Decision ID: 15af6dcc-d6b2-4930-bbec-1f31580c03c9
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962,
ist seit dem 1. Mai 2000 als
Praxis
mana
ger
für die
Y._
tätig und in dieser Eigenschaft
bei
der Schweizerische
n
Mobiliar Versicherungs
gesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar) gegen die Fol
gen von Unfällen versichert
(
Urk.
12/UM)
.
A
m 17. No
vember 2009
stürzte er
in
Z._
und brach sich die
rechte Hand (Urk. 12/UM).
Die medizi
nische Erstversorgung erfolgte vor Ort (
Urk.
12/M1).
Der Versicherte begab sich
am 2
9.
Dezember 2009 zur
Gipsentfernung und
Röntgen
untersuchung
in das Spital
A._
, wo eine gering
eingestauchte
Meta
carpale
V Schaftfraktur basisnahe
festgestellt
wurde (
Urk.
12/M2
,
Urk.
12/M13
). Im Spital
A._
fand am
6.
Januar 2010 eine weitere Untersuchung statt (
Urk.
12/M4). Am
sel
ben Tag begann die Behand
lung bei Dr. med.
B._
, Chirur
gie FMH, spez. Handchirurgie (
Urk.
12/M6
, Urk. 12/M12
).
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Neurologie, unter
suchte
X._
am
7.
Januar 2010 (
Urk.
8/M5
.
1).
Am 2
0.
Januar 2010 liess
Dr.
med.
D._
der
Mobi
liar
den Unfall vom 1
7.
November 2009 melden (Urk. 12/UM).
Die
Mobiliar trat auf den Schaden ein und gewährte Heil
behand
lung und Taggeld.
X._
konsultierte am 1
9.
Februar 2010 Prof.
Dr.
E._
, Leitender Arzt
Rheumaklinik und Institut für Physi
kalische Medizin,
F._
[Urk. 12/M9].
Am 1
6.
April 2009 (Ein
gang bei der Mobiliar) meldete
Dr.
D._
der Mobiliar, der
prämien
pflicht
ig
e
Lohn
(
Berufs- und Nichtberufsunfall
)
ihrer männlichen Arbeit
nehmer habe im Jahre 2009
Fr.
82‘000.-- betragen (
Urk.
11/7).
Im Zuge ihrer Abklärungen
befragte
die Mobiliar
X._
am
2.
Dezember 2010 (
Urk.
12/36
41).
Prof.
Dr.
E._
stellte am 19. Januar 2011 die Diagnose
n komple
xes regio
nales Schmerzsyndrom (CRPS I) mit „
s
y
mpathically
maintained
pain
“ (SMP) der rechten Hand seit einem Sturz auf die rechte Hand am 1
7.
November 2009,
Epi
condylopathia
humero
radialis
rechts und
Periarthro
pathia
humeroscapularis
rechts,
Ansatztendinose
am Trochanter
major
rechts sowie allergische Reaktion auf
Etoricoxib
(Urk.
12/M21).
Die Mobiliar holte die
Stellungnahme
ihres bera
ten
den Arztes
Dr. med.
E._
,
Facharzt für Chirurgie und Un
fall
chirurgie FMH, vom
8.
September 2011 ein
(Urk. 8/M27)
.
Mit
Verfügung vom 15
.
Dezem
ber 2011
teilte
s
ie
X._
mit
, dass sie aufgrund der Stellung
nahme
von
Dr.
E._
bereit sei, die Behand
lungs
kosten bezüg
lich de
s
beschriebenen
CRPS
bis zur
erneuten Kausalitätsprüfung im Frühling 2012 vorübergehend
zu übernehmen
. Bezüglich der
Epicondy
lopathia
humero
radialis
rechts, der
Periarthropathia
humero
scapularis
rechts sowie der
Ansatz
tendinose
am Trochanter
major
lehnte sie ihre Leistungspflicht ab (
Urk.
12/
65-66
).
Da
gegen
erhob
X._
am 1
7.
Januar 2012 Einsprache
(
Urk.
12/73-75).
Seine Krankenkasse liess
am
1
9.
Januar 2012
ebenfalls
Ein
sprache
erheben
(
Urk.
12/77-78).
1.2
Während
des
Einspracheverfahren
s
erliess
d
ie Mobiliar
am
2
5.
Mai 2012
eine Wiedererwägungsverfügung, mit welcher sie
ihre
Verfügung vo
m 1
5.
Dezember 2011 auf
hob
und einen Anspruch von
X._
auf Versiche
rungsleistungen man
gels Ver
sicherungsdeckung ab
lehnte
, da weder von einem Berufsunfall im Dienste der bei ihr versicherten Arbeitgeberin noch von einem Nichtberufsunfall auszu
gehen sei. Das pendente
Einspracheverfahren
schrieb sie zufolge Gegenstands
losigkeit als erledigt ab (
Urk.
12/168).
Gegen die Verfügung vom 2
5.
Mai 2012 erhob
X._
am 2
9.
Juni 2012 Einsprache (
Urk.
12/199
-208), welche die Mobiliar mit E
ntscheid vom
8.
August 2012
ab
wies (
Urk.
2).
2.
Hiergegen führte
X._
am 1
3.
September 2012 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der Wiedererwägungsverfügung vom 2
5.
Mai 2012 und des
Einspracheentscheids
vom
8.
August 2012 sei die
Beschwerdegeg
nerin
zu verpflichten, sämtliche Heilungskosten aus dem Schadenereignis vom 1
7.
November 2009 zu bezahlen (
Urk.
1 S. 2). Am 1
3.
September 2
012 erhob die
Wincare
Versicherungen AG ebenfalls Beschwerde und beantragte, in Auf
he
bung des
Einspracheentscheids
vom
8.
August 2012 sei die
Beschwerdegeg
nerin
zu verpflichten, die Kosten
für die
Folgen des Unfalls vom 1
7.
November 2009 zu übernehmen (
Urk.
7/1).
Mit
Gerichtsv
erfü
gung vom 24. September 2012
(
Urk.
8
) wurde der Prozess Nr. UV.2012
.00
212 in Sachen
Wincare
Versicherung AG gegen die Mobiliar
mit dem
vorliegenden Prozess Nr. UV.2012
.00
213 in Sachen
X._
gegen die Mobiliar
vereinigt und unter dieser Prozessnummer weitergefü
hrt. Das Verfahren Nr.
UV.2012.00212
wurde als
dadurch erledigt abgeschrieben
. Dessen Akten wurden als
Urk.
7
/0-
4
zu den Akten des
vorliegenden
Prozesses genommen.
Mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
Oktober 2012 beantragte die
Beschwerde
gegne
rin
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10, unter Beilage ihrer Akten, Urk.
11/1-7,
Urk.
12/1-332,
Urk.
12/M1-M28,
Urk.
12/UM).
Der Beschwerdeführer 1 und die Beschwerdeführerin 2 hielten m
it Replik vom 1
3.
Februar 2013 (
Urk.
22) bzw.
1
4.
Februar 2013 (
Urk.
24)
an ihren Anträgen
fest (
Urk.
22 S. 2,
Urk.
24
)
.
Mit Duplik vom 2
1.
Mai 2013 erklärte die
Beschwer
degegnerin
Festhalten am Antrag auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 30) und legte weitere Akten auf
(
Urk.
31/1-8). Mit Gerichtsverfügung vom 22. Mai 2013 wurde den Beschwerdeführe
rn
Frist zur Stellungnahme an
gesetzt (Urk. 32). Mit Eingabe vom 4. Oktober 2013 teilte die Beschwerde
füh
rerin 2 mit, dass sie auf eine Stellungnahme verzichte (Urk. 40). Der Beschwer
deführer
1
liess sich mit Stellu
ngnahme vom 7. Oktober 2013 ver
nehmen (Urk. 41).
Hierzu nahm die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom
4.
November 2013
Stellung (Urk. 45). Die Beschwerdeführer erhielten je eine Kopie davon (Urk. 46).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin aufgrund des
Unfalls
vom 1
7.
November 2009 leistungspflichtig ist.
1.2
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
8.
August 2012 führte die
Beschwer
degegnerin
im Wesentlichen aus, ihre Verfügung vom 15. Dezember 2011 sei in Wiedererwägung gezogen worden und ihre Zuständigkeit mit der Begründung verneint worden, dass unter Berücksichtigung der Tätigkeit des Beschwerdeführers 1 in der Reisebranche und der Leitung des
H._
in
Z._
weder von einem Nichtberufsunfall noch einem Be
rufsunfall im Dienste der
Y._
ausgegangen werden könne (
Urk.
2 S. 3). Der Beschwerdeführer
1
halte sich wiederholt und jeweils während längerer Dauer in
Z._
auf. Er sei als Partner (Gesellschafter) und Manager (Geschäftsführer) des
H._
tätig. Von einer blossen Dienstreise
oder befristeten Entsendung zur Organisation des
I._
in
Z._
– für die
Y._
–
könne auf
grund des ständigen
Betriebs eines dortigen
H._
nicht ausgegangen werden,
auch wenn in keiner Weise zu bezweifeln sei, dass das Symposium
stattgefunden habe (
Urk.
2 S. 4). Vor dem Hinter
grund der ständigen dortigen Einrichtung, in deren Interesse die Einladung der Referenten und Gäste genau betrachtet erfolgt sei, könnten die dortigen Aktivitäten des Beschwerdeführers nicht der dienstlichen Tätigkeit für die
Y._
zugerechnet werden
. Eventualiter sei ein Berufsunfall im Dienste des Reise
büros
J._
anzunehmen, weil die Organisation eines Anlasses mit Reise und Unterkunft
zahlreicher Teilnehmer eher der Tätig
keit als Geschäftsführer eines Reisebüros zuzurechnen sei
(
Urk.
2 S. 5).
1.3
Der Beschwer
deführer
1
macht demgegenüber geltend
, seine Arbeitgeberin habe in
Z._
ein internationales Symposium durchgeführt. Er sei von seiner Arbeitgeberin mit der Aufgabe betraut worden, dass Symposium zu organi
sieren, logistisch zu verwalten und sich um die Gäste zu kümmern (Urk. 1 S. 3).
Die Beschwerdeführerin 2 führt aus, die Beschwerdegegnerin hätte den
Ein
spracheentscheid
vom
8. August 2012 dem ihrer Ansicht nach zuständigen Unfallversicherer eröffnen müssen, was sie unterlassen habe. Damit werde die Beschwerdeführerin 2 in ihrer Rechtsstellung benachteiligt. Da der
Einsprache
entscheid
vom 8. August 2012 die Zuständigkeit der obligatorischen Unfall
ver
sicherung bestätige
,
sei das Dispositiv des
Einspracheentscheids
dahingehend abzuändern, dass die Kosten
für die
Folgen des Unfalls vom 17. November 2009 zu Lasten der obligatorischen Unfallversicherung gehen (Urk. 7/1 S. 3).
2.
2.1
Obligatorisch versichert nach dem
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG)
sind die in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmer (
Art.
1a
Abs.
1 erster Halbsatz
UVG
).
2.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden
–
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
–
die Versicherungs
leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann
Körper
schädigungen
, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verun
fallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
Als Berufsunfälle gelten gemäss
Art.
7
Abs.
1
lit
. a
UVG
Unfälle,
die dem Ver
sicherten bei Arbeiten, die er auf Anordnung des Arbeitgebers oder in dessen Interesse ausführt, zustossen.
2.3
Gemäss
Art.
77
Abs.
1 Satz 1
UVG
erbringt bei Berufsunfällen derjenige Ver
sicherer die Leistungen, bei dem die Versicherung zur Zeit des Unfalles be
stan
den hat.
Erleidet ein Versicherter, der bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt ist, einen Berufsunfall, so ist der Versicherer jenes Arbeitgebers
leistungs
pflichtig
, in des
sen Dienst der Versicherte verunfallt ist (
Art.
99
Abs.
1
der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV]
).
2.
4
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts bedeutet die Leistungs
ein
stellung
eines Unfallversicherers
mit Wirkung
ex
nunc
et pro
futuro
kein Rückkommen
auf die bisher gewährte Versicherungsleistung. Nur
wenn der Unfallversicherer die bisher gewährten Heilbehandlungsleistungen und
Taggelder
zurückfordert, muss er den hierfür erforderlichen
Rückkommenstitel
der prozessualen Revision oder der
Wiederer
wägung
ausweisen. Will er aber die bisher zu Unrecht ausge
richteten Leistungen stehen lassen, ist Verfügungsgegenstand nur die zukünf
tige Leistungseinstellung, welche – wenn
materiellrechtlich
be
gründet und
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen – der Unfall
versicherer ohne
Rückkommensvoraussetzung
und damit ohne Bindung an früher ausgewiesene Leistungen vor
nehmen kann (BGE 130 V 380 E. 2.3.1
mit Hinweisen
; Urteil des Bundesgerichts 8C_616/2013
vom 28. Januar 2014 E.
3.2.1
mit Hinweis
).
Dies gilt
auch
dann, wenn der Unfallver
sicherer
seine Leistungen mit
der Begrün
dung
, bei richtiger Betrachtung
liege gar kein versichertes Ereignis vor
, einstellt
(Urteil des Bundesgerichts 8C_22/2010 vom 28. September 2010 E. 4.1 mit Hinweis).
2.
5
Gemäss höchstrichterlicher Praxis muss der für die Beurtei
lung er
hebliche Sach
verhalt mit dem im
Sozialversicherungs
recht
üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlich
keit ausgewiesen sein (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Unter meh
reren behaupteten oder in Be
tracht fallenden Sachverhalten stellt das Gericht auf denjenigen ab, der ihm am wahrschein
lichsten erscheint.
2.6
Das Versicherungsgericht stellt unter Mitwirkung der Parteien die für den Ent
scheid erheblichen Tatsachen fest; es erhebt die notwendigen Beweise und ist in der Beweiswürdigung frei (
Art.
61
lit
. c ATSG
;
§
23
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
]
).
Der
Untersuchungs
grund
satz
besagt, dass das Gericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des Sachverhalts zu sorgen ha
t
, was allerdings den Versicherten nicht davon ent
bindet, im Rahmen der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht seinerseits zur Feststellung des Sachverhalts beizutragen.
Das Gericht
darf
dabei eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn
es
von ihrem Bestehen überzeugt
ist
. Sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, ha
t
es
beim Fehlen klarer Beweise nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit darüber zu befinden, ob eine Tatsache als be
wiesen oder unbewiesen zu geltend hat. Dabei genügt die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes den Beweisanforderungen nicht. Beizufügen bleibt, dass der Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der
Beweis
führungslast
begriffsnotwendig au
s
schliesst. Die Parteien tragen mithin in der Regel eine Beweislast nur insofern, als sie im Falle der Beweislosigkeit der Ent
scheid zuungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will (BGE 115 V 38 E.
2b).
3.
3.1
Unbestritten ist, dass
am 1
6.
und 1
7.
November 2009 in
Z._
das
I._
stattfand
(
Urk.
12/194,
Urk.
12/218,
Urk.
12/220
)
.
Der Beschwerdeführer 1 war vor Ort und am Symposium tätig (Urk. 12/190), was als solches auch von der
Beschwer
degegnerin
nicht bestritten wird (
Urk.
10 S. 3).
Dr.
D._
führte am 2
6.
Juni 2012 aus, die
Y._
sei Initiantin und Orga
nisatorin des
I._
gewesen. Die
Kosten für das Sympo
sium, inklusive
Kon
fe
renz
räume, Flüge, Hotelunterkünfte, Ärzte und Gäste seien von der
Y._
getragen worden (
Urk.
12/197). Prof.
Dr.
K._
, Direktor der Klinik für Hautkrankheiten,
L._
,
bestätigte auf die Anfrage von
Dr.
D._
vom 1
6.
Juni 2012, dass er als
Kongress
präsident
dieses Symposiums fungiert habe. Die
Y._
habe die wissen
schaftliche und organisatorische Leitung der Tagung inne gehabt (
Urk.
12/196).
Dr.
D._
wurde in einer Anzeige für das
I._
als
Ansprechpartnerin
genannt (
Urk.
12/218).
Es ist
mithin
davon
auszugehen, dass die
Y._
das Symposium
orga
nisierte. Bei der Besprechung mit der Beschwerdegegnerin vom 2. Dezember 2010 erklärte der Beschwerdeführer 1, er mache als
Praxis
manager
die Rech
nungen, die Erfassung der Patienten in der Software, die Buchhaltung sowie technische Arbeiten, inkl. Informatik, für die
Y._
(Urk. 12/40).
Es ist daher wahrscheinlich
, dass der Beschwerdeführer 1 als Praxismanager
der
Y._
auch
am
I._
in
Z._
arbeitete
.
3.2
Es schadet nicht, dass
die
Y._
den Unfall
erst
am 2
0.
Januar 2010
meldete
(Urk. 12/UM S. 2)
.
Dr.
D._
schrieb der
Beschwer
de
gegnerin
am 2
1.
Januar 2010
,
bislang habe es in ihrer Praxis noch keine Unfälle mit dem Person
al
geg
eben
,
und entschuldigte sich für die späte
Unfall
meldung
(
Urk. 12/3).
Anhaltspunkte, welche dafür sprechen würden, dass die
Y._
den Unfall bewusst später
hätte
melden wollen, fin
den sich keine.
Nicht entscheidend ist ferner, dass der Unfall vom 1
7.
November 2009
mit der Unfallmeldung vom 2
0.
Januar 2010
als Nichtbetriebsunfall gemeldet wurde (Urk. 12/UM S. 2). Die dortige Qualifikation
des Ereignisses
als
Nichtberufs
unfall war dem Beschwerdeführer
1 wohl gar nicht bewusst. Er selbst
teilte der Beschwerdegegnerin am 26. Mai 2010 lediglich mit, dass er am 17. No
vember 2009 in der Stadt
Z._
gestolpert und auf die rechte Hand gestürzt sei (Urk. 12/M13).
Dr. med.
M._
, Augenärztin FMH,
attestierte dem Beschwerde
führer
zwar
am 18. Januar 2010 wegen Krankheit für den Zeitraum vom 11. August bis 28. November 2009 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(Urk. 12/M5.2). In ihrem
Arztzeugnis
vom 1
0.
September 2012
führte
Dr.
M._
aus, dass der Beschwerdeführer
1
bei ihr
seit dem 1
1.
August 2009
wegen einer
schweren
Thrombose
am linken Auge in augen
ärztlicher Behandlung
gewesen sei
. Im November 2009 durfte er aber für drei Tage nach
Z._
fahren und
an
einem Kongress teilnehmen. Dies sei in Absprache mit ihr und aufgrund des damaligen Gesund
heitszustandes erfolgt
(
Urk.
3/4).
Mit
Dr.
M._
kann
somit davon ausgegangen werden, dass der Einsatz des Besc
hwerdeführers am Symposium trotz des
damaligen
Augenlei
den
s
möglich war. Schliesslich
ist nicht von der Hand zu weisen
, dass
sich
der prämienpflicht
ig
e Lohn des Beschwerdeführers
1
im Jahr 2009 im Vergleich zum
Vorj
ahr
deswegen
von 18‘694.-- auf
Fr.
82‘000.-- erhöhte (
Urk.
11/6-7),
weil
die
Y._
ihm
im Jahr 2009 für zusätzliche Arbeit
s
leistun
gen
–
allenfalls
im Zusammenhang mit der Organisation des Sympo
sium
s –
mehr Lohn ausbezahlte.
3.3
Nicht zu überzeugen vermögen die Vorbringen der Beschwerdegegnerin, wo
nach der Beschwerdeführer
1
am Symposium entweder
für
das
Hotelresort
„
H._
“ in
Z._
oder das
dortige
N._
oder aber für die
J._
gearbeitet haben soll
(
Urk.
2 S.
5
,
Urk.
10 S. 2
). Gemäss
de
m
von der Beschwerdegegnerin beschafften
Auszug aus dem ägyptischen Handelsregister ist der Beschwerde
führer
1
als
Manager und Part
ner des „
H._
“
eingetragen
(Urk. 12/155-159). Diesem Auszug lässt sich
indes
nur entnehmen, dass der Beschwerdeführer
1
Organ des „
H._
“ in
Z._
ist.
Er selbst
nannte
sich zu
mindest noch im Jahr 2012 Vor
sitzende
r
(„Chairman“) des „
H._
“ (Urk. 12/102).
Aufgrund dessen ist
allerdings
nicht
dargetan
, dass der Beschwerdeführer auch Arbeitnehmer des „
H._
“
in
Z._
gewesen wäre und es
lässt sich daraus
ebenso wenig
ableiten, dass der Beschwerdeführer
deswegen
selbständig erwerbend
wäre
(vgl.
Urk.
10 S. 7).
Bei den Akten be
findet sich
sodann
die Rechnung des
N._
,
Z._
, über Fr. 30‘000.-- für
vom 16. bis 17. No
vember 2009 für das
I._
erbrachte
Dienst
leistungen und Hilfsmittel (Urk. 12/189). Rückschlüsse darauf, dass der Beschwerde
führer am 1
7.
November 2009 für das
N._
als Arbeitnehmer
tätig gewesen wäre, sind gestützt darauf allerdings keine möglich.
Dafür
spricht auch nicht
, dass das Symposium
ganz oder teilweise
im „
H._
“ stattfand
(
Urk.
10 S. 3
,
Urk.
30 S. 11
)
.
Dass der Beschwerdeführer für das „
H._
“ oder daran angeschlossene Ein
richtungen als Arbeit
nehmer tätig
gewesen
wäre, wird
auch durch die weiteren Unter
lagen der Beschwerdegegnerin, insbesondere
den
Aus
zügen
aus
diversen
Internet
seiten
(
Urk.
12/83
-111
,
Urk.
12/
116-
12
9
,
Urk.
12/190
,
Urk.
12/213
-
246
)
und
Observa
tionsberichte
n
(
Urk.
12/152-154,
Urk.
31/1-2
)
,
nicht
belegt.
Aus dem Vorbrin
gen der Beschwerdegegnerin, der Beschwerdeführer 1 halte sich wiederholt für mehrere Monate in
Z._
auf (Urk. 10 S. 9,
Urk.
30 S. 2
, S. 9
-10
, S. 45 S. 2
, S. 4
), lässt
ebenfalls
nichts über seine Tätigkeit am Unfalltag ableiten.
Gleiches gilt für
die Vor
bringen
der
Beschwer
degegnerin
,
der Beschwerdeführer 1 sei Inhaber der Inter
net-Domain
des
Diving
Centers und des
gesamten
Hotelkom
plexes
und Well
ness-Resorts in
Z._
(
Urk.
30 S. 9
,
Urk.
45 S. 2
, S. 5
).
Der Hinweis auf den Zweck der
J._
(
Urk.
10 S.
2) und die Tatsache, dass das Symposium in einem Hotel in
Z._
statt
fand, machen es noch nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwer
deführer
1
als Arbeitnehmer dieser GmbH in
Z._
arbeitete
.
In den Anzei
gen zum
I._
wird zwar darauf hingewiesen, dass
die Teil
nehmer die ganze Woche
in
Z._
bleiben könnten (
Urk.
12/218)
und die zweitägige Fortbildung
vor Ort
mit einem Besuchsprogramm verbinden könnten (
Urk.
12/245-246)
. D
ie
behauptete
Vermittlung von Patienten und Hotelgästen an das „
H._
“ oder das „
N._
“ in
Z._
(
Urk.
10 S. 4
, S.
6
, S. 8-9
,
Urk.
30 S. 2
, S. 4-5
, S.
12
)
und
die
behauptete Ver
bindung des
Symposium
s mit
Reiseveranstaltung
en
wie Wüstensafaris, Ausflüge zu Korallenriffen des Roten Meer
s
sowie nach
O._
und
P._
(
Urk.
10 S.
5,
S.
9)
, an welchen der Beschwerdeführer 1
laut der Beschwerdegegnerin
beteiligt gewesen
sei
n
soll
,
sind nicht belegt
.
Wie es sich mit
den
weiteren geschäftlichen
Beziehungen des Beschwerde
führers
1 neben seiner Tätigkeit als Praxismanager der
Y._
letztlich genau
verhält
,
braucht vorliegend nicht weiter abgeklärt zu werden, sind davon doch keine weiteren Aufschlüsse bezüglich
der
Tätigkeit am 1
7.
November 2009 zu erwarten.
3.4
Nach dem Gesagten ist e
s
mit
überwiegend
er
W
ahrscheinlich
keit erstellt
, dass der Beschwerdeführer
1
in seiner Eigenschaft als Praxismanager für die
Y._
während des
I._
vom 16. und 17. November 2009
in
Z._
arbeitete
, wo sich am
1
7. November 2009 der
Unfall
ereignete
.
In dieser Funktion ist er bei der Beschwerdegegnerin gegen Berufs- und Nichtberufsunfällen
versichert, we
sh
alb diese grundsätzlich für
Folgen des Unfall
s
vom 1
7.
November 2009 leistungspflichtig ist.
Vorbe
halten bleibt je
doch, dass die Beschwerden des Beschwerdeführers
1
noch in einem kausalen Zusammenhang mit dem Unfall vom 1
7.
November 2009 ste
hen.
Diese Erwägungen führen zur
Gutheissung
der Beschwerde
n
.
4.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der vertretene Beschwerdeführer
1
Anspruch auf eine Prozessentschädigung, welche nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem vollständigen Obsiegen auf
Fr.
3‘800.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
)
festzusetzen ist
.
Die Beschwerdeführerin 2 stellte keinen Antrag auf Zusprechung einer
Prozess
entschädigung
und ihr steht, als Versicherungsträgerin, mithin als Organisation,
welche öffentliche Aufgaben zu erfüllen hat, grundsätzlich kein Anspruch auf eine
Prozessentschädigung
zu (BGE 128 V 124 E. 5b, Wilhelm, in: Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Aufl., 2009, N 7 zu § 34
GSVGer
; vgl.
§
34
Abs.
2
GSVGer
).