Decision ID: 183df855-8264-4fcb-93f4-6ce63b887896
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1987,
wurde erstmals im Juni 1994 von seinem Vater unter Hinweis auf eine Sprachentwicklungsverzögerung bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug angemeldet (
Urk.
6/1). Die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach dem Versicherten daraufhin
Sonder
schulmassnahmen sowie
pädagogisch-therapeutische
und
medizinische Mass
nahmen zu (
Urk.
6/5-6,
Urk.
6/8
,
Urk.
6/18,
Urk.
6/20,
Urk.
6/22,
Urk.
6/26,
Urk.
6/30).
Der Versicherte konnte in der Folge ohne Unterstützung
der
IV
Stelle eine Anlehre als Baupraktiker Hochbau absolvieren (
Urk.
6/43/4,
Urk.
6/52/5).
1.2
Am
8.
Oktober 2012 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf unfall
bedingte Schlottergelenke
sowie eine Zyste in der Schulter
erneut zum Leistungs
bezug an (
Urk.
6/44).
Nach Abklärungen der medizinischen und erwerblichen Situation (
Urk.
6/50,
Urk.
6/55) und Beizug der Akten der Schwei
zerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA,
Urk.
6/49) teilt
e die IV
Stelle dem Versicherten
am 1
0.
Dezember 2012 mit,
dass
sie
die
Ausbildungskosten
zum Baumaschinenführer
übernehme
(
Urk.
6/59).
Zudem gewährte sie dem Versi
cherten Arbeitsvermittlung (
Urk.
6/64) und sprach ihm mehrere Arbeitsversuche zu (
Urk.
6/72,
Urk.
6/87,
Urk.
6/91).
Da der Versicherte die
letzte
Zwischenprü
fung zum Baumaschinenführer nicht bestand
en hatte
, wurde er nicht zur Abschlussprüfung zugelassen (vgl.
Urk.
6/100 S. 20).
Am
3
0.
Juli 2014 konnte der Versicherte
allerdings
eine Festanstellung in einem Vollzeitpensum antreten (
vgl. Anstellungsvertrag vom 2
3.
Juli 2014,
Urk.
6/95), worauf die Arbeitsver
mittlung a
bgeschlossen wurde (
Urk.
6/98).
Per 2
8.
Februar 2015 verlor der Ver
sicherte diese Anstellung (vgl.
Urk.
6/146/3).
1.3
Nachdem der Versicherte der IV-Stelle
im Oktober 2014
mitgeteilt hatte, dass
die angetretene Arbeitsstelle
mit seiner gesundheitlichen Situation
nicht
zu ver
einbaren
sei
(
Urk.
6/109)
,
tätigte
diese
weitere Abklärungen der
medizinische
n
Situation (
Urk.
6/110,
Urk.
6/112
/3
,
Urk.
6/114-115,
Urk.
6/118,
Urk.
6/122,
Urk.
6/128
,
Urk.
6/130-131
)
und gewährte dem Versicherten am
6.
Februar 2015 erneut Beratung und Unterstützung be
i der Stellensuche (
Urk.
6/129).
Die Arbeitsvermittlung wurde
im September 2015 beendet (
Urk.
6/145).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
6/151-152,
Urk.
6/155) ver
neinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
4.
Januar 2016 (
Urk.
6/158 =
Urk.
2) einen Rentenanspruch des Versicherten.
2.
Der Versicherte erhob am
5.
Februar 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom
4.
Januar 2016 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihm Rentenleistungen und berufliche Massnahmen zu gewähren. Eventuell seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen (
Urk.
1 S. 2). Die IV-
Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
März 2016 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 3
0.
März 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit k
önnen in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht
als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wi
rd dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welch
em Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Verfahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der entscheidrelevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Be
i
ungenügenden Abklärungen
durch den Versicherungsträger holt
die
Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen)
medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ
expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht
beweiskräftig ist. Die betref
f
ende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der
–
anschliessend
reformatorisch entscheidenden
–
Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass dem Beschwerdeführer die bisherige sowie sämtliche körperlich schweren Tätigkeiten nicht mehr zumutbar seien. In einer leidensangepassten Tätigkeit sei er hingegen seit Juli 2012 zu 100
%
arbeitsfähig.
Weitere psychi
atrische Abklärungen seien nicht angezeigt.
Es resultiere somit ein nicht ren
tenbegründender Invaliditätsgrad
(S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (
Urk.
1), die Beschwerdegegnerin habe nicht berücksichtigt, dass er bereits während der obli
gatorischen Schulzeit bei der Invalidenversicherung
angemeldet gewesen sei und nur mit Glück eine Anlehre im ersten Arbeitsmarkt habe absolvieren kön
nen.
I
nsbesondere die
l
eichte Intelligenzminderung
sei
zu wenig berücksichtigt (S. 3). Er könne
auf dem
freien Arbeitsmarkt aufgrund seiner gesundheitlichen Defizite nur einen unterdurchschnittlichen Lohn erwirtschaften (S. 4).
E
ine rechts
genügliche Auseinandersetzung mit
der Höhe des
Validen- sowie Invali
deneinkommen
s
sei nicht erfolgt. Dabei sei auch nicht geprüft worden,
ob er als Frühinvalider zu gelten habe
(S. 5).
Zudem seien dringend berufliche Mass
nahmen angezeigt (S. 6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invaliden
rente sowie auf berufliche Massnahmen.
3.
3.1
Die Ärzte der
Y._ AG
informierten mit Austrittsbericht vom
5.
Oktober 2011 (
Urk.
6/130
)
über die mittels fürsorgerischer
Freiheitsentz
iehung
(FFE
; heute: fürsorgerische Unterbringung
) erfolgte stationäre Hospitalisation des Beschwerdeführers vom 1
1.
bis 2
9.
September 201
1.
Aus psychiatrischer Sicht konnten sie folgende Diagnosen stellen (S. 1):
m
ittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.10)
a
kzentuierte Persönlichkeitszüge, emotional-instabil und narzisstisch (ICD-10 Z73.1)
Differentialdiagnose (DD):
k
ombinierte
Persönlichkeitsstörung
, emotio
nal-instabil und narzisstisch (ICD-10 F61.0)
DD: sonstige Schizophrenie, episodisch (ICD-10 F20.82)
A
namnestisch
seien
eine Lese- und Rechtschreibstörung (ICD-10 F81.0) sow
ie eine Aufmerksamkeitsdefizit-
Hyperaktivitätsstörung (
ADHS,
ICD-10 F90.0) zu ver
zeichnen
(S. 1).
Der Beschwerdeführer habe den Wunsch geäussert, sich in einer anderen Klinik behandeln zu lassen, weshalb
ein
Übertritt in das Sanato
rium
Z._
vereinbart worden sei (S. 4).
3.2
Der Beschwerdeführer war in der Folge vom
3.
Oktober bis
2.
November 2011 im Sanatorium
Z._
stationär hospitalisiert. Mit Austrittsbericht vom
1
6.
Dezember 2011 (
Urk.
6/
131
)
führten die Ärzte folgende Diagnosen auf (S.
1):
Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und Sozial
ver
halten (ICD-10 43.25) und Störung der Impulskontrolle
l
eichte kognitive Leistungseinschränkung (ICD-10 F70.0)
Verdacht auf
ADHS
(ICD-10 F90.0)
Anlässlich eines
Gespräch
es
mit dem Arbeitgeber sei vereinbart worden, dass der Beschwerdeführer
seine Tätigkeit
am 1
4.
November 2011 in einem Pensum von 50
%
wieder
aufnehme
.
Eine
Erhöhung des Pensums
sei im Verlauf
vorzu
nehmen
. Der Beschwerdeführer sei in deutlich gebessertem p
sychopathologi
schen Zustand
entlassen worden (S. 4).
3.
3
Am
5.
Juli 2012 erfolgte eine kreisärztliche Untersuchung durch
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparate
s (
Urk.
6/49/43-50).
Dieser führte aus, dass aufgrund
einer initialen
L
uxation
der rechten Schulter
mit Reposition
im
Januar 2009 eine arthroskopische Labrumrefixation durchgeführt worden
sei
.
Nach drei Monaten sei der Beschwerdeführer als Bauarbeiter wieder voll arbeitsfähig gewesen.
Am 1
1.
Juli 2010 habe der Beschwerdeführer erneut eine Sc
hulterluxation rechts erlitten, weshalb
eine vordere Schulterstabilisierung nach Latarjet
erfolgt sei
. Der Verlauf sei wiederum günstig gewesen und der Beschwerdeführer habe
erneut
eine volle Arbeitsfähigkeit als Bauarbeiter erreicht. Im April 2012 sei es allerdings zu einer Exazerbation der Schulterbeschwerden gekommen
, wobei
eine Zyste im Glenoid festgestellt worden
sei
.
D
er
objektivierbare klinische Zustand
sei aktuell
gut und die Schulterbeweglichkeit sei praktisch symmetrisch zur Gegenseite. Die Muskulierung des dominanten rechten Armes beweise aller
dings eine diskrete Minderbelastung.
Dr.
A._
kam
daher
zum Schluss, dass die manuell
e
schwere Tätigkeit als Bauarbeiter
dauerhaft
nicht mehr möglich sei (S. 5 f.).
E
ine leichte bis mittelschwere Tätigkeit
mit einer Maximalbelastung bis 15 kg, mit seltener und nur leichter Überkopftätigkeit, ohne repetierte Starkbe
lastungen des rechten Armes und ohne Tätigkeit, die zu starken Erschütterun
gen oder zu Sc
hlägen auf den rechten Arm führe
, sei dem Beschwerdeführer vollzeitig zumutbar
(S. 7).
3.4
Die am
6.
Juli 2012 in der Klinik
B._
erfolgte 3
Phasen
Skelettszinti
graphie ergab minim mehr Aktivität im distalen Drittel der Clavicula rechts gegenüber links ohne szintigraphisch pathologischen Befund in diesem Bereich
(
Urk.
6/110/148).
3.5
Mit ergänzendem Bericht vom
9.
Oktober 2012 (
Urk.
6/49/6-7)
hielt
Dr.
A._
nach
der
im Juli
2012 erfolgten
Szintigraphie
fest
, dass die festgestellte Zyste bei nicht erheblich vermehrter Anreicherung im Glenoid ein Zufallsbefund ohne Bedeutung sei
. Die Situation sei seit längerer Zeit stabil
(S. 2).
3.6
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
ma
tologie des Bewegungsapparates,
Klinik D._
,
informierte mit Schreiben vom 1
9.
Dezember 2013 (
Urk.
6/110/14-15) über
eine
in der Klinik
B._
erneut
durchgeführte
3-Phasen
-
Skelettszintigraphie, wobei sich im Vergleich zur Voruntersuchung vom
6.
Juli 2012 szintigraphisch konstante Verhältnisse mit gering vermehrtem Knochenumbau im Bereich des distalen Drittels der rechten Clavicula sowie des angrenzenden Acromions gezeigt hätten. Es sei nur eine minimalste Anreicherung glen
ohumeral zu verzeichnen (S. 1).
Am 2
3.
Oktober 2014
erfolgte eine weitere Konsultation des Beschwerdeführers
bei
Dr.
C._
(
Urk.
6/110/6-7). Die
im September 2004 (richtig: 2014) erfolgte
Magnetresonanztomographie (MRI) der rechten Schulter
habe eine intakte Rotatorenmanschette und ein weitgehend reizloses AC-Gelenk gezeigt, wogegen eine
leichte Bursitis subacromialis
sowie
eine
Tendinose der Supra
spinatussehne ersichtlich
gewesen seien
. Aufgrund des heutigen Befundes sowie der Beschwerden und der Angaben betreffend Schulterbelastung am Arbeits
platz bestehe eine Überlastung der rechten Schulter, welche dem Beschwerde
führer nicht zumutbar sei (S. 1).
3.7
Mit Schreiben vom 3
0.
Oktober 2014 (
Urk.
6/112/3) stellte
Dr.
A._
einen unveränderten Gesundheitszustand des Beschwerdeführers fest.
Das
im Septem
ber 2014 angefertigte
MRI zeige korrekte Verhältnisse.
3.8
Dr.
med.
E._
, praktischer Arzt mit Weiterbildung in Sportmedizin, gab mit Bericht vom 1
2.
November 2014 (
Urk.
6/114
/1-4
) an, dass er den Beschwerdeführer seit Mai 2007 behandle (S. 1
Ziff.
1.2), und führte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 1
Ziff.
1.1):
Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und Sozial
ver
halten (ICD-10 F43.25) und Störung der Impulskontrolle
leichte kognitive Leistungseinschränkung (ICD-10 F70.0), IQ 58
Verdacht auf ADHS (ICD-F 90.0)
chronisch rezidivierende Schulterbeschwerden rechts bei Impingement infolge Überbelastung
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er geburtsbe
dingte psychische Diagnosen sowie Schulterbeschwerden seit 2014 (S.
1
Ziff.
1.1).
Der Beschwerdeführer sei derzeit
für körperlich belastende Tätigkeiten
zu 100
%
arbeitsunfähig. In einer angepassten Tätigkeit ohne übermässige kör
perliche Belastung sei er hingegen zu 100
%
arbeitsfähig
. Aus psychischer Sicht habe sich bisher gezeigt, dass die Arbeitsfähigkeit bei einer entsprechenden Tätigkeit, gegebenenfalls unter geschützten Bedingungen, gegeben sei
(
S. 2
Ziff.
1.4,
Ziff.
1.6-1.7).
3.9
Mit Stellungnahmen vom
2.
respektive 2
3.
Oktober 2015 gab
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Chirurgie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), an, dass
spätestens
seit
dem
5.
Juli 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die Tätig
keit als Bauarbeiter bestehe. In einer
behinderungs
angepassten
leichten bis mittelschweren
Tätigkeit
ohne Heben, Tragen und Transportieren von mittel
schweren und schweren Lasten, Maximalbelastung bis 15 kg, ohne rechtsseiti
ges Arbeiten in Armvorhalteposition und
ohne
Überkopfarbeiten
sei der Beschwerdeführer
zu
100
%
arbeitsfähig
.
Eine psychiatrische Therapie finde nicht
mehr
statt
und der Beschwerdeführer sei l
aut dem Bericht von
Dr.
E._
aus psychischer Sicht
arbeitsfähig (
Urk.
6/150 S. 5 ff.).
4.
4.1
Die somatischen Beeinträchtigungen
des Beschwerdeführers
und die diesbe
zügli
chen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind anhand der vor
liegenden Akten hinreichend klar und nachvollziehbar begründet und zwischen den Parteien auch
nicht
bestritten. Demnach leidet der Beschwerdeführer an rezidi
vierenden Luxationen der rechten Schulter mit
einer
Schulterinstabilität, weshalb ihm die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter seit spätestens dem
5.
Juli 2012 nicht mehr zumutbar ist. In einer behinderungsangepassten leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne Heben, Tragen und Transportieren von mittel
schweren und schweren Lasten, Maximalbelastung bis 15 kg, ohne rechtsseiti
ges Arbeiten in Armvorhalteposition und ohne Überkopfarbeiten ist der Beschwerdeführer hingegen zu 100
%
arbeitsfähig (
vgl.
Urk.
6/49/6-7 S. 2;
Urk.
6/49/43-50 S. 6 f.;
Urk.
6/112/3;
Urk.
6/114/1-4 S. 2
).
4.2
Den Akten lassen sich
allerdings
auch psychische Beeinträchtigungen ent
nehmen, welche
zu zwei stationären Aufenthalten in der
Y._ AG
und im
Sanatorium
Z._
im Jahr 2011 geführt haben.
Die Ärzte der
Y._ AG
diagnostizierten dabei eine mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.10) sowie akzentuierte emotional-instabile und narzisstische Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1). Als Differentialdiagnose
n
führten sie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) sowie eine Schizophr
enie (ICD-10 F20.82) auf (
Urk.
6/130 S. 1
). Die Ärzte des Sanatoriums
Z._
erachteten dagegen eine Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und Sozialverhalten (ICD-10 F43.25) und Störung der Impuls
kontrolle sowie eine leichte kognitive Leistungseinschränkung (ICD-10 F70.0) als gegeben. Als Verdachtsdiagnose
gaben
sie ein ADHS (ICD-
10 F90.0) an (
Urk.
6/131 S. 1
).
Dr.
E._
führte sodann dieselben Diagnosen auf wie die Ärzte des Sanatoriums
Z._
(
Urk.
6/114
/1-4
S. 1
Ziff.
1.1).
Ungeachtet der divergierenden Diagnosen
blieb
die aus invalidenversicherungs
rechtlicher Sicht entscheidende
Frage der
Auswirkungen d
ies
er gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit
vollständig ungeklärt
(
vgl. hierzu
BGE 136 V 279 E. 3.2.1
mit Hinweis auf BGE 127 V 294). Der RAD-Arzt
Dr.
Brechmann
hielt zwar fest, dass eine psychiatrische Therapie nicht stattfinde und der Beschwerdeführer gestützt auf d
ie
Beurteilung durch
Dr.
E._
aus psychiatrischer Sicht arbeitsfähig sei, worauf die Beschwerdegegnerin in der vorliegend angefochtenen Verfü
gung abstellte (vgl.
Urk.
2 S. 2 f.
,
Urk.
6/150 S.
6).
Dabei gilt es allerdings zu beachten, dass
Dr.
E._
über keinen Fach
arzt
ti
tel für Psychiatrie und Psychotherapie verfügt und für die verlässliche Beurtei
lung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit psychiatrische Fachärzte beizuziehen sind (BGE 130 V 352 E. 2.2.3, Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010
vom 1
6.
Februar 2011 E.
4.4.2).
D
er Bericht von
Dr.
E._
vermag demnach
den beweisrechtlichen Anforde
rungen nicht zu genügen.
Überdies lässt der von
Dr.
F._
geltend gemachte Umstand, dass nach Lage der Akten derzeit keine psychiatrische The
rapie stattfinde
(vgl.
Urk.
6/150 S. 6)
,
ohne fachärztliche Einschätzung
nicht
einfach
darauf schliessen, dass die psychischen Beschwerden keine Auswirkun
g
en
auf die Arbeitsfähigkeit haben
, denn d
ie Behandelbarkeit einer psychischen Störung sagt als solche nichts über deren invalidisierenden Charakter aus. Ebenso wenig kann aus dem Fehlen einer (psychiatrischen oder psychothera
peutischen) Behandlung ohne weiteres auf das Fehlen eines psychischen Gesund
heitsschadens geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts
9C_254/2013
vom 3
0.
Oktober 2013 E. 3.2 mit Hinweisen).
Da
schliesslich auch
die Berichte der stationären Aufenthalte
in der
Y._ AG
und im Sanato
rium
Z._
zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers keine
Angaben
ent
halten
, fehlt es diesbezüglich an einer rechtsgenüglichen Beurteilung.
Aufgrund der
vorliegenden Akten lässt sich
aber
nicht ausschliessen, dass sich die psy
chischen Beschwerden des Beschwerdeführers auf
seine
Arbeitsfähigkeit auswir
ken könnten
. So hielt die Beschwerdegegnerin anlässlich der Prüfung von Ein
gliederungsmassnahmen im Jahr 2012 fest, dass der Beschwerdeführer Glück gehabt habe, bislang ein wohlwollendes Arbeitsumfeld gehabt zu haben, wel
ches seine Schwächen akzeptiert und ihm klare Anweisungen gegeben habe. Er sei auf einen verständnisvollen Arbeitgeber angewiesen, der ihm klare Anwei
sungen und mehr Zeit gebe (
Urk.
6/52/5). Die Baumaschinenführerprüfung habe er wegen Langsamkeit und ungenauer Arbeit nicht bestanden (vgl.
Urk.
6/100/22 oben). Der Arbeitgeber, bei dem der Beschwerdeführer seit Juli 2014 tätig war, berichtete von eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten; der Beschwerdeführer sei langsam und unselbständig, was sich auf seinen Lohn auswirke (vgl.
Urk.
6/100/25-27). Diese Angaben zusammen mit den vorhande
nen Diagnosen rechtfertigen eine vertiefte - bislang nicht durchgeführte - fach
ärztliche Abklärung.
Jede psychogene Störung, ob einfache oder neurotische Form, kann im Einzelfall Krankheitswert haben, weshalb jeder Einzelfall sorg
fältig geprüft werden muss. Notwendig sind in jedem Fall ein ausführlicher ärztlicher Bericht oder ein entsprechendes fachärztliches Gutachten sowie die Abklärung der erwerblichen Umstände (AHI 1997 S. 43 E. 5c). Dabei müssen psychiatrische Berichte in der Regel auf einer persönlichen Untersuchung beru
hen (RKUV 2001 Nr. U 438 S. 345, Urteile des Bundesgerichts 9C_602/2007 vom 11. April 2008 E. 5.3 und I 169/06 vom 8. August 2006 E. 4.4 mit Hin
weisen). Für die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatri
sche Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3., Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februa
r 2011 E. 4.4.2 mit Hinweisen).
4.3
Zusammenfassend erweist sich die vorliegende Aktenlage für eine abschlies
sende Beurteilung des Leistungsanspruchs in Bezug auf den medizinischen Sachverhalt als unzulänglich, weshalb die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese nach ergänzender psychiatrischer Abklärung eine neue Beurteilung vornehme und über den Leistungsanspruch des Beschwerde
führers neu verfüge. Dabei ist
allenfalls
auch über den Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Mass
nahmen zu befinden.
Angesichts des Umstandes, dass die Beschwerdegegnerin
dem Beschwerdeführer
bereits den Besuch einer Sonderschule finanziert hat
te
(
Urk.
6/18,
Urk.
6/20,
Urk.
6/22,
Urk.
6/30
) und d
ieser
auch lediglich eine Anlehre als Baupraktiker Hochbau erfolgreich
absolvieren konnte (
Urk.
6/43/4
), kann zudem nicht ausgeschlossen werden, dass er als Frühinvalider im Sinne von
Art.
26
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
zu
gelten hat. Dies
wurde von der Beschwerdegegnerin bisher nicht geprüft, was es ebenfalls nachzuholen gilt.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Die Prozessentschädigung ist gemäss
Art.
62 lit.
g ATSG in Verbindung mit
§
34
des Gesetzes über das Sozialversicherungs
ge
richt (GSVGer)
– ohne Rücksicht auf den Streitwert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und beim ab
1.
Januar 2015 für
die in einer Rechtsschutzversicherung tätigen
Juristen gerichtsüb
lichen Stundenansatz von
Fr.
185
.-- ist die Prozessentschädigung vo
rliegend auf
Fr.
2‘000.--
(inkl. Barauslagen und MWSt) festzusetzen.