Decision ID: eadf11b2-ff4d-4daf-bc4b-94e0b0ceec44
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, Jahrgang 1964, hatte ursprünglich
den Beruf des
Koch
s
e
r
lernt (ohne Abschluss) und sich dann „autodidaktisch“ zum Schlosser-Schweisser weitergebildet (
Urk.
8/3 = 8/4
Ziff.
6.2). Ab 1
8.
Juni 2001 arbeitete er als Schweisser in der Schlosserei der
Y._
im Stundenlohn. Die Arbeitgeberin löste das Arbeitsverhältnis per 3
1.
März 2003 auf, weil es dem Versicherten aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich war, sei
nen Beruf auszuüben
,
und sie keine andere Möglichkeit sah, ihn in ihrem Betrieb weiter einzusetzen (
Urk.
8/2).
1.2
Am 2
4.
März 2003 meldete sich
X._
wegen seit Winter 2001/02 bestehender zervikaler Diskushernie bei der IV-Stelle Schwyz zum Bezug von IV-Leistungen für Erwachsene an, wobei er auf dem Formular sämt
liche möglichen beruflichen Massnahmen sowie die Rente ankreuzte und erstere weiter mit „wird gewünscht“ versah (
Urk.
8/3 = 8/4
Ziff.
7.2, 7.3 und 7.8). Die IV-Stelle Schwyz traf daraufhin berufliche, erwerbliche und medizinische Abklärungen. Am
5.
Februar 2004 (
Urk.
8/36) verfügte sie Folgendes: „Wir gewähren Berufsberatung und Abklärung der beruflichen
Eingliederungsmög
lichkeiten
durch unsere Berufsberatung. Die Voraussetzungen für eine Umschu
lung sind erfüllt“.
1.3
Der Hausarzt des Versicherten,
Dr.
med.
Y._
, FMH Allgemeine Medizin, berich
tete der IV-Stelle Schwyz am 1
4.
April 2004, wie es in Bezug auf eine Umschulung zum Motorradmechaniker bestellt sei (
Urk.
8/39
=
40). Am 1
9.
Juli 2004 teilte der Versicherte mit, dass er in den Kanton Zürich umgezogen sei (
Urk.
8/46
=
47). Daraufhin erfolgte am 1
2.
August 2004 ein Delegationsauftrag der IV-Stelle Schwyz an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle (
Urk.
8/50
=
51). Die IV-Stelle Zürich klärte die berufliche Situation wei
ter ab (
Urk.
8/54). Dabei gelangte sie unter Verweis auf das beigelegte
Ver
laufs
protokoll
Berufsberatung zum Ergebnis, dass angesichts der instabilen medi
zinischen Situation der Zeitpunkt für die Prüfung von beruflichen Mass
nah
men „(noch) nicht gegeben“ sei und aktuelle Stellungnahmen insbesondere zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten einzuholen seien (
Urk.
8/56). Sie schloss deshalb den Fall im September 2004 ab beziehungsweise gab ihn an die IV-Stelle Schwyz zwecks Klärung der zumutbaren Arbeitsfähig
keit zurück (
Urk.
8/57/3).
1.4
Schliesslich wurde der Versicherte - nachdem weitere medizinische Berichte bei der IV-Stelle Schwyz eingegan
gen waren (dazu siehe
Urk.
8/60–
69) – durch den Regionalen ärztlichen Dienst Zentralschweiz (RAD) für eine ärztliche Untersu
chung „zur Objektivierung des Gesundheitsschadens und der daraus resultieren
den Einschränkung im ergonomischen Leistungsprofil“ aufgeboten. Die Unter
suchung fand am
3.
Juni 2005 durch
Dr.
med.
A._
statt, welche u.a. wegen Diskrepanzen zwischen den subjektiven und den objektiven Befunden die Ein
leitung einer
B._
-Abklärung vorschlug (
Urk.
8/70/11 und 12). In der Folge hielt sich der Versicherte vom 2
4.
Oktober bis 1
8.
November 2005 in der
B._
auf (Schlussbericht vom 2
6.
Januar 2006,
Urk.
8/80). Auf Anfrage der IV-Stelle Schwyz hin ergänzte die
B._
ihre Angaben (
Urk.
8/86). Mit Vorbescheid vom 1
1.
Oktober 2006 teilte die IV-Stelle Schwyz dem Versicherten mit, dass ihm nach Ablauf der einjährigen Wartefrist mit Wirkung ab
1.
Juli bis 3
1.
Oktober 2003 eine ganze IV-Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 100
%
zustehe, und mit Wirkung ab
1.
November 2003 eine halbe IV-Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 55
%
; die beruflichen Eingliederungs
mass
nahmen von Seiten der IV würden vorerst abgeschlossen (
Urk.
8/92). Der Versicherte liess durch seinen Rechtsvertreter Einwand erheben (
Urk.
8/93/3). Schliesslich verfügte die IV-Stelle Schwyz am
1.
Dezember 2006/
8.
Januar 2007 im angekündigten Sinne (
Urk.
8/95/4-7 und
8/
96/1-4). Die Verfügung blieb unangefochten.
2.
Mit Brief vom 1
1.
September 2007 bat
Dr.
med.
C._
, Hausarzt des Ver
si
cher
ten, die IV-Stelle Zürich um „eine Rentenrevision mi
t Erhöhung auf 100
%
“ (
Urk.
8/1
04/1). Die – nun inzwischen zuständig gewordene - IV-Stelle Zürich tätigte daraufhin medizinische Abklärungen und kam im Vorbescheid vom 2
3.
September 2008 zum Schluss, aus versicherungsmedizinischer Sicht sei keine Verschlechterung ausgewiesen (
Urk.
8/115). Am
4.
November 2008 ver
fügte sie in diesem Sinne die Abweisung des Erhöhungsgesuchs (
Urk.
8/116). Auch diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
3.
3.1
Im September 2011 erfolgte eine amtliche Rentenrevision (
Urk.
8/118). In dem ihm zugesandten Fragebogen betreffend Revision der Invalidenrente kreuzte der Versicherte an, sein Gesundheitszustand sei gleich geblieben; weiter vermerkte er auf dem Formular (Ziffer 2.2) „Teilselbständigkeit (seit 2009)“ und legte seine Buchhaltungsunterlagen für die Jahre 2009 und 2010 bei (
Urk.
8/119).
3.2
Die IV-Stelle Zürich holte weiter einen neuen Auszug aus dem individuellen Konto des Versicherten (IK-Auszug) sowie Berichte von
Dr.
C._
vom 2
9.
Dezember 2011 (
Urk.
8/120, 121 und 124) und der
D._
ein (Abteilungen Obere Extremitäten vom 1
5.
März 2012 [
Urk.
8/125] sowie Neu
rologie vom
2
2.
März 2012 [
Urk.
8/127]
)
. Schliesslich gab sie im Mai 2012 ein Gutachten bei
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie FMH, in Auftrag (
Urk.
8/130 und 131), welches dieser am 1
3.
Juli 2012 erstattete (
Urk.
8/132/1-19; siehe auch Zusatzfragen und –antworten,
Urk.
8/134 und 135).
3.3
Im Auftrag der IV-Stelle Zürich beziehungsweise im Rahmen der
Verwal
tungs
hilfe
führte die IV-Stelle Luzern (vgl. dazu
Urk.
8/136) am 1
3.
Juni 2013 am Arbeitsort von
X._
(
Firma
F._
) eine Abklärung für
Selbständigerwerbende
durch (Bericht der IV-Stelle Luzern vom
1.
Juli 2013,
Urk.
8/137/1-5, 138 und 139). Die zuständige Abklärungsperson bei der IV-Stelle Zürich nahm zum
Abklä
rungs
bericht
der IV-Stelle Luzern am 2
4.
Juli 2013 Stellung und beantragte, es sei keine IV-Rente mehr auszurichten, da die Erwerbseinbusse nur noch 29
%
betrage (
Urk.
8/141). Gestützt auf das Feststellungsblatt für den Beschluss vom 1
9.
August 2013 (
Urk.
8/142) erliess die IV-Stelle Zürich gleichentags den Vor
bescheid, mit welchem sie wegen des unter 40
%
liegenden Invaliditätsgrades einen weiteren Rentenanspruch verneinte und die Aufhebung der Rente in Aus
sicht stellte (
Urk.
8/143 und 144). Dagegen liess der Versicherte Einwand erhe
ben und weiterhin die Ausrichtung mindestens einer halben Rente beantragen (
Urk.
8/149/1-14), vgl. auch
Urk.
8/145). Nach Prüfung der Vorbringen des Einsprechers (siehe Feststellungsblatt Einwand,
Urk.
8/150) verfügte die IV-Stelle Zürich am 1
1.
November 2013 wie angekündigt die Einstellung der Inva
li
denrente (
Urk.
8/151 =
Urk.
2).
4.
4.1
Gegen diese Verfügung liess
X._
Beschwerde erheben und d
as
Rechtsbegehren stellen, es seien der Vorbescheid vom 1
9.
August 2013 und die Verfügung vom 1
1.
November 2013 aufzuheben und ihm weiterhin mindestens eine halbe IV-Rente auszurichten, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu
lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1). Die IV-Stelle Zürich beantragte gestützt auf ihr Feststellungsblatt (
Urk.
8/150) die Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
7). Es folgten im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels die Replik des Beschwer
deführers (
Urk.
11) und der Verzicht der Beschwerdegegnerin auf eine Duplik (
Urk.
14).
4.2
Auf die Vorbringen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Beschwerdeführer macht in der Replik „formelle Rechtsverweigerung/Ver
weigerung des rechtlichen Gehörs“ geltend, weil sich die Beschwerdegegnerin nicht mit der Beschwerde vom 1
1.
Dezember 2013 auseinandergesetzt habe. Gemäss
§
28
GSVGer
sei die ZPO s
ubsidiär anwendbar. Nach der Zivilprozess
ordnung
(
Art.
222
Abs.
2
ZPO
) müssten die Forderungen substantiiert bestritten werden. Eine pauschale Bestreitung sei nicht zulässig, weshalb die Forderungen als anerkannt zu betrachten seien. Da die Beschwerdegegnerin in der Eingabe vom 2
1.
Januar 2014 lediglich eine pauschale Bestreitung der Forderungen vor
genommen habe, müsse bereits aus formellen Gründen die Beschwerde gutge
heissen werden (
Urk.
11 S. 2-3).
1.2
Damit verkennt der Beschwerdeführer die vor dem hiesigen Gericht geltenden Verfahrensregeln gemäss
Art.
61 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Verbindung mit
§
13 ff. des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
): Der
sozialversicherungsrechtli
che
Prozess wird von der Offizialmaxime beherrscht, was bedeutet, dass das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln hat, die notwendigen Beweise erhebt, in der Beweiswürdigung frei ist und an die Anträge der Parteien nicht gebunden ist. Zudem ist den Ausführungen der Beschwerdegegnerin in Vorbescheid, Verfügung und Feststellungsblatt rechtsgenügend zu entnehmen, aus welchen Gründen diese den weiteren Leistungsanspruch des Beschwerde
führers verneint, was gerade auch dessen Vorbringen in Beschwerde- und
Rep
lik
schrift
klar aufzeigen. Eine Gutheissung der Beschwerde wegen formeller Rechts
verweigerung entbehrt demnach jeglicher Grundlage.
2.
2.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom
2
8.
August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 2
6.
März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
2.2
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesic
htspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG)
in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode. Dabei kommt bei Erwerbstätigen der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbsein
kom
men
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestim
men lässt (sogenannte
allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Diese Grundsätze gelten - wie ausgeführt - auch bei der Rentenrevision, wes
halb die in einem bestimmten Zeitpunkt massgebende Methode der
Invalidi
tätsschätzung
die künftige Rechtsstellung der versicherten Person nicht präjudi
ziert. Dabei soll allerdings nicht ohne zwingende Notwendigkeit von den der ursprünglichen Invaliditätsschätzung zugrunde gelegten Bemessungskriterien abgewichen werden.
2.3
2.3.1
Der Beschwerdeführer bestreitet in der Beschwerde das Vorliegen eines
Revi
sions
grundes
im Wesentlichen damit, dass sein Gesundheitszustand „sich seit
dem Vorbescheid vom 1
1.
Oktober 2006 bis heute verschlechtert und nachweis
lich nicht verbessert“ habe. Wäre er heute gesund, so würde er immer noch seine angestammte Tätigkeit als Schweisser/Schlosser ausüben, weshalb eine Änderung in der Bemessungsart der Invalidität nicht zulässig sei. Die Anwen
dung der ausserordentlichen Bemessungsmethode sei falsch (
Urk.
1).
2.3.2
Die Beschwerdegegnerin nahm demgegenüber an, der Versicherte würde heute auch ohne gesundheitliche Beeinträchtigung sein eigenes Motorradgeschäft führen. In Anwendung der ausserord
entlichen Bemessungsmethode be
z
i
e
hungsweise
des erwerblich gewichteten Betätigungsvergleichs ermittelte sie das Validen- und Invalideneinkommen gestützt auf die Lohnstrukturerhebung 2010 (LSE), weil auf die Abschlüsse des sich noch in der Aufbauphase befindlichen Geschäfts nicht abgestellt werden könne (
Urk.
2).
2.4
2.4.1
Vergleichsbasis für die vorliegend angefochtene Rentenaufhebungsverfügung vom 1
1.
November 2013 (
Urk.
2) ist die Revisionsverfügung vom
4.
November 2008, in welcher die Beschwerdegegnerin nach getätigten medizinischen Ab
klärungen zum Schluss kam, eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers sei aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht ausge
wiesen, und deshalb das Rentenerhöhungsgesuch abwies (vgl.
Urk.
8/142/4). Im Feststellungsblatt vom 2
3.
September 2008 wurde dazu ausgeführt, dem Versi
cherten sei nach wie vor eine wie „damals“ (d.h. im Zeitpunkt der erstmaligen
Rentenzusprache
, Verfügung vom
1.
Dezember 2006/
8.
Januar 2007 [
Urk.
8/95/4-7 und 96/1-4]; vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.) definierte körperliche Tätigkeit ohne Zwangshaltungen zu 70
%
zumutbar. Zur Berechnung des
Inva
liditätsgrades
erfolgte ein Einkommensvergleich mit „VE und IVE gemäss Vor
bescheid vom 11.10.06 aufgerechnet auf das Jahr 2007“. Das
Valideneinkom
men
betrug somit
Fr.
77‘159.66 und das Invalideneinkommen
Fr.
34‘381.80, der daraus resultierende IV-Grad 55
%
(
Urk.
8/113/3).
2.4.2
Im Jahre 2009 machte sich der Beschwerdeführer selbständ
ig und gründete die Firma
F._
. Dieser Umstand stellt klar eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen – erwerblichen - Verhältnissen dar, die auch geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ein
Revisions
grund
gemäss
Art.
17
Abs.
1 ATSG liegt folglich vor. Der Beschwerdeführer verkennt dies, wenn er sich nur auf seinen nicht verbesserten Gesundheitszu
stand beruft. Denn auch die Beschwerdegegnerin geht nicht davon aus, dass sich sein Gesundheitsz
ustand wesentlich verändert beziehungsweise
verbessert hätte, sondern sieht den Revisionsgrund zutreffend in der Aufnahme der selb
ständigen Erwerbstätigkeit durch den Beschwerdeführer. Es stellt sich folglich
weiter die Frage nach der nun (neu) anwendbaren
Invaliditätsbemessungsme
thode
.
2.4.3
Bei
Selb
ständigerwerbenden
kann die
ausserordentliche Bemessungsmethode zum Zuge kommen. Auf die hier vorliegende – in der Praxis nicht sehr häufig vorkommende - Konstellation, dass Jahre nach dem Eintritt der Invalidität erstmals eine selbständige Tätigkeit aufgenommen wird, ist sie jedoch aus fol
genden Gründen nicht anwendbar:
Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass der Versicherte heute auch als Gesunder ein eigenes Motorradgeschäft führen würde, weil er gemäss den IV-
Vorakten
schon vor vielen Jahren eine Umschulung zum Motorradmechaniker gewünscht habe. Es trifft zwar zu, dass der – gesundheitlich bereits einge
schränkte und später ab
1.
Juli 2003 rückwirkend auch berentete
- Versicherte diesen Wunsch beziehungsweise
diese Idee im Frühjahr 2004 gegenüber der IV-Stelle Schwyz geäussert
hat
(
Urk.
8/39, 8
/78);
später hat er sie dann aber selber wieder verworfen
(
Urk.
8/57/3). Im weiteren Verlauf des IV-Verfahrens – auch während der Abklärung in der
B._
(
Urk
8/80/11-13) – wurde sie d
ann gar nicht mehr erörtert beziehungsweise es standen andere Berufsziele
im Fokus. Auch das Argument des Beschwerdeführers, wäre er heute gesund, würde er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weiterhin als Schlosser/Schweisser ar
beiten, da der Verdienst im Vergleich zum Motorradmechaniker viel grösser sei, lässt sich nicht
einfach
von der Hand weisen. Rechtsprechungsgemäss ist zudem prinzipiell davon auszugehen, dass die betreffende
(angestammte)
Tätig
keit ohne gesundheitliche Einbusse weiterhin ausgeübt worden wäre (so etwa BGE 134 V 325). Es kann jedenfalls nicht mit dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit als erstellt gelten, dass der Beschwerdeführer, der seit min
destens 1986 bis zur Kündigung des letzten Arbeitsverhältnisses durch d
i
e Arbeitgeber
in
- aus gesundheitlichen Gründen - per 3
1.
März 2003 im
Metall
bau
tätig gewesen war (
Urk.
8/80/3 und 4), heute als Gesunder ein
Motorrad
geschäft
führen würde. Anzufügen bleibt, dass auch die IV-Stelle Zürich bei Erlass der (ersten) Revisionsverfügung vom
4.
November 2008 als
Validenein
kommen
das Einkommen aus der angestammten Tätigkeit als Schlos
ser/Schweis
ser eingesetzt hat. Auch wenn zutrifft, dass durch die Aufnahme der selbständigen Erwerbstätigkeit ein Revisionsgrund gesetzt wurde, so führt dies nach dem Gesagten nicht automatisch zu einer anderen Methode der Besti
m
mung des
Valideneinkommens
beziehungsweise
der Invalidität (vorne E.
2.2 am Ende).
2.4.4
Nach dem Gesagten ist somit weiterhin die allgemeine
Einkommensvergleichs
methode
anzuwenden (Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum IVG,
Art.
28a N 32 ff
.
) beziehungsweise
auf dasjenige Einkommen abzu
stellen, welches zuletzt vor dem Eintritt der zur Invalidität führenden Arbeits
unfähigkeit noch erzielt wurde. Das für 2007 ermittelte und der
Nominallohn
entwicklung
bis zum Jahr 2013 angepasste
Valideneinkommen
(vgl. vorne E.
2.4.1) beträgt
Fr.
83‘077.62 (=
Fr.
77‘159.66
:
2047 x 2204; Tabelle T 39, Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex,
Entwicklung der Nominal
löhne
).
2.4.5
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens ist zuerst festzulegen, welche Tätig
keit in welchem zeitlichen Ausmass dem Beschwerdeführer aus gesundheitli
chen Gründen noch zumutbar ist. Dabei gehen weder der Beschwerdeführer noch die Beschwerdegegnerin von einem verbesserten Gesundheitszustand seit der Revisionsverfügung vom
4.
November 2008 aus (vgl.
Urk.
11 S.
4). Auch unbestritten ist, dass der Versicherte seine angestammte Tätigkeit als Schweis
ser/Schlosser aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann. Weiter scheint die IV-Stelle davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer durch seine Tätigkeit im eigenen Motorradgeschäft seiner Schadenminderungspflicht
rech
ts
genügend
nachgekommen ist beziehungsweise
damit eine ihm zumutbare behinderungsangepasste Erwerbstätigkeit ausübt. Jedenfalls enthalten ihre Rechtsschriften keinen Hinweis auf eine andere Einschätzung, und da sich auch ausweislich der Akten kein anderer Schluss aufdrängt, hat der Beschwerdeführer diesbezüglich als eingegliedert zu gelten.
Die Wiedergabe der medizinischen Akten wird deshalb nachfolgend auf die Doku
mente beschränkt, die Aussagen, Würdigungen oder zumindest Anhalts
punkte bezüglich der heutigen, im März 2009 aufgenommenen selbständigen Tätigkeit des Beschwerdeführers enthalten.
2.5
Im Schlussbericht der
B._
vom 2
6.
Januar 2006 (sowie
Zusatzan
gaben
vom 2
5.
April 2006), welcher der erstmaligen
Rentenzusprache
durch die IV-Stelle Schwyz zugrunde lag (Sachverhalt
Ziff.
1.4)
,
wurden folgende Diag
nosen/Funktionseinschränkungen als invalidisierend bezeichnet (
Urk.
8/80/3):
- Chronisches
Cervicalsyndrom
/rezidivierend
cervicocephales
Syndrom mit
belastungsabhängigen Schmerzausstrahlungen und Sensibilitätsstörungen in
die
oberen
Extremitäten
-
Status nach ventraler Diskektomie C5
/C6 und C6/C7 sowie Zweisegment-
Spondy
l
o
-
dese
C5-C7 mit
Hydrocel
als
Interponat
am 25.07.03;
Pseudarthrose
C6/C7
mit Einengung
Foramina
und Einsinken des Implantates, durchgebaute
Spondylodese
C5/C6
whs
auch mit leichtem Einsinken des Implantates und
Osteophytenbildung
dorsal mit leicht engen
Foramina
(vgl.
Dr.
G._
23.06.05)
- M
uskuläre
Dysbalance
- V
erdacht auf Schmerzpräsentationsstörung im
Rahmen der
Chronifizierung
des
Cervi
-
calsyndroms
(Frau
Dr.
A._
RAD Zentralschweiz 31.08.05)
Es wird ausgeführt (
Urk.
8/80/11
f.), gesamthaft könne zum heutigen Zeitpunkt bei einer optimal behinderungsadaptierten
Tätigkeit eine 5.5
-6 stündige Präsenz zugemutet werden, mit realisierbaren Arbeitsleistungen zwischen 50-70
%
. Dabei seien Arbeitstagesleistungen von 50
%
bei Nacken-Arme gelegentlich etwas stärker belastenden, vorwiegend manuell zu verrichtenden Tätigkeiten realisierbar, bei leichteren nicht im engeren Sinn handwerklichen Tätigkeiten (Büro-/Administrations-/Organisationsarbeiten) seien aufgrund der geringeren körperlichen Belastungen demgegenüber Tagesarbeitsleistungen um 70
%
bei entsprechendem Zeitaufwand zumutbar. Eine behinderungsadaptierte körperlich leichtere Tätigkeit sollte die Möglichkeit zur Wechselbelastung bieten, manuel
len Verrichtungen
sollten
vorwiegend auf Tischhöhe ausgeübt werden können, unter Vermeidung des wiederholten
Tätigseins
über Schulterhöhe und auch ohne längerdauernde oder repetitive stereotype Belastungen für Oberkör
per/obe
re Extremitäten (insbesondere in ergonomisch ungünstigen stark geneigten oder rotierten Körperhaltungen). In rückengerechter Körperposition könn
t
e
n
rumpfnah
unter Schulterhöhe gelegentlich kurzzeitige leichte Gewichtsbelastungen (möglichst nicht über 10-15 kg) zugemutet werden. Nicht gefordert werden sollten bei einer geeigneten zukünftigen Tätigkeit auch grös
sere Kraftaufwendungen im Bereiche des Nacken-Schulter-Armgürtels. Zudem nicht mehr zumutbar seien Tätigkeiten einhergehend mit starken Schlag- und/oder Vibrationseinwirkungen auf den Oberkörper. Nicht zu fordern seien auch repetitive Kopf-Hals-Rotationsbewegungen und längerdauerndes Verhar
ren in schmerzhaften Bewegungsendstellungen der HWS. Bei manuellen
Arbeits
einsätzen
günstig sei das
Tätigsein
auf Tischhöhe bei
Abstützmöglich
keiten
der Vorderarme.
Gemäss den ergänzenden Angaben beträgt die zumutbare Präsenzzeit für Bürotätigkeiten 5.5-6 Stunden, die gesamthaft mögliche Tagesleistung 70
%
und die effektive Arbeitsleistung in Stunden pro Tag 5.5-6 Stunden (
Urk.
8/86/1).
2.6
Am
3.
Dezember 2010 stürzte der Versicherte auf glatter Strasse und zog sich eine ausgedehnte
Rotatorenmanschetten
-Ruptur mit/bei kernspintomographisch nachgewiesener Ruptur der
Supraspinatus
- und der
Infraspinatussehne
zu, wel
che am 2
9.
April 2011 in der
D._
, Abteilung Obere Extremitäten, operiert wurde (
arthroskopische
Refixation
; zum Ganzen siehe
Urk.
8/124/6-14). Anlässlich der Verlaufskontrolle ein halbes Jahr postoperativ führte
Dr.
med.
H._
, Oberarzt Orthopädie, aus, formell betrage die Arbeitsun
fähigkeit „weiterhin 50
%
, bezogen auf ein 60
%
Pensum“ (
Urk.
8/124/11)
,
und im Bericht vom 1
2.
Januar 2012 (klinische Verlaufskontrolle neun Monate post
operativ) schrieb er, die Beweglichkeit sowie die Kraft hätten sich verbessert; es
bleibe noch eine Bewegungseinschränkung, vor allem für die Rotationen. Es bestünden keine wesentlichen Schmerzen. Beruflich habe der Versicherte sein präoperatives Arbeitspensum von 60
%
nun wieder erreicht; für schwerere Tätigkeiten müsse er eine Hilfskraft engagieren (
Urk.
8/124/13). Zusammenfas
send attestierte
Dr.
H._
im Bericht vom 1
5.
März 2012 zu Händen der IV-Stelle Zürich dem Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 2
9.
April bis 1
9.
Juli 2011, eine solche von 50
%
vom 2
0.
Juli 2011 bis 1
2.
Januar 2012 (bezogen auf ein 60
%
Arbeitspensum) und keine Arbeitsunfähigkeit mehr ab dem 1
3.
Januar 2012 (
Urk.
8/125/5-8).
2.7
2.7.1
Anlässlich des amtlichen Revisionsverfahrens im September 2011 holte die Ver
waltung nicht nur den bereits erwähnten Bericht von
Dr.
H._
ein, sondern auch einen von der Abteilung Neurologie der gleichen Klinik:
Dr.
med.
I._
, Oberärztin Neurologie, führte darin aus, die letztmalige Konsultation sei am
6.
Dezember 2012 erfolgt und von ihnen sei keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (
Urk.
8/127/6).
2.7.2
In seinem neurologischen Gutachten vom 1
3.
Juli 2012 (
Urk.
8/132/1-19) zu Händen der IV-Stelle Zürich stellte
Dr.
E._
die folgenden Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S.17):
1.
Chronisches
Zervikalsyndrom
bei degenerativen un
d postoperativen Veränderungen
bei
- Status nach ventraler
interkorporeller
Spondylodese
und Diskektomie (Juli 2003)
-
Intermittierend
radikulärem
Reizsyndrom bei degen
erativ bedingter
foraminaler
Eineingung
C6/C7 und Pseudoarthrose C5/C6
- Postoperative
r
Pseudoarthrose C6/C7
-
Foraminalstenose
C5–C7 durch
Osteophyten
C5/C6
- Status nach Ellbogenfraktur rechts 1982
2.
Diskrete
Omararthrose
links bei
- Status nach
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
I
nfra
-/
Supraspinatussehnen
sowie
Tenodese
der langen
Bizepssehne
und
Acromioplastik
(29.04.2011)
- Status nach posttraumatisch ausgedehnter
Rotator
enmanschettenruptur
und Status
nach Luxation der linken Schulter (03.12.2010)
Den weiteren Diagnosen arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus Typ II, Asthma bronchiale und Kopfschmerzen multifaktorieller Genese mass
Dr.
E._
keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu (S.18).
Zusammenfassend führte er aus, es liege ein chronisches
Zervikalsyndrom
bei degenerativen und postoperativen Veränderungen vor. Der Zustand habe sich seit 2005 nicht wesentlich verändert. Er fände zurzeit auch keine Hinweise für eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch die seit dem
3.
Juni 2005 neu aufgetretenen degenerativen posttraumatisc
hen Veränderungen. Im
Übrigen fi
nde er auch keine Hinweise für ein Karpaltunnel-Syndrom als Ursa
che der
Kribbeldysästhesien
an der Hand rechts. Darüber hinaus finde man neu gegenüber 2005 eine diskrete
Omarthrose
links bei Status nach
Rotatorenman
schettenrekonstruktion
. Nach den Berichten und den Angaben des Versicherten bestehe jedoch durch die neu aufgetretene Problematik an der Schulter links keine relevante Verminderung der Arbeitsfähigkeit mit der Behinderung. In den erwähnten Berichten werde von einer weitgehend vollständigen Wiederherstel
lung der Armfunktion gesprochen (S. 17).
Die Arbeitsfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf als Schweisser/Schlosser mit achtstündiger Tätigkeit, ohne Schichtbetrieb, schätze er somit weiterhin auf 50
%
. Seit 20
10 sei der Versicherte in selb
ständiger Tätigkeit als Inhaber der Einzelfirma „
F._
“ tätig. Nach der vom Versicherten angegebenen Einteilung bestehe wohl weiterhin eine relevante (50%ige) Arbeitsunfähigkeit für die Arbeit als Motorradmechaniker. Für die übrige Tätigkeit (
Telefonanfra
gen
/Auftragsbearbeitung/Kundengespräche usw.) bestehe jedoch nur noch eine 10%ige
Arbeits
[
un
]
fähigkeit
bei einem achtstündigen Tagespensum (S.
17), dies ab 2
3.
Februar 2009 (S. 19, Zusatzfrage 3). Die Frage der IV-Stelle nach der Möglichkeit zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit beantwortete er dahinge
hend, dass die beste Möglichkeit wohl in einem Berufswechsel bestehe, den der Versicherte zurzeit selbst unternommen habe, und diejenige, ob berufliche Massnahmen/Integrationsmassnahmen zum jetzigen Zeitpunkt aussichtsreich seien, mit ja, sofern damit der Erfolg der jetzigen Tätigkeit als Inhaber der „
F._
“ gesichert/unterstützt werden könne (S.
18). Weiter best
eh
e keine Beeinträchtigung durch psychosoziale Faktoren (S.
19 Zusatzfrage 5).
Betreffend die von der IV-Stelle mit Schreiben vom 1
5.
August 2012 an den Gutachter
Dr.
E._
gestellten Fragen hinsichtlich Arbeitsfähigkeit „für ange
pas
ste Tätigkeiten ab 07/2002 und speziell für den Zeitraum von 2005 bis 02/2009“, führte dieser aus, aus den ihm vorliegenden lückenhaften Angaben
– welche er auflistete - sei es schwierig, den Verlauf der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit retrospektiv festzulegen. Er ging dann davon aus, dass im fraglichen Zeitraum eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit als
Motorradmechani
ker
/Schlosser bestanden habe. Für eine angepasste Tätigkeit ohne körperliche Arbeitsbelastung habe vermutlich eine höhere Arbeitsfähigkeit bestanden, die mit der jetzigen Arbeitsfähigkeit (Geschäftsführer eines eigenen Unternehmens) gleichzusetzen sei (
Urk.
8/134 und 135).
2.7.3
Der Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
, den die Beschwerdegegnerin bei der IV-Stelle Luzern in Auftrag gegeben hatte, „damit eruiert werden kann, ob der Versicherte reine Verwaltungsarbeiten ausführt, oder auch körperlich
arbeitet“ ergab zusammengefasst im Wesentlichen, dass die Haupttätigkeit des Versicherten in der Kundenberatung und –
betreuung
besteht. So unterbreitet der Versicherte gemäss der Abklärungsperson der Kundschaft Designvorschläge bei Umbauten und individuelle Lösungsvorschläge bei Problemen. Die
Bera
tungs
- und Verkaufsgespräche führt er fast ausschliesslich in seiner Werkstatt oder am Telefon durch. Weiter ist er zuständig für die Lagerbewirtschaftung, er kontrolliert de
mnach sämtlichen
Warenein
- und
a
usgang
(Warenlift vorhan
den) und nimmt die Bestellungen bequem über den PC vor. Schwere und mit
telschwere Arbeiten kann er laut seiner Aussage nicht ausführen (werden an die Angestellten delegiert), auch leichte Reparaturarbeiten nicht.
Obwohl
er wäh
rend ca. 7 Stunden pro Tag in der Werkstatt sei, beziffere er sein produktives Pensum auf etwa 40
%
, da er ausgiebige Ruhepausen benötige (Sofa in der Werkstatt vorhanden). Das Vorführen von reparierten Motorrädern beim
Prüf
amt
könne er nicht selber vornehmen, er beschränke sich auf den Austausch mit dem Chefexperten zwecks Abklärung der Vorschriften bei aussergewöhnlichen Maschinen. Die Büroarbeiten erledigt seine Partnerin. Putz- und
Aufräumarbei
ten
, welche er als leichte Tätigkeiten bezeichnet, kann er täglich nach wie vor ausführen (
Urk.
8/137/3
f.).
Bis im Jahre 2012 beschäftigte der Versicherte keine Angestellten in seinem Betrieb (Nachweis Buchhaltung). Im Juli 2012 erfolgte dann die Fest-Anstellung eines
Motorrad
mechanikers in einem 80
%
Pensum, welcher sämtliche Repara
tur-Arbeiten (Schlosserarbeiten,
Pneuwechsel
etc.) verrichtet. Aufgrund der erfreulichen Auftragslage ist das Pensum im Frühling 2013 auf 100
%
erhöht worden. Der Versicherte beabsichtigt, einen weiteren Angestellten in naher Zukunft anzustellen in der Hoffnung, seinen Betrieb damit weiter auszubauen. Ebenfalls beabsichtigt er, die Harley-Bestände und Kunden eines Bekannten zu übernehmen, der demnächst
seine Geschäftstätigkeit aufgibt
. Seit der Gründung seiner Firma hilft ein älterer Freund bei
m
Umbau der Motorräder auf Abruf mit. Für diese Arbeiten erhält der Freund keinen Lohn, jedoch ab und an ein kleines Geschenk (
Urk.
8/137/4).
Die zuständige
Abklärungsperson der IV-Stelle Zürich
führt in den Ergänzungen zu diesem Bericht Folgendes aus (
Urk.
8/141/3
): „Wie bereits erwähnt, befindet sich der Betrieb noch in der Aufbauphase. Gemäss den medizinischen Unterla
gen besteht für körperliche Tätigkeiten, wie z. Bsp. Schweisser usw., eine Arbeits
fähigkeit von 50
%
und zudem konnte der Versicherte auf die
unentlöhn
te
Hilfe eines Kollegen zählen. Von daher ist es nachvollziehbar, dass der Versicherte nicht von Anfang an einen Angestellten beschäftigte und zuerst den Geschäftsgang abwarten
wollte
. Der Versicherte hat seine Tätigkeiten den Beschwerden angepasst und übt nur die körperlich leichteren Arbeiten aus.
Nach den Angaben des Versicherten beträgt seine durchschnittliche Arbeitszeit 7 Std. pro Tag. Bei einer normalen Arbeitswoche von 5 Tagen würde dies 35
Std. ergeben, was einem Pensum von rund 83
%
entspricht. Der Versicherte verfügt über keine entsprechende Ausbildung in dieser Branche, aber trotzdem über genügend Berufs- und Fachkenntnisse (Niveau 3), um einen solchen Betrieb zu führen.“ Die übrigen Ausführungen im Ergänzungsbericht betreffen den Betätigungsvergleich bei Gesundheit und mit Gesundh
eitsschaden sowie
das ausserordentliche Bemessungsverfahren, welches vorliegend, wie oben aus
geführt, nicht anwendbar ist.
3.
3.1
Mit der im Streite liegenden Verfügung vom 1
1.
November 2013 hat die Beschwerdegegnerin die halbe IV-Rente des Versicherten revisionsweise auf Ende des der Zustellung folgenden Monats aufgehoben und einer Beschwerde dagegen die aufschiebende Wirkung entzogen (
Urk.
2). Da die Renteneinstellung somit ex
nunc
et pro
futuro
erfolgt ist, kann offen bleiben, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für angepasste (hypothetische) Tätig
keiten vor der effektiven Aufnahme der selbständigen Tätigkeit verhielt.
Für die
Zeit danach ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer gemäss dem Gutachter
Dr.
E._
als Motorradmechaniker zu 50
%
arbeitsfähig ist, und für die Tätig
keit als Geschäftsführer seines eigenen Unternehmens besteht sogar eine 90%ige Arbeitsfähigkeit. Auf das Gutachten von
Dr.
E._
kann mit der
Beschwerde
gegnerin
abgestellt werden, da er die gesundheitlichen Beschwerden des Beschwerdeführers umfassend würdigt, seine Schlussfolgerungen auf allseitigen Untersuchungen beruhen und in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben wurden und in sich einleuchtend und nachvollziehbar sind. Die Behauptung des Beschwer
deführers, das Gutachten sei nicht vollständig, weil der Gutachter u.a. nicht im Besitze des Operationsberichts vom 2
4.
Juli 200
3 gewesen sei (
Urk.
1 S.
8),
zie
lt
demgegenüber ins
Leere, wird im erwähnten Dokument (
Urk.
8/69/41) doch lediglich über das technische
Vorgehen anlässlich
der Operation berichtet, und hat
Dr.
E._
d
ie übrigen, wirklich relevant
en Berichte der
D._
berücksichtigt (
Urk.
8/132 S. 3
ff
.
), so dass sein
e
Expertise
für die streitigen Belange umfassend ist.
Dr.
E._
Schlussfolgerungen stehen zudem auch mit dem Belastungsprofil gemäss der
B._
-Abklärung (vorne E.
2.5) im Einklang, welche insofern noch Beachtung verdient, als sich unbestrittener
massen die gesundheitliche Lage des Beschwerdeführers seither nicht wesentlich verändert und der Unfall im Dezember 2010 keine anhaltende Beeinträchtigung zur Folge hatte. Vor allem ist mit dem Gutachter davon auszugehen, dass der Versicherte mit der
Aufnahme sei
ner selbständigen Tätigkeit beziehungsweise
der Gründung des eigenen Unternehmens sich selber erfolgreich eingegliedert hat
(zu beruflichen Massnahmen beziehungsweise
ihrer Nicht-Durchführung [
Urk.
1 S. 1] siehe
Urk.
8/82 und 92) und dadurch seiner
Schadenminderungs
plicht
rechtsgenügend nachgekommen ist (dazu auch vorne E. 2.4.5). Dass das Geschäft in finanzieller Hinsicht bislang (das heisst bis zum Zeitpunkt des Erlas
ses der angefochtenen Verfügung, welche praxisgemäss die zeitliche Schranke der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet) noch keinen existenzsichernden Ertrag abgeworfen hat, vermag daran nichts zu ändern. Auch die IV-Stelle
Zürich
hat zur Ermittlung des Invalideneinkommens nicht auf die Geschäftsab
schlüsse des Besch
werdeführers für die Jahre 2009–
2012 (siehe
Urk.
8/137/5) abgestellt mit der – zutreffenden - Begründung, dessen Firma sei noch im Auf
bau begriffen. Dem ist umso mehr beizupflichten, als der Geschäftsabschluss 2009 unterjährig ist (01.03.-31.12.2009) und
die Gesundheit beziehungsweise die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführer
s
infolge d
es
Unfalls am
3.
Dezember 2010 sowie der dadurch
notwendigen Schu
lteroperation
bis im Januar 20
12 nicht
wieder
hergestellt
war (
vgl.
E.
2.6), welche Umstände
denn auch zu einem deutlichen Rückgang des Betriebsertrages im Jahr 2011
führten
(
Urk.
8/137/5).
3.2
3.2.1
Es stellt sich
überdies
die Fr
age, ob das massgebliche Invalideneinkommen
gestützt auf die Ansätze der aktuellen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2010/TA 1/Pos. 45-47/Niv
eau 3, Männer, zu ermitteln ist, wie es die Beschwerdegegnerin für das ausserordentliche Bemessungsverfahren tut.
Zu beachten ist jedoch
, dass Pos. 45-47 im Sektor 3 Dienstleistungen angesiedelt ist und neben „Handel; Instandhaltung u. Rep.
von
Motorfahrz
.“ (Pos. 45) auch „Grosshandel“ (Pos. 46) und „Detailhandel“ (Pos. 47) beinhalt
et. Da der Be
schwer
deführer beziehungsweise
seine Firma
F._
Handel, Repara
tu
ren, Umbauten und Ersatzteilbeschaffung von klassischen Motorrädern betre
ibt, somit nicht in grossem Stil Gross- oder
Detailhandel,
ist
allein Pos. 45 heranzuziehen. Der Beschwerdeführer verfügt diesbezüglich über keinen Berufs
abschluss (auch in keiner anderen Branche), weshalb das Anforderungsniveau 1+2 nicht angebracht ist. Zweifellos verfügt er aber über die im
Anforderungs
niveau
3 vorausgesetzten Berufs- und Fachkenntnisse, denn ohne die
se
könnte er bei seinen kritischen Kunden, die gemäss seinen Angaben (
Urk.
8/137/3) bereits über ein grosses Fachwissen verfügen
,
gar nicht bestehen. Das
Anforde
rungsniveau
4 („einfache und repetitive Tätigkeiten“) trifft jedenfalls auf seine Haupttätigkeit Kundenberatung und -betreuung klar nicht zu (vgl.
Urk.
1 S. 17,
Urk.
8/137). Folglich ist von einem monatlichen Bruttolohn gemäss LSE 2010/Pos. 45/AF 3/Männer in der Höhe von
Fr.
5
‘
210.
auszugehen.
3.2.2
Der Beschwerdeführer ist gemäss neurologischem Gutachten als
Motorrad
tech
ni
ker
zu 50
%
und als Geschäftsführer bei einem achtstündigen
Tagespen
sum
zu 90
%
arbeitsfähig. Gemäss seinen Angaben anlässlich der Abklärung in seinem Betrieb führt er nur leichte Tätigkeiten (aber keine leichten
Reparaturar
beiten
, dafür die von ihm selber als leichte Tätigkeit bezeichneten Putz- und Aufräumarbeiten) aus und ist täglich ca. 7 Stunden im Betrieb anwesend. Damit erfüllt er die ihm gutachterlich attestierte zeitliche Leistungsfähigkeit
als Geschäftsführer (
90
%
von 8 Std.
= 7.5 Std.) nicht ganz
. Mit dieser fast aus
schliesslich nur aus Geschäftsführertätigkeiten bestehenden Arbeit ve
rmag der Versicherte gemäss eigen
en Angaben nur ein produktives Pensum von etwa 40
%
zu erreichen, weil er immer wieder Ruhepausen benötige.
Seine Angaben
widersprechen
aber einerseits
den gutachterlichen Schlussfolgerungen und
fin
den anderseits
auch sonst in den Akten keine Grundlage. Vor allem kann nicht gesagt werden, dass sie durch die
B._
-Abklärung gestützt würden: Wenn diese in ihrer Schlussberichtergänzung vom 2
5.
April 2006 (
Urk.
8/86) von einer für Bürotätigkeiten zumutbaren Präsenzzeit von 5.5-6 Stunden und einer gesamthaft möglichen Tagesarbeitsleistung im Büro von 70
%
ausgeht, so ist zu berücksichtigen, dass sie dabei von einem Anteil Praktikum (Pensum 50
%
) und
einem Anteil
berufsbegleitender Handelsschule (Pensum 20
%
) ausging. Den zeitlichen Aufwand für die anfallenden Hausaufgab
en hatte sie überdies darin
nicht miteinge
rechnet. Die Ausgangslage war so
mit eine völlig andere als heute. Zudem können im Halswirbelsäulenbereich vorhandene Funktionsstörungen bei einer reinen Bürotätigkeit anerkanntermassen besonders einschränkend wirken, was auf die heutige,
weit
vielfältigere und selber
einteilbare
Arbeit des Beschwerdeführers als Geschäftsführer im eigenen
Geschäft so
gerade nicht zutrifft. Überdies kann auch nicht ausser Acht gelassen werden, dass dem Be
schwerdeführer gemäss Gutachter sogar eine Tätigkeit als Motorradmechaniker im Umfang von 50
%
zumutbar ist, welche Einschätzung wiederum mit derjeni
gen gemäss
B._
-Abklärung vereinbar ist (vgl. E. 2.5).
3.2.3
Geht man nun (zu Gunsten des Beschwerdeführers) von einer zumutbaren Arbeits
zeit von (nur) 7 Stunden täglich aus, so ergibt dies bei einer
betriebsübli
chen
wöchentlichen Branchen-Arbeitszeit von 41.9 Stunden im Jahr 2013 (Die Volkswirtschaft 3/4-2015,
S. 88
Tabelle
B
9.2, Sektor 3, G) ein Pensum von rund 84
%
(83.53). Bei einem Tabellenlohn von
Fr.
5
‘
210.--, angepasst an die betriebsübliche Wochenarbeitszeit (
:
40 x 41.9) und an die
Nominallohnent
wicklung
bis zum Jahr 2013 (
:
2151 x 2204, E.
2.4.4) ergibt sich in einem 84%igen Pensum ein Invalideneinkommen von jährlich
Fr.
56‘366.8
1.
Ein Abzug vom Tabellenlohn wurde vorliegend weder verlangt
,
noch ist ein solcher angebracht. Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
83‘0
77
.62 ergibt sich
ein
- nicht mehr rentenbegründender
(
Art.
28
Abs.
2 IVG)
- Invaliditätsgrad von 32
%
. Zu demselben Ergebnis – einem ebenfalls keinen Rentenanspruch mehr begründenden IV-Grad von 36
%
- führt die Berechnung mit dem vom Beschwerdeführer angegebenen
Valideneinkommen
für das Jahr 2013 in der Höhe von
Fr.
87‘596.75 (
Urk.
1 S. 14).
4.
4.1
Die mit Verfügung vom 1
1.
November 3013 revisionsweise aufgehobene Rente (auf den ersten Tag des zweiten Monats nach Zustellung der Verfügung) erweist sich nach dem Gesagten im Ergebnis als korrekt. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.
4.
2
Die Kosten des Verfahrens gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
800.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.