Decision ID: 17e366d3-e137-5c92-9c57-3aa501b806a6
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass die Beschwerdeführenden – ethnische Roma aus B._ – sich beide bereits früher in der Schweiz aufgehalten und mehrere Asylverfahren durchlaufen haben,
dass sie, eigenen Angaben zufolge, am 1. September 2008 aus ihrem Heimatstaat ausreisten und am 3. September 2008 in der Schweiz um Asyl ersuchten,
dass die Kurzbefragungen am 9. September 2008 und die Anhörungen zu den Asylgründen am 24. September 2008 im C._durchgeführt wurden,
dass der Beschwerdeführer geltend machte, seit anderthalb Jahren, somit bereits vor der Rückkehr der Beschwerdeführerin nach Serbien, von einer Gruppe, deren Anführer ein Nachbar gewesen sei, bedroht worden zu sein, da diese von ihm Schutzgelder habe erpressen  sein Vieh habe mitnehmen wollen,
dass trotz einer Anzeigeerstattung die Polizei nicht eingegriffen habe, beziehungsweise die Polizei eingegriffen habe, jedoch die  nicht aufgehört hätten,
dass er drei oder vier Monate vor seiner Ausreise von Männern  worden sei, welche sein Vieh hätten mitnehmen wollen,
dass diese Gruppe gewaltbereit gewesen sei und ihn sowie seinen Bruder geschlagen habe,
dass die von Nachbarn alarmierte Polizei diese Männer in einem  mitgenommen habe,
dass sie mit der Mutter sowie seinem Bruder mit ihrem Vieh nach D._ zu seinem Grossvater gezogen seien,
dass ihr Haus in C._ anschliessend von Dritten schwer beschädigt worden sei,
dass sie in D._ nicht behelligt worden seien,
dass das Haus des Grossvaters zu klein gewesen sei,
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dass sie, um ihre Ausreise zu finanzieren, einen Teil ihres Viehs  hätten,
das die Beschwerdeführerin im Wesentlichen die von ihrem Ehemann geltend gemachten Behelligungen bestätigte und hinzufügte, auch sie habe Bedrohungen erlitten,
dass das BFM mit Verfügung vom 8. Oktober 2008 – eröffnet am 10. Oktober 2008 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e des  vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Lage der ethnischen Minderheiten in Serbien habe sich im Zuge des  Wandels entspannt und auch die Roma seien als nationale  anerkannt worden,
dass vereinzelte Übergriffe Dritter gegenüber Roma sowie behördliche Schikanen beziehungsweise Diskriminierung zwar trotz des  Wandels in Serbien nicht restlos ausgeschlossen werden , diese in der Regel aber nicht eine asylrechtlich relevante  erreichen würden,
dass in casu die Polizei bei den Übergriffen nicht tatenlos geblieben sei, habe diese doch auf Anzeige hin Untersuchungsmassnahmen  und sei eingeschritten,
dass vom Vorhandensein eines adäquaten Schutzes in Serbien  werden könne,
dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 17. Oktober 2008  diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde  und dabei unter anderem beantragten, die angefochtene  sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf das  der Beschwerdeführenden einzutreten, dieses materiell zu prüfen und gutzuheissen,
dass eventualiter der Wegweisungsentscheid aufzuheben sei und die Beschwerdeführenden vorläufig aufzunehmen seien,
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dass den Beschwerdeführenden die unentgeltliche Rechtspflege  der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung mit dem  zu gewähren sowie auf die Erhebung eines  zu verzichten sei,
dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 30. Oktober 2008 - welche den Beschwerdeführenden zur Kenntnis gebracht wurde - an ihrer Verfügung festhielt und die Abweisung der Beschwerde ,
und erwägt,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass die Beschwerdeführenden durch die angefochtene Verfügung  berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren  beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert sind (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
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dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG),
dass es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu  ist, wobei auf die Erwägungen in der angefochtenen  verwiesen werden kann (vgl. Art. 111a Abs. 2 AsylG und Art. 109 Abs. 3 BGG i.V.m. Art. 6 AsylG),
dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in der Schweiz bereits ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen haben oder während des hängigen Asylverfahrens in den Heimat- oder  zurückgekehrt sind,
dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn es  auf zwischenzeitlich eingetretene Ereignisse gibt, die geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die  vorübergehenden Schutzes relevant sind (Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG),
dass unbestritten ist, dass die Beschwerdeführenden in der Schweiz bereits mehrere Asylverfahren erfolglos durchlaufen haben,
dass die Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG eine  materielle Prüfung der Glaubwürdigkeit der gesuchstellenden Person voraussetzt, aus der sich das offensichtliche Fehlen von  auf die Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft beziehungsweise auf die Voraussetzungen der Gewährung des vorübergehenden  ergibt (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 14 S. 112 ff.),
dass im Rahmen von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG lediglich – wie vom BFM korrekt vorgenommen – eine summarische materielle  der Verfolgungsvorbringen vorzunehmen ist,
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dass die Ausführungen in der Beschwerde nicht geeignet sind, an den Erwägungen in der vorinstanzlichen Verfügung, welche sich als  erweisen und auf welche zu verweisen ist, etwas zu ändern,
dass Roma zwar in Serbien – wie auch in anderen Staaten  – gesellschaftlich diskriminiert werden,
dass diese Diskriminierungen für sich allein jedoch keine asylrechtlich relevante Intensität erreichen,
dass die serbischen Behörden bezüglich der Minderheiten  schutzwillig und schutzfähig sind,
dass die Beschwerdeführenden zu Unrecht den serbischen Staat der Schutzunwilligkeit bezichtigen, ist ihre Anzeige doch von der Polizei aufgenommen worden und diese intervenierten denn auch, als der  und sein Bruder von Dritten bedroht wurden,
dass die Beschwerdeführenden zudem offensichtlich über eine  Aufenthaltsalternative in D._, beim Grossvater des Beschwerdeführers verfügen, wo sich gegenwärtig der Bruder und die Mutter des Beschwerdeführers aufhalten,
dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG zu Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführenden nicht  ist,
dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine  erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer  besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,
dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern , wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
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dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine  erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des  Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige  im Sinne von Art. 3 EMARK ersichtlich sind, die den  im Heimatstaat droht,
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als  erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),
dass weder die allgemeine Lage der Roma in Serbien noch  Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend  ist,
dass insbesondere die erstmals auf Beschwerdeebene behaupteten und nicht weiter spezifizierten gesundheitlichen Probleme unbeachtlich erscheinen, da sie in den Anhörungen nicht erwähnt wurden,
dass der Beschwerde keine Hinweise auf die Art dieser  Probleme zu entnehmen sind, weshalb auf die Ansetzung einer Frist zur Einreichung diesbezüglicher Beweismittel zu verzichten ist,
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dass die Beschwerdeführenden entgegen den Ausführungen in der Beschwerde in Serbien nicht mittellos sind und zudem mit der  durch nahe Verwandte rechnen können,
dass dementsprechend auch die Rückkehr mit dem Kind in die dort verbliebene Familie zumutbar ist,
dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden in den Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse  (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es den Beschwerdeführern obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),
dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,
dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist , inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist,
dass eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit wird, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG),
dass die Beschwerdebegehren, wie dies oben aufgezeigt wurde, als aussichtslos erscheinen, womit es an den materiellen  zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG fehlt und das entsprechende Gesuch abzuweisen ist,
dass das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG mangels Erfüllung der Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuweisen ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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Considerations: