Decision ID: 97b3eaa8-f5a8-57d1-8c65-aa6f46104390
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Am 30. März 2018 gelangte A._, vertreten durch B._ (nach-
folgend: Kunde), an die Stiftung ombudscom, Schlichtungsstelle Telekom-
munikation (nachfolgend: ombudscom), und ersuchte um Durchführung ei-
nes Schlichtungsverfahrens. Zur Begründung führte er aus, die Fernmel-
dedienstanbieterin Swisscom (Schweiz) AG (nachfolgend: Swisscom)
habe ihm einen Betrag von Fr. 377.50 für Online Einkäufe und SMS Mehr-
wertdienste in Rechnung gestellt. Auf seine Intervention hin habe die
Swisscom zwar auf die Geltendmachung der Forderung verzichtet, statt-
dessen habe er nun aber direkt eine Mahnung von der in Bulgarien sess-
haften Bomro EOOD in Höhe von Fr. 317.50 für SMS Mehrwertdienste
(Chat Service) über die Kurznummer XXXX, registriert auf die eruxo llc,
erhalten. Als Ziel des Schlichtungsverfahrens gab A._ an, dass die
Forderung zu annullieren sei, da er den Chat Service nicht genutzt habe.
B.
Die ombudscom teilte dem Kunden mit E-Mail vom 3. April 2018 mit, dass
gegen die eruxo IIc als Nummerninhaberin der Kurznummer XXXX kein
Schlichtungsverfahren eingeleitet werden könne, da diese lediglich als
technischer Anbieter zu qualifizieren sei. Der Mehrwertdienst werde effek-
tiv von der Bomro EOOD erbracht. Allerdings sei auch die Einleitung eines
Verfahrens gegen Letztere nicht möglich, da diese nicht auf der Rechnung
der Swisscom aufgeführt worden sei. Vielmehr habe die Bomro EOOD die
ausstehende Forderung selbständig beim Kunden eingefordert. Der Kunde
könne sich jedoch bei der Swisscom beschweren, da die direkte Rech-
nungsstellung durch die Bomro EOOD aufgrund eines Chargebacks
(Rückbelastung) durch die Swisscom erfolgt sei.
C.
Nachdem die Swisscom den Kunden darauf hingewiesen hatte, dass in
Bezug auf die Mehrwertdienste die eruxo IIc seine Vertragspartnerin sei,
forderte der Kunde Letztere mit E-Mail vom 23. April 2018 auf, ihm nähere
Informationen zum betreffenden Mehrwertdienst zukommen zu lassen. Die
eruxo Ilc teilte dem Kunden gleichentags mit, dass die Bomro EOOD den
Mehrwertdienst erbringe. Die eruxo llc hingegen ermögliche lediglich die
technische Abwicklung der Rechnungsstellung über die Fernmelderech-
nung des Kunden. Nachdem sowohl sie als auch die Swisscom auf die
betreffende Forderung verzichtet hätten, habe sie keinen Einfluss auf die
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Rechnungsstellung der Bomro EOOD und könne auch keine näheren In-
formationen geben.
D.
Am 27. April 2018 leitete die ombudscom ein Schlichtungsverfahren ein
und forderte die Swisscom zur Stellungnahme auf.
E.
Die Swisscom wies die ombudscom am 14. Mai 2018 im Wesentlichen da-
rauf hin, dass der Kunde mit der Aktivierung des Mehrwertdienstes direkt
mit der eruxo Ilc und nicht mit ihr als Netzanbieterin einen Vertrag abge-
schlossen habe. Da der Kunde die Rechtmässigkeit der Forderung bestrit-
ten habe, habe sie auf das Inkasso verzichtet und stattdessen der eruxo llc
die zur separaten Rechnungsstellung benötigten Daten zugestellt.
F.
Am 18. Juni 2018 teilte die ombudscom der eruxo Ilc mit, dass sie als Mehr-
wertdienstanbieterin verpflichtet sei, am Schlichtungsverfahren teilzuneh-
men und forderte sie zur Stellungnahme auf. Gleichentags bestritt die
eruxo Ilc die Voraussetzungen für ein Schlichtungsverfahren gegen sie,
insbesondere bestehe keine Streitigkeit mit dem Kunden, da sie auf die
Forderung verzichtet habe. Auch habe sie die Bomro EOOD nicht damit
beauftragt, die Forderung geltend zu machen. Sie könne daher zum
Schlichtungsbegehren des Kunden keine weitere Stellungnahme abgeben.
G.
Am 7. August 2018 unterbreitete die ombudscom dem Kunden und der
eruxo Ilc einen Schlichtungsvorschlag, welcher die Überweisung eines Be-
trags in Höhe von Fr. 158.75 an den Kunden durch die eruxo Ilc als Vor-
schlag auswies. Zudem habe die eruxo Ilc die Bomro EOOD anzuweisen,
das gegen den Kunden eingeleitete Inkassoverfahren zurückzuziehen.
Nachdem die eruxo Ilc innert Frist keine Stellungnahme zum Schlichtungs-
vorschlag eingereicht hatte, schloss die ombudscom das Schlichtungsver-
fahren als gescheitert ab.
H.
Mit Verfügung vom 20. November 2018 sowie Rechnung gleichen Datums
auferlegte die ombudscom der eruxo Ilc eine Verfahrensgebühr in Höhe
von Fr. 1'623.– zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer, insgesamt ausmachend
Fr. 1'747.95.
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I.
Mit Eingabe vom 7. Januar 2019 erhebt die eruxo Ilc (nachfolgend: Be-
schwerdeführerin) gegen die Verfügung und die darauf basierende Rech-
nung der ombudscom (nachfolgend: Vorinstanz) Beschwerde beim Bun-
desverwaltungsgericht und beantragt deren Aufhebung. Zur Begründung
bringt sie vor, dass die Vorinstanz mangels Vorliegen der Eintretensvoraus-
setzungen kein Schlichtungsverfahren habe einleiten dürfen. Einerseits be-
streitet sie im vorliegenden Fall ihre Passivlegitimation, da sie die Forde-
rung gegenüber dem Kunden habe fallen lassen und somit kein Mehrwert-
dienst mehr bestehe. Folglich fehle es auch an einer zivilrechtlichen Strei-
tigkeit zwischen den Parteien. Stattdessen sei die Bomro EOOD als pas-
sivlegitimiert zu betrachten. Andererseits macht sie geltend, dem Schlich-
tungsbegehren sei kein Einigungsversuch vorausgegangen und die Nut-
zung des Mehrwertdienstes durch den Kunden sei überdies eindeutig be-
legt.
J.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 28. März 2019 die
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Sie weist die
Vorbringen der Beschwerdeführerin zurück und macht geltend, diese sei
als Mehrwertdienstanbieterin im Sinne des Fernmelderechts zu betrach-
ten. Da die Forderung von der Bomro EOOD nach wie vor geltend gemacht
werde, der Kunde diese jedoch bestreite, bestehe nach wie vor eine zivil-
rechtliche Streitigkeit. Die Handlungen der Bomro EOOD habe sich die Be-
schwerdeführerin anrechnen zu lassen. Zudem habe ein Einigungsversuch
stattgefunden. Verbindungsnachweise würden schliesslich nicht zweifellos
den Tatsachen entsprechen. So habe sie in ihrer jahrelangen Praxis immer
wieder feststellen müssen, dass insbesondere Mehrwertdienstleistungen
zu Unrecht auf der Fernmelderechnung erschienen seien, wie den von ihr
eingereichten Fallbeispielen entnommen werden könne.
K.
Die Beschwerdeführerin nimmt mit Eingabe vom 26. April 2019 Stellung
zur Vernehmlassung der Vorinstanz. Sie hält an ihren Rechtsbegehren fest
und macht einige präzisierende oder ergänzende Ausführungen.
L.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten be-
findlichen Schriftstücke wird – soweit entscheidrelevant – im Rahmen der
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern eine Vorinstanz im Sinne
von Art. 33 VGG entschieden hat und keine Ausnahme nach Art. 32 VGG
gegeben ist.
Die Vorinstanz ist die Schlichtungsstelle der Telekombranche. Es handelt
sich dabei um eine ausserhalb der Bundesverwaltung stehende Organisa-
tion, welche in Erfüllung der ihr übertragenen öffentlich-rechtlichen Aufga-
ben des Bundes verfügt (vgl. Art. 12c Abs. 1 des Fernmeldegesetzes vom
30. April 1997 [FMG, SR 784.10] und Art. 42 Abs. 1 i.V.m. Art. 49 Abs. 4
der Verordnung über Fernmeldedienste vom 9. März 2007 (FDV; SR
784.101.1). Folglich ist sie eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts
im Sinne von Art. 33 Bst. h VGG (vgl. BVGE 2010/34 E. 1.3; Urteil des
BVGer A-4129/2016 vom 14. Dezember 2017 E. 1.2 m.w.H.). Die ange-
fochtene Verfügung ist ein zulässiges Anfechtungsobjekt (BVGE 2010/34
E. 1.2; statt vieler: Urteil des BVGer A-4211/2014 E. 1.3 m.w.H.). Eine Aus-
nahme gemäss Art. 32 VGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwal-
tungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig ist.
Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem
VwVG, sofern das VGG nichts anderes vorsieht (Art. 37 VGG).
1.2 Zur Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht ist nach Art. 48 Abs. 1
VwVG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat
oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Bst. a), durch die ange-
fochtene Verfügung besonders berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges
Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Bst. c).
Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen.
Als Adressatin der angefochtenen Verfügung, mit welcher ihr Gebühren
auferlegt werden, ist sie sowohl formell als auch materiell beschwert, wes-
halb sie zur Beschwerde legitimiert ist.
1.3 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl.
Art. 50 und Art. 52 VwVG) ist daher einzutreten.
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2.
Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf
Rechtsverletzungen, einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-
stellung des rechterheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Aus-
übung des Ermessens (Art. 49 Bst. a und b VwVG). Zudem prüft es die
Verfügung auf Angemessenheit hin (Art. 49 Bst. c VwVG). Es wendet das
Recht von Amtes wegen an und ist an die Begründung der Parteien nicht
gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG).
3.
Wie erwähnt, ist vorliegend streitig, ob die Vorinstanz auf das Schlichtungs-
begehren des Kunden hätte eintreten dürfen. Darf die Vorinstanz mangels
Eintretensvoraussetzungen ein Schlichtungsverfahren nicht einleiten, so
fehlt der Gebührenverfügung die Grundlage und sie ist aufzuheben (Urteil
des BVGer A-4211/2014 vom 28. Mai 2015 E. 3.2; Urteil des BGer
2C_781/2011 vom 20. Februar 2012 E. 4.4).
3.1 Die Schlichtungsstelle ist gemäss Art. 12c Abs. 1 FMG i.V.m. Art. 43
Abs. 1 FDV für zivilrechtliche Streitigkeiten zwischen Kundinnen und Kun-
den und ihren Anbieterinnen von Fernmelde- oder Mehrwertdiensten zu-
ständig. Art. 8 des Verfahrens- und Gebührenreglements der Vorinstanz
vom 1. Juli 2013 regelt die Eintretensvoraussetzungen für ein Schlich-
tungsverfahren. Er bestimmt, dass ein Begehren um Durchführung eines
Schlichtungsverfahrens eingereicht werden muss (Bst. a), dass im Schlich-
tungsbegehren die Anstrengung, mit der Gegenpartei eine Einigung zu fin-
den, glaubhaft darzulegen ist (Bst. b), dass das Schlichtungsbegehren
nicht offensichtlich missbräuchlich sein darf (Bst. c), dass nicht in derselben
Sache bereits ein Schlichtungsverfahren abgeschlossen worden ist (Bst.
d) und dass sich mit der gleichen Sache kein Gericht oder Schiedsgericht
befasst oder befasst hat (Bst. e). Diese Bestimmungen finden ihre Grund-
lage weitgehend in Art. 45 Abs. 2 FDV.
3.2 Die Beschwerdeführerin bestreitet zunächst ihre Passivlegitimation im
fraglichen Schlichtungsverfahren. Sie macht geltend, dass sie auf die For-
derung gegenüber dem Kunden verzichtet und ihm darüber hinaus zugesi-
chert habe, keine neuen Forderungen mehr in Rechnung zu stellen. Da
somit kein Schlichtungsbedarf mehr bestanden habe, sei die Vorinstanz
nicht mehr zuständig gewesen.
3.2.1 Wie die Vorinstanz richtig ausführt, gelten nach Art. 36 Abs. 3bis FDV
die Inhaberinnen und Inhaber von Nummern gemäss Art. 36 Abs. 2 und 3
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FDV, die für die Bereitstellung von Mehrwertdiensten verwendet werden,
als Anbieterinnen dieser Dienste, und zwar – wie ausdrücklich festgehalten
wird – auch dann, wenn sie diese nicht selbst anbieten (vgl. Urteil des
BVGer A-6762/2013 vom 13. April 2015 E. 5.2). Der Verordnungsgeber
wollte mit dieser Fiktion gewährleisten, dass die Inhaberinnen und Inhaber
der erwähnten Nummern trotz der möglichen Vielzahl von an der Bereit-
stellung der Dienste beteiligten Akteuren sowie ungeachtet der Frage, ob
sie diese Dienste selbst erbringen, generell-abstrakt und einfach als Diens-
tanbieterinnen bestimmt werden können (vgl. Erläuterungsbericht des De-
partements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK zur
FDV vom 9. März 2007 S. 10 [nachfolgend: Erläuterungsbericht UVEK];
Erläuterungsbericht des Bundesamtes für Kommunikation BAKOM zur Re-
vision von Verordnungen zum FMG vom 13. Februar 2014 S. 5). Somit
steht für den Kunden, welcher ein Schlichtungsverfahren vor der
Vorinstanz einleiten möchte, klar fest, gegen wen er vorzugehen hat.
3.2.2 Der vorliegende Mehrwertdienst wurde über SMS bereit gestellt,
weshalb dafür gemäss Art. 36 Abs. 3 FDV eine Kurznummer nach den Art.
15a-15f der Verordnung vom 6. Oktober 1997 über die Adressierungsele-
mente im Fernmeldebereich (AEFV; SR 784.104) verwendet werden muss.
Für SMS/MMS-Dienste werden die einzelnen Kurznummern von den Fern-
meldedienstanbietern den jeweiligen Anbietern von Mehrwertdiensten zu-
geteilt. Vorliegend war die Beschwerdeführerin im betreffenden Zeitpunkt
bei der Fernmeldedienstanbieterin Swisscom mit der Kurznummer XXXX
registriert. Die genannte Nummer erfüllt die formellen Erfordernisse von
Art. 15b AEFV. Da somit die Beschwerdeführerin als Nummerinhaberin die
Qualifikation als Mehrwertdienstanbieterin im Sinne von Art. 36 Abs. 3bis
FDV erfüllt, hat sie die damit verbundenen fernmelderechtlichen Pflichten,
so insbesondere die Pflicht zur Teilnahme an einem Schlichtungsverfahren
vor der Vorinstanz (vgl. Art. 47 Abs. 1 FDV), wahrzunehmen. Für die Frage
der Parteistellung im Schlichtungsverfahren ist somit im vorliegenden Fall
nicht von Bedeutung, wer den Mehrwertdienst effektiv erbracht hat. Soweit
die Beschwerdeführerin nun einwendet, dass sie auf die Geltendmachung
der Forderung gegenüber dem Kunden verzichtet habe, so kann sie sich
damit nicht ihrer Teilnahmepflicht gemäss Art. 47 Abs. 1 FDV entziehen.
Stellt sie ihre Nummer einem Dritten zur Nutzung zur Verfügung und be-
steht dieser auf der bestrittenen Forderung, so liegt nach wie vor eine zivil-
rechtliche Streitigkeit vor. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, kann eine
Mehrdienstanbieterin nicht dadurch ihre gesetzliche Pflicht umgehen, dass
sie selbst auf die Geltendmachung der Forderung verzichtet und stattdes-
https://www.swisslex.ch/doc/aol/0ea0ad50-4a29-4068-8d15-acc13e8151f6/c37a273a-299e-4b64-8adc-b7ce237734e8/source/document-link https://www.swisslex.ch/doc/lawdoc/2af2c48f-64ee-4ee3-af3f-da5550cb19bd/source/document-link https://www.swisslex.ch/doc/aol/a34a2823-1e74-4703-a725-9c5b6f1fca50/2af2c48f-64ee-4ee3-af3f-da5550cb19bd/source/document-link
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sen der Drittperson die zur separaten Rechnungsstellung notwendigen An-
gaben mitteilt. Wenn also vorliegend die Bomro EOOD eine – ursprünglich
von der Fernmeldedienstanbieterin in Rechnung gestellte – Forderung auf-
grund der Inanspruchnahme eines Mehrwertdienstes über die Nummer der
Beschwerdeführerin geltend macht und der Kunde deren Rechtmässigkeit
bestreitet, ist die Beschwerdeführerin als Mehrwertdienstanbieterin von der
Streitigkeit betroffen und hat folglich Parteistellung im fraglichen Schlich-
tungsverfahren. Auch wenn sich die Beschwerdeführerin geweigert hat, am
Schlichtungsverfahren mitzuwirken, hat sie die Verfahrensgebühren zu be-
zahlen (vgl. Erläuterungsbericht UVEK, S. 18). Die Rüge der Beschwerde-
führerin erweist sich damit als unbegründet.
3.3 Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, dass zwischen ihr und dem
Kunden kein Einigungsversuch stattgefunden habe, da dieser von ihr kei-
nen Rechnungsverzicht der Bomro EOOD verlangt habe.
3.3.1 Wie erwähnt, muss die das Schlichtungsbegehren einreichende Par-
tei zuvor versucht haben, sich mit der anderen Streitpartei zu einigen (vgl.
E. 3.1). Damit soll verhindert werden, dass sich Kundinnen und Kunden bei
Problemen an die Schlichtungsstelle wenden, die rasch und einfach gelöst
werden könnten, wenn sie sich direkt an die Anbieterin von Mehrwertdiens-
ten wenden würden (vgl. Erläuterungsbericht UVEK, S. 17). Gemäss der
auf der Webseite der Vorinstanz veröffentlichten Behördenpraxis gilt ein
Einigungsversuch insbesondere als gescheitert, wenn der Anbieter ein kla-
res und einigermassen plausibles Beanstandungsschreiben des Kunden
ignoriert, d.h. nicht darauf eingeht und kein Interesse an einer Lösung zeigt
oder wenn der Anbieter neue Fakten und Erklärungen vorbringt und eine
Einigung ausdrücklich oder sinngemäss ablehnt (vgl. Praxis Eintretensvo-
raussetzungen Ziff. 3.1.1., < https://de.ombudscom.ch/praxis-zu-den-ein-
tretensvoraussetzungen/ >, abgerufen am 11. Juli 2019).
3.3.2 Der Kunde reichte der Vorinstanz vor der Einleitung des Schlich-
tungsverfahrens eine E-Mail-Korrespondenz zwischen ihm und der Be-
schwerdeführerin vom 23. April 2018 sowie eine solche mit der Bomro
EOOD vom 27./28. März 2018 ein. In seiner E-Mail vom 27. März 2018 an
die Bomro EOOD beanstandete er den Bestand der Forderung, da er den
Chat Service nicht genutzt habe. Die Bomro EOOD erklärte dem Kunden
daraufhin im Wesentlichen, dass sie an ihrer Forderung festhalte und bei
Nichtbezahlung ein Betreibungsverfahren einleiten werde. Schliesslich
wandte sich der Kunde mit E-Mail vom 27. April 2018 an die Beschwerde-
führerin und informierte sie über die Korrespondenz mit der Bomro EOOD,
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woraufhin die Beschwerdeführerin antwortete, dass sie der Bomro EOOD
lediglich die technische Abwicklung der Rechnungsstellung über die Fern-
melderechnung ermögliche. Zudem habe sie die Forderung fallengelas-
sen, weshalb sie darauf keinen Einfluss mehr habe.
Es kann damit nicht gesagt werden, dass es an einem Einigungsversuch
des Kunden gefehlt hat. Der vorgängig direkt mit der Bomro EOOD einge-
leitete Einigungsversuch scheiterte, da diese ausdrücklich klarstellte, nicht
auf die Forderung zu verzichten. Nachdem der Kunde somit direkt gegen-
über der Bomro EOOD die Forderung beanstandet und von ihr – ohne Er-
folg – einen Rechnungsverzicht verlangt hatte, ist es nachvollziehbar, wenn
er einen solchen nicht auch noch von der Beschwerdeführerin forderte, zu-
mal diese auch zu erkennen gab, dass sie darauf keinen Einfluss nehme.
Demnach durfte der Kunde davon ausgehen, dass er weder mit der Bomro
EOOD noch der Beschwerdeführerin eine Verhandlungslösung erreichen
kann. Die Vorinstanz hat damit zu Recht einen gescheiterten Einigungsver-
such bejaht, womit sich die Beschwerde auch in diesem Punkt als unbe-
gründet erweist.
3.4 Schliesslich führt die Beschwerdeführerin an, die Verbindungsnach-
weise würden eine Nutzung des Mehrwertdienstes durch den Kunden klar
belegen, weshalb die Vorinstanz auch aus diesem Grund von einer Einlei-
tung des Verfahrens hätte absehen müssen. Die Beschwerdeführerin stellt
sich damit sinngemäss auf den Standpunkt, dass das Schlichtungsbegeh-
ren offensichtlich missbräuchlich gewesen sei.
3.4.1 Die Vorinstanz nimmt gemäss ihrer Behördenpraxis eine offensichtli-
che Missbräuchlichkeit dann an, wenn mit einem Schlichtungsverfahren
ausschliesslich Zwecke verfolgt werden, die in keinem Zusammenhang mit
dem Schlichtungsverfahren gemäss Verfahrens- und Gebührenreglement
stehen, wenn also der durch die begehrende Partei verfolgte Zweck oder
Nutzen mit einem Schlichtungsverfahren gar nicht erreicht werden kann
(< https://de.ombudscom.ch/praxis-zu-den-eintretensvoraussetzungen/ >,
abgerufen am 11. Juli 2019).
3.4.2 Grundsätzlich muss nach der allgemeinen Lebenserfahrung davon
ausgegangen werden, dass technische Aufzeichnungen korrekt sind (sog.
Tatsachenvermutung, vgl. SIMON FAIVRE, Der Telekommunikationsvertrag,
Bern 2005, S. 124). Die Vorinstanz hat indes überzeugend dargetan, dass
diese Vermutung insbesondere bei Mehrwertdienstleistungen nicht immer
zutrifft und Verbindungsnachweise daher grundsätzlich nicht als alleiniger
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Beweis für die tatsächliche Anwahl der Nummer für Mehrwertdienste die-
nen können. Ebenso kann es vorkommen, dass die Mehrwertdienstnum-
mer zwar tatsächlich gewählt wurde, der Mehrwertdienst jedoch nicht den
vertraglichen Vereinbarungen entspricht oder die gesetzlichen Bestimmun-
gen nicht einhält. Daraus folgt, dass Verbindungsnachweise allein nicht zur
Annahme einer offensichtlichen Missbräuchlichkeit eines Schlichtungsbe-
gehrens führen. Hierzu bedarf es weiterer Umstände, welche offensichtlich
belegen, dass die Mehrwertdienste wissentlich und willentlich in Anspruch
genommen wurden und sich die entsprechenden Forderungen auch als
rechtmässig erweisen. Zwar lagen im vorliegenden Fall Verbindungsnach-
weise vor, welche eine Nutzung des Mehrwertdienstes durch den Kunden
nahelegen. Aufgrund der Umstände des vorliegenden Falls rechtfertigte es
sich jedoch, auf das Schlichtungsbegehren einzutreten und den in Rech-
nung gestellten Chat Service näher zu prüfen, um feststellen zu können,
ob ein rechtsgültiger Vertrag zustande gekommen ist und die vertraglichen
Vereinbarungen sowie die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten wur-
den.
4.
Zusammengefasst ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass
die Vorinstanz die Eintretensvoraussetzungen zu Recht bejaht hat, wes-
halb sich die der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 20. Novem-
ber 2018 auferlegte – in der Höhe von ihr nicht bestrittene – Verfahrensge-
bühr als rechtmässig erweist. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
5.
5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens gilt die Beschwerdeführerin als
unterliegend, weshalb sie die Verfahrenskosten zu tragen hat (Art. 63
Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 800.– festzusetzen (Art. 1 ff. des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der von der Be-
schwerdeführerin einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur
Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet.
5.2 Angesichts ihres Unterliegens hat die Beschwerdeführerin keinen An-
spruch auf eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1
VGKE). Dasselbe gilt für die Vorinstanz als Behörde (Art. 7 Abs. 3 VGKE).
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