Decision ID: 088a34c2-f715-4b59-92b0-5b5b3de3fec5
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966,
hat eine
Anlehre
zur Verkäuferin absolviert und war vom
1.
Dezember 1989 bis 3
1.
Dezember 1993 bei der
Y._
,
Z._
, als Hilfsarbeiterin angestellt (
Urk.
7/1/3, 7/4). Unter Hinweis auf Rücken- und Kreuzschmerzen meldete sie sich erstmals am 2
2.
Januar 1995
bei der Invalidenversicherung
zum
Renten
bezug an (
Urk.
7/1). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte
einen Rentenanspruch mit Verfügung vom 2
7.
Juni 1996 (
Urk.
7/16), nachdem sie medizinische und erwerb
liche Abklärungen vorgenommen hatte (vgl.
Urk.
7/3 ff.). Dieser Entscheid blieb unangefochten.
1.2
Von April 2000 bis Juni 2001
war die Versicherte bei der
A._
,
B._
, als Betriebsmitarbeiterin tätig
(
Urk.
7/21, 7/23). Am 2
0.
Februa
r 2004 meldete sie sich erneut zum Rentenbezug an, wobei sie auf Rückenprobleme sowie psychische Leiden hinwies (
Urk.
7/17).
Die IV-Stelle
gab
im Rahmen ihrer Abklärungen
insbesondere
bei der MEDAS
C._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (MEDAS-Gutachten vom 1
5.
September 2005,
Urk.
7/39).
Am
3.
November 2005 verfügte sie die Abweisung des Leistungsbegehrens (Urk. 7/41), wobei auch dieser Entscheid unangefochten in Rechtskraft erwuchs.
1.3
Vom 1
7.
Dezember 2012 bis 3
0.
Juni 2014 war die Versicherte als Hörgeräte-Facharbeiterin bei der
D._
,
E._
,
in einem befristeten Arbeitsverhältnis
angestellt (
Urk.
7/56/4 f., 7/60).
Unter Hinweis auf Beeinträchtigungen an beiden Schultern sowie Brustkrebs nahm sie am 2
5.
Juni 2014 eine erneute Anmeldung bei der Invalidenversicherung vor (
Urk.
6/50).
Die IV-Stelle zog n
ebst einem Aus
zug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
7/56) insbesondere die Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
7/55, 7/66
und 7/69
) sowie diverse Berichte der behandelnden Ärzte bei (Urk. 7/58/5 ff., 7/61/6 f., 7/62, 7/67/5 f., 7/
72/6 f., 7/73/5 f., 7/74/7 ff., 7/79, 7/81/6 f., 7/95/6 ff. und 7/100/4 ff.). Im Weiteren gab sie bei der
F._
_
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, welches am 2
3.
Mai 2017 erstattet wurde (
F._
-Gutachten,
Urk.
7/113).
Mit Vorbescheid vom 12. September 2017 stellte sie der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/120),
wogegen
d
iese
Einwand
erhob (Urk. 7/123, 7/130 und 7/136). Nach
Eingang
weiterer Arzt
berichte (Urk. 7/129, 7/132/7 ff. und 7/133/7 ff.) verfügte die IV-Stelle am
6.
Sep
tember 2018 im angekündigten Sinne (
Urk.
7/140 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
8.
Oktober 2018 Beschwerde mit dem Rechts
begehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihr sei eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventualiter sei zunächst ein neues psychiatrisches Gutachten einzuholen. Im Weiteren sei ihr die unentgeltli
che Prozessführung zu gewähren und in der Person von Rechtsanwalt Peter Stadler, Zürich, ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
3.
November 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Mit Verfügung vom 1
9.
November 2018 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und ihr wurde Rechtsanwalt Peter Stadler als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt (
Urk.
8). Mit Replik vom
2.
Dezember 2018 hielt sie an ihren Rechtsbegehren fest (
Urk.
9). Am
5.
Dezember 2018 reichte Rechtsanwalt Stadler seine Honorarnote zu den Akten (
Urk.
11). Die Beschwerdegegnerin teilte mit Eingabe vom 12. Dezember 2018 mit, dass sie auf das Einreichen einer Duplik verzichte (Urk. 12), worüber die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1
3.
Dezember 2018 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
13).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
A
TSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E.
4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V
396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringe
n (BGE 145 V
215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
6.
September 2018 erwog die Beschwerde
gegnerin zusammengefasst, die
gutachterlichen Untersuchungen
hätten ergeben, dass die Beschwerdeführerin
seit April 2014 in ihrer Arbeitsfähigkeit einge
schränkt sei. Seit Ablauf des Wartejahres könne ihr jedoch sowohl die
Ausübung der
ursprüngliche
n
als auch eine
r
leidensangepasste
n
Tätigkeit
im Umfang von
80 % zugemutet werden. Die Einschränkung von 20
%
entspreche
in diesem Fall
dem Invaliditätsgrad, weshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe.
Im
Vorbescheidverfahren
seien die von der Beschwerdeführerin eingereichten Berichte der behandelnden Ärzte zur Kenntnis genommen und weitere medi
zinische Unterlagen eingeholt worden
.
Indessen hätten sich
keine neuen medizini
schen Tatsachen ergeben; es liege vielmehr eine andere Bewertung des
selben Sachverhalts vor. Am rentenabweisenden Entscheid werde daher festgehalten
(
Urk.
2 S. 1 f.
)
.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift vom 8. Oktober 2018 im Wesentlichen geltend, dass auf das psychiatrische Teilgut
achten und damit auch auf das interdisziplinäre Gesamtgutachten des
F._
mangels Beweiskraft nicht abgestellt werden
könne. Insbesondere
seien die Diag
nose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung zu Unrecht negiert und deren gravierende Auswirkungen auf die Alltagsbewältigung nicht berücksichtigt worden
. Zudem liege nicht bloss eine leichtgradige depres
sive Störung vor.
Im Weiteren hätten die Gutachter
den somatischen Sym
p
tomen nicht die nötige Beachtung geschenkt und somit insgesamt
der vorliegenden Polymorbidität nicht Rechnung getragen (
Urk.
1 S. 10 ff.).
Die vollständigen und nachvollziehbaren Berichte der behandelnden Ärzte seien dagegen vollumfäng
lich beweiskräftig. Gestützt auf diese sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche erwerblichen Tätigkeiten ausgewiesen, weshalb Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung bestehe. Eventualiter sei eine weitere psychiatrische Begutachtung angezeigt (
Urk.
1 S. 15).
Mit Replik vom
2.
Dezem
ber 2018 hielt die
Beschwerdeführerin
nach Kenntnisnahme der vollständigen Aktenlage
an ihrer Argumentation fest (
Urk.
9 S. 3).
3.
3.1
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über
die Invalidenversicherung [IVV]
), so ist im Beschwerdeverfah
ren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch rele
vante Änderung des Invalidi
tätsgrades eingetreten ist (BGE
117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
3.2
Die Beschwerdegegnerin
verneinte
den Leistungsanspruch der Beschwerdeführe
rin zuletzt m
it Verfügung vom
3.
November 200
5.
Damals gelangte sie zum
Schluss, dass nicht von einer invaliditätsbedingten Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit ausgegangen werden könne (
Urk.
7/41).
Sie stützte sich dabei hauptsäch
lich auf die Stellungnahme
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom
2.
November 2005
(
Urk.
7/40/5)
. Dieser erachtete das von
der MEDAS
C._
zuvor am 1
5.
September 2005 vorgelegte Gutachten, mit welchem der Beschwerdeführerin
disziplinenübergreifend
aufgrund einer Insuffizienz der Rumpfmuskulatur
eine
steigerbare
Arbeitsfähigkeit von 80
%
attestiert worden war (
vgl.
Urk.
7/39/15 ff.), zwar grundsätzlich als nachvollziehbar. Er verneinte
im Ergebnis
das Vorliegen eines Gesundheitsschadens
in
der vom Gesetz gefor
derten Art und Schwere
.
3.3
3.3.1
Am 2
5.
Juni 2014 meldete sich die Beschwerdeführerin erneut zum Leistungsbe
zug an (
Urk.
7/50).
Mit Bericht vom 2
8.
Juli 2014 attestierte
Dr.
med. G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, eine seit dem 18. Februar 2014 bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Nachdem zunächst eine schwere
Periarthropathia
humeroscapularis
beidseits mit
Frozen
shoulder
links aufgetre
ten sei, sei im April 2014 ein Mammakarzinom entdeckt worden, wobei in diesem Zusammenhang derzeit noch eine Radiotherapie stattfinde. Im Weiteren sei die Beschwerdeführerin aufgrund einer rezidivierenden depressiven Störung mit ge
genwärtig mittelgradiger Episode in Behandlung (
Urk.
7/58/
5
, vgl. auch
Urk.
7/66/2 ff.
).
3.3.2
Diese Diagnose wurde im Bericht der
H._
vom
8.
August 2014 bestätigt. Ferner wurde auf Schmerzen in Schultern, Rü
cken und Knien unklarer Genese hingewiesen, wobei es sich differentialdiagnostisch um eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung handle (
Urk.
7/62/1 f.).
Zum aktuellen Zeitpunkt sei eine Wiederaufnahme der Arbeit aufgrund der affektiven Störung und der Schmerzbelastung nicht möglich. Hinzu kämen die im Zusammenhang mit der Krebsdiagnose zusätzlich ermüdenden und belastenden Bestrahlungen. Weitere Belastungsfaktoren seien unter anderem innerfamiliäre Probleme und der Verlust der Arbeitsstelle (
Urk.
7/62/2 f.).
3.3.3
Mit Bericht vom 1
2.
Februar 2015 hielt
Dr.
G._
fest, dass der Gesund
heitszustand stationär und die Beschwerdeführerin nach wie vor nicht leistungs
fähig sei (
Urk.
7/67/5).
Die gleiche Auffassung vertrat er sodann mit Bericht vom 1
5.
Juni 2015, wobei er auf einen stabilen Zustand bezüglich des Mammakarzi
noms hinwies. Deutlich zugenommen hätten dagegen die Beschwerden im Bereich des Bewegungsapparates (
Urk.
7/73/5).
3.3.4
Aufgrund des
multilokulären
Schmerzsyndroms mit im Vordergrund stehenden Schulterschmerzen seien gemäss Bericht der
I._
vom 9. Juni 2015 zwischen November 2013 und Oktober 2014 mehrere
subacromiale
Steroidinfiltrationen erfolgt, worauf die Beschwerdeführerin nur mässig ange
sprochen habe.
Nebst einer deutlichen Beweglichkeitseinschränkung der Schul
tern lägen eine Fehlstatik des Achsenskelettes sowie eine muskuläre
Dysbalance
vor (
Urk.
7/74/8 f.).
3.3.5
In ihrem Bericht vom
6.
Oktober 2015 teilte
Dr.
med.
J._
, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, der Beschwerdegegnerin mit, dass die im August 2015 durchgeführte Untersuchung keine Anhaltspunkte für ein Lokalre
zidiv der rechten Brust, ein Karzinom der Gegenseite oder eine Metastasierung gezeigt habe (
Urk.
7/81/6).
3.3.6
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
führte
in seinem Bericht vom 1
1.
September 2015
aus, dass
die Beschwerdefüh
rerin massive Vernachlässigung und Gewalterfahrungen im Kindesalter sowie traumatisierende Erfahrungen in einer mehr als 20jährigen Ehe und den Verlust eines Kindes durch plötzlichen Kindstod erlebt
habe. Alle
Kriterien einer dauern
den Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung
(ICD-10 F62.0),
wie unter anderem Entfremdung sowie eine feindliche und misstrauische Haltung der Welt gegenüber
, seien erfüllt
.
Zudem leide die Beschwerdeführerin an einer chroni
schen depressiven Störung mit gegenwärtig schwerer depressiver Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2). Bis Frühjahr 2014 habe sie sich noch in einem einigermassen kompensierten Zustand befunden. Seit der Diagnose der Krebserkrankung seien ihre Ressourcen jedoch
vollständig aufgebraucht, wobei eine Regeneration derzeit äusserst unwahrscheinlich sei. Die Chance für eine Reintegration in den Arbeitsmarkt seien mittel- bis langfristig sehr gering bis nicht vorhanden (
Urk.
7/79/5).
Diese Einschätzung bekräftigte Dr.
K._
in der Folge auch in seinen Berichten vom 2
9.
März und 28. November 2016 (
Urk.
7/95/6 ff., 7/100/4 ff.).
3.
3.7
Dem polydisziplinären
F._
-Gutachten vom 2
3.
Mai 2017 sind folgende Diagno
sen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (Urk. 7/113/27):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
-
Diabetes mellitus Typ II, Erstdiagnose August 2016 (ICD-10 E11.9)
-
aktuell medikamentös ungenügend eingestellt bei einem HbA1c-Wert von 9.1
%
(Norm unter 6.4
%
)
-
Verdacht auf beginnende diabetische Polyneuropathie.
In Bezug auf im Wesentlichen folgende Diagnosen wurde demgegenüber ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verneint:
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
chronisches
polyartikuläres
Schmerzsyndrom unklarer Ätiologie
(ICD-10 R52.9)
-
In situ
Zervixkarzinom
(ICD-10 C53.9)
-
1991
Konisation
und Kürettage
-
Dezember 2006 Hysterektomie
-
Mammakarzinom rechts (ICD-10 C50.9)
-
Segmentektomie 3
0.
April 2014
-
Nachresektion und
Sentinel-Procedure
2
1.
Mai 2014
-
gemischte
Hyperlipidämie
(ICD-10 E78.2)
-
Übergewicht mit BMI 27 kg/m
2
-
chronischer Nikotinabusus (ICD-10 F17.1)
-
Vitamin D3-Mangel (ICD-10 E55).
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt in seiner Teilexpertise fest, dass aus allgemeininternistischer Sicht ein schlecht ein
gestellter Diabetes mellitus Typ II imponiert habe. Darüber hinaus liege nebst einem chronischen Nikotinabusus ein leichtes Übergewicht vor.
Der Diabetes könne mit geeigneten Massnahmen behandelt werden und begründe keine
höhergradige
Arbeitsunfähigkeit für eine körperlich adaptierte Tätigkeit. Dagegen bestünden qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. So seien der Beschwerdeführerin selbst- und fremdgefährdende Tätigkeiten und solche an gefährlichen Maschinen sowie auf Höhen und Treppen nicht
zumutbar. Gleiches gelte für Schichtarbeiten und das berufsbedingte Führen von Fahrzeugen. Unter Berücksichtigung dieser Einschränkungen bestehe in einer körperlich angepass
ten Tätigkeit eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 90
%
aufgrund eines reduzierten Rendements. Körperlich schwere Tätigkeiten seien nicht zumutbar (
Urk.
7/113/11 f.).
Anlässlich der psychiatrischen Exploration durch
Dr.
med.
M._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, habe die Beschwerdeführerin in erster Linie über Schmerzen an fast allen Gelenken geklagt. Eigentlich seien nur die Gesichtsknochen nicht schmerzhaft. Zudem sei sie ständig müde, fühle sich kraft
los und müsse sich mindestens einmal pro Tag hinlegen. Auch das Umhergehen sei in der Distanz eingeschränkt. Des Weiteren leide sie seit 1993 unter Migräne. Insbesondere nachts seien ausserdem häufige Blasenentleerungen notwendig (
Urk.
7/113/12 f.).
Aus fachärztlicher Sicht sei die Beschwerdeführerin bei klarem Bewusstsein und sowohl zeitlich als auch örtlich und autopsychisch voll orientiert gewesen. Der Gedankengang
habe sich
formal geordnet und ohne inhaltliche Auffälligkeiten entfaltet. Hinweise für ein psychotisches Geschehen hätten
eben
falls
nicht eruiert werden können.
Darüber hinaus sei die Beschwerdeführerin in der Lage gewesen, ihre Konzentration und Aufmerksamkeit während der gesam
ten Gesprächsdauer aufrechtzuerhalten.
Die höheren Ich-Fun
ktionen wie Bezie
hungsfähigkeit und
Impulskontrolle seien intakt gewesen. Affektiv habe sich die Beschwerdeführerin in einer weinerlich-klagsamen Einstellung und mit einem leicht bedrückten Affekt präsentiert. Anhaltspunkte für schwer depressive Merk
male wie Stupor, Antriebshemmung oder akute Suizidphantasien hätten sich demgegenüber nicht gezeigt. Die Herstellung eines lebhaften affektiven Rapports sei möglich gewesen; erhebliche Stimmungseinbrüche oder affektive Blockierun
gen seien nicht aufgetreten. Auch die Fähigkeit zur Modulation de
r Affekte sei vorhanden gewesen (
Urk.
7/113/14 f.).
Insgesamt stünden die generalisierten Schmerzen sowie die Müdigkeit und Kraftlosigkeit im Vordergrund, wobei sich die Schmerzen nicht auf
ein
organisches Korrelat zurückführen liessen. Es bestehe der Verdacht auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, da die Schmer
zen durch emotionale Konflikte ausgelöst würden. Hinweise für Symptome einer schweren Depression seien nicht vorhanden. Die Beschwerdeführerin leide aller
dings unter Schlafstörungen und habe eine bedrückte und teilweise hoffnungs
lose Stimmung gezeigt. Die Stimmung habe sie aber modulieren können und sie habe recht kontrolliert gewirkt. Es liege eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig leichtgradiger Episode vor. Aufgrund der affektiven Verstim
mung mit verminderter
Leistungsfähigkeit sei
für jegliche berufliche Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
zu attestieren (Urk. 7/113/15 f.).
Zum rheumatologischen Status der Beschwerdeführerin hielt
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, in seiner Teilexpertise fest, dass eine Haltungsinsuffizienz bei Abschwächung der abdo
minellen und rückenstabilisierenden Muskelgruppen und einer leichten Wirbelsäulenfehlhaltung respektive -
fehlform
habe festgestellt werden können.
Bewe
gungseinschränkungen der Wirbelsäule oder gar Dysfunktionen hätten sich nicht objektivieren lassen.
Der gesamte periphere Gelenkstatus an den oberen und unteren Extremitäten sei altersentsprechend gewesen; insbesondere hätten sich keine Hinweise für die in den Jahren 2013 und 2014 postulierte
beidseitige
Frozen
Shoulder
finden lassen.
Hinweise für Bewegungseinschränkungen am periphere
n Skelett oder gar entzündlich-rh
eumatische
Veränderungen hätten sich ebenso wenig ergeben.
Im Wesentlichen
präsentiere sich ein chronisches
multilokuläres
Schmerzsyndrom, welches rein somatisch orientiert nicht adäquat erklärt werden könne. Es bestehe ein hochgradiger Verdacht auf eine diesbezüglich ausgeprägte psychosoziale Überlagerung des Schmerzgeschehens
. Bei der Beschwerdeführerin sei eine eindrückliche subjektive Krankheits- und Behinderungsüberzeugung mit sekundärer Selbstlimitierung feststellbar gewesen. Bei diesen Gegebenheiten
bestehe
aus rheumatologischer Sicht
aktuell keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit für körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelas
tende Tätigkeiten.
Eine solche habe unter Würdigung der damaligen Abklärungen durch die
I._
auch früher nicht bestanden (
Urk.
7/113/24).
Prof.
Dr.
O._
Facharzt für Onkologie, führte in seinem Teilgutach
ten aus, dass bei der Beschwerdeführerin im Jahr 1991 ein Tumor des Gebärmut
terhalses festgestellt worden sei. Im Rahmen der Behandlung sei
en
eine
Konisa
tion
sowie eine fraktionierte Kürettage vorgenommen worden. Im Dezember 2006 habe sich die Beschwerdeführerin einer Hysterektomie unterzogen. Ein Karzinom in der rechten Brust sei
ab April 2014 insbesondere mittels einer Segmentektomie, einer Nachresektion mit einem
Sentinel-Procedure
sowie einer
adjuvanten
Radiotherapie
behandelt
worden (
Urk.
7/113/25). Aus onkologischer Sicht seien beide Tumorerkrankungen lege
artis
therapiert
worden. Aktuell sei die Arbeitsfä
higkeit bei insgesamt guter Prognose nicht eingeschränkt. Im Zusammenhang mit der Brustkrebs
therapie
habe von Mitte April 2014 bis etwa Ende September 2014 eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Danach sei eine schrittweise Wie
deraufnahme der Arbeit bis zu einem 100%-Pensum möglich gewesen (
Urk.
7/113/26).
Im interdisziplinären Konsens gelangten die Gutachter zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin lediglich für körperlich schwere Tätigkeiten arbeitsunfähig sei. Körperlich leicht
e
bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten seien ihr bei einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit
von 80
%
vollschichtig zumutbar. Grund für die Einschränkung sei ein erhöhter Pausenbedarf. Im Zusammenhang mit der Behandlung des Mammakarzinoms rechts habe ab April 2014 vorübergehend eine Arbeitsunfähigkeit bestanden.
Spätestens etwa zwei Monate nach erfolgter
adjuvanter
Radiotherapie
somit ab circa Ende September 2014
könne jedoch vom beschriebenen Arbeits- und Belastungsprofil ausgegangen werden
(Urk. 7/113/28 ff.
).
3.
3.
8
Mit Berichten vom
4.
Oktober 2017 und
9.
Juli 2018 bekräftigte
Dr.
G._
seine Einschätzung, wonach die Beschwerdeführerin nicht arbeitsfähig sei. Sie sei seitens des Bewegungsapparates stark eingeschränkt. Ihr sei es nicht möglich, längere Arbeiten im Stehen
oder
Sitzen zu verrichten und könne auch nicht repetitiv Lasten von über zehn Kilogramm heben. Hinzu kämen die diversen psychiatrischen Krankheitsbilder (
Urk.
7/129/6 f., 7/133/7 ff.).
3.3.9
Auch
Dr.
K._
hielt mit Bericht vom
2
6.
September 2017 an seinen früheren Beurteilungen
fest.
Durch die gesundheitlichen Beeinträchtigungen sei die Beschwerdeführerin sowohl in ihrer Alltagsbewältigung als auch in ihrer Erwerbsfähigkeit stark eingeschränkt. Aufgrund des schlechten psychophysischen Zustandes sei derzeit die Erreichung des Ziels, sie stundenweise in einer geschütz
ten Arbeitsstätte unterzubringen, wenig realistisch (
Urk.
7
/129/
4 f.).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht verneint hat (vgl. E. 2.1 f.).
Als medizinische Grund
lage diente dabei in erster Linie das polydisziplinäre
F._
-Gutachten vom 2
3.
Mai 2017 (
Urk.
7/113).
4.2
Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass auf die somatischen Teilgutachten insbesondere in Anbetracht der Beurteilung des Hausarztes
Dr.
G._
nicht abgestellt werden kön
ne (
Urk.
1 S. 14,
Urk.
9 S. 2). In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass
es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der the
rapeutisch tätigen
(Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu
lässt
, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztper
sonen b
eziehungsweise
Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begut
achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit
Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV
Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Derartige Gesichtspunkte lassen sich den Berichten von
Dr.
G._
vom 4. Oktober 2017 und
9.
Juli 2018
(
Urk.
7/129/6 f., 7/133/7 ff.)
nicht entnehmen.
So
lässt sich seine Einschätzung, wonach es der Beschwerdeführerin nicht mög
lich sein soll, längere Arbeiten im Stehen und Sitzen zu verrichten oder repetitiv Lasten von über zehn Kilogramm zu heben, mangels objektiver Befunde nicht nachvollziehen.
Soweit er namentlich aufgrund der psychiatrischen Diagnosen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert,
handelt es sich
ausserdem
um eine fachfremde Beurteilung.
Im Übrigen ist in Bezug auf die von ihm thematisierten erhöhten Leberwerte anzumerken, dass diese
im
P._
untersucht und
behandelt wurden. Gemäss Bericht vom 2
5.
Juni 2018 (
Urk.
7/132/7 f.)
wurde dabei lediglich für den 1
7.
Januar 2018 e
ine Arbeitsunfähigkeit attestiert
, da an jenem Tag eine Leberpunktion vorgenommen worden war. Ansonsten wurde aus
gastroenterologischer
und
hepatologischer
Sicht eine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit verneint.
Insgesamt besteht somit kein Anlass, d
en
somatischen Teilgutachten
die Beweis
kraft abzusprechen
.
Insbesondere wurde aus onkologischer Sicht dem Umstand Rechnung getragen, dass sich die Beschwerdeführerin ab April 2014 aufgrund eines Mammakarzinoms unter anderem einer
adjuvanten
Radiotherapie zu unter
ziehen hatte, weshalb bis etwa Ende September 2014 eine vollständige Arbeits
unfähigkeit attestiert wurde
(
Urk.
7/113/26, 7/113/29)
.
Im Rahmen der Nachsor
geuntersuchungen konnten weder ein Rezidiv noch Metastasen festgestellt wer
den (
Urk.
7/81/6 f.).
Des Weiteren e
rweist sich
auch die rheumatologische Beur
teilung
als
schlüssig,
gemäss derer die Beschwerdeführerin
zwar keine schweren körperlichen Tätigkeiten mehr ausführen kann, jedoch für leichte bis mittel
schwere und wechselbelastende
Tätigkeiten uneingeschränkt arbeitsfähig ist. Dies überzeugt namentlich in Anbetracht des Umstands, dass
weder eine entzündlich-rheumatische noch eine relevante degenerative Veränderung am Bewegungsap
parat objektiviert werden konnte
(
Urk.
7/113/23 f.
).
Hinsichtlich der internisti
schen Teilexpertise ist schliesslich anzumerken, dass
sich die Begründung für die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 10
%
für leidensadaptierte Tätigkeiten («redu
ziertes Rendement»,
Urk.
7/113/12)
angesichts der weitgehend unauffälligen Befunde und der gestellten Diagnosen
zwar nur schwer nachvollziehen lässt.
Da im Ergebnis allerdings die von psychiatrischer Seite festgelegte Arbeitsfähigkeit von 80
%
für ausschlaggebend erachtet wurde (vgl.
Urk.
7/113/28 f.
u
nd
nach
folgende E. 4.3
),
sind Weiterungen in diesem Kontext entbehrlich.
4.3
4.3.1
Hauptsächlich
äussert die Beschwerdeführerin jedoch Kritik am psychiatrischen Teilgutachten von
Dr.
M._
, wobei sie im Wesentlichen
den Standpunkt vertritt, dass
die Expertise nicht beweiskräftig und
ge
stützt auf die Berichte von Dr.
K._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei (
Urk.
1 S.
10 ff.,
Urk.
9
).
4.3.2
Den Schweregrad der gegenwärtigen depressiven Episode beurteilte
Dr.
M._
als leicht
, was
er mit der
festgestellten weinerlichen, klagsamen und bedrückten Stimmungslage, der Schlafstörung sowie der von der Beschwerdeführerin geklag
ten raschen Ermüdbarkeit und Kraftlosigkeit
begründete
.
Anhaltspunkte für Merkmale einer schweren Depression wie unter anderem eine vitale Traurigkeit oder akute Suizidphantasien konnte er dagegen nicht ausmachen. Ferner
waren die kognitiven Funktionen anlässlich der psychiatrischen Exploration intakt.
Ausserdem
lieg
e
weder ein Appetit- noch ein gänzlicher
Libidoverlust
vor (
Urk.
7/113/
13 ff.,
7/113/17).
Auf dieser Grundlage vermag auch unter Berück
sichtigung der entsprechenden Diagnosekriterien gemäss ICD-10
(vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], ICD-10,
Internationale
Klassifikation psychi
scher Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien, 1
0.
Auf
lage, S.
169 ff.)
zu überzeugen, dass
Dr.
M._
im Gegensatz zu Dr.
K._
nicht von einer rezidivierenden
depressiven
Störung mit gegenwärtig mittel
schwerer bis schwere
r
Episode ausging.
Letzterer
stellte die gutachterliche Beur
teilung in dieser Hinsicht mit Bericht vom 2
6.
September 2017
auch nicht prin
zipiell
in Frage und vermochte
keine nicht rein subjektiver Interpretation
entspringende Aspekte zu benennen, welche von
Dr.
M._
unerkannt oder unge
würdigt geblieben wären (vgl.
Urk.
7/129/4).
4.3.3
Auf Basis der
Ausführungen
ihres behandelnden Psychiaters
vertritt die Beschwerdeführerin den Standpunkt, dass
Dr.
M._
zu Unrecht die Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) negiert habe
(
Urk.
7/113/16 f.)
. Gemäss
Dr.
K._
(
Urk.
7/129/2 f.)
leide sie an einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung vor dem Hin
tergrund schwerster körperlicher und emotionaler Misshandlung in der Kindheit
, welche unter Geltung des ICD-10 als
andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung
zu klassifizieren sei.
Eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) kann grundsätzlich einer Persönlichkeitsänderung vorangehen
(
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
a.a.O.
, S.
286). Selbst bei Annahme, dass die Beschwerdeführerin
wie von ihr geschildert
in d
er
frühen
Kindheit über mehrere Jahre einer sadistischen Tante
und somit einer Situation aussergewöhnlicher Bedrohung
ausgesetzt war
(Urk. 7/129/2), lässt dies nicht
per se
auf
das Vorhandensein
eine
r
posttraumati
sche
n
Belastungsstörung schliessen.
Gleiches gilt für die von ihr von 1984 bis 2006 durchlebte erste Ehe mit einem psychisch gewalttätigen Mann
und dem Verlust eines Kindes durch plötzlichen Kindstod
(Urk. 7/79/4).
Vorliegend fällt auf, dass die Beschwerdeführerin nicht vom wiederholten Erleben dieser Trau
mata in sich aufdrängenden Erinnerungen berichtete, was für
eine posttraumati
sche Belastungsstörung
jedoch charakteristisch wäre (
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
a.a.O.
, S.
207).
Vielmehr stellte sie jeweils
die Schmerz
problematik und depressive Symptome
klar in den Vordergrund (vgl.
Urk.
7/20/4,
7/39/10 f., 7/
62/2, 7/113/8 f. und 7/113/12 f.).
Hinzu kommt, dass die Störung zwar nicht zwingend, aber doch in aller Regel innert einer Latenzzeit von maximal sechs Monaten seit dem Trauma auftreten muss (
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
a.a.O.
, S.
208
).
Gemäss bundesgerichtlicher Praxis bedarf es in jenen Fällen, in denen ganz ausnahmsweise ein späterer Beginn als wenige Wochen bis sechs Monate nach dem Trauma berücksichtigt werden soll, einer besonderen Begrün
dung (BGE 142 V 342 E. 5.2.2 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_133/2019 vom 2
5.
Juni 2019 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
An diese sind im konkreten Fall
umso höhere Anforderungen zu stellen, da
die Beschwerdeführerin
beinahe
50 Jahre alt war, als Dr.
K._
erstmals die Diagnose stellte (Bericht vom 1
1.
September 2015,
Urk.
7/79
/2
), und seit
den
potentiell traumatischen Erlebnissen somit bereits rund ein beziehungsweise
gar
mehrere Jahrzehnte ver
gangen
waren
.
Einzig der Hinweis darauf, dass die Beschwerdeführerin nach der Brustkrebsdiagnose psychisch
dekompensiert
sei (
Urk.
7/79/5), vermag in diesem Zusammenhang nicht zu genügen, zumal es
entgegen der Auffassung von
Dr.
K._
nicht zutrifft, dass die Ressourcen der Beschwerdeführerin seither völlig verbraucht sind (vgl. E. 5.3 nachstehend).
Darüber hinaus ist festzuhalten, dass
sich eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung in ers
ter Linie durch ein unflexibles und unangepasstes Verhalten äussert, welches zu Beeinträchtigungen in den zwischenmenschlichen, sozialen und beruflichen Beziehungen führt (
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
a.a.O.
, S.
286).
Anhalts
punkte
für ein
in dieser Form
pathologisches Verhaltensmuster lassen sich jedoch
in den medizinischen Unterlagen nicht erkennen.
4.3.4
Nach dem Gesagten
vermögen die Ausführungen von
Dr.
K._
die gut
achterliche Einschätzung von
Dr.
M._
nicht in Frage zu stellen. Diese leuchtet insbesondere in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge ein und erfüllt auch die restlichen vom Bundesgericht statuierten Kriterien für eine beweiskräftige medizinische Expertise (vgl.
E. 1.4 vorstehend).
Im Übrigen bleibt zu betonen, dass es invalidenversicherungsrechtlich grundsätz
lich nicht auf die Diagnose, sondern darauf ankommt, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit hat. Massgebend sind in erster Linie der lege
artis
erhobene psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptoma
tik sowie die damit verbundenen Funktionseinschränkungen (Urteil des Bundes
gerichts 9C_273/2018 vom 2
8.
Juni 2018 E. 4.2 mit Hinweisen
), worauf im Folgenden näher einzugehen ist.
5
.
5
.1
Für den Rechtsanwender ist eine medizinische Einschätzung der Arbeitsunfähig
keit aus psychischen Gründen nicht ohne Weiteres verbindlich. Es kann davon abgewichen werden, ohne dass ein Gutachten seinen Beweiswert verliert (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_106/2015 vom
1.
April 2015 E. 6.3 mit Hinweis). Grundsätzlich soll für
sämtliche psychischen Leiden —
namentlich auch für depressive Störungen — ein
indikatorengeleitetes
Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 Anwendung finden (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.3 und 143 V 418 E. 7.1), das Aufschluss über
das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen geben soll (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundes
gerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1).
Dabei
ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht
standhält (BGE 141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im konkreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten – allenfalls zusammen mit weiteren fachärztli
chen Berichten – eine schlüssige Beurteilung anhand der massgeblichen Indika
toren erlauben oder nicht (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 5.2.2 und 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
5
.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
Die Standardindikatoren erlauben
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressour
cen) andererseits
das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2017 vom
1.
Dezember 2017 E. 4.2.3). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen
der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbelastete versi
cherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; 141 V 547 E. 2).
5
.3
5
.3.1
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» ist festzuhalten, dass die diagnostizierte rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig leichter depressiver Episode (ICD-10 F33.0)
laut Gutachten
einen direkten
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat
, was auf die
anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(
ICD-10 F45.4
)
nicht zutrifft.
Aus gutachterlicher Sicht geht die affektive Verstimmung mit einer
generell
um 20
%
verminderten Leistungsfähigkeit
aufgrund des erhöhten Bedarfs an Ruhephasen
einher
(
Urk.
7/113/16, 7/113/2
8 f.
).
Entscheidend und zu prüfen ist rechtsprechungsgemäss, ob nach
den
Standardin
dikatoren
effektiv
auf einen funktionellen Schweregrad der psychischen Störung zu schliessen ist, der sich nach dessen konkreten Auswirkungen und insbesondere danach beurteilt, wie stark die versicherte Person in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen dadurch beeinträchtigt ist (BGE 143 V 418 E. 5.2.3).
5
.3.2
Mit Blick auf den Gesichtspunkt der «Therapieresistenz» ist zu berücksichtigen, dass aus psychiatrischer Sicht nicht alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind.
Von gutachterlicher Seite wurde die Weiterführung der aktue
llen Behand
lung empfohlen (
Urk.
7/113/29).
Zudem wurde die derzeitige Psychopharmako
therapie in Anbetracht der
für
diverse
Wirkstoffe
klar unter dem Referenzwert liegenden Serumspiegel als insuffizient eingestuft (
Urk. 7/113/11,
7/113/18), weshalb auch in dieser Hinsicht Verbesserungspotential besteht.
Des Weiteren ist erwähnenswert, dass die Beschwerdeführerin bis anhin keine
(teil-)stationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung in Anspruch g
enommen hat (Urk.
7/113/13
).
Zum Eingliederungserfolg respektive zur Eingliederungsresistenz ist festzuhalten, dass
die
Beschwerdeführer
in
am
6.
März 2014 ihr
en letzten
effektiven
Arbeitstag als
Hörgeräte-Facharbeiterin
hatte (Urk. 7
/60/2
) und seither keiner Erwerbstätig
keit mehr nachgegangen ist.
Bei subjektiver Krankheits- und Behinderungsüber
zeugung hat sie
auch keine Anstrengungen unternommen, um sich in einer leidensadaptierten Tätigkeit auf dem Arbeitsma
rkt einzugliedern
, obschon
ihr dies
auch im Rahmen von Eingliederungsmassnahmen
gemäss der gutachter
lichen Beurteilung
seit
etwa Ende September 2014
zumutbar
gewesen wäre (Urk.
7/113/18,
7/113/29
f.
).
5
.3.3
In Bezug auf den Indikator «Komorbiditäten»
hielt
Dr.
M._
fest
, dass zwischen der depressiven Störung
und dem
chronischen Schmerzs
yndrom
eine ungünstige Wechselwirkung
im Sinne eines
Teufelskreises
bestehe
(
Urk.
7/113/15
), was nach
vollziehbar ist.
Auf eine erhebliche Komorbidität ist jedoch nicht zu erkennen, da der
anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung aus fachärztlicher Sicht kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt wurde
(
Urk.
7/113/15)
.
Die im Zeitpunkt der Anmeldung zum Leistungsbezug
vorliegende
Brustkrebser
krankung fällt zwar als Beschwerdebild von beträch
t
licher Schwere in
Betracht
.
Selbst wenn d
ie Arbeitsfähigkeit
aus onkologischen Gründen
nur von April bis September 2014 beeinträchtigt
war
und die Gutachter
diesbezüglich
eine gute Prognose
stellten, ist diesem Leiden eine gewisse ressourcenhemmende Wirkung zuzuschreiben.
5
.3.4
Was den Komplex «Persönlichkeit» anbelangt, gilt es zu beachten, dass von
gut
achterlicher
Seite weder eine Persönlichkeitsstörung noch akzentuierte Persön
lichkeitszüge festgestellt wer
den konnten.
Die Beschwerdeführerin wurde ausser
dem wiederholt als eine
im Kontaktverhalten
freundliche,
zugewandte
und sozial angepasste Person bezeichnet (
vgl.
Urk.
7/39/20, 7/62/2
,
7/79/4
und 7/113/17
).
Insgesamt fehlt es an Anhaltspunkten, welche für eine ressourcenhemmende Persönlichkeitsstruktur sprechen.
5
.3.5
Zum sozialen Lebenskontext ist aktenkundig, dass
die
allein lebende
Beschwer
deführerin
mit ihrem Ex-Ehemann
wieder
eine partnerschaftliche Beziehung führt. Nach der Scheidung im Jahr 2015, welche aufgrund
eines schwierigen Ver
hältnisses
zum
Sohn des Ex-Mannes vollzogen worden sei, sei der Kontakt nie abgebrochen. Ihr Partner unterstütze sie in den täglichen Belangen.
Des Weiteren besuche sie regelmässig ihre
in der Nähe wohnhaften
drei Töchter und ihre Enkel,
wobei sie keine zu grosse Ansammlung von Verwandten ertrage.
Soziale Kontakte würden zu
dem zu ihrem Bruder,
ihrer Schwester sow
ie zu zwei Freundinnen bestehen (Urk. 7/113/9, 7/113/14 und 7/113/20). Insgesamt verfügt die Beschwer
deführerin somit über ein intaktes Beziehungsnetz innerhalb der Familie.
Darüber hinaus pflegt sie Kontakt mit zwei Freundinnen. Eine gewisse Einschränkung in der sozialen Interaktion ist dahingehend erkennbar, dass die Beschwerdeführerin Menschenansammlungen nur für kurze Zeit aushält. Von einem erheblichen krankheitsbedingten sozialen Rückzug kann angesichts dessen jedoch nicht gesprochen werden.
Die Gefahr einer sozialen Isolation besteht
nicht, was
auch durch die Angabe der Beschwerdeführerin bestätigt wird, sich nicht einsam zu fühlen (
Urk.
7/113/10).
5
.3.6
Im Kontext der beweisrechtlich entscheidenden Kategorie «Konsistenz» ist einer
seits
auf die von
Dr.
M._
festgestellte Tendenz zur Schmerzausbreitung und Verdeutlichung hinzuweisen
. Hinsichtlich der depressiven Verstimmung seien jedoch authentische Befunde vorgelegen
(
Urk.
7/113/18
)
. Andererseits fällt ins Gewicht, dass keine
signifikanten
krankheitsbedingten Einschränkungen in allen vergleichbaren Lebensbereichen vorliegen. So
ist die Beschwerdeführerin in der Lage, ihren Haushalt selbständig zu erledigen. Sie kocht bei Bedarf, reinigt die Wohnung und erledigt die Wäsche
sowie
Einkäufe, wobei sie
anlässlich der Begutachtung auf einen vermehrten Pausenbedarf hinwies.
Des Weiteren unter
nimmt sie mit ihrem Hund drei M
al täglich einen rund 15-
minütigen Spaziergang
und beschäftigt
sich ansonsten mit Lektüre,
Fernsehen
und dem Besuch ihrer Töchter und Enkel
.
Dem Stricken, ihrem früheren Hobby, geht sie aufgrund der Arthralgien nicht mehr nach (
Urk.
7/113/9 f., 7/113/14 und 7/113/20 f.). Sportli
che
Aktivitäten ha
t die Beschwerdeführerin soweit ersichtlich nie regelmässig
ausgeführt
(vgl.
Urk.
7/39/9).
Insgesamt ist ein im Wesentlichen strukturierter Tagesablauf gegeben.
Leicht einschränkend wirkt sich ein erhöhter
Erholungs
be
darf aus.
Ein Leidensdruck ist aus mehreren Gründen n
ur bedingt
ausgewiesen. Z
war nimmt die Beschwerdeführerin regelmässig ambulante psychiatrische Sitzungen wahr, allerdings nur ein bis zwei Mal pro Monat respektive alle zwei bis drei Wochen (
Urk.
7/95/7, 7/95/10 und 7/113/13).
Dies stellt gemäss höchstrichterli
cher Rechtsprechung keine konsequente Depressionstherapie dar (Urteil des Bun
desgerichts 8C_444/2016 vom 3
1.
Oktober 2016 E. 6.2.2 mit Hinweisen).
Wie bereits ausgeführt
,
waren ausserdem diverse Medikamente
im Rahmen der
von der
F._
veranlassten Laboruntersuchungen
nur im subtherapeutischen Bereich nachweisbar
(
Urk.
7/113/11, 7/113/18)
, was ebenfalls an einem erheblichen Lei
densdruck zweifeln lässt.
5
.3.7
Zusammenfassend ergibt sich aus der Prüfung der Standardindikatoren und deren Gesamtwürdigung,
dass die Ressourcen der Beschwerdeführerin durch die Komorbiditäten etwas beeinträchtigt waren,
dass
indes
weder eine Therapie- oder Eingliederungsresistenz noch eine ressourcenhemmende Persönlichkeitsstruktur vorliegt. Im sozialen Lebenskontext ist
nur ein geringer
Rückzug erkennbar; die
Beschwerdeführer
in
pflegt
unter anderem
einen guten
Umgang mit
ihrem
Leben
spartner
, ihren Töchtern und Enkeln sowie zwei Freundinnen
und kann somit in diesem Zusammenhang auf Ressourcen zurückgreifen
. Für die Beurteilung aus
schlaggebend ist schliesslich, dass
abgesehen von einem erhöhten Bedarf an Ruhephasen
weder eine gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in
allen vergleichbaren Lebensbereichen noch ein Leidensdruck
in
kaum
erhebli
chem Ausmass
erkennbar ist. Vor diesem Hintergrund
erweist sich die von
Dr.
M._
sowie den Gutachtern im interdisziplinären Konsens
statuierte
80%ige Arbeitsfähigkeit für körperlich leidensangepasste Tätigkeiten
(
Urk.
7/113/28 f.)
als
nachvollziehbar. Damit wurde dem von der Beschwerdeführerin im Alltag gezeigten tatsächlichen Leistungsvermögen
sowie dem gesteigerten Erholungsbe
darf gebührend Rechnung getragen.
6
.
Die Beschwerdeführerin war zuletzt als Hörgeräte-Facharbeiterin angestellt, wobei es sich
um eine leichte körperliche Tätigkeit
handelte
, welche vorwiegend im Sitzen ausgeführt wird und nicht mit dem Heben oder Tragen von Lasten verbunden ist (
Urk.
7/60/7).
Der Beschwerdegegnerin kann daher beigepflichtet werden, dass diese dem medizinischen Belastungsprofil entspricht.
Der Verlust dieser Stelle per Ende Juni 2014 ist nicht auf gesundheitliche Gründe zurückzu
führen, sondern darauf, dass es sich um eine befristete Stelle gehandelt hatte (
Urk.
7/60/2). Aus gesundheitlicher Sicht könnte die Beschwerdeführerin diese Tätigkeit oder eine vergleichbare weiterhin ausüben.
Ausgehend von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit im
in Frage kommenden
Tätigkeitsbereich ab Ende September 2014 erübrigt sich ein ordentlicher Einkommensvergleich.
Sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen sind gestützt auf die selbe Bemes
sungsgrundlage und der Invaliditätsgrad anhand ein
es Prozentvergleichs zu bestimm
en (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_463/2012 vom
3.
August 2012 E.
4.2).
Anhaltspunkte für einen Leidensabzug sind weder ersichtlich noch geltend gemacht.
Der Invaliditätsgrad liegt demnach be
i nicht rentenbegründenden 20
%
, womit
bezogen
auf den Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginn
s
(6 Monate nach Anmeldung zum Leistungsbezug vom 2
5.
Juni 2014 (
Art.
29
Abs.
1 IVG
; vgl. Urk.
7/50
)
seit der leistungsabweisenden Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 3. November 2005
(
Urk.
7/41)
keine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (vgl. E. 3.1 f. vorstehend).
7
.
Zusammenfassend
hat die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht verneint. In Anbetracht der beweiskräftigen medi
zinischen Aktenlage besteht entgegen dem Eventualantrag der Beschwerdeführe
rin
auch kein Anlass für weitere Abklärungen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
Da
die angefochtene Verfügung vom
6.
September 2018 (Urk. 2)
somit
nicht zu beanstanden
ist
,
ist die
dagegen erhobene Beschwerde
abzuweisen
.
8
.
8
.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und
ermessensweise
auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen, infolge der ihr gewährten unentgeltl
ichen Prozessführung (vgl. Urk.
8) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
8
.2
Mit Verfügung vom 1
9.
November 2018 (
Urk.
8) wurde der Beschwerdeführerin Rechtsanwalt Peter Stadler als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt. Dieser machte mit Honorarnote vom
5.
Dezember 2018 einen Gesamtaufwand von 17.25 Stunden à
Fr.
220.-- sowie pauschale Barauslagen von
Fr.
113.85 (3
%
des Zeitaufwandes) geltend (
Urk.
11).
Nach
§
34
Abs.
3 des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass es Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Der geltend gemachte Stun
denaufwand erweist sich in Anbetracht der konkreten Umstände als
deutlich
überhöht.
Namentlich gilt es zu berücksichtigen, dass sich die
rund 16-seitige
Beschwerdeschrift in
bedeutend
em Umfang in einer
sehr
ausführlichen Darstel
lung des Sachverhalts erschöpft (
Urk.
1 S. 3 ff.)
, was mangels Notwendigkeit nur teilweise zu entschädigen ist.
Insgesamt erscheint für
das
Aktenstudium und Ver
fassen der Beschwerdeschrift ein Aufwand von maximal acht Stunden
als
gerechtfertigt. Weitere zwei Stunden sind für das ergänzende Aktenstudium nach Erhalt der vollständigen Akten
sowie die knapp dreiseitige Replik zu veranschla
gen.
Zusätzlich anzurechnen sind jeweils eine Stunde für Instruktion (samt Korrespondenz mit Dritten) und Nachbearbeitung
.
Insgesamt rechtfertigt sich somit ein Aufwand von
zwölf Stunden
, was unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Ansatzes von
Fr.
220.-- ein Honorar von
Fr.
2'640.--
ergibt. Rechtsanwalt Peter Stadler ist folglich mit
Fr.
2'928.60
(
Fr.
2'640.--
plus 3
%
Barauslagen [
Fr.
79.20
] z
uzüglich Mehrwertsteuer von 7.7
%) durch die Gerichtskasse zu entschädigen.
8
.3
Die Beschwerdeführerin ist abschliessend auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Entschädigung an den unentgeltlichen Rechtsvertreter verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.