Decision ID: a1884c81-d2fc-4cc6-a432-03e6e7b1c5e9
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1981, meldete sich am 28. März 2014 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3).
Die Sozial
versicherungsanstalt de
s Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom 18. August 2014 einen Anspruch auf IV-Leistungen (Urk. 7/16).
1.2
Die Versicherte meldete sich am 27. Januar 2015 erneut bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/19, vgl. Urk. 7/17). Die IV-Stelle klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten der
Kran
ken
taggeldversicherung
bei (Urk. 7/25) und liess die Versicherte durch den
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) psychiatrisch untersuchen (Urk. 7/34-35).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/38, Urk. 7/47, Urk. 7/53) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 17. Februar 2016 einen Anspruch auf IV-Leistungen (Urk. 7/58 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 4. März 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 17. Februar 2016 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine Rente zuzusprechen. Zudem sei ihr die unentgeltliche
Prozess
führung
zu gewähren (Urk. 1 S. 1 Ziff. 1-2, Ziff. 4). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 18. April 2016 (Urk. 6) die Abweisung der Be
schwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 7. Juni 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 10). Mit Verfügung vom 7. November 2016 (Urk. 11, vgl. Urk. 12) wurde bei der
Y._
ein ärztlicher Verlaufsbericht
betreffend
d
i
e Beschwerdeführerin angefordert. Mit Eingabe vom 14. November 2016 (Urk. 16) reichte die
Y._
zwei Arztberichte (Urk. 17/1-2) ein, die den Parteien am 18. November
2016 zur Stellung
nahme zugestellt wurden (Urk. 18). Die Beschwerdeführerin liess sich am
6. Dezember 2016 vernehmen (Urk. 20), die Beschwerdegegnerin verzichtete am 12. Dezember 2016 auf eine Stellungnahme (Urk. 22). Darüber wurden die Parteien am 14. Dezember 2016 in Kenntnis gesetzt (Urk. 23).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1
ATSG
). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliess
lich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaub
haft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung
ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzuge
hen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräfti
gen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Verän
derung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu be
jah
en, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche
materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 10
8 E. 2b).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Renten
bezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich
gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130
V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Ver
hältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeits
fähig
keit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen un
verändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sach
ver
haltsabklärung
, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt
nis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davo
n aus, dass die m
edizinische
n
Abklärungen durch den RAD ergeben
hätten
, dass ak
tuell die psychiatrische Diagnose die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin
nicht mehr einschränke.
Die
Situation
habe sich
soweit
stabilisiert,
dass der Beschwerdeführerin die
bisherige Tätigkeit als Lehrerin
wi
eder
voll
umfänglich
zumutbar
sei (S. 1 unten, S. 2 oben)
.
Zwischenzeitlich habe
eine
stationäre Beha
ndlung in der Y._ stattgefunden. Die
Einweisung
sei frei
willig erfolgt und sei vor allem
durch psychosoziale Belastungen
induziert gewesen
. Invaliditätsfremde Faktoren begründeten keinen Leis
tungsanspruch.
Es lägen nach wie vor keine objektivierbaren Diagnosen vor, allfällige
diag
no
serelevante
Befunde seien unter Therapie unauffällig.
Somit sei kein inva
li
disierender Gesundheitsschaden mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit ausgewiesen. Da kein Gesundheitsschaden im Sinne der Inva
liden
ver
sicherung vorliege, bestehe auch kein Anspruch auf berufliche Eingliede
rungsmassnahmen (S. 2 Mitte).
Daran hielt die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort (Urk. 6) grund
sätzlich fest.
2.2
Demgegenüber vertrat die Beschwerdeführerin den Standpunkt (Urk. 1), dass sie seit dem Jahr 2011 unter einer
schizoaffektiven
Störung leide (S. 1 Ziff. 1). Aufgrund ihrer gesundheitlichen Beschwerden sei sie weder in der angestammten noch in einer angepassten Tätigkeit in der Lage, ein
ren
ten
ausschliessendes
Einkommen zu erzielen. Ihr Gesundheitszustand habe sich erneut verschlechtert, weshalb sie am 6. Januar 2016 erneut in die Y._ ein
getreten sei, wo sie sich seither befinde (S. 2 Ziff. 2). Sollte ihr das Zurück
kehren in die volle Unterrichtstätigkeit nicht gelingen, seien ihr berufliche Massnahmen für den Einstieg ins Erwerbsleben zu gewähren (Urk. 1 S. 3 Ziff. 6).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leis
tungen der Invalidenversicherung, wobei namentlich zu prüfen ist, ob sich ihr Gesundheitszustand seit Erlass der letzten Verfügung vom 18.
August 2014 (Urk. 7/16) wesentlich verändert hat (vgl. vorstehend E. 1.3-1.4)
.
3.
3.1
Der mit Verfügung vom 18. August 2014 (Urk. 7/16) erfolgten Verneinung
eines Rentenanspruchs lagen im Wesentlichen die folgenden Berichte zu
grunde
.
3.2
Dr. med. Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem Bericht vom 25. Oktober 2013 (
Urk.
7/11/5-6 =
Urk.
7/25/12-13) aus, dass der erste Kontakt mit der Beschwerdeführerin am 15. März 2013 wegen einer Krise mit massiver Schlafstörung, einem Gefühl des
Gefangen
seins
, Ängste
n
beziehungsweise Panik und einer Atemblockade stattgefunden habe. Eine medikamentöse Therapie werde abgelehnt. Die Beschwerdefüh
rerin sei in ihrer Heimat Spanien in stationärer Behandlung gewesen (S. 1 Ziff. 1). Dr.
Z._
diagnostizierte einen Verdacht auf gemischte
schizo
affek
tive
Störung (ICD-10 F25.2), rezidivierend. Die Beschwerdeführerin sei auf dem Weg der Besserung (S. 1 Ziff. 4). Das soziale Umfeld sei gut, konzentriere sich jedoch auf Barcelona, wo die Mutter lebe. Es gäbe keine nicht-medizinischen Ursachen betreffend die Arbeitsfähigkeit (S. 2 Ziff. 7). Nach den Frühlingsferien 2014 sei die Wideraufnahme beider Tätigkeiten als Lehrerin geplant zu rund 26 % und zu rund 30 % (S. 1 Ziff. 5).
3.3
Die Beschwerdeführerin teilte der Beschwerdegegnerin am 6. Mai 2014 tele
fonisch mit, dass sie im Januar 2014 begonnen habe, reduziert zu arbeiten und seit zwei bis drei Wochen wieder voll in ihrem ursprünglichen Pensum
von 55 % arbeite. Sie brauche keine Unterstützung beziehungsweise Leis
tung
en der IV (Urk. 7/8). Ein Mitarbeiter der Krankentaggeldversicherung teilte der Beschwerdegegnerin sodann am 5. Juni 2014 mit, dass die Be
schwer
de
führerin seit dem 22. April 2014 wieder in ihrem ursprünglichen Pensum von 55 % arbeite (Urk. 7/15/2).
3.4
Die Beschwerdegegnerin wies das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 18. August 2014 (Urk. 7/16) ab, da sie seit dem 22. April 2014 wieder in ihrem ursprünglichen Pensum arbeitstätig sei, mithin nach Ablauf der Wartezeit am 27. März 2014 keine dauerhafte Erwerbsunfähigkeit vorliege.
4.
4.1
Der angefochtenen Verfügung vom 17. Februar 2016 (Urk. 2) liegen im Wesent
lichen
die folgenden Berichte zugrunde
.
4.2
Aus dem Austrittsbericht der
Y._
vom 27. Juni 2011 (Urk. 7/29), welcher der
Beschwerdegegnerin am 16. April 2015 zugestellt wurde (vgl. Urk. 7/30), geht
hervor, dass die Beschwerdeführerin vom 1
4.
bis 16. Juni 2011 zum ersten Mal in der
Y._
hospitalisiert war. Die Ärzte der
Y._
diagnostizierten eine mittel- bis
schwergradige
depressive Episode (ICD-10 F32.1) und einen Ver
dacht auf
dependente
Persönlichkeitszüge. Der Eintritt sei freiwillig aufgrund
depressiver Symptomatik mit vornehmlich „Angst vor dem Verlassen werden“,
Freudlosigkeit, Traurigkeit, Antriebsverlust, Appetitlosigkeit sowie Ein- und Durchschlafstörungen erfolgt (S. 1 Mitte). Die Beschwerden hätten nach Angaben der Beschwerdeführerin im Juni 2010 angefangen aufgrund einer Konfliktsituation an ihrer Arbeitsstelle in der Schule. Die grösste Unsicherheit habe jedoch die Trennung ihrer
Adoptivmutter
von ihrem zweiten Partner hervorgerufen. Sie habe Angst, selber von ihrem Partner verlassen zu werden (S. 1 unten). Die Beschwerdeführerin leide seit Sommer 2010 unter ver
schiedenen beruflichen und familiären Belastungen. Sie sei „wie in ein Loch ge
fallen“. Sie habe einen weiteren stationären Aufenthalt abgelehnt. Eine ambu
lant psychiatrische Behandlung in Spanien sei für sie organisiert wor
den. Eine anschliessende ambulante Weiterbehandlung nach der Rückkehr aus Spanien werde empfohlen (S. 2 unten).
4.3
Dr.
Z._
diagnostizierte in seinem Schreiben vom 4. Februar 2015 (Urk. 7/20) eine gemischte
schizoaffektive
Störung (ICD-10 F25.2), rezidivie
rend. Nach der Exazerbation im April 2013 und einer psychiatrischen
Hospi
talisation
vom 21. Mai bis 18. Juli 2013 habe sich die Situation gebessert. Ab dem 22. April 2014 habe die Beschwerdeführerin die Arbeit als Lateinlehrerin stufenweise aufgenommen, dann sei sie wieder voll arbeitsfähig bei einem Pensum von 55 % gewesen. Bald danach habe wieder eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes stattgefunden, deshalb sei sie vom 27. Juni bis 31. Juli 2014 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 1. August 2017 sei sie zu 73 % arbeitsunfähig.
4.4
Dr.
Z._
stellte am 4. Februar 2015 der Krankentaggeldversicherung ein fast identisches Schreiben (Urk. 7/25/19-20) zu, in welchem er von einer unveränderten Diagnose einer gemischten
schizoaffektiven
Störung (ICD-10 F25.2), rezidivierend, sprach (S. 1 Mitte). Er führte aus, dass in den nächsten Monaten nicht mit einer namhaften Besserung zu rechnen sei. Ziel sei die weitere Stabilisierung des Zustandes und Aufrechterhaltung der
Teilarbeits
fähig
keit
. In Zukunft sei jedoch mit einer sukzessiven Besserung des Gesund
heitszustandes zu rechnen (S. 1 unten). Eine leichte Steigerung als Lehrerin sei prinzipiell vorstellbar, jedoch sei kein Einsatz wie vor dem
Erkrankungs
rezidiv
im Jahr 2013 zu erwarten. Der Einsatz wäre abhängig von der Be
treu
ung, dem Umfeld und der Art der Tätigkeit. Eine andere Lehrtätigkeit wäre in einem anderen Rahmen zumutbar. Eine rasche Überlastung bei er
höh
ter Reizbarkeit würde jedoch das mögliche Arbeitsgebiet relativieren (S. 2 oben).
4.5
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seinem Bericht vom 3. März 2015 (Urk. 7/23) aus, dass er die Be
schwerdeführerin seit Juli 2014 behandle (Ziff. 1.2) und nannte eine seit zirka 2011 bestehende
schizoaffektive
Störung (ICD-10
F25) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1). Die Beschwerdeführerin habe seit Jahren psychotische Episoden und depressive Phasen (Ziff. 1.4). Die Psy
chotherapie werde mit Medikamenten unterstützt, Neuroleptika sei notwen
dig (Ziff. 1.5). Die Beschwerdeführerin sei seit Jahren und bis auf Weiteres in der angestammten Tätigkeit als Lateinlehrerin am Gymnasium zu 80 bis 90 % arbeitsunfähig (Ziff. 1.6) Nach einer Stunde Unterricht sei sie müde, erschöpft und unkonzentriert. Einige Stunden pro Woche seien ihr zumutbar. Eine einfachere Tätigkeit wäre ihr wahrscheinlich möglich (Ziff. 1.7). Eine „Berufsberatung“ sei angebracht (Ziff. 1.11). Es seien keine körperlichen Ein
schränkungen bekannt. Das Konzentrations- und Auffassungsvermögen, die Anpassungsfähigkeit sowie Belastbarkeit sei
en
mittel bis sehr stark einge
schränkt, je nach momentaner Phase. Die Beschwerdeführerin könne sich eine andere, weniger belastende Tätigkeit vorstellen (S. 5).
4.6
Die Beschwerdeführerin wurde am 16. Juni 2015 im Auftrag der
Beschwerde
gegnerin
durch Dr. med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, psychiatrisch untersucht. Dr.
B._
führte in
ihrem psychiatrischen Untersuchungsbericht vom 24. September 2015 (Urk. 7/35
)
aus, dass sich die Krankheit nach Angaben der Beschwerde
führerin seit 2010 entwickelt habe. So habe sich die Beschwerdeführerin während ihrer Anstellung in
O._
„komisch gefühlt“. Am Anfang sei es ihr noch gut gegangen, aber im Laufe des Schuljahres habe sich ihr Zu
stand zunehmend verschlechtert. Da sie die Zustände in
O._
nicht mehr ausgehalten habe, habe sie von sich aus gekündigt. Etwa zur gleichen Zeit habe sie auch viele familiäre Probleme gehabt aufgrund der Scheidung ihrer
Adoptivmutter
von ihrem zweiten Mann (S. 3 Ziff. 5).
Im August 2012 habe die Beschwerdeführerin je eine Stelle an der
C._
und
D._
angenommen. Das
Gesamt-Arbeits
pensum
habe
55 % betragen. Die Stelle in C._
sei auf Ende Juli 2014 gekün
digt worden. Seit Augst 2014
habe sie ein kleines Pensum von vier Wochen
stunden in
D._
(S. 5 Ziff. 7).
Der affektive Rapport habe schnell hergestellt werden können, die Be
schwer
deführerin sei bewusstseinsklar, es gäbe keinen Anhalt für Delir oder Bewusst
s
einsstörungen. Die Beschwerdeführerin habe subjektiv Konzentrations- und Gedächtnisstörungen beklagt, grobkursorisch sei das Gedächtnis aber unauf
fällig gewesen und die Konzentration habe während der über zweistündigen Untersuchung gut aufrechterhalten werden können. Im Gedankengang wirke sie etwas zerfahren, weise teilweise leichte Gedankensprünge und
Gedan
ken
drängen
auf. Zum Zeitpunkt der Untersuchung habe sie keine inhaltlichen Denkstörungen gezeigt (S. 5 Ziff. 8). Die Beschwerdeführerin sehe sich selbst nicht als „verrückt“, aber als gefährdet, schnell wieder einen Rückfall zu erlangen. Sie möchte unbedingt wieder einmal ein Schuljahr zu Ende bringen (S. 6 Ziff. 8).
4.7
Am 22. September
2015 wurde die Beschwerdeführerin erneut durch Dr.
B._
zur Klärung von offenen Fragen psychiatrisch untersucht. In
ihrem psychiatrischen Untersuchungsbericht vom 24. September 2015 (Urk. 7/34) diagnostizierte Dr.
B._
eine seit zirka 2011 bestehende
schi
zo
affektive
Störung
,
gegenwärtig weitgehend remittiert, leicht depressi
ver
Resi
dualzustand
(ICD-10 F25.1) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Psy
cho
tische Symptome seien aktuell nicht nachweisbar bis auf eine übertrie
bene generalisierte Ängstlichkeit (S. 2 Ziff. 9).
Die Beschwerdeführerin habe ihr Stundenpensum an der Schule in
D._
auf sechs Wochenstunden erhöht. Mit Vor- und Nachbereitung zu Hause könne man aktuell von einem Pensum von zirka 25 % ausgehen (S. 1 Ziff. 2). Nach eigenen Angaben fühle sich die Beschwerdeführerin seit Beginn des neuen Schuljahres extrem müde, mache sich zudem häufig Sorgen und die Konzentration habe sich insgesamt leicht gebessert (S. 1 f. Ziff. 3). Die Beschwerdeführerin schätze ihre Arbeitsfähigkeit in der
bisherigen Tätigkeit auf 25 % und sei der Ansicht, dass sie in einer angepassten Tätigkeit möglicherweise mehr arbeiten könnte. Allerdings könne sie sich aber nicht vorstellen, in einem Büro zu arbeiten (S. 2 Ziff. 5).
Die Diagnose einer
schizoaffektiven
Störung könne nachvollzogen werden. Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit durch ihre rasche Ermüdbarkeit und Erschöpfbarkeit eingeschränkt. Die Konzentration und das Auffassungsvermögen seien noch leicht und die Anpassungsfähigkeit sowie die Belastbarkeit je nach Stimmungslage
eingeschränkt
. Die aktuelle Arbeits
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit betrage 20-30 % ab dem Zeitpunkt der zweiten RAD-Untersuchung vom 22. September
201
5.
Es sei davon auszu
gehen, dass sich die Arbeitsfähigkeit innerhalb eines Jahres bei Fortführung der integrativen psychotherapeutischen Behandlung auf 50 % steigern lasse. Das Tätigkeitsprofil umfasse zeitlich flexible Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck, bei nur geringem Publikumsverkehr, ohne besondere
Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen. Ab dem Zei
t
punkt der zweiten RAD-Untersuchung bestehe medizinisch-theoretisch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Die von Dr.
A._
im März 2015 (vorstehend E. 4.5) ausgewiesene 80-90%ige Arbeitsunfähig
keit sei nachvollziehbar. Frühere Arbeitsversuche seien zu früh erfolgt und die Beschwerdeführerin habe sich zu schnell zu viel zugemutet. Die inte
grative psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung sollte weitergeführt werden (S. 3 Ziff. 10).
4.8
Dr. Z._ führte in seinem Schreiben vom 9. Dezember 2015 (Urk. 7/41) aus, dass die Beschwerdeführerin
alle Anweisungen und Therapien
befolge und
medikamentös bestens eingestellt
sei.
4.9
Dr. A._ führte in seinem Schreiben vom 15. Dezember 2015 (Urk.
7/45
) aus, dass die Beschwerdeführerin chronisch schwer krank sei und eine inten
sive
therapeutische Betreuung und Dauermedikation benötige. Damit
könne
sie
einige Stunden als Lehrerin arbeiten, doch bleibe
sie
wei
tgehend arbeits
unfähig bis auf W
eiteres.
Die therapeutische Betreuung sei
adäquat und opti
mal.
4.10
Aus dem Austrittsbericht der
Y._
vom 28. Januar 2016 (Urk. 7/55/1-4 = Urk. 3) geht hervor, dass die Beschwerdeführerin vom
6.
bis 25. Januar 2016 hospitalisiert war. Die Ärzte der
Y._
diagnostizierten eine
schizoaffektive
Störung (ICD-10 F25.1), gegenwärtig leichte depressive Episode. Der Eintritt
sei freiwillig erfolgt auf Zuweisung des ambulanten Psychiaters Dr.
Z._
bei Verdacht auf eine leichte depressive Episode im Rahmen einer
vorbe
kannten
schizoaffektiven
Störung (S. 1 Mitte). Der Eintritt sei vor dem Hinter
grund einer psychosozialen Belastungsreaktion (Verlustängste, da Freund in Finnland bei seinen Kindern und
der
Ex-Frau sei) erfolgt (S. 1 unten). Die Beschwerdeführerin habe sich durch den Eintritt erleichtert gezeigt (S. 1 unten). Die Beschwerdeführerin wolle nach eigenen Angaben mehr arbeiten, schaffe es aber nicht (S. 2 Mitte).
Bei Eintritt hätten sie
eine formalgedanklich zerfahren
e, ängstliche und affektiv niedergestimmte Patientin vorgefunden. Die Beschwerdeführerin habe im Verlauf eine wechselhafte Symptomatik präsentiert, welche zwischen einem leichtgradig depressiven Syndrom und
hypomanen
Verhaltensweisen fluktuiert habe. Unter der Medikationsanpassung und Gesprächen mit dem Personal habe sich die Beschwerdeführerin stabilisieren können. Sie würden die Einschätzung der behandelnden Ärzte und des RAD-Arztes unterstützen und auch eine maximale Arbeitsbelastung von 30 % als Lehrerin als ange
bracht sehen. Der Beschwerdeführerin sei eine tagesklinische
Anschlussbe
hand
lung
organisier
t
worden und sie hätten sie in gutem Zustand entlassen können (S. 3 unten).
4.11
Die
Beschwerdeführerin wurde vom
5.
bis 9. Februar 2016 erneut in der
Y._
stationär behandelt. Die Ärzte der
Y._
nannten im
– nach Verfügungserlass
vom 17. Februar 2016 (Urk. 2) erstellten – Austrittsbericht vom 24. Februar 2016
(Urk. 17/1) die folgenden Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
Verdacht auf abhängige (asthenische) Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.7)
-
Hypothyreose, nicht näher bezeichnet
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.
4)
Aufgrund der im Eintrittsgespräch fehlenden Absprachefähigkeit sowie des Gesprächsabbruches nach starker Agitation sei die Beschwerdeführerin auf eine geschlossene Akutstation verlegt worden. Die Beschwerdeführerin habe sich im Eintrittsgespräch dahingehend geäussert, als dass sie den Eindruck
habe, von einem stationären Aufenthalt profitieren zu können, da es in ihrem
Alltag bisweilen „chaotisch“ werde und sie insbesondere partnerschaftliche Schwierigkeiten stark belasten würden. Ihr Ziel sei es gewesen, Ruhe und Abschirmung zu erhalten, um dann in der kommenden Woche in einem Standortgespräch mit dem Partner in der Klinik einen gangbaren weiteren Weg zu besprechen und diese
n
im ambulanten Setting weiterzuverfolgen (S. 2 unten). Nach dem erfolgten freiwilligen Eintritt wurde die Beschwer
de
führerin nach anfänglich guter Stabilisierung nach wenigen Tagen auf ihren Wunsch hin entlassen, da sie den Eindruck gehabt habe, ihre Probleme seien nun gelöst und sie wolle ihren Weg lieber im ambulanten Setting weiter gehen (S. 3 oben).
4.12
Es folgte eine weitere stationäre Behandlung vom 11. Februar bis 18. März 2016 in der
Y._
. Die Ärzte der
Y._
diagnostizierten in ihrem – nach Verfügungserlass vom
17. Februar 2016 (Urk. 2) erstellten – Austrittsbericht vom 5. April 2016 (Urk. 21/2, vgl. Urk. 17/2) eine gemischte
schizoaffektive
Störung (ICD-10 F25.2, S. 1 Mitte) mit abhängiger (asthenischer) beziehungs
weise
histrionischer
Persönlichkeitsakzentuierung. Der Eintritt sei
freiwillig auf Selbstzuweisung nach erneuter Exazerbation von Ängsten bei Verdacht auf abhängige Persönlichkeitsakzentuierung vor dem Hi
ntergrund einer
schizo
affektiven
Störung erfolgt. Als die Beschwerdeführerin beim letzten stationären Aufenthalt im Februar 2016 ausgetreten sei, sei sie zu Hause nicht im Stande gewesen, für sich selber zu sorgen. Aktuell beschäftige sie ihr Trauma, dass sie in den ersten zwei Lebensjahren ohne Eltern gross geworden sei (S. 1 unten, S. 2 oben). Die Beschwerdeführerin sei beim Eintritt formalgedanklich sprunghaft, teils vorbeiredend und affektiv niedergestimmt gewesen. Als Ziel für den Aufenthalt habe sie, bei aktuell dritter
Hospi
tali
sation
innert einem Monat, erneut die Stabilisierung ihres Affektes aufgrund der problematischen Beziehung zu ihrem Freund angegeben. In Absprache mit dem ambulanten Behandler Dr.
Z._
sei die
stimmungssta
bili
sie
rende
Medikation bei
katamnestischen
schizoaffektiven
Episoden fortge
setzt worden. Das Zustandsbild habe sich im Verlauf fluktuiert, im Vorder
grund seien Beziehungsthemen und Zukunftsängste
bezüglich
einer penden
ten IV-Anmeldung gestanden. In Zusammenschau der Befunde werde zusätz
lich zur vorbekannten
schizoaffektiven
Störung eine abhängige beziehungsweise
his
trionische
Persönlichkeitsakzentuierung vermutet und es werde eine spezia
lisierte Psychotherapie zur effektiven Beziehungsgestaltung empfohlen bei weiterführender Medikation (S. 3 unten).
5.
5.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungs
ge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit
Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbie
tung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbs
ein
kommen
zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. Novem
ber 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundes
gerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 2015 E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbe
sehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwie
fern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Rest
arbeitsfähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausge
glichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesell
schaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18. April 2016 E. 4.1).
5.2
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psy
cho
soziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen,
desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von
Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische
Beschwerde
bild
nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden sozio
kulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu
unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von de
pressi
ven
Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depressi
on im
fac
h
me
di
zinischen
Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen
Leidens
zu
stand
. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterschei
dende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Aus
wirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psy
cho
sozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer
Gesund
heitsschaden
gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigent
lichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungs
grad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen besteh
en
den – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar
invaliditäts
begrün
dend
auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E.
3.2 mit Hinweisen).
5.3
Aus den Berichten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin seit zirka 2011 an einer
schizoaffektiven
Störung leidet, welche weitgehend remittiert ist bei Vorliegen einer leichten depressiven Episode (vgl. vorstehend E. 4.5, E. 4.7, E. 4.10). Die erhobenen Befunde sind weitgehend unauffällig. Nach
Angaben der Beschwerdeführerin entwickelte sich ihre Krankheit seit 2010, als sie Probleme in ihrer Tätigkeit an einer Schule und gleichzeitig auch viele familiäre Probleme aufgrund der Scheidung ihrer
Adoptivmutter
hatte (vgl. vorstehend E. 4.2, E. 4.6). Aus dem Austrittsbericht der
Y._
vom Juni 2011, wo die Beschwerdeführerin zum ersten Mal während drei Tagen stationär be
handelt wurde, geht hervor, dass der Eintritt freiwillig erfolgt sei und die Beschwerdeführerin seit Sommer 2010 unter verschiedenen beruflichen und familiären Belastungen leide (
vgl.
vorstehend E. 4.2). Die zweite
Hospitali
sation
in der
Y._
im Januar 2016 während zirka 20 Tagen erfolgte gemäss Austrittsbericht
vom Januar 2016
(
vgl.
vorstehend E. 4.10)
vor dem
Hintergrund einer psychosozialen Belastungsreaktion; die Beschwerdefüh
reri
n habe Verlustängste gehabt, da ihr Freund in Finnland bei seinen Kindern und seiner Ex-Frau gewesen sei.
Insgesamt stehen damit psychosoziale Faktoren im Vordergrund, welche die psychischen Probleme, namentlich die aktuell leichte depressive Episode, der Beschwerdeführerin ausgelöst haben. Werden wie vorliegend im Wesent
li
chen nur Befunde erhoben, die in den psychosozialen Umständen ihre hin
rei
chende Erklärung finden, ist kein invalidisierender psychischer
Gesund
heits
schaden
gegeben (vgl. vorstehend E. 5.2). Ausserdem sind leichte depressive Episoden grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität zu begründen und gelten als therapeutisch
angehbar
(Urteil des Bundes
ge
richts 9C_337/2015 vom 7. April 2016 E. 4.4.1 mit weiteren Hinweisen)
. Allfällige diagnoserelevante Befunde sind weitgehend remittiert.
Es ist des
halb nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde
gegnerin zum Schluss ge
langte, dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden mit dauernder Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit ausgewiesen sei
.
5.4
Zu den nachträglich eingeforderten und eingereichten Berichten der
Y._
vom
Februar 2016 (vorstehend
E. 4.11) und vom April 2016 (vorstehend E. 4.12) gilt, dass für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Ver
fügung oder des
Einspracheentscheides
für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend ist, der zur Zeit des Erlasses des ange
fochtenen Verwaltungsaktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen
Ver
waltungsverfügung
bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Sie können
indessen, unter Wahrung des rechtlichen Gehörs, berücksichtigt werden, wenn
sie kurze Zeit nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids einge
treten sind, sich ihre Beachtung aus prozessökonomischen Gründen unbedingt auf
drängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S.
349 E.
1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 99 V 98 E. 4 mit Hinweisen).
Soweit davon auszugehen ist, dass diese Kriterien erfüllt sind, ist festzu
hal
ten, dass aus dem Austrittsbericht der
Y._
vom Februar 2016 (vorstehend E. 4.11) hervor geht, dass die Beschwerdeführerin
A
nfang Februar 2016 während fünf Tagen stationär behandelt wurde. Die Ärzte diagnostizierten neben einer rezidivierenden depressiven, gegenwärtig remittierten Störung, eine Hypothyreose sowie den Verdacht auf eine abhängige (asthenische) Persönlichkeitsstörung. Weiter geht hervor, dass der Eintritt freiwillig erfolgt sei, der Alltag der Beschwerdeführerin chaotisch gewesen sei und sie ins
besondere partnerschaftliche Schwierigkeiten stark belastet hätten. Das Ziel der Beschwerdeführerin sei gewesen, zuerst zur Ruhe zu kommen und dann mit dem Partner einen gangbaren Weg zu besprechen. Der Austritt sei erfolgt, nachdem die Beschwerdeführerin den Eindruck gehabt hätte, ihre Prob
leme seien nun gelöst. Somit standen auch hier psychosoziale Faktoren im Vordergrund.
Der Austrittsbericht der
Y._
vom April 2016 (vorstehend E. 4.12), aus welchem hervor geht, dass die Beschwerdeführerin zwischen Mitte Februar bis Mitte März 2016 erneut in der
Y._
hospitalisiert war, betrifft den Zeit
raum kurz vor und nach Verfügungserlass, weshalb er vorliegend zur Beur
teilung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin grundsätzlich heran
ge
zogen werden kann. Die Ärzte der
Y._
diagnostizierten sodann eine ge
mischte
schizoaffektive
Störung mit abhängiger beziehungsweise
histrioni
scher
Persönlichkeitsakzentuierung. Der Eintritt sei freiwillig nach erneuter Exazerbation von Ängsten erfolgt. Die Beschwerdeführerin habe wiederum das Ziel verfolgt, ihren Affekt aufgrund der problematischen Beziehung zu ihrem Freund zu stabilisieren. Auch hier standen wiederum psychosoziale Faktoren im Vordergrund. Ausserdem vermögen akzentuierte
Persönlich
keits
züge
keinen rechtserheblichen Gesundheitsschaden zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 4.2.4).
5.5
Zusammenfassend stehen somit psychosoziale Faktoren eindeutig im Vorder
grund, es liegen keine von der soziokulturellen Belastungssituation zu unter
scheidende und damit verselbständigte psychische Störungen mit Auswir
kung
en auf die Arbeitsfähigkeit vor, weshalb ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden zu verneinen ist.
Die erneute Ablehnung eines Rentenanspruchs durch die
Beschwerdegeg
ne
rin
ist damit nicht zu beanstanden.
5.6
Anzumerken ist, dass die Qualifikation der Beschwerdeführerin, namentlich ob die Beschwerdeführerin, wie sie geltend machte, im Gesundheitsfall zu 100 % arbeiten würde (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. 5), nach Gesagtem offen gelassen werden kann.
6.
6.1
Schliesslich beantragte die Beschwerdeführerin, sollte ihr das Zurückkehren
in die volle Unterrichtstätigkeit nicht gelingen, die Unterstützung durch beruf
liche Massnahmen für den Einstieg ins Erwerbsleben (vorstehend E. 2.2).
6.2
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhal
ten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Fest
legung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Art.
13 und
21
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Mög
lichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufg
abenbereich (Abs.
2). Nach Massgabe von Art
.
16 Abs
.
2
lit
.
c
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu er
halten oder zu verbessern (Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen
Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die beruf
liche Eingliederung (
lit
.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsbera
tung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung, Kapital
hilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
Drohende Invalidität liegt gemäss
Art.
1
novies
der Verordnung über die Invali
den
versicherung (
IVV
)
vor, wenn der Eintritt einer Erwerbsunfähigkeit über
wiegend wahrscheinlich ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbsun
fähig
keit ist unerheblich.
6.3
Wie bereits festgestellt wurde, liegt kein IV-relevanter psychischer
Gesund
heits
schaden
vor (vorstehend E. 5.5), weshalb auch keine bestehende Inva
lidität vor
lie
gen kann. Dementsprechend ist die Verneinung eines Anspruchs
auf beruf
liche Eingliederungsmassnahmen durch die Beschwerdegegnerin eben
falls nicht
zu beanstanden.
Die angefochtene Verfügung erweist sich daher als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
7.
7.1
Die Beschwerdeführerin ersuchte am 4. März 2016 um unentgeltliche
Pro
zess
führung
(vgl. Urk. 1 S. 1 Ziff. 4).
7.2
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Be
willigung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn
der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Bedürftig im Sinne von Art. 64 des
Bundesgesetz
es
über das Bundesgericht (BGG)
ist eine Per
son, wenn sie ohne Beeinträchtigung des für sie und ihre Fa
milie nötigen Lebensunterhaltes nicht in der Lage ist, die Prozesskosten zu bestreiten (BGE 128 I 225 E. 2.5.1). Massgebend sind die wirtschaftlichen Ver
hältnisse im Zeitpunkt, in dem das Gesuch um unentgeltliche Rechts
pflege (§ 28
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
,
i.V.m
. Art. 119 der
Schweizerische
n
Zivilprozessordnung
,
ZPO) eingereicht wird (BGE 120
Ia
179 E. 3a), oder – bei seither eingetretenen Veränderungen – auch in demjenigen der
Entscheidfindung
(BGE 108 V 265 E. 4). Bei der Beurteilung der Bedürftigkeit ist das Einkommen beider Ehegatten zu berück
sichtigen (BGE 115
Ia
193 E. 3a, 108
Ia
9 E. 3).
7.3
Die Bedürftigkeit ist nicht allein aufgrund der Bedarfsrechnung (Gegen
über
stellung der Einnahmen und Ausgaben), sondern
auch
unter Einbezug der Vermögenssituation zu beurteilen.
Aus den von der Beschwerdeführerin ein
gereichten Vermögensübersichten der Zürcher Kantonalbank (Urk. 9/1) und der
PostFinance
(Urk. 9/2) geht hervor, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege über ein Privatkonto bei der Zürcher Kantonalbank mit einem Saldo von
Fr. 7‘579.55 und bei der
PostFinance
über ein Privatkonto und zwei Spar
kon
ten mit einem Saldo von total Fr. 43‘606.--, mithin gesamthaft Fr. 51‘185.55, und damit über liquides Vermögen in dieser Höhe verfügte.
Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs über ein Vermögen verfügte be
ziehungsweise verfügt, das den gerichtsüblichen Vermögensfreibetrag von Fr. 10‘000.-- übersteigt,
so dass
ihr
zugemutet werden kann, daraus die anfallen
den Gerichtskosten zu bestreiten.
7.4
Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin
ist
nach dem Gesagten zu vernei
nen
, weshalb
ihr
Gesuch um unentgeltliche Prozessführung abzuweisen ist.
8.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entspre
chen
d dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.