Decision ID: 6f7e3c57-d392-4683-9a5b-76fb599627a9
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957,
verfügt über keine abgeschlossene Berufslehre
(
Urk.
5/18 S. 2)
. Zuletzt arbeitete sie
ab
Oktober 2004
als Automatenbetreuerin bei der
Y._
(
Urk.
5/23)
.
Wegen Beschwerden in beiden Händen und der linken Schulter unterzog sich die Versicherte zwischen Mai 2012 und Mai 2013 insgesamt fünf Operationen
(z.B.
Urk.
5/47)
und
ist
seit Mai 2012 in ihrer an
gestammten Tätigkeit
– mit Ausnahme weniger Tage –
vollständig
arbeitsunfä
hig
(
Urk.
5/62 S.
5). Infolgedessen
beendete
die Arbeitgeberin
das Arbeitsver
hältnis
per
Ende
Januar
2014
(
Urk.
5/56 S. 7)
.
A
m
2.
September 2012 beantrag
t
e die
Versicherte
bei der Sozialversicherungs
-
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
(nachfolgend: IV-Stelle)
,
aufgrund ihrer
Handschmerzen
zunächst
eine
Hilflosenentschädigung
(
Urk.
5/6) und meldete sich
am 2
7.
September 2012 auch zur beruflichen Integration
und
zum Bezug einer Rente an (
Urk.
5/10). Die IV-Stelle
holte
in der Folge
Berichte
und Stel
lungnahmen
bei
einem Teil der
behandelnden Ärzte
(
Urk.
5/9,
Urk.
5/22
,
Urk.
5/
25,
Urk.
5/33 und
Urk.
5/39
)
,
der Arbeitgeberin
(
Urk.
5/23
)
sowie
de
n
Re
gionalen Ärztlichen Dienst
en
(RAD
;
Urk.
5/62 S.5
)
ein
, zog
einen Auszug aus dem Individuellen Konto (
Urk.
5/19)
sowie die Akten der
Krankentaggeldversi
cherung
(z.B.
Urk.
5/31) bei
und
führte eine Eingliederungsberatung durch
(
Urk.
5/56
).
D
en Antrag auf
Hilflosenentschädigung
wies
die IV-Stelle
umgehend
mit Ver
fügung vom
9.
November 2012 ab
(
Urk.
5/21
)
.
Der Abschluss der Arbeitsver
mittlung wurde der Versicherten
am
1
0.
März 2014
mitgeteilt
(
Urk.
5/53). Beide Entscheide blieben unangefochten.
Auch erhob die
Versicherte
keine
Einwände gegen den
negativen
Vorbescheid vom 2
7.
Mai 2014 betreffend
die
IV-Rente
(
Urk.
5/63)
, so dass
die IV-St
elle
den Rentenanspruch
mit gleichlautender Be
gründung
mit Verfü
gung vom 7.
Juli 2014
verneinte
(
Urk.
2
).
2.
Gegen die
se
Verfügung erhob die Versicherte am 3
0.
Juli 2014 Beschwerde
und verlangte, dass ihr Fall „neu analysiert“ werde (
Urk
.
1).
In der
Beschwerdeant
wort
vom 1
0.
September 2014
schloss
die IV-Stelle
auf
Abweisung der Be
schwer
de (
Urk.
4)
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
blei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
4
B
ei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Be
schwer
deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein
, wenn sie einen (im
Verwaltungs
verfahren
anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gut
achtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine
Administrativ
expertise
in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. E
ine
Rück
weisung
an den Versicherungsträger
gestützt auf
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
bleibt hingegen möglich, wenn sie al
lein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurückzuweisen, wenn le
dig
lich eine Klarstel
lung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Aus
füh
rungen
erforderlich ist (B
GE 137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom 3
0.
Juli 2014 ist einzig der An
spruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdegegnerin zog in ihrer Verfügung
in Betracht, dass
bei der Be
schwerdeführerin
aus medizinischer Sicht
in ihrer angestammten Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehe
,
ihr
aber
eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 100
%
zumutbar sei.
Dementsprechend führte die Beschwerdegegnerin ei
nen Einkommensvergleich durch
und
gelangte zum Schluss, es liege ein
Invalidi
täts
grad
von ledig
lich 16
% vor, weshalb kein Rentenanspruch bestehe (
Urk.
5/65 S.
2).
In der
Be
schwerdeantwort
vom 1
0.
September 2014
betonte
die
Beschwer
degegnerin
, dass nicht nur d
e
r
Regionale Ärztliche Dienst (RAD) sondern auch die be
handelnde Handchirurgin der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit attestiere
n würden
(
Urk.
4 S.1).
2.3
Die Beschwerdeführerin verlangte in ihrer Beschwerdeschrift vom 3
0.
Juli 2014, dass ihr Fall „neu analysiert“ werde.
Sinngemäss machte sie geltend, selbst die einfachsten Hausarbeiten seien für sie eine Herausforderung. Wegen ihrer Schmerzen seien ihre sozialen Kontakte eingeschränkt und bereits das
40%-
Ar
beitspensum
am
Z._
falle
ihr
nicht leicht (
Urk.
1).
Da bei der
vertrauensthe
oretische
n
Auslegung einer Rechtsschrift darauf abzustellen ist, wie die zur Dis
kussion Anlass gebenden Vorbringen nach Treu und Glauben
zu verstehen sind
(Urteil des Bundesgerichts 9C_324/2011 vom
8.
August 2011 E. 2.3.1
), ist die Beschwerdeschrift im Kontext mit
dem Schreiben der
Beschwerdeführerin
an die Beschwerdegegnerin
vom 2
0.
November 2013 (
Urk.
5/44) zu sehen.
Darin
teilte
die Beschwerdeführerin
unter dem Betreff „Einspruch erheben betreffend Ihrer Analyse“
mit
, dass sie
die
Meinung,
sie
sei
in einem anderen Job 100
% arbeits
fähig
, nicht teile
. Ihre Ärzte seien
vielmehr
der Ansicht, dass sie Anspruch auf eine Rente habe, da ihre Schmerzen auch ohne Belastung vorhanden seien.
2.4
Stri
t
tig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad und in diesem Zusammenhang die Frage, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin gesundheitsbedingt
er
werbsunfähig ist bzw. einer angepassten Tätigkeit nachgehen kann
.
3
.
3.1
Dr.
med.
A._
, Leitende Ärztin Handchirurgie im
B._
, Chirur
gische Klinik, diagnostizierte am 1
4.
Mai 2012 bezüglich beider Hände ein symptomatisches Karpaltunnelsyndrom, eine symptomatische
Rhizarthrose
und eine symptomatische
Heberden
-Arthrose. Eine Operation sei zweifelsfrei in
diziert (
Urk.
5/5). Die Beschwerdeführerin liess
dementsprechend
am 1
5.
Mai 2012 und
5.
Juli 2012 an beiden Händen das Halteband über dem Karpaltunnel durchtrennen (sog. Spaltung der
Retinacula
flexorum
). Die Operationen gestal
teten sich komplikationslos (
Urk.
5/24
S.
7 und
11).
3.2
Am 3
1.
August 2012 sucht
e
die Beschwerdeführerin die Handchirurgin wegen fast invalidisierende
r
Beschwerden am Daumen auf. Als Befund erhob diese reizlose Narben, keine Schwellung, Konturunregelmässigkeit im Sinne einer He
berden-Arthrose an allen Langfingern und Konturunregelmässigkeit an der Daumenbasis (Höhe Sattelgelenk) beidseits mit deutlicher
Druckdolenz
. Als Di
agnose hielt sie nunmehr eine
starke
Rhizarthrose
und eine symptomatische
Heberden
-Ar
th
rose
(DD rheumatoide Arthritis)
fest. Die Beschwerdeführerin sei 100
%
arbeitsunfähig. Dauerhaft Erfolg habe wohl nur ein operatives Vorgehen (
Urk.
5/9 S. 8).
3.3
Am 2
0.
September 2012
erstattete
M
ed.
pract
.
C._
, der Hausarzt
der Ver
sicherten
,
auf Anfrage der Beschwerdegegnerin Bericht. A
ls Befund
stellte er
eine
Druckdolenz
in der Daumenbasis beidseits
fest
. Neben einer
Kortisonin
filtration
empfahl er eben
falls eine Operation. Die Beschwerdeführerin könne keine handintensiven Tätig
keiten (heben über einer
Gewichtslimite
von 8 kg, tippen und zufassen) aus
führen. Eine angepasste Tätigkeit sei ihr allenfalls ab
9.
Oktober 2012 zuzumu
ten. Mit einer Wiederaufnahme der angestammten Tätig
keit sei ab November 2012 zu rechnen (
Urk.
5/9 S.
2-4). Gemäss Bericht vom 1
0.
Oktober 2012 von
Dr.
A._
nahmen die Beschwerden ab, weshalb man ab 1
5.
Oktober 2012
einen Arbeitsversuch mit
einem
20%
-Pensum
plante. Sodann stellte die
Hand
chirugin
damals
neu die Verdachtsdiagnose
Dupuytren’sche
Erkran
kung (
Urk.
5/39 S. 15).
3.4
A
m 2
5.
Oktober 2012 wurde der Beschwerdeführerin der Handwurzelknochen, der Teil des Daumensattelgelenks der linken Hand bildete, ersatzlos entfernt und das Ganze mit einer Sehnenkonstruktion fixiert (sog.
Trapeziumresektionsar
thro
plastik
). Die Operation verlief problemlos (
Urk.
5/20 S. 1).
3.5
Am 1
2.
November 2012 stellte
Dr.
A._
im Bericht zuhanden der
Be
schwer
degegnerin
fest, dass die zunächst moderaten Beschwerden bezüglich der
Rhiz
arthrose
nach den ersten zwei Operationen „wie so oft“ ausgeprägter vor
handen
gewesen seien. Sie riet, auch das zweite Daumensattelgelenk zu operie
ren. Es sei „grundsätzlich möglich“, dass die Beschwerdeführerin danach wieder „nahezu“ schmerzfrei werde, die Kraft in beiden Händen werde aber deutlich re
duziert bleiben und die Rehabilitation dauere bis zu einem Jahr. Die Prognose sei „un
gewiss“. Aktuell könne die Beschwerdeführerin ihre bisherige Tätigkeit nicht ausüben, da sie die Hände nur noch schmerzlimitiert einsetzen und keine belas
tenden T
ätigkeiten mehr ausführen könne
(
Urk.
5/22 S. 6-8). Es gelte ab sofort folgendes Belastungsprofil: keine Über-Kopf-Arbeiten, heben/tragen we
gen schmerzlimitierter Hände maximal 1⁄2 kg und nicht auf Leitern/Gerüste steigen; schrittweise Belastungssteigerung nach der Rehabilitation, ev. erst Ende 2013 (
Urk.
5/22 S. 4). Den Hausarzt informierte sie am 2
1.
Dezember 2012
da
hingeh
end
, die Beschwerdeführerin schildere eine Abnahme der Schmerzen, ge
leg
entlich würden solche – auch bewegungsunabhängig – noch an der
Dau
men
basis
auftreten (
Urk.
5/25 S.
4). Im Januar 2013 wies sie die
Beschwerde
geg
nerin
nochmals darauf hin, dass die Beschwerdeführerin trotz des günstigen Verlaufs bis auf Weiteres nicht in der herkömmlichen
Tätigkeit
einsetzbar sei, „allenfalls“ in Tätigkeiten, die ohne Belastung der Hände ausgeführt werden könnten. Es sei noch keine schlüssige Prognose möglich, grundsätzlich sei die Beschwerdeführerin aber längerfristig auch bei deutlicher Besserung der lokalen Beschwerden nicht mehr für belastende Tätigkeiten einsetzbar (
Urk.
5/25 S. 3).
3.6
Nach der Operation des zweiten Daumensattelgelenks am 2
1.
Februar 2013 zeigte sich die Beschwerdeführerin unter analgetischer Therapie beschwerdearm (
Urk.
5/27 S. 3).
3.7
Im Operationsbericht vom 2
5.
Februar 2013 wurden
sodann
neu bewegungs
-
unabhängige Schulterbeschwerden diagnostiziert (
Urk.
5/27 S.
5
).
Dr.
med.
D._
, Leitender Arzt Traumatologie im
B._
,
klärte diese
ab, wobei sich sein Verdacht
auf eine
mehrfache Schädigung der vom Schul
ter
blatt zum Oberarmkopf ziehenden Seh
n
en-/Muskeleinheit (sog.
Rotato
ren
man
schettenläsion
) bestätigte (
Urk.
5/27 S. 6,
Urk.
5/39 S. 1
4
). Die Be
schwerde
füh
rerin unterzog sich daher am 2
9.
Mai 2013 einer Operation der lin
ken Schulter
(sog. Schulterarthroskopie). Auch diese gestaltete sich ohne Kom
plikationen (
Urk.
5/39
S. 8).
3.8
Am 2
6.
Juni 2013 suchte die Beschwerdeführerin
Dr.
A._
notfallmässig mit deutlichen Beschwerden im Bereich des Daumens auf.
Die Handchirurgin
hielt in ihrem Bericht an den Hausarzt vom 2
3.
Juli 2013 fest, das konventio
nell-radiologische Bild sei unauffällig und die Beschwerdeführerin werde mit Schmerzmitteln entlassen. Diese habe aktuell persistierende Beschwerden über beiden Sattelgelenken und zunehmende Beschwerden über sämtlichen Langfin
gern geschildert. Als Befund stellte die Ärztin reizlose Narbenverhältnisse, deut
liche
Druckdolenz
an der Daumenbasis und moderaten Stauchungsschmerz der Daumen fest. In ihrer Beurteilung wies sie darauf hin, dass meist ein
Impinge
ment
(Funktionsbeeinträchtigung der Gelenkbeweglichkeit durch Degeneration oder Einklemmung von
Kaspel
- respektive Sehnenmaterial) die Ursache persis
t
ie
render Schmerzen nach einer Entfernung des Handwurzelknochens sei (
Urk.
5/33
S. 9 f.).
3.9
In ihrem letzten Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 3
1.
Juli 2013 hielt
Dr.
A._
fest,
dass
die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bis
lang weiterhin 0
%
sei
. Eine angepasste Tätigkeit müsse berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin keinerlei Belastungen der Hände und der Schulter habe. Ab sofort seien vollzeitlich sämtliche Tätigkeiten möglich, die wenig oder keine Belastung der oberen Extremitäten erforderten. Die Prognose bezüglich der Ar
beitsfähigkeit sei fraglich, es sei aber davon auszugehen, dass die Beschwerde
führerin jegliche belastend
en Tätigkeiten nicht mehr werde
ausführen können. Die Prognose für die gesundheitlichen Beeinträchtigungen sei ungewiss. Die
Duyputren’sche
Erkrankung qualifizierte die Ärztin als Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Einschränkungen stellte sie Beschwerden in beiden Händen, an der Daumenbasis, zudem mässige Beschwerden an der ope
rierten Schulter links
fest
. Ferner wies sie darauf hin, dass die Beschwerdefüh
rerin bezüglich der Schulter bei
Dr.
med.
D._
in Behandlung und ihr die aktuelle Medikation nicht bekannt sei (
Urk.
5/3
3
S. 6-8). Das Belastungsprofil entsprach jenem vom 1
2.
November 2012 ohne Hinweis auf die schrittwei
se Belastungssteigerung (
Urk.
5/
33 S. 4).
3.10
Im Schreiben vom 2
4.
Oktober 2013 zuhanden der Krankentaggeldversicherung wies
M
ed.
pract
.
C._
darauf hin, dass er eher davon ausgehe, die Beschwer
de
füh
rerin werde eine dauerhafte Funktionseinschränkung in den Armen haben. Es müsse eine angepasste Tätigkeit angestrebt werden. Abgesehen vom
Funkti
ons
ausfall
z.B. beim Heben, Über-Kopf-Arbeiten und
bei
Greifbewegungen
s
ei zu
dem mit einer Verschlechterung des Zustandes durch starke Belastung auszu
ge
hen (
Urk.
5/40 S. 1). In seinem letzten Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 3
1.
Oktober 2013 hielt er in der Anamnese fest, dass im Verlauf vor allem bei Belastung weiterhin Schmerzen bestehen würden. Er stellte als Befund eine
Do
lenz
über beiden Sattelgelenken, eine Bewegungseinschränkung und einen
Ele
vationsschmerz
der linken Schulter fest. Infolgedessen stellte er eine ungüns
tige Prognose. Residuale Schmerzen und Bewegungseinschränkungen würden
wahr
scheinlich persistieren. Daraus schloss er für die angestammte „
Reini
gungs
tätig
keit
"
, dass jede Tätigkeit mit der Hand beeinträchtig sei, da sie Schmerzen er
zeu
ge.
Dennoch attestierte er der Beschwerdeführerin eine 50%
-
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit, wies auf
eine
um
50
%
verminderte Leistungs
fähigkeit hin und definierte die behinderungsangepasste Tätigkeit als eine ohne sta
rke Belastung der Hände (
Urk.
5/
39 S.
2 f.). Im Belastungsprofil kreuzte er als ab
Sommer 2013 unzumutbar Über-Kopf-Arbeiten, Heben/Tragen über einer
Ge
wich
t
s
limite
von 5 kg und auf Leitern/Gerüste steigen an (
Urk.
5/39 S. 4).
3.11
Am 2
0.
Dezember 2013 besuchte die Beschwerdeführerin nochmals die Sprech
stunde von
Dr.
A._
. Als Befund beidseits hielt
diese
fest, das Narbenareal sei reizlos, die Extension an den Daumen vollständig und die Opposition sym
me
trisch bis zur proximalen Beugefalte
Dig
. IV. Konturunregelmässigkeiten be
stünden im Ber
eich
sämtlicher Endgelenke entsprechend einer
Heberden
-Ar
th-
rose. Infolgedessen betonte sie, dass sich die gesundheitliche Situation der Be
schwerdeführerin in den letzten Monaten nicht verändert habe und diese in ei
ne
r behinderungsangepassten Tätigkeit grundsätzlich vollumfänglich (volles
Zeit
pensum
und volle Leistung) einsetzbar sei. Bei der adaptierten Tätigkeit handle es sich um eine solche mit wenig Belastung der oberen Extremitäten, konkret maximale
Gewichtslimite
1
k
g, kein repetitives Greifen oder Heben über dieser
Limite
(
Urk.
5/47 S. 1 f.).
3.12
Demgegenüber vermerkte
M
ed.
pract
.
C._
auf der undatierten, aber offen
sicht
lich nach der Konsultation vom
4.
Februar 2014 ausgestellten „
Kranken
karte
“ für die Krankentaggeldversicherung, die Beschwerdeführerin sei seit
1.
Janu
ar 2014 zu 80
%
arbeitsunfähig, d.h. zu 100
%
arbeitsfähig
, aber
zu 20
%
leis
tungsfähig (
Urk.
5/51).
4.
4.1
Nicht umstritten zwischen den Ärzten und auch von den Parteien anerkannt sind die Diagnosen.
Dasselbe gilt für die dauerhafte Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in der angestammten Tätigkeit als Automatenbetreuerin seit der ersten Operation vom 1
5.
Mai 2012 – mit Ausnahme einiger Arbeitsversuche von we
ni
gen Tagen.
4.2
Für
die
Begründung der angefochtenen Verfügung
und damit
die
Arbeitsfähig
keit in einer angepassten Tätigkeit
stellte die Beschwerdegegnerin
einerseits
auf die Stellungnahme der Regionalen ärztlichen Dienste (RAD) vom 1
2.
April 2014
und andererseits auf
die Berichte der behandelnd
en Handchirurgin
Dr.
A._
ab (
Urk.
4).
5.
5.1
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei,
das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
gemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches ge
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Be
richten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdi
gen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ander
e medizinische These abstellt.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arzt
berichtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be
schwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Be
urteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge
rung
en begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
5.2
Zunächst ist festzuhalten, dass
weder ein
Gutachten noch ein Bericht eines be
handelnden Arztes mit entsprechenden Fachkenntnissen vorliegt, der sich um
fassend zu allen Beschwerden der Beschwerdeführerin äussert.
Dr.
A._
befasste sich
als behandelnde Handchirurgin
ausschliesslich
mit
jenen
Beschwerden, welche die Handoperationen indizier
t
en
oder diesen folg
ten
.
Dem
ent
sprechend finden
die Schulterbeschwerden in
ihren
Berichten
keine Berück
sichtigung
.
Nur
im
Bericht vom 3
1.
Juli
2013
h
ie
lt sie fest, dass die Be
schwer
deführerin zudem mässige Schmerzen in der operierten Schulter links habe, ver
weist diesbezüglich aber auf die Behandlung d
urch
Dr.
D._
(
Urk.
5/33
S. 7).
Dieser äusserte sich gemäss Aktenlage letztmals im
Austritts
bericht
vom
3.
Juni 2013
, wonach
sich
Schulteroperation und postoperative
r
Verlauf komp
likationslos
gestalteten
(
Urk.
5/39 S. 8). Ob und in welchem Aus
mas
s
später
noch
Schulterbeschwerden
bestanden oder bestehen
, ist
nicht
be
kannt. Ein
Hin
weis
ergibt sich
höchstens
aus dem
B
ericht von
M
ed.
pract
.
C._
, der Ende Oktober 2013 in seinem Befund einen Elevationsschmerz feststellte (
Urk.
5/39 S.
2).
M
ed.
pract
.
C._
ist Allgemeinmediziner und zog, weil ihm das entsprechende Fachwissen fehlte, eine Handchirurgin sowie einen Facharzt für Orthopädie und Traumatologie bei. Diese übernahmen auch die Nachbehandlung.
Schliesslich ist
hinzuzufügen
, dass bei der Beschwerdeführerin
zudem
eine
Heber
den-Arthrose
(Differenzialdiagnose rheumatoide Arthritis) diagnostiziert wurde. Anhalts
p
unkte zum
konkreten
Ausmass dieser Krankheit und
zu
allfälli
gen Auswirkungen auf die der Beschwerdeführerin zumutbaren Tätigkeiten
fin
den sich
in keinem der Arztberichte.
E
s
verfügt soweit ersichtlich
auch
keiner der
behandelnden Ärzte über spezifische
, vertiefte
Kenntnis
se
auf dem Fachgebiet der Rheu
matologie.
5.3
Dem Verlauf bzw. den
Anamnese
n
aller Arztbericht
e
ist
weiter
zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
in den
Konsultationen
zwar
gelegentlich
von einer Ab
nahme der Schmerzen berichtete
, sie erklärte aber nie,
schmerzfrei zu sein
. Vielmehr schilderte sie imm
er wieder
– teils
auch
belastungsunabhängige –
Schmerzen
.
Das
Ausmass
dieser p
ersistierenden Schmerzen
und ihre Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden
bisher nicht abgeklärt
, ob
gleich
die Ärzte
solche
bisher nicht
(nachvollziehbar begründet)
ausgeschlossen habe
n
.
Dr.
A._
beispielsweise informierte den Hausarzt am
3.
September 2012 nicht nur über invalidisierende Schmerzen auf Höhe des Sattelgelenks, die letztlich zu den
Trapezresektionsarthroplastiken
führten, sondern erwähnte auch eine aus
geprägte Morgensteifigkeit der Langfinger sowie intermittierende Be
schwerden
im Bereich der
Interphalangealgelenke
(
act
.
5/9 S.
8). Im Bericht vom 2
1.
Dezem
ber 2012 notierte sie neben
der deutlichen lokalen
Schmerz
regredi
enz
das ge
legentliche Auftreten bewegungsunabhängiger Beschwerden über der
Metacar
pale
I-Basis (
Urk.
5/25 S. 4). Nach der notfallmässigen Konsultation durch die Beschwerdeführerin am 2
6.
Juni 2013 hielt sie zunächst fest, dass die Beschwer
deführerin von aktuell persistierende
n
Beschwerden über beiden ehe
maligen Sattelgelenken berichtet habe, nach eigenen Angaben seit der
Trapez
resektion
nie ganz schmerzfrei gewesen sei und zunehmend Beschwerden über den
End
gelenken
sämtlicher Langfinger habe. Nachdem sie festgestellt hatte, dass das konventionell-radiologische Bild unauffällig sei, wies sie in ihrer Be
urteilung explizit darauf hin, dass bei persistierenden Schmerzen
bei einem
Status nach
einer
Trapeziumresektion
meistens ein
Imping
e
ment
Ursache sei, weshalb gege
be
nenfalls ein SPECT-CT zu veran
lassen sei (
Urk.
5/33 S. 9 f.).
Ihrem letzten Be
richt vom 2
0.
Dezember 201
3
kann
aber
nicht entnommen werden, dass zwi
schenzeitlich
der Befund
eine
r
solchen
Computer
tomographie
vorlag.
Aufgrund ihres
Fachgebiet
s
konzentrierte
sie
sich in ihre
n
letzten
Befunden primär auf das Narbenareal und die Beweglichkeit der Daumen
. Zu den von der Beschwerde
führerin damals vorgebrachten Schmerzen äusserte sie sich nicht
(
Urk.
5/47).
Als weiteres Beispiel hielt
M
ed.
pract
.
C._
in
seinem letzten Bericht vom 3
1.
Oktober 2013 ausdrücklich fest, dass im Verlauf vor allem
(d.h. also nicht
ausschliesslich)
bei Belastung weiterhin Schmerzen bestehen würden. Er stellte eine
Dolenz
über beiden Daumensattelgelenken, eine Bewegungseinschränkung sowie einen Elevationsschme
r
z der linken Schulter
fest
. Infolgedessen stellte er
der Beschwerdeführerin eine ungünstige Prognose. Residuale Schmerzen und
Be
wegungseinschränkungen
würden wahrscheinlich persistieren (
Urk.
5/39 S. 2).
5.4
Bisher
nicht nachvollziehbar dargelegt und zu wenig abgeklärt ist
ferner
, wel
che
konkreten Tätigkeiten der Beschwerdeführerin
noch
zumutbar sind.
Auf
grund der bisherigen Belastungsprofile
und der Art der durchgeführten Operati
onen
ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon
auszugehen, dass es sich bei den
behinderungsangepassten Tätigkeit
en
um solche ohne
Über-Kopf-Ar
beiten sowie
repetitives Greifen und Heben handeln muss.
Bereits die
angege
be
nen
Gewichtslimiten
für das Heben/Tragen nach der letzten Operation variieren
aber
in den Arztberichten
von 500 g bis 5 kg (
Urk.
5/33 S. 4,
Urk.
5/39 S. 4 und
Urk.
5/47 S. 2).
Konkrete
Einsatzmöglichkeiten
n
a
nnt
e
keiner der behandelnden Ärzte
. Entsprechen
de Abklärungen drängen sich bei
einem
derart
einge
schränkten Belastungsprofil jedoch auf.
Die Ärzte
sind sich zudem
nicht einig, inwiefern die Leistungsfähigkeit der Be
schwerdeführerin vermindert ist.
M
ed.
pract
.
C._
hielt fest, dass sie zwar in ei
nem 100%-Pensum arbeiten könne, dabei aber nur 20
% de
r Leistung zu er
brin
gen vermöge
(
Urk.
5/51). Zuvor hatte er die verminderte Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin noch mit 50
%
beurteilt (
Urk.
5/39).
Dr.
A._
betonte demgegenüber, die Beschwerdeführerin sei in einer behinderungsangepassten Tätigkeit sowohl mit vollem Zeitpensum als auch voller Leist
ung einsetzbar (
Urk.
5/47 S. 2).
Die Ärzte setz
t
en sich
dabei nicht
mit
den erheblichen Diskre
panzen ihrer Beurteilungen
auseinander und versäum
t
en es,
ihre eigene Ein
schätzung
zu erläutern.
5.5
Die
Angaben der Handchirurgin
Dr.
A._
sind
letztlich
nicht immer schlüssig
bzw. werfen weitere Fragen auf
. Dies dürfte unter anderem darauf zurückzu
führen sein, dass die Berichte zuhanden der Beschwerdegegnerin zu
meist nur Stichw
ö
rte
r
und kaum Erläuterungen enthalten, während die Berichte zuhanden des Hausarztes in der Regel ein aktuelles Ereignis betreffen
.
In
ihrem Bericht vom 1
2.
November 2012
wies die Handchirurgin
beispielsweise
darauf hin, dass nach der zweiten
Trapeziumresektionsarthroplastik
mit einer längere
n
Rehabilitation von bis zu einem Jahr zu rechnen und danach eine
schrittweise Belastungssteigerung in Betracht zu ziehen sei (
Urk.
5/22 S. 4 und 8
). Gleichzeitig attestierte sie der Beschwerdeführerin nach Durchführung dieser
Operation
Ende
Februar 2013 sowie
nach einer
zusätzlich
vorgenommene
n
Schul
terarthroskopie
im Mai 2013 bereits a
b
3
1.
Juli 2013 wieder eine vollum
fäng
liche Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (
Urk.
5/33 S.
8).
Als
dann
ordnete
sie
die
Ver
dachtsdiagnose
der
Dupuytren‘schen
Erkrankung ein
mal
den Diagnosen mit und einmal den Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit zu (
Urk.
5/22 S. 6 und
Urk.
5/33 S. 6).
Zu den konkreten Auswir
kung
en
äusserte sie sich nie.
5.6
Damit sind
die Angaben in den Arztberichten t
eils widersprüchlich
,
teils
unvoll
ständig und
basieren nicht auf einer Gesamtbetrachtung aller Beschwerden.
Sie
lassen somit keine abschliessende Beurteilung des Gesundheitszustandes
und d
er
Arbeit
sfähigkeit der Beschwerdeführerin
sowie
der
ihr noch zumutbaren
Tätig
keiten
zu.
6.
6.1
Die Funktion interner
Berichte der Regionalen ärztlichen Dienste (
RA
D) gestützt auf
Art.
59 Abs.
2
bis
IVG besteht darin, aus medizinischer Sicht
–
gewisser
massen
als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Ge
rich
ten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben -
den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu nam
en
t
lich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vor
zunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzu
stel
len oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Nach Art.
49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fach
kompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundes
amtes frei wählen (Abs.
1).
Sie
können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen
(
Abs.
2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5)
.
P
raxisgemäss
kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die ge
klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) ab
gegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfol
ge
rungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des
Bundesgerichts
8C_971/2012 vom
11.
Juni 2013 E. 3.4).
6.2
Di
e RAD-Ärztin
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie, verzichtete vorliegend auf eigene ärztliche Untersuchungen und
stützte ihre Stellungnahme vom 1
2.
April 201
4
einzig auf die oben zusammen
-
fassend dargelegten Arztberichte (
Urk.
5/62 S. 5). Unter dem Titel „Beurteilung“ hielt sie fest, ausgewiesen seien folgende somatischen Gesundheitsschäden, ein
schliesslich der sich daraus ableitenden Einschränkungen der funktionellen Leis
tungsfähigkeit:
-
Zustand nach
Trapeziumresektionsarthroplastik
beidseits
-
Zustand nach Karpaltunnelsyndrom-Operation
-
Zustand nach Schulterarthroskopie links mit
Rotatorenmanschetten
-
Rekon
struktion,
Tenodese
der
l
angen
Bizepssehne
,
Acromioplastik
und
AC-Gelenkresektion
Der Gesundheitsschaden sei jetzt stabil.
Hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeits-Bewertung für die
bisherige Tätigkeit
(
Auto
matenbetreuerin
) seien die aktenkundigen Angaben plausibel, so dass da
rauf abzustellen sei. Die vollständige Arbeitsunfähigkeit für diese Tätigkeit werde mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf Dauer
fortbestehen.
Für eine
angepasste Tätigkeit
würden wie üblich nur wenige Angaben vorlie
gen: uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit 100
%
ab 1
2.
November 2012 und dann wieder ab 3
1.
Juli 2013
bis auf weiteres. Für die Zeiträume der postoperativen Rekonvaleszenz nach den doch zahlreichen Operationen der letzten zwei Jahre sei jeweils von einer 100
%
Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
Der Versicherten
s
e
i
eine
körperlich sehr leichte Tätigkeit mit wenig Belastung der Arme, max
.
Gewich
t
slimit
1 kg ohne ständiges Greifen oder Heben über die
ses Limit (gemäss
Dr.
A._
), zumutbar.
6.3
Es handelt sich somit um eine Aktenbeurteilung, wobei sich die RAD-Ärz
tin
mehrheitlich
auf eine
kurze
Zusammenfassung der
Aktenlage
ohne eigene Wür
digung
beschränkte.
Zur Überprüfung der Plausibilität der Angaben
der behandelnden Ärzte
sah
sie sich
einzig in Bezug auf die vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit in der Lage. Sie begründete allerdings nicht, weshalb sie das
Fortbestehen derselben für überwiegend wahrscheinlich h
ie
lt. Dass die Be
schwer
d
eführerin in den
ersten
Wochen nach den
ersten
Handoperationen nicht mehr als Automatenbetreuerin arbeiten und 15 kg schwere Palette tragen konnte
und dieser Zustand seit den
Trapezresektionsarthroplastiken
als dauer
haft zu be
trach
ten ist, w
ird
jedoch
von keiner Partei und keinem behandelnden Arzt in Frage gestellt. Es ist zudem nachvollziehbar, dass die Fixierung mittels Sehne
den fehlenden Handwurzelknochen bezüglich Stabilität und Beweglich
keit nicht ersetzen kann.
Weiter begründet
e
d
ie RAD-Ärztin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
auch in einer angepassten Tätigkeit in
den postoperativen Zeiträumen
allein mit der Anzahl
der
Operationen und nicht mit konkreten gesundheitlichen Beeinträchti
gungen.
Überdies
grenzt
e
sie
die postoperativen
Zeiträume
auch nicht
näher
ein
.
Zum aktuell zumutbaren Arbeitspensum in einer angepassten Tätigkeit und seit wann dieses möglich sein soll,
gab sie keine eigene Beurteilung ab
. Für das Belastungsprofil
verwies sie
ebenfalls
kommentarlos
und sogar explizit
auf die Angaben
der Handchirurgin
.
Ferner äusserte sich die RAD-Ärztin in
sbesondere
n
icht dazu, welche konkreten Tätigkeiten aufgrund der gesundheitlichen Beein
trächtigungen
überhaupt
noch
vorstellbar sind
. Ebenso wenig begründet
e
sie, weshalb die von der Beschwerdeführerin immer wieder geschilderten Schmerzen (z.B.
Urk.
5/33 S. 8) auszuschliessen respektive für die Arbeitsfähigkeit nicht relevant sein sollen. Die
Heberden
-Arthrose und die Verdachtsdiagnose
Du
pu
tryen’sche
Erkrankung fanden keinen Eingang in ihre Beurteilung.
Offen ist,
ob diese Diagnosen keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben oder di
e RAD-Ärztin dies
en
nicht zu beurteilen vermochte, weil sich aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür ergeben, welches Ausmass
diese Krankheiten ange
nommen haben
.
6.4
Zusammengefasst ist somit festzuhalten, dass die RAD
-Ärztin
die medizinischen
Befunde
nicht
selbst wertete,
nicht alle
festgestellten
Beschwerden
berücksich
tig
te,
die Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht selbst zeitlich ein
grenzte,
kein eigenes Belastungsprofil erstellte und keine konkreten Tätig
keiten nannte, welche die Beschwerdeführerin aktuell noch ausüben könnte.
In
dem sie
sich, ohne die Gründe dafür darzulegen, vollumfänglich auf die
letzten
Anga
ben
der Handchirurgin stützt
e,
setzt
e
sie sich
zudem
nicht mit den
Wider
sprüche
n
zu
den
Angaben in anderen A
rztberichten auseinander
.
Die
RAD-Stell
ung
nah
me
vermag somit
die Unzulänglichkeiten der Arztberichte nicht aufzuwiegen.
6.5
Es ist zu ergänzen
, dass
sich in den Akten noch eine frühere Stellungnahme de
s
RAD
vom 1
9.
November 2013
findet. Darin äussert
e
sich der
RAD-Arzt
Dr.
med.
F._
ausschliesslich zu den
noch
vorstellbaren Tätigkeiten
gestützt auf
das Belastungsprofil von
M
ed.
pract
.
C._
, d.h. die höchste in den Unterlagen ge
nannte
Gewichtsl
imite
für Heben/Tragen von 5 kg. Als
Beispiele n
a
nnt
e
er
Emp
fang, Büro
Backoffice
ohne ständiges Schreiben, Telefonistin, Briefe vorberei
ten/
versenden, Verkauf/Tätigkeiten mit Kundenkontakt etc. (
Urk.
5/56 S.
2). Eine Überprüfung dieser Einsatzmöglichkeiten nach eingehender
Abklärung
des
Be
las
tungsprofils
unter Berücksichtigung aller Beschwerden ist
indessen eben
falls nicht erfolgt
.
7.
Zusammenfassend ergibt sich, dass über den strittigen Leistungsanspruch nicht ohne zusätzliche medizinische Abklärungen betreffend die Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit entschieden werden kann. Da dieselben grundsätzlicher Natur sind, wird die Beschwerdegegnerin diese vorzu
nehmen haben. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen und die Sache zur Durchführung der notwendigen Abklärungen
und neuer Entscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Die
Beschwerdegegnerin hat insbesondere ein orthopädisch-neuro
logisches Gut
achten einzuholen und die Einsatzmöglichkeiten der Beschwerde
führerin zu prü
fen.
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass
bei der Ermitt
lung des trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung
zumutbarerweise
er
zielbaren Einkommens nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszu
gehen
ist
(vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 8C.370/2012 vom 1
7.
September 2012
E
. 4.2.4.1 mit weiter
e
n Hinweisen).
8.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand unabhängig vom St
reitwert im Rahmen von Fr. 200.--
bis Fr.
1‘000.--
festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.--
anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
wal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Ob
siegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuer
legen sind.