Decision ID: 4c148e49-e6fc-4545-b6bf-d4a3ad841278
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962, arbeitete ab 1. Mai 2016 im Zwischenverdienst für die
Y._
AG als Sales Associate. In dieser Eigenschaft war sie bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert (Urk. 7/2, Urk. 7/20). Am 28. November 2016 überquerte sie zusammen mit ihrem Ehemann einen Fuss
gänger
streifen. Dabei wurde ihr Ehemann von einem Auto angefahren. Die Ver
sicherte wurde mitge
rissen und stürzte auf die linke Körper
seite, wodurch sie eine
Tibiakopf
frak
tur
rechts, diverse Kontusionen und ein Hämatom supraorbital links erlitt (Urk. 7/2, Urk. 7/17 S. 1, Urk. 7/20, Urk. 7/40 S. 7). Die Erstbehandlung erfolgte ab dem selben Tag im
Spital
Z._
, wo die
Tibiakopffraktur
am 2. Dezember 2016 mittels Doppelplattenosteosynthese versorgt wurde (Urk. 7/3 S. 2, Urk. 7/17). Die Suva er
brachte Heilbehandlungs- und Taggeld
leistungen (Urk. 7/4, Urk. 7/6-7). Anschliessend an die Hospitalisation im
Spital
Z._
befand sich die Ver
sicherte vom 13. Dezember 2016 bis 3. Februar 2017 zur stationären Rehabilitation in der Rehaklinik
A._
(Urk. 7/30 S. 1). Am 11. April 2017 nahm der
Konsiliarpsychiater
der Suva, Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, zu den psychi
schen Beschwerden der Versicherten Stellung (Urk. 7/52). PD Dr. med.
C._
, leitender Arzt, Klinik für Allgemein-, Hand- und Unfall
chirurgie,
Spital
Z._
, attestierte der Versicherten bis zum 30. Juni 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/36, Urk. 7/63, Urk. 7/67). In der Folge schrieb der Hausarzt der Versicherten, med.
pract
.
D._
, Allgemeinmedizin FMH, die Versicherte wegen den Unfallfolgen zunächst ab 1. Juli 2017 zu 100 %, für die Zeitperiode vom 1. September bis 31. Dezember 2017 zu 80 % und ab 1. Januar 2018 zu 70 % arbeitsunfähig (Urk. 7/157 S. 2). Die Versicherte arbeitete in einem reduzierten Arbeitspensum wieder an ihrem früheren Arbeitsort (Urk. 7/128, Urk. 7/148). Weil sie über Schwindel, ver
schwommenes Sehen sowie Kopfschmerzen klagte, wurde am 19. April 2018 im
Spital
Z._
eine klinisch-neurologische Untersuchung durch
ge
führt (Urk. 7/156 S. 2). Die Versicherte meldete der Suva
sodann, dass sie am 24. April 2018 beim Tragen eines Wäschekorbs ohnmächtig geworden und hingefallen sei. Nach dem Sturz habe sie am Rücken, der linken Hand und dem linken Ellbogen rote und blaue Flecken festgestellt (Urk. 7/159, Urk. 7/171 S. 3). Med.
pract
.
D._
, welcher von der Versicherten gleichentags wegen des Schwindels konsultiert worden war (Urk. 7/159), attestierte dieser ab dem 24. April 2018 wieder eine 100%ige unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/202). Dr. med.
E._
, Fachärztin für Hals-, Nasen- und Ohren
krankheiten FHM, unter
suchte die Ver
sicherte am 4. Mai 2018 (Urk. 7/161). Wegen der Folgen des Unfalls vom 28. November 2016 attestierte Dr.
D._
der Versicherten vom 24. April 2018 bis zum 16. Januar 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/202 S. 2). Danach schrieb Dr. med.
F._
, Allgemeine Medizin FMH, die Versicherte vom 16. Februar bis 2. Juni 2019 zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 7/219 S. 2-4). Ab dem 3. Juni 2019 wurde ihr wieder von
Dr.
D._
Atteste für eine 100%ige unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit ausgestellt (Urk. 7/219 S. 4-5). Am 15. Juli 2019 untersuchte die Suva-Kreisärztin
G._
, Fachärztin für Chirurgie, die Versicherte (Urk. 7/226). Mit Schreiben vom 6. August 2019 teilte ihr die Suva mit, dass gemäss Ergebnis der kreisärztlichen Untersuchung von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung der Unfallfolgen mehr zu erwarten sei. Sie werde deshalb keine Heil
kosten
leistungen mehr erbringen und die Taggeldleistungen per 30. September 2019 einstellen (Urk. 7/229 S. 1). Alsdann verneinte die Suva mit Verfügung vom 22. August 2019 einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung (Urk. 7/239). Dagegen erhob die Versicherte am 23. September 2019 Einsprache (Urk. 7/244). Mit ihrer ergänzenden
Einsprache
begründung
vom 27. November 2019 (Urk. 7/250) reichte sie die Stellungnahme von Dr. med. univ. (A)
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 31. Oktober 2019 (Urk. 7/251) ein. Die Suva wies die Ein
sprache mit
Einsprache
entscheid
vom 20. Februar 2020 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 23. März 2019 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 20. Februar 2020 sei die Sache zwecks zusätzlicher medizinischer Abklärungen und Neuentscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 13. Mai 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-263), was der Beschwer
deführerin mit Verfügung vom 25. Mai 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Alsdann reichte die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 13. Juli 2020 (Urk. 9) die Stellungnahme von Dr. med.
I._
, Facharzt für Chirurgie,
vom 29. Mai 2020 (Urk. 10/1) und den Austrittsbericht der
Klinik J._
vom 14. April 2020 (Urk. 10/2) ein. Die Beschwerdegegnerin erhielt eine Kopie dieser Eingabe (Urk. 11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 28. November 2016 ereignet (Urk. 7/2), weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts
,
ATSG
), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG
)
, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG
[in der ab 1. Juli 2001 geltenden Fassung]). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fort
setzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heits
zustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistu
ngen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
Erlei
det die v
ersicherte
Person
durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat
sie
Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (
Art.
24
Abs. 1
UVG).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
1.4.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4.2
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133
E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei
- ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.4.3
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamt
würdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bezie
hungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbe
zogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusam
men mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.5
1.5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5.2
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im Austrittsbericht des Spitals
Z._
, Klinik für Allgemein-, Hand- und Unfallchirurgie, zur Hospitalisation der Beschwerde
führerin vom 28. Novem
ber bis 13. Dezember 2016 wurden die folgenden Diagnosen aufge
führt (Urk. 7/17 S. 1):
Tibiakopffraktur
Schatzker
V rechts (AO 41-C3)
Thorax-Kontusion links
Contusio
capitis (Kopfprellung) mit Hämatom supraorbital links
Oberes Sprunggelenk
(OSG)-Kontusion rechts
Rezidivierende Thoraxschmerzen unklarer Ätiologie
Am ehesten Koronarspasmus
Koronarangiographie vom 19. September 2013: keine koronare Herz
krankheit (KHK)
Chronischer Schwindel
Am ehesten bei konstitutioneller Hypertonie
Keine orthostatische Dysregulation
Verdacht auf Burn-out-Symptomatik
Differentialdiagnose (DD): Depression
Fibromyalgie seit dem 30. Lebensjahr verbunden mit Muskelschmerzen
Allergie auf Kontrastmittel und
Bactrium
Zur Therapie hielten die Ärztinnen und Ärzte fest, dass am 2. Dezember 2016 eine offene Reposition mit innerer Fixierung (ORIF) mittels Doppelplatten
osteo
synthese der Tibia rechts durchgeführt worden sei. Der intra- und postoperative Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet (Urk. 7/17 S. 1). Eine postoperative Röntgen
kon
trolle habe einen regelrechten Sitz des eingebrachten Osteosynthese
materials und eine gute Stellung der Fraktur gezeigt. Die Beschwerdeführerin sei am 13. Dezember 2016 in gutem Allgemeinzustand in die Reha nach
A._
entlas
sen worden (Urk. 7/17 S. 2).
2.2
Beim nativen und kontrastmittelverstärkten MRI des Neurokraniums vom 8. Dezember 2016 fanden sich keine posttraumatischen Läsionen und keine intrakranielle Blutung (Urk. 7/85/11).
2.3
Dem Austrittsbericht der Rehaklinik
A._
vom 3. Februar 2017 ist zu den relevanten Befunden bei Austritt zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin an zwei Unterarmgehstöcken mit Entlastungshinken rechts zur Untersuchung gekommen sei. Der Zehen-/Fersenstand sei beidseits möglich gewesen. Der
Einbeinstand
rechts sei nicht möglich gewesen. Beim Knie rechts hätten sich eine Flexion/Extension von 110/5/0°, palpatorisch eine minime Überwärmung, aber keine Erguss-/Instabilitätszeichen gezeigt. Beim rechten Oberschenkel habe eine sichtbare Muskelatrophie bestanden. Die Muskelkraft sei grobkursorisch in der Norm, der Patellarsehnenreflex (PSR) und Achillessehnenreflex (ASR) lebhaft auslösbar gewesen (Urk. 7/30 S. 6). Bei Klinikaustritt sei die Beschwerdeführerin in der Ebene und auf der Treppe mit Unterarmstöcken mobil gewesen. Die ange
stammte berufliche Tätigkeit als Verkäuferin sei der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht noch nicht zumutbar (Urk. 7/30 S. 3).
2.4
PD Dr.
C._
hielt nach seiner Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 11. Mai 2017 fest, dass der postoperative Verlauf regelrecht sei. Die Arbeitsun
fähigkeit werde bis Ende Juni zu 100 % attestiert (Urk. 7/67). In seinem Bericht zur Untersuchung vom 7. Dezember 2017 führte er sodann aus, dass die Fraktur sowohl klinisch als auch radiologisch vollständig abgeheilt sei. Das Gelenk zeige klinisch keine Anhaltspunkte für eine Binnenläsion. Vom Knie her könnte die Beschwerdeführerin arbeiten. Er sehe kein Zusammenhang zwischen dem oben genannten Befund und der persistierenden Arbeitsunfähigkeit der Beschwerde
führerin (Urk. 7/130 S. 1). Alsdann hielt PD Dr.
C._
am 22. Dezember 2017 fest, dass die CT-Untersuchung des rechten Knies vom 15. Dezember 2017 (Urk. 7/136) bestätigt habe, dass die Fraktur vollständig konsolidiert sei (Urk. 7/134).
2.5
Dr. med.
K._
, Oberärztin, Abteilung für Neurologie,
Spital
Z._
, führte in ihrem Bericht vom 23. April 2018 die folgenden Diagnosen an (Urk. 7/156 S. 3):
Chronischer Kopfschmerz vom Spannungstyp mit Aggravation nach Trauma (Sturz vom 28. November 2016; ICD-10: G44.3)
Schwindel unklarer Ursache
Erstmanifestation (EM) vor Jahren, Aggravation nach Trauma 2016
Keine fokal-neurologischen Defizite
Sturz am 28. November 2016 mit/bei
Tibiakopffraktur
rechts
Thorax-Kontusion links
Contusio
capitis mit Hämatom supraorbital links
OSG-Kontusion rechts
Rezidivierende Thoraxschmerzen unklarer Ätiologie
Verdacht auf Burn-out-Symptomatik
Fibromyalgie seit dem 30. Lebensjahr verbunden mit Muskelschmerzen
Allergie auf Kontrastmittel und
Bactrim
In ihrer Beurteilung führte Dr.
K._
aus, dass die Beschwerdeführerin ihr vom Hausarzt zur Evaluation von Kopf- und Ganzkörperschmerzen sowie Schwindel zugewiesen worden sei. Diese Symptomatik habe seit dem Unfall vom 28. Novem
ber 2016 zugenommen. In der klinischen Untersuchung hätten sich keine fokal-neurologischen Defizite gezeigt. MR-morphologisch seien im Dezember 2016 keine posttraumatischen Läsionen feststellbar gewesen. Die Kopfschmerzen seien am ehesten mit einem Spannungskopfschmerz mit posttraumatischer Aggrava
tion vereinbar. Diesbezüglich würden vorerst konservative Massnahmen mittels Erlernen von Entspannungstechniken sowie regelmässiges Ausdauertraining empfohlen. Sollte dies nicht zum gewünschten Effekt führen, wäre eine medi
ka
mentöse Therapie mit
Amitriptyin
zu evaluieren. Bezüglich des Schwindels hielt sie fest, dass sich in der neurologischen Untersuchung bei fehlenden
cerebel
lären
Zeichen keine An
zeichen für eine zentrale Genese gefunden hätten. Bei normalen Lagerungs
pro
ben, normalem Kopfimpuls-Test und fehlenden
Nystag
men
seien auch keine Hin
weise auf eine periphere Ursache feststellbar gewesen. Eine periphere Poly
neuro
pathie, welche zum Teil aufgrund einer Gangun
sicher
heit von Patientinnen und Patienten subjektiv auch als Schwindel wahrgenom
men werde, sei klinisch eben
falls nicht feststellbar gewesen. Insgesamt habe somit die Genese des Schwindels nicht abschliessend geklärt werden können. Sollte dies
bezüglich eine weitere Diagnostik gewünscht werden, werde eine Zuweisung in die Schwindel-Sprechstunde des
S
pitals
L._
(
L._
) empfohlen (Urk. 7/156 S. 3).
2.6
Bei der MRI-Untersuchung des Neurokraniums nativ
triplanar
vom 3. Mai 2018 zeigte sich eine unauffällige Darstellung des Hirnparenchyms ohne Hinweise auf
Trauma
folgen
, vaskuläre oder entzündliche Läsionen sowie eine regelrechte Dar
stel
lung des membranösen Labyrinthes. Es fand sich kein Nachweis einer
retrocochleären
Raumforderung. Sodann zeigte sich eine ausgeprägte unspezi
fische Elongation des
vertebrobasilären
Systems bei links dominanter
Arteria
vertebralis und Verlauf des linken V4 Segmentes zwischen Medulla
oblongata
und
Flocculus
, unmittelbar
antero
-inferior des Eintrittes des linken
Nervus
vestibulocochlearis, jedoch kein eindeutiger neurovaskulärer Konflikt (Urk. 7/160 S. 1).
2.7
Dr.
E._
stellte in ihrem Bericht vom 4. Mai 2018 die folgenden Diagnosen (Urk. 7/161 S. 2):
Verdacht auf phobischen Schwankschwindel
Chronischer Spannungskopfschmerz mit posttraumatischer Aggravation
Status nach Verkehrsunfall mit Sturz mit
Tibiafraktur
rechts
OSG-Kontusion rechts
Thorax-Kontusion links
Rezidivierend (Prä-)Synkopen mit/bei
einmaligem Bewusstseinsverlust am 24. April 2018 ohne retrograde Amnesie und Desorientiertheit und Kopf- und Rückenanprall
2 x im Februar 2018 für wenige Sekunden, ohne Bewusstseinsverlust und/oder Sturz
Verdacht auf Depression DD Burn-out-Symptomatik mit/bei rezidivieren
den Thoraxschmerzen bei blanden Untersuchungsbefunden inklusive Koronarangiografie im September 2013
Verdacht auf generalisierte Angststörung und Panikattacken
Fibromyalgie EM 1992 mit/bei generalisierten Muskelschmerzen
In ihrer Beurteilung führte Dr.
E._
aus, bei unauffälligem
cMRI
, ORL-, neurologischem und Neuro-Status und entsprechender Anamnese (Blackouts, generalisierte Schmerzen, Schwindel, Kopfschmerzen, Angst- und Panikattacken, Reizdarm-Syndrom, depressive Verstimmung, Müdigkeit/Fatigue, Schlafstörung, im Vordergrund stehende generalisierte Körperschmerzen) sowie Schilderung un
systematischer, ungerichteter Schwindelbeschwerden ergebe sich ein dringen
der Verdacht auf eine funktionelle Ursache bei bekanntem psychosozialem Stress, Reizdarm-Syndrom, bereits bestehender Konversionssymptomatik und entspre
chender Symptomatik beim Ophthalmologen sowie bekannten Panikattacken und Verdacht auf generalisierte Angststörung. Dafür spreche auch die unauffällige Testung des erschwerten Romberg unter Ablenkung. Empfehlenswert sei eine
Schwindel-Physiotherapie und eine
Amitripylin
-Behandlung, die sowohl dies
be
züglich als auch bei Kopfschmerzen indiziert seien. Zu evaluieren sei sodann eine psychotherapeutische und psychiatrische Anbindung. Aktuell bestehe kein Anhalt für einen peripher oder zentral vestibulären Vertigo und eine vestibuläre Migräne. Die verhaltensmedizinischen Massnahmen bezüglich des Kopfschmerzes seien weiterzuführen. Anamnestisch sei ein epileptisches Geschehen sehr unwahr
scheinlich. Es werde eine
Synkopenabklärung
empfohlen (Urk. 7/161 S. 4).
2.8
Dem Bericht zur Verlaufskontrolle im
Spital
Z._
vom 12. Juni 2018 ist zu entnehmen, dass sich die diffusen Beschwerden der Beschwerde
füh
rerin über dem rechten Knie nur mässig durch das liegende Osteosynthese
material erklären liessen. Als Ursache kämen sowohl muskuläre Beschwerden als auch die minimalen Unebenheiten, im Sinne einer beginnenden Arthrose, in Frage (Urk. 7/181 S. 2). Nach den Kontrollen vom 9. Oktober 2018 und 23. April 2019 wurde fest
gehalten, dass bei der von der Beschwerdeführerin angegebenen deut
lichen Beschwerdeverbesserung die Fortführung der Physiotherapie und weitere
Mobilisationen
(Bericht vom 9. Oktober 2018, Urk. 7/197 S. 2) sowie Fort
führung der Physiotherapie zum Erhalt der Kniebeweglichkeit und zur weiteren Gangschu
lung (Bericht vom 25. April 2019, Urk. 7/216 S. 1) empfohlen werde.
2.9
In ihrem Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom 15. Juli 2019 führte Dr.
G._
zu den Diagnosen Folgendes aus (Urk. 7/226 S. 6):
Tibiakopffraktur
Schatzker
IV rechts
Status nach ORIF mit Doppelplattenosteosynthese Tibia rechts vom 2. Dezember 2016
Status nach
Contusio
capitis
Unauffällige ophthalmologische Abklärung
Unauffällige neurologische Abklärung
Unauffällige Otorhinolaryngologie (ORL)-Abklärung
Unfallfremd:
Chronischer Schwindel
Fibromyalgie seit dem 30. Lebensjahr verbunden mit Muskelschmerzen
In ihrer Beurteilung führte Dr.
G._
aus, dass es bezüglich des operativen Resultates zu einem sehr guten Resultat gekommen sei. Das Gangbild sei in Ord
nung, die Beweglichkeit (des rechten Knies) betrage 130-0-0°. Was aktuell noch Beschwerden verursache seien die Schmerzen. Durch weitere ärztliche Massnah
men könne überwiegend wahrscheinlich keine Verbesserung mehr erzielt werden (Urk. 7/226 S. 6). Für die Arbeitsfähigkeit bestehe bezüglich des Knies das folgende Zumutbarkeitsprofil (Urk. 7/226 S. 6-7): «Heben und Tragen von Lasten bis zu mittelleichten Gewichten. Kein Arbeiten auf unebenem Gelände. Treppen
steigen
kann manchmal durchgeführt werden, das Arbeiten auf Leitern ist nicht zumutbar. Es soll eine Wechselbelastung möglich sein, oder stehende Tätigkeiten mit der Möglichkeit zu regelmässigen Pausen.» Unter dieser Einschränkung bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Der Schwindel sei vorbestehend und nicht unfallkausal. Eine Abklärung habe weder neurologisch noch durch die ORL-Untersuchung eine objektivierbare überwiegend wahrscheinlich unfallkausale strukturelle Veränderung ergeben (Urk. 7/226 S. 7).
3.
Nachdem sie bereits zuvor keine Heilbehandlungsleistungen mehr erbracht hatte, stellte die
Beschwerdegegnerin ihre Taggeldleistungen per
30. Septem
ber 2019 ein (Urk. 7/229 S. 1) und hat damit
den Fall auf diesen Zeitpunkt hin
abgeschlos
sen. Der Fallabschluss und die Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente können erfolgen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invaliden
ver
sicherung
(IV) abgeschlossen sind (vgl. dazu Art. 19 Abs. 1 UVG). Die Beschwer
degegnerin stützte sich auf die Beurteilung ihrer Kreisärztin
(Urk. 7/229 S. 1). Diese hielt
in Kenntnis der
Vorakten
und nach ihrer eigenen Untersuchung der Beschwerdeführerin
vom 15. Juli 2019
fest, dass durch
weitere ärztlichen Mass
nahmen überwiegend wahrscheinlich keine Verbes
serung mehr erzielt werden könne (Urk. 7/226 S. 6). Die Berichte des Spitals
Z._
wider
sprechen dem nicht, der erstbehandelnde Arzt, PD Dr.
C._
, führte in seinem Bericht vom 7. Dezember 2017 aus, dass die von der Beschwer
deführerin beim Unfall vom 28. November 2016 erlittene
Tibiakopffraktur
vollständig abgeheilt sei. Gemäss PD Dr.
C._
bestand aufgrund des Knies beziehungsweise der
Tibiakopffraktur
keine Arbeitsun
fähigkeit mehr (Urk. 7/130 S. 1). Gestützt darauf wäre vorliegend ein auch früherer Fallabschluss zulässig gewesen. Weil nach Lage der Akten am
30. September 2019
keine Eingliede
rungsmassnahmen der IV durchgeführt wurden, ist
der Fallabschluss per diesem Datum nach dem Gesagten jedenfalls nicht zu beanstanden. Die Beschwerde
führerin
erhebt keine Einwen
dungen gegen den Fallabschluss.
Sie rügte bezüglich des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 20. Februar 2020 (Urk.
2) einzig,
dass der Grad der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit von der Beschwerdegegnerin unzurei
chend abgeklärt worden sei (Urk. 1 S. 5, Urk. 9 S. 1-2). Darauf ist im Folgenden einzu
gehen.
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist somit, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
4.2
Gemäss Dr.
G._
ist die Beschwerdeführerin in einer behinderungs
angepassten Tätigkeit gemäss dem von ihr formulierten Zumutbar
keitsprofil (Urk. 7/226
S. 6-7) zu 100% arbeitsfähig (Urk. 7/226 S. 7).
4.3
4.3.1
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor, dass der Bericht von Dr.
G._
vom 15. Juli 2019 die von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen an den Beweiswert eines Arztberichtes (vgl. E. 1.5 vorstehend) nicht erfüllen würde. Die Schlussfolgerungen seien äusserst knapp gehalten und die Begründungsdichte damit letztlich zu gering, als dass das Zumutbarkeitsprofil, die Feststellung einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sowie insbeson
dere die Verneinung der Unfallkausalität der Schwindelbeschwerden hinreichend nachvollziehbar wären. Betreffend die Schwindelbeschwerden vermöge der Ver
weis der Kreisärztin auf den Bericht der Neurologin Dr.
K._
vom 23. April 2018 und den Bericht der ORL-Ärztin Dr.
E._
vom 4. Mai 2018 nichts zu ändern. Die Neurologin habe weitere Abklärungen gefordert, da die Genese des Schwindels nicht abschliessend habe geklärt werden können. Die darauffolgende ORL-Untersuchung habe ebenfalls keine hinreichende Klarheit gebracht. Dr.
E._
sei zwar von einem «dringenden Verdacht auf eine funktionelle Ursache» ausge
gangen. Damit sei jedoch zum hier anwendbaren Beweismassstab der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit nichts gesagt (Urk. 1 S. 6). Zu berücksich
tigen sei sodann, dass der Orthopäde und Schmerzspezialist Dr.
I._
ihre starken Kopfschmerzen als objektiv ausgewiesen und mit Sicherheit als unfall
kausal beurteilt habe. Dasselbe gelte auch für ihre neuropsychologischen Probleme, zu welchen erhöhte Ermüdbarkeit, Konzentrationsschwäche, Vergess
lichkeit, ver
minderte Leistungsfähigkeit und ver
minderte Belastbarkeit gehören würden (Urk. 9 S. 1-2). Auch bezüglich ihrer psychischen Beschwerden sei der Sach
verhalt noch nicht genügend abgeklärt worden. Der Austrittsbericht der
Klinik J._
vom 14. April 2020 bestätige die psychiatrischen Diagnosen des behandeln
den Psychiaters Dr.
H._
(Urk. 9 S. 2). Die Frage der natürlichen Un
fallkausalität ihrer psychischen Beschwerden könne nicht - wie dies die Beschwerdegegnerin mit ihrer Begründung des angefochtenen
Einsprache
ent
scheids
vom 20. Februar 2020 (Urk. 2) versucht habe - mit der Adäquanz
prüfung umgangen werden. Die Anwen
dung der betreffenden Adäquanzkriterien bedinge zunächst die hinreichende Erstellung des medizinischen Sachverhaltes sowohl in psychischer wie auch und gerade in
somatischer Hinsicht, was vorliegend wie gerügt noch unterblieben sei (Urk. 1 S. 7, Urk. 9 S. 2).
4.3.2
Zunächst ist auf die Stellungnahme von Dr.
I._
vom 29. Mai 2020 (Urk. 10/1) einzugehen, welche gemäss der Beschwerdeführerin den Nachweis dafür erbringen soll, dass ihre Kopfschmerzen, erhöhte Ermüdbarkeit, Konzent
rations
schwäche, Vergesslichkeit, verminderte Leistungsfähigkeit und ver
minderte Be
lastbarkeit objektiv ausgewiesen sind und mit Sicherheit in einem natürlichen Kausal
zusammenhang mit dem Unfall vom 28. November 2016 (Urk. 7/2) stehen (Urk. 9 S. 2). Im Zusammenhang mit dieser Stellungnahme brachte die Beschwer
deführerin sodann zwar ebenfalls vor, dass sie von Dr.
I._
ein
gehend untersucht worden sei (Urk. 9 S. 1), in seiner Stellung
nahme vom 29. Mai 2020 gab Dr.
I._
aber keine eigenen Untersuchungs
befunde wieder (Urk. 10/1). Stattdessen führte er die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin zu ihren Beschwerden auf (Urk. 10/1 S. 1). Diese subjektiven Angaben der Beschwerde
führerin vermögen den Nachweis für eine unfallbe
dingte Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aber nicht zu erbringen. Mass
geblich bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist allein die objektivier
bare Gesundheitsschädigung
(Urteil des Bundesgerichts 8C_370/2019 vom 22.
Oktober 2019 E. 6.2.2
).
Zu den Gesundheitsschädigungen, welche sich die Beschwerde
führerin beim Unfall vom 28. November 2016 (Urk. 7/2) zugezo
gen hat, nahm Dr.
I._
eine eigene Beurteilung vor. Laut Dr.
I._
soll die Beschwerde
führerin bei diesem Unfall auch eine Commotio cerebri (Hirn
erschüt
terung) und eine Halswirbelsäulen (HWS)-Distorsion erlittenen haben (Urk. 10/1 S. 1). Diese eigene Beurteilung von Dr.
I._
stimmt aber nicht mit den am Unfalltag im
Spital
Z._
gestellten Diagnosen überein (E. 2.1). Die Diag
nosestellung der erstbehandelnden Ärztinnen und Ärzten verdient schon deswegen den Vorzug vor der anderslautenden späteren Beurteilung von Dr.
I._
, weil sie die von der Beschwerdeführerin vom Unfall vom 28. No
vember 2016 (Urk. 7/2) erlittenen Verletzungen der Beschwerdeführerin versorgt haben, diese Verletzungen mithin unmittelbar beurteilen konnten. Bezüglich der Beurteilung von Dr.
I._
ist zudem gar nicht ersichtlich, worauf er sich über
haupt abstützt, da er sie nicht mit Angaben aus den medizinischen Akten begründet hat. Seine Beurteilung, wonach die Kopfschmerzen, erhöhte Ermüd
bar
keit, Kon
zentrations
schwäche, Vergess
lich
keit, verminderte Leistungsfähigkeit und ver
minderte Be
lastbarkeit unfallkausal seien, beruht aber einzig auf seiner unbe
legten Annahme, dass die Beschwerdeführerin beim Unfall vom 28. Novem
ber 2016 (Urk. 7/2) auch eine Commotio cerebri und eine HWS-Distorsion erlit
tenen habe (Urk. 10/1 S. 1-2). Aus diesen Gründen hat die Stellungnahme von Dr.
I._
vom 29. Mai 2020 (Urk. 10/1) keinerlei Beweiswert.
Diese Stellung
nahme vermag somit auch keine Zweifel an der Beurteilung der Kreisärztin zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu begründen.
4.3.3
Den weiteren Vorbringen der Beschwerdeführerin ist entgegenzuhalten, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 28. November 2016 (Urk. 7/2) und ihren Kopfschmerzen von den Ärztinnen und Ärzten, welche die Beschwerdeführerin untersucht haben, bislang nicht gefunden werden
konnte. Bei den MRI-Untersuchungen des Neurokraniums vom 8. Dezember 2016 und vom 3. Mai 2018 wurden keine posttraumatischen Läsionen (E 2.2) be
ziehungs
weise keine Hinweise auf
Traumafolgen
(E. 2.6) festgestellt. Die Neurologin Dr.
K._
führte in ihrem Bericht vom 23. April 2018 sodann aus, dass sich in der klinischen Untersuchung keine fokal-neurologischen Defizite gezeigt
hätten. Für sie sind die Kopfschmerzen am ehesten mit einem Spannungs
kopfschmerz mit posttraumatischer Aggravation vereinbar (E. 2.5). Der von ihr verwendete Begriff
«posttraumatisch»
impliziert jedoch keinen rechts
genüglichen Kausal
zusammenhang
(Urteil des Bundes
ge
richts 8C_24/2013 vom 18. Juni 2013 E. 3.2).
Vom Unfall vom 28. November 2018 verursachte orga
nische Gesundheitsschädi
gungen, welche die Kopfschmerzen der Beschwer
deführerin verursacht oder verstärkt haben, sind jedenfalls auch von Dr.
K._
nicht angeführt worden. Die Genese des Schwindels konnte von der Neurologin auch nicht abschliessend geklärt werden. Gleiches gilt für Dr.
E._
, die Fachärztin für Hals-, Nasen- und Ohren
krankheiten, welche die Ver
sicherte am 4. Mai 2018 unter
sucht hat
(E. 2.7). Dr.
E._
fand keine organische Ursache für die Schwindel
beschwer
den. In ihrem Bericht vom 4. Mai 2018 hat sie nachvollziehbar begründet, warum gemäss ihrer Beurteilung bezüglich der Schwindelbeschwerden ein dringen
der Verdacht auf eine funk
tionelle Ursache bestehe. Es ist sodann bereits begründet worden, weshalb nicht auf die Beurteilung von Dr.
I._
vom 29. Mai 2020, wonach die erhöhte Ermüdbarkeit, Konzentrations
schwäche, Vergesslichkeit, verminderte Leistungsfähigkeit und ver
minderte Be
lastbarkeit vom Unfall vom 28. November 2016 verursacht wurden, abgestellt werden kann (E. 4.3.2). In den übrigen medizinischen Akten finden sich keine Hin
weise, welche für einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 28. November 2016 und diesen Beschwerden sprechen. Hingegen werden unter anderem eine vorbe
stehende Fibromyalgie und vor
bestehende psychische Beschwerden (E. 2.1) sowie eine frühere Psycho
therapie (Urk. 7/54) erwähnt. Der
Konsiliarpsychiater
der Suva führte in seiner Beurteilung vom 11. April 2017 (Urk. 7/52) aus, es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bereits vor dem Verkehrsunfall vom 28. November 2016 unter erheblichen psychischen Problemen gelitten habe. In den Akten erwähnt würden ein Verdacht auf eine Burn-out-Symptomatik (DD: Depression) sowie
mehrere, möglicherweise bis wahrscheinlich zumindest teilweise psychosomatisch bedingte Leiden (rezi
divie
rende Thoraxschmerzen unklarer Ätiologie, chronischer Schwindel, Fibro
myal
gie). Offenbar habe die Beschwerdeführerin bereits vor dem Unfall das
Anti
depressivum
Duloxtin
einge
nommen. Die nach dem Unfall aufgetretenen Panik
attacken und Albträume seien im Verlauf rückläufig gewesen. In der Rehaklinik
A._
sei eine Anpas
sungs
störung und eine
subsyndromale
, posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) diagnostiziert worden. Der Hausarzt der Beschwerde
führerin habe (in seinem Bericht vom 22. März 2017, vgl. Urk. 7/46) ein psycho
soziales Stress-Syndrom mit Abgeschlagenheit, Schlaf
störungen, schweiss
gebadetem Erwachen und einer Exazerbation von Kopf
schmerzen erwähnt (Urk. 7/52). Psychiatrische Diagnosen gehen schliesslich auch aus der Stellungnahme des behandelnden Psychiaters Dr.
H._
vom 31. Oktober 2019 (Urk. 7/251) und dem Austrittsbericht der
Klinik J._
vom 14. April 2020 (Urk. 10/2) hervor. Die Fachpersonen der
Klinik J._
nahmen zur Frage der Unfallkausalität aber keine Stellung (vgl. Urk. 10/2). Dr.
H._
hielt in seiner Stellungnahme vom 31. Oktober 2019 ausdrücklich fest, dass er die Frage, ob die psychischen Beschwerden in einem Kausal
zusammenhang zum Unfall vom 28. November 2016 stehen, nicht beant
worten könne (Urk. 7/251 S. 2).
Zusammengefasst leidet der Beschwerdeführerin somit an psychischen Beschwer
den bei denen ungewiss ist, ob sie vom Unfall vom 28. November 2016 verursacht oder verschlimmert wurden. Alsdann klagt sie über Kopfschmerzen, Schwindel
beschwerden, erhöhte Ermüdbarkeit, Konzentrations
schwäche, Vergesslichkeit, verminderte Leistungsfähigkeit und ver
minderte Be
lastbarkeit. Die umfang
reichen medizinischen Akten weisen aber keine organischen Befunde nach, welche diese Beschwerden erklären können.
4.4
Ob die psychischen Beschwerden und die Schwindelbeschwerden sowie die übrigen Beschwerden ohne feststellbare organische Grundlage
in einem
natür
lichen Kausal
zusammenhang zum versicherten Unfallereignis stehen, kann offen gelassen werden.
Denn diesbezüglich ist - anders als bei Gesundheits
schädi
gungen mit einem klar
en unfallbedingten organischen Substrat, bei welchen der adäquate Kausalzusam
menhang in der Regel mit dem natürlichen bejaht werden kann (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
mit Hinweisen) - eine besondere Adäquanzprüfung vorzu
nehmen. Diese hat vorliegend nach den in BGE 115 V 133 genannten Kriterien (Psycho-Praxis) zu erfolgen.
4.5
4.5.1
Ausgangspunkt der Adäquanzprüfung ist das Unfallereignis vom 2
8
.
November
20
16 (E. 1.4.1). Laut Rapport der Stadtpolizei Zürich vom 7. Januar 2017 haben die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann um ca. 22:23 Uhr eine Strasse mittels Fussgängerstreifen überquert. Der Lenker des herannahenden Personenwagens habe sie übersehen. Es sei zur Kollision gekommen, wobei die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann verletzt worden seien (Urk. 7/40 S. 2, S. 7). Der Anprall der Beschwerdeführerin am Personenwagen hinterliess diverse Abriebspuren und Dellen auf der Motorhaube des Personenwagens. Beim Anprall des Ehemanns der Beschwerdeführerin ist die Frontscheibe im Bereich des Lenkrades geborsten (Urk.
7/40 S. 21). Soweit aus den vorliegenden Akten ersichtlich, erlitt der Ehemann der Beschwerdeführerin beim Unfall ein Schädelhirntrauma. Seine Erstbe
handlung erfolgte ebenfalls im
Spital
Z._
. Danach befand er sich bis zum 17. Januar 2017 zur stationären Rehabilitation in der Rehaklinik
A._
(Urk. 7/26 S. 2).
Das Bundesgericht qualifizierte einen Unfall bei dem die versicherte Person auf dem Fussgängerstreifen angefahren wurde und sich dabei eine Gehirner
schüt
te
rung, eine HWS-Distorsion, diverse Prellungen sowie eine Partialruptur der
Supraspinatussehe
zuzog als mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Fällen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_359/2012 vom 20. Juli 2012 E. 6).
Ein anderer Unfall bei welchem die versicherte Person
beim Überqueren eines Fussgängerstreifens von einem Auto angefahren, ohne Kopfanprall stürzte und ein Rückentrauma
erlitt, wurde vom Bundesgericht ebenfalls als
mittelschwerer Un
fall im Grenzbereich zu den leichten Fällen angesehen
(Urteil des Bundesge
richts U 34/03 vom 28. Januar 2004 E. 3.4.2).
Mit Blick auf den Ablauf des Unfalls der Beschwerdeführerin, die Verletzung, die sich der mitbeteiligte Ehemann der Beschwerdeführerin zugezogen hat, die Sach
schäden am beteiligten Fahrzeug und die Rechtsprechung des Bundesgerichts ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Ereig
nis vom 28. Novem
ber 2016 (Urk. 7/2) als mittelschweren Unfall im engeren Sinn qualifi
ziert hat (Urk. 2 S. 6). Ob dieses Ereignis - in Anlehnung an die beiden oben wieder
gege
benen Urteile des Bundesgerichts zu Kollisionen auf dem Fussgängerstreifen - gar als Unfall im mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Unfällen anzusehen wäre, kann offen bleiben, denn vorliegend ist keines der Adä
quanz
kriterien gegeben.
4.5.2
Bei der Prüfung der Adäquanzkriterien ist zunächst zu beachten, dass jedem mindestens mittel
schweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist
(Urteil
des Bundes
ge
richts 8C_473/2019 vom 11. November 2019 E. 5.2 mit Hinweis
).
Das Kriterium «
besonders dramatische Begleitum
stände oder besondere Eindrück
lich
keit des Unfalls
» ist vorliegend nicht erfüllt.
Mit Blick auf die von der Beschwerdeführerin bei diesem Unfall erlittenen Verletzungen (Austrittsbericht des Spitals
Z._
zur Hospitalisation der Beschwerde
führerin vom 28. Novem
ber bis 13. Dezember 2016, Urk. 7/17 S. 1) ist das Krite
rium «
Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungs
gemässe Eignung, psychi
sche Fehlentwicklungen auszulösen
» eben
falls zu verneinen. Anzufügen ist, dass das Bundesgericht dieses Kriterium namentlich auch bei einem Polytrauma mit Thorax- und
Abdominal
trauma
und offenen Gesichts
schädelfrakturen verneint
hat (Urteil des Bundes
gerichts 8C_197/2009 vom 19. November 2009 E. 3.6).
Das Kriterium «
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen
» ist auch nicht gegeben. Dies
bezüglich ist auf die Berichte zu den Nachkontrollen im
Spital Z._
zu verweisen. Diesen Berichten kann entnommen werden, dass der Verlauf nach der operativen Versorgung der
Tibiakopffraktur
regelrecht war. Die Fraktur heilte vollständig (E. 2.4 vorstehend).
Bei der Prüfung des
Kriteriums
«ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung
» fällt auf, dass sich die Beschwerdeführerin vom 13. Dezember 2017 bis 3. Februar 2018 zur stationären Rehabilita
tion in der Rehaklinik
A._
befand (Urk. 7/30 S. 1). Von den Ärztinnen und Ärzten der Rehaklinik
A._
wurde die Beschwerdegegnerin zweimal um Kostengutsprache für eine Veränderung des Reha-Aufenthalts ersucht (Urk. 7/13, Urk. 7/22). Das zweite Verlänge
rungsgesuch vom 16. Januar 2017 wurde aber unter anderem damit begründet, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der verminderten Kraft in den Beinen sowie der Schmerzproblematik (wegen Fibromyalgie) primär roll
stuhl
mobil sei. In die Begründung einbezogen wurde zudem, dass die Beschwerde
führerin auch deswegen noch eine verbes
serte Gehfähigkeit und Ausdauer er
reichen musste, weil ihr Ehemann nach seinem beim Unfall vom 28. November 2016 (Urk. 7/2) erlittenen Schädelhirntrauma (Urk. 7/26 S. 2) noch keine grosse Unterstützung für die Beschwerdeführerin war beziehungsweise seinerseits noch Hilfe benötigte (Urk. 7/22 S. 2). Unter Berücksichtigung dieser teilweise un
fallfremden Gegeben
heiten ist trotz des Reha-Aufenthalts in
A._
von rund 21⁄2 Monate (Urk. 7/30 S. 1) hinsichtlich der Unfallfolgen noch keine
«ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behand
lung
» gegeben. Zu ergänzen ist, dass das Bundes
gericht in
E. 5.2.3 des Urteil 8C_123/2018 vom 18. September 2018 dieses Kriterium auch bei einer stationären Rehabilitation von rund 2 Monaten (mit einem Unter
bruch von 10 Tagen) als nicht erfüllt ansah. In derselben Erwägung hielt das Bundesgericht sodann fest, dass ärztliche Kontrolluntersuchungen - wie vorliegend diejenigen im
Spital
Z._
(E. 2.4 und E. 2.8) - das Kriterium
«ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung
» ebenfalls nicht erfüllen.
Das Kriterium «k
örperliche Dauerschmerzen
» ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu verneinen, wenn - wie im vorliegenden Fall (E. 4.3.3) - kein
organisch ausgewiesenes Substrat für die Schmerzen vorhanden ist
(Urteil des Bundesgerichts 8C_123/2018 vom 18. September 2018 E. 5.2.2.1).
Ausserdem bestanden die
fibromyaligieformen
Schmerzen offensichtlich schon vor dem Unfall.
Alsdann attestierte der behandelnde Arzt PD Dr.
C._
der Beschwerdeführerin nach dem Unfall vom 28. November 2016 (Urk. 7/2) bis Ende Juni 2017 eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit (Urk. 7/67). Nur diese Arbeitsunfähigkeit ist bei der Prüfung des Kriteriums «Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsun
fähig
keit» massgebend. Nicht abzustellen ist demgegenüber auf die Arbeitsun
fähig
keitsatteste von med.
pract
.
D._
ab 1. Juli 2017 (vgl. Ziff. 1 des Sachverhalts), weil nicht aus
gewiesen ist, dass er hierbei nur die physisch bedingte Arbeitsunfähigkeit der Beschwer
deführerin berücksichtigt hat, hat er doch bereits im Bericht vom 22. März 2017 – an erster Stelle – ein psychosoziales Stresssyndrom (Urk. 7/46) erwähnt. In seinem ärztlichen Zwischenbericht vom 20. Juli 2017 führte er sodann aus, dass eine reaktive Depression den Heilungs
verlauf beeinflusse (Urk. 7/91). Es ist damit nur auf die von PD Dr.
C._
attestierte Arbeitsunfähigkeit abzustellen. Gestützt darauf ist zwar nach dem Unfall vom 28. November 2016 (Urk. 7/2) eine physisch bedingte Arbeits
un
fähigkeit von rund 7 Monaten ausgewiesen, mit Blick auf die in
E. 3d/
aa
des Urteils des Bundesgerichts U 56/00 vom 30. August 2001
wiedergegebenen Präjudizien genügt dies aber noch nicht, um das Kriterium «Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit» zu bejahen.
4.5.3
Nach dem Gesagten ist von den massgeblichen Kriterien keines gegeben. Mangels adäquaten Kausalzusam
menhangs mit dem versicherten Unfallereignis ist die Beschwerdegegnerin für von der Beschwerdeführerin geltend gemachte
psy
chischen Beschwerden und deren Beschwerden ohne nachweisbare organische Grundlage nicht leistungs
pflichtig. Damit besteht auch kein weiterer Abklärungs
bedarf, da die Beschwerdegegnerin für sämtliche der von der Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren noch geltend gemachten Gesundheitsstörungen
(E. 4.3.1) mangels Kausalzusam
menhangs zum Unfall vom 28. November 2016 (Urk. 7/2) nicht leistungspflichtig ist (E. 4.5.3).
5.
5.1
Unter Berücksichtigung der organisch bedingten Unfallfolgen ermittelte die Beschwerdegegnerin durch einen Einkommensvergleich einen Invaliditätsgrad von aufgerundet 1 % (0.62 %, Urk. 7/236 S. 2-3). Dieser Einkommensvergleich ist nicht zu beanstanden. Gegen den Einkommensvergleich als solchen hat die Beschwerde
führerin denn auch keine Einwendungen erhoben.
Bei einem Invaliditätsgrad unter 10 % hat die Beschwerdeführerin keinen
An
spruch auf eine Invalidenrente (E. 1.2).
5.2
Und schliesslich hielt Dr.
G._
nach ihrer Untersuchung der Beschwerde
führe
rin vom 15. Juli 2019 und der Beurteilung der Befunde der bildgebenden Untersuchungen bis 23. April 2019 am 5. August 2019 fest, dass die
Erheblich
keits
grenze
für eine Integritätsentschädigung Art.
24
Abs. 1
UVG
(E. 1.2) noch nicht erreicht sei (Urk. 7/228). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Beurteilung des Integritäts
schadens in erster Linie Aufgabe der Medizinerin oder des Mediziners (Urteil des Bundesgerichts U 344/01 vom 11. September 2002 E. 6 mit Hinweis) Es liegen keine Arztberichte vor, welche Zweifel an der Beurtei
lung von Dr.
G._
begründen. Die Beschwerdeführerin hat keine Einwendung gegen diese Beurteilung erhoben.
Es kann auf die Beurteilung von Dr.
G._
vom 5. August 2019 (Urk. 7/228) abgestellt werden. Gestützt auf diese Beurteilung hat die Beschwerdegegnerin einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Integritätsentschädigung zu Recht verneint.
6.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.