Decision ID: ead54764-1783-4471-8085-a18e42f248f6
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1972 geborene
X._
, welche in ihrem Heimatland eine Busi
ness- und Marketing-
Sales
-Ausbildung absolviert hatte, arbeitete in der Schweiz ab dem
1. Oktober 2009
als Lagermitarbeiterin
in einer Firma für
Medizinaltechnik
in einem Vollzeitpensum. Am 16. September 2014 (Eingangs
datum) meldete sie sich
unter
Hinweis auf die Folgen eines im Oktober 2013 erlittenen Auffahrunfalls (Rückenschmerzen)
bei der
Soz
ialversiche
rungs
anstalt
des Kan
tons Zürich, I
V-Stelle, zum Bezug von Leistun
gen der Invalidenversi
cheru
ng an (Urk. 6/2
und Urk. 6/37
).
Die IV-Stelle zog die Akten der Suva bei
;
aus
diesen
ergab
sich, dass die Suva
am 13. Dezember 2014
die Einstellung der Versicherungsleistungen per 31. Dezember 2014 verfügt hatte
(Urk. 6/6/1-172
und Urk. 6/23 f.,
insbesondere Urk. 6/24/3-4). Die Arbeitsstelle wurde
der Versi
cherten
im Januar 2015 per 31. März 2015 gekündigt (Urk. 6/25/9). Am 18. Fe
bruar 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass die Arbeitsver
mittlung abgeschlossen werde, da sie auf Unterstützung bei der Stellensuche verzichtet
habe (Urk. 6/26).
In der Folge zog d
ie IV-Stelle erneut die
Akten der Suva (Urk. 6/33/1-117) sowie die Akten der Krankentaggeldversicherung (Urk. 6/36/1
4) bei. Sie klärte sodann die
erwerblichen und medizinischen Ver
hältnisse ab
.
Die Suva wies die von der Versicherten gegen die Einstellungsverfügung vom 13. Dezember 2014 erhobene Einsprache mit Entscheid vom 22. Juli 2015 ab (Urk. 6/47; vgl.
auch
die erneut eingereichten Suva-Akten [Urk. 6/48/1-266]).
Am 14. September 2015 (Urk. 6/55) zog die IV-Stelle die Akten der
Krankentag
geldversicherung
, welche eine ärztliche Untersuchung der Versicherten
bei Dr.
Y._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie,
veranlasst hatte, erneut bei (Urk. 6/56/1-31). A
us diesen ergab sich, dass
die
Krankentaggeldver
sicherung die Versicherte am 26. August 2015 darüber informierte,
aufgrund des Ergebnisses der ärztlichen Untersuchung (Urk. 6/56/8
18)
nur noch Leistun
gen bis am 30. November 2015 zu erbringen
(Urk. 6/56/30 f.).
Eine von der IV-Stelle erneut in die Wege geleitete Arbeitsvermittlung wurde am 28. Januar 2016 abgeschlossen, da
die Versicherte per 1.
Februar
2016
beziehungsweise 1. März 2016
eine Tätigkeit aufgenommen hatte
(
Urk. 6/74 und U
rk. 6/77).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 2. November 2016 [Urk. 6/83]; Einwand vom 12. Dezember 2016 [Urk. 6/89, Urk. 6/93 f.]) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 8. März 2017 einen Leistungsanspruch der Versicherten (Urk. 2 [= Urk. 6/99]).
2.
Dagegen erhob
die Versicherte mit Eingabe vom 24. April 2017 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben
,
und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen auszurichten; eventuell sei eine medizinische Begut
achtung zu veranlassen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 30. Mai 2017 (Urk. 5) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1. Juni 2017 ange
zeigt wurde (Urk. 7).
3.
Die
von der Versicherten gegen den
Einpracheentscheid
der Suva vom 22. Juli 2015 (Urk. 6/47) beim
hiesigen Gericht
erhobene Beschwerde vom 9. September 2015
wurde mit heutigem Urte
il abgewiesen (vgl. Prozess Nr.
UV.2015.00161
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen, die Beschwerdeführerin leide
immer wieder an Rückenschmerzen
. Spätestens seit Januar 2015 bestehe jedoch weder in der ehemaligen Tätigkeit als
Lager
mitarbeiterin
noch in einer anderen
angepassten Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Damit liege kein invalidisierender
Gesund
heits
schaden
vor. Das im
Einwandverfahren
eingereichte Parteigutachten von Dr.
Z._
erweise sich als nicht nachvollziehbar (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte die
Beschwerdeführer
in geltend,
Dr.
Y._
habe in seiner Beurteilung zuhanden der Krankentaggeldversicherung eine HWS-Distorsion diagnostiziert, die weitergehenden Schäden der Bandscheibe und der Wirbel
säule jedoch ausser Acht gelassen. Es sei sodann nicht einzusehen, weshalb seiner Beurteilung eine höhere Objektivität beigemessen werde als der Beurtei
lung des Hausarztes Dr.
A._
. Dr.
Y._
stehe in einem wirtschaftlich relevan
ten Auftragsverhältnis zur Krankentaggeldversicherung. Das Privatgutachten von Dr.
Z._
erweise sich demgegenüber als nachvollziehbar und schlüssig. Beim Vorliegen der Diagnose eines Schleudertraumas könne ausserdem nicht auf eine Prüfung der Standardindikatoren verzichtet werden (Urk. 1).
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, hielt in seinem Bericht vom 6. Mai 2015 die folgenden Diagnosen fest (Urk. 6/34
/1
):
-
C6-Radikulopathie bei Bandscheibenvorfall C5/6
mediolateral
linksbe
tont
-
Status nach Autounfall mit HWS-Distorsionstrauma am 18.10.2013
-
Mikroadenom d
er
Adenoh
ypophyse
Er führte sodann aus, eine Tätigkeit sei zu 50 % möglich, wenn keine Gewichte bewegt werden müssten (Urk. 6/34/2).
3.2
Im Bericht der Universitätsklinik
B._
vom 15. Mai 2015 wurden die bereits bekannten Diagnosen als
„
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä
hig
keit
“
aufgeführt
.
Weiter wurde festgehalten, bei aktuell (nach durchgeführter Infiltrationstherapie) nur leichten
Cervikonuchalgien
sei von einer guten Prog
nose auszugehen. Ein Beschwerderezidiv sei prinzipiell möglich. In diesem Fall sei, abhängig vom beschwerdefreien Intervall, gegebenenfalls eine erneute Infiltration zu planen. Bei Beschwerdepersistenz müsse eine mikrochirurgische Dekompression mit
interkorporeller
Fusion C5/6 erneut
reevaluiert
werden. Aktuell bestehe keine Arbeitsunfähigkeit. Es bestünden
sodann
keine körperli
chen, geistigen oder psychischen Einschränkungen. Angaben zur Arbeitsfähig
keit in der bisherigen Tätigkeit und zur Wiederaufnahme
der bisherigen
Tätig
keit könnten nicht gemacht werden, da das Tätigkeitsprofil nicht bekannt sei. Zu vermeiden seien stark nackenbelastende Tätigkeiten (am Computer), empfohlen würden wechselseitige Belastungen (Urk. 6/38/6-9).
3.3
Dr.
A._
bezeichnete den Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
in sei
nem Bericht vom 7. August 2015
als stationär
(Urk. 6/49).
3.4
Dr.
Y._
führte
in seinem Bericht vom 13. August 2015
zuhanden der
Krankentag
geldversicherung
die folgenden Diagnosen
auf
(Urk. 6/56/13)
:
-
Chronisches
cervikovertebrogenes
Schmerzsyndrom mit lokalen
Tendomy
osen
, aktivierten
cervikothorakalen
Facettenarthrosen,
Inser
tionstendinosen
und Spannungskopfschmerzkomponente bei
-
Degenerationen an der HWS mit multisegmentalen
Diskusprotru
sionen
(MRI vom
27.1.
2015,
B._
)
-
cervikothorakaler
Fehlstatik (
cervikale
Kyphosierung
, thorakale
l
inks
konvexe
Torsionsskoliose)
-
muskulärer
Dysbalance
und
Insuffizienz
-
Status nach
cervikalem
Distorsionstrauma am 18.10.2013 (QTF l-
ll
)
-
Sternocostale
Irritation bei
-
Kontusionstrauma durch Sicherheitsgurt am 18.10.2013
-
thorakale Skoliose
-
Haltungsinsuffizien
z
Dr.
Y._
hielt sodann fest
(Urk. 6/56/13 f.)
, d
ie
Beschwerdeführerin klage über lokale
cerv
ikale
Schmerzen und eine Spannungskopfschmerzkomponente. Diese seien stark belastungsabhängig. Anamnestische Hinweise auf
radikuläre
oder
m
yelopathische
Komponenten würden
nicht gegeben. Bei der
klinischen Untersuchung ergebe
sich eine schmerzhafte Funktionse
inschränkung der HWS um etwa einen Viertel
. Das Ma
ximum der Schmerzhaftigkeit werde
auf de
n
cervikothorakalen
Übergang, auf die Dornfortsätze und Facetten in dieser Region projiziert, in geringerem Masse auf die subokzipitalen Muskelansätze und auf den
Oberrand
des
Musculus
trapezius
.
Radikuläre
Defizite oder Irri
tationen seien
nicht erkenntlich
und würden
sich nicht provozieren
lassen
.
Es ergebe
sich eine verstärkte Rippenwölbung kranial links und ein
Schultertie
f
stand
links. Die Muskulatur sei
partiell deutlich atrophiert, speziell am
cervi
kothorakalen
Übergang links. Die
paraspinöse Muskulatur sei
cervikal
verkürzt, eine
weitere
Kyphosierung
der HWS sei bei Muskelverkürzung
nicht möglich. Das
Kerns
pintomogramm
der HWS vom 27. Januar
2015
stelle
als Hauptbefund eine
m
ä
ssige
breitbasige
Diskusprotru
sion
bei C5/6 mit
Kyphosierung
der
Hals
wirbelsäule
dar, des weiteren leichtere
Diskusprotrusionen
bei C4/5 und
C6/
7.
Zwar liessen
sich
diskogene
Tangierungen beziehungsweise eine leichte
Duralsackimpression
und
eine
osteodiskäre
neuroforaminale
Enge mit möglicher Affektion der Wurzel C6 links im MRI erkennen. Hinweise auf relevante Kom
pressionen de
s
Myelons
oder der Radix ergäben
sich
jedoch
nicht.
Es liege
somit ein chronischer Reizzu
stand an der HWS vor. Dieser sei
durch degenerative Pro
zesse in den mittleren
cervikalen
Etagen, eine Fehlstellung der HWS und eine muskuläre Koordinationsstörung bei muskulärer
Dysbalance
und Insuffizienz bedingt
. Als Hauptschmerzquellen würden
sich die Ansätze der paraspinösen Muskulatur, die
cervikothorakalen
Facetten, die schmerzhaften Kontrakturen des
Musculus
trapezius
, pars
superi
or
und der paraspinösen
cervikal
en
Musku
latur identifizieren
lassen
. Als disponierender
Faktor sei
auch eine Skoliose zu sehen bei Torsion der BWS mit deu
tlich verstärkter Rippenwulstbil
dung links. Die Folgen eines Prellungstraumas des Sternums durch den
Sicherheitsgurt müssten
ohne symptomunterhaltenden Faktor längst abgeklungen
sein
.
Es werde
über Sc
hmerzen im Bereich der
costostern
alen
Gelenkverbindungen geklagt. Hierbei dürften eine
sternosymphyseale
Belastungshaltung (nach Brügger) und die thorakale Skoliose die dominierende schm
erzunterhaltende Rolle spielen.
Sodann hielt
Dr.
Y._
fest
(Urk. 6/56/14 f.)
, e
ntsprechend der wis
senschaftlichen Datenlage sei
von einem Abklingen der unfallbedingten
Symptome innerhalb von sechs
Monaten auszugeh
en.
Nach der aktuellen
Datenlage sei
ein
Schleu
dertrauma
nicht geeignet
,
bei einer gesunden Bandscheibe eine
Protrusio
oder einen Prolaps zu erzeu
gen. Insofern seien
die Bandscheibenvorfälle nicht auf den Unfall zurückzuführen, sondern als unfallun
abhängig zu betrachten. Dies sei den Betroffenen – wie auch im vorliegenden Fall –
oft schwer zu vermitteln, da vor dem Unfall Beschwerdefreiheit bestand
en habe
.
Zweifellos liege
ein fort
geschrittener
Chronifizierungsprozess
vor. Die früher offensichtlich sportlich sehr aktive
Beschwerdeführerin habe
sich zunehmend in ihren Aktivitäten ein
geschränkt und
könne
als hochgradig
dekonditioniert
betrachtet werden. Eine wichtige R
olle spiele
offensichtlich, entsprechend den Aussagen des Ehemannes, die in seinen Augen unbefriedigende bisherige versicherungsrechtliche Klärung des Unfallzusammenhangs.
Dr.
Y._
gelangte zum Schluss
(Urk. 6/56/15 f.)
, d
ie Wiederaufn
a
hme einer be
ruflichen Tätigkeit würde die Gesundheit der
Beschwerdeführerin
nicht schädigen. Sie würde im Gegenteil dem
Chronifizierungsprozess
entgegenwir
ke
n. Diese Einschätzung entspreche
den aktuellen Leitlinien beim Vorgehen chronischer Schmerzen.
Dr.
Y._
empfahl eine schrittweise Steigerung des Arbeitspensums bei Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit, sodass nach etwa zwei Monaten ein 100%iges Pensum erreicht werden könne. Er empfahl
ein
en
Arbeitsplatz mit der Möglichkeit zum gelegentlichen Wechsel der
Arbeits
position
, überwiegend im Sitzen und zeitweiligem Gehen und Stehen. Anfäng
lich sollten keine Gewichte übe
r 5 kg gehoben werden. Nach circ
a drei Monaten wäre das Heben un
d Bewegen von Gewichten von circ
a 7.5 kg vorstellbar.
Dr.
Y._
fügte schliesslich an (Urk. 6/56/16), b
ei e
inem
Chronifizierungsprozess
sei
meistens von mehre
ren fördernden Faktoren auszugehen. Im vorliegenden Fall seien
als
chronifizierende
Elemente zur Diskussion zu
stellen: ü
bermässige Schmerzvermeidung,
Dekonditionierung
, suboptimale Therapieformen (passive und mobilisierende Massnahmen statt
roborierender
und stabilisierender
Thera
pieformen
),
die
für die
Beschwerdeführerin
aus ihrer Sicht unbefriedigende ver
sicherungsrechtliche Situation bei fehlender Anerkennung ihre
r Beschwerden als Unfallfolge.
3.5
Im Bericht des Universitätsspitals, Augenklinik, vom 29. November 2015 wurde der Beschwerdeführerin für die Zeit vom 25. August bis 11. September 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert bei einem Status nach
superinfizier
ter
herpetischer Keratitis am rechten Auge (Erstdiagnose am 24. August 2015) und bei Hornhautnarbe bei 9 Uhr mittelperipher. Mit einer Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit könne gerechnet werden (Urk. 6/70).
3.6
Dr.
A._
bezeichnete den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin auch in seinem Bericht vom 29. Juni 2016 als stationär.
Sie arbeite zu 40 % in einem Restaurant und benötige 3-4 Mal pro Woche Voltaren wegen
Nackenbeschwer
den
, welche nach der Arbeit verstärkt aufträten. Sie sei praktisch nie schmerz
frei. Es bestünden keine
radikulären
Zeichen (Urk. 6/81).
3.7
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, hielt in seiner Beurteilung vom 23. September 2016 über die von der Beschwerdeführerin ver
anlasste Untersuchung fest, e
ine Steigerung der momentanen Arb
e
itsf
ähigkeit in einem Pensum von 35-50
%
sei
zum
jetzigen Zeitpunkt nicht realistis
ch. Es
seien mehrere Arbei
t
sversuche mit gesteigertem Arbei
tspensum durchgeführt
worden
.
Diese seien jedoch misslungen,
trotz
des
Verzicht
s
a
uf schwere körper
liche Arbeiten. Beim Arbeitsplatz sei
auf die Möglichkeit zwischen willkürli
chem Wechsel von sitzender, stehender und gehender Position zu
achten, Dies sei bei der aktuellen Arbeitstätigk
eit
im Restaurant erfüllt.
Das Heben von Lasten über 10 kg sollte bei der Arbeit
grösstenteils vermieden werden
(
Urk. 6/91/
6). Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100 % sei zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund der Beschwerden nicht möglich, auch nicht in einer dem Leiden adaptierten Tätigkeit. Er könne die von Dr.
Y._
beschriebenen
Schmerz
quellen
im Bereich der paravertebralen Muskulatur bestätigen, gehe mit ihm jedoch hinsichtlich der Frage der Unfallkausalität nicht einig (Urk. 6/91/7).
4.
4.1
Im Vordergrund steht, dass
Dr.
Y._
in seiner Beurteilung vom 13. August 2015 festhielt,
die Beschwerdeführerin habe in der Anamnese
keine Hinweise für
radikuläre
oder
m
yelopathische
Komponenten
geben können
.
Auch seien
r
adi
kuläre
Defizite oder Irritationen
nicht erkenntlich
und würden
sich nicht provo
zieren
lassen
. Zwar liessen
sich
diskogene
Tangierungen beziehungsweise eine leichte
Duralsackimpression
und
eine
osteodiskäre
neuroforaminale
Enge mit möglicher Affektion der Wurzel C6 links im MRI erkennen. Hinweise auf rele
vante Kompressionen de
s
Myelons
oder der Radix ergäben
sich
jedoch nicht
(Urk. 6/56/13
f.
)
.
Damit bestätigte Dr.
Y._
die bereits von
Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Neurologie,
und
Prof. Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Orthopädie und Unfallchirurgie,
erhobenen Befunde in ihren Berichten zuhanden der Unfallversicherung. Prof.
D._
hatte im Bericht vom 28. Juli 2014 üb
er die gleichentags durchgeführte
kreisärztliche Untersuchung (Urk. 6/48/140-143) festgehalten, neurologische Ausfallerschei
nung
en
könn
t
en weder an den oberen noch an den unteren Extremitäten festgestellt werden
(Urk. 6/48/142)
.
Dr.
C._
berichtete am
25. September 2014 sodann
(Urk. 6/48/107),
nicht nur klinisch, sondern auch elektrophysiologisch fänden sich keine Hinweise darauf, dass die degenerativen HWS-Veränderungen auf Höhe C5/6 und weniger C6/7 zu einer Kompression der Radizes C6 oder C7 führten. Somit könne ein klinisch bedeutsames
zerviko-radikuläres
Syndrom bei der Beschwerdeführerin derzeit zuverlässig ausgeschlossen werden.
Selbst Dr.
Z._
hatte in seinem Privatgutachten keine Befunde für eine
radikuläre
Symptomatik dokumentiert
(Urk. 6/91/5), weshalb die von ihm gestellten
Diag
nose
n
eines chronischen
cervikalen
und intermittierenden
radikulären
Schmerzsyndroms sowie eines diskreten intermittierenden
radikulären
senso
motorischen Ausfallsyndroms C6 Arm links nicht nachvollzogen werden können
.
4.2
4.2.1
Es ist somit auf die schlüssige medizinische Beurteilung von Dr.
Y._
abzustel
len.
Dr.
Y._
betrachtete die Beschwerdeführerin als hochgradig
dekonditioniert
und ging davon aus, dass die Schmerzquellen im Bereich der paravertebralen Muskulatur zu finden seien. Er e
rachtete die Wiederaufna
hme einer beruflichen Tätigkeit sodann nicht als gesundheitsschädigend und empfahl eine schrittweise Steigerung des Arbeitspensums bei Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit. Er empfahl sodann einen Arbeitsplatz mit der Möglichkeit zum gelegentlichen Wechsel der Arbeitsposition, überwiegend im Sitzen und zeitweiligem Gehen und Stehen. Anfänglich sollten keine Gewichte über 5 kg gehoben werden. Nach circa drei Monaten wäre das Heben und Bewegen von Gewichten von circa 7.5 kg vorstellbar (E. 3.4).
4.2.2
Anhalt
s
punkte dafür, weshalb
die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
von
Dr.
Y._
unangemessen sein sollte, sind nicht ersichtlich:
Die Berichte der Universitätsklinik
B._
erweisen sich
für die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als nicht
massgebend
. Im Bericht vom 15. Mai 2015 wurden
sowohl
das Vorliegen körperlicher, geistiger oder psychi
scher Einschränkungen sowie das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit verneint. Weshalb
vor diesem Hintergrund
keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit in der bis
herigen Tätigkeit und zur Wiederaufnahme der bisherigen T
ätigkeit gemacht werden konnten – unter
dem Hinweis, das Tät
igkeitsprofil sei nicht bekannt –,
erweist sich
deshalb
als nicht nachvollziehbar (vgl. E. 3.2).
Im Bericht
der Uni
versitätsklinik
B._
vom 9. Juni 2015 (Urk. 6/56/19) wurde denn auch fest
gehalten, Fragen zur Arbeitsfähigkeit seien nicht
beantwortbar
.
Auch
die
Berichte von
Dr.
A._
(Facharzt für Allgemeine Medizin)
überzeu
gen nicht
,
fehlt ihnen doch eine nachvollziehbare Begründung
und vermögen sie die Einschätzung der Fachärzte
Y._
,
C._
und
D._
nicht in Zweifel zu ziehen.
Schliesslich ist in Bezug auf
Dr.
A._
auch
der Erfahrungstat
sache Rechnung zu tragen, dass be
handelnde Ärzte mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patie
nten aussagen (BGE 125 V 351 E.
3b/cc).
Was den Bericht
des Universitätsspitals, Augenklinik, vom 2
9.
November 2015
(E.
3.5
) anbelangt, ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführerin darin keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde.
4.3
Nach dem Gesagten erweist sich die Beurteilung von Dr.
Y._
als nachvollzieh
bar und schlüssig.
Eine Begutachtung der Beschwerdeführerin in den Fachge
bieten Orthopädie, Neurologie und Rheumatologie (Urk. 1 S. 6) ist
deshalb
nicht angezeigt.
Da keine Folgen des Schleudertraumas
mehr feststellbar
sind (Urk. 6/56/14; vgl. auch das Urteil im Verfahren UV.2015.00161), ist auch nicht ersichtlich, weshalb die Standardindikatoren
wie von der Beschwerdeführerin verlangt (Urk. 1 S. 6)
zu prüfen sind.
4.4
Es ist demnach
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass der Beschwer
de
führerin e
ine angepasste Tätigkeit zu 100
% zumutbar ist
.
Gemäss Arbeitgebe
rbericht
vom 28. Mai 2015 (Urk. 6/37) entsprach die bisherige Tätig
keit der Beschwerdeführerin als Lagermitarbeiterin in einer Firma für
Medizi
naltechnik
dem von Dr.
Y._
beschriebenen Belastungsprofil. Die Tätigkeit wurde überwiegend sitzend ausgeübt mit der Möglichkeit von
zeitweiligem Gehen
(5 %)
und Stehen
(10 %). Die zu tragenden oder hebenden Gewichte wurden sodann ausschliesslich als leicht (0-10 kg) taxiert (Urk. 6/37/5). Dr.
Z._
, dessen Beurteilung die Beschwerdeführerin
für
repräsentativ
hält
(Urk. 1 S. 5),
erachtete erst das Heben von Lasten über 10 kg als problematisch
und stufte die aktuelle Tätigkeit der Beschwerdeführerin im Restaurant als angepasst
ein
(Urk. 6/91/6).
Es liegt daher keine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit vor, weshalb sich auch ein Einkommensvergleich erübrigt.
5.
5.1
Selbst wenn ein Einkommensvergleich vorgenommen würde, resultierte kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40 %.
5.2
Gemäss Arbeitgebe
rbericht
vom 28. Mai 2015 verdiente die Beschwerdeführerin als Lagermitarbeiterin bei der
Medizinaltechnikfirma
ab April 2013 einen Brut
tolohn von Fr. 52‘958.-- (Urk. 6/37/2).
U
nter Berücksichtigung der
Nominalloh
nentwicklung
bis ins Jahr 2015 (frühester Rentenbeginn; Indexstand
2648
[2013] auf 2686 [2015], vgl. Bundesamt für Statistik, Arbeitsmarktindikatoren 2016, T 35 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der
Reallöhne, 1976–2015, Frauen) beträgt das
Valideneinkommen
demnach Fr. 53‘718
.
-- (Fr. 52‘958.
-- :
2648
x 2686).
5.3
Zur Bemessung des Invalideneinkommens sind die Tabellenlöhne der
Schwei-zerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012 heranzuziehen. Es ist auf den Lohn der Tabelle 1 (TA1), Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art), Total Frauen, und damit auf ein standardisiertes monatli
ches Einkommen von
Fr.
4‘112.-- abzustellen. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2015 von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
teilungen, TOTAL) sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2015 (Indexstand 2630 [2012] auf 2686 [2015], vgl. Bundesamt für Statistik, Arbeitsmarktindikatoren 2016, T 35 Entwicklung der Nominallöhne, der
Kon
sumentenpreise
und der Reallöhne, 1976–2015, Frauen) ergibt sich ein Jahres
einkommen von Fr.
52
‘
536.
-- (Fr. 4‘112.-- : 40 x 41,7 x 12 : 2630 x 2686).
5.4
Die aus dem Einkommensvergleich resultierende Erwerbseinbusse beträgt Fr.
1
‘
182
.-- (
Valideneinkommen
von Fr. 53‘718
.
-- abzüglich
Invalideneinkom
men
von Fr.
52
‘
536.
--), was einer Einschränkung im Erwerbsbereich von gerun
det 2
%
entspricht.
6.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist demzu
folge abzuweisen.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).