Decision ID: f579afd4-63e4-4f83-8f06-b403a35657e1
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer tamilischer Ethnie ersuchte erstmals am (...) in
der Schweiz um Asyl. Er machte im Wesentlichen geltend, er habe als
(Nennung Tätigkeit) für die (Nennung Betrieb) B._ gearbeitet. Die
(Nennung Abteilung) sei am (Nennung Zeitpunkt) von unbekannten Perso-
nen gestürmt und (Nennung Personen) seien dabei getötet worden. Nach
der Beisetzung seines (Nennung Person) sei er von den sri-lankischen Be-
hörden gesucht worden. Als er auch an seiner neuen Arbeitsstelle bedroht
worden sei, habe er Sri Lanka im Jahr (...) ein erstes Mal verlassen, sei
aber im Jahr (...) zurückgekehrt. Kurz nach seiner Rückkehr seien Agenten
des C._ bei seinen Eltern erschienen, hätten seine Identitätspa-
piere eingezogen und verlauten lassen, dass er sich zu melden habe. Er
sei deshalb wieder ausgereist.
A.b Das SEM lehnte mit Verfügung vom 19. Juli 2017 das Asylgesuch des
Beschwerdeführers ab, verfügte seine Wegweisung aus der Schweiz und
ordnete den Vollzug der Wegweisung an. Das Bundesverwaltungsgericht
wies die dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil D-4610/2017 vom
2. Oktober 2017 ab. Zur Begründung hielt das Gericht fest, die Vorbringen
des Beschwerdeführers zur Verfolgungssituation nach seiner Rückkehr
nach Sri Lanka im Jahr (...) seien als unglaubhaft und seine Tätigkeit für
die (Nennung Betrieb) B._ sowie der Überfall auf die nämliche
(Nennung Abteilung des Betriebs) im (Nennung Zeitpunkt) als nicht asylre-
levant zu bezeichnen. Sodann sei das Vorliegen einer Gefährdungslage im
Sinne von Art. 3 EMRK zu verneinen, zumal der Beschwerdeführer über
kein relevantes Risikoprofil verfüge.
A.c Am (...) reichte der Beschwerdeführer beim SEM eine als "neues Asyl-
gesuch" betitelte Eingabe ein. Darin machte er unter anderem geltend, mit
einem Urteil des (Nennung Behörde) vom (...) sei ein früher für die
D._ tätiger (Nennung Person) ungeachtet dessen, dass er ein Re-
habilitationsprogramm durchlaufen habe, wegen Unterstützung des Terro-
rismus zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Dieses
Urteil widerlege die bisherigen Einschätzungen der Schweizer Asylbehör-
den bezüglich der Verfolgung früherer D._-Aktivisten. Jegliche
frühere Hilfeleistung für die D._, sei es in Sri Lanka oder im Exil,
könne ein Verfolgungsinteresse wecken. Aufgrund seiner Tätigkeit bei der
(Nennung Betrieb) und der Tatsache, dass er nach der Ermordung (Nen-
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nung Personen) Zeuge in einem Prozess wegen schweren Menschen-
rechtsverletzungen werden könnte, müsse er bei einer Rückkehr nach Sri
Lanka mit einer asylrelevanten Verfolgung rechnen. Dies ergebe sich auch
aus seinem exilpolitischen Engagement in der Schweiz. Die (Nennung Be-
trieb) habe zudem eine geheime (Nennung Abteilung) im E._ ge-
habt und sei für die D._ von grosser Bedeutung gewesen. Er habe
auch immer wieder für die (Nennung Abteilung) gearbeitet und befürchte
nun, dass er in der Zwischenzeit als D._-Unterstützer bekannt ge-
worden sei. Darüber hinaus habe das SEM durch die Beantragung von Er-
satzreisepapieren einen umfassenden Background Check ausgelöst und
das Migrationsabkommen verletzt. Weiter sei das Lagebild der Schweizer
Asylbehörden zur Situation in Sri Lanka unzutreffend, weshalb ein eigener,
aktueller Lagebericht eingereicht werde. Aus diesem sei die tatsächliche,
verschlechterte Situation in Sri Lanka ersichtlich. Er vereine in seiner Per-
son verschiedene Risikofaktoren, weshalb er die Flüchtlingseigenschaft er-
fülle.
A.d Mit Verfügung vom 13. Juni 2018 stellte das SEM fest, der Beschwer-
deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sowohl das Mehr-
fachgesuch als auch das qualifizierte Wiedererwägungsgesuch ab, soweit
darauf eingetreten wurde, und ordnete die Wegweisung sowie den Vollzug
an. Das Bundesverwaltungsgericht wies die dagegen erhobene Be-
schwerde mit Urteil D-3777/2018 vom 13. September 2018 ab, soweit es
darauf eintrat. Zur Begründung hielt das Gericht in materieller Hinsicht fest,
beim Beschwerdeführer liege kein relevantes exilpolitisches Engagement
vor. Weiter sei allein aufgrund der Datenübermittlung der schweizerischen
Behörden an die sri-lankischen Behörden bei einer Rückkehr nach Sri
Lanka nicht mit einer asylrelevanten Verfolgung zu rechnen. Die einge-
reichten Beweismittel würden sich im Wesentlichen auf die allgemeine Si-
tuation in Sri Lanka beziehen und es bestünden keine stichhaltigen Gründe
zur Annahme, der Beschwerdeführer sei einer der im Referenzurteil
E-1866/2015 genannten Risikogruppen zuzurechnen.
B.
Mit einer als "neues Asylgesuch" betitelten Eingabe vom 5. November 2018
gelangte der Beschwerdeführer erneut an das SEM. Darin machte er als
neuen erheblichen Sachverhalt die höchst problematische künftige Sicher-
heitslage für tamilische Rückkehrer im Kontext der aktuellen politischen
Krise in Sri Lanka geltend. Durch die Krise sei die Gefahr eines erneuten
Ausbruchs politischer Gewalt erheblich gestiegen. Es bleibe insbesondere
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unklar, was tamilische Rückkehrer mit einem politischen Profil bei ihrer An-
kunft im Flughafen zu befürchten hätten. Vor diesem Hintergrund sei seine
Furcht um Leib und Leben bei einer Rückkehr begründet. Er habe direkte
Verbindungen zu den D._ und das allfällige Wiedererstarken der
F._ infolge der Ernennung (Nennung Person) zum (Nennung Funk-
tion) erhöhe sein Verfolgungsrisiko. Zudem sei er in der Schweiz auch exil-
politisch tätig gewesen und er erfülle verschiedene Risikofaktoren: So in-
folge seiner Tätigkeit für die D._ (Nennung Betrieb) B._ und
aufgrund der Tatsache, dass er durch die Ermordung von (Nennung Per-
sonen) in der (Nennung Abteilung) am (Nennung Zeitpunkt) Zeuge einer
schweren Menschenrechtsverletzung durch die sri-lankischen Sicherheits-
behörden geworden sei, durch die wiederholte Suche des C._ nach
seiner Person, weshalb er in den Augen der sri-lankischen Behörden über
klare Verbindungen zu den D._ verfüge, durch seine Tätigkeit für
die verbotene (Nennung Abteilung) in G._, durch seine exilpoliti-
schen Aktivitäten in der Schweiz, wegen seines längeren Auslandaufent-
halts, seiner illegalen Ausreise aus Sri Lanka und wegen des Fehlens von
gültigen Reisepapieren.
Zur Stützung der Vorbringen reichte er (Aufzählung Beweismittel) zu den
Akten.
C.
Mit Verfügung vom 29. September 2020 wies das SEM das Mehrfachge-
such ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung aus der Schweiz sowie
deren Vollzug an. Ferner erhob es eine Gebühr von Fr. 600.–.
D.
Mit Eingabe vom 6. November 2020 erhob der Beschwerdeführer gegen
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er bean-
tragte, es sei die angefochtene Verfügung wegen der Verletzung des An-
spruchs auf rechtliches Gehör, eventuell wegen der Verletzung der Begrün-
dungspflicht, eventuell zur Feststellung des vollständigen und richtigen
rechtserheblichen Sachverhalts aufzuheben und die Sache sei zur Neube-
urteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, eventuell sei seine Flücht-
lingseigenschaft festzustellen und ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren,
eventuell sei die Verfügung betreffend die Dispositivziffern 2 bis 4 aufzuhe-
ben und es sei die Unzulässigkeit oder zumindest die Unzumutbarkeit des
Wegweisungsvollzugs festzustellen.
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In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei der Spruchkörper
bekanntzugeben und zu bestätigen, dass dieser zufällig ausgewählt wor-
den sei, andernfalls seien die objektiven Kriterien für die Auswahl des
Spruchkörpers bekanntzugeben. Dazu sei ihm Einsicht in die Datei der
Software des Bundesverwaltungsgerichts zu gewähren, mit welcher diese
Auswahl nach Eingang der Beschwerde kreiert worden sei und es sei of-
fenzulegen, wer diese Auswahl getroffen habe.
Der Beschwerde lagen (Aufzählung Beweismittel) bei.
E.
Mit Zwischenverfügung vom 12. November 2020 teilte die Instruktionsrich-
ter dem Beschwerdeführer den Spruchkörper mit, und forderte ihn gleich-
zeitig auf, bis zum 27. November 2020 einen Kostenvorschuss von
Fr. 1'500.– zu zahlen, unter Androhung des Nichteintretens im Unterlas-
sungsfall.
F.
Mit Eingabe vom 27. November 2020 ersuchte der Beschwerdeführer so-
wohl um Befreiung von der Bezahlung der Verfahrenskosten als auch des
Kostenvorschusses. Ferner erneuerte er sein Ersuchen um Bekanntgabe
der Bildung des Spruchkörpers und – falls in die Auswahl eingegriffen wor-
den sein sollte – um Angabe der objektiven Kriterien, nach denen diese
Gerichtspersonen ausgewählt worden seien. Ferner machte er zusätzliche
Bemerkungen zur Zusammensetzung des Spruchkörpers und beantragte,
es sei Richter Simon Thurnheer durch eine nicht der SVP angehörende
Gerichtsperson zu ersetzen.
Seiner Eingabe legte der Beschwerdeführer (Nennung Beweismittel) bei.
G.
Mit Zwischenverfügung vom 3. Dezember 2020 wies die Instruktionsrich-
terin die Gesuche um Erlass der Verfahrenskosten sowie um Verzicht auf
die Erhebung eines Kostenvorschusses ab und forderte den Beschwerde-
führer auf, innert drei Tagen ab Erhalt der Zwischenverfügung den gefor-
derten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'500.– zu bezahlen, unter
Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall. Weiter wies sie das
Ersuchen um Ersetzung von Simon Thurnheer durch eine nicht der SVP
angehörige Gerichtsperson ab.
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H.
Der Kostenvorschuss wurde am 14. Dezember 2020 fristgerecht bezahlt.
I.
In seiner Eingabe vom 14. Dezember 2020 hielt der Beschwerdeführer zu-
nächst fest, die Instruktionsrichterin sei in der Fragestellung zur Zusam-
mensetzung des Spruchkörpers als befangen anzusehen, da sie sich wei-
gere, die einseitig zusammengesetzte Richterbank zu ändern. Die Einrei-
chung eines Ausstandsbegehrens sei jedoch derzeit aus objektiven Grün-
den nicht möglich, da die Erfahrung der letzten Jahre zeige, dass sämtliche
Gerichtspersonen der Abteilungen IV und V in dieser Fragestellung über
den eigenen Ausstand entscheiden würden. Weiter beantragte er den "Er-
lass einer Feststellungsverfügung", gemäss welcher das Bundesverwal-
tungsgericht seinem Rechtsvertreter zusichere, dass das in seiner Grund-
struktur ersichtliche Ausstandsbegehren durch Gerichtspersonen aus-
serhalb der Abteilungen IV und V beurteilt werden würde, wobei angesichts
der Anzahl der Gerichtspersonen, welche früher in den Abteilungen IV und
V des Bundesverwaltungsgerichts gewesen und heute in der Abteilung VI
des Bundesverwaltungsgerichts tätig seien, auch Gerichtspersonen dieser
Abteilung nicht für eine Beurteilung des Ausstandsbegehrens in Frage
kommen würden.
J.
Mit Zwischenverfügung vom 11. Februar 2021 trennte die Instruktionsrich-
terin dieses Feststellungsbegehren aus prozessualen Gründen vom Be-
schwerdeverfahren D-5497/2020 ab und verfügte, das Feststellungsbe-
gehren werde unter der Verfahrensnummer D-6599/2020 behandelt.
K.
Mit Eingabe vom 15. Februar 2021 zog der Beschwerdeführer sein Begeh-
ren um Erlass einer Feststellungsverfügung zurück.
L.
Mit Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts D-6599/2020 vom 17. Feb-
ruar 2021 wurde das Verfahren D-6599/2020 als gegenstandslos gewor-
den abgeschrieben.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
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1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des AsylG in Kraft
getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl.
Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.2 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie ebenfalls vorlie-
gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]).
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-
rung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-
reichte Beschwerde (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist
einzutreten.
1.4 Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der
Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (vgl. Art. 21
Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen
auf die Durchführung des Schriftenwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1
AsylG).
2.
2.1 Die Zusammensetzung des Spruchkörpers wurde dem Beschwerde-
führer mit Zwischenverfügung vom 12. November 2020 mitgeteilt; sie hat
sich zwischenzeitlich nicht geändert. Die Richterinnen und Richter des
Spruchgremiums wurden im Auftrag des Abteilungspräsidiums durch das
EDV-basierte Zuteilungssystem des Bundesverwaltungsgerichts automati-
siert bestimmt. Ein manueller Eingriff in die elektronische Zuteilung wurde
nicht vorgenommen.
2.2 Der Antrag auf Einsicht in die Software oder in entsprechende Auszüge
betreffend die Spruchkörperbildung ist abzuweisen, da es sich bei den ent-
sprechenden Dokumenten nicht um Akten handelt, welche dem Aktenein-
sichtsrecht gemäss Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 26 i.V.m. Art. 27 f. VwVG un-
terstehen (vgl. Koordinationsurteil des BVGer D-3946/2020 vom 21. April
2022 E. 4.5 m.w.H.).
3.
Soweit beantragt wird, dass in korrekter Umsetzung des Entscheides des
Bundesgerichts 12T 3/2018 vom 22. Mai 2018 Richter Simon Thurnheer
durch eine nicht der SVP angehörende Gerichtsperson zu ersetzen sei, ist
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festzuhalten, dass sich weder aus den gesetzlichen noch aus den regle-
mentarischen Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts respektive der
Abteilungen IV und V eine Pflicht ergibt, bei Mehrheiten einer politischen
Partei im Spruchgremium korrigierend einzugreifen. Eine solche folgt – wie
dem rubrizierten Rechtsvertreter bereits in mehreren Urteilen des Bundes-
verwaltungsgerichts mitgeteilt worden ist – auch nicht aus dem Entscheid
des Bundesgerichts 12T_3/2018 vom 22. Mai 2018 (vgl. statt vieler die Ur-
teile E-3822/2018, E-3816/2018 und D-3751/2018 je E. 6.1). Der Antrag ist
abzuweisen.
4.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
5.
5.1 Die formellen Rügen sind vorab zu beurteilen, da sie allenfalls geeignet
wären, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken.
5.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt
wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE
2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-
hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer
Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Die Begründung muss
so abgefasst sein, dass sie eine sachgerechte Anfechtung ermöglicht.
Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunk-
ten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrück-
lich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2).
Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Un-
richtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher
und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch
gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Ent-
scheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl.
KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-
pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043).
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5.3 Der Beschwerdeführer sieht das rechtliche Gehör dadurch verletzt,
dass in der angefochtenen Verfügung keine Gesamtbeurteilung des Sach-
verhalts und auch keine inhaltliche Prüfung der Flüchtlingseigenschaft
stattgefunden habe; vielmehr habe das SEM mit kurzen Abschnitten den
bisherigen Sachverhalt als asylirrelevant beurteilt und dabei auf vorgän-
gige Verfahren verwiesen. In einem zweiten Schritt sei die Vorinstanz kurz
auf die veränderte Situation in Sri Lanka eingegangen und habe behauptet,
seine Person weise keinen Bezug zu derselben auf. Jedoch gelte seine
Fluchtgeschichte insgesamt als glaubhaft und/oder belegt, was von den
Schweizer Asylbehörden auch so beurteilt worden sei. Diesbezüglich sei
auf das Urteil des BVGer D-795/2019 E. 6.2 zu verweisen, worin es sich
bei Vorbringen zur veränderten Lage um die Geltendmachung von objekti-
ven Nachfluchtgründen handle und die Zuständigkeit einer inhaltlichen
Prüfung betreffend die Flüchtlingseigenschaft beim SEM liege. Diese Rüge
erweist sich als unbegründet. Das SEM hat die als "neues Asylgesuch" be-
zeichnete Eingabe des Beschwerdeführers vom (...) als Mehrfachgesuch
entgegengenommen, da in seiner Eingabe Gründe in Bezug auf die Flücht-
lingseigenschaft geltend gemacht wurden, und hat seine Vorbringen – ent-
gegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht und dem im zitierten Ur-
teil D-795/2019 aufgeführten Sachverhalt – materiell beurteilt. Dabei hat
die Vorinstanz auch Bezug auf die in den vorangegangenen Asylverfahren
vorgebrachten Sachverhaltselemente genommen und diese in einen Ge-
samtzusammenhang gestellt (vgl. act. C6, S. 6 ff.).
5.4 Zu verneinen ist sodann auch eine Verletzung der Begründungspflicht
mit Blick auf die geltend gemachten D._-Verbindungen des Be-
schwerdeführers, sein exilpolitisches Engagement und die aktuelle Lage in
Sri Lanka (Beschwerde S. 9-16; vgl. BVGE 2011/37 E. 5.4.1; 2008/47
E. 3.2). In der angefochtenen Verfügung hat das SEM nachvollziehbar und
im Einzelnen hinreichend differenziert aufgezeigt, von welchen Überlegun-
gen es sich leiten liess. Es hat sich auch mit sämtlichen wesentlichen Vor-
bringen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Der blosse Umstand,
dass der Beschwerdeführer die Auffassung des SEM nicht teilt, ist keine
Verletzung der Begründungspflicht, sondern eine materielle Frage. Dies gilt
ebenso für die Ausführungen in der Beschwerde unter dem Titel der unvoll-
ständigen Sachverhaltsfeststellung (zu den individuellen Asylgründen; zur
Einschätzung der länderspezifischen Lage in Sri Lanka unter Berücksich-
tigung der massiven Verschlechterung der Sicherheits- und Menschen-
rechtslage sowie der vom Rechtsvertreter eingereichten Länderberichte,
Beschwerde S. 16-29). Diese richten sich nicht gegen die Sachverhalts-
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Seite 10
feststellungen der Vorinstanz, sondern gegen die entsprechende Beweis-
würdigung und die rechtliche Würdigung der Vorbringen. Sodann zeigt die
ausführliche Beschwerdeeingabe deutlich auf, dass eine sachgerechte An-
fechtung ohne weiteres möglich war.
5.5 Die formellen Rügen erweisen sich demnach als unbegründet, weshalb
keine Veranlassung besteht, die Sache aus formellen Gründen aufzuheben
und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die diesbezüglichen Rechtsbegeh-
ren sind abzuweisen.
6.
6.1 Der Beschwerdeführer beantragt für den Fall einer materiellen Beurtei-
lung durch das Gericht, es sei ihm eine angemessene Frist anzusetzen,
um sein exilpolitisches Engagement abschliessend belegen zu können.
6.2 Der Beschwerdeführer hatte auf Beschwerdeebene mit der Einrei-
chung einer Beschwerdeschrift inklusive umfangreicher Beilagen sowie mit
weiteren Beweismitteleingaben – so insbesondere vom 27. November
2020, worin er Beweismittel zu seinem exilpolitischen Engagement in der
Schweiz nachreichte – Gelegenheit, seine Sachverhaltsdarstellung und
Beweisanerbieten wiederholt schriftlich einzubringen. Der Antrag ist daher
abzuweisen.
7.
7.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
7.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungs-
gericht hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in
verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Da-
rauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, BVGE 2012/5
E. 2.2).
8.
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Seite 11
8.1 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid in materieller
Hinsicht damit, der Beschwerdeführer mache verschiedene Risikofaktoren
geltend, die ihn bei einer Rückkehr einer flüchtlingsrechtlich relevanten Ge-
fährdung aussetzen würden. Soweit er in diesem Zusammenhang auf
seine Tätigkeit bei der (Nennung Betrieb) B._ und den Umstand,
dabei Zeuge von Menschenrechtsverletzungen geworden zu sein, ver-
weise, respektive ergänzend anführe, auch bei der geheimen (Nennung
Abteilung) dieser (Nennung Betrieb) im E._ tätig gewesen zu sein,
erübrige sich ein näheres Eingehen auf diese Sachverhaltselemente, da
diese bereits in den vorangegangenen Verfahren beurteilt worden seien.
Zu seinem exilpolitischen Engagement sei bereits im vorangegangenen
Asylverfahren sowohl das SEM als auch das Bundesverwaltungsgericht
zum Schluss gekommen, es läge – wenn überhaupt – kein asylrelevantes
exilpolitisches Engagement vor. An dieser Einschätzung änderten auch die
Ausführungen in der Eingabe vom 6. November nichts. Blosse Aktivitäten
von untergeordneter Bedeutung würden nicht ausreichen, um das Verfol-
gerinteresse des sri-lankischen Staates auszulösen. Vielmehr müsse die
Person von staatlicher Seite als ein überzeugter Aktivist im Bestreben der
radikalen Diaspora für einen separaten tamilischen Staat wahrgenommen
werden, was beim Beschwerdeführer offensichtlich nicht der Fall sei. Wei-
ter würden seine Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie und seine längere
Landesabwesenheit gemäss herrschender Praxis nicht ausreichen, um
von Verfolgungsmassnahmen bei seiner Rückkehr auszugehen. Der Be-
schwerdeführer habe keine engen und direkten Beziehungen zu den
D._ gehabt. Die diesbezüglich angeführten Asylgründe seien be-
reits in einem ersten Asylverfahren geprüft worden. Auch die bereits gel-
tend gemachte Vorsprache auf dem sri-lankischen Konsulat im Rahmen
der Papierbeschaffung sei im Rahmen seiner früheren Asylgesuche abge-
handelt worden. Schliesslich seien keine weiteren Risikofaktoren ersicht-
lich, die dem Beschwerdeführer bei einer Rückkehr zum Nachteil gereichen
könnten. Die zahlreichen eingereichten Beilagen zur Ländersituation hät-
ten in der gegenwärtigen Asyl- und Wegweisungspraxis bereits ihren Nie-
derschlag gefunden und vermöchten zu keiner anderen Einschätzung zu
führen. Es reiche nicht aus, pauschal auf politische Entwicklungen der jün-
geren Vergangenheit oder mögliche Zukunftsszenarien zu verweisen, ohne
einen hinreichenden Bezug zur persönlichen Situation aufzuzeigen. Eine
begründete Furcht vor asylrelevanten Massnahmen bei einer Rückkehr
nach Sri Lanka sei daher auszuschliessen.
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Seite 12
8.2 Dagegen wendete der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmittelein-
gabe ein, vor dem Hintergrund der als glaubhaft erachteten Vorflucht-
gründe, seinem langen Auslandaufenthalt, dem exilpolitischen Engage-
ment sowie der neuen politischen Lage in Sri Lanka sei von einer asylrele-
vanten Gefährdung seiner Person auszugehen. Die blosse Auflistung von
– gemäss SEM – bereits beurteilten Risikofaktoren sei jedoch ungenü-
gend, um sein gesamtes Profil vor dem Hintergrund der aktuellen Lage in
seiner Heimat zu prüfen. Er verfüge über ein unbestrittenes Risikoprofil,
welches weit über die Zugehörigkeit zu einer Ethnie und einer Landesab-
wesenheit hinausgehe. Weiter seien keine eigenen und direkten Beziehun-
gen zu den D._ Voraussetzung, um einer künftigen asylrelevanten
Verfolgung ausgesetzt zu werden. Entscheidender sei die Verfolgerper-
spektive, aus welcher durch sein unbestrittenes Risikoprofil eine Verbin-
dung zu den D._ gesehen werde; dies gerade durch sein exilpoliti-
sches Engagement und die Verschärfung von Überwachungsmassnahmen
tamilischer Personen im Exil. Unter Hinweis auf die im Referenzurteil
E-1866/2015 des Bundesverwaltungsgerichts vom 15. Juli 2016 E. 8.5.4
definierten Risikofaktoren (Beschwerde, S. 32 f.) führte er sodann an, ins-
gesamt mehrere der dort aufgezeigten Risikofaktoren zu erfüllen und des-
wegen ins Visier der sri-lankischen Sicherheitskräfte geraten zu sein. Ein-
fluss auf die Gefährdungslage habe ferner auch die veränderte politische
und menschenrechtliche Lage durch die Präsidentenwahl am 16. Novem-
ber 2019. Sodann legte der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmittelein-
gabe unter Hinweis auf die eingereichte umfangreiche Dokumenten- und
Quellensammlung seines Rechtsvertreters die allgemeine Lage in seiner
Heimat dar, die die Einschätzung des SEM zum Fehlen eines Risikoprofils
widerlege.
9.
9.1 Das Bundesverwaltungsgericht stellte im Urteil E-1866/2015 vom
15. Juli 2016 (als Referenzurteil publiziert) fest, bestimmte Risikofaktoren
(Eintrag in die Stop-List, Verbindung zu den D._ und exilpolitische
Aktivitäten) seien als stark risikobegründend zu qualifizieren, da sie unter
den im Entscheid dargelegten Umständen bereits für sich alleine genom-
men zur Bejahung einer begründeten Furcht führen könnten. Demgegen-
über würden das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente, eine zwangs-
weise respektive durch die IOM (Internationale Organisation für Migration)
begleitete Rückführung sowie gut sichtbare Narben schwach risikobegrün-
dende Faktoren darstellen. Dies bedeute, dass diese in der Regel für sich
alleine genommen keine relevante Furcht vor ernsthaften Nachteilen zu
begründen vermöchten. Jegliche glaubhaft gemachten Risikofaktoren
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Seite 13
seien in einer Gesamtschau und in ihrer Wechselwirkung sowie unter Be-
rücksichtigung der konkreten Umstände in einer Einzelfallprüfung zu be-
rücksichtigen, mit dem Ziel zu erwägen, ob mit beachtlicher Wahrschein-
lichkeit eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung bejaht werden müsse
(Urteil E-1866/2015 E. 8.5.5).
9.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat bereits mit Urteil D-4610/2017 vom
2. Oktober 2017 festgestellt, dass die Vorinstanz die Angaben des Be-
schwerdeführers zu seinem Aufenthalt in Sri Lanka nach seiner Rückkehr
im Jahr (...) und zur damals angeblich bestehenden Verfolgung durch die
sri-lankischen Behörden zu Recht als weitgehend unglaubhaft und im Üb-
rigen – soweit seine Tätigkeit für die (Nennung Betrieb) B._ sowie
den Überfall auf deren (Nennung Abteilung des Betriebs) Jahr (...) betref-
fend – als nicht asylrelevant erachtet habe. Sodann lasse er kein relevan-
tes Risikoprofil erkennen, zumal er in Sri Lanka nie politisch tätig gewesen
sei, keine Verbindungen zu den D._ gehabt habe und auch für die
angeblich regimekritischen (Nennung Betriebe) lediglich subalterne, (...)
Arbeiten ausgeführt habe. Ferner hielt das Bundesverwaltungsgericht in
seinem weiteren Urteil D-3777/2018 vom 13. September 2018 (vgl. E. 9.5
und E. 10.1) an der Einschätzung fest, dass auch unter Berücksichtigung
der nach Abschluss des ersten Asylverfahrens entstandenen, vom Be-
schwerdeführer eingereichten Beweismittel und Vorbringen – sofern diese
nicht verspätet vorgebracht oder bereits beurteilt worden seien –, keine
stichhaltigen Gründe zur Annahme bestünden, dass er einer Risikogruppe
zuzurechnen sei oder ins Visier der sri-lankischen Behörden geraten
könnte. Es ist – entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht –
nach wie vor nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer
Stop- oder Watch-List verzeichnet ist. Alleine der Umstand, dass er in sei-
ner Rechtsmitteleingabe bereits bekannte Sachverhaltselemente – so bei-
spielsweise seine Tätigkeit für die (Nennung Betrieb) B._ und die
Geschehnisse um deren (Nennung Abteilung), seine seiner Ansicht nach
daraus entstandenen Verbindungen zu den D._ sowie sein exilpo-
litisches Engagement –, die im vorangegangenen Verfahren als entweder
nicht glaubhaft oder als nicht asylrelevant erachtet wurden, wiederholt und
daran festhält, er sei aufgrund seines Profils gleich mehreren Risikogrup-
pen zuzuordnen, obwohl in den oben erwähnten Urteilen des Bundesver-
waltungsgerichts im Resultat jeweils festgehalten wurde, dass er keine ri-
sikobegründenden Faktoren erfülle, vermag an dieser Einschätzung nichts
zu ändern. Zwar sind seit Erlass des letzteren Urteils mittlerweile (Nennung
Dauer) verstrichen. Jedoch hat sich das Risikoprofil des Beschwerdefüh-
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rers auch in Berücksichtigung der behaupteten fortgesetzten exilpoliti-
schen Aktivitäten nicht geschärft. Soweit er auf die mit Eingabe vom
27. November 2020 eingereichten (Nennung Beweismittel) hinweist, auf
welchem er (Nennung Tätigkeit), ist festzuhalten, dass es sich bei den do-
kumentierten (Nennung Beiträge) nicht um eigene Beiträge des Beschwer-
deführers handelt, sich unter den (...) Beiträgen lediglich (Nennung Anzahl)
mit einem Bezug zu den D._ finden lassen (Nennung Zeitpunkte),
welche von lediglich etwas mehr als (Nennung Anzahl) Personen gesehen
wurden und der Beschwerdeführer – soweit aktenkundig – offenbar seit
(Nennung Zeitpunkt) keine weiteren kritischen Beiträge mehr veröffentlicht
hat, was insgesamt auf ein äusserst niederschwelliges exilpolitisches En-
gagement – sofern überhaupt noch bestehend – mit geringer Aussenwir-
kung schliessen lässt. Der Beschwerdeführer dürfte, da er in seiner Heimat
selber nicht politisch aktiv war und eine Verbindung zu den D._ in
den vorangegangenen Asylverfahren nicht glaubhaft zu machen ver-
mochte, von den sri-lankischen Behörden – welche blosse "Mitläufer" zu
erkennen vermögen – nicht als Gefahr wahrgenommen werden (vgl.
E-1866/2015 E. 8.4.2 und 8.5.4). Somit ist nicht davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer mit diesen unregelmässigen und überwiegend un-
persönlichen (Nennung Tätigkeit) in den Fokus der sri-lankischen Behör-
den geraten sein könnte. Der Beschwerdeführer macht auch nicht geltend,
dass die sri-lankischen Behörden wegen dieser Aktivitäten gegen ihn er-
mitteln würden oder ein Verfahren eingeleitet hätten. Weiter sind Angehö-
rige der tamilischen Ethnie bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht gene-
rell einer ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt
(vgl. E-1866/2015 E. 8.3). Die Ausführungen, dass der Beschwerdeführer
als Angehöriger der Risikogruppe von Personen, die aus der Schweiz –
einem tamilischen Diasporazentrum – nach längerer Zeit zurückkehrten,
verfolgt würde, geht daher fehl.
9.3 An dieser Einschätzung vermag weder der Regierungswechsel vom
16. November 2019 noch die Erweiterung des PTA etwas zu ändern. Das
Bundesverwaltungsgericht ist sich der Veränderungen in Sri Lanka be-
wusst, beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt diese
bei seiner Entscheidfindung. Es gibt zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund
zur Annahme, dass seit dem Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölke-
rungsgruppen kollektiv einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. Unter
diesen Umständen ist im Einzelfall zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug
der asylsuchenden Personen zur Präsidentschaftswahl respektive deren
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Folgen besteht. Der Beschwerdeführer verwies lediglich pauschal auf Ent-
wicklungen der jüngsten Vergangenheit und hat keinen individuellen Bezug
zu diesen Ereignissen glaubhaft gemacht.
9.4 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, was
geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder glaubhaft
zu machen. Die Vorinstanz hat sein Mehrfachgesuch zu Recht abgelehnt.
10.
Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug
an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44
AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (BVGE
2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
11.
Die Vorinstanz hat im Weiteren den Wegweisungsvollzug zu Recht als zu-
lässig, zumutbar und möglich erkannt. Zur Vermeidung von Wiederholun-
gen kann hierzu vollumfänglich auf die zu bestätigenden Ausführungen des
SEM in der angefochtenen Verfügung (vgl. S. 10 f.) verwiesen werden,
ebenso auf die umfassenden Erwägungen im vorangegangenen Be-
schwerdeurteil D-3777/2018 vom 13. September 2018, dessen Erörterun-
gen in E. 12 f. grundsätzlich nach wie vor Gültigkeit beanspruchen und sich
insbesondere auch mit der Frage des Vorliegens eines "real risk" ausei-
nandersetzen. An den vom SEM zutreffend gewonnenen Erkenntnissen
die PTA-Erweiterung und die zurzeit in Teilen Sri Lankas herrschende an-
gespannte Lage (Regierungs-, Wirtschafts- und Finanzkrise sowie teil-
weise gewaltsame Proteste gegen steigende Preise für Verbrauchsgüter
und gegen Engpässe vorab bei der Treibstoffversorgung) grundsätzlich
nichts zu ändern, zumal die Krise die ganze sri-lankische Bevölkerung be-
trifft und keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht (vgl. Urteil des BVGer
E1723/2022 vom 1. Juni 2022 E. 9.3).
Der Vollzug der Wegweisung ist nach dem Gesagten als zulässig, zumut-
bar und möglich zu bezeichnen. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme
fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
12.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
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Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
13.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-
rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfahrenskosten sind zufolge
der sehr umfangreichen Beschwerde mit zahlreichen Beilagen und Ausfüh-
rungen ohne individuellen Bezug zum Beschwerdeführer praxisgemäss auf
insgesamt Fr. 1'500.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der in gleicher Höhe geleistete Kos-
tenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.
(Dispositiv nächste Seite)
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