Decision ID: 48a1e6ed-bd41-492f-bb8d-2d84f1a9b9ae
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964, arbeitete zuletzt vom
4.
Mai 2005 bis zum 3
1.
Mai 2011 als Behandlungsassistentin und Aushilfsverkäuferin bei
der
Z._
AG und
vom
1.
Juni
bis zum 3
0.
November 2011 bei
der
A._
GmbH (
Urk.
10/8
). Unter Hinweis auf eine
multisegmen
tale
Wirbelsäulendegeneration sowie multiple Diskushernien meldete sie sich am 3
0.
März 2012 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/10). Nachdem die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, die medizinische und erwerbliche Situation (
Urk.
10/14,
Urk.
10/16,
Urk.
10/21-22) abgeklärt und die Akten der zuständigen Taggeldversicherung (
Urk.
10/19) beigezogen hatte, erteilte sie der Versicherten mit Mitteilungen vom 2
7.
September 2012 (
Urk.
10/27),
6.
Dezember 2012 (
Urk.
10/31) und 2
8.
März 2013 (
Urk.
10/40) Kostengutsprache
n
für einen persönlichen Support am Arbeitsplatz
bei der Firma
B._
vom
1.
Oktober
2012
bis zum 3
0.
Juni 201
3.
Für die Dauer der Integrationsmassnahme sprach sie der Versi
cherten mit separaten Verfügungen zudem ein Taggeld zu (
Urk.
10/30,
Urk.
10/
33-34,
Urk.
10/50-51,
Urk.
10/53). Mit Vorbescheid vom
7.
Mai 2013 (
Urk.
10/46) stellte die IV-Stelle der Versicherten die Beendi
gung der
Integra
tions
massnahme
p
er
7.
Mai 2013 in Aussicht, wogegen die Versicherte am 2
9.
Mai und
8.
August 2013 Einwände erhob (
Urk.
10/54,
Urk.
10/58). Mit Ver
fügung vom 2
9.
August 2013 (
Urk.
10/63)
hielt
die IV-Stelle
an ihrem Vorbe
scheid fest und verfügte die Beendigung der Massnahme.
1.2
Die IV-Stelle zog daraufhin weitere Akten der zuständigen Taggeldversicherung (
Urk.
10/67-68) bei und veranlasste
insbesondere
ein
e polydisziplinäre Begut
achtung
in den Fachdisziplinen
Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Neuro
logie sowie Psychiatrie
, über welche am 1
4.
Juli 2014 berichtet wurde (
Urk.
10/81). Mit Schreiben vom 2
9.
September 2014 (
Urk.
10/84) auferlegte
sie
der Versicherten zudem eine Schadenminderungspflicht.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
10/85,
Urk.
10/87,
Urk.
10/91,
Urk.
10/100) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 3
0.
April 2015 (
Urk.
10/104 =
Urk.
2)
schliesslich
einen Rentenanspruch der Versicherten.
2.
Die Versicherte erhob am 2
9.
Mai 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 3
0.
April 2015 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine Rente zuzusprechen. Eventuell seien ihr berufliche Massnahmen zuzusprechen (
Urk.
1 S. 1). Nachdem die IV-Stelle mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
Juni 2015 (
Urk.
9) die Abweisung der Beschwerde beantragte, wurde mit Verfügung vom 1
0.
Juli 2015 (
Urk.
11) die Pensionskasse der Beschwerdeführerin, die Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft, zum Prozess beigeladen. Diese nahm mit Schreiben vom 1
1.
September 2015 Stellung (
Urk.
13-14/1-4), was den Ver
fahrensbeteiligten am 1
7.
September 2015 zur Kenntnis gebracht
,
wobei
gleich
zeitig
der Beschwerdeführerin
antragsgemäss (
Urk.
1 S. 1) die unentgeltliche
Prozessführung bewilligt wurde (
Urk.
15).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit k
önnen in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht
als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wi
rd dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden fü
hrt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen
– insbesondere gestützt auf das
polydis
ziplinäre
Gutachten
–
davon aus,
dass
die Beschwerdeführerin
aus somatischer Sicht
in der
bisherige
n
Tätigkeit
zu
80
%
arbeitsfähig sei
.
Die Arbeitsfähigkeit könne nach
Durchführung von medizinischen Massnahmen auf 90-100
%
gesteigert werden
. Die psychiatrische Diagnose entspreche nicht einem langan
dauernden Gesundheitsschaden. Es sei davon auszugehen, dass die Beschwer
deführerin die diesbezüglichen Folgen überwinden könne.
Folglich
ergebe sich ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 20
%
(S. 2).
2.2
Demgegenüber vertrat die Beschwerdeführerin den Standpunkt (
Urk.
1),
es sei ihr trotz jahrelanger
,
adäquater
,
ambulanter
psychiatrischer
Behandlung nicht möglich
gewesen, die
mittelgradige,
chronifizierte
Depression zu überwinden.
E
in invaliditätsrelevanter Gesundheitsschaden
liege
vor. Seit der Begutachtung habe sich ihr Gesundheitszustand
allerdings verschlechtert und
sie
habe sich
in stationäre Behandlung begeben müssen. Nach dem Austritt aus der psychiatri
schen Klinik sei es erneut zu
einer Verschlechterung gekommen.
Nach der Ein
schätzung von
Dr.
med.
C._
liege nun eine Arbeitsfähigkeit von weniger als
20
%
vor
. Es sei ihr deshalb gestützt auf das Gutachten bis im Juli 2014 eine halbe Rente und ab Januar 2015 (drei Monate nach der Verschlechterung)
eine ganze Rente zuzusprechen. Sobald sie wieder über eine Teilarbeitsfähigkeit verfüge, möchte sie diese verwerten. Hierfür sei sie
allerdings
auf Unterstützung in Form von beruflichen Massnahmen angewiesen (S. 3 f.).
2.
3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
und dabei insbesondere die Frage, ob
in
psychischer
Hins
icht ein invalidisierender
Gesund
heitsschaden
vorliegt
.
3.
3.1
Am 2
3.
April 2012 erfolgte die
im Auftrag der zuständigen Taggeldversicherung angeordnete
vertrauensärztliche Untersuchung der Beschwerdeführerin.
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie,
konnte
im Bericht vom 2
4.
April 2012 (
Urk.
10/67/64-70) keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
stellen
. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte er
ein p
anvertebrales
Schmerzsyn
drom
.
Objektivierbar seien eine Haltungsinsuffizienz
sowie
Anzeichen einer
Symptomausweitung mit deutlichen
Hinweisen einer
Überreaktion. Eine
mus
kuloskelettale
Pathologie sei nicht fassbar. Die radiologischen Befunde mit gering
fügigen nicht
kompressiven
degenerativen Wirbelsäulenveränderungen seien ohne Krankheitswert und vermö
cht
en die beklagten Beschwerden keines
wegs zu erklären. Es fänden sich keine Hinweise auf ein
radikuläres
Reiz- oder Ausfallsyndrom an den oberen oder unteren Extremitäten. Aus rheumatologi
scher Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit nicht einge
schränkt.
D
er Beschwerdeführerin
sei
auch jede andere körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit zumutbar (S. 5 f.).
3.2
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, gab mit Bericht vom
8.
Mai 2012 (
Urk.
10/22/1-4)
- unter Beilage eines Schreiben
s
des Röntgeninstituts
L._
vom 1
0.
Januar 2012 (
Urk.
10/22/5-6)
-
an, dass sie die Beschwerdeführerin seit November 2011 behandle (S. 1
Ziff.
1.2) und führte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 1
Ziff.
1.1):
multisegmentale Wirbelsäulendegeneration mit multiplen Diskushernien
Spannungskopfschmerzen, Differentialdiagnose (DD) Migräne
Depressionen
Asthma bronchiale
chronische rezidivierende Gastritiden
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie einen
Niko
tinabusus
(S. 1
Ziff.
1.1). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei die Beschwer
deführerin vom 2
5.
November 2011 bis zum 3
0.
Juni 2012 zu 100
%
arbeits
unfähig (S. 2
Ziff.
1.6).
Schwere und mittelschwere Arbeiten seien ihr nicht mehr zumutbar. Eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit sei
der Beschwerde
führerin hingegen
ab sofort zu 80
%
zumutbar.
Dr.
E._
empfahl schliess
lich
ein
en
Jobwechsel
(S. 2 f.
Ziff.
1.7).
3.3
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, führte mit Bericht vom
6.
Juni 2012 (
Urk.
10/67/53-54) fol
gende Diagnosen auf (S. 1):
chronisches zervikal und lumbal betontes
Panvertebralsyndrom
bei
leichter Wirbelsäulenfehlform und –
fehlhaltung
degenerativen Veränderungen
muskulärer Insuffizienz und
Dysbalance
Verdacht auf Schmerzverarbeitungsstörung
Depression anamnestisch
Es bestünden zu
wenige
Anhaltspunkte für eine entzündliche
Wirbelsäulen
erkran
kung
.
Einerseits lägen d
en Beschwerde
n
organische Faktoren
zugrunde, a
ndererseits bestehe der Verdacht einer inadäquaten
Schmerzverar
beitung
. Zur Arbeitsfähigkeit könne er keine verbindliche Einschätzung abge
ben. Körperliche Schwerarbeit oder eine
Tätigkeit
in dauernd ungünstiger Posi
tion sollte
n
aber vermieden werden (S. 2).
3.4
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte mit Schreiben vom
9.
Dezember 2012 (
Urk.
10/35) eine chronische Migräne ohne Aura bei
chronischem
Zervikalsyndrom
und Übergebrauch von Akutmitteln (S. 2). Die Beschwerdeführerin sei seit über einem Jahr zu 100
%
arbeitsunfähig. Ab dem
1.
Oktober 2012 bestehe eine 30%ige Arbeitsfähigkeit; ab dem
1.
Dezember 2012 eventuell eine 40%ige
Arbeitsfähigkeit
(S. 1).
3.5
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho
thera
pie, gab mit Bericht vom 1
2.
Februar 2013 (
Urk.
10/38/5-9) an, dass sie die Beschwerdeführerin seit dem
5.
September 2003 behandle (S. 1
Ziff.
1.2) und führte rezidivierende depressive Episoden, aktuell mittelgradig (ICD-10 F33.1), als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 1
Ziff.
1.1). Die Beschwerdeführerin leide seit über
zehn
Jahren an rezidivierenden depressi
ven Phasen bei positiver Familienanamnese und psychosozialer Belastung (S. 1
Ziff.
1.4).
Es liege eine verminderte Belastbarkeit
sowie
eine Einsc
hränkung der Konzentration vor. Die Beschwerdeführerin
sei vermindert anpassungsfähig
. Die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht liege aktuell bei 40
%
.
In den nächs
ten drei Monaten könne diese wahrscheinlich auf 50
%
gesteigert werden
(S. 1 oben, S. 2
Ziff.
1.6-7).
3.6
Dr.
E._
informierte in dem am
8.
April 2013 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen Bericht (
Urk.
10/42/1-5) –
unter Beilage eines Schreibens des Röntgeninstituts
L._
vom 2
7.
März 2013 (
Urk.
10/42/6-7) – über eine schwere Exazerbation der vorhandenen Symptome (S. 1
Ziff.
1.1).
Der Beschwer
deführerin sei e
ine Tätigkeit nur noch zu maximal fünf Stunden pro Tag mit Pausen, insgesamt nur noch zu 30-40
%
, zumutbar
. D
as Heben auch nur geringer Lasten
sollte
reduziert werden (S. 2
Ziff.
1.6-9).
Mit erneutem Bericht vom 1
8.
April 2013 (
Urk.
10/45) korrigierte
Dr.
E._
ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit dahingehend, dass die Beschwerdeführerin insgesamt zu 50
%
arbeitsfähig sei (S. 2 f.
Ziff.
1.6-9). Mit Bericht vom 1
5.
Juni 2013 zuhanden der zuständigen Taggeldversicherung (
Urk.
10/67/15) schätzte sie die Arbeitsfähigkeit wiederum au
f 40
%
.
3.7
Mit Stellungnahme vom 1
3.
August 2013 (
Urk.
10/61)
gab
Dr.
C._
an
, dass die Arbeitsfähigkeit seit dem Abbruch der Integrationsmassnahme nicht
habe
gesteigert werden k
önnen
und weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
vor
liege. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit
auf
50
%
s
ei zu erwarten.
3.
8
Im April 2014 erfolgte die von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene polydisziplinäre Begutachtung der Beschwerdeführerin in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie sowie Psychiatrie durch die
Akademie H._
. Die
Ärze
der
Akademie H._
erstatte
ten ihr Gutachten am 1
4.
Juli 2014 (
Urk.
10/81)
und führten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Folgendes auf (S. 19 f.
Ziff.
6.1):
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.10)
c
hronisches nicht-
radikuläres
zervikospondylogene
s
und
zervikodisko
ge
nes
Schmerz
syndrom bei
Osteochondrose
C4-6
sowie
subligamentäre
n
Diskushernien C4/5 und C5/6 ohne signifikante Kompression des
Myelons
g
eringe
r
kombinierte
r
ossäre
r
und
diskale
r
Neuroforamenstenose
beid
seits im Bereich C4/5, linksbetonte
Unkovertebralarthrose
C4/5
d
egenerative
n
Veränderungen von
HWK
3-6 linksbetont, keine
radi
ku
läre
Kompression, unauffällige Darstellung des zervikalen
Myelons
k
ein
em
Hinweis auf akute oder chronisch neurogene oder
myogene
Ver
änderungen in den
Myotomen
C5 und C6 rechts
c
hronisches nicht-
radikuläres
thorakodiskogenes
Schmerzsyndrom bei
sub
li
gamentären
Diskushernien links lateral Th6/7 und rechts lateral Th8/9 ohne relevante Kompression der Nervenwurzeln
c
hronisches nicht-
radikuläres
lumbospondylogenes
und
lumbodisko
ge
nes
Schmerzsyndrom bei
Spondy
larthrosen
betont LWK3 bis SWK1; g
eringe
Osteochondrose
LWK4 bis SWK1
s
ubligamentäre
r
Diskushernie LWK4/5 ohne relevante
Wurzel
kom
pression
k
leine
n
subligamentäre
n
mediobilaterale
n
Diskushernien in Höhe C4/5 und C5/6, lateral links in Höhe Th6/7, lateral rechts in Höhe Th8/9 und median in Höhe L4/5 jeweils ohne darüber hinausgehende
radikuläre
Kompressionen
chronische Migräne ohne Aura
Verdacht auf Analgetika-Übergebrauchskopfschmerzen
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten sie eine chro
ni
sche Schmerzstörung mit psychischen und physischen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie ein
en schädlichen
Gebrauch von Tabak, DD Nikotinabhängigkeit, gegenwärtiger Substanz
gebrauch, auf (S. 20
Ziff.
6.2).
In der psychiatrischen Untersuchung hätten bei der Beschwerdeführerin eine gedrückte Stimmung, eine Einsamkeit, eine
verminderte Interessefähigkeit, ein verlorener Antrieb,
eine Konzentrationsstörung
, Ein- und Durchschlafstörungen, ein Lebensüberdruss
sowie
Gefühle von Wertlosigkeit
festgestellt werden kön
nen. Demnach seien die Kriterien für eine mittelgradige depressive Episode erfüllt.
Genügend Hinweise für ein zusätzliches somatisches Syndrom fänden sich nicht. Die körperlichen Beschwerden
könnten
nicht ausschliesslich somati
schen Korrelaten zu
geordnet werden
, wesha
lb von einer chronischen Schmerz
störung mit psychischen und physischen Faktoren
auszugehen sei
. Die Kriterien für
eine
postt
raumatische Belastungsstörung
seien nicht erfüllt.
Ferner seien die Foerster-Kriterien geprüft worden, wobei insbesondere ke
in sozialer Rückzug
vorliege
(S. 44 ff.
Zifff
. 4).
Die Beschwerdeführerin sei aufgrund der
mittelgradi
gen
chronifizierten
depressiven Episode seit 2011
zu
50
%
arbeitsfähig.
D
ie Prognose
sei grundsätzlich gut
, wobei die
Tendenz zur
Chronifizierung
der lang
jährigen Beschwerden als ungünstiger Faktor
an
gesehen werden müsse (S.
13 ff.
Ziff.
5.1).
Die orthopädische
Untersuchung habe
Druckschmerzen im gesamten Verlauf
der zervikalen Wirbelsäule gezeigt,
wobei
die Beweglichkeit uneingeschränkt
sei
.
Auch unter Provokation lägen
keine Hinweise für eine Wurzelkompression vor.
D
ie Symptomatik
sei
im Rahmen eines chronischen nicht-
radikulären
zerviko
spon
d
ylogenen
und
zervikodiskogenen
Schmerzsyndroms zu erklären.
Zu erwähnen sei, dass eine Diskrepanz
zwischen den geschilderten Ein
schränkungen und dem vorliegenden radiologischen und klinischen Befund
bestehe
,
weshalb
eine Schmerzwahrnehmungsstörung
angenommen werde
.
Die Beschwerdeführerin sei aus orthopädischer Sicht i
n der zuletzt ausgeübten Tätigkeit zu 90
%
arbeitsfähig
, wobei die Einschränkung aus einem leicht erhöhten Pausenbedarf resultiere.
Eine
adaptierte,
wechselbelastende,
musko
skelettär
leicht-
bis mittel
belastende
Tätigkeit ohne signifikante Vibrations- oder Erschütterungsexposition, ohne Tragen von Lasten von mehr als 10 kg und ohne Überkopfarbeit
sei der Beschwerdeführerin
zu 90
%
zumutbar. Sch
w
ere und vornehmlich mittelschwere Tätigkeiten seien nicht mehr möglich (S. 15 ff.
Ziff.
5.2).
Aus rein neurologischer Sicht stün
den die chronischen Kopfschmerz
en im Vorder
grund. Diesbezüglich bestehe aktuell eine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit von 20
%
.
Bei
Umsetzung der medizinischen Massnahmen – Einleitung einer Migräneprophylaxe, Reduktion der Einnahme der
nichtsteroidalen
Antiphlogistika (NSAID)
, Physiotherapie und Analgesie-Optimierung – sei die Arbeitsfähigkeit im Verlauf auf 90-100
%
zu steigern (S.
19 oben).
In der Gesamtbeurteilung hielten die Ärzte
der
Akademie H._
abschliessend
fest,
dass die Beschwerdeführerin in der
bisherigen
Tätigkeit
gegenwärtig
zu 50
%
arbeitsfä
hig
sei
, wobei sich die Einschränkung aufgrund der mittelgradigen depressiven Episode ergebe. Rein somatisch wäre eine solche Tätigkeit mit sehr geringer körperlicher Belastung vollumfänglich möglich. Für körperlich schwere und überwiegend mittelschwere Tätigkeiten sei die Beschwerdeführerin
dauerhaft
nicht mehr arbeitsfähig. Für körperlich leichte
bis gelegentlich mittelschwere
Tätigkeiten sei
sie
zu 50
%
arbeitsfähig, da die psychiatrische Erkrankung im Vordergrund stehe (S. 22
Ziff.
7.2-3). Diese Beurteilung gelte ab dem letzten Arbe
itstag der Beschwerdeführerin,
m
ithin seit dem 2
6.
September 2011
(S. 23
Ziff.
7.4).
Sie empfählen die Fortsetzung der
psychiatrisch-psychotherapeuti
schen Behandlung.
Zusätzlich sollte die
Beschwerdeführerin in ein multidiszip
li
näres Schmerzbehandlungsprogramm zum Erlernen von
Coping
-Strategien einge
bunden werden.
Auch
werde eine Optimierung der antidepressiven Medi
kation empfohlen (S. 23
Ziff.
7.5).
Die Arbeitsfähigkeit werde d
urch diese Mass
nahmen nicht wesentlich zu steigern sein, allerdings
könne
einer Verschlechte
rung des Gesundheitszustands entgegengewirkt werden (S. 24
Ziff.
7.7).
3.9
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), empfahl mit Stellungnahme vom 1
7.
Juli 2014 auf das Gutachten der
Akademie H._
abzustellen. Demnach sei die Beschwerdeführerin ab September 2011 aus rein psychischen Gründen zu 50
%
arbeitsunfähig. Eine Verbesserung des Gesundheitszustandes sei aufgrund der bereits bestehenden
Chronifizierung
unwahrscheinlich (
Urk.
10/83 S. 4 f.).
3.10
Die Ärzte der
psychiatrischen Klinik J._
diagnostizierten im Austrittsbericht vom
6.
August 2014 (
Urk.
10/101/1-2) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), einen Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie chronische Rückenschmerzen. Die Beschwerdeführerin habe vom 2
2.
Januar bis 1
9.
Juni 2014 am Gruppenprogramm der Tagesklinik
K._
teilgenom
men (S. 1).
Mit erneutem Austrittsbericht
v
om 2
7.
Januar 2015 (
Urk.
10/99) informierten sie über
die stationäre
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin vom
7.
Oktober 2014 bis 2
2.
Januar 2015 und
führten als Diagnosen
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
,
sowie eine sonstige zervikale Bandscheibendegeneration
auf
(S. 1).
Die Beschwerde
führerin habe sich im stationären Rahmen zunehmend stabilisieren und bei ins
gesamt deutlich verbessertem Zustand in die Tagesklinik übertreten
können
(S.
4).
3.1
1
Dr.
C._
führte im
Bericht
vom 2
4.
Februar 2015 (
Urk.
10/101/3-4)
als Diag
nose
eine mittelgradige depressive Episode
auf
(S. 1). Insgesamt sei von einer Verschlechterung der chronisch verlaufenden depressiven Störung seit Oktober 2013 auszugehen. Die Arbeitsfähigkeit betrag
e
seither
weniger als
20
%
; im geschützten Rahmen 40-50
%
. Die psychosozialen Belastungsfaktoren seien sekundär und stünden nicht im Vordergrund. Sie empfehle deshalb eine dem Leiden angemessene Berentung zu 80
%
(S. 2).
4.
4.1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das Gutachten
der
Akademie H._
(vor
stehend E. 3.8
) die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden in angemessener Weise berücksichtigt, in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den Vorakten erstattet wurde und der konkreten medizinischen Situation Rech
nung trägt. Die Beurteilung leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesund
heitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet.
Die Beurtei
lung durch die Gutachter der
Akademie H._
ist nach dem Gesagten für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend. Das Gutachten erfüllt damit die
praxisgemäs
sen
Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidu
ngsgrundlagen (vorstehend E. 1.5
) vollumfänglich, so dass für die Entscheidfindung darauf abgestellt wer
den kann.
Die Beweiskraft des Gutachtens blieb im Übrigen auch von Seiten der Pa
rteien unbestritten (
Urk.
1 S. 3 unten,
Urk.
2 S. 2 f.
).
4.2
Aus somatischer Sicht
liegen
demzufolge ein
chronisches nicht-
radikuläres
zervi
ko
spondylogenes
und
zervikodiskogenes
Schmerzsyndrom, ein chronisches nicht-
radikuläres
thorakodiskogenes
Schmerzsyndrom, ein chronisches nicht-
radikuläres
lumbospondylogenes
und
lumbodiskogenes
Schmerzsyndrom, eine chronische Migräne ohne Aura sowie ein Verdac
ht auf
Analgetika-Überge
brauchs
kopfschmerzen
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
vor.
Die Kopfschmerzen begründen aus neurologischer Sicht aktuell eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit.
Aus orthopädischer Sicht ist die Beschwerdeführerin in jeg
licher leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit ohne signifi
kante Vibrations- oder Erschütterungsexposition, ohne Tragen von Lasten von mehr als 10 kg und ohne Überkopfarbeit zu 90
%
arbeitsfähig.
Eine
mus
kulo
skelettär
schwerbelastende Tätigkeit ist nicht mehr zumutbar.
4.3
In psychischer Hinsicht ist als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.10), und als Diagnose ohne Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Schmerzstörung mit psychischen und physischen Faktoren (ICD-10 F45.41) ausgewiesen.
Zwischen den Verfahrensbeteiligten ist
allerdings
u
mstritten, ob der ausge
wiesene psychische Gesundheitsschaden
überhaupt
eine Invalidität im Sinne von
Art.
8 ATSG b
egründet
.
Vorauszuschicken
dazu
ist, dass die Beurteilung, ob ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt, eine Rechtsfrage ist und damit nicht den Ärztinnen und Ärzten, sondern den rechtsanwendenden Behör
den obliegt (BGE 140 V 193 E. 3.1 f., Urteil des Bundesgerichts 9C_636/2007
vom 2
8.
Juli 2008 E. 3.3.1). Dabei gilt es zu beachten, dass ärztliche Gutachten und Berichte zwar zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen haben und diese Ausführungen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen bilden, es jedoch letztlich der rechtsanwen
denden Behörde – der Verwaltung
oder im Streitfall dem Gericht – obliegt, zu beurtei
len, ob eine Invalidität im Rechtssinne, bejahendenfalls eine solche
rentenbe
gründender
Art eingetreten ist.
Folglich können sich Konstellationen ergeben, bei welchen von der in einem medizinischen Gutachten festgestel
lten Arbeits
unfähigkeit abzuweich
en ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verlöre (Urteil des Bundesgerichts 9C_651/2014 vom 2
3.
Dezember 2014 E. 5.1).
Bei Beeinträchtigungen des psychischen Gesundheitszustandes
ist
zudem
stets eine objektive Betrachtung des Forderbaren vorzunehmen (vorstehend E. 1.1, E.
1.3), wobei mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven
For
men
kreis
grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
gelten (Urteile des Bundes
gerichts 9C_856/2013 vom
8.
Oktober 2014 E. 5.1.2, 8C_104/2014 vom 2
6.
Juni 2014 E. 3.3.4 und 8C_774/2013 vom
3.
April 2014 E. 4.2). Ein Rentenanspruch kann grundsätzlich nicht entstehen, solange zumutbare therapeutische und andere schadenmindernde Vorkehren nicht ausgeschöpft werden. Solange durch eine tatsächlich realisierbare Veränderung der für die gesundheitliche Situation bedeutsamen Rahmenbedingungen eine wesentliche Verbesserung des (psychi
schen) Gesundheitszustandes und damit der dadurch eingeschränkten Arbeitsfä
higkeit bewirkt werden kann, liegt kein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes vor. Allerdings bedingt deren Annahme, dass es sich nicht bloss um eine Begleiterkrankung einer Schmerzkrankheit, sondern um ein selbständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Lei
den handelt (Urteile des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014 E. 4.2 und 9C_947/2012 vom 1
9.
Juni 2013 E. 3.2.2). Dies folgt aus dem Grundsatz der Selbsteingliederungs- und Schadenminderungspflicht.
4.4
Die Gutachter der
Akademie H._
diagnostizierten
vorliegend zwar
nebst der affektiven Störung auch e
ine chronische Schmerzstörung aufgrund der Tatsache, dass sich die körperlichen Beschwerden nicht ausschliesslich somatischen Korrelaten zuordnen
liessen
(
Urk.
10/81 S. 14). Allerdings best
ehe
eine depressive Symp
tomatik
anamnestisch
bereits
seit dem Kindesalter
(
Urk.
10/81 S. 22 oben,
S. 45 oben
), wogegen das
Schmerzsyndrom erst seit 2009
angenommen werden könne
(
Urk.
10/81 S. 45).
Die Gutachter gaben zudem
ausdrücklich
an,
dass die gegenwärtig mittelgradige Episode
der rezidivierenden
depressiven Störung
im Vordergrund stehe
und nicht die chronische Schmerzstörung (
Urk.
10/81 S. 23 f.
Ziff.
7.7).
Bei der
diagnostizierten affektiven Störung handelt es sich folglich um ein se
lbständiges depressives Leiden.
Die Beschwerdeführerin besucht
e
a
ufgrund ihrer psychischen Beschwerden
seit Februar 2014 ei
ne psychiatrische Tagesklinik,
im Zeitpunkt der Begutachtung
dreimal pro Woche. Seit 2003 befindet sie sich ausserdem – mit einigen
Unter
brüchen
–
in einer ambulanten Therapie, welche aktuell einmal wöchentlich statt
findet
(
Urk.
10/81 S. 9, S. 15
, S. 37
). Zusätzlich nimmt sie Antidepressiva zu sich, wobei sich das
Trazodon
bei der Laboruntersuchung
indes
unterhalb des Wirkbereichs befand (
Urk.
10/81 S. 13
Ziff.
4.3).
Dies kann
allerdings
nicht ohne Weiteres der
Beschwerdeführerin
angelastet werden, bestehen doch keine Anzeichen dafür, dass sie die ihr verschriebene
–
allenfalls zu niedrige
–
Dosis nicht zuverlässig einnahm.
Zudem führten die Ärzte der
Akademie H._
nachvollziehbar aus, dass mit einer deutlichen Steigerung der Arbeitsfähigkeit unter den empfohlenen medizinischen Massnahmen (einschliesslich Optimierung der
anti
depressiven
Medikation) nicht zu rechnen sei. Diese sollten durchgeführt wer
den, um eine Verschlechterung zu vermeiden (
Urk.
10/81 S. 23
Ziff.
7.6). Die
Chronifizierungstendenz
der langjährigen Beschwerden müsse bei der Beschwer
deführerin als ungünstiger Faktor für die weitere Prognose gesehen werden (
Urk.
10/81 S. 15). Auch der RAD-Arzt
Dr.
I._
erachtete eine Ver
besserung des Gesundheitszustandes aufgrund der bereits bestehenden
Chronifi
zierung
als eher unwahrscheinlich (
Urk.
10/83 S. 5). Nach dem Gesagten ist demnach
von einer konsequenten
– wenn auch noch leicht zu optimierenden
–
Depressionstherapie auszugehen. D
er affektiven Störung
kann demnach nicht einfach
die invalidenversicherungsrechtliche Re
levanz
abgesprochen werden, zumal es sich nicht lediglich um eine depressive Episode, sondern um eine
chro
nifizierte
depressive Störung handelt.
4.5
Der Vollständigkeit halber ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass die Tatsache, dass das Bundesgericht mit BGE 141 V 281 seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Störungen neu gefasst hat, nichts an der vorliegenden Beurteilung ändert. Die Gutachter der
Akademie H._
haben nach Prüfung der bis anhin geltenden Foerster-Kriterien (vgl. BGE 130 V 352) die ausgewiesene chronische Schmerzstörung mit psychischen und physischen Faktoren als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eingeordnet, da es der Beschwerdeführerin trotz der geklagten Beschwerden zumutbar sei, die nötige Willensanstrengung
zur Überwindung
aufzubringen. Bei lediglich einem von vier erfüllten Foerster-Kriterien sei die Unüberwindbarkeit nicht erfüllt (
Urk.
10/81
S. 21, S. 45 f.
).
Der psychiatrische Gutachter
der
Akademie H._
hat sich
wenn auch noch in Unkenntnis der neuen bundesgerichtlichen Terminologie
mit dem funktionellen Schweregrad
der Beeinträchtigung auseinandersetzt
.
Ebenso
äusserte er sich zur Frage von begleitenden Erkrankungen (
Urk.
10/81 S.
46
) sowie zum sozialen Kontext und den vorhandenen Ressourcen
(
Urk.
10/81 S. 22
, S. 40 f.
)
. Unter dem beweisrechtlich relevanten Aspekt der Konsistenz ist somit festzuhalten, dass die Beurteilung der Ärzte der
Akademie H._
auch unter Beachtung der neuen Rechtsprechung keine Zweifel aufkommen lässt. Die diagnostizierte chronische Schmerzstörung mit psychischen und physischen Faktoren ist ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
4.
6
Zuletzt gilt es noch auf die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Ver
schlechterung
des Gesundheitszustandes
nach der
gutachterliche
n
Beurteilung einzugehen (vorstehend E. 2.2).
Diesbezüglich liegen nur zwei Austrittsberichte der
Klinik J._
sowie ein Bericht der behandelnden Psychiaterin
Dr.
C._
vor (vorstehend E. 3.10-11). Insbeson
dere dem Austrittsbericht der
Klinik J._
vom 2
7.
Januar 2015 ist zu entnehmen, dass die Verschlechterung
des Gesundheitszustandes
mit stationärer
Hospitalisation
unmittelbar nach dem negativen Vorbescheid der Beschwerdegegnerin vom 2
9.
September 2014 und einer
in der Folge
erhaltenen
Absage eines geschützten Arbeitsplatzes eingetreten
ist
(
Urk.
10/99 S. 1). Zudem konnte die Beschwerde
führerin im stationären Rahm
en stabilisiert und bei insgesamt deutlich verbes
sertem Zustand entlassen werden (
Urk.
10/99 S. 4). Sowohl die Ärzte der
Klinik J._
als auch
Dr.
C._
gehen weiterhin von einer mittelgradigen depressiven Epi
sode der rezidivierenden depressiven Störung aus (
Urk.
10/99 S. 1,
Urk.
10/101/3-4 S. 1
Ziff.
3).
Zu erwähnen ist ferner, dass
Dr.
C._
eine Verschlechterung
des Gesundheitszustandes
und
dadurch
deutlich verminderte Arbeitsfähigkeit bereits seit Oktober 2013
– und somit vor der gutachterlichen Beurteilung der
Akademie H._
im April 2014
–
annimmt (
Urk.
10/101/3-4 S. 2).
Nach dem Gesagten
ist demnach lediglich eine vorübergehende Verschlechterung
des Gesundheitszustandes während der stationären
Hospitalisation
in der
Klinik J._
zu verzeichnen, was folglich keinen Einfluss auf das vorliegende Verfahren hat. Auf weitere Abklärungen
ist
im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung (BGE
122 V 157 E. 1d) zu verzichten.
4.7
Zusammenfassend
ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin aus somati
scher Sicht
eine leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit ohne sig
nifikante Vibrations- oder Erschütterungsexposition, ohne Tragen von Lasten von mehr als 10 kg und ohne Überkopfarbeit zu 80
%
zumutbar ist.
In psychi
scher Hinsicht ist aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwär
tig mittelgradige
Episode (ICD-10
F33.10), ab dem 2
6.
September 2011 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit auszugehen.
Im Gutachten der
Akademie H._
wurde
schliesslich
nachvollziehbar aufgeführt, dass die Beschwerdeführerin für eine körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere belastende Tätigkeit gesamtmedizinisch zu 50
%
arbeitsfähig sei, da die psy
chi
atrische Einschränkung im Vordergrund stehe (
Urk.
10/81 S. 22
Ziff.
7.2-3
). Eine Kumulation der in den einzelnen Fachdisziplinen attestierten Arbeitsun
fä
higkeiten erscheint demnach als nicht angezeigt
(
vgl. hierzu auch Urteil des Bundesgerichts vom 1
6.
September 2013 E. 4.3.1).
Die in den somatischen Beschwerden begründete 20%ige Arbeitsunfähigkeit geht folglich in der 50%igen Arbeitsunfähigkeit aufgrund der psychischen Beschwerden
auf.
Für
die nachfolgende Prüfung der Auswirkungen der erwerblichen Einschränkungen ist nach dem Gesagten daher von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit der Beschwer
deführerin in einer körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren Tätigkeit
seit September 2011
auszugehen.
5.
5.1
Es bleiben
damit
die Auswirkungen der erwerblichen Einschränkungen zu prü
fen, wobei die Beschwerdeführerin
unbestrittenermassen
als zu 100
%
Erwerbs
tätige
zu
qualifizier
en ist
, was angesichts der Erwerbsbiographie und familiären Situation als plausibel erscheint.
5.2
Ein Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruches. Angesichts der Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin am 3
0.
März 2012 (
Urk.
10/10) würde ein allfälliger Rentenanspruch frühestens ab dem
1.
September 2012 bestehen.
Da gemäss der gutachterlichen Einschätzung
die 50%ige Arbeits
un
fä
higkeit seit dem 2
6.
September 2011
besteht
(
Urk.
10/81 S. 23
Ziff.
7.4)
, war in den zwölf vorangegangenen Monaten
vor dem allfälligen Renten
beginn
am
1.
September 2012
– dem Wartejahr – eine Arbeitsunfähigkeit „ohne wesentli
chen Unterbruch“ ausgewiesen (vorstehend E. 1.2;
Art.
29
ter
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV).
Die Anmeldung erfolgte
somit
rechtzeitig.
5.3
Die Beschwerdeführerin arbeitete vom
4.
Mai 2005 bis zum 3
1.
Mai 2011 als Behandlungsassistentin und Aushilfsverkäuferin bei der
Z._
AG
. In Folge der Schliessung dieses Instituts wurde ihr die Anstellung gekün
digt (
Urk.
10/8/13-14).
Danach war sie v
om
1.
Juni
bis zum 3
0.
November
2011
bei der
A._
GmbH tätig. Die
se
Stelle
wurde ihr
- gemäss
Arbeitge
berfragebogen
-
gekündigt,
weil
sie den Arbeitsplatz verlassen habe (
Urk.
10/21 S. 1
Ziff.
2.2)
.
Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass
es sich bei der zuletzt ausgeübten halbjährigen Tätigkeit bei der
A._
GmbH nicht um
eine
länger andauernde und
kontinuierliche
Tätigkeit gehandelt hat
und das vorherige Arbeitsverhältnis aus wirtschaftlichen Gründen aufgelöst wurde
, recht
fer
tigt es sich sowohl für die Berechnung des Validen- als auch des
Invalidenein
kommens
auf die statistischen Werte der vom Bundesamt für Statistik heraus
gegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abzu
stellen.
Da der Beschwerdeführerin nach der
gutachterlichen
Einschätzung die bisherige Tätig
keit weiterhin zu 50
%
zumutbar ist (
Urk.
10/81 S. 22
Ziff.
7.2), ist für das Vali
den- und Invalideneinkommen auf denselben Tabellenlohn
abzustellen.
Somit kann ausnahmsweise von der ärztlich geschätzten
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
ohne Weiteres auf einen entsprechenden Invaliditätsgrad geschlossen und damit ein Prozentvergleich vorgenommen werden (BGE 134 V 322 E. 4.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 2
3.
September 2014 E.
3.2 und 8C_450/2014 vom 2
4.
Juli 2014 E. 7.3)
. Dies stimmt im Übrigen mit den Berechnungen der Beschwerdegegnerin überein, welche
den Invaliditäts
grad
in der Folge aller
dings lediglich
gestützt auf
eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
berechnete
(
Urk.
2 S. 2).
Bei der
vorliegend durch das Gutachten der
Akademie H._
ausgewiesenen
verbliebenen
Arbeitsfähigkeit von 50
%
ergibt sich
demnach ein
Invaliditätsgrad von 50
%
,
womit der Beschwerdeführerin ab dem
1.
September 2012 eine halbe Invali
denrente zusteht.
Mit dieser Feststellung
ist die angefochtene Verfügung somit
in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
I
VG) und ermessensweise auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen.
Da die Beschwerdeführerin bezüglich des Rentenanspruchs an sich obsiegt
(vgl. nach
stehend E. 6.2)
, sind die Kosten vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
6.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts rechtfertigt der Umstand allein, dass einem Beschwerdeführer in einem Beschwerdeverfahren eine geringere Teilrente als beantragt zugesprochen wird, noch keine Reduktion der
Parteient
schädigung
, jedenfalls soweit der Aufwand nicht vom beantragten Umfang der
Rente beeinfluss
t
wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_466/2007 vom 2
5.
Januar 2008 E. 5). Entsprechend ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine volle Prozessentschädigung zu bezahlen, die gemäss
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das
Sozialversi
cherungsgericht
(
GSVGer
) – ohne Rücksicht auf den Streitwert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen ist.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und des
gerichts
üblichen
Stundenansatzes von
Fr.
145.
-- ab dem
1.
Januar 2015
ist die Prozessen
tschädigung vorliegend auf
Fr.
1‘100.--
(inkl. Barlauslagen und
MWSt
) festzusetzen.