Decision ID: a8ba752d-e6e9-4e9f-b77b-e21980f944f1
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1972,
ist als selbständiger Coiffeur bei der
Vau
doise
Versicherungen (nachfolgend:
Vaudoise
) für die Folgen von Unfällen ver
sichert.
Mit Unfallmeldung vom 27. August 2016 meldete der Versicherte folgen
den Vorfall vom 7. August 2016: «Beim Springen ins Meer habe ich mir das Knie angeschlagen» (Urk. 10/41 Ziff. 6). Dabei habe er sich am linken Knie eine Knor
pelschädigung zugezogen (Ziff. 9).
Dr.
med.
Y._
, Fachärztin für phy
sikalische Medizin und Rehabilitation, nannte im Bericht vom 9. September 2016 als Diagnose ein posttraumatisches
Reizknie
bei Knorpeldefekt medialer
Femur
kondylus
Grad III/IV und
rupturierter
Bakerzyste
(Urk. 10/36 Ziff. 5).
Mit Verfü
gung vom 21. Juni 2017
verneinte
die
Vaudoise
ihre Leistungs
-
pflicht
(Urk. 10/18).
Die dagegen am 17. Juli 2017 erhobene Einsprache (Urk. 10/15 S. 1-2) wies die
Vaudoise
mit Entscheid vom 14. November 2017 ab (Urk. 10/13 S. 1-7 = Urk. 2).
2.
Mit
Eingabe vom 29. Dezember 2017
erhob der
Versicherte
Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
der
Vaudoise
vom 14. November 2017 (Urk. 2)
und be
antragte, dieser sei aufzuheben und die
Vaudoise
sei zu verpflichten, für das Er
eignis vom 7. August 2016 die Leistungen zu erbringen und insbesondere die Kosten der Heilbehandlung zu übernehmen (Urk. 1 S. 2 oben)
. Am 5. April 2018
erstattete
die
Vaudoise
die Beschwerdeantwort und ersuchte um Abweisung der Beschwerde (Urk. 9). Nach mehreren bewilligten Fristerstreckungsgesuchen (Urk. 19-22) sowie einer Sistierung des Prozesses (vgl. Urk. 23) reichte der Be
schwerdeführer am 15. Januar 2019 eine Replik ein (Urk. 25). Die Duplik der Be
schwerdegegnerin (Urk. 28) wurde dem Beschwerdeführer am 22. Februar 2019 zur Kenntnis gebracht (Urk. 29).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsan
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f.
E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im ang
efochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2)
da
von aus,
gestützt auf die Beurteilung ihres beratenden Arztes
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie,
stünden die Kniebeschwerden links
ab dem 23. Au
gust 2016 (vgl. S. 3
Ziff. 1.8)
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zu
sammenhang mit dem Ereignis vom 7. August 2016 (S. 6 Ziff. 2.3).
Daran hielt sie mit Beschwerdeantwort (Urk. 9) sowie mit Replik (Urk. 28) fest.
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt
, die Schlussfolgerungen des beratenden Arztes würden durch die Ausführungen der behandelnden Ärzte entkräftet. Letztere hätten mehrfach dargelegt, dass und wes
halb die bestehende Gesundheitsschädigung auf den Unfall zurückzuführen sei (
Urk. 1
S. 3 Ziff. 4 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerde
gegnerin ihre Leistungspflicht ab dem 23. August 2016 zu Recht verneinte.
3.
3.1
Rund zwei Wochen
nach dem Ereignis vom 7. August 2016
erfolgte
am 23. Au
gust 2016 ein MRI des linken Kniegelenks. Die Beurteilung des Befundes lautete wie folgt (Urk. 10/30 S. 2):
-
Umschriebener, scharf
berandeter
Knorpeldefekt im Bereich des medialen
Femurkondylus
(Grad
III-IV
) möglicherweise traumatischer G
enese,
k
eine
abgrenzbar
en
osteochondralen
Gelenkkörper
-
i
ntakte Darstellung der
Menis
ci
, Kreuz- und Kollateralbänder
-
n
ur geringer Gelenkerguss bei deutliche
r
S
ynovitis
, betont im Bereich des
Recessus
suprapatellaris
-
Bakerzyste
mit Zustand nach Zystenruptur
3.2
Im September 2016 stellte sich der Beschwerdeführer bei
Dr.
med. A._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates,
vor (Bericht vom 6. September 2016, Urk. 10/39). Als Diagnose nannte
Dr.
A._
einen traumatischen Knorpelschaden am medialen
Femur
kondylus
Kniegelenk links (S. 1). Er führte aus, der Unfallmechanismus sowie der scharfbegrenzte Knorpelschaden würden für ihn für ein traumatisches Ereignis sprechen. Initial sei diesem Knorpelschaden eine konservative Heilungschance zu geben.
3.3
I
m April 2017
konsultierte der Beschwerdeführer
erneut
Dr.
A._
(Bericht vom 26. April 2017, Urk. 10/23).
Nach der initialen Konsultation im September 2016 und der knorpelregenerativen Therapie sei
d
er
Beschwerdeführer
absolut schmerzfrei gewesen. Dann habe er auf einer Beinpresse Kniebeugebewegungen durchgeführt.
Dabei habe es einen
anterolateralen
Schmerz sowie eine Schwell
neigung
popliteal
gegeben. Seit einer Woche habe sich die Symptomatik wieder deutlich verbessert (S. 1 «Anamnese»). Im Untersuchungsbefund wurde insbeson
dere eine deutlich tastbare
Poplitealzyste
festgehalten (S. 1 unten). Nebst dem bekannten Knorpelschaden im Bereich des medialen
Femurkondylus
sei erstmalig wieder eine Ergussbildung festzustellen (S. 2 «Beurteilung und Procedere»).
3.4
Am 10. Mai 2017 nahm der beratende Arzt der Beschwerdeg
egnerin,
Dr.
Z._
, eine Aktenbeurteilung vor (Urk.
10/22
). Als unfallbedingte Diagnose nannte
Dr.
Z._
eine Kniekontusion links mit Rissquetschwunde (S. 1 Ziff. 1.1). Der vor
liegende Knorpeldefekt Grad III bis IV am zentralen
Femurkondyl
medial links sowie die
Bakerzyste
mit Ruptur (Ziff. 1.2) seien für die jetzigen Beschwerden massgebend, jedoch als unfallfremde Diagnose
n
zu qualifizieren (Ziff. 2 f.). Die Knorpelläsion sei
aus folgenden
Gründen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht durch das Unfallereignis verursacht (S. 2 Ziff. 6):
-
Die Knorpelläsion liege zentral im
Femurkondylus
. Diese Lokalisation sei in Normalposition nicht durch einen Schlag von aussen zugänglich.
-
Bei einer frischen traumatischen Läsion mit Absprengung eines Knorpelstückes von dieser Ausdehnung hätte das entsprechende Knorpelstück im Knie als freier Gelenkkörper vorhanden sein müssen.
Dieses habe im MRI explizit nicht nachgewiesen werden können.
-
Eine
Bakerzyste
entwickle sich bei einem chronischen Knieleiden und brauche Zeit, um zu entstehen. Das MRI sei 16 Tage nach dem Ereignis durchgeführt worden. In dieser kurzen Zeit könne sich eine
Bakerzyste
mit dieser Ausdeh
nung nicht entwickeln.
Mit Ausheilung der Rissquetschwunde, welche gemäss Arztbericht zur Konsulta
tion vom 22. August 2016 nicht mehr behandlungsbedürftig gewesen sei
(vgl. dazu Urk. 10/36 sowie insbesondere Urk. 10/19)
, sei der Status quo sine erreicht worden (S. 2 Ziff. 4).
3.5
Der Beurteilung
durch
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.4) entgegnete
Dr.
Y._
mit Stellungnahme von 7. Juli 2017 (Urk.
10/16 S. 1-2
), es
spreche für ein Trauma, wenn der
Knorpeldefekt scharf begrenzt sei. Das entsprechende Stück Knorpel im Knie müsse nicht zwingend als freier Gelenkkörper sichtbar sein. Eine
Bakerzyste
könne auch spontan entstehen. Ein Gelenkserguss spreche ebenfalls für ein Trauma. Ein kausaler Zusammenhang sei gegeben (S. 2
Ziff.
6).
3.6
Sodann nahm auch
Dr.
A._
zur Beurteilung
durch
Dr.
Z._
Stellung (Bericht vom 11. Juli 2017, Urk.
10/16 S. 3-4
).
Dr.
A._
bemerkte, es sei beim Unfall
hergang nicht zu einem Schlag, sondern zu einer Kontusion gekommen. Eine Kontusion sei immer ein Anprall. Der Knorpeldefekt liege in der Hauptbelastungs
zone und sei dementsprechend Impactkräften zugängig.
Weiter entgegnete
Dr.
A._
, eine scharfe Begrenzung des Knorpeldefekts spre
che für eine traumatische Genese. Es müsse nicht zwingend ein komplettes Knor
pelstück herumschwimmen.
Auch der Punkt, dass sich eine
Bakerzyste
nur bei chronischen Kniegelenksleiden nach einer längeren Zeit entwickle, sei
an sich
falsch. Primär müsse man sagen, dass eine
Bakerzyste
per Definition nur bei Rheumatikern entstehe. Alles andere sei als
Poplitealzyste
zu klassifizieren.
Ein Erguss könne unmittelbar bei Reizungen des Kniegelenks auftreten. Gerade wenn sich Fremdkörper wie Knorpelfragmente im Gelenk befinden würden, ent
stehe ein Erguss innerhalb von drei bis vier Tagen. Dementsprechend sei das Vor
handensein einer
Popl
i
tealzyste
ebenfalls beweisend für freie Gelenkkörper und dementsprechend für das stattgehabte Trauma.
3.7
Nach Durchsicht der Stellungnahmen von
Dr.
Y._
(vorstehend E. 3.5) und
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.6) machte
Dr.
Z._
mit Schreiben vom 20. Septem
ber 2017 (Urk.
10/14
) geltend, ein Gelenkerguss per se sage nichts über dessen Entstehungsweise aus, dieser könne traumatisch-
,
aber auch krankheitsbedingt sein. Im MRI vom 23. August 2016 habe kein freier Gelenkkörper und nur eine geringe Ergussbildung nachgewiesen werden können. Eine akute Verletzung
ver
ursache einen
Hämarthros
(ak
u
t
e Einblutung ins Gelenk), welche starke Be
schwerden und einen sofortigen Arztbesuch zur Folge habe. Dieser
Hämarthros
oder Resorptionszeichen seien normalerweise nach 16 Tagen im MRI noch nach
weisbar
(S. 1)
.
Bezüglich Zystenbildung
bemerkte
Dr.
Z._
, er gehe mit den Bemerkungen der beiden Kollegen einig. Er habe die Diagnose vom Facharzt für Radiologie aus dem MRI-Bericht übernommen. Allerdings könne eine traumatische Zyste kaum in
nerhalb von 16 Tagen eine solche Ausdehnung erreichen und zusätzlich noch
rupturieren
(S. 1 f.).
Zudem habe gemäss früheren Ausführungen von
Dr.
A._
ab September 2016 bis zur Episode mit der Beinpresse, welche zur Konsultation vom 25. April 2017 geführt habe, ein
b
eschwerde
freies
I
ntervall bestanden (S. 2).
3.8
Dr.
med. B._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
kritisierte mit Stellungnahme vom 4. Dezember 2017 (Urk. 10/10 S. 16
=
Urk.
3
),
Dr.
Z._
habe weder zum
Bone
bruise
noch zum Umstand, dass die beiden Narben am Knie des Beschwerdefüh
rers bei gebeugtem Knie genau über dem Knorpeldefekt l
ägen
, Stellung genom
men. Die Narbensituation passe genau zum Unfallereignis. «Das Ganze am medi
alen
Femurkondyl
» sei eindeutig unfallbedingt. Es sei nicht nachvollziehbar, dass ein Knorpelstück herumschwimmen müsste, weil der Knorpelschaden nicht so eindeutig ausgestanzt sei. Es sei eher,
«
wie wenn er auf eine längere Schicht ab
gehoben beziehungsweise traumatisiert
»
sei.
3.9
Am 12. März 2018 verfasste
Dr.
Z._
eine
weitere
Stellungnahme (Urk.
10/1
), nachdem er die am 23. August 2016 angefertigten MRI-Bilder studiert hatte (S. 1 unten). Die Bilder zeig
t
en
auf
, dass sich der Knorpelschaden weiter innen im Knie (bezogen auf die Lage der K
niescheibe und der dortigen Hautw
unde) befinde. Auch zeige sich keinerlei Schädigung unter der Kniescheibe und dem angrenzen
den Knorpel der Kniescheibe
(S. 4).
In den vorhandenen MRI-Bildern könne man sehen, dass die scharfe
Berandung
des Knorpeldefekts lediglich in einer Bildprojektion vorhanden sei.
In der zweiten Projektion (Bild
3
;
S. 3) folge der Knorpelsubstanzverlust der Krümmung der Oberschenkelrolle und die Ränder seien eher unscharf.
Dies habe auch
Dr.
B._
bestätigt.
Der angrenzende Knorpel sei zudem bereits deutlich ausge
dünnt im Sinne einer kontinuierlichen Abnützung. Diese Befunde sprächen eher für ein degeneratives als für ein traumatisches Geschehen (S. 5 Ziff. 3.1).
Weiter führte
Dr.
Z._
aus, es sei von der Lage des Knorpeldefektes unmöglich, dass durch den
Kraftimpakt
des Anpralls, welcher direkt die Wunde über der Kniescheibe hervorgerufen ha
be
, auch der Knorpel des weiter medial liegenden Knorpels des Oberschenkelknochens in dieser Art mitverletzt
worden sei. Umso mehr
,
als gleichzeitig Schäden an der Kniescheibe, dem Knorpel hinter der Knie
scheibe und anderen Weichteilen, welche bei einer fortgeleiteten Krafteinwirkung zu erwarten gewesen wären, fehlen. Die Krafteinwirkung des Traumas hätte axial beim gestreckten Knie erfolgen müssen. Vorliegend sei die Krafteinwirkung aber von einer anderen Richtung, nämlich bei gebeugtem Knie
mit Anprall auf die Kniescheibe
erfolgt
,
mit Entstehung der entsprechenden Wunde
. Die Knorpellä
sion könne somit nicht durch die gleiche Krafteinwirkung wie die Wunde ent
standen sein, und sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den direk
ten Schlag zurückzuführen, welcher die Wunde über der Kniescheibe verursacht habe
(S. 5 f. Ziff. 3.2).
Für die Entstehung einer
Bakerzyste
brauche es einen Erguss. Ob dieser trauma
tischen oder degenerativen Ursprungs sei, könne allein aus der Tatsache der Exis
tenz einer
Bakerzyste
nicht gesagt werden. Eine frische, traumatische Kniebin
nenläsion würde eine Blutung mit Umwandlung in einen Erguss und eventueller Ausbildung einer Zyste nach sich ziehen. Dass dieser Prozess innerhalb der kur
zen Zeit von 16 Tagen abgelaufen und zudem im MRI nicht mehr akut nachweis
bar gewesen sei, sei medizinisch nicht möglich. Auch zeige sich im MRI eine deutliche
Synovitis
. Dies sei eine Kapselreaktion im Sinne einer chronischen Rei
zung mit Hypertrophie der Zotten der Kapsel. Die
Bakerzyste
sei nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit als Folge des Ereignisses vom 7. August 2016 ent
standen (S. 6 Ziff. 3.3).
Schliesslich machte
Dr.
Z._
Ausführungen zum Knochenmarködem bezie
hungsweise einem
Bone
b
ruise
, für dessen Zustandekommen es viele Ursachen gäbe (S. 6 f. Ziff. 3.4).
4.
4.1
Der beratende Arzt
Dr.
Z._
hielt, unter Berücksichtigung der erforderlichen Kri
terien (vgl. vorstehend E. 1.4), nachvollziehbar und ausführlich beg
ründet fest, dass vorliegend kein
Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 7. Au
gust 2016 und dem Knorpeldefekt sowie der
Bakerzyste
vorliege und somit
ab dem 23. August 2016 von einem Status quo sine auszugehen sei.
Er setzte sich mit den
abweichenden Beurteilung
en
durch
Dr.
Y._
,
Dr.
A._
und
Dr.
B._
auseinander und führte anhand der vorliegenden Akten, insbe
sondere gestützt auf das vorhandene bildgebende Material, aber auch in Ausei
nandersetzu
ng mit Fachliteratur (vgl. Urk. 10/1 S. 7 unten)
,
a
us, weshalb der Ein
schätzung
der behandelnden Ärzte
nicht gefolgt werden kann. Darauf ist
zu ver
weisen (vorstehend E. 3.9
).
4.2
Entgegen dem Standpunkt des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 3 f. Ziff. 4 ff.) vermögen die Berichte und Stellungnahmen von
Dr.
Y._
,
Dr.
A._
und
Dr.
B._
keine Zweifel an den Ausführungen von
Dr.
Z._
zu wecken. Die von den genannten behandelnden Ärzten angeführten Begründungen, welche
ihres Erachtens
für einen Kausalzusammenhang der über den 23. August 2016 anhaltenden Beschwerden und dem Unfallereignis sprechen würden, widerlegte
Dr.
Z._
anhand konkreter Ausführungen zum Unfallhergang und den bildge
bend ausgewiesenen Schäden. Er legte insbesondere nachvollziehbar und über
zeugend dar, dass die diagnostizierte Knorpelläsion
(
aufgrund der stattgefunde
nen Krafteinwirkung
)
sowie
die
Bakerzyste
nicht mit überwiegender Wahrschein
lichkeit auf das Sturzereignis vom 7. August 2016 zurückzuführen und somit un
fallfremd
sei
en
(vorstehend E. 3.9). Dieser Beurteilung ist beizupflichten. Es liegen vorliegend keine Anhaltspunkte vor, welche gegen die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen sprechen wür
den.
4.3
Es ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines
rechtsgenüglichen
Kausalzusammenhangs zwischen dem Ereignis vom 7. August 2016 und den vom Beschwerdeführer über den 23. August 2016 hinaus weiterhin
g
eklagten Beschwerden und damit eine Leistungspflicht hierfür zu Recht verneint hat.
Der angefoc
htene
Einspracheentscheid
(Urk.
2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.