Decision ID: de8ae93f-cd20-40c7-901c-6d612c9236ce
Year: 2016
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
erhebliche Sachverhaltsveränderung festzustellen. Mit Schreiben vom
19. Mai 2014 teilte die IV-Stelle A._ mit, im Zusammenhang mit der
IV-Revision 6a ein Verfahren betreffend Wiedereingliederung ins
Arbeitsleben eingeleitet zu haben und bei dieser Gelegenheit den
Rentenanspruch des Versicherten zu überprüfen. Im Rahmen dieses
Verfahrens liess die IV-Stelle A._ observieren und durch das
Ärztliche Begutachtungsinstitut ABI Basel begutachten. Aufgrund der
durch diese Sachverhaltsabklärungen gewonnenen Ergebnisse stellte die
IV-Stelle mit Verfügung vom 13. März 2015 die dem Versicherten
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zugesprochene Invalidenrente vorsorglich per sofort ein. Nach
Durchführung des Vorbescheidverfahrens hob sie schliesslich mit
Verfügung vom 16. Dezember 2015 die Rente rückwirkend per
31. Oktober 2014 auf.
3. Gegen diesen Entscheid gelangte A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 11. Januar 2016 an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Darin beantragte er
sinngemäss, die rentenaufhebende Verfügung der IV-Stelle vom
16. Dezember 2015 sei aufzuheben und ihm sei weiterhin eine ganze
Invalidenrente auszurichten. Zur Begründung brachte der
Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, die IV-Stelle habe ihm am 3. Juli
1998 eine ganze Rente zugesprochen. Seither habe sich seine
gesundheitliche Verfassung nicht verbessert, was die Aufhebung der ihm
zugesprochenen Rente grundsätzlich ausschliesse. Ein Rückkommen auf
die gewährte Invalidenrente sei in diesem Fall nur unter den in den
Schlussbestimmungen festgelegten Voraussetzungen zulässig. Da er
aber schon über 15 Jahre lange eine Rente beziehe, seien die
entsprechenden Voraussetzungen nicht erfüllt. Deshalb dürfe die IV-Stelle
die ihm zugesprochene Rente nicht aufgrund der Schlussbestimmungen
aufheben.
4. Mit Strafbefehl vom 11. Januar 2016 sprach die Staatsanwaltschaft
Graubünden A._ der Widerhandlung gegen Art. 70 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung in Verbindung mit Art. 87
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung für schuldig und bestrafte ihn mit einer Busse
von Fr. 300.--.
5. In der Vernehmlassung vom 1. Februar 2016 beantragte die IV-Stelle die
Abweisung der Beschwerde vom 11. Januar 2016. Begründend hielt sie
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im Wesentlichen fest, die Überprüfung der Rente des Versicherten
aufgrund der per 1. Januar 2012 in Kraft getretenen
Schlussbestimmungen habe ergeben, dass die Rente des
Beschwerdeführers auf dieser Grundlage nicht aufgehoben werden
könne, weil der Beschwerdeführer seit über 15 Jahren eine Invalidenrente
beziehe. Deshalb habe die IV-Stelle am 8. Mai 2014 ein ordentliches
Rentenverfahren eingeleitet. Nichts anderes ergebe sich aus dem
Schreiben vom 19. Mai 2014. Darin werde lediglich festgehalten, dass der
Wiedereingliederung ins Arbeitsleben im Zusammenhang mit der IV-
Revision 6a grössere Bedeutung beigemessen werde. Daraus könne
indes nicht gefolgert werden, dass in Bezug auf den Beschwerdeführer
ein Revisionsverfahren gemäss den Schlussbestimmungen eingeleitet
worden sei. Im Übrigen spreche die Tatsache, dass sich der
Beschwerdeführer derzeit in psychiatrischer Behandlung befinde nicht
dagegen, dass sich sein psychischer Gesundheitszustand im Vergleich
zum Jahr 1998 wesentlich verbessert habe und er allerspätestens seit der
Observation vom 30. Mai 2014 zu 100 % arbeitsfähig sei.
6. Der Beschwerdeführer hielt in der Replik vom 10. Februar 2016 an seinen
Anträgen fest. Erläuternd führte er aus, im Rahmen des zur Beurteilung
stehenden Verfahrens einerseits denselben Fragebogen, wie in den
Revisionsverfahren in den Jahren 2005 und 2010 ausgefüllt zu haben,
andererseits den Fragebogen bezüglich der IV-Revision 6a. Es sei nicht
einzusehen, weshalb ihm dieser Fragebogen zugestellt worden sei, wenn
die IV-Stelle im Rahmen des hier in Frage stehenden Verfahrens keine
Rentenprüfung aufgrund der Schlussbestimmungen in Betracht gezogen
habe. Jedenfalls aber sei die für eine ordentliche Revision seiner Rente
erforderliche Verbesserung seiner Erwerbsfähigkeit nicht ausgewiesen.
Diesbezüglich werde ihm zum Vorwurf gemacht, dass er Hobbymusiker
sei. Er habe das Musizieren jedoch auch im Fragebogen vom 19. Mai
2014 erwähnt. Im Übrigen dürfe er bei einem Invaliditätsgrad von 70 %
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noch eine Tätigkeit im Umfang von 30 % ausüben. Werde seine Musik –
wie von der IV-Stelle offenbar – als Arbeit angesehen, so käme er damit
niemals auf ein Pensum von 30 %, müsste er doch ansonsten mindestens
im Umfang von 10-15 Stunden pro Woche musizieren, was nicht der Fall
sei. Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass ihm das Musizieren sehr
gut tue. Er sehe nicht ein, weshalb diese Aktivität der Ausrichtung der ihm
zugesprochenen Invalidenrente entgegenstünde. Er sei nach wie vor in
demselben Umfang psychisch krank wie bei der Rentenzusprache,
weshalb die verfügte rückwirkende Rentenaufhebung nicht statthaft und
damit aufzuheben sei.
7. Die IV-Stelle verzichtete mit Schreiben vom 12. Februar 2016 auf eine
Stellungnahme.
Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensparteien und die eingereichten
Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-
Stelle des Kantons Graubünden vom 16. Dezember 2015. Eine solche
Anordnung, die gemäss Bundesrecht der Beschwerde an das
Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle unterliegt, kann beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden angefochten werden (vgl.
Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG;
BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] und Art. 57 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde fällt folglich in
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die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts. Als formeller und materieller
Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der angefochtenen
Rentenaufhebung überdies unmittelbar betroffen und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung.
Demnach ist er zur Beschwerdeführung berechtigt (Art. 1 Abs. 1 IVG
i.V.m. Art. 59 ATSG). Schliesslich hat er seine Beschwerde frist- und
formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. b
ATSG). Auf die vorliegende Beschwerde ist demnach einzutreten.
2. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die IV-Stelle in der Verfügung
vom 16. Dezember 2015 zu Recht auf die Rentenzusprache vom 2. April
1998 zurückgekommen ist und die dem Beschwerdeführer damals
zugesprochene ganze Invalidenrente rückwirkend per 31. Oktober 2014
aufgehoben hat. Dabei ist unbestritten und aufgrund der Akten
ausgewiesen, dass eine Rentenaufhebung vorliegend wegen der
Ausschlussklausel des 15-jährigen Rentenbezugs nach lit. a Abs. 4 der
Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 (6. IV-Revision,
erstes Massnahmenpaket, nachfolgend als Schlussbestimmungen
bezeichnet) ausgeschlossen ist (vgl. dazu BGE 139 V 442 E.5.1; Urteil
des Bundesgerichts 8C_773/2013 vom 6. März 2014 E.3 und 4). Die IV-
Stelle hat die angefochtene rückwirkende Rentenaufhebung denn auch
nicht auf die Schlussbestimmungen, sondern auf Art. 17 ATSG gestützt.
Ein solches Vorgehen ist ohne weiteres zulässig, und zwar selbst dann,
wenn die IV-Stelle – wie der Beschwerdeführer behauptet – nur ein
Revisionsverfahren unter dem Titel der Schlussbestimmungen der
Änderung vom 18. März 2011 eingeleitet haben sollte. Denn ordnet die
IV-Stelle in einem solchen Revisionsverfahren eine Rentenaufhebung an,
so ist eine solche Verfügung im Falle einer fehlgeschlagenen Anwendung
der Schlussbestimmungen nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
nur aufzuheben, wenn die in Frage stehende Rentenaufhebung nicht
substitutionsweise mit einer prozessualen Revision (Art. 53 Abs. 1
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ATSG), einer Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) oder einer Revision
(Art. 17 ATSG) begründet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_121/2014 vom 3. September 2014 E.3.2.2). Folglich muss es der IV-
Stelle gestattet sein, im Rahmen eines gestützt auf die
Schlussbestimmungen eingeleiteten Revisionsverfahrens eine
Rentenrevision gemäss Art. 17 ATSG zu prüfen und bei gegebenen
Voraussetzungen zu verfügen. Dass die IV-Stelle diese Möglichkeit im
vorliegenden Fall genutzt hat, ist entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers demzufolge nicht zu beanstanden.
3. a) Zu prüfen bleibt, ob die dem Beschwerdeführer zugesprochene Rente auf
dieser Grundlage rückwirkend per 31. Oktober 2014 aufgehoben werden
kann. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent
Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze
Rente. Bei erwerbstätigen Versicherten ist der rentenbegründende
Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen
(Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). Dazu wird das
Erwerbseinkommen, welches der Versicherte nach Eintritt der Invalidität
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung sowie allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zu dem Erwerbseinkommen,
das er erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der
Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen
auf zeitidentischer Basis ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenüber gestellt werden, worauf aus der
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Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad zu bestimmen ist (allgemeine
Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E.3.4.2, 128 V 29
E.1).
b) Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, wird die
Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 1 Abs. 1 IVG
i.V.m. Art. 17 Abs. 1 ATSG, Art. 88a und Art. 88bis der Verordnung über
die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Anlass für eine solche
Anpassung gibt jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu
beeinflussen. Die Invalidenrente ist daher nicht nur bei einer wesentlichen
Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern etwa auch dann
revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen eines an sich
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben
oder eine andere Art der Invaliditätsbemessung zur Anwendung gelangt
(BGE 130 V 343 E.3.5; Urteile des Bundesgerichtes 8C_441/2012 vom
25. Juli 2013 E.3.1.1, 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E.1.2). Dagegen
bildet die unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im
Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die
Arbeitsfähigkeit nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für sich
allein genommen keinen Revisionsgrund (Urteil des Bundesgerichtes
9C_552/2007 vom 17. Januar 2008 E.3.1.2).
c) Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss
des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung
des Invaliditätsgrads im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten ist,
dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den
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erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht (BGE
133 V 108 E.5; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_646/2014 vom
17. Dezember 2014 E.2.2, 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.2,
9C_418/2010 vom 20. August 2011 E.3.1). Wird bei dieser
Gegenüberstellung festgestellt, dass der Invaliditätsgrad im zur
Beurteilung stehenden Zeitraum keine rechtserhebliche Änderung
erfahren hat, bleibt es beim bisherigen Rechtszustand (Urteil des
Bundesgerichtes 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.3). Andernfalls ist
das Vorliegen eines Revisionsgrunds zu bejahen und die zugesprochene
Rente entsprechend der festgestellten Sachverhaltsveränderung
abzuändern (vgl. MEYER/REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.],
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf
2014, Art. 30-31 Rz. 13). Die Beweislast für das Vorliegen eines
Revisionsgrundes als rechtsaufhebende Tatsache trägt die IV-Stelle, die
aus dieser Tatsache Rechte ableitet (MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren
in der Invalidenversicherung, Bern 2010, Rz. 1538).
4. a) Im vorliegenden Fall prüfte die IV-Stelle den Anspruch des
Beschwerdeführers auf Versicherungsleistungen vor Erlass der
angefochtenen Verfügung letztmals im Verfahren, das mit der Mitteilung
vom 5. Februar 2010 seinen Abschluss fand (IV-act. 22). Damals
begnügte sie sich indessen damit, einen ärztlichen Verlaufsbericht beim
Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. B._, einzuholen (IV-
act. 21) und den Beschwerdeführer aufzufordern, den amtlichen
Fragebogen "Revision der Invalidenrente/Hilflosenentschädigung"
auszufüllen (IV-act. 19). Das fragliche Verfahren beruht demnach nicht
auf einer umfassenden Prüfung des Rentenanspruchs des
Beschwerdeführers. Gleich verhält es sich für die amtlichen
Rentenrevisionen in den Jahren 2001 und 2005 (IV-act. 7 ff.), obgleich die
IV-Stelle im letztgenannten Verfahren die RAD-Ärztin, Dr. med. C._,
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mit einbezogen hatte (IV-act. 11). Folglich erfolgte die letzte umfassende
Prüfung des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers vor der streitigen
Rentenaufhebung im Verfahren, das zur Zusprache der ganzen
Invalidenrente mit Verfügung der IV-Stelle des Kantons St. Gallen vom
2. April 1998 führte. Ob die gesundheitliche Verfassung des
Beschwerdeführers und, als Folge davon, dessen Arbeitsfähigkeit seither
eine wesentliche Verbesserung erfahren haben, ist daher durch den
Vergleich des der Verfügung der IV-Stelle des Kantons St. Gallen vom
2. April 1998 zugrundeliegenden Sachverhalt mit jenem, der sich bis zum
Erlass der angefochtenen Verfügung am 16. Dezember 2015 verwirklicht
hat, zu entscheiden.
b) Um diese Frage aus medizinischer Sicht zuverlässig beurteilen zu
können, holte die IV-Stelle im vorliegenden Verfahren Arztberichte ein,
liess den Beschwerdeführer vom 28. Mai bis zum 14. Juni 2014
observieren und beauftragte das ABI mit dessen Begutachtung. Die
Rechtmässigkeit dieser Beweisvorkehren, einschliesslich der
durchgeführten Observation (vgl. dazu BGE 135 I 147), stellt der
Beschwerdeführer zu Recht nicht in Abrede. Die durch diese Vorkehren
gewonnenen Beweismittel dürfen im vorliegenden Verfahren folglich
verwertet werden. Deren Beweiswert hängt nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung davon ab, ob sie für die streitigen Belange umfassend
sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, die geklagten
Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben wurden, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchten sowie in
den daraus gezogenen Schlussfolgerungen begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert von medizinischen Beurteilungen
ist folglich grundsätzlich weder deren Herkunft noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht
oder Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; 122 V 160
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E.1c). Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
Beweiswürdigung aufzustellen. Danach kommt Gutachten
versicherungsexterner Ärzte, wie dem vorliegend in Frage stehenden,
voller Beweiswert zu, wenn sie die vorgenannten Anforderungen erfüllen
und nicht konkrete Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen
(BGE 125 V 353 E.3b/bb). Nur wenn die Schlüssigkeit eines
versicherungsexternen Gutachtens in wesentlichen Punkten zweifelhaft
erscheint, sind ergänzende Beweisvorkehren in Betracht zu ziehen und
nötigenfalls anzuordnen. Andernfalls ist ihnen voller Beweiswert
beizumessen, womit darauf bei der Beurteilung der strittigen
Leistungsansprüche abgestellt werden kann (vgl. BGE 121 Ia 146 E.1c).
c) Im ABI-Gutachten vom 10. November 2014 (IV-act. 79) stellten Dr. med.
D._, Fallführung, FMH Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. E._,
FMH Gastroenterologie, Dr. med. F._, FMH Psychiatrie und
Psychotherapie, Dr. med. G._, FMH Neurologie, und Dr. med.
H._, Fachärztin für Rheumatologie, als Krankheiten mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches thorako-lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5), eine diskrete Osteoporose (Dexa 9/07,
ICD-10 M81.99) und rezidivierende konvulsive Anfälle unklarer Ursache
(ICD-10 G40.6) fest. Als Krankheiten ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie einen Status nach
Alkoholabhängigkeit (ICD-10 F10.20), unreife Persönlichkeitszüge (ICD-
10 Z73.1), eine Hepatopathie (ICD-10 K70.0), rechtseitige abdominale
Beschwerden unklarer Aetiologie, episodische Spannungskopfschmerzen
(ICD-10 G44.2), eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
anamnestisch (ICD-10 J44.9) und eine Dyslipidämie (ICD-10 E78.2).
Infolge dieser Krankheiten sei der Explorand aus polydisziplinärer Sicht
für körperlich schwere bis mittelschwere Tätigkeiten sowie für die zuletzt
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ausgeübte Tätigkeit in der Hilfspflege vollständig arbeitsunfähig.
Tätigkeiten mit Selbst- oder Fremdgefährdung seien ungeeignet. Gleiches
gelte für Schichtarbeit. Für körperlich leichte Tätigkeiten bestehe
demgegenüber eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 %. Die
qualitativen Einschränkungen könnten aus neurologischer Sicht seit der
erstmals dokumentierten Bewusstlosigkeit im Frühjahr 1996 attestiert
werden. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer
Sicht könne seit der Rentenzusprache im November 1996 bestätigt
werden (IV-act. 79 S. 30). Aus psychiatrischer Sicht sei das Zustandsbild
des Exploranden im Vergleich zum Berentungszeitpunkt gebessert. Der
Explorand sei im Jahr 1997 durch die MEDAS Zentralschweiz begutachtet
worden. Dort seien eine schwere narzisstische Persönlichkeitsstörung
und ein massiver Aethylüberkonsum diagnostiziert worden. Deshalb sei
dem Exploranden eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % attestiert worden.
Zum jetzigen Zeitpunkt deute nichts auf eine narzisstische Störung hin. Es
fänden sich keine Störungen in der Selbstwertregulation, Hinweise für
eine erhöhte Kränkbarkeit fehlten. Die von Dr. I._ in der MEDAS
Zentralschweiz festgestellte Affektlabilität sei wohl weniger Zeichen einer
verminderten Belastbarkeit, sondern Ausdruck einer Affektlabilität und
Affektinkontinenz bei damals vorhandenem massivem Alkoholkonsum
gewesen. Jedenfalls fänden sich zum jetzigen Zeitpunkt keine Hinweise
auf eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Aus psychiatrischer Sicht
sei das Zustandsbild gebessert. Sicherlich ab dem
Untersuchungszeitpunkt sei dem Exploranden eine einfache berufliche
Tätigkeit ohne hohe intellektuelle Anforderungen ganztags ohne
Einschränkung zumutbar (IV-act. 79 S. 18).
d) Diese Schlussfolgerungen im ABI-Gutachten vom 10. November 2014
sowie die übrigen darin enthaltenen Ausführungen sind für die streitigen
Belange umfassend und wurden in Kenntnis der Vorakten erstellt. Zudem
beruhen sie auf einer persönlichen Untersuchung des
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Beschwerdeführers, die es den ABI-Gutachtern erlaubt hat, einen
persönlichen Eindruck über das Leistungsvermögen des
Beschwerdeführers zu gewinnen. Die ABI-Gutachter haben sich
ausserdem ausführlich mit allen relevanten medizinischen Aspekten der
streitigen Angelegenheit auseinandergesetzt und objektiv, in sich
schlüssig und nachvollziehbar begründet, dass der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers aus neurologischer sowie rheumatologischer
Sicht keine Veränderung im Vergleich zum massgeblichen
Referenzzeitpunkt (2. April 1998) erfahren hat, während sich die
psychische Verfassung des Beschwerdeführers erheblich verbessert hat.
Bei dieser Beurteilung messen sie dem Wegfall der Alkoholabhängigkeit
besonderes Gewicht zu. Zwar war bereits der Vorgutachter, Dr. med.
I._, der Auffassung, die Alkoholabhängigkeit weise im Verhältnis zur
schweren narzisstischen Persönlichkeitsstörung mit sehr fragiler
Selbststruktur keine die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Charakter
auf. Indes diagnostizierte er die ausgeprägte narzisstische
Persönlichkeitsstörung unter anderem, weil es dem Exploranden an
Eigenschaften wie Konfliktfähigkeit, Durchsetzungsvermögen,
Standhaftigkeit fehle. Bei Kritik zeige er ein verletzliches und regressives
Verhalten. Diese Symptome, die Dr. med. I._ als Ausdruck der
narzisstischen Persönlichkeitsstörung des Beschwerdeführers begriff,
konnte der ABI-Psychiater bei dessen persönlichen Untersuchung am
22. September 2014 nicht mehr feststellen. Dies führte er darauf zurück,
dass diese Symptome durch den übermässigen Alkoholkonsum
verursacht worden waren. Dadurch dass es dem Beschwerdeführer
gelang, sich von seiner Alkoholabhängigkeit zu befreien, entfielen die
entsprechenden Symptome und es blieb keine residuelle
Persönlichkeitsstörung mit Krankheitswert übrig. Diese gutachterlichen
Ausführungen leuchten sowohl in der Darlegung der massgeblichen
medizinischen Zusammenhänge als auch in der hierauf gestützt
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vorgenommenen Einschätzung des funktionellen Leistungsvermögens
des Beschwerdeführers ein.
e) Diese Beurteilung steht im Übrigen im Einklang mit den anlässlich der
Observation gemachten Beobachtungen (vgl. dazu Aktendokumentation,
Fachstelle BVM). Die entsprechenden Beobachtungen können daher
zusammen mit deren Einschätzung durch den RAD-Arzt, med. pract.
K._, für die Beurteilung des Gesundheitszustands des
Beschwerdeführers und dessen Arbeitsfähigkeit herangezogen werden,
ohne dass die ABI-Gutachter zu den Observationsergebnissen Stellung
genommen haben (vgl. dazu BGE 137 I 327 E.7.1; Urteile des
Bundesgerichts 9C_254/2016 vom 7. Juli 2016 E.3.2.1, 9C_899/2014
vom 29. Juni 2015 E. 4.2). Der Beschwerdeführer bestreitet dies denn
auch nicht. Ebenso wenig stellt er in Abrede, die im Observationsmaterial
dokumentierten Tätigkeiten ausgeführt zu haben. Insbesondere räumt er
ein, als Mitglied einer Ländlerkapelle regelmässig öffentlich aufzutreten.
Er wehrt sich lediglich dagegen, diese Aktivitäten als Beleg für eine
100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit anzusehen,
sei doch darin nicht zu sehen, wie er während eines ganzen Arbeitstags
musiziere. Dies wird vom RAD-Arzt, med. pract. K._, in der
Beurteilung vom 1. Juli 2015 nicht behauptet. Dieser vermag in dem
durch die Observation dokumentierten Verhalten aber weder
Auffälligkeiten bezüglich des Bewegungs- noch des Kontaktverhaltens
des Beschwerdeführers zu erkennen, weshalb er auf einen im Vergleich
zum massgeblichen Referenzzeitpunkt erheblich gebesserten
Gesundheitszustand schliesst (act. 24). Die diesbezüglichen
Ausführungen des RAD-Arztes sind in sich schlüssig und können
aufgrund des Observationsmaterials nachvollzogen werden. Es besteht
kein Anlass, an der Richtigkeit der begründeten Schlussfolgerungen des
RAD-Arztes zu zweifeln, welche die Beurteilung der ABI-Gutachter
bestätigen.
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f) Auch ansonsten finden sich in den Akten keine Hinweise, welche die
Richtigkeit des ABI-Gutachtens vom 10. November 2014 in Frage stellen.
Freilich hielt der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. B._, im
Arztbericht vom 17. Dezember 2014 fest, die gesundheitliche Verfassung
des Beschwerdeführers habe sich nicht verändert (IV-act. 93). Er
begründet diese Auffassung indessen nicht. Entsprechend benennt er im
Arztbericht vom 17. Dezember 2014 keine Gesichtspunkte, welche die
begutachtenden Fachpersonen bei ihrer Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers ausser Betracht gelassen hätten und die geeignet
wären, zu einer anderen Beurteilung der gesundheitlichen Verfassung
desselben zu gelangen. Der fragliche Arztbericht vermag das ABI-
Gutachten vom 14. November 2014 demnach nicht zu erschüttern, zumal
das Gericht bei dessen Würdigung der Erfahrungstatsache Rechnung zu
tragen hat, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten
ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.3.2, 4.4 und 4.51, 125 V
351 E.3b/cc; MÜLLER, a.a.O., Rz. 1742). Die anderen Arztberichte und
ärztlichen Stellungnahmen, die der Beschwerdeführer zu seinen Gunsten
anführt, beziehen sich alsdann – wie die IV-Stelle in der angefochtenen
Verfügung zutreffend ausführt (IV-110 S. 3) – nicht auf den hier zu
vergleichenden medizinischen Sachverhalt, weshalb der
Beschwerdeführer daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten kann.
g) In Würdigung der Aktenlage gelangt das Gericht aus den vorgenannten
Überlegungen zum Schluss, dass dem ABI-Gutachten vom 14. November
2014 voller Beweiswert zukommt. Damit gilt als erstellt, dass sich die
gesundheitliche Verfassung des Beschwerdeführer seit dem 2. April 1998
insofern verbessert hat, als der Beschwerdeführer seit dem 1. Oktober
2014 (Untersuchungszeitpunkt: 22. September 2014 [IV-act. 49 S. 1]) in
einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist. Es liegt somit
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eine revisionsrechtlich erhebliche Gesundheitsverbesserung vor, die es
der IV-Stelle erlaubt, auf die Rentenzusprache vom 2. April 1998
zurückzukommen und den Rentenanspruch des Beschwerdeführers ohne
Bindung an frühere Beurteilungen in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht
frei zu prüfen (vgl. BGE 141 V 9 E.2.3 und E.6.1; Urteil des
Bundesgerichts 8C_209/2015 vom 17. August 2015 E.6.3).
h) Die IV-Stelle hat das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers in der
angefochtenen Verfügung auf der Grundlage der LSE 2010 unter
Berücksichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit im 2014 von
41.6 Stunden, der massgeblichen Nominallohnentwicklung sowie eines
leidensbedingten Abzugs von 5 % mit Fr. 60'339.93 (Fr. 4'901.-- : 40 x
41.6 x 0.095 x 1.0095 x 1.01 x 1.01) beziffert. Diesem Verdienst hat sie
alsdann ein Valideneinkommen von Fr. 61'818.-- gegenüberstellt. Daraus
ergab sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 1'478.10 sowie ein gerundeter
Invaliditätsgrads von 2 % (2.39 % [BGE 130 V 121 E.3], Fr. 1'478.10 :
Fr. 61'818.--; vgl. dazu Verfügung der IV-Stelle vom 16. Dezember 2015
[IV-act. 110] S. 6 f.). Der Beschwerdeführer hat diese Berechnung zu
Recht nicht beanstandet, weshalb sich Weiterungen dazu erübrigen. Der
Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers beträgt folglich seit dem 1.
Oktober 2014 2 %, womit ab diesem Zeitpunkt kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad mehr vorliegt.
5. a) Damit stellt sich nur mehr die Frage, ob die IV-Stelle die dem
Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2. April 1998 zugesprochene
Invalidenrente rückwirkend per 31. Oktober 2014 aufheben und die
Rentenauszahlung auf diesen Zeitpunkt hin einstellen durfte.
Diesbezüglich ist im vorliegenden Fall zu berücksichtigen, dass der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt der verfügten Rentenaufhebung seit 18
Jahren eine ganze IV-Rente bezog. Er gehört somit zur Gruppe von
Versicherten, bei denen sich die IV-Stelle vor der Herabsetzung oder
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Aufhebung der Invalidenrente zu vergewissern hat, dass sich ein
medizinisch-theoretisch wiedergewonnenes Leistungsvermögen in einem
entsprechend tieferen Invaliditätsgrad niederschlägt. Dieser
Prüfungsschritt zieht dort keine administrativen Massnahmen nach sich,
wo die gegenüber der Eingliederung vorrangige Selbsteingliederung
direkt zur rentenausschliessenden oder -herabsetzenden
arbeitsmarktlichen Verwertbarkeit des wiedergewonnenen funktionellen
Leistungsvermögens führt (Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2010 vom
26. April 2011 E.3.1.2). In den übrigen Fällen können die Rentner zwar
keinen Besitzstand geltend machen, ihnen ist jedoch die
Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar, weshalb sie eine
erwerbsbezogene Abklärung (der Eignung, Belastbarkeit usw.) und/oder
die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen beanspruchen können
(Urteile des Bundesgerichts 9C_376/2011 vom 17. November 2011 E.6.1,
9C_228/2010 vom 26. April 2011 E.3.1.2, 9C_768/2009 vom 10.
September 2010 E.4.1.2).
b) In Bezug auf den vorliegenden Fall geht aus dem Auszug aus dem
individuellen Konto des Beschwerdeführers hervor, dass der
Beschwerdeführer letztmals im Jahr 1997 eine Erwerbstätigkeit ausgeübt
hat, womit er ein Jahreseinkommen von Fr. 2'367.--, mithin Fr. 197.25 im
Monat, erzielte (IV-act. 9). Bis zum Wiedererlangen seiner Arbeitsfähigkeit
im Oktober 2014 blieb er dem Arbeitsmarkt folglich während 17 Jahren
fern, was grossteils auf seinen invalidisierenden Gesundheitszustand
zurückzuführen war. Unter diesen Umständen kann dem
Beschwerdeführer eine Selbsteingliederung in den Arbeitsmarkt nicht
zugemutet werden. Gleichwohl hat die IV-Stelle vor der angefochtenen
Rentenaufhebung weder eine erwerbsbezogene Abklärung vorgenommen
noch dem Beschwerdeführer die Durchführung von
Eingliederungsmassnahmen angeboten. Ein solches Vorgehen erweist
sich nach dem vorangehend Ausgeführten nur als zulässig, wenn die
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Voraussetzungen für die Gewährung solcher administrativen
Massnahmen zur Wiedereingliederung nicht gegeben waren. Im ABI-
Gutachten vom 10. November 2014 wird diesbezüglich festgehalten,
berufliche Massnahmen könnten aufgrund der fehlenden Motivation nicht
empfohlen werden (IV-act. 79 S. 31). Befragt nach seinem Interesse an
beruflicher Eingliederung gab der Beschwerdeführer anlässlich des
Evaluationsgesprächs vom 21. Oktober 2014 sodann an, er wäre an
guten Tagen bereit, während zwei bis drei Stunden zu arbeiten (IV-act. 75
S. 4). Gleichermassen äusserte er sich im Fragebogen vom 26. Mai 2014
(IV-act. 48 S. 6). Auch im Rahmen des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens zeigte der Beschwerdeführer keine Bereitschaft,
sich wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Unter diesen Umständen
ist dessen fehlende subjektive Eingliederungsfähigkeit mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Damit lag eine für die Gewährung einer
erwerbsbezogenen Abklärung und Durchführung von
Eingliederungsmassnahmen erforderliche Voraussetzung nicht vor (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_664/2013 vom 25. März 2014 E.2,
9C_368/2012 vom 28. Dezember 2012 E.3), weshalb die IV-Stelle trotz
des mehr als 15-jährigen Rentenbezugs ausnahmsweise von der
sofortigen Verwertung der wiedererlangten medizinisch-theoretischen
Arbeitsfähigkeit ausgehen und auf Massnahmen zur Wiedereingliederung
verzichten durfte.
c) In diesem Fall erweist sich die verfügte rückwirkende Rentenaufhebung
und die damit verbundene – von der IV-Stelle in der Verfügung vom
16. Dezember 2015 bereits in Aussicht gestellte – Rückforderung
unrechtmässig bezogener Rentenleistungen (Art. 25 Abs. 1 erster Satz
ATSG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 IVG) als statthaft, wenn der Tatbestand des Art.
88bis Abs. 2 lit. b IVV erfüllt ist. Laut der fraglichen Regelung darf die IV-
Stelle eine Rente rückwirkend vom Eintritt der für den Anspruch
erheblichen Änderung aufheben, wenn die unrichtige Ausrichtung einer
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Leistung darauf zurückzuführen ist, dass der Bezüger sie unrechtmässig
erwirkt hat oder einer ihm obliegenden Meldepflicht nicht nachgekommen
ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_1022/2012 vom 16. Mai 2013 E.2.2).
Gemäss Art. 77 IVV haben der Berechtigte oder sein gesetzlicher
Vertreter sowie Behörden oder Dritte, denen die Leistung zukommt, jede
für den Leistungsanspruch wesentliche Veränderung, namentlich eine
solche des Gesundheitsschadens, der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
sowie der persönlichen und gegebenenfalls wirtschaftlichen Verhältnisse
des Versicherten, unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen (vgl. ausserdem
Art. 31 Abs.1 ATSG). Für den Tatbestand der Meldepflichtverletzung ist
ein schuldhaftes Verhalten erforderlich, wobei nach ständiger
bundesgerichtlicher Rechtsprechung bereits leichte Fahrlässigkeit genügt
(BGE 118 V 214 E.2a, 112 V 97 E.2a, 110 V 180 E.3d; UELI KIESER,
ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 31 N. 14). Für
den Vorwurf einer unrechtmässigen Erwirkung von Rentenleistung genügt
es nicht, dass aggravatorisches Verhalten im Raum steht (Urteile des
Bundesgerichts 9C_491/2012 vom 22. Mai 2013 E.5.3, 9C_877/2011 vom
22. Mai 2012 E.3.4.2).
d) Die IV-Stelle lud den Beschwerdeführer auf Freitag, 3. Oktober 2014, zu
einem Evaluationsgespräch ein. Am 16. September 2014 teilte der
Beschwerdeführer der IV-Stelle telefonisch mit, an diesem Tag mit seiner
Ehefrau seinen Bruder zu besuchen (Aktendokumentation, Fachstelle
BVG act. 22). Anlässlich des daraufhin auf den 21. Oktober 2014
festgesetzten Evaluationsgesprächs (IV-act. 75) gab der
Beschwerdeführer an, seine gesundheitliche Verfassung habe sich seit
der Rentenzusprache verschlechtert, da seither Lungenbeschwerden
hinzugetreten seien. Weiterhin leide er unter epileptischen Anfällen und
Rückenbeschwerden. Im Vergleich zu früher könne er nur mehr Lasten
bis maximal 5 kg heben. Treppenlaufen sei ausserdem ein Problem.
Sport könne er keinen mehr ausüben. Gehen könne er nur mehr
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geradeaus während einer halben Stunde ohne Pause. Aufwärts gehen
während längerer Zeit, wie etwa beim Wandern, falle ihm schwer,
wogegen er ohne Schwierigkeiten abwärtsgehen könne. Sitzen könne er
während einer bis anderthalb Stunden; andauerndes Stehen sei ihm
während höchstens einer Viertelstunde möglich. Beim Liegen habe er
keine Probleme. In Bezug auf seine psychische Verfassung gab der
Beschwerdeführer sodann an, diese sei ordentlich. Er habe alles im Griff.
Er versuche einfach, so gut wie möglich, Ärger zu vermeiden. Er sei
früher in psychiatrischer Behandlung gewesen. Aktuell benötige er keine
psychiatrische Behandlung, da er ein gutes Umfeld habe. Geändert habe
sich zwischenzeitlich sein Alkoholkonsum. Seit ungefähr acht Jahren
trinke er keinen Alkohol mehr. Auf entsprechende Nachfrage hin führte er
im Weiteren aus, das auf ihn eingelöste Auto werde von seinem Sohn
verwendet. Er fahre nur selten Auto. Im Fragebogen "Antwortblatt
Zusatzfragen Rentenrevision" gab der Beschwerdeführer an, ca. zwei Mal
im Monat zwei bis drei Stunden zu musizieren (Aktendokumentation,
Fachstelle BVM act. 2).
e) Diese Angaben des Beschwerdeführers erweisen sich insofern als
unzutreffend, als aufgrund der Akten erstellt, dass der Beschwerdeführer
am 3. Oktober 2014 mit der Ländlerkapelle einen Auftritt geplant hatte
und deshalb nicht in der Lage war, an dem von der IV-Stelle auf diesen
Tag angesetzten Evaluationsgespräch teilzunehmen (IV-act. 97 S. 23).
Aufgrund der strafrechtlichen Ermittlungen steht ferner fest, dass der
Beschwerdeführer bereits seit 2009 Mitglied der Ländlerkapelle ist, in
dieser Formation die Bassgeige spielt und im Jahr 2014 rund 30 bis 40
mehrstündige Auftritte absolvierte, für die er ein bescheidenes Entgelt
erhielt (vgl. Aktendokumentation, Fachstelle BVM Ermittlungsbericht
Strafanzeige). Der Beschwerdeführer hat somit gegenüber der IV-Stelle
bewusst falsche Angaben gemacht, um seine effektive Leistungsfähigkeit
zu verschleiern. Im Übrigen hat er die IV-Stelle nicht darüber in Kenntnis
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gesetzt, sich von seiner Alkoholabhängigkeit befreit zu haben. Freilich
begründete die Alkoholabhängigkeit – wie sie beim Beschwerdeführer
vorlag – keine Invalidität (vgl. BGE 102 V 165; Urteil des Bundesgerichts
9C_701/2012 vom 10. April 2013 E.2; MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 4
N. 61). Deren Wegfall war jedoch im vorliegenden Fall insofern von
Bedeutung, als dadurch leistungsmindernde Beeinträchtigungen, wie
fehlende Konfliktfähigkeit, mangelndes Durchsetzungsvermögen und
unzureichende Standhaftigkeit entfielen, mit denen die narzisstische
Persönlichkeit mit fragiler Selbststruktur als invalidisierende Krankheit
begründet worden war (vgl. vorstehende Erwägung 4d). Der
Beschwerdeführer hätte die IV-Stelle folglich über den Wegfall der
Alkoholabhängigkeit in Kenntnis setzen müssen. Dass diese Information
für die IV-Stelle von Bedeutung gewesen wäre, hätte der
Beschwerdeführer bei Aufbietung der gebotenen Sorgfalt erkennen
können und müssen. Indem er der IV-Stelle diese Information gleichwohl
vorenthielt, behauptete seine gesundheitliche Verfassung hätte sich seit
der Rentenzusprache verschlechtert und sein Leistungsvermögen durch
Falschangaben zu verbergen versuchte, hat er zumindest billigend in
Kauf genommen, dass die IV-Stelle ihn weiterhin als erheblich in seiner
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt ansah und deshalb davon ausging, seine
gesundheitliche Verfassung habe seit dem 2. April 1998 keine
rechtserhebliche Veränderung erfahren. Der Beschwerdeführer hat
folglich versucht, die IV-Stelle zu veranlassen, nicht geschuldete
Versicherungsleistungen an ihn auszurichten. Hätte er die IV-Stelle über
seinen verbesserten Gesundheitszustand unverzüglich informiert und
korrekte Angaben zu seinem Leistungsvermögen gemacht, so hätte diese
die zugesprochene Rentenleistung überprüfen und ohne langwierige
Sachverhaltsabklärungen an die veränderte medizinische Sachlage
anpassen können. Unter diesen Umständen hat die IV-Stelle die dem
Beschwerdeführer zugesprochene Rente zu Recht in Anwendung von
Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV rückwirkend per 31. Oktober 2014 aufgehoben.
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Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zu
deren Bestätigung und zur Abweisung der dagegen erhobenen
Beschwerde führt.
6. Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung
von Leistungen der Invalidenversicherung geht, ist das Verfahren
kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen.
Diese werden für den vorliegenden Fall, der mit einem durchschnittlichen
Aufwand verbunden war, ermessensweise auf Fr. 700.-- festgelegt und
entsprechend dem Verfahrensausgang dem Beschwerdeführer als
unterliegender Partei zur Bezahlung auferlegt (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die
obsiegende IV-Stelle hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung
(Art. 61 lit. g ATSG e contrario).