Decision ID: fa3d00a1-476c-45e3-a7c8-628f02efce24
Year: 2020
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_004
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. A._ hatte Ende 2014 seinen Wohnsitz in der Gemeinde C._. Er
ist seit der Gründung am 30. November 2010 Geschäftsführer und
alleiniger Gesellschafter der B._ GmbH. Im 2014 hatte die
Gesellschaft ihren Sitz in D._, Appenzell-Ausserrhoden, seit 2015
hingegen in E._, Zug. Die Gesellschaft bezweckt gemäss
Handelsregisterauszug Management, Leitung und Führung von Betrieben,
insbesondere im Sportbereich, Erbringung von Beratungs- und
Ausbildungsdienstleistungen, Planung und Durchführung von
Veranstaltungen und Events sowie Vertrieb inklusive An- und Verkauf
sowie Import und Export von Handelswaren.
2. Nachdem A._ am 10. Dezember 2015 eine Mahnung zur Einreichung
der eigenen Steuererklärung 2014 und anschliessend am 10. Februar
2016 eine Bussverfügung erhielt, reichte er seine Steuererklärung 2014
am 18. Februar 2016 ein (act. C.1). Dabei deklarierte er weder geldwerte
Leistungen noch Vermögenswerte aus der Beteiligung an der B._
GmbH. Auch gab er im Wertschriften- und Guthabenverzeichnis kein
einziges Konto und auch sonst keinen Vermögenswert an.
3. Am 3. Oktober 2018 erstattete die Steuerverwaltung des Kantons
Appenzell-Ausserrhoden eine Meldung an die Steuerverwaltung des
Kantons Graubünden (nachfolgend: KSTV GR) über verdeckte
Gewinnausschüttungen der B._ GmbH an A._ im Umfang von
CHF 342'140.00 (act. C.2). In der Veranlagung der Gesellschaft nahm die
Steuerverwaltung des Kantons Appenzell-Ausserrhoden eine
Aufrechnung der verdeckten Gewinnausschüttungen in diesem Umfang
vor. Die Veranlagung erwuchs in der Folge unangefochten in Rechtskraft
(vgl. act. C.2.19).
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4. Gleichentags erliess die KSTV GR zwei definitive
Veranlagungsverfügungen in Sachen A._ betreffend das Steuerjahr
2014, einerseits für die direkte Bundessteuer und andererseits für die
Kantons- und die Gemeindesteuern (act. C.3). Darin nahm sie unter
anderem unter Ziff. 7.2 (neben einem Wertschriftenertrag von CHF 13.00)
eine Aufrechnung von geldwerten Leistungen im Umfang von total
CHF 342'140.00 vor. Unter Ziff. 17.2 gewährte sie den
Teilbesteuerungsabzug für Erträge aus qualifizierten Beteiligungen von
CHF 136'856.00 (=40% von CHF 342'140.00), da die Beteiligungsrechte
von A._ an die B._ GmbH die Schwelle der qualifizierten
Beteiligung von 10% des Stammkapitals überschreiten würden. Für die
Vermögenssteuer (Kanton und Gemeinde) wurden die Beteiligungen an
besagtem Unternehmen mit einem Wert von CHF 1'690'000.00 in das
Wertschriften- und Guthabenverzeichnis aufgenommen.
5. A._ erhob am 30. Oktober 2018 gegen beide
Veranlagungsverfügungen Einsprache (act. C.4). Er stellte sich dabei auf
den Standpunkt, die Aufrechnungen bei der B._ GmbH hätten keine
direkte Folge auf seine private Steuererklärung 2014. Die Gesellschaft
habe es verpasst, die Einsprachefrist zu wahren. Er reiche gerne die
Belege ein, die benötigt würden. Die KSTV GR solle ihm mitteilen, um
welche es sich handle. Erst so könne er konkrete Nachweise erbringen.
Bei der Vermögenssteuer sei einzig das Stammkapital aus dem
Handelsregister von CHF 20'000.00 zu berücksichtigen.
6. Die KSTV GR bestätigte A._ den Eingang der Einsprache mit
Schreiben vom 31. Oktober 2018 (act. C.5). Sie teilte ihm mit, dass die
Bearbeitung eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen werde. Sie wies ihn
ferner darauf hin, dass bei verspäteter oder ganz unterlassener Bezahlung
der Steuerrechnungen der gesetzliche Verzugszins belastet und
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umgekehrt bei fristgemässer Bezahlung zu hoher Beträge ein
Vergütungszins zurückerstattet werde.
7. Mit Schreiben vom 22. Februar 2019, gleichentags per A-Post Plus
versandt und gemäss Track&Trace-Auszug der Post CH AG am
23. Februar 2019 zugestellt (act. C.6), teilte die KSTV GR A._ mit,
dass seine Einsprache den formellen Anforderungen nicht entspreche. Sie
führte aus, die Aufrechnung von CHF 342'140.00 als geldwerte Leistung
aus der B._ GmbH setze sich aus diversen Positionen zusammen.
Diese seien ihm respektive der B._ GmbH mit der Steuerveranlagung
nach Teilermessen vom 3. Oktober 2018 der Steuerverwaltung des
Kantons Appenzell-Ausserrhoden eröffnet worden (act. C.2 S. 2 und 3).
Die nach Ermessen aufgerechneten Positionen seien trotz mehrmaliger
Aufforderung der Steuerverwaltung des Kantons Appenzell-Ausserrhoden
nicht nachgewiesen worden. Ihm werde deshalb Gelegenheit gegeben, zu
jeder einzelnen Position einen Antrag und eine Begründung zu senden.
Ebenfalls seien die dazugehörigen Beweismittel und Belege einzureichen.
Die KSTV GR setzte A._ dafür eine Frist von 10 Tagen an.
A._ reagierte nicht auf dieses Schreiben.
8. Mit Einspracheentscheid vom 5. April 2019 hiess die KSTV GR die
Einsprache gegen die Veranlagung der Kantons- und Gemeindesteuern
2014 teilweise gut (act. C.7). Die Gutheissung erfolgte ausschliesslich in
Bezug auf die Bewertung des Vermögenswertes der Anteile an der
B._ GmbH. Die KSTV GR erwog, in der angefochtenen Veranlagung
sei der Vorjahressteuerwert übernommen worden. Mittlerweile habe der
damalige Sitzkanton Appenzell-Ausserrhoden aber ein Rektifikat erstellt.
Demnach belaufe sich der Steuerwert neu auf rund CHF 1'546'000.00
(genauer Betrag: CHF 1'546'290.56; siehe act. C.9) für die beiden
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Stammanteile an der B._ GmbH. Die Veranlagung sei entsprechend
anzupassen. Im Übrigen sei die Einsprache hingegen abzuweisen.
Mit separatem Entscheid vom 5. April 2019 wies die KSTV GR die
Einsprache gegen die Veranlagung der direkten Bundessteuer 2014
vollumfänglich ab (act. C.8).
Sowohl für die direkte Bundessteuer als auch für die Kantons- und
Gemeindesteuern führte sie zur Begründung der Abweisung der
Einsprache im Wesentlichen aus, die Veranlagung der B._ GmbH sei
nach Teilermessen vorgenommen worden, da der Steuerpflichtige trotz
mehrmaligen Schreiben und eingeschriebener Mahnung die geforderten
Unterlagen nicht eingereicht habe. Diese sei in der Folge unangefochten
in Rechtskraft erwachsen. A._ habe es in seiner Einsprache gegen
seine Veranlagung als Beteiligungsinhaber der B._ GmbH
unterlassen, Bestand und Höhe der von der KSTV GR behaupteten
geldwerten Leistungen detailliert zu bestreiten, weshalb die KSTV GR als
Veranlagungsbehörde annehmen dürfe, die auf Gesellschaftsebene
rechtskräftig veranlagte Aufrechnung sei dem Beteiligungsinhaber
gegenüber ebenso berechtigt.
9. A._ hat am 1. Mai 2019 gegen beide Einspracheentscheide beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerde erhoben
(act. A.1). Er beantragt, es sei seiner Einsprache zu entsprechen und auf
die Aufrechnung von geldwerten Leistungen zu verzichten. Er bestreite
sämtliche Veranlagungspunkte, habe dies detailliert begründet und mit
Belegen untermauert und bitte daher, die Beschwerde in allen Punkten
gutzuheissen.
Er macht im Wesentlichen geltend, er habe "Sie" [gemeint ist wohl die
KSTV GR und nicht etwa dieses Gericht] mit der Einsprache vom
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30. Oktober 2018 aufgefordert, die gewünschten Informationen und
Belege bei ihm einzufordern. Er habe bis auf die Eingangsbestätigung
keine Mitteilung erhalten. Die Buchhaltung der B._ GmbH zeige klar
auf, dass in keinerlei Hinsicht jemals verdeckte Gewinnausschüttungen
vorgenommen worden seien. Sämtliche Aufwendungen seien jederzeit
korrekt, transparent und tätigkeitsbezogen bei der Gesellschaft verbucht
worden. Er habe auf die Rückmeldung der KSTV GR gewartet, denn ihm
sei unklar gewesen, welche Belege die Steuerbehörden benötigen
würden. Die vorgenommenen Aufrechnungen von CHF 342'140.00 seien
nicht korrekt. Er reiche beiliegend die gesamte Buchhaltung der B._
GmbH für das Jahr 2014 ein, welche das belegmässig nachweise. Auch
der Provisionsaufwand von total CHF 242'346.00, welcher nach Ermessen
vorgenommen worden sei, sei nicht korrekt. Dies könne ebenfalls den
beigefügten Dokumenten entnommen werden. Dasselbe gelte für den
Mietaufwand (Miete und Nebenkosten) für die Wohnung in G._, der
auch geschäftsbedingt und damit nicht als geldwerte Leistung
anzurechnen sei. Auch das Fahrrad Trek habe der Tätigkeit der B._
GmbH im Zusammenhang mit dem Aufbau und Ausbau des Netzwerkes
für Radsportbegeisterte gedient. Radsportausflüge und Events würden
bedingen, dass ein Fahrrad vorhanden sei. Die Spesen für die
Kundenbetreuung seien ebenfalls notwendig gewesen, um ein
Kundenportfolio von über 9'000 Kunden aufzubauen, was sonst als "one-
man-show" nicht möglich gewesen wäre. Die Spesen hätten nämlich dazu
gedient, dass Vermittler/Makler dazu gebracht wurden, Kunden/Mitglieder
zur B._ GmbH zu bringen. Dies sei mit Einladungen zu Mittagessen,
Abendessen, Ausflügen etc. erfolgt. Für das Netzwerk müsse zudem
Sportkleidung her. Auch die Kleidung für interne wie externe
Firmenanlässe sei nötig gewesen. Schliesslich seien auch mindestens
zwei Fahrzeuge für die Gesellschaft im Einsatz: ein Personenwagen und
ein Kastenwagen für die Materialtransporte für Radsportevents etc. Auch
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hier sei die erfolgte Aufrechnung falsch und der Aufwand
geschäftsbedingt.
Ferner sei der Vermögenssteuerwert willkürlich ermittelt worden. Das
Gründungskapital der Gesellschaft habe CHF 20'000.00 betragen. Es sei
nicht nachvollziehbar, wie man auf einen Vermögenssteuerwert von
CHF 1'546'000.00 komme. Hätte die B._ GmbH tatsächlich diesen
Wert, würde er diese umgehend verkaufen. Er stelle den Antrag, den
Vermögenssteuerwert auf CHF 20'000.00 festzusetzen.
10. Die KSTV GR hat mit Eingabe vom 14. Juni 2019 ausführlich Stellung
genommen (act. A.2) und die kostenfällige Abweisung der Beschwerde
beantragt.
Nebst allgemeinen Ausführungen zur verdeckten Gewinnausschüttung
und zur Beweisführungslast (behördliche Untersuchungspflicht mit
weitreichender Mitwirkungspflicht), unterstreicht die KSTV GR, dass bei
rechtskräftig festgestellten geldwerten Leistungen die Kantone
regelmässig analoge Aufrechnungen beim Beteiligungsinhaber
vornehmen würden. In Abweichung von den üblichen Regeln über die
Beweislast habe ein Beteiligungsinhaber, soweit er gleichzeitig Organ der
Gesellschaft sei, Bestand und Höhe der von der Steuerverwaltung
behaupteten geldwerten Leistungen detailliert zu bestreiten. Denkbar sei,
dass er Argumente vortrage, die erst und nur für die Veranlagung des
Beteiligungsinhabers von Belang seien. Unterlasse er eine Bestreitung
oder beschränke er sich auf pauschale Ausführungen, dürfe die
Veranlagungsbehörde annehmen, die auf Gesellschaftsebene
rechtskräftig veranlagte Aufrechnung sei dem Beteiligungsinhaber
gegenüber ebenso berechtigt.
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Vorliegend habe der Beschwerdeführer in der Einsprache keine
Beweismittel genannt. Innert der 10-tägigen Frist gemäss Art. 137 Abs. 3
StG/GR sei der Mangel nicht behoben worden. Daher sei die
Untersuchungspflicht der Steuerbehörde erloschen. Die Einsprache sei
sodann aufgrund der Aktenlage zu entscheiden gewesen, was auch erfolgt
sei.
Der Beschwerdeführer mache zunächst geltend, dass er die Aufforderung,
die formellen Mängel zu beheben, nicht erhalten habe. Die KSTV GR
erklärt dazu, der Versand sei per A-Post-Plus erfolgt. Der Track&Trace-
Auszug bilde zwar lediglich ein Indiz, dass die Sendung in den Briefkasten
oder in das Postfach des Adressaten gelegt worden sei. Gemäss
Bundesgericht sei jedoch eine fehlerhafte Postzustellung nicht zu
vermuten. Eine solche sei bloss anzunehmen, wenn sie aufgrund der
Umstände plausibel erscheine.
Der Beschwerdeführer sei alleiniger Inhaber und Gesellschafter der
B._ GmbH. Die Veranlagung der Gesellschaft sei mit den
Aufrechnungen in Rechtskraft erwachsen, was der Beschwerdeführer
selbst bestätige. Die im Kanton Appenzell-Ausserrhoden nach Ermessen
aufgerechneten Positionen seien trotz zahlreicher Aufforderungen und
Fristerstreckungen nicht nachgewiesen worden. Was auf Stufe
Gesellschaft als verdeckte Gewinnausschüttung behandelt werde, stelle
bei den Beteiligungsinhabern grundsätzlich einen geldwerten Vorteil dar.
Innert der gewährten Frist zur Ergänzung/Verbesserung der Einsprache
habe der Beschwerdeführer nichts eingereicht. Auch in der Beschwerde
vom 1. Mai 2019 habe er die geldwerten Leistungen nicht im Detail
bestritten, insbesondere keine entsprechenden Nachweise erbracht bzw.
Belege eingereicht. Für die Aufrechnung sei dem Beschwerdeführer
schliesslich als alleiniger Inhaber der B._ GmbH der
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Teilbesteuerungsabzug von 40% (bzw. die Besteuerung nur zu 60%) zu
gewähren.
Was die Vermögenssteuern anbelange, sei die Bestimmung des
Vermögenssteuerwerts – weil es sich um Wertpapiere handle, die an
keiner Börse gehandelt würden – nach dem Kreisschreiben Nr. 28 vom
28. August 2008 der Schweizerischen Steuerkonferenz (SSK) erfolgt.
Nach Eingang der Einsprache in Graubünden sei der
Vermögenssteuerwert vom damaligen Sitzkanton Appenzell-
Ausserrhoden für das 2014 statt auf CHF 1'690'000.00 wie im Vorjahr und
wie in der angefochtenen Veranlagung neu auf CHF 1'546'000.00
festgelegt worden.
11. Der Beschwerdeführer hat mit Eingabe vom 1. Juli 2019 repliziert
(act. A.3) und seine Anträge bestätigt. Ihm zufolge hätte die KSTV GR
weder seine Ausführungen in der Beschwerde und die dem Gericht
eingereichten Unterlagen wie Bilanz, Erfolgsrechnung, Kontoblätter sowie
Buchungsbelege erwähnt, noch etwas dazu ausgeführt. Sie
berücksichtige die lückenlos eingereichten Unterlagen nicht. Bei der
Besteuerung von ihm als Privatperson seien diese Unterlagen jedoch
vollumfänglich miteinzubeziehen für eine sachgerechte Prüfung und
Besteuerung.
12. Mit Duplik vom 5. Juli 2019 (act. A.4) hält auch die KSTV GR an ihren
Anträgen fest und wiederholt den Grundsatz, dass bei geldwerten
Leistungen zugunsten des Beteiligungsinhabers die Rechtsprechung
fordere, dass die einzelnen Positionen detailliert bestritten werden
müssen. Der Beschwerdeführer habe jedoch in der Beschwerde vom
1. Mai 2019 die geldwerten Leistungen nicht im Detail bestritten und
insbesondere keine entsprechenden Nachweise erbracht bzw. Belege
eingereicht.
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13. Auf die Ausführungen in den angefochtenen Entscheiden sowie auf die
Begründungen in den Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, in
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Considerations:
II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren bilden die zwei
Einspracheentscheide vom 5. April 2019 betreffend die direkte
Bundessteuer 2014 einerseits und die Kantons- und die Gemeindesteuern
(sowie die Kirchensteuer) 2014 andererseits.
Die Veranlagung wie auch die Anfechtung der Veranlagung der direkten
Bundessteuer erfolgt gemäss Gesetz zusammen mit den Kantons-,
Gemeinde- und Kirchensteuern (Art. 166 Abs. 2 des Steuergesetzes für
den Kanton Graubünden vom 8. Juni 1986 [BR 720.000, nachfolgend mit
StG/GR abgekürzt] und Art. 4 Abs. 3 des Gesetzes über die Gemeinde-
und Kirchensteuern vom 31. August 2006 [GKStG; BR 720.200] und
Art. 24 Abs. 4 GKStG). Anders als noch vor der KSTV GR, die
korrekterweise zwei separate Einspracheentscheide erlassen hat, kann
vorliegend über alle den Beschwerdeführer betreffenden Steuerarten
(direkte Bundessteuer, Einkommens- und Vermögenssteuer des Kantons
und der Gemeinde und Kirchensteuer) gemeinsam befunden werden. Die
Beschwerde gegen die beiden Einspracheentscheide ist dabei in einem
einzigen gerichtlichen Beschwerdeverfahren zu behandeln, das mit dem
vorliegenden Urteil seinen Abschluss findet.
2. Gemäss Art. 139 Abs. 1 StG/GR sowie Art. 140 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990
(DBG; SR 642.11) und Art. 49 Abs. 1 lit. b des
Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 31. August 2006 (VRG;
BR 370.100) kann die steuerpflichtige Person gegen
Einspracheentscheide innert 30 Tagen nach Zustellung des Entscheids
beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (als zuständige
Steuerrekurskommission nach Art. 104 Abs. 3 DBG in Verbindung mit
Art. 166 Abs. 3 StG/GR) schriftlich Beschwerde erheben.
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Die Beschwerde vom 1. Mai 2019 ist frist- und formgerecht erfolgt. Der
Beschwerdeführer ist von den beiden angefochtenen
Einspracheentscheiden berührt und daher zur Beschwerde legitimiert. Auf
die Beschwerde ist somit einzutreten.
3. Zu beurteilen ist einerseits, ob die Aufrechnung korrekt vorgenommen
wurde, sprich ob die KSTV GR zu Recht von geldwerten Leistungen von
insgesamt CHF 342'140.00 ausgehen durfte, die sie als zu 60% steuerbar
ansah, und deshalb in der Folge an der Nettoeinkommensbesteuerung
von CHF 205'284.00 festhielt.
Andererseits ist zu entscheiden, ob die KSTV GR zu Recht von einem
Vermögenssteuerwert für die beiden Stammanteile an der B._ GmbH
von CHF 1'546'000.00 (auf den nächsten Tausender abgerundet) ausging
(Verkehrswert bzw. innerer Wert) oder ob, wie vom Beschwerdeführer
beantragt, auf einen Wert von CHF 20'000.00 (Nominalwert) hätte
abgestellt werden müssen.
4. Vorab ist noch die Behauptung des Beschwerdeführers zu beurteilen, er
habe nach seiner Einsprache keinerlei Rückfragen bekommen. Damit
bestreitet er indirekt das Schreiben der KSTV GR vom 22. Februar 2019
(act. C.6) mit Nachfristansetzung zur Ergänzung seiner Einsprache
erhalten zu haben und könnte so allenfalls sinngemäss eine Verletzung
des rechtlichen Gehörs geltend gemacht haben. Seine Behauptung findet
jedoch keine Stütze in den Akten. Vielmehr ist Gegenteiliges aktenkundig.
Wie die KSTV GR zu Recht erklärt, hat sie das Schreiben per A-Post-Plus
verschickt und kann deshalb einen Track&Trace-Auszug der Post CH AG
vorlegen, der eine Zustellung am 23. Februar 2019 dokumentiert. Zwar
beweist dieser Track&Trace-Auszug nicht direkt, dass die Sendung
tatsächlich in den Empfangsbereich des Beschwerdeführers gelangt ist,
sondern bloss, dass durch die Post CH AG ein entsprechender Eintrag in
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ihrem Erfassungssystem gemacht wurde. Im Sinne eines Indizes lässt sich
indes aus diesem Eintrag darauf schliessen, dass die Sendung in den
Briefkasten oder in das Postfach des Adressaten gelegt wurde. Eine
fehlerhafte Postzustellung ist nicht zu vermuten, sondern nur
anzunehmen, wenn sie aufgrund der Umstände plausibel erscheint (Urteil
des Bundesgerichts 2C_16/2019 vom 10. Januar 2019 E. 3.2.2 mit
Verweis auf BGE 142 III 599). Vorliegend sind keine Anhaltspunkte
gegeben, die eine fehlerhafte Zustellung nahelegen. Der
Beschwerdeführer bringt selbst keine vor. Die Zustellung gilt für dieses
Gericht als erwiesen. Fakt ist jedenfalls auch, dass der Beschwerdeführer
auf das Schreiben vom 22. Februar 2019 nicht reagiert hat. Die KSTV GR
ist also aus diesem Blickwinkel durchaus korrekt vorgegangen, indem sie
am 5. April 2019 die beiden Einspracheentscheide erliess.
5. Die KSTV GR zeigte in ihren Einspracheentscheiden (act. C.7 und C.8)
und in ihrer Stellungnahme (act. A.2) korrekt auf, dass nach Art. 20 Abs. 1
lit. c DBG sowie Art. 21 Abs. 1 lit. b StG/GR unter anderem geldwerte
Vorteile aus Beteiligungen aller Art Erträge aus beweglichem Vermögen
darstellen, die der Einkommenssteuer unterliegen. Diese waren nach
Art. 20 Abs. 1bis DBG sowie Art. 21a StG/GR in der im Steuerjahr 2014
und bis am 31. Dezember 2019 geltenden Fassung im Umfang von 60%
steuerbar, wenn diese Beteiligungsrechte mindestens 10% des Grund-
oder Stammkapitals einer Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft
darstellten. Der Tatbestand der geldwerten Leistung charakterisiert sich
dadurch, dass (1.) die leistende Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft
für ihre Leistung keine oder keine gleichwertige Gegenleistung erhält, (2.)
der Beteiligungsinhaber der Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft
direkt oder indirekt (z.B. über eine ihm nahestehende Person oder
Unternehmung) einen Vorteil erlangt, (3.) die Kapitalgesellschaft oder
Genossenschaft diesen Vorteil einer nicht nahestehenden, also
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fernstehenden Person unter gleichen Bedingungen nicht zugestanden
hätte, weshalb die Leistung insofern ungewöhnlich ist (Kriterium des
Drittvergleichs), und (4.) der Charakter dieser Leistung für die Organe der
Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft erkennbar war (BGE 144 II 427
E. 6.1 mit Hinweisen). Falls der als geldwerte Leistung qualifizierende
Handelsvorgang weder bei der Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft
noch beim Beteiligungsinhaber besteuert worden ist, führt dies beidseitig
zur Aufrechnung: bei der leistenden Gesellschaft als verdeckte
Gewinnausschüttung (Art. 58 Abs. 1 lit. b und c DBG sowie Art. 79 Abs. 1
lit. b und c StG/GR) und beim empfangenden Beteiligungsinhaber als
geldwerte Leistung, soweit es um eine natürliche Person geht (Art. 20
Abs. 1 lit. c DBG sowie Art. 21 Abs. 1 lit. b StG/GR). In Anwendung der
wirtschaftlichen Betrachtungsweise, die hier greift, ist der Sachverhalt
nicht nur nach seiner zivilrechtlichen Ausgestaltung, sondern auch
entsprechend seinem tatsächlichen, insbesondere ökonomischen Gehalt
zu würdigen. Ob die geldwerte Leistung aufgrund der Nichtverbuchung
von Ertrag oder der Verbuchung von Nichtaufwand eintritt, ist ohne Belang
(zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 2C_16/2015 vom 6. August 2015
E. 2.3.3).
6. Wie die KSTV GR weiter völlig korrekt darlegt, gilt im Steuerrecht
hinsichtlich Beweislastverteilung grundsätzlich, dass steuerbegründende
und steuererhöhende Tatsachen durch die Steuerverwaltung (behördliche
Untersuchungspflicht nach Art. 123 Abs. 1 DBG und Art. 130 Abs. 1 DBG
sowie Art. 130a StG/GR), steuermindernde und steuerausschliessende
Tatsachen durch die steuerpflichtige Person nachzuweisen sind (siehe
BGE 142 II 488 E. 3.8.2). Die steuerpflichtige Person hat dabei eine
gewichtige Mitwirkungspflicht (Art. 123 Abs. 1 DBG und Art. 124 ff. DBG
sowie Art. 127 StG/GR). Sie muss alles tun, um eine vollständige und
richtige Veranlagung zu ermöglichen (Art. 126 Abs. 1 DBG); insbesondere
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hat sie die Steuererklärung wahrheitsgemäss und vollständig auszufüllen
(Art. 124 Abs. 2 DBG und Art. 127 Abs. 2 StG/GR). Das Gesetz gibt
sogleich das Vorgehen bei Vorliegen einer der verschiedenen
Verletzungen der Mitwirkungspflichten vor. So sehen bspw. Art. 130
Abs. 2 DBG und Art. 131 StG/GR vor, dass wenn die steuerpflichtige
Person trotz Mahnung ihre Verfahrenspflichten gemäss Art. 124 ff. DBG
nicht erfüllt oder wenn die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger
Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden können, die
Veranlagungsbehörde die Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen
vornimmt und dass sie dabei Erfahrungszahlen, Vermögensentwicklung
und Lebensaufwand der steuerpflichtigen Person berücksichtigen kann.
Genau das ist vorliegend denn auch geschehen. Die B._ GmbH hat
im damaligen Sitzkanton Appenzell-Ausserrhoden nicht alle Unterlagen zu
den geldwerten Leistungen eingereicht, weshalb die Steuerverwaltung des
Kantons Appenzell-Ausserrhoden eine Veranlagung auf Teilermessen
vornahm. Wie der Beschwerdeführer selbst einräumt, hat die Gesellschaft
die Einsprachefrist verpasst, womit die Veranlagung rechtskräftig
geworden ist. Auf Seiten der Gesellschaft sind die Verhältnisse und
insbesondere die aufzurechnenden Beträge wegen geldwerten
Leistungen also definitiv und verbindlich festgestellt worden.
7. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist es nun in der Tat so, wie die
KSTV GR weiter ausgeführt hat, dass wenn auf Ebene der
Kapitalgesellschaft – wie hier die B._ GmbH – eine geldwerte
Leistung an den Anteilsinhaber (oder diesen nahestehenden Dritten) – wie
hier den Beschwerdeführer – aufgerechnet wird, dies ein gewichtiges Indiz
setzt, das bei der Veranlagung des Beteiligungsinhabers (und
gegebenenfalls der nahestehenden Drittperson) zu berücksichtigen ist.
Dabei besteht zwar freilich kein eigentlicher Aufrechnungsautomatismus.
Vielmehr greift die Normentheorie auch im zweidimensionalen Verhältnis.
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Auch hier sind so aber steuermindernde und steuerausschliessende
Tatsachen durch die steuerpflichtige Person nachzuweisen. In
Abweichung von den üblichen Regeln über die Beweislast hat ein
Anteilsinhaber, der gleichzeitig Organ der Gesellschaft ist, Bestand und
Höhe der von der Veranlagungsbehörde behaupteten geldwerten
Leistungen detailliert zu bestreiten. Unterlässt er dies oder beschränkt er
sich auf pauschale Ausführungen, darf die Veranlagungsbehörde
annehmen, die auf Gesellschaftsebene rechtskräftig veranlagte
Aufrechnung sei dem Anteilsinhaber gegenüber ebenso berechtigt (Urteile
des Bundesgerichts 2C_32/2018 und 2C_35/2018 vom 11. November
2019 E. 3.2.3 sowie 2C_489/2018 und 2C_490/2018 vom 13. Juli 2018
E. 2.2.5 mit Verweis auf 2C_16/2015 vom 6. August 2015 E. 2.5.8).
7.1. Diese Rechtsprechung ist auf den hier zu beurteilenden Fall anzuwenden.
Der Beschwerdeführer war zum massgeblichen Zeitpunkt (Steuerjahr
2014) unbestrittenermassen alleiniger Gesellschafter, Inhaber,
Geschäftsführer und somit auch Organ der B._ GmbH. Die
Steuerverwaltung des Kantons Appenzell-Ausserrhoden hat in ihrer
Veranlagung der B._ GmbH die Aufrechnungen in einzelne
Positionen aufgeschlüsselt, wobei mehrere davon mangels Belege nach
Ermessen festgelegt werden mussten. Der Veranlagung ging ein
ausgiebiger Schriftenwechsel voraus, der auf Wunsch der Gesellschaft ein
persönliches Gespräch mit dem Beschwerdeführer umfasste, insgesamt
über ein Jahr dauerte und der Gesellschaft mehrfach die Möglichkeit bot,
eigene Angaben zu machen oder die Beträge zu kritisieren (vgl. act. C.2.1
bis C.2.18). Das hat die Gesellschaft nicht getan. Insbesondere hat sie
keine Beweismittel zu den hier als geldwerte Leistungen bestrittenen
verdeckten Gewinnausschüttungen eingereicht. Die Veranlagung ist
zudem rechtskräftig geworden, ohne dass die Gesellschaft sie
angefochten hätte (act. C.2.19). Die einzelnen aufgerechneten Positionen
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sowie deren Summe ergibt sich aus der Veranlagung nach Teilermessen
(act. C.2):
Provisionsaufwand (nach Ermessen) CHF 242'346.00
Verzinsung Aktivdarlehen Gesellschafter CHF 2'618.00
Mietaufwand Wohnung G._ (nach Ermessen) CHF 14'950.00
Nebenkosten Wohnung H._ (nach Ermessen) CHF 727.00
Fahrzeugaufwand CHF 12'538.00
Privatanteil Fahrzeug CHF 2'232.00
Haushaltsversicherung CHF 244.00
Kauf Fahrrad Trek (nach Ermessen) CHF 4'542.00
Spesen Kundenbetreuung (nach Ermessen) CHF 50'798.00
Personalkleider (nach Ermessen) CHF 11'145.00
Total CHF 342'140.00
7.2. Der Beschwerdeführer als Beteiligungsinhaber hat sich damit nicht im
Geringsten auseinandergesetzt. Er beschränkte sich vor der KSTV GR
(wie auch vor diesem Gericht) vielmehr darauf, pauschale Behauptungen
zur geschäftsmässigen Begründetheit der Aufwendungen aufzustellen
und auf die Erfolgsrechnung und die Bilanz zu verweisen, ohne auch nur
ansatzweise die einzelnen Positionen und den Kontext der
vorgenommenen Aufrechnungen zu erklären. Dass nach seiner
Auffassung das Geschäftsmodell seiner B._ GmbH nicht verstanden
wurde, spielt dabei keine Rolle, auch wenn dem so wäre. Im
Einspracheverfahren vor der KSTV GR hat er jedenfalls keine
Beweismittel für seine Behauptungen eingereicht, woraufhin er eben
gerade aufgefordert wurde, diese nachzureichen. Zwar gibt er an, er habe
nicht gewusst, um welche Positionen es sich handle und welche Belege
benötigt würden. Doch wäre es für ihn als Alleininhaber und
Geschäftsführer der B._ GmbH problemlos möglich gewesen, in der
dortigen Veranlagung bzw. im entsprechenden Schriftenwechsel – den ja
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eben gerade er mit der Steuerbehörde geführt hat – nachzusehen und die
oben detailliert aufgelisteten Punkte einzeln durchzugehen. Letztlich ist es
also nicht von Belang, ob er tatsächlich keine Kenntnis vom Schreiben mit
Nachfristansetzung erhalten hat oder nicht. Die Möglichkeit, sich zu
äussern, hat er im ihn als natürliche Person betreffenden
Veranlagungsverfahren wie auch im Einspracheverfahren erhalten und
ungenutzt gelassen.
7.3. Der Beschwerdeführer bleibt aber auch im vorliegenden gerichtlichen
Beschwerdeverfahren im Zusammenhang mit den ihm aufgerechneten
geldwerten Leistungen der B._ GmbH substanziierte Belege
schuldig, welche seine Behauptungen und Erklärungen, weshalb im hier
entscheidenden Steuerjahr 2014 entgegen der Ansicht der KSTV GR von
keiner geldwerten Leistung ausgegangen werden könne, belegen würden.
Auch hier beschränkt er sich auf pauschale Behauptungen und reicht dem
Gericht dann noch eine Sammlung an Belegen ein, ohne – wie von der
Rechtsprechung gefordert – detailliert anzugeben, weshalb welcher Beleg
den Charakter einer geldwerten Leistung widerlege. Der
Beschwerdeführer hat mithin eben gerade nicht alles Erforderliche und
ihm Zumutbare unternommen. Er ist seinen Mitwirkungspflichten nicht
nachgekommen. Die KSTV GR hat daher zu Recht die von der
Steuerverwaltung des Kantons Appenzell-Ausserrhoden vorgenommenen
Aufrechnungen in Höhe von CHF 342'140.00 bei der Steuerveranlagung
als geldwerte Leistungen beim Einkommen berücksichtigt und dem
Beschwerdeführer – als alleinigen Inhaber der GmbH – darauf den
Teilbesteuerungsabzug gewährt (die Besteuerung ist zu den damals
geltenden 60% [heute 70%] erfolgt).
7.4. Schliesslich hat der Beschwerdeführer auch den Vermögensertrag von
CHF 13.00 nicht substanziiert bestritten. Auch dieser Betrag, der
vermutlich aus Zinsen aus privaten Wertschriften und Guthaben besteht,
- 19 -
ist nicht zu beanstanden. Es ist auch zu bezweifeln, dass er aufgrund
seiner bescheidenen Höhe überhaupt einen Einfluss auf die
Steuerfaktoren haben könnte. Die Frage kann hier aber wegen fehlender
Begründetheit der Rüge durch den Beschwerdeführer offengelassen
werden.
7.5. Das Vorgehen und im Resultat auch die Veranlagungen sowie die
Einspracheentscheide der KSTV GR erweisen sich also hinsichtlich der
Einkommensbesteuerung auf allen Stufen (Bund, Kanton und Gemeinde)
als vollkommen korrekt.
8. Was die Vermögenssteuer und konkret die Festlegung des
Vermögenswerts der Anteile an der B._ GmbH betrifft, könnte auch
diesbezüglich auf die zutreffenden Ausführungen der KSTV GR verwiesen
werden. Wie diese richtigerweise erörtert hat, erfolgt die Bewertung in- und
ausländischer Wertpapiere, die an keiner Börse gehandelt werden,
typischerweise nach dem Kreisschreiben Nr. 28 vom 28. August 2008 der
Schweizerischen Steuerkonferenz ("Wegleitung zur Bewertung von
Wertpapieren ohne Kurswert für die Vermögenssteuer"), welche im
Internet unter
<https://www.steuerkonferenz.ch/downloads/Dokumente/Kreisschreiben/
KS_28_Finalversion_20201027_DE.pdf> konsultiert werden kann. Das
Kreisschreiben dient der Steuerharmonisierung zwischen den Kantonen.
Laut Rz 1 dieser Wegleitung ist für die Vermögenssteuer der
Steuerperiode (n) grundsätzlich der Verkehrswert des Wertpapiers per
31. Dezember (n) massgebend. Um das Veranlagungsverfahren nicht zu
verzögern, kann auf den Verkehrswert für die Steuerperiode (n-1), d.h. auf
den Vorjahressteuerwert abgestellt werden, sofern die Gesellschaft im
Geschäftsjahr (n) keine wesentlichen Veränderungen erfahren hat (Rz 4
der Wegleitung). Zuständig für die Berechnung des Verkehrswerts von
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nichtkotierten Wertpapieren ist der Sitzkanton der zu bewertenden
Gesellschaft (Rz 3 der Wegleitung).
8.1. Die Anteile an der B._ GmbH werden unbestrittenermassen nicht an
der Börse gehandelt und es sind auch keine ausserbörslichen
Kursnotierungen bekannt. Deshalb ist gemäss Art. 59 Abs. 2 StG/GR der
innere Wert massgebend, welcher vom Sitzkanton nach den
Bewertungsregeln der Wegleitung (vgl. Rz 2 Abs. 4 der Wegleitung)
ermittelt wurde (vgl. hier act. C.9). Da es sich beim fraglichen
Unternehmen um eine Betriebsgesellschaft handelt, ergibt sich der
Unternehmenswert aus der zweimaligen Gewichtung des Ertragswertes
und der einmaligen Gewichtung des Substanzwertes (Rz 34 ff. in
Verbindung mit Rz 49 der Wegleitung). Dabei wurden hier gemäss
Aussagen der KSTV GR die Ertragswerte jeweils nach dem Modell 2 von
Rz 7 und 8 der Wegleitung ermittelt.
8.2. Die KSTV GR ist weiter der bündnerischen Steuerpraxis entsprechend
vom Wert des vorangegangenen Steuerjahres ausgegangen. Dieser per
31. Dezember 2013 ermittelte Vorjahressteuerwert (n-1, wobei n=2014)
betrug CHF 1'690'000.00 und wurde im Sinne von Rz 3 der Wegleitung für
die Steuerveranlagung 2014 unverändert übernommen. Die
Steuerverwaltung des damaligen Sitzkantons Appenzell-Ausserrhoden
hat jedoch ihre Bewertung vom 19. Mai 2015 durch ein Rektifikat vom
20. Juni 2017 ersetzt, welches sie später im Rahmen der Mitteilungen
betreffend die Steuerdaten des Beschwerdeführers auch der KSTV GR
mitteilte (act. C.9). Demnach betrug der gewichtete Unternehmenswert
CHF 1'546'290.56. Entsprechend hat die KSTV GR den
Vermögenssteuerwert im Einspracheentscheid zugunsten des
Beschwerdeführers auf (abgerundet) CHF 1'546'000.00 angepasst.
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8.3. Das Vorgehen der KSTV GR ist gesetzeskonform und entspricht der
Praxis. Für das Gericht besteht kein Grund zum Eingreifen. Insbesondere
ist der Nominalwert der B._ GmbH gemäss Handelsregister (hier
bestehend aus 2 Stammanteilen à CHF 10'000.00) entgegen der
Annahme des Beschwerdeführers nicht entscheidend. Der
Beschwerdeführer bringt denn auch keine Gründe vor, weshalb die
Berechnung des Verkehrswerts nicht korrekt sein sollte. Er merkt lediglich
an, dass er sein Unternehmen verkaufen würde, hätte es diesen Wert.
Dies stellt jedoch kein steuerrechtliches Bemessungskriterium dar. Die
Beschwerde erweist sich somit auch im Hinblick auf die Vermögenssteuer
als unbegründet und ist damit vollumfänglich abzuweisen.
9. Bei diesem Ausgang trägt der Beschwerdeführer die Prozesskosten
(Art. 73 Abs. 1 VRG), bestehend aus Gerichtskosten und
Parteientschädigungen. Die Gerichtskosten wiederum bestehen aus der
Staatsgebühr, die in Berücksichtigung aller Bemessungskriterien auf
CHF 3'000.00 festgelegt wird, den Gebühren für Ausfertigungen und
Mitteilungen des Entscheids, die in der Verordnung geregelt sind, und den
Barauslagen, wobei es vorliegend keine gab. Die Parteientschädigung ist
grundsätzlich gestützt auf Art. 78 Abs. 1 VRG ebenfalls von der
unterliegenden Partei zu tragen. Allerdings wird dem Bund, dem Kanton
und den Gemeinden sowie den mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben
betrauten Organisationen gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel keine
Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegen. Vorliegend ist keine Ausnahmekonstellation zu
dieser Bestimmung gegeben, weshalb der KSTV GR keine
Parteientschädigung zugesprochen wird.
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