Decision ID: a9320d78-95ce-4010-9b81-25d04db6e0ed
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1976 geborene
X._
liess am 6. März 2013 bei der
Visana
Versiche
rungen AG einen am 28. Februar 2013 bei einem Handgemenge we
gen Mei
nungsverschiedenheiten erlittenen Unfall melden (Prel
lung/
Stauchung des lin
ken Handgelenkes;
Urk.
14
/
1
; vgl. auch die
Polizei
akten
Urk.
14
/41
). Sie war damals arbeitslos sowie seit dem 14. März 2011 bei der
Y._
in einem
25%-Pensum im Zwischenverdienst als
Reini
gungshilfe
beschäftigt und dadurch bei der
Visana
Versicherungen AG gegen Unfallfolgen versichert (
Urk. 14/21
). Diese trat auf den Schadensfall ein und gewährte Heilbehandlung sowie Taggeld.
Mit Verfügung vom 4. Juli 2013 stellte die
Visana
Versicherungen AG die Ver
si
cherungsleistungen per 30. Juni 2013 ein (
Urk.
14
/44
).
Gegen
diesen Ent
scheid
erhob
die
Krankenversicherung von
X._
, die Helsana Versiche
rungen AG, am 10. Juli 2013 vorsorglich Einsprache
(
Urk.
14
/50
), die sie am 16. Sep
tember 2013 wieder zurückzog (
Urk.
14
/66
). Die von der Versicherten am 2. Sep
tember 2013 (
Urk.
14
/60
) erhobene und am 28. November 2013 (
Urk.
14
/69
) begründete Einsprache wies die
Visana
Ver
sicherungen AG mit Entscheid vom 8. Mai 2014 (
Urk.
14/84
) ab.
Mit Urteil vom 23. November 2015 im Prozess Nr. UV.2014.00141 wies das hiesige Gericht die
am 6. Juni 2014
gegen den
Einspracheentscheid
vom 8.
Mai 2014
erhobene Beschwerde ab
(
Urk.
2)
.
Das Bundesgericht trat a
uf die dagegen
am 29.
Dezember 2015 erhobene Beschwerde mit Urteil vom 11.
Februar 2016 nicht ein
(
Verfahren Nr.
8C_10/2016
,
Urk.
18
/
23
).
2.
Am 4. März 2016 stellte
X._
bei der
Visana
Versicherungen AG unter Beilage eines
Auszugs aus einem Arztbericht
der
Z._
vom 1
2.
Februar 2016 sinngemäss ein Gesuch um Revision und be
antragte, dass der Fall nochmals überprüft werde (
Urk.
1
; vgl. auch Urk.
14/94
).
Die
Visana
Versicherungen AG holte den vollständigen Bericht ein (
Urk.
14/95-96) und l
ehnte das Gesuch zunächst mit formlosem
Schrei
ben vom 21. April 2016 ab (
Urk.
14
/
98
)
, worauf die Gesuchstellerin um Er
lass einer anfechtbaren Verfügung
bat
(Urk.
14
/
99
). Nach Rückfrage leitete die
Visana
Versicherungen AG das Gesuch mit
Begleits
chreiben vom 9.
August 2016
dem hiesigen Gericht
weiter (
Urk.
4
und
Urk.
5
). Am 1.
Oktober 2016 legte die Gesuchstellerin
beim Gericht
weitere Arztberichte auf (
Urk.
9
und
Urk.
10/1-3
). Die
Gesuchsgegnerin
e
rstattete ihre auf Ab
weisung des
Revisionsbegehrens schliessende Stellungnahme am 13.
Oktober 2016 (Urk.
13)
.
Mit Eingabe vom 21.
November 2016 teilte Fürsprecher Goe
cke mit, dass er von der Gesuchstellerin mandatiert worden sei (
Urk.
17). Mit Eingabe vom 12.
Dezember 2016 liess er dem Gericht ein
e Vollmacht
kopie zukommen (
Urk.
20 und 21). Nach Zustellung der Verfahrensakten
, inklusive der beigezogenen Akten des Prozesses Nr. UV.2014.00141 (
Urk.
18/1-23)
,
stellte
er mit Eingabe vom 2
2.
Dezember 2016
(
Urk.
24)
in Aussicht,
eine
allfällige Stellungnahme bis Ende Januar 2017
einzureichen. Mit
Postfax
vom 17.
Januar 2017
(
Urk.
25)
übermittelte
die Gesuchstellerin
dem Gericht
einen
neuen
Arztbe
richt (
Urk.
26)
. Am 19. Januar 2017 teilte Fürsprecher Goecke mit, dass er die Gesuchstellerin nicht mehr vertrete (
Urk.
27).
3.
Mit Verfügung vom 13. Juli 2016 wies die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, das Begehren von
X._
um Ausrichtung einer Invalidenrente ab. Die
hiegegen
erhobene Beschwerde wurde mit Urteil heutigen Datums
abgewiesen
(Prozess IV.2016.00930).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
G
emäss Art. 61
lit
. i des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozial
ver
sicherungsrechts
(ATSG) muss die Revision von Entscheiden wegen Entde
ckung neuer Tatsachen oder Beweismittel oder wegen Einwirkung durch Ver
brechen oder Vergehen gewährleistet sein. Art. 61
lit
. i ATSG legt die für das kantonale Gerichtsverfahren massgebenden Revisionsgründe fest, überlässt aber die Ausgestaltung des Revisionsverfahrens im Übrigen dem kantonalen Recht (
Kieser
, ATSG-Kommentar,
3
. Auflage
2015
, Art. 61 N
229
).
1.
2
Nach § 29
lit
. a
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) kann gege
n rechtskräftige Entscheide des hiesigen Gerichts von den am Ver
fahren Be
teiligten Revision verlangt werden, wenn sie neue erhebliche Tatsa
chen erfahren oder Beweismittel auffinden, die sie im früheren Verfahren nich
t bei
bringen konnten
.
1.
3
Der Begriff
„
neue Tatsachen oder Beweismittel" ist
bei der Revision eines kanto
nalen Gerichtsentscheids gemäss Art. 61
lit
. i ATSG gleich auszulegen wie
bei der (prozessualen) Revision eines Verwaltungsentscheides nach Art. 53 Abs. 1 ATSG oder bei der Revision eines Bundesgerichtsurteils
ge
mäss
Art. 123 Abs. 2
lit
. a des Bundesgerichtsgesetztes (BGG; SVR 2010 IV Nr. 55 S. 169; Urteile des Bundesgerichts 8C_152/2012 vom 3. August 2012 E. 5.1 und 8C_422/2011 vom 5. Juni 2012 E. 4).
Neu sind demnach Tatsachen, die sich bis zum Zeitpunkt, da im
Hauptverfah
ren
noch tatsächliche Vorbringen prozessual zulässig waren, verwirklicht haben, je
doch dem Revisionsgesuchsteller trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt waren. Die neuen Tatsachen müssen ferner erheblich
sein, d.h. sie müssen geeignet sein, die
tatbeständliche
Grundlage des zur Re
vision beantragten Ent
scheids zu verändern und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu einer an
dern Entscheidung zu führen. Neue Beweismittel ha
ben entweder dem Beweis der die Revision begründenden neuen erheblichen Tatsachen oder dem Beweis von Tatsachen zu dienen, die zwar im früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zum Nachteil des Gesuchstellers unbewie
sen geblieben sind. Erheblich ist ein Beweismittel, wenn anzunehmen ist, es hätte zu einem anderen Urteil
geführt, falls das Gericht beziehungsweise
die Verwaltung im Hauptverfahren davon Kennt
nis gehabt hätte. Ausschlagge
bend ist, dass das Beweismittel nicht
bloss
der Sachverhaltswürdigung, son
dern der Sachverhaltsermittlung dient. Ein
Revi-sionsgrund
ist nicht schon dann
gegeben, wenn das Gericht respektive
die Verwaltung bereits im Hauptverfahren bekannte Tatsach
en unrichtig gewürdigt
hat
. Not
wendig ist vielmehr, dass die unrichtige Würdi
gung erfolgte, weil für den Ent
scheid wesentliche Tatsachen unbewiesen geblieben sind (vgl. BGE 134 III 669
E. 2.1, 127 V 353 E. 5b).
Dabei ist auf die Rechtsprechung hinzuweisen, wonach ein neuer medizini
scher Bericht, damit er einen
Revisionsgrund bilden kann, den Fehler in der früheren Beweisgrundlage eindeutig („
indiscutable
"; SZS 2008 S. 169,
U 561/06 E. 6.2 mit Hinweis) oder mit überlegenen Gründen aufzeigen muss (
Urteil des Bundesgerichts
8F_9/2012 vom 6. November 2012 E. 3).
Zudem müssen diese neuen Beweismittel nicht bereits in früheren Verfahren beizu
bringen gewesen sei, was nur mit Zurückhaltung anzunehmen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_714/2016
vom 16. Dezember 2016
E. 4.2.2).
1.
4
Gemäss § 30
GSVGer
ist das Revisionsgesuch innert 90 Tagen, von der Entde
ckung des Revisionsgrundes an gerechnet, beim Gericht schriftlich ein
zureichen (Abs. 1). Nach Ablauf von zehn Jahren seit der Mitteilung des Entscheids ist ein Revisionsgesuch nur noch aus den
hier nicht einschlägigen
in § 29
lit
. b und c
GSVGer
genannten Gründen zulässig (Abs. 2).
2.
Das Urteil vom 23. November 2015, mit welchem das hiesige Gericht die
Leis
tungseinstellung
der
Gesuchsgegnerin
betreffend
das Ereignis vom 28.
Februar 2013
mit Wirkung ab
30. Juni 2013 schützte, ist in Rechtskraft erwachsen, nachdem das Bundesgericht auf die dagegen am 29.
Dezember 2015 erhobene Beschwerde mit Urteil vom 11. Februar 2016 nicht eintrat (Verfahren Nr.
8C_10/2016
, Urk.
18/23
). Eine nochmalige Überprüfung der zu Grunde liegenden Streitsache ist grundsätzlich ausgeschlossen. Das Ge
richt kann auf seine Urteile nur zurückkommen, wenn ein Grund für eine Revision nach
Art.
61
lit
. i ATSG sowie
§
29
GSVGer
vorliegt.
Das Revisionsbegehren ist, nachdem das Bundesgericht auf die Beschwerde der Gesuchstellerin nicht eingetreten ist, beim hiesigen Gericht geltend zu machen (vgl. BGE 138 II 386 E. 6.2).
Die Gesuchstellerin stützt
e
ihr
sinngemässes Revisionsbegehren
vom 4. März 2016
(
Urk.
1)
auf den Sprechstundenbericht vom 1
2.
Februar 2016 (Urk.
1
4
/
96
).
Das Begehren wurde somit innert 90 Tagen nach Entdeckung des geltend gemachten Revisionsgrundes
-
allerdings versehentlich gegen
über dem für das Begehren
nicht
zuständigen Versicherungsträger
-
erhoben, wobei letzteres der Fristenwahrung nicht entgegen steht (Art. 60 Abs. 2
be
treffend Beschwerde
n
sinngemäss
i.V.m
. Art. 39 Abs. 2 ATSG, vgl. auch Art. 30 und Art. 58 Abs. 3 ATSG zur Weiterleitungspflicht). Auf das recht
zeitig erhob
en
e
Revisionsbegeh
ren ist deshalb einzutreten.
3
.
3
.1
Die Gesuchstellerin
stützte
ihr Revisionsgesuch
vom 4. März 2016
auf den Arztbericht aus der
Z._
vom 1
2.
Februar 2016
(Urk.
1
4
/96
)
und legte in der Folge weitere Arztberichte auf
(
Urk.
10/2-3 und
Urk.
26)
. Sie ersuchte um erneute Prüfung des Falls
und sinngemäss um Weiterausrichtung von Versicherungsleistungen
(
Urk.
1
)
.
3.2
Die
Gesuchsgegnerin
führte in ihrer auf Abweisung der Revisionsbegehrens schliessende
n
Stellungnahme vom 13. Oktober 2016 aus (
Urk.
13), dass sich aus den neu eingereichten medizinischen Akten keine neuen Erkenntnisse ergeben würden. Die Ärzte
hätten
ausdrücklich
bestätigt
, dass sich das CRPS I im Verlauf der Zeit entwickelt habe. Die Gesuchstellerin könne aus der Tatsache, dass die Ärzte anamnestisch und in der Zusammenschau das CRPS durch die Handgelenksdistorsion ausgelöst sähen, nichts zu ihren Gunsten abgleiten. Die Rechtsfigur „
post
hoc ergo
propter
hoc“, bei der eine Schädi
gung bereits deshalb als durch einen Unfall verursacht
erachtet
werde, weil sie nach diesem aufgetreten sei, genüge rechtsprechungsgemäss für die An
nahme
eines Kausalzusammenhangs nicht
. Die entscheidende Fragestellung sei, ob die für ein CRPS typischen Symptome nachweislich innerhalb von sechs bis acht Wochen nach dem Unfall aufgetreten seien. Den neu einge
reichten Berichten sei zu entnehmen, dass die typischen klinischen Anzei
chen eines CRPS nicht festgestellt
worden seien
. Ein Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 28. Februar 2013 sei infolge der zeitlichen Latenz von
rund fünfzehn Monaten und mit Blick darauf, dass ein CRPS zuweilen auch ohne nachvollziehbare Ursachen auftreten könne, nicht
rec
htsgenüglich
nachgewiesen (S. 6
Ziff.
8).
Betreffend die diagnostizierte schwere Depression mit begleitender
Schmerzver
arbeitungsstörung
verwies die
Gesuchsgegnerin
auf die Ausfüh
rungen im zur Revision
beantragten
Urteil vom 23. November 2015, wonach der Unfall vom 28. Februar 2013 zu den leichten Unfällen zu zählen sei und der adäquate Kausalzusammenhang zwischen einem Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen bei leichten Unfällen praxisgemäss
ohne Weiteres
ver
neint
werde (S. 6
Ziff.
9
unter Hinweis auf
Urk.
2 E. 4.9
).
4.
4.
1
Dem
Revision
sgesuch
liegt der
Bericht der
Z._
vom 1
2.
Februar 2016 über die Sprechstunde vom
3.
Februar 2016 nach einer Selbstzuweisung (
Urk.
1
4
/
96
)
zugrunde. Aus diesem Bericht
geht im Wesent
lichen Folgendes hervor:
Dr.
med.
A._
, Assistenzarzt Orthopädie
,
und PD
Dr.
med.
B._
,
Stv
. Chefarzt Handchirurgie,
nannten
die Diagnosen:
1.
Ausgeprägtes CRPS Hand links mit/bei:
Status nach Handgelenksdistorsionstrauma am 2
8
.2.2016 (gemeint ist offen
-
sicht
lich 2013)
Status nach r
adiologisch alter
Ulnastyloidfraktur
und wahrscheinlich distaler
Ra
diusfraktur
2.
Diabetes mellitus Typ 2
unter Insulintherapie
3.
Arterielle Hypertonie
4.
Dyslipidämie
Die Ärzte gaben an, die
Gesuchstellerin
habe sich erneut vorgestellt mit der Frage bezüglich Unfallereignis vom Februar 2013, da ein solches durch die Unfallversicherung nicht anerkannt werde. Hier sei die
Gesuchstellerin
initial notfallmässig im
C._
zum Ausschluss einer frischen
ossären
Läsion gewesen. Anschliessend sei sie ihnen bei Schmerzpersistenz zugewiesen wor
den, in dessen Rahmen sie die
Gesuchstellerin
im Mai 2013 das erste Mal be
urteilt hätten.
Dort seien die Schmerzen im Rahmen der
Handgelenksdistor
sion
interpretiert worden.
Radiologisch habe man damals eine alte
Styloid
fraktur
sowie eine dorsale
Verkippung
des distalen Radius gesehen, ohne dass
sich
die
Gesuchstellerin
an ein früheres Unfallereignis erinnert habe. Die damals klinisch objektivierbare distale
Radioulanergelenksinstabilität
sei kli
nisch nicht schmerzhaft gewesen. Somit sei die
Gesuchstellerin
ergothera
peutisch nachbehandelt worden. Auswärtig sei dann im Verlauf ein CRPS di
agnostiziert und die
Gesuchstellerin
von mehreren Stellen behandelt worden, sowohl von der Rheumatologie wie auch der Schmerzklinik
des
D._
. Ergotherapie betreibe die
Gesuchstellerin
seit dem Unfallereignis
regelmässig ohne wirkl
iche Verbesserung des Zustandes
,
aber auch ohne
eine
deutliche Verschlechterung zu verspüren.
Bereits im Bericht aus dem Jahr 2013 sei erwähnt worden, dass es sich um eine
Handgelenks
distorsion
gehandelt habe.
Bei der
damaligen
Vorstellung habe sich kein ein
deutiges CRPS gezeigt. Dies habe sich im Verlauf entwickelt.
Anamnestisch und in der Zusammenschau der Berichte sei aus ihrer Sicht eindeutig klar, dass dieses CRPS dur
ch eine Handgelenksdistorsi
on ausgelöst worden sei. Diesbezüglich spielten die Vorschäden wie di
e bereits vorhandene
Ulnasty
loi
dfraktur
und
Dorsalverkippung
des Radius keine wesentliche Rolle. Die
Gesuchstellerin
sei stark invalidisiert, weshalb sie dem CRPS
-
Spezialisten im Haus, PD
Dr.
E._
von der Rheumatologie
,
zu allfälligen weiteren Optio
nen einer
CRPS-Therapie zugewiesen werde.
4
.
2
4.
2
.1
Im
nachträglich eingereichten
Sprechstundenbericht vom 2
4.
Februar 2016 (
Urk.
10/3) nannte PD
Dr.
med.
E._
, Chefarzt Rheumatologie der
Z._
,
die Diagnosen
1.
C
RPS
I
Hand links
(Erstmanifestation 2013)
Status nach Handgelenksdistorsionstrauma
links
am 2
8
.2.201
3
2.
Diabetes mellitus Typ
II (
i
nsulinpflichtig)
3.
Arterielle Hypertonie
4.
Dyslipidämie
Er gab an, es bestehe eine leichte Schwellung und
ein
Lymphoedem
über den Langfingern. Im Verlauf der Untersuchung zeige sich eine bläulich rötliche Verfärbung. Im Vergleich zur Gegenseite bestehe eine Temperaturdifferenz von -0,5 °C. Es bestehe keine Hyperhidrose und keine Hypertrichose. An der linken Hand sei keine aktive Beweglichkei
t möglich; a
m Handgelenk ledig
lich Pronation und
Supination
60-10-0°. Es bestehe eine deutliche
Allodynie
an der linken Hand. Unter den gegebenen Umständen seien die therapeuti
schen Massnahmen limitiert. Es sei kein konkreter Verlaufstermin vereinbar
t
worden. Die
Gesuchstellerin
werde das weitere Vorgehen mit der
behandeln
den
Rheumatologin besprechen.
4
.
2
.2
Im
ebenfalls im Revisionsverfahren
aufgelegten
Austrittsbericht
der Klinik für Rheumatologie des
D._
vom 2
4.
August 2016 betreffend eine Hospitali
sierung vom
9.
bis 2
4.
August 2016
(
Urk.
10/2) nannten
Dr.
med.
F._
, As
sistenzarzt, und
Dr.
med.
G._
, Oberarzt,
die folgenden Diagnosen
:
CRPS Stadium I Hand links, EM 2013
nach Handgelenksdistorsionstrauma 02/13
Klinik:
Dauerschmerzen am Radiokarpalgelenk mit Nachtschmerzen. Ausgeprägte
Berüh
rungsempfindlichkeit
, intermittierende Schwellungsneigungen mit Ver
färbungen, abwechselnd Hitze und Kältegefühl, Hyperhidrose sowie ausge
prägte Funktionseinschränkungen
Bildgebung
:
Rx
Hand links
02/13
: kein Hinweis auf traumatisch bedingte
ossäre
Läsionen, deutliche
Ulnaplusvariante
mit starker Verkalkungszone oder
Ossifikation distal des
Proc
.
s
tyloideus
ulnae
MRI Hand links
03/13
:
Ossikel
distal des
Ulnaköpfchen
s
mit einem Durchmesser bis 1
cm bei ausgeprägter
Ulnaplusvarianz
. Entsprechend einer chronischen
ulno-carpalen
Impaktion
zeigt
sich
eine leichte Signalalteration des Knorpels am
Lunatum
. Unauffällige Darstellung des
luno-triquetralen
Bandes, leichte Signalalteration in der Pars
membranacea
des
scapho
-lunaren Bandes
3-Phasenskel
ettszintigraphie
05/13
: Im arteriellen Einstrom der Vorderarme sym
metrische
Trophik
beider Hände. Im
Frühbild
keine Hinweise für eine
Syno
vitis
oder ein CRPS. Im
Spätbild
minimale Umbauzone am
UInaköpfchen
links
MRI Hand links
05/14
:
Synoviale
Reizung im
Carpusbereich
. Pseudoarthrose des
Proc
.
s
tyloideus
, mit leichter Reizung des
Pseudoarthrosespaltes
Therapien:
Status nach
03/15: diagnostische Blockade und Infiltration mit
Bupivacain
0.25 % 3 ml des
G.stellatum
links, Schmerzreduktion von 9 auf 7/10 NRS, Schmerzklinik Oerli
kon
05/15:
Infiltrafion
mit
L
i
docain
2
% 1
ml, gepulste Radiofrequenztherapie
Spinal
wurzel
C8 links mit Schmerzreduktion von 10 auf 6/10 NRS, Schmerzkli
nik Oerlikon
05/15:
intraartikuläre Steroidinfiltration mit
Kenacort
10
mg, und
Lidocain
1
% ohne Schmerzansprechen
05/15: DSMO-Salbe und
Micalcic
Nasenspray ohne Besserung
aktuell
Multimodale rheumatologische Komplexbehandlung vom
9.
bis 2
4.
August 2016
Schwere Depression (ICD-10 F32.2)
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Diabetes Mellitus Typ II, insulinpflichtig
Arterielle Hypertonie
Sie gaben an, bei der
Gesuchstellerin
best
ä
nden seit dem Jahr 2013 chroni
sche Schmerzen an der linken Hand im Sinne eines CRPS, die sich nach einer Handgelenksdistorsion im Febru
ar 2013 entwickelt
hätten
. Die bisher er
folgten ausgiebigen Abklärungen mit medikamentösen,
interventionellen
und
ergotherapeutischen Massnahmen
hätten zu keiner Besserung der Be
schwerden geführt. Die
Gesuchstellerin
sei im Februar 2016 von PD
Dr.
E._
, seines Zeichens CRPS-Spezialist, in der
Z._
beurteilt worden, der
die Beschwerden im Rahmen eines CRPS Stadium I bestätigt habe. Klinisch habe sich bei Eintritt eine Schonhaltung der linken Hand mit ausgeprägter Berührungsempfindlichkeit und ausgeweiteter Schmerzangabe entlang der Streckseite des Unterarmes gefunden. Im Vergleich zur Gegen
seite bestehe eine leichte ödem
a
töse Schwellung
mit vermehrter
Sudomoto
rik
. Es sei keine Atrophie der Muskulatur objektivierbar gewesen.
Es sei auch eine psychiatrische Standortbestimmung erfolgt, in der sich eine schwere Depression mit begleitender Schmerzverarbeitungsstörung bestätigt habe, die einen grossen Anteil zu den
chronischen Schmerzen beitragen würden
.
Die Spitalärzte gaben weiter an, insgesamt bestehe weiterhin eine schwierige Si
tuation mit marginalen Behandlungsmöglichkeiten. Am meisten trage die zentrale Komponente zur
Chronifizierung
der Beschwerden bei. Hierbei spiele zurzeit auch die familiäre finanzielle Situation eine wichtige Rolle. Bezüglich der psychiatrischen Betreuung sei bereits durch die Hau
s
ärztin eine neue Anschlusslösung geplant. Hier würden sie das grösste Potential zur Verbes
serung der Beschwerden sehen.
5
.
5
.
1
Die Qualifikation eines CRPS, dessen Ätiologie und Pathogenese unbekannt sind, als Unfallfolge setzt rechtsprechungsgemäss die folgenden drei Kriterien voraus: a) Nachweis eines Körperschadens nach einem Unfall (beispielsweise in Form eines Hämatoms oder einer Schwellung) oder das Auftreten einer
Algodystrophie
nach einer wegen einer Unfallverletzung durchgeführten Opera
tion, b) Ausschluss anderer nicht traumatischer, ursächlicher Faktoren (wie zum Beispiel Zustand nach Myokardinfarkt, nach Apoplexie, nach/bei Barbiturat-Einnahme, bei Tumoren, bei Schwangerschaften etc.) sowie c) Kurze Latenzzeit zwischen dem Unfall und dem Auftreten der
Algodystrophie
(bis maximal sechs bis acht Wochen; vgl. Urteile des Bundesgerichts U 436/06 vom 6. Juli 2007 E. 3.4.2.1, 8C_150/2008 vom 24. Juli 2008 E. 3.2.2 und 8C_384/2009 vom 5. Januar 2010 E. 4.2.1).
Das Gericht kam im zur Revision beantragten
Urteil vom 2
3.
November 2015 (
Urk.
2)
zum Schluss, dass die von der Rechtsprechung geforderten Voraus
setzungen für die Qualifikation eines CRPS
als Unfallfolge, nicht erfüllt seien. Verneint wurde namentlich das Vorliegen der typischen Symptome innert der
ersten sechs bis acht Wochen nach dem Unfall. Das Gericht stellte bei dieser Einschätzung auf die Würdigung der medizinischen Aktenlage durch den beratenden Arzt des Versicherung,
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Orthopädi
sche Chirurgie FMH, ab
(
E. 3.9 und E. 4.3).
5.
2
Die neu aufgelegten Berichte
sind
mit Bezug auf diese Fragestellung
nicht geeignet
,
einen
Revisionsgrund
zu
bilden
.
Dr.
A._
und PD
Dr.
B._
von der
Z._
bestätig
t
en
die
Entwicklung eines CRPS an der linken Hand im Verlauf der Zeit
und kam
en nun in der
Nachbetrach
tung
anamnestisch und in der Zusammenschau der Berichte zum Schluss, dass dieses durch eine Handgelenksdistorsion ausgelöst worden sei
.
Diesbe
züglich spielten die Vorschäden wie die bereit
s vorhandene
Ulnastyloidfrak
tur
und
Dorsalverkippung
des Radius keine wesentliche Rolle.
Bei der Kon
sultation im Mai 2013
konnten die
für ein CRPS
typischen Symptome
jedoch
noch nicht festgestellt werden.
Dasselbe gilt
in
Bezug auf den im
Revisions
verfahren
nach
gereichten Bericht
vom
6.
Januar 2017 von
Dr.
med.
I._
, Leitender Arzt Handchirurgie
C._
, nach Besuch der Sprechstunde vom gleichen Tag (
Urk.
26)
,
welcher
angab, in der 3-Phasen-Skelett
szintigra
phie vom
6.
Mai 2013
habe sich
noch
kein sicheres Anzeichen für ein CRPS gezeigt, weshalb er die Beschwerden damals in erster Linie als
Rehabilitati
onsdefizit
der linken Hand nach Schmerzverarbeitungsstörung beurteilt habe.
Die Gesuchstellerin habe in der Anamneseerhebung am
2.
Mai 2013 das Handgemenge vom 2
8.
Februar 2013 als Distorsion geschildert, weshalb er damals in der Diagnose ein vermutliches Distorsionstrauma der linken Hand angegeben habe.
Hinweise
für durch den Vorfall vom 2
8.
Februar 2013 verursachte relevante makrostrukturelle Läsionen
an der linken Hand
sind auch mit den neu auf
gelegten Berichten nicht
aktenkundig geworden (vgl.
Urk.
2 E. 3.6). Die Ärzte der Notfallstation des
C._
stellte
n
bei der unmittelbar nach dem Vorfall erfolgten
Untersuchung
auch
keine
Prellmarken
oder
Hau
t
verletzun
gen
fest
.
Im
Röntgenbild zeigte
sich
keine
ossäre
Läsion
(Urk.
14/4
)
.
Das am 2
8.
März 2013 in der
Z._
durchgeführte Handgelenks-
MRI
zeigte keine akut versursachten strukturellen Läsionen
(
Urk.
14/26)
. Alle
ausgewiesenen
Befunde
waren
vorbe
stehend
(
vgl. auch
Urk.
26
)
.
5.
3
Aus
dem
Austrittsbericht der Klinik für Rheumatologie des
D._
vom 24.
August 2016 (E. 4.2.2)
geht hervor, dass die chronischen Schmerzen der Gesuchstellerin wesentlich durch die diagnostizierte schwere Depression mit
begleitend
er Schmerverarbeitungsstörung beeinflusst werden.
Am meisten trage die „zentrale Komponente“ zur
Chronifizierung
der Beschwerden bei.
Hierbei spiele zurzeit auch die familiäre finanzielle
Situation eine wichtige Rolle.
Bezüglich der psychischen Ursachen für die Beschwerden wurde im zur Revi
sion ersuchten Urteil vom 2
3.
November 2015 festgehalten, dass
der von der
Gesuchstellerin
geltend gemachte
Unfallhergang zu den leichten Unfällen zu zählen
sei
, weshalb praxisgemäss der adäquate Kausalzusammenhang zwi
schen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen ohne weiteres zu ver
neinen sei
(
Urk.
2 E.
4.9
)
.
Dem Revisionsbegehren und den von der Gesuch
stellerin aufgelegten medizinischen Berichten ist nichts zu entnehmen,
dass
diese
Einschätzung
revisionsweise in Frage zu stellen
vermöchte.
6.
Zusammenfassend konnte die Beschwerdeführerin keine neuen erheblichen Tatsachen darlegen, welche das zur Revision beantragte Urteil als falsch er
scheinen liesse. Ein eindeutiger Fehler in der früheren Beweisgrundlage liegt nicht vor, weshalb das Revisionsgesuch abzuweisen ist.