Decision ID: ae9d2e79-2c9a-4ed6-8731-c86e0f68bec8
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1974 und gelernter Elek
t
romonteur,
meldete sich
unter Hinweis auf Beschwerden am Bewegungsapparat am 20. April
1995
erstmals
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
9/1).
Nach erwerblichen und medizinisch
en Abklärungen lehnte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
das Begehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen mit Verfügung
1
1.
Dezember
1995
ab (
Urk.
9/7). Mit Verfügung vom
9.
April 1996 lehnte
sie auch
das Begehren um
Zusprache
einer Invalidenrente
ab und begründete dies mit der noch nicht
verstrich
enen
einj
ährigen
Wartezeit
(
Urk.
9/14).
1.2
Am
8.
Juli 1998 stellte
X._
ein Gesuch um Umschulung (
Urk.
9/15). Die IV-Stelle veranlasste
hierauf
eine Begutachtung in de
r medizinischen Abklärungsstell
e der Invalidenversicherung (MEDAS) am
Y._
(Gutachten vom 8.
Juli 1999
Urk.
9/23).
Nach fruchtlosem Verlauf
der Berufsberatung
(vgl.
Urk.
9/28 ff.)
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren (IV
Rente und berufliche Massnahmen) mit Verfügung vom 1
7.
April 2000 (Urk.
9/32) ab.
Auf ein
erneute
s
Gesuch um Gewährung
von
beruflichen Massnahmen
im Februar 2003 (
Urk.
9/41)
trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
8.
März 200
3
nicht ein (
Urk.
9/45).
1.
3
Am
6.
März 2006 stellte der Versicherte wiederum ein Gesuch um
Zusprache
beruflicher Massnahmen (
Absolvierung einer Umschulung zum eidgenössisch diplomierten
Fitnessinstruktor
,
Urk.
9/51
und
Urk.
9/65
).
Die von der IV-Stelle in der Folge in Angriff genommene Berufsberatung verlief erneut fruchtlos
(Urk.
9/65)
. Mit Verfügung vom
5.
März 2007
wies
die IV-Stelle
das Gesuch um Kostengutsprache für berufliche Massnahmen ab (
Urk.
9/68).
1.
4
Nach einer
Meldung zur
Früherfassung durch den Krankentaggeldversicherer
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG
(
Urk.
9/79) meldete sich
X._
am
1.
Juni 2012 erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
9/83). Die IV-Stelle holte Arztberichte (
Urk.
9/90
und
Urk.
9/92)
und erwerbliche Unterlagen ein und teilte dem Versicherten am
7.
Dezember 2012 mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
9/101). Am 1
8.
März 2013 fand eine Abklärung beim Versicherten zu Hause statt
(vgl. der Bericht zur Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vom 22. Januar 2014
Urk.
9/111)
. Mit Vorbescheid vom 2
2.
Januar 2014 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
9/115), wogegen
dieser
am 1
7.
März und
2.
April 2014 unter Beilage eines
Arzt
berichtes
Einwand erheben liess (
Urk.
9/125,
Urk.
9/128 und
Urk.
9/130).
Die IV-Stelle holte weitere Arztberichte ein und verfügte nach Eingang einer erneuten Stellungnahme des Versicherten (
Urk.
9/162) am 3. Februar 2015, dass kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe (Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom
2.
Februar 2015 (
Urk.
2) liess
X._
am
9.
März 2015 Beschwerde erheben (
Urk.
1) und sinngemäss beantragen, es sei ihm eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen
(S. 2 und S. 19)
. Eventuell sei ein gerichtliches Gutachten einzuholen und neu über die Sache zu befinden. Subeventuell sei die Sache zu weiteren Abklärungen des medizinischen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zudem stellte
der Beschwerdeführer
ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung eines unent
geltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt
MLaw
Stephan Fischer (S. 2)
. Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 2
2.
April 2015, die Beschwerde sei abzuweisen (Beschwerdeantwort,
Urk.
8), wovon der Beschwerdeführer mit Mitteilung vom 2
3.
April 2015 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
10). Am 3
0.
Juni 2016 liess der Beschwerdeführer einen
Radiologiebefund
vom
4.
Januar 2016
nachrei
chen (
Urk.
11 und
Urk.
12), wel
cher der Besch
werdegegnerin mit Mitteilung vom
4.
Juli 2016 zur Kenntnis
nahme zugestellt wurde (
Urk.
13).
Mit Eingabe vom 2
8.
Septemb
er 2016 stellte
der Beschwerdeführer neue Arztberichte in Aussicht (
Urk.
14).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
)
, so ist im
Beschwerdever
fahren
zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Die
Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei.
Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bun
desgerichts 9C_406/2014 vom 31. Okto
ber 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD
Berichte gehö
ren – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
2.
2.1
In der anspruchsverneinenden Verfügung vom
3.
Februar 2015
(
Urk.
2)
führte die Beschwerdegegnerin aus, der Versicherte
sei in seiner Arbeits-
beziehungs
weise
Leitungsfähigkeit seit Juni 2012 erheblich eingeschränkt. Die Abklärun
gen hätten ergeben, dass er ohne
Gesundheitsschaden weiterhin
seiner Tätigkeit
als
Leiter Fitnesstrainer
in einem
Pensum von 75
%
nachgehen würde. Die rest
lichen 25
%
entfielen in den
Haushaltbereich
des alleinerziehenden Vaters eines Sohnes
. Die Beschwerdegegnerin errechnete unter Anwendung der gemischten Methode e
inen Invaliditätsgrad von 18
%
.
In der Beschwerdeantwort vom 2
2.
April 2015 (
Urk.
8) verwies die
Beschwerde
gegnerin
auf die Stellungnahmen ihres RAD zu den Berichten der behandelnden Ärzte.
Sie führte ergänzend aus, dass d
ie neue Diagnose
einer
mittelgradige
n
depressive
n
Episode
im Bericht
Z._
vom 1
1.
November 2014
aufgrund einer einmaligen Konsultation erfolgt
sei
, wobei sich
der im Bericht aufgeführte Befund nur unwesentlich von den Untersuchungsbefunden, die bereits im psychiatrischen Consilium des MEDAS
-
Gutachten
s
vom
8.
Juli 1999 festgehalten worden seien, unterscheide. Von einem neu hinzugekommenen und
allenfalls abklärungsbedürftigen psychischen Gesundheitsschaden könne somit nicht ausgegangen werden. Sodann handle es sich bei dieser Diagnose definitionsgemäss um eine vorübergehende, behandelbare und grundsätzlich überwindbare Störung und nicht um einen invalidisierenden
Gesund
heitsschaden
. Hierfür spreche auch, dass der Beschwerdeführer gar nicht in psychiatrischer Behandlung stehe. Neue Erkenntnisse zur Arbeitsfähigkeit seien daher aufgrund einer zusätzlichen medizinischen Abklärung nicht zu erwarten.
2.2
Der Beschwerdeführer wandte dagegen
in seiner Beschwerde vom
9.
März 2015 (
Urk.
1)
nebst dem Hinweis
,
er müsste
im Gesundheitsfall einer vollen
Erwerbs
tätigkeit
nachgehen und
sei
daher als Vollerwerbstätiger zu qualifizieren (Ziff.
54)
ein, dass
aufgrund der nachvollziehbaren Ausführungen im Bericht von Dr.
med.
A._
, Facharzt Rheumatologie
vom 1
1.
März 2014
aus somati
scher Sicht von einer
lediglich
40%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen
sei
(
Ziff.
35 ff.). Neben dem somatischen
Gesundheits
schaden
bestehe auch ein
e
wesentliche
psychische
Störung
(
Ziff.
47 f.).
Er habe
Anspruch auf eine ganze Rente (
Ziff.
55 ff.).
Sollte
das Gericht wider Erwarten zu einem anderen Schluss
kommen
, so
wäre
der medizinische Sachverhalt näher abzuklären (
Ziff.
63).
3.
Der anspruchsverneinenden Verfügung vom
1
7.
April
2000 (
Urk.
9/23) lag in medizinischer Hinsicht im Wes
e
ntlichen das Gutachten der MEDAS am
Y._
vom
8.
Juli 1999 (
Urk.
9/23) zugrunde.
Die Gutachter
Dr.
med.
B._
,
Chefarzt und
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie
Dr.
med.
C._
, I
nnere Medizin / Rheumatologie FMH
,
nannten
damals
die folgenden Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 9)
:
Spondylarthritis
ankylopoetic
a
(M.
Bechterew
) mit beidseitiger
Sacroiliitis
und
Fibroostitis
am linken Trochanter
major
Erhebliche psychische Überlagerung eines primär somatischen chronischen
Schmerzsyndromes
(M.
Bechterew
) auf dem Boden einer
histrionisch
-narzis
s
tischen Problematik
Zudem stellten sie einen
Cannabisabusus
fest, aus dem indes keine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit resultiere (S. 9) und
der
von untergeordneter Bedeu
tung sei (S. 8).
Die Gutachter gaben an, der Beschwerdeführer habe berichtet, dass die Kreuz
schmerzen aktuell eher zurückgegangen seien. Hauptbeschwerden habe er am linken Oberschenkel, vor allem durch eine verminderte Kraft. Typische
früh
morgendliche
Schmerzen seien aktuell verneint worden. Klinisch sei die Beweg
lichkeit der Wirbelsäule nicht wesentlich eingeschränkt. Die
Mennell
-Prüfung
sei negativ gewesen. Es finde sich im Wesentlichen eine
Druckdolenz
über dem linken Trochanter
major
mit Angabe von Schmerzen in diesem Ber
e
ich bei
end
phasigen
Hüftbewegungen. Radiologisch imponierten vor allem
fibroost
o
tische
Veränderungen am linken Trochanter nebst einer bilateralen
Sacroiliitis
.
Syn
desmophyten
seien an der unter Wirbelsäule nicht erkennbar (S. 10).
Psychiatrischerseits
werde eine erhebliche psychische Überlagerung des primär somatischen chronischen Schmerzsyndroms in den Vordergrund gestellt
,
auf dem Boden einer
histrionisch
-narzis
s
tischen Probl
ematik. Durch die psychoge
nen Krankheitsfaktoren werde die Minderung der Arbeitsfähigkeit auf 20
%
geschätzt (S. 10).
Die Gutachter kamen zu Schluss
, die Arbeitsfähigkeit werde für eine körperlich leichtere bis mittelschwere Tätigkeit durch die Folgen
eines
Morbus
Bechterew
sowie
durch
psychische Faktoren eingeschränkt
.
U
nter Beachtung aller Aspekte werde die Einschränkung für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Fitnesstrainer oder eine ähnliche, wechselbelastende Tätigkeit auf 20
%
geschätzt (S. 10).
Im erlernten Beruf als Elektromonteur seien vereinzelt schwere Lasten zu h
e
ben und regelmässig Arbeiten in schwierigen Positionen nötig, so dass diese Tätig
keit eher ungünstig sei. Die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit
schätzten
die Gutachter bei dieser Tätigkeit auf 20-30
%
(S. 12).
Bei der bekannten
Grunder
krankung
müsse mit weiteren Entzündungsschüben gerechnet werden (S. 11).
Die Prognose sei offen beziehungsweise, solange keine psychotherapeutische Behandlung stattfinde, eher mit Skepsis zu sehen. Angesichts der narzisstischen Problematik müsse davor gewarnt werden, den Beschwerdeführer zu einer Psy
chotherapie zwingen zu wollen; er könnte darauf mit Symptomeskalation rea
gieren (S. 11).
4.
4.1
Im der Neuanmeldung beigelegten Bericht vom
4.
April 2012
(
Urk.
9/81
/1
)
gab
Dr.
med.
D._
,
Kaderarzt Radiologie
E._
,
an,
vom kernspintomografischen als auch computertomografischen Aspekt her sei der am selben Tag erhobene MRI-
und CT-
Befund mit einem ausgedehnten Befall eines Morbus
Bechterew
sehr gut vereinbar.
Es liege eine v
ollständige Ankylose der
Iliosakralgelenke
beidseits
vor
.
Zusätzlich bestehe ein
entzündlicher Befall der Symphyse im Rahmen einer
Symphysitis
.
„
Punctum
maximum
“
des Befalls sei jedoch der Trochanter
major
mit diffusen entzündlichen Veränderungen und Nachweis von
Enthesiopathien
im Bereich des Ansatzes des
Musculus
glutaeus
medius
und
minimus
. Differenzialdiagnostisch müsse
beim
Befund im Bereich
des
Trochanter
majus
auch an eine chronische Osteom
yelitis mit einem akuten Schub gedacht werden. Aufgrund der Gesamtsituation stehe jedoch ein Befall
im Rahmen
des Morbus
Bech
terew
im Vordergrund. Kernspintomo
grafisch bestehe kein Anhalt für eine Koxitis
links
.
4.2
Im Bericht
an die IV
vom
3.
Juli 2012
(
Urk.
9
/90)
nannte
Dr.
med.
F._
, Stell
vertretender Chefarzt
Klinik G._
, nach einer ambulanten Behandlung
in der Zeit
zwischen dem
2.
und 3
1.
Mai 2012
folgende
Diagnose:
HLA B
27-positiver Morbus
Bechterew
5/7 Kriterien entzündlicher Kreuzschmerz erfüllt; wiederholte Entzü
ndungsschübe des Beckenringes
MRI
des
Becke
nring
s
sowie Becken-CT
vom
4.4.2012: Beidseits
Ankylose der SIG; Erosionen der Symphyse; Knochenmarksödem Schambeinäste und Trochanter links, zusätzlich
Enthesitis
am Trochanter
major
links; konventionell-radiologisch
Ankylose b
eider SIG sowie
anguläre
Sklerosierung
des Lendenwirbelkörpers (LWK)
3
Ganzkörper-MRI
vom
22.5.2012: Akute Entzündung
der Brustwirbelkörper
(
BWK
) 4
bis LWK
3
;
Ö
dem beider Schambeinäste und des linken Trochanter;
Ö
dem AC
Gelenke und beider SC-Gelenke; Fusion b
eider SIG; Band
scheibendegeneration im
Ü
bergangssegment L5/S1
Dr.
F._
gab an, der 38-jährig
e Versicherte leide an eine
m
HLA
B2
7-positiven Morbus
Bechterew
mit
MR-tomographisch dokumentierter ausgeprägter
Ent
zündungsaktivität
des Beckenringes und der gesamten Brust- und
Lendenwir
belsäule
. Die Indikation zur Behandlung mit entzündungshemmenden soge
nannten TNF-alpha-
Hemmern
sei
gegeben. Bei dieser Behandlung mit
Jahres
kosten
von rund
Fr.
25‘000.--
sei
abzuwägen zwischen
einer
Ansprechwahr
scheinlichkeit
von rund 70
%
der Erkrankten und einer durch die Therapie induzierten
leichtgradigen
Immunsuppression mit erhöhter
Infektanfälligkeit
. Aufgrund des potentiellen, jedoch seltenen Risikos eines schweren Infektes wünsche der Bes
chwerdeführer vorerst keine Auf
nahme dieser Behandlung. Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei die bildgebend dokumentierte hohe
Ent
zündungsaktivität
in Beckenring und Wirbelsäule angemessen zu berücksichti
gen wegen des
Rezidivrisikos
. Für
eine körperlich belastende Arbeitstätigkeit bestehe auch mittelfristig keine Arbeitsfähigkeit. Für eine körperlich leichte bis
mässiggradig
belastende Arbeitstätigkeit schätze er die Arbeitsfähigkeit auf
grund der weiterhin bestehenden Entzündungsaktivität auf 70
%
.
4.3
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH Allgemeine Innere Medizin, und seit April 1999 der Hausarzt des Versicherten, berichtete der IV-Stelle am 1
3.
Juli 2012 (
Urk.
9/92).
Er gab an, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei reduziert. Vor allem der Arbeitsweg mache dem Versicherten Sorgen. Der Morbus
Bechterew
sei
aktiv. Diesbezüglich habe bereits die
Klinik G._
informiert. Er denke, es mangle dem Beschwerdeführer nicht an Fleiss. Der Vater eines unmündigen Kindes könne und möchte einer Arbeit nachgehen. Es gehe wahr
scheinlich um die Belastung am Arbeitsplatz und um den Weg zur Arbeit.
Die Arbeitsfähigkeit müsse mit dem Versicherten selber besprochen werden
. Mit Pausen werde er zu
mindestens
50
%
belastbar sein.
Die Prognose sei ungewiss. Die Krankheit verlaufe schubweise.
Dr.
H._
attestierte
in
der zuletzt aus
geübten
Tätigkeiten
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom
1.
bis 3
0.
Juni 2012 und eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit vom
1.
Juli bis 1
9.
August 201
2.
Ab dem
1.
August 2012 sei eine Wiederaufnahme der Arbeit im Umfang von 20
%
bis 50
%
möglich.
4.4
In seiner Stellungnahme vom 3
0.
Juli 2012
(
Urk.
9
/113 S. 4)
gab der RAD-Arzt
pract
. med.
I._
an, die Berichte von
Dr.
F._
und
Dr.
H._
seien plausibel.
Es könne darauf abgestellt werden.
Der Versicherte leide unter einem HLA-B 27 positiven
Morbus
Bechterew
mit ausgeprägten Entzündungsaktivitäten des Beckenringes und der gesamten Brust- und Lendenwirbelsäule. Es sei entsprechend der aktuellen MRI-Befunde mit akuten Entzündungszeichen
aus versicherungsmedizinischer Sicht
eine Verschlechterung des Gesundheitszu
standes anzunehmen. Im Rahmen der Grunderkrankung mit schubweisem Ver
lauf sei dies medizinisch ab zirka April 2012 (Datum der MRI-Untersuchung des Beckenringes) plausibel
. In einer angepassten Tätigkeit bestehe aktuell eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
wegen der weiterhin bestehenden
Entzündungs
aktivität
.
4.
5
Im
an den Beschwerdeführer adressierten
Bericht vom 1
2.
Oktober 2012
(Urk. 9/99)
nannte d
er Rheumatologe
und ärztliche Berater der Schweizerischen
Bechterew
-Vereinigung,
Dr.
A._
,
Klinik
J._
,
die folgenden Diagnosen:
Spon
dylarthritis (Spondylitis
ankyl
osans
), Beginn 1992, Diagnosestellung
1998
Ganzkörper-MRI
vom 22.5.2012: Ankylose der ISG
beidseits, Ödem
Os
pubis
beid
seits
mit
erosiven
Veränderungen;
multilokuläre
Ödeme der
Wirbelkörperv
order
kanten
;
Ö
dem
Manubrium
stern
i
rechts,
Ö
dem
geri
nggradig
des linken AC-Gelenkes
Schmerzsyndrom
linksseitiger Trochanter
major
Insuff
izienz der
Glutealmuskulatur
(kl
inisch positives
Trendel
enburgzeichen;
Inser
tionstendinopathie
der
Gluteus
muskulatu
r
medius
respektive
minimus
)
mit
Partial
ruptur
der Sehnenplatte
Kern
spintomographisch vergröberte Knochenstruktur des proximalen
Femurs
linksseitig
Dr.
A._
gab an
,
die Beschwerden des Versicherten
stünden
in
Zusammenhang mit
einerseits
der
entzünd
lichen Erkrankung wie die Spondylarthritis und
andererseits
einer
Glutealinsuffizienz
durch die
Tendinopathie
und durch die Partialrupturen der
Sehnenpl
atte.
Die Spondylarthritis
habe
Schmerzen von entzündlichem Charakter zur Folge, welche sich gemäss
Angaben des Beschwerdeführers
häufig auch schubartig verstärkt manifestier
t
en und dann zu umschriebenen schmerz- und
entzün
dungsbedingten
Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule führ
t
en.
Anläss
lich der MRI
-Untersuchung vom Mai 2012
hätten
sich
multilokuläre
aktive Ent
zündungsherde dar
gestellt
.
Die Insuffizienz der
Glut
ealmuskulatur
führe
zu einer verminderten statischen und dyn
amischen Stabilität des Beckens und der
Hüfte, was konsekutiv zu den bel
astungsabhängigen Schmerzver
s
tärkungen
führe
. Anlä
sslich der Untersu
chung
durch
Dr.
med.
F._
in der
Klinik G._
sei
der Fokus vor allem auf die Spondylarthritis gelegt
und der
Umstand der
Glutealschwäche
überhaupt nicht berücksichtigt
worden
.
Zusammengefasst führten die Krankheitsbilder respektive die strukturellen Befunde zu erheblichen funktionellen Einschränkungen mit konsekutiver Min
derung der Belastungstoleranz.
Hinsichtlich einer Erwerbsfähigkeit bestünden Einschränkungen beim Heben und Tragen von Lasten, bei Zwangspositionen und auch beim Ge
hen respektive Stehen an Ort wie
auch bei längerem Sitzen. Abhängig von den
Entzündungs
schüben
seitens der Spondylarthritis könne es zu vorübergehenden vollständi
gen Arbeitsausfällen kommen, ebenso nach
Überlastungen auf den
muskulo
tendinösen
Strukturen im Becken- und linksseitigen Hüftbereich.
Gerade um entsprechende vollständige Arbeitsunfähigkeiten zu ve
rmeiden, soll
e der Beschwerdeführer hinsichtlich Belastungseinwirk
ungen durch Gehen und
Stehen an Ort
eher zurückhaltend sein, während dessen auf allfällige
Entzün
dungsschübe
seitens der Spondylarthritis nur bedingt Einfluss genommen wer
den könne.
Insgesamt e
rachte er die Arbeitsfähigkeit und
Erwerbsfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit
als
zeitlich und leistungsmässig reduziert (wahrscheinlich um 40
%
bis 50
%
).
4.
6
Im wiederum an den Beschwerdeführer adressierten Bericht vom 1
1.
März 2014
(
Urk.
9/128)
nannte
der Rheumatologe
Dr.
A._
die folgenden Diagnosen:
Spon
dylarthritis (Spondylitis
ankyl
osans
), Beginn 1992, Diagnosestellung
1998
Ganzkörper-MRI vom 22.5.201
2: Ankylose der ISG
beidseits, Ödem
Os
pubis
beid
seits
mit
erosiven
Veränderungen;
multilokuläre
Ödeme der
Wirbelkörperv
order
kanten
;
Ödem
Manubrium
stern
i
rechts,
Ö
dem
geri
nggradig
des linken AC-Gelenkes
MRI vom 2
8.
Februar 2014: Knöcherne Ankylose ISG mit diskreten
ödemösen
Kno
ch
enmarksveränderungen
; Erosionen mit Symphyse; ausgeprägte ödematöse Verän
derungen mit Erosionen am Trochanter
major
Schmerzsyndrom
linksseitiger Trochanter
major
Insuff
izienz der
Glutealmuskulatur
(kl
inisch positives
Trendelenburgzeichen;
Enthesitis
der
Gluteus
muskulatu
r
medius
respektive
minimus
)
Breitb
asige
Diskushernie L5/S1 mit Dorsalverlagerung der Nervenwurzel
k
linisch ohne Zeichen einer
radikulären
Reiz- oder sensomotorischen Ausfallsymptomatik
Restless
L
eg
s
Syndrom
Schlafapnoe/-
hypopnoe
-Syndrom
Status nach Ellbogenfraktur
Dr.
A._
gab an, die Beschwerden stünden in Zusammenhang mit der entzünd
lichen Erkrankung
des
Typ
s
Spondylarthritis. Sie zeigten auf struktureller Ebene „chronische Folgen“ dieser Erkrankung wie auch aktive Entzündungsprozesse.
Dr.
A._
nannte dasselbe Belastungsprofil wie in seine
m
letzten Bericht und wies darauf hin, dass als erhebliche
Komo
rbiditäten
das schwere
Restless
-
Legs
-
Syndrom wie auch das Schlafapnoe/-
Hypopnoe
-Syndrom aufzuführen seien. Diese
Komorbiditäten
hätten ebenfalls Einfluss auf die Ausübung einer berufli
chen Tätigkeit, gerade in Kombination mit den bereits
begründeten
Einschrän
kungen durch die Erkrankung seitens des Bewegungsapparates.
Insgesamt erachtete
Dr.
A._
die Arbeitsfähigkeit und
Erwerbsfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit zeitlich und leistungsmässig reduziert (Arbeits
fä
higkeit wahrscheinlich 40
%
).
4.
7
Dr.
med.
K._
, leitender Arzt Pneumologie, FMH Pneumologie SGP, Spital
L._
, nannte im Bericht
an die Hausärztin
zur ambulanten Behandlung vom 1
2.
bis 2
4.
Februar 2014
(
Urk.
9/136)
die
folgenden
Diagnosen:
Komplexe
s Schlafapnoe-/
Hypopnoe
-Syndrom
Unter APAP 4-10 cm H
2
0 Apnoe-/
Hypopnoe-lndex
23/h
vor allem zentrale
Hypopnoen
Umstellu
ng auf
BiPAP
-Gerät erforderlich
Schweres
Restless
L
egs
S
y
ndrom
Leg
movement
Index 63/h
Er gab an, es liege ein komplexes Schlafapnoe-/
Hypopnoe
-Syndrom vor. Die APAP-Gerätetherapie se
i nicht genügend. Es
werde
diesbezüglich eine Umstel
lung auf eine Heimtherapie stattfinden. Des Weiteren hätten sie einen deutlich
erhöhten Leg
M
ovement Index von 63/h beobachtet. Dies entspreche einem schweren
Restless
-
L
egs
-
S
yndrom
. Die Therapie mittels
Lycica
50 mg sollte sukzessive bis auf 150 mg eine Stunde vor dem Schlafengehen angepasst wer
den. Des Weiteren würden
sie
ihre
Kollegen der
Gruppe
Clienia
bitten, den Beschwerdeführer für eine Schlafe
dukation sowie eine Verlaufsbeurteilung der psychophysiologischen Insomnie aufzubieten. Aktuell sei jedoch eine deutliche Beeinträchtigung durch die Schlafstörung gegeben.
Im Bericht an die IV-Stelle vom 1
5.
Mai
2014 (
Urk.
9/143/6-7)
brachte
Dr.
K._
unter der Frage nach einer Arbeitsunfähigkeit
den Vermerk
„nicht bekannt“
an
.
4.
8
Dr.
med.
M._
, Fachärztin für Allgemeine Medizin FMH,
seit
der Pension
ierung
von
Dr.
H._
die Hausärztin des Beschwerdeführers
,
berichtete der IV-Stelle am 2
5.
Mai 2014 (
Urk.
9/146).
S
ie nannte die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Spon
dylarthritis mit knöcherner Ankylose ISG beidseits, Erosion der Symphyse
Schmerzsyndrom
linksseitiger Trochanter
major
mit
Glutealschwäche
Ansonsten
verwies sie auf die IV-Berichte der anderen Ärzte. Zudem nannte sie die folgenden Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Restless
L
eg
s
Syndrom
Schlafapnoe
,
Hypopnoe
Syndrom
Status nach Schraubenosteosynthese einer mehrfragmentären Radiusköp
f
chenfraktur links 01/14
Dr.
M._
gab an, die Anamnese sei schwierig. Der Beschwerdeführer habe eine lange Leidensgeschichte hinter sich mit eigener Krankheitswahrnehmung und viel eigener Disziplin sowie alternativmedizinischen Behandlungen. Der Beschwerdeführer habe vor allem Schmerzen in den Hüften und im Rücken und leide unter Schlafmangel bei Schlafstörung. Bei Aktivitätsschüben der Spon
dylarthritis habe er vermehrt Schmerzen. Bei der Untersuchung vom 14.
Mai 2014 habe ein guter Allgemeinzustand vorgelegen. Der Beschwerdeführer habe dieses Mal nicht gehinkt. Bei der letzten Konsultation habe er
hüftbedingt deut
lich gehinkt
. Die Wirbelsäule sei klopfindolent gewesen und die Hüfte beidseits unauffällig und aktuell indolent.
Dr.
M._
führte weiter aus, sie könne die Prozentzahl der durch die Spondylarthritis begründeten Arbeitsunfähigkeit nicht angegeben.
4.
9
Im Bericht an die IV-Stelle vom 1
3.
Juni 2014 (
Urk.
9/149) nannte
der Rheuma
to
loge
Dr.
A._
dieselben Diagnosen wie in
den zitierten
Vorberichten
zuhanden des Beschwerdeführers
.
Er gab an,
dieser
nehme bei ihm unregel
mässig Konsultationen wahr. Die gegenwärtige Behandlung erfolge selbständig.
Die
bisherige Tätigkeit als
Fitnessinstruktor
sei nicht mehr möglich. Zudem notierte er ein paar Stichworte entsprechend dem in den Vorberichten genann
ten Belastungsprofil.
Ei
ne behinderungsangepasste Tätigkeit sei in einem Umfang um 40 % (zeitlich und leistungsmässig reduziert) möglich
.
4.
10
Am 1
8.
September 2014 berichtete
Dr.
med.
N._
, leitender Arzt Chirurgie Spital
L._
,
von einem sehr erfreulichen Verlauf
einer Schraubenosteosynthese am linken Radiusköpfchen. Dieser Eingriff erfolgte nach
ein
er
am 1
5.
Januar 2014 erlittenen
mehrfragmentären minim dislo
zierten Radiusköpfchenfraktur
.
Dr.
N._
gab an, i
nsgesamt habe der Beschwerdeführer wahrscheinlich
„
etwa 90
%
der prätraumatischen Kraftentfaltung und Funktion
“
erreicht
(
Urk.
9/156)
.
4.1
1
Dr.
med.
O._
und
Dr.
med.
P._
, Oberärztin
Z._
berichtete
n
d
er IV-Stelle
am 1
1.
November 2014
nach einer Behandlung vom
4.
April bis
7.
Oktober 2014, wobei nur eine Konsultation bei der referierenden Ärztin stattfand
(
Urk.
9/160). Sie nannte
n
die psychiatrischen Diagnosen
eines
mittelgradige
n
depressive
n
Episode (ICD-10 F32.11),
einer
Insomnie in Zusammenhang mit Cannabiskonsum (ICD-10 F51.0), bestehend seit über 15
Jahren,
weiter
einen
Verdacht auf Cannabis Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F12.25), bestehend sei über 15 Jahren
und einen
Verdacht auf
eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8), nicht genau einzuschätzen seit wann bestehen
d
.
Der Beschwerdeführer habe angegeben, dass er an keine
r
psychiatrischen Erkrankung leide, lediglich an zahlreichen körperlichen Erkrankungen und Beschwerden, die ihn von der Arbeit abhalten würden (insbesondere der
Morbus
Bechterew
und die Schlafapnoe).
Seine aktuelle Symptomatik sei mehrheitlich somatischer
Art.
Zudem leide er
darunter
, dass er von den Ärzten nicht verstan
den und dementsprechend nicht fachgerecht behandelt werde. Dies mache ihn ärgerlich.
Die Ärztinnen führten aus, die Prognose der Insomnie i
m
Zusammenhang mit dem Cann
a
biskonsum und d
em
Cannabi
sa
bhängigkeitssyndrom
sei abhäng
ig von der Motivation
des Beschwerdeführers, den Canna
biskonsum zu sistieren. Diese Motivation sei derzeit nicht gegeben.
Bezüglich der
„
kombinierten Persönlichkeitsstörung
“
sei die Prognose ebenfalls von der Motivation des Beschwerdeführers abhängig, sich in intensive Psycho
therapie zu begeben und seine Verhaltensweisen zu verändern. Auch unter
dem Aspekt
einer solchen Motivation sei die Prognose eher als schlecht an
z
usehen.
Die Ärztinnen gaben an, es falle dem Beschwerdeführer schwer
,
mit Kollegen zusammen zu arbeiten. Es entstünden häufig Streitigkeiten, die eine weitere
Beschä
ftigung
nur schwer möglich machten
. Eine Einschränkung der Zeit, in welcher der Beschwerdeführer mit anderen Menschen zusammenarbeiten müsse, wäre eventuell förderlich. Als Fitnesstrainer sei er
ab
7.
Oktober 2014 bis auf weiteres zu 75
%
arbeitsunfähig. Der Beschwerdeführer sei zusätzlich zu den genannten psychischen Einschränkungen körperlich beeinträchtigt. Er leide an Schmerzen, die zusammen mit
seiner
„
Persönlichkeitsstörung
“
durchaus zu erhöhter Reizbarkeit führen könnten. Dadurch werde
seine
Anpassungsfähigkeit an die Umgebung und die Belastbarkeit ein
geschränkt. Mit einem Pensum von
25
%
könne der Beschwerdeführer unter Umst
ä
nden sofort zu arbeiten
begin
nen
. Dies müsse in Zusammenhang mit seinen körperlichen Einschränkungen gesehen werden.
5
.
5
.1
Aus den vorhandenen medizinischen Unterlagen geht hervor, dass sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers
seit der
letzten
rentenanspruchsver
neinenden
Verfügung
vom 1
7.
April 2000
(
Urk.
9/32)
verschlechtert hat
(zum massgebenden Vergleichszeitraum vgl. BGE 133 V 108 E. 5.3 und 5.4)
.
Ausge
wiesen ist
, dass die Grunderkrankung
Morbus
Bechterew
eine
ausgeprägte
Ent
zündungsaktivität
im Beckenring und
in
der Brust- und Lendenwirbelsäule
au
f
weist, die im Zeitpunkt der Begutachtung in der MEDAS des
Y._
nicht
vorhanden war
(vgl.
auch die MR-tomographisch erhoben
en
Befunde von
April und Mai 2012
[
E. 4.1 und E.
4.2
]
und der
aktuelle MRI-Befund der Radiologie
Klinik G._
vom 28.
Februar 2014, wonach die aktiv entzündlichen Veränderungen etwas
regredient
seien im Vergleich zu
r Voruntersuchung im April 2012
Urk.
9/147)
.
Dies anerkennt auch der RAD-Arzt, indem er entsprechend den aktuellen MRI
Befunden mit ausgeprägten Entzündungszeichen ausdrücklich - und auch aus versicherungsmedizinischer Sicht - von einer zwischenzeitlich eingetretenen Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgeht.
5.2
Eine abschliessende Beurteilung
namentlich der Arbeitsfähigkeit beziehungs
weise einer diesbezüglichen allfällig relevanten Veränderung
lassen d
ie
Ergeb
nisse de
r
bisherigen medizinischen Abklärungen
nach der Neuanmeldung vom
1.
Juni 2012
aber nicht zu
.
Zum einen
liegt keine
vollends
überzeugende Begründung des
Allgemeinprak
tiker
s
pract
. med.
I._
vom RAD
vor, weshalb
er der Einschätzung des
Rheumatologen
Dr.
F._
(
Klinik G._
;
E. 4.2
hievor
)
, wonach in einer angepassten Tätigkeit eine 70%ige Ar
beitsfähigkeit bestehe,
gegenüber
der
Einschätzung
des Rheumatologen
Dr.
A._
(
Klinik
J._
;
E.
4.5, E. 4.6 und E. 4.9
hievor
)
, wonach lediglich eine 50%ige
beziehungsweise 40%ige
Arbeits
fähigkeit
vorliege
,
den Vorrang gab
.
Eine
Untersuchung durch den RAD
fand nicht
statt
.
Mit der Angabe,
es handle sich bei der
Einschätzung
der Arbeitsfä
higkeit
durch
Dr.
A._
um eine andere Beurteilung des gleichen medizinischen Sachverhaltes (vgl. die Stellungnahme
n
von
pract
. med.
I._
vom
2.
September 2013
[
Urk.
9
/113 S. 5
]
und
vom
1
5.
April 2014
[
Urk.
9
/165 S. 3
f.
]
)
,
ist noch nicht
rechtsgenüglich
begründet
, weshalb die erste
re
Einschätzung
zutreffender
sein soll
.
Zum anderen
war
im
massgebende
n
Vergleichsgutachten der MEDAS des
Y._
aus dem
Jahr 1999 die
20
%ige
Einschränkung
in angepassten Tätigkeiten
hauptsächlich
mit psychischen Defiziten begründete
t worden
.
Ob
im Vergleichszeitraum
in psychischer Hinsicht
eine
relevante
Veränderung
eingetreten ist, lässt sich
aufgrund des
Bericht
s
des
Z._
vom 11.
November 2014 (
vgl.
E.
4.11
hievor
)
nicht beurteilen.
N
eu
wird
die
Diagnose einer
mittelgradige
n
depressive
n
Episode
genannt
. Die Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit werden aber im Wesentlichen mit einer kombinierten
„
Persönlichkeitsstörung
“
begründet
; von einer blossen Verdachtsdiagnose ist dort (
Urk.
9/160/3) nicht (mehr) die Rede
.
Was die ebenfalls diagnostizierte mittelgradige depressive Episode angeht, kann einer solchen
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
in der Regel
nur dann invalidisierende Wirkung
zukommen
, wenn sie sich nach gescheiterter konsequenter Depressionstherapie als resistent
er
weist
(vgl. BGE
140 V 193 E.
3.3; Urteil
des Bundesgerichts 9C_892
/2015 vom 22. Januar 2016 E. 2)
.
Der RAD-Arzt
pract
.
med.
I._
seinerseits
ging von einem instabilen Gesundheitszustand aus, der durch Therapien noch deutlich verbessert werden könn
t
e
,
und empfahl in seiner Einschätzung vom 10.
Dezember 2014 eine Neubeurteilung in sechs bis zwölf Monaten (Urk.
9
/165 S. 7 f.). Dieser Empfehlung folgt
e die IV-Stelle indessen nicht.
Soweit seit
der letzten Anspruchsprüfung schliesslich
neue somatische Diagno
sen (
komplexe
s
Schlafapnoe- und
Hypopnoesyndrom
, schwere
s
Restless
L
egs
S
yndrom
s
sowie
Status
nach Schraubenosteosynthese einer im Januar 2014 erlittenen mehrfragmentären Radiusköpfchenfraktur links
)
hinzugekommen sind, haben diese
nach Angabe
n
der behandelnden Ärzte keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (vgl
. E. 4.7,
E. 4.8
und E. 4.10
).
5.
3
Nach dem Gesagten ist zwar im massgeblichen Vergleichszeitraum von einer Verschlechterung der Grunderkrankung (Morbus
Bechterew
) auszugehen; ob beziehungsweise inwieweit sich diese, allenfalls im Verbund mit einer relevan
ten psychischen Problematik, revisionserheblich auf die Arbeitsfähigkeit aus
wirkt, bedarf weiterer verwaltungsunabhängiger (interdisziplinärer) Abklärung (zum Erfordernis eines tatsächlichen Unterschieds auf der
Seinsebene
und zur notwendigen Befassung einer Expertise mit dem Beweisthema - erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts - vgl. Bundesgerichtsurteil 9C_418/2010 vom 2
9.
August 2011 E. 4.2).
6.
6.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG).
6.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentsc
hädigung (Art. 61
lit
. g ATSG).
Der Beschwerdeführer reichte zusammen mit seiner Beschwerde
vom
9.
März 2015
eine Honorarnote ein (
Urk.
3/4).
Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich fest
zusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierig
keit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der seit
1.
Juli 2011 in Kraft stehenden Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird namentlich für unnöti
gen Aufwand kein Ersatz gewährt.
6.3
Der von Rechtsanwalt Stephan Fischer in seiner Honorarnote vom
9.
März 2015 geltend gemachte Aufwand von 19,41 Stunden und
Fr.
208.--
Barauslagen (Urk.
3/4
) ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass er den Beschwer
deführer schon im
Vorbescheidverfahren
vertrat
und
ihm
die Akten somit bekannt waren.
Für die Aufwendungen im
Vorbescheidverfahren
wurde
er
im Übrigen bereits
von der
Beschwerdegegnerin entschädigt
(vgl.
Urk.
9/171)
. Sodann
sind auf der Honorarnote nicht nur anwaltliche Bemühungen betreffend das vorliegende Verfahren, sondern auch
Aufwendungen im
Zusammenhang mit der Arbeitslosenversicherung aufgeführt
.
Als überhöht erscheint schliesslich namentlich
der
Aufwand von
17,5
St
unden für die Beschwerdeschrift
.
Auffal
lend ist im Weiteren
, dass Kopien im Gesamtbetrag von
Fr.
195.-- in Rechnung gestellt werden, obwohl die Beschwerdegegnerin das Dossier im
Verwaltungs
verfahren
in kopierter Form zustellte (vgl.
Urk.
9/171).
Angesichts der zu studierenden gut
160
Aktenstücke der Beschwerdegegnerin, der
rund
zwanzig
seitigen
Beschwerdeschrift
, de
r
Aufwendungen im Zusammen
hang mit dem Gesuch um unentgeltliche
Prozessführung und
Rechtsv
ertretung,
de
r
weiteren Eingaben (
Urk.
11-12 und
Urk.
14)
sowie der in ähnliche
n Fällen zugesprochenen Beträge
ist die
Prozessentschädigung
bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
2
2
0.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2‘900.--
(inklusive Barauslagen un
d Mehrwertsteuer) festzusetzen.
6
.
4
Das Gesuch
des Beschwerdeführers
um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung erweist sich bei diesem Ausgang des Verfahrens als
obsolet
.