Decision ID: 14dc3451-67a3-54a1-965a-82c09b6a26d6
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A. Die 1986 geborene srilankische Staatsangehörige S._ (: Gesuchstellerin) beantragte am 22. September 2006 bei der  Botschaft in Colombo ein Visum. Als Zweck daklarierte sie dabei, einer in Bern wohnhaften Tante (Schwägerin ihrer Mutter) im Hinblick auf deren baldige Niederkunft beizustehen und zu helfen. Die Schweizerische  verweigerte eine Erteilung des Visums formlos und leitete das  an das BFM (nachfolgend: Vorinstanz) zur Prüfung und zum  Entscheid weiter. Dabei vermerkte sie unter anderem, der Gastgeber habe versucht, das Visum durch Bezahlung eines grösseren Geldbetrages erhältlich zu machen.
B. Die Vorinstanz wies das Gesuch um Bewilligung der Einreise mit  vom 16. November 2006 ab. Dies mit der Begründung, es bestehe nicht genügend Gewähr für eine anstandslose und fristgerechte  der Gesuchstellerin.
C. Mit Eingabe vom 1. Dezember 2006 beantragte der Ehemann der  J._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) beim Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement, die vorinstanzliche Verfügung sei  und das Visum für einen dreimonatigen Besuchsaufenthalt sei zu . Zur Begründung rügte er sinngemäss, die Vorinstanz gehe zu  davon aus, die Wiederausreise nach dem Besuchsaufenthalt wäre nicht gewährleistet. Die Gesuchstellerin werde bei ihm und seiner Familie wohnen. Er habe für sie eine Versicherung abgeschlossen und werde für alle Kosten aufkommen.
D. In ihrer Vernehmlassung vom 13. Dezember 2006 hält die Vorinstanz an der angefochtenen Verfügung fest und schliesst auf Abweisung der . Der Gesuchstellerin fehle es an beruflichen und persönlichen Verpflichtungen im Heimatland, welche Gewähr für eine fristgerechte  nach dem Besuchsaufenthalt bieten könnten, und der  habe versucht, das Visum mittels Bestechung erhältlich zu machen.
E. Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik.
F. Auf den weiteren Akteninhalt und die Vorbringen der Parteien wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Verfügungen der Vorinstanz betreffend Verweigerung der  unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAG, SR 142.20] i.V.m. Art. 31 und Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).
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1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt die Beurteilung der beim  des Verwaltungsgerichtsgesetzes am 1. Januar 2007 bei  Rekurs- oder Schiedskommissionen oder bei  der Departemente hängigen Rechtsmittel. Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VGG). Gemäss Art. 37 VGG  sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts  bestimmt.
1.3 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
2. Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 20 Abs. 2 ANAG, Art. 48 ff. VwVG).
3.
3.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen  auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist -  nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe - von der  in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu fällen (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 ANAG, Art. 9 Abs. 1 der Verordnung vom 14.  1998 über Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern [VEA, SR 142.211]; PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: Peter Uebersax / Peter Münch / Thomas Geiser / Martin Arnold (Hrsg.), , Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, S. 143; URS BOLZ, Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht, Basel und Frankfurt a.M. 1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen; PHILIP GRANT, La  de la vie familiale et de la vie privée en droit des étrangers, Basel/ Genf/München 2000, S. 24).
3.2 Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schweiz  Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund besonderer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (vgl. Art. 1 bis 5 VEA). Die  kann sich auf keine Ausnahmeregelung berufen; sie ist  ihrer Staatsangehörigkeit visumspflichtig.
3.3 Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Ausländer die in Art. 1 Abs. 2 VEA aufgeführten Voraussetzungen erfüllen. Gemäss Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA haben sie unter anderem Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten. Die Vorinstanz verweigerte der Gesuchstellerin die Erteilung eines solchen Visums insbesondere mit der Begründung, ihre fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hinreichend gesichert.
3.4
3.4.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten  erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen
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sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen . Dabei rechtfertigt es sich durchaus, Einreisegesuchen von  und Bürgern aus Staaten oder Regionen mit politisch respektive  vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten  in Einklang steht.
3.4.2 Die Wirtschaft Sri Lankas ist 2005 real um 5,3% gewachsen. Das -Einkommen betrug fast 1200 US-Dollar, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 23,6 Mrd. US-Dollar. Für 2006 wird erneut ein hohes  von über 6% erwartet. Durch die restriktive Geldpolitik der  konnte die Inflationsrate - bei kurzfristigen Ausreissern - immer wieder eingedämmt werden und soll 2006 unter 10% geblieben sein. Die Arbeitslosigkeit beträgt seit längerer Zeit ungefähr 8%. Die wirtschaftliche Entwicklung Sri Lankas weist allerdings große regionale Unterschiede auf. Wirtschaftliches Zentrum ist die Region rund um Colombo, die fast die Hälfte der gesamten Wirtschaftsleistung erbringt. Die grundsätzlich  wirtschaftlichen Entwicklungen können allerdings nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass nach wie vor breite  von vergleichsweise schwierigen ökonomischen und sozialen  betroffen sind. Die wichtigste Einnahmequelle neben dem Tourismus sind die Transferzahlungen der im Ausland lebenden Srilanker (Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de, Stand: November 2006).
Nach dem erneuten Ausbruch von Kämpfen zwischen den staatlichen  und der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) an verschiedenen Orten im Norden (Trincomalee, Batticaloa) und Osten (Jaffna) des Landes sowie in der Region der Hauptstadt Colombo hat sich die Sicherheitslage in Sri Lanka seit Ende 2006 wieder verschlechtert. Experten befürchten, dass sich dies massiv auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken wird, zumal ein Grossteil der Devisen aus dem Tourismus resultieren. Der  gerade in der jungen Bevölkerung präsentiert sich, wohl nicht zuletzt aufgrund der ungünstigen Entwicklung im Sicherheitsbereich, ungebrochen. Der Trend zur Auswanderung zeigt sich erfahrungsgemäss dort besonders stark, wo durch die Anwesenheit von Verwandten oder Freunden bereits ein minimales soziales Beziehungsnetz im Ausland . Im Falle der Schweiz führt dies angesichts der restriktiven  nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher .
3.5
3.5.1 Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur solche allgemeinen Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einem Gesuchsteller bzw. einer Gesuchstellerin im Heimatstaat beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise . Umgekehrt muss bei Gesuchstellern und Gesuchstellerinnen, die in
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ihrer Heimat keine der erwähnten Verpflichtungen haben, die sie von einer möglichen Emigration abhalten könnten, aufgrund entsprechender  das Risiko eines fremdenpolizeilich nicht vorschriftsgemässen  (nach bewilligter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch  werden.
3.5.2 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine ledige, 21-jährige Frau. Über ihre persönliche und familiäre Situation ist nichts näheres bekannt. Dass persönliche Verantwortlichkeiten oder familiäre Bande vorhanden wären, welche nachhaltig von einer allfälligen Emigration abhalten , ergibt sich weder aus den Akten, noch wird solches vom  geltend gemacht.
3.5.3 In gleicher Weise kann auch nicht auf wirtschaftliche Verhältnisse  werden, die Gewähr für eine Rückkehr ins Heimatland bieten würden. Diesbezüglich ist ebenfalls sehr wenig offengelegt worden. Fest steht, dass die Gesuchstellerin keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Wovon sie lebt, ist nicht einsichtig. Im Visumsantrag gab sie sich als Studentin aus. Belegt wurde allerdings auch dies nicht. Doch selbst wenn zuträfe, dass sie einem Studium nachgeht, liesse sich daraus nichts zugunsten der Gesuchstellerin ableiten. Denn es versteht sich von selbst, dass unter den geschilderten wirtschaftlichen und sicherheitspolizeilichen Verhältnissen eine begonnene Ausbildung nicht verlässlich davon abhalten kann, zu .
3.5.4 Die Vorinstanz durfte unter den gegebenen Umständen zu Recht davon ausgehen, die fristgerechte Wiederausreise der Gesuchstellerin sei nicht gewährleistet (vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 2 lit. c VEA). Zwar lässt sich diese Einschätzung nicht zu einer gesicherten Feststellung ; sie reicht aber aus, um die Erteilung einer Einreisebewilligung - auf welche wie bereits erwähnt ohnehin kein Rechtsanspruch besteht - .
3.6 An der Risikoeinschätzung vermag die Bereitschaft des , besondere Garantien zu leisten, nichts zu ändern. Bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten Wiederausreise sind nicht so sehr die Einstellung oder Absichten des Gastgebers, sondern ist in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeutung. Nur Letzterer ist in der Lage, hinreichend Gewähr für eine fristgerechte und  Wiederausreise zu bieten. Der Gastgeber kann zwar für gewisse  Risiken Garantie leisten, mangels rechtlicher und faktischer  nicht aber für ein bestimmtes Verhalten des Gastes.
3.7 Vor dem aufgezeigten sachlichen und rechtlichen Hintergrund kann , ob und falls ja, welchen Einfluss der von der schweizerischen  erhobene Vorwurf des Bestechungsversuchs auf die  hat. Ebenfalls nicht beantwortet werden muss die Frage, ob der deklarierte Aufenthaltszweck (Unterstützung und Mithilfe im Haushalt des Beschwerdeführers) als Erwerbstätigkeit einzustufen und damit vom  nicht gedeckt wäre.
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3.8 Die Vorinstanz hat mit der angefochtenen Verfügung kein Bundesrecht verletzt. Der rechtserhebliche Sachverhalt wurde richtig und vollständig festgestellt und die Vorinstanz hat das ihr zustehende Ermessen  und zutreffend ausgeübt (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
4. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem  aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des  vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv S. 7)
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