Decision ID: d01d6b21-1267-4117-bd29-0a989fb73004
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1983 geborene
X._
war seit dem 1. Mai 2011 bei
der Y._
AG als Metallbauschlosserin angestellt und bei der Suva obli
gatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als
ihr
am 3. September 2014
auf einer Leiter stehend eine Metallstange an den Kopf prallte
und sie dabei eine leichte traumatische Hirnverletzung (Commotio cerebri)
sowie eine Rissquetsch
wunde hochfrontal
erlitt (Urk. 8/
1 und Urk. 8/24
).
Die Suva kam für die Heilbe
handlung auf und richtete Taggelder aus. Mit Verfügung vom
3. Februar 2016
s
tellte sie die Leistungen per
29. Februar 2016
ein (Urk. 8/
71
). Die dagegen erhoben
e
Einsprache wies sie mit Entscheid vom
22. Juni 2017
ab (Urk. 8/
109
= Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
8. August 2017
Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien
ihr
weiterhin
die gesetzlichen Leistungen
zuzusprechen. Eventualiter sei ihr eine Suva-Rente und eine Integritätsentschädigung
zuzusprechen. Eventualiter sei ein gericht
liches Gutachten in Auftrag zu geben (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom
11. September 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be
schwerde (Urk. 7), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 13. Septem
ber 2017 mitgeteilt wurde (Urk. 9).
Mit Eingabe vom 16. November 2017 (Urk. 10) reichte d
i
e Beschwerdeführer
in
u.a. das von der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
in Auftrag gegebene pol
ydisziplinäre Gutachten der
Z._
vom 11.
August 2017 ein (Urk. 11/4)
. Mit Verfügung vom 20. November 2017 wurde der Beschwerdegegnerin Frist zur Stellungnahme zu den eingereich
ten Unterlagen angesetzt (Urk. 12). Mit Eingabe vom 13. Dezember 2017 reichte die Beschwerdegegnerin ihre Stellungnah
me
ein (Urk. 14), welche der Beschwer
deführerin am 18. Dezember 2017 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (Urk. 15). Mit Eingabe vom 18. Dezember
2017 (Urk. 16)
reichte die Beschwerdeführerin den Vorbescheid der IV-Stelle vom 15. Dezember 2017 ein (Urk. 17)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für
die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzu
gehen
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
che
rung (UVV) in Kraft g
etreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirk
licht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
3
. September 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
1.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zw
ischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzu
sammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.2.3
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer ge
wissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beein
trächtigun
gen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzu
führen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psy
chische Störun
gen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeu
tung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zu
kommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit ande
ren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zu
nächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausal
zu
sammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere heran
ge
zogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Dif
ferenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.2.4
Die zum Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung wendet das Bundesgericht sinngemäss auch bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas (BGE 117 V 369 E. 4b) oder den Folgen einer dem Schleudertrauma ähnlichen Verletzung der Halswirbelsäule an (vgl. RKUV 1999 Nr. U 341 S. 408 E. 3b; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2; ferner BGE 134 V 109 E. 10.2 f.)
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, der Unfall vom 3. September 2014 habe keine organischen Unfallfolgen im Sinne struktureller
Veränderungen hinterlassen.
Die gemäss BGE 115 V 133 für mittelschwere Un
fälle verlangten Kriterien seien nicht erfüllt, jedenfalls nicht in gehäufter oder aus
geprägter Weise. Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den psychischen bzw. organisch nicht nachweisbaren Beschwerden und dem Unfallereignis vom 3. September 2014 sei
somit zu verneinen.
Die Adäquanzprüfung
sei nicht zu früh erfolgt, da im Zeitpunkt der Leistungseinstellung aus somatischer Sicht keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten gewesen sei (Urk. 2 S. 4 ff.).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
das Fehlen von pathologischen Veränderungen schliesse posttraumatische kleinere Läsio
nen im Gehirn nicht aus.
Auch eine leichte traumatische
Hirnverletzung (MTBI) könne zu langandauernden Störungen und einem post-
kommotionellen
Syndrom führen, welches Monate oder Jahre bestehe und in 10-20 % der Fälle persistiere. Die nach wie vor bestehenden kognitiven Störungen könnten sowohl
durch eine posttraumatische Belastungsstörung wie auch organisch durch Residuen
der MTBI bedingt sein. Der ablehnende Entscheid der Beschwerdegegnerin betref
fend Invalidenrente und Integritätsentschädigung sei verfrüht erfolgt. Die Heilbe
handlung sei noch keineswegs abgeschlossen (Urk. 1).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin aus, eine anhaltende
,
auf den Unfall zurückzuführende körperliche Schädigung habe aufgrund der Ab
klä
rungen nicht nachgewiesen werden können. Es handle sich demnach um psy
chische bzw. organisch nicht nachweisbare Beschwerden. Von den einschlä
gigen Adäquanzkriterien sei kein einziges auch nur in einfacher Form gegeben. Die Adäquanz sei demnach zu verneinen. Die Behandlung möge zwar noch fort
dauern, sei aber nicht aufgrund von unfallkausalen Beschwerden indiziert (Urk. 7 S. 4 ff.).
2.4
In ihrer Eingabe vom 16. November 2017 machte die Beschwerdeführerin geltend,
gemäss
dem
von der IV-Stelle in Auftrag gegebene
n
polydisziplinäre
n
Gutachten
des
Z._
vom 11. August 2017
stehe
das vorliegende Beschwerdebild über
wiegend wahrscheinlich
ursächlich
im Zusammenhang mit dem Unfall vom
3. Septem
ber 201
4.
Unfallfremde Ursachen seien nicht gefunden worden. Nach
dem
sich im Sommer 2017 eine deutliche Verbesserung ergeben habe, sei die Ein
stel
lung der Leistungen seitens der Beschwerdegegnerin per 29. Februar 2016 ver
früht erfolgt
(Urk. 10 S. 3 f.).
2.5
In ihrer Stellungnahme vom 13.
Dezember 2017 hielt die Beschwerdegegnerin
fest,
auch aus dem Gutachten des
Z._
vom 11. August 2017 ergäben sich keine
Diagnosen, die als organisch ausgewiesene Unfallfolgen im Sinne der Recht
spre
chung gelten würden (Urk. 14).
3.
3.1
Im Austrittsbericht des Stadtspitals
A._
vom 21. September 2014 betreffend
die Konsultation vom 3. September 2014 wurden die folgenden Diagnosen gestellt
:
-
Commotio cerebri am 03.09.2014
-
RQW hochfrontal 2 cm
Es wurde ein GCS von 15 festgehalten. Nach 24h GCS-Überwachung habe sich ein unauffälliger neurologischer Verlauf gezeigt.
Die
craniale
Computerto
mo
graphie
(
CCT
)
habe keinen Hinweis auf eine intrakranielle Blutung ergeben und e
s hätten keine
ossären
Läsionen bestanden (Urk. 8/25).
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie FMH
,
nannte in seinem Bericht vom 10. Februar 2015 die Diagnose eines Verdachts auf Schädelprellung.
Sub
jektiv habe die Beschwerdeführerin seit dem Unfall vom 3. September 2014 eine ganze Reihe von Symptomen, die sich von der Beschreibung her zum Teil schlecht zuordnen liessen und zum völlig unauffälligen klinisch-neurologischen Unter
suchungsbefund kontrastierten
. Von
der Beschreibung des Unfallereignisses her denke man am ehesten an eine Schädelprellung, allenfalls an ein leichtgradiges Schädel-Hirntrauma (Urk. 8/17).
3.3
Am 16. Februar
2015
wurde ein MRI des Schädels durchgeführt.
Dieses ergab
keine intrakranielle Blutung und keine
Traumafolgen
zerebral (Urk
. 8/27).
3.4
Dr.
med.
C._
, FMH für Hals-, Nasen und Ohrenkrankheiten stellte in seinem Bericht vom 17. September 2015 die Diagnosen eines Tinnitus beidseits sowie einer leichten altersentsprechenden
sensorineurale
n
Schwerhörigkeit beid
seits. Er hielt fest, es bestünden
keine Anhaltspunkte für eine
periphervestibuläre
Genese des Schwindels
. Die
Elektronystagmografie
sei unauffällig ausgefallen und ein benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel liege nicht vor (Urk. 8/57).
3.5
D._
, Dipl. Psychologin FH, Psychotherapeutin FSP und SVG,
nannte
in ihrem Bericht vom 17. De
zember 2015 die Diagnose einer p
osttraumatischen Belastungsstörung, ICD-10 F.43.1 (Urk. 8/63).
3.6
Im Bericht der Rehabilitationsklinik
E._
vom 16. Dezember 2015 betreffend die neurologische Untersuchung vom 20./21. Oktober 2015 wurden die folgenden Diagnosen gestellt:
-
DD
Contusio
capitis
, leichte traumatische Hirnverletzung
-
Riss-Quetsch-Wunde hochfrontal 2 cm
-
Tinnitus beidseits
-
Mittelschwere neuropsychologische Störung mit im Vordergrund stehen
der Verlangsamung und Defiziten in
attentionalen
, mnestischen und exekutiven Teilfunktionen und Verhaltensauffälligkeiten (erhöhte Erschöpf
barkeit und Überforderung, betonter körperlicher Ausdruck der berichteten Symptome mit u.a. motorischer Unruhe) ätiologisch am ehesten im Rahmen psychischer Faktoren und einer kognitiven
Dekon
ditionierung
Es wird aufgeführt, das Ausmass der geschilderten Beschwerden und Einschrän
kungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden, der klini
schen Untersuchung und bildgebenden Abklärungen aus somatischer Sicht nicht erklären. Aus neurologischer, neuropsychologischer und therapeutischer Sicht ergebe sich gemäss den Untersuchungsbefunden
kein Hinweis auf eine organische Ursache der beklagten Beschwerden
. Fokal neurologische Ausfälle lägen nicht vor. Die Beschwerdeführerin zeige sich aber in psychopathologischer Weise deut
lich auffällig. In Übereinstimmung mit dem voruntersuchenden Neurologen sei davon auszugehen, dass es bei dem Unfall am ehesten zu einer Schädelprellung gekommen sei, eine leichte traumatische Hirnverletzung sei aber nicht ausge
schlossen.
Die gezeigten neuropsychologischen Defizite seien psychisch bedingt, zum Teil durch
Dekonditionierung
(Urk. 8/66).
3.7
Dr.
med.
F._
,
Kinder- und Jugendp
sychiatrie und
–
p
sychotherapie
FMH
, nannte in ihrem Bericht vom 25. März 2016 die
folgenden
Diagnosen
(Urk. 8/113)
-
O
rganisches Psychosyndrom
nach Hirnverletzung (IC
D-10 F07.2)
-
P
osttraumatisch
e
Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
3.
8
Dr.
med.
G._
, Neurologie FMH, Physikalische Medizin und Rehabili
tation FMH,
nannte in seinem Gutachten vom 11. August 2016 die folgende Diag
nose:
Status nach Schädelkontusion rechte Scheitelgegend am 3. September 2014 mit definitionsgemäss durchgemachter leichter traumatischer Hirn
verletzung mit
-
p
ersistierenden leichten kognitiven Defiziten (Gedächtnis, Störungen im Bewegungssehen, beeinträchtigtes Multitasking)
-
posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), in langsamer Besserung
-
deutlich reduzierter Belastbarkeit
-
chronischen posttraumatischen Kopfschmerzen (ICD-10: G44.31)
-
rechts betontem Tinnitus
-
leichtem HWS-Distorsionstrauma
Dr.
G._
führte aus,
die Beschwerdeführerin habe im März 2014 eine Schädel
kontusion durch ein herabfallendes schweres Metallelement erlitten, welche definitionsgemäss zu einer leichten traumatischen Hirnverletzung geführt habe.
Die in
der
E._
im Herbst 2015 gestellte Diagnose mit einer nur differen
zial
diagnostisch in Betracht gezogenen MTBI sei nicht nachvollziehbar. In
der
E._
seien zwar neuropsychologische Defizite beschrieben, diese aber einzig den vorhandenen psychopathologischen Veränderungen zugeschrieben worden. Die Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung sei in
der E._
nicht gestellt worden. Eine alternative Ätiologie der psychischen Störungen könne jedoch von den Kollegen
des E._s
nicht genannt werden.
Die früher von
Dr.
H._
gestellte Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung sei in unzulässiger Weise bei der Beurteilung in
der
E._
gar nicht diskutiert worden. Diese Diagnose sei im März 2016 von der behandelnden Psychiaterin
Dr.
F._
bestätigt worden. Entsprechend sei korrekterweise in der Zwischenzeit auch eine bei dieser Diag
nose oft erfolgreiche Traumatherapie eingeleitet worden.
D
ie detaillierte neurolo
gische Untersuchung habe eindeutige und relevante Störungen beim Bewegungs
sehen vor allem bei horizontal bewegten Bildern ergeben. Zudem sei die
relativ ausgeprägte motorische Unruhe auffällig. Letztere bestehe möglicherweise im Rahmen der posttraumatischen Belastungsstörung.
Zudem bestünden definit
i
ons
gemäss chronische posttraumatische Kopfschmerzen und ein leichtes Residuum der beim Unfall gleichzeitig durchgemachten HWS-Distorsion.
In dem ein Jahr nach dem U
nfall erstellten MRI des Schäde
ls seien posttraumatische Verände
rungen verneint worden. Die Untersuchung sei jedoch soweit ersichtlich nicht nach dem
Traumaprotokoll
erstellt worden. Deshalb sei am 6. Mai 2016 nochmals ein MRI des Schädels durchgeführt worden, welches bis auf eine klinisch nicht relevante und sicher Trauma-u
nab
hängige kleine
kapilläre
Teleangiektasie im Ponsbereich
keine pathologischen Veränderunge
n
gezeigt habe.
Damit sei
en
je
doch nach international anerkannten Regeln allfällige posttraumatische klei
nere Läsionen im Gehirn nicht ausgeschlossen. Die aktuell noch glaubhaft
vorhan
-
denen
,
nicht weiter nachgeprüften kognitiven Störungen
könnten sowohl durch die posttraumatische Belastungsstörung wie auch organisch durch Residuen der MTBI bedingt sein. Da ja beides mit grösster Wahrscheinlichkeit durch den Unfall bedingt sei, sei die Kausalität dieser kognitiven Störungen auf jeden Fall gegeben. Die seit dem Unfall bestehende
deutliche Veränderung des Schlafbedarfs finde
sich nach eig
e
nen Untersuchungen bei den allermeisten Patienten mit einer durch
gemachten erheblichen traumatischen Hirnverletzung,
jedoch relativ selten bei Patienten nach einer nur leichten traumatischen Hirnverletzung.
Dies deute darauf hin, dass die
Beschwerdeführerin nicht nur eine banale MTBI durchge
macht habe. Eine Arbeitsfähigkeit sei aktuell unfallbedingt noch nicht gegeben. Dies sei in einem grösseren Ausmass noch durch die Auswirkungen der posttrau
matischen Belastungsstörung bedingt
(Urk. 8/97).
3.9
In dem von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen polydisziplinären Gutachten vom 11. August 2017 wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (Urk. 11/4 S. 82):
1.
St. n. Arbeitsunfall vom 03.09.2014 mit
-
leichter traumatischer Hirnverletzung (Commotio cerebri)
-
leichter Abknickverletzung der HWS (Distorsionstrauma)
-
protrahiertem
postcommotionellem
Beschwerdebild
-
posttraumatische
Cephalea
-
unsystematisierte
Schwindelbeschwerden
-
kognitive Bes
c
hwerden
-
ausgeprägte psych
o
physische Erschöpfbarkeit
-
Tinnitus
2.
Tinnitus beidseits (ICD-10: H93.1)
-
m
ittelgradig kompensiert
3.
Hyperakusis
(ICD-10: H93.2)
4.
Leichte neuropsychologische Störung mit im Schwerpunkt subkortikalen,
frontomesialen
und linksfrontalen Hirnfunktionsschwächen
5.
Neurasthenie oder
Fatigue
(ICD-10 F48.0)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde ein
temporo
man
dibuläres
Schmerzs
yndrom (ICD-10: K07.6) genannt.
Dr.
med.
I._
, FMH für Neurologie, führte im neurologischen Teilgut
achten vom 3. August 2017 aus, die Beschwerdeführerin habe am 3. September 2014 bei der Ausübung ihrer Tätigkeit als
Metallbauerin
einen Arbeitsunfall erlitten. Auf einer Leiter stehend sei ihr eine Metallstange auf den Kopf geprallt, worauf sie zu Boden gegangen sei. Anlässlich der Exploration seien ihre Angaben bezüglich Bewusstseinsverlust unsicher gewesen, jedoch habe sie klar eine
amnes
tische
Lücke angegeben. Fremdanamnestisch sei ein posttraumatischer
Ver
wirrtheits
- und Benommenheitszustand verzeichnet worden. die Beschwer
de
führerin sei hospitalisiert worden. In den Akten s
ei
en die Angaben bezüglich einer
cerebralen
Verletzungsbeteiligung uneinheitlich. Der Neurologe
Dr.
B._
und die Rehaklinik
E._
seien am ehesten von einer stattgehabten Schädelprellung ausgegangen, eine leichte traumatisc
he Hirnverletzung bzw. Commotio
cerebri sei bloss als möglich eingestuft bzw. als nicht sicher auszuschliessen. Demge
gen
über habe der Neurologe
Dr.
G._
dezidiert die Diagnose einer durchge
machten leichten traumatischen Hirnverletzung und eines leichten HWS-Distor
sionstraumas gestellt.
Unter Berücksichtigung der Anamnese und des Austritts
berichts des erstbehandelnden Spitals
A._
sei übereinstimmend mit
Dr.
G._
die Diagnose einer durchgemachten leichten traumatischen Hirnverletzung zu stellen. Im Bericht der erstbehandelnden Ärzte sei klar die Di
agnose einer beim Unfall vom 3.
September 2014 erlittenen Commotio cerebri gestellt worden, dem
entsprechend sei die Beschwerdeführerin während 24 Stunden einer Commotio-Überwachung unterzogen worden. Es sei ein Kopfanprall dokumentiert worden, ferner initiale Beschwerden mit Kopf- und Nackenschmerzen sowie Schwindel. Unter Berücksichtigung dieser zusätzlichen Daten sei auch die von
Dr.
G._
gestellte Diagnose eines leichten HWS-Distorsionstraumas nachvollziehbar im Sinne eines erlittenen Abknickmechanismus infolge der Schädelprellung durch die Eisenstange
. Die Beschwerdeführerin beklage einen protrahierten posttrauma
tischen Beschwerdeverlauf mit chronischen Kopfschmerzen, Nackenverspan
nungen,
unsystematisierten
Schwindelbeschwerden, kognitiven Einschränkungen sowie ausgeprägter psychophysischer Erschöpfbarkeit. Bildmorphologisch hätten
im Bereich des Gehirns sowie der HWS keine Verletzungsfolgen nachgewiesen werden können. Klinisch-neurologisch hätten sich gemäss Aktenlage durchwegs unauffällige somatische Befunde gezeigt.
Dr.
G._
habe in seinem Bericht vom 11. August 2016 zwar Störungen beim Bewegungssehen, vor allem bei hori
zontal bewegten Bildern beschrieben; im Status habe er jedoch eine normale
Optomotorik
und Pupillenmotorik beschrieben.
Seine Beurteilung eines gestörten Bewegungssehens habe er auf die subjektive Angabe einer ausgeprägten Miss
empfindung bei horizontalen Blickfolgebewegungen gestützt, wobei eine ent
spre
chend objektivierbare Störung der Blickmotorik nicht beschrieben worden sei.
Das von der Beschwerdeführerin beklagte Beschwerdebild sei grundsätzlich gut vereinbar mit einem
protrahiert verlaufenden
postcommotionellen
Zustand.
Unge
wöhnlich seien das Ausmass und die Dauer der Beschwerden.
Anlässlich der aktuellen klinisch-neurologischen Untersuchung habe sich eine kooperative Beschwerdeführerin präsentiert. Der affektiv-emotionale Status sei auffälligen Schwankungen unterworfen gewesen, mit zeitweise auffälliger Irritierbarkeit und motorischer Unruhe; der Gedankengang sei zeitweise sprunghaft
gewesen
.
Im somatisch-neurologischen
Status hätten sich keine pathologischen Befunde erheben lassen. Insbesondere hätten auch keine Störungen der Blickmotorik fest
gestellt werden können; auch sonstige Zeichen einer hirnfokalen somatischen Funktionsstörung seien nicht nachweisbar
gewesen
. Be
züglich der
HWS
habe
auch kein relevantes
Cervicalsyndrom
mehr
bestanden
; die Bewegungsausmasse der HWS seien allseits intakt
gewesen
. Die Beschwerdeführerin
habe
bei der Bewegungsprüfung einen
cervicalen
Endphasenschmerz an
gegeben
;
radikuläre
und/
oder spinale Funktionsstörungen hätten jedoch ni
cht festgestellt werden können
.
Zusammenfassend bestehe ein Zustand nach Arbeitsunfall vom 3. Septem
ber 2014 mit dabei erlittener
leichter traumatischer Hirnverletzung (Commotio cerebri) sowie leichter Abknickverletzung der HWS (Distorsions
trau
ma). Es bestehe ein
postcommotionelles
Beschwerdebild mit vor allem initial unge
wöhnlicher Ausprägung und auch ungewöhnlich langer Dauer.
Bildmorpho
logisch hätten
cerebrale
Verletzungsfolgen zwar nicht dokumentiert werden können; eine
cerebrale
Verletzungsbeteiligung im Sinne einer MTBI sei jedoch gemäss den europäischen Guidelines der EFMS ausgewiesen. Der fehlende bild
morphologische Nachweis von Verletzungsfolgen in der
cerebralen
MRT sei kein Ausschlusskriterium für die Diagnose einer durchgemachten MTBI mit entspre
chenden Folgebeschwerden. Unter Berücksichtigung der gesamten Datenlage sei von einem überwiegend wahrscheinlich vorhandenen
organischen
Beschwerde
kern auszugehen.
Die ungewöhnlich starke Ausprägung und der ungewöhnlich protrahierte Verlauf könnten allerdings nicht zwanglos auf das leichte Schädel
hirntrauma als alleinige Ursache zurückgeführt werden
. Eine im Geschehen beteiligte erschwerte Verarbeitung sei als möglicher Faktor anzunehmen. Dies erkläre wohl auch die im Bericht
der Rehabi
litationsklinik
E._
genannte Beobachtung eines selbstlimitierenden schonenden Verhaltens.
Jedoch sei hier zu betonen, dass keine Zeichen einer Verdeutlichung oder Aggravation bestünden. Die genannte
Selbstlimitierungstendenz sei vornehmlich der anzunehmenden erschwerten Verarbeitung und der Vermeidung von Schmerzreaktionen geschul
det.
In neurologischer Hinsicht seien die noch bestehenden Kopfschmerzen als posttraumatische
Cephalea
(semiologisch in erster Linie einem Spannungs
kopf
schmerz entsprechend) einzuordnen (Urk. 11/4 S. 28 ff.).
Dr.
med.
J._
, FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten (ORL) hielt in seinem
otorhinolaryngologischen
Teilgutachten vom 4. Juli 2017 fest, im Rahmen der
otoneurologischen
Untersuchung könne aktuell eine altersent
spre
chende symmetrische Hörschwelle beidseits objektiviert werden. Im Rahmen dieser
Hörschwellen bestünden nur unter gesteigertem Umgebungsgeräuschpegel auditive
Schwierigkeiten, dies insbesondere in Anbetracht der subjektiven
Hyperakusis
. Zusätzlich werde ein beidseitiger Tinnitus angegeben, welcher konstant wahrge
nommen werde, mit Akzentuierung unter Belastung und Stress und der zu Durch
schlafschwierigkeiten führen könne, welche aber auch durch die generelle Beschwerdesymptomatik bedingt seien.
Wie im Rahmen der audiometrischen Unter
suchung objektiviert
,
erfülle der Tinnitus unter Berücksichtigung der Frequenzlokalisation sowie Intensität linksseitig knapp die Plausibilitätskriterien im Vergleich mit den Literaturangaben betreffend Tinnitus-
Matching
. In Anbe
tracht des subjektiven Empfindens mit intermittierender Sekundärproblematik sowie marginaler therapeutischer Beeinflussbarkeit müsse dieser Tinnitus als mittelgradig kompensiert bezeichnet werden. Seitens der vestibulären Funktion
zeigten sich aktuell unauffällige Befunde mit fehlenden pathologischen
Nystagmen
, so dass von einer unauffälligen peripheren vestibulären Funktion ausgegangen werden könne. Des
weiteren
könnten Befunde eines intermittie
ren
den
temporomandibulären
Schmerzsyndroms objektiviert werden. Zusammen
fassend bestünden somit ein mittelgradig kompensierter Tinnitus beidseits, eine
subjektiv
e
Hyperakusis
sowie ein intermittierendes
temporomandibuläres
Schmerz
syndrom (Urk. 11/4 S. 38 f.).
Lic
. phil.
K._
, Neuropsychologe und Psychotherapeut, führte in seinem
neuropsychologischen Teilgutachten vom 25. Juli 2017 aus, in der psychome
trisch
-neuropsychologischen Abklärung
hätten sich bei der Beschwerdeführerin bezüglich kognitiver Basisfunktionen eine leicht bis mittelschwer reduzierte tonische Antwortreaktionsbereitschaft, eine leichte Verlangsam
ung
in der visuell-
verbalen Informations
verarbeitung, eine minimal/leicht geminderte Suppres
sions
fähigkeit selektiv bei verbalkategorialer Reaktionskonkurrenz sowie – in Form deutlich erhöhter Reaktionszeiten bei den auditiven Reizfolgen – eine minimale Beeinträchtigung der geteilten Aufmerksamkeit objektiv
i
eren lassen
. Hinsichtlich
phasischer
ARB und visuell-räumlichem Informationsverarbeitungstempo, hin
sicht
lich auch weiterer Suppressionsleistungen sowie Arbeitsgedächtnis und
Umstellfähigkeit/kognitiver Kontrolle habe die Beschwerdeführerin normge
rechte
/
unauffällige Leistungen erzielt
.
Auf der Ebene der mnestischen Funk
tio
nen, der Werkzeugfunktionen sowie weiterer Exekutiv- und Problemlöse-, res
pek
tive Intelligenzfunktionen seien ebenfalls durchwegs Normalbefunde oder auch überdurchschnittliche Leistungen erhoben worden. Der begleitend durchge
führten Leistungsvalidierung zufolge seien die festgestellten neuropsycho
lo
gi
schen Befunde mit bestmöglicher Gewähr als
authentisch zu beurteilen. Im Vergleich zur neuropsychologischen Abklärung vom Oktober 2015 hätten sich in der aktuellen neuropsychologischen Untersuchung deutliche Befundverbesse
rungen in nahezu allen geprüften kognitiven Funktions-/Leistungsbereichen gezeigt. Derzeit besteh
e
bei der Beschwerdeführerin
eine insgesamt als leicht zu qualifizierende neuropsychologische Störung
mit den beschriebenen Funktions
defiziten
. Auch wenn die bei der Beschwerdeführerin mehrfach unauffällige Bildgebung sowie der lange Zeitraum seit dem Unfall
(fast drei Jahre)
eher
dagegen
sprächen
, sei
die aktuelle neuropsychologische Befundlage grundsätzlich vereinbar mit einem Zustand nach leichter traumatischer Hirnverletzung, dafür aber nicht
spezifisch oder beweisend.
Das Fehlen von relevanten mnestischen Defiziten spreche dagegen eher gegen das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung
(Urk. 11/4 S. 53 ff.).
Dr.
med.
L._
, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seinem Teilgutachten vom 17. Juli 2017 aus,
zusammenfassen
d
zeige sich bei der Beschwerdeführerin eine etwas auffällige Vorgeschichte mit wenig Konstanz. Sie sei in wechselhaften Umständen aufgewachsen, auch beruflich zeige sich wenig Konstanz und es hätten beziehungsmässige Probleme bestanden, allerdings
sei sie seit 2009 in einer relativ stabilen Partnerschaft, ohne dass sie mit dem Partner
zusammenlebe. Die Beschwerdeführerin habe sich beruflich neu orientieren wollen
und dann 2014 einen Unfall bei der Arbeit erlitten. Hinweise auf eine organische Läsion hätten nicht vorgefunden werden können. Den Unfall selbst habe die Beschwerdeführerin einzig als heftigen Knall erlebt, ohne dass sie gesehen hätte, wie dieser Unfall zustande gekommen sei. Sie habe zum damaligen Zeitpunkt nicht gewusst, wie er geschehen sei. Es habe demnach keine aussergewöhnliche Bedrohung bestanden. In der Folge sei auch kein dauerndes Wiedererleben der Unfallsituation, keine Nachhallerinnerungen, kein
Meideverhalten
und keine ent
sprechenden Träume festzuhalten
gewesen
. Es gelinge
ihr
auch gut
,
über die Un
fall
situation zu sprechen, ohne dass sich vegetative Zeichen bemerkbar machen würden.
Insgesamt fehlten daher die Kriterien, die für eine hirnorganische Beein
trächtigung nötig seien. Weiterhin könne die Diagnose einer posttraumatischen Belas
tungsstörung gar nicht gestellt
werden, da die Kardinalkriterien nicht zu
träfen.
Es werde von Frau
D._
jeweils auf diese beiden Diagnosen verwie
sen, doch in ihren Berichten würden diese Diagnosen in keiner Weise genügend begründet. Es sei deshalb nicht nachvollziehbar, dass sie diese Diagnosen gestellt habe
. Es zeigten
sich im Weiteren
keine Hinweise auf eine affektive Störung oder
eine
anderweitige psychiatrisch relevante Störung.
Einzig könne zur
Vorge
schichte eine lebensgeschichtliche Unruhe vorgefunden werden, worauf auf eine mögliche Persönlichkeitsproblematik geschlossen werden könnte. Diese Auffäl
lig
keiten würden in den Unterlagen nirgends diskutiert oder beschrieben, was doch ziemlich erstaune. Es falle in den Untersuchungen auch ein teilweise etwas auffälliges Verhalten auf, indem die Beschwerdeführerin plötzlich angebe, nicht mehr den Untersuchungen folgen zu können und etwas auffällig wirkende Ent
spannungsübungen durchführe. Sie wirke in ihren Schilderungen sehr lebhaft,
scheine trotz angegebener Beschwerden primär nicht sonderlich beeinträchtigt zu sein,
erst im Verlauf der Untersuchung zeigten sich Hinweise darauf, dass die Beschwerdeführerin ermüde, indem sie angebe, dass das Ganze sie anstrenge und sie dann auch vermehrt unter Kopfbeschwerden leide.
Sie gebe eher diffus wir
ken
de Beschwerden an
. In psychischer Hinsicht scheine sie nicht massiv beein
trächtigt zu sein, mache sich aber nachvollziehbar Sorgen über den weiteren Verlauf und ihre Zukunft. Sie wirke dadurch einerseits im Verhalten teilweise eher etwas unreif, andererseits teilweise auch nachvollziehbar, ohne dass dadurch eine relevante Pathologie begründet werden könne. Es könne daher allenfalls diskutiert werden, inwieweit
akzentuierte Persönlichkeitszüge
vorlägen. Es sei andererseits auch erstaunlich, dass sie nicht stärker mit Anpassungs
schwie
rig
keiten kämpfe, denn sie sei noch relativ jung, habe auch Pläne gehabt, die mittlerweile unklar seien. Seit dem Unfall bestehe ein starker Einschnitt in ihr Leben.
Sie sei stark beeinträchtigt, kämpfe aber dagegen an, wie aufgrund ihrer Angaben angenommen werden könne. Es bestehe allgemein eine
erhöhte Ermüd
barkeit.
Es könne daher angenommen werden, dass ein
e
Fatigue
vorliege, die am ehesten eine neurotische Grundlage haben dürfte. Dies erkläre mit grosser Wahr
scheinlichkeit auch die angegebenen kognitiven Schwierigkeiten, denn eine andere Erklärung könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht gefunden werden
.
Subjek
tiv hab
e
sich der Zustand deutlich gebessert, allerdings fühle sie sich immer noch nicht in der Lage, eine genügende Leistung, auch in Teilzeit, in der freien Wirt
schaft zu erbringen
.
Es könne nachvollzogen werden, dass zumindest eine teilweise Einschränkung vorliege, auch wenn sich diese vorwiegend durch die subjektiven Angaben begründe
(Urk. 11/4 S. 69 ff.).
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen unter Prüfung der
Unfalladäquanz
zu Recht auf Ende
Februar 2016
eingestellt hat.
4.2
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin beim Unfallereignis vom 3. September 2014 eine leichte traumatische Hirnverletzung (
commotio
cerebri)
, eine Rissquetschwunde hochfrontal
sowie ein leichtes HWS-Distorsionstrauma erlitten hat. Anhand der
CT-Untersuchung vom 3. September 2014
und der
MR-Aufnahmen vom
16. Februar 2015 und 6. Mai 2016
konnten
keine intrakranielle Blutung und
keine strukturellen posttraumatischen Läsionen nachgewiesen
werden
. In der Folge litt
die Beschwerdeführerin
unter einem pro
trahierten
postcommotionellen
Beschwerdebild mit Kopfschmerzen,
unsystemat
i
sierten
Schwindelbeschwerden, einer zunächst mittelgradigen und im Verlauf
regredienten
neuropsychologischen Funktionsstörung, einer psychophysi
schen Erschöpf
barkeit und einem Tinnitus.
Die
otorhinola
ryngologische
Untersuchung ergab eine
unauffällige periphere vesti
buläre Funktion
. Es bestand ein mittelgradig kompensierter Tinnitus beid
seits, ein
e
subjektive
Hyperakusis
sowie ein intermittierendes
temporo
mandi
bu
läres
Schmerzsyndrom (
Urk. 8/57 und
Urk. 11/4 S. 39).
In neurologischer Hinsicht kam
Dr.
I._
zum Schluss, dass
ein
postcommo
tionelles
Beschwerdebild mit
vor allem initial
ungewöhnlicher Ausprägung und ungewöhnlich langer Dauer bestehe.
Die ungewöhnlich starke Ausprägung und der ungewöhnlich protrahierte Verlauf könnten nicht auf das leichte Schädel
hirntrauma als alleinige Ursache zurückgeführt werden
. Eine am Geschehen beteiligte erschwerte Verarbeitung sei als möglicher Faktor anzunehmen. Dies erkläre wohl auch die im Bericht der Rehabilitationsklinik
E._
genannte
Beobachtung eines selbstlimitierenden schonenden Verhaltens.
Bildmorpho
l
o
gisch
hätten
im Bereich des Gehirns (Schädel-CT, wiederholte Schädel-MRT) sowie der HWS (CT HWS) keine Verletzungsfolgen nachgewiesen werden können. Gemäss Aktenlage hätten sich klinisch-neurologisch durchwegs unauffällige somatische Befunde gezeigt.
Dr.
G._
habe
seine Beurteilung eines gestörten Bewegungs
sehens auf die subjektive Angabe einer ausgeprägten Missempfindung bei hori
zontalen Blickfolgebewegungen gestützt, wobei eine entsprechend objektivier
bare Störung der Blickmotorik nicht beschrieben worden sei
(Urk. 11/4 S. 29
ff.
).
Die
neuropsychologischen Defizite
wurden von den Ärzt
en der Rehabili
tations
klinik
E._
mit
psychisch
en Faktoren
und
einer kognitiven
Dekonditionierung
erklärt
(Urk. 8/66
)
.
Diese Einschätzung wird auch mit der Schlussfolgerung des
psychiatrische
n
Gutachter
s
gestützt
,
wonach
eine
Fatigue
vorliege, welche am ehesten eine neurotische Grundlage habe, was auch die angegebenen kognitiven
Schwierigkeiten erkläre (Urk. 11/4 S. 72).
Die Beurteilung von
Dr.
G._
, dass die kognitiven Störungen durch
eine
posttraumatische Belastungsstörung bedingt sein könnten, ist nicht nachvollziehbar, zumal gemäss dem psychiatrischen Gutachter
die
se
Diagnose nicht gestellt werden
kann
, da die Kardinalkriterien nicht
gegeben sind (Urk. 11/4 S
.
71
). Dass die kognitiven Störungen
durch Residuen der leichten traumatischen Hirnverletzung bedingt
sein könnten
, wie
Dr.
G._
alternativ
annimmt
, ist nicht erstellt. So wird im Gutachten denn auch festgehalten, dass die neuropsycho
logische Befundlage zwar grunds
ätzlich mit einem Zustand nach leichter traumatischer Hirnverletzung vereinbar, dafür aber nicht spezifisch oder beweisend sei (Urk. 11/4 S. 56 f.).
Aus psychiatrischer Sicht sind die von der behandelnden Psychiaterin
Dr.
F._
und Psychotherapeutin
D._
gestellten Diagnosen eines organischen Psycho
syndroms nach Hirnverletzung sowie einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht nachvollziehbar. Gemäss dem psychiatrischen Gutachter fehlen einerseits die Kriterien, die für eine hirnorganische Beeinträchtigung nötig sind
,
und andererseits treffen die Kardinalkriterien, die für die Diagnose einer posttrau
matischen Belastungsstörung vorausgesetzt sind, nicht zu. Hinweise für eine affektive Störung oder anderweitige psychiatrisch relevante Störung bestehen nicht. Der Gutachter kommt zum Schluss, dass allenfalls akzentuierte Persönlich
keitszüge vorliegen. Zudem besteht eine erhöhte Ermüdbarkeit.
Es
wird
die Diag
nose einer Neurasthenie oder
Fatigue
gestellt
, welche
nachvollziehbar und über
zeugend beg
r
ündet
wird
(
Urk. 11/4 S. 71 ff.)
.
Der objektive medizinische Sachverhalt ist damit erstellt und gibt keinen Anlass zu weiteren Abklärungen.
4
.3
Den medizinischen Akten
ist
übereinstimmend
zu entnehmen
, dass
in keinem der durchgeführten bildgebenden Verfahren organische Schädigungen nachgewiesen werden konnten
. Angesichts fehlender objektiv ausgewiesener Unfallfolgen ist eine spezielle Adäquanzprüfung vorzunehmen. Rechtsprechungsgemäss ent
f
ällt eine spezielle Adäquanzprüfung nicht bereits dann, wenn das Leiden von den Ärzten als organisches Leiden bezeichnet wird.
So geht die Rechtsprechung zu den Schleudertraumata und den adäquanzrechtlich gleich zu behandelnden Ver
letzungen gerade davon aus, der Unfallmechanismus führe zu nach dem heutigen Stand
d
er Wissenschaften nicht nachweisbaren körperlichen Mikroverletzungen, weshalb auf eine Differenzierung der psychischen und physischen Komponenten zu verzichten sei
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_193/2016 vom 26. Oktober 2016 mit weiteren Hinweisen)
.
Die Beschwerdegegnerin hat die Adäquanz
nach der sogenannten Psycho-Praxis (BGE 115 V 133)
beurteilt
.
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Adäquanz auch dort nach den für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall aufgestellten Kriterien (Psycho-Praxis) - und nicht nach der Schleuder
trauma-Praxis – zu beurteilen, wo ein Schädelhirntrauma lediglich den Schwere
grad einer Commotio cerebri und nicht mindestens den Grenzbereich zu einer
Contusio
cerebri erreicht (Urteil des Bundesgerichts 8C_44/2017 vom 19. April 2017 E. 4.1), was vorliegend zutrifft.
Die Anwendung der Psycho-Praxis recht
fertigt sich auch unter Berücksichtigung eines
leichten HWS-Distorsionstraums
, wenn
psychische Beschwerden
im Vordergrund
stehen
.
Nachfolgend wird die Adä
quanz nach der für
die Beschwerdeführerin günstigeren Schleudertrauma-Praxis
geprüft, womit auch allfälligen
nicht nachweisbaren körperlichen Mikro
verletzungen Rechnung getragen wird
.
4.4
Die Adäquanzbeurteilung hat in dem Zeitpunkt zu erfolgen,
in dem von der Fort
setzung der Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes meh
r erwartet werden kann.
«
Namhaft»
bedeutet
,
dass die durch
weitere zweckmässige
Heilbehandlung
erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss
, was
prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen
zu beurteilen ist
(Urteil des Bun
desgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen
)
.
Im
Zei
tpunkt der strittigen Leistungs
einstellung
per Ende Februar 2016
befand sich die Beschwerdeführerin
primär
in
physiotherapeutischer
Behandlung
mit
ärztl
ichen Kontrolluntersuchungen
und nahm bei Bedarf gelegentlich Schmerzmittel ein
.
Ärztliche Verlaufskontrollen, die Einnahme von Medikamenten sowie
manual
thera
peutische
B
ehandlungsmassnahmen
gelten nicht als kontinuierliche, mit einer gewissen
Planmässigkeit
auf eine namhafte Verbesserung des Gesund
heitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung
en
im Sinne der Rechtsprechung
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_306/2016
vom 22. September 2016
E. 5.3
mit Hinweis
)
.
Auch von den
psychotherapeutischen Massnahmen
konnte keine bedeu
tende Verbesserung des Gesundheitszustandes erwartet werden
,
zumal diese
auf eine posttraumatische Belastungs
störung fokussier
t
en, obwohl keine eindeu
tigen Hinweise für eine derartige Störung
vorlagen
.
Im Übrigen
ist darauf hinzuweisen, dass es
nicht um einen Endzustand der medizinischen Behandlung, mithin um das Dahinfallen jeglichen Bedarfs an Heilbehandlung
, geht
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom
2. Dezember 2014 E. 3)
.
Somit hat die Beschwerdegegnerin den Fall zu Recht auf
Ende Februar 2016 abgeschlossen.
4.5
Im Hinblick auf die Prüfung der Adäquanz ist zunächst der Unfall nach seiner Schwere zu qualifizieren, welche sich nach dem augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften bestimmt.
Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin auf einer Leiter stand, als eine Eisenstange herab
f
iel und sie am Kopf traf. Von der Leiter stürzte sie jedoch nicht.
Angesichts
des objektiv erfassbaren Unfallhergangs kann
mit der Beschwerdegegnerin
von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen ausgegangen
werden
. Ein adäquater Kausalzusammenhang kann somit
nur
bejaht werden
, wenn vier der
Adäquanzkriterien
erfüllt sind
oder eines der Kri
terien besonders ausgeprägt vorliegt (BGE 134 V 109 E. 10.3)
.
Da die Beschwerdeführerin den Unfall einzig als heftigen Knall erlebte, ohne dass sie gesehen hätte, wie er zustande kam und demnach auch keine ausserge
wöhnliche Bedrohung bestand,
kann weder die besondere Eindrücklichkeit des Vorfalles als gegeben angesehen werden, noch sind Anhaltspunkte für besonders dramatische Begleitumstände auszumachen.
Die Besch
werdeführerin
erlitt
keine Verletzungen von nennenswert
er Schwere oder besonderer
Art.
Die
CT-Untersu
chung vom 3. September 2014 und die
MRI-Untersuchungen
vom
16. Februa
r
2015
und
6. Mai 2016
ergaben
keine objektivierbaren strukturellen und trau
ma
tischen Verletzungen.
Die neuropsychologische Störung bestand am ehesten im Rahmen psychischer Faktoren und einer kognitiven
Dekonditionierung
(Urk. 8/65 S. 7).
Aus psychiatrischer Sicht
lag
lediglich eine
Fatigue
vor, welche am ehesten eine neurotische Grundlage hat
te
.
Diese
erklärt auch die leichten kognitiven Ein
schränkungen (Urk.
11/4 S. 72).
Die somatischen Beschwerden sind weitgehend im Rahmen der
Fatigue
im Sinne einer begleitenden Somatisierungsstörung zu erklären (Urk. 11/4 S. 76).
Zur ärztlichen Behandlung ist festzuhalten, dass sich
diese
im Wesentlichen auf Physiotherapie
und andere
manualtherapeutische
Mass
nahmen
sowie
ärztliche
Verlaufskontrollen
beschränkt
e
.
Ausserdem
liess
sich die Beschwerdeführerin psychotherapeutisch behandeln
.
Ansonsten
war
keine
ärztliche Behandlung notwendig und es
wurden
lediglich gelegentlich bei Bedarf
Medikamente eingenommen.
Vor diesem Hintergrund kann nicht von
einer fort
gesetzt spezifischen belastenden ärztlichen Behandlung gesprochen werden. Auch
ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen
liegen
nicht vor.
Ebenso wenig bestehen Hinweise für eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte
.
Die
Erheblichkeit der Beschwerden beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Be
schwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4
).
Die
Beschwerdeführerin litt unter
intermittierenden
, von ihrem Aktivitätsniveau abhängigen,
und damit nicht
dauernd vorhandenen Be
schwerden. Schmerzmittel nahm sie nur gelegentlich bei Bedarf ein. Im Rahmen
der Untersuchung in der Rehabi
litationsklinik
E._
schätz
t
e sie ihre Schmerzen auf einer Skala von 1 bis
10 auf 2 bis 4 (Urk. 8/64 S.
11). Auch im Begut
ach
tungszeitpunkt lag die Schmerzintensität gemäss ihren Angaben im moderaten Bereich (VAS 5; vgl. Urk. 11/4 S. 32)
und sie schien
- abgesehen von der erhöhten Ermüdbarkeit –
auch
nicht son
derlich beeinträchtigt zu sein
(
vgl.
Urk. 11/4 S. 72)
.
Die Erheblichkeit der Beschwerden
ist somit in Bezug auf die Schmerzen
nicht gegeben
. Eine teilweise Beeinträchtigung
könnte höchstens
aufgrund der
vermin
derten Belastbarkeit
bejaht werden
, wobei
die
subjektiv empfundene
Beein
träch
tigung nicht nachvollziehbar ist (vgl. Urk. 11/4 S. 77)
.
Somit fehlt es jedenfalls an der besonderen Ausprägung dieses Kriteriums.
Die Beschwerdeführerin hat
keine Arbeitsversuche unternomme
n, obwohl gemäss Gutachten
keine volle
Arbe
its
unfähigkeit
gerechtfertigt
ist
.
Die Gutachter hielten denn auch fest, es sei nicht nachvollziehbar, dass bisher keine Arbeitsversuche durchgeführt worden seien (Urk. 11/4 S
.
78
). Damit ist auch das Kriterium der erheblichen Arbeits
unfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen zu verneinen.
4.6
Da
höchstens eines
der massgebenden Kriterien erfüllt ist und
dieses
nicht in
besonders ausgeprägter Weise, ist der adäquate Kausalzusammenhang zum Unfa
ll
ereignis vom
3. September 2014
zu verneinen. Einen weiteren Leistungsanspruch
der Beschwerdeführerin
hat die Beschwerdegegnerin daher zu Recht verneint. Entsprechend ist die Beschwerde abzuweisen.