Decision ID: 661b4a33-c7be-4c96-b0ee-089d9a522939
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1979, gelernte
Dentala
ssistentin, erlitt bei einem Auffahrunfall am 18. Januar 1999 als Beifahrerin eines Perso
nenwagens multiple Verletzungen (
Urk. 7/2). Nach der Erstb
ehandlung im Kan
tonsspital
Y._
diagnostizierte Dr. med.
Z._
, FMH Allgemeine Medizin,
im Zwischenbericht vom 20. März 1999
(1)
Status nach C3/4-Wirbelbogenluxa
tionsfraktur mit ventraler
Spondylodese
C3/
4 (Morscher-Platte) und Minerva-G
ips und
(2)
Status nach II.
gradiger
Verbrennung im Bereich des distalen Ober
schenkels,
Poplitea
und pro
ximalen Unterschenkels links
(Urk. 7/4/4). Am 9. März 2000 erstattete Dr. med.
A._
, FMH Orthopädische Chirurgie, im Auftrag der Winterthur Vers
icherungen
(Unfallversicherung)
ein Gutachten (Urk. 7
/17).
Am 4. Mai 2000 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf die Folgen des Unfallereignisses vom 18. Januar 1999 bei der Sozialversi
che
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (Umschu
lung) an (Urk. 7/19 und Urk. 7/21). Die IV-Stelle veranlasste bei der Medizini
schen Abklärungsstelle (MEDAS) Universitätskliniken
B._
ein polydisziplinä
res Gut
achten in den Fachrichtungen Innere Medizin, Rheumatologie, Neurolo
gie, Neu
ropsychologie und Psychiatrie, das am 30. Juni 2002 erstattet wurde (Urk. 7/120). Am 13. Januar 2003 erteilte
sie
der Versicherten Kos
ten
gutsprache für eine Aus
bildung in d
er
C._
vom 6. Januar bis zum 13. Juli 2003 (Urk. 7/86 und 7/94/1-2). Mit Verfügung
vom 28. August 2003 schloss die IV-Stelle
die beruflichen Massnahmen ab (Urk. 7/94/3-4; gemäss Schreiben der Schweiz
erischen Mobiliar Versicherungs
gesellschaft vom 8. Sep
tember 2003 bestand die Versicherte nicht sämt
liche erforderlichen Prüfungen,
Urk. 7/102).
1.2
Am 8. September 2006 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug (Rente) an (Urk. 7/108).
Mit Verfügung vom 30. Oktober 2007 sprach die AXA Winterthur der Versi
cher
ten mit Wirkung ab dem 1. August 2006 bei einem ermittelten Invaliditäts
grad von 50 % eine Rente der Unfallversicherung und ausgehend von einem Integri
tätsschaden von 45 % eine Integritätsentschädigung von Fr. 43'740.-- zu (Urk. 7/126).
Mit Verfügung vom 14. Februar 2008 sprach die IV-Stelle der Versicherten eben
falls gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50 % mit Wirkung ab dem 1. August 2006 eine halbe Invalidenrente zu (Urk. 7/136).
Im Rahmen eines im November 2010 von Amtes wegen eingeleiteten Revisi
ons
verfahrens (Urk. 7/137) wurde der Anspruch auf eine halbe Invalidenrente mit Mitteilung der IV-Stelle vom 2. Februar 2011 bestätigt (Urk. 7/146).
1.3
Im November 2011 gebar die Versicherte einen Sohn (Urk.
7
/148). Im Januar 2016 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein weiteres Revisionsverfahren ein (Urk. 7
/153), im Rahmen dessen sie
ihren Abklärungsdienst mit der Abkläru
ng der beeinträchtigten Arbeits
fähigkeit in Beruf un
d Haushalt
beauftragte
(Bericht vom 10. Juni 2016, Urk. 7/157
).
Mit Verfügung vom 2
9.
September 2016 hob die IV-Stelle
die Rente der Versicherten gestützt auf einen Invaliditäts
grad von 10 % per Ende
Oktober 2016 auf (
Urk.
7/171
).
Dagegen erhob die Versicherte am 27. Oktober 2016 Beschwerde
(
Urk.
7/175
).
Mit Urteil
IV.2016.01192 vom 5.
Feb
ruar 2018
hiess
das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde gut, hob die Ver
fügung der IV-Stelle vom 2
9.
September 2016 auf und stell
t
e fest, dass die Ver
sicherte weiterhin Anspruch auf ei
ne halbe Rente habe
.
Das Gericht begründete dies
damit
, dass
der von der
IV-Stelle
vorgenommene Statuswechsel von
voller
werbstätig zu teilerwerbstätig mit Aufgabenbereich
ausschliesslich
aufgrund der Geburt des Sohnes erfolgt und aus der Änderung der Invaliditätsbemessungsme
thode (Anwendbarkeit der gemischten statt der Einkommensvergleichsmethode) die revisionsweise Aufhebung der Invalidenrente resultiert sei.
Die Aufhebung
der Rente
verstosse
somit gegen die Konvention zum Schutze der Menschen
rechte und Grundfreiheiten
(
EMRK; Urk.
7/177
; vgl.
Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] in Sachen Di
Trizio
gegen die Schweiz vom
2.
Februar 2016
).
1.4
Im Mai 2018 leitete die IV-Stelle
erneut ein
Revisionsverfahren ein und
holte den Bericht von
Dr.
Z._
vom 1
1.
Juni 2018
ein (
Urk.
7/188)
. Nach entsprechendem Vorbescheid vom
3.
Juli 2018 (
Urk.
7/193) hob
sie
die Rente der Versicherten mit Verfügung vom 1
7.
September 2018 (
Urk.
2) bei einem ermittelten Invaliditäts
grad von 31
%
per Ende Oktober 2018 auf.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 2
4.
September 2018
Beschwerde mit folgen
den Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
1.
Es sei die Verfügung vom
1
7.
September 2018 aufzuheben.
2.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin weiterhin
eine halbe IV-Rente nach
Massgabe
eines Invaliditätsgrades von 50
%
auszurichten.
3.
Eventualiter:
Es sei eine
Haushaltabklärung durchführen zu lassen.
4.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin
zuzüglich 7,7
%
MWSt.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
5.
November 2018 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin am 1
6.
November 2018 angezeigt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) in Art. 27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Nach
Art.
27
bis
Abs.
2
IVV
werden
bei
Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich
i
m Aufgabenbereich nach Artikel
7 Absatz
2 IVG betätigen,
für die Bestimmung des Invaliditätsgrads folgende Invaliditätsgrade summiert:
a.
der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit;
b.
der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich.
Gemäss
Art.
27
bis
Abs.
3
IVV richtet sich d
ie Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstät
igkeit
nach Artikel
16 ATSG, wobei
:
a.
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die
Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden
wäre, auf eine Voll
erwerbstätigkeit hochgerechnet wird;
b.
die prozentuale
Erwerbseinbusse
anhand des Beschäftigungsgrads, den die
Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird.
Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufga
benbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3 Buchstabe b und einer Voller
werbstätigkeit gewichtet
(
Art.
27
bis
Abs.
4 IVV).
1.4
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern,
das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
1.5
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.
6
1.6.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Renten
revision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Ren
tenans
pruch zu beeinflussen
(BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3).
Liegt ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsäch
licher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.6.2
Ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG ist unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität (vgl. Art. 28a IVG) zur Anwendung gelangt (BGE 144 I 21 E. 2.2). Die in einem bestimmten Zeitpunkt massgebende Methode der Invaliditätsbemessung präjudiziert die künftige Rechtsstellung der versicherten Person somit grundsätzlich nicht (vgl. BGE 117 V 198 E. 3b, 113 V 273 E. 1a, 104 V 148; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
27 f. zu Art. 30–31).
1.6.3
Durch das Urteil
des
EGMR
Di
Trizio
gegen die
Schweiz
vom
2.
Februar 2016
musste eine rasche Ü
bergangslösung bis zum I
nkrafttreten eines neuen Berech
nungsmodells bei der gemischten Methode gefunden werden. Aus diesem Grund hielt das IV-Rundschreiben Nr. 355 vom 3
1.
Oktober 2016 fest, dass in Fällen, in welchen allein wegen eines familiär bedingten Grundes ein Statuswechsel von einer Vollerwerbstätigkeit (bzw. von einer Nichterwerbtätigkeit) auf eine Teiler
werbstätigkeit mit
Aufgabenbereich erfolgte, dieser Statuswechsel entgegen der gängigen Praxis nicht als Revisionsgrund herangezogen werden darf. Weil mit dem neuen Berechnungsmodell Teilerwerbstätige mit Aufgabenbereich nun grundsätzlich nicht mehr schlechter gestellt werden, gilt zukünftig der Wechsel des Status einer versicherten Person wied
er als möglicher Revisionsgrund (IV-Rundschreiben Nr. 372
vom
9.
Januar 2018
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
per
1.
Januar 2018
die gesetzlichen Bestimmunge
n zur Revision geändert hätten.
Eine Veränderung der Qualifikation sei neu
wieder
ein Grund, um eine R
enten
r
evision durchzuführen.
Die Beschwerdeführerin sei
heute
je
zu 50
%
im Erwerbs-
und im
Haushaltsbereich einzustufen. Aus den aktuellen Unter
lagen ergebe sich
keine Veränderung der medizinischen
Situation.
Oh
ne gesundheitliche Ein
schränkung
könnte die Beschwerdeführerin
ein Ja
hres
einkommen von
Fr.
67'907.40 und mit
ge
sundheitlicher Einschränkung
im ihr noch
zumutbaren 50%-Pensum ein
solches
von
Fr.
27'356.20
erzielen. Es resultiere deshalb
eine Erwerbseinbusse von
Fr.
40'551.20 und
im Erwerbsbereich
eine Einschränkung von 60
%
. Im Haushaltsbereich ergebe sich eine Einschränkung von 2
%
. Der
Gesamti
nvaliditätsgrad betrage daher 31
%
(
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin m
achte demgegenüber geltend,
es sei unbestritten, dass ihr Gesundheitsschaden unverändert
sei
. Seit
der letzten
Revision
beziehungs
weise seit dem Urteil des Sozialversicheru
ngsgerichts
IV.2016.01192
vom
5.
Feb
ruar 2018
sei
kei
n Revi
sionsgrund eingetreten.
Im Weiteren sei
nicht berücksich
tigt worden
, dass
sich die Situation seit der Haushaltabklärung von Juni 2016 geändert habe. Denn seit Sommer 2018 besuche ihr Sohn die erste Schulklasse. Zudem sei Ende 2017 die Trennung von ihrem Ehemann erfolgt.
Unter diesen Umständen wäre die Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall
– auch aus finanzi
ellen Gründen -
wieder voll erwerbstätig.
Schliesslich sei
der Invaliditätsgrad falsch ber
echnet worden
. Da sich die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
auf die
konkreten Angaben gemäss
den Richtlinien für die Saläre der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft (SSO)
und nicht auf die
Tabellenlöhne gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
des Bun
desamtes für Statistik
stütze
, müsse auch beim Invalideneinkommen vom kon
kreten Lohn ausgegangen werden, den die Beschwerdeführerin bei
der
D._
seit Jahren erziele. Stelle man diese beiden Erwerbseinkomme
n von
Fr.
67'907.40 und von Fr.
22'216.--
einander gegenüber, resultiere ein Invaliditätsgrad von 66
%
(Urk
.
1 S. 4 ff.
).
2.
3
Die Beschwerdegegnerin ergänzte
in der Beschwerdeantwort
, dass
die Beschwer
deführerin
g
estützt
auf die medizinischen Akten
in angepassten Tätigkeiten
zu 70
%
arbeitsfähig
sei. I
n der angefochtenen Verfügung sei fälschlicherweise lediglich von einer 50%igen Arbe
itsfähigkeit ausgegangen worden.
Dennoch arbeite
sie im Rahmen der Tätigkeit bei der
D._
nur
in einem 50%-Pensum. Dies bestätige
,
dass die im Rahmen der Haushalt
abklärung vom
8.
Juni 2016 getätigte Aussage
der ersten Stunde, wonach
die Beschwerdeführe
rin
auch bei guter Gesundheit nicht mehr als
50
%
arbeiten würde,
da
sie die Betreuungsfunktion für ihren S
ohn übernehmen wolle und ansonst
en kein Kind hätte haben müssen, auch zum heutigen Zeit
p
unkt noch ihre Gültigkeit habe
(
Urk.
6).
3.
3.1
Umstritten ist zunächst, ob als zeitliche Vergleichsbasis für die Frage, ob eine rentenrelevante Veränderung der Verhältnisse eingetreten ist,
die rentenzuspre
chende Verfügung vom 1
4.
Februar 2008 (
Urk.
7/136),
die
rentenaufhebende
Verfügung vom 2
9.
September 2016 (
Urk.
7/171) oder
das diese Verfügung auf
hebende Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2016.01192 vom
5.
Februar 2018 (
Urk.
7/177) heranzuziehen ist.
3.2
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
ru
ng des Invaliditätsgrades bildet
die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE
133
V
108
und 130 V 71
; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.1 mit Hinweisen
).
Die letztmalige materielle Beurteilung des Rentenanspruchs im Sinne der Recht
sprechung BGE 130 V 71 und 133 V 108 hat denjenigen anspruchserheblichen Aspekt zu umfassen, auf dessen (behauptete) Veränderung sich das Revisionsge
such stützt. Daraus ergibt sich: Waren für die letzte rechtskräftige Verfügung allein erwerbliche Gesichtspunkte wegleitend gewesen, gilt hinsichtlich der Beantwortung der Frage nach einer anspruchserheblichen gesundheitlich beding
ten Änderung des Invaliditätsgrades der nächstfrühere Entscheid mit entspre
chenden medizinischen Sachverhaltsfeststellungen als Vergleichsbasis (SVR 2010 IV Nr. 54
= Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2009 vom 2
6.
März 2010
;
Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
Art.
30-31
N
44).
3.3
Vorliegend ist mit der
Anfang 2016
eingeleiteten amtlichen Revision keine umfassende Überprüfung des Rentenanspruchs im Sinne der erwähnten Recht
sprechung
(
BGE 133 V 108 und 130 V 71
)
erfolgt. Es wurde
n
einzig
ein Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
7/154) und ein Verlaufsbericht vom Hausarzt
Dr.
Z._
(
Urk.
7/155) eingeholt.
Anschliessend
erfolgte ei
ne Haushaltabklärung (
Urk.
7/157
).
Daraufhin wurde d
er Rentenanspruch von der Beschwerdegegnerin und
danach
vom
Sozialversicherungsgericht
mit Blick auf den speziellen Revisi
onsgrund
eines Statuswechsels überprüft, wobei das Gericht
mit Urteil IV.2016.01192 vom
5.
Februar 2018
einen allfälligen Statuswechsel unter Hin
weis auf das
Urteil
des EGMR Di
Trizio
gegen die Schweiz vom 2.
Februar 2016 als
ir
relevant bezeichnete (
Urk.
7/177
). Analog
zum zitierten Entscheid
(Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2009 vom 2
6.
März 2010
), in welchem
für die rechtskräf
tige Verfügung allein erwerbliche
Gesichtspunkte wegleitend war
, ist daher auch
hier
der
nächstfrühere Entscheid als Vergleichsbasis he
ranzuziehen. Zu prüfen ist demnach
, ob zwischen Erlass der Verfügung vom 1
4.
Februar 2008
(
Urk.
7/136)
und
dem
Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1
7.
September 2018 (
Urk.
2) eine relevante Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist.
4.
4.1
Medizinische Grundlage
der
Rentenzusprache
ab August 2006
bildete insbeson
dere das polydisziplinäre Gutachten
der MEDAS
Universitätskliniken
B._
vom 3
0.
Juni 2002 (
Urk. 7
/120
; vgl.
Stellungnahme des Regio
nalen Ärztlichen Diens
tes vom 26. März 2007, Urk. 7/128
). Die Ärzte der MEDAS
stellten darin folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/120/15):
Status nach Autounfall am 1
8.
Januar 1999 mit
(1)
Flexions- und Distraktionsverletzung der
Halswirbelsäule (
HWS
)
mit
Hals
wirbelkörper
(
HWK
)3/4-
Luxati
onsfraktur links (ICD-10 S12.2)
-
geschlossene HWS-Reposition mit Halo und ventrale
Spondylodese
C3/4 mit
Morscher-Platte am 19. Januar 1999
, im Anschluss Minerva-Gips-Fixation
der HWS
-
aktuell freie HWS-Beweglichkeit mit
nuchalen
Muskelverspannungen und
rezidivierenden Kopfschmerzen
(2)
Contusio
spinalis
-
sensibles
ra
dikuläres
Ausfall
syndrom C4 und C5 links bei
initial Ver
dacht
auf
Wurzelausriss C4 (ICD-10 G54.2)
(
3
)
Verschluss der
Arteria
vertebralis links möglicherweise im Rahmen einer
Dissektion
, ohne Anhaltspunkte für klinisch manifeste Ischämie (ICD-10
I
65.0)
(
4
)
Commotio cerebri mit wahrscheinlich mild
traumatic
brain
injury
(ICD-10 F06.9)
mit
-
posttraumatischen intermittieren
den Spannungskopfschmerzen,
zur Zeit
mit
migräniformer
Komponente (ICD-10 G44.2, G43.9)
-
leichtgradige
n
neuropsychologische
n
Funktionsstörungen
Als Diagnosen ohne Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit nannten die Ärzte der MEDAS
Narben nach umschriebener Hautschürfung und Verbrennung II. Grades im Bereich des lin
ken Oberschenkels dorsal.
Sie
kamen
im Wesentlichen zum Schluss, dass aufgrund der
am 18. Januar 1999 erlittenen
Verletzungen
und der nach wie vor bestehenden glaubhaft geschilderten belastungs- und positions
ab
hängigen Schmerzen im Nacken-/Kopfbereich
von einer verminderten Belastbar
keit des oberen Achsenskeletts auszugehen sei. Dies betreffe speziell die Ein
nahme von längerdauernden Zwangspositionen, wie sie im erlernten Beruf als Zahnarztgehilfin erforderlich seien. Aus rheumatologischer Sicht sei diese Tätig
keit daher nicht mehr geeignet. In einer angepassten Tätigkeit wie der (damals) ausgeübten Tätigkeit als Promoterin bestehe eine 70%ige Arbeits
fähigkeit. Die Einschränkung ergebe sich aufgrund der leichten neuropsycholo
gischen Defizite, speziell
der Konzentrationsfähigkeit, sowie
auch
aufgrund
der belastungsabhän
gigen Ko
pfschmerzen (Urk. 7/120/17-18).
4.2
Der behandelnde
Dr.
Z._
hielt in den Beric
hten vom 1
7.
Februar 2016 (Urk.
7/155) und vom 1
1.
Juni 2018 (
Urk.
7/188) jeweils fest, dass der Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin stationär sei.
4.3
Auf die Arbeitsfähigkeits-Beurteilung der Ärzte der MEDAS kann unter diesen Umständen nach wie vor abgestellt werden. Zwischen den Parteien ist auch unumstritten, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht er
heblich verändert hat (vgl. E. 2.1-2).
5
.
5.1
Umstritten ist sodann
die Statusfrage.
Vorab ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass ein allfälliger Sta
tuswechsel
wieder einen möglichen Revisionsgrund
dar
stellt
.
Dies deshalb, w
eil Teilerwerbstätige mit Aufgabenbereich
gegenüber ganztägig Erwerbstätigen nach dem neuen Berechnungsmodell
der gemischten Methode
, das seit dem 1.
Januar 2018 Anwendung findet,
grundsätzlich nicht mehr schle
ch
ter gestellt werden (vgl. E. 1.6.3
).
5.2
Die
Beschwerdeführerin
, die im Ra
hmen der
Rentenzusprache
im Februar
2008
als ganztägig erwerbstätig qualifiziert worden war
(
Urk.
7/136
),
gab
anlässlich
der Haushaltabklärung vom
8.
Juni 2016 an, dass
sie bei guter Gesundheit nicht in der Lage wäre, mehr als 50
%
zu arbeiten. Zudem würde sie dies auch nicht wollen, weil sie ansonsten kein Kind hätte haben müssen. Die Schwiegermutter und die Mutte
r seien selber krank. Die Beschwerdeführerin sei
schon dankbar, dass sie den Kleinen am Dienstag und Donnerstagnachmittag abgeben könne. Mehr
wäre nicht möglich. Sie bezahle
Fr.
500.--
für einen
Krippentag
und möchte den Sohn nicht mehrmals
pro Woche
in die Krippe geben. Für sie sei klar, dass sie nicht mehr als 50
%
arbeiten könnte,
wenn der Sohn noch so klein sei
. Sie möchte für das Kind da sein und die Betreuungsfunktion übernehmen, auch wenn man sic
h finanziell einsch
ränken müsse (
Urk.
7/157/3
).
5.3
Die
Beschwerdeführerin
brachte
anlässlic
h der Haushaltabklärung vom
8.
Juni 2016
somit klar zum Ausdruck, dass sie
ihren Sohn,
der im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung
vom 1
7.
September 2018
(erst) 7-jährig war und
der offenbar grösstenteils unter ihrer Obhut steht
(vgl.
Urk.
7/184/2)
,
auch im Gesundheitsfall
betreuen
und eine häufige Fremdbetreuung ablehnen würde
.
Sie
ist deshalb nunmehr
- trotz der Trennung vom Ehemann
Ende 2017
und dem Eintritt des Sohnes in die Primarschule
im Sommer 2018
-
als teilerwerbstätig mit A
ufgabenbereich einzustufen.
Ob
die Beschwerdeführerin
, die anl
ässlich der Haushaltabklärung im
Juni 2016 als zu 50
%
im Erwerbs- und zu 50
%
im Haus
haltbereich zu qualifizieren war,
aufgrund
der
geltend gemachten
schwierigen
finanziellen
Situation
infolge der Trennung vom Ehemann
im Gesundheitsfall
zwischenzeitlich
in einem etwas höheren Pensum von 60
%
oder allenfalls sogar
von
80
%
erwerbstätig wäre, kann
-
wie die nachfolgenden Erwägungen zeige
n werden -
offen bleiben
.
Das Vorliegen eines möglichen Revisionsgrundes ist damit zu bejahen.
6
.
6
.1
6
.1.1
Was die Einschränkung im Erwerbsbereich betrifft, ging die Beschwerdegegnerin
im Rahmen der Ermittlung des Valideneinkommens vom Lohn aus, den die Beschwerdeführerin
gemäss
den
SSO-
Richtlinien als Dentalassistentin erzielen könnte. Aufgerechnet auf das Jahr 2018 resultie
rte dabei ein Einkommen von Fr.
67‘907.40
(
Urk.
7/191
)
.
Dies
e Vorgehensweise
ist nicht
beanstanden.
Auf den
von
der Beschwerdeführerin
(eventualiter)
geltend gemachte
n
LSE-
Tabellenlohn
im
Gesundheits- und Sozialwesen
von
Fr.
80'277.-- (
Tabelle TA-1b, 86 bis 88;
Urk.
1 S. 6)
kann nicht abgestellt werden, da dieser
weniger spezifisch
ist
und
die
Löhne zahlreicher weiterer
Berufe
mit
einschliesst
.
6
.1.2
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/aa).
Die Beschwerdegegnerin zog a
ufseiten des Invalideneinkommens
d
ie
LSE-
Tabellenlöhne
(Tabelle TA1, Total, 2014)
heran.
Auch dies ist sachgerecht.
Ange
sichts dessen, dass die Beschwerdeführerin in der in einem 50%-
bis 60%-
Pensum ausgeübten
Tätigkeit
für die
D._
in
den
vergangenen Jahren
ein
Jahrese
inkommen von durchschnittlich
Fr.
22‘126.
--
pro Jahr
erzielte (
Urk.
1 S. 6; vgl. auch
Urk.
7/187
),
muss
nämlich
davon ausgegangen werden,
dass sie die ihr verbleibende Resta
rbeitsfähigkeit
nicht in zumutbarer Weise voll aus
schöpft
. Ausgehend vom monatlichen Media
nlohn
gemäss
LSE
2016
von Fr. 4‘3
63
.--
ergibt sich
unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentli
chen Arbeitszeit von 41,7 Stunden
(vgl. Bundesamt für Statistik, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T03.02.03.01.04.01)
und der Nominal
lohnentwicklung
von Frauen
bis ins Jahr 2018
(vgl. Bundesamt für Statistik, T39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1942 bis 2018)
ein hypothetis
ches Einkommen von
Fr.
55
‘
044.50
(Fr.
4‘3
63
.-- x
12 :
40 x 41,7 : 2‘
709
x 2‘732). Da der Beschwerdeführerin
eine angepasste Tätigkeit
– wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zu Recht vorbrachte (vgl. E. 2.3) -
in einem 70%-Pensum möglich ist, resultiert
ein hypothetisches Einkommen
von
Fr.
38‘
531.--
(
Fr.
55‘044.50
x 0,7
).
6
.1.3
Bei einem Valideneinkommen von
Fr.
67‘907.40
und einem Invalideneinkommen von
Fr.
38‘
531.15
resultiert eine
E
rwerbseinbusse
von Fr. 29‘
376.25
und
im Erwerbsbereich
damit ein
Teili
nvaliditätsgrad von
43
%
(
Fr.
29
‘
376.25
:
Fr. 67‘907.40
).
6
.2
Im
ausführlich
und nachvollziehbar
begründeten
Bericht
zur
Haushaltabklärung vom
8.
Juni 2016
e
rrechnete der Abklärungsdient der Beschwerdegegnerin
sodann
eine Einschränkung
der Beschwerdeführerin
im Haushalt von 2
%
(Urk.
7/157)
. Da die Beschwerdeführerin
im Zeitpun
kt der Haushaltabklärung
nicht auf
eine wesentliche
Unterstützung
des
damals
noch im selben Haushalt lebenden Ehemannes angewiesen war
(erwähnt wurde einzig, dass
der Ehemann
etwa beim Rodeln oder bei anderen sportlichen Aktivitäten mit dem Sohn, welche mit Schlägen und ruckartigen Bewegungen verbunden seien,
«
einspringen
»
müsse,
Urk.
7/157/7)
und sich ihr Gesundheitszustand seither unbestrittenermas
sen nic
ht verschlechtert hat
, kann davon ausgegangen werden, dass die Ein
schränkung im Haushalt
s
bereich
im Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung vom 1
7.
September 2018 (
Urk.
2)
nach wie vor etwa
gleich hoch war.
Von der Durchführung einer weiteren Haushaltabklärung sind
unter diesen Umständen
keine
entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
6
.3
Geht man davon aus, dass die Beschwerdeführerin nunmehr als zu 50
%
im Erwerbs- und zu 50
%
im Haushalt
s
bereich
zu qualifizieren ist, resultiert ein G
esamtinvaliditäts
grad von
23
%
([43
%
x 0,5] + [2
%
x 0,5]).
Nimmt man an, dass sie
als zu 80
%
im Erwerbs- und zu 20
%
im
Haushaltsbereich
zu
einzustufen
ist, ergibt sich e
in Gesamtinvaliditätsgrad von 35
%
([43
%
x 0,8] +
[2
%
x 0,2]).
Die Beschwerdeführerin erreicht daher keinen rentenbegründen
d
en Invaliditäts
grad
von mindestens 40
%
mehr.
6.4
Zu ergänzen bleibt, dass
an diesem Ergebnis nichts ändern würde
, wenn
man
mit
der Beschwerdeführerin
(
Urk.
1 S. 5)
davon
ausginge,
dass die zeitliche Ver
gleichsbasis
für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderu
ng des Inva
liditätsgrades nicht
die rentenzusprechende Verfügung vom 1
4.
Februar 2008 (
Urk.
7/136) bilden würde
, sondern
die Verfügung vom 2
9.
September 2016 (
Urk.
7/171) oder das
Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2016.01192 v
om
5.
Februar 2018 (
Urk.
7/177). Denn auch diesfalls
läge
ein
Statuswechsel
von vollerwerbstätig zu teilerwerbstätig mit Aufgabenbereich
vor.
Dies vor dem Hin
tergrund, dass das Sozialversicherungsgericht im Urteil IV.2016.01192 vom
5.
Februar 2018
– wie dargelegt -
zum Schluss
kam
, dass
eine
allfällige Status
änderung mit Blick auf das
Urteil
des EGMR Di
Trizio
gegen die Schweiz vom
2.
Februar 2016
unbeachtlich sei. Das Sozialversich
erungsgericht
bemass
also
mit anderen Worten
- ohne
Berücksichtigung
der Status
änderung
–
den Invaliditäts
grad, als würde die
Beschwerdeführerin nach
wie vor als vollerw
erbstätig
gelten
.
7
.
Die angefochtene Verfügung
(
Urk.
2)
, mit welcher die Rente der Beschwerdefüh
rerin per Ende Oktober 2018 aufgehoben wurde, erweist sich damit als rechtens.
Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
8
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von
IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), auf Fr. 700.-- a
nzusetzen und ausgangsgemäss der
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.
9
.
Eine Minderheit des Gerichts hat ihre abweichen
de Meinung zu Protokoll gege
ben (vgl. Prot. S. 3 in Verbindung mit Urk. 11
).