Decision ID: 7454fd79-1e29-4f4f-9a14-18f617e8fb42
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die Q._ GmbH wurde am 23. Dezember 2010 gegründet und im Handelsregister des
Kantons Schwyz mit Sitz A._ eingetragen. Das Stammkapital beträgt CHF 40'100 und
wird von den Gesellschaftern K._ (CHF 20'100), wohnhaft in B._, und der M._ GmbH
(CHF 20'000) mit Sitz in C._ (Deutschland) gehalten. Als Geschäftsführer ist K._
eingetragen. Die Gesellschaft bezweckt die Beratung im Zusammenhang mit der
Konzeption, Organisation und Durchführung von Anlässen und Festivals im Auftrag für
Dritte. Dabei kann es sich um Gesamtaufträge oder auch um einzelne Bereiche wie z.B.
Marketing, Logistik, Gastro etc. handeln. Die Gesellschaft kann im Bereich der
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Unternehmensberatung sowie im Ticketan- und -verkauf tätig sein und alle Geschäfte
tätigen, die direkt oder indirekt mit ihrem Zweck in Zusammenhang stehen
(www.zefix.ch).
B.
Mit Schreiben vom 6. November 2020 teilte das Kantonale Steueramt der Q._ GmbH
mit, gemäss seiner Erkenntnis bestehe die Vermutung, dass die Gesellschaft faktisch
vom Kanton St. Gallen aus verwaltet werde. Zwecks diesbezüglicher Abklärung
forderte das Kantonale Steueramt die Gesellschaft auf, verschiedene Unterlagen
einzureichen. Die Q._ GmbH reichte solche in der Folge ein, darunter zwei
Dienstleistungsverträge sowie die Jahresrechnungen 2017 bis 2019. Mit Verfügung
vom 15. Februar 2021 stellte das Kantonale Steueramt fest, dass die Q._ GmbH ab
1. Januar 2016 am Sitz ihrer tatsächlichen Verwaltung in B._ unbeschränkt
steuerpflichtig sei. Die dagegen erhobene Einsprache wies das Kantonale Steueramt
mit Entscheid vom 25. Juni 2021 ab. Die Verwaltungsrekurskommission wies den
wiederum dagegen erhobenen Rekurs mit Entscheid vom 25. April 2022 ab.
C.
Die Q._ GmbH (Beschwerdeführerin) erhob gegen den Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) mit Eingabe ihrer Vertreterin vom 8. Juni
2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie beantragte, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge seien der Rekursentscheid vom 25. April 2022, der Einsprache-
Entscheid vom 25. Juni 2021 sowie die Feststellungsverfügung vom 15. Februar 2021
aufzuheben und festzustellen, dass die Beschwerdeführerin im Kanton St. Gallen
weder unbeschränkt noch beschränkt steuerpflichtig sei.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 6. Juli 2022 die Abweisung der
Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen im angefochtenen
Entscheid. Das Kantonale Steueramt (Beschwerdegegner) liess sich am 14. Juli 2022
unter Beantragung der Abweisung der Beschwerde vernehmen. Die
Beschwerdeführerin verzichtete auf eine weitere Stellungnahme.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die Akten wird, soweit wesentlich,
in den Erwägungen eingegangen.
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Considerations:
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 196 Abs. 1 des
Steuergesetzes; sGS 811.1, StG; Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung
der Beschwerde legitimiert. Die Beschwerde gegen den am 12. Mai 2022 zugestellten
Rekursentscheid wurde mit Eingabe vom 8. Juni 2022 rechtzeitig erhoben und erfüllt
formell und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 und Art. 161 StG
in Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist daher unter
nachstehendem Vorbehalt grundsätzlich einzutreten.
Nicht einzutreten ist auf das Begehren, der Einsprache-Entscheid vom 25. Juni 2021
sowie die Feststellungsverfügung vom 15. Februar 2021 seien aufzuheben, da der
angefochtene Rekursentscheid an die Stelle des Einsprache-Entscheids und dieser
bereits zuvor an jene der Veranlagungsverfügung getreten ist; sie sind inhaltlich
notwendigerweise mitangefochten (Devolutiveffekt; vgl. BGE 129 II 438 E. 1).
2.
Umstritten ist, ob die Beschwerdeführerin im Kanton St. Gallen unbeschränkt
steuerpflichtig ist. Die Vorinstanz erwog, sowohl die Ausgestaltung des
Dienstleistungsvertrags mit der S._ GmbH für ein Büro in A._ als auch die Höhe der
Jahresgebühr von CHF 4'000 spreche dafür, dass jene Gesellschaft der
Beschwerdeführerin einen Domizilservice zur Verfügung stelle. Ein solcher komme im
interkantonalen Verhältnis als Hauptsteuerdomizil nicht in Frage. Aufgrund der
Umstände erscheine es als wahrscheinlich, dass K._ ungeachtet der Beteiligung der
M._ GmbH im Jahr 2016 weiterhin die Geschäftsführung der Rekurrentin wahrnehme
und sämtliche operativen Unternehmensentscheidungen mitfälle. Folglich sei als Ort
der tatsächlichen Verwaltung geografisch von jenem Ort auszugehen, von wo aus der
einzige in der Schweiz wohnhafte Gesellschafter und Geschäftsführer mit
Einzelunterschrift überwiegend tätig geworden sei. Der Gegenbeweis, dass die
tatsächliche Verwaltung an einem anderen Ort besorgt werde, obliege somit der
Beschwerdeführerin. Angesichts der beinahe ausschliesslich auf digitalem Weg und
büroextern stattfindenden Geschäftstätigkeit der Beschwerdeführerin lasse sich ein
2.1.
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geografischer Schwerpunkt der Geschäftsführung nicht eindeutig ausmachen. Dafür,
dass sich der Ort der tatsächlichen Verwaltung in A._ befinde, sei die
Beschwerdeführerin jeglichen Beweis schuldig geblieben. Es liege dort nur ein
Briefkastendomizil vor.
Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, seit der Beteiligung der
M._ GmbH im Jahr 2016 habe sich die Gesellschaft strategisch neu ausgerichtet und
spiele K._ keine wichtige Rolle mehr innerhalb der Gesellschaft, insbesondere habe er
keine Leitungsrolle mehr inne. Aus dem operativen Geschäft sei er grösstenteils
ausgeschieden. Sein Arbeitspensum für die Gesellschaft betrage noch 50 Prozent.
Dass er im Handelsregister als Geschäftsführer mit Einzelunterschrift eingetragen sei,
hänge mit den rechtlichen Bedingungen in der Schweiz zusammen und sei daher nicht
massgebend. Als formaler Geschäftsführer vermöge er keinen Ort der tatsächlichen
Verwaltung im steuerlichen Sinn zu begründen. Intern sei er lediglich zu 33,34 Prozent
gewinnberechtigt, verfüge über keine wesentlichen Bankvollmachten und werde über
wichtige Entscheidungen nur noch informiert. Die Beschwerdeführerin operiere global,
digital und nicht standortgebunden. Die Geschäftsabwicklung erfolge im Ausland über
externe Dienstleister, Freelancer sowie Leistungen der M._ GmbH. Der Sitz der
tatsächlichen Verwaltung lasse sich nur schwer lokalisieren, was indessen nicht
bedeute, dass deswegen ein Domizil in B._ am Wohnsitz von K._ anzunehmen wäre.
Dort stehe diesem keinerlei geschäftliche Infrastruktur zur Verfügung. Die meiste Zeit
verbringe K._ im Ausland, an verschiedenen Orten. Soweit in der Schweiz ein
Standortbezug bestehe, sei dieser am Sitz der Gesellschaft in A._ auszumachen, in
Form von administrativ-organisatorischen Tätigkeiten, Lagerung von
Geschäftsunterlagen und gelegentlich notwendigen Meetings. In A._ bestehe damit
mehr als nur ein Briefkastendomizil, womit der dortige statutarische Sitz massgebend
sei. Für das subsidiäre Abstellen auf einen allfällig abweichenden Sitz am Ort der
tatsächlichen Verwaltung bestehe kein Raum. Die Beweislast für einen vom
statutarischen Sitz abweichenden Sitz liege bei der Beschwerdegegnerin. Allein mit der
Feststellung, dass in A._ ein Briefkastendomizil bestehe, sei dieser Nachweis nicht
erbracht. Mit dem Eingeständnis, dass ein physischer Mittelpunkt der
Geschäftsführung nicht auszumachen sei, würde die Vorinstanz im Umkehrschluss
zugeben, dass dies auch in B._ nicht der Fall sei. Die Relevanz der Postumleitung
werde verkannt. Diese erfolge nicht von A._ nach B._ zu K._, sondern digital per
Scan an die Gesellschaft, womit die ortsunabhängige Verfügbarkeit ermöglicht werde.
Die Rechtsauffassung der Vorinstanz und des Beschwerdegegners würde Anlass zu
2.2.
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3.
erheblicher Rechtsunsicherheit für die immer zahlreicher werdenden Gesellschaften mit
hauptsächlich digitalen Geschäftsmodellen geben.
Juristische Personen sind aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn
sich ihr Sitz oder ihre tatsächliche Verwaltung in der Schweiz bzw. im Kanton befindet
(Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonierung der direkten Steuern der
Kantone und Gemeinden, SR 642.14, StHG, sowie Art. 71 StG). Am Ort der
unbeschränkten Steuerpflicht (sog. Hauptsteuerdomizil) unterliegt grundsätzlich das
weltweite Einkommen des Steuerpflichtigen der Besteuerung durch die Gebietshoheit
(BGE 139 II 78 E. 2.2 und 2.3). Die steuerrechtliche Zugehörigkeit der juristischen
Personen bestimmt sich vorab nach dem Ort des Sitzes, sofern dieser nicht nur
formeller Natur ist (sog. "Briefkastendomizil"). Diesfalls ist auf den Ort der tatsächlichen
Geschäftsführung abzustellen, wobei die gesamten Umstände des Einzelfalls
entscheidend sind. Ansonsten wäre es den juristischen Personen möglich, ihre
steuerlichen Verhältnisse in künstlicher, sachlich nicht begründbarer Weise zu regeln,
was sich mit dem Wesen des Steuerrechts nicht verträgt (Zweifel/Hunziker, in: Zweifel/
Beusch/de Vries Reilingh [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht,
Interkantonales Steuerrecht, 2. Aufl. 2021, § 8 N 5). Praxisgemäss ist ein Indiz für das
Hauptsteuerdomizil der Ort, an welchem die Post effektiv bearbeitet und die
Gesellschaft telefonisch erreichbar ist, wogegen der Ort, an welchem zwar die
Postadresse und Telefonverbindung registriert sind, die Post und eingehende Telefone
jedoch von einem Beauftragten, z.B. einem Rechtsanwalt oder Treuhänder,
regelmässig weitergeleitet werden, auf ein Briefkastendomizil hindeutet. Letzteres
bezeichnet einen Sitz, welcher den wirklichen Verhältnissen in keiner Weise entspricht,
als künstlich erschaffen erscheint und deshalb nicht als Hauptsteuerdomizil in Frage
kommt. Kaum denkbar ist zudem, dass die tatsächliche Verwaltung einer Gesellschaft
von Dritten im Auftragsverhältnis ausgeübt wird, weshalb der Sitz eines Dritten
praxisgemäss nicht als Hauptsteuerdomizil in Frage kommt (BGer 2C_539/2017 vom 7.
Februar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen). Im interkantonalen Verhältnis räumt das
Bundesgericht dem tatsächlichen Mittelpunkt des Eigenlebens der juristischen Person,
womit nichts anderes als der Ort der tatsächlichen Verwaltung gemeint sei, sogar in
jedem Fall den Vorrang gegenüber dem statutarischen Sitz ein (BGE 146 II 111 E. 2.3.6;
a.M. P. Locher, Zum Hauptsteuerdomizil juristischer Personen im interkantonalen
Verhältnis, StR 2020, S. 270 ff.).
3.1.
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=steuerpflicht+juristische+Person+sitz+verwaltung+briefkasten&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-II-78%3Ade&number_of_ranks=0#page78
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Der Ort der tatsächlichen Verwaltung liegt praxisgemäss dort, wo eine Gesellschaft
ihren wirtschaftlichen und tatsächlichen Mittelpunkt hat bzw. wo die normalerweise am
Sitz ausgeübte Geschäftsführung besorgt wird, die Fäden der Geschäftsführung
zusammenlaufen und die wesentlichen Unternehmensentscheide fallen. Nicht
erforderlich ist, dass sich dort eine feste Geschäftseinrichtung oder Personal befindet.
Ist dem aber so, kann dies ein Indiz für den Ort der wirklichen Leitung sein (Oesterhelt/
Schreiber, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht,
StHG, 3. Aufl. 2017, N 27 f. zu Art. 20 StHG). Massgebend ist somit die Führung der
laufenden Geschäfte im Rahmen des Gesellschaftszwecks; bei mehreren Orten ist der
Schwerpunkt der Geschäftsführung massgebend. Die Träger der tatsächlichen
Verwaltung sind regelmässig die zur Geschäftsführung autorisierten Vertreter des
Verwaltungsrates bzw. der Gesellschafter. Mit der Geschäftsleitung bzw. der
tatsächlichen Verwaltung ist nicht die Tätigkeit der obersten Gesellschaftsorgane,
soweit sie sich auf die Ausübung der Kontrolle und gewisse Grundsatzentscheide
beschränkt, gemeint (Zweifel/Hunziker, a.a.O., § 8 N 12 f.). Nicht entscheidend ist der
Ort der Verwaltungsratssitzungen, der Generalversammlungen oder der Wohnsitz der
Aktionäre, es sei denn, die Geschäftsführung konzentriere sich bei einer Person, die
ihre Tätigkeit an verschiedenen Orten wahrnimmt, ohne dass die Gesellschaft über
feste Einrichtungen und eigenes Personal verfügt (BGer 2C_848/2017 vom
7. September 2018 E. 3.2 mit Hinweisen). Dreht sich die Geschäftsführung einer
Gesellschaft um die Tätigkeit des alleinigen Geschäftsführers und kann kein
geografischer Schwerpunkt ausgemacht werden, kann der Ort der tatsächlichen
Verwaltung am Wohnsitz des Geschäftsführers sein (VerwGE ZH SB.2015.00144 vom
16. März 2016 E. 4.4.4.5).
Die Veranlagungsbehörde trägt grundsätzlich die Beweislast für die
steuerbegründenden und -erhöhenden, die steuerpflichtige Person jene für die
steueraufhebenden und -min-dernden Tatsachen (BGE 140 II 248 E. 3.5, sog.
Normentheorie). In Bezug auf das Hauptsteuerdomizil juristischer Personen gilt der Sitz
in der Regel aufgrund des Handelsregistereintrags als bewiesen. Der andere Kanton,
welcher ein Briefkastendomizil geltend macht, hat die Umstände darzutun und zu
beweisen, aus welchen sich ergibt, dass der ausserkantonale Sitz einer juristischen
Person nur formeller Art ist und die tatsächliche Verwaltung im betreffenden Kanton
besorgt wird. Erscheint aber der durch den anderen Kanton geltend gemachte Ort der
tatsächlichen Verwaltung als sehr wahrscheinlich, genügt dies in der Regel als
Hauptbeweis und obliegt es der steuerpflichtigen juristischen Person, den
Gegenbeweis für den von ihr behaupteten Ort der tatsächlichen Verwaltung ausserhalb
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=steuerpflicht+juristische+Person+sitz+verwaltung+briefkasten&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-II-248%3Ade&number_of_ranks=0#page248
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3.2.
Wie die Vorinstanz unter Würdigung der tatsächlichen Gegebenheiten zutreffend
festgestellt hat, kommt dem statutarischen Sitz in A._ im Kanton Schwyz nur formelle
Bedeutung zu. Die Beschwerdeführerin verfügt dort über keine Infrastruktur mit
eigenen ständigen Büroräumlichkeiten und eigenem Personal. Gemäss
Dienstleistungsvertrag vom 10. Januar 2010 (vi-act. 6/I.1) gewährt ihr die S._ GmbH in
deren eigenen Büroräumlichkeiten an der F._-strasse 00_ in A._ Domizil, indem sie
ein möbliertes Sitzungszimmer zur Mitbenützung zur Verfügung stellt. Ferner leitet die
S._ GmbH sämtliche Korrespondenz an die Beschwerdeführerin weiter, stellt ihr eine
Telefon- und Faxnummer zur Verfügung und leitet eingehende Anrufe an die private
Telefonnummer von K._ weiter. Die Entschädigung dafür beträgt pauschal CHF 4'000
pro Jahr zuzüglich Mehrwertsteuer, was aufgrund des niedrigen Ansatzes nicht auf eine
häufige Inanspruchnahme dieser Dienstleistungen hinweist. Trotzdem macht die
Beschwerdeführerin geltend, in A._ bestehe mehr als nur ein Briefkastendomizil; dort
fänden administrativ-organisatorische Tätigkeiten, die Lagerung von
Geschäftsunterlagen und gelegentlich notwendige Meetings statt, ohne dafür jedoch
hinreichende Beweise zu liefern. Selbst wenn dies zuträfe, würde es sich dabei um
untergeordnete Tätigkeiten ohne Bedeutung für die Begründung des Geschäftssitzes
handeln. Hinzu kommt, dass die Entschädigung gemäss entsprechendem
Kontoauszug ("rent or lease payments") nur im Jahr 2016 bezahlt wurde (Buchungstext
"Büromiete 2016"), in den Folgejahren 2017 bis 2019 jedoch nicht mehr (vi-act. 6/I.01),
was von der Beschwerdeführerin nicht bestritten wird. Weder im Telefonbuch
(www.local.ch) noch auf der eigenen Website (www. ....) hat die Beschwerdeführerin
zumindest heute eine Telefonnummer an ihrem Sitz publiziert. Der statutarische Sitz im
Kanton Schwyz erscheint damit als künstlich erschaffen und war ab 2016 folglich bloss
formeller Natur. Als Hauptsteuerdomizil kommt er daher nicht in Frage. Es liegt dort
lediglich ein Briefkastendomizil und damit auch nicht der Ort der tatsächlichen
Verwaltung vor.
3.3.
Die unbeschränkte Steuerpflicht befindet sich somit geografisch am Ort der
des Kantons zu erbringen (BGer 2C_24/2021 vom 6. Oktober 2021 E. 4.3; BGE 147 I
325 E. 2.3).
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tatsächlichen Verwaltung. Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass sich die
tatsächliche Verwaltung der Beschwerdeführerin am Wohnort von K._ in B._ befinde,
wofür sie beweispflichtig ist. Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin lasse sich der
Ort ihrer tatsächlichen Verwaltung nur schwer lokalisieren. Sie operiere global, digital
und nicht standortgebunden und wickle die Geschäfte im Ausland ab. Die
Beschwerdeführerin ist im An- und Verkauf von Tickets im Bereich Grosssportanlässe
tätig. Diese Tätigkeit wird vom einzigen festangestellten Arbeitnehmer K._, der seit
Gesellschaftsgründung zugleich Gesellschafter und gemäss Handelsregistereintrag
einziger Geschäftsführer der Beschwerdeführerin ist, sowie zahlreichen im
Auftragsverhältnis tätigen Freelancern ausgeführt (vi-act. 6/I.03.4). Je nachdem, wo ein
Anlass stattfindet, sind diese Leute, darunter auch K._, sowohl vor als auch während
der Veranstaltung für längere Zeit am betreffenden Ort tätig. Sie nächtigen dort in
Hotels oder eigens gemieteten Unterkünften (z.B. in ...), wie aus den entsprechenden
Kontoauszügen hervorgeht (vi-act. 6/I.01). Ein geografischer Schwerpunkt der
laufenden Geschäfte lässt sich somit nicht ausmachen und wird von der
Beschwerdeführerin weder behauptet noch nachgewiesen.
Was die Besorgung der Geschäftsführung angeht, macht die Beschwerdeführerin
geltend, seit der Beteiligung der M._ GmbH am 16. Juni 2016 habe K._ keine
Leitungsrolle mehr inne und sei nicht mehr operativ tätig. Aufgrund der Aktenlage zeigt
sich jedoch ein anderes Bild. Bis zur Kapitalerhöhung und Beteiligung der M._ GmbH
am 16. Juni 2016 war K._ der einzige Gesellschafter und Geschäftsführer der
Beschwerdeführerin. Auch seither besitzt er mit 201 von 401 Stammanteilen die
stimmenmässige Mehrheit (50,12 Prozent). Er ist seit Gründung der
Beschwerdeführerin und auch nach der (Minderheits)Beteiligung der M._ GmbH am
16. Juni 2016 (200 von 401 Stammanteilen bzw. 49,88 Prozent) gemäss
Handelsregistereintrag bis heute der einzige Geschäftsführer mit Einzelunterschrift,
während die M._ GmbH über keine Zeichnungsberechtigung verfügt. Es trifft zwar zu,
dass bei der GmbH nur natürliche Personen als Geschäftsführer eingesetzt werden
dürfen und mindestens ein Geschäftsführer Wohnsitz in der Schweiz haben muss (Art.
809 Abs. 2 und Art. 814 Abs. 3 des Schweizerischen Obligationenrechts, SR 220, OR).
Ist an der Gesellschaft eine juristische Person oder eine Handelsgesellschaft beteiligt,
so besteht jedoch die Möglichkeit, dass diese eine natürliche Person, die diese
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Funktion an ihrer Stelle ausübt, bezeichnet (vgl. Art. 809 Abs. 2 OR). Wenn K._ seit
2016 tatsächlich nicht mehr die Haupt- oder alleinige Verantwortung für die
Geschäftsführung gehabt hätte, wäre es gesellschaftsrechtlich somit durchaus möglich
gewesen, nebst ihm einen Vertreter der M._ GmbH als weiteren Geschäftsführer im
Handelsregister einzutragen.
Dass die M._ GmbH zu zwei Dritteln und K._ nur zu einem Drittel am Gewinn beteiligt
ist, führt sodann nicht zwingend zum Schluss, dass die Geschäftsführung bei der
M._ GmbH liegt. Einerseits datiert die fragliche Vereinbarung erst vom 8. März 2021
(vi-act. 6/I.03.8), andrerseits besitzt K._ unabhängig von der Gewinnverteilung die
Mehrheit der Stammanteile und damit gemäss den gesetzlichen Bestimmungen,
wonach sich das Stimmrecht der Gesellschafter nach dem Nennwert ihrer
Stammanteile bemisst, die Mehrheit bei der Beschlussfassung. Dass die Gesellschafter
von Beginn weg eine davon abweichende Regelung getroffen hätten, geht aus den
Akten nicht hervor. Der bis 8. März 2021 geltende Gesellschafterbindungsvertrag vom
3. Mai 2016 wurde nicht eingereicht. Allein die Behauptung, die strategischen und
operativen Entscheidungen würden allein von O._ und P._, den beiden
Gesellschaftern der M._ GmbH nach Rücksprache mit bzw. Konsultation von K._
gefällt, reicht dazu nicht aus. Mit der tatsächlichen Verwaltung sind ohnehin nicht die
strategischen Grundsatzentscheide des obersten Gesellschaftsorgans, sondern ist die
Geschäftsführung gemeint. Im Schreiben vom 19. Juli 2019 an die Eidgenössische
Steuerverwaltung betreffend Antrag auf Anerkennung der asymmetrischen
Dividendenausschüttung (Steuerruling; vi-act. 6/I.03.3) liess die Beschwerdeführerin
sodann ausführen, beide Gesellschafter (K._ und die M._ GmbH) seien im operativen
Geschäft tätig, womit sie sich selbst widerspricht. Entgegen den Behauptungen der
Beschwerdeführerin geht aus den Akten zudem hervor, dass K._ auch nach der
Beteiligung der M._ GmbH im Jahr 2016 tatsächlich für die Gesellschaft handelte. So
unterzeichnete er im Namen der Beschwerdeführerin zum Beispiel am 4. Oktober 2018
zwei Dienstleistungsverträge mit D._ und E._ (vi-act. 6/03.6), am 18. Febuar 2019
einen Vertrag mit der G._ (vi-act. 6/I.03.6) und im vorliegenden Verfahren erteilte er die
Vollmachten an die jeweiligen Rechtsvertreterinnen (act. 3 und vi-act. 6/I.01). Ob er
selber lediglich die Vollmacht für eine Bank für sämtliche Konten der
Beschwerdeführerin besass, steht hingegen nicht im Vordergrund. K._ ist schliesslich
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der einzige festangestellte Mitarbeiter der Beschwerdeführerin. In den Jahren 2016 bis
2019 bezog er einen Lohn zwischen CHF 60'000 und CHF 70'000 (vi-act. 6/I.01), was
einem 50 Prozent Pensum entsprach. Die angeblich die Geschäftsführung besorgende
M._ GmbH bzw. deren Gesellschafter bezogen indessen keinen Lohn oder sonstige
Entschädigung für ihre Tätigkeit. K._ unter diesen Umständen als rein formalen
Geschäftsführer zu bezeichnen, steht im Widerspruch zur Aktenlage. Dass sich die
tatsächliche Verwaltung an einem anderen Ort – A._ kommt als Briefkastendomizil
dafür nicht in Frage – ausserhalb des Kantons St. Gallen befindet, wird von der
Beschwerdeführerin nicht behauptet und schon gar nicht nachgewiesen.
3.4.
Damit erscheint der Nachweis hinreichend erbracht, dass sich der Ort der tatsächlichen
Verwaltung der Beschwerdeführerin ab 2016 am Wohnsitz des einzigen
Geschäftsführers K._ befindet, um dessen Tätigkeit sich die Geschäftsführung der
Beschwerdeführerin dreht und für welche Tätigkeit mangels fester Einrichtungen und
eigenem Personal – abgesehen vom Geschäftsführer K._ – kein geografischer
Schwerpunkt ausgemacht werden kann.
4.
Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Sie ist
dementsprechend abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Dem Verfahrensausgang
entsprechend sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 2'000 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Sie ist mit dem von der Beschwerdeführerin in der gleichen Höhe geleisteten
Kostenvorschuss zu verrechnen. Ausseramtliche Kosten sind bei diesem Ergebnis
nicht zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und 98 VRP).