Decision ID: 16ad740b-cc6b-4911-ac74-245dfd3c25d8
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, erlitt in den Jahren 2005, 2012 und 2013 drei Unfälle, gegen deren Folgen er bei der Suva versichert war.
Er war damals als
Bauspengler
tätig, zuletzt
ab
1. Juni 2011 bei
seiner eigenen Firma,
der Bau
spenglerei
Y._
GmbH (Urk. 7/1; vgl. auch Urk. 8/1 sowie Urk. 9/2 S. 32).
Die Suva erbrachte jeweils ihre Leistungen bis zum jeweiligen Wiedererlangen einer vollständigen Arbeitsfähigkeit, was beim dritten Unfall per 1. Oktober 2013 der Fall war (Urk. 7/9 S. 2).
1.2
Nachdem der Versicherte am 18. Juni 2014 mit
g
et
eilt
hatt
e, er sei seit Dezember 2013 wieder in Behandlung (Urk. 7/15) und am 20. Juni 2014 eine Rückfall
meldung zum Unfallereignis vom 26. August 2013 ein
ge
reicht
hatt
e (Urk. 7/16), tätigte die Suva insbesondere Abklärungen in medizinischer H
insicht. Mit
Ein
spracheentscheid
vom 19. September 2016
verneinte die Suva einen Kausal
zusammenhang zwischen den drei erlittenen Unfällen und den Beschwerden an der rechten Schulter. Sie lehnte ihre Leistungspflicht ab und stellte die bisher erbrachten Leistungen (Taggeld und Heilkosten) per 11. Mai 2016 ein (Urk. 7/
196; vgl. auch Urk. 7/
189
+192
).
Die dagegen erhobene Beschwerde (
vgl.
Urk. 7/202) wurde mit Urteil vom 13. Juni 2018 des hiesigen Gerichts in dem Sinne gut
geheissen, dass der
Einspracheentscheid
aufgehoben und die Sache an die Suva zurückgewiesen wurde, damit diese
eine
versicherungsexterne (Akten-)Beurteilung zur Klärung
der Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen der geklagten Schulterproblematik rechts und den Unfällen der Jahre 2005, 2012 und 2013 einhole
(Urk. 7/210; Prozess UV.2016.00235).
Die Suva holte daraufhin ein orthopädisch-
traumatologisches
Gutachten ein, das im Mai 2019 durch
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH Chirurgie, speziell Trauma
tologie, orthopädische Schulterchirurgie, erstattet wurde (Urk. 7/258; keine exakte Datierung des Gutachtens).
Im Rahmen des laufenden invaliden
versicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahrens holte sodann auch die IV-Stelle ein
Gutachten ein, das
am 7. Februar 2020
durch
Dr.
med.
A._
, FMH Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie, zertifi
zierter Gutachter SIM, verfasst
wurde
(Urk. 7/350
S. 2-40
).
Mit
rechtskräftiger
Verfügung vom 13. Dezember 2019
sprach die Suva dem Ver
sicherten eine Integritätsentschädigung entsprechend
einer Integritätseinbusse von 25
% zu
(Urk. 7/307)
. Mit Ver
fügung vom 24. Juli 2020
stellte
sie
sodann eine unfallbedingte Einkommen
seinbusse von 21 %
fest
und
sprach dem Versicherten
eine
entsprec
hende
Erwerbsunfähigkeitsr
ente ab 1. Dezember 2016
zu
(Urk. 7/370). Die dagegen am 3. September 2020 erhobene Einsprache (Urk. 7/380
) wies die Suva mit Entscheid vom 3. November 2020 ab (Urk. 7/390 = Urk. 2).
1.3
Zwischenzeitlich
hatte
auch die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, über den Rentenanspruch des Versicherten
entschieden
, wobei sie ihm
mit Verfügung vom
2
1.
Oktober 2020
ab 1. Juni
2015 eine ganze Invalidenrente sowie
vom 1. Juni 2020 bis 31. Juli 2020 eine
Dreiviertelsrente
zusprach und daraufhin die Rent
enleistungen basierend auf einem
Invaliditätsgrad von 17 % einstellte (Urk. 7/388).
2.
Der Versicherte erhob am 23. November 2020 Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 3. November 2020 (
Urk.
2) und beantragte, dieser sei aufzuheben. Der Versicherungsfall sei erst per 31. Dezember 2019 einzustellen
und dem
zufolge die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm bis zu diesem Zeitpunkt das Taggeld auf der Basis einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszurichten und die Heilungskosten zu
vergüten; ihm
sei mit Wirkung ab 1. Januar 2020 eine an
gemessene, jedenfalls höhere Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
4. Januar 2021
(Urk.
6
) beantragte die Suva die Ab
weisung der Beschwerde
. Der angefochtene Entscheid sei zu bestätigen, sofern das Gericht keine
reformatio
in
peius
vornehme
.
Mit Replik vom 11. Februar 2021 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest (Urk. 13). Die Beschwerde
gegnerin verzichtete mit Schreiben vom 28. April 2021 auf das Einreichen einer Duplik (Urk. 18).
Dies wurde dem Beschwerdeführer am
30. April 2021
zur Kennt
nis gebracht (Urk.
19
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen
die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der Beschwerdeführer erlitt in den Jahren 2005, 2012 und 2013 drei Unfälle
,
weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vor
liegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
sind die rechtlichen Erwägunge
n zum
Fallabschluss (Urk. 2 S. 5 Ziff.
1) sowie
zum Invaliditätsgrad und desse
n Bemessung (Art. 18 Abs.
1
UVG; Art.
16 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) zutre
ffend wiedergegeben (Urk. 2 S.
11 ff. Ziff. 3a
f
f
.). Darauf kann, mit den nachfolg
enden Ergänzungen,
verwiesen werden.
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
Wird der Entscheid der IV über die (berufliche) Eingliederung erst später gefällt, kann dies Anlass für eine das Taggeld ablösende Übergangsrente nach Art. 19 Abs. 3 UVG in Verbindung mit Art. 30 UVV bilden. Damit eine Übergangsrente nach Art. 19 Abs. 3 UVG ausgerichtet werden kann, muss der ausstehende IV-Entscheid über die berufliche Eingliederung Vorkehren beschlagen, welche einer Eingliederungsproblematik aufgrund eines unfallkausalen Gesundheitsschadens gelten. Rechtsprechungsgemäss kann sich sodann der in Art. 19 Abs. 1 erster Satz UVG vorbehaltene Abschluss allfälliger IV-Eingliederungsmassnahmen, soweit es um berufliche Massnahmen geht, nur auf Vorkehren beziehen, welche geeignet sind, den der Invalidenrente der Unfallversicherung zu Grunde zu legenden Invaliditätsgrad zu beeinflussen. Für das Vorliegen dieser Voraussetzungen braucht es konkrete Anhaltspunkte (Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.4 mit Hinweisen).
Die Überwindbarkeitspraxis gemäss
BGE
136 V 279
und
BGE
130 V 352
findet auf den UV-Heilbehandlungs- und Taggeldanspruch, und damit auch auf den Zeitpunkt des Fallabschlusses, keine Anwendung (BGE 137 V 199
E. 2.2.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im
Einspracheentscheid
(Urk. 2) davon aus
,
dass
aufgrund der Nichtvornahme der empfohlenen Operationen eine namhafte Ver
schlechterung eingetreten
sei
. Der Endzustand gemäss Art. 19 A
bs. 1 UVG könne deshalb per 15.
Ju
ni 2015 respektive 23.
Juni 2015
(Bericht
Spital B._
) angenommen werden. Es gehe nicht an, den Rentenbeginn
durch das Hinauszögern von operativen Eingriffen h
in
auszuschieben. So
mit sei der Rentenbeginn per 1.
Dezember 2016 nicht zu beanstanden (S. 10 unten).
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 80'477.05 und einem gestützt auf statistische Tabellenlöhne ermittelten Invalideneinkommen von Fr. 63'463.25 (mit berücksichtigtem leidensbedingtem Abzug von 5 %) ergebe sich ein Inva
liditätsgrad von 21.14 %
(S. 14 Ziff
.
4
b.aa
f
f
.).
Mit Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin unter anderem aus, ge
stützt auf
die
Rechtsprechung des Bundesgerichts sei vorliegend kein leidens
bedingter Abzug vorzunehmen, weshalb ein tieferer Invaliditätsgrad von 17 % resultiere und eine
reformatio
in
peius
beantragt werde (Urk. 6 S. 7 f. Ziff. 4.4c f.).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1)
, die Beschwerdegegnerin sei echtzeitlich über seinen Wunsch, die Chancen und Risiken einer erneuten Operation überprüfen zu lassen, informiert gewesen. Sie sei mit dem Einholen einer Zweit- beziehungsweise Drittmeinung einverstanden gewesen und sei für die Kosten dafür aufgekommen (S. 5 Mitte). Sinngemäss mache die Beschwerdegegnerin sodann eine Verletzung der Mitwirkungspflicht geltend ohne das zwingend erforderliche Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
je durchgeführt zu haben. Damit fehle die Grundlage, den Versicherungsfall ver
früht abzuschliessen (S. 5 f.). Des Weiteren habe sowohl im Juni
2015
wie auch im Dezember
2016
noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden dürfen. Gleich mehrere Ärzte hätten bestätigt, dass der medizinische Endzustand im März 2016 noch nicht erreicht gewesen sei. Unter anderem habe der Gutachter
Dr.
Z._
ausgeführt, der Endzustand sei im Mai 2019 noch nicht eingetreten
und im Gutachten von
Dr.
A._
sei festgehalten wor
den, der Endzustand sei zum Zeitpunkt seiner Untersuchung im Dezember 2019 nicht erreicht
(S. 6 ff.).
Somit habe die Beschwerdegegnerin bis Ende Dezember 2019 das gesetzliche Taggeld basierend auf einer vollen Arbeitsunfähigkeit bis Ende Dezember 2019 sowie Heilbehandlungskosten auszurichten (S. 8 Ziff. 7.2).
Sodann beanstandete der Beschwerdeführer die Höhe des herangezogenen Validen- und Invalideneinkommens sowie des leidensbedingten Abzuges. Er habe Anspruch auf eine Rente mit Wirkung ab 1. Januar 2020 basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 38 % (S. 9 ff. Ziff. 8.1 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Zeitpunkt des Fallabschlusses sowie die Höhe des Invaliditätsgrades
, wobei diesbezüglich die Höhe des leidensbedingten Abzuges strittig ist
.
3.
3.1
Dr.
med.
C._
, Chefarzt,
und
Dr.
med.
D._
,
Oberärztin, vom Departement Chiru
r
gie,
Spezialsprechstunde Schulter- und Ellbogenchirurgie am
Spital B._
führten mit Bericht vom
23.
Juni 2015 (Urk. 7/138
S. 2 f.
; vgl. auch
Schreiben vom 11. September 2015 von
Dr.
C._
, Urk.
7/282,
sowie
Bericht vom 29. Oktober 2015 von Prof.
Dr.
med.
E._
, Chefarzt
der Klinik für Ortho
pädische Ch
i
r
urgie und Traumatologie des Bewegungsapparates am
F._,
Urk.
7/150
)
aus, eine Operation (
Latissimus
dorsi
-Transfer)
würde das Fortschreiten einer Arthrose als einzige Option verzögern. Ohne Operation würde sich eine Arth
ro
se entwickeln und es
komme
zur Notwendigkeit eines prothe
tischen Ersatzes des Schultergelenkes in einem noch recht jungen Alter. Der Beschwerdeführer habe angegeben, er wolle sich diese Option in Ruhe überlegen und mit seinem Hausarzt diskutieren.
3.2
Mit Bericht vom 27. Januar 2016 führte
Dr.
med.
G._
,
Oberarzt i.V. Orthopädie an der Un
i
versitätsklinik
H._
,
aus, er würde
vor
eine
m
Latissimus
dorsi
-Transfer
noch eine diagnostische Infiltration durchführen. Falls dann die Schmer
zen deutlich beeinflussbar seien und der Lift-off-Test negativ sei, würde er eben
falls
einen
Latissimus
dorsi
-Transfer
durchführen. Falls die Schmerzen nicht beeinflussbar seien, wäre er mit einem operativen Vorgehen eher zurückhaltend
(Urk. 7/164
S. 2
).
Schliesslich riet
Dr.
G._
, nachdem die Infiltration nicht zu einer Schmerz
linderung
(sondern eher zu einer Schmerzverstärkung)
geführt habe und der Lift-off-Test nicht überprüfbar gewesen sei, von einem
Latissimus
dorsi
-Transfer wie auch von weiteren Eingriffen ab (Bericht
vom 3. März 2016, Urk. 7/173).
3.3
Infolge des Rückweisungsentscheids des hiesigen Gerichts vom 13. Juni 2018 ver
anlasste die Beschwerdegegnerin ein
Gutachten bei
Dr.
Z._
,
welcher den Beschwerdeführer am 13. Mai 2019 untersuchte und im Anschluss das Gutachten erstattete
(Urk.
7/258; keine exakte Datierung des Gutachtens
).
Das Gutachten hatte insbesondere Kausalitätsfragen zu den diversen statt
gehabten Unfällen zu beantworten.
Dr.
Z._
kam zum Schluss, die Unfall
kausalität des Schulterdefekts rechts sei sowoh
l bezüglich des Unfalls vom 1
2.
(richtig: 10.)
Dezember 2012 als Erstereignis, als auc
h bezüglich des Unfalls vom 2
9.
(richtig: 26.) August 2013
als Zweitereignis mit r
ichtungsweisender, irreversibler
Verschlechterung des vorher kompensierten «Riss-Vorzustandes» zu bejahen (S. 21 oben).
Angesichts der Grösse d
es
Rotatorenmanschettendefektes
sollte nach Ansicht von
Dr.
Z._
dem Beschwerdeführer wegen der andauernden Arbeitsunfähigkeit und der
starken Behinderung und Störung
die operative
Reoperation
empfohlen wer
den. Eine
Latissimus
dorsi
Transferoperation könne dem Beschwerdeführer Ver
besserung bringen. Seinerseits würde er
ihm aber eine
anterolaterale
De
ltoideus
lappenplastik
empfehlen. Da der
Subscapularis
noch sehr gut sei und der Teres minor ebenfalls, seien die Aussichten recht gut, wieder eine deutliche Verbesserung der Funktion und vor allem der Schmerzhaftigkeit damit zu erreichen. Die volle Wiederherstellung der Kraft sei kaum zu erwarten, aber eine deutliche Verbesserung (S. 23 Ziff. 4).
3.4
Am 1
6.
September 2019 stellte sich der Beschwerdeführer
zwecks allfälliger Operationsempfehlung
nochmals bei
Dr.
Z._
sowie
Dr.
med. univ.
I._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates,
vor (Bericht vom 18. September 2019 der Orthopädischen Chirurgie
J._
, Urk. 7/288).
Nach e
rneut durchgeführtem
MRI, auf welchem sich eine Zuna
hme der Degeneration
zeig
e, bestehe aus ärztlicher Sicht eher Skepsis hinsichtlich einer gelenkserhaltenden, chirurgischen Massnahme. Da sich der Beschwerdeführer mit der Situation arrangiert habe, sei aktuell keine Massnahme indiziert. Bisher sei nie der Endzustand erreicht worden (Bericht vom 28.
Oktober 2019 von
Dr.
I._
, Urk. 7/297).
3.5
Basierend auf
ihrer
Aktenbeurteilung hielt Kreisärztin
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für Neurochirurgie, am 25. November 2019 fest (Urk.
7/301)
, aktuell
werde
ge
mäss
Dr.
I._
keine operative Behandlung geplant. Weitere konservative Massnahmen würden zu keiner versicherung
s
medizinisch relevanten Verbesserung des Gesundheit
s
zustandes des Beschwerdeführers führen. Es sei ein stabiler medizinischer Zustand erreicht, wenn auch nicht zufriedenstellend für den Beschwerdeführer (S. 4 Ziff. 2).
Seit der ersten Jahreshälfte 2016 sei mit Ab
schluss der Drittmeinung der Universitätsklinik
H._
,
Dr.
G._
, mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass eine weitere Heil
behandlung den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht mehr namhaft verbessern werde (Ziff. 2.1).
3.6
Am 2
9.
November 2019 führte
Dr.
K._
eine kreisärztliche Untersuchung durch (
Bericht vom 3. Dezember 2019,
Urk. 7/303
; vgl. auch Urk. 7/314 sowie die korrigierte Fassung vom 20. Dezember 2019 mit Hinweis auf S. 1 auf Urk. 7/315
).
In ihrer Beurteilung führte die Kreisärztin aus, der Beschwerdeführer zeige weiterhin eine erhebliche Einschränkung der Schulterfunktion rechts mit aktiver Abduktion und Elevation bis maximal 40°. Im Wesentlichen würden sich ver
gleichbare Untersuchungsbefunde zeigen wie bei der Untersuchung bei
Dr.
G._
im März 201
6.
Von diesem sei im März 2016 von einer
Latissimus
dorsi
-Transferoperation zur Verbesserung der Schultergelenksbeweglichkeit abgeraten worden. 2019 sei von
Dr.
I._
nochmals eine gelenkerhaltende operative Option zur Verbesserung der Schultergelenksbeweglichkeit geprüft worden.
Dr.
I._
habe letztlich von einer Operation abgeraten. Abgesehen von einem Gelenksersatz bestünden aktuell keine therapeutischen Optionen, die zu einer versicherungsmedizinisch relevanten Verbesserung des aktuellen Gesund
heitszustandes der rechten Schulter führen könnten. Für einen künstlichen Gelenksersatz sei der Beschwerdeführer aktuell relativ jung und der Leidensdruck trotz offensichtlicher Einschränkung nicht ausreichend.
Dr.
K._
kam daher zum Schluss, ein stabiler medizinischer Zustand sei erreicht (
Urk. 7/315
S. 6).
3.7
Am 7.
Februar 2020 verfasste
Dr.
A._
im Auftrag der IV-Stelle ein Gutachten (Urk. 7/350).
Dr.
A._
gab an, im weiteren Verlauf nach der Operation vom August 2014 (vgl. S. 33 unten) sei auffällig, dass eine weitere operative Inter
vention mindestens zweimalig empfohlen und letztendlich nicht durchgeführt worden sei. Z
wischenzeitlich h
a
b
e sich die Schulterfunktion soweit verschlechter
t
, dass es auch medizinisch gesehen keinen weiteren Sinn mehr er
geben habe, eine gelenkserhaltende Operation durchzuführen. Die Situation sei nun soweit festgefahren, dass der medizinische Endzustand ohne Gelenksersatz als erreicht anzusehen sei. Von weiteren konservativen Massnahmen sei keine weitere Verbesserung der Gelenksfunktion zu erwarten.
Eine namhafte Verbesserung des Gesamtzustandes sei auch nach einem Gelenksersatz nicht zu erwarten (S. 34 f.).
4.
4.1
Das hiesige Gericht wies die Sache mit Urteil vom 13. Juni 2018 an die Beschwerdegegnerin zurück, damit diese ein medizinisches Gutachten zur Frage der Kausalität zwischen der Schulterproblematik rechts und den drei Unfall
ereignissen vom 16.
Oktober 2005, 10. Dezember 2012
und 26. August 2013 ein
hole und hernach über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge (Urk. 7/210).
Dr.
Z._
, der in der Folge das besagte Gutachten erstellte, kam zum Ergebnis, d
ass die Schulterproblematik rechts s
owohl kausal zum Unfall vom
Dezember
2012 wie auch zu jenem vom August 2013
ist (vgl. vorstehend E. 3.3), was vorliegend unbestritten ist.
4.2
Ebenfalls ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätig
keit als
Bauspengler
zu 100 % arbeitsunfähig ist.
Dr.
A._
schloss
gestützt auf seine
Unter
suchung v
om 12.
Dezember 2019
, dass
selbst bei einem Gelenksersatz
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands
zu erwarten
ist
. Bereits
viel früher, nämlich
im Juni 2015
,
führten die orthopädischen Fachärzte des
Spitals B._
aus, eine gelenkserhaltende
Latissimus
dorsi
-Operation halte lediglich das Fort
schreiten der Arthrose im Schultergelenk auf. Diese hatte somit, was sich bei den im weiteren Verlauf eingeholten Zweit-
(
Dr.
G._
)
und Drittmeinungen
(
Dr.
Z._
/
Dr.
I._
)
bestätigte, ohnehin keine namhafte Besserung der Funktion zum Zweck, sondern ein Aufhalten der weiteren Verschlechterung. Die Arbeits
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit war bereits zu diesem Zeitpunkt
sowohl
mit
wie auch ohne
operative Intervention vollständig
aufgehoben
.
Schliesslich legte auch der Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin in einer Besprechung am 14. August 2019 offen, dass sich sein Zustand seit Mai 2016 verschlechtert habe und er sich
(nur)
dann für eine
Reoperation
entscheide, wenn dadurch auch eine Verbesserung zu erwarten sei (Urk. 7/275).
Aus versicherungsrechtlicher Sicht bestimmt sich die Frage, o
b eine namhafte Besserung noch möglich ist, insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfall
bedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heil
behandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_64/2021 vom 14. April 2021 E. 3.2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3). Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst wer
den (Urteil des Bundesgerichts 8C_44/2021 vom 5. März 2021 E. 5.2 mit Hin
weisen).
Eine
in diesem Sinne
namhafte Verbesserung war daher gestützt auf die medi
zinische Aktenlage bereits ab März
2016 auszuschliessen
. Dabei handelt es sich - entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S.
5 f.
) - um keine retrospektive Beurteilung. Den echtzeitlichen Arztberichten aus dem Jahr 2015 und 2016 ist zu entnehmen, dass die operative Behandlung lediglich zur Vermeidung einer Verschlechterung, nicht jedoch zur Erzielung e
iner namhaften Verbesserung
diskutiert wurde.
Dr.
Z._
, welcher ein Gutachten zur Kausalitäts
frage erstellte, hielt
zwar fest, dass
eine
Latissimus
dorsi
Transferoperation oder auch eine
anterolaterale
Deltoideuslappenoperation
dem Beschwerdeführer eine Verbesserung bringen könne. Diese Verbesserung bezog sich auf die Funktion, die Kraft und vor allem die Schmerzhaftigkeit. Eine Steigerung der Arbeitsfähig
keit stellte er nicht in Aussicht beziehungsweise er äusserte sich
nicht
dazu (vgl. E. 3.3).
Auch
Dr.
E._
gab im Bericht vom 29. Oktober 2015 zu bedenken, dass selbst bei einem erfolgreichen Eingriff nur die Alltagsfunktion verbessert werde, eine Rückkehr in seine bisherige Tätigkeit jedoch kaum möglich sein werde (Urk. 7/150 S. 3 «Procedere»).
D
ie
durchgeführte Gelenksi
nfiltration, von welcher
Dr.
G._
schliesslich
eine Prognose über die Wirkung einer operati
ven Inter
vention ableitete, hat gemäss seiner Einschätzung vom März 2016
keine Verbesserung gebracht
, weshalb er auch mit keiner
effektiven
Verbesserung
der Schulterproblematik
durch eine Operation
rechne
te und von einer solchen abriet (vgl. E. 3.2)
.
S
oweit
Therapien
nicht auf die Heilung des Gesundheitsschadens, sondern auf die blosse Symptombekämpfung geric
htete Massnahme darstellen
, stehen sie einem Fallabschluss rechtsprechungsgemäss nicht entgegen. Nament
lich
eine Schmerzlinderung, welche vorliegend ein zentrales Ziel der diskutierten - aber nicht durchgeführten - Operationen gewesen wäre
, stellt keine namhafte Besserung dar (Urteile des Bun
desgerichts 8C_363/2020 vom 29. September 2020 E.
4.1 mit
Hinweis, 8C_402/2007 vom 23. April 2008 E.
5.1.2.2).
4.3
Die Beschwerdegegnerin war
anfangs 2016
mit dem Einholen dieser Zweit
meinung
bei
Dr.
G._
sowie dem Abwarten allfälliger Auswirkungen der Infiltration zwecks Operationsindikation einverstanden
(vgl.
Telefonnotizen vom 2
2.
und 28. Januar 2016,
Urk. 7/163+165
)
, weshalb erst
danach, mithin
ab März 2016
(abschliessende Einschätzung von
Dr.
G._
nach erfolgloser Infiltration, E. 3.2)
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von der
Fort
setzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheits
zustandes
mehr erwartet werden ko
nn
te
und ein Fallabschluss begründet war
.
Soweit
Dr.
I._
im Oktober 2019 festhielt, es sei bisher nie ein Endzustand erreicht worden, kann der Beschwerdeführer daraus
nichts
ableiten, was für einen späteren Zeitpunkt
des
Fallabschluss
es
sprechen würde. Denn ausschlaggebend dafür
ist
die Frage, ab wann von keiner namhaften Verbesserung mehr aus
gegangen werden kann. Der Umstand, dass dem Beschwerdeführer noch operative Massnahmen zur Verfügung stehen, mag für das noch nicht Erreichen eines medizinischen im Sinne eines therapeutischen Endzustandes sprechen. Versicherungsrechtlich ist dies jedoch nicht gleichzusetzen mit dem Zeitpunkt des Fallabschlusses
und der Rentenprüfung gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG
.
4.4
Der Beschwerdeführer berief sich sodann auf Art. 21
Abs.
4 ATSG
. Die Beschwerdegegnerin mache sinngemäss eine Verletzung der Mitwirkungspflicht geltend, indem zumutbare Behandlungsmassnahmen hinausgeschoben worden seien. Die Beschwerdegegnerin habe aber das zwingend notwendige Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
nicht durchgeführt, weshalb ihr die gesetzliche Grundlage dafür
fehle
, den Versicherungsfall verfrüht abzuschliessen (
Urk.
1 S. 5 f.).
Art. 21 Abs. 4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglich
keit verspricht, entzieht oder widersetzt oder wenn sie nicht aus eigenem Antrieb
das
ihr Zumutbare dazu beiträgt. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen.
Weder hat die Beschwerdegegnerin vorliegend Lei
stungen verweigert noch gekürzt, was der
Beschwerdeführer
offenbar
verkennt. Streitpunkt ist der Zeit
punkt des Fallabschlusses und der Rentenprüfung.
4.5
Zusammenfassend ist g
estützt auf die medizinischen Akten vorliegend ab März 2016 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von keiner namhaften Besserung der Schulterproblematik rechts auszugehen.
Da die
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
per 30. November 2016 abgebrochen und deren Taggeld
leistungen auf diesen Zeitpunkt eingestellt wurden (vgl.
Urk. 7/272 sowie
Urk. 7/366 S. 1 Ziff. 3), ist der von der Beschwerdegegnerin festgesetzte Fallab
schluss per 30. November 2016 respektive Rentenbeginn per 1. Dezember 2016 nicht zu beanstanden.
5.
5.1
Es bleiben die erwerblichen Auswirkungen der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit zu prüfen.
5.2
Das von der Beschwerdegegnerin herangezogene
Valideneinkommen
wurde vom Beschwerdeführer nicht bestritten. Die Beschwerdegegnerin ging von einem jähr
lichen
Valideneinkommen
von Fr. 80’477.05 aus (Urk. 2 S. 14
lit
. b.cc; vgl. auch Urk. 7/366), was gestützt auf die Akten- und Rechtslage nicht zu beanstanden ist.
5.3
5.3.1
Hinsichtlich
des
Invalideneinkommen
s
bestreitet der Beschwerdeführer
einzig
die Höhe des leidensbedingten Abzuges
. Es sei wegen faktischer
Einhändigkeit
ein maximaler Abzug von 25 % zu gewähren (Urk. 1 S. 9 ff. Ziff. 8.3).
Zum von der Beschwerdegegnerin herangezogenen Tabellenlohn führte der Beschwerdeführer einzig aus, es sei vom LSE-Wert im Kompetenzniveau 1 und nicht 2 auszugehen
.
Der von der Beschwerdegegnerin herangezogene statistische Total-Wert der Tabelle
TA1_tirage_skill_level
der LSE 2016
bezieht sich
bereits
auf den
monat
lichen Lohn
für Männer im Kompetenzniveau 1 (
Urk.
7/366 S. 3:
Fr. 5'340.--
)
. B
ei einer betriebsüblichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Bundesamt für Statistik, Tabelle T03.02.03.01.04.01
, Total 2016
) ergibt sich ein erzielbares Invalideneinkommen von Fr. 66'803.40 (Fr. 5'340.-- x
12 :
40 x 41.7).
5.3.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die ver
bliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglich
erweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Ab
zug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (
BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemä
ss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesam
thaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgericht
s
9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
5.3.3
Dem Beschwerdeführer ist eine angepasste Tätigkei
t im Umfan
g von 100 % zu
mutbar (Urk. 7/350 S. 39
).
Gemäss
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
ist von folgendem
Anforderungprofil
auszugehen (
Bericht vom 17. Mai 2020;
Urk. 7/346 S. 2)
:
«Die beobachtete Belastbarkeit entspricht einer leichten Tätigkeit (Hantieren von Lasten selten bis max. 10 kg, oder viel stehen/gehen, oder belastende Arm- oder Beinfunktion).
Zeitlich sollte folgende Belastung möglich sein: ganztags.
Spezielle Einschränkungen: Selten möglich: Arbeit über Schulterhöhe, Kriechen. Manchmal möglich: Vorgeneigt Stehen, vorgeneigt Sitzen, vorgeneigt Knien, Rotation im Sitzen, Stossen, Ziehen, Handkoordination rechts.
Beurteilung für Leitersteigen muss aufgrund der Sicherheit medizinisch-theoretisch durch Ärzte erfolgen. Der Klient konnte sich beim Test genügend sichern und sicher Leitersteigen. Doch in einer Notfallsituation muss sich der Klient auch sichern können mit beiden Händen. Ob er dies dann beidhändig genügend machen kann ist
fraglich. »
Gemäss
Dr.
A._
, welcher ebenfalls zum Zumutbarkeitsprofil einer angepassten Tätigkeit Stellung nahm (allerdings auch unter Berücksichtigung unfallfremder Beeinträchtigungen, insbesondere der linken Schulter)
, ist eine Tätigkeit im Sitzen, Stehen und Gehen bei maximaler Belastbarkeit von 1 kg bei angelegtem Arm der rechten oberen Extremität
zumutbar. Mit der linken oberen Extremität könnten Lasten von maximal 5 kg gehoben beziehungsweise getragen werden. Das Besteigen von Leitern und Gerüsten sei nicht mehr zumutbar. Kniende, hockende und sitzende Tätigkeiten könnten vorkommen, jedoch ohne wesentlichen Armeinsatz. Keine Tätigkeiten über Kopf sowie auf Schulterhöhe möglich (Urk. 7/350 S. 3
6
f.).
5.3.4
Es ist nicht
von der Hand zu weisen, dass d
e
r Beschwerdeführer
aufgrund
seiner
Beeinträchtigungen
der
dominanten
rechten Schulter
in
seinem
noch möglichen Tätigkeitsspektrum eingeschränkt ist.
Die Beschwerdegegnerin gewährte einen leidensbedingten Abzug von 5 % (Urk. 2 S. 14
lit
.
b.aa
).
Ein Vergleich mit den Referenzwerten zeigt, dass beim Beschwerdeführer sowohl die Handkraft rechts wie auch die Handkoordination rechts i
n der Norm
liegen (vgl. Urk. 7/346 S. 8 f.).
Die Gebrauchsfähigkeit der rechten Hand des Beschwerdeführers ist
demnach im Normbereich.
J
edoch ist der Bewegungs
umfang im Schultergelenk eingeschränkt und die zumutbare
Gewichtslimite
rechts auf 1 kg
limitiert, stossen und ziehen sind nur manchmal (d.h. zwischen 30 Minuten und 3 Stunden; vgl. Urk. 7/346 S. 3 unten)
und Tätigkeiten über Kopf und Schulterhöhe gemäss EFL-Beurteilung selten beziehungsweise gemäss
Dr.
A._
gar nicht
möglich
(vgl. E. 5.3.3
).
Die Schulterbeschwerden limitieren den Beschwerdeführer.
Jedoch entspricht d
as ih
m
zumutbare Tätigkeitsprofil
k
einer faktischen
Einhändigkeit
.
Das Bundesgericht geht von einer funktionellen
Einarmigkeit
oder
Einhändigkeit
dann aus, wenn eine versicherte Person eine Hand nur noch als
Zudienhand
ein
setzen kann (vgl. Urteil 8
C_587/2019 vom 3
0.
Oktober 2019
E. 7.3). Es verneinte eine faktische
Einarmigkeit
etwa bei einem Versicherten, der mit der nicht dominanten Hand vollzeitlich ohne Einschränkung der Feinmotorik nur noch leichte Tätigkeiten verrichten konnte (Urteil 8C
_477/2016 vom 2
3.
November 2016
E. 4.3).
Die
Praxis
hat
seit BGE 126 V 75 bei versicherten Personen, die ihre dominante Hand gesundheitlich bedingt nur sehr eingeschränkt, beispielsweise als
Zudienhand
, einsetzen können, verschiedentlich e
inen Abzug von 20 oder sogar 25
% von dem gestützt auf die LSE ermittelten Invalideneinkommen als angemessen bezeichnet.
Das
trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist jedoch bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, der durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften gekennzeichnet ist und einen Fächer verschiedenster Tät
igkeiten aufweist (Art.
16 ATSG
). Der LSE-Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 umfasst eine Vielzahl von leichten Tätig
keiten, die den
vorgenannten
Einschränkungen
des Beschwerdeführers (vgl. E. 5.3.3
) Rechnung tragen. Angesichts des Zumutbarkeitsprofils ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, die keine besondere Beanspruchung der rechten Hand hinsichtlich Kraft, Fein
motorik und Sensibilität erfordern.
Daher
ist
vorliegend
nicht von einer faktischen
Einhändigkeit
auszugehen, die
einen
bis zu
25%igen
Abzug
recht
fertigen würde.
Dem Beschwerdeführer ist ein hinreichend grosser
Arbeitsmarkt mit realistischen Betätigungsmöglichkeiten zu unterstellen.
Anzufügen bleibt, dass
nicht alle im Arbeitsprozess im weitesten Sinne notwendigen Aufgaben und Funktionen im Rahmen der Überwachung und Prüfung durch Computer und automatisierte Maschinen ausgeführt
werden
. Ab
gesehen davon müssen solche Geräte auch bedient und ihr Einsatz ebenfalls über
wacht und kontrolliert werden. Zu denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedienung und Überwachung von (halb-)automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die keinen Einsatz des nicht mehr funktionstüchtigen Armes oder der nicht mehr einsetzbaren Hand voraussetzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_134/2020 vom 2
9.
April 2020 E. 4.1,
8C_587/2019 vom 3
0.
Oktober 2019 E. 6.2, namentlich mit Hinweis auf das Urteil 8C_811/2018 vom 1
0.
April 2019 E. 4.4.2
).
Folglich könnten vorliegend unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berück
sichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausser
ordentlich zu bezeichnen sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_
495
/2019 vom 1
1
.
Dezember
2019 E.
4.2.2
).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen. Die Beschwerde
gegnerin gewährte im angefochtenen Entscheid aufgrund des eingeschränkten Zumutbarkeitsprofils des Beschwerdeführers einen Abzug von 5
%
. In der Beschwerdeantwort verwies sie auf das zuvor genannte Urteil 8C_495/2019 und beantragte gestützt darauf, es sei vom hiesigen Gericht eine
reformatio
in
peius
anzudrohen und kein Leidensabzug zu gewähren (
Urk.
6 S. 7 f.
Ziff.
4.4
lit
. c). Angesichts des in E. 5.3.3 umschriebenen Zumutbarkeitsprofils, wonach ins
besondere die rechte dominante Hand bzw. die rechtsseitige Extremität nur noch eingeschränkt belastbar ist, erweist sich die Berücksichtigung eines Abzugs nicht als unrechtmässig und lag der von der Beschwerdegegnerin ursprüngliche vor
genommene Abzug innerhalb ihres Ermessens. Eine
reformatio
in
peius
recht
fertigt sich in dieser Konstellation nicht. Genauso wenig sind vorliegend, wie dargelegt, jedoch Umstände ersichtlich, welche ermessensweise einen höheren Leidensabzug bedingen würden.
5.3.5
Dadurch ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 63‘463.25 (Fr. 66'803.40 x 0.95).
5.4
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr. 80’477.05
dem Invalideneinkommen von
Fr. 63‘463.25
gegenübergestellt, resultiert
eine Erwerbseinbusse von Fr. 17
'
013.80
und somit ein
Invaliditätsgrad von gerundet 21
%.
Auch die Bemessung des versicherten Verdienstes mit
Fr.
80'000.-- ist nicht zu beanstanden (
Urk.
7/10,
Urk.
7/117/4). Bei für die Kausalität relevanten Unfällen im Dezember 2012 und August 2013 kommt
Art.
24
Abs.
2 UVV betreffend Höhe des versicherten Verdienstes bei Rentenbeginn nach fünf Jahren nach dem Unfall nicht zur Anwendung, waren doch bei Rentenbeginn am
1.
Dezember 2016 noch nicht fünf Jahre verstrichen (vgl. das entsprechende Vorbringen des Beschwerde
führers,
Urk.
1 S. 9).
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.