Decision ID: 7b9c0355-5065-48cd-be5f-305a8bbc69c3
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_008
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten:
1. Die Staatsanwaltschaft R. erliess am 17. Februar 2022 einen Strafbefehl gegen A., in welchem dieser (unter den entsprechenden Kostenfolgen)  Nötigung zum Nachteil von C. (Privatkläger) zu einer bedingten  von 20 Tagessätzen à Fr. 210.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, und einer Busse von Fr. 800.00 verurteilt wurde.
2. Nach Einsprache von A. vom 24. Februar 2022 (Datum Postaufgabe)  die Staatsanwaltschaft R. mit Überweisungsverfügung vom 29. März 2022 den Strafbefehl samt Akten an das Bezirksgericht Q. zur  des Hauptverfahrens.
3. Mit Eingabe vom 4. April 2022 ersuchte Gerichtspräsident D. die  in Strafsachen des Obergerichts um Gutheissung des von ihm für alle Präsident(inn)en des Bezirksgerichts Q. gestützt auf Art. 56 lit. f StPO gestellten Ausstandsgesuchs.

Considerations:
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. 1.1. Wird ein Ausstandsgrund nach Art. 56 lit. a oder f StPO geltend gemacht, entscheidet die Beschwerdeinstanz endgültig, wenn die , die Übertretungsstrafbehörden oder die erstinstanzlichen Gerichte betroffen sind (Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO).
1.2. Gesuchsteller im vorliegenden Verfahren ist ein Präsident des  Q. für sich und seine Kolleg(inn)en. Gestützt auf obige Bestimmung und § 13 EG StPO (i.V.m. § 65 GOG und der Geschäftsordnung des  des Kantons Aargau vom 21. November 2012 [Anhang 1 Ziff. 2 Abs. 5 lit. b]) ist die Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts für die Beurteilung des vorliegenden Ausstandsbegehrens zuständig.
2. 2.1. Zu befinden ist vorliegend über den im Ausstandsbegehren vorgebrachten Ausstandsgrund der Befangenheit aus anderen [als den in Art. 56 lit. a - e StPO genannten] Gründen, insbesondere wegen Freundschaft oder  mit einer Partei oder deren Rechtsbeistand im Sinne von Art. 56 lit. f StPO.
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2.2. Im vorliegenden Fall ist der Beschuldigte Leiter des Regionalen  Q.. Die Bezirksgerichtspräsidentin und der  sind gemäss § 14 Abs.1 EG SchKG untere kantonale  über die Betreibungsämter ihres Bezirks. Der gesuchstellende  D. war zudem bereits in seiner Funktion als untere  im durch den Privatkläger eingeleiteten  (betreffend die Betreibung, mit deren Einleitung auch der Strafbefehl gegen A. mitbegründet worden war) involviert.
2.3. Gestützt auf die enge berufliche Beziehung der Präsident(inn)en des  Q. zu A. ist der Anschein der Befangenheit offensichtlich und damit das Ausstandsgesuch für sämtliche Präsident(inn)en des  Q. gutzuheissen.
3. Infolge Gutheissung des Ausstandgesuchs sind die Kosten des  Verfahrens auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 59 Abs. 4 StPO).
4. Zuständig für die Übertragung eines Geschäftes auf eine Präsidentin bzw. einen Präsidenten eines anderen Bezirksgerichts ist die Justizleitung (§ 49 Abs. 3 GOG). Der vorliegende Entscheid ist damit nach Rechtskraft der Justizleitung zuzustellen.