Decision ID: 8a14a3af-cc44-4bee-bd9c-950f46c6b96a
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. Die in A._ wohnhafte B._ ist Mutter von vier Kindern: C._,
E._, G._ und H._. Mit Verfügung vom 8. Juni 2021 sprach
ihr die IV-Stelle des Kantons St. Gallen mit Wirkung ab dem 1. März 2021
eine ganze Invalidenrente samt Kinderrenten zu, wobei deren Auszahlung
von der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden
(nachfolgend SVA Graubünden) auf ihr Konto bei der St. Gallischen
Kantonalbank erfolgte.
2. Am 2. Februar 2022 beschloss die Kindes- und Erwachsenen-
schutzbehörde (KESB) I._ die Umplatzierung von C._ unter
Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts per fürsorgerischer
Unterbringung von der Klinik J._ in K._ in den L._ bei der
Pflegefamilie M._, wo sie sich bereits seit dem 16. Januar 2022
aufgehalten hatte. Für die Unterhaltskosten kam die Gemeinde A._,
Sozialamt, auf. Ihr Bruder E._ wurde im Rahmen eines
Pflegeverhältnisses bei den Grosseltern platziert.
3. In der Folge ersuchte die Gemeinde A._, Sozialamt, am 8. Februar
2022 um Auszahlung der IV-Kinderrenten für die fremdplatzierten C._
und E._ an sich selbst, da das Gemeinwesen für deren
Unterhaltskosten aufkomme. Diesem Gesuch wurde mit Verfügung vom
28. Februar 2022 stattgegeben und angeordnet, dass die Kinderrenten für
C._ und E._ ab dem 1. März 2022 von der SVA Graubünden an
die Gemeinde A._ zu überweisen sind. Gegen diesen Entscheid
erhob B._ am 28. April 2022 schriftlich Einwand, worin sie namentlich
geltend machte, für verschiedene Unterhaltskosten der beiden Kinder
aufzukommen.
4. Bereits zuvor zeigte die SVA Graubünden am 29. März 2022 der
Gemeinde A._ an, dass keine Rechtsgrundlage für die Auszahlung
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der Kinderrenten für C._ und E._ an das Gemeinwesen bestehe.
Grundsätzlich werde die Kinderrente wie die Invalidenrente ausbezahlt, zu
der sie gehöre. Vorbehalten blieben Bestimmungen über die
zweckmässige Verwendung (Art. 20 ATSG) und abweichende
zivilrechtliche Anordnungen. Eine solche Anordnung sei nicht aktenkundig
und müsste von der Gemeinde A._ erst erwirkt werden. Ebenso
wenig seien die Voraussetzungen von Art. 20 ATSG gegeben, da sich
weder aus den Akten ergebe noch geltend gemacht werde, dass die
Kindsmutter die Kinderrenten zweckentfremden würde.
5. Dagegen brachte die Gemeinde A._ mit E-Mail vom 7. April 2022 im
Wesentlichen vor, der Unterhaltsanspruch gehe gemäss Art. 289 Abs. 2
ZGB mit allen Rechten auf das Gemeinwesen über, wenn dieses für den
Unterhalt der Kinder aufkomme (Subrogation bzw. gesetzliche
Legalzession). Die Elternbeiträge müssten zusätzlich zu den
Familienzulagen, Sozialversicherungsrenten und ähnlichen für den
Unterhalt des Kindes bestimmten Leistungen geleistet werden. Bestätige
nun ein Sozialamt, dass es für den Unterhalt der Kinder aufkomme,
brauche es hierzu keine zivilrechtliche Anordnung.
6. Mit Verfügung vom 3. Juni 2022 hob die IV-Stelle des Kantons
Graubünden die Verfügung vom 28. Februar 2022 ersatzlos auf. Da soweit
ersichtlich von der Gemeinde A._ nicht geltend gemacht werde, dass
die Kindsmutter die Kinderrenten für C._ und E._
zweckentfremden würde, sei eine Auszahlung der beiden Kinderrenten an
die Gemeinde A._ auf der Grundlage von Art. 20 ATSG nicht möglich.
Eine zivilrechtliche Anordnung, die Kinderrenten anstatt der Kindsmutter
der Gemeinde A._ auszuzahlen, liege ebenfalls nicht vor. Deshalb
seien die Kinderrenten für C._ und E._ weiterhin mit der
Hauptrente an B._ auszubezahlen. Daran vermöchten die
zivilrechtlichen Ausführungen der Gemeinde A._, die durchaus richtig
sein könnten, nichts zu ändern. Allerdings liege es nicht in der Kompetenz
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und Zuständigkeit der IV-Stelle bzw. der Ausgleichskasse oder eines
Sozialamts bzw. der Gemeinde darüber zu entscheiden, ob die von der
Gemeinde A._ angeführten Argumente aus zivilrechtlicher Sicht
genügten, um die Kinderrenten abweichend von Art. 35 Abs. 2 erster Satz
IVG auszuzahlen. Dafür sei in jedem Fall eine zivilrechtliche Anordnung
erforderlich, die von der Gemeinde A._ erwirkt werden müsse.
7. Dagegen erhob die Gemeinde A._ (nachfolgend Beschwerde-
führerin) am 30. Juni 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden und beantragte neben der Aufhebung der Verfügung
vom 3. Juni 2022, die IV-Kinderrente von C._ sei seit Beginn der
Platzierung der Gemeinde A._, Sozialamt, vollumfänglich abzutreten.
Begründend führte sie im Wesentlichen an, der Unterhaltsanspruch
gemäss Art. 289 Abs. 2 ZGB gehe mit allen Rechten auf das
Gemeinwesen über, wenn dieses für den Unterhalt des Kindes aufkomme.
Es handle sich um eine Subrogation bzw. gesetzliche Legalzession im
Sinne von Art. 166 OR. Das Gemeinwesen trete für alle von ihm für den
Unterhalt des Kindes an Stelle des bzw. der Pflichtigen erbrachten
Leistungen in den Anspruch des Kindes ein. Enthalte das kantonale
Sozialhilfegesetz (hier des Kantons St. Gallen, Art. 13 SHG) eine
Bestimmung, welche anordne, dass (bestimmte) Forderungen der
unterstützten Person auf das bevorschussende Sozialhilfeorgan
übergingen, handle es sich ebenfalls um eine Abtretung von Gesetzes
wegen. Diese werde gegenüber dem Schuldner ohne Zustimmung der
unterstützten Person wirksam (Art. 166 OR). Die Elternbeiträge müssten
zusätzlich zu Familienzulagen, Sozialversicherungsrenten und ähnlichen
für den Unterhalt des Kindes bestimmten Leistungen geleistet werden
(Art. 285a ZGB). Wenn die unterhaltspflichtigen Eltern die betreffenden
Leistungen nicht weiterleiteten, könne somit eine direkte Auszahlung an
das finanzierende Sozialhilfeorgan verlangt werden (u.a. Kinderrente
Art. 71ter AHVV und Art. 82 Abs. 1 IVV). Die Subrogation finde nur im
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Rahmen der tatsächlich erbrachten Leistungen statt. Vorliegend sei die
fürsorgerische Unterbringung eine zivilrechtliche Anordnung, die auch
seitens der SVA Graubünden als solche taxiert werde. Letztere stütze sich
nun darauf, dass die KESB I._ in ihrem FU-Entscheid nicht explizit
erwähnt habe, dass die Kinderrenten an das Sozialamt der Gemeinde
A._ abzutreten seien. Die KESB könne aber in einem solchen
Entscheid nicht auf jede Zahlungsmodalität eingehen bzw. sei mangels
Zuständigkeit formell-rechtlich dazu nicht legitimiert. Die Regelung der
Zahlungsmodalität sei ohnehin obsolet, da die Abtretung im Sinne der
Subrogation wie umschrieben von Gesetzes wegen bestehe. Zudem sei
das Sozialamt mit der Kostenregelung beauftragt worden. Ebenfalls werde
im KESB-Entscheid auf die Unterhaltspflicht der Eltern sowie ein
Regressrecht der Gemeinde hingewiesen.
8. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend
Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer Vernehmlassung vom 5. Juli 2022
auf Abweisung der Beschwerde und verzichtete unter Hinweis auf die
Begründung in der angefochtenen Verfügung vom 3. Juni 2022, an
welcher sie vollumfänglich festhielt, auf eine Stellungnahme.
9. Die beigeladene B._ (nachfolgend Beigeladene) liess sich am
18. August 2022 vernehmen, ohne einen förmlichen Antrag zu stellen. In
ihrer Stellungnahme brachte sie vor, dass sich ihre Tochter C._ nun
wieder in der psychiatrischen Klinik in K._ befinde. Das Sozialamt
komme weiterhin für die Betreuung und Unterbringung auf. Nicht ausser
Acht gelassen werden dürfe aber, dass sie weiterhin für die übrigen
anstehenden Kosten (z.B. Kleider, Krankenkassen, etc.) aufkomme, die
nicht umfänglich durch das Sozialamt gedeckt würden. Da sie als
IV-Empfängerin die Leistungen für ihre Kinder aufwende, sollte auch die
Kinderrente an sie geleistet werden.
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10. Die Beschwerdeführerin liess sich trotz der ihr eingeräumten Frist zur
freigestellten Stellungnahme nicht mehr vernehmen.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtene
Verfügung vom 3. Juni 2022 sowie die weiteren Akten wird, soweit
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der
IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 3. Juni 2022 (vgl. Akten der
Beschwerdeführerin [Bf-act.] 3 = Akten der Beschwerdegegnerin [IV-act.]
20). Eine solche Anordnung, die laut Bundesrecht der Beschwerde an das
Versicherungsgericht am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann
beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als das örtlich und
sachlich zuständige Versicherungsgericht angefochten werden (vgl.
Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG;
BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des Bundes-
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]). Als formelle und materielle Verfügungsadressatin ist
die Beschwerdeführerin von der angefochtenen Verfügung unmittelbar
betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder
Änderung. Sie ist somit zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1
IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die Beschwerde wurde zudem frist- und
formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2
ATSG, Art. 38 f. sowie Art. 61 lit. b ATSG). Darauf ist somit einzutreten.
2. Streitgegenstand bildet angesichts des in der angefochtenen Verfügung
vom 3. Juni 2022 geordneten Rechtsverhältnisses und den Rechts-
begehren der Beschwerdeführerin die Frage, ob die Beschwerdegegnerin
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die Auszahlung der Kinderrente für C._ ab dem 1. März 2022 an die
Beschwerdeführerin zu Recht aufgehoben hat.
3.1. Männer und Frauen, denen eine Invalidenrente zusteht, haben für jedes
Kind, das im Falle ihres Todes eine Waisenrente der Alters- und
Hinterlassenenversicherung beanspruchen könnte, Anspruch auf eine
Kinderrente (Art. 35 Abs. 1 IVG). Diese dient dem Unterhalt des Kindes
(vgl. BGE 143 V 305 E.4.2, 143 V 241 E.5.1, 134 V 15 E.2.3.4 mit
Hinweisen). Die Kinderrente wird – als akzessorische Leistung (vgl.
BGE 143 V 241 E.5.2) – gemäss Art. 35 Abs. 4 IVG wie die Rente
ausbezahlt, zu der sie gehört. Vorbehalten bleiben die Bestimmungen
über die zweckgemässe Verwendung (Art. 20 ATSG) und abweichende
zivilrichterliche Anordnungen.
3.2. Art. 20 Abs. 1 ATSG sieht zur Gewährleistung zweckgemässer
Verwendung die Möglichkeit einer Drittauszahlung von Geldleistungen
vor, sofern (lit. a) die berechtigte Person die Geldleistungen nicht für den
eigenen Unterhalt oder für den Unterhalt von Personen, für die sie zu
sorgen hat, verwendet oder dazu nachweisbar nicht im Stande ist; und
(lit. b) die berechtigte Person oder Personen, für die sie zu sorgen hat, aus
einem Grund nach lit. a auf die Hilfe der öffentlichen oder privaten
Fürsorge angewiesen sind. Art. 20 Abs. 1 ATSG regelt somit die
Gewährleistung zweckgemässer Verwendung von Geldleistungen, welche
der Unterhaltsdeckung dienen (BGE 136 V 286 E.4.2). Darunter fallen
namentlich auch Renten (vgl. KIESER, Kommentar zum Bundesgesetz
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG),
4. Auflage 2020, Rz. 12 zu Art. 20 ATSG).
3.3. Weiter bestimmt Art. 71ter Abs. 1 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHVV; SR 831.101), dass die Kinderrente
bei getrennt lebenden Eltern auf Antrag dem nicht rentenberechtigten
Elternteil auszuzahlen ist, wenn diesem die elterliche Sorge über das Kind
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zusteht und es bei ihm wohnt. Abweichende vormundschaftliche oder
zivilrichterliche Anordnungen bleiben vorbehalten. Art. 71ter Abs. 1 AHVV
gilt kraft Art. 35 Abs. 4 IVG und Art. 82 Abs. 1 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) auch im Bereich der Invaliden-
versicherung (vgl. BGE 143 V 305 E.5.2; Urteil des Bundesgerichts
9C_471/2019 vom 30. Oktober 2019 E.2.2.2).
3.4.1. Sozialversicherungsrenten und ähnliche für den Unterhalt des Kindes
bestimmte Leistungen, die dem unterhaltspflichtigen Elternteil zustehen,
sind zusätzlich zum Unterhaltsbeitrag zu zahlen, soweit das Gericht es
nicht anders bestimmt (Art. 285a Abs. 2 ZGB). Erhält der unterhalts-
pflichtige Elternteil infolge Alter oder Invalidität nachträglich Sozial-
versicherungsrenten oder ähnliche für den Unterhalt des Kindes
bestimmte Leistungen, die Erwerbseinkommen ersetzen, so hat er diese
Beträge an das Kind zu zahlen; der bisherige Unterhaltsbeitrag vermindert
sich von Gesetzes wegen im Umfang dieser neuen Leistungen (Art. 285a
Abs. 3 ZGB). Der Anspruch auf Unterhaltsbeiträge steht dem Kind zu und
wird, solange das Kind minderjährig ist, durch Leistung an dessen
gesetzlichen Vertreter oder den Inhaber der Obhut erfüllt, soweit das
Gericht es nicht anders bestimmt (Art. 289 Abs. 1 ZGB). Kommt jedoch
das Gemeinwesen für den Unterhalt auf, so geht der Unterhaltsanspruch
mit allen Rechten auf das Gemeinwesen über (Art. 289 Abs. 2 ZGB).
3.4.2. Der Anspruch auf Sozialversicherungsleistungen ist weder abtretbar noch
verpfändbar; jede Abtretung oder Verpfändung ist nichtig (Art. 22 Abs. 1
ATSG). Nachzahlungen von Leistungen des Sozialversicherers können
nach Art. 22 Abs. 2 ATSG jedoch abgetreten werden: (lit. a) dem
Arbeitgeber oder der öffentlichen oder privaten Fürsorge, soweit diese
Vorschusszahlungen leisten; oder (lit. b) einer Versicherung, die
Vorleistungen erbringt.
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3.4.3. Gemäss Art. 85bis Abs. 1 IVV können u.a. öffentliche Fürsorgestellen,
welche im Hinblick auf eine Rente der Invalidenversicherung Vorschuss-
leistungen erbracht haben, verlangen, dass die Nachzahlung dieser Rente
bis zur Höhe ihrer Vorschussleistung verrechnet und an sie ausbezahlt
wird. Als Vorschussleistungen gelten nach Abs. 2 derselben Bestimmung
namentlich vertraglich oder aufgrund eines Gesetzes erbrachte
Leistungen, soweit aus dem Vertrag oder dem Gesetz ein eindeutiges
Rückforderungsrecht infolge der Rentennachzahlung abgeleitet werden
kann (Art. 85bis Abs. 2 lit. b IVV). Die Nachzahlung darf der bevor-
schussenden Stelle höchstens im Betrag der Vorschussleistung und für
den Zeitraum, in welchem diese erbracht worden ist, ausbezahlt werden
(Art. 85bis Abs. 3 IVV).
Gemäss dem Sozialhilfegesetz des Kantons St. Gallen (SHG; sGS 381.1)
kann die politische Gemeinde bei Bevorschussung von Sozial-
versicherungs- oder anderen Sozialhilfeleistungen von der leistung-
spflichtigen Stelle verlangen, dass Nachzahlungen im Umfang der
geleisteten Vorschüsse an sie ausbezahlt werden (Art. 13 SHG).
4. Im Rahmen der hier strittigen Angelegenheit betreffend die
Auszahlungsmodalitäten der Kinderrente für C._ (Tochter der
Beigeladenen) ist zwischen der Drittauszahlung einer Nachzahlung von
Sozialversicherungsleistungen und derjenigen einer laufenden Leistung
klar zu unterscheiden. Erstere wird durch Art. 22 Abs. 2 ATSG geordnet,
während sich Art. 20 ATSG ausschliesslich auf die Drittauszahlung der
laufenden Leistung bezieht (vgl. KIESER, a.a.O., Rz. 16 zu Art. 20 ATSG).
4.1. Vorliegend lässt sich den Akten entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
am 8. Februar 2022 namentlich um Auszahlung der IV-Kinderrente für
C._ an sich ersuchte (vgl. IV-act. 7), nachdem die KESB I._
deren Umplatzierung per fürsorgerischer Unterbringung im Rahmen der
Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf den L._ bei der
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Pflegefamilie M._ beschlossen hatte (vgl. Entscheid vom 2. Februar
2022 [Bf-act. 1 = IV-act. 9]). Zur Begründung ihres Gesuchs führte die
Beschwerdeführerin an, dass sie für die Unterhaltskosten der Fremd-
platzierung aufkomme (vgl. IV-act. 7), was denn auch aktenkundig ist (vgl.
IV-act. 9 S. 7). Diesem Begehren wurde sodann mit Verfügung vom
28. Februar 2022 entsprochen, womit namentlich die Überweisung der
hier interessierenden Kinderrente für C._ ab dem 1. März 2022 an die
Beschwerdeführerin angeordnet wurde (vgl. IV-act. 10 S. 2). Dieser
Entscheid wurde – nachdem sich die Beschwerdegegnerin hierzu bereits
am 29. März 2022 kritisch geäussert hatte (vgl. IV-act. 19 S. 4) – sodann
mit (angefochtener) Verfügung vom 3. Juni 2022 ersatzlos aufgehoben
(vgl. IV-act. 20). Aus dieser Sachlage lässt sich somit schliessen, dass es
der Beschwerdeführerin mit ihrem Gesuch vom 8. Februar 2022 nicht
darum ging, eine Drittauszahlung nachbezahlter Sozialversicherungs-
leistungen im Sinne der ab dem 1. März 2021 rückwirkend
zugesprochenen Kinderrente zu erwirken, weil sie in dieser Zeit
Vorschussleistungen im Rahmen der öffentlich-rechtlichen Unterstützung
geleistet hätte. Einen solchen Anspruch hätte die Beschwerdeführerin
ohnehin spätestens im Zeitpunkt der Rentenverfügung vom 8. Juni 2021
geltend machen müssen (vgl. Art. 85bis Abs. 1 Satz 3 IVV; IV-act. 1).
Vielmehr bezweckte ihr Begehren eine Drittauszahlung der laufenden
Kinderrente (ab dem 1. März 2022, vgl. Verfügung vom 28. Februar 2022
[IV-act. 10 S. 2]), nachdem C._ behördlich fremdplatziert worden war
und die Beschwerdeführerin für deren Unterhalt aufkam. Insofern sind die
Bestimmungen über die zweckgemässe Verwendung (Art. 20 ATSG) und
das Vorliegen abweichender zivilrichterlicher Anordnungen zu prüfen (vgl.
Art. 35 Abs. 4 IVG). Die Beschwerdeführerin beruft sich in ihrer
Beschwerde auf letztere Konstellation, indem sie vorbringt, mit der
fürsorgerischen Unterbringung liege eine zivilrechtliche Anordnung vor,
wobei hinsichtlich der Unterhaltsansprüche eine Legalzession vorliege, da
sie dafür aufkomme. Darauf ist vorab näher einzugehen.
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4.2. Gemäss Art. 11 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft (BV; SR 101) haben Kinder und Jugendliche Anspruch auf
besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit und auf Förderung ihrer
Entwicklung. Die Unterhaltspflicht der Eltern wird in den Art. 276 ff. ZGB
geregelt. Demnach sorgen Eltern gemeinsam, ein jeder Elternteil nach
seinen Kräften, für den gebührenden Unterhalt des Kindes und tragen
insbesondere die Kosten von Betreuung, Erziehung, Ausbildung und
Kindesschutzmassnahmen (Art. 276 Abs. 2 ZGB). Letztere sind in den
Art. 307 ff. ZGB geregelt. Während der Ehe tragen die Eltern die Kosten
des Unterhaltes nach den Bestimmungen des Eherechts (Art. 278 Abs. 1
ZGB; vgl. dazu Art. 163 ZGB). Der Unterhaltsbeitrag soll den Bedürfnissen
des Kindes sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern
entsprechen; dabei sind das Vermögen und die Einkünfte des Kindes zu
berücksichtigen (Art. 285 Abs. 1 ZGB). Unterhaltsbeiträge können auf
dem Klageweg (Art. 279 ZGB) oder durch Abschluss eines
Unterhaltsvertrags festgelegt werden, wobei letzterer entweder der
Genehmigung durch die Kindesschutzbehörde (Art. 287 Abs. 1 ZGB) oder
im Fall eines gerichtlichen Verfahrens der Genehmigung des zuständigen
Gerichts bedürfen (Art. 287 Abs. 3 ZGB).
4.3. Die Kosten von Kindesschutzmassnahmen gehören demnach gemäss
Art. 276 ZGB zum Unterhaltsanspruch des Kindes, weshalb sie – so auch
die bundesgerichtliche Rechtsprechung – in erster Linie von den Eltern zu
tragen sind (BGE 141 III 401 E.4; vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_343/2021 vom 2. August 2021 E.3.2, 5D_118/2018 vom 2. Dezember
2019 E.5.2.1 und 8D_4/2013 vom 19. März 2014 E.4.1, je mit Hinweisen).
Staatliche Unterstützung ist nur dann nötig, wenn kein Elternteil in der
Lage ist, für den gebührenden Unterhalt des Kindes aufzukommen
(BGE 141 III 401 E.4, 135 III 66 E.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_343/2021 vom 2. August 2021 E.3.2, und 8C_25/2018 vom 19. Juni
2018 E.4.3). Kommt zunächst das Gemeinwesen anstelle der Eltern für
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den Unterhalt des Kindes auf, so geht der Unterhaltsanspruch gestützt auf
Art. 289 Abs. 2 ZGB mit allen Rechten von Gesetzes wegen auf das
Gemeinwesen über (Urteile des Bundesgerichts 5A_382/2021 vom
20. April 2022 E.4.1, 5A_75/2020 vom 12. Januar 2022 E.2, 8C_343/2021
vom 2. August 2021 E.3.2, 5D_118/2018 vom 2. Dezember 2019 E.5.2.1
mit Hinweisen [zur Rechtsnatur des Elternbeitrags bei Fremdplatzierung
eines Kindes]). Der Eintritt des Gemeinwesens in die Rechte des Kindes
gegenüber den Eltern hat den Charakter einer Legalzession (Subrogation;
vgl. Urteile des Bundesgerichts 5A_69/2020 vom 12. Januar 2022 E.2,
8D_4/2013 vom 19. März 2014 E.5.3 mit Hinweisen [zum
Rückerstattungsanspruch aus Zivilrecht bzw. öffentlichem Recht für den
von der Gemeinde bevorschussten Betrag für die Fremdplatzierung eines
Kindes]; vgl. auch BGE 143 III 177 E.6.3.1, BGE 137 III 193 E.2.1; vgl.
ferner Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU]
U 22 2 vom 17. Mai 2022 E.4.3 und E.4.5).
4.4. Ex lege zedierte Ansprüche und der darauf bezogene Rechtsstreit sind
weiterhin zivilrechtlicher Natur, d.h. das Gemeinwesen macht einen
Unterhaltsanspruch des Kindes geltend, der trotz Zession eine auf
Zivilrecht beruhende Forderung bleibt (BGE 143 III 177 E.6.3.1; Urteil des
Bundesgerichts 8D_4/2013 vom 19. März 2014 E.5.3). Der auf Art. 289
Abs. 2 i.V.m. Art. 276 ZGB gestützte Anspruch ist daher im Streitfall in
entsprechender Form, mithin durch Unterhaltsklage des Gemeinwesens
gegen die Eltern in eigenem Namen geltend zu machen (Urteile des
Bundesgerichts 5D_118/2018 vom 2. Dezember 2019 E.5.2.1 und
8D_4/2013 vom 19. März 2014 E.5.3, je mit zahlreichen Hinweisen). Der
Umstand, dass die Gemeinde ihre Leistungen gestützt auf kantonales
öffentliches Recht erbringt (Art. 293 Abs. 1 ZGB; Gesetz über die
Unterstützung Bedürftiger [kantonales Unterstützungsgesetz;
BR 546.250]), ändert nichts an der rechtlichen Natur der durch gesetzliche
Subrogation auf das Gemeinwesen übergegangenen Forderung; unter
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diesem Gesichtspunkt kommt dem kantonalen Recht keine selbstständige
Bedeutung zu (Urteil des Bundesgerichts 8D_4/2013 vom 19. März 2014
E.5.3). Das Gemeinwesen tritt in diesem Fall im Verhältnis zu den die
Unterhaltsbeiträge des Kindes schuldenden Eltern nicht als mit
Verfügungsbefugnissen ausgestatteter Inhaber der öffentlichen Gewalt,
sondern als gewöhnlicher Gläubiger auf (Urteile des Bundesgerichts
5D_118/2018 vom 2. Dezember 2019 E.5.2.1, 8D_4/2013 vom 19. März
2014 E.5.3). Dem Zivilgericht obliegt es, über die Leistungsfähigkeit des
belangten Elternteils zu befinden (Urteil des Bundesgerichts 5D_118/2018
vom 2. Dezember 2019 E.5.2.1). Der im Umfang der Unterhaltspflicht der
Eltern bestehende Rückerstattungsanspruch bemisst sich nach den
Bedürfnissen des Kindes und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der
Eltern im massgebenden Zeitraum (Urteil des Bundesgerichts 8D_4/2013
vom 19. März 2014 E.5.4; vgl. ferner zum Ganzen: VGU U 21 83 vom
11. Januar 2022 E.4).
4.5.1. Vorliegend ist der Beschwerdeführerin zwar darin beizupflichten, dass mit
der behördlich angeordneten Umplatzierung der Tochter der
Beigeladenen per fürsorgerischer Unterbringung im Rahmen der
Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf den L._ eine
zivilrechtliche Anordnung vorliegt. In Übereinstimmung mit dem soeben
Ausgeführten geht aus dem Beschluss der KESB I._ vom 2. Februar
2022 hervor, dass die Kosten für die bestehenden
Kindesschutzmassnahmen grundsätzlich von den Eltern zu bezahlen
seien. Sollten sie aufgrund der finanziellen Leistungsfähigkeit dazu nicht
in der Lage sein, seien die Kosten durch das Sozialamt der Gemeinde am
letzten Unterstützungswohnsitz des Kindes zu tragen, wenn das Kind
dauernd nicht bei den Eltern wohne. Folglich sei das Sozialamt der
Gemeinde A._ mit der detaillierten Regelung der Unterbringungs-
kosten zu beauftragen. Die sorgeberechtigten Eltern seien ausdrücklich
darauf hinzuweisen, dass es sich hierbei um Kosten handle, die von den
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Eltern im Rahmen ihrer Unterhaltspflicht zu tragen seien und der
Gemeinde A._ daher bei Begleichung der Kosten ein Regressrecht
auf die Eltern zustehe (vgl. Bf-act. 1 = IV-act. 9). Damit wird mithin
bekräftigt, dass das Gemeinwesen für alle von ihm für den Unterhalt des
Kindes anstelle der Pflichtigen erbrachten Leistungen bzw.
übernommenen Platzierungskosten in die Rechte des Kindes subrogiert.
Dies hat zur Folge, dass dem Gemeinwesen in diesem Umfang ein
entsprechender, dem Zivilrecht unterliegender Unterhaltsanspruch
zusteht.
4.5.2. Von der Subrogation nicht erfasst sind jedoch Sozialversicherungsrenten
und ähnliche für den Unterhalt des Kindes bestimmte Leistungen. Denn
Anspruchsberechtigte der Kinderrente ist nach Art. 35 IVG die invalide
Person – hier die Beigeladene –, auch wenn das Rentenbetreffnis für das
Kind bestimmt ist (vgl. BGE 136 V 7 E.2.1.2 und BGE 134 V 15 E.2.3.3 mit
dem Hinweis, dass die Kinderrente dem invaliden Elternteil ermöglichen
soll, seiner Unterhaltspflicht nachzukommen; ferner MEYER/REICHMUTH,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, Rz. 1
zu Art. 35 IVG). Mit anderen Worten ist bei der Kinderrente der von
Invalidität betroffene unterhaltspflichtige Elternteil Gläubiger und nicht das
Kind, in dessen Rechte das Gemeinwesen infolge Subrogation eintritt (vgl.
AFFOLTER-FRINGELI, Unterhaltsklage des von der Sozialhilfe unterstützten
Kindes und gesetzliche Subrogation, Zeitschrift für Kindes- und
Erwachsenenschutz [ZKE] 2017, S. 164 ff., S. 166; ferner Erläuterungen
des BSV zu den Änderungen der AHVV auf den 1. Januar 2011, S. 9,
abrufbar unter erlaeuterungen_verordnungsanpassungenahvv2011.pdf;
letztmals besucht am 13. September 2022). Hinzu kommt, dass
Kinderrenten grundsätzlich einem Abtretungsverbot unterliegen
(vgl. Art. 22 Abs. 1 ATSG; FOUNTOULAKIS/BREITSCHMID/KAMP, in:
Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch I,
6. Auflage 2018, Rz. 10a zu Art. 289 ZGB), weshalb sie insoweit nicht
file:///C:/Users/pedram/AppData/Local/Temp/Downloads/erlaeuterungen_verordnungsanpassungenahvv2011.pdf
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Gegenstand einer Subrogation bilden können (vgl. MANI, Die Subrogation
des Unterhaltsanspruchs infolge öffentlicher Unterstützung, ZKE 2017,
S. 277 ff., S. 280). Daran vermag entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin auch die Weiterleitungsverpflichtung von
Sozialversicherungsrenten und ähnlichen für den Unterhalt des Kindes
bestimmten Leistungen gemäss Art. 285a Abs. 2 ZGB nichts zu ändern.
Denn diese dient lediglich dazu, die durch das Sozialversicherungsrecht
festgelegte Zweckbestimmung des Betreffnisses – die Verwendung für
den Unterhalt des Kindes – sicherzustellen. Sie wird hingegen nicht vom
Unterhaltsanspruch des Kindes erfasst und partizipiert somit nicht an der
Subrogation (vgl. HEGNAUER, Zum Umfang der Subrogation des
Gemeinwesens nach Art. 289 Abs. 2 ZGB, Zeitschrift für Vormundschafts-
wesen [ZVW] 1999, S. 18 ff., S. 19). Insofern fällt hier eine Drittauszahlung
einer laufenden Kinderrente an die Beschwerdeführerin gestützt auf eine
zivilrichterliche Anordnung im Sinne von Art. 35 Abs. 4 IVG ausser
Betracht. Vielmehr ist die Beschwerdeführerin namentlich zur
Verhinderung eines überschiessenden Leistungsbezugs der
Beigeladenen gehalten, die Platzierungskosten im Umfang der der
wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Eltern Rechnung tragenden
Unterhaltspflicht gegenüber den Unterhaltsverpflichteten klageweise beim
Zivilgericht durchzusetzen (vgl. BGE 134 V 15 E.2.3.5; vgl. WIZENT,
Sozialhilferecht, Zürich/St. Gallen 2020, S. 238), wenn sich der
Unterhaltsbeitrag der Eltern nicht auf gütlichem Weg regeln lässt.
5.1. Zu prüfen ist somit noch, ob eine Drittauszahlung an die Beschwerde-
führerin gemäss Art. 20 ATSG in Betracht kommt.
Wie bereits dargelegt, bezweckt diese Bestimmung, die zweckgemässe
Verwendung von Geldleistungen zu gewährleisten, welche der
Unterhaltsdeckung dienen (vgl. oben E.3.2). Im hier zu beurteilenden Fall
schloss bereits die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung
vom 3. Juni 2022 eine Drittauszahlung gestützt auf Art. 20 ATSG aus, da
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von der Beschwerdeführerin soweit ersichtlich nicht geltend gemacht
worden sei, dass die Kindsmutter die Kinderrenten zweckentfremden
würde (vgl. IV-act. 20). Im vorliegenden Verfahren wird dies von der
Beschwerdeführerin nicht in Abrede gestellt. Vielmehr stützt sie sich einzig
auf die im Sinne einer zivilrechtlichen Anordnung beschlossene
Fremdplatzierung und die Legalzession infolge Kostentragung durch das
Gemeinwesen ab, um eine Drittauszahlung zu begründen. Eine
unzweckgemässe Verwendung der Kinderrente durch die Beigeladene
wird von ihr weder behauptet noch bestehen Hinweise dafür (vgl. Einwand
vom 28. April 2022 [vgl. IV-act. 18 S. 1] und Stellungnahme vom
18. August 2022 [vgl. Gerichtsakten A3], worin sie namentlich vorbrachte,
für verschiedene Unterhaltskosten aufzukommen). Insofern bleibt ihr der
Weg für eine Drittauszahlung über Art. 20 ATSG versagt.
5.2. Ob das kantonale Sozialhilferecht weitere Tatbestände für eine
Direktauszahlung zu begründen vermag (vgl. BGE 118 V 88 E.5), braucht
hier nicht beurteilt zu werden. Denn Art. 13 SHG, auf welchen sich die
Beschwerdeführerin in ihrer Rechtsschrift beruft, bezieht sich – wie dessen
Marginalie "Nachzahlung von Vorschüssen" bereits andeutet – namentlich
auf die Auszahlung von Nachzahlungen im Umfang bevorschusster
Sozialhilfeleistungen (zum Wortlaut vgl. oben E.3.4.3; siehe ferner
Entscheid der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen III-
2010/2 vom 25. November 2010 E.2a und E.2c; ferner Entscheid des
Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen B 2018/33 vom
27. September 2018 E.2.1). Damit steht diese Bestimmung im Einklang
mit Art. 22 Abs. 2 lit. a ATSG, wonach Nachzahlungen von Leistungen des
Sozialversicherers u.a. der öffentlichen Fürsorge abgetreten werden
können, soweit diese Vorschusszahlungen leistet. Die beschwerdeweise
angerufene kantonale Vorschrift tangiert die hier interessierende
Drittauszahlung laufender Leistungen daher nicht.
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5.3. Aufgrund des Gesagten erweist sich die Beschwerde somit als
unbegründet und ist abzuweisen.
6. Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Beschwerde-
verfahren bei Streitigkeiten um Leistungen aus der Invalidenversicherung
vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten
werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- festgelegt. Da vorliegend nicht
Leistungen der Invalidenversicherung an sich, sondern deren
Auszahlungsmodalitäten im Streit lagen, rechtfertigt es sich, auf die
Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten (vgl. BGE 121 V 17 E.2).
Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).