Decision ID: 71bb1139-3b1c-4d99-b886-a55e6b2abe27
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963, ist
seit dem 1. Januar 2000 als
selb
ständig erwerbstätige Physiotherapeutin
bei der Sozialversicherungs
anstalt des
Kantons Zürich, Ausgleichkasse,
ange
schlossen (
Urk. 7/1,
Urk. 7/14).
Am 12. Febru
ar 2019 teilte sie der Ausgleichskasse mit, dass ihr Erwerbseinkommen für das Jahr 2019 «ohne AHV-Beiträge» voraussichtlich
Fr.
100'000.-- betragen
werde (Urk.
7/
143).
Davon ausgehend ermittelte die Ausgleichkasse am 26. Febru
ar 2019 durch die
Wiederaufrechnung der persönlichen AHV/IV/E
O-Beitrage ein vor
aussichtliches beitragspflichtes Einkommen 2019 in der Höhe von Fr. 110'600.-- und erhob gestützt darauf
Akontobeiträge für das Jahr 2019 (Urk. 7/150).
Mit Schreiben vom 2
1.
April 2020 teilte
X._
der Ausgleichskasse mit, dass
sie laut Buchhaltungsabschluss per 3
1.
Dezember 2019
im Jahr 2019
ein Einkommen
aus selbstän
diger Erwerbs
tätigkeit
nach Ab
zug der AHV-Beiträge
von
Fr.
77'862.--
erzielt
habe (
Urk.
7/160). Alsdann meldete sie sich a
m
2
2.
April 2020
bei
der
Ausgleichskasse für den Bezug einer
Erwerbsausfallentschädigung
gestützt auf die Verordnung über Mass
nahmen bei Erwerbsausfall im Zusamme
nhang mit dem Coronavirus (Covid
-19-Vero
rdnung Erwerbsausfall) an (
Urk.
7/
161-162
).
Mit Verfügung vom 2.
Mai
2020 verneinte d
ie Au
sgleichskasse einen Anspruch der Antragsstellerin
auf Ausrichtung einer
Erwerbsausfallentschädigung
. Zur Begründung führte
sie
im Wesentlichen aus
, da
ss die per 1
6.
April 2020 in
die
Covid
-19-Vero
rdnung Erwerbsausfall aufge
nom
mene Härtefallregelung
bei der Antragsstellerin nicht zur Anwendung komm
e, da sie für das Jahr 2019
mit den Akontobeiträgen
mehr als
Fr.
90'000.
--
Ein
kommen abgerechnet habe (
Urk.
7/162/1).
Die dagegen von
X._
am 11. Mai 2020 erhobene Einsprache (Urk. 7/
163
) wies die Ausgleichs
kasse mit Einspracheentscheid vom 16. Juli 2020 ab (Urk. 2).
2
.
Dagegen erhob
X._
am 1. September 2020 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 16. Juli 2020 sei die Beschwerdegegnerin anz
uweisen, ihr die ihr zustehende Corona-
Erwerbsausfallentschädigung
auszurichten
(Urk. 1 S.
1
).
Mit Beschwerdeantwort vom
30
.
September
2020
beantragte
die Beschwerde
gegnerin Abweisung der
Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage der Kassenakten, Urk. 7/1-
176),
was der Beschwerdeführerin am
5.
Oktober 2020 mitgeteilt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 185 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV) kann der Bundesrat
Verord
nungen und Verfügungen erlassen, um eingetretenen oder unmittelbar drohenden schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicherheit zu begegnen. Solche Verordnungen sind zu befristen
(und zwar auf [maximal] sechs Monate, vgl. Art. 7d Abs. 2 lit. a des Regierungs- und Verwal
tungsorganisationsgesetzes, RVOG)
.
Gestützt auf dieses Notverordnungsrecht erliess der Bundesrat - nebst anderen Verordnungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, die sich teilweise (auch) auf das Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (Epidemiengesetz, EpG) stützen - am 20. März 2020 die Verordnung über Massnahmen bei Erwerbsausfall im Zusamme
nhang mit dem Coronavirus (Covid-19) (Covid
-19-Verordnung Erwerbsausfall). Die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall wurde rückwirkend per 17. März 2020 in Kraft gesetzt und der Geltungszeitraum bis zum 16. September 2020 befristet (Art. 11 Abs. 2). Während dieses Geltungszeitraums erfuhr sie am 23. April und 6. Juli 2020 je eine Ände
rung, bevor der Geltungszeitraum mit Änderung vom 17. September 2020 bis zum 31. Dezember 2021 verlängert wurde (Art. 11 Abs. 4). Mit dem Covid-19-Gesetz vom 25. September 2020 wurde rückwirkend per 17. September 2020 eine gesetzliche Grundlage für die Covid-19-Verordnung geschaffen (Art. 15 in Ver
bindung mit Art. 21 Abs. 3 Covid-19-Gesetz).
1.2
1.2.1
Nach
Art.
2
Abs.
3
bis
der Covid
-19-Verordnung Erwerbsausfall
(Stand 6. Juli 2020)
sind
Selbständige
rwerbende im Sinne von
Art.
12 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) anspruchsberechtigt, wenn sie aufgrund der bundesrätlichen Massnahmen zur Bekämpfung des Coro
navirus einen Erwerbsausfall erleiden und ihr für die Bemessung der Beiträge der AHV massgebendes Einkommen für das Jahr 2019 zwischen
Fr.
10‘000.
-- und Fr. 90‘000.-- liegt
; dabei gilt für die Berechnung des massgebenden Einkommens für das Jahr 2019 Artikel 5 Absatz 2 zweiter Satz sinngemäss.
1.2.2
Gemäss Art. 5 Abs. 2 Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall (Stand 6. Juli 2020) ist für die Ermittlung des Einkommens Art. 11 Abs. 1 des Erwerbsersatzgesetzes (EOG) sinngemäss anwendbar. Nach der Festlegung der Entschädigung kann eine Neuberechnung der Entschädigung nur vor
genommen werden, wenn eine aktu
el
lere Steuerveranlagung bis zum 16. September 2020 der anspruchsberechtigten Person zugestellt wird und diese den Antrag zur Neuberechnung bis zu diesem Datum einreicht.
1.3
Gemäss Rz
.
1041.3 des Kreisschreibens über die Entschädigung bei Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus - Corona-Erwerbsersatz (Stand:
3.
Juli 2020
,
KS CE)
wird für die Ermittlung der Einkommensgrenzen (Fr. 10'000
.--
und
Fr.
90'000
.--
) bei selbstständig Erwerbenden grundsätzlich auf das Erwerbs
ein
kommen, welches als Grundlage für die Beitragsrechnungen 2019 (Akontorech
nungen) herangezogen wurde, abgestellt.
Basierte die festgesetzte Entschädigung auf dem Einkommen, welches für die Akontorechnungen 2019 herangezogen wurde und wurde dieses seit der letzten definitiven Beitragsverfügung nicht an
gepasst, so ist auf Antrag auf das Ein
kommen der letzten definitiven Beitrags
verfügung abzustellen. Liegt zum Zeit
punkt des Antrages die definitive Steuer
veranlagung für das Jahr 2019 bereits vor, so ist diese zu berücksichtigen. De
r Antrag auf Neuberechnung respektive
Revision oder Wieder
erwägung muss spätestens am 16.
September 2020 bei der Ausgleichskasse eingereicht sein (Rz
.
1065.1).
Sodann bewirkt
e
ine nachträgliche Anpassung des Erwerbseinkommens infolge
der definitiven Steuermeldung für das Beitragsjahr 2019, die nach dem 1
6.
Septem
ber 2020 eingeht,
g
emäss Rz
. 1068
KS CE (Stand:
3.
Juli 2020
)
keine Änderung in der Entschädigung. Ebenso keine Änderung in der Höhe der Entsch
ädigung bewirken nach dem 1
7.
März
2020 erfolgte Anpassungen des den Akontorech
nungen 2019 zugrundeliegenden Erwerbseinkommens (vorbehalten bleibt Rz
.
1065.1).
1.4
Bei einem Kreisschreiben handelt es sich um eine von der Aufsichtsbehörde für richtig befundene Auslegung von Gesetz und Verordnung. Die Weisung ist ihrer Natur nach keine Rechtsnorm, sondern eine im Interesse der gleichmässigen Ge
setzesanwendung abgegebene Meinungsäusserung der sachlich zuständigen Auf
sichtsbehörde. Solche Verwaltungsweisungen sind wohl für die Durchführungs
organe, nicht aber für die Gerichtsinstanzen verbindlich (BGE 118 V 206 E. 4c, vgl. auch 123 II 16 E. 7, 119 V 255 E. 3a mit Hinweisen). Das Gericht soll sie bei seiner Entscheidung mitberücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen
zulassen. Es weicht anderseits insoweit von den Weisungen ab, als sie mit den anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen nicht vereinbar sind (BGE 123 V 70 E. 4a mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 1
6.
Juli 2020 führte die Beschwerde
gegnerin aus, dass laut Rz. 1065
KS CE
vom 1
7.
März 2020 grund
sätzlich das Erwerbseinkommen, welches im Jahr 2019 erzielt wurde, Grund
lage für die Be
messung der Entschädigung für Selbständigerwerbende bilde. Für Härtefälle be
stehe nur Anspruch, wenn das AHV-pflichtige Einkommen zwischen
Fr.
10'000.--
und
Fr.
90'000.-- liege. Sodann bewirke gemäss Rz. 1068 KS CE eine nach
träg
liche Anpassung der Erwerbseinkommen infolge der definiti
ven Steuer
meldung für das Beitragsjahr 2019 keine Änderung in der Ent
schädi
gung. Eine
Anpassung
nach dem 1
7.
März 2020 habe ebenfalls keine Ände
rung in der Höhe der Ent
schä
digung zur Folge (
Urk.
2 S. 1). Vorbehalten bleibe eine Anpas
sung der Ent
schä
digung aufgrund der Rz.
1065.1 KS CE. Demnach könne
auf
die letzte defi
nitive Beitragsverfügung
abgestellt werden, sofern das Einkom
men seit der letzten defi
nitiven Beitragsverfügung nicht mehr angepasst worden sei. Mit Schreiben vom 2
6.
(richtig: 12.)
Februar 2019 habe die Beschwerde
führerin das Einkom
men für 2019
angepasst. Darum sei Rz.
1065.1 KS CE im vor
liegenden Fall nicht anwend
bar (
Urk.
2 S.
2
).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 3
0.
Septem
ber 2020 hielt die Beschwerdegegnerin
sodann
fest, dass
das
Erwerbseinkommen
aus selbständiger Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin
für das Jahr 2019
gestützt auf deren Angaben vom Februar 2019 mit
Fr.
110'600.-- veranlagt worden sei. Dieser Be
trag liege über dem
Höchstb
etrag von
Fr.
90'000.--
für
Härtefälle. Die von der Beschwerde
führerin im April 2020 eingereichten Zahlen
gestützt auf den
Jahres
abschluss 2019
würden
lediglich eine Anpassung der Akontorechnungen für das Jahr
201
9
darstelle
n
.
D
ie
se
Mitteilung
könne nicht berücksichtigt werden, weil sie
nach dem 1
7.
März 2020
erfolgt sei. Schliesslich lieg
e
auch keine definitive
Steuer
veranlagung
für das Jahr 2019 vor
(Urk.
6 S.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass sie gestützt auf Art.
2
Abs.
3
bis
der Covid
-19-Verordnung Er
werbsausfall
(Stand 6. Juli 2020) Anspruch auf eine Corona-
Erwerbsaus
fallen
t
schädigung
hätte, wenn
vorliegend
auf das beitragspflichtige Einkommen gemäss der letzten definitiven Beitragsverfügung abgestellt würde (
Urk.
1 S. 3, Urk. 1 S. 6
).
Entweder sei so vorzugehen oder
die Beschwerdegegnerin
sei
vom Sozial
versicherungs
gericht zu verpflichten,
die definitive Einschätzung des Steuer
amtes
für das Jahr 2019 ab
zu
warten und die Entschädigung
auf dieser Grund
lage festzulegen
(
Urk.
1 S.
6).
3.
3.
1
Wie festgehalten
(E. 1.2.1)
ist gemäss Art.
2
Abs.
3
bis
der Covid
-19-Verordnung Erwerbsausfall
(Stand 6. Juli 2020)
bezüglich Anspruchsberechtigung
das
für
die
Bemessung d
er
AHV-
Beiträge massgebende Einkommen für das Jahr 2019 ent
scheidend.
Gemäss den Kassenakten liegt für das Jahr 2019 noch keine definitive Beitragsverfügung
vor
(
vgl. dazu:
Art.
25
Abs.
1
der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung,
AHVV, sowie
Rz. 1183 f. der
Weg
leitung des Bundes
amtes für Sozialversicherun
gen über die Beiträge der Selb
ständig
erwer
benden und Nichterwerbstätigen in der AHV, IV und EO, WSN; Stand:
1.
Januar 2020)
.
3.2
Die Beschwerdegegnerin
vertritt den Standpunkt
, hier
sei
auf das Einkommen, welches den Akontobeitragsrechnungen vor Inkrafttreten der
Covid
-19-Verord
nung Erwerbsausfall
per 1
7.
März 2020 zugrunde lag
, abzustellen
(
Urk.
2 S. 2,
Urk.
6 S. 3).
Dieses betrug
Fr. 110'600.--. Die Beschwerdegegnerin
teilte
der Beschwerde
führerin am 26. Februar 20
19
mit, dass sie die Aktontobeiträge für das Jahr 2019 gestützt auf ein voraussichtliches beitragspflichtiges Einkommen in dieser Höhe erheben werde (Urk. 7/150)
und seither verblieben
d
ie Akonto
beiträge für
das
Beitragsjahr 2019 bis zum 1
7.
März 2020 unverändert
(vgl. die Akontorechnungen vom 6. Juni, 4. September und 5. Dezem
ber
2019, Urk. 7/155-157)
.
D
ie Beschwerdegegnerin
setzte
die
Akontobeiträge für das Jahr 2019
erst
am
5. Juni 2020
herab
(Urk. 7/165)
,
nachdem die Beschwerde
führerin die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 21. April 2020 davon in Kenntnis gesetzt hatte, das
s sie
laut
Buchhaltungsabschluss per 31. Dezember 2019 nach
Abzug der AHV-Beiträge
ein
E
inkommen in der Höhe von Fr. 77'862.--
erzielt
habe
(Urk. 7/160)
.
Die Beschwerdegegnerin gelangte ausgehend
von
diesen Angaben
und nach Wiederaufrechnung der persönlichen AHV/IV/EO-Beiträge (Fr.
8
'316.--) zu einem voraussichtlichen beitragspflichtigen Ei
nkommen 2019 in der Höhe von Fr.
86'100.--. Laut ihrer Mitteilung vom
5.
Juni 2020 war dieses Einkommen fortan die Grundlage für die
(bereits erhobenen)
Akontobeiträge 2019 (
Urk.
7/165). Die Beschwerde
gegnerin ist der Ansicht, dass diese Änderung de
r
Akontobeiträge 2019
vom
5. Juni 202
0 (Urk. 7/165) unbeachtlich sei, denn
laut Rz. 1068 KS CE
könnten
nach dem 1
7.
März 2020 erfolgte Anpassungen der Akontorechnungen 2019 keine Änderung in der Höhe des der Entschädigung
zugrundeliegenden Erwerbs
einkommens bewirken (Urk. 6 S. 2).
Dies braucht vorliegend nicht
weiter
geprüft zu werden.
3.3
Entscheidend ist
, dass die Anwendung
von
Rz. 1065.1 i
n Rz. 1068 KS CE ausdrücklich vorbehalten
wird
. Gemäss Rz. 1065.1
ist auf Antrag
der versicherten Person
auf das Einkommen der letzten definitiven Beitragsverfügung
abzustellen, wenn das den
Akontorechnungen 2019
zugrundeliegende
Einkommen seit der letzten definitiven Beitragsverfügung nicht angepasst wurde.
Liegt zum Zeitpunkt des Antrages die definitive Steuer
veranlagung für das Jahr 2019 bereits vor, so ist diese zu berücksichtigen.
Der erste Satz dieser Rz.1065.1 ist
hinsichtlich seines Sinnes und Zweckes nicht ganz verständlich. Im vorliegenden Verfahren muss jedoch nicht geprüft werden, ob Rz. 1065.1 KS CE mit Art.
2
Abs.
3
bis
der Covid
-19-Verordnung Erwerbs
ausfall
(Stand 6. Juli 2020) vereinbar ist, denn die Be
schwerdegegnerin ist an die Verwaltungsweisung der KS CE gebunden (E. 1.4) und macht diesbezüglich nichts Anderes geltend. Im vorliegenden Fall kann j
edenfalls
-
entgegen der Beschwerdegegnerin
-
eine Anpassung
der Entschä
di
gungsberechnung
an die letzte definitive Beitragsverfügung nicht verwehrt wer
den,
nur weil
die beitragspflichtige Person
zu Beginn des Jahres 2019, aber
jeden
falls vor dem 1
7.
März 2020
,
eine Anpassung der Akontobeiträge
2019
beantragt
hatte
, sofern jedenfalls bis 1
6.
September 2020 eine Neuberechnung
der Entschä
di
gung - und hier der Prüfung der Entschädigungsvoraussetzungen -
beantragt wird und
jedenfalls
bis dahin
eine definitive Beitragsveranlagung
gestützt auf eine Steuermeldung als Bemessungsg
rundlage vorliegt
.
Nach Lage de
r Akten ist die
Verfüg
ung für das Beitragsjahr 2017 vom
22. Juni 2020 (Urk. 7/170
/1
)
die letzte definitive Beitragsverfügung
, welche im Zeitpunkt des angefochtenen Einspracheentscheids vom 1
6.
Juli 2020 vorlag
.
Da der mate
rielle Einspracheentscheid an die Stelle der Verfügung tritt und insoweit das Verwaltungsverfahren erst mit ihm abgeschlossen wird, hat die Beschwerdegeg
nerin als Einspracheinstanz allfällige Entwicklungen des Sachverhalts bis zum
Erlass des Einspracheentscheids mitzuberücksichtigen (BGE 142 V 341; Ueli Kie
ser, Kommentar zum ATSG,
4.
Aufl., Zürich 2020, Rz. 79 zu
Art.
52 ATSG).
Mit
Ver
fügung vom 22. Juni 2020
setzte die Beschwerdegegnerin die persönlichen Bei
träge
2017
der Beschwerdeführerin aufgrund der Steuermeldung gestützt auf
ein beitrags
pflichtiges Einkommen
in der Höhe von Fr. 87'800.--
fest
(Urk. 7/170
).
Wird gemäss
Rz.
1065.1
KS CE auf die letzte definitive Beitragsverfügung abge
stellt, resultiert ein für den Anspruch
gemäss Art.
2
Abs.
3
bis
der Covid
-19-Ver
ordnung Erwerbsausfall
(Stand 6. Juli 2020) massgebendes Einkommen in der Höhe von Fr.
87'800.--.
Das
s
sich aufgrund der
definitiven Steuerveranlagung
2019 - welche der Beschwerdeführer
in
im Zeit
punkt
der Erhebung
ihrer
Be
sch
werde vom
1.
September 2020 noch nicht vorlag (vgl. Urk.
1 S.
2) -
ein ent
scheidrelevant
es
anderes
Resultat
ergeben könnte
, ist aufgrund der vorliegenden Akten nicht
wahrscheinlich
.
D
ie Beschwerde
führerin
selbst macht
geltend, dass si
e
im Jahr 2019 ein Netto
einkommen von Fr. 77'862.-- erzielt habe (
Urk.
1 S. 2, Urk. 7/160). Ein reines Einkommen aus selbständiger Erwerbs
tätigkeit 2019 in
dieser
Höhe würde zu einem
beitragspflichtigen
Einkommen
2019 in der Höhe
von Fr. 86'100.--
führen
(Urk. 7/165).
Dieses ist tiefer als das beitragspflichtige Einkommen gemäss der definitiven Beitragsverfügung für das Jahr 2017 vom 22. Juni 2020 (Urk. 7/170/1).
3.4
Nach
dem Gesagten beträgt
das für die Bemessung der Entschädigung
als Grund
lage dienende und zur Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen
massgebende Ein
kommen
vorliegend
Fr. 87'800.--, womit die Beschwerdeführerin
gemäss Art.
2
Abs.
3
bis
der Covid
-19-Verordnung Erwerbsausfall
(Stand 6. Juli 2020)
Anspruch auf eine Corona-
Erwerbsausfallentschädigung
hat. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin
somit
gestützt auf ein
Einkommen in der Höhe von Fr.
87'
800.-- eine Corona-
Erwerbsausfallentschädigung
auszurichten.
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.