Decision ID: 988f2048-4155-57ee-8554-f9b7b7884265
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1966 geborene
X._
, ausgebildeter Zentralheizungsmonteur
und zuletzt
bis 3
1.
Mai 2017
als Schichtleiter bei der
Y._
tätig
, meldete sich am 25. Januar 2017 unter Hinweis auf mehrere Diskushernien
sowie
psy
chische Belastungen bei der Invaliden
ver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3
,
Urk.
7/20
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor und zog insbesondere die Akten des Krankentaggeldversicherers bei.
Am 18. August 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass aufgrund seines Gesundheitszustands keine Einglie
de
rungsmassnahmen möglich seien (Urk. 7/32).
Mit Mitteilung vom
11. Dezember 2017
(Urk.
7
/4
1
) hielt
die IV-Stelle d
en
Versicherte
n
unter Hinweis auf
seine
Mit
wirkungspflicht an,
sein Gewicht zu reduzieren und sich
einer Entgiftung
/
Ent
wöh
nung von A
l
kohol/Benzodiazepinen sowie einer langfristigen psychia
trisch/
psy
cho
therapeutischen Behandlung zu unterziehen.
Mit
Vorbescheid vom 11. Dezem
ber 2017 (Urk. 7/49) stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen der Versicherte am 4. Januar 2018 Einwand (Urk. 7/50) erhob
. In der Folge holte die IV-Stelle weitere Arztberichte ein, zu welche
n
der Versicherte am 24. Januar 2019 Stellung (Urk. 7/83) nahm.
Mit Verfügung vom
30. April 2019 wies die IV-Stelle das Leistungsgesuch des Versicherten ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 4. Juni 2019 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte,
es sei
die
Verfügung vom 30. April 2019
aufzuheben und die Beschwerde
gegnerin zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Renten
leistungen, zu gewähren. Eventuell seien weitere medizinische Abklärungen zur Feststellung
seiner
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit vorzunehmen (S. 2). Mit Be
schwerdeantwort vom 19.
Juli 2019 (Urk. 6) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Am 12. November 2019 erstattete der Beschwerde
füh
rer Replik (Urk. 11). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 17. Dezember 2019 auf Einreichung einer Duplik (Urk. 14), was dem Beschwerdeführer am 23. Dezem
ber 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 15).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
UV170530
Beweiswert von versicherungsinternen ärztlichen Einschätzungen
08.2018
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
).
Den vom Krankentaggeldversicherer nicht im gesetzlich vorgesehenen Verfahren nach
Art. 44
ATSG eingeholten Gutachten kommt der Beweiswert versicherungs
inter
ner ärztlicher Feststellungen zu (Urteil
des Bundesgerichts
8C_
71
/201
6
vom
1. Ju
li 2016 E. 5.3
)
.
Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines exter
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver
lässig
keit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (Urk. 2) damit,
dass
der Beschwerdeführer
aufgrund der
medizinischen Unterlagen in der Tätig
keit als Schichtleiter respektive in einer körperlich überwiegend leichten sowie in jeder anderen
Verrichtung
auf dem Arbeitsmarkt arbeitsfähig sei. Einschränk
end
sei sein langjähriger Suchtmittelkonsum, wobei ein reines Suchtmittelgeschehen bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht zu berücksichtigen sei. Im Weiteren habe sich seit
der vom
Krankentaggeldversicherer
veranlassten
bidisziplinären
Beg
utachtung
durch die
Z._
vom 23. Oktober 2017 keine wesentliche Veränderung ergeben
. Ein iv-rechtlicher Gesundheitsschaden sei damit zu verneinen
(S. 2)
.
In der
Beschwerde
antwort
vom 19. Juli 2019
(Urk. 6) präzisierte die Beschwerdegegnerin, dass dem
Z._
-Gutachten der Beweiswert versicherungsinterner ärztlicher Feststel
lun
gen zukomme, weshalb darauf
abgestützt
werden könne.
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1),
die
Z._
-Expertise
sei
wegen de
s
darin festgestellten
, aber unzutreffenden
Alko
hol
missbrauch
s
/
Benzodiazepinf
ehlgebrauch
s
, der Verneinung
einer affektiven Störung
und
der fehlenden Berücksichtigung
und fachärztlichen Beurteilung
der Rück
en
problematik
inhaltlich mangelhaft und unvollständig
beziehungsweise im
Zeitpunkt des Verfügungserlasses nicht aktuell
(S. 6 ff. Ziff. 4 f
f
.
;
vgl. auch Urk. 11
S. 3 Ziff.
5 f.
)
.
Aus
den Berichten der behandelnden Ärzte gehe klar hervor, dass schwerwiegende somatische Gesundheitsschäden am ganzen Rücken sowie eine psychiatrisch
e Erkrankung bestünden (S. 13 f
f
.
Ziff. 12 ff.).
In der Replik
(Urk. 11)
präzisierte
der Beschwerdeführer
,
dass
bei
m Vorliegen geringer Zweifel
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
auf versicherungsinterne ärztliche Abklärunge
n
nicht abgestellt werden dürfe
und
beim
Z._
-Gutachten offensichtliche Mängel
vor
lägen
(S. 2 Ziff. 3 f.).
Dass eine Abhängigkeitsproblematik bestanden habe, sei widerlegt, vielmehr bestehe eine depressive Störung (S. 5
Ziff.
8).
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, FMH Physikalische Medizin, stellte in
ihrem
Bericht vom 15. Mai 2017 (Urk. 7/29) folgende Diagnosen (S. 8):
-
chronisches
lumboradikuläres
Reizsyndrom mit
Radikulopathie
L5 rechts bei Diskushernie L4/
5 mit Nervenwurzelkompression L5 rechts, Diskushernie L5/S1 und
intr
adurales
Lipom L1/
2
-
chronisches
cervicoradiku
l
äres
Reiz
s
yndrom bei Dis
kushernie C6/7
-
Status
nach durchgemachter Wurze
lläsion C7 links
Dr.
A._
hielt fest, dass sämtliche rückenbelastende Verrichtungen zu vermei
den und insbesondere sitzende und wechselbelastende Tätigkeiten
mit zusätz
li
chen
Pausen und ohne besondere
n
Zeitdruck zumutbar seien.
In der
zuletzt aus
geübte
n
Tätigkeit bestehe eine höchstzulässige Arbeitszeit von 50 % respektive
in
eine
r
Verweistätigkeit eine solche von einem 1⁄2 Tag (S. 8 ff.).
3.2
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und M. Sc.
C._
, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP,
D._
nannten in ihrem Bericht vom 7. Juni 2017 (Urk. 7/27
) als Diagnose mit Aus
wir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung mit längerer de
pressiver
Reaktion im Rahmen eines Erschöpfungssyndroms (schleichender Beginn ab Sommer
2016; ICD-10 F43.21). Dabei bestehe eine ausgeprägte körperliche sowie emotionale Erschöpfung mit stark reduzierter Leistungsfähigkeit (S. 2 Ziff. 1.1).
Die
D._
-Fachpersonen führten weiter aus
, dem Beschwerdeführer falle es aufgrund der gedrückten und depressiven Stimmungslage schwer, Aufgaben konzentriert anzugehen und er sei in der Kontaktfähigkeit zu Dritten sowie
in
der
Selbst
be
hauptungs
- und Durchhaltefähigkeit eingeschränkt. Wegen der starken inneren Unruhe mit ausgeprägter Reizbarkeit (bis hin zu verbalen Ausbrüchen im Si
nne einer erhöhten Impulsivität)
sei er
in der Planung
und
Strukturierung von Auf
gaben sowie in der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit stark
beeinträchtigt. In psychischer Hinsicht sei
er
weder in der angestammten noch
in
einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig, wobei es längerfristig hilfreich wäre, eine Verweistätigkeit zu finden, um einen Wiedereinstieg zu planen.
Der Beschwerdeführer
benötige eine geregelte Arbeitszeit tagsüber, die Möglichkeit zum Wechseln der Körper
haltung aufgrund der Rückenbeschwerden und eine Atmosphäre ohne Stress und Druck (S. 3 Ziff. 1.7)
.
3.3
Prof.
Dr.
med.
E._
, Ärztlicher Direktor
an
der Abteilung für Wirbelsäulen-Chirurgie
an der
F._
, und
Dr.
med.
G._
, Assistenz
arzt Orthopädie, stellten in ihrem Bericht vom 10. August 2017 (Urk. 7/30/4-
6
) folgende Diagnose (S. 1):
-
Claudicatio
spinalis
mit/bei:
-
Verdacht auf
intradurales
Lipom Hö
he L1/
2
-
paramedianer
Diskushernie L4/
5 mit Nervenwurzelkompression L5 rechts
-
Foraminalstenose
L5 rechts mehr als links
-
Spinalkanalstenose mit li
nksseitiger
recessaler
Enge L3/
4
Unter dem Titel Ressourcenprofil für berufliche Tätigkeiten hielten die Ärzte fest, dass die Beurteilung des zeitlichen Umfangs der angestammten respektive einer angepassten Tätigkeit im Rahmen der Untersuchung nicht erhoben werden könne, eine Verminderung der Leistungsfähigkeit jedoch vorliege (S.
1 f. Ziff. 2
).
3.4
Dr.
med.
H._
, Oberarzt an der Klinik für Neurochirurgie am
I._
,
erwähnte
in seinem Bericht vom 1. Juni 2017 (Urk. 7/35) einen Verdacht auf ein spinales lumbales
intradurales
Lipom in Höhe LWK1/2 bei multi
segmentalen
degenerativen Veränderungen mit
epiduraler
Lipomatose
punctum
maximum
LWK4/5 (S. 1).
Der Arzt führte aus, dass sich Hinweise auf ein sympto
matisches Lipom in Höhe LWK1/
2
und eine Stenose in Höhe LWK4/
5 zeig
t
e
n
, wobei sich die Symptomatik derzeit rückläufig darstelle, weshalb sich eine Fortsetzung der konservativen The
rapie und physiotherapeutischen Übungsbehandlungen empfehle. Bei Ver
schlec
h
terung der Symptomatik und in Abhängigkeit des Befundes müsste dann über eine Dekompression in Höhe LWK4/5 sowie eine Entfernung des mutmasslichen Lipoms in Höhe LWK1/2 nachgedacht werden.
3.
5
3.
5
.1
In dem vom Krankentaggeldversicherer eingeholten psychiatrischen
Z._
-Gut
achten vom 23. Oktober 2017 (Urk. 7/38/1-11) stellten
Dr.
med.
J._
, Psychia
trie und Psychotherapie FMH, und Prof. Dr. med.
K._
,
Neurologie FMH,
folgende Diagnosen (S. 7):
-
Alkoholmissbrauch, wahrscheinlich Abhängigkeit (ICD-10 F10.2)
-
Benzodiazepinf
ehlgebrauch
, Differen
t
ialdiag
n
ose Abhängigkeit (ICD-10 F12.1)
Die
Z._
-Experten führten aus, der Beschwerdeführer berichte vorranging über eine agoraphobisch gefärbte Angstsymptomatik, die zu Panikattacken ge
steigert auftrete
. Im Weiteren sei ein langjähriger Alkoholmissbrauch mit
einem
Konsum von bis zu 0.5 Liter Spirituosen täglich
und ein
Benzodiazepin
f
ehlge
brauch
herauszuarbeiten. Der Beschwerdeführer habe
zwar
Suchtmerkmale ver
neint, die vegetative Symptomatik mit Unruhe, Zittern, Schwitzen und Angst ent
sprächen jedoch einem vegetativen Entzugssyndrom. Das Vorliegen einer Abhängigkeit erscheine somit wahrscheinlich. Aktuell werde von einem fortge
setzten
Benzodiaze
ping
ebrauch
berichtet
, wobei ein
entsprechender K
onsum zur Unterdrückung einer vegetativen Symptomatik, einem En
t
zugssyndrom ent
spre
chend,
ebenfalls
herauszuarbeiten sei (S. 8).
Im AMDP-konform erhobenen psychiatrischen Befund seien neb
st
Unruhe und Agitation eine vegetative Stigmatisierung
-
vor allem mit Tremor - zu beob
achten
, was ebenfalls die Annahme einer Entzugssymptomatik stütze. Eine eigen
ständige affektive Erkrankung sei nicht mit der gebotenen Wahrschein
lichkeit zu attestieren und nicht von den Folgen des Suchtmittelkonsums abgrenzbar. Eine suchmittelunabhängige psychiatrische Erkrankung sei somit nicht gegeben. Für eine eigenständige Zwangserkrankung, Persönlichkeitsstörung,
Traumafolge
stö
rung
oder anderweitige psychiatrische Erkrankungen fänden sich keine Hinweise.
Ebenso wenig sei
eine somatoforme Schmerzstörung
mit der gebotenen
Wahr
scheinlichkeit zu attestier
en, da ein dem berichteten
Lumbals
chmerz zugrunde
liegender erheblicher unbewältigter innerseelischer und psychosozialer Konflikt
anamnestisch
nicht bestehe
(S. 8).
Die
Z._
-Gutachter führten weiter aus, dass nunmehr vorrangig die Entgif
tung und Entwöhnung vo
n Alkohol sowie Benzodiazepinen - zunächst
unter statio
nären Bedingungen
-
notwendig seien
(S. 8)
.
Schliesslich hielt Dr.
J._
fest, eine
suchtmittelkonsumunabhängige Beein
trä
chtigung der Arbeitsfähigkeit sei nicht mit der gebotenen Wahrscheinlichkeit zu attestieren (S. 8 f.)
.
3.
5
.2
Z._
-Gutachter Prof.
Dr.
K._
führte
in seinem vom Krankentag
geldver
siche
rer
veranlassten
neurologischen
Gutachten vom 23. Oktober 2017 (Urk. 7/38/
12-2
3) folgende Diagnosen
auf
(S. 8):
-
c
hronische Lumbago bei Adipositas (WHO Grad II, BMI 37 kg/m2)
-
Migräne
-
Benzodiazepinf
ehlgebrauch
Prof.
Dr.
K._
führte aus, dass sich im klinischen Befund eine Adipositas (Grad II
) sowie ein assoziiertes leichtgradiges lumbales
Vertebralsyndrom
mit Einschrän
kung der Beweglichkeit in der Lendenwirbelsäule und
mit
paravertebraler mus
kulärer Tonuserhöhung ze
igten. Die Kennreflexe für S1 und L4 seien seitengleich auslösbar, weshalb eine entsprechende namhafte Nervenwurzelläsion nicht wahr
scheinlich sei.
Auch f
ür eine Läsion von L5 rechts ergebe sich kein ausrei
chender Anhalt. Die
leichtgradige
Fussheberschwäche
rechts sei bei erhaltenem Kennre
flex für L4 nicht sicher einer
radikulären
Läsion zuzuordnen, allenfalls könnte bei einer überwiegenden L5-Versorgungsvariante des
Musculus
tibialis
anterior
auch eine Genese im Rahmen einer L5-Kompression diskutiert werden. Letzt
lich
sei hier eine neurophysiologische Zusatzuntersuchung sinnvoll und zu emp
fehlen. Die Ausprägung der Parese sei
j
edoch derart gering, dass hieraus keine namhafte Limitation der Arbeitsfähigkeit resultieren könne, zumal das Gangbild des Beschwerdeführers nicht erheblich beeinträchtigt gewirkt habe. Differential
diagnostisch könne eine Läsion des
Nervus
peroneus
sowie letztlich auch e
ine
Myelonläsion
erwogen werden, weshalb eine
spinale Bildgebung des gesamten Rückenmarks zu empfehlen
sei
(S. 9).
Das be
klagte
Kopfschmerzsyndrom entspreche am ehesten einer Migräne (S. 9).
Prof.
Dr.
K._
wies ferner
auf eine bestehende Fehlmedikation mit einem Benzo
dia
zepin (
Rivotril
) hin, wobei
eine entsprechende
Langzeitverordnung als nicht
leit
linienkonform gelte und sich eine Indikation für die Medikation nicht erkennen lasse. Hier sei eine schrittweise Entgiftung und Entwöhnung unter
Compliance-Kontrollen zu empfehlen.
Zudem sei d
ie aktenkundig berichtete leichtgradige depressive Störung
auch
als mögliche unerwünschte Wirkung einer Langzeitverordnung von Benzodiazepinen zu diskutieren (S. 9 f.).
Im Weiteren unterstützte
Prof.
Dr.
K._
die von Prof.
Dr.
L._
gemachte
Emp
fehlung einer spinalen Operation
nicht und hielt fest, dass eine behinderungs
relevante
radikuläre
Läsion bislang nicht überzeugend dargelegt worden sei und die konservativen Therapieoptionen – insbesondere
eine Gewichtsreduktion –
bei weitem nicht ausgeschöpft
seien
. Die spin
ale Bildgebung weise alterstypische degenerative Veränderungen ohne eigenständigen Krankheits
wert aus und
derar
tige Bildbefunde
seien
auch in der Normalpopulation hoch prävalent, weshalb die Ableitung spinal
er Operationsindikationen
aus derartigen Befunden
allein
nicht schlüssig sei. Das bildgebend beschriebene
intradurale
Lipom sei hinsichtlich der Signifikanz noch offen, hier bleibe das Ergebnis der neurologischen Zusatzdiag
nose abzuwarten. Die
aktuell
erhobene gute sponta
ne Mobilität und
körperlich überwiegend leichte Arbeit
des Beschwerdeführers
sprächen für eine erhaltene Arbeitsfähigkeit in der angestammten sowie in jeder vergleichbaren respektive anderen körperlich leichten, wechselbelastend oder überwiegend sitzend ausge
übten Tätigkeit. Die leichtgradige
Fussheberparese
schliesse Tätigkeiten auf Lei
tern/Gerüsten beziehungsweise andere Arbeiten, die eine hohe Standsicherheit verlangten, aus (S. 10).
In der bisherigen Tätigkeit sei der Beschwerdeführer bei
einem 100%igen Pensum und Rendement zu 9 Stunden pro Tag arbeitsfähig (S. 11
).
3.6
Am 14. November 2017 nahmen
die
D._
-Fachpersonen
zum
Z._
-Gutachten vom 23. Oktober 2017
Stellung
(Urk. 7/46)
und führten aus, dass beim Beschwer
deführer ein Alkoholmissbrauch vorhanden gewesen sei,
er
den Alkoholkonsum
jedoch
in Eigeninitiative vollständig
habe stoppen können
.
Sie hielten weiter fest, dass der Ausschluss einer affektiven Störung durch Dr.
J._
mit dem Hinweis auf eine blosse Vermutung, dass eine Suchtproblematik bestehe, nicht nachvoll
ziehbar sei. Gestützt auf die
gutachterlich
erwähnte Freudlosigkeit, das ausgeprägte Grübeln, die Antriebslosigkeit, innere Unruhe und das Angster
leben des Beschwerdeführers sei die Annahme, dass diese Symptome keiner affek
tiven Störung entsprächen, nicht plausibel. Im Weiteren sei
en
i
m
Rahmen der Begutachtung keine Blut- oder Urinproben genommen werden, welche auf einen aktuellen Alkoholkonsum hindeuten würden.
Die
D._
-Fachpersonen wiesen
ferner
darauf hin, dass der Beschwerdeführer seine Medikation (insbesondere
Rivotril
) wie von ihnen verschrieben einnehme. Das Benzodiazepin sei verordnet worden, um seine starke innere Unruhe etwas zu lindern und damit er nicht den Alkohol
missbrauche
, um sich zu beruhigen.
Der Beschwerdeführer habe zudem vor zwei Monaten entschieden, den Alkoholkon
sum vollständig zu stoppen, weshalb die Medikation zusätzlich als Unterstützung für allfällige Entzugssymptome gedacht gewesen sei. Für einen
Benzodiazepin
missbrauch
lägen keine Hinweise vor, wobei das Medikament zudem sehr niedrig dosiert worden sei.
3.7
Dr.
med.
M._
, Leite
nde
r
Arzt am
N._
am
I._
,
diagnostizierte
in seinem Bericht vom 11. Januar 2018 (Urk. 7/55)
chronische primäre Schmerzen im Rückenbereich bei
eine
m
spinalen lumbalen
intraduralen
Lipom in Hö
he LWK1/2 sowie multisegmentale
Verände
rungen mit
epiduraler
Lipomatose
punctum
maximum
LWK4/
5.
Er
hielt fest, dass
aufgrund der Anamnese, Bildgebung und klinischen Präsentation eine komplexe
Rückenschmerz
problematik
mit
radikulärer
Symptomatik
bestehe. Einerseits zeigten
das MRI
und
die Neurografie eine
Kompromit
t
ierung
der neuralen Struk
turen auf Hö
he des Konus (
intradurales
Lipom) und der
Neuroforamina
L4
/5 und
L5/S1
beidseits, welche in erster Linie die
radikulären
Symptome erklären könnten
, andererseits bestünden degenerative Veränderungen der lumbalen
Fazetten
ge
lenke
, die für die
spondylogene
Komponente verantwortlich sein könnten.
Des
Weiteren
führte
Dr.
M._
aus
, dass
er
betreffend eine operative Sanierung des Lipoms sehr zurückhaltend wäre, da keine Hinweise auf eine motorische Einschränkung bestünden. Er empfehle jedoch eine systematische Abklärung der
Fazettengelenke
sowie eine Infiltration der Nervenwurzel L5 rechts (S. 1).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte die angefochtene Verfügung vom 30. April 2019 (Urk. 2)
im Wesentlichen
auf
das
psychiatrisch-neurologische
Z._
-Gutachten vom 23. Oktober 2017 (Urk. 7/38)
.
4.2
4.2.1
In psychiatrischer Hinsicht ver
n
einte der
Z._
-Experte Dr.
J._
eine sucht
mittelkonsumunabhängige
psychische Erkrankung
mit dem Hinweis, eine Alko
hol
- und
Benzodiazepinabhängigkeit
sei wahrscheinlich. Zur Begründung der Sucht
mittelabhängigkeit
wies
er
auf den
vom
Beschwerdeführer anläs
slich der Begutachtung erwähnten
langjährigen Alkoholkonsum von bis zu 0.5 l Spiritu
osen pro Tag sowie
eine vegetative Symptomatik mit Unruhe, Zittern, Schwitzen und Angst
hin
(vgl. E. 3.5.1
hievor
).
Die
Einschätzung
von
Dr.
J._
überzeugt nicht
vollends,
nachdem
er
eine Sucht
mittelabhängigkeit lediglich als wahrscheinlich
erachtet
e
. Dr.
J._
führte zur
Begründung der Abhängigkeit zudem
einzig
den vom Beschwerdeführer
angege
benen
Alkoholkonsum sowie eine vegetative Symptomatik auf.
Eine Objekt
i
vie
rung
der
vermute
ten Abhängigkeit erfolgte nicht,
wobei
im
Rahmen
der Begut
achtung insbesondere keine Urin-, Blut- oder Haarproben
veranlasst wurden. Im Weiteren
erwähnte
Dr.
J._
zwar den
Bericht der
D._
-Fachpersonen
vo
m 4. April 2017 (Eingangsstempel)
, setzte sich damit aber in keiner Weise
auseinander, son
dern beschränkte sich lediglich auf die Wiedergabe der darin gestellten abwei
chenden Diagnose (Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion im Rahmen eines
Erschöpfungssyndroms;
Urk. 7/38/1-11 S. 5,
Urk. 7/33/5-6
S.
2)
.
Er
machte
insbesondere
keine Ausführungen darüber, weshalb die
anlässlich der psychiatrischen Untersuchung festgestellten Ängste und Panikattacken, die
Grü
bel
neigung
, die eingeschränkte affektive Stimmungsfähigkeit, das Insuffizi
enz
erleben, der gehemmte Antrieb, die Unruhe und Anspannung respektive die vege
tative Symptomatik mit Unruhe, Zittern, Schwitzen und Ang
st (Urk. 7/38/1-11 S. 6 ff.
) nicht einer affektiven Störung zuzuordnen sind
(vgl.
auch
E. 3.6
hievor
).
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass
nicht klar
ist, welche Unterlagen Dr.
J._
vorlagen, da es an einer
vollständigen
Auflistung in der psychiatrischen Expertise fehlt
(S. 5 f.)
und er gemäss eigenen Angaben lediglich die für die Beantwortung der Gutachtenfragen wesentlichen Dokumente zitiert
e
(Urk. 7/38/1-11 S. 4).
Zweifel an der von Dr.
J._
gezogenen Schlussfolgerung betreffend
das
Vorlie
gen einer Suchtmittelabhängigkeit
bestehen sodann aufgrund der im Nachgang zur Begutachtung aber vor Erlass der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) ergan
genen Arztberichte. G
emäss den am 16. November 2017
- mithin
rund
drei Wochen nach Gutachtenserstellung -
durchgeführten Blutanalysen
befanden
sich die Leberwerte des Beschwerdeführers
im Normbereich, womit zumindest
zu diesem
Zeitpunkt kein
übermässiger
Alkoholkonsum
vorlag
(Urk. 3/4 S. 1). Im Bericht von Dr. med.
O._
, Oberarzt
am
P._
, vom 24. November
2017 (Urk. 7/4
7) betreffend Prüfung einer stationären Entzugsbehandlung wurde
die Notwendigkeit, den Beschwerdeführer in ein stationäres suchtspezifisches Setting einzugliedern
,
verneint. Im Vordergrund stünden Symptome einer depressiven Symptomatik auf dem Boden einer länger bestehenden Burnout-Symptomatik, wobei der Beschwerdeführer diesbezüglich von einer stationären psychothera
peutischen/psychosomatischen Behandlung mit integrierter Achtsamkeitsschu
lung und Stressreduktion profitieren könnte (S. 3).
Im Weiteren hat der Be
schwer
deführer gemäss seinen Angaben gegenüber den behandelnden Ärzten den Alko
holkonsum im
Sommer
2017 eingestellt (S. 3, Urk. 3/4 S. 1).
Im Zusammen
hang mit
dem
Benzodiazepin
Rivotril
ist darauf hinzuweisen, dass
die Einnahme
ge
mäss Verordnung der behandelnden Ärzte erfolgte (Urk. 7/46 S. 1
, Urk. 7/73 S. 5,
Urk. 3/4 S. 1)
und das Medikament zudem sehr niedrig dosiert war (vgl. E. 3.6
hievor
)
.
4.2.2
In somatischer Hinsicht ging der
Z._
-Gutachter Prof. Dr.
K._
im Wesent
lichen von einer chronischen Lumba
g
o bei Adipositas
aus
, wobei er
eine Nerven
wurzelläsion von S1, L4 und L5
verneinte. Eine Kompression von L5
hielt er für möglich
und
empfahl
eine neurophysiologische Zusatzuntersuchung,
wobei
je
doch
aufgrund der geringen Ausprägung der
Fussheberparese
keine namhafte Limitation der Arbeitsfähigkeit
resultieren
könne.
Differen
z
ialdiagnos
tisch sei eine Läsion des
Nervus
peroneus
respektive eine
Myelonläsion
möglich, weshalb eine spinale Bildgebung des gesamten Rückenmarks zu empfehlen sei (vgl. E. 3.5.2
hievor
).
Auch im Zusammenhang mit der neurologischen Begutachtung ist wiederum unklar (vgl. E. 4.2.1
hievor
), welche Unterlagen
dem Experten
überhaupt vorlagen (Urk. 7/38/12-23 S. 4 f.).
Mit Ausnahme des -
im Rahmen des hiesigen Beschwer
d
everfahrens nicht aktenkundigen -
Berichts von Prof.
Dr.
med.
L._
vom 14. August 2017 (vgl. Urk. 7/38/12-23 S.
5
, S. 10) setzte sich Prof.
Dr.
K._
mit den Einschätzungen der behandelnden Ärzte nicht auseinander, sondern be
schränkte sich
l
ediglich auf die Wiedergabe einzelner Textstellen
.
Er
ging
nam
entlich
nicht auf die von ihm
genannten
Berichte
von
Dr.
A._
und der
F._
ein, welche
- im Gegensatz zu Prof.
Dr.
K._
–
unter anderem auf
eine
Wurzelläsion
L5 rechts bei Diskushernie L4
/5
rechts,
eine Dis
kushernie L5/S1,
eine
Diskushernie C6/7
und
Diskusprotrusion
C5/6
respektive eine paramedian
e Diskushernie L4/5 rechts mit Nervenwurzelkompression L5 rechts
hinwiesen (Urk. 7/22/3-6 S. 2 Ziff. 1, Urk. 7/33/7-8
S.1
)
.
Gleiches gilt mit Bezug auf die von Dr.
A._
postulierte Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätig
keit (Urk. 7/22/3-6 S. 4 Ziff. 9).
Was das
vom
Z._
-Gutachter
wiederge
gebene
Zitat von Dr. med.
Q._
, Fachärztin FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 7. März
2017
angeht
, wonach der Schwerpunkt der Arbeitsunfähigkeit im psy
chia
trischen Bereich liege
(Urk. 7/38/12-23 S
.
5)
, ist auf die Bemerkung der Ärztin hin
zu
weisen, dass der aktuelle Zustand durch sie
fachspezifisch
nicht abschliessend beurteilbar sei (Urk. 7/33/4).
Im Weiteren ist festzuhalten, dass
entgegen der Auffassung von Prof. Dr.
K._
(Urk. 7/38/12-23 S. 9)
die Möglichkeit
einer ver
sicherungsrelevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
nicht bereits mit dem Hinweis
auf eine geringe Ausprägung d
er
Fussheberparese
respektive eine nicht erhebliche B
e
e
inträchtigung
des Gangbild
s
des Beschwe
r
deführers
pauschal aus
geschlossen werden kann.
Zu berücksichtigen ist sodann, dass
nach Auffassung des
Z._
-Experten eine abschliessende Beurteilung der Rückenproblematik nicht erfolgen konnte, hielt er doch fest, dass
die Signifikanz des bildgebend beschriebenen
intraduralen
Lipoms im Zeitpunkt der Begutacht
ung noch offen
und diesbezüglich das Ergebnis
der neurologischen Zusatzdiagnostik (Neuro
phy
siologie, MRI des gesamten
Myelons
) abzuwarten sei
(S. 10)
.
4.2.3
Am
psychiatrische
n
und neurologische
n
Z._
-Gutachten vom 23. Oktober 2017
(Urk. 7/38)
welchem als einem vom Krankentaggeldversicherer nicht im Verfahren nach
Art.
44 ATSG eingeholten Gutachten lediglich der Beweiswert versicherungsinterner Feststellungen
zukommt (vorstehend E. 1.3)
, bestehen nach dem Gesagten Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
.
D
ie Beschwerde
gegnerin
durfte
ihre Leistungsablehnung
daher
nicht darauf abstützen.
4.3
4.3.1
In den Akten finden sich sodann keine
anderen
fachärztlichen Beurteilungen, die ein abschliessendes Bild betreffend die Arbeitsfähigkeit
in psychischer Hinsicht
erlauben
. Die von den
D._
-Fachpersonen am 7. Juni 2017 attestierte
100%ige Arbeitsunfähigkeit
in jeglicher Tätigkeit (
vgl. E. 3.2
hievor
) ist
nicht
vollends plausibel
, da
insbesondere konkrete Angaben darüber
fehlen
, weshalb der Be
schwerdeführer
(auch)
in einer Verweistätigkeit zu 100 % arbeits
un
fähig ist.
Im Bericht von
Dr.
O._
vom
24. November 2017
(Urk. 7/47
)
sind
keine An
gaben betreffend die Arbeitsfäh
igkeit
enthalten
. In den diversen vom Beschwer
deführer eingereichten Arztzeugnissen der behandelnden Psychiater/Psychologen
und den Kontrollkarte
n
für Arbeitsunfähigkeit des Kranken
taggeld
versicherers
mangelt es an einer Begründung für die darin attestierte Arbeitsunfähigkeit respektive betrifft letzte
re
den Zeitraum nach Erlass der angefochtenen Verfü
gung (
Urk. 3/10-11,
Urk. 3/13-17, Urk. 3/19, Urk. 3/21, Urk. 3/23-24, Urk. 3/26,
Urk. 3/28, Urk. 3/30, Urk. 3/32-33, Urk. 12/5, Urk. 12/7-8, Urk. 12/10, Urk. 12/12
-13, Urk. 12/15
).
Im Übrigen ist die Erfahrungstatsache zu berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte
und Ärztinnen
mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
recht
liche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
4.3.2
Gleichermassen fehlt es an einer abschliessenden fachärztlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit unter somatischen Gesichtspunkten. Die von Dr.
A._
am 15. Mai 2017 postulierte Arbeitsfähigkeit
von 50 % in jeglicher Tätigkeit
wurde nicht näher
begründet und ist zudem nicht vollends nachvollziehbar, da lediglich rück
en
belastende Tätigkeiten zu vermeiden und
dem Beschwerdeführer
sitzende und wechselbelastende Tätigkeiten mit zusätzlichen Pausen und ohne besonderen Zeitdruck zumutbar
seien
(Urk. 7/29 S. 8
f
f.
Ziff. 8 ff.
).
Prof.
Dr.
E._
ging in se
inem Bericht vom 10. August 2017
von einer Verminde
rung der Leistungs
fähigkeit aus und
hielt fest, dass eine entsprechende Beurteilung des zeitlichen Umfangs im Rahmen der Untersuchung nicht erhoben werden könne (vgl. E. 3.3
hievor
).
Im Weiteren wurden auch in den Berichten von
Dr.
H._
(vgl. E. 3.4
hievor
),
Dr.
M._
(vgl. E. 3.7
hievor
, Urk. 7/58, Urk. 7/69, Urk. 3/5)
und der
R._
,
wo sich der Beschwerdeführer vom
5. Juni bis 3. Juli 2018
in stationärer Behandlung befand (Urk. 7/73, Urk. 12/2), keine Angaben betreffend Arbeitsfähigkeit gemacht.
In den
vom Beschwerdeführer eingereichten Arztzeugnisse
n
und
Kontrollkarten für Arbeitsunfähigkeit des Kranken
tag
geld
versicherers
fehlt
es sodann an einer Begründung
für die darin erwähnte Arbeits
fähigkeit beziehungsweise
betrifft
letztere
den Zeitraum nach Erlass der hier in
Frage stehenden Verfügung
(Urk. 3/6-9, Urk. 3/12, Urk. 3/18, Urk. 3/20, Urk. 3/
22, Urk. 3/25, Urk.
3/27
, Urk. 3/31, Urk. 3/34, Urk. 12/1, Urk. 12/6, Urk. 12/9, Urk. 12/11
, Urk. 12/14
).
Im Übrigen
ist auch hier auf die auftragsrechtliche Ver
trauensstellung zwischen den behandelnden Ärzten und Ärztinnen und ihren Patienten und Patientinnen hinzuweisen
(BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc)
.
4.4
Im Lichte der obigen Erwägungen ist der
im Zeitpunkt des Verfügungserlasses relevante
medizinische Sachverhalt
in wesentlichen Teilen ungeklärt, weshalb in psychiatrischer und somatischer
Hinsicht
weitere Abklärungen notwendig sind und die Sache zwecks Einholung eines
im gesetzlich vorgesehenen Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten
Gutachtens
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist
.
Anzumerken ist, dass
– sollte eine Suchmittelabhängigkeit fachärztlich diagnostiziert werden - wie bei allen anderen psychischen Erkran
kungen anhand eines strukturierten Beweisverfahrens abzuklären wäre, ob und gegebenenfalls inwieweit sie sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt (BGE 145 V 215).
Hernach wird
die Beschwerdegegnerin
über die Rentenfrage neu zu ent
schei
den haben. Die Beschwerde ist
in diesem Sinn
gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens
- nach stän
di
ger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur wei
teren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2) -
sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Dem Verfahrensausgang entsprechend ist die Beschwerdegegnerin zu verpflich
ten,
dem Beschwerdeführer
eine Prozessentschädigung zu bezahlen.
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) be
misst sich die Höhe der gerichtlich festzusetz
enden Entschädigung nach der
Be
deutung der Streitsache, der Schwierigkeit de
s Prozesses und dem Mass des
Ob
siegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Es ist de
m
Beschwerdeführer
unter Berücksichtigung dieser Grundsätze eine Pro
zess
ent
schädigung von Fr. 2’500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.