Decision ID: 9939ef30-751d-43bf-93b6-307bf82a0b30
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1986
geborene X._
, welcher zuletzt als Portier bei de
r
Y._ GmbH
angestellt war (Urk. 9/12 S. 68
; Kündigung per 31. Mai 2017, Urk. 9/12 S. 62
),
meldete sich am 4. Juni 2018 (Eingangsdatum)
unter Hinweis a
uf eine seit April 2017 be
stehende vollständige Arbeitsunfähigkeit
bei der Sozialversicherungsanstalt des
Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 9/4).
D
ie IV-Stelle
zog
die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (Urk. 9/12
, 9/20
),
holte Arztberichte ein (Urk.
9/26 f.
),
führte ein Standortgespräch durch (Protokoll vom 13. Juli 2018, Urk. 9/18)
und teilte dem Versicherten am 23. November 2018 mit, dass
aufgrund seines Gesundheitszustandes derzeit
keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 9/23).
In der Folge veranlasste
die IV-Stelle
eine polydisziplinäre Be
gutachtung des Versicherten
in den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, P
sy
chiatrie,
Neurologie
und Orthopädie
(Urk. 9/33
, 9/39
-44
, 9/46
-57
)
.
D
ie Medi
zinische Abklärungsstelle
Z._
erstattete das Gutachten, datierend vom
20
. Februar 2020, am 19. März 2020 (Urk. 9/59).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vor
bescheid vom 16. Juni 2020 [Urk. 9/63]; Einwand vom 7. September 2020 [Urk. 9/68]) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 18. September 2020 einen Leistungsanspruch des Versicherten (Urk. 2 [= Urk. 9/71]).
2.
Gegen die Verfügung vom 18. September 2020 (Urk. 2) erhob der Versicherte mit Eingabe vom 21. Oktober 2020 Beschwerde und beantragte
, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zu erbringen und es sei ihm ab 1. Dezember 2018 eine unbefristete ganze Invalidenrente aus
zurichten
;
eventualiter sei die Sache zu
weitere
n
Abklärung
en
an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu deren Las
ten (Urk. 1).
Die IV-Stelle schloss mit Beschwerdeantwort vom 3. Februar 202
1
(irrtümlich datierend vom 3. Februar 2020)
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
10. Februar 2021
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
Gemäss telefonischer Auskunft der Einwohnerkontrolle
A._
vom 1
0.
August 2021 hatte sich der Beschwerdeführer per 1
3.
De
zember 20
19 abgemeldet und angegeben, er sei nach Portugal gezogen (
Urk.
11).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Obwohl von keiner Seite aufgeworfen, stellt sich zunächst die Frage nach der Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zur Beurteilung der Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 18. September 2020 (Urk. 2)
, zumal die kantonalen Gerichte ihre Zuständigkeit
–
wie auch
diejenige ihrer Vorinstanzen
–
von Amtes wegen zu prüfen haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_891/2010 vom 31. Dezember 2010 E. 2.2)
.
Gemäss Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (
ATSG
) ist für die Beurteilung von Beschwerden das Ver
sicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem die versicherte Person oder der Beschwerde führende Dritte zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. In Abweichung von Art. 58 Abs. 1 ATSG entscheidet nach Art. 69 Abs. 1
lit
. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(
IVG
) das Versicherungs
gericht am Ort der IV-Stelle über die Beschwerden gegen Verfügungen der kan
tonalen IV-Stellen.
Die Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zur Beurteilung der vorliegenden Be
schwerde ist gestützt auf Art. 69 Abs. 1
lit
. a IVG zu bejahen, da eine von der IV-Stelle Zürich erlassene Verfügung angefochten ist (vgl. dazu etwa Urteil des Bun
desgerichts 9C_65/2011 vom 5. August 2011)
.
1.2
1.2.1
Die örtliche Zuständigkeit der IV-Stellen bestimmt sich nach Art. 55 IVG. Danach ist in der Regel diejenige IV-Stelle zuständig, in deren Kantonsgebiet die ver
sicherte Person im Zeitpunkt der Anmeldung ihren Wohnsitz hat. Aus Art. 40 Abs. 1
lit
. a der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) ergibt sich, dass zur Entgegennahme und Prüfung
der Anmeldungen die IV-Stelle zuständig ist, in deren Tätigkeitsgebiet die Versicherten ihren Wohnsitz haben.
Gemäss Art. 40 Abs. 2
qua
ter
IVV geht die Zuständigkeit auf die IV-Stelle für Versicherte im Ausland über, wenn eine versicherte Person, die in der Schweiz wohnt, wäh
rend des Verfahrens ihren Wohnsitz ins Ausland verlegt.
1.2.2
Der Beschwerdeführer hatte seinen Wohnsitz im Zeitpunkt der Anmeldung zum Leistungsbezug am
4. Juni 2018 (Urk. 9/4) in
A._
im Kanton Zürich, weshalb die IV-Stelle Zürich zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldung örtlich zu
ständig war.
Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer die Schweiz verlassen haben könnte, erhielt die IV-Stelle
indes
einerseits
aufgrund des Gutachtens der
Z._
vom 20. Februar 2020, wonach der Beschwerdeführer seit
Sommer 2019
wieder in Portugal bei seiner Familie, zusammen mit seiner Lebenspartnerin und dem gemeinsamen Sohn, lebe (Urk.
9/59 S.
6, S. 72, S. 75 f., S. 81 f.)
und in Por
tugal bereits zwei Arbeitsversuche unternommen habe (Urk. 9/59 S. 69
f.
)
. Auch war ihr im Vorfeld der Begutachtung offenbar bekannt, dass der Beschwerde
führer in der Schweiz über keinen festen Wohnsitz mehr verfügte, zumal sie die Gutachter auf diesen Umstand im Rahmen des Kontextes des Auftrages explizit hin
wies
(Urk. 9/59 S. 2).
Andererseits
ist dem Einwand
vom 7. September 2020 (Urk. 9/68)
zu entnehmen, dass
der
(anwaltlich vertretene)
Beschwerdeführer
zu diesem Zeitpunkt bereits
in Portugal wohnhaft
war
.
Folglich bestehen aufgrund der Akten sowie der Auskunft der Einwohnerkon
trolle
A._
vom 10. August 2021 (Urk. 11) an der Wohnsitzaufgabe des Be
schwerdeführers vorliegend keine Zweifel
; mithin verlegte der Beschwerdeführer während des Verfahrens seinen Wohnsitz ins Ausland, weshalb die IV-Stelle Zürich zur Beurteilung des Anspruches
bei Verfügungserlass
örtlich nicht mehr zuständig war
.
1.2.3
Indessen ist die Verfügung einer örtlich unzuständigen IV-Stelle in der Regel nicht nichtig, sondern
bloss
anfechtbar. Aus prozessökonomischen Gründen kann rechtsprechungsgemäss von der Aufhebung der angefochtenen Verfügung und der Überweisung an die zuständige Behörde abgesehen werden, sofern die Unzu
ständigkeit nicht gerügt wird und aufgrund der gegebenen Aktenlage in der Sache entschieden werden kann (vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_891/2010 vom 31. Dezember 2010 E. 2.2
; U 152/02 vom 18. Februar 2003 E. 2.1
).
Der
anwaltlich vertretene
Beschwerdeführer hat weder im Verfahren vor der IV-Stelle noch im
vorlie
genden
Verfahren die fehlende Zuständigkeit gerügt. Durch den Umstand, dass er in der Beschwerdeschrift seine auch in der Anmeldung zum Leistungsbezug angeführte Adresse
in der Schweiz
verwendete,
ohne das Gericht auf seinen Auslandwohnsitz hinzuweisen,
verzichtete er überdies
implizit
darauf, dass
sein Rentenanspruch von der IV-Stelle für Versicherte im Ausland beurteilt wird (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts I 8/02 vom 16. Juli 2002 E. 2.4). Schliesslich kann aufgrund der gegebenen Aktenlage
in der
Sache ent
schieden werden, weshalb aus prozessökonomischen Gründen von der Aufhe
bung der angefochtenen Verfügung und der Überweisung an die IV-Stelle für Versicherte im Ausland
abzusehen ist
.
2.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
). Erwerbs
unfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy
chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art.
28 Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2
.3
2
.3.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
raus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1; 143 V 409 E. 4.5.2; 141 V 281 E.
2.1
;
130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2;
1
43 V 409 E. 4.2.1; 141 V 281 E. 3.7;
13
9 V 547 E. 5.2; 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.3.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychi
schen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE
143
V
418;
143
V 409;
141
V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
2
.3.
3
Zur An
nahme einer Invalidität aus psychischen Gründen bedarf es in jedem Fall eines medizinischen Substrats, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Bestimmen psycho
soziale oder soziokulturelle Faktoren das Krankheitsgeschehen mit, dürfen die Beeinträchtigungen nicht einzig von den belastenden invaliditätsfremden Fak
toren herrühren, sondern das Beschwerdebild hat davon psychiatrisch zu unter
scheidende Befunde zu umfassen. Solche von der soziokulturellen oder psycho
sozialen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselb
ständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018 vom 21. November 2018 E. 2.2).
Somit sind psychosoziale und soziokulturelle Faktoren nur mittelbar invaliditäts
begründend, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden Folgen des Gesundheitsschadens be
einflussen. Zeitigen soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen, blei
ben sie bei der Beurteilung der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeklammert (Ur
teil des Bundesgerichts 8C_717/2018 vom 22. März 2019 E. 3). In einer versiche
rungsmedizinischen Begutachtung, welche sich nach den normativen Vorgaben der Rechtsprechung orientiert, ist es daher nicht nur zulässig, sondern sogar ge
boten, solche invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanten Umstände aufzu
zeigen und gegebenenfalls bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auszu
klammern (Urteil des Bundesgerichts 9C_740/2018 vom 7. Mai 2019 E. 5.2.1).
2
.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vo
r
akten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, und ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c).
3
.
3
.1
Die IV-Stelle erwog in der angefochtenen Verfügung
zusammengefasst
,
basierend auf der medizinischen Gesamtbeurteilung lägen aus Rechtsanwendersicht keine Befunde vor, welche eine erhebliche und länger andauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirken würden. Als Hilfsarbeiter
in
einer vorrangig sitzenden Tätigkeit sei das Erzielen eines rentenausschliessenden Einkommens möglich und zumutbar, was auch unter Berücksichtigung der psychiatrischen Befunde gelte. Es liege zudem eine erhebliche soziale Belastungssituation vor, welche nicht be
rücksichtigt werden könne
, was im Übrigen auch für den Ausländerstatus und
für
die
schlechte
n
Deutschkenntnisse gelte (Urk. 2)
.
3
.2
Demgegenüber argumentierte d
er Beschwerdeführer
im Wesentlichen
,
die IV-Stelle habe sowohl das rechtliche Gehör als auch den Untersuchungsgrundsatz verletzt, da sie sich weder mit
seinen Vorbringen
auseinandergesetzt noch weitere Abklärungen vorgenommen habe. An der Verwertbarkeit des Gutachtens der
Z._
bestünden erhebliche Zweifel, was insbesondere für das psychiatrische Teilgutachten gelte, welches Unstimmigkeiten aufweise. Schliesslich überzeugten die Ausführungen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) nicht, auch sei die Schlussfolgerung der IV-Stelle, wonach kein lang andauernder Gesundheits
schaden vorliege, willkürlich (Urk. 1).
4
.
Vorab zu prüfen
ist die Rüge
des Beschwerdeführers, wonach die IV-Stelle das rechtliche Gehör
(Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung; Art. 42 ATSG)
des Be
schwerdeführers
verletzt haben soll (vgl. E.
3
.2).
Diesbezüglich ist
festzuhalten, dass sich die IV-Stelle in der Verfügung vom 18. September 2020 (Urk. 2) mit den vom Beschwerdeführer vorgebrachten Ein
wänden auseinandergesetzt hat.
So wies sie darauf hin, dass mit dem Einwand vom
7. September 2020
keine neuen Tatsachen vorgebracht worden seien und dass es dem Beschwerdeführer, angesichts seiner bisherigen Tätigkeit als Hilfsar
beiter, mit dem beschriebenen Belastungsprofil zumutbar sei, eine Tätigkeit aus
zuüben, ohne dass eine Erwerbseinbusse bestehe
.
Sie
legte dar,
dass sich deshalb die
Durchführung
eines Einkommensvergleiches erübrige und
weshalb sie von der
Gewährung
eines Leidensabzuges absehe.
Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, inwiefern sich die IV-Stelle bloss ungenügend mit den vorgebrachten Einwänden auseinandergesetzt und demzufolge das rechtliche Gehör des Be
schwerdeführers verletzt haben sollte, zumal sie
seine Vorbringen
offensichtlich gehört, geprüft und in der
Entscheidfindung
berücksichtigt hat (vgl. dazu BGE 136 I 229 E. 5.2; 134 I 83 E. 4.1).
5
.
5
.1
Die IV-Stelle stützte ihre Verfügung vom 18. September 2020
(Urk. 2)
in medi
zinischer Hinsicht
im Wesentlichen
auf das Gutachten der
Z._
vom
20
. Februar 2020
(Urk.
9/59
)
ab.
Die Gutachter
,
Dr. med. B._
,
Facharzt
Orthopädi
sche Chirurgie und Traumatologi
e
des Bewegungsapparates
,
Dr. med. C._
, Facharzt Psychiatri
e und Psychotherapie, Dr. med. D._
,
Facharzt Allgemeine
Innere Medizin, und Dr. med. E._
,
Fachärztin
Neurologie,
stellten
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
18
):
-
Zustand nach diskreter Läsion des
Nervus
tibialis
rechts in der Kniekehle im April 2017, sehr wahrscheinlich iatrogen
im Rahmen des Venen
strippings/der operativen Lagerung bei
Vena
saphena
parva
und
Seiten
astexh
e
rese
(April 2017)
mit
im Anschl
uss aufgetretener Muskelnerven
t
hrombose Wade rechts (Mai 2017), vollständig
regredient
unter vorüber
gehender oraler Antikoagulation
, am ehesten im Sinne einer Symptom
ausweitung/funktionellen respektive Netzwerkstörung
-
MR
-radiologisch (14. August 2017) bestätigte minime Signalanhebung
Nervus
tibialis
popliteal
ohne pathologisches
Kontrastmittelenhance
ment
, Differentialdiagnose leichtgradige iatrogene Schädigung
-
aktuelles ENG: Unauffällige motorische und sensible
Nervus
tibialis
- wie auch
N
e
rvus
peronaeus
-/
peronaeus
superficialis
- und
suralis
-
Neurographie rechts, seitenvergleichend mit offenbar nicht neuro
logisch bedingter schmerzgehemmter motorischer Innervation, betont im Bereich der distalen rechten unteren Extremität
-
Rezidivierende depressive Störung mit mittelgradigen und aktenanamnes
tisch schweren Episoden ohne psychotische Symptome mit Übergang in eine anhaltende affektive Störung (
Dysthymie
; ICD-10: F33.1, F33.2, F34.1)
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen, kränkbaren und passiv-aggressiven Persönlichkeitszügen (ICD-10: F61.0)
5
.2
Aus orthopädischer Sicht könnten die
gemäss Beschwerdeführer seit zirka einem Jahr bestehenden (S. 5)
Schmerzen in der rechten Hüfte und die abnormen Untersuchungsbefunde derselben bei unauffälligem radiologischem Befund nicht sicher eingeordnet werden. Auch könnten die Schmerzen in der rechten Wade bei fehlenden eindeutigen abnormen Untersuchungsbefunden der
selben nicht objektiviert werden
; e
s sei nicht nachvollziehbar, weshalb gut zwei
einhalb Jahre nach einer Muskelvenenthrombose noch Beschwerden vorhanden seien. Die Schmerzen im rechten Fuss und die pathologischen objektiven Befunde desselben könnten im Rahmen einer
Metatarsalgie
II bis IV bei Senk-/Spreizfuss und die Schmerzen lateral durch eine Fehlbelastung des Fusses erklärt werden. Dies könne mittels Schuheinlagen beseitigt werden, weshalb daraus keine Ein
schränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit resultiere
. Aus orthopädischer Sicht lägen keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor
(Urk. 9/59 S. 8 f.).
Von allgemeinmedizinischer Seite wurde ausgeführt, die im Mai 2017 nach
gewiesene Wadenvenenthrombose rechts sei folgenlos abgeheilt, im Juli 2017 sei bloss noch eine kleine, asymptomatische Rest-Muskelvenenthrombose im Bereich der rechten Wade nachgewiesen worden. Klinisch
bestehe
kein Hinweis auf ein postthrombotisches Syndrom. Es liege eine 100%ige Arbeitsfähigkeit seit jeher sowohl in der bisherigen Tätigkeit als Portier als auch in jeder angepassten Tätig
keit vor (Urk. 9/59 S. 32 f.).
Neurologisch
bestünden anamnestisch aufgrund
der
nach einer Varizenstripping-Operation aufgetretenen Muskelvenenthrombose im Bereich der rechten Wade anhaltende Schmerzen, im Verlauf
eine
neuropathische
dys
- wie
hypästhetische
lokale Schmerzausweitung. Die diskrete Läsion des
Nervus
tibialis
in der
Poplitea
sei aktuell nicht mehr nachweisbar bei
zu
beobachtender wie gleichsam dokumen
tierter Symptomausweitung
bezüglich der zunehmenden, teils schmerz
bedingten Einschränkung der Motorik des rechten Fusses im Bereich des OSG, der Gross
zehe, jedoch auch nach proximal bis in den Oberschenkel reichend, ohne entspre
chendes elektrophysiologisch-morphologisches Korrelat.
Der bisherige Krank
heitsverlauf sei bloss partiell nachvollziehbar, die dargebotene Klinik gehe
weit über die ursprünglich vorhandene fokale Läsion hinaus, was die unauffälligen
Neurographiebefunde
bestätigten
(Urk. 9/59 S. 50, 53, 55).
In psychiatrischer Hinsicht seien die ersten psychischen Probleme besonders nach der Kündigung im Mai 2017 aufgetreten, davor hätten keine wesentlichen psy
chischen Beschwerden bestanden. Dass
der Beschwerdeführer
als Fotograf den
tödlichen
Unfall seines Vaters habe fotografieren müssen, habe ihn sehr belastet; nach dem Tod seines Vaters sei er eineinhalb Jahre traurig gewesen, jedoch seien keine bildhaften Erinnerungen oder Flashbacks aufgetreten.
Trotz dieses traumati
sierenden Erlebnisses liessen sich keine Hinweise auf eine posttrau
matische Belastungsstörung
(PTBS)
erheben.
Nachdem er im Anschluss an die Varizen
operation nicht wie erwartet wieder zur Arbeit
habe zurückkehren können
, hätten die Proble
me mit dem Arbeitgeber begonnen
. Er habe Anzeige erstattet, wodurch sich das psychische Zustandsbild verschlechtert habe. Er habe sich ungerecht be
handelt gefühlt und mit Enttäuschung, Wut und Zorn reagiert.
Dies habe offen
sichtlich zu tief verwurzelten und anhaltenden Verhaltensmustern geführt, wel
che mit gestörter sozialer Funktions- und Leistungsfähigkeit einher
gingen. Somit könne eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen, kränk
baren und passiv-aggressiven Persönlichkeitszügen erhoben werden.
Zusammen mit den körperlichen Beschwerden und Komplikationen und der sozialen Proble
matik mit dem Arbeitgeber sei besonders von September bis Dezember 2017 eine schwere depressive Verstimmung aufgetreten mit nieder
geschlagener Stimmung, Lust- und Freudlosigkeit.
Der ehemalige Vorgesetzte habe Anzeige erstattet, wo
durch
der Beschwerdeführer
in e
ine existenzielle Krise geraten
sei
und bis zur Ge
richtsverhandlung im Mai 2018 den Tiefpunkt seines Lebens erlebt habe. Nach der Verhandlung habe er sich psychisch etwas besser, jedoch ohnmächtig, mani
pulativ behandelt und nicht verstanden gefühlt. Er könne das Ergebnis bis heute nicht akzeptieren, sei ohne Konfrontation mit dem ehemaligen Vorgesetzten je
doch zur Ruhe gekommen.
Nach Auseinander
setzungen mit der Krankentaggeld
versicherung und nach Streichung des Arbeits
losengeldes lebe er seit
mehreren Monaten
bei seiner Familie in Portugal, welche ihn unterstütze.
Seit Sommer 2019 könne eine anhaltende leichte affektive Störung, entsprechend einer
Dys
thymie
, erhoben werden. Für eine mittelgradige oder schwere depressive Störung fänden sich zum Explorationszeitpunkt keine ausreichenden Symptome
(
Urk. 9/59
S. 15-17)
.
5
.3
Zur Gesamtarbeitsfähigkeit
hielten die Gutachter fest,
aufgrund der aus psychia
trischer Sicht gestellten Diagnosen und der Beeinträchtigung der fu
nktionellen Leistungsfähigkeit
betrage die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Portier seit Mai 2017 50 %, ab August 2019 70 %. Aktuell bestehe in der
bisherigen Tätigkeit mit der Notwendigkeit
zu
beidseitigen Gewichtsbelastungen eine 50%ige Arbeitsfähigkeit infolge der sogenannten funktionellen, neurolo
gisch erfassten Störung
im Sinne einer sogenannten Netzwerkstörung
.
Dieser müsse
zukünftig im Rahmen des Alltagsbehandlungsregimes des Exploranden
unbedingt
multidisziplinär, führend psychiatrisch und psychotherapeutisch, ent
gegengewirkt werden.
Diese Netzwerkstörung stelle eine arbeitsrelevante Diagno
se dar, zumal Netzwerkstörungen als defizitär zu betrachten und nicht Ausdruck einer Simulation seien. Unter Durchführung eines multimodalen Therapie
kon
zeptes könne es gelingen, dieses Störungsmuster zu durchbrechen und das Be
schwerdebild wieder auf eine
residuelle
Kernsymptomatik zu reduzieren, was zu einem Wiedergewinn
der Arbeitsfähigkeit im angestammten Bereich führen könne
, wenn sehr wahrscheinlich auch nicht
zu einer
voll
umfänglichen.
Die Ar
beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, vorrangig sitzend, eher im Sinne einer intellektuellen Tätigkeit bei vorhandenem schulischem Ausbildungsniveau, sei hingegen per se postoperativ respektive postthrombotisch, unter Beachtung einer
Rekonvaleszenzzeit
von vier
bis sechs Wochen ab August 2017
zu 100 % gegeben.
Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte, speziell ohne Kontakt mit dem letzten Arbeitgeber und ohne überdurchschnittliche Dau
erbelastung
seien
von Mai 2017 bis Juli 2019 zu 60 %, ab August 2019 zu 80 % zumutbar
(
Urk. 9/59
S. 18-20)
.
6
.
6
.1
Das Gutachten der
Z._
vom 20. Februar 2020
(Urk. 9/59)
beruht auf
sorg
fältigen und umfassenden Abklärungen und erging in Kenntnis der
Vorakten
. Die Gutachter
berücksichtigt
en
die geklagten Beschwerden und
legten die medizi
nischen Zusammenhänge einleuchtend dar, begründeten ihre Einschätzung in nachvollziehbarer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
und
be
antwortet
en
die gestellten Fragen umfassend.
Damit erfüllt das Gutachten die formalen Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise (vgl. E.
2
.4).
6
.2
6
.2.1
So ist zunächst nachvollziehbar, dass Dr.
B._
aus orthopädischer Sicht keine Diagnosen mit Auswirkung au
f die Arbeitsfä
higkeit stellte. Dabei wies er
einerseits zu Recht darauf hin
, dass der Beschwerdeführer trotz
angeblich
unverändert stechender Schmerzen lateral in der rechten Hüfte sowie trotz persistierende
r
konstante
r
dumpfe
r
Wa
denschmerzen rechts mit Ausstrahlung in den Oberschenkel sowie lateral in den Fuss und trotz des Umstandes, dass die
Schmerzen am rechten Fuss zugenommen hätten, bloss gelegentlich Analgetika einnehme. Auch führte er aus, hinsichtlich der Hüftbeschwerden sei bislang weder eine Behandlung mit Spritzen noch eine Physiotherapie erfolgt; einzig aufgrund der Wadenschmerzen befinde sich der Beschwerdeführer in Physiotherapie und lege Bandagen an, wobei die Physio
therapie, im Gegensatz zu den Bandagen, nicht helfe (Urk. 9/59 S. 5). Andererseits erläuterte Dr.
B._
, dass die Schmerzen an der rechten Hüfte sowie die ab
normen Untersuchungsbefunde der
selben bei unauffälligem radiologischem Be
fund nicht sicher eingeordnet werden könnten, auch könnten die Schmerzen an der rechten Wade bei fehlenden ein
deutigen abnormen Untersuchungsbefunden aus orthopädischer Sicht nicht objektiviert werde
n
. Es sei nicht nachvollziehbar, dass gut zweieinhalb Jahre nach der Muskelvenenthrombose noch Beschwerden vorhanden sein sollten (Urk. 9/59 S. 8 f.).
Bestätigt wird diese Einschätzung Dr.
B._
s
durch Dr. med. F._, Facharzt Chirurgie, Spital G._
, welcher bereits in seinem Überweisungsschreiben vom 16. Juni 2017 an den N
eurologen Dr. med. H._
, Fach
arzt Neurologie, I._
, über eine Verbesserung der
Thrombosensituation
berichtete und überdies festhielt, dass die Schmerzen für ihn unerklärlich seien (Urk. 9/2 S. 8 und Urk. 9
/12 S. 116). Auch Dr. med. J._
, Facharzt
Angiologie
und Allgemeine In
nere Medizin, Zentrum K._
, bestätigte im Arztbericht vom 13. Juli 2017 (Urk. 9/12 S. 109), dass sich das beim Beschwerde
führer vorliegende Beschwerdebild definitiv nicht durch den minimalen Rest
thrombus erklären lasse.
Die Schmerzen im rechten Fuss, welche bislang ebenfalls nicht behandelt wurden (vgl. Urk. 9/59 S. 10), erklärte Dr.
B._
sodann
im Rahmen einer
Metatar
salgie
II bis IV bei Senk
-
/Spreizfuss, die lateralen Schmerzen durch eine Fehl
belastung des Fusses. Dr.
B._
führte diesbezüglich
nachvollziehbar
aus, diese Be
schwerden
liessen sich
mittels Einlagen beseitigen, weshalb hieraus keine Ein
schränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit resultiere (Urk. 9/59 S. 9)
.
Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, die IV-Stelle wäre angesichts seiner Hüft
beschwerden zu weiteren Abklärungen verpflichtet gewesen (Urk. 1 S. 10),
kann ihm nicht gefolgt werden. Der Beschwerdeführer berichtete im Rahmen der psy
chiatrischen Begutachtung erstmalig über Hüftbeschwerden, was dazu führte, dass die IV-Stelle
den Auftrag zur
Begutachtung um die Disziplin Orthopädie
erweiterte
(vgl. Urk. 9/59 S. 22; ferner Urk. 9/51).
Anlässlich der orthopädischen Exploration konnten indes die Hüftbeschwerden nicht objektiviert werden, auch stand der Beschwerdeführer diesbezüglich in keiner medizinischen B
ehandlung,
führte
k
eine Physiotherapie durch
und nahm bloss gelegentlich Analgetika ein
.
Die Röntgenbefunde fielen im Bereich der rechten Hüfte gänzlich unauffällig aus (
Urk.
9/59 S. 8). Sodann geht der Beschwerde
führer gemäss Sozialanamnese im
neurologischen Gutachten täglich zehn bis fünfzehn Kilometer mit seinem Sohn spazieren (
Urk.
9/59 S. 43; vgl. auch:
Urk.
9/59 S. 75), was der im orthopädischen Gutachtensteil anamnestisch angegebenen Limitation auf 45 Minuten Laufen infolge der Hüftbeschwerden (
Urk.
9/59 S. 5) deutlich widerspricht und der Annahme einer relevanten Aus
wirkung der Hüftbeschwerden auf die Arbeits
fähigkeit entgegensteht.
Folglich
ist nicht ersichtlich, inwiefern die IV-Stelle zu weiteren Abklärungen verpflichtet gewesen wäre.
Angesichts dieser Ausführungen ist die von Dr.
B._
aus orthopädischer Sicht
attestierte volle Ar
beitsfähigkeit des Beschwerdeführers «seit jeher» (Urk. 9/59 S. 10) nachvollzieh
bar und schlüssig.
6
.2.2
Dasselbe gilt auch für die von Dr.
D._
attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus allgemeinmedizinischer Sicht (Urk. 9/59 S. 33), zumal Dr.
D._
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte (Urk. 9/59 S. 32), sondern einzig solche ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/59 S. 33).
6
.2.3
Auch die neurologische Gutachterin, Dr.
E._
, begründete ihre Einschätzun
gen in nachvollziehbarer Weise
und in ausführlicher Auseinandersetzung mit den
Vorakten
. So führte sie aus, der Beschwerdeführer gebe Schmerzen respektive messerstichartige Schmerzphänomene an der rechten unteren Extremität an, sein Fuss schlafe ein, er habe Schwierigkeiten beim Treppen steigen und in die Knie gehen und nehme bei starken Schmerzen
Spedifen
ein
, d
ennoch gehe er täglich gut zehn bis fünfzehn Kilometer mit seinem Sohn spazieren
(Urk. 9/59 S. 41 und S. 43)
. Unbeobachtet präsentiere sich ein nahezu unauffälliges Gangbild, im Rahmen der klinisch-neurologischen Exploration demonstriere der Beschwerde
führer
demgegenüber
eine fast vollständige Parese der Fusshebung/Grosszehen
hebung und -senkung, Pro- und Supination wie auch der Knie- und Hüftflex
ion
und -extension rechts. Auch wenn der Hoover-Test positiv ausgefallen sei, sei dem Beschwerdeführer im Rahmen der Diagnostik die Dorsalflexion des rechten Fusses unter Angabe von Schmerzen fast vollständig respektive uneingeschränkt ge
lungen (Urk. 9/59 S. 45).
Die diskrete Läsion des
Nervus
tibialis
rechts in der Kniekehle nach der Muskel
venenthrombose infolge des Varizenstrippings
war
bei der aktuellen gutachter
lichen Exploration nicht mehr nachweisbar,
was den gut
achterlichen Schluss auf
eine zu beobachtende wie auch doku
mentierte Symptomausweitung ohne entsprechendes elektrophysiologisch-mor
pho
lo
gisches Korrelat (Urk. 9/59 S. 50)
nachvollziehbar macht.
Ihre Beurteilung überzeugt auch insoweit, als
der bisherige
Krankheitsverlauf bloss
partiell nachvollziehbar
sei
, zumal bereits im Untersuchungszeitpunkt durch
PD Dr. med. L._
, Fach
arzt Neurologie, I._
, keine weitere neuro
pathische Veränderung der untersuchten Nerven habe erfasst wer
den können (
Urk. 9/59 S. 53;
vgl.
auch
die Arztberichte vom 19. Juli 2017, Urk. 9/2 S. 13-15
,
sowie vom 4. Juni 2018, Urk. 9/26 S. 13 f.).
Damit über
einstimmend berichtete auch Dr.
F._
von einer Verbesserung der
Thrombosen
situation
sowie darüber, dass die Schmerzen für ihn unerklärlich seien (Urk. 9/2 S. 8 und Urk. 9/12 S. 116), was Dr.
J._
am
13. Juli 2017 bestätigte, indem er darlegte, das Beschwerdebild lasse sich definitiv nicht durch den minimalen Rest
thrombus erklären
(Urk. 9/12 S. 109)
.
Die
Beurteilung der neurologischen Gutachterin, wonach die
dargebotene Klinik weit über die ursprünglich vorhandene fo
kale Läsion hinaus
gehe
, was sich im Rahmen der aktuell unauffälligen
Neurographie
befunde
eindeutig bestätige
,
überzeugt sowohl im Lichte der im Wesentlichen unauffälligen Befunde als auch des gestützt auf die übrige medizinische Aktenlage eruierten Verlaufs. Ob es sich rechtfertigt, die von
Dr.
E._
festgestellte funktionelle Symptomausweitung im Sinne einer Netzwerkstörung, wie von ihr postuliert (vgl.
Urk.
9/59
S.
56; E.
5.3), trotz fehlender neurologischer/neurographischer Befunde als
strukturell-path
o
gnomische
und damit auch als somatische Beschwerde zu betrachten, kann im Ergebnis offenbleiben,
attestierte Dr.
E._
dem Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als Portier
zwar
eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %, be
scheinigte ihm indes in einer angepassten, vorrangig sitzenden Tätigkeit post
operativ res
pektive postthrombotisch, unter Beachtung einer
Rekonvaleszenzzeit
von vier bis sechs Wochen ab August 2017, eine vollständige Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/59 S. 56 f.).
Damit übereinstimmend
bescheinigte
auch der damalige Hausarzt des Beschwerde
führers, Dr. med. M._
, Facharzt Allgemeine Innere Medi
zin,
bereits
in seinem Bericht vom 3. Juli 2017 (Urk. 9/12 S. 117) eine 100%ige Arbeits
fähigkeit in einer sitzenden Tätigkeit, was von PD Dr.
L._
im Juni 2018 bestätigt wurde (vgl. Arztbericht vom 3. Januar 2019, Urk. 9/26 S. 5).
Ent
sprechend hielt letzterer den Beschwerdeführer im Juni 2018 dazu an, weiterhin sportlichen Aktivitäten wie Schwimmen, Radfahren oder leichter Trainingsarbeit im Fitnessstudio nachzugehen, um die bestehende
Dekonditionierung
weiter zu überwinden (Urk. 9/26 S. 14).
Nach dem Gesagten sind auch die Einschätzungen von Dr.
E._
nachvollzieh
bar begründet und stehen im Einklang
mit
den
Vorakten
,
weshalb sich vorliegend an ihrer Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
jedenfalls in angepasster Tätigkeit
keine Zweifel rechtfertigen.
6
.2.4
Zusammengefasst ist aus somatischer Sicht folglich eine Arbeitsunfähigkeit von
zumindest
50 % in der bisherigen Tätigkeit als Portier sowie
spätestens sechs
Wochen ab August 2017
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten
Tätigkeit aus
gewiesen. Soweit der Beschwerdeführer diesbezüglich vorbringt, die IV-Stelle
habe
willkürlich
das Vorliegen eines
lang andauernden Gesundheits
schaden
s
ver
neint
(
vgl. E.
3
.2
),
ist anzufügen,
dass die beim Beschwerdeführer ausgewiesenen somatischen Beschwerden zu keinen Einschränkungen in einer angepassten Tä
tigkeit führen, was nicht nur von den Gutachtern der
Z._
fest
gehalten, sondern auch von den behandelnden Ärzten bestätigt wurde
(vgl. E.
6
.2.3)
.
6
.3
6
.3.1
Was die psychiatrische Beurteilung im Gutachten der
Z._
anbelangt, ist zu
nächst festzuhalten, dass die Dauer der Untersuchung – entgegen dem Dafür
halten des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 11)
–
nicht
ausschlaggebend
ist
, zu
mal es für
den Aussagegehalt eines medizinischen Bericht
e
s
praxisgemäss n
icht in erster Linie auf die Dauer der Untersuchung an
kommt, sondern vielmehr m
ass
geblich ist, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Der für eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand hängt stets von der Fragestellung und der zu be
urteilenden Psychopathologie ab, wobei wichtigste
Grundlage gutachterlicher Schlussfolgerungen
–
gegebenenfall
s neben standardisierten Tests –
die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung bildet
(Urteil des Bundesgerichts
9C_190/2019
vom 14. Mai 2019 E. 3.1).
Anhaltspunkte dafür, dass
der psychia
trische Sachverständige
die entsprechenden Vorgaben nicht
beziehungsweise
nur ungenügend
beachtete, sind nicht erkennbar und wurden vom Beschwerdeführer auch nicht substantiiert vorgetragen
.
Ebenso wenig vermögen die vom Beschwerdeführer vorgebrachten angeblichen Verständigungsprobleme (vgl. Urk. 1 S. 11) Zweifel am psychiatrischen Gut
achten zu begründen
. So war
anlässlich der
psychiatrischen
Begutachtung eine portugiesisch
sprechend
e Dolmetscherin anwesend,
auch
kann
sich
der Beschwer
deführer offenbar ohne Schwierigkeiten auf Englisch
verständigen
(vgl. auch den psychiatrischen Plausibilisi
erungsauftrag von Dr. med. N._
, Fach
arzt Psychiatrie und Psychotherapie, vom 14. Dezember 2017 zuhanden des Kranken
taggeldversicherers, Urk. 9/12 S. 81-98, welchem eine Exploration in englischer Sprache zugrunde l
ag
). Schliesslich sind
weder
dem
psychiatrischen Gutachten noch den Gutachten der weiteren Disziplinen Anhaltspunkte
zu entnehmen
, welche auf Verständigungsprobleme
schliessen liessen (vgl. Urk. 9/59 S. 7, S. 31
und S. 77
). Vielmehr hielt Dr.
E._
im neurologischen Gutachten sogar aus
drücklich fest, der Beschwerdeführer falle bei den in deutscher Sprache gestellten
Fragen immer wieder durch spontane Antworten in deutscher Sprache auf, unter Ausschluss der Übersetzerin
(
vgl. Urk. 9/59 S. 45
).
6
.3.2
Im Rahmen der psychiatrischen Exploration schloss Dr.
C._
zunächst das Vorliegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung trotz körperlicher Beschwerden aus
und hielt fest, dass
im Zusammenhang mit der rezidivierenden depressiven Störung respektive der
Dysthymie
eine psychogene Überlagerung der körperlichen Beschwerden
angenommen werden könne
.
Angesichts der Ausfüh
rungen, dass d
er Beschwerdeführer anlässlich der Exploration kurze Hinweise auf eine Verdeutlichung der körperlichen Beschwerden mit demonstrativen Hin
wei
sen auf die Beschwerden gezeigt
und sich
zudem aus psychiatrischer Sicht ge
wisse Hinweise
auf
eine Aggravation und einen sekundären Krankheitsgewinn
gefunden hätten, erscheint der Ausschluss der eingangs genannten Diagnose nachvollziehbar
(Urk. 9/59 S. 85).
Dies gilt auch für die aktenanamnestisch gestellte Diagnose einer posttrauma
tischen Belastungsstörung, hinsichtlich welcher Dr.
C._
anmerkte, dass sich im Rahmen der ausführlichen Exploration keine Hinweise auf eine solche ge
fun
den hätten, auch wenn der Tod des Vaters im Jahr 2010 ein traumatisierendes und einschneidendes Erlebnis dargestellt habe
.
Dennoch sei es dem Beschwerde
führer über Jahre hinweg möglich gewesen, engagiert einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, auch seien
weder
bildhafte Erinnerungen vom Unfallgeschehen im Traum oder tagsüber aufgetreten
, noch
habe er Flashbacks entwickelt
. Soweit der behandelnde
Psychiater, Dr. med. O._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, die Diagnose einer PTBS gestellt habe, sei auffallend, dass dessen Arztberichte vor allem subjektive Angaben des Beschwerdeführers enthielten und der psychische Status bloss unvollständig objektiv beschrieben werde, weshalb dessen diagnostische Einschätzung auch bloss teilweise nachvollziehbar sei
(Urk. 9/59 S. 83-85
und S. 88
)
.
Auffallend ist in diesem Zusammenhang überdies, dass Dr.
O._
in seinem ersten Arztbericht die Diagnose einer PTBS noch nicht stellte, sondern diese erst im Verlaufe der weiteren Arztberichte aufführte (vgl. Urk. 9/2 S. 10 f., Urk. 9/12 S. 106 f. sowie Urk. 9/2 S. 19-22)
und im neu
sten Arztbericht zuhanden der IV-Stelle
vom 7. Februar 2019
wiederum
nicht unter den Diagnosen aufführte
(
Urk.
9/27 S.
9)
.
Schliesslich schloss auch
Dr.
N._
im Plau
sibilisierungsauftrag vom 14. Dezember 2017 die Diagnose einer PTBS mangels der gemäss ICD-10 verlangten Nachhallerinnerungen aus (Urk. 9/12 S. 89
),
was
die diesbezügliche Einschätzung von Dr.
C._
bestätigt
.
6
.3.
3
Ebenfalls führte Dr.
C._
nachvollziehbar und mit den erhobenen Befunden begründet aus, dass beim Beschwerdeführer im Explorationszeitpunkt keine aus
reichenden Symptome für eine mittelgradige oder gar
schwergradige
depressive
Störung
vorgelegen seien
, vielmehr entsprächen die Befunde
nur
einer
Dysthymie
(Urk. 9/59 S. 81)
, weshalb die Diagnose denn auch
auf eine
rezidivierende depressive Störung mit mittelgradigen und aktenanamnestisch schweren Episoden
mit Übergang in eine anhaltende affektive Störung (
Dysthymie
)
laute (Urk. 9/59 S. 80).
Darüber hinaus hielt er fest, dass sich aufgrund der körperlichen Beschwerden und der vielschich
tigen psychosozialen Probleme tief verwurzelte und anhaltende Verhaltensmuster entwickelt hätten, welche mit einer gestörten sozialen Funktions- und Leis
tungsfähigkeit einhergingen
, womit eine kombi
nierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen, kränkbaren und passiv-aggressiven Persönlichkeitszügen erhoben werden könne
(Urk. 9/59 S. 81 f.).
Letztere Diagnose erläuterte er ausführlich i
n Beantwortung der Zusatz
frage
(Urk. 9/59 S. 92).
Soweit der RAD-Arzt
Dr.
med. P._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, diese Diagnose im Lichte der anamnestisch problemlosen Kindheit und langjährigen Berufsanamnese in Frage stellt (
Urk.
9/62/7
f.), lässt er ausser Acht,
dass spezifische Persönlichkeitsstörungen (ICD-10
Ziff.
F60) gemäss den
einschlägigen
Leitlinien wohl in der Kindheit oder Jugend beginnen, sich aber durchaus erst im Erwachsenenalter manifestieren können (vgl. Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10
,
Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien,
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], 1
0.
Aufl
age
2015,
Ziff.
F60-62 S.
274 ff.
;
ferner
Urteil des Bundesgerichts 9C_721/2018 vom 1
2.
März 2019 E.
5.1.2
).
Zwar fehlen dem Gutachten von
Dr.
C._
Hinweise auf bis in die Kindheit zurückreichende Entwicklungs
um
stände, welche als Grundstein der diagnostizierten Persönlichkeitsstörung zu wer
ten wären, doch sind den Akten zumindest Hinweise auf eine Verklärung der Lebensumstände in der portugiesischen Heimat durch den Beschwerdeführer und möglicherweise auch seiner familiären Umstände zu entnehmen. So schilderte er gegenüber
Dr.
N._
im Rahmen der Begutachtung im Juli 2018, er habe eine perfekte Kindheit gehabt, sei wohlbehütet aufgewachsen, sein Vater habe dafür gesorgt, dass er sich «den Realitäten des Lebens» zu stellen habe. Trotz zwölf Jahren
Highschool
mit guten Noten verzichtete er dann aber auf das geplante Architekturstudium, weil er nach der Schule angeblich eine gute Tätigkeit gefunden habe. Die von ihm geschilderte Erwerbsbiographie mit Tätigkeiten im
Securitybereich
, im Hotelgewerbe, als Barkeeper und Fotograf, allesamt ungelernt (
Urk.
9/20
S.
8), lassen denn auch auf einen zumindest unruhigen Werdegang schliessen, welcher durchaus in der Persönlichkeitsstruktur des Beschwerde
führers begründet sein könnte. Ob sich aber letztlich die Diagnose einer Per
sönlichkeitsstörung rechtfertigt oder lediglich diejenige akzentuierter Per
sön
lich
keitszüge im Rahmen einer sogenannten Z-Diagnose, kann offenbleiben, ist doch im Ergebnis nicht die Diagnose, sondern einzig und allein entscheidend, ob die
Beschwerden zu einer ausgewiesenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit führen (vgl
. Urteil
des Bundesgerichts 9C
_501/2008 vom 1
5.
Juli 2008 E. 2.2.1), was – wie nachfolgend erläutert (E. 6.4) – vorliegend nicht der Fall ist.
Mit Blick auf die depressive Störung
gilt es
anzumerken, dass sowohl Dr.
C._
wie auch der behandelnde Psychiater, Dr.
O._
, und Dr.
N._
auf die zahl
reichen psychosozialen
und soziokulturellen
Faktoren hinwiesen, welche beim Beschwerdeführer
vorliegen
. So führte Dr.
C._
aus, dass die Probleme am Arbeitsplatz mit der ausgesprochenen Kündigung, die Auseinandersetzung mit dem Krankentaggeld
versicherer, die Arbeitslosigkeit mit entsprechend feh
lendem
Einkommen sowie die sozialen An
passungsstörungen mit fehlendem Be
herrschen der deutschen Sprache negative funktionelle Folgen
gezeigt
und sich ungünstig auf die rezidivierende depressive Störung mit Übergang in eine
Dys
thymie
ausgewirkt hätten
, auch wenn diese nicht als alleinige Ursache in Betracht kämen (Urk. 9/59 S. 86). Dr.
O._
, welcher in seinen Arztberichten eine rezi
divierende depressive Stö
rung mit mittelgradigen und schweren Episoden diagnostizierte (vgl. die Arzt
berichte vom 12. Juli 2017, Urk. 9/2 S. 10 f., vom 24. September 2017, Urk. 9/12 S. 106 f., vom 10. Dezember
2017, Urk. 9/2 S. 19-
22
, sowie vom 7. Februar 2019, Urk. 9/27 S. 9
), wobei
Dr.
C._
die
schwer
gradig
e
Episode angesichts des nicht ausführlich beschriebenen psychischen Status als nicht nachvollziehbar erachtete (
Urk.
9/
59 S. 83
;
auf diesen Umstand wies auch RAD-Arzt Dr.
P._
hin,
vgl. Urk. 9/62 S. 4
)
,
erläuterte, dass die depressive Episode
n
durch die Erfahrung einer Fe
hlbehandlung im Spital G._
, durch die Kündigung des Arbeitgebers und die gegen den Beschwerde
führer gerichteten Erfahrungen hervorgerufen
worden
seien
und dass der Ein
glie
derung die deutliche Schweiz-Phobie des Beschwerdeführers entgegenstehe, weshalb er seinen Lebensmittelpunkt verstärkt in Portugal habe (
Urk.
9/27 S.
9)
. Durch die Anzeige wegen Persönlichkeitsverletzung und der zu bezahlen
den Busse fühle sich der Beschwerdeführer betrogen und behindert, was er nicht er
tragen könne. Er habe viele Schulden und Betreibungen, was seinem psychi
schen Zu
stand sehr zusetze
, er fühle sich als «Gefangener» dieser Akteure. Dem Be
schwer
deführer gehe es besser, wenn er sich in Portugal aufhalte, er habe eine regel
rechte Schweiz-Phobie. Auch machte Dr.
O._
seine Prognose abhängig davon, ob der Beschwerdeführer seine Erholungszeit in Portugal verbringen könne, was deutlich schneller und nachhaltiger sei, als wenn er sie
in der Schweiz
als «Gefangener» verbringen müsse.
Dr.
C._
hielt in diesem Zusammenhang ebenfalls fest, dass sich das psychische Zustandsbild des Beschwerdeführers
in
folge
einer Rückkehr nach Portugal gebessert habe (Urk. 9/59 S. 84).
Dessen ungeachtet
führte
Dr.
C._
aus
, dass
nach den anamnestischen An
gaben
zumindest mittelgradige depressive Episoden vorgelegen haben dürften, zumal solche auch im psychiatrischen Plausibilisierungsauftrag von Dr.
N._
vom 14. Dezember 2017 (Urk. 9/12 S. 81-98) und vom 3. Juli 2018 (Urk. 9/20 S. 4-20) diagnostiziert und mit Symptomen untermauert worden seien (Urk. 9/59 S. 83). Auch diesbezüglich fällt indes auf, dass Dr.
N._
über eine
schwerst
gradige
psychosoziale Belastungssituation sowie über ausgeprägte psychosoziale Belastungsfaktoren im aktuellen Umfeld des Beschwerdeführers berichtete (Urk. 9/
1
2 S. 83 und S. 85)
. Er führte aus
, auch im März 2018 sei die finanzielle Situation schwierig, der Beschwerdeführer habe keinerlei Sicherheit, die unregel
mässige Zahlung der Krankentaggelder belaste ihn subjektiv, er könne weder Rechnungen bezahlen noch habe er sich angesichts des Gerichtsverfahrens einen Anwalt nehmen können, weshalb er vor Gericht ganz alleine gewesen
sei. Auf
grund
der dortigen Konfrontation mit dem ehemaligen Vorgesetzten respektive der damaligen Situation
sei es ihm
täglich schlechter gegangen (Urk. 9/20 S. 9
und S. 13
).
Angesichts
der von Dr.
C._
zumindest als mitursächlich für die Entstehung, Aufrechterhaltung und Ausgestaltung der depressiven Störung erachteten psy
chosozialen
und soziokulturellen
Faktoren
drängen sich mit Blick auf die dia
gnos
tizierte rezidivierende depressive Störung mit Übergang in eine an
haltende affek
tive Störung (
Dys
thymie
) zumindest Zweifel am Vorliegen eines verselb
ständigten Gesundheits
schadens auf (vgl. E.
2
.3.2
)
.
Dies
gilt
umso mehr
, als
auch Dr.
O._
und
Dr.
N._
mehrfach
auf die psychosozialen Faktoren hin
wiesen
(und auch Dr.
N._
die psychosozialen Belastungs
faktoren als mög
liche Auslösungs
faktoren bezeichnete, vgl. Urk. 9/20 S. 16)
so
wie
RAD-Arzt Dr.
P._
den psycho
sozialen Faktoren
ebenfalls
eine nicht unerhebliche Rolle zu
erkannte (vgl. Urk. 9/62 S. 6)
. Schliesslich
spricht die zeit
liche
Konnexität
zwischen
der Kündi
gung per Ende Mai 2017 (vgl. Urk. 9/12 S. 62) und dem Beginn der
psychiatrisch-psychotherapeutische
n
Behandlung im Juni 2017 (vgl. Urk. 9/59 S. 86)
für sich, zumal auch der Beschwerdeführer i
m Rahmen der psy
chiatrischen Exploration selbst
bestätigte
, dass die ersten psychischen Probleme besonders nach Erhalt der Kündigung per Ende Mai 2017 aufgetreten seien (Urk. 9/59 S. 71).
6
.3.
4
Entsprechend ist aus psychiatrischer Sicht
gestützt auf das insgesamt über
zeugende psychiatrische Gutachten des
Z._
erstellt
, dass der Be
schwerdeführer an einer rezidivierenden depressiven Störung mit
zumindest
mittelgradigen Epi
soden ohne psychotische Symptome mit Übergang in eine anhal
tende affek
tive
Störung (
Dysthymie
)
sowie einer Persönlichkeitsproblematik
leidet, deren Selb
ständigkeit angesichts der grossen Relevanz der psychosozialen Faktoren indes als fraglich erscheint.
6
.4
6
.4.1
Zu prüfen bleibt, ob die im Gutachten attestierte Arbeitsunfähigkeit aus psy
chiatrischer Sicht einer rechtlichen Überprüfung im Lichte der massgeblichen Standardindikatoren standhält (vgl.
E.
2
.3.
2
)
, wobei
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung von der medizinischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abge
wichen werden kann, ohne dass eine beweiskräftige Expertise dadurch ihren Beweiswert verlöre (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 3.2).
6
.4.2
Die erste Kategorie «funktioneller Schweregrad» umfasst die Komplexe «Gesund
heitsschädigung», «Persönlichkeit» sowie «sozialer Kontext» (
vgl. E.
2
.3.2
).
Hinsichtlich der
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
bezeichnete
Dr.
C._
Auffassung, Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit als intakt und
verneinte
Hinweise auf Gedächtnisstörungen,
Wahrnehmungsstörungen,
in
haltliche Denkstörungen im Sinne von
Wahnideen oder Halluzinationen,
Zwänge oder Ich-Störungen.
Der Beschwerdeführer wirke bloss leicht bedrückt, nicht an
gespannt, reiz
-
oder erregbar, sei im Antrieb eher vermindert
(Urk. 9/59 S. 77 f.)
.
In Bezug auf
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz hielt Dr.
C._
fest, d
er Beschwerdeführer stehe seit Juni 2017
einmal monatlich
in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung,
seit
s
einem Aufenthalt in Por
tugal per Videokonferenz
, wodurch eine Besserung des psychischen Zustandes habe erreicht werden können
, was gegen eine Behandlungsresistenz spricht
.
D
ie therapeutischen Optionen seien bisher nicht ausgeschöpft
worden, eine Fort
setzung der Therapie sei zu empfehlen
(Urk. 9/59 S. 86 f.).
Angesichts
der be
schei
denen Befunde im affektiven Bereich ist
insge
samt
auf eine
geringe
Aus
prägung der diagnoserelevanten Befunde zu schliessen
, was umso mehr gilt, als
die psychosozialen Faktoren, wie oben ausgeführt (
vgl. E.
6
.4.3 f.
), offenkundig eine massgebliche Rolle
zumindest
als
direkte
Mitursache für die Leistungs
einschränkung
spielten
.
Soweit aber soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, bleiben sie nach wie vor ausgeklammert (vgl.
E.
2
.3.3
).
Dr.
C._
führte zum Komplex
«Persönlichkeit»
aus, i
m Mini-ICF-APP hätten sich leichte bis mittelgradige Einschränkungen
gezeigt
, vor allem in den Berei
chen Flexibilität, Umstellungsfähigkeit, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, Wi
derstands- und Durchhaltefähigkeit, Selbstbehauptungsfähigkeit und Gruppen
fähigkeit
.
Ressourcenhemmend würden sich die körperlichen Beschwer
den,
ins
besondere
aber
die psychosozialen Faktoren auswirken (Urk. 9/59 S. 78-80 und S. 89 f.).
Die sich aus der Persönlichkeitsstruktur ergebenden Einschränkungen der funktionellen Leistungsfähigkeit lägen überwiegend im lediglich leichten bis mittelgradigen Bereich (
Urk.
9/59
S.
92). Selbst unter Berücksichtigung der dia
gnostizierten, jedenfalls nicht als schwer zu qualifizierenden Persönlichkeits
störung (vgl. zum Zusammentreffen einer
Dysthymie
mit einer ernsthaften Persönlichkeitsstörung: Urteil des Bundesgerichts 9C_146/2015 vom 1
9.
Januar 2016 E.
3.2) sowie allfälliger Wechselwirkungen mit der neurologisch fest
ge
stellten Netzwerkstörung lässt die Prüfung der ersten Kategorie insgesamt nicht den Schluss auf einen erheblichen funktionellen Schweregrad der psychischen Störung zu. Dies gilt umso mehr, als
Dr.
C._
m
it Blick auf den «sozialen Kontext»
nachvollziehbar festhielt
, der Beschwerdeführer verfüge über vor
handene und mobilisierbare Ressourcen mit aufrechter Partnerbeziehung und Kind, ohne familiäre Probleme, er habe gute familiäre Kontakte und Kontakt mit
immerhin
wenigen Kollegen in Portugal. Er zeige ver
schiedene Aktivitäten im Tagesablauf, indem er sich vormittags mit dem Kind beschäftige, Mittagessen koche, nachmittags spazieren gehe
(10 – 15 km)
oder gemeinsame Aktivitäten mit der Partnerin und dem Kind unternehme (Urk. 9/59 S. 86).
6
.4.3
Hinsichtlich der beweisrechtlich relevanten
Kategorie
der
«Konsistenz»
(vgl.
E.
2
.3.2
)
verneinte Dr.
C._
die gleichmässige Einschränkung des
Aktivitäten
niveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen
zu Recht
,
da
der Beschwerde
führer ver
schiedene Aktivitäten im Tagesablauf aufweise, vormittags das
2018 ge
borene
Kind versorge, Mittagessen koche, nachmittags verschiedene Aktivi
täten unter
nehme, Hobbies wie Spazieren, Lesen, Kino nachgehe
(Urk. 9/59 S. 87).
Entsprechend
ver
fügt
der Beschwerdeführer
ü
ber einen
durchaus
strukturierten Tagesablauf (Urk. 9/59 S. 75).
Anzu
merken ist in diesem Zusammenhang
zudem
, dass Dr.
C._
im Rahmen der Exploration Hinweise auf eine Aggravation und einen sekundären Krankheits
gewinn feststellte (Urk. 9/59 S. 85), auch wenn er die Untersuchungsergebnisse insgesamt als weit
gehend valide bezeichnete (Urk. 9/59 S. 88).
Schliesslich ist dem Beschwerde
führer ein gewisser Leidens
druck angesichts der Medikation und der Therapie wohl nicht abzusprechen, Dr.
C._
selbst bezeichnete diesen
indes
als eher leicht (Urk. 9/59 S. 88); ein hoher Leidensdruck ist aufgrund der Akten
jedenfalls
nicht ausgewiesen.
6
.
4
.4
Zusammenfas
send ergibt sich aus der Prüfung der Standardindikatoren, dass der Beschwerdeführer bei Ausschöpfen der vorhandenen Ressourcen in der Lage ist,
eine seinen
somatischen
gesundheitlichen Beschwerden angepasste Tätigkeit aus
zuüben.
Dafür sprechen neben der geringen Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde ins
besondere die
mobilisierenden
Ressourcen sowie der bloss geringe Leidensdruck. Die von Dr.
C._
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40 % von Mai 2017 bis Juli 2019 sowie von 20 % ab Juli 2019 erscheint vor diesem Hinter
grund als sehr grosszügig, weshalb die rechtliche Überprüfung im Lichte des struk
turierten Be
weisverfahrens, unter Berücksichtigung der grossen Relevanz der psychosozialen
und soziokulturellen
Faktoren
sowie
der
Inkonsistenzen im Rahmen des
Aktivitätenniveau
s
, ein Ab
weichen von dieser medizinisch-theore
tischen Einschätzung gebietet (vgl. BGE 145 V 361 E. 4.3).
Dies führt zum Schluss, dass eine Einschränkung der Leis
tungsfähigkeit aus psychischen Gründen
zumindest seit Dezember 2018
(frühestmöglicher Renten
beginn,
Art.
29
Abs.
1 IVG)
nicht erstellt ist. Die Folgen der Beweis
losigkeit hat dabei der Beschwerde
führer zu tragen (vgl. BGE 141 V 281 E. 6).
6
.5
Soweit der Beschwerdeführer schliesslich eine Verletzung des Untersuchungs
grundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG)
durch die IV-Stelle
rügt (vgl. E. 3
.2)
,
kann ihm nicht gefolgt werden, zumal die IV-Stelle auf die Abnahme weiterer Beweise dann verzichten kann, wenn sie nach den von Amtes wegen vorzunehmenden Abklä
rungen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt, ein be
stimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und
wei
tere Beweismassnahmen könnten an diesem Ergebnis nichts mehr ändern (anti
zipierte Beweiswürdigung). Darin liegt weder eine Verletzung des Untersuchungs
grundsatzes noch eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV; vgl. BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d).
Davon, dass die von ihr
getätigten Ab
klärungen eine abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs des Beschwer
deführers erlaubten, ging die IV-Stelle nach dem Gesagten denn auch zu Recht aus.
7
.
7
.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die aus somatischen Gründen eingeschränkte Leis
tungsfähigkeit des Beschwerdeführers in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
7
.2
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkommensvergleich
e
s gemäss Art.
28a Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu.
Sind indessen Validen- und Inva
lidenein
kommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung.
Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzug
e
s vom Ta
bellenlohn. Dies stellt keinen «Prozentvergleich» dar, sondern eine rein rechne
rische Vereinfachung (
vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2
;
9C_368/2019
vom
8. Oktober 2019 E. 4.2
)
.
7
.3
Auf der Grundlage einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit er
übrigt sich vorliegend ein ordentlicher Einkommensvergleich, zumal sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers – angesichts seiner fehlenden beruflichen Ausbildung (vgl. Urk. 9/
14
, 9/18
) sowie seiner seit 2017 ausgewiesenen Nichterwerbstätigkeit (vgl. Urk.
9
/
10
) und der dadurch be
dingten Qualifikation für eine Hilfstätigkeit –
zu Gunsten des Beschwerdeführers (vgl. dem IK-Auszug zu entnehmende tiefe Einkommen bis Juni 2017,
Urk.
9/10) nicht ausgehend von seinem zuletzt erzielten Lohn, sondern
gestützt auf dieselbe Bemessungs
grundlage zu bestimmen ist. Der Invaliditätsgrad liegt dem
nach bei rentenaus
schliessenden 0 % (vgl. E.
2
.2) beziehungsweise wäre selbst bei einem höchst
möglichen Leidensabzug von 25
%
–
für eine Gewährung in dieser Höhe sich aus den Akten indes keinerlei Anhaltspunkte ergeben
–
nicht renten
begründend.
8
.
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 18. September 2020 (Urk. 2) im Ergebnis nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
9
.
Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen
.