Decision ID: 783a0fd7-60d2-4fac-b4c8-4ac3e6e2b4ab
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1972,
war seit dem
1.
Februar 2007 vollzeitlich bei der
Y._
AG als Paketbote angestellt und als solcher bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 1
5.
April 2016 rutschte er, als er aus dem Zustellfahrzeug aussteigen wollte, auf dem nassen Trittbrett ab und verdrehte sich das rechte Fussgelenk (
Urk.
8/1). Die Suva erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen (
Urk.
8/2-4)
,
holte
diverse Berichte der behandelnden Ärzte
ein
und legte die
se
ihre
m Kreisarzt
,
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Chirurgie,
zur Beurteilung
vor (
Urk.
8/34
,
Urk.
8/57
). Am 1
2.
Juni
2017
sowie am 2
3.
November 2018
erfolgten kreis
ärztliche Untersuchungen des Versicherten durch
Dr.
Z._
(
Urk.
8/88 f
.
,
Urk.
8/200
).
Nachdem die Suva dem Versicherten am
3
1.
Mai 2019 die Ein
stellung der
Taggelder
per 3
1.
Juli 2019 mit
geteilt hatte (
Urk.
8/230), sprach sie ihm
m
it Verfügung vom 2
6.
Juni 2019
eine Invalidenr
ente
aufgrund eines Invaliditätsgrades von
15
%
und eine Integritätsentschädigung
von
Fr.
7'410.-- auf der Grundlage einer Integritätseinbusse
von 5
%
zu
(
Urk.
8/236)
.
Die dagegen vom Versicherten
am 2
6.
A
ugust 2019 erhobene Einsprache (
Urk.
8/244) wies die Suva nach Einholung einer Aktenbeurteilung von
Prof.
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Neurochirurgie (
Urk.
8/259)
, mit
Einsprachee
ntscheid
vom
6.
Februar 2020
ab
(
Urk.
8/260 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
André
Largier
, am
6.
März 2020 Beschwerde mit dem An
trag, die Beschwerdegegnerin sei
in Abänderung des angefochtenen
Einspracheentscheides
zu verpflichten, ihm eine angemessene, jedenfalls höhere Invalidenrente sowie eine angemessene, jeden
falls höhere Integritätsentschädigung zuzusprechen (
Urk.
1). Die Beschwerde
gegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2
9.
April 2020 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), wovon dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
2.
Mai 2020 Kenntnis erteilt wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu b
eurteilende Unfall hat sich am 1
5.
April 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2).
Aus
serdem
erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Ver
unfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.4
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Ge
brauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt,
wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beein
trächtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsent
schädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.5
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die be
fragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen Entscheid auf den Stand
punkt, gemäss dem kreisärztlichen Abschlussuntersuchungsbericht bestehe eine belastungsabhängig symptomatische, posttraumatische Arthrose des rechten
o
beren Sprunggelenks (OSG). Unfallbedingt resultiere eine verminderte Belast
barkeit des rechten OSG, weshalb eine Rückkehr in die angestammte Tät
igkeit nicht mehr zumutbar sei
. Ü
berwiegend sitzende Tätigkeiten mit der
Möglichkeit
zum häufigen Positionswechsel und nur
kurzstreckig
gehende Tätigkeiten ohne Treppensteigen oder Begehen von unebenem Gelände und
mit
lediglich leichter körperlicher Belastung
seien jedoch ohne zeitliche Einschränkung möglich. Von dieser Beurteilung sei auszugehen. Ein CRPS (
complex
regional
pain
syndrome
) beziehungsweise ein Restsudeck, deren Vorliegen in der Einsprache vom Beschwerdefüh
rer geltend gemacht würden, liess
e
n
sich gemäss der kreis
ärztlichen Beurteilung sowie der Einschätzung der nach der
Einspracheerhebung
beigezogenen
Dr.
A._
gestützt auf die Budapest-Kriterien nicht bestätigen. Für
die in den Akten festgehaltenen
psychischen Probleme sei eine Leistungspflicht sodann nicht gegeben (
Urk.
2 S. 4 f.). Gestützt auf die Lohn
strukturerhebung des Bundesamtes für Statistik sowie unter Vornahme eines leidensbedingten Abzuges von 10
%
sei das
Invalideneinkommen auf
Fr.
60’
969.-- festzusetzen. Stelle man dieses dem unbestrittenen
Valideneinkommen
von
Fr.
71'697.-- gegenüber, resultier
e eine Erwerbseinbusse von 15
%
, weshalb sich die in dieser Höhe zugesprochene Invalidenrente nicht bemängeln lasse (
Urk.
2 S. 6). Im Bericht vom 1
3.
Juni 2017 habe der Kreisarzt den unfallbedingten Integritätsschaden gestützt auf den kreisärztlichen Untersuchungsbericht, die intraoperativen Befunde und in Anwendung der Suva Tabelle 5, nach der
mässiggradige
OSG-Arthrosen mit 5-15
%
bewertet würden, auf 5
%
geschätzt. Von dieser Beurteilung sei auszugehen (
Urk.
2 S. 7).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte
dagegen
vor, dass nicht ausgewiesen sei, dass er in einer leidensangepassten Tätigk
eit voll arbeitsfähig sei
(
Urk.
1 S. 5).
Er leide unbestrittenermassen unter chronischen Schmerzen im Bereich des rechten Fusses und Unterschenkels und sei auf den Einsatz von zwei Gehstöcken und Schmerz
medikamente angewiesen.
Hinsichtlich
der Schmerzursache seien die involvierten
Ärzte unterschiedlicher Meinung. D
a
unbestritten
sei, dass
die
Schmerzen Folgen des versicherten Unfallereignisses seien, sei dies jedoch letztlich nicht von Bedeutung. Auf das kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil könne nicht abgestellt werden, da dieses mit keinem Wort begründet werde und so nicht nachvollziehbar sei (
Urk.
1 S. 7). Er sei aufgrund der chronischen Schmerzen, den dadurch verur
sachten Schlafstörungen und den Nebenwirkungen der Medikamente - die eben
falls zu berücksichtigen seien - auch in einer optimal leidensangepassten Tätig
keit maximal zu 40
%
arbeitsfähig (
Urk.
1 S. 8). Ausgehend von den übrigen An
nahmen und Berechnungen der Beschwerdegegnerin resultiere daraus ein Invaliditätsgrad von 66
%
, wobei unter den gegebenen Verhältnissen ein Leidensabzug von 10
%
zu tief sei. Zum einen seien die Einsatzmöglichkeiten auf
dem
ihm offenen Arbeitsmarkt
aufgrund der Unfallfolgen
erheblich ein
geschränkt, zum anderen würden Männer mit Beschäftigungsgrad von 25-49
%
aufgerechnet auf ein Vollzeitpensum durchschnittlich ein um 18.34
%
tieferes Einkommen als Vollzeitbeschäftigte erzielen. Deshalb sei der Tabellenlohn um einen Leidensabzug von 25
%
zu kürzen, so dass ein Invaliditätsgrad von 72
%
resultiere (
Urk.
1 S. 10).
Die schwere, offensichtlich dauerhafte Beeinträchtigung am rechten Fuss sei sodann entgegen dem Kreisarzt nicht mit einer
mässig
gradigen
OSG-Arthrose, sondern mit einer schweren Arthrose im Sinne von Su
va-Tabelle 5 gleichzusetzen. En
t
s
prechend sei der Integritätsschaden auf
zwischen 15
%
und 30
%
zu bemessen und aufgrund des unbestrittenen Aus
masses der Schmerzen und der Bewegungseinschränkung au
f 30
%
festzulegen (
Urk.
1 S. 10 f.
).
Ausgangsgemäss habe die Beschwerdegegnerin ihm sodann neben den Anwaltskosten die Kosten für den
Bericht
von PD
Dr.
med. B._
, Facharzt für
Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheuma
tologie, vom 2
7.
Februar 2020 zu ersetzen, da dieser für die Beurteilung des An
spruchs unerlässlich gewesen sei (
Urk.
1 S. 11
).
2.3
Die Beschwerdegegnerin ergänzte in der Beschwerdeantwort, die behandelnden Orthopäden und Rheumatologen sowie die von ihr beigezogene
Neurochirurgin
würden die kreisärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung bestätigen. Auf
die Beurteilung von
PD
Dr.
B._
könne
hingegen
entgegen dem Beschwerdeführer nicht abgestellt werden, da
nicht nachvollziehbar sei, weshalb diese
r
zunächst keine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit habe vornehmen können und es ihm nun
plötzlich
doch möglich sei. Ferner
setze
er sich auch nicht mit den anderslauten
den Einschätzungen auseinander und berücksichtige nicht nur die Unfallfolgen. Was die Nebenwirkungen des Medikamentes betreffe, werde durch
Dr.
C._
keine zusätzliche Einschränkung
attestiert
und dieses könne, da es sich nicht um ein typisches
Arthrosemed
ika
ment
handle, ohne Weiteres durch ein anderes Medikament ersetzt werden. Die Einschätz
ung von
PD
Dr.
B._
vermöge daher
die kreisärztliche Beurteilung nicht zu entkräften. Eine Kostenübernahme für dessen Bericht erübrige sich (
Urk.
7 S. 3). In Bezug auf d
en leidensbedingten Ab
zug
sei der Beschwerdeführer gestützt auf diese Ausführungen nicht zu hören, wenn er diesen mit einer lediglich
teilweisen Arbeitsfähigkeit begr
ünde, im Übrigen sei den unfallbedingten Einschränkungen mit dem vorgenommenen Ab
zug von 10
%
gebührend Rechnung getragen worden (
Urk.
7 S. 3 f.)
.
2.4
Unstrittig ist, dass die Beschwerdegegnerin für die gesundheitlichen Folgen des Unfalls vom 1
5.
April 2016 am rechten oberen
Sprunggelenk
grundsätzlich leistungspflichtig ist und dass die zum Zeitpunkt des
Einspracheentscheids
noch vorliegenden gesu
ndheitlichen Beschwerden
an diesem Gelenk
durch diesen Un
f
all verursacht wurden (
Urk.
8/234/1
).
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine höhere Invalidenrente beziehungsweise auf eine höhere Integritätsentschädigung verneint hat.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer stellte sich
nach dem Vorfall vom 1
5.
April 2016 zunächst
am 1
8.
April 201
6 bei
Dr.
med. D._
, Facharzt für Innere Medizin, vor, der eine
Distorsion des rechten oberen Sprunggelenkes diagnostizierte und eine Ruhigstellung sowie eine Behandlung mit Schmerzmitteln anordnete
.
Er attestierte dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
ab dem 1
5.
April 2016 bis auf Weiteres (
Urk.
8/14).
3.2
Bei Persistenz der Beschwerden wurde
am 1
2.
Mai 2016
eine
MRI-Untersuchung des rechten oberen Sprunggelenks
durchgeführt (
Urk.
8/15)
. Gestützt darauf
stell
ten
die behandelnden Orthopäden
an der
Universitätsklinik
E._
in ihrem Bericht vom
3.
Juni 2016 die Diagnose eines OSG-Distor
s
ionstrauma
s rechts am 1
5.
April 2016 mit
o
steochondralem
Defekt an der lateralen
Talusschulter
und einer Partialruptur des Ligamentum
deltoideum
(
Urk.
8/11/1).
Anlässlich der Ver
laufskontrolle vom
6.
Juli 2016
hielten sie sodann
zusätzlich eine Ruptur der Ligamenta
fibulotalare
anterius
und
fibulocalcane
are
und eine Zerrung der hinteren
Syndesmose
fest (
Urk.
8/19/1). Eine chirurgische Sanierung hielten sie im aktuellen Zeitpunkt für nicht zielführend (
Urk.
8/19/2).
3.3
Am 2
5.
Oktober 2016 begab sich der Beschwerdeführer zur Einholung einer Zweitmeinung ins
Muskulo
-Skelettal Zentrum der
F._
Klinik.
Dr.
med. G._
,
L
eitender Arzt Fusschirurgie, hielt
bei persistierenden lateralen OSG-Beschwerden einen Verdacht auf ein Sinus
tarsi
Syndrom fest und empfahl
initial die Durchführung einer
Kortikoidinfiltration
(
Urk.
8/47/3). Nachdem der Beschwerdeführer
davon
nicht
hatte
profitier
en
können
, empfahl
Dr.
G._
am 2
8.
November 2016 eine operative Versorgung mittels einer Arthroskopie des betreffenden oberen Sprunggelenkes und gleichzeitiger
Mikrofrakturierung
über der lateralen
Talusschulter
(
Urk.
8/53/2). Diese Operation wurde am 1
9.
Januar 2017 durchgeführt und verlief komplikationslos (
Urk.
8/63
/1 f.
).
Am
3.
März 2017 hielt
Dr.
G._
eine graduelle Rückbildung der Schwellung sowie der Schmerzen nach der Operation fest (
Urk.
8/68/1). Am 2
4.
März
und 2
5.
April 2017 stellte
Dr.
G._
e
ine weiterhin bestehende relativ hohe Schmerz
empfindung bei klinisch
insgesamt reizlosem Aspekt
und einen sehr protrahierten Verlauf fest
(
Urk.
8/69/1
,
Urk.
8/83/1
).
3.4
Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
2.
Juni 2016 stellte
Dr.
Z._
die Diagnose eines Fussdistorsionstraumas rechts am 1
5.
April 2016
mit
einer medialen und lateralen Seitenbandläsion sowie
einer
osteochondralen
Läsion der lateralen
Talusschulter
des rechten OSG bei Status nach Arthrosko
pie OSG rechts,
Defektdé
bridement
und Mikrofakturierung der lateralen
Talusschulter
am 1
9.
Januar 2017 und aktuell belastungsabhängig symptomatischer, posttrauma
tischer OSG-Arthrose mit schmerzhaft
eingesteifter
OSG- und USG-Beweglichkeit (
Urk.
8/88/2). Er kam zum
Schluss, dass es durch den Unfall und die
O
peration zu einer ausgeprägten Narbenbildung
anterolateral
gekommen sei
,
und empfahl
eine fixe Kombinations-
Analgetikatherapie
, worunter der Beschwerdeführer ver
suchen sollte, weitere Strecken zu laufen, um die Beweglichkeit zu verbessern. Diesbezüglich sei eine deutliche Verbesserung zu erwarten. Im Hinblick auf die Belastbarkeit sei angesichts der posttraumatischen OSG-Präarthrose hingegen keine Verbesserung mehr zu erwarten. Dem Beschwerdeführer seien Arbeiten mit einer dauerhaften Trage- und Hebebelastung von mehr als 15 kg (darüber nur im Stehen in Ausnahmen)
, mit dauerhaftem
Treppensteigen oder Begehen von un
ebenem Gelände nicht mehr zumutbar. Vorteilhaft wären wechselbelastende Tätigkeiten, auch ganztags (
Urk.
8/88/3).
Den Integritätsschaden schätze
Dr.
Z._
abstützend auf den Untersuchungsbericht und den intraoperativen Befund gemäss dem Operationsbericht vom 1
9.
Januar 2017 und in Anwendung der Suva Tabelle 5, nach der
mässiggradige
OSG-Arthrosen mit 5-15
%
bewertet würden, auf 5
%
ein (
Urk.
8/89/1).
3.5
In
seinem Bericht vom 2
0.
Juni 2017
berichtete
Dr.
med. H._
, Leitender Arzt Rheumat
ologie
an der
F._
Klinik
,
von anhaltenden Schmerzen sowie einer Bewegungseinschränkung im rechten Sprunggelenksbereich (
Urk.
8/109/1). Er kam zum Schluss
,
die Budapester Kriterien für ein C
R
PS1 seien nicht erfüllt, ins
besondere bestehe keine ausgeprägte Hyperalgesie oder
Allodynie
. Allerdings
würden
eine diskrete livide Verfärbung des rechten Fusses sowie ein leichter Temperaturunterschied auf
fallen
, so dass wahrscheinlich Teilaspekte eines C
R
RS1 vorhanden seien (
Urk.
8/109/2).
Gestützt auf eine MRI-Untersuchung vom
4.
Juli 2017 stellte
Dr.
H._
am 1
1.
Juli 2017
einen recht erfreulichen Befund fest
:
D
as Knochenmarksödem im Bereich des Talus sei vollständig
regredient
und auch der Gelenkserguss sei
regredient
. Es zeig
t
e
n
sich aber eine deutliche
chondrale
Degeneration bis Grad IV im Bereich der lateralen
Talusrolle
sowie narbige Veränderungen im ventralen Anteil des Ligamentum
deltoideum
. Diese würden zumin
dest einen Teil der belastungsab
hängigen Schmerzen erklären. Ob allerdings das gesamte Ausmass der beschriebenen Schmerzen mit teilweise auch starker Schwellung dadurch er
klärbar sei, scheine ihm etwas fragwürdig (
Urk.
8/116/1 f.).
3.6
Dr.
G._
hielt am 1
9.
September 2017 fest, die Situation habe sich seit der letzten Konsultation am 2
5.
April 2017 nicht grundlegen
d verändert. Nach wie vor beklage
der Beschwerdeführer belastungsabhängige Schmerzen im Bereich des rechten Rückfusses mit eingeschränkter Beweglichkeit des Rückfusses sowie zeitweise Nacht- und Ruheschmerzen.
Die Behandlungsoptionen aus fuss
chirurgischer Sicht schienen aktuell ausgeschöpft zu sein (
Urk.
8/128/1 f.).
3.7
Am 2
3.
Oktober 2017 erfolgte eine Erstkonsultation zur chronischen Schmerz
therapie am Schmerzambulatoriu
m des Universitätsspitals I._
.
Dr.
med. J._
, Oberarzt
,
hielt dabei eine multifaktorielle Schmerz
problematik und bereits längere
Gelenksimmobilität
bei vermutlich ausgeprägten
muskulo-skelet
t
ären
Veränderungen mit Insuffizienzen und Fehlbelastungen fest. Zusätzlich seien degenerative Veränderungen nicht auszuschliessen. Die Budape
ster-Kriterien für ein C
R
PS sei
en nicht vollumfänglich erfüllt, die Beschwerden indes dennoch glaubhaft. Eine Schmerz-Überlagerung dur
ch Irritationen lokaler
nervaler
Strukturen sei möglich (
Urk.
8/142/2).
Die in der Folge durchgeführte
Ketamin
austestung
hatte keine Schmerzreduktion zur Folge (
Urk.
8/143/2), der diagnostische/therapeutische Periphere Nervenblock (PNB) des
Nervus
poplietalis
rechts führte zu einer
postinterventionellen
Schmerzreduktio
n von mehr als 80
%
, jedoch nur für kurze Zeit
(
Urk.
8/144/2,
Urk.
8/155/2)
.
3.8
Am 3
0.
Januar 2018 wurde der Beschwerdeführer von
Dr.
med. univ. K._
, Oberarzt Neurologie an der
F._
Klinik
, untersucht
(
Urk.
8/160)
. Dieser kam zum Schluss, ausweislich der Anamnese und der klinischen Untersuchung bestünden keine Anhaltspunkte für ein neuropathisches Schmerzgeschehen. Die Fussschmerzen würden überwiegend mechanisch berichtet. Bei vordiagnostizierten Teilaspekten für ein CRPS Typ I seien elektroneurographisch keine Hinweise für eine substanziell
e Nervenschädigung der Beinnerv
en ersicht
lich. Unter Berücksichtigung der bereits erfolgten Therapien
könnten
dem Beschwerdeführer leider keine spezifischen Behandlungsoptionen auf dem neurologischen Fachgebiet angeboten werden (
Urk.
8/160/2).
3.9
PD
Dr.
B._
diagnostizierte in seinem Bericht vom 1
7.
Mai 2018 ein CRPS am rechten Fuss
und hielt fest, dass seiner Meinung nach eine Integration in einen sitzenden Beruf sinnvoll erscheine (
Urk.
8/177/1).
Am
2
6.
Oktober 2018 ergänzte
PD
Dr.
B._
, über die letzten Monate habe sich ein konstantes Krankheitsbild gezeigt. Das Schmerzbild bestehe als Rest einer
Sudeck
Entwicklung. Als einzige Therapiemöglichkeit sehe er noch die Besprechung mit den Neurochirurgen betreffend einer
Hinterstrangstimulation
. In seinem bisherigen Beruf bleibe der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsunfähig. In welchem Ausmass er eine sitzende Tätigkeit ausüben könne, müsse abgeklärt werden (
Urk.
8/195/1).
3.10
Anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 2
3.
November 2018
stellte
Dr.
Z._
die bereits bekannten Diagnosen und hielt fest, anhand der Budapester Kriterien habe weder a
namnestisch noch aktuell ein CRP
S vorgelegen.
Die geschilderten Beschwerden seien typisch für den
traumabedingten
Knorpel
schaden im Bereich
der lateralen
Talusschulter
, die beim Gehen und Ste
hen natürlicherweise belastet werde
. In medizinischer Hinsicht lasse sich fussortho
pädisch nur noch eine obere
Sprun
g
gelenkarthrodese
zur Schmerzreduktion an
bieten. Z
um aktuellen Zeitpunkt sei daher
die medizinische Behandlung vorläufig abgeschlossen und es sei auch weiter
hin
keine Physiotherapie indiziert. Unfall
kausal
resultiere
eine verminderte Belastbarkeit des rechten oberen Sprung
gelenks, weshalb eine Rückkehr in die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumut
bar sei. Es seien lediglich noch überwiegend sitzende Tätigkeiten (mehr als 80
%
des Tages aber ganztags) zumutbar mit der Möglichkeit zum häufigen Positions
wechsel und nur
kurzstreckig
gehende Tätigkeiten ohne Treppensteigen oder Begehen von unebenem Gelände und
mit
lediglich leichter körperlicher Belastung (nicht mehr als 5 kg tragen). Ansonsten bestehe keine zeitliche Einschränkung (
Urk.
8/200/3 f.).
3.11
Dr.
med.
univ. L._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, äusserte in seinem Bericht
vom 1
7.
Februar 2019 die Ansicht
,
der postoperative Morbus
Sudeck
sei das Haupt
problem, dieser sollte entsprechend neurologisch behandelt werden. Der Beschwerdeführer sei weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig
bis zur nächsten Kontrolle
(
Urk.
8/214/2).
3.12
Am 2
6.
Februar 2019 wurde ein weiteres MRI des rechten OSG
angefertigt
(vgl.
Urk.
8/221). Dieses ergab gemäss
Dr.
med. M._
und
Dr.
med. univ. N._
, Oberarzt und Assistenzarzt Orthopädie a
n der Universitäts
klinik
E._
,
eine stationäre Läsion im Bereich der lateralen
Talusschulter
ohne
weiteren
pathologischen Befund. In einer aktuellen
neurophysiologischen
Unter
suchung (vgl.
Urk.
8/220) hätten zudem keine Nervenschädigungen oder Neuro
pathie festgestellt werden können. Aktuell
gingen
sie am ehesten von Schmerzen aufgrund der
osteochondralen
Läsion der
Talusschulter
sowie einer
Impingement
Symptomatik bei Vernarbung am v
entralen OSG aus
(
Urk.
8/217/2).
In seinem Bericht vom 1
3.
Mai 2019 stellte
Dr.
M._
die Diagnose eines chronischen Schmerzsyndroms des rechten Fusses und kam zum Schluss
,
die Beschwerden
seien
am ehesten als Rest der Sudeckentwicklung respektive als chro
nische Schmerzen anzusehen
(
Urk.
8/224/1).
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh
rers führte
Dr.
M._
am 2
8.
Juni 2019 aus, von rein mechanisch orthopädischer Seite sei eine Arbeitsfähigkeit in über
wiegend sitzender Tätigkeit mit den von
Dr.
Z._
im Bericht vom 2
3.
November 2018 erwähnten Einschränkungen möglich. Ob dies im Umfang von 100
%
möglich sei, könne im Rahmen der erfolgten Sprechstundenkontrollen nicht
beurteilt werden. Zusätzlich liege beim Beschwerdeführer noch eine chronische Schmerzproblematik vor, welche aus orthopädischer Sicht nicht erklärt sei und welche die Arbeitsfähigkeit möglicherweise zusätzlich beeinträchtige (
Urk.
8/245/8)
.
3.13
PD
Dr.
med.
C._
, Chefarzt Rheumatologie a
n der Universitätsklinik
E._
, stellte am 1
7.
Dezember 2019 die Verdachtsdiagnose eines gemischt
nozizeptiv
-neuropat
h
ischen Schmerzsyndroms am Fuss recht
s. Aktenanamnestisch sei ein CRP
S beschrieben worden, anlässlich der aktuellen Konsultation hätten sich indes keine Hinweise auf ein
florid
e
s
CRPS gezeigt. Der Beschwerdeführer sei
zurzeit
vor allem durch die persistierenden Schmerzen und die verminderte Belastbarkeit des betroffenen Fusses eingeschränkt
. Das vom Kreisarzt festgelegte Belastungsprofil erachte er als korrekt (
Urk.
8/256/3).
3.14
Die von der Beschwerdegegnerin beigezogene Prof.
Dr.
A._
kam in ihrer Aktenbeurteilung vom
7.
Januar 2020 zum Schluss,
die vorliegenden Unterlagen seien nicht
geeignet
, die medizinischen Beurteilungen von Kreisarzt
Dr.
Z._
zu verändern. Von einer weiteren
Behandlung
könne mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit keine namhafte
Verbesserung
des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden, die Situation sei stabil. Auch die Einschätzung des Integritäts
schadens vom 1
3.
Juni 2017 bleibe bestehen, es gebe keine Nervenschädigung, welche das A
usmass
des Integritätsschadens aus orthopädischer Sicht verändern würde (
Urk.
8/259/7).
3.15
Im der Beschwerde beigelegten Bericht von
PD
Dr.
B._
vom 2
7.
Februar 2020
hielt dieser fest, der Beschwerdeführer leide weiterhin an einer Hyperalgesie im rechten Unterschenkel und Fuss. Wegen der Schmerzsymptomatik benötige er pro Tag drei- bis viermal
Zaldiar
. Was die Arbeitsfähigkeit anbelange, sei zu berück
sichtigen, dass ein chronisches Schmerzsyndrom vorliege und deswegen auch der Schlaf gestört sei. Zusätzlich beeinträchtige die Schmerzmedikation den All
gemeinzustand des Beschwerdeführers.
Es sei nicht abzusehen, wann und ob er ohne diese Schmerzmedikation leben könne. S
ekundär zu diesen Symptomen leide
der Beschwerdeführer wegen der Fehlbelastung der Beine
unter
ein
em
Lumbovertebralsyndrom
. Er sehe
nicht, wie er
jeden Tag
eine 100%ige Leistung
erbringen könnte. Eine partielle Reintegration in das Berufsleben mit einer Arbeitsfähigkeit von 40
%
sei vorstellbar (
Urk.
3/3 S. 1).
4.
4.1
Vorab ist der Vollständigkeit halber fest
zuhalten, dass die Einstellung
der Tag
geldleistungen per 3
1.
Juli 2019 (vgl.
Urk.
8/230) weder bestritt
en noch zu beanstanden ist, da e
inerseits
Dr.
Z._
in seinem Untersuchungsbericht vom 2
3.
November 2018 davon aus
ging
, dass die medizinische Behandlung zumindest vorläufig abgeschlossen
sei
,
und auch gemäss den Berichten der behandelnden Ärzte keine weiteren Behandlungsoptionen mehr angeboten werden
konnten
(vgl.
Urk.
8/128/2,
Urk.
8/160/2
)
beziehungsweise mit den durchgeführten Therapien kein dauerhafter positiver Effekt erzielt werden
konnte
(vgl.
Urk.
8/143/2, 8/155/2,
Urk.
8/224/1
). Andererseits hatte die Invalidenversicherung die zunächst durchgeführten beruflichen Massnahmen am 1
5.
August 2018 abgebrochen (
Urk.
8/188) und s
ah in der Folge keine weiteren Eingliederungsm
assnahmen mehr vor (vgl.
Urk.
8/213).
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützt
sich für die Beurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers auf die kreisärztliche Beurteilung von
Dr.
Z._
vom 2
3.
November 201
8.
Basierend auf einer umfassenden Untersuchung
(
Urk.
8/200/2)
und unter Einbezug der für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit relevanten medizinischen Akten
(
Urk.
8/200/1 f.)
kam
Dr.
Z._
darin
zum Schluss
, dass der
Beschwerdeführer aktuell noch
unter
eine
r
belastungsabhängig symptomatische
n
Arthrose des rechten oberen Sprunggelenks mit schmerzhaft
eingesteifter
Beweglichkeit des ober
en und unteren Sprunggelenks leidet
(
Urk.
8/
200/3).
Gestützt auf diesen Befund erachtete
Dr.
Z._
, die bisherig
e Tätigkeit als Paketbote als nicht leidensangepasst
. E
ine überwiegend sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit zu häufigen Positionswechseln und nur
kurzstreckig
gehenden Tätigkeiten ohne
Treppensteigen oder Begehen vo
n
unebenem Gelände und
mit
lediglich leichter
körperlicher Belastung hielt
er indes ohne zeitliche Ein
schränkung
für
zumutbar (
Urk.
8/200/3 f.). Entgegen dem Beschwerdeführer erfolgte diese Beurteilung nicht unbegründet, sondern gestützt auf die fest
gestellte
unfallkausale
verminderte Belastbarkeit des rechten oberen Sprung
gelenks
(
Urk.
8/200/3)
. Angesichts der Tatsache, dass im genannten Zumutbar
keitsprofil jegliche das betroffene Gelenk übermässig belastende Tätigkeiten aus
geschl
ossen werden, ist es schlüssig und einleuchtend
, dass der Beschwerdeführer derart angepasste Tätigkeiten ohne zeitliche Einschränkung ausüben kann. Dies entspricht im Übrigen auch der Beurteilung des behandelnden
Dr.
C._
und der von der Beschwerde
gegn
erin beigezogenen Prof.
Dr.
A._
(
Urk.
8/256/3,
Urk.
8/259/7).
4.3
Der Beschwerd
eführer
brachte
dagegen
vor, gemäss dem Bericht von
PD
Dr.
B._
vom 2
7.
Februar 2020 sei er aufgrund seiner chronischen Schmerzen, der dadurch
verursachten Schlafstörungen sowie der Nebenwirkungen der ver
schriebenen Medikamente maximal zu 40
%
arbeitsfähig (
Urk.
1 S. 8
).
Im Hinblick auf
den Beweiswert der
Beurteilung von
PD
Dr.
B._
ist
zunächst allgemein auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass behandelnde Arzt
personen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc
).
Zudem ist
-
wie die Beschwerdegegnerin richtig darlegte (
Urk.
7 S. 3)
-
zu berücksichtigen, dass
PD
Dr.
B._
zunächst - bei zwischenzeitlich unverändertem Gesundheitszustand (vgl.
Urk.
3/3 S. 1) - im Bericht vom 2
6.
Oktober 2018 die Ansicht vertrat, dass er ohne weitere Ab
klärungen keine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vornehmen könne (
Urk.
8/195/1)
,
und im an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers adressierten Bericht vom 2
7.
Februar
2020 dann dennoch
zum Schluss kam, es sei lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
denkbar (
Urk.
3/3 S. 1). Dies ist nicht über
zeugend
. Bereits gestützt
darauf
erscheint die Beweiskraft der Beurteilung von
PD
Dr.
B._
als eingeschränkt.
4.4
Ferner fällt auf
,
dass
PD
Dr.
B._
seine Ein
schätzung basierend auf der Diagnose eines C
R
PS beziehungsweise eines Restes davon vornahm
(
Urk.
8/177/1,
Urk.
8/195/1),
Dr.
Z._
die
Diagnose
eines C
R
PS
gestützt auf die Budapester Kriterien
indes
sowohl aktuell als auch anamnestisch
ausdrücklich
ausschloss (
Urk.
8/200/3). Diese Einschätzung
von
Dr.
Z._
wird insbesondere durch die Beurteilung
des Neurologen
Dr.
K._
vom 3
0.
Januar 2018
untermauert
, der gestützt auf die Anamnese sowie die klinische Unter
suchung zum Schluss kam, es liessen sich keine Anhaltspunkte für ein neuro
pathisches Schmerzgeschehen ausmachen und auch elektroneurographisch seien keine Hinweise für eine substanzielle Nervenschädigung der Beinnerven ersicht
lich (
Urk.
8/160/2). Ferner
konnte auch der behandelnde Rheumatologe
Dr.
C._
anlässlich der Konsultation vom 1
7.
Dezember 2019
gestützt auf eine ausführliche Befundaufnahme
keine Hinweise auf ei
n
florides
C
RP
S ausmachen
(
Urk.
8/256/3
).
Demgegenüber
erfolgte die Beurteilung von
PD
Dr.
B._
, es liege ein C
R
PS vor, ohne Bezugnahme auf die massgeblichen Diagnosekriterien oder eine sonstige nähere Begründung (
Urk.
8/177/1
)
und ist daher nicht nachvoll
ziehbar. Dies
gilt auch
für die vom Beschwerdeführer ebenfalls angerufene
Beurteilung von
Dr.
L._
vom 1
7.
Februar 2019
(
Urk.
8/214/2).
Das Vorliegen eines C
R
PS ist somit nicht überwiegend wahrscheinlich anzunehmen
und es ist davon auszugehen
,
dass die Schmerzen des Beschwerdeführers auf den
trauma
bedingten
Knorpelschaden im Bereich der lateralen
Talusschulter
zurückzuführen sind
, wie
Dr.
Z._
überzeugend darlegte
.
4.5
Zwar ist dem Beschwerdeführer dahingehend beizupflichten, dass
in erster Linie nicht die genauen Diagnosen, sondern hinsichtlich der bleibenden unfallkausalen Beeinträchtigung die konkreten Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
mass
gebend
sind.
Insoweit
PD
Dr.
B._
jedoch
zusätzliche Einschränkungen
auf
grund der Schmerzproblematik
beziehungsweise der Nebenwirkungen der Schmerzmedikation ausmacht, ist festzuhalten, dass
er bei seiner Beurteilung nicht
auf das kreisärztliche Belastungsprofil und insbesondere die Tatsache, dass
Dr.
Z._
darin jegliche das Sprunggelenk belastende Tätigkeiten ausgeschlossen hatte, einging und nicht ersichtlich ist, wieso der B
eschwerdeführer in einer diesem Profil entsprechenden
, hauptsächlich sitzenden Tätigkeit durch die Fuss
schmerzen zusätzlich in zeitlicher Hinsicht
in seiner Arbeitsfähigkeit
ei
n
geschrän
kt sein so
l
lt
e
. Eine solche Einschränkung könnte sich höchstens aus den vom Beschwerdeführer nach längerem Sitzen
g
eklagten Rückenschmerzen ergeben, die
PD
Dr.
B._
der aufgrund der Schmerzsymptomatik des rechten Fusses
eingenommenen
Fehlhaltung der Wirbelsäule zuschrieb
und in seine Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
einbezog.
Soweit ersichtlich stellte
PD
Dr.
B._
die
Diagnose des
Lumbovertebralsyndroms
indes einzig gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers
selbst
und
untermauerte
seine Herleitung der Beschwerden durch die
postulierte Fehlhaltung der Wirbelsäule
nicht durch objektive Unter
suchungsbefunde
(
Urk.
3/3 S. 1)
,
so dass
ein überwiegend wahrscheinlich
er
Zusammenhang mit dem Unfallereignis nicht nach
vollzogen werden kann
.
Darüber hinaus fällt ins Gewicht, dass
neben
PD
Dr.
B._
einzig
Dr.
C._
auf ein
Lumbovertebralsyndrom
hinwies, jedoch dieses einerseits nicht mit der Fuss
verletzung in Verbindung brachte und andererseits das kreisärztliche Belastungs
profil
trotzdem
ausdrücklich für korrekt erachtete (
Urk.
8/256/1 ff.).
Zu den von
PD
Dr.
B._
zusätzlich in die Beurteilung einbezogenen Nebenwirkungen des verschriebenen Medikamentes
Zaldiar
ist sodann
einerseits
zu bemerken, dass
PD
Dr.
B._
dazu lediglich
allgemein
festhielt, die Medikation beeinträchtige den Allgemeinzustand des Beschwerdeführers
,
und
nicht auf
einzelne Neben
wirkungen einging
, so dass
nicht nachvollzogen werden kann,
inwiefern die
Leistungsfähigkeit
des Beschwerdeführers
dadurch eingeschränkt sein sollte
. Andererseits fällt auf, dass
der Beschwerdeführer dieses Medikament
bereits seit mindestens Oktober 2018 einnimmt und er weder anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 2
3.
November 2018 noch i
m Rahmen
de
r
seither erfolgten ärztlichen Untersuchungen von Nebenwirkung
en berichtete
(vgl.
Urk.
8/200,
Urk.
8/214,
Urk.
8/256)
.
Eine massgebliche Verminderung seiner Leistungs
fähigkeit
ist daher nicht überzeugend dargelegt.
4.6
Insgesamt
er
weist
sich
die
Beurteilung
von
PD
Dr.
B._
damit
nicht als schlüssig
und ist nicht geeignet,
auch nur
Zweifel an der beweiswer
ten kreisärztlichen Ein
schätzung
von
Dr.
Z._
vom 2
3.
November 2018 zu erwecken.
Es ist daher davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer dem kreisärztliche
n
Belastungsprofil entsprechenden Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig ist.
Von weiteren
Beweismassnahmen
– wie etwa der
beantragte
n
Einholung eines Gerichtsgutachtens (
Urk.
1 S. 8) – sind keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (antizipierte Beweis
würdigung; BGE
136 I 229 E. 5.3,
124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
5.
Es bleibt, die wirtschaftlichen Folgen der eingeschränkten Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers zu klären. Die
Beschwerdegegnerin
führte einen
Einkommens
vergleich
durch, wobei sie
für das
Valideneinkommen
auf den vom Arbeitgeber angegebenen Lohn und beim Invalideneinkommen auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2016 (TA1_tirage_skill_level, nach Wirt
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Kompetenzniveau 1, Zentral
wert, herausgegeben vom Bundesamt für Statistik) ab
stellte
(
Urk.
2 S. 6)
. Diese Berechnung
sgrundlagen
wurde
n
vom Beschwerdeführer
- abgesehen davon, dass
er
von einer Arbeitsfähigkeit von 40
%
ausging, was vorliegend wie soeben aus
geführt nicht bestätigt werden
kann
-
richtigerweise nicht in Frage gestellt (vgl.
Urk.
1
S. 9 f.
).
Indes brachte
er
vor, der von der Beschwerdegegnerin gewährte Leidensabzug von 10
%
sei auf 25
%
zu erhöhen (
Urk.
1 S. 10). Angesichts des Umstands, dass von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
in einer angepassten Tätigkeit auszugehen ist,
zielt
jedoch
der Einwand
, dass
Teilzeit arbeitende
Männer
hochgerechnet auf ein Vollzeitpensum
durchschnittlich ein niedrigeres Einkommen erzielen würden,
in die Leere, so dass sich aus diesem Grund
k
ein höhere
r
Abzug
rechtfertigt
.
Das eingeschränkte Belastungsprofil des Beschwerde
führers hat die Beschwerdegegnerin
sodann
durch den vorg
enommenen Leidensabzug von 10
%
bereits angemessen berücksichtigt und es besteht kein Anlass, in ihr Ermessen einzugreifen. Die Berechnung des Invaliditätsgrads von 15
%
und die gestützt darauf
g
ewähr
te
Invalidenrente
in der gleichen Höhe
erweisen sich
somi
t
als
korrekt
.
6.
Zu prüfen
ist ferner
, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu Recht
eine Integritätsentschädigung
ausgehend von einer Integritätseinbusse von 5
%
zugesprochen hat.
Gestützt auf
die
kreisärztliche Unters
uchungsbefunde
vom
9.
Juni 2017
sowie de
n
intraoperativen Befund gemäss Operationsbericht vom 1
9.
Januar 2017 wendete
Dr.
Z._
in seiner
Beurteilung
des Integritätsschadens vom 1
3.
Juni 2017 die Suva Tabelle 5
an
, nach der
mässiggradige
OSG-Arthrosen mit 5-15
%
bewertet werden, und kam zum Schluss, dass eine Integritätseinbusse von 5
%
vorliegend angemessen erscheine (
Urk.
8/89/1).
Anlässlich der Untersuchung vom 2
3.
November 2018 hielt er sodann fest, dass sich zwischenzeitlich keine wesentliche Veränderung ergeben habe, sodass die Beurteilung vom
9.
Juni 2017 weiterhin Gültigkeit habe (
Urk.
8/200/4).
Dies bestätigte am
7.
Januar 2020 auch die beigezogene Prof.
Dr.
A._
(
Urk.
8/259/7).
Der Beschwerdeführer hielt dagegen, die schwere, offensichtlich dauernde Beeinträchtigung am rechten Fuss sei nicht mit einer
mässiggradigen
, sondern vielmehr mit einer
schwergradigen
OSG-Arthrose im Sinne der Suva-Tabelle 5 gleichzusetzen (
Urk.
1 S. 10).
Die Beurteilung des Integritätsschadens bildet rechtsprechungsgemäss eine Tat
frage, die von einem Mediziner zu beantworten ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_76/2013 vom 2
3.
Juli 2013 E. 3.4.1 und U 344/01 vom 1
1.
September 2002 E. 6, je mit Hinweisen).
Eine
die Ansicht des Beschwerdeführers
bestätigende,
dem Kreisarzt widersprechende ärztliche Einschätzung der Integritätseinbusse
ist indes nicht
aktenkundig. Es ist daher nicht stichhaltig, wenn der Beschwerdeführer ohne entsprechende medizinische Grundlage von
einer Integrität
seinbusse von 30
%
ausgeht (
Urk.
1 S. 10.).
Nach dem Gesagten ist die Höhe der gestützt auf die medizin
ische Beurteilung von
Dr.
Z._
zugesprochenen Integritäts
entschädigung nicht zu beanstanden.
7.
Zusammenfassend erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
6.
Februar 2020 (Urk. 2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8.
Die Kosten privat eingeholter Gutachten
oder Berichte
sind dann zu vergüten, wenn die Parteiexpertise für die
Entscheidfindung
unerlässlich war (BGE 115 V 62 E. 5c). Dies gilt unter Umständen auch dann, wenn die versicherte Person in der Sache unterliegt (Urteil
des Bundesgerichts
8C_1005/2012 vom
4.
Februar 2013 E. 5 mit
Hinweisen). Die
vo
m Beschwerdeführer
eingereichte Stellungnahme
des PD
Dr.
B._
vom 2
7.
Februa
r 20
20
war weder notwendig noch für die
Ent
scheidfindung
unerlässlich, weshalb die Voraussetzungen einer Kosten
übernahme durch die
Beschwerdegegnerin
nicht erfüllt sind.