beschwerdeführer dank dem umgebauten Fahrzeug selbständig möglich,
Physiotherapie zu besuchen, so dass kein Zusatzaufwand zu
berücksichtigen sei.
11.2. Der Beschwerdeführer ist damit nicht einverstanden. Er begebe sich
derzeit dreimal pro Woche in Physiotherapie-Behandlung - zweimal in
Z._ und einmal in V._. Er sei dafür auf die Begleitung einer
Drittperson angewiesen, um zu den Therapieorten zu gelangen, weil ihm
in Z._ keine Behindertenparkplätze zur Verfügung stünden. Er könne
somit sein Fahrzeug weder selbständig parkieren, noch verlassen, noch
wieder besteigen. Dazu komme, dass er mit der erwähnten
Koppelungsvorrichtung für den Swiss-Track ebenfalls auf Dritthilfe
angewiesen sei.
- 20 -
11.3. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers gibt es in Z._ –
laut Angaben der Gemeindebehörde nach telefonischer Anfrage des
Gerichts vom 14. August 2018 – indessen mehrere öffentliche
Behindertenparkplätze. Zusätzlich stünden bei den Grossverteilern im
Lebensmittel- und Gartenbereich (Migros/Coop) weitere [private]
Behindertenparkplätze zur Verfügung. Bei Einkäufen in der Migros oder
im Coop ist es somit nicht erforderlich, das Zugfahrzeug (Swiss-Track) zu
verwenden, da dort je eigene Parkplätze neben den Ladeneingängen für
Behinderte (blaue Zonen mit spezieller Signalisation) reserviert sind und
deshalb keine längeren und mühsamen Strecken – wie das Befahren der
steilen Dorfstrasse mit Kopfsteinpflastern oder Ähnliches – mit dem
Rollstuhl zu bewältigen sind.
11.4. In dieser Hinsicht ist für das Gericht von ausschlaggebender Bedeutung,
dass der Beschwerdeführer seine benötigte Physiotherapie-Behandlung
entweder im Spital Z._ (2x pro Woche) oder sonst in der
Rehabilitationsklinik V._ (1x pro Woche) absolviert. Bei solchen
Institutionen besteht gerichtsnotorisch aber immer die Möglichkeit,
motorisiert sehr nahe an die Eingangspforten des Spitals bzw. der Reha-
Klinik zu gelangen und dort auch das benötigte Fahrzeug während den
medizinischen Behandlungszeiten auf den eigens für Behinderte
reservierten Parkfeldern abzustellen. Das Zugfahrzeug Swiss Track ist
damit für die erwähnten Konsultationen nicht nötig, sondern es reicht für
diese behinderungsbedingten Besuche der Gebrauch des Rollstuhls.
Nach dem Gesagten kann der Beschwerdeführer sein auf seine
Bedürfnisse abgestimmtes Fahrzeug selbständig parkieren, verlassen
und darauf wieder besteigen, ohne dabei auf Dritthilfe angewiesen zu
sein, um zu den Therapieorten zu gelangen. Falls dies nicht der Fall wäre,
müsste konsequenterweise das Autofahren in Frage gestellt werden. Ein
Zusatzaufwand wurde daher zu Recht verneint.
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12.1. Im FAKT2-Abklärungsbericht Ziff. 2.5.2 verneinte die Abklärungsperson
ebenso einen Zusatzaufwand für behinderungsbedingt grossen
Wäscheverbrauch (Bg-act. 164 S. 43). Die Beschwerdegegnerin
argumentierte, der Beschwerdeführer leite seinen Urin via Cystofix
(suprapubischer Katheter) ab. Sodann könnten durch das Tragen einer
Einlage allfällige Verschmutzungen der Bettwäsche aufgrund der
Darminkontinenz verhindert werden. Allfällige Verschmutzungen der
Kleider wegen der eingeschränkten Fingermotorik könnten durch das
Tragen einer Serviette/Schürze verhindert werden. Der Wäscheverbrauch
sei mit diesen Massnahmen nicht wesentlich höher als bei einer
gesunden Person, sodass auch hier kein Zusatzaufwand für vermehrte
Wäschereinigungen gerechtfertigt sei.
12.2. Der Beschwerdeführer kritisiert diese Einschätzung eindringlich. Der
Wäscheverbrauch sei wesentlich höher als bei einem nicht
gehbehinderten Menschen, der auf keinen Rollstuhl angewiesen sei.
Aufgrund der Darm- und Blasenfunktionsstörung (bei damit
einhergehender Harninkontinenz) seien seine Kleider wie auch die
Bettwäsche regelmässig beschmutzt. Überdies beschmutze er wegen der
sehr stark eingeschränkten Fingermotorik regelmässig seine Kleider auch
beim Essen und Trinken.
12.3. In Würdigung der angeführten Argumente und Gegenargumente ist das
Gericht zur Auffassung gelangt, dass den Ausführungen der
Beschwerdegegnerin gefolgt werden kann. Die erwähnten
Verschmutzungen können durch geeignete Massnahmen (wie z.B. das
Tragen einer Einlage und/oder das Tragen einer Serviette oder Schürze)
zum grossen Teil verhindert werden. Hinsichtlich der
Blasenfunktionsstörung wird der Urin zudem nachweislich durch einen
Katheter abgeleitet (vgl. Abklärungsbericht Hilfsmittelentschädigung [Bg-
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act. 127 S. 5]). Die Verneinung des Zusatzaufwands für
Wäschereinigungsarbeiten ist daher nicht zu beanstanden.
13.1. Zur Reduktion/Kürzung des Hilfebedarfs wegen Erwachsenen im selben
Haushalt gemäss Ziff. 2.2.3 (Küche in Ordnung halten), Ziff. 2.3.3
(Wochenkehr), Ziff. 2.4.4 (andere Besorgungen) sowie Ziff. 2.5.3 (Wäsche
zusammenlegen, Bügeln) im FAKT2-Abklärungsbericht (vgl. Bg-act. 164
S. 34, 36, 40 und 43) gilt es vorweg festzuhalten, dass die Anwesenheit
im gleichen Haushalt von ein oder zwei Erwachsenen praxisgemäss
einem Abzug von 33 % bzw. sogar 45 % ab dem dritten Erwachsenen
entspricht (vgl. KSAB Rz. 4030). Die Beschwerdegegnerin argumentierte
in der angefochtenen Verfügung, dass die Ehefrau des
Beschwerdeführers zwar aus Platzgründen effektiv in der oberen
Wohnung (1. Stock) der Liegenschaft in X._ schlafe, sich jedoch aus
den Akten klar ergebe, dass er und seine Ehefrau in derselben Wohnung
(im Erdgeschoss mit Wohnzimmer, Nasszelle und Küche) wohnten und er
von seiner Ehefrau täglich Pflege und Dritthilfe von einigen Stunden in
Anspruch nehme. Die vorgenommene Reduktion sei deshalb
gerechtfertigt und nicht zu korrigieren.
13.2. Der Beschwerdeführer ist mit dieser Einschätzung nicht einverstanden. Er
macht für seinen Standpunkt geltend, das Haus, in welchem er in
X._ wohne, gehöre jeweils zur Hälfte ihm (1⁄2) und seiner Ehefrau
(1⁄2). Dieses Haus verfüge über drei Stockwerke mit je separaten
Wohnungen, welche jeweils über ein eigenes Bad und eine eigene Küche
verfügten. Der Beschwerdeführer wohne dort zusammen mit dem
mittlerweile betagten, 86-jährigen Onkel seiner Ehefrau; und zwar in der
rollstuhlgängig umgebauten Parterrewohnung, an welcher der besagte
Onkel ein lebenslängliches Wohnrecht habe. Die Ehefrau des
Beschwerdeführers wohne aus Platzgründen, da die Wohnung im
Parterre zu klein für drei Personen sei, nicht mit ihm im Erdgeschoss
(EG), sondern im oberen Stock (1. OG). Der Beschwerdeführer könne
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ausschliesslich im Parterre/ EG wohnen, weil alle anderen Stockwerke für
ihn nicht erreichbar seien. Der Onkel der Ehefrau könne altershalber
keine Treppen mehr überwinden und er könne somit ebenfalls auch nur
im Erdgeschoss wohnen. Der Beschwerdeführer und die Ehefrau teilten
sich demnach keine gemeinsame Wohnung. Der Beschwerdeführer teile
vielmehr weder das Schlafzimmer noch den gleichen Haushalt mit der
Ehefrau. Dem betagten Onkel seiner Ehefrau sei es aus gesundheitlichen
Gründen nicht zumutbar, den Beschwerdeführer zu betreuen und/oder zu
pflegen. Wohl lebe der Beschwerdeführer also mit einer erwachsenen
Person zusammen, diese können ihn aber aus den genannten Gründen
weder bei der Bewältigung von Alltagshandlungen noch bei der
benötigten Pflege und Betreuung unterstützen.
13.3. Zur Wohnsituation des Beschwerdeführers lässt sich was folgt
resümieren: Die Liegenschaft in X._ steht je im hälftigen Miteigentum
des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau und ihr Wohnhaus verfügt
über mehrere Stockwerke/Wohngeschosse. Unbestrittenermassen schläft
die Ehefrau aus Platzgründen in der Wohnung im 1. OG. Unbestritten ist
auch, dass der Beschwerdeführer von der Ehefrau Pflege und Hilfe von
einigen Stunden pro Tag in Anspruch nimmt, jedenfalls bestreitet der
Beschwerdeführer dies in der Beschwerde nicht. Er macht lediglich
geltend, dass ihn der Onkel altershalber nicht pflegen und betreuen
könne, was nachvollziehbar erscheint. Das heisst nun aber nicht, dass die
Pflege und Hilfe für einige Stunden pro Tag nicht von der Ehefrau
geleistet wird. Unbestritten ist von der Beschwerdegegnerin, dass der
betagte Onkel der Ehefrau zusammen mit dem Beschwerdeführer in der
Erdgeschosswohnung mit total 4 1⁄2-Zimmern wohnt. Aus dem Protokoll
der Schweizerischen Paraplegiker Vereinigung über die individuelle
Abklärung der Wohnsituation vom 13. Oktober 2016 ergibt sich, dass die
Ehefrau des Beschwerdeführers Hauptnutzerin der Küche der
Erdgeschosswohnung ist (Bg-act. 25 S. 7). Aus dem Abklärungsbericht
- 24 -
SAHB-Hilfsmittel-beratung vom 31. März 2016 ergibt sich weiter, dass die
Eigentümer des Hauses (also der Beschwerdeführer und dessen Ehefrau)
seit dem Unfall des Beschwerdeführers die Erdgeschosswohnung
bewohnen (Bg-act. 32 S. 2 'Soziales und Wohnen'). Der
Beschwerdeführer hat zudem in der Anmeldung für Assistenzbeitrag vom
15. August 2016 selbst angegeben, dass er zusammen mit der
Ehepartnerin und deren Onkel wohnt (Bg-act. 89 S. 2 Ziff. 1.5
'Wohnsituation'). Gemäss Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung vom
24. Oktober 2016 wohnt der Beschwerdeführer zusammen mit seiner
Ehefrau und mit ihnen der 86-jährige Onkel der Ehefrau, der ein
Wohnrecht auf Lebenszeit hat (vgl. Bg-act. 127 S. 3 Ziff. 3 sowie Bg-act.
127 S. 7 Ziff. 6). Folglich ist die getroffene Feststellung der
Beschwerdegegnerin, dass der Beschwerdeführer und seine Ehefrau im
selben Haushalt wohnen – entgegen der Darstellung des
Beschwerdeführers – nicht zu beanstanden. Die vorgenommene
Reduktion/Kürzung des Assistenzbeitrags wegen Erwachsenen im selben
Haushalt ist somit zu Recht erfolgt.
14.1. Zusammengefasst ergibt sich, dass das Abklärungsergebnis laut FAKT2
sowie die Ermittlung des Assistenzbeitrags laut angefochtener Verfügung
(Bg-act. 203 S. 5) insgesamt korrekt und angemessen erfolgt sind. Die
durchgeführte Plausibilitätskontrolle durch die fachlich qualifizierte
Abklärungsperson leidet somit an keiner Fehleinschätzung, welche das
Eingreifen des Gerichts unerlässlich erforderlich gemacht hätte. Die
Beschwerde erweist sich demzufolge inhaltlich als unbegründet und ist
abzuweisen.
14.2. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung
von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder
Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem
kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
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Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs des
Beschwerdeverfahrens rechtfertigt es sich hier, dem unterliegenden
Beschwerdeführer die Gerichtskosten von Fr. 700.-- zu überbinden (vgl.
Art. 73 Abs. 1 VRG). Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der
obsiegenden Beschwerdegegnerin indessen nicht zu (Umkehrschluss aus
Art. 61 lit. g ATSG).