Decision ID: 6c9ae6fc-8357-42ba-8842-7b84cd2341f9
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968,
absolvierte in Sri Lanka eine zweijährige Lehre als Elektriker und arbeitete nach seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 1998
– soweit
er einer
Erwerbstätigkeit
nachging – vornehmlich als Küchenhilfe (
vgl.
Urk. 7/
3 S.
2 und
5, Urk. 7/8, Urk. 7/11-12, Urk. 7/23
). Er
meldete sich am 5. Februar 2009 unter Hinweis auf Rücken
- und Kopf
schmerzen
sowie
Band
scheibe
n- und
Knieprobleme bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfügung vom 21. November 2011 (Urk. 7/60) bei einem Inva
liditätsgrad von 100 % eine ganze Rente
mit Wirkung
ab 1. September 2009 zu.
Das hiesige Gericht wies mit Urteil vom 27. Mai 2015 im Verfahren BV.2013.00074 eine vom Versicherten gegen die
GastroSocial
Pensionskasse und die Stiftung Auffangeinrichtung BVG erhobene Klage betreffend eine Erwerbs
unfähigkeitsrente ab.
Es
begründete die Abweisung mit dem
Unterbruch des
not
wendigen
engen
zeitlichen Konnex
es zwischen einer allfälligen während de
n
Vorsorgeverhältnis
se
n
aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit und
einer allfällig
später eingetretenen Invalidität im
Sinne des
Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (
BVG
)
.
Die Frage, ob beim
Versicherten
tatsächlich ein Gesundheitsschaden vorlag, liess es offen.
1.2
Nach Eingang eines am 8. Juli 2015 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 7/84) holte die IV-Stelle unter anderem
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 30. Septem
ber 2016 (Urk. 7/114/2-46) erstattet wurde. Nach durchgeführtem
Vorbescheid
ve
rfahren
(Urk. 7/117, Urk. 7/120,
Urk. 7/
129
) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 27. Juli 2017 (Urk. 7/133
)
die bisher ausgerichtete Rente
bei einem
Invaliditätsgrad
von 28 % auf.
2.
Hiergegen
erhob
der Versicherte
am
2
.
August
2017 (Urk. 1) Beschwerde
und be
antragte, diese sei aufzuheben und
es seien
ihm die gesetzlich geschuldete Leis
tung zuzusprechen; eventualiter seien ergänzende medizinische Abklärungen an
zuordnen (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 8. September 2017 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerde
führer am 6.
Oktober 2017 (Urk. 8) zur Kenntnis gebracht
wurd
e
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
)
. Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung [
IVG
]
)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des
Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Ver
fügung vom 27. Juli 2017 (Urk. 7/133
) damit,
der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich ein
deutig verbessert
(S. 2)
. Es
bestehe
seit
Januar 2011
eine
80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten T
ätigkeit (S. 1
).
Unter Verwendung der Tabelle der Lohn
strukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik für männliche Hilfsarbeiten
und
unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 10 %
resultiere
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 28 %
(S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich in seiner Beschwerde vom
2. August 2017 (Urk.
1)
hingegen
auf den Standpunkt,
sein Gesundheitszustand habe sich nicht verbessert
(
S. 7 Ziff. 3.1)
.
Auf
die
Berichte der behandelnden Ärzte könne abge
stellt werden (Ziff. 3.2). Hingegen könne auf das
Z._
-Gutachten
– aus näher dargelegten Gründen -
nicht abgestellt werden.
Im Weiteren sei aufgrund seines Alters von 48 Jahren, des langjährigen und komplexen Krankheitsbildes, des nicht vorhersehbaren Krankheitsverlaufes sowie der erheblichen körperlichen Einschränkungen ein leidensbedingter Abzug von 25 % angemessen (S. 8 Ziff. 4).
2.3
Strittig und zu prüfen ist,
ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in einer sich auf die Invalidenrente auswirkenden Weise verbessert hat und falls ja, ob er immer noch Anspruch auf eine Invalidenrente hat
.
Vergleichszeitpunkt bildet die
rentenzusprechende
Ver
fügung vom 21. November 2011 (Urk.
7/
60
)
.
3.
3.1
Die Verfügung vom 21. November 2011 (Urk. 7/60)
beruhte
im Wesentlichen auf nachstehenden medizinischen
Unterlagen
:
3.2
Dr. med.
A._
und Dr. med.
B._
von der
C._
stellte
n
in
ihrem
Bericht vom
29
.
Oktober
200
9
(Urk.
7
/
26
/
2
-
5
) folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1)
:
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit intermittierender Ausstrahlung in beide Beine rechtsbetont ohne s
ensomotorische Ausfälle mit/bei
-
Dekompression L3/L4 von links (
C._
9. Dezember 2003) bei
mäs
siggrosser
Diskushernie paramedian L3/L4 lin
k
s (MRI August 2003) und bei linkskonvexer Skoliose
-
ANA und Anti-
ds
-
DNS
negativ (Oktober 2009)
-
a
ktuell
:
intermittierenden
lumbospond
ylogenen
Schmerzexazerbatio
nen
mit/bei
breitbasiger
Bandscheibenprotru
sionen
Th12-L5, Dis
kushernie L3/4 und Kompression von L4 links
sowie einer
Einengung des Spinalkanals auf der Höhe der Lendenwirbelkörper (
LWK
) 1-4 mit
punctum
maximum
L2/3 (
MRI
12. Oktober 2009)
Daneben nannten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 1):
-
Linksseitige Knieschmerzen mit
-
m
ukoider
Degeneration des vorderen Kreuzbandes und Grad-2-Dege
neration des Innenminiskus-
Hinterhorns
(
MRI
12. Oktober 2009)
-
Unspezifische Schulterschmerzen links
-
d
ifferentialdiagnostisch:
zervik
obrachiales
Schmerzsyndrom links
Dr.
A._
und Dr.
B._
hielten eine Reintegration in eine leichte bis gelegent
lich mittelschwere Arbeiten für möglich und attestierten dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis
zum 5. November 2009
mit danach zu er
folgender schrittweise
r
Reintegration in den Arbeitsprozess
(S
. 3
Ziff.
ad
1.8-9).
Nachdem
das
MRI vom 19. Februar 2010 eine mediane Diskushernie
L2/3 mit massiver Spinalkanalstenose zur Darstellung gebracht hatte (Urk. 7/39/2-3 S. 2 oben), wurde der Beschwerdeführer am 22. April 2010 in der
C._
am Rücken operiert (Dekompression L2/3 beidseits und
Sequestrektomie
von links). Die Ärzte
attestierten ihm im
provisorischen
Austrit
t
sbericht eine Ar
beitsunfähigkeit bis zum 4. Juni 2010 (Urk. 7/39/7-8
S. 2 unten
).
3.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, Re
gionaler Ärztlicher Dienst (RAD), kam
in seiner Stellungnahme vom 23. August 2010 (Urk. 7/57 S. 2)
gestützt auf seine Untersu
chung vom 21.
Juni 2010 zum Schluss (Urk.
7
/
40
), der
Beschwerdeführer
sei in der bisherigen Tätigkeit als Hilfs
koch ab 2003 auf Dauer nicht mehr arbeitsfähig gewesen. In einer angepassten Tätigkeit habe ab 20
05 eine Arbeitsfähigkeit von 100 % vor
gelegen. Ab Septem
ber 2009 sei aufgru
nd des neuerlichen Bandscheiben
vorfalles gar keine berufliche Tätigkeit mehr
möglich gewesen. Da der Gesundheits
zustand besserungsfähig sei, sollte in angepasster Tätigkeit ab September 2010 wieder eine Arbeitsfähigkeit von 100
% erreicht werden.
3.4
Gestützt auf eine
Magnetresonanztomographie
(MRT) der Lendenwirbelsäule (LWS) vom 16. November 2010 berichtete Dr. med.
E._
, Facharzt für Radio
logie FMH, vergleichend zur Voruntersuchung vom 16. Oktober 2007 bestünde auf mehreren Höhen der LWS eine deutliche Befundverschlechterung. Neu seien deutliche
kyphotische
Fehlformen von TH12-L3 bei teilweise neu aufgetretenen
Chondrosen
festzustellen
(Urk. 7/43).
3.5
Laut Bericht
en
von Dr. med.
F._
, Facharzt für
Allgemeine
Innere Medizin FMH,
vom 21.
Dezember 2010 und 3.
Februar 2011 (Urk.
7
/
50, Urk. 7/53/5
) wurde nach einer erneuten Zunahme der Schmerzsituation
mit
radikulärer
Aus
strahlung eine konservativ zu behandelnde
Rezidivhernie
L3/4 links festgestellt. Er ging davon aus, dass eine zumindest teilweise Arbeitsfähi
g
keit bestehe, wobei er im ambulanten Rahme
n keine genauere Beurteilung ab
geben könne und eine Arbeitsabklärung im
G._
empfehle. Bis
d
ahin
sei der
Be
schwerdeführer
nicht arbeitsfähig.
Im Bericht vom 3. Februar 2011 stellte er eine leichte Besserung
der Situation
fest und wies darauf hin, dass er bis Ende Februar 2011 eine Arbeitsunfähigkeit attestiert habe. Das
W
eitere
werde
die Klinik zeigen.
3.6
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
ging der RAD-Arzt Dr.
D._
am 19. Apri
l 2011 davon aus (Urk.
7
/
57 S. 5
unten
), dass in
der bisherigen Tätigkeit als Hilfs
koch seit 2003 auf Dauer eine 0%ige Arbeitsfähigkeit und in angepasster Tätigkeit seit 2005 eine Arbeitsfähigkeit von 100 % bestanden habe sowie aufgrund des neuerlichen Bandscheibenvorfalles seit September 2009 eine Arbeitsfähigkeit von 0 % für alle Tätigkeiten
bestehe.
4.
4.1
Im
Bericht
vom 18. August 2015 (Urk. 7/86)
führte
Dr.
F._
gestützt auf ein MRI der LWS vom 10. Juli 2015 (Urk. 7/87)
aus,
der Zustand könne als knapp stabil bezeichnet werden. Eine Belastungssteigerung im Sinne einer Aufnahme der Arbeitsfähigkeit
erscheine jedoch nicht möglich.
Am
11. Februar 2016 (Urk. 7/90/6-7)
ergänzte er
, von Seiten der Rückenproble
matik, wie auch von Seiten der Kniegelenke zeige sich eine anhaltende knapp stabile belastungsunabhängige Schmerzsituation. Selbst wiederholte therapeuti
sche Versuche sowie
Chiropraktor
-Behandlungen hätten keine wesentliche Ver
besserung gebracht. Die Arbeitsfähigkeit habe sich nicht verändert (S. 2).
4.2
In ihrem Sprechstundenbericht vom 2. Mai 2016 (Urk. 7/104/1-2) führten PD Dr. med.
H._
und Dr. med.
I._
von der
C._
aus,
bei
exazerbierter
Lumboischialgie
ohne motorische Aus
fälle und nur diskreter Sensibilitätsminderung erfolge primär eine konservative Therapie mit konsequenter ausgebauter Analgesie (S. 2).
4.3
Dr. med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie
,
Dr. med.
K._
, Facharzt für Innere Medizin, Dr. med.
L._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie,
und Dr. med.
M._
, Facharzt für
Neurologie
,
vom
Z._
nannten in ihrem
Gutachten
vom
30. September 2016
(Urk.
7
/
114
/2-
4
6
) folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 36):
-
Rezidivierend akut auftretende und chronisch
e
lu
mbale Schmerzen links
betont bei
-
Status nach Dekompression L3/4 bei Diskushernie L3/4 im Dezem
ber 2003
-
Status nach Dekompression L2/3 und
Sequesterektomie
links mit hoch
gradiger Spinalkanalstenose und medianer Diskushernie L2/3 im April 2010
-
Verdacht auf
Rezidivhernie
L3/4 links
-
Schulterschmerzen links mit
Impingement
und
Tendinopathie
der
Supra
spinatussehne
links
-
Mediale Meniskusdegenration Knie links
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
differentialdiagnostisch: Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (
ICD-10 F
45.41)
-
differentialdiagnostisch: dissoziative Störung, g
emischt (= Konver
sionsstörung;
ICD-10 F44.7) mit begleitender, leichter depressiver Epi
sode (ICD-10 F32.0) mit vorliegend
dysphorischer
Stimmungslage bei/mit
histrionisch
akzentuierten Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1), sekundären Problemen in der Beziehung zum Ehepartner (ICD-10 Z64), Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung (ICD-10 Z60.3) und episodischen Spannungskopfschmerzen
Die Gutachter führten aus,
aus internistischer
Sicht
resultierten keine weiteren Einschränkungen.
Aus orthopädischer Sicht könnten die vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzen im Bereich des Achsenorganes zumindest teilweise erklärt werden. Der pathologische Befund und die Zustände nach den operativen Ein
griffen hätten
zu
einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit infolge einer reduzier
ten Belastbarkeit der Wirbelsäule geführt.
Es fänden
sich bei
der
neurologischen Untersuchung Hinweise auf eine
abgelaufene
radikuläre
Schädigung in Form
eines
fehlenden
Patellarsehnenreflexes
links und ein
abgeschwächte
r
Achilles
sehnenreflex links.
Bei der aktuellen Untersuchung
hätten
aber akute
radikuläre
Irritationszeichen, aber auch Lähmungen in sämtlichen Segmenten L2 bis S1 links
gefehlt
.
Auch wenn mehrsegmentale,
diskogene
, auch degenerative
LWS
-
Veränderungen sichtbar seien, lasse sich somit kein relevanter
radikulä
rer
Ausfall feststellen (S. 37 f
.).
Weiter berichteten die Gutachter, aus psychiatrischer
Sicht finde sich eine klare psychosomatische Ausweitungs- und Überlagerungssymptomatik mit multiplen Symptomen auf psychovegetativer
Ebene, die somatisch nicht erklärt werden könnten und die von ihrer Zusammensetzung und Charakteristik her eindeutig für ein psychosomatisches Geschehen sprächen.
Psychiatrisch falle weiter auf, dass der Beschwerdeführer eine Belle
indifference
zeige. Er lächle freundlich, auch beim Berichten von subjektiv stärksten Schmerzen. Dies sei passend zu einer
his
trionischen
Symptomatik (S. 38).
Zu den funktionellen Auswirkungen der Leiden hielten die Gutachter fest, rein internistisch bestünden keinerlei funktionelle Einschränkungen. Orthopädisch be
urteilt, seien dem Beschwerdeführer keine rückenb
elastenden Tätigkeiten zumut
bar.
I
nsbesondere das repetitive Heben und Halten von Lasten über 5 kg, das Arbeiten in Zwangshaltung mit dem Rücken, das regelmässige sich Bücken müs
sen und regelmässige Überkopfarbeiten seien nicht mehr zumutbar. Dass gewisse Restbeschwerden der
radikulären
Art mit Ausstrahlung in das linke Bein vorlä
gen, sei aus neurologischer Sicht möglich. In ad
a
ptierten Tätigkeiten bestünden aber dadurch keine zusätzlichen Einschränkungen
. Psychiatrisch sei in erster Li
nie die Funktionsfähigkeit durch die Dysphorie und Neigung zu aggressivem ver
stimmten Verhalten belastet
(S.
38
f.).
Nicht erklärbar sei das Ausmass der geklagten Beschwerden. Hier finde sich eine im Rahmen der Psychopathologie erklärbare
histrionische
Überlagerung mit einer Tendenz einer Dramatisierung und
Aggravierung
der Beschwerden, die allerdings nicht als bewusste Simulation missverstanden werden dürfe (S. 40).
Auf Grund der orthopädischen und neurologischen Befunde sei der Beschwerde
führer in einer Tätigkeit als Küchenhilfe nicht mehr arbeitsfähig. Alle Tätigkeiten mit körperlicher Belastung, insbesondere des Rückens, mit regelmässigem oder vorwiegendem Stehen und vorwiegendem Gehen seien nicht mehr zumutbar.
Für
Verweisungstätigkeiten in wechselnd belastenden Tätigkeiten leichten bis mittel
schweren Ausmasses, bei denen die Möglichkeit bestehe
,
die Körperposition re
gelmässig zu wechseln, abwechselnd zwischen Gehen, Stehen und Sitzen zu ar
beiten, bestehe rein orthopädisch und neurologisch eine weitgehende Arbeitsfä
higkeit. Hier könne dem Beschwerdeführer aber aufgrund der chronischen Schmer
z
symptomatik eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 %
bei ei
ner Tätigkeit mit vollem Rendement zugebilligt werden
. Diese Beurteilung gelte seit 2011, das heisse circa sechs Monate nach dem Eingriff im April 201
0.
Bezüglich
d
er
Rezidivhernie
auf Höhe L3/4 handle es sich lediglich um einen Verdacht. Es sei nicht davon auszugehen, dass dieser Verdacht zu einer weiteren Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit geführt habe. Rein auf Grund des psychopathologischen Befundes, der an sich bescheiden sei, sei dem Beschwer
deführer eine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsunfähigkeit von 10 % zu zu
billigen, womit eine Gesamteinschränkung von 30 % in ad
a
ptierter Tätigkeit re
sultiere (S. 40 f.).
Die Gutachter hielten weiter fest, insgesamt hätten sich die objektiven Befunde seit Juni 2010 nicht wesentlich verändert. Dazukommend sei
en
, was damals wahrscheinlich nicht realisiert worden sei, die wesentlichen psychosomatischen Überlagerungen des gesundheitlichen Problems
(S. 44
Ziff.
13.2).
5.
5.1
Das polydisziplinäre
Z._
-Gutachten vom 30. September 2016 (E. 4.3) ist hin
sichtlich der zu beurteilenden Leiden des Beschwerdeführers umfassend. Es bein
haltet internistische, neurologische, orthopädische und
psychiatrische
Explorati
onen und
beruht mit den klinischen und bildgebenden
Erhebungen
auf den not
wendigen allseitigen Untersuchungen
(vgl. Urk. 7/114/2-46 S. 16, S. 19-21, S. 24 f. S. 29-32)
.
Das Gutachten wurde in Kenntnis der und in Auseinanderset
zung mit den
Vorakten
erstattet
(S. 4-11, S. 18 f., S. 27, S. 42 f.)
,
berücksichtigt die geklagten Beschwerden
und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinander
(S. 15, S. 17, S. 19, S. 21-24, S. 26 f., S. 29, S. 32 f.)
.
Die
Gutachter
legten
die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dar und
begründeten
ihre Schlussfolge
rungen nachvollzie
hbar.
Sie zeigten
schlüssig
auf,
dass beim Beschwer
deführer aufgrund
der lumbalen
Schmerzen, des
Impingement
-
Syndroms in der linken Schulter sowie
der Menis
kusdegeneration im linken Knie
und der damit verbundenen Schmerzen im Ach
senorgan eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit infolge einer reduzierten Be
lastbarkeit der Wirbelsäule besteht
.
Dabei konnten sie keinen relevanten
radiku
lären
Ausfall feststellen. Dies deckt sich mit der Feststellung der Fachärzte des
C._
, welche keinen Hinweis auf einen motorischen Ausfall
feststellten
(E. 4.2). Die Gutachter
erklärten einleuchtend
, dass
aufgrund der
chronischen Schmerzsymptomatik
unter Beachtu
ng des
fo
rmulierten Zumutbarkeitsprofils
in einer angepassten Tätigkeit
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit besteht. Zudem zeigten sie nachvollziehbar auf, dass
wegen
der anhaltenden somatoformen Schmerzstö
rung mit jedoch leichte
n
psychopathologischen
Befunde
n
eine zusätzliche Ein
sch
ränkung der Arbeitsfähigkeit von 10 % besteht, sodass insgesamt eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit resultiert.
Ferner konnten sie
schlüssig
darlegen, dass ihre
Beurteilung seit
circa sechs Monate
n
nach dem Eingriff im April 2010
gilt und sich der Gesundheitszustand des Beschwerdefüh
rers seither nicht mehr wesentlich verändert hat
.
Damit entspricht die
Z._
-
Expertise
den bundesgerichtlichen Vor
gaben an ein beweiskräftiges Gutachten (
vgl. E. 1.5
).
5.2
Dr.
F._
bezeichnete den Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers
in sei
nen Berichten vom 18. Aug
ust 2015 und
1
1.
Februar
2016 (E. 4.1
) als knapp stabil, was darauf schliessen lässt, dass er in Übereinstimmung mit de
m
Z._
-Gutachten
ebenfalls von einem unveränderten Gesundheitszustand ausgeht.
Ohne
sich klar darüber zu äussern, ob er
sich auf
eine angestammte oder auch eine angepasste Tätigkeit
bezog
, hielt er die
Aufnahme
einer
Arbeitstätigkeit
für nicht zumutbar.
Sollte Dr.
F._
bei seine
r
Einschätzung
nur die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Hilfskoch
/Küchenhilfe
im Auge gehabt haben,
ergäben
sich keine Differenz
en
zum
Z._
-Gutachten (E.
4.3
).
Sollte sich seine Ansicht aber auch
auf
jegliche
angepasste
n
Tätigkeit
en
erstrecken,
bestünde ein Widerspruch.
Dazu
ist zu bemerken, dass
Dr.
F._
sich in seinen
Berichte
n
- so zumindest hat es den Anschein - alleine auf das MRI vom 10. Juli 2015 (Urk. 7/87) stützte, ohne den Beschwerdeführer eingehend klinisch untersuch
t zu haben
.
Insbeson
dere mangelt es
seinen Berichten
– im Gegensatz zur Untersuchung durch die
Z._
-Gutachter (vgl. Urk. 7/1
1
4/2-46 S. 19 f.) - an einer F
unktionsdiagnose, wel
cher bei somatisch begründeten Einschränkungen zentrale Bedeutung zukommt (Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_335/2015 vom 1.
September 2015 E. 4.2.2)
. Hinzu kommt, dass das der Einschätzung von Dr.
F._
zu Grunde liegende MRI nur geringe neurale Tangierungen aus
weist (Urk. 7/87).
Daraus lässt
sich nicht ohne Weiteres
auf
eine funktionelle Leistungseinsc
hränkung schliessen. So stell
ten denn auch die
Z._
-Gutachter
ebenso wenig relevante
radikuläre
Ausfälle fest, wie die
Fachärzte des
C._
motorische Ausfälle
feststellen konnten
(E. 4.2
-3
).
Nach dem Gesagten vermögen die Berichte von Dr.
F._
das
Z._
-Gutachten nicht in Frage zu stellen.
5.3
Der Beschwerdeführer bemängelte den Umstand, dass die
Z._
-Gutachter in ihrer psychiatrischen Begutachtung die Standardindikator
en nicht angewandt hätten (Urk.
1 S.
7 Ziff.
3.3).
Das psychiatrische Teilgutachten enthält eine klinische Un
tersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobach
tung (Urk. 7/114/2-46 S. 28-35) und entspricht
somit
den bundesgerichtlichen Voraussetzungen (Urteil des Bundesgerichts 8C_47/
2016 vom 15. März 2016 E.
3.2.2)
. Hinsichtlich der Standardindikatoren
ist zu bemerken, dass es Aufga
be des Rechtsanwenders ist, diese
zu prüfen
(
BGE 141 V 285 E. 5.2). Die dafür not
wendigen Angaben lassen sich dem
Z._
-Gutachten entnehmen.
So finden sich darin
sowohl
Angaben
zur Gesundheitsschädigung, der Persönlichkeit und zum sozialen Kontext, um so den funktionellen Schweregrad zu bestimmen, als auch insbesondere zur Konsistenz über die gleichmässige Einschränkung des Aktivi
t
ätsniveaus in allen Lebensbereichen (vgl. dazu die
Indikatorenprüfung
unter E. 8.2).
Das Vorbringen des Beschwerdeführers geht somit fehl.
Der Beschwerdeführer kritisierte ferner
die
hinsichtlich der
körperlichen Be
schwerden
seiner Meinung
nach
nicht nachvollziehbare
von den
Z._
-Gutachtern attestierte
Arbeitsfähigkeit von 80 % (Urk. 1 S. 7 Ziff. 3.3).
Er
zeigte dabei aber nicht auf, welche
,
von den Gutachtern unberücksichtigt gebliebenen
,
zusätzlichen funktionellen Einschränkungen
bestehen sollten.
Es
blieb
bei einer pauschalen, nicht durch medizinische Fakten untermauerten
,
Kritik
.
Dabei
sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche seinen Standpunkt stützen. Die
Z._
-
Gutachter
beschrieben
aufgrund der somatischen Leiden
ein detai
lliertes Belas
tungsprofil
und
legten dar, dass
wegen
der chronischen
Schmerzsymptomatik
für Arbeiten
unter Beachtung des formulierten Profils zusätzlich
eine Einschränkung von 20 %
besteht.
Dabei stellten
sie aber auch klar
,
dass
das Ausmass der geklag
ten Beschwerden aus somatischer Sicht nicht begründet werden kann und von einer Schmerzausweitung auszugehen ist
(
E. 4.3
)
.
In gleicher Weise undifferenziert
und nicht mit ärztlichen Berichten untermauert
bemängelte der Beschwerdeführer die von den
Z._
-Gutachtern attestierte Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der psychischen Leiden
.
Er legte nicht
dar, inwiefern diese nicht nachvollziehbar sein soll
(Urk. 1 S. 8 Ziff. 3.3).
Viel
mehr
zeigen die
Z._
-Gutachter plausibel auf, dass bei bescheidenen psychiatri
schen Befunden
und
einer psychosomatischen Ausweitungs- und Überlagerungs
symptomatik
aus objektiver Sicht
eine geringe Einschränkung besteht (E. 4.3).
5.4
Nach dem Gesagten kann auf das
Z._
-Gutachten abgestellt werden.
Diesem kommt voller Beweiswert zu.
6.
Laut dem
Z._
-Gutachten haben sich die objektiven Befunde seit der letzten Re
vision nicht wesentlich verändert (E. 4.3). Bei
der
abweichenden Einschätzung
zur
damaligen Arbeitsfähigkeit
durch die
Z._
-Gutachter
handelt es sich
damit
lediglich um eine unterschiedliche Beurteilung desselben Sachverhaltes.
In glei
cher Weise ging RAD-Arzt Dr.
D._
in seiner Stellungnahme vom 19. Oktober 2016 (Urk. 7/116 S. 5 unten)
von einem
im
W
esentlich
en
unveränderten Befund
aus. Ebenso
ging
Dr.
F._
in seinen Bericht
en
vom 18. August 2015 und 11. Februar 2016
von
eine
m
stabilen Zustand aus. Dabei bezog er sich offensicht
lich auf die bildgebend dokumentierte Entwicklung zwischen den MRI-Untersuchungen vom 1
7.
September 2013 und 1
0.
Juli 2015 (
Urk.
7/87), wobei erstere die Situation nach erfolgter Dekompression vom 2
2.
April 2010 darstellte, welche ihrerseits Grundlage für die
Rentenzusprache
bildete.
Die Argumentation der Beschwerdegegnerin in ihrer rentenaufhebenden Verfügung vom 27. Juli 2017 (Urk. 7/133) bezüglich
de
s
wesentlich
veränderten Gesundheitszustand
es
ist denn auch
offensichtlich widersprüchlich. Einerseits behauptete sie, der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers habe sich eindeutig verbessert
(S. 2)
,
ande
rerseits
stellt
e
sie
aber auf das
eingeholte
Gutachten ab
und
sprach gestützt
darauf
von einer
seit Januar 2011 – und damit rund 11 Monaten vor der rentenzuspre
chenden Verfügun
g vom 21.
November 2011 (Urk. 7/
60
) - bestehenden
80%igen Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
(S. 1).
Aus
den
übereinstimmenden
Unterlagen
ergeben sich somit
keine Anhaltspunkte für eine
wesentliche
Veränderung des Gesundheitszustandes
des Beschwerdefüh
rers
seit der rentenzusprechenden Verfügung
vom 21. November 201
1.
Ebenso wenig sind andere
wesentliche Änderungen in den tatsächlichen Verhältnissen ersichtlich. Folglich mangelt es
vorliegend
an einem Revisionsgrund
nach Art. 17 ATSG
(vgl. E. 1.4).
7.
7.1
Nach ständiger Rechtsprechung kann das Gericht eine zunächst auf Art. 17 ATSG gestützte Rentenaufhebung oder -herabsetzung gegebenenfalls mit der (substitu
ierten) Begründung schützen, dass die ursprüngliche (bzw. die letzte auf einer umfassenden materiellen Prüfung beruhende, vgl. BGE 140 V 514, 133 V 108) Rentenverfügung oder Mitteilung zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung sei (BGE 144 I 103 E. 2.2, 140 V 85 E. 4.2, 125 V 368 E. 2, je mit Hinweisen; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversi
cherung, 3. Auflage 2014,
Rz
77 zu Art. 30–31 IVG).
Die Wiedererwägung nach Art. 53 Abs.
2 ATSG setzt voraus, dass kein vernünf
tiger Zweifel an der Unrichtigkeit der Verfügung möglich, folglich nur dieser ein
zige Schluss denkbar ist. In diesem Sinne qualifiziert unrichtig ist eine Verfügung, wenn eine Leistung aufgrund falscher Rechtsregeln beziehungsweise ohne oder in unrichtiger Anwendung der massgeblichen Bestimmungen zugesprochen wurde (BGE 141 V 405 E. 5.2, 140 V 77 E. 3.1 mit Hinweis). Gleiches gilt bei ei
ner klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, insbesondere wenn die notwendigen fachärztlichen Abklärungen überhaupt nicht oder nicht mit der er
forderlichen Sorgfalt durchgeführt wurden (vgl. Art. 43 ATSG; BGE 141 V 405 E. 5.2; Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_717/2017 vom 2.
August 2018 E. 3.2 mit Hinweisen).
7.2
Nach am
22. April 2010
in der
C._
erfolgter
Operation (De
kompression L2/3 und Sequestrierung)
attestierten
die
verantwortlichen
Fachärzte Dr.
A._
und Dr.
B._
dem Beschwerdeführer eine zeitlich beschränkte Ar
beitsunfähigkeit bis zum 4. Juni 201
0.
Dabei dürfte es sich um eine von ihnen an
gesetzte
Rekonvaleszenzzeit
ge
handel
t haben.
Vor de
m
Auftreten
der Diskushernie L2/3
waren
sie von einer möglichen Reintegration in einer leichten bis mittel
schweren Arbeit aus
gegangen
(E. 3.2)
. Dass dies nach erfolgreicher Operation nicht mehr der Fall ist, äusserten sie nicht.
Der
RAD-Arzt Dr.
D._
kam denn auch aufgrund seiner eingehenden
Untersuchung
mit Funktionsdiagnose
vom
21. Juni 2010 zum Schluss, dass der Beschwerdeführer
ab September 2010
in an
gepasster Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit erreichen sollte (E. 3.3).
Im Nachgang
zu Dr.
D._
s Untersuchung
stellte
Dr.
E._
aufgrund eines MRI vom 16. November 2010 eine Befundverschlechterung wegen neu auf
ge
tretener Fehlformen von TH12-L3 bei teilweise neu aufgetretenen
Chondrosen
fest, wobei sich die Befundverschlechterung
jedoch
explizit
auf einen Vergleich
mit
einer
Vor
untersuchung im Jahr 2007 bezog
.
Zu einer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit äusserte er sich nicht
(E. 3.4)
, womit
nicht ersichtlich ist, inwiefern
die
Ergebnisse der
klinische
n
Untersuchung von
Dr.
D._
s
ihre Gültigkeit verloren
haben
soll
te
n
.
Wegen einer
-
ebenfalls
nachträglich
zur
Untersuchung
von Dr.
D._
-
festge
stellten
Rezidivhernie
L3/4 links empfahl
Dr.
F._
eine stationäre Abklärung der Arbeitsfähigkeit
, wobei er selbst
von einer zumindest teilweise bestehenden Arbeitsfähigkeit aus
ging. Er
stellte bei konservativer Behandlung im Bericht vom 3. Februar 2011
bereits
eine Verbesserung der Situation fest, sodass er selbst nicht eine über Ende Februar 2011 hinausgehende 100%ige
und damit dauerhafte
Ar
beitsunfähigkeit attestierte
(E. 3.5)
.
Entgegen
seiner
auf einer eigenen Untersuchung beruhenden ursprünglichen Be
urteilung vom 23. August 2010 und entgegen der
von
Dr.
F._
attestierten
zu
mindest
teilweisen Arbeitsfähigkeit sowie entgegen der von diesem für notwendig erachteten stationären Abklärung der Arbeitsfähigkeit ging RAD-Arzt Dr.
D._
- ohne den Beschwerdeführer erneut untersucht
oder zu Dr.
F._
s Einschätzung Stellung genommen zu haben
– am 19. April 2011 (E.
3.6
) davon aus, dass der Beschwerdeführer seit September 2009 aufgrund des damaligen Bandscheibenvor
falles in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig
sei
.
Indem die Beschwerdegegnerin unbesehen auf diese
offensichtlich
unvollständige
Beurteilung
von Dr.
D._
abstellte ohne weitere Abklärungen zutreffen, obwohl dafür aufgrund der Berichte von Dr.
F._
dringend
Anlass bestanden hatte, verletzte sie den Untersuchungsgrundsatz
in klarer Weise
.
So dauert
die
Untersu
chungspflicht so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Bleiben
wie vorliegend
er
hebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (Ur
teil des Bun
desgerichts 9C_662/2016 vom 15.
März 2017 E. 2.2 mit Hinweis).
7
.3
Folglich
ist davon auszugehen, dass die
rentenzusprechende Verfügung
vom
21
.
November
2011
(Urk.
7
/
60
) in
klarer
Verletzung des Untersuchungsgrundsat
zes erging. Damit erweist sie sich als zwe
ifellos unrichtig (E 7
.1)
.
Da es sich bei der Invalidenrente um eine Dauerlei
stung handelt, ist die Berichti
gung regelm
äs
sig von erheblicher Bedeutung,
weshalb
die
Verfügung
in Wiedererwägung
zu ziehen ist.
Zu prüfen ist damit der Rentenanspruch des Beschwerdeführers ex
nunc
et pro
futuro
ohne Bindung
an die ursprüngliche Verfügung.
8.
8.1
In somatischer Hinsicht
ist der Beschwerdeführer aufgrund der
chronisch
en
lum
bale
n
Schmerzen,
der Schulterschmerzen und der m
ediale
n
Meniskusdegen
e
ra
tion
im linken
Knie
in
seiner angestammten Tätigkeit als Küchenhilfe nicht mehr arbeitsfähig. Es besteht jedoch in
einer
wechselbelastenden Verweis
t
ätigkeit leichten bis mittelschweren Ausmasses
mit der
Möglichkeit
,
die Körperposition regelmässig zu wechseln
und
abwechselnd
g
ehen
d
,
s
tehen
d
und
s
itzen
d
zu arbei
ten
,
eine
Arbeitsfähigkeit von 80 %
(E. 4.3)
.
8
.
2
8.2.1
Die
Z._
-Gutachter attestierten dem Beschwerdeführer in psychiatrischer Hin
sicht eine additive Einschränkung
von 10 %
auf Grund einer somat
oformen
Schmerzstörung
(E. 4.3)
.
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung oder eines damit vergleichba
ren psychosomatischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beacht
lich, die das Bundesgericht wie folgt systematisier
t hat (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad»
-
Komplex
«
Gesundheitsschädigung
»
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex «Sozialer Kontext»
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungs
hindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensations
poten
zialen (Res
sourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungs
vermögen einzu
schät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
8.2.2
Zum Komplex
«
Gesundheitsschädigung
»
ist festzuhalten, dass die Ausprägung
des psychopathologischen Befundes bescheiden ist
(E.
4
.3
)
.
Es
besteht eine
leichte Symptomatik auf Ebene der psychosomatischen Problematik wie auch des affek
tiven Zustandes (Urk. 7/114/2-46 S.
33 Ziff. 4.4.5.2
)
.
Die
Funktionsstörung ist durch die Dysphorie und Neigung zu aggressivem
verstimmtem
Verhalten
belas
tet
.
Beeinträchtigt ist der Beschwerdeführer in der Kontaktfähigkeit zu
D
ritten, in der Gruppenfähigkeit sowie in der Fähigkeit zu familiären Beziehungen
(Urk. 7/114/2-46 S. 33 Ziff. 4.4.5.3).
Hinsichtlich eines Behandlungserfolges res
pektive –
resistenz
, ist zu bemerken, dass der Beschwerdeführer bis anhin keine psychotherapeutische Behandlung in Anspruch nahm. Er sieht seine Probleme ausschliesslich auf somatischer Ebene (Urk. 7/114/2-46 S. 34 Ziff. 4.4.6-7).
Als Komorbidität zu berücksichtigen sind die bestehende
n
somatischen Beschwerden, denn diese beein
trächtigen die Lei
stungsfähig
keit zweifellos negativ
. So ist der Beschwerdeführer in seiner über Jahre ausgeübten angestammten Tätigkeit als Küchenhilfe/Hilfskoch nicht mehr arbeitsfähig
. Zum Komplex «Persönlichkeit» er
geben sich
nur geringe
Auffälligkeiten. Es besteht ein gewisses
histrionisches
Verhalten, welches allerdings relativ diskret ausgeprägt ist (Urk. 7/114/2-46 S. 34 Ziff. 4.4.5.5). A
ls Ressourcen
,
die
zum
Komplex «sozialer Kontext»
zählen,
ist
das intakte familiäre und soziale Umfeld
zu nennen, wobei die Ehe durch
die
Ver
stimmtheit, die
innere
Anspannung und die aggressiven Impulse
des Beschwer
deführers
belastet ist (Urk. 7/114/2-46 S. 28 f. Ziff. 4.4.1
).
Das
Aktivitätenniveau
des Beschwerdeführers ist wegen
der
psychosomatischen Problematik wie auch des affektiven Zustandes
und der damit einhergehenden Probleme in der Kon
taktfähigkeit zu Dritten sowie in der Gruppenfähigkeit
teilweise eingeschränkt
. Der
erhobene Befund ist in sich konsistent
und betrifft alle Lebensbereiche
(Urk. 7/114/2-46 S. 3
3 f.
Ziff.
4.4.5.3 und
4.4.5.6).
In
psychischer Hinsicht ver
spürt der Beschwerdeführer keinen
Leidensdruck
, da er seine Probleme aus
schliessli
ch auf somatischer Ebene sieht.
Diesbezüglich begab er sich jedoch re
gelmässig
in
Behandlung respektive
zur
Untersuchung
bei
Dr.
F._
oder
in die
C._
(vgl. Urk. 7/114/2-46 S. 8 und S. 10 f.).
8.2.3
Eine Gesamtschau über alle Indikatoren ergibt, dass die
von den
Z._
-Gutachtern postulierte
Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit
aus psychiatrischer Sicht
von
ad
ditiven
10
%
- entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 7/116 S. 7 oben, Urk. 7/133 S. 1 f.) -
als
plausibel erscheint.
Davon ist auszugehen.
9.
9.1
Der
Beschwerdeführer ist
somit
in einer angepassten Tätigkeit unter Beachtung des ihm z
umutbaren Belastungsprofils zu
7
0
% arbeitsfähig (E
.
8
).
Nachdem ent
gegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin von einer Arbeitsunfähigkeit von 30 % auszugehen ist, erweist sich ihre Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen als nicht korrekt.
In der Folge
sind
die
se daher
zu prüfen.
9.2
Der Beschwerdeführer übte seit seiner Einreise in die Schweiz im Jahr
1998
Hilfs
arbeitertätigkeiten
im tiefen Kompetenzniveau aus. Solche stehen ihm
, zwar nicht
mehr als Küchenhilfe, aber
unter Be
rücksichtigung
des formulierten
Belastungs
profils
,
weiterhin
offen
.
Er wechselte regelmässig den Arbeitgeber (vgl. Urk. 7/8)
und bei
der
von ihm zuletzt ausgeübten Tätigkeit
als Küchenhilfe bei
der
N._
handelte es sich lediglich um eine Zwischenverdienst
tätigkeit
(vgl. Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich BV.2013.00074 vom 27. Mai 2015 S. 2 Ziff. 1.1)
,
womit
diese
für das
Val
idenein
kommen
nicht
herangezogen
werden kann.
Folglich
ist für das
Validen-
und
für das Inva
lideneinkommen auf die gleiche Tabelle der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik abzustellen (vorliegend: Tabelle TA1 Löhne für Männer, Kompetenzniveau 1, Total), womit der Einko
mmensvergleich anhand ei
nes Prozent
vergleiches zu erfolgen hat. Dies
wurde bereits von der Beschwerde
gegnerin so gehandhabt und
blieb
vom Beschwerdeführer
unbestritten (vgl.
Urk. 1
)
. Der Invaliditätsgrad entspric
ht dabei dem Grad der Arbeitsun
fähig
keit, dies unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 9C_532/2016 vom 25. November 2016 E. 3.1).
9.3
Die Beschwerdegegnerin gewährte einen Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
.
Hinsichtlich des leidensbedingten Abzuges ist anzumerken, dass nach ständiger Rechtsprechung das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges
geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der
Verwaltung setzen darf (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Ein
solcher ist nicht ersichtlich.
Der Beschwerdeführer brachte vor, es sei ein leidensbedingter Abzug von min
destens
25
% vorzunehmen. Er begründete dies mit seinem Alter, den
körperli
chen
Einschränkungen im Belastungsprofil,
dem langjährigen und komplexen Krankheitsbild
sowie d
em nicht vorhersehbaren Krankheitsverlauf
(vgl. Urk. 1 S.
8
Ziff.
4
).
Allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzuges einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung des
selben Gesichtspunktes führen (Urteil des B
un
desgerichts 9C
_833/2017 vom 20. April 2018 E.
2.2). Die
Z._
-Gutachter legten dar, dass die Einschränkung
von 20 %
in angepasster Tätigkeit auf
die
mit den diagnostizierten Leiden ver
bunden
en
Schmerzen zurückgehen
, womit deren Berücksichtigung
bereits
erfolgt ist (vgl. E.
4
.
3
).
Zudem gewährte die Beschwerdegegnerin einen 10%igen Abzug aufgrund dessen, das
s
dem Beschwerdeführer nur noch leichte bis höchstens mit
telschwere Arbeiten möglich sind
(Urk.
7/133 S.
2).
Das
Alter
ist
bei Hilfsarbeite
r
n kein Grund für einen Abzug (Urteil des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom
29. Februar 2016 E.
3.4.2).
Inwiefern es sich bei den Leiden des Beschwerdefüh
rers um
Leiden mit
nicht voraussehbare
m
Krankheitsverlauf handeln soll, ist nicht ersichtlich und wird von diesem auch nicht näher begründet. Gleich verhält es sich mit dem von ihm geltend gemachten komplexen Krankheitsbild.
B
ei
den diagnostizierten Beschwerden
handelt es sich
allerdings
nicht um
Krankheiten mit
besonder
s
komplexe
m
Krankheitsgeschehen.
Damit ist ein
Tabellenlohnab
zug,
als der bereits gewährte
,
nicht angezeigt.
9.4
Dies führt unter Berücksichtigung des
zumutbaren Pensums von
70
%
in einer angepassten Tätigkeit und eines leidensbedingten Abzuges vom Tabellenlohn von 10 %
zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von
37
%
(1 - [0.7
0
x 0.9] x 100
%
)
,
was zur Abweisung der Beschwerde führt.
10.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr.
1’0
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens si
nd sie dem Beschwerdeführer auf
zuerlegen.