Decision ID: 956d6867-0a40-434a-80d2-fd4a5913718e
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, besuchte eine Handelsschule (ohne Abschluss) und bildete sich zum diplomierten Künstler und Grafiker aus (
Urk.
12/3 und
Urk.
12/17). Ab September 2009 arbeitete er als Short Movie Editor und
3D-Visualisator bei der
Y._
, anfänglich in einem 50%-Pensum, ab August 2013 bis
April 2015
in einem 30%-Pensum. Nebenbei übernahm er als Gesellschafter der im September 2008 gegründeten
Z._
GmbH freiberuflich graphische Aufträge (Urk. 12/5, Urk. 12/8,
Urk.
12/34,
Urk.
12/126).
Am
5.
Dezember 2013 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf ADS sowie den Verdacht auf eine schizoide Veranlagung zur Früherfassung an (Urk.
12/4), wobei er das Gesuch am
6.
Januar 2014 telefonisch zurückzog (Urk. 12/10).
1.2
Der Versicherte meldete sich a
m 1
7.
März 2016 (Eingangsdatum) erneut zum Be
zug von Leistungen der Invalidenversicherung an
, unter Hinweis auf
ein
ADHS
(Urk. 12/12).
Erwerbliche Abklärungen ergaben, dass der Versicherte die Berufsmittelschule, anfänglich technischer, nach einem Unterbruch gestalteri
scher Richtung, besuchte mit dem Ziel, nach Erlangen der Berufsmaturität Robo
tik oder Pädagogik bzw. Umweltwissenschaften zu studieren, wofür er um finan
zielle Unterstützung ersuchte (Standortgespräch vom 3
0.
März 2016,
Urk.
12/16, und Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung,
Urk.
12/47).
Die IV-Stelle holte die Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
12/20,
Urk.
12/31), die Steuereinschät
zungsakten (Periode 2010-2013,
Urk.
12/26) sowie einen Auszug aus dem Indi
viduellen Konto des Versicherten (IK-Auszug, Urk. 18/34) ein und gewährte dem Versicherten Kostengutsprache für eine berufliche Potentialabklärung vom 3
1.
Januar bis 2
4.
Febr
uar 2017, durchgeführt von der p
sychiatrischen
K
linik
A._
(Mitteilung vom 24. Ja
nuar 2017,
Urk.
12/35).
Gestützt auf den Abschlussbericht der
A._
vom
8.
März 2017 (Urk. 12/43) sowie d
ie
Einschät
zung von
Dr.
B._
, Fach
ärztin für Psychiatrie und Psy
chotherapie sowie Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), vom 1
3.
März 2017 (
Urk.
12/45) teilte die IV-Stelle dem Ver
sicherten mit Mitteilung vom 2
0.
März 2017 mit, dass keine
weiteren
beruflichen Ein
gliederungs
massnah
men angezeigt seien (
Urk.
12/46).
In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine
bidisziplinäre
Untersuchung durch
Dr.
C._
, Fach
arzt für Psychi
atrie und Psychotherapie FMH, (
Gutachten vom 2
0.
Januar 2018,
Urk.
12/58) sowie durch Dr.
D._
, FMH Neurologie
,
(
Gut
achten vom 2
1.
Sep
tember 2017,
Urk.
12/54)
und führte a
m
8.
März 2018 eine Abklärung vor Ort durch (vgl. Abklärungsbericht
für
Selbständigerwerbende
,
Urk.
12/66).
Gestützt darauf sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom
2
2.
Juni
2018 ab März 2017 eine halbe Invalidenrente zu (
Urk.
12/
100
).
1.3
Mit Schreiben vom 2
9.
September 2018
ersuchte der Laufbahnb
erater des Versi
cherten,
E._
von der
F._
GmbH, unter Hinweis auf die prekäre Lernsituation im Gymnasium und der dringend notwendigen Hilfe durch einen Lerncoach, die IV-Stelle
sinngemäss um berufliche Massnahmen
(
Urk.
12/115). Mit Vorbescheid vom 1
6.
Oktober 2018 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
12/117). Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 3
0.
Oktober 2018 (
Urk.
12/128) sowie ergänzend am 2
8.
November 2018 (
Urk.
12/147) Einwand.
Gleichzeitig ersuchte er am 3
0.
Oktober 2018 um Revision der Rente und
Zusprache
einer ganzen Invaliden
rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 90
%
(
Urk.
12/130). Das Begehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen, insbesondere die
Beistellung
eines Lerncoachs,
wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
6.
Januar 2019 mit der Begründung ab, weitere Eingliederungsmassnahmen seien nicht zielführend (
Urk.
12/156 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 3
1.
Januar 2019 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte
sinngemäss
die
Aufhebung der
angefochtene
n
Verfügung vom 1
6.
Ja
nuar 2019
sowie Kostengutsprache für diverse berufliche Massnahmen
(Berufs- und Laufbahnberatung durch den Vertreter, Kostenübernahme eines Lerncoachs sowie Finanzierung des
Passerelle
-Studiums zur Maturität an der
G._
)
.
In pro
zessualer Hinsicht beantragte er, es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren
, wobei er diesen Antrag mit Eingabe vom 1
3.
März 2019 zurückzog (
Urk.
9). Gleichzeitig legitimierte sich Rechtsanwalt Ivo Baumann als neuer Rechtsvertreter des Beschwerdeführers und ersuchte um Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels (
Urk.
9).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
1
9.
März 2019 (Urk.
11) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom
2
6.
März 2019
wurde dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zur Kenntnisnahme zuge
stellt
und das Gesuch um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels abge
wiesen
(
Urk.
13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.3
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Umschu
lung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vor
gängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Ver
besserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
Als Umschulungsmassnahmen gelten auch Aus
bildungs
massnahmen, die zu einer höherwertigen als die vorhandene
Ausbildung führen, sofern sie zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfä
higkeit not
wendig sind (
Art.
6
Abs.
1
bis
IVV). Der Umschulungsanspruch setzt vor allem voraus, dass die in Aussicht genommene Massnahme eingliederungswirk
sam ist, was bedeutet, dass sie zu einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit bei
trägt be
ziehungs
weise vor weiterer Beeinträchtigung eines noch vorhandenen Teils der Erwerbsfähigkeit schützt. Genügend ist der Eingliederungserfolg dann, wenn die Umschulungs
massnahme zu einer rentenanspruchserheblichen Verän
derung des Invaliditäts
grades (
Art.
28
Abs.
2 IVG) führt; umgekehrt schliesst auch der Bezug einer (ganzen) Invalidenrente die Durchführung von Umschulungs
massnahmen nicht zwingend aus (
Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bun
desgerichts zum Sozial
versicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversi
cherung,
3.
Auf
lage, Zürich 2014,
Art.
17
Rz
49 mit Hinweisen).
So haben auch Rentenbezüger Anspruch auf Massnahmen zur Wiedereingliederung sofern (a) die Erwerbs
fähigkeit voraussichtlich verbessert werden kann; und (b) die Massnah
men geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit zu verbessern (
Art.
8a
Abs.
1 IVG).
Der Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutba
ren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsein
busse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488 E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b und S. 62 E. 1 je mit Hinweisen).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder
die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
Auch wenn es um Umschulung geht, hat der Arzt den Gesundheitszustand zu diagnostizieren. Im Weiteren hat er zur Arbeitsunfähigkeit im erlernten oder im bisher ausgeübten Beruf Stellung zu nehmen und sich darüber zu äussern, ob der Gesundheitszustand eine Umschulung zulässt und, bejahendenfalls, welche Tätigkeiten hierbei aus medizinischer Sicht in Betracht fallen. Solche ärztlichen Auskünfte sind auch dann erforderlich, wenn die versicherte Person aus eigener Initiative einen Lehrgang begonnen hat und hierfür die Invalidenversicherung in Anspruch nehmen will (vgl.
Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundes
ge
richts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invaliden
ver
siche
rung,
3.
Auflage, Zürich 2014,
Art.
17
Rz
6 mit Hinweisen).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 1
6.
Januar 2019 (
Urk.
2) hielt die Beschwerdegegnerin fest,
medizinische Abklärungen hätten ergeben, dass der Beschwerdeführer in allen Tätigkeiten zu 50
%
eingeschränkt sei. Eine berufliche
Umschulung
sei deshalb invaliditätsbedingt nicht notwendig und Eingliederungs
massnahmen
seien
nicht zielführend.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 3
1.
Ja
nua
r 2019 (
Urk.
1) zusammengefasst
geltend,
ein neues Lernsetting
-
im Rahmen eines Fernstudiums und weg von engmaschigen Gruppenkonstellationen -
habe über
zeugt und gezeigt, dass der
akad
emische Weg eine gute Erfolgsprognose auf
weis
e
. Mittels einer Umschulung bestehe die Chance, dass er mittelfristig eine Anstellung finde und finanziell auf eigenen Beinen stehen könne.
Die Massnah
men seien geeignet, die Erwerbsfähigkeit
wieder herzustellen
, und zwar als Phy
siker in der Forschung/Entwicklung (gewisser «geschützter» Rahmen, weil das Umfeld in der Privatwirtschaft unrealistisch sei).
Dass die Beschwerdegegnerin eine berufliche Umstellung invaliditätsbedingt als nicht notwendig erachte
,
widerspreche dem
Grundsatz
«Eingliederung vor Rente», sei unverantwortlich und betriebswirtschaftlich unlogisch.
2.3
Angesichts des Umstandes, dass der Beschwerdeführer eine erstmalige berufliche Ausbildung abschloss und seither in ökonomisch relevantem Ausmass (BGE 118 V 7) erwerbstätig gewesen ist (vgl.
Urk.
12/34), steht grundsätzlich als berufliche
Massnahme eine Umschulung in Frage, wobei konkret die Finanzierung des
Pas
serelle-Studiums
mit Maturitätsabschluss an der
G._
beantragt wird, das der Beschwerdeführer nach Lage der Akten am 1
8.
Februar 2019 begonnen hat (
Urk.
12/146).
3.
3.1
Beim Beschwerdeführer wurde
eine
Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10: F90.0) diagnostiziert
, wobei seit Kindheit eine positive ADHS-Anamnese vorlieg
t
(vgl.
Arztb
ericht vom 1
5.
Okt
ober 2016,
Urk.
12/31/3-9
)
.
Seit jeher
- so Dr.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, sowie
I._
, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, -
wür
den deshalb Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestehen, namentlich ver
lang
samtes Arbeitstempo, Zerstreutheit und Sturheit sowie fehlerhafte Arbeits
aus
führungen
. Bei genügend Unterstützung und zusätzlicher
Zeitgabe
sei
d
er
Beschwerdeführer
hingegen zu einer besseren Leistung fähig.
D
ie Symptomatik habe sich leicht verbessert
.
Der Beschwerdeführer
zeige durch die Aktivitäts- und Aufmerksam
keits
störung zwar grosse Schwierigkeiten, eine adäquate Ausbildung auf normalem Weg in Angriff zu nehmen, sei aber sehr motiviert
,
einen Platz im Arbeitsleben zu finden. Durch die Psychopharmakotherapie und die Psycho
the
rapie habe er eine gute Prognose
(vgl.
Urk.
12/
31/5
).
3.2
Im Rahmen
d
er Potenzialabklärung
vom 3
0.
Januar bis 2
4.
Februar 2017
durch die
A._
wurden deutliche Ein
schränkungen in den Bereichen Arbeitsplanung, Auffassung, Aufmerksamkeit und Konzentration mit erhöhter Ablenkbarkeit durch
externale
Reize aber auch in den Bereichen Lern- und Merkfähigkeit, Prob
lemlösen und Vorstellungs
vermögen mit zudem er
höhtem Zeitbedarf bei schrift
lichen und mündlichen Anleitungen festgestellt
(
Urk.
12/43 S. 9)
.
Die Arbeitst
he
rapeuten der
A._
erachteten e
ine direkte Integration in eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt aufgrund der Anforderungen seines Berufes (Dipl. Künstler,
eidg
. Grafiker), der genannten Einschränkungen und den nötigen Rah
menbedingungen
als
nicht erreichbar.
Der Beschwerdeführer sehe seine berufliche Zukunft nur im
akad
emischen Bereich. Ob seine beruflichen Vor
stellungen rea
listisch seien, könne jedoch nicht beurteilt werden. Sie empfahlen die Prüfung eines möglichen Umschulungsanspruches.
Die Weiter
führung der therapeutischen Begleitung erscheine
ausserdem
sehr wichtig
(Urk. 12/43 S. 7)
.
RAD-Ärztin
B._
konstatierte, aus ärztlicher Sicht stelle sich die Frage
, ob sich die durch das ADHS bedingten funktionellen Einschränkungen nicht auch genauso negativ auf eine Tätigkeit im
akad
emischen Bereich auswirken würde
n
(
Urk.
12/45).
3.
3
3.3.1
Im Rahmen der am 2
1.
September 2017 durchgeführten verhaltensneurologisch-neuropsychologischen Untersuchung (
Urk.
12/54)
, welche 2.5 Stunden dauerte,
hielt
Dr.
D._
fest, beim allseits präzise orientierten, insbesondere zu Beginn der Untersuchung ernst wirkenden
Beschwerdeführer
mit flachem Affekt, aber gut auslenkbarer affektiver Schwing
ungs
fähigkeit
,
würden sich Auffälligkeiten auf der Verhaltensebene zei
gen.
Sie konstatierte, es präsentiere sich ein im Kon
takt angespannter, im Ver
halten unflexibler, umständlicher, etwas über
korrekter und exzentrisch wir
kender Beschwerdeführer mit zeitweise motorischen Tics, leicht erhöhter Kritik
bereit
schaft, leicht verminderter Impulskontrolle und Exter
nalisierungs
tendenz. Im Gespräch falle eine erhöhte Mitteilsamkeit, Weit
schwei
figkeit und Umständ
lich
keit auf, wobei der Beschwerdeführer zeitweise den Faden verliere und ins
ge
samt ein erhöhter Strukturierungsbedarf im Ge
spräch notwen
dig sei. Zudem zeige sich ein deutlich eingeschränktes Arbeits
tempo - ohne Hin
weise auf eine Antriebs
störung oder psychomotorische Verlang
sa
mung - mit Überforderungs
tendenz bei Aufgaben unter Zeitdruck. Ebenso finde sich eine nach 1
.
5 Stunden abnehmende Belastbarkeit mit verbalisierten Ermüdungser
scheinungen und beobachtbar zu
nehmender motorischer Unruhe, bei aber gleich
zeitig anhaltend guter Anstren
gungs
bereitschaft.
Testpsycho
logisch f
änden
sich beim Beschwerde
führer mit durch
schnittlichem allgemeinen Leistungsniveau leichte bis schwere Einschränkungen in aufmerksamkeits
relevanten Funktionen (Konzentrationsleistung,
phasische
Aktivierbarkeit, fokussiert
e
und geteilte Auf
merksamkeit) mit zudem mittelgradig verminderter einfacher Re
aktions
geschwin
digkeit. Hinzu k
ämen
eine mittel
gradige Ein
schränkung in einer exekutiven Teil
funktion (verminderte seman
tische Ideen
produktion), mittelgradig bis schwere mnestische Einschränkungen in der ver
balen Modalität (Lern- und Abrufstörung) sowie spontansprachlich leichte Aus
drucks- und Formulierungsschwierigkeiten und eine deutlich verzögerte Auf
fassungs
fähigkeit mit daran assoziiert ver
min
dertem Lesesinnverständnis. Hin
gegen sei die Mehrheit der basalen, aber auch zeitweise höheren
exekutiv-atten
tionalen
Teilfunktionen intakt (phone
matische und figurale Ideenpro
duk
tion, Inter
ferenzkontrolle, Konzepterfassung und Kon
zept
umstellung, kognitive Flexi
bilität). Auch die
visuoperzeptiven
und
visuo
kon
struktiven
Fähigkeiten seien un
auf
fällig.
Weder im Gespräch noch auf test
psy
cho
logischer
Ebene würden sich Inkonsistenzen ergeben, welche auf eine ne
ga
tive Antwortverzerrung hinweisen würden. Entsprechend bestehe kein Zwei
fel an der Glaubhaftigkeit bzw. der Validität der kognitiven Befunde.
Die kogni
tiven Befunde seien insgesamt kon
sistent zu den vom Beschwerde
führer geschil
derten Schwierigkeiten (verlang
samtes Arbeitstempo, verzögerte Auf
fassung), würden
aber mit den mnestischen Einschränkungen (Abrufstörung) und den Ver
haltens
auffälligkeiten darüber hin
aus
gehen. Die Befunde auf Ver
haltens
ebene seien eben
falls konsistent zu den aktenanamnestisch im beruflichen Alltag ge
schil
der
ten Schwierigkeiten (Verhal
tens
auffälligkeiten).
Die kognitiven Befunde sowie die Befunde auf Verhaltens
ebene würden auf links
fronto
-temporale aber auch bila
teral präfrontale Funktionseinschränkungen hinweisen, welche trotz fehlen
der Hinweise auf prä- oder perinatale Komplikationen am ehesten im Rahmen einer frühkindlichen zerebralen Entwicklungsstörung mit Aufmerksamkeits
schwierig
keiten, einer Sprachentwicklungs-/Sprachverarbeitungsstörung aber auch Ver
haltensauf
fällig
keiten und einer an die Entwicklungsschwäche assoziierten affektpatho
logischen Erkrankung (mit zudem auch genetischer Prädisposition) zu werten seien.
Die beschriebenen kognitiven Einschränkungen sowie die Verhaltensauffällig
kei
t
en entsprächen insgesamt einer mittelgradigen neuropsychologischen Stö
rung, aufgrund welcher von einer Einschränkung der Funktionsfähigkeit im Berufs
all
tag und unter den meisten beruflichen Anforderungen auszugehen sei. Aus rein neuropsychologischer Sicht sei von einer verminderten Arbeitsfähigkeit (30 bis 50 %) in der angestammten Tätigkeit als Grafiker auszugehen. Diese Ein
schät
zung korreliere auch mit den aktenanamnestischen Einschränkungen in der bis
herigen beruflichen Laufbahn, im Rahmen welcher keine Vollzeit
anstellung wäh
rend längerer Zeit habe aufrechterhalten werden können. Auf Basis der bisherigen Laufbahn werde auch deutlich, dass die hier dargestellten neuro
kognitiven Befunde, aber auch die Befunde auf Verhaltensebene als hochrelevant zu werten seien. Aufgrund der Verhaltensauffälligkeiten sei es zudem fraglich, ob und inwiefern eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt künftig möglich sein werde.
Aus rein kognitiver Sicht sei hinsichtlich beruflicher Massnahmen eine gut struk
turierte, möglichst repetitive und leichte kognitive Tätigkeit in einem gut struk
turierten und störarmen Umfeld mit ausreichender Zeit und Unterstützung beim Erlernen neuer Inhalte/Aufgaben empfehlenswert. Hinsichtlich der Therapie
opti
onen
sei
im Prinzip eine positive Beeinflussung der
Aufmerksam
keits
schwierig
keiten und des Arbeitstempos mittels einer Behand
lung mit
Methyl
phenidat
mög
lich
- mit jedoch fraglicher Beeinflussung der Auffassungs- und Gedächtnis
schwierigkeiten sowie
fraglicher Beeinflussung der Verhaltens
auffälligkeiten
.
Zur
Leistungsfähigkeit im Hinblick auf den Abschluss der beruflichen Maturität betreffend führte
Dr.
D._
aus, t
rotz der neurokognitiven Befunde sei zwar prinzipiell von einer für den angestrebten Abschluss ausreichenden kognitiven Leistungsfähigkeit auszugehen. Es müsse aber aufgrund des deutlich vermin
der
ten Arbeitstempos, der deutlich verzögerten Auffassungsfähigkeit mit Lern- und
Abrufschwierig
keiten sowie vermindertem Lesesinnverständnis ein markant er
höhter Zeitaufwand einberechnet werden, sowohl im Rahmen schriftlicher, aber auch mündlicher Prüfungen und im Rahmen der Maturaarbeit.
3.3.2
Am 1
8.
Oktober 2017 erfolgte die psychiatrische Begutachtung bei
Dr.
C._
(Urk. 12/58)
, welche 2.75 Stunden dauerte und im Rahmen welcher der Gutachter
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
festhielt (Urk.
12/58 S. 41):
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen, impulsiven, narzisstischen und zwanghaften Zügen (ICD-10: F61.0)
-
Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung mit mittelgradigen kognitiven Defiziten (ICD-10: F90.0)
Auffallend seien - so
Dr.
C._
- Verhaltensauffälligkeiten und diffuse Angaben. Der Beschwerdeführer habe oft den Faden verloren und am Thema vorbeige
spro
chen. Der formale Gedankengang sei umständlich, zwanghaft-überkorrekt, weit
schweifig. Im Verhalten wirke der Beschwerdeführer exzentrisch mit ausge
prägter
Logorrhoe
. Im Rahmen der Untersuchung hätten sich keine Beein
trächtigungen der Bewusstseinsklarheit und Bewusstseins
hellig
keit gezeigt. Der Beschwerdefüh
rer sei zu allen Qualitäten (Ort, Zeit, Person und Situation) voll
ständig orientiert. Während der Exploration seien jedoch Stö
rungen der Aufmerk
sam
keit sowie zumindest leichte Konzentrationsstörungen aufgefallen. Krank
heits
wertige
inhaltliche
Denkstörungen seien keine feststell
bar, e
benso wenig strukturelle Ich-Störungen. Hinweise für Wahn oder Sinnes
täuschungen in Form von Halluzina
tionen oder illusionären Verkennungen gebe es nicht. Eine Affekt
pathologie im eigentlichen Sinne sei ebenfalls nicht fest
stell
bar. Die affektive Modulationsfä
higkeit sei durchgehend ausreichend vorhanden. Psychomotorisch zeige sich eine lebendige Mimik und Gestik, normaler Sprach
fluss. Der Antrieb sei unauffällig. Klinisch und aufgrund der Exploration und Untersuchung würden sich
jedoch
Hinweise auf zwanghafte, narzisstische und emotional instabile Persönlichkeits
züge mit verminderter Impulskontrolle und Wutaus
brüchen finden. Ein Hinweis auf akute Eigen- oder Fremdgefährdung gebe es
hin
gegen
nicht.
Die Exploration des Tagesprofils weise auch auf kein reduziertes Alltags
aktivitäts
niveau hin.
Dr.
C._
konstatierte weiter, es würden mittel- bis hoch
gradige Störungen der Aktivität und Partizipation, insbesondere im Bereich der Items Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen, Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, Flexibilität und Umstellungs
fähigkeit, Fähig
keit zur Anwendung fachlicher Kompetenzen, Durchhalte
fähig
keit und Gruppen
fähig
keit bestehen.
Die im Rahmen der Abklärung veranlasste testpsychologische Untersuchung habe Hinweise auf eine zwanghafte Persönlich
keitsstörung erge
ben
(
Urk.
12/58 S. 45)
.
Infolge der emotional instabilen Persönlichkeitszüge lebe der Beschwerdeführer seine Impulse und Gefühle ohne Rücksicht auf Konsequenzen aus. Aufgrund der reduzierten Frustrationstoleranz zerstöre er Gegenstände (bspw. die Tastatur von seinem Computer) und reagiere gereizt. Die Stimmung sei unvorhersehbar und launenhaft. Es bestehe eine reduzierte Impulskontrolle sowie Probleme in den Beziehungen mit Promiskuität. Aufgrund der zwanghaften (
anankastischen
) Per
sönlichkeitszüge sei das Denken und Handeln durch Zweifel, übertriebenen Per
fektionismus, extreme Gewissenhaftigkeit und ständige Kontrolle bestimmt, was den Beschwerdeführer zusätzlich zu den diagnostizierten mittelschweren kogni
tiven Defiziten erheblich in der Leistungsfähigkeit beeinträchtige. Der Beschwer
deführer reagiere unflexibel, sei pedantisch und eigensinnig. Er verliere sich bei der Erledigung von Aufgaben in Details, was letztendlich deren Fertig
stellung erheblich behindere. Der übermässige Zweifel und das Streben nach Perfektion würden auch die Entscheidungsprozesse
erschweren, nicht nur beruf
lich, sondern bereits im Alltag. Der Beschwerdeführer sei bemüht, äusserst ge
wissen
haft zu arbeiten und orientiere sich sowohl im privaten als auch im Berufs
leben sehr stark an Normen, Ordnung, Systemen und Regeln. Aufgrund der nar
zisstischen Per
sönlichkeitszüge würden Gefühle der Grossartigkeit
sowie das Be
dürfnis nach Bewunderung und Selbstverwirklichung bestehen
(
Urk.
12/58 S. 47)
.
Im Hinblick auf die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
C._
aus, beim Beschwerdeführer würden, insbesondere zusätzlich bedingt durch die einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung mit mittelgradigen kognitiven Defiziten (ICD-10: F90.0), mindestens mittelschwere Störungen der Fähigkeit zur Anpas
sung an Regeln und Routinen bestehen. Infolgedessen habe der Beschwerdeführer Schwierigkeiten, sich der täglichen Routine anzupassen und/oder sich in Organi
sationsabläufe einzufügen. Er habe häufiger Probleme, Verabredungen einzuhal
ten oder pünktlich zu Terminen oder zur Arbeit zu erscheinen. Durch die redu
zierte Strukturierung von Aufgaben habe der Beschwerdeführer grosse Schwie
rigkeiten, den Tagesablauf angemessen zeitlich und/oder inhaltlich zu strukturie
ren. Er sei mit zu vielen verschiedenen Aufgaben beschäftigt (
Aktivitätenexzess
), sodass deren Erfüllung und/oder Qualität darunter leide. Es würden einige Tätig
keit
en
nicht zu Ende geführt werden oder er müsse häufig mehr Zeit aufwenden als vorgesehen bzw. verfügbar. Infolge der kombinierten Persönlichkeitsstörung bestehe eine reduzierte Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, infolge derer der Beschwerdeführer grosse Schwierigkeiten habe, sich neuen Situation erwartungs
gemäss anzupassen. Er sei unflexibel, sprich seine Fähigkeit, sich in Bezug auf wechselnde Anforderungen der Umwelt angemessen zu verhalten, sei erheblich eingeschränkt. Sein Verhalten, Denken und Fühlen zeichne
ten
sich durch grosse Rigidität aus. Werde von ihm etwas «ausser der Reihe» verlangt,
dekompensiere
er und Dritte müss
t
en für ihn einspringen. Dadurch sei die Anwendung fachlicher Kompetenzen erheblich beeinträchtigt. Er schaffe es störungsbedingt nicht, einer seine
n
beruflichen Anforderungen entsprechende fachliche Kompetenz in der letzten Tätigkeit als Grafiker zu realisieren. Er werde den an ihn gestellten Erwar
tungen nicht gerecht. Aufgrund der reduzierten Durchhaltefähigkeit könne der Beschwerdeführer keine volle Leistungsfähigkeit über die ganze Arbeitszeit hin
weg zum Einsatz bringen. Sein Durchhaltevermögen sei mental deutlich beein
trächtigt bzw. vermindert. Aufgrund der reduzierten Gruppenfähigkeit sei er aus
serdem nicht in der Lage, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, in denen er sich bewege, ausreichend zu erkennen und sich einzubringen
(
Urk.
12/
58
S.
47f.)
.
Zusammenfassend würden beim Beschwerdeführer Schwierigkeiten im inter
personellen Kontakt, Störungen der Emotionsregulation mit Mangel an
An
passungs
- und Teamfähigkeit, niedrige Frustrationstoleranz, eingeschränkte Ein- und Umstellfähigkeit und insbesondere ein erheblich reduziertes Arbeitstempo bestehen, was eine mindestens 50%ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit (Rendement), bezogen auf
ein
100%iges Arbeitspensum, sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als selbstständiger Grafiker als auch in allen anderen, opti
mal angepassten Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt begründe. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit mit freier Zeiteinteilung als selbstständiger Grafiker sei am besten an die Ressourcen des Beschwerdeführers angepasst. Mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit sei nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer auch nach einer Umschulung in einer anderen Tätigkeit ein höheres Arbeitspensum erreichen werde. Der Grund dafür sei nicht nur die Zwanghaftigkeit und das bereits dadurch reduzierte Arbeitstempo, sondern auch die mittelschweren kognitiven Defizite (
Urk.
12/58 S. 48).
Berufliche Massnah
men seien aus medizinischer Sicht nicht indiziert und auch in Anbetracht der Gesamtsituation nicht Erfolg versprechend (
Urk.
12/58 S. 51).
4.
4.1
Auf die Gutachten der
Dres
.
D._
und
C._
vom 21. September 2017 (Urk. 12/54) und 2
0.
Januar 2018 (
Urk.
12/58) kann abgestellt werden. Diese erfüllen die Anforderungen an den Beweiswert medi
zinischer Berichte im Sinne der Rechtsprechung (vgl.
E.
1.
4
) vollumfänglich. Sie setzen sich mit allen Aspek
ten der gesundheitlichen Beeinträchtigungen aus
einander und berück
sichtigt ins
besondere auch sämtliche bis dahin angefallenen ärztlichen Unter
suchungsbe
richte und
Vorakten
. Insgesamt sind die Gutachten umfassend und vermögen zu überzeugen. Das ist unbestritten.
4.2
Die Gutachter
erachten den Beschwerdeführer seit März 2016
sowohl
in seiner zuletzt ausgeübten Erwerbstätigkeit als
selbständiger
Grafiker
als auch in allen anderen, optimal angepassten Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt
zu 50
%
reduziert leistungsfähig, bezogen auf ein 100%iges Arbeitspensum. Die Tätigkeit als selb
ständiger Grafiker mit freier Zeiteinteilung und ohne einen Arbeitgeber
sei
am besten an die Ressourcen des Beschwerde
führers angepasst
(E. 3.3.
2
in
fine
).
Dr.
D._
umschrieb eine angepasste Tätigkeit aus neurolo
gisch/neuropsychologischer Sicht als eine gut strukturierte, möglichst repetitive und leichte kognitive Tätigkeit in einem gut strukturierten und störarmen Umfeld mit ausreichender Zeit und Unterstützung beim Erlernen neuer Inhalte/Aufgaben (E. 3.3.1 in
fine
).
Der Stellungnahme der Arbeitstherapeuten der
A._
ist zu ent
nehmen, dass eine direkte Integration auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zufolge der Ein
schrän
kungen des Beschwerdeführers und den dafür notwendigen Rah
men
bedingungen nicht erreichbar ist (E. 3.2).
Nach einhelliger Einschätzung der medizinischen und beruflichen Fachpersonen ist eine höhere Leistungsfähigkeit in einem
akad
emischen Beruf demzufolge nicht zu erwarten. Eine Umschulung würde allenfalls dann zu einer für die Leistungs
gewährung notwendigen Verbesserung der Erwerbsfähigkeit beitragen, wenn damit bei gleichbleibender Arbeits- und Leistungsfähigkeit eine wesentliche, ren
tenrelevante Veränderung des Invaliditätsgrades erreicht werden könnte (E. 1.3). Dies kann angesichts dessen, dass laut der vom Bundesamt für Statistik heraus
gegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE), Tabelle 11, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert und
Quartilbereich
) nach Ausbildung, beruflicher Stel
lung und Geschlecht, Privater Sektor, Männer ohne Kaderfunktion mit Matura einen Median von Fr. 5'953.-- und mit abgeschlossener Berufsausbildung einen solchen von Fr. 5'942.-- erreichen, ausgeschossen werden. Kommt hinzu, dass angesichts der von der Neurologin umschriebenen, als angepasst erachteten beruflichen Tätigkeiten von einer eher höheren Einschränkung der Leistungsfä
higkeit in einer
akad
emischen Tätigkeit auszugehen ist und eine Kaderfunktion angesichts der Beeinträchtigungen auf dem Gebiet des interpersonellen Kontakts, der Emotionsregulation sowie Anpassung- und Teamfähigkeit als eher unwahr
scheinlich zu betrachten ist und laut Fachpersonen der Potentialabklärung eine direkte Integration in eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht zu erwarten ist, wovon auch mit erfolgreichem Erwerb der eidgenössische Matura auszugehen ist. Inwieweit der nunmehr anvisierte Abschluss als Physiker in der Forschung zu einem «geschützten» Arbeitsplatz führen könnte, wird nicht darge
tan und ist angesichts der eingeschränkten Teamfähigkeit zu bezweifeln. Von der
anbegehrten
Umschulung (
Passerelle
zur eidgenössischen Matura) ist daher keine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit zu erwarten. Daran ändert nichts,
dass der Beschwerdeführer im neuen Lernsetting zwei Abschlussprüfungen erfolgreich absolvierte (Urk. 3/10 und Urk. 3/11) und er eine hohe Motivation und Leistungsbereitschaft zeigt für eine sinnvolle Betätigung (Urk. 12/43 S. 7).
4.
3
Aufgrund dieser Erwägungen besteht die angefochtene Verfügung vom 16. Januar 2019 zu Recht, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.