Decision ID: 970c8ecc-d184-46e6-9f29-f49b6f455be4
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. B._ ist Präsident der Stiftung A._ mit Sitz in C._.
Die Zustelladresse des Stiftungspräsidenten und Vertreters der Stiftung
lautet D._, E._. Die Stiftung beschäftigt zuweilen für
Unterhaltsarbeiten an der F._ drei Personen, die zusammen im
Jahr 2020 einen Lohn von CHF 1'740.00 erhalten haben.
2. Mit Schreiben vom 19. Mai 2021 mit dem Betreff "Mahnung Einreichung
Lohndeklaration" teilte die AHV-Ausgleichskasse des Kantons
Graubünden (nachfolgend AHV-Ausgleichskasse) dem
Stiftungspräsidenten B._ mit, die Arbeitgeber seien verpflichtet,
die Löhne innert 30 Tagen nach Ablauf der Abrechnungsperiode mit der
AHV-Ausgleichskasse abzurechnen. Da die Lohndeklaration (für das Jahr
2020) aber bis zum 31. Januar 2021 nicht bei ihr eingegangen sei, sei ihm
daraufhin am 8. Februar 2021 eine kostenlose Erinnerung zugesandt
worden, mit verlängerter Einreichungsfrist bis zum 10. März 2021. Da die
AHV-Ausgleichskasse auch bis zu diesem Datum keine Deklaration
erhalten habe, sei ihm am 17. März 2021 eine kostenpflichtige Mahnung
zugesandt worden. Die Lohndeklaration sei dann schlussendlich am 23.
März 2021 bei der AHV-Ausgleichskasse eingegangen, trotzdem sei die
Mahnung (CHF 50.00) sowie die verrechnete Mahngebühr gerechtfertigt
und daher bis zum 31. Mai 2021 zu begleichen. Diese Mahnung resp.
Zahlungsaufforderung blieb aber unbeachtet.
3. Mit Verfügung vom 2. November 2021 veranlagte die AHV-
Ausgleichskasse gegenüber der Stiftung A._ zugestellt an deren
verantwortlichen Stiftungspräsidenten B._, fakturierte, jedoch
nicht bezahlte Mahngebühren gemäss Art. 34a AHVV in der Gesamthöhe
von CHF 70.30 (bestehend aus Mahngebühr CHF 50.00 und
Betreibungskosten CHF 20.30). Nach Ablauf der Rechtsmittelfrist von 30
Tagen werde diese Verfügung rechtskräftig. Mit Eintritt ihrer Rechtskraft
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werde der im Betreibungsverfahren Nr. G._ des Betreibungsamtes
H._ erhobene Rechtsvorschlag beseitigt.
4. Dagegen erhob der Stiftungspräsident B._ am 1. Dezember 2021
Einsprache bei der AHV-Ausgleichskasse mit den (sinngemässen)
Begehren um Aufhebung der angefochtenen Veranlagungsverfügung vom
2. November 2021 und vollständigen Verzicht auf die unrechtmässig
erhobenen Kosten.
5. Mit Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2021 wies die AHV-
Ausgleichskasse die Einsprache der Stiftung A._ bzw. ihres
Vertreters B._ ab. Die auferlegte Mahngebühr von CHF 50.00 sei
zu Recht erhoben worden und somit geschuldet. Demzufolge sei auch die
Betreibung für diese Mahngebühr zu Recht erfolgt. Die Betreibungskosten
seien deshalb ebenfalls geschuldet.
6. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Stiftung A._
(nachfolgend Beschwerdeführerin), vertreten durch ihren
Stiftungspräsidenten B._, am 12. Januar 2022 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden, mit sinngemäss folgenden
Anträgen: (1) Der Einsprache-Entscheid vom 13. Dezember 2021 sei unter Berücksichtigung der Geschichte dieses Falles zu revidieren und die Abweisung rückgängig zu machen. (2) Die Veranlagungsverfügung vom 2. November 2021 über die Mahngebühren von Fr. 50.00 und die Betreibungskosten von Fr. 20.30, Total Fr. 70.30 sei von der SVA Graubünden zurückzuziehen. (3) Der Einsprache-Entscheid vom 24. September 2021, bei welchem unsere Einsprache gestützt worden ist, sei zu würdigen und es dürfe keine neue Verfügung über die Mahngebühren an die Stiftung A._ gestellt werden. (4) Der Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes H._ über Fr. 70.50 sei zurückzuziehen. (5) Die SVA habe den von ihr für 2020 einbezahlten und von der SVA unrechtmässig erhobenen Beitrag für die beiden (namentlich genannten) Pensionierten (Angestellten) zurückzuerstatten. Die Summe dieser Gutschrift betrage Fr. 128.05. (6) Die Kosten für das Verfahren beim Verwaltungsgericht Graubünden seien von der Sozialversicherungsanstalt / AHV Ausgleichskasse des Kantons Graubünden zu bezahlen.
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Zur Begründung ihrer Anträge brachte die Beschwerdeführerin im
Wesentlichen vor, dass die verantwortlichen (namentlich aufgezählten)
Personen der SVA Graubünden (AHV-Ausgleichskasse) – so der
Abteilungsleiter Finanz- und Rechnungswesen, der Teamleiter
Abrechnungsverfahren, der Teamleiter Beiträge sowie dessen
Stellvertreter – für ihre willkürlichen Entscheide, die auf unpassende
Artikel der AHVV verwiesen, zu rügen seien. Im AHVG seien in keinem
Artikel Grundlagen für Mahngebühren festgehalten. Auch fehle ein Tarif
für Mahngebühren. Wenn in einem Gesetz keine Bussen (Mahngebühren)
mit entsprechenden Beträgen festgelegt seien, bestehe gemäss Art. 1
StGB keine Berechtigung zur Verhängung einer Strafe oder einer
Massnahme. In den verschiedenen Schreiben der SVA seien zahlreiche
Artikel – so mehrmals Art. 34a AHVV, sowie Art. 38 AHVV, Art. 39 AHVV,
Art. 205 AHVV und Art. 206 AHVV – als Grundlage herangezogen worden.
Aus keiner dieser Bestimmungen könne aber ein Recht abgeleitet werden,
Mahngebühren zu verlangen. Dasselbe gelte für die zitierten Randziffern
2198 und 2199 aus der WBB Wegleitung. Es fehle gesetzlich ein klarer
Bezug, dass die SVA Mahngebühren für die verspätete Eingabe der
Lohndeklaration erheben dürfe. Das Ganze mute daher als
Behördenwillkür an. Die SVA wolle gegenüber der Stiftung A._
eine Massnahme erzwingen, wozu sie nicht das Recht habe. Sie habe im
vergangenen Jahr 2021 viele Male mit Verweis auf die immer gleichen,
nicht validen Artikel aus der AHVV versucht, die Begleichung der
unrechtmässig erhobenen Mahngebühr durchzusetzen. Die SVA hätte
spätestens nach der Einsprache vom 17. Juli 2021 gegen die
Veranlagungsverfügung vom 22. Juni 2021 diese Akte schliessen und die
Mahngebühren erlassen müssen. Stattdessen habe sie trotz Gutheissung
der Einsprache in einer weiteren Veranlagungsverfügung vom 4.
November 2021 dieselben Fr. 70.30 wieder eingefordert. Das sei reine
Zwängerei von Beamten, die doch längst hätten erkennen müssen, dass
sie keine Rechtsgrundlage für ihr Tun haben. Auch hätten die
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Verantwortlichen bei der SVA berücksichtigen können, dass sie bereits am
7. Mai 2020 eine Lohnmeldung von der (namentlich genannten/noch nicht
pensionierten) Mitarbeiterin erhalten habe. Die Beschwerdeführerin habe
schon damals den Versicherungsbeitrag entrichten wollen, was aber nicht
bewilligt worden sei. Im Übrigen unterhielten die Stiftungsmitglieder und
Helfer seit Jahren den Burgplatz, die steilen Zugänge, und die
Burgmauern in Fronarbeit. Sie leisteten damit einen Beitrag für die
touristische und kulturelle Vielfalt des I._.
7. Mit Vernehmlassung vom 28. Januar 2022 beantragte die AHV-
Ausgleichskasse des Kantons Graubünden (nachfolgend
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Primär werde auf
die Begründung im angefochtenen Einspracheentscheid verwiesen, an der
vollumfänglich festgehalten werde. Vorliegend bilde einzig der
Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2021 das Anfechtungsobjekt.
Gegenstand der rechtlichen Auseinandersetzung sei hier somit nur die
Frage, ob die der Beschwerdeführerin von ihr auferlegte Mahngebühr von
CHF 50.00 (samt Betreibungskosten von CHF 20.30) für das
Nichteinreichen der Lohndeklaration des Jahres 2020 innert Frist
rechtmässig sei. Die Leistungen der Beschwerdegegnerin würden
hauptsächlich durch Beiträge der Versicherten und der Arbeitgeber
finanziert. Dementsprechend sei sie auf fristgerechte Beitragszahlungen
angewiesen. Die Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht des
Arbeitgebers (u.a. müsse dieser die jährliche Lohndeklaration gemäss Art.
36 Abs. 2 AHVV spätestens bis zum 30. Januar nach Ende des
Beitragsjahres bei der Beschwerdegegnerin einreichen, damit die
definitiven Beiträge festgesetzt werden könnten) sei eine öffentlich-
rechtliche Aufgabe, deren Nichterfüllung eine Missachtung gesetzlicher
Vorschriften darstelle. Der Beitragsbezug der Beschwerdegegnerin sei
straff ausgestaltet, was letztlich im Interesse der Versichertengemeinschaft
liege. Der Grossteil der Beitragspflichtigen komme denn auch seinen
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Zahlungs- und Abrechnungspflichten innerhalb der gesetzlich
vorgegebenen Termine korrekt nach. Die mit der Mahnung nach Art. 34a
Abs. 2 AHVV erhobenen Mahngebühren dienten in diesem
Zusammenhang der Einhaltung der gesetzlichen Fristen und stellten eine
Gegenleistung für die mit der Mahnung verbundenen Umtriebe der
Beschwerdegegnerin dar. Würde auf die Mahngebühren verzichtet, müsste
der entstandene Aufwand durch die allgemeinen
Verwaltungskostenbeiträge abgegolten werden, womit auch die korrekt
zahlenden und abrechnenden Versicherten und Arbeitgeber für die
Säumigen geradestehen müssten.
8. Es erfolgte kein weiterer Schriftenwechsel.
Auf die zusätzlichen Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften,
den angefochtenen Einspracheentscheid sowie die übrigen Beweismittel
wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
II. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:
1.1. Nach Art. 84 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) entscheidet, in
Abweichung von Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), über
Beschwerden gegen Verfügungen und Einspracheentscheide kantonaler
Ausgleichskassen das Versicherungsgericht am Ort der Ausgleichskasse.
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet ein
Einspracheentscheid der Ausgleichskasse Graubünden, so dass die
örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden
zu bejahen ist. Die sachliche Zuständigkeit des streitberufenen Gerichts
zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus Art. 57
ATSG in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
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Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das
Verwaltungsgericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden
gegen Einspracheentscheide und Verfügungen in
Sozialversicherungssachen beurteilt, die nach Bundesrecht der
Beschwerde unterliegen. Die Beschwerdelegitimation der
Beschwerdeführerin ergibt sich aus deren Stellung als formelle und
materielle Adressatin des Einspracheentscheids (vgl. Akten der
Beschwerdeführerin [Bf-act.] 1; Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.]
6). Die Beschwerdeführerin ist – als AHV-lohnabrechnungspflichtige
Arbeitergeberin im Jahr 2020 (Bf-act. 4; Bg-act. 46) – vom angefochtenen
Entscheid berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen
Aufhebung oder Änderung auf (Art. 59 ATSG). Demnach ist sie zur
Beschwerde legitimiert. Als gesetzlicher Vertreter und handelndes Organ
der Beschwerdeführerin fungiert Stiftungspräsident B._ (mit
Zustelladresse an dessen Wohnsitz in E._). Auf die im Übrigen
frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist daher – mit Ausnahme
der in den Erwägungen 1.3., 1.4. und 1.5. nachfolgend genannten Gründe
– einzutreten.
1.2. Das Verwaltungsgericht entscheidet in einzelrichterlicher Kompetenz,
wenn der Streitwert CHF 5'000.00 nicht überschreitet (Art. 43 Abs. 3 lit. a
VRG) und keine Fünferbesetzung (Art. 43 Abs. 2 VRG) vorgeschrieben ist.
Ausgangspunkt für die Bemessung des Streitwerts ist vorliegend die nicht
bezahlte Mahngebühr (CHF 50.00) und die zugehörigen
Betreibungskosten (CHF 20.30), zusammen CHF 70.30. Da der Streitwert
somit klarerweise unter CHF 5'000.00 liegt und die Streitsache nicht in
Fünferbesetzung entschieden werden muss, ist die Zuständigkeit der
Einzelrichterin gegeben.
1.3. Nicht eingetreten werden kann auf die Ziffer 2 des Rechtsbegehrens der
Beschwerdeführerin, da Anfechtungsgegenstand ausschliesslich der
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angefochtene Einsprachenentscheid bildet. Bei Erhebung einer
Einsprache wird das Verwaltungsverfahren erst durch den
Einspracheentscheid abgeschlossen, welcher die ursprüngliche
Verfügung ersetzt. Für eine spätere richterliche Beurteilung sind denn
auch grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Erlasses
des strittigen Einspracheentscheids massgebend (siehe BGE 133 V 50
E.4.2.2, 132 V 368 E.6.1, 131 V 407 E.2.1.2.1). Auf das Begehren um
Aufhebung der Veranlagungsverfügung vom 2. November 2021 ist somit
nicht einzutreten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_648/2020 vom 21.
Januar 2021 E.1.2).
1.4. Nicht eingetreten werden kann auch auf Ziffer 4 des Rechtsbegehrens der
Beschwerdeführerin, worin beantragt wurde, den Zahlungsbefehl des
Betreibungsamtes H._ über CHF 70.50 aufzuheben. Das
Verwaltungsgericht ist dazu mangels sachlicher Zuständigkeit nicht
befugt.
1.5. Ebenfalls nicht eingetreten werden kann auf Ziffer 5 des Rechtsbegehrens
der Beschwerdeführerin betreffend Rückerstattung der (angeblich) zu viel
bezahlten Sozialversicherungsbeiträge im Umfang von CHF 128.05. Da
es sich bei der Schlussrechnung vom 23. März 2021 (Bg-act. 43) um keine
Verfügung handelt, liegt kein Rückkommenstitel weder für eine
prozessuale Revision (Art. 53 Abs. 1 ATSG) noch für eine
Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) vor. Streitgegenstand ist die mit
Veranlagungsverfügung vom 2. November 2021 geltend gemachte
Mahngebühr von CHF 50.00 zuzüglich Betreibungskosten von CHF 20.30,
insgesamt CHF 70.30, und dies ist auch im angefochtenen
Einspracheentscheid als Anfechtungsgegenstand geprüft worden. Eine
Rückforderung von Sozialversicherungsbeiträgen gestützt auf die
Schlussrechnung der Lohnbeiträge 2020 vom 23. März 2021 ist nicht
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Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens, sodass darauf nicht
einzutreten ist.
2. Inhaltlich gilt es zunächst auf die Chronologie der Ereignisse hinzuweisen:
Am 27. November 2020 wurde die Beschwerdeführerin von der
Beschwerdegegnerin zur Lohndeklaration für 2020 eingeladen (Bf-act. 4;
Bg-act. 46). Mit Erinnerungsschreiben vom 8. Februar 2021 teilte die
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit, dass sie die
Lohndeklaration bis dato nicht zurückerhalten habe, und forderte sie auf,
dies bis zum 10. März 2021 nachzuholen. Falls die Beschwerdeführerin
die neue Frist nicht einhalte, werde eine gebührenpflichtige Mahnung von
CHF 50.00 zugesandt und überdies könnten Verzugszinsen anfallen (Bf-
act. 19; Bg-act. 45). Mit Schreiben vom 17. März 2021 liess die
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin eine gebührenpflichtige
Mahnung über CHF 50.00 infolge ausstehender Lohndeklaration 2020
zukommen. Die Rechnung werde zu einem späten Zeitpunkt gestellt. Die
(fehlende) Lohndeklaration sei vollständig ausgefüllt bis 17. Mai 2021
einzureichen (Bf-act. 18; Bg-act. 44). Am 18. März 2021 unterzeichnete
der Stiftungspräsident die Lohndeklaration 2020, wonach die Stiftung im
Jahr 2020 beitragspflichtige Löhne ausbezahlt habe, welche am 23. März
2021 bei der Beschwerdegegnerin einging (Bg-act. 42). Mit
Schlussrechnung vom 23. März 2021 erhob die Beschwerdegegnerin
gegenüber der Beschwerdeführerin Lohnbeiträge für 2020 über total CHF
286.65 (inkl. Mahngebühren CHF 50.00) (Bf-act. 15; Bg-act. 43). Laut
handschriftlichen Korrekturen des Stiftungspräsidenten B._
erachtete er die Mahngebühr von CHF 50.00 als ungerechtfertigt, weshalb
er sie strich, und CHF 236.65 überwies. Damit jedoch – so ist seinen
nachträglichen handschriftlichen Notizen zudem zu entnehmen – seien
insgesamt CHF 128.05 zuviel bezahlt worden (CHF 236.65 – CHF
108.60), da zu hohe Beiträge (für zwei pensionierte Mitarbeitende)
eingefordert worden seien (vgl. Bf-act. 15). Am 3. Mai 2021 (Bf-act. 4; Bg-
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act. 36) sowie am 19. Mai 2021 (Bf-act. 11; Bg-act. 29) erging seitens der
Beschwerdegegnerin jeweils eine gebührenpflichtige Mahnung an die
Beschwerdeführerin mit der Aufforderung der Bezahlung der
ausstehenden Mahngebühr (CHF 50.00) bis zum 31. Mai 2021. Mit E-Mail
vom 22. Mai 2021 erklärte der Stiftungspräsident B._ der
Beschwerdegegnerin, dass die Mahngebühr (CHF 50.00) nicht bezahlt
werde (Bf-act. 10). Mit Zahlungsbefehl vom 7. Juni 2021 machte die
Beschwerdegegnerin beim Betreibungsamt H._ gegenüber der
Beschwerdeführerin eine Forderung von CHF 50.00 (gemäss Rechnung
vom 23. März 2021) plus Betreibungskosten von 20.30 (für Ausstellung
des Zahlungsbefehls) und Verzugszins von CHF 0.20, insgesamt somit
CHF 70.50, geltend (Bf-act. 9; Bg-act. 21). Gegen die Einleitung der
Betreibung erhob die Beschwerdeführerin am 10. Juni 2021 bzw. brieflich
am 14. Juni 2021 (Bf-act. 8; Bg-act. 25/2) Rechtsvorschlag. Mit
Veranlagungsverfügung vom 22. Juni 2021 machte die
Beschwerdegegnerin gegenüber der Beschwerdeführerin Mahngebühren
über CHF 50.00 (zzgl. Zins CHF. 0.20) und Betreibungskosten über CHF
20.30 (Erhebungskosten laut Art. 38 AHVV), total CHF 70.50, geltend (Bf-
act. 7; Bg-act. 23). Am 17. Juli 2021 erhob die Beschwerdeführerin
dagegen Einsprache (Bf-act. 6; Bg-act. 17), was am 24. September 2021
zur Gutheissung der Einsprache mit Aufhebung der
Veranlagungsverfügung aus formellen Gründen ("fakturierte, jedoch nicht
bezahlte AHV-Beiträge") führte. Da die Mahngebühr aber zu Recht
erhoben worden sei und daher geschuldet sei, werde eine neue
Veranlagungsverfügung in Aussicht gestellt (Bf-act. 5; Bg-act. 14). Mit
Veranlagungsverfügung vom 2. November 2021 (Bf-act. 3) machte die
Beschwerdegegnerin gegenüber der Beschwerdeführerin einen Betrag
von CHF 70.30 (zusammengesetzt aus Mahngebühr CHF 50.00 und
Betreibungskosten CHF 20.30) geltend. Dagegen erhob die
Beschwerdeführerin am 1. Dezember 2021 Einsprache (Bf-act. 2; Bg-act.
8), die mit Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2021 (Bf-act. 1; Bg-
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act. 6) von der Beschwerdegegnerin abgewiesen wurde. Damit sind die
Mahngebühr und die Betreibungskosten strittig geblieben.
3. Laut Art. 14 Abs. 1 AHVG sind die Beiträge vom Einkommen aus
unselbständiger Erwerbstätigkeit bei jeder Lohnzahlung in Abzug zu
bringen und vom Arbeitgeber zusammen mit dem Arbeitgeberbeitrag
periodisch zu entrichten. Nach Art. 14 Abs. 4 lit. b AHVG erlässt der
Bundesrat Vorschriften über das Mahn- und Veranlagungsverfahren. In
der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV;
SR 831.101), die den Vollzug und die praktische Umsetzung des AHVG –
mit Delegationskompetenz an den Bundesrat – bezweckt, wird das
Mahnverfahren wie folgt geregelt:
Art. 34a AHVV Mahnung für Beitragszahlung und Abrechnung Beitragspflichtige, die innert der vorgeschriebenen Frist die Beiträge nicht bezahlen oder
die Lohnbeiträge nicht abrechnen, sind von der Ausgleichskasse unverzüglich schriftlich
zu mahnen.
Mit der Mahnung ist eine Mahngebühr von 20 bis 200 Franken aufzuerlegen.
Art. 205 AHVV Mahnung Wer die im AHVG und in dieser Verordnung enthaltenen Ordnungs- und
Kontrollvorschriften verletzt, ist von der Ausgleichkasse schriftlich zu mahnen unter
Berechnung einer Mahngebühr von 20 bis 200 Franken.
Die Mahngebühren sind mit der Auferlegung vollstreckbar und können verrechnet werden.
In der Wegleitung über den Bezug der Beiträge in der AHV, IV und EO
(WBB), gültig ab 1. Januar 2021 (Stand 1. Januar 2022) wird zur Erhebung
einer Mahngebühr folgendes festgehalten (siehe WBB Rz. 2198):
Wird der bzw. dem Versicherten eine Mahngebühr auferlegt, kann sie bzw. er den Erlass
einer Verfügung verlangen. Die Verfügung kann mit Einsprache angefochten werden (Art.
49 Abs. 1, Art. 51 Abs. 2 und Art. 52 Abs. 1 ATSG). Das Einspracherecht gegen die
Auferlegung einer Mahngebühr kann in einer späteren Veranlagungsverfügung oder falls
die Umstände es erfordern (z.B. im Falle systematischer Weigerung, Mahngebühren zu
bezahlen) durch eine separate, formelle Verfügung gewahrt werden.
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Die Mahngebühr wird mit der Eröffnung vollstreckbar (Art. 205 Abs. 2 AHVV). Mithin
kommt einer allfälligen Einsprache in diesem Punkt keine aufschiebende Wirkung zu.
Laut Lehre und Rechtsprechung bezweckt die Mahngebühr die Einhaltung
des Gesetzes, indem sie ein mit dem Gesetz unvereinbares Verhalten
sanktioniert; die pflichtige Person soll veranlasst werden, sich künftig nach
den gesetzlichen Bestimmungen zu richten. Als Gebühr unterliegt die hier
vorgesehene Abgabe dem Äquivalenz- und dem Kostendeckungsprinzip
(AHI-Praxis 4/1997 S. 155 f.). Die Verzugszinspflicht auf Beiträgen entsteht
auch ohne Durchführung des Mahnverfahrens (ZAK 1985 S. 273 E.3b)
(KIESER, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.]: Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum AHVG, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, zu Art. 14
Rz. 22 S. 266; zur Regelungskompetenz der Kantone vgl. BGE 135 V 172
E.7.2.2).
4. Nach Auffassung des Gerichts kann der Argumentation der
Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid (Bf-act. 1;
Bg-act. 6) und in der Beschwerdeantwort vom 28. Januar 2022 bezüglich
Mahngebühr gefolgt werden. Die Erhebung der bemängelten Mahngebühr
von CHF 50.00 ist aufgrund der gesetzlichen Delegationsnorm (Art. 14 Abs.
4 lit. b AHVG) nach Art. 34a AHVV auf einer hinreichenden
Rechtsgrundlage erhoben worden. Die Beschwerdeführerin wurde durch
die Beschwerdegegnerin nachweislich vorschriftsgetreu zur Einreichung
der Lohndeklaration 2020 aufgefordert und zur Einhaltung ihrer
beitragsrechtlichen Pflichten ermahnt. Erst als die kostenlose Aufforderung
erfolglos blieb, erliess die Beschwerdegegnerin am 17. März 2021 eine
gebührenpflichtige Mahnung über CHF 50.00, welche zu einem späteren
Zeitpunkt in Rechnung gestellt werden sollten. Am 23. März 2021 erging
die Schlussabrechnung mitsamt Mahngebühr (CHF 50.00). Da die
Beschwerdeführerin die Frist zur Zahlung des Betrags von CHF 286.65 bis
zum 22. April 2021 ungenutzt verstreichen liess, indem sie nur CHF 236.65
(ohne Mahngebühr von CHF 50.00) überwies, wurde androhungsgemäss
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nach Ablauf der Zahlungsfrist automatisch die gebührenpflichtige Mahnung
ausgelöst. Am 3. Mai und 19. Mai 2021 wurden gebührenpflichtige
Mahnungen für die noch ausstehende Mahngebühr von CHF 50.00
erlassen, worauf die Beschwerdeführerin mit E-Mail vom 22. Mai 2021 die
Bezahlung der Mahngebühr verweigerte. Dieser Geschehensablauf führte
zum Zahlungsbefehl vom 7. Juni 2021, zum Rechtsvorschlag vom 10./14.
Juni 2021 und – zwecks Beseitigung des Rechtsvorschlags – vorerst zur
Veranlagungsverfügung vom 22. Juni 2021, welche allein aus formellen
Gründen am 24. September 2021 aufgehoben wurde, ohne dass aber auf
die erhobene Mahngebühr von CHF 50.00 vom
17. bzw. 23. März 2021 verzichtet worden wäre. Mit
Veranlagungsverfügung vom 2. November 2021 wurde die geschuldete
Mahngebühr über CHF 50.00 erneut von der Beschwerdegegnerin
eingefordert, was letztlich zur vorliegenden Beschwerde führte. Die
Mahngebühr gemäss Art. 34a AHVV umfasst die Entschädigung für die mit
der Mahnung verbundenen Umtriebe (siehe WBB Rz. 2197). Laut Art. 38
Abs. 3 AHVV können die Kosten der Veranlagung den Säumigen auferlegt
werden. Die in der Veranlagungsverfügung vom 2. November 2021 (Bf-act.
3) geltend gemachte Mahngebühr von CHF 50.00 und angefallenen
Betreibungskosten von CHF 20.30, total CHF 70.30, sind ausgewiesen.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist für das streitberufene
Gericht bei dieser Sach- und Rechtslage erstellt, dass die Mahngebühr
rechtskonform erhoben und die Veranlagung der insgesamt CHF 70.30
korrekt erfolgte. Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin ist nicht zu
beanstanden und der angefochtene Einspracheentscheid ist zu schützen.
5. Aktengemäss verhält es sich tatsächlich so, dass zwei Mitarbeiter der
Beschwerdeführerin im Rentenalter (Jahrgänge 1952 und 1954 [Bf-act. 16
und 17]) sind und ihre Einkommen somit den Regeln für pensionierte
Arbeitnehmende unterstehen. Personen, die das ordentliche Rentenalter
erreicht haben und weiterhin erwerbstätig sind, zahlen weiterhin
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AHV/IV/EO-Beiträge, müssen aber auf den Freibetrag von CHF 1'400
monatlich oder CHF 16'800 jährlich keine Beiträge entrichten (vgl. Art.
6quater Abs. 1 AHVV). Nach Art. 34d Abs. 1 AHVV werden überdies vom
massgebenden Lohn, der je Arbeitgeber den Betrag von 2'300 Franken im
Kalenderjahr nicht übersteigt, die Beiträge nur auf Verlangen des
Versicherten erhoben. Im Merkblatt 2.04 Beiträge ("Beiträge an die AHV,
die IV, die EO und die ALV auf geringfügigen Löhnen, Stand am 1. Januar
2022"; https://www.ahv-iv.ch/p/2.04.d; zuletzt besucht am 17. März 2022)
wird in Ziffer 4 erläuternd festgehalten, dass, wenn sich Arbeitnehmende
für die Beitragsentrichtung entschieden haben, die Beiträge später nicht
mehr zurückverlangt werden können. Genau dies ist vorliegend der Fall, ist
die Beschwerdeführerin doch selbst in der Lohndeklaration 2020 (Bf-act.
16) von einer beitragspflichtigen Lohnsumme von insgesamt CHF 1'740.00
ausgegangen. Die erst nach der Bezahlung der darauf erhobenen
Sozialversicherungsbeiträge von der Beschwerdeführerin als (angeblich)
"zuviel" und als "Fehler" bezeichneten AHV/IV/EO- und ALV-Beiträge (Bf-
act. 15) gemäss Schlussrechnung vom 23. März 2021 können daher nicht
mehr zurückverlangt werden.
6. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2021 ist damit
rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde vom 12. Januar 2022 führt,
soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann (siehe E.1.3., 1.4., 1.5.).
7.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 61 ATSG in Verbindung mit Art. 72 ff. VRG der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen. Aufgrund des Umfangs und der Schwierigkeit des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens wird eine moderate Staatsgebühr von
CHF 200.00 (zzgl. Kanzleiauslagen) erhoben.
7.2. Ein Parteikostenersatz steht der obsiegenden Beschwerdegegnerin nicht
zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).
https://www.ahv-iv.ch/p/2.04.d
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