Decision ID: 23afc42e-9782-4d65-9eff-d249ce2369bb
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964, war letztmals vom 1. Mai
2013 bis 31. Dezem
ber 2015 bei der
Y._ AG
als Verkäuferin erwerbs
tätig gewesen (Urk. 6/14/1-5 Ziff. 2.1), als sie sich am 16. November 2015 unter Hin
weisen auf ein Burnout-Syndrom und auf eine mittelschwere Depression (Urk. 6/1 Ziff. 6.1)
bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug anmel
dete. Nach
Erlass des Vorbescheids
(Urk
6
/41
)
hielt
die Sozialversiche
rungsanstalt des
Kan
tons Zürich, IV-Stelle,
mit Verfügung vom
27. Januar 2017 (Urk.
6
/45/1-4) fest, dass keine Invalidität vorliege und verneinte einen Anspruch der Versicherten auf
Versiche
rungsleistungen
. Das hiesige Gericht hob in Gutheissung der am 2
1.
Febru
ar 2017
dagegen
erhobenen Beschwerde (
Urk.
6/46)
mit Entscheid vom
2
1.
März 2018 (
Urk.
6/58; Prozess Nr. IV.2017.00237) die Verfügung vom 2
7.
Jan
u
ar 2017
auf und wies die Sache an die IV-Stelle
zu ergänzender Sach
verhaltsabklärung und erneuter Verfügung über den Rentenanspruch der Versi
cherten an die IV-Stelle zurück.
1.2
In Nachachtung des Urteils des hiesigen Gerichts
vom 2
1.
März 2018 (
Urk.
6/58; Prozess Nr. IV.2017.00237)
liess die IV-Stelle die Versicherte psychiatrisch (Gut
ach
ten vom 1
1.
April 2019;
Urk.
6/75/1-21) und neuropsychologisch (Gutachten vom
8.
Februar 2019;
Urk.
6/75/22-34) begutachten
und
verneinte nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
6/78,
Urk.
6/79 und
Urk.
6/85
) mit Verfü
gung vom
9.
August 2019
(Urk.
6/87
= Urk. 2)
erneut
einen Leistungsa
nspruch der
Versi
cher
ten (S. 1).
2.
Gegen die Verfügung vom
9.
August 2019
(Urk. 2) erhob
die
Versicherte am
1
3.
Septem
ber 2019
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, diese sei auf
zuheben und es sei
en ihr die
gesetzlichen Leistungen, insbesondere
eine Rente
,
zuzu
spre
chen (S.
2
).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
6.
Oktober 2019
(Urk.
5
) beantragte die IV-Stell
e die Abweisung der Beschwerde, wovon der Beschwerdeführerin am 1
3.
Dezember 2019 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betä
tigen
, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Nach der allgemeinen Beweisregel (Art. 8 des Zivilgesetzbuches, ZGB) obliegt es bei erstmaliger Renten
prüfung der versicherten Person
die invalidisieren
den Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung mit dem Beweisgrad der über
wie
genden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungsanspruch. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit vermutet, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend aus
wirkt (BGE 140 V 290 E. 4.1; 139 V 547 E. 8.1). Bleiben die Auswirkungen eines objektivierbaren wie auch eines nicht (bildgebend) fassbaren Leidens auf die Arbeits
fähigkeit trotz in Nachachtung des Untersuchungs
grundsatzes sorg
fältig durchgeführter Abklärungen vage und unbestimmt, ist der Beweis für die An
spruchs
grundlage nicht geleistet und nicht zu erbringen (BGE 140 V 290 E. 4.1 mit Hinweisen auf die Literatur).
1.4
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend
mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.5
Gemäss
BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2
; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechts
frage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen an
hand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeits
un
fähigkeit
schliessen
lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1; vgl. zur Publikation in der Amtlichen Sammlung bestimmtes Urteil des Bundesgerichts 8C_409/2017 vom 21. März 2018 E. 4.3)
.
1.6
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4)
.
1.7
Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation (zu diesem Begriff Urteil 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.2.2, in: SVR 2015 IV Nr. 38 S. 121) oder einer ähnlichen Erscheinung, die eindeutig über die blosse unbewusste Tendenz zur Schmerzausweitung und -verdeutlichung hinausgeht, ohne dass das betreff
ende Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige psychische Störung zurückzuführen wäre, liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor (BGE 141 V 281 E. 2.2.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_658/2018 vom 1
1.
Januar 2019 E. 4.1). In einem solchen Fall, das heisst bei Vorliegen von Aus
schlussgründen, erübrigt sich ein strukturiertes Beweisverfahren. Inkonsistentem Verhalten, soweit es über blosse Verdeutlichung hinausgeht, das heisst
aggra
va
torische
Züge aufweist, darf bei der Beurteilung der Auswirkungen einer psy
chischen Störung auf das funktionelle Leistungsvermögen Rechnung getragen (BGE 141 V 281 E. 2.2.2) und auf tatsächlich vorhandene Ressourcen geschlossen werden (Urteile des Bundesgerichts 9C_371/2019 vom
7.
Oktober 2019 E. 5.1.2 und 9C_289/2018 vom 1
1.
Dezember 2018 E. 6.2.2).
1.8
Gemäss BGE 141 V 281 ergibt sich hinsichtlich der Beurteilung der Arbeits
fähigkeit, dass sich sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsanwendung bei ihrer Einschätzung des Leistungsvermögens an den normativen Vorgaben zu orientieren haben; die Gutachter im Idealfall ge
mäss der entsprechend formulierten Fragestellung (BGE 141 V 281 E.
5.2). Die Rechts
anwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere daraufhin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 6). Im Rahmen der Beweiswürdigung obliegt es den Rechtsanwendern zu überprüfen, ob ausschliesslich funktionelle Ausfälle bei der medizinischen
Einschätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbarkeitsbeurteilung auf einer
objektivierten Grundlage erfolgte (BGE 141 V 281 E. 5.2.2;
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Die rechtsanwendenden Behörden haben mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob
die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Ge
sicht
s
punkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt, die vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbe
achtlich sind (vgl. BGE 140 V 193; 130 V 352 E. 2.2.5). Wo psychosoziale Ein
flüsse das Bild prägen, ist bei der Annahme einer rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteile des Bundesgerichts 8C_582/2017 vom 2
2.
März 2018 E. 5, 8C_746/2015 vom
3.
Februar 2016 E. 2.2 und 9C_146/2015 vom 1
9.
Januar 2016 E. 3.1).
Es soll indes keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens stattfinden (BGE 141 V 281 E. 5.2.3), sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft werden, ob die funktionellen Auswir
kungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei fest
gestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen (BGE 141 V 281 E. 6; Urteile des Bundesgerichts
8C_628/2018 vom 3
1.
Oktober 2018 E. 4.3
und 8C_260/2017 vom
1.
Dezember 2017 E. 4.2.4). Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des
Sozialversicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine
lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann
als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweis
themen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zu Ungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt (Urteil des Bundesgerichts 8C_628/2018 vom 3
1.
Oktober 2018 E. 4.3; BGE 144 V 50 E. 4.3).
1.9
Aus Gründen der
Verhältnismässigkeit
kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer
bloss
leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifizert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundes
ge
richts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1)
.
1.10
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in
der Darlegung der medizinischen Zu
sammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
9.
August 2019
(Urk. 2) davon aus, dass
auf Grund des eingeholten
bidisziplinären
Gutach
tens
davon auszugehen sei, dass die aktuellen funktionellen Einschränkungen der Beschwerdeführerin durch die Erkrankung und den Verlust ihres Ehegatten und damit durch psychosoziale Faktoren verursacht worden seien, und dass eine von psychosozialen Faktoren losgelöste Erkrankung nicht festgestellt worden sei, weshalb eine rentenbegründende, langdauernde gesundheitliche Einschränkung nicht ausgewiesen sei (S. 2
; vgl. auch
Urk.
5
).
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
brachte
hiegegen
vor, dass
die
durch den
G
utachter atte
stierte Arbeitsunfähigkeit auch rechtlich relevant sei (
Urk.
1 S. 13)
, und dass ge
stellte Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion leis
tungsbegründend sei (S. 14). Obwohl psychosoziale Faktoren
ursprünglich
als Aus
löser zu der seit mehr als vier Jahren nie
vollständig remittier
t
en depressiven Störung beigetraten hätten, müsse gegenw
ärtig von einer chronifizierten und
von den auslösenden Faktoren verselbständigten depressiven Erkrankung
ausge
gang
en werden (S. 19). Indem die psychosozialen Faktoren einen verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten, wirkten sie sich mittelbar invaliditätsbe
gründend aus (S. 20).
Es sei daher auf da
s
eingeholte Administrativgutachten abzustellen und ihr eine halbe Rente zuzusprechen (S. 2
2 f.
).
3.
3.1
Im Folgenden gilt es
vorerst
die für den Leistungsanspruch der Beschwerde
füh
rerin massgeblichen medizinischen Akten zu prüfen.
3.2
Die Ärzte der Klinik
Z._
erwähnten im Austrittsbericht vom
4. Dezember 2015 (Urk.
6
/19/1-2), dass die Beschwerdeführerin vom 21. Septem
ber
bis 15. November 2015 hospitalisiert gewesen sei, und diagnostizierten eine mittelgradige depressive Episode mit Entwicklung eines Erschöpfungssyndroms im Rahmen einer multifaktoriellen Belastungssituation (S. 1). Sie
attestierten
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 18. September bis 29. November 2015 und erwähnten, dass sie einen Arbeitseinstieg im kommenden Jahr bei einem geringen Arbeitspensum für realistisch erachteten (S. 2).
Mit Bericht vom 4. März 2016 (Urk. 6/20/6-9) attestierten die Ärzte der Klinik
Z._
der Beschwerdeführerin für die Zeit vom 18. September 2015 bis 29. Februar 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % und vom 1. bis 31. März 2016 eine solche von 70 % (Ziff. 1.6).
3.3
Die Ärzte der Privatklinik
A._
stellten in ihrem Bericht vom 8. Dezember 2015 (Urk. 6/13) zur
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin in der Zeit vom 9. Juli bis 20. August 2015 (Ziff. 1.3) die folgenden psychiatrischen Diagnosen (Ziff. 1.1):
-
mittelgradige depressive Episode
-
Kontaktanlässe mit Bezug auf das Berufsleben
-
andere Kontaktanlässe mit Bezug auf den engeren Familienkreis
-
psychische Verhaltensstörungen durch Tabak: Abhängigkeitssyndrom
Die Ärzte führten aus, dass die Beschwerdeführerin auf Grund einer mittel
gra
digen depressiven Episode von ihrem Hausarzt zur stationären Behandlung zuge
wiesen worden sei. Im Einzelgespräch sei der Fokus auf die aktuelle Belas
tungs
situation im Sinne einer schweren Erkrankung
ihres Ehegatten gelegt worden (Ziff. 1.4)
. Sie
attestierten der Beschwerdeführerin für die Zeit vom 9. Juli bis 20. August 2015 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit als Verkäuferin (Ziff. 1.6).
3.4
Dr.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erwähnte in seiner zuhanden des Krankentaggeldversicherers verfassten Stellungnahme vom 21. Januar
2016 (Urk. 6/30/38-39), dass er die Beschwerdeführerin am 12. Januar 2016 untersucht habe, und führte aus, dass die Beschwerdeführerin
unter einem reaktiven Geschehen im Sinne einer Anpassungsstörung im Rahmen
eines psychosozialen Summationseffektes leide (S. 1), wobei Anpassungsstö
rung
en prinzipiell als überwindbar gälten und versicherungs
medizinisch-nor
ma
tiv im Zeitverlauf nicht für eine langdauernde Arbeitsunfähigkeit qualifi
zierten. Aus therapeutisch-rehabilitativen Gründen sei für weitere 1-2 Monate von einer voll
ständigen Arbeitsunfähigkeit, danach für weitere 1-2 Monate von einer Arbeits
unfähigkeit im Umfang von 50 % und anschliessend von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 2).
3.5
Dr.
C._
, Fachärztin für Neurologie, führte in ihrem Bericht vom 2. September 2016 (Urk. 6/37/8-9) aus, dass eine neuropsycho
lo
gische, normativ-kriterienorientierte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwer
de
füh
rerin eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % in Bezug auf die bis
herige Tätigkeit als Verkäuferin und auf jede andere, bildungsadäquate Tätigkeit ergeben habe (S. 2).
3.6
Dr.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und Fachärztin für Neurologie, stellte in ihrem Bericht vom 1. März
2017 (Urk. 6/52/20-23) die folgenden Diagnosen (S. 2):
-
rezidivierende depressive Episode mittelgradiger Ausprägung, zurzeit teil
remittiert
-
Erschöpfungssyndrom auf Grund anhaltender multifaktorieller Belas
tungs
faktoren
Die Beschwerdeführerin habe bereits im Jahre 2011 unter einer depressiven Epi
sode gelitten. Nachdem ihr Ehegatte im Jahre 2013 an einer schweren Depres
sion erkrankt sei, sei auch sie selbst von ihrem Hausarzt antidepressiv behandelt worden. Anschliessend sei ihr Ehegatte zusätzlich an Krebs erkrankt und werde gegenwärtig palliativ behandelt. Trotz dieser Belastungen habe sie begonnen, einen Wiedereinstieg ins Berufsleben anzugehen, bis sich ihr Zustand vor unge
fähr zwei Wochen wieder verschlechtert habe. Gegenwärtig bestehe eine Ar
beits
unfähigkeit von 100 %. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei es nicht möglich, die zukünftige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu beurteilen (S. 2).
Mit Bericht vom 1
0.
Oktober 2018 (
Urk.
6/66) führte
Dr.
D._
aus, dass der Beschwerdeführerin die Ausübung von Tätigkeiten mit direktem Kundenkontakt, insbesondere die bisherige Tätigkeit im Verkauf, nicht mehr zumutbar sei
. Es sei ihr
indes die Ausübung
einer angepassten Tätigkeit
im Umfang eines Arbeits
pensums von 60
%
bis 80
%
zuzumuten
(S. 1)
.
Nachdem ihr Ehegatte im Jahre 2013 an einer schweren Depression und anschliessend zusätzlich an Krebs
er
krankt sei, sei sie im Jahre 2015 ambulant psychotherapeutisch behandelt worden
. Anschliessend sei sie in der Klinik
A._
und in der Klinik
Z._
stationär psychiatrisch behandelt worden. Auf Grund der äusseren Belastungen durch die Erkrankung ihres Ehegatten sei es indes nur punktuell zu anhaltenden gesundheitlichen V
erbesserungen gekommen. Nach dem Tod
ihr
es
Ehegatte
n
Ende des Jahres 2017 sei sie umgezogen und habe eine Tätigkeit als Assistentin des Leiters einer Garage
in
einem teilzeitlichen
Umfang
aufgenommen.
Ihr Ge
sundheitszustand
habe sich in den letzten Monat
en weitgehend stabilisieren können. Ob und wann sich die Belastbarkeit auf das Niveau
, wie es
vor
ihrer
Erkran
kung
bestanden habe,
zurückentwickeln werde, sei gegenwärtig noch nicht abzuschätzen (S. 2).
3.7
Dr.
E._
, Neuropsychologin, erwähnte in ihrem
neuropsy
cholo
gi
sc
hen Gutachten vom
8.
Februar 2018 (
Urk.
6/75/22-34), dass die neuropsycho
logische Exploration der Beschwerdeführerin vom
8.
Februar 2019 weitgehend reguläre kognitive Teilresultate ergeben habe, jedoch isoliert unterdurch
schnitt
liche Ergebnisse hinsichtlich der geteilten Aufmerksamkeit, der verbalen Merk
spanne sowie der kurz- und langfristigen Abrufleistung der weit unterdurch
schnittlich erworbenen nonverbalen Informationen ergeben habe.
Bei der be
steh
enden maximal leichten bis mittelschweren neuropsychologischen Störung handl
e es sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um kognitive Residuen im Rahmen einer depressiven Restsymptomatik. Bei Tätigkeiten mit durchschnittlichen An
for
derungen an die Kognitionen könne es zu leichten Einschränkungen kommen (S. 9). Aus neuropsychologischer Sicht sei von einer Arbeitsunfähigkeit von ungefähr 30
%
auszugehen, wobei die Arbeitsunfähigkeit gesamthaft durch
Dr
.
F._
in dessen psychiatrischem Gutachten
zu beurteilen sei
(S. 10).
3.8
Dr.
F._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
erwähnte in seinem im Auftrag der Beschwerdegegnerin verfassten Gutachten vom 1
1.
April 2019 (
Urk.
6/75/1-21), dass die Erkenntnisse aus der neuro
psycho
logischen
Untersuchung
durch
Dr.
E._
vom
8.
Februar 2018
nach einem entsprechenden Konsensgespräch in sein Hauptgutachten integriert worden seien (S. 4
oben
).
Er führte aus, dass die Beschwerdeführerin unter einem schlechter gewordenen
Gedächtnis sowie
unter einer
Konzentrationsstörung
leide, weshalb in
der neuropsychologischen Untersuchung eine
leichte bis mittelstark ausge
präg
te kognitive Störung
o
bjektiviert
worden sei
. Zudem
leide
sie
unter einer
schnelle
n
Erschöpfung mit Antriebsmangel sowie
mit
Hypersensitivität auf äussere Reize
und unter wiederkehrenden
niedergeschlagene
n
Phasen mit
einem
Gefühl
von Einsamkeit. Diese Symptome entsprächen einem leichten depressiven Syndrom (S. 14
Mitte
Ziff.
6.1
)
.
Unter Berücksichtigung der anamnestischen Daten
und der
Anamnese während der aktuellen
U
ntersuchung
sei
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus
zugeben, dass in der Zeit zwischen 2015 und 2017 eine relevante depressive Symptomatik
bestanden habe (S. 15
unten
),
wobei
diese mit
überwiegender Wahr
scheinlichkeit auf schwere psychosoziale Belastungsfaktoren zurückzu
führen
gewesen sei
. Die
Beschwerdeführerin habe
die schwere und schliesslich
zum Tode führende Krebserkrankung ihres Ehegatten psychisch verkraften müssen
. Gl
eichzeitig
sei
es auch zu
einer hohen körperlichen
Belastung durch die Pflege des Ehe
gatten
sowie
durch mehrere
Umzüge
gekommen
.
Bei dieser
depressive
n
Symptomatik
habe es sich um eine Erschöpfungsreaktion (Burn
out-Syndrom)
gehandelt
.
Nach dem Versterben ihres Ehegatten
im Oktober 2017
habe sich die Beschwerdeführerin als
schnell erschöpft, überreizt, hypersensitiv und schnell gereizt
erlebt, weshalb insgesamt in objektiver Hinsicht
eher
von einem
gereizt
en und vorwurfsvollen Beschwerdeb
ild
als von
ein
em schweren depressiven
Syn
drom mit klassischer Symptomatik
auszugehen sei
.
Bei der seither weiterbe
steh
enden
depressive
n Restsymptomatik beziehungsweise nach einer
Teilremission der depressiven Symptomatik
handle es sich mit überw
i
egender Wahrschein
lich
keit um eine
Anpassungsstörung mit
längerdauernde
r
depressive
r
Reaktion
nach
einer
schweren psychischen und körperlichen Belastung durch die Erkrankung und den Tod des
Ehegatten (
ICD-10 F43.21;
S. 16).
Die Beschwerdeführerin, welche über
Kompetenzen
verfüge,
und
sich durch ein Engage
ment zur Erbringung
eines leistungskräftigen
Einsatz
es auszeichne,
weise
gute Ressourcen
auf
,
um die
Funktions- und Fähigkeitsstörungen zu überwinden.
Ungünstig wirke sich aus, dass es
durch den Verlust ihres Ehegatten
zu einer gewissen
Vereinsamung
gekommen sei,
dass sie nur eingeschränkte
Kontakte zu
ihren
Fam
i
lienangehörigen
unterhalte, und dass sie über einen
nur sehr kleinen
Freundeskreis
verfüge.
Im gesamten Verlauf der depressiven Symptomatik seit
de
m Jahre
2015
seien
starke psychosoziale Faktoren an der Ausprägung der Symp
to
matik beteiligt
gewesen
. Nach dem Verlauf und
dem
in der Aktenlage beschrie
benen Symptomprofil
sei es
unwahrscheinlich, dass es sich bei der aktuellen Störung um eine selbständige, von den äusseren Belastungsfaktoren unabhängige
psychiatrische Erkrankung hand
l
e (S. 18).
Auch
bei den
bestehenden kognitiven Störungen
handle es sich
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
um
depressions
assoziiert
e Störungen
(S. 17).
Die Ausübung der gegenwärtigen
Tätigkeit
in der Administration einer
Auto
garage
sei der Beschwerdeführerin in zeitlicher Hinsicht im Umfang eines Arbeits
pensums von
70
%
zuzumuten. Demgegenüber sei ihr
die angestammte Tätigkeit im Verkauf und
Service
in
einer Confiserie
wegen
belastender
Kundenkontakte
in zeitlicher Hinsicht
lediglich
im
Umfang eines Arbeitspensums von
6
0
%
zuzu
muten. Zusätzlich
bestehe
auf Grund
des leichten bis mittelschweren kognitiven Syndroms
eine
Leistungseinschränkung im Umfang von
30
%
.
Insgesamt sei
davon auszugehen, dass ab Beginn des Jahres 2018
in Bezug auf
die
Tä
tigkeit in der
Administration
einer
Autogarage
eine
Arbeitsunfähigkeit von
50
%
bestan
den habe. Vor diesem Zeitpunkt habe eine stärkere
Einschränkung
der Arbeits
fähigkeit bestanden,
da
im Zeitraum
von
2015
bis
2017 stärkere externe Be
las
tungsfaktoren wirksam
gewesen seien
,
und
da
die depressive Symptomatik
während
dieser Zeit
stärker ausgeprägt
gewesen sei. Die Ausübung optimal angepasster Tätigkeiten, bei welcher es sich um nicht sozial fordernde
Tätigkeiten
mit der Möglichkeit zu Pausen
,
die
in einem
kleinen Team oder überwiegend alleine
ausgeführt werden könn
t
en, handle
,
sei
der Beschwerdeführerin in zeit
licher Hinsicht im Umfang eines Arbeitspensums von
70
%
bis
80
%
bei einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit auf
Grund
kognitiver
Einschränkungen
im Umfang von
30
%
zuzumuten (S. 19). Insgesamt sei der Beschwerdeführerin
daher
die Ausübung einer
ideal
angepassten Tätigkeit im Umfang
eines Pensums
von
circa
60
%
zuzumuten (S. 20).
3.9
Dr.
G._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psy
cho
therapie
,
Regionaler Ärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), führte in ihrer Stellungnahme vom 1
7.
April 2017 (
Urk.
6/77/3-5) aus, dass
Dr
.
F._
in seinem Gutachten
vom 1
1.
April 2019
eine
Anpassungsstörung mit länger
dauernder depressiver Reaktion nach
Beginn
einer
schwere
n
Erkrankung
des Ehegatten im Jahre
2015 und
nach
dessen Versterben
im Jahre
2017
sowie eine l
eichte bis mittelschwere neuropsychologische Störung im Rahmen einer depres
siven Restsymptomatik
diagnostiziert habe
(
Urk.
6/77/3
)
.
Aktuell
sowie
kurz- bis mittelfristig
bestehe
auf
G
rund
kognitiver Einschränkungen
eine Arbeits
unfähig
keit
im ersten Arbeitsmarkt
im Umfang von 50
%
. Unter Fortführung einer integrativen psychiatrischen-psychotherapeutischen Behandlung
sei der Verlauf nach einem Jahr bis
zwei
Jahren neu
zu beurteilen
.
Auf das
Gutachten
von
Dr
.
F._
könne
vollumfänglich
abgestellt werden
(
Urk.
6/77/5 oben)
.
4.
4.1
Vorliegend gilt es in Bezug auf die erwähnten Akten zu beachten, dass das hiesige Gericht in dem in Rechtskraft erwachsenen Urteil in Sachen der Parteien vom 2
1.
März 2018 (Prozess Nr. IV.2017.00237;
Urk.
6/58) erwog, dass die bis zum Erlass der Verfügung vom 2
7.
Februar 2017
(
Urk.
6/45/1-4)
beteiligten Ärzte multifaktorielle Belastungs
faktoren beziehungsweise eine multifaktorielle Belas
tungs
situation oder einen psycho
so
zialen Summationseffekt
festgestellt hätten
,
und dass
sämtliche beteiligten psychiatrischen Fachärzte, abgesehen
von Dr.
B._
, welcher eine An
passungsstörung diagnostiziert habe
,
davon
aus
ge
gangen seien
, dass die
Beschwerdeführerin unter einer mittelgra
digen depres
si
ven Episode oder unter einer rezidivierenden depressiven Episode mittelgradiger Ausprägung
gelitten habe
.
Das hiesige Gericht erwog sodann
, dass psychosoziale Belastungsfaktoren zwar in gewisser Hinsicht an der Entstehung der psychischen Gesundheits
beeinträchtigung
der Beschwerdeführerin mit
beteiligt
gewesen seien, dass den
vorhandenen
medizinischen Akten indes nicht zu entnehmen sei
, dass
die erhobenen
psychi
atri
schen Befunde mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch
die
psychosozialen
Umstände zu erklären seien beziehungsweise gleich
sam in ihnen aufgingen
(E. 3.4)
.
Da auf Grund der medizinischen Aktenlage
zudem
nicht von einer lediglich leicht
gradigen depressiven Störung ohne Chronifi
zie
rung und ohne Komorbiditäten
auszugehen
sei
,
könne
von
einem strukturieren Beweisverfahren nach BGE 141 V 281
nicht abgesehen werden (E. 3.5).
4.2
In diagnostischer Hinsicht ging
Dr.
D._
davon aus, dass die Beschwerde
führerin
unter einer
rezidivierende
n
depressive
n
Episode mittelgradiger Ausprä
gung, zurzeit teil
remittiert
, sowie unter einem
Erschöpfungssyndrom auf Grund anhaltender multifaktorieller Belas
tungs
faktoren
gelitten habe. Sie ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin, welche bereits im Jahre
2011 unter einer de
pressiven Epi
sode gelitten
hätte
, auf Grund
der
Krebserkrankung ihres
Ehegatte
n ab
dem
Jahre 2015 wegen einer depressiven Störung
psychotherapeutisch behan
delt worden
sei
.
Nach dem Versterben ihres Ehegatten im Jahre
2017
habe sich ihr Gesundheitszustand im Verlauf des Jahres 2018 stabilisiert (vorstehend E.
3.6
).
Demgegenüber vertrat
Dr
.
F._
in seinem
Gutachten vom 1
1.
April 2019 (
vor
stehend E.
3.8
)
die Ansicht
,
dass die
Beschwerdeführerin in
der Zeit zwischen 2015 und 2017
nicht unter einer rezidivierenden depressiven Störung
,
sondern
unter
eine
r
relevante
n
depressive
n
Symptomatik
gelitten habe, welche
durch
schwere psychosoziale Belastungsfaktoren
verursacht worden sei. Dabei handle es
sich in diagnostischer Hinsicht um eine Anpassungsstörung mit längerer
de
pressive
r
Reaktion nach einer schweren psychischen und körperlichen Belastung
infolge der Krebse
rkrankung und
des
Tod
es
ihres
Ehegatten
.
Die
Krebserkrankung und
der
Tod ihres Ehegatten
hätten bei der Beschwerdeführerin zu einer
Er
schöpfung
sreaktion beziehungsweise einem
Burnout-Syndrom
geführt
.
Nach dem
Tod ihres Ehegatten im Oktober 2017
sei es zu einer Teilremission der depressiven Symptomatik gekommen, wobei die verbleibende depressive Restsymptomatik einem leichten depressiven Syndrom entspreche. D
ie
festgestellten
kognitiven Störungen
seien depressionsassoziiert.
4.3
Während
Dr.
D._
in ihrem
Bericht vom 1
0.
Oktober 2018 (
vorstehend E.
3.6
)
davon ausging, dass der Beschwerdeführerin
die Ausübung einer angepassten Tätigkeit
ohne Kundenkontakte
im Umfang eines Arbeitspensums von 60
%
bis 80
%
zuzumuten
sei, vertrat
Dr
.
F._
in seinem Gutachten vom
1
1.
April 2019
(vorstehend E.
3.8
) die Ansicht, dass der Beschwerdeführerin die Ausübung einer optimal angepassten Tätigkeit
in einem kleinen Team oder
vorwiegend
alleine
und
mit der Möglichkeit
,
Pausen einzuhalten,
noch
im Umfang eines
Arbeits
pensums
von 60
%
zuzumuten
sei.
4.4
In Würdigung der medizinischen Aktenlage steht daher fest, dass die Beschwer
deführerin ab Beginn der Krebserkrankung ihres verstorbenen Ehegatten im Jahre 2015 bis zu dessen Tod im Jahre 2017 unter einer relevanten beziehungsweise mittelgradigen depressiven Symptomatik litt, und dass diese Symptomatik ursprünglich durch die Erkrankung und das Versterben ihres Ehegatten und damit durch psychosoziale Faktoren verursacht beziehungsweise ausgelöst wurde.
An
schliessend litt die Beschwerdeführerin ab Beginn des Jahres 2018 unter einer teilremittierten depressiven Symptomatik beziehungsweise unter einer
depressi
ve
n
Restsymptomatik
im Sinne eines
leichten depressiven Syndrom
s
sowie unter
depressionsassoziiert
e
n
kognitiven Störungen
. Insgesamt ist vorliegend
indes
da
von auszugehen, dass
psychosoziale Belastungsfaktoren
massgeblich
an der Ent
stehung der psychischen Gesundheits
beeinträchtigung der Beschwerdeführerin mitbeteiligt
waren
.
Da sodann -
insbesondere
im Zeitraum
von 2015 bis 2017 - nicht
ausschliesslich
von einer lediglich leicht
gradigen depressiven
Symptomatik
auszugehen
ist
, kann
von einem strukturier
t
en Beweisverfahren nach BGE 141 V 281
nicht abgesehen werden.
5.
5.1
Das Gutachten von
Dr
.
F._
vom 1
1.
April 2019
(vorstehend E
3.8
.)
erfüllt
die praxisgemässen Anfor
derungen für eine beweis
kräf
tige medizinische Ent
schei
dung
sgrundlage (vgl. vor
ste
hend E.
1.10
). Denn der Gutachter, welcher als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
über die für die Beur
teilung der psychischen Gesundheitsbe
einträchtigung
der
Beschwer
de
führerin
angezeigte fachärztliche Aus- und Weiter
bildung verfügt, hatte Kennt
nis sämtlicher medi
zinischer Vor-ak
ten, setzte sich in ange
messe
ner Weise mit den geäusser
ten Beschwerden
aus
einan
der und be
gründete
seine Schlussfolgerungen
in nachvoll
ziehbarer Weise
.
In inhaltlicher Hinsicht vermag
sodann
zu überzeugen, dass
Dr
.
F._
in seinem Gut
achten davon ausging, dass
die Beschwerdeführerin ab Beginn der Krebser
krankung ihres verstorbenen Ehegatten im Jahre 2015 bis zu dessen Tod im Jahre 2017 unter einer relevanten beziehungsweise mittelgradigen depressiven Symp
to
matik litt, und dass diese Symptomatik durch die Erkrankung und das Ver
sterben ihres Ehegatten und damit durch psychosoziale Faktoren verursacht
be
ziehungsweise ausgelöst wurde, und dass
die Beschwerdeführerin ab Beginn des
Jahres 2018 unter einer teilremittierten depressiven Symptomatik beziehungs
wei
se
lediglich noch
unter einer einem leichten depressiven Syndrom entspre
chen
den
depressive
n
Restsymptomatik sowie unter depressionsassoziierte
n
kognitiven Stö
rungen
litt
.
5
.2
Obwohl
Dr
.
F._
in seinem Gutachten eine gewisse Aggravationstendenz fest
stellte und erwähnte, dass die Beschwerdeführerin die vorhandenen Symptome lebhaft und sehr betont geschildert habe (
Urk.
6/75/1-21 S. 18), lässt sich daraus nicht auf ein
eindeutig über
eine
unbewusste Tendenz zur Schmerzausweitun
g und -verdeutlichung hinausgehendes
,
die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar
überschreitendes
aggravatorisches
V
erhalten
schliessen. Aus
schluss
gründe (vgl. vorstehend E.
1.7
) sind vorliegend daher zu verneinen.
5.3
Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung keine Prüfung der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 vorgenommen.
Dr
.
F._
hat
sich
in seinem Gutachten indes
bei der Beantwortung der Fragen gemäss dem
Fragen
katalog der Beschwerdegegnerin
damit
befasst
.
Bei
der Beurteilung der Arbeits
fähigkeit vertrat
Dr
.
F._
in seinem Gutachten vom 1
1.
April 2019 (vorstehend E.
3.8)
sodann
die Ansicht, dass der Beschwerdeführerin die Ausübung einer optimal angepassten Tätigkeit in einem kleinen Team oder vorwiegend alleine und mit der Möglichkeit, Pausen einzuhalten, im Umfang eines Arbeitspensums von 60
%
zuzumuten sei.
5.4
Im Folgenden gilt es daher im Rahmen der Beweiswürdigung im Sinne
eines strukturierten Beweisverfahrens
zu prüfen
, ob sich der Gutachter bei der Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit
an den normativen Vorgaben gemäss BGE 141 V 281 orientiert
e
, und
ob
bei der Bemessung der Erwerbsunfähigkeit in rechtlicher Hinsicht auf die
von
ihm festgestellte
Arbeitsunfähigkeit
abgestellt werden kann
(BGE 143 V 409 und BGE 143 V 418).
Die
gutachterlichen
Feststellungen
von
Dr
.
F._
stellen
eine genügende Grundlage
dar
, um diese Prüfung vorzuneh
men (Urteil
e des Bundesgerichts 9C_289/2018 vom 1
1.
Dezember 2018 E. 6 und
9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.2).
6.
6.1
Zu beurteilen
sind
die funktionellen Auswirkungen der psychischen Erkrankung
der Beschwerdeführerin
.
Vorerst gilt es die
Kategorie
«funktioneller Schweregrad»
zu prüfen. Dies Kategorie wird
nach den konkreten funktionellen Auswirkungen beurteilt und insbesondere danach, wie stark die versicherte Person in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionen leidensbedingt beeinträchtigt ist (BGE 143 V 418 E. 5.2.3)
.
6.1.1
Hinsichtlich des Komplexes «Gesundheitsschädigung»
ging
der Gutachter
davon aus, dass
die Beschwerdeführerin ab Beginn der Krebserkrankung ihres ver
stor
benen Ehegatten im Jahre 2015 bis zu dessen Tod im Jahre 2017 unter einer rele
vanten beziehungsweise mittelgradigen depressiven Symptomatik,
anschliess
end
ab Beginn des Jahres 2018 unter einer teilremittierten depressiven Sympto
matik
beziehungsweise unter einer einem leichten depressiven Syndrom ent
spre
chen
de
n
depressive
n
Restsymptomatik sowie unter depressionsassoziierte
n
kog
ni
tiven Stö
rungen
litt
.
Der Gutachter ging sodann davon aus, dass
diese Sympto
matik durch psychosoziale Faktoren verursacht beziehungsweise ausgelöst wurde
, und dass die relevante depre
ssive Symptomatik, welche in der Zeit von 2015 bis 2017 bestanden habe
,
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit auf eine schwere
psy
chosoziale Belastungssituation zurückzuführen gewesen sei
, und dass es unwahr
scheinlich sei, dass es sich bei der aktuellen Störung um eine selbständige, von äusseren Belastungsfaktoren unabhängige psychiatrische Erkrankung handle (
Urk.
6/75
/1-21 S.
1
8)
. Der Gutachter ging daher davon aus, dass die
psycho
so
zialen Belastungsfaktoren die
depressive
Symptomatik in dieser Zeit
deutlich über
lagerten.
Auf Grund dieser gutachterlichen Aussagen ist daher davon aus
zugehen, dass es sich bei der depressiven Symptomatik
der Beschwerdeführerin
nicht um ein verselbstständigtes
psychisches Leiden handelt. Die Frage, ob es sich
hierbei
um eine leichte oder mittelschwere depressive Störung handelt
,
spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Denn massgeblich ist die
rechtliche
Frage, inwiefern sich die Depression funktionell auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_628/2018 vom 3
1.
Oktober 2018 E.
4.5.1.1
)
.
Ge
stützt auf die gutachterlichen Angaben ist
daher
von einer eher geringen Aus
prägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome auszugehen.
6.1.2
In Bezug auf
den
Behandlungserfolg oder -resistenz, also
den
Verlauf und
den
Aus
gang von Therapien, welche wichtige Schweregradindikatoren darstellen,
führte
der Gutachter aus, dass die Beschwerdeführerin regelmässig psycho
the
ra
peutisch behandelt werde,
und
dass durch medizinische Massnahmen die Arbeits
fähigkeit nicht wes
entlich verbessert werden könne
(
Urk.
6/75
/1-21 S.
20),
wobei
davon auszugehen sei, dass mit
einem zunehmenden
Abstand vom Tod
ihres
Ehegatten
auch
mit einer weiteren Remission der depressiven Restsymptomatik und der depressionsassoziierten kognitiven Störungen zu rechnen sei
(
Urk.
6/75
/1-21 S. 17). Eine Behandlungsresistenz stellte der Gutachter nicht fest.
6.1.3
In Bezug auf den Komplex «
Persönlichkeit
»
und
«sozialer Kontext»
kam der Gut
achter
zum Schluss, dass
die
Beschwerdeführer
in
über Kompetenzen verfüge und sich durch ein Engagement zur Erbringung eines leistungskräftigen
(beruflichen)
Einsatzes auszeichne,
weshalb davon auszugehen sei, dass sie
über gute Res
sourcen verfüge. Ungünstig wirkten sich
indes
die Vereinsamung durch den Ver
lust des Ehegatten, die sehr eingeschränkten Kontakte zu Familienangehörigen und ein kleiner Freundeskreis aus (
Urk.
6/75
/1-21 S. 18).
6.2
Betreffend die Kategorie «Konsistenz» stellte
Dr
.
F._
zwar
eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in vergleichbaren Lebensbereichen fest
(
Urk.
6/75
/1-21 S. 17
Ziff.
7.3)
.
Dies vermag jedoch
angesichts des geschilderten Tagesablaufs nicht zu überzeugen. So hat die Beschwerdeführerin einen gere
gelten Tagesablauf mit regelmässigem Aufstehen, zur Arbeit gehen am Vormittag, Erledigen des Haushalts, Betreiben von Yoga, Spaziergängen und Terminerle
di
gungen am Nachmittag. Sie koche gerne und nehme das selbstgekochte Abend
essen ein. Sie reise gerne und sei im März in Thailand gewesen, wobei dies anstrengend gewesen sei (
Urk.
6/75 S. 12 Mitte). Der geschilderte Tagesablauf lässt auf bestehende Ressourcen und eine nicht gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus
schliessen
. So ist – angesichts der gestellten Diagnosen und erhobenen Befunde - nicht nachvollziehbar, aus welchen Gründen beispielsweise die nachmittägliche Haushaltserledigung nebst Yoga, Spaziergängen und Termin
erledigungen möglich sein soll, eine Erwerbstätigkeit in diesem Umfang jedoch nicht.
Dies betrifft auch den Ferienaufenthalt im Ausland, zumal das Empfinden, wonach dieser anstrengend gewesen sei, nicht ohne Weiteres auf eine Arbeits
unfähigkeit schliessen lässt.
Hinsichtlich des Indikators «
behandlungs- und ein
gliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck
»
hielt
der Gutachter fest, dass
während des Zeitraums, als die Beschwerdeführerin unter
ausgeprägten Depressions
symptomen
gelitten habe,
unverständlicherweise keine Änderung des verabreichten
Medikaments versucht worden sei. Gegenwärtig sei indes
ein zeit
nahes Absetzen des Antidepressivums gerechtfertigt (
Urk.
6/75
/1-21 S. 17).
Der Gutachter stellte a
nlässlich der gutachterlichen Untersuchung
sodann eine Aggravationstendenz fest und erwähnte, dass die Beschwerdeführerin die noch vorhandenen Symptome lebhaft und sehr betont geschildert habe (
Urk.
6/75
/1-21 S. 18).
7.
7.1
Dr
.
F._
ging bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit davon aus,
dass die
Beschwerdeführerin in der Ausübung
einer angepassten Tätigkeit in einem kleinen
Team oder vorwiegend alleine und mit der Möglichkeit, Pausen einzuhalten,
vor allem durch depressionsassoziierte kognitive Defizite im Umfang von 40
%
beein
trächtigt werde.
Die Beurteilung durch
Dr
.
F._
, welcher einerseits
davon ausging, dass
e
s
unwahrscheinlich sei, dass es sich bei der aktuellen Störung um eine selbständige, von äusseren Belastungsfaktoren unabhängige psychiatrische Erkrankung handle
,
welcher
damit ein verselbstständigtes psychisches
Leiden
aus
schloss,
und welcher andererseits
dennoch eine Arbeitsunfähigkeit in optimal behinderungsangepassten Tätigkeiten
im Umfang
von 40
%
feststellte
, vermag indes nicht zu überzeugen
.
Denn es ist
davon auszugehen, dass
Dr
.
F._
offen
sichtlich
die psychosozialen Belastungsfaktoren, die direkt negative funktionelle Folgen zeitigen
, bei seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht ausklammerte.
Insgesamt vermag d
er
Gutachter nicht aufzuzeigen
,
weshalb
trotz
einer
eher ge
ringen Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome
und
trotz
guter
Ressourcen
funktionelle Leistungseinschränkungen resultieren
sollten
,
welche
s
ich auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in angepassten Tätig
keiten
auswirken (
vgl.
BGE 143 V 409 E. 4.5.2).
Der Beurteilung der Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin in angepassten Tätigkeiten
durch
Dr
.
F._
kann daher
aus rechtlichen Gründen nicht gefolgt werden.
Dies schliesst nicht au
s, dass das Gutachten
von
Dr
.
F._
, welches
insgesamt
ein stimmiges Gesamt
bild vermittelt, eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgebenden Indikatoren erlaubt
,
und dass
ihm
daher
Beweiskraft
zuzumessen ist
.
Im
Rahmen der Beweis
würdigung
ergibt eine
rechtliche
Beurteilung
der
medizinischen
Indikatoren
prü
fung
durch den Gutachter
unter Berücksichtigung der normativen Vorgaben
je
doch
, dass eine Erwerbsunfähigkeit
der Beschwerdeführerin
aus rechtlicher Sicht
zu verneinen ist. Dieses Vorgehen stellt keine
losgelöste juristische
Parallel
prüfung der
Indikatoren dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_628/2018 vom 3
1.
Oktober 2018 E. 5).
7.2
Nach Gesagtem gelingt es der
Beschwerdeführer
in
trotz umfangreicher, von der Beschwerdegegnerin getätigter Abklärun
gen nicht, die invalidisierenden Folgen
der
gesundheitlichen Be
einträchtigung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen.
Denn
obwohl die Beschwerdegegnerin den massgeblichen Sachverhalt in Nachachtung des Untersuchungs
grundsatzes sorg
fältig a
b
klärte,
bleibt die
Arbeits
fähigkeit
vorliegend
vage und unbestimmt
. Der
Beweis für die An
spruchs
grundlage
wurde daher nicht
geleistet
und ist nicht zu erbringen
. Die diesbezügliche Beweislosigkeit wirkt sich zu Lasten
der Beschwer
deführerin
aus (vgl. vorstehend E.
1.3
).
7.3
Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde
gegne
rin bei Erlass der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) auf die Vor
nahme eines Ein
kommensvergleichs verzichtete (vgl. BGE 115 V 133 E. 2 und Urteil des Bun
desgerichts 9C_155
/2007 vom 10. Juli 2007 E. 3.4) und
einen Leistungsanspruch mangels
eines invalidisierenden Gesundheitsschadens verneinte.
Demzufolge ist die
Be
schwer
de ist abzu
weisen.
8
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert innerhalb des gesetzli
chen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf
Fr. 700.-- fest
zusetzen und der
unterlie
genden Beschwerde
führer
in
aufzuerlegen.