Decision ID: 7d38e29f-1eaf-57e0-a100-3ffa4a722434
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer – ein syrischer Staatsangehöriger – suchte am
16. August 2021 in der Schweiz um Asyl nach.
B.
Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentralein-
heit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 7. Oktober 2020 in
Bulgarien und am 2. Dezember 2020 in G._ Asylgesuche einge-
reicht hatte.
C.
C.a. Beim Dublin-Gespräch vom 30. August 2021 machte der Beschwer-
deführer geltend, er habe Syrien am 3. Juni 2012 verlassen und sei (...)
gegangen. Dort sei er bis zum 8. August 2020 geblieben, bevor er (...) und
von dort weiter nach Bulgarien gereist sei, wo man ihn festgenommen
habe. Er sei in Bulgarien einen Monat lang in Haft und etwas mehr als ei-
nen Monat in einem Camp gewesen. Danach sei er innerhalb von drei
Nächten mit einem LKW nach G._ gereist, wo man ihn am 2. De-
zember 2020 festgenommen habe. Am 4. Februar 2021 habe er sich nach
einem negativen Entscheid in G._ betreffend Wegweisung nach
Bulgarien mit einem LKW zurück (...) begeben, wo er bis zu seiner erneu-
ten Ausreise am 10. August 2021 geblieben sei. Sein Vater habe diese
Ausreise organisiert und man habe ihn im Camp in G._ abgeholt.
Mit seiner Ausreise sei er einer von den (...) Behörden angekündigten Ab-
schiebung nach Bulgarien zuvorgekommen. Man habe ihm in Bulgarien
neun Monate Haft angedroht, sollte er wieder dorthin zurückkehren. Er
habe auf keinen Fall nach Bulgarien zurückkehren wollen. Er habe Belege,
welche seinen Aufenthalt (...) nachweisen könnten. Die Rechtsvertretung
erklärte, diese Belege seien am vorangegangenen Freitag eingereicht wor-
den. Es handle sich um einen Mietvertrag sowie eine Kaufquittung für Klei-
der. Weiter gab der Beschwerdeführer an, er habe Fotos gehabt, aber man
habe ihm sein Handy weggenommen. Am 10. August 2021 sei er mit einem
LKW via Bulgarien und H._ in die Schweiz gereist, wo er am 14. Au-
gust 2021 angekommen sei.
C.b. Im Rahmen des ihm von der Vorinstanz gleichzeitig gewährten recht-
lichen Gehörs zur Zuständigkeit Bulgariens für die Durchführung des Asyl-
und Wegweisungsverfahrens beziehungsweise zur Wegweisung dorthin
und zu einem Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG (SR 142.31) führte der Beschwerdeführer aus, er habe Gründe. Eine
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Rückkehr nach Bulgarien bedeute seinen Tod. Er sei in Bulgarien in Haft
gewesen. Man habe ihn um Mitternacht verhaftet und auf einen Posten
gebracht. Es seien ihm das Handy und das Bild seiner Frau weggenommen
worden. Bei dessen Rückgabe habe man ihn seinem Gefühl nach be-
schimpft. Er vermute dies anhand der Tonlage. Man habe ihn in Bulgarien
geschlagen. Er sei 27 Tage lang inhaftiert und mit 35 Personen – Frauen,
Kindern und Behinderten – in einem Raum eingesperrt gewesen. Er habe
zwei Mal am Tag die Toilette aufsuchen können. Die Frauen hätten in der
Nacht ihre Notdurft im Raum verrichten müssen. Er sei immer wieder auf-
gefordert worden, seine Fingerabdrücke abzugeben, was er abgelehnt
habe. Man habe dann einen Dolmetscher gebracht, der ihm erklärt habe,
dass es drei Möglichkeiten gebe: 1. Haft, 2. Abgabe der Fingerabdrücke
und 3. Abschiebung nach Syrien. Er habe daraufhin seine Fingerabdrücke
abgegeben.
C.c. Anlässlich des ihm von der Vorinstanz gleichzeitig gewährten rechtli-
chen Gehörs zur Zuständigkeit G._ für die Durchführung des Asyl-
und Wegweisungsverfahrens beziehungsweise zur Wegweisung dorthin
und zu einem Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG erklärte der Beschwerdeführer, in G._ habe er einen negati-
ven Entscheid erhalten. Er habe in die Schweiz kommen wollen, wo er Fa-
milienangehörige habe.
D.
D.a. Am 30. August 2021 gelangte die Vorinstanz mit einem Informations-
ersuchen gestützt auf Art. 34 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Euro-
päischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-
fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem
Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist
(Neufassung), ABl. L 180/31 vom 29.6.2013 (nachfolgend: Dublin-III-VO)
an die (...) Behörden. Sie erkundigte sich, wann der Beschwerdeführer in
G._ zum letzten Mal in Erscheinung getreten sei, ob man ihn nach
Bulgarien überstellt und ob das I._ einen Entscheid hinsichtlich sei-
ner Beschwerde gefällt habe.
D.b. Am 1. September 2021 teilten die (...) Behörden der Vorinstanz mit,
dass die Entscheidung vom 21. Januar 2021 betreffend Überstellung nach
Bulgarien seit dem 7. April 2021 rechtskräftig sei. Der Beschwerdeführer
gelte seit dem 4. Februar 2021 als untergetaucht. Er sei weiterhin unbe-
kannt verzogen. Eine Überstellung nach Bulgarien habe bislang noch nicht
stattgefunden, die Überstellungsfrist ende voraussichtlich am 15. August
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2022. Das Gericht habe den (...), den der Beschwerdeführer gegen die
Überstellungsentscheidung nach Bulgarien eingelegt habe, abgelehnt.
E.
E.a. Gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers, das im Eurodac
verzeichnete Asylgesuch in Bulgarien sowie die Informationen aus
G._ ersuchte die Vorinstanz am 1. September 2021 die bulgari-
schen Behörden um Übernahme des Beschwerdeführers im Sinne von
Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO.
E.b. Am 15. September 2021 hiessen die bulgarischen Behörden das Er-
suchen gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. c Dublin-III-VO gut.
F.
Mit Verfügung vom 8. Oktober 2021 – eröffnet am 11. Oktober 2021 (vgl.
Empfangsbestätigung in den Akten der Vorinstanz [SEM-act.] 31) – trat das
SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch
des Beschwerdeführers vom 16. August 2021 nicht ein, verfügte die Weg-
weisung nach Bulgarien, forderte den Beschwerdeführer – unter Andro-
hung von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – auf, die Schweiz am Tag
nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, beauftragte den Kanton
J._ mit dem Vollzug der Wegweisung, händigte dem Beschwerde-
führer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus und
stellte fest, eine allfällige Beschwerde gegen die Verfügung habe keine auf-
schiebende Wirkung.
G.
Mit Eingabe vom 18. Oktober 2021 liess der Beschwerdeführer beim Bun-
desverwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, die Verfü-
gung der Vorinstanz sei aufzuheben. Die Vorinstanz sei anzuweisen, auf
sein Asylgesuch einzutreten. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung
aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück-
zuweisen. Der vorliegenden Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung
zu gewähren. Die Vorinstanz und die Vollzugsbehörden seien im Rahmen
von vorsorglichen Massnahmen unverzüglich anzuweisen, bis zum Ent-
scheid über das vorliegende Rechtsmittel von jeglichen Vollzugshandlun-
gen abzusehen. Ihm sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren,
insbesondere sei von der Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen.
Auf die Begründung der Beschwerde und die damit eingereichten Beweis-
mittel wird – soweit entscheidrelevant – in den Erwägungen eingegangen.
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Seite 5
H.
Der zuständige Instruktionsrichter setzte am 19. Oktober 2021 gestützt auf
Art. 56 VwVG den Vollzug der Überstellung per sofort einstweilen aus.
I.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
19. Oktober 2021 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG).

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1. Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend –
endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-
gerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 108 Abs. 3 und
Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
2.1. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2.2. Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
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Seite 6
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
2.3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs-
weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Vorlie-
gend handelt es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche,
weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2
AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf einen Schriften-
wechsel verzichtet.
3.
3.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen
Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO.
Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die
Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-
fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt
hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2).
3.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-
ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat
erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).
Im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) sind
die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Situation
im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals einen Antrag in einem Mit-
gliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Im Rah-
men eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) findet demge-
genüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel
III statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.).
3.3. Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zu-
ständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die
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Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für
Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei-
sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-
lung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen
Union (2012/C 326/02) mit sich bringen, ist zu prüfen, ob aufgrund dieser
Kriterien ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden kann.
Kann kein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden, wird der
die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat zum zuständigen Mitgliedstaat
(Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO).
Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-
schliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staaten-
losen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er
nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung
zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO). Dieses sogenannte
Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der Asylver-
ordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert und
das SEM kann das Asylgesuch gemäss dieser Bestimmung "aus humani-
tären Gründen" auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO
ein anderer Staat zuständig wäre. Stehen völkerrechtliche Vollzugshinder-
nisse einer Überstellung entgegen, ist ein Selbsteintritt zwingend.
4.
Gemäss Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-VO erlöschen die Pflichten nach Art. 18
Abs. 1, wenn der zuständige Mitgliedstaat nachweisen kann, dass der An-
tragsteller oder eine andere Person im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. c oder
d, um dessen/deren Aufnahme oder Wiederaufnahme er ersucht wurde,
das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten für mindestens drei Monate verlas-
sen hat, es sei denn, die betreffende Person ist im Besitz eines vom zu-
ständigen Mitgliedstaat ausgestellten gültigen Aufenthaltstitels.
5.
Auf Beschwerdeebene wird im Wesentlichen geltend gemacht, der Be-
schwerdeführer habe sich anlässlich des Dublin-Gesprächs gemäss Art. 5
Dublin-III-VO vom 30. August 2021 nachvollziehbar und widerspruchsfrei
zu seinem Aufenthalt (...) geäussert. Auch die Erklärung der (...) Behör-
den, der Beschwerdeführer gelte seit dem 4. Februar 2021 als unterge-
taucht, decke sich mit seinen Ausführungen.
Mit Eingabe vom 27. August 2021 seien der Vorinstanz zum mehrmonati-
gen Aufenthalt (...) zwei Beweismittel im Original eingereicht worden. Wie
den Akten zu entnehmen sei, handle es sich dabei einerseits um einen
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Mietvertrag betreffend eine Wohnung in K._ – einem Stadtbezirk
der L._ – lautend auf den Beschwerdeführer und mit Mietbeginn per
1. März 2021. Andererseits liege eine Kaufquittung vom 5. Juli 2021 vor,
welche vom (...) Bekleidungsgeschäft M._ in K._ stamme.
Anzumerken sei, dass die Wohnung und das Geschäft nur vier Gehminu-
ten voneinander entfernt seien.
Der Beschwerdeführer habe der Rechtsvertreterin im Anschluss an den
Nichteintretensentscheid vom 8. Oktober 2021 zusätzliche Fotos einge-
reicht. Sie zeigten die Kleidungsstücke, die er im besagten Geschäft in
K._, (...), gekauft habe. Dass er diesen Einkauf getätigt habe, sei
somit hinreichend belegt. Beilage 4 zeige die Etikettenbezeichnung eines
weissen T-Shirts, welche mit dem ersten Posten auf der Quittung überein-
stimme. Bei Beilage 5 handle es sich um den dritten Posten auf der Quit-
tung. Beilage 6 stimme mit dem vierten Posten auf der Quittung überein
und auch Beilage 7 sei auf derselben als fünfter Posten zu erkennen.
Der Beschwerdeführer habe bereits im Rahmen des Dublin-Gesprächs er-
klärt, dass er kaum andere Beweismittel wie Textnachrichten oder Fotos
beschaffen könne, da ihm sein Handy anlässlich der Ausreise aus (...) vom
Schlepper abgenommen worden sei. Es sei hinlänglich bekannt, dass dies
von den Schleppern so praktiziert werde. Die Argumentation der Vorin-
stanz, die Erklärung des Beschwerdeführers greife zu kurz, sei deshalb
klar zurückzuweisen. Auch der Vorhalt, er hätte Fotos auf Social Media
posten können, sei lebensfern, sei der Beschwerdeführer doch illegal (...)
gewesen und habe begründete Angst vor den (...) Behörden und insbe-
sondere vor einer Rückschaffung nach Syrien gehabt.
Es sei rechtsfehlerhaft, wenn die Vorinstanz die eingebrachten Beweismit-
tel als reine "Parteibehauptung" ablehne und behaupte, dass die von Asyl-
suchenden eingereichten Beweismittel per se keinen oder einen geringen
Beweiswert aufweisen würden, weil sie selbst Partei seien. Unstatthaft sei
auch die Behauptung, solche Beweise seien grundsätzlich ungeeignet,
eine rechtserhebliche Tatsache zu beweisen. Die Vorinstanz verkenne,
dass sie aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes die – in Ausübung der
Mitwirkungspflicht – eingereichten Beweismittel gewissenhaft und vorur-
teilslos zu würdigen habe und erst nach einer solchen Würdigung beurtei-
len könne, ob der Beweis habe erbracht werden können oder nicht. Sie
habe es vollkommen ausgelassen, die eingereichten Beweismittel zu wür-
digen und verletze damit den Untersuchungsgrundsatz sowie ihre Begrün-
dungspflicht.
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Die Vorinstanz verkenne in ihrem Entscheid vom 8. Oktober 2021 offen-
sichtlich das anzuwendende Beweismass. In casu liege ein Mietvertrag im
Original vor, welcher auf den Beschwerdeführer laute und auch von diesem
unterzeichnet worden sei. Der Mietbeginn stimme mit dem im Dublin-Ge-
spräch Erklärten überein. Weiter stütze auch der Einkauf vom 5. Juli 2021
den Aufenthalt in K._, (...), da er im besagten Zeitraum stattgefun-
den und das Kleidergeschäft lediglich vier Gehminuten von der Wohnung
entfernt liege. Insofern seien die eingereichten Beweismittel kohärent und
schlüssig. Es sei zudem nachvollziehbar und logisch, dass sich der (...)
illegal befindliche Beschwerdeführer vorwiegend in seiner Wohngegend
aufgehalten habe und nicht zu Beweiszwecken ins Zentrum von (...) ge-
reist sei, um dort Fotos von bekannten Sehenswürdigkeiten zu beschaffen.
Unter Berücksichtigung des reduzierten Beweismasses und der vorliegen-
den Beweismittel sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer seinen
mehr als dreimonatigen Aufenthalt (...) rechtsgenüglich habe nachweisen
können.
Um eine korrekte Anwendung der Dublin-III-VO sicherzustellen, sei die
Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers ein-
zutreten und ein nationales Verfahren durchzuführen. Sollten wider Erwar-
ten die eingereichten Beweismittel nicht als ausreichend eingestuft wer-
den, so sei die Verfügung der Vorinstanz vom 8. Oktober 2021 dennoch in
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes und des rechtlichen Gehörs er-
gangen, was es aus Sicht der Rechtsvertreterin rechtfertige, die Sache zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
6.
6.1. Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-VO regelt ausdrücklich, dass die Beweislast
für das Vorliegen des gegenständlichen ausnahmsweisen Endigungstatbe-
standes dem bisher zuständigen, also dem (in einem potentiellen Konsul-
tationsverfahren) ersuchten Mitgliedstaat zuzuweisen ist (vgl. FILZWIE-
SER/SPRUNG, Dublin III-Verordnung, Wien 2014, K9 zu Art. 19). Ein betref-
fend Art. 19 Abs. 2 relevantes Vorbringen ist dem ersuchten (bisher zustän-
digen) Mitgliedstaat (gegebenenfalls mit einer nachvollziehbaren negativen
Glaubwürdigkeitseinschätzung) zu übermitteln. Nur so kann der ersuchte
Mitgliedstaat informiert das allfällige Vorliegen des Endigungstatbestandes
des Art. 19 Abs. 2 beurteilen und die formelle Zuweisung der Beweislast an
ihn inhaltlich gerechtfertigt werden (a.a.O., K10 zu Art. 19).
6.2. Das SEM hat die bulgarischen Behörden im Übernahmeersuchen vom
1. September 2021 namentlich darauf hingewiesen, dass der Beschwerde-
führer erklärt habe, er habe am 4. Februar 2021 nach einem negativen
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Seite 10
Entscheid betreffend Wegweisung nach Bulgarien das Camp in G._
verlassen und sei (...) zurückgekehrt, wo er sich bis am 10. August 2021
aufgehalten habe. Neben den von G._ erhaltenen Informationen
übermittelte das SEM den bulgarischen Behörden die vom Beschwerde-
führer eingereichten Beweismittel (Mietvertrag, Kaufquittung) und teilte
ihnen mit, dass diese Beweismittel aus Sicht des SEM nicht genügten, um
die angebliche Ausreise aus dem Dublin-Raum nachzuweisen. Es werde
deshalb angenommen, dass Bulgarien nach wie vor für das Asylgesuch
zuständig sei (vgl. SEM-act. 23).
6.3. Die bulgarischen Behörden hiessen in Kenntnis dieser Sachlage das
im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO gestellte Übernahmeersu-
chen des SEM vom 1. September 2021 am 15. September 2021 gestützt
auf Art. 18 Abs. 1 Bst. c Dublin-III-VO gut, weshalb davon ausgegangen
werden darf, Bulgarien verfüge über keinerlei Indizien dafür, dass der Be-
schwerdeführer den Dublin-Raum für mindestens drei Monate verlassen
haben könnte. Ein Erlöschen der Zuständigkeit der bulgarischen Behörden
gemäss Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-VO ist somit auszuschliessen.
6.4. Die vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel sind nicht ge-
eignet, die Zuständigkeit Bulgariens zur Durchführung des Asyl- und Weg-
weisungsverfahrens zu widerlegen. Zwar fallen sowohl das auf dem Miet-
vertrag erwähnte Datum (1. März 2021) als auch dasjenige des Kleiderein-
kaufs (5. Juli 2021) in den fraglichen Zeitraum vom 4. Februar 2021 bis
10. August 2021. Anders als der Beschwerdeführer meint, vermag er damit
jedoch keinen längeren Aufenthalt (...) zu belegen. Vor diesem Hintergrund
ist – entgegen anderslautender Einschätzung – nicht ersichtlich, inwiefern
das SEM den Untersuchungsgrundsatz, seine Begründungspflicht sowie
das rechtliche Gehör verletzt haben sollte. Für eine Rückweisung der Sa-
che an die Vorinstanz zur Neubeurteilung besteht angesichts dessen keine
Veranlassung, weshalb der entsprechende Eventualantrag abzuweisen ist.
In Anbetracht der Umstände kann der Beschwerdeführer aus den weiteren
Beschwerdevorbringen nichts zu seinen Gunsten ableiten, weshalb es sich
erübrigt, näher darauf einzugehen.
6.5. Nach dem Gesagten ist die Vorinstanz zu Recht von der Zuständigkeit
Bulgariens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens
ausgegangen.
Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, sind die Vorbringen, welche
der Beschwerdeführer beim rechtlichen Gehör vom 30. August 2021 gel-
tend machte, nicht geeignet, an dieser Zuständigkeit etwas zu ändern. Sie
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Seite 11
begründen auch keinen Anlass zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der
Schweiz (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO, Art. 29a Abs. 3 AsylV 1).
7.
Es gibt keine wesentlichen Gründe für die Annahme, das Asylverfahren
und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Bulgarien würden sys-
temische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-
III-VO aufweisen.
7.1. Bulgarien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-
kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967
(SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Ver-
pflichtungen nach. Es darf davon ausgegangen werden, dieser Staat aner-
kenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richt-
linien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom
26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-
kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie
2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-
nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-
merichtlinie) ergeben. Das Bundesverwaltungsgericht verneinte nach aus-
führlicher Lageanalyse das Vorliegen von systemischen Mängeln in Bulga-
rien (vgl. Referenzurteil F-7195/2018 vom 11. Februar 2020 E. 6 ff.), worauf
zu verweisen ist.
7.2. Der Beschwerdeführer hat kein konkretes und ernsthaftes Risiko dar-
getan, die bulgarischen Behörden würden sich weigern, ihn wieder aufzu-
nehmen und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der
Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen. Den Akten sind auch keine
Gründe für die Annahme zu entnehmen, Bulgarien werde in seinem Fall
den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in
ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr
laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Der
Beschwerdeführer hat im Übrigen bei allfälligen Schwierigkeiten die Mög-
lichkeit, die dafür zuständigen Behörden beziehungsweise die vor Ort täti-
gen karitativen Organisationen zu kontaktieren. Wie das SEM zu Recht
festgehalten hat, handelt es sich bei Bulgarien um einen Rechtsstaat mit
funktionierendem Justizsystem, weshalb sich der Beschwerdeführer auch
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Seite 12
an die zuständigen Stellen wenden kann, sollte er sich von den bulgari-
schen Behörden oder Drittpersonen ungerecht oder rechtswidrig behandelt
fühlen. Nach dem Gesagten ist nicht davon auszugehen, dass der Be-
schwerdeführer bei einer Wegweisung nach Bulgarien in eine existenzielle
Notlage geraten könnte.
7.3. Die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO ist unter den genann-
ten Umständen nicht gerechtfertigt. Es sind ferner auch keine individuellen
völkerrechtlichen Überstellungshindernisse gegeben.
8.
8.1. Was den Gesundheitszustand anbelangt, machte der Beschwerdefüh-
rer im Rahmen des Dublin-Gesprächs geltend, es gehe ihm "null". Auf
Nachfrage, was dies heisse, sagte er, dass er über ein Jahr unterwegs sei.
Seine Kinder befänden sich noch in Syrien.
Die Rechtsvertretung teilte dem SEM mit, der Beschwerdeführer sei wegen
eines Geschwürs in ärztlicher Behandlung. Medizinische Unterlagen wur-
den keine eingereicht.
8.2. Die vorliegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen stellen kein
völkerrechtliches Vollzugshindernis im Sinne von Art. 3 EMRK dar, welches
zwingend zu einem Selbsteintritt führen müsste. Bulgarien verfügt über
eine ausreichende medizinische Infrastruktur (vgl. etwa Urteil des BVGer
F-971/2021 vom 10. März 2021 E. 4.3.2) und ist gemäss Art. 19 Abs. 1 Auf-
nahmerichtlinie verpflichtet, den Antragstellern die erforderliche medizini-
sche Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt er-
forderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Stö-
rungen umfasst, zugänglich zu machen. Dem Beschwerdeführer steht es
somit offen, sich im Bedarfsfall an das zuständige Fachpersonal zu wen-
den.
9.
Vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer bei der Personalienauf-
nahme vom 17. August 2021 erwähnte, er habe in der Schweiz zwei Brüder
(vgl. SEM-act. 9, S. 4 Ziff. 3.01), ist sodann zu prüfen, ob die Anwesenheit
dieser Geschwister einer Überstellung im Rahmen des vorliegenden Dub-
lin-Verfahrens entgegensteht.
9.1. Bei den Brüdern des Beschwerdeführers handelt es sich um
N._ (geb. [...] [N (...)]) und O._ (geb. [...] [N (...)]), welche
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hierzulande über eine Aufenthaltsbewilligung verfügen (vgl. Einträge im
Zentralen Migrationsinformationssystem [ZEMIS]).
9.2. Eine Anwendung von Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO kommt jedoch nicht
in Betracht, da die in dieser Bestimmung erwähnten Ermessensdetermi-
nanten (Schwangerschaft, neugeborenes Kind, schwere Krankheit, ernst-
hafte Behinderung, hohes Alter), welche eine Unterstützung der Brüder er-
fordern würden, nicht erfüllt sind. Ferner muss eine familiäre Bindung –
selbst wenn eine solche bereits im Herkunftsland bestanden haben sollte
– verneint werden, zumal der Beschwerdeführer erst am 14. August 2021
in die Schweiz einreiste (vgl. SEM-act. 9, S. 5 Ziff. 5.03), während seine
Brüder gemäss Einträgen im ZEMIS bereits am 29. Juli 2011 beziehungs-
weise am 26. Mai 2015 hierher gelangten. Dass sie sich rechtmässig in der
Schweiz aufhalten, kann zu keiner anderen Einschätzung führen.
10.
Im vorliegenden Fall sind auch die Voraussetzungen von Art. 8 EMRK nicht
erfüllt.
10.1. Der Familienbegriff gemäss Art. 8 EMRK erfasst zwar über die Kern-
familie hinausgehend auch die Beziehungen zwischen allen nahen Ver-
wandten, die in der Familie eine wesentliche Rolle spielen können. Aller-
dings setzt im Verhältnis zwischen diesen Verwandten ausserhalb der
Kernfamilie die Berufung auf den Grundsatz der Familieneinheit gemäss
der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts – nebst einer nahen,
echten und tatsächlich gelebten Beziehung – grundsätzlich ein besonderes
Abhängigkeitsverhältnis voraus (BVGE 2008/47 E. 4.1.1 S. 677 f.).
10.2. Vorliegend fehlt es indessen schon an einer gelebten Beziehung im
Sinne der Rechtsprechung, da sich die Brüder – wie schon erwähnt – be-
reits seit mehreren Jahren in der Schweiz aufhalten, während der Be-
schwerdeführer erst am 14. August 2021 in die Schweiz einreiste. Ein be-
sonderes Abhängigkeitsverhältnis im Sinne der Rechtsprechung zwischen
den Geschwistern ist nach dem Gesagten zu verneinen, weshalb eine
Wegweisung nach Bulgarien keine Verletzung von Art. 8 EMRK darstellt.
11.
Das SEM führte in der angefochtenen Verfügung aus, in Würdigung der
Akten und der vom Beschwerdeführer geäusserten Umstände bestünden
keine Gründe, die die Schweiz veranlassen würden, die Souveränitätsklau-
sel anzuwenden. Es hat diesen Umständen Rechnung getragen und sich
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mit der Situation des Beschwerdeführers in der angefochtenen Verfügung
hinreichend auseinandergesetzt.
12.
Der Beschwerdeführer möchte in der Schweiz bleiben. Mit seiner Begrün-
dung kann er insgesamt nicht das gewünschte Verfahrensziel – die Be-
handlung seines Asylgesuchs in der Schweiz – erreichen, zumal die Dub-
lin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prü-
fenden Staat selbst auszuwählen. In seinem Fall sind ebenso keine Gründe
ersichtlich, welche die Vorinstanz zu einem Selbsteintritt gemäss Art. 17
Dublin-III-VO beziehungsweise Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 hätten verpflichten
können.
13.
Die Vorinstanz ist nach dem Gesagten zu Recht und ohne Ermessensfeh-
ler auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat
seine Wegweisung verfügt (vgl. Art. 31a Abs. 1 Bst. b und Art. 44 AsylG).
Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
14.
Mit dem vorliegenden Urteil in der Hauptsache sind die Gesuche um Ge-
währung der aufschiebenden Wirkung und um Verzicht auf die Erhebung
eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.
Der am 19. Oktober 2021 angeordnete Vollzugsstopp fällt mit vorliegen-
dem Urteil dahin und die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer eine neue
Frist zur Ausreise anzusetzen.
15.
15.1. Die Begehren waren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen
ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen, weshalb das Gesuch um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG un-
besehen der geltend gemachten Bedürftigkeit abzuweisen ist.
15.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 750.–
(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2])
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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