Decision ID: 90f7c169-8db0-40f2-8adb-de0bdcbbe68f
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Bürgi, Haus zur alten Dorfbank,
9313 Muolen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Der Versicherte A._ meldete sich am 25. September 2007 erneut zum Bezug
von Rentenleistungen an (IV-act. 77). Es läge eine massive Verschlechterung körperlich
und psychisch vor, sodass er weiterhin zu 100% arbeitsunfähig sei.
A.b Nach einem Sturz und der dadurch verursachten Steissbeinkontusion am 23.
Februar 2003 war der Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. Ein Gesuch des
Versicherten um Rentenleistungen und berufliche Massnahmen wurde mit
Einspracheentscheid vom 7. November 2005 von der IV-Stelle St. Gallen abgelehnt (IV-
act. 71). Die IV-Stelle stützte ihren Entscheid auf ein Gutachten des Ärztlichen
Begutachtungsinstituts (ABI), worin dem Versicherten für körperlich leichte Tätigkeiten
mit intermittierend auch mittelschweren Anteilen ohne Leistungseinschränkung eine
100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wurde (IV-act. 59).
A.c Nach dem erneuten Gesuch um Rentenleistungen vom September 2007 holte die
IV-Stelle bei der behandelnden Ärztin des Versicherten, Dr. med. B._, FMH
Psychiatrie und Psychotherapie, einen Arztbericht ein. Diese stellte am 19. Dezember
2007 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende depressive
Störung mittelschwerer bis periodisch schwerer Ausprägung ohne psychotische
Symptome mit im Vordergrund stehenden intensiven und permanenten Rücken- und
Kopfschmerzen, schwere Anhedonie, frühmorgendliches Erwachen mit Morgentief,
schwere Schlafstörungen, psychomotorische Hemmung, Insuffizienzerleben, Störung
der Vitalgefühle, Appetitverlust, Libidoverlust, Isolationstendenz und subakute
Suizidalität (ICD-10 F33.2). Weiter lägen eine unreife, einfach strukturierte, ängstlich-
abhängige Persönlichkeitsstruktur (ICD-10 Z73.1), schwierige finanzielle und
psychosoziale Umstände (ICD-10 Z56, Z59, Z60.1, Z60.2) sowie Nikotinabusus (ICD-10
F17.1) vor, die sich jedoch nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Der Versicherte sei
zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 89). Auch der Hausarzt Dr. med. C._ bestätigte mit
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Schreiben vom 12. November 2007, dass es dem Versicherten körperlich und
psychisch "hundsmiserabel" gehe. Er könne sich nicht vorstellen, wie der Versicherte in
seinem Zustand irgendwelcher beruflicher Tätigkeit nachgehen könnte (IV-act. 86).
A.d Aufgrund dieser Befunde wurde am 15. Oktober 2008 eine Verlaufsbegutachtung
im ABI Basel durchgeführt. Die Arbeitsfähigkeit des Versicherten werde beeinflusst von
einer leichten depressiven Episode (ICD-10 F32.0), einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), einem chronifizierten lumbalbetonten
Panvertebralsyndrom (ICD-10 M53.8) sowie einem Impingement-Syndrom linke
Schulter Grad I (ICD-10 M75.4). Die leichten depressiven Episoden existierten als
Komorbidität zu der somatoformen Schmerzstörung. Der Versicherte sei aus
psychiatrischer Sicht in seiner Arbeitsfähigkeit um 20% eingeschränkt (IV-act. 95).
A.e Mit Vorbescheid vom 5. Januar 2009 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass sich seit der Abweisung vom 20. Juli 2005 sein Gesundheitszustand nur leicht
verschlechtert habe. Das Leistungsbegehren würde deswegen bei einem IV-Grad von
unter 40% abgewiesen (IV-act. 99). Dagegen erhob der Versicherte am 5. Februar 2009
Einwand (IV-act. 103, 107).
A.f In der Zeit vom 9. Februar 2009 bis 27. Februar 2009 war der Versicherte auf der
Kurzzeittherapie-Station des Psychiatrischen Zentrums St. Gallen hospitalisiert. Als
Diagnosen wurden im Bericht vom 12. März 2009 eine depressive Episode,
schwergradig (ICD-10 F32.2), eine somatoforme Schmerzstörung, schwierige
finanzielle und psychosoziale Umstände (ICD-10 Z56, Z59, Z60.1, Z60.2) sowie
Nikotinabhängigkeit (ICD-10 F17.2) genannt. Während der Behandlung habe sich eine
diskrete Verbesserung der Symptomatik gezeigt von initial schwerem bis schliesslich
weiterhin mittelgradig ausgeprägtem depressivem Zustandsbild. Bei Austritt wurde die
Arbeitsfähigkeit auf 0% eingestuft (IV-act. 108). In seiner Stellungnahme vom 9. April
2009 führte der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der IV-Stelle aus, dass sich die
psychopathologischen Symptome bei Austritt bis auf die Affektstörung nicht von dem
im Gutachten erhobenen Status unterscheiden würden. Eine vorübergehende
Verschlechterung der Depression sei gegeben. Da der aktuelle Gesundheitszustand
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unklar sei, sei ein Verlaufsbericht mit Zustandsbild bei Dr. med. B._ einzuholen (IV-
act. 111).
A.g Im Bericht vom 20. April 2009 attestierte Dr. med. B._ eine Verschlechterung
des Gesundheitszustands. Die Diagnose habe sich nicht verändert. Es liege eine
schwere depressive Entwicklung mit emotionaler Labilität, Suizidalität, generalisierte
und intensive Schmerzen, Anhedonie und Schlafstörungen vor (IV-act. 115). Auch
hierzu bemerkte der RAD mit Schreiben vom 7. Mai 2009, dass sich die
Funktionsausfälle nur unwesentlich vom im ABI-Gutachten erhobenen Befund
unterscheiden würden. Die von Dr. med. B._ angeführten Symptome entsprächen
anhand der ICD-10 Kriterien nur einer leichten depressiven Episode. Es könne somit
auf das ABI-Gutachten abgestellt werden (IV-act. 116).
A.h In der Folge verfügte die IV-Stelle am 7. Mai 2009 im Sinn des Vorbescheides die
Abweisung des Leistungsbegehrens. Es sei dem Versicherten aus medizinischer Sicht
noch zumutbar, eine mittelschwere Tätigkeit zu 80% auszuüben. Der Invaliditätsgrad
betrage 20%. Da er unter 40% liege, bestehe kein Rentenanspruch. Das
Leistungsbegehren werde abgewiesen (act. G 1.1.1).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 11. Juni 2009. Der
Beschwerdeführer beantragt, die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihm
mindestens eine halbe IV-Rente auszurichten. Eventuell sei die Sache zur
medizinischen Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen und diese sei zu
verpflichten, den Invaliditätsgrad neu zu ermitteln. Es sei ihm die unentgeltliche
Rechtspflege und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch den unterzeichneten
Rechtsanwalt zu bewilligen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwerdegegnerin. Der Beschwerdeführer bemängelt das ABI-Gutachten. Es sei
nicht erkennbar, welche Tests und Untersuchungen durchgeführt worden seien. Auch
fehlten Angaben über die Methode der Untersuchung. Um die Schlüssigkeit der
Abklärungsbefunde überprüfen zu können, müsse man wissen, in welchem Rahmen
die Untersuchungen stattgefunden hätten. Von Bedeutung seien insbesondere Anzahl,
Ort und Dauer der einzelnen Sitzungen sowie Angaben über anwesende Personen.
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Ohne Kenntnis dieser äusseren Rahmenumstände könne das Gutachten nicht beurteilt
werden, d.h. dieses müsse wegen fehlender Angaben als mangelhaft bezeichnet
werden. Der Beschwerdeführer sei aufgrund von drei jeweils halbstündigen
Gesprächen beurteilt worden. Er habe sich kaum äussern können, es sei ihm keine
Gelegenheit gegeben worden, um über seine Probleme zu sprechen und insbesondere
seine psychischen Schwierigkeiten zur Darstellung zu bringen. Die Abwicklung der
Exploration und die Untersuchungsmethode insbesondere bei der Erhebung der
psychiatrischen Befunde müssten als absolut zweifelhaft bezeichnet werden. Das
Risiko einer Fehleinschätzung sei nach der allgemeinen Lebenserfahrung zweifellos
umso grösser, je unsorgfältiger die ihr zugrunde liegende Untersuchung sei. Die
Einschätzung, dass der Beschwerdeführer noch zu 80% arbeits- und leistungsfähig sei,
sei jedenfalls nicht nachvollziehbar. Sodann fänden sich keine Angaben darüber, wie
der Prozentsatz der Arbeitsfähigkeit errechnet worden sei und es bestünden Zweifel an
der Unabhängigkeit des ABI. Dieses Institut lebe von den ständigen Aufträgen der
kantonalen IV-Stellen und sei von ihnen geradezu abhängig. Eine neutrale und
objektive Beurteilung sei unter diesen Umständen nicht mehr gewährleistet.
Insbesondere bei der Untersuchung der psychiatrischen Fragen sei die Tendenz zur
einseitigen Beurteilung zu Gunsten des Auftraggebers offensichtlich. Es werde daher
beantragt, eine erneute Begutachtung bei der Psychiatrischen Poliklinik des
Universitätsspitals Zürich durchzuführen. Schliesslich sei festzuhalten, dass das
Gutachten im Widerspruch zu den Berichten der behandelnden Ärzte stehe. Daher
dränge sich eine umfassende Expertise auf (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 20. August 2009 beantragt die IV-Stelle die
Abweisung der Beschwerde. Das ABI sei eine anerkannte medizinische
Abklärungsstelle und sei als solche unabhängig. Gemäss dem ABI-Gutachten seien
keine fassbaren klinischen oder radiologischen Veränderungen, welche die subjektiv
hochgradige Schmerzintensität und insbesondere die ausgeprägte Behinderung
erklären könnten, nachweisbar. Aus somatisch-rheumatologischer Sicht liege
funktionell eine höchstens leichtgradig eingeschränkte Belastbarkeit der Wirbelsäule
sowie im Bereich der linken Schulter ein Impingement-Syndrom Grad I vor. Aufgrund
dieser wenig ausgeprägten somatischen Befunde am Bewegungsapparat erscheine es
plausibel, dass das ABI aus somatischer Sicht von einer uneingeschränkten
Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeiten
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ausgegangen sei. Der psychiatrische Experte habe in seiner Beurteilung dargelegt, die
psychosozialen und emotionalen Belastungsfaktoren seien deutlich ausgeprägt und
drückten sich in den körperlichen Schmerzen aus. Diagnostisch handle es sich um eine
somatoforme Schmerzstörung. Der Explorand leide auch unter depressiven
Verstimmungen. Die Arbeitsfähigkeit sei durch die leichte depressive Episode und die
anhaltende somatoforme Schmerzstörung um 20% eingeschränkt. Entgegen der
Ansicht des Beschwerdeführers würden fehlende Angaben zur Dauer der
Untersuchung das Gutachten nicht in Frage zu stellen vermögen, wenn keinerlei
Hinweise auf materielle Mängel des Berichts bestünden. Das ABI-Gutachten erfülle die
Kriterien für beweiskräftige Gutachten, so dass grundsätzlich darauf abzustellen sei.
Somatoforme Schmerzstörungen seien mit einer zumutbaren Willensanstrengung
überwindbar. Aus der Beschreibung der Symptome und der psychischen Vorgänge in
der psychiatrischen Beurteilung werde deutlich, dass das Schmerzgeschehen
dominiere und dass ausserdem invaliditätsfremde psychosoziale Belastungsfaktoren
die depressive Stimmung mitbestimmen würden. Demnach sei in Abweichung vom
ABI-Gutachten davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer eine
Schmerzüberwindung vollumfänglich zumutbar sei, so dass keine Arbeitsunfähigkeit
aus psychischen Gründen anzunehmen sei. Das ABI habe sich mit dem Bericht der
behandelnden Psychiaterin Dr. med. B._ vom 19. Dezember 2007
auseinandergesetzt. Es erscheine möglich, dass es im Jahr 2007 zu einer
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands des Beschwerdeführers
gekommen sei. Es sei aber nicht davon auszugehen, dass sich diese mögliche
zwischenzeitliche Verschlechterung der depressiven Symptomatik auf die zumutbare
Arbeitsfähigkeit ausgewirkt habe. Die im Bericht des Psychiatrischen Zentrums St.
Gallen vom 12. März 2009 zum Zeitpunkt des Austritts aufgeführten
psychopathologischen Symptome würden sich bis auf die Affektstörung nicht von dem
im ABI-Gutachten erhobenen Status unterscheiden. Der stationäre Aufenthalt sei
jedoch Folge einer vorübergehenden Verschlechterung der Depression gewesen.
Weiter sei festzuhalten, dass die im Verlaufsbericht von Dr. med. B._ beschriebenen
Befunde anhand der ICD-10 Kriterien einer leichten depressiven Episode entsprächen.
Es erscheine nicht überwiegend wahrscheinlich, dass sich der psychische Zustand des
Versicherten seit der ABI-Begutachtung anhaltend verschlechtert habe. Es bestünde
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kein Rentenanspruch, selbst wenn von einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen
würde (act. G 3).
C.
Am 24. August 2009 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung
bewilligt (act. G 5).
D.
Mit Replik vom 5. September 2009 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest.
Er führt aus, dass die Erkenntnisse der behandlenden Ärzte wichtig seien und bestreitet
die Zumutbarkeit der Schmerzüberwindung (act. G 6).
E.
In der Folge verzichtete die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 11. September
2009 auf eine Duplik (act. G 8).

Considerations:
Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
zeitlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der
Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
466 E. 1, 126 V 435 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am 7.
Mai 2009, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der
revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher
und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über die noch
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nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage
zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des
Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber
der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die
seit 1. Januar 2008 geltenden Bestimmungen wiedergegeben.
2.
2.1 Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können,
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40
Prozent arbeitsunfähig im Sinn von Art. 6 ATSG gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid im Sinn von Art. 8 ATSG sind (Art. 28 Abs. 1
IVG). Invalidität im Sinn von Art. 8 ATSG ist die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Dabei ist die
Erwerbsunfähigkeit als der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1
ATSG).
2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG richtet sich die Invalidenrente nach dem
Invaliditätsgrad. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent vor, besteht
Anspruch auf eine Viertelsrente. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent
ist der Anspruch auf eine halbe Rente gegeben. Eine Dreiviertelsrente können
Versicherte beanspruchen, die einen Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent
aufweisen und eine ganze Rente, wer einen Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent
aufweist. Der Invaliditätsgrad seinerseits wird bei Erwerbstätigen mittels
Einkommensvergleich bestimmt. Dabei wird das Valideneinkommen in Beziehung
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gesetzt mit dem Invalideneinkommen, also dem Erwerbseinkommen, das nach Eintritt
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen in zumutbarer Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielt werden könnte (Art. 16 ATSG).
2.3. Um die Erwerbsunfähigkeit, die Arbeitsunfähigkeit und den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
256 E. 4). Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu
erfolgende Beurteilung, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens
die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen
stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die
Gesellschaft tragbar ist (BGE 127 V 294 E. 4c mit Hinweisen). Einer versicherten Person
ist die Ausübung entsprechend profilierter Tätigkeiten in dem Umfang zumutbar, wie
sie vom funktionellen Leistungsvermögen und vom Vorhandensein bzw. von der
Verfügbarkeit psychischer Ressourcen her eine (Rest-)Arbeitsfähigkeit aufweist, es sei
denn andere als medizinische Gründe stünden der Bejahung der Zumutbarkeit im
Einzelfall in invalidenversicherungsrechtlich erheblicher Weise entgegen (vgl. BGE 132
V 393 E. 3.2; vgl. BGE 114 V 286; Urteil des Bundesgerichts I 216/04 vom 16.
September 2004 E. 3.2). Relevant ist somit nicht die medizinisch-theoretische
Schätzung der Arbeitsunfähigkeit (vgl. BGE 111 V 239). Vielmehr muss darauf
abgestellt werden, in welchem Mass die versicherte Person aus gesundheitlichen
Gründen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich nicht mehr nutzbringend tätig sein
kann (vgl. BGE 115 V 404). Das subjektive Empfinden der Versicherten Person kann
dabei allerdings, insbesondere wenn es sich nicht mit der Auffassung der
medizinischen Fachleute deckt, für sich allein nicht massgebend sein (Urteil des
Bundesgerichts I 677/03 vom 28. Mai 2004 E. 2.3.1 und I 803/05 vom 6. April 2006 E.
4). Ist eine Einbusse der Arbeitsfähigkeit gegeben, muss diese durch eine
Gesundheitsschädigung bedingt sein. Es ist daher nicht vom Krankheitsmodell
auszugehen, wie es der neueren Medizin zugrunde liegt, welche auf bio-psycho-soziale
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Faktoren abstellt; vielmehr ist ein engerer Begriff zu verwenden (vgl. Ueli Kieser, ATSG
Kommentar, 2008, Art. 6 N 4).
3.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegehren des
Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt hat.
3.1 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass der Sozialversicherungsrichter alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf er bei
einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum er
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich
somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 122 V 160
neues Fenster f. E. 1c mit Hinweisen).
3.2 Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
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sprechen (vgl. BGE 104 V 212 neues Fenster E. c; RKUV 1993 Nr. U 167 E. 5a mit
weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten
aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb und cc). Dies gilt auch für Stellungnahmen des
behandelnden Spezialarztes (Urteil des Bundesgerichts I 803/05 vom 6. April 2006).
Widersprechen Berichte behandelnder Ärzte dem von der Verwaltung bei externen
Spezialärzten eingeholten Gutachten, ist die unterschiedliche Natur von
Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits
zu beachten (BGE 124 I 175 neues Fenster E. 4; Urteile I 783/05 vom 18. April 2006,
und I 506/00 vom 13. Juni 2001). Diese Tatsache lässt es nicht zu, ein medizinisches
Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass
weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte später zu
anderslautenden Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Vorbehalten bleiben aber Fälle, in denen sich
eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und
nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die
im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteile
des Bundesgerichts 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2, I 663/05 vom 27.
November 2006 E. 2.2.2, U 58/06 vom 2. August 2006 E. 2.2 in fine, und I 676/05 vom
13. März 2006 E. 2.4).
4.
Es stellt sich die Frage, ob das vorliegende Gutachten des Ärztlichen
Begutachtungsinstituts (ABI-Gutachten) als Grundlage für die Bemessung des
Invaliditätsgrades beigezogen werden darf. Zunächst ist daher zu klären, ob das ABI-
Gutachten den formellen Anforderungen genügt. Der Beschwerdeführer macht geltend,
es bestünden Zweifel an der Unabhängigkeit des ABI. Dieses lebe sozusagen von den
ständigen Aufträgen der kantonalen IV-Stellen und sei von diesen geradezu abhängig
(act. G 1 Ziff. II/5).
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4.1 Gemäss Art. 72bis IVV trifft das Bundesamt mit Spitälern oder anderen geeigneten
Stellen Vereinbarungen über die Errichtung von medizinischen Abklärungsstellen,
welche die zur Beurteilung von Leistungsansprüchen erforderlichen ärztlichen
Untersuchungen vornehmen. Es regelt Organisation und Aufgaben dieser Stellen und
die Kostenvergütung. Bei diesen medizinischen Abklärungsstellen (MEDAS) handelt es
sich um spezialisierte Abklärungsstellen, die weder den Durchführungsorganen noch
der Aufsichtsbehörde gegenüber in irgendeiner Art weisungspflichtig noch sonstwie
untergeordnet sind, sondern auf tarifvertraglicher Grundlage medizinische Abklärungen
vornehmen, die einzig und allein nach bestem ärztlichen Wissen und Gewissen zu
erstatten sind. Chefarzt und Ärzte der MEDAS erfüllen ihren gutachterlichen Auftrag
unabhängig und in ihrem freien Ermessen und unterstehen in ihrer Meinungsbildung
seitens der Aufsichtsorgane keinerlei Einfluss. Wenn selbst aus der Tatsache, dass ein
Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, nicht auf
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit zu schliessen ist, kann dieser Vorwurf
umso weniger gegenüber den Ärzten der MEDAS erhoben werden, welche nicht durch
den Versicherungsträger selber, sondern durch die jeweilige Trägerorganisation
angestellt werden. Auch der Umstand, dass Abklärungsdienste, Gutachterstellen usw.
mit Mitteln des Sozialversicherers finanziert werden, steht der Annahme eines fairen
Abklärungsverfahrens nicht entgegen (vgl. BGE 123 V 175 E. 3.4).
4.2 Bezüglich der Objektivität eines Gutachtens ist zu berücksichtigen, dass
abgesehen von ganz
ausserordentlichen Fällen, nur die für eine Behörde tätigen Personen, nicht aber die
Behörde als solche befangen sein können. Ausstandsbegehren gegen sämtliche
Mitglieder einer Behörde sind nur zulässig, wenn gegen jedes einzelne Mitglied
spezifische Ausstandsgründe geltend gemacht würden, die über die Kritik
hinausgehen, die Behörde als solche sei befangen. Entsprechendes gilt auch
hinsichtlich einer Medizinischen Abklärungsstelle nach Art. 72bis IVV (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 9C_500/2009 vom 24. Juni 2009, E. 2.1 mit Hinweis, sowie
9C_511/2009 vom 30. November 2009 E. 4.2.1).
4.3 Das ABI zählt zu den medizinischen Abklärungsstellen im Sinn von Art. 77bis IVV.
Angesichts der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist es als unabhängige und
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unbefangene Abklärungsstelle zu qualifizieren (vgl. BGE 123 V 175, E. 3.4; vgl. Urteile
des Bundesgerichts 9C_500/2009 vom 24. Juni 2009, E. 2.1 mit Hinweis, sowie
9C_511/2009 vom 30. November 2009 E. 4.2.1). Demzufolge erfüllt das Gutachten die
formellen Anforderungen. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass weder die Zahl der
Begutachtungsaufträge noch die Vergütung der Abklärungsarbeit vom Ergebnis der
Begutachtung abhängt. Das ABI hat daher keinen Anlass, sich versichertenfeindlich zu
verhalten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
20.12.2007, IV 2007/373, E. 2.3).
5.
Der Beschwerdeführer wurde am 15. Oktober 2008 im ABI begutachtet. Die
polydisziplinäre Begutachtung bestand aus einer rheumatologischen sowie einer
psychiatrischen Untersuchung.
5.1 Aus dem rheumatologischen Teilgutachten geht hervor, dass beim
Beschwerdeführer subjektiv weiterhin Schmerzen im Bereich der unteren LWS und der
unteren BWS sowie am Hinterkopf im Vordergrund stünden. Intermittierend und ohne
auslösendes Ereignis komme es auch zu diffusen Beinschmerzen rechts. Zusätzlich
seien seit 2 bis 3 Jahren ventrale Schulterschmerzen links vorhanden. Aus
rheumatologischer Sicht entspräche das Beschwerdebild einem chronifizierten
lumbalbetonten Panvertebralsyndrom (ICD-10 M53.8). Fassbare klinische oder
radiologische Veränderungen, welche die subjektiv hochgradige Schmerzintensität und
insbesondere die ausgeprägte Behinderung erklären könnten, seien nicht nachweisbar.
Insbesondere lägen keine Anhaltspunkte für eine neurologische Komplikation, eine
relevante traumatische Läsion oder eine entzündliche Wirbelsäulenaffektion vor. Aus
somatisch-rheumatologischer Sicht läge funktionell eine höchstens leichtgradig
eingeschränkte Belastbarkeit der Wirbelsäule vor. Die Problematik im Bereich der
linken Schulter entspräche aufgrund der klinischen Befunde einem Impingement-
Syndrom Grad I und führe zu einer leichtgradig eingeschränkten Belastbarkeit des
linken Armes. Aufgrund dieser Befunde und Diagnosen seien körperlich schwere
Tätigkeiten mit starker Rückenbelastung und starker Belastung des linken Armes nicht
mehr zumutbar. Für eine körperlich höchstens mittelschwere Tätigkeit mit auch nur
mittelstarker Rückenbelastung sei die Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht
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nicht eingeschränkt. Im Vergleich zu der orthopädischen Beurteilung anlässlich des
früheren ABI-Gutachtens 2005 ergäben sich keine relevanten neuen Aspekte und
deshalb auch keine wesentliche Veränderung der attestierten Arbeitsfähigkeit (IV-act.
95-16f.).
5.2 Aus psychiatrischer Sicht wurden als Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) sowie eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) gestellt. In der psychopathologischen
Befundaufnahme beschreibt der Gutachter, dass die Klagen der körperlichen
Beschwerden diffus seien. Neben seinen Schmerzen habe der Beschwerdeführer über
nächtliche Schlafschwierigkeiten, erhöhte Ermüdbarkeit am Tag und
Reizempfindlichkeit geklagt. Er habe über die soziale Isolation und die angespannte
finanzielle Situation gesprochen. Die Stimmung sei depressiv gewesen. Mimik und
Gestik seien herabgesetzt gewesen. Die affektive Modulationsfähigkeit sei
eingeschränkt gewesen. Während des ganzen Gesprächs sei er unverändert in seiner
leidenden Haltung geblieben und habe zwischendurch schwer geatmet, sonst aber
keine Zeichen akuter Schmerzwahrnehmung gezeigt. Vegetative Symptome seien nicht
erkennbar gewesen. Er sei bewusstseinsklar und allseits orientiert gewesen. Die
Aufmerksamkeit, die Auffassung und das Gedächtnis seien nicht beeinträchtigt
gewesen. Das Denken sei formal unauffällig gewesen, inhaltlich seien depressive
Gedanken erkennbar gewesen. Wahnhafte Gedanken, Sinnestäuschungen,
Halluzinationen und Ich-Störungen seien nicht vorhanden gewesen. Die
Beziehungsfähigkeit sei nicht beeinträchtigt gewesen. Hinweise auf mangelnde
Affektsteuerung und fehlende Impulskontrolle hätten sich nicht gefunden. Die
Selbstwertregulation sei unauffällig gewesen. Der Antrieb sei vermindert gewesen. Die
Intentionalität sei nicht gestört gewesen. Die Abwehrmechanismen seien nicht
beeinträchtigt gewesen (IV-act. 95-12). In der Stellungnahme zur Selbsteinschätzung
wird ausgeführt, der Beschwerdeführer fühle sich nicht mehr in der Lage zu arbeiten. Er
gehe nicht völlig adäquat mit den Beschwerden um und fühle sich durch diese mehr
beeinträchtigt, als dies den objektiven Tatsachen entspreche. Er könne sich nicht
vorstellen, auch mit Beschwerden zu arbeiten. Die wiederholten Kündigungen der
Arbeitsstellen durch den Arbeitgeber, die erwartete aber nicht eingetroffene
Beschwerdefreiheit und das Scheitern seiner Ehen hätten psychisch zu Verunsicherung
und Enttäuschung geführt. Nach der Arbeitsniederlegung hätten die psychosozialen
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Belastungen mit Verlust von Strukturen und Lebensinhalten sowie angespannter
finanzieller Situation zu verstärkten depressiven Verstimmungen geführt. Sodann
nehme der Beschwerdeführer trotz subjektiv starken Beschwerden entgegen seiner
Angaben die verordnete antidepressive Medikation nicht ein. Diese Faktoren seien
primär krankheitsfremd (IV-act. 98-13).
5.3 Gesamthaft gesehen sei die Arbeitsfähigkeit daher um 20% eingeschränkt. Es läge
keine mittelgradige oder gar schwere psychische Störung vor. Der Beschwerdeführer
sei nicht suizidal und habe keine Konzentrationsstörungen. Hinweise auf unbewusste
Konflikte seien nicht vorhanden und ein primärer Krankheitsgewinn sei nicht gegeben.
Die komplexen Ich-Funktionen seien nicht deutlich gestört. Schon im ABI-Gutachten
vom 7. Juni 2005 sei eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung festgestellt
worden, was durch die aktuellen Befunde bestätigt werde. Es bestehe nun jedoch
zusätzlich noch eine leichte depressive Episode, was bei einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung häufig sei und die sich im Verlauf oft verstärke. Daher
müsse die Diagnose einer affektiven Störung gestellt werden. Es bestehe ein sozialer
Rückzug, jedoch seien gute Kontakte in der Familie vorhanden. Es liege weder ein
emotionaler Rückzug noch eine starke Einschränkung in den täglichen Aktivitäten vor,
wie dies bei einer mittelgradigen Depression ausgeprägt wäre. Der Beschwerdeführer
verrichte einfache Haushaltarbeiten selbstständig und Reisen sei ihm trotz subjektiv
starker Schmerzen möglich. Die Schlafstörungen würden auch daher rühren, dass er
am Tag keiner regelmässigen Beschäftigung nachgehe und sich wiederholt hinlege.
Eine manifeste Persönlichkeitsstörung liege nicht vor. Der Beschwerdeführer sei in
psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung und erhalte eine antidepressive
Medikation. Die therapeutischen Möglichkeiten seien aber prinzipiell nicht
ausgeschöpft. Daher sei eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
zumutbar (IV-act. 98-10 ff.).
5.4 Dass dem Beschwerdeführer körperlich schwere Tätigkeiten mit starker
Rückenbelastung und starker Belastung des linken Armes nicht mehr zuzumuten seien,
er jedoch in einer adaptierten Tätigkeit rheumatologisch nicht in seiner Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt sei, erscheint aufgrund der Diagnosestellung nachvollziehbar. Die in der
psychiatrischen Begutachtung gestellten Diagnosen stehen jenen der behandelnden
Ärzte, die von einer schweren depressiven Episode ausgehen, gegenüber. Zum
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Arztbericht von Dr. med. B._ vom 19. Dezember 2007 führte der Gutachter aus, es
läge eine anhaltende depressive Störung leichter Ausprägung, nicht wie von Dr. med.
B._ statuiert mittelschwerer bis periodisch schwerer Ausprägung vor. Depressive
Symptome und Ängste seien bei anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen häufig
und würden sich im Verlauf oft verstärken, so dass die Diagnose einer affektiven
Störung gestellt werden müsse. Ein bei einer mittelgradigen Depression ausgeprägter
emotionaler Rückzug oder starke Beeinträchtigung in den täglichen Aktivitäten, liege
nicht vor. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
von 20% (IV-act. 95-14; 95-19). Zu dem nach dem Gutachten erstellten Bericht des
Psychiatrischen Zentrums vom 12. März 2009 (IV-act. 108-1) führte der RAD aus, dass
sich die psychopathologischen Symptome bei Austritt bis auf die Affektstörung nicht
vom im Gutachten erhobenen Statuts unterscheiden würden (IV-act. 111-1). Ähnliches
brachte der RAD in seiner Stellungnahme zum Arztbericht von Dr. med. B._ vom 20.
April 2009 (IV-act. 115-1) vor. Es würden nur 5 Symptome angeführt, was einer leichten
depressiven Episode entspreche (IV-act. 116-1). Angesichts der erhobenen Befunde,
der Stellungnahme des ABI zum Bericht von Dr. med. B._ vom 19. Dezember 2007
sowie der Stellungnahmen des RAD zu den nach dem Gutachten erfolgten
Arztberichten, erscheint die im ABI-Gutachten gestellte Diagnose plausibel (IV-act.
95-10 ff.; 111-1; 116-1). Das Gutachten kann daher grundsätzlich für die Bemessung
des Invaliditätsgrades beigezogen werden.
6.
Sodann ist das Gutachten auf seine Vollständigkeit zu prüfen. Der Beschwerdeführer
bemängelt, es gehe aus dem Gutachten nicht hervor, welche Untersuchungen und
Tests durchgeführt worden seien. Daneben würden auch Angaben betreffend Anzahl,
Ort und Dauer der Sitzungen fehlen. Das Gutachten sei daher mangelhaft. Er sei in drei
halbstündigen Gesprächen beurteilt worden und habe sich kaum äussern können. Die
Abwicklung der Exploration und die Untersuchungsmethode insbesondere bei der
Erhebung der psychiatrischen Befunde müssten als absolut zweifelhaft bezeichnet
werden (act. G 1 Ziff. II/2-4).
6.1 Ein Gutachten ist umfassend, wenn der Experte das Problem erfasst, die
Fragestellung (nötigenfalls) mit den Auftraggebenden abgesprochen, unter Umständen
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auch korrigiert hat. Weiter müssen alle notwendigen Akten beigezogen, die
Krankheitsgeschichte ausgewertet und die Vorakten berücksichtigt worden sein.
Bezüglich der eigenen Untersuchungen hat der Gutachter Ort, Umstände, Dauer und
Beteiligte zu nennen, die versicherte Person aufzuklären sowie
Untersuchungsmethoden, deren Erkenntnismöglichkeiten und Grenzen aufzuzeigen
(Bollinger, Der Beweiswert psychiatrischer Gutachten in der Invalidenversicherung, in:
Jusletter 31. Januar 2011, N 19).
6.2 In dem ABI-Gutachten finden sich neben dem Hinweis auf eine Laboruntersuchung
(IV-act. 95-10) sowie ein Röntgen (IV-act. 95-15 f.) insbesondere im rheumatologischen
Teilgutachten diverse Angaben, die darauf hindeuten, welche Untersuchungen und
Tests durchgeführt wurden. So ist beispielsweise von "Versuch zur Ausführung",
"Hockestellung (...) nicht ausführbar", "Finger-Boden-Abstand nicht prüfbar",
"Druckdolenz", "Lumbaler Quadrantentest", "Gegeninnervation bei Versuch",
"Resitivteste der Rotatorenmanschette", "Jobe-Test" und "Hawkins-Test" die Rede (IV-
act. 95-15). Betreffend das psychiatrische Teilgutachten ist zu bemerken, dass
psychologische Tests zwar grundsätzlich zur Verbesserung der Objektivität eines
Gutachtens beitragen können. Die Rechtsprechung erkennt diesen Testverfahren
jedoch höchstens ergänzende Funktion zu, während die klinische Untersuchung mit
Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung entscheidend
bleibt (Bollinger, Der Beweiswert psychiatrischer Gutachten in der
Invalidenversicherung, in: Jusletter 31. Januar 2011, N 14; Urteile des Bundesgerichts
9C_44/2007 vom 7. April 2008, E. 3.2 sowie I 391/06 vom 9. August 2006, E. 3.2.2).
Dass aus dem Gutachten nicht ersichtlich ist, ob und wenn ja, welche psychologischen
Tests durchgeführt wurden, ist daher nicht entscheidend. Der Beschwerdeführer
wurde von zwei Fachärzten, Dr. med. D._, FMH Psychiatrie & Psychotherapie, und
Dr. med. E._, FMH Rheumatologie & Innere Medizin, sowie von Dr. med. F._,
internistische/allgemeinmedizinische Fallführung, untersucht (IV-act. 95-7, 95-10,
95-14). Aus dem Gutachten (IV-act. 95-2) sowie aus dem an den Beschwerdeführer
gerichteten Aufgebot zur Begutachtung (IV-act. 94) ist ersichtlich, dass die
Begutachtung am 15. Oktober 2008 in den Räumlichkeiten des ABI an der
Wettsteinallee in Basel stattfand. Es sind daher Ort, Umstände, Beteiligte und die
Untersuchungsmethoden erkennbar.
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6.3 Was insbesondere die Dauer der psychiatrischen Untersuchung betrifft, hatte das
Bundesgericht selbst bei einer nur 20 bzw. 25 minütigen Untersuchung nicht von
vornherein eine Sorgfaltswidrigkeit des Gutachters angenommen (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 9C_55/2009 vom 1. April 2009 E. 3.3, I 1094/06 vom 14. November
2007 E. 3.1.1). Es führte aus, dass es für den Aussagegehalt eines medizinischen
Gutachtens grundsätzlich nicht auf die Dauer der Untersuchung ankomme. Derartige
Angaben seien zwar wünschbar, ihr Fehlen falle aber jedenfalls dann nicht
entscheidend ins Gewicht, wenn – auch im Gesamtkontext des medizinischen Dossiers
– keinerlei Hinweise auf materielle Mängel des Berichts bestünden. Massgebend sei
vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig sei (Urteile des
Bundesgerichts 9C_664/2009 vom 6. November 2009 E. 3, 9C_55/2009 vom 1. April
2009 E 3.3, 9C_531/2007 vom 3. Juni 2008 E. 2.2.4). Soweit daraus abgeleitet werden
könne, eine kurze Untersuchungsdauer beeinträchtige den Beweiswert nur, wenn im
Einzelfall (weitere) konkrete Hinweise gegen die Zuverlässigkeit eines Gutachtens
sprächen, bedürften diese Ausführungen einer Ergänzung: Der für eine psychiatrische
Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand sei von der Fragestellung und der zu
beurteilenden Psychopathologie abhängig (Urteil des Bundesgerichts I 1094/2006 vom
14. November 2007 E. 3.1.1). Dass das Gutachten auf drei halbstündigen
Untersuchungen beruhen soll, reicht folglich nicht aus, um dieses als "absolut
zweifelhaft" (act. G 1) einzustufen. Dies umso mehr, als es zu berücksichtigen gilt, dass
der Beschwerdeführer bereits im Jahr 2005 vom ABI begutachtet wurde (Urteil des
Bundesgerichts 9C_664/2009 vom 6. November 2009 E. 3; IV-act. 59). Das Gutachten
ist daher vollständig.
7.
Der Beschwerdeführer führt aus, das Gutachten sei unvollständig und dessen
Schlüssigkeit daher nicht überprüfbar (act. G 1 Ziffer II/3). Dem kann nicht gefolgt
werden. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist das Gutachten als vollständig zu
betrachten. Die Schlüssigkeit kann daher geprüft werden.
7.1 Bezüglich der unterschiedlichen Beurteilung im Vergleich zum Arztbericht von Dr.
med. B._ vom 19. Dezember 2007 bemerkte der Gutachter, dass depressive
Symptome und Ängste bei anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen häufig seien
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und sich im Verlauf oft verstärken würden, so dass die Diagnose einer affektiven
Störung gestellt werden müsse. Ein bei einer mittelgradigen Depression ausgeprägter
emotionaler Rückzug oder starke Beeinträchtigung in den täglichen Aktivitäten, liege
nicht vor (IV-act. 95-14). Mit Bericht vom 9. April 2009 analysierte der RAD den
Austrittsbericht des Psychiatrischen Zentrums St. Gallen vom 12. März 2009, der erst
nach dem ABI-Gutachten erstellt wurde. Die psychopathologischen Symptome bei
Austritt würden sich bis auf die Affektstörung nicht vom im Gutachten erhobenen
Status unterscheiden (IV-act. 111). Auch in Bezug auf den Arztbericht von Dr. med.
B._ vom 20. April 2009 bemerkte der RAD, dass sich die beschriebenen
Funktionsausfälle nur unwesentlich vom im Gutachten erhobenen Befund
unterscheiden würden. Es würden 5 Symptome angeführt, was einer leichten
depressiven Episode entsprechen würde (IV-act. 116).
7.2 Diese Ausführungen erscheinen, insbesondere auch unter Berücksichtigung der
Stellungnahmen des RAD, schlüssig. Dass die psychiatrischen Diagnosen
unterschiedlich ausfallen, vermag die Beweistauglichkeit des Gutachtens nicht in Frage
zu stellen. Denn die psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache her nicht
ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater deshalb praktisch
immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-
psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der
Experte lege artis vorgegangen ist (vgl. die Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft
für Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung psychischer Störungen, in: SAeZ
2004 S. 1050 f.; Urteil des Bundesgerichts I 783/05 vom 18. April 2006, E. 2.2). Das
Gutachten ist folglich schlüssig und nachvollziehbar.
8.
8.1 Aufgrund der durch die Gutachter ermittelten Diagnosen ist der Beschwerdeführer
nur noch zu 80% in adaptierter Tätigkeit arbeitsfähig. Die Beschwerdegegnerin
bestreitet, dass die leichte depressive Episode im Verhältnis zur somatoformen
Schmerzstörung als Komorbidität besteht. Vielmehr handle es sich hierbei um eine
Begleiterscheinung. Aus rechtlicher Sicht sprächen keine hinreichenden Gründe dafür,
dass die psychischen Ressourcen es dem Beschwerdeführer nicht ermöglichen
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würden, trotz seiner Schmerzen eine vollzeitige Erwerbstätigkeit auszuüben (act. G 3
Ziff. III/2.7 ff.).
8.2 Ausgangspunkt der Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens ist die
Arbeitsfähigkeit der versicherten Person. Die von der Beschwerdegegnerin unter
Verweis auf die einschlägige Bundesgerichtspraxis (vgl. die in der Beschwerdeantwort
angegebenen Bundesgerichtsentscheide) selbst angestellte
Arbeitsfähigkeitseinschätzung (Arbeitsfähigkeit 100%) überzeugt nicht. Die
Sachverständigen des ABI haben dem Umstand, dass eine objektiv zumutbare
Willensanstrengung zur Überwindung der Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung unterstellt
werden muss, korrekt Rechnung getragen. Der Beschwerdeführer leidet nämlich nicht
nur an einer Depression oder an einer somatoformen Schmerzstörung, sondern an
einer Kombination aus diesen beiden Krankheiten. Es erscheint deshalb plausibel, dass
der Beschwerdeführer seine Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung nur zum Teil durch eine
objektiv zumutbare Willensanstrengung überwinden könnte. Entgegen der von der
Beschwerdegegnerin offenbar vertretenen Auffassung ist nämlich nicht generell jede
durch eine somatoforme Schmerzstörung oder durch eine Depression ausgelöste
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung durch eine objektiv zumutbare Willensanstrengung
vollständig überwindbar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_958/2010 und
8C_1039/2010 vom 25. Februar 2011). Vielmehr ist das Ausmass der Überwindbarkeit
in jedem Einzelfall durch den medizinischen Sachverständigen zu ermitteln. Bei der
Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens des Beschwerdeführers ist somit
von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 80% auszugehen (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen IV 2008/223 vom 10. Dezember 2009
E. 1.3).
9.
Ausgehend von einer Restarbeitsfähigkeit von 80% bleiben noch die erwerblichen
Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Die Beschwerdegegnerin
ermittelte sowohl das Validen- wie auch das Invalideneinkommen gestützt auf die LSE-
Durchschnittslöhne (IV-act. 97). Dieses Vorgehen wird von der Beschwerdeführerin
nicht bestritten und es ergeben sich auch aus den Akten keine Anhaltspunkte, die
gegen das Heranziehen der Durchschnittslöhne sprechen würden. Da somit zur
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Bestimmung des Validen- und Invalideneinkommens dieselbe Vergleichsgrösse
herangezogen wird, kann gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts ein
Prozentvergleich vorgenommen werden. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem
Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzug vom Tabellenlohn (Urteil
des Bundesgerichts vom 9. März 2007, I 697/05, E. 5.4 mit Hinweis). Die
Beschwerdegegnerin nahm keinen zusätzlichen Abzugs vom Invalideneinkommen
(sogenannter Leidensabzug; vgl. hierzu BGE 134 V 327 f. E. 5.2) vor. Der
Beschwerdeführerin machte auch keinen Abzug geltend. Ob und in welchem Umfang
ein Leidensabzug vorzunehmen ist, kann indessen vorliegend offen bleiben. Denn
vorliegend käme höchstens ein Abzug von 10% in Frage. Selbst die Vornahme eines
10%igen Leidensabzuges würde indessen lediglich zu einem nicht
rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 28% (100% ./. [80% x 0.9]) führen.
10.
Gesamthaft gesehen, erfüllt das ABI-Gutachten sowohl die formellen wie auch
materiellen Anforderungen. Die Diagnosestellungen erscheinen, insbesondere auch
unter Berücksichtigung der Stellungnahmen des RAD, nachvollziehbar und plausibel.
Bezüglich der Arbeitsfähigkeitseinschätzung ist ebenfalls dem ABI-Gutachten zu
folgen. Es besteht ein Invaliditätsgrad von weniger als 40%. Der Beschwerdeführer hat
somit keinen Anspruch auf eine Rente. Die Beschwerde ist abzuweisen.
11.
11.1 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Prozessführung (Befreiung
von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung)
am 24. August 2009 bewilligt (act. G 6). Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des
Beschwerdeführers es gestatten, kann er jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten,
der Aus-lagen für die Vertretung und der vom Staat entschädigten Parteikosten
verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
11.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf
bis
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Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der
Bezahlung zu befreien.
11.3 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für
die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf das
Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit
erscheint mit Blick auf die Anforderungen und Komplexität der Streitsache eine
pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen
Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers pauschal (BGE 125 V 201) mit Fr. 2'800.-- (inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht