Decision ID: 1a10220c-8cd2-4bb2-82d0-49e8127ae8f6
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1983 geborene
X._
war nach Absolvierung einer Bürolehre an verschiedenen Stellen im kaufmännischen Bereich tätig, zuletzt vom 1. Juli 2009 bis 31. März 2010 mit einem Pensum von
100 % (bis Ende Juli 2009) respektive
5
0 %
(ab 1. August 2009)
bei
Y._
in
Z._
(Urk.
8/22
).
Daneben betrieb die Versicherte einen Online-Shop,
über wel
chen sie
namentlich
A._
zum Verkauf
und
zur Vermietung an
bot
(Urk.
8/151 S. 12
).
Am
15. Jun
i 2010 meldete sie sich unter Hinweis auf psychische Beschwerden
sowie
Rückenschmerzen
bei
der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an
(Urk. 8/4
).
Nach Abklärung der
erwerblichen und
medizinischen Verhältnisse
erteilte die IV-Stelle
B._
mit Mitteilung
en
vom 3. Februar 2012 (Urk. 8/67)
und
25. Mai 2012 (Urk. 8/83)
Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining vom 6. Februar bis 6. Mai 2012
beziehungsweise Aufbautraining vom 14. Mai bis 12. August 2012
bei
der Stiftung
C._
. Mit Verfügung
en
vom
4
.
und 23. Januar
2013 (Urk. 8/
115
und Urk. 8/
117
)
sprach
ihr
die
IV-Stelle
B._
bei einem Invaliditätsgrad von
99
%
eine ganze Rente
mit Wirkung ab 1.
Januar
201
1
zu.
1.2
Im Frühling 2013 leitete die mittlerweile zuständige
Sozialversicherungsanstal
t des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
eine revisionsweise Überprüfung des Rentenan
spruchs in die Wege
(Urk. 8/126 und Urk. 8/132)
,
klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab und veranlasste
insbesondere
eine Begutachtung
(
Expertise vom
18. November 2013
,
Urk. 8/151).
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Urk. 8/
1
61
)
hob
die IV-Stelle
a
m 19. Juni 2014 (Urk. 2)
die
Verfügung
en
vom 4.
und 23.
Januar 2013
wiedererwägungsweise
auf
und gleichzeitig rückwirkend die Ausrichtung der Rente per Januar 2011
.
2.
Gegen die Verfügung vom 19. Juni 2014 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 20. August 2014 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte
deren
Aufhebung sowie
die Weiterausrichtung
eine
r
ganze
n
Rente (S. 2). Mit Vernehmlassung vom 24. September 2014 (Urk. 7)
ersuchte
die Beschwerdegegnerin
um
Abweisung der Beschwerde
.
Mit Replik vom 7. November 2014 (
Urk.
14) hielt die Be
schwerdeführerin
an den gestellten Anträgen fest,
wo
rauf
die
Beschwerdegeg
nerin
DVDs
über
Fernsehauftritte der Beschwerdeführerin
auflegte
und im Übri
gen auf eine
Stellungnahme
verzichtete (Urk. 18-19), was der Beschwerdeführe
rin am 15. Januar 201
5
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 20).
Mit Eingabe vom
4. März 201
5
reichte die Beschwerdeführerin weitere Unterlagen
ein (Urk. 21-22)
,
wobei
die Beschwerdegegnerin
in der Folge
in ihrer Stellung
nahme vom 13. April 201
5
(Urk.
25)
am
Antrag auf Abweisung
festhielt.
Am
11.
April 2016 (Urk. 27)
legte
die Beschwerdeführerin
schliesslich
diverse
Kor
respondenz mit dem Krankentaggeldversicherer
(Urk. 28)
auf
, was der
Be
schwerdegegnerin
am 15. April 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 29).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Verwaltung kann auf formell rechtskräftige Verfügungen zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erhebli
cher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG). Zweifellose Unrichtigkeit im
wieder
erwägungsrechtlichen
Sinn
e
liegt etwa vor, wenn die Verfügung aufgrund fal
scher oder unzutreffender Rechtsregeln erlassen oder wenn
massgebliche
Bestimmungen nicht oder unrichtig angewendet wurden. Weiter kann eine zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung auch bei unrich
tiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts gegeben sein. Da
runter fällt insbesondere eine unvollständige Sachverhaltsabklärung aufgrund
einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art.
43 Abs. 1 ATSG und Art. 61
lit
. c
ATSG). Die Wiedererwägung im Sinne dieser Bestimmung dient somit der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung
ein
schliesslich
unrichtiger Feststel
lung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts. Eine auf keiner nachvollzieh
baren ärztlichen Einschätzung der
massgeblichen
Arbeitsfähigkeit beruhende Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform und die entsprechende Verfü
gung zweifellos unrichtig im
wiedererwägungsrechtli
chen
Sinne (Urteil des Bundesgerichts 8C_947/2010 vom 1. April 2011 E. 2.2.1 mit weiteren Hinwei
sen). Auch klar unzutreffende Annahmen, die für die
Diag
nosestellung
von entscheidender Bedeutung sind, können in gleicher Weise wie das Fehlen einer nachvollziehbaren fachärztlichen Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit eine
Leis
tungszusprechung
als zweifellos unrichtig im
wiedererwä
gungsrechtlichen
Sinn
e
erscheinen lassen (Urteil des Bundesgerichts 9C_86/2013 vom 30. April 2013 E. 2.1 mit Hinweisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.
1
Die Beschwerdegegnerin begründete
ihren Entscheid
(Urk. 2)
damit, es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin noch vor dem Zeitpunkt der
Leis
tungszusprache
über ein Aktivitätsniveau verfügt habe, welches weder mit den bei der
IV-
Anmeldung geltend gemachten Beeinträchtigungen noch den im Zusammenhang mit den Eingliederungsmassnahmen getätigten Angaben
in Übereinstimmung zu bringen sei. Die Beschwerdeführerin habe
zudem
weder
bei der
L
eistungszusprache
im Januar 2013 noch im Revisionsverfahren
ihre offen
bar seit Ende 2010 ausgeübte selbständige Erwerbstätigkeit im Online-
Handel
, welche zu einem klar rentenausschliessenden Einkommen geführt
habe
,
ange
zeigt.
Hätte
sie
in Nachachtung
ihrer Auskunfts- und Mitwirkungspflicht
mit
geteilt
,
über
erhebliche
Einkünfte respektive ein hohes Aktivitätsniveau zu ver
fügen, wäre die Anrechnung eines Invalideneinkommens
von
unter
Fr.
1‘000
.-- nicht
erfolgt. Vor diesem Hintergrund habe die Beschwerdeführerin in Verlet
zung ihrer Pflichten die
Rentenzusprache
unrechtmässig erwirkt, weshalb von
einer anfänglich unrichtigen Verfügung auszugehen, auf die Rentenleistung rückwirkend ab Anspruchsbeginn zurückzukommen und
die
Rente ab
Ausrich
tungsbeginn
einzustellen sei (S. 3
und Urk. 7
).
2.
2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber in ihrer Beschwerde
(Urk.
1
) auf den Standpunkt,
sie habe keine Auskunfts- und Mitwirkungspflichten v
er
letzt, weshalb
weder die
Voraussetzungen einer Revision
noch einer
Wiederer
wägung
nach
Art. 53
ATSG
erfüllt seien (S. 6).
Selbst wenn im Zusammenhang mit der selbständigen Erwerbstätigkeit
eine Deklarationspflichtverletzung vor
liegen würde, wäre diese unerheblich,
da sie
bei der Ausübung einer solchen Erwerbstätigkeit
aufgrund ihrer psychischen Beschwerden zwingend auf die Unterstützung eines Dritten angewiesen
gewesen
sei, weshalb von einer weitge
henden Arbeitsunfähigkeit im freien Markt ausgegangen werden müsse
(S. 9 f.
und Urk. 14 S. 1
).
Im Übrigen
seien
auch
die Voraussetzungen für eine
Renten
revision
nach Ar
t. 17 ATSG
nicht
erfüllt
, da
insbesondere
in dem
im
Revisions
verfahren
eingeholte
n
Gutachten lediglich eine unterschiedliche Beurteilung ei
nes unveränderten Gesundheitszustands
vorgenommen
worden sei
und
auch keine relevante Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands vor
liege
(S. 12-14).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Verfügungen vom 4. und 23. Januar 2013 (Urk. 8/115 und Urk. 8/117) zu Recht
wiedererwä
gungsweise
aufgehoben und die ganze
Rente
mit Wirkung ab dem 1. Januar 2011 eingestellt hat. Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist demgegenüber die Rückforderung der ab dem 1. Januar 2011 ausgerichteten
Rentenbetreffnisse
. Die angefochtene Verfügung vom 19. Juni 2014 beschlägt nur die Rentenaufhebung,
währenddem
für die Rückforderung ein separater Entscheid in Aussicht gestellt wurde (Urk. 2 S. 5).
3.
3.1
In seinem Bericht vom 24. November 2009 (Urk. 8/19/8-9)
hielt
Dr. med.
D._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
fest
, die Beschwerde
führerin leide unter einer kombinierten Persönlichkeitsstörung, bei der
en
Ge
nese
ein Aufmerksamkeits-Defizit/Hyperaktivitäts-Syndrom
(
ADHS
)
eine Rolle gespielt habe, welches auch noch im Erwachsenenalter krankheitswirksam sei. Zudem zeige die Beschwerdeführerin emotional instabile und dissoziative
Per
sönlichkeitsanteile
. Betreffend die von
ihr
geklagten Rückenschmerzen sei
über
dies
von einer psychischen Überlagerung auszugehen, falls die Beschwerden somatisch nicht genügend erklärbar seien.
Dabei
spielten die dissoziativen
Per
sönlichkeitsanteile
eine Rolle, wobei es sich diagnostisch
um eine Somatisie
rungsstörung
vor dem Hintergrund einer psychisch erhöht vulnerablen Persön
lichkeit handle.
Der Arzt
führte weiter aus
, die Beschwerdeführerin sei aufgrund der Somatisie
rungsstörung und dem im Dezember 2008 erlittenen Trauma - ihr damaliger Freund habe sie geschlagen, im Auto entführt und gedroht, sie umzubringen – nur bedingt in der Lage, ihre psychischen Ressourcen zu nutzen. Für die Dauer der Behandlung (21. August bis 2. November 2009)
und bis auf weiteres
sei sie in ihrer angestammten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig, wobei sie aufgrund ihrer Rückenbeschwerden vermehrt auf Schmerzpausen angewiesen sei. Aufgrund der erlittenen Traumatisierungen sei die Beschwerdeführerin zudem in ihrer
Bezie
hungs
- und Bezugsfähigkeit zum männlichen Geschlecht eingeschränkt.
3.2
In ihrem Bericht vom 16. August 2010 (Urk. 8/19/6) nannte Dr. med.
E._
, Spezialärztin für Innere Medizin, folgende Diagnosen:
m
it Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
posttraumatische Belastungsstörung
Verdacht auf
A
DHS
Persönlichkeitsstörung
Somatisierungsstörung
o
hne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
panvertebrales Schmerzsyndrom lumbalbetont
keine weiteren somatischen Störungen
Dr.
E._
hielt fest, dass die psychische Störung seit Dezember 2008 aufgrund eines Beziehungskonflikts zugenommen habe. Sie attestierte eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 21. August 2009 respektive eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 1. Juni 2010.
3.
3
Dr. med.
F._
, Psy
chiatrie und Psychotherapie FMH,
nannte
in ihrem Be
richt vom 15. September 20
10
(Urk. 8/25
/3-7
)
folgende Diagnosen:
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
kombinierte Persönlichkeitsstörungen (ICD-10 F61.0)
schwere depressive Episode (ICD-10 F32.2)
posttraumatische Belastungsstörung
ohne
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
keine
Die behandelnde Psychiaterin
beschrieb die Beschwerdeführerin als abwech
selnd forsch und verzweifelt sowie
als
emotional oft weni
g spürbar.
Die Be
schwerdeführerin
berichte von zurückliegenden Ereignissen
,
wie wenn diese heute geschähen. Die Psychiaterin
erwähnte
den Rückzug von Menschen, Miss
trauen, paranoides Denken sowie passive Sterbewünsche. Die Beschwerdeführe
rin sei psychisch schwer krank und habe nach der Gewalterfahrung im Jahre 2008 (Bedrohung durch einen Bekannten mit einem Messer) eine posttraumati
sche Belastungsstörung
sowie
eine Depression entwickelt.
In Verbindung mit einer
kombinierte
n
Persönlichkeitsstörung
habe
sie
nur
wenige Ressourcen und es werde ihr mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht gelingen, selbständig Arbeit in d
er freien Wirtschaft zu finden
.
D
ie Ärztin
attestierte
eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit
vom
Herbst 2009 bis Mai 2010
und
eine
100%ige Arbeitsunfähig
keit seit Juni 20
10
.
In ihrem Telefongespräch
vom 24. August
2011
mit der Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD)
der IV-Stelle
B._
, Dr. med.
G._
, Fachärztin für Allgemeine Medizin FMH,
wies
Dr.
F._
darauf hin
, dass der Beschwer
deführerin eine Tätigkeit von vier mal zwei Stunden im geschützten Rahmen zumutbar sei (Urk. 8/119 S. 5).
3.
4
In dem von der Beschwerdegegnerin im Rahmen
der revisionsweisen Überprü
fung des Rentenanspruchs beim
H._
eingeholte
n
Gutachten vom 18. November 2013 (Urk. 8/151)
wurden folgende Diagnosen gestellt (S.
17):
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
keine
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61)
soziale Phobie (ICD-10 F40.1)
subsyndromale
Traumafolgestörung
nach anamnestisch berichteter Bedro
hung und Vergewaltigung (2008)
Der Gutachter Dr. med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie, führte aus, die Be
schwerdeführerin habe sich mit einem agitiert ängstlichen Bild gezeigt, einher
gehend mit Schilderungen einzelner Panikattacken, einer Neigung zu depressi
ven Episoden und einer unzureichenden Fähigkeit, interpersonelle Kontakte ein
zugehen und über längere Zeit zu ertragen. Die Diagnostik zeige das Bild einer weit in die Psychobiographie zurückreichenden, kombinierten
Persönlichkeits
störung
mit narzisstischen Zügen
sowie
emotional instabilen, selbstunsicheren und ängstlich-vermeidbaren Anteilen.
D
ie diagnostischen Algorithmen einer posttraumatischen Belastungsstörung
seien aktuell
nicht er
füllt. E
s
fehle
a
m
Vermeidungsverhalten,
an
einem Nachweis von
Hyperarousals
, Intrusionen mit
katastrophisierendem
Charakter
und begleitenden Affektstürmen. Es bestehe al
lerdings eine phobische Symptomatik mit Vermeidung sozialer Situationen, niedrigem Selbstwertgefühl, Furcht vor Kritik und Misstrauen gegenüber Dritten und es komme gemäss den Schilderungen der Beschwerdeführerin gelegentlich
zu Panikattacken. Betreffend die von der Beschwerdeführerin erwähnte Unmög
lichkeit, in einem Team zu arbeiten, sofern es für sie keine
Rückzugsmöglich
keiten
und Freiräume gebe, wies der Gutachter darauf hin, dass die Homepage der Beschwerdeführerin,
auf
welcher sie ihre Dienste als Foto- und
Catwalk
-Model, in der Dessous-Werbung, a
ls TV-Model und Hostess anbiete
, einen ganz anderen Eindruck vermittle. Auch wenn sie angegeben habe, sie habe ohnehin nur wenige Angebote und müsse viele
Anfragen
wegen ihrer Einschränkungen ausschlagen, so könne aus den vorliegenden Informationen und erhobenen Be
funden dennoch nicht auf eine schwerwiegende psychische Störung mit Rele
vanz für die Arbeitsfähigkeit geschlossen werden. Unter Berücksichtigung der Teil
nahme an einer TV-Casting-Show
seien insbesondere auch einzelne Symp
tome einer sozialen Phobie zu relativieren
.
Sodann sei e
ine in der Vergangen
heit diagnostizierte schwere Depression siche
r
lich
remittiert und
die diagnosti
schen Algorithmen einer Depression seien nicht gegeben
(S. 15
und S. 18
).
Der Gutachter führte weiter aus, die Beschwerdeführerin sei aus psychiatrischer Sicht in der Lage, jegliche ihrem Ausbildungs- und Kenntnisstand entsprechen
de
n
Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu verrichten. Tätigkeiten mit besonderen Anforderungen an die Teamfähigkeit seien zwar möglichst zu vermeiden, aber eine Tätigkeit mit üblichen Anforderungen an interaktionelle Kompetenzen könne sie
durchaus verrichten. Auch die erlernte Tätigkeit als Bürokraft sei möglich und zumutbar. Entsprechend sei
sie
in der Lage, sowohl Tätigkeiten im angestammten Beruf als auch V
erweistätigkeiten vollschichtig
und
ohne Minderung der Leistungsfähigkeit zu verrichten (S. 15 f., S. 17 und S. 18). Der Gutachter wies weiter darauf hin, eine Arbeitsunfähigkeit sei rück
blickend betrachtet nicht ausgewiesen. Dies gelte insbesondere für
die
von Dr.
F._
am 13. Juli 2010
attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit
,
da
von einer voll
en Arbeitsfähigkeit seit August
2010 auszugehen sei.
Das Scheitern der Integrationsmassnahme
n im Jahre
2012 sei auf innerseelische Widerstände der Beschwerdeführerin zurückzuführen, welche im Rahmen der
Persönlich
keitsstörung
und der sozialen Phobie zu interpretieren seien. Die Widerstände könne sie bei ausreichend erhaltenen Ressourcen in den sogenannten komple
xen Ich-Funktionen aber durchaus überwinden (S. 19).
Der Gutachter
hielt ab
schliessend fest, dass mit Blick auf die Selbstdarstellung der Beschwerdeführerin auf ihrer Homepage und ihren eingeräumten Aktivitäten (zum Beispiel Teil
nahme in einer TV-Casting-Show mit Reise nach
J._
) eine Reihe der von ihr beklagten Einschränkungen einer Aggravation zuzuordnen
sei
. Eine Simula
tion liege demgegenüber nicht vor, da die Merkmale einer
weit in d
ie Biogra
phie zurück
zu
verfolgende
Persönlichkeitsalteration
eindeutig beständen, auch wenn
diese nicht so ausgeprägt seien, dass sie zu einer Einschränkung
der
Ar
beitsfähigkeit führten (S. 20).
3.
5
Im Bericht von m
ed.
pract
.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera
pie FMH, und
lic
. phil.
L._
, Fachpsychologin für Psychotherapie und Kli
nische Psychologie FSP,
- wo die Beschwerdeführerin seit 26. Januar 2012 in Behandlung steht -
vom 3
0. Juni 201
4
(Urk. 3/7)
wurden folgende Diagnosen gestellt (S. 1):
soziale Phobie (ICD-10 F40.1) auf dem Hintergrund einer
Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen und emotional instabilen Zügen (ICD-10 F61.0)
Med.
pract
.
K._
und
lic
. phil.
L._
gingen von
einer Arbeitsfähigkeit von etwa 25 % (durchschnittlich zwei Stunden täglich) aus. Das Hauptproblem bestehe in den sozialen Ängsten, welche zu panikartigen Gefühlen und einem Rückzugsverhalten führten.
Letzteres
sei in einer normalen Arbeitssituation nicht tragbar, was sich im Rahmen des
gescheiterten
Arbeitsversuchs deutlich gezeigt habe. Die damals aufgetretenen Fehlzeiten seien hauptsächlich
die Folge
psychosomatische
r
Beschwerden gewesen, die sich
wegen
Überforderung
auf
grund
zu intensive
n
soziale
n
Interaktio
nen am Arbeitsplatz entwickelt hätten
. Die Beschwerdeführerin habe zudem
aufgrund ihrer
grossen affektiven Labilität Mühe, Affekte zu steuern, wobei die Stimmung plötzlich „kippen“ könne und sie sich zurückziehe. Die Labilität gehe mit Beziehungsschwierigkeiten
einher, wobei
sie
Beziehungen nicht graduell gestalte, sondern sich schutzlos öffne, was immer wieder zu schlechten Erfahrungen führe, die möglicherweise auch den Boden für die sozialen Ängste geliefert hätten.
S
ie
könne
lediglich einer Akti
vität nachgehen, welche sie von zu Hause ausführen und flexi
bel einteilen könne
, wobei d
ie Betreuung eines Onlineverkaufs diese Kriterien
erfülle
.
Im Zusammenhang mit der Teilnahme an
d
er TV-Casting-Show
wiesen
med.
pract
.
K._
und
lic
. phil.
L._
darauf hin, dass die Beschwerde
führerin neben schlechten Phasen mit einem massiven sozialen Rückzug auch gute Phasen habe, in denen es tendenziell zu einer Selbstüberschätzung komme.
In einer solchen guten Phase habe sie sich für die Casting-Show angemeldet, wobei sie beim Organisator auf ein Einzelzimmer bestanden habe, was ihr
die notwendige
Rückzugsmöglichkeit gegeben habe. Die Beschwerdeführerin sei als erste der Kandidatinnen ausgeschlossen w
o
rden, vermutlich weil sozial unange
passte Verhaltensweisen schon in den ersten Tagen sichtbar geworden seien. Die Teilnahme von wenigen Tagen an der Show sei dabei in keiner Art und Weise mit einer stabilen Arbeitsfähigkeit gleichzusetzen (S. 2).
Med.
pract
.
K._
und
lic
. phil.
L._
hielten weiter fest, dass der Text auf der Homepage der Beschwerdeführerin eine subjektive Selbstdarstellung sei, welche nichts mit dem klinischen Bild
zu tun habe
n
müsse. Die Homepage sei zu einem früheren Zeitpunkt entstanden, in welchem es der Beschwerdeführerin
wesentlich
besser gegangen sei. Es sei im Internet zudem möglich, sich in einem positiven Licht darzustellen, auch wenn dies nicht der Realität entspreche. Die Darstellung sei als Versuch und Wunsch der Beschwerdeführerin zu verstehen, ihr Selbstbild zu verbessern.
Schliesslich wurde festgehalten
, der Verlauf
der Beschwerden
deute
tendenziell
auf eine
Chronifizierung
der Symptomatik hin. Die Beschwerdeführerin bemühe sich, soziale Kontakte zu pflegen. Es gebe jedoch immer wieder Phasen, in de
nen sie sich völlig zurückziehe und isoliere. Sie habe denn auch keine stabilen sozialen Beziehungen (S. 3).
4.
4.1
Die IV-Stelle
B._
ging bei der
Rentenzusprache
vom 4./23. Januar 2013 (Urk. 8/115 und Urk. 8/117) davon aus, dass die Beschwerdeführerin sowohl in der angestammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeits
unfähig ist
.
Diese Beurteilung
beruhte auf
der Einschätzung
der damaligen Hausärztin Dr.
E._
sowie
der behandelnden Psychiaterin
Dr.
F._
(Urk. 8/119 S. 5 f. und
S.
15).
Die Hausärztin beschränkte sich
da
bei am 16. August 2010
auf die Nennung der Diagnosen sowie des Umfangs der Arbeitsunfähigkeit
(50 % ab dem 21. August
2009
, 100 % ab dem 1. Juni 2010)
, eine
entsprechende
Begründung
fehlt indessen (Urk. 8/19
/6
).
Die Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
sind
sodann
psychisch indiziert,
wobei Dr.
E._
lediglich
einen Facharzttitel
für Innere Medizin
trägt
.
Dr.
F._
postulierte
in ihrem Bericht vom
15. September 2010 zunächst
den
gleichen Umfang der
Arbeitsunfähigkeit wie Dr.
E._
, namentlich
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. Juni 2010
(Urk. 8/
2
5
/5
)
.
Am
24. August 2011
hielt
sie
indessen
eine Tätigkeit von vier mal zwei Stunden pro
Woche
im geschützten Ra
hmen
für
zumutbar.
Eine Begründung für diese
Ein
schätzung
findet sich im entspreche
nden Protokoll aber nicht (Urk.
8/119 S. 5)
. Dabei stellt sich insbesondere die Frage, ob die Einschätzung medizinisch indi
ziert
war
oder lediglich auf dem
Empfinden der Beschwerdeführerin
beruhte
.
Letztere
führte
anlässlich des Gesprächs
am 11. Oktober 2011
mit der
Berufs
beraterin
der Beschwerdegegnerin
aus
, sie denke, sie könnte mit vier mal zwei Stunden beginnen und ein Pensum
von 50 %
sei
wahrscheinlich zu viel (Urk. 8/55
S. 8
unten)
.
Die Beschwerdegegnerin hielt ihrerseits
im
Verlaufspro
tokoll
vom 28. August 2012
fest, der Umfang der Arbeitsfähigkeit
sei
aus medi
zinischer Sicht
unklar
(Urk. 8/94 S. 1).
Weitere medizinische Abklärungen wur
den seitens der Beschwerdegegnerin indessen nicht vorgenommen
.
Deren
medi
zinische Einschätzung beschränkte sich
auf eine rein aktenmässige Beurteilung, welche
zudem
durch eine Allgemeinpraktikerin des
RAD
erfolgte (Urk. 8/119 S.
5).
Vor diesem Hintergrund erscheint der medizinische Sachverhalt im Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenzusprache
als ungenügend abgeklärt, weshalb
die
In
validitätsbemessung
in den Verfügungen vom 4. und 23. Januar 2013 nicht rechtskonform und im wiedererwägungsrechtlichen Sinne zweifellos unrichtig war
(vgl. E. 1.3
, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_52/2016 vom 23. März 2016 E. 3.2
).
4.2
An dieser Beurteilung vermag der Hinweis der Beschwerdeführerin, wonach
laut den
im Nachgang zur
Rentenanmeldung von der Beschwerdegegnerin einge
holte
n
Berichte
n
der damaligen Psychiaterin, die Eingliederungsberichte
der Stiftung
C._
und die Stellungnahme der behandelnden Therapeutin von ei
ner 100%igen Arbeitsunfähigkeit
auf dem
freien Markt aus
zugehen
sei
(Urk. 1 S. 12), nichts zu ändern. Betreffend den Bericht von Dr.
F._
ist auf die
vorstehenden
Ausführu
ngen zu verweisen (vgl. E.
4.1) und zudem die Erfah
rungstatsache
zu berücksichtigen
, dass behandelnde
Ärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351
E. 3b/cc). Gleiches gilt im Übrigen auch für den Bericht de
r Hausärztin Dr.
E._
.
Die Eingliederungsberichte
der Stiftung
C._
(Urk. 8/78 und Urk. 8/90)
betr
eff
en
sodann
lediglich den Verlauf der
Integrationsmass
nahmen
und
enthalten
keine durch
einen Psychiater
vorgenommene Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit
(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_646/2015 vom 19. Mai 2016 E. 4.4)
.
Dies gilt auch
für die telefonische Auskunft von
lic
. phil.
L._
vom 14. August 2012
(Urk. 8
/94 S.
3 oben
)
.
5.
5
.1
Steht die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung fest, so
ist wie bei einer materiel
len Revision nach
Art.
17
Abs.
1
ATSG auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts der Invaliditätsgrad im Zeitpunkt der Verfügung oder des
Einspracheentscheides
zu ermitteln (in diesem Sinne auch Urteil
des Bundesgerichts 9C_11/2016 vom 2
2.
Februar 2016 E. 5 mit Hinwei
sen
), woraus sich die Anspruchsberechtigung
und allenfalls der Umfang des Anspruchs ergeben (
Art.
28
Abs.
1 IVG; Urteil
des Bundesgerichts
9C_11/2008 vom 2
9.
April 2008 E. 4.2.1).
5
.2
Vorwegzu
schicken ist, dass das Gutachten des
H._
umfassend ist und auf den erforderlichen Untersuchungen beruht. Es wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zu
stände und Zusammenhänge ein. Demgemäss sind auch die Schlussfolgerungen des Gutachters in einer Weise begründet, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann. Es ist schlüssig dargestellt worden, dass die Be
schwerdeführerin unter einer kombinierten Persönlichkeitsstörung, sozialen Phobie und einer
subsyndromalen
Traumafolgestörung
leidet, die diagnosti
schen
Kriterien
für eine Depression sowie
eine
posttraumatische
Belastungsstö
rung
hingegen
nicht gegeben sind. Im Gutachten wird einleuchtend beschrie
ben, dass die Beschwerdeführerin in der Lage ist, die aufgrund ihrer psychischen Beschwerden bestehenden Hemmnisse zu überwinden und deshalb in ihrer an
gestammten Tätigkeit seit August 2010 zu 100 % arbeitsfähig ist.
Die Ärzte schälten insbesondere die Inkonsistenzen zwischen den geschilderten Beschwer
den und dem - zumindest zwischenzeitlich - gezeigten Leistungsvermögen her
aus und würdigten diese in einleuchtender Weise.
Das Gutachten erfüllt dem
nach die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines ärztlichen Gutach
tens (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c), weshalb für die
Entscheidfindung
darauf abzustellen ist.
5
.3
Der Bericht
von Dr.
D._
vom
24
. November 20
09
(
Urk.
8/
19
/
8-9
, vgl.
E. 3.1
) vermag an die
ser Beurteilung nichts zu ändern,
da er sich
lediglich auf die
Be
handlung
sdauer
vom 21. August bis 2. November 2009
bezieht
.
Gleiches gilt für den
Bericht
von med.
pract
.
K._
und
lic
. phil.
L._
vom 30. Juni 2014
(Urk. 3/7)
,
welche
eine
Arbeitsfähigkeit von 25 %
postulierten
(vgl. E. 3.5)
. Sie wiesen dabei
auf die Überforderung der Beschwerdeführerin durch zu in
tensive soziale Interaktionen am Arbeitsplatz sowie
die
grosse affektive Labilität mit einhergehenden Beziehungsschwierigkeiten
hin
und
hielten fest
, die Be
schwerdeführerin
könne
nur einer Aktivität nachgehen, welche sie von zu Hause ausführen und flexibel einteilen könne
, was insbesondere auf die Betreu
ung eines Onlineverkaufs zutreffe
(
Urk. 3/7
S. 2)
. Der Umfang der sozialen In
teraktion sowie der einzugehenden Beziehungen fällt bei zu Hause ausgeübten Tätigkeiten indessen nur marginal aus, so dass nicht einsehbar ist,
weshalb le
diglich eine Arbeitsfähigkeit
von 25 % möglich
sein soll.
Im Übrigen
kann
das Ausmass
der sozialen Interaktion bei kaufmännischen Tätigkeiten, welche in ei
nem Betrieb ausgeübt werden, verschieden intensiv ausfallen, weshalb
eine
Ar
beitsfähigkeit
bei
ausser Haus
ausgeübten Tätigkeiten
nicht an sich ausge
schlossen werden kann.
Was die Ausführungen
von med.
pract
.
K._
und
lic
. phil.
L._
betreffen
d
die Casting-Show „
M._
“
angeht, so zeigt sich, dass die Beschwerdeführ
erin durchaus in der Lage ist, ihre
psychischen Beschwerden
für
eine gewisse Zeit
zu überwinden
(vgl. auch Urk. 8/151/22-26 S. 2)
. Dies
gilt
umso mehr, als es sich bei der Teilnahme a
n der Casting-Show nicht um eine gewöhnliche Alltagssituation handelt, sondern um eine
solche
mit vermehrter sozialer Interaktion, und der Beschwerdeführerin zudem ein Ein
zelzimmer als Rückzugsmöglichkeit genügte
(
Urk.
3/7 S. 3).
Abgesehen davon hat sie
zumindest an
drei
weiteren Fernsehsendungen
mit insgesamt sechs Auf
tritten
mitgewirkt (vier Auftritte be
i
N._
im Dezember 2014,
O._
im November 2014
,
P._
im September 2015
).
Die Bemerkungen betreffend die Internetseite der Beschwerdeführerin
(vgl.
Urk.
20 S. 3
)
ändern an diesem Umstand nichts, zumal die
Homepage
nach wie vor auf
geschaltet ist und insbesondere auch besagte Fernsehauftritte aufführt.
5.4
Aufgrund des Gesagten ist die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätig
keit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) zu 100 % arbeitsfähig.
6.
6.1
Stehen invalidenversicherungsrechtliche Aspekte zur Diskussion, gilt es grundsätz
lich, mit Wirkung ex
nunc
et pro
futuro
einen rechtskonformen Zu
stand herzustellen. Die Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente erfolgt in diesem Bereich daher in der Regel auf das Ende des der Zustellung der Verfü
gung folgenden Monats
(Art. 88
bis
Abs.
2
lit
. a IVV)
. Rückwirkend wird die Rente nur herabgesetzt oder aufgehoben, wenn die unrichtige Ausrichtung einer Leistung darauf zurückzuführen ist, dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder der ihm gemäss Art. 77 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist (Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b
IVV
in der hier anwendbaren bis 3
1.
Dezember 2014 geltenden Fassung
;
Kieser
, ATSG-Kommentar,
3
. Aufl
age
20
15
, Art. 25
Rz
1
7
). Trifft dies zu, sind solcher
art widerrechtlich bezogene Leistungen gemäss den Vorgaben von Art. 25 ATSG zurückzuerstatten (Urteile des Bundesgerichts 9C_
388
/20
15
vom
1
2.
November 2015
E. 2.2 und 8C_191/2013 vom 16. August 2013 E. 4.3).
Für den Tatbestand der
Auskunfts- respektive
Meldepflichtverletzung
ist ein schuldhaftes Fehlverhalten erforderlich, wobei nach ständiger Rechtsprechung bereits eine leichte Fahrlässigkeit genügt (
BGE 118 V 214
E. 2a S. 218; SVR
2012 IV Nr. 12 S. 61 E. 4.2.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_
658
/201
5
vom
9.
Mai 2015 E. 4.1
und 8C_127/2013 vom 22. April 2013 E. 4.1).
6.2
Im Zusammenhang mit ihrer Erwerbstätigkeit gab die Beschwerdeführerin in ihrer Anmeldung vom 15. Juni 2010 (Urk. 8/4) an, für
Q._
sowie
Y._
gearbeitet zu haben. Betreffend die Ausübung von Neben
beschäftigungen machte sie indessen keine Angaben, insbesondere auch nicht über
den
von ihr
seit 2010 als Hauptberuf
betriebenen Online-Shop (Ziff. 5.4 f.
;
Urk.
8/156/1
). Mit Vertrag vom 21. April 2011 verkaufte sie
diverse Aktiven des von ihr
es
im Bereich „Online-Handel mit
A._
,
R._
und an
deren Ladeneinrichtungen“
tätigen
Einzelunternehmens zu einem Preis von Fr. 150‘000.-- (Urk. 3/5). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, ging für das Jahr 2011 von einem Reineinkommen aus selb
ständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 114‘993.-- und für das Jahr 2012 von einem solchen von Fr. 15‘000.-- aus (
Urk.
8/156/1-4, Urk. 8/156/15 und Urk. 8/156/
18). Die Beschwerdeführerin informierte die Beschwerde
gegnerin
vor Erlass der ursprünglichen Rentenverfügung
en
weder über den Verkauf des On
line-Shops noch die besagten Einkommen
;
vielmehr gab sie am 11. Oktober 2011 an, ihre Ersparnisse würden wahrscheinlich noch zwei bis drei Monate rei
chen (Urk. 8/55 S. 8), respektive am 13. Dezember 2011, sie
lebe
vom Ersparten und ein Kollege würde ihr Geld leihen (Urk. 8/66 S. 5). Die Beschwerdegegnerin erlangte
erst im Rahmen des Revisionsverfahrens
Kenntnis
von der selbständi
gen Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin
(Urk. 8/155
und Urk. 8/158 S. 2
).
Vor diesem Hintergrund ist die Beschwerdeführerin ihrer
Melde
pflicht in
zumin
dest
fahrlässiger Weise nicht nachgekommen. Die IV-Stelle
B._
hat die Be
schwerdeführerin im Schre
iben vom 9. August 2010 (
Urk.
8
/11) auf ihre Melde
pflicht
betreffend
Änderungen
in der
Erwerbstätigkeit sowie den persönlichen Verhältnissen hingewiesen. Die Beschwerdeführerin hätte bei der ihr zumutba
ren Aufmerksamkeit und Sorgfalt erkennen können, dass sie ihre ursprüngli
chen Angaben in der IV-Anmeldung im Hinblick auf
das
aus ihrer
selbständi
gen Erwerbstätigkeit
erzielte
Einkommen
hätte berichtigen müssen. Entspre
chend
erfolgte
die
rückwirkende Aufhebung der Rente
per Januar 2011 zu Recht
.
6.
3
Die Bes
chwerdeführerin
machte geltend, ihr könne keine Verletzung der
Deklarati
onspflicht
vorgeworfen werden, da der für das Jahr 2011 deklarierte Gewinn von Fr. 115‘000.-- nicht aus dem eigentlichen Online-Handel, sondern aus dem Verkaufserlös resultiert
habe
, weshalb sie im Zeitpunkt der IV-Anmel
dung
kein
n
ennenswertes Einkommen erzielt
habe
.
A
ufgrund ihrer psychischen Beschwerden
wäre sie zudem
nicht in der Lage gewesen, den Online-Shop ohne
die Unterstützung
von
S._
auf eine erfolgversprechende Basis zu stel
len. Die Bedingungen, unter welchen sie ihrer Online-Tätigkeit nachgegangen sei
(
intensive Unterstützung
beim
Geschäftsa
ufbau
, bei der
Kunden
akquis
i
tion
sowie sämtlichen Aktivitäten
mit persönlichem
Kontakt
)
entsprächen einer Tä
tigkeit im geschützten Rahmen (Urk. 1 S.
6
-10).
In ihrer Eingabe vom 11. April 2016 (Urk. 27) wies die Beschwerdeführerin zudem darauf hin, dass der
Kran
kentaggeldversicherer
eine Anzeigepflichtverletzung verneint ha
be
(vgl. Urk. 28/4).
Aufgrund der Korrespondenz
mit der Ausgleichskasse (Urk. 8/156/1-4 und Urk. 8/156/15)
, namentlich der Selbstangabe vom 3
0.
Dezember 2012 (
Urk.
8/156/3),
sowie der Erfolgsrechnung für das Jahr 2011
und die dort mit
Fr.
11‘000.
--
bezifferten persönlichen AHV-Beiträge
(Urk. 8/156/9)
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen
, dass
d
ie
Beschwerdeführerin
aus
ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit
im Jahr 2011
ein Reineinkommen von Fr. 114‘993.
-- erwirtschaftet hat
. Ob
sie
dieses
Einkommen
aus dem Verkauf
des Online-Shops oder der Vermietung/Verkauf von
A._
generiert hat, spielt im Zusammenhang mit der Auskunftspflichtverletzung keine Rolle. Entscheidend ist
einzig
, dass das Einkommen durch die selbständige Erwerbstä
tigkeit der Beschwerdeführerin erzielt worden ist.
Abgesehen davon steht dem
in der Erfolgsrechnung für das Jahr 2011 aufgeführten
Ertrag
aus dem Ver
kauf
/Vermietung
der
A._
von Fr. 84‘401.15 ein entsprechender Aufwand von Fr. 73‘129.75 gegenüber (totaler Aufwand von Fr.
119‘407.50
.
/
.
Aufwand Verkauf Shop von Fr. 46‘277.75)
.
Dies entspricht einer Differenz
von Fr. 11‘271.40 (Fr. 84‘401.15
.
/
.
Fr. 73‘129.75
)
, weshalb der eigentliche Online-Handel entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin einen
massgeblichen
Gewinn abwarf.
Des Weiteren
ist auch die Frage, o
b die Beschwerdeführerin das Einkommen mit der Unterstützung einer Drittperson
generiert
hat oder nicht,
im vorliegenden Fall unerheblich. Relevant ist
einzig der Umstand, dass die Be
schwerdeführerin vor Erlass der ursprünglichen Rentenverfügung
en
Einkommen
erwirtschaftet
hat.
Abgesehen davon räumte die
Beschwerdeführerin ein, dass sie in der Lage sei, selbständig einen Online-Verkauf zu betreiben und insbe
sondere die Bearbeitung der Online-Bestellungen im Internet, die Bereitstellung der
A._
zur Abholung durch den Kurierdienst sowie
deren
Rücknahme und Lagerung vor
genommen
zu
habe
n
(Urk. 1 S. 7 und S. 9). Diese
Tätigkeiten
stellen den Kern eines über das Internet betriebenen Warenhandels dar. Für den Online-Handel ist zudem typisch, dass sich der entsprechende Kontakt zwischen
Anbieter
und
Kunde
in der Regel ohne jegliche direkte per
sönliche Interaktion gestaltet respektive sich auf den Austausch elektronischer Nachrichten
beschränkt. Die
behauptete
Unterstützung
durch
S._
bei der
Erarbeitung einer neuen Internetseite,
Kundengewinnung und beim
Trans
port der aus
T._
bezogenen
A._
(Urk. 1 S. 7 und S. 9
, vgl. auch Urk. 22/1-2
) betr
ifft
demgegenüber
nicht
den eigentlichen Ver
kauf/
Vermietung der
A._
.
Daran ändert auch das Schreiben von
S._
vom 17. Februar 2015 (Urk. 22/1) nichts,
in welchem er fest
hält, die Werbung organisiert
sowie
die Ware eingekauft, transportiert und ver
kauft zu haben
.
Bezüglich des erwähnten Verkaufs der Ware ist
einerseits
nicht ersichtlich, in welchem Umfang
S._
Unterstützung geboten
hat
,
und andererseits betreffen die eingereichten Belege (Urk. 22/3-4), sofern datiert,
hauptsächlich
Vorgänge aus den Jahren 2009 und 201
0.
Im Zusammenhang mit
dem Entscheid des
Krankentaggeldversicherers,
keine
T
aggelder zurück
zu
for
dern
(
Urk.
28/4)
,
ist schliesslich darauf
hinzuweisen, dass die Voraussetzungen für die Rückforderung von Krankentaggeldern nicht identisch sind mit jenen für
die
rückwirkende Aufhebung einer Rentenverfügung und
im Übrigen
besagter Entscheid für das hiesige Gericht nicht verbindlich ist.
6.
4
Aufgrund des Gesagten erweist sich die Verfügung vom 19. Juni 2014 (Urk. 2) als rechtens und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
7.
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
8
00
.--
anzusetzen
und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der un
terliegenden
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.