Decision ID: 8e81c42e-8c30-4404-af29-69c6fa7f179d
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965, war bei der
Y._
GmbH
in der Zeit ab dem 1
8.
Dezember 2009
als deren einziger Gesellschafter und Geschäftsführer tätig (
Urk.
7/19). Am 2
0.
März 2015 kündigte die Firma
das
Arbeitsverhältnis per Ende Juni 2015 (
Urk.
7/2), und am 2
3.
Juli 2015 gingen deren Aktiven und Passiven infolge Fusion auf die
Z._
AG über; gleichzeitig wurde die Gesellschaft im Handelsregister gelöscht (
Urk.
7/19). Am
9.
Juli
2015 meldete sich der Versicherte zur Arbeitsvermittlung an (
Urk.
7/1), und am 2
3.
Juli 2015 stellte
er
Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 2
4.
Juli 2015 (
Urk.
7/4). In der Folge setzte die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich mit Verfügung vom
1.
Oktober 2015 den versicherten Verdienst für die Zeit ab dem
9.
Juli 2015 auf
Fr.
3‘600.- fest (
Urk.
7/41) und hielt daran nach ergange
ner Einsprache vom 2
8.
Oktober 2015 (
Urk.
7/49) mit Entscheid vom 2
1.
Januar 2016 fest (
Urk.
2)
.
2.
Dagegen liess der Versicherte am 1
8.
Februar 2016 Beschwerde erheben (
Urk.
1) mit dem Antrag, in Aufhebung des angefochtenen Entscheids sei der versicherte Verdienst ab dem
9.
Juli 2015 auf
Fr.
11‘402.17 festzusetzen. In der
Beschwer
deantwort
vom 1
5.
April 2016 schloss die Kasse auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
In formeller Hinsicht rügt
d
er Beschwerdeführer
eine Verletzung des recht
lichen Gehörs, weil die
Beschwerdegegnerin
sich im angefochtenen Entscheid nicht zu
r
Schlussrechnung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), Ausgleichskasse, vom 2
3.
Oktober 2015
betreffend das Jahr 2015
geäussert habe (
Urk.
1 S. 12 f
.
).
1
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung soll die betroffene Person wissen, weshalb die Behörde ihr Gesuch abgelehnt hat. Sie muss sich über die Tragweite des Entscheides Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache wei
terziehen können. Die sachgerechte Überprüfung eines Entscheides setzt voraus, dass sich auch die Rechtsmittelinstanz über die Begründetheit des Entscheides ein Bild machen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überle
gungen genannt werden, von denen sich die Verwaltung leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Dabei kann sich die Begründung einer Verfü
gung auf die wesentlichen Gesichtspunkte b
eschränken (BGE 118 V 56 E.
5b
).
1
.3
Entgegen der Sichtweise
des Beschwerdeführers
ist die Beschwerdegegnerin ihrer Begründungspflicht im erforderlichen Umfang nachgekommen. Sie hat die für ihren Entscheid massgebenden Erwägungen auf über drei Seiten ausführlich dargelegt, woran die Nichterwähnung eines einzelnen Belegs nichts ändert. Auch die Beschwerdeschrift belegt, dass der Beschwerdeführer sich über die Argumentation der Beschwerdegegnerin restlos im Klaren war. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs nach
Art.
29
Abs.
2 der Bundesverfassung (BV) oder der Begründungspflicht nach
Art.
49
Abs.
3
des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
ist
daher
nicht erkennbar.
2.
2
.1
Nach
Art.
23
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen
versi
cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) gilt als versi
cherter Verdienst der im Sinne der AHV-Gesetzgebung massgebende Lohn, der während eines Bemessungszeitraums aus
einem oder mehreren Arbeitsver
hältnissen
normalerweise erzielt wurde.
Art.
37 der Verordnung über die obligatorisch
e Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) regelt den Bemessungszeitraum. Danach bemisst sich der versicherte Verdienst nach dem Durchschnittslohn der letzten sechs Beitragsmonate (nach
Art.
11 AVIV) vor Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug (
Abs.
1). Er bemisst sich nach dem Durchschnittslohn der letzten zwölf Beitragsmonate vor Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug, wenn dieser Durchschnittslohn höher ist als derjenige nach Absatz 1 (
Abs.
2). Der Bemessungszeitraum beginnt, unab
hängig vom Zeitpunkt der Anmeldung zum Taggeldbezug, am Tag vor dem Ein
tritt eines anrechenbaren Verdienstausfalls. Voraussetzung ist, dass vor diesem Tag mindestens zwölf Beitragsmonate innerhalb der Rahmenfrist für die
Beitrags
zeit
liegen (
Abs.
3).
2
.2
Praxisgemäss ist bei der Ermittlung des versicherten Verdienstes der im Bemessungszeitraum tatsächlich erzielte Lohn massgebend; eine davon abwei
chende Lohnabrede zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer hat grunds
ätzlich unbeachtlich zu bleiben
. Der versicherte Verdienst nach
Art.
23 AVIG bildet ein Korrektiv bei allfälligen missbräuchlichen Lohnvereinbarungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, indem grundsätzlich die tatsächlichen
Lohnbe
züge
im Bem
essungszeitraum massgebend sind
. Von dieser Regelung im Einzelfal
l abzuweichen, rechtfertigt sich nur dort, wo ein Missbrauch im Sinne
der Vereinbarung fiktiver Löhne, welche in Wirklichkeit nicht zur Auszahlung gelangt sind, praktisch ausgeschlossen werden kann (
Urteil des Bundesgerichts 8C_913/2011 vom 1
0.
April 2012 E. 3.1)
.
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid
hauptsächlich
damit,
ins
ge
samt lasse sich aus den
eingereichten Unterlagen
, bei denen es sich mehr
heitlich
um Parteibehauptungen
handle, und aus
den
Gutschriftsan
zeigen
auf einem Konto der
A._
, bei welchen sich lediglich vereinzelt entnehmen
lasse
,
dass
es sich um Lohnzahlungen
handle
,
sowie aufgrund der Ungereimt
heiten
keine zuverlässige Aussage dazu machen, welchen Lohn der Einsprecher im massgebenden Zeitraum von Juli 2014 bis Juni 2015 für tatsächlich geleistete Arbeit erhalten
ha
be
.
Der
Beschwerdeführer
versuche überdies
, seine Lohnzahlungen in den letzten sechs Monaten des Bemessungszeitraums so hoch wie möglich darzustellen, was den in den Jahren 2013 und 2014 versteuerten Einkommen und der aus wirtschaftlichen Gründen e
rfolgten Kündigung wider
spreche
.
Daher habe sie bei der Festsetzung des versicherten Verdienst
es
ent
sprechend dem Grundsatz
,
auf den
geringsten Betrag
der sich widersprechenden Angaben abzustellen,
auf den gemäss dem i
ndividuellen Konto (IK) im Jahre 2014 erzielten Lohn von
Fr.
3‘600.- pro Monat abgestellt
.
3
.2
Der Beschwerdeführer bring
t
zusammengefasst vor, sein Lohn sei mittels Bank
überweisung ausbezahlt worden. Der tatsächliche Lohnfluss auf sein Bankkonto sei genügend nachgewiesen. Seine Lohnzahlungen seien sowohl in der Buch
haltung der
Y._
GmbH als Lohnzahlung verbucht als auch der
SVA
, Ausgleichskasse, gemeldet worden. Im Ergebnis sei daher für die Festsetzung des versicherten Lohnes auf die Lohnzahlungen im Zeitraum Januar bis Juni 2015 abzustellen. Folglich belaufe sich der versicherte
Verdienst
auf
Fr.
11‘402.17
pro Monat
.
4.
4.1
Der Beschwerdeführer
war im massgebenden Zeitraum bis zur Fusion mit der
Z._
AG vom 2
3.
Juli 2015 einziger
Gesellschafter und Geschäftsführer der
Y._
GmbH.
Der Beschwerde
führer war demnach (zumindest im zu beurteilenden
Zeitraum) sein eigener Arbeitgeber, weshalb er auch sämtli
che Dokumente ausstellen konnte, über deren Wahrheitsgehalt niemand ausse
r
er selbst Angaben machen kann (vgl. dazu etwa die Unterzeichnung des
Arbeitsvertrag
es
zwischen der Firma und dem Vers
icherten vom 2
8.
Dezember
2008 [
Urk.
7/8]
oder die Kündigung
des
Arbeitsverhältnisses vom 2
0.
März 2015 per Ende Juni 2015,
Urk.
7/2)
.
Es ist
daher
davon auszugehen, dass zwischen dem Beschwerdeführer und der Gesellschaft wirtschaftlich Identität bestand
. Zu ergänzen ist
,
dass der
Beschwerdeführer
gemäss den Akten
im Zeitraum vor der Fusion vom 2
3.
Juli 2015 auch einziger Verwaltungsrat und Aktionär der
Z._
AG gewesen war (
Urk.
7/13-16,
Urk.
7/65,
Urk.
7/69). In einem solchen Fall kommt bei der Festsetzung des versicherten Verdienstes dem Nachweis
einer tatsächlichen Lohnzahlung
(
vgl.
Art.
23
Abs.
1 AVIG
: normalerweise erzielter Lohn
) respektive
eines
tatsächlichen Lohnflusses rechtsprechungsgemäss erheb
liche Bedeutung zu (Urteil des Bundesgerichts 8C_913/2011 vom 1
0.
Apri
l 2012 E. 3.3; E. 2.2
).
4.2
4.2.1
Zunächst stellt sich die Frage nach dem versicherten Verdienst in den letzten sechs Beitragsmonaten vor Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug (
Art.
37
Abs.
1 AVIV), mithin vorliegend im Zeitraum vom
1.
Jan
uar bis zum 3
0.
Juni 201
5
, für welchen
der Beschwerdeführer
einen
Lohnfluss von
Fr.
68‘413.02
geltend macht
.
4.2
.2
Unklar und nicht transparent ist bereits der Umstand, dass der Beschwerde
führer
im Laufe des Abklärungsverfahrens drei verschiedene Bruttolohnsummen geltend
machte
: zunächst
wies er
mit den im Juli 2015 eingereichten Belegen eine solche von
Fr.
64‘000.- (
Lohnausweis vom
8.
Juli 2015
betreffend
Januar bis Juni 2015
,
Urk.
7/10;
Lohnjournal betreffend die P
eriode Juli 2014 bis Juni 2015,
Urk.
7/11-12
;
Arbeitgeberbescheinig
ung vom 1
0.
Juli 2015 [mit einem
monatlichen Bruttolohn von
Fr.
10‘666.66 =
Fr.
64‘000.- : 6],
Urk.
7/7)
aus
; mit den im
August 2015 auf Verlangen
der Kasse eingereichten
monatlichen Lohn
abrechnungen
(
Urk.
7/23;
Urk.
7/17) machte er
hinsichtlich der Monate
Januar bis Juni 2015
neu ein
en
Bruttolohn von
Fr.
67‘901.52
geltend; und sch
l
iesslich
ermittelte er ab Oktober 2015 mit den in diesem Zeitraum vorgelegten Belegen und Rechtsschriften neu ein gesamtes Bruttoeinkommen für die Monate Januar bis Juni 2015 von
Fr.
68‘413.02 (
Einsprache
vom 2
8.
Oktober 2015,
Urk.
7/4
9
;
Beschwerde vom 1
8.
Februar 2016
,
Urk.
1;
Schlussrechnung der
SVA
,
Ausgleichskasse
,
vom 2
3.
Oktober 2015 betreffend das Jahr 2015,
Urk.
7/51;
IK-Auszug
,
Urk.
7/82).
Diese vom Beschwerdeführer schlussendlich geltend gemachte L
o
hnhöhe der letzten sechs Monate von brutto
Fr.
68‘413.02
–
also
auf ein Jahr umge
rechnet von
Fr.
136‘826.-
–
vermag
jedoch, wie schon die
Beschwerde
gegnerin
ausge
führt
hat,
nicht zu überzeugen, liegt
sie
doch weit über dem durchschnittlichen
jährlichen
Lohn
einkommen aus diesem Betrieb in den letzten fünf Jahren
.
Dieses
lag
gemäss dem IK-Auszug
(
Urk.
7/34)
im Bereich von ungefähr
Fr.
56
‘000.-
pro Jahr
(
Fr.
60‘948
.-
[2010],
Fr.
55‘645.- [2011],
Fr.
80‘266.- [201
2],
Fr.
39‘467.- [2013],
Fr.
43‘199.- [2014];
Urk.
7/34).
Die geltend gemachte
Lo
hnerhöhung in den letzten sechs
Monaten
ist
umso weniger
nach
vollziehbar
,
wenn man berücksichtigt, dass die Gesellschaft
nach Angabe des Beschwerdeführers
aus wirtschaftlichen Gründe
n per Ende Juni 2015 eingestellt
wurde
und im Frühjahr 2015 Liquidi
tätsengpässe
aufgetreten waren
(
Urk.
1 S.
6); zudem
hatte
sie
gemäss der Fusionsbilanz per 3
1.
März 2015 nur wenig liquide Mittel (
Urk.
3/5
) und richtete sich der Lohn des Versicherten nach dem
Arbeitsvertrag vom 2
8.
Dezember 2008
nach dem Geschäft
sgang des Unter
nehmens (
Urk.
7/8). Der Einwand des Versicherten, w
onach er sich in der Zeit vor 2015
– anders als danach
–
nicht seinen vollen Lohn ausbezahlt habe, weil die finanziellen Mittel für Investitionen benötigt worden seien,
ist eine blosse
,
nicht näher nachgewiesene Behauptung
, weshalb er daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten kann.
Somit besteht zwischen dem geltend gemachten Lohn der letzten sechs Monate und dem in den vorangegangenen Jahren normaler
weise erzielten Lohn ein
nicht
erklärbarer
Widerspruch.
Ob dieser Widerspruch auf einer bewussten Strategie des Beschwerdeführers beruht – wie die
Be
schwerde
gegnerin
vorbringt
–
, mit Blick auf die Arbeitslosen
en
tschädigung in diesem Zeitraum eine überhöhte Lohnsumme zu konstruieren, kann offen blei
ben. Jedenfalls ist, wie auch nachfolgend darzulegen ist,
der geltend gemachte
Lohnfluss
weder
schlüssig
noch transparent
.
Unbestritten ist auch, dass
d
er
Beschwerdeführer
die im August 2015 der Kasse auf deren Verlangen eingereichten monatlichen Lohnabrechnungen betreffend die Periode Juli 2014 bis Juni 2015 (
Urk.
7/23) erst damals
im Sommer 2015
erstellt hat (
Urk.
1
, 2 und 7/35
). Dies geht auch aus
dem Hinweis des Beschwer
deführers in dessen
E-Mail vom
4.
August 2015 hervor (
Urk.
7/25
),
gemäss wel
chem
er beim Ausfüllen der monatlichen Lohnabrechnungen bemerkt habe, dass in der Arbeitgeberbescheinigung vom 1
0.
Juli 2015 Teil
e
des massgeblichen Lohnes nicht berücksichtigt
worden seien
.
Somit hat er die
Lohnabrechnungen
erst nach dem 1
0.
Juli 2015 erstellt, jedoch jeweils
rückwärtig datiert
: also zum Beispiel
die Lohnabrechnung
betreffend den
Juli 2014
mit dem Datum vom
2.
August 201
4.
Dieses Vorgehen des Beschwerdeführers
,
die Belege
erst während des Abklärungsverfahrens betreffend die
Arbeitslosenentschädigung
zu erstellen
und dabei
rückwärtig zu datieren
,
macht dessen Argumentation grundsätzlich unglaubwürdig.
Im
vom Beschwerdeführer
eingereichten Au
szug seines Kontos bei der
A._
betreffend den Zeitraum
vom
1.
Juli 2014
bis
zum
3
0.
Juni 2015 (
Urk.
7/24,
Urk.
7/50) sind
im
Zeitraum
von Januar bis Juni 2015
verteilt acht Gutschriften
von in
sgesamt
Fr.
60‘000.- enthalten:
viermal
Gutschriften von je
Fr.
10‘000.
-
, sodann je einmal
eine Gutschrift von
Fr.
8‘000.-,
Fr.
7‘000.-
Fr.
2‘000.- und
Fr.
3'
000.-
.
Nur drei dieser Gutschriften sind
indes
ausdrücklich
al
s Lohnbezüge gekennzeichnet. Auch
fällt auf, dass auf dem Kontoauszug bloss die Gutschriften erkennbar sind, der Rest jedoch nicht.
Zumindest ein erhebli
cher
Te
il dieser Bezüge könnte somit
entgegen der Auffassung des Bes
chwer
deführers
aus einem völlig anderen Grund erfolgt sei
n
, zum Beispiel als Dar
lehen für den Beschwerdeführer (vgl. dazu die Fusionsbilanz vom 3
1.
März 2015, welche eine Darlehensforderung
der Firma
gegen den Beschwerdeführer
ausweist
,
Urk.
3/5). Auch ist denkbar, dass der Beschwerdeführer diese
Geldbe
züge
wieder in die Firma rücküberwiesen hat.
Unter Berücksichtigung der übri
gen Umstände ist
daher
auch dieser Kontoauszug bezüglich der geltend gemachten Lohnsumme
weder transparent noch
schlüssig
.
Unter
dem Titel
„Buchhaltungsunterlagen“
(
Urk.
1 S. 14)
beruft
sich
der Beschwer
deführer sodann
auf ein
im Juli 2015 eingereichte
s
Lohnjournal betreffend die Periode Juli
2014 bis Juni 2015 (
Urk.
7/11-12
). Darin sind hin
sichtlich der Monate
Januar bis Juni 2015 im Konto Nr. 5000 (Lohn des Versi
cherten) verschiedene
Bruttolöhne
von
insgesamt
Fr.
64‘000.- verbucht
. Da das
Gegenkonto
Nr. 1010
das
A._
-
Konto der Firma
ist
(
Urk.
3/5), handelt es sich
somit um
Verbuchungen von
Auszahlungen.
Diese
Verbuchungen
sind
indes
schon
deshalb unklar, weil nicht unterschieden wird zwischen den
Netto
lohnauszahlungen
und den Auszahlungen d
er Sozialversicherungsbeiträge
, was
buchhalterisch
verschiedene Vorgänge sind. D
ies gilt umso mehr, als diese Ver
buchungen auch
den eigenen Angaben des Beschwerdeführers
–
wonach „die Lohnzahlungen und der
en
Verbuchung auf der Grundlage des ausbezahlten Nettolohnes erfolgt
“
seien (Einsprache vom 2
8.
Oktober 2015 (
Urk.
7/49)
–
widersprechen
.
Nicht nachvollzie
h
bar
ist
auch, dass den Verbuchungen im Lohnjournal zufolge bei
den erwähnten
acht Lohnauszahlung
en
von Januar bis Juni 2015 jedes Mal die Sozialversicherungsbeiträge entsprechend der Höhe der Lohnauszahlung bezahlt worden seien, statt
–
wie es
Art.
34
Abs.
1
lit
. a
und
Art.
35
Abs.
1
der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV)
bei einer
jährliche Lohnsumme
von bis zu
Fr.
200‘000
.-
vorsehen - bloss quartalsweise je ein
Akontobeitrag
.
Auch
das
Lohnjournal
ist somit weder transparent
noch schlüssig
, wobei offen gelassen werden kann, ob es ebenfalls erst nachträglich erstellt und rückdatiert wurde.
Den
übrigen Belege
n
betreffend diese
n
Zeitraum, wie insbesondere
der
Schluss
rechnung der Ausgleichkasse vom 2
3.
Oktober 2015 mit der Bruttolohnsumme von
Fr.
68‘413.- und der entsprechende nachfolgende IK
Eintrag der Summe
von
Fr.
68‘413
.-
(
Urk.
7/51,
Urk.
7/82)
kommt lediglich der
Beweiswert einer Parteibehauptung respektive
kein ausschlaggebender Beweiswert zu.
4.2.3
Hinsichtlich der Monate Januar bis Juni 2015 ist daher zusammenfassend festzu
halten, dass aufgrund der mangelhaften Belege, der Ungereimtheiten, der fehlenden Transparenz und Glaubhaftigkeit der Lohnfluss nicht schlüssig nach
gewiesen ist.
D
ie mangelnde Bestimmbarkeit der Lohnhöhe im Zeitraum Januar bis Juni 2015
führt
dazu, dass sich ein versicherter Verdi
enst im Sinne von
Art.
23
Abs.
1
AVIG in dieser Zeit nicht hinreichend zuverlässig festsetzen lässt.
4.3
Was
den
Zeitraum Juli bis Dezember 2014
betrifft (
entsprechend dem
12mo
natigen Bemessung
szeitraum nach
Art.
37
Abs.
2 AVIV
), sind die oben erwähnten Mängel der erst nachträglich erstellten Lohnabrechnungen (
Urk.
7/23
)
und der teilweise fehlenden Kenn
zeichnung als Lohn im
A._
-Konto des Versicherten
(
Urk.
7/24)
zwar ebenfalls vorhanden. Anders als die für den Zeitraum Januar bis Juni 2015 geltend gemachte Lohnsumme erscheint jedoch
die
im IK-Auszug
vom 1
3.
Juli 2015
für den Zeitraum Januar bis Dezember 2014 abgerechnete Lohnsumme von
Fr.
43‘199.- gemessen an den vorangegangen Löhnen und de
n
übri
gen Umstände
n
nicht als überhöht respek
tive als realistisch
.
Ein Widerspruch ist jedoch in diesem Zeitraum insoweit vor
handen,
als der Beschwerdeführer in dem
– allerdings erst am
1.
Dezember 2015 erstell
t
en
–
Lohnausweis neu einen Bruttolohn für das Jahr 2014 von
Fr.
53
‘
166.- deklarierte und
offenbar nachträglich eine entsprechende Korrektur im IK veranlasste, weshalb
im
IK-Auszug vom 3
1.
März 2016 neu zusätzlich eine Lohnsumme von
Fr.
9‘966
.
- für das Jahr 2014 eingetragen ist (
Urk.
7/82;
Fr.
9
‘
966.- +
Fr.
43‘199.- =
Fr.
53‘165.-). Für diese nachträgliche Erhöhung der Lohnsumme brachte der Beschwerdeführer
keine Gründe vor. Analog der
Beweis
maxime
, wonach die sogenannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher Art beein
flusst sein können (BGE 121 V 47), ist daher für das Jahr 2014 von einem Bruttolohn von
Fr.
43‘199.- auszugehen. Dies entspricht auch dem Grundsatz, wonach bei Personen mit einer arbeitgeberähnlichen Stellung bei Ungereimt
heiten bei der Bestimmung des versicherten Verdienstes vom geringeren Betrag gemäss dem IK auszugehen ist (Randziffer B148 des Kreisschreibens
des Staa
ts
sekretariates für Wirtschaft (
seco
]
betreffend
AVIG-Praxis
und
Arbeitslo
sen
entschädigung
(ALE)
,
gültig ab
1.
Januar 2014
).
4.4
Die
übrigen, o
ben noch nicht erwähnten Belege
haben höchstens
Indizcharakter
respektive keinen ausschlaggebenden Beweiswert.
Daher
ist es nicht zu bean
standen, wenn die Kasse entsprechend der im IK ursprünglich angegebenen
Lohnsumme von
Fr.
43‘199.-
für das Jahr 2014
den versicherten Verdienst im massgebenden Zeitraum auf gerundet
Fr.
3‘600.-
pro Monat festsetzte
. In Anbetracht der mangelnde
n
Bestimmbarkeit der Lohnhöhe im Zeitraum Januar bis Juni 2015 muss diese Festsetzung zudem als wohlwollend bezeichnet wer
den, da die Beschwerdegegnerin damit den durchschnittlichen Lohn des Jahres 2014 von
Fr.
3‘600.- pro Monat zu Gunsten des Beschwerdeführers für den ganzen 12monatigen Bemessungszeitraum von Juli 2014 bis Juni 2015 ange
nommen hat
.
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.