Decision ID: fb74e372-770f-4cfd-a3a3-965ad3c11e96
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. Die C._ ist ein Wildbach mit einer Einzugsgebietsfläche von rund
16 km2, welcher direkt in den Inn fliesst. Der Bach blieb in der jüngeren
Vergangenheit von grossen Hochwasserereignissen verschont. Dennoch
wurde das Gewässer in der Vergangenheit im Bereich des
Siedlungsgebiets im Unterlauf abschnittsweise mit Uferverbauungen
stabilisiert, um Ausspülungen (Erosionen) zu verhindern. Diese
Verbauungen sind allerdings an einigen Stellen wenig tragfähig und
wurden teilweise beschädigt. Um den Hochwasserschutz gesamthaft zu
verbessern, hat die Gemeinde B._ daher entschieden, die
beschädigten Bauobjekte wo nötig instand zu setzen und zu ergänzen. Zu
diesem Zweck wurde zusammen mit dem Kanton Graubünden das
Wasserbauprojekt "Verbauung C._" entwickelt.
2. Kernelement der baulichen Projektmassnahmen bildet die Errichtung von
Uferverbauungen in Form von Erddämmen und Blocksteinsicherungen
zwecks Verhinderung von Überflutungen und Seitenerosionen. Von den
bestehenden rund 650 Laufmetern Uferverbauungen müssen ca.
250 Laufmeter saniert oder ersetzt werden. Hinzu kommen 380 Laufmeter
neue Verbauungen. Ausserdem soll eine Schwemmholzrückhalteanlage
errichtet werden und an zwei kritischen Standorten im Umland sollen
Leitdämme, ergänzt mit Terrainanpassungen, gebaut werden. Das
Wasserbauprojekt lag in der Zeit vom 18. Juni bis 18. Juli 2021 in der
Gemeinde B._ sowie beim Tiefbauamt Graubünden öffentlich zur
Einsicht auf.
3. Gegen das Projekt erhob u.a. A._ am 16. Juli 2021 Einsprache. Vom
Wasserbauprojekt ist die in seinem Eigentum stehende Parzelle D._,
B._, betroffen. Die Parzelle D._ grenzt am nordöstlichen Rand
an die Gewässerparzelle E._ der C._ und weist eine
Gesamtfläche von 446 m2 auf. Das Wasserbauprojekt sieht vor, das
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rechte Bachufer entlang der Parzellengrenze neu zu gestalten und zu
verbauen. Zudem muss während der Bauphase von der Parzelle D._
ein Randstreifen von 69 m2 Fläche vorübergehend beansprucht werden.
Im Rechtsbegehren verlangte A._, dass im Bereich der
Parzelle D._ der Uferverbautyp 1 (Blocksatz trocken) anstatt des
Uferverbautyps 3 (Flachufer mit Fussstein) zu realisieren sei. Eventualiter
sei für die dahinfallende Nutzung des Gartenareals als Garagenzufahrt,
Gartensitzplatz und Gemüsegarten eine Entschädigung zu bezahlen.
Ausserdem verlangte A._, dass die markante Fichte auf der
Parzelle D._ durch die Projektmassnahmen nicht geschädigt werde
und dass die Bauherrschaft für allfällige Schäden hafte.
4. Mit Beschluss vom 7. September 2021, mitgeteilt am 8. September 2021
(Protokoll Nr. 815/2021), genehmigte die Regierung des Kantons
Graubünden das Wasserbauprojekt "Verbauung C._". Gleichzeitig
wurde auch der Entscheid über die Einsprache von A._ gefällt. Die
Regierung hiess die Einsprache teilweise gut und stellte fest, dass im
Wurzelbereich der Fichte auf der Parzelle D._ auf Baumassnahmen
verzichtet werde. Soweit die Einsprache den Landerwerb betraf, wurde
diese der Gemeinde zum Entscheid überwiesen. Im Übrigen wurde die
Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden konnte.
5. Am 11. Oktober 2021 erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführer)
gegen den Beschluss der Regierung des Kantons Graubünden vom
7. September 2021, mitgeteilt am 8. September 2021 (Protokoll
Nr. 815/2021), beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
Beschwerde. Im Rechtsbegehren verlangte er die teilweise Aufhebung
des Regierungsbeschlusses sowie die Realisierung des Uferverbautyps 1
(Blocksatz trocken) anstatt des Uferverbautyps 3 (Flachufer mit Fussstein)
im Bereich der Parzelle D._, das Ganze unter gesetzlichen Kosten-
und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung führte der Beschwerdeführer
sinngemäss aus, dass wenn lediglich kurze Teilabschnitte in einer
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naturnahen Bachstruktur wiederhergestellt werden, die ökologischen Ziele
nicht erreicht werden könnten. Weiter sei es für ihn nicht ersichtlich,
weshalb auf dem Uferabschnitt im Bereich der Parzelle D._ das
Risiko einer Ausspülung der Bachsohle bestehen sollte, in den
benachbarten Teilabschnitten hingegen nicht. Schliesslich wurde vom
Beschwerdeführer vorgebracht, dass wenn wie geplant der Uferverbautyp
3 verwendet werde, die aktuellen Garten- und Grünflächen derart reduziert
würden, dass die Garage und die Einfahrt kaum mehr für das Abstellen
eines Autos genutzt werden könnten. Dies entspreche für den
Beschwerdeführer einem nicht verhältnismässigen Eingriff in die
Eigentumsgarantie.
6. Mit Schreiben vom 21. Oktober 2021 verzichtete die Gemeinde B._
(Beschwerdegegnerin) auf die Einreichung einer Vernehmlassung.
Ausserdem stellte die Beschwerdegegnerin fest, dass sie die
Ausführungen des Kantons unterstütze.
7. Der Kanton Graubünden (nachfolgend Beschwerdegegner), vertreten
durch die Regierung, nahm am 16. November 2021 Stellung zur
Beschwerde. Er beantragte die Abweisung der Beschwerde unter
gesetzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung hielt er
Folgendes fest: Damit die Baumassnahmen realisiert werden könnten,
müsse während der Bauphasen von der Parzelle D._ ein
Randstreifen von 69 m2 Fläche vorübergehend beansprucht werden. Im
Übrigen müsse aber der Beschwerdeführer weder Land abtreten noch
öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkungen dulden. Aus der
Gewässerschutzgesetzgebung ergebe sich der Grundsatz, wonach bei
Eingriffen in Gewässer deren natürlicher Verlauf möglichst beibehalten
oder wiederhergestellt werden müsse. Eine Sanierung mit dem
Uferverbautyp 3 sei dafür besser geeignet und dadurch lasse sich eine
Optimierung des ökologischen Gewässerzustands erreichen. Der
Beschwerdegegner führte weiter aus, dass im vorliegenden Fall das
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Verhältnismässigkeitsprinzip keine direkte Anwendung finde, sollte dieses
jedoch anwendbar sein, wäre der Teilgehalt der Zumutbarkeit als
eingehalten zu sehen, da die Benutzung der Garage – auch wenn unter
erschwerten Umständen – weiterhin möglich bleibe. Schliesslich sei keine
Verletzung des Gleichbehandlungsgebots ersichtlich, da die örtlichen
Verhältnisse bei den benachbarten Liegenschaften nicht mit denjenigen
bei der Parzelle D._ vergleichbar seien.
8. Mit Replik vom 13. Dezember 2021 präzisierte der Beschwerdeführer die
Argumente seiner Beschwerde. Insbesondere wurde auch anhand von
Bildmaterial erläutert, inwiefern bei einer Uferverbauung mit dem
Uferverbautyp 3 der Manövrierraum für die Ein- und Ausfahrt der Garage
ungenügend sei und daher die Garage nicht mehr benutzt werden könne.
Dadurch werde auch die Liegenschaft als Ganzes an Wert verlieren und
die Realisierung künftiger Umbauten erschwert. Ausserdem habe der
Beschwerdegegner nicht dargelegt, inwiefern Tier- und Pflanzenwelt mit
dem Uferverbautyp 3 geschützt und gefördert seien. Da die C._ auf
den restlichen Strecken weiterhin kanalisiert verlaufen werde, könne
aufgrund der Korrektur bei der Parzelle D._ nicht die Rede von einer
Renaturierung des Baches sein. Das Verhältnismässigkeitsprinzip sei
unbedingt zu beachten und das Interesse des Beschwerdeführers an einer
uneingeschränkten Nutzung seiner Gartenfläche und seiner Garage sei
höher zu gewichten als die Renaturierung des Baches auf der
vorgesehenen kurzen Strecke.
9. Am 11. Januar 2022 reichte der Beschwerdegegner die Duplik ein.
Insbesondere wurde gestützt auf Bildmaterial vorgebracht, dass der
Beschwerdeführer die Garage bzw. die Garagenzufahrt heute nicht mehr
regelmässig benutze. Weiter sei eine Nutzung des Gartenareals als
Garagenzufahrt auch in Zukunft zweifelhaft, da das Areal zu diesem
Zweck befestigt werden müsste. Dies würde eine Baubewilligung
benötigen, jedoch wäre ein Teil dieser Befestigungsfläche ausserhalb der
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Bauzone, sodass eine solche nicht zu erteilen wäre. Ausserdem erwähnte
der Beschwerdegegner, dass es primär darum gehe, die wasserbaulichen
Voraussetzungen zu schaffen, damit sich im Gewässerbereich naturnahe
Lebensräume entwickeln könnten. Ziel sei nicht eine vollständige
Revitalisierung des Baches. Schliesslich wurde noch festgestellt, dass im
Rahmen der Detailausgestaltung des Uferverbautyps 3 eine
Böschungsneigung 1:2 gewählt werden könne, sodass der Gartenraum
von 4.94 m (Böschungsneigung 1:3) auf 5.84 m vergrössert werden
könne.

Considerations:
II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Regierungsbeschluss
vom 7. September 2021, mitgeteilt am 8. September 2021 (Prot.
Nr. 815/2021), worin die vom Beschwerdeführer gegen das
Wasserbauprojekt "Verbauung C._" erhobene Einsprache teilweise
abgewiesen und die Projektgenehmigung erteilt wurde
(beschwerdeführerische Beilage [Bf-act.] 1). Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. d
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100)
können Entscheide der Regierung über öffentlich-rechtliche Streitigkeiten
mit Beschwerde ans Verwaltungsgericht weitergezogen werden, soweit
diese nicht nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind.
Dies ist hier nicht der Fall, weshalb das angerufene Verwaltungsgericht
des Kantons Graubünden zur Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit
örtlich und sachlich zuständig ist. Gemäss Art. 43 Abs. 2 lit. a VRG
entscheidet das Gericht in Fünferbesetzung, da das vorliegende
Anfechtungsobjekt ein Entscheid der Regierung ist.
1.2. Zur Beschwerde legitimiert ist, wer durch den angefochtenen Entscheid
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder
Änderung hat oder wer durch besondere Vorschrift dazu ermächtigt ist
(Art. 50 VRG). Der Beschwerdeführer ist als Adressat des angefochtenen
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Beschlusses vom Entscheid betroffen. Er ist zudem Eigentümer der
Parzelle D._ in B._. Nach dem durch den Beschluss
genehmigten Projekt "Verbauung C._" wird das rechte Bachufer
entlang der Parzellengrenze neugestaltet und verbaut, wodurch der
Bestand der Parzelle D._ verändert wird. Ausserdem wird während
der Bauphasen ein Randstreifen von 69 m2 Fläche von der
Parzelle D._ vorübergehend beansprucht. Als Eigentümer der
Parzelle D._ hat der Beschwerdeführer somit ein schutzwürdiges
Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen
Regierungsbeschlusses und folglich ist er auch zur Beschwerdeerhebung
legitimiert. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist daher einzutreten.
1.3. Vom Beschwerdeführer wurde ein Augenschein als Beweismittel
beantragt. Auf die Durchführung eines Augenscheins i.S.v. Art. 12 Abs. 1
lit. e VRG wird vorliegend verzichtet, da davon keine weiteren
Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE
147 IV 534 E.2.5.1, 136 I 229 E.5.3). Da sich dem Gericht bereits aufgrund
der Rechtsschriften und der beigelegten Akten – darunter vor allem das
eingereichte Bildmaterial (Bf-act. 7, 8, 9, und 10) – der Sachverhalt liquide
darstellt, erübrigt sich die Einholung von weiteren Beweismitteln.
2. Im vorliegenden Verfahren bildet der Streitgegenstand die Frage, ob die
Einsprache des Beschwerdeführers zurecht abgewiesen wurde.
Insbesondere wird vom Beschwerdeführer verlangt, dass die Ziff. A
(Projektgenehmigung für die Verbauung der C._) und B.1. letzter
Satz des Regierungsbeschlusses vom 7. September 2021, mitgeteilt am
8. September 2021, aufgehoben werden und dass der Uferverbautyp 1,
"Blocksatz trocken" (Bf-act. 5) anstatt des Uferverbauftyps 3, "Flachufer
mit Fussstein" (Bf-act. 6) entlang der Parzelle D._ realisiert werde.
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3.1. Klar und unbestritten ist vorliegend, dass der bereits verbaute C._
nach Art. 37 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über den Schutz der
Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG; SR 814.20), wonach
Fliessgewässer ausnahmsweise verbaut oder korrigiert werden dürfen,
wenn der Schutz von Menschen oder erheblichen Sachwerten es
erfordert, aus Hochwasserschutzgründen ausgebaut werden kann und
muss (vgl. auch Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Wasserbau
[WBG; SR 721.100]). Fraglich ist hingegen, wie der Ausbau vorgenommen
werden soll.
3.2. Die Grundsätze, an welchen sich eine Gewässersanierung zu orientieren
hat, sind im Bundesrecht enthalten. Unter anderem stellen die
gleichlautenden Art. 4 Abs. 2 WBG und Art. 37 Abs. 2 GSchG fest, dass
bei Eingriffen in ein Gewässer dessen natürlicher Verlauf möglichst
beibehalten oder wiederhergestellt werden muss. Ausserdem müssen die
Gewässer und Ufer so gestaltet werden, dass sie einer vielfältigen Tier-
und Pflanzenwelt als Lebensraum dienen können (lit. a), die
Wechselwirkung zwischen ober- und unterirdischen Gewässern
weitgehend erhalten bleibt (lit. b) und eine standortgerechte
Ufervegetation gedeihen kann (lit. c). Dabei ist zu beachten, dass diese
Anforderungen nicht nur innerhalb der Gewässerparzelle gelten, sondern
sich auf die angrenzenden Uferbereiche erstrecken, soweit diese im
Gewässerraum liegen. Diese Anliegen sind generell zu erfüllen,
unabhängig davon, wo das Gewässer durchfliesst. Dabei ist es auch nicht
entscheidend, ob es sich um ein ökologisch wertvolles Gebiet handelt oder
ob die Umgebung unter diesem Gesichtspunkt unattraktiv ist bzw. dass
dafür nur noch wenige Stellen in Frage kommen (HEPPERLE, in:
HETTICH/JANSEN/NORER [Hrsg.], Kommentar zum Gewässerschutzgesetz
und zum Wasserbaugesetz, Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 4 WBG Rz. 5;
vgl. auch Botschaft zur Volksinitiative "zur Rettung unserer Gewässer" und
zur Revision des Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer vom
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29. April 1987, BBl II 1061 S. 1142). Zudem bestimmt Art. 36a GSchG
i.V.m. Art. 41c der Gewässerschutzverordnung (GSchV; SR 814.201),
dass Gewässerräume nur noch extensiv gestaltet und bewirtschaftet
werden dürfen. Nur in überbauten Gebieten können Ausnahmen bewilligt
werden (Art. 4 Abs. 3 WBG, Art. 37 Abs. 3 GSchG), wobei als überbaute
Gebiete nur tatsächlich überbaute Flächen gelten.
4.1. Das Wasserbauprojekt "Verbauung C._" wurde von der Herzog
Ingenieure AG entwickelt und die beigelegten Pläne sowie die Berichte
zum Projekt sind als fachgemäss und schlüssig zu betrachten, was auch
vom Beschwerdeführer nicht bestritten wurde. Gemäss dem
Auflageprojekt soll das rechte Bachufer entlang der Parzellengrenze
(Parzelle D._, B._) neugestaltet und verbaut werden. Das
heutige rechte Ufer der C._ im Bereich der Parzelle D._ ist mit
einer steilen Blocksteinmauer verbaut (Bf-act. 8, Bilder "Bachverlauf von
Bahnbrücke gesehen mit Chesa F._ [Parzelle D._ und G._]
und Inn Mündung"). Aus der Projektgenehmigung (Bf-act. 1 S. 7) ist zu
entnehmen, dass diese Mauer nachteilig sei, weil sie den
Abflussquerschnitt bei Hochwasser einengt und damit Ausspülungen der
Bachsohle fördert. Hinzu kommen ökologische Defizite wegen fehlender
Vernetzung des Bachbiotops mit dem Umland.
4.2. Im genehmigten Projekt wurde der Uferverbautyp 3, "Flachufer mit
Fussstein" (Bf-act. 6) gewählt, hingegen verlangt der Beschwerdeführer
eine Verbauung der Ufer mit dem Uferverbautyp 1, "Blocksatz trocken"
(Bf-act. 5). Die zwei Uferverbautypen unterscheiden sich in zweierlei
Hinsicht: Der Uferverbautyp 1 wird mit einer Böschungsneigung von 2:3
realisiert, der Uferverbautyp 3 mit einer flacheren Böschungsneigung von
1:2 bis 1:3. Zudem wird der Uferverbautyp 1 mit mehreren
Steinblockreihen mauerartig bis auf eine Böschungshöhe von rund 1 m
stabilisiert, während beim Uferverbautyp 3 die Steinblöcke nur punktuell
am Böschungsfusspunkt eingebaut werden. Der Uferverbautyp 3 wurde
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laut dem Beschwerdegegner insbesondere deshalb gewählt, weil dies im
Hinblick auf die ökologischen Ziele deutlich vorteilhafter sei.
4.3. Der Beschwerdeführer bringt vor, dass die C._ bereits vor der Bahn-
Unterführung durch eine steile und enge Blocksteinmauer-Verbauung
hindurch verlaufe, so auch bei der Pension H._ (Parzelle I._)
und bei der Liegenschaft J._ (Parzelle G._). In diesen Bereichen
seien keine entsprechenden Korrekturen des Bachverlaufs mit einer
flacheren Böschungsneigung vorgesehen. Daraus soll nach dem
Beschwerdeführer der Schluss gezogen werden, dass in diesen Bereichen
keine Gefahr einer Ausspülung der Bachsohle und eines Hochwassers
bestehe und dass die ökologischen Ziele nicht zum Tragen kommen. Die
nur für Kurzabschnitte geplanten Massnahmen seien nicht geeignet, eine
ökologisch gerechte Verbauung zu erreichen, dafür sei ein erhöhter
Platzbedarf mit längeren Uferflächen notwendig.
4.4. Den Einwänden des Beschwerdeführers ist aber nicht zu folgen. Zunächst
ist festzustellen, dass vorliegend die vorgesehenen baulichen
Massnahmen den Uferbereich im Gewässerraum betreffen, sodass die
Anforderungen von Art. 4 Abs. 2 WBG und Art. 37 Abs. 2 GSchG zu
beachten sind (vgl. oben E.3.2). Nach diesen Bestimmungen ist keine
vollständige Renaturierung des Gewässers vorgesehen. Beabsichtigt ist
lediglich – aber immerhin – eine "möglichst" naturnahe Gestaltung des
Fliessgewässers. Das hat zur Folge, dass dort, wo mehrere Optionen
vorhanden sind, jene Option zu wählen ist, die den Anforderungen nach
Art. 37 Abs. 2 GSchG und Art. 4 Abs. 2 WBG am besten entspricht. Wie
der Beschwerdegegner ausführlich erläutert hat (Duplik, S. 4), sind enge,
monotone und befestigte Kanalisierungen zu vermeiden. Für den
Gewässeruferbereich massgebend ist dabei das Zusammenspiel
zwischen geometrischer Gestaltung (Böschungsuferneigung) und
Materialisierung (Beton, Steinblöcke, Bodenmaterial, Vegetation usw.). Je
flacher die Böschungsneigung, desto ausgedehnter und variabler gestaltet
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sich die ökologisch wertvollere Übergangszone zwischen Wasser und
Land. Eine flachere Böschung bedeutet mehr Breite für einen
Ufervegetationsstreifen entlang des Bachlaufs. Bei der Materialisierung ist
zu beachten, dass "harte" Baustoffe (Beton, Steinblöcke u.ä.) weniger
Lebensräume bereithalten als "weiche" (Bodenmaterial,
ingenieurbiologisch wirksame Vegetation) (vgl. auch Wasserbauprojekt
Verbauung C._, Technischer Bericht, April 2021, S. 35 Ziff. 5.6 sowie
S. 46 Ziff. 8.3). Vor diesem Hintergrund ist somit der Uferverbautyp 3 im
Grundsatz naturnaher, ökologischer und weniger "hart" als der
Uferverbautyp 1 und in dieser Hinsicht wurde dieser zurecht als beste
Option gewählt. Ausserdem kommt der Uferverbautyp 3 gemäss dem
Wasserbauprojekt nicht nur im Bereich der Parzelle D._, sondern
auch auf den Nachbarliegenschaften unmittelbar anschliessend
bachabwärts zum Einsatz sowie auch bachaufwärts überall dort, wo eine
Verbauung mit dem Uferverbautyp 3 möglich war (vgl. Plan Verbauung
C._, Auflageprojekt, Situation 1:500). Auf eine flachere Ausgestaltung
des Ufers wurde hingegen im Bereich der Bahn-Unterführung und bei der
Pension H._ (Parzelle I._) sowie bei der Liegenschaft J._
(Parzelle G._) insbesondere deshalb verzichtet, weil die
Böschungshöhen grösser sind und die Gebäude (z.B. Nr. K._ und
Nr. L._) markant näher am Bachlauf stehen.
5.1. In Art. 37 Abs. 2 GSchG bzw. Art. 4 Abs. 2 WBG wird vorgeschrieben,
dass der natürliche Verlauf des Gewässers "möglichst" beibehalten oder
wiederhergestellt werden muss. Damit ist gemäss Bundesgericht gemeint,
dass über die zu treffenden Massnahmen aufgrund einer
Interessenabwägung zu entscheiden ist und dabei alle auf dem Spiel
stehenden Interessen zu berücksichtigen sind (Urteile des Bundesgerichts
1A.151/2002 vom 22. Januar 2003 E.5.1, 1A.62/1998 vom 15. Dezember
1998 E.4d [veröffentlicht in: ZBl 101/2000 S. 323 ff.]; vgl. auch Urteil des
Verwaltungsgerichts [VGU] R 06 52 vom 24. Oktober 2006 E.3b).
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Beispielweise kann die Notwendigkeit grosser Terrainveränderungen
einer durchgehenden Revitalisierung im Wege stehen und Anforderungen
der Eigentumsgarantie können Projektanpassungen im Detail notwendig
machen (vgl. HEPPERLE, a.a.O., Art. 4 WBG Rz. 12; FRITZSCHE, in:
HETTICH/JANSEN/NORER [Hrsg.], a.a.O., Art. 37 GSchG Rz. 44 f.).
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdegegners (Stellungnahme,
S. 4) zielt die Berufung auf das Verhältnismässigkeitsprinzip somit nicht
von vornherein an der Sache vorbei.
5.2. Insbesondere bringt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vor,
dass sein Grundstück mit dem Uferverbautyp 3 und der daraus
resultierenden flacheren Böschung zum Bach stark in Anspruch
genommen und durch das Vorhaben verändert werde. Die
Parzelle D._ werde dem Ufer entlang über eine Breite von über
1.50 m für die Böschung verwendet, sodass die bestehende Flächenbreite
der Garten- und Grünfläche zwischen der Liegenschaft und dem Bach
C._ von 7.42 m auf 5.87 m reduziert werde. Dadurch werde die
Garagenzufahrt derart verkürzt, dass der Manövrierraum für die Ein- und
Ausfahrt der Garage für ein Auto ungenügend sei und eine Nutzung der
Garage folglich nicht mehr oder allenfalls nur unter erschwerten
Bedingungen möglich sei. Folglich erleide die Liegenschaft als Ganzes
eine markante Werteinbusse auch im Hinblick auf einen künftigen Umbau
der Liegenschaft in Stockwerkeinheiten. Dem Interesse an einer
naturnahen Gestaltung der C._ im Bereich der Parzelle D._
steht somit das Interesse des Beschwerdeführers am Erhalt der
Gartenfläche und an der einwandfreien Nutzung seiner Garage
gegenüber.
5.3. Dem eingereichten Situationsplan sowie dem Querprofil
(beschwerdegegnerische Beilage [Bg-act.] 2 und 3 zur Duplik) ist zu
entnehmen, dass bei einer Verbauung des Ufers nach dem
Uferverbautyp 3 und einer Böschungsneigung von 1:3 der Abstand
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zwischen der Gebäudefassade (Gebäude Nr. 334) und der
Uferböschungsoberkante 4.94 m betragen würde, bei einer
Böschungsneigung von 1:2 würde er 5.84 m betragen. Bei einer
Verbauung des Ufers nach dem Begehren des Beschwerdeführers
(Uferverbautyp 1) wäre der Abstand zwischen der Böschungskante und
der Gebäudefassade 6.26 m (aktuell beträgt der Abstand 7.50 m). Bei der
Variante Uferverbautyp 3 mit einer Böschungsneigung von 1:2 wäre somit
der Abstand 0.42 m kürzer als beim Uferverbautyp 1. Der
Beschwerdegegner stellt in seiner Duplik fest, dass bei der
Detailausgestaltung dem Anliegen des Beschwerdeführers teilweise
Rechnung getragen werden könne, wenn die Variante Uferverbautyp 3 mit
einer Böschungsneigung von 1:2 gewählt werde. Diese Lösung ist zu
begrüssen, da dadurch allen Interessen am besten Rechnung getragen
werden kann: Der Beschwerdeführer muss auf weniger Gartenfläche
verzichten und gleichzeitig können die ökologischen und
gewässerschutzrechtlichen Anliegen besser erfüllt werden. Hingegen
wäre beim Uferverbautyp 1 aus ökologischer Sicht praktisch keine
Verbesserung zu erwarten, wenngleich die verbleibende Gartenfläche
grösser wäre. Das Interesse an einer naturnäheren Gestaltung des Ufers
im Bereich der Parzelle D._ ist somit höher zu gewichten als das
Interesse des Beschwerdeführers am Erhalt der gesamten Gartenfläche.
5.4. Ausserdem – wie auch vom Beschwerdeführer ausgeführt wurde – bleibt
das Manövrieren eines Personenfahrzeuges möglich, wenn auch unter
erschwerten Umständen. Hinzu kommt noch, dass aufgrund der vom
Beschwerdegegner eingereichten Beilagen und Ausführungen (Duplik
S. 2 f.; Bg-act. 1 zur Duplik) es zumindest fraglich erscheint, ob der
Beschwerdeführer tatsächlich den Garten als regelmässige Zufahrt für die
Garage braucht. Zusammenfassend ergibt sich daher, dass das Interesse
des Beschwerdeführers am Erhalt der gesamten Gartenfläche hinter die
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gewässerschutzrechtlichen Anliegen tritt und er in der Folge die
Realisierung des Uferverbautyps 3 zu dulden hat.
6. Nicht einschlägig ist ebenfalls die Ausnahme vom Revitalisierungsgebot
nach Art. 37 Abs. 3 GSchG bzw. gleichlautend Art. 4 Abs. 3 WBG, da eine
solche nur zum Tragen kommt, wenn der fragliche Raum "überbaut" ist.
Als überbaute Gebiete gelten Siedlungsgebiete, in denen eine naturnahe
Gestaltung des Fliessgewässers wegen bereits bestehender
Überbauungen nicht mehr realisierbar ist (Urteile des Bundesgerichts
1A.62/1998 vom 15. Dezember 1998 E.4c [veröffentlicht in: ZBl 101/2000
S. 323 ff.], 1C_164/2012 vom 30. Januar 2013 E.8.4.1). Die blosse
Zuteilung eines Gebiets zu einer Bauzone bzw. der Erlass einer
Überbauungsordnung genügt nicht, um ein Gebiet als überbautes Gebiet
zu qualifizieren. Als überbaute Gebiete gelten daher nur tatsächlich
überbaute Gebiete (FRITZSCHE, a.a.O., Art. 37 GSchG Rz. 53; HEPPERLE,
a.a.O., Art. 4 WBG Rz. 19). Das heutige rechte Ufer der C._ im
Bereich der Parzelle D._ ist mit einer Blocksteinmauer verbaut. Da
diese aber ursprünglich ohne Baubewilligung erstellt wurde, fällt sie nicht
unter die Besitzstandsgarantie. Im Bereich, in dem die Bachverbauung zu
liegen kommt, befinden sich ausserdem lediglich Wiesen (Rasen),
Gartenmöbel und ein Holzlattenzaun, also sind keine bewilligten Anlagen
oder Bauten betroffen. Folglich gilt der Bereich nicht als überbaut i.S.v.
Art. 37 Abs. 3 GSchG resp. Art. 4 Abs. 3 WBG und daher ist ein
Abweichen vom Revitalisierungsgebot nach Art. 37 Abs. 2 GSchG bzw.
Art. 4 Abs. 2 WBG nicht gestattet. Zu erwähnen ist auch, dass der
Beschwerdegegner in der Stellungnahme (S. 5) festgestellt hat, dass die
Bodenvegetation (Rasen/Wiesen) sowie der Zaun ohne grossen Aufwand
angepasst oder wiederhergestellt werden können. Schliesslich ist der Teil
der Parzelle D._, der als Bauzone eingetragen ist, vom
Wasserbauprojekt "Verbauung C._" nicht tangiert (Bg-act. 2 zur
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Duplik) und deshalb ergeben sich auch keine Einschränkungen für
allfällige künftige Bauprojekte.
7. Nach dem Gesagten ist somit festzustellen, dass sich das genehmigte
Auflageprojekt "Verbauung C._" als rechtmässig erweist und somit
die gegen den Regierungsbeschluss vom 7. September 2021, mitgeteilt
am 8. September 2021, erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtkosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Das Gericht
erachtet dabei ermessensweise (Verfahren mit doppeltem
Schriftenwechsel) eine Staatsgebühr von CHF 1'500.-- zzgl.
Kanzleigebühren für angemessen und gerechtfertigt.
8.2. Aussergerichtlich stehen weder der Beschwerdegegnerin noch dem
Beschwerdegegner eine Parteientschädigung zu, weil sie beide lediglich
im Rahmen ihres amtlichen Wirkungskreises gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG
obsiegt haben.