Decision ID: 6b17235c-9b76-5352-b87e-1e31b7ebf08e
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geb
oren
1959, war
von
Juni 1990
bis November 1992 s
owie später wieder ab Juni 2000, jeweils
mit Unterbrüchen,
unter anderem
in
folge Arbeitslosigkeit
,
hauptsächlich in der Baubranche erwerbstätig
(vgl.
Urk.
6/
23
)
. Am
2
3.
Januar 2018
(Eingangsdatum)
meldete er sich unter Hinweis auf
Rückenprobleme
zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (Urk.
6/
15
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf medizinische und erwerblich-berufliche Abklärungen, wobei sie die Akten des Krankentaggeldversicherers, beinhaltend ein von diesem in Auftrag gegebenes Gutachten (Urk. 6/22/5-15), einholte.
Mit Schreiben vom
6.
März 2018 teilte die IV-Stelle
dem Versicherten
mit, dass
aufgrund der gesundheitlichen Situation
und
der
fehlenden
Deutschkenntnisse
keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien
(
Urk.
6/
24).
Sodann verneinte sie nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 27. Juli 2018,
Urk.
6/32)
mit Verfügung vom
2
2.
November 2018
(
Urk.
2)
einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente
.
2.
Dagegen erhob
X._
am
1
3.
Dezember 2018
Beschwerde
beim hiesigen Sozialversicherungsgericht
(
Urk.
1) und beantragte
sinngemäss
, die Ver
fü
gung vom
2
2.
November 2018 sei
aufzuheben und
ihm sei eine
Invalidenrente
zuzusprechen
. Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
1
6.
Januar 2019
(
Urk.
5
) auf Abweisung der Beschwerde, wovon dem Beschwerdeführer am
1
7.
Januar 2019
Kenntnis
gegeben
wurde (Urk
.
7
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.%2
Invalidität
ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
dauernde
ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburtsge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
träch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.%2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
3.%2
3.1.%3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
3.2.%3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rech
net werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom
12. April 2016 E. 4.2).
Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktu
ellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/ Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Rn 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/aa). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/aa). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75
E. 5b/bb-cc).
4.%2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu
nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
5.%2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.%2
Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers mit der Begründung,
die
Abklä
rungen
hätten
zwar ergeben, dass
d
er
Beschwerdeführer
seit Juni 2017 in seiner angestammten Tätigkeit als Strassenbauer eingeschränkt sei. Es bestehe hingegen eine vollständige Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte und mittelschwere Tätig
keiten.
Zudem könne
sein
Gesundheitszustand mit einer Therapieanpassung (Ge
wichtsreduktion unter ärztlicher Anleitung sowie Physiotherapie in Kombination mit
Medizinischer Trainingstherapie
MTT
) wesentlich verbessert werden.
2.%2
Der Beschwerdeführer
bringt vor
, dass er im Gartenbau
(leichte und mittelschwere Tätigkeiten)
zu arbeiten versucht habe,
er
dies
infolge sehr starker Schmerzen im rechten Bein und in der Wirbelsäule nicht länger als
drei bis vier
Tage hinter
einander
tun
könne (
Urk.
1).
3.
3.1
Im Austrittsbericht vom 30. Juni 2017 betreffend die
Hospitalisation
des Be
schwerdeführers vom 1
3.
bis 28. Juni 2017 (Urk. 6/12/4-5) nannten die behan
delnden Ärzte des Stadtspitals
Y._
, Klinik für Rheumatologie,
als Diagnose
insbesondere ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom (Differen
tial
diagnose: intermittierendes
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom L5 rechts). Sie hiel
ten fest, klinisch bestünden seit Jahren vor allem bewegungsabhängige lum
bale Rückenschmerzen mit Ausstrahlung
diffus
in das rechte Bein, wobei keine sensomotorischen Ausfälle zu verzeichnen seien. Im Zuge der durch
ge
führten multimodalen Schmerztherapie (erneute
epidurale
Infiltration auf Niveau L4/5 rechts, Physio-, Ergo- und Wassertherapie sowie
Analgetikaanpassung
) sei es zu einer
Regredienz
der Beschwerden gekommen (S. 1). Nach Spitalaustritt sei auf Tätigkeiten in Zwangshaltungen sowie auf das Heben und Tragen von Lasten über fünf Kilogramm zu verzichten. Als Prozedere sei nebst der Fortsetzung der ambulanten Wassertherapie eine hausärztliche Weiterbetreuung mit Überprüfung und Reduktion der Analgetika sowie eine Wiedervorstellung beim Rheuma
to
logen vorgesehen. Es bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 13. Juni bis 9. Juli 201
7.
Der Beschwerdeführer könne seine bisherige berufliche Tätigkeit als Strassenbauer
aufgrund der chronifizierten Schmerzen
nicht mehr vollum
fänglich ausüben
(S. 2)
.
3.2
A
m 7. November
2017 (
Urk.
6/12/1) berichtete
Dr.
med.
Z._
, Fach
arzt für Allgemeine Innere Medizin und Hausarzt des Beschwerdeführers,
zuhanden des Krankentaggeldversicherers von chronischen Rückenschmerzen mit
Ausstrahlung ins Bein. Er führte aus, m
ehrmalige Infiltrationen durch den Rheu
matologen und im Stadtspital
Y._
hätten nicht zu einem nachhaltigen Erfolg geführt und die Physiotherapie helfe nur beschränkt und nur kurzfristig. Solange die Situation klinisch so instabil sei und sich trotz mehrerer Interventionen seit
Monaten keine Besserung zeige, sei ein Wiedereintritt in den Arbeitsprozess nicht erfolgversprechend. Realistischerweise sei nicht mehr mit einer Arbeitsfähigkeit zu rechnen.
Ziel müsse sein, die Situation möglichst zu stabilisieren, was wahr
scheinlich ohne Operation nicht erreichbar sein werde.
3.3
Im Bericht vom 7. November 2017 (
Urk.
6/12/2-3) führte
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, aus, der Beschwerdeführer leide an einem hartnäckigen Mischbild zwischen
lumbospondylogenen
Schmerzen und wahrscheinlich radikulären Schmerzen der L5-Wurzel rechts (S. 1). Er habe im Nachgang zur
Hospitalisation
im Stadtspital
Y._
nochmals eine Wurzelin
fil
tration der L5-Wurzel rechts vorgenommen; dabei sei es nicht zu einem
Lokal
anästhetikaeffekt
gekommen und es habe sich auch kein Steroideffekt eingestellt. Er erachte eine Elektroneurographie als erforderlich. Falls sich dabei der Verdacht auf eine chronische Nervenwurzelreizung bestätigen sollte, sei in Absprache mit einem Neurochirurgen allenfalls eine Dekompression anzustreben, wobei bei die
ser Gelegenheit gegebenenfalls auch eine Versteifungsoperation im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule (LWS) vorgenommen werden könnte. Zur Arbeits
fähig
keit des Beschwerdeführers äusserte sich Dr.
A._
nicht.
3.4
Am 1
1.
Dezember 2017 wurde der Beschwerdeführer
im Auftrag des Kranken
tag
geldversicherers
durch
Dr.
med
.
B._
, Fachärztin für Orthopädie und
Traumatologie des Bewegungsapparates,
begutachtet (
Gutachten vom 1
2.
Dezem
b
er 2017,
Urk.
6/22
/5-15
).
Die Gutachterin führte aus, n
ach aktuellen Beschwer
den gefragt, sei
d
er
Beschwerdeführer
aufgestanden und habe auf die LWS, beidseits auf die Nierenlager und auf den Übergang
Hals-/Brustwirbelsäule (
HWS/BWS
)
gezeigt. Die Frage, ob bei diesen Schmerzen auch Ausstrahlungen bestünden, sei mit «normalerweise» verneint worden
(S.
3
)
.
Die Diagnose
n
von
Dr.
B._
laute
te
n
wie folgt
(S. 6 f.)
:
-
Chronisch rezidivierende Beschwerden der Wirbelsäule bei Fehlstatik, Hal
tungsinsuffizienz, muskulärem Hartspann und
v
erschmächtigter
Rumpf
muskulatur
-
Fixierte Brustkyphose bei zum Teil ausgeprägten degenerativen Verän
de
rungen
thoracal
und lumbal, auch mit
spondylophytärer
Spangenbildung (gehäuft bei Diabetes
mellitus im
Sinne eines Morbus
Forrestier
)
-
Kein nervenwurzelb
ezogenes neurologisches Defizit
-
Beidseits verkürzte
Ischiokruralmu
skulatur
ohne Dehnungsschmerzen
-
Fehl- und Überbelastung
des Bewegungsapparates
bei Übergewicht von etwa 15 kg
Nach Beurteilung von
Dr.
B._
finden die vorgetragenen Beschwerden klinisch wie auch radiologisch ihr Korrelat. Dringend notwendig seien die Dehnung der verkürzten
Ischiokruralmuskulatur
sowie die Kräftigung der Rumpf- und
Extre
mitätenmuskulatur
.
Es sei schade
, dass der Beschwerdeführer sein Heimübungs
programm nicht regelmässig durchführe.
Sinnvoll wäre
eine erneute Verordnung von Physiotherapie in Kombination mit MTT. Im Weiteren solle der Beschwerde
führer sein Körpergewicht reduzieren.
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit
hielt
sie fest, dass der Beschwerdeführer als Bauarbeiter im Strassenbau nicht mehr tätig sein könne. Für körperlich leichte und mittelschwere Tätigkeiten, die bevorzugt aus wechselnder Ausgangslage verrichtet werden könn
t
en, ergebe sich
hingegen
eine
vo
lle Arbeitsfähigkeit
.
Häufiges Bücken, ständige Zwangshaltungen wie au
ch Tätigkeiten über Kopf sollten
dabei
nicht mehr verrichtet werden
(S. 7
).
Prog
nostisch sei eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes nicht mehr zu erwarten, jedoch sollte eine Stabilisierung durch muskuläre Kräftigung und Dehnung wie auch mittels Gewichtsabnahme erreicht werden (S. 8)
.
4.
4.1
Die vorhandene medizinische
Aktenlage, insbesondere das Gutachten von Dr.
B._
vom 1
2.
Dezember 2017 (E.
3.4
hie
r
vor
),
erlaubt eine hinreichend zu
ver
lässige Beurteilung des beruflichen Leistungsvermögens des Beschwerde
füh
rers. Dr.
B._
ist als Fachärztin für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
befähigt, zu den im Raum stehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verlässlich Stellung zu nehmen.
Sie stützte sich auf die persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers und berücksichtigte sowohl die von diesem geklagten Be
schwer
den als auch die relevanten
Vorakten
. Überdies legte die Gutachterin die medi
zin
i
schen Zusammenhänge einleuchtend dar und begründete ihre Schluss
folge
rung
en nachvollziehbar, womit die rechtsprechungsgemässen Kriterien für beweis
kräf
tige ärztliche
Entscheidungsgrundlagen
(E.
1.5
hiervor) erfüllt sind
.
Die
Ein
schä
t
zung
von
Dr.
B._
, wonach
es
dem Beschwerdeführer zumutbar
sei,
körperlich leichte
(
und
allenfalls
mittelschwere
)
Tätigkeiten
mit den beschrie
be
nen
qualitativen Einschränkungen (kein häufiges Bücken, keine ständigen Zwangs
haltungen und keine Überkopfarbeiten)
auszuüben
, steht im Einklang m
it den
übrigen medizinischen
Akten
und trägt dem vorhandenen Krankheitsbild gebüh
rend Rechnung
.
Es besteht
kein
Anlass, nicht darauf abzustellen.
4.2
Daran ändert auch die (pauschale) Einschätzung des den Beschwerdeführer hausärztlich behandelnden
Dr.
Z._
vom 7. November 2017 nichts, man könne mit einer Arbeitsfähigkeit nicht mehr rechnen (E. 3.2 hiervor). Abgesehen davon,
dass
Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen
(statt vieler BGE 125 V 351 E. 3b/cc), fehlt es seiner Beurteilung zuhanden des Kranken
taggeldversicherers an einer differenzierten Betrachtungsweise, ob eine Arbeits
unfähigkeit auch ausserhalb des angestammten Bereichs besteht (vgl. auch Arbeitsunfähigkeitsmeldung, Urk. 6/3/2). Immerhin hatte er in seinem Zeugnis vom 18. April 2017 (Urk. 6/3/4) eine volle Arbeitsfähigkeit
für Tätigkeiten mit Heben von Gewichten
bis
fünf Kilogramm attestiert. Mit dieser Frage hatten sich die im Stadtspital
Y._
tätigen Ärzte (E. 3.1 hiervor) implizit auseinander
ge
setzt. Sie gelangten zum Schluss, dass die bisherige berufliche Tätigkeit als Strassenbauer nicht mehr v
ollumfänglich ausgeübt werden kö
nn
e
, und formu
lierten einzig qualitative Einschränkungen bezüglich Körperhaltung und Belas
tungs
niveau (keine Verrichtungen in Zwangshaltungen, kein Heben und Tragen von Gewichten über fünf Kilogramm). In Anbetracht dessen ist auch gestützt auf ihren Bericht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer (solchermassen) adap
tierten Tätigkeit auszugehen. Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer in einer bevorzugt aus wechselnder Ausgangslage zu verrichtenden Verweisungstätigkeit mit jedenfalls (sehr) leichtem Belastungsniveau, welche kein häufiges Bücken, keine (ständigen) Zwangshaltungen und keine Überkopfarbeiten erfordert, zeit
lich und leistungsmässig uneingeschränkt arbeitsfähig ist.
Der Bericht von Dr.
A._
vom 7. November 2017 (E. 3.3 hiervor) vermag nicht zu einer anderen Beurteilung zu führen, zumal konkrete Anhaltspunkte bezüglich der
darin
in Aussicht genommenen medizinischen Weiterungen in den Akten nicht greifbar sind und auch vom Beschwerdeführer nicht benannt wurden.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt anhand der allgemeinen
Methode
de
s Einkommensvergleichs (vgl. E.
1.3.1
hiervor
), wie sich die gesundheitliche Beeinträchtigung
in erwerb
licher
Hinsicht
auswirk
t
.
5.2
5.2.1
Der Besc
hwerdeführer war zuletzt ab 28.
Juli 2016 bei der
C._
AG als Baufacharbeit
er zu einem Stundenlohn von Fr.
29.05 (zuzüglich einer Ferien- und F
eiertagsentschädigung von 15.77 % sowie eines
13.
Monatslohns von 8.3
%) angestellt (Ei
nsatzvertrag vom 27. Juli 2016, Urk.
6/5). Offenbar wurde dieses Arbeitsverhältnis aus g
esundheitlichen Gründen per 17.
Juli 2017 auf
gelö
st (Kündigungsschreiben vom 13. Juli 2017, Urk. 6/6/1; vgl. auch Urk. 6/11
S. 2). Unter Berücksichtigung einer gesamtarbeitsvertraglichen jährlichen Arbeit
s
zeit von 2112 Stunden (vgl. Art. 24 Abs.
2 des Landesmantelvertrags [LMV] für das Schweizerische Bauhauptgewerbe 2016-2018,
aktualisierte Fassung Stand 1.
Juni 2017) sowie der geschlecht
s
- und branchenspezifischen Nominallohnent
wicklung von 2016 bis 2018 (Index 2016: 102.9; Index 2018: 103.8; vgl. Bun
desamt für Statistik [BFS], Tabelle T1.1.10, Nominalloh
nindex, Männer 2011-2018, Ziff.
41-43 Baugewerbe/Bau) r
esultiert
für das Jahr 201
8
ein Einkommen von Fr.
6
7‘027.-- (Fr.
29.05 x 2112 Stunden
zuzüglich
8.3
% 13.
Monatslohn
/ 102.9 x 103.8). Demgegenüber erzielten Männer in der Baubranche im Kompe
tenzniveau 1 einen durchschnittlichen Monatslohn von Fr. 5‘508.-- (LSE 2016, Tabelle TA1, Ziff. 41-43 Baugewerbe/Bau). Umgerechnet auf eine im Jahr 2018 in der Baubranche betriebsübliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41.6 Stunden (vgl.
BFS, Tabelle T 03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nac
h Wirtschaftsabteilungen, Ziff.
41-42 Hoch- und Tiefbau
) und unter Berück
sichtigung der geschlechts- und branchenspezifischen Nominallohnentwicklung
(Index 2016: 102.9; Index 2018: 103.8
, vgl. vorstehend) ergibt sich für das Jahr
2018 ein LSE-Tabellenlohn von
Fr.
69‘341.-- (Fr.
5‘508.-- x 12 / 40 x 41.6 / 102.9 x 1
03.8). Indes
hatte der Beschwerdeführer in den Jahren zuvor mit Ausnahme des Jahres 2012 (Fr.
65‘725.-- = Fr. 64‘680.-- + Fr.
1‘045
.--
) jeweils deutlich ge
ringere
Erwerbseinkünfte
erzielt (vgl. Auszug aus dem
Individuellen Konto [IK], Urk.
6/23). Welcher
dieser
Werte
als
Valideneinkommen
heranzuziehen ist, kann offenbleiben, da – wie aus den nachstehenden Ausführungen
erhellt
– selbst das Abstellen auf den für den Beschwerdeführer vorteilhafteren LSE-
Tabellenlohn nicht zu einem rentenbegründenden Inv
aliditätsgrad von mindestens 40
% führt.
5.2.2
M
angels eines tatsächlich erzielten Verdienstes sind zur Ermittlung des Inva
li
den
einkommens praxisgemäss (
E.
1.3.3
hiervor
) die LSE-Tabellenlöhne heranzu
ziehen.
5.2.3
Mit
Blick auf die dem Beschwerdeführer offenstehenden
Einsatzmöglichkeiten (vgl. E.
4.2
hiervor)
ist
auf den statistischen Durchschnitt
slohn aller Wirtschafts
zweige («
Total
»
) von Männern auf dem Kompetenzniveau 1 gemäss Tabelle TA1 der LSE 20
1
6
abzustellen, welcher bei einer Arbeitszeit von 40 Wochenstunden monatlich
Fr.
5'
340
.-- betrug. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöch
ent
lichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahre 2018
(vgl. die vorerwähnte Tabe
lle T 03.02.03.01.04.01, «
Total
»
) und der Nominal
lohnentwicklung bei Männern im «
Total
»
aller Wirtschaft
szweige zwischen den Jahren 2016 und 2018 (Index 2016
:
104.1
, Ind
ex 2018
: 10
5
.1; vgl. die vorerwähnte Tabelle T1.1.
10) resultiert für das Jahr 2018
ein Invalideneinkommen von
Fr.
67'445.--
(
Fr.
5’340.--
x 12 / 40 x
41.7
/
104.1
x
105.1
)
bei einem zumutbaren Voll
zeitpensum. Selbst wenn hiervon – ohne nähere Prüfung der Berechtigung – der maximal zulässige Abzug von 25
%
(
E.
1.3.4
hiervor
) gewährt und mithin von einem Invalideneinkommen von Fr.
50'58
4.--
ausgegangen
würde
, resultiert
e
im Vergleich mit dem
LSE-Tabellenlohn
von Fr.
69'341.--
(vgl. E
.
5.2.1
hiervor)
eine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse
von
Fr. 18'757.--
(Fr. 69'341.-- - Fr. 50'584.--) entsprechend einem Invaliditätsgrad von 27
%
. Dementsprechend steht dem Beschwerdeführer keine Invalidenrente zu.
6.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die
Verfügung der IV-Stelle vom 22.
November 2018 im Resultat nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
6
00.
--
festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.