Decision ID: 72da7d42-f523-4d13-966f-f92845384871
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im März 2013 (Posteingang IV-Stelle: 5. März 2013) zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1).
A.a.
Am 13. August 2010 war der Versicherte bei der Arbeit ausgerutscht und auf den
ausgestreckten rechten Arm gestürzt. Dr. med. B._, Facharzt FMH für
Allgemeinmedizin, hatte die verletzte rechte Schulter konservativ behandelt (vgl. Suva-
act. 4). Am 17. Januar 2011 war der Versicherte erneut ausgerutscht und auf seine
linke Schulter gestürzt. Bei einem Verdacht auf Zerrung der Rotatorenmanschette links
hatte ihn Dr. B._ konservativ behandelt und keine Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Nachdem am 19. März 2011 eine Abschlussuntersuchung erfolgt war, hatte der
Versicherte Dr. B._ am 8. November 2011 erneut wegen Schulterschmerzen links
konsultiert (Suva-act. 73-7, 73-9). Ein am 5. Januar 2012 durchgeführtes MRT des
rechten Schultergelenks hatte eine Ruptur der Supraspinatus- und Subscapularissehne
sowie eine fettige Atrophie des Musculus Subscapularis zur Darstellung gebracht
(Suva-act. 3). Die damalige Arbeitgeberin C._ GmbH hatte der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) am 19. Januar 2012 einen Rückfall gemeldet, worauf
diese (erneut) die Kosten der Heilbehandlung übernommen hatte (Suva-act. 8, 16).
A.b.
Am 6. Juni 2012 hatte sich der Versicherte im Kantonsspital St. Gallen
(nachfolgend: KSSG) einer partiellen Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion und einer
Weichteil-Bicepstenodese rechts unterzogen (Suva-act. 28). In ihrem Austrittsbericht
vom 13. Juni 2012 hatten die behandelnden Ärzte des KSSG festgehalten, es liege eine
irreparable Rotatorenmanschettenruptur rechts vor. Sie hatten dem Versicherten vom
5. Juni bis 7. Oktober 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert (Suva-act. 29,
34, 37, 40). Vom 25. Oktober bis 29. November 2012 hatte sich der Versicherte
stationär in der Rehaklinik D._ befunden. Die dort behandelnden Ärzte hatten
berichtetet, es bestünden permanente Schulterschmerzen beidseits rechtsbetont sowie
A.c.
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eine deutlich eingeschränkte Schulterbeweglichkeit vor allem rechts. Sie hatten die
angestammte Tätigkeit als Hilfsschreiner für nicht, eine adaptierte Tätigkeit hingegen
für ganztags zumutbar erachtet (IV-act. 129-160 ff.).
Der Versicherte wurde am 22. April 2013 im Sinne einer Zweitmeinung durch Dr.
med. E._, Facharzt FMH für Chirurgie, untersucht. Dieser beurteilte am 24. April
2013, im rechten Schultergelenk könne nur noch die Implantation einer Inversprothese
eine Verbesserung bringen. Bezüglich des linken Schultergelenks sei seiner Ansicht
nach mit einer antero-lateralen Deltoideuslappenplastik eine erhebliche Verbesserung
erreichbar (Suva-act. 116).
A.d.
Am 8. August 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, aufgrund seines
Gesundheitszustandes seien derzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen
möglich (IV-act. 17).
A.e.
Am 10. September 2013 führte Dr. E._ eine Défilée-Erweiterung und Akromion-
Aufrichteosteotomie, eine AC-Gelenksresektion, eine Rekonstruktion der grossen Rota
torenmanschetten-Ruptur mit einer anterolateralen Deltoideuslappenplastik sowie eine
Bicepstenotomie und eine Schlüsselloch-Tenodese der langen Bicepssehne im Sulcus
intertubercularis links durch (IV-act. 129-158 f.). Dr. E._ attestierte dem Versicherten
eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (Suva-act. 150, 155, 163, 173).
A.f.
Am 19. September 2014 stürzte der Versicherte von einer Leiter und prallte mit
seiner rechten Körperhälfte auf den Boden. Die behandelnden Ärzte des Kantonsspitals
F._, wo er sich vom 19. bis 29. September 2014 stationär befand, berichteten über
eine Rippenserienfraktur rechts 3-12 mit LWK-1 Querfortsatz-Fraktur, mit
Schürfwunden sowie einer Rissquetschwunde am rechten Oberarm mit
Schulterkontusion und mit einem zunehmenden Pleuraerguss rechts (IV-act. 63-19 f.).
A.g.
Eine am 9. Dezember 2014 durchgeführte CT der Schulter rechts ergab eine
ausgeprägte AC-Gelenks-Arthrose, eine Omarthrose mit beginnender Dekonfiguration
des Humeruskopfs und einen Humeruskopfhochstand (IV-act. 27-32). Am 4. Mai 2015
wurde dem Versicherten im KSSG eine inverse Schulter-Totalprothese rechts
implantiert. Die behandelnden Ärzte attestierten ihm vom 4. Mai bis 14. Juni 2015 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% (IV-act. 63-29 ff.).
A.h.
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Dr. med. G._, Fachärztin für Neurologie FMH, befand am 25. Mai 2015, es liege
wahrscheinlich eine obere Plexusläsion nach inverser Oberarmprothese rechts am 4.
Mai 2015 vor (IV-act. 63-27 f.). Am 3. Juni 2015 hielt sie die Plexusläsion noch für
möglich (IV-act. 63-36 f.). Am 22. Januar 2016 wurde der Versicherte im Spital H._
untersucht. Die zuständige Ärztin berichtete am 17. März 2016 unter anderem über
einen Verdacht auf eine C6-Neuralgie rechts mit Beginn der Symptomatik im Anschluss
an den Schulterprothesen-Eingriff 2015 (Suva-act. 242).
A.i.
Am 24. August 2016 fand eine Untersuchung durch Suva-Kreisarzt med. pract.
I._, Facharzt für Neurochirurgie, statt. Dieser hielt gleichentags als Diagnosen einen
Status nach inverser Schulter-Totalprothese rechts am 4. Mai 2015 sowie einen Status
nach der Operation vom 10. September 2013 bei grossem
Rotatorenmanschettendefekt links fest. Eine adaptierte Tätigkeit sei ganztags
umsetzbar. Nach Fallabschluss sei der Versicherte auf weitere Behandlungen
angewiesen (IV-act. 63-66 ff.). RAD-Arzt Dr. med. J._ befand am 21. Dezember 2016,
die angestammte Tätigkeit als Zimmermann sei dem Versicherten auf Dauer nicht mehr
zuzumuten. Ab dem Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung bestehe eine
vollumfängliche Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit. Dem
Zumutbarkeitsprofil des Kreisarztes könne vollumfänglich zugestimmt werden (IV-act.
37).
A.j.
Dr. med. K._, Leitender Arzt, Spital H._, hatte am 15. September 2016
befunden, es bestehe nun auch links eine wahrscheinlich nicht mehr reparable
Rotatorenmanschettenruptur mit kompletter Ruptur der Supraspinatus- und subtotaler
Ruptur der Subscapularissehne bei Status nach antero-lateraler
Deltoideuslappenplastik und Acromionaufrichteosteotomie von 2013. Daneben bestehe
auch eine beginnende Omarthrose mit deutlicher AC-Arthrose. Wahrscheinlich werde
auch an der linken Schulter die Implantation einer inversen Schultertotalprothese nicht
zu umgehen sein (IV-act. 63-86 f.).
A.k.
Die Suva hatte die Taggeldleistungen mit Schreiben vom 29. August 2016 per 1.
Oktober 2016 eingestellt und angekündigt, weiterhin für die Behandlungskosten
aufzukommen (IV-act. 63-59 f.). Mit Verfügung vom 31. August 2016 hatte sie dem
Versicherten mit Wirkung ab 1. Oktober 2016 eine Invalidenrente bei einem
A.l.
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Invaliditätsgrad von 25 % sowie eine Integritätsentschädigung basierend auf einer
Integritätseinbusse von 40 % zugesprochen (Suva-act. 266). Dagegen hatte der
Versicherte am 21. September 2016 Einsprache erhoben (Suva-act. 278, vgl.
Ergänzung in Suva-act. 284). Mit Entscheid vom 30. Mai 2018 wies die Suva die
Einsprache ab (Suva-act. 310). Die vom Versicherten dagegen erhobene Beschwerde
wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 3. März 2020
(UV 2018/47) ebenfalls ab.
Aufgrund einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1) hatte sich der
Versicherte ab 5. Dezember 2017 in ambulanter psychotherapeutischer Behandlung bei
den Psychiatrie-Diensten L._ befunden (IV-act. 63-98 ff.).
A.m.
Mit Vorbescheid vom 5. Juni 2018 hatte die IV-Stelle dem Versicherten die Ab
weisung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 25 % in Aussicht gestellt
(IV-act. 49). Nachdem der Versicherte am 15. Juni 2018 dagegen Einwand erhoben
hatte (IV-act. 52), hatte die IV-Stelle diverse Berichte bei den behandelnden Ärzten
eingeholt (IV-act. 63, 66, 79, 87).
A.n.
Am 14. Juni 2019 hatte die IV-Stelle dem Versicherten mitgeteilt, es sei eine
polydisziplinäre Begutachtung durch das ZMB geplant (IV-act. 108). Nachdem der
Versicherte diverse Einwände gegen die gewählte Gutachterstelle, die medizinischen
Fachgebiete und einzelne Gutachter erhoben hatte (vgl. IV-act. 109), hatte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 24. Juli 2019 an der Abklärungsstelle inklusive der angekündigten
Gutachter festgehalten (IV-act. 118). Der Versicherte wurde im April 2020 durch Ärzte
des ZMB polydisziplinär (internistisch, orthopädisch, neurologisch, psychiatrisch)
abgeklärt. In ihrem Gutachten vom 24. Juni 2020 nannten diese als Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Schmerzstörung mit somatischen
und psychischen Faktoren. In der bisherigen Tätigkeit als Hilfszimmermann/-schreiner
sei keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. In optimal angepasster Tätigkeit bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 70 % (IV-act. 129).
A.o.
Mit Vorbescheid vom 5. Januar 2021 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Zusprache einer Dreiviertelsrente vom 1. Dezember 2018 bis 31. August 2019 und einer
halben Rente mit Wirkung ab 1. September 2019 in Aussicht (IV-act. 159, ersetzte den
A.p.
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B.

Considerations:
Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Rentenanspruch des
Beschwerdeführers gegenüber der Beschwerdegegnerin. Der Beschwerdeführer hat
nur die Abweisung eines Rentenanspruchs für den Zeitraum vom 1. August 2013 bis
30. November 2018 angefochten (act. G1). Da es sich bei der erstmaligen
Rentenzusprache um ein einheitliches Rechtsverhältnis handelt (vgl. BGE 131 V 164),
ist - entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (act. G1, G8) - jedoch der
Vorbescheid vom 5. Juni 2018; vgl. IV-act. 49). Der Versicherte erhob am 19. Januar
2021 dagegen Einwand und unterbreitete der IV-Stelle einen Vergleichsvorschlag (IV-
act. 160).
Am 25. März 2021 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-act.
163, 166 f.).
A.q.
Dagegen erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 23. April
2021 Beschwerde. Er beantragte damit, die Verfügung vom 25. März 2021 sei insofern
aufzuheben, als ein Rentenanspruch vom 1. August 2013 bis 30. November 2018
verneint werde. Es sei ihm zusätzlich zu den verfügten Renten eine ganze Rente vom 1.
August 2013 bis 30. September 2016 und eine Dreiviertelsrente vom 1. Oktober 2016
bis 30. November 2018 zu gewähren, dies je mit Verzugszinsen; alles unter Kosten-
und Entschädigungsfolge (act. G1).
B.a.
Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 18. Juni 2021, die
Verfügung vom 25. März 2021 sei aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer vom
1. Dezember 2017 bis 31. August 2019 eine Dreiviertelsrente und ab 1. September
2019 eine Viertelsrente zuzusprechen (act. G4).
B.b.
Mit Replik vom 9. Juli 2021 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest
(act. G8).
B.c.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 3. August 2021 auf die Einreichung einer
Duplik (act. G10).
B.d.
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Rentenanspruch für den gesamten Zeitraum, also auch ab 1. Dezember 2018,
Gegenstand der gerichtlichen Überprüfung.
Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
verstanden. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20 [in der hier
anwendbaren, bis Ende 2021 gültig gewesenen Fassung]) besteht Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50 % vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % auf eine Viertelsrente.
1.1.
Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht
und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der
Versicherungsträger oder im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien
gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a am Schluss, BGE 117 V 282 E. 4.a).
1.2.
Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
1.3.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 8/15
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2.
Vorerst ist die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Verlauf zu beurteilen. Der
Beschwerdeführer hat sich im März 2013 zum Bezug von Leistungen der
Beschwerdegegnerin angemeldet (IV-act. 1). Damit fällt unter Berücksichtigung der
sechsmonatigen Frist im Sinne von Art. 29 Abs. 1 IVG ein Rentenanspruch ab 1.
September 2013 in Betracht. Damals war das Wartejahr (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG),
was unbestritten (vgl. act. G1, G4) und aktenmässig ausgewiesen ist (vgl. IV-act.
129-59), abgelaufen.
261 E. 4). Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine
zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
Die angefochtene Verfügung vom 25. März 2021 stützt sich in medizinischer
Hinsicht im Wesentlichen auf das Gutachten des ZMB vom 24. Juni 2020 (IV-act. 129,
163, 166 f.). Die begutachtenden Fachärzte nannten darin als Diagnose mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit einzig eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren. Sie beurteilten, in der bisherigen Tätigkeit als
Hilfszimmermann/-schreiner sei keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. Eine angepasste
Tätigkeit wäre vollschichtig möglich, aber mit einer 30%-igen Einschränkung des
Rendements. Diese sei vor allem durch die psychiatrische Erkrankung bedingt. Es
kämen lediglich leichte Tätigkeiten in Frage, zu vermeiden seien Tätigkeiten mit Einsatz
der Arme über Brustniveau oder Tätigkeiten mit stärkeren, respektive repetitiven
Rotationsbewegungen der Schultergelenke sowie das Heben und Tragen von Lasten
über 5 kg, Vibrationsbelastungen der Arme, Hämmern oder Schlagen sowie Besteigen
von Leitern oder Gerüsten. Die Tätigkeit sollte im Idealfall wechselbelastend sein
(sitzend und gehend/stehend). Die Tätigkeit müsse dem Bildungsniveau und dem
sozialen Hintergrund sowie den sprachlichen Fähigkeiten des Beschwerdeführers
entsprechen. Die Angaben bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
seien ab dem Gutachtensdatum, also ab 24. Juni 2020, gültig (IV-act. 129-10 f.). Die
psychiatrische Teilgutachterin Dr. med. M._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
befand hingegen, die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 70 % gelte ab zirka Mitte
2.1.
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2019. Der Beschwerdeführer habe im September 2018 eine mittelgradige depressive
Episode gehabt, die sich dann unter Medikation allmählich zurückgebildet habe (IV-act.
129-80). Es ist damit - entsprechend der angefochtenen Verfügung (vgl. IV-act. 163) -
aufgrund der Beurteilung von Dr. M._ ab 1. Juni 2019 von einer Arbeitsfähigkeit von
70 % in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen.
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde einen Rentenanspruch
bereits ab 1. August 2013 geltend (act. G1), anerkannte in seiner Replik (act. G8)
jedoch, dass ein solcher erst ab 1. September 2013 in Betracht fällt (vgl. E. 2). Er bringt
vor, die Suva habe Taggelder auf der Basis der attestierten Arbeitsunfähigkeiten
gewährt und er habe während der Taggeldphase mehrere Schulteroperationen mit
schwierigen Heilungs- und Therapiephasen gehabt. Die Leistungsfähigkeit sei daher
analog der attestierten Arbeitsunfähigkeiten und der darauf basierenden Taggelder
festzustellen. Er sei vom 1. August 2013 bis zum Ende der Taggeldzahlungen am 30.
September 2016 vollständig arbeitsunfähig gewesen (act. G1). Wie die
Beschwerdegegnerin jedoch zu Recht geltend macht (act. G4), wird das Unfalltaggeld
aufgrund der Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausgerichtet und sagt
nichts über die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit aus. Die Gutachter des
ZMB äusserten sich nicht konkret zur Arbeitsfähigkeit im Zeitraum der
Taggeldzahlungen durch die Suva, sondern gaben lediglich auszugsweise den
aktenkundigen Behandlungsverlauf wieder (IV-act. 129-4 ff.). Aus psychiatrischer Sicht
ist erst ab Dezember 2017 eine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen (vgl. E. 2.4). Die
somatischen Teilgutachter des ZMB gingen von keiner quantitativen Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit aus und erwähnten auch keine solche für
die Vergangenheit (IV-act. 129). Der Beschwerdeführer wurde am 10. September 2013,
mithin kurz nach dem frühestmöglichen Rentenbeginn am 1. September 2013, an der
linken Schulter operiert (IV-act. 129-158 f.). Dr. E._ attestierte dem Beschwerdeführer
in der Folge eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %, äusserte sich jedoch nicht konkret zu
einer solchen in einer adaptierten Tätigkeit. Er hielt am 22. Oktober 2013 lediglich fest,
der Beschwerdeführer werde natürlich auch von Seiten der ebenfalls hochgradig
eingeschränkten Schulter rechts behindert (Suva-act. 150). Am 27. November 2013,
14. Januar 2014 und 8. Mai 2014 berichtete er über den Heilungsverlauf und hielt eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit fest. Am 14. Januar 2014 machte er zusätzlich
Ausführungen zu Beschwerden an der rechten Schulter und möglichen
Behandlungsoptionen derselben, äusserte sich jedoch erneut nicht zu allfälligen
Adaptionskriterien (Suva-act. 155, 163). Insgesamt ist damit während der Rehabilitation
nach der Operation vom 10. September 2013 keine längerdauernde erhebliche
Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit nachgewiesen. Am 19. September
2.2.
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2014 verunfallte der Beschwerdeführer erneut und verletzte sich unter anderem an der
Schulter rechts (IV-act. 63-19 f.). Dr. E._ hielt am 4. Dezember 2014 fest, der
Beschwerdeführer könne keine Arbeitsfähigkeit erreichen, beklage permanente
Schmerzen und habe eine hochgradige schmerzhafte Funktionsbeeinträchtigung.
Daher neige er - Dr. E._ - dazu, die Inversionsprothesen-Implantation rechts eher
früher durchzuführen, als es für diese Operation üblich sei. Durch die Implantation
vermöge der Beschwerdeführer eine Lebensqualität zu erhalten, die ihn über Jahre
hinweg wieder im Normalleben integrieren könne (IV-act. 27-34 f.). Am 5. Februar 2015
befand Dr. E._ sodann, der Beschwerdeführer werde in seinem derzeitigen Zustand
nie eine Arbeit finden. Er könne praktisch nur Sortier- oder Packarbeiten unterhalb der
Horizontalen, das heisse mit adduzierten Armen, ausführen. Er habe ihm daher
dringend empfohlen, sich die rechte Schulter mit einer Inversprothese operieren zu
lassen, damit er wieder eine gute Beweglichkeit und Kraft (beidseitig) erhalten könne
(IV-act. 27-25 f.). Dr. E._ verneinte damit zwar eine Arbeitsfähigkeit bzw. die
Verwertbarkeit derselben grundsätzlich, nannte aber dennoch Kriterien für eine
adaptierte Tätigkeit. Demnach ist davon auszugehen, dass auch Dr. E._ der Ansicht
war, dass der Beschwerdeführer in einer solchen Tätigkeit einsetzbar wäre. Am 4. Mai
2015 erfolgte sodann die empfohlene Implantation einer inversen Schulter-
Totalprothese rechts. Die behandelnden Ärzte des KSSG gingen vom 4. Mai bis 14.
Juni 2015 von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % aus (IV-act. 63-29 ff.). Diverse
behandelnden Ärzte attestierten dem Beschwerdeführer darauf weiterhin (bis
mindestens August 2016) eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (vgl. Suva-act. 223, 236
ff., 240, 243, 246, 257), äusserten sich jedoch weder zu den Gründen derselben, noch
zu einer allfälligen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Dr. N._ hielt in
seinem Arztzeugnis vom 21. September 2016 fest, der Beschwerdeführer sei seit 2012
andauernd zu 100 % arbeitsunfähig. Derzeit könnten keine Tätigkeiten ausgeführt
werden (Suva-act. 287). Dr. N._ begründete diese Einschätzung jedoch nicht. Dr.
K._ befand am 22. September 2016, eine adaptierte Tätigkeit sei dem
Beschwerdeführer nicht ganztags zumutbar, da auch die dadurch eventuell
resultierenden Schmerzen berücksichtigt werden müssten. Seines Erachtens wären
diese Arbeiten für höchstens vier bis maximal sechs Stunden täglich zumutbar, was 50
bis maximal 75 % entspreche. Dr. K._ begründete die eingeschränkte
Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen mit einem vermehrten Pausenbedarf und der
Vermeidung einer Schmerzzunahme (IV-act. 129-127 ff.). Diese zusätzlichen
Einschränkungen sind bei einer ideal adaptierten Tätigkeit mit entsprechender
Schonung der beiden Schultern jedoch nicht nachvollziehbar. Auch Suva-Kreisarzt
med. pract. I._, welcher sich im August 2016 zur Arbeitsfähigkeit äusserte (vgl. unten
E. 2.3, IV-act. 63-66 ff.), ging von keiner quantitativen Einschränkung aus. Insgesamt ist
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damit im Zeitraum vom 1. September 2013 bis 30. September 2016 eine
Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Dies jedenfalls nicht in einem Ausmass, dass sie
einen Rentenanspruch begründen würde. Weitere medizinische Abklärungen betreffend
die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit während des genannten Zeitraums
erübrigen sich insofern, als solche die Arbeitsfähigkeit lediglich retrospektiv beurteilen
könnten und deren Beweiskraft damit ohnehin beschränkt wäre.
Die Gutachter des ZMB hielten fest, über den genauen Verlauf der Arbeitsfähigkeit
ab dem 1. Oktober 2016 könnten sie keine anderen Angaben machen, als in den Akten
festgehalten (IV-act. 129-8). Ab diesem Zeitpunkt hatte die Suva ihre Taggeldleistungen
eingestellt. Sie hatte sich dabei auf die Beurteilung ihres Kreisarztes med. pract. I._
gestützt, welcher nach einer Untersuchung vom 24. August 2016 befunden hatte, eine
adaptierte Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer ganztags zumutbar (IV-act. 63-66 ff.).
RAD-Arzt Dr. J._ hatte am 21. Dezember 2016 befunden, auf diese Beurteilung
könne vollumfänglich abgestellt werden (IV-act. 37). Folglich ist ab dem 1. Oktober
2016 bis zum Beginn der psychiatrischen Behandlung (vgl. unten E. 2.4) mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer
adaptierten Tätigkeit auszugehen.
2.3.
Im Mai 2017 vermuteten die behandelnden Ärzte des KSSG aktenkundig erstmals
eine gewisse psychische Co-Morbidität der ausgeprägten Schmerzsymptomatik (Suva-
act. 298). Ab Dezember 2017 befand sich der Beschwerdeführer sodann aufgrund einer
mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1) in ambulanter psychiatrischer
Behandlung bei den Psychiatrie-Diensten L._ (IV-act. 63-98 ff.). Am 7. September
2018 beurteilten die dort zuständigen medizinischen Fachpersonen, aufgrund der
psychischen und körperlichen Einschränkungen bestehe eine verminderte
Arbeitsfähigkeit. Der Beschwerdeführer verfüge grundsätzlich über eine ausreichende
psychische Stabilität, so dass eine Basis für eine unterstützte Wiedereingliederung
bestehe und die Prognose zum Erreichen einer Teilarbeitsfähigkeit von 50 % bei
langsamem Belastungsaufbau realistisch erscheine (IV-act. 66). Dem Bericht ist nicht
zu entnehmen, seit wann diese Arbeitsfähigkeitsschätzung galt. Aufgrund der Angaben
der behandelnden medizinischen Fachpersonen ist davon auszugehen, dass sich die
depressive Symptomatik während der seit Dezember 2017 dauernden Behandlung
tendenziell verbesserte bzw. zumindest nicht verschlechterte. Demnach ist bereits seit
Behandlungsbeginn im Dezember 2017 bis zum 31. Mai 2019 von einer Arbeitsfähigkeit
von 50 % in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen. Diese Ansicht wird im
Beschwerdeverfahren auch von beiden Parteien vertreten (act. G1, G4; wobei der
2.4.
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3. Basierend auf den vorgenannten Arbeitsfähigkeiten ist nachfolgend der
Invaliditätsgrad zu bestimmen.
Beschwerdeführer davon abweichend bereits seit 1. Oktober 2016 von einer
Arbeitsfähigkeit von 50 % ausgeht). Eine darüberhinausgehende Arbeitsunfähigkeit ist
in diesem Zeitraum nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
Zusammengefasst ist seit dem frühestmöglichen Rentenbeginn am 1. September
2013 bis zum 30. November 2017 eine Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
nicht rechtsgenüglich nachgewiesen. Vom 1. Dezember 2017 bis 31. Mai 2019 ist
sodann von einer Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 50 % und ab 1.
Juni 2019 von einer solchen von 70 % auszugehen.
2.5.
Massgebend für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen Renten
beginns verdient hätte. Für die Bestimmung des Valideneinkommens wird
grundsätzlich am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 139 V 28
E. 3.3.2, 125 V 58 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts vom 18. März 2015,
8C_590/2014, E. 5.1, und 21. August 2013, 8C_196/2013, E. 3.1). Der
Beschwerdeführer war bis am 28. Februar 2013 bei der C._ als Hilfsschreiner
beschäftigt (IV-act. 5). Gemäss Angaben der Arbeitgeberin hätte er dort (ohne die
erlittenen Unfälle) im Jahr 2013 ein monatliches Bruttoeinkommen von Fr. 5'300.--
erzielt (Suva-act. 230-2), was einem Jahreseinkommen von Fr. 68'900.-- (13 x Fr.
5'300.--) entspricht. 2016 hätte der Beschwerdeführer sodann ein hypothetisches
Bruttoeinkommen von monatlich Fr. 5'500.-- generieren können (Suva-act. 230-2),
woraus sich ein Jahreseinkommen von Fr. 71'500.-- (13 x Fr. 5'500.--) ergibt.
Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2017 resultiert ein
massgebliches Valideneinkommen von Fr. 71'819.-- (Index 2016: 2'239, 2017: 2'249)
bzw. bis ins Jahr 2019 ein solches von Fr. 72'777.-- (Index 2016: 2'239, 2019: 2'279).
3.1.
Art. 16 ATSG umschreibt das Invalideneinkommen als hypothetisches Einkommen.
Nach der ständigen Verwaltungspraxis und Rechtsprechung steht der Beizug von
Tabellen und vergleichbaren Übersichten im Vordergrund (Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 66 f. zu Art. 16). Da dem Beschwerdeführer im
Invalidenfall allgemeine Hilfsarbeitertätigkeiten zumutbar sind, rechtfertigt es sich, das
Invalideneinkommen für den frühestmöglichen Rentenbeginn im Jahr 2013 gestützt auf
3.2.
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die LSE 2012, Tabelle TA1, Total sämtlicher Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1,
Männer, zu bestimmen. Dieses belief sich auf Fr. 5'210.-- monatlich bzw. Fr. 62'520.--
jährlich. Angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden und die
Nominallohnentwicklung bis 2013 (Index 2012: 2'188, 2013: 2'204) resultiert ein
Jahreseinkommen von Fr. 65'654.--. Für die Jahre 2017 und 2019 ist das
Invalideneinkommen sodann gestützt auf die LSE 2016, Tabelle TA1, Total sämtlicher
Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1, Männer, zu bestimmen. Dieses belief sich auf
Fr. 5'340.-- pro Monat bzw. Fr. 64'080.-- pro Jahr. Aufgerechnet auf die
betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr.
66'803.--. Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2017 (Index 2016: 2'239;
2017: 2'249) resultiert bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % ein massgebliches
Einkommen von Fr. 33'551.--. Bei einer Anpassung an die Nominallohnentwicklung bis
2019 (Index 2016: 2'239, 2019: 2'279) und einer Arbeitsfähigkeit von 70 % ergibt sich
ein massgebliches Invalideneinkommen von Fr. 47'598.--.
Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten (Hilfsarbeiter-)Tätigkeiten behindert
sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren
arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand
Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer
versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Wie die
Gutachter der ZMB festhielten, hat der Beschwerdeführer zahlreiche qualitative
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (nur leichte, wechselbelastende Tätigkeiten, kein
Einsatz der Arme über Brustniveau, keine stärkeren bzw. repetitiven
Rotationsbewegungen der Schultergelenke, kein Heben und Tragen von Lasten über 5
kg, keine Vibrationsbelastungen der Arme, kein Hämmern oder Schlagen, kein
Besteigen von Leitern oder Gerüsten; vgl. IV-act. 129-11). Er ist im Vergleich zu voll
leistungsfähigen Arbeitnehmern damit lohnmässig benachteiligt und muss mit
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen (vgl. zum Ganzen Philipp Geertsen, Der
Tabellenlohnabzug, in Ueli Kieser/Miriam Lendfers [Hrsg.]: Jahrbuch zum
Sozialversicherungsrecht 2012, S. 139 ff.). Die Beschwerdegegnerin legte den
Tabellenlohnabzug in ihrer Verfügung vom 25. März 2021 auf 25 % fest (vgl. IV-act.
163). Die Frage nach der Höhe des Tabellenlohnabzugs ist eine typische
Ermessensfrage. Das kantonale Gericht darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund
an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten
3.3.
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4.
abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender
erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 S. 73, 126 V 75 E. 6 S. 81). Vorliegend machte
die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 18. Juni 2021 zwar selbst
geltend, ein Tabellenlohnabzug von 25 % sei nicht gerechtfertigt. Stattdessen sei ein
Abzug von 15 % angemessen (act. G4). Sie brachte jedoch keine triftigen Argumente
vor, welche eine von der Verfügung abweichende Ermessensausübung naheliegender
erscheinen liesse. Solche sind denn auch nicht ersichtlich. Dementsprechend
rechtfertigt es sich, den Tabellenlohnabzug bei 25% zu belassen. Folglich reduzieren
sich die massgeblichen Invalideneinkommen für das Jahr 2013 auf Fr. 49'241.-- (0.75 x
Fr. 65'654.--), für das Jahr 2017 auf Fr. 25'163.-- (0.75 x Fr. 33'551.--) und für das Jahr
2019 auf Fr. 35'699.-- (0.75 x Fr. 47'598.--).
Für den Zeitraum vom 1. September 2013 bis 30. November 2017 ergibt sich
ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer adaptierten
Hilfsarbeitertätigkeit, einem Valideneinkommen von Fr. 68'900.-- und einem
Invalideneinkommen von Fr. 49'241.-- ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad
von rund 29 %. Vom 1. Dezember 2017 bis 31. Mai 2019 resultiert bei einer
Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer adaptierten Hilfsarbeitertätigkeit, einem
Valideneinkommen von Fr. 71'819.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 25'163.--
ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von rund 65 %. Der Beschwerdeführer hat
daher unter Berücksichtigung der dreimonatigen Frist von Art. 88a der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) vom 1. Dezember 2017 bis 31.
August 2019 einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Ab 1. September 2019 ergibt
sich bei einer Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer adaptierten Tätigkeit, einem
Valideneinkommen von Fr. 72'777.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 35'699.--
ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von rund 51 %. Ab 1. September 2019 besteht
damit ein Anspruch auf eine halbe Rente.
3.4.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 25. März 2021 gutzuheissen und dem
Beschwerdeführer vom 1. Dezember 2017 bis 31. August 2019 eine Dreiviertelsrente
sowie ab 1. September 2019 eine halbe Rente zuzusprechen. Die Sache ist zur
Festsetzung und Ausrichtung der Leistung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
4.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
4.2.
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