Decision ID: 65e83f93-e742-48f8-b4af-7b05cdcb4157
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_007
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten:
1.
1.1.
Die 1985 geborene, zuletzt als Filialleiterin im Detailhandel tätig gewesene
Beschwerdeführerin meldete sich am 2. Juni 2014 aufgrund unfallbedingter
Beschwerden nach einem Sturz beim Schlittschuhlaufen mit Verletzung
des linken Handgelenks am 1. Januar 2013 bei der Beschwerdegegnerin
zum Bezug von Leistungen (berufliche Integration/Rente) der Eidgenössi-
schen Invalidenversicherung (IV) an. Diese tätigte entsprechende Abklä-
rungen und sprach der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2. Novem-
ber 2018 eine befristete ganze Rente für die Zeit vom 1. Februar 2015 bis
30. September 2017 zu. In teilweiser Gutheissung der dagegen erhobenen
Beschwerde hob das Versicherungsgericht die Verfügung mit Urteil
VBE.2018.936 vom 6. September 2019 auf und wies die Sache zur weite-
ren Abklärung des medizinischen Sachverhalts und zur anschliessenden
Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurück.
1.2.
Die Beschwerdegegnerin holte in der Folge weitere medizinische Unterla-
gen ein. Nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
ordnete sie mit Zwischenverfügung vom 10. Januar 2020 eine bidisziplinäre
(orthopädische und psychiatrische) Begutachtung an. Die dagegen erho-
bene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht mit Urteil VBE.2020.73
vom 13. März 2020 gut, soweit es darauf eintrat, und verpflichtete die Be-
schwerdegegnerin dazu, eine polydisziplinäre Begutachtung anzuordnen.
1.3.
Daraufhin liess die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin polydis-
ziplinär begutachten (Gutachten der Zentrum für Interdisziplinäre Medizini-
sche Begutachtungen AG, Schwyz [ZIMB], vom 3. Januar 2021). Mit Vor-
bescheid vom 12. März 2021 stellte die Beschwerdegegnerin der Be-
schwerdeführerin die Zusprache einer befristeten ganzen Rente für die Zeit
vom 1. Februar 2015 bis 31. März 2017 in Aussicht und verneinte einen
darüberhinausgehenden Rentenanspruch. Nachdem die Beschwerdefüh-
rerin dagegen Einwände erhoben hatte, stellte die Beschwerdegegnerin
den ZIMB-Gutachtern auf Empfehlung des RAD Ergänzungsfragen, welche
diese mit Stellungnahme vom 22. Dezember 2021 beantworteten. Nach er-
neuter Rücksprache mit dem RAD hielt sie mit Verfügung vom 25. Januar
2022 an ihrem Vorbescheid fest.
2.
2.1.
Gegen die Verfügung vom 25. Januar 2022 erhob die Beschwerdeführerin
am 28. Februar 2022 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Anträge:
- 3 -
" 1. Es sei die Verfügung vom 25.01.2022 aufzuheben und es sei der  vom 01.02.2015 bis 31.03.2019 eine ganze IV-Rente und ab dem 01.04.2019 eine halbe unbefristete IV-Rente .
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu
Lasten der Gegenpartei."
2.2.
Mit Schreiben vom 22. März 2022 reichte die Beschwerdeführerin einen
Bericht der behandelnden Psychiaterin vom 28. Juni 2021 ein.
2.3.
Mit Vernehmlassung vom 13. April 2022 beantragte die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.
2.4.
Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 21. April 2022 wurde die beruf-
liche Vorsorgeeinrichtung der Beschwerdeführerin im Verfahren beigela-
den und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Diese verzichtete mit
Eingabe vom 3. Mai 2022 auf eine Stellungnahme.
2.5.
Mit Eingabe vom 2. Juni 2022 reichte die Beschwerdeführerin einen weite-
ren medizinischen Bericht ein.
2.6.
Mit Beschluss vom 31. August 2022 wurde den Parteien die Rückweisung
der Sache an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung und an-
schliessenden neuerlichen Entscheidung in Aussicht gestellt und ihnen Ge-
legenheit zur Stellungnahme sowie der Beschwerdeführerin zusätzlich zum
allfälligen Rückzug der Beschwerde gegeben. Mit Eingabe vom 13. Sep-
tember 2022 verzichtete die Beschwerdeführerin auf eine Stellungnahme.
Die Beschwerdegegnerin sowie die Beilgeladene liessen sich nicht verneh-
men.

Considerations:
Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Strittig ist die per 1. April 2017 erfolgte Aufhebung der ganzen Rente. Der
Umstand, dass Umfang und allenfalls Dauer des Rentenanspruchs über
den verfügungsweise geregelten Zeitraum hinweg variieren, ist allerdings
praxisgemäss unter anfechtungs- und streitgegenständlichem Gesichts-
punkt belanglos. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leistungen
angefochten, wird damit die gerichtliche Überprüfungsbefugnis nicht in dem
Sinne eingeschränkt, dass unbestritten gebliebene Bezugszeiten von der
- 4 -
Beurteilung ausgeklammert bleiben (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts
9C_453/2020 vom 20. November 2020 E. 3.1 mit Hinweisen). Zu prüfen ist
daher, ob die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit Verfügung
vom 25. Januar 2022 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 196) zu Recht für den
Zeitraum vom 1. Februar 2015 bis 31. März 2017 eine ganze Rente zuge-
sprochen und darüber hinaus einen Rentenanspruch verneint hat.
2.
2.1.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung
(VB 196) in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das ZIMB-Gutach-
ten vom 3. Januar 2021 (VB 174.2), welches eine psychiatrische, eine neu-
rologische, eine orthopädische und eine internistische Beurteilung vereint.
Darin wurden interdisziplinär die nachfolgenden Diagnosen gestellt
(VB 174.2 S. 11 f.):
"Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
1. Belastungs- und Bewegungseinschränkung des linken Handgelenks bei penetrierendem Riss des TFCC am Übergang des Corpus zur  Insertion (ICD-10 S63.3) mit/bei: - einem Streckdefizit von 40° - einem Beugedefizit von 50° - einer aufgehobenen radialen / ulnaren Seitwärtsbewegung - einer aufgehobenen Umwendbewegung - Status nach am 01.01.2013 erlittener Hyperextension des linken
Handgelenks beim Schlittschuhfahren mit hierbei erlittener  des dorsalen, intermetacarpalen Bandes / ulnarseitige TFCC-Läsion
- Status nach am 10.02.2014 erfolgter Revision des TFCC mit  und transossäre Fixation des TFCC nebst Resektion  okkulten Ganglions
- Status nach einem postoperativ m Jahre 2014 aufgetretenen CRPS Typ I der linken adominanten Hand / Arm
2. Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen  (ICD-10 F.45.41)
3. Rezidivierende depressive Störung mit leichten bis mittelschweren Episoden (ICD-10 F33.0 bis F33.1)
Diagnosen ohne Auswirkung auf Arbeitsfähigkeit
4. Belastungsabhängig vermehrtes lumbospondylogenes ; ggw. ohne Beschwerdevortrag sowie ohne  (ICD-10 M54.2)
5. Aktenkundige Erstdiagnose eines subacromialen Impingement rechts im Jahre 2014 mit Knochensporn des lateralen Acromions; ggw. ohne Beschwerdevortrag sowie ohne Funktionseinschränkung (ICD-10 M75.4)
6. Mögliches Sulcus ulnaris Syndrom links".
In der bisherigen Tätigkeit als Filialleiterin eines Schuhgeschäftes sei die
Beschwerdeführerin nicht mehr uneingeschränkt arbeitsfähig. Aufgrund der
- 5 -
funktionellen Einschränkungen bestehe bei einer ganztägigen Anwesen-
heit eine Leistungseinbusse von 50 % aufgrund der Notwendigkeit häufige-
rer kurzer Arbeitsunterbrechungen und Positionswechsel, sodass bezogen
auf ein 100 % Pensum eine maximale Leistungsfähigkeit von 50 % resul-
tiere. In einer leichten, optimal adaptierten Tätigkeit unter Beachtung von
Schonkriterien für die linke, adominante Hand bestehe aus interdisziplinä-
rer Sicht eine zumutbare Restarbeitsfähigkeit von 80 % (VB 174.2 S. 15 f.).
Die gutachterlich attestierte 50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in
der bisherigen Tätigkeit und die 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in einer optimal angepassten Tätigkeit begründeten sich sowohl mit den
somatischen als auch den psychischen Funktionseinschränkungen, wobei
sich die jeweils bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten nicht additiv verhalten
würden (VB 174.2 S. 16). Die Leistungsminderung bestehe seit der am
10. Februar 2014 erfolgten Revision des linksseitigen TFCC. Ausgenom-
men hiervon seien definitionsgemäss die Zeiten einer stationären Behand-
lung nebst entsprechender Rekonvaleszenzzeit. Während diesen Zeiten
habe sowohl in angestammter als auch adaptierter Tätigkeit eine volle Ar-
beitsunfähigkeit von 100 % bestanden (VB 174.2 S. 16).
2.2.
RAD-Arzt Dr. med. B., Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilita-
tion, äusserte sich mit Stellungnahme vom 17. Februar 2021 zum ZIMB-
Gutachten und hielt fest, es könnten keine relevanten Inkonsistenzen ge-
funden werden. Bezüglich der Zeit von 2014 bis Ende 2016 könne das Gut-
achten "zeitfern wenig beitragen". Es werde zwar die aktuelle Arbeitsunfä-
higkeit angestammt und angepasst auch für diesen Zeitabschnitt festge-
setzt, gleichzeitig werde aber global eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für
die Zeit der diversen stationären Behandlungen und die zugehörige Reha-
bilitation angegeben, was relativ viel Ermessensspielraum gebe. Bei den
diversen Behandlungen mit entsprechender Rehabilitationszeit könne für
diese Zeit die RAD-Beurteilung vom März 2017 gelten, mit der Ende 2016
"durch die SUVA konstatierten Verbesserung". Die im ZIMB-Gutachten de-
finierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit sowie die
20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
würden folglich für die "eher psychiatrische geprägte 2. Phase 2017 bis ak-
tuell" gelten (VB 176 S. 3 f.).
2.3.
Am 25. Mai 2021 nahm RAD-Arzt Dr. med. B. zu den Einwänden der Be-
schwerdeführerin vom 29. April 2021 (VB 181) Stellung und empfahl, Rück-
fragen bezüglich der psychiatrischen Beurteilung an die ZIMB-Gutachter zu
stellen (vgl. VB 185 S. 4).
Am 22. Dezember 2021 nahmen die ZIMB-Gutachter Stellung und führten
aus, ausgehend von den vorhandenen Ressourcen der Beschwerdeführe-
- 6 -
rin sei es denkbar, ihr unter Einhaltung des beschriebenen Belastungspro-
fils eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit zuzumuten. Beim
weiteren Persistieren der Konzentrationsdefizite und der Schmerzen sei
konform mit der behandelnden Psychiaterin davon auszugehen, dass die
Tätigkeit als Filialleiterin unrealistisch sei (VB 192 S. 1 ff.).
3.
3.1.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-
ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-
zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet
und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V
231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352).
3.2.
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-
ten Gutachten externer Spezialärzte, welche auf Grund eingehender Be-
obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, so-
lange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise spre-
chen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Den Gut-
achten kommt somit bei Abklärungen im Leistungsbereich der Sozialversi-
cherung überragende Bedeutung zu (UELI KIESER, Kommentar zum Bun-
desgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
4. Aufl. 2020, N. 13 zu Art. 44 ATSG; vgl. auch BGE 132 V 93 E. 5.2.8
S. 105).
4.
4.1.
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass sich die Beschwerdefüh-
rerin vom 22. Oktober bis 26. November 2014 und vom 30. Juni bis 28. Juli
2015 jeweils rund einen Monat in stationärer Behandlung in der Rehaklinik
Q. befand (vgl. VB 31 S. 19 ff.; 37 S. 1 ff.). Weiteren stationären Aufenthal-
ten hatte sich die Beschwerdeführerin in der Folge nicht unterzogen (vgl.
VB 174.4 S. 11 ff.), sondern es wurde im Wesentlichen einzig der Verlauf
der Beschwerden an der linken Hand überprüft (vgl. VB 174.3 S. 19 ff.).
Es ist daher nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, dass RAD-Arzt Dr. med.
B. für einen Zeitraum von rund drei Jahren eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
in sämtlichen Tätigkeiten annahm (vgl. VB 176 S. 3 f., 185 S. 3; vgl. auch
VB 196 S. 1). Die Ausführungen der ZIMB-Gutachter, wonach während
"stationärer Behandlung nebst entsprechender Rekonvaleszenzzeit" eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit in angestammter und angepasster Tätigkeit
- 7 -
bestanden habe (VB 174.2 S. 16), lassen nicht ohne Weiteres den Schluss
zu, dass diese Beurteilung für eine ununterbrochene Dauer von fast drei
Jahren gelten soll, befand sich die Beschwerdeführerin in diesem Zeitraum
doch lediglich rund zwei Monate in stationärer Behandlung. Auch der von
RAD-Arzt Dr. med. B. erwähnten Stellungnahme vom 23. März 2017
(VB 60) lässt sich keine schlüssige Begründung der attestierten Arbeitsun-
fähigkeit in retrospektiver Hinsicht entnehmen. So verweist er in dieser Stel-
lungnahme einzig auf die Beurteilung von Kreisarzt med. pract. C., Fach-
arzt für Chirurgie, vom 17. November 2016, welcher sich jedoch nur zur
Arbeitsfähigkeit im Untersuchungszeitpunkt äusserte (vgl. VB 57.5 S. 8; 60
S. 4). Schliesslich ist die 20%ige Leistungseinschränkung aus psychiatri-
scher Sicht in angepasster Tätigkeit erst ab 2017 ausgewiesen (vgl.
VB 174.7 S. 15); in den weiteren Fachgebieten werden keine quantitativen
Einschränkungen in einer angepassten Tätigkeit beschrieben (vgl. VB
174.4 S. 18; 174.5 S. 25 f.; 174.6 S. 9). Dennoch unterliessen es die ZIMB-
Gutachter, in ihrer interdisziplinären Beurteilung einen zeitlichen Verlauf
der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit festzulegen (VB 174.2 S. 16).
Folglich bleibt unklar, was die ZIMB-Gutachter mit "Rekonvaleszenzzeiten"
gemeint hatten und ob diese überhaupt eine Arbeitsunfähigkeit bewirkt hat-
ten, welche sich rentenrelevant auswirken würde. Aufgrund der im Juni
2014 erfolgten Anmeldung (vgl. VB 4) wäre jedoch insbesondere auch der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in retrospektiver Hinsicht zu
klären gewesen, worauf bereits mit Urteil VBE.2018.936 vom 6. September
2019 E. 7.1. hingewiesen wurde (vgl. VB 124 S. 7). Das ZIMB-Gutachten
erweist sich folglich als unvollständig.
4.2.
Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass sich der psychiatrische Gutach-
ter nicht mit der Einschätzung von Kreisarzt Dr. med. D., Facharzt für Psy-
chiatrie und Psychotherapie, welcher in seiner Beurteilung vom 18. Dezem-
ber 2018 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit attes-
tierte (vgl. VB 104.6 S. 34 f.), auseinandersetzte. Darauf wies die Be-
schwerdeführerin bereits im Vorbescheidverfahren hin (vgl. VB 181
S. 9 ff.). Die Einwände der Beschwerdeführerin wurden auf Empfehlung
des RAD sodann dem psychiatrischen Gutachter zur Stellungnahme vor-
gelegt (vgl. VB 185 S. 4; 186). Dieser ging wiederum nicht auf den Bericht
von Dr. med. D. ein, sondern nahm einzig Bezug zur Einschätzung der be-
handelnden Psychiaterin (vgl. VB 192). Eine Diskussion der fachärztlichen
Einschätzung von Dr. med. D. wäre jedoch für eine schlüssige Beurteilung
des Krankheitsverlaufs unabdingbar gewesen.
4.3.
Zudem ist anzumerken, dass der neurologische Gutachter ausführte, die
bisher ausgeübte Tätigkeit als Schuhverkäuferin sei "nicht mehr durchführ-
bar". Hier bestehe eine "Arbeitsfähigkeit von maximal 50% und 0 Stunden"
- 8 -
(VB 174.6 S. 9). Die ZIMB-Gutachter gingen jedoch interdisziplinär von ei-
ner 50%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit aus (vgl. 174.2
S. 15 f.). Die Ausführungen des neurologischen Gutachters sind demnach
nicht nachvollziehbar, was auch RAD-Arzt Dr. med. B. feststellte
(vgl. VB 176 S. 3). Die Beschwerdegegnerin hätte die ZIMB-Gutachter im
Rahmen der Einholung der ergänzenden gutachterlichen Stellungnahme
auf diesen Umstand hinweisen müssen, was sie jedoch unterlassen hat.
4.4.
Zusammenfassend lässt sich die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
insbesondere in retrospektiver Hinsicht gestützt auf das ZIMB-Gutachten
vom 3. Januar 2021 und die Stellungnahme vom 22. Dezember 2021 nicht
zuverlässig beurteilen. Der anspruchsrelevante medizinische Sachverhalt
erweist sich im Lichte der Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 und
Art. 61 lit. c ATSG; BGE 133 V 196 E. 1.4 S. 200; 132 V 93 E. 5.2.8 S. 105;
125 V 193 E. 2 S. 195; KIESER, a.a.O., N. 13 ff. zu Art. 43 ATSG) als nicht
rechtsgenüglich erstellt. Es rechtfertigt sich deshalb vorliegend, die Sache
zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(vgl. BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 100; 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264 f.).
5.
5.1.
Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde in dem Sinne teilweise gutzu-
heissen, dass die angefochtene Verfügung vom 25. Januar 2022 aufzuhe-
ben und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und
zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.
5.2.
Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten
werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende
Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrens-
ausgang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.3.
Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der
richterlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG), denn die
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks Vornahme ergänzen-
der Abklärungen gilt als anspruchsbegründendes Obsiegen (BGE 132 V
215 E. 6.1 S. 235 mit Hinweisen).