Decision ID: 90c760dc-dd52-4d97-b8ef-ce6e3487de65
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968
,
ist
gelernter Autoservicemann
und
war
bis am 30. Juni 2012
bei der
Y._
als
Betriebsmechaniker
angestellt (Urk. 6/2/8-10). Am
31. Juli 2012 (Eingangsdatum)
meldete er sich
unter Hinweis auf seit über 35 Jahren bestehende Wachstumsstörungen an den Hüftgelenken und am Becken bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungs
bezug an (Urk. 6/3)
.
Nachdem die IV-Stelle am
14. August 2012 ein Standortgespräch durchgeführt hatte, leitete sie Massnahmen zur Ar
beitsver
mittlung ein (Urk. 6/7
f.
) und schloss diese
m
it Mitteilung vom 17. April 2013
ab
(Urk. 6/23).
Der Versicherte unterzog sich
in der
Z._
Hüft-Totalpro
thesen
-Implantationen,
a
m 9. August 2013
auf der linken und am
20. September 2013
auf der rechten Seite (Urk. 6/3
4
).
Am 2. März 2015 wurde im
A._
eine Leisten-Operation durchgeführt (Urk. 6/63).
Mit Mittei
lung vom 28. September 2015 setzte die IV-Stelle den Versicherten darüber in Kenntnis, dass sie zur Klärung der Leistungsansprüche eine polydisziplinäre Begutachtung
in den Bereichen Allgemeine Innere Medizin,
Orthopädie
,
Neuro
logie
sowie
Psychiatrie
als notwendig erachte (Urk. 6/75).
Mit Schreiben vom 13. Oktober 2015 ersuchte der Versicherte die IV-Stelle darum,
die zu begutach
tenden Bereiche um die
Disziplin der Neuropsychologie
zu erweitern
(Urk. 6/77).
Darauf antwortete d
ie IV-Stelle,
es
sei
am 24. Juni 2015
bereits eine neuropsy
chologische Untersuchung in der Klinik für Neurologie am
A._
durchgeführt worden
(vgl. Urk. 6/
67)
, welche anlässlich der Begutachtung Berücksichtigung finden sollte. Ob noch eine weitere neuropsychologische Untersuchung notwen
dig sei, müsse durch die Begutachtungsstelle entschieden werden (Urk. 6/78). Mit Mitteilung vom 12. November 20
15
orientierte die IV-Stelle den
Versicherte
n
betreffend die mitwirkenden Gutachterpersonen
der
B._
(Urk. 6/82) und informierte
am
10. Februar 2016
über einen Gutachterwechsel in der
Fachdiszip
lin Orthopädie (Urk. 6/86).
Das Gutachten in den
Disziplinen
Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Orthopädie und Psychiatrie wurde am 14. Juni 2016 erstat
tet (Urk. 6/95).
Mit Schreiben vom 11. August 2016 adressierte die IV-Stelle Rückfragen an die Gutachterstelle und ersuchte darin insbesondere um Durch
führung einer neuropsychologischen Untersuchung (Urk. 6/100).
Am
1. Septem
ber 2016 informierte die IV-Stelle den Versicherten
darüber, dass von Seiten der
B._
eine neuropsychologische
Untersuchung
durch
Dr. phil. C._
, Psychologin MSc,
stattfinde
(Urk. 6/106)
.
Prof. Dr. med. D._
, Facharzt FMH für Neurologie, ä
rztliche Leitung
B._
,
antwortete am 10. Oktober 2016
auf die Rückfragen der IV-Stelle und legte seinem Schreiben ein undatiertes neuropsychologisches Teilgutachten
(Untersuchung
vom 13. Sep
tember 2016)
bei (Urk. 6/109).
Mit Vorbescheid vom 25. November 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung seines
Leistungs
begehrens in Aus
sicht (Urk. 6/118),
wogegen
dieser
am 20. Februar 2017 Einwand erhob (Urk. 6/121).
M
it Mitteilung vom 9. April 2018
erteilte
die IV-Stelle
Kostengut
sprache für eine Potentialabklärung Modul A in der
E._
vom
4.
bis am 29. Juni 2018 (Urk. 6/136,
vgl. Potentialab
klärungsbericht vom 12. Juli 2018 [Urk. 6/148]
). Mit Mitteilung vom 3. Juli 2018
schloss die IV-Stelle
die Arbeitsvermittlung ab (Urk. 6/145).
Am
24. September 2018 äusserte sich der Versicherte – aufforderungsgemäss (Urk. 6/151) – zur ergänzten Aktenlage (Urk. 6/157), woraufhin die IV-Stelle einen
Leistungsan
spruch
mit Verfügung vom 11. März 2019 verneinte (Urk. 2 = Urk. 6/159).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 11. April 2019 Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung vom 11. März 2019 aufzuheben und
es seien
ihm die gesetzli
chen Leistungen, insbes
ondere Eingliederungsmassnahmen sowie eine
Rente
, zuzusprechen
. In prozessualer Hinsicht beantragte der Versicherte die
Durchfüh
rung einer öffentlichen mündlichen Verhandlung sowie die
Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 28. Mai 2019 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was
dem
Beschwerdeführer
mit Verfügung vom 3. Juni 2019 angezeigt wurde (Urk. 7). Gleichzeitig wurde der Beschwerdeführer darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels nicht als erforderlich erachtet werde (Urk. 7).
Mit Eingabe vom 2
0.
September 2020 zog der Beschwerdeführer seinen Antrag auf Durchführung einer mündlichen Verhandlung zurück (
Urk.
9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs.
2 IVG).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
vertr
at
in ihrem Entscheid den Standpunkt, beim
Beschwerdeführer
würde – gemäss dem Gutachten der
B._
vom 14. Juni 2016 sowie
den
zusätzlichen neuropsychologischen Abklärungen vom 13. Sep
tember 2016
– eine Arbeitsfähigkeit von 70 % in der bisherigen Tätigkeit als Betriebsm
echaniker
bestehen.
In einer der gesundheitlichen Situation angepass
ten Tätigkeit sei der
Beschwerdeführer
zu 80 % arbeitsfähig.
Bei der Beurteilung der
E._
handle es sich um eine andere
Einschätzung
einer im Wesentlichen unveränderten gesundheitlichen Situation. Die kognitiven Defizite seien im Rah
men der Abklärung in mehreren Fachrichtungen bereits berücksichtigt worden und würden keine höhere Arbeitsunfähigkeit begründen. Damit verfüge der
Beschwerdeführer
über keinen Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 2).
2.2
Dagegen bringt der
Beschwerdeführer
vor,
auf das Gutachten der
B._
könne
– aus verschiedenen Gründen –
nicht
abgestellt werden. Aufgrund der Stellungnahmen der professionellen Fachpersonen der
beruflichen
Integration, welche ihre Einschätzung nach mehrwöchiger Abklärung abgegeben hätten,
ver
füge er
offensichtlich
über
keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr.
E
s würde sich realistisch betrachtet niemand finden, der ihn mit seiner Vielzahl an gesund
heitlichen Einschränkungen und Problemen so
wie seiner
logorrhoischen
und
dy
sarthrischen
Sprache einstellen würde. Sollte das Gericht dies anders beurteilen bzw. weiteren medizinischen Abklärungsbedarf erkennen, sei eine erneute Begut
achtung durch das Gericht selbst vorzunehmen (Urk. 1 S. 11 ff.).
2.3
Zu prüfen ist ein Anspruch des
Beschwerdeführer
s auf eine Invalidenrente sowie auf Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung.
3.
3.
1
Die Gutachter der
B._
stellten im polydisziplinären Gutachten vom 14. Juni 2016 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/95/28):
-
Hüft-Totalendoprothese links August 2013 ohne funktionelle Einschrän
kungen
-
Hüft-Totalendoprothese rechts September 2013 ohne funktionelle Ein
schränkungen
-
Panikstörung, zurzeit eher kompensiert (ICD-10 F41.0)
Daneben stellten die Gutachter folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/95/29):
-
Neigung zu arterieller Hypotonie (ICD-10
I10.0)
-
Status nach leichter Anämie (ICD-10 D64.0)
-
Migräne ohne Aura (ICD-10 G43.0)
-
Facettensyndrom L5/S1 links bei Osteochondrose ohne radikuläre Symp
tomatik (ICD-10 M42.16) bei medianer Diskushernie L5/S1 und breitba
sige
Protrusion
L4/5 (ICD-10 M51.2)
-
Hinweise auf eine auffällige Persönlichkeit, etwa mit selbstunsicheren Zügen (ICD-10 Z73)
-
Legasthenie (ICD-10 F81.0)
Auf internistischem Fachgebiet
zeigten
sich anlässlich der gutachterlichen Unter
suchung keine pathologischen Befunde
und ergab
sich keine Arbeitsunfähigkeit (Urk. 6/95/18-19).
Im neurologischen Teilgutachten wurde festgehalten, eine eigenständige neuro
logische Erkrankung finde sich, abgesehen von der Migräne, die ohne Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
bleibe
, nicht. Insbesondere würden auch von Seiten des Rückenleidens keine radikulären (Nervenwurzel-)Defizite bestehen, so dass die hieraus resultierenden Funktionseinbussen ebenso wie
diejenigen
von Seiten des beidseitigen Hüftleidens orthopädisch zu beurteilen seien. In der Summe dürf
ten Arbeiten,
die ständiges Stehen
erforderten oder Arbeiten in Zwangshaltungen nicht leidensgerecht sein. Weitere Einschränkungen würden
aus der
einfache
n
Persönlichkeitsstruktur und
der
Legasthenie resultieren (Urk. 6/95/40).
Der
orthopädische Gutachter
führte aus, dem Beschwerdeführer
seien
schwere Arbeiten durch die Osteochondrose/Bandscheibenschaden L5/S1 nicht zumutbar, ebenso durch das Vorhandensein von
Hüftendoprothesen
beidseitig.
Zumutbar seien sämtliche Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, welche nicht zu einer einseitigen, schweren Belastung der Lendenwirbelsäule und der Hüftgelenke führten
(Urk. 6/95/56). Die Tätigkeit als Automechaniker sei dahingehend zumut
bar, als schwere einseitige Belastungen, vorwiegend in der Hocke bezüglich der Hüftgelenke vermieden werden sollten. Sämtliche leichten bis mittelschweren Arbeiten im Wechsel von Stehen, Gehen oder Sitzen seien vollschichtig zumutbar (Urk. 6/95/62).
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde
n Einschränkungen festgehalten, bedingt im engeren psychiatrischen Sinne durch ein Zusammenkommen einer zurzeit eher kompensierten Panikstörung, auffällige
r Persönlichkeitszüge
sowie der Prä
senz von separat zu gewichtenden Komorbiditäten auf neuropsychologischem und somatischem Gebiet. In der bisherigen Tätigkeit seien dauerhafte Einbussen
in der Arbeitsfähigkeit
von etwa 30 %
anzunehmen, in einer angepassten Tätig
keit, das heisse einer Tätigkeit, die einfach und strukturiert sei sowie die erhöhte Inanspruchnahme von Pausen ermögliche, sei die Arbeitsfähigkeit um etwa 20 % eingeschränkt. Dies unter Nichtbeachtung neuropsychologischer und somatischer Defizite, welche in den entsprechenden Teilgutachten zu würdigen seien.
Die Prognose aus psychiatrischer und versicherungsmedizinischer Sicht sei dann positiv, wenn es gelinge, den
Beschwerdeführer
weiterhin zu motivieren und ihm
eine
Teilhabe am Arbeitsmarkt, welcher Art auch immer, z
u ermöglichen. Trotz schwierigen
Startbedingungen, geistigen, psychischen und körperlichen Ein
schränkungen habe er
sich mit seinen Handicaps arrangiert, eine 24jährige Erwerbsbiographie absolviert, sei nach wie vor interessiert und motiviert für alternative Tätigkeiten, sofern diese ihm zu realisieren im Arbeitsmarkt möglich seien (Urk. 6/95/79
-80).
Aus interdisziplinärer Sicht ergebe sich eine Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit von 30 % und in einer Verweistätigkeit von 20 %. Dabei gelte folgendes Fähigkeitsprofil: Ausgeübt werden sollte eine Tätigkeit
, die einfach und strukturiert sei und die erhöhte Inanspruchnahme von Pausen ermögliche. Zudem sollte das Tragen und Heben von schweren Lasten gemieden werden (wegen der Hüftgelenksproblematik; Urk. 6/95/31).
3.2
Dr.
C._
stellte in ihrem
Bericht bezüglich der
ergänzenden
neuropsychologi
schen Untersuchung
für die
B._
vom 13. September 2016 folgende Diag
nosen (Urk. 6/109/13):
-
Nicht näher bezeichnete neurokognitive Störung (ICD-10 R41.9)
-
Spezifische Lernstörung mit Beeinträchtigung beim Lesen (ICD-10 F81.0) und Beeinträchtigung beim schriftlichen Ausdruck (ICD-10 F81.81)
Die Ergebnisse der aktuellen Testung würden sich – soweit aus dem Bericht des
A._
vom 24. Juni 2015 ableitbar – weitgehend mit
jenen
Angaben decken und die damalige Einschätzung untermauern. Abweichend von den Ergebnissen der damaligen Untersuchung seien aktuell jeweils eine Reduktion in der visuellen Merkspanne, der figuralen Ideenproduktion sowie
beim
Wiedererkennen auditiv gelernter Inhalte festgestellt worden. Ob dieser Verlauf auf eine Progredienz hin
weise, könne hier nicht vollumfänglich beurteilt werden – dazu wären statistische Vergleiche der
Rohwerte
erforderlich – jedoch würden momentan auch unter Ein
bezug des unauffällige
n
MRT-Befund
es
vom Juli 2016 keine Hinweise dafür vor
liegen. Zudem beschreibe der
Beschwerdeführer
keine subjektive Progredienz. Wie im neuropsychologischen Vorbericht der Klinik für Neurologie des
A._
vom 24. Juni 2015 bereits vorgeschlagen, würden die neuropsychologischen Funkti
onsstörungen vermutlich seit der Kindheit (Besuch der Kleinklasse und Sonder
schule, Legasthenie) bestehen. Auch radiologisch gebe es gemäss der Befundung vom Juni 2016 seitens
F._
, Zürich, keine Hinweise auf ein
detek
tierbares
cerebrales
Korrelat der neuropsychologischen Funktionsstörung. Die grenzwertige verbale Intelligenz
in Kombination mit der Lese-Rechtschreibestö
rung würde sicherlich den Umgang mit jedwedem verbale
m
Material erschweren. Das Ausmass der kognitiven Defizite, die zum Zeitpunkt der Testung aufgezeigt worden seien, sei aus rein neuropsychologischer Sicht als mittelschwer einzustu
fen (Urk. 6/109/12-13).
Es
beständen Hinweise auf starke Einschränkungen der kognitiven Leistungsfähigkeit in mehreren Domänen. Seine Arbeit im ange
stammten Beruf als Autoservicemann habe er offensichtlich mehrere Jahre gut ausüben können, obwohl die kognitive Minderleistung dort offenbar auch schon bestanden habe. Als langjähriger Mitarbeiter im selben Betrieb habe er sicherlich seinen Platz gefunden und sei entsprechend seinen Fähigkeiten eingesetzt wor
den. Aus rein neuropsychologischer Sicht spreche nichts gegen
die
Wiederauf
nahme
der
angestammten Tätigkeit mit demselben Komplexitätslevel. Bezüglich Rendement würden keine Anzeichen verminderter kognitiver Belastbarkeit über die Zeit vorliegen, eine Vollzeitbeschäftigung sollte möglich sein. Sollte eine Wie
deraufnahme der bisherigen Arbeitstätigkeit aufgrund anderer Diagnosen oder mangelnde
r
Möglichkeiten nicht möglich sein, müsste eine ideal angepasste Ver
weistätigkeit aus rein neurops
ychologischer Sicht einen klar begrenzten Aufga
benbereich umfassen und wenig Zeitdruck beinhalten. Strukturierte Abläufe und die Möglichkeit, jederzeit adäquate Hilfsmittel (Checklisten, Planer; eventuell visualisierend/non-verbal) zu verwenden
,
sei
en
hierbei grundlegend. Insbeson
dere sollte der
Beschwerdeführer
von umfassenden Schreib- und Lesearbeiten entlastet werden. Aus rein neuropsychologischer Sicht
lägen
bezüglich Rende
ment
keine Anzeichen verminderter Belastbarkeit über die Zeit vor, die für eine
Pensumsreduktion
sprechen würden (Urk. 6/109/13).
4.
4.1
Die
Beschwerdegegnerin
stützte ihren Entscheid massgeblich auf das Gutachten der
B._
vom 14. Juni 2016
mitsamt den am 13. September 2016 durch
geführten
zusätzliche
n
neuropsychologische
n
Abklärung
en
(Urk. 2).
Das Gutachten
der
B._
vom 14. Juni 2016
beruht auf fachärztlichen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der und einlässlicher Auseinanderset
zung mit den Vorakten (vgl. Urk.
6/95/4-12
) verfasst. Die Gutachter haben detaillierte Befunde erhoben (Urk.
6/95/15-16, Urk. 6/95/39-40, Urk. 6/95/53-54, Urk. 6/95/73-75
), die geklagten Beschwerden berücksichtigt (Urk.
6/95/12, Urk. 6/95
/18, Urk. 6/9
5
/22, Urk. 6/95/36, Urk. 6/95/51,
Urk. 6/95/69
) und sich mit diesen sowie dem Verhalten des
Beschwerdeführer
s auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zustände und Zusammenhänge insgesamt einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet (Urk.
6/95/21-32
).
Im
nach Erstellung des polydisziplinären Gutachtens am 13. September 2016 ergänzend
erstatteten
neuropsychologische
n
Teilgutachten führt
e
Dr.
C._
einleitend
die fachspezifisch relevanten Vorakten auf und setzt
e
sich im Rahmen ihrer Beurteilung insbesondere mit dem neuropsychologischen Vorbericht des
A._
vom 24. Juni 2015
auseinander
(Urk. 6/109/4-6
, Urk. 6/109/11-12
). Zudem berücksichtigte sie die vom
Beschwerdeführer
geäus
serten Beschwerden (Urk. 6/109/7-8, Urk. 6/109/12). Ihre Beurteilung basiert sodann auf einer
detaillierten Befundaufnahme
inklusive
Testverfahren zur Symptomvalidierung (Urk. 6/109/8-1
1).
Auch
Dr.
C._
legte
die medizinischen Zustände und Zusammenhänge insgesamt einleuchtend dar und hat ihre Schluss
folgerungen nachvollziehbar begründet (Urk. 6/109/13).
Damit erfüllen sowohl
das
Gutachten der
B._
vom 14. Juni 2016
als auch das
neuropsycholog
ische Teilgutachten von
Dr.
C._
die rechtsprechungsgemäs
sen Anforderungen an eine beweistaugliche ärztliche
Entscheidgrundlage
(E. 1.4).
4.2
4.2.1
Der
Beschwerdeführer
erachtet das Gutachten der
B._
als nicht beweis
kräftig und erhebt dagegen verschiedene Einwände (Urk. 1
S. 9 ff.).
4.2.2
So
rügt
er
die Unvollständigkeit des Gutachtens aufgrund der erst später durch
geführten neuropsychologischen Abklärung bei Dr.
C._
.
D
ie einzelnen
Gutach
ter hätten
ihre Einschätzungen teilweise unter Vorbehalt (anderer) neuropsych
o
logischer Abklärungsergebnisse und
teilweise unter der Annahme, dass lediglich leichte neuropsychologische Einschränkungen
vorgelegen hätten
, abgegeben
(Urk. 1 S. 10 Rn 38).
Der psychiatrische Gutachter hatte für die Beurteilung von Aufmerksamkeit und Gedächtnis auf eine zusätzlich vorzunehmende neuropsy
chologische Abklärung verwiesen (Urk. 6/95/73). Damit
zeigte er auf, dass er all
fällige Defizite in diesem Bereich unberücksichtigt gelassen hatte und eine Zusatzuntersuchung im Bereich der Neuropsychologie als indiziert erachte
te
(vgl. auch Urk. 6/95/77, Urk. 6/95/79-80). Dieses Vorgehen steht in Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts 9C_752/2018 vom 12. April 2019 E. 5.3 mit Hinweisen).
Davon, dass
der
psychiatrische Gut
achter
seiner Einschätzung die Annahme von
lediglich leichten
neuropsycholo
gischen
Befunden
zugrunde
gelegt haben soll, kann somit nicht die Rede sein.
Nichts für sich zu gewinnen vermag der
Beschwerdeführer
mit seiner
Behaup
tung
,
wonach
der psychiatrische Gutachter in Übereinstimmung mit
dem Bericht von Prof.
Dr. phil. G._
, Abteilungsleiter der Klinik für Neurologie des
A._
,
vom 24. Juni 2015
lediglich eine Tätigkeit in einem geschützten Bereich
als zumutbar
erachtet
habe
(Urk. 1 S. 10 Rn 38).
Zwar wurde
im psychiatrischen Teil
gutachten
auf den betreffenden
Vorbericht
eingegangen und festgehalten, gestützt darauf würden sich Hinweise auf eine organische oder hirnorganische Störung mit Sinne eines Krankheitsbildes des Kapitels F0 d
er ICD-10 finden (Urk. 6/95/76).
Die Einschätzung bezüglich
der lediglich
in einer geschützten Werkstätte
bestehenden Arbeitsfähigkeit
ist dabei
aber
klarerweise als blosses Zitat
des
Vorberichtes
zu verstehen
, zumal sich der psychiatrische Gutachter
– wie soeben aufgezeigt –
zur Beurteilung der neuropsychologischen Defizite ausser Stande sah und die
se bei seiner
Einschätzung
ausgeklammert hat.
4.2.3
Die mit der polydisziplinären Untersuchung des
Beschwerdeführer
s beauftrag
te
Gutachterstelle
wurde nach dem Zufallsprinzip
bestimmt
(Urk. 6/75, Urk. 6/80)
. Gegen die Zuteilung an die
B._
hat der
Beschwerdeführer
keine Einwän
de
erhoben. Soweit er nun im Beschwerdeverfahren geltend macht
,
Prof.
D._
–
ärztlicher Leiter
der
B._
–
hätte
das Gutachten nicht mitunte
r
zeichnen und
nicht
auf die Ergänzungsfragen der IV-Stelle antworten dürfen
(Urk. 1 S. 10 f. Rn 41),
widerspricht sein
Verhalten
Treu und Glauben. Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass der
Beschwerdeführer
auch im Nachhinein
nicht ausführt, welche Ablehnungsgründe gegenüber Prof
.
D._
bestanden haben sol
len.
In materieller Hinsicht ist
anzumerken
, dass
Prof.
D._
in
seiner Stellung
nahme vom 10. Oktober 2016
hauptsächlich
die
Aussagen
der Fachgutachter
zusammenfassend wiedergeben
hat
(Urk. 6/109/2-3). Aufgrund der fachärztli
chen Beurteilung von Dr.
C._
, wonach auf neuropsychologischer Ebene keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe (Urk. 6/109/13),
ergab sich klarer
weise keine höher einzustufende Arbeitsunfähigkeit als im polydisziplinären Gut
achten ausgewiesen
(Urk. 6/109/2)
und
– entgegen dem Dafürhalten des
Beschwerdeführer
s (Urk. 1 S.
10 f. Rn 41)
–
auch kein Bedarf an einer
neuerliche
n
Gesamtbeurteilung
.
Darüber hinaus
vermag die
unbegr
ündete und spekulative
Beurteilung von
Prof.
D._
(Urk. 6/109/2-3) den Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit zu belegen, womit ihr ohnehin keine versicherungsmedizinische Relevanz zukommt.
4.2.4
Entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführer
s
(Urk. 1
S. 7 Rn 20, Urk. 1
S. 10 Rn 39)
trug
Dr.
C._
dem Vorbericht von Prof.
G._
vom 24. Juni 2015
in ihrem neuropsychologischen Tei
lgutachten hinreichend Rechnung
. So
verglich
sie
die anlässlich ihrer Untersuchung gewonnenen
Ergebnisse mit denjenigen aus dem Vorbericht von Prof.
G._
und
stellte
die
Abweichungen
übersichtlich dar
(Urk. 6/109/12)
.
Trotz Hinweisen auf starke Einschränkungen der kognitiven Leistungsfähigkeit schloss Dr.
C._
auf eine neuropsychologisch uneinge
schränkte Arbeitsfähigkeit
auch in der angestammten Tätigkeit mit dem bisheri
gen Komplexitätslevel
und begründete dies
insbesondere
mit der Erwerbsbiogra
phie des
Beschwerdeführer
s (Urk. 6/109/13).
Prof.
G._
hat
te
der Tatsache, dass der
Beschwerdeführer
nach dem Abschluss seiner Ausbildung im Jahre 1988 bis im Juni 2012 – soweit ersichtlich ohne Unterbruch –
als Autoservicemann
tätig
gewesen war
(Urk. 6/22/3-6, Urk. 6/134)
,
keine Beachtung geschenkt. Angesichts
der seit
der
Kindheit bestehenden Defizite und den fehlenden Hinwei
sen auf eine
Verschlechterung
(Urk. 6/67/3,
Urk. 6/95/68-69,
Urk. 6/
109/12-13
)
ist nicht nachvollziehbar, inwiefern dem
Beschwerdeführer
eine Tätigkeit mit demselben Komplexitätslevel
(vgl. Urk. 6/109/13)
nicht mehr
zumutbar sein soll
.
Auch gemäss den schlüssigen Ausführungen des psychiatrischen Gutachters der
B._
zeigt
die Arbeitsbiographie des
Beschwerdeführer
s
, dass es ihm gelingt, mit den vorhandenen Ressourcen das Beschwerdebild zumindest in wesentlichen Teilen zu kompensieren (Urk. 6/95/76-77).
Ferner ist darauf hin
zuweisen, dass er nach Aufgabe seiner Tätigkeit als Autoservicemann stunden
weise für eine Sicherheitsfirma
gearbeitet hat
(Urk. 6/67/2, Urk. 6/95/14), was der
Arbeitsfähigkeitseinschätzung
von Prof.
G._
in seinem Bericht vom 24. Juni 2015
ebenfalls entgegensteht.
Die Einschätzung von Prof.
G._
erweis
t
sich
nach dem Gesagten
nicht als verlässlich und vermag das neuropsychologische Teilgutachten von Dr.
C._
nicht in
Frage zu stellen
.
4.2.5
Im Weiteren wirft der
Beschwerdeführer
ein, die
konsensual
festgehaltene Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit von 70 % sei angesichts der im orthopädischen Teilgutachten attestierten Arbeitsfähigkeit von 60 % nicht nach
vollziehbar (Urk. 1 S. 11 Rn 42).
Gesamthaft erachtete
aber
d
er orthopädische Gutachter sämtliche Tätigkeiten als zumutbar, welche nicht zu einer einseitigen, schweren Belastung der Lendenwirbe
lsäule und der Hüftgelenke führ
en. Leichte bis mittelschwere Tätigkeiten
seien
vollschichtig zumutbar
(Urk. 6/95/55-56).
Unter Berücksichtigung, dass die Kauerhaltung sowie das Arbeiten in Zwangs
haltungen (kniend, bückend, über Kopf etc.) vermieden werden sollten (Urk. 6/95/59),
bemass
der
orthopädische Gutachter
die Leistungsfähigkeit in Bezug auf die
einzelnen
Körperpositionen jeweils nur
mit
60 % (Urk.
6/
95/58).
Dies ist jedoch nicht mit einer
gesamthaften
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gleichzusetzen,
welche der Gutachter unter E. 3.6.2 zumindest angepasst zweifel
los als uneingeschränkt beurteilte, soweit den von ihm attestierten Beeinträchti
gungen Rechnung getragen
wird.
Diese Einschätzung korreliert sodann auch damit, dass der
Beschwerdeführer
anlässlich der Exploration keine wesentlichen orthopädischen Beschwerden beklagt
e, sich im Alltag nicht als eingeschränkt erachtete
und grösstenteils unauffällige objektive Befunde erhoben
worden waren
(Urk. 6/95/53-56).
4.2.6
Soweit sich der
Beschwerdeführer
zur Begründung der
vollumfänglichen
Arbeits
un
fähigkeit auf den Potentialabklärungsbericht der
E._
vom 12. Juli 2018 stützt,
ist
darauf hinzuweisen, dass die Frage nach den noch zumutbaren Tä
tigkeiten und Arbeitsleistungen rechtsprechungsgemäss
nach Massgabe der objektiv fest
stellbaren Gesundheitsschädigung in erster Linie durc
h die Ärzte und nicht durch die
Eingliederungsfachleute
auf der Grundlage der v
on ihnen erhobenen, subjek
tiven Arbeitsleistung zu beantworten ist
(Urteil des Bundesgerichts 8C_334/2018 vom 8. Januar 2019 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Die vom
Beschwerdeführer
zitierte Rechtsprechung (Urk. 1 S. 11 f. Rn 45 ff.) vermag daran nichts zu
ändern:
D
er
für das vorliegende Verfahren
relevante
Aussagegehalt der
Urteile 9C_850/2013 vom 12. Juni 2014 sowie 9C_833/2007
vom 4. Juli 2008
beschränkt sich
darauf, dass zur Ergänzung der medizinischen Unterlagen nötigenfalls die Fachpersonen der beruflichen Integration und Berufsberatung einzuschalten sind und deren Berich
ten nicht jegliche Aussagekraft für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit abzu
sprechen ist
. Ferner wird festgehalten, dass sich bei erheblichen Diskrepanzen zur medizinischen Beurteilung die Einholung einer medizinischen Stellungnahme
zur Einschätzung der Berufsfachpersonen
als unabdingbar erweise.
Der Potentialab
klärungsbericht vom 12. Juli 2018 wurde vorliegend in die Entscheidfindung mit
einbezogen
und dem RAD unterbreitet. Sowohl Dr. med.
H._
, Fach
arzt für Allgemeine Innere Medizin, als auch med. pract.
I._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erachteten den Potentialabklärungsbe
richt
als
eine
im Vergleich mit dem Gutachten
andere Beurteilung desselben medizinischen Sachverhaltes
(Urk. 6/158/4
-5
).
Die beiden weiteren zitierten Urteile erweisen sich vorliegend
nicht als einschlägig, da die involvierten Berufs
fachleute in den betreffenden Fallkonstellationen speziellen
persönlichen Gege
benheiten der
jeweils
versicher
ten Person Rechnung getragen hab
en
, welche die Mediziner
zuvor
nicht hinreichend berücksichtigt hatten. So scheiterte
eine Ver
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
im
Urteil I 392/02 vom 23. Oktober 2003 an dem fortgeschrittenen Alter des Versicherten
(E. 3.3)
und
im Urteil 9C_291/2013 vom 25. Februar 2014
an der
langjährigen Arbeitsabstinenz seit Ende der Schul
zeit
(E.
4.1-
2
)
. Solche oder ähnliche spezielle
persönliche Gegebenheiten mit Aus
wirkungen auf die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit sind vorliegend nicht auszumachen.
Hinzu kommt, dass sich die im
Potentialabklärungsbericht
abgegebene Arbeits
fähigkeits
einschätzung
nicht als überzeugend
erweist
:
D
ie Eingliederungsfach
leute
begründeten
ihre Einschätzung einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit unter andere
m
auch
mit
Schwierigkeite
n bei der Stellensuche und einem
in den letzten Jahren nicht gelungenen Arbeitseinstieg
, obwohl
d
iese Faktoren
aufgrund des
invalidenversicherungsrechtlich relevanten ausgeglichenen Arbeitsmarkt
es
(Art. 7 Abs. 1 und Art. 16 ATSG)
für die Bemessung der Arbeitsfähigkeit nicht zu berücksichtigen sind
. Darüber hinaus
wurden
auch körperliche Einschränkungen berücksichtig
t (Urk. 6/148/7),
welche
den
Beschwerdeführer
medizinisch-theore
tisch
nicht funktionell beeinträchtigen
(vgl. E. 3
, E. 4.2.5
). Ferner erscheint es widersprüchlich, wenn eine Integration auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt als
gänzlich
nicht erreichbar,
eine tagesstrukturierende Beschäftigung zum Beispiel über weitere Einsätze im Sicherheitsdienst – also auf dem
allgemeinen
Arbeits
markt –
aber zur Steigerung/Erhaltung der Belastbarkeit als wichtig bezeichnet wird (Urk. 6/148/7).
D
er
Beschwerdeführer
hatte sich
für die Teilnahme in der Bürodienstleistungsgruppe entschieden, um sich neues Wissen aneignen zu kön
ne
n
. Bei fehlendem Basiswissen in diesem
Bereich
(Urk. 6/148/6) ist auch die fest
gestellte häufige Überforderung, die Notwendigkeit vermehrter Unterstützung sowie die eingeschränkte Belastbarkeit zu relativieren
.
Da die festgestellten Defi
zite sodann nicht über das hinausgehen, was bereits fachärztlich gewürdigt wurde (vgl. E. 3), ergeben sich aufgrund der Potentialabklärung auch keine Hinweise für eine seit der Begutachtung bei der
B._
eingetretene massgebliche Verän
derung des Gesundheitszustandes
mit zusätzlichem Abklärungsbedarf
.
Vor diesem Hintergrund vermag
auch
die Beurteilung der Eingliederungsfach
leute die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus dem Gutachten der
B._
nicht in
Frage zu stellen
.
4.3
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass weder die Einwände
des Beschwerdeführers
noch die weiteren Unterl
agen das Gutachten der
B._
zu entkräften
ver
mögen. Es liegen somit keine konkreten Indizien vor, welche gegen die Zuverlä
s
sigkeit der Expertise sprechen (vgl. E. 1.4
).
Die gutachterlich attestierte Arbeits
unfähigkeit von 30 % basiert auf Einschränkungen im Bereich der Psychiatrie, was grundsätzlich anhand einer Überprüfung der massgeblichen Indikatoren zu
validieren ist
(vgl. E. 1.2). Da aus einer Indikatorenprüfung jedoch keine höhere Arbeitsunfähigkeit als die gutachterlich
attestierte erfolgen kann (Urteil des Bun
desgerichts 8C_629/2019 vom 8. Novemb
er 2019 E. 4.2.4 mit Hinweisen)
und
eine
Arbeits
un
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit von maximal 30 % vorliegend
keine
n Rentenanspruch begründet
(E. 4.5)
,
kann
jedoch
auf eine Überprüfung der Standardindikatoren verzichtet werden.
4.4
In Anbetracht
, dass sich der
Beschwerdeführer
bereits am 31. Juli 2012 zum Leis
tungsbezug
bei der
Beschwerdegegnerin
angemeldet hat (Sachverhalt E. 1) und sich das Gutachten der
B._
nicht zum Zeitpunkt des Eintritts der Arbeits
unfähigkeit
bzw. zu deren
Verlauf äussert
(zur Stellungnahme von Prof.
D._
vom 10. Oktober 2016
vgl. davor E. 4.2.3)
,
ist zu überprüfen,
ob sich aus dem medizinischen Sachverhalt Hinweise auf eine vor der Begutachtung eingetretene relevante Arbeitsunfähigkeit ergeben.
In Bezug auf die ps
ychischen
Einschrän
kungen ergibt sich insofern ein
stimmiges Gesamtb
ild, als
die Symptomatik
jeweils als
seit
jeher
bestehend beschrieben
wurde
und sich keine relevanten Hin
weise auf eine
seit der Anmeldung zum Leistungsbezug
eingetretene Verschlechterung ergeben haben (Urk. 6/67/3,
Urk. 6/95/76-77, Urk. 6/109/12-13
).
Orthopädischerseits
wurde beidseits eine Hüft-Totalprothese implantiert sowie auch eine Leisten-Operation vorgenommen
(Sachverhalt E. 1)
, wobei sich jeweils ein zufriedenstellender Verlauf ohne andauernde Arbeitsunfähigkeit eingestellt hat
(
Urk. 6/34/1-2, Urk. 6/35
,
Urk. 6/38/7-8,
Urk. 6/63,
Urk. 6/66/6
,
Urk. 6/70
,
Urk. 6/84
).
D
en
von
Dr.
med. J._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
attestierte
n
Phasen der
Arbeitsunfähigkeit
fehlt es generell an einer Begründung und insbesondere an objektiven Befunden,
um
eine derartige
Leistungsein
schränkung
nachvollzie
hen zu können
(
Urk. 6/38/1-2,
Urk. 6/64).
Anzumerken ist, dass auch
Dr.
J._
von der Notwendigkeit einer medizinischen Begutachtung
ausgegangen ist (Urk. 6/64/3
).
Daneben darf der Erfahrungstatsache Rechnung getragen werden, wonach behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patien
ten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc), womit die betreffenden Einschätzungen insgesamt
keine Arbeitsunfähigkeit mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen vermögen
.
Da sich auch in den weiteren Akten keine Anhaltspunkte für eine
andauernde
,
über
das gutachterlich attestierte Ausmass hinausreichende
Arbeitsunfähigkeit finden (Urk. 6/14
, Urk. 6/26,
Urk. 6/28/5-7
,
Urk. 6/30,
Urk. 6/53-54, Urk. 6/60, Urk. 6/66/1-4
),
kann zusammenfassend festgehalten werden,
dass eine Arbeitsfä
higkeit von über 30 % in der
entscheidrelevanten
Zeitspanne
nicht
über einen längeren, anspruchsbegründenden Zeitraum
ausgewiesen ist.
Dementsprechend
ist
gesamtheitlich
von einer Arbeitsunfähigkeit von
maximal
30 %
in der bishe
rigen Tätigkeit auszugehen.
4.
5
Gestützt auf den medizinischen Sachverhalt und den bisherigen beruflichen Wer
degang ist anzunehmen, dass der Beschwerdeführer in einer mit der angestamm
ten Tätigkei
t vergleichbaren Tätigkeit (im 7
0%-Pensum) bestmöglich eingeglie
dert wäre. Damit erübrigt sich ein ordentlicher
Einkommensvergleich und
es
kann für das Validen- und das Invalideneinkommen
dieselbe Bemessungsgrundlage herangezogen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_463/2012 vom 3. August 2012 E. 4.2 mit Hinweisen)
.
Nachdem der Beschwerdeführer von 1986 bis 1988 eine zweijährige Ausbildung zum Autoservicemann absolvieren konnte (
Urk.
6/2/9), verfügt er über zureichende Berufskenntnis im Sinne von
Art.
26
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV
; Urteil des Bundes
gerichts 9C_611/2014 vom 1
9.
Februar 2015 E. 3.2 und 4.3
)
. Auch fehlen Hin
weise in den Akten, welche darauf schliessen liessen, dass er die erworbenen Fachkenntnisse auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht gleichermassen wie andere Berufskollegen ummünzen konnte. Der Beschwerdeführer arbeitete seit Abschluss seiner Fachausbildung im Frühjahr 1988 bis ins Jahr 2012 ununter
brochen als Autoservicemann respektive Betriebsmechaniker und Allrounder in verschiedenen Betrieben (
Urk.
6/2/8) und verliess die Arbeitsstellen jeweils auf eigenen Wunsch mit guten Arbeitszeugnissen (
Urk.
6/2/10-12). Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer in seinem erlernten Beruf gesundheitlich bedingt seit jeher eingeschränkt war, fehlen in den Akten. Auch lässt der im Jahr 2011 gemäss IK-Auszug erzielte Lohn von
Fr.
50'890.-- (
Urk.
6/25/1) nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer nicht über die gleichen Verdienstmöglichkeiten verfügt, wie eine nicht invalide Person in der Tätigkeit eines Automobil Assistenten, welche der gelernten Tätigkeit des Beschwerdeführers als Autoservicemann entspricht (vgl. dazu: Mindestlohn gemäss Info-Blatt zum Teuerungsausgleich zum Gesamtarbeitsvertrag für das Autogewerbe im Kanton Zürich vom 2
0.
November 2019 mit einem Ansatz von
Fr.
3'900.-- als Mindestlohn bei zweijähriger Lehre). Eine Anwendung von
Art.
26
Abs.
1 IVV fällt daher für die Invaliditätsbemessung ausser Betracht. Daran kann nichts ändern, dass der Beschwerdeführer möglicherweise bereits bei der Berufs
wahl eingeschränkt gewesen sein mag (Urteil des Bundesgerichts 8C_725/2019 vom
3.
März 2020 E. 7).
Mangels Hinweisen
auf
eine über die Reduktion der Arbeitsfähigkeit von 30 % hinausreichende gesundheitsbedingte
Erwerbseinbusse
oder
ein dem
Beschwerdeführer
anrechenbares Mehreinkommen entspricht der Grad der
Arbeitsunfähigkeit dem Invaliditätsgrad (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_364/2015 vom 18. Dezember 2015 E. 3.2).
Bei einem Invaliditätsgrad von 30 % verfügt der
Beschwerdeführer
über keinen Rentenanspruch (E. 1.
3
).
5.
Daneben
beantragte der
Beschwerdeführer
die Zusprache von Eingliederungs
massnahmen (Urk. 1 S. 2).
Auch wenn seine Beschwerde
d
iesbezüglich jegliche Begründung vermissen
lässt, ist
a
nzumerken, dass
ein Umschulungsanspruch
bei einer Differenz von 10 % zwischen der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen (70 %) und in einer angepassten Tätigkeit (80
%)
am
Kriterium der Angemessenheit (Ver
hältnismässigkeit im engeren Sinne
) scheiter
t
(
vgl. Meyer/Reichmuth, Bundesge
setz über die I
nvalidenversicherung [IVG], in:
Stauffer/
Cardinaux
[Hrsg.], Recht
sprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 3. Aufl. 2014, S.
113 f. N. 25 ff. zu Art.
8 IVG)
.
Da aus medizinischer Sicht keine Hindernisse
für eine wirksame Eingliederung bestehen
(Urk. 6/95/30)
,
ist es dem
Beschwerde
führer
in Nachachtung des im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht zuzumuten, ohne berufliche Mass
nahmen einer rentenausschliessenden Erwerbstätigkeit nachzugehen. Damit besteht auch kein Anspruch auf weitergehende
unterstützende
Massnahmen
durch
die Invalidenversicherung
.
6
.
Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen.
7.
Da es um die Bewilligung oder
V
erweigerung
v
on
Versicherungsleistungen geht, ist das
Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach
dem
Verfahrens
aufwand und unabhängi
g
vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 800.-- anzusetze
n. Entsprechend dem Ausgang des
V
er
fahrens sind sie dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.