Decision ID: 0f6fc3ca-6351-5cd6-8770-80cf70155d7c
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 25. November 2015 in der Schweiz um
Asyl nach. Mit Verfügung vom 19. Mai 2017 lehnte die Vorinstanz das Asyl-
gesuch ab und ordnete die Wegweisung sowie deren Vollzug an. Auf die
gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde trat das Bundesverwal-
tungsgericht mit Urteil D-3126/2017 vom 29. Juni 2017 mangels Einrei-
chung einer Beschwerdeverbesserung innert Frist nicht ein.
B.
Am 14. November 2017 reichte der Beschwerdeführer beim SEM ein
Folgeasylgesuch ein. Dieses wurde von der Vorinstanz mit Verfügung vom
9. Februar 2018 abgewiesen, und sie ordnete erneut die Wegweisung so-
wie den Wegweisungsvollzug an. Mit separater Verfügung vom 15. Januar
2018 hatte das SEM bereits über die Akteneinsicht in die Vollzugakten ent-
schieden. Mit Eingabe vom 19. März 2018 erhob der Beschwerdeführer
beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die beiden Verfügun-
gen des SEM. Diese Beschwerde wurde mit Urteil D-1701/2018 vom
3. Juni 2020 abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde.
C.
Mit als "Neues Asylgesuch" bezeichneter Eingabe vom 7. Mai 2021 ge-
langte der Beschwerdeführer erneut an die Vorinstanz. Er beantragte darin,
es sei angesichts der veränderten Verhältnisse im Heimatland umgehend
seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren. Zu-
mindest sei die Unzulässigkeit oder die Unzumutbarkeit des Wegweisungs-
vollzugs festzustellen. Weiter beantragte er, es sei ihm Frist zur Einrei-
chung von Unterlagen betreffend den Gesundheitszustand seiner (...) an-
zusetzen, des Weiteren sei eine Anhörung durchzuführen, sollte das SEM
Zweifel am neu geltend gemachten Sachverhalt oder dessen Relevanz he-
gen.
D.
Das SEM trat auf das Mehrfachgesuch des Beschwerdeführers mit Verfü-
gung vom 11. Juni 2021 – eröffnet am 17. Juni 2021 – nicht ein. Es wies
ihn aus der Schweiz weg, ordnete den Vollzug der Wegweisung an, erhob
eine Gebühr in der Höhe von Fr. 600.--, lehnte den Antrag auf Ansetzung
einer Anhörung ab, ebenso den Antrag auf Ansetzung einer Frist zur Nach-
reichung eines Berichts zum Gesundheitszustand seiner (...).
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E.
Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom
24. Juni 2021 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde, mit welcher er
in der Sache beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
die Sache zur korrekten Behandlung als neues Asylgesuch an das SEM
zurückzuweisen [2], eventuell sei die angefochtene Verfügung wegen Ver-
letzung der Begründungspflicht und der unvollständigen und unrichtigen
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts aufzuheben und die Sache
an die Vorinstanz zurückzuweisen [3], eventuell sei die angefochtene Ver-
fügung aufzuheben und es sei die Flüchtlingseigenschaft des Beschwer-
deführers festzustellen und ihm sei Asyl zu gewähren [4], eventuell sei die
Unzulässigkeit eventuell die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs
festzustellen [5]. In verfahrensrechtlicher Hinsicht stellte er das Rechtsbe-
gehren [1], das Bundesverwaltungsgericht habe nach Eingang der Be-
schwerde unverzüglich darzulegen, welche Gerichtspersonen mit der Be-
handlung der vorliegenden Sache betraut würden. Gleichzeitig sei be-
kanntzugeben, wie diese Gerichtspersonen ausgewählt worden seien.
Falls in diese Auswahl eingegriffen worden sei, habe das Gericht die ob-
jektiven Kriterien bekannt zu geben, nach denen diese Gerichtspersonen
ausgewählt worden seien. Dem Beschwerdeführer sei dazu Einsicht in die
Datei der Software zu gewähren, mit welcher diese Auswahl nach Eingang
der Beschwerde kreiert worden sei und es sei offenzulegen, wer diese Aus-
wahl getroffen habe.
F.
Mit Schreiben vom 25. Juni 2021 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht
den Eingang der vorliegenden Beschwerde.
G.
Am 15. Juli 2021 ging beim Bundesverwaltungsgericht eine ausführliche
Beschwerdeschrift ein.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend –
endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Die Be-
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schwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Beschwerde-
führer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die
angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-
teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur
Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3
AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist
– vorbehältlich der nachfolgenden Erwägung 5.5 – einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise
einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
Prüfungsgegenstand ist vorliegend allein die Frage, ob die Vorinstanz ge-
mäss Art. 111c Abs. 1 Satz 1 AsylG zu Recht auf das neue Asylgesuch des
Beschwerdeführers nicht eingetreten ist. Die Beschwerdeinstanz enthält
sich – sofern sie den Nichteintretensentscheid als unrechtmässig erachtet
– einer selbständigen materiellen Prüfung; sie hebt die angefochtene Ver-
fügung auf und weist die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz
zurück (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 m.w.H.). Die Frage der Wegweisung und
des Wegweisungsvollzugs ist jedoch materiell zu prüfen.
5.
5.1 Der Antrag auf Bekanntgabe des Spruchkörpers wird mit Erlass des
vorliegenden Urteils gegenstandslos.
5.2 Die Spruchkörperzusammensetzung wurde von einer Mitarbeiterin der
Abteilung IV am 25. Juni 2021 mit Hilfe eines EDV-basierten Zuteilungs-
systems generiert; Eingriffe in das Spruchkörpergenerierungssystem wur-
den nicht vorgenommen.
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5.3 Gemäss Art. 26 Abs. 1 VwVG hat die Partei oder ihr Vertreter Anspruch
darauf, in ihrer Sache folgende Akten einzusehen: Eingaben von Parteien
und Vernehmlassungen von Behörden (Bst. a), alle als Beweismittel die-
nenden Aktenstücke (Bst. b) und Niederschriften eröffneter Verfügungen
(Bst. C). Die Software, mit welcher das Bundesverwaltungsgericht den
Spruchkörper bestimmt, welcher die bei ihm eingereichten Rechtsmittel be-
urteilt, ist als solche keine das konkrete Verfahren betreffende Akte, in die
Einsicht gewährt werden könnte. Der im Rechtsbegehren [1] mitenthaltene
Antrag, es sei Einsicht in die Datei der Software zu gewähren, mit der die
Bestimmung des Spruchkörpers vorgenommen worden sei, ist daher ab-
zuweisen.
5.4 In der Beschwerde wird beantragt, es sei eine Nachfrist zur Beschwer-
deverbesserung anzusetzen, falls das Bundesverwaltungsgericht "wider
Erwarten" die Rechtmässigkeit des Nichteintretensentscheids des SEM
vom 11. Juni 2021 auf das Mehrfachgesuch bejahen sollte (vgl. Be-
schwerde S. 3, Ziff. 3). In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass
die Beschwerde vom 24. Juni 2021 in Bezug auf den Prüfungsgegenstand
des vorliegen Verfahrens eine hinlängliche Begründung enthält (vgl. E. 7).
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Regelung von Art. 52 Abs. 2
VwVG bezweckt, eine aus Versehen oder mangels Rechtskenntnissen be-
gangene Unterlassung beheben zu können (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEU-
BÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013,
Rz. 2.236). Solches kann in Bezug auf die Person des Rechtsvertreters im
vorliegenden Beschwerdeverfahren, der als Anwalt seit Jahrzehnten ins-
besondere auf dem Gebiet des Asyls tätig ist, nicht angenommen werden.
Für die Ansetzung einer Nachfrist bestand deshalb keine Veranlassung. Im
Übrigen erweist sich der Antrag als gegenstandslos, nachdem am 15. Juli
2021 eine ausführliche Beschwerdebegründung nachgereicht wurde.
5.5 Die angefochtene Verfügung enthält keine Regelung in Bezug auf die
Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung. Wie erwähnt bildet Gegen-
stand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens mithin einzig die Frage, ob
das SEM auf das Mehrfachgesuch zu Recht nicht eingetreten ist oder nicht
(vgl. E. 4 hiervor). Auf das Eventualbegehren, es die Flüchtlingseigen-
schaft des Beschwerdeführers festzustellen und ihm in der Schweiz Asyl
zu gewähren [4], ist demnach nicht einzutreten.
6.
6.1 Zur Begründung seines ersten Asylgesuchs machte der Beschwerde-
führer zusammengefasst geltend, er sei (...) - oder (...) mal vom Criminal
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Investigation Department (CID) mitgenommen, festgehalten, befragt und
gefoltert worden. Den Grund dafür kenne er nicht. Aus Angst sei er
schliesslich untergetaucht und in der Folge ausgereist. Das SEM erachtete
die Ausführungen als unkonkret, substanzarm und widersprüchlich, zudem
bestehe kein hinreichendes Risikoprofil, um von einer Verfolgungsgefahr
im Falle einer Rückkehr auszugehen. Nachdem das Bundesverwaltungs-
gericht auf die Beschwerde gegen die vorinstanzliche Verfügung nicht ein-
trat, wurde die vorinstanzliche Verfügung rechtskräftig.
6.2 In seinem ersten Folgegesuch legte der Beschwerdeführer dar, er habe
bis anhin verschwiegen, über einen älteren (...) Verbindungen zu den LTTE
(Liberation Tigers of Tamil Eelam) zu haben. Er nehme an, dass er wegen
dieses (...) ins in den Fokus der sri-lankischen Behörden geraten sei. Zu-
dem hätten sich zwei (...), die im Jahr (...) verstorben seien, intensiv für
die LTTE eingesetzt gehabt. Durch die Beantragung von Reisepapieren,
den langjährigen Aufenthalt in der Schweiz und das Fehlen von Ausweis-
papieren wäre er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka einer asylrelevanten
Verfolgung ausgesetzt.
Das Bundesverwaltungsgericht stützte in seinem Urteil D-1701/2018 vom
3. Juni 2020 die Einschätzung des SEM, dass weder die Vorbringen des
Beschwerdeführers zu seinem im Jahr (...) getöteten (...) noch diejenigen
zu den LTTE-Aktivitäten seiner (...) geeignet seien, eine asylrelevante Ver-
folgung nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Nachdem er
keine Vorfluchtgründe habe nachweisen oder glaubhaft machen können
und er weder aufgrund eigener politischer Betätigung noch aufgrund fami-
liärer Verbindungen zu den LTTE ein relevantes politisches Profil aufweise,
erfülle er auch keine der im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016
dargelegten stark risikobegründenden Faktoren. Ebenso wenig führten die
Vorsprache auf den sri-lankischen Generalkonsulat, die eingereichten Do-
kumente, Berichte und Länderinformationen und die jüngsten Ereignisse in
Sri Lanka (Wahl von Gotabaya Rajapaksa, diplomatische Krise zwischen
Sri Lanka und der Schweiz, Corona-Krise) zu einer asylrelevanten Verfol-
gungsgefahr. Sodann wurde festgehalten, die Vorinstanz habe den Weg-
weisungsvollzug zutreffend als zulässig, zumutbar und möglich erachtet.
7.
7.1 Der Beschwerdeführer begründete sein Mehrfachgesuch im Wesentli-
chen damit, die drastisch veränderte Situation im Heimatland des Be-
schwerdeführers führe dazu, dass selbst ohne einen individuellen Verdacht
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der sri-lankischen Behörden wegen konkreter LTTE-Aktivitäten für alle ab-
gewiesenen tamilischen Asylgesuchsteller alleine aufgrund der Tatsache,
dass sie sich über längere Zeit im Exil aufgehalten haben, dies in soge-
nannten Exilzentren der LTTE (wozu auch die Schweiz zähle), bei einer
Rückkehr nach Sri Lanka die Gefahr einer asylrelevanten Verfolgung durch
die sri-lankischen Behörden bestehe. Damit sei irrelevant, dass die vom
Beschwerdeführer geltend gemachten Vorfluchtgründe als unglaubhaft er-
achtet worden seien. Zur Stützung seiner Argumentation verwies der Be-
schwerdeführer insbesondere auf einen Appell der UNO und den aktuali-
sierten Länderbericht seines Rechtsvertreters.
7.2 Das SEM kam in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die Vor-
bringen des Beschwerdeführers seien trotz ihrer Ausführlichkeit im Ergeb-
nis nicht gehörig begründet im Sinne von Art. 111c AsylG i.V.m. Art. 13
Abs. 2 VwVG, weshalb auf das Mehrfachgesuch nicht einzutreten sei. Zur
Begründung führte es zusammengefasst an, der Beschwerdeführer ver-
lange ausschliesslich eine Neubeurteilung seiner individuellen Gefähr-
dungslage vor dem Hintergrund der neuesten innenpolitischen Entwicklun-
gen in Sri Lanka. Diese wiesen indessen keinen individuellen Bezug zu
seiner Person auf, wie bereits im Urteil D-1701/2018 vom 3. Juni 2020 fest-
gehalten worden sei. Die Anforderungen an die Annahme einer begründe-
ten Verfolgungsfurcht seien damit mangels eines individuellen Bezugs zu
den vorgebrachten Entwicklungen in Sri Lanka und zur dargestellten allge-
meinen politischen Lage weiterhin nicht gegeben. Der vom Beschwerde-
führer angerufene UNO-Bericht empfehle zwar (allgemein) eine Überprü-
fung der Asylpraxis, dies sei aber keine explizite und konkret an die
Schweiz gerichtete Aufforderung. Das SEM verfolge die Entwicklung in Sri
Lanka seit Jahren sehr aufmerksam und passe die Asylpraxis laufend den
Gegebenheiten vor Ort an. Eine Anhörung erweise sich im Rahmen des
Mehrfachgesuchs als nicht angezeigt. Da der Sachverhalt in einem Mehr-
fachgesuch bereits liquid dazulegen sei, sei auch keine Frist zur Nachrei-
chung des in Aussicht gestellten Berichts zur gesundheitlichen Situation
der Mutter des Beschwerdeführers anzusetzen.
7.3 Zur Begründung des Rechtsbegehrens [2] der Beschwerdeschrift vom
24. Juni 2021 wird geltend gemacht, das SEM sei zu Unrecht auf sein
Mehrfachgesuch nicht eingetreten, weshalb die angefochtene Verfügung
aufzuheben und die Sache zur korrekten Behandlung als neues Asylge-
such an das SEM zurückzuweisen sei. Das Asylgesuch vom 7. Mai 2021
sei ausführlich und detailliert begründet worden. Das SEM habe sich in
seinem Entscheid vom 11. Juni 2021 materiell mit den darin geschilderten
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Gründen auseinandergesetzt, weshalb es sich bei der vorliegend ange-
fochtenen Verfügung um eine materielle Abweisung des Asylgesuchs vom
7. Mai 2021 handle, welche innert der gesetzlichen Frist von 30 Tagen bei
der zuständigen Rechtsmittelinstanz anfechtbar sei. Trotz dieser materiel-
len Auseinandersetzung bezeichne das SEM den Entscheid vom 11. Juni
2021 als "Nichteintretensentscheid" und habe eine Beschwerdefrist von
fünf Arbeitstagen angesetzt. Dies offensichtlich einzig in der Absicht, die
ordentliche Beschwerdefrist unrechtmässig zu verkürzen. Um auch diese
unzutreffende Frist vorsorglich zu wahren, werde innert dieser Frist die vor-
liegende Beschwerde eingereicht. Da es sich bei der Verfügung vom
11. Juni 2021 indessen um einen materiellen Entscheid handle und die
hierfür vorgesehene 30-tägige Beschwerdefrist erst am 19. Juli 2021 ab-
laufe, werde die vollständige und inhaltlich begründete Beschwerde erst
auf dieses Datum hin folgen.
In der Eingabe vom 14. Juli 2021 wiederholte der Beschwerdeführer seine
Auffassung, das SEM habe tatsächlich einen materiellen Entscheid getrof-
fen und zu Unrecht eine Nichteintretensverfügung erlassen, und legte aus-
führlich dar, weshalb er im heutigen Zeitpunkt die Flüchtlingseigenschaft
erfülle.
7.4 Zum Einwand, das SEM sei faktisch auf das Mehrfachgesuch vom
7. Mai 2021 eingetreten, ist Folgendes festzuhalten: Tatsächlich reicht es
nicht aus, pauschal auf politische Entwicklungen der jüngeren Vergangen-
heit oder mögliche Zukunftsszenarien zu verweisen, um hieraus eine kon-
krete Verfolgungsgefahr für eine bestimmte Person ableiten zu können. Es
ist demnach festzustellen, dass das Mehrfachgesuch keine genügend sub-
stanziierte Begründung für das zweite Asylgesuch des Beschwerdeführers
enthält und darin lediglich auf das – bereits im vorangegangenen Verfahren
beurteilten – Risikoprofil des Beschwerdeführers verwiesen wird, ohne
dass ein hinreichend persönlicher Bezug zwischen seiner Person und der
aktuellen politischen Entwicklung in seiner Heimat hergestellt wird. Inso-
fern hat sich die Vorinstanz – wie in vorstehender E. 7.2 wiedergegeben –
nicht materiell mit den Vorbringen auseinandergesetzt, sondern dargelegt,
weshalb sie die im Mehrfachgesuch als neu und rechtserheblich bezeich-
neten Sachverhaltselemente als nicht genügend substanziiert respektive
auf die Person des Beschwerdeführers individualisiert erachtete, um auf
dessen Gesuch eintreten zu müssen. Nach diesen Erwägungen ist die ge-
wählte Erledigungsform nicht zu beanstanden, zumal die Vorinstanz auf
unbegründete Mehrfachgesuche gemäss Art. 111c AsylG nicht eintreten
muss (vgl. BVGE 2014/39 E. 7).
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7.5 Hinsichtlich des in der Beschwerde formulierten Eventualantrags, die
angefochtene Verfügung sei wegen Verletzung der Begründungspflicht und
unvollständiger sowie unrichtiger Abklärung des rechtserheblichen Sach-
verhalts aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen [3],
ist festzuhalten, dass aufgrund der Aktenlage nicht ersichtlich ist, inwieweit
die Vorinstanz ihre Begründungspflicht verletzt beziehungsweise eine un-
vollständige oder unrichtige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts
vorgenommen haben sollte. Die Vorinstanz hat in ihrer Verfügung hinrei-
chend darlegt, weshalb sie das Mehrfachgesuch für unzureichend begrün-
det hält (vgl. auch E. 7.2 hiervor). Die angefochtene Verfügung enthält auch
– im angemessenen Rahmen der Begründung eines Nichteintretensent-
scheids, in welchem gerade keine materielle Prüfung stattfinden soll – eine
Darstellung des Sachverhalts, die genügend ist, um nachvollziehen zu kön-
nen, weshalb das SEM die neu geltend gemachten Vorbringen des Be-
schwerdeführers als nicht genügend individualisiert auf seine Person be-
zogen erachtete, als dass es auf das Gesuch hätte eintreten müssen. Allein
aus dem Umstand, dass das SEM die im Gesuch neu geltend gemachten
Sachvorbringen nicht so beurteilt wie vom Beschwerdeführer gewünscht,
lässt sich weder auf eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung noch auf eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs, namentlich der Begründungspflicht,
schliessen. Das Eventualbegehren [3] ist somit ebenfalls abzuweisen.
7.6 Demnach hat das SEM in zutreffender Weise das Erfordernis einer
ausreichenden Begründung im Sinne von Art. 111c Abs. 1 AsylG als nicht
erfüllt erachtet und ist zu Recht in Anwendung von Art. 13 Abs. 2 VwVG auf
das Mehrfachgesuch nicht eingetreten. Die Beschwerde ist demzufolge
hinsichtlich des Hauptbegehrens [2] und des Eventualantrags [3] abzuwei-
sen. Bei dieser Sachlage erweist sich die nachgereichte Eingabe vom
14. Juli 2021 als verspätet. Ausschlaggebende Parteivorbringen, welche
trotz Verspätung zu berücksichtigen wären (vgl. Art. 32 Abs. 2 VwVG) sind
der Eingabe vom 14. Juli 2021 nicht zu entnehmen.
8.
8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz. Der
Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer
solchen (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet.
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8.2 Bezüglich der Prüfung allfälliger Wegweisungsvollzugshindernisse
kann auf die Erwägungen im Urteil des BVGer D-1701/2018 vom 3. Juni
2020 verwiesen werden. Darin wurde einlässlich dargelegt, weshalb der
Vollzug der Wegweisung in Bezug auf den Beschwerdeführer nach Sri
Lanka zulässig, zumutbar und möglich ist (E. 12). An dieser Einschätzung
vermögen auch die politischen Entwicklungen in Sri Lanka seit dem Urteil
D-1701/2018 respektive die diesbezüglichen Ausführungen im Mehrfach-
gesuch vom 7. Mai 2021 und den Eingaben auf Beschwerdeebene nichts
zu ändern. Im Übrigen ist auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfü-
gung (S. 5 f.) zu verweisen.
8.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass das SEM den Wegweisungsvoll-
zug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat. Die An-
ordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht (Art. 83
Abs. 1–4 AIG). Das in der Beschwerde formulierte Eventualbegehren, es
sei die Unzulässigkeit oder die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs
festzustellen [5], ist abzuweisen.
9.
Aus den vorstehende Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Ver-
fügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt rich-
tig sowie vollständig festgestellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit dies-
bezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist folglich abzu-
weisen, soweit auf diese einzutreten ist.
10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten von Fr. 1'500.–
(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2])
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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