Decision ID: 58595b0f-3564-4899-aada-3518121cf228
Year: 2000
Language: de
Court: CH_BGer
Chamber: CH_BGer_004
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: civil_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
A.-
Die Corange Ltd. war Muttergesellschaft der Boeh-
ringer Mannheim-GmbH, Mannheim, D, (nachstehend: BMG) und
der Boehringer Mannheim Pharmaceuticals Corporation,
Gaithersburg, USA, (nachstehend: BMC).
Am 13. Januar 1992 schlossen die BMG und die BMC
mit der Rhône-Poulenc Rorer Pharmaceuticals Inc., College-
ville, USA, (nachstehend: RPRP) verschiedene Verträge. Zum
einen vereinbarten die BMG mit RPRP eine gemeinsame Entwick-
lung des von der BMG entdeckten Medikaments "Bisphosphonate"
gegen Osteoporose, welches auch mit "BM 21" oder "Ibandro-
nate" bezeichnet wurde. Diese Vereinbarungen wurden "Bispho-
sphonate"-Verträge" genannt. Zudem anderen gewährte die RPRP
an ihrem etablierten Medikament "Lozol" gegen kardiovaskulä-
re Erkrankungen der BMC für den amerikanischen Markt ein
Vertriebsrecht.
Nachdem sich gezeigt hatte, dass das Medikament
"Bisphosphonate" in Kapselform schwerwiegende Nebenwirkungen
zeigte, musste ein neuer Plan zur Entwicklung dieses Medika-
ments in Tablettenform erstellt werden. Die BMG legte dazu
einen sogenannten "fast-track" Plan vor, den die RPRP jedoch
ablehnte. Sie stellte sich auf den Standpunkt, die Fortfüh-
rung der "Bisphosphonate"-Verträge sei nicht mehr zumutbar
und kündigte diese und den nach ihrer Auffassung damit ver-
bundenen "Lozol"-Vertrag auf den 31. März 1993.
Die BMG und die BMC erachteten diese Kündigungen
als ungerechtfertigt und erhoben gegenüber der RPRP Ansprü-
che wegen Vertragsverletzung.
B.-
Am 3. Mai 1993 klagte die BMC vor einem Gericht in
Maryland, USA, gegen die RPRP auf Schadenersatz. Am 7. März
1995 vereinbarten die Parteien, diesen Prozess abzubrechen
und das in Zürich im Parallelverfahren (ZHK Nr. 240/93) zwi-
schen der BMG und der RPRP eingesetzte Schiedsgericht für
zuständig zu erklären. Diesem gehörten Dr. Anton Pestalozzi
als vorsitzender und Dr. Robert P. Umbricht und DDr. Werner
Melis als weitere Schiedsrichter an. Nachdem Dr. Pestalozzi
zurückgetreten war, ernannte der Präsident der Zürcher Han-
delskammer am 23. Mai 1995 Dr. Robert Umbricht als vorsit-
zenden und Dr. Pierre A. Karrer als neuen Schiedsrichter.
In der Folge verhandelten die Aktionäre der Corange
Ltd. über einen Verkauf der Gesellschaft an den Basler Phar-
makonzern Roche.
Am 3. Juni 1997 informierte Dr. Karrer die Parteien
per Telefax darüber, dass im Zusammenhang mit dem Kauf der
Corange Ltd. durch die Roche seine Anwaltskanzlei angefragt
worden war, ob sie die Verkäufer bezüglich kartellrechtli-
cher Fragen nach schweizerischem Recht beraten könne. Zudem
bat Dr. Karrer die Parteien, ihm mitzuteilen, ob sie mit der
Übernahme dieses Mandats einverstanden seien.
Mit Fax-Schreiben vom 6. Juni 1996 verlangte die
RPRP von Dr. Karrer, dass er in beiden Schiedsgerichtsver-
fahren in Ausstand trete. Zur Begründung führte sie sinnge-
mäss an, dass sie den Antrag auf Genehmigung der Übernahme
des Mandats ablehnen müsste und damit riskieren würde, Dr.
Karrer zu missfallen, weil sein Anwaltsbüro ein Mandat mit
einem wichtigen Klienten verlieren würde.
Mit Telefax vom 9. Juni 1997 teilte Dr. Karrer den
Parteien mit, dass seine Anwaltskanzlei die Verkäufer von
Corange Ltd. nicht beraten werde und damit ein potentieller
Interessenkonflikt ausgeschlossen sei. Die RPRP hielt jedoch
an ihrem Ausstandsbegehren fest, welchem sich Dr. Karrer
widersetzte.
Am 16. Juni 1997 reichte die RPRP bei der Zürcher
Handelskammer ein Ablehnungsgesuch gegen Dr. Karrer ein,
welches am 15. Juli 1997 abgelehnt wurde.
Nach der Übernahme der Corange Ldt. durch die Roche
firmierte die BMG mit Roche Diagnostics GmbH und die BMC mit
Roche Diagnostics Corporation.
Am 18. Mai 1998 fällte das Schiedsgericht einen
Teilschiedsspruch (Partial Award), in dem es die RPRP verur-
teilte, den von ihr anerkannten Betrag von US$ 696'690.-- an
die BMC zu bezahlen.
Mit Schiedsspruch (Final Award) vom 23. April 1999
wurde die RPRP zur Zahlung von US$ 32'786'174 an die BMC
verpflichtet.
C.-
Die RPRP erhebt staatsrechtliche Beschwerde wegen
Verletzung von Art. 190 Abs. 2 lit. a, d und e IPRG mit dem
Begehren, den Schiedsspruch vom 23. April 1999 aufzuheben.
Die BMC beantragt, die Beschwerde abzuweisen, so-
weit darauf einzutreten sei. Das Schiedsgericht verzichtet
auf eine Vernehmlassung.

Considerations:
Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.-
a) Das Bundesgericht prüft die Zulässigkeit der bei
ihm eingereichten Beschwerden von Amtes wegen und mit freier
Kognition (BGE 124 I 11 E. 1 S. 13).
b) Das angefochtene Schiedsgerichtsurteil betrifft
eine internationale privatrechtliche Streitigkeit und kann
daher gemäss Art. 190 IPRG angefochten werden. Diese Mög-
lichkeit wurde nicht ausdrücklich ausgeschlossen, weshalb
kein gültiger Rechtsmittelausschluss gemäss Art. 192 IPRG
vorliegt (BGE 116 II 639, E. 3b).
2.-
a) Die Beschwerdeführerin rügt, das Schiedsgericht
sei auf Grund der Befangenheit des Schiedsrichters Dr.
Karrer nicht vorschriftsgemäss zusammengesetzt, weshalb eine
Verletzung von Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG vorliege.
b) Die Beschwerdegegnerin macht geltend, diese Rüge
sei verspätet, zumal die Beschwerdeführerin nicht versucht
habe, die Abweisung ihres Rekusationsbegehrens durch die
Zürcher Handelskammer anzufechten und sich danach vorbehalt-
los in das Verfahren vor dem Schiedsgericht eingelassen
habe. Die Beschwerdegegnerin verkennt dabei, dass die direk-
te Anfechtung von Ausstandsentscheiden privater Gremien nach
der Rechtsprechung des Bundesgerichts ausgeschlossen ist
(BGE 118 II 359 E. 3b). Die Beschwerdegegnerin macht zudem
geltend, die Beschwerdeführerin habe den Teilentscheid des
Schiedsgerichts vom 18. Mai 1998 mit der Rüge anfechten kön-
nen, das Schiedsgericht sei vorschriftswidrig zusammenge-
setzt. Ob dies zutrifft, kann offen bleiben, weil die Rüge
ohnehin unbegründet ist. Sie wurde nämlich in gleicher Weise
auch im Parallelverfahren 4P.168/1999 der Beschwerdeführerin
gegen die Roche Diagnostic GmBH erhoben und vom Bundesge-
richt abgewiesen. Zur Begründung sei zusammenfassend ange-
führt, dass der Vorwurf, Dr. Karrer habe wahrheitswidrig an-
gegeben, dass der Rückzug des Mandatsantrags und nicht die
Ablehnungsanträge der Beschwerdeführerin Anlass für den Fax-
Brief vom 9. Juni 1997 gewesen sei, nicht erwiesen ist, weil
seine Sachverhaltsdarstellung nicht widerlegt wurde. Weiter
ist die Befürchtung der Beschwerdeführerin, Dr. Karrer würde
ihr die Ablehnung der Zustimmung zur fraglichen Mandatsüber-
nahme bewusst oder unbewusst nachtragen, objektiv nicht ge-
rechtfertigt, weil er den Parteien die Möglichkeit der Ab-
lehnung ausdrücklich offeriert und damit sein Verständnis
zum Ausdruck gebracht hat, dass die Beschwerdeführerin bei
der Übernahme des Mandats die Möglichkeit eines Interessen-
konflikts hätte erblicken können, und zudem die Ablehnung
keine praktische Auswirkung hatte, weil der Mandatsantrag
zurückgezogen wurde.
3.-
Als weitere formelle Rüge macht die Beschwerdefüh-
rerin sinngemäss geltend, das Schiedsgericht habe ihren An-
spruch auf rechtliches Gehör bzw. die daraus abgeleitete Be-
gründungspflicht verletzt. Der angefochtene Entscheid be-
gründe nicht, weshalb der Anspruch der Beschwerdegegnerin
gutgeheissen worden sei. Es fehle jeder Hinweis auf die tat-
sächlichen und rechtlichen Anspruchsgrundlagen. Das Gericht
führe lediglich aus, weshalb seiner Ansicht nach die Argu-
mente der Beschwerdeführerin nicht zutreffen würden.
Die Beschwerdeführerin lässt dabei ausser Acht,
dass der Gehörsanspruch gemäss Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG
die Begründungspflicht nicht einschliesst (BGE 116 II 373,
E. 7). Im Übrigen hat das Schiedsgericht seinen Entscheid
durchaus begründet. Das Schiedsgericht gab als Anspruchs-
grundlage an, dass die Beschwerdeführerin einen Vertrags-
bruch begangen habe, indem sie den "Lozol"-Vertrag vorzeitig
gekündigt habe (Final Award, E. R). Zudem setzte sich das
Schiedsgericht mit den Argumenten der Beschwerdeführerin
auseinander, mit denen sie den gültigen Bestand des "Lozol"-
Vertrages in Frage stellte und die Berechtigung der Beendi-
gung geltend machte (Final Award, E. M - Q). Diese eingehen-
de Auseinandersetzung mit den Vorbringen der Beschwerdefüh-
rerin kann - entgegen ihrer Auffassung - nicht als Verlet-
zung des Gleichbehandlungsgrundsatzes gewertet werden, weil
das Gericht - soweit es seinen Entscheid begründet - bei
Gutheissung einer Klage angeben muss, weshalb es die Einwän-
de der beklagten Partei als nicht stichhaltig erachtet.
4.-
In materieller Hinsicht macht die Beschwerdeführe-
rin geltend, die Kündigung des "Lozol"-Vertrages sei zuläs-
sig gewesen, weil bezüglich der am 13. Januar 1992 unter-
zeichneten Verträge eine Täuschung vorliege. Die BMG habe
bereits vor Vertragsschluss gewusst, dass bei zwei Patien-
ten, die "Bisphosphonate" testeten, schwerwiegende uner-
wünschte Ereignisse aufgetreten seien und habe die entspre-
chenden Unterlagen der Beschwerdeführerin erst zwei Wochen
nach Unterzeichnung der Verträge vorgelegt. Darin hätte das
Schiedsgericht einen Verstoss gegen die aus dem Vertrauens-
prinzip fliessende Aufklärungs- und Informationspflicht er-
blicken müssen, weil die Beschwerdeführerin bei Kenntnis
dieser ihr nicht bekannten Unterlagen die Verträge nicht
abgeschlossen hätte. Das Schiedsgericht habe daher den Ordre
public im Sinne Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG verletzt, indem
es verneint habe, dass diese Verträge unter einem Willens-
mangel litten.
a) Nach der Rechtsprechung verstösst die materielle
Beurteilung eines streitigen Anspruchs gegen den Ordre pub-
lic, wenn sie im Ergebnis mit fundamentalen Rechtsgrundsät-
zen unvereinbar ist, welche nach schweizerischer Auffassung
unabhängig vom anwendbaren Recht und damit überstaatlich
Geltung beanspruchen (BGE 120 II 155 E. 6a S. 166 f. mit
Hinweisen). Zu diesen Rechtsgrundsätzen gehört insbesondere
das Vertrauensprinzip (BGE 120 II 155 E. 6a S. 166; 117 II
646 E. 3 S. 606 mit Hinweisen). Ein Verstoss gegen dieses
Prinzip bzw. eine sogenannte culpa in contrahendo kann vor-
liegen, wenn in Vertragsverhandlungen ein Verhandlungspart-
ner dem anderen für dessen Willensbildung erkennbar wesent-
liche Tatsachen verschweigt, die dieser weder kannte noch
kennen konnte (vgl. BGE 121 III 350 E. 6c S. 354 f. mit Hin-
weisen und BGE 105 II 75 E. 2a S. 79 f.).
b) Im vorliegenden Fall führte das Schiedsgericht
zum Vorwurf, die BMG habe gegen das Vertrauensprinzip ver-
stossen, auf Seite 27 des Entscheides sinngemäss aus, sie
habe nie versucht, absichtlich Informationen zurückzuhalten.
Tatsächlich habe Dr. VandePol verschiedene Informationen,
darunter auch solche über unerwünschte Ereignisse verlangt,
um die IND Anwendung vorzubereiten. Dr. Schmidt habe Dr.
Schuster über die unerwünschten Ereignisse informiert. Es
seien jedoch nur zwei von etwa hundert Patienten gewesen,
wie Dr. Gaich gesagt habe. Dies habe keine Reaktion ausge-
löst. Auch nach dem Abschluss der "Bisphosphonate"-Verträge
sei nicht versucht worden, schwere unerwünschte Ereignisse
vor der Beschwerdeführerin geheimzuhalten. Unter diesen Um-
ständen kann nicht gesagt werden, dass die fehlende Übergabe
von schriftlichen Dokumenten zu den beiden unerwünschten
Ereignissen, deren Ursache vor Vertragsabschluss noch nicht
bekannt war, mit dem Vertrauensprinzip schlechthin unverein-
bar sei und daher ein Verstoss gegen den Ordre public vor-
liege.
5.-
a) Alsdann macht die Beschwerdeführerin geltend,
das Schiedsgericht habe den Ordre public verletzt, indem es
nach dem Scheitern des ursprünglichen Plans zur Entwicklung
des "Bisphosphonate"-Medikaments ein Recht der Beschwerde-
führerin zur Aufhebung der am 13. Januar 1992 unterzeichne-
ten Verträge verneint habe. Ein solches Recht ergebe sich
aus Art. 3.01 des Lizenzvertrages vom 13. Januar 1992, der
vorsehe, dass alle wesentlichen Abweichungen vom Entwick-
lungsplan hinsichtlich des Zeitrahmens, Budgets und Indi-
kationen der vorherigen Zustimmung durch das "Steering
Commitee" bedürften. Diese Bestimmung überlasse jeder Par-
tei den freien Entscheid, ob sie einer solchen Abänderung
des Entwicklungsplans und damit des Vertrags zustimme oder
eben nicht. Das Schiedsgericht habe der Beschwerdeführerin
diese Wahlfreiheit abgesprochen und angenommen, es sei nicht
die Meinung der Parteien gewesen, einer Partei die Möglich-
keit zu geben, (jederzeit) die Zustimmung zu verweigern. Zu-
dem habe das Gericht ohne Grundlage angenommen, die Parteien
seien verpflichtet gewesen, in einer vernünftigen Weise zu
kooperieren, um vernünftige Anpassungen eines Entwicklungs-
plans zu ermöglichen. Damit sei der Grundsatz der Vertrags-
freiheit verletzt.
b) Mit diesen Ausführungen wird die Interpretation
des Art. 3.01 des Lizenzvertrags vom 13. Januar 1992 durch
das Schiedsgericht kritisiert. Die Beschwerdeführerin lässt
dabei ausser Acht, dass eine unzutreffende Auslegung eines
Vertrages für sich alleine noch keinen Verstoss gegen den
Ordre public darstellt. Dem Bundesgericht steht es im vor-
liegenden Verfahren nicht zu, das Auslegungsergebnis, zu
welchem das Schiedsgericht gelangt ist, auf seine Recht-
oder Verfassungsmässigkeit (Willkürverbot) zu überprüfen.
Damit bleibt allein zu beurteilen, ob das Auslegungsergeb-
nis, d.h. der vom Schiedsgericht festgestellte Vertragsin-
halt mit dem materiellen Ordre public vereinbar ist (BGE 117
II 604 E. 4 S. 607).
c) Diesbezüglich macht die Beschwerdeführerin gel-
tend, das Schiedsgericht habe sie dazu verpflichtet, das
Dauerschuldverhältnis unter vollkommen veränderten Bedingun-
gen fortzuführen, was mit der schweizerischen Rechts- und
Werteordnung schlechthin nicht vereinbar sei.
d) Die Beschwerdeführerin rügt damit sinngemäss
eine Verletzung des allgemeinen Grundsatzes, dass Dauer-
schuldverhältnisse aus wichtigen Gründen vorzeitig beendet
werden dürfen, wenn deren Fortsetzung für eine Partei nicht
mehr zumutbar ist (BGE 122 III 262, E. 2a/aa mit Hinweisen).
Dieser Grundsatz entspricht dem Gebot des Handelns nach Treu
und Glauben bzw. dem Verbot des Rechtsmissbrauchs und ist
daher dem Ordre public zuzurechnen (vgl. BGE 120 II 155
E. 6a S. 166; 117 II 604 E. 3 S. 606 mit Hinweisen).
e) Der grundsätzliche Anspruch auf Vertragsaufhe-
bung aus wichtigem Grund wurde jedoch vom Schiedsgericht in
ausdrücklicher Übereinstimmung mit einem Parteigutachten von
Prof. Gauch anerkannt. Bei der Prüfung, ob unter den gegebe-
nen Umständen ein wichtiger Grund vorlag, nahm das Schieds-
gericht an, dass die Beschwerdeführerin gegen Treu und Glau-
ben verstossen habe, indem sie zum vornherein nicht bereit
war, Vorschläge zur Anpassung des Entwicklungsplanes an die
veränderten Umstände zuzustimmen und der Verpflichtung nicht
nachgekommen sei, vernünftig zusammenzuarbeiten, um eine
vernünftige Anpassung des Entwicklungsplans zu ermöglichen.
Damit ist das Schiedsgericht implizit davon ausgegangen,
dass eine "vernünftige" Anpassung möglich und für die Be-
schwerdeführerin zumutbar gewesen wäre. Es ist daher kein
Verstoss gegen den Grundsatz der Vertragsaufhebung aus wich-
tigem Grund erkennbar, zumal die Beschwerdeführerin nicht
substanziiert darlegt, inwiefern die Weiterführung der "Bis-
phosphonate"-Verträge für sie unzumutbar gewesen sei. Viel-
mehr gibt sie bloss an, sie habe den sogenannten "fast-
track" Plan aus ethischen, rechtlichen und wirtschaftlichen
Gründen nach genauer Prüfung abgelehnt und später habe auch
die Beschwerdegegnerin eingestanden, dass dieser Plan nicht
durchführbar gewesen sei. Inwiefern damit die Zumutbarkeit
einer anderweitigen Anpassung ausgeschlossen wurde, wird
jedoch nicht dargetan.
6.-
Gemäss den vorstehenden Erwägungen hält die Annahme
des Schiedsgerichts, dass die Kündigung der "Bisphosphonate"-
Verträge unzulässig war, im Lichte der gegen sie erhobenen
Rügen vor dem Ordre public stand. Die Kündigung des "Lozol"-
Vertrages wäre daher auch dann nicht gerechtfertigt gewesen,
wenn dessen Fortbestand mit demjenigen der "Bisphosphonate"-
Verträge verknüpft gewesen wäre. Die Erwägung des Schiedsge-
richts, dass keine solche Verknüpfung bestanden habe, ist
daher nicht rechtserheblich. Auf die Rügen der Beschwerde-
führerin, welche sich auf diese Erwägung beziehen, ist daher
mangels Rechtsschutzinteresses (Art. 88 OG) nicht einzutre-
ten. Daran vermag auch die sogenannte formelle Natur des
rechtlichen Gehörs nichts zu ändern, welches die Beschwerde-
führerin im Zusammenhang mit der Beurteilung der Verknüpfung
der Verträge als verletzt betrachtet, weil sich der Gehörs-
anspruch nur auf rechtserhebliche Parteiaussagen und Beweis-
mittel bezieht (BGE 121 III 331 E. 3b S. 333).
7.-
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen,
soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Verfahrensausgang
wird die Beschwerdeführerin kosten- und entschädigungs-
pflichtig (Art. 156 Abs. 1 und Art. 159 Abs. 2 OG).