Decision ID: 4b8c11f1-a4fc-4771-923c-f2f2228dc5a9
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. A._, Jahrgang 1968, ursprünglich gelernter Landwirt, erlitt im Jahre
1996 infolge Unfalls eine Talusluxationsfraktur des linken Sprunggelenks,
welche mittels Osteosyntheseoperation versorgt wurde. Die zuständige,
obligatorische Unfallversicherung (SUVA) erbrachte die gesetzlichen
Versicherungsleistungen. Gemäss kreisärztlicher Untersuchung vom
Januar 1997 wurde für die angestammte Tätigkeit als Chauffeur wieder
eine volle Arbeitsfähigkeit bei weitergeführter Physiotherapie erreicht. Im
Mai 1998 trat er in den Familienbetrieb ein, wo er die Ausbildung zum
Gipser absolvierte und weitere Diplome erwarb. Im Januar 2002 wurde am
medialen Malleolus eine Schraube samt Unterlagsscheibe entfernt. Bei
diagnostizierter posttraumatischer Arthrose im linken oberen
Sprunggelenk (OSG) mit massiver Exophytenbildung an der ventralen
Kante der Tibia wurde im Juni 2002 eine operative Gelenksrevision, eine
Abtragung der Exophyten sowie eine Synovektomie durchgeführt. Die
SUVA richtete wieder gesetzliche Leistungen aus. Im Mai 2006 sprach sie
A._ eine Integritätsentschädigung auf Basis einer Integritätseinbusse
von 20 % zu. Im Juli 2012 verneinte die SUVA gestützt auf eine
kreisärztliche Beurteilung ihre Leistungspflicht für zwischenzeitlich geltend
gemachte Rückenbeschwerden. Im März 2016 machte A._
gegenüber der SUVA eine Verschlechterung seines medizinischen
Zustandes geltend, wobei er zunehmend Mühe habe, eine
uneingeschränkte Leistungsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Im Mai 2016
fand eine weitere kreisärztliche Untersuchung statt und im Juli 2016
erfolgte bei diagnostizierter symptomatischer, posttraumatischer Arthrose
des OSG und unteren Sprunggelenkes (USG) eine Infiltration des OSG
links, was gemäss Bericht des behandelnden Orthopäden vom
8. September 2016 zu einer anhaltenden Beschwerdefreiheit führte.
2. Im September 2017 meldete sich A._ erstmals bei der IV-Stelle des
Kantons Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Die
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IV-Stelle tätigte im Nachgang dazu verschiedene Abklärungen in
erwerblicher und medizinischer Hinsicht.
3. Im Bericht vom 20. September 2017 hielt der behandelnde Hausarzt
Dr. med. B._ fest, dass seit Herbst 2016 bei A._ zunehmende
Schmerzen in der rechten Schulter bestünden und mehrmalige
Infiltrationen jeweils nur eine kurzzeitige Besserung gebracht hätten. Als
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden
Schulterschmerzen rechts bei Läsion der Supraspinatussehne, eine
symptomatische AC-Gelenksarthrose sowie eine leichte Tendinopathie
der Biceps longus-Sehne festgehalten. Dahingegen sei insbesondere eine
Chondropathie im rechten Knie ohne Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit. Ab dem 13. März 2017 bestehe eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit. A._ könne nur Büroarbeiten erledigen und keine
Gewichte heben. Im Bericht vom 19. September 2017 hielt Dr. med.
C._ von der Klinik D._ unter Beilage von zwei
Sprechstundenberichten vom 26. Juli bzw. 6. September 2017 fest, dass
A._ infolge einer Schulterproblematik rechts und einer OSG-Arthrose
links in Behandlung sei. Für administrative Tätigkeiten bestehe eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit, für körperliche Arbeiten hingegen eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit. Am 24. Oktober 2017 erfolgte – nach
ausgeschöpften symptomatisch-konservativen Therapieoptionen – infolge
einer ausgedehnten gelenkseitigen Partialläsion der Supraspinatus- und
anterioren Infraspinatussehne (PASTA-Läsion, Eliman A2 bis 3) der
rechten Schulter mit/bei symptomatischer AC-Gelenksarthrose,
Tendinopathie der Biceps longus-Sehne bei lateraler Pulley-Läsion und
einer subacromialen Reizsymptomatik durch Dr. med. C._ eine
Schulterarthroskopie, eine Tenotomie/Tenodese der langen Bicepssehne,
eine Rekonstruktion der Supraspinatus- und Infraspinatussehne sowie
eine subacromiale Dekompression und arthroskopische AC-
Gelenksresektion. Im Anschluss daran erfolgte vom 27. Oktober bis
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10. November 2017 eine stationäre Rehabilitation im Kurhotel E._ in
F._. Weitere Berichte von Dr. med. C._ datieren vom
20. Dezember 2017, 24. Januar 2018, 25. April 2018 und 25. Oktober
2018, worin ein insgesamt sehr erfreulicher Heilungsverlauf betreffend die
Schulterproblematik beschrieben wurde.
4. Aufgrund von akut aufgetretenen Rückenschmerzen war A._ ab Juli
2018 vollständig arbeitsunfähig geschrieben worden. Am 28. September
2018 erfolgte durch Prof. Dr. med. G._ eine mikrotechnische
Dekompression L4/5 links nach kranial, eine mikrotechnische
Diskushernien-Entfernung L4/5 links und Diskotomie sowie eine
Neurolyse der L4- und L5-Wurzeln links. Dies aufgrund einer
diagnostizierten Diskushernie retrocorporeal L4 links, von L4/5 nach
kranial und multiplen lumbalen Osteochondrosen. Berichte von Prof.
Dr. med. G._ datieren vom 3. Oktober 2018, 29. November 2018 und
26. August 2019. In Letzterem diagnostizierte Prof. Dr. med. G._
einen ausgeprägten Morbus Scheuermann der Lendenwirbelsäule, einen
Status nach mikrotechnischer Deko(mpensation) L4/5 links und
Diskushernienentfernung kranial im September 2018, eine
Osteochondrose und leichte Stenosierung L3/4, zusätzlich Lipomatose,
eine Protrusion L4/5 foraminal betont links sowie eine Protrusion L5/S1
foraminal links bei leichter Retrolisthesis. Er erachtete körperlich
belastende Tätigkeiten für A._ als höchstens sehr begrenzt
durchführbar und die Arbeitsfähigkeit im handwerklichen Bereich als
sicherlich eingeschränkt, aktuell schätzungsweise um 50 %.
5. Bereits zuvor war am 3. Januar 2019 eine erneute Anmeldung zum
Leistungsbezug bei der IV-Stelle unter Angabe eines erlittenen
Bandscheibenvorfalls erfolgt. Im Verlaufsbericht vom 24. Juli 2019 hielt
Dr. med. B._ fest, dass A._ seit der Operation vom
28. September 2018 immer wieder Schmerzen im Rücken und Ischiatikus-
Bereich habe. Die Schmerzen würden durch längeres Stehen und durch
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das Heben von nur schon leichten Gewichten ausgelöst. Die bisherige
Tätigkeit sei im zeitlichen Rahmen von 50 % noch zumutbar, wobei eine
verminderte Leistungsfähigkeit von 50 % bestehe. Die Zumutbarkeit von
anderen Tätigkeiten verneinte Dr. med. B._. Gegenüber der
Krankentaggeldversicherung attestierte Dr. med. B._ A._ ab
dem 4. April 2019 eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Im Verlaufsbericht vom
11. Oktober 2019 hielt Dr. med. B._ einen stationären
Gesundheitszustand fest. Zur von der IV-Stelle an Dr. med. B._
gestellten Frage, wie er die Arbeitsfähigkeit von A._ in der
angestammten Tätigkeit als Gipser resp. in einer leidensangepassten
Tätigkeit bis jetzt und auf weiteres beurteile, hielt dieser fest, dass A._
als Chef einer Gipserwerkstatt gewisse Arbeiten delegieren könne. Er sei
somit aber nur teilarbeitsfähig. Die Arbeit im Büro könne er erledigen, aber
dies sei nur ein Teil.
6. Infolge zunehmender, belastungsabhängiger Schmerzen im linken OSG
war am 3. Juli 2019 in der Klinik D._ durch Dr. med. H._ eine
erneute Infiltration des OSG erfolgt. Am 23. September 2019 fand im
Auftrag der SUVA eine weitere kreisärztliche Untersuchung durch
Dr. med. I._ statt. Im entsprechenden Bericht diagnostizierte dieser
eine OSG-Arthrose und beginnende USG-Arthrose links nach
Talusluxationsfraktur links am 29. Juni 1996 nach Motorradunfall mit
nachfolgender offener Reposition, Schraubenfixation des Talus und
Schrauben-Refixation der ausgerissenen Sehnenscheide des Musculus
tibialis posterius am medialen Malleolus am 29. Juni 1996,
Metallentfernung am 3. Januar 2002 und Gelenksrevision mit
Osteophytenentfernung am 18. Juni 2002. Als unfallfremde Diagnosen
hielt er einen Status nach Bandscheibenoperation lumbosacral und eine
Schulteroperation rechts fest. Unter Berücksichtigung der Zumutbarkeit für
das linke Sprunggelenk seien leichte bis mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeiten in überwiegendem Sitzen zumutbar. Nicht
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geeignet seien berufliche Tätigkeiten mit überwiegendem Gehen und
Stehen, häufigem Gehen im Gelände, Steigen auf Leitern und Gerüste,
häufigem Treppensteigen und dem Einnehmen einer Kniehockeposition.
Ebenso seien kein körpernahes Heben und Tragen von Lasten über 15 kg
zumutbar.
7. Am 19. November 2019 gelangte Dr. med. J._ vom Regionalen
Ärztlichen Dienst Ostschweiz (RAD) zum Schluss, dass A._ an
erheblichen Problemen des Bewegungsapparates leide, welche eine
eingeschränkte Belastbarkeit begründeten. Die von den behandelnden
Ärzten attestierte Arbeitsfähigkeit von 50 % in der angestammten Tätigkeit
als Gipser sei nachvollziehbar. Schwere Gipserarbeiten, wie insbesondere
Arbeiten über Schulterhöhe, solche mit Tragen von schweren Materialien
von über 15 kg, mit Leitersteigen und repetitivem Treppensteigen seien
nicht mehr zumutbar. Leichte bis mittelschwere Tätigkeiten seien dagegen
weiterhin zumutbar. Dies gelte ab April 2019, als der Hausarzt für die
angestammte Tätigkeit (als Gipser) eine 50 % Arbeitsfähigkeit attestiert
habe. Die selbständige Erwerbstätigkeit als Gipser erlaube A._ eine
gewisse Delegation von schweren Arbeiten. Welche gewerblichen
Auswirkungen die beschriebenen Einschränkungen zeitigten, müsse
gewerblich abgeklärt werden. Als Defizite mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit hielt Dr. med. J._ eine eingeschränkte Belastbarkeit
der Schulter rechtsbetont, des Rückens, des linken Sprunggelenks und
des rechten Knies fest. Leichte bis mittelschwere, wechselbelastende
Tätigkeiten in überwiegendem Sitzen ganztägig ohne monoton-repetitive
Bewegungs- und Haltungsmuster des Rückens, ohne repetitive
Überschulterarbeiten, ohne Tätigkeiten in überwiegendem Gehen und
Stehen, ohne häufiges Gehen im Gelände, ohne Steigen auf Leitern und
Gerüste, ohne häufiges Treppensteigen sowie ohne Einnehmen einer
Kniehocke seien hingegen zumutbar. In der angestammten Tätigkeit
bestehe seit dem 13. März 2017 eine Arbeitsunfähigkeit zwischen 100 %
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und 50 %; ab April 2019 eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 50 %. In
einer adaptierten Tätigkeit bestehe, wie bereits erwähnt, ab April 2019
eine volle Arbeitsfähigkeit. Gemäss Einschätzung der IV-Stelle
unterscheidet sich das Zumutbarkeitsprofil nicht von demjenigen, welches
die SUVA ihrer Rentenzusprache zugrunde gelegt habe, womit der
Invaliditätsgrad auf Basis der in der SUVA-Verfügung (vom 13. November
2019) herangezogenen (Vergleichs-)Einkommen bestimmt werden könne.
8. Mit Vorbescheid vom 28. November 2019 stellte die IV-Stelle A._ die
Zusprache einer befristeten halben Invalidenrente für den Zeitraum von
1. März 2018 bis zum 30. September 2018 sowie einer ganzen
Invalidenrente vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. Juni 2019 in Aussicht.
Unter Berücksichtigung der Dreimonatsfrist (von Art. 88a Abs. 1 Satz 2
IVV) ab dem Zeitpunkt der Verbesserung des Gesundheitszustandes bzw.
der 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ab April 2019,
sei der Rentenanspruch per 30. Juni 2019 zu befristen, da ab dem 1. Juli
2019 auf Basis des auch der SUVA-Verfügung vom 13. November 2019
zugrunde gelegten Valideneinkommens von CHF 123'645.-- und einem
anhand der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik für
das Jahr 2016 bestimmten Invalideneinkommen von CHF 91'123.-- nur
noch ein nicht mehr rentenbegründender Invaliditätsgrad von 26.3 %
resultiere.
9. Am 17. Dezember 2019 wurde A._ bei der IV-Stelle vorstellig und
erklärte sich gemäss einer Aktennotiz vom gleichen Tag nach einer
Erläuterung des Vorbescheides seitens der IV-Stelle grundsätzlich damit
einverstanden. Weiter äusserte er den Wunsch, einen PC-Kurs finanziert
zu bekommen, da er nun offensichtlich mehr Büroarbeiten übernehmen
müsse. Die IV-Stelle teilte ihm mit, dass dies geprüft werde und er gemäss
Grobtriage Anspruch auf berufliche Massnahmen habe. Am 29. Januar
2020 teilte die IV-Stelle der zuständigen Ausgleichskasse den Beschluss
über die Invalidität wie vorbeschieden mit und bat die Ausgleichskasse um
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Berechnung der Geldleistungen sowie Erstellung und Versand der
Verfügung. Anlässlich eines Telefongespräches mit der IV-Stelle vom
5. Februar 2020 bemängelte A._ das dem Vorbescheid vom
28. November 2019 (und der SUVA-Verfügung vom 13. November 2019)
zugrunde gelegte Valideneinkommen als zu tief, da dieses CHF 130'000.--
betrage. Mit Mitteilung vom 11. Februar 2020 gewährte die IV-Stelle
A._ eine Berufsberatung und Abklärung der beruflichen
Eingliederungsmöglichkeiten. Am 21. Februar 2020 teilte der
Rechtsvertreter von A._ der IV-Stelle die Mandatsübernahme mit,
ersuchte um Akteneinsicht und stellte aufgrund von neben den SUVA-
versicherten Unfallfolgen am OSG bzw. USG bestehenden
gesundheitlichen Einschränkungen im Rücken und an der Schulter die
volle Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit in Frage. Gleichentags
teilte die IV-Stelle dem Rechtsvertreter von A._ mit, dass sowohl
krankheits- als auch die unfallbedingten gesundheitlichen
Einschränkungen von A._ berücksichtigt worden seien. Der Erlass
der Verfügung könne nicht mehr gestoppt werden, da der befristete
Rentenanspruch bereits durch die Ausgleichskasse berechnet werde.
Ausserdem wurden dem Rechtsvertreter die Akten zur Einsicht zugestellt.
Mit Mitteilung vom 2. März 2020 wurde A._ eine Kostengutsprache
für eine externe Bedarfsanalyse/Beratung sowie einen
Informatikanwenderkurs für technische Kaufleute gewährt. Am 3. März
2020 wurde die in Aussicht gestellte, im Verfahren S 20 33 angefochtene
Verfügung schliesslich wie vorbeschieden erlassen. Mit Mitteilung vom
4. Juni 2020 gewährte die IV-Stelle A._ auch noch einen Intensiv-
Staplerkurs zu Verbesserung seiner Fähigkeiten im Bereich der Logistik.
Mit Mitteilung vom 1. Juli 2020 schloss die IV-Stelle die beruflichen Mass-
nahmen ab.
10. Schon am 11. März 2020 hatte der nunmehr anwaltlich vertretene A._
Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
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erhoben (Verfahren S 20 33) und die dahingehende Aufhebung der
Verfügung vom 3. März 2020 beantragt verbunden mit dem
Rechtsbegehren, wonach ihm ab dem 1. Juli 2019 eine halbe
Invalidenrente, eventualiter eine Viertelsrente auszurichten sei. Zur
Begründung wurde im Wesentlichen das Abstellen auf das Total des
Kompetenzniveaus 3 für die Bestimmung des Invalideneinkommens
kritisiert. Es sei auf den Medianwert des Kompetenzniveaus 1 für den
Sektor 3 (Dienstleistungen) abzustellen. Weil er über Jahre hinweg im
gleichen Betrieb gearbeitet habe und auch in einer adaptierten Tätigkeit
mit starken Einschränkungen konfrontiert und in der Leistungsfähigkeit
sicherlich vermindert wäre, sei ein Leidensabzug von mindestens 10 %
gerechtfertigt. Ausserdem wurde ein Valideneinkommen von
CHF 130'000.-- anstelle des der angefochtenen Verfügung zugrunde
gelegten Betrages von CHF 123'645.-- geltend gemacht. Die IV-Stelle
beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 1. April 2020 die kostenpflichtige
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie im Wesentlichen
auf den angefochtenen Entscheid.
11. Bereits mit Verfügung vom 13. November 2019 hatte die SUVA A._
ab dem 1. Oktober 2019 eine Invalidenrente der Unfallversicherung
aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit von 26 % bei einem versicherten
Jahresverdienst von CHF 55'543.-- zugesprochen. Das
Valideneinkommen wurde dabei auf Basis der Lohndeklaration 2018 auf
CHF 123'645.-- festgelegt. Das Invalideneinkommen wurde auf Basis der
LSE-Tabellenlöhne für das Jahr 2016 per 2019 mit CHF 91'123.-- beziffert.
Zudem hielt sie darin fest, dass die Integritätsentschädigung bereits früher
zugesprochen worden sei und diese bleibe gemäss kreisärztlicher
Beurteilung unverändert bei 20 %. Dagegen erhob A._ am
9. Dezember 2019 Einsprache, welche er, nunmehr anwaltlich vertreten,
am 11. März 2020 begründete. Er beantragte in der Sache die Aufhebung
der Verfügung vom 13. November 2019 und die Ausrichtung einer UVG-
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Rente von 57 %, eventualiter nach richterlichem Ermessen. Zur
Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass dem Auszug aus
dem Individuellen Konto (IK-Auszug) sowie den Lohnmeldungen (an die
Krankentaggeldversicherung) des Jahres 2017 und 2018 entnommen
werden könne, dass das Valideneinkommen von A._ CHF 130'000.-
- betrage. Er erhalte von der K._ GmbH weiterhin monatliche
Leistungen von CHF 10'000.-- (zzgl. 13. Monatslohn). Auch die
Taggeldleistungen der Krankentaggeldversicherung seien auf Basis eines
Jahreslohnes von CHF 130'000.-- ermittelt worden. Ausserdem wurde das
Abstellen auf das Total des Kompetenzniveaus 3 für die Bestimmung des
Invalideneinkommens kritisiert. Es sei auf den Medianwert des
Kompetenzniveaus 1 für den Sektor 3 (Dienstleistungen) abzustellen.
Weil er über Jahre hinweg im gleichen Betrieb gearbeitet habe und auch
in einer adaptierten Tätigkeit mit starken Einschränkungen konfrontiert und
in der Leistungsfähigkeit sicherlich vermindert wäre, sei ein Leidensabzug
von mindestens 10 % gerechtfertigt.
12. Mit Einspracheentscheid vom 24. Juni 2020 hiess die SUVA die
Einsprache teilweise gut und änderte die angefochtene Verfügung in dem
Sinne ab, als dass A._ ab dem 1. Oktober 2019 eine Invalidenrente
(der Unfallversicherung) von 27 % zustehe. Dies war darauf
zurückzuführen, dass anstelle der LSE 2016 nun die LSE 2018 für die
Bemessung des Invalideneinkommens anzuwenden war. Im Übrigen wies
sie die Einsprache ab. Zur Begründung führte sie namentlich aus, dass
gemäss Lohnerklärungen für die Jahre 2018 und 2019 der Bruttolohn
CHF 123'644.40 bzw. CHF 123'247.55 betragen habe. Die SUVA sei für
die Ermittlung des Valideneinkommens nicht an die Berechnung der
Taggeldleistungen durch den Krankentaggeldversicherer gebunden,
womit die Festlegung des Valideneinkommens für das Jahr 2019 auf
CHF 123'645.-- nicht zu beanstanden sei. Ausserdem stellte sie sich auf
den Standpunkt, dass die Einstufung von A._ im Kompetenzniveau 3
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aufgrund seiner Erwerbskarriere und Ausbildungen den Umständen
angemessen erscheine und er die erworbenen Kenntnisse auch in einer
leidensangepassten Tätigkeit verwerten könne. Zu denken sei dabei
namentlich an eine beratende Tätigkeit in der Baubranche. Vorliegend
bestehe auch kein Anlass von dem für sämtliche Wirtschaftszweige
geltenden Durchschnittslohn abzuweichen und für die Bestimmung des
Invalideneinkommens auf Basis der LSE-Tabelle TA1 nur auf den Sektor 3
"Dienstleistungen" abzustellen. Ebenso wenig rechtfertige sich vorliegend
etwa aufgrund des Zumutbarkeitsprofils für eine adaptierte Tätigkeit ein
Abzug vom Tabellenlohn.
13. Dagegen erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 24. August
2020 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
und beantragte im vorliegenden Verfahren die dahingehende Aufhebung
des Einspracheentscheids der SUVA vom 24. Juni 2020, als dass ihm ab
dem 1. Oktober 2019 eine Invalidenrente nach dem Bundesgesetz über
die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) in der Höhe von 56 %,
eventualiter nach richterlichem Ermessen, auszurichten sei. Die
Begründung folgte im Wesentlichen der Einsprachebegründung vom
11. März 2020.
14. Die SUVA (nachfolgend Beschwerdegegnerin) liess sich dazu am
10. September 2020 vernehmen. Sie beantragte die Abweisung der
Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 24. Juni
2020. Zur Begründung wurde hinsichtlich den anwendbaren gesetzlichen
Bestimmungen und massgeblichen Kriterien auf den angefochtenen
Einspracheentscheid verwiesen. Betreffend Valideneinkommen hielt sie
daran fest, dass das von ihr ermittelte Valideneinkommen von
CHF 123'645.-- nicht zu beanstanden sei, welches sich zu Gunsten des
Beschwerdeführers auf die Lohnerklärung von 2018 stütze. Die
Ausführungen des Beschwerdeführers vermöchten daran nichts zu
ändern. Das festgelegte Valideneinkommen wäre auch dann nicht zu
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beanstanden, wenn rechtsprechungsgemäss auf ein vor Eintritt der
Invalidität erzieltes Durchschnittseinkommen infolge stark schwankender
Einkommensverhältnisse abgestützt würde. Unter Hinweis auf die vom
Beschwerdeführer erlangten beruflichen Qualifikationen, die
Erwerbskarriere und Erfahrungen als Geschäftsführer erachtete die
Beschwerdegegnerin die Anwendung des Durchschnittslohns für
sämtliche Wirtschaftszweige des Kompetenzniveaus 3 der LSE-2018-
Tabelle TA1 zur Bestimmung des Invalideneinkommens als gerechtfertigt.
Die erworbenen Kenntnisse könne er auch in einer leidensangepassten
Tätigkeit verwerten. Zu denken sei dabei namentlich an eine beratende
Tätigkeit in der Baubranche. Der vom Beschwerdeführer verlangte
leidensbedingte Abzug von mindestens 10 % sei vorliegend nicht
gerechtfertigt. Das Invalideneinkommen bleibe entsprechend dem
angefochtenen Einspracheentscheid unverändert bei CHF 90'384.--. Die
Gegenüberstellung des Valideneinkommens von CHF 123'645.-- mit dem
Invalideneinkommen von CHF 90'384.-- ergebe einen Invaliditätsgrad von
aufgerundet 27 %.
15. Mit Schreiben vom 14. Juli 2021 zeigte die Instruktionsrichterin dem
Beschwerdeführer den Beizug der IV-Akten des Verfahrens S 20 33 an.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften, den
angefochtenen Einspracheentscheid vom 24. Juni 2020 sowie die
weiteren Akten wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
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Considerations:
II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 24. Juni 2020. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m.
Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann
gegen einen Einspracheentscheid Beschwerde an das
Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben werden, in welchem
die versicherte Person im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung ihren
Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt im Kanton Graubünden,
womit die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden gegeben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus
Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als im Einspracheverfahren
teilweise unterlegener, formeller und materieller Adressat des
angefochtenen Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer davon
überdies berührt und er weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen
Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Auf die zudem frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde (Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38 f. ATSG
sowie Art. 61 lit. b ATSG) ist somit einzutreten.
2. Vorliegend ist in erster Linie streitig, ob die Beschwerdegegnerin das
Invalideneinkommen zu Recht auf Basis der Lohnstrukturerhebung (LSE)
des Bundesamtes für Statistik (BfS) für das Jahr 2018, Tabelle TA1,
Kompetenzniveau 3 (Komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein
grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen), Zeile "Total"
berechnet hat und somit für das Jahr 2019 auf einen Betrag von (gerundet)
CHF 90'384.-- festgelegt hat (CHF 7'189.-- x 12 / 40 x 41.7 x 1.005).
2.1.1. Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der
Rechtsprechung – sowohl für die Invaliden- als auch die obligatorische
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Unfallversicherung – primär von der beruflich-erwerblichen Situation
auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach
Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ –
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll
ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung
als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich
erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes
Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an
sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können für
die Festsetzung des Invalideneinkommens insbesondere die (im Zeitpunkt
des angefochtenen Entscheides aktuellsten) LSE-Tabellenlöhne
herangezogen werden (vgl. BGE 143 V 295 E.2.2, 142 V 178 E.2.5.8.1,
135 V 297 E.5.2 und 129 V 472 E.4.2.1; Urteile des Bundesgerichts
9C_206/2021 vom 10. Juni 2021 E.4.4.2, 8C_315/2020 vom
24. September 2020 E.3.2, 8C_631/2019 vom 18. Dezember 2019 E.3,
9C_752/2017 vom 31. Juli 2018 E.3.1, 9C_15/2018 vom 2. Juli 2018 E.4.3
und 9C_414/2017 vom 21. September 2017 E.4.2).
2.1.2. Bevor die versicherte Person Leistungen verlangt, hat sie aufgrund der
Schadenminderungspflicht alles ihr Zumutbare selber vorzukehren, um die
Folgen der Invalidität bestmöglich zu mindern. Ein Rentenanspruch ist zu
verneinen, wenn sie selbst ohne Eingliederungsmassnahmen, nötigenfalls
mit einem Berufswechsel, zumutbarerweise in der Lage ist, ein
rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen. Für die
Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs der zumutbaren Tätigkeit im
Allgemeinen, wie bei der Aufgabe der selbständigen Erwerbstätigkeit im
Besonderen, sind die gesamten subjektiven und objektiven
Gegebenheiten des Einzelfalles zu berücksichtigen. Im Vordergrund
stehen bei den subjektiven Umständen die verbliebene Leistungsfähigkeit
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sowie die weiteren persönlichen Verhältnisse, wie Alter, berufliche
Stellung, Verwurzelung am Wohnort etc. Bei den objektiven Umständen
sind insbesondere der ausgeglichene Arbeitsmarkt und die noch zu
erwartende Aktivitätsdauer massgeblich (siehe zum Ganzen BGE 141 V
642 E.4.3.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_121/2017 vom 5. Juli 2018
E.7.4).
2.1.3. Werden für die Bestimmung des Invalideneinkommens eines Versicherten
LSE-Tabellenlöhne herangezogen, ist in der Regel auf die Tabelle TA1
(Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen,
Kompetenzniveau und Geschlecht; Privater Sektor; Ganze Schweiz) und
die dem Geschlecht entsprechende Zeile "Total" – umfassend alle
Wirtschaftszweige – im entsprechenden Kompetenzniveau abzustellen
(vgl. BGE 144 I 103 E.5.2, 124 V 321 E.3b/aa; Urteile des Bundesgerichts
8C_534/2019 vom 18. Dezember 2019 E.5.2, 8C_811/2018 vom 10. April
2019 E.5.3, 9C_444/2018 vom 17. Oktober 2018 E.3.1, 8C_457/2017 vom
11. Oktober 2017 E.6.2, 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E.7 und
9C_237/2007 vom 24. August 2007 E.5.1). Nur wenn der Verwertbarkeit
der verbliebenen Arbeitsfähigkeit enge Grenzen gesetzt sind, etwa wenn
alle produktionsnahen Tätigkeiten ausser Betracht fallen, kann davon
ausnahmsweise abgewichen werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_411/2019 vom 16. Oktober 2019 E.7.2, 8C_227/2018 vom 14. Juni
2018 E.4.2.1, 9C_325/2018 vom 29. Juni 2018 E.3.2.2, 8C_695/2015 vom
19. November 2015 E.4.2 und 9C_633/2013 vom 23. Oktober 2013 E.4.2).
2.2. Der Beschwerdeführer wendet sich nicht gegen die Vorgehensweise der
Beschwerdegegnerin, das Invalideneinkommen aufgrund der LSE 2018,
Tabelle TA1, zu ermitteln. Vielmehr führt er aus, dass er gemäss den
medizinischen Berichten (in einer adaptierten Tätigkeit) voll arbeitsfähig
sein solle, womit bei der Ermittlung des Invalideneinkommens
korrekterweise die LSE-Tabellenlöhne herangezogen worden seien.
- 16 -
2.3. Der Beschwerdeführer ist indes der Ansicht, dass es nicht angehen könne,
auf das Kompetenzniveau 3 abzustellen. Er verfüge zwar über
verschiedene Ausbildungen bzw. Diplome (Gipserlehre, Polier Stuckateur-
Trockenbauer SMGV, Stuckateur-Meister SM, Diplom für
Unternehmensführung SIU; vgl. dazu SUVA-act. 169 S. 2 ff.), diese
stünden aber alle nachweislich im Zusammenhang mit der angestammten
Tätigkeit. Aufgrund der nachgewiesenen Einschränkungen im
erwerblichen Bereich (leichte bis mittelschwere wechselbelastende
Tätigkeiten ganztags in überwiegendem Sitzen, ohne berufliche Tätigkeit
mit überwiegendem Gehen und Stehen, kein häufiges Gehen im Gelände,
ohne Steigen auf Leitern und Gerüste, ohne häufiges Treppensteigen,
ohne Einnehmen der Kniehocke sowie körpernahem Heben und Tragen
von Lasten über 15 kg; vgl. dazu die Verfügung der SUVA vom
13. November 2019 [SUVA-act. 185 S. 2]) seien diese Ausbildungen in
einer adaptierten Tätigkeit jedoch völlig nutzlos oder zumindest nur sehr
beschränkt verwertbar. Denn er könne grundsätzlich nur noch einfachste
Tätigkeiten ausführen, welche ihm völlig fremd seien und in denen er als
kompletter Laie bzw. Neuling bezeichnet werden müsse. Er verfüge nur in
der Baubranche, präziser im Bereich von Gipserarbeiten, über ein grosses
Fachwissen, nicht jedoch in anderen Arbeitsbereichen, welche ihm
anscheinend im Sinne einer leidensadaptierten Tätigkeit noch zumutbar
sein sollten. Aufgrund der erwähnten Einschränkungen könne er auch im
verarbeitenden Gewerbe nur noch teilweise Arbeiten ausführen, weil dort
normalerweise stets Lasten von über 15 kg gehoben und vor allem auch
ständig gegangen und gestanden werden müsse. In einer (weiteren)
leidensangepassten Tätigkeit wie etwa im Dienstleistungssektor verfüge
er über keinerlei Fachwissen, weshalb ususgemäss das
Kompetenzniveau 1 heranzuziehen sei. Alles andere als einfachste
Arbeiten körperlicher oder handwerklicher Art könne er nicht mehr
ausführen. Bei Versicherten, die in einer jahrzehntelang ausgeübten
angestammten Tätigkeit nicht oder nur noch teilweise arbeitsfähig seien,
- 17 -
sei für die Ermittlung des Invalideneinkommens in der Regel auf das
Kompetenzniveau 1 oder allenfalls auf das Kompetenzniveau 2
abzustellen. Wenn eine versicherte Person nach Eintritt der Invalidität
nicht auf ihren angestammten Beruf zurückgreifen könne, rechtfertige sich
aber die Anwendung des Kompetenzniveaus 2 nur dann, wenn diese über
besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfüge. Auch wenn er einige
Ausbildungen absolviert und in seinem eigenen Gipsergeschäft über die
Jahre hinweg auch gewisse organisatorische Fähigkeiten erlangt habe,
verfüge er in einer Verweistätigkeit über keine besonderen Fertigkeiten
und Kenntnisse. Schliesslich umfasse das Kompetenzniveau 2 praktische
Tätigkeiten wie Verkauf, Pflege, Administration, Bedienen von Maschinen
und elektronischen Geräten etc., welche er aufgrund seiner
gesundheitlichen Einschränkungen, insbesondere wegen der
Sprunggelenksverletzung, realistischerweise kaum mehr ausführen
könne. Weil er nur noch leichte bis maximal mittelschwere (sitzende)
Arbeiten im Sinne von Hilfsarbeiten erbringen könne, sei ihm auch eine
Tätigkeit im Sektor "Produktion" verunmöglicht, zumal in dieser
Berufssparte überwiegend stehend und gehend gearbeitet und erhebliche
Gewichte gehoben werden müssten. Somit sei das Invalideneinkommen
einzig anhand des Sektors 3 (Dienstleistungen) im Kompetenzniveau 1
(Einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) zu bestimmen.
Daraus ergebe sich im Sektor 3 (auf Basis der LSE 2018 [Tabelle TA1] per
2019) ein Invalideneinkommen von CHF 63'426.85 (recte CHF 63'654.80
[CHF 5'063.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.005]). Würde man im Übrigen auf den
Durchschnitt (Anm. des Gerichts: wohl Zeile "Total" gemeint) aller
Sektoren der LSE-2018-Tabelle TA1, Kompetenzniveau 2 abstellen, so
würde ein Erwerbsunfähigkeitsgrad von 45.56 % (46 %) resultieren
(Valideneinkommen: CHF 130'000.--/Invalideneinkommen:
CHF 70'768.--).
- 18 -
2.4. Unter Verweis auf die vom Beschwerdeführer erlangten beruflichen
Qualifikationen, die Erwerbskarriere und Erfahrungen als Geschäftsführer
erachtete die Beschwerdegegnerin die Anwendung des für sämtliche
Wirtschaftszweige geltenden Durchschnittslohns des
Kompetenzniveaus 3 der LSE-2018-Tabelle TA1 zur Bestimmung des
Invalideneinkommens als gerechtfertigt. Die erworbenen Kenntnisse
könnten auch in einer leidensangepassten Tätigkeit verwertet werden. Zu
denken sei dabei namentlich an eine beratende Tätigkeit in der
Baubranche. Die berufliche Anamnese zeige, dass er in diesem Bereich
sich ein beachtliches Fachwissen aneignen konnte, was
rechtsprechungsgemäss eine Einstufung im Kompetenzniveau 3
(Komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem
Spezialgebiet voraussetzen) rechtfertige. Ausserdem verfüge der
Beschwerdeführer auch im Dienstleistungssektor über Fachwissen. So
habe er insbesondere das Diplom für Unternehmensführung SIU erlangt,
wofür er sich mit den Grundlagen der Unternehmensführung, dem
Personalwesen, der Unternehmensführung in den Bereichen
Beschaffung, Qualitäts- und Projektmanagement, Marketing, Steuern,
Versicherungswesen und Informatik, dem Rechnungswesen,
volkswirtschaftlichen Fragen sowie Rechtsfragen auseinandersetzen
musste und habe ausserdem seit 15 Jahren als Geschäftsführer neben
Gipserarbeiten auch administrative Arbeiten ausgeführt.
2.5.1. Gemäss den in den Akten liegenden ärztlichen Berichten und
Arbeitsfähigkeitseinschätzungen, welchen der Beschwerdeführer nicht
substanziiert widerspricht und daran auch keine auch nur geringen Zweifel
zu wecken vermag, leidet er unter einer krankheitsbedingten – aber
höchstens teilweise unfallbedingten – eingeschränkten Belastbarkeit der
Schultern rechtsbetont, des Rückens, des linken Sprunggelenks sowie
des rechten Knies. Zumutbar sind ihm ab April 2019 gemäss Beurteilung
von RAD-Arzt Dr. med. J._ vom 19. November 2019 – namentlich
- 19 -
gestützt auf die Arbeitsfähigkeitseinschätzung des behandelnden
Hausarztes Dr. med. B._ vom 4. April 2019 von 50 % in der
angestammten Tätigkeit ab diesem Zeitpunkt (siehe Akten der IV-Stelle im
Verfahren S 20 33 [IV-act.] 63 S. 4 und IV-act. 64 S. 2; vgl. auch IV-act. 68
S. 153, wo der Beschwerdeführer im August 2019 ebenfalls von einer
50%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit berichtete) sowie
der kreisärztlichen Untersuchung vom 23. September 2019 seitens der
SUVA durch Dr. med. I._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates – noch leichte bis mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeiten in überwiegendem Sitzen ganztägig ohne
monoton-repetitive Bewegungs- und Haltungsmuster des Rückens, ohne
repetitive Überschulterarbeiten, ohne berufliche Tätigkeiten in
überwiegendem Gehen und Stehen, ohne häufiges Gehen im Gelände,
ohne Steigen auf Leitern und Gerüste, ohne häufiges Treppensteigen
sowie ohne Einnehmen einer Kniehocke zumutbar. Tätigkeiten mit diesem
Anforderungsprofil sind dem Beschwerdeführer in einem 100 %-Pensum
bzw. ganztags ohne zusätzliche Leistungsminderungen zumutbar (siehe
IV-act. 84 S. 10 f. sowie IV-act. 66 S. 9, IV-act. 68 S. 189, SUVA-act. 167
S. 4 und SUVA-act. 173 S. 2).
2.5.2. Die Beschwerdegegnerin bringt aufgrund der Akten zu Recht vor, dass der
Beschwerdeführer nicht nur über eine langjährige Erfahrung als
Geschäftsführer der K._ GmbH und somit auch entsprechende
Kenntnisse im administrativen Bereich verfügt, sondern im Jahre 2007
namentlich ein entsprechendes Diplom für Unternehmensführung
erworben hat (siehe zu Letzterem: SUVA-act. 169 S. 3 bis 5). Dieser
Unternehmerschulungskurs für Produktions- und Dienstleistungsbetriebe
umfasste 440 Lektionen und behandelte vielfältige administrative Fragen
und Themen der Unternehmensführung. Die Prüfungsthemen umfassten
etwa das Personal- und Steuerwesen, die Finanzbuchhaltung, die
Unternehmensführung im Marketingbereich, die Kostenrechnung, die
- 20 -
Betriebsanalyse, das Schuldbetreibungs- und Konkursrecht sowie auch
das Sachen- und öffentliche Bau- und Planungsrecht (siehe SUVA-
act. 169 S. 4). Daneben erwarb der Beschwerdeführer auch verschiedene
handwerkliche Zusatzausbildungen zum Polier Stuckateur-Trockenbauer
bzw. Vorarbeiter und absolvierte auch zwei Prüfungen zum Stuckateur
Meister (siehe SUVA-act. 166 S. 2, SUVA-act. 169 S. 2 und 6 ff.). Ein
abgeschlossenes Prüfungsmodul zu Letzterem umfasst speziell auch das
Thema "Preisberechnung". Insofern kann in jedem Fall gesagt werden,
dass der Beschwerdeführer über einen grossen Erfahrungsschatz und ein
erhebliches Ausbildungsportfolio im Baugewerbe, speziell im
Gipserbereich, verfügt. Zwar gab der Beschwerdeführer im November
2018 gegenüber der Krankentaggeldversicherung an, dass seine
Schwester das Büro (für die K._ GmbH) erledige. Im Bericht zur
Besprechung bei der SUVA vom 23. September 2019 wurde
demgegenüber aber festgehalten, dass das Jobprofil des
Beschwerdeführers weiterhin unverändert sei und auch im Umfang von
20 % Administration wie Akquise, Rapporte/Ausmessen, Offertwesen –
neben 80 % manueller Tätigkeit auf den Baustellen – beinhalte (vgl. IV-
act. 50 S. 6 und SUVA-act. 166 S. 1). Solche Fähigkeiten, welche sowohl
die handwerkliche Praxis als auch die dazugehörigen administrativen
Tätigkeiten wie Preiskalkulation, Arbeitsvorbereitung und -planung sowie
darüber hinaus auch Themenbereiche der Geschäftsführung betreffen,
sind nach Ansicht des Gerichts in Rahmen des hypothetischen,
ausgeglichenen Arbeitsmarkts, etwa als Sachbearbeiter in der
(Aus-)Baubranche, speziell im Gipserbereich, oder auch als
Geschäftsführer eines handwerklichen (Aus-)Baubetriebes, durchaus
nachgefragt. Es ist naheliegend, dass der Beschwerdeführer, der neben
einer grossen praktischen Erfahrung auf der Baustelle zusätzlich auch
Erfahrung in administrativen Tätigkeiten mitbringt und somit einen
ausgeprägten Praxisbezug aufweist, auch mit einer entsprechenden
Entlohnung rechnen darf. Dies gilt insbesondere dann, wenn während
- 21 -
Jahren die Fähigkeiten als Geschäftsführer der eigenen Firma durchaus
erfolgreich und andauernd unter Beweis gestellt wurden. Zudem sind dem
Beschwerdeführer laut seinem Belastungsprofil auch leichte bis
mittelschwere, handwerkliche Arbeiten in überwiegend sitzenden
Positionen zumutbar, welche vornehmlich im verarbeitenden Gewerbe zu
finden sind. Dass die IV-Stelle dem Beschwerdeführer trotz seiner
Fähigkeiten noch einen Informatikanwenderkurs für technische Kaufleute
als Umschulungsmassnahme zugesprochen hat, ändert nichts an den
grundsätzlich breit gefächerten Fähigkeiten des Beschwerdeführers inkl.
praktischer Erfahrung im handwerklichen Bereich. Dieser Kurs soll
vielmehr punktuell die Informatikanwenderkenntnisse des
Beschwerdeführers verbessern bzw. auffrischen, was durchaus als
angezeigt erscheint, weil sich eine adaptierte Tätigkeit namentlich im
Bereich einer Bürotätigkeit bewegen soll, wobei sich die praktische
handwerkliche Erfahrung des Beschwerdeführers im (Aus-)Baugewerbe
sowohl als Sachbearbeiter als auch in geschäftsleitenden Tätigkeiten als
nützlich erwiese. Die seitens der IV-Stelle gewährte Massnahme zur
besseren Befähigung im Umgang mit Computern bzw. den gängigen
Informatikanwendungen (siehe dazu IV-act. 91 S. 2) mag wohl auch
darauf zurückzuführen sein, dass der Beschwerdeführer gegenüber der
IV-Stelle sich dahingehend geäussert hatte, dass er im Umgang mit
Computern keinerlei Kenntnisse habe. Dieses Manko soll demnach mit
einer solchen Ausbildungsmassnahme sowohl im Hinblick auf die
tatsächlich ausgeübte Tätigkeit im eigenen Geschäft als auch im Hinblick
auf eine zumutbare, adaptierte Tätigkeit behoben werden (vgl. IV-act. 96
S. 5). Daraus kann folglich nicht auf eine fehlende Befähigung für
entsprechend anspruchsvolle Administrativ- bzw. Bürotätigkeiten
geschlossen werden, wobei jeder neuen Stelle ohnehin eine gewisse
Einarbeitungszeit in die konkreten Betriebsabläufe immanent ist und ein
solcher Informatikanwenderkurs, speziell bei noch eher unerfahrenen
- 22 -
Computernutzern, auch dem selbstsichereren Umgang mit den gängigen
Softwareapplikationen dienen kann.
2.5.3.1. Der Beschwerdeführer verweist für die von ihm angenommene Einstufung
der noch zumutbaren, vollzeitlichen Verweistätigkeit in das
Kompetenzniveau 1 bzw. maximal das Kompetenzniveau 2 auf das Urteil
des Bundesgerichts 8C_534/2019 vom 18. Dezember 2019, in welchem
dieses das Invalideneinkommen auf Basis des Kompetenzniveaus 2
anstelle des Kompetenzniveaus 4 ermittelte. Im Unterschied zum
vorliegenden Fall habe der Versicherte im zitierten Bundesgerichtsurteil –
gemäss Ausführungen des Beschwerdeführers – die praktisch
erworbenen Fähigkeiten aber noch teilweise nutzen können. Dazu ist zu
bemerken, dass sich dieser zitierte Fall doch gewichtig von der
vorliegenden Situation unterscheidet. So hielt das Bundesgericht im
zitierten Urteil fest, dass die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid keine
überzeugende Begründung für eine Einstufung in das Kompetenzniveau 4
angegeben habe. Zudem verfügte der Versicherte dort neben der
absolvierten (Grund-)Ausbildung als Dekorationsgestalter über keine
(weiteren) aktenkundigen Aus- oder Weiterbildungen (siehe Urteil des
Bundesgerichts 8C_534/2019 vom 18. Dezember 2019 E.5.3.2 und
5.3.3.1). Ausser der praktisch angeeigneten, langjährigen Berufserfahrung
im (nunmehr nicht mehr zumutbaren) Verkaufsbereich, verfügte der
dortige Versicherte aber weder über ein grosses theoretisches Wissen
noch über komplexe Problemlösungskompetenzen oder über spezifische
Berufsausbildungen bzw. Weiterbildungen, womit das Abstellen auf das
oberste Kompetenzniveau 4 – trotz teilweiser Tätigkeit in leitender
Funktion – nach Auffassung des Bundesgerichts nicht gerechtfertigt war.
2.5.3.2. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass sich auch das Abstellen auf
das Kompetenzniveau 2 nur dann rechtfertigen liesse, wenn der
Versicherte über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfüge, trifft dies
zwar grundsätzlich zu (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts 8C_5/2020
- 23 -
vom 22. April 2020 E.5.3.2, 8C_732/2018, 8C_742/2018 vom 26. März
2019 E.8.2.1 und 8C_227/2018 vom 14. Juni 2018 E.4.2.2). Wie in der
vorstehenden Erwägung 2.5.2 dargelegt, verfügt der Beschwerdeführer
aber durchaus auch für adaptierte, leichte bis mittelschwere,
wechselbelastende Arbeiten mit überwiegend sitzender Haltung über
spezifische (theoretische und praktische) Fähigkeiten und Kenntnisse,
welche, entgegen seiner Ansicht, durchaus mehr als leichte bis maximal
mittelschwere (sitzende) Arbeiten im Sinne von Hilfsarbeiten des
Kompetenzniveaus 1 (im Sektor 3 [Dienstleistungen]) erlauben. Speziell
zu benennen sind etwa Sachbearbeitungs- und/oder
(Geschäfts-)Führungsaufgaben generell im Bereich (Aus-)Bauhandwerk
oder auch im vorgelagerten (Grosshandels-)Vertrieb inkl. Beratung zu
entsprechenden Produkten, wozu ihn seine jahrelangen praktischen
Fachkenntnisse im Ausbaugewerbe besonders qualifizieren. Dabei ist
auch noch darauf hinzuweisen, dass die IV-Stelle dem Beschwerdeführer
zwischenzeitlich mit Mitteilung vom 4. Juni 2020 noch einen Intensiv-
Staplerkurs zur Verbesserung seiner logistischen Fertigkeiten gewährt hat
(siehe SUVA-act. 209 und 217).
2.5.3.3. Die Beschwerdegegnerin verweist auf das Urteil des Bundesgerichts
8C_878/2018 vom 21. August 2019, wo bei einem gelernten
Koch/Küchenchef und Chef-Traiteur, der langjährig im Traiteur-
/Comestiblesbereich verschiedener Unternehmungen tätig war und zuletzt
auch eine leitende Funktion im Betrieb besetzte sowie für den weltweiten
Wareneinkauf verantwortlich gewesen war, das Invalideneinkommen auf
Basis des Kompetenzniveaus 3 im Sektor Grosshandel (Ziff. 45-46)
ermittelt worden war. Die Voraussetzungen des Kompetenzniveaus 3
(komplexe praktische Tätigkeiten, die ein grosses Wissen in einem
Spezialgebiet voraussetzen), sah das Bundesgericht dabei namentlich als
erfüllt an, weil sich der dortige Versicherte im Verlauf der Jahre ein
beachtliches Wissen auf diesem Gebiet erarbeiten konnte. Ausserdem
- 24 -
gelangte das Bundesgericht zum Schluss, dass die Gründe für den
vorzeitigen Abbruch einer kaufmännischen Ausbildung nicht relevant
seien und das Fehlen eines solchen Abschlusses in diesem Fall nicht ins
Gewicht falle. So habe der frühere Geschäftspartner bestätigt, dass der
Versicherte durchaus in der Lage gewesen sei, dessen Stellvertretung zu
übernehmen und kleinere administrative Tätigkeiten ausserhalb der
Verantwortlichkeit/Zuständigkeit des Wareneinkaufs zu übernehmen
(siehe Urteil des Bundesgerichts 8C_878/2018 vom 21. August 2019 E.5.1
und 5.2.1 f.).
2.5.3.4. Zur Einordnung der dem Beschwerdeführer im vorliegenden Fall noch
zumutbaren Verweistätigkeit in ein Kompetenzniveau sind auch noch
folgende Fälle aus der Rechtsprechung richtungsweisend:
2.5.3.5. Im Urteil des Bundesgerichts 8C_832/2019, 8C_3/2020 vom 5. Mai 2020
wurde die vorinstanzliche Bemessung des Invalideneinkommens durch
das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden im Verfahren S 18 49
gestützt auf das Kompetenzniveau 1 geschützt. Der dortige Versicherte
konnte die grobmanuell belastende Bauhandwerkertätigkeit als
(selbständiger) Plattenleger infolge chronischer belastungsabhängiger
Schmerzen nicht mehr ausführen. Die SUVA hatte dannzumal das
Valideneinkommen anhand des Kompetenzniveaus 2 bemessen. In einer
adaptierten Tätigkeit (ohne Heben von Lasten mit einem Gewicht über
einem Kilogramm und der Unzumutbarkeit von Tätigkeiten auf Leitern und
Arbeiten mit grobmanuellen Werkzeugen, mit vibrierenden Maschinen
sowie dem Ziehen und Schieben von schwereren Lasten über der
Gewichtslimite) bestand hingegen eine Arbeitsfähigkeit von 100 % bzw.
war eine im Vergleich zur früheren grobmanuellen Bauhandwerkertätigkeit
körperlich weniger belastende Arbeit weiterhin vollschichtig zumutbar. Im
zitierten Fall hatte der Versicherte ausser der Grundschule in Italien keine
Berufsausbildung abgeschlossen und in der Schweiz ausschliesslich
manuell im Baugewerbe gearbeitet. Für die Administration seiner
- 25 -
selbständigen Erwerbstätigkeit war er auf die Unterstützung durch seine
Ehefrau angewiesen und seine Deutschkenntnisse waren mangelhaft,
wodurch auch die von der Invalidenversicherung eingeleiteten
Umschulungsmassnahmen beeinträchtigt wurden. Das Bundesgericht
schloss daraus, dass beim Versicherten, der bisher ausschliesslich auf
dem Bau gearbeitet habe, die Einschränkungen der Leistungsfähigkeit
aufgrund der unbestritten massgebenden Zumutbarkeitsbeurteilung ins
Gewicht fielen. Ausserdem habe die Vorinstanz in nicht zu
beanstandender Beweiswürdigung darauf geschlossen, dass der
Versicherte seine eigentliche Handwerkstätigkeit nicht mehr ausüben
könne, auch wenn ihm körperlich weniger belastende Tätigkeiten noch
vollschichtig zumutbar blieben. Seien dem Versicherten ohne
Berufsausbildung die bisher ausgeübten grobmanuellen
Bauhandwerkertätigkeiten nicht mehr zumutbar, rechtfertige es sich unter
den gegebenen Umständen, das Invalideneinkommen basierend auf dem
massgebenden statistischen Tabellenlohn des Kompetenzniveaus 1 zu
ermitteln (siehe Urteil des Bundesgerichts 8C_832/2019, 8C_3/2020 vom
5. Mai 2020 E.7 ff.; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_53/2019 vom
9. Mai 2019, in welchem dem Versicherten, der in einem Kleinstbetrieb als
selbständigerwerbender, ungelernter Fensterbauer fast ausschliesslich
handwerklich tätig war, bei einer verbleibenden zumutbaren körperlich
leichten, handwerklichen oder arbeitsvorbereitenden Tätigkeit in einem
Pensum von 50 % ein Invalideneinkommen auf Basis des
Kompetenzniveaus 1 angerechnet wurde).
2.5.3.6. Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden entschied im Urteil
S 17 26 vom 27. Februar 2018, dass die Unfallversicherung das
Invalideneinkommen des Versicherten, der auch selbst handwerklich tätig
war, zu Recht anhand des Kompetenzniveaus 3 festgelegt habe. Dem
Versicherten waren aus unfallversicherungsrechtlicher Perspektive noch
leichte bis mittelschwere Arbeitstätigkeiten ganztags ohne häufiges
- 26 -
Treppen- und Leitersteigen und ohne Tätigkeiten, die ein kraftvolles
Zupacken erfordern und bei denen Schläge und Vibrationen auf Hände
und Vorderarme fortgeleitet würden, sowie keine Tätigkeiten mit häufigen
Umwendbewegungen zumutbar. Der dortige Versicherte hatte sowohl
eine Lehre als Maurer als auch als Hochbauzeichner absolviert. Zudem
war er während fünfzehn Jahren als selbständiger Architekt tätig, danach
führte er als Maler und Geschäftsführer eine eigene Firma. Ausserdem
hatte er weitere Ausbildungen in Baubiologie und Spezialisierungskurse
für Harzbeschichtungen absolviert. Nach eigenen Angaben des
Versicherten kümmerte er sich als Geschäftsführer insbesondere um die
Büroarbeiten, das Offertwesen, die Kundenakquisition, die Logistik sowie
das Magazin und half auf der Baustelle bei leichteren Arbeiten mit.
Angesichts dieses beruflichen Werdegangs, bei dem sich der dortige
Versicherte in verschiedenen Gebieten (Architektur, Bau- und
Malergewerbe) vertieftes praktisches und theoretisches Wissen
angeeignet hatte, ging das streitberufene Gericht mit der Ansicht der
Unfallversicherung einig, dass der Versicherte trotz der ausgewiesenen
Beschwerden weiterhin über verwertbare spezifischere Fähigkeiten und
Ressourcen verfüge, die es ihm ermöglichten, auch anspruchsvolleren
Tätigkeiten nachzugehen, die mehr spezialisiertes Wissen erforderten, als
im Kompetenzniveau 2 verlangt werde. Das streitberufene Gericht
erachtete die Einstufung des dortigen Versicherten in das
Kompetenzniveau 3, so wie dies die Unfallversicherung vorgenommen
hatte, als korrekt (siehe Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden [VGU] S 17 26 vom 27. Februar 2018 E.6.5.3.3 und 6.6.1 f.).
2.5.3.7. Mit Urteil 8C_732/2018, 8C_742/2018 vom 26. März 2019 hiess das
Bundesgericht eine Beschwerde der Unfallversicherung gut und bestätigte
den ursprünglichen Einspracheentscheid, in welchem die
Unfallversicherung das Invalideneinkommen anhand des
Kompetenzniveaus 2 ermittelt hatte. Der Fall betraf einen gelernten
- 27 -
Zimmermann, der bei einer von ihm geführten Firma tätig war, die
Polierschule sowie Buchhaltungs- und Personalführungskurse besucht
und vier Mitarbeitende sowie zwei Lehrlinge beschäftigt hatte. Zwar war
ihm die angestammte Tätigkeit als Zimmermann gesundheitsbedingt nicht
mehr zumutbar, jedoch war er immer noch in der Lage, einen eigenen
Betrieb zu führen. Dabei erledigte er (abends und am Wochenende
während ca. 10 Stunden bzw. zu ca. 10 %) auch administrative Aufgaben
und hatte gegenüber seinen vier Angestellten und zwei Lehrlingen
Führungs- und Ausbildungsaufgaben wahrzunehmen. Das Bundesgericht
schloss daraus, dass er über die dazu nötigen, besonderen Fähigkeiten
verfügte (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_457/2017 vom
11. Oktober 2017 E.6.3). In einer leidensadaptierten, überwiegend
sitzenden Tätigkeit, unterbrochen von kurzen Gehstrecken ohne
Gewichtsbelastung und kurzen Stehepisoden, bestand eine 100%ige
arbeitsfähig. Es sei der Unfallversicherung beizupflichten, dass der
Versicherte auch in vorwiegend sitzenden Positionen handwerkliche
Arbeiten ausüben könne, womit es sich rechtfertige, dem Versicherten
beim Invalideneinkommen den Zentralwert (Median) gemäss Zeile Total
des LSE-Kompetenzniveaus 2 anzurechnen (siehe Urteil des
Bundesgerichts 8C_732/2018, 8C_742/2018 vom 26. März 2019 E.5.2
und 8.1 ff.).
2.5.3.8. Im Urteil 8C_624/2018 vom 11. März 2019 erachtete das Bundesgericht
bei einem adaptierten Leistungsprofil, wonach dem über eine
kaufmännische Weiterbildung verfügenden Versicherten – der als Key
Account Manager und später selbständiger Eventmanager tätig war –
noch leichte Bürotätigkeiten in einem Pensum von 60 % mit der
Möglichkeit, die Körperposition zu wechseln und immer wieder eine kleine
Pause einzulegen zumutbar waren, das von der Vorinstanz als
massgebend betrachtete Kompetenzniveau 2 für rechtskonform. Das vom
dortigen Versicherten verlangte Heranziehen des Kompetenzniveaus 1
- 28 -
(einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) bzw. des
(ehemaligen) Anforderungsniveaus 4 entsprach gemäss Bundesgericht
hingegen weder seinem beruflichen Hintergrund noch dem
gutachterlichen Zumutbarkeitsprofil für eine adaptierte Tätigkeit (siehe
Urteil des Bundesgerichts 8C_624/2018 vom 11. März 2019 E.4.3).
2.5.3.9. Im Urteil 8C_227/2018 vom 14. Juni 2018 hielt das Bundesgericht fest,
dass die Vorinstanz das Invalideneinkommen des Versicherten zu Recht
auf Basis des Kompetenzniveaus 1 bestimmt hat (siehe Urteil des
Bundesgerichts 8C_227/2018 vom 14. Juni 2018 E.4.2.2). Der dortige
Versicherte führte zwar während vielen Jahren seinen Kleinbetrieb
(selbständiger Plattenleger), wobei ihm die handwerklichen Tätigkeiten
nunmehr aber nicht mehr zumutbar waren. Während seiner 30-jährigen
selbständigen Erwerbstätigkeit führte er keinerlei administrative
Tätigkeiten aus, weil seine Ehefrau die Büroarbeiten (vollständig) erledigte
(siehe Urteil des Bundesgerichts 8C_227/2018 vom 14. Juni 2018
E.4.2.2).
2.5.3.10. Im Urteil des Bundesgerichts 8C_307/2017 vom 26. September 2017
wurde bei einer Physio-/Hippotherapeutin, welcher trotz unfallbedingter
Gesundheitsschädigung die Ausübung einer leidensangepassten
Tätigkeit ganztägig und ohne grössere Einschränkungen zumutbar war,
das Invalideneinkommen seitens der Unfallversicherung anhand des
Kompetenzniveaus 3, Rubrik Gesundheits- und Sozialwesen, ermittelt.
Dies unter Berücksichtigung der absolvierten Aus- und Weiterbildungen,
des beruflichen Werdeganges (langjährige Erfahrung als Physio- und
Hippotherapeutin und die Tätigkeit in der Administration sowie die Leitung
einer Firma) und der Zumutbarkeit von Umschulungsmassnahmen (siehe
Urteil des Bundesgerichts 8C_307/2017 vom 26. September 2017
E.5.2.1).
- 29 -
2.5.3.11. Im Urteil 9C_156/2020 vom 9. Juli 2020 ging das Bundesgericht mit der
Vorinstanz einig, dass für die Bemessung des Invalideneinkommens für
einen gelernten Akkordmetzger, der den Beruf langjährig ausgeübt hatte
und zuletzt als selbständiger Akkordmetzger mit eigener GmbH tätig war,
auf das Kompetenzniveau 3 in der angestammten Branche der Nahrungs-
und Getränkeherstellung abzustellen sei. Dabei hatte der dortige
Versicherte im Entscheidzeitpunkt eine Stelle als technischer Kaufmann in
einem Fleischverarbeitungsbetrieb inne. Das Bundesgericht hielt fest,
dass der erlernte Beruf auch nach gesundheitsbedingter Aufgabe
Bestandteil der Ausbildung bleibe. Angesichts dessen sowie der Erfahrung
des Versicherten aus der Selbständigkeit liege es nahe, dass ihm in der
angestammten Branche der Fleischverarbeitung leidensangepasste
"komplexe praktische Tätigkeiten welche ein grosses Wissen in einem
Spezialgebiet voraussetzen" grundsätzlich offen stünden. Dem dortigen
Versicherten wurden gutachterlich Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
infolge degenerativer Veränderungen an der Hals- und
Lendenwirbelsäule, einen chronischen Tennisellenbogen rechts,
beginnende Kniearthrose beidseits sowie eine nichtentzündliche
Sehnenerkrankung mit Sehnenverkalkung der Achillessehnen beidseits
attestiert. Nach der Expertise bestand eine Arbeitsfähigkeit von
mindestens 80 %, ganztägig umsetzbar bei erhöhtem Pausenbedarf für
leidensangepasste Tätigkeiten (ausschliesslich leichte,
wechselbelastende Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten über
zwei bis drei Kilogramm körpernah und nicht repetitiv, keine langen
Gehstrecken, kein repetitives Treppensteigen/Besteigen von Leitern etc.,
keine Einnahme von Zwangspositionen der Kniegelenke, keine repetitive
Beanspruchung des rechten Ellenbogens und der Beachtung
rückenökonomischer Grundsätze bezüglich Arbeitsumgebung). Das
Bundesgericht hielt ausserdem fest, dass der dortige Versicherte bereits
in der orthopädischen Begutachtung von verschiedenen Anstellungen als
Betriebs- bzw. Produktionsleiter in der Fleischverarbeitung berichtet habe,
- 30 -
die jeweils einzig an verlangten Einsätzen "an der Front" als Metzger
gescheitert seien. Gemäss Bundesgericht rechtfertigte sich das Abstellen
auf das Kompetenzniveau 3 in der Branche der Nahrungs- und
Getränkeherstellung bereits ohne Berücksichtigung der (abgebrochenen)
Umschulung zum technischen Kaufmann (siehe Urteil des Bundesgerichts
9C_156/2020 vom 9. Juli 2020 E.3 und 5.2.1 f.).
2.5.4. Aus der vorstehend wiedergegebenen Rechtsprechung lassen sich für die
Wahl des Kompetenzniveaus zur Bestimmung des Invaliden- bzw. der
Vergleichseinkommen die im konkreten Fall bei einer versicherten Person
vorhandenen Aus- und Weiterbildungen, der berufliche Werdegang und
die Berufserfahrung, weitere Kenntnisse und Fähigkeiten, die allfällige
Zumutbarkeit von Umschulungsmassnahmen sowie die verbliebenen
gesundheitlichen Einschränkungen als massgebliche Kriterien
identifizieren. Die in den vorstehenden Erwägungen 2.5.3.1 ff. erwähnte
Rechtsprechungsauswahl spricht für die Wahl eines höheren
Kompetenzniveaus als dasjenige des vom Beschwerdeführer geltend
gemachten Kompetenzniveaus 1. Die immerhin gewisse Parallelen zum
vorliegenden Fall aufweisenden, vorstehend erwähnten Fälle, bei denen
auf das Kompetenzniveau 1 abgestellt wurde, sind beispielsweise mit der
vorliegenden Situation des (muttersprachlich Deutsch sprechenden)
Beschwerdeführers insofern nicht vergleichbar, als dass dieser gemäss
der vorstehenden Erwägung 2.5.2 über seinen breiten, langjährigen
beruflichen Erfahrungsschatz in der Baubranche, insbesondere im
Gipserbereich, hinaus über ein vielfältiges Aus- und
Weiterbildungsportfolio (auch in administrativen Tätigkeiten) verfügt und
dieses mit einem Informatikanwenderkurs für technische Kaufleute weiter
vertieft wurde. Der Beschwerdeführer bringt zwar zu Recht vor, dass sich
das Abstellen auf das Kompetenzniveau 2 gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung nur dann rechtfertigen liesse, wenn der Versicherte über
besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfüge. Letzteres trifft aber
- 31 -
gerade auf ihn in jedem Fall zu, verfügt er doch aufgrund seiner
Erwerbsbiografie mit mehreren Aus- und Weiterbildungen für adaptierte,
leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Arbeiten mit überwiegend
sitzender Haltung über spezifische (theoretische und praktische)
Fähigkeiten und Kenntnisse, welche, entgegen seiner Ansicht, durchaus
mehr als leichte bis maximal mittelschwere (sitzende) Arbeiten im Sinne
von Hilfsarbeiten des Kompetenzniveaus 1 (im Sektor 3
[Dienstleistungen]) erlauben. Speziell zu benennen sind etwa
Sachbearbeitungs- und/oder (Geschäfts-)Führungsaufgaben generell im
Bereich (Aus-)Bauhandwerk oder auch im vorgelagerten
(Grosshandels-)Vertrieb inkl. Beratung zu entsprechenden Produkten,
wozu ihn seine jahrelangen praktischen Fachkenntnisse im
Ausbaugewerbe besonders qualifizieren. Somit rechtfertigt sich jedenfalls
das vom Beschwerdeführer verlangte Abstellen auf das
Kompetenzniveau 1 für die Bemessung des Invalideneinkommens nicht
(vgl. dazu etwa Urteile des Bundesgerichts 8C_832/2019, 8C_3/2020 vom
5. Mai 2020 E.7 ff. und 8C_732/2018, 8C_742/2018 vom 26. März 2019
E.8.1 ff.).
2.5.5. Es bleibt die Frage zu beantworten, ob die Beschwerdegegnerin für die
Bemessungen des Invalideneinkommens zu Recht auf das
Kompetenzniveau 3 (Komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein
grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen) und somit einen
monatlichen Bruttolohn (Zentralwert bzw. Median) über alle
Wirtschaftszweige (Zeile Total) für Männer gemäss der Tabelle TA1 der
LSE 2018 von CHF 7'189.-- abgestellt hat.
2.5.6. Der Beschwerdeführer verlangt zunächst in Abweichung von der
allgemeinen Regel, dass innerhalb des gewählten Kompetenzniveaus
nicht auf das Total aller Wirtschaftszweige, sondern lediglich auf den Wert
des Sektors 3 (Dienstleistungen) abgestellt wird. Wie in der vorstehenden
Erwägung 2.5.3.2 bereits ausgeführt, beschränkt sich der Fächer der dem
- 32 -
Beschwerdeführer noch offenstehenden Betätigungsmöglichkeiten nicht
nur auf die Wirtschaftszweige des Sektors 3 (Dienstleistungen). Denn in
erster Linie ist mit Blick auf die noch zumutbare Verweistätigkeit an eine
solche als Sachbearbeiter in der (Aus-)Baubranche, speziell im
Gipserbereich, oder auch als Geschäftsführer eines handwerklichen
(Aus-)Baubetriebes zu denken, die den Wirtschaftszweigabteilungen 41-
43 aus dem Sektor 2 (Produktion) zuzuordnen sind (vgl. dazu die NOGA
2008 Klassifizierung der Wirtschaftszweige in der Tabelle TA1 der LSE
2018 des BfS sowie BfS, NOGA 2008 Allgemeine Systematik der
Wirtschaftszweige, Erläuterungen, Neuchâtel 2008, S. 121 ff.). Auch wenn
das ebenfalls bereits erwähnte Betätigungsfeld des vorgelagerten
(Grosshandels-)Vertriebes inkl. Beratung zu entsprechenden Produkten,
der Wirtschaftszweigabteilung 46 aus dem Sektor 3 "Dienstleistungen"
zuzuordnen ist (vgl. dazu BfS, NOGA 2008 Allgemeine Systematik der
Wirtschaftszweige, Erläuterungen, Neuchâtel 2008, S. 131 ff.) ist es
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung mangels hinreichend
zuverlässiger, statistischer Aussagekraft unzulässig, aus (zwei)
verschiedenen Zentralwerten (Median) der LSE-Tabellen einen Mittelwert
zu bilden und diesen dann der Validen- oder
Invalideneinkommensberechnung zugrunde zu legen (siehe BGE 142 V
178 E.2.5.7; Urteile des Bundesgerichts 8C_58/2021 vom 30. Juni 2021
E.4.1.2, 9C_72/2017 vom 19. Juli 2017 E.4.2.2 und 8C_192/2013 vom
16. August 2013 E.7.2.2). Zudem ist es dem Beschwerdeführer trotz
seiner körperlichen Einschränkungen laut dem Belastungsprofil weiterhin
möglich, in überwiegend sitzenden Positionen leichte bis mittelschwere
wechselbelastende handwerkliche Arbeiten auch in Produktions- bzw.
produktionsnahen Betrieben auszuüben. In diesem Sinne sprach die IV-
Stelle dem Beschwerdeführer mit Mitteilung vom 4. Juni 2020 denn auch
einen Intensiv-Staplerkurs zur Verbesserung seiner logistischen
Fertigkeiten zu (siehe SUVA-act. 209 und 217). Damit ist aber – der Regel
entsprechend und entgegen der beschwerdeführerischen Ansicht – auf
- 33 -
den Totalwert der LSE 2018 für das gewählte Kompetenzniveau
abzustellen, weil sich die in Frage kommenden Arbeitsstellen sowohl im
Sektor 2 als auch Sektor 3 befinden können.
2.5.7.1. Die Beschwerdegegnerin stellt für die Bemessung des
Invalideneinkommens auf das Kompetenzniveau 3 ab, welches komplexe
praktische Tätigkeiten, die ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet
voraussetzen, umfasst. Dafür beruft sie sich – wie in der vorstehenden
Erwägung 2.5.3.3 bereits erwähnt – auf das Urteil des Bundesgerichts
8C_878/2018 vom 21. August 2019. Tatsächlich weist dieser Fall
überzeugende Parallelen zum vorliegenden auf. Der dortige Versicherte,
welcher gelernter Koch/Küchenchef und Cheftraiteur war, besetzte zuletzt
ebenfalls eine leitende Funktion, wobei er für den weltweiten
Wareneinkauf verantwortlich war. Das Bundesgericht kam zum Schluss,
dass sich der dortige Versicherte im Verlauf der Jahre ein beachtliches
Wissen auf seinem Tätigkeitsgebiet erarbeiten konnte, womit das
Abstellen auf das Kompetenzniveau 3 in der Branche Grosshandel
(Wirtschaftszweigabteilungen 45-46) im Rahmen der Ermittlung des
Invalideneinkommens nicht zu beanstanden war. Ausserdem sprach auch
der vorzeitige Abbruch einer kaufmännischen Ausbildung nicht gegen das
Heranziehen des Kompetenzniveaus 3, weil die Fähigkeiten für kleinere
administrative Tätigkeiten des Versicherten auch ausserhalb seiner
Verantwortlichkeit/Zuständigkeit des Wareneinkaufs anderweitig
ausgewiesen waren (siehe Urteil des Bundesgerichts 8C_878/2018 vom
21. August 2019 E.5.1 und 5.2.1 f.). Im Urteil 9C_156/2020 vom 9. Juli
2020 hielt das Bundesgericht fest, dass der erlernte Beruf auch nach der
gesundheitsbedingten Aufgabe Bestandteil der Ausbildung bleibe und
dem dortigen Versicherten – angesichts seiner Erfahrung als
selbständiger Akkordmetzger mit eigener GmbH – in der angestammten
Branche der Fleischverarbeitung leidensangepasste komplexe praktische
Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet
- 34 -
voraussetzten, grundsätzlich offen stünden. Für die Bestimmung des
Invalideneinkommens rechtfertige sich das Abstellen auf das
Kompetenzniveau 3 in der (angestammten) Branche der Nahrungs- und
Getränkeherstellung (Wirtschaftszweigabteilungen 10-11) bereits ohne
Berücksichtigung der (abgebrochenen) Umschulung zum technischen
Kaufmann und es könne offenbleiben, ob mit Blick auf die abgebrochene
Ausbildung zum technischen Kaufmann nicht allenfalls der Beizug des
Kompetenzniveaus 4 (Tätigkeiten mit komplexer Problemlösung und
Entscheidungsfindung, welche ein grosses Fakten- und theoretisches
Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen) in Frage käme (siehe Urteil
des Bundesgerichts 9C_156/2020 vom 9. Juli 2020 5.2.1 f. sowie die
vorstehende Erwägung 2.5.3.11). Das Urteil des Bundesgerichts
8C_307/2017 vom 26. September 2017 weist insofern Parallelen zum
vorliegenden Fall auf, als auch die dortige Versicherte über Aus- und
Weiterbildungen verfügte. Ausserdem hatte sie an ihrem Arbeitsplatz
langjährige praktische Erfahrungen gesammelt sowie auch administrative
und Leitungsaufgaben in den Firmen übernommen. Nach den
Feststellungen des Bundesgerichts verfüge sie über fundierte Kenntnisse
und Fähigkeiten im Gesundheitswesen, die sie auch im administrativen
Bereich einsetzen könne (siehe Urteil des Bundesgerichts 8C_307/2017
vom 26. September 2017 E.5.2.1 sowie die vorstehende
Erwägung 2.5.3.10).
2.5.7.2. Der Beschwerdeführer verfügt gemäss der vorstehenden Erwägung 2.5.2
ebenfalls über spezifische Kenntnisse und Erfahrungen in administrativen,
arbeitsvorbereitenden und leitenden Tätigkeiten infolge seiner
angestammten Tätigkeit als Geschäftsführer eines Gipserbetriebes. Diese
Fähigkeiten sind namentlich mit dem Diplom für Unternehmensführung
SIU aber auch der bisherigen, durchaus erfolgreichen Tätigkeit als
Geschäftsführer der K._ GmbH ausgewiesen. Das Diplom für
Unternehmensführung SIU umfasste insgesamt 440 Lektionen in den
- 35 -
Bereichen Unternehmensführung (Beschaffung, Qualitäts- und
Projektmanagement, Marketing, Steuern, Versicherungswesen,
Informatik), Personalwesen, Rechnungswesen, Volkswirtschaft und Recht
(siehe SUVA-act. 169 S. 3 ff. und die vorstehende Erwägung 2.5.2).
Ausserdem enthielten auch noch weitere absolvierte Weiterbildungen
bzw. entsprechende Ausbildungsmodule Themen wie etwa
Preiskalkulation, AVOR und Baustellenlogistik, Konstruktions- und
Baustofflehre sowie Bauphysik und Bauchemie (siehe SUVA-act. 169
S. 2, 8 und 10). Ausserdem ergibt sich aus dem Bericht zur Besprechung
bei der SUVA vom 23. September 2019 das unveränderte Jobprofil des
Beschwerdeführers, wonach seine Tätigkeit bei der K._ GmbH auch
5 % Akquisition, 5 % Rapportwesen/Ausmessen und 10 % Offertwesen
beinhalte. Dies neben 80 % manuellem Wirken auf den Baustellen (siehe
SUVA-act. 166 S. 1).
2.5.7.3. Damit ist aber der Schluss der Beschwerdegegnerin, wonach dem
Beschwerdeführer infolge seiner Aus- und Weiterbildung und seiner
gesamten Erwerbskarriere auch komplexe, leichte bis mittelschwere,
wechselbelastende Sachbearbeitungs- bzw. Führungstätigkeiten, die ein
grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen, sowohl im Sektor 2
des (Aus-)Baugewerbes als auch im gewissen Bereichen des Sektors 3
(namentlich [Grosshandels-]Vertriebes inkl. Beratung zu entsprechenden
Produkten des [Aus-]Baugewerbes) durchaus zumutbar sind, nicht zu
beanstanden (vgl. auch VGU S 17 26 vom 27. Februar 2018 E.6.5.3.3 und
6.6.1 f. sowie die vorstehende Erwägung 2.5.3.6). So wie das
Bundesgericht dies in den einschlägigen Urteilen 9C_156/2020 vom 9. Juli
2020, 8C_878/2018 vom 21. August 2019 und 8C_307/2017 vom
26. September 2017 bestätigt hat. Im Gegensatz etwa zu den Urteilen des
Bundesgerichts 9C_156/2020 vom 9. Juli 2020 und 8C_878/2018 vom
21. August 2019 schloss vorliegend der Beschwerdeführer im Mai 2007
eine Sachbearbeitungs- und Führungsausbildung mit dem Diplom für
- 36 -
Unternehmensführung SIU tatsächlich erfolgreich ab (siehe IV-act. 68
S. 169 ff.), was das Abstellen auf das Kompetenzniveau 3 umso mehr
rechtfertigt. Daran ändert auch nichts, dass in den genannten Urteilen des
Bundesgerichts jeweils auf das Kompetenzniveau 3 der angestammten
Branchen abgestellt wurde. Denn vorliegendenfalls läge der Medianwert
für Männer gemäss der Tabelle TA1 der LSE 2018 für das angestammte
Baugewerbe (Wirtschaftszweigabteilungen 41-43) mit CHF 7'390.--
ohnehin höher als der von der Beschwerdegegnerin – auch gemäss der
vorstehenden Erwägung 2.5.6 zu Recht herangezogene – Totalwert von
CHF 7'189.-- für das Kompetenzniveau 3.
2.6. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung können persönliche und
berufliche Merkmale der versicherten Person wie Art und Ausmass der
Behinderung, Lebensalter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität
oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad je nach Ausprägung
Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben, weshalb ein – im Einzelfall nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzender – auf höchstens
25 % begrenzter Leidensabzug von dem nach den LSE-Tabellenlöhnen
zu ermittelnden Invalideneinkommen vorgenommen werden kann, soweit
anzunehmen ist, dass die trotz des Gesundheitsschadens verbleibende
Leistungsfähigkeit infolge eines oder mehrerer dieser Merkmale auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. dazu BGE 134 V 64 E.4.2.1) nur mit
unterdurchschnittlichem Einkommen verwertet werden kann (siehe
BGE 146 V 16 E.4.1, 135 V 297 E.5.2, 134 V 322 E.5.2, 126 V 75 E.5b/bb-
cc; Urteile des Bundesgerichts 8C_393/2020 vom 21. September 2020
E.3.1, 9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1 und 9C_787/2018,
9C_795/2018 vom 19. Juli 2019 E.6.2).
Betreffend die Anerkennung eines leidensbedingten Abzuges bzw. dessen
Höhe ist grundsätzlich zu beachten, dass ein medizinisches Anforderungs-
und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum
hinzutretende qualitative oder quantitative Einschränkung der
- 37 -
Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der
erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter
Berücksichtigung der Fähigkeiten, der Ausbildung und der
Berufserfahrung der versicherten Person realistischerweise noch in Frage
kommen. Nur wenn – auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt – unter
Berücksichtigung solcher personen- oder arbeitsplatzbezogenen
Einschränkungen kein genügend grosses Spektrum an zumutbaren
Verweistätigkeiten besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher)
Abzug vom (Tabellen-)Lohn (siehe Urteile des Bundesgerichts
8C_433/2020 vom 15. Oktober 2020 E.8.1 und 8.2.2, 8C_151/2020 vom
15. Juli 2020 E.6.2 und 8C_174/2019 vom 9. Juli 2019 E.5.2.2). Die in der
Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltenen
gesundheitlichen Einschränkungen dürfen zudem nicht zusätzlich in die
Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer
doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen (siehe BGE 146
V 16 E.4.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_390/2020 vom 25. November
2020 E.4.3, 8C_393/2020 vom 21. September 2020 E.3.1, 9C_283/2020
vom 17. August 2020 E.7.1.1 und 8C_586/2019 vom 24. Januar 2020
E.4.1).
Betreffend die konkrete Höhe des Leidensabzuges ist auch zu beachten,
dass das streitberufene Gericht sein eigenes Ermessen nicht ohne
Weiteres an dasjenige der Beschwerdegegnerin stellen kann (siehe
BGE 137 V 71 E.5.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_829/2019 vom
6. März 2020 E.4.3.1, 9C_363/2017 vom 22. Juni 2018 E.2.2,
8C_552/2017 vom 18. Januar 2018 E.5.5 und 8C_114/2017 vom 11. Juli
2017 E.3.3).
2.6.1 Der Beschwerdeführer begründet einen leidensbedingten Abzug vom
Tabellenlohn von mindestens 10 % damit, dass er seit Jahren im gleichen
Betrieb gearbeitet habe und nun in einer adaptierten Tätigkeit mit starken
Einschränkungen konfrontiert sei, welche seine Leistungsfähigkeit
- 38 -
sicherlich verminderten. Ein (potenzieller) Arbeitgeber würde die
(gesundheitlichen) Einschränkungen lohnmindernd berücksichtigen,
weshalb höchstens ein Invalideneinkommen von CHF 57'084.15 (recte
CHF 57'289.--) erzielbar sei. Bei einem Valideneinkommen von
CHF 130'000.-- resultiere ein Invaliditätsgrad von 56 %. Wollte man den
Leidensabzug mit der Begründung nicht gewähren, die Einschränkungen
seien bereits im Kompetenzniveau berücksichtigt, so müsse zwingend auf
das Kompetenzniveau 1 abgestellt werden.
2.6.2. Der vom Beschwerdeführer verlangte leidensbedingte Abzug von
mindestens 10 % ist nach Ansicht der Beschwerdegegnerin vorliegend
hingegen nicht gerechtfertigt. Rechtsprechungsgemäss sei in Fällen, wo
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten noch zumutbar seien, kein
Leidensabzug vorzunehmen. Solche Tätigkeiten seien dem
Beschwerdeführer noch zumutbar, womit ein entsprechender Abzug vom
Tabellenlohn entfalle. Auch die hohe Anzahl Dienstjahre im Unfallbetrieb
wirkten sich in aller Regel nicht lohnsenkend in einem neuen Betrieb aus.
2.6.3. Dem Beschwerdeführer kann nicht gefolgt werden, wenn er aufgrund der
langen Betriebszugehörigkeit und infolge von starken Einschränkungen in
einer adaptierten Tätigkeit einen Abzug vom Tabellenlohn in der Höhe von
mindestens 10 % einfordert. Dies kann aus der RAD-Einschätzung von
Dr. med. J._ (siehe dazu bereits die vorstehende Erwägung 2.5.1),
wonach dem Beschwerdeführer noch leichte bis mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeiten in überwiegendem Sitzen ganztägig ohne
monoton-repetitive Bewegungs- und Haltungsmuster des Rückens, ohne
repetitive Überschulterarbeiten, ohne Tätigkeiten in überwiegendem
Gehen und Stehen, ohne häufiges Gehen im Gelände, ohne Steigen auf
Leitern und Gerüste, ohne häufiges Treppensteigen sowie ohne
Einnehmen einer Kniehocke in einem 100 %-Pensum bzw. ganztags ohne
zusätzliche Leistungsminderung zumutbar sei, nicht abgeleitet werden.
Ebensowenig ergibt sich dies aus der massgebenden kreisärztlichen
- 39 -
Einschätzung von Dr. med. I._ vom 23. September 2019, wonach
dem Beschwerdeführer leichte bis mittelschwere, wechselbelastende
Tätigkeiten in überwiegendem Sitzen ohne überwiegendes Gehen und
Stehen, häufigem Gehen im Gelände, Steigen auf Leitern und Gerüste,
häufigem Treppensteigen und dem Einnehmen einer Kniehockeposition
sowie körpernahes Heben und Tragen von Lasten über 15 kg zumutbar
seien. Entgegen der beschwerdeführerischen Ansicht folgt daraus, wie in
den vorstehenden Erwägungen 2.5.1 ff. ausführlich dargelegt, aber auch
nicht, dass bei einer Verweigerung eines entsprechenden Abzuges
zwingend nur das Kompetenzniveau 1 in Frage käme. Der
Beschwerdeführer verkennt damit die ihm noch offenstehenden, objektiv
und realistischerweise zumutbaren Verweistätigkeiten, die dem
Kompetenzniveau 3 zuzuordnen sind. Dies auch, weil das medizinische
Anforderungs- und Belastungsprofil in erster Linie das Spektrum der
erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingrenzt, welches unter
Berücksichtigung der Fähigkeiten, der Ausbildung und der
Berufserfahrung der versicherten Person realistischerweise noch in Frage
kommen. Entscheidend ist also die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret
in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer
Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (siehe Urteile
des Bundesgerichts 8C_433/2020 vom 15. Oktober 2020 E.8.2.2,
8C_151/2020 vom 15. Juli 2020 E.6.2 und 8C_174/2019 vom 9. Juli 2019
E.5.2.2). Dafür bestehen angesichts der Fähigkeiten des
Beschwerdeführers in den verbliebenen Betätigungsfeldern keine
hinreichenden Anhaltspunkte. Das Bundesgericht hat in verschiedenen
Entscheiden denn auch festgehalten, dass eine langjährige Betriebstreue
mit Blick auf den Anfangslohn grundsätzlich positiv zu werten ist und somit
einen allfälligen Verlust eines möglichen lohnrelevanten Vorteils infolge
lang dauernder Anstellung abmindern oder sogar aufzuheben vermag (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 9C_407/2019 vom 28. August 2019 E.4.4.3,
- 40 -
8C_552/2017 vom 18. Januar 2018 E.5.4.1, 9C_477/2016 vom
23. November 2016 E.4.2 und 8C_586/2008 vom 15. Januar 2009 E.4.3).
Andere anerkannte Gründe, die vorliegend einen Abzug vom Tabellenlohn
rechtfertigen könnten (siehe dazu die vorstehende Erwägung 2.6), sind
nicht ersichtlich.
3. Schliesslich ist noch auf die Frage einzugehen, ob die
Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen zu Unrecht auf
CHF 123'645.-- anstatt – wie vom Beschwerdeführer verlangt – auf
CHF 130'000.-- festgelegt hat. Für die Festsetzung des
Valideneinkommens ist nach der Rechtsprechung – sowohl für die
Invaliden- als auch die obligatorische Unfallversicherung – für die
Bemessung des Valideneinkommens entscheidend, was die versicherte
Person im massgebenden Zeitpunkt des (frühestmöglichen)
Rentenbeginns als Gesunde überwiegend wahrscheinlich tatsächlich
verdient hätte. Das Valideneinkommen ist so konkret wie möglich
festzusetzen. Da die bisherige Erwerbstätigkeit erfahrungsgemäss
fortgesetzt worden wäre, ist in der Regel vom letzten Lohn auszugehen,
der vor Eintritt der (massgebenden) Gesundheitsschädigung erzielt wurde.
Dieser Lohn ist, wenn nötig, der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung anzupassen. Ausnahmen davon müssen mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (siehe zum Ganzen
BGE 144 I 103 E.5.3, 139 V 28 E.3.3.2, 135 V 58 E.3.1, 134 V 322 E.4.1
und BGE 129 V 222 E.4.3.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_563/2020
vom 7. Dezember 2020 E.2.4, 8C_795/2019 vom 25. März 2020 E.3.2,
8C_53/2019 vom 9. Mai 2019 E.6.2.1 und 8C_85/2015 vom 28. Oktober
2015 E.4.2; VGU S 18 49 vom 5. November 2019 E.9.2, bestätigt mit Urteil
des Bundesgerichts 8C_832/2019, 8C_3/2020 vom 5. Mai 2020 E.5 und
6.1). Dabei ist zu beachten, dass für die Bemessung des
Valideneinkommens in der Unfallversicherung nach jenem hypothetischen
Verdienst zu fragen ist, welchen die versicherte Person ohne
- 41 -
unfallbedingte Schädigungen (überwiegend) wahrscheinlich erzielen
würde. Dies kann, muss sich aber nicht mit dem mutmasslichen Verdienst
als gesunde Person decken (siehe Urteile des Bundesgerichts
8C_227/2019 vom 13. September 2019 E.4.2, 8C_759/2017 vom 8. Mai
2018 E.2.1 und 8C_363/2017 vom 22. November 2017 E.4). Der
versicherte Verdienst gemäss Art. 15 UVG ist zudem klar vom
Valideneinkommen zu unterscheiden (siehe Urteile des Bundesgerichts
8C_165/2016 vom 29. August 2016 E.5.1, 8C_316/2010 vom 6. August
2010 E.5, 8C_530/2009 vom 1. Dezember 2009 E.5 ff. und 7 ff. und
8C_434/2009 vom 11. November 2009 E.3 ff. und E.4 ff.). Für die
Ermittlung des Valideneinkommens kann sowohl in der Unfall- als auch
der Invalidenversicherung unter Umständen auch auf die während einer
längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittseinkommen abgestellt werden
(siehe Urteile des Bundesgerichts 8C_450/2020 vom 15. September 2020
E.4.2.5 und 9C_651/2019 vom 18. Februar 2020 E.6.2). Das
Valideneinkommen kann sowohl bei selbständig als auch unselbständig
erwerbenden Personen grundsätzlich auch auf der Basis der Einträge im
Individuellen Konto (IK) bestimmt werden, wobei das IV-rechtlich
massgebende hypothetische Vergleichseinkommen grundsätzlich mit
dem AHV-rechtlich beitragspflichtigen Einkommen parallelisiert ist (siehe
Urteile des Bundesgerichts 8C_328/2020 vom 3. September 2020 E.2.1 f.
und 4.4.1 sowie 8C_443/2018 vom 30. Januar 2019 E.2.1; FLÜCKIGER, in:
Frésard-Fellay/Leuzinger/Pärli [Hrsg.], Basler Kommentar zum
Unfallversicherungsgesetz [nachfolgend BSK-UVG], Basel 2019, Art. 18
Rz. 21 und 32). Weist das bis zum Eintritt der Invalidität erzielte
Einkommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung
getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren
Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (siehe Urteile des
Bundesgerichts 8C_745/2020 vom 29. März 2021 E.6.3, 8C_581/2020,
8C_585/2020 vom 3. Februar 2021 E.6.1, 8C_328/2020 vom
3. September 2020 E.2.2 und 8C_567/2013 vom 30. Dezember 2013
- 42 -
E.2.2.2). Betreffend das Verhältnis der Invaliditätsbemessung der Unfall-
und der Invalidenversicherung ist darauf hinzuweisen, dass die IV-Stellen
und die Unfallversicherer die Invaliditätsbemessung in jedem einzelnen
Fall selbständig vorzunehmen haben. Sie dürfen sich ohne weitere eigene
Prüfung nicht mit der blossen Übernahme des Invaliditätsgrades des
Unfallversicherers oder der IV-Stelle begnügen. Dennoch sind bereits
abgeschlossene Invaliditätsfestlegungen mitzuberücksichtigen. So ist
etwa auch nicht zu beanstanden, wenn ein kantonales
Versicherungsgericht in einem unfallversicherungsrechtlichen Verfahren
zur Bestimmung des aussagekräftigen Valideneinkommens aufgrund der
besonderen Situation einen IK-Auszug über 14 Jahre berücksichtigt,
obwohl IV-Stelle beim gleichen Versicherten nur 5 Jahre berücksichtigt
hatte (siehe BGE 133 V 549 E.6.1 und 131 V 362 E.2.2; Urteile des
Bundesgerichts 8C_581/2020, 8C_585/2020 vom 3. Februar 2021 E.6.5.1
f. und 8C_441/2013 vom 3. März 2014 E.6.2).
3.1. Der Beschwerdeführer kritisiert also auch das von der
Beschwerdegegnerin der Invaliditätsbemessung per 2019 zugrunde
gelegte Valideneinkommen von CHF 123'645.--. Dieses betrage vielmehr
CHF 130'000.--, so wie es auch der Berechnung der
Krankentaggeldleistungen der Krankentaggeldversicherung zugrunde
gelegt worden sei. Ausserdem erhalte er auch weiterhin von der K._
GmbH monatliche Leistungen von CHF 10'000.-- (zzgl. 13. Monatslohn).
3.2. Die Beschwerdegegnerin führte betreffend das Valideneinkommen
hingegen aus, dem IK-Auszug lasse sich nur entnehmen, dass der
Beschwerdeführer in den Jahren 2014 bis 2016 jeweils 130'000.--
verdiente, bevor im Jahre 2017 das (gegenüber der Ausgleichskasse
deklarierte) Einkommen krankheitsbedingt nicht mehr CHF 130'000.--
betragen habe. Somit hätte er auch ohne den Rückfall im Juli 2019 im
Jahre 2019 nicht mehr CHF 130'000.-- verdient. Das Valideneinkommen
von CHF 123'645.-- sei auch dann nicht zu beanstanden, wenn man es
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rechtsprechungsgemäss anhand des vor Eintritt der Invalidität während
einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienstes – bei stark
schwankenden Einkommensverhältnissen wie vorliegend – bestimmen
würde. Wenn der Beschwerdeführer im Hinblick auf das von ihm geltend
gemachte Valideneinkommen von CHF 130'000.-- vorbringe, dass er von
der K._ GmbH weiterhin monatliche Leistungen CHF 10'000.-- (zzgl.
13. Monatslohn) erhalten habe, seien die aufgelegten Lohnabrechnungen
insoweit schon zu hinterfragen, als dass auch nach dem Rentenbeginn am
1. Oktober 2019 ein Monatslohn von CHF 10'000.-- ausgewiesen werde.
Würde der Beschwerdeführer nach dem Rentenbeginn weiterhin
tatsächlich CHF 10'000.-- pro Monat verdienen, so wäre sein Anspruch auf
eine Invalidenrente generell in Frage zu stellen, weil dann eine
unfallbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit nicht mehr
ersichtlich wäre. Der Beschwerdeführer könne auch nichts daraus
ableiten, dass die Taggeldleistungen der Krankentaggeldversicherung auf
Basis eines Jahreslohnes von CHF 130'000.-- ermittelt worden seien. Die
Beschwerdegegnerin sei bei der Ermittlung des Valideneinkommens nicht
daran gebunden und der für die Bemessung der Taggelder (der
Krankentaggeldversicherung) versicherte Verdienst könne nicht mit dem
Valideneinkommen gleichgesetzt werden.
3.3. Die Beschwerdegegnerin weist grundsätzlich zu Recht darauf hin, dass
eine unfallbedingte Invalidität bzw. eine bleibende oder längere Zeit
andauernde (teilweise) Erwerbsunfähigkeit im Sinne von Art. 18 Abs. 1
UVG und Art. 8 ATSG sogar in Frage stehen könnte, wenn der
Beschwerdeführer – ausgehend von den Lohnabrechnungen der von ihm
geführten K._ GmbH – weiterhin ein (unvermindertes) monatliches
Bruttoeinkommen von CHF 10'000.-- (zzgl. 13. Monatslohn) im mass-
gebenden Zeitpunkt erwirtschaftete. In den Lohnabrechnungen für das
gesamte Jahr 2019 wird ein Bruttolohn von insgesamt CHF 123'247.--
ausgewiesen (siehe Akten des Beschwerdeführers [Bf-act.] 7). Die von
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dem K._ GmbH für die Jahre 2018 und 2019 an die
Beschwerdegegnerin gemeldeten Bruttolöhne sowie die UVG-Basis bzw.
der UVG-Lohn entsprechen gemäss den vom Beschwerdeführer
eingereichten Abrechnungsunterlagen den in den Lohnausweisen für die
Jahre 2018 und 2019 deklarierten Lohnsummen zzgl.
(Kranken-)Taggelder. Im Lohnausweis für das Jahr 2017 wurde ein
Bruttolohn von CHF 124'825.-- ("Lohn": CHF 77'386.--; "Taggelder":
CHF 47'439.--), im Jahr 2018 CHF 123'643.-- ("Lohn": CHF 66'156.--;
"Taggelder": CHF 57'487.--) und im Jahr 2019 CHF 123'247.-- ("Lohn":
CHF 60'708.--; "Taggelder": CHF 62'539.--) ausgewiesen (siehe SUVA-
act. 189 S. 2 und SUVA-act. 191 S. 2, Bf-act. 5 ff. und IV-act. 74). Die
"Lohn"-Angaben für die Jahre 2017 und 2018 stimmen mit den Einträgen
im IK-Auszug überein (siehe SUVA-act. 170 und IV-act. 65). Im März 2017
war eine Krankheitsanzeige infolge voraussichtlich länger andauernder
Arbeitsunfähigkeit zuhanden der Krankentaggeldversicherung erfolgt und
es bestand namentlich infolge von Schulterbeschwerden eine
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (siehe Bf-act. 4 und IV-
act. 5, IV-act., 6 S. 2, IV-act. 13 f., 74 und 84 S. 10 ff.). Ab Juli 2018 bis
Ende Februar 2019 war der Beschwerdeführer infolge von
Rückenschmerzen vollständig arbeitsunfähig geschrieben (siehe IV-
act. 44, 50 ff. und 64). Die Beschwerdegegnerin stützte sich für die
Bestimmung des Valideneinkommens per 2019 (Rentenbeginn:
1. Oktober 2019) auf den ihr gemeldeten Bruttolohn des Jahres 2018 von
gerundet CHF 123'645.-- (siehe SUVA-act. 173 S. 2 und SUVA-act. 189
S. 2), welcher infolge der sich dazumal auf die Arbeitsfähigkeit
auswirkenden, krankheitsbedingten Schulter- und Rückenbeschwerden
tiefer als noch im Jahren 2014 bis 2016 ausfiel. In den Jahren 2014 bis
2016 lässt sich dem IK-Auszug ein Bruttolohn von CHF 130'000.--
entnehmen (siehe SUVA-act. 170 und IV-act. 65).
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Wenn die Beschwerdegegnerin nun gemäss dem allgemeinen Grundsatz,
wonach für die Bemessung des Valideneinkommens in der Regel vom
letzten Lohn ausgeht, der vor (Wieder-)Eintritt der unfallbedingten
Gesundheitsschädigung (tatsächlich) erzielt wurde, ist dies vorliegend
nicht zu beanstanden. Denn dieser Validenlohn muss im Bereich der
Unfallversicherung nicht in jedem Fall dem hypothetischen Lohn als
Gesunder entsprechen. Dies wäre nur der Fall, wenn keine weiteren, nicht
unfallbedingten leistungsschmälernden gesundheitlichen
Beeinträchtigungen vorhanden wären (siehe Urteile des Bundesgerichts
8C_227/2019 vom 13. September 2019 E.4.2, 8C_759/2017 vom 8. Mai
2018 E.2.1 und 8C_363/2017 vom 22. November 2017 E.4).
Daran vermag auch die – unter Einreichung entsprechender
Lohnabrechnungen erfolgte – Darstellung des in der K._ GmbH
einzelzeichnungsberechtigen Beschwerdeführers nichts zu ändern,
wonach er ohne Unfall bzw. Rückfall weiterhin einen Jahreslohn von
CHF 130'000.-- (Brutto) erhalten hätte.
Blendete man die sich bereits vor der Zusprache der Invalidenrente der
SUVA per 1. Oktober 2019 auf die Arbeitsfähigkeit und den
Bruttojahreslohn auswirkenden krankheitsbedingten Einschränkungen
vollständig aus, indem man auf exakt die im IK-Auszug festgehaltenen
Beträge abstellte, bringt die Beschwerdegegnerin nicht ganz zu Unrecht
vor, dass aus dem erheblichen Einbruch des als AHV-pflichtig deklarierten
(Brutto-)Einkommens in den Jahren 2017 und 2018 relativ kurzfristige und
auch erhebliche Schwankungen resultieren. Wenn man daraus über 5
bzw. 10 Jahre einen Durchschnittswert ermittelt, resultierte ein
durchschnittliches Bruttojahreseinkommen von CHF 106'708.-- bzw.
CHF 111'644.--. Diese wiederum läge deutlich unter dem von der
Beschwerdegegnerin ihrer Invaliditätsgradbemessung zugrunde gelegten
Valideneinkommen von CHF 123'645.--.
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Wird zur Plausibilisierung des von der Beschwerdegegnerin der
Invaliditätsbemessung zugrunde gelegten Valideneinkommens
schliesslich noch der Medianlohn gemäss der Tabelle TA 1 der LSE 2018
im höchsten Kompetenzniveau 4 in den Wirtschaftszweigen 41-43
(Baugewerbe) zum Vergleich herangezogen, resultierte daraus – unter
Zugrundelegung der betriebsüblichen Arbeitszeit für das Baugewerbe
(Wirtschaftszweige 41-43) von 41.3 Stunden pro Woche und angepasst
an die (auch dem Invalideneinkommen zugrunde gelegte, geschätzte)
Nominallohnentwicklung für das Jahr 2019 sowie aufgerechnet auf ein
Jahr – ein Betrag von gerundet CHF 109'913.-- (CHF 8'827.-- x 12 : 40 x
41.3 x 1.005) für ein Vollzeitpensum, welcher deutlich tiefer liegt als das
von der Beschwerdegegnerin zu Gunsten des Beschwerdeführers
berücksichtigte Valideneinkommen von CHF 123'645.--.
3.4. Damit ist entgegen der beschwerdeführerischen Ansicht die Festlegung
des Valideneinkommen auf CHF 123'645.-- seitens der
Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden. Aufgrund der vorstehenden
Erwägungen beläuft sich das gerundete Invalideneinkommen per 2019 auf
CHF 90'384.-- (CHF 7'189.-- [LSE 2018, Tabelle TA1,
Kompetenzniveau 3, Männer, Zeile Total] x 12 : 40 x 41.7 x 1.005), wobei
kein leidensbedingter Abzug zu gewähren ist. Bei einem
Valideneinkommen von CHF 123'645.-- resultiert – wie die
Beschwerdegegnerin zutreffend berechnet hat – ein Invaliditätsgrad von
27 %, womit der Einspracheentscheid vom 24. Juni 2020 im Ergebnis
nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen ist.
4. Gemäss aArt. 61 lit. a i.V.m. Art. 82a ATSG sind für das vorliegende
Verfahren keine Kosten zu erheben. Der obsiegenden
Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu
(vgl. Art. 61 lit. g ATSG).
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