Decision ID: e556e98d-7057-591d-8aa3-e1ea9f434f11
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer ersuchte am 17. Februar 2020 um Asyl. Anlässlich
der Personalienaufnahme vom 21. Februar 2020, der Befragung vom
27. April 2020 und der Anhörung vom 8. Juli 2020 machte er im Wesentli-
chen Folgendes geltend:
Er sei sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie und habe seit
Geburt mit seiner Familie in B._ bei C._ gelebt. Im Juni 2018
habe es in seinem Dorf einen Sportanlass gegeben, wofür er eine Hütte
dekoriert habe, die wie ein Tiger ausgesehen habe. Wegen der Ähnlichkeit
seiner Dekoration zum Tiger-Logo sei er von einem ehemaligen Freund
namens D._, welcher der Aava-Gruppe angehört habe, bei der Po-
lizei angezeigt worden. Die Polizei habe ihn zu einer Befragung vorgela-
den, ihn gefragt, ob er Verbindungen zu den LTTE (Liberation Tigers of
Tamil Eelam) habe und ihn beschuldigt, er würde versuchen, diese Bewe-
gung wiederaufzubauen. Schliesslich sei er verwarnt und gehen lassen
worden. Aus diesem Grund habe er die Schule nicht mehr weiter besuchen
können, weshalb er das A-Level nicht abgeschlossen habe. Er sei fortan
meistens zuhause geblieben und habe Zeit mit seinen Freunden verbracht.
Er sei ständig von der Polizei beobachtet und immer wieder kontrolliert
worden.
Am (...) 2018 sei er von einem Studenten namens E._, den er vom
Cricket spielen her gekannt habe, angefragt worden, ob er an der Univer-
sität Flugblätter für den bevorstehenden Märtyrertag verteilen würde. Er
habe sofort zugesagt und am darauffolgenden Tag zusammen mit einem
Freund namens F._ diese Flugblätter an der Universität verteilt.
Während der Verteilaktion seien sie von D._ erwischt worden, der
ihnen gedroht habe, sie bei der Polizei anzuzeigen. Am nächsten Tag sei
er zuhause von der Polizei gesucht worden und habe eine Vorladung er-
halten. Er habe dieser Vorladung jedoch nicht Folge geleistet, sondern sei
zu seiner Tante mütterlicherseits und von dort aus nach G._ gegan-
gen, wo er sich bei einer Freundin seiner Mutter und deren Familie ver-
steckt gehalten habe. Nach ungefähr sechs bis sieben Monaten habe er
seine Mutter gebeten, nach C._ zurückkehren zu dürfen. Aufgrund
der drohenden Gefahr habe seine Mutter jedoch mit Hilfe seines Onkels
mütterlicherseits seine Ausreise aus Sri Lanka organisiert. Im (...) 2019 sei
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er mit seinem eigenen Reisepass über den Flughafen G._ ausge-
reist. Seit seiner Ausreise sei er von den Behörden mehrmals zuhause ge-
sucht worden.
Er reichte dem SEM seine Identitätskarte im Original, zwei Polizeivorladun-
gen im Original sowie drei Fotos zu den Akten.
B.
Am 15. Juli 2020 wurde das Asylgesuch des Beschwerdeführers dem er-
weiterten Verfahren zugewiesen.
C.
Die von Amtes wegen zugewiesene Rechtsvertretung legte ihr Mandat mit
Schreiben vom 15. Juli 2020 nieder.
D.
Mit Eingabe vom 18. August 2020 zeigte die neue Rechtsvertretung des
Beschwerdeführers ihr Mandat an.
E.
Mit Verfügung vom 2. Oktober 2020 – eröffnet am 6. Oktober 2020 – ver-
neinte die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers,
lehnte sein Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz
sowie den Vollzug.
F.
Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 30. Oktober 2020
Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte die Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung seiner Flüchtlingsei-
genschaft und die Asylgewährung; eventualiter sei die vorläufige Aufnahme
anzuordnen; subeventualiter sei die Sache zur rechtsgenüglichen Sach-
verhaltsabklärung sowie zur Neuentscheidung an die Vorinstanz zurückzu-
weisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um die Gewährung
der unentgeltlichen Prozessführung inklusive des Verzichts auf die Erhe-
bung eines Kostenvorschusses.
G.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
2. November 2020 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG).
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht
vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist – unter Vorbehalt nachfolgender Erwägung 9 – einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
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4.
4.1 Die Vorinstanz begründete die angefochtene Verfügung damit, die Vor-
bringen des Beschwerdeführers betreffend die Probleme mit den sri-lanki-
schen Behörden seien aufgrund der insgesamt unsubstantiierten und we-
nig nachvollziehbaren Aussagen nicht glaubhaft. Er habe zwar schlüssig
darlegen können, wie er bei den Dekorationsarbeiten der Hütte vorgegan-
gen sei und wie die Bewertung der Dekorationen durch die Jury vorgenom-
men werde. Dieses Vorbringen habe er auch mit mehreren Fotos unter-
mauert, so dass grundsätzlich nicht in Abrede gestellt werde, dass er bei
den Dekorationsarbeiten der Hütte in irgendeiner Weise beteiligt gewesen
sei. Indessen falle auf, dass seine Vorbringen in Zusammenhang mit der
darauffolgenden Polizeivorladung und der Befragung überwiegend stereo-
typ und oberflächlich ausgefallen seien. Aus seinen Aussagen werde nicht
ersichtlich, inwiefern der Bau einer Hütte anlässlich eines Dorf-Sportanlas-
ses der LTTE-Bewegung zum Wiederaufbau verhelfen solle. Insbesondere
vor dem Hintergrund, dass er keinerlei Verbindungen zu den LTTE auf-
weise und das Motiv ohne Hintergedanken gewählt habe, erscheine es
nicht nachvollziehbar, weshalb die Polizei ihm direkt mit Verschwindenlas-
sen gedroht haben soll. Ferner seien seine Ausführungen, wie er seinen
Alltag verbracht habe, wenig substantiiert ausgefallen, und auch über die
angeblich ständigen Beobachtungen durch die Polizei habe er nicht reali-
tätsnah berichten können. Darüber hinaus sei nicht überzeugend, dass er
einige Monate nach dem ersten Vorfall, bei dem ihm Verbindungen zu den
LTTE vorgeworfen worden seien, erneut leichtfertig eine Aktion für die
Rechte der tamilischen Bevölkerung durchgeführt haben wolle. Von einer
Person, die bereits einige Monate zuvor von der Polizei verwarnt, mit dem
Tod bedroht worden und unter ständiger Beobachtung gestanden sei, sei
eher nicht zu erwarten, dass sie umgehend einer solchen Aktion zusage.
Weiter sei nicht einleuchtend, weshalb er wegen der Flugblätteraktion
Probleme erhalten habe, wenn doch die beworbene Veranstaltung selbst
bewilligt gewesen sei. Die Erklärung, wonach Organisatoren solcher An-
lässe jeweils Probleme erhalten würden, habe nicht zu überzeugen ver-
mocht, zumal auch nicht nachvollziehbar sei, weshalb er für seine unterge-
ordneten Tätigkeiten von den sri-lankischen Behörden als Organisator be-
trachten worden sein soll. Es könne darauf verzichtet werden, auf weitere
Unglaubhaftigkeitsmerkmale in seinen Vorbringen einzugehen. Auch die
eingereichten Beweismittel seien nicht geeignet, um zu einer anderen Ein-
schätzung zu gelangen, zumal es sich bei den beiden Vorladungen um
zwei handschriftlich ausgefüllte Formulare handle, deren Echtheit mangels
Sicherheitsmerkmalen nicht überprüft werden könne, und solche Doku-
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mente leicht fälschbar respektive käuflich erwerbbar seien. Die eingereich-
ten Fotos würden ihn vor einer Tiger-Hütte stehend zeigen. Daraus könne
indes noch keine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung nachgewiesen
werden.
Sodann lägen keine Risikofaktoren künftiger Verfolgung im Sinne der
Rechtsprechung vor. Der Beschwerdeführer habe nicht glaubhaft machen
können, vor seiner Ausreise flüchtlingsrelevanten Verfolgungsmassnah-
men ausgesetzt gewesen zu sein. Vielmehr sei er bis im (...) 2019 in Sri
Lanka wohnhaft gewesen, habe also nach Kriegsende noch über zehn
Jahre in seinem Heimatstaat gelebt. Allfällige, im Zeitpunkt seiner Ausreise
bestehende Risikofaktoren hätten folglich kein Verfolgungsinteresse sei-
tens der sri-lankischen Behörden auszulösen vermocht. Er weise kein po-
litisches Profil auf und weder er noch seine Familienmitglieder würden über
LTTE-Verbindung verfügen. Auch ein exilpolitisches Engagement habe er
explizit verneint. Es sei demnach nicht ersichtlich, weshalb er bei einer
Rückkehr nach Sri Lanka in den Fokus der Behörden geraten und in flücht-
lingsrechtlich relevanter Weise verfolgt werden sollte. Er habe weder die
Präsidentschaftswahl respektive deren Folgen als Gefährdungselement
vorgebracht, noch seien den Akten Hinweise auf eine Verschärfung seiner
persönlichen Situation aufgrund dieses Ereignisses zu entnehmen. Die An-
forderungen an die Annahme einer begründeten Verfolgungsfurcht seien
damit nicht gegeben. Somit bestehe kein begründeter Anlass zur An-
nahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevanten Verfolgungsmass-
nahmen ausgesetzt sein würde.
Der Wegweisungsvollzug sei zulässig, zumutbar sowie technisch möglich
und praktisch durchführbar.
4.2 Der Beschwerdeführer hielt in seiner Rechtsmitteleingabe an seinen
Sachverhaltsvorbringen fest und wandte zusammengefasst ein, die Vor-
instanz habe den herabgesetzten Beweisanforderungen gemäss Art. 7
AsylG nicht hinreichend Rechnung getragen. Ihre Erkenntnis, wonach
seine Aussagen in wesentlichen Punkten unglaubhaft seien, gründe auf ei-
ner zu restriktiven Handhabung der Beweisregen von Art. 7 AsylG. Die Be-
hörden hätten ihm unterstellt, Beziehungen zur LTTE zu pflegen. Ferner
habe er die Vorbringen betreffend Dekoration der Hütte anhand der Fotos
beweisen können und dazu genaue Aussagen gemacht, was von der Vor-
instanz auch geglaubt worden sei.
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Das Profil des Beschwerdeführers weise zahlreiche Merkmale im Sinne
von Risikofaktoren gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsge-
richts auf. Aufgrund seiner tamilischen Ethnie würden die Sicherheitskräfte
am Flughafen bereits auf ihn aufmerksam und eine entsprechende Kon-
trolle durchführen. Das Risiko einer Verhaftung am Flughafen und an-
schliessender Folter in Haft sei hoch. Die sri-lankischen Behörden würden
ihm mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Interesse am Wiederauf-
flammen des tamilischen Separatismus in Sri Lanka zuschreiben, weshalb
eine konkrete Verfolgungsgefahr bestehe. Mit dem Machtwechsel im No-
vember 2019 habe sich die Gefahr für ihn – im Sinne von objektiven Nach-
fluchtgründen – asylrelevante Nachteile zu erleiden, verstärkt. Die Sicher-
heitskräfte würden noch immer nach ihm suchen, es sei kaum denkbar,
dass er den extensiven Überwachungsmassnahmen der sri-lankischen Be-
hörden entgehen könnte. Eine Gefährdung an Leib und Leben und seiner
Freiheit sei im zunehmend verschärften politischen Umfeld in Sri Lanka
besonders akut. Somit erfülle er die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von
Art. 3 AsylG.
Ferner bestehe die Gefahr von Folter und unmenschlicher Behandlung im
Sinne von Art. 3 EMRK und Art. 3 Folterkonvention, weshalb der Vollzug
der Wegweisung nicht zulässig sei. Aufgrund der allgemeinen Situation in
Sri Lanka sei auch die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs
neu zu beurteilen. Wegen des fehlenden Schulabschlusses hätte er zudem
Mühe, sich beruflich zu integrieren. Er könne nicht in sein Elternhaus zu-
rückkehren und müsste versteckt leben, da er dort von den Behörden auf-
gesucht würde. Eine unbemerkte Rückkehr sei kaum möglich, zumal er
noch immer von der Polizei gesucht werde. Eine Reintegration sei massiv
erschwert und er begäbe sich im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka in
eine persönliche Notlage.
5.
5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
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5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-
haftmachen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei stän-
diger Praxis (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 sowie BVGE 2013/11 E. 5.1; ANNE
KNEER und LINUS SONDEREGGER, Glaubhaftigkeitsprüfung im Asylverfah-
ren – Ein Überblick über die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsge-
richts, Asyl 2/2015 S. 5).
6.
6.1 Die Vorinstanz ist zur zutreffenden Einschätzung gelangt, dass die Vor-
bringen des Beschwerdeführers unglaubhaft sind. Es gelingt ihm in der Be-
schwerdeeingabe nicht, seine unsubstantiierten Angaben zu klären. Daher
kann zur Vermeidung von Wiederholungen vorab auf die zutreffenden Aus-
führungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung (dort E. II
Ziff. 1.) verwiesen werden.
Den Aussagen des Beschwerdeführers ist insbesondere nicht zu entneh-
men, dass seine Entlassung nach der Befragung durch die Polizei im Juni
2018 an Bedingungen geknüpft gewesen war. Er gab diesbezüglich ledig-
lich an, dass ihm gedroht worden sei, ihn verschwinden zu lassen, und er
seither von der Polizei beobachtet worden sei. Über die genauen Um-
stände der angeblichen Bedrohung durch die sri-lankischen Behörden
konnte er indes keine Auskunft geben (vgl. SEM-Akten 1062173-16 F87,
F118 und F129ff.; 1062173-19 F41, F118f. und F125). Die eingereichten
handschriftlich ausgefüllten Polizeivorladungen sind – wie die Vorinstanz
zutreffend festgestellt hat – mangels auf Echtheit überprüfbaren Sicher-
heitsmerkmalen und aufgrund der leichten Fälschbarkeit respektive käufli-
chen Erwerbbarkeit nicht geeignet, seine Vorbringen zu beweisen, zumal
den Dokumenten auch keine Hinweise auf asylrelevante Verfolgungsmass-
nahmen zu entnehmen sind.
Besonders ins Gewicht fällt ferner der Umstand, dass der Beschwerdefüh-
rer zwar die Schule abgebrochen habe, weil er sich nach der Befragung
durch die Polizei nicht mehr habe konzentrieren können (vgl. 1062173-19
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F114), hingegen nicht mit Konsequenzen gerechnet haben will, als er ein-
gewilligt habe, an der Flugblätter-Aktion an der Universität teilzunehmen
(vgl. 1062173-16 F78ff.; 1062173-19 F78 und F122). Dies erstaunt umso
mehr vor dem Hintergrund, dass er angab, befürchtet zu haben, umge-
bracht oder verschwinden lassen zu werden (vgl. 1062173-19 F117f. und
F148). Seine Aussagen, wonach ihm in G._ langweilig gewesen sei
und er nach Hause habe gehen wollen (vgl. 1062173-19 F147), sind ein
weiteres Indiz dafür, dass er sich durch die sri-lankischen Behörden nicht
bedroht fühlte.
Nach dem Gesagten sind die Vorbringen des Beschwerdeführers als un-
glaubhaft einzustufen. Vollständigkeitshalber ist festzuhalten, dass die vor-
gebrachten Ausreisegründe auch bei Wahrunterstellung keine Asylrele-
vanz entfalten würden, zumal er seine subjektiven Befürchtungen, im Hei-
matstaat im Fall einer Rückkehr von den sri-lankischen Behörden verfolgt
zu werden, somit nicht substanziell zu konkretisieren und seine Befürch-
tungen vor begründete Furcht vor zukünftiger asylrelevanter Verfolgung
aus objektiver Sicht nicht zu begründen vermag. Es bestehen somit keiner-
lei Hinweise für die Annahme, dass sich mit beachtlicher Wahrscheinlich-
keit in absehbarer Zukunft eine Verfolgung des Beschwerdeführers ver-
wirklicht hätte. An dieser Einschätzung ändern auch die geltend gemachten
Besuche seit seiner Ausreise bei seiner Familie durch die Behörden nichts
(vgl. 1062173-19 F131ff.), zumal er diese auf Beschwerdeebene nicht wei-
ter ausgeführt werden und diesen kein asylrechtliches Motiv zu entnehmen
ist.
6.2 Im Weiteren hat die Vorinstanz zu Recht erwogen, es bestehe aufgrund
der Angaben des Beschwerdeführers kein begründeter Anlass zur An-
nahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit oder in absehbarer Zukunft asylrelevanten Verfolgungs-
massnahmen ausgesetzt sein werde.
6.2.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015
vom 15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei
einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Ge-
fahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind (vgl. a.a.O. E. 8.3). Zur Be-
urteilung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in
Form von Verhaftung und Folter zu werden, wurden verschiedene Risiko-
faktoren identifiziert. Eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder
vergangene Verbindung zu den LTTE, ein Eintrag in der „Stop List“ und die
Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen wurden als
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stark risikobegründende Faktoren eingestuft, da sie unter den im Entscheid
dargelegten Umständen bereits für sich alleine genommen zur Bejahung
einer begründeten Furcht führen könnten. Demgegenüber stellen das Feh-
len ordentlicher Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri Lanka, Narben
und eine gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen Land schwach ri-
sikobegründende Faktoren dar. Von den Rückkehrenden, die diese weit-
reichenden Risikofaktoren erfüllten, habe jedoch nur jene kleine Gruppe
tatsächlich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im
Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten, die nach Ansicht der sri-lankischen
Behörden bestrebt sei, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu
lassen und so den sri-lankischen Einheitsstaat gefährde. Mit Blick auf die
dargelegten Risikofaktoren seien in erster Linie jene Rückkehrer gefährdet,
deren Namen in der am Flughafen in Colombo abrufbaren "Stop-List" ver-
merkt seien und der Eintrag den Hinweis auf eine Verhaftung beziehungs-
weise einen Strafregistereintrag im Zusammenhang mit einer tatsächlichen
oder vermuteten Verbindung zu den LTTE enthalte. Entsprechendes gelte
für sri-lankische Staatsangehörige, die sich im Ausland regimekritisch be-
tätigt hätten (vgl. a.a.O. E. 8).
6.2.2 Betreffend den Beschwerdeführer liegen nicht genügend derartige
Risikofaktoren vor. Nach dem Gesagten bestehen insgesamt keine konkre-
ten Anhaltspunkte dafür, dass er bei einer Rückkehr gefährdet wäre, zumal
nicht davon auszugehen ist, dass er zum Zeitpunkt seiner Ausreise aus Sri
Lanka einer asylrelevanten Verfolgung ausgesetzt war oder dass ein Be-
hördeninteresse an seiner Person bestand. Alleine aus der tamilischen
Ethnie und der rund einjährigen Landesabwesenheit kann er keine Gefähr-
dung ableiten, zumal er auch nicht exilpolitisch tätig war beziehungsweise
ist (vgl. 1062173-19 F124). Zu den in der Beschwerdeschrift aufgeführten
Umständen und Entwicklungen der allgemeinen politischen Lage in Sri
Lanka ist festzustellen, dass in keiner Weise erkennbar ist, wie sich diese
zum heutigen Zeitpunkt auf den Beschwerdeführer auswirken könnten. Un-
ter Würdigung aller Umstände ist somit anzunehmen, dass der Beschwer-
deführer von der sri-lankischen Regierung nicht zu jener Gruppe gezählt
wird, die bestrebt ist, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu las-
sen und so eine Gefahr für den sri-lankischen Einheitsstaat darstellt. Es ist
nicht davon auszugehen, dass ihm persönlich im Falle einer Rückkehr
nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen wür-
den.
6.3 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, was
geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest
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glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat daher sein Asylgesuch zu Recht
abgelehnt.
7.
7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-
derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht
angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl.
ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3
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EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf
hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-
sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem
Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den
Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegwei-
sungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4).
Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat wie-
derholt festgestellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, zurückkeh-
renden Tamilen drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung. Eine
Risikoeinschätzung müsse im Einzelfall vorgenommen werden (Urteil des
EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 10466/11,
Ziff. 37). Weder aus den Ausführungen des Beschwerdeführers noch aus
den Akten ergeben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall
einer Ausschaffung nach Sri-Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlich-
keit einer nach Art. 3 EMRK oder FoK verbotenen Strafe oder Behandlung
ausgesetzt wäre. Dies gilt auch unter Berücksichtigung der Präsident-
schaftswahlen vom November 2019, des diplomatischen Konflikts zwi-
schen der Schweizer Botschaft und den sri-lankischen Behörden sowie der
Parlamentswahlen im August 2020. Nach dem Gesagten ist der Vollzug
der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen
Bestimmungen zulässig.
8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und den
LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen, und es herrscht weder Krieg noch
eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). Gemäss
nach wie vor gültiger Rechtsprechung ist der Wegweisungsvollzug in die
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Ost- und Nordprovinz weiterhin zumutbar, wenn das Vorliegen der indivi-
duellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen
familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine ge-
sicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Refe-
renzurteil des BVGer vom 15. Juli 2016 E-1866/2015 E. 13.3.3). An dieser
Einschätzung vermögen weder die am Ostersonntag 2019 erfolgten An-
schläge auf Kirchen und Luxushotels (vgl. Urteil des BVGer E-868/2020
vom 25. März 2020 E. 5.5), noch die Gewaltvorfälle in Sri Lanka vom
21. April 2019, der gleichentags von der sri-lankischen Regierung ver-
hängte und am 28. August 2019 aufgehobene Ausnahmezustand, die mit
den Wahlen im November 2019 zusammenhängenden gewalttätigen Aus-
schreitungen (vgl. dazu statt vieler Urteil des BVGer E-895/2020 vom
15. April 2020 E. 9.3) und die Parlamentswahlen vom 5. August 2020 (vgl.
Urteil des BVGer D-2130/2017 vom 14. Oktober 2020 E. 9.3.2) etwas zu
ändern.
Sodann sind auch keine individuellen Gründe ersichtlich, die gegen einen
Wegweisungsvollzug sprechen. Der Beschwerdeführer verfügt über ein
verwandtschaftliches Beziehungsnetz in seiner Heimatregion. Gemäss
eigenen Aussagen leben seine Eltern und Geschwister noch immer in Sri
Lanka. Sein Vater verfügt über ein eigenes Geschäft und die Familie ist
gemäss seinen Aussagen wohlhabend. Demnach kann er bei seiner
Rückkehr im Bedarfsfall auf die Unterstützung seiner Familie zählen.
Ausserdem verfügt er – trotz fehlendem Abschluss – über eine mehrjährige
Schulbildung sowie einige Arbeitserfahrung als (...). Vor diesem
Hintergrund ist im Hinblick auf seine soziale und wirtschaftliche
Reintegration in Sri Lanka mit keinen besonderen Schwierigkeiten zu
rechnen.
Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als
zumutbar.
8.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
Die Ausbreitung des Coronavirus (Covid-19) sowie die damit zusammen-
hängenden Massnahmen stehen der Möglichkeit des Wegweisungsvoll-
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zugs ebenfalls nicht entgegen. Bei diesen handelt es sich – wenn über-
haupt – um temporäre Vollzugshindernisse, welchen im Rahmen der Voll-
zugsmodalitäten durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tragen ist,
indem etwa der Zeitpunkt des Vollzugs der Situation in Sri Lanka angepasst
wird (vgl. Urteil des BVGer D-6295/2019 vom 17. August 2020 E. 10.5
m.w.H.).
8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
9.
Auf den subeventualiter gestellten Antrag der Rückweisung der Sache an
die Vorinstanz (Begehren Ziff. 5) ist mangels Begründung nicht einzutreten.
10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
11.
11.1
Mit dem vorliegenden Urteil ist der Antrag auf Verzicht der Erhebung eines
Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.
11.2 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorstehenden
Erwägungen ergibt sich, dass seine Begehren als aussichtslos zu gelten
haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht
gegeben, weshalb das Gesuch abzulehnen ist.
11.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt
Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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