Decision ID: 98c58e59-3fc0-477e-8b9f-9e9760aeebaf
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1974, war seit Oktober 2009 beim Restaurations
betrieb Y._ (später Z._ GmbH) angestellt (Urk. 5/9/1) und gleichzeitig als Gesellschafter und Geschäftsführer der Arbeitgeberin im Handels
register eingetragen (Urk. 5/94). Am 9. Februar 2011 ging bei der Sozialver
siche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, das Formular ein, mit dem sich der Versicherte unter Hinweis auf eine - bei einem Sturz am 26. Februar 2010 zuge
zogene (Urk. 5/7/39, Urk. 5/11/100) - Schulterverletzung (Urk. 5/1/3) und anhal
tende Arbeitsunfähigkeit zum Bezug von Massnahmen zur beruflichen Ein
gliederung anmeldete (Urk. 5/2). Den umgehend anberaumten Termin für ein persönliches Gespräch musste der Versicherer absagen, da er am 7. Februar 2011 mit dem Auto in Albanien gegen eine Betonwand gefahren war, dabei ein Schädel-Hirntrauma sowie auf der rechten Körperseite eine
Acetabulumfraktur
, eine Schulterkontusion sowie eine Kniekontusion erlitten hatte (Urk. 5/26/20) und nach der Rückkehr in die Schweiz im Universitätsspital A._ hospitalisiert war (Urk. 5/4).
Der Unfallversicherer, die SWICA Versicherungen AG (nachfolgend SWICA), reichte in der Folge Unterlagen betreffend den - der Anmeldung bei der Invali
den
versicherung zu Grunde gelegenen - Sturz vom 26. Februar 2010 ins Recht (Urk. 5/7, Urk. 5/11).
Laut Mitteilung der IV-Stelle vom 20. Juli 2011 waren berufliche Ein
gliederungs
massnahmen aufgrund des Gesundheitszustandes nicht möglich (Urk. 5/19).
Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und zog die Akten der SWICA zum Autounfall vom 7. Februar 2011 bei (Urk. 5/26).
1.2
Die SWICA ordnete eine Observation an (Bericht vom 24. April 2012 zu den vom 15. Februar bis 29. März 2012 durchgeführten Ermittlungen, Urk. 5/37
39), woraufhin sie mit Verfügung vom 23. Mai 2012 ihre Leistungen rückwirkend per 15. Februar 2012 einstellte sowie die bereits erbrachten Taggelder in der Höhe von Fr. 15‘161.55 zurückforderte (Urk. 5/36).
1.3
In Kenntnis der Überwachung stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbe
scheid vom 15. Oktober 2012 die Zusprache einer von Dezember 2011 bis Februar 2012 befristeten ganzen Rente in Aussicht (Urk. 5/44). Im
Ein
wandverfahren
(Urk. 5/56) holte sie ein polydisziplinäres Gutachten ein (Urk. 5/61), das durch das Zentrum B._ am 22. August 2013 erstattet wurde (Urk. 5/80).
Im Rahmen des am 24. Februar 2014 eröffneten neuen
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 5/89, Urk. 5/95) teilte die
Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesell
schaft
AG der IV-Stelle am 4. September 2015 mit, der Versicherte habe sich anlässlich eines Sturzes am 8. Dezember 2014 eine Verschlimmerung seines Hüft
leidens zugezogen und sei seither arbeitsunfähig (Urk. 5/126; vgl. dazu auch
Ein
spracheentscheid
vom 14. Juni 2017; Urk. 5/142). Daraufhin zog die IV
Stelle Auszüge aus dem individuellen Konto des Versicherten (Urk. 5/129, Urk. 5/136) bei, während die SWICA am 9. Oktober 2015 über die Rechtshängigkeit der Beschwerde gegen den von ihr am 30. April 2015 erlassenen
Einspracheentscheid
informierte (Urk. 5/130-131; Prozess UV.2015.000105). Das entsprechende Urteil erging am 3. Mai 2017 (Urk. 10).
In der Folge legte der Versicherte mehrere Arztberichte auf (Urk. 5/134-141).
Mit Verfügung vom 19. Januar 2018 sprach die IV-Stelle dem Ver
sicher
ten
nunmehr befristet für die Zeit vom 1. August 2011 bis 29. Februar 2012 - bei einem Invaliditätsgrad von 100 % beziehungsweise 90 % eine ganze Invali
den
rente zu; im Februar 2012 habe er seine Tätigkeit wieder aufnehmen können (Urk. 5/145, Urk. 5/158 = Urk. 2).
2.
Hiegegen
erhob der Versicherte mit Eingabe vom 7. Februar 2018 Beschwerde und beantragte auch für die Zeit nach dem 29. Februar 2012 die Zusprache einer unbefristeten ganzen Rente sowie von weiteren Leistungen (berufliche Mass
nahmen, Taggelder); eventualiter ersuchte er um Rückweisung der Angelegenheit zu weiteren Abklärungen und zur Neubeurteilung (Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle schloss am 19. März 2018 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 4), wovon dem Beschwerdeführer am 20. März 2018 Kenntnis gegeben wurde (Urk. 8).
Das Gericht hat von Amtes wegen seine dem Beschwerdeführer bekannten Urteile vom 3. Mai 2017 in dessen Sachen gegen die SWICA (UV.2015.00105) und vom 30. November 2017 gegen die
Unia
Arbeitslosenkasse (AL.2014.00169) als Urk. 10 und Urk. 11 zu den Akten genommen.
3.
Der Prozess UV.2017.00171 in Sachen des Beschwerdeführers gegen die Schwei
zerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG betreffend den
Einspracheent
scheid
vom 14. Juni 2017 betreffend das Ereignis vom 8. Dezember 2014 (vgl. Urk. 5/142) wird ebenfalls mit Urteil heutigen Datums erledigt.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
;
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
;
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
gliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
70 % auf eine ganze Rente (Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl.
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rz
11 zu Art. 30–31 IVG). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Ver
fügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung über die Invali
denversicherung
;
IVV)
analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristu
ng erforderliche Revi
sionsgrund
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG
gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im
nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1
IVV
festzu
setzenden
-
Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hin
weisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
1.4
Ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person (BGE 133 V 454 E. 7.1). Dazu gehört namentlich der Gesundheitszustand. Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unter
schiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_602/2016 vom 1
4.
Dezember 2016 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
Das Hinzutreten einer neuen Diagnose stellt nicht per se einen Revisionsgrund dar, weil damit das quantitative Element der (erheblichen) Gesundheits
ver
schlechterung nicht zwingend ausgewiesen ist (BGE 141 V 9 E. 5.2 mit Hin
wei
sen). Massgebend ist einzig, ob bzw. in welchem Ausmass – unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie – den medizi
nischen Akten eine Verschlechterung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit im relevanten Zeitraum entnommen werden kann (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_664/2017 vom 25. Januar 2018 E. 9 und 9C_799/2016 vom 2
1.
März 2017 E. 5.2.1 mit weiteren Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 19. Januar 2018 (Urk. 2) davon aus, der Beschwerdeführer sei seit dem 26. Februar 2010 (Datum des ersten Unfalls; Eröffnung des Wartejahres) und nach Ablauf des War
tejahres bis am 29. Februar 2012 ganz oder zu 90 % arbeitsunfähig gewesen. Die Anmeldung zum Leistungsbezug habe sie im Februar 2011 erhalten, so dass der Rentenanspruch am 1. August 2011 entstanden sei (S. 4).
Ab März 2012 sei dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Geschäfts
führer und Hilfe im Service seines Restaurants, aber auch eine ange
passte Tätigkeit wieder voll zumutbar (S. 3). Im B._
Gutachten werde festge
hal
ten, dass ein Jahr nach dem Unfall keine objektiv feststellbaren Einschränkungen mehr vorgelegen hätten. Aus medizinischer Sicht seien die Tätigkeiten in der Küche zu diesem Zeitpunkt ganztags möglich gewesen. Der Beschwerdeführer habe im Februar 2012 seine Erwerbstätigkeit wieder auf
nehmen können. Den neuen Arztberichten liessen sich keine organischen Veränderungen im Vergleich zum B._-Gutachten entnehmen (S. 4).
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift vom 7. Februar 2018 (Urk. 1) entgegen, er sei mit der Rentenbefristung nicht einverstanden (S. 4). Zusammenfassend legte er dar, dass sich sein Gesundheitszustand seit dem Vor
bescheid vom 24. Februar 2014 bzw. der Begutachtung im Juni 2013 ver
schlechtert habe. Die der Verfügung zu Grunde liegenden medizinischen Berichte seien zeitlich überholt beziehungsweise äusserten sich nicht zu seiner Arbeitsfä
higkeit. Es seien die Verhältnisse bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen und auch der Arzt des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) der Beschwerdegeg
nerin habe darauf hingewiesen, dass im Vergleich zum B._
Gut
achten von einer organischen Veränderung des muskuloskelettalen Gesundheits
zustandes auszu
gehen sei. Im September 2017 habe sich eine (weitere) Ver
schlechterung des Gesund
heits
zustandes eingestellt. Es wären ergänzende medizinische Abklärungen erforderlich gewesen (S. 6 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers, und zwar nicht nur für die bestrittene Zeit ab März 2012, sondern für den gesamten vom angefochtenen Entscheid erfassten Zeitraum (vorstehend E. 1.3).
3.
3.1
Vorweg ist mit dem Beschwerdeführer (Urk. 1 S. 4) festzuhalten, dass sich das hiesige Gericht im Urteil
vom
3.
Mai 2017 in
dessen Sache
gegen die SWICA (Prozess UV.2015.00105
; Urk. 10
) betreffend den Autounfall vom
6.
Februar 2011
auf das B._
-Gutachten vom 2
2.
August 2013 (
Urk. 5/80
)
stützte (E. 4.2
3). Vom Referieren der übrigen
medizinischen Unterlagen aus jener Zeit wird daher abge
sehen.
3.2
In der B._-Expertise nannten die Gutachter - neben weiteren Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, darunter namentlich diffuser Schmerz Hüfte/Oberschenkel rechts (Urk. 5/80 S. 42) - folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 41 unten):
-
Chronischer Schulterschmerz rechts
-
AC-Gelenksarthrose
-
partiale Ruptur der Supraspinatussehne
Dazu legten die Gutachter dar, aus orthopädischer Sicht bestünden Probleme im Bereich der rechten Schulter mit einer AC-Arthrose und wahrscheinlich einer Par
tialruptur der Supraspinatussehne rechts sowie im Bereich des rechten Beines. Allerdings seien die objektivierbaren somatischen Befunde bescheiden. Diese führten möglicherweise zu gewissen Beschwerden, allerdings niemals im vom Beschwerdeführer geklagten Ausmass; für einen Grossteil der Beschwerden finde sich kein objektivierbares somatisches Korrelat (S. 42). In Bezug auf die Hüft
problematik schilderte der begutachtende Orthopäde klinisch eine gute Beweg
lichkeit. Aufgrund der Bildgebung sei davon auszugehen, dass die beklagten star
ken Schmerzen einen sehr kleinen organischen Kern hätten im Sinne einer
Tendinopathie
der
Glutealmuskulatur
. Er vermutete muskuläre Beschwerden bei muskulärer Dysbalance und eine erhebliche Schmerzfehl
ver
arbeitung (S. 28).
Für die geklagten rechtsseitigen Parästhesien fanden sie kein neurologisch objek
tivierbares Substrat (S. 42).
Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine psychosomatische Überlagerung mit einer Fehlverarbeitung der Schmerzen und einer Ausweitungssymptomatik mit pseudoneurologischem Phänomen und weiteren psychovegetativen Symptomen, die zusammen mit der Nichterklärbarkeit des Schmerzausmasses eindeutig für die Diagnose einer psychosomatischen Symptomatik sprächen. Diese Störung fassten die Gutachter im Rahmen des ICD-10 als anhaltende somatoforme Schmerz
stö
rung, wobei differenzialdiagnostisch auch eine dissoziative Störung bei Vorliegen von pseudoneurologischen Phänomenen in Frage komme. Sie hielten fest, dass eine eindeutige Diskrepanz zwischen objektivierbaren Befunden und Beschwer
den bestehe. Eine bewusstseinsnahe Überlagerung der Beschwerde
schilderung müsse angenommen werden, dies umso mehr, als die Beobachtungen vor Ort, mithin die Video-Aufzeichnung, eigentlich kaum objektivierbare Ein
schränkungen des Beschwerdeführers bei seiner körperlichen Aktivität bei der Arbeit gezeigt habe (S. 43).
Die Gutachter legten weiter dar, von somatischer Seite her bestehe in der bisher ausgeübten Tätigkeit - ausgenommen körperlich schwere Tätigkeiten und das regelmässige repetitive
Haltenmüssen
von schweren Lasten in und über Schulter
höhe - keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Objektiv resultiere einzig eine leicht verminderte Belastbarkeit des rechten Schultergelenkes für repetitive Tätig
keiten in oder über Augenhöhe (S. 44).
Aufgrund der Videoaufnahmen sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer schon im Zeitpunkt der Observation im Februar und März 2012 (vgl. Urk. 5/37
39) im genannten Ausmass arbeitsfähig gewesen sei (S. 45 unten).
3.3
Das Gericht erwog
hiezu
, dem B._-Gutachten komme voller Beweiswert zu (Urk. 10 E. 4.3). Angesichts der wieder erlangten vollständigen Arbeitsfähigkeit sei nicht zu beanstanden, dass die SWICA mit Verfügung vom 23. Mai 2012 (Urk. 5/36) die Taggeldleistungen eingestellt habe. Mangels Einkommenseinbusse habe der Beschwerdeführer auch keinen Rentenanspruch (E. 4.5).
Es sei erstellt, dass der Beschwerdeführer ab Februar 2012 in seiner angestamm
ten Tätigkeit wieder zu 100 % arbeitsfähig gewesen sei. Dies gelte auch für die Tätigkeit als Kellner, weshalb die Frage, in welchem Ausmass er als Geschäfts
führer beziehungsweise im Service tätig gewesen sei, offen bleiben könne (E. 4.6).
3.4
Von diesen unbeanstandet gebliebenen Erwägungen ist auszugehen.
Die für die Zeit von August 2011 bis Februar 2012 zugesprochene ganze
Rente
stützte sich auf das
B._
-Gutachten, gemäss welchem ab dem Zeitpunkt der im Februar/März 2012 durchgeführten Überwachung (
Urk.
5/37
-
39) eine vollständige Arbeits
fä
higkeit bestand (
Urk.
5/45). Dies steht im Einklang mit den seitens des Unfallver
sicherers
, der SWICA,
bis
am
1
5.
Februar 2012 erbrachten Taggeldern, welcher Entscheid vom hiesigen Gericht geschützt wurde (
Urk.
10 S. 2
Ziff.
1.2 und S. 17 E. 4.6). Obwohl sich die Gutachter ausser Stande sahen, den exakten Verlauf anzugeben, ist immerhin
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt
, dass der Beschwerdeführer seine nach dem Autounfall
im Januar 2011
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit spätestens im Februar 2012 wieder erlangt hatte, mithin spä
testens in jenem Zeitpunkt eine massgebliche Verbesserung des Gesundheitszu
standes eingetreten war.
Der Beschwerdeführer selbst gab gegen
über den Ärzten der Universitätsklinik C._ an, dass er seine Tätigkeit wieder aufgenommen hatte (vgl. Urk. 5/134/1-2 und nachfolgend E. 4.3).
Die zugesprochene
ganze
Rente wie auch die i
n Nachachtung von Art. 88a Abs.
1 IVV verfügte Einstellung der Rente per März 2012 ist
im Lichte dieser Sachlage
nicht zu beanstanden.
(vorstehend E. 2.1).
4.
4.1
Zu prüfen bleibt die Entwicklung der Verhältnisse vom Zeitpunkt der Renten
ein
stellung bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 11. Mai 2017 (BGE 132 V 215 E.
3.1.1
, 1
31 V 353 E. 2).
Dabei ist zu entscheiden, ob sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers in diesem Zeitraum in Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG in rentenerheblicher Weise verschlechtert hat, was die Beschwerde
gegnerin in Abrede stellte (Urk. 2).
Der Beschwerdeführer machte diesbezüglich geltend, das B._-Gutachten aus dem Jahr 2013 sei überholt. Er leide an Rücken- und Hüftbeschwerden und seit September 2017 zudem an einer koronaren Gefässkrankheit, weshalb sein Gesundheitszustand weiter abgeklärt werden müsse (Urk. 1 S. 4-6).
4.2
Nach dem gestützt auf das B._-Gutachten vom 22. August 2013 erlassenen Vor
bescheid vom 24. Februar 2014 (Urk. 5/89) tätigte die Beschwerdegegnerin vor
erst keine weiteren Abklärungen zum Sachverhalt, wie der Beschwerdeführer zu Recht vermerkte. Letzterer liess indes zunächst auch keine Veränderung geltend machen; seine Einwendungen zum Vorbescheid - letztmals am 27. April 2015 - erschöpften sich vielmehr in der Kritik des B._-Gutachtens beziehungs
weise in prozessualen Fragen (Urk. 5/95, Urk. 5/110, Urk. 5/120).
Am 4. September 2015 wurde die Beschwerdegegnerin seitens der Schweize
ri
schen Mobiliar AG über ein Sturzereignis am 8. Dezember 2014
informiert, bei dem sich das vorbestehende Hüftleiden verschlechtert haben soll (Urk. 5/126), wobei der Beschwerdeführer selbst in seiner Eingabe vom 17. November 2015 dieses Vorkommnis nicht erwähnte und weiterhin keine Verschlechterung geltend machte (Urk. 5/132); erst am 19. Juli 2016 verlangte er neue Abklärungen (Urk. 5/134/8).
4.3
Mit der gleichen Eingabe legte der Beschwerdeführer neue Arztberichte auf (Urk. 5/134/8).
Diesen ist zu entnehmen, dass am 17. August 2015 eine Untersuchung in der Hüftsprechstunde der Universitätsklinik C._
erfolgte (Urk. 5/134/1-2). Dort gab der Beschwerdeführer an, dass seit dem Unfallereignis vom 2011 permanent leichte belastungsabhängige Beschwerden an der rechten Hüfte präsent gewesen
seien, welche tolerierbar gewesen seien. Er habe seine Arbeit als Kellner wieder aufnehmen können. Im Dezember 2014 habe er beim Tragen der Tochter einen Sturz auf die rechte Hüfte erlitten, woraufhin die Schmerzen
exazerbiert
hätten und nicht mehr zurückgegangen seien. Seit dem Sturz im Dezember 2014 sei er als Kellner arbeitslos.
Aufgrund des gleichentags angefertigten Röntgens des Beckens und der rechten Hüfte (Urk. 5/134/2) vermochten die Ärzte der Universitätsklinik C._ die beschriebene Symptomatik keiner klaren Genese zuzuschreiben. Diese könne einer
seits auf die posttraumatischen degenerativen Veränderungen zurückgeführt werden, andererseits bestünden abklärungsbedürftige zystisch-sklerotische Läsionen im proximalen Femur. Betreffend die Kribbelparästhesien, welche die befassten Orthopäden laut Diagnoseliste im Zusammenhang mit der Segment
de
generation mit Bandscheibenprotrusion ohne neurale Kompression L5/S1 sahen, hätten sich keine Auffälligkeiten gezeigt, wobei sie bei Persistenz eine neurolo
gische Untersuchung empfahlen.
Die verantwortlichen Orthopäden der Universitätsklinik C._ berichteten am 18. September 2015 nach einer gleichentags erfolgten, weitgehend erfolglosen Hüftinfiltration von einer Reizung des Tractus iliotibialis sowie der Hüftab
duktoren mit Bursitis trochanterica rechts, von einer unklaren zystischen Läsion im proximalen Femur rechts und den bekannten Kribbelparästhesien. Der Beschwerdeführer sei zur Zeit zu 80 % krankgeschrieben als Servicemitarbeiter in der Gastronomie. Von einer Hüftgelenkspathologie sei nicht auszugehen (Urk. 5/134/3-4).
Am 30. September 2016 (richtig: 2015) erfolgte laut Bericht vom 19. Mai 2016 eine Infiltration der Bursa trochanterica. Die Orthopäden nannten neben den bekannten Diagnosen nunmehr eine sekundäre
Coxarthrose
sowie eine unklare zystisch sklerotische Läsion im proximalen Femur rechts. Sie gingen davon aus, dass die Schmerzen grösstenteils aus dem Gelenk kämen (Urk. 5/134/5-6).
4.4
Im daraufhin von der Beschwerdegegnerin eingeholten Bericht bestätigte die Assistenzärztin Orthopädie der Universitätsklinik C._ am 28. Februar 2017 (Urk. 5/135/6-10) gestützt auf die vom 17. August 2015 bis am 11. Juli 2016 erfolgte Behandlung die bekannten Diagnosen und den beschriebenen Verlauf (S. 1). Die Kribbelparästhesien hätten kein neurologisches Defizit bei MR
tomo
grafisch blanden Befunden. Nach der Kontrolle vom 11. Juli 2016 habe der Beschwerdeführer von einer 60%igen Beschwerdelinderung durch die Infiltration berichtet (S. 2).
Weiter legte sie dar, es sei keine Arbeitsunfähigkeit ausgestellt worden. Aufgrund der beginnenden
Coxarthrose
sei eine übermässige Belastung der Hüfte zu ver
meiden. In der bisherigen Tätigkeit bestehe eine höhere Belastung des Hüft
ge
lenks. Es sei über eine Umschulung nachzudenken. Eine linksseitige Belastung ohne höhergradige Belastung des Hüftgelenkes sei zu 100 % möglich. Die Frage, ob mit einer Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit gerechnet werden könne, erachtete sie als nicht beurteilbar, da die Arbeitsunfähigkeit durch den Hausarzt «ausgestellt» werde (Urk. 5/135/8-10).
4.5
Am 26. April 2017 wurden in der Klinik D._, das Iliosakralgelenk sowie erneut das Hüftgelenk rechts infiltriert. Es wurde ein Verdacht auf beginnende
Coxarthrose
rechts geäussert (Urk. 5/141/1). Laut Bericht vom 15. Mai 2017 zeigten sich keine lumbalen und inguinalen Schmerzen mehr, während die Beschwerden gluteal mit Ausstrahlung in den rechten Oberschenkel persistierten. Es wurden folgende Diagnosen gestellt (Urk. 5/141/2):
-
posttraumatische persistierende AC-
Gelenksarthropathie
mit klinisch
Bicepstendinopathie
Schulter rechts
-
sekundäre
Coxarthrose
nach
Acetabulumfraktur
-
ISG-Arthropathie rechts
-
Segmentdegeneration L5/S1 mit
Anulusriss
Die Physiotherapeutin berichtete am 12. Dezember 2017 von starken Rücken- und Oberschenkelschmerzen (Urk. 5/141/3).
4.6
Der Beschwerdeführer reichte am 7. Dezember 2017 (Urk. 5/155) einen Aus
tritts
bericht des A._, Herzzentrum, betreffend die Hospitalisation vom 13.
14. No
vember 2017 zu den Akten (Urk. 5/154/1-4). Darin wurde eine im September 2017 erhobene koronare 1-Gefässerkrankung diagnostiziert. Für die Zeit der Hospita
lisation wurde eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (Urk. 5/143/5).
5.
5.1
Nach Lage der Akten ist nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführer bis zum Sturzereignis im Dezember 2014 in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen wäre (vorstehend E. 4.3), was er beschwerdeweise auch nicht in Abrede stellte. Vielmehr berief er sich auf die Berichte der Universitätsklinik C._ (vorstehend E. 4.3-4), aus denen eine gesundheitliche Verschlechterung zu ersehen sei (Urk. 1 S. 4 f.).
Eine Arbeitsunfähigkeit für die Zeit nach dem als Unfall gemeldeten Ereignis vom Dezember 2014 ist den aufliegenden medizinischen Akten nicht zu entnehmen. Aus dem
Einspracheentscheid
vom 14. Juni 2017 des für den fraglichen Vorfall zuständigen Unfallversicherers, der Schweizerischen Mobiliar Versicherungs
ge
sellschaft AG, geht hervor, dass diese vom 11. Dezember 2014 bis 29. April 2015 ein Unfalltaggeld entrichtete (Urk. 5/142/3-4 Ziff. 7 und Ziff. 16). Das Sozial
ver
sicherungsgericht liess im Urteil heutigen Datums (Prozess UV.2017.00171) im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren die Frage nach dem Unfallereignis an sich und dessen Hergang offen und gelangte zum Schluss, dass das Ereignis vom Dezember 2014 zu einer vorübergehenden gesundheitlichen Verschlechterung geführt hat, die spätestens am 28. April 2015 wieder abgeklungen war (E. 4.7). Im Weiteren erwog das Gericht, dass die nach jener Begebenheit angefertigten Bildgebungen - neben einer kleinen Diskushernie - keine (frischen) strukturellen Veränderungen gezeigt hätten. Es lägen keine Anhaltspunkte für eine am 8. Dezember 2014 zugezogene Verletzung vor. Das Unfallereignis falle auch nicht als Ursache für die Rückenbeschwerden in Betracht (E. 4.2).
Die Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG hat zwar aufgrund der entsprechenden Bescheinigung des Hausarztes Dr. med. E._ eine vorüber
ge
hende Arbeitsunfähigkeit anerkannt. Ob diese Einschätzung zutreffend war, hat das Gericht im heutigen Urteil UV.2017.00171 nicht beurteilt, aber auch nicht darauf abgestellt (E. 4.1-4 im Prozess UV.2017.00171), so dass der Beschwerde
führer aus diesen - hier nicht aufliegenden Akten - nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Im Weiteren bleibt festzuhalten, dass im vorliegenden Verfahren die Sach- und Rechtslage unter dem Blickwinkel der Revision (vor
stehend E. 1.4) zu beurteilen und somit zu prüfen ist, ob sich die gesund
heitlichen Verhältnisse im Vergleich zu jenen anlässlich der B._
Begutachtung geändert haben.
In Bezug auf die im Bericht der D._ genannten Rückenbeschwerden im Iliosakralgelenk (vorstehend E. 4.5) fällt auf, dass die Orthopäden der Uni
versi
täts
klinik C._ bis zum Behandlungsabschluss am 11. Juli 2016 keine Rücken
schmerzen erwähnten, obwohl sie durchwegs die am 28. April 2015 bildgebend erhobene Segmentdegeneration L5/S1 mit leichter Bandscheiben
vor
wölbung ohne neurale Kompression in der Diagnoseliste aufführten (Urk. 5/134
135), was auf ein weitgehend asymptomatisches Geschehen schliessen lässt. Die Fachärzte stellten zwar die Kribbelparästhesien in Zusammenhang mit diesem Befund, doch von die Arbeitsfähigkeit beein
trächtigenden Rückenbeschwerden sprachen sie nicht. Im Übrigen gingen die lumbalen Beschwerden laut Bericht der Klinik D._ nach der Infiltration wieder zurück, so dass ein diesbezüglich anhaltendendes Krankheitsgeschehen nicht belegt ist, zumal der rechtskundig vertretene Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin bis am 16. Juli 2016 (Urk. 5/134/8) auch kein solches dartat.
Im Weiteren war der Beschwerdeführer bereits anlässlich der B._-Begutachtung in Bezug auf den Rücken nicht beschwerdefrei, klagte er doch gegenüber dem begutachtenden Orthopäden von Schmerzen rund um die rechte Hüfte, sowohl im Leistenbereich, im Bereich des seitlichen Beckenkammes, des Iliosakralgelenks und im Gesässbereich (Urk. 5/80/24), wobei für die Schmerzen kein organisches Substrat gefunden werden konnte.
In der Rückenproblematik ist daher keine wesentliche Veränderung zu erblicken.
5.2
Der Beschwerdeführer berief sich im Weiteren auf die Berichte der Universitäts
klinik C._ (vorstehend E. 4.3-4), worin von einer Läsion im Femur beziehungs
weise einer
Coxarthrose
die Rede war. Die Läsion wurde als «unklar» bezeichnet und von den Fachärzten der Klinik D._ nicht mehr erwähnt (E. 4.5), weshalb die letztlich als blosser Verdacht zu fassende Diagnose nicht als wesent
liche Veränderung zu betrachten ist. Die
Coxarthrose
stellt zwar im Ver
gleich zum B._-Gutachten eine neue Diagnose dar, doch kann allein daraus in Anbe
tracht des seit dem Autounfall ausgewiesenen Hüftleidens und den anhaltenden Hüftbeschwerden nicht auf einen veränderten Gesundheitszustand geschlossen werden. Die Fachärzte der Universitätsklinik C._ wie auch der D._ nahmen denn auch in der Diagnoseliste Bezug auf die damalige
Acetabulumfrak
tur
, sodass insoweit nicht von einem neuen Leiden ausgegangen werden kann. Dies gilt umso mehr, als die Fachärzte selbst nicht von einer gesundheitlichen Veränderung sprachen.
Ferner fällt auf, dass die behandelnden Ärzte praktisch durchwegs keine Arbeits
unfähigkeiten bescheinigten. Die Assistenzärztin der Universitätsklinik C._ führte dementsprechend aus, dass keine Arbeitsunfähigkeiten ausgestellt worden seien (Urk. 11/135/8). Auch wenn im Bericht vom 18. September 2015 eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit erwähnt wird (Urk. 5/134/3), kann allein daraus nicht auf eine massgebliche Veränderung geschlossen werden. Denn eine hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit
zurückhaltendere
Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts
bleibt
im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Entgegen der Darstellung des Beschwerde
führers, der die Sachlage insbesondere betreffend die Arbeitsun
fähig
keiten für ungenügend abgeklärt erachtete, kann unter diesen Umständen nicht von einer Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes gesprochen werden. Denn bei unver
ändertem Gesundheitszustand erübrigten sich neue Erhebungen zur Arbeitsfähig
keit.
Daran ändert nichts, dass der RAD-Arzt am 14. Juli 2017 nach Einsicht in den Bericht der Klinik D._ vom 26. April 2017 eine organische Veränderung postu
lierte (Urk. 5/149/4). Denn selbst wenn von einer solchen auszugehen wäre, müsste gemäss Art.
29
bis
IVV mehr als drei Jahre nach Aufhebung der Rente die
Wartezeit nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
neu erfüllt werden. Das war bei Erlass der angefochtenen Verfügung am 19. Januar 2018 jedenfalls noch nicht der Fall.
5.3
In Bezug auf die vom Beschwerdeführer als Verschlechterung bezeichnete Herz
krankheit ist den medizinischen Akten zu entnehmen, dass dieses Leiden im Sep
tember 2017 aufgetreten ist. Anlässlich der Hospitalisation wurde dem chroni
schen Verschluss mittels komplikationsloser Rekanalisation und Gefäss
erweite
rung begegnet, so dass der Beschwerdeführer beschwerdefrei entlassen werden konnte (Urk. 5/154/1-2). Eine Arbeitsunfähigkeit wurde nur für die Zeit des Spitalaufenthalts bescheinigt (Urk. 5/154/4).
Auch diesbezüglich erfordert die Entstehung eines Rentenanspruches die Erfüllung der Wartezeit (Art. 29
bis
IVV in Verbindung zu
Art.
28 Abs
.
1
lit
.
b IVG
). Der Beschwerdeführer müsste während des Wartejahres ununterbrochenen min
destens zu 20 % und im Durchschnitt zu 40 % arbeitsunfähig sein, was im Januar 2018 angesichts des Auftretens der Herzbeschwerden im September 2017 jeden
falls noch nicht der Fall war. Die Frage, ob wegen dieser Beschwerden eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit rechtsgenüglich ausgewiesen ist, kann daher offen bleiben, auch wenn zu bemerken ist, dass keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Herzkrankheit nach der operativen Versorgung die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen würde.
5.4
Nach dem Gesagten ist die Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin, es seien keine gesundheitlichen Veränderungen festzustellen (Urk. 2), nicht zu beanstan
den. Mangels Revisionsgrunds hat eine neuerliche Prüfung des Rentenanspruches daher zu unterbleiben, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.5
Bei diesem Ausgang des Verfahren kann eine nähere Betrachtung der erwerbli
chen Verhältnisse unterbleiben. Diese müssten bei Entstehung eines Rentenan
spruches näher beleuchtet werden, da der Beschwerdeführer im arbeitslosenver
sicherungsrechtlichen Verfahren AL.2014.00169 einen effektiven Lohnfluss betreffend seine Tätigkeit bei der Y._ bis Ende 2013 nicht hinreichend zuverlässig nachzuweisen vermochte (Urk. 11).
Zudem fällt auf, dass der Beschwerdeführer zwar seit 15. Oktober 2014 bei der F._ AG angestellt gewesen sein will, aber die Observation vom 27. Mai bis 2. Juni 2015 weiterhin seine Tätigkeit im Restaurant Y._ dokumentierte (heutiges Urteil UV.2017.00171 S. 2 Ziff. 1.1 und Urk. 14/26 aus Prozess UV.2017.00171). Aus der entsprechenden an die Schweizerische Mobiliar Versi
cherungsgesellschaft AG gerichteten Unfallmeldung vom 18. Dezember 2014 geht hervor, dass der Beschwerdeführer bei der F._ AG einen Monats
lohn von Fr. 9'650.-- erzielte (Urk. 14/2 aus Prozess UV.2017.00171). Betreffend die Zeit von Juli bis August 2014 liegen Lohnabrechnungen des Beschwerde
führers im Recht, verfasst von der G._ AG, mit Sitz in H._, wo auch die Pizzeria
Y._ betrieben wird (Urk. 14/25 aus Prozess UV.2017.00171). Diese Lohnabrechnungen weisen ebenfalls einen Monatslohn von Fr. 9'650.-- aus (Urk. 5/105/28-29), so dass sich selbst bei nach
gewiesener Arbeitsunfähigkeit hinsichtlich des Erwerbsausfalls nähere Abklärun
gen aufgedrängt hätten.
5.6
Der Beschwerdeführer hat seine weiteren Begehren um berufliche Massnahmen beziehungsweise Taggelder nicht substantiiert. Diese Leistungen bilden auch nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheids, weshalb insoweit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist. Immerhin hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid diesbezüglich daraufhin gewiesen, dass sie die Situation bezüglich der Wiedereingliederung laufend überprüfe, weshalb der Beschwerde
führer dort ein entsprechendes Leistungsbegehren stellen könnte.
6.
Die Kosten des Verfahrens (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) sind auf
Fr.
1’000.-- festzulegen und ausgangsgemäss de
m
Beschwerdeführer aufzuerlegen.