Decision ID: 567fc4ec-d36e-4f0b-b9d1-5b113aa880d9
Year: 2010
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
IV-Stelle den Sachverhalt ungenügend abgeklärt und damit gegen das
entsprechende Gebot in Art. 43 ATSG verstossen. Schliesslich machte der
Beschwerdeführer geltend, dass von der heutigen Tätigkeit als adaptierte
Tätigkeit im Umfang von 60% auszugehen sei, womit das
Invalideneinkommen für das Jahr 2007 Fr. 44'291.-- betrage. Daraus
resultiere ein IV-Grad von 40.59%, weshalb ihm auch über den 30. September
2008 hinaus eine Viertelsrente der Invalidenversicherung zustehe.
6. In ihrer Vernehmlassung vom 9. September 2009 beantragte die IV-Stelle die
Abweisung der Beschwerde. Begründend wurde ausgeführt, dass auf das
Gutachten von Dr. med. ... abzustellen sei, welches im Wesentlichen mit dem
Bericht des RAD übereinstimme. Danach sei der Beschwerdeführer in seiner
Tätigkeit als EDV-Spezialist (genauer: Helpdesk-Mitarbeiter) mit ergonomisch
eingerichtetem Arbeitsplatz als auch in anderen adaptieren Tätigkeiten bei
voller Stundenpräsenz zu 75% arbeitsfähig. Zur Forderung des
Beschwerdeführers, eine EFL durchzuführen, hielt die IV-Stelle fest, dass im
vorliegenden Fall trotz grundsätzlicher Eignung darauf verzichtet werden
könne. Dr. med. ... stütze sich bei der Beurteilung der verbleibenden
Arbeitsfähigkeit nebst den Angaben des Versicherten und dem Ergebnis der
eigenen Funktionsprüfung insbesondere auch auf Röntgenuntersuchungen
sowie auf das MRI. Die daraus gezogene fachärztliche Schlussfolgerung,
wonach dem Beschwerdeführer eine adaptierte Arbeit ganztägig zu 75%
zumutbar sei, sei nachvollziehbar. Gegen die Durchführung einer EFL
spreche ausserdem, dass der Beschwerdeführer in seiner Tätigkeit als
Helpdesk-Mitarbeiter eben gerade keine manuellen Tätigkeiten verrichten
müsse, die mit der Evaluation eingeschätzt werden könnten. Zwar könnte eine
EFL bezüglich des angestammten Berufes als PC-Supporter Erkenntnisse zur
Arbeitsfähigkeit bringen aber entgegen den Ausführungen in der
angefochtenen Verfügung sei für die Festlegung des Invalideneinkommens
auf das als Helpdesk-Mitarbeiter in einem vollen Pensum und bei 75%-iger
Leistungsfähigkeit erzielbare Einkommen abzustellen. Sowohl Dr. med. ... als
auch die Ärztin des RAD hätten zu Recht die bereits damals ausgeübte
behinderungsangepasste Tätigkeit als Helpdesk-Mitarbeiter als angestammte
Tätigkeit angenommen, weshalb sie auch keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit
in der vorherigen Tätigkeit als PC-Supporter gemacht hätten. Abschliessend
hielt die IV-Stelle fest, dass der Beschwerdeführer in der heutigen Tätigkeit
als Helpdesk-Mitarbeiter bzw. in einer anderen adaptieren Tätigkeit zu 75%
bei voller Stundenpräsenz arbeitsfähig sei und diese Arbeitsfähigkeit auf dem
Arbeitsmarkt invalidenrechtlich auch verwertbar sei. Ausserdem treffe den
Beschwerdeführer eine Schadenminderungspflicht. Es sei daher davon
auszugehen, dass es diesem zumutbar sei, ein Invalideneinkommen im
Umfang von Fr. 55'914.10 zu erzielen, woraus ein IV-Grad von lediglich 25%
resultiere und demnach kein Rentenanspruch bestehe. Dasselbe Resultat
(bzw. gar einen tieferen IV-Grad von 23.2%) ergebe sich bei der
Berücksichtigung des Tabellenlohns (Anforderungsniveau 3) gemäss der vom
Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung 2006 (LSE), wobei kein Anspruch auf einen
Leidensabzug bestehe.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der
eidgenössischen Invalidenversicherung vom 12. Juni 2009. Streitig und zu
prüfen ist, ob dem Beschwerdeführer die Viertelsrente zu Recht per 30.
September 2008 beschränkt wurde, oder ob er auch nach diesem Datum noch
einen Anspruch darauf hätte.
2. Eine IV-Rente kann nur gewährt werden, wenn eine Invalidität vorliegt. Als
Invalidität gilt gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in
Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) die durch einen körperlichen oder
geistigen Gesundheitsschaden verursachte voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG hat ein
Versicherter Anspruch auf eine ganze Rente, wenn er mindestens 70%, auf
eine Dreiviertelsrente, wenn er mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn
er mindestens 50% oder auf eine Viertelsrente, wenn er mindestens 40%
invalid ist. Für die Bestimmung des IV-Grads wird gemäss Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das der Versicherte nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das er erzielen könnte, wenn er
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
3. a) Während das Valideneinkommen im vorliegenden Fall unbestritten ist,
herrscht Uneinigkeit bezüglich des Invalideneinkommens. Im Gegensatz zu
der Verfügung der Invalidenversicherung vom 12. Juni 2009 ist heute
allerdings unbestritten, dass für die Festsetzung des Invalideneinkommens
auf die aktuelle adaptierte Tätigkeit als Helpdesk-Mitarbeiter abzustellen ist.
Aus den Unterlagen geht diesbezüglich hervor, dass der Grundlohn für 100%
offenbar trotz Stellenanpassung vom PC-Support zum Helpdesk-Mitarbeiter
unverändert geblieben ist. Daher stellt sich für die Bemessung des
Invalideneinkommens lediglich noch die Frage, welches Pensum dem
Beschwerdeführer zumutbar ist.
b) Mit Bezug auf Art. 4 Abs. 1 IVG ist festzuhalten, dass Gegenstand der
Invalidenversicherung nicht ein Gesundheitsschaden als solcher, sondern nur
eine durch einen Gesundheitsschaden verursachte Arbeits- und - resultierend
daraus - Erwerbsunfähigkeit sein kann. Als arbeitsunfähig gilt eine Person, die
infolge eines Gesundheitsschadens ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr, nur
noch beschränkt oder unter der Gefahr, ihren Gesundheitszustand zu
verschlimmern, ausüben kann. Der Grad der Arbeitsunfähigkeit wird laut der
Rechtsprechung nach dem Masse bestimmt, in welchem der Versicherte aus
gesundheitlichen Gründen in seinem angestammten Arbeitsplatz
zumutbarerweise nicht mehr nutzbringend tätig sein kann. Nicht massgebend
ist dagegen die bloss medizinisch-theoretische Schätzung der
Arbeitsunfähigkeit (BGE 111 V 239 E. 1b mit Hinweisen). Für die Gewährung
von IV-Leistungen müssen somit ein medizinisches Element
(Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) sowie ein
wirtschaftliches Element (dauerhafte oder länger dauernde
Erwerbsunfähigkeit) vorliegen. Sodann muss zwischen diesen Elementen ein
Kausalzusammenhang bestehen (Kreisschreiben über Invalidität und
Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH] ab 1. Januar 2008, N 1024
ff.; Thomas Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern
2003, S. 159 N 12 ff.).
c) Um die Arbeitsfähigkeit bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich
welcher Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen dem Versicherten noch zugemutet werden können
(BGE 132 V 99 f. E. 4; 125 V 261 E. 4).
Zur Beurteilung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit des Versicherten liegen
dem Gericht folgende Arztberichte und Gutachten vor, die sich wie folgt zu
der verbleibenden Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers äussern:
 Arztbericht des Dr. med. ..., Allgemeine Medizin FMH, 4. Februar 2008:
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als EDV-Supporter sei der Versicherte
wie folgt arbeitsunfähig: 100% vom 21. August bis 29. Oktober 2006, 50%
vom 30. Oktober bis 27. November 2006, 20% vom 28. November 2006
bis 3. Juli 2007, 100% vom 4. Juli bis 19. August 2007 und 50% seit dem
20. August 2007. Die gesundheitliche Störung beim Versicherten bewirke,
dass er keine Gewichte über ca. 5 kg mehr tragen, und überhaupt keine
Gewichte heben oder auf dem Boden verschieben könne. Erforderlich
seien ein regelmässiger Stellungswechsel sowie diverse Arbeitshilfen.
Nicht mehr möglich sei dem Versicherten der Support an auswärtigen
EDV-Anlagen. Insgesamt sei ihm die bisherige Tätigkeit noch in einem
zeitlichen Rahmen von täglich fünf Stunden zumutbar, wobei eine
verminderte Leistungsfähigkeit im Ausmass von 70 bis 80% bestehe.
Schliesslich führt der Arzt aus, dass der aktuelle Arbeitsplatz der
Behinderung des Versicherten gut angepasst sei und dessen Leistung an
einem anderen Arbeitsplatz nicht besser wäre.
 Arztbericht der RAD-Ärztin ..., Fachärztin für Physikalische Therapie und
Rehabilitationsmedizin, 16. Juli 2008: Der Versicherte habe sich über die
Invalidenversicherung 2001 bis 2003 zum EDV-Spezialisten umschulen
lassen und führe diese Arbeit seit Juli 2002 im ... aus. Aktuell arbeite er
während vier Stunden am Vormittag und einer am Nachmittag, was
ungefähr 60% entspreche. Bei der Arbeit als EDV-Spezialist handle es
sich um eine wechselnde Tätigkeit mit der Möglichkeit der
Selbsteinteilung. Ausserdem sei auch der Arbeitsplatz ergonomisch
eingerichtet. Bei ausreichendem Funktionszustand der Wirbelsäule sowie
fehlenden motorischen Defiziten, betrage die zumutbare Arbeitsfähigkeit
80%, das heisse ein volles Pensum mit um 20% reduzierter
Leistungsfähigkeit, begründet durch zusätzlichen Pausenbedarf. Eine
stufenweise Erhöhung sei dabei erforderlich.
 Ärztliches Gutachten des Dr. med. ..., Spezialarzt für Orthopädische
Chirurgie FMH und Sportmedizin, 15. Dezember 2008: Nachdem der
Versicherte für einige Jahre als Werkzeugmacher gearbeitet habe, sei er
von der Invalidenversicherung zum PC-Supporter umgeschult worden
und sei seit 1993 (recte: 2002) als Mitarbeiter am Helpdesk IT-Technik
des ... Chur mit einem Pensum von 60% tätig. Nicht mehr vollumfänglich
zumutbar seien dem Versicherten körperlich schwere Arbeiten in kalter
und feuchter Umgebung, die mit häufigen inklinierten und reklinierten
sowie rotierten Körperhaltungen und dem regelmässigen Heben und
Tragen von Lasten über 10 kg verbunden seien und die vorwiegend
sitzend oder stehend und gehend ausgeübt werden müssen. Die
Arbeitsfähigkeit als EDV-Spezialist bei einem ergonomisch eingerichteten
Arbeitsplatz betrage aufgrund der Wirbelsäulenpathologie 75% bei voller
Stundenpräsenz. Die bisherige Tätigkeit als EDV-Spezialist mit
ergonomisch eingerichtetem Arbeitsplatz entspreche bereits einer
adaptierten Tätigkeit.
d) Während der Beschwerdeführer geltend macht, dass ihm lediglich die aktuelle
Tätigkeit im Umfang von 60% zumutbar sei und weitere Abklärungen (z.B.
EFL) notwendig seien, wird die mögliche Arbeitsfähigkeit durch den RAD auf
80% und durch Dr. med. ... auf 75%, aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs
jeweils bei voller Stundenpräsenz, festgesetzt. Der Beschwerdeführer führt
diesbezüglich aus, dass die Ärzte und Gutachter bei der Einschätzung seiner
Arbeitsfähigkeit vom falschen Sachverhalt ausgegangen seien und sie ihre
Beurteilung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit in Unkenntnis der effektiven
Belastung am Arbeitsplatz erlassen hätten.
Diese Ansicht teilt das Gericht nicht, sondern es geht davon aus, dass sowohl
der RAD als auch Dr. med. ... trotz teilweise unklarer Bezeichnung (EDV- /
PC-Spezialist) bei der Arbeitsfähigkeit von der jetzigen, adaptieren Tätigkeit
als Helpdesk-Mitarbeiter ausgingen und diese nicht bezüglich der früheren
Tätigkeit als PC-Supporter festlegten. Sie stützten ihre Einschätzungen der
Tätigkeit des Beschwerdeführers primär auf dessen Ausführungen. Ferner
verwiesen beide auf die ideale Einrichtung des Arbeitsplatzes und das
angepasste Tätigkeitsfeld, insbesondere die wechselnde Tätigkeit mit der
Möglichkeit der Selbsteinteilung. Aus diesen Ausführungen wird klar, dass
sich die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf die jetzige Tätigkeit als Helpdesk-
Mitarbeiter bezieht. Ausserdem führte auch Dr. med. ... in seinem Gutachten
(S. 3) ausdrücklich aus, dass der Beschwerdeführer als „Mitarbeiter am Help
Desk IT-Technik des ...“ tätig sei. Nicht erforderlich ist, dass in den Gutachten
auf die Anforderungen als PC-Supporter eingegangen wurde, zumal die
aktuelle Tätigkeit des Beschwerdeführers als Helpdesk-Mitarbeiter für die
Festlegung der Arbeitsfähigkeit relevant ist. Die Einschätzungen des RAD und
des Gutachters sind weitgehend übereinstimmend, umfassend, wurden
abgegeben gestützt auf eigene Untersuchungen und relevante Akten, sind frei
von Widersprüchen und erscheinen nachvollziehbar. Bei der Festsetzung des
Invalideneinkommens geht die Invalidenversicherung mit einer
Arbeitsfähigkeit von 75% vom tieferen der beiden Werte aus, was nicht zu
beanstanden ist.
e) Verlangt wird in der Beschwerde schliesslich, dass im Bezug auf die
ausgeführte Tätigkeit eine EFL durchgeführt wird.
Bei einer solchen EFL vergleicht die untersuchende Person die gezeigten
funktionellen Leistungen mit den physischen Anforderungen der häufigsten
Arbeiten am Arbeitsplatz und liefert schliesslich einen Schlussbericht ab.
Bemessen werden soll dadurch die Fähigkeit eines Individuums, manuelle
Tätigkeiten zu verrichten und es soll der Zeitraum abgeschätzt werden,
während dessen der Klient diese im Verlaufe eines ganzen Tages auszuüben
imstande ist (Bundesgerichtsentscheid 8C_547/2008 vom 16. Januar 2009,
E. 4.2). Wie die Invalidenversicherung diesbezüglich korrekt ausführt, ist eine
solche aufgrund der vorliegenden Konstellation jedoch weder notwendig noch
sinnvoll. Im Gegensatz zu der Tätigkeit als EDV-Supporter muss der
Beschwerdeführer in jener als Helpdesk-Mitarbeiter keine manuellen
Tätigkeiten ausführen, die mittels einer Evaluation eingeschätzt werden
können.
f) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Invalidenversicherung zur
Festlegung des Invalideneinkommens vom richtigen Sachverhalt
ausgegangen ist und die Arbeitsfähigkeit gestützt auf den Arztbericht und das
ärztliche Gutachten korrekt bei 75% festgesetzt hat. Zur Einschätzung dieses
Wertes wurde auch zu Recht keine EFL durchgeführt. Wie die
Invalidenversicherung richtig berechnet hat, ergibt sich demnach ein
Invalideneinkommen von Fr. 55'914.10. Wird dieser Betrag dem
Valideneinkommen im Betrage von Fr. 74'552.15 gegenübergestellt, so
resultiert ein IV-Grad von 25%. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht somit kein
Anspruch auf eine IV-Rente nach dem 30. September 2008. Die Beschwerde
ist daher abzuweisen.
4. a) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung
von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder
Verweigerung (inkl. Einstellungen) von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Diese Kosten werden jeweils nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert der Sache im Umfang von
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs dieses
Verfahrens rechtfertigt es sich vorliegend, dem unterliegenden
Beschwerdeführer Kosten von Fr. 700.-- zu überbinden. In Anbetracht der
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (hiernach lit. b) werden diese
Kosten vorliegend aber auf die Gerichtskasse genommen.
b) Es bleibt zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtspflege und –verbeiständung zu gewähren ist.
Gemäss Art. 61 lit. f ATSG muss das Recht, sich verbeiständen zu lassen,
gewährleistet sein. Wo die Verhältnisse es rechtfertigen, wird der Beschwerde
führenden Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt. Die
Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und
Rechtsverbeiständung sind in der Regel erfüllt, wenn der Prozess nicht
aussichtslos erscheint, die Partei bedürftig und die Verbeiständung durch
einen Anwalt oder eine Anwältin notwendig oder doch geboten ist (BGE 125
V 202 E. 4a mit Hinweisen). Als aussichtslos gelten Verfahren, bei denen die
Gewinnchancen beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahr und daher
kaum mehr als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein
Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und
Verlustgefahr ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind
als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt,
sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine
Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht
führen würde, nicht allein deshalb anstrengen können, weil er nichts kostet
(BGE 122 I 271 E. 2b; Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage 2009, Art. 61 N
102 ff.).
Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist aufgrund der eingereichten Akten
ausgewiesen und auch die Beschwerde ist im Ganzen nicht von vornherein
als aussichtslos anzusehen, weshalb dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Prozessführung zu gewähren ist.
Die von der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers eingereichte
Honorarnote vom 23. September 2009 ist gemäss Art. 5 Abs. 1 der kantonalen
Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und
Rechtsanwälte (HV; BR 310.250) zu einem reduzierten Stundenansatz von
Fr. 200.-- zu genehmigen. Es ergibt sich daraus eine aussergerichtliche
Entschädigung von total Fr. 1'972.80 (Fr. 1'780.-- zzgl. Spesen von Fr. 53.40
zzgl. Fr. 139.40 [7.6% MWSt auf Fr. 1'833.40]).