Decision ID: 1282d6a3-fec7-5708-84fb-af2b6245118c
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1962 geborene und als PR-Beraterin erwerbstätige
X._
bezog ab 1. Juni 2007 eine halbe Invalidenrente (Urk. 7/25-26). Im Mai 2012 leitete die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, ein Rentenrevisionsverfahren ein
(Urk. 7/28). Nach Durch
führung von Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht
stellte die Verwaltung mit Vorbescheid vom 18. April 2013 die Aufhebung der Rente in Aussicht (Urk. 7/41-42). Dazu nahm die Versicherte am 1. Juli 2013 Stellung (Urk. 7/46). Mit Verfügung vom 4. Juli 2013 entschied die IV-Stelle im ange
kündigten Sinne
(
Urk.
2)
.
2.
Dagegen erhob
X._
am 31. August 2013 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren um weitere Ausrichtung der halben Invalidenrente, eventualiter um
Einholung eines Berichts der
Klinik Z._
beziehungsweise eines neuen, korrekten und unabhängigen rheumato
logischen Gutachtens zur Frage einer Veränderung des Gesundheitszustandes seit der
Rentenzusprache
vom 8. Juli 2009 (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 7. Oktober 2013 schloss die Verwaltung auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Verfügung vom 31. Oktober 2013 wurde die
Pensionskasse der
Y._
als BVG-Versicherer zum Prozess beigeladen (Urk. 8)
. I
n der Stellungnahme vom
7. November 2013
beantragte diese
eine Begutachtung durch eine unabhängige universitäre Institution
und wies darauf hin, dass sie weiterhin eine 50 % Invalidenrente ausrichte
(Urk. 11). Mit Replik vom 30. Januar 2014 (Urk. 16)
hielt die Beschwerdeführerin an den gestellten Anträgen fest (Urk. 16). Die Beschwerdegegnerin dagegen verzichtete am 24. Februar 2014 auf eine
Dupli
k (Urk. 20), worüber Beschwerdeführerin und Beigeladene am 26. Februar 2014 orientiert wurden (Urk. 21).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person so
zial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
-
si
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
Der Rentenzusprechung im Jahre 2009 lag das Gutachten von Dr. med.
A._
vom 11. März 2009 zugrunde
, welches von Dr. med.
B._
, Facharzt für Chirurgie, des Regional
en
Ärztlichen Dienstes
(RAD)
in
der S
tellungnahme vom
6. April 2009 als
überzeugend beurteilt
wurd
e
(Urk. 7/19 S. 11 ff., Urk. 7/20 S. 3 f., Urk. 7/25 S. 1)
. Gestützt
unter anderem
auf
eine
im Juni
2008
in der
Klinik Z._
durchgeführte Magnetresonanztomographie
(MRI)
von
Iliosakralgelenk
, Lendenwirbelsäule und Becken diagnostizierte der Gutachter
Dr.
A._
ein
lumboradi
kuläres
Reizsyndrom S1 mehr rechts als links (ICD-10 M51.1) bei paramedian rechts gelegener Diskushernie L5/S1 mit Verlagerung der S1-Wurzel rechts nach dorsal und Erreichen der S1-Wurzel links
. Weiter
attestierte
er
der Beschwerdeführerin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten und
zugleich
behinderungsangepassten Tätigkeit
.
Diese Einschätzung der Arbeitsfähigkeit entsprach derjenigen der behandelnden Ärzte der
Klinik Z._
im Bericht vom 24. Juli 2008, obwohl letz
tere gestützt auf dasselbe MRI ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits bei paramedian rechts gelegener Diskushernie L5/S1 mit Kontakt zur S1-Wurzel rechts,
Diskusprotrusion
L4/5 sowie
erosiver
Osteo
chondrose
L5/S1 diagnostizierten (Urk. 7/17).
3.
Die Beschwerdegegnerin begründet die Rentenaufhebung damit, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
seit der Rentenzusprechung
ver
bessert habe, weshalb sie ihre angestammte Tätigkeit wieder zu 100 % ausüben könne (Urk. 2 S. 2).
Demgegenüber
bestreitet
die Beschwerdeführerin
eine Verbesserung
ihr
es
Gesund
heitszustand
es
und damit ihre
r
Arbeitsfähigkeit
(Urk. 1 S. 3
und S. 8, Urk. 16 S. 2 f.
).
4.
4.1
4.1
.1
Im internistisch-rheumatologischen
Teilg
utachten vom 17. Januar 2013 (Urk. 7/34) stellte
Dr. med. und Dr. sc. nat. ETH
C._
, Fachärztin für Innere Medizin, spez. Rheumaerkrankungen,
folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 45)
:
-
lumbospondylogenes
Syndrom beidseits bei
-
Segmentdegeneration L4/L5 und L5/S
1
mit
Osteochondrosen
,
Diskusprotrusion
L4/L5 mit Kontakt zur Nervenwurzel L5 links und mediane
r
Diskushernie L5/S1 mit Kontakt zu den Nervenwurzel
n
S1 beidseits
-
ohne Nervenwurze
l
kompression (MRI 01/2013)
-
keine vermehrte Aktivität der ganzen Wirbelsäule in der Szintigraphie 10/2012
-
keine
radikuläre
Zeichen
Keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
mass sie dagegen folgenden weiteren Diagnosen
zu
(S. 45):
-
ausgedehnte chronische Schmerzen mit
-
18 von 18 pathologischen Tender Points sowie
-
6 von 8 pathologischen Kontrollpunkte
n
-
Adipositas Grad I (BMI 30.5 kg/m)
-
Asthma bronchiale vom
Intrinsic
-Typ mit
-
mittelschwerer bronchialer Hyperreagibilität und
-
anstrengungsinduzierter Komponente (Erstdiagnose 07/2010)
-
subklinische Hy
pothyreose (Erstdiagnose 07/2008
)
-
Status nach Hepatitis B-Infektion 1978 mit
-
unbekanntem Übertragungsweg
Weiter führte die Gutachterin aus, die Beschwerdeführerin habe über starke lum
bale Schmerzen sowie über Schmerzen in beiden Schultern, in beiden Knien und in beiden Füssen, jeweils rechts mehr als links
geklagt
. Seit vielen Jahren leide sie
sodann
an einem Asthma.
In der klinischen Untersuchung sei die Adi
positas Grad I der wesentlichste Befund. Die Untersuchung der Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule sei wegen Gegenspannung nicht möglich. Die Brust- und die Halswirbelsäule seien normal beweglich. Alle grossen peripheren Gelenke seien seitengleich normal beweglich.
Radikuläre
Zeichen seien nicht vorhanden. Der
Las
è
gue
sei beidseits unauffällig wie auch der SLUM
P-Test. In der
Dolori
metrie
seien alle
18 Tender Points pathologisch s
owie sechs der acht Kontroll
punkte. Dies entspreche
einem pathologischen
Dolorimetrie
-Befund im Sinne einer Schmerzausweitung. Die MRI-Untersuchung der Lendenwirbelsäule (
Ja
nuar 2
013) zeige die oben detailliert beschriebenen Befunde. Sichere
Nerven
wurzelkompressionen
seien nicht erkennbar. Die
Ganzkörper-Skelettszintigra
phie
(
Oktober
2012) zeige keine vermehrte Aktivität in der ganzen Wirbelsäule. Es seien leichte degenerative Veränderungen
szintigraphisch
sichtbar, die im Wesentlichen altersentsprechend seien. In der Blutuntersuchung sei weiterhin eine subklinische Hypothyreose vorhanden. Die vorhandenen Befunde erklärten das Ausmass der Beschwerden nicht. Die Beschwerdeführerin könne eine adap
tierte Tätigkeit wie die angestammte Tätigkeit zu 100 % ausüben.
Aus rheuma
tologischer Sicht sei sie nie langfristig arbeitsunfähig gewesen (S. 46 und S. 48).
Zum Gutachten von
Dr.
A._
vom 11. März 2009
gab Dr.
C._
an,
weder
Beurteilung
noch
Arbeitsfähigkeitseinschätzung zu teilen.
Abschliessend fasste sie zusammen, aus rheumatologischer Sicht habe bei der Beschwerdefüh
rerin in der angestammten und in einer weiteren adaptierten Tätigkeit nie eine langfristige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ihr Gesundheitszustand habe sich seit der Rentenzusprechung ab 1. Juni 2007 nicht wesentlich verändert. Die Zuspre
chung basiere jedoch auf der falschen Diagnose eines
lumboradikulären
Syn
droms S1 mehr rechts als links von Dr.
A._
(S. 50 f.).
4.
1
.
2
PD Dr. med.
D._
, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychothe
rapie,
diagnostizierte im psychiatrischen
Teilg
utachten vom 22. Januar 2013
(Urk.
7/35) eine gegenwärtig remittierte, rezidivierende depres
sive Störung (ICD-10 F33.4) sowie eine rezidivierende mittelgradige depressive Episode von Juli 2011 bis November 2012 (ICD-10 F33.1).
Weiter führte er aus, aktuell finde sich bei der Beschwerdeführerin ein unauffälliger Psychostatus. Zum einen ergäben sich trotz schwieriger Kindheit und Jugendzeit mit physi
scher und psychischer Gewalterfahrung keine Hinweise für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung/
akzentuierung
. Zum anderen bestehe kein klinischer Hinweis auf eine
somatoforme
Schmerzstörung gemäss ICD-10 F45, da die we
sentlichen Voraussetzungen, wie eine Abhängigkeit des Schmerzerlebens vom emotionalen und psychosozialen Erleben
,
nicht gegeben seien. Aktuell liege bei unauffälligem Psychostatus keine affektive Störung vor. Die von der Beschwer
deführerin vorgetragene Krankheitsgeschichte sei schlüssig und lasse auf eine rezidivierende Depression mit zirka vier bis fünf depressiven Phasen in ihrem Leben schliessen. Jedoch fehlten hierzu ebenso wie für die Psychotherapien Do
kumentationen im Aktenmaterial, sodass sich die Diagnose gegenwärtig nur auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin
stütz
e
. Aus gutachterlicher Sicht sei anzunehmen, dass im Zeitraum von Juli 2011 bis November 2012 eine zumindest mittelgradige Depression bestanden habe. Der Diagnose
der behan
delnden Psychiaterin
Dr.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie
und Psychotherapie
[Bericht vom 18. September 2012;
Urk. 7/30]
,
könne
gutachterlicherseits
gefolgt werden. Während dieser Zeit sei die berufliche Leistungsfähigkeit infolge kog
nitiver Fähigkeitsstörungen mit Antriebsminderung, Konzentrations- und
Auf
merksamkeitsstörungen
zu 50 % gemindert gewesen. Bei regelrechtem
Psycho
status
und völliger Remission sei aktuell sowohl mittel- wie auch langfristig
von
k
einer
Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
auszug
ehen. Rezidivierende
de
pressive Episoden könnten nicht ausgeschlossen werden und gegebenenfalls vorübergehende Arbeitsunfähigkeiten bewirken. Die Prognose sei jedoch kei
neswegs negativ zu beurteilen
(S. 14 f.).
4.
1
.
3
In der
bidisziplinäre
n
Zusa
mmenfassung vom 23. Januar 2013
(
Urk.
7/
36)
ka
men Dr.
C._
und PD Dr.
D._
zum Schluss, dass die Beschwerdefüh
rerin in einer adaptierten Tätigkeit mit Ausnahme der 50%igen Einschränkung zwischen Juli 2011 und November 2012 nie langfristig arbeitsunfähig gewesen sei.
4.
1
.
4
Am 6. April 2013 nahm Dr.
C._
zu den
Rückfragen der
Beschwerdegegne
rin
(
Urk.
7/37)
Stellung
(Urk. 7/39)
. Insbesondere führte sie aus,
weder vor der Begutachtung durch Dr.
A._
noch danach
habe
ein anderer Facharzt die Diagnose eines
lumboradikuläre
n
Reizsyndroms S1 gestellt. Bei ihrer Un
tersuchung hätten
radikuläre
Zeichen gänzlich gefehlt. Es handle sich daher um eine eindeutige Verbesserung gegenüber der Situat
ion
,
wie sie Dr.
A._
im März 2009 festgestellt habe. Mit Sicherheit hätten verschiedene Fachärzte unabhängig voneinander an vier Untersuchungsterminen
kein
lumboradikuläres
Syndrom festgestellt
(März 2006
[Austrittsbericht
der
Klinik Z._
,
Dres
. med.
F._
und
G._
,
vom 11. April 2006; Urk.
7/9/7
-9]
, Juli 2008
[
IV-
Bericht der
Klinik Z._
, damaliger Chefarzt
Stv
. Dr. med.
H._
sowie Spitalärztin Dr. med.
I._
,
vom 24. Juli 2008; Urk. 7/17]
, Oktober 2012
[
Untersuchungsb
ericht des
J._
, Institut für Radiologie, Leitender Arzt Dr. med.
K._
, vom 21. Oktober 2012
betreffend die Ganzkörperskelettszintigraphie vom 19. Oktober 2012
; Urk. 7/34/57]
und Januar 2013
[
Untersuchungsb
ericht der
Klinik Z._
,
damaliger Chefarzt
Prof
.
Dr. med.
L._
,
vom 15. Januar 2013
be
treffend das MRI der Lendenwirbelsäule vom Vortag
; Urk. 7/34/55-56
]
). Einzig Dr.
A._
habe im März 2009 ein solches diagnostiziert. Wann die Ver
schlechterung eingetreten sei, die Dr.
A._
beobachtet habe und da
nach die Verbesserung, die sie festgestellt habe, könne aufgrund der fehlenden fachärztlichen Berichte nicht angegeben werden.
4.2
Im Bericht vom 16. September 2013
(Urk. 17/1, vgl. auch Urk. 17/10-12)
stell
ten PD Dr. med.
M._
, Chefarzt Rheumatologie
/Reha und Spitalärztin Dr.
I._
,
Klinik Z._
,
folgende Diagnosen:
1.
Chronisches
l
umbospondylogenes
S
chmerzsyndrom beidseits
-
MRI
SIG
vom
02.09.2013:
leichtgradige
Signalalterationen Vorderkante LWK3 sowie SIG rechts
ilialseits
-
MRI LWS vom 15.01.2013:
leichtgradig
progrediente Segmentdegeneration L4/L5 und L5/S1 mit
Osteochondrosen
,
Diskusprotrusionen
L4/L5 mit Kon
takt zur Nervenwurzel S1
bds
. ohne Nervenwurzelkompression
-
MRI LWS und SIG
vom
25.06.2008: Paramed
i
an rechts gelegene
Diskusher
nie
L5/S1 mit Kontakt zur S1-Wurzel rechts,
Diskusprotrusion
L4/5,
erosive
Osteochondrose
L5/S1 (im Vergleich zu Vor-MRI 9/
20
05 unverändert)
-
Fehlstatik des Achsenskelettes, muskuläre
Dysbalance
2.
Status nach depressiver Episode von Sommer 2011 bis November 2012
3.
Latente Hypothyreose
4.
St. n. Hepatitis B
Laut Bericht klagt
e
die Beschwerdeführerin über ein persistierendes
Schmerzsyn
drom
lumbal sowie in den Hüften beidseits. Klinisch
zeige
sich eine Fehlstatik des Achsenskelettes sowie eine muskuläre
Dysbalance
. Klinisch neu
rologisch
hätten keine Hinwiese auf eine lumbale Neurokompression bestanden. Aufgrund von Anamnese, Klinik sowie Bildgebung sei weiterhin eher von einer mechanischen Genese als einer
seronegativen
undifferenzierten
Spondyloarthri
tis
auszugehen.
5.
5.1
Gegen das
bidisziplinäre
Gutachten und insbesondere gegen die Schlussfolgerun
gen von Dr.
C._
wendet die Beschwerdeführerin ein, un
abhängig davon, ob die Diagnose von Dr.
A._
fachlich vertretbar ge
wesen sei oder nicht, sei die Gutachterin am 17. Januar 2013 von keiner erheb
lichen Veränderung des Gesundheitszustandes seit der
Rentenzusprache
ausge
gangen. Auf dieser Beurteilung sei sie zu behaften (Urk. 1 S. 5).
5.
2
Im Gegensatz zu den von der Beschwerdegegnerin
aus
Dr.
C._
ergänzen
der
Stellungnahme vom 6. April 2013
gezogenen Schlussfolgerungen weisen weder
ihr
Gutachten noch die übrigen aktuellen medizinischen Stellungnahmen auf eine seit 2008 eingetretene gesundheitliche Besserung hin. Vielmehr erge
ben sich aus den zahlreichen medizinischen Stellungnahmen hinsichtlich der Rückenbeschwerden weitgehend stabile Verhältnisse, was Dr.
C._
im rheumatologisch-internistischen Teilgutachten vom 17. Januar 2013 mehrmals
ausdrücklich festgehalten hat
te
(Urk. 7/34 S. 51)
.
Die Arbeitsfähigkeitseinschätzung von Dr.
C._
differiert zwar von derjeni
gen, die der Rentenzusprechung
zugrunde lag
. Dies ist jedoch nicht auf eine
B
esserung
des
Rückenleidens zurückzuführen, erachtete doch RAD-Ärztin med.
pract
.
N._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie, in ihrer Stellungnahme vom 20. Februar 2013 eine solche Besserung auf
grund des degenerativen Charakters des Gesundheitsschadens als unwahr
scheinlich (Urk. 7/40 S. 5). Wohl
eher
ist die
unterschiedliche
Arbeitsfähig
keitseinschätzung
auf eine im Verlauf der letzten Jahre
strengere
versiche
rungsmedizinische
Praxis
zurückzuführen
. Damit lässt sich auch Dr.
C._
Einschätzung
erklären,
wonach
in
der angestammten und adaptierten
Täti
gkeit nie eine langfristige
Arbeits
un
fähigkeit bestanden
habe
(Urk.
7/34 S. 51
), wäh
rend sowohl der erste Gutachter Dr.
A._
als auch die behandelnden Ärzte der
Klinik Z._
trotz unterschiedlicher Diagnosestellung
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert
hatten
(Urk. 7/17
, Urk. 7/19 S. 12 f.
).
Dr.
C._
Ausführungen in der Stellungnahme vom 6. April 2013 (Urk. 7/39) vermögen nicht zu überzeugen. Denn es besteht darin ein Wider
spruch zwischen
der Anzweiflung
von
Dr.
A._
Diagnosestellung, weil
sie von den übrigen damals abgegebenen Beurteilungen abwich
, und de
m
Ver
such
,
eine Besserung damit zu
begründen
, der frühere Gutachter habe eine Verschlechterung festgestellt, die sich danach wieder verbessert habe, was
aber
die Korrektheit der 2009 abgegebenen Beurteilung impliziert.
Die Invalidenversicherung ist eine finale Versicherung, das
heisst
, es wird nicht nach der Art und Genese eines Gesundheitsschadens gefragt, welcher di
e Er
werbsunfähigkeit verursacht, sondern nach seiner
krankheitsbedingten
Aus
wirkung auf die
Erwerbsfähigkeit
. Diesbezüglich
herrschte zur Zeit der
Renten
zusprache
Einigkeit, gingen doch nicht nur
der frühere Gutachter Dr.
A._
, sondern auch
die behandelnde
n
Ärzte der
Klinik Z._
und die Beschwerdegegnerin davon aus
, dass das Rückenleiden der Beschwer
deführerin zu einer 50%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in der ange
stammten und angepassten Tätigkeit
führte.
Eine Besserung des Gesundheitszustandes aus rheumatologischer-internistischer Sicht seit der
Rentenzusprache
im Jahre 2009 ist somit nicht ausgewiesen
. Auf
grund dieser klaren Aktenlage sind von einer erneuten Begutachtung
wie sie
Beschwerdeführerin und
Beigeladene beantragt hab
en
(Urk. 1
und 1
1)
keine neuen Gesichtspunkte zu erwarten.
5.3
Aus psychiatrischer Sicht
vermag das Teilgutachten von
PD Dr.
D._
zu überzeugen. Es
erfüllt sämtliche von der Rechtsprechung gestellten Anforderun
gen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (BGE 134
V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a): Es beruht auf einer eingehenden
psychiatrischen Untersuchung und
ist in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden (Urk. 7/35 S. 5
); sodann
berücksichtigt
es
die geklagten Beschwerden, setzt sich mit diesen, den früheren ärztlichen Stellungnahmen (Urk. 7/35 S. 14 f.)
, insbe
sondere dem Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr.
E._
vom 18.
September 2012 (Urk. 7/30)
, den erhobenen Befunden und dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander
,
was hinsichtlich der
nachvollziehbaren
Beurteilung der zumutbaren Arbeitsleistung von Bedeu
tung ist
; weiter
leuchtet
es
in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge sowie in Bezug auf die gezogenen Schlussfolgerungen ein. Es darf demzufolge
darauf abgestellt werden,
dass
aus psychiatrischer Sicht keine weitergehende Ein
schränkung
– über die
50%ige Arbeitsfähigkeit
in angestammter und ange
passter Tätigkeit
hinaus -
ausgewiesen ist.
5.4
Eine massgebliche Änderung des wirtschaftlichen Sa
chverhaltes ist nicht er
sicht
lich und wird seitens der Parteien auch nicht geltend gemacht. Da aber die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen
unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG darstellt, erfolgte die Rentenaufhebung durch die IV-Stelle zu Unrecht.
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung der angefochte
nen Verfügung.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
8
00
.
festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Zudem ist der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von Fr.
2’300
.
(inklusive
Bar
auslagen
und Mehrwertsteuer) zuzusprechen (Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
).