Decision ID: a970ac2e-e7fa-4afa-86df-dd0bbf23555e
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren
1966
, gelernter Koch
(Urk. 6/9/2)
, absolvierte im Zuge einer
durch die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
finan
zierte
n
Umschulung
(Urk. 6/7)
erfolgreich eine zweijährige kaufmännische Aus
bildung
mit dem Abschluss eines Handelsdiplomes VSH
und
im Anschluss
daran
einen
halbjährige
n Lehrgang mit dem Erwerb eines
ECDL-Informatikdiplom
s im
April 2003
(vgl. Urk. 6/5, Urk. 6/8/3).
Der Versicherte
war
zuletzt
von
1. April 20
07
bis
31. Januar 2015
bei
der
Y._
im
Dienstlei
s
tungs
zentrum in einem 100 %-Pensum
als
Mitarbeiter IT-Service
D
esk
an
gestellt
, wobei der le
tzte Arbeitstag am
22
.
Mai
201
4
war (
Urk. 6/22/1-5 S. 1
f.
Ziff. 2.1,
Ziff. 2.7
und Ziff. 2.9
)
.
Unter Hinweis auf
eine psychische Erkrankung, eine schwere Niereninsuffizienz und eine Skoliose
meldete sich der Versicherte am
20. Oktober 2014 (Urk. 6/10)
bei der
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an.
Am
18.
März 2015 (Urk. 6/30) teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass aus medizinischen Gründen keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen mög
lich seien.
Die
IV-Stelle
klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten der
Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 6/19
) und holte bei
der MEDAS
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
19. Januar 2016
erstattet wurde (Urk.
6/58
).
Nach Einwand (Urk. 6/82
,
Urk. 6/86
, Urk. 6/100
) auf einen ersten Vorbescheid vom 29. Juli 2016 (Urk. 6/78)
, welcher die Verneinung eines Rentenanspruches vorsah,
veranlasste die IV-Stelle ein polydisziplinäres Ver
laufsgutachten bei der MEDAS
Z._
, das am 31. Juli
2017 (Urk. 6/110) erstattet wurde.
Nach
Einwand (Urk. 6/118) auf den zweiten Vorbe
scheid vom 14. Dezember 2017 (Urk.
6/113
)
, der
die Zusprache einer ganzen Rente ab 1. März 2016 vorsah,
holte die IV-Stelle bei der MEDAS
Z._
eine Beurteilung zum Verlauf der Arbeitsunfähigkeit ein, welche am 18.
Mai
2018
(Urk. 6/122)
eingereicht wurde. Zu die
ser nahm der Versicherte am 11.
Juli 2018 (Urk. 6/125) Stellung.
Mit Verfügung vom 12. November 2018
(Urk. 2)
sprach die IV-Stelle dem Versicherten
bei einem Invaliditätsgrad von
100
% eine
ganze
Rente ab
1
.
Dezember 2015
zu.
2.
Der Versicherte erhob am
6
.
Dezember 2018 (Urk. 1)
Beschwerde gegen die Verfügung vom
12. November 2018
und beantragte, diese sei aufzuheben und es
seien ihm die gesetzlichen Leistungen, mindestens aber eine Dreiviertelsrente ab Mai 2015 sowie eine ganze Rente ab Dezember 2015 zuzüglich Verzugszins
zuzusprechen (S.
2
)
.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
10. Januar 2019 (Urk. 5
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik vom 12. April 2019 (Urk. 10) hielt der Beschwerdeführer vollum
fäng
lich an seinen in der Beschwerde gestellten Anträgen fest und stellte zudem den Verfah
rensantrag, die Personalstiftung der
Y._
,
A._
,
B._
, sei beizuladen.
Am 2. Mai 2019 (Urk. 13) verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik, was dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom
30. September 2019 (Urk. 14) zur Kenntnis gebracht wurde.
Mit Schreiben vom 24. März
2020
(Urk.
17
)
retournie
r
te
die mit Verfügung vom 3. März
2020
(Urk. 15)
zum Prozess beigeladene
Personalstiftung der
Y._
die ihr zur
Stellungnahme
zugesandten Verfahrensakten und teilte mit, dass sie für weitere Aus
künfte zur Verfügung stehe. Zur Sache liess sie sich nicht vernehmen
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbs
unfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassi
fikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entschei
dend ist die nach einem weitgehend ob
jektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E.
4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V
547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
tels
rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Inva
liditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Ver
bindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestim
men. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.5
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mungen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der
Verordnung
über die Inva
lidenversi
cherung [IVV]
) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1).
Gemäss Art. 88a
Abs.
2 IVV ist eine
Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate ge
dauert hat.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte
in
der
angefochtenen Verfügung (Urk. 2)
aus
,
die gesundheitlichen Einschränkungen bestünden seit 22. Mai 2014, womit ein An
spruch auf Invalidenrente frühestens nach einem Jahr
habe
entstehen können. In seiner angestammten Tätigkeit als Mitarbeiter IT-Service Desk
sei der Beschwer
deführer arbeitsunfähig
. Eine körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeit in Wechselpositionen habe er nach Ablauf de
s Wartejahres ausüben können. Ausgehend von
einem an die
Nominallohnentwicklung angepassten Valideneinkommen von Fr. 95'111.-- (gestützt auf das im Jahr 2014 erzielte Ein
kommen) und einem Invali
deneinkommen von Fr. 81'911.-- (gestützt auf die Tabellen über die Lohnstrukturer
hebung des Bundesamtes für Statistik [LSE]) resultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 14 % (S.
5
).
Das psy
chische Leiden könne für die Zeit ab Mai 2015 bis zur Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Dezember 2015 nicht berücksichtigt werden, da es damals nicht den notwendigen Schweregrad erreicht habe. Im Dezember 2015 habe sich der Gesundheitszustand derart verschlechtert, dass der Beschwer
de
führer ke
ine Erwerbstätigkeit
mehr ausüben könne (S. 6).
In der Beschwerdeantwort (Urk.
5
) ergänzte die Beschwerdegegnerin,
in
Bezug auf die Depressivität werde im Gutachten festgehalten, aufgrund des Krankheits
verlaufes seien Angaben verfrüht, inwiefern es sich bei der Depression um eine eigenständige Erkrankung handle, zumal aufgrund des Arbeitsplatzverlustes und der damit verbun
denen Desintegration der Distress zugenommen habe. Bereits aus diesem Grund sei
vor der ab Dezember 2015 ausgewiesenen
Verschlechterung
des Gesundheitszustandes
das V
orliegen eines invalidisierenden Gesundheits
scha
dens
zu verneinen, sei damit doch kein eigenständiges psychisches Leiden aus
gewiesen (S. 1). Selbst wenn doch
ein
verselbständigtes psychisches
Leiden von Krankheitswert ausgewiesen
gewesen
wäre
,
sei
– aus näher dargelegten Gründen -
aufgrund der im Rahmen eines strukturellen Beweisverfahrens
zu prüfenden
rechtserheblichen Indikatoren
ein invalidisierender Gesundheitsschaden zu ver
nei
nen (S. 2 f.).
2.2
Der
Beschwerdeführer stellte sich hingegen auf den Standpunkt,
unbestritten sei, dass er ab Dezember 2015 Anspruch auf eine ganze Rente habe. Jedoch habe bereits zuvor
im Mai 2015 nach Ablauf des Wartejahres eine invalidenver
siche
rungsrechtlich rele
vante mindestens 50%ige Erwerbsunfähigkeit aus psychischen Gründen bestanden (Urk. 1 S. 5)
. Verwende
man das von der Beschwerdegegnerin angenommene Invali
deneinkommen, resultiere ein Invaliditätsgrad von 57 % respektive von 61 % bei einem leidensbedingten Abzug von 10 %, womit ein Anspruch auf eine halbe bzw. eine Dreiviertelsrente ausgewiesen sei.
Das von der Beschwerdegegnerin angenom
mene Invalideneinkommen dürf
t
e indes deutlich zu hoch sein,
da ein Abstellen auf die LSE TA
1, Ziff.
62-63, Kompetenzniveau
2 dem Abklärungsergebnis nicht gerecht werde. Vielmehr sei von einem Kompe
tenznive
au
1 auszugehen, womit der Invalidi
tätsgrad in jedem Fall mehr als 60
% betrage (S. 6).
In der Replik
(Urk. 10)
brachte
der
Beschwerdeführer sodann vor,
bereits
das
Anfang 2015 erstellte Gutachten der Krankentaggeldversicherung
sei
von einer relevanten Einschränkung ausgegangen, was Ende 2015 im Rahmen des ersten
und Mitte 2017 im Rahmen des zweiten Administrativgutachten
s
bestätigt wo
rden sei. Diese Gutachten erlaubten eine schlüssige Beurteilung der Restarbeitsfähig
keit im Lichte der massgeb
lichen Indikatoren. Aus deren Gesamtbetrachtung ergebe sich, dass
sowohl
eine gesundheitliche Beeinträchtigung als auch deren funktionelle Auswirkungen kohärent und widerspruchsfrei nachgewiesen seien. Daher sei der administrativgutachterlichen Einschätzung der Erwerbsfähigkeit (Arbeitsunfähigkeit von 50 % in allen Tätigkeits
bereichen vor Dezember 2015; 100 % ab Dezember 2015) zu folgen. Die davon ab
weichende losgelöste P
a
rallel
überprüfung des Leistungsvermögens
zwischen Mai und Dezember 2015 durch die Beschwerdegegnerin sei unzulässig (S. 3-8).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
in erster Linie
der Zeitpunkt der Entstehung des Ren
tenan
spruchs.
Dabei ist unbestritten und mit der Akten- und Rechtslage vereinbar, dass
der Beschwerdeführer
aufgrund
seiner
rheumatologischen
Beschwerden und der da
mit einhergehenden
gesundheitlich
en
Einschränkungen
in seiner bisherigen Tätig
keit bei
Y._
als Mitarbeiter IT-Service Desk seit dem 22. Mai 2014 vollständig arbeitsunfä
hig ist
und damit
das Wartejahr am
22
.
Mai
2015
erfüllt
war
, womit grundsätzlich
ein
Rentenanspruch per
1.
Mai
2015 möglich wäre (
vgl.
E. 1.3,
E. 2.1-2.2,
Urk. 6/58 S. 21 f.,
Urk. 6/122 S.
1 unten
).
Ebenso unbestritten und mit der Akten- und Rechts
lage vereinbar ist, dass
unter anderem
aufgrund
eines
dialysepflichtigen
Nierenleidens
am
24
.
Dezember
2015
(Beginn der Hämodia
filtration)
eine gesundheitliche Ver
schlechterung
eingetreten ist, sodass
seit
diesem Zeitpunkt
eine Arbeitsun
fähig
keit in
jeglicher Tätigkeit besteht
(
E. 2.1-2.2
,
Urk. 6/110 S.
24,
Urk. 6/122 S.
1 f.
)
.
Weiter un
bestritten
(vgl. Urk. 1, Urk. 6/114 S. 8 unten)
und mit
der
Akten- sowie Rechtslage vereinba
r ist, dass neben der seit dem 24. Dezember 2015 somatisch
bedingten voll
ständigen Arbei
tsunfähigkeit aufgrund des Nierenleidens mindes
tens seit dem Ver
laufsgutachten de
r
MEDAS vom 31. Juli 2017
ebenso
eine vollständige Arbeitsunfä
higkeit aufgrund einer anhaltend
en
schweren Depression gegeben ist
(Urk.
6/110, Urk. 6/122
)
.
Einzig u
mstritten
ist
und zu prüfen bleibt,
wie es sich mit
einem allfälligen
Renten
anspruch
aufgrund
des
psychischen Leidens
in der Zeit
ab
1.
Mai
2015 bis zum
Beginn des
Rentenanspruch
s
aufgrund der
ab
dem 24. Dezember 2015 be
stehenden
vollstän
digen Arbeitsunfähigkeit verhält
.
3.
3.
1
Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seinem von der AXA Winterthur in Auftrag gegebenen psychiatrischen Gutach
ten vom 24. März 2015 (Urk. 6/40) als Diagnose ein depressives Syndrom mit mittelgradiger depressive
r
Episode (ICD-10 F32.1) und fand Hinweise auf eine Panikstörung (ICD-10 F41.0). Er hielt fest, im Rahmen der vorliegenden Abklä
rung
werde
bei aktuell berich
teter erneut geplanter stationärer Klinikbehandlung die 100 % Arbeitsunfähigkeit psy
chiatrisch bestätigt (S. 4
). Mittelfristig soll
t
e prognostisch eine Zustandsbesserung und Stabilisierung im Hinblick auf mög
liche berufliche Wiedereingliederungsschritte hin
sichtlich einer zunächst umsetz
baren 50%igen Arbeitsfähigkeit mit erhöhter Wahr
scheinlichkeit möglich sein (S. 5).
3.
2
Dr. med.
D._
, Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psycho
therapie, Dr. med.
E._
, Fachärztin für Allgemeinmedizin, und
mag. r
er. nat.
F._
, Psycho
loge, von der
G._
,
H._
,
wo der Be
schwerdeführer vom 17.
Juni bis 11.
August 2015 stationär behandelt
worden war
, nannten
in ihrem Austrittsbericht vom 9.
September 2015 (Urk. 6/44)
als Hauptdiagnose
(S. 1)
eine depressive St
örung, gegenwärtig mittelschwer
e Episode (ICD-10 F32.1) im Zustandsbild eines gegenwärtig schweren Erschöpfungssyn
droms (ICD-10 Z73).
Die Fachpersonen attestierten dem Beschwerdeführer wäh
rend des Aufenthalts und bis 31. August 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und sahen einen langfristigen Wiederaufbau einer ca. 40-50%igen Arbeits
fähig
keit als realistisch an (S. 6).
3.
3
Im
Gutachten
der MEDAS
Z._
vom
19
.
Januar
201
6
(Urk.
6
/
58
)
stellten
Dr. med.
I._
, Facharzt für Innere Medizin
und Endokrinologie/Diabetologie
FMH,
und
Dr. med.
J._
, Facharzt für
Rheumatologie
FMH,
unter Berücksich
tigung der Teilgut
achten von
Dr. med.
K._
, Facharzt
FMH Rheuma
tologie
(Urk. 6/58/31-49)
, und
Dr. med.
L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH
(Urk. 6/58/56-70
,
sowie nach im Zirkulationsverfahren er
arbei
teten Konsensfindungsprozess
folgende
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit (S.
20
; verkürzt wiedergegeben
):
-
Chronisches thorako-lumbospondylogenes Sc
hmerzsyndrom, rechts
beto
nt
-
Schmerzhaft eingeschränkte Schulterbeweglic
hkeit, rechtsbetont
-
Erschöpfungssyndrom (ICD-10 Z73), bei
:
-
leichter bis höchstens mitte
l
gradiger depressiver Episode (ICD-10 F33), mit
möglicher Anpassungsstörung (ICD-10 F43.22)
-
akzentuierten Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1), mit
ängstlichen, histri
onischen, dependenten und emotional instabilen
Persönlichkeits
anteil
en
Daneben
diagnostizierten sie unter anderem als
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
eine schwere
Niereninsuffizienz
und eine morbide Adipositas
(S.
20
f.
).
Die MEDAS-Gutachter hielten fest, für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Informatik-Technologie-Mitarbeiter mit teilweise körperlich schweren und rückenhy
gienisch ungünstigen Arbeiten liege
die Arbeitsfähigkeit auf 0 % der
Norm, vorwie
gend aus rheumatologischen, weniger aus psychiatrischen und allen
falls nephrologi
schen Gründen. Für körperlich ausschliesslich leichte Verweis
tätigkeiten in Wechsel
position mit ergonomisch optimal eingerichtetem Arbeits
platz betrage die Arbeitsfä
higkeit 50 % der Norm, einschliesslich einer solchen, adaptiert, im Bereich der Infor
mationstechnologie, wobei die psychiatrischen und allenfalls die nephrologischen Gegebenheiten limitierend wirkten; je nach Verlauf eventuell steigerbar (S.
21
).
Im psychiatrischen Teilgutachten vom 23. Dezember 2015 (Urk. 6/58/50-70) führte Dr.
L._
unter anderem aus, nach wie vor bestehe eine Depressivität, deren Ausprä
gungsgrad und Intensität einer leichten bis mittelgradigen depres
siven Episode ent
spreche. Zurzeit seien Aussagen verfrüht, inwieweit es sich bei der Depressivität um eine eigenständige psychiatrische Erkrankung handle. Für ein reaktives psychisches Geschehen sprächen die chronische Nierenerkrankung und der Arbeitsplatzverlust. Aufgrund der akzentuierten Persönlichkeitsstruktur sei der Beschwerdeführer nur beschränkt in der Lage
,
aufkommenden Disstress vor allem auch in Bezug auf die chronische Nierenerkrankung eufunktional zu verarbeiten. Bei
der verminderten Belastbarkeit spielten krankheitsfremde Fakto
ren (Dekonditionierung) eine Rolle. Die
rein krankheitsbedingte Arbeitsunfähig
keit in einer der körperlichen Belastbarkeit an
gepassten Tätigkeit schätze er
in der angestammten als auch einer angepassten Tätig
keit
aus psychischer Sicht auf 50 %.
Beginn der Arbeitsunfähigkeit sei Mai 2014
(S. 18 f.).
3.
4
Dr.
M._
, Facharzt für Ps
ychiatrie und Psychotherapie,
stellte in seinem Bericht vom 26. August 201
6
(Urk. 6/80) als Diagnose eine depressive Störung, gegen
wärtig schwere Episode
(ICD-10 F32.3),
und führte aus, es handle sich um einen chronifizier
ten, sich
über die Zeit verschlechternden
Zustand. Er attestierte eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit auf längere Sicht (S. 1).
Dies bestätigte er in seinem
Bericht vom 27.
März 2017 (Urk. 6/102).
3.
5
Im
Verlaufsgutachten
der MEDAS
Z._
vom
31
.
Juli
201
7
(Urk. 6/
110
) stellten Dr.
I._
, Dr.
J._
,
Dr.
K._
, und Dr. med.
N._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie FMH, folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S.
22
; verkürzt wiedergegeben
):
-
Schwere, anhaltende Depression mit ausgeprägten somatischen Anteilen (ICD-10 F34.8)
-
Terminale Niereninsuffizienz, dialysepflichtig seit 24. Dezember 2015
-
Chronisches thorakolumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit pseudo
radiku
lärer Symptomatik rechts
Die MEDAS-Gutachter hielten fest, für
die zule
tzt ausgeübte Tätigkeit als IT-I
nstruktor und -trouble
shooter mit Bereitschaftsdienst in einer grösseren Firma schätzten sie die Arbeitsfähigkeit auf 0 % der Norm, sowohl aus psychiatrischen, rheumatologischen als auch (vorläufig) nephrologischen Gründen. Das gelte (vor
derhand) gleichermassen für sämtliche Verweistätigkeiten (auch wenn medizi
nisch-theoretisch aufgrund der rheumatologischen Befunde eine körperlich leichte Tätigkeit ohne rückenbelastende Arbeitspositionen mit häufig vorge
neig
tem oder abgedrehtem Oberkörper, ohne sit
zende oder stehende Zwangspo
sitionen, ohne Arbeiten auf vibrierenden Maschinen, auf Dächern oder Gerüsten und ohne feucht-kalte Witterungsexposition noch gering
gradig zumutbar wäre, allerdings zu < 30
%
der Norm [S. 24]).
Im psychiatrischen Teilgutachten vom 3. Juli 2017 (Urk. 6/110/28-35) führte Dr.
N._
unter anderem aus, seit der letzten MEDAS-Begutachtung sei
die schwere Depression ganz in den Vordergrund getreten
(S.
4
Mitte
).
Es sei sowohl in der bisher ausgeübten Tätigkeit als PC Supporter als auch in jeder Verweis
tätigkeit von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen
. Die Arbeitsun
fähigkeit habe sich seit der
letzten MEDAS-Begutachtung kontinuierlich ver
schlechtert bis zum aktuell festge
stellten Ausmass. Im letzten Teilgutachten sei eine Unfähigkeit von 50 % festgehalten worden. Diese habe sich somit bis zum aktuellen Zeitpunkt auf 100 % gesteigert (S. 5 Ziff. 6.1-6.3).
3.
6
Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin
und nach Rücksprache mit den an den Gut
achten beteiligten Fachärzten
führte Dr.
J._
am 18. Mai 2018 (Urk. 6/122) zum Ver
lauf der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus,
die Neuein
schät
zung gelte ab 24.
Dezember 2015, dem Beginn der Hämodi
a
filtration, da sich die Nierenfunktion seit dem ersten MEDAS-Gutachten exponentiell und der Ge
samt
zustand kontinuier
lich verschlechtert habe. Es bleibe zu ergänzen, dass es sich beim Beschwerdeführer um eine ausgeprägte somatisch-psychiatrische Polymor
bidität handle. Ein Auseinan
derdividier
en von somatischen und psych
ischen Arbeitsunfähigkeiten werde dem Zusammenspiel der Erkrankungen ni
cht
gerecht. Die Frage nach dem V
erlauf unter einer leitliniengerechten Behandlung sei in diesem Fall insofern nicht angemessen, als es keine Leitlinien gebe über die Be
handlung von schweren Depressionen bei gleich
zeitig bestehender dialysebe
dürftiger bzw. transplantationsbedürftiger Niereninsuffi
zienz.
Die Niereninsuffi
zienz beeinträchtige die Einsatzmöglichkeiten der meisten Pharmaka erheblich und es sei gehäuft mit relevanten Nebenwirkungen und Interak
tionen zu rechnen. Hinsichtlich der Frage nach der Arbeitsfähigkeit im Zeitraum zwi
schen Mai 2015 und März 2016 hielt Dr.
J._
fest, retrograde Rekonstruktionen der Arbeits
fähigkeit seien prinzipiell mit vielen Unsicherheitsfaktoren behaftet
.
Eine prä
zise Rekonstruktion sei aufgrund der Aktenlage nicht möglich. Die Art der Frage
stel
lung lasse durchblicken, dass der Fragesteller die Tragweite der medizinischen Leiden mit ihrer komplexen Polymorbidität nicht erfasst habe (S. 2 f.).
4.
4.1
Die
MEDAS-Gutachten vom 19.
Januar
2016 (E. 3.
3
)
und
vom 31. Juli 2017 (E. 3.
5
)
entsprechen
den bundesgerichtlichen Anforderungen an
beweiskräftige
Expertisen
.
So
sind
sie
hinsichtlich der zu beurteilenden Leiden des Beschwer
deführers
umfassend,
beruhen
auf allseitigen Untersuchungen,
berücksichtigten
die geklagten Beschwerden,
sind
in Kenntnis der Vorakten abgegeben
worden und sind
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beur
teilung der medizinischen Situation einleuchte
nd
(
BGE 134 V 231 E.
5.1
)
.
Ihre
Beweiseignung
, inbegriffen die enthaltenen psychiatrischen Teilgutachten, wird
denn auch
von den Parteien
zu Recht
nicht in
Frage gestellt (
vgl.
Urk. 1-2, Urk. 5
, Urk. 6/77 S. 5 unten, Urk. 6/114 S. 5 Mitte, Urk. 6/126 S. 5 oben, Urk. 10 S. 3 Ziff. 6
)
.
Strittig ist bei der Ermittlung der massge
benden Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit allein die Berücksichtigung der durch die psychischen Erkrankungen angenommene
n
Einschränkung in der Leis
tungsfähigkeit in der
wesentlichen
Zeit von einem möglichen Rentenbeginn im Mai 2015 bis zur vollständigen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit ab dem 24. Dezember 2015 (vgl. vorstehend E. 2.3).
4.2
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (E. 2.1) lässt sich aus dem Um
stand, dass Dr.
L._
in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 23. Dezem
ber 2015 (E. 3.3) vermerkte, eine Aussage über die Eigenständigkeit einer De
pressivität sei ver
früht, nicht ohne Weiteres darauf schliessen, ein invalidi
sie
render Gesundheitsscha
den habe (noch) nicht vorgelegen, da kein eigenständiges psychisches Leiden von Krankheitswert ausgewiesen gewesen sei. So schloss Dr.
L._
denn auch das Vorlie
gen einer eigenständigen Depression nicht aus
drücklich aus. Vielmehr sprechen die von ihm angegebene Dauer einer auf dies
es
psychischen Leiden zurückgehende Arbeitsunfähigkeit von über 1,5 Jahren, die von ihm im Rahmen eines Erschöpfungs
syndroms
eindeutig gestellte
Diagnose einer leichten bis höchstens mittelgradigen depressiven Episode sowie der von ihm explizit als «rein krankheitsbedingte» attes
tierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % für ein invalidenversicherungsrechtlich relevantes eigenständiges psychisches Leiden.
4.3
Wie in BGE 145 V 361 dargelegt, ist in allen Fällen durch die Verwaltung be
ziehungs
weise das Gericht zu prüfen, ob und inwieweit die ärztlichen Experten ihre Arbeits
unfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indika
toren (Beweisthe
men) hinreichend und nachvollziehbar begründet haben. Dazu ist erforderlich, dass die Sachverständigen den Bogen schlagen zum voraus
gehenden medizinisch-psychi
atrischen Gutachtensteil (mit Aktenauszug, Anam
nese, Befunden, Diagnosen usw.), das heisst sie haben im Einzelnen Bezug zu nehmen auf die in ihre Kompetenz fallen
den erhobenen medizinisch-psychia
trischen Ergebnisse fachgerechter klinischer Prü
fung und Exploration. Ärztlicher
seits ist also substanziiert darzulegen, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leis
tungsvermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht zu schmälern vermögen. Der psychiatrische Sachverständige hat darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, und zwar - zu Vergleichs-,
Plausi
bilisierungs- und Kontrollzwecken - unter Miteinbezug der sonstigen persönli
chen, familiären und sozialen Aktivitäten der rentenansprechenden Person (E. 4.3).
Diese Ansicht wird denn auch durch die von Dr.
C._
in seinem Gutachten vom 24. März 2015 (E. 3.1) und den Fachpersonen der
G._
am 9. September 2015 (E. 3.2)
diagnostizierte
mittelgradige depressive Episode
gestützt.
Auch
Dr.
N._
wies in seinem psychiatrischen
Teilgutachten
vom 3. Juli
2017 (
E. 3.5
)
darauf hin
, dass es seit der ursprünglichen MEDAS-Begut
achtung zu einer kontinuierlichen Verschlechterung
der vormaligen 50%ige
n
Arbeitsfähigkeit
aus psychiatrischer Sicht
gekommen
sei
.
Zudem
deckt sich
diese Auffassung
auch
mit
der
Feststellung
von
Dr.
M._
(E. 3.4), welcher von einem chronifizierten, sich über die Zeit verschlechternden Zustand sprach.
Fachärzt
liche Meinungen, die dagegen nicht von einer eigenständigen psychi
schen Erkrankung im Jahr 2015
ausgingen
,
liegen
keine
vor
(vgl. Urk. 6/1-138). Viel
mehr
wies
Dr.
J._
auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin
denn auch
darauf hin, dass es sich um eine
ausgeprägte somatisch-psych
ische Polymorbidität han
delt, bei welcher ein Auseinanderdividiere
n von somatischer und psychi
scher Arbeitsunfähig
keit dem Zusammenspiel der Erkrankung nicht gerecht wird
und die Fragestellung der Beschwerdegegnerin zur Arbeitsfähigkeit im Zeitraum Mai 2015 bis März 2016 durch
blicken
lasse
, dass diese die Tragweite der medizini
schen Leiden in ihrer Komplexität nicht begriffen hat (E. 3.6).
Demnach ist auch
bereits
für die
strittige
Zeit ab Mai 2015
von einem invali
denversi
cherungsrechtlich relevanten, sich auf die funktionelle Leistungsfähig
keit auswirken
den psychischen
Leiden
auszugehen.
4.
4
4.
4
.1
Dr.
L._
berücksichtigte in seiner Beurteilung die mit BGE 143 V 418 als massgeblich aufgelisteten Standardindikatoren (strukturiertes Beweisverfahren) und gelangte
mit Bezugnahme auf den von ihm erhobenen Befund und unter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, familiären und sozialen Aktivitäten
nachvollziehbar zum Schluss, dass der Beschwerdeführer «rein krankheitsbe
dingt» seit Mai 2014 zu 50 % arbeitsunfähig
war
(Urk. 6/58/50-70 S. 12-19)
.
4.
4
.2
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung»
wies Dr.
L._
mit Bezug auf
seine
klinische Untersuchung – wofür er unter anderem einen Mini-ICF-APP erhoben hatte, welcher
schwere Einschränkung
en
der D
urchhaltefähigkeit, der Spontan
aktivitäten
und der Verkehrsfähigkeit sowie mittelgradige
Einschränkungen
der Selbstbehauptungs- und Gruppenfähigkeit aufgezeigt hatte
(Urk. 6/58/69-70)
–
schlüssig
eine aufgrund der
erhöhten Ermüd- und Erschöpfbarkeit, der leicht verminderten psychischen Belast
barkeit und des hohen Krankheitsgefühls, bei dessen Genes
e
neben der akzentuierten Persönlichkeitsstruktur mit histrionischen Persönlichkeitsanteilen auch die Dekondi
tionierung eine Rolle spielt
e
, eine limi
tierte Arbeitsfähigkeit aus. Was den Schwere
grad der Depressivität
anging
, legte er
verständlich
dar, dass eine leicht
e
bis höchstens mittelgradige Episode gegeben war (Urk. 6/58/50-68 S.
16
)
. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin war denn auch der erhobene Befund keineswegs unauffällig. Wie
sie
selbst in der Beschwerdeantwort auflistete (Urk. 5 S. 2 Mitte),
finden sich
bei Dr.
L._
Fest
stellung
en
, welche eine
r
leichte
n
bis höchstens mittelgradige
n
depressi
ve
n
Epi
sode
entsprachen
(leichte Dissoziation, Beeinträchtigung der affektiven Schwin
gungs- und Resonanzfähigkeit, subdepressive Stimmung, abortive Panik
attacken, Gefühle von Emotionslosigkeit, verminderte Konzentrationsfähigkeit, erhöhte
Ermüd- und Erschöpfbarkeit, verminderte psychische Belastbarkeit, leicht ver
min
derte Antriebsfähigkeit, leicht auffällige Merkfähigkeitsprüfung [vgl. Urk. 6/58/50-68 S.
10, S. 12 f.
]).
Hinsichtlich Behandlungserfolg respektive -resistenz
stellte
Dr.
L._
fest
, dass aufgrund der Niereninsuffizienz die psychopharmakologischen Behandlungs
op
tionen ausgeschöpft waren und eine stationäre Behandlung aufgrund der ge
machten Erfah
rungen wenig erfolgsversprechend war (
S. 19 Ziff.
7).
Die Behand
lungsoptionen
waren
damit
zum damaligen Zeitpunkt
ausgereizt.
Unzutreffend ist daher der von der
Beschwerdegegnerin mit Verweis auf die von Dr.
L._
als steigerbar erachtete Arbeitsfähigkeit gezogene Schluss
,
es habe damals kein the
rapieresistentes Leiden vorgelegen (Urk. 5 S. 2 unten).
Als Komorbidität ist die Wechselwirkung der sich gegenseitig verstärkenden depressiven Erkrankung
und damals
bestehenden somatischen Leiden (
thorako-
lumbospondyl
ogenes Schmerzsyndrom, eingeschränkte Schulterbeweglichkeit
und
die schwere Niereninsuffizienz
[E.
3
.
3
]) zu beachten, da diese die Leistungs
fähig
keit zweifellos negativ beeinträchtigen.
Nur weil die somatischen Leiden sich nicht in einer Rendementsreduktion niederschlugen, bedeutet dies – wie an
scheinend von der Beschwerdegegnerin vertreten (Urk. 5 S. 2 unten) – nicht, dass keine Wechselwirkung bestanden hätte
. So
fallen
auch Störungen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame
Komorbidität in Be
tracht
, wenn ihnen im
konkreten Fall ressourcenhemmende Wirkung beizu
messen
ist
(BGE 143 V 418 E. 8.1) und di
e MEDAS-Gutachter
beschrieben
die nephrologischen Gegebenheiten auch als limitierend (E. 3.3).
4.
4
.3
Zum Komplex «Persönlichkeit»
k
onnte Dr.
L._
als Auffälligkeit akzentuierte Persönlichkeitszüge
mit ängstlichen, histrionischen, dependenten und emotional instabilen Persönlichkeitsanteilen
feststellen (Urk. 6/58/50-
6
8 S. 16)
. Damit
war
ein
strukturelles Defizit im Sinne einer eigentlichen Persönlichkeitsproblematik erkennbar, welches im Rahmen der Ressourcenprüfung negativ ins Gewicht
fiel
.
4.
4
.4
Als Ressource
zum Komplex «sozialer Kontext» zählt
e Dr.
L._
den Umstand, dass der Beschwerdeführer sozial integriert war, wobei er darauf hinwies, dass dieser nur zu ausgewählten Bekannten
Kontakte
pflegte und ihm gegenüber berichtet
hatte
, dass seine soziale Kontaktfähigkeit abgenommen
hätte
. Daraus zog Dr.
L._
nachvollziehbar den Schluss, dass der Beschwerdeführer in der La
ge war, sein psychophysisches G
leichgewicht im Kreise der Familie und im Kontakt mit ausgewählten Bekannten stabil zu halten (Urk. 6/58/50-68 S. 17).
Damit
enthielt
der Lebenskontext
des
Beschwerdeführer
s
gewisse
sich positiv auswirkende Faktoren.
4.
4
.5
Unter
dem
Aspekt der
«Konsistenz»
schloss Dr.
L._
eine Simulation des Be
schwerdeführers aus (S. 17 unten) und stellte einen Tagesablauf,
ein
geschildertes Aktivitätenniveau und soziale Kontakte fest
, die mit den Befunden gross
mehrheitlich kongruent sind
. Zudem erfasste er den psychischen Leidensdruck in Bezug auf die
Nierenerkrankung als spürbar (S. 18 oben).
Gerade was den Leidensdruck
angeht
, deckt sich dies mit den
vom Beschwerdeführer damals in Anspruch genommenen ps
ychotherapeutische
n
Behandlungen. So nahm er ab dem 10. Juni 2014 eine psychotherapeutische Behandlung bei Dr.
M._
in An
spruch (vgl. Urk. 6/29 S. 2 f.), wurde im
O._
vom
1. Septem
ber bis 20. November 2014 teilstationär behandelt (Urk. 8/21) und er
begab sich
gar
in
einen
zweieinhalbmonatigen stationären Aufenthalt vom 17. Juni bis
1
1.
August
2015 in der
G._
(E. 3.2)
. Dies
e Umstände
beleg
en
einen stark ausgeprägten psychischen Leidensdruck
. Die im Gutachten von Dr.
L._
aufgeführten
,
in dieser Zeit dennoch unternommenen Tätigkeiten (tägliche Kom
munikation via Skype oder Telefon mit den Verwandten in Italien, regelmässiger Besuch aus der Nachbarschaft, regelmässige Spaziergänge, selbständiges Ein
kaufen, Zeitunglesen, Fernsehschauen, Ferien in Italien verbringen
S. 6)
stehen
– entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 5 S. 3) – nicht im Widerspruch zu der von Dr.
L._
postulierten
50%igen
Arbeitsunfähigkeit. So ging Dr.
L._
damit
nur von einer 50%igen Einschränkung der Leistungs
fähigkeit und nicht etwa von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit
aus.
Zudem handelt es sich bei den aufgeführten Tätigkeit
en
– wie vom Beschwerdeführer zu Recht be
merkt (Urk. 10 S. 6 f.) – um solche,
welche vornehmlich passives kon
sumierendes Verhalten dokumentieren.
4.
4
.6
Bei gesamthafter Betrachtung insbesondere mit Blick auf die
damals
aufgrund der schweren Niereninsuffizienz
ausgeschöpften Therapieoptionen, das
einge
schränkte
soziale Umfeld, das
nur
teilweise erhaltene Aktivitätsniveau
(vor allem passives Konsumieren)
und den ausgeprägten behandlungsanamnestisch ausge
wiesenen Leidensdruck ist die von Dr.
L._
attestierte
50
%ige Arbeitsun
fähig
keit nachvollziehbar.
Mithin hat der ärztliche Experte die Arbeitsunfähig
keits
schätzung unter Beachtung aller massgebenden Indikatoren hinreichend begrün
det.
Ein Abweichen davon käme einer unstatthaften juristischen Parallelprüfung gleich (vgl. E. 4.
3
).
Die Beurteilung von Dr.
L._
steht
darüber hinaus
im Einklang mit der von Dr.
C._
am 24. März 2015 fachärztlich postulierten zunächst mit erhöhter Wahrscheinlichkeit umsetzbaren 50%igen Arbeitsfähigkeit (E. 3.1) und der im Austrittsbericht der
G._
vom 9. September 2015 (E. 3.2) im Sommer 2015
bei einer während des Aufenthalts vorübergehenden vollen Arbeitsunfähig
keit
als
nach einem Wiederaufbau
realistisch erachteten langfristigen Arbeits
fähigkeit
von ca. 40-50 %.
Damit
waren sich die
Fachärzte
aus psychiatrisch Sicht darüber einig, dass eine andauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Um
fang von circa 50 % gege
ben war. Anzufügen bleibt
dazu
, dass es nicht auf die Diagnose, sondern einzig darauf ankommt, welche Auswirkungen eine Erkran
kung auf die Arbeits
fähigkeit hat (BGE 144 V 245 E. 5.5). Fachärztliche Ein
schätzungen, welche dagegen in der
relevanten
Zeit zwischen dem 1. Mai und dem 24. Dezember 2015 eine
höhere
Arbeitsfähigkeit bescheinigt
hätten
, liegen nicht vor (vgl. Urk. 6/1-138).
5
.
5
.1
Für das Valideneinkommen ist
unbestrittenermassen
(vgl. Urk. 1, Urk. 2)
vom
letzten erzielten Lohn bei der
Y._
auszugehen. Dabei erzielte
der Beschwerdeführer
im Jahr
2014
ein
Jahrese
inkommen von Fr.
94
'450.--
(
inklu
sive Fr. 2'000.-- Erfolgsbeteiligung 2013
und inklusive Fr. 6'000.-- auf das Jahr 2014 hochgerechnete Entschädigung für den Pikettdienst [vgl.
Urk.
6
/
22
/1-
4
S. 2
, Urk. 6/85/1-2 S. 1, Urk. 6/86, Urk. 6/144 S. 8
]
)
.
Unter Berücksichtigung der
brancheneigenen
Nominallohnentwicklung (Bundes
amt für Sta
tistik; Tabelle T1.1.10
Nominallohnindex,
Männer
2011
-2018;
Ziff.
J 58-63 [Information und Kommunikation]
),
bleibt es bei
ein
em
massgebliche
n
Valideneinkommen für das Jahr
2015
von
Fr.
94'450.--
(
Fr.
94'450.--
/
10
4
.5
[In
dex 2014] x
104.
5
[Index 2015]).
5.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch
Meyer/
Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Der
Beschwerdeführer ging seit dem
22. Mai 2014
keiner Arbeit mehr nach, wes
halb
– unbestrittenermassen (vgl. Urk. 1, Urk. 2) -
zur Ermittlung des Invali
den
einkommens auf die LSE-Tabellenlöhne abzustellen ist
.
Er
verfügt über eine
zweijährige
kaufmännische Ausbildung mit
dem Abschluss eines
Handels
dip
lomes VHS sowie ein
in halb
jähriger Ausbildung erworbenes
Informatikdiplom
(
European Computer Driving Licence
;
vgl. Urk. 6/5, Urk. 6/8/3)
. Aufgrund dieser Ausbildung
sowie der langjährigen Erfahrung in der IT-Branche, unter anderem bei der
P._
, der
Q._
, der
R._
sowie bei der
Y._
(vgl. Urk. 6/20)
,
standen
dem Beschwerdeführer im vorliegend zu prüfenden Zeitraum von Mai bis Dezember 2015 (terminale dialysepflichtige Niereninsuffizienz; vgl. E. 2.3) trotz den aus rheumatologischen und psychischen Gründen bestehenden Einschränkungen angesichts seiner Fähig
keiten und seiner Berufserfahrung
mehr als nur einfache Hilfsarbei
ter
tätigkeiten
in dem Bereich der Informationsdienstleistungen,
für welcher ausge
bildet ist
,
offen.
So zählten die Gutachter bei der Formulierung des Belas
tungs
profils -körperlich leichte Tätigkeiten, in Wechselposition mit ergonomisch opti
mal eingerichtetem Arbeitsplatz – zu den Verweistätigkeiten ausdrücklich auch eine derart adaptierte Tätigkeit im Bereich der Informationstechnologie (E. 3.3).
Darum ist für das Invalideneinkommen
– wie von der Beschwerdegegnerin zu Recht angenommen (Urk. 6/76 S. 1) und entgegen der Ansicht des Beschwerde
führers (Urk. 1 S. 6) –
mindestens vom Durchschnittslohn
für
Männer
im Anfor
derungsniveau 2 (Praktische Tätigkeiten wie
Verkauf, Pflege, Datenverarbeitung und Administration, etc.) von Fr.
6’581
.-- (LSE
2014
, TA1_tirage_skill_level,
Ziff. 62-63 [Informationstechnologie
und
Informationsdienstleistungen]
Männer
,
Kompetenzniveau 2) auszugehen
.
Nach Anpassung an die Lohnentwicklung so
wie unter Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit
(Bundesamt für Statistik, Tabelle T 03.02.03
.
01.04.01
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsleistung,
Ziff. 62
-63
[Information und Kommunikation])
bei
50
%iger Arbeitsfähigkeit führt dies im Jahr
2015
zu einem Einkommen von Fr. 40'
769.
3
0
(
Fr.
6’581.--
x 12 /
104
.5
[Index
2014
] x
104.
5
[Index
2015
] / 40 x 41.
3
x 0.
5
).
Der
Beschwerdeführer
brachte vor,
ihm
sei aufgrund
seiner leidensbedingten
Einschränkungen und
dem reduzierten Beschäftigungsgrad
ein leidensbedingter Abzug
von 10 % zu
gewähren (Urk. 1 S.
6
).
Die Beschwerdegegnerin erachtete
demgegenüber
einen solchen als nicht für angebracht (vgl. Urk. 2 S. 5 unten, Urk. 6/76 S. 2 oben)
.
D
azu
ist anzumerken, dass allfällige bereits in der Beur
teilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschrän
kungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzuges ein
fliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunktes führen dürfen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_833/2017 vom 20. April 2018
E. 2.2). Die
gesundheitlichen
Einschränkungen fanden bereits Eingang in die Beurteilung
der MEDAS-Gutachter und führten
zum
veranschlagten
Zumutbarkeitsprofil und der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit
von 50
%
in angepasster Tätigkeit
in der rele
vanten Zeit ab 1.
Mai 2015 bis zur gesundheitlichen Verschlechterung am
24. Dezember 2015
.
Inwiefern
die gesundheitlichen
Einschränkungen nicht be
achtet
worden seien sollten, wird denn vom Beschwerdeführer auch nicht auf
gezeigt.
Ferner
ist
g
rundsätzlich
ein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen, wenn ein Versicherter seine Arbeitsfähigkeit nicht vollschichtig umsetzen kann, weil Teilzeitarbeit bei Männern statistisch gesehen vergleichsweise weniger gut entlöhnt wird als eine Vollzeittätigkeit
.
Allerdings muss dies stets mit Blick auf den konkreten Beschäftigungsgrad (vorliegend
50
%) und die
zum relevanten Zeitpunkt
aktuellen Werte beurteilt werden
.
In der für das Jahr 2014 aktua
li
sierten Tabelle
des Bu
ndesamtes für Statistik (T
18, monatlicher Bruttolohn [Zen
tralwert] nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht)
beläuft sich die Differenz
des standardisierten Monatslohns
bei den Werten
für Männer ohne Kaderfunktion
(Fr. 5’
714
.-
-
.
[Teilzeitpensum
50-70 %] und Fr.
6’057
.-
-
[
Vollzeit
pensum])
auf Fr. 343
.
--
oder 5,
66 %
und für das Jahr 2016 auf Fr.
246.--
oder 4.02 %
(Fr. 5’875.-
-
[Teilzeitpensum 50-70 %] und Fr. 6’121.-
-
[Vollzeit
pensum]).
Damit
ergibt sich keine überproportionale Lohneinbusse, so dass
ein leidensbedingter Abzug
angesichts dieser Zahlen nicht
angezeigt ist
(
vgl.
Urteil des
Bundesgerichts
8C_805/2016
vom 22. März 2017 E. 3.1).
Bei einem Vali
den
einkommen von
Fr. 94'450.--
und einem
zumutbaren
Invalideneinkommen von
Fr. 40'769.30
in
der
für den Rentenanspruch massgebend
en
Zeit ab dem 1. Mai 2015
bis zur gesundheitlichen Verschlechterung
vom
24.
Dezember 2015
(Inva
liditätsgrad: 100 %)
,
ergibt sich ein
Invaliditätsgrad von gerundet
57
%,
woraus ein
Anspruch auf eine halbe Rente
resultier
t (
vgl.
E. 1.3
, E. 2.3
).
5.
3
Nach dem G
esagten
ist die Beschwerde in dem Sinne teilweise gutzuheissen und die Verfügung vom
12
.
November 2018
abzuändern, als festzustellen ist, dass
der Beschwerdeführer ab dem 1. Mai 2015 eine halbe und
unter Beachtung der drei
monatigen Frist zur Berücksichtigung einer wesentliche
n Verschlechterung (vgl. E. 1.5
)
ab 1. März 201
6
Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente hat
(Art. 29
Abs.
3 IVG)
.
Im
Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1
Im vorliegenden Verfahren geht es um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen, weshalb das Verfahren kostenpflichtig ist. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr.
800.-- anzusetzen.
Der Beschwerde
führer beantragte die Zusprache einer Dreiviertelsrente ab 1. Mai 2015 sowie die Bestätigung der verfügungsweise zugesprochenen ganzen Rente ab 1. Dezember 2015. Mit heutigem Urteil wurde ihm eine halbe Rente ab 1. Mai 2015 sowie eine ganze Rente ab 1. März 2016 zugesprochen. Damit obsiegt er nur teilweise.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
den Parteien je zur Hälfte aufzuerleg
en
.
6.2
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten hat grundsätzlich die obsiegende Be
schwerde führende Person, die erhebliche Auslagen im Rahmen des Prozesses gehabt hat (vgl.
Art.
61 lit. g ATSG). Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Der Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. Die Entschädigung ist daher unter Berücksichtigung der genannten Kriterien nach Ermessen auf Fr
.
1’6
00
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Die Beschwerde
geg
nerin ist in der
Folge zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine Prozessent
schädigung in diesem Umfang zu bezahlen.