Decision ID: 023c0176-1bc6-5ec6-a454-1ee891d1cd82
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1992, leidet seit seiner Frühgeburt in der
30.
Schwan
gerschaftswoche
an verschiedenen Gebrechen und bezog hierfür Leistungen der Invalidenversicherung (vgl.
Urk.
7/1-5). Nach einer Abklärung in der
Schweizerischen Y._
, im November 1999
(
Urk.
7/7/5 ff.)
sprach
ihm
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, am 7. Januar 2000 erstmals medizinische Massnahmen für die Behandlung des Geburtsgebrechens
Ziff.
404
des
Anhang
s
zur Verordnung über Geburtsgebrechen (
GgV
) zu (
Urk.
7/9). Mit Verfügung vom
27. September 2005
erteilte
sie
Kostengutsprache für einen
stationären psychiatrischen Aufenthalt in der Kinderstation
Z._
vom 16. August 2005 bis 31. Juli 2006 (
Urk.
7/35). Der Versicherte trat am 23. Dezember 2005 wieder aus (vgl. Bericht der Kindersta
tion
Z._
vom 22. Dezember 2005,
Urk.
7/37) und im Januar 2006 in die Wohnschule
A._
ein (vgl.
Urk.
7/50). Der Anspruch auf
Sonderschul
massnahmen
wurde am 20. Juli 2007 bis 31. Juli 2008 bejaht (
Urk.
7/53).
Nach Beendigung der ordentlichen Schulzeit absolvierte der Versicherte vom 16. August 2010 bis 15. August 2012 eine
von der Invalidenversicherung unterstützte
Ausbildung zum Detailhandelsassistenten EBA im geschützten Rahmen der
B._
(vgl.
Urk.
7/75-83). Die IV-Stelle erteilte
zudem
Kostengutsprache für das betreute Wohnen bei der Stiftung
C._
, bis längstens
15. August 2012 (
Urk.
7/84).
Nach Abschluss der
beruflichen
Ausbildung
(vgl.
Urk.
7/108)
nahm der Versicherte ab September 2012 eine
(unbezahlte)
Beschäftigung
im
D._ Heim
, einer Institution für geistig oder psychisch eingeschränkte Menschen, auf (vgl.
Urk.
7/143/7).
Die IV-Stelle teilte
ihm
mit Vorbescheid vom 10. August 2012 die voraussichtli
che Verneinung eines Rentenanspruchs mit, da er sowohl in der angelernten als auch jeder anderen einfachen Hilfsarbeit arbeitsfähig sei (
Urk.
7/115). Auf den Einwand des Versicherten hin
(
Urk.
7/117, 7/123) leitete sie
eine
Begutachtung bei
Dr.
med.
E._
, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, in die Wege (Gutachte
n vom 13. Februar 2013,
Urk.
7/143) und teilte
dem Versicher
ten
nach Eingang desselben
die Kostenübernahme für ein Arbeitstraining in
F._
vom 3. Juni bis 2. Dezember 2013 mit (
Urk.
7/159). Dieses
wurde am 15. September 2013 vorzeitig beendet (vgl.
Urk.
7/165).
Am 27. November 2013 trat
der Versicherte einen stationären Aufenthalt
in der
Klinik
G._
,
H._
, an
(vgl. Bericht der
H._
vom 29. Januar 2014,
Urk.
7/180). Mit Vorbescheid vom 2
4. Februar 2014 wurde der Vorbescheid
vom 10. August 2012 ersetzt und dem Versicherten rückwirkend ab 1. August 2012 eine halbe Invalidenrente ausgehend von einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit in einer optimal leidensangepassten Tätigkeit in Aus
sicht geste
llt (
Urk.
7/183).
In diesem Sinne entschied
d
ie
IV-Stelle
mit Verfü
gung vom 3. Juni 2014 (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
am 3. Juli 2014 Beschwerde erheben und die
Zusprache
einer ganzen Invalidenrente
beantragen
so
wie
um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung von Rechtsanwalt
Christe
zum unen
t
geltl
ichen Rechts
vertreter
ersuchen
(
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 13. August 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Verfügung vom 20. August 2014 wurde das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung gewährt und Rechtsanwalt
Christe
zum unentgeltlichen Rechtsvertreter in diesem Verfahren bestellt.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hat die Grundlagen über den Rentenanspruch (Art. 28 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, Art. 28
Abs.
1 lit. b und c, Art. 29 IVG) und die Invaliditätsbemessung nach der
Einkommensver
gleichsmethode
(Art. 26 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG)
richtig dargelegt. Darauf wird verwiesen.
1.2
Zu ergänzen ist,
dass
beim Einkommensvergleich gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbs
einkommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist ein theoretischer und abstrak
ter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von
jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraus
setzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Mög
lichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein
renten
ausschliessendes
Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273
E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienst
-
aussichten
sind praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat viel
mehr nur so weit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleistet ist. Für die Invaliditäts
-
bemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten
Arbeitsmarkt
verhältnissen
vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr ver
bliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts
I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 13. März 2000 und U 176/98 vom 17. April 2000).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser
Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialver
sicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
Streitig und zu prüfen ist
, ob der Beschwerdeführer A
nspruch auf eine höhere als die zugesprochene
halbe Invalidenrente hat. Dabei steht zwischen den Par
teien insbesondere im Streit,
ob sich die Beschwerdegegnerin zu Recht auf den Standpunkt stellte, der Beschwerdeführer sei in einer optimal angepassten Tätigkeit in der freien Wirtschaft in der Lage
,
eine 50%ige Leistung zu erbrin
gen. Der Beschwerdeführer lässt dagegen geltend machen, auf dem ersten Arbeitsmarkt sei eine verwertbare Arbeitsfähigkeit ausgeschlossen.
3.
3.1
Den Akten ist hierzu im Wesentlichen Folgendes zu en
tnehmen:
Anlässlich der Abklärung in der
Y._
vom November 1999 wurden
cereb
ral
bedingte Teilleistungsschwächen
im Sinne eines psychoorganischen Syn
droms
mit
Wahrnehmung
s
-, Merkfähigkeits-, Gedächtnis- und Konzentrations
störungen festgestellt (
Urk.
7/7)
. Gestützt darauf anerkannte die
Beschwerde
gegnerin
das Geburtsgebrechen
Ziff.
404
GgV
-Anhang und übernahm in den Folgejahren
diverse medizinische
Massnahmen
(
zum Beispiel
Psychomotorik, vgl.
Urk.
7/9; Psychotherapie, vgl.
Urk.
7/11). Ausserdem wurde eine medika
mentöse Therapie mit Ritalin eingeleitet (vgl. Bericht von
Dr.
med.
I._
vom
5. Februar 2002,
Urk.
7/15). Im Alter von 12 Jahren litt der Beschwerdeführer gemäss Angaben seines behandelnden Kinder- und Jugendpsychiaters
Dr.
med.
J._
vom 8. Januar 2004
bereits oft an aus
geprägten
Stimmungsschwankun
gen
und
depressiven Verstimmungen und droh
t
e immer wieder, sich umzubrin
gen.
In der
Schule
sei
er durch erhöhten Antrieb, Unruhe, heftige unangemes
sene Reaktionen und grosse Sturheit auf
gefallen, habe
Kollegen und Lehrer
genervt und
sei oft unaufmerksam, unbeteiligt und abgelenkt
gewesen
(
Urk.
7/24/3 f
).
Nach
dem stationären Aufenthalt in der psychiatrischen Kinder- und
Jugend
station
Z._
und zwei Jahren Sonderschulung im Schulheim
A._
beurteilte
Dr.
J._
die Situation am 27. März 2008 dahingehend, dass der Beschwerdeführer sowohl schulisch wie auch bezüglich seiner Wohn- und Lebenssituation weiterhin einen strukturierten und intensiv betreuten Rahmen benötige. Bezüglich der Berufswahl zeige sich deutlich, dass eine Berufslehre in der freien Wirtschaft wahrscheinlich
nicht möglich sei (
Urk.
7/58).
Seine Diag
nosen im Bericht vom 23. April 2008 lauteten auf ein frühkindliches psycho
-
organisches Syndrom
(
POS
) gemäss
Ziff.
404
GgV
-Anhang
und eine hyperkine
tische Störung des Sozialverhaltens gemäss ICD-10 F 90.
1.
Seit Beginn der Schulzeit bestünden grosse schulische Probleme und zunehmende
Verhaltens
schwierigkeiten
.
Das
Konzentrationsvermögen sei vermindert,
d
er
Beschwer
deführer
brauche Zeit und
Hilfe sowie feste Strukturen, auch
die psychische Belastbarkeit sei reduziert (
Urk.
7/60 ff.)
3.2
Im Bericht vor Abschluss der beruflichen Massnahmen des Lehrbetriebs
K._
vom 2
0.
Mai 2012 wurde der zumutbare Leistungsgrad bei einer Tätig
keit in der freien Wirtschaft auf 40
%
geschätzt, wobei der Beschwerdeführer nicht selbständig arbeite
n könne
. Er benötige Kontrolle und Unterstützung sowie geduldige Vorgesetzte und Mitarbeiter. Auch sei eine wiederholte gute Einführung in den Aufgabenbereich notwendig. Das mögliche Jahreseinkom
men wurde mit Fr. 13‘000.
--
beziffert. Der Beschwerdeführer arbeite mit guter Qualität, erledige
die Arbeiten aber sehr langsam
und
seine
Konzentration
und
Aufmerksamkeit liessen schnell nach. Auch arbeite er zu wenig überlegt, könne sich Arbeitsabläufe
selbst dann
nicht merken, wenn er sie mehrere Male ausge
führt habe.
Er benötige Hilfe,
laufende Anleitung und Kontrolle
. Seine Motiva
tion sei stark stimmungsabhängig und er könne auch Routinearbeiten nur mit Mühe und nicht über einen längeren Zeitraum ausüben (
Urk.
7/104).
Anlässlich einer Besprechung des zuständigen IV-Berufsberaters, dem Beschwer
deführer, seinen Eltern, der Lehrverhältniszuständigen und dem Wohnbetreuer vom
3.
Juli 2012 wurde vereinbart, dass die
Ausbildungsinstitu
tion
ihn
noch bis zum Ausbildungsabschluss bei der Suche des als notwendig erachteten Nischenarbeitsplatzes unterstütze, wobei der Beschwerdeführer für den Lebensmittelbereich nicht mehr gut motivierbar sei und den Bereich Unter
haltungselektronik, PC-Games bevorzuge. Vorsorglich werde er sich auch bei der Arbeitslosenversicherung anmelden (
Urk.
7/107/5
).
3.3
Dr.
J._
erklärte in einer am 2
3.
August 2012 eingereichten Stellungnahme, dass die ADHS-Symptomatik zurzeit ausgesprochen stark vorhanden se
i und sich im Berufsalltag sehr
einschränkend auswirke. In den Sozialkompetenzen, der Selbständigkeit und Eigenverantwortung bestünden massive Defizite, welche es verunmöglichten, eine Arbeitsstelle in der Privatwirtschaft zu finden. Es sei dem Beschwerdeführer nicht möglich, die erforderliche Aktivität zu ent
wickeln und sich den Anforderungen und der Struktur eines Arbeitsplatzes anzupassen. Die Erfüllung eines 100%-Pensums sei unmöglich; der Beschwer
deführer sei verlangsamt, eine normale Arbeitsleistung sei nicht möglich.
In der Lehre habe sich gezeigt, dass die Arbeitsleistung zirka 50
%
betrage, das heiss
e
, bei einer 100%igen Arbeitszeit sei eine 50%ige Leistung zu erwarten. Deshalb brauche der Beschwerdeführer eine gut betreute, angepasste Arbeitssituation und dazu sinnvollerweise eine 50%ige Rente (
Urk.
7/122).
Gemäss Einschätzung der zuständigen Mitarbeiter des Foyer
s
L._
vom 2
7.
August 2012 war der Beschwerdeführer auch nach Abschluss der berufli
chen Ausbildung dringend auf ein begleitetes Wohnen angewiesen,
um Schritt für Schritt an die Selbständigkeit herangeführt zu werden (
Urk.
7/124/1). Auch
Dr.
J._
erachtete ein selbständiges und eigenverantwortliches Wohnen als absolut unmöglich (
Urk.
7/124/3).
3.4
Dr.
E._
explorierte den Beschwerdeführer am
4.
Februar 2013
und holte unter anderem eine Fremdauskunft von Frau
M._
der Werkstatt des
D._
Heims
ein. Danach sei der Beschwerdeführer verträumt, häufig „nicht da“. Konzentration und Durchhaltevermögen fehlten. Auch sei er häufig frustriert, enttäuscht, deprimiert und traurig. Sie sehe eine Arbeit im ersten Arbeitsmarkt gar nicht. Dies würde zunächst eine Festigung der Persönlichkeit bedingen, was jedoch ein langer Weg sei.
Der Beschwerdeführer benötige
den ganzen Tag
Unterstützung, schweife immer wieder in den Computerkonsum und das I-Phone etc. ab (
Urk.
7/143/11).
Dr.
E._
stellte gestützt auf seine Exploration, die Akten und die eingeholten Fremdauskünfte folgende Diagnosen (
Urk.
7/143/11):
Aufmerksamkeitsstörung mit Hyperaktivität (ICD-10 F90.0)
Dysthymie
(ICD-10 F34.1)
Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, impulsiver Typ, mit emotiona
ler Retardation und Selbstwertproblematik (ICD-10 F60.30 und F60)
.
Gemäss
Dr.
E._
leidet der Beschwerdeführer sowoh
l unter erheblichen neu
ropsycholog
ischen Störungen im Sinne des Geburtsgebrechens, als auch unter
erheblichen emotionalen Störungen in Form einer pathologischen Depressivität und emotionaler Retardation. Beides beeinträchtige das Privat- und das Berufs
leben
erheblich. Die im Kindergartenalter in der
Y._
erhobenen Befunde mit Hyperaktivität, Intelligenz im untersten Normbereich, anamnestisch aggres
sivem Verhalten und bereits damals geäusserten Todeswünschen, welche
auf eine Depressivität schon
im Kindes
alter hinwiesen, seien eindrücklich
gewesen. Hinzugekommen seien in der Folge eine zunehmende soziale Desintegration und ein möglicherweise depressiv mitbedingter
Schulverleider
. Ab elfjährig sei der Beschwerdeführer kinderpsychiatrisch behandelt worden; die medikamen
töse Behandlung mittels
Methylphenidat
habe nur eine begrenzte Wirkung gezeigt.
Die Verstimmungen des Beschwerdeführers umfassten
dysphorische
Gehäss
ig
keiten, narzisstische Frustrationen,
Verleiderstimmungen
, Traurigkeit und Lebensüberdruss bis hin zur Suizidalität. Diese träten quasi alltäglich rezidivierend auf. Sie wirkten sich neben den aggressiven Impulsen auch in apathischen Zuständen mit Antriebslosigkeit und einem Verlust der Motivation aus. Das suchtartige Spielen am Computer und das Musikhören bis in die Nacht interpretierte
Dr.
E._
als
im Zusammenhang mit der
retardierten
Persönlichkeitsstörung mit mangelndem Realitätsbezug und mangelnder Selbst
kontrolle wie auch im Zusammenhang mit einem depressiven
Rückzugsverhal
ten
stehend. In Anbetracht dessen sei die Prognose kritisch
.
Mit Abschluss der beruflichen Ausbildung hätte der Beschwerdeführer aus dem Foyer
L._
austreten sollen, worauf er in einen schweren depressiven Zustand mit Apathie und ernsthaften Selbstmordgedanken geraten sei. Die Si
tuation habe sich erst wieder stabilisiert, als ihn das Foyer
L._
wieder aufgenommen und der Vater die Beschäftigung im
D._
Heim
gefun
den habe. Bis heute sei
die psychische und soziale Situation unverändert. Die Arbeitsfähigkeit in einer eigenständigen Tätigkeit einzuschätzen sei schwierig; der von der Ausbildungsstätte
K._
genannte Leistung
sgrad von zirka 50
%
würde
nur für psychisch und sozial stabile Umstände gelten. Er beziehe wohl rein die Verlangsamung und Unkonzentriertheit mit ein, nicht aber die disziplinarischen, emotionalen
Störungen
und die Antriebsstörungen. Wegen der Letzteren brauche der Beschwerdeführer eine
individuelle Betreuung und sei deshalb einem Arbeitgeber im üblichen Rahmen nicht zumutbar. Seit Abschluss der Ausbildung im August 2012 sei der Beschwerdeführer im erlernten Beruf bis auf Weiteres
zu
100
%
arbeitsunfähig, da sich hierfür stark beeinträchtigende emotionale, vor allem depressive Störungen konditioniert hätten. In einer leidensangepassten einfachen Hilfstätigkeit bestehe seither eine Restarbeits
-
fähigkeit von unter 50
%
und ohne individuelle Führung auf Dauer wahrschein
lich von unter 30
%
. Die Frage, ob schliesslich nur ein geschützter Arbeits
-
platz übrig bleibe, könne nur die praktische Erfahrung beantworten (
Urk.
7/143/11 ff.).
Erkenntnisse des hierauf eingeleiteten Arbeitstrainings in
F._
im Bereich Gartenunterhalt waren gemäss Bericht vom 1
8.
September 2013, dass die Handlungskompetenz und Selbststeuerung des Beschwerdeführers stark einge
schränkt sei, Konzentration, Merk– und Gedächtnisleistung seien mangelhaft und die Frustrationstoleranz sehr niedrig. Die Leistungsfähigkeit bei einer Präsenz von 8 Stunden täglich sei bei 25
%
gelegen. Ein Einsatz in der freien Wirtschaft wurde als nicht denkbar bezeichnet (
Urk.
7
/165/2).
3.5
Nach dem frühzeitigen Abbruch des Arbeitstrainings trat der Beschwerdeführer am 2
7.
November 2013 statio
när in die Klinik
G._
der
H._
ein, wo die bei Eintritt als mittelschwer beurteil
t
e depressive Symptomatik
habe
verringert
werden können
. Dem Beschwerdeführer sei es im stationären Setting gelungen, das
Gamen
zu reduzieren. In der Kontaktgestaltung hätten sich jedoch sehr dysfunktionale, der
histrionischen
Persönlichkeitsstörung zuzuordnende Strate
gien abgezeichnet.
Sein Umfeld fühle sich dadurch mit ihm überfordert, worauf er mit Suizidgedanken und auffälligem Essverhalten reagiere. Es sei davon aus
zugehen, dass sich sein psychisches Zustandsbild ohne äussere Strukturen in einem eng begleiteten Setting schnell wieder verschlechtere (
Urk.
7/180).
In einem im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten Bericht vom 2
6.
Juni 2014 äusserte sich
Dr.
J._
dahingehend, dass der Beschwerdeführer seit dem Ausbildungsende im August 2012 nicht mehr arbeitsfähig gewesen sei. Wegen der desolaten Gesamtsituation und zunehmender depressiver Sympto
matik sei er von November 2013 bis März 2014
in der
H._
hospitalisiert gewe
sen, was aber letztlich auch zu keiner Veränderung geführt
habe
. In der Wohn
gruppe
N._
, wo sich der Beschwerdeführer seit März 2014 aufhalte, falle ihm schon das Einhalten einer einfachen Tagesstruktur mit zweimal täglich zwei Stunden Arbeit in Haushalt und Garten schwer
,
und
er
könne dies nicht kon
stant erreichen. Die schon seit vielen Jahren festgestellte psychische Sympto
matik sei mit allen durchgeführten medizinisch-psychiatrischen, pädagogischen sowie Arbeitseingliederungs- und sozialtherapeutischen Massnahmen kaum beeinflussbar gewesen.
Langfristig sei daher das Erreichen einer Teilerwerbs
-
fähigkeit nicht zu erwarten. Ziel sei das Erreichen und Erhalten einer psychischen Gesamtstabilität mit Erhaltung der Gesundheit und einer konstanten Tages
struktur in einem sehr gut betreuten therapeutisch-sozialpädagogischen Rahmen (
Urk.
3/3).
4.
4.1
Ob sich die Leiden des Beschwerdeführers in
höherem
rentenrelevantem Aus
mass auf die Erwerbsfähigkeit auswirken
, als von der Beschwerdegegnerin angenommen
, hängt wesentlich davon ab, ob er im Stande ist, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem offenen Arbeitsmarkt zu verwerten, oder ob er auf einen geschützten Arbeitsplatz angewiesen ist.
Art und Mass dessen, was einem Versicherten an Erwerbstätigkeit noch zugemutet werden kann, richtet sich nach seinen besonderen persönlichen Verhältnissen einerseits und nach den all
gemein herrschenden Auffassungen andererseits. Für die Beurteilung der Zumutbarkeit ist letztlich insofern eine objektive Betrachtungsweise massge
bend, als es nicht auf eine bloss subjektiv ablehnende Bewertung der infrage stehenden Erwerbstätigkeit durch den Versicherten ankommt
.
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit ei
nem sozialen Entgegenkommen von S
eiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteile des Bundesgerichts 9C_95/2007 vom 2
9.
August 2007 E. 4.3 und 9C_98/2014 vom 2
2.
April 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen
).
Von einer Arbeitsgelegenheit kann
aber
nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur
mehr in so einge
schränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entspre
chenden Stelle daher von vornherein als
ausgeschlossen erscheint (
Urteil
des Bundesgerichts
8C_1050/2009 vom 2
8.
April 2010 E. 3.3 mit Hinweisen).
4.2
Bei der Beantwortung der Frage nach der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
i
n der freien Wirtschaft sprach
sich nicht nur die
Abklärungsstelle
F._
(
Urk.
7/165), sondern auch Frau
M._
der Werkstatt des
D._
Heims (
zitiert in:
Urk.
7/143/11)
klar
gegen eine Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt aus. Auch dem Bericht des Lehrbetriebs
K._
ist zudem unzweideutig zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer auf laufende Hilfe, Anleitung und Kontrolle angewiesen ist und selbst
bei optimalen Struk
turen
Arbeiten zwar mit guter Qualität, jedoch sehr langsam erledigt und
gar
Routinearbeiten nur mit Mühe und nicht über einen längeren Zeitraum ausüben
k
ann
. Der Schluss auf ein mögliches Einkommen von Fr. 13‘000.- bei einem Leistungsgrad von 40
%
bei 100%iger Präsenz spricht für sich (
Urk.
7/104/1), entspräche ein solcher Lohn doch nicht einer wirtschaftlich voll ausgeschöpften Arbeitskraft in der
freien
Wirtschaft, sondern viel eher demjenigen
an einem geschützten Ar
beitsplatz
.
Dass der Beschwerdeführer nicht nur im privaten Bereich, sondern auch beruflich wegen seiner Antriebsstörungen,
der mangeln
den Belastbarkeit,
der Verlangsamung und der Unkonzentriertheit, aber auch aufgrund seiner krankheitsbedingten emotionalen Störungen und der diszipli
narischen Probleme auf eine engmaschige, individuelle Betreuung
und dauernde
Überwachung angewiesen ist, ergibt sich des Weitern aus der Beurteilung von
Dr.
E._
(
Urk.
7/143/11 ff.).
Auch
Dr.
J._
sprach sich bereits am 2
3.
August 2012 klar gegen eine Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft aus und erklärte eine gut betreute, angepasste Arbeitssituation für zwingend notwendig. Dass er im Zeitpunkt des Abschlusses der beruflichen Massnahmen für eine halbe, anstatt eine ganze Invalidenrente plädierte (
Urk.
7/122), ist
wohl
im Lichte seines Bestrebens auf Weiterführung der beruflichen Massnahmen zu interpre
tieren.
Damit aber
zogen
letztlich sämtliche externen Eingliederungsspezialisten wie auch die beteiligten Psychiater
Dr.
E._
und
Dr.
J._
das Fazit, dass zurzeit
eine Eingliederung in der freien Wirtschaft nicht möglich sei
. Unter Berücksich
tigung der von ihnen beleuchteten persönlichen Verhältnisse und besonderen Einschränkungen des Besc
hwerdeführers drängt sich
denn auch
der Schluss auf, dass eine Beschäftigung des Beschwerdeführers an einem ungeschützten Arbeitsplatz zum jetzigen Zeitpunkt nur unter nicht realistischem Entgegen
kommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre.
Hinzu kommt, dass sich der psychische Zustand seit Sommer 2013 offensicht
lich zumindest vorübergehend erheblich verschlechterte und sich nicht nur d
ie
H._
, sondern auch
Dr.
J._
am 2
6.
Juni 2014 für ein eng begleitetes Setting (
Urk.
7/180) respektive einen sehr gut betreuten therapeutisch-sozialpädagogi
schen Rahmen (
Urk.
3/3) aussprachen, um eine Verschlechterung des labilen psychischen Zustandes zu vermeiden.
Damit aber ist überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerd
eführer seit Abschluss seiner IV
-unterstützten Ausbildung zum Detailhandelsassistenten im August 2012 bis
zumindest
zum Erlass der hier angefochtenen Entscheids auf ein
en geschützten Arbeitsplatz angewiesen war.
An dieser Schlussfolgerung ändert die Argumentation der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid, wonach die
Unkonzentriertheit und Übermüdung wie auch das verspätete Erscheinen
bei der Arbeit
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit in enge
m
Bezug zum nächtelangen
Gamen
stehe
n würden
,
und feststehe, dass der Beschwerdeführer
in
Verrichtungen, in denen sein Interesse und seine Motivation vorhanden seien
,
durchaus über längere Phasen tätig sein könne (
Urk.
2, 7/197)
, nichts. Abgesehen davon, dass die Beschwerdegegnerin mit dieser Argumentation die Beurteilung von
Dr.
E._
, wonach das sucht
-
artige
Gamen
in Zusammenhang mit der Pathologie des Beschwerdeführers und dem hieraus resultierenden mangelnden Realitätsbezug und der
ungenügenden
Selbstkontrolle sowie dem depressiven Rückzugsverhalten stehe (vgl.
Urk.
7/143/13), ignoriert
e, schloss
sie
auch in undiffe
renzierter und durch die
Akten
in keiner Weise gestützten Art auf eine relative Unerheblichkeit der psychischen Störungen des Beschwerdeführers.
Im
Weitern
lässt ihre
Argumentation, wonach eine fehlende Mo
tivation zur Berufsausübung invaliditäts
fremd und daher nicht zu berücksichtigen sei (
Urk.
2 S.
3
),
ausser Acht
, dass
Dr.
E._
die Antriebsstörungen,
das fehlende Durchhaltevermögen und die fehlende Motivation in Form einer depressiven
Amotivation
ebenfalls
klar als krankheitsbedingt beurteilte (vgl.
Urk.
7/143/14 f.
)
,
und es Sache der ärztlichen Fachperson ist, den Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen
zu beurteilen (vgl. obige E. 1.3
).
5
.
Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer (noch) nicht im Stande ist, seine Arbeitsfähigkeit auf dem offenen Arbeitsmarkt zu verwerten. Er ist deshalb auf einen geschützten Arbeitsplatz
mit individueller Begleitung und Überwachung
angewiesen, wobei aufgrund der Akten nicht abschliessend feststellbar ist, in welchem Umfang ihm eine solche Tätigkeit zumutbar wäre.
Der
dem Verein Zürcher Eingliederung angeschlossene
Lehrbe
trieb
K._
erachtete eine Einkommenserzielung von
Fr.
13‘000.-- als real
istische Grösse, wobei sich diese Angabe nicht explizit auf den Einsatz in einem geschützten Rahmen bezog (
Urk.
7/104/1).
Jedoch
wurde grundsätzlich
ein g
eschützter Rahmen als notwendig
,
ein selbständiges Arbeiten als nicht möglich und ein Leistungsgrad bei 100%iger Anwesenheit von 40-60
%
als realistisch erachtet (vgl.
Urk.
7/103/1-2, 7/104/1 ff.). In
F._
wurde der Leistungsgrad bei Hilfstätigkeiten im Gartenunterhalt bei niedrigen Leistungs
anforderungen und enger Begleitung
, was wohl mit einer Arbeit im geschützten Rahmen gleichzustellen ist, auf 25
%
geschätzt (
Urk.
7/165/1-2). Auch die Aus
kunft von Frau
M._
des
D._
Heims, wonach der Beschwerdeführer extrem langsam sei, immer wieder in seine Welt versinke und eigentlich nur unter einer Eins-zu-Eins-Betreuung arbeiten könne
(zitiert in
Urk.
7/143/10 f.)
, lässt auf einen deutlich reduzierten Leistungsgrad selbst im geschützten Rahmen schliessen. Entsprechend erweist sich die geschätzte
Ein
kommens
möglichkeit
von
Fr.
13‘000.--
zurzeit
wohl
als realistische Grösse.
Dies unterstreicht ein
Vergleich
mit
den im Kreisschreiben
des Bundesamtes für Sozialversicherungen
über d
ie Gewährung von Betriebsbeiträgen an Werkstät
ten für die Dauerbeschäftigung Behinderter (KSWS), gültig ab
1.
Januar 2007, unter Ziffer
7.2.1.6
für die Beitragsgewährung als massgeblich bezifferten Leis
tungslöhne
n
von
Fr.
7.06
bis
Fr.
14.10 pro Stunde
bei einem Leistungsvermögen zwischen 25 und 50
%
. Ein Leistungslohn von
Fr.
10.-- pro Stunde entspräche bei Fr. 13‘000.-- Jahreseinkommen gut 108 Arbeitsstunden pro Monat
(
Fr.
13‘000.-- : 10 : 12)
, mithin
einem
i
n diesem Fall wohl höchstens realisier
baren
Arbeitspensum zwischen 50 und 60
%
.
Der Vergleich des als hypothetisches Inva
lideneinkommen beizuziehenden
Lohn
s von
Fr.
13‘000.
--
für eine Tätigkeit auf dem zweiten Arbeitsmarkt mit dem von der Beschwerdegegnerin beigez
ogenen
Valideneinkommen
von Fr.
57‘277.
--
führt zu einem Invaliditätsgrad von zirka
77
%
und damit zum Ansp
ruch auf eine ganze Rente. Entsprechend erübrigen sich weitere Ausfüh
rungen zur
Höhe
des
hypothetischen
Valideneinkommen
s
und zur Frage, ob dasselbe unter Umständen gestützt auf Art. 26
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) zu ermitteln wäre.
Die Beschwerde ist gutheisse
n und dem Beschwerdeführer ist in Abänderung
des angefochtenen Entscheides rückwirkend ab
1.
August 2012 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen.
Der Beschwerdeführer ist abschli
essend darauf hinzuweisen, dass
er
sich jeder
zeit zur Durchführung von beruflichen Eingliederungsmassnahmen bei der Beschwerdegegnerin anmelden kann, schliesst doch auch der Anspruch auf eine ganze Rente die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen nicht aus (BGE 122 V 77). Die Beschwerdegegnerin ihrerse
its ist gehalten, im Rahmen der
revi
sionsweisen
Überprüfung des Rentenanspruchs, welche
angesichts des jugend
lichen Alters des Beschwerdeführers
sinnvollerweise
engmaschig anzusetz
en
ist
, den beruflichen Eingliederungsmassnahmen ein
besonderes Gewicht beizumes
sen
.
6
.
6
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2
Folglich
hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers weist in der einge
reich
ten Kostennote vom
1
1.
Dezember 2015
(
Urk.
11
) für das vorliegende Ve
rfah
ren einen Zeitauf
wand von
Stunden
7,7 Stunden
und Barauslagen von Fr.
44.50
aus. Diese Aufwendungen erscheinen als gerechtfertigt. Beim gerichtsüblich
en
Stun
den
ansatz
von Fr. 200.--
bis Ende 2014
und
Fr.
220.-- ab
1.
Januar 2015
resultiert daraus eine Entschädigung von Fr.
1‘723.15
(inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer).