Decision ID: 971dbcbe-0948-4ca3-8446-cefcc51d1814
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1975, wurde m
it Verfügung
der
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
vom 26. September 1997
(
Urk.
8/46
)
rückwirkend ab 1. Oktober 1996 bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Rente zugesproch
en, was im Rahmen der im August
1999 veranlassten Rentenrevi
sion
(
Urk.
8/49) am 18. Oktober 1999
bestätigt wurde
(
Urk.
8/52
/1-2
)
.
1.2
A
m 2
8. Februar 2002 (
Urk.
8/52/4
-5
)
mahnte die IV-Stelle den Versicherten
im Zuge von Eingliederungsbemühungen
bezüglich Mitwirkungspflichten
ab
, nach
dem
sein
Aufenthaltsort nicht festgestellt w
erden konnte (vgl.
Urk.
8/55/1-4
,
Urk.
8/56)
.
Sie forderte den Versicherten auf, bis spätestens 31. März 2002 mit ihr in Verbindung zu treten und stellte für
den Unterlassungsfall die Ein
stellung der IV-Rente in Aussicht.
Mit Beschluss vom 20. September 2002 (
Urk.
8/52/3 =
Urk.
7/1) sistierte die IV-Stelle die bisher ausgerichtete Invalidenrente per sofort gestützt auf Art. 7 und 31
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
.
1.3
Am
17. August 2011
meldete sich der Versicherte erneut bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
8/74)
. Die IV-Stelle holte in der Folge
einen
medi
zinischen Bericht (
Urk.
8/82), Arbeitgeberbericht
e
(
Urk.
8/79,
Urk.
8/81
) und
Auszüge aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
8/78,
Urk.
8/83)
ein und veranlasste beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) ein psychiatrisches Gutachten, welches am 17. April 2012 (
Urk.
8/87) erstattet wurde.
Mit
Verfügung vom 20. Juli 2012 (
Urk.
8/90 und
Urk.
8/96
=
Urk.
2) hob die IV-Stelle die Sistierung der Rentenleistungen
rückwirkend
ab
1. August 2011
auf.
2.
Gegen die Verfügung vom 20. Juli 2012 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 3. August 2012 Beschwerde (
Urk.
1) und
beantragte
die
Ausrichtung der
bisher sistierten Invalidenrente rückwirkend ab 1
. Mai 2006, zumindest aber seit
1. März 2009 (S. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 11. September 2012 (
Urk.
6) be
antragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde,
was dem Versicherten
am 1. November 2012 (
Urk.
9) zur Kenntnis gebracht wurde
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird in Anwendung von Art. 17
Abs.
1 des Bundesgesetzes
über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herab
gesetzt oder aufgehoben (sog. Rentenrevision). Formell rechtskräftige Verfügun
gen und
Einspracheentscheide
müssen gemäss Art. 53
Abs.
1 ATSG in (pro
zessuale) Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versi
cherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Be
weismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war. Zudem kann der Versicherungsträger nach Art. 53
Abs.
2 ATSG auf formell rechtskräftige Verfügungen oder
Einspracheentscheide
zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete in ihrer Verfügung vom Juli 2012 (
Urk.
2) die
Zusprache
eine
r ganzen Rente ab 1. August 2011
damit,
dass die
damals
seit 1996 ausgerichtete Rente
wegen unterbliebener
Mitwirkungspflicht im September 2002 sistiert worden sei. Nach
erneuter Anmeldung des Beschwerdeführer
s
im August 2011
sei der
Rentenansp
ruch erneut überprüft worden
. Da
ihm
aus ärztlicher Sicht weder die bisherige noch eine angepasste Tätigkeit zumutbar sei, sei ab 1. August 2011 die Sistierung aufgehoben und die ganze Rente wieder ausgerichtet worden (Verfügungsteil 2 S. 1 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde vom August 2012 (
Urk.
1) geltend, die bisher sistierte Rente sei rückwirkend ab
dem 1.
Mai 2006
,
zumin
dest aber seit dem 1
.
März 2009
,
wieder
vollumfänglich auszurichten, da er wegen seines schlechten psychischen Zustandes nicht in der Lage gewesen sei, sich bei de
r Beschwerdegegnerin zu melden
.
Seit März 2009 erhalte er wirt
schaftliche Sozialhilfe der Gemeinde
A._
und im August 2009 sei eine erneute Beistandschaft für ihn errichtet worden
(S. 1 f.)
.
2.3
Streitig und zu prüfen ist die Frage, ab welchem Zeitpunkt die Rentenzahlungen wieder aufzunehmen sind.
3.
3.
1
Mit Sistierung
der seit 1996 laufenden Rente im Jahr 2002
wurde die mangeln
de
Kooperation
des Beschwerdeführers, welche
sich insbesondere in einem un
bekannten Aufenthaltsort äusserte,
sanktioniert
(
Urk.
8/52/3)
.
Vorgängig wurde er auf seine Auskunfts- und Meldepflichten aufmerksam gemacht und der all
fällige Entzug der IV-Rente bei Unterlassung der Mitwirkung wurde ihm ange
droht (
Urk.
8/52/4-5).
Die Sistierung wurde rechtskräftig verfügt. Anhalts
punkte, welche sie als zweifellos unrichtig erscheinen lassen würde, weshalb darauf unter Umständen zurückzukommen wäre (vgl. vorstehend E. 1), liegen keine vor und wurden auch nicht geltend gemacht.
Erst mit
Neuanmeldung des Beschwerdeführers zum Leistungsbezug
im August 2011
(
Urk.
8/74)
entfiel dieser Sistierungsgrund,
da erst ab diesem Zeitpunkt wieder Klarheit über den Aufenthalt des Beschwerdeführers herrschte
.
Dass der Beschwerdeführer
bereits
zu einem früheren Zeitpunkt in
A._
Wohnsitz nahm und Sozialhilfe bei dieser Gemeinde bezog
(vorstehend E. 2.2),
hat darauf keinen Einfluss. So trifft die Beschwerdegegnerin keinerlei Verpflichtung
, den Aufenthaltsort
von Versicherten
von sich aus zu ermitteln.
3.2
Aufgrund des Gesagten erweist sich
die Wiederausrichtung der Rente ab
Zeit
punkt der
Neuanmeldung
bei der Invalidenversicherung im
August 2011
als rechtens
, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
4.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
5
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Be
schwerdeführer aufzuerlegen.