Decision ID: 9c1b58ed-5315-52a6-8f04-97eda11f42ea
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer ersuchte am 26. März 2014 um Asyl in der Schweiz.
Anlässlich der verkürzten Befragung zur Person vom 4. April 2017 führte
er im Wesentlichen aus, er sei kosovarischer Staatsbürger albanischer Eth-
nie und in B._ geboren und aufgewachsen. Aus erster Ehe habe er
zwei erwachsene Kinder, welche in B._ leben würden. Ab 1989
habe er sich in Deutschland aufgehalten und eine deutsche Staatsbürgerin
geheiratet. Seine zweite Ehe sei im Jahr 2011 geschieden worden, seine
aus dieser Ehe stammende erwachsene Tochter wohne in Deutschland. Er
konsumiere seit über 30 Jahren Drogen. Im Februar 2013 sei er in
Deutschland zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und in den Kosovo wegge-
wiesen worden. Im März 2014 habe er in Frankreich ein Asylgesuch ge-
stellt. Am 23. März 2014 sei er illegal in die Schweiz eingereist.
B.
Mit Verfügung vom 16. April 2014 trat die Vorinstanz nicht auf das Asylge-
such des Beschwerdeführers ein und wies ihn aus der Schweiz in den zu-
ständigen Dublin-Mitgliedstaat (Frankreich) weg. Dieser Entscheid er-
wuchs unangefochten in Rechtskraft. Am 21. August 2014 wurde er nach
Frankreich überstellt. Gleichentags verfügte die Vorinstanz ein Einreisever-
bot für die Schweiz und Lichtenstein bis 20. August 2017. Am 11. Juli 2017
verfügte die Vorinstanz erneut ein Einreiseverbot bis 27. August 2027.
Nach mehrfachen Verstössen gegen die Betäubungsmittel- und Ausländer-
gesetzgebung verfügte das Migrationsamt des Kantons Basel-Stadt am
28. Juni 2017 die Wegweisung aus der Schweiz, welche am 14. Juli 2017
vollzogen wurde.
C.
Am 19. August 2019 stellte der Beschwerdeführer bei der Vorinstanz ein
zweites Asylgesuch. Er begründete es mit seiner seit zehn Jahren beste-
henden Erkrankung an (...), welche sich in den letzten Jahren stark ver-
schlechtert habe. Anlässlich der Erstbefragung vom 15. Oktober 2019
machte er zusätzlich geltend, nach seiner Rückführung am 14. Juli 2017 in
den Kosovo habe er sich rund vier Monate in B._ aufgehalten. Da-
nach habe er ungefähr eineinhalb Monate in Bosnien und vier- bis fünf Mo-
nate in Frankreich gelebt. Im Juli 2018 sei er wegen seiner Freundin, wel-
che in Basel wohne, in die Schweiz eingereist. Aufgrund seiner Diabeteser-
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krankung habe er Probleme mit dem Fuss, leide an Magenschmerzen so-
wie unter einer Sehschwäche. Er sei drogensüchtig und deswegen am
23. Juli 2018 in der Schweiz verhaftet worden.
Der Beschwerdeführer reichte vom Universitätsspital C._ einen
Ambulanten Bericht vom 22. August 2018, einen Austrittsbericht und eine
Terminbestätigung inklusive einer Befundübermittlung vom 8. Oktober
2018, ferner ein Schreiben des Strafgerichts D._ vom 17. Dezem-
ber 2018, seine kosovarische Identitätskarte (alle in Kopie), eine von ihm
verfasste Anzeige gegen die Polizei D._ vom 7. Juni 2019, ein un-
datiertes Schreiben von ihm an die Vorinstanz sowie eine Medikamenten-
verordnung des Gesundheitsdiensts der E._ vom 3. September
2019 (alle im Original) ein.
D.
Mit rechtskräftigem Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-
Stadt vom 12. März 2020 wurde der Beschwerdeführer insbesondere zu
einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt und für
zehn Jahre des Landes verwiesen.
E.
Mit Verfügung vom 24. August 2020 (eröffnet am 25. August 2020) trat die
Vorinstanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein. Ferner
wurde festgehalten, dass der Entscheid über den Vollzug der Landesver-
weisung in der Kompetenz der zuständigen kantonalen Behörden liege.
F.
Mit Eingabe vom 26. August 2020 erhob der Beschwerdeführer beim Bun-
desverwaltungsgericht Beschwerde und beantragt sinngemäss die ange-
fochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei Asyl zu gewähren. Even-
tualiter sei die vorläufige Aufnahme in der Schweiz anzuordnen.
Der Beschwerdeführer reicht ein Insulinschema des Inselspitals F._
vom 3. Juli 2020, eine Medikamentenliste der E._ vom 24. August
2020 sowie ein Blutzuckertagebuch (alle in Kopie) zu den Akten.
G.
Mit Schreiben vom 31. August 2020 reichte der Beschwerdeführer einen
Arztbericht der G._ vom 18. August 2020 ein.
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend –
endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerdeführer
ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48
VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu-
treten (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
2.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die
Vorinstanz ablehnt, ein Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-
prüfen, ist die Beurteilungskompetenz des Bundesverwaltungsgerichts
grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das
Gesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5).
2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im
Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten
Richters (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Weiterungen und mit summarischer
Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AslyG).
3.
3.1 Als Asylgesuch gilt gemäss Art. 18 AsylG jede Äusserung, mit der eine
Person zu erkennen gibt, dass sie die Schweiz um Schutz vor Verfolgung
ersucht. Die Praxis geht dabei von einem weiten Verfolgungsbegriff aus;
neben den in Art. 3 AsylG genannten Gründen sind auch Wegweisungshin-
dernisse im Sinne von Art. 44 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 2-4 AIG (SR 142.20)
umfasst, sofern diese von Menschenhand geschaffen wurden (vgl. bereits
Entscheidungen und Mitteilungen der vormaligen Schweizerischen Asylre-
kurskommission [EMARK] 2003 Nr. 18 und seither konstante Praxis). Die
Voraussetzungen von Art. 18 AsylG sind namentlich dann nicht erfüllt,
«wenn das Asylgesuch ausschliesslich aus wirtschaftlichen oder medizini-
schen Gründen eingereicht» wurde. Ist dies der Fall, so wird nach Art. 31a
Abs. 3 AsylG auf das Gesuch nicht eingetreten.
3.2 Die Vorinstanz hat in der Verfügung zutreffend festgestellt, dass kein
Asylgesuch im Sinne von Art. 18 AsylG vorliegt. Der Beschwerdeführer
selbst hat in der Erstbefragung erklärt, er sei wegen seiner Diabeteserkran-
kung in die Schweiz gekommen und weil seine damalige Freundin in der
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Schweiz gewohnt habe. Probleme mit den Behörden oder mit Drittperso-
nen habe er in Kosovo keine gehabt. Somit hat er in seinem Gesuch weder
eine Verfolgung noch eine Furcht vor zukünftiger Verfolgung im Kosovo
geltend gemacht. Die Vorinstanz ist folglich gestützt auf Art. 31a Abs. 3
AsylG zu Recht nicht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers einge-
treten.
4.
4.1 Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung
aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder nicht darauf ein-
tritt.
4.2 Gemäss Art. 32 Abs. 1 der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen
(AsylV 1, SR 142.311) wird die Wegweisung aus der Schweiz (unter ande-
rem) nicht verfügt, wenn die asylsuchende Person von einer rechtskräfti-
gen Landesverweisung nach Art. 66a oder 66abis des Strafgesetzbuches
(StGB; SR 311.0) betroffen ist (vgl. Botschaft zur Änderung des Strafge-
setzbuchs und des Militärstrafgesetzes [Umsetzung von Art. 121 Abs. 3–6
BV über die Ausschaffung krimineller Ausländerinnen und Ausländer] vom
26. Juni 2013, BBl 2013 6006 ff.).
4.3 Mit in Rechtskraft erwachsenem Urteil des Appellationsgerichts des
Kantons Basel-Stadt vom 12. März 2020 wurde gegen den Beschwerde-
führer gestützt auf Art. 66a Abs. 1 StGB eine obligatorische Landesverwei-
sung von zehn Jahren ausgesprochen. Die Vorinstanz hat demnach in kor-
rekter Weise festgestellt, dass der Entscheid über den Vollzug der Landes-
verweisung in der Kompetenz der kantonalen Behörden liegt und zu Recht
auf die Anordnung der Wegweisung sowie die Prüfung von allfälligen Voll-
zugshindernissen verzichtet.
5.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-
rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest-
zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR
173.320.2]).
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