Decision ID: 1162fa1a-ef78-4209-a8ac-b2a54e70b71f
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der
1965
geborene
X._
verfügt über eine abgeschlossene Berufslehre mit Fähigkeitsausweis als Fernmelde- und Elektronikapparate
mon
teur (
FEAM;
Urk.
6
/22/18
)
. Von August
2008 bis
Ende
August 2009
war er
als
technischer
Mitarbeiter
bei der
A._
AG angestellt, wobei das Arbeitsverhältnis aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt wurde
(
Urk.
6/7/8 und
Urk.
6/22/3).
Ab 1
3.
März 2010
bezog
er Taggeld
er
der A
rbeitslosenversicherung (
Urk.
6
/4).
Unter Angabe von
seit dem Jahr 2002 bestehenden
gesundheitli
chen Beeinträchti
gungen
(
schwere
Depression
,
Burnout)
,
meldete
er
si
ch am 1
5.
Februar 2011
zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen
Invalidenversicherung an (
Urk.
6/1
Ziff.
6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte Abklärungen in medizinische
r und erwerblicher Hinsicht und
gewährte
Einglie
de
rungsmassnah
m
en (
Arbeitsvermittlung mit Job Coaching
[
Urk.
6/24
]
).
Nach
dem
innert nützlicher Frist keine Anstellung
hatte
gefunden werden k
önn
e
n
,
schloss die IV-Stelle die Eingliederungsmassnahmen
am
1
5.
August 2012
ab
und über
wies die Sache zur internen Rentenprüfung
(
Urk.
6/37 und
Urk.
6/35).
In der Folge
zog
sie
die Akten der Krankenversicherung bei
(
Urk.
6/
44/1-29
;
Urk.
6/46
)
und veranlasste
eine
psychiatrische Untersuchung durch ihren regionalen ärztli
chen Dienst (RAD; Untersuchungsbericht vom
3.
Dezember 2012 [
Urk.
6/45]). Mit Verfügung vom 1
9.
April 2013 sprach sie dem
Versicherten bei einem ermittelten Inval
iditätsgrad von 74
%
mit Wirkung ab
1.
Dezember 2012
eine
ganze Rente
zu (
Urk.
6/52 und
Urk.
6/63).
1.2
Im November 2013 leitete die IV-Stelle ein Rentenrevisionsverfahren ein (
Urk.
6/74),
holte medizinische Berichte bei den behandelnden Ärzten
ein (
Urk.
6/76 und
Urk.
6/87) und veranlasste
eine
polydisziplinäre Abklärung im
Begutachtungszentrum
B._
(Gutachten vom
2
8.
Oktober
2016 [
Urk.
6
/99])
. Mit Vorbescheid vom
5.
Januar 2017
stellte sie die Einstellung der Invalidenrente auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folg
enden Monats in Aussicht (
Urk.
6/102
). Hieran hielt sie nach dem Einga
ng von Einwendungen (vgl.
Urk.
6/111) mit Verfügung vom
3.
April 2017 (
Urk.
2) fest.
2.
Dagegen erhob
X._
am
4.
Mai 2017
Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die
Ausrichtung einer Invalidenr
ente
auch nach dem 3
1.
Mai 2017 (
Urk.
1
S. 2).
Die IV-Stelle schloss in ihr
er
Beschwerdeantwort vom
7.
Juni 2017
(
Urk.
5)
auf
Abweisung der
Beschwerde was dem Beschwerdeführer
zur Ken
ntnis gebracht wurde (vgl. Urk.
7)
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes ü
ber die Invalidenversicherung,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver
lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
gli
che
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindes
tens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind.
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Än
de
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs-
oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner
kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich
gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
1.4.1
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden soma
toformen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosomatischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad»
-
Komplex «Gesundheitsschädigung»
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex «Sozialer Kontext»
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshin
dern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Re
s
so
urcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen
(BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Ein
schränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgaben
bereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Kriterium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkungen auch Ressourcen
erschlossen werden; umgekehrt kann ein krankheitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermindern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Ge
sundheitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das heisst das Ausmass, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex «Gesundheitsschädigung») auf den tatsächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu schliessen ist, wenn die Nichtinanspruchnahme einer empfoh
lenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versicherte Gesundheitsbeeinträchtigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
1.4.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2;
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen an
hand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsun
fähig
keit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E.
7.1; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Einstellung der Invalidenrente damit, dass gestützt auf das Gutachten des
B._
vom 2
8.
Oktober 2016
sich der
Ge
sundheitszustand verbessert habe.
Das psychische Leiden sei remittiert und es
werde keine Arbeitsunfähigkeit mehr ausgewiesen. Der Beschwerdeführer sei auch
seit zwei Jahren nicht mehr in
fachärzt
licher Behandlung und weise ein unein
geschränktes Aktivitäts
ni
veau und beachtliche Ressourcen aus. Es liege kein IV-relevantes psychisches Leiden mehr vor und eine Selbsteingliederung sei zumut
bar (
Urk.
2 S. 2).
Im Verfahren führte sie ergänzend aus (
Urk.
5), es sei - aus näher
dargelegten Gründen - nicht von einer Persönlichkeitsstörung, sondern von akze
n
tuierten selbstunsicheren Persönlichkeitsstörungen (ICD-10 Z73.1; richtig wohl: Persönlichkeitszügen) auszugehen. Der Beschwerdeführer habe sich gut mit seinen Defiziten arrangiert. Die
B._
-Gutachter seien zum Schluss gelangt, die Arbeitsfähigkeit sei seit Anfang 2013 nicht (mehr) eingeschränkt (S. 3) und auf die Expertise sei abzustellen (S. 4).
2.2
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer
vor
(
Urk. 1.
S. 2 f.),
die
Renten
zu
sprache
basiere auf
einem
RAD-Untersuchungsbericht vom
3.
Dezember 201
2.
Die Diagnose habe auf eine seit dem Jahr 2002 bestehende kombinierte Persönlich
keitsstörung mit einer seit diesem Zeitpunkt rezidivierenden Depression bei zum
Untersuchungszeitpunkt bestehenden funktionellen Einschränkungen, zusätzli
c
her reduzierter Belastbarkeit und Stresstoleranz sowie Problemen in der sozialen Inter
aktion gelautet. Aufgrund der psychiatrischen Diagnostik sei eine seit Dezember 2011 bestehende
Arbeitsunfähigkeit zwischen 50
und 100
%
festge
stellt worden, die ab August 2012 bis auf Weiteres 70
%
betragen habe. Die psychiatrische Diagnose
im
B._
-Gutachten laute
auf eine zurzeit remittierte rezidivierende depressive Störung mit mindestens
seit dem Jahr
2002 wieder
kehrenden Episoden bei akzentuierten selbstunsicheren Persönlichkeitszügen. D
ie der RAD-Beurteilung zugrunde
liegende Persönlichkeitsstörung
sei
verneint
und auf
der Grundlage dieser veränderten Diagnose
sei auf
eine
Verbesserung ge
schlossen worden (S. 3). Der RAD habe am
4.
November 2016 festgehalten, dass das psychiatrische Teilgutachten des
B._
bezüglich der Angaben zur Persön
lich
keitsstruktur nicht nachvollziehbar und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit unhalt
bar sei.
Die Persönlichkeitsstörung sei weiterhin vorhanden und durch die Berentung sei der psychische Druck reduziert worden, weshalb sich die De
pres
sion zurück
ge
bildet habe. Jedoch liege keine Verbesserung der Arbeits
fähigkeit von mehr als 50
%
vor und es seien gegenwärtig
berufliche Integra
tions
mass
nahmen nötig.
Das
psychiatrische Teilgut
achten sei damit nicht schlüssig und tauge nicht
als G
rundlage für die Rentenrevision.
Das Gutachten zeige auch keine Änderungen des Gesundheitszustands und de
r Arbeitsfähigkeit auf. D
ie
Annahme,
dass keine Ein
schränkung der Arbeits
fähig
keit bestehen soll
e
, beruhe
damit
auf
einer
revisionsrechtlich
nicht relevanten unterschiedlichen
Würdigun
g von
s
eit der Rentenverfügung vom 19.
April 2013 unverändert gebliebenen Verhältnisse
n
(S. 6).
Selbs
t
wenn von einer Verbesserung des Gesundheitszustands mit der Wiederer
langung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werde, müssten dem Beschwerde
füh
rer aufgrund der übereinstimmenden medizinischen Beurteilung des
B._
-Psy
chi
a
ters und des RAD vorgängig der Einstellung oder der Herabsetzun
g der Inva
liden
rente berufliche
Wiedereingliederungsmassnahmen gewährt werden (S. 7).
3.
Massgebliche Vergleichsbasis im Revisionsverfahren
(vgl. dazu BGE 133 V 108)
bilden die medizinischen Grundlagen, wie sie im Zeitpunkt der Verfügung vom
1
9.
April 2013
vorgelegen haben.
3.1
Im Austrittsbericht der
psychiatrischen K
linik
C._
vom 1
0.
Mai
2011 (
Urk.
6/14) über den stationären Aufenthalt vo
m 1
2.
Januar bis 1
9.
April 2011
diagnostizierten
die Ärzte eine r
ezidivierende depressive Störung
gegenwärtig mittelgradige depressive Episode
. Ende
2009
habe der Beschwerde
führer aufgrund einer Ü
berford
erung am neuen Arbeitsplatz und
Entwicklung einer erneuten depressiven
Symptomatik seine Arbeitsstelle gekündigt. Seitdem sei er arbeitslos und per 1
2.
Januar 201
1
sei
der
Eintritt in die
C._
per Einweisung durch die
Klinik für
Psychiatrie und Psychotherapie des U
niversi
täts
spitals
D._
erfolgt, wo
sich der
Beschwerdeführer
am 1
0.
Januar 2011
wegen einer depressiv-suizidalen Symptomatik vorgestellt
habe.
Die Ärzte attestierten
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom
1
2.
Januar bis 19.
April 2011 und danach eine 60%ige
Arbeitsfähigkeit
in
bisheriger Tätigkeit
(S. 3
Ziff.
1.6 und
Ziff.
1.9).
3.2
Im vertrauensärztlichen Bericht
vom 1
2.
Oktober 2012 (
Urk.
6/44/8-12
, S. 1
-
5
)
zu Händen des Krankentaggeldversicherers
Visana
(vgl.
Urk.
6/41)
hielt der Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie
E._
fest
(S. 3)
, der Beschwerdeführer beklage weiterhin ein ausgeprägtes
«
Auf und Ab
»
. Mal gehe es ihm
«
super
gut
»
, dann würden ihn kleinste Belastung
en völlig aus der Bahn werfen. E
r habe dann bereits bei kleinen
Enttäuschungen depressive Einbrüche bis hin zu erneut auftre
tenden suizidalen Gedanken.
Im Rahmen der emotionalen Instabilität bei der erst seit Sep
tember 2012 wieder aufgenommenen
psych
iatrischen Behandlung komme
es zu wiederkehrenden de
pressiven Stimmungseinbrüchen bis hin zu beschriebenen akuten suizidalen Krisen
. Differentialdiagnostisch ergebe sich aufgrund der im Gespräch über weite Strecken beobachteten
Angetriebenheit
und Sprunghaftigkeit und vor dem Hin
ter
grund der
s
tarken Stimmungsschwankungen der Verdacht auf ein bipolares Krankheitsgeschehen. Darüber hinaus seien deutliche Hinweise für eine zu Über
forderung disponierende, leistungsorientierte Persönlichkeitsstruktur mit emotio
na
l instabilen und kränkbarvulnerablen Zügen zu finden (ICD-10 Z73.1).
Der Beschwerdeführer sei
aufgrund der Befundlage nicht ausre
ichend stabil für eine konstant
er
bringbare Arbeitsleistung unter
Bedingungen der freie
n Wirtschaft
,
entsprechend einer
aktuell zu attestierenden 100
%
igen
Arbeitsunfähigkeit
(S. 4).
Für die Wiedereingliederung seien berufliche Massnahmen nötig
und der medi
zinische Verlauf durch den
ambulant behandelnden Psychiater evaluieren zu lassen
sowie
die im November 2012
angesetzte f
achärztlich psychiatrische Begut
achtung bei der IV-Zürich abzuwarten (S. 5).
3.3
F._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie und
Facharzt für Neurologie, vom
RAD
stellte
im Untersuchungsbericht vom
3.
Dezember 2012 aufgrund seiner Untersuchung vom
9.
November 2012 (
Urk.
6/45) die folgenden Diagnosen
(S. 4)
:
Psychiatrische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit nach ICD
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradig (F33.0)
Kombinierte Persönlichkeitsstörung (F61.0)
Somatische Diagnosen nach Aktenlage
Asthma bronchiale, Adipositas, arterielle Hypertonie
Zum Tagesabla
uf
gebe der Beschwerdeführer an
, er versuche
sich eine regel
mässige Struktur zu geben, s
tehe morgens um 08.00 Uhr auf. E
r würde dann anschliessend ein Morgenessen zu sich nehmen. Danach gehe er einkaufen. Da er selber für sich koche, kaufe er immer die Sachen für den jeweiligen Tag frisch ein. Dann
bereit
e er
sich das Mittagessen zu
. Am Nachmittag ve
rsuche
er
spa
zieren zu gehen. Derzeit versuche er auch
,
von seinem massiven Fernsehkonsum herunter zu kommen. Zeitweilig
verbringe
er den ganzen Nachmittag und Abend vor dem Fernseher. Er bemühe sich
,
zwischen 22.00 Uhr und 23.00 Uhr zu Bett zu gehen
(S. 2)
.
Zum psychopathologischen Befund hielt der RAD
-Arzt
fest, der Beschwerdeführer erscheine pünktlich zum vereinbarten Untersuchungstermin.
Er
s
ei altersent
sprechend gepflegt gekleidet, deutlich übergewichtig, die Sprache
sei
normal laut, schweizerdeutscher Dialekt, gut moduliert. Ein emotionaler Rapport lasse sich gut herstellen und die Fragen würden bereitwillig und zügig beantwortet. Das Intelligenzniveau erscheine im durchschnittlichen Bereich. Er sei wach, allseits orientiert und während der Exploration seien keine Störung der Konzentration, der Aufmerksamkeit oder des Gedächtnisses feststellbar. Das Denken sei formal geordnet. Anamnestisch w
erde
über Gedankenkreisen un
d Grübeln berichtet. Es bestünden k
ein Anhalt für Ich-Störung
en
, Wahrnehmun
gsstörung
en
oder Sinnes
täuschung
en
.
Affektiv wirk
e er
ausgeglichen, gut s
chwingungsfähig, jedoch
sei eine
gewisse innerliche Anspannung spürbar.
Anamnestisch
liessen
sich Zu
k
unfts
ängste, finanzielle Sorgen
und eine ausgeprägte Selbstwertproblematik eruieren. Derzeit
bestehe kein Anhalt für Suizidalität.
Anamnestisch
seien
häufige Stimmungsw
echsel beschrieben. Diese liessen sich im Rahmen
der Exploration nicht genauer verifizieren.
Es bestünden k
eine zirkadi
anen Beschwerden und kein sozialer
Rückzug.
In Anlehnung an da
s Mini
–ICF-P seien die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen eingeschränkt, die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben
v
orhanden,
wobei diese aber bei zuneh
men
dem Stress abnehme. D
ie Flexibilität und Umstellungsfähigkeit
sei
en
reduziert und
die Durchhaltefähigkeit
in depressiven Phasen reduziert. D
ie Kontakt
fähig
keit zu Dritten/Selbstbehauptungsfähigkeit
sei eingeschränkt und
die Fähigkeit zu ausserberuflichen Aktivitäten erhalten, wobei es sich aber meist um Einzel
aktivitäten ha
ndle. Auch die
Wegefähigkeit
sei
erhalten
(S. 3 f.)
.
Sowohl die
C._
als auch
Dr.
E._
g
ingen
von einer gew
issen Persönlich
keits
pathologie
aus.
Die bisherigen Unterlagen liessen
am ehesten
die Diagnose einer kombinierten
Persönlichkeitsstörung
mit emotional-instabilen, zwang
haf
ten und
narzisstischen
Zügen
zu
.
Diese Störung bilde
die Grundlage für das dysfunktionale
Verhalten und Denken
sowie die mangelnden Problem
lösefähig
keiten und soz
ialen I
nteraktionsmöglichkeiten. Vom 22.
Dezember 2011 bis 3
1.
März 2012 betrage die Arbeitsunfähigkeit 100
%
danach vom
1.
April bis 3
1.
Juli 2012 50
%
und ab
1.
August 2012 bis auf weiteres 70
%
. Aus Sicht des RAD wären erneut berufliche Massnahmen aufzunehmen, bevor eine Rente gesprochen werde, da mit geeigneten
Massnahmen inn
erhalb von 12 Monaten eine mindestens
50%ige Arbeitsfähigkeit erreicht werden könne (S. 6)
4.
Im Zusammenhang mit der eingeleiteten Rentenrevision ergibt die medizinische Aktenlage Folgendes:
4.1
4.1.1
Im Austrittsbericht des Spital
s
G._
vom 1
5.
Oktober 2013
(
Urk.
6/76/5-7)
über die
Hospitalisation
vom 2
4.
September bis 1
1.
Oktober 2013
wiesen
die Ärzte
auf den
elektiven
Eintritt
des Beschwerdeführers
zur
Stomarückverlegung
bei Status nach
anteriorer
Rektumresektion
und Anlage eines endständigen
Des
zen
dos
tomas
vor drei Monaten im Rahmen eines
Kolonileus
bei
stenosierender
Divertikulitis
hi
n. Im Verlauf hätten sich
regredient
e
laborchemische Endzün
dungs
wert
e sowie ein problemloser Kostaufbau gezeigt und der Beschwerdeführer habe in gutem Allgemeinzustand und bei reizlosen Wundverhältnissen am 1
1.
Oktober 2013 nach Hause entlassen werden können.
4.
1.
2
Im Austrittsbericht des Spitals
G._
vom
5.
Dezember 2013 (
Urk.
6/76/3-4) über die
Hospitalisation
vom 2
7.
November bis
2.
Dezember 2013
legten
die Ärzte
dar,
nach der
Deszendorektostomie
im September 2013
sei
nun der elektive Ein
tritt zur Rückve
rlagerung des
Ileostomas
erfolgt
.
Der postoperative
Verlauf
habe sich komplikationslos
mit
stets reizlos
en Wunden
gezeigt
und
der
schonende
Kost
aufbau
sei gut vertragen worden
.
4.2
Dr.
H._
, FMH Allge
meine Innere Medizin,
gab
im undatierten Ver
laufsbericht zu Händen der Beschwerdegegnerin die Behandlung des Beschw
er
deführers seit
9.
März 2015 mit einem jährlichen Rhythmus von zw
ei bis drei Untersuchungen
an
(
Urk.
6/87
Ziff.
3.1). Als aktuelle Diagnosen führte er eine rezidivierende depressive Störung
(
ICD-10 F 33.1
)
, ein Schlaf Apnoe Syndrom
und Asthma auf (
Ziff.
1.2). Zur Prognose hielt er fest, im Verlauf
zeige sich
der psychiatrische Zustand
unter Medikation
i
m Moment stabil
(
Ziff.
3.3).
4.3
Anlässlich
der polydisziplinären Abklärung
im
B._
durch
Dr
.
I._
, FMH für Allgemeine Innere Medizin,
Dr
.
J._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie
,
sowie durch
Dr. K._
, FMH
für
Chirurgie
,
stellt
en
die Experten
im Gutachten vom 2
8.
Oktober 2016 (
Urk.
6/99
S. 1-28
)
die folgende
n
Diagnosen
(S. 35
):
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Rezidivierende depressive Störung, zurzeit remittiert (ICD-10 F33.4)
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
2.
Akzentuierte selbstunsichere Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
3.
Kleine indolente Narbenhernie im rechten Mittel-Unterbauch, kleine asymptomatische
Umbilikalhernie
und
epigastrische
Rektusdiastase
bei
4.
Status nach mehreren, teils komplizierten Eingriffen wegen gedeckt perforierter und
stenosierender
akuter Divertikulitis des
Rektosigmoids
5.
Adipositas Grad II
4.3
.1
Zum allgemeininternistischen Teilstatus
hielt der Experte fest, der Beschwerde
führer sei 175 cm gross und 114 kg schwer. Der Blutdruck betrage 150/90
mmHg
bei regelmässigem Puls und
Vesikuläratmen
. Zehen- und Fersensta
nd,
Einbein
stand
sowie Schürzen
-
und Nackengriff seien problemlos möglich. Es bestehe ein adipöses Abdomen mit diversen Narben ohne Resistenz und mit normale
n
Darm
geräusche
n
. Das Reflexbild sei symmetrisch, die Sensibilität
unauffällig und der
Gelenkstatus altersentsprechend unauffällig (S. 13)
.
4.3
.
2
Aus
chirurgischer Sicht
bemerkte
der Experte,
am
8.
Juni 2016 (richtig 2013) sei eine notfallmässige
Hospitalisation
erforderlich geworden
nachdem der Hausarzt
den Beschwerdeführer
während einiger Tage wegen Verdachts auf
Divertiku
li
tisschub
antibiotisch behandelt
habe. Am
1
2.
Juni
2013
sei
unter der Diagnose eines Ileus durch gedeckt perforierte und
stenosierende
Divertikulitis im
rek
to
sigmoidalen
Übergang eine Operation
vorgenommen
,
am 2
1.
Juni
2013
ein
Wund
d
é
bridement
und
am
2
4.
September 2013 die offene Nachresektion der Darm
stümpfe und eine
Deszendorektoan
astomose
durchgeführt worden
. Am 2
8.
Septem
ber 2013
habe
eine
Relaparotomie
z
wecks
Lavage
, Drainage und Anlage einer
Schlingenileostomie
zur Deviation
stattgefunden
und zwei Tage später
sei
die Wunde
d
é
bridiert
und sekundär verschlossen worden
.
Nachdem eine abdominale CT unauffällig gewesen
sei
,
habe am 2
8.
November 2013
rekto
sko
pisch
eine offene Anastomose bestätigt und die
lleosto
mie
durch Segment
re
s
ektion verschlossen werden
können (S. 30). Der Beschwerdeführer schildere
,
er habe sich von den Eingriffen relativ rasch vollständi
g erholt und
in den ersten Monaten bei Belastungen noch ein gewisses Ziehen in der Narbe verspürt, was sich aber bald gelegt habe. Die Sache sei nun über zwei Jahre lang stabil geblieben und mache ihm keine Beschwerden. Er fühle sich gut und leistungsfähig. Essen könne er alles (S. 31).
Es wurde festgehalten, a
us fachärztliche
r
chirurgische
r Sich
t
ergebe sich keine
Diagnose
mit Auswi
rkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 32).
4.3
.3
Der psychiatrische Gutachter
hielt fest,
der Beschwerdeführer berichte, dass die Stimmung in der letzten Zeit schwankend, aber mehrheitlich schlecht ausgebildet gewesen sei. Des Weiteren leide er regelmässig an Ein- und Durchschlafstörungen und sei deswegen tagsüber
erhöht ermüdbar. Ebenfalls habe
er eine deutliche Freudlosigkeit, welche vor allem am Morgen ausgeprägt sei (S. 14).
Er lebe
seit dem Jahr 2008
alleine in einer 3-Zimmer Mietwohnung. Regel
mässigen sozialen Kontakt habe er mit drei Kollegen aus dem Dorf, mit welchen er seit seinem Zuzug im Jahre 2008 befreundet sei. Mit ihnen g
ehe er spazieren, v
elofahren oder auch grillieren. Des Weiteren habe er einen Freund in Rapperswil seit ca. sieben Jahren und einen Freund in Bern bereits seit der Schulzeit, welche er ebenfalls regelmässig tr
ef
fe. Auch die Eltern besuche er einmal pro Woche (meistens am Sonntag) und den Bruder ein- bis zweimal pro Woche. Auch habe er noch ei
ne Tante, welche er ebenfalls manchmal besuche
. Aktuell führe er keine partnerschaftliche Beziehung. Finanziell lebe er von den IV-Leistungen und den Leistungen der Pensionskasse. Die letzten Ferien habe er vor vier Wochen wäh
rend drei Wochen in Kanada gemeinsam mit den Eltern und dem Bruder ver
bracht. Sie hätten dort in der Region Vancouver Familienmitglieder besucht. Als Hobby gebe de
r Beschwerdeführer an, gerne PCs
zu warten.
Er koche auch gerne,
ge
he gerne laufen, schwimmen und velo
fahren.
Er interessiere
sich für Reisen und sei so zum Beispiel auch schon in Neuseeland gewesen. Auch lese er gerne
wissenschaftliche Bücher, welche er bis zu einer Stunde am Stück lesen könne (S.
16
).
Den Tagesablauf beschr
ie
b
d
er
Beschwerdeführer folgendermassen
:
er
stehe regel
mässig zwischen 7.00 Uhr und 8.00 Uhr morgens auf. In der Folge befasse er sich mit dem PC und gehe danach duschen. Da er am Morgen meistens unter einer erhöhten Traurigkeit leide, gehe er in der Folge für längere Zeit spazieren und erledige dabei Einkäufe im Dorf. Dies helfe ihm auch
,
die schlechte Stimmung zu kompensieren. Teilweise gehe er auch bis nach Zürich und spaziere dort in der Stadt. Regelmässig bereite er sich ein Mittagessen selber zu und nehme es alleine ein. Danach lege er sich für 15 bis 30 Minuten hin, ohne jedoch einzuschlafen. Am Nachmittag gehe er nochmals für zwei bis dr
ei Stunden spazieren oder auch velo
fahren. Das Abendessen nehme er in der Regel alleine zuhause ein. Einmal pro Woche ca. gehe er mit Freunden in ein Restaurant essen. Danach schaue er TV oder lese und gehe regelmässig zwischen 22.00 Uhr und 24.00 Uhr zu Bett. Einschlafstörungen bestünden ab und zu (ca. jeden
zweiten Abend), Durchschlaf
störungen jedoch regelmässig. Einkäufe, das Kochen, das Putzen und das Wasc
hen der Wäsche, sowie das Bezahlen der Rechnungen erledige er selbständig. Am Sonntagmorgen gehe er regelmässig schwimmen und am Nachmittag
besuche er seine Eltern
(S. 17).
Zum psychiatrischen Untersuchungsbefund hielt der
Gutachter
fest, der Be
schwerdeführer erscheine pünktlich zum Untersuchungstermin und habe den Weg
aus der Region Zürich alleine mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bewäl
tigt.
Insgesamt wirke er freundlich und kooperativ. Während der gesamten Explo
ra
tion
sei er ruhig auf dem Untersuchungsstuhl sitzen geblieben und ein Schmerzerleben habe von aussen nicht erkannt werden können. Durchgängig sei er nicht de
pres
siv
,
affektiv schwingungsfähig und gut spürbar gewesen.
Es handle
sich um einen 51-jährigen Mann, welcher sich in unauffälligem All
gemein- und adipösem Ernährungszustand präsentiere. Er sei gut organisiert, habe Schreibzeug und einen Lebenslauf mitgebracht und weitere Unterlagen bei sich. Hinweise
für
Bewusstseins-, Orientierungs- oder Gedächtnisstörungen lägen nicht vor und die Konzentration sei unauffällig. Im formalen Denken gebe
er
an, ab und an unter Grübeln zu leiden, was während der Exploration jedoch nicht
habe
beobachtet werden können
(
Urk.
18)
. Zwänge, Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen seien nicht vorhanden. Im Affekt sei er nicht deprimiert und Schuldgefühle lägen nicht vor.
Er schildere
jedoch Insuffizienzgefühle. Der An
trieb und die Interessen seien
normal ausgebildet. Es bestehe
jedoch eine erhöh
te Ermüdbarkeit. Suizidgedanken
und auch Suizidversuche seien seit der Teenager
zeit immer wieder aufgetreten.
In der Hamilton Depression
Scale
Testung
habe
er 9 Punkte
erreicht
, was gegen das aktuelle Vorliegen einer depressiven Episode spreche und im Mini-ICF-APP-Rating-Bogen ergebe sich keine Beeinträchtigungen bei Anpassung an Regeln und Routinen, Planung und Strukturierung von Aufgaben, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, Kontaktfähigkeit zu Dritten, Gruppenfähigkeit, familiäre bzw. intime Beziehungen, Spontanaktivitäten, Selbstpflege und Verkehrsfähigkeit. Leichte Beeinträchtigungen bestünden bei Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, und in der Anw
endung fachlicher Kompe
tenzen, Durchhaltefähigkeit und
Selbst
behauptungsfähigkeit
(S.
19
f.).
Als psychiatrische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei eine rezidivierende depressive Störung, zurzeit remittiert (ICD-10 F33.4) zu stellen. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien akzentuierte selbstunsichere
Persönlichkeitszüge (ICD-10
Z73.1; S. 20). In der bisherigen Tätigkeit als Servicetechniker (Fernmelde- und Elektronikapparatemonteur) könne zum jetzi
gen Zeitpunkt und anamnestisch seit 2014 keine relevante Arbeitsunfähigkeit attestiert werden.
In der RAD-Untersuchung im Dezember 2012 werde eine leichte depressive Epi
sode festgehalten. Diese Symptomatik habe sich seither sicherlich nicht zusätzlich
verschlechtert, im Gegenteil sei sie wahrscheinlich weitgehend remittiert (S. 28 f
.). Seiner Meinung nach sei aufgrund der Ausführungen nicht von einem Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung auszugehen (S. 29).
4.3
.4
Aus gesamtmedizinsicher Sicht hielten die Experten fest, es
sei
im Verlauf zu einer Verbesserung der gesundhe
itlichen Situation gekommen und seit Einstel
lung der Therapie im Jahre 2014 könnte
n keine Einschränkungen der
Arbeits
fähigkeit mehr attestiert werden (S. 37).
4.4
RAD
-Arzt
F._
vermerkte in seiner Aktenbeurteilung vom
4.
November 2016 (
Urk.
6/101/3-5), das Gutachten des
B._
vom 2
8.
Oktober 2016 erfülle die formalen Qualitätskriterien, sei nachvollziehbar und in seinen medizinischen Schlussfolgerungen plausibel. Das psychiatrische Teilgutachten sei bezüglich den Angaben zur Persönlichkeitsstruktur nicht nachzuvollziehen. Die Persönlich
keits
störung sei weiter vorhanden, allerdings sei durch die Berentung der psychische Druck geringer geworden und dadurch habe sich die Depression zurückgebildet. Als Diagnose mit dauerhafte
r
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine rezidivierende depressive Störung, remittiert (ICD-10 F33.4) und eine kombinierte Persönlic
hkeitsstörung (ICD-10 F61).
Das
Belastungsprofil
umfasse
jegli
che leichte bis intermittierend
wechselnd belastende Tätigkeit in ruhigem
,
wertschät
zendem Umfeld. Seit Januar 2014 habe sich der Gesundheitszustand verbessert
und aus Sicht des RAD sei,
«
wie auch schon 2012 gesagt nur eine 50
%
AUF (
Arbeitsunfähigkeit
)
gegeben
»
. Die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit betrage seit Januar 2014 50
%
,
jedoch müsse diese schrittweise aufgebaut werden. Eine Verbesserung über 50
%
hinaus erachte er als nicht möglich, dies im Gegen
satz zum Gutachten
(S. 4)
.
5.
5.1
Zu prüfen ist, ob ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorliegt, welcher eine Aufhebung
/Herabsetzung
der seit
Dezember 2012
zugesprochenen
ganzen Rente per 3
1.
Mai
2017
rechtfertigt
.
5.2
Es steht aufgrund der Akten fest, dass die psychiatrischen
Diagnosen
einer rezidi
vierenden depressiven Störung und eine
r
kombinierte
n
Persönlichkeitsstörung zur Berentung führten (E. 3.3).
Eine mindestens leichtgradige depressive Störung konnte im Rahmen der Begutachtung im
B._
nicht mehr bestätigt und in Bezug auf die
Diagnosen
ein
er
Persönlichkeitsstörung
konnten
lediglich noch akzentuierte Persönlichkeitszüge festgehalten werden
(E. 4.3.3)
.
Selbst der RAD-Arzt ging von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes aus (E. 4.4).
Sodann zeigte sich der Gesundheitszustand dahingehend verändert, d
ass der Beschwerdeführer in somatischer Hinsicht
nach einem
Divertikulitisschub
sich von
Juni
bis Dezember 2013
mehreren, teils komplizierter Eingriffe
n
im
rektosig
moidalen
Übergang
unterziehen
und deshalb
mehr
fach stationär
hospitalisiert werden musst
e
(E. 4
.1).
Im Weiteren
ist aktenkundig und es blieb unbestritten
, dass
im Zeitpunkt der Begutachtung im
B._
sich
der Beschwerdeführer
seit mehr als zwei Jahren (vgl.
Urk.
6/99/20)
keiner
fachpsychiatrischen
Behandlung
mehr unterzogen hat
(vgl. auch
Urk.
6/81).
Damit ist
ungeachtet des Umstandes, dass
der psychiatrische Gutachter in der
U
ntersuchung die Diagnose einer k
ombinierte
n
Persönlichkeitsstörung (F61.0)
nicht
(
mehr
) bestätigen konnte,
eine Veränderung der
tatsächlichen
Verhältnisse zu erblicken, welche es erlaubt, unter dem Titel von
Art.
17
Abs.
1 ATSG den Invaliditätsgrad neu und ohne Bindung an die frühere Invaliditätsschätzung zu ermitteln (vgl. E. 1.3 hiervor).
5.3
Die Beschwerdegegnerin stellte hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit auf die Ein
schätzung
der
B._
Gutachter
ab (
Urk.
6
/9
9/37). Das umfa
ssende
Gutachten erfüllt die praxisgemäs
sen Kriterien (vorstehend E. 1.5
), setzt sich mit den Aspek
ten der gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers auseinander und berücksichtigt auch die medizinischen
Vorakten
und begründet Abwei
chungen, soweit die Beurteilung mit diesen nicht im Einklang steht. Insgesamt
erweist sich das Gutachten als nachvollziehbar und vermag zu überzeugen. Ins
besondere wurde für den Rechtsanwender einleuchtend dargelegt, dass auf
grund
der
psychiatrischen Untersuchung inklusive
Laboruntersuchung
(
Urk.
6/99/9)
von einer
Remission der depressiven Symptomatik auszugehen ist
. Der psychia
trische Teilgutachter legte sodann plausibel dar, dass aufgrund der
aktuellen
Untersuchungsbefunde eine nach ICD-10 klassifizierte
kombinierte Persönlich
keits
störung — die einzig durch den RAD aufgrund einer Untersuchung im
November 2012 diagnostiziert wurde –
nicht
vorliegt
.
So ergaben die
gutachter
lichen
Untersuchungen
keine Beeinträchtigung der Gestaltung zwischenmensch
licher Beziehungen
und
auch
keine überdauernden
Muster von inn
erem Erleben und Verhalten,
die
in klinisch bedeutsamer Weise zu Leiden oder Beeinträch
tigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen geführt haben
.
Ebensowenig
ergaben sich Anhaltspunkte
, dass ein solches Muster stabil und langandauernd und bereits seit der frühen Adoleszenz vorhanden ist
(vgl.
Urk.
6/99/21)
, was
insbesondere aufgrund des
schulische
n
und berufliche
n
Werdegang
s
des Beschwerdeführers
–
Regelklasse, Sekundarstufe und qualifi
zierte vierjähriger Lehr
e als FEAM mit Weiterbildungen (
Urk.
6/1/5
Ziff.
5.1 f.,
Urk.
6/22/18 ff.
)
und verschiedenen
,
mehrere Jahre dauernden Anstellungen (vgl. Lebenslauf
Urk.
6/22/1) –
nicht bestätigt
werden konnte.
Die Einschätzung
des
RAD
-Arztes
F._
in seiner Aktenbeurteilung vom
4.
November 2016
,
wonach das Gutachten in diesem Punkt nicht nachvollziehbar sei
(
Urk.
6/101/3-5),
erfolgte ohne eigene
aktuelle
Untersuchung und
ohne Auseinandersetzung mit den
entsprechend
en
Ausführungen
im
B._
-Gutachten
. Die RAD-Stellung
nahme
ist
in dieser Hinsicht
unbegrün
det und e
ntsprechend
kann auch nicht auf die
darin
attestierte Arbeitsfähigkeit abgestellt werden.
5.4
Zusammenfassend trifft der Einwand
des Beschwerdeführers
, dass das aktuelle Gutachten — bei unverändertem Gesundheitszustand — den Sachverhalt lediglich anders bewerte, nicht zu. Andere substantiierte Einwände in Bezug auf die medi
z
inischen Abklärungen brachte der
Beschw
erdeführer
nicht vor.
Auch sonst erfüllt d
as Gutachten
der
B._
mit einlässlicher klinischer Untersuchung, Anam
neseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung die beweis
mässigen Anforderungen, die die Rechtsprechung an solche Expertisen stellt
.
Die
seit Januar 2013 uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit in bishe
riger und ange
passter Tätigkeit
begründe
ten
die Gutachter
mit
der
seither anhaltenden
Remission der
depressive
n Störung
(ICD-10
F33.4)
.
Dass sie
den
a
kzentuierte
n
selbstunsichere
n
Persönlichkeitszüge
n
(ICD-10 Z73.1)
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beimasse
n
,
steht
im Einklang mit
der Recht
sprechung
,
wonach solche
Belastungen nicht unter den Begriff des rechts
erheb
lichen Gesundheitsschadens
fallen
(Urteil des Bundesgerichtes 9C_894/2015 vom 2
5.
April 2016 E. 5.1 mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen).
Im Übrigen liesse sich ein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung
selbst
aufgrund der Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung, wie sie vom RAD
-Arzt
an
geführt wurde,
nicht
begründe
n. Denn die Prüfung der Stand
ard
indikatoren im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V
281 ergibt Folgendes
(vgl. auch E. 1.4.1 hiervor)
: Weitere Komorbiditäten besteh
en
nicht, nachdem eine
Remission der depressive
n
Störung eingetreten ist und sich der Beschwerdeführer
mit seinen persönlichkeitsbedingten Defiziten arrangiert hat.
Von einem Behandlungs- und Eingliederungserfolg kann nicht gesprochen werden,
da
keine fachpsychiatrische Beh
a
ndlung mehr durchgeführt wird, was mit
Blick
auf die lediglich noch
geringgradig
vorhandenen
psychopathologischen B
efunde
allerdings auch nicht weiter zu erstaunen vermag
. Bezüglich Persönlich
keit und sozialem Ko
ntext ist festzuhalten, dass der
Beschwerdeführe
r
zwar alleine in einer 3-Zimmer Mietwohnung lebt
,
aber über einen guten und zum Teil langjährigen Freundeskreis, ein intaktes Fa
milienumfeld mit Eltern, Bruder und
Tante verfügt,
sich mit diesen
regelmässig trifft
und
auch
zusammen
mit
ihnen
Ferien
macht
. Er
besorgt den eigenen Haushalt mit allen anfallenden Tätigkeiten wie Kochen, Putzen, Waschen, Einkaufen. Als Hobby
beschäftigt
er
sich
gerne
mit der Wartung von Computern
, kocht gerne, geht gerne laufen, schwimmen und velofahren. Er interessiert sich für Reisen und liest gerne wissenschaftliche Bücher (
Urk.
6/99/16).
Damit zeigt sich eine ungebrochene Fähigkeit, verlässliche soziale Beziehungen zu pflegen
und sein Leben aktiv zu gestalten
, was auf
gut
erhaltene Re
ssourcen schliessen lässt
. Ein Leidensdruck ist darin
nicht
sichtbar und hat auch nicht zu konsequenten Therapiebemühungen geführt. Zusammen
fassend ist damit auch keines der praxisgemässen
Indikatoren
in ausgeprägter Weise erfüllt, weshalb dem Leiden
von vornherein
keine invalidenversi
cherungs
r
echtliche Relevanz zukommt
.
5.5
Damit ist ein erheblicher funktioneller Schwer
egrad des Leidens im Verfügungs
zeitpunkt zu verneinen,
da
sich aus der psychischen Symptomatik kein invalidi
sierender Gesundheitsschaden
darstellen lässt, welcher es dem Beschwer
deführer
verunmöglicht,
seine A
rbeitsfähigkeit in
seiner bisherigen Tätigkeit
vollzeitig zu verwerten.
Mangels einer relevanten gesundheitsbedingten
Arbeitsunfähigkeit
im Sinne der Invalidenversicherung
lässt sich auch kein Anspruch auf Einglie
de
rungsmassnahmen begründen
(zum diesbezüglichen Rechtsbegehren vgl.
Urk.
1 S. 7)
.
Ange
sichts der klaren Aktenlage
können
auch
von weiteren Beweismass
nahme
n (etwa der Einholung eines wei
teren Gutach
tens) keine neuen Erkennt
nisse erwartet werden
, weshalb darauf zu ver
zichten ist (antizipierte Beweiswür
di
gung; BGE 124 V 90 E. 4b).
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Die Kosten des Verfahrens (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) sind auf
Fr.
800.-- festzusetzen und
entsprechend dessen Ausgang dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.