Decision ID: c256832a-76ce-4b1d-8c54-71361a32ad33
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1985 geborene
X._
war seit 8. Oktober
2018
bei der
Y._
als Kundendienstleiter
angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Mit Unfallmeldung vom 22. Juni 2020 meldete die Arbeitgeberin der Suva ein Unfallereignis vom
1. Mai 2020
, bei welchem der Versicherte von der Hebebühne eines Lastwagens heruntergefallen
sei und sich dabei eine Verletzung an der linken Schulter zu
ge
zogen habe
(
Urk.
10/1). Am 15. Juni 2020 kons
ultierte der
Versicherte PD Dr. med. Z._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
welcher
unter Hinweis auf ein
Arthro
-MRI der linken Schulter von Dezember 2019
ein grosses
spinoglenoidales
Ganglion mit Irritation oder Kompression des
Nervus
suprascapularis
bei Status nach Sturz am 22. Mai 2018 mit
postero
-
superiorer
Labrum-, allenfalls SLAP-Läsion der Schulter links diagnostizierte (
Urk.
10/11
).
Am
13. August 2020 führte PD Dr.
Z._
an der linken Schulter eine Schul
terarthroskopie mit Eröffnen des Ganglions und
Refixation
des Labrums durch (
Urk.
10/25
).
Nachdem der Versicherte a
m
14.
Oktober 2020
eine
S
childerung
des Unfallereignisses
vor
genommen
(
Urk.
10/27) und am
22. Oktober 2020
telefonisch
Auskunft
zum Heil
verlauf
gegeben hatte (
Urk.
10/28), nahm der Kreisarzt
am 9. November 2020
zu
handen der Suva
eine medizinische Einschätzung zur Unfallkausalität vor
(
Urk.
10/32)
. Mit Schreiben vom 17. Dezember 2020 anerkannte die Suva ihre Leistungspflicht
(
Urk.
10/36)
, widerrief diese aber mit Verfügung vom 18. Dezember 2020 mit der Begründung, da
ss zwischen dem Ereignis vom 1.
Mai 2020 und den Schulterbeschwerden kein sicherer oder wahrscheinlicher K
ausal
zusammenhang bestehe. Auf
eine R
ückforderung der bis zum 12.
August 2020 erbrachten Leistungen
werde
verzichtet
(
Urk.
10/38)
.
Die dagegen erhobene
Ein
sprache vom
29. Januar 2021
(
Urk.
10/41, mit ergänzender Begründung vom 21. Juni 2021,
Urk.
10/59)
wies die Suva nach Einholung einer weiteren kreis
ärztlichen Beurteilung
vom 22. März 2021
(
Urk.
10/45
)
am 24. Juni 2021
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
9. August 2021
Beschwerde mit dem Antrag, es sei
en der
Einspracheentscheid
vom 24. Juni 2021 und
die Verfügung der Suva
vom 18. Dezember 2020 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese die medizinische Sachlage nach dem offensichtlichen Fehler bezüglich Unfalljahr no
ch einmal
rechts
genüglich
abklä
re und hernach neu verfüge. Zudem sei die Beschwerdegegnerin anzuw
eisen, auf das Ereignis vom 19.
Mai 2018 im Rahmen ihrer Untersuchungs
pflicht
einzutreten
(
Urk.
1 S. 2). Am
17. September 2021
schloss die Suva auf Abweisung
der Beschwerde (
Urk.
9
), wovon der Beschwerdeführer mit Verfügung vom
28. September
2021 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
11).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf
geführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(
ATSG
)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Praxisgemäss sind die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens von der ver
sicherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die not
wendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfall
ereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglich
keit genügt nicht –, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person auswirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b; Urteil des Bundesgerichts 8C_358/2016 vom 28. September 2016 E. 3.4 mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) im We
sent
lichen damit,
dass ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den gemeldeten Schulterbeschwerden links und dem Unfallereignis vom 1. Mai 2020 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben sei.
De
r am 13
. August 2020 operativ angegangene strukturelle Zustand an der linken Schulter sei bereits im MRI vom Dezember 2019 und damit ein halbes Jahr vor dem
besagten
Ereignis vom 1. Mai 2020 dokumentiert
worden
. Zwar habe PD Dr.
Z._
auf per
sistierende Schulterschmerzen seit einem Sturz vom 22. Mai 2018 verwiesen. In den Suva-Akten sei aber lediglich ein Unfall vom 23. Mai 2018
festgehalten
, bei welchem sich der Beschwerdeführer beim Ballspielen mit seinem Sohn den linken Fuss verdreht habe. Auch in den weiteren medizinischen Dokumenten fänden sich keinerlei Hinweise auf eine zu diesem Zeitpunkt bestandene Symptomatik an der
linken Schulter.
Eine bloss mögliche Unfallkausalität genüge für die Begründung eines Leistungsanspruches
indes
nicht.
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
dass er ge
mäss dem Arztbericht von PD Dr.
Z._
vom 1. Juni 2021 im Mai 2018 gestürzt sei und sich dabei eine Verletzung des
postero
-superioren Labrums zugezogen habe. Dies habe sekundär zu einem
spinoglen
oidalen
Ganglion geführt. Seiner
Arbeitgeber
in
habe der Beschwerdeführer stets den Mai 2018 a
ls Unfalldatum angegeben.
Trotzdem habe d
iese
das Unfalldatum in der Schadenmeldung dann irrtümlicherweise mit Mai 2020
deklariert. Indem der Kreisarzt vom falschen Ereignisdatum ausgegangen sei, fusse seine Einschätzung nicht nur mit überwiegender Wahrscheinlichkeit, sondern inzwischen ganz sicher auf einer inkorrekten Ausgangslage.
3.
3.1
PD Dr.
Z._
diagnostizierte am
15. Juni 2020
ein grosses
spino
glenoidales
Ganglion mit Irritation oder Kompression des
Nervus
supra
scapularis
bei einem Status nach Sturz am 22. Mai 2
018 mit
postero
-
superiorer
Labrum-, allenfalls SLAP-Läsion der linken Schulter
(
Urk.
10/11)
und
führte
am 13. August 2020
eine Schulterarthroskopie mit Eröffnen des Ganglions und
Refixation
des
Labrums durch (
Urk.
10/25).
3.2
Kreisarzt Dr. med. A._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
nahm am 9. November 2020
und 22. März 2021
eine ärztliche Beurteilung vor. Er führte dabei aus, dass der
Beschwerdeführer über zwei Suva-
Dossiers verfüge:
Das erste mit der Nr.
...
betreffe eine Schadenmeldung durch den Be
trieb am 7. August 2018 mit der Mitteilung, dass sich der Beschwerdeführer am 23. Mai 2018 beim Ballspielen mit seinem Sohn den linken Fuss verdreht habe. Medizinische Akten lägen diesbezüglich nicht vor
.
Das zweite Dossier
mit der Nr.
...
beziehe sich auf eine Schaden
meldung durch den Arbei
tgeber vom 22.
Juni 2020, mit der Angabe, dass der Beschwerdeführer am 1. Mai 2020 von
der
Hebebühne
eines Lastwagens
gestürz
t und eine Schulteroperation bei PD Dr.
Z._
vorgesehe
n sei
. Diese habe
am 13
. August 2020
stattgefunden
. Dabei sei das
spinoglenoidale
Gangl
ion er
öffnet und das
postero
-
superiore
Labrum
refixiert
worden (Schulter
arthroskopie). Dieser strukturelle Zustand sei bereits im MRI vom Dezember 2019, also ein halbes Jahr vor dem gemeldeten Ereignis vom 1.
Mai 2020, dokumentiert. PD Dr.
Z._
verweise auf persistierende Schulterschmerzen seit einem Sturz am 22. Mai 2018 mit Nachweis oben genannter Läsionen, wobei festzu
halten sei, dass sich in den Suva-Akten l
e
diglich der Unfal
l
vom 23.
Mai 2018 dokumentiert finde mit der Angabe, dass sich der Beschwerdeführer beim Ball
spielen den linken Fuss verdreht habe.
An Dokumenten liege einzig eine Kosten
gutsprache durch die Administration an die Gemeinschaftspraxis
Dr.
med. B._
sowie eine durch die Suva bezahlte Rechnung betreffs einer Konsu
ltation am 23. Mai 2018
(mit
Röntgenaufnahmen des oberen Sprunggelenks sowie Ab
gabe einer
Aircast
-Schiene
)
vor, ohne dass sich
etwelche
Hinweise für eine zu diesem Zeitpunkt geltend gemachte Symptomatik vo
n Seiten der Schulter
fänden
. Der am 13
. August 2020 angegangene strukturelle Zustand an der linken Schulter sei d
eshalb als nicht kausal betreffend
d
a
s Ereignis vom Mai 2018 zu wert
en und sei bildgebend vor dem Sturz vom 1. Mai 2020 dokumentiert worden (
Urk.
10/32
, 10/45
).
4.
4.1
In der Schadenmeldung vom 22. Juni 2020
wurde
ein Unfallereignis vom 1. Mai 2020 geschildert, anlässlich welchem der Beschwerdeführer von der Hebebühne eines Lastwagens gefallen und sich dabei eine Verletzung an der linken Schu
lter zugezogen haben soll
e
(
Urk.
10/1). Der
vorliegend zu beurteilende und
mit Schulterarthroskopie vom 13
. August 2020 angegangene
strukturelle Zustand
an der linken Schulter (grosses
spinoglenoidales
Ganglion,
postero-superiore
Labrumläsion,
Urk.
10/25
) war jedoch unbestrittenermassen bereits im MRI vom Dezember 2019 dokumentiert (vgl.
Urk.
10/11) und
konnte
damit nachweislich nicht von einem Unfallereignis aus dem Jahr 2020
stammen.
4.2
Insofern der Beschwerdeführer geltend machte, dass das fragliche Unfallereignis bereits im Mai 2018 stattgefunden haben solle (
Urk.
1 S. 6 f.
), so sprechen zwar die
Arztberichte von PD Dr.
Z._
(etwa Urk. 10/11), die
Unfall
schilderung
des Beschwerdeführers
vom 14. Oktober 2020 (
Urk.
10/27) sowie das Schreiben und die E-Mails der
Y._
(
Urk.
3/3) tatsächlich dafür, dass dem Arbeitgeber beim Absetzen der Unfallmeldung ein Fehler
im Sinne einer Verwechslung der Jahre 2018 und 2020 unterlaufen sein könnte
.
Und
selbst
redend ist
aufgrund der im S
ozialversicherungsverfahren
geltenden
Unter
suchungs
maxime
(Art. 43 Abs. 1 und Abs. 1
bis
sowie Art. 61
lit
. c in Verbindung mit Art. 2 ATSG)
das (sogar bereits) im
Einspracheverfahren
explizit auf
Mai 2018
korrigierte Unfalldatum
vorliegend
zu
berücksichtigen
,
zumal
der Beschwerde
führer
in jenem Zeitpunkt (wenn auch über einen
anderen Arbeitgeber
)
bereits
bei der Suva versichert war
(vgl. Urk. 2 S. 4).
Allerdings erscheint es angesichts der grossen Zeitspanne zwischen dem
mutmasslichen
Unfallereignis
im Mai 2018
und dessen Meldung
im Juni 2020
als eher unwahrscheinlich, dass
sich damals tatsächlich ein Sturz mit Schultertangierung ereignet haben soll.
Wohl mag sich der Beschwerdeführer ab Oktober 2018 wegen Schulterbeschwerden in der Behandlung de
r Gemeinschaftspraxis C._
befunden haben (
Urk.
3/2). Doch
gab er
anlässlich der
(
diesbezüglich
)
ersten Konsultation vom 1. Oktober 2018 erst seit vier Wochen bestehende Schulterbeschwerden an.
Mithin hatte der Beschwerdeführer nach dem mutmasslichen Sturz vom 19. Mai 2018 bis Ende August 2018
gemäss den echtzeitlichen Berichten
keinerlei Beschwerden an der
linken
Schulter
, was eine auf dieses Unfallereignis zurückzuführende
strukturelle
Schulterverletzung nicht schlüssig erscheinen lässt
.
Damit
im Einklang
steht auch der Umstand,
d
ass im Dossier Nr. ...
betreffend
der Fussverletzung
vom 23. Mai 2018 und der diesbezüglichen Schadenmeldu
ng vom 7. August 2018 keine
Schultersymptomatik Erwähnung findet (vgl. E. 3.2).
Hätte der Beschwerdeführer
demgegenüber
–
entgegen dieser Annahme
–
bereits nach dem Sturz an
(strukturellen)
Schulterbeschwerden gelitten, so erschiene es nicht nach
vollziehbar, dass er diese im Gegensatz zu der lediglich fünf Tage später erlittenen Fussverletzung weder den behandelnden Ärzten noch der Suva meldete.
Auch lassen sich weder der Unfallmeldung
vom 22. Juni 2020
(
Urk.
10/1) noch der Unfallschilderung vom 14. Oktober 2020 (
Urk.
10/27) und auch
nicht der Ein
sprache vom 29.
Januar 2021 (
Urk.
10/41)
sowie
deren
Ergänzung vom 21. Juni 2021
(Urk. 10/59) oder der Beschwerde vom 9. August 2021 (Urk. 1)
nähere An
gaben entnehmen,
wie der Unfallhergang genau abgelaufen ist beziehungsweise auf welche Weise und wie heftig sich
der Beschwerdeführer beim erwähnten Sturz an de
r Schulter verletzt haben soll
.
Diese unklaren
und nicht nachvollziehbaren Angaben lassen das gemeldete Unfall
ereignis
–
zumindest was eine Beteiligung der Schulter anbelangt
– als unglaubhaft erscheinen (E.
1.3
).
Soweit
PD Dr.
Z._
in seinem Bericht vom 1. Juni 2021
ausführte, dass der Beschwerdeführer am 22. Mai 2018 einen Sturz mit Verletzung des
postero
-superioren Labrums erlitten habe, was sekundär zu einem
spinoglenoidalen
Ganglion geführt habe
(
Urk.
10/61)
,
vermag dies nichts
an dieser Feststellung
zu ändern.
PD
Dr.
Z._
wurde erst
rund
zwei Jahre nach dem
geltend gemachten
Unfallereignis konsultiert und führte den vorgefundenen strukturellen Schaden auf ein Unfallereignis zurück,
welches gemäss
den
–
für den Mediziner nicht überprüfbaren
–
Angaben seines P
atienten im Mai 2018 stattgefunden haben soll.
Zur Glaubhaftmachung eines Unfalls genügt es allerdings nicht, einen Gesundheitsschaden nachzuweisen, der möglicherweise auf ein Unfallereignis zurückgehen könnte. Es müssen vielmehr über das konkrete Geschehen wahre,
genaue und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten namhaft gemacht werden, aufgrund derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Tatum
stände ein Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuklären
(Bundesge
setz über die Unfallversicherung, in:
Murer
/Stauffer
[Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherung
srecht, 4. Au
fl., Zürich/Basel/Genf 2012, S.
29). Der Beschwerdeführer
nahm in Bezug auf seine Schulter allerdings erst Monate nach dem besagten Ereignis medizinische Behandlung in Anspruch
(Ur
k
.
3/1)
und liess erst zwei Jahre danach eine Unfallmeldung erstellen, ohne konkrete An
gaben zum genauen Unfallhergang zu machen.
Insgesamt lassen die
unvollständigen und
ungenauen
Anga
ben des Beschwerde
führers sowie sein nicht nachvollziehbares Verhalten in Bezug auf
den Zeitpunkt der Inanspruchnahme von
medizinische
n
Behandlungen und
die Vornahme einer Schadenmeldung in B
ezug auf den
geltend gemachten Vorfall erhebliche Zweifel aufkommen, dass sich der Sachverhalt so zugetragen und ein Unfallereignis
in dieser Form
statt
gefunden hat. Das Vorliegen eines
derartigen
Unfallereignisses hat folglich als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten
des Beschwerdeführers
auswirkt.
4.3
Doch selbst wenn
im
Mai 2018
ein Unfallereignis
mit Sc
hultertangierung
zu be
jahen wäre, fehlte es
vorliegendenfalls
am erforderlichen Kausal
zusammenhang.
Zwar ist es vielleicht möglich, dass durch den fraglic
hen Sturz
die – erst mit MRI vom Dezember 2019 festgestellte
–
Verletzung des
p
ostero
-superioren Labrums stattgefunden hat. Doch erscheint es ebenso wahrscheinlich, dass das Labrum anlässlich eines anderen, früheren oder späteren Ereignisses oder gar ohne äussere Einwirkung einriss.
Allein aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer erst
(sogar Monate) nach
dem Unfall an
Beschwerden an der linken Schulter
litt, lässt sich keine Unfallkausalität herleiten.
Die Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zu
lässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Ärztliche Auskünfte, die allein auf dieser Argumentation beruhen, sind beweis
rechtlich nicht zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts 8C_241/2020 vom 29. Mai 2020 E. 3).
4.4
Der Vollständigkeit halber sei
erwähnt, dass eine Verletzung am Labrum
glenoidale
– bei intakter
Rotatorenmanschette
und
Bizepssehne
(vgl. Urk. 10/
15, 25
) –
nicht als Sehnenriss im Sinne von Art. 6
Ab
s.
2
lit
.
f UVG qualifiziert werden kann und deshalb
auch keine unfallähnliche
Körper
schädigung
im Sinne
von
Art. 6 Abs. 2 UVG
darstellt (vgl. BGE 123 V 43 E. 2b, Urteil des Bundes
gerichts 8C_835/2013 vom 28. Januar 2014 E. 4.3). Folglich kommt eine Leistungspflicht auch unter diesem Aspekt nicht in Frage
(vgl. E. 1.1)
.
4.
5
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin
somit
zu Recht ihre Leistungs
pflicht verneint. Für weitere medizinische Abklärungen besteht kein Anlass, zu
mal davon keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
5
.
Folglich erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 24. Juni 2021 (
Urk.
2) als rechtens. Da der
Einspracheentscheid
an die Stelle der vorgängig erlassenen Verfügung tritt (BGE 119 V 347 E. 1b), bildet Anfechtungsgegenstand des nachfolgenden Beschwerdeverfahrens allein der
Einspracheentscheid
. Soweit der
Beschwerdeführer
di
e Aufhebung der Verfügung vom 18
.
Dezember 2020
beantragen liess (
Urk.
1 S. 2), ist darauf von Vornherein nicht einzutreten. Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.