Decision ID: a1047f41-34a2-4b3b-bfb9-38d1283ede50
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1973, arbeitete bei der Y._ AG als Reinigungs
mitarbeiterin und war in dieser Eigenschaft bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert (Urk. 15/1, Urk. 15/12). Am 28. November 2012 wurde sie auf einem Fussgängerstreifen von einem Auto angefahren und erlitt ein Poly
trauma (Urk. 15/12, Urk. 15/16). Die Erstversorgung erfolgte bis 8. Dezem
ber 2012 im Z._, Klinik für Unfallchirurgie (Urk. 15/16). In der Folge befand sich die Versicherte vom 8. Dezember 2012 bis 6. März 2013 und vom 29. August bis 3. Oktober 2013 zur stationären Rehabilitation in der A._ (Urk. 15/46, Urk. 15/139). Die Suva erbrachte Heilbe
hand
lungs- und Taggeldleistungen. Die Versicherte wurde am 7. Februar 2014 (Urk. 15/196) und 9. Juli 2015 (Urk. 15/334) jeweils vom Suva-Kreisarzt unter
sucht. Am 20. November 2015 teilte die Suva der Versicherten mit, dass nach dem Ergebnis der kreisärztlichen Untersuchung vom 9. Juli 2015 von einer wei
teren Behandlung keine namhafte Verbesserung der somatischen Unfall
folgen mehr zu erwarten sei. Sodann stehe die von der Versicherten geklagte psy
chogene Störung in keinem adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom 28. November 2012. Folglich würden die Heilbehandlungskosten grund
sätzlich
mit sofortiger Wirkung und die Taggeldleistungen per 31. Dezember 2015 ein
ge
stellt (Urk. 15/351). Alsdann verneinte sie mit Verfügung vom 14. Dezember 201
5 einen Anspruch der Versicherten auf eine Invaliden
rente, sprach ihr jedoch eine
Integritätsentschädigung bei einer Integritätsein
busse von 10 % zu (Urk.
15/355). Die dagegen von der Versicher
ten am 1. Februar 2016 erhobene Einsprache
(Urk. 15/365), wies die Suva mit Ein
sprache
entscheid vom 13. Mai 2016 ab (Urk.
2).
2.
2.1
Dagegen erhob X._ am 16. Juni 2016 Beschwerde und liess bean
tragen (Urk. 1 S. 2):
„
1.
Die Verfügung vom 14.12.2015 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin
seien ab 01.01.2016 weiterhin die Versicherungsleistungen (Heilkosten- sowie
Taggeldleistungen) zu erbringen.
2.
Eventualiter sei der Beschwerdeführerin in Aufhebung des Einsprache-Ent
scheids vom 13.05.2016 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen.
3.
Es sei die Festsetzung der Integritätsentschädigung bezüglich der Höhe auf
zuheben und nach nochmaliger Abklärung der gesamten Beschwerden (ins
besondere auch der Schulter und psychiatrischen Beschwerden) nochmals zu erfolgen.
4.
Eventualiter sei zur Abklärung des Gesundheitszustandes eine polydiszipli
näre Begutachtung anzuordnen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 8% MWST) zulasten der Beschwerdegegnerin.“
In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt Martin Amsler (Urk. 1 S. 3).
Mit Eingabe vom 12. August 2016 (Urk. 11) reichte die Beschwerdeführerin das ausgefüllte Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk. 12) so
wie weitere Belege zur Substantiierung ihres Gesuchs um Gewährung der unent
geltlichen Rechtspflege (Urk. 13/2-5) ein.
2.2
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 22. August 20
16 Abweisung der Beschwerde (Urk. 14, unter Beilage der Suva-Akten [Urk. 15/1-387]), was der Beschwerdeführerin am 24. August 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 16).
2.3
Die Beschwerdeführerin reichte mit Eingabe vom 9. September 2016 (Urk. 17) zwei Berichte zu Untersuchungen ihrer rechten Schulter ein (Urk. 18/1-2). Die Beschwerdegegnerin liess sich dazu mit Eingabe vom 21. September 2016 (Urk. 21) vernehmen, wovon die Beschwerdeführerin am 26. September 2016 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 22).
Alsdann reichte die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 13. Februar 2017 (Urk. 25) den Austrittsbericht der B._ vom 6. Februar 2017 (Urk. 26) ein. Der Beschwerdegegnerin wurde eine Kopie dieser Eingabe zugestellt (Urk. 27).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestim
mungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verord
nung über die Unfall
ver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
28. November 2012
ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vor
liegenden Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behand
lung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsun
fähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicher
ungsrechts [ATSG]), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
).
1.3
1.3.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die
Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den
am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Ge
brauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritäts
ent
schädigung die Richtlinien des Anhanges 3. Fallen mehrere körperliche oder
geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so w
ird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.3.2
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizinischen Befund. Bei gleichem medizinischem Befund ist der Integritäts
schaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Integritätsentschädigung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der privatrechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nachteil indi
viduell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Gegensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112 II 131 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizinischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemessung des Integri
täts
schadens aufstellen; spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den Inte
gritätsschaden bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des Integri
täts
schadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 218 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff.).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als ein
ge
treten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedin
gungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
1.5.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adä
quater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.6
1.6.1
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der
Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Ge
sund
heitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergan
ge
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Da
zu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraf
ten als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E.
4b
).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung
vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schw
ere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/aa; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.6.2
Bei schweren Unfällen ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall
und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in der Regel zu bejahen. Denn nach
dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische Gesundheitsschäden zu
bewirken (BGE 120 V 352 E. 5b/aa, 115 V 133 E. 6b; RKUV 1995 Nr. U 215 S. 9
0 E. 3b).
1.6.3
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamt
würdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/aa).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Be
urteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genü
gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall
zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 4
28, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsun
fähigkeit infolge schwie
rigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren
zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt s
ein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zu
sammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der
Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu for
schen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/bb, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/aa; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.7
1.7.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.7.2
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick
auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialver
siche
rungs
recht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Mit angefochtenem Einspracheentscheid vom 13. Mai 2016 erwog die Beschwer
de
gegnerin, dass bezüglich der somatischen Unfallfolgen von der Fort
setzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheits
zustandes mehr zu erwarten sei. Laut ihrem Kreisarzt sei der Beschwerde
füh
rerin die bis
herige Tätigkeit als Reinigerin nicht mehr zumutbar. In einer behin
dungsange
passten Tätigkeit gemäss dem Zumutbarkeitsprofil des Kreis
arztes sei sie jedoch zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 2 S. 3). Der Invaliditätsgrad sei durch einen Ein
kom
mensvergleich zu ermitteln. Hierbei resultiere jedoch keine Erwerbsein
busse.
Die Beschwerde
führerin habe somit keinen Anspruch auf eine Invaliden
rente (Urk. 2 S. 8). Was deren Anspruch auf eine Integritätsentschä
digung be
treffe, so habe der Kreisarzt festgehalten, dass bei der Beschwerde
führerin eine mässige Komplexinstabilität des Kniegelenks bestehe. Der Integri
tätsschaden sei mit 10 % zu bewerten. Auf diese Beurteilung sei abzustellen, womit die Be
schwer
deführerin Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bei einer Integri
täts
einbusse von 10 % habe (Urk. 2 S. 10). Schliesslich müsse der adäquate Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall vom 28. November 2012 und den von der der Beschwerdeführerin geltend ge
machten psychischen Beschwerden verneint werden. Für psychische Beschwer
den könnten somit keine (weiteren) Leistungen ausgerichtet werden (Urk. 2 S. 4-6).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber im Wesentlichen vor, dass sie sich
weiterhin in Behandlung befinde. Insbesondere die Schulter
problematik werde noch vertieft abgeklärt. Deshalb seien die Heilbehandlungsleistungen und Tag
gelder weiterhin auszurichten. Die Prüfung des Anspruchs auf Invaliden
rente werde daher nur eventualiter beantragt (Urk. 1 S. 6). Bezüglich der psy
chischen Beschwerden sei sowohl vom Z._ als auch vom C._
eine posttraumatische Belastungsstörung diagnos
tiziert worden (Urk. 1 S. 7).
Die Beschwerdegegnerin habe sodann die Auswir
kungen des Schmerzsyndroms nicht berücksichtigt (Urk. 1 S. 14). Weil ein schwerer Unfall vorliege, sei auch der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und ihren psy
chi
schen Beschwerden gegeben (Urk. 1 S. 10-11). Die psychischen Beschwerden, die Schulterproblematik wie auch das Schmerzsyndrom seien bei der Festlegung des Zumutbarkeitsprofils nicht berücksichtigt worden, weshalb ein unrealis
ti
sches und von der Beschwerdeführerin unmöglich zu erzielendes Invalidenein
kommen resultiert habe (Urk. 1 S. 17). Aus denselben Gründen sei auch über ihren Anspruch auf Integritätsentschädigung neu zu entscheiden (Urk. 1 S. 19).
3.
3.1
Dem Austrittsbericht der A._ vom 6. März 2013 sind die folgenden Diagnosen zu entnehmen (Urk. 15/46 S. 1):
-
Beckenringverletzung LCII rechts mit transforaminaler Sacrumfraktur rechts, vorderer und oberer Schambeinastfraktur beidseits
-
Mehrfragmentäre Fraktur Tuberkulum majus rechts
-
Komplexe Kniebinnenverletzung rechts mit Frakur des medialen Tibia
plateaus
-
Kniebinnenverletzung links
Die Ärzte der A._ hielten überdies fest, dass der Beschwerde
führerin die bisherige Tätigkeit als Reinigungskraft aktuell nicht zumutbar sei. Für andere berufliche Tätigkeiten formulierten sie folgendes Zumutbarkeitsprofil (Urk. 15/46 S. 2): „Leichte bis mittelschwere Arbeit. Arbeitszeit: ganztags. Spe
zielle Einschränkungen: Ad Schulter rechts (aktuell): Keine Arbeit über Kopf, keine Anforderung an erhöhte Mobilität der Schulter. Ohne wiederholten Kraft
einsatz des rechten Armes. Ad Knie bds.: Wechselbelastende Tätigkeiten. Keine
Kniezwangshaltung, kein häufiges Knien, Kauern, Kriechen. Ohne häufiges Leiter
-
oder Treppensteigen. Für rein sitzende Tätigkeiten besteht keine Einsch
rän
ku
ng.“
3.2
Dr. med. D._, Facharzt Allgemein- und Unfallchirurgie, stellvertretender medizinischer Leiter Orthopä
dische und Handchirurgische Rehabilitation, A._, schrieb im orthopädischen Konsilium vom 13. September 2013, dass die Situation am Becken, der Wirbelsäule und am rechten Schultergelenk mehr oder weniger zu
friedenstellend sei, auch wenn die Beschwerdeführerin dies
bezüglich noch über geringe Beschwerden klage. Das Hauptproblem bestehe am rechten Kniegelenk, welches eine deutliche posterio-mediale Instabilität auf
weise (Urk. 15/139 S. 14). Im Austrittsbericht der A._ vom 8. Oktober 2013 wurde sodann ausgeführt, dass die Beobachtungen bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm auf eine erhebliche Symp
tom
aus
weitung hingewiesen
hätten. Bei der Interpretation dieser Befunde seien jedoch die psychiatrischen Diagnosen (mittelgradige depressive Episode, post
trauma
ti
sche Belastungsstörung nach Unfall vom 28. November 2012 und post
trauma
tische Belastungsstörung nach Kriegserlebnissen, Verlusten und Flucht, derzeit teilremittiert [Urk. 15/139 S. 1]) zu berücksichtigen (Urk. 15/139 S. 4).
3.3
3.3.1
Nach der Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 9. Juli 2015 stellte Kreis
arzt Dr. med. E._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie FMH, die folgenden Diagnosen (Urk. 15/334 S. 7):
-
Status nach Polytrauma vom 28. November 2014 [richtig: 2012] (von Auto angefahren, ereignisnahe kein Schädel-Hirn-Trauma dokumentiert)
-
Mehrfragmentäre, undislozierte Fraktur Tuberculum majus rechts. Kon
servative Behandlung. Aktuell zwar Angabe von Beschwerden, klinisch und radiologisch aber perfektes Ergebnis mit ungestörter Schulterbeweg
lichkeit, keine Hinweise auf erhebliche Belastbarkeitseinschränkungen des
dominanten rechten Arms
-
Beckenringverletzung mit transforaminaler Sakrumfraktur rechts, ISG-Verletzung links und vorderer oberer und unterer Schambeinastfraktur beidseits. Verschraubung Sakrum rechts und ISG links. Metall entfernt. Klinisch und radiologisch perfektes Ergebnis, subjektiv diffuse Schmerz
haftigkeit, nicht nur im Bereich des Beckens dorsal, sondern auch ent
lang der LWS, diese MR-tomographisch aber ohne unfallkausale und ohne erhebliche degenerative Schädigung
-
Knieverletzung beidseits, rechts komplexe Verletzung mit Fraktur am medialen Tibiaplateau, Läsion medialer Meniskus, beider Seitenbänder, VKB und partiell HKB, links “nur“ laterales Seitenband mit horizontaler Schädigung des medialen Meniskushinterhorns. Operative Behandlung am rechten Knie mit Osteosynthese am medialen Tibiakopfrand. Sub
jektiv erhebliche, symmetrische Schmerzhaftigkeit beider Kniegelenke, zusätzlich Instabilität rechts. Objektivierbar ist eine mässige Instabilität des rechten Knies mit Lockerung sowohl des Kollateralbandapparates als auch des Pivot central, linkes Knie stabil, beide Kniegelenke reiz- und ergussfrei, gut beweglich und radiologisch ohne degenerative Verän
de
rungen.
3.3.2
Dr. E._ führte sodann aus, beim Abschluss der Behandlung in der Unfall
chirurgie des Z._ sei festgehalten worden, dass auch bildgebend kein klares pathomorpologisches Korrelat für die beklagten Beschwerden zu erken
nen sei und dass im Fachbereich keine erfolgsversprechenden Therapieoptionen zu er
kennen seien. Auch die Behandlung im Schmerzambulatorium des Z._ habe erfolglos abgeschlossen werden müssen. Die schmerztherapeutischen Be
hand
lungs
möglichkeiten seien als ausgeschöpft beurteilt worden. Sowohl die lang
zeitige Physiotherapie als auch die seit Januar oder Februar 2015 durchge
führte Craniosakralbehandlung habe keine erhebliche Verbesserung des Bildes ergeben
(Urk. 15/334 S. 7). Subjektiv gebe die Beschwerdeführerin im Vergleich zur Kreis
arztuntersuchung vom 7. Februar 2014 eine diskrete Verbesserung der “Stabili
tät“ an, die ganze Schmerzsymptomatik sei aber unverändert vor
handen, eine ver
besserte Belastbarkeit/Arbeitsfähigkeit sei nicht zu erkennen (Urk. 15/334 S. 7-8). Die klinischen Befunde hätten seit 7. Februar 2014 nur eine un
wes
ent
liche Verbesserung gezeigt. Die Kopfschmerzsymptomatik könne, bei initial feh
lendem Schädel-Hirn-Trauma, nicht als unfallkausal erkannt werden. Aus orga
nischer Sicht sei der Zustand stabil, der sogenannte versicherungs
medizinische “Endzustand“ sei mithin erreicht (Urk. 15/334 S. 8).
3.3.3
Dr. E._ formulierte schliesslich folgendes Zumutbarkeitsprofil (Urk. 15/334 S. 8): Leichte bis mittelschwere Arbeit ohne Arbeit über Kopf und wiederholtem Krafteinsatz (wegen der rechten Schulter) sowie ohne Anforderungen an erhöhte Mobilität, sondern Wechselbelastung, ohne Kniezwangshaltungen, ohne häufi
ges Knien/Kauern/Kriechen/Leiter- oder Treppensteigen (wegen der Kniegelenke, insbesondere rechts). Zudem hielt er fest, dass bereits die Ärzte der A._ für rein sitzende Tätigkeiten keine Einschränkungen erkannt hätten (Urk. 15/334 S. 8).
3.4
Zum Integritätsschaden führte Dr. E._ am 9. Juli 2017 aus, dass an der rechten Schulter, am linken Knie und im Bereich des Beckens keine erhebliche, organisch anhand der Bildgebung und der Klinik erklärbare erhebliche Integri
tätsschädigung bestehe. Am rechten Knie hin
gegen erscheine der Kollateral
band
apparat etwas gelockert und auch der Pivot central zeige einen erhöhten
Translationsweg. Zusammengefasst bestehe eine mässige Komplexinstabilität de
s Kniegelenks, ohne dass radiologisch degenera
tive Veränderungen zur Dar
stel
lung kommen würden. Der Zustand sei stabil und erheblich, der weitere Ver
lauf sei nicht sicher vorgezeichnet. Gemäss Suva-Tabelle 6 betreffend Integritäts
schaden bei Gelenkinstabilitäten werde eine Komplexinstabilität des Kniege
lenks mässigen Grades mit einem Integritäts
schaden von 5 bis 15 % be
wertet. Vorliegend sei der Integritätsschaden mit 10 % zu beurteilen. Dies entspreche einem Fünftel des gesetzlich festgelegten Wertes bei Verlust der unteren Extre
mität durch Amputation (Urk. 15/335 S. 1).
3.5
Bei der Arthro-MRI-Untersuchung der rechten Schulter in der F._
vom 24. August 2016 fanden sich eine konsolidierte Tuberculum majus
-Fraktur, eine gelenkseitige Partialruptur der Supraspinatussehne, eine Tendio
pa
thie der langen Bizepssehne, ein unauffälliges AC-Gelenk sowie eine leichte Reizung der Bursa subacromialis/subdeltoidea (Urk. 18/2 S. 2).
4.
4.1
Zunächst ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin mit der Leistungseinstellung per 31. Dezember 2015 den Fall zu Recht auf diesen Zeitpunkt hin abgeschlos
sen hat.
4.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invali
denrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und all
fällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hin
weis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähig
keit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Be
griffes “
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG er
hof
fte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Mög
lich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender gering
fügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der ver
sicher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beur
teilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit
Hinweisen, insbes. auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vo
m 2. Dezember 2014 E.
3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der
Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu werden
, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesund
heitliche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_588/2013 vom 16.
Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vor
liegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das de
r Invaliditätsbe
messung der Suva gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde ge
legte
Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Un
fallver
sicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_588/2013 vom 16.
Januar 2014 E. 3.5).
4.3
4.3.1
Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass wegen der “Schulterproblematik“ noch weitere Abklärungen und Behandlungen nötig seien. Der Fallabschluss durch die Beschwerdegegnerin sei daher zu früh erfolgt (Urk. 1 S. 6, 16-17; Urk. 17 S.
2-3). Die Beschwerdegegnerin vertritt demgegenüber den Standpunkt, dass hinsicht
lich der somatischen Unfallfolgen durch eine weitere Behandlung keine nam
hafte Verbes
serung mehr zu erwarten sei (vgl. Urk. 15/351 S. 1). Bei der Ein
stel
lung der Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen stützte sie sich auf den Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung durch Dr. E._ vom 9.
Juli 2015 (Urk.
15/334; vgl. Urk. 15/351 S. 1). Bei seiner Untersuchung der Beschwerde
führerin zeigte sich eine symmetrische Schulterfunktion mit voller Ab
duktion und Flexion, bei abduziertem Arm Aussenrotation (AR) / Innenration (IR) beid
seits 90-0-20° sowie Normalstellung der Arme AR rechts 30°, links 45°. Der Nacken- und Schürzengriff seien ohne Seitendifferenz und spontan ohne Schmerz
angabe gelungen (Urk.
15/334 S. 5). Hinweise auf eine Minderbelastung des rechten Armes hätten keine bestanden. Insbesondere sei die Muskulierung unauffällig und die Beschwielung der rechten Hand entsprechend der Rechts
dominanz eher etwas stärker wie links gewesen (Urk.
15/334 S. 5). Beim Aus
kleiden habe zudem ein normaler Bewe
gungsausschlag in der rechten Schulter beobachtet werden können (Urk.
15/334 S. 5). Weiter führte Dr.
E._ aus, dass die radiologische Abklärung der rechten Schulter vom 2. Dezember 2013 unauffällige Verhältnisse mit in korrekter Stellung konsolidierter mehrfrag
men
tärer Fraktur des Tuberculum majus gezeigt habe. Einzig im Oberrand des Humeruskopfs lateral, im Sattel zum Trochanter major hin, würden sich diskrete Verkalkungen zeigen. Die glenohumerale Artikulation sei unauffällig, der Suba
kromialraum normal breit. Hinweise auf degenerative Veränderungen würden sich nicht ergeben (Urk.
15/334 S. 6). Angesichts der bei der kreisärzt
lichen Unter
suchung gezeigten guten Schulter
funktion seien keine weiteren Röntgen
untersuchungen nötig (Urk.
15/334 S. 6-7). Aus somatischer Sicht sei der End
zustand erreicht (Urk.
15/334 S. 8). Diese Beurteilung deckt sich mit den An
gaben im Bericht des Z._, Klinik für Un
fallchirurgie, vom 16.
September 2015, wonach aus orthopä
disch-unfallchirurgischer Sicht keine weiteren Massnahmen zur Schmerzlin
derung angeboten werden können (Urk. 15/342 S.
3). Dr. E._ hielt dafür, dass die Beschwerde
führerin in einer Verwei
sungstätigkeit arbeits
fähig sei, wobei ihr wegen den Einschränkungen der rechten Schulter keine Arbeit über Kopf und kein wiederholter Krafteinsatz des rechten Armes zu
mutbar sei (Urk.
15/334 S. 8). Sein Zumutbarkeitsprofil ent
spricht demjenigen der Ärzte der A._ zur rechten Schulter (keine Arbeit über Kopf, keine Anforderungen an erhöhte Mobilität der Schulter, ohne wiederholten Kraftein
satz des rechten Armes), welches so bereits im Austrittsbericht vom 6.
März 2013 formuliert wurde (Urk.
15/46 S. 2).
4.3.2
Aus den Berichten der F._ vom 20.
Juni 2016 (Urk. 18/1) sowie 24. August 2016 (Urk. 18/2) kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten.
Was die angeblich fortdauernde Heilbe
handlung (Urk. 17 S. 2-3) betrifft, so ist den Berichten der F._ zu ent
nehmen, dass dort einzig weitere klinische und bildgebende Untersuchungen durchge
führt wurden und zusätzlich eine sequentielle Infiltration zur Schmerz
loka
li
sation vorgesehen war (Urk. 18/1-2). Deren Ärzte verschrieben der Beschwerde
führerin weder Medikamente noch Physiotherapie und eine eigent
liche Behand
lung der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Schulter
beschwerden fand dort auch nicht statt. Nach der Arthro-MRI-Untersuchung vom 24. August 2016 diagnostizierten die Ärzte der F._ eine AC-Gelenks
arthropathie, eine subacromiale Bursitis, eine Supraspinatus
sehnen-Partialruptur
und glenohumerale Schmerzen rechts (Urk. 18/2 S. 1). Zur Unfallkausalität dieser Befunde äusserten sie sich jedoch nicht. Zwar führten sie zu diesen Diag
nosen die Nebendiagnose Status nach mehrfragmentärer Tuber
culum-majus-Fraktur rechts vom 28. November 2012 an (Urk. 18/2 S. 1). Dies impliziert jedoch keinen rechtsgenüglichen Kausalzusammenhang (Urteil des Bundesge
richts 8C_477/2008 vom 19. Dezember 2008 E. 4.2; vgl. auch Ur
teil des Bundes
gerichts 8C_24/2013 vom 18. Juni 2013 E. 3.2). Für die Behand
lung unfall
fremder Gesundheitsstörungen muss die Beschwerdegegnerin nicht aufkommen. Im Übrigen ergab auch die dortige Arthro-MRI-Unter
suchung - wie schon frühere bildgebenden Untersuchungen - eine konsolidierte Tuber
culum majus-Fraktur (Urk. 18/2 S. 2).
4.3.3
Dr. E._ berücksichtigte die von der Beschwerdeführerin geklagten Be
schwerden (Urk. 15/334/4-5), untersuchte die Beschwerde
füh
rerin persönlich (Urk. 15/334/5-6) und konnte auf Röntgenbefunde (Urk. 15/334/6-7) abstellen. Auf seine Beurteilung, wonach auch bezüglich der Unfallfolgen an der rechten Schulter der Endzustand erreicht sei, ist abzustellen. Gleiches gilt für seine Beurteilung hinsichtlich der übrigen somatischen Unfallfolgen. Für die geltend gemachten psychischen Beschwerden der Beschwerdeführerin ist die Beschwer
degegnerin nicht leistungspflichtig (E. 5.4.8 nachstehend), weshalb die weitere Behandlung dieser Beschwerden (vgl. Urk. 1 S. 13) nicht massgebend ist. Da nach Lage der Akten auch keine Eingliederungsmassnahmen der Invalidenver
sicherung pendent sind, ist der Fallabschluss durch die Beschwer
de
gegnerin per 31. Dezember 2015 nicht zu beanstanden. Weitere Taggeld- und Heilbehand
lungsleistungen waren somit nicht geschuldet.
5.
5.1
Zu prüfen ist sodann der Anspruch auf Rente und Integritätsentschädigung. Hierbei ist zuerst auf die geltend gemachten Beschwerden wegen psychischer Leiden und des Schmerzsyndroms, welche gemäss der Beschwerdeführerin in einem Kausalzusammenhang zum Unfall vom 28. November 2012 stehen (vgl. Urk. 1 S. 7, 14), einzugehen. Bereits während des ersten stationären Aufent
halts in der A._ (vgl. Urk. 15/46) wurde dort ab 17. Dezember 2012 wegen des psychischen Leidensdrucks der Beschwerdeführerin eine psycho
the
ra
peutische Behandlung durchgeführt (Urk.
15/47 S.
1). Im psycho
somatischen Konsilium der A._ vom 28. Februar 2013 wurde dazu festge
halten, dass die Beschwerdeführerin vor dem Krieg in Afghanistan geflüchtet sei und aufgrund ihrer durch Kriegs- und Verlusterleb
nisse verun
sicherten und vul
nerablen psychischen Konstitution auf den trauma
tisierend erlebten Unfall vom 28. November 2012 mit einer mittel
gra
digen depressiven Episode reagiert habe und deutliche Zeichen einer post
traumatischen Belastungsstörung zeige. Die durch enorme Ungewissheit gepräg
te, lange Flucht in die Schweiz habe die Beschwerdeführerin zusätzlich belastet und verstärke zusammen mit den Kriegs
erlebnissen das Erleben von Hoffnungs
losigkeit, Hilflosigkeit und Angst nach dem Unfall (Urk. 15/47 S. 2). Später diagnos
tizierten die Ärztinnen des Z._, Klinik für Psychiatrie und Psycho
therapie, nach dem Erstgespräch vom 11. Janu
ar 2016 eine posttraumatischen Belastungs
störung sowie eine mittel
schwere depressive Episode mit soma
tischem Syndrom. Sie führten weiter aus, es sei davon auszugehen, dass der Un
fall vom 28. November 2012 kausal für die posttraumatischen Belastungs
stö
rung sei, weil das einzige traumatische Ereig
nis, das die Beschwer
deführerin in ihrem Leben beschreibe, der genannte Strassenver
kehrsunfall sei (Urk. 15/372 S. 1). Unter Berück
sichtigung der von der Beschwerdeführerin in der A._ geschilderten früheren Lebenssituationen vermag die Aussage der Psychia
terinnen des Z._ nicht zu überzeugen. Ob die von der Beschwerde
führerin geltend gemachten psychischen Beschwerden in einem natürlichen Kausalzu
sam
men
hang zum Unfall vom 28. November 2012 stehen, kann aber offen gelassen werden. Denn diesbezüg
lich ist - anders als bei objektiv ausgewiesenen organischen Gesund
heitsschä
di
gungen, bei welchem der adäquate Kausalzusam
menhang in der Regel mit dem natürlichen bejaht werden kann (BGE 127 V 102 E. 5b/bb mit Hinweisen) - eine besondere Adäquanz
prüfung anhand der
in BGE 115 V 133 genannten Kriterien
(E. 1.6 vorstehend) vor
zunehmen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_437
/2015 vom 5. September 2015 betreffend einen Fall mit diagnostizierter posttrauma
tischer Belastungsstörung). Dies gilt auch für das geltend gemachte Schmerz
syndrom (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_605/2010 vom 9. Novem
ber 2010 E. 6 und 8C_179/2012 vom 8. November 2012 E. 4), zumal gemäss Bericht des Z._, Klinik für Unfall
chirurgie, vom 10. November 2014 kein klares patho
morphologisches Korrelat bestand, welches die geklagten Beschwerden der
Beschwerdeführerin erklären konnte (Urk. 15/268 S. 3). Sodann sprach Dr.
E._
bezüglich der rechten Schulter von einem klinisch und radiologisch aber perfekten Ergebnis mit ungestörter Beweglichkeit und ohne Hinweise auf
erhebliche Belastungseinschränkungen des dominanten rechtens Armes (Urk. 15/334
S. 7). Auch die Ärzte der F._ nannten in ihren Berichten vom 20. Juni 2016 (Urk. 18/1) und 24. August 2016 (Urk. 18/2) keine unfallbedingten strukturellen Veränderungen, welche als Ursache für die geklagten Schulterbeschwerden in Frage kämen.
5.2
5.2.1
Mit angefochtenem Einspracheentscheid vom 13. Mai 2016 qualifizierte die Be
schwerdegegnerin das Unfallereignis vom 28. November 2012 als mittel
schwe
re
n Unfall im mittleren Bereich (Urk. 2 S. 5). Die Bestimmung des Schwere
grades eines Unfallereignisses erfolgt aufgrund des augenfälligen Geschehens
ablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften, wobei eine objek
tivierte Betrach
tungsweise anzuwenden ist. Nicht massgebend sind die Folgen des Un
falles oder
Be
gleitum
stände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zuge
ordnet werden kön
nen
. Der
artigen, dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzu
ordnenden Fak
toren ist gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rech
nung zu tragen. Dies gilt etwa für die – ein eigenes Kriterium bildenden – Ver
letzungen, welche sich die versi
cherte Person zuzieht, aber auch für unter dem Gesichtspunkt der besonders dramatischen Begleitumstände oder beson
deren Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfenden äusseren Umstände, wie eine all
fällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder Verletzungs- respektive gar Todes
folgen, die der Unfall für an
dere Perso
nen nach sich zieht (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 27 E. 5.3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_437/2015 vom 5. September 2015 E. 3.3).
5.2.2
Gemäss Polizeirapport vom 16. Januar 2013 überquerte die Beschwerdeführerin
am 28. November 2012 um ca. 06.50 Uhr in Wallisellen zu Fuss gehend den sich
in unmittelbarer Nähe zum Einkaufszentrum Glatt befindlichen Fuss
gänger
streifen auf der Industriestrasse. Gleichzeitig habe ein Autofahrer mit seinem Fahrzeug den vor dem Fussgängerstreifen gelegenen Kreisverkehrsplatz ver
lassen und sei auf die Industriestrasse eingefahren. Dabei habe er die sich bereits auf dem Fussgängerstreifen befindliche Beschwerdeführerin übersehen und es sei zur Kollision gekommen (Urk. 15/58 S. 3, 5).
Die Beschwerdeführerin
stellt sich auf den Standpunkt
, dass
dieses
Ereignis ein schwerer Unfall gewesen sei. Dies zeige sich anhand der erlittenen Verletzungen (
Urk.
1 S. 11).
Zwar lassen die erlittenen Verletzungen allenfalls Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich beim Unfall entwickelt haben
, zu
(Urteil des Bundesge
richts 8C_437/2015 vom 5.
September 2015 E. 3.3 mit Hinweisen)
. Vorliegend kann jedoch nicht von einer erheblichen Krafteinwirkung gesprochen werden. Zu den Sachschäden beim Auto wurde im Polizeirapport festgehalten, dass die Frontschreibe ge
sprungen und die Motorhaube gering beschädigt worden sei. Das Fahrzeug sei fahrbar gewesen und es sei kein Abschleppwagen erforderlich ge
wesen (Urk. 15/58 S. 4). Gemäss Polizeirapport wurde die Kollisionsgeschwin
digkeit vom Fahrer auf ca. 20 bis 25 km/h geschätzt (Urk. 15/58 S. 6). Zudem sind die erlittenen Verletzungen nach dem hiervor Ausgeführten (E. 5.3.1) bei den Adäquanzkriterien zu prüfen (vgl. E. 5.4.1). Das Bundesgericht qualifizierte – zum Vergleich - namentlich den folgenden Unfall als mittelschwer im engeren Sinn (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_236/2016 vom 11. August 2016 E. 6.1.2 sowie Sachverhalt Lit. A): Die versicherte Person wurde beim Überqueren einer Strasse im Bereich eines Fussgängerstreifens von einem mit einer Geschwindig
keit von ca. 40 km/h herannahenden Personen
wagen erfasst, wobei sie auf die Motorhaube geschleudert wurde, den Kopf an der Windschutzscheibe anschlug und anschliessend auf die Fahrbahn zurück
ge
worfen wurde. Unter Berücksich
tigung der Kräfte, die beim Unfall vom 28. November 2012 gewirkt haben, ist es daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin diesen Unfall als mittel
schweren Unfall im mittleren Bereich qualifiziert hat (Urk. 2 S. 5).
5.2.3
Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre bei diesem mittelschweren Unfall im mittleren Bereich somit nur dann zu bejahen, wenn von den weiteren massgeblichen Kriterien (vgl. E. 1.6.3) entweder ein ein
zelnes in ausgeprägter Weise oder aber mindestens drei in gehäufter oder auf
fallender Weise gegeben wären (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_935/2009 vom 29. März 2010 E. 4.1.3 mit Hinweis, 8C_390/2011 vom 10. August 2011 E. 5.2 mit Hinweisen). Bei der Prüfung dieser Kriterien sind (anders als nach der sog. Schleudertrauma-Praxis) psychische Aspekte ausser Acht zu lassen (BGE 115 V 133 E. 6c/aa; Urteil des Bundesgerichts 8C_390/2011 vom 10. August 2011 E. 5.2).
5.3
5.3.1
Beim Kriterium “besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Ein
drücklichkeit des Unfalls“ ist nicht entscheidend, was im einzelnen Betroffenen beim Unfall psychisch vorgeht. Ausschlaggebend ist die objektive Eignung sol
cher Begleit
umstände, bei Betroffenen psy
chische Vorgänge der ge
nannten Art auszulösen (Urteile des Bundes
gerichts 8C_179/2012 vom 8. November 2012 E. 5.2.2 und 8C_437/2015 vom 5. September 2015 E. 3.6.1, je mit weiteren Hin
weisen). Die Beschwerdeführerin sieht dieses Kriterium als erfüllt an. Sie macht geltend, dass sich der Unfall frühmorgens, als es noch dunkel gewesen sei, ereignet habe. Sie sei vom Auto mit voller Wucht erfasst worden. Wegen des starken Verkehrsauf
kommens habe sie sodann be
fürchten müssen, dass weitere Autos auf den Wagen des Unfallverursachers auffahren würden und sie von diesem auch noch überrollt würde (Urk. 1 S. 11). Zudem habe sie den Un
fall bei vollem Bewusstsein erlebt (Urk. 1 S. 12). Was die geltend gemachte Gefährdung durch andere Autos betrifft, so ist dem Polizeirapport zu ent
nehmen, dass die Polizei innert weniger Minuten am Unfallort war (Urk. 15/58 S. 5). Zur Witte
rung im Zeitpunkt des Unfalls ist dem Polizeirapport sodann zu entnehmen, dass sich der Unfall in der frühen Morgendämmerung, bei bedecktem Himmel
und leichtem Nieselregen, aber guten Sichtverhältnissen ereignet habe (Urk. 15
/58 S. 5). Bei objektiver Betrachtungsweise kann somit nicht gesagt werden, dass der Unfall besonders eindrücklich gewesen sei, wobei auch beachtet werden muss, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist (Urteile des Bundes
gerichts 8C_179/2012 vom 8. Novem
ber 2012 E. 5.2.2 und 8C_437/2015 vom 5. September 2015 E. 3.6.1, je mit weiteren Hinweisen).
5.3.2
Zum Kriterium “Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, ins
besondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen aus
zulösen“ bringt die Beschwerdeführerin sodann vor, dass sie beim Unfall schwerste Verletzungen des Rückens, Beckens, der Schultern, Knie und weitere Beeinträchtigungen erlitten habe (Urk. 1 S. 12). Wenn dieses Kriterium von der Rechtsprechung aber bei einem Polytrauma mit Thorax- und Abdominaltrauma
und offenen Gesichtsschädelfrakturen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2009 vo
m 19. November 2009 E. 3.6) verneint worden war, muss dies auch für den vor
liegenden Fall gelten. Lebensgefährliche Verletzungen hat die Beschwerde
führerin beim Unfall vom 28. November 2012 nicht erlitten. Dem Bericht des Z._, Klinik für Unfallchirurgie, vom 15. Januar 2013 kann sodann entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin aktuell zwar im Rollstuhl unterwegs sei, während des ersten Aufenthalts in der Rehaklinik sukzessive Fortschritte ge
macht wurden (Urk.
15/33 S.
1). Die Ärzte des Z._ hielten weiter fest, dass die Situation bei der Beschwerdeführerin insgesamt sehr zufriedenstellend sei. Es müsse ein Augen
merk auf die intensive Mobilisation und auch den Muskelauf
bau in der A._ gelegt werden (Urk.
15/33 S.
2). In der Folge kam es zu einer deutlichen Verbesserung im Rahmen der Therapien. Die Beschwerde
füh
rerin konnte sowohl ihre Muskelkraft als auch ihre Mobilität rasch steigern (vgl. S. 3 des Austrittsberichts der A._ vom 6.
März 2013 [Urk.
15/46]). Die von der Beschwerdeführerin beschriebene Un
klarheit, ob sie jemals wieder ihre Mobilität zurückgewinnen würde (Urk. 1 S.
12), hat aufgrund der ärztlichen Aussagen in diesen Berichten mithin zu keinem Zeitpunkt be
standen. Dass die Beschwerdeführerin angeblich nicht mehr alleine die Strasse über
queren kann, ist durch die geltend gemachten psychischen Beschwerden be
gründet (vgl. Urk.
15/372 S. 2), welche aber bei der Prüfung der Adäquanz
krite
rien unberück
sichtigt bleiben müssen (E. 5.3.3 vorstehend). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin gegenüber Dr. E._ angab, beide Kniegelenke seien schmerzhaft, rechts bestehe aber zusätzlich eine Instabilität. Sie brauche des
wegen eine stabi
lisierende Schiene und einen Stock, den sie rechts führe. Im Haus seien beide Hilfen aber nicht nötig. Sie stütze sich am Mobiliar ab oder brauche die Hilfe der Familienangehörigen (Urk. 15/334 S. 4). Es trifft daher nicht zu, dass die Beschwerdeführerin immer eine Knieschiene benötigt und sich nicht ohne Krücken fortbewegen kann (Urk. 1 S. 12). Das
Kriterium “Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbeson
de
re ihre erfahrungs
ge
mässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszu
lösen“ ist daher ebenfalls nicht erfüllt.
5.3.3
Werden nur die somatischen Unfallfolgen betrachtet (vgl. E. 5.3.3 vor
stehend; Urteil des Bundesgerichts 8C_605/2010 vom 9. November 2010 E. 6.2.2), so lag keine “ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung“ vor. Schon wäh
rend des ersten Aufenthalts in der A._ vom 8.
Dezember 2012 bis 6.
März 2013 (Urk. 15/46 S. 1) begann die Behandlung des psychi
schen Leidens der Beschwerdeführerin, welche das Beschwerdebild überlagerte (Urk. 15/47 S.
1) Gleiches gilt für die Abklärungen wegen der Schmerzen auf
grund der “Schulterproblematik“ und des Schmerzsyndroms, auf welche die Beschwer
deführerin ebenfalls hinweist (Urk. 1 S. 13 f.).
5.3.4
Das Kriterium “körperliche Dauerschmerzen“ muss wegen der psychi
schen Überlagerung der Beschwerden und der Schmerzverarbeitungsstörung (vgl. Urk. 15/268 S. 3) verneint werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 57/07 vom 3. Januar 2008).
5.3.5
Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass bei einem früheren stationären Aufent
halt eine bessere Behandlung ihrer äusserst schwerwiegenden psychischen Pro
bleme möglich gewesen wäre (Urk. 1 S. 14). Wie ausgeführt (E. 5.3.3) wird die psychische Behandlung nicht geprüft. Das Kriterium “ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert“ ist klar nicht gegeben.
5.3.6
Das Kriterium “schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen“ ist auch nicht erfüllt. Es bedürfte hierfür besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Solche sind jedoch nicht ersichtlich. Die von der Beschwerdeführerin angeführte Operation zur Entfernung der Iliosakralgelenk (ISG)-Schrauben und Infiltration ISG beidseits sowie Facettengelenke L3/4, L4/5 und L5/S1 beidseits (vgl. Urk. 15/244 S. 1) genügt hierfür nicht. Die weiter geltend gemachten Sprachprobleme sowie die gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin nur geringen Fortschritte bei der Psychotherapie und die Kom
plikationen aufgrund des Schmerz
syndroms (Urk. 1 S. 15) sind nicht zu berücksichtigen (E. 5.3.3).
5.3.7
Wohl hatte das Polytrauma eine physische Arbeitsunfähigkeit zur Folge (vgl. Urk. 15/54, Urk. 15/114, Urk. 15/138). Bereits früh kam es indes zu einer psychischen Überlagerung. Dem Austrittsbericht zum zweiten Aufenthalt in der A._ vom 29. August bis 3. Oktober 2013 ist sodann zu ent
nehmen, dass die festgestellte psychische Störung eine schwere arbeitsrelevante Leistungs
minde
rung begründet (Urk. 15/139 S. 2). Auf die attestierte 100%ige Arbeitsun
fähig
keit aus psychischen Gründen (vgl. etwa Urk. 15/176 S. 2,
Urk. 15/341) ist jedoch nicht abzustellen. Das Kriterium “Grad und Dauer der
physisch beding
ten Arbeitsunfähigkeit“ ist zumindest nicht in ausgeprägter W
eise gegeben.
5.3.8
Nach dem Gesagten ist die Beschwerdegegnerin für die geklagten psychischen Beschwerden und das Schmerzsyndrom mangels adäquaten Kausalzusammen
hangs nicht leistungspflichtig.
5.4
Hinsichtlich der somatischen Unfallfolgen ist auf das Zumutbarkeitsprofil von Dr. E._ (E.
3.4.3) abzustellen (vgl. E. 4.3.3). Entgegen der Ansicht der Be
schwerdeführerin (Urk. 1 S. 17) hat er auch die Schulterbeschwerden berück
sichtigt (E.
4.3.1). Dies gilt auch für seine Beurteilung des Integritätsschadens (E.
3.5), welche schlüssig und überzeugend ist. Aufgrund des hiervor Ausge
führten (E. 5.4.8) kann der Beschwerdeführerin ferner nicht gefolgt werden, wenn sie aufgrund der psychi
schen Beschwerden und des Schmerzsyndroms eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % (Urk. 1 S. 18) und eine höhere Integritätsentschädigung (Urk. 1 S. 19) fordert. Es besteht mithin kein Anspruch auf eine Invalidenrente, und eine höhere Integritätsentschä
digung ist nicht geschuldet. Bei diesem Ergebnis erübrigen sich weitere Abklä
rungen (vgl. Urk. 1 S. 17-18).
6.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
7.
7.1
Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Pro
zes
s
führung (Urk. 1 S. 3) erweist sich als gegenstandslos, weil Beschwerde
ver
fah
ren im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung grundsätz
lich kosten
los sind (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG).
7.2
7.2.1
Weil die Voraussetzungen
(§ 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversi
cherungsgericht [GSVGer]) erfüllt sind
(vgl. Urk. 3/10-19, Urk. 12, Urk. 13/2-5), ist dem Gesuch der Beschwerdeführerin vom 16. Juni 2016 um Bestellung eines unentgeltlichen Rechts
ver
treters in der Person von Rechtsanwalt Martin Amsler (Urk. 1 S. 3) zu entsprechen.
7.2.2
Mit Honorarnote vom 22. Dezember 2016 machte Rechtsanwalt Amsler einen Aufwand von Fr. 3‘031.40 (inkl. Barauslagen und MWSt) geltend (Urk. 24). Der geltenden gemachte Aufwand ist übersetzt und angemessen zu kürzen, zumal der unentgeltliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin im vorliegenden Ver
fahren auf sein Vorwissen durch die Vertretung im Verwaltungsverfahren zurückgreifen konnte. Bezüglich Zeitaufwand rechtfertigt es sich, je eine Stunde für die Instruktion, sechs Stunden für das Aktenstudium und die Abfassung der Beschwerde vom 16. Juni 2016 (Urk. 1), eine Stunde für zusätz
lichen Aufwand
wie das URV-Gesuch vom selben Tag und die weiteren Eingaben sowie eine St
unde für das Studium und die Besprechung des Endent
scheids des hiesigen Gerichts anzurechnen.
Es ist daher von einem angemessenen Zeitaufwand von total 9 Stunden aus
zugehen. Hinzu kommen Barauslagen von total Fr. 148.50 (vgl. die Honorarnote vom 22. Dezember 2016 [Urk. 24]). Das hiesige Gericht wendet bei der Entschä
digung für unentgeltliche Rechtsvertreter einen Stundenansatz von Fr. 220.-- an. Dies führt zu einer Ent
schädigung von Fr. 2‘298.80 (inkl. Baraus
lagen und MWSt).
7.2.3
Die Beschwerdeführerin und ihr Vertreter werden auf § 16 Abs. 4
GSVGer hingewiesen, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.