Decision ID: 5c0e0669-47d5-4514-a7b7-9c8caf4f7fb9
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren
1968
,
meldete sich am 3. März 2011 unter Hinweis auf einen seit 2009 bestehenden Muskelriss am rechten Bein und auf Rücken- und Halswirbelsäulenbeschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk.
11
/7 Ziff. 6.2-3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom 18. Oktober 2011 einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente (Urk.
11
/43) und mit Verfüg
ung vom 19. Oktober 2011 (Urk. 11
/44) einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung.
1.2
Am
3
0.
März
2013
meldete sich der Versicherte erneut bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an und machte eine Verschlechterung seines Gesu
nd
heitszustandes geltend (Urk. 11
/50/2).
Mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
5.
August 2015 im Verfahren Nr. IV.2015.00368 (
Urk.
11/108/1-10) wurde die im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
11/64,
Urk.
11/66, Urk. 11/68, Urk. 11
/72
) ergangene Zwischenverfügung der IV-Stelle
vom 19. Februar 2015
, mit welcher sie
an der Abklärungsstelle
Y._
und an den genannten Gutachtern fest
hielt
(Urk. 11/104
)
,
bestä
tigt.
Am 1
4.
Juli 2016 erstatteten die Gutachter des
Y._
das von der IV-Stelle ver
anlasste polydisziplinäre Gutachten (
Urk.
11/123). Am
4.
Oktober 2016 nahm der Versicherte zum
Y._
-Gutachten Stellung und beantragte die Durchführung von beruflichen
Massnahmen
(
Urk.
11/128)
. Mit Verfügung vom
5.
Oktober 2017
(
Urk.
11/151)
wurden die
beruflichen
Massnahmen
abgeschlossen
, nachdem sich der Versicherte subjektiv nicht in der Lage gefühlt hatte, an den beruflichen
Massnahmen
teilzunehmen
(
vgl.
Urk.
11/137,
Urk.
11/139,
Urk.
11/144
).
Am
1
2.
September 2018
äusserte sich der Versicherte erneut zum
Y._
-Gutachten
(
Urk.
11/176)
. Mit Verfügung
vom
4.
Oktober 2018
verneinte die IV-Stelle
eine
n Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente
(Urk.
11/180
= Urk. 2).
2
.
Der Versicherte erhob am
7.
November 2018
Beschwerde gegen die Verfügung vom
4.
Oktober 2018
(
Urk.
2) und beantragte,
es seien ihm die Leistungen der Invalidenversicherung zu gewähren, namentlich sei ihm eine angemessene Rente auszurichten. Eventuell sei ein gerichtliches, interdisziplinäres medizinisches Gutachten in Auftrag zu geben. Subeventuell sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, um weitere medizinische Abklärungen und Eingliederungsmass
nahmen durchzuführen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
3.
Dezember 2018
(
Urk.
10
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
4.
Januar 2019
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S.
1 f.
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort
sowie der Beschwerdegegnerin die Ein
gabe des Beschwerdeführers vom
1
1.
Dezember 2018
(
Urk.
8) samt Beilagen (
Urk.
9/1-9)
zugestellt (
Urk.
12
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht
ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.6
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über
die Invalidenversicherung; IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
1.7
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1
.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, dass auf das Gutachten abgestellt werden könne, wonach der Beschwerdeführer seit April 2012 in jeglicher Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig
gewesen
sei. Ab dem 2
2.
Ok
tober 2013 habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers soweit ver
bessert, als neu eine Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 80
%
hervorgehe. Der Beschwerdeführer habe sich subjektiv nicht in der Lage gefühlt, an beruflichen Massnahmen teilzunehmen, weshalb sein Anspruch auf eine In
validenrente geprüft worden sei. Aus den zusätzlich eingeholten medizinischen Unterlagen gehe kein objektiver Grund hervor, um von den Ergebnissen der Be
gutachtung abzuweichen. Sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen seien gestützt auf die Tabellenlöhne zu ermitteln, woraus unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abz
uges von 10
%
ein renten
ausschliessender Invalidi
tätsgrad von 22
%
resultiere
(S. 2 f.)
.
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
dass ihm d
ie verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug
, da sie unverschuldet sei,
nicht angelastet werden
dürfe
(S. 5
Ziff.
13). Zudem würde selbst bei einer verspäteten Anmeldung gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG ein Anspruch auf Ausrichtung einer Invalidenrente begründet sein, weil eine zwar bestrittene Arbeitsfähigkeit von 80
%
in einer angestammten [richtig wohl: angepassten] Tätigkeit erst ab Januar 2014 ausgewiesen gewesen sei (S. 5
Ziff.
14).
Unbestritten sei, dass er seine Tätigkeit im Reinigungsdienst nicht mehr ausüben könne.
Auf das
Y._
-Gutachten könne nicht abgestellt werden. (S. 5 f
f
.
Ziff.
15-
35
).
Unter Berücksich
tigung des erheblich eingeschränkten Zumutbarkeitsprofils sei ihm mindestens ein Abzug von 20
%
zu gewähren (S. 12
Ziff.
38). Ihm stehe damit per April 2013
und spätestens ab Oktober 2013
eine ganze Rente zu (S. 11 f.
Ziff.
36-37).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob sich
seit Erlass der Verfügung vom 18
.
Oktober
2
011 (
Urk.
11/43)
eine anspruchsrelevante Veränderung
ergeben hat (vgl. vorstehend 1.6
-7).
3.
3.1
Die Verfügung vom 1
8.
Oktober 2011 (
Urk.
11/43)
respektive die Annahme, dass
der Beschwerdeführer seit März 2010 in seiner angestammten Tätigkeit erheblich eingeschränkt
,
ihm jedoch ab dem 2
9.
Juni 2011 eine behinderungsangepasste Tätigkeit entsprechend einer körperlich leichten wechselbelastenden und mehr
heitlich im Sitzen auszuübenden Tätigkeit in einem Pensum von 100
%
zumutbar sei, ba
sierte im Wesentlichen auf den f
olgenden medizinischen Einschätzungen (vgl
.
Urk.
11/35
,
Urk.
11/42
)
:
3.2
Die Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie,
Z._
, stellten in ihrem Bericht vom 2
3.
Juni 2011
(
Urk.
11/33)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
Status nach traumatischer
Faszienhernie
des
Musculus
gastrocnemicus
medialis
rechts im März 2010
-
Hernienrepair
mit Verstärkung der Muskelfaszie mittels einem
Vipro
netz
2 am
7.
September 2010
-
Chondr
ose
L3/4 und L4/5 mit
Diskusbulg
ing
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
n
die Gutachter einen Status
nach
Nephrolithiasis
, einen Status nach
Hernia
inguinalis
und einen Status nach OSG-Distorsion links am
8.
August 2008 mit Ruptur des Ligamentum
Fibulotalare
anterius
und
des Ligamentum
talo-naviculare
(S. 1
Ziff.
1.1). Der Beschwerdeführer sei vom 2
9.
April 2010 bis 1
1.
Mai 2011 bei ihnen in Behand
lung gewesen (S. 1
Ziff.
1.2).
Eine Arbeit als Reinigungskraft mit Tätigkeiten im Gehen und Stehen sei dem Beschwerdeführer nicht möglich (S. 3
Ziff.
1.7). Eine rein sitzende Tätigkeit sei dem Beschwerde
führer jedoch ganztags zumutbar
. Nicht zumutbar seien rein ste
hende, gehende oder
rein
wechselbelastende Tätigkeiten. Auch Bücken, Überkopf
arbeiten, Kauern, Knien, Heben und Tragen von Lasten und Treppensteigen seien dem B
eschwerdeführer nicht zumutbar
(S. 4
Ziff.
1.11).
Die Ärzte führten aus, insgesamt lasse sich in der klinischen Untersuchung sowie der Bildgebung eine eindeutige Ursache für den Alltag und die Arbeits
fähigkeit des Patienten derart stark beeinträchtigenden Schmerzen nicht finden. Von einer willentlichen Symptomausweitung sei nach ihrem Ermessen jedoch auch nicht auszugehen. Zum aktuellen Zeitpunkt sei die Schmerzgenese für sie daher noch unklar (vgl. S. 3 Mitte).
3.3
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme
vom
7.
September 2011
(
Urk.
11/35/4-5) aus, abgestellt auf die
Gesamtunterlagen sei ab dem
5.
März 2010
von
eine
r
100%ige
n
Arbeitsunfä
higkeit
in der
bisherige
n Tätigkeit
und
von
eine
r
50%ige
n
Arbeitsfähigkeit
in
angepasste
n
Tätigkeiten
auszugehen
.
Seit dem 2
9.
Juni 2011 bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten. Das Belastungsprofil be
stehe in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit, mehrheitlich sit
zend, ohne unebenes Gelände, ohne Leiter-
und
Gerüstesteigen
und ohne mono
tone und
/
oder repetit
i
ve körperliche Fehlhaltungen von Rumpf und dem rechten Bein
.
4.
4.1
Im Rahmen der
Neuanmeldung
vom
3
0.
März
2013
(Urk. 11/
50/2
) gingen die fol
genden wesentlichen medizinischen Berichte ein:
4.2
Dr.
med. B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
stellte in seinem Bericht vom
1
3.
September 2013 (
Urk.
11/57/1-4)
folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
anstehende Revision der unglücklich mit Netzeinlage operierten Wade rechts nach kapitalem Wadenriss (
Musculus
gastrocnemius
) mit anhalten
dem, schweren Logensyndrom mit vaskulärer und neuraler Kompressions-Schmerz-Symptomatik
-
neu
chronifizierte
Schmerzen im rechten Fuss nach
Calcaneus
-Trümmer
fraktur mit Diskussion einer
Arthrodese
des oberen Sprunggelenkes (
OSG
)
/
des unteren Sprunggelenkes (
USG
)
ohne aktuellen Entscheid
-
gering dislozierte
Scaphoidfraktur
distaler Pol rechte Hand
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
B._
einen Diabetes mellitus Typ II und eine Hypovitaminose D3 (
Ziff.
1.1).
Dr.
B._
führte aus, der Beschwerdeführer sei seit dem Jahr 1999 bei ihm in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am
5.
August 2013 erfolgt (
Ziff.
1.2).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Reiniger bestehe seit dem 1
8.
April 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Der Beschwerdeführer leide an enormen Schmerzen im rechten Bein und könne nur eine massiv eingeschränkte Geh
strecke zurücklegen, wahrscheinlich infolge des weiter bestehenden und auch postoperativ nicht behobenen Logensyndroms der rechten Wade/Unterschenkel und des Fusses. Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Auch eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei ihm nicht mehr zumutbar (
Ziff.
1.6-7).
Dr.
B._
führte aus, beruflich sehe er nur eine Chance nach einer Umschulung. Jedoch erschienen ihm das Ausbildungsdefizit, die Sprachbarriere und das Alter sehr gewichtig
,
und eine Arbeit ohne Einsatz der
Beine und der rechten Hand
seien kaum zu finden. Der Patient könne nicht in einem Büro eingesetzt werden (
Ziff.
1.4).
4.3
Die Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie,
Z._
,
stellten in ihrem Bericht vom
2
2.
Oktober 2013
(
Urk.
11/58)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1)
:
-
persistierende,
chronifizierte
Schmerzen im rechten Unterschenkel und Fuss
bei Status nach
Calcaneustrümmerfraktur
rechts
mit Plattenosteo
synthese am
1
8.
April 2012
-
Status nach
Osteosynthesematerialentfernung
(
OSME
)
des
Calcaneus
rechts am 1
4.
November 2012
-
Status nach traumatischer
Faszi
enhernie
des medialen
Musculus
g
as
trocnemius
rechts bei
-
Status nach Muskelfaserriss und
Hernienrepair
mit Verstärkung durch Vypro2 Netz (September 2010)
-
delayed
union
bei
Scaphoidfraktur
nach PW-Unfall vom
6.
April 2012
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Ärzte eine
Chondrose
L3/4 und L4/5 mit
Diskusbulging
, einen Status nach
Nephrolithiasis
1999 und 2000, einen Status nach
Hernia
inguinalis
mit
Hernienrepair
2009 sowie einen Status nach OSG-Distorsion links vom
8.
August 2008 mit Ruptur des Ligamentum
fibulotalare
anterior
und des Ligamen
tum
talonaviculare
(S. 1
Ziff.
1.1
).
Die Ärzte führten aus, der Patient sei seit dem Jahr 2007 intermittierend mit verschiedenen Problemen bei ihnen in ambulanter Behandlung. Die letzte Kontrolle sei am
6.
August 2013 erfolgt (S. 1 f.
Ziff.
1.2).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiter bestehe seit dreieinhalb Jahren eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
. Aufgrund der persistierenden Schmerzproblematik könne der Patient aktuell subjektiv nicht arbeiten. Zudem belaste ihn dies psychisch im Sinne
einer beginnenden Depression
.
Die bisherige
Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht noch zumutbar. Nach Abschluss der Sudeck-Behandlung sollte auf jeden Fall noch ein Arbeitsversuch unternommen werden
. Limitierend könne hierbei das Outcome der
Calcaneusfraktur
sein. Die
Scaphoidfraktur
in der Hand sollte zudem davor noch austherapiert werden. Aufgrund der langen Leidensgeschichte des Patienten könne nicht mit einem sofortigen, 100%igen Einstieg ins Berufsle
ben gerechnet werden. Daher würde sich eine schrittweise Eingliederung mit suk
zessiver Arbeitsbelastung sicherlich positiv auswirken
. In welchem Umfang
, seit wann und mit welchem Belastungsprofil
eine behinderungsangepasste Tätigkeit möglich sei, könne
erst nach Abschluss der Sudeckbehandlung
bestimmt werden
(S. 3
f.
Ziff.
1.6-7).
Aktuell sei für den Patienten sicherlich eine sitzende Tätigkeit angemessen. Zu
dem sollte, wenn es zur körperlichen Belastung komme
,
eine wechseltät
ige An
stellung gesucht werden. R
ein sitzende oder wechselbelastende Tätigkeiten sein grundsätzlich zu 100
%
zumutbar (S. 4 f.
Ziff.
11).
4.4
Die Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie,
Z._
,
stellten in ihrem Bericht vom
2
5.
Februar 2014 (
Urk.
11/61/6-10)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
persistierendes Schmerzsyndrom nach
Muskelhernienverschluss
des rech
ten Unterschenkel
s
-
nach Treppensturz im März 2010
-
Status nach
Hernienrepair
mit Verstärkung durch
Vypro
2-Netz (Sep
tember 2010)
-
Vypro
2-Netz-Doppelung (
Gilet
-Verschluss, Januar 2014)
-
chronifizierte
Schmerzen im rechten Fuss
-
März 2013: Durchleu
ch
t
ungsgesteuerte Punktion des USG über
dorso
medialen
Zugang und Instillation von insgesamt 40 mg
Kenacort
und etwa
1.
ml
Mepivacain
-
Status nach OSME
Calcaneus
rechts vom 1
4.
November 2012
-
Status nach Plattenosteosynthese einer
Calcaneus
-Trümmerfraktur rechts vom 1
8.
April 2012
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Ärzte
in der Hauptsache
eine gering dislozierte
Scaphoidfraktur
am distalen Pol rechts sowie einen Diabetes mellitus Typ II (S. 1 f.
Ziff.
1.1). Die Ärzte führten aus, dass dem Beschwerdeführer schwere körperliche Arbeit verwehrt bleiben werde. Die Behandlung bei ihnen sei abges
chlossen
(S. 1 Mitte).
D
ie durchgeführte Operation
habe
leider nicht den gewünschten Erfolg erzielt.
Der Beschwerdeführer
bleibe somit zur weiteren analgetischen Behandlung bei den Spezialisten der Schmerzabteilung/Anästhesie (S. 2
Ziff.
4). Zur Arbeitsfähigkeit in der letzten Tä
tigkeit führten die Ärzte aus, dass keine Informationen zum Beruf vorlägen. Der Patient sei langjähriger IV-Rentner (S. 2
Ziff.
1.6). Es bestünden persistierenden Schmerzen am rechten Unterschenkel und
chronifizierte
Schmerzen am rechten Fuss (S. 3
Ziff.
1.7).
Eine rein sitzende
oder wechselbelastende
Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer
seit dem 1
8.
Februar 2014
ganztags zu 100
%
möglich (S. 3
f.
Ziff.
1.11)
.
4.5
Dr.
A._
, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 2
6.
April 2014 (
Urk.
11/63/4-5) aus, dass sich der Gesundheitsschaden
seit dem Unfall vom April 2012
richtungsweisend verschlechtert habe. Ab April 2012 bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In einer angepassten Tä
tigkeit bestehe, ausgenommen einer etwa sechswöchigen postoperativen Zeit
nach der Operation im Januar 2014 mit einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit, seit dem 2
2.
Oktober 2013 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
Das Belastungsprofil be
stehe in einer vorwiegend sitzenden wechselbelastenden leichten Tätigkeit, mit der Möglichkeit zur Beinlageänderung, ohne häufiges Treppen- und ohne Gerüste- und ohne Leitersteigen.
4.6
Dr.
B._
stellte in seinem Bericht vom
2
7.
Juni 2014 (
Urk.
11/73)
folgende Diagnose
n
:
-
prädominant
nozizeptives
, neuropathisches Schmerzsyndrom rechter Fuss
-
persistierendes Schmerzsyndrom nach
Muskelhernienverschluss
Unter
schenkel rechts
-
chronifizierter
Schmerz im rechten Fuss bei Status nach Plattenosteosyn
these einer
Calcaneustrümmerfraktur
Dr.
B._
führte aus, dass beim Patienten seit dem 2
2.
Oktober 2013 leider keine Arbeitsfähigkeit eingetreten sei. Die Schmerzen im rechten Fuss ermöglichten
ihm
in kein
er
Weise
,
eine Arbeitstäti
gkeit aufzunehme
n.
4
.7
Am 1
4.
Juli 2016 erstatteten die Gutachter des
Y._
das von der Beschwerde
gegnerin veranlasste polydisziplinäre Gutachten (
Urk.
11/123).
Die Gutachter stellten zusammenfassend folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (letzte Tätigkeit; S. 22
lit
. D.
Ziff.
1):
-
posttraumatische USG-Arthrose rechts bei Status nach
Kalkaneusfraktur
im Jahr 2012, Osteosynthese und inzwischen erfolgter OSME
-
Ulnaris-Impaktionssyndrom
des distalen Radio-
Ulnargelenkes
bei Status nach inzwischen konsolidierter
Scaphoidfraktur
rechts (April 2012), Sta
tus nach
Ulna-Verkürzungsosteotomie
-
traumatische
Faszienhernie
des
Musculus
gastrocnemius
rechts im März 2
010, Status nach zweimaligem
Hernienrepair
-Versuch ohne wesentliches Ergebnis
-
depressive Episode, ak
tuell leichtgradigen Ausmasses,
ICD-10 F 32.0
-
chronische Schmerzstörung mit psychi
schen und somatischen Anteilen, ICD-10 F45.41
Die Gutachter nannten zusammenfassend als Diagnosen
ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) einen Status nach Distorsion
der Halswir
belsäule (HWS)
QTF II bei Heckaufprall am 2
8.
Januar 2006 (ohne strukturelle Verletzungen), einen Status nach HWS-Distorsion
QTF II vom
7.
Mai 2007 (ohne strukturelle Verletzungen), einen Status nach Distorsion des linken
OSG mit assoziierten Bandrupturen, konservativ behandelt, keine Folgen, eine Persönlich
keitsakzentuierung mit abhängigen und selbstunsicheren Anteilen, einen Status nach Fraktur der
2.
und
3.
Rippe im Rahmen des Autounfalles vom
6.
April 2012,
ein degeneratives
Lumbovertebralsyndrom
bei mehrsegmentaler
Osteochondrose
,
Diskusbulging
, Kopfweh vom Spannungstyp, eine A
dipositas mit einem BMI von 29.
6 kg/m
2
, eine arterielle Hypertonie, einen Diabetes mellitus Typ 2, einen Zu
stand nach Leistenhernien-Operation beidseits im Jahr 2005 mit Revision im Jahr 2008 sowie einen Zustand nach
N
ephrolithiasis
(S. 23
Ziff.
2).
Die Gutachter führten aus, dass die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
in der bisherigen Tätigkeit seit dem letzten Unfall vom April 2012 vollständig aufgeho
ben sei. Wegen den Unfallfolgen am rechten Fuss sei der Beschwerdeführer für Hausreinigungen dauerhaft nicht mehr geeignet. In
einer leidensadaptierten
Tä
tigkeit bestehe unter Berücksichtigung des Belastungsprofils eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
(S. 25 Mitte). Die Ausübung von Verweistätigkeiten sei übereinstim
mend mit dem RAD-Bericht vom 2
6.
April 2014 ab dem 2
2.
Oktober 2013 mit zusätzlicher Reserve von sechs Wochen postoperati
v (Januar 2014) zu 80
%
mög
lich (S. 25 unten).
Die Gutachter führten
zusammenfassend zum Belastungs-
/Ressourcenprofil im polydisziplinären Konsens aus, dass a
uf der orthopädischen Ebene wegen der Arthrose des
USG
des rechten Fusses eine Einschränkung im Belastungsprofil vorhanden
sei
. Geeignet
seien vorw
iegend sitzende, wechselbelastende leichte Tä
tigkeiten
ohne häufiges Treppensteigen
und ohne
Aufenthalt auf Gerüsten und Leitern. Das Heben, Tragen und Bewegen von Lasten
sei
mit 10 - 15 kg
limitiert. Tätigkeiten, welche diesem Profil entsp
rächen
, s
eien
bei einem uneingeschränk
ten Pensum mit einer Minderung der Leistungsfähigkeit von 20
%
zumutbar
(S.
24 unten).
Aus rein
psychiatrischer Sicht
sei
eine einfache, zumindest zu Beginn wenig Leis
tungsdruck beinhaltende
,
Tätigkeit in einer zugewandten Umgebung zu fordern. Neurologisch und internistisch s
eien
keine Einschränkungen im Belastungsprofil vorhanden
(S. 25 oben).
Neurologische Aus
fälle
seien
zu keiner Zeit feststellbar
gewesen.
Die in den Akten erwähnte Diagnose einer Commotio cerebri beim zwei
ten Autounfall
lasse sich aktenmässig nicht belegen.
Zusammenfassend k
önne
festgehalten werden, dass seit der l
etzten IV-
Verfügung
im Jahr
2011 durch den Unfall im April 2012 vorübergehend in einer Verweistä
tigkeit eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit vorhanden
gewesen sei
. S
pätestens ab Januar 2014 bestehe
hingegen im Konsens der beteiligten Fachgebiete in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
(S. 24 unten)
.
4.8
Dr.
B._
stellte in seinem Bericht vom 3
1.
Oktober 2017 (
Urk.
11/159)
die fol
genden
Diagnosen m
it Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.2):
-
Logenproblematik Unterschenkel rechts, bestehend seit
dem Jahr
2010
-
chronische Schmerzen im rechten Fuss, bestehend seit
dem Jahr
2012
-
Calciumpyrophosphatdihydrat
(
CPPD
)
-Arthritis USG
links
, bestehend seit
dem Jahr
2015
-
chronische
s
lumbovertebrales
Syndrom
Dr.
B._
führte aus,
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei statio
när bis verschlechtert (
Ziff.
1.1). Die Schmerzen seien gleich
,
und die Gehstrecke betrage etwa 50 Meter. Der Beschwerdeführer habe schon viel früher Schmerzen (
Ziff.
1.3). Er
könne in seiner bisherigen Tätigkeit als Reiniger nicht arbeiten. Der Patient sei nicht «bürofähig». Er könne nicht Gehen und
könne keine
Lasten tra
gen. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit bestehe eine Verminderung der Leistungsfähigkeit von 90
%
(
Ziff.
2.1-2). Eine Belastbarkeit für Massnahmen der Wiedereingliederung von mindestens zwei Stunden pro Tag bestehe nicht (
Ziff.
4.2).
Dr.
B._
führte aus, er beurteile die Motivation des Beschwerdefüh
rers als hoch (
Ziff.
4.3).
Faktoren, welche die Krankheit aufrechterhalten würden, bestünden keine (
Ziff.
4.4).
4.
9
Dr.
med. C._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte in seinem Bericht vom
3.
Juli 2018 (
Urk.
11/170/1-3)
folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.2):
-
Rezidiv M
uskelhernie Unterschenkel rechts
, bestehend seit einem Trep
pensturz im Jahr 2010
-
sub
talare
Arthrose
rechts
-
Schmerzsyndrom
im rechten
Hand
gelenk
, bestehend seit dem Jahr 2012
Dr.
C._
führte aus,
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei statio
när (
Ziff.
1.1).
Er
sei
seit dem 1
0.
Mai 2017
bei ihm in Behandlung
, und die letzte Kontrolle
sei
am 2
5.
Juni 2018 erfolgt
(
Ziff.
3.1).
Dr.
C._
führte aus, dass in der bisherigen Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben sei.
Eine angepasste Tätigkeit sei zwei bis vier Stunden am Tag
möglich und bestehe in einer leichten, wechselbel
astenden
Arbeit
. Es bestehe eine Verminderung der Leistungsfähigkeit von 60
%
bis 80
%
(
Ziff.
2.1-2).
Die
Motivation beim Patienten für einen beruf
lichen Wiedereinstieg schätze er
gering ein (
Ziff.
4.3).
Der Beschwerdeführer
habe eine schlechte Ausbildung, und es bestehe eine
Chronifizierung
(
Ziff.
4.3-4).
4
.10
Die Ärzte der Klinik für Traumatologie,
Z._
_
, stellten in ihrem Bericht vom
8.
Au
gust 2018 (
Urk.
11/172/11-13)
in der Hauptsache die f
olgende
n
Diagnosen (S. 1)
:
-
persistierendes Schmerzsyndrom nach
Muskelhernienverschluss
Unter
schenkel rechts
-
chronifizierte
Schmerzen im rechten Fuss
-
gering dislozierte
Scaphoidfraktur
am distalen Pol rechts
-
Diabetes mellitus Typ II
Die Ärzte führten aus, der 50-jährige Patien
t
habe weiterhin
über zunehmende
Schmerzen im rechten Unterschenkel berichtet.
Im durchgeführten MRI habe keine Ursache der beschriebenen Schmerzen gesichtet werden können. Klinisch und radiologisch würden somit keine Anhaltspunkte für die vorhandenen Schmerzen gesehen.
Bei seit vier Jahren bestehenden Schmerzen und regelmäs
siger Einnahme von mehreren analgetischen Medikamenten könnte eventuell eine Vorstellung beim Schmerzdienst erfolgen. Weitere Kontrollen
seien
nicht geplant (S. 2 unten).
4.11
Dr.
A._
, RAD, führte in seiner Stellungnahme
vom 1
0.
August 2018 (
Urk.
11/179/10) aus, dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in den letzten Arztberichten als stationär und seine Motivation als sehr gering beschrie
ben würden. Auch beim Vergleich der Vor- und
Neuakten
könne rein medizinisch keine namhafte Veränderung im Gesundheitszustand festgestellt werden.
U
nter diesen Umständen
ergebe sich
kein objektiver Grund, um von den Ergebnissen der polydisziplinären Begutachtung vom 1
4.
Juli 2016 abzuweichen. Eine wie
derholte medizinische Untersuchun
g erscheine demnach nicht zielführend, es sei denn
,
es würden wesentliche objektivierte gesundheitliche Veränderungen schlüssig nachzuvollziehen sein.
4
.
12
Dr.
C._
verwies
in seinem Bericht vom 2
3.
August 2018 (
Urk.
11/172/1-3)
auf
den Bericht des
Z._
vom
8.
August 2018 (vgl
.
vorstehe
nd E. 4.10
).
Dr.
C._
führte aus, dass sich der
Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers
daher
ver
schlechtert
habe
(
Ziff.
1.1
und
Ziff.
1.3
).
Die
letzte Kontrolle
des Beschwerdefüh
rers
sei am
2.
August 2018 erfolgt (
Ziff.
3.1).
Er
sei kaum leistungsfähig (
Ziff.
2.2).
4
.13
Dr.
A._
, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 2
6.
September 2018
(
Urk.
11/179/12)
aus, dass der vom Rechtsvertreter in seinem Schreiben vom 1
2.
September 2018 nebst den schon bekannten medizinischen Sachverhalten neu allein genannte Verdacht auf eine beginnende Polyne
uropathie fachfremd
sei und nicht die Kriterien eines neuen massgeblich dauerhaft die Arbeitsfähigkeit einschränkenden relevanten Gesundheitsschaden
s
erfülle. Eine vom Fachneuro
logen üblicherweise erst zu bestätigende Polyneuropathie gelte auch als medizi
nisch behandelbar.
Dr.
A._
führte aus, da sonst keine wesentlichen neuen objektivierten medizinischen Fakten zu erkennen seien, bleibe es bei der bisheri
gen RAD-Beurteilung.
5.
5.1
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hat sich, wenn man
vom Bericht der Ärzte für Unfallchirurgie,
Z._
, vom 2
3.
Juni 2011 (vgl. vorstehend E. 3.2) respektive von der
Stellungnahme des RAD-Arztes
Dr.
A._
vom
7.
Sep
tember 2011 (vgl. vorstehend E. 3.3) ausgeht,
im
massgeblichen
Zeitraum zwi
schen der rentenablehnenden Verfügung vom
1
8.
Oktober
2011
(Urk. 11
/
43
) und der angefochtenen Verfügung vom
4.
Oktober
2018
(Urk. 2) durch
den im
April
2012 erlittenen Verkehrsunfall, welcher unter anderem eine
Kalkaneustrümmer
fraktur
sowie eine
Scaphoidfraktur
zur Folge hatte
(vgl. vorstehend E. 4.2-4, E.
4.6-10, E. 4.12)
,
verändert
.
Die Beschwerdegegnerin stützte
sich
im Rahmen der vorliegenden Rentenan
spruchsprüfung
zur Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes
auf das
Y._
-Gutachten vom 1
4.
J
uli 2016 (vgl. vorstehend E. 4.7
)
ab
, wonach
die ange
stammte Tätigkeit
als Reiniger dem Beschwerdeführer nicht mehr
möglich
,
ihm aber eine behinderungsangepasste
Tätigkeit
ab Oktober 2013
in einem Pensum von 80
%
zumutbar
sei
(vgl. vorstehend E. 2.1).
Unbestritten und aufgrund der Aktenlage ausgewiesen ist der Umstand, dass
in
der
zuletzt ausgeübten
Tätigkeit des Beschwerdeführers als
Reinigungsmitarbeiter keine Arbeitsfähigkeit mehr be
steht (vgl. vorstehend E. 2.1-2
, E. 4
)
.
5.2
Das
Y._
-
Gutachten vom
14
.
Juli 2016
(vgl. vorstehend E.
4.7
) erfüllt die for
malen Beweiswert-
Anforderungen (
vgl.
vorstehend E. 1.8
) ohne weiteres, ist es doch für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen
des Beschwerdeführers
, berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben.
Darüber hinaus leuchtet es auch in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und enthält nach
vollziehbar begründete Schlussfolgerungen.
5.3
Was den
Beginn der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer behinde
rungsangepassten Tätigkeit von 80
%
anbelangt,
so bestätigten die Gutachter des
Y._
einhergehend mit den Ausführungen von RAD-Arzt
Dr.
A._
am 2
6.
April 2014 (vgl. vorstehend E. 4.5)
eine solche ab Oktober 201
3.
Die ebenfalls von den Gutachtern des
Y._
getätigte Äusserung, dass die
se
Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit spätestens ab Januar 2014 gegeben sei, ist einerseits durch die Formulierung «spätestens» und andererseits mit Blick auf den Bericht der Ärzte der Klinik für
Unfallchirurgie,
Z._
, vom 2
2.
Oktober 2013 (vgl. vorstehend E. 4.3)
zu relativieren. So erachtete
n
diese
eine vorwiegend sitzende Tätigkeit
bereits zu diesem Zeitpunkt
gr
undsätzlich für uneingeschränkt
zumutbar.
Dem steht nicht entgegen, dass sie ausführten, dass der genaue Belas
tungsumfang
in
einer behinderungsangepassten Tätigkeit erst nach Abschluss
der Sudeckbe
handlung bestimmt werden könne.
Dass in der Folge tatsächlich noch eine Sudeckbehandlung stattgefunden hätte, geht aus ihrem Folgebericht vom 2
5.
Februar 2014 (vgl. vorstehend E. 4.4) nicht hervor.
Weiter
hielt auch
der neu
rologische Gutachter des
Y._
fest, dass dem Beschwerdeführer keine Sudeck-assoziierten
Therapiemassnahmen
erinnerlich seien (vgl.
Urk.
11/123 S. 40
Ziff.
5 Mitte).
5.4
Auch die
übrigen vorliegenden medizinischen Akten
erge
ben
nichts, was auf eine anderweitige Einschätzung der Lage hindeuten würde.
So enthält der
Bericht der
Ärzte der
Klinik für
Traumatologie,
Z._
, vom
8.
August 2018
(vgl. vorstehend E.
4.
10
) keine
nicht bereits durch die Gutachter des
Y._
gewürdigten
Diagnosen oder Befunde,
indem
weiterhin die bereits zum Zeitpunkt der erstmaligen Ren
tenprüfung vom Beschwerdeführer beklagten
Schmerzen im rechten Unterschen
kel im Vordergrund
standen
.
Nach durchgeführtem MRI führten die
Ärzte der Klinik für Trau
matologie
,
Z._
,
dann
aus, dass keine Ursache für die
vom Be
schwerdeführer
beschriebenen Schmer
zen hätte gefunden werden können,
daher weitere Kontrollen nicht mehr geplant seien und eine Vorstellung beim Schmerz
dienst erfolge. Die Ärzte des Instituts für Anästhesiologie,
Z._
, führten jedoch nach Vorstellung des Beschwerdeführers in ihrem Bericht vom 2
1.
August 2018
aus, dass sie auch in Bezug auf die bereits kürzlich durchgeführten schmerzthe
rapeutischen Interventionen bei diesem multifokalen und multifaktoriellen Schmerzbild keine weiteren erfolgsversprechenden Optionen sähen (vgl.
Urk.
11/172/8-9).
Auch daraus lassen sich keine vom Gutachten des
Y._
ab
weichenden Schlüsse ziehen
,
ebenso
wenig
au
s dem im Rahmen des Beschwer
deverfahrens
vom Beschwerdeführer
nachgereichte
n
Bericht der Augenklinik,
Z._
, vom
9.
Oktober 2018 (
Urk.
9/2).
Betreffend die Beurteilung
en
der Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
durch
seinen
Hausarzt
Dr.
B._
vom 1
3.
September 2013,
2
7.
Juni 2014 und 3
1.
Ok
tober 2017 (vgl. vorstehend E. 4.2, E. 4.6 und E. 4.8)
und
durch dessen
Nachfolger
Dr.
C._
vom
3.
Juli 2018 und vom 2
3.
August 2018 (vgl. vorstehend E. 4.9 und E. 4.12)
ist zu beachten, dass das Gericht in Bezug auf Berichte von Haus
ärztinnen und Hausärzten der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen hat, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Dr.
B._
befand den Beschwerdeführer bereits in seinem Bericht vom 1
3.
Sep
tem
ber 2013 (vgl. vorstehend E. 4.2
) selbst in einer behinderungsangepassten Tä
tigkeit für nicht leistungsfähig, wobei sich aus seinen Ausführungen entnehmen lässt, dass bei dieser Einschätzung auch invaliditätsfremde Gründe mitspielten, namentlich das Ausbildungsdefizit
des Beschwerdeführers
,
seine
sprachlichen Schwierigkeiten sowie sein Alter.
Was die Aus
sage
von
Dr.
B._
anbelangt, dass eine Arbeit ohne Einsatz der Beine und der rechten Hand kaum zu finden sei, ist festzuhalten, dass aus keinem der vorliegenden fachärztlichen Berichten eine Gebrauchsunfähigkeit der rechten Hand hervorgeht
.
Die von
Dr.
B._
in seinem Bericht vom 2
7.
J
uni 2014 (vgl. vorstehend E. 4.6
) von den Ärzten des Instituts für Anästhesiologie
aus deren
Bericht vom 1
4.
Januar 2014 (vgl.
Urk.
11/74/3-8) übernommene Diagnose eines
nozizeptiven
, neuropathischen Schmerzsyndroms des rechten
Fusses
konnte
der neurologische Gutachter des
Y._
nicht bestäti
gen und legte in nachvollziehbarer Weise dar, weshalb er diese Diagnose
für
nichtzutreffend
erachtete
(vgl.
Urk.
11/
123 S. 40
Ziff.
5 Mitte
).
Dr.
C._
verwies in seinem Bericht vom 2
3.
Aug
ust 2018 (vgl. vorstehend E.
4.12
) auf den Bericht der Klinik für Traumatologie,
Z._
, vom
8.
Aug
ust 2018 (vgl. vorstehend E. 4.10
) und die dort gestellten Diagnosen und sah darin eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers begründet (vgl
.
Urk.
11/172/1-3
Ziff.
1.2-3). Diese Annahme erweist sich jedoch
in Anbe
tracht dessen, dass die Ärzte der Klinik für Traumatologie,
Z._
, lediglich fest
hielten
, dass für die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden im Unter
schenkel im MRI kein Korrelat habe gefunden werden können, als nicht nach
vollziehbar. Der Bericht von
Dr.
C._
entbehrt demnach einer schlüssigen Be
gründung dafür, weshalb im Vergleich zu seinem Vorbericht vom
3.
Juli 2018 (vgl. vorstehend E.4.9),
wo er eine behinderungsangepasste Tätigkeit zumindest in einem reduzierten Pensum für möglich e
rachtete,
nun keine Leistungsfä
higkeit mehr gegeben sein soll.
Auch der von
Dr.
C._
zuhanden des Beschwerdefüh
rers verfassen Dokumentation der Krankengeschichte vom
8.
Dezember 2018 (vgl.
Urk.
9/1)
wie auch den weiteren nachgereichten Arztberichten (
Urk.
9/3-9)
lassen sich keine neuen Diagnosen oder Befunde entnehmen, die auf eine andere Ein
schätzung als jene der Gutachter des
Y._
schliessen
lassen würden
, zumal sie keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit enthalten.
Die vom Beschwerdeführer ohne fachärztlich
respektive ander
weitig fundier
te Begründung geforderte Nichtv
ornahme der Unterscheidung von Diagnosen mit und Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(vgl.
Urk.
1 S. 8 f.
Ziff.
25-28)
geht ins Leere
. Auch
lässt sich
nicht von jeder im Verlaufe der Zeit erlittenen Verletzung oder Krankheit
-
ohne dies hinreich
end und fachärztlich zu
belegen
-
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
oder
eine Kumulierung der Arbeitsunfähigkeit
herleiten.
5.5
Was die psychiatrischen Diagnosen anbelangt, wurde im
Y._
-Gutachten
unter Berücksichtigung der Standardindikatoren
eine
rechtsprechungsgemässe
Beurtei
lung der funktionellen Leistungsfähigkei
t (vgl. vorstehend E. 1.2-3) des
Be
schwerdeführer
s
vorgenommen
(vgl. Urk.
11/124 S. 26 ff.,
Urk.
11/123/43-53
).
Entgegen der
Kritik des Beschwerdeführers
(vgl.
Urk.
1 S. 6
Ziff.
17) fanden auch
die aus
psychiatrischer Sicht
festgestellten Einschränkungen
Eingang in das von den Gutachtern des
Y._
formulierte Belastungsprofil, indem festgehalten wurde, dass eine einfache, zumindest zu Beginn wenig Leistungsdruck beinhal
tende
Tätigkeit in einer zugewandten Umgebung zu fordern sei.
Für eine wie vo
m
Beschwerdeführer geforderte Addierung der aus psychiatrischer Sicht fe
stgestellten Einschränkung von 2
0 % (vgl.
Urk.
1 S. 6 f.
Ziff.
17-21
) be
steht vorliegend kein Raum. Insbesondere wurde
die psychische Einschränkung des
Beschwerdeführer
s
im Rahmen der Ausführungen zur Ausprägung und Schwere der objektiven Befunde ber
eits miteinbezogen (vgl. Urk. 11/123
S.
26
lit
. E. I.
Ziff.
1).
Inwiefern
die diagnostizierte Persönlichkeit
s
akzentuierung mit ab
hängigen und selbstunsicheren Anteilen
im Rahmen von beruflichen
Massnah
men
zu berücksichtigen gewesen wäre
(vgl.
Urk.
1 S. 8
Ziff.
23-24)
, bildet nicht Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens.
Dass, wie der Beschwerdeführer bemängelte, auf eine neuropsychologische Testung verzichtet wurde (vgl.
Urk.
1 S. 10
Ziff.
29), ist vor dem Hintergrund, dass die vom ihm beklagten Einschränkungen ih
re hinreichende Erklärung in den gestellten psychiatrischen Diagnosen
fa
nden, nicht zu beanstanden (vgl.
Urk.
11/123 S. 49
Ziff.
5).
Zusammenfassend ist d
ie von der Rechtsanwendung zu prüfende Frage, ob sich die Gutachter
des
Y._
an die
massgebenden
normativen Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsvermögen
des Beschwerdeführers
in Berücksichtigung der einschlägigen Indikatoren eingeschätzt haben (BGE 141 V 281 E. 5.2.2), klar zu bejahen.
5.6
Aufgrund des Gesagten ist daher
gestützt auf das beweiskräftige
Y._
-Gutachten vom 1
4.
Juli 2016 davon aus
zugehen, dass in der zuletzt aus
geübten Tätigkeit des Beschwerdeführers als Reinigungsmitarbeiter keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben ist, hingegen in einer behinderungsangepassten Tätigkeit ab
Okto
ber 2013
eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
besteht.
6.
6.1
Den Ausführungen des Beschwerdeführers, wonach in Abweichung von
Art.
29
Abs.
1
IVG der Rentenbeginn auf
den Zeitpunkt der Neua
nmeldung im
April 2013
(vgl.
Urk.
11/50/2)
zu legen
sei
(vgl. vorstehend E. 2.2), kann nicht gefolgt wer
den. Der Rentenanspruch des Beschwerdeführers ist demnach
entsprechend der gesetzlichen Bestimmung
ab Oktober 2013 zu prüfen.
Vorliegend können aufgrund der Akten
weder
das
Validen- noch Invalidenein
kommen anhand
eines
tatsächlich erzielten Verdienstes vor und nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung bestimmt werden.
So hat der Beschwerdefüh
rer
gemäss
Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
11/56) zuletzt im Jahr 2005 ein Einkommen erzielt
und b
ezog danach Arbeitslo
s
enentschädi
gung
.
Gemäss
dem
bei
den Akten liegenden Lebenslauf (
Urk.
11/135) hat
er
keine Ausbildung absolviert und in der Schwe
iz
Hilfstätigkeiten in der Baubrache, al
s Maurer und Hilfsgipser
,
sowie
als Träger bei einem Transportunternehmen aus
geübt. Zuletzt war er als Reinigungsmitarbeiter in
verschiedenen Betrieben tätig
. Es erscheint daher gerechtfertigt,
das
Valideneinkommen
gestützt
auf den Tabel
lenlohn
gemäss
den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
für Hilfsarbeiten (Durchschnittslohn für
Männer für sämtliche Hilfs
arbeiten) festzulegen. Vom gleichen Tabellenlohn ist auch für die Festsetzung des Invalideneinkommens auszugehen, zumal der Beschwerde
führer seine bestehende Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht um
setzt.
Unter diesen Umständen entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsun
fähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom
Tabellenlohn
ge
mäss
BGE 126 V 75
(Urteil des Bundesgerichts 9C_100/2010 vom 23. März 2010 E. 2.3.2.2 mit Hinweisen).
Mit der Gewährung eines entsprechenden Abzugs b
eim Invalideneinkommen ist
der Tatsache Rechnung zu tragen,
dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und
Ausmass
der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad
,
Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben
können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
) und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 75 E. 5b). Dabei ist der Abzug unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Er darf 25
%
nicht übersteigen (Urteil 9C_708/2009 vom 1
9.
November 2009 E. 2.1.1).
Die Beschwerdegegnerin hat vorliegend mit dem gewährten Abzug von 10
%
den konkreten Umständen des Beschwerdeführers
angemessen
Rechnung getragen.
Demnach resultiert bei dem noch möglichen 80%-Pensum (vgl. vorstehend E. 5) und unter Berücksichtigung
eines
leidensbedingten Abzug
s
von 10
%
ein Invali
ditätsgrad von 30
%
,
bei welchem Ergebnis kein Anspruch auf eine Invaliden
rente besteht.
7
.
7
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdefüh
rer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen
, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
.
7
.2
Der
unentgeltliche Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers
hat von der ihm mit
Gerichtsverfügung vom
4
. Januar 2019 eingeräumten Möglichkeit, seine
Hono
rar
note
ein
zu
reichen (Urk. 12
S. 2
Ziff.
3
Abs.
2
), keine
n Gebrauch gemacht. Er ist somit
unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierig
keit des Prozesses und beim
massgebenden
Stundenansatz von Fr. 220
--
(zu
züg
l
ich Mehrwertst
euer) ermessensweise mit Fr. 2'3
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.