Decision ID: 1809b486-ddc1-40cb-8805-a5fe9038ff92
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1960 geborene
X._
arbeitete seit dem Jahre 1990 als Saisonnier im Gleisbau, als er am 6. August 1994 in Ex-Jugoslawien einen Verkehrsunfall erlitt. Mit Entscheid vom 23. August 1996 sprach die Schweizerische Unfallver
sicherungsanstalt SUVA dem Versicherten eine Integritätsentschädigung in der Höhe von Fr. 14‘580.-- sowie eine Invalidenrente basierend auf einem 30%
igen Invaliditätsgrad zu (Urk. 9/12-13, insbesondere Urk. 9
/
12/34-36). Am 5. No
vem
ber 2007 (Eingangsdatum) meldete sich
X._
bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stell
e, zum Leistungsbezug an (Urk. 9
/4).
In der Folge traf die IV-Stelle medizinische und
erwerbliche Abklärungen (Urk. 9
/
7-9 und Urk. 9
/12-13) und
liess
den Versicherten internistisch-rheumatologisch und psychiatrisch begutachten (internistisch-rheumatologisches Gutachten vom 6. August 2008 von Dr. med.
und Dr. sc. nat. ETH Z._
, Innere Medizin FMH speziell Rhe
umaerkrankungen, Urk. 9
/18; psychiatrisches Gutachten vom 11.
August 2008 von Dr. med. A._
, Psychiatrie und Psycho
therapie FM
H, von der
B._
, Urk. 9
/19; inklusive
bidisz
iplinäre
Zusammenfassung, Urk. 9
/19/8-10). Am 20. Mai 2009 erfolgte eine erneute psychiatri
sche Begutachtung von
X._ durch Dr. med. C._
, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie (Gut
achten vom 22. Juli 2009, Urk. 9
/25). Mit Vorbescheid vom 15. Dezember 2009 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Zusprache einer
Viertelsrente
ab 1. N
ovember 2006 in Aussicht (Urk. 9
/28), wogegen
X._
am 19. Dezember 2009 respektive am 3. Fe
bruar 2010 Einwand erhob (Urk. 9/31 und Urk. 9
/34). Mit Verfügung vom 20. Mai 2010 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab 1. November 20
06 eine
Viertelsrente
zu (Urk. 9
/41-42).
1.2
Nachdem
X._
am 4. Dezember 2009 erneut einen Verkehrsunfall erlitten hatte, ersuchte er am 15. Januar 201
1 um eine Rentenerhöhung (Urk. 9
/53-54). Mit Vorbescheid vom 7. Februar 2011
kündigte
die IV-Stelle dem Versicherten das Nichteintreten auf sein Leistungsbegehren
an
, da er keine erhebliche Veränderung der tatsächlichen Verhältniss
e glaubhaft gemacht habe (Urk. 9
/61). Dagegen erhob
X._
am 8. März 2011
Einwand (Urk. 9
/62). Mit Verfügung vom 5. April 2011 trat die IV-Stelle auf das neue Leis
tungsbegehren (Erhöhung der I
nvalidenrente) nicht ein (Urk. 9
/67), wogegen der Versicherte am 13. Mai 2011 Beschwerde beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Züri
ch erhob (Urk. 9
/68/3-8). Mit Urteil vom 30. April 2012 wies das hiesige Gericht die Beschwerde gegen das Nichtei
ntreten der IV-Stelle ab (Urk. 9
/77).
1.3
Im Rahmen der im Oktober 2012 eingelei
teten amtlichen Revision (Urk. 9
/78), machte der Versicherte eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes gel
tend und ersuchte um eine Erhöhu
ng seiner Invalidenrente (Urk. 9
/78/4). In der Folge traf die IV-Stelle medizinische und
erwerbliche Abklärungen (Urk. 9
/79-81). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(U
rk. 9
/85-87) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 26. Februar 2014 die Verfügung vom 20. Mai 2010, mit wel
cher dem Versicherten die
Viertelsrente
zugesprochen worden war,
wiedererwä
gungsweise auf (Urk. 9/90
).
Dagegen erhob der Versicherte am 2
7.
März 2014 Beschwerde (Urk. 9/92), welche durch das Sozialversicherungsgericht mit Urteil vom 2
9.
Juni 2015 gutgeheissen wurde mit der Feststellung, dass der Versicherte weiterhin Anspruch auf eine
Viertelsrente
habe (Urk. 9/97).
1.4
X._
reichte am 2
5.
Januar 2017 (Eingangsdatum) ein Gesuch um Erhöhung der Invalidenrente
mit der Begründung
ein (
Urk.
9/117), da
ss
sich sein Gesundheitszustand aufgrund des neu diagnostizierten hypokinetisch-rigiden Parkinsonsyndroms verschlechtert habe.
Die IV-Stelle holte daraufhin einen Bericht bei
Dr.
med. D._
, Fachärztin für Neurolog
i
e
FMH in
der
E._
,
vom 9.
Februar 2017 (Urk.
9/120) ein. Nach durchgefüh
rtem
Vorbe
scheidverfahren
(
Vorbescheid vom 1
6.
Mai 2017,
Urk. 9/122 und
Einwand vom 1
3.
Juli 2017,
Urk.
9/126) wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
7.
Juli 2017 das Rentenerhöhungsge
such von
X._
ab (Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am
1
3.
September 2017
Beschwerde und bean
tragte,
auf das Erhöhungsgesuch
sei unter Aufhebung der Verfügung vom
2
7.
Juli 2017
einzutreten
, eventuell sei
en
weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen
; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin
. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
(Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
2
3.
Oktober 2017
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 8
, unter Beilage ihr
er Akten, Urk. 9/1-137
), was dem Beschwerdeführer am
2
0.
November 2017 mitgeteilt wurde (Urk. 13
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext
unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.2
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Invali
ditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_297/2016 vom
7.
April 2017 E. 2.2, nicht publiziert in: BGE 143 V 77, aber in SVR 2017 IV Nr. 51 S. 152). Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (
Art.
49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Renten
revision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (
Art.
51 ATSG), ist im darauf folgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 2
9.
März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Verfahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung fest, die
einge
reichten und eingeholten
medizinischen
Unterlagen würden keine Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes begründen.
Sämtliche Einschränkungen würden mit der verbliebenen Arbeitsunfähigkeit von 30 % genügend berücksichtigt (Urk. 2
).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
aufgrund des neu diagnostizierten hypokinetisch-rigiden Parkinsonsyndroms habe sich sein Gesundheitszustand erheblich verschlechtert. Diese somatische Diagnose bewirke eine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, welche bisher
nur aus psychischen Gründen
30 % betragen habe.
2.3
Umstritten ist vorliegend, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in einer sich auf die Invalidenrente auswirkenden Weise verschlechtert hat und somit ein Revisions
grund vorliegt (vgl. dazu E. 1.1
).
3.
3.1
Mit Urteil IV.2014.00378 vom 29. Juni 2015 hob das hiesige Gericht in Gutheis
sung der Beschwerde die wiedererwägungsweise verfügte Renteneinstellung vom 26. Februar 2014 auf und stellte fest, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat (Urk. 9/97).
Darin wurde geprüft, ob i
m Lichte der Sachlage und der
massgebenden
Rechtsprechung im Zeitpunkt der Rentenzu
sprechung mit Ve
rfügung vom 20. Mai 2010 (Urk. 9/41-42)
die damalige Annahme einer Arbeitsfähigkeit von 70 % - aufgrund der psychiatrischen Beein
trächtigung - in einer angepassten Tätigkeit und die daraus folgende Zusprache einer
Viertelsrente
ab November 2006 als zweifellos unrichtig einzustufen
war
.
Unter E. 4.3 wurde festgehalten, dass d
i
e Rente mit Verfügung vom 20. Mai 2010 auf der Grundlage einer vertretbaren medizinischen Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit zugesprochen
worden sei
und auf drei eingeholten Gutachten
basiert habe
, nämlich dem internistisch-rheumatologischen vom 6. Augu
st 2008 von Dr.
Z._
(Urk. 9
/18), dem psychiatrischen Gutachten vom 11. Aug
ust 2008 von Dr.
A._
(Urk. 9
/19) und dem psychiatrischen Gutachten von Dr.
C._
vom 22. Juli 2009 (Urk. 9/25), wobei
die psychiatrischen Einschätzungen von einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit
ausgegangen seien
. Auch
Dr.
med.
F._
, Facharzt Allgemeinmedizin,
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
habe
mit den gutachterlichen Einschätzungen der Arbeit
sfähigkeit überein
gestimmt
. Wenn auch die psychiatrischen Gutachten von Dr.
A._
und Dr.
C._
einige Fra
gen
offengelassen
und dabei fest
gestellt hätten
, dass die Diagnose besonders schwierig und komplex sei, so beurteilten sie die Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit des Beschwerdeführers im Wesentlichen gleich. Im Übr
igen beziehe
der Beschwerdeführer seit Februar 1996 eine SUVA-Rente nach
Massgabe
einer Erwerbsunfähigkeit von 30 %. Da der medizinische Sachverhalt und die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit insbesondere mit den bei
den psychiatrischen Gutachten in jedem Falle rechtsgenügend abgeklärt
worden
seien
, liege
keine – jedenfalls keine klare - Verletzung des Untersuchungsgrund
satzes nach Art. 43 ATSG vor.
Im Weiteren erw
eise sich auch der vorgenommene
Leidensabzug von 15 % vom Invalideneinkommen als vertretbar (E. 4.5).
3.2
Die
im genannten Urteil IV.2014.00378 erfolgte
Bestätigung der
Viertelsrente
beruht
e
nicht auf einer in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassenden Prüfung des Sachverhalts (BGE 141 V 9 E. 2.3).
Zwar
hatten im fraglichen
Ren
tenrevisionsverfahren (Urk. 9/78 ff.)
verschiedene medizinische Unterlagen Ein
gang in die Akten
gefunden
, namentlich der Bericht des behandelnden
Hausarztes
Dr.
G._
, Innere Medizin FMH
, vom
2. Juni 2013
(Urk.
9/81
S.
1-6
, unter Bei
lage weiterer Arztberichte,
Urk. 9/81 S.
7-26).
Gemäss
Erwägung 5.2 des Urteils
bildeten diese Berichte
aber
in keiner Weise eine ausreichende Grundlage für eine rechtsgenügliche Prüfung, inwiefern sich der Gesundheitszustand des Beschwer
deführers zwischenzeitlich in erheblicher Weise verändert haben könnte (E. 5.2).
3.3
Daher sind vorliegend die aktuellen gesundheitlichen Verhältnisse zu vergleichen mit denjenigen, wie sie sich im Zeitpunkt des Erlasses der rentenzusprechenden Verfügung vom
20. Mai 2010
(Urk.
9/41-42
, vgl. E. 3.1-2
) gezeigt ha
tt
en (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_297/2016 vom 7. April 2017 E. 2.2).
4.
4.1
Die eine Rentenerhöhung abweisende Verfügung vom
27. Juli 2017
(Urk. 2) beruhte im Wesentlichen auf nachstehenden medizinischen Berichten:
4.2
Dr.
med.
H._
, Fa
chärztin für Neurologie FMH in
der
E._
,
stellte in ihrem Verlaufsbericht vom 1
1.
Mai 2016 (Urk. 9/116 S. 1-2) zuhanden des behandelnden Hausarztes
Dr.
G._
folgende Diagnosen:
-
H
ypokinetisch-rigides Parkinsonsyndrom,
Dopa
-sensitiv, bei/mit:
-
motorisch: Hypokinese, rechtsbetont, anamnestisch progredient seit
circa 2 Jahren
-
nicht motorisch: depressive Stimmungslage und persistierender
Schwankschwindel
-
Status nach Polytrauma mit Schädelhirntrauma (1994)
-
Status nach Schwindelepisoden
-
P
ersistierender Tinnitus
-
P
ersistierender K
opfschmerz
Die Medikamenteneinstellung sei schwierig.
4.3
Dr.
G._
hielt im ärztlichen Zeugnis vom 12. Dezember 2016 (Urk. 9/116 S. 8) fest, dass die bisher invalidenversicherungsrechtlich angenommene Arbeitsfähig
keit aufgrund des im Januar 2016 neu diagnostizierten hypokinetisch-rigiden Parkinsonsyndroms anzuzweifeln sei. Zur Klärung der Arbeitsfähigkeit sei eine neurologische Begutachtung inklusive Beurteilung der kognitiven Fähigkeiten angezeigt.
4.4
Dem provisorischen Austrittsbericht des
I._
vom 20. Dezember 2016 (Urk. 9/116 S. 5-6), wo der Beschwerdeführer vom 13.-21. Dezember 2016 stationär hospitalisiert war, sind folgenden Diagnosen zu entnehmen:
-
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
aktuell: Schmerzexazerbation
-
Status nach Polytrauma (1994 und 2009)
-
MRI der LWS vom 16. Dezember 2016:
-
Status nach LWK-3-Fraktur
-
signifikante
Diskusprotrusion
LWK2/3 und LWK3/4 mit
Ausbildung relativer spinaler Enge. Keine
Wurzelkompressionen
-
Hypokinetisch-rigides Parkinson
syndrom (Erstdiagnose circa 2006
)
-
motorisch: Hypokinese, rechtsbetont, anamnestisch progredient seit
circa 2 Jahren
-
nicht motorisch: depressive Stimmungslage und persistierender
Schwankschwindel
-
Arterielle Hypertonie
-
Gicht (Erstdiagnose 2010)
-
letzter Gichtschub am 6. Dezember 2016
-
wohl durch Fleischkonsum, differentialdiagnostisch bei Neubeginn
Allopurinoltherapie
-
Persistierender Tinnitus
-
Depression
4.5
Dr.
D._
, welche den Beschwerdeführer seit September 2016 in der
E._
behandelt, nannte in ihrem Bericht vom
23
. Februar 2017 (Urk. 9/120) zuhanden der Beschwerdegegnerin folgende Diagnosen:
-
Hypokinetisch-rigides Parkinsonsyndrom,
Dopa
-sensitiv
-
Status nach Polytrauma mit Schädelhirntrauma 1994 und 2009
-
Rezidivierende depressive
Episoden
-
Persistierender
Tinnitus und Schwankschwindel
-
Chronisches
lumbovertrebrales
Schmerzsyndrom bei:
-
Status nach LWK-3-Fraktur und
Diskusprotrusionen
LWK2/3 und
LWK3/4 mit relativer spinaler Enge
-
Arterielle Hypertonie
-
Hyperurikämie
Der Beschwerdeführer benötige aufgrund des Schwindels und der Bewegungsstö
rungen Hilfe beim
Ankleiden und Duschen sowie Beg
leitung bei den nächtlichen WC-Gängen. Die Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit sei dem Beschwer
deführer krankheitsbedingt nicht möglich. Bei
d
er letzten Kontrolluntersuchung am 21. Februar 2017 habe hinsichtlich der Parkinson- und der Schmerz-Symp
tomatik eine gute Einstellung bestanden.
4.6
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte der Beschwerdeführer einen Bericht von
Dr.
G._
vom 1
2.
Juni 2017 (Urk. 3/5) ein.
Dr.
G._
führte darin aus, dass beim Beschwerdeführer seit circa 2014 eine progrediente, rechtsbetonte Hypokinese, eine depressive Stimmungslage sowie ein persistierender Schwank
schwindel best
änden
. Ursächlich für diese Beschwerden sei ein hypokinetisch-rigides Parkinsonsyndrom. In Zusammenschau mit den
w
eiteren Diagnosen (Ver
dacht aus somatoforme Schmerzstörung, chronisches
Lumbovertebralsyndrom
, Depression, arterielle Hypertonie und Tachykardie unklarer Ursache)
bestehe für den Beschwerdeführer keine Möglichkeit, eine verwertbare Arbeitsleistung im ersten Arbeitsmarkt zu erbringen. So sei er motorisch und mnestisch deutlich verlangsamt.
Überdies verwies
er auf den Bericht der behandelnden Neurologin
Dr.
D._
vom 2
3.
Februar 2016
, wonach keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe.
Verglichen mit der gesundheitlichen Situation von 2013 zeige sich beim Beschwerdeführer aktuell e
ine deutliche Verschlechterung.
5.
5.1
Die
Rentenzusprache
mit Verfügung vom 2
0.
Mai 2010 erfolgte aufgrund von psychiatrischen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers, welche in einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit resultierten. Die in somatischer Sicht festgestellten Rückenbeschwerden wurden von der damals begutachtenden Dr.
Z._
im detailliert formulierten Belastungsprofil qualitativ berücksichtigt
(vgl. Urk.
9/18 S. 18)
.
5.2
Aus den im vorliegenden Revisionsverfahren eingereichten und eingeholten Arzt
berichten (vgl. E. 4.2-6) ergibt sich, dass
neu
ein hypokinetisch-rigide
s
Parkin
sonsyndrom
diagnostiziert wurde
.
Aufgrund der von der behandelnden Neurolo
gin Dr.
D._
geschilderten Befunde (rechtsbetonte Hypokinese, depressive Stimmungslage und persistierender Schwankschwindel)
und der attestierten voll
ständigen Arbeitsunfähigkeit
ist eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
nicht auszuschliessen
.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (vgl. RAD-Stellungnahme vom 4. April 2017, Urk. 9/121 S. 3) kann eine -
von der Beschwerdegegnerin offenbar
unbestrittene -
P
arkin
son-bedingte Einschränkung der beruflichen Leistungsfähigkeit nicht
ohne Wei
teres
unter die bereits attestierte 30%ige Arbeitsunfähigkeit subsummiert werden.
Insbesondere der Umstand, dass Parkinson
auch nicht-motorische Auswirkungen hat und
Dr.
D._
diesbezüglich nebst einem persistierender Schwankschwindel auch eine depressive Stimmungslage feststellte, lässt vermuten, dass dadurch die bereits bestehende und zur Invalidenrente führende depressive Störung weiter verstärkt
werden könnte
. Es ist deshalb unabdingbar, dass nicht nur die Parkin
son-bedingten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, sondern auch das Zusam
menspiel des Parkinsonsyndroms mit der psychischen Erkrankung
fachärztlich
abgeklärt
wird
.
Demnach ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 2
7.
Juli 2017 aufzuheben und die Sache an die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückzuweisen ist, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über das Revisionsgesuch des
Beschwerdeführers neu verfüge.
6.
6.1
Die Gerichtskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- und Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die K
osten auf Fr. 600.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
,
die ohne Rücksicht auf den Streitwert, nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens (§ 34 Abs. 3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgerichts,
GSVGer
) zu bemessen und beim
praxisgemässen
Stundenansatz von Fr.
145
.-- (zuzüglich Mehrwertsteue
r) auf Fr. 1‘000.-- (inklusive
Barauslagen und
Mehr
wertsteuer
) festzusetzen ist.