Decision ID: 612386a3-ef3a-4ffd-98d9-3ee6fa4d3915
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957, war bei der
Y._
, als Sachbearbeiterin tätig
und über diese bei der Suva gemäss dem Bundesgesetz über die Un
fall
versicherung (UVG) gegen Unfälle, unfallähnliche Körperschä
di
gun
gen und Be
rufs
krankheiten ver
sichert, als sie am 1
1.
April 2017
, nachdem sie
als Motorradfahrerin
vor
einem Lichtsignal
angehalten hatte,
von einem rück
wärtsfahrenden Personenwagen angefahren wurde und infolgedessen vom Motorrad stürzte
und sich dabei verletzte
(Urk.
9
/1).
Die Suva anerkannt
e
ihre Leis
tungspflicht und
erbrachte vorerst
die vorübergehenden Leistungen (Heil
behand
lung, Taggeld)
.
1.2
Am 1
8.
August 2017 liess die Versicherte der Suva für den 1
7.
August 2017 einen Rückfall zum Unfall vom 1
1.
April 2017 melden (
Urk.
9/9), worauf die Suva der Versicherten am 2
8.
August (
Urk.
9/10)
und am
6.
September 2017 (
Urk.
9/14) bekannt gab, dass sie
ihre
Leistungspflicht für die Folgen des Rückfalls prüfen werde. Mit
Verfügung vom
2
7.
September 2017
(Urk.
9/25
S. 1-2
)
stellte die Suva fest, dass es an einem Kausalzusammenhang zwischen den mit der Rückfallmel
dung gemeldeten Kniebeschwerden und dem versicherten Unfallereignis vom 1
1.
April 2017 fehle, und dass die geklagten Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf Abnützung zurückzuführen seien, und
stellte die vorüber
gehenden Leistungen für die ab dem
1
7.
August 2017
weiterbestehenden Kniebe
schwerden ein.
Die von der
Versicherten am
5.
Oktober 2017
dagegen erhobene Einsprache (Urk.
9/31 S. 1-2
)
wies die
Suva
mit Entscheid vom
2
1.
Dezember 2017
(Urk.
9/49
= Urk. 2) ab.
2.
Gege
n den
Einspracheentscheid
vom
2
1.
Dezember 2017
(Urk. 2) erhob
die
Ver
si
cherte am
3
1.
Januar 2018
Be
schwerde
(Urk. 1)
und beantragte, dieser sei auf
zuhe
ben und es sei die
Suva
zu verpflichten,
die gesetzlichen Leistungen für die Folgen des Unfalls vom 1
1.
April 2017 auch für die Knieverletzung zu erbringen (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
4.
März 2018 (
Urk.
7)
beantragte die
Suva
die Ab
wei
sung
der Beschwerde (
S. 2
)
. Mit Eingabe vom
9.
Juli 2018 (
Urk.
14) verzichtete die Beschwerdeführerin auf eine Replik, wovon der Beschwerdegegnerin
am
1
0.
Juli
2018 Kenntnis gegeben wurde (Urk.
15
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei fol
genden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (
lit
. a); Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Bandläsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 202).
1.2
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung (UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu über
nehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermutung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer über
nommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisa
tion und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. September 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen). Diese Rechtsprechung beschlägt dabei einzig die rechtlichen Folgen der Abklärung, insofern als dem Un
fallversicherer die Beweislast zugewiesen wird für den Fall, dass ungeklärt bleibt, ob dem Unfall (noch) eine kausale Bedeutung für den andauernden Ge
sund
heitsschaden zukommt. Bevor sich aber überhaupt die Frage der Beweislast stellt, ist der Sachverhalt im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes richtig und vollständig zu klären (Urteile des Bundesgerichts 8C_354/2007 vom 4. August 2008, E. 2.2, und 8C_540/2007 vom 27. März 2008, E. 4.3.2).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Na
ch der Rechtsprechung gehören zu den im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG mas
s
gebenden Ursachen auch Umstände, ohne deren Vorhandensein die gesund
heitli
che Beeinträchtigung nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Eine scha
densaus
lösende traumatische Einwirkung wirkt also selbst dann leistungs
begrün
dend, wenn der betreffende Schaden auch ohne das versicherte Ereignis früher oder spä
ter wohl eingetreten wäre, der Unfall somit nur hinsichtlich
des Zeit
punkts des Schadenseintritts Conditio sine qua non war. Anders verhält es sich, wenn der Unfall nur Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ein ge
gen
wärtiges Risiko, mit dessen Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, manifest werden lässt, ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige
Bedeutung anzunehmen (Urteile des Bundesgerichts 8C_380/2011 vom 20. Okto
be
r
2011 E. 4.2.1, 8C_301/2007 vom 15. Januar
2008 E. 5.1.1 und U 413/05 vom 5. April
2007 E. 4.2 mit Hinweisen). Wenn ein alltäglicher alternativer Belastungs
faktor zu annähernd gleicher Zeit dieselbe Gesundheitsschädigung hätte bewirken können, erscheint der Unfall nicht als kau
sal signifikantes Ereignis, sondern
als austauschbarer Anlass; es entsteht daher keine Leistungs
pflicht des obligato
ri
schen Unfallversicherers (Urteile des Bundesgerichts 8C_380/2011 vom 20. Okto
ber 2011 E. 4.2.2, U 413/05 vom 5. April 2007 E. 4.2.3).
1.6
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, für Bezüger von Invalidenrenten jedoch nur unter den Voraussetzungen von Art. 21 UVG (Art. 11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wieder
aufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem an
dersgearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinwei
sen).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid vom 2
1.
Dezember 2017 (
Urk.
2) gestützt auf das Aktengutachten
von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
appara
tes
,
Kreisarzt,
vom 2
5.
September 2017 (
Urk.
9/23) davon aus, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden der Beschwerdeführerin im Bereich ihres rechten Kniegelenks und dem versicherten Unfallereignis vom 1
1.
April 2017 nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sei, weshalb eine Leistungspflicht für den am 1
8.
August 2017 gemeldete
n
Rückfall
beziehungsweise für die Zeit ab 1
7.
August 2017
zu verneinen sei (S. 6).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte
beschwerdeweise (
Urk.
1)
hiegegen
vor, dass
die Beschwerden im Bereich ihres rechten Kniegelenks, unter denen sie seit dem ver
sicherten Unfallereignis gelitten habe, erstellt seien, weshalb von einer richtung
gebenden Verschlimmerung des diesbezüglichen Vorzustandes durch das versi
cherte Unfallereignis auszugehen sei (S. 7). Insbesondere könne auf Grund der Lokalisation des Meniskusrisses nicht auf eine degenerative Genese geschlossen werden (S. 8). Da es sich beim fraglichen Meniskusriss sodann um eine unfall
ähnliche Körperschädigung im Sinne von
Art.
6
Abs.
2 UVG handle (S. 4), sei
die Kausalität
zu vermuten (S. 9). Sodann sei davon auszugehen, dass die Regelung der Leistungspflicht für Unfallfolgen bei einer Teilkausalität nach
Art.
36 UVG auch für unfallähnliche Körperschädigungen gemäss Art. 6
Abs.
2 UVG gelte, weshalb bei einem erstellten Meniskusriss eine Leistungspflicht
des Unfallversi
cherers
auch bei einer richtunggebenden Verschlimmerung eines (krankhaften) Vorzustandes am Knie
bestehe
(S. 10).
Exkulpieren könne sich der Unfallversi
cherer
daher
nur, wenn
auszuschliessen sei, dass der Meniskusriss eine «Conditio sine qua non» einer vorübergehenden Verschlimmerung darstelle und wenn
eine richtunggebende
Verschlimmerung
zu verneinen sei
(S. 11).
2.3
In der Beschwerdeantwort vom 1
4.
März 2018 (
Urk.
7) führte die Beschwerdegeg
nerin gestützt auf das Aktengutachten von PD
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Chirurgie,
ihrer Abteilung
Versicherungsmedizin vom 2
6.
Februar 2018 (
Urk.
8) aus, dass die Beschwerdeführerin am 1
1.
April 2017
einen
Unfall
erlitten habe
, weshalb
die
Bestimmung von
Art.
6
Abs.
2 UVG
betreffend unfallähnliche
Körperschädigungen
nicht zur Anwendung komme
. Selbst wenn
indes
wider Erwarten
Art.
6
Abs.
2 UVG, insbesondere bezüglich des Beweismasses, anzuwen
den sein
solle, liesse sich daraus nichts zu Gunsten der Beschwerdeführerin ab
leiten. Denn der horizontale
Meniskus
hinterhornriss
im Bereich des rechten Knie
gelenks, unter welchem sie leide,
sei von seiner Konfiguration her als degenerativ zu bezeichnen.
Der
Unfallmechanismus
sei sodann
nicht geeignet
gewesen
, eine Meniskusläsion auszulösen.
Es sei zudem
auch
eine
richt
unggebende Verschlim
merung des degenerativen Vorzustandes zu verneinen
(S. 3).
2.4
Streitig und zu prüfen ist im Folgenden daher die Leistungspflicht der Beschwer
degegnerin für die Folgen der
ab
dem 1
7.
August 2017 weiterbestehenden Beschwerden
der Beschwerdeführerin
im Bereich
ihres
rechten Kniegelenks. Nicht zum Streitgegenstand des vorliegenden Verfahren
s
gehört indes
die
Frage nach der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die Beschwerden im Bereich der Schulter der
Beschwerdeführerin. Denn
bei der
Schulter
und dem
rechte
n
Knie
gelenk
handelt es sich um gänzlich
verschiedene Körperteile
, deren
Krankheits
bilder
sich
nicht überschneiden
. Es ist daher n
icht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin mit
Verfügung vom 2
7.
September 2017 (Urk. 9/25 S. 1-2)
und
mit dem
angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
2
1.
Dezember 2017 (Urk. 2)
lediglich über ihre Leistungspflicht für die ab 1
7.
August 2017 weiterbe
stehenden Kniebeschwerden
,
nicht
hingegen
über ihre Leistungspflicht für die Folgen der
nach diesem Zeitpunkt weiterbestehenden
Schulterbeschwerden
d
er Beschwerdegegnerin verfügte.
3.
3.1
Den Akten ist zu entnehmen, dass
die Beschwerdegegnerin
das unbestrittene Un
fallereignis vom 11. April 2017
gegenüber der Beschwerdeführerin am
2
1.
April 2017 (
Urk.
9/3) anerkannt
hat und
für dessen Folgen
vorerst Taggeldleistungen (vgl.
Urk.
9/4) und Heilbehandlung (vgl.
Urk.
9/5) ausrichtete.
Nachdem die
Beschwerdegegnerin von der Beschwerdeführerin am
9.
August 2017
telefonisch über eine bevorstehende
Operation zur Behandlung
ihrer
Kniebeschwerden in Kenntnis gesetzt
worden war
,
wies diese die Beschwerdeführerin
an, ihr
durch ihre Arbeitgeberin
einen Rückfall zum Unfall vom 1
1.
April 2017 melden
zu las
sen (
Urk.
9/8), worauf die Arbeitgeberin der
Beschwerdeführerin
der Beschwerde
gegnerin am 1
8.
August 2017 im Rahmen einer Rückfallmeldung
Kenntnis von den
ab 1
7.
August 2017 erneut aufgetretenen Bes
chwerden
der Bes
chwerdefüh
rerin gab
(Urk. 9/9).
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
,
stellte in seinem Bericht
vom 3
1.
August 2017 (
Urk.
9/11)
hinsichtlich der Folgen des Un
falls vom 1
1.
April 2017
fest, dass
die Beschwerdeführerin seit der Erstbehand
lung vom 1
2.
April 2017 ununterbrochen
in seiner
ärztlichen
Behandlung ge
standen sei, und dass die Heilbehandlung der Unfallfolgen noch nicht abgeschlos
sen wor
den sei.
Er attestiert
e
der
Beschwerdeführer
in
für die Zeit vom 1
2.
bis 2
3.
April 2017 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
.
Am 1
9.
Dezember 2017 teilte
er
der Beschwerdegegnerin mit, dass er die Beschwerdeführerin
sowohl
wegen (unfall
bedingter) Schulter-
als wegen
Kniebeschwerden behandelt habe (
Urk.
9/45/1 in Verbindung mit
Urk.
9/43).
3.
3
Den Akten sind keine Hinweise zu entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin im Rahmen eines
Fallabschluss
es
(im formlosen Verfahren)
die
vorübergehenden Leistungen (Taggeld, Heilbehandlung)
für die Folgen
des
Unfall
s
vom 1
1.
April 2017
bereits
vor Erlass der Verfügung vom 2
7.
September 2017 (
Urk.
9/25 S.
1-2)
eingestellt hätte.
Insbesondere
lässt sich auf Grund des
zwischen den Part
e
ien geführten Telefongespräch
s
vom
9.
August 2017 (
Urk.
9/8)
nicht auf einen form
losen
Fallabschluss
schliessen
. Denn
darin setzte
die Beschwerdeführerin die Beschw
erdegegne
rin
darüber
in Kenntnis, dass die Behandlung der Unfallfolgen noch andauere
, und dass eine
Knieo
peration geplant sei
.
Damit übereinstimmend stellte auch
Dr.
B._
in seinem Bericht
vom 3
1.
August 2017 (
Urk.
9/11
S. 1
)
eine noch andauernde Unfallbehandlung fest
. Demzufolge steht fest, dass die Beschwerdegegnerin vor Erlass der Verfügung vom 2
7.
September 2017 (
Urk.
9/25 S. 1-2) in Bezug auf die Folgen des Unfalls vom 1
1.
April 2017 kein
en
Fallabschluss angeordnet hat
. Demzufolge stellte die
erneute Unfallmeldung vom 1
8.
August 2017 (
Urk.
9/9)
keine
Meldung eines Rückfalls
im Sinne von
Art.
11 UVV
zum Unfall vom 1
1.
April 2017
dar.
4.
4.1
Zu prüfen ist im Folgenden anhand der massgebenden medizinischen Akten, ob die Beschwerdegegnerin mit
Verfügung vom 2
7.
September 2017 (Urk. 9/25 S. 1-2)
beziehungsweise mit dem diese bestätigenden
Einsprache
entscheid
vom
2
1.
Dezemb
er 2017 (
Urk.
2) zu Recht
einen Anspruch auf
Versicherungsleistun
gen
für die
Knie
beschwerden der Beschwerdeführerin
verneinte
.
4.2
Mit Bericht vom 2
5.
April 2017 (
Urk.
9/12) stellten die Ärzte des
C._
fest, dass eine
gleichentags durchgeführte
Arthro
graphie
mittels Magnetresonanztomographie (
Magnetic
Resonance
Imaging; MRI) der linken Schulter und eine
gleichentags durchgeführte
MRI des rechten Knies der Beschwerdeführerin
in Bezug auf die linke
Schulter eine Tendinitis calcarea der Supraspinatussehne und eine
Burisitis
subacromilis
ergeben habe. Im Bereich
des rechten Knies
habe die MRI einen
k
leinsten, horizontal verlaufenden
, die
Meniskusunterfläche erreichenden
Riss im Hinterhorn unter Pars intermedia des medialen Meniskus sowie eine Chondropathie dritten Grades
retropatellär
medial und
eine solche
ersten bis zweiten
Grades
femorotibial
medial
ergeben
.
4.3
Dr.
B._
erwähnte in seinem Bericht vom 3
1.
August 2017 (
Urk.
9/11 S. 1),
dass die Beschwerdeführer
in
anlässlich der Erstbehandlung vom 1
2.
April 2017 unter einer Schwellung und
unter
einem Hämatom im Bereich ihres rechten Knies sowie unter einem
Supraspinatussehnensyndrom
im Bereich
ihrer
linken Schulter gelitten habe
. Er
stellte die folgenden Diagnosen:
-
Periarthropathia
humeroscapularis
(
PHS
) links
-
Hüftprellung rechts
-
Distorsion des linken o
beren Sprunggelenks (OSG)
-
Blockierungen im Bereich des rechten Knies
4.4
PD
Dr.
med.
D._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, diagnostizierte in seinem Bericht vom
5.
September 2017 (
Urk.
9
/16) einen Status nach
Kniedistorsion rechts mit Zuziehen einer medialen Meniskusläsion
und erwähnte, dass die MRI des rechten Kniegelenks
vom
5.
September
2017
eine sta
tionäre radiäre Rissbildung im medialen
Meniskushinterhorn
ohne Zeichen einer
osteochondralen
Schädigung oder Reizung
ergeben habe, und dass diesbezüglich eine arthroskopische mediale
Meniskusrevision
,
wahrscheinlich in Form einer
Teilmeniskektomie
, angezeigt sei (S. 1)
.
4.5
Mit Bericht vom
5.
September 2017 (
Urk.
9/18) erwähnten die Ärzte d
es
C._
, dass eine MRI des rechten Knies vom
5.
September 2017 im Vergleich zur
Voruntersuchung
(
vom
2
5.
April
2017
)
eine
weitgehend stationäre Darstellung des feinen horizontalen Risses im Hinterhorn und Pars intermedia des medialen Meniskus
sowie eine s
tationäre Chondropathie
dritten
Grad
es
retropatell
ar medial mit
regredienten
subkortikalen reaktiven
Alterationen
, ohne
Nachweis
neuer
osteochondraler
Läsionen
,
ergeben habe
.
4.6
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
und Traumato
logie des Bewegungs
apparates, Kreisarzt
der Beschwerdegegnerin, erwähnte in seinem Aktengutachten
vom 2
5.
September 2017 (
Urk.
9/23)
, dass
die MRI des rechten Kniegelenks der Beschwerdeführerin
eine
Signalauffälligkeit des
Hinter
horns
und der Pars Intermedia des innenseitigen Meniskus
ergeben habe, welche
r, wie dies bei einem
degenerativen Befund typisch
erweise zu erwarten sei,
im Inneren des Meniskus
gewebes lokalisiert
sei und
die Unterfläche im Sinne einer Läsion
erreiche
(S. 2)
.
In Berücksichtigung des angegebenen
U
nfallmechanismus, der zeitnah
durchgeführten MRI-Untersuchung des
link
en (richtig: rechten)
Knie
gelenks ohne Zeichen einer direkten Krafteinwirkung auf das Knie sowie
in Anbetracht
des Alters
der Beschwerdeführerin sei
mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit
davon auszugehen, dass
die geklagten Beschwerden
im Bereich des rech
ten Kniegelenks der Beschwerdeführerin
nicht unfallkausal
seien,
sondern
dege
nerativer Genese
und
auf Abnützung zurückzufüh
ren
seien
(S. 4).
4.7
In seinem Aktengutachten vom 2
6.
Februar 2018 (
Urk.
8)
stellte
PD
Dr.
A._
, Facharzt für Chirurgie, Abteilung Versicherungsmedizin
der Beschwerde
gegnerin,
fest, dass die
MRI-Untersuchung
en des rechten Knies der Beschwerde
führerin
vom
2
5.
April
2017
und vom
5.
September 2017
einen kleinen horizon
talen Riss
im
medialen
Meniskus
hi
nterhorn
und eine stationäre Chondropathie
dritten
Grad
es
retropatellär
medial
ergeben habe
. Unter
Hinweis
en
auf die ortho
pädische Fachliteratur
führte er
aus, dass
ein traumatischer
Meniskusriss
meist
auf
eine plötzliche Rotationsbewegung
zurückzuführen sei
(S.
12). Aus diesem Grund handle
es sich bei vertikalen Meniskusrisse
n
grundsätzlich
eher
um
akut-traumatische Rissformen
. Demgegenüber stellten
horizontale
Meniskusr
isse
n
eher Verletzungen in einem vorgeschädigten, degenerativen Meniskus
dar
(S. 13).
Auf
G
rund des geschilderten Unfallmechanismus
sei eine
Rotationsbewegung des Knies bei fixiertem
Fuss
vorliegend
eher unwahrscheinlich
. Vielmehr
dürfte
es
anlässlich des versicherten Unfallereignisses
zu einer Kontusion des
rechten
Knies gekommen sein, entweder durch
einen
direkten Anprall des rückwärtsfahrenden Autos oder in
folge des Sturzes auf den Boden (S. 14).
Zudem hätten die ventralen Weichteile des Knies eine massive Signalintensitäts
steigerung gezeigt, was mit einem direkten Aufprall beziehungsweise einer Kontusion gut vereinbar sei.
Der
mittels MRI
festgestellte feine, horizontale mediale
Meniskushinterhorn
riss
sei indes
auf
G
rund des geschilderten Unfallmechanismus, des klinischen Befundes u
nd der Bildgebung
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
als degenerati
v und nicht als unfallkausal zu werten.
Interessant
seien zudem
die nicht unfallbedingten Zu
satzbefunde am vorderen Kreuzband und an der Rückfläche der Patella, die mit Schäden von einer Kampfsportart
, wie sie von der Beschwerdeführerin ausgeführt worden sei,
gut korrelier
t
en
.
In diesen Zusammenhang
könne
auch der dege
ne
rative, nicht traumatische Me
niskusschaden g
estellt werden (S.
15).
5.
5.1
Den erwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerde
füh
rerin nach dem versicherten Unfallereignis vom
1
1.
April 2017
, als sie
als
Motor
radfahrerin von einem rückwärtsfahrenden Personenwagen angefahren
wurde
und vom Motorrad stürzte (Urk. 9/1)
, unter anderem unter Blockierungen im Bereich des rechten Kniegelenks litt (vorstehend E. 4.3). Die am
2
5.
April 2017
durchgeführte
MRI des rechten Knies
ergab neben einer
Chondropathie
retro
patellär
medial und
femorotibial
medial
einen kleinen horizontal verlaufenden Riss des medialen Meniskus im Hinterhorn (vorstehend E. 4.2), welche
r
eine arthroskopische Meniskusrevision
erforderte (vorstehend E.
4.4
).
Dr.
Z._
hielt
in seinem Aktengutachten vom
2
5.
September 2017
fest
(
vorstehend E.
4.6
)
, dass eine Unfallkausalität dieses Meniskusrisses zu verneinen sei,
und
dass
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen sei,
dass die geklagten Beschwerden im Bereich des rechten
Kniegelenks nicht unfallkausal
,
sondern
degenerativer Genese seien (
vorstehend E. 4.6
).
Damit übereinstimmend vertrat PD
Dr.
A._
in seinem
Aktengutachten vom 2
6.
Februar 2018 (
vorstehend E.
4.7
)
die Ansicht,
dass es auf
Grund des geschilderten Unfallmechanismus
höchstwahr
scheinlich lediglich
zu einer Kontusion des
rechten
Knies
gekommen sei, und dass
eine Rotationsbewegung des Knies bei fixiertem Fuss
, welche geeignet
gewesen
wäre, einen traumatischen Meniskusriss zu verursachen,
eher unwahrscheinlich
sei, weshalb davon auszugehen sei, dass der
mittels MRI festgestellte feine, hori
zontale
Riss des
mediale
n
Meniskushinterhorn
s
mit überwiegender Wahrschein
lichkeit
eine
degenerativ
e Ursache habe und
nicht unfallkausal
sei.
5.2
Die Beurteilung
en
durch
Dr.
Z._
und PD
Dr.
A._
erfüllen
die nach der Rechtspre
chung für eine beweiskräf
tige medizi
nische Ent
scheidungs
grundlage vor
aus
ge
setzten
Kri
terien (vgl. vor
steh
end E.
1.7
). Denn
als
Fachärzte für
Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
beziehungsweise für Chirurgie verfügten
sie
über eine für die Beurteilung
des
streitigen
Gesund
heitsschadens im Bereich
des
rechten Kniegelenks der Beschwerdeführerin
ange
zeigte medi
zinische Weiter
bildung. Andererseits setzte
n
sie
sich einge
hend mit den
me
dizi
nischen
Vorakten
und den Ergebnissen der
bildgebenden Untersu
chungen auseinander und begrün
dete
n
ihre
Schluss
fol
gerungen, wonach
der Meniskusriss im medialen Hinterhorn und die
Chondropathie
retropatellär
im B
ereich
des rech
ten Kniegelenks
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht durch das versi
cherte Unfallereignis beziehungsweise nicht durch ein Trauma verursacht worden seien, sondern
Folgen
ein
es degenerativen
Geschehens darstellten
,
in nach
voll
zieh
barer Weise
.
PD
Dr.
A._
legte sodann in nachvollziehbarer Weise
unter Hin
weis auf
die
medizinische Fachliteratur dar, dass
einerseits
auf Grund des hori
zontalen
Verlauf
s
des vorliegenden
Meniskushinterhornriss
es
nicht
auf
eine trau
matische Ursache
,
sondern
auf
eine degenerative Genese
zu schliessen sei
, und dass andererseits auf
Grund des Unfallmechanismus
davon auszugehen sei, dass dieser keine
Rotationsbewegung des Knies bei fixiertem Fuss
beinhaltet habe
,
sondern
zu
einer Kontusion des Knies
geführt habe. Der Unfallmechanismus sei daher
nicht geeignet
gewesen
, den vorliegenden
Meniskushinterhornriss
zu ver
ursachen
. PD
Dr.
A._
begründete alsdann in nachvollziehbarer Weise,
weshalb
auf Grund des Unfallmechanismus, des klinischen Befundes und der Bildgebung
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen sei, dass der kleine
horizontale mediale
Meniskushinterhorn
riss
nicht durch das versicherte Unfall
ereignis verursacht worden
sei
,
sondern auf ein degeneratives Geschehen zurück
zuführen sei.
5.3
D
ie Beurteilung
en
durch Dr.
Z._
und PD
Dr.
A._
vermögen
grundsätzlich die für eine
beweis
kräf
tige medizi
nische Ent
scheidungs
grundlage vor
aus
ge
setzten Kriterien
zu erfüllen. Dabei schadet nicht, dass es sich um Aktengutachten han
delt, da auch reinen Aktengutachten voller Be
weiswert zukommen kann, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesent
li
chen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden me
dizini
schen
Sachverhalts geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinwei
sen). Dies ist vorliegend der Fall.
Einer Ak
tenbeurteilung stand daher nichts ent
gegen.
5.4
Nicht zu folgen ist der
Beschwerdeführer
in
, wenn
sie
geltend machen will, dass
auf Grund der Lokalisation des Meniskusrisses nicht auf eine degenerative Genese geschlossen werden
könne (vorstehend E. 2.2). Denn PD
Dr.
A._
legte in seinem Aktengutachten unter Hinweis auf die massgebende medizinische Fachliteratur in nachvollziehbarer Weise dar, dass
der horizontale Verlauf des
Meniskushinter
hornrisses
nicht
auf
eine traumatische Ursache
,
sondern
auf
eine degenerative Genese
hindeute, und dass
das Unfallgeschehen beziehungsweise
der Unfallme
chanismus
nicht auf ein Geschehen schliessen
liessen
,
wie beispielsweise eine Rotationsbewegung des Knies bei fixiertem Fuss
,
welches geeignet gewesen wäre, den vorliegenden
Men
iskushinterhornriss
zu erklären
.
5.5
In Bezug auf die Beurteilung
en
durch
Dr.
Z._
, einem Kreisarzt der Beschwer
degegnerin,
und
durch
PD
Dr.
A._
,
einem Arzt
der Abteilung Versicherungs
medizin
der Beschwerdegegnerin,
gilt es indes zu beachten,
dass Berichten versi
che
rungs
in
terner medizinischer Fachpersonen rechtspre
chungsgemäss zwar Beweis
wert zukommt, dass diesen Berichten indes nicht dieselbe Beweiskraft wie einem ge
richtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts (ATSG) vom Versiche
rungsträ
ger in Auftrag gegebenen externen Gutachten zu
erkannt wird, wes
halb bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche
rungsin
ternen ärztlichen Feststellungen ergän
zende Abklärungen vorzuneh
men sind (BGE 135 V 471 E. 4.6). Anlass zu solchen Zwe
ifeln besteht hier jedoch nicht, da sich
die behandelnden
Ärzte, insbesondere
Dr.
B._
und
PD
Dr.
D._
nicht hinreichend
mit der Frage nach der Kausalität des Meniskusschadens beziehungsweise des
Meniskushinterhornrisses
im Bereich des rechten Kniege
lenks der Beschwerdeführerin befasst haben.
Aus diesem Grund vermögen es deren
Beurteilungen
nicht, die nachvollziehbaren
und schlüssigen
Beurteilungen durch
Dr.
Z._
und PD
Dr.
A._
in Zweifel zu ziehen
. Auf die Aktengutach
ten von
Dr.
Z._
und PD
Dr.
A._
kann
vorliegend
daher
abgestellt werden
.
6
.
6
.1
Gestützt auf die nachvollziehbare
n
und schlüssige
n
Beur
tei
lung
en
von
Dr.
Z._
und PD
Dr.
A._
steht damit mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit fest, dass die
Gesundheitsbeeinträchtigungen im Bereich
des rechten
Kniege
lenks der Beschwerdeführerin nicht durch das versicherte Unfallereignis vom 1
1.
April 2017 verursacht wurden
,
und
dass sie nicht auf eine traumatische Ursache, son
dern
auf ein degeneratives Geschehen zurückzuführen sind
.
6.
2
Da davon auszugehen ist, dass ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergeb
nis
mit
überwiegend
er
Wahrscheinlichkeit
nichts änder
te
n, besteht für weitere Abklärungen keine Notwendigkeit und es ist von einer Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Durch
führung solcher abzusehen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
6
.3
Obwohl für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erfor
der
lich ist, dass der Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesund
heitlicher Störungen ist (vgl. vorstehend E.; BGE 129 V 177 E. 3.1), steht auf Grund der Beur
tei
lung
en
durch
Dr.
Z._
und PD
Dr.
A._
fest, dass die
gesundheitlichen
Beeinträchtigungen im Bereich des rechten Kniegelenks der Beschwerdeführerin
im Sinne eines
Meniskushinterhornrisses
und einer Chondropathie nicht durch das versicherte Unfallereignis vom 1
1.
April 2017 verursacht wurde. Vielmehr handelte sich bei der Gesundheitsbeeinträchtigung im Bereich des rechten Knie
gelenks um einen zuvor stummen Vorzustand, welcher durch den versicherten
Unfall lediglich
vorübergehend während einiger weniger Wochen
aktiviert wor
den ist
, ohne dass es zu einer richtunggebenden Verschlechterung gekommen wäre. Demzufolge ist
davon auszugehen, dass
in Bezug auf den Gesundheitsscha
den im Bereich des rechten Knies
am 1
7.
August 2017 der Status quo sine erreicht war. Spätestens ab diesem
Zeitpunkt
stellt das versicherte Unfallereignis
für die weiterbestehenden Beschwerden
im Bereich des rechten Kniegelenks
der Beschwerdeführerin
daher auch keine Teilur
sache mehr dar
.
7.
7.1
Zu prüfen bleibt, ob
die Beschwerdeführerin aus
Art.
6
Abs.
2 UVG etwas zu ihren Gunsten ableiten kann.
7.2
Gemäss dem Wortlaut der
seit
1.
Januar 2017 in Kraft stehenden revidierten Bestimmung von
Art.
6
Abs.
2 UVG
besteht bei Vorliegen einer Listenverletzung eine Leistungspflicht nur dann, soweit die Körperschädigung nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Dabei dürfte «vorwiegend» wohl analog zu
Art.
9
Abs.
1 UVG mit mehr als 50
%
aller mitwirkenden Ursa
chen zu verstehen sein (
André
Nabold
, in:
Marc
Hürzeler
, Ueli Kieser
[Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht -
Bundesgesetz über die Unfall
versicherung
, Bern 2018,
Art.
6 UVG N 44;
Markus
Hüsler
, Erste UVG-Revision: wichtigste Änderungen und mögliche Probleme bei der Umsetzung, SZS 2017 S. 26 ff.,
S. 34).
Demnach
dürfte
eine Leistungspflicht des Unfallversicherers grundsätzlich
im Sinne einer
gesetzliche
n
Vermutung
bereits dann gegeben sein
, wenn eine der aufgeführten Listenverletzungen diagnostiziert
wurde
. Der von Gesetzes wegen vermutete Leistungsanspruch der versicherten Person bei Vorlie
gen einer der Listendiagnosen kann vom Unfallversicherer jedoch umgestossen werden, wenn er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweist, dass die Kör
perschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (vgl.
Hüsler
, a.a.O. S. 33).
7.3
Mit
«Abnützung oder Erkrankung»
dürfte der Gesetzgeber das
Gegenteil eines medizinischen Traumas gemeint
haben
. Eine Leistungspflicht
der Unfallversiche
rung für eine Listenverletzung setzt
e
damit voraus, dass diese vorwiegend auf einem
Trauma im medizinischen Sinn beruht
e (vgl.
Nabold
, a.a.O.,
N 45)
.
Mit Blick auf den Wortlaut von
Art.
6
Abs.
2 UVG, welcher nunmehr bereits bei einer vorwiegenden Verursachung durch Abnützung oder Erkrankung eine Leistungs
pflicht ausschliesst,
dürfte an der zu der bis 3
1.
Dezember
2016 in Kraft gestan
denen
Bestimmung von
a
Art
.
9
Abs.
2 UVV
ergangenen Rechtsprechung
, wonach
eine Leistungspflicht der Unfallversicherung bereits dann
bestand
, wenn eine Listenverletzung nur teilweise durch einen äusseren Faktor verursacht wurde
(vgl. BGE 123 V 43)
,
daher
nicht festgehalten werden (vgl.
Nabold
, a.a.O., N 46).
7.4
Bis anhin hat die Rechtsprechung
indes
noch nicht entschieden, ob die Neurege
lung des Leistungsanspruchs bei unfallähnlichen Körperschädigungen
gemäss
der seit
1.
Januar 2017 in Kraft stehenden revidierten Bestimmung von
Art.
6
Abs.
2 UVG Auswirkungen
auf diejenigen Fälle
hat, welche sowohl die Voraussetzungen eines Unfalles als auch einer Listenverletzung erfüllen (vgl.
Hüsler
,
a.a.O.,
S. 35).
Diese Frage bezi
ehungsweise die Frage nach einer
Leistungspflicht des Unfallver
sicherers
gestützt auf
Art.
6
Abs.
2 UVG in
den
jenigen
Fällen, in welchen
sowohl
die Unfallkausalität einer Listenverletzung
als auch eine
vorwiegend auf Abnüt
zung oder Erkrankung zurückzuführen
de Ursache zu verneinen
wäre
,
wenn mit
hin
die Listenkrankheit durch ein anderes Trauma als das versicherte Unfallereig
nis verursacht worden
wäre
, kann vorliegend
jedoch
offenbleiben.
7.5
Denn
v
orliegend
ist
, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
6.1
),
gest
ützt auf die nachvollziehbaren Beur
tei
lungen
durch
Dr.
Z._
und PD
Dr.
A._
mit über
wiegender Wahr
scheinlichkeit
davon auszugehen
, dass die Gesundheits
beein
trächtigungen im Bereich des rechten Kniegelenks der Beschwerdeführerin
weder
durch das versicherte Unfallereignis vom 1
1.
April 2017
noch durch ein anderes Trauma verursach
t
wurden
, sondern auf ein degeneratives Geschehen zurückzu
führen sind.
Demnach steht gestützt auf die
Beur
tei
lungen
durch
Dr.
Z._
und
durch
PD
Dr.
A._
fest, dass der
Meniskushinterhornriss
im Bereich des rechten Kniegelenks der Beschwerdeführerin vorwiegend auf eine
Abnützung oder Erkrankung
im Sinne von
Art.
6
Abs.
2 UVG zurückzuführen ist.
7.6
Unter diesen Umständen wäre eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin selbst dann zu verneinen, wenn diese Frage nicht nur nach
den
für Unfallfolgen geltenden
Regeln
,
sondern zusätzlich auch nach den
für unfallähnliche Körper
schädigungen geltenden
Bestimmung
en
zu beurteilen wäre
. Demzufolge kann
vorliegend
die Frage, ob
die revidierte
Bestimmung von
Art.
6
Abs.
2 UVG
auf den
vorliegend
en Sachverhalt anzuwenden ist,
offenbleiben.
8
.
Nach Gesagtem ist daher nicht zu beanstanden,
dass die Beschwerdegegnerin mit
Verfügung vom 2
7.
September 2017 (Urk. 9/25 S. 1-2)
beziehungsweise mit dem diese bestätigenden
Einspracheentscheid
vom
2
1.
Dezember 2017 (Urk. 2)
eine Leistungspflicht für die ab dem 1
7.
August 2017 weiterbestehenden Beschwerden im Bereich des rechten Kniegelenks der Beschwerdeführerin verneinte und auf diesen Zeitpunkt hin die
vorüber
gehenden Leistungen (Taggeld und Heilungskos
ten) einstellte
.
Denn einerseits steht nach Gesagtem
(vorstehend E.
6.1
)
fest, dass spätestens zu diesem Zeitpunkt b
ezüglich
des versicherten Unfallereignisses vom 1
1.
April 2017 der
Status quo sine
vel
ante
e
rreicht wurde. Andererseits ist, wie erwähnt
(vorstehend E.
7.5
)
,
vorliegend
davon auszugehen, dass die Beschwerden im Bereich des rechten Kniegelenks der Beschwerdeführerin
auf ein degeneratives Geschehen und damit
vorwiegend auf eine Abnützung oder
eine
Erkrankung
(
im Sinne von
Art.
6
Abs.
2 UVG
)
zurückzuführen sind.
Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen.