Decision ID: f8844b1f-fa79-4454-81b1-35a396bf2b4a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1958, arbeitete als Chefphysiotherapeutin im Y._. Am 23. Juli 1996 erlitt sie einen Unfall, als sie im Rahmen einer Weiterbildung eine Patientin simulieren musste und bei einer an ihr durchgeführten Drehübung mit dem Rücken auf die Tischkante schlug (Urk. 8/16/3). In der Folge musste sie sich diversen Eingriffen am Rücken unter
ziehen. Für die bisherige Tätigkeit wurde sie arbeitsunfähig geschrieben (Urk. 8/12). Im April 1997 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung und ersuchte um berufliche Massnahmen (Urk. 8/7). Solche wurden ihr gewährt (Urk. 8/17 [Mitteilung vom 9. Dezember 1997]).
Am 6. Januar 2010 glitt die mittlerweile als Case Managerin bei der Z._ tätige Versicherte aus, was zu starken lumbosakralen Beschwerden führte (Urk. 8/31/13). Ärztlicherseits wurde sie zunächst ganz, dann teilweise arbeits
unfähig geschrieben (Urk. 8/31/9, 8/48/15). Im März 2010 meldete sie sich unter Hinweis auf Rücken- und weitere körperliche Beschwerden erneut bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug (berufliche Massnahmen, Invalidenrente) an (Urk. 8/32/1-9). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte eigene Abklärungen. Zudem zog sie fortlaufend die Akten der zuständi
gen Unfallversicherung, der AXA Winterthur, bei (Urk. 8/48, 8/53, 8/71, 8/74, 8/75, 8/76, 8/85, 8/103, 8/111). Im Laufe des unfallversicherungsrechtlichen Verfahrens wurde die Versicherte im Auftrag der AXA Winterthur durch Dr. med. A._, Facharzt für Neurochirurgie, ehemaliger Leiter der Neuro
chirurgie am B._, begutachtet (Gutachten vom 11. Oktober 2013, Urk. 8/111/2-7). Die IV-Stelle ihrerseits liess die Versicherte bei der MEDAS C._ polydisziplinär begutachten (Gutachten vom 8. September 2014, Urk. 8/147). Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (Urk. 8/167, 8/181-182) sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom 17. Februar 2016 eine befristete Dreiviertelsrente für die Zeit vom 1. September 2010 bis 30. Juni 2013 zu (Urk. 2/1-2).
2.
Dagegen liess X._ am 4. April 2016 Beschwerde erheben und beantragen, die Verfügung vom 17. Februar 2016 sei punkto Teil
rente/Rentenskala aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Berechnungsgrundlagen für die Teilrenten auf den Zeitpunkt der Rentenzu
sprache, den 1. September 2010, festzulegen. Im Weiteren sei die Beschwerde
gegnerin zu verpflichten, ihr über den 1. Juli 2013 hinaus bis auf Weiteres eine Dreiviertelsrente auszurichten. Eventualiter sei ein neues Gutachten unter Be
rücksichtigung der Fachdisziplinen Neurochirurgie und Rheumatologie einzu
holen (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom 9. Mai 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Die Beschwerdefüh
rerin hielt in der Replik vom 19. Oktober 2016 an ihren Anträgen fest (Urk. 13 S. 1). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (Urk. 17).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen
.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Der Rentenanspruch entsteht, sofern die entsprechenden Anspruchs
-
voraussetzun
gen (
Art.
28
Abs.
1 IVG) gegeben sind, frühestens sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruches (
Art.
29
Abs.
1 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a IVV fest
zusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den Ren
tenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzuspre
chung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bezie
hungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfü
gungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Ausnahmsweise darf von der ärztlich geschätzten Arbeits(un)fähigkeit ohne Weiteres auf einen entsprechen
den Invaliditätsgrad geschlossen werden (SVR 2011 IV Nr. 71 S. 213 E. 3.2.3 [9C_994/2010]). Dies trifft beispielsweise zu, wenn die beiden Vergleichsein
kommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu ermitteln sind. Diesfalls ent
spricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksich
tigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn, der höchstens 25
%
betragen darf (BGE 135 V 297 E. 5.2; Bundesgerichtsurteil 8C_450/2014 vom 2
4.
Juli 2014 E. 7.3).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe
richtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der befristeten Rentenzusprache auf das Gutachten der MEDAS C._ und hielt in der angefochtenen Verfügung fest, seit August 1996 sei die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich ein
geschränkt. Nach dem Unfall [gemeint wohl: nach dem Rückfall vom 6. Januar 2010] habe zunächst eine Arbeitsfähigkeit von 40 % als Case Managerin be
standen. Ab dem 1. April 2013 bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80 % in dieser als leidensangepasst zu qualifizierenden Tätigkeit. Aufgrund des auf dieser Basis vorzunehmenden Einkommensvergleichs resultiere ein vom 1. September 2010 (Beginn des Rentenanspruchs sechs Monate nach dessen Geltendmachung) bis 30. Juni 2013 befristeter Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (Urk. 2/2). In der Beilage zur Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin zur Rentenbe
rechnung aus, es würden nur Beiträge und Erwerbseinkommen bis zum 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles berücksichtigt. Dieser sei bei der Beschwerdeführerin im August 1997 eingetreten (Urk. 7, 9).
2.2
Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie leide an multiplen Beschwerden. Neben der Rückenprobleme bestünden Befunde mit strukturellen Schäden am Arm und Ellbogen rechts, am Knie rechts, an der Hüfte rechts, an den Fingern beidseits, an den Zehen, an den Sprunggelenken beider Füsse und am Ober
schenkel links (Urk. 1 S. 9, Urk. 4 S. 2). Gemäss dem von der Unfallversicherung eingeholten Gutachten von Dr. A._ bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 60 %. Davon sei im konkreten Fall auch in der Invalidenversicherung auszuge
hen (Urk. 1 S. 11 ff.). Auf das Gutachten der MEDAS C._ könne nicht abge
stellt werden. Die orthopädische Teilgutachterin Dr. med. D._ sei offensichtlich vorbefasst gewesen. Dem Gutachten komme daher von vornherein keine Be
weistauglichkeit zu. Auch inhaltlich vermöge das MEDAS-Gutachten nicht zu überzeugen. Insbesondere sei keine rheumatologische Untersuchung erfolgt, was aber im Falle der Beschwerdeführerin unerlässlich gewesen wäre (Urk. 1 S. 17). Zudem hätten sich die Gutachter auf veraltete Röntgenbilder gestützt. Auf jeden Fall habe sich das Gutachten im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung nicht mehr als aktuell erwiesen (Urk. 13 S. 4 ff.). Eine Verbesserung des Gesundheits
zustandes ab 1. April 2013 sei nicht nachgewiesen, was aber Voraussetzung für die Rentenaufhebung beziehungsweise -befristung wäre (Urk. 1 S. 21, Urk. 13 S. 8). Ihr stehe daher eine unbefristete Dreiviertelsrente zu. Was die Renten- berech
nung anbelange, seien die Beitragsjahre bis 1. September 2010 anzurechnen (Urk. 1 S. 11).
3.
3.1
Zunächst ist der Rentenanspruch zu prüfen. Danach ist auf die Rentenberech
nung einzugehen.
3.2
Im Zuge der Abklärungen nach dem Unfall vom 23. Juli 1996 liess die AXA Winterthur die Beschwerdeführerin durch Dr. med. E._, Leitender Arzt der Neurochirurgischen Klinik am F._, begutachten. Im Gutachten vom 23. September 1998 diagnostizierte er
ein multifaktorielles, vorwiegend posttraumatisches Geschehen mit zurückgebliebener hyperästhetischer Femoral
gie links (
Urk.
8/27/5).
Er hielt fest, die nach dem Unfall vom 23. Juli 1996 durchgeführte Computerto
mographie der Lendenwirbelsäule habe eine kleine laterale Diskushernie L4/L5 links, eine kleine mediane Diskushernie L5/S1 und einen kongenital engen lum
balen Spinalkanal gezeigt. Auf dem weiter veranlassten MRI seien eine kleine mediane Diskushernie L5/S1, eine kleine dorsale Diskushernie L4/L5 medio-la
teral links mit wahrscheinlicher Behinderung der Nervenwurzel L5 links und ein anlagebedingt enger Spinalkanal ersichtlich gewesen. Vom behandelnden Arzt seien eine analgetische Therapie, inklusive kontinuierliche Periduralanästhesie, und eine stationäre Physiotherapie angeordnet worden. Mangels Erfolgs dieser Massnahmen seien am 20. August 1996 operativ Diskektomien L4/L5 und L5/S1 links vorgenommen worden. Postoperativ seien zur präoperativen Femoralgie links lumboischialgische Schmerzen (Dermatomal L5 oder S1 links) dazuge
kommen. Daher sei am 4. September 1996 eine erneute Operation im Bereich des Segmentes L5/S1 erfolgt. Dabei sei eine luxierte Diskushernie entfernt und der Raum L5/S1 ausgeräumt worden. Zur Dekompression sei der Rezessus late
ralis S1 links erweitert worden. Gemäss dem Bericht des Operateurs vom 18. Dezember 1996 habe sich die Situation danach zwar gebessert, sei aber nach wie vor unbefriedigend gewesen. Der vor der ersten Operation bestandene Femur-Schmerz links und der nach der ersten Operation aufgetretene ischialgieforme Schmerz seien unverändert geblieben (Urk. 8/27/1-2).
Weiter führte Dr. E._ aus, im Rahmen seiner Untersuchung habe die Be
schwerdeführerin als Beschwerden eine ständige, hyperästhetische Femoralgie links und eher hintergründige Rückenschmerzen, wenn überhaupt im oberen (kranialen) Lendenwirbelsäulenbereich, angegeben. Die Femoralgie sei als Grundschmerz ständig vorhanden und könne bewegungs- und belastungsbe
dingt bis zur Blockade zunehmen (Urk. 8/27/4). Er schloss auf ein posttrauma
tisches, multisegmentales vertebrales Geschehen aufgrund mehrerer pathologi
scher Komponenten. Die wahrscheinlichste Ursache sei die
Wurzelkontusion L4 links nach Bandscheibentrauma
tisierung L4/5 vor allem im
lateralen Bereich links, dies auf de
m Boden eines bis zum Unfall
klinisch völlig stummen,
leich
ten thorakolumbalen Morbus
Scheuermann
(Urk. 8/27/5-6).
Zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, als Physiotherapeutin sei die Beschwerdeführe
rin seit dem 23. Juli 1996 bis auf Weiteres zu 100 % arbeits
unfähig. In einer anderen, den Unfallfolgen angepassten Tätigkeit, z.B. vorwie
gend sitzend oder wechselseitig belastend, sei die Beschwerdeführerin zu 40 % arbeitsunfähig. Voraussetzung sei, dass die Wechselseitigkeit der Belastung le
diglich das Sitzen und das Stehen betreffe. Sobald andere Belastungen wie Tra
gen, Drehen, Beugen, Strecken oder Rotieren dazukämen, vermindere sich die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/27/7). Hinsichtlich einer Anpassung an die Unfallfolgen erklärte er, dass eine solche zwar qualitativ, aber nicht quantitativ einschätzbar sei (Urk. 8/27/8).
3.3
Dr. med. G._, Facharzt für Neurochirurgie, hielt im Bericht vom 30. Oktober 1998 fest, die Beschwerdeführerin klage nach wie vor über die residuelle Lum
boischialgie links mit einer Ausstrahlung in den Oberschenkel ventral und ins Dermatom L5 (Urk. 8/48/74, vgl. auch Urk. 8/147/11). Am 15. Dezember 1998 berichtete er von einem erfreulichen Verlauf. Die Beschwerden hätten sich deutlich gebessert. Die Beschwerdeführerin arbeite nun zu 100 % (Urk. 8/48/73). Dazu ist den Akten zu entnehmen, dass im Jahr 1997 das Arbeitsverhältnis mit dem Y._ aufgelöst worden war. Danach hatte sich die Beschwer
deführerin im Bereich funktionelle Evaluationssysteme weitergebildet. Im Okto
ber 1998 (vgl. Urk. 8/45/3) hatte sie bei der H._ eine Stelle als Underwri
ting Consultant angenommen (Urk. 8/31/1, 8/40).
3.4
Aufgrund des Rückfalls vom 10. Januar 2010 liess die AXA Winterthur die Be
schwerdeführerin durch Dr. A._ begutachten. Im Gutachten vom 11. Oktober 2013 stellte er die Diagnosen eines chronifizierten, therapieresis
tenten Lumbovertebralsyndroms mit vordergründig stark verminderter Belast
barkeit der Lendenwirbelsäule bei Status nach Traumatisierung vorbestehender, degenerativ bedingter Diskopathien L4/L5 und L5/S1 bei Bandlaxität mit Hy
permobilität der ganzen Wirbelsäule und leichter Form eines Morbus Scheuer
mann und Status nach vier Rückenoperationen im Bereich von L4/L5 und L5/S1, einer residuellen Sensibilitätsstörung am linken Oberschenkel infolge ei
ner traumatisch bedingten Meralgie, eines Status nach Knieverletzung 1993 so
wie einer posttraumatischen Gonarthrose (Urk. 8/111/5).
Dazu erklärte er, 1993 habe sich die Beschwerdeführerin eine Knieverletzung zugezogen, die in der Folge zu sechs Operationen geführt habe. Inzwischen be
stehe eine posttraumatische Gonarthrose (Urk. 8/111/3). Am 23. Juli 1996 habe die Beschwerdeführerin ein Rückentrauma erlitten. Seit 1. Oktober 2002 sei sie nun nach einer weitgehend selber finanzierten Umschulung bei der Z._ als Case Managerin angestellt. Zunächst habe sie ein 100 %-Pensum ausgeübt, seit dem Jahr 2005 habe sie nunmehr ein 80 %-Pensum inne (Urk. 8/111/3). Bezüg
lich des Rückens sei im Januar 2010 ein Rückfall eingetreten, nachdem die Be
schwerdeführerin ausgerutscht sei, jedoch ohne dabei zu stürzen. Die behan
delnden Ärzte hätten eine Instabilität im Segment L5/S1 angenommen. Deshalb sei am 24. Februar 2011 eine Versteifungsoperation (Spondylese) im Segment L5/S1 vorgenommen worden. Diese Operation habe zu keiner Verbesserung ge
führt, weshalb am 9. Januar 2013 operativ das Metall entfernt worden sei. Die danach durchgeführten MRI-Untersuchungen zeigten durchwegs einen norma
len postoperativen Status. Als Grund für die anhaltenden Gefühlsstörungen im Bereich der Vorder- und Innenseite des linken Oberschenkels sei von den be
handelnden Neurologen eine Meralgie diagnostiziert worden. Dabei handle es sich um eine Irritation des N. cutaneus fermoris lateralis (Hautnerv, der in der Leiste das Foramen inguinale durchlaufe, wo Schädigungen auftreten können). Ärztlicherseits sei
die Beschwerdeführerin für das 8
0 %-Pensum zu 50 % ar
beit
s
unfähig geschrieben worden, was einer Arbeitsunfähigkeit von 60 % ent
spreche (Urk. 8/111/4).
Gegenüber Dr. A._ erklärte die Beschwerdeführerin, dass sie noch immer an einem steifen Rücken sowie Blockierungen leide. In diesem Jahr habe sie schon dreimal solche Blockierungen erlitten. Nach einer konsequenten Ruhe
phase würden die Schmerzen sich jeweils nach zwei bis drei Tagen bessern. Die Belastbarkeit sei allgemein stark vermindert. Sie habe ständig Kreuzschmerzen, die sich nach der Arbeit noch verstärkten. Obwohl rückengerecht eingerichtet (auch mit Stehpult), sei ihre Leistungsfähigkeit vermindert, da sie wegen der Knieverletzung auch nicht allzu lange stehen könne. Sie müsse ca. alle 15 Mi
nuten eine kurze Pause einschalten. Als Case Managerin der Z._ sei sie neben der Bürotätigkeit auch im Aussendienst an der I._ tätig und mache Patientenbesuche. Offiziell arbeite sie Montag bis Donnerstag von 8 bis 12.30 Uhr, wegen der vermehrten Pausen jedoch häufig länger. Sie habe mehrmals versucht, ihre Arbeitsleistung zu steigern, was jedoch nicht gelungen sei (Urk. 8/111/4).
Dr. A._ stellte in der klinischen Untersuchung eine deutliche Überbeweglich
keit der Lendenwirbelsäule, eine leichte Druckdolenz im Segment L5/S1 und eine leichte verminderte Sensibilität am linken Oberschenkel fest (Urk. 8/111/5). In der Beurteilung führte er aus, dass bei der Beschwerdeführerin vor dem Unfall vom 23. Juli 1996 ein krankhafter Vorzustand bestanden habe. Die im Jahr 1996 durchgeführten Operationen könnten als richtungsgebende Verschlechterung angesehen werden. Heutzutage werde eine schonende, mikro
technische Operationsmethode angewendet, was aber bei der Beschwerdeführe
rin nicht der Fall gewesen sei. Es sei auf zwei Segmenthöhen operiert worden und bereits nach wenigen Tagen sei eine Reoperation erfolgt, was einen invasi
ven Eingriff darstelle. Die Anwendung eines Operationsmikroskops sei in den Berichten nicht erwähnt (Urk. 8/111/6-7).
In Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit hielt er fest, dass er eine Einschränkung von 60 % für gerechtfertigt halte. Dabei berücksichtige er auch die posttraumatische Gonarthrose, zu deren Beurteilung er nach eigenen Angaben die Berichte des (behandelnden) Rheumatologen Dr. med. J._ beizog. Eine Steigerung des Arbeitspensums erachtete er nicht als angezeigt. Die Angaben der Beschwerde
führerin, wonach die entsprechenden Versuche misslungen seien, seien glaub
haft (Urk. 8/111/7).
3.5
Im polydisziplinären (internistischen, neurologischen, orthopädischen, dermatolo
gischen und psychiatrischen) Gutachten der MEDAS C._ vom 8. September 2014 wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein lum
bovertebrales Syndrom ohne radikuläre Zeichen bei Status nach Nukleotomie und Dekompression lateral L4/5 und L5/S1 vom 29. August 1996 und notfall
mässiger linksseitiger Rehemilaminektomie L5/S1 vom 4. September 1996, Sta
tus nach dorsaler Dekompression L5/S1 links und transforaminaler lumbaler intersomatischer L5/S1 mit Spanentnahme aus dem rechten Beckenkamm vom 24. Februar 2011 und Status nach Metallentfernung L5/S1 am 8. August 2013 diagnostiziert. Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden der beginnenden Gonarthrose rechts bei Status nach diversen Knieoperationen seit 1993, der dis
kreten Degeneration Hüfte rechts, der Heberdenarthrosen beidseits, der begin
nenden OSG-Arthrosen beidseits, dem Karpaltunnel-Syndrom, dem neuropa
thischen Schmerz nach zweimaliger Operation des Musculus tibialis anterior beidseits, der Refluxkrankheit bei bekannter Hiatushernie (anamnestisch), dem Status nach Exanthemen, dem bekannten Asthma bronchiale allergi
cum/pollinosum, der bekannten Rhinoconjunctivitis allergica/pollinosa, den zahlreichen reizlosen Narben, der keloidartigen Narbe in der rechten Handflä
che, der strangförmigen Narbe über dem linken Fussrist sowie den multiplen Nävi beigemessen (Urk. 8/147/42).
Gegenüber den Gutachtern gab die Beschwerdeführerin an, von Seiten des Rü
ckens habe sie die Schmerzen mit dem von ihr ausgeübten 40 %-Pensum or
dentlich im Griff. Sie arbeite als Case Managerin bei der Z._ und sei für die Betreuung von paraplegischen Patienten in der I._ verantwort
lich. Sie könne sich die Arbeit gut einrichten. Die Arbeit bestehe aus der Pa
tientenbetreuung, Gesprächen mit Ärzten und Therapeuten und viel administra
tiver Arbeit verbunden mit vielen Meetings. Es handle sich um eine leichte, wechselseitige Arbeit. Sie übe diese Arbeit seit zwei Jahren aus. Bei der Z._ angestellt sei sie seit 2002 (Urk. 8/174/24). Im Rücken habe sie lokale Schmer
zen im Bereich der Lendenwirbelsäule ohne Ausstrahlungen. Sie habe jedoch meralgische Schmerzen im rechten Oberschenkel ventral. Aufgrund der ersten Operationen seien die radikulären Symptome verschwunden. Zudem leide sie an einer starken Steifigkeit im Rücken, die aber mit Sirdalud gut therapierbar sei (Urk. 8/147/24+29). Im rechten Knie habe sich eine Gonarthrose entwickelt, die sich in Anlaufschmerzen medial äussere. Daneben habe sie Beschwerden in der rechten Hüfte, verschiedene Tendinitiden, Karpaltunnelsyndrom-Beschwerden und neuropathische Beschwerden in den Füssen (Urk. 8/147/30).
Klinisch stellten die Gutachter ein flüssiges Gangbild mit leichtem Schonhinken links, eine volle Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule mit Kletterphänomen und Schmerzen beim Aufrichten ohne Ausweichen sowie ein geringer paravertebra
ler Hartspann ohne radikuläre Zeichen fest. Die beiden Schultern waren ohne Befund, ebenso beide Ellbogen. Die Gutachter äusserten aufgrund der klinischen Untersuchung einen Verdacht auf Rhizarthrose links, welcher sich radiologisch nicht bestätigte. Klinisch feststellbar waren weiter ein Karpaltunnelsyndrom rechts, Heberdenarthrosen beidseits mit entsprechenden lokalen Druckdolenzen. Die beiden Hüften waren bis auf eine lokale Druckdolenz unauffällig. Das rechte Knie zeigte die Narben, aber keinen Erguss und keine Schwellung. Die Funktion war normal. Medial bestand eine lokale Druckdolenz, ebenso im oberen Sprunggelenk (Urk. 8/147/33). Radiologisch zeigte sich auf dem im Rahmen der Begutachtung angefertigten MRI der Lendenwirbelsäule eine Streckfehlhaltung, ein Status nach Diskushernienoperation und Hemilaminektomie links L5/S1 mit leichtgradiger Dorsalverziehung des Duralschlauchs sowie von S1 links mit dis
kreten narbigen Veränderungen entlang von S1/S2, jedoch ohne Nervenwurzel
kompression, sowie eine mässige Osteochondrose L4/5. Im Bereich der beiden Hände fanden sich Heberdenarthrosen dig. II-V beidseits. Auf den Beckenrönt
gen war eine minimale Hüftgelenksspaltverschmälerung am Pfannenrand rechts ohne weitere wesentliche degenerative Veränderungen ersichtlich. Die Röntgen
bilder des rechten Knies zeigten postoperative Veränderungen sowie eine dis
krete mediale Gelenkspaltverschmälerung mit Osteophyten, zusammengefasst eine minimale mediale Gonarthrose. Im Röntgen beider Füsse fand sich eine be
ginnende Arthrose. Im Bereich der oberen Sprunggelenke waren leichte dege
nerative Veränderungen sichtbar (Urk. 8/147/33).
In der Beurteilung führten die Gutachter aus, die Beschwerden seien klinisch und objektiv durch die neuen radiologischen Abklärungen teilweise nachvoll
ziehbar. Dies entspreche auch der Beurteilung des KSW [richtig: Dr. med. K._, L._] vom 30. April 2013, in dem Folgendes ausgeführt werde: „Eine Ursache der von Fr. X._ beklagten Schmerzen findet sich nicht. Zwar zeigt die Bandscheibe L4/5 eine gewisse Dehydrierung. Neurale Strukturen werden aber nicht beeinträchtigt". Diese Einschätzung habe nach wie vor Gültigkeit. Es sei festzuhalten, dass keine radikulären Zeichen vorhan
den seien und die degenerativen Veränderungen im Bereiche des rechten Knies, der rechten Hüfte und der beiden oberen Sprunggelenke nicht sehr ausgeprägt seien. Allenfalls könne man von beginnenden Arthrosen in diesen Bereichen sprechen. Zudem bestünden klinisch gut ausgebildete Heberdenarthrosen beid
seits. Das Ausmass der ausgeführten Operationen sei ausserordentlich eindrück
lich. Die offensichtlich bejahte Unfallkausalität hinsichtlich der Lendenwirbel
säule wäre nach heutigem Verständnis nicht gegeben (Urk. 8/147/33).
Zur Arbeitsfähigkeit erklärten die Gutachter, dass aufgrund der verminderten Rückenbelastbarkeit, der leicht verminderten Belastbarkeit im Bereiche des rechten Knies, der rechten Hüfte, beider oberen Sprunggelenke und im Bereiche beider Hände Einschränkungen bestünden. Nicht mehr zumutbar seien der Be
schwerdeführerin das Heben und Tragen von schweren Lasten über 10 kg, rein stehende, rein gehende und rein sitzende Arbeiten, Arbeiten in gehockter und gebückter Stellung, Zwangshaltungen des Rumpfes, das Gehen auf unebenem Gelände, ständiges Treppensteigen und Arbeiten, die mit grossem Kraftaufwand beider Hände verbunden seien (Urk. 8/147/34). Da die Beschwerdeführerin seit 2002 in einer angepassten Tätigkeit als Case Managerin bei der Z._ arbeite und nicht mehr als Physiotherapeutin, werde die nunmehr ausgeübte Tätigkeit als die angestammte definiert. Die Arbeit als Case-Managerin weise keine In
konsistenzen zum obgenannten Zumutbarkeitsprofil auf und sei als ideal zu bewerten. In dieser Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. Die Re
duktion begründe sich mit der verminderten Leistungsfähigkeit sowie dem ver
mehrten Pausenbedarf bei chronischen Schmerzen. Für die Tätigkeit als Leiterin einer Physiotherapieabteilung könne je nach Aufwand und Anteil der Lei
tungsfunktion und administrativen Aufgaben eine Arbeitsfähigkeit von 50 % attestiert werden (Urk. 8/147/34+42-43). Da die Beschwerdeführerin immer wie
der operiert worden sei, seien die jeweiligen Phasen der Hospitalisation mit entsprechender jeweiliger postoperativer Phase von der Beurteilung ausgenom
men. Dementsprechend könne postuliert werden, dass die beschriebene Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit ab April 2013 gelte (Urk. 8/147/43). Im Weiteren äusserten sich die MEDAS-Gutachter zum Gutachten von Dr. A._ insofern, als sie dieses als schlüssig und nachvollziehbar bezeichneten (Urk. 8/147/44).
4.
4.1
Zunächst ist zu prüfen, ob dem Gutachten der MEDAS C._ bereits aus formel
len Gründen die Beweistauglichkeit abzusprechen ist. Die Beschwerdeführerin macht dazu geltend, die orthopädische Teilgutachterin Dr. D._ sei vorbefasst gewesen (Urk. 1 S. 14).
Befangenheit
ist
anzunehmen, wenn Umstände vorlie
gen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken. Bei der Befangenheit handelt es sich allerdings um einen inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ablehnung nicht nach
gewiesen zu werden, dass die sachverständige Person tatsächlich befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangen
heit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befangenheit und der Gewichtung solcher Um
stände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Misstrauen muss vielmehr in objektiver Weise als begründet er
scheinen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztgutachten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters ein strenger Massstab anzusetz
en (BGE 132 V 93 E. 7.1
).
4.2
Primär begründet die Beschwerdeführerin ihren Standpunkt damit, dass sich Dr. D._ zur Unfallkausalität der Rückenbeschwerden geäussert respektive diese verneint habe. Sie habe damit unzulässigerweise eine juristische Wertung vor
genommen (Urk. 1 S. 14). Dem kann nicht gefolgt werden. Die Beschwerdefüh
rerin verkennt, dass die Frage nach der natürlichen Unfallkausalität eine medi
zinische Frage ist. Die von ihr zitierte Rechtsprechung, die sich auf unzulässige juristische Ausführungen in Gutachten bezieht (Urk. 1 S. 14), erweist sich daher als nicht einschlägig. Die Invalidenversicherung hat als finale Versicherung auch für nicht unfallkausale Gesundheitsschäden aufzukommen. Die Frage nach der Unfallkausalität spielt im vorliegenden Zusammenhang also keine Rolle. Bei den Vorakten handelte es sich indessen zur Hauptsache um Unfallakten, in de
nen zur Unfallkausalität (kontrovers) Stellung genommen wurde. Soweit sich Dr. D._ zur Unfallkausalität äusserte (Urk. 8/147/33), sind ihre Ausführungen in diesem Zusammenhang zu sehen.
4.3
Es ist Sache des (begutachtenden) Mediziners, den Gesundheitszustand zu beurtei
len und wenn nötig dessen Entwicklung im Zeitverlauf zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichti
gung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Auf
gabe, wofür Verwaltung und im Streitfall das Gericht nicht kompetent sind. Zu
dem nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet (BGE 140 V 193 E. 3.2). Es gehört somit zur ureigenen Aufgabe der Gutachter
person, eine Zumutbarkeitsbeurteilung abzugeben. Dabei besteht naturgemäss ein gewisser ärztlicher Ermessenspielraum (vgl. Bundesgerichtsurteil 9C_359/2010 vom 9. Juli 2010 E. 4.2). Entgegen der Ansicht der Beschwerde
führerin lässt sich mit dem Argument, Dr. D._ habe dabei ein zu strenger Massstab angelegt, keine Befangenheit begründen (Urk. 1 S. 14). Entsprechendes gilt für den Umstand, dass Dr. D._ allenfalls ausserhalb der MEDAS C._ einer weiteren Gutachtertätigkeit nachgeht. Deren Relevanz im vorliegenden Zusam
menhang ist nicht ersichtlich und wird auch nicht dargetan (vgl. Urk. 1 S. 14). Beim Hinweis im Gutachten, die Beschwerdeführerin erwarte von der IV eine Rente (Urk. 8/147/26), wird bloss die entsprechende Aussage der Beschwerde
führerin wiedergegeben. Dieses Zitat begründet keine Befangenheit der Gutach
terin. Da auch sonst keine Anhaltspunkte hiefür vorliegen, besteht
kein Grund, dem Gutachten
der MEDAS C._
aus formellen Gründ
en die Beweiskraft abzu
sprechen.
4.4
4.4.1
Weiter kann der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, soweit sie unter Einrei
chung diverser Arztbeichte (Urk. 14/1-5) geltend macht, das MEDAS-Gut
achten basiere auf einer veralteten Aktenlage (Urk. 13 S. 3).
4.4.2
Im Bericht des M._ betreffend das MRI der Lendenwirbelsäule vom 12. August 2016 wird eine unveränderte Fazettengelenksarthrose festge
halten (Urk. 14/2). Dazu bemerkt die Beschwerdeführerin zutreffend, dass im MEDAS-Gutachten in der Diagnosenliste eine solche nicht erwähnt wurde (Urk. 13 S. 5). Dies schadet jedoch nicht. Dort aufgenommen wurde im Sinne eines Oberbegriffs ein lumbovertebrales Syndrom. Das Bestehen von Arthrosen, auch im Bereich der Facettengelenke, insbesondere auf der Höhe L4/5 und L5/S1, war den Gutachtern bekannt und wurde von ihnen berücksichtigt (Urk. 8/147/31). Gleiches gilt auch für die im erwähnten MRI-Bericht weiter festgehaltene Tangierung der L5-Wurzel rezessal sowie die aktivierte Osteo
chondrose (Urk. 14/2). Auch diese zwei Befunde werden im Gutachten erwähnt (Urk. 8/147/31).
4.4.3
Im weiter von der Beschwerdeführerin eingereichten Bericht der L._ vom 28. September 2016 wird eine bekannte Rhizarthrose sowie ein Kar
paltunnelsyndrom links erwähnt (Urk. 14/4). Richtig weist die Beschwerdefüh
rerin darauf hin, dass im MEDAS-Gutachten unter dem Titel „Fingerarthrosen“ der Befund eines Röntgenbilds vom 30. Juni 2004 wiedergegeben wird, in dem ein entzündlich-rheumatisches Geschehen (noch) ausgeschlossen worden war (Urk. 8/147/32). Dass im Gutachten im Zusammenhang mit den Händen eben dieses Röntgenbild zitiert wird, ist tatsächlich schwer verständlich. Denn die Fingerpolyarthrose wie auch das Karpaltunnelsyndrom waren den Gutachtern aufgrund der Vorakten, etwa dem Bericht des Rheumatologen Dr. med. J._ vom 12. Juli 2012 (Urk. 8/111/41, 8/147/21), wie auch aufgrund der eigenen bildgebenden Abklärungen (Urk. 8/147/28) bekannt. Aufgrund der klinischen Untersuchung äusserten sie sodann den Verdacht auf eine Rhizarthrorse. Die Beschwerden im Bereich der beiden Hände wurden denn auch im Rahmen der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt. Sie fanden Eingang in die Um
schreibung der noch zumutbaren Arbeitsverrichtungen, indem festgehalten wurde, dass Arbeiten, die mit grossem Kraftaufwand der Hände verbunden seien, nicht mehr zumutbar seien (Urk. 8/147/33-34).
4.4.4
Ebenfalls gehen aus
dem eingereichten Bericht zum Arthro-MRI des Hüftgelenks vom 2
1.
September 2015
(Urk. 14/5)
keine relevant
en neuen Erkenntnisse her
vor
.
Die Probleme an der Hüfte nach einer Labrumteilresektion am 22. September 2009 wurden im MEDAS-Gutachten thematisiert und im Rahmen der Formulierung des verbliebenen Zumutbarkeitsprofils berücksichtigt. Insbe
sondere war den Gutachtern die im besagten Arthro-MRI gestellte Diagnose ei
ner Coxarthrose bekannt (Urk. 8/147/22+32+34+36).
4.4.5
Anlässlich der MEDAS-Begutachtung gab die Beschwerdeführerin multiple Be
schwerden an. Im Vordergrund stand eindeutig die Rückenproblematik. Von Schmerzen in der rechten Schulter berichtete sie indessen nicht (Urk. 8/147/24+30). Selbst in der Beschwerde vom 4. April 2016 werden solche mit keinem Wort erwähnt (Urk. 1, 4). Erst nach Einreichung der Beschwerde wurde die rechte Schulter bildgebend untersucht. Dabei ergab sich, dass die Subscapularissehne ansatznah artikularseits kranial ausgefranst und deutlich signalalteriert ist, dies jedoch bei regelrechter Muskelqualität (Urk. 14/1+3). Da diese Beschwerden erst nach Einreichung der Beschwerde vorgebracht und erst danach entsprechende Abklärungen durchgeführt wurden, ist davon auszuge
hen, dass sie sich im Zeitpunkt der Erlass der Verfügung noch nicht in relevan
ter Weise ausgewirkt hatten.
4.4.6
Massgeblich für die richterlich
e Überprüfungsbefugnis ist
der Zeitpunkt des Verfü
gungserlasses
(BGE 132 V 215 E. 3.1.1, 129 V 167 E. 1), vorliegend also der 17. Februar 2016. Als Grundlage für die Rentenbeurteilung stehen das Gut
achten von Dr. A._ vom 11. Oktober 2013 respektive das Gutachten der MEDAS C._ vom 8. September 2014 in Frage (siehe dazu nachfolgende Erwä
gungen), wobei sich der Gesundheitszustand anlässlich der beiden Begutach
tungen - wie sich aus dem MEDAS-Gutachten ergibt und was insoweit unbe
stritten ist - in etwa gleich präsentierte. Die im Zeitpunkt der Verfügung vom 17. Februar 2016 vorhanden gewesenen ärztlichen Entscheidungsgrundlagen erweisen sich nach dem Gesagten als aktuell, da eine massgebliche Verschlech
terung des Gesundheitszustandes nach erfolgter Begutachtung an der MEDAS C._, wie ausgeführt, auszuschliessen ist.
4.5
Die Beschwerdeführerin moniert sodann das Gutachten der MEDAS C._ als ungenügend, weil trotz eines entsprechenden Antrags ihrerseits keine rheuma
tologische Begutachtung stattgefunden habe (Urk. 1 S. 17). Dazu ist festzuhal
ten, dass die Wahl der Fachdisziplinen, welche im Einzelfall zu begutachten sind, im pflichtgemässen Ermessen der Begutachtungsstelle liegt (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 8C_820/2016 vom 27. September 2017 E. 5.5 mit diversen Hinweisen). Im konkreten Fall empfahl die IV-Stelle die Fachgebiete orthopädi
sche Chirurgie, Neurologie, Innere Medizin und Dermatologie (Urk. 8/165/11). Dem folgte die MEDAS C._, erachtete aber zusätzlich auch eine psychiatrische Abklärung als nötig, die dann auch stattfand (Urk. 8/165/11). Das gewählte Vorgehen steht somit im Einklang der Rechtsprechung und ist nicht zu bean
standen.
In ihrer Begründung führt die Beschwerdeführerin primär die diversen Arthro
sen für die Notwendigkeit einer rheumatologischen Begutachtung an (Urk. 1 S. 17 f.). Dazu ist festzuhalten, dass sich mit Diagnose und Behandlung von Ar
throsen sowohl der Fachbereich der Orthopädie (vgl. z.B. Alfred M. Debrunner, Orthopädie, orthopädische Chirurgie: patientenorientierte Diagnostik und The
rapie des Bewegungsapparates, 4. Aufl. 2002, S. 579 ff.) als auch derjenige der Rheumatologie (vgl. z.B. Wolfgang Bolton, Rheumatische Krankheiten, in: Fritze/Mehrhoff [Hrsg.], Die ärztliche Begutachtung, 7. Aufl. 2008, S. 448) be
fassen (vgl. Bundesgerichtsurteil 9C_793/2016 vom 3. März 2017 E. 4.1.1).
Gleiches gilt im Übrigen für das Gutachten von Dr. A._, auf welches sich die Beschwerdeführerin beruft. Gemäss eigenen Angaben war ihm aufgrund der eigenen Untersuchung und der bestehenden Vorakten, insbesondere der zahlrei
chen Berichte des behandelnden Rheumatologen Dr. J._ (vgl. etwa Urk. 8/58, 8/62, 8/68, 8/71/8, 111/41, 111/43), eine umfassende Beurteilung möglich (Urk. 8/111/7). Eine zusätzliche Begutachtung durch einen Rheumato
logen erachtete auch er nicht als notwendig.
5.
5.1
Die AXA Winterthur als Unfallversicherer stellte auf das von ihr eingeholte Gut
achten von Dr. A._ ab (Urk. 8/157). Z
wischen Unfallversicherung und Invalidenversicherung
besteht keine strikte Bindungswirkung (BGE 133 V 549 E. 6
)
. Der Beschwerdeführerin kann daher nicht gefolgt werden, soweit sie gel
tend macht, die IV-Stelle sei verpflichtet, auf das von der AXA Winterthur ein
geholte Gutachten abzustellen (Urk. 1 S. 11). Die IV-Stelle verzichtete von vornherein ausdrücklich darauf, sich am unfallversicherungsrechtlichen Gut
achten zu beteiligen (Urk. 8/165/9). Ihr Gutachten gab sie zwar erst nach Erhalt des Gutachtens von Dr. A._ in Auftrag (vgl. Urk. 8/111/1, 8/123), was aber nichts daran ändert, dass es ihr frei stand, ein eigenes einzuholen. Eine Bindungswirkung ist zu verneinen. Vielmehr sind die einzelnen Gutachten frei zu würdigen.
5.2
Im Vordergrund steht - wie sich aus den medizinischen Akten ergibt - die Rücken
problematik. Nach dem Unfall vom 23. Juli 1996 war die Beschwerde
führerin als Physiotherapeutin arbeitsunfähig (Urk. 8/12/7). Dr. E._ attes
tierte ihr im Gutachten vom 23. September 1998 eine Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit von 40 % (Urk. 8/27/7). Entgegen der ärztlichen Prognose vermochte die damals 40jährige Beschwerdeführerin alsbald ihre Ar
beitsfähigkeit auf 100 % zu steigern (Urk. 8/48/74), zunächst in der Tätigkeit als Underwriting Consultant bei der H._ und ab 2002 als Case Managerin bei der Z._ (Urk. 8/31/1). Im Jahr 2005 reduzierte sie ihr Pensum auf 80 % in Hinblick auf Ausbildungen als Sozialversicherungsfachfrau und CAS Case Ma
nagerin, die sie im 2009 abschloss (Urk. 8/40/2, 8/116/1). Aus den Akten geht das Bemühen der Beschwerdeführerin um eine Wiedereingliederung klar hervor. So schulte sie sich - offenbar primär auf eigene Kosten - um und unterzog sich wegen ihrer Beschwerden stetigen physiotherapeutischen Behandlungen (vgl. etwa Urk. 8/48/71).
5.3
Nach dem Rückfall vom 10. Januar 2010 bescheinigte Dr. A._ im Gutach
ten vom 11. Oktober 2013 ebenfalls eine Arbeitsfähigkeit von 40 % in einer lei
densangepassten Tätigkeit. Dabei berücksichtigte er auch die zusätzlichen Ein
schränkungen aufgrund der Gonarthrose (Urk. 8/111/6-7). Die strukturellen Befunde am Rücken beurteilte er als erheblich. Plausibel führte er aus, dass ins
besondere der im Jahr 1996 durchgeführte chirurgische Eingriff erhebliche (ne
gative) Auswirkungen hatte, da auf zwei Segmenthöhen operiert wurde und bereits nach wenigen Tagen eine Reoperation erfolgte (Urk. 8/111/6). Eine Stei
gerung des Arbeitspensums als Case Managerin hielt er für nicht angezeigt. Die Angaben der Patientin, wonach ihre diesbezüglichen Versuche misslungen seien, erachtete er als glaubhaft (Urk. 8/111/7). Dazu ergibt sich aus den Akten, dass die Beschwerdeführerin auch nach dem Rückfall ihr ausgeübtes Arbeits
pensum von 40 % (bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % bezogen auf ein 80 %-Pensum) mehrmals zu steigern versuchte, sie dies aber wegen verstärkter Schmerzen nicht schaffte. Wegen der Schmerzen unterzog sie sich - nebst kon
servativen Therapien - am 24. Februar 2011 einer dorsalen Dekompression L5/S1 und liess sich am 8. Januar 2013 das Metall des Fixateurs L5/1 entfernen (vgl. Urk. 8/111/15). Per 1. März 2012 wechselte sie innerhalb der Z._ als Case Managerin ihre Position (mit einer Zuständigkeit für die I._ als neuen Aufgabenbereich). Eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit stellte sich aber auch so nicht ein (Urk. 8/71/3, 8/74/55, 8/75/20, 8/76/5, 8/76/31, 8/78/3-4, 8/97/1).
5.4
Sowohl Dr. E._ als auch Dr. A._ verfügen über Erfahrung als lei
tende Ärzte in der Neurochirurgie. Beide kamen als unabhängige Gutachter zum Schluss, dass der Gesundheitsschaden bei der Beschwerdeführerin derart sei, dass eine höhere Arbeitsfähigkeit als 40 % nicht realisierbar sei. Im Jahr 1998 gelang ihr die Realisierung eines vollen Pensums dennoch, nach dem Rückfall im Januar 2012 allerdings nicht mehr. Eine Erklärung dafür findet sich in den medizinischen Akten nicht. Jedoch ist zu beachten, dass im Zeitpunkt des Rückfalls die Beschwerdeführerin mit 52 Jahren nun 12 Jahre älter war. Inzwi
schen hatte sie 16 Operationen hinter sich (Urk. 8/40/2); in den letzten Jahren vor allem im Bereich der Füsse und Hüfte (Urk. 8/147/12-17). Es hatte sich ein ausgeprägter degenerativer Verlauf eingestellt, welcher sich unter anderem in diversen Arthrosen äusserte. Der Gutachter Dr. A._ wusste um den Um
stand, dass die Beschwerdeführerin ab 1998 trotz gegenteiliger gutachterlicher Einschätzung eine volle Arbeitsfähigkeit hatte realisieren können. Gleichwohl schätzte er aufgrund des gesundheitlichen Verlaufs nach dem Rückfall und der sich präsentierenden Befunde die Arbeitsfähigkeit auf 40 %.
5.5
Wie ausgeführt legte Dr. A._ die medizinischen Zustände und Zusammen
hänge, insbesondere die Folgen des chirurgischen Eingriffs im Jahr 1996, ein
leuchtend dar. Daher vermag auch seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zu überzeugen. Demgegenüber fällt die (massgebende) Beurteilung im (63 Seiten umfassenden) Gutachten der MEDAS C._ äusserst knapp aus und ist letztlich ungenügend begründet. Nach Zusammenfassung der Diagnosen wird bloss fest
gehalten, die Beschwerden seien klinisch und objektiv durch die neuen radiolo
gischen Abklärungen teilweise nachvollziehbar. Sodann wird auf die Beurtei
lung von Dr. K._, L._, vom 30. April 2013 verwiesen, wo
nach sich keine Ursache für die geklagten Schmerzen finde. Zudem wird festge
halten, dass keine radikulären Zeichen bestünden und die degenerativen Verän
derungen im Bereich des rechten Knies, der rechten Hüfte und der beiden obe
ren Sprunggelenke nicht sehr ausgeprägt seien (Urk. 8/147/33). Dazu ist festzu
halten, dass das Fehlen von radikulären Zeichen unbestritten ist. Davon ging auch Dr. A._ aus. Tatsache ist aber, dass bei der Beschwerdeführerin ein chronisches Schmerzsyndrom mit Instabilität besteht. Damit setzen sich die Gutachter der MEDAS C._ nur ungenügend auseinander. Insbesondere äussern sie sich - im Gegensatz zu Dr. A._ - nicht zu den Auswirkungen der be
stehenden strukturellen Befunde. Der Verweis auf den Bericht von Dr. K._ vom 30. April 2013 ist in diesem Zusammenhang wenig aussagekräftig. Dr. K._, Chefarzt Wirbelsäulenchirurgie an der L._, nahm die Rückenoperationen vom 24. Februar 2011 und 8. Januar 2013 vor. Der Be
richt vom 30. April 2013 bezieht sich auf ein MRI vom 26. April 2013, das an
gefertigt wurde, nachdem trotz der beiden Operationen keine Verbesserung der Beschwerden eingetreten war (Urk. 8/90, 8/96, 8/111/15-16). Der Bericht erging also vor dem Hintergrund eines aus Sicht der Beschwerdeführerin unbefriedi
genden Operationsresultats. Auch dem Gutachter Dr. A._ war dieser Be
richt bekannt (vgl. Urk. 8/111/3). Seiner Auffassung nach liessen sich die Be
schwerden aber erklären, was er auch begründete.
5.6
Nach dem Gesagten ist gestützt auf das Gutachten von Dr. A._ von einer Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit von 40 % auszugehen.
6.
Im Rahmen des Einkommensvergleichs stellte die IV-Stelle für die Bestimmung des Valideneinkommens auf die Tätigkeit als Case Managerin ab (Urk. 2, 8/164/1). Diese Festlegung blieb unbestritten; ihr ist beizupflichten. Die Be
schwerdeführerin hatte sich bereits vor dem Unfall vom 23. Juli 1996 um ihr berufliches Fortkommen bemüht. Nach dem Unfall bildete sie sich zur Case Ma
nagerin weiter. Es ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass sie auch im Gesundheitsfall einen entsprechenden beruflichen Werdegang zu
rückgelegt hätte. Da das Validen- und Invalideneinkommen auf gleicher Basis, nämlich auf dem Lohn als Case Managerin, zu bestimmten ist, rechtfertigt es sich, den Grad der Arbeitsunfähigkeit von 60 % dem Invaliditätsgrad gleichzu
setzen. Es resultiert mithin ein (unbefristeter) Anspruch auf eine Dreiviertels
rente.
7.
7.1
In Bezug auf die Rentenberechnung stellt sich IV-Stelle auf den Standpunkt, der Versicherungsfall sei im August 1997 eingetreten. Es seien deshalb nur Beiträge und Erwerbseinkommen bis zum 31. Dezember 1996 zu berücksichtigen (Urk. 2/1, 7, 9). Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, in der ersten Anmeldung bei der Invalidenversicherung vom 23. Juli 1996 habe sie bloss um berufliche Massnahme ersucht. Anspruch auf eine Invalidenrente habe sie erst mit der Anmeldung vom 4. März 2010 erhoben. Die erste Anmeldung dürfe nun nicht dazu führen, dass die dazwischen liegenden Jahre bei der Ren
tenberechnung unberücksichtigt blieben (Urk. 1 S. 11, Urk. 13 S. 3).
7.2
Nach
Art.
36
Abs.
2 Satz 1 IVG sind für die Berechnung der ordentlichen Ren
ten die Bestimmungen des AHVG sinngemäss anwendbar. Laut
Art.
29
bis
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
(
AHVG
)
werden für die Rentenberechnung Beitragsjahre, Erwerbseinkommen sowie Er
ziehungs- oder Betreuungsgutschriften der rentenberechtigten Person zwischen dem
1.
Januar nach Vollendung des 2
0.
Altersjahres und dem 3
1.
Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles (Rentenalter oder Tod) berücksichtigt.
Der Eintritt des Versicherungsfalles ist für jede Leistungsart einzeln festzulegen (leistungsspezifischer Invaliditätseintritt).
Der
Versicherungsfall Rente tritt mit der Entstehung des Rentenanspruchs nach Ablauf der Wartezeit ein (Art. 29 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 IVG, in der bis 31. Dezember 2002 gültig gewesenen Fassung). Die Beschwerdeführerin war ab dem 23. Juli 1996 als Chefphysiothe
rapeutin arbeitsunfähig. Nach Ablauf des Wartejahres im Juli 1997 lag indessen kein (leistungsbegründender) Invaliditätsgrad von mindestens 40 % vor. Ihr Einkommen als Chefphysiotherapeutin hätte zu jenem Zeitpunkt Fr. 92‘500.-- betragen (Urk. 8/18/1). Als Underwriting Consultant verdiente sie ebenfalls in diesem Umfang (später als Case Managerin war ihr Lohn gar höher; Urk. 8/162). Die Anstellung bei der H._ hatte sie zwar erst ab Oktober 1998 inne (vgl. E. 3.3 hievor). Doch bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass ihr die Realisie
rung der entsprechenden Arbeits- und mithin Erwerbsfähigkeit nicht bereits im 1997 möglich gewesen wäre, weshalb ihr dieses Einkommen anzurechnen ist. Dies schloss den Anspruch auf eine Invalidenrente zum damaligen Zeitpunkt aus. Abgesehen davon wurden ihr im Dezember 1997 noch Taggelder für ge
währte berufliche Massnahmen (diverse Kurse) ausbezahlt (Urk. 8/21-23). Für die Dauer der gewährten Eingliederungsmassnahmen konnte der rentenspezifi
sche Invaliditätsfall nicht eintreten (vgl.
Me
yer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl., N 7 zu Art. 28
IVG
).
Der Versicherungsfall Rente trat nach dem Gesagten erst ein Jahr nach dem Rückfall vom 6. Januar 2010 ein. Auf dieser Basis wird die IV-Stelle die (rech
nerische) Höhe der Invalidenrente neu bestimmen.
8.
8.1
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3 GSVGer).
Ausgangsgemäss ist die IV-Stelle
dahe
r zu verpflichten, der Be
schwerdeführerin
eine Pro
zessentschädigung von Fr. 2‘700
.-- (inklusive Bar
auslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
8.2
Die G
erichtskosten (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) sind auf
Fr.
800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.