Decision ID: 2c4f21a9-d24b-41de-b217-11c112dd4731
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963,
ist Vater der am 1. November 1994 geborenen
Y._
(Urk. 9/1). Seit
1. Mai 2011
hat er
Anspruch auf Rentenleistungen der Invalidenversicherung (
Urk. 9/69-72).
Mit Verfügungen
Nr. 6 und 7
vom 10. Januar 2014 sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, der Tochter des Versicherten,
Y._
, mit Wirkung vom 1. Mai 2011 bis 31. Juli 2012 eine Kinderrente zu
und verfügte gleichzeitig die direkte Auszahlung der Kinderrente an die
von
X._
geschiedene
Kindsmutter (Urk. 9/73-74 = Urk. 2/1-2).
2.
Gegen die Verfügungen
Nr. 6 und 7
vom 10. Januar 2014 (Urk. 2/1-2) erhob
X._
am 8. Februar 2014 Beschwerde und beantragte, diese seien bezüglich der Auszahladresse aufzuheben und die Kinderrenten ihm als Inhaber der alleinigen elterlichen Sorge auszuzahlen (Urk. 1 S. 1). Mit Beschwerdeantwort vom
22. Mai 2014 beantragte die IV-Stelle
die
teilweise Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung der Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen (Urk. 8). Dies wurde
X._
am 2. Juni 2014 mitgeteilt (Urk. 11).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 35 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
haben Männer und Frauen, denen eine Invaliden
rente zusteht, für jedes Kind, das im Falle ihres Todes eine Waisenrente der Alters- und
Hinterlassenenversicherung
beanspruchen könnte, Anspruch auf eine Kinderrente.
Nach Art. 35 Abs. 4 IVG wird die Kinderrente wie die Rente ausbezahlt, zu der sie gehört. Vorbehalten bleiben die Bestimmungen der zweckgebundenen Ver
wendung (Art. 20
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts,
ATSG) und abweichende zivilrechtliche Anordnungen. Der Bundes
rat kann die Auszahlung für Sonderfälle, namentlich für Kinder aus getrennter oder geschiedener Ehe, in Abweichung von Art. 20 ATSG regeln.
Gestützt auf diese Delegationsnorm hat der Bundesrat für die Auszahlung von Kinderrenten der Invalidenversicherung bei getrennter oder geschiedener Ehe eine spezielle Regelung auf Verordnungsstufe geschaffen, indem er in Art. 82
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
den Art. 71
ter
Abs. 1 der Verordnung über
die Alters- und
Hinterlassenen
versicherung
(AHVV) für die
Auszahlung der Kinderrenten in der Invaliden
versicherung als sinngemäss an
wendbar erklärt hat (Änderung der AHVV vom 14. November 2001, AS 2002 199; Änderung der IVV vom14. November 2001, AS 2002 200).
Gemäss Art. 71
ter
Abs. 1 AHVV ist, wenn die Eltern nicht oder nicht mehr mit
einander verheiratet sind oder wenn sie getrennt leben, die Kinderrente auf Antrag dem nicht rentenberechtigten Elternteil auszuzahlen, wenn diesem die elterliche Sorge über das Kind zusteht und es bei ihm wohnt. Abweichende vormundschaftliche oder zivilrichterliche Anordnungen bleiben vorbehalten.
Art. 71
ter
Abs. 2 AHVV besagt sodann, dass Abs. 1 auch für die Nachzahlung von Kinderrenten gilt.
Hat der rentenberechtigte Elternteil seine Unterhalts
pflicht gegenüber dem Kind erfüllt, so steht ihm die Nachzahlung im Umfang der monatlich erbrachten Leistungen zu.
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist die Zulässigkeit der Auszahlung der Kinderrente für
Y._
an den Beschwerdeführer.
2.2
Der Beschwerdeführer machte hierzu geltend, in Abänderung des ursprüng
lichen Scheidungsurteils sei mit
Urteil
vom 21. Dezember 2010 des Gerichts
in
Z._
die alleinige elterliche Sorge ihm als Vater zugewiesen worden. Irr
tümlicherweise habe er der Beschwerdegegnerin das ursprüngliche Urteil ein
gereicht (Urk. 1 S. 2).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom 22. Mai 2014 (Urk. 8) beantragte die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf die Stellungnahme der
Consimo
Aus
gleichskasse
SBV die Aufhebung der angefochtenen Verfügungen und Rückweisung der Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen.
3.
3.1
In ihrer Stellungnahme vom 20. Mai 2014
(Urk. 10/1)
führte die
Consimo
Aus
gleichskasse
SBV aus, sowohl der Beschwerdeführer als auch
A._
, Mutter der gemeinsamen Tochter
Y._
, lebten in der Schweiz
.
Y._
selber hingegen wohne jedoch offenbar in
B._
.
Gemäss
dem Urteil des
G
erichts
Z._
vom 21. Dezember 2010 sei die bisherige Unter
haltspf
licht des Beschwerdeführers erlo
sch
en
. Vor diesem Urteil sei der Be
schwerdeführer verpflichtet gewesen, der Kindsmutter Unterhaltsbeiträge im Betrag von monatlich Fr. 500.-- zu leisten (S. 1).
A._
habe bestätigt, dass sie vom Beschwerdeführer unregelmässig
Alimentenzahlungen
erhalten habe.
T
rotz einiger unklarer Umstände
sei
davon
auszugehen
, dass das Sorge
recht für
Y._
mit Urteil vom 21. Dezember 2010 auf den Beschwerdeführer übergegangen sei.
Die Kinderrente für
Y._
für die Zeit vom 1. Mai 2011 bis 31. Juli 2012 sei daher neu zu verfügen. Dazu seien jedoch insbeson
dere der Wohnsitz von
Y._
und die Frage zu klären, wer wem welche Unterhaltsleistungen geleistet habe und wann (S. 2).
3.2
Zutreffend ist, dass sowohl der Wohnsitz der Tochter
Y._
während der fraglichen Zeit vom 1. Mai 2011 bis 31. Juli 2012 als auch insbesondere die geleisteten Unterhaltszahlungen unklar sind. Der Beschwerdeführer machte hierzu in seiner Eingabe keine Angaben
und in den Akten finden sich keine Belege über die Höhe der geleisteten Alimente
.
Gemäss Art. 71
ter
Abs. 2 AHVV ist jedoch bei Nachzahlungen von Kinderrenten insbesondere die Höhe der er
brachten Unterhaltszahlungen massgebend.
Damit erweist sich der massgebliche Sachverhalt jedoch als zu wenig abgeklärt, so dass die Sache - wie von der Beschwerdegegnerin beantragt - zur Vornahme weiterer Abklärungen zurückzu
weisen ist.
4.
Bei der vorliegenden Streitigkeit über den bei den Kinderrenten anzuwendenden Auszahlungsmodus handelt es sich rechtsprechungsgemäss nicht um die Bewil
ligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen (BGE 121 V 18 E. 2; AHI 2003 S. 165 E. 1, mit Hinweisen). Demzufolge ist das Verfahren kostenlos (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
in Verbindung mit Art. 61 Abs. 1
lit
. a ATSG).