Decision ID: d5015455-0107-4d65-9ff1-337ee9fbdf54
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Mit Urteil vom 19. September 2013 (Prozess Nr. BV.2012.00077) verpflichtete das Sozialversicherungsgericht
die
Allianz Suisse Lebensversicherungs-
Gesellschaft, den Betrag von Fr.
79‘075.05 zu Lasten von
X._
auf das Vorsorgekonto von
Y._
bei der Vorsorgestiftung VSAO zu überweisen
(zuzüglich Zins im Sinne der Erwägungen). Das Gericht hielt im genannten Urteil unter anderem fest, dass - entgegen den Ausführungen von
X._
- kein objektiver Grund ersichtlich sei, weshalb an der Erklärung von
Y._
, dass sie über kein weiteres
(
zu teilendes
) Vorsorgeguthaben verfüge als das bereits bekannte, zu zweifeln sein sollte.
Dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
2.
Mit Eingabe vom 8. Januar 2020 (Urk. 1) wandte sich
X._
an das So
zialversicherungsgericht und beantragte
sinngemäss, es sei das Urteil vom 19. September 2013 in Revision zu ziehen, und bei der Teilung der relevanten Austrittsleistungen zu berücksichtigen, dass seine ehemalige Ehefrau,
Y._
, offensichtlich über höhere Vorsorgeguthaben verfüge als damals bekannt gewesen sei.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gegen rechtskräftige Entscheide des Gerichts kann gemäss § 29 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) von den am Verfahren Beteiligten Re
vision verlangt werden:
-
wenn sie neue erhebliche Tatsachen erfahren oder Beweismittel auffin
den, die sie im früheren Verfahren nicht beibringen konnten (
lit
. a),
-
wegen Einwirkung durch Verbrechen oder Vergehen (
lit
. b),
-
wenn der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte oder das Minis
terkomitee des Europarates eine Individualbeschwerde wegen Verlet
zung der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Men
schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) und deren Protokolle gut
heisst und eine Wiedergutmachung nur durch eine Revision möglich ist (
lit
. c).
1.2
Das Revisionsgesuch ist innert 90 Tagen, von der Entdeckung des Revisionsgrun
des
an gerechnet
, beim Gericht schriftlich einzureichen (§ 30 Abs. 1
GSVGer
).
Nach Ablauf von zehn Jahren seit der Mitteilung des Entscheids ist ein Revi
sionsgesuch nur noch aus den i
n § 29
lit
.
b und c genannten Gründen zulässig
(§ 30 Abs. 2
GSVGer
).
1.3
Das Revisionsgesuch muss die Revisionsgründe angeben sowie die für den Fall einer neuen Anordnung in der Sache gestellten Anträge enthalten, und es ist nachzu
weisen, dass die Frist gemäss §
30 eingehalten wurde
(§ 31 Abs. 1
GSVGer
)
.
2.
Der
Gesuchsteller begründet sein Revisionsgesuch im Wesentlichen damit (Urk. 1), dass sich aus den Unterlagen der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen ergeben habe, dass die AHV-Bruttolöhne der
Gesuchsgegnerin
1 in den Jahren 2008 bis 2011 höher als seinerzeit bei der Teilung der 2. Säule ausgewie
sen gewesen seien. Davon habe er erst im Dezember 2019 erfahren (Durchführung der Teilung der 1. Säule). Exemplarisch sei das Jahr 2009 genannt: Der tatsäch
liche AHV-Bruttolohn habe Fr. 134'516.
betragen und nicht nur Fr. 82'900.
, wie im Versicherungsausweis der VSAO (Urk. 2/3) angegeben
. Zudem habe er Hinweise darauf, dass im Jahr 2017 erhebliche Summen nachgezahlt worden seien. Aus Datenschutzgründen habe ihm die
Z._
aber weder Beträge
nen
nen noch die Nachzahlungen schriftlich bestätigen dürfen. Diese Informationen stellten «echte
Noven
» dar, da sie ihm erst im Dezember 2019 bekannt geworden seien.
3.
3.1
Gestützt auf
das Schreiben der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen vom 1
2.
Dezember 2019 betreffend Splitting (
Urk. 2/1
)
ist vorliegend davon aus
zugehen, dass
die neunzigtägige Frist von § 30 Abs. 1
GSVGer
eingehalten wurde
.
3.2
Das Revisionsgesuch erweist sich
allerdings
, soweit sich der Gesuchsteller auf
einen Vergleich der in Urk. 2/1
(IK-Auszug)
und
Urk. 2/3
(Versicherungsausweis der Beklagten 1 für das Jahr 2009)
genannten Zahlen
stützt, als offensichtlich unbegründet. Der Gesuchsteller verkennt nämlich, dass es sich bei Urk. 2/3 um einen Versicherungsausweis der Vorsorgestiftung VSAO handelt und nicht um einen Lohnausweis oder eine Lohnbestätigung. Aus dem Versicherungsausweis vom 1. April 2009 (Urk. 2/3) geht hervor, dass der versicherte Verdienst (nach einer Lohnerhöhung) Fr. 82'900.
betragen hat
(Versicherungsausweis per 1. Ja
nuar 2009)
. Aus diesem Ausweis, der am 1. April 2009 ausgestellt wurde, geht jedoch - entgegen der offenbaren Ansicht des Gesuchstellers -
nicht
hervor, wel
chen Lohn die
Gesuchsgegnerin
1
tatsächlich
im
(gesamten)
Jahr 2009 verdient
und abgerechnet
hat. Das wäre schon in zeitlicher Hinsicht nicht möglich, we
il der Ausweis ja bereits am 1. April
2009 ausgestellt wurde.
Urk.
2/1 und Urk.
2/3
sind
jedenfalls keine Urkunde
n
, mit
denen
sich eine Revi
sion gestützt auf § 29
lit
. a
GSVGer
begründen liesse.
3.3
Auch die weiteren Mutmassungen des Gesuchstellers sind nicht geeignet, die Voraussetzungen für ein Revisionsverfahren zu erfüllen. § 29
lit
. a
GSVGer
ver
langt «erhebliche Tatsachen» oder «Beweismittel». Spekulationen und
Vermutun
gen reichen nicht.
Anzufügen bleibt, dass Lohnnachzahlungen im Jahre 2017 samt Abrechnung von Sozialversicherungsbeiträgen keinen Revisionsgrund dar
stellen, ist doch das Vorsorgekapital im Zeitpunkt der Rechtskraft des Schei
dungsurteils zu teilen und fallen nachträgliche Zahlungen ausser Betracht.
3.4
Das Revisionsgesuch erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb es ohne Weiterungen (vgl. § 19 Abs. 2
GSVGer
) abzuweisen ist.