Decision ID: cb68534b-7c7d-4ee3-b727-24ab5f20ab0b
Year: 2016
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
der Grundlage dieser Sachverhaltsabklärungen stellte die IV-Stelle mit
Zwischenverfügung vom 6. August 2014 die zugesprochene
Rentenleistung vorsorglich ein. Mit Verfügung vom 7. April 2015 hob sie
alsdann nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens die halbe
Invalidenrente rückwirkend per 30. Juni 2012 auf und entzog einer
allfälligen gegen diese Verfügung gerichteten Beschwerde die
aufschiebende Wirkung.
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4. Dagegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 7. Mai
2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit
folgenden Anträgen:
"1. Die Verfügung vom 07.04.2015 sei aufzuheben und es sei dem Einsprecher weiterhin eine halbe Invalidenrente der IV zuzusprechen.
2. Eventuell sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Unter Entschädigungsfolge gemäss Gesetz.
4. Prozessualer Antrag Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung in Bezug auf Ziff. 2 der angefochtenen Verfügung zu erteilen."
Zur Begründung führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, seine
gesundheitliche Verfassung habe im Vergleich zum Sachverhalt vom
9. Oktober 2009 keine wesentliche Verbesserung erfahren. Die
Einschätzung seiner Arbeitsfähigkeit im rheumatologischen Gutachten
vom 21. August 2013 erachte der Regionalärztliche Dienst Ostschweiz
(RAD) für nicht nachvollziehbar. Gleichwohl habe die IV-Stelle davon
abgesehen, ein weiteres rheumatologisches Gutachten einzuholen. Dies
erscheine umso unverständlicher, als der begutachtende Rheumatologe
den Verdacht auf eine Plantarfasziitis beidseits äussere. Der behandelnde
Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. B._, diagnostiziere denn
auch ganz klare Fersenspornschmerzen. Unter diesen Umständen hätte
die IV-Stelle weitere Sachverhaltsabklärungen veranlassen müssen, um
den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers aus rheumatologischer
Sicht zuverlässig feststellen zu können. In jedem Fall sei eine
Verbesserung des diesbezüglich massgeblichen medizinischen
Sachverhalts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen.
Dasselbe gelte für die psychische Verfassung des Beschwerdeführers.
Dr. med. C._ schildere im psychiatrischen Gutachten vom
5. November 2013 die psychischen Beschwerden und Probleme des
Beschwerdeführers im Vergleich zur ersten gutachterlichen Untersuchung
durch Dr. med. D._ gleichermassen. Damit liege auch aus
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psychiatrischer Sicht keine veränderte Sachlage vor. Die abweichende
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im von der IV-
Stelle eingeholten Gutachten vom 5. November 2014 stelle somit lediglich
eine andere Einschätzung eines im Wesentlichen unverändert
gebliebenen Sachverhalts dar. Damit liege kein Revisionsgrund vor. Die
IV-Stelle habe die zugesprochene Invalidenrente in der angefochtenen
Verfügung deshalb zu Unrecht in Revision gezogen. Sie habe dem
Beschwerdeführer die zugesprochene halbe Invalidenrente weiterhin
auszurichten.
5. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 20. Mai 2015 die
Abweisung der Beschwerde. Bezüglich der neu eingereichten
Arztberichte der behandelnden Ärzte sei nochmals darauf hinzuweisen,
dass die Angaben der Versicherten für die den Gesundheitszustand
beurteilenden Ärzte eine der wichtigsten Informationsquellen seien. Falls
hier seitens der Versicherten (objektiv) falsche und/oder unvollständige
Angaben gemacht würden, resultierten in den medizinischen Berichten
fast zwangsläufig falsche Schlussfolgerungen. Vorliegend sei aufgrund
der Aktenlage offensichtlich, dass der Beschwerdeführer über
gesundheitliche Beschwerden berichte, die effektiv nicht oder nur
teilweise vorlägen. Die (auf der Grundlage dieser objektiv falschen oder
unvollständigen Selbstangaben verfassten) medizinischen
Einschätzungen der behandelnden Ärzte wiesen folgerichtig
grundlegende Mängel auf. Bezeichnenderweise hielten die behandelnden
Psychiater fest, dass aufgrund der oben geschilderten Symptome von
einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen sei; mithin stützten
sie sich zur Bestimmung der Arbeitsfähigkeit auf die Schilderungen der
gesundheitlichen Beschwerden des Beschwerdeführers. Die
entsprechenden Beurteilungen vermöchten daher keine Zweifel an der
Richtigkeit des eingeholten versicherungsexternen Gutachtens zu
wecken.
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6. Der Beschwerdeführer nahm zu diesen Ausführungen in der Replik vom
23. Juni 2015 Stellung. Dabei zog er den prozessualen Antrag auf
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung zurück. Im Übrigen hielt
er an seinen ursprünglichen Rechtsbegehren fest. Die IV-Stelle
verzichtete am 26. Juni 2015 auf die Einreichung einer Duplik.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten
Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-
Stelle des Kantons Graubünden vom 7. April 2015. Eine solche
Anordnung, die gemäss Bundesrecht der Beschwerde an das
Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle unterliegt, kann beim
Verwaltungsgericht angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 lit. a des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] i.V.m.
Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[IVG; SR 831.20] und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Beurteilung
der vorliegenden Beschwerde fällt folglich in die Zuständigkeit des
angerufenen Gerichts. Als formeller und materieller Verfügungsadressat
ist der Beschwerdeführer von der angefochtenen Verfügung überdies
unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren
Aufhebung oder Abänderung. Demnach ist er zur Beschwerdeführung
berechtigt (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Schliesslich hat er
seine Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG
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i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG). Auf die vorliegende Beschwerde ist
damit einzutreten.
2. a) Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die IV-Stelle in der Verfügung
vom 7. April 2015 zu Recht auf ihre vormalige Rentenzusprache
zurückgekommen ist und die dem Beschwerdeführer zugesprochene
halbe Rente mit Wirkung ab dem 30. Juni 2012 aufgehoben hat. Nach
Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch
auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente. Bei erwerbstätigen
Versicherten ist der rentenbegründende Invaliditätsgrad aufgrund eines
Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16
ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, welches der Versicherte nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung sowie allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zu dem
Erwerbseinkommen, das er erzielen könnte, wenn er nicht invalid
geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen auf zeitidentischer Basis ziffernmässig möglichst
genau ermittelt und einander gegenüber gestellt werden, worauf aus der
Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad zu bestimmen ist (allgemeine
Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E.3.4.2, 128 V 29
E.1).
b) Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, wird die
Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
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entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 1 Abs. 1 IVG
i.V.m. Art. 17 Abs. 1 ATSG, Art. 88a und Art. 88bis der Verordnung über
die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Anlass für eine solche
Anpassung gibt jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu
beeinflussen. Die Invalidenrente ist daher nicht nur bei einer wesentlichen
Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern etwa auch dann
revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen eines an sich
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben
oder eine andere Art der Invaliditätsbemessung zur Anwendung gelangt
(BGE 130 V 343 E.3.5; Urteile des Bundesgerichtes 8C_441/2012 vom
25. Juli 2013 E.3.1.1, 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E.1.2). Dagegen
bildet die unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im
Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die
Arbeitsfähigkeit nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für sich
allein genommen keinen Revisionsgrund (Urteil des Bundesgerichtes
9C_552/2007 vom 17. Januar 2008 E.3.1.2).
c) Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss
des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung
des Invaliditätsgrads im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten ist,
dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den
erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht (BGE
133 V 108 E.5; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_646/2014 vom
17. Dezember 2014 E.2.2, 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.2,
9C_418/2010 vom 20. August 2011 E.3.1). Wird bei dieser
Gegenüberstellung festgestellt, dass der Invaliditätsgrad im zur
Beurteilung stehenden Zeitraum keine rechtserhebliche Änderung
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erfahren hat, bleibt es beim bisherigen Rechtszustand (Urteil des
Bundesgerichtes 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.3). Andernfalls ist
das Vorliegen eines Revisionsgrunds zu bejahen und die zugesprochene
Rente entsprechend der festgestellten Sachverhaltsveränderung
abzuändern (vgl. MEYER/REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.],
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf
2014, Art. 30-31 Rz. 13). Die Beweislast für das Vorliegen eines
Revisionsgrundes als rechtsaufhebende Tatsache trägt die IV-Stelle, die
aus dieser Tatsache Rechte ableitet (MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren
in der Invalidenversicherung, Bern 2010, Rz. 1538).
3. Im vorliegenden Fall prüfte die IV-Stelle den Anspruch des
Beschwerdeführers auf Versicherungsleistungen vor Erlass der
angefochtenen Verfügung letztmals im Rahmen des Verfahrens, welches
nach umfassenden Sachverhaltsabklärungen mit der Zusprache der
halben Invalidenrente seinen Abschluss fand (Akten der IV-Stelle [IV-act.]
65, 75 [Verfügung der IV-Stelle vom 9. Oktober 2009], IV-act. 85 [Urteil
des Verwaltungsgerichts S 09 160 vom 16. Februar 2010]). Ob die
gesundheitliche Verfassung des Beschwerdeführers und, als Folge
davon, dessen Arbeitsfähigkeit seither eine wesentliche Verbesserung
erfahren haben, beurteilt sich demnach durch den Vergleich des
Sachverhalts, welcher der Verfügung der IV-Stelle vom 9. Oktober 2009
zugrunde lag, mit jenem, der sich bis zum Erlass der angefochtenen
Verfügung am 7. April 2015 verwirklicht hat. Davon ausgehend ist
nachfolgend zunächst zu untersuchen, auf welchem Sachverhalt die
Verfügung vom 9. Oktober 2009 beruht. In der Folge wird der
rechtserhebliche Sachverhalt zu ermitteln sein, der sich bis zum
Abschluss des vorinstanzlichen Verfahrens zugetragen hat, worauf zu
prüfen sein wird, ob die massgeblichen Verhältnisse hiermit eine
rechtserhebliche Änderung erfahren haben.
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4. Die Zusprache der halben Invalidenrente stützte sich in medizinischer
Hinsicht im Wesentlichen auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med.
D._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
4. Oktober 2008 (IV-act. 48). Dieser diagnostizierte darin eine
Somatisierungsstörung (ICD-10: F 45.0) verbunden mit einer Störung in
der Krankenrolle und dem Krankheitsverhalten ("Flucht in die Krankheit"),
anamnetisch Missbrauch nicht psychotroper Analgetika (ICD-10: F 55.2),
einen Verdacht auf einen Status nach dissozialer Sensibilitäts- und
Empfindungsstörung 2001 (ICD-10: F 44.8) sowie eine posttraumatische
Belastungsstörung (ICD-10: F 43.1). Infolge dieser Krankheiten sei das
Gangbild des Exploranden komplex gestört oder breitbeinig tapsig. Im
Übrigen spreche er sehr leise und undeutlich. Der Explorand wirke
bedrückt; seine Miene sei leer. Er wirke erschöpft und kraftlos. Sein
Arbeitstempo sei verlangsamt. Die Informationsverarbeitung sei gestört
und seine Belastbarkeit sowie Ausdauer vermindert. Derzeit stehe beim
Exploranden die Somatisierungsstörung im Vordergrund. Diese sei seit
Jahren dokumentiert, anhaltend, mit zunehmender Auswirkung auf die
Lebensgestaltung des Exploranden und habe bisher zu zwei stationären
psychiatrischen Behandlungen ohne Besserung geführt. Aufgrund der
vorliegenden Befunde und der diagnostizierten psychischen Krankheit sei
die bisherige Tätigkeit dem Exploranden weiterhin zumutbar.
Akzeptierend, dass eine Somatisierungsstörung mit Veränderungen in der
Emotionalität und Motivation, Ausdauer und Belastbarkeit verbunden sei,
könne wohl von einer Verminderung des zumutbaren zeitlichen Rahmens
ausgegangen werden. Das Ausmass einer solchen Beeinträchtigung
könne, bedingt durch die Somatisierungsstörung, indessen nicht genau
beziffert werden. Eine Verminderung von mehr als 50 % erscheine jedoch
nicht begründbar. Dieser Grad der Arbeitsunfähigkeit bestehe, abgesehen
von den Zeiten der stationären Behandlung, seit Mai 2006. Anknüpfend
an diese Beurteilung gingen die entscheidenden Behörden seit 2007 von
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einer 50%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner
angestammten sowie jeder anderen Tätigkeit aus. Die darüber
hinausgehend geltend gemachten körperlichen Beschwerden wurden
nicht als ausgewiesen angesehen (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts
S 09 169 vom 16. Februar 2010 E.3b). Auf der Basis der üblichen
durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden ergab sich daraus
unter Berücksichtigung der massgeblichen Lohnentwicklung sowie in
Gewährung eines Leidensabzugs von 10 % ein Invaliditätsgrad von 50 %
(Verfügung der IV-Stelle vom 9. Oktober 2009 [IV-act. 75]) bzw. 51.45 %
(Urteil des Verwaltungsgerichts S 09 169 E.2e).
5. a) Um beurteilen zu können, ob sich die gesundheitliche Verfassung des
Beschwerdeführers und damit dessen Arbeitsfähigkeit seither in einer für
den Rentenanspruch massgeblichen Weise verbessert hat, liess die IV-
Stelle den Beschwerdeführer observieren (vgl. Aktendokumentation BVM
samt Videoaufnahmen auf DVD als separate Beilage) und beauftragte
Dr. med. E._, Facharzt FMH für Innere Medizin und Rheumatologie,
sowie Dr. med. Mathias C._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, mit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers aus rheumatologischer und psychiatrischer Sicht. Die
Rechtmässigkeit dieser Beweisvorkehren, einschliesslich der
durchgeführten Observation (vgl. dazu BGE 135 I 147), stellt der
Beschwerdeführer zu Recht nicht in Frage. Die dadurch gewonnenen
Beweismittel sind somit verwertbar. Deren Beweiswert hängt nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung davon ab, ob sie für die streitigen
Belange umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, die
geklagten Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben wurden, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchten sowie in
den daraus gezogenen Schlussfolgerungen begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert von medizinischen Beurteilungen
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ist deshalb grundsätzlich weder deren Herkunft noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht
oder Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; 122 V 160
E.1c). Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
Beweiswürdigung aufzustellen. Danach kommt Gutachten
versicherungsexterner Ärzte, wie dem vorliegend in Frage stehenden,
voller Beweiswert zu, wenn sie die vorgenannten Anforderungen erfüllen
und nicht konkrete Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen
(BGE 125 V 353 E.3b/bb). Nur wenn die Schlüssigkeit eines
versicherungsexternen Gutachtens in wesentlichen Punkten zweifelhaft
erscheint, sind ergänzende Beweisvorkehren in Betracht zu ziehen und
nötigenfalls anzuordnen. Andernfalls ist ihnen voller Beweiswert
beizumessen, womit darauf bei der Beurteilung der strittigen
Leistungsansprüche abgestellt werden kann (vgl. BGE 121 Ia 146 E.1c).
b) Die Gutachter stellten im rheumatologischen Teilgutachten vom
21. August 2013 (IV-act. 155 S. 1 ff.) sowie dem psychiatrischen
Gutachten vom 5. November 2013 mit interdisziplinärerer
Zusammenfassung (IV-act. 155 S. 21 ff.) als Diagnose mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit
eine rezidivierend depressive Störung, beginnend chronifiziert in leichter
bis mittelgradiger Ausprägung (ICD-10: F 33.8), einen Verdacht auf eine
Plantarfasziitits beidseits sowie ein chronisches Zervikalsyndrom mit
leichter Spondylarthrose C6/7 sowie myofaszialen Schmerzen fest. Ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie eine anhaltend
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F 45.4), akzentuierte
Persönlichkeitszüge mit histrionisch-unreifen und passiv-aggressiven
Anteilen (ICD-10: Z 73.1), Verdacht auf eine posttraumatische
Belastungsstörung (ICD-10: F 43.1), einen Status nach
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transarthroskopischer Resektion des Hinterhorns des medialen Meniskus
links nach Kniedistorsion im Oktober 2000, Status nach Metatarsale
Fraktur Dig. V links am 31. Januar 1995, belastungsabhängige
Oberschenkelschmerzen beidseits, ein chronischer Tinnitus, chronisch
rezidivierende Kopfschmerzen sowie unspezifische
Oberbauchbeschwerden (vgl. auch rheumatologisches Teilgutachten vom
10. Juli 2013 [IV-act. 155 S. 12]). Aus rheumatologischer Sicht bestehe
beim Exploranden eine leicht eingeschränkte Belastbarkeit im Bereich
beider Fersen und des Nackens. Deshalb sei ihm seine angestammte
Tätigkeit als (Hilfs)Schlosser nur mehr im Umfang von sechs Stunden pro
Tag zumutbar. In körperlich leichten bis mittelschweren
wechselbelastenden Tätigkeiten mit einer maximalen regelmässigen
Gewichtsbelastung von 10 kg ohne erhöhte Belastung beider Fersen und
des Nackens sei der Explorand aus rheumatologischer Sicht zu 100 %
arbeitsfähig. Aus psychiatrischer Sicht bestehe in der angestammten
Tätigkeit sowie jeder beliebigen anderen Tätigkeit bei voller zeitlicher
Präsenz eine verminderte Leistungsfähigkeit infolge erhöhtem
Pausenbedarf sowie etwas vermehrter Ermüdbarkeit und einer leicht
verminderten, emotionalen Belastbarkeit von 30 bis 40 %. Aus
bidisziplinärer Sicht sei damit von einer Arbeitsfähigkeit des Exploranden
von 60 % bis 70 % auszugehen. Im Vergleich zu 2009 habe sich die
gesundheitliche Verfassung des Exploranden aus rheumatologischer
Sicht nicht verändert. In psychischer Hinsicht erscheine etwa seit Mitte
2013 eine schrittweise Besserung der gesundheitlichen Verfassung des
Exploranden und, darauf fussend, dessen Arbeitsfähigkeit als
überwiegend wahrscheinlich. Spätestens seit Anfang Oktober 2013 sei
von einer Verbesserung der psychischen Verfassung auszugehen.
c) Nach Vorlage des Observationsmaterials bestätigte der begutachtende
Rheumatologe, Dr. med. E._, in der Stellungnahme vom 9. Juni 2014
die 100%ige Arbeitsfähigkeit des Exploranden in körperlich leichten bis
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mittelschweren Tätigkeiten (IV-act. 172). Dr. med. C._ hielt dagegen
in der Ergänzung vom 21. Juli 2014 fest (IV-act. 171 und 173), die Video-
und Ermittlungsakten zeigten gewisse Widersprüche zu den Angaben des
Exploranden in der psychiatrischen Untersuchung. Sie würden teilweise
oder graduell der Beurteilung im psychiatrischen Gutachten
widersprechen, in dem bereits eher geringe psychische Einschränkungen
festgestellt worden seien. Die Diagnosen, die im psychiatrischen
Gutachten gestellt worden seien, müssten nicht revidiert werden. Infolge
der nunmehr zu Tage getretenen Widersprüche und/oder Falschangaben
stelle sich aber die Frage, ob überhaupt psychische Einschränkungen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestünden. Anhand des
Observationsmaterials erscheine der Explorand oberflächlich betrachtet in
der angestammten Tätigkeit als arbeitsfähig. Zu den aufgrund der
psychischen Beschwerden angenommenen Leistungseinschränkungen
lieferten die Video- und Ermittlungsakten jedoch eher wenig
nachvollziehbare Beobachtungsergebnisse. Es sei anhand dieses
Materials mit eher allgemeinen körperlichen Aktivitäten nicht ohne
weiteres möglich, leichte Konzentrationsschwierigkeiten und die weiteren
nur leichten psychischen Einschränkungen, die im Gutachten aufgeführt
worden seien, zu beobachten, also eindeutig zu bestätigen oder
auszuschliessen. Eine Arbeitsfähigkeit von 60-70 %, wie im Gutachten
angegeben, bestehe nach Kenntnisnahme des Observationsmaterials mit
Sicherheit. Eventuell sei unter Kenntnis dieses Materials von einer
höheren Arbeitsfähigkeit auszugehen. Im Gutachten werde eine
schrittweise Besserung der psychischen Verfassung ab Mitte 2013 als
überwiegend wahrscheinlich erachtet. Da die Observation schon im Juni
2012 begonnen habe und der Explorand im Beobachtungsmaterial aus
psychiatrischer Sicht relativ unauffällig wirke, wäre auch denkbar, dass
schon zu diesem Zeitpunkt eine Besserung der psychischen Verfassung
bestanden habe. Doch könnten solche Fragen aus medizinischer Sicht
nicht abschliessend beantwortet werden.
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d) Diese Ausführungen erachtete der fallführende RAD-Arzt, med. pract.
F._, hinsichtlich der Beurteilung der psychischen Verfassung des
Beschwerdeführers als umfassend, in sich schlüssig und nachvollziehbar
begründet. Dagegen vermochte ihn die Beurteilung des begutachtenden
Rheumatologen nicht zu überzeugen, zumal darin die aus
rheumatologischer Sicht objektivierbaren körperlichen Beschwerden von
den (beklagten) Beschwerden nicht klar unterschieden würden (vgl. Case
Report S. 13). In der Tat leuchten die Ausführungen im
rheumatologischen Teilgutachten vom 21. August 2013 (IV-act. 155 S. 1
ff.) und die darauf beruhende Beurteilung in der interdisziplinären
Zusammenfassung vom 5. November 2013 (IV-act. 155 S. 36 ff.) nicht
restlos ein. Es existiert jedoch keine ärztliche Stellungnahme, in welcher
eine Verschlechterung der rheumatologischen Beschwerden des
Beschwerdeführers im Vergleich zu dem im Oktober 2009 bestehenden
Zustand geltend gemacht wird. Der begutachtende Rheumatologe stellt
zwar im Unterschied zum Vorgutachter, Dr. med. D._, die
Verdachtsdiagnose einer Plantarfasziitis beidseits und diagnostiziert ein
chronisches Zervikalsyndrom (IV-act. 155 S. 2). Er verneint jedoch eine
objektivierbare Veränderung des Gesundheitszustands des
Beschwerdeführers aus rheumatologischer Sicht. Erläuternd führt er aus,
die Fersen- und Nackenschmerzen bestünden bereits seit Jahren. Die
Fersen-Röntgenbilder zeigten keine relevante Pathologie, die HWS-
Röntgenbilder lediglich eine leichte (altersentsprechende)
Spondylarthrosen im Bereich C6/7 beidseits. Im Vergleich zum Zustand
im Jahr 2009 lägen keine Hinweise auf einen veränderten
Gesundheitszustand vor (IV-act. 155 S. 18). Diese Beurteilung steht im
Einklang mit der Einschätzung des Hausarztes des Beschwerdeführers,
Dr. med. Mathis B._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin. Dieser
beschreibt im Arztbericht vom 24. April 2015 aus rheumatologischer Sicht
indes ebenfalls keine Verschlechterung des Gesundheitszustands des
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Beschwerdeführers (Bf-act. 1). Eine solche Entwicklung wird auch in
keinem anderen Arztbericht postuliert. Unter diesen Umständen besteht
kein Anlass, diesbezüglich von einem im Vergleich zum Oktober 2009
verschlechterten Gesundheitszustand auszugehen. Dies umso weniger,
als der Beschwerdeführer selbst am 18. November 2013 nach
Konfrontation mit dem Observationsmaterial angab, seine Probleme seien
psychischer Natur. Er beklage sich nicht wegen körperlicher Schwächen,
wie Gehen oder Kraftlosigkeit (IV-act. 157 S. 5). Mit den
Verfahrensparteien ist somit davon auszugehen, dass sich die
gesundheitliche Verfassung des Beschwerdeführers seit dem
massgeblichen Referenzzeitpunkt nicht verschlechtert hat.
e) Streitig ist hingegen, ob sich die psychische Verfassung des
Beschwerdeführers seit dem 9. Oktober 2009 in rechtserheblicher Weise
verbessert hat. Dies wird vom begutachtenden Psychiater nach
eingehender persönlicher Untersuchung des Beschwerdeführers und
Kenntnisnahme der medizinischen Vorakten bejaht. Den Zeitpunkt dieser
Verbesserung verortete er zunächst auf Mitte 2013. Nach Kenntnisnahme
des Observationsmaterials kam er auf diese Beurteilung zurück und
erachtete eine Besserung der psychischen Einschränkungen bereits ab
Juni 2012 für möglich. Die diesen Schlussfolgerungen zugrundeliegenden
Ausführungen im Gutachten vom 5. November 2013 und der Ergänzung
vom 21. Juli 2014 sind für die strittigen Belange umfassend,
berücksichtigen die vom Beschwerdeführer beklagten Leiden und wurden
in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der im Rahmen
der Observation gemachten Beobachtungen erstellt. Zudem beruhen sie
auf einer persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers, die es dem
begutachtenden Psychiater erlaubt hat, einen persönlichen Eindruck über
das Leistungsvermögen des Beschwerdeführers zu gewinnen. Der
begutachtende Psychiater hat sich ausserdem ausführlich mit allen
relevanten medizinischen Aspekten der streitigen Angelegenheit
auseinandergesetzt und objektiv, in sich schlüssig und nachvollziehbar
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begründet, weshalb sich die gesundheitliche Verfassung des
Beschwerdeführers seit dem massgeblichen Referenzzeitpunkt
(9. Oktober 2009) erheblich verbessert hat. Die diesbezüglichen
Ausführungen leuchten sowohl in der Darlegung der massgeblichen
medizinischen Zusammenhänge als auch in der hierauf gestützt
vorgenommenen Einschätzung des funktionellen Leistungsvermögens
des Beschwerdeführers ein. In den Akten finden sich keine Hinweise,
welche Zweifel an der Zuverlässigkeit und Richtigkeit der fraglichen
Beurteilung wecken.
aa) Soweit der Beschwerdeführer dem entgegenhält, die von Dr. med.
C._ geschilderten Beschwerden entsprächen im Wesentlichen den
von Dr. med. D._ im Vorgutachten vom 4. Oktober 2008
beschriebenen (IV-act. 48), kann ihm nicht gefolgt werden. Dr. med.
C._ führte im Gutachten vom 5. November 2013 im Hinblick auf den
Vorzustand des Beschwerdeführers aus, der Explorand wirke bei aus
subjektiver Sicht im Vergleich zur Begutachtung durch Dr. med. D._
unveränderten Beschwerden im Verhalten und im psychischen Befund
deutlich weniger eingeschränkt als bei der Voruntersuchung (IV-act. 155
S. 39). Es könne eine leichte bis allenfalls zeitweilig mittelgradig
depressive Symptomatik mit gewissen Schwankungen, Schlafstörungen,
gelegentlich unspezifischen Ängsten, insbesondere betreffend der
körperlichen Beschwerden, allenfalls geringere Antriebsminderung und
allenfalls leichte Konzentrationsstörungen festgestellt werden. Spezifische
Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung seien nicht
erkennbar. Falls eine solche irgendwann vorgelegen habe, könne diese
Diagnose anhand der aktuellen Untersuchungsbefunde nicht mehr
bestätigt werden. Sie würde in jedem Fall die Arbeitsfähigkeit zum
jetzigen Zeitpunkt nicht mehr beeinträchtigen. Auch die vom Vorgutachter
differentialdiagnostisch erwogene "andauernde Persönlichkeitsänderung
nach Extrembelastung" habe aktuell anhand der objektiven psychischen
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Befunde nicht bestätigt werden können. Diagnostisch könne aus
gutachterlicher Sicht anhand der aktuellen anamnestischen Auskünfte,
verschiedener psychiatrischer Vorbeurteilungen und den aktuell
objektivierbaren Untersuchungsbefunde eine Somatisierungsstörung
bestätigt werden, welche die Arbeitsfähigkeit des Exploranden jedoch
nicht beeinträchtige. Im Übrigen liege nur mehr eine rezidivierende
depressive Störung mit gegenwärtig leichter bis mittelgradiger
Symptomatik mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. Im Gegensatz
zum Vorgutachter, Dr. med. D._, beschreibt Dr. med. C._ im
Gutachten vom 5. November 2013 damit nur mehr eher leichtgradige
psychische Beeinträchtigungen. Diese Beurteilung bekräftigte Dr. med.
C._ in seiner Ergänzung vom 21. Juli 2014, in welcher er sogar in
Frage stellt, ob beim Exploranden überhaupt psychische Beschwerden
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen (IV-act. 173 S. 2). Damit
schildert Dr. med. C._ den psychischen Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers im Vergleich zum Vorgutachter als deutlich gebessert.
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers beruht die
gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
durch Dr. med. C._ folglich nicht auf einem im Wesentlichen
unverändert gebliebenen psychischen Gesundheitszustand.
bb) Die gegenteilige Auffassung begründet der Beschwerdeführer primär mit
den Beurteilungen seiner behandelnden Ärzte, die von einem insgesamt
unverändert gebliebenen Gesundheitszustand ausgingen (Beilagen des
Beschwerdeführers [Bf-act.] 1; Bf-act. 2 und IV-act. 144). Bei der
Würdigung dieser Stellungnahmen ist nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass die
behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten
aussagen (BGE 135 V 465 E.4.3.2, 4.4 und 4.51, 125 V 351 E.3b/cc;
MÜLLER, a.a.O., Rz. 1742). Diese Erfahrungstatsache befreit das Gericht
- 18 -
freilich nicht von seiner Pflicht zu einer korrekten Beweiswürdigung, bei
der auch die Arztberichte von behandelnden Ärzten zu berücksichtigen
sind, welche den Versicherten vielfach über Jahre hinweg medizinisch
betreut haben und dessen gesundheitliche Verfassung über einen
längeren Zeitraum beobachten konnten. Solche Berichte vermögen
indessen die Schlüssigkeit eines versicherungsexternen Gutachten nur zu
erschüttern, wenn darin wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher
Interpretation entspringende – Aspekte benannt werden, die sich auf die
Arbeitsfähigkeit auswirken und im Rahmen der Begutachtung unerkannt
oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts I 514/06 vom 25. Mai 2007 E.2.2.1; MÜLLER,
a.a.O., Rz. 1478). Dies kann in Bezug auf die Beurteilung des Hausarztes
des Beschwerdeführers im Arztbericht vom 24. April 2015 von vornherein
ausgeschlossen werden, da dieser den Beschwerdeführer als
Allgemeinarzt ausschliesslich wegen somatischer Beschwerden
behandelt hat (vgl. Bf-act. 1). Seine Beurteilung erscheint deshalb von
vornherein nicht geeignet, begründete Zweifel an der Richtigkeit der
gutachterlichen Einschätzung der psychischen Verfassung des
Beschwerdeführers zu wecken.
cc) Hinsichtlich der Einschätzung der den Beschwerdeführer behandelnden
Psychiaterinnen und Psychologen ist vorab darauf hinzuweisen, dass
diese die psychische Verfassung des Beschwerdeführers unterschiedlich
beurteilen:
- So hielten die Psychiaterin, Dr. med. G._, sowie die Psychologin, Dr. phil H._, im IV-Arztbericht vom 16. Mai 2013 fest (IV-act. 144), der Patient leide an einer posttraumatischen Belastungsstörung, einer Somatisierungsstörung sowie einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode. Er werde durch eine integrierte psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung unterstützt. Zwischenzeitlich erfolge zudem eine spezifische Traumatherapie an der Universität Zürich, Zentrum für Kriegsopfer. Es bestünden psychosomatische Beschwerden mit starken Schmerzen vor allem im
- 19 -
Kopf-, Hals- sowie Kniebereich und am Rücken. Der Patient sei im Auffassungsvermögen und in der Merkfähigkeit mittelgradig beeinträchtigt. Im formalen Denken sei der Patient umständlich und verlangsamt. Er leide unter einer verminderten Belastbarkeit, imponiere durch starke Stimmungsschwankungen. Der Antrieb sei vermindert respektive gehemmt. Die bisherige Tätigkeit sei dem Patienten nicht zumutbar. Eine berufliche Wiedereingliederung sei ab sofort im geschützten Arbeitsrahmen mit einem schrittweisen Belastungsaufbau zumutbar.
- Auf diese Beurteilung kam Dr. med. G._ am 5. November 2013 anlässlich eines Telefonats mit dem begutachtenden Psychiater zurück. Damals hielt sie fest, sie schätze den psychischen Zustand des Patienten inzwischen etwas anders ein als noch vor einigen Monaten. Der Patient habe die Motivation für eine adäquate Behandlung zwischenzeitlich fast völlig verloren, komme derzeit nur noch alle zwei bis drei Monate eigentlich vorrangig um seine Schmerzmedikamente abzuholen. Ein wirklicher seelischer Leidensdruck sei kaum noch spürbar. Die posttraumatischen Symptome seien vollständig in den Hintergrund getreten und es bestehe als Hauptklage eine diffuse Schmerzproblematik. Diese sei durch eine zumutbare Intensivierung der Therapie sicher besserungsfähig. Eine Arbeitsfähigkeit von zumindest 50 % sei erreichbar (IV-act. 155 S. 35 f., IV-act. 155 S. 45).
- Deutlich zurückhaltender zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers äusserte sich Dr. med. I._ im gemeinsam mit Dr. phil. H._ verfassten Arztbericht vom 6. Mai 2015 (Bf-act. 2). Diesem Bericht zufolge ist der Patient seit 2006 bei den Psychiatrischen Diensten Graubünden aufgrund einer posttraumatischen Belastungsstörung, einer Somatisierungsstörung und depressiver Symptome in Behandlung, die nach einer akuten Traumasituation, die er vor ca. 18 Jahren im Rahmen des Krieges erlebt habe, entstanden seien. Zum jetzigen Zeitpunkt stünden weiterhin ausgeprägte Albträume, Flashbacks des Traumas, Ein- und Durchschlafstörungen, starke Kopfschmerzen, Tinnitus, Gedankenkreisen über jegliche Kleinigkeiten, Magenbeschwerden, Kraft- sowie Antriebslosigkeit im Vordergrund. Es könne davon ausgegangen werden, dass aufgrund der vorangehend geschilderten Symptomatik eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hinsichtlich der Anpassungsfähigkeit, Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit, Konzentrationsfähigkeit- und Aufmerksamkeit bestehe. Zu einer allfälligen Arbeitsfähigkeit könnten sie sich nicht äussern, da der Patient seit Jahren nicht mehr arbeitstätig sei (Bf-act. 2).
Die IV-Stelle weist zutreffend darauf hin, dass die behandelnden Ärzte in
diesen Beurteilungen die Angaben des Beschwerdeführers weitgehend
- 20 -
unbesehen übernommen haben. In dieser Beziehung unterscheidet sich
der Therapieauftrag der behandelnden Ärzte grundlegend von der
Aufgabe eines Gutachters, der gehalten ist, die Angaben eines
Exploranden einer kritischen Würdigung zu unterziehen und auf allfällige
Diskrepanzen zwischen dem in der Untersuchungssituation gezeigten
Verhalten sowie dem geschilderten Alltagsverhalten hinzuweisen. Diese
unterschiedliche Herangehensweise kann sich gerade bei schwierig
abzuklärenden psychischen Leiden, bei denen die Diagnosestellung in
wesentlichen Teilen auf den Angaben des Betroffenen beruht, auswirken.
Dies gilt insbesondere in Fällen, wie dem vorliegenden, in denen
Versicherte ihre Beschwerden – wie die Observation gezeigt hat (vgl.
dazu nachstehende Erwägungen 6b und 7b/c) – teils erheblich
überzeichnen, teils falsch darstellen. Mit dem begutachtenden Psychiater
ist zudem davon auszugehen, dass den Beurteilungen der behandelnden
medizinischen Fachpersonen das in der Medizin vorherrschende bio-
psycho-soziale Krankheitsmodell zugrunde liegt, während die
Invalidenversicherung einem bio-psychischen Krankheitsverständnis folgt.
Dies hat zur Folge, dass soziale Belastungsfaktoren grundsätzlich nicht
geeignet sind, einen invalidisierenden Gesundheitsschaden zu begründen
und bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit als invaliditätsfremde
Umstände auszuklammern sind (BGE 127 V 299 E.5a; MEYER-BLASER,
Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der
Sozialversicherung, namentlich für den Einkommensvergleich in der
Invaliditätsbemessung, in: SCHAFFHAUSER/SCHLAURI [Hrsg.], Schmerz und
Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 27 ff., S. 74; LOCHER, Invalidität
und invaliditätsfremde Faktoren, in: SCHAFFHAUSER/SCHLAURI [Hrsg.],
Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 243 ff., S. 248 ff.).
Dass beim Beschwerdeführer sozialen Belastungsfaktoren, wie
Arbeitslosigkeit, familiäre Konflikte, sozialer Rückzug,
Integrationsschwierigkeiten, vorliegen, ist aufgrund der Akten
ausgewiesen und im Übrigen unbestritten. Der begutachtende Psychiater
- 21 -
hat diese Faktoren bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers richtigerweise ausser Betracht gelassen, was mit ein
Grund für dessen im Vergleich zu den behandelnden Ärzten höher
eingeschätztes funktionelles Leistungsvermögen ist (IV-act. 155 S. 45).
Auffallend ist schliesslich, dass die behandelnden Ärzte dem
Beschwerdeführer zunächst eine 100%ige, alsdann eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit attestieren und sich dann ausser Stande sehen, die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers festzulegen. Die von Dr. med.
I._ hierfür angeführte lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt vermag
als Grund nicht zu überzeugen. In den Arztberichten der behandelnden
Ärzte finden sich somit keine für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers wichtigen Aspekte, die der begutachtenden
Psychiater unerkannt oder ungewürdigt gelassen hat. Das Gericht sieht
sich daher aufgrund der Stellungnahmen der behandelnden Ärzte nicht
veranlasst, an der Richtigkeit der Einschätzung des begutachtenden
Psychiaters zu zweifeln. Dem psychiatrischen Gutachten vom
5. November 2013 ist damit voller Beweiswert zuzuerkennen.
f) In Würdigung der Akten gelangt das Gericht nach dem vorangehend
Ausgeführten damit zum Schluss, dass mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist, dass der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers aus rheumatologischer Sicht seit dem massgeblichen
Referenzzeitpunkt (9. Oktober 2009) keine Änderung erfahren hat,
während sich die psychische Verfassung der Beschwerdeführer und
infolgedessen seine Arbeitsfähigkeit seit Mitte 2013, wohl aber bereits seit
Juni 2012 wesentlich verbessert hat. Dass weitere Beweisvorkehren an
diesem Beweisergebnis etwas zu ändern vermögen, kann
ausgeschlossen werden. Insbesondere ist nicht zu erwarten, dass die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aufgrund einer weiteren
psychiatrischen Begutachtung zuverlässiger bestimmt werden könnte,
muss doch damit gerechnet werden, dass der Beschwerdeführer
abermals versuchen wird, sich kränker darzustellen als er in Wirklichkeit
- 22 -
ist. Auf die Einholung eines weiteren psychiatrischen Gutachtens ist
deshalb in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten (vgl. BGE
134 I 140 E.5.3, 127 V 491 E.1b, 124 V 90 E.4b, 122 V 157 E.1d). Soweit
der Beschwerdeführer im Übrigen die Einholung eines rheumatologischen
Gutachtens beantragt, ist festzuhalten, dass sich in den Akten – wie
vorangehend dargelegt (vgl. vorstehende Erwägung 5d) – keine Hinweise
auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustands des
Beschwerdeführers aus rheumatologischer Sicht finden. Eine erneute
rheumatologische Begutachtung lässt daher keine neuen
rechtserheblichen Erkenntnisse erwarten, weshalb der entsprechende
Antrag des Beschwerdeführers in antizipierter Beweiswürdigung
abzuweisen ist. Die IV-Stelle ist der ihr obliegenden Untersuchungspflicht
im vorinstanzlichen Verfahren demnach nachgekommen und hat in der
angefochtenen Verfügung in korrekter Würdigung der Aktenlage das
Vorliegen eines Revisionsgrundes im Sinne von Art. 17 ATSG per 1. Juni
2012 bejaht.
6. a) Es bleibt ohne Bindung an frühere Beurteilungen frei zu prüfen, ob der
Beschwerdeführer bei dieser Sachlage nach wie vor in
rentenbegründenden Umfang invalid ist (BGE 141 V 9 E.2.3 und 6.1). In
tatsächlicher Hinsicht steht nach dem vorangehend Ausgeführten
diesbezüglich fest, dass der Beschwerdeführer in einer leichten bis
mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit mit einer maximalen
regelmässigen Gewichtsbelastung von 10 kg ohne erhöhte Belastung
beider Fersen und des Nackens aus rheumatologischer Sicht voll
arbeitsfähig ist. Infolge seiner psychischen Beschwerden kann er eine
solche Tätigkeit laut Auffassung des begutachtenden Psychiaters mit
Sicherheit zu 60 % bis 70 % ausüben. Dass er in darüber
hinausgehendem Umfang arbeitsfähig ist, schliesst Dr. med. C._
nach Kenntnisnahme des Observationsmaterials in der Ergänzung vom
21. Juli 2014 nicht aus. Die Video- und Ermittlungsakten zeigten gewisse
- 23 -
Widersprüche zu den Angaben des Beschwerdeführers. Sie würden
teilweise oder graduell den Beurteilungen im psychiatrischen Gutachten
widersprechen, in welchem bereits eher geringgradige psychische
Beeinträchtigungen festgestellt worden seien. Infolge der nunmehr zu
Tage getretenen Widersprüche und/oder Falschangaben stelle sich die
Frage, ob der Beschwerdeführer infolge seiner psychischen Beschwerden
überhaupt voraussichtlich dauerhaft in seiner Arbeitsfähigkeit
beeinträchtigt sei (IV-act. 173 S. 2). Es sei im Gutachten bereits auf über
Verdeutlichungstendenzen hinausgehende Aggravationstendenzen und
ein ausgeprägtes dysfunktionales Schon-, Krankheits- und
Vermeidungsverhalten hingewiesen worden. Auch habe ein eher geringer
Leidensdruck festgestellt werden können. Es sei zudem nicht
ausgeschlossen, dass der Explorand zumindest zu einem Teil unwahre
Angaben gemacht habe, um sich kränker bzw. stärker behindert
erscheinen zu lassen als er in Wirklichkeit sei. In diese Richtung hätten
schon die Angaben der behandelnden Psychiaterin anlässlich des
Telefonats vom 5. November 2013 gedeutet (IV-act. 173 S. 4).
b) Diese Ausführungen in der Ergänzung vom 21. Juli 2014 zeigen die
grossen Schwierigkeiten auf, mit denen sich ein begutachtender
Psychiater konfrontiert sieht, wenn ein Explorand falsche Angaben zu Art
und Umfang seiner Beschwerden macht. In solchen Fällen ist eine
zuverlässige Beurteilung der psychischen Verfassung des Exploranden
und der daraus resultierenden Beeinträchtigung seines funktionellen
Leistungsvermögens ausgesprochen schwierig, da die psychiatrische
Diagnostik in hohem Masse auf den Angaben des Exploranden beruht.
Macht ein Explorand – wie vorliegend der Beschwerdeführer – falsche
Angaben zu seinen Beschwerden und muss deshalb notgedrungen an
der Richtigkeit sämtlicher Angaben gezweifelt werden, ist eine
verlässliche psychiatrische Diagnostik in Frage gestellt. Im vorliegenden
Fall sieht sich der begutachtende Psychiater aufgrund des
- 24 -
Observationsmaterials zwar nicht veranlasst, auf die gestellten Diagnosen
zurückzukommen, äussert jedoch Zweifel daran, ob die von ihm im
Gutachten vom 5. November 2013 als Folge dieser Krankheiten
postulierte, eher leichtgradige Beeinträchtigung des funktionellen
Leistungsvermögen überhaupt existiert, der Beschwerdeführer mithin
wegen seiner psychischen Beschwerden überhaupt nennenswert in
seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Dem begutachtenden Psychiater
ist es damit, wie der RAD-Arzt, med. pract. F._, zutreffend festhält
(Case Report S. 14), nicht gelungen, einen psychischen
Gesundheitsschaden zu objektiveren, welcher die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers mit überwiegender Wahrscheinlichkeit beeinträchtigt.
Damit ist nicht mit hinreichender Gewissheit erstellt, dass der
Beschwerdeführer infolge seiner psychischen Beschwerden in seiner
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt ist. In Berücksichtigung seiner
rheumatologischen Beschwerden erweist es sich demzufolge als
überwiegend wahrscheinlich, dass er in einer leichten bis mittelschweren
wechselbelastenden Tätigkeit mit einer maximalen regelmässigen
Gewichtsbelastung von 10 kg ohne erhöhte Belastung beider Fersen und
des Nackens seit dem 1. Juli 2012 zu 100 % arbeitsfähig ist.
c) Das vom Beschwerdeführer bei Ausschöpfung dieser Restarbeitsfähigkeit
erzielbare Invalideneinkommen bezifferte die IV-Stelle in der
angefochtenen Verfügung auf Basis der LSE 2010, Anforderungsniveau
4, einfache und repetitive Tätigkeiten, männlich, unter Anpassung an die
Nominal-lohnentwicklung mit Fr. 63'515.60. Diesem Invalideneinkommen
stellte sie ein Valideneinkommen von Fr. 60'812.20 gegenüber, das sie
auf der Grundlage des vormals vom Beschwerdeführer als
(Hilfs)Schlosser erzielten Lohnes ermittelte. Daraus resultierte keine
Erwerbseinbusse und demzufolge ein Invaliditätsgrad von 0 % (IV-
act. 190 S. 2). Die Richtigkeit dieser Berechnungsweise hat der
Beschwerdeführer nicht in Abrede gestellt. Dazu besteht denn auch kein
- 25 -
Anlass. Demnach ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seit
dem 1. Juli 2012 nicht mehr in rentenbegründendem Umfang invalid ist.
7. a) Bei dieser Sachlage bleibt zu untersuchen, ob die IV-Stelle die dem
Beschwerdeführer zugesprochene halbe Invalidenrente zu Recht mit
Wirkung ab dem 1. Juli 2012 aufgehoben hat. Eine rückwirkende
Aufhebung oder Berichtigung der Invalidenrente (ex tunc) und damit
verbunden die – von der IV-Stelle hier mit Verfügung vom 21. April 2011
angekündigte Geltendmachung einer – Rückerstattung unrechtmässig
bezogener Rentenbetreffnisse (Art. 25 Abs. 1 erster Satz ATSG i.V.m.
Art. 1 Abs. 1 IVG) greifen dann Platz, wenn der Tatbestand des Art. 88bis
Abs. 2 lit. b IVV erfüllt ist. Danach darf die IV-Stelle eine Rente
rückwirkend vom Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung
aufheben, wenn die unrichtige Ausrichtung einer Leistung darauf
zurückzuführen ist, dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder
einer ihm obliegenden Meldepflicht nicht nachgekommen ist (Urteil des
Bundesgerichts 9C_1022/2012 vom 16. Mai 2013 E.2.2). Gemäss Art. 77
IVV haben der Berechtigte oder sein gesetzlicher Vertreter sowie
Behörden oder Dritte, denen die Leistung zukommt, jede für den
Leistungsanspruch wesentliche Veränderung, namentlich eine solche des
Gesundheitsschadens, der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit, des Zustandes
der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder
Hilfsbedarfs, des für den Ansatz der Hilfslosenentschädigung und des
Assistenzbeitrags massgebenden Aufenthaltsorts sowie der persönlichen
und gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse des Versicherten,
unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen (vgl. ausserdem Art. 31 Abs.1
ATSG). Für den Tatbestand der Meldepflichtverletzung ist ein
schuldhaftes Verhalten erforderlich, wobei nach ständiger
bundesgerichtlicher Rechtsprechung bereits leichte Fahrlässigkeit genügt
(BGE 118 V 214 E.2a, 112 V 97 E.2a, 110 V 180 E.3d; UELI KIESER,
ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 31 N. 14). Für
- 26 -
den Vorwurf einer unrechtmässigen Erwirkung von Rentenleistung genügt
es nicht, dass aggravatorisches Verhalten im Raum steht (Urteile des
Bundesgerichts 9C_491/2012 vom 22. Mai 2013 E.5.3, 9C_877/2011 vom
22. Mai 2012 E.3.4.2).
b) Der Beschwerdeführer gab im IV-Fragebogen am 9. März 2012 an, seine
gesundheitliche Verfassung habe sich in den letzten fünf Jahren durch die
Zunahme körperlicher Schmerzen verschlechtert (IV-act. 113 S. 1). Er
leide unter Fuss- und Beinschmerzen. Er könne nur eine Stunde stehen
oder gehen. Ausserdem leide er unter Rücken- sowie Magenschmerzen
und Schlafproblemen. Er können sich nur schlecht bücken und maximal
sechs Kilogramm tragen (IV-act. 113 S. 4). Er habe sich seit Beginn
seiner Krankheit zurückgezogen. Er bekomme nur selten Besuch. Selbst
an der Hochzeit seines Sohnes habe er wegen seiner Schmerzen nicht
teilnehmen können (IV-act. 113 S. 5). Diese Angaben bestätigte der
Beschwerdeführer anlässlich der Befragung vom 29. Juni 2012 (IV-
act. 122). Ergänzend führte er damals aus, sich beim Treppensteigen am
Handlauf festhalten zu müssen (IV-act. 122 S. 4). Im Übrigen hielt er auf
entsprechende Nachfrage hin fest, kein Fahrzeug zu besitzen. Er habe
jedoch ein Fahrrad, das er gelegentlich benutze. Heute sei er aber mit
dem Bus zur IV-Stelle gekommen (IV-act. 122 S. 6). Anlässlich der
Vorführung vom 18. November 2013 zeigte der Beschwerdeführer beim
Treppensteigen unter Inanspruchnahme des Handlaufs ein deutlich
verlangsamtes Gangbild, deutlich verlangsamte Bewegungsläufe beim
Aufstehen und Absitzen, beim Vorbeugen und bei der Rotation des
Oberkörpers. Die HWS-Flexion und –Extension wurde deutlich
verlangsamt unter schmerzverzerrtem Gesicht durchgeführt. Das
Gangbild war breitbeinig sowie deutlich verlangsamt (vgl. IV-act. 174
S. 1).
- 27 -
c) Diese Angaben des Beschwerdeführers zu seinen Beschwerden und die
demonstrierten Beeinträchtigungen bei den am 18. November 2013
vorgeführten Bewegungsabläufen werden durch die während der
Observation gemachten Beobachtungen teilweise in ihrer Ausprägung
erheblich relativiert, teils wiederlegt (vgl. Stellungnahme von Dr. med.
E._ vom 9. Juni 2014 [IV-act. 172 und 174] und Ergänzung von Dr.
med. C._ vom 21. Juli 2014 [IV-act. 171 und 173]). Auf den
fraglichen Videoaufnahmen zeigt sich, dass der Beschwerdeführer beim
Treppensteigen nicht immer den Handlauf in Anspruch nehmen muss
(vgl. Aktennotiz vom 14. November 2013 in der separaten
Aktendokumentation BVM). Ausserdem ist seine Laufgeschwindigkeit in
Situationen, in denen er sich unbe-obachtet fühlt, deutlich höher als bei
der Vorführung vom 18. November 2013. Ein schmerzverzerrtes Gesicht
ist nicht zu beobachten. Ausserdem sind auf dem Observationsmaterial
nach Einschätzung des begutachtenden Psychiaters keine konkreten
psychischen Einschränkungen zu beobachten (IV-act. 173 S. 2). Fest
steht ausserdem, dass der Beschwerdeführer am 29. Juni 2012 nicht –
wie von ihm behauptet – mit dem Bus, sondern mit dem Fahrrad zur IV-
Stelle gekommen ist. Dass er dieses Verhalten selbst als problematisch
einstufte, zeigt sich darin, dass er nach der Befragung durch die IV-Stelle
zunächst an seinem Fahrrad vorbeiging, weiter vorne, um sich schauend,
stehen blieb und erst dann zu seinem Fahrrad ging, dieses nahm und
losfuhr (Aktendokumentation BVM im separaten Dossier S. 2). Der
Beschwerdeführer hat der IV-Stelle somit Beschwerden vorgegaukelt,
unter denen er nicht oder nicht im behaupteten Ausmass leidet.
d) Durch dieses Verhalten hat der Beschwerdeführer zumindest billigend in
Kauf genommen, dass die IV-Stelle ihn weiterhin als erheblich in seiner
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt ansah und deshalb davon ausging, seine
gesundheitliche Verfassung habe seit dem 9. Oktober 2009 keine
rechtserhebliche Veränderung erfahren. Dies gilt umso mehr, als er sogar
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behauptet, seine gesundheitliche Verfassung habe sich zwischenzeitlich
verschlechtert. Er hat folglich versucht, die IV-Stelle zu veranlassen, nicht
geschuldete Versicherungsleistungen an ihn auszurichten. Hätte er die
IV-Stelle über seinen verbesserten Gesundheitszustand informiert, so
hätte diese die zugesprochene Rentenleistung überprüfen und ohne
langwierige Sachverhaltsabklärungen an die veränderte medizinische
Sachlage anpassen können. Unter diesen Umständen hat die IV-Stelle
die dem Beschwerdeführer zugesprochene Rente zu Recht in
Anwendung von Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV rückwirkend per 1. Juli 2012
aufgehoben. Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als
rechtens, was zu deren Bestätigung und zur Abweisung der dagegen
erhobenen Beschwerde führt.
8. Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung
von Leistungen der Invalidenversicherung geht, ist das Verfahren
kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen.
Diese werden für den vorliegenden Fall, der mit einem durchschnittlichen
Aufwand verbunden war, ermessensweise auf Fr. 700.-- festgelegt und
entsprechend dem Verfahrensausgang dem Beschwerdeführer als
unterliegender Partei zur Bezahlung auferlegt (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die
obsiegende IV-Stelle hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung
(Art. 61 lit. g ATSG e contrario).