Decision ID: d839ee47-9223-4eb3-a876-2c5766ef4efe
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1976 geborene und als kaufmännische Angestellte vollzeitlich erwerbstätig gewesene
X._
meldete sich am 3. Dezember 2012 bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, unter Hinweis auf seit Au
gust 2012 bestehende Depressionen und
ein
Burnout zur Früherfassung an (Urk. 8/1). Am 7. Januar 2013 folgte die Anmeldung zum Leistungsbezug (Urk. 8/4). Daraufhin tätigte die IV
Stelle Abklärungen in erwerblicher und me
dizinischer Hinsicht. Insbesondere beauftragte sie die MEDAS
Z._
in
A._
mit einer polydisziplinären Begutach
tung.
Nach Eingang
de
s
Gutachten
s
vom 12. Mai 2014 (Urk. 8/44/2-26) führte sie das
Vorbescheidverfahren
durch (Urk. 8/48 ff.) und wies mit Verfügung vom 21. Oktober 2014 das Leistungsbegehren ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 17. November 2014 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren um Zusprechung einer Invalidenrente. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung
(Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 30. Dezember 2014 schloss die Verwaltung auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 7), worüber die Beschwerdeführerin mit ihr die unentgeltliche Prozessführung gewährender Verfügung vom 30. März 2015 ori
entiert wurde (Urk. 14).
Am 13. Oktober 2015 (
Urk.
17) reichte die Beschwerde
führerin einen Arztbericht nach (
Urk.
16).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
Die Beschwerdegegnerin begründet die
Verneinung des Anspruchs auf eine Invali
denrente
damit, dass die arbeitsunfähigkeitsauslösende Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion in der Regel nicht geeig
net sei,
zu
eine
r
Invalidität zu
führen
, denn ihr fehle der Charakter der Dauer
haftigkeit. Vom 8. August 2012 bis 31. Juli 2013 habe eine vorübergehende volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seither sei es der Beschwerdeführerin mög
lich, ihre angestammte und jede andere angepasste Tätigkeit im Umfang von 90 % einer Vollzeitstelle auszuüben, weshalb keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vorliege.
Das beweiskräftige
Z._
-Gutachten werde durch die Berichte der behandelnden Fachleute nicht in Zweifel gezogen (
Urk.
2 S. 2 f.,
Urk.
7).
Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass sie seit August 2013 nicht zu 100 % sondern gemäss den Angaben der sie behan
delnden und unterstützenden Ärzte und Fachleute lediglich zu 20 % arbeitsfä
hig sei. Wegen Ängsten und Antriebslosigkeit sei sie zeitweise nicht in der Lage, die Wohnung zu verlassen. Die psychosozialen Umstände seien nicht die pri
märe Ursache für eine lediglich vorübergehende Anpassungsstörung, sondern der Auslöser für die Manifestierung einer vorbestandenen psychischen Erkran
kung, welche auch unabhängig von den psychosozialen Faktoren weiter bestehe (Urk. 1 S. 2 f.).
3.
3.1
Vom 2. Januar bis 27. Februar 2007 war die Beschwerdeführerin im Spital
B._
hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 9. März 2007 (Urk. 8/23/1-3) wurden folgende Diagnosen gestellt:
Bridenileus
mit/bei
-
Postoperativ ARDS bei abdominaler Sepsis und subfaszialem Abszess am 16.01.2007
-
Platzbauch bei eitriger Peritonitis bei multiplen Dünndarmfisteln, Dünndarm
schlingenabszessen und Douglasabszess am 13.01.2007
-
Status nach komplizierter offener Appendektomie und postoperativem Ileus mit Laparotomie 1985
Die Beschwerdeführerin sei mit krampfartigen Oberbauchschmerzen vom Not
arzt zugewiesen worden. Die Beschwerden hätten auf einen
Briden-Dünn
darmileus
zurückgeführt werden können, weshalb die notfallmässige Interven
tion erfolgt sei. Nachdem klinisch und labormässig initial ein positiver Verlauf zu verzeichnen gewesen sei, sei es nach zehn Tagen im Bereich der mittleren
Laparotomiewunde
zur spontanen
Dehiszenz
mit Entleerung
putriden
Sekrets
gekommen
, womit die Indikation zur Wundrevision habe gestellt werden müs
sen. Postoperativ sei die Beschwerdeführerin auf die Intensivstation aufgenom
men worden. Nach Spülung eines persistierend subfaszialen Abszesses und VAC-Wechsel am 16. Januar 2007 sei es zur respiratorischen Dekompensation im Rahmen eines ARDS bei abdominaler Sepsis gekommen. Die Beschwerde
führerin habe
postinterventionell
reintubiert
und erneut auf die Intensivstation aufgenommen werden müssen. Erst am 8. Tag habe sie schliesslich nach protra
hiertem
Weaning
-Verlauf
extubiert
werden können. Bis zum 28. Januar 2007 habe sich der Zustand genügend verbessert, um eine Verlegung auf die Nor
malstation zu erlauben.
Nebenbefundlich
klage die Beschwerdeführerin nach
Extubation
über eine beidsei
tige Hypakusis und eine eingeschränkte Zungenmotilität, welche im Verlauf spontan
regredient
gewesen seien. Bei der neurologischen Untersuchung durch Prof. Dr. med.
C._
, Facharzt für Neurologie, habe kein somatisches Korrelat mehr dokumentiert werden können.
3.2
Seit 13. August 201
2
steht die Beschwerdeführerin bei Dr. med.
D._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
lic
. phil.
E._
, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, in Behandlung. Am 11. März 2013 berichteten diese dem Krankentaggeldversicherer, dass eine Lohnpfändung i
m
Zusammenhang mit
der
Bauchopera
tion fünf Jahre zuvor bei der
am Arbeitsplatz unglücklichen Beschwerdef
ührerin
eine depressive Reaktion sowie eine Angsterkrankung aus
gelöst habe.
Zum Zeitpunkt der Zuweisung habe die Beschwerdeführerin unter
starker innerer Unruhe, Gefühlen von Wertlosigkei
t, Schlafstörungen, Ra
tlosig
keit und zeitweise unkontrollierter Aggressivität gelitten. Sie habe sich aus allen ausser ihren nächsten Kontakten zurückgezogen. Es bedeute für sie eine Ent
lastung, nicht mehr an
die
inzwischen von der Arbeitgeberin gekündigte
Stelle
zurückkehren zu müssen.
Zur Unterstützung mit Bezug auf die finanzielle Belastung sei eine Beistandschaft errichtet worden. Im Verlauf der Behandlung hätten sich die Symptome teilweise verbessert. Der Zustand sei allerdings für einen raschen Wiedereinstieg in die berufliche Tätigkeit noch in keiner Weise ausreichend stabil. Aus aktueller Sicht könne mit Unterstützung der Invaliden
versicherung im Verlauf des nächsten halben Jahres mit einer Wiederaufnahme der Berufstätigkeit gerechnet werden. Ob eine Arbeitsfähigkeit von 100 % wie
der möglich sein werde, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschät
zen (Urk. 8/14/11-13).
3.3
Im Bericht vom 14. März 2013 (Urk. 8/14/1-10) nannte die Psychologin
lic
. phil.
E._
folgende Diagnosen:
-
Mittelgradige depressive Episode, seit August 2012, verdeckt vermutlich schon länger (ICD-10 F32.1)
-
Panikstörung seit August 2012 (ICD-10 F41.0)
Im Übrigen wiederholte sie die im früheren Bericht gemachten Angaben.
3.4
Am 13. Mai 2013 berichteten Dr.
D._
und
lic
. phil.
E._
dem
Krankentag
geldversicherer
, dass
sich
die Symptome der Beschwerdeführerin im Verlauf der letzten beiden Monate wieder verschlechtert hätten. Sie leide wieder vermehrt und mehrmals täglich unter Panikattacken. Auch die depressiven Symptome hätten zugenommen. Da der Heilungsprozess bisher langsamer als erwartet verlaufen und aktuell von Rückschlägen begleitet sei, sei es gut möglich, dass sich der Wiedereinstieg ins Berufsleben noch länger als
um den
bisher vermu
tete
n
Zeitraum von sechs Monaten verzögern werde
(
Urk.
8/22/5-6)
.
3.5
Im
Verlaufsbericht
vom 25. Juli 2013 (Urk. 8/19) verneinten Dr.
D._
und
lic
. phil.
E._
eine
Verä
nderung. Zeiten, in denen Antrieb und Lebensfreude i
m
Vordergrund stünden, nähmen zu. Seit Juli 2013 sei die Be
sch
werdeführerin nur noch zu 80 % krankgeschrieben und zu 20 % beim Regionalen
Arbeitsver
mittlungszentrum
als vermittelbar angemeldet.
3.6
Seit September 2013 wird die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsintegration vom
F._
unterstützt. Laut Abklärungsbericht vom 5. Dezember 2013 (Urk. 8/29) gab die Beschwerdeführerin an, in letzter Zeit viele ihrer Freundschaften verloren zu haben. Kontakte pflege sie eher über Face
book und E-Mail, da einige Bekannte nicht in der Nähe wohnten. Früher habe sie mit der
Videokamera an Heavy
Metal
-Konzerten Interviews geführt und versucht, die Menschen in dieser Szene darzustellen. Sie schreibe sehr gerne, interessiere sich für Geschichte und philosophische Fragen und führe ei
n
en
Blog. Mit einem als Journalisten tätigen Kollegen plane sie, ein Buch über ihr Leben zu schreiben.
3.7
Dem
F._
-Abklärungsbericht vom 12. Mai 2014 (Urk. 8/42) lässt sich entnehmen, dass keine grossen Schulden mehr vorhanden s
ind
, weil das Spital auf die Zah
lung
durch die Beschwerdeführerin
verzichtet habe. Die
se
müsse
jedoch
weiter
hin aufs Geld achten und werde nach wie vor durch ihre
Beiständin
in finanzi
ellen Angelegenheiten unterstützt.
Ausserdem habe
die Beschwerdeführerin an
gegeben
, die bisherigen Untersuchungen in der MEDAS seien für sie sehr an
strengend gewesen.
3.8
Im MEDAS-Gutachten vom 12. Mai 2014 (Urk. 8/44/2-26) wurden folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (S. 22):
1.
Rezidivierende
Abdominalbeschwerden
bei Status nach komplizierter offener Ap
pendektomie und postoperativem Ileus mit Laparotomie 1985,
Laparatomie
bei
Bridenileus
am 2.1.2007
-
postoperativ ARDS bei abdominaler Sepsis und subfaszialem Abszess am 16.01.2007
-
Platzbauch bei eitriger Peritonitis bei multiplen Dünndarmfisteln, Dünndarm
schlingenabszessen und Douglasabszess am 13.01.2007
-
rez
. Revisionsoperationen
2.
Schallempfindungsschwerhörigkeit beidseits, links akzentuiert (ICD-10 H90.3)
3.
Tinnitus links (ICD-10 H93.1)
-
aktuell kompensiert
Kein
en
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit massen die Gutachter folgenden weite
ren Diagnosen bei:
1.
St.n
. Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21)
2.
Angststörung (ICD-10 F41.9)
3.
Kopfschmerzen vom Spannungstyp (ICD-10 G44.2)
4.
Sensibilitätsstörung im Bereich des linken lateralen Oberschenkels, vereinbar mit einer Läsion des
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
(
Meralgia
paraesth
e
tica
; ICD-10 G57.1)
5.
Chronischer
Nikotinabusus
, zirka 30-40
py
(ICD-10 F17.1)
6.
Anamnestisch Glutamat- und
Acetylsalicylsäureallergie
Aus rein allgemein-internistischer Sicht habe keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden können (S. 5).
Laut dem psychiatrischen Teilgutachten habe die Beschwerdeführerin angege
ben, dass es ihr besser gehe als 1 1⁄2 Jahre zuvor, als sie ein Burnout erlitten habe. Im August 2012 habe sie eine Lohnp
fändung
erhalten. Sie sei 2007 länger stationär behandelt worden und nicht krankenversicher
t gewesen.
Zusätzlich
habe sie Steuerschulden.
B
ereits während der Pubertät
habe sie
unter einer Anorexie gelitten. Sie habe damals Mühe gehabt, ihren Körper zu akzeptieren, und sei auch durch wiederholte Missbräuche belastet gewesen (S. 9). Seit 20 Jahren leide sie morgens immer wieder unter Ängsten, die teilweise mit Herz
klopfen und Schweissausbrüchen verbunden seien. Trotz der Angstzustände sei sie immer in der Lage gewesen, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Die morgendlichen Angstzustände hätten sie zwar bei der beruflichen Tätigkeit ein
geschränkt, seien vom Arbeitge
ber jedoch kaum bemerkt worden. Daraus schloss der Gutachter, dass es
sich um eher
geringgradig
ausgeprägte Angstzu
stände
gehandelt habe, weshalb
eine generalisierte Angststörung oder eine
Pa
nikstörung
nicht diagnostiziert werden
könne
. Die beruflichen und finanziellen Schwierigkeiten hätten im August 2012 zu einer depressiven Reaktion geführt. Die Beschwerdeführerin habe unter Schlaf- und Antriebsstörungen gelitten. Sie habe häufig weinen müssen und sei nicht in der Lage gewesen, die berufliche Tätigkeit fortzusetzen. Innert weniger Monate habe sich das depressive
Zu
standsbild
zurückgebildet. Seit Juni 2013 sei die Beschwerdeführerin zu 20 % arbeitsfähig geschrieben und werde von der Arbeitslosenkasse unterstützt. Sie könne sich eine weitere Tätigkeit im Bürobereich nicht mehr vorstellen und möchte lieber einer sozialen Tätigkeit nachgehen. Sie lebe alleine und habe keine feste Beziehung. Sie führe den Haushalt selbständig, besuche regelmässig ihre Therapien und Abklärungen. Sie pflege einen grossen Bekannten- und Freundeskreis und treffe sich regelmässig mit den Bekannten. Sie gehe mit ihnen etwas trinken und mache Ausflüge. Regelmässig besuche sie mit ihnen auch Konzerte. Gelegentlich werde sie von einem ihrer Bekannten auch zu Hause besucht. Mit ihrer Mutter telefoniere sie praktisch täglich. Der Kontakt zu den Geschwistern sei eher spärlich. Bei der psychiatrischen Untersuchung sei die Beschwerdeführerin nicht depressiv gewesen. Sie habe schnell und viel gespro
chen sowie eine lebhafte Mimik und Gestik gezeigt. Es sei aufgefallen, dass die Beschwerdeführerin dazu neige, die Umgebung für ihre Schwierigkeiten ver
antwortlich zu machen.
So habe sie nicht gewusst, dass in der Schweiz die Steuern nachträglich bezahlt würden.
Die depressive Anpassungsstörung, die durch die beruflichen Schwierigkeiten und die finanziellen
Probleme verursacht worden sei
, habe sich zurückgebildet. Zurzeit leide die Beschwerdeführerin un
ter einer leicht erhöhten Ermüdbarkeit. Eine eigentliche depressive Störung könne nicht mehr diagnostiziert werden (S. 10).
Anlässlich der neurologischen Untersuchung habe die Beschwerdeführerin ange
geben, ein Gedankenkreisen zu haben, welches zu frontalbetonten Kopf
schmerzen von drückendem Charakter und zu Konzentrationsstörungen führen könne. Ebenfalls habe sie über ein Taubheitsgefühl im Bereich des linken late
ralen Oberschenkels berichtet. Nach Einschätzung des neurologischen Konsili
ararztes könnten die Kopfschmerzen vom Spannungstyp sowie die
Sensibili
tätsstörung
im Versorgungsgebiet des
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
links keine Arbeitsunfähigkeit begründen (S. 14).
Im neuropsychologischen Testprofil liessen sich keine kognitiven
Beein
-
trächtigun
gen
erfassen. Die Beschwerdeführerin zeige in sämtlichen ge
prüften Verfahren durchschnittliche oder überdurchschnittliche Resultate (S. 17).
Der
gastroenterologische
Gutachter führte aus, nach komplizierten mehrfachen Baucheingriffen wegen
Bridenileus
und mehrfacher Dünndarmperforation mit Dünndarmresektion und
Adhäsiolysen
persistierten Beschwerden, die durchaus auch auf Störungen der Motilität respektive Adhäsionen zurückgeführt werden könnten. Es bestünden aber keine Hinweise auf eine Obstruktion und die Symptomatik sei insgesamt unspezifisch. Die von der Beschwerdeführerin ge
schilderte mehrfach notwendige Darmentleerung morgens würde zusammen mit der Symptomatik auch zu einem Reizdarmsyndrom passen, welches hier als zusätzlicher Faktor nicht ausgeschlossen werden könne. Formal lasse sich die Diagnose aber bei mehrfach operiertem Bauch so nicht stellen. Hinweise für
Le
bensmittelintoleranzen
bestünden keine (S. 18).
Aus
otorhinolaryngologischer
Sicht könne aktuell eine linksakzentuierte
Schall
empfindungsschwerhörigkeit
beidseits objektiviert werden. Im Rahmen dieser Hörschwellen bestünden auditive Schwierigkeiten bei Gesprächen mit mehreren Personen, unter gesteigertem Umgebungsgeräuschpegel sowie eine Einschrän
kung des Richtungshörens. Der linksseitige Tinnitus mit intermittierender Ak
zentuierung und Begleitsymptomatik im Sinne von Konzentrationsstörungen könne im Rahmen des subjektiven Empfindens noch als kompensiert bezeichnet werden. Weiter zeigten sich unauffällige Befunde mit fehlenden pathologischen
Nystagmen
, so dass von einer unauffälligen peripheren
vestibulären
Funktion ausgegangen werden könne (S. 20 f.).
Im Rahmen der interdisziplinär
en
konsensualen
Gesamtbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin aus
gastroenterologischer
Sicht keine schweren Lasten heben sollte. Wegen
des
beschwerdebedingt
er
höhten Pausenbedarfs
sei sie in ihrer allgemeinen Leistungsfähigkeit auch bei leichteren Arbeiten mit Wechselbelastung um 10 % eingeschränkt. Auditiv qualifi
zierende Tätigkeiten, welche eine normale auditive Kapazität oder ein intaktes Richtungshören voraussetzten, seien für die Beschwerdeführerin nicht
geeignet. Des Weiteren sollten Tätigkeiten unter erhöhtem
Störlärm
gemieden werden. Aus allgemeininternistischer, neurologischer, neuropsychologischer und psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die de
pressive Anpassungsstörung sei remittiert. Die
seit 20 Jahren bestehe
nde
Angststörung
sei
geringgradig
ausgeprägt. Trotz der morgendlichen Ängste sei die Beschwerdeführerin immer in der Lage gewesen, einer geregelten berufli
chen Tätigkeit nachzugehen. Insgesamt könne aus polydisziplinärer Sicht eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 90 % für körperlich leichte, geeignete Tä
tigkeiten festgestellt werden. Das Pensum könne vollschichtig mit leicht erhöh
tem Pausenbedarf umgesetzt werden (S. 23).
Aufgrund der anamnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vorlie
genden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten gingen die Gutachter davon aus, dass eine Arbeitsfähigkeit im oben erwähnten Rahmen seit August 2013 angenommen werden könne (S. 23). Vom August 2012 bis Juli 2013 habe aus psychiatrischer Sicht eine befristete Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestanden (S. 24).
3.9
Im Bericht vom 28. August 2014 (Urk. 8/52/4-6) stellten der Psychiater Dr.
D._
und die Psychotherapeutin
lic
. phil.
E._
folgende Diagnosen:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode ohne psy
chotische Symptome (ICD-10 F33.1)
-
Panikstörung (ICD-10 41.0)
-
Soziale Phobie (ICD-10 40.1)
-
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.0)
-
Ereignisse in der Kindheit, die den Verlust des Selbstwertgefühls zur Folge hat
ten (ICD-10 Z61.3)
-
Probleme bei sexuellem Missbrauch in der Kindheit durch Personen ausserhalb der engen Familie (ICD-10 Z61.5)
Weiter führten sie aus, an ihrem letzten Arbeitsplatz habe die Beschwerdeführe
rin unter einem Betriebsklima gelitten, das sie als unmenschlich und respektlos erlebt habe. Der belastende Abschluss habe bei ihr eine hohe Selbstunsicherheit im beruflichen Bereich bewirkt, die bis heute anhalte. Daneben habe sie unter den Folgen einer fünf Jahre zuvor erfolgten Operation gelitten. Der ganze Spi
talaufenthalt sei als traumatisch erlebt worden. Die Beschwerdeführerin könne als Folge keine Kinder haben und ihr Bauch sei stark vernarbt. Dies
habe
die depressiven Symptome verstärkt und eine hohe Selbstunsicherheit als Frau be
wirkt. Die Beschwerdeführerin sei zum Zeitpunkt der Operation nicht kranken
versichert gewesen und habe die Spitalkosten selber tragen müssen. Dies habe zum Zeitpunkt der Krankschreibung eine Lohnpfändung zur Folge gehabt, was für die Beschwerdeführerin eine hohe Belastung bedeutet habe.
Die in ihrer Lebensgeschichte fehlende Unterstützung durch eine stabile Familie habe sich bei der Beschwerdeführerin in sehr hohen Ansprüchen an die eigene Leistung ausgewirkt, verbunden mit grossen Ängsten, jenen aus Sicht anderer Menschen nicht zu genügen. In diesem Zusammenhang seien auch ihre sozialen Phobien zu verstehen. Im Sommer 2012 sei
die
Belastungsgrenze erreicht wor
den. Die Beschwerdeführerin habe eine massive Erschöpfung erlebt, in der sich eine bisher latent vorliegende depressive Erkrankung immer deutlicher manifes
tiert habe. Ebenfalls seien soziale Ängste und Panikattacken offensichtlich ge
worden, die sich zuvor nicht in dieser Intensität und Einschränkung gezeigt hätten. Die Panikattacken, die vorwiegend vormittags und unvorhersehbar auf
träten, hätten zur Folge, dass es der Beschwerdeführerin bisher schwer möglich gewesen sei, am Vormittag Termine verlässlich wahrnehmen zu können. Auch die mit der depressiven Erkrankung verbundene Instabilität der Stimmung und des Antriebs führten zeitweise dazu, dass sich die Beschwerdeführerin in ihre Wohnung zurückziehe und es ihr sehr schwer möglich sei, sie zu verlassen. Längerfristig sei bei gutem Verlauf mit grosser Wahrscheinlichkeit eine erhöhte Arbeitsfähigkeit wieder möglich. Es sei der Beschwerdeführerin ein Anliegen, wieder in den Arbeitsprozess einzusteigen.
3.10
Im Bericht vom 6. Oktober 2014 (Urk. 8/52/1-3) wiederholten Dr.
D._
und
lic
. phil.
E._
im Wesentlichen
ihre früheren
Angaben und gaben an, die an
fänglich von ihnen gestellte und von den MEDAS-Gutachtern übernommene Diagnose
(
Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion
)
habe revidiert wer
den müssen.
3.11
G._
, Dipl. Pflegefachmann HF, betreut die Beschwerdeführerin seit dem 8. November 2013 im Rahmen der psychiatrischen Spitex. Am 17. November 2014 berichtete er,
dass er
die Beschwerdeführerin wöchentlich in ihrer Wohnung besuche und zu fast allen externen Terminen begleite. Ausser
dem nehme die Beschwerdeführerin bei akuten Krisen mit ihm Kontakt auf. Nach seinen Beobachtungen sei die Antriebslosigkeit im Alltag noch stark aus
geprägt. Die Beschwerdeführerin könne anstehende Aufgaben nur verspätet oder teilweise nicht umsetzen. Nach Terminen/Aufgaben fühle sie si
ch
oft für Tage erschöpft. Beim Erstellen eines Wochenplanes mit mehreren Terminen fühle sie sich rasch überfordert oder äussere ein starkes Insuffizienzgefühl. Bei Terminen am Morgen vor 10.00 Uhr wirke sie stark müde und könne einem Gespräch nur schwer folgen. Die Ängste und die Antriebslosigkeit erschwerten das Verlassen der eigenen Wohnung erheblich. Die Beschwerdeführerin kom
pensiere dies im Moment meist, indem sie zu jedem Termin eine Begleitperson mitnehme. Die
hohe soziale Kompetenz und der grosse Kollegenkreis ermög
lichten ihr dies (Urk. 3/3).
4.
4.1
Das MEDAS-Gutachten vom 12. Mai 2014 (Urk. 8/44/2-26) erfüllt sämtliche von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen
(vgl. E. 1.5)
. Es beruht auf umfassenden Untersuchungen in sämtlichen vorliegend relevanten medizini
schen Fachrichtungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten und Auftreten der Beschwerdeführerin
ausei
n
-
ander
, was vor allem mit Bezug auf das psychische Leiden von Bedeutung ist. Weiter kannten die Gutachter die
Vorakten
und setzten sich damit auseinander. Ihre Schlussfolgeru
ngen leuchten ein und lassen sich
prüfend nachvollziehen (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
4.2
Einerseits liegt es in der Natur der Sache, dass einer
Arbeitsfähigkeitseinschät
zung
notwendigerweise ein erheblicher Beurteilungs- und Ermessensspielraum inhärent ist. Andererseits ist es wegen der unterschiedlichen Natur von
Be
handlungsauftrag
des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes und
Begutachtungs
auftrag
des amtlich bestellten medizinischen Experten
rechtsprechungsgemäss
nicht geboten, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stel
len und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderen Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine klärende Ergänzung des medizinischen Dossiers oder direkt eine ab
weichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige, nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Bundesgerichtsurteil 9C_252/2012 vom 7. September 2012 E. 8.4). Solches liegt hier
aber gerade
nicht vor, berücksichtigten
die
MEDAS-Gutachter doch sämtli
che von
der
Beschwerdeführer
in
anlässlich der Untersuchungen geklagten Be
schwerden sowie die von den behandelnden Ärzten erhobenen Befunde.
Weiter
nehmen Dr.
D._
und
lic
. phil.
E._
nicht da
zu
Stellung, weshalb es der Beschwerdeführerin nicht möglich sein sollte, auf die weiterhin vorhande
nen vielen Ressourcen und Interessen – wie bereits in der Vergangenheit er
folgt
wieder zurückzugreifen, um trotz ihren Ängsten und der depressiven Symptomatik einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Den Angaben der Beschwer
deführerin lässt sich nämlich entnehmen, dass sie dank ihrer hohen sozialen Kompetenz einen grossen Kollegenkreis hat, der sie unterstützt und mit dem sie sich regelmässig trifft (Bericht von
G._
vom 17. November 2014, Urk. 3/3;
MEDAS-Gutachten vom 12. Mai 2014, Urk. 8/44/2-26 S. 10). Auch interessiert sie sich für Heavy
Metal
-Musik sowie für Geschichte und philoso
phische Fragen, worüber sie ein
en
Blog schreib
t
(
F._
-Abklärungsbericht vom 5. Dezember 2013, Urk. 8/29 S. 4). Im Rahmen einer freiwilligen Tätigkeit orga
nisiert sie Gottesdienste und Kindernachmittage in
de
r
H._
Kirche (MEDAS-Gutachten vom 12. Mai 2014, Urk. 8/44/2-26 S. 9;
F._
-
Abklärungsbe
richt
vom 5.
Dezember 2013, Urk. 8/29 S. 4), weshalb anzunehmen ist, dass der von Dr.
D._
und
lic
. phil.
E._
angegebene soziale Rückzug (Bericht vom 11. März 2013, Urk. 8/14/11-13 S. 1) lediglich von kurzer Dauer war.
Schliesslich
erlebt
die Beschwerdeführerin
die Tätigkeit ihrer
Beiständin
in finanzi
ellen Angelegenheiten als Unterstützung. Diese konnte mit dem Spital
B._
einen Forderungsverzicht aushandeln, weshalb nun trotz weiterhin enger finanzieller Lage keine grossen Schulden mehr vorhanden sind (
F._
-
Ab
klärungsbericht
vom 3. April 2014, Urk. 8/42 S. 2). Das Wegfallen
der finanzi
ellen Last, welche
u.a.
die psychische Dekompensation
ausgelöst hatte,
dürfte sich auf die Zumutbarkeit der Aktivierung der vorhandenen Ressourcen
zum Zweck der
Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt
an einer neuen Stelle
posi
tiv auswirken.
4.3
Die Attestierung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ab August 2013 im MEDAS-Gutachten vom 15. Mai 2014 gründet auf der von Dr.
D._
und
lic
. phil.
E._
festgestellten – allerdings als leicht taxierten – Besserung (Bericht vom 25. Juli 2013, Urk. 8/19). Selbst die Beschwerdeführerin sprach anlässlich der psychiatrischen Untersuchung am 24. März 2014 von einer Besserung im Ver
gleich zum Zustand 1 1⁄2 Jahre zuvor (MEDAS-
G
utachten vom 12. Mai 2014, Urk. 8/44/2-26 S. 6). Dass der behandelnde Psychiater eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 20 % attestiert, scheint eher auf therapeutischen Überlegungen zu be
ruhen und weniger eine objektive Einschätzung der zumutbaren Leistungsfähig
keit zu sein. Dafür spricht insbesondere die Tatsache, dass eine Arbeitsfähigkeit von 20 %
es
der Beschwerdeführerin erlaubt, sich bei der Arbeitslosenversiche
rung zum Taggeldbezug zu melden und von deren Unterstützung
bei
der
Ar
beitsintegration
zu
profitieren.
4.4
Aufgrund obiger Überlegungen rechtfertigt es sich
b
ei der Würdigung
der
Beur
teilungen
von Dr.
D._
, ferner auch von
lic
. phil.
E._
und
Pflegefachmann
G._
der Erfahrungstatsache Rechnung
zu
tragen, dass behandelnde Ärzte mit
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4.
5
Mit Bezug auf die Angststörung ist zu bemerken, dass Panikattacken vom untersu
chenden Arzt kaum je direkt beobachtet werden können. Deren Erhe
bung erfolgt daher in der Regel hauptsächlich aufgrund der subjektiven anam
nestischen Angaben der versicherten Person. Für die Beurteilung von
Schwere
grad
und Häufigkeit der Panikattacken sind daher weitere objekt
ive Anhalts
punkte von Bedeutung.
Vorliegend lassen sich den Akten abgesehen von den Angaben der Beschwerdeführerin, welche von den Behandlern wiedergegeben werden, keine Hinweise auf die Panikattacken entnehmen. Bis zur Dekompen
sation im August 2012 konnte die Beschwerdeführerin trotz den morgendlichen Ängsten einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachgehen
, und
die
Ängste und damit zusammenhängende
n
Konzentrationsstörungen s
ollen
von den Arbeitge
bern auch kaum bemerkt worden
sein
(MEDAS-Gutachten vom 12. Mai 2014, Urk. 8/44/2-26 S. 7 und S. 9).
Weiter ist zu bemerken, dass zwei der sechs Untersuchungen in der MEDAS vor
mittags stattfanden (Urk. 8/37/2). Zwar wurde die Beschwerdeführerin von
Herrn
G._
von der psychiatrischen Spitex
dorthin begleitet (Urk. 8/44/2-26 S. 6). Sie berichtete jedoch nicht von Schwierigkeiten bei der Wahrnehmung dieser oder auch der übrigen Termine.
Solche wurden offenbar auch von den Gutachtern nicht wahrgenommen. Selbst
den Angaben von Herrn
G._
lassen sich lediglich generalisierende Angaben
über Ängste
entnehmen, die es der Be
schwerdeführerin in Zusammenhang mit der Antriebslosigkeit das Verlassen der eigenen Wohnung erschwerten (Bericht vom 17. November 2014, Urk. 3/3).
Unter diesen Umständen bestehen keine objektiven Anhaltspunkte für die An
nahme einer sich auf die Leistungsfähigkeit auswirkenden Angstsymptomatik.
4.6
Somit
vermögen die Schlussfolgerungen im MEDAS-Gutachten vom 12. Mai 2014 zu überzeugen, weshalb davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführe
rin zwischen
dem 8.
August 2012
(
letzter Arbeitstag gemäss
Arbeitgeberfrage
bogen
vom 13. März 2013, Urk. 8/13 S. 2;
vgl.
auch
Bericht von
lic
. phil.
E._
vom 14.
März 2013, Urk. 8/14/1-10 S. 6
)
und
Ende
Juli 2013 zu 100 % arbeits
unfähig war. Ab August 2013 wäre ihr die Wiederaufnahme der Erwerbstätig
keit zu einem Pensum von 90 % zumutbar gewesen.
Eine Einschränkung der Leistungsfähigke
it in der angestammten und
in
jeder
weiteren geeigneten Tätigkeit ist a
us somatischer Sicht zu keiner
für das vor
liegende Leistungsbegehren relevanten
Zeit ausgewiesen gewesen.
Daran ver
mag auch der von der Beschwerdeführerin nachgereichte Bericht des Spitals
B._
über die am 16. Juni 2015 durchgeführten
Magnetresonanztomogra
phien
von Brust- und Lendenwirbelsäule (Urk. 16)
nichts
zu ändern, zumal da
rin
weitgehend unauffällige beziehungsweise altersentsprechende Befunde an
gegeben w
e
rden. Sollte die Beschwerdeführerin damit eine durch (bisher nir
gends dokumentierte) Rückenschmerzen verursachte Verschlechterung ihrer gesundheitlichen Situation geltend machen wollen, ist sie auf die Möglichkeit einer Neuanmeldung bei der Invalidenversicherung hinzuweisen (vgl. dazu BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b)
, da die angefochtene Verfügung regelmässig die zeitliche Schranke für die rechtliche Überprüfungsbefugnis bildet.
5.
5.1
Die
rentenablehnende Verfügung vom
21. Oktober 2014
ist demzufolge nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
5
.
2
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
800
.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
Die
Beschwerdeführer
in
wird auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hingewiesen.