Decision ID: 9cb6bdfb-35ef-4a35-88de-6fcc6d260641
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die
y._
Staatsangehörige
X._
, geboren 19
84
,
begann im Jahr 2000 in
Z._
eine Friseurausbildung, welche sie aber nicht abschloss (Urk. 9/1/5
, Urk. 9/2/1
). Im Jahr 2005 reiste sie
aus
Y._
in die Schweiz ein (Urk.
9/1
/1
).
Nach verschiedenen Tätigkeiten in der Gastronomie (
vgl.
Urk.
9/9-10)
war sie
vom 1
5
.
März 2016
bis
3
1.
August 2020
bei der
A._
AG respektive
B._
GmbH
in einem Pensum von
100
% als
Teamleiterin Kundendienst & Inkasso-Sach
bear
beit
ung
beschäftigt
(
Urk. 9/1/1
,
Urk. 9/11
). Am
2
5.
September
20
20
(Ein
gangsdatum) mel
dete sie sich unter Hinweis auf
seit dem Jahr 2018
be
stehende gesundheitliche
Beeinträchtigungen durch ein
e chro
nische obstruk
tive Lungen
erkrankung (
chronic
obstructive
pulmonary
disease
, COPD) - GOLD 2 mit Lun
gen
emphyse
m
bei Alpha
-1-
Antitrypsin
-
Mangel (Genotyp
PiZZ
), ein aller
gisches Asthma, eine Neurodermitis und eine Depression
(Urk.
9
/
1
/6) bei der Sozial
ver
sicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungs
bezug an (Urk.
9/1
,
Urk.
9/4
).
Nebst Abklärungen in beruflich-erwerb
licher Hinsicht (insbes.
Urk.
9/10-11) tätigte d
ie IV-Stelle
Abklärungen zum medizinischen Sachverhalt. Dazu gehörte namentlich der
Beizug
der Akten der Krankentag
geldversicherung, der AXA Versicherungen AG (
nachfolgend: AXA,
Urk.
9/3).
Alsdann forderte
die
IV-Stelle das Psychothera
peu
tische Ambulato
rium
C._
zur Berichterstattung auf und erhielt
den von der Psycho
login
D._
verfassten und
von
der
behandelnden Psychiaterin
D
r.
med.
E._
,
FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie,
eingesehen
en
und mitunterzeichneten
Bericht vom 2
3.
Novem
ber 2020 (
Urk.
9/13)
.
Beim behandelnden
Pneumologen
,
Dr.
med.
F._
, Chefarzt Pneumologie, Spital
G._
, holte sie
sodann
den Bericht vom 2
2.
Dezember 2020 (
Urk.
9/18) ein.
Mit Vor
bescheid vom
12
.
Januar
202
1
kündigte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leistungs
begehrens
(Eingliederungs
mass
nah
men und Rente)
an (Urk.
9
/
21
).
Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass aus
pneumologischer
Sicht für eine leichte ange
passte Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. In psy
chischer Hinsicht liege eine behandelbare gesund
heitliche Einschränkung vor, weshalb keine langan
dauernde gesundheitliche Einschränkung
gegeben sei
(
Urk.
9/21 S. 2).
Dagegen erhob die Ver
sicherte
am
29
.
Januar
202
1
Einwand (
Urk. 9/22
).
Mit der
Ein
wand
ergänzung
vom 1
2.
Februar 2021 (
Urk.
9/27
) liess sie
bei der IV-Stelle die Stellungnahme des beratenden Arztes der AXA,
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
0.
November 2020
einreichen
(Urk. 9/28).
Hernach zog die IV-Stelle
weitere
Akten
der AXA
bei (
Urk.
9/36).
Am 1
6.
Juni 2021 nahm
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für P
sychiatrie und Psycho
therapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle, Stellung (Urk. 9/39).
Na
ch Prüfung des
Einwandes (vgl. Urk. 9
/
39
) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten mit Verfügung vom 2
8
.
Juni
2021 wie vorbeschieden ab (Urk. 2).
2.
2.1
Dagegen erhob
X._
am
30. August
2021 Beschwerde (Urk. 1). Sie beantragte (Urk. 1 S. 2):
«
1.
Es
sei
die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
8.
Juni 2021
aufzu
he
ben.
2.
Es sei der
Beschwerdeführerin
der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen (insbes. Arbeitsintegration) zuzusprechen
.
3.
Eventualiter
: Es
sei
ein neutrales
bidisziplinäres
Gutachten mit den Fachrich
tungen Psychiatrie und Pneumologie anzuordnen
.
4.
Subeventualiter
: Es sei der Beschwerdeführerin nach Abschluss der Einglie
derungs
massnahmen eine angemessene IV-Rente auszurichten
.
5.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt
.
zu Lasten der
Beschwerdegegnerin
.»
Mit Eingabe vom 30. August 2021 reichte die Beschwerdeführerin den Bericht von Dr.
F._
und Dr. med.
J._
, Assistenzärztin Spital
G._
, vom 6. August 2021 (Urk. 6) ein (Urk. 5)
.
2.2
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
4
.
Oktober
2021 Abweisung der Beschwerde (Urk.
8
, unter Beilage der IV-Akten, Urk. 7/1-
43), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1
1.
Oktober
2021 zur Kenntnis
gebracht
wurde
(Urk.
9
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerde
führerin auf IV-Leistungen (Eingliederungsmassnahmen und Rente) zu Recht verneint hat.
1.2
In der angefochtenen Verfügung vom
2
8.
Juni 2021
führte die Beschwerde
geg
nerin im Wesentlichen aus, dass sich aufgrund der
pneumologischen
Befunde bei einem Arbeitsplatz ohne Staubexposition keine Einschränkung der Arbeits
fähig
keit
der Beschwerdeführerin
ergebe. Aufgrund der Allergien der Beschwer
de
füh
rerin sollte keine Tätigkeit mit Allergenkontakt ausgeübt werden, beispiels
weise eine Tätigkeit in der Natur während der Pollenzeit. Die Ausübung einer administ
ra
tiven Tätigkeit sei
ihr
unter Berücksichtigung des vorerwähnten Anforde
rungs
profils
aber
vollumfänglich möglich und zumutbar. Aus den medi
zi
nischen Akten gehe sodann hervor, dass ab März 2020 initial ein Arbeits
platz
konflikt zur Arbeitsunfähigkeit geführt habe
. Die Beschwerdeführerin habe sich vom
7.
Mai 2020 bis am 1
6.
Juni 2020 in psychosomatischer Behandlung befun
den. Im Verlauf habe ein Rückgang von Angst und Depression und eine Verbes
serung des körperlichen Wohlbefindens erreicht werden
können
. Die Therapie
optionen seien noch nicht ausgeschöpft. Insbesondere sei
das
während der Klinik
behandlung erfolgreich eingesetzte Antidepressivum abgesetzt worden. Eine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit oder eine notwendige Anpas
sung des Arbeitsplatzes ergebe sich aus psychiatrischer Sicht
somit
nicht. In der ange
stammten Tätigkeit sei bei einem anderen Arbeitgeber eine volle Arbeits
fähig
keit ausgewiesen. Da aus iv-rechtlicher Sicht keine langandauernde gesund
heitliche Einschränkung
vorliege
,
bestehe
weder ein Anspruch auf berufliche Einglie
de
rungs
massnahmen noch ein Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
2 S. 2).
1.3
Die Beschwerdeführerin lässt demgegenüber
im Wesentlichen
vorbringen,
anhand der vorliegende IV-Akten sei erwiesen, dass sie aufgrund des körperlichen (COPD Gold II und Asthma) und seelischen Leidens (mittelschwere Depression) ihre angestammte Tätigkeit als Teamleiterin Kundendienst/Inkasso mit Prokura sicher nicht mehr verrichten könne. Der parteiische Vertrauensarzt der AXA habe allein aufgrund des seelischen Leidens ab September 2020 für eine behinderten
gerechte Tätigkeit (Wegfall der Stressproblematik) eine Erwerbsunfähigkeit von wenigstens 20
%
attestiert. Alsdann habe der
Pneumologe
Dr.
F._
in seinem Bericht vom 22. Dezember 2020 bestätigt, dass bei ihr allein aufgrund des Asthmas die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei (
Urk.
1 S. 13). Aufgrund des
Berichts von
Dr.
F._
vom
6.
August 2021 sei
zudem
mit überwiegender Wahr
schein
lich
keit bewiesen, dass sie auch für eine leichte Tätigkeit nicht zu 100
%
er
werbs
fähig sei (
Urk.
5
S. 2).
Sie werde von
Dr.
F._
wöchentlich mit
Prolastin
®
behan
delt
(
Urk.
1 S. 1
3).
Weiter fänden zwei Mal pro Woche Psycho
therapien statt
(Urk. 1 S. 13-14)
. Allein schon aufgrund dieser medizinischen Thera
pien sei es ihr sicher nicht möglich, ein 100%-Pensum zu verrichten
(Urk. 1 S. 14)
.
Nach ständiger Rechtsprechung setze der An
spruch auf Eingliederungs
massnahmen eine invaliditätsbedingte Erwerbs
einbusse von etwa 20
%
voraus (Urk. 1 S. 1
2 mit Hinweis auf BGE 130 V 488
).
Unter zusätzlicher Berück
sichti
gung des seelischen und körperlichen Leidens werde die Hürde des IV-Grades von ca. 20
%
klar weit überschritten. Es spiele
sodann
keine Rolle, ob sie eine beruf
liche Aus
bildung abgeschlossen habe oder nicht. Da sie während Jahren ein hohes Ein
kommen
-
zuletzt
Fr.
83'200.--
-
erwirtschaftet habe, habe sie klar Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen (
Urk.
1 S. 14)
. Zum Eventual
antrag auf Einho
lung eines neutralen
bidisziplinären
Gutachtens
der
Fach
rich
tungen Psychiatrie und Pneumologie sei festzuhalten, dass die Invaliden
ver
siche
rung den Renten
an
spruch prüfen
muss
, wenn die gesetzlichen Voraus
setzun
gen - insbesondere der Ablauf der einjährigen Wartefrist - erfüllt seien, auch wenn eine versicherte Person noch nic
ht eingliederungsfähig sei
und selbst wenn in Zukunft Einglie
de
rungsmassnahmen beabsichtigt und möglich seien
. Auch die Therapierbarkeit und/oder die prognostische Besserungsfähigkeit eines Gesund
heits
schadens stünden der Ausrichtung von Invalidenrenten nach dem Gesetz nicht im Wege, wenn im Zeitpunkt der Prüfung des Leistungsanspruchs eine Erwerbsunfähigkeit und damit ein Invaliditätsgrad in der erforderlichen Höhe vorliege. Das Bundesgericht habe in BGE 127 V 294 insbesondere für psychische Krankheiten ausdrücklich festgehalten, dass eine Therapierbarkeit an sich kein Ausschluss
grund für die Entstehung eines Rentenanspruch
s
sei
(
Urk.
1 S. 15).
Mit den neuen Urteilen 8C_
841/2016 und 8C_130/2017 vom 3
0.
November 2017 in Verbindung mit BGE 141 V 286 habe dies das Bundesgericht nochmals bestätigt (
Urk.
1
S. 16).
Dabei sei aber
zu berücksichtigen,
dass
sich vorliegend die Rentenbe
rechnung nicht auf
dränge, s
olange sie noch nicht
eingegliedert
sei, denn si
e
habe doch während der laufenden Eingliederung Anspruch auf ein angemessenes Taggeld (
Urk.
1 S.
17).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überw
indbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.2
2
.2.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkann
ten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend
ob
jektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person
zu
mut
bar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
2
.2.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4)
2.2.3
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409
-
ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung
-
fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es
-
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
-
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsver
mögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1).
Eine leicht- bis mittelgradige depressive Störung ohne nennenswerte Interferen
zen durch psychiatrische Komorbiditäten lässt sich im Allgemeinen nicht als schwere psychische Krankheit definieren. Besteht dazu noch ein bedeutendes therapeutisches Potential, so ist insbesondere auch die Dauerhaftigkeit des Gesundheitsschadens in Frage gestellt.
Diesfalls
müssen gewichtige Gründe vorliegen, damit dennoch auf eine invalidisierende Erkrankung geschlossen wer
den kann (zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_280/2021 vom 17. November 2021 E. 6.2.2 mit Hinweis). Die Anerkennung eines rentenbe
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an
diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
2
.3
2.3.1
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
2.3.2
Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 % arbeitsun
fähig (Art. 6 ATSG) sind, haben Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (Integrationsmassnahmen), sofern dadurch die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen beruflicher Art geschaffen werden können (Art. 14a Abs. 1 IVG). Als Integrationsmass
nahmen gelten gemäss Abs. 2 gezielte, auf die berufliche Eingliederung gerichtete Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation (
lit
. a) und Beschäftigungs
massnahmen (
lit
. b). Es geht darum, bei denjenigen Versicherten, die aktuell nicht eingliederungsfähig sind oder deren Eingliederungsfähigkeit verloren zu gehen droht, die Eingliederungsfähigkeit herzustellen oder zu erhalten. Ist aber jemand in einer anderen zumutbaren Tätigkeit arbeitsfähig, so ist er (in dieser anderen Tätigkeit) bereits eingliederungsfähig; er braucht keine Integrationsmassnahmen mehr, um die Eingliederungsfähigkeit herzustellen. Es gibt keinen Grund, Massnahmen zur Ermöglichung einer beruflichen Eingliederung durchzuführen, wenn auch ohne solche Massnahmen eine berufliche Eingliederung bereits umgesetzt werden kann (BGE 137 V 1 E. 7.2.3 mit Hinweisen).
2.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
2
.
5
2
.5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 10. Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
2.5.
2
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
Eine reine Aktenbeurteilung des RAD kann beweiskräftig sein, sofern ein lücken
loser Befund vorliegt und es im Wesent
lichen nur um die fach
ärztliche Beurtei
lung eines an sich feststehenden medi
zinischen Sachverhalts geht, mithin die
direkte ärztliche
Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteile des Bundesgerichts 9C_730/2018 vom 27. März 2019 E. 5.1.3, 9C_335/2015 vom 1. September 2015 E. 3.1 und 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1 mit Hinweisen).
Bei einer Aktenbeurteilung des RAD handelt es sich um eine versicherungsinterne Stellungnahme, weshalb bei der Beweiswürdigung die oben erwähnten Grundsätze zu beachten sind.
2.6
Im Sozialversicherungsverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. Danach haben der Versicherungsträger oder das Durchführungsorgan und im Beschwerdefall das kantonale Versicherungsgericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61
lit
. c in Verbindung mit Art. 2 ATSG).
Der Untersuchungsgrundsatz
schliesst
die Beweislast im Sinne einer Beweisfüh
rungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller
dings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Unter
suchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (Urteil des Bundesgerichts 8C_765/2020 vom 4. März 2021 E. 3.2.2 mit Hinweis auf BGE 144 V 427 E. 3.2).
3.
3.1
3.
1
.1
In seinem Bericht vom 2
2.
Dezember 2020 stellte der
Pneumologe
Dr.
F._
die folgenden Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
9/18/
3):
«
1.
Schwere Depression, bitte den Psychiater über die Details anfragen
.
2.
Chronisches Asthma bronchiale, allergisch, bei Sensibilisierung auf Gräser, Roggen, Birke und Schw
a
rzerle in 201
8.
Zusätzlich allergische
Rhino
konjunktivitis
. Rauchen bis 2018, 15
py
.
3.
Schwergradige
depressive Episoden, zuletzt
Hospitalisation
in 07/2020
.
4.
Hyperventilationstendenz
.
»
Dr.
F._
hielt dazu fest, dass er der Beschwerdeführerin keine Arbeitsun
fähig
keit attestiert habe. Zur Vorgeschichte und Entwicklung führte er aus, dass bei der Beschwerdeführerin ein chronisches Asthma bronchiale, allergisch
,
bestehe. Zusätzlich liege ein Alpha-1-Antitypsin-Mangel vor. Die
s
sei eine seltene Muta
tion. Der Alpha-1-Antitypsin-Mangel habe eine kleine klinische Bedeutung (
Urk.
9/18/2).
In seiner
Prognose
zur Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
F._
sodann
aus, dass
die Beschwerdeführerin aufgrund des Asthmas in ihrer Arbeits
fähigkeit nur leichtgradig eingeschränkt sei. E
ine Staub
belastung
sei
zu ver
meiden
(
Urk.
9/18/3).
Wenn keine Staub
exposition vorhanden sei, sei
der Beschwerde
führerin die bisherige Tätigkeit (als Sachbearbeiterin im Inkasso) zu acht Stun
den zumutbar
(
Urk.
9/18/4).
3.
1
.2
In ihrem Bericht
vom
6.
August 2021
zur ambulanten Behandlung/Abklärung vom 2
6.
August 2018 bis
6.
August 2021 führten
Dr.
F._
und
Dr.
J._
die folgenden Diagnosen an (
Urk.
6 S. 1):
-
Chronisches, nicht kontrolliertes Asthma bronchiale, rein allergisch
-
COPD GOLD Stadium 2 (formal ACO=Asthma COPD
overlap
), Erstdiagnose (ED) unklar
-
Rezidivierende depressive Störung, ED mindestens 2016 (aktuell Juni/2021: In Psychotherapie sowie unter Antidepressivum)
-
Atopische
Disposition
-
Polyglobulie
, ED unklar
-
Leicht
mikrozytäres
Blutbild ohne Anämie, ED 1
7.
Juni 2021
-
Vitamin D-Mangel ED 1
7.
Juni 2021
-
Folsäuremangel, ED 1
7.
Juni 2021
Unter «Beurteilung/Verlauf»
hielten
Dr.
F._
und
Dr.
J._
fest, dass sie die Beschwerdeführerin regelmässig
in
ihrer Tagesklinik sehen würden. Im Vorder
grund der Beschwerden stehe eine ausgeprägte Belastungsdyspnoe. Klinisch hät
ten sie stets eine
afebrile
, kardiopulmonal stabile Patientin gesehen. Retro
spektiv sei vor der
Prolastin
®-Therapie im März eine Lungenfunktionsprüfung erfolgt. Dort sei eine Diffusionsstörung
erhoben
worden. Computer
tomo
graphisch
sei
eine leichte Progredienz des Lungenemphysems festgestellt
worden. Die antiasthma
tische Therapie sei stets adäquat und
compliant
durchgeführt worden
, so dass im Juni 2021
mit einer
Prolastintherapie
begonnen worden sei. Unter derselben habe die Beschwerdeführerin bereits eine subjektive Besserung der B
elastungsdyspnoe bemerkt. Eine Lungenfunktionsprüfung zur Objektivierung des E
ffektes sei für den September
2021 geplant (
Urk.
6 S. 2). Zum Vorstellungszeitpunkt sei die Beschwerde
führerin weiterhin stark in der Leistungsfähigkeit im Alltag einge
schränkt
gewesen
(
Urk.
6 S. 2-3).
Nebenbefundlich
sei ein Vitamin D- sowie ein Folsäure-Mangel festgestellt worden. Diesbezüglich sei mit einer Substitution begonnen worden. Aufgrund einer Psychopharmak
o
therapie sei ein Ruhe-EKG durchgeführt worden, in welchem eine normwertige
QTc
-Zeit imponiert
hab
e (
Urk.
6 S. 3).
3.2
3.2.1
Dem Arzt-Kurzbericht für Diagno
se und Arbeitsunfähigkeit des Psychothera
peu
tischen Ambulatoriums
C._
(Leitung
:
Dr.
E._
) zuhanden der AXA
vom 1
5.
März 2020, welcher von
Dr.
med.
K._
, Assistenz
ärztin, und
der Psychologin
D._
unterzeichnet
wurde, sind die Diag
nosen Anpas
sungsstörung (ICD-10: F43.2), COPD-GOLD 2 mit
Lungenemphysen
(ICD-10: J45.0) und allergisches Asthma (Erstdiagnose) September 2018 zu entnehmen. Der Beschwerdeführerin wurde ab dem
3.
März 2020 eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit attestiert (
Urk.
9/36/150).
3.2.2
Im Verlaufsbericht des
Psychothera
peu
tischen Ambulatoriums
C._
vom
4.
April 2020 wurden dieselben Diagnosen wie im Bericht vom 1
5.
März 2020 gestellt (
Urk.
9/36/147)
. Dazu wurde ausgeführt
, dass die Beschwerdeführerin das
Ambulatorium a
m 2
0.
August 2019 aufgrund zuneh
mender Erschöpfung aufge
sucht habe. Sie habe im Jahr 2018 die Diagnose er
halten, dass sie einen Gendefekt und aufgrund dessen einen Alpha
-
1
-
Mangel habe. Sie habe den zweit
schlimmsten Defekt, welcher dann auch eine Leberzirrhose er
zeugen könne und die Lunge nicht schütze. Sie habe ein
e
COPD mit Asthma
. Die Belastung am Arbeitsplatz
- schwierige Finanzlage, viel Druck etc. - habe die Beschwerde
führerin als sehr belastend erlebt. Dies habe ihr psychisches Zustands
bild ver
schlechtert, wes
wegen sie dann Hilfe
ge
sucht
hab
e. Diese Belastung/der Druck habe sich mehr und mehr
gesteigert
, bis die Beschwerdeführerin dies durch die Nutzung ihrer eigenen Ressourcen/gut geplante Regeneration etc. nicht mehr habe kompen
sie
ren können und sie schliesslich
h
abe krankgeschrieben werden müssen. Ihre Arbeitgeberin habe sie dann gleich zum Vertrauensarzt geschickt. Dieser habe die Arbeitsun
fähigkeit bestätigt (vgl.
dazu
den Bericht von
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Innere Medizin FMH, speziell Kardiologie,
vom 1
3.
März 2020,
Urk.
9/36/135). Die aktuelle Corona-Situation - wegen de
r
COPD und des allergischen Asthmas gehöre die Beschwerdeführerin zu den Risikopatienten - erschwere eine psy
chische Genesung.
S
ie habe Angst und stehe unter Dauer
spannung. Sie sei für einen Rehabilitationsaufenthalt in der
Hochgebirgsklinik
M._
a
ngemeldet worden (
Urk.
9/36/146). Die Symptomatik äussere sich so, dass die Beschwerde
führerin wenig belastbar sei, ihr Stresslevel werde deutlich erhöht, sie leide unter Atem
not und psychogenem Erbrechen im Zusammenhang mit beruf
lichen Themen (z. B.
v
or dem Termin beim Vertrauensarzt ihrer Arbeit
geberin). Zudem sei eine zunehmende Angst im Kont
ext von Covid-19 fest
stellbar.
S
ie
verlasse das Haus klugerweise nur noch im Not
fall.
Ihr
sei
eine
100%ige
Arbeits
unfähigkeit attestiert
worden
. Ihre Arbeitsfähigkeit werde nach dem Rehabilita
tionsaufenthalt neu beurteilt (
Urk.
9/36/147).
3.2.3
Im Verlaufsbericht
des Psychothera
peu
tischen Ambulatoriums
C._
vom 1
9.
Mai 2020 wurde unter anderem festgehalten, dass keine neue
n
Untersuchungsbefunde vorliegen würden (
Urk.
9/36/139). Die Beschwerde
führerin befinde sich derzeit in der
Hochgebirgsklinik
M._
, anschliessend werde eine Neubeurteilung erfolgen (
Urk.
9/36/139-140).
3.2.4
Im Bericht der
Hochgebirgsklinik
M._
vom 1
5.
Juni 2020 zur stationären Rehabilitation vom
7.
Mai bis 1
3.
Juni 2020 wurde die Hauptdiagnose mittel
gra
dige depressive Episode (ICD-10: F32.1) und die somatischen Diagnosen COPD-GOLD 2 mit Lungenemphyse
m
(ICD-10: J44) bei Antitrypsin
-
Alpha
-
Mangel (Genotyp
PiZZ
), alle
rgisches Asthma (ICD-10: J45.0) und
Neurodermitis angeführt (
Urk.
9/13/8). Im Psychostatus wurde ausgeführt, dass keine Hinweise auf eine Störung der Auffassung, Konzentration und
Mnestik
vorgefunden worden seien. Genannt wurden ausserdem: Grübeln beim Denken. Im Affekt niedergedrückte Grundstimmung, aber gut schwingungsfähig, innerlich ungeduldig, von Exis
tenz
ängsten berichtend. Antrieb leicht gemindert und psychomotorisch ange
spannt, D
urchschlafstörungen bekannt.
Distanziert sich klar und glaubhaft von suizidalen Handlungsabsichten (
Urk.
9/13/9).
Bezüglich Auslöser wurde erwähnt, dass nach persönlicher Kränkung ein sozialer Rückzug erfolgt sei. Die Beschwer
de
führerin habe alle ihre Energie für den Beruf aufgewendet. Es habe kein Frei
zeitverhalten mehr bestanden.
S
ie habe bis zur Erschöpfung gearbeitet
(
Urk.
9/13/10).
Ferner wurde im Bericht
festgehalten, dass gemeinsam mit der Beschwerde
führe
rin als Ziele für den
Rehabiliationsaufenthalt
namentlich ein Rückgang der Angst und Depression, gemessen am
Hospital
Anxiety
and
Depression
Scale
(
HADS
)
-Wert
,
und eine Verbesserung des körperlichen Wohl
befindens, gemessen
am
Gesundheitsfragebogen für Patienten
PHQ-15
,
festgelegt worden sei (
Urk.
9/13/10). Diese Ziele seien vollumfänglich erreicht beziehungs
weise über
troffen worden (
Urk.
9/13/10). Unter
«
Verlauf und Beurteilung
»
wurde sodann festgehalten, dass bei der Beschwerdeführerin initial der Sinnbezug für die Rehabilitation etwas gefehlt habe. Im Verlauf habe sie dann doch von den Therapien profitieren können, vor allem von der Physiotherapie und Psycho
the
rapie. Damit könne im Grossen und Ganzen von einem erfreulichen Verlauf gesprochen werden. Ziele, die noch nicht ganz erreicht worden seien, seien in einem ambulanten Setting besser einzuüben, als in einem stationären Aufenthalt. Es sei somit zu begrüssen, dass die Beschwerdeführerin ihre ambulante Psycho
therapie bei
D._
wieder aufnehmen
möchte (
Urk.
9/13/11).
3.2.5
Im
von
Dr.
E._
und
Dr.
K._
unterzeichneten
Verlaufsbericht
des Psycho
thera
peu
tischen Ambulatoriums
C._
vom 2
9.
Sep
tem
ber 2020 wurde aus
geführt, dass keine neuen Untersuchungsbefunde vor
liegen würden. Die Arbeits
fähigkeit werde ab dem 3
0.
September 2020 auf 50
%
erhöht. Zur Frage der AXA
, ab wann eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe, wurde unter Hinweis auf den Bericht
der Hochgebirgsklinik
M._
vom 15. Juni 2020 (E. 3.2.4)
fest
gehalten, dass - da die Beschwerdeführerin nebst der mittelgradigen depressiven Episode auch an soma
tischen Erkrankungen leide - ein IV-Antrag auf Integra
tions
massnahmen
gestellt
worden
sei
. Die Prognose sei schwer zu beur
teilen. Es werde gehofft,
dass die IV der Beschwerdeführerin Integrations
mass
nahmen bewillige (
Urk.
9/36/136).
3.2.6
Bei
m Telefongespräch mit der Sachbearbeiterin der AXA
vom 3. November 2020
führte
die
Psychologin
D._
aus, dass die Beschwerdeführerin extrem wenig belastbar sei. Aber
sie
sei sehr motiviert und sie sei definitiv «kein Frücht
chen», wirk
lich nicht. Aber sie könne aktuell einfach kaum belastet werden. Das zeige sich auch
darin
, dass es infolge familiärer Situation im Juli und August zu einer totalen Destabilisierung gekommen sei, weshalb der geplante Einstieg (vermut
lich: in
s Erwerbsleben) im September habe verschoben werden müssen. Die Beschwerde
führerin sei einfach sehr dünnh
ä
utig und vielleicht habe sie sich im Gespräch mit der AXA (vom 2
9.
Oktober 2020,
Urk.
9/36/
55-59) besser gegeben, als es wirklich sei. Die Beschwerdeführerin habe quasi immer wieder eine Anpas
sungsstörung und bei einer Anpassungsstörung könne bis zu zwei Jahre eine Arbeitsunfähigkeit bestehen. Danach werde von einer Depression gesprochen. Vielleicht müsse die Diagnose angepasst werden (
Urk.
9/36/
6
2). Die Beschwerde
führerin unternehme sehr viel mit ihrem besten Freund und dessen Eltern. Zudem sei auch ihre beste Freundin gerade in der Schweiz. Mit dieser unternehme die Beschwerdeführerin viel und
sie
habe auch
schon im Sommer viel
mit ihrer Freundin
unternommen. Aber gerade diese Aktivität habe ja schlussendlich zum Rückfall geführt. Es werde länger gehen mit der 50%igen Arbeitsfähigkeit, da die Beschwerdeführerin einen Job finden und sich akklimatisieren müsse (
Urk.
9/36/62)
.
3.2.7
Dem
von der
Psychologin
D._
verfassten und von
der
Psychiater
in
Dr.
E._
eingesehenen
und mitunterzeichneten
Bericht vom 23. November 2020
sind die folgenden Diagnosen zu entnehmen
(Urk. 9/13
/4
)
:
-
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1)
-
COPD - GOLD 2 mit
Lun
gen
emphysen
ICD-10: J44 bei Alpha
-
1
-
Antitrypsin
-
Mangel (Genotyp
PiZZ
)
-
allergisches Asthma (ICD-10: J45.0)
-
Neurodermitis (deswegen
Gastrobereich
nicht mehr möglich)
Als objektive Befunde wurden in diesem Bericht genannt (
Urk.
9/13/4): «Wach, bewusstseinsklar, allseits orientiert. Im formellen Denken Grübeln, Denken einge
engt. Krankheits-Existenz-Zukunftsängste werden berichtet. Niederge
drückte Sti
mmung, innerlich unruhig, dünnhä
utig, rasch erschöpft, Antrieb vermindert, angespannt, Probleme beim Atmen (somatisch + psychisch begründet),
Durch
schlafstörungen.»
Zur Prognose zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, dass der Beschwerde
füh
rerin
eine Arbeitstätigkeit in einem 50
%
-Pensum
möglich sei. Es werde ein
Belastbarbeits
- und Aufbautraining und später eine Arbeitsintegration und die Rentenprüfung für die vermutlich verbleibende «Restarbeitsunfähigkeit» empfoh
len (
Urk.
9/13/4).
3.2.
8
Dr.
H._
führte in seiner
an die AXA gerichteten
Stellungnahme vom 1
0.
November 2020
gestützt auf die Akten
die Diagnose Status nach Anpassungs
störung (ICD-10: F43.2), derzeit remittiert, auf (
Urk.
9/36/127). Für die Zeitperiode vom
3.
März 2020 bis Ende Juni 2020 sei eine
100%ige
Arbeitsunfähig
keit ausgewiesen. Ab Anfang Juli 2020 bestehe aus medizinisch-theoretischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von mindestens
50
%
bezogen auf eine Tätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber. Ab September 2020 sei eine Arbeitsun
fähigkeit aus medizinisch-theoretischer Sicht nur noch im Rahmen von maximal 20
%
im Sinne einer gewissen Minderung der Belastbarkeit ausgewiesen (
Urk.
9/36/128).
In seiner Beurteilung hielt
Dr.
H._
im Wesentlichen fest, dass eine Anpas
sungsstörung aufgrund der im Jahr 2018 diagnostizierten Lungenerkrankung nicht ausgewiesen sei. Die Beschwerdeführerin sei nach der Diagnosestellung
im Jahr 2018
weiterhin arbeitsfähig gewesen und habe auch die Anforderungen des stressigen Jobs bewältigen können. Bezüglich des Vorliegens einer Anpassungs
störung sei jedoch vorausgesetzt, dass sich die Symptomatik innerhalb eines Monates nach dem belastenden Ereignis (im vorliegenden Fall Mitteilung der Diagnose) entwickelt hätte (
Urk.
9/36/125). Anlässlich der Konsultation vom 2
6.
Februar 2020 werde seitens der behandelnden Psychotherapeutin aufgrund der reduzierten psychischen Verfassung der Beschwerdeführerin eine Arbeitsun
fähigkeit empfohlen und dies werde auch seitens der zuständigen Ärztin vertreten. Es werde die Diagnose einer Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) festgehal
ten, wobei als auslösende Belastung hier wohl die erfolgte Kündigung
(vom
25.
Februar 2020
, vgl.
Urk.
9/11/13
)
einzuordnen sei. Zusätzlich erweise sich ab Anfang März
2020
die Verbreitung des Corona-Virus als Belastung, da die Beschwerde
füh
rerin aufgrund der Lungenvorerkrankung als Risikopatientin eingeschätzt werde
. Im Verlauf von März/April 2020
seien
wiederholte körper
liche Beschwer
den beschrieben
worden
, die auf eine psychosomatische Genese verweisen würden. Wohl
sei
auch auf eine manifeste Angst
proble
matik bei der Beschwerde
führerin hingewiesen
worden
, sodass ins
gesamt die Anmel
dung für eine stationäre psychosomatische und
pneumologische
Reha
bilitation
in
M._
aufgegleist werde. Dass die Beschwerdeführerin trotz der geschilderten Beschwer
den aber auch in einem gewissen Masse ihre Angst
habe
bewältigen könne
n
, könne daraus entnommen werden, dass sie zum Beispiel über Ostern 2020 mit anderen Menschen zusammen gewesen sei (
Urk.
9/36/125). Dies sei noch in einem Zeitraum gewesen,
in welchem im Rahmen der
Covid
-Massnahmen auf einen möglichst reduzierten mitmenschlichen Kontakt (insbesondere für Risiko
patien
ten) hingewiesen worden sei (
Urk.
9/36/125-126). Die Beschwerdeführerin selber habe aber mit mehreren Menschen
zusammensein
können, welche nicht direkt ihrer Familie zuzuordnen seien. Im April 2020 hätten engmaschige psycho
thera
peutische Konsultationen stattgefunden, welche auf eine zumindest körperliche Stabilisierung
hin
weisen würden. Alsdann werde die anlässlich der Rehabilitation (in der Hochgebirgsklinik
M._
) gestellte Anfangsdiagnose einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1) weder durch die anamnestische dokumen
tierte Befundlage in der Krankengeschichte, noch durch den im Austrittsbericht dokumentierten Psychostatus bestätigt, sodass diese Diagnose nicht ausgewiesen sei. Auch werde im Verlauf eine deutliche Besserung der manifesten psychopathologischen Symptomatik beschrieben.
Bei Austritt hätten sowohl die depres
siven Symptome als auch die Angstsymptome
im Testverfahren den Grenzwert einer Störung mit erkennbarem Krankheitswert unterschritten. Die beiden Berichte von Anfang April und Mitte Mai 2020 zuhanden der AXA würden die Entwicklung einer Anpassungsstörung im Rahmen der Belastungen am Arbeits
platz bestätigen. Aus medizinisch-theo
retischer Sicht sei eine vollständige Arbeitsunfähigkeit im Juli 2020 nicht mehr ausgewiesen. So habe die Beschwer
deführerin zweimalig längere Reisen zu ihrer Familie nach
Y._
unternehmen und sich auch in schwierigen belasten
den Situationen im familiären Kontext behaupten
können
. Sie habe sich im Juli
2020
als
derart stabil erlebt, dass sie eigenständig das Medikament
Escitalopram
abgesetzt habe. Es werde in den vorliegenden Unterlagen kein Er
krankungs
zustand ausgewiesen, welcher in dieser Zeit eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
begründet hätte. Die vorliegenden Angaben würden sodann belegen, dass die 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor allem in Bezug auf eine mögliche Rückkehr an den bisherigen Arbeitsplatz attestiert worden sei (Arbeitsplatzproblematik) und nicht in einer manifesten erheblichen psychiatrischen Erkrankung begründet
gewesen
sei
en
. Die Empfehlung der behandelnden Psychotherapeutin
von
Ende August, dass für den Monat Septem
ber 2020 noch eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestiert werden solle, dass sich die Beschwerdeführerin aber weiterhin bewerben werde, sei aus medizinisch-theoretischer Hinsicht aber auch aus fachärztlich-therapeutischem Verständnis heraus nicht nachvollzie
h
bar
(
Urk.
9/36/126).
Zudem weise der Umstand, dass Mitte September
2020
ein Vorstellungsgespräch dokumentiert sei, darauf hin, dass die Beschwerdeführerin doch über eine ausreichend gute basale psychische Verfassung verfügt habe (
Urk.
9/36/126-127). Es würden im weiteren Verlauf wohl noch gewisse Beschwerden beschrieben, die aber im Rahmen von situations
beding
t
normalpsychologischen Sorgen, B
efürchtungen (wie Existenz
ängste bei vorliegender Arbeitslosigkeit etc.) eingeordnet werden könnten. Auch die wieder
holt beschriebene Angstsymptomatik erweise sich nicht als derart schwerwie
gend, dass eine andere Medikation als
Relaxane
®
notwendig sei. Bei
Relaxane
®
handle es sich um ein pflanzliches Arzneimittel, welches für Nervosität, Spannungs- und Unruhezustände, nicht aber für eine eigentliche Angst- oder Panik
erkrankung (gemäss ICD-10) indiziert sei. Die gegen Ende Oktober zunehmende Besorgnis bezüglich der Zunahme der Corona-Infektionszahlen verweise auf eine reale und angemessene Befürchtung im Lichte der körperlichen Verfassung
(Risikopatientin,
Urk.
9/36/127)
.
3.2.
9
RAD-Ärztin
Dr.
I._
hielt in ihrer Stellungnahme vom 1
6.
Juni 2021 unter anderem fest, dass aus psychiatrischer Sicht eine Remission der mittelgradigen Depression zu erwarten sei. Es bestünden noch Therapieoptionen, das in der Klinikbehandlung erfolgreich eingesetzte Antidepressivum sei abgesetzt worden
. Gegebenenfalls könne die Behandlung mit erneutem Einsatz eines Anti
depressi
vums angepasst werden. Eine dauerhafte Einschränkung der Arbeits
fähigkeit oder eine notwendige Anpassung des Arbeitsplatzes ergebe sich aus psychiatrischer Seite nicht (
Urk.
9/39/3).
4.
4.1
Sowohl der beratende Psychiater der AXA, Dr.
H._
, wie auch RAD-Ärztin Dr.
I._
haben die Beschwerdeführerin nicht selber untersucht, sondern lediglich eine Aktenbeurteilung vorgenommen.
Ein medizinischer Aktenbericht kann
nach der Rechtsprechung
jedoch nur beweis
tauglich
sein, wenn
die Akten einen vollständigen Überblick über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind; der Untersuchungsbefund muss lückenlos vorliegen, damit die berichterstattende Person imstande ist, sich auf Grund der vorhandenen Unterlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen
(Urteil des Bundesgerichts
9C_415/2019 vom 1
4.
Oktober 2019 E. 4.2 mit Hinweisen
).
Diese Voraussetzungen sind vorliegend nicht erfüllt. Dr.
H._
verneinte das Vorliegen einer mittelgradigen depressiven Episode und diagnostizierte einen Status nach Anpassungsstörung
, derzeit remittiert. Weshalb aus medizinisch-theoretischer Sicht dennoch eine Arbeitsunfähigkeit von (maximal) 20 % vorliegen soll, wird nicht weiter begründet.
RAD-Ärztin Dr.
I._
scheint die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode übernommen zu haben, verneint aber eine dauerh
afte Einschränkung der Arbeits
fähigkeit unter Hinweis auf die zu erwartende Remission
und noch bestehende Therapieoptionen, wobei
offen bleibt
, wann diese Remission zu erwarten ist
.
Die Beurteilung von Dr.
H._
wird nicht erwähnt. Auf die Aktenbeurteilung von RAD-Ärztin Dr.
I._
(oder diejenige von Dr.
H._
) kann daher nicht abgestellt werden.
Ob in psychiatrischer Hinsicht eine Einschränkung des Leistungsvermö
gens besteht, lässt sich aber auch nicht aufgrund der Berichte der behandelnden Ärztin respektive der Therapeutin beurteilen.
4.2
Demnach ist die Beschwerdegegnerin ihrer Abklärungspflicht nicht hinreichend nachgekommen, weshalb die Sache zur weiteren Abklärung an sie zurückzu
weisen ist. Dabei wird sie auch
näher
zu prüfen haben, welche qualitativen und allenfalls quantitativen Einschränkung aus
pneumologischer
Sicht bestehen
, ist die Beschwerdeführerin doch aus Sicht von Dr.
F._
nur
,
aber immerhin
leicht
gradig in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
(vgl. E. 3.1.1).
5.
Nach dem Gesagten ist d
ie angefochtene Verfügung vom
28. Juni 2021 aufzu
heben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie
den medizinischen Sachverhalt in
psychischer und
pneumologischer
Hinsicht
selber
abklärt oder gutachterlich abklären lässt
und anschliessend
das
Leistungsbegeh
ren der Beschwerdeführerin erneut
beurteilt
.
Da die Beschwerdeführerin insbesondere Arbeitsintegration (mithin
Integrationsmassnahmen
im Sinne von Art. 14a IVG) beantragte, ist
ergänzend
darauf hinzuweisen,
dass
ein solcher
Anspruch eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50
%
sowohl in
der bisherigen
als auch in einer angepassten
Tätigkeit,
aber keine (eingetretene) Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG
voraussetzt (vgl.
E. 2.3.2
).
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6
.
6.1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2).
6.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
b
is
IVG) und ermessensweise auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Die Gerichtskosten sind der unterliegenden
Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
6.3
Die obsiegende vertretene Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine Prozessent
schädigung
.
Diese ist gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3
des Gesetzes
über das Sozialversicherungsgericht
(
GSVGer
)
unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkei
t des Prozesses auf Fr. 1'8
00.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.