Decision ID: 8d1a477d-ffa0-4c63-ac1d-4d06a2d44135
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1954 geborene
X._
, ohne Berufsausbildung, verheiratet und Mutter zweier
erwachsener Töchter
, war nach ihrer Einreise in die Schweiz im Februar 1988 ununterbrochen erwerbstätig
. Z
uletzt
war sie
ab 1. Januar 2000 mit einem Beschäftigungsgrad von 100 % als Kassiererin bei der
Y._
(Urk. 17/14)
angestellt, wobei sie ab 13. Juni 2007 mit Ausnahme eines von Ende Juli bis anfangs September 2007 unternommenen
Arbeitsversuches
wegen
eines
lumboradikulären
Schmerz- und Ausfallsyndroms links
ausfiel (Urk. 17/16/1-7).
A
m
29. Mai 2008
meldete sich die Versicherte
unter
Hinweis auf multiple
gesund
heitliche
Beschwerden (Wirbel- und Kopfschmerzen,
Gehbehinderung, Kniebeschwerden
,
„
Neurosys
“
, Depressionen, Angstzustände, Vergesslichkeit und Gleichgewichtsstörun
gen)
zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversi
cher
ung an (Urk.
17/2).
Ab 11.
Juni 2008 liess sie sich
auch psychiatrisch be
handeln
(Urk.
17/18)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, klärte die beruflich-er
werblichen und medizinischen Verhältnisse ab, wo
bei sie
die Expertise
des
Z._
vom 14. Dezember 2009 einholte (Urk.
17/46).
A
m 20. September 2010 (Urk.
17/67)
lehnte
die IV-Stelle
verfügungsweise einen
Anspruch auf berufliche Massnah
men wegen fehlender subj
ektiver Eingliederungsfähigkeit ab
. Sodann verneinte sie
mit Verfügung vom
23.
Februar 2011
(Urk. 17/76) gestützt auf das
Z._
-Gut
achten
einen Ren
tenanspruch bei einem
Invaliditätsgrad von 30 %
.
Die dagegen am 23.
März
2011 erhobene Beschwerde (Urk.
17/78/1-6)
der Versicherten
hiess das hie
sige Gericht mit Urteil vom 18.
Oktober 20
12 (
Urk. 17/82; Prozess IV.2011.00319
)
in dem Sinne gut, dass es
den
angefoc
htene
n
Entscheid
aufhob und die Sache zur ergänzenden Abklärung und zum Erlass einer neuen Verfü
gung an die IV-Stelle zurückwies.
1.2
Daraufhin
wurde die Versicherte, wel
che
zwischenzeitlich am 8.
März 2012 er
neut
am
Rücken
o
per
iert worden war (Ur
k. 17/102/35-37),
im Auftrag der IV-Stelle durch die Ärzte des
A._
begutachtet (Guta
chten vom 16. August 2013
[Urk.
17/102]). Nach Durchführung des
Vorbescheid
verfahrens
(Vorbescheid
vom 22. November 2013 [
Urk.
17/108
]
)
lehnte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 2
1.
März 2014 (Urk.
2) einen
Rentenanspruch
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 36 %
erneut ab.
2.
Hiergegen
erhob
X._
am 28. April 2014 Beschwerde (Urk.
1) und beantragte die
Zusprache
einer ganzen Rente und in prozessualer Hinsicht die Bewilligung
der unentg
eltlichen Prozessführung. Am 7. Mai 2014 (Urk.
7) reichte sie einen
weiteren Bericht der behandelnden
Psychiaterin
(Urk.
8)
zu den Akten
. Die IV-Stelle schloss in
ihrer Beschwerdeantwort vom 18. Juli 2014 (Urk.
16) auf teilweise Gutheissung der
Beschwerde und beantragte die
Zuspra
che
einer befristeten ganze
n Invalidenr
ente für den Zeitraum vom 1. Juni 2010 bis 30.
Juni 201
2.
Mit Ve
rfügung vom 25. Juli 2014 (Urk.
19
) wurde das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung
mangels hinreichender
Substanziierung
ab
gewiesen.
Gleichzeitig
wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet, worauf
die Parteien mit Replik vom 6. Oktober 2014 (Urk.
22) und Dup
lik vom 10. No
vember 2014 (Urk.
26) an ihren Anträgen festhielten
. Am 20.
November 2014 reichte die Beschwerdeführerin eine
weitere Stellungnahme ein (Urk.
28), welche der Beschwerdegegn
erin am 24. November 2014 (Urk.
29) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Nach der Rechtsprechung vermögen
soma
toforme
Schmerzstörungen und an
dere
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
syndromale
Beschwerdebilder ohne nachweis
bare organische Grundlage in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidi
tät im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG führende Einschränkung der Ar
b
eitsfähigkeit zu bewirken (B
GE 136 V 279 E. 3; 130 V 352 E.
2.2.2 und 2.2.3; 132 V 65; 131 V 49; 130 V 396). Die – nur in Ausnahmefällen anzunehmende – Unzumutbar
keit eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setzt das Vorliegen einer mit
wirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere, In
ten
sität, Ausprägung und Dauer oder aber
das Vorhandensein anderer qualifi
zierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien voraus wie chro
nische körperliche Begleiterkrankungen mit mehrjährigem Krankheitsverlauf bei
unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, ein
ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krankheits
gew
inn
) oder schliesslich unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konse
qu
ent durchgeführter Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem thera
peutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhande
ner Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person (BGE 130
V 352 E. 2.2.3). Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich
die ent
spre
chenden Befunde darstellen, desto eher sind die Voraussetzungen für eine zumut
bare Willensan
strengung zu verneinen (BGE
137 V 64 E.
4.1; 131 V 49
E.
1.2 mit Hinweisen).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Er
werbseinkommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1
.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in de
r angefochtenen Verfügung (Urk.
2) auf den Standpunkt, ihren Abklärungen zufolge stehe die Diagnose einer an
haltenden
somatoformen
Schmerzstörung im Vordergrund, welche jedoch im Licht
e der Rechtsprechung gemäss BGE
130 V 352 keine invalidisierende Wir
kung zeitige.
Gestützt auf das
Z._
-Gutachten
sei deshalb
unter Berücksichti
gung der
somatische
n Beschwerden
ab 1.
März 2008
von einer
volle
n
Restar
beitsfähigkeit
mit einer 30%igen Leistungseinbusse
auszugehen
,
was zu einem
Invaliditätsgrad von 36
%
führe
.
Im Rahmen
ihrer
Beschwerdeantwort
(
Urk. 16
) hielt die Beschwerde
gegn
erin in somatischer Hinsicht präzisierend fest, aufgrund
der
Diskushernie
nproblematik
habe von Mitte Juni 2007 bis Ende Februar 2008 (drei Monat
e nach der
ersten
Operation vom 28.
November 2007)
eine Arbeitsunfähigkeit von 70
% bestan
den. Ab März 2008 sei gestützt auf das
Z._
-Gutachten lediglich noch von
einer Arbeitsunfähigkeit von 20
% auszugehen, welche nicht zu einem
rentenbegrün
d
enden
Invaliditätsg
rad von mindestens 40
% führe. Aufgrund
einer
Re
zidiv
hernie
sei die Beschwerdeführerin sodann ab März 2010 in jeder beruflichen Tä
tigkeit zu 100
% arbeitsunfähig gewesen, ehe sie
gemäss
A._
-Gutachten
nach Ablauf von drei Monaten sei
t der
zweiten
Operation vom 8.
März 2012 wieder
eine Leistungsfähigkeit von 70
%
erlangt habe. Insofern steh
e der Beschwerde
führerin vom 1. Juni 2010 (1.
März 2010 plus
drei
Monate) bis
30.
Juni 2012 eine befristete ganze Rente zu.
2.2
D
agegen brachte d
ie Beschwerdeführerin
vor
, nebst den zu einer Arbei
tsunfä
higkeit von mindestens 30
% führenden somatischen (Rücken-)Beschwerden
leide sie
auch an einer invalidi
sierenden psychischen Krankheit
, aufg
rund dere
r
sie zu mindestens 50
% arbeitsunfähig sei. Denn es liege
gemäss dem
A._
-Gutachten
eine schwere
komorbi
de
depressive Störung vor, welche die
Über
windbarkeit
der Schmerzprobl
ematik deutlich
beeinträchtige, und auch die Foe
rster-Kriterien seien ganz klar erfüllt
. Zudem hätten die Gutachter die Be
schwerden am linken Fuss nicht berücksich
tigt. Insgesamt bestehe deshalb eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
, womit sie Anspruch
auf eine ganze Rente habe (Urk. 1
S. 3 ff.
, Urk. 7, Urk.
22).
3.
3.1
Nach zweimaliger
Hospitalisation
in der Rheumaklinik des
B._
vom 18. bis 28. Juli 2007 (Urk. 17/16/30-31) und vom 12. Sep
tember bis 5. Oktober 2007 (Urk. 17/16/24-25) sowie einem
vom 5. bis 18. Ok
tober 2007 dauernden
Aufenthalt in der
C._
(Urk. 17/16/20-21)
, anlässlich dessen die Beschwerdeführerin zwei psychotherapeutische
Einzelge
spräche
wahrnahm (Urk. 17/16/23),
wurde am
28. November 2007 im
Wirbel
säulenz
entrum
der
D._
bei der Diagnose eines
radikulären
Reiz
syndroms
L4 links bei
foraminaler
Diskushernie L4/L5 links
eine
Diskushernien
entfernung
L4/L5 und Mikrodiskektomie
durchgeführt (Urk. 17/16/16-19).
Während
die Reizsymptomatik nach dem Eingriff vollständig rückläufig war und das MRI der Lendenwirbelsäule (LWS) vom 10. März 2008 (Urk. 17/16/10) einen unauffälligen Befund zeigte,
verblieben therapieresistente Kreuzschmer
zen linksbetont
,
bezüglich derer
klinisch ein
Facettengelenkssyndrom
in Be
tracht gezogen
wurde
(Urk. 17/16/1
3
-1
6)
.
Die Ärzte des Wirbelsäulenzentrums der
D._
attestierten der Beschwerdeführerin bis zur letzten Kon
trolle im Mai 2008 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Urk. 17/
29/1
).
3.2
Laut
Bericht des
E._
vom 17. Oktober 2008
(Urk. 17/18) nahm die Beschwerdeführerin zwischen dem 11.
Juni und
dem 11. Juli
2008 vier Termine im Ambulatorium
F._
wahr, wo die Diagnosen Angst und de
pressive Reaktion
gemischt (ICD-10 F41.2) und ein Verdacht auf eine anhal
tende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.3) gestellt und die Arbeitsfä
higkeit im Behandlungszeitraum als zu 100 % eingeschränkt beurteilt wurde
n
. Während die initiierte medikamentöse antidepressive Therapie zu einer Verbes
serung des Nach
t
schlafs und einer leichten Stimmungsaufhellung mit Rückgang der Ängste geführt habe, sei aufgrund der reduzierten Sprachkenntnisse und der geringen Introspektionsfähigkeit eine psychotherapeutische Behandlung nicht möglich gewesen.
3.3
Die ab 1. Dezember 2008 behandelnde
Dr. med.
G._
, Fachärztin für Psychi
atrie und Psychotherapie,
führte in ihrem
Bericht vom 15. Januar 2009
(Urk. 17/21)
aus,
im Rahmen der nach dem operativen Eingriff
von Ende No
vember 2007
bestehenden chronischen Schmerzproblematik habe die leis
tungs
orientierte Beschwerdeführerin
zuerst eine Anpassungsstörung mit länge
rer de
pressiver Reaktion geboten, welche sich bei massiver Verschlechterung der Stimmungslage zu einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode
mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.1)
entwickelt habe. Bei der ersten Vorstel
lung am 1. Dezember 2008 habe die Beschwerdeführerin einen depres
siv/agitierten
Zustand
mi
t latenter Suizidalität gezeigt,
seither fänden stützende Gespräche ein- bis zweimal pro Monat und eine Pharmakotherapie st
att. Dr.
G._
attestierte der Beschwerdeführerin
aus psychiatrischer Sicht für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit ab
Behand
lungsbeginn
bis
auf weiteres, da sie
aufgrund ihrer chronischen Schmerzen und dementsprechender depressiver Stimmungslage nicht imstande
sei
, als Kassiere
rin mit Menschen und Geld umzugehen. Sie habe massive Konzentrations-, Auffassungs- und Aufmerksamkeitsstörungen und sei nicht mehr belastbar. Wegen ihrer starken Schmerzen auch im Sitzen sei eine Tätigkeit als Kassiererin aktuell unmöglich. Zur Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tä
tigkeit äusserte sich
die behandelnde Psychiaterin
im Bericht
nicht.
Ergänzend
hielt
Dr.
G._
am
16. Februar 2009
(Urk. 17/27 S. 6)
schriftlich fest
, aus rein psychiatrischer Sicht sei
die Beschwerdeführerin
für angepasste Tätigkeiten aktuell zu 70 % arbeitsunfähig, da sie neben der starken Einschrän
kung von Konzentration, Auffassung, Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit immer wiederkehrende Selbstmordgedanken habe.
Am 10. März 2009 erklärte sie präzisierend, derzeit sei aus psychiatrischer Sicht für jegliche Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit gegeben (Urk. 17/28).
3.
4
Am 14. Dezember 2009 erstatteten die
Sachverständigen
des
Z._
, welche die Beschwerdeführerin am 20. Oktober 2009
im Beisein einer Dolmetscherin
all
gemeinmedizinisch
/internistisch
, psychia
trisch und orthopädisch untersucht
hatten,
ihr polydisziplinäres
Gutachten (Urk
. 17/46/2-27).
Darin wurden
die
fol
gende
n
Diagnosen
gestellt
(
S. 22 f. Ziff.
5):
Diagnosen m
it Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
Leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.0/F32.1)
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne
radikuläre
Ausfälle (ICD-10 M54.4)
anamnestisch sensomotoris
ches Ausfallsyndrom L4 links August
2007
anamnestisch fragliches Ansprechen auf CT-gesteuerte
Wurzelinfiltra
tion
L4 links am 14. September
2007 (Rheumaklinik
B._
)
Status nach
Diskushernienentfernung
LWK4/5,
Foraminal
- und
Mikro
diskektomie
am 28. November 2007 (
D._
)
keine wesentliche
Spondylarthrose
, Diskushernie oder
Spinalkanal
ste
nose
, ke
ine Neurokompression (MRI
vom
10. März
2008)
Diagnosen o
hne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
Obesitas
, BMI 29 kg/m2 (ICD-10 E66.0)
Arterielle Hypertonie (ICD-10 I10)
unter Therapie mit
Exforge
106/10 mg
Anamnestisch Reizdarmsymptomatik (ICD-10 K58)
In ihrer Gesamtbeurteilung
(S. 23 ff.)
erklärten
die
Z._
-Gutachter
, die von der Beschwerdeführerin äusserst diffus angegebenen Beschwerden könnten durch objektivierbare Befunde und die vorliegenden Bilddokumente nicht hinreichend
erklärt
werden (S. 25 Ziff. 6.5).
Befragt zum beruflichen Leistungsvermögen (
S. 23 f. Ziff. 6.2
-6.3
)
befanden sie, aus
orthopädischer Sicht
wirke sich das chronische
lumbovertebrale
Schmerzsyndrom bei Status nach Mikrodiskektomie L4/L5
a
uf die Arbeitsfähigkeit
aus in dem Sinne, als in
der angestammten Tä
tigkeit als Kassiererin
wie auch
in jeder anderen körperlich leichten, wechselbe
lastenden Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten über
1
0 kg
bei ganztä
gigem Ein
satz eine Leistungseinbusse von 20 % bestehe
entsprechend einer
Ar
beits
- und Leistungsfähigkeit von 80 %,
welche sich durch einen erhöhten Pausenbedarf zur stündlichen Durchführung von Lockerungs- und Entspan
nungsübungen für die Muskulatur von Stamm und Extremitäten begründe.
Körperlich mittelschwere oder schwere Tätigkeiten seien der Beschwerdeführerin aufg
rund der Verände
rungen an der lumbalen Wirbelsäule
nicht
mehr zumut
bar
.
In
psychiatrischer
Hinsicht
resultiere aufgrund der
leichte
n
bis
mit
telgradi
ge
n
depressive Episode
n
und
der
anhaltende
n
somatoforme
n
Schmerzstörung in einer aus orthopädischer Sicht adaptierten Tätigkeit bei ganztägi
gem Einsatz eine Leistungseinbusse von 30
% entsprechend einer Arbeits- und Leistungsfä
higkeit
von 70
%. Weder aus allgemeininternistischer noch aus an
derweitiger
somatischer Sicht lägen Befunde oder Diagnosen vor, welche d
ie Arbeitsfähig
keit tangierten.
Die Einschränkungen aus psychiatrischer und aus orthopädi
scher Sicht
würden
sich nicht additiv aus
wirken
, da dieselben Zeitabschnitte zum Einlegen zusätzlicher Pausen verwendet werden könnten.
Aus
polydiszipli
närer
Sicht
bestehe
somit
für
körperlich leichte
, wechsel
belastende
Tätigkeit
en
ohne Heben und Tragen von Lasten über 10
kg
bei ganztägigem Einsatz eine Leistungseinbusse von 30
% entsprechend einer Arbeits-
und Leistungsfähigkeit von 70
%.
D
iese Situation
liege
seit dem 1.
März 2008 vor
. Zuvor sei die
Be
schwerdeführerin vom 13.
Juni 2007 (Beginn der Arbeitsunfähigkeit) bis 28.
Februar 2008 (drei Monate nach der
Diskushernienoperation
L4/
L
5) zu min
destens
70 %
in ihrer Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt gewesen
.
3.5
Am 15. Februar 2010 (Urk. 17/50) nahm Dr.
G._
zum psychiatrischen Teil des
Z._
-Gutachtens Stellung und erklärte, die Beschwerdeführerin
leide an Interesse- und Freudlosigkeit sowie Schlafstörungen, Hoffnungslosigkeit, Zu
kunftsängsten, verminderter Konzentration, Suizidgedanken und
Libidoverlust
, womit sie die Kriterien für eine mittelgradige bis schwere Depression erfülle
.
Weiter sei sie ängstlich und entscheidungsunfähig, was gut zu einer
anankasti
schen
Persönlichkeit passen würde und die Behandlung erschwere. Es handle sich um eine leistungsorientierte Patientin, welche massive Schuld- und Scham
gefühle habe, weil sie aufgrund ihrer Arbeitsunfähigkeit nutzlos sei.
N
eben
der
radiologisch nachgewiesenen Beschwerden an der LWS bestehe
eine Neigung zu psychosomatischen Erkrankungen (Kopfschmerzen, Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden)
.
Aktuell bestehe aus rein psychiatrischer Sicht nach 14monatiger Behandlung eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % für die bisherige Tätigkeit und eine solche von 50 % für eine angepasste Tätigkeit.
3.
6
Im
MRI
der LWS
vom 5. März 2010
(
Urk. 17/
52
/2) wurde eine
mittelgrosse
Re
zidivhernie
L4/L5
m
ediolateral
links festgestellt.
Nachdem die Beschwerdefüh
rerin im August 2011 einen Treppensturz erlitten hatte (Urk. 17/80/3), am 6. August 2011
eine weitere MRI-Untersuchung der LWS durchgeführt worden war (Urk. 17/80/4) und die
infiltrativen
Behand
lungsversuche vom Novem
ber/Dezember 2011
(U
rk. 17/80/
6-7, Urk. 17/81/3-4)
nicht die gewünschte Bes
serung gebracht hatten,
führte Dr. med.
H._
, Facharzt für Neurochirur
gie, am
8. März 2012 in der
I._
eine
dorsolaterale
Spondylodese
L4/L5 beidseits
durch
(Bericht vom 16. März 2012 [Urk. 17/81/6-8]).
3.
7
Im
von der Beschwerdegegnerin im Nachgang zum Rückweisungsurteil des hie
sigen Gerichts vom 18. Oktober 2012 (Urk. 17/82) eingeholten
interdisziplinä
ren (or
tho
pädisch-
traumatologischen
und psychiatrischen
)
Gutachten des
A._
vom 16. August 2013
(Urk.
17/102) lautete die Diagnosestellung
wie folgt
(S. 21):
Diagnosen m
it Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(letzte Tätigkeit)
:
M
ittelgradige depressive Episode bei rezidivierender depressiver Störung (
ICD-10
F33.1)
Chronische Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen Anteilen (
ICD-10
F45.41)
Chronisches
lumbovertebrales
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyn
drom
mit/bei
Status nach erfolgreich operativ beseitigter
Rezidivhernie
L4/
L
5 und nach erfolgreicher operativer Versorgung per
Spondylodese
des lum
bale
n Bewegungssegmentes L4/5 am 8.
März 2012
Diagnosen o
hne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(letzte Tätigkeit)
:
A
namnestisch Status nach
Eradikationstherapie
bei Ulcera
ventriculi
e
t
du
odeni
A
namnestisch Status nach Varizenstripping beidseits 1999, keine Folgen
An
amnestisch Status nach Appendektomie und Tonsillektomie in der Kind
heit, keine Folgen
A
namnestisch Status nach
Cho
lezystektomie
, keine Folgen
Im
Fachgebiet Orthopä
die-Traumatologie
(S.
19)
hielten die
A._
-Gutachter
insbesondere
fest
,
von der Beschwerdeführerin sei nach der am 8. März 2012 erfolgten Sanierung und Stabilisierung der segmentalen Pathologie L4/L5 mit
tels
Spondylodese
keine nachhaltige subjektive Beschw
erdebesserung berichtet worden. Jedoch
sei ihr Besc
hwerdevortrag anatomisch insofern nicht nachvoll
ziehbar, als sie angebe, die eingebrachten Schrauben beim Liegen und Belasten zu verspüren. Die tieflumbalen, in das linke Bein ausstrahlenden Rücken
schmerzen
würden
nur teilweise mit nachvollziehbaren tatsächlichen orthopä
disch
pathomorphologischen
Schäden
korrelieren
. Die Einschränkung
respektive
Aufhebung der Beweglichkeit der LWS zum Beispiel bei der Rumpfbeuge könne weder klinisch noch anhand der aktuellen LWS-Bildgebung erklärt werden. Die im aktuellen orthopädischen Abklärungsbefund zusätzlich durchgeführte kurso
rische neuro-ortho
pädische Abklärung habe keine
klinische
n
As
p
ekte einer per
sistierenden
radikulären
Irritatio
n und/oder Myelopathie ergeben.
Aus orthopä
disch-somatischer Sicht seien der Beschwerdeführerin leichte rückenadaptierte Tätigkeiten
zumutbar. Zu meiden seien Arbeiten in Zwangshaltungen wie
vorn
über gebeugt st
ehend, kniend, hockend und kauernd ebenso wie langfristiges
ununterbrochenes Stehen und Sitzen
(Limit
30
Minuten
)
.
Ein zumindest weitge
hend freizügiger Positions- und Bewegungswechsel an einem angepassten Ar
beitsplatz sei zu bevorzugen. Das Heben,
Tragen
und Bewegen von Lasten
sei
auf 10 kg limitiert. Solche
Tätigkeiten seien rein orthopädisch-somatisch bei ei
nem vollen Zeitpensum und mit einer um 30 % geminderten Leistungsfähig
keit zumutbar.
Retrospektiv gelte diese Einschätzung ab zirka drei Monate nach der erfolgreich dur
chgeführten
Spondylodese
vom 8.
März 2012, somit ab dem 8.
Juni 2012.
In der
psychiatrischen
Exploration
(S.
20
; vgl. auch psychiatrisches
Teilgutach
ten
vom 9. Juli 2013 [Urk. 17/102/26-34]
) habe sich die bereits in früheren Un
ter
suchungen beschriebene
somatoforme
Schmerzstörung bestätigt, welche sich auf der Basis eines organischen Befundes entwickelt habe. Zudem könne die von der Beschwerdeführerin geklagte depressive Situation objektiviert und als mittelgradige depressive Episode klassifiziert werden.
Auf die Arbeitsfähigkeit wirke sich vor allem die depressive Störung aus. Eine Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit von integral 50 % müsse angenommen werden.
Aus psychiatri
scher Sicht sei
in der bisherigen Tätigkeit seit Januar 2009 kein
e Arbeitsfähig
keit mehr gegeben,
eine angepasste Tätigkeit sei wohl
seit
Februar 2010 nach der erneuten depressiven Verschlechterung im Anschluss an die Begutachtung
von
Ende 2009 nur noch zu 50
% möglich
.
E
ine solche Tätigkeit sollte
aus psy
chiatrischer Sicht
einfach strukturiert, ohne höhere intellektuelle Anforderungen und ohne zeitlichen
Druck sein. Eine zugewandte wohlwollende Führung der Beschwerdeführerin durch die Vorgesetzten sei sinnvoll. Aufgrund der
Interak
tionsproblematik
soll
ten Kundenkontakt und die Arbeit mit vielen Arbeitskolle
gen eher vermieden werden. Wegen der eingeschränkten Durchhaltefähigkeit sollte
ausserdem
die Gelegenheit gegeben sein, Pausen zu machen.
Unter dem Titel
versicherungsmedizinisc
he Beurteilung und Synthese
(S. 2
1
ff.
)
erklärten die
A._
-Gutachter
,
die Wiederaufnahme respektive Fortführung der rückenbelastenden Tätigkeit als Kassiererin sei sowohl orthopädisch-somatisch als auch psychiatrisch nicht mehr möglich.
Die Versicherte bedürfe zudem einer weiterhin
forcierten
antidepressiven Therapie, ggf. auch in Form einer erneuten statio
nären Behandlung.
Aus psychiatrischer Sicht sei die Ar
beitsfähigkeit in der bis
herigen Tätigkeit seit Januar 2009 nicht mehr gegeben, eine angepasste Tätig
keit sei wohl ab Februar 2010 nach der erneuten depressi
ven Ver
schlech
terung im Anschluss an die Begutachtung von Ende 2009 nur noch zu 50 % möglich
, wobei in dieser Restarbeitsfähigkeit
die aus orthopädi
scher Sicht be
stehende
30%ige
Min
derung
der Leistungsfähigkeit in angep
asster
Tätigkeit
hinreichend integriert
sei. Bei der Rückdatierung des Wiedereintritts einer Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit seien der Verlauf der
wirbelsäu
len
chirurgischen
Behand
lung mit
Spondylodese
L4/5 vom 8. März 2012 und die diesem Eingriff voraus
gehenden Beschwerden zu beachten. Gesamtmehrheitlich
sollte somit orthopä
disch und psychiatrisch nach Ablauf von zirka drei Mona
ten nach dem erfolg
reich durchgeführten Eingriff, mithin ab dem 8. Juni 2012, von einer Arbeitsfä
higkeit von 50 % in einer angepassten Tätigkeit ausgegan
gen werden
.
In der bisherigen Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit seit März 2010 vollständig aufge
hoben. Für eine Verweisungstätigkeit könne orthopädisch-psy
chiatrisch eine integrale Arbeitsfähigkeit von 50 % nach Ablauf von drei Mo
naten nach der Operation vom 8.
März 2012, somit ab dem 8. Juni 2012
erklärt werden (S. 23).
Befrag
t zu den Foe
rster
-K
riterien hielten die
A._
-Gutachter fest (S. 24), bei der Beschwerdeführerin stehe als die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende Dia
g
nose klar die mittelgradige depressive Störung im Vordergrund, welche als
komor
bide
, schwere psychiatrische Erkrankung zu werten sei. Die Symptomatik auf
grund der dep
re
ssiven Störung überlagere die Auswirkungen der
somato
for
men
Sc
hmerzstörung. Die sogenannten Foe
rster-Kriterien würden mit den de
p
ressiv bedingten
Symptomen
interagieren und seien nicht davon abgrenzbar. Klar sei aber, dass die Überwindbarkeit der Schmerzproblematik durch die de
pressive Grundstöru
ng deutlich beeinträchtigt sei.
3.
8
Dr. med.
J._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, führte in seiner Stellung
nahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 28. A
u
gust 2013 aus (Urk. 17/
10
6
/3), das
bidisziplinäre
Gutachten des
A._
sei umfassend und schlüssig. Es sei ein Gesun
dheitsschaden vorhanden, im Wes
e
n
tlichen in Form einer mittelgradigen depressiven Episode, einer chronischen Schmerzstörung und eines Zustandes nach erfolgreich operierter lumbaler Diskushernie. Aus rein medizinischer Sicht seien dabei die F
oe
rster
-
Kriterien insgesamt
nicht
erfüllt. Damit sei seit Januar 2009 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeder Erwerbstä
tigkeit vorwiegend aus psychischen Gründen ausgewiesen. Für den Zeitraum zuvor könne an der Beur
teilung des
Z._
-Gutachtens festgehalten werden. Erst ab Juni 2012 sei in leidensangepasster leichter rückenangepasster Tätigkeit wie
der eine 50%ige Restarbeitsfähigkeit ausgewiesen, wobei das genaue
Belas
tungsprofil
auf S. 22 des Gutachtens beschrieben s
ei.
Ergänzend erklärte Dr.
J._
am 20. Juni 2014 auf ergänzende Anfrage des Rechtsdienstes (Urk. 18 S. 2), relevant seien zwei verschiedene
Gesundheits
schäden
. Aus somatischer Sicht sei mit dem MRI vom März 2010 eine schmerz
hafte Diskushernie der LWS nachgewiesen, welche aber erst mit der Operation vom März 2012 erfolgreich behandelt sei. Alleine damit sei eine 100%ige Ar
beitsunfähigkeit in jeder Erwerbstätigkeit von März 2010 bis Juni 2012 ausge
wiesen. Aus psychiatrischer Sicht handle es sich um eine rezidivierende mittel
gradige depressive Störung, allerdings in der Vergangenheit mit schwankendem
schwerem
Verlauf.
Deshalb bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % in jeder Erwerbstätigkeit ab Januar 2009 und noch eine solche von 50 % ab Februar 2010 bis auf weiteres. Diese beiden somatisch und psychiatrisch getrennten Be
trachtungsweisen würden sich überlappen und ergäben im
bidisziplinären
Konsens die RAD-Stellungnahme vom 28.
August
2013, an welcher grundsätz
lich festzuhalten sei.
4.
4.1
4.1.1
In somatischer Hinsicht steht
fest
und ist unbestritten
, dass
der Beschwerdefüh
rerin
die angestammte Tätigkeit als Kassiererin
aufgrund
der
Wirbelsäulen
prob
lematik
seit der
Arbeits
niederlegun
g vo
m 13. Juni 2007
nicht mehr zumutbar ist.
Für dem Rückenleiden angepasste Tätigkeiten attestierten ihr die Gutachter
bis auf
eine Leistungsminderung von 20
% (
Z._
)
respektive
30
% (
A._
)
eine volle Arbeitsfähigkeit
. Davon ausgenommen
sind die Zeiträume vom
13. Juni 2007 bis 28. Februar 2008 (drei Monate nach der
ersten O
peration vom 28. No
vember 2007
; vgl. auch MRI vom 10. März 2008 [Urk. 17/16/10]
) und vom 5. März 2010
(Dokumentation der
Rezidivhernie
L4/L5)
bis 8. Juni 2012 (
drei Monate nach der zweiten Operation vom 8.
März 2012)
, in denen auch in einer Verweisungstätigkeit keine beziehungsweise keine
wesentliche
Arbeitsfähigkeit bestand
(vgl. auch Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes [RAD] vom 20. Juni 2014 [Urk. 18 S. 2])
.
Ob
die
berufliche
Leistungsfähigkeit der Be
schwerdeführerin
zwischen den beiden Begutachtungen
im
Z._
und dem
A._
wegen des Rückenleidens von 80 % auf 70 %
leichtgradig
abgenommen hat
oder ob die gutachterlichen Einschätzungen eine andere Beurteilung desselben
medizinischen
Sachverhaltes darstellen,
lässt sich anhand der
medizinischen
Unterlagen nicht
verlässlich
beurteilen. Diese Frage
kann aber mit Blick auf die nachfolgenden Erwägungen offenbleiben.
4.1.2
Die Beschwerdeführerin
brachte
nichts vor,
was
die von den Gutachtern aus so
matischer Sicht getroffenen Feststellungen als unzutreffend erscheinen liesse
.
Insbesondere
ist
den Berichten von Dr.
H._
in Anbetracht der
fehlende
n
Auseinandersetzung mit den
beiden
Expertisen
nichts abzu
gewinnen.
Soweit der behandelnde Neurochirurg
a
m 30. September 2014 (Urk.
23/2)
zuhanden
des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin
erklärte, die Operation habe nicht die vollständige Genesung gebracht, steht dies ausser Frage. Sodann
lässt seine
Ein
schätzung, wonach
aufgrund
der Rückenproblematik mit postoperativ weiterbe
stehenden belastungsabhängigen Kreuzschmerzen
in einer leichten,
rücken
adaptierte
n
Tätigkeit nur eine Restarbeitsfähigkeit von maximal 40 % denkbar sein soll, eine nachvollziehbare Begründung vermissen.
Des Weiteren beschlägt d
as
in der MR-Untersuchung vom 2. Oktober 2014
do
kumentierte Morton-Neurom
(Bericht des
K._
vom selben Datum [Urk.
23/1])
nicht den
hier
massgebenden
Beur
teilungszeitraum
(BGE 132 V 215 E. 3.1.1)
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung
vom 21. März 2014 und kann deshalb
nicht berücksichtigt werden.
Davon abgesehen
sind
die dadurch verursachten linksseitigen
Vorfussbeschwer
den
konservativ und/oder
operativ
behandelbar
und
führ
en
somit
nicht zu
einer anhaltenden
Arbeitsunfähigkeit.
4.2
4.2.1
In psychischer Hinsicht leidet die Beschwerd
eführerin unbestrittenermassen
an einer
rezidivierenden
depressiven Symptomatik, deren Schweregrad durch die involvierten Fachärzte unterschied
lich beurteilt wurde
, sowie an einer anhalten
den
somatoformen
Schmerzstörung.
Strittig und zu prüfen ist damit die (Rechts-)Frage, ob das psychische Leiden – welches durch die Gutachter
als das berufliche Leistungs
vermögen beeinträchti
gend eingestuft wurde –
eine auch rechtlich relevante Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit
zeitigt
.
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass nach Massgabe der Rechtspre
chung von BGE
130 V 352
nicht von einem invalidisierenden psychischen
Ge
sundheitsschaden
gesprochen werden könne und
in
rechtlicher Hinsicht kein Raum für die Annahme einer psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit bestehe, da weder eine Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer
vorliege noch die F
oe
rster-Kriterien in genügender
Anzahl
erfüllt seien
(Urk. 2
S. 2 f.
,
Urk.
16
)
.
Diesem Standpunkt kann nicht gefolgt werden.
Die Gutachter des
A._
massen dem psychischen Leiden
(rezi
div
ierende depressive Störung, gegenwärtig mittel
gradige Episode)
einen Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit
bei
, wobei
sie
auf ent
sprechende Zusatzfrage der Beschwerdeführerin hin ausdrücklich konstatierten, es liege mit der im Vordergrund stehenden, sich auf die Arbeitsfähigkeit aus
wirkenden Diagnose einer mittelgradigen depressi
ven Episode eine
komorbide
schwere psychiatrische Erkrankung vor, deren Symptomatik die Auswirkungen der
somatoformen
Schmerzstörung überlagere (
E. 3.7 in
fine
)
. Damit verbietet sich der Schluss, es fehle an einer Komorbidität im Rechtssinne
, und
ist die aus psychischen Gründen attestierte Arbeitsunfähigkeit auch von (versicherungs-)
rechtlicher Relevanz
.
Die Foe
rster-Kriterien brauch
en
damit
nicht geprüft zu
werden.
Im
Ü
brigen hatten auch schon die
Z._
-Gutachter eine
Leistungsein
busse
aus psychiatrischer Sicht festgestellt.
4.
2.2
Auch in zeitlicher Hinsicht erscheinen die von de
n
A._
-Gutachtern (rückwir
kend) festgelegten Arbeitsunfähigkeiten als nachvollziehbar.
So legte Dr.
med.
L._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, nachvollziehbar dar,
dass im Rahmen der
Schmerzexazerbation
im Februar/März 2010 nach durchge
machter Begutachtung die depressiv bedingten kognitiven Defizite mit einge
schränkter Durchhaltefähigkeit aufgetreten sind. Ab diesem Zeitpunkt ist von einer relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen auszugehen. Die davor diagnostizierten psychischen Störungen erschöpften sich in depressiven Episoden
(beziehungsweise Angst und depressive Reaktion ge
mischt), nicht aber in verselbständigten, längerdauernd
en und therapeutisch nicht ange
hbaren Erkrankungen (vgl. zur Relevanz:
Urteile des Bu
ndesgerichts 8C_68/2013 vom 14. Mai 2013 E.
3.5 und 9C_
736/2011 vom 7. Februar 2012 E.
4.2.2.1, je mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_213/2012 vom 1
3.
April 2012 E.
3.2
).
4.3
Damit ist die
medizinische
Aktenlage als wie folgt erstellt zu erachten: Nach Ablauf der einjährigen
Wartezeit
am 1
2.
Juni 2008 war die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Rückenpathologie in der angestammten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsunfähig. In
angepasster
Arbeit lag eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
vor. Ab März 2010
(Dokumentation der
Rezidivhernie
L4/L5) bis 8. Juni 2012 (drei Monate nach der zweiten Operation vom 8. März 2012)
bestand auch in einer
Verweisungstätigkeit keine
Arbeitsfähigkeit mehr. Hernach steigerte sich die Arbeitsfähigkeit in organischer Hinsicht wieder auf 70
%
, blieb aber wegen der seit März 2010 bestehenden psychischen Pathologie integral zu 50
% einge
schränkt.
5.
5.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitsbedingten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit.
5.2
5.2.1
Nach Ablauf des Wartejahres im Juni 2008 hätte die Beschwerdeführerin g
emäss Angaben der
Y._
vom 10. Juli 2008 (Urk. 17/14) Fr. 56‘355.-- (Fr. 4‘696.-- x 12) verdient
. Dies entspricht dem
Vali
deneinkommen
, was beschwerdeweise unbestritten blieb.
5.2.2
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens sind die Tabellenlöhne des Bundes
amtes für Statistik beizuziehen. Gemäss Tabelle TA1 der Schweizerischen
Lohn
strukturerhebung
(LSE) 2008 betrug der Durchschnittslohn für Frauen im
An
forderungsniveau
4 monatlich Fr. 4'116.--. Angepasst an die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.
6
Stunden
i
m
entsprechenden Jahr (Die Volkswirt
schaft 3-4/2015 S. 88 Tabelle B 9.2)
ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr.
51‘367.70
bei einer Arbeitsfähigkeit von 100 % respektive von Fr.
35‘957.40
bei einer solchen von
7
0 %.
Die Beschwerdegegnerin gewährte hiervon keinen Abzug vom Tabellenlohn, was nicht als Ermessensüberschreitung bezeichnet werden kann und womit es
deshalb sein Bewenden hat (BGE 137 V 71 E.
5.1). In Bezug auf
die
teilzeitliche Ar
beitsfähigkeit ist anzumerken, dass die Beschwerdeführerin grundsätzlich
voll
zeitlich
im Betrieb anwesend sein konnte aber mit einer verminderten Leis
tungsfähigkeit. In diesen Konstellationen gewährt die Rechtsprechung keinen Abzug vom Tabellenlohn (
Urteil des Bun
desgerichts 9C_796/2013 vom 28.
Ja
nuar 2014 E. 3.1.2 mit Hinweisen). Sodann verdienen
teilzeitlich angestellte Frauen laut Statistik oftmals mehr als Vollzeitbeschäftigte. So weisen die Sta
tistiken 2008 und 2010 b
ei Frauen im Anforderungsniveau
4
für Teilzeitar
beit zwischen 50 % und 89
% höhere Löhne als für Vollbeschäftigung aus (Urteil des Bun
desgerichts 8C_712/2012 vom 30.
November 2012 E. 4.2.2 mit Hinweisen). Weiter war die Beschwerdeführerin grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähig, konnte dies aber nur mit einer verminderten Leistungsfähigkeit umsetzen. Die Notwendigkeit einer rückenschonenden Ausgestaltung einer neuen Arbeitsstelle rechtfertigt sodann ebenfalls keinen Abzug vom Tabellenlohn, beinhalten die statistischen Löhne für Frauen doch eine Vielzahl geeigneter Tätigkeiten (
vgl. beispielsweise Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8)
.
5.2.3
Aus der Differenz zwischen
dem
Validen
einkommen
von Fr.
56‘355.--
und
den
Invalideneinkommen
von Fr.
35‘957.40
ergibt sich eine
Einkommenseinbusse von Fr.
20‘397.60
und damit ein Invaliditätsgrad von
3
6
.2
%, womit die Be
schwerdeführerin zu jenem Zeitpunkt keinen Anspruch auf eine Rente der Inva
lidenversicherung hatte.
5.3
Nach der gesundheitlichen Verschlechterung per März 2010
(
samt
psychische
r
Verschlechterung)
war die Beschwerdeführerin auch in einer
an
ge
passten
Tätig
keit nicht mehr arbeitsfähig, weshalb ihr ab diesem Zeitpunkt eine ganze Rente der Invalidenversicherung zusteht.
Die von der Beschwerdegegnerin erwähnte Dreimonatsfrist gemäss Art.
88a Abs.
2
der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (IVV; vgl.
Urk. 16 S.
4) findet keine Anwendung, da
zuvor
noch keine
Rente zur Aus
z
ahlung gelangt ist. Demgemäss richtet sic
h der Anspruchsbeginn nach Art. 28 Abs.
1 IVG (
vgl.
E.
1.3
hiervor
).
5.4
5.4.1
Nach der Rückerlangung der 50%igen Arbeitsfähigkeit ab Juni 2012 präsentiert sich der Einkommensvergleich wie folgt:
5.4
.2
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung 2008 bis 201
2
(von Index 2499 auf Index 2
630
, Die Volkswirtschaft 3/4-2015 S. 89 Tabelle B 10.3) ergibt sich ausgehend vom zuletzt von der
Y._
bestätigten Lohn von Fr.
56‘355.-- ein hypothetisches Einkommen von
Fr.
59‘309.20
.
5.
4
.3
Gemäss Tabelle TA1 der LSE 2010 betrug der Durchschnittslohn für Frauen im Anforderungsniveau 4 monatlich Fr. 4'225.--. Angepasst an die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.
7
Stunden (
Die Volkswirtschaft 3/4-2015 S. 88 Ta
belle B 9.2)
und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (
von In
dex 2579 auf 2630
)
ergibt sich ein durchschnittliches Jahreseinkommen von Fr.
5
3
‘
900
.
--
bei einer Arbeitsfähigkeit von 100 % respektive von Fr.
2
6
‘
950
.
--
bei einer solchen von 50 %.
Das
Angewiesensein
auf das Entgegenkommen eines verständnisvollen Arbeitgebers stellt
praxisgemäss
kein anerkanntes eigen
ständiges
Abzugskrite
rium
dar (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8,
Urteil 8C_91/2013 vom 2
2.
August 2013 E. 3.3.4
)
, weshalb sich auch nach der Verschlechterung in psychischer Hinsicht kein Ab
zug vom Tabellenlohn rechtfertigt.
5.
4
.4
Aus der Differenz zwischen
dem
Validen
einkommen
von
Fr.
59‘309.20
und
dem
Invalideneinkommen
vom
Fr.
2
6
‘
950
.
--
ergibt sich eine
Lohneinbusse von
Fr.
3
2
‘
359
.
20
und damit ein Invaliditätsgrad von 5
4
.
6
%
. Demgemäss hat die Be
schwerdeführer
in
ab
1. Oktober 2012 (
Art.
88a
Abs.
1 IVV)
nurmehr
An
spruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung. In diese
m
Sinn
e
ist die Be
schwerde teilweise gutzuheissen.
6
.
6.
1
Die
Kosten des Verfahrens
gemäss
Art.
69 A
bs.
1
bis
IVG
sind auf Fr.
8
00.--
fest
zu
setzen und entsprechend dem
Ausgang des Verfahrens
der
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
6
.2
Sodann steht der
teilweise obsiegenden und vertretenen
Beschwerdeführerin
ge
stützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
Prozess
entschädigung zu,
wobei
ein Betrag von
Fr.
1‘00
0.--
(inklusive
Baraus
lagen
und Mehr
wertsteuer)
als an
gemessen erscheint
.