Decision ID: c28017e9-e80b-4e0f-a46d-349a3d66dfd5
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1970,
schloss im August 1989 die Lehre als Koch und Kellner ab. Zwischen
September 1989 und Mai 1993
arbeitete er
als Servicefachangestellter
in Restaurants in
Y._
und der Schweiz. Von Januar 1994 bis Dezember 2001 war
d
er
Versicherte
in verschiedenen Positio
nen bei der
Z._
tätig, zunächst als Logistiker und Chauffeur, danach im Hard
waresuppo
rt sowie als technischer Leiter und
Team-Leader.
In der Zeit vom Januar 2002 bis Mai 2003
widmete
er
sich
vollzeitlich
der
Erziehung seines Kindes und
der
Führung des
Familien
haushalts
.
Zwischen Juni und Dezember 2003 arbeit
ete
er als Geschäftsführer von zwei Restaurants. Von Februar 2004 bis September 2005 war
der Versi
cherte
als stellvertretender Abteilungsleiter im Bereich Logistik, Montage und Qualitätskontrolle bei der
A._
angestellt
. Zwischen Oktober 2005 und August 2010
war er
für die
B._
tätig
, zunächst als Regionalverantwortlicher für die Kantone Zürich, Aargau und Luzern, anschliessend als Verkaufsleiter für die Deutsch
sch
weiz. Von Februar 2011 bis
September 2014
arbeitete
d
er
Versicherte
bei
der
C._
als Verkaufsberater für die Region Ost und Basel
(
Urk.
7/20 S.
1-3;
Urk.
7/24 S. 4
).
Der Versicherte absolvierte zwischen
August 1996 und Juni 2001
verschiedene
Workshops im Bereich
der
Informationstechnologie.
Im April 2011 erwarb
er
das Betriebswirtschaftszertifikat sowie
das
Führungszerti
fikat
der
D._
(
Urk.
7/20 S. 3). Am 1
0.
Juni 2013
erlitt
der Versi
cherte eine bilaterale parazentrale und periphere Lungenembolie (
Urk.
7/17) und meldete sich am
1
9.
Dezember 2013 unter Hinweis
hier
auf zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
an
und beantragte eine
Um
schulung zum
medizinischen
Masseur (
Urk.
7/6
und
Urk.
7/13 S. 4
Ziff.
6
).
1.2
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte Auszüge aus dem individuellen Konto (
Urk.
7/12)
,
einen medizinischen Bericht
(
Urk.
7/17)
sowie eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienst
e
s
(RAD,
Urk.
7/23)
ein.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/22), verneinte die IV-Stelle
m
it Verfügung vom 1
4.
Juli 2014
(
Urk.
2)
einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.
2.
Gegen die Verfügung vom 1
4.
Juli 2014
(
Urk.
2
)
erhob der Versicherte am 1
5.
September 2014 Beschwerde
(
Urk.
1)
und beantragte, die
Verfügung
sei auf
zuheben und ihm seien die gesetzlichen Leistungen auszurichten, insbesondere eine Umschulung
und/oder weitere berufliche Massnahmen
zu finanzieren
,
so
wie es sei ihm mindestens eine
Viertelsrente
auszurichten
(S. 2). Mit Vernehm
lassung vom 1
4.
Oktober 2014
(
Urk.
6)
beantragte die
Beschwerdegegnerin
die
Abweisung der Beschwerde. Diese Eingabe wurde dem Beschwerdeführer am 1
6.
Oktober 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Invalide oder von einer Invalidität (
Art.
8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss
Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die
Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (
Abs.
1).
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (
Abs.
1
bis
).
Laut
Art.
8
Abs.
3
lit
.
b
IVG bestehen die Eingliederungsmassnahmen unter ande
re
m
in Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe).
1.3
Nach
Art.
17
Abs.
1 IVG hat der Versicherte Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert wer
den kann.
Der Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte Per
son wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten
Beruf und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehen
den zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen Richt
wert handelt (BGE 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488 E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b und S. 62 E. 1 je mit Hinweisen).
1.4
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmög
lichkeit zu vermitteln. Dabe
i bezieht sich der Begriff der „
annähernden Gleich
wertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebe
nen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliede
rung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2).
Für die Beurteilung der Gleichwertigkeit im Sinne der erwähnten Rechtspre
chung ist zwar in erster Linie auf die miteinander zu vergleichenden Erwerbs
möglichkeiten im ursprünglichen und im neuen Beruf oder in einer der ver
sicherten Person zumutbaren Tätigkeit abzustellen. Zwar geht es nicht an, den Anspruch auf Umschulungsmassnahmen - gleichsam im Sinne einer Moment
aufnahme - ausschliesslich vom Ergebnis eines auf den aktuellen Zeitpunkt begrenzten Einkommensvergleichs, ohne Rücksicht auf den qualitativen Ausbil
dungsstand einerseits und die damit zusammenhängende künftige Entwicklung der erwerblichen Möglichkeiten anderseits, abhängen zu lassen. Vielmehr ist im Rahmen der vorzunehmenden Prognose (BGE 110 V 99 E. 2) unter Berücksich
tigung der gesamten Umstände nicht nur der Gesichtspunkt der Verdienstmög
lichkeit, sondern der für die künftige Einkommensentwicklung ebenfalls bedeutsame qualitative Stellenwert der beiden zu vergleichenden Berufe mit zu berücksichtigen. Die annähernde Gleichwertigkeit der Erwerbsmöglichkeit in der alten und neuen Tätigkeit dürfte auf weite Sicht nur dann zu verwirklichen sein, wenn auch die beiden Ausbildungen einen einigermassen vergleichbaren Wert aufweisen (BGE 124 V 108 E. 3b; AHI 1997 S. 86 E. 2b; Urteile des Bundes
gerichts I 826/05 vom 28. Februar 2006 E. 4.1 in
fine
und I 783/03 vom 18. August 2004 E. 5.2 mit Hinweisen; Meyer-Blaser, Zum
Verhältnismässig
keitsgrundsatz
im staatlichen Leistungsrecht,
Diss
. Bern 1985, S. 186).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte
zur Begründung ihrer
leistungsabweisenden
Verfügung vom 1
4.
Juli 2014
(
Urk.
2)
aus
, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit weiterhin zumutbar sei.
I
n ihrer Vernehmlassung vom 1
4.
Oktober 2014
(
Urk.
6)
präzisierte
sie
, dass
dem Beschwerdeführer
die Aus
übung einer sitzenden Tätigkeit weiterhin möglich
sei,
ein besser angepasstes
Fahrzeug
das Risiko einer weiteren Lungenembolie verhindern oder zumindest verringern könne und es dem Beschwerdeführer
zudem zumutbar sei, bei län
gerem Sitzen, insbesondere bei längeren
Autofahrten
,
regel
m
ässig kurze Pausen einzulegen, um
umherzugehen und
sich
die Beine zu vertreten (S. 1 und S. 2).
2.
2
Der Beschwerdeführer machte in se
iner Beschwerde
(
Urk.
1)
geltend, dass
die
sitzen
de Tätigkeit
in seiner angestammten Tätigkeit
für ihn
nicht länger zumut
bar sei, weshalb er einen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art, insbesondere eine
Umschulung, habe (S. 3 und S. 4
f
.).
Des Weiteren ver
langte er die Zusprechung
einer Invalide
nrente
, da er ohne Umschulung einem
Beruf im Gastgewerbe nachgehen müsste, was mit einer Einkommens
ein
busse von mehr als 40
%
verbunden wäre (S. 6 f.
).
Der
Beschwerdeführer
rügte
schliesslich eine Verletzung der Abklärungspflichten
durch die
Beschwerdegeg
nerin
(S. 4).
3.
3
.1
Mit Zeugnissen von
Dr.
med.
E._
,
Facharzt Allgemeinmedizin FMH, vom 1
2.
Juli 2013 (
Urk.
7/7
/5
) und v
om 2
1.
August 2013 (
Urk.
7/7/
3) wurde de
m
Beschwerdeführer ohne Diagnoseangabe vom 1
0.
Juni bis inklusive 3
1.
Juli 2013 sowie am
2.
August 2013 eine 100
%
ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Am 2
8.
August 2013 (
Urk.
7/7/
4) respektive 1
6.
O
ktober 2013 (
Urk.
7/7/
2) attestierte
er
dem Beschwerdeführer
ohne Diagnoseangabe
für die Zeit vom
1.
August bis 3
1.
Oktober 2013
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
.
3
.2
Dr.
E._
stellte am
1
0.
Februar 2014 (
Urk.
7/14) zuhanden des damaligen Arbeitgebers des Beschwerdeführers
, der
C._
,
ein weiteres Zeugnis aus. Darin verwies er auf die Lungenembolie
und hielt fest
, es müsse davon ausgegangen werden, dass die
se
durch
die vorwiegend
sitzende berufli
che Tätigkeit des Beschwerdeführers in ungünstiger Position ver
ursa
cht
worden sei.
Dr.
E._
führte weiter aus
, dass
der
Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben für
die Ausübung der beruflichen Tätigkeit
ein vom Arbeitgeber zur Verfügung gestelltes Fahrzeug benutzen müsse, welches seinen Körpermassen
keineswegs
angepasst
beziehungsweise
anpassbar sei. Entsprechend
warf
er
die Frage auf, ob der Arbeitgeber dem Beschwerdeführer nicht ein anderes Fahrzeug zur Verfügung
stellen könne
,
da
d
ies
er mehrere Stunden pro Tag im Fahrzeug verbringen müsse.
3
.3
Im Bericht vom 1
7.
März 2014 (
Urk.
7/17) führte
Dr.
E._
aus, dass die sitzende Berufstätigkeit der einzige Risikofaktor für
eine
weitere Lungenembolie sei, da der Beschwerdeführer viele Stunden in einem Fahrzeug verbringe
n müsse
, welches
seiner
Körpergrösse nicht angepasst sei.
Dr.
E._
wies darauf hin, dass es trotz Interventionen beim Arbeitgeber nicht möglich sei, dem Beschwerdeführer ein angepasstes Fahrzeug zur Verfügung zu stellen, wes
halb das Risiko für
eine
weitere Lungenembolie best
ehe und er
dem Beschwer
deführer deshalb geraten habe, sich beruflich umzuorientie
ren.
3
.4
Im
Verlaufsprotokoll/
Berufsberatung der
Beschwerdegegnerin
vom 2
7.
Mai 2014 (
Urk.
7/24)
wurde gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers fest
ge
halten, dass die Lungenembolie dadurch ausgelöst worden sei, dass der Be
schwerdeführer für die Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit
ein
Fahrzeug
des Arbeitgebers
habe
benutzen müssen
. Der Arbeitgeber habe sechs Monate vor der Lungenembolie neue Fahrzeuge angeschafft, welche für gross
gewachsene
Per
sonen völlig unangepasst seien. Der Beschwerdeführer habe zusammen mit sei
nem Arzt versucht, ein anderes Fahrzeug zu erlangen, was vom Arbeitgeber indessen abgelehnt worden sei
.
Im Nachgang zur
Lungenembolie
habe der Beschwerdeführer
an Panikattacken
gelitten
, welche seit Beginn des Jahres 2014
indessen
nicht mehr vorgekommen seien
. Zudem seien
die
Schmerzen in den Beinen des Beschwerdeführers nach Wiederaufnahme der
Tätigkeit
bei der
C._
nach
Ende der
Arbeitsunfähigkeit sogleich wieder auf
getreten (S. 2)
.
Der B
eschwerdeführer bemerkte zudem, dass
er mit 40 Jahren langsam zu alt sei für die Tätigkeit als Verkaufsberater
(S. 3)
.
3
.5
In der Stellungnahme
vom
5.
April
2014 (
Urk.
7/23)
hielt
med.
pract
.
F._
,
Facharzt für Arbeitsmedizin
vom RAD
,
fest
, dass die bisherige Tätigkeit des Beschwerdeführers unter Beachtung des Belastungsprofils
(sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit aufzustehen und umherzugehen respektive
wechselbelas
tende
Tätigkeit)
als angepasst angesehen werden könne.
Des Weiteren
wurde festgehalten
, dass es aus versicherungsmedizinischer Sicht zumutbar sei, bei längeren Autofahrten im Aussendienst
(über eine Stunde Fahrt)
kurze Pausen einzulegen
,
um
sich
die Beine zu vertreten und zudem auch eine Anpassung des Autositzes zu prüfen sei (S. 1).
4.
4
.1
Dr.
E._
diagnostizierte eine
Lungenembolie,
die er auf die überwiegend sitzende Berufstätigkeit des Beschwerdeführers in einem Fahrzeug, welches der Körpergrösse des Beschwerdeführers nicht angepasst war, zurückführte (
Urk.
7/14
,
Urk.
7/17).
Der Umstand, dass
Dr.
E._
in einem ersten Schritt
die Beschaffung eines für den Beschwerdeführer geeigneten Fahrzeugs
empfahl
(
Urk.
7/14), zeigt, dass das Risiko für
eine
weitere Lungenembolie durch
den Gebrauch
eine
s geeigneten Fahrzeugs hätte
beseitigt
respektive vermindert
wer
den können. Ansonsten hätte
Dr.
E._
als erste
n
Schritt zweifellos nicht
den Gebrauch
eines anderen Fahrzeugs
empfohlen
. Erst in einem zweiten Schritt, nämlich nachdem
sich
die Beschaffung eines besser geeigneten Fahr
zeugs durch
die
C._
als un
möglich
erwiesen hatte
, riet
Dr.
E._
dem Beschwerdeführer, sich beruflich umzuorientieren.
Dies zeigt, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung seiner Tätigkeit als
Verkauf
s
berater
bei der
C._
mit einem geeigneten Fahrzeug
weiter
hin zumutbar gewesen wäre.
Das Gesagte gilt nicht nur für einen Verkaufsberater, welcher 90
%
seiner Arbeits
zeit im Fahrzeug verbringt
(
Urk.
1 S. 4 Ziff
. 9)
, sondern umso mehr
auch
für
Berater
,
die
einen geringeren Teil ihrer Arbeitszeit im Auto verbringen res
pektive ihre Beratungstätigkeiten im Büro
ausführen
.
D
ie Tätigkeit als
Ver
kaufsberater
setzt
nicht zwingend voraus, dass der Berater 90
%
seiner Arbeits
zeit
im Auto sitzt
. In diesem Zusammenhang ist
daran zu erinnern
, dass
Dr.
E._
eine sitzende Berufstätigkeit nicht
grundsätzlich
ausschloss
, son
dern lediglich das Sitzen in einem
dem
Beschwerdeführer
nicht angepassten
Fahrzeug
während mehrere
n
Stunden pro Tag (
Urk.
7
/14
,
Urk.
7/17)
.
Zum glei
chen Ergebnis kam auch der RAD in seiner Stellungnahme vom
5.
April 2014
(
Urk.
7/23)
, wo ebenfalls auf eine sitzende Tätigkeit mit
der
Möglichkeit, von Zeit zu Zeit aufzustehen und umherzugehen
,
verwiesen wurde
(
S. 1).
Entspre
chend ist der Beschwerdeführer in der Ausüb
ung einer beruflichen Tätigkeit
weder als Verkaufsberater
noch in einer anderen Tätigkeit
eingeschränkt, sofern er seine Arbeitszeit nicht überwiegend in einem für ihn ungeeigneten Fahrzeug verbringt.
4.2
Bei der Beurteilung der in Frage stehenden Erwerbsunfähigkeit ist damit nicht ausschliesslich und in isolierter Weise auf die Tätigkeit, welche der Beschwer
deführer bei der
C._
ausgeübt hat, abzustellen. Es gilt vielmehr zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer zukünftig eine Tätigkeit in seinen bisherigen Tätigkeitsbereichen im Verkauf, Gastgewerbe oder in der IT- und Logistik-Branche zumutbar ist. Beratertätigkeiten können im Büro erbracht werden, so dass der Verkaufsberater, wenn überhaupt, nur einen
geringen
Teil respektive zumindest nicht den überwiegenden Teil seiner Arbeitszeit im Auto verbringt. Dies gilt selbstredend nicht nur für Tätigkeiten als Verkaufsberater, sondern
auch für jene im Gastgewerbe oder in der IT- und Logistikbranche. Im Übrigen schloss der behandelnde Arzt des Beschwerdeführers,
Dr.
E._
, eine sitzende Berufstätigkeit nicht grundsätzlich aus, sondern lediglich das Sit
zen in einem der Körpergrösse des Beschwerdeführers nicht angepassten Fahr
zeug während mehreren
Stunden pro Tag (
Urk.
7/14
,
Urk.
7/17).
4.3
Vor diesem Hintergrund fehlt es dem Beschwerdeführer an einer drohenden oder bereits eingetretenen Invalidität respektive an einer Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit
,
ist ihm doch das bisherige Berufsfeld - mit der einzigen Ein
schränkung des längerdauernden Verharrens in nicht anatomischen Autositzen - weiterhin zumutbar. Dass die letzte Arbeitgeberin keine Hand für eine entspre
chende Anpassung des Fahrzeugs bot, führt nicht zur Invalidität des Beschwer
deführers, denn die Ausübung seines Berufes
als Verkaufsberater
ist ihm nach wie vor zumutbar, wenn auch nicht an der letzten konkreten Stelle.
Der Anspruch auf eine Umschulung scheitert demnach bereits an der Gleichwer
tigkeit einer neuen Tätigkeit, weil jede Neuausbildung eine zusätzliche Qualifi
ka
tion mit sich bringen würde, welche im Vergleich mit der noch zumutbaren bisherigen Tätigkeit nicht mehr gleichwertig wäre. Eine allfällige
Einkommens
einbusse
nach dem Verlust der letzten Tätigkeit ist nicht aufgrund der
medizi
nisch begründeten
Unzumutbarkeit der Tätigkeit zu erkennen, sondern einzig wegen der guten
Entlöhnung
an der letzten Stelle. Eine qualitative Gleichwer
tigkeit der Erwerbsmöglichkeit ist ohne weiteres gegeben, und zwar auch in erwerblicher Hinsicht, sofern sich der Beschwerdeführer an einer neuen Stelle wieder etablieren kann.
4.4
Bei diesem Resultat
steht
dem Beschwerdeführer
kein Anspruch auf Ums
chu
lung nach
Art.
8 respektive
Art.
17 IVG
zu.
Im Übrigen
wäre
fraglich, ob die vom Beschwerdeführer beantragte Umschulung zum medizinischen Masseur (
Urk.
1 S. 5 f.) die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers im Sinne von
Art.
17 IVG erhalten
respektive
verbessern würde.
In der Schweizerischen
Lohnstruk
turerhebung
2010
wird der
durchschnittliche
monatliche Bruttolohn
von Män
nern, welche
im privaten Sektor
im Bereich des Gesundheitswesens tätig sind
,
mit
Fr.
6‘501
.--
aufgeführt
(vgl. LSE 2010 Tabelle TA
1, Ziffer 86,
Anforde
rungsn
iveau
3
)
.
Diese Angabe
ist im vorliegenden Fall
indessen
wenig aussa
ge
kräftig, erfasst
der Begriff „Gesundheitswesen“
doch nicht nur medizinische Masseure, sondern eine Vielzahl
weiterer
medizinischer Berufe. Aussagekräftiger sind
demgegenüber
die Angaben der Organisation der Arbeitswelt Medizinischer Masseure, wonach
sich
der durchschnittliche monatliche Bruttolohn v
on Mass
euren mit eidgenössischem
Fachausweis respektive
Fachausweis SRK in der Deutschschweiz
auf
Fr.
5’011.72
und bei einem allfälligen 1
3.
Monatslohn auf
Fr.
5‘429.35
beläuft
(vgl.
http://www.oda-mm.ch/fileadmin/download/Lohn
emp
fehlung/Auswertung_Lohnumfrage_02_d.pdf
, abgerufen am
6.
Februar 2015)
.
Gemäss den Angaben der Gesellschaft physikalischer Therapien in der Schweiz beginnt der Monatslohn diplomierter medizinischer Masseure ab dem ersten Berufsjahr mit
Fr.
4‘700
.--
, dem dritten
J
ahr mit
Fr.
5‘000
.--
, dem fünften
J
ahr mit
Fr.
5‘500
.--
und ab dem
7.
Berufsjahr mit
Fr.
5‘900
.--
, was bei einem 1
3.
Monatslohn
Fr.
6‘391.65 entspricht
(vgl.
http://www.gpts.ch/213.html
,
abge
rufen am
6.
Februar 2015). Der Beschwerdeführer
bezog
bei
der
C._
i
m
2012
ein
Jahressalär
in der Höhe von
Fr.
96‘477
.--
(
Urk.
7/12 S. 1), was einem Monatslohn von
Fr.
8‘
039.75 entspricht. Damit
würde
der Lohn, mit welchem der Beschwerdeführer nach erfolg
ter Umschulung zum medizinischen
Masseur rechnen könnte, wesentlich unter jenem Einkom
men
liegen
, welche
s
er
in seinen letzten Tätigkeiten erzielte (
Urk.
7/5)
und an einer vergleichbaren Stelle weiterhin verdienen könnte,
weshalb
es
auch
am
Erfordernis der Erhaltung respektive Verbesserung der Erwerbsfähigkeit
fehlen würde
.
4.5
An dieser Beurteilung vermögen auch die vom Beschwerdeführer gemachten Ausfü
hrungen betreffend das monatliche Einkommen im Gastgewerbe in der Höhe von
Fr.
4‘
215
.--
respektive als Hilfsarbeiter von
Fr.
4‘
535
.--
nichts zu ändern
(
Urk.
1 S. 6 f.)
.
D
em Beschwerdeführer
ist
die Ausübung der Tätigkeit als Verkaufsberater
weiterhin
zu
mutbar
, er
hat sich zudem
seit Abschluss seiner Lehre als Koch und Kellner
im Bereich
der
Informationstechnologie
weitergebil
det, das Betriebswirtschaftszertifikat sowie
das Führungszertifikat erworben
und
war
zudem nicht nur im Gastgewerbe und im Verkauf tätig, sondern auch im Bereich der Informationstechnologie und der Logistik
(
Urk.
7/20 S. 1-3)
.
Ent
spr
echend
ist zur Ermittlung des möglichen Einkommens nicht auf die Ein
kommensverhältnisse im Gastgewerbe abzustellen, hat der Beschwerdeführer doch seit Jahren nicht mehr in diesem Bereich gearbeitet und ist eine Ver
kaufstätigkeit naheliegender.
Dass
der Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin festgehalten
hat
, dass er langsam aber sicher zu alt sei für die Tätigkeit als Verkaufsberater (
Urk.
7/24 S. 3)
,
ist
IV-fremd und somit
nicht von Relevanz
.
4.6
Von weiteren Abklärungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb sich solche erübrigen (antizipierte Bewe
iswürdigung, BGE 122 V 162 E. 1
d).
An dieser Beurteilung ändert auch der Einwand des Beschwerdeführers nichts, die Beschwerdegegnerin sei selbst der Ansicht gewesen, es seien noch nicht alle notwendigen Abklärungen vorgenommen worden (
Urk.
1 S. 4). Der Beschwer
de
führer bezieht sich dabei auf die Bemerkung
i
m
Verlaufsproto
koll
/Berufs
bera
tung (
Urk.
7/24), wo darauf hingewiesen wurde, dass noch nicht geklärt sei, ob
der Arbeitsplatz des Beschwerdeführers bei der
C._
durch die Beschaffung eines anderen Fahrzeugs erhalten werden könne (S. 1 unten). Diese Bemerkung betraf nicht die Frage nach dem Gesundheitszu
stand respek
tive der Zumutbarkeit künftiger Tätigkeiten des Beschwerdeführers, sondern den Umstand, ob eine berufliche Massnahme überhaupt notwendig ist. Ebenso we
nig greift der Einwand des Beschwerdeführers betreffend die Pani
kattacken und Schmerzen in den Beinen. Im Zeitpunkt der Stellungnahme des RAD (
Urk.
7/23) lag die letzte Panikattacke des Beschwerdeführers mehr als vier Monate zurück (
Urk.
7/24 S. 2). Abgesehen davon wurden die Panikattacken in
den
Bericht
en von
Dr.
E._
(
Urk.
7/14,
Urk.
7/17) nicht erwähnt. Die Schmerzen in den Beinen wurden in der Stellungnahme des RAD insofern berück
sichtigt, als kon
krete Empfehlungen betreffend das Aufstehen und Um
hergehen respektive das Einlegen von Pausen während Autofahr
t
en abgegeben wurden.
5.
Bei Zumutbarkeit der letzten Tätigkeit (mit leichter Anpassung) besteht grund
sätzlich kein Raum für die Annahme einer Invalidität, obwohl der Beschwerde
führer seine letzte konkrete Stelle gesundheitsbedingt verloren hat.
Wollte man gleichwohl einen Einkommensvergleich durchführen und davon ausgehen, dass sich der Beschwerdeführer an einer neuen Stelle nicht gleich gut etablieren kann, wäre das
Valideneinkommen
mit
Fr.
96‘477.-- (zuletzt im Jahr 2012 erzielter Lohn,
Urk.
1 S. 7
Ziff.
18 und
Urk.
7/12) zu bemessen.
Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens fällt ins Gewicht, dass der Beschwer
deführer eine Ausbildung im Gastronomiebereich abgeschlossen und hernach in verschiedenen Tätigkeiten, zum Teil mit Führungsaufgaben, gear
beitet hat. Sodann hat er Weiterbildungen im Bereich Informationstechnologie und Betriebswirtschaft absolviert. Alle diese Tätigkeiten sind ihm
gesundheits
bedingt
zumutbar und damit solche, für welche Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt werden. Dies gilt beispielsweise für eine mit der zuletzt ausgeüb
ten Tätigkeit vergleichbare Arbeit im Grosshandel, bei welcher gemäss der Lohnstrukturerhebung 2010 ein Lohn von
Fr.
6‘077.-- zu erzielen war (
vgl. LSE 2010
Tabelle TA1
, Ziffer
46
, Anforderungsniveau 3
). Eine
Tätigkeits
aufnahme
im wesentlich schlechter
entlöhnten
Sektor des Gastgewerbes drängt sich nach Weiterbildungen und jahrelanger Tätigkeit in fremden Sektoren nicht auf. Aufgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit von wöchentlich 41.7 Stunden und unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung (bis ins äquivalente Jahr des letzten ungeschmälerten Lohnes 2012 statt das relevante Jahr 2014, für welches noch keine entsprechenden Daten erhältlich sind) von Index 2150 auf Index 2188 (Die Volkswirtschaft 1-2015 S. 92 Tabelle B 9.2 und S. 93 Tabelle B 10.3)
ergibt sich ein Jahreseinkommen von
Fr.
77
‘
36
7
.
--. Ein Abzug von diesem Tabellenlohn ist nicht angezeigt, da der Beschwerdeführer mit entsprechender Fahrzeuganpassung vollumfänglich arbeitsfähig ist.
Bei einem
Validenlohn
von
Fr.
96‘477.-- und einem Invalideneinkommen von
Fr.
77‘367.-- resultiert eine Lohneinbusse von
Fr.
19‘110.-- oder ein
Invalidi
täts
grad
von 19.8
%
, bei welchem Ergebnis - selbst bei dieser Betrachtungswei
se
kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung besteht.
6
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich
unter allen Titeln
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7
.
Die Kosten des Ver
fahrens gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
700.--
festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerle
gen.