Decision ID: 8645514d-a73b-457d-8fd1-909bec4f9f77
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972,
war von Mai 1993 bis März 1998 als Betriebsmit
arbeiter in einer
Schweisserei
tätig (
Urk.
6/7) und
meldete sich am 1
1.
März 1998 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/
1
). Die Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfügung vom 2
4.
Oktober 2000 bei einem Invaliditätsgrad von 42
%
eine halbe (H
ärtefall-) Rente ab September 19
98
zu
(
Urk.
6/
50
)
.
Am 1
3.
Dezember 2001 stellte der Versiche
rte ein Revisionsgesuch
(
Urk.
6/58
)
, welches er
am
8.
April 2002 (
Urk.
6/67) erneuerte. Nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen sprach ihm die IV-Stelle
mit Verfügung vom 1
6.
Mai 2003 ab Dezember 2001
eine ganze Rente
zu
(
Urk.
6/
102
)
.
Am
1.
Juni 200
6 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, er habe bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente (
Urk.
6/111).
1.
2
Nach Eingang des am 2
5.
Juni 2009 ausgefüllten Revisionsfragebogens (
Urk.
6/124) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
6.
November 2011 (
Urk.
6/147)
die am 1
6.
Mai 2003 zugesprochene ganze Rente wiederer
wägungs
weise auf und setzte sie
auf eine halbe Rente herab
. Die dagegen erhobene Beschwerde des Versicherten wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 1
2.
März 2013 im Verfahren IV.2011.01288 gutgeheissen (
Urk.
6/156).
Mit Verfügung vom
6.
Januar 2014 hob die IV-
Stelle die bisher ausgerichtete
ganze
Rente auf (
Urk.
6/
209
), was vom hiesigen Gericht mit Urteil vom
3.
Juni 2014 im Verfahren IV.2014.00090 bestätigt wurde (
Urk.
6/
213
).
1.
3
Die IV-Stelle sprach dem Versicherten in der
Folge mit Verfügung
vom 2
9.
Sep
tember 2014 berufliche Massnahmen zu (
Urk.
6/
224
) und bestätigte den Anspruch auf Weiterausrichtung der aufgehobenen Rente (
Urk.
6/
225
; vgl.
Urk.
6/
232
,
Urk.
6/
235
).
Mit Verfügung vom 1
6.
Dezember 2015
(
Urk.
6/184) wurden die Wiedereingliederungsm
assnahmen
p
er
3
0.
September 2009 abgebrochen und die bisher weiterausgerichtete ganz
e Rente eingestellt
, was vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 1
5.
April 2016 im Verfahren IV.2016.00059 bestätigt wurde (
Urk.
6/
288
).
1.
4
Am
2
2.
Dezember 2017
meldete sich der Versicherte erneut bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
6/295
)
. Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(
Urk.
6/306,
Urk.
6/319
,
Urk.
6/320) trat die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 2
5.
Oktober 2018 (
Urk.
6/327 =
Urk.
2) auf das neue Leistungsbegehren nicht ein.
2.
Der Versicherte erhob am 2
1.
November 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
5.
Oktober 2018 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei auf das Lei
stungsbegehren einzutreten, es seien
Abklärungen zum Gesundheits
zustand und zum Ausmass der Arbeitsun
fähigkeit vorzunehmen und
die Leistun
gen festzulegen (
Urk.
1 S. 2). D
ie IV-Stelle
beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
Januar 2019 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwer
deführer am 1
5.
Januar 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen
Invaliditätsgradesverweigert
, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
1.2
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung ist von Amtes wegen zu prüfen, ob seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prüfung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung abzustellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nichteintretensverfü
gungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summarischen Begrün
dungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich. Erfolgte dagegen nach einer ers
ten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend gemach
ten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer Sachverhaltsabklä
rung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) abermals rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsan
sprechende Person dieses Ergebnis – vorbehältlich der Rechtsprechung zur Wie
dererwägung oder prozessualen Revision (vgl. BGE 127 V 466 E. 2c mit Hinwei
sen) – bei einer weiteren Neuanmeldung entgegenhalten lassen (BGE 130 V 71 E. 3.2.3; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.3 f.).
1.3
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung ver
pflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind;
verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dement
sprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Ein
tretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3 IVV
Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwal
tung auf die Neuanmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.4
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsachen
änderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheb
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen. Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass gemäss den vorliegenden Unterlagen die seit Jahren bekannten Beschwerden bestünden und keine wesentlich neuen Befunde ausgewiesen seien. Ferner habe sich die Diskushernie gebessert. Eine wesentliche Veränderung der beruflichen und medizinischen Situation sei nicht feststellbar (S. 2 oben).
2.2
Demgegenüber wandte der Beschwerdeführer
im Wesentlichen
ein (
Urk.
1),
dass gestützt auf die Feststellungen der behandelnden Ärzte ausreichend Anhalts
punkte für eine Verschlechterung des Gesundheitszustands bestünden (S.
6
Ziff.
7).
2.3
Strei
tig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung zu Recht nicht eingetret
en ist. Prozessthema ist, ob der Beschwerdeführer
im Sinne von
Art.
87
Abs.
2 IVV glau
bhaft gemacht hat, dass sich sein
gesundheitlicher Zustand seit der
im Januar 2014 erfolgten, mit Urteil des hiesigen Gerichts vom
3.
Juni 2014 bestätigten,
wiedererwägungsweisen Aufhebung der bisher ausg
e
richteten Rente
wesentlich verschlechtert hat
.
3.
3.1
Am 2
9.
Juni 2010 ersta
ttete
Dr.
Y._
, Facharzt
Psychiatrie und Psy
chotherapie, fallverantwortlicher Arzt
Institut
Z._
, ein Gutachten im Auftrag de
r Beschwerdegegnerin (
Urk.
6/132
/1-24). Er stützte sich auf die den Gutachtern überlassenen und von ihnen zusätzlich eingeholten Akten (S. 2 ff.), ein neurolo
gisches Fachgut
achten (S. 6 f.; vgl.
Urk.
6/132
/30-34), sein psychiatrisches Fach
gutac
hten (S. 7 ff.; vgl.
Urk.
6/132
/35-42) und ein rheumatologisches Fachgut
ac
hten (S. 10 ff.; vgl.
Urk.
6/132
/43-60)
und nannte
die folgenden Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 17
Ziff.
4.1):
-
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
nicht-
radikuläre
Schmerzausstrahlung in beide Beine links mehr als rechts
-
mässige
Osteochondrose
L5/S1 ohne
Bandscheibenhernierung
, Band
scheiben-
Protrusion
oder andere
neurokompressive
morphologische Korrelate, bei Dehydrierung der Bandscheibe L5/S1
-
konventionell-radiologisch diskrete
Scheuermann’sche
Wirbelkör
perveränderungen
tiefthoracal
, sonst Wirbelsäule von Th12 bis L5 mit regelrechten Verhältnissen
-
intermittierendes chronisches
cervicales
Schmerzsyndrom
-
Verdacht auf
Thoracic
-outlet-Symptomatik anamnestisch
-
klinische leichte muskuläre HWS-Beweglichkeitseinschränkung
-
occipitofrontale
chronische Kopfschmerzen
-
anhaltend somatoforme Schmerzstörung
(
ICD-10 F45.4
)
-
dysphorische
Gestimmtheit im Sinne einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode,
chronifiziert
(ICD-10 F32.1)
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge vom hypochondrisch ängstlichen, retar
dierten, anamnestisch auch grenzbegabten Typ
Die von den drei Gutachtern erarbeitete Gesamtbeurteilung (vgl. S. 18 Mitte) ergab, dass die objektiven Befunde in keiner Weise der vom Exploranden subjek
tiv empfundenen und dargestellten Symptomatik und dessen Schlüssen hinsicht
lich der Arbeitsfähigkeit entsprächen; die subjektive Einschätzung der Arbeitsun
fähigkeit habe mit objektiven Gründen nicht abgestützt und erklärt werden kön
nen (S. 22 oben).
Die Gutachter kamen zum Schluss, dass der Beschwerdeführer in seiner ange
stammten Tätigkeit als Hilfsarbeiter nicht mehr arbeitsfähig sei (S. 22
Ziff.
6.2).
Für eine - näher umschriebene - angepasste Tätigkeit bestehe aus rheumatologi
scher Sicht eine Beeinträchtigung von 20
%
. Aus neurologischer Sicht bestehe für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit keine Beeinträchtigung. Aus psychi
atrischer Sicht bestehe eine Verminderung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 20
%
aufgrund der Depression und der anhaltenden somatoformen Schmerz
störung, wobei die Aggravationstendenz und die zumutbare Willensanstrengung berücksichtigt seien (S. 22 f.
Ziff.
6.3).
3.2
Insbesondere g
estützt auf diese Beurteilung
ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass die geklagten Beschwerden zu den pathologisch-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gehörten und
hob die Rente mit Verfügung vom
6.
Januar 2014
w
iedererwä
gungsweise auf
(
Urk.
6/209)
. Mit Urteil vom
3.
Juni 2014
im Verfahren
IV.2014.00090
hielt das hiesige Gericht fest,
dass
auch anhand der Kriterien der Schmerzrechtsprechung
keine anspruchsrelevante Einschränkung
feststellbar sei
(
S. 10 E. 4.4
)
und gelangte zu der folgenden Schlussfolgerung (
S. 11
E.
4.5
):
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die - aus den genannten Gründen zulässiger
weise erfolgte - Anspruchsprüfung ergeben hat, dass gemäss ärztlicher Beurteilung, wie auch in der Perspektive der Schmerzrechtsprechung, im Verfügungszeitpunkt keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden hat, die einen weiteren Renten
anspruch zu begründen vermocht hätte. Die angefochtene Verfügung, mit welcher die Beschwerdegegnerin die zugesprochene Rente aufgehoben hat, erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
4.
4.1
Dr.
A._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates
, führte in seinem Bericht vom 1
4.
Juni 2016 (
Urk.
6/300/10) aus, die Kernspintomographie habe eine deutliche
Regredienz
der Diskushernie L5/S1 gezeigt. Es gebe keine Hinweise für eine Neurokompression. Die geklagten Beinschmerzen und die damit verbundenen
Dysästhesien
seien auf
grund der Kernspintomographie nicht erklärbar, weshalb eine neurologische Abklärung zu empfehlen sei (S. 1).
4.2
Dr.
B._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für
Gast
roenterologie
, und
Dr.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Spital
D._
, nannten in ihrem Bericht vom 1
8.
Juni 2016 über die am
9.
Juni 2016 erfolgte ambulante Notfallbehandlung (
Urk.
6/300/7-
8) die folgen
den Diagnosen (S. 1):
-
orthostatische
Synkope, Erstdiagnose am
8.
Juni 2016
-
anamnestisch möglicherweise Diabetes mellitus Typ II, Erstdiagnose unklar
-
chronische Rückenschmerzen, Erstdiagnose unklar
-
Adipositas Grad II
Anhand der
anamnestischen Befunde erschein
e eine
orthostatische
Ursache der Synkope hochwahrscheinlich, möglicherweise durch den
postprandialen
Metabo
lismus begünstigt. Klinisch, elektrokardiographisch und labordiagnostisch hätten sich bis auf leicht erhöhte Transaminasen keine Auffälligkeiten finden lassen (S. 2 oben).
4.3
Dr.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
nannte in seinem Bericht vom 1
5.
März 2017 (
Urk.
6/300/3) als Diagnose ein chronisches,
lum
bovertebrales
Schmerzsyndrom bei einer ausgesprochenen Adipositas per magna. Der Beschwerdeführer gebe permanente Rückenschmerzen und Schmerzen im Bereich der rechten Wade an. Ab und zu würden Schulter-, Nacken- und Kopf
schmerzen vorkommen (S. 1).
I
n seinem Bericht vom
7.
April 2017 (
Urk.
6/300/1-2)
führte
Dr.
E._
aus, der Beschwerdeführer leide an
starken
Rückenschmerzen, Schwindel,
starken
Kopf
schmerzen und sei permanent schlapp und müde
(S. 1 oben). Er nannte die im Bericht von
Dr.
B._
und
Dr.
C._
vom Juni 2016 aufgefü
hrten Diagno
sen (vorstehend E. 4.2
).
4.4
Dr.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
der den Beschwerdeführer seit 1
1.
Mai 2017 ambulant psychiatrisch behandelt (Urk. 6/304 S. 1),
führte in seinem Bericht vom 1
9.
Januar 2018 (
Urk.
6/298) aus, dass er sich der vorbestehenden Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) anschliesse
,
mit depressiven Begleitsymptomen im Sinne einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode. Eine verwertbare Arbeitsfähig
keit könne nic
ht mehr festgestellt werden. Eine Zustandsverbesserung im Laufe der letzten Jahre sei nicht zu erkennen. Vielmehr handle es sich um ein schwer
chronifiziertes
Zustandsbild, welches psychotherapeutisch nicht mehr
angehbar
sei. Somit könne von einer weiteren Zustandsverschlechterung ausgegangen wer
den (S. 2).
4.5
Dr.
G._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Spital
D._
, nannte in ihrem Bericht vom 2
0.
April 2018 über die am 2
1.
März 2018 erfolgte Diabetes-Sprechstunde (
Urk.
6/324/5-6) als Diagnosen ein
en
Diabetes mellitus Typ 2, chronische Rückenschmerzen und eine Adipositas (S. 1 oben). Es bestehe seit Jahren ein schlecht eingestellter Diabetes Typ
2.
W
ahrscheinlich
liege
eine
schwierige soziale Situation mit langjähriger IV-Berentung, sehr wenig kör
perlicher Betätigung und nicht empfehlungsgerechter Ernährung
vor
.
Der Beschwerdeführer habe angegeben, das
s er nur Insulin spritze
, wenn es unbedingt nötig sei. Er habe
verschiedenste Beschwerden an
gegeben
, wovon sicherlich ein Teil mit den
hyperglykämen
Blutzuckerwert
en
zu erklären
se
ien, sodass sich diese
bei
einer
Verbesserung der Blutzuckerwerte auch bessern würden (S. 2 oben).
4.6
Dr.
E._
(vorstehend E. 4.3
) gab am 1
9.
Juni 2018 (
Urk.
6/317) an, dass der Beschwerdeführer an ausgesprochenen Rückenschmerzen, Schwindelbeschwer
den und rezidivierenden Kopfschmerzen leide. Seit Juni 2010 sei namentlich das Gewicht stark angestiegen. Es habe sich ein Diabetes mellitus Typ II entwickelt und die Schmerzen hätten sich
chronifiziert
(S. 1).
4.7
Dr.
F._
führte in seinem Bericht vom
3.
Juli 2018 (
Urk.
6/318/1) aus, dass er den Grund für eine Wiederanmeldung bei der IV vor allem darin sehe, dass sich der Zustand des Beschwerdeführers weiter
chronifiziert
habe. Ob er nun etwas mehr oder weniger Symptome im Vergleich zum Gutachten von 2010 zeige oder nicht, erscheine ihm dabei weniger bedeutsam, als vielmehr der jahrelang anhaltende Prozess der
Chronifizierung
und der vergeblichen therapeutischen Integrations
massnahmen sowie die fehlenden Ressourcen beziehungsweise die fehlende Resi
lienz, um die krankheitsbedingten Einschränkungen überwinden zu können. Zudem wäre zu prüfen, ob aufgrund der neuen rechtliche
n
Lage die Vorausset
zungen für eine Berentung gegeben seien, da der Beschwerdeführer an einer
chro
nifizierten
mittelgradigen depressiven Episode leide, was nach den damaligen Gesetzen nicht ausgereicht habe, nach der neuen Rechtsprechung aber schon (S. 1).
5.
5.1
Mit Urteil des hiesigen Geric
hts v
om
3.
Juni 2014 (vorstehend E. 3.2
) - welches die letzte materielle Überprüfung des Rentenanspruches darstellt - wurde
insbe
sondere gestützt auf das
Z._
-Gutachte
n vom Juni 2010 (vorstehend E. 3.1
)
die
A
ufhebung der Rente bestätigt
.
Im Gutachten wurden als Diagnosen ein chroni
sches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom, ein intermittierendes chronisches
cer
vicales
Schmerzsyndrom, eine anhaltend somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), eine
dysphorische
Gestimmtheit im Sinne einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode,
chronifiziert
(ICD-10 F32.1)
,
sowie akzentuierte Persönlich
keitszüge vom hypochondrisch ängstlichen, retardierten, anamnestisch auch grenzbegabten Typ
genannt. Aus gesamtmedizinischer Sicht wurde von einer Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgegangen.
5.2
Den
medizinischen Berichten zum aktuellen Ges
undheitszustand (vorstehend
E.
4.1-4.7
)
liegen keine Anhaltspunkte zugrunde, die
auf eine relevante Verände
rung des medizinischen Sachverhalts schliessen
lassen.
Zusätzlich
zum Rückenleiden
wurden neu Schwindelbeschwerden, starke Kopf
schmerzen, eine
orthostatische
Synkope
sowie ein Diabetes mellitus Typ 2 diag
nostiziert (vgl. vorstehend E. 4.2
-
4.
3,
E.
4.5-4.6
).
Invalidenversicherungsrechtlich sind nicht die Diagnosen und deren Anzahl entscheidend, sondern die Auswir
kungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit (BGE 136 V 279 E.3.2.1 mit Hinweis auf BGE 127 V 294). Eine Änderung der erhobenen Diagnosen sagt deshalb als solche nichts über die Entwicklung des Invaliditäts
grades
aus
.
Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die neu hinzugetretenen Diagnosen eine Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermögen, zumal in den Berichten der behandelnden Ärzte
Dr.
E._
,
Dr.
B._
und
Dr.
G._
eine solche auch nicht behauptet wird.
Dr.
G._
macht
e denn auch darauf aufmerk
sam, dass die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden sicherlich zu einem Teil i
m
Zusammenhang mit den
hyperglykämen
Blutzuckerwerten stün
den, sodass bei einer optimalen Einstellung des Diabetes eine Verbesserung der Beschwerden zu erwarten s
ei (vgl. vorstehend E. 4.5
).
Ferner führte
Dr.
A._
auf, dass sich eine deutliche
Regredienz
der Dis
kushernie L5/S1 gezeigt
habe und
keine Hinweise für eine Neurokompression
vorlägen
. Die geklagten Beinschmerzen und die damit verbundenen
Dysästhesien
seien aufgrund der Kern
spintomographie auch nicht erklärbar (vgl. vorstehend E
. 4.1
).
Eine erheblich
e Verschlechterung der somatischen Beschwerden wurde nach dem Gesagten nicht glaubhaft gemacht.
5.3
Aus psychiatrischer Sicht diagnostizierte
Dr.
F._
eine
somatoforme Schmerzstö
rung sowie
eine
leichte bis mittelgradige depressive Episode
.
Eine Zustandsver
besserung sei im Laufe der letzten Jahre nicht zu erkennen gewesen. Die Ver
schlechterung des Gesundheitszustands ergebe sich aus seiner Sicht insbesondere aus dem
chronifizierten
Zustandsbild. Des Weiteren wäre zu prüfen, ob aufgrund der aktuellen rechtlichen Lage die Voraussetzung
en
für eine Berentung gegeben seien.
Diesbezüglich ist anzumerken,
dass bereits im psychiatrischen
Z._
-Teilgutach
ten von einer anhaltend somatoformen Schmerzstörung ausgegangen wurde, wobei die Beschwerden als quälend, anhaltend, therapieresistent beschrieben wurden
(
Urk.
6/132/35-42 S. 6 unten)
. Ferner
wurde
n
auch
die Kriterien für eine leichte bis mittelgradige depressive Episode
als
erfüllt
erachtet
und diese als
chro
nifiziert
beurteilt (
Urk.
6/132/35-42 S. 7 Mitte
)
. Schliesslich wurde festgehalten, dass die Prognose
ernst und das Leiden
chronifiziert
sei (
Urk.
6/132/35-42 S. 8
oben)
.
Unter Berücksichtigung des bereits
damals
als
chronifiziert
beurteilten psy
chischen Zustandsbilds
wurde von
einer
20%ige Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit
ausgegangen, was in Anbetracht der relevanten Befunde
schlüssig
und umfassend
begründet
erscheint.
Nach dem Gesagten wurde die von
Dr.
F._
diagnostizierte somatoforme S
chmerzstörung,
die leichte bis mittelgra
dige depressive Episode
sowie deren
Chronifizierung
bereits vollumfänglich anlässlich der letzten materiellen Prüfun
g des Anspruchs berücksichtigt.
An die
ser Schlussfolgerung vermögen auch die gescheiterten Eingliederungsmassnah
men nichts zu ändern, welche für sich alleine
die nachvollziehbar begründete medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeitseinschätzung nicht in Zweifel ziehen.
Der Bericht von
Dr.
F._
vermag somit keine Verschlechterung des psychischen Gesundheitsz
ustandes zu begründen; bei seiner
Beurteilung des Gesundheitszu
stands der Beschwerdeführerin handel
t es sich demnach
um eine andere Beurtei
lung eines im Wesentlich unveränderten Sachverhaltes.
Überdies begründete
Dr.
F._
seine Einschätzung unter anderem mit Hinweis bezugnehmend auf die geänderte Rechtsprechung zur Erheblichkeit von depressiven Beeinträchtigungen, womit er sich über seine medizinische Fachzuständigkeit hinausbegab und zudem inhaltlich einem Irrtum unterlag, wurde die Rente 2014 doch nicht mangels recht
licher Relevanz der diagnostizierten Depression aufgehoben, sondern
im Rahmen der damals geltenden Schmerzrechtsprechung (vorstehend E. 3.2)
.
5.4
Zusammengefasst ist der Sachverhalt dahingehend erstellt, dass die der
Be
-
schwerdegegnerin
im Verfügungszeitpunkt vorliegenden ärztlichen Berichte nicht auf eine glaubhaft gemachte wesentliche Veränderung des Gesundheitszu
stands schliessen lassen. Demnach erweist sich das Nichteintreten auf die erneute Anmeldung als rechtens.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie de
m
unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.