Decision ID: fbea88fc-f61e-4160-b246-8d30e1d730c8
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1970 geborene und als Gipser erwerbstätig gewesene
X._
meldete sich am
22. Oktober 2008
unter
Hinweis auf psychische Probleme und
Rheuma bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, zum Bezug einer Invalidenrente an (Urk. 13/7
)
. Daraufhin tätigte die IV
Stelle Abklärungen in erwerblicher
H
insicht und holte Auskünfte der behandelnden Ärzte ein.
Gestützt darauf stellte sie mit
Vorbescheid vom
11. Juni
2009
die
Zusprechung einer ganzen Rente ab 1. Januar 2009
bei einem Invaliditätsgrad von 77 %
in Aussicht (Urk. 13/30)
. Nach Intervention des
Krankentaggeldversi
cherers
, welcher seine Taggeldleistungen mangels einer relevanten Arbeitsunfä
higkeit per 31. Juli 2009 eingestellt hatte
(Urk. 13/35-37), lud die IV-Stelle den Versicherten auf den 14. Januar 2010 zu einem Standortgespräch im Regiona
len Ärztlichen Dienst (RAD) ein (Urk. 13/40
, Urk. 13/90 S. 2
).
Mit Schreiben vom 21. Januar 2010
forderte
sie ihn
unter Hinweis
auf seine
Schadensminde
rungspflicht
auf, sich innert zwei Monaten einer störungsspezifisch orientierten therapeutischen Massnahme zu unterziehen (Urk. 13/49)
. Mangels Kostengut
sprache des Krankenversicherers für eine stationäre Rehabilitation begann der Versicherte eine ambulante Physiotherapie
, welche
allerdings
zu keiner Besse
rung
seiner Beschwerden führte
(Urk. 13/59
63
, Urk. 13/75
/1
).
Vielmehr meldete er m
it
Revisionsfragebogen vom 25. Juni 2010
eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes
(Urk. 13/71)
.
V
om 11
.
April bis
9.
Mai 2011 war der Versi
cherte in der
Y._
hospitalisiert (vgl.
Urk.
13/86 S. 8). Am 2
1.
März 2011 gab
die IV
Stelle bei
der MEDAS
Z._
ein
polydis
ziplinäres
G
utachten in Auftrag
(Urk. 13/79 f.)
.
Gestützt auf die
Schlussfolge
rungen
des MEDAS
Gutachtens vom 15. März 2012 (Urk. 13/86)
stellte
s
ie dem Versicherten mit erneutem Vorbescheid vom 24. Juli 2012 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 13/92). Nach Eingang
der
Stellungnahme vom 29. Oktober 2012 (Urk. 13/99) verfügte sie am 28. November 2012 im angekündigten Sinne (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 14. Januar 2013 Beschwerde mit dem Rechts
be
gehren um Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen (Invalidenrente, beruf
liche Massnahmen; Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 15. Mai 2013 schloss die Verwaltung
unter Beilage eines aktuellen Arztberichts (
Urk.
14)
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
12
), was dem Beschwerdeführer am 18. Juni 2013 mitgeteilt wurde (Urk. 15).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
Während die Beschwerdegegnerin gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 15. März 2012 eine relevante, dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
vernein
t
e
(Urk. 2, Urk. 12),
zog
der Beschwerdeführer
die Beweistauglichkeit dieses
Gutachten
s
in Zweifel
(Urk. 1).
3.
3.1
Im MEDAS-
Gutachten vom 15. März 2012
wurden folgende
Diagnosen gestellt (
Urk. 13/86
S.
16
):
-
Chronifiziertes
Ganzkörperschmerzsyndrom ohne adäquates organisches Korrelat am Bewegungsapparat
-
Erhebliches extrapyramidales Syndrom bei medikamentöser
Polypragmasie
mit Gefahr eines
s
erotonergen
malignen Syndroms
-
Leichtgradige
generalisierte Angststörung
,
bei deren Genese das hohe
Krankheits
gefühl
des Exploranden, welches medizinisch nur ungenügend erklärt werden kann, eine Rolle spielt (ICD-10 F41.1)
-
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
Low-dose-
Opioidabhängigkeit
(ICD-10 F11.25)
Als
Nebenbefunde
nannten
die Gutachter weiter
(Urk. 13/86 S. 16)
:
-
Rezidivierende Harnwegsinfekte unklarer Genese
-
Varikosis
am rechten Bein
-
Status nach
Inguinalhernienoperation
beidseits
Weiter führten
sie
aus,
beim
Beschwerdeführer
stünden
Schmerzen
in sämtli
chen Gelenken und Muskeln im Vordergrund
. Diese seien
von hoher Intensität
und
wechselten
spontan die Lokalisation. Die Beschwerden verschlechterten sich durch Wetterwechsel, Kälte, morgendliches Aufstehen, Stress und Ärger. Abge
sehen von den Medikamenten kenne der Explo
rand keine bessernden Faktoren
(Urk. 13/86 S.
11, S.
15).
Die rheumatologische
Konsiliaruntersuchung
habe sich aufgrund des grotesken Schmerzverhaltens des Beschwerdeführers ausserordentlich schwierig gestaltet.
Weder für den grotesken Gang
noch
für den intermittierend auftretenden
grob
schlägigen
Tremor der oberen oder unteren Extremitäten gebe es aus rheuma
tolo
gischer Sicht eine Erklärung
. Es liege ein extrem
disfunktionales
Schmerz
verhalten
vor und es bestehe der Eindruck einer Aggravation oder Simulation. Gemäss den Akten
hätten seit 2008 wiederholte und umfangreiche Abklärungen stattgefunden, ohne dass für die vorgebrachten Beschwerden eine rheuma
tologische Diagnose habe gestellt werden können. Insbesondere habe der Ver
dacht auf ein Reitersyndrom nicht bestätigt werden können.
Dieses
sei durch eine Arthritis, Urethritis und Konjunktivitis beziehungsweise Iritis
charakteri
siert
. Weder klinisch noch bildgebend habe in der Vergangenheit eine Arthritis objektiviert werden
können
und es habe sich auch nie ein Anhaltspunkt für eine Urethritis oder für einen Augenbefall gefunden. Retrospektiv könne dieser Ver
dacht definitiv fallengelassen werden. Hingegen dürften die erheblichen Symp
tome einer extrapyramidalen Bewegungsstörung mit grosser Wahrscheinlichkeit mit der medikamentösen
Polypragmasie
unter Verwendung zentralwirksamer Pharmazeutika in Zusammenhang stehen. Aus rheumatologischer Sicht könne kein fassbarer pathologischer Befund diagnostiziert werden, welcher eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten oder einer
Verweistätig
keit
begründen würde (Urk. 13/86 S. 13
, S. 21, S. 23 f.
).
Aus psychiatrischer Sicht leide der Beschwerdeführer unter einem chronischen Schmerzsyndrom bei
somatoformer
Schmerzstörung ohne psychiatrische
Ko
mor
bidität
. Er beklage
S
chmerzen in allen Gelenken und Muskeln und bezeichne seine psychische Befindlichkeit als permanent auf die Schmerzen konzentriert und reduziert. Er sei lärmempfindlich, vermindert belastbar, leide unter vermindertem Selbstwertgefühl, Freud- und Lustlosigkeit, eingeschränkter Konzentrationsfähigkeit, Vergesslichkeit, Sterbenswünschen, Ein- und
Durch
schlafstörungen
sowie Schamgefühlen. Im klinischen Untersuch stehe das auf
fällige Schmerzgebaren im Vordergrund. Die Psychomotorik sei auffällig, der Gesichtsausdruck finster. Der Explorand mache einen schwer besinnlichen, fast pseudodementen Eindruck und gebe sich Mühe, als schwer kranker Mensch wahrgenommen zu werden. Der Antrieb scheine nicht gestört. Im Affekt wirke der Beschwerdeführer depressiv gereizt. In der weiteren Exploration sei ein tiefes Tagesaktivitätsniveau
erhoben worden
, welches anhand der klinischen
Untersuchung nur ungenügend durch die Depressivität erklärt werden könne. Aus den medizinischen Berichten gehe hervor, dass 2008 durch den behandeln
den Psychiater eine Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt diagnostiziert
worden sei. D
ie begleitende 100%ige Arbeitsunfähigkeit
sei
aber nicht plausibili
si
ert worden. Auch habe unter dieser Diagnose eine einmonatige psychiatrische
Hospitalisation
in der
A._
stattgefunden. Aller
dings sei es nicht gelungen, trotz medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung die Symptomatik positiv zu beeinflussen. Diese therapeutischen Misserfolge zögen sich wie ein roter Faden durch die medizinischen Akten und es sei heute nicht nachvollziehbar, inwieweit das psychiatrische
Krankheitsmo
dell
von Angst und Depression gemischt nicht schon früher in Frage gestellt worden sei. Aus heutiger Sicht spielten bei der Krankheitsgenese dieses Explo
randen soziokulturelle und lebensgeschichtliche Faktoren eine wesentliche Rolle (Urk. 13/86 S. 14
, S. 27 f., S. 33 ff.
).
Im Rahmen
der
vom Krankentaggeldversicherer in Auftrag gegebenen
gut
achterli
chen Untersuchung durch Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (Gutachten vom 1. Mai 2009; Urk. 13/26 S. 7 ff.)
,
seien
diesel
ben Befunde
erhoben worden
. Danach bestünden keine Anhaltspunkte
für eine genuine depressive oder ängstliche Symptomatik
. D
ie Beschwerden
ent
sprächen
eher einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung mit erheblicher Aggra
va
tion und Selbstlimitierung ohne gleichzeitig vorhandene psychiatrische
Komor
bidität
. In der aktuellen Exploration
könnten
psychiatrische Erkrankun
gen wie Major Depression, Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis,
eine
posttraumatische Belastungsstörung oder konversionsneurotische Störung verneint werden. Eher spielten in der Krankheitsgenese autosuggestive Faktoren,
beziehungsweise
das Gefühl
,
schwer krank zu sein, eine wesentliche Rolle. Eine Willensanspannung zur Überwindung der Schmerzen sei nach den
Foers
ter’schen
Kriterien zu bejahen
.
Das ausgeprägte Krankheitsgefühl des Exploran
den habe die behandelnden Ärzte zu einer medikamentösen
Polypragmasie
verleitet. So nehme der Beschwerdeführer täglich mindestens sechs oder mehr verschiedene Psychopharmaka, begleitet von peripher- und zentralwirksamen Analgetika ein. Damit bestehe ein hohes Risiko eines
S
erotonergen
Syndroms und es müssten zumindest einzelne der beklagten Symptome dieser
Polyprag
masie
zugeordnet werden.
Aus psychiatrischer Sicht sei dem Beschwerdeführer keine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten oder einer Verweistätigkeit zu attestieren (Urk. 13/86 S. 14
, S. 36 f
f.).
Gestützt darauf kamen die Gutachter zum Schluss, dass der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als Gipser uneingeschränkt arbeitsfähig sei (Urk. 13/86 S. 17).
3.2
Gegen das MEDAS-Gutachten vom 15. März 2012 wendet der Beschwerdeführer ein, die Gutachter hätten nicht über aktuelle und vollständige Akten verfügt (Urk. 1 S. 4 ff.). Dem ist zu entgegnen, dass die Gutachter
in
sämtliche im Besitz der Beschwerdegegnerin
gestandene medizinische
n
Akten
Einsicht n
a
hme
n
und sich mit den wesentlichen darin enthaltenen Aussagen auseinandersetzten. Durch die
se
Vorakten
wie auch den ergänzend eingeholten Bericht der
Y._
,
die eingeholten Auskünfte der behandelnden Ärzte (Urk. 13/86 S. 8, S. 12)
und die Angaben des Beschwerdeführers (Urk. 13/86 S. 11, S. 20) vermochten sie sich über die Entwicklung und den Verlauf der geklagten Schmerzen sowie über die verschiedenen Behandlungen ein zuverlässiges Bild
zu
machen.
Dem Beschwerdeführer ist zwar beizupflichten, dass die den Gut
achtern unterbreitete Aktenlage nicht ganz vollständig war. Aus
prozessökono
mischen
Gründen rechtfertigt sich indes eine Rückweisung der Sache nicht, wie im Folgenden zu zeigen ist.
So liegt vom
C._
kein Bericht vor. Dort war der Beschwerdeführer indes lediglich in physiotherapeutischer, aber nicht in ärztli
cher Behandlung (vgl. Urk. 13/63
64). Ein Bericht des Physiotherapeuten wäre von vornherein nicht geeignet, den Beweiswert der fachärztlichen Einschätzung im Gutachten zu schmälern, denn die Beurteilung des Gesundheitszustandes obliegt den Ärzten und Ärztinnen (vgl. vorstehend E. 1.4). Der Beschwerde
führer hat im Übrigen auch nicht dargelegt, inwiefern die Rheumatologen des
C._
massgeblich hätten zum Entscheid beintragen können, denn vorliegend ist im Wesentlichen die Beurteilung von psychischen Leiden zu prüfen.
Über die am
9.
Februar 2011 bei
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, aufgenommene Behandlung (vgl. Urk. 14
Ziff.
1.2) hat der Beschwerdeführer die Beschwerdegegnerin nicht in Kenntnis gesetzt, obwohl er am 2
1.
März 2011 über die in Aussicht genommene Begutachtung informiert wurde (
Urk.
13/80). Er hat die Behandlung erstmals gegenüber dem Gutachter erwähnt (
Urk.
13/86 S. 11), weshalb es der Beschwerdeführer selber zu vertreten hat, dass ihm kein Bericht von
Dr.
D._
zur Beurteilung vorlag.
Die fehlende Auseinandersetzung der Gutachter mit dem im Feststellungsblatt vom 2
4.
Juli 2012 festgehaltenen Darlegungen des RAD-Arztes
Dr.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (
Urk.
13/90/2), vermag das Gut
achten ebenso wenig zu entkräften. Die Ausführungen von
Dr.
E._
basieren einzig auf einem ärztlichen Standortgespräch (vgl.
Urk.
13/40) und nicht auf einer eigentlichen fachärztlichen Exploration. Dementsprechend kommt dem RAD-Bericht von
Dr.
E._
, der einen physischen und psychi
schen Gesundheitsschaden mit Krankheitswert (Schmerzentwicklung im linken
Schultergelenk mit Ausstrahlung in den Rücken und inzwischen eingetretener Schmerzverarbeitungsstörung) postulierte (
Urk.
13/90/2 Mitte), beweisrechtlich a priori keine massgebende Bedeutung zu. Dies gilt umso mehr, als
Dr.
E._
selbst festhielt, aus versicherungsmedizinischer Sicht könne über die
Restar
beitsfähigkeit
zur Zeit
nicht befunden werden.
Von den behandelnden
Dr.
med.
F._
,
Facharzt für
Psychiatri
e und Psychothera
pie
, und
Dr.
med.
G._
, prakt. Arzt, liegen die Berichte vom 2
2.
Januar 2009 (
Urk.
13/26) respektive
9.
März 2009 (
Urk.
13/21) im Recht, welche von den Gutachtern berücksichtigt wurden (
Urk.
13/86 S. 4 und S. 6 f.). Von
Dr.
G._
haben die Gutachter sodann eine telefonische Auskunft eingeholt (
Urk.
13/86 S.
11 f.). Wenn keine aktuellen Atteste mehr eingeholt wurden, tut dies dem Beweiswert des MEDAS-Gutachtens keinen Abbruch, denn dieses diente doch gerade dazu, die medizinischen Unklarheiten im Zeitpunkt der
Entscheidfindung
auszuräumen. Bei
Dr.
F._
stand der Beschwerdeführer zudem gar nicht mehr in Behandlung (vgl.
Urk.
18/86 S. 11 f. und
Urk.
14
Ziff.
1.2). Aus den medizini
schen Akten geht auch nicht hervor, dass sich der Gesundheitszustand im Ver
lauf massgeblich verändert hätte (vgl. dazu
Urk.
13/16/7
Ziff.
5.1), was selbst der Beschwerdeführer nicht geltend machte, weshalb auf den
Beizug
aktueller Berichte der behandelnden Ärzte verzichtet werden konnte.
Die Beschwerdegegnerin hat ferner davon abgesehen, vom behandelnden Dr. med.
H._
, Facharzt
für
Kinder- und Jugendpsychiatrie
, einen Bericht ein
zuholen. Inwiefern dieser an der gutachterlichen Einschätzung etwas geändert haben könnte, legte der Beschwerdeführer auch nicht dar, zumal bereits Dr.
F._
und
Dr.
D._
über die psychiatrischen Verhältnisse berichtet haben. Zudem stand der Beschwerdeführer im Begutachtungszeitpunkt auch bei Dr.
H._
nicht mehr in Behandlung
, weshalb dieser Mangel dem MEDAS-Gutachten nicht schadet.
3.3
Entgegen der Meinung des Beschwerdeführers
trifft es
weiter
nicht zu, dass sich die Gutachter zur Frage der Auswirkungen des andauernden
Medikamenten
konsums
auf die Arbeitsfähigkeit
nicht
geäussert hätten (Urk. 1 S. 6 f.)
. Viel
mehr
wiesen
sie
in jedem Teilgutachten und auch in der zusammenfassenden
konsensualen
Beurteilung auf die problematischen Nebenwirkungen der vom Beschwerdef
ührer eingenommenen Medikamente
hin und empfahlen einen Medikamentenentzug.
Eine Medikamentenabhängigkeit für sich allein
begrün
det rechtsprechungsgemäss
keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird sie invalidenversicherungsrechtlich erst relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher, geistiger oder
psychischer, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden ein
getreten ist, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen, geistigen oder psy
chischen Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt (Urteil des Bundesgerichts 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 2).
Dies ist vorliegend nicht der Fall
, liegt doch beim Beschwerdeführer weder eine den Medikamentenmiss
brauch verursachenden Grunderkrankung
vor
, noch hat dieser eine
Folgeer
krankung
bewirkt.
Demzufolge ist auch
dieser
Einwand des Beschwerdeführers nicht zu hören.
3.4
Das
MEDAS-Gutachten vom 15. März 2012
erfüllt die von der Rechtsprechung aufgestellten Kriterien für eine beweiskräftige Entscheidungsgrundlage. Es beruht auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen, berücksichtig die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie
mit
dem
offensichtlich
inkonsistenten Verhalten
des
Beschwerdeführers auseinander.
Weiter
leuchtet
das Gutachten
in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammen
hänge ein. Insbesondere begründeten die Gutachter ihre Schlussfolgerungen
aus fachärztlicher und interdisziplinärer Sicht
in einer Weise, dass sie vom medizi
nischen Laien prüfend nachvollzogen werden können (
vgl.
BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U.
Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der S
ozialversicherung, BJM 1989, S.
30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztlic
he Gutachten, 3. Aufl. 1994, S.
24 f.).
Die Gutachter erhoben keine Gesundheitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit. Der begutachtende Psychiater legte
abgestützt auf die
Foersterschen
Kriterien
dar, dass dem Beschwerdeführer
die Willensanspannung zur Überwin
dung der Schmerzen zumutbar
sei (
Urk.
13/86/37-39). In
nachvollziehbare
r
Gesamtwürdigung der obigen Kriterien
gelangten die Gutachter
zum Schluss, die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
sei nicht eingeschränkt.
An diesen Schlussfolgerungen vermögen die abweichenden Einschätzungen durch die behandelnden
Dr.
G._
im Bericht vom
9.
März 2009
(
Urk.
13/21
) und
Dr.
D._
im
Bericht vom
2.
Mai 2013
(
Urk.
14)
nichts zu ändern. B
eide attes
tieren dem Beschwerdeführer eine
anhaltende Arbeitsunfähigkeit von
100
%, ohne auf die Frage einzugehen, was
dem Beschwerdeführer
bei Aufbringung allen guten Willens noch zugemutet
werden
könnte (Anforderungsprofil, Pen
sum, Pausenbedarf), beziehungsweise aus welchen (medizinischen) Gründen er überhaupt keine Erwerbstätigkeit mehr ausüben könne.
Der Allgemeinpraktiker
Dr.
G._
vermag sodann die aus psychiatrischer Sicht zumutbare Arbeitsfähigkeit nicht zuverlässiger zu beurteilen als die Fachärzte.
Dr.
D._
schloss eine schwere psychische Erkrankung ausdrücklich aus und sprach von einer andauernden Persönlichkeitsänderung (ICD-10 F62.9). Sie äusserte sich jedoch nicht dazu, ob dieser Störung Krankheitswert zukomme (vgl. vorstehend E. 1.2). Sie weist
mit Bezug auf die bestehenden körperlichen, geistigen und psychischen Einschränkungen auf die Angabe des Beschwerde
führers hin, er fühle sich physisch und psychisch nicht in der Lage
,
auf seinem Beruf zu arbeiten. Daraus schliesst sie, dass man mit einer wirtschaftlich ver
wertbaren Arbeitsleistung sehr wahrscheinlich nicht rechnen könne (
Urk.
14 S.
3). Eine fachärztliche Begründung für objektivierbare, psychisch bedingte Ein
schränkungen lässt sich ihrem Bericht nicht entnehmen. Vielmehr räumte sie ein, dass man beim Beschwerdeführer nicht von einer schweren psychischen Krankheit reden könne (
Urk.
14 S. 4).
3.
5
Die Beschwerdegegnerin hat demzufolge zu Recht auf das
MEDAS
-Gutachten vom
15. März 2012
abgestellt und ist davon ausg
egangen, dass beim Beschwer
defüh
rer
eine relevante, dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nie aus
gewiesen war
, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
4.
Die Kosten des Verfahrens sind
auf Fr.
7
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tr
agen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).