Decision ID: 8ed567cc-c626-42c0-bed2-2a557320f0f8
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1966 geborene
X._
, gelernte
Coiffeu
se
, arbeitete seit dem 1
8.
Februar 2013 als Pflegeassistentin in einem 90%-Pensum bei
der
Gemeinde
Y._
(Urk.
9/11 und Urk.
9/31)
.
Am
2
0.
Mai 2016
verletzte sich
die Versicherte b
eim Heben eines Sofas an der rechten
Schulter
(
Urk.
9/20/82)
.
Am 11. Oktober 2017 (Eingangsdatum) meldete
sie
sich unter Beilage diverser Arztberichte mit Hinweis auf eine
irreparable
Rotatorenmanschetten
-Ruptur rechts bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 9/5
, Urk.
9/7 und Urk.
9/11
).
Zur Abklärung der medizinischen und erwerb
lichen Verhältnisse
holte
die IV-Stelle die Akten der
aktuellen
Unfallversicherung
HDI Gerling
(Urk.
9/13
und
Urk. 9/
20
)
sowie Berichte der behandelnden Ärzte
ein (
Urk. 9/
22
und
Urk.
9/32
),
zog einen Auszug
aus
dem individuellen Konto
bei
(Urk. 9/23
)
und verlangte einen Arbeitgeberbericht ein (
Urk.
9/31)
.
Sodann ge
wäh
rte sie der Versicherten mit Mitteilung vom
8.
Januar 2018 Kostengutsprache für
Frühinterventionsmassnahmen
in Form
einer
Arbeitsvermittlung (
Urk.
9/26).
Nachdem die HDI Gerling
mit
Einspracheentscheid
vom
2
5.
April 2018
eine Leistungspflicht
definitiv
abgelehnt hatte
(Urk.
9/43/124 ff.)
,
erbrachte die Suva als
für den Rückfall
zuständige
Unfallversicherung
die gesetzlichen Leistungen (
Urk.
9/43/151
ff.
).
In der Folge
holte
die IV-
Stelle
die Akten
der Suva
(
Urk.
9/43,
Urk.
9/58,
Urk.
9/66 und
Urk.
9/74)
sowie
neue
Arztberichte
ein
(
Urk. 9/50, Urk. 9/53 und Urk. 9/59-61). Ferner
schloss sie mit Mitteilung vom
11.
Oktober 2018
die Arbeitsvermittlung ab, ohne dass für die Beschwerdeführerin
eine Stelle gefunden
worden war
(Urk. 9/
47
).
Mit
Vorbescheid vom
12. November 2019
ver
neinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch (Urk.
9/71
). Dagegen erhob die Ver
si
cherte mit Schreiben vom 1
6.
Januar 2019
(richtig: 2020)
Einwand (
Urk.
9/83-99).
Mit Verfügung vom
25. Februar 2020
wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
30. März 2020
Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom
2
5.
Februar
2020
sei aufzuheben
und es sei ihr eine ganze IV-Rente zuzusprechen, eventualiter sei
die Sache
zur weiteren Sachverhalts
abklärung und zur Einholung eines Gutachtens über die maximale körperliche Belastung
(Belastungsgrenze)
an die Vorinstanz
zurückzuweisen
,
subeventualiter
sei die Sache an die Vorinstanz zu
r
weiteren Sachverhaltsabklärung bzw. zur konkreten Abklärung des Invalideneinkommens zurückzuweisen
. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin
unter Beilage des Formulars zur Abklä
rung der prozessualen Bedürftigkeit und entsprechenden Beilagen
um unentgelt
liche
Rechtspflege
(
Urk.
1
und
Urk.
5-6
). Mit Beschwerdeantwort vom
2
3.
April 2020
beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8
), was der Beschwerdeführerin am
29. April 2020
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
1
0
).
Mit Gerichtsverfügung vom 1
3.
April 2021 wurde der Beschwerdeführerin eine Frist angesetzt, um ihr Begehren
um unentgeltliche Prozessführung und Rechts
ver
tretung zu substantiieren, dies unter der Androhung, dass bei ungenügender Substantiierung oder fehlenden oder ungenügenden Belegen zur finanziellen Situation das Begehren abgewiesen werde
(Urk. 11). Mit Eingabe vom 1
7.
Mai 2021
(
Urk.
13)
reichte
die Beschwerdeführerin umfängliche
Belege
zu ihren wirt
schaftlichen Verhältnisse
n
ein (
Urk.
15/1-
17
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrech
ts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG (Art. 29 Abs. 1 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
UV170530
Beweiswert von versicherungsinternen ärztlichen Einschätzungen
08.2018
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und
Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
inter
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.5
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditäts
bemessung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Um
ständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entschei
dend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pen
sum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhält
nisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern,
das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausge
übten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen
wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
1.6
Bei einer hypothetisch im Gesundheitsfall lediglich teilerwerbstätigen versi
cher
ten Person
ohne
Aufgabenbereich im Sinne von
Art.
27
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
bemisst sich die Invalidität rechtsprechungsgemäss nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs oder einer Unter
va
ri
ante (Schätzungs- oder Prozentvergleich, ausserordentliches Bemessungsver
fah
ren) davon. Dabei ist das
Valideneinkommen
nach Massgabe der ohne Ge
sund
heitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen, wobei entschei
dend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum, um mehr Freizeit zu haben, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen. Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das
–
ärztlich festzulegende
–
Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne ge
sundheitliche Beeinträchtigung geleistete (BGE 131 V 51 E. 5.1.2; wiedergegeben in BGE 142 V 290 E. 5).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen,
gestützt auf die
Beurteilung durch den Regional
en
Ärztlichen Dienst (RAD)
sei der Beschwerdeführerin
die bisherige Tätigkeit als Pflegehelferin nicht mehr zumutbar. Seit April 2017 sei der Be
schwerdeführerin aber eine leichte
Tätigkeit
ohne
Heben, Tragen und Transpor
tieren von Lasten über 5kg und ohne Arbeiten in Armvorhalte und Überkopf
arbeiten zu 100
%
zumutbar.
Aus dem entsprechenden Einkommensvergleich resultiere ein Invaliditätsgrad
von 13
%
. Somit liege der Invaliditätsgrad unter
40
%
, weshalb kein Anspruch
auf eine IV-Rente bestehe (Urk.
2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass sie aufgrund ihrer
nachgewiesenen
Beschwerden nicht in der Lage sei, selbst
leichte
Tätigkeiten aufzunehmen.
Auch
sitzend könne
sie nur über äusserst
kurze
Zeit
einer Arbeit nachgehen
.
Alle Arbeiten seien entweder mit Zwangshaltungen oder aber mit Rotationen verbunden. Es sei weder eine Tätigkeit am PC noch am Fliess
band denkbar. Es bestehe ein eindeutiger Widerspruch zwischen ihren beschränk
ten Bewegungsmöglichkeiten und den von der IV-Stelle als zumutbar erachteten Tätigkeiten (
Urk.
1 S.
7
ff.). Sollte das Gericht daran Zweifel haben, dränge sich ein Gutachten auf. Es sei abzuklären, welche Haltung
sie
über welche Zeitdauer einnehmen und welche Bewegungen sie währen
d
einer beruflichen
Tätigkeit
schmerzfrei ausüben könne. Die IV-Stelle
habe dies nämlich nicht abgeklärt
. Sollte das Gericht aber zum Schluss kommen, sie könne weiterhin einer beruf
lichen
Tätigkeit
nachg
eh
en, sei zunächst abzuklären, wo die Beschwerdeführerin auf dem
Arbeitsmarkt
einsetzbar sei. Es gehe nicht an, der Beschwerdeführerin ein Invalideneinkommen
anzurechnen
, wenn nicht
geklärt
s
e
i
, für welche
Tätig
keiten
sie auf dem
Arbeitsmarkt
noch in Frage komme.
Hinzu komme, dass sie auch im Haushalt
stark eingeschränkt
sei, weshalb sich eine Haushaltsabklärung aufdränge
.
Da sie nicht in der Lage sei schmerz- und beschwerdefrei alltägliche
Tätigkeiten
wie Kochen, Putzen,
Körperpflege
auszuüben
, könne sie sicher nicht zu 100
%
auf dem
freien
Arbeitsmarkt arbeiten
. Sodann sei der Invalidenrente
das aus der
bisherige
n
Tätigkeit als Pflegehelferin bei der Gemeinde
Y._
(letzte reguläre Arbeitsstelle
) erzielte Einkommen zugrunde zu legen
(
Urk.
9 ff.).
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie
am Zentrum für
Endoprothetik
und Gelenkchirurgie der Klinik
A._
erhob in seinem Bericht vom 1
4.
Juli 2017 folgende Diagnosen:
-
Schmerzhafte Bewegungseinschränkung der
Schulter rechts
mit
Abduk
tionsdefizit und Aussenro
tations-Lag bei
:
-
i
rreparabler
Rotator
e
nmanschettenmassenruptur
bei
:
-
St. n.
arthroskopischer
Supraspinatusruptur
und offener Rekonstruk
tion Schulter rechts 2006
-
St. n. tra
u
matischer R
e-Ruptur der
Supraspinatus
-
und k
ranialen
Infra
spinatussehne
Schulter rechts seit Mai 2016
-
St. n. Rev
is
i
onsarth
r
oskopie Schulter rechts mit
arthroskopischer
Re
kon
struktion
Supraspinatus
-
und
Infraspinatussehne
am 20.10.16 mit
-
Kompletter
Re-Ruptur des s
upra- und
infraspinatus
mit Seh
n
en
retra
k
tion bis Höhe
Glenoidrand
und k
ranialer
Subscapularis
-Partial
ruptur (
Lafosse
Typ l-
ll
)
Es bestehe das klinische Bild einer
Dyskinesie
mit schmerzhaft eingeschränkter Abduktion und Flexion, aber auch mit deutlichem Aussenrotationsdefizit rechts. In dieser Situation sei langfristig wohl die sinnvollste Massnahme die Implan
tation einer inversen
Schulterarthroplastik
zur Verbesserung des Bewegungs
umfanges und zur Schmerzbefreiung. Dazu sei die Beschwerdeführerin aber sehr jung. Als Alternative bestehe die Möglichkeit einer Schulterarthroskopie mit
suba
cromialer
Einlage eines
Ortho
-S
p
a
ce-Ballons,
d
adurch könne die Schmerz
symptomatik etwas reduziert werden. Die Beweglichkeit werde aber nicht ver
bessert. Aus dieser Sicht sei diese
s
Vorgehen eher nicht zu empfehlen. Andere Massnahmen kämen nicht in Frage. Das Hauptproblem sei die schwere körper
liche Belastung der Beschwerdeführerin in ihrer aktuellen Tätigkeit als Pflege
helferin. Die Beschwerdeführerin solle mit dem Arbeitgeber eine Lösung für eine weniger schwer
e
körperliche Belastun
g suchen, z.B. Nach
t
dienst (Urk.
9/7/2-3).
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, erhob in seinem Bericht vom 28.
September 2017 die
Diagnose einer c
hronischen
Rotatorenmanschettenruptur
bei
irreparable
r
Schulter
rechts, S
t
. n. Manschetten-Rekonstruktion vor
zehn
Jahren und
vor
einem
Jahr mit Re
-R
uptur. Die Beschwerdeführerin stehe bei ihm in
Behandlung
,
seit sie eine
Rotatorenmanschettenruptur
erlitten habe, die rekonstruiert worden sei. Nach einem
Intervall
eines guten Verlaufes habe sie ein Rezidiv
posttraumatisch
erlitten, weshalb
am 2
0.
Oktober 2016 im
Spital C._
erneut
eine Rekonstruktion
versucht
worden
sei
. Frühpostoperativ habe eine erneute
Ruptur
festgestellt wer
den müssen. Das
Sehnenmaterial sei schwach gewesen und die Muskulatur
bereits
beginnend zurückgebildet.
Die Beschwerdeführerin sei im angestammten Beruf 50
%
arbeitsfähig
,
vor allem in den Nachtschichten. Die anderen 50
%
seien entwed
er durch die Sozialversicheru
n
g
sanstalt zu kompensieren, oder
,
eher
un
wahrscheinlich,
im Rahmen einer anderen
zusätzlichen
Anstellung in angep
asster Tätigkeit (
Urk.
9/5/2-3).
3.
3
Dr.
med.
D._
, Facharzt Allgemein
e
Medizin, hielt
in seinem undatierten Bericht im November 2018
die Diagnose von Schulterschmerzen rechts bei St. n.
einer
Supraspinatussehnennaht
und
einer
Ten
odese
der langen
Biz
epssehne
2006 sowie
einer
Rotatorenmanschetten
-R
e
-R
uptur
fest
. Die Arbeit in der Pflege
sei
nicht mehr möglich.
Büroarbeit ohne Gewicht zu heben sei möglich.
In ange
passter Tätigkeit
bestehe eine
volle Arbeitsfähigkeit (Urk.
9/50/
1-2).
3.
4
Im Bericht vom
7.
Januar 2019
diagnostizierte
Dr.
B._
neben der chro
nischen
Rotatorenmanschetten
r
uptur
rechts eine ausgeprägte Gr
a
d IV-
Arthrose
lateral betont am Knie rechts. Die Beschwerdeführerin habe sich vor allem wegen de
m
Knie
gemeldet. Es bestehe dort eine schmerzhafte
Arthrose
, welche vor allem unter Belastung Probleme bereite. Die Beschwerdeführerin habe einen klaren Anlaufschmerz. Zuers
t
würden die konservativen Massnahmen ausgeschöpft.
Wegen der Schulter
sei erwähnt, dass die Beschwerdeführerin nach
zweimaliger
Rotatorenmanschetten
-Intervention eine chronische Ruptur habe, die
ihres
Erachtens
(2nd Opinion
Dr.
Z._
und
Dr.
B._
)
nich
t
reparabel sei. Die
Beschwerdeführerin könne bis 90°
elevieren
, unter Brustniveau Rotationen
durch
führen
. Sie könne aber sämtliche Bewegungen nur sehr
umschrieben
und zeit
beschränkt machen. Eine Kraf
tentwicklu
n
g
beim Heben von Lasten bis 5 kg Len
denhöhe bzw. unbelastet bis Schulterhöhe seien nur gele
gentlich
möglich. Über
kopfbewegunge
n
seien zudem unmöglich. Das
Arbeiten
am PC
und
Führen
einer Maus mit der rechten Hand sei nur kurzzeitig
möglich (Urk.
9/53/2-3).
3.
5
Dr.
med.
E._
,
Fachärztin Chirurgie,
diagnostizierte
in der kreisärzt
lichen Beurteilung vom
1
9.
Juli 2019
eine
beginnende
Omarthrose
bei Re-Ruptur der
Rotatorenmanschettenkonstruktion
mit Atrophie der Muskulatur
im
Dezem
ber 200
6.
Die durchgeführte Diagnostik zeige eine Re-Ruptur mit Zunahme der Muskelverfettung und Einschränkung der Beweglichkeit. Aktuell erfolge keine Therapie mehr bezüglich der rechten Schulter und die Behandlung bei
Dr.
B._
sei abgeschlossen. Bei der Untersuchung habe sich die Beschwerdeführerin in einem guten
Allgemeinzustand beziehungsweise a
dipösen E
rnährungszustand
gezeigt. Klinisch zeige sich eine Bewegungseinschränkung im Bereich des rechten
Schultergelenkes sowie insgesamt verminderte Kraftentwicklung gegen Wider
stand. Grobneurologisch werde eine Hyposensibilität im Bereich des rechten Ober
arms angegeben, bei unauffälligen Muskeleigenreflexen. Entsprechend der vorlie
genden Umfangwerte/Richtwer
t
e bei Adipositas zeige sich eine leichte Um
fangs
verminderung rechts bei Rechtsdominanz im Seitenvergleich. Die geschil
derten
Beschwerden bezüglich der rechten Schulter seien authentisch vorgetragen wor
den
, insgesamt liege ein austherapierter konservativer Zustand vor. Eine erneute Rekonstruktion der
Rotato
r
en
manschette
sei aufgrund der bildgebenden Diagnos
tik bei ausgeprägter Musk
elverfettung nicht zu empfehlen.
F
ür eine Prothesen
implantation seien die subjektiven Beschwerden sowie auch die
vorliegende
Omarthr
o
se
noch
nicht ausreichend. Zusammenfassend liege eine mässige Ein
schränkung bezüglich der rechten oberen Extremität vor. Entsprechend der vor
liegenden klinischen Untersuchung un
d der bildgebenden Diagnostik s
e
i
die Beschwerdeführerin in einer leichten manuellen Tätigkeit, mit einem Krafteinsatz von 10 kg bis Tischhöhe, 5 kg bis Horizontale, ohn
e gewichtsbelastende
Abspreiz
bewegung
, ohne kraftvolle Zug
-
/Stoss-, Drehbewegung, Schläge
und
Vibrationen mit dem
rech
ten Arm, ganztags arbeitsfähig
. Die bisherigen Tätigkeiten in der Logistik oder als Krankenpflegehelferin seien zum Teil manuell schwere, ge
wichtsbelastende Tätigkeiten, welche
nicht mehr zumutbar seien (Urk.
9/66/63-64).
3.
6
Dr.
med.
F._
, Facharzt
Chirurgie des RAD,
führte
in seiner Stellung
nahme vom 3.
Oktober 2019
unter Berücksichtigung der k
reisärztlichen Untersu
chung von
Dr.
E._
vom 1
9.
Juli 2019
folgende
Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus:
-
Beginnende
Omarthr
o
se
bei Re-Ruptur der
Rotatorenman
schettenkon
struktion
mit Atrophie der Muskulatur (Primärruptur Dezember 2006, OP 2006/2016)
-
Ausgeprägte Grad IV-Gonarthrose lateral betont rechts
Als ohne Auswirkung für die Arbeitsfähigkeit beurteilte er:
-
Adipositas (159 cm / 109 kg)
-
Beginnende COPD
Vom 2
0.
Oktober 2016 bis am 1
6.
April 2017 sei die Beschwerdeführerin in ihrer
bisherigen Tätigkeit als Pflegehelferin 100
%
arbeitsunfähig gewesen
. Vom
17. April
2017 bis am
7.
Januar 2018
habe die Arbeitsunfähigkeit 50
%
betragen und seit
dem
8.
Januar 2018 wieder 100
%
. Tätigkeiten mit häufigen Schlägen und Vibrationen auf die rechte Schulter sowie Überkopfarbeiten und Arbeiten in ständiger Armvorhalte, insbesondere repetitive Tätigkeiten
,
seien der Beschwer
deführerin nicht mehr zumutbar. Beim Heben, Tragen und Transportieren von Lasten sei ein Gewichtslimit von 5-8 kg (unter günstigen Hebeln) zu beachten. Leichte (angepasste
)
Tätigkeiten ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten <
(korrekt wohl «>
»)
5
kg, ohne (beidseitiges) Arbeiten in Armvorhalt und Überkopfarbeiten seien der
Beschwerdeführerin seit dem 17.
April 2017
vollum
fänglich möglich. Vom 20. Oktober
2016
bis am 16.
April 2017 sei die Beschwer
deführerin
auch
in angepasster Tätigkeit voll arbeitsunfähig gewesen
(Urk.
9/69/6-7)
.
4.
4.1
Unbestritten und aufgrund der medizinischen Akten steht übereinstimmend fest, dass
die Beschwerdeführerin
dahingehend eingeschränkt ist, dass für die zuletzt
ausgeübten Tätigkeiten als Pflegehelferin keine verwertbare Einsatzfähigkeit mehr
besteht. Zu prüfen ist dagegen, ob und in welchem Umfang
die Beschwerde
füh
rerin
in einer angepassten Tätigkeit arbeits- beziehungsweise leistungsfähig ist. Dabei stützte sich die Beschwerdegegnerin
bei ihrer Beurteilung
auf die kreis
ärztliche Untersuchung vom 1
8.
Juli 2019 (E.
3.5)
sowie auf die Beurteilung des RAD
vom 3. Oktober 2019
ab
(E. 3.6)
.
4.2
Die kreisärztliche
Beurteilung
vom 1
8.
Juli 2019
von
Dr.
E._
, die als Fach
ärztin für Chirurgie über eine für die Beurteilung des streitigen Leidens angezeigte me
dizinische Ausbildung verfügt,
basiert auf umfassenden Untersuchungen (
Urk.
9/66/62-63). Sie verfasste ihre Expertise in detaillierter Kenntnis der
medizi
nischen
Vorakten
(
Urk.
9/66/60-61 u
nd
Urk.
9/66/63).
Die Beschwerdeführerin konnte ihre Beschwerden ausführlich schildern (Urk. 9/66/61-62).
Dabei setzte
sich
Dr.
E._
ausführlich mit den radiologisch erhobenen Befunden und den biomechanischen Zusammenhängen auseinander.
Die medizinische Situation und Zusammenhänge werden
von ihr
einleuchtend dargelegt und begründet; die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar.
Damit
vermag die kreisärztliche Beur
tei
lung
die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen (E. 1.4) vollumfänglich zu erfüllen und es kommt
ihr
voller Beweiswert zu
.
In der
Untersuchung
konnte
sie
zusammenfassend eine mässige Einschränkung bezüg
lich der rechten oberen Extremität feststellen
, welche
i
m erstellten Belas
tungs
profil
entsprechend
berücksichtigt
wurde
. Dass
die Kreisärztin
infolgedessen
von einer vollen Arbeitsfähigkeit in leichten manuellen Tätigkeiten nach dem Belas
tungsprofil ausgeht
, ist nicht zu beanstanden
(E. 3.5)
.
4.3
Auch
Dr.
F._
, ebenfalls Facharzt für Chirurgie,
schloss
sich
dieser Beurteilung an
und
gelangte
in Bezug auf die
Arbeitsfähigkeit
gestützt
darauf
sowie nach Würdigung de
r
übrigen Arztberichte
(E. 3.1
– E. 3.4
) zum überzeugenden Schluss, dass ab
dem 17. April 2017
in angepasster Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit nach Belastungsprofil besteht. Darauf ist abzustellen, zumal
die kreisärztliche Beurteilung vom 1
8.
Juli 2019
überzeugt und
die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auch die
neuen im Jahr 2019
durch
di
e
grad
IV-Gonarthrose verursachten Ein
schränkungen berücksichtigt
(E.
3.6
).
Entgegen den Ausführungen der
Beschwerdeführerin
(
Urk.
1
S. 7
.) ändert der Bericht von
Dr.
B._
vom
7.
Januar 2019
(
E. 3.4
) nichts an der
RAD-
Beurteilung. Dieser enthält
keine aktuellen
Untersuchungsbefunde bezüglich der
Einschränkungen
an
der
rechten
Schulter
. Im Übrigen
lässt
dieser
bei einem ähnlich definierten Belastungsprofil wie in der
RAD-Stellungnahme
Ausfüh
rungen
zum konkreten Umfang der
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ver
missen.
Auch der aktuellste
Bericht
von
Dr.
B._
vom 25.
November 2019 (
Urk.
3/12) führt zu keinen neuen medizinischen Erkenntnissen.
Ferner legte
sich
Dr.
B._
darin zum
zeitlichen
Umfang der noch zumutbaren angepassten Tätigkeit nicht
fest,
er
hält
jedoch
die Beschwerdeführerin in wechselbelastenden
leichten Tätigkeiten, z.B. in
M
ontage
beiten
ohne grosse Armbelastung, für arbeits
fähig.
4.
4
Zusammenfassend ergeben sie keine begründeten Zweifel an der Beurteilung des RAD
vom
3. Oktober 201
9.
Von weiteren Abklärungen, wie von der Beschwerde
führerin gefordert, sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb da
rauf in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hin
wiesen) zu verzichten ist.
Demnach kann von einer
vollen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten entsprechend dem
Belastungsprofil
ab dem
1
7
. April 2017 ausge
gangen werden (E. 3.6)
.
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungs
fähigkeit der Beschwerdeführerin in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin war als Pflegehelferin vor ihrem Unfall am
20. Mai 2016
in einem 90%-Pensum tätig. Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise auf eine gesundheitsbedingte Reduktion des Pensums oder auf betreuungspflichtige oder pflegebedürftige Kinder oder Angehörige
,
mithin darauf, dass die Beschwerde
führerin neben ihrer Erwerbstätigkeit
auch in
einem Au
fgabenbereich tätig ge
wesen war.
Demnach
bemisst sich die Invalidität rechtsprechungsgemäss nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (vgl.
1.
3
), weshalb
dem Ersuchen der Beschwerdeführerin, es sei eine Abklärung im Haushalt vorzuneh
men (
Urk.
1
Ziff.
48
), nicht stattzugeben ist.
5.
2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.
3
Die Beschwerdeführerin würde ohne
gesundheitliche Einschränkung
unbestrit
tener
massen immer noch als
Pflegehelferin
tätig sein. Deshalb ist das
Validen
einkommen
anhand des zuletzt in dieser Tätigkeit erzielten Einkommens zu bestim
men
.
Gemäss dem IK-Auszug
und
dem
Arbeitgeberbericht
betrug das Jahres
ein
kommen der Beschwerdeführerin im Jahr 2016
Fr.
63'546.
-- in einem 90%-Pen
sum
(
Urk.
9/23
und
Urk.
9/31
)
.
Dieses
ist der branchenspezifischen Nominallohnentwicklung bei
Frauen
bis ins Jahre 201
8
–
Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginn
s
- anzupassen (
Fr.
63’546
.-:
102.5
x
103.1
; vgl. die Tabelle T1.
2
.10 [Nominallohnindex,
Frauen
2011-2018] Branche
Gesundheits
wesen, Heime und Sozialwesen
86
-
88
von
102.5
[201
6
] auf 10
3
.
1
[201
8
]). Das
Valideneinkommen
beträgt demnach
in einem 90%-Pensum
rund
Fr.
63'918
.
--
.
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
ge
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statis
tischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.
5
Da
die Beschwerdeführerin ihre
Arbeitsfähigkeit nicht verwertet, ist für die Be
rechnung des Invalideneinkommens ein statistischer Tabellenlohn heranzuziehen
.
An dieser Stelle ist
a
nzumerken
,
dass bei der Berechnung
des
Invaliditätsgrad
es
von einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt auszugehen ist. Dabei ist nicht zu prüfen, ob
die Beschwerdeführerin
tatsächlich eine entsprechende Arbeitsstelle erhält oder erhalten kann. Es reicht aus, dass solche auf dem Arbeitsmarkt vorhanden und nicht bloss theoretischer Natur sind (Urteil des Bundesgericht 9C_837/2016 vom 13.06.2017 E. 4.1).
Mit Blick darauf, dass
die Beschwerdeführerin nicht mehr in ihrem gelernten Beruf als
Coiffeuse
arbeitet
,
und Arbeitsplätze,
an denen Tätigkeiten zu verrichten sind, die dem erstellten Belastungsprofil entsprechen, in allen Branchen bestehen,
ist das Invalideneinkommen 201
8
ausgehend vom Tabellenlohn gemäss der LSE 201
8
, Tabelle TA1, alle Wirtschaftszweige («Total»), Kompetenzniveau 1 zu ermitteln.
Dies führt unter Berücksichtigung der durch
schnittlichen Arbeitszeit im Jahr 201
8
von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeits
zeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Tabelle T 03.02) bei einem Vollzeitpensum zu einem Invalideneinkommen von
rund
Fr.
54'681
.--
(
Fr.
4’371
.-- x
12 :
40 x 41.7).
5.
6
Bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich ist die anhand der Ein
kommensvergleichsmethode (
Art.
16 ATSG) zu ermittelnde Einschränkung im allein versicherten erwerblichen Bereich proportional – im Umfang der hypo
the
tischen Teilerwerbstätigkeit – zu berücksichtigen (vgl. dazu E. 1.
6
). Der Invalidi
tätsgrad entspricht der proportionalen Einschränkung im erwerblichen Bereich
.
Unter Berücksichtigung dessen, dass die Beschwerdeführerin
Vollzeit (
ein
90%-
Pensum
gilt als Vollzeiterwerb
)
erwerbstätig war, ergibt der Vergleich des
Vali
den
einkommens
von
Fr.
63’
918
.-- mit dem Invalideneinkommen von
Fr.
54’
681
.--
eine Einkommenseinbusse von
Fr.
9’2
3
7
.
-- und damit
einen Invaliditätsgrad von
rund
1
4
%
, was nicht im Bereich eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades von
mindestens 40
%
liegt.
Hinweise dafür, dass
die
Beschwerdeführerin ihre
Arbeits
fähigkeit auf dem Arbeitsmarkt bloss unterdurchschnittlich verwerten könnte, sind nicht aktenkundig
.
Selbst wenn
der maximal zul
ässige
leidensbedingte
Ab
zug
von 25
%
berücksichtigt würde
(BGE 135 V 297)
, ergäbe sich
k
eine
renten
begründende
Erwerbseinbusse.
6
.
Nach dem Gesagten resultiert aus dem Einkommensvergleich kein rentenbe
grün
dender Invaliditätsgrad, selbst dann nicht,
wenn
ein Abzug auf dem Invali
den
einkommen von 25
%
berücksichtigt
werden
würde. Die angefochtene Verfügung erweist sich damit im Ergebnis als rechtens. Dementsprechend ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
7.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeiständung
not
wendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
7.2
Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt (
Urk.
14 und
Urk.
15/1-17). An
tragsge
mäss (
Urk.
1 S.
2
und
Urk.
13) ist der Beschwerdeführerin deshalb die un
ent
geltliche Prozessführung sowie die unentgeltliche
Verbeiständung
zu bewil
ligen.
7.3
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unab
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgelegt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
8
00.-- als angemessen. Aus
gangsgemäss ist diese der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen
auf die Gerichtskasse zu nehmen,
dies unter Hinweis auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
).
7.4
Mit Honorarnote vom
3
1.
Mai 2021
(
Urk.
16
) machte Rechtsanwältin
Jacqueline Schmid
Bürkli
einen Aufwand von Total
Fr.
4'181.55
geltend. Unter Berück
sichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (
§
34
Abs.
3
GSVGer
) ist eine Entschädigung in dieser Höhe gerade noch ange
messen. Demnach ist Rechtsanwältin
Jacqueline Schmid
Bürkli
in dieser Höhe von der Gerichtskasse zu entschädigen.
Die Beschwerdeführerin ist zur Nach
zahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (
§
16
Abs.
4
GSVGer
).