Decision ID: e7116340-5e94-4fde-b882-6c6df2644abb
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957, reiste im Jahre 1985 aus Portugal in die Schweiz ein (Urk.
11/
5/1), wo er verschiedene Tätigkeiten in der Land- und Forstwirtschaft
ausübte
(Urk.
11/
13, Urk.
11/
38/2) und ab 31. Mai 2007 bei der
Y._
AG als Bauarbeiter arbeitete (letzter effekti
ver Arbeits
tag: 27. Mai 2008, Urk.
11/
10/1-2). Am 25. September 2009 meldete er sich unter Hinweis auf eine seit Juli 2008 bestehende irreparable Rotatoren
man
schettenruptur, Bicepstendinopathie rechts sowie den Verdacht auf intra
musku
läres Lipom Musculus deltoideus rechts bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
11/
5-6). Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in medizinischer und beruflich-erwerblicher Hinsicht
, im Zuge derer sie namentlich das Gutachten der
Z._
AG
vom 3
1.
März 2011 einholte (
Urk.
11/38)
. Mit Verfügung vom 1. März 2012 sprach sie dem Versicherten eine ganze Invalidenrente mit Wirkung ab 1. März 2010 bis 31. Januar 2011 zu (Urk.
11/
60).
Dagegen erhob der Versicherte am 30. März 2012 Beschwerde (Urk. 11/75/3-11) beim Sozialver
sicherungsgericht des Kantons Zürich. Mit Urteil vom 10. Juli 2013 hiess das Gericht die Beschwerde teilweise gut und wies die Sache an die IV-Stelle zu
rück, damit diese den Rentenanspruch von
X._
ab September 2011 abkläre und darüber neu verfüge (Urk. 11/85/8, Urk. 11/85/10).
Dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechts
kraft.
1.2
In der Folge zog die IV-Stelle die Akten des Unfallversicherers und den Bericht des behandelnden Arztes vom 29. November 2013 bei (Urk.
11/
88-89).
Sie
holte
zudem
bei Dr. med.
A._
, FMH Orthopädie und Traumatologie,
die Beurteilung
vom 1. Oktober 2014 (Urk.
11/
122) ein. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 24. Dezember 2014 bat der Versicherte um Erlass des Vor
bescheids bis 10. Januar 2015 (Urk.
11/
124). Nachdem er keinen Vor
be
scheid erhalten hatte, wandte sich der Versicherte am 3. März 2015 mit seinem Begehren aber
mals an die IV-Stelle und teilte ihr mit, er werde beim hiesigen Gericht eine Rechtsverzögerungsbeschwerde einreichen, falls er bis zum 15. März 2015 keinen Bescheid erhalte (Urk.
11/
125). Am 26. März 2015 erging der Vorbescheid, mit welchem die IV-Stelle
X._
die Aus
richtung einer ganzen Invalidenrente vom 1. September 2011 bis 31. Oktober 2012 in Aussicht stellte (Urk.
11/
129).
Der Versicherte führte am 27. März 2015 beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Rechtsverzögerungsbe
schwerde (
Urk.
11/132/3-9)
.
Das Sozialversicherungsgericht stellte fest, dass der
Vorbescheid vom 2
6.
März 2015 spätestens am
3
0.
März 2015 beim Rechtsver
treter des Beschwerdeführers eingetroffen sein musste
, und schrieb
den Prozess
mit Beschluss IV.2015.00375 vom 3
1.
August 2015
als
g
egenstandslos gewor
den ab
(
Urk.
11/153/4, 7)
.
Zuvor hatte der Versicherte mit Eingabe vom 2
8.
April 2015 Ein
wand
gegen den Vorbescheid vom 2
6.
März 2015 erhoben
und weitere medizinische Ab
klä
rungen beantragt
(
Urk.
11/133).
Nach Prüfung der Einwände
(vgl.
Urk.
11/
191/1-3
),
kündigte
die IV-Stelle dem Versicherten am 2
6.
August 2015
die Durchführung
einer rheumatologischen Untersuchung sowie Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
im
Z._
an
(
Urk.
11/149/1).
Das
Z._
erstattete sein Gutachten am
3.
Juni 2016 (
Urk.
11/184).
Mit Eingabe vom 2
6.
Juli 2016 reichte der Versicherte eine ergänzende Einwandbegründung ein (
Urk.
11/189).
Hernach
erliess
die IV-Stelle
am 18
.
November 2016 einen neuen Vorbescheid, mit welchem sie dem Versicherten
die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente für den Zeitraum vom 1. November 2011 bis 31.
Okto
ber 2012
in Aussicht
(
Urk.
11/19
2).
Dagegen erhob der Versicherte am 2
7.
Dezember 2016 erneut Einwand (Urk. 11/194).
Nach Prüfung des Einwandes verfügte die IV-Stelle am
1
4.
Juni 2017 wie vorbeschieden die Ausrichtung einer ganzen Invali
denrente mit Wirkung
ab
1.
November 2011 bis 3
1.
Oktober 2012 (Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
1.
August 2017 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 1
4.
Juni 2017 sei ihm ab
8.
November 2012 eine Invalidenrente bei einem In
validi
tätsgrad von mindestens 40
%
zuzusprechen. Zudem sei die Beschwerde
geg
nerin zu ver
pflichten, ihm “berufliche Hilfe“ zu leisten. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
und
Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechts
anwalt Mattia Pontarolo (
Urk.
1 S. 13).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
0.
September 2017 beantragte die Beschwerde
gegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10, unter Beilage der IV-Akten [Urk. 11/1-224]), was dem Beschwerdeführer am 2
5.
September 2017 zur Kennt
nis gebracht wurde (
Urk.
12).
Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom
9.
Oktober 2017 eine Replik ein (
Urk.
13). Der Beschwerdegegnerin wurde eine Kopie dieser Eingabe zugestellt (
Urk.
14).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer auch über den 3
1.
Oktober 2012 hinaus Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
B
erufliche Massnahmen
sind
demgegenüber nicht
Gegenstand der angefochte
nen Verfügung vom 14. Juni 2017 (
Urk.
2; vgl.
zum
Anfechtungsgegenstand für das Beschwerdeverfahren: BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a). Auf den diesbezüglichen Antrag des Beschwerde
führers, welchen er im Übrigen nicht weiter begründet
hat
, ist daher nicht einzutreten.
1.2
Mit angefochtener Verfügung vom 1
4.
Juni 2017 erwog die Beschwerdegeg
nerin, dass dem Beschwerdeführer gestützt auf das
Z._
-
Gutachten
vom 3. Juni 2016
die bisherige Tätigkeit weiterhin nicht mehr zumutbar sei. Sodann sei ihm eine angepasste Tätigkeit ab September 2011 bis Ende Oktober 2012 aufgrund der somatischen Beschwerden nicht möglich gewesen. In dieser Zeit habe der Invaliditätsgrad 100
%
betragen. Ab November 2012
habe sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers deutlich verbessert, so dass eine angepasste Hilfsarbeitertätigkeit wieder in einem 100%-Pensum zumutbar ge
wesen sei (
Urk.
2 S. 3). Beim Einkommensvergleich resultiere ein Invaliditäts
grad von 22
%
, womit ab dem
1.
November 2012 kein Anspruch auf eine In
validenrente mehr bestehe. Der Beschwerdeführer habe somit vom
1.
November 2011 bis 3
1.
Oktober 2012 Anspruch auf eine ganze Rente (
Urk.
2 S. 4).
1.3
Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, sowohl aus der Beurteilung von
Dr.
A._
als auch aus
dem
Z._
-Gutachten vom 3. Juni 2016
er
gebe sich, dass sich sein Gesundheitszustand seit 2011 verschlechtert habe (
Urk.
1
S.
5-6). In erwerblicher Hinsicht sei sodann zu berücksichtigten,
dass
sein
Vali
deneinkommen um 13.37 % unter dem Tabellenlohn TA1 Sek
tor Bau/Anfor
-
derungsniveau 3 gelegen habe (Urk. 1 S. 8). Dieser Tabellenlohn sei deshalb zum Vergleich heranzuziehen, weil er über eine mehr als zehn
jährige Erfahrung im Bausektor verfüge (
Urk.
13 S. 1-2).
Weil er
somit
unter
durch
schnittlich verdient habe, sei eine Parallelisierung der Vergleichseinkom
men vorzunehmen.
Darüber hinaus würde sich b
eim Invalideneinkommen
ein
Abzug von
min
-
destens
30
%
rechtfertigen.
Aufgrund des Zumutbarkeitsprofils gemäss den
Z._
-Gutachtern sei er derart limitiert, dass für ihn allein schon deswegen der Zu
gang zum Arbeitsmarkt erheblich eingeschränkt sei.
Zudem sei
er schon
60
Jahre alt
und mit seinen gesund
heitlichen Einschränkungen
auf dem Arbeitsmarkt
gegenüber jüngeren Bewerbern benachteiligt
.
Auch sei er
Portu
giese
und
könne sich auf Italienisch und Deutsch nur schlecht verstän
digen (Urk. 1 S. 8
; Urk. 13 S. 2
). So würde
sich
ein Inva
liden
einkommen von
Fr.
36‘608.20 ergeben. Beim Vergleich von V
alideneinkommen
(
Fr.
63‘354.50
) und Invali
-
deneinkommen (Fr. 36‘608.20) resultiere ein Invalidi
tätsgrad von 42
%
. Dies führe zu einem Anspruch auf eine Viertelsrente ab 1. November 2012 (
Urk.
1
S.
9).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a IVV fest
zusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den Ren
tenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzuspre
chung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bezie
hungs
weise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2,
113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfü
gungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.4
2.4.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.4.2
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen Saisonnierstatus) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbe
messung nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Ein
kommensniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzu
führenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Ver
gleichseinkommen gleich
mässig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss entweder auf Seiten des Validenein
kom
mens durch eine entspre
chende Heraufsetzung des effektiv erzielten Ein
kom
mens oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statisti
schen Wertes erfolgen (BGE 135 V 58 E.
3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Eine Parallelisierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massgebenden Durchschnitt deutlich ist. Deutlich unterdurchschnittlich im Sinne von
BGE 134 V 322
E. 4 ist der tatsächlich erzielte Verdienst, wenn er mindestens 5
%
vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn abweicht (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2).
Die Parallelisierung der Einkommen trägt somit dem Umstand Rechnung, dass die versicherte Person
als Invalide
realistischerweise nicht den Tabellenlohn erzielen kann, weshalb ein entsprechend tieferes
Invalideneinkommen
anzu
nehmen ist (BGE 135 V 58 E. 3.4.3, Urteil des Bundesgerichts 9C_488/2008 vom
5.
September 2008 E. 6.4, zusammengefasst in: SZS 2008 S. 570; Urteile des Bundesgerichts I 428/04 vom
7.
Juni 2006 E. 7.2.2; I 630/02 vom 5. Dezember 2003 E. 2.2.2). Kann tatsächlich oder zumutbarerweise ein durchschnittliches Invalideneinkommen erzielt werden, dann besteht kein Grund, ein aus wirt
schaftlichen Gründen unterdurchschnittliches Validenein
kommen auf ein durchschnittliches hochzurechnen. Denn mit einer solchen Vorgehensweise würden in gesetzwidriger Weise Einkommenseinbussen berücksichtigt, die nicht gesundheitlich bedingt sind. Entsprechend der gesetzlichen Regelung ist somit das (zumutbare) Invalideneinkommen nicht demjenigen Einkommen gegenüber
zustellen, das ohne Gesundheitsbeein
träch
tigung bei vollständiger Aus
schöp
fung des wirtschaftlichen Potenzials zumut
barerweise hätte erzielt werden kön
nen, sondern demjenigen, das konkret erzielt worden wäre (BGE 135 V 58
E.
3.4.3 in
fine
).
Sind die Voraussetzungen der Einkommensparallelisierung erfüllt, weil die ver
sicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen infolge fehlender Berufs
ausbildung und mangelhafter Sprachkenntnisse ein unterdurch
schnitt
liches Valideneinkommen erzielt hatte, welches um mindestens 5
%
unter dem bran
chenüblichen LSE-Tabellenlohn liegt, so vermögen dieselben Faktoren praxis
gemäss nicht zusätzlich auch noch einen Leidensabzug zu begründen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.2).
Bei der Durchführung der Parallelisierung ist mit Blick auf eine dem Grundsatz der Rechtsgleichheit genügende Invaliditätsgradermittlung zu vermeiden, dass diese
-
bei einer kontinuierlich ansteigenden Differenz zwischen tatsächlich er
zieltem Lohn und branchenüblichem Durchschnittseinkommen
-
ab Erreichen des Erheblichkeitsgrenzwertes von mindestens 5
%
gegebenenfalls eine sprung
hafte Erhöhung des Invaliditätsgrades zur Folge hat. Es ist daher nur in dem Umfang zu parallelisieren, in welchem die prozentuale Abweichung den Erheb
lichkeitsgrenzwert von 5
%
übersteigt, bezweckt doch die Parallelisierung pra
xisgemäss nur die Ausgleichung einer deutlichen
-
also nicht jeder kleinsten
-
Abweichung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom tabellarisch bestimmten branchenüblichen Referenzeinkommen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.3).
2.4.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139
V
592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröf
fentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug der
Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermitt
lung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtspre
chung).
2.4.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
-
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangs
wert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheits
schadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinde
rungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufent
haltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesund
heitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeits
markt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
2.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsan
spruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe
richtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Aus
schlag
gebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
3.
3.1
Am
Z._
-Gutachten vom
3.
Juni 2016 waren PD
Dr.
med.
B._
,
MSc
, FMH Physikalische Medizin und Rehabiliation / Rheumatologie, zertifi
zierter medizinischer Gutachter SIM, sowie
C._
, Physio
thera
peut, beteiligt (
Urk.
11/184/13).
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeits
fä
higkeit nannten die
Z._
-Gutachter eine leichte Adipositas (BMI 28.6 kg/m
2
). Sodann stellten sie die folgenden Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit
(Urk. 11/184/10-11)
:
-
Periarthropathia humeroscapularis ten
d
opathica
-
Status nach degenerativ bedingter Rotatorenmanschettenruptur 2009
-
Status nach Subscapularisnaht sowie Pectoralistransfer, Bizepsteno
dese und Acromioplastik im August 2009
-
Status nach Reruptur im Bereich der Supraspinatussehne bei unfall-ähn
lichem Ereignis am
2.
November 2011
-
Status nach Refixation und nochmaliger offener Acromioplastik am
8.
Februar 2012
-
persistierende
Funktionseinschränkung
-
Femoropatellär betontes Schmerzsyndrom im Bereich des linken Knies bei mässig ausgeprägter Pan-/Gonarthrose links
-
kleine Baker-Zyste
-
Thorakovertebrales Syndrom
bei
-
Wirbelsäulenfehlform
-
funktioneller Einschränkung, teilweise als Folge einer Dekonditio
nie
rung
3.2
Der Beurteilung der
Z._
-Gutachter kann entnommen werden,
dass der Beschwer
deführer als Folge eines ablehnenden Rentenentscheids im September 2011 einen Arbeitsversuch in der angestammten Tätigkeit (halbtags) mit unein
geschränktem Einsatz
unternommen habe
, was erwartungsgemäss zu einer Beschwerdeverstärkung geführt habe. Ein zweiter Einsatz sei offenbar bei Arbei
ten im Wald erfolgt, wobei der Beschwerdeführer die Motorsäge links geführt und rechts abgestützt habe. Dabei sei die Motorsäge beim Ansetzen am Baum
stamm zurückgeschlagen worden. In der Folge habe er rechts erneut Schulter
schmerzen gehabt. Es sei dann eine Rotatorenmanschetten-Reruptur festgestellt worden, wobei diese im Bereich der Supraspinatussehne beschrieben worden sei, wo bereits eine schwere Tendinopathie bestanden habe. Aufgrund persistieren
der Beschwerden sei im Februar 2012 eine Supraspinatussehnennaht
mit Acro
mioplastik und an
schliessendem physio
therapeutischem Aufbau erfolgt. Erneut sei von einer “frozen shoulder“ gesprochen worden, wobei auch eine Kraftmin
derung im Verlauf beschrieben worden sei. Behandlung und Arbeits
ausfall seien zunächst von der Suva übernommen worden. Die Suva haben den Fall nach einem Jahr bei Erreichen des status quo sine und nicht gegebener natürlicher Kausalität bei vorbestehenden gravierenden Verände
rungen abgeschlossen (
Urk.
11/184/9).
Es liege eine weiter bestehende Funktionsstörung im Bereich der rechten Schul
ter mit konsekutiver Beweglichkeitsminderung und Funktionseinbusse vor. Zusätzlich sei im Vergleich zur Erstuntersuchung (vom 7./
8.
Februar 2011, vgl. Urk. 11/38/1) auch die Gehfähigkeit gegenüber früher stärker beeinträchtigt. Damit ergebe sich im Vergleich zur Erstuntersuchung sowohl in Bezug auf das Zumutbarkeitsprofil wie auch die zeitliche Belastbarkeit ein leicht ver
schlech
terter Gesundheitszustand. Das Knieproblem links
sei eine hauptsächlich femoropatelläre Schmerz-/Funktionsstörung. Die MRI-diagnostisch gefundenen Meniskusveränderungen seien klinisch sowohl in Bezug auf die Beschwerdepro
blematik wie auch die Befunde nicht von Relevanz. Dagegen sei von einem ins
gesamt stabilen Zustand auszugehen, wobei hinsichtlich der Knieproblematik links die Quadrizepsfunktion zur Aufrechterhaltung der Funktion gestärkt wer
den sollte (
Urk.
11/184/10).
3.3
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
hielten die
Z._
-Gutachter fest, dass seine
funktionelle Leistungsfähigkeit deutlich unter den Belastungsanforde
run
gen der bisherigen Arbeit
als Bauhilfsarbeiter
liegen würde
(Urk. 11/184/11-12)
.
Zumutbar sei dem Beschwerdeführer jedoch eine mittelschwere, wechsel
be
las
tende Arbeit mit seltenen Gewichtsbelastungen bis 20 kg und folgenden Ein
schränkungen
(
Urk.
11/184/11-12)
:
“Arbeit über Schulterhöhe sollte nicht vor
kommen. Hockestellung und Rotation im Sitzen nach links sollte nur selten (d.h. max 1⁄2 Stunde pro Tag, verteilt) vorkommen. Vorgeneigt Stehen, Rotation im Stehen nach links, Rotation im Sitzen, Knien und wieder
holte Kniebeugen sollte nur manchmal (d. h. max. 3 Stunden pro Tag, verteilt) vorkommen. Tätig
keiten mit hohen Anforderungen an die Handkoordination sollten nicht vor
kommen. Leiter steigen sollte aus Sicher
heitsgründen nicht vor
kommen.“
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit führ
ten die
Z._
-Gutachter sodann aus, das im Rahmen der Evaluation der ar
beits
bezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit erhobene Zumutbarkeitsprofil sei bei genügender Leistungsbereitschaft und Konsistenz als anwendbar zu be
ur
teilen. Der Beschwerdeführer sei unter Berücksichtigung der doch in mehreren Funktionen erheblich eingeschränkten Belastbarkeit bei statischen Haltungen und Aufgaben unter Einbezug des zusätzlichen Gesundheit
s
schadens im Bereich des linken Knies bei insgesamt unveränderter Situation im Bereich des rechten Knies als zeitlich leicht eingeschränkt zu beurteilen.
Die im Zumutbarkeitsprofil beschriebene Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer ganztags mit jedoch vermehr
ten Pausen von zwei Stunden über den Tag verteilt zumutbar, was einer leich
ten Verschlechterung der Belastbarkeit gegenüber der Erstbeur
teilung 2011 ent
spreche (
Urk.
11/184/12).
In zeitlicher Hinsicht sei davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer nach dem “unfall-ähnlichen“ Ereignis vom
2.
November 2011 während einem Jahr keine Arbeitstätigkeit zumutbar gewesen sei. Ein Jahr nach dem Ereignis seien die Behandlungen nicht weitergeführt worden und in Übereinstimmung mit der Beurteilung durch den Versicherten selbst dürfte seithe
r ein stabiler Zustand bestehen, weshalb die aktuell zumutbare Arbeitsfähigkeit ab November 2012 anzunehmen sei. Dies entspreche auch in etwa dem Zeitpunkt, bei dem gemäss der Suva-Beurteilung der status quo sine erreicht worden sei (
Urk.
11/184/12).
4.
4.1
Mit Urteil IV.2012.00395 vom 1
0.
Juli 2013 erwog das Sozialversicherungsg
e
richt, es sei nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die dem Be
schwerdeführer mit Wirkung ab
1.
März 2010 zugesprochene ganze Rente per Ende Januar 2011 aufgehoben habe. Es könne jedoch nicht ausgeschlossen wer
den, dass ab September 2011 erneut ein Rentenanspruch entstanden sei.
Das Sozialversicherungsgericht wies die
Sache an die Beschwerdegegnerin zurück,
damit sie weitere medizinische Abklärungen vornehme und hernach über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers ab September 2011 neu verfüge (
Urk.
11/85/9). Im Zuge dieser Abklärungen holte sie das
Z._
-Gutachten
vom 3. Juni 2016
(Urk. 11/184)
ein
. Die
Z._
-Gutachter erstellten dieses Gutachten in Kenntnis der Vorakten
, namentlich der Suva-Akten und der Beurteilung von Dr.
A._
(vgl.
Urk.
11/184/2-5)
,
sowie gestützt auf ihre eigenen Untersu
chungen des Beschwerdeführers
(vgl. Urk. 11/184/7-8; inkl. Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit [Urk. 11/184/11, Urk. 11/184/21-24]
)
, bei
denen
sie
den Beschwerdeführer
unter anderem auch zu seinen Beschwerden befragten (vgl. Urk.
11/184/6-7)
.
Gestützt darauf gaben sie eine schlüssig be
gründete und überzeugende Be
urtei
lung ab
.
4.2
Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, da
ss die Beschwerdegegnerin der seit 2011 eingetretenen Verschlechterung seines
Gesundheitszustand
es
, nicht genügend Rechnung getragen habe (
Urk.
1 S. 5-6).
E
r nimmt
hierbei
Bezug auf die Beurteilung von
Dr.
A._
(
Urk.
1 S. 5)
, wo
nach
ihm
eine körperliche Belastung mit dem rechten Arm nicht zumutbar sei und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für Tätigkeiten mit notwendigem Krafteinsatz sowie allenfalls eine Aktivität mit Hantieren von Ge
wichten bis 2 kg bestehe (
Urk.
11/122/3).
Die
Z._
-Gutachter gaben ihre Beurteilung in Kenntnis des Berichtes von Dr.
A._
ab (Urk. 11/184/5).
Es schadet dem Beweiswert
ihres Gutachte
n
s
nicht, dass
sie
gestützt auf ihre eigenen Untersuchungen
ein anderes Zumutbarkeitsprofil formulierten,
zumal
nicht
er
sichtlich ist,
dass Dr.
A._
bezüglich der rechten Schulter des Beschwer
deführers Befunde anführte, welche
im
Z._
-Gutachten
un
berücksichtigt
ge
blieben
wären
. Letzte
res wurde vom
Beschwerdeführer
auch
nicht gelten
d ge
macht.
Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S.
5-6
)
,
spra
chen
die von den
Z._
-Gutachtern
am
7.
und
8.
Dezember 2015 (Urk. 11/184/1)
erhobenen Befunde
gemäss deren Beurteilung nur für eine leichte Verschlechte
rung der Belastbar
keit des Beschwerdeführers
im Vergleich
zum
Jahr 2011 (
Urk.
11/184/12).
4.3
Es ist somit mit den
Z._
-Gutachtern davon auszugehen, dass
der Beschwerde
führer ab November 2012 in einer Verweisungstätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig war.
5.
5.1
5.1
.1
Die Beschwerdegegnerin stellte hinsichtlich des
Invalideneinkommens
des
Be
schwerdeführer
s
auf
die Tabellenlöhne gemäss LSE ab (Ur
k. 11
/
196).
Dabei ist
sie
von dem in der LSE 20
10 (S. 26
, Tabelle TA1) für Arbeitnehmer
an Arbeits
plätzen
des Anforderungsni
veaus 4
(
Einfache und repetitive Tätigkeiten
) im Pri
vaten Sektor angegebenen Bruttomonatslohn von Fr. 4'9
01
.-- aus
gegan
gen
(Lohn, über dem beziehungsweise unter dem sich 50 % aller Lohnangaben befinden [soge
nannter Zentralwert], unter
anteilsmässiger
Berücksichtigung des 13. Monats
lohnes und standardisiert auf 40 Wochenstunden
).
Auf
ge
rechnet auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit 2010 von 41,6 Stunden (vgl. die Tabelle
T03.02.03.01.04.01 “Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen“
des
BFS) resultiert ein Wert von monatlich Fr.
5‘097.-- beziehungs
weise ein Jahres
einkommen von Fr.
61‘164
.--. Bereinigt um die Nominal
lohnentwick
lung/Männ
er (2010: 1
23
.
4
; 2012: 1
25
.
5
, vgl. d
ie Tabelle T1.93 “Nominallohn
in
dex 1993-2016“ des BFS)
resultiert als Zwischenergebnis
ein hypothe
tische
s
Invalideneinkommen
2012
von
Fr.
62‘205
.--
(
noch
ohne
Herab
-
setzung, weil der Beschwer
de
führer vor Eintritt des Gesundheitsschadens unter
-
durch
schnittlich verdiente
,
und
einen leidensbedingten Abzu
g vom Tabellenlohn)
.
5.1
.2
Die Parteien sind sich einig, dass dieses gestützt auf lohnstatische Angabe er
mittelte hypothetische
Invalideneinkommen herabzusetz
en ist, weil der Be
schwerdeführer ein unterdurchschnittliches Valideneinkommen erzielte (sog. Parallelisierung der Vergleichseinkommen; vgl. E. 2.4.2 vorstehend). Während die Beschwerdegegnerin
aber
einen Abzug von 0
,
57
%
für angemessen hält (Urk.
11/196), ist der Beschwerdeführer der Auffassung, dass dieser Abzug 13
,
37
% betragen müsse (
Urk.
1 S. 7). Zu
r
Begründung führt er
an, dass sein Jahreseinkommen
Fr.
63‘354.-- betragen habe. Zum Vergleich sei ein Ein
kom
men von
Fr.
73‘131.15 heranzuziehen
. Diese
s
stütz
e sich
auf den
Tabel
lenlohn LSE 2010 TA1
Ziff.
41-43 “Baugewerbe“/Anforderungsniveau 3
von
Fr.
5‘
729.-- (
Urk.
1 S. 7).
Dem ist entgegen
zuhalten, dass für die Anwendung des Anforde
rungsniveau
s
3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) in aller Regel eine abgeschlossene Berufslehre verlangt wird (Urteil des Bundesgerichts 8C_123/2012 E. 3 mit Hinweis
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_413/2017 vom 1
9.
September 2017 E. 4.3.2
). Gemäss seinen Angaben in der Anmeldung zum Leistungsbezug absolvierte der Beschwerdeführer in Portugal keine Berufs
lehre (
Urk.
11/5/6).
In der Schweiz war er als ungelernter Hilfsarbeiter in der Land- und Forstwirtschaft tätig (Urk. 11/13, Urk. 11/38/2). Ab 31. Mai 2007 war er bei der
Y._
AG angestellt, welche ihn temporär als Bauarbeiter vermittelte (Urk. 11/10).
Die vom Beschwerdeführer geltend ge
machte langjährige Erfahrung im Bausektor
rechtfertigt es nicht, auf das An
for
derungsniveau 3 abzustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_490/2011 vom 1
1.
Januar 2011 E. 3.2.3).
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwer
degegnerin bei der Prüfung, ob der Beschwerdeführer unterdurchschnittlich ver
diente, den
Tabellenlohn LSE 2010 TA1
Ziff.
41-43 “Baugewer
be“/Anforde
rungsniveau 4 herangezogen hat (vgl.
Urk.
11/196/2).
Laut
deren Berech
nung
ergibt sich zwischen den Einkommen des Beschwerdeführers vor Eintritt des Gesundheitsschadens und des branchenüblichen Einkommens gemäss LSE eine Differenz von
Fr.
3‘737.88 beziehungsweise von 5,57
%
(
Urk.
11/
196/3).
Wie festgehalten (E. 2.4.2), ist rechtsprechungsgemäss
nur in dem Umfang zu paral
lelisieren, in welchem die prozentuale Abweichung den Erheblichkeits
grenzwert von 5
% übersteigt. Wird das hypothetische
Inv
alideneinkommen 2012
von
Fr.
62‘205.--
um 0,57
%
gekürzt, resultiert ein Einkommen von Fr. 61‘850.-- (
noch
ohne
leidensbedingten
Abzug).
5.1
.3
Der Beschwerdeführer bringt sodann vor, dass vorliegend ein Abzug von
mindes
tens
30
%
vom Tabellenlohn angezeigt sei (
Urk.
1 S.
7
,
Urk.
13 S. 2). Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin sei der Abzug vom Tabellenlohn nicht auf 25
%
begrenzt und im konkreten Einzelfall könne davon abgewichen werden (
Urk.
13 S. 2). Wie
bereits erwähnt
(E. 2.4.
4
)
,
verhält es sich nicht so: Der Abzug vom Tabellenlohn ergibt sich nicht aus dem Gesetz, sondern ent
wickelte sich aus der Rechtsprechung des Bundesgerichts zum sogenannten leidens
be
dingten Abzug. Zwar soll er nicht schematisch erfolgen und dem Einzelfall gerecht werden, er ist aber gemäss bundesgerichtlicher Recht
spre
chung auf 25 % begrenzt. Die Beschwerdegegnerin gewährte bereits einen
sogenannten leidensbedingten
Abzug von 20 %
, weil der Beschwerdeführer aufgrund seiner rechten Schulter sowie schmerzbedingt auch wegen seines rechten Knies einge
schränkt sei
(
Urk.
11/196/1). Es kann
offen bleiben
, ob dem Beschwerdeführer unter einem anderen Titel ein weiterer Abzug von 5
%
zu gewähren wäre, den auch der maximal mögliche Abzu
g von 25
%
würde nicht zu einem Rentenan
spruch des Beschwerdeführers führen
(vgl. E. 5.
3
nachstehend)
. Hinzuweisen ist aber darauf, dass
dieselben Faktoren
,
aufgrund derer die versicherte Person das
bei der Parallelisierung der Vergleichsein
kommen
zu berücksichtigen
de
unter
durchschnittliche Validenein
kommen erzielt hatte,
nicht auch noch zu einem Abzug vom Tabellenlohn führen können (E.
2.4.2).
Anzufügen ist sodann, dass eine fehlende Verwertungsmöglichkeit der Restarbeitsfähigkeit des 1957 gebore
nen Beschwerdeführers aufgrund seines Alters
nicht
ersichtlich ist.
Unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Ab
zugs von 20
%
resultiert ein hypo
thetisches Invalideneinkommen 2012 von
Fr.
49‘480.-- (Fr. 61‘850.-- x 0.8).
5.2
Alsdann gehen sowohl d
ie Beschwerdegegnerin
als auch
der Beschwerdeführer
von einem hypothe
ti
schen Valideneinkommen 2011 von
Fr.
63‘354.50 aus
(Urk. 11/195/1; vgl. Urk.
1 S. 9)
, was
- bereinigt um die Nominallohnentwick
lung
/Männer (201
1
: 12
4.5
; 2012: 125.5, vgl. die Tabelle T1.93 “Nominallohn
in
dex 1993-2016“ des BFS)
-
ein hypothetische
s
Valideneinkommen 2012 von
Fr.
63‘863
.-- ergibt.
5.3
Beim Einkommensvergleich (Valideneinkommen 2012:
Fr.
63‘863
.-- / Invali
deneinkommen
2012
:
Fr.
49‘480.--)
resultiert
eine Er
werbs
einbusse von
Fr.
14‘
383
.-- beziehungsweise ein rentenaus
schlies
sender Invali
ditätsgrad von
rund
23
%
(E. 2.2)
. Ab
1.
November 2012 hat der Beschwerde
führer demnach keinen Anspruch auf eine Invalidenrente mehr.
Würde beim Invalideneinkommen der maximal mögliche Abzug vom Tabellen
lohn von 25
%
berücksichtigt, würde dies zum gleichen Ergebnis führen. In diesem Fall würde das Invalideneinkommen
Fr.
46‘388.-- (Fr. 61‘850.-- x 0.75) betragen.
Der
Einkommensvergleich (Valideneinkommen 2012:
Fr.
63‘863
.-- / Invalideneinkommen 2012:
Fr.
46‘388.--) würde
zu
ein
em
Invaliditätsgrad von 2
7
%
führen
, bei welchem ebenfalls kein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht (E. 2.2).
6.
6.1
Weil die Voraussetzungen
(§ 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversi
cherungsgericht [GSVGer]) erfüllt sind
(
vgl.
Urk.
9)
, ist dem Gesuch des Beschwerdeführers
vom 1
1.
August 2017
um Gewährung der un
entgeltlichen Pro
zessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechts
ver
treters in der Person von Rechtsanwalt
Mattia Pontarolo, Bellinzona
,
zu entsprechen.
6.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
b
is
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, jedoch zufolge Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung
einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehme
n.
6.
3
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt
Pontarolo
,
machte
mit
Honorarnote
vom 2
8.
September 2017 für das vor
liegen
de Verfahren sowie das Verfahren IV.2017.00834 betreffend unent
gelt
liche Rechts
vertretung im Verwaltungsverfahren
bei einem Stundenansatz von Fr. 250.--
einen Aufwand von total
Fr.
1‘837.75
geltend (
Urk.
15). Das Sozial
versiche
rungsgericht wendet
für die
Entschädigung der unentgeltlichen Rechts
ver
tre
tung durch Rechtsanwälte indes praxisgemäss einen Stundenansatz
von
Fr.
220.-- an.
So resultiert
ein
Aufwand von Fr. 1‘392.60 (6.33 h x Fr. 220.--).
Davon sind für das vorliegende Verfahren zwei Drittel beziehungsweise Fr.
928.40 anzurechnen.
Sodann macht Rechtsanwalt Pontarolo Barauslagen
(“Spese postali“) von
Fr.
119.10 geltend, ohne diese jedoch im Einzelnen zu be
legen. Mit Blick auf die Praxis im Kanton Zürich erweisen sich die Barausla
gen im vorliegenden Fall als zu hoch.
Ent
schädigt werden
nämlich die
notwen
dig
e
n
, effektive
n
(nicht pauschale
n
) Barauslagen, wozu namentlich die effek
tiven Portokosten sowie
Fotokopien bei einem Ansatz von Fr. 0.50 pro Kopie
gehören
(vgl. Merkblatt Amtliche Mandate in Strafuntersuchungen gegen Er
wachsene der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Version 1.1.2016)
. Unter Berück
sichtigung, dass der Beschwerdeführer seine Eingaben für die beiden Verfahren teilweise in einer Postsendung ver
sandte, ergeben sich
für das vor
liegende Ver
fahren
anrechenbare
effektive
Porto
kosten von Fr. 6.25 (vgl. die Briefum
schläge zu den Eingaben des Beschwerde
führers).
Dazu kommen Barauslagen für Foto
kopien von rund
Fr.
20.--.
Dies führt zu einer Entschä
digung von
Fr. 1‘030.50
(inkl. Barauslagen und MWSt)
.
6.
4
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4 GSVGer hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.