Decision ID: 2d988cfc-d66f-40c4-9f24-c74e45e0a769
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1964
, Mutter
von sechs Kindern
(Jahrg
ä
ng
e
1989,
1990, 1992, 1993, 1995
und 2000;
vgl.
Urk.
7/22
Ziff.
3),
war vom 1.
Juli 2008 bis
7.
September 2010
als Raumpflegerin in
einem
Teilzeitp
ensum
bei der
Y._
AG
tätig
(
vgl.
Urk.
7/22
Ziff.
5.4,
Urk.
7/
32
Ziff.
2.1,
Ziff.
2.9,
Ziff.
2.14
)
.
Am
18. April 2011
meldete sie sich
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/
22
)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte medizinische Berichte (
Urk.
7/26,
Urk.
7/31
,
Urk.
7/34 =
Urk.
7/37
,
Urk.
7/39,
Urk.
7/42 =
Urk.
7/43
), die Unterlagen des Krankentaggeldversicherers
(
Urk.
7/33
,
Urk.
7/36
) und
einen
Arbeitgeberbericht
(
Urk.
7/32
) ein. Sodann veranlasste sie
beim Regi
onalen Ärztlichen Dienst (RAD) ein psychiatrisches Gutachten, welches am 23. Dezember 2011 erstattet wurde (
Urk.
7/45).
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
7/47
,
Urk.
7/52,
Urk.
7/55)
verneinte die IV-Stelle m
it Verfügung
vom 15. Mai 2012 (
Urk.
7/58 =
Urk.
2) den Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung.
2.
D
ie Versicherte
erhob
am 13. Juni 2012 Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfügung
vom 15. Mai 2012 (Urk. 2)
und beantragte deren Aufhebung und die Er
stellung eines polydisziplinären Gutachtens (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 16. August 2012 (
Urk.
6) beantragte die IV-Stelle die
Abweisung der Beschwerde, was der Versicherten am
2.
Oktober 2012 (
Urk.
8) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Al
l
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desge
set
zes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind
,
wird für diesen Teil die In
va
lidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a
Abs.
3 IVG; ge
misch
te Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht
auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerb
lichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die In
va
lidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgaben
bereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent An
spruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre
anspruch
sverneinende Verfügung vom Mai 2012 (
Urk.
2) damit, dass sowohl aus somatischer als auch aus psychologi
s
cher Sicht in der angestammten w
ie auch in jeder anderen Tätigkeit k
eine
Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege (S. 1). Es sei weiterhin kein IV-rele
vanter Gesundheitsschaden ausgewiesen (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin
brachte
dagegen in ihrer Beschwerde vom Juni 2012 (
Urk.
1)
vor
,
auf das orthopädische Gutachten vom Juni 2011 könne nicht abge
stellt
werden, da dieses von
der Krankentaggeldversicherung in Auftrag gege
ben
worden sei, welche naturgemäss an der Feststellung einer erhaltenen Arbeits
fähigkeit interessiert sei. Zudem sei ihr keine Gelegenheit ein
geräumt worden,
gegen die bestellte Sachverständige Einwen
dungen zu erhe
ben
.
Im Übrigen wär
e
eine Begutachtung durch einen Facharzt
der Rheumatolo
gie nötig gewesen (S.
4
ff.
Ziff.
2
-3
).
Grundsätzlich sei Gleiches zum RAD-Gutachter vorzubringen
und seine Schlussfolgerungen vermö
cht
en nicht zu überzeugen (S. 4 f.
Ziff.
4).
Es sei vielmehr von einer gegenseitigen Beeinflussung der rheumatologischen und
psychischen Gegebenheiten auszugehen, weshalb ein polydisziplinäres Gut
achten einzuholen sei (S. 6 f.
Ziff.
5).
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Allgem
eine Medizin,
nannte
in seinem
Bericht vom 6. Mai
2011 (
Urk.
7/3
1/5
-6
=
Urk.
7/33/17-18
)
als Diagnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
seit Jahren bestehendes
chronisches
lumboradikuläres
Reiz- und sensor
isches Ausfallsyndrom S1 rechts. A
ls Diagno
se
n
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine arterielle Hyperto
nie
und eine chronische psychosoziale Belastungssituation (
Ziff.
1.1).
Dr.
Z._
führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit 1991 in seiner Behand
lung (
Ziff.
1.2). Seit dem 7. September 2010 bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.6). Es bestehe eine chronische
familiäre
psy
chosoziale Belastungssituation. Die Arbeit als Raumpflegerin sei der Beschwer
deführerin aufgrund ihrer Beschwerden kaum mehr möglich und es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Diese Tätigkeit sei ihr nicht mehr zumutbar. In
einer leichten, behinderungsangepassten Tätigkeit sei ein Pensum von 50
%
halb
tags möglich, es sollten allerdings rückenschonende Arbeiten in Frage kommen (
Ziff.
1.7)
,
3.
2
Die Ärzte des
Spitals A._
stellten i
n ihrem
Bericht vom
13
. Januar 2011 (
Urk.
7/26 =
Urk.
7/33/36-37)
folgende Diagnose mit Auswir
kung
auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1):
chronisches
lumboradikuläres
Reiz- und sensibles Ausfallsyndrom L4/5 rechts mit / bei
intraforaminaler
Diskushernie L4/5 mit möglicher Reizung der
Ner
venwurzel
L4
foraminal
rechts, Status nach
periradikulärer
Therapie (
PRT
)
L4/5 rechts am 30. Mai 2006
thorakalem Flachrücken und Hyperlordose
Triggerpunkte
paravertebral im Bereich der
Brustwirbelsäule (
BWS
)
,
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
,
gluteal
rechts und am Beckenkamm rechts
neu Urininkontinenz seit 3 Monaten
CT-gesteuerte PRT L4/5 rechts vom 18. November 2010 ohne Schmerzbesserung.
Die Ärzte führten aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem 27. Oktober 2010 b
e
i
ihnen in Behandlung, wobei die letzte Kontrolle am
2.
Dezember 2010 erfolgt sei
(
Ziff.
3). Vom 27. Oktober 2010 bis 19. Januar 2011 bestehe eine 100%ige Ar
beitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit (
Ziff.
8).
In ihrem Bericht vom
24. Januar 2011 (
Urk.
7/21/1-2 =
Urk.
7/31/7-8
=
Urk.
7/33
/34-35
= 7/39/15-16)
führten die Ärzte
des Spitals A._
aus, d
as MRI der LWS vom 21. September 2010 (
Urk.
7/31/9 =
Urk.
7/33/45
=
Urk.
7/39/23
) habe eine kleine,
intraforaminale
Diskushernie L4/5 mit Kontakt aber ohne Kompression der Nervenwur
zel L4
foraminal
rechts und keine wesentliche
Foramenstenose
gezeigt (S. 1 unten). Aufgrund dieses radi
ologischen Befundes könne trotz
der ein
drücklichen Klinik keine Operationsindikation gestellt werden. Insbesondere sei es schwierig, die von der Beschwerdeführerin beschriebene Klinik durch den ra
diologischen Befund erklären zu können. Da aktuell eine Operation nicht indiziert sei und die Beschwerdeführerin bereits eine konservative Therapie in A
n
spruch genommen habe, ohne suffiziente Linderung der Beschwerden, sei die Be
schwerdeführerin zur Schmerz
sprechstunde aufzubieten
. Bezüglich der
vor drei
Monaten
neu aufgetretenen Urininkontinenz sei die Beschwerdeführerin bereits in
gynäkologischer Behandlung
(S. 2).
In ihrem Bericht vom
3. November 2011 (
Urk.
7/39/7-9)
stellten die Ärzte
des Spitals A._
fol
gende Diagnosen (S. 1):
chronisches,
lumbospondylogenes
Syndrom der unteren LWS mit Schwer
punkt L5/S1 rechtsbetont
Hyperlordose der LWS, Beckengeradestand
myofasziales
Syndrom
Spondylarthrose
der unteren LWS
Periarthropathia
-
humeroscapularis
-Syndrom (
PHS
)
tendopathica
rechts
chronisches
cervikovertebrales
Syndrom der mittleren HWS bei dege
ne
ra
tiven Veränderungen
arterielle Hypertonie
Die
Beschwerden hätten bisher durch keine therapeutische Massnahme bee
in
flusst
werden können (S. 1).
Klinisch stehe ein
lumbospondylogenes
Syndrom der un
te
ren LWS mit Schwerpunkt L5/S1 rechts im Vordergrund. In der durch
ge
führ
ten MRI-
Untersuchung vom 15. Juli 2011
h
ätten
sich
weder rele
vante
neuro
kompressive
Veränderungen noch entzündliche Veränderungen
ge
zeigt
.
Im Vordergrund stünden beginnende degenerative Veränderungen im Sinne einer
Osteochondrose
L4/5 sowie beginnende
Spondylarthrosen
der unteren LWS. Zu
sät
zlich bestehe anlässlich der aktuellen Untersuchung eine ausgeprägte
myofas
ziale
Komponente mit Zeichen der Symptomausweitung. Diagnostis
ch sei auf
grund der nächtlichen
Schmerzen eine Szintigraphie nach Frage der Hot Spots
zum Ausschluss eines anderen Schmerzfokus insbesondere der Hüfte sinnvoll.
Aus rheumatologischer Sicht sollte mindestens eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
(auch interpretierbar als 50%ige Leistungsfähigkeit mit
100%igem zeitlichen Ren
dement)
möglich sein. In der angestammten Tätigkeit als Reinigungsfach
f
rau sei da
bei auf die M
öglichkeit
zum
Positionenwechsel
und Einlegen von Pausen zu
achten
.
Aufgrund
von
Zeichen einer Symptomausweitung sei zur Evalua
tion eines
genaueren Belastungsprofils eine
Evalu
ation der Funktionellen Leis
tungs
fähigkeit (
EFL
)
in Erwägung zu ziehen
(S. 2).
3.3
Am 21. Juni 2011 erstattete
Dr.
med.
B._
, Fachärztin FMH für Orthopädie und für Traumatologie des Bewegungsapparates, das vom Krankentaggeldversicherer veranlasste Gutachten (
Urk.
7/33/7-15
,
Urk.
7/36/2-10
)
. Sie stellte fol
gen
de Diagnosen (S. 6):
Fehlstatik der Wirbelsäule, Haltungsinsuffizienz, muskulärer Hartspann und
verschmächtigte
Rumpfmuskulatur
radiologisch beginnende degenerative Veränderungen lumbal mit
kleiner Diskushernie in Höhe L4
/5
anamnestisch Hyposensibilität entsprechend
Dermatom
L5/S1
schmerzhafte Funktionseinschränkung der rechten Schulter
Übergewicht von etwa 20 kg
anamnestischer und klinischer Anhalt auf Depression /
Somatisierungsstörung
Dr.
B._
führte aus, die vorgetragenen Beschwerden fänden klinisch wie auch radiologisch nur bedingt ihr Korrelat. Schmerzhaft eingeschränkt sei die rechte Schulter, diese werde jedoch in der Anamnese nicht erwähnt. Erstaunlicherweise hätten das Beklopfen der Wirbelsäule, die axial
e
Stauchung und die Funktions
überprüfung keine Schmerzen bereitet (S. 7 oben). Auch die Palpation der Rumpfmuskulatur sei ohne Angabe von Schmerzen erfolgt. Wenn die Funktions
überprüfungen mehrfach erfolgt seien und die Beschwerdeführerin durch ein Ge
spräch abgelenkt worden sei, hätten sich weitgehend altersentsprechende
Nor
malbefunde gezeigt. Insgesamt wirke die Beschwerdeführer
in
jedoch redu
ziert
und schmerzgeplagt, so dass zu einer psychiatrischen Abklärung geraten werde
(S. 7 Mitte)
.
Aus orthopädischer Sicht ergebe sich derzeit ausschliesslich Behandlungsbed
arf
sowohl für die schmerzhafte Funktionseinschränkung der rechten Schulter wie auch bei Fehlstatik, Haltungsinsuffizienz, muskulärem Hartspann und
ver
s
chmäch
tigter
Rumpfmuskulatur. Dringend notwendig sei eine deutliche Ge
w
ichtsreduzierung mit Übergang in sportliche Freizeitaktivitäten. Aus orthopädischer Sicht sei di
e jetzt bestehende Arbeitsunfäh
i
gkeit nicht gerechtfertigt, vermutlich aber auf fachfremden Gebiet (S. 7 unten). Die zuletzt
ausgeübte Tä
tigkeit als Reinigungskraft könne im vollen Umfang wieder ausgeübt werden. Bei klinischem und
anamnestischem
Anhalt auf eine Erkrankung des psychiat
rischen Fachgebietes werde eine Arbeitsaufnahme nicht möglich sein, zumal der Arbeitsplatz momentan nicht mehr vorhanden sei. Ab sofort ergebe sich aus orthopädischer Sicht ein vollschichtiges Arbeitsvermögen für durchschnittlich mittelschwere Tätigkeiten, die bevorzugt aus wechselnder Ausgangslage ver
richtet werden könn
t
e
n
. Diese Einschätzung gelte auch für die zuletzt ausgeüb
ten
Tätigkeiten. Aus orthopädischer Sicht sollte sich in den nächstens Monaten / Jahren eine stabile Arbeitsfähigkeit ergeben, da weitgehend altersentsprechende Normalbefunde erhoben worden seien (S. 8).
3.4
Am 23. Dezember 2011 erstattete
Dr.
med. C._
, Facharzt FMH für Psy
chiatrie und für Psychotherapie und für Neurologie,
RAD,
das von der Beschwer
degegnerin veranlasste psychiatrische Gutachten (
Urk.
7/45).
Er konnte keine
psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stel
len. Als Diag
nosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41).
Dr.
C._
führte aus, die erhobenen psychopathologischen Befunde hätten ins
be
sondere keine Hinweise auf eine Bewusstseinsstörung gezeigt. Die Aufmerk
sam
keit habe für die Dauer des Gesprächs durchgehend aufrechterhal
ten werden können. Die Konzentration und die Auffassung seien
ungestört ge
wesen und e
s
habe sich keine Merkfähigkeitsstörung gezeigt. Das Langzeitge
dächtnis habe sich
als unauffällig erwiesen.
In der Zusammenschau der vorliegenden somatischen Untersuchungsbefunde stehe auch in der heutigen Untersuchung ein subjektives generalisiertes Schmerzsyndrom in der klinischen Beurteilung im Vordergrund. Die Beschwer
deführerin er
lebe sich dadurch insuffizient und im Selbstwertgefühl reduziert (S.
7
f.
Ziff.
10).
Aufgrund der von der Beschwerdeführerin angegebenen diffusen Schmer
zen, die zur Arbeitsunfähigkeit geführt hätten und der nicht ausreichen
den
Erklärbarkeit durch ein somatisches Korrelat sei diagnostisch gemäss den ICD-Kriterien von einer anhaltenden Schmerzstörung auszugehen.
Bei der Be
schwerdeführerin sei anhand der erhobenen Befunde diagnostisch von einer chro
nischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10
F45
.
41) auszugehen. Die von der Beschwerdeführerin geklagten Defizite ver
blieben rein im Subjektiven. Die Einschätzung aus psychiatrischer Sicht sei un
ter Beachtung der vorliegenden Akten erfolgt. Es könne von einer regelrechten tatsächlichen Überwindbarkeit der subjektiv erlebten Defizite ausgegangen wer
den. Bei der Beschwerdeführerin sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für alle Tä
tig
keiten auf dem freien Arbeitsmarkt ausgewiesen, spätestens ab Zeitpunkt der heutigen Untersuchung (S. 8
Ziff.
10).
4.
4.1
Vorweg zu prüfen ist die Verwertbarkeit des durch den Krankentaggeldversicherer veranlassten Gutachtens von
Dr.
B._
vom Juni 2011 (vorstehend E. 3.3) und des in der Folge von der Beschwerdegegnerin veranlassten RAD-Gutachtens vom Dezember 2011 (vorstehend E. 3.4).
4.2
Zu prüfen ist,
ob gegen Dr.
B._
und RAD
-Arzt
Dr.
C._
ge
setzliche Aus
stands-
und Ablehnungsgründe geltend gemacht worden sind, wel
che die Beweis
tauglichkeit
der beiden Gutachten in Frage stell
ten.
Die
Ausstandsgründe
nach Art. 36 ATSG stimmen mit den
jenigen nach Art. 10 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (
VwVG
) überein (SVR 2007 IV Nr. 22 S. 77 E.
2.2.3,
I 478/04). Dazu gehören ein persönliches Interesse an der
zu beurtei
len
den Sache, aber auch die enge ver
wandtschaftliche oder freund
schaftliche Ver
bun
denheit mit einer Partei oder andere Gründe von ähnlichem Ge
wicht (Urteil
des Bundes
gerichts U 31/07 vom 7. Dezember 2007 E. 6.1). Be
denken mate
rieller
Natur können ni
cht Inhalt eines
Ausstandsbegeh
rens
sein, sondern sind allen
falls im Rahmen der Würdi
gung des Gutachtens vorzubringen (BGE 132 V 93 E.
6.5).
Die Beschwerdeführerin brachte gegen beide Gutachter vor,
es handle sich um
keine von Krankentaggeldversicherer und Invalidenversicherung unabhängige Ärzte,
weshalb der Anschein von Befangenheit im Raume stehe.
Auch sei es ihr
nicht möglich gewesen, im Voraus Einwendungen gegen
Dr.
B._
vorzubrin
gen.
Soweit gerügt
wird
, dass
sich
Dr.
B._
nicht mit den anderslautenden
Vorakten
auseinandergesetzt habe respektive nicht sämtlich
e
wesentliche
n
Akten vor
gelegen hätten, mit denen ihre
Beurteilung im Widerspruch stehe,
ist die
s
im
Rahmen der materiellen Würdigung der Gutachten zu prüfen, da es sich dabei
auch
nicht um
Ausschluss- oder
Ausstandsgründe
im ge
nannten Sinne
handelt.
4.3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
weder gegen
Dr.
B._
noch gegen den
begutachtenden Psychiater Dr.
C._
gesetzliche Ausschluss–
oder
Ausstandsgründe
geltend gemacht
und auch so
nst keine
triftigen Gründe,
die
die
Verwertbarkeit der Gutachten
in Zwei
fel zu ziehen vermögen,
vorgebracht wurden.
Die Vor
bringen der Beschwerdeführerin
sind
auch
nic
ht geeignet, Zweifel an der per
sönlichen In
tegrität von Dr.
B._
und
Dr.
C._
und an deren
p
flichtge
mässer Ausübung der Gutacht
ertätigkeit aufkommen zu lassen.
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin von der Krankentaggeldversicherung mit Schreiben vom 7. Juni 2011 vorgängig eröffnet
worden war,
dass sie von Dr.
B._
untersucht würde (Urk. 7/33/3-4), so dass sie in der
Lage
gewesen
wäre, Einwendungen gegen die Begutachtung vorzubringen. Im Übrigen ist
anzumerken, dass selbst eine allfällige wirtschaftliche Abhängigkeit eines von der V
erwaltung beauftragten Gutachter
s keinen gesetzlichen
Ausstandsgrund
darstellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_304/2010 vom 12. Mai 2010 E. 2.2)
5.
5.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente
der Invalidenversicherung und in diesem Zusammenhang insbesondere die Frage
, wie es sich mit ihrer Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in einer ange
passten Tätigkeit verhält.
5
.
2
Aufgrund der Akten - insbesondere gestützt auf die Ausführungen von
Dr.
B._
und
von
RAD-Arzt
Dr.
C._
in den
Gutachten vom Juni und De
zem
be
r 2011, welche den praxisgemässen Anforderungen an eine beweiskräf
tige
me
dizinische Beurteilungsgrundlage (vorst
ehend E. 1.5
) genügen
,
ist da
von aus
zu
gehen, dass der Beschwerdeführerin sow
ohl ihre angestammte Tätig
keit als auch
jede andere
angepasste
Tätigk
eit uneingeschränkt zumutbar sind
.
Daran vermag auch die anderslautende Einschätzung des langjährig behandeln
den Hausarztes
Dr.
Z._
im Mai 2011 (vorstehend E. 3.1) nichts zu ändern, welcher im Gegensatz zu sämtlichen anderen Ärzten und Gutachter
,
ohne dies weiter zu begründen
,
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Raumpflegerin für nicht
mehr zumutbar befand und lediglich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer leich
ten, behinderungsangepassten Tätigkeit für möglich erachtete.
I
n Bezug auf
den
Bericht
von
Dr.
Z._
hat das Gericht
überdies der Erfah
rungstatsache Rechnung tragen, dass die
behandelnden
Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
5.3
Die Beschwerdeführerin brachte
unter anderem
vor, es sei der Einschätzun
g der behandelnden Ärzte des Spitals A._
zu folgen (
vgl.
Urk.
1 S. 4
Ziff.
2
). Diese berich
teten jedoch im
November 2011 (vorstehend E. 3.2
) von weitgehend unauffälli
gen und die dargebotenen Beschwerden nicht erklärenden MRI Befunden und er
wähnten auch den Verdacht auf Symptomausweitung. A
us rheumatologischer Sicht
erachteten sie
mindestens
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
auch in der ur
sprünglichen Tätigkeit als Raumpflegerin
für
gegeben.
Zu be
merken
ist, dass
,
s
elbst wenn man
von einer lediglich 50%igen
Arbeits
fähig
keit in bisher
iger Tätigkeit
ausginge, mit Blick auf das
bisher geleistete
Erwerb
s
pensum von
rund
70
%
(vgl.
Urk.
7/32
/2
Ziff.
2.9)
in Anwendung der gemischten Methode (vorstehend E. 1.2-4)
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren
würde
, zumal kei
nerlei Anhaltspunkte für eine Einschränkung im Haushaltsbereich vorliegen.
5.4
Zu einer anderen Einschätzung führen auch weder ein von der Beschwerde
führerin nachträglich eingereichter Verlaufsbericht betreffend Physiotherapie (
Urk.
3/3) noch ein am 1
4.
Mai 2012 von
Dr.
Z._
unterzeichnetes Arbeitsunfähigkeitszeugnis (
Urk.
3/4).
Die
von der Beschwerdeführerin geforderte zusätzliche
Vornahme einer polydiszi
plinären Beguta
ch
tung er
weist sich
in Anbetracht dessen, dass sie nebst den ver
schiedenen veranlassten
Begutachtungen
auch
von den Ärzten des Spitals A._
ein
gehend und mehrfach
unter anderem auch rheumatologisch
abgeklärt
worden ist
, wobei insgesamt keine genügende Erklärung für die subjektiv darge
botene Schmerzproblematik
gefunden wurde, als nicht erforderlich.
5
.
5
Zusammenfassend kann der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von
Dr.
B._
und
Dr.
C._
gefolgt werd
en, wonach die
Beschwerdeführerin sowohl in ihrer an
gestammten Tätigkeit als auch in jeder anderen
angepassten
Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig ist.
Die angefochtene Verfügung vom Mai 2012 (
Urk.
2) erweist sich daher als rech
tens,
was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht,
ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Ent
spre
chend
dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Be
schwer
de
führerin aufzuerlegen.