Decision ID: 919f96a4-e568-4ca2-a8e1-b9703112c5a2
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1958 geborene
X._
reiste im Jahr 1974 in die Schweiz ein und arbeitete als Vorarbeiter in einer Schokoladenfabrik (
Urk.
6/1). Am 23. August 1995 (Eingangsdatum) meldete er sich unter Hinweis auf eine Prellung der Wirbelsäule bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/1).
In der Folge zog die IV-Stelle einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
6/3)
,
die Akten des Unfallversicherers (
Urk.
6/4) sowie Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 6/5, 6/9) bei. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
sprach sie dem Versicherten mit Ver
fügung vom 1
8.
Dezember 1996
mit Wirkung
ab 1. Oktober 1995 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu (Urk.
6/15 und
6/18).
1.2
Am 2
6.
Mai 1997 stellte der Versicherte ein Rentenerhöhungsgesuch.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
trat die IV-Stelle mit Verfügung vom
8. Juli 1997 auf das Begehren nicht ein (
Urk.
6/22).
1.3
Mit ausgefülltem Anmeldeformular ersuchte der Versicherte am
5.
Mai 1998 wiederum um Erhöhung der Rente (
Urk.
6/24).
Im Juli 1998 wurde
sodann
ein ordentliches Rentenrevisionsverfahren
eröffnet
, in dessen Rahmen ein Bericht des behandelnden Arztes sowie ein Bericht des
Y._
eingereicht wurden (Urk. 6/27). In der Folge gab die IV-Stelle eine medizinische Abklärung bei der psychiatrischen Poliklinik des
B._
in Auftrag, welche jedoch von dieser nicht durchgeführt wurde (
Urk.
6/30-31).
Mit Verfügung vom
7.
Oktober 1998 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
mit Wirkung
ab
1.
Mai 1998
eine ganze Rente der Invaliden
versicherung zu (
Urk.
6/35 und
6/36).
1.4
Im Rahmen von ordentlichen Revisionsverfahren in den Jahren 2000, 2005 und 2010 teilte der Versicherte jeweils mit ausgefülltem Revisionsformular
mit, sein Gesundheitszustand habe sich nicht verbessert (
Urk.
6/40, 6/47
, 6/57
). Mit
Mitteilungen
vom
3.
Oktober 2000
,
2
0.
Dezember 2005 sowie 23. März 2011
stellte die IV-Stelle einen unveränderten
A
nspruch auf Ausrichtung einer ganzen Rente der Invalidenversicherung fest (Urk. 6/43
, 6/53, 6/62
).
Einen Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
lehnte sie mit Ver
fügung vom 2
0.
Dezember 2005 hingegen ab (
Urk.
6/52).
1.
5
Im September 2012 wurde erneut ein ordentliches Revisionsverfahren
eröff
ne
t
(
Urk.
6
/64). Nach
Beizug
eines Bericht
s des behandelnden Arztes (Urk. 6/65) veranlasste die IV-Stelle die Erstellung eines
bidisziplinären
Gut
achtens bei
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psy
chotherapie, sowie
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Innere Medizin und Rheuma
tologie, welches am 2
1.
Mai 2013 erstattet wurde (
Urk.
6/69
und 6/70
).
Am 3. April 2014 lud die IV-Stelle den Versicherten zum Gespräch betreffend Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt ein, das am 23. April
2014 statt
fand (
Urk.
6/76). Mit Schreiben vom
8.
Mai
2014
wies sie ihn unter Hinweis auf die Rechtsfolgen im Unterlassungsfall auf seine
Mitwirkungs
pflicht
hin (Urk. 6/80), woraufhin sich der Versicherte bereit erklärte, an be
ruflichen Mass
nahmen teilzunehmen (
Urk.
6/81). In der Folge teilte die IV-Stelle dem Versicherten am
1
3.
Juni 2014 mit, sie übernehme die Kosten für ein
Bel
ast
barkeitstraining
(
Urk.
6/83), welches vom Juli 2014 bis September 2014 stattfand (
Urk.
6/88 S. 1).
Am 3. November 2014 wurde die Arbeitsver
mitt
lung abgeschlossen (
Urk.
6/89). Nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(Vorbescheid vom 11. November 2014 [
Urk.
6/93], Einwand vom 1
7.
Novem
ber
2014 und
Begründung vom 5.
Januar 2015 [
Urk.
6/94, 6/99])
wurden die
Verfügungen vom 18.
Dezember 1996 sowie 7.
Oktober 1998
mit Verfügung
vom
2. März 2016
wiedererwägungsweise auf
gehoben
und die dem Versi
che
r
ten ausgerichtete Rente auf Ende des der Zustellung der Verfü
gung folgen
den Monats eingestellt
; einer allfälligen dagegen gerichteten Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen
(
Urk.
2 [=
Urk.
6/103]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
5.
April 2016 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung vom
2.
März 2016 sei aufzu
heben, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwerde
geg
nerin
(
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
Mai 2016 schloss die IV-Stelle auf Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
5), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
4.
Mai 2016 angezeigt wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Renten
be
zü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Ge
such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialver
siche
rungs
rechts
;
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invalidi
tätsgrad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht
nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch
dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gle
ich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert ha
ben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhält
nisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit ver
ändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unter
schiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im We
sentlichen unverän
dert
gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfä
higkeit für sich allein ge
nommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeit
liche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhalts
abklärung
, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009
vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.2
Lässt sich eine massgebliche Sachverhaltsänderung als Voraussetzung für eine revisionsweise Rentenherabsetzung oder –
aufhebung
nicht nachweisen, so kann die Verwaltung eine rechtskräftig zugesprochene Rente nur herab
setzen oder aufheben, wenn die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung erfüllt sind. Dies ist dann der Fall, wenn sich eine formell rechtskräftige Rentenverfügung, die nicht Gegenstand einer materiellen richterlichen Beur
teilung gewesen ist, als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (vgl.
Art.
53 Abs. 2 ATSG).
Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung ist die zweifellose Unrichtigkeit als Vor
aussetzung für eine Wiedererwägung nur unter restriktiven Bedingungen zu bejahen, da die Wiedererwägung andernfalls zum Instrument für eine jederzei
tige voraussetzungslose Neubeurteilung von rechtskräftig zugespro
che
nen Dau
erleistungen würde (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 551/03 vom 3
0.
Dezember 2003 E. 2.2.1). Nicht jede Unrichtigkeit, sondern nur eine qua
li
fizierte, offen
sichtliche Unrichtigkeit berechtigt somit zur
wiedererwä
gungsweisen
Herabset
zung oder Aufhebung einer rechtskräftig zugesproche
nen Dauer
leistung.
Die Wiedererwägung dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechts
an
wendung einschliesslich unrichtiger Feststellung im Sinne der Wür
digung des Sachverhalts (Urteil des Bundesgerichts 8C_33/2011 vom 16. Mai
2011 E.
2.2). Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine
Leistungszusprache
aufgrund falsch oder unzutreffend verstan
de
ner
Rechtsre
geln
erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig an
gewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der
Wieder
erwägungsgrund
im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren
Beurteilung notwen
digerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher
Anspruchsvo
raus
setzungen
(Invaliditätsbemessung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung,
Be
weiswür
digung
, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechts
lage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräf
tigen
Leistungszuspre
chung
dar
boten, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtig
keit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein ver
nünftiger Zweifel da
ran mög
lich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - denk
bar. Insbeson
dere ist eine auf keiner nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der mass
geblichen Arbeitsfähigkeit beruhende Invaliditätsbemessung nicht
rechts
konform
und die entsprechende Verfügung zweifellos unrichtig im
wie
derer
wägungs
recht
lichen
Sinne (Urteil des Bundesgerichts 8C_33/2011 vom 16. Mai 2011 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
G
emäss
der mit
BGE 130 V 352
begründeten und seither stetig weiter ent
wickelten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diag
nos
tizierte
somatoforme
Schmerzstörung und vergleichbare psychoso
mati
sche
Leiden (
BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3
) in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Arbeitsunfähig
keit zu
bewirken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche
Beschwerde
bilder
oder
ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwind
bar seien und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung in
tensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess un
zumutbar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt (zur Ent
stehungs
geschich
te dieser Praxis:
BGE 135 V 201
E.
7.1.2;
Urteil des Bundes
gerichtes 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 2.1
).
Ob ein solcher Aus
nahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien (so ge
nannte „Foerster-Kriterien“, vgl. BGE 130 V 352, BGE 131 V 39 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3.2.3).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung auf
gegeben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch
einen struk
tu
rierten normativen
Prüfungsraster ersetzt. In dessen Rahmen wird im Re
gel
fall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen
Standar
din
dikatoren
das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und
symmetrisch beurteilt, indem
gleichermassen
den
äusseren
Belastungs
fak
to
re
n
wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Anerkennung eines
rentenbegrün
denden
Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der
medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzel
fall
anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumin
dest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell
be
weisbelastete
versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2016 vom 15. April 2016 E. 3.2).
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem darge
leg
ten Prüfungsraster erübrigt sich
rechtsprechungsgemäss
, wenn
Ausschluss
gründe
vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, welche die Annahme einer gesundheitlichen Beeinträchtigung von vornherein
ausschliessen
(BGE 141 V 281 E. 2.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.1 und 9C_89
9/2014 vom 29. Juni 2015 E. 4).
1.5
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden
so
matoformen
Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosoma
tischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
Komplex „Gesundheitsschädigung"
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
Komorbiditäten
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
Komplex „Sozialer Kontext"
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung
leistungshin
dern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und
Kompensationspotenzia
len
(Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ein
zu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesge
richts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer
gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die disku
tierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgabenbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Frei
zeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Krite
rium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krankheitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermin
dern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das
Aktivitätsni
veau
der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Ar
beitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bun
des
ge
richts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das
heisst
das
Ausmass
, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex "Gesundheitsschädigung") auf den tat
sächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende
Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu
schliessen
ist, wenn die Nichtinan
spruch
nahme
einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Comp
liance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur
Krankheits
einsicht
zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Ver
halten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Ein
glie
derung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versi
cherte
Ge
sundheitsbeeinträchtigung
(BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bun
des
gerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
1.
6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
7
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim
Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess ni
cht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische
These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des
Beweiswer
tes
eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den er
forderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person ausein
ander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizini
schen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizini
schen Experten in einer Weise begründet sind, dass die
rechts
anwendende
Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beant
wor
tung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenen
falls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich
Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; der
s
elbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
I
m
angefochtenen
Entscheid
wurde erwogen, im Gutachten vom
4.
April 1996 sei beim Beschwerdeführer keine psychiatrische Diagnose gestellt wor
den.
Der
Gutachter
habe
darauf hingewiesen
, dass sich die Arbeitsfähigkeit kaum beurteilen lasse. Trotz ungenügende
r
Abklärungen sei die IV-Stelle von einer Teilerwerbsunfähigkeit ausgegangen. Damit habe sie den
Untersu
chungs
grundsatz
im Sinne von
Art.
43 ATSG verletzt, weshalb der Entscheid zweifellos unrichtig sei.
Am
5.
Mai
1998 habe der Beschwerdeführer eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes geltend gemacht, woraufhin ein aktueller Bericht seines Hausarztes eingeholt worden sei. Zusätzlich sei ein Austrittsbericht des
Y._
eingereicht worden. In der Folge habe die IV-Stelle eine ärztliche B
egutachtung in Auftrag gege
ben, die jedoch nie stattgefunden habe, weil der zuständige Gutachter den Auf
trag mit der Bemerkung, die gestellten Fragen würden sich anhand der bereits bestehenden Berichte beantworten lassen, abgelehnt habe. Die IV-Stelle sei daraufhin von einer 100%igen Erwerbsunfähigkeit ausgegangen und habe dem Beschwerdeführer eine ganze Rente zugesprochen. Dieses Vor
gehen stehe im Widerspruch zum Untersuchungsgrundsatz, weshalb die
ser Entscheid zweifellos unrichtig und die betreffende Verfügung aufzuheben sei. Die aktuelle Begutachtung vom 2
1.
Mai 2013 habe ergeben, dass die
so
ma
toforme
Schmerzstörung keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers habe und damit keinen invalidisierenden
Gesundheits
schaden
darstelle.
Zu den im
Vorbescheidverfahren
vorgebrachten Einwänden führte die IV-St
elle aus, die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass beim Be
schwerdeführer keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege. Daher werde
am Entscheid festgehalten (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend,
der ursprünglichen
Ren
tenzusprache
am 1
8.
Dezember 1996 sei eine ausführliche,
fachmedizi
nische
Begutachtung durch die psychiatrische Klinik des
B._
vorausgegangen.
Gemäss der damaligen Praxis
sei aufgrund der Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung eine Rente zugesprochen worden, was nicht als zweifellos unrichtig angesehen werden könne. Die
Erhöhung der Rente sei aufgrund des hausärztlichen Berichts sowie der akten
m
ä
ssigen Beurteilung durch die psychiatrische Klinik des
B._
und
des zuständigen Arztes der IV-Stelle
erfolgt. Diese Abklärungen hätten den damals geltenden Regeln
entsprochen
, weshalb auch diesbezüglich keine offensichtliche Unrichtigkeit vorliege.
Zudem bestätige das polydisziplinäre Gutachten, dass sich die gesundheitliche Situation seit der
Rentenzusprache
in keiner Weise verändert habe. Schon damals habe der Beschwerdeführer unter einer
somatoformen
Schmerzstörung gelitten. Damit sei belegt, dass selbst eine ausführlichere Begutachtung zu keinem anderen Resultat geführt hätte.
Da es sich um eine
somatoforme
Schmerzstörung handle, seien die Schluss
be
stimmungen zur IVG-Revision 6a anwendbar. Daher müssten die vom Gesetzgeber vorgesehenen Schutzmassnahmen eingehalten werden. Es könne nicht sein, dass diejenigen Fälle, die nicht in den vom Gesetzgeber vorge
sehen Zeitrahmen liegen würden, einfach wiedererwägungsweise auf
gehoben würden. Das käme einer Umgehung gleich.
Ausserdem seien entgegen der geltenden Rechtsprechung die neu eingeführ
ten Kriterien für die Beurteilung, ob die Diagnose der
somatoformen
Schmerz
störung
invalidisierend sei, nicht geprüft worden. Die Abklärungen seien des
halb in grober Weise unvollständig und weitgehend unbrauchbar. Die abge
brochenen beruflichen Massnahmen würden zeigen, dass ein Wie
dereinstie
g ins Berufsleben unmöglich sei (
Urk.
1).
3.
3.1
Im Bericht der Psychiatrischen Poliklinik des
B._
vom 2
4.
Januar 1995 wurde ausgeführt, beim Patienten finde sich ein auffälliges,
abnorm imponierendes Schmerzverhalten. Er hinke stark vorgebeugt, halte sich
an den Stuhllehnen, sitze die ganze Konsultation über nach links vorne verkrümmt da, mit
gesenktem, weggewendetem Blick und wirke
von der ganzen Haltung, der Stimme und der Art, sich selber zu präsentieren, ein
deutig
regredient
.
Er klage über Schmerzen vom Kreuz in den re
chten Ober
schenkel ausstrahlend. A
uch im rechten Rippenbogen habe er Schmerzen, was ihn besonders beunruhige (
Urk.
6/4 S. 2).
Weiter wurde ausgeführt, es handle sich mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit um ein Konversionssymptom. Die verzögerte Schmerzentstehung, die völlige Therapieresistenz und die Beobachtung, dass Berührungen auch nur leichter Art die Schmerzen verstärkten, seien ein Hinweis auf die Konversionsgenese. Die Schmerzbewältigung sei entsprechend passiv-regressiv. Es sei davon aus
zugehen, dass der Patient keine Einsicht in den Mechanismus der Problema
tik zeigen und eine Psychotherapie ablehnen werde (
Urk.
6/4 S. 3-4).
3.2
Im Bericht der Rheumaklinik des
B._
vom 24. Oktober
1995
wurden folgende Diagnosen aufgeführt (
Urk.
6/5 S. 5):
Chronifiziertes
Thorakolumbovertebral
-Syndrom mit intermittierend
lumbospondylogener
Komponente bei/mit
Wirbelsäulenfehlform (thorakale Hyperkyphose, s-förmiger
Torsions
skoliose
thorakolumbal
links-, hochthorakal rechtskonvex)
St. n. Rückenkontusion im
thorakolumbalen
Übergang am 14.10.94
Hinweise für eine Konversionssymptomatik
Der Patient klage über Schmerzen im Bereich der distalen BWS und gesam
ten LWS, die dauernd vorhanden seien und zum Teil bis in beide Oberschen
ke
l und Unterschenkel beidseits symmetrisch ausstrahlen würden. Von den bis
he
rigen Massnahmen habe nichts geholfen. Allerdings würden die Schmerzen noch zunehmen und zusätzlich ein Zittern auftreten, wenn er seine Medi
kamente nicht nehme (
Urk.
6/5 S. 5).
Weiter führten die Ärzte aus, anlässlich der klinischen Untersuchung
sei
eine eindeutige Diskrepanz zwischen objektiven Befunden und subjektivem Emp
finden auf
gefallen
.
Dies würde
auf eine Konversionssymptomatik hindeuten, wobei sie nicht beurteilen könnten, ob dieser ein Krankheitswert zukomme. Aus rheumatologisch
er Sicht sei der Patient zu 100
% arbeitsfähig, wobei Tätigkeiten in gebückter Stellung zu vermeiden seien (
Urk.
6/5 S. 4-5).
3.3
Im Bericht
der Psychiatrischen Poliklinik des
B._
vom 4. April 1996 wurde ausgeführt, der Patient
humple
breitbeinig ins
Konsul
tationszimmer
und
sitze in
vorgebeugter Haltung im Stuhl. Er spreche mit lei
ser Stimme,
f
asse die Fragen aber prompt und aufmerksam auf. Gleichsam wirkten seine Gesichtszüge aus
druckslos, schlaff und
er sei in der Haltung
sowie
den psychischen Funktionen gedrückt. Eine depressive Verstimmung lie
ge indessen nicht vor
(
Urk.
6/9 S. 1)
.
E
s handle sich um einen exemplarischen Fall von massive
m abnormem
Kr
ank
heitsverhalten
mit Passivität und regressiven Zügen. Die früher ver
mutete Konversionssymptomatik lasse sich nicht näher präzisieren und bleibe höchst spekulativ. Man bewege sich auf sicherem Boden, wenn man bei der Diag
nose des abnormen Verhaltens bleibe. Es sei eine offene Frage, inwiefern dieses einen Krankheitswert aufweise. Die Beurteilung der theoretischen Arbeitsfähigkeit sei äusserst schwierig. Es seien sowohl Komponenten des Nicht-Könnens als auch des Nicht-Wollens vorhanden. In Ermangelung ge
nauerer Kenntnisse lasse sich sagen, dass die Komponente des Nicht-Könnens auf mindestens ähnlich hoch wie
diejenige des
Nicht-Wollen
s
eingeschätzt werden könne, demnach
auf 50
%
(
Urk.
6/9 S. 2-3).
3.4
Mit Schreiben vom
1.
Juli 1997 teilte der Hausarzt des Versicherten,
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, mit, die Situation habe sich in den letzten zwei Jahren nicht geändert. Der Beurteilung der psychiatrischen Poliklinik sei aus hausärztlicher Sicht nichts hinzuzufügen.
Es sei aber natürlich so, dass e
in sich vor Schmerzen krümmender, kaum Deutsch sprechender Gastarbeiter keine 50
%-
Stelle
finde
, wobei sich auch diese Situation seit der Beurteilung im Jahr
1995 nicht verändert habe (Urk.
6/21).
3.5
Am 1
4.
Juli 1998
gab
Dr.
C._
an, der Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär. Er verweise auf das psychiatrische Konsilium aus dem Januar 199
5.
Die regelmässigen hausärztlichen Gespräche hätten keine Verbesserung bewirken können, wobei in Anbetracht der seit vier Jahren dauernden Ar
beits
unfähigkeit kaum mehr mit einer Besserung zu rechnen sei. Unverän
dert imponiere ein abnormes Schmerzverhalten. Das Trauma vom Jahr 1994 und die objektiven Veränderungen an der Wirbelsäule hätten nichts mehr mit den aktuellen Beschwerden zu tun. Die Arbeitsunfähigkeit sei jetzt durch eine
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begründet. Er denke, dass auf Gr
und dieser psychischen Störung
nun
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor
liege (
Urk.
6/27 S. 2).
Dr.
C._
legte zudem einen
Hospitalisationsbericht
des
Y._
vom
8.
April 1997 bei. In diesem wurde ausgeführt, beim Patien
ten habe sich ein chronisches kallöses, akut nicht blutendes Ulkus
bulbi
duodeni
im Bereich des
Bulbusdaches
bei gleichzeitiger
erosiver
Bulbitis
ge
zeigt. Es sei eine
Eradikationstherapie
mit einer Dreierkombination eingeleitet wor
den. Am
7.
April 1997 sei der Patient in beschwerdefreiem
Allgemein
zustand
entlassen worden. Für die Zeit der
Hospitalisation
sei er vollständig arbeits
unfähig gewesen (
Urk.
6/27 S. 5).
3.6
Der behandelnde Hausarzt
Dr.
C._
hielt am 2
2.
September
2000
, 18. Novem
ber 2005, 1
2.
November 2010 sowie am 1
5.
November 2012 fest, der Ge
sund
heitszustand sei stationär und die Diagnose unverändert
(Urk. 6/
41, 6/49, 6/60, 6/65).
4.
Am 1
3.
Mai 2013 wurde der Beschwerdeführer im Auftrag der
Beschwerde
geg
nerin
durch
Dr.
A._
sowie
Dr.
Z._
begutachtet (Urk. 6/69 S. 1, 6/70 S. 3).
Im Gutachten
vom 2
1.
Mai 2013 wurden keine Di
agnosen mit
lang
dauernder
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt. Ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende Diagnosen aufgeführt (
Urk.
6/
69 S. 7 f.):
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
(ICD-10 F 45.4)
schädlicher Gebrauch von Opioiden (Tramadol)
(ICD-10 F 11.1)
schädlicher Gebrauch von Sedativa (
Lorazepam
)
(ICD-10 F 13.1)
finanzielle Probleme
(ICD-10 Z 59)
chronisches, generalisiertes Schmerzsyndrom
nicht ausreichend somatisch abstützbar
primäres Fibromyalgie-Syndrom
betont im Bereich der unteren im Vergleich zur oberen Körper
hälfte
betont im Bereich
d
er linken im Vergleich zur rechten Körperhälfte
Panalgie
diffuse Druckschmerzangabe
Polyarthralgien axialer und peripherer Gelenke
multiple Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Schmerzen im Brustkorb und Bauch, Atembeschwerden, kalte Füsse,
unge
richtete
Steh- und Gehunsicherheit
Panvertebralsyndrom
mit
spondylogener
Ausstrahlung in alle Extremi
täten und in den Kopf
diffuse idiopathische
skelettale
Hyperostose
Bewegungseinschränkungen thorakal
gestörte
Gluconeogenese
anamnestisch Reizmagen-Syndrom
Im rheumatologischen Gutachten führte
Dr.
A._
aus, beim Exploranden im
po
niere eine schmerzvermittelnde Mimik. Er bewege sich langsam und vor
sichtig. Während der klinischen Untersuchung nehme die
schmerzvermit
teln
de
Mimik und Gestik zu und es würden 4 der 5
Waddell
-Zeichen als Hinweis auf nicht organisch abstützbare Beschwerden nachweisbar.
Auf der
Unter
suchungsliege
könne der Explorand beide Arme funktionell unbehin
dert ein
setzen. Wenn er sich selber mobilisiere und i
n
Bauchlage könne er beide Arm
e vollständig
elevieren
und flektiert neben dem Kopf ablegen.
D
ie geschil
derte
ungerichtete
Steh- und Gehunsicherheit könne nicht objektiviert werden, weshalb an funktionelle Beschwerden zu denken sei (
Urk.
6/69 S. 8-9).
An den oberen Extremitäten könn
t
e
n
kein relevanter klinisch-pathologischer Befund und kein Hinweis auf eine funktionelle Einschränkung objektiviert werden. In abgelenkter Situation könne der Explorand beidseits, akti
v und passiv geprüft, sämtliche
peripheren Gelenke frei bewegen. Insbesondere könne auch kein Hinweis auf eine
subacromiale
Sehneneinklemmungsprob
lematik
oder auf eine Läsion der
Rotatorenmanschette
objektiviert werden. Die Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule würden eine
leichtgradig
rechts
konvexe
Skoliose von maximal 14-16° zeigen. Thorak
a
l komme eine
leicht
gra
dige
Hyperkyphose zur Darstellung
(
Urk.
6/69 S. 11-12).
Zur Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
A._
aus, aus somatisch-rheumatologischer Sicht sei der Explorand in seiner angestammten Tätigkeit zu
k
einem Zeitpunkt anhaltend eingeschränkt gewesen.
Lediglich
für die Zeit
n
ach dem Unfall im Jahr 1994 könne ihm eine zeitlich limitierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von maximal zwei Wochen und während der
Hospitalisation
im Jahr 1997 eine solche von maximal drei
Wochen attestiert werden (Urk.
6/69 S. 16).
Im psychiatrischen Gutachten wurde ausgeführt,
der Explorand klage über Schmerzen, die sich im Laufe der Jahre ausgedehnt hätten. Inzwischen schmerze beinahe der ganze Körper. Die vom Hausarzt regelmässig ver
abreichten Spritzen würden kaum Linderung bringen. Am besten helfe Tramadol, von denen
der Explorand
eine grosse Menge schlucke, obwohl die Ärzte ihn darauf hingewiesen hätten, dass er zu viel davon nehme. Die Schmerzen würden in deutlichem Ausmass vom Wetter abhängen.
Lebens
probleme
würden auf die Schmerzen
verstärkend
wirken (
Urk.
6/70
S.
6-7).
Dr.
Z._
schilderte, der Explorand wirke mürrisch, bedrückt und
dys
phorisch
. Besonders deprimiert wirke er beim Sprechen über finanzielle Prob
leme. Öfters könne er sich aber von der Verstimmung lösen und sei aufge
schlossen und gesprächig. Das Denken sei weder gehemmt noch umständlich und inhaltliche Denkstörungen seien nicht feststellbar. Der Explorand sei weder aggressiv noch suizidal und zeige keinen sozialen Rückzug. Eine
Per
sönlichkeitsstörung
liege nicht vor (
Urk.
6/70 S. 8-9).
Der Explorand
sei auf die Schmerzen fixiert, äussere hypochondrische Be
fürchtungen und zeige eine Schmerzausdehnung. Lebensprobleme führten zu einer Verstärkung der Schmerzen. Damit sei eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung nachweisbar. Objektive Befunde, die einer psychischen Störung entsprechen würden, würden jedoch nicht vorliegen. Hingegen falle seine enorme Müdigkeit auf. Diese sei aber höchstwahrscheinlich auf den durch die Laborresultate be
legten Tramadol- und
Lorazepam
-
Abusus zurück
zuführen (
Urk.
6/70 S. 10-11).
Zur Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
Z._
aus, aufgrund dessen, dass keine psychische Komorbidität ausgewiesen und der Explorand sozial gut integriert sei, sei er in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt.
Es könne ihm in seiner
angestammten Tätigkeit
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wer
den
(
Urk.
6/70 S. 12).
5.
5.1
Am 1
8.
Dezember 1996 sprach die
Beschwerdegegnerin
dem Beschwerde
führer mit Wirkung ab
1.
Oktober 1995 eine halbe Rente der Invalidenver
siche
rung zu. Dabei stützte sie sich auf den Bericht der Psychiatrischen Poli
klinik des
B._
vom
4.
April 1996, in welchem von einer 50%igen Arbeitsunfä
higkeit ausgegangen wurde (Urk.
9).
Wie die Beschwerdegegnerin richtig darlegt, war anhand der damaligen Akten
lage keine klare Diagnose ausgewiesen. Im Bericht der Psychiatrischen Poliklinik wurde darauf hingewiesen, dass es eine offene Frage sei, ob dem abnormen Krankheitsverhalten ein psychiatrischer Krankheitswert zukomme. Auch die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wurde als ausserordentlich schwierig bez
eichnet und schliesslich auf 50
% eingeschätzt, mit dem Hin
weis, genaueres lasse sich beim besten Willen nicht sagen (
Urk.
6/9 S. 2-3).
Dass die Beschwerdegegnerin keine weiteren Abklärungen tätigte und
trotz der dürftigen Aktenlage eine Arbeitsfähigkeit von 50
% als ausgewiesen er
achtete,
ist nur schwer nachvollziehbar
. Indessen ist
vorliegend zu berück
sichtigen, dass immerhin zwei Berichte eines Facharztes der Psychiatrischen Poliklinik vorlagen und dieser darauf hinwies, dass weitere Abklärungen wohl auch keine Klarheit bringen würden. Damit scheint vertretbar, dass die
Beschwerdegegnerin keine weiteren Untersuchungen anordnete und von ei
n
er 50%igen Arbeitsfähigkeit ausging. Die ursprüngliche
Rentenzusprache
kann
daher
nicht als zweifellos unrichtig qualifiziert werden.
5.2
Am
7.
Oktober 1998 wurde die Rente des Beschwerdeführers auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung erhöht (
Urk.
6/36), nachdem der IV-Arzt handschriftlich festgehalten hatte, gemäss Arztbericht sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen (
Urk.
6/32).
Wie der IV-Arzt zu dieser Schlussfolgerung kam, ist
unklar
.
Dr.
C._
gab in seinem Bericht vom
3.
Juli 1998 an, der Zustand des Beschwerdeführers sei stationär. Das Tr
a
um
a
von 1994 und die objektiven Veränderungen an der Wirbelsäule hätten mit den aktuellen Beschwerden nichts zu tun. Die Arbeitsunfähigkeit sei durch eine
somatoforme
Schmerzstörung begründet, wo
bei er denke, dass aufgrund dieser psychischen Störung jetzt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege (Urk. 6/27). Dem
von
Dr.
C._
zusätzlich
beige
legten Bericht des
Y._
sind
indes
keine Angaben zur
somatoformen
Schmerzstörung zu entnehmen, weshalb dieser
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
irrelevant
war
.
Daher ist es
unerklärlich,
wes
halb die Psychiatrische Poliklinik das von der Beschwerdegegnerin in Auf
trag gegebene Gutachten mit der Bemerkung, die zwei Arztberichte würden
alle Fragen beantworten,
für nicht notwendig hielt
(
Urk.
6/31).
Ebenfalls nic
ht nachvollziehbar ist, w
ieso die Beschwerdegegnerin in der Folge davon aus
ging, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit sei ausgewiesen
.
Schliesslich
geht aus dem Arztbericht
von
Dr.
C._
gerade hervor, dass der Gesundheitszu
stand
des Beschwerdeführers unverändert blieb
. Dass die
Beschwerdegegne
rin
ein
zig gestützt auf seine Bemerkung, er glaube, dass jetzt eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit vorliege, die Rente erhöht hat, ist nicht bloss als unange
messen zu qualifizieren. Vielmehr ha
t sie mit diesem Entscheid Art.
43
Abs.
1 ATSG verletzt, weil sie ohne weitere Abklärungen gestützt auf
eine
dürftige Bemer
kung die Rente erhöhte. Die
se
Verfügung
muss
daher
als zweifellos unrichtig
angesehen werden
.
5.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der Rentenanspruch eines Ve
r
sicherten, dem eine halbe Rente der Invalidenversicherung zugesprochen wurde
und dem die Rente in der Folge zweifellos zu Unrecht erhöht wurde, für die Zukunft frei zu prüfen. Dies auch dann, wenn bezüglich der ursprünglichen Verfügung kein
Rückkommenstitel
vorliegt
(vgl. BGE 140 V 514
E. 5
).
6.
6.1
Der Beschwerdeführer wurde am 1
3.
Mai 2013 psychiatrisch-rheumatolo
gisch begutachtet (
Urk.
6/69). Das
bidisziplinäre
Gutachten vermag zu über
zeugen.
Es beruht auf sorgfältigen und allseitigen Untersuchungen (Urk. 6/69 S. 3-4, 6/70 S. 8-9), berücksichtigt die geklagten Beschwerden (
Urk.
6/69 S.
2-3, 6/70 S. 6-8) und ist in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben worden (Urk. 6/69 S. 5-7, 6/70 S. 4-5 ).
Die Gutachter haben detaillierte Befunde und hieraus begründete Diagnosen erhoben, die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfol
ge
rungen nachvollziehbar begründet. Daher erfüllt das Gutachten die recht
sprechungsgemässen Anforderungen an beweistaugliche
Entscheidungs
grund
lagen
. Namentlich erlaubt es entgegen der Ansicht des Beschwerde
führers auch eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indi
katoren gemäss BGE 141 V 281 (vgl. dazu E. 1.4
-1.5
).
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung führt die Diagnose der anhal
ten
den
somatoformen
Schmerzstörung nur dann zur Feststellung einer
inva
lidenversicherungsrechtlich
erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigung, wenn die Diagnose auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte
Gesund
heits
schädigung
vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggra
vation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche und andere Äus
se
rungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben sich na
mentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; inten
sive Schmerzen ange
geben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizini
sche Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ
vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaub
würdig wirken; sch
were Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Nicht per
se auf Aggra
vation weist bloss
verdeutlichendes Verhalten hin. Besteht im Einzelfall Klar
heit darüber,
dass solche Ausschlussgründe die Annahme einer
Gesundheits
beeinträchti
gung
verbieten, so besteht von vornherein keine Grundlage für eine Inva
lidenrente, selbst wenn die
klassifikatorischen
Merkmale einer
so
matoformen
Schmerzstörung gegeben sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG). Soweit die betreffenden Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbstän
digten Gesundheitsschädigung auftreten, sind deren Auswirkun
gen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 E. 2.2).
6.3
In der rheumatologischen Untersuchung durch
Dr.
A._
konnten nur wenige objektivierbare pathologische Befunde erhoben werden. Phasenweise habe der Beschwerdeführer zunächst harmonische Bewegungen, insbesondere der Schultern, mit einem
abrupt einsetzenden muskulären Widerstand abgeblockt (
Urk.
6/69 S. 8).
In abgelenkter Situation habe der Beschwerdeführer beid
seits, aktiv und passiv geprüft, sämtliche peripheren Gelenke frei bewegen können
(
Urk.
6/69 S
.
11).
Zudem kam
Dr.
A._
zum Schluss, es liege eine limitierte Motivation vor (
Urk.
6/69 S. 17).
Dr.
Z._
führte im psychiatri
schen Teilgutachten aus, es würden ungünstige krankheitsfremde Faktoren vorliegen, die mit einer Selbstlimitierung verbunden seien. Die subjektive Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers sei vor allem auf derartige Fakto
ren zurückzuführen (
Urk.
6/70 S. 15).
6.4
Es erscheint aufgrund dieser Befunde fraglich, ob überhaupt eine versicherte Gesundheitsschädigung vorliegt oder ob die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder ein
er ähnlichen Erscheinung beruht.
6.5
Die
begutachtenden Ärzte
sowie die Beschwerdegegnerin
sind in Anwendung der bisherigen Rechtsprechung zu den
somatoforme
n
Schmerzstörungen zum Ergebnis gelangt, dass
die
somatoforme
Schmerzstörung des Beschwerde
führers als überwindbar zu gelten ha
be
und der Beschwerdeführer in
seiner angestammten
Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig
sei
.
Der Beschwerde
führer machte geltend, vor dem Hintergrund der Rechtsprechungsänderung seien die Abklärungen als ungenügend anzusehen (
Urk.
1 S. 9). Dieser An
sicht kann nicht gefolgt werden. Wie das Bundesgericht ausführte, verlieren
bereits vor der Rechtsprechungsänderung
eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung zu entscheiden, ob auf die vorhandene Beweisgrundlage abgestellt werden kann (
vgl. BGE 141 V 281 E. 8)
, weshalb nachfolgend
die Arbeitsfähigkeit des Be
schwerdeführers
anhand der
vom Bundesgericht genannten
Indikatoren ge
prüft wird
.
6
.6
Unter dem Aspekt „funktioneller Schweregrad“ ist in Betracht zu ziehen, dass die diagnoserelevanten Befunde und Symptome nicht besonders ausgeprägt erscheinen.
Gemäss
gutachterlichen Feststellungen
von
Dr.
A._
bestünden
diverse noch nicht ausgeschöpfte Optionen um die Beschwerden zu lindern, so seien insbesondere aktivierende Bewegungsübungen zu empfehlen (Urk. 6/69
S. 17). Es ist zu erwähnen, dass dem Beschwerdeführer bereits an
lässlich der ersten psychiatrischen Untersuchung im Jahr 1995 angeraten worden war, körperliche Aktivitäten auszuüben, was jedoch auf Unwillen
stiess
(Urk. 6/4 S. 2).
Was den Indikator „
Komorbiditäten
“ betrifft, wies der psychiatrische Gutachter darauf hin, dass
keine relevante psychische Komor
bidität bestehe
(Urk.
6/70 S. 11
).
Zudem legten beide Gutachter überzeugend dar
, dass der Zustand
des Beschwerdeführers
massgeblich
durch
invaliditäts
fremde
Fakto
ren
(
finanzielle Probleme,
Medikamenten-Abusus,
mässige
In
tegration, lange Arbeitsuntätigkeit
) beeinflusst
werde
(Urk. 6/69 S. 17, 6/70 S. 11)
.
Weiter
konnten keine chronischen körperlichen Begleiterkrankungen festgestellt werden
(
Urk.
6/70 S. 12).
6
.7
Zum Komplex „Persönlichkeit“ ist festzuhalten, dass der psychiatrische Gutachter
auf die
unauffällige
prämorbide Persönlichkeitsstruktur hinwies (Urk. 6/70 S. 12).
Hinsichtlich des Komplexes „Sozialer Kontext“ kann auf durchaus vorhandene Ressourcen des Beschwerdeführers geschlossen werden
. So lebt er in einer intakten Ehe, pflegt ein gut
es Verhältnis zu seinen Kindern und
nimmt
Anteil
am politischen Geschehen
(
Urk.
6/70 S
.
10 f.).
Zum -
be
weisrechtlich
entscheidenden - Aspekt der Konsistenz ist zu erwähnen, dass die aktenkundigen Behandlungsbemühungen nicht auf einen ausgeprägten
Leidensdruck
schliessen
lassen.
Zwar begibt sich der Beschwerdeführer mo
nat
lich zu seinem Hausarzt
,
um sich Spritzen und Medikamente verabreichen zu lassen (
Urk.
6/60 S. 2). Entgegen ärztlichem Rat sind indessen keine Be
müh
ungen zu erkennen, aktivierende Bewegungsübungen durchzuführen oder an einem Training teilzunehmen. Auch betreibt der Beschwerdeführer offenbar einen Medikamenten-Abusus, was sich negativ auf
ausserhäusliche
Tätigkei
ten auswirkt (
Urk.
6/70 S. 11).
6
.8
Demnach sind auch unter Berücksichtigung der nunmehr im Regelfall beacht
li
chen Standardindikatoren (vgl. E.
1.
5
) erhebliche funktionelle Aus
wirkungen der Schmerzstörung auf die Arbeitsfähigkeit nicht schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Aus rechtlicher Sicht ist daher die
somatoforme
Schmerzstörung nicht als invali
disierend zu betrachten.
6.9
Mit dem im Sozialversicherungsrecht
massgebenden
Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist daher von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Be
schwerdeführers in seiner angestammten Tätigkeit auszugehen.
7.
7.1
Das Bundesgericht geht in ständiger Rechtsprechung vom Regelfall aus, dass eine medizinisch attestierte Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist (Ulrich Meyer, Rechtsprechung zum IVG, 2. Auflage, Zürich 2010, S. 383). In ganz besonderen Ausnahmefällen hat die Rechtsprechung dennoch nach lang
jährigem Rentenbezug trotz medizinisch (wieder) ausgewiesener Leistungs
fähigkeit vorderhand weiterhin eine Rente zugesprochen, bis mit Hilfe von medizinisch-rehabilitativen und/oder beruf
lich-erwerblichen Massnahmen das theoretische Leistungspotential ausge
schöpft werden kann. Es können im Ein
zelfall Erfordernisse des Arbeits
marktes der Anrechnung einer medizinisch vor
handenen Leistungsfähigkeit und medizinisch zumutbaren Leistungsentfaltung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwer
tung eines bestimmten Leistungspotentials ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnah
men allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht mög
lich
ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_163/2009 vom 10. September 2010, E. 4.2.2).
Diese Rechtsprechung hat das Bundesgericht im Urteil 9C_228/2010 vom 26. April 2011 dahingehend präzisiert, dass die revisions- oder
wiederer
wä
gungsweise
Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei versicher
ten Personen, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen haben, nur zulässig ist, wenn die Beschwerdegegnerin zuvor Eingliederungsmassnahmen durchgeführt hat (E. 3.3).
Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass solche versicherte Perso
nen aufgrund des fortgeschrittenen Alters oder der langen Rentendauer und der dar
aus folgenden langjährigen Arbeitsabstinenz in der Regel nicht selber in der Lage sind, sich dem Arbeitsmarkt zu stellen und sich dort selber wie
der einzu
gliedern.
Dies führt zwar für die Betroffenen nicht zu einer Art Besitzstandsgarantie. Es wird ihnen lediglich, aber immerhin zugestanden, dass die Rente grund
sätzlich erst nach geleisteter Eingliederungshilfe eingestellt werden darf (vgl. erwähntes Urteil 9C_228/2010 vom 26. April 2011, E. 3.5).
7.2
Im Zeitpunkt der Renteneinstellung war der Beschwerdeführer 57 Jahre alt und bezog seit
18 Jahren
eine ganze Rente. Damit fällt
er
unter den vom Bun
desgericht besonders geschützten
Bezügerkreis
.
Am
3.
April 2014 lud
die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer zu ei
nem
Gespräch zwecks Besprechung von Integrationsmassnahmen
ein
(Urk. 6/
76
).
Nachdem dieser zuerst Bedenken bezüglich beruflicher Mass
nahmen geäus
sert
hatte (
Urk.
6/90 S. 2), wies ihn die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom
8.
Mai 2014 auf seine Mitwirkungspflicht hin (
Urk.
6/80). Am 2
1.
Mai 2014
erklärte sich der Beschwerdeführer dazu bereit, an Einglie
derungsmass
nahmen
teilzunehmen (
Urk.
6/81).
In der Folge teilte
die
Be
schwerdegegnerin
am 1
3.
Juni 2014 mit, sie übernehme die Kosten für ein Belastbarkeitstraining (
Urk.
6/83).
Aus dem Schlussbericht des
Belastbar
keitstrainings
vom 1
0.
Septem
ber 2014 ergibt sich, dass der Beschwerdefüh
rer an diesem grund
sätzlich teilnahm, jedoch aufgrund
geklagter
Beschwer
den häufig fehlte.
E
ine
stabile Präsenz habe nicht erreicht werden können und aufgrund der schlech
ten
Deutschkenntnisse habe er sich weder selber der Bearbeitung eines
Themas widmen noch an den verschiedenen Programmen teilnehmen können
. Er habe ausserhalb des Arbeitseinsatzes zudem eine 1:1-Betreuung benötigt. Aus diesen Gründen mache die Weiterführung der
In
tegrationsmassnahme
wenig Sinn (
Urk.
6/88 S.
5).
Am
3. November
2014 wurde dem Beschwerde
führer mitgete
ilt, die Arbeitsvermittlung sei abge
schlossen (Urk.
6/89).
7.3
Dem Schlussbericht des Belastbarkeitstrainings ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer die geforderte Präsenzzeit nicht erreichte. Er habe über Rückenschmerzen geklagt, das Atelier sei ihm zu lärmig und die Anreise zu beschwerlich
gewesen. Teilweise sei er aufgrund der von ihm geklagten Schmerzen vorzeitig nach Haus
e
gegangen (
Urk.
6/88 S. 8). Die vom Be
schwerdeführer geklagte Unmöglichkeit, länger als zwei Stunden täglich am Programm teilnehmen zu können, steht im Widerspruch zur Beurteilung der Gutachter. Wie bereits ausgeführt (vgl. E. 6), bestehen beim Beschwerde
führer weder somatische noch psychische Einschränkungen, die eine Arbeits
un
fähigkeit begründen würden.
Seine häufigen Absenzen können daher nicht auf medizinische Ursachen zurückgeführt werden. Vielmehr lassen sie auf
einen fehlenden subjektiven Eingliederungswillen schliessen. Insbesondere vor
dem Hintergrund, dass er bereits mit Schreiben vom
8.
Mai 2014 auf die Fol
gen
mangelhafter
Mitwirkung aufmerksam gemacht worden war (
Urk.
6/80), ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Eingliederungs
massnahmen abschloss und die Invalidenrente einstell
t
e. Sie kam ihrer Pflicht vollumfänglich nach, weshalb der Aufhebungsentscheid rechtens war.
8.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Verfügung betreffend
Renten
erhöhung
zweifellos unrichtig war. Ein invalidisierender
Gesund
heits
schaden
liegt
aktuell
nicht
(mehr)
vor. Damit erweist sich die Aufhebung der bishe
ri
gen Rente als rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen.
9.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
8
00.-- festzulegen und
ausgangsge
mäss
vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).