Decision ID: aad5a796-f2b3-4b5c-8a2a-b8247e79d699
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960, war seit dem
1.
Januar 2018
(
Urk.
2 S. 2)
bei der
Avenir
Krankenversicherung
AG
mit einer Franchise von
Fr.
300.--
obligato
risch krankenpflegeversichert
(
Urk.
6
/1).
Am 1
8.
Juni 2018 stellte die
Avenir
dem Versicherten
Rechnung für die gemäss der beigelegten Abrech
n
ung geschuldete Kostenbeteiligung (
ambulante Behandlung vom 1
0.
Januar bis 2
0.
März 2018 bei
Dr.
med.
Y._
[
Urk.
6/4]) von
Fr.
290.20 (
Urk.
6/5).
Nach
einer
Mahnung vom 1
7.
August
201
8 (
Urk.
6/6
)
forderte die
Avenir
den Versicherten am
2
4.
Oktober 2018
erneut
auf
,
die ausstehende Kostenbeteiligung zu begleichen
(
Urk.
6/7
)
.
Mit Zahlungsbefehl vom
1
0.
Dezember
2018 (zugestellt am
7.
Februar 2019
, Betreibung Nr.
«...»
des Betreibungsamtes
Z._
) forderte die
Avenir
den Versi
cherten zur Bezahlung der
Kostenbeteiligung
von
Fr.
290
.
2
0
zuzüglich
admini
strative Kosten in Höhe von
Fr.
90
.-- auf. Zusätzlich wurden dem Versicher
ten Betreibungskosten von
Fr.
33
.30 in Rechnung gestellt (
Urk.
6/11
S.
1
).
D
er
vom
Versicherte
n
dagegen erhobene
Teilrechtsvorschlag im Umfang des bestrit
tenen Betrags von
Fr.
90.-- (
Urk.
6/11 S. 2
)
wurde von der
Avenir
mit Ver
fügung vom
9.
Februar 2019
im Betrag von
Fr.
380.20
(bestehend aus der
Kostenbeteili
gung
von
Fr.
290.20
,
Mahn- beziehungsweise Aufforderungskosten von
Fr.
30.-- und
Dossiereröffnungskosten
von
Fr.
60.--),
aufge
hoben (
Urk.
6/12
).
Die vom Versi
cherten dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
6/13) wies die
Avenir
mit
Ein
sprache
entscheid
vom 2
7.
April 2019 ab
und bestätigte die Aufhebung des Rechtsvor
schlags im verfügten Umfang (
Urk.
2 S.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
7.
April 2019 erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2
6.
Mai 2019 Beschwerde und beantragte de
ren
Aufhebung (Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
Juni 2019
(
Urk.
5) und de
r
en Ergänzung vom 1
0.
Juli 2019 (
Urk.
8; vgl. auch
Urk.
7)
beantragte die
Avenir
die Abweisung der Beschwerde
. Mit Replik vom 2
4.
Juli 2019 (
Urk.
12) und Duplik vom
6.
August 2019 (
Urk.
16) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.
Die Einzelrichterin

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
Die obligatorisch Versicherten beteiligen sich an den Kosten der für sie erbrachten Leistungen. Diese
Kostenbeteiligung
besteht aus einem festen Jahresbetrag (Franchise) und zehn Prozent der die Franchise übersteig
enden Kosten (Selbstbe
halt;
Art.
64
Ab. 1-2
des Bundesgesetzes über die Krankenversicherun
g [KVG] in Verbindung mit
Art.
1
03 ff. der Verordnung über die Krankenversicherung [KVV]).
2.2
In
Art.
64a
KVG
und
Art.
105a ff.
KVV
werden die Folgen der Nichtbezahlung von Prämien und Kostenbeteiligungen geregelt. Bezahlt die versicherte Person fällige Prämien oder Kostenbeteiligungen nicht, so hat
der Versicherer ihr gemäss
Art.
64a
Abs.
1 KVG in Verbindung mit
Art.
105b
Abs.
1 KVV nach mindestens einer schriftlichen Mahnung spätestens drei Monate ab der Fälligkeit der Prämien eine Zahlungsaufforderung zuzustellen, ihr eine Nachfrist von 30 Tagen einzu
räumen und sie auf die Folgen des Zahlungsverzuges hinzuweisen. Bezahlt die versicherte Person trotz Zahlungsaufforderung die Prämien nicht innert der ge
setzten Frist, so muss der Versicherer die Be
treibung anheben (
Art.
64a Abs.
2 KVG).
2.3
Verschuldet die versicherte Person Aufwendungen, die bei rechtzeitiger Zahlung nicht entstanden wären, so
kann der Versicherer nach
Art.
105b
Abs.
2 KVV an
gemessene Bearbeitungsgebühren erheben, sofern er in seinen allgemeinen Bestim
mungen über die Rechte und Pflichten der Versicherten eine entsprechende Regelung vorsieht, die versicherte Person die (unnötigen) Kosten schuldhaft ver
ursacht hat und die Entschädigung angemessen ist. Die Mahngebühren müssen in Nachachtung des Äquivalenzprinzips in einem vernünftigen Verhältnis zum fraglichen Ausstand stehen. Bei geringfügigen Ausständen hat das Bundesgericht eine relativ kleine Differenz zwischen Ausstand einerseits und Mahn- sowie Ver
waltungskosten andererseits nicht b
eanstandet (Mahnspesen von
Fr.
2
0.
--
zu
züg
lic
h Bearbeitungsgebühren von
Fr.
3
0.-- bei einer ausstehenden Kostenbetei
li
gung von
Fr.
6
2.50; Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_870/2015 vom
4.
Februar 2016
,
E. 4.1-2 mit weiteren Hinweisen; weitere Beispiele in
Eugster
, Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Kranken
versiche
rung [KVG]
,
2.
Auflage, Zürich 2018,
Art.
64a
Rz
3 f.).
2.4
Nach
Art.
65 KVG gewähren die Kantone den Ve
rsicherten in bescheidenen wirt
schaftlichen Verhältnissen Prämienverbilligungen. Sie bezahlen den Beitrag für die Prämienverbilligung direkt an
die
Versicherer, bei denen diese Personen ver
sichert sind (
Art.
65
Abs.
1 Satz 1 und 2 KVG). Nach
Art.
65
Abs.
3 KVG sorgen die Kantone unter anderem dafür, dass die Auszahlung der Prämienverbilligung so erfolgt, dass die anspruchsberechtigten Personen ihrer P
rämienzahlungspflicht nicht vorschuss
weise nachkommen müssen. Diese Konzeption ändert aber nichts daran, dass ein Versicherer berechtigt und auch verpfli
chtet ist, die vollen Prämienbe
träge einzufordern, selbst wenn für den betroffenen Versicherten der Anspruch auf Prämienverbilligung noch nicht abgeklärt oder die Prämienver
bil
ligung bei ihm oder beim Krankenversicherer noch nicht ein
getroffen ist (vgl.
das
Urteil des Bun
desgerichts K
72/05 vom 1
4.
August 2006 E. 5.2.1 mit Hinweis
en
).
2.5
Bestehen mehrere Prämienschulden und macht die versicherte Person Tilgung der betriebenen Forderung(en) geltend, sind
Art.
86 und 87 des Obligationen
rechts (OR) analog anwendbar (vgl.
Eugster
,
a.a.O.,
Art.
64a
Rz
13
mit Hi
nweis auf das Urteil des Bundesge
richts 9C_397/2008 vom 2
9.
September 2008 E. 4.1
)
. Gemäss
Art.
86 OR ist der Schuldner berechtigt, bei der Zahlung zu erklären, welche Schuld er tilgen will (
Abs.
1). Fehlt eine solche Erklärung, so wird die Zahlung auf diejenige Schuld angerechnet, die der Gläubiger in seiner Quittung bezeich
net, vorausgesetzt, dass der Schuldner nicht sofort Widerspruch erhebt (
Abs.
2). Liegt weder eine gültige Erklärung über die Tilgung noch eine Bezeichnung in der Quittung vor, ist die Zahlung auf die fällige Schuld anzurechnen, unter meh
reren fälligen auf diejenige Schuld, für die der Schuldner zuerst betrieben worden ist, und hat keine Betreibung stattgefunden, auf die früher verfallene (
Art.
87
Abs.
1 OR).
2.6
Der obligatorische
Krankenpflegeversicherer ist berechtigt, im Falle des Rechts
vorschlags nachträglich eine
formelle Verfügung zu erlassen und darin auch als Rechtsöffnungsinstanz über die Aufhebung des
Rechtsvorschlag
s
zu befinden, und nach Eintritt der Rechtskraft derselben (respektive des sie gegebenenfalls er
setzenden
Einspracheentscheides
) die Betreibung fortzusetzen
(Urteile des Bun
des
gerichts K
1/04 vom 6. August 20
04 E.
3 und 9C_934/2011 vom 3
1.
Januar 2012 je mit Hinweisen).
2.7
Gemäss
Art.
52
Abs.
2 Satz 2
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
werden
Einspracheentscheide
begründet.
Die
Begründungspflicht ist ein wesentlicher Bestandteil des verfassungsrechtlichen Gehörsanspruchs (BGE 132 V 368 E. 3.1 und 4.1 mit Hinweisen), wie er sich aus
Art.
29 der Bundesverfassung ergibt.
Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können
(BGE 126 V 75 E.
5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b).
3
.
3.1
Der Beschwerdeführer bestreitet
nach Lage der Akten
zu Recht nicht, dass er der
Avenir
für die ambulante Behandlung vom 1
0.
Januar bis 2
0.
März 2018 bei
Dr.
med.
Y._
eine Kostenbeteiligung von
Fr.
290.20
gemäss Rechnung vom 1
8.
Juni 2018
schuldete (
Urk.
1 S. 1,
Urk.
6/4-5,
Urk.
12 S. 1
,
Urk.
9/15 S. 15
).
Hingegen macht
e
er
bereits i
m
Einspracheverfahren
zumindest
sinngemäss gel
tend, diese Kostenbeteiligung sei durch
Verrechnung mit den
für die Jahre 2015 oder 2016 ausgezahlten Prämienverbilligungen beziehungsweise
mit
der rückwir
kenden
Zahlung an die
Avenir
von
Fr.
2'700.-- im Jahr 2016 (
Urk.
1 S. 1) getilgt worden (
Urk.
6/13
,
Urk.
12 S. 1).
Zudem rügt er eine Gehörsverletzu
ng durch die
Avenir
, indem
diese
ihm trotz mehrmaliger Anfragen nicht nachvollziehbar habe
erklären können, wie genau die Prämienverbilligungen beziehungsweise die im Jahr 2016 erfolgte Zahlung in Höhe von
Fr.
2'700.-- mit Ausständen verrechnet worden seien (
Urk.
1 S. 1,
Urk.
12 S. 1).
3.2
In der Verfügung vom
9.
Februar 2019 und im angefochtenen
Einspracheent
scheid
fehlt eine Auseinandersetzung mit
der Abrechnung der Prämienverbilli
gungen für die Jahre 2015 und 2016 (
Urk.
2,
Urk.
6/12).
3.3
A
uf gerichtliche Aufforderung hin (
Urk.
7)
reichte die
Avenir
den
Kontoauszug
vom 3
0.
April 2019 für die Zeit ab
1.
Januar 2015
mit Markierungen (
Urk.
9/15)
, zusätzlichen Abrechnungen (
Urk.
9/16-17)
und ergänzenden Erklärungen im Nachtrag zur Beschwerdeantwort vom 1
0.
Juli 2019 (
Urk.
8) ein. Daraus
ergibt sich, dass
d
er
Beschwerdeführer
in den Jahren
2015 bis
2017
seine Monats
prämien jeweils rechtzeitig bezahlte
, und zwar im vollen Betrag ohne Berücksich
tigung der Prämienverbilligung
(
Urk.
9/15
S. 1-
12
)
;
dies stimmt
mit seiner Angabe überein, er habe die Prämien via Dauerauftrag bezahlen lassen (
Urk.
12 S. 1).
Die
Prämienverbilligungen für die Jahre 2015 und 2016 im Gesamtbetrag von
Fr.
2'844.--
wurden
erst nachträglich
im März
2017 direkt der
Avenir
überwiesen
(
Urk.
13)
, was dem Beschwerdeführer unter dem
unzutreffenden
Titel
«
Z
usätzliche Rechnung» mitgeteilt wurde
(
Urk.
9/1
6
S. 1-2
)
.
D
ie
Avenir
verrechnete diese Prämienverbilligungen mit Buchungsdatum vom
6.
März 2017
zum einen
mit
damals
ausstehenden
Kostenbeteiligungen
in Höhe von
Fr.
21
6.20 und
Fr.
791.55 sowie
mit
erst später am 2
0.
März 2017, am 2
4.
April 2017 und am 1
7.
Juli 2017 in Rechnung gestellten Kostenbeteiligungen von
Fr.
24.90,
Fr.
6.05
und
Fr.
60.30 (gesamthaft
Fr.
1
’
099.--;
Urk.
9/15 S. 6-7 und 10-11). Mit dem verbleibenden Teil der Prämienverbilligungen 2015 und 2016 in Höhe von
Fr.
1
’
745.-- beglich die
Avenir
die Prämienrechnungen für die Monate Oktober bis Dezember 2017 in Höhe von gesamthaft
Fr.
1'505.25 (3 x
Fr.
501.75;
Urk.
9/15 S. 11-12)
sowie
einen Teil der Prämie für den Januar 2018 in Höhe von
Fr.
222.70 (
Urk.
9/15 S. 13
)
, wobei als Buchungsdatum ebenfalls der
6.
März 2017 angegeben wird
. Danach verblieb ein Prämienverbilligungs-Betrag von
Fr.
17.05, welchen die
Avenir
dem Beschwerdeführer am 2
3.
Januar 2018 über das Postkonto zurückerstattete (
Urk.
9/15 S. 14).
Trotz
der Tilgung
der Prämien für die Monate Oktober bis Dezember 2017
durch
Verrechnung mit den Prämienverbilligungen
überwies der Beschwerdeführer der
Avenir
den Prämienbetrag von
insgesamt
Fr.
1'505.25
vermutlich mittels Dauer
auftrag
am 2
9.
September, 3
0.
Oktober und 2
8.
November 201
7.
Diesen Betrag
zahlte ihm die
Avenir
am
6.
November und
7.
Dezember 2017 sowie am 1
8.
Januar 2018
zurück
(
Urk.
9/16 S. 4,
Urk.
9/17 S. 1 und 2)
, mit Ausnahme des gemäss Rückerstattungsabrechnung vom 1
8.
Januar 2018 am 1
7.
Januar 2018 angerechneten «Abzug gemäss Inkassodossier
[
...]
»
in Höhe von
Fr.
123.30 (
Urk.
9/17 S. 2).
Ferner bezahlte die
Avenir
dem Beschwerdeführer den
nicht an die Januarprämie 2018 in Höhe von
Fr.
478.-- angerechneten Teil
seiner
Zahlung vom 2
8.
Dezem
ber 2017 von
Fr.
501.75 im Betrag von
Fr.
246.45
(
Fr.
501.75 abzüglich
Fr.
255.30;
Urk.
9/15 S. 12 f.,
Urk.
9/17 S. 2)
zurück
.
Gleich verfuhr sie mit Zah
lungen des Beschwerdeführers für Kostenbeteiligungen, welche bereits durch Ver
rechnung mit den Prämienverbilligungen getilgt worden waren (
Urk.
9/16 S. 4)
. Zudem erstattete sie die am 1
5.
Dezember 2017 erhaltene Prämienverbilligung für das Jahr 2017 in Höhe von
Fr.
720.-- (
Urk.
9/15 S. 13,
Urk.
9/16 S. 3) am 1
8.
Januar 2018 vollumfänglich
an den Beschwerdeführer
zurück (
Urk.
9/17 S.
2). Weitere Rückerstattungen im Betrag von je
Fr.
23.75 für zu viel
b
ezahlte Prämien für die
Monate Februar, März sowie Juni und Juli 2018
erfolgten
am 2
2.
März, 2
6.
April und
5.
Juli 2018
(
Urk.
9/17 S. 3-5).
3.4
Aufgrund der vorliegenden Informationen
wurden die rückwirkend zur Auszah
lung gelangten Prämienverbilligungen für die Jahr
e
2015 und 2016 mit diversen Ausstände
n
des Beschwerdeführers verrechnet. Es
ist nicht
lückenlos
für jeden Zeitpunkt im abgedeckten Zeitraum ab
1.
Januar 2015
nachvollziehbar, wie hoch der Saldo
aus offenen Rechnungen/Rückforderungen
zu Gunsten der
Avenir
be
ziehungsweise
des Beschwerdeführers war.
Dies gilt insbesondere auch für den
Juni 2018
,
als
dem Beschwerdeführer die in Betreibung gesetzte Kostenbeteili
gung in Höhe von
Fr.
290.20 in Rechnung gestellt wurde.
Grund dafür ist nicht zuletzt
, dass im Kontoauszug jeweils nur derjenige Teil der Z
ahlungen des Beschwerdeführers
oder der kanton
alen Prämienverbilligungsstelle
aufgeführt wird, der an einen Ausstand angerechnet wurde, nicht aber die
teils höhere
voll
ständige
Zahlung mit dem
Eingang
s
- beziehungsweise Buchungs
datum;
dies wird
mit Blick auf die Zahlungen vom 2
9.
Januar, 2
8.
Februar und 2
8.
Mai 2018 für die Prämien Februar, März und Juni 2018 deutlich, deren Gesamtwert laut den Rückerstattungsabrechnungen vom 2
2.
März, 2
6.
April und
5.
Juli 2018 jeweils
Fr.
501.75 entsprach (
Urk.
9/17 S. 3-5), die im Kontoauszug aber nur im Umfang des angerechneten, effektiv tieferen Prämienbetrags von
Fr.
478.-- erscheinen (
Urk.
9/15 S. 13-14).
Der i
n der
letzten Spalt
e
des Kontoauszugs
aufgeführte
Gesamtsaldo wird denn auch bis Mitte 2018 als ausgeglichen (
Fr.
0.--) ausgewiesen
(
Urk.
9/15 S. 1-15)
.
Ob die gemäss Kontoauszug mit
Fr.
478.-- an die Prämien für April und Mai 2018 angerechneten Zahlungen des Beschwerdeführers vom 2
8.
März und 3
0.
April 2018 ebenfalls zu einem Rückerstattungsanspruch führten
(
Urk.
9/15 S. 14)
,
weil
er
ein
en zu hohen
Betrag von
Fr.
501.75 überwiesen
hatte
, ist mit Blick auf den Kontoauszug
und die eingereichten Abrechnungen (
Urk.
9/16 S. 4,
Urk.
9/17)
un
klar
. Jedenfalls
bezahlte
er der
Avenir
für die Monatsprämie Juni
2018 in Höhe von
Fr.
478.--
am 2
8.
Mai 2018 noch den zu hohen Betrag von
Fr.
501.75, der zu einer Rückerstattung
von
Fr.
23.75
führte (
Urk.
9/17 S. 5)
.
Schliesslich ist der
dem Beschwerdeführer gemäss Rückerstattungsabrechnung vom 1
8.
Januar 2018 am 1
7.
Januar 2018 angerechnete «Abzug gemäss Inkasso
dossier
[
...]
»
in Höhe von
Fr.
123.30 (
Urk.
9/17 S. 2)
im Kontoauszug vom 3
0.
April 2019 nicht aufgeführt
. Daher
kann nicht nachvollzogen werden, welche Forderung die
Avenir
damit getilgt hat
beziehungsweise ob diese
damals
tatsäch
lich B
estand hatte
.
3.5
Nach
dem Gesagten kann
weder
aufgrund der
Begründung des angefochtenen
Einspracheentscheids
noch
anhand der
nachträglich
eingereichten Unterlagen und der ergänzenden Erklärungen der
Avenir
im Nachtrag zur Beschwerdeant
wort vom 1
0.
Juli 2019 prüfend nachvollzogen werden
, ob die
Avenir
die Zah
lungen des Beschwerdeführers und der Prämienverbilligungsstelle korrekt abge
rechnet hat
.
D
er Beschwerdeführer
hatte
die
Avenir
diesbezüglich
bereits vor Erlass der Verfügung vom
9.
Februar 2019
(
Urk.
6/12
)
und danach erneut mit der Einsprache vom 2
6.
Februar 2019
um Aufklärung ersucht (
Urk.
12
,
Urk.
6/13
).
Vor Erla
ss der Verfügung hatte ihm die z
uständige Sachbearbeiterin offenbar beschieden, sie könne ihm nicht genau sagen, wie die Prämienverbilligungen mit Forderungen der
Avenir
verrechnet worden seien. Falls er eine detaillierte Auf
stellung wünsche, solle er eine Verfügung verlangen (
Urk.
12). Mit der Verfügung vom
9.
Februar 2019 war ihm aber keine entsprechende Aufstellung zugestellt worden (
Urk.
6/12). Alsdann war die
Avenir
seinem
einspracheweise
gestellten
Gesuch, ihm eine Aufstellung über die zu seinen Gunsten erhaltenen Prämien
verbilligungen
zukommen zu lassen
(
Urk.
6/13), nicht nachgekommen und hatte ihm lediglich den ohne ergänzende Erklärungen
kaum
nachvollziehbaren Konto
auszug vom 1
6.
April 2019 für den Zeitraum ab
1.
Januar 2017 zugestellt (
Urk.
13/14/3
; vgl.
Urk.
13
). Die sich aufgrund der Vorbringen des Beschwerde
führers stellende Frage, ob die
Avenir
grundsätzlich verpflichtet oder zumindest bereit wäre,
einen
auf Abrechnungsfehler zurückzuführenden
Rückerstattungs
anspruch des Beschwerdeführers mit dem in Betreibung gesetzten Ausstand zu verrechnen, wird in der Begründung des
Einspracheentscheids
vom 2
7.
April 2019 ebenfalls nicht behandelt
(
Urk.
2)
.
Im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung konnte sich
der Beschwerdeführer deshalb
kein klares Bild
über die Tragweite des
angefochtenen
E
i
n
spracheen
tscheids
machen
.
Dass er sich in dieser Situation ver
anlasst s
ah, den
Einspracheentscheid
vom
2
7.
April 2019
mit
relativ
pauschal
er Begründung
an
zu
fechten
, erscheint nachvollziehbar
.
Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts
ist es
nicht der Sinn des durch die Rechtsprechung geschaffenen Instituts der Heilung des rechtlichen Gehörs, dass Versicherungsträger sich über den elementaren Grundsatz des rechtlichen Gehörs hinwegsetzen und darauf vertrauen, dass solche Verfahrensmängel in einem vom durch den Verwaltungsakt Betroffenen allfällig angehobenen Gerichts
verfahren behoben würden. Der Umstand, dass eine solche Heilungsmög
lichkeit besteht, rechtfertigt es demnach nicht, auf die Anhörung des Betroffenen vor Erlass eines Entscheides zu verzichten. Denn die nachträgliche Gewährung des rechtlichen Gehörs
bildet häufig nur einen unvollkommenen Ersatz für eine unterlassene vorgängige Anhörung. Abgesehen davon, dass ihr dadurch eine Instanz verloren gehen kann, wird der betroffenen Person zugemutet, zur Verwirk
lichung ihrer Mitwirkungsrechte ein Rechtsmittel zu ergreifen.
3.6
Da
zweifellos eine schwere Verletzung des rechtlichen Gehörs
vor
liegt und deren Heilung nicht gerechtfertigt ist
,
ist der
angefochtene
Einspracheentscheid
aufzu
heben
. Die Sache ist an die
Avenir
zurückzuweisen, damit sie
in einem
rechts
genüglich
begründeten
Einspracheentscheid
für den relevanten Zeitraum lücken
los und nachvollziehbar darlege, inwiefern und wann sie die Zahlungen des Beschwerdeführers und der Prämienverbilligungsstelle an
ihre Forderungen
an
gerechnet hat, und die aufgezeigten Unklarheiten ausräume. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.