Decision ID: a0b9adc5-9272-4af6-a529-c049c164f918
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1964 geborene
X._
war zuletzt von 2007
bis
Juni 2019
(letzter effektiver Arbeitstag: 3
1.
August 2018)
im Bereich Logistik bei der
Y._
in
Z._
tätig (Urk. 7/1
Ziff.
5.4
, Urk. 7/11
). Am
5.
Februar 2019 meldete sie sich unter Hinweis auf eine chronische Depression und persistierende Arm- und Kopfschmerzen sowie persi
stierende Nacken
schmerzen
bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen
und
zog Akten der
Helsana
als zuständige Krank
entaggeldversicherung bei (Urk.
7/2,
Urk.
7/3, Urk. 7/10
)
. Mit
Mitteilung vom 1
8.
Juni 2019 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, es seien zurzeit keine Eingliederungsmassnahmen mögl
ich (Urk. 7/13).
Nach
durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(Urk.
7/17, Urk. 7/19
, Urk. 7/26
) wies sie das Leistungs
begehren mit Verfügung vom
2
0.
März 2020 (Urk. 7/33
=
Urk.
2) ab.
2.
Die Versicherte erhob am
2
0.
April 2020
Beschwerde gegen die Verfügung vom
2
0.
März 2020
(
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben und ihr seien berufliche Eingliederungsmassnahmen zu gewähren (Urk. 1 S. 2).
Am
2
5.
Mai
2020
(Urk.
6
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
9.
Juni 2020
zu
r Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Für die Umschreibung des Prozessthemas ist nach den Regeln über den Anfechtungs- und Streitgegenstand zu verfahren. Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den aufgrund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungs
gegenstand bildet. Anfechtungsgegenstand und Streit
gegenstand sind identisch, wenn die Verfügung insgesamt angefochten wird. Bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einzelne der durch die Verfügung bestimmten Rechts
verhältnisse, gehören die nicht beanstandeten Rechtsverhältnisse zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand.
Die angefochtene Verfügung vom
20. März 2020
trägt die Überschrift «
Kein Anspruch auf IV-Leistungen
»
. Der
Entscheid selbst lautet: «
Das Le
istungs
begehren wird abgewiesen»
.
Die Beschwerdeführerin ficht in ihrer Beschwerde
vom
2
0.
April 2020
(
Urk.
1) die leistungsabweisende Verfügung der Beschwerde
gegnerin vom
20. März
2020
(
Urk.
2) lediglich betreffend die nicht gewährten
Eingliederungsmassnahmen
an, weshalb im vorliegenden Verfahren nur die Frage über die
Eingliederungsmassnahmen, und dabei insbesondere
Integrations
massnahmen
,
Prozessthema bildet.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Zur Annahme einer Invalidität aus psychischen Gründen bedarf es in jedem Fall eines medizinischen Substrats, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und
nachgewiesenermassen
die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Bestimmen psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren das Krankheitsgeschehen mit, dürfen die Beeinträchtigungen nicht einzig von den belastenden invaliditätsfremden Faktoren herrühren, sondern das Beschwerdebild hat davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen. Solche von der soziokulturellen oder psychosozialen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018 vom 21. November 2018 E. 2.2).
Somit sind psychosoziale und soziokulturelle Faktoren nur mittelbar invaliditäts
begründend, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden Folgen des Gesundheitsschadens beeinflussen. Zeitigen soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen, bleiben sie bei der Beurteilung der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeklammert (Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2018 vom 22. März 2019 E. 3). In einer versicherungsmedizinischen Begutachtung, welche sich nach den normativen
Vorgaben der Rechtsprechung orientiert, ist es daher nicht nur zulässig, sondern sogar geboten, solche invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanten Umstände aufzuzeigen und gegebenenfalls bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus
zuklammern (Urteil des Bundesgerichts 9C_740/2018 vom 7. Mai 2019 E. 5.2.1).
2
.3
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8
Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
2
.4
Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 % arbeits
unfähig (Art. 6 ATSG) sind, haben Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (Integrationsmassnahmen), sofern dadurch die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen beruflicher Art geschaffen werden können (Art. 14a Abs. 1 IVG). Als Integrations
massnahmen gelten gemäss Abs. 2 gezielte, auf die berufliche Eingliederung gerichtete Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation (
lit
. a) und Beschäftigungsmassnahmen (
lit
. b). Es geht darum, bei denjenigen Versicherten, die aktuell nicht eingliederungsfähig sind oder deren Eingliederungsfähigkeit verloren zu gehen droht, die Eingliederungsfähigkeit herzustellen oder zu erhalten. Ist aber jemand in einer anderen zumutbaren Tätigkeit arbeitsfähig, so ist er (in dieser anderen Tätigkeit) bereits eingliederungsfähig; er braucht keine Integrationsmassnahmen mehr, um die Eingliederungsfähigkeit herzustellen. Es
gibt keinen Grund, Massnahmen zur Ermöglichung einer beruflichen Eingliederung durchzuführen, wenn auch ohne solche Massnahmen eine berufliche Eingliederung bereits umgesetzt werden kann (BGE 137 V 1 E. 7.2.3
mit Hinweisen
).
2.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Verfügung vom
2
0.
März 2020
(
Urk.
2) damit, dass
die Beschwerdeführerin an keiner langandauernden Erkrankung leide
(S. 1)
.
Im Bericht der
A._
vom 16. September 2019 werde darauf hingewiesen, dass die depressive Symptomatik auch bei Wegfall der psychosozialen Faktoren noch anhaltend sei. Aber die psychosozialen Faktoren seien mit der Kündigung der Arbeitsstelle nicht einfach weggefallen, sondern hätten sich verschoben. Vorher sei der schwerwiegende und langandauernde zwischenmenschliche Konflikt am Arbeitsplatz belastend gewesen. Nun hätten sich die aktuell bestehende Arbeitslosigkeit und die mit hoher Wahrscheinlichkeit damit verbundenen finanziellen Sorgen, Existenz- und Zukunftsängste in den Vordergrund gestellt (S. 2 Mitte).
3
.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
die Beschwerdegegnerin habe ihre Untersuchungspflicht in krasser Weise verletzt. Die Einschätzung des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD)
, wonach die psycho
sozialen Faktoren nicht einfach weggefallen seien, sondern sich verschoben hätten, entbehre jeglicher Grundlage. Obschon diese Fehleinschätzung geradezu offensichtlich sei, übernehme die Beschwerdegegnerin diese unbesehen und gewähre keine Eingliederungsmassnahmen
(S. 7
Rz
4)
.
Es liege eine ICD-10 Diagnose vor, das heisse eine Krankheit im medizinischen Sinne, welche es ihr nicht erlaube, den direkten Einstieg in die freie Wirtschaft und in den Arbeits
prozess selbständig zu finden. Sie erfülle die Voraussetzungen für Integrations
massnahmen im Sinne von
Art.
14a IVG (S. 7 f.
Rz
5).
3
.3
Strittig und zu prüfen ist ein
Anspruch
der Beschwerdeführerin
auf
Ein
gliederungsmassnahmen.
4
.
4
.1
Med.
pract
. B._
, Praktischer Arzt und Facharzt für Chirurgie, nannte in einem Bericht vom
19.
Dezember 2018 (Urk. 7/2/3-5)
zuhanden der Kranken
taggeldversicherung als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Burn-Out (S. 1
Ziff.
3) Als nicht-medizinischen Grund, welcher einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe,
führte er Mobbing im Betrieb auf
(S. 2
Ziff.
7). Der
Beschwerdeführerin sei weder die aktuelle noch eine angepasste Tätigkeit zumutbar (S. 2
Ziff.
7.1 f.).
In einem ärztlichen Zeugnis vom selben Tag attestierte med.
pract
.
B._
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 3. September bis 31. Dezember 2018 (Urk.
7/2
/6)
.
4
.2
Die Fachpersonen der
A._
nannten mit Bericht vom
1
5.
Januar 2019 (Urk. 7/2/1-2)
a
ls Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine
mittelgradig bis schwere depressive Episode (ICD-10 F32.1
; S. 1
Ziff.
1)
. Anamnestisch habe eine schleichende Entwicklung von depressiven Symptomen und Schlafstörungen im Zusammen
hang mit einem Konflikt am Arbeitsplatz mit einer Arbeitskollegin (im Sinne von «Mobbing») stattgefunden.
Die Beschwerdeführerin habe sich in der Folge an ihren Hausarzt med.
pract
.
B._
gewendet, welcher im Juli 2018
Trittico
,
Seroquel
und
Temesta
verschrieben habe.
Seit de
m 17.
Oktober 2018 befinde sie sich in ambulanter Behandlung in einem
A._
Ambulatorium
(S. 1
Ziff.
2)
.
Die 54-jährige Beschwerdeführerin sei eine gepflegte Frau in gutem Allgemein- und Ernährungszustand. Freundlich und zurückhaltend im Kontakt, häufig weinend. Wach, bewusstseinsklar und orientiert. Keine Hinweise auf Störungen der Auffassung. Berichte über Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen. Formalgedanklich eingeengt auf frühere Konflikte am Arbeitsplatz und Kopf
schmerzen. Starkes Gedankenkreisen. Misstrauisch,
agoraphobisches Vermeidungsverhalten mit starkem sozialem Rückzug. Keine Hinweise auf Zwänge, Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen. Affektiv deprimiert, affektlabil (mit häufigem Weinen
),
Stimmungsschwankungen und Störung der Vitalgefühle. Innerlich unruhig und leicht hoffnungslos. Berichte über Insuffizienzgedanken und
Anhedonie
. Antriebsarmut
. Psychomotorisch unauf
fällig. K
eine Hinweise auf circadiane Besonderheiten. Fremdgefährdung liege nicht vor. Keine Hinweise auf akute Suizidalität. Probleme bei Ein- und Durch
schlafen. Häufig Kopfschmerzen (S. 1 f.
Ziff.
3).
Die Beschwerdeführerin meide soziale Kontakte. Sie halte sich hauptsächlich zuhause auf oder gehe etwas spazieren, was ihr gegen die Schmerzen helfe.
Sie
mache zuhause den Haushalt, was ihr jedoch
schwerfalle
(S. 2 Ziff. 7). Aktuell bestehe noch eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für alle Tätigkeiten (S. 2
Ziff.
8 und 9). Die Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit sei noch nicht geplant. In einem späteren Schritt könnte jedoch ein Jobcoaching oder eine Arbeitsvermittlung hilf
reich sein (S. 2 Ziff. 12).
4
.3
Am
2
2.
Februar 2019
erstattete
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie sowie Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
zuhanden der
Helsana eine psychiatrische Kurzbeurteilung
gestützt auf
die Akten und eine
psychiatrische
Untersuchung
der Beschwerdeführerin
(Urk.
7/
10/2-26
). Als
Diagnose mit Auswirkung
en auf die Arbeitsfähigkeit
nannte er eine
mittelgradige depressive Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F33.1
). Diagnosen ohne
Auswirkung
en auf die Arbeitsfähigkeit nannte er keine (S. 20
).
Die Beschwerdeführerin bewohne mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn eine 4
1/2-Zimmer-Eigentumswohnung, auf der noch eine Hypothek laste. Aktuell erhalte sie finanzielle Unterstützung von der Taggeldversicherung. Schulden und Betreibungen habe sie keine. Zuletzt habe sie 24 Stunden pro Woche in einem Pensum von 60 % gearbeitet
(S. 21
oben)
.
Die Beschwerdeführerin habe über Arbeitsplatzkonflikte und die Entwicklung einer depressiven Episode berichtet. Bereits 2009 sei eine stationäre Behandlung wegen einer depressiven Episode mittelgradiger Ausprägung in der
D._
erfolgt
(S. 21 Mitte)
.
Im objektiven psychopathologischen Befund in Anlehnung an die AMDP-Richtlinien anlässlich der Untersuchung am 1
8.
Februar 2019 falle eine durch
gehend gedrückte Stimmung auf. Die affektive Modulationsfähigkeit sei vermindert gewesen. Auffallend sei eine ausgeprägte emotionale Labilität mit Weinen nahezu während der gesamten Exploration. Antrieb und Psychomotorik seien vermindert gewesen.
Vorgetragen worden seien Zukunftsängste und Existenzängste, darüber hinaus sozialer Rückzug
(S. 21 unten)
.
Zusammenfassend handle es sich um eine zweite depressive Episode. Die erste depressive Episode mit stationärer Behandlung sei 2009 gewesen.
Zu Beginn der
depressiven Symptomatik habe eine Arbeitsplatzkonfliktsituation im Vordergrund gestanden. Die in diesem Zusammen
hang erwogene Anpassungs
störung
, längere depressive Reaktion, könne aufgrund der Schwere der Symptomatik nicht geteilt werden. Bei einer Anpassungsstörung,
längere depressive Reaktion, handle es sich gemäss ICD-10 Kriterien um einen leichten depressiven Zustand als Reaktion auf eine länger anhaltende Belastungssituation. Die Beschwerdeführerin befinde sich in einer leitliniengerechten psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung
. Aus fachärztlicher Sicht werde dringend empfohlen, die medikamentöse Behandlung entsprechend den Leitlinien weiter
aufzudosieren
. Sollte es innerhalb von sechs bis acht Wochen zu keiner weiteren Verbesserung kommen, könne gegebenenfalls eine Umstellung auf ein anderes Antidepressivum erfolgen
(S. 22 Mitte).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei gegenwärtig eine vollständige Arbeits
unfähigkeit ausgewiesen. Geplant sei ein tagesklinischer Aufenthalt. Es werde
empfohlen
, nach dem Abschluss der Tagesklinik einen entsprechenden Bericht einzuholen und dem Referenten zur Stellungnahme vorzulegen,
sollte
nach dem Austritt aus der Tagesklinik eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Medizinisch-theoretisch sei ab dem
1.
Mai 2019 von einer 50%igen Arbeits
fähigkeit auszugehen, die im weiteren Verlauf alle vier Wochen um 20 % gesteigert werden könne (S. 24
Ziff.
2).
Zum jetzigen Zeitpunkt könne die angestammte berufliche Tätigkeit als Lager
mitarbeiterin auch bei keinem anderen Arbeitgeber zugemutet werden. Es handle sich bei dieser Tätigkeit um eine am besten an die Ressourcen der Beschwerde
führerin angepasste Tätigkeit (S. 24
Ziff.
3 f.).
Die Behandlung sei aufgrund der Schwere der Symptomatik nicht ausreichend. Es werde eine Intensivierung der psychiatrisch-therapeutischen Behandlung mit einem Eintritt in die Tagesklinik befürwortet und dringend eine
Aufdosierung
der antidepressiven Behandlung empfohlen (S. 24 Ziff. 5).
4
.
4
Die Fachpersonen der
A._
(vorstehend E.
4
.2)
führten mit Bericht vom
1
2.
Juni
2019 (Urk. 7/12)
aus,
im Rahmen der ambulanten Behandlung habe der Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin stagniert. Aus diesem Grund habe sich die Beschwerdeführerin für eine Intensivierung der Behandlung in der
A._
Tages
klinik entschieden (S. 2
Ziff.
2.1). Sie
sei am
2.
Mai 2019 mit geplanter Dauer von rund drei Monaten zur teilstationären Behandlung in die Tagesklinik eingetreten (S. 1
Ziff.
1.1).
A
ls Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
nannten die Fach
personen
eine mittelgradig bis schwere depressive Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F3
3
.1; S.
3
Ziff.
2.5
).
Zum aktuellen Zeitpunkt sei die Beschwerdeführerin arbeitsunfähig. Aktuell sei es noch schwierig, eine Prognose stellen zu können. Zurzeit stünden noch medizinische Massnahmen im Vordergrund. Eingliederungsmassnahmen dürften sich prognostisch günstig auswirken und eventuell eine schrittweise Rückkehr mit Wiederaufnahme einer Erwerbstätig
keit mittelfristig ermöglichen (S. 3
Ziff.
2.7). Aktuell übe die Beschwerdeführerin keine Tätigkeit aus. Sie sei vollständig
arbeitsunfähig (S. 3
Ziff.
3.1). Im Anschluss an die teilstationäre Behandlung sollten Eingliederungsmassnahmen im Rahmen zum Beispiel einer Potential
abklärung oder eines Belastbarkeitstrainings möglich sein (S. 3
Ziff.
4.1). Die
Beschwerdeführerin sei auch bei der Haushaltführung eingeschränkt (S. 4
Ziff.
4.5). Es werde sehr befürwortet, wenn die Beschwerdeführerin nach Austritt aus der Tagesklinik im Rahmen von Eingliederungsmassnahmen unterstützt werden könnte, um die Arbeitsfähigkeit aufzubauen (S. 5
Ziff. 5
).
4
.5
Dr.
med. E._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
Regionale
r
Ärztliche
r
Dienst (RAD),
f
ührte mit Stellungnahme vom 18.
Juni
2019 (Urk. 7/16/4)
aus, aufgrund der im Arztbericht der Fachpersonen der
A._
vom 1
2.
Juni 2019 genannten Beschwerden und Symptome könne maximal eine mittelgradige depressive Symptomatik festgestellt werden. Da keine früheren Episoden beschrieben worden seien, könne nicht von einer rezidivierenden depressiven Störung ausgegangen werden
.
Da die depressive Symptomatik auf psychosoziale Belastungsfaktoren zurückzuführen sei, könne davon ausgegangen werden, dass es bei Wegfall dieser Belastungen zu einer vollständigen Remission kommen werde. Berufliche Massnahmen sollten so früh wie möglich eingeleitet werden.
Dr.
E._
hielt als Fazit fest, es sei kein langandauernder Gesundheits
schaden ausgewiesen.
4
.
6
Die Fachpersonen der
A._
(vorstehend E.
4.2
)
berichteten am
2
1.
August 2019 (Urk. 7/21)
über den Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom
2.
Mai bis
9.
August
2019 (S. 1 Mitte) und nannten als Diagnose eine schwere depressive Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung (S. 1). Die
Erstperiode habe sich im Jahr 2009/2010 ereignet und eine tagesklinische sowie eine medikamentöse Behandlung mittels Antidepressiva über die darauffolgenden fünf Jahre hinweg erfordert. Die B
eschwerdeführerin habe eine schleichende Ent
wicklung der Problematik erlebt, in deren Zuge sie seit dem Arbeitsbeginn 2007 ihr Arbeitspensum von 100 % auf 80 % und letztlich auf 60 % habe reduzieren müssen um der Belastung standzuhalten. Insbesondere werde aufgrund der an der Tagesklinik gewonnenen Beobachtungen davon ausgegangen, dass bestimmte stabile Verhaltens- und Erlebensmuster in der Beziehungsgestaltung der Beschwerdeführerin an der als Mobbingsituation erlebten Problematik am Arbeitsplatz als deutlich mitverantwortlich anzusehen seien. Aus diesem Grunde werde die Problematik der Beschwerdeführerin bezüglich ihrer Schwere und Dauer als zureichend eingeschätzt, um eine Integrationsmassnahme der Invalidenversicherung zu rechtfertigen. Eine solche
werde als der Situation und derzeitig gegebenen Belastbarkeit der Beschwerdeführerin als angemessen empfunden (S. 1).
4
.
7
Die Fachpersonen der
A._
führten mit Bericht vom
1
6.
September 2019 (Urk. 7/26)
aus, die Beschwerdeführerin leide zurzeit weiterhin an einer mittelgradig bis schweren depressiven Episode. Vorangehend an die aktuelle Episode habe sie unter einer schwierigen Arbeitssituation
aufgrund eines schwerwiegenden interpersonellen Konflikts gelitten. Es sei wichtig zu betonen, dass, obwohl die Beschwerdeführerin nun seit zirka einem Jahr diesem Konflikt nicht mehr ausgesetzt sei (zuerst durch Krankschreibung, dann durch Kündigung), sie seither anhaltend unter depressiven Symptomen leide. Die Symptome remittierten also nicht, auch wenn dieser Belastungsfaktor nicht mehr vorhanden sei. Es handle sich also nicht um eine einfache Anpassungsstörung bei psychosozialer Belastung, sondern, wie bereits
ausgeführt
, um eine
längerandauernde
Depression mit erheblicher Funktions
beeinträchtigung. Aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung benötige sie unbedingt weitere professionelle Hilfe bei der Rückkehr in den ersten Arbeits
markt, um auch in Zukunft den für die Familie wichtigen Erwerb wieder beisteuern zu können. Aus diesem Grunde werde im Namen der Beschwerde
führerin darum gebeten, den ablehnenden Entscheid zu revidieren und der Beschwerdeführerin Eingliederungsmassnahmen, idealerweise Integrations
massnahmen (Belastbarkeits- und Aufbautraining) zu gewähren
(S. 1 f.)
.
Seit Austritt aus der Tagesklinik befinde sich die Beschwerdeführerin wieder in ambulanter integriert psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung (IPPB) bestehend aus psychotherapeutischen Gesprächen und psychiatrischer Medikation. Seit dem
1.
September 2019 werde der Beschwerdeführerin eine Teil
arbeitsunfähigkeit (80 % Arbeitsunfähigkeit bezogen auf ein Pensum von 100 %) bescheinigt
(S. 2)
.
4
.
8
Dr.
E._
(vorstehend E. 4.5
) führte mit Stellungnahme vom 1
7.
Dezember 2019 (Urk. 7/32/3)
aus, im Bericht der
A._
vom 2
1.
August 2019 sei eine Persönlich
keitsproblematik beschrieben worden, jedoch sei keine entsprechende Diagnose gestellt worden. Die rezidivierende depressive Störung sei mit einer früheren depressiven Episode begründet worden. I
m Bericht der
A._
vom 16.
September 2019
sei angegeben worden
, dass die depressive Symptomatik auch bei Wegfall der psychosozialen Faktoren noch anhaltend sei.
Hierzu sei zu sagen, dass
die psychosozialen Faktoren mit der Kündigung der Arbeitsstelle nicht einfach weg
gefallen
seien
, sondern
sich verschoben
hätten
.
Aktuell bestehe eine
Arbeits
losigkeit und
damit verbunden
mit hoher Wahrscheinlichkeit finanziellen Sorgen
und
Existenz
ängste.
4
.9
Nach Verfügungserlass reichte die Beschwerdeführerin einen
Bericht
des
F._
vom
5.
Januar 2010
ein
(Urk. 3)
.
Die
Beschwerdeführerin sei am 2
1.
November
und 1
7.
Dezember 2009 zu zwei Vorgesprächen erschienen.
Die Fachpersonen diagnostizierten eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) und eine Panikstörung (ICD-10 F41.0).
Die Beschwerdeführerin beklage seit Januar 2009 Angst vor der Dunkelheit, Panik auch nachts, Angst, den Kindern könnte etwas geschehen, Schlafstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Gedankenkreisen, Sinn
losigkeitsgedanken
und
Rückzug
. Die Arbeitsfähigkeit sei gegeben, heute ein Pensum von 60 %, was zu bewältigen sei. Aus Sicht der Beschwerdeführerin hängten die Beschwerden mit dem Tod des Bruders an Drogen zusammen (S. 1).
Aufgrund des protrahierten Verlaufs sei eine ambulante therapeutische Reha
bilitationsbehandlung indiziert
(S. 2 Mitte)
.
Da die Beschwerdeführerin motiviert erscheine und die Dringlichkeit einer Therapie betone, sei ihr ein Aufnahme
termin für eine Verhaltenstherapie angeboten worden (S. 2 unten).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Abweisung des Leistungsbegehrens damit, dass
davon auszugehen sei, dass die Beschwerdeführerin an keiner lan
g andauernden Erkrankung leide
,
und stellte sich sinngemäss
auf den Standpunkt
, dass die psychischen Beschwerden ganz überwiegend mit psychosozialen Faktoren erklärbar seien
(vgl. vorstehend E.
3
.1)
.
5.2
Es ist der Beschwerdegegnerin zwar dahingehend beizupflichten, dass sich aus allen Arztberichten als Auslöser der Beschwerden eine Konfliktsituation am damaligen Arbeitsplatz der Beschwerdeführerin, mithin eine psychosoziale Belastungssituation
,
ergibt
(E. 4.1, E. 4.2, E. 4.3,
Urk. 7/12 S. 2
Ziff.
2.1,
Ziff.
2.4,
E. 4.6, E. 4.7)
. Das Bestehen belastender psychosozialer Faktoren schliesst jedoch einen invalidisierenden Gesundheitsschaden gemäss bundesgerichtlicher Recht
sprechung nicht per se aus, sondern nur,
wenn
Beeinträchtigungen einzig von den belastenden invaliditätsfremden Faktoren herrühren
. Dies ist dann nicht der Fall, wenn
das Beschwerdebild davon psychiatr
isch zu unterscheidende Befunde umfasst
. Solche von der soziokulturellen oder psychosozialen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (
vorstehend E. 2.
2
).
5.3
Den vorhandenen Berichten zum psychischen
Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin kann nicht mit hinreichender Klarheit entnommen werden, ob und wie sich die vorhandenen verschiedenen psychosoz
ialen Faktoren auf das Beschwer
debild auswirken und ob die beurteilenden Fachpersonen ihre Einschätzung in Kenntnis der diesbezüglich notwendigen Abg
renzungen
abgaben. Es ist mit anderen Worten nicht ersichtlich, ob es sich bei der diagnostizierten Depression um eine eigenständige, von den psychosozialen Faktoren unabhängige psychische Erkrankung handelt.
Die Berichte der
A._
(vorstehend E. 4.2, E. 4.4, E. 4.6, E. 4.7) sind diesbezüglich unklar. Zudem stehen
behandelnde Ärztinnen und Ärzte in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person und haben sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren. Ihre Berichte verfolgen daher nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte – beziehungsweise regelmässig behandelnde Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundes
gerichts I 551/06 vom
2.
April 2007 E. 4.2) – mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, kommt im Streitfall ein direktes Abstellen einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte nur selten in Frage (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 1
7.
Februar 2011 E. 4.1).
Dr.
C._
(vorstehend E. 4.3)
legte nachvollziehbar dar, dass zwar zu Beginn der depressiven Symptomatik eine Arbeitsplatzkonfliktsituation im Vordergrund gestanden habe. Die dabei erwogene Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion könne jedoch aufgrund der Schwere der Symptomatik nicht geteilt werden. Angesichts dieser Beurteilung kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine von psychosozialen Faktoren verselbständigte psychische Erkrankung vorliegt.
Dr.
C._
attestierte der Beschwerdeführerin aufgrund der von ihm fest
gestellten schweren Symptomatik
im
Zeitpunkt seiner psychiatrischen Kurz
beurteilung im Februar 2019
eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit
,
ging
aber
davon aus, insbesondere angesichts eines geplanten Tagesklinikaufenthalts, dass
ab 1.
Mai 2019 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe, und diese im weiteren Verlauf alle vier Wochen um 20 % gesteigert werden könne.
Auf seine in weiten Teilen nachvollziehbare Beurteilung kann vorliegend jedoch nicht abgestellt werden, da die
Fachpersonen der
A._
eine Verschlechterung des Gesundheits
zustandes beschreiben
(vgl. E. 4.6 f.)
und es sich
somit
nicht bewahrheitet hat, dass die
Beschwerdeführerin
schnell wieder arbeitsfähig wurde.
Dr.
E._
(vorstehend E. 4.5)
ist zwar Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, nahm jedoch keine eigene Untersuchung, sondern lediglich eine Aktenbeurteilung vor, was den Beweisa
nforderungen (vgl. vorstehend E 2.5
) vorliegend kaum zu genügen vermag. Praxisgemäss kommt einer reinen Akten
beurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gle
i
che Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts 8C_971/2012 vom 1
1.
Juni 2013 E. 3.4).
Zudem ist nicht nachvollziehbar, dass
Dr.
E._
zunächst das Vorliegen einer rezidivierenden depressiven Störung mangels Beschreibung früherer Episoden in Abrede stellte (vorstehend E. 4.5).
Aus einem ihr
damals
vorliegenden Bericht
geht
hervor, dass die Beschwerdeführerin
über eine frühere depressive Episode u
nd eine
Behandlung in der
D._
im Jahr 2009 berichtet hat (vorstehend E. 4.3). Ebenfalls nicht nachvollziehbar ist die Tatsache, dass sich
Dr.
E._
auf den Standpunkt stellte, die depressive Symptomatik sei einzig auf psychosoziale Belastungsfaktoren zurückzuführen.
Wie dargelegt, kann d
en vorhandenen Berichten zum psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht mit hinreichender Klarheit entnommen werden, ob und wie sich die vorhandenen verschiedenen psychosozialen Faktoren auf das Beschwerdebild auswirken
.
Aufgrund der vorliegenden Arztberichte ist
somit
nicht auszuschliessen, dass
die Beschwerdeführerin an einer
verselbständigte
n psychischen Störung
mit Aus
wirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
leidet und
die medizinischen Voraussetzungen für das Entstehen eines
Leistungsanspruchs
erfüllt sein könnten.
D
ies
lässt sich
aufgrund der gegenwärtigen Aktenlage indessen nicht
überprüfen
.
Damit
fehlt es an der Grundlage für einen Entscheid.
6.
6.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den
Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
relevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
6.2
Vorliegend wurde
die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
und damit der
entscheidwesentliche
Sachverhalt ungenügend abgeklärt.
Die angefochtene Verfügung ist deshalb aufzuheben und die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuwei
sen, damit sie die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in geeigneter Weise abkläre
.
Sollten
die Abklärungen
ergeben, dass ein ver
selbständigter und damit invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesund
heitsschaden vorliegt,
sind
die Arbeitsfähigkeit unter Beachtung des strukturierten Beweisverfahrens sowie die Eingliederungsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu prüfen.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
7.
7.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rück
weisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und beim
praxis
gemässen
Stundenansatz von
Fr.
185
.-- (zuzüglich
MWSt
) ist die Prozess
ents
chädigung vorliegend auf
Fr.
1’5
00.-- (inkl.
Bar¬auslagen
und
MWSt
) fest
zusetzen
und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.