Decision ID: c2c0f837-dc40-4acf-b637-31ab503a823e
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971, arbeitete
von
Januar
2004
bis Ende
September
2006
als
Marketingspezialistin
bei der
Y._
AG in einem 9
0%-Pen
sum (
Urk.
7/9,
Urk.
7/
10
).
Am 19. April 2006 (
Eingangsdatum
) meldete sich die Versicherte bei der Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf Depressio
nen und
Angstzustände als Folge einer p
osttraumatischen Belastungsstörung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversiche
rung an (Urk. 7/2).
Nach Durch
füh
rung diverser beruflicher Massnahmen
(
Urk.
7/15,
Urk.
7/28,
Urk.
7/42, Urk. 7/64)
sprach d
ie IV-Stelle der Versicherten ausgehend von einem Invalidi
täts
grad von
90
%
mit Verfügung
en
vom 1
6
.
Dezember 2008
und 15. Januar 2009
rückwir
kend
vom 1. Juli 2006 bis
3
1.
Dezember
2007 eine ganze Rente und ab
1.
Januar 2008 eine halbe Rente zu (
Urk. 7/89-91,
Urk.
7/84), welche sie revisionsweise mit Mit
teilung vom 2. Au
gust 2010 bestätigte (
Urk.
7/103). Aufgrund einer
am 18.
Febru
ar 2018 (Urk. 7/108) dargelegten
erheblichen Verschlechterung des Gesund
heitszu
stand
e
s erhöhte
die IV-Stelle mit Verfügung vom
5. Februar 2013
den Anspruch
vom
1.
Februar bis 3
0.
April
20
12
auf eine ganze Rente
und ab
1.
Mai 2012 auf eine Dreiviertelsrente
(Urk.
7/126-127
)
. Bei einem Invaliditätsgrad von 60
%
be
stätigte die IV-Stelle mit Mitteilung vom
4.
Februar 2015 die bis
he
rige Invaliden
rente (
Urk.
7/141).
Von
Dezember 2010
bis Ende August 2012 war
die Versicherte als
Sach
be
ar
beiterin Schulsekretariat
beim Schulamt der Stadt
Z._
in einem 60%-Pensum an
gestellt (
Urk.
7/110,
Urk.
7/118
).
Seit
Ende Mai
201
3
ist
die Versicherte
als Mit
arbeiterin im Sekretariat beim
Verband A._
in einem 40%-Pensum
angestellt
(
Urk.
7/128/5)
.
1.2
Im April 2018 leitete die IV-Stelle ein weiteres Rentenrevisionsverfahren ein (Urk. 7/148)
und nahm Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht vor.
Sie holte
den
Verlaufsbericht der behandelnden Ärzt
in
(Urk. 7/162
), die Be
rufs
unterlagen
(
Urk.
7/152-160,
Urk.
7/171)
sowie einen Aus
zug aus dem Indivi
duellen Konto der Versicherten (IK-Auszug; Urk. 7/149)
ein.
Ausgehend da
von, dass der Versicherten in einer leidensangepassten Tätig
keit ein 60%-Pensum zu
mutbar sei, stellte die IV
-Stelle mit Vorbescheid vom 18.
Februar
2019 die Reduktion der bisherigen Dreiviertelsrente auf eine Viertels
rente in Aus
sicht (Urk.
7/179). Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom 1
1.
April 2019 (Urk.
7/185) sowie ergänzend am
8.
und 2
3.
Mai 2019 (
Urk.
7/186
, Urk.
7/189) mit diversen
Beilagen (
Urk.
7/187f.,
Urk.
7/190ff.) Einwand. Mit Ver
fügung vom
2
8.
August 2019 reduzierte die IV-Stelle wie vorbeschieden die bis
he
rige Drei
viertelsrente per ersten Tag des zweiten Monats nach Zustellung der Verfügung auf eine Viertelsrente (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte unter Beilage diverser Arz
t
berichte (
Urk.
3/3-14) mit Eingabe vom 25. September 2019 Beschwerde
und beantragte, die an
ge
fochtene Verfügung
sei
aufzuheben und die Be
schwer
degegnerin sei zu ver
pflich
ten, ihr weiterhin eine Dreiviertelsrente auszu
richten. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Ab
klärung des Gesundheits
zustande
s an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen (Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 3
1.
Oktober 2019 (Urk. 6) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom
1.
November 2019 wurde der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 8).
Mit Schreiben vom 2
9.
Mai 2020 leg
itimierte sich Rechtsanwalt
Viktor Györffy
als neuer Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG]
).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
benem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 1
41 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3).
Hinge
gen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich geblie
benen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustand
e
s) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Da
bei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit. f
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachver
halt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 2
8.
August
2019 (
Urk.
2) hielt die Be
schwer
de
gegnerin fest,
die medizinische Abklärung habe ergeben, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit September 2015 verbessert habe. Eine erneute Dekompensation des gesundheitlichen Zustandes sei, trotz der zwei
maligen monatelangen zusätzlichen Arbeit, nicht eingetreten. Der Beschwer
de
führerin sei die Tätigkeit als Mitarbeiterin im Sekretariat oder eine vergleichbare Tätigkeit zu 60
%
zumutbar.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 25. Sep
tember 2019 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
ihr Gesundheitszustand habe sich nicht verbessert. Mit der temporären
Pensumserhöhung
-
sie
habe
den Ausfall einer Arbeitskollegin kompensiert
-
sei s
ie deutlich überfordert und überlastet gewesen (S. 3)
.
Im Übrigen könne die Beschwerdegegnerin die bisherige Qualifi
ka
tion als Vollerwerbstätige nicht ohne Grund abändern und
ihren
Status
von 100
% erwerbstätig auf 90
%
erwerbstätig reduzieren (S. 10).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die der Beschwerdeführerin zugesprochene Drei
viertelsrente zu Recht auf eine Viertelsrente reduziert wurde.
Zeitliche Vergleichs
ba
sis für die Beurteilung einer Änderung des Invaliditätsgrades im Sinne von Art.
17
Abs.
1 ATSG (vgl.
E.
1.4
) bildet
die auf eingehender medizinischer Ab
klärung fussende
Verfügung
der Beschwerdegegnerin vom
5.
Februar
2013
(Urk. 7/
12
6
), mit welcher ein Invaliditäts
grad von 6
8
% und damit der Anspruch auf eine Dreiviertelsrente
ab Mai 2012
im Rahmen des im
Februar 2012
ange
hobenen amtli
chen Revisions
verfahrens
festgestellt wurde
.
3.
Zu diesem Zeitpunkt lagen im Wesentlichen die folgenden medizinischen Berichte vor:
3.1
Gemäss ihrem behandelnden Psychiater Dr. med.
B._
, Spezialarzt
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, habe d
ie Arbeitsaufnahme bei der Fach
stelle für Logopädie der Stadt
Z._
ab
1.
Juli 2010 in einem 60%-Pensum anfänglich zu einer psychischen Stabilisierung und einem Rückgang der Panik und diffusen Ängste geführt. Aufgrund dessen habe die Beschwerdeführerin ihre Medikation, insbesondere wegen enormer Gewichtszunahme, drastisch reduziert, was bald zu
einer psychischen Dekompen
sation und zu einer mittelschweren de
pressiven,
angst
- und panikbetonten Episo
de geführt habe und eine psychia
tri
sche Hospitalisation notwendig gemacht habe (vgl. Arztbericht vom 1
4.
Juni 201
2,
Urk.
7/115/7f.). In der Folge begab sich die Beschwerdeführerin im Rahmen dieses depressiven Zustandsbildes bei agorapho
bischen Ängsten mit Panikgefühlen vor dem Hinter
grund einer vordiagnosti
zier
ten posttraumatischen Belastungsstörung vom 17. Au
gust 2011 bis
6.
Januar 2012 in die
K
linik
C._
in
statio
när
e Behandlung. Die Ärzte
der
C._
konstatierten in ihrem Austritts
bericht vom
6.
Januar 2012 (Urk. 7/115/21ff.), im Therapieverlauf hätten sich sympto
matisch häufig depressi
ve Krisen mit Stimmungsschwankungen, Gefühlen von
Erschöpf
ung, Überforde
rung, Orientierungs-, Perspektiv- und Hilflosigkeit, Ver
zweif
lung, Ohnmacht, Am
bi
valenz, Schuld- und Versagensängste sowie eine ambi
valente Bindungs- und Beziehungsgestaltung gezeigt. Durch massiv ver
nachlässigende und miss
bräuchliche Lebensumstände in der Kindheit und Jugend liege eine bindungs
traumatische Erfahrung vor, die wahrscheinlich mitverur
sa
chend auf die ich-strukturellen Defizite in den Bereichen der Bindung, des Selbst
wertes sowie der Bedürfniswahrnehmung und -regulation wirke. Unter Einbezug ihrer Lebens
geschichte sei es der Beschwerdeführerin aufgrund der bestehenden Ressourcen jedoch möglich gewesen, Erklärungsmodelle und ein Verständnis für sich selbst zu entwickeln sowie fehlgehende Bewältigungsmechanismen zu bear
beiten. Die Beschwerdeführerin habe sich sehr therapiemotiviert gezeigt und es sei ihr zuse
hends gelungen, sich zu öffnen, sich ver
letzlicher zu zeigen und mehr in Kontakt mit sich selbst und ihren wahren Bedürfnissen zu kommen, auch wenn diese Momente mit erneuten instabilen psychischen Phasen einhergegangen seien. Die Ärzte diagnostizierten eine rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig leicht
gradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F43.11
[recte: F33.
0
1
]
), eine chroni
fi
zierte posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), akzen
tuierte Persön
lich
keitszüge (ICD-10: Z73.1) mit vorwiegend narzisstisch-ab
hängigen und ängst
lich-vermeidenden Anteilen, differenzialdiagnostisch einen Verdacht auf eine entsprechende kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10:
F61.0) sowie Agora
phobie mit Panikstörung (ICD-10: F40.01).
Während des Klinik
aufenthalts
habe
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
bestanden
. An
schlies
send sei die Situation durch die
Nachbehandler
neu zu beurteilen.
3.2
Im Rahmen
der
aktenbasierten Einschätzung
am 17 Juli 2012
(vgl.
Feststellungs
blatt,
Urk.
7/120) stützte sich RAD-Arzt
Dr.
D._
auf die Beurteilung von
Dr.
B._
, bei dem die Beschwerde
führerin letztmals am 1
4.
Mai 2012 in Be
hand
lung
gewesen
war, ab.
Dr.
B._
attestierte der Beschwerdeführerin als Sekretärin der Fachstelle für Logopädie ab
23.
Januar 2012 bis zur Been
di
gung des Arbeitsver
hältnisses per Ende August 2012 eine 30%ige Arbeitsfähig
keit. In
absehbarer Zeit sei nicht mit einer Er
höhung der Einsatzfähigkeit zu rechnen. Die schwere Per
sönlichkeitsstörung wirke sich körperlich, geistig und psychisch in hohem Masse hindern
d
auf Arbeits- und Leistungsfähigkeit vor allem im Team aus, wo sich ten
denziell vielfältige destruktive Konflikte ergäben (vgl.
Urk.
7/115/7f.).
3.3
Im Rahmen der revisionsweisen Bestätigung der Dreiviertelsrente am
4.
Februar 2015 (vgl.
Urk.
7/141) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die Einschätzung von Dr. med.
E._
, Facharzt Allge
meine Innere Medizin, und Psy
cho
therapeutin lic. phil.
F._
, bei denen die Beschwerdeführerin in ambu
lanter psychotherapeutischer und psychiatrischer Behand
lung
war
. Diese kon
statier
ten in ihrem Verlaufsbericht vom 2
1.
Januar 2015 (
Urk.
7/137), die Leis
tungs
fähigkeit der Beschwerdeführerin sei durch die Symptomatik sehr beein
trächtigt. So seien ihre Durchhaltefähigkeit, Selbstbehauptungsfähigkeit, Spon
tan
aktivi
tä
ten und ihre Belastbarkeit in Beruf und Alltag stark eingeschränkt. Mittel beein
trächtigt seien die Auf
fassung, Konzentration, Merkfähigkeit, Grup
pen- und Kon
takt
fähigkeit sowie ihre Planung und Strukturierung von Aufgaben, Flexibilität, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit. Es sei ihr jedoch möglich
,
die neue Arbeit (beim
A._
) in einem wohlwollenden Arbeitsklima und mit eher nie
der
schwelli
gen inhaltlichen Anforderungen
in einem 40%-Pensum zu erfüllen. Mit einer Ver
besserung der Arbeitsfähigkeit sei nicht zu rechnen. Ziel sei es, die Beschwerde
führerin zu stabilisieren und zu unterstützen, sodass sie ihre jetzige Arbeits- und Alltagsfunktionalität erhalten könne.
4.
4.1
Der renten
herabsetzenden
Verfügung vom
2
8.
August 2019
(Urk. 2) lagen im Wesentlichen
der Verlaufsbericht der behandelnden Psychiaterin
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie Psy
cho
therapeutin lic. phil.
F._
vom 1
6.
Juli 2018 (
Urk.
7/162)
sowie die Ein
schätzung de
r
RAD-Ärztin
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Psy
chiatrie und Psychotherapie
,
(vgl. Feststellungsblatt,
Urk.
7/178
S. 4ff.
) zu Grunde.
4.2
Seit
Juli 2017
ist die Beschwerdeführerin bei
Dr.
G._
in ambulanter psy
chiatrischer Behand
lung
.
Zusammen mit der Psychotherapeutin lic. phil.
F._
führte d
iese
in ihrem Verlaufs
bericht vom 1
6.
Juli 2018 (
Urk.
7/162)
aus
, der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin habe sich verschlechtert. Die Beschwerdeführerin sei von pr
ivaten Ereignissen (Trennung vom
Partner, er
zwungener Umzug nach Woh
nungs
kündigung und Abschied von vertrauter Wohnumgebung, familiäre Pro
bleme mit Ursprungs
familie) völlig überfordert und drohe zu
dekompensieren
. Ihre existenziellen Ängste würden sich dadurch
verstärken, was Auswirkungen auf ihre Konzen
tra
tions
fähigkeit und ihr soziales Verhalten habe.
Sie zeige sich häufig sehr ratlos, verzweifelt und hoffnungslos.
Dr.
G._
und lic. phil.
F._
hielten fest, die Belastbarkeit in Beruf und Alltag sei nach wie vor stark eingeschränkt. Mittel beeinträchtigt seien die Flexibilität, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, Durchhaltefähigkeit, Selbstbe
haup
tungs
fähigkeit sowie die Gruppen- und Kontaktfähigkeit zu Dritten. Nur noch leicht eingeschränkt sei die Beschwerdeführerin in der Planung und Struk
tu
rierung von Aufga
ben, in den Spontana
ktivitäten sowie in Auffassung und Konzentration.
Nur mit Mühe könne
die Beschwerdeführerin
ihre 40%ige
Arbeits
leis
tung aufrechter
halten.
Zurzeit schaffe sie es nicht vor 11 Uhr die Arbeit anzu
treten, da sie unter starkem Mor
gen
tief leide. Sie habe es in den letzten Monaten jedoch geschafft, ihre Arbeits
fähigkeit aufrechtzuerhalten, dies auch deshalb, weil sie an ihrer Arbeits
stelle in
haltlich nicht sehr gefordert werde. Die Prognose sei schwierig einzu
schätzen.
Die behandelnde
Psychiaterin und
Psycho
therapeutin
nannten folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeits
fähigkeit:
-
Rezidivierende depressive Störung, zurzeit leicht- bis mittelgradig (ICD-10
: F33.1) mit phobischen Zügen
-
Chronifizierte posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1)
-
Panikattacken und Agoraphobie (ICD-10: F40.01)
-
Differenzialdiagnostisch kombinierte Persönlichkeitsstörung mit vor
wie
gend narzisstisch-abhängigen und ängstlich vermeidenden Anteilen (ICD-10: F61.0).
4.3
Die RAD-Ärztin
Dr.
H._
hielt fest, im Rahmen der Rentenrevision sei auf
gefallen, dass die Beschwerdeführerin von September bis November 2015 und von Februar bis Juni 2017 einen höheren Verdienst als in ihrem Arbeitsvertrag festgelegt, erzielt habe.
Eine erneute Dekompensation des gesundheitlichen Zu
standes sei, trotz der zweimaligen monatelangen zusätzlichen Arbeit, nicht ein
ge
treten. Es sei daher von einer Stabilisierung und leichten Besserung des Ge
sund
heitszustandes bei gleichbleibenden Diagnosen und kontinuierlicher ambu
lanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Therapie auszugehen.
Die Ver
schlech
terung des Gesundheitszustandes, wie von Dr.
G._
und lic. phil.
F._
fest
gehalten, sei auf private Ereignisse zurückzuführen.
Dr.
H._
kon
statierte weiter, angesichts der Verbesserung des Gesundheitszustand
e
s sei auch dauerhaft ein h
öheres Pensum möglich. Es werde
ein Aufbau auf ein 60%-Pensum für den vorhandenen Arbeitsplatz empfohlen, gegebenenfalls mit beglei
ten
dem
Jobcoach
(vgl.
Urk.
7/178).
4.4
Im Rahmen des
Einwandverfahrens
reichte die Beschwerdeführerin die Stellung
nahme ihrer behandelnden Psychiaterin und Psychotherapeutin
vom 29.
April
2019 zu den Akten (vgl.
Urk.
7/187/9ff.).
Diese hielten fest, der Gesund
heits
zu
stand der Beschwerdeführerin habe sich seit dem Klinikaufenthalt in
C._
nicht stabilisieren können. Allgemein habe sich ihre Symptomatik verschlechtert, ihre depressiven Einschränkungen seien von leichtgradig z
u mittelgradig ge
stiegen und
ihre sozialen Ängste (und damit ihre soziale Isolation)
hätten
zuge
nommen.
Sie sei wenig belastbar, schnell erschöpft und überfordert. Zudem sei ihr formales Denken oft eingeschränkt, fokussiert auf ihre Ängste und Situation, was auch ihre Konzentration beeinträchtige. Sie verliere sich sehr schnell in Aufgaben, aus Angst sie zu wenig gut zu machen. Deshalb benötige sie oft sehr viel mehr Zeit. Die Bereitschaft der Beschwerdeführerin
,
in den Jahren 2015 und 2017 mehr zu arbeiten
,
habe in keiner Weise mit einer höheren Arbeitsfähigkeit zu tun. Sie sei vielmehr im Zusammenhang mit ihrer Sympto
matik zu sehen: Zum einen, ihre Unfähigkeit «Nein» zu sagen, aufgrund ihrer ängstlich-vermeidenden und narzisstisch-abhängigen Persönlichkeits
störung und damit verbunden ihre panische Angst
,
mit einem «Nein» das Wohlwollen ihres Arbeitgebers und der Arbeitskollegin zu verlieren. Zum anderen ihre Angst, ihre Stelle zu verlieren, wenn sie diesem Wunsch - in einer für sie so empfundenen Notsituation des Arbeit
gebers - nicht nach
kommen würde. Ihre Mehrarbeit hab
e sie beide Male an den Rand einer Klinikeinweisung gebracht und zu einer intensivierten psycho
therapeutischen Betreuung geführt.
Beide
Pensen
er
hö
hung
en
seien gesund
heits
schädigend gewesen.
Eine Mehrbelastung führe bei der Beschwerde
führerin immer zu einer eindeutigen Verschlechterung ihres Gesund
heitszustand
e
s und ihrer Symptomatik und gefährde somit ihre bestehende Ar
beits
fähigkeit
. Dr.
G._
und lic. phil.
F._
hiel
ten
fest
, mit ihrer psy
chiatrischen Er
krank
ung sei die Beschwerdeführerin in keiner Weise in der Lage, mehr als 40
% zu arbeiten.
5.
Es steht aufgrund der Akten fest, dass insbesondere eine rezidivierende depressive Störung mit so
matischem Syndrom (ICD-10: F33.
0
1
), eine chroni
fi
zierte post
trau
matische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), eine Agora
phobie mit Panik
störung (ICD-10: F40.01) sowie akzentuierte Persön
lich
keitszüge (ICD-10: Z73.1) mit vor
wiegend narzisstisch-abhängigen und ängst
lich-vermeidenden Anteilen zur
Be
gründung (Ver
fü
gung vom
5.
Februar
2013
,
Urk.
7/126
) und
Be
stätigung des An
spruchs auf eine Dreiviertelrente (
Mitteilung
vom
4.
Februar 2015, Urk. 7/141) führten (vgl. vor
stehend E. 3.1). In diagnostischer Hinsicht hat sich der Gesund
heitszustand der Be
schwerdeführerin daher nicht wesentlich ver
ändert
(vgl. E. 4.2 hiervor)
. Soweit aber
die Ärzte
der
C._
im Januar 2012
Gefühle von Erschöpfung und Überforderung, Orientierungs-, Perspektiv- und Hilflosigkeit sowie Verzweiflung und Versagensängste
festhielten (vgl. E: 3.1) und
Dr.
E._
im Rahmen seiner Ein
schätzung im Januar 2015 eine schwere Beeinträch
ti
gung der Durchhalte- und Selbstbehauptungsfähigkeit
, der Belast
barkeit
sowie der Spontanaktivitäten und eine mittlere Ein
schränkung der Auf
fassung, Konzen
tration und Merkfähigkeit sowie in der Planung und Struktu
rierung von Auf
ga
ben festhielt (vgl. E. 3.3)
,
verzeichnete Dr.
G._
im Juli 2017
eine Besserung der funktionellen Ein
schränkungen. So schätzte sie nur noch die Belastbar
keits
minderung als schwer ein und beurteilte die
Durchhalte- und Selbstbehaup
tungs
fähigkeit
als mittel
schwer beeinträchtigt. Die Auffassung und Konzentration, Spon
tan
akti
vi
täten und die Planung und Strukturierung von Aufgaben bewertete sie lediglich noch leicht eingeschränkt (vgl. E. 4.2).
Eine Veränderung der gesund
heitlichen Ver
hältnisse liegt rechtsprechungs
gemäss auch bei gleich gebliebenen Diagnosen vor, wenn sich ein Leiden in seiner In
tensität und in seinen Aus
wir
kun
gen auf die Arbeitsf
ähigkeit verändert hat (vgl. E.
1.3; Urteil des Bundes
gerichts 8C_7
47/2011 E. 4.2.2 mit Hinweisen)
.
Die Tat
sache, dass die Beschwerde
führerin
in der Lage war,
zweimal während mehrerer Monate
(September bis November 2015 und Februar bis Juni 2017) ihr Pensum von 40 % auf 60
%
zu
steigern, bestätigt die
von
Dr.
G._
festgehaltene
Be
fund
bes
serung
und spricht
grundsätzlich
für eine
revisionsrechtlich relevante
Verbesserung des Gesund
heits
zustandes der Be
schwerdeführerin.
Unklar bleibt indes das Ausmass der Verbesserung der Leistungs- und Arbeitsfähigkeit.
Entgegen der Einschätzung der behandelnden Psychiaterin und Psychotherapeutin, die eine längerfristige
Pen
sumerhöhung
als nicht zumutbar erachteten (vgl. E. 4.2 und E. 4.4),
attestierte RAD-Ärztin Dr.
H._
unter Hinweis auf eine aktuelle Verschlechterung des Gesundheits
zustandes infolge privater Ereignisse eine 60%ige Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 4.3).
Inwieweit für die vorhandenen Einschränkungen
primär
die
Verän
derungen im privaten Leben der Beschwerdeführerin (Trennung, Umzug, fami
li
äre
Konflikte) ursächlich wären
, lässt sich dem Arztbericht von
Dr.
G._
und lic. phil.
F._
nicht entnehmen.
Jedenfalls
lässt sich die unverändert attestierte Ar
beits
fähigkeit von 40
%
bei objektiv verbesserter Befundlage nicht nach
voll
zie
hen, zumal
zeitgleich
von schwierigen sozialen Umständen berichtet wurde. In
des beruht die Stellungnahme der RAD-Ärztin auf keiner persönlichen Unter
suchung und konnte sich diese einzig auf den
nicht schlüssigen
Bericht von Dr.
G._
und lic. phil.
F._
abstützen. Soweit Anhaltspunkte für
eine
in
validenver
siche
rungsrechtlich beachtliche
Verbesserung
vor
liegen
,
eine abschliessende Beurtei
lung indes nicht möglich ist, sind
weitere Sachverhaltsabklärungen
angezeigt. Dies umso mehr,
als eine g
utachterliche Abklärung noch nie durchgeführt wurde.
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung
an die Vorinstanz zurückweisen,
insbesondere
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache einge
treten oder der Sachverhalt ungenügen
d festgestellt wurde (§ 26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer).
Die Sache ist daher unter Aufhebung der angefochtenen Ver
fü
gung vom 2
8.
August 2019 an die Beschwerde
gegnerin zurückzu
weisen zur umfassenden,
rechtsgenüglichen
medi
zinischen Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Gestützt auf diese Abklärungen wird sie in Berück
sichtigung des gesundheitlichen Verlaufs er
neut über den Rentenanspruch der
Beschwerdeführer
in
zu entscheiden haben.
Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
6.
6.1
D
a es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Diese ist gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG in Ver
bin
dung mit § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
unter Berücksichtigung der Bedeutung der
Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
auf Fr. 2'
2
00
.
--
(inkl. Baraus
lagen und MWSt) festzusetzen.