Decision ID: 3acb4575-a3d4-4fc6-99d4-1d24884acb94
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 2002, leidet unter frühkindlichem Autismus
(Urk.
6/39/9
).
Er lebt zu Hause bei seinen Eltern und Geschwistern und besucht die Tagesschule der
Z._
in
A._
(
Urk.
6/110
/1, 6/110/3
).
Am 2
3.
Mai 2005 meldeten die Eltern den Versicherten
bei der Schweizerischen Invalidenversicherung
für den Bezug einer
Hilflosenentschädigung
an (
Urk.
6/14).
Dem Versicherten wurde ab
1.
Mai 2004 eine
Hilflosenentschädi
gung
für eine leichte Hilflosigkeit (vgl. Verfügung vom 1
5.
Dezember 2005 und
Einspracheentscheid
vom 3
0.
März 2006,
Urk.
6/22 und
Urk.
6/27) und ab 1.
Januar 2007 für eine Hilflosigkeit mittleren Grades ausgerichtet (Verfügung vom
6.
September 2007,
Urk.
6/46).
Der Anspruch auf einen
Intensivpflegezu
schlag
wurde mit
der
Verfügung vom
6.
September 2007 verneint (
Urk.
6/46).
Das im Jahr 2008 eingeleitete Revisionsverfahren
(vgl.
Urk.
6/48
bis
Urk.
6/87
)
wurde mit in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 1
7.
April 2012 erledigt. Dem Versicherten wurde
ab
1.
September 2008
eine
Hilflosenentschädigung
für eine Hilflosigkeit schweren Grades sowie
bei einem Betreuungsaufwand von 7 Stunden und 48 Minuten
e
in mittlerer
Intensivpflegezuschlag zugesprochen (
Urk.
6/86).
Im Rahmen des erneut eingeleiteten Revision
s
verfahrens
(vgl.
Urk.
6/93)
erfolgte am 10. November 2014
die
Abklärung der Hilflosigkeit (
Urk.
6/110). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, teilte dem
Ver
-
sicherten am 1
1.
November 2014 mit, es bestehe ein unveränderter Anspruch auf eine
Hilf
losenentschädigung
für
eine
schwere Hilflosigkeit
und bei einem täglichen Mehraufwand von 6 Stunden 28 Minuten
mit einem
Intensiv
-
pfleg
e
zuschlag
Stufe 2 (
Urk.
6/111). Die Eltern des Versicherten liessen daraufhin beantragen, es sei die höchste Stufe des Intensivpflegezuschlags zuzusprechen (
Urk.
6/118). Nach der Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(vgl.
Urk.
6/119
, 6/121
)
und
Einholen
der
Stellungnahme des Abklärungs
-
dienstes
vom 1
2.
Februar 2015
(
Urk.
6/122)
lehnte die IV-Stelle
die
Erhöhung de
r
Hilflosenentschädigung
beziehungsweise des
Intensivpflegezuschlags
bei einem täglichen Mehraufwand von 6 Stunden 33 Minuten
mit Verfügung vom 1
2.
Februar 2015
ab (
Urk.
2
).
2.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde des Vaters des Versicherten
vom 1
6.
März 2015
mit dem Rechtsbegehre
n, die Verfügung sei aufzuheben und
dem
Versicherten
sei neben der
Hi
lflosenentschädigung
schweren
Grades ein Intensivpflegezuschlag der höchsten Stufe zuzusprechen. In der
Beschwerde
antwort
vom
5.
Mai 2015
schloss
die IV-Stelle auf Abweisung (
Urk.
5).
Am 2
7.
Oktober 2015 teilte die IV-Stelle unter Beilage der entsprechenden Akten mit, dass zwischenzeitlich der Anspruch des Versicherten auf
einen
Assistenzbeitrag abgeklärt u
nd verfügt worden sei (
Urk.
8
; vgl. auch
Urk.
9 und 10/1-3
). Mit Verfügung vom 1
2.
April 2016 gab das Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
dem Beschwerdeführer Gelegenheit, sich zu diesen Unterla
gen zu äussern, welche dieser mit der Eingabe vom
3.
Juni 2016 wahrnahm (
Urk.
16). Die Beschwerdegegnerin erklärte in der Folge
,
auf eine weitere Stel
lungnahme zu verzichten (
Urk.
18).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 42 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, Anspruch auf eine
Hilflosenent
schädigung
. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche
Lebensverrich
tungen
dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf (Art. 9
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
,
ATSG). Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art. 42 Abs. 3 Satz 1 IVG; Art. 38
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV).
Praxisge
mäss
(BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
Ankleiden, Auskleiden;
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
Essen;
Körperpflege;
Verrichtung der Notdurft;
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.
Gemäss Art. 37 Abs. 1 IVV gilt die Hilflosigkeit als schwer, wenn die versi
cherte Person vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltägli
chen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen Über
wachung bedarf.
1.2
Für Minderjährige, die zusätzlich eine intensive Betreuung brauchen, wird die
Hilflosenentschädigung
gemäss Art. 42
ter
Abs. 3
IVG
um einen
Intensivpflege
zuschlag
erhöht; dieser Zuschlag wird nicht gewährt bei einem Aufenthalt in einem Heim. Der
monatliche Intensivpflegezuschlag beträgt bei einem
invalidi
tätsbedingten
Betreuungsaufwand von mindestens 8 Stunden pro Tag 60 Pro
zent, bei einem solchen von mindestens 6 Stunden pro Tag 40 Prozent und bei einem solchen von mindestens 4 Stunden pro Tag 20 Prozent des Höchstbe
trages der Altersrente n
ach Artikel 34 Absätze 3 und 5 des Bundesgesetzes über die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHVG)
. Der Zuschlag berechnet sich pro Tag. Der Bundesrat regelt im Übrigen die Einzelheiten.
Eine intensive Betreuung im Sinne von Artikel 42
ter
Absatz 3 IVG liegt nach Art. 39 Abs. 1 IVV bei Minderjährigen vor, wenn diese im Tagesdurchschnitt infolge Beeinträchtigung der Gesundheit zusätzliche Betreuung von mindestens vier Stunden benötigen. Anrechenbar als Betreuung ist der Mehrbedarf an Behandlungs- und Grundpflege im Vergleich zu nicht behinderten Minderjähri
gen gleichen Alters. Nicht anrechenbar ist der Zeitaufwand für ärztlich verord
nete medizinische Massnahmen, welche durch medizinische Hilfspersonen vor
genommen werden, sowie für pädagogisch-therapeutische Massnahmen (Art. 39 Abs. 2 IVV). Bedarf eine minderjährige Person infolge Beeinträchtigung der Gesundheit zusätzlich einer dauernden Überwachung, so kann diese als Betreu
ung von zwei Stunden angerechnet werden. Eine besonders intensive
behinde
rungsbedingte
Überwachung ist als Betreuung von vier Stunden anrechenbar (Art. 39 Abs. 3 IVV).
Dabei bezieht die
dauernde persönliche Überwachung gemäss Art. 39 Abs. 3 IVV
sich
nicht auf die alltäglichen Lebensverrichtungen
. Vielmehr ist darunter eine medizinische und pflegerische Hilfeleistung zu ver
stehen, welche infolge des physischen und/oder psychischen Gesundheitszu
standes der versicherten Person notwendig ist
(Urteil
e
des Bundes
gerichts 9C_598/2014;
9C_664/2014
vom 2
1.
April 2015, E. 5.2.1
, und 9C_666/2013 vom 2
5.
Februar 2014, E. 8.1
)
.
Bei der Ermittlung des täglichen Mehraufwandes ist von der Annahme
auszuge
hen
, dass sich die betreute Person dauernd zu Hause aufhält
(Randziffer [
Rz
]
8090 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenver
sicherung [KSIH] vom
1.
Januar 2015).
1.3
Anspruch auf einen Assistenzbeitrag haben Versicherte, denen ei
ne Hilflosen
-
ent
schädigung
der Invalidenversicherung
nach Artikel 42 Absätze 1-4 ausgerichtet wird, die zu Hause leb
en und
die
volljährig sind (Art. 42
quater
Abs.1 IVG).
Minderjährige Versicherte haben
unter anderem dann Anspruch auf einen Assistenzbeitrag, wenn sie diese Voraussetzungen nach Art.
42
quater
Abs. 1 Buchstaben a und b IVG erfüllen und
wenn ihnen
daneben
ein
Intensivpflege
zuschlag
für einen Pflege- u
nd Überwachungsbedarf nach Art.
42
ter
Absatz 3 IVG von mindestens 6 Stunden pro Tag ausgerichtet wird (
Art. 42
quater
Abs. 3 IVG
in Verbindung mit
Art. 39a IVV).
Nach Art. 39c IVV kann
unter anderem
in den folgenden Bereichen Hilfebedarf anerkannt werden: (a) alltägliche Lebensverrichtungen; (h) Überwachung wäh
r
end des Tages.
Der Begriff der Überwachung während des Tages ist mit jenem der dauernden persönlichen Überwachung im Rahmen der
Hilflosenentschädi
gung
vergleichbar
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_598/2014; 9C_664/2014 vom 2
1.
Ap
ril 2015, E
. 5.2.1 mit Hinweisen
).
Für die Ermittlung des Hilfebedarfs
wird das standardisierte Abklärungsinstrument FAKT2 verwendet (vgl. BGE 140 V 543).
1.4
Ändert sich der Grad der Hilflosigkeit in erheblicher Weise, so finden die
Art. 87-88
bis
IVV Anwendung.
Anlass zur Revision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhält
nissen, die geeignet ist,
den Grad der Hilflosigkeit
und damit
den An
spruch auf
H
i
lflosenentschädigung
zu beeinflussen.
D
ie bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert geblieben
en Gesundheitszustandes stellt
für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Änderung bilden die letzte rechtskräftige Ver
fügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des
Anspruchs
mit rechtskonformer
Sachverhalts
abklärung
, Beweiswürdigung und
Bemessung
beruht (
zur Invalidenrente:
BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.5
Bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Bemessung der Hilflosigkeit ist eine enge, sich ergänzende Zusammenarbeit zwischen ärztlicher Fachperson und Verwaltung erforderlich. Erstere hat anzugeben, inwiefern die versicherte Per
son in ihren körperlichen beziehungsweise geistigen Funktionen durch das Lei
den eingeschränkt ist. Der Versicherungsträger kann an Ort und Stelle weitere Abklärungen vornehmen. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig (BGE 130 V 61 E. 6.1.1).
Ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit (Art. 9 ATSG) oder des Pflegebedarfs hat folgenden Anforderungen zu genügen: Als Berichterstat
terin wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumli
chen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten
hat. Bei Unklar
heiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinun
gen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie den tatbestandsmässigen Erfordernissen der dauern
den Pflege und der persönlichen Überwachung (Art. 37 IVV) und der
lebens
praktischen
Begleitung (Art. 38 IVV) sein. Schliesslich hat er in Übereinstim
mung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente
Abklärungs
person
näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2, 133 V 450 E. 11.1
.1, 130 V 61 E. 6.2, 128 V 93).
2.
2.1
Der Vater des Versicherten liess in der Beschwerde geltend machen, der Versi
cherte sei älter und grösser geworden. Er sei damit
zwar
schneller und stärker, aber nicht selbständige
r
geworden, was den Betreuungsaufwand gegenüber früher erhöhe.
Vieles benötige mehr Zeit, weil der Versicherte Widerstand leiste. Dies sei im aktuellen Be
richt zu wenig berücksichtigt
worden; zudem sei zu sehr auf generelle Richtlinien und zu wenig auf ihre detaillierten Angaben einge
gangen worden. Im Bereich Ankleiden/Auskleiden, sei von einem Aufwand von 40 Minuten auszugehen. In den Bereichen Essen und Körperpflege sei vom glei
chen Zeitaufwand wie bei der Abklärung im Jahr 2011 auszugehen. Beim Ver
richten der Notdur
ft sei neu von einem Aufwand von 80
Minuten auszugehen
(
Urk.
1 S. 3
f.)
. Die
indirekte Hilfe
bei den alltäglichen Lebensverrichtungen
in der Form von Überwachung
werde nicht bereits durch die Anerkennung der Überwachungsbedürftigkeit erfasst
(
Urk.
1 S. 6).
Dass der Gesamtaufwand um 1 1⁄2 Stunden tiefer liege
n solle
als bei der früheren Abklärung werde von der Beschwerdegegnerin nicht erklärt und entspreche nicht
ihrer Erfahrung
(
Urk.
1 S. 5).
In der ergänzenden Stellungnahme vom
3.
Juni 2016 hielt er fest,
die
Abklärungs
ergebnisse
betreffend
Hilflosenentschädigung
und
Intensivpflegezu
schlag
seien deshalb unterschiedlich, weil der Aufwand unterschiedlich erfasst werde. Beim Intensivpflegezuschlag werde möglichst einzelfallgerecht die Zeit erhoben, die dem behinderungsbedingten Mehraufwand an Pflege entspreche; beim Assistenzbeitrag seien demgege
nüber die Minutenwerte fixiert. D
em Ein
zelfall könne nur insoweit Rechnung getragen werden, als die Stufe von 0 bis 4 korrekt festgesetzt werde. Da es sich um verschiedene
Akblärungssysteme
handle, werde jeweils das Gesamtresultat betrachtet
und akzeptiert oder nicht
(
Urk.
16 S. 1 f.)
.
Beim Intensivpflegezuschlag sei zu Recht von einer
besonders intensiven dauernden Überwachung au
sgegangen worden. Auch beim
Assi
s
tenzbeitrag
hätte man wohl Stufe 4 gewähren müssen, was er in der Stellung
nahme vom 2
1.
Oktober 2015
(vgl.
Urk.
9)
auch erwähnt habe. Auch hier habe aber kein Rechtsschutzinteresse an einer Intervention bestanden, da bei der persönlichen Überwachung die individuelle Höchstgrenze übersc
hritten worden sei (
Urk.
16 S. 3 f.
).
2.2
Die Beschwerdegegnerin
hielt
in der Beschwerdeantwort
vom
5.
Mai 2015 fest,
bei der intensiven Überwachung sei die volle Zeit von vier Stunden angerechnet worden. Aus diesem Grund könne für die Überwachung in anderen Bereichen kein weiterer Aufwand angerechnet werden. Dies
sei im früheren Bericht vom 4.
Januar 2012 offenbar nicht berücksichtigt worden. Dies begründe teilweise die Zeitdifferenz der beiden Erhebungen (
Urk.
5 S. 2).
Im Bereich Körperpflege seien 35 Minuten angerechnet worden, was auf den Zeitangaben der Eltern beruhe (
Urk.
5 S. 2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
somit
, welcher Aufwand in den Bereichen Anklei
den/Auskleiden, Essen, Körperpflege und Verrichten der Notdurft anzurechnen ist
,
und ob der Versicherte
neu
Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag der höchsten Stufe hat.
Zu prüfen ist auch, ob von einer anspruchsbeeinflussenden Änderung auszugehen ist.
3.
3.1
Im Rahmen des im Jahr 2008 eingeleiteten Revisionsverfahrens erfolgten zwei Abklärungen
der Hilflosigkeit
, nämlich am
6.
April 2009 (Bericht vom
7.
April 2009,
Urk.
6/51; vgl. auch
die
Stellungnahme
des Abklärungsdienstes
vom
9.
September 2009,
Urk.
6/63) und nach der Rückweisung durch das Sozialver
sicherungsgericht am
1. November 2011 (Bericht vom
4.
Januar 2012,
Urk.
6/77; vgl. auch die Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 1
7.
April 2012,
Urk.
6/87).
Im Abklärungsbericht vom
4.
Januar 2012 hielt Abklärungsperson
B._
fest, die Mutter des Versicherten sei am
Gespräch zwar dabei gewesen, sei aber vorwiegend damit beschäftigt gewesen, den Versicherten zu beschäfti
gen oder ihn davon abzuhalten Dummheiten zu machen (
Urk.
6/77/1). Der Ver
sicherte habe keine ruhige Minute. Auch sein Klassenlehrer habe bestätigt, dass der Versicherte eines der aufwändigeren Kinder in der Schule sei (
Urk.
6/77/4). Es bestehe eine hohe Interventionsbereitschaft, welche mit zwei Stunden zu berücksichtigen sei
(6/77/4)
.
Bei den einzelnen Lebensverrichtungen wurde der zeitliche Mehraufwand bemessen und für den Bereich Ankleiden/Auskleiden mit 20 Minuten, für den Bereich Aufstehen/Absitzen/Abliegen mit 30 Minuten, für das Essen mit 70 Minuten, für die Körperpflege mit 60 Minuten,
und
für
die Reinigung nach Verrichten der Notdurft mit 48 Minuten bemessen (
Urk.
6/77/2-4).
Nach den Angaben von
Dr.
med.
C._
, Arzt für Kinder- und Jugendmedizin, vom 2
2.
Dezember 2011 leide der Versicherte an einer schweren autistischen Behinderung. Seine motorischen Fähigkeiten entsprächen denjenigen eines circa vierjährigen Kindes, seine Körperkraft sei altersentsprechend und sein Ver
ständnis für alltägliche Notwendigkeiten entspreche circa denen eines sechsmo
natigen Säuglings. Die Richtigkeit und Glaubhaftigkeit der von den Eltern erfolgten Angaben zur alltäglichen Kontrolle und Anleitung und dem erforderli
chen Zusatzaufwand könne er bestätigen (
Urk.
6/76/10; vgl. die Angaben der Eltern:
Urk.
6/76/11-16).
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
liessen die Eltern des Versicherten
insbe
sondere geltend machen,
der Intensivpflegezuschlag sei zu erhöhen. Die Über
wachung sei mit vier Stunden zu berücksichtigen (
Urk.
6/82). I
m Bereich Ankleiden/Auskleiden sei
sodann
von einem grösseren Mehraufwand als von den berücksichtigten 20 Minuten auszugehen. Zeitweise müsse der Versicherte mehrmals täglich (auch im Zusammenhang mit Windeln und Körperpflege) umgezogen werden
(
Urk.
6/85). In der Stellungnahme des Abklärungsdienst
es
vom 1
7.
April 2012 hielt dieser am Zeitaufwand im Bereich
An- und Auskleiden
fest
und wies darauf hin, dass in den Bereichen Körperpflege und beim
Windel
wechseln
und WC-Training die gemäss Richtlinien maximale Zeit berücksichtigt worden sei (
Urk.
6/87/1).
D
em Einwand bezüglich der besonders intensiven Überwachung
trug er dagegen
Rechnung
und ging neu von einer besonders intensiven Überwachung von vier Stunden aus
(
Urk.
6/87
/2
). Dem Versicherten wurde in der Folge
mit Verfügung vom 1
7.
April 2012
eine
Hilflosenentschädi
gung
für eine schwere Hilflosigkeit und bei einem Aufwand vo
n 7
Stunden und 48 Minuten ein mittlerer Intensivpflegezuschlag
zugesprochen (
Urk.
6/86). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskr
aft.
3.2
In einem Schreiben vom 1
5.
August 2014 hielt
Dr.
C._
fest, eine alters
-
entspre
chende Sauberkeitsentwicklung habe beim Versicherten nie statt
gefunden. Es bestehe eine primäre
Enuresis
und
Enkopresis
. Aufgrund der aktu
ellen Entwicklungsdynamik müsse noch länger mit der Notwendigkeit von Windeln gerechnet werden (
Urk.
6/96, vgl. auch
Urk.
6/98).
Am
8.
September 2014 hielt er im Rahmen der Abklärung für ein Kommunikationsgerät fest, der Versicherte leide an einer ausgeprägten autistischen Störung. Seine soziale Ent
wicklung befinde sich quantitativ etwa im Rahmen eines zwei- bis dreijährigen Kindes, seine kognitive vermutlich etwa im Rahmen eines drei- bis vierjährigen Kindes. Entsprechend sei der häusliche Aufwand bezüglich sozialer Kontrolle, Essen, Hygiene und Sauberkeit. In Zukunft sei vermutlich eine
kinderpsychiat
rische
Standortbestimmung notwendig (
Urk.
6/100/9).
Gemäss den Angaben
der Abklärungsperson
D._
von der IV-Stelle vom 1
0.
November 2014 habe die Mutter
sich
während ihrem Besuch intensiv um
den
Versicherten gekümmert. Der Vater habe angegeben, dass sich die Situ
ation nicht gross verändert habe. Neu bestehe die Problematik, dass der Versi
cherte in der Pubertät sei und entsprechend
mehr Kraft habe (
Urk.
7/110/1).
Bezüglich der Verrichtung Ankleiden/Auskleiden ging die Abklärungsperson weiterhin von einem zusätzlichen Mehraufwand von 20 Minuten pro Tag aus und hielt fest, mittels Windelhosen könnte der zusätzliche Kleiderwechsel tags
über verhindert werden. Auch im Bereich Aufstehen/Absitzen/Abliegen wurde erneut ein Mehraufwand von 30 Minuten ermittelt (
Urk.
6/110/
2-3; vgl. auch
Urk.
6/
77).
Zum Bereich Essen hielt die Abklärungsperson fest, der Versicherte müsse offensichtlich nicht mehr zum Essen motiviert werden. Es bestehe eher die Tendenz, dass er zu viel esse. Mit der Gabel oder dem Löffel könne er die Mahlzeiten selbständig einnehmen. Er müsse jedoch überwacht werden, damit er
angepasste Mengen zu sich nehme
. Die intensive Überwachung sei
beim Versicherten
ausgewiesen. Eine doppelte Anrech
n
ung sei gesetzlich nicht erlaubt.
Zu berücksichtigen sei
ein Mehraufwand von 13 Minu
ten pro Tag für
das Butterbrot
-
S
treichen und
das
Zerkleinern
der Speisen
(
Urk.
6/110/4). Im Bereich Körperpflege
sei
von einem invaliditätsbedingten Mehraufwand von
35 Minuten pro Tag aus
zugehen
(
Urk.
6/110/4-5)
.
Im Bereich Reinigung nach Ver
richten der Notdurft bestehe ein invaliditätsbedingter Mehraufwand von
50 Minuten
(
Urk.
6/10/5)
.
Gesamthaft resultier
e damit ein Mehraufwand
von
6 Stunden und 28 Minuten (
Urk.
6/10/7).
Nach
den ergänzenden Angaben vom 1
2.
Februar 2015 könnten tagsüber für das Umkleiden bei Verschmutzungen, das Binden der Schuhe und das An- und Ausziehen der Jacken maximal fünfmal zwei Minuten angerechnet werden. Der Mehraufwand beim Anziehen/Ausziehen sei somit mit gesamthaft 25 Minuten zu bemessen (
Urk.
6/122/1-2).
Bezüglich der Körperpflege seien die Zeitangaben vor Ort angerechnet worden (
Urk.
6/122/2).
Insgesamt sei somit von einem täg
lichen Mehraufwand von
6
Stunden 33 Minuten auszugehen
(
Urk.
6/122/3).
3.3
Der
standardisierte
Abklärungsbericht Assistenzbeitrag (FAKT2)
vom 1
0.
Juni 2015
weist
für die Bereiche An- und Auskleiden einen Zusatzaufwand von
50 Minuten (vor Abzug wegen teilweisen Aufenthalts
in Schule und Heim
;
Urk.
10/3 S. 3
), für den Bereich Aufstehen/Absitzen/Abliegen/Fortbewegen zu Hause
45 Minuten (
vor Abzug;
Urk.
10/3 S. 5), für das Essen und Trinken
45 Minuten (
vor Abzug;
Urk.
10/3 S. 7), für die Körperpflege 63 Minuten (
vor Abzug;
Urk.
10/3 S. 11) und für die
Notdurftverrichtung
57 Minuten (
vor Abzug;
Urk.
10/3 S. 13)
aus
. Für den
Bereich Überwachung während des Tages
wurde ein
Hilfebedarf von 120 Minuten pro Tag
berücksichtigt
(
vor Abzug;
Urk.
10/3 S. 38).
4.
4.1
4.1.1
Gemäss den Angaben der Abklärungsperson im Bericht vom 1
0.
November 2014 wurden für den Bereich Ankleiden
/
Auskleiden die Zeitangaben
aus
dem Vorbericht berücksichtigt
(
Urk.
6/110/2, 6/77/2)
. Der Versicherte habe zudem geltend machen lassen, dass er wegen des aktiven WC-Trainings zu Hause tags
über keine Windeln trage. Entsprechend mache er mehrmals täglich in die Hosen, sodass er bis zu dreimal am Tag frisch eingekleidet werden müsse. Hierzu hielt die Abklärungsperson
vorerst
fest, dass mittels Windelhosen der zusätzliche Kleiderwechsel tagsüber verhindert werden
und
deshalb kein zusätzlicher Mehraufwand angerechnet werden
könne
(
Urk.
6/110/2).
Gemäss
ihrer
Stellungnahme
vom 1
2.
Februar 2015
werden
für das morgendliche Anziehen 10 Minuten und für das abendliche Ausziehen
fünf
Minuten an
ge
rechnet
. Während des Tages seien für das Umkleiden bei Verschmutzungen, das
Binden der Schuhe und das An- und Ausziehen der Jacke
durchschnittlich
fünfmal zwei Minuten einzurechnen.
Die Zeitangabe von zwei Minuten sei der Durchschnitt; im Sommer benötige das Kind weniger aufwändige Kleidung als im Winter.
Dies
ergebe einen
neu
zu berücksichtigenden Gesamtaufwand von 25 Minuten (
Urk.
6/122/1-2).
Der Vater des Versicherten lässt in der Beschwerde geltend machen, es sei in diesem Bereich von einem Aufwand von 40 Minuten auszugehen. Zu Hause trage der Versicherte eine Hauskleidung (Trainerhose). Für morgens und abends sei von einem Aufwand von je 10 Minuten und für tagsüber von 20 Minuten (Hauskleidung aus, Kleidung für draussen an, Schuhe an/ausziehen, Verschmut
zungen) auszugehen
(
Urk.
1 S. 4).
4.1.2
Der Vergleich der Angaben der Eltern des Versicherten vom
1.
November 2011
(
Urk.
6/77/2
; vgl. auch
Urk.
6/51/2
)
mit denjenigen vom 1
0.
November 2014
(
Urk.
6/110/2)
ergibt
, dass sich die Situation beim
morgendlichen
und
abendli
chen
A
n- und A
uskleiden
grundsätzlich
nicht
relevant verändert
beziehungs
weise verschlechtert hat.
Das An- und Auskleiden muss jedenfalls von der Mutter nicht mehr
immer
vollständig übernommen werden
(
vgl.
Urk.
6/77/2 und 6/110/2).
Ohne
Weiteres
nachvollziehbar ist sodann
die Annahme im Abklärungsbericht
, dass das abendliche Auskleiden
mit
Anziehen des Pyjamas
einen geringeren Aufwand verursacht als das morgendliche Anziehen der Tageskleidung (vgl.
Urk.
6/110/2, 6/122/1).
Für das morgendliche
und das abendliche An- und Aus
kleiden sind damit
von der Beschwerdegegnerin zu Recht 10
Minuten respektive fünf
Minuten berücksichtigt worden.
4.1.3
Im Aufwand von 10 Minuten für das An- und Auskleiden während des Tages sind auch
(
gemäss den Angaben
der Eltern
bis zu drei
mal am Tag
anfallende [vgl.
Urk.
7/110/2
]
)
Kleiderwechsel
wegen Verschmutzungen enthalten
(
Urk.
6/122/1)
.
Dabei dürfte es sich
im Wesentlichen
um den Wechsel von Unterhosen und (Trainer-)Hosen
handeln.
Damit
wird
den Folgen
, die sich aus dem
aktiven
WC-Training mit Weglassen der Windeln ergeben,
Rechnung getragen.
Die Beschwerdegegnerin
berücksichtigt
diesen Aufwand zu Recht,
denn
d
as Tragen von Windelhosen ist dem WC-Training nicht gleich förderlich, wie wenn normale Kleidung getragen wird
.
Dabei
kann offen bleiben, ob
dieser Mehra
ufwand korrekterweise im Bereich Verrichten der Notdurft zu berücksich
tigen gewesen wäre (Urteil des Bund
es
gerichts I 466/05 vom 1
3.
Dezember 2005, E. 5.2).
Was den Aufwand betrifft,
welcher pro Vorgang wie Hosen
-
/Unterhosen
-
wechsel, Schuhe binden, Jacke an – und ausziehen etc. anzurech
nen ist,
nämlich
durchschnittlich
zwei Minuten,
so besteht
grundsätzlich
kein Anlass, von der Einschätzung der abklärenden Person abzuweichen
(
Urk.
7/122/1)
.
Der Vater des Versicherten
lässt
zum An- und Auskleiden während des Tages
geltend machen,
der Versicherte trage zu Hause eine Hauskleidung (
Trainer
hose
), die beim Verlassen des Hauses durch eine normale Hose ersetzt werden müsse und umgekehrt (
Urk.
1 S. 4).
Zu prüfen
ist
, ob zusätzlich
e
Kleiderwechsel
und damit mehr als fünf Vorgänge pro Tag (vgl.
Urk.
6/122/1)
zu berücksichti
gen
sind
.
Aus welchem Grund tagsüber eine Trainerhose getragen wird,
wird
in der Beschwerde nicht angeführt.
Gegenüber der Abklärungsperson erwähnten die Eltern diesen Umstand nicht
(vgl.
Urk.
6/110/2)
.
Im Einwand vom 1
2.
Dezember 2014
wurde
noch angegeben
, die Trainerhosen würden getragen, weil diese über den Windeln bequemer zu tragen seien (
Urk.
6/118/1). In der Beschwerde vom 1
6.
März 2015
wird
- wie bereits bei der Abklärung - auf den Umstand hinge
wiesen, dass zu Hause keine Windeln getragen werden (
Urk.
1 S. 4).
Der Grund
für das Tragen von Trainerhosen zu Hause
könnte in dem vom Versicherten durchgeführten aktiven WC-Training liegen. Der Wechsel einer Trainerhose geht
eventuell
leicht
schneller vonstatten als der Wechsel von normalen Hosen;
Trai
nerho
sen
sind sodann pflegeleichter.
Für die Bemessung der Hilflosen
-
entschädi
gung
und des Intensivpflegezuschlags ist n
ur der
o
bjektive Pflege
-
aufwand,
das heisst
je
ner Aufwand, der ents
teht, wenn Minderjährige im Rah
men des wirklich Notwendigen betreut w
erden, zu berücksichtigen
(
vgl.
Rz
8090
KSIH
).
Es kann offen bleiben, ob das zu Hause praktizierte Tragen von Trainerhosen
als objek
tiv geboten zu betrachten ist
.
Es
ist
aber jedenfalls
zu erwarten, dass die Eltern des Versicherten gewisse Synergieeffekte nutzen und beispielsweise bei Auftre
ten einer Verschmutzung einem
in absehbarer Zeit
anstehenden Spaziergang oder einer Unternehmung mit dem Anziehen von Windeln und normaler Tageshose
bereits
Rechnung tragen.
Aus diesem Grund ist anzunehmen,
dass der tagsüber praktizierte Wechsel von
Trainerhose in normale Hose
und umge
kehrt höchstens
einmalig berücksichtigt werden muss und somit zu einem Mehraufwand
von
maximal
zweimal
zwei
Minuten und somit
vier
Minuten führt.
Im Bereich
An- und Auskleiden ist somit
von einem Aufwand von
gesamthaft
29
Minuten
(25 Minuten zuzüglich vier Minuten)
auszugehen.
4.2
4.2.1
Im
ebenfalls beanstandeten
Bereich Essen wu
rde im Rahmen der Abklärung vo
m
November 2014 neu
noch
ein zeitlicher Mehraufwand von
13 Minuten für
das Butterbrot
-
S
treichen und Zerkleinern der Speisen berücksichtigt. Im Ver
gleich zur letzten Abklärung müsse der Versicherte nicht mehr zum Essen moti
viert werden. Die beim Essen weiterhin notwendige Überwachung werde bereits durch die besonders intensive Überwachung abgegolten (
Urk.
6/110
/4; vgl. die frühere Abklärung,
Urk.
6/77/3).
Der Vater des Versicherten
lässt
insoweit geltend machen, es sei vom selben Aufwand auszugehen wie bei der Abklärung vom
1.
November 201
1.
Es sei nicht einzusehen, was sich daran geändert haben solle. Der Versicherte müsse weiterhin zum Essen motiviert werden und komme so gut wie nie selbständig zum Tisch. Auch müsse ihm immer wieder gesagt werden, was er zu essen und zu trinken habe. Er brauche direkte (Führen) und indirekte (Anweisungen und Kontrolle) Hilfe (
Urk.
1 S. 4 f.).
Die
Beschwerdegegnerin
hielt in der
Beschwer
deantwort
fest,
es sei
ein grosses Mass
an Überwachung erforderlich
, welche
s
aber nicht zusätzlich berücksichtigt werden könne (
Urk.
5).
4.2.2
Die Hilfe bei den alltäglichen Lebensverrichtungen kann nicht nur direkt erfol
gen, sondern auch in einer Überwachung der versicherten Person bei Vornahme der relevanten Lebensverrichtungen bestehen
, indem etwa Dritte sie
auffordern, eine solche vorzunehmen, was sie wegen ihres psychischen Zustands sonst nicht tun würde. Diese indirekte Dritthilfe ist von der dauernden persönlichen Über
wachung zu unterscheiden, welches sich als eigenständiges
Bemessungskrite
rium
nicht auf die alltäglichen Lebensverrichtungen bezieht (
Urteil des Bundes
gerichts 9C_666/2013 vom 2
5.
Februar 2014, E. 8.1). Hilfeleistungen, die bereits als direkte und indirekte Hilfe in einem Bereich der alltäglichen
Lebensverrich
tung
Berücksichtigung gefunden haben, können bei der Überprüfung der
Über
wachungsbedürftigkeit
nicht nochmals ins Gewicht fallen (Urteil des Bundesge
richts
9C_598/2014;
9C_664/2014
vom 2
1.
April 2015, E. 5.2.1).
Es ist unbestritten, dass der Versicherte im
Bereich Essen
hilflos ist
.
G
emäss dem Abklärungsbericht vom 1
0.
November 2014
muss insbesondere darüber gewacht werden,
dass
er
nicht alles auf einmal in den Mund stopft und nicht
plötzlich
der ganze Teller umgekippt wird
(
Urk.
6/110/3). Dies
ist als indirekte Dritthilfe
im Bereich Essen
zu qualifizieren und
wird
nicht durch
die daneben notwendige
besonders intensive Überwachung
, welche sich nicht auf die alltäglichen Lebensverrichtungen bezieht,
abgegolten
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_562/2008 vom
1.
Dezember 2008, E. 8.1
)
.
Nach
Rz
8030
KSIH
besteht eine indirekte Dritthilfe nämlich etwa darin, dass eine Drittperson re
gelmässig anwesend ist u
nd die versicherte Person insbe
sondere bei der Ausfüh
rung der in
Frage stehenden Ver
richtungen persönlich überwacht, sie zum Handeln anhält oder von schädigenden Handlungen abhält und ihr nach Bedarf hilft
.
W
elches der genaue zeitliche
Aufwand
für den Bereich Essen
ist, welcher aktuell zu berücksichtigen wäre, und ob dieser mit dem im Rahmen der früheren Ab
klärung vom
1.
November 2011 (
Urk.
6/77/3) von 70 Minuten
tatsächlich
über
einstimmt, kann im Hinblick auf das Endresultat offen bleiben. Z
umindest frag
lich
ist
, ob die dauernde Anwesenheit und 1:1
-
Überwachung auch bei den Zwischenmahlzeiten weiterhin erforderlich ist (vgl
.
Urk.
6/77/3, 6/110/3, 10/3/7). Dieser
Aspekt ist
jedoch
für den Ausgang des Verfahren
s
nicht
relevant und deshalb eine nähere Abklärung nicht
notwendig.
Antragsgemäss
ist der gleiche Aufwand von
70 Minuten wie bei der Abklärung vom
1.
November 2011
zu berücksichtigen
.
4.3
Für den
Bereich Körperpflege wurde
n
im Vergleich zur Erhebung vom
1.
November 2012 neu nicht 60 Minuten, sondern nur noch 35 Minuten
ermit
telt (
Urk.
6/77
3,
6/110/4). In der Beschwerde wird im Wesentlichen geltend gemacht, der Zeitaufwand der früheren Erhebung sei zu übernehmen, da sich nichts geändert habe (
Urk.
1 S. 5).
Wie sich aus dem Vergleich der Abklärungsberichte
vom
4.
Januar 2012
(
Urk.
6/77/3
, 6/51/3
)
und vom 1
0.
November 2014
(
Urk.
6/110/4)
ergibt, wird die Morgentoilette mittlerweile neu mit
einer
Dusche durchgeführt. Die Zahn
pflege versuche der Versicherte neu selbständig vorzunehmen
, woraufhin noch nachgereinigt werden müsse (
Urk.
6/51/3, 6/110/4)
.
Anders als in den Vorbe
richten wird aktuell nicht mehr erwähnt, dass der Versicherte sich beim
Wasch
vorgang
wehre
, wenn man nicht spielerisch mit ihm umgehe (
Urk.
6/51/3, 6/77/3, 6/110/4, 6/122/2).
Damit ist von einer Veränderung
in diesem Bereich
auszugehen.
In der Stellungnahme vom 12.
Februar 2015 führte die Abklärungsperson
D._
zudem
aus, die Zeitangaben seien gemäss den Angaben vor Ort
angerechnet
worden. Es könne davon ausgegangen werden, dass die Eltern den aktuellen Zeitbedarf angegeben hätten, die vermehrte Kraft ihres Kindes somit berücksichtigt worden sei, wobei diese im Bereich Körperpflege wenig Einfluss habe, da sich der Versicherte nicht wehre. Die genauen Zeitangaben bezüglich des Waschens am Morgen (5 Minuten) und am Abend (5 bis 10 Minuten) seien v
ollumfänglich übernommen worden
. Das Spielen in der Badewanne sei nicht anrechenbar (
Urk.
6/122/2).
Weder
im Einwand
zum Vorbescheid (vgl.
Urk.
6/118) noch in der Beschwerde
(
Urk.
1 S. 5)
wurde oder wird
im Einzelnen darget
an
, inwiefern die im
Abklä
rungsbericht
enthaltenen Zeitangaben nicht zutreffen, und
es wurde
namentlich auch n
icht
behauptet
, der im Rahmen der Abklärung geltend gemachte Zeitauf
wand
oder die
geltend gemachten
Beeinträchtigungen
sei
en
von der
Abklä
rungs
person
unrichtig
oder unvollständig
erfasst worden. Damit
ist bezüglich des
Bereich
s
Körperpflege auf die Angaben im Abklärungsbericht vom 1
0.
November 2014 abzustellen u
nd von einem Zeitaufwand von 35
Minuten auszugehen (
Urk.
6/122/2).
4.4
4.4.1
Im Bereich Notdurft verrichten wurde ein Aufwand von 30 Minuten für den Windelwechsel (6 x 5 Minuten) und ein Aufwand von 20 Minuten für das WC-Training
, total somit 50 Minuten
berücksichtigt (
Urk.
6/110/5).
Gegenüber der Abklärungsperson machten die Eltern des Versicherten
unter anderem
geltend,
es komme fast nächtlich
vor, dass der Versicherte seine Pampers während der Nacht selbständig abziehe und den Inhalt im Bett oder sogar im Zimmer verschmiere (
Urk.
6/110/5). In der Beschwerde
vom 1
6.
März 2015
wird insoweit ausgeführt,
der Aufwand sei insbesondere nachts beträcht
lich höher als von der Beschwerdegegnerin angenommen und dies auch dann, wenn der Aufwand für die Wäsche und die Zimmerreinigung nach einem nächtlichen Verschmieren nicht angerechnet werde (
Urk.
1 S. 5).
Es sei nicht so, dass ein nächtlicher Windelwechsel problemlos
vonstatten gehe
. Der Versicherte müsse oft geduscht und danach aufs WC gesetzt und es müssten neue Kleider angezogen werden (
Urk.
1 S. 5).
Gemäss den ergänzenden Angaben des Abklärungsdienstes vom 1
2.
Februar 2015 habe die beim Gespräch ebenfalls anwesende Frau
E._
von der Schule
Z._
in
A._
angegeben,
dass
in der Schule tagsüber viermal ein Windelwechsel statt
finde
. Damit das nächtliche Verschmieren ver
hindert werden könne, finde pro Nacht ebenfalls noch zweimal ein
Windel
wechsel
statt.
Somit könne dieser Problematik ausgewichen werden
. Es sei den Eltern zumutbar, diese Methode auch zu Hause anzuwenden
(
Urk.
10/122 S. 2).
4.4.2
Strittig und zu prüfen ist somit,
ob und
wenn ja,
welcher (Zusatz-)Aufwand für die nächtlichen Windelwechsel allenfalls anzurechnen ist. Unbestritten ist
mitt
lerweile
, dass der Aufwand für
das Wechseln der
Bettwäsche
und die
Zimmer
reinigung
nicht anzurechnen ist.
O
b es
den Eltern des Versicherten
– wie es die Beschwerdegegnerin festhält
–
gleich wie
den
Angestellten der Schule
zumutbar ist, regelmässig und auf Dauer zweimal pro Nacht für den Windelwechsel aufzustehen
,
um der Problematik des
nächtlichen selbständigen Windelausziehens auszuweichen,
kann aufgrund der nachfolgenden Ausführungen
offen
bleiben
.
Bei einem
nächtlichen Windelwechsel
muss der Versicherte
eventuell
vorerst
sanft
geweckt werden
,
um
eine gewisse
Mitarbeit zu ermöglichen. In jedem Fall ist mit einem
erhöhten Krafteinsatz und
Zeitaufwand
zu
rechnen, da der Versi
cherte
– davon ist auszugehen -
beim Windelwechsel nicht in gleicher Weise wie am Tag selbst
mitarbeitet
(etwa durch
richtiges Positionieren,
Anheben des Unterkörpers
etc.
). Der Zeitaufwand ist pro
nächtliches
Windelwechsel
n
mit fünf Minuten zusätzl
ichen Aufwands zu veranschlagen und beträgt somit bei zwei nächtlichen Windelwechseln 10 Minuten.
Dasselbe gilt, wenn die Windeln nicht regelmässig während der Nacht, sondern nur nach einem Vorfall gewechselt werden
, wie
es die Eltern bis anhin handha
b
en
.
In diesem Fall
ist
aufgrund
der Vorbringen
in der Beschwerde
davon aus
zugehen, dass der Versicherte
nach einem nächtlichen Ausziehen der Windeln
teilweise
geduscht und neu eingekleidet werden muss
(
Urk.
1 S. 5)
.
Hinweise dafür, dass dies durchschnittlich mehr als einmal pro Nacht notwendig ist, bestehen nicht.
Auch für das Duschen und Neueinkleiden
kann
von
einem
Mehraufwand von
maximal
10 Minuten pro Tag a
usgegangen werden
.
In Berücksichtigung dieses
Zusatzaufwands von 10 Minuten ergibt sich für die Hilfe bei
m
Verrichten der Notdurft
ein Mehra
ufwand von gesamthaft 60 Minu
ten
.
Festzuhalten bleibt, dass der infolge des aktiven WC-Trainings tagsüber notwendige Kleiderwechsel
im Bereich Ankleiden/Auskleiden veranschlagt wurde (vgl. vorne E.
4.1.3
).
4.5
Damit resultiert folgender
Gesamtaufwand: An-/Auskleiden 2
9
Minuten, Aufste
hen/Absitzen/Abliegen 30 Minuten, Essen 70 Minuten, Körperpflege 3
5
Minuten,
Verrichten der Notdurft 60
Minuten.
Zusammen mit den vier Stun
den der intensiven Überwachung resulti
ert ein Aufwand von 7
Stunden 4
4
Minuten. Damit bleibt es beim bisherigen
Intensivpflegezuschlag der mittleren Stufe
und die Verfügung vom 1
2.
Februar 2015 ist zu bestätigen
.
Soweit der Vater des Versicherten geltend machen liess, beim Versicherten
falle
, da er sich häufig wehre und mehr Kraft habe, ein grösserer Aufwand
an
, so ist festzuhalten, dass weder im Rahmen der Abklärung noch im
Beschwerdever
fahren
konkret dargetan wu
rde, bei welchen Lebensverrichtungen beziehungs
weise gegen welche Handlungen de
r Versicherte sich konkret
wehrt
(
Urk.
6/110, 6/122, 6/1 S. 3 ff.). Im Weiteren ist nicht ersichtlich
, inwiefern zu wenig auf die detaillierten Angaben der Eltern abgestellt worden wäre
.
A
us dem FAKT2 zur
Abklärung des Assistenzbeitrag
s
ergeben sich sodann
gesamthaft betrachtet auch
keine Hinweise dafür, dass die Abklärung der Hilflosigk
eit unrichtig vorgenommen und
jedenfalls
ein Anspruch auf einen höheren Intens
ivpflegezuschlag begründet wäre
(vgl. auch vorne E. 3.3 und
Urk.
16). Eine
ergänzen
d
e Abklärung
der Hilflosigkeit
ist damit nicht erforder
lich.
Damit ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
Das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist bei Strei
tigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Versicherungs
leistungen kostenpflichtig (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG). Die Kosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen und dem Vater des Versicherte
n
aufzuerlegen.