Decision ID: c9579dc8-d59a-4597-b86b-d16e7ab437ee
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1972,
verheiratet und
Mutter von zwei Kindern (Jahrgang 1997 und 1999),
gelernte Drogistin,
war seit dem
1.
Juli 2004 als
Schönheits
beraterin
in einem Teilzeitpensum bei der
Z._
tätig
(vgl.
Urk.
7/13)
, als sie sich am
9.
August 2007 (Eingangsstempel) bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete
(
Urk.
7/2)
.
Nach medizini
schen
(vgl.
Urk.
7/7,
Urk.
7/10-11,
Urk.
7/18
)
und beruflichen
(vgl.
Urk.
7/6,
Urk.
7/13)
Abklärungen
sowie
nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(vgl.
Urk.
7/17,
Urk.
7/19,
Urk.
7/21,
Urk.
7/23), in welchem die
Sozialver
sicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
einen Abklärungsbericht über den Ha
us
halt der Versicherten
(
Urk.
7/28) sowie eine Stellungnahme ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) einholte (
Urk.
7/32/2), und
nachdem die Versicherte am
1.
Oktober 2008 eine neue Arbeitsstelle als Hauspflegerin
im Umfang eines Arbeitspensums von 50
%
beim
A._
angetreten hatte (
Urk.
7/26), verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom
4.
Mai 2009 einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente
(
Urk.
7/31)
. Dagegen erhob die Versicherte am
4.
Juni 2009 Beschwerde beim hiesigen Gericht, welches diese mit Urteil vom
7.
Dezember 2010 (Prozess-Nr. IV.2009.00562) abwies (
Urk.
7/74).
1.2
Zwischenzeitlich meldete sich die Versicherte am 2
1.
Dezember 2009 (Eingangs
datum) erneut bei der IV-Stelle zum Bezug von Rentenleistungen an (
Urk.
7/40)
, wobei sie unter Beilage diverser Arztberichte (
Urk.
7/46/1-4) eine Verschlech
terung ihres Gesundheitszustandes, insbesondere nach einem Unfallereignis vom 1
3.
Juni 2009, geltend machte (
Urk.
7/48), die auch zum Verlust ihrer Arbeitsstelle beim
A._
geführt
habe (
vgl.
Urk.
7/47).
Die IV-Stelle
zog
daraufhin Akten des Krankentaggeldversicherers
(
Urk.
7/49
/1
24
;
Urk.
7/62/1-5
)
und
des Unfallversicherers
(
Urk.
7/70/1-17)
bei
,
holte
einen Aus
zug aus dem
individuellen Konto der Versicherten (
Urk.
7/51)
,
einen
Arbeitge
berbericht
(
Urk.
7/54) und
Arztberichte ein (
Urk.
7/
57-
58
,
Urk.
7/60-61
)
,
liess die Versicherte durch das
B._
polydis
ziplinär
begutachten (Gutachten vom 1
3.
November 2011,
Urk.
7/82/2-
26)
und
erneut
die Beeinträchtigung der Versicherten im
Haushalt
abk
lär
en
(
Haus
haltabklärungsbericht
vom 2
4.
Mai 2012,
Urk.
7/86). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/89-
119
), in welchem die Versicherte ein neurolo
gisches Gutachten der
C._
vom 2
1.
Januar 2013 ein
reichte (
Urk.
7/104), zu welchem die
B._
-
Gutachter am 1
8.
März 2013 Stellung nahmen (
Urk.
7/107)
, verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
0.
September 2013 einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente (
Urk.
2 =
Urk.
7/120). Dabei qualifizierte sie die Versicherte als zu 50
%
Erwerbstätige
und zu 50
%
im Haushalt Tätige
und ermittelte aufgrund der gemischten Methode einen Invaliditätsgrad von 17
%
.
2.
Gegen die Verfügung vom
2
0.
September
2013 (Urk. 2) erhob die Versicherte am
2
3.
Oktober
2013 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
mindestens
eine
halbe Invalidenr
ente auszurichten
(S. 2 oben)
.
Mit Beschwerdeantwort vom
3
0.
Dezember
2013 (
Urk.
6) beantragte die IV
Stelle die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 3
1.
Januar
201
3
wurden die
betroffenen
Pensionskassen
beigeladen (
Urk.
8; vgl. auch
Urk.
10), worauf die
Beigeladene 1 mit Eingabe vom
6.
März 2014 Stellung nahm (
Urk.
13), die
Beigeladene 2
auf eine Stellungnahme verzichtete (
Urk.
11) und die Beigeladene
3
die angesetzte Frist ungenutzt verstreichen liess, wovon jeweils den anderen Verfahrensbeteiligten Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
16).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
des
gesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Be
ur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Die Wartezeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ein
getreten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
(AHI 1998 S. 124 E. 3c). Unter relevanter Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bestimmung ist eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf od
er Aufgabenbereich zu verstehen,
wohingegen die finanzi
ellen Konsequenzen einer solchen Einbusse für deren Beurteilung während der Wartezeit grundsätzlich unerheblich sind (BGE 105 V 156 E. 2a
). Der Bezug von Arbeitslosenentschädigung schliesst daher die Annahme von Arbeitsunfähigkeit nicht aus (BGE 104 V 191; ZAK 1984 230). Die Wartezeit nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG wird unterbrochen, wenn der Versicherte an mindestens 30 aufeinan
derfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (
Art.
29
ter
der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV).
Obwohl das Gesetz dies nicht ausdrücklich bestimmt, kann
ein Rentenanspruch nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG nur entstehen, wenn nach Ablauf der Wartezeit eine Erwerbsunfähigkeit gegeben ist. Damit eine Rente zugesprochen werden kann, müssen sowohl die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres als auch die nach Ablauf der Wartezeit bestehende Erwerbsunfähigkeit die für die betreffende Rentenabstufung erforderliche Mindesthöhe erreichen (BGE 129 V 411 E. 2.1, 121 V 264 E. 6b/cc; AHI 2001 S. 279 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_189/2008 vom
4.
Juli 2008 E. 2.2).
1.4
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, d.h. ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
IVV
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Nei
gungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil 9C_915/2012 des Bun
des
gerichts vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditäts
bemessungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheiden
den
Status
frage
handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person berück
sichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem
Ausmass
die versi
cherte Person ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus
äusseren
Indizien
erschlossen werden. Die Beur
teilung hypothetischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht,
selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebens
erfahrung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hin
gegen Folgerungen, die
ausschliesslich
– losgelöst vom konkreten Sachverhalt – auf die allgemeine Lebens
erfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus fest
gestellten Indizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E. 3.5 und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013, je mit Hinweisen).
Diese
Grundsätze gelten auch im Neuanmeldungsverfahren. Hier führen sie gege
benenfalls dazu, dass ein Rentenanspruch neu entstehen kann, nicht nur bei wesentlicher Veränderung des Gesundheitszustandes, der erwerblichen Aus
wirkungen (oder der Auswirkungen in Bezug auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) und bei Wandlung des Aufgabenbereichs (BGE 113 V 273 E.
1a, 105 V 29 mit Hinweisen), sondern auch dadurch, dass in dem für die Methodenwahl massgeblichen hypothetischen Sachverhalt wesentliche Ände
rungen eingetreten sind. Die in einem bestimmten Zeitpunkt massgebende Methode der Invaliditätsschätzung präjudiziert die künftige Rechtsstellung der versicherten Person somit nicht. Vielmehr können die alternativen Kriterien der Erwerbsunfähigkeit (
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
7 ATSG) einerseits und der Unmöglichkeit der Betätigung im nicht erwerblichen Aufga
benbereich (
Art.
5
Abs.
1 und 28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
8
Abs.
3 ATSG) anderseits einander ablösen (BGE 117 V 198 E. 3b, 113 V 273 E.
1a, 110 V 284 E. 1a, 104 V 148 E. 2 mit Hinweisen).
1.5
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens-
und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.6
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer ver
sicherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom 6. April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 f. E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerb
lichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Auf
gaben
bereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizini
schen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom
2
0.
September 2013
(
Urk.
2
)
an der bisherigen Qualifikation der Beschwerde
führerin als zu 50
%
Erwerbstätige und zu 50
%
im Haushalt Tätige fest
(S. 3)
.
Hierbei verwies sie auf ihren
neu eingeholten
Hauhaltabklärungsbericht vom 2
4.
Mai 2012
(vgl.
Urk.
7/86)
.
Anzufügen sei, dass gemäss den SKOS-Richtlinien von einer alleinerziehenden Mutter mit Kindern an der Oberstufe eine 80%ige Erwerbstätigkeit verlangt werden würde. Dies treffe aber bei der (verheirateten) Beschwerdeführerin nicht zu. Sodann
habe bereits das hiesige Gericht in seinem Urteil vom
7.
Dezember 2010 ausgeführt, dass der Beschwerdeführerin zumin
dest bis zum
4.
Mai 2009, dem Datum der ersten rentenabweisenden Verfügung, die Ausübung einer angepassten Tätigkeit im Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
zuzumuten gewesen sei (vgl.
Urk.
7/74 E. 5.4). Mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit sei davon auszugehen, dass es der Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen
zu
mutbar
gewesen wäre, ihr Arbeitspensum in der Zeit vom August 2006
(
dem Datum
der Einschulung des jüngsten Kindes)
bis Februar 2007 auf 80
%
zu erhöhen, wenn sie dies gewollt hätte.
Der Umstand, dass sie dies unterlassen habe, habe als Indiz gegen eine Qualifikation der Beschwerdeführerin als Erwerbstätige
im Umfang von 80
%
zu gelten (vgl.
Urk.
7/74 E. 3.6;
Urk.
6).
D
ie medizinischen Abklärungen
hätten
ergeben, dass d
e
r
Beschwerdeführerin seit dem Unfallereignis vom 1
3.
Juni 2009, mit welchem das Wartejahr eröffnet werde,
keine körperli
ch schweren Tätigkeiten mehr zumutbar seien. Eine
behin
derungsangepasste
, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit unter
Wech
selbelastung
sei der Beschwerdeführerin zu 50
%
zumutbar
. Die Einschränkung im Haushalt betrage gemäss
den neu vorgenommenen
Abklärungen 10.9
%
. B
ei einer Qualifikation von 50
%
im Erwerbsbereich und 50
%
im Haushaltbereich
ermittelte die Beschwerdegegnerin
einen
rentenausschliessenden
Invaliditäts
grad
von gesamthaft
17
%
(
Urk.
1
S. 2
unten
).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend (
Urk.
1),
sie wäre im Gesundheitsfall zu 100
%
, zumindest aber zu 80
%
,
erwerbstätig.
Die Kinder seien mittlerweile 13
(richtig: 14)
und 16 Jahre alt. Trotz ihrer massiven gesundheitlichen Probleme sei sie stets einer Teilzeiterwerbstätigkeit nachge
gangen. Dies auch als die Kinder noch kleiner gewesen seien. Es se
i daher davon auszugehen, dass sie
ihre Arbeitstätigkeit entsprechen
d dem Alter der Kinder ausgedehn
t hätte. Di
es insbesondere auch im Hinblick
auf die finanz
i
elle Situation der Familie
(S. 5)
.
Im
B._
-
Gutachten vom 1
3.
November 2011 werde dargelegt, dass sich seit 2007 eine Verschlechterung der Situation abgespielt habe. Im Urteil des
Sozialversi
cherungsgerichtes
vom
7.
Dezember 2010 werde der Beginn der Ar
b
eit
s
unfähig
k
eit auf den 2
8.
Februar 2007 festgelegt. Die Vorgeschichte der Beschwerde
führerin belege auch, dass sie bereits seit 20 Jahren an venösen
Beschwerden in den Beinen leide und 1998 eine erste Varizenoperation erfolgt sei. Aufgr
u
nd der zunehm
enden Beschwerden sei 2007 ein
zweiter Eingriff erfolgt
. Die Annahme der Beschwerdegeg
nerin, eine Arbeitsunfähigkeit bestehe erst nach dem Unfall vom Juni 2009
,
se
i
daher klar aktenwidrig.
Aufgrund der medizinischen Unter
lagen sei von einer Arbeitsunfähigkeit bereits seit 2007 auszugehen, weshalb
der Beschwerdeführerin auch nicht vorgehalten werden
könne
, sie sei vor dem Unfall im Jahre 2009 nur einer 50%igen Arbeitstätigkeit nachgegangen
, wes
halb davon auszugehen sei, sie würde auch ohne Behinderung nur eine
Teil
zeiterwerbstätigkeit
ausüben
(S. 5 f.)
.
Sie habe daher einen Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
(bei einer Qualifikation als zu 100
%
Erwerbstätige) bezie
hungsweise einen Anspruch auf eine halbe Rente (bei einer Qualifikation als zu 80
%
Erwerbstätige). Dabei sei bei der Berechnung des Invalideneinkommens jeweils ein Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
vorzunehmen, da sie aufgrund ihres gesundheitlichen Leidens im Vergleich zu Gesunden mit einer gewissen Lohneinbusse zu rechnen habe
(S. 6 f.)
.
2.3
In ihrer
Eingabe
vom
6.
März 2014
(
Urk.
13)
nahm die Beigeladene 1 dahinge
hend Stellung,
dass die Wartezeit aufgrund der medizinischen Unterlagen bereits im Februar 2007 zu eröffnen sei. Das hiesige Gericht habe bereits im rechtskräftigen Urteil vom
7.
Dezember 2010 festgehalten, dass die Ärzte über
einstimmend von einem Beginn der Arbeitsunfähigkeit am 2
8.
Februar 2007 ausgingen. Den vorliegenden Akten sei zu entnehmen, dass die Beschwerde
führerin auch danach wesentlich, das heisse mindestens zu 20
%
, in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei. Ferner sei mit der
Beschwerde
gegnerin
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weiterhin einem Pensum von 50
%
nachgehen würde. Schliesslich sei es nicht gerechtfertigt, beim
Invalidenein
kommen
einen leidensbedingten Abzug zu berücksichtigen.
2.4
Z
u prüfen ist
, ob
sich der Sachverhalt sei
t
der rentenverneinenden Verfügung vom
4.
Mai 2009
in
relevantem Ausmass geändert hat, mithin ob
die Beschwer
deführerin
nunmehr
Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wobei
die Qualifika
tion der Beschwerdeführerin
strittig ist.
Zudem
stellen
sich Frage
n
betreffend die Eröffnung der
Wartezeit und wie es sich bei der Ermittlung des
Invaliden
einkommens
mit einem allfälligen
leidensbedingten
Abzug
verhält.
Die von der Beschwerdegegnerin ermittelte
eigentliche
Einschränkung im Haus
halt blieb dagegen unbestritten, ebenso die nunmehr zumutbare
Restarbeitsfä
higkeit
in einer angepassten Tätigkeit von 50
%
.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin leidet seit Jahren an ve
nösen Beschwerden an beiden Bein
en, weshalb am 2
8.
Februar 2007 eine zweite Varizenoperation erfolgte, in deren Folge sie sich im August 2007 erstmals bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete
(vgl.
Urk.
7/74 E. 5.1)
. Die
ursprüngliche
,
rentenver
neinende
Verfügung vom
4.
Mai 2009
(
Urk.
7/31)
stützte sich im Wesentlichen
auf die abschliessende Stellungnahme von
Dr.
med.
D._
,
Facharzt
für Chirurgie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, vom
6.
November 200
8.
Dieser attestierte für die bisherige Tätigkeit
eine Arbeitsfähig
keit von 40
%
. In optim
al leidensangepassten, körperlich leichten bis mittel
schweren, wechselbelastenden überwiegend gehenden Tätigkeiten, die keinen Aufenthalt in überhitzten Räumen und keine Ausführung von während einer län
geren Zeit in einer Hockstellung zu erbringende Arbeiten erforderten, und welche es der Beschwerdeführerin ermöglichten, gelegentlich die Beine hoch zu lagern,
bestehe
auf Grund eines höheren Pausenbedarfs eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit von 80
%
(
Urk.
7/32/2
; vgl. auch
die diesbezüglich bestäti
genden Ausführungen des hiesigen Gerichts in
Urk.
7/74 E. 5.3 und E. 5.4
)
.
In Bestätigung des Beginns des Wartejahres am 2
8.
Februar 2007 führte das hiesige Gericht im Urteil vom
7.
Dezember 2010
aus, es stehe fest, dass sämtliche Ärzte übereinstimmend
von einem
Beginn der Arbeitsunfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
am 2
8.
Februar 2007 aus
gegangen seien
und für die Zeit vor der Opera
tion keine Arbeitsunfähigkeit festgest
e
llt w
orden sei (
Urk.
7/74 E. 3.5 und E. 3.6)
. Seither sei
der Beschwerdeführerin
in ihrer angestammten Tätigkeit eine Arbeits
unfähigkeit von zuerst 100
%
und hernach ab 2
3.
April 2007 von 40
%
attestiert worden
(
Urk.
7/74 E. 5.1)
.
3.2
In der rentenverneinenden Verfügung vom
4.
Mai 2009 ging die
Beschwer
degegne
rin
gestützt auf den Abklärungsbericht vom
3.
Dezember 2008 (
Urk.
7/28)
davon aus, dass die Beschwerdeführerin bei Gesundheit im Zeitraum vom 2
7.
Februar 2007 bis 3
0.
September 2008 zu 40
%
eine Erwerbstätigkeit aus
geübt hätte und ab
1.
Oktober 2008, dem Zeitpunkt als die Beschwerdeführerin eine Erwerbstätigkeit im Umfang von 50
%
beim
A._
angetreten habe, eine solche von 50
%
(
Urk.
7/31)
. Die Beschwerdeführerin machte ihrerseits geltend, sie wäre im Gesundheitsfall nach der Einschulung ihres jüngsten Kindes im August 2006
zu 80
%
einer Erwerbstätigkeit nachgegangen
, dies auch aus finanziellen Gründen (
Urk.
7/38/4
5)
.
Mit Entscheid
vom
7.
Dezember 2010
beurteilte das hiesige Gericht die Statusfrage nicht abschliessend, da selbst bei Annahme einer 80%igen Erwerbstätigkeit ein Rentenanspruch zu verneinen war
(
Urk.
7/74 E. 9)
.
4.
4.1
Beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2
0.
September
2013 (
Urk.
2) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf folgende
medizinische Unterlagen
und Berichte zur Haushaltabklärung:
4.2
Am 1
3.
November 2011
erstattete
n
Dr.
med.
E._
,
FMH
Allge
meine Innere Medizin,
Dr.
med.
F._
,
FMH Psychiatrie
und Psy
chotherapie,
Dr.
med.
G._
,
FMH Orthopäd
ische Chirurgie, und
Dr.
med.
H._
,
FMH
Angiologie
,
B._
,
ihr polydisziplinäres Gutachten (
Urk.
7/
82/2-26
) gestützt auf die
ihnen überlassenen
Vorakten
(S. 3 ff.
Ziff.
2.1.1) und nachträglich eingegange
nen
Akten
(S.
Ziff.
2.1.2)
, die Angaben der Beschwerdeführerin
(S. 8
Ziff.
3.2) sowie die fachärztlichen Untersuchungen vom
6.
September 2011 (S.
10 ff.)
. Sie nannte
n
im Wesentlichen
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S.
21
Ziff.
5
.1
):
p
rogredientes schmerzhaftes
Lipödem
beidseits (ICD-10 R60.9)
primäre Varikose mit ausgedehnter
Rezidivneigung
(ICD-10 I83)
chronische Vorfussbeschwerden unter Betonung der rechten Seite (ICD
10 T79.67)
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne
radikuläre
Sympto
matik (ICD-10 M54.5)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie einen Ver
dacht auf Schmerzausweitung (S. 22
Ziff.
5.2).
Die Beschwerdeführerin
klage
über chronische Beschwerden im Bereich der unte
ren Extremitäten, die seit der letzten Operation im Februar 2007 an Inten
sität zugenommen hätten. In der orthopädischen Untersuchung sei eine normale Beweglichkeit der Wirbelsäule in sämtlichen Abschnitten wie auch eine freie Beweglichkeit an den oberen und unteren Extremitäten feststellbar
gewesen
. Neurologisch lägen mit Ausnahme einer möglichen Morton-Neurologie rechts keine pathologischen Verhältnisse vor. Die beklagten Beschwerden im
Vorfuss
bereich
liessen sich aufgrund der klinischen und radiologischen Befunde nicht vollständig begründen. Aus Sicht des Bewegungsapparates bestehe für die angestammte Tätigkeit als Drogistin wie auch für jede andere körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit unter Wechselbelastung eine zeitlich und
leistungs
mässig
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Dabei sollte das wiederholte Tragen und Heben von Lasten über 15 Kilogramm vermieden werden. Eine psychiatri
sche Diagnose könne nicht gestellt werden, weshalb aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Dagegen
bestehe aus
angio
logischer
Sicht eine ausgeprägte
Rezidivvarikose
wie auch ein progredientes, schmerzhaftes
Lipödem
beidseits. Demzufolge sei eine vorwiegend stehende oder sitzende Tätigkeit der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar. Für eine
Tätigkeit unter Wechselbelastung bestehe dagegen eine Arbeits- und Leistungs
fähigkeit von 50
%
. Aus allgemeininternistischer Sicht fänden sich keine zusätzlichen Diagnosen und Befunde mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Aus polydisziplinärer Sicht könne insgesamt für körperlich schwere Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit festgestellt werden. Für körperlich leichte bis mittelschwere, adaptierte Tätigkeiten unter Wechselbelastung bestehe hinge
gen eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 50
%
eines hypothetischen
Voll
pensums
(S. 23
Ziff.
6.2)
.
Aus Sicht des Bewegungsapparates könne längstens drei Monate nach erlittener rechtsseitiger Vorfussverletzung
a
m
1
3.
Juni 2009
(
Betonsockel des Sonnen
schirmes fiel der Beschwerdeführerin auf den rechten Fuss,
vgl.
Urk.
7/70/
2-4
)
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten attestiert werden. Danach sei die von ihnen festgelegte Arbeitsunfähigkeit anzunehmen (S. 23
Ziff.
6.3). Für die Tätigkeit im Haushalt bestehe bei freier Zeiteinteilung mit der Möglichkeit, Pausen einzuschalten, keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S.
23
Ziff.
6.4).
4.3
Im Auftrag der Beschwerdeführerin wurde am 2
0.
November 2012 an der
C._
eine neurologische Untersuchung vorgenommen. Die daraufhin erstellte Beurteilung datiert vom 2
1.
Januar 2013 (
Urk.
7/104).
Darin wurde festgehalten, dass sich mit den von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden und den neurologisch feststellbaren Befunden eine über 50
%
hin
ausgehende Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit nicht begründen lasse.
Subjektiv invalidisierende Schmerzen bestünden bereits seit August 2007 (S. 30
f.).
4.4
Am 1
8.
März 2013
(
Urk.
7/
107
) nahm
en die Ärzte des
B._
dahingehend Stel
lung,
sie hätten in ihrem Gutachten vom 1
3.
November 2011 insbesondere aus
angiologischer
Sicht dargelegt, dass sich seit 2007 eine progrediente Ver
schlechterung der Situation abgespielt habe. Bei seit 2009
angiologisch
nicht klar dokumentiertem Verlauf hätten sie ermessensweise ihre Einschätzung nach der damaligen Unfall
re
konvaleszenz vorgenommen. Mit letzter Sicherheit lasse sich ihre Einschätzung ab Gutachtenszeitpunkt im September 2011 bestätigen. Das von der Beschwerdeführerin in Auftrag gegebene neurologische Gutachten der
C._
bestätige erfreulicherweise ihre vor mehr als zwei Jahren durchgeführte Untersuchung. Hinsichtlich Arbeitsunfähigkeit sei aus neurologischer Sicht keine solche begründet worden, die über eine 50%ige hin
ausginge. Das neurologische Gutachten bestätige ihre damalige Untersuchung.
4.
5
Im Bericht vom
2
4.
M
ai 2012 zur Haushaltabklärung vom 1
4.
März 2012 (
Urk.
7/
86
) hielt die
IV-
Abklärungsperson fest, dass ohne gesundheitliche Beein
trächtigung bei der Beschwerdeführerin eine Erwerbstätigkeit von 50
%
und
eine Haushaltstätigkeit von 50
%
best
ünde
.
Die Qualifikationsfrage sei lange diskutiert worden.
Die Beschwerdeführerin habe angegeben, dass sie
bei guter Gesundheit aus finanziellen Gründen zu 100
%
arbeiten müsste. Ihr Gatte arbeite weiterhin im Schichtbetrieb bei der
I._
und verdiene heute zwar etwas mehr als bei der letzten Haushaltabklärung, doch seien auch die
Krankenkas
senprämien
und die Mietkosten gestiegen, so dass die Familie heute im Ver
gleich zu früher monatliche Mehrausgaben in der Höhe von
Fr.
333.-- habe. Die Kinder seien nun zwölf beziehungsweise fünfzehn Jahre alt
,
gingen zwischen 7.00 Uhr und 7.45 Uhr aus dem Haus und kämen zwischen 17.00 Uhr und 18.00 Uhr nach Hause.
Das Mittagessen könnten sie am Mittagstisch einnehmen.
Das Angebot für eine Abendbetreuung würde auch bestehen, doch seien die Kinder selbständig und bräuchten dieses Angebot nicht. Sie
nähme eine Arbeit an
, wo sie abends zu Hause wäre. Für den Haushalt würde sie eine Putzfrau anstellen. Auch hätte sie g
erne
eine Weiterbildung gemacht, beispielsweise zur Logopädin, doch ihr gesundheitliches Befinden hindere sie daran.
Die Abklärungsperson hielt indes fest, die Beschwerdeführerin wäre bis zum Unfall vom Juni 2009 zu 100
%
(richtig: 80
%
)
behinderungsangepasst a
rbeits
fähig
gewesen. Diese Arbeits
fä
hig
k
eit habe sie aber nicht
verwertet. Wäre aus finanziellen
Gründen
eine
Erhöhung des Arbeitspensums
nötig gewesen, hätte die Beschwerd
efü
hrerin diese bereits anstreben können beziehungs
w
eise m
ü
s
sen. Bei den monatlichen Mehrausgaben handle es sich um allgemeine und normale Veränderungen der Lebenskosten.
Die Angabe der Beschwerdeführerin, dass sie bei guter Gesundheit
gerne eine Weiterbildung gemacht hätte, lasse darauf schliessen, dass die finanzielle Situation nicht derart prekär sein könne, da Weiterbildungen teuer seien und der Beschwerdeführerin während der Wei
terbildung kein volles Arbeitspensum möglich wäre, zumal sie noch eine Fami
lie mit zwei Kindern versorgen müsste. Daher sei keine Änderung in der Quali
fikation anzunehmen
(S. 2 f.
Ziff.
2.5)
.
Die Abklärungsperson ermittelte eine gesamthafte Einschränkung im Haushalt von 10.9
%
(S. 4 f.
Ziff.
6), was bei einem Anteil von 50
%
im Haushalt einem Teilinvaliditätsgrad von
5.45
%
entspreche (S. 6
Ziff.
8).
4.6
Dem Fragebogen zur Arbeitslosigkeit vom 1
8.
Juni 2013
ist zu entnehmen, dass die
am 3
1.
Januar 2012 ausgesteuerte
Beschwerdeführerin vom 1
6.
Juni 2010 bis 1
5.
Juni 2012 als arbeitslos angemeldet gewesen und eine
Vermittlungsfä
higkeit
von 50
%
sowohl von der Beschwerdeführerin angegeben als auch von der Arbeitslosenkasse festgelegt worden sei (
Urk.
7/114/1).
4.7
Aus d
em Schreiben der Beschwer
deführerin vom 1
3.
August 2013 geht hervor
, dass sie seit dem
5.
November 2012 bei der
Y._
zu 30
%
arbeitstätig sei (
Urk.
7/117
, vgl. auch
Urk.
1 S. 7
Ziff.
3,
Urk.
7/115/1 und
Urk.
7/119/5
).
4.8
Mit Stellungnahme vom 1
9.
September 2013 hielt die Abklärungsperson
an ihrer Beurteilung der Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 50
%
Erwerbstätige fest. Dabei verwies sie zudem auf die SKOS-Richtlinien, die von einer alleinerziehenden Mutter mit Kindern ab der Oberstufe eine 80%ige Erwerbstätigkeit verlangten. Dies treffe bei der Familie der Beschwerdeführerin nicht zu (
Urk.
7/119/4-5).
5.
5.1
In medizinischer Hinsicht ging d
ie Beschwerdegegnerin gemäss den
Fest
stellungs
blä
tt
ern
vom
5.
Juni 2012
(
Urk.
7/88
)
und vom 2
0.
September 2013 (
Urk.
7/119) gestützt auf die Stellungnahmen ihrer RAD-Ärzte (
Urk.
7/88/11-12;
Urk.
7/119/4)
mit den
B._
-
Gutachtern
von
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere Tätigkeiten seit der im Juni 2009 erlittenen
Vorfussver
letzung
und
von einer nach drei Monaten seit
genannter
Verletzung bestehen
den 50%igen Restarbeitsfähigkeit in behinderungsangepassten Tätigkeiten aus
(vgl.
Urk.
7/88/12 und
Urk.
2)
.
Dies blieb unbestritten
(vgl.
Urk.
1 S. 5 erster Satz)
und ist aufgrund der dargelegten medizinischen Aktenlage (vgl. vorste
hende E.
4.2-4.4
) ausgewiesen.
Eine Veränderung des Gesundheitszustandes gegenüber dem Sachverhalt
,
wie er der ersten rentenverneinenden Verfügung zugrunde lag,
ist daher zu bejahen.
Fraglich ist indes, ob die Annahme einer nunmehr 50%igen Restarbeitsfähigkeit Anspruch auf eine Rente verleiht.
Diese Frage hängt entscheidend davon ab, in welchem Umfang die Beschwerdeführe
rin ohne Gesundheitsschaden erwerbstätig wäre. Dies ist im Folgenden zu prü
fen, wobei vorweg ein
ig
e Ausführungen zum Beginn der Wartezeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG anzubringen sind.
5.2
.
Die Beschwerdeführerin
und die Beigeladene 1 bringen
vor, dass aufgrund der medizinischen Unterlagen von einer relevanten Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit bereits seit Februar 2007 auszugehen sei
(
Urk.
1 S. 6
;
Urk.
13 S. 5 f.
Ziff.
3
)
, wohingegen die Beschwerdegegnerin in ihrer angefoch
tenen Verfügung ausführte, dass der Beschwerdeführerin seit dem Unfallereignis im Juni 2009 keine körperlich schweren Tätigkeiten mehr zumutbar seien und das Wartejahr als in diesem Zeitpunkt als eröffnet gelte (
Urk.
2 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin hat mit Verfügung vom
4.
Mai 2009
(
Urk.
7/31)
, bestä
tigt durch das Urteil des hiesigen Gerichts vom
7.
Dezember 2010 (
Urk.
7/74)
,
den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente mangels
renten
begründender
Invalidität verneint. Damit ist verbindlich festgestellt, dass ein Rentenanspruch nicht vor diesem Zeitpunkt
(
4.
Mai 2009)
entstanden ist.
Damals wurde von sämtlichen Ärzten übereinstimmend von einem Beginn einer wesentlichen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit am 2
8.
Februar 2007 ausgegangen (vgl.
Urk.
7/32/2,
Urk.
7/11/2 und
Urk.
7/11/7
Ziff.
1.2), wie das hiesige Gericht in seinem Urteil vom
7.
Dezember 2010 denn auch festhiel
t (
Urk.
7/74 E. 3.5 und E. 3.6), wobei zuerst eine 100%ige und ab 2
3.
April 2007
eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe
(vgl.
Urk.
7/5.1). Demgegenüber bestand im Zeitpunkt der Verfügung vom
4.
Mai 2009 in einer
behinderungsan
gepassten
Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
.
Da aber den vorliegenden Akten zu entnehmen ist, dass die Beschwerdeführerin auch danach in relevan
tem Umfang in ihrer angestammten Tätigkeit eingeschränkt blieb (vgl.
Urk.
7/114/3, vorstehende E. 4.2 und
E.
4.4
, vgl. auch die Beurteilung des Ver
laufs der Arbeitsunfähigkeit durch die
RAD-Ärztin am 2
4.
Januar 2012
in
Urk.
7/88/12
)
,
und die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG die durch den Gesundheitsschaden bedingte Einbusse an funktionellem Leis
tungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich bedeutet, während die finanziellen Konsequenzen einer solchen Einbusse für deren Beurteilung während der Wartezeit grundsätzlich unerheblich sind (vgl. vorstehende E. 1.3)
, ist zu schliessen, dass ein allfälliger Rentenanspruch
in der Zeit nach dem
4.
Mai 2009 nicht am Erfordernis des bestandenen Wartejahres scheitert. Es ist vielmehr nur erforderlich, dass im Zeitpunkt der
rechtsgenüglich
erwiesenen Verschlechterung des Gesundheitszustandes beziehungsweise des Rentenbeginns (vgl.
hiezu
BGE 109 V 117 f. E. 4) das Wartejahr bestanden ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts in Sachen S. vom 2
0.
Juni 2003, I 285/02, E. 4.3).
6
.
6
.1
Zu prüfen bleibt, wie es sich mit der Statusfrage verhält.
Darüber wurde bis jetzt nicht rechtskräftig entschieden, liess doch d
as hiesige Gericht diese Frage mit Urteil vom
7.
Dezember 2010 offen
, da selbst bei Annahme einer 80%igen Erwerbstätigkeit ein Rentenanspruch zu verneinen war
(vgl.
Urk.
7/74 E. 9)
.
6
.2
Bei der Beurteilung der Statusfrage kommt keinem der zu berücksichtigenden Gesichtspunkte wie die finanziellen Verhältnisse des Haushaltes, die Erziehung von Kindern, das Alter der versicherten Person, ihre berufliche Qualifikation, Bildung, Affinitäten und persönliche Talente allein entscheidende Bedeutung zu (
Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungs
recht
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
2.
Auflage 2010, S. 288).
Vielmehr gilt es eine Gesamtwürdigung der konkreten Situation und der Vor
bringen nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung vorzunehmen
(vgl. vorstehende E. 1.4)
.
6
.3
Ein Element zur Beantwortung der hypothetischen Statusfrage ist die Erwerbs- und Familienbiographie der Beschwerdeführerin vor Eintritt des
Gesundheits
schadens
. Diese stellt sich wie folgt dar:
Die Beschwerdeführerin
absolvierte
von 1988
bis
1992
eine Lehre als Drogistin
(
vgl.
Urk.
7/2/
4
Ziff.
6.2
,
Urk.
7/76/2
)
. Hernach
arbeitete
sie
an verschiedenen Stellen
im Verkauf oder im Spital
als Drogistin beziehungsweise
Pflegeassisten
tin
(vgl.
Urk.
7/6,
Urk.
7/23
,
Urk.
7/51
,
Urk.
7/76
und
Urk.
7/115
)
.
Ob sie damals zu 100
%
erwerbstätig war, lässt sich
mangels Vorliegens der damaligen Arbeitsverträge
nicht mit Sicherheit beantworten, kann indes angesichts der gemäss IK-Auszug erzielten Einkommen (
Urk.
7/6,
Urk.
7/51 und
Urk.
7/115) als wahrscheinlich angenommen we
rden, wie auch ein
Vergleich mit statistischen Werten ergibt
.
Gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE), Tabelle TA 1.3.1 (öffentlicher und privater Sekto
r zusammen)
,
erzielten Frauen
bei
spielsweise
im
Jahr 1994 im Dienstleistungsbereich
einen monatlichen Lohn von
Fr.
3‘403.--
in einfachen und repetitiven Tätigkeiten und
einen solchen von
Fr.
4‘128
.
--
bei vorausgesetzten Berufs- und Fachkenntnissen, was einem Jahreslohn von
Fr.
40‘536.
--
beziehungsweis
e
Fr.
49‘536.-- entspricht. Das
gemäss IK-Auszug gemeldete Einkommen im Jahr 1994 betrug demgegenüber gesamthaft
Fr.
40‘400
.
-- (vgl.
Urk.
7/6/1,
Urk.
7/51/3
,
Urk.
7/115/3
)
, bewegte sich also in einem ähnlichen Bereich.
Die Beschwerdeführerin
wurde erstmals am 1
7.
Februar 1997 Mutter
(
Urk.
7/4/3)
. Dem Auszug aus dem individuellen Konto ist zu entnehmen, dass sie
ab August 1997
Arbei
t
slosenentschädigung bezog
und kurze Zeit
ange
sichts des gemeldeten Einkommens -
in einem
geringen
Pensum erwerbs
tätig war
(vgl.
Urk.
7/6
,
Urk.
7/51
und
Urk.
7/115
)
, bevor sie am
2.
September 1999 erneut Mutter
wurde
(
vgl.
Urk.
7/4/3)
.
Ab Oktober 1999 war sie stets teilweise erwerbstätig, anfänglich
- angesichts der
gemäss IK-Auszug erzielten
Ein
kommen (vgl.
Urk.
7/6
,
Urk.
7/51
und
Urk.
7/115
)
–
aber
in
kaum nennens
wertem
Pensum
.
Von
Juli 2004
bis September 2008
arbeitete sie
schliesslich
als Schönheitsberaterin in einem Umfang von 40
%
bei der
Z._
(
Urk.
7/13
,
Urk.
7/51
).
Anschliessend war sie bis 3
1.
März 2010
als Hauspflegerin beim
A._
in einem Umfang von 50
%
beschäftigt (
Urk.
7/26
,
Urk.
7/54/1
Ziff.
2.1
)
, wobei der letzte effektive Arbeitstag im Mai 2009 lag (
Urk.
7/54/1
Ziff.
2.3)
.
Seit November 2012 arbeitet sie zu 30
%
bei der
Y._
(vgl.
Urk.
7/117,
Urk.
7/115/1 und
Urk.
7/119/5).
6.4
Die Erwerbs- und Familienbiographie der
Beschwerdeführerin zeigt, dass d
ie
Beschwerdeführerin nach der Geburt ihrer Kinder zur Haup
tsache Hausfrau und Mutter war.
Als
das jüngere Kind
das
Kindergartenalter e
rreichte, nahm sie
die
Arbeit
als Schönheitsberaterin bei der
Z._
in einem Pensum von 40
%
auf. Im Oktober 2008 – ihre Kinder waren dann
11 und 9
Jahre
alt
–
wechselte sie gesundheitsbedingt ihre Arbeit und erhöhte ihr
Arbeits
pensum
auf 50
%
.
Daneben war sie für die Betreuung der Kinder und die Führung des Haushaltes zuständig.
6.5
Die Beschwerdeführerin
machte bereits anlässlich der ersten Haushaltabklärung v
om 1
9.
August 2008 gegenüber der
damaligen Abklärungsperson geltend, dass sie im Gesundheitsfall nach der Einschulung ihres jüngsten Kindes ab August 2006
aus finanziellen Gründen
zu 80
%
erwerbstätig gewesen wäre.
Sie habe ihr Pensum über die Jahre anpassen wollen. Mit zunehmendem Alt
er der Kinder hätte sie
mehr gearbeitet. Am Mittag besuchten die Kinder den Mittagstisch und am Nachmittag wären sie entweder in der Schule oder bei der Grossmutter oder bei einer Nachbarin.
Sie
hätte auch weiterhin an einem Samstag oder Sonntag gearbeitet, wenn ihr Ehemann zu Hause sei. Er verdiene
im Verkauf bei der
I._
lediglich
Fr.
4‘800
-- netto
pro Monat, weshalb sie auf ihren Verdienst angewiesen seien beziehungsweise wären
(
Urk.
7/28
Ziff.
2.5)
.
Die Abklärungsperson hielt damals fest, dass der Beschwerdeführerin erst ab Februar 2007 von medizinischer Seite eine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei, weshalb sie ihr Pensum hätte erhöhen können, wenn sie gewollt hätte (
Urk.
7/28/2-3).
Die Beschwerdeführerin machte daraufhin geltend, sie sei bereits im August 2006 in ihrer Gesundheit beeinträchtigt gewesen, weshalb sie das Arbeitspensum nicht habe erhöhen können (
Urk.
7/38/5).
Das hiesige Gericht bekräftigte
indes die
Ansicht
der Beschwerdegegnerin
, indem es aus
führte, es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein die Arbeitsfähigkeit massgeblich einschränkender Gesundheitsschaden für die Zeit vor dem 2
8.
Februar 2007 erstellt, weshalb
es der Beschwerdeführerin in gesundheitli
cher Hinsicht zuzumuten gewesen wäre, ihr Arbeitspensum in der Zeit von August 2006 bis zum 2
7.
Februar 2007 auf ein Pensum von 80
%
zu erhöhen. Der Umstand, dass sie dies unterlassen habe, habe als Indiz gegen eine Qualifi
kation der Beschwerdeführerin als Erwerbstätige im Umfang von 80
%
zu gelten
(
Urk.
7/74 E. 3.6)
. Der Umstand, dass sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens im Oktober 2008 eine Tätigkeit im Umfang von 50
%
aufgenommen habe, spre
che aber für eine Qualifikation der Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall als zu 50
%
Erwerbstätige
(
Urk.
7/74 E. 3.7)
.
6.6
Es erscheint mit der Beschwerdeführerin nachvollziehbar, dass diese bereits vor der im Februar 2007 erfolgten Varizenoperation unter Schmerzen lit
t. Doch war ihr offenbar in der Zeit vor und nach August 2006, also im Zeitpunkt der Ein
schulung ihres jüngeren Kindes, die Ausübung ihres 40
%
-Pensums als
Schön
heitsberaterin
bei der
Z._
möglich. Da es sich dabei unstrittig nicht um eine angepasste Tätigkeit handelte, wäre ihr dazumal die Aufnahme einer ihren Leiden besser angepassten Arbeit in einem höheren Pensum zumutbar gewesen, zumal von ärztlicher Seite her erst für die Zeit ab Februar 2007 Arbeitsunfähigkeitsatteste existieren. Da die Beschwerdeführerin dies aber unterliess und auch keine diesbezüglichen Arbeitsbemühungen doku
mentiert sind, spricht dieser Umstand tatsächlich gegen eine Qualifikation als im Gesundheitsfall zu 80
%
Erwerbstätige.
Im Übrigen war
(und ist)
der Ehemann der Beschwerdeführerin voll erwerbstä
tig. Zwar
erwirtschaftete
er mit seiner Arbeit lediglich ein niedriges Einkommen, weshalb
die Beschwerdeführerin
auch einer Teilzeitbeschäftigung nachging, um ihren Teil an die Lebenshaltungskosten beizutragen. Doch erscheint die Annahme eines 50
%
übersteigenden Pensum
s
nach Gesagtem
als nicht über
wiegend wahrscheinlich. Darauf weist auch
die
Erwerbs- und
Familienbiogra
phie
der Beschwerdeführerin
und nicht zuletzt auch ihre vor der
ersten
Haus
haltabklärung
gemachte Aussage
vom
2.
März 2008
, wonach es klar sei, dass man mit zwei Kindern in der Regel nur Teilzeit arbeiten könne, weshalb sie sich auch stets nur für eine Teil
zeitstelle beworben habe (Stellungnahme vom
2.
März 2008 zum Vorbescheid vom
7.
Februar 2008,
Urk.
7/19 S. 2).
6.7
Die Annahme der Beschwerdegegnerin
anlässlich ihrer ersten
rentenverneinen
den
Verfügung vom
4.
Mai 2009
, die Beschwerdeführerin wäre angesichts der konkret ausgewiesenen Umstände im Gesundheitsfall
im Umfang von 50
%
erwerbstätig,
erscheint daher als
erstellt zu sein. Da
nunmehr
die Verfügung vom 2
0.
September 2013 im Streite steht
, beurteilt sich
die Statusfrage nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der angefochtenen
Verwaltungsverfü
gung
entwickelt haben.
6.8
Anlässlich der zweiten Haushaltabklärung vom
1
4.
März 2012
brachte die Beschwerdeführerin
wiederum
vor, dass sie im Gesundheitsfall aus finanziellen Gründen mehr arbeiten würde und zwar nunmehr sogar zu 100
%
. Ihr Ehemann arbeite immer noch im Schichtbetrieb bei der
I._
und verdiene dort im Ver
gleich zum Zeitpunkt der ersten Haushaltabklärung zwar etwas mehr, doch seien auch die Lebenshaltungskosten gestiege
n, weshalb die monatlichen A
us
gaben effektiv etwas angestiegen seien. Die Kinder seien nun älter und gingen in die Oberstufe beziehungsweise in die sechste Primarklasse. Das Mittagessen
könnten si
e am Mittagstisch einnehmen. Eine Abendbetreuung wäre auch vor
handen, doch
würde eine solche nicht benötigt. D
ie Kinder
seien
selbständig
und sie würde
eine Arbeit anne
h
men, wo sie abends zu Hause wäre. Sie hätte sich gerne auch weitergebildet, beispielsweise zur Logopädin, doch
würde sie ihr Gesundheitszustand daran hindern
(
Urk.
7/86
Ziff.
2.5)
.
6.9
Die Beschwerdeführerin führt – wie bereits anlässlich der ersten
Haushaltabklä
rung
– vorwiegend finanzielle Gründe zur Erhöhung des Arbeitspensums im Gesundheitsfall an. Die fi
n
anzielle Lage der
vierköpfigen
Familie scheint ange
sichts des
anlässlich der Haushaltabklärung erwähnten,
vom Ehemann erzielten Einkommens von
monatlich rund
Fr.
5‘260
.
--
unverändert
a
ngespannt
zu sein, so dass es nachvollziehbar
ist
, dass die Familie zur Bestreitung ihres
Lebensbe
darfes
auf ein durch die Beschwerdeführerin erwirtschaftetes Zusatzeinkommen angewiesen ist. Doch erscheint die wirtschaftliche Lage
nach wie vor
nicht als derart prekär, dass die Beschwerdeführerin zwingend einer 100%igen Erwerbs
tätigkeit nachgehen müsste. Darauf weist auch ihre Aussage hin, dass sie
sich
im Gesundheitsfall gerne weitergebildet hätte, denn
augenscheinlich
könnte sie während einer solchen keiner 100%igen Erwerbstätigkeit nachgehen.
Auch sind die
finanziellen
Verhältnisse nicht derart
knapp
, dass sie sich beispielsweise im vorliegenden Verfahren zur Beanspruchung der unentgeltlichen Rechtsprechung veranlasst
gesehen hätte
.
Nachvollziehbar erscheint indes, dass die Betreuung ihrer nunmehr 12 und 15 Jahre alten schulpflichtigen Kinder mit dem schuli
schen Mittagstisch und einer allfälligen Abendbetreuung gewährleistet wäre. Ihre diesbezüglichen Angaben sind klar und überdacht.
Allerdings ist festzu
halten, dass
auch
im Zeitpunkt der ursprünglichen Verfügung vom
4.
Mai 2009 die Betreuung der bereits damals schulp
f
lichtigen Kinder offenbar geregelt gewesen wäre (vgl. vorstehende E. 6.5).
Im Lichte der dargelegten Umstände ist es überwiegend wahrscheinlich und erscheint plausibel, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beein
trächtigung einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 50
%
nachginge. Dafür spricht auch der richtigerweise nicht allein ausschlaggebende Verweis der Beschwerdegegnerin auf die SKOS-Richtlinien, wonach von einer alleiner
ziehenden Mutter mit Kindern ab der Oberstufe eine 80%ige Erwerbsfähigkeit verlangt werde
, was bei der Beschwerdeführerin (verheiratet, Ehemann erzielt Einkommen, ein Kind in der Primarschule, ein Kind in der Oberstufe) nicht zutreffe.
6.10
Somit ist der Sachverhalt dahingehend erstellt, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall im Umfang von 50
%
erwerbstätig wäre. Ein hypothetischer Wechsel in eine nunmehr volle Erwerbstätigkeit ist zwar grundsätzlich möglich,
unter Berücksichtigung der dargelegten konkreten Umstände aber nicht über
wiegend wahrscheinlich. Die Beschwerdeg
egnerin hat damit zu Recht die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung angewandt.
7.
7.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Einschränkungen. Zunächst ist die
Invalidiät
im erwerblichen Bereich zu prüfen (vgl. vorstehende E. 1.5).
7.2
Ausgehend
vom zule
t
zt erzielten Verdienst beim
A._
errechnete die Beschwerdegegnerin ein
Valideneinkommen
für das Jahr 2011 in der Höhe von
Fr.
34‘457
.
-- (
Urk.
2 S. 2), was bei einem Arbeitspensum von 50
%
grund
sätzlich unbestritten blieb (
Urk.
1 S. 6 f.) und wovon auszugehen ist.
7.3
7.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, welcher Wert etwas tiefer ist als die bis 1998 betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit von wöchentlich 41,9 Stunden, seit 2008 von 41,6 Stunden (Die Volkswirtschaft 10-2009 S. 90 Tabelle B9.2; BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
7.3.2
Die Beschwerdeführerin arbeitet seit
5.
November 2012 bei der
Y._
zu 30
%
(vgl.
Urk.
1 S. 7
Ziff.
3,
Urk.
7/117,
Urk.
7/115/1 und
Urk.
7/119/5)
.
Da aufgrund der Akten nicht erstellt ist, um was für eine Arbeit es sich dabei handelt, mithin ob
es sich hierbei um eine leidensangepasste Tätigkeit handelt
, und die Beschwerdeführerin erst relativ kurze Zeit diese Tätigkeit ausübt, weshalb noch nicht besonders stabile Verhältnisse angenom
men werden können, kann für die Bestimmung des Invalideneinkommens nicht von der beruflichen Situation ausgegangen werden, in der die Beschwerde
führerin
konkret steht. Das Invalideneinkommen ist vorliegend vielmehr anhand von Tabellenlöhnen zu bemessen.
7.3.3
Wird
das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 75).
Der gesamthaft vorzunehmende Abzug stellt eine Schätzung dar. Bei dessen Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollierende richterliche Behörde ihr Ermes
sen an die Stelle der Vorinstanz setzt. Bei der Unangemessenheit geht es um die Frage, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Allerdings darf das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 126 V 75 E. 6 mit Hinweisen).
7.3.4
Die Beschwerdegegnerin hat keinen Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen (
Urk.
2 S. 2
,
Urk.
7/88/13
). Die Beschwerdeführerin beantragt demgegenüber die Vornahme eines 10%igen leidensbedingten Abzuges (
Urk.
1 S. 6
f.
).
7.3.5
Die Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit durch ihre Leiden hat zur Annahme einer gesamthaften Arbeitsfähigkeit von 50
%
für körperlich leichte bis mittel
schwere, wechselbelastende Tätigkeiten geführt (vgl. vorstehende E. 4.2). Zusätzlich zur medizinisch attestierten Arbeitsunfähig
keit vorhandene Ein
schränkungen
, welche die Beschwerdeführerin bei der Ausübung der
Verwei
sungstätigkeiten
zusätzlich hindern, sind keine ersichtlich.
Da
sich
Teilzeitbe
schäftigung bei Frauen, insbesondere bei einem Pensum von 50
%
, gemäss Lohnstrukturerhebung 1998 im Vergleich zu einer Vollzeitbeschäftigung sogar lohnerhöhend auswirkt, lässt sich auch gestützt auf diese Tatsache kein Abzug rechtfertigen (Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
2.
Auflage, S. 312).
7.3.6
Das Invalideneinkommen ermittelt sich somit mit der Beschwerdegegnerin (
Urk.
2 S. 2) anhand der Tabellenlöhne, wobei hier auf den Wert für den gesamten privaten Sektor der Tabelle TA1 der LSE 2010 (Niveau 4) für Frauen abgestellt werden kann und demgemäss, angepasst an die
Nominallohnent
wicklung
und die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit, von einem
Invali
deneinkommen
für das Jahr 2011
von
Fr.
53‘255.
--
beziehungsweise von
Fr.
26‘628.-- bei einem Pensum von 50
%
auszugehen ist.
7.4
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
34‘457.-- und einem
Invalideneinkom
men
von
Fr.
26‘628.-- resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
7‘829.--, was einer Einschränkung von 22.72
%
entspricht. Bei einem Anteil des erwerblichen Bereichs von 50
%
ergibt dies einen Teilinvaliditätsgrad von 11.36
%
(22.72
x 0.5).
7.5
Betreffend die Invalidität im Haushaltbereich blieb das Ergebnis der
Haus
haltab
klärung
vom 1
4.
März 2012 in Bezug auf die in den verschiedenen
Haus
haltbereichen
bestehenden Einschränkungen der Beschwerdeführerin grund
sätzlich unbestritten. Die Details sind im Abklärungsbericht vom 2
4.
Mai 2012 festgehalten (
Urk.
7/86), der diesbezüglich in Nachachtung der geltenden Beweiskriterien abgefasst wurde (vgl. vorstehende E. 1.6), weshalb von der ermittelten Einschränkung im Haushalt von gesamthaft 10.9
%
auszugehen ist. Bei einer Gewichtung des Haushaltsbereiches mit 50
%
ergibt sich damit ein Teilinvaliditätsgrad von 5.45
%
(10.9 x 0.5).
7.6
Die Addition der Teilinvaliditätsgrade im Erwerbs- und Haushaltsbereich ergibt einen Invaliditätsgrad von gesamthaft 16.81
%
, der klar unter der
rentenbe
gründenden
Grenze von 40
%
liegt.
7.7
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens, was zur Abwei
sung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
8.
D
a es um die Bewilligung und Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterl
i
egen
d
en Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.