Decision ID: 4618666c-39d9-4a34-976d-cdfd7786604c
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
,
g
eboren 1954, reiste im Jahr 1971
vom
Y._
in die Schweiz ein
(
Urk.
9/4). Zuletzt war sie ab
2
1.
September 1998 bis
1
3.
November 2006
(effektiv letzter Arbeitstag) als
Kassiererin bei der
Z._
tätig (
Urk.
9/14).
Am
2
8.
Januar 2008
meldete sich
die
Versicherte
unter anderem wegen psychi
scher Probleme
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle
(nachfolgend IV-Stelle)
,
zum Leistungsbezug an
(Urk. 9/4
). Di
e IV-Stelle klärte
die erwerbli
chen und medizinischen Verhäl
tnisse ab und zog unter ande
rem
vom
A._
ein
poly
disziplinäres
Gutachten
vom 2
8.
September 2008
bei (
Urk.
9/22)
. Gestützt darauf
sprach sie
der Versicherten
bei einem
Invaliditätsgrad von
61
% ab 1.
November 2007
eine
Dreiviertelsrente
zu
(Verfügung vom
7.
Juli 2009,
Urk.
9/43)
.
Mit Mitteilung vom
2
0.
August 2010
(Urk.
9/55
) bestätigte die IV-Stelle den An
spruch auf die laufende Rente revisionsweise.
Ein Gesuch der Versicherten vom 2
8.
Februar 2012 um revisionsweise Erhöhung der Rente (
Urk.
9/56) wies die IV-Stelle nach Abklärungen der medizinischen Verhältnisse sowie
nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
9/62,
Urk.
9/65)
mit Verfügung vom
2
8.
August 2012 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
die
Versicherte mit Eingabe vom
1.
und
Ergänzung vom
2
2.
Ok
to
ber 2012 Be
schwerde erheben (Urk. 1,
Urk.
5) mit dem Antrag, es sei ihr ab März 2012 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zwecks weiterer Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen. Der Beschwerde
legte sie Be
richte von
Dr.
med.
B._
,
Fachärztin für Physikalische Medizin, vom
3.
Oktober 2012 (
Urk.
6/1) und des
C._
,
Kli
nik für
Nukle
armedizin,
Schilddrüsen-Sprechstunde,
vom 2
1.
August
2012 bei
(
Urk.
6/2). In der Be
schwerdeantwort vom
9.
November 2012 schloss die IV-Stell
e auf A
b
weisung der Beschwerde (Urk. 8
).
Am 1
0.
Januar 2013
reichte die Ver
si
cherte einen Bericht von
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, vom
7.
Dezember 2012 (
Urk.
10-11)
und
am
1
8.
März 2014
eine Ergänzung zu ihrer Beschwerde ein (
Urk.
16). Die IV-Stelle verzichtete auf wei
tere Stellungnahmen (
Urk.
13,
Urk.
18).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bun
des
ge
setzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
ei
nträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwer
ten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weit
gehend objek
tiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Be
einträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer
Gesundheitsscha
den
führt also nur
soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann,
die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 50 E.
1.2 mit Hinweisen).
1.2
Die
seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei ei
nem
In
validitätsgrad
von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertels
rente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent An
spruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zu
kunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG)
. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustan
des, sondern auch dann
revi
dierbar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe
nen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5, 117 V 199 E.
3b, 113 V 275 E. 1a mit
Hinweisen). Zeitlicher Referenz
punkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versi
cher
ten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru
chs mit rechtskonformer Sachverhaltsab
klärung,
Be
weiswürdigung
und D
urchführung eines Einkommensver
gleichs (bei Anhalts
punk
ten für eine Änderung in den er
werblichen Auswirkun
gen des Ge
sund
heits
zustands) beruht; vorbehalten bleib
t die Rechtsprechung zur
Wieder
erwä
gung
und prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4). Dagegen stellt die bloss
unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen un
ver
ändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfä
higkeit für sich allein
genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (BGE
112 V 372 E. 2b mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts in Sachen C. vom 3. November 2008, 9C_562/2008, E. 2.1).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der D
arlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a,
122 V 160 E. 1c).
2
.
2
.1
Streitig und zu prüfen ist, ob bei der Beschwerdeführerin seit der rechtskräftigen Verfügung vom
7.
Juli 2009 (
Urk.
9/43)
bis zum Erlass der angefochtenen Ver
fügung vom
2
8.
August 2012
(Urk. 2) eine Veränderung des Gesundheits
zu
stan
des mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit eingetreten ist, welche
eine Erhöhung der
Dreiviertelsrente
auf eine
ganze
Inval
idenrente zu be
gründen vermag. Die Mitteilung vom 20. August 2010 (Urk. 9/55), mit der die
Dreiviertelsrente
revisionsweise bestätigt worden war, kann nicht als massgeb
licher Vergleichszeitpunkt dienen, da die IV-Stelle vorgängig zwar je einen Be
richt von Dr.
B._
vom 29. April 2010 (Urk. 9/51) und von Dr.
D._
vom 8.
Juni 2010 (Urk.
9/53) eingeholt, indes nicht auf deren
Arbeitsfähig
keits
beur
tei
lung
, sondern auf die Meinung des Regionalen Ärztlichen Dienstes, es liege
weder in der Befunderhebung noch in der Arbeitsfähigkeit ein
e
Änderung vor (Urk. 9/54/2) abgestellt hatte.
2
.2
Die ursprüngliche Verfügung vom
7.
Juli 2009
basierte im Wesentlichen auf dem
polydisziplinäre
n
A._
-
Gutachten
vom 2
6.
September 2008 (
Urk.
9/22).
Dieses beruht
e
auf einer orthopädischen, internistischen und psychiatrischen Untersu
chung vom 2
9.
Juli sowie vom
6.
u
nd
1
1.
August 200
8.
Dabei diagnos
tizierten die
Ärzte eine
mittelschwere
depressive Episode bei einer re
zidivieren
den de
pr
essiven Störung (ICD-10: F33.1) und
einen Status nach einer operativ ver
sorg
ten Unterschenkelfraktur links (1996) mit
einer
blanden
persistierenden
Be
lastungsinsuffizienz
und
einem diskreten linksseitigen
Schonhinken
sowie – ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit –
ein
blandes
Panvertebralsyndrom
mit einem
blanden
Rundr
ücken bei einem Status eines in
der Jugend durchge
machten Mo
rbus Scheuermann, einen Status
n
a
ch einer
Hemithyr
oidektomie
bei einem
Mi
krokarzinom
(2006), ein Übergewich
t sowie einen Zustand nach einem
Herpes
Zoster links thorakal (2007) ohne eine Post-
Zosterneuralgie
.
Die
Ge
samtbe
ur
teilung
der Arbeitsfähigkeit erfolgte im Rahmen einer inter
disziplinä
ren
Schluss
beurteilung
. Dabei kamen die Ärzte zu folgendem Schluss (
Urk.
9/22/13 ff.): In der angestammten Tätigkeit als Kassiererin sei die Versi
cherte
überwiegend psy
chisch bedingt
seit
dem Jahr
2007
(mit dem Ende der Tätigkeit als Kassiererin)
zu 100
%
arbeitsunfähig. In einer leidensangepassten Tätigkeit –
das heisst einer
Tätigkeit einfacher geistiger Natur, ohne Zeitdruck mit geringfügigen
Verant
wor
t
ungsgraden
sowie ohne statisch besonders bel
a
s
tende Arbeiten wie aus
schliess
lich auf hartem Untergrund stehende Tätigkeiten – bestehe eine Ar
beits
fähigkeit
im Umfang
von täglich vier Stunden. Bei
Durchführung
berufsför
dernder
Mass
nahmen sei nach einer Latenzzeit prog
nostisch eine Wiederer
langung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit möglich.
2
.3
Die angefochtene Verfügung vom
2
8.
August 2012
(Urk. 2) basiert im Wesentli
chen
auf folgenden Arztberichten:
In
ihrem Bericht vom 2
9.
April 2010 (
Urk.
9/51) diagnostizierte
Dr.
B._
,
Haus
ärztin
der Versicherten seit dem J
ahr 2008, ein chronisches
cervico
spon
dyl
o
g
enes
Syndrom bei
P
rotrusionen
C3/4, C4/5 und C6/7,
eine sekundäre Arthrose
des
oberen Sprunggelenks
links bei einem Status nach einer distalen
Unter
schenkelfraktur
, ein chronisches
Thorakolumbovertebralsyndrom
bei
einer
Fehl
hal
tung
und Fehlbelastung der Wirbelsäule
und einem Status nach einem
Morbus Scheuer
mann, eine schwere dep
ressive Entwicklung, einen Stat
us nach
ein
er
Hemithyr
oidektomie
links (2
005
) bei einem
papillären
Mikrokarzinom
so
wie – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – eine
Periarthrosis
coxae
al
carea
links und eine arterielle Hy
p
ertonie. Zur Arbeitsfähigkeit gab sie an,
in de
r
angestammten Tätigkeit bestehe vom Rücken und vom psychischen Zustand her keine Arbeitsfähigkeit. Im Übrigen werde
d
ie Arbeitsfähigkeit durch den schwe
ren depressiven Zustand am meisten beeinträchtigt, wobei ihre
theoreti
sche
Ar
beitsfähigkeit von 40
%
in der Praxis nicht umgesetzt werden könne.
Al
s Diagnosen führte
Dr.
D._
,
welcher die Beschwerdeführerin seit
dem
1
4.
März 2007 behandelt, in seinem Bericht vom
8.
Juni 2010 (
Urk.
9/53) eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.10) auf. Zur Arbeitsfähigkeit gab er an, seit dem
2.
Juni 2009 bestehe in der angestammten
und
eine
r
leidensan
gepassten
Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Im Befundbericht des
E._
vom 2
2.
Februar 2011 (
Urk.
9/58
/5
) betreffend ein
magnetic
resonance
imaging
(MRI) der
Lendenwir
bel
säule
(LWS) gaben die Ärzte bei ihrer Beurteilung an, es bestehe eine
medi
orechtslaterale
subligamentäre
Diskushernie ausgehend von
der Bandscheibe L5/S1 bei einer
kleinen Sequester und einer deutlichen Verlagerung der S1-Ner
venwuzel rechts, eine
mediolinkslaterale
subligamentäre
Diskushernie in der Höhe der Lendenwirbelkörper (LWK) 2/3, die nach
caudal
hinter den
Wirbelkör
per
LWK 3 verlagert sei. Sie berühre im Wirbelkanal den Spinalnerv L3 links.
Dr.
med.
F._
,
Facharzt für Neurologie, diagnostizierte in seinem
auf das MRI vom 2
2.
Februar 2011 Bezug nehmenden
Bericht vom
2.
März 2011 (
Urk.
9/58/3-4) eine Lumbalgie mit Reizsymptomen beidseits, ohne Hinweise für eine relevante Läsion einer lumbalen oder sakralen Wurzel.
Weiter führte
er unter anderem aus, bei einer
seit
Dezember 2010 anhaltenden
Lumbalgie mit Reizsymptomen
beidseits
habe die neurologische Untersuchung keine Hinweise für eine relevante Läsion einer lumbalen oder sakralen Wurzel ergeben.
Die Ärzte des
C._
,
Klinik für Viszeral- und
Trans
p
lantationschirurgie
– wo die Beschwerdeführerin in der Zeit vom 2
7.
Sep
tem
ber
bis zum
2.
Oktober 2011 hospitalisiert war
,
– diagnostizierten in ihrem Bericht vom 2
8.
September 2011 (
Urk.
9/58/6-7) ein
papilläres
Schild
drüsenkarzinom
folli
kulärer Variante
bei einer Tumor-Nodes-Metastasen(TNM)-Klassifikation pT2
cNO
cMO
, e
inen Status nach einer
Hemithyr
oidektomie
links (1
9.
August
2005) bei einer symptomatischen linksbetonten Stru
ma
mulinodosa
und
cystica
,
eine
r
histologisch kolloidknotige
n
Hy
p
erplasie mit ausgedehnten hämor
rha
gisch-zystischen regressiven Veränderungen sowie einem inzident
el
len
papillären
Mi
kro
karzinom
.
D
ie Schilddrüsensonographie vom
8.
Juni 2011 habe einen
grössen
progredienten
Schilddrüsenknoten im rechten
Unterpol
gezeigt. Am 28
.
Septem
ber
2011 sei eine
Hemithyro
idektomie
rechts durchgeführt worden.
Der intra- und postope
rative Verlauf habe sich problemlos gestaltet ohne Anzeichen einer Heiserkeit.
In ihrem Bericht vom 1
7.
November 2011 diagnostizierten die Ärzte des
C._
,
Klinik
für Nuklearmedizin,
Schilddrüsen-Sprechstunde
,
ein
papilläres
Schild
drü
senkarzinom
follikulärer Variante rechts (3,9 cm Durchmesser) bei einer
ini
tia
len
TNM-Klassifikation von pT2
cNO
cMO
, e
inem Status nach einer
Hemit
hy
r
oi
dektomie
rechts am 2
8.
September 2011, e
inem Status nach einer
Hemit
hyr
oi
de
ktomie
links vom 1
9.
August 2005 (
papilläres
Mikrokarzinom der Schilddrüse links), einem Radio
jod
studium mit 3
Megabecquerel
(
MBq
) 131 Jod
vom 1
1.
Ok
tober 2011 sowie
einer
Single-Photon-Emission-Computed-
Tomo
graphy
(SPECT
)
vom 1
7.
Oktober 201
1.
Weiter führten
sie
aus, im MRI des Beckens vom 1
0.
November 2011 habe sich keine
metastasen
suspekte
Läsion gezeigt. Es be
stehe also kein Hinweis auf eine Fernmetastase.
Die Ärzte des
C._
,
Klinik für Nuklearmedizin,
Schilddrüsen-Sprechstunde, diag
nostizierten in ihrem Bericht vom
7.
März 2012 (
Urk.
9/58/1-2) ein
papilläres
Schilddrüsenkarzinom follikulärer Variante rechts (3,9 cm Durchmesser) und ein
papilläres
Mikrokarz
i
nom der Schilddrüse links
,
eine
initiale
TNM
-Klassifika
tion von pT2
cNO
cMO
bei
e
inem Status nach einer
Hemithyr
oidektomie
rechts am 2
8.
September 2011, e
inem Status nach einer
Hemithyr
oidektomie
links vom 1
9.
August 2005 (
papilläres
Mikrokarzinom der Schilddrüse links), ein
em
Status
nach einer Radiojodab
lation der Restschilddrüse
mit 2780
MBq
(1
3.
Oktober 201
1
)
und einer
Schilddrüsenhormon-Substitut
ions-
Suppressionstherapie sowie einen Status nach einer Hys
terekto
mie.
K
linisch, laborchemisch sowie
sono
graphisch
bestünden
keine Hinweise auf ein Tumorrezidiv oder
Lymphknoten
metastasten
.
Zu den gleichen Di
agnosen kamen sie auch in ihrem Bericht vom 2
1.
Mai 2012 (
Urk.
9/60).
Dazu
führten sie
zudem
aus, zur sicheren komp
l
etten
Ab
lation von Schilddrüsenrestgewebe sei
eine
erneute
Radiojodtherapie ange
zeigt
.
2
.4
Die Beschwerdeführerin reichte
im vorliegenden Verfahren folgende
Arztbe
richte
ein:
Die Ärzte des
C._
,
Klinik für Nuklearmedizin,
Schilddrüsen-Sprechstunde,
ka
men
in ihrem Bericht vom 2
1.
August 2012 (
Urk.
6/2)
grundsätzlich zu den gleichen Diagnosen wie in ihrem Bericht vom 2
1.
Mai 2012 (
Urk.
9/60), jedoch mit der Zu
satzdiagnose eines Status nach einer Radiojoddiagnostik (1
6.
Mai 2012) so
wie ohne Hinweis auf die
Schilddrüsenhormon-Substitutions-Suppres
sions
the
ra
pie
.
Weiter führten
sie
unter anderem aus, die Beschwerdeführerin habe die
Ra
dio
jodtherapie
gut vertragen und habe nach Unterschreiten des
Strahlenschutz
wertes
nach drei Tagen beschwerdefrei nach Hause entlassen werden können.
Dr.
B._
hielt
in ihrem Bericht vom
3.
Oktober 2012 (
Urk.
6/1)
fest
, der Zu
stand der Beschwerdeführerin habe sich seit der Zusprechung der Invaliden
rente
vom November 2007 wesentlich verschlechtert. Sie habe die Komplikationen (im
Zusammenhang mit dem Schilddrüsenkarzinom
und dessen Therapie
)
psychisch
noch nicht verkraftet
und lebe in Todesangst.
In
seinem
Bericht
vom
7.
Dezember 2012 (
Urk.
11) führte
Dr.
D._
aus, die
Schilddrüsenerkrankung isoliert betrachtet sei zurzeit behan
delt
und direkt kaum
für eine Zustandsverschlechterung verantwortlich.
Jedoch habe sie zu einer wei
teren Verschlechterung des psychischen Zustandes der Versicherten geführt, weil
sie schon vor dieser Erkrankung aus anderen Grün
den krank gewesen sei und so
mit nur über reduzierte Kräfte verfügt habe, die neue Erkrankung psychisch ertragen zu können.
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin begründet
e
die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) vor allem
damit,
die Arbeitsunfähigkeitsphasen um die Operation und die Bestrah
lung seien von kurzer Dauer gewesen. D
er Gesundheitszustand der
Beschwer
deführerin habe sich nur kurzfristig und
somit
nicht rentenrelevant
verschlech
tert
.
3
.2
Die Beschwerdeführerin bringt zusammengefasst vor (
Urk.
1,
Urk.
16),
aufgrund der
im Vergleichszeitraum
ab Juli 2009 festgestellten
neuen Diagnosen
betref
fend das
Schilddrüsenk
arzinom
und die Lendenwirbelsäule
habe sich ihr
Ge
sundheitszustand erheblich verschlechtert, weshalb sie ab März 2012 Anspruch auf eine ganze Rente habe.
4
.
4
.1
Aufgrund
der in den Akten liegenden medizi
nischen Unterlagen kann nicht ab
schliessend darüber befunden we
rden, ob sich der Gesundheitszu
stand seit der
Verfügung vom
7.
Juli 2009
bis zum Erlass der angefochtenen
Verfü
gung
vom 2
8.
August 2012
(
Urk.
2) in anspruchsherauf
setzender Weise
verschlechtert
hat.
Den
Verlaufsberichte
n
der Hausärztin
Dr.
B._
vom 2
9.
April 2010 (
Urk.
9/51)
und des behandelnden Psychiaters
Dr.
D._
vom
8.
Juni
(
Urk.
9/53)
kann, wie die IV-Stelle bereits im damals durchgeführten Revisionsverfahren richtig erkannt hatte, keine massgebliche Verschlechterung namentlich des psychischen Gesundheitszustands entnommen werden, die die neu attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit begründen könnte.
Der auf das Rückenleiden beschränkte
Be
richt von
Dr.
F._
v
om
2.
März 2011 (
Urk.
9/58
/3-4) enthält keine Anga
ben zur Ar
beitsfähigkeit. Über die Auswirkungen des im Juni 2011 festge
stellten
Schild
drüsenkarzinoms
und dessen Behandlung auf die Arbeitsfähigkeit der Versi
cherten kann den Berichten des behandelnden
C._
,
Klinik für Nukle
armedizin
,
Schilddrüsen-Sprechstunde, ebenfalls keine Aussagen entnommen wer
den
. Da
mit
fehlt
für den gesamten Vergleichszeitraum eine schlüssige medi
zi
nische Grundlage und insbesondere eine angesichts der verschiedenartigen Leiden aufschlussreiche ärztliche Gesamtbeurteilung. Dies fällt umso mehr ins
Gewicht, als eine Verschlechterung des (insbesondere) psychischen Zustandes der
Versi
cherten infolge des
im Juni
2011
neu
auch auf der rechten Seite
festge
stellten Schilddrüsen
karzinom
s
selbst bei einem grundsätzlich erfolgreichen Ver
lauf der nachfolgenden Behandlung nicht völlig ausgeschlossen werden kann, umso weniger, als bereits im
A._
-
Gutachten
vom 2
6.
September 2008 auf
die in
psychisch
er Hinsicht
wenig stabile Lage
der Versicherten
hingewiesen und die
darin
zu deren
Stabilisation
empfohlene
berufsfördernde Massnahme (
Urk.
9/22/26)
in der Folge
nicht durchgeführt
worden war
.
4
.2
Damit lässt sich aufgrund der vorhandenen Akten eine die Rentenhöhe b
eein
flussende
anhaltende
Veränderung der ta
tsächlichen Verhältnisse – insbesondere
aufgrund
d
er Auswirkungen der Schilddrüsenerkrankung
und des
psychischen Ge
sundheitszustand
s
der Versicherten
– weder bestätigen noch verneinen.
Die Sa
che ist daher
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie ein
poly
dis
ziplinäres
Gutachten einhole. Dieses wird sich konkret und ausführlich zur Ver
änderung des somatischen und psychischen Gesundheitszustandes im mass
ge
benden Zeitraum
seit
7.
Juli 2009
und deren Auswirkung
en auf die Arbeitsfä
higkeit insbesondere in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu äussern ha
ben.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5
.
5
.1
A
usgangsgemäss ge
hen die Verfahrenskosten von Fr
.
700.
-- zulasten der IV Stelle
(
Art.
69
Abs.
1bis IVG).
5
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die
Verwal-tung
zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsie
gen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen). Die Prozess
entschädigung ist nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das
Sozial
versi
cherungsgericht
ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Be
deutung der
Streit
sache, nach der Schwie
rigkeit des Prozesses, dem Zeit
aufwand und den
Bar
auslagen
festzusetzen. Unte
r Berücksichtigung dieser Grund
sätze ist der Be
schwerdeführerin
eine Prozessentsc
hädigung von Fr.
2‘200
.-- (inkl. Mehr
wert
steuer und Barauslagen) zuzusprechen.