Decision ID: be4c0819-b756-56db-81f0-4140922d5dbc
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
Am 24. März 2020 stimmte das SEM gestützt auf Art. 9 der Verordnung
(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung
des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-
rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-
nationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-VO) einem Übernahmeersuchen
der griechischen Behörden für den Beschwerdeführer zu, worauf am
29. Oktober 2020 dessen Überstellung in die Schweiz erfolgte. Der Be-
schwerdeführer, ein syrischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie aus
B._, suchte hier noch am selben Tag um Asyl nach. In der Folge
wurde er dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region C._ zugewie-
sen. Am 3. November 2020 erhob das SEM seine Personalien und be-
fragte ihn zu seinem Reiseweg und summarisch zu seinen Asylgründen
(sogenanntes Protokoll der Personalienaufnahme; nachfolgend PA ge-
nannt [vgl. Akten SEM {...}-10/10]). Die einlässliche Anhörung zu seinen
Asylgründen fand am 18. Dezember 2020 statt (nachfolgend Bundesanhö-
rung [BA] genannt [vgl. Akten SEM {...}-18/13]). Am 22. Dezember 2020
wies das SEM den Beschwerdeführer dem erweiterten Verfahren zu. Am
23. Dezember 2020 wurde er für die Dauer seines Asylverfahrens dem
Kanton D._ zugeteilt. Am 29. Januar 2021 führte das SEM eine er-
gänzende Anhörung (nachfolgend EA genannt [vgl. Akten SEM 1079685-
31/18]) durch. Dabei erfolgte die EA auf Wunsch des Beschwerdeführers
in einem reinen Frauenteam.
Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im
Wesentlichen geltend, er habe B._ im Jahr 2013 verlassen und sei
zu seinen Eltern ins Dorf E._ bei F._ gezogen, weil das sy-
rische Regime dort damals keinen Zugang gehabt habe und ihn deshalb
nicht für den Militärdienst hätte rekrutieren können. In der Folge hätten ihn
Angehörige der damals in F._ herrschenden PKK (Partiya Karkerên
Kurdistanê; Kurdische Arbeiterpartei) beziehungsweise der YPG
(Yekîneyên Parastina Gel; Volksverteidigungseinheiten) für Hilfsdienste
angeworben, wobei er mit den Aufgaben betraut worden sei, Lebensmittel
an die jeweiligen Kontrollposten zu transportieren und Steuern von Ge-
schäftsleuten einzuziehen. Diese Tätigkeiten habe er mehrere Monate lang
durchgeführt. Etwa im Mai oder Juni 2014 hätten ihn Angehörige der Freien
Syrischen Armee (FSA) bei einem Angriff in der Nähe des Kontrollpostens
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G._, in welchen er zufällig geraten sei, zusammen mit zwei weite-
ren Personen festgenommen. Danach sei er ungefähr zweieinhalb Monate
lang mit weiteren neun Personen an einem unbekannten Ort in einem un-
terirdischen Raum festgehalten worden. Während dieser Zeit sei er täglich
verhört und gefoltert worden, bis ihn sein Vater im August 2014 gegen die
Bezahlung von 11⁄2 Mio. syrische Lire habe freikaufen können. Danach
habe er sich aufgrund seiner Folterverletzungen in medizinische Behand-
lung begeben müssen. Noch während seiner Genesungsphase seien in-
dessen immer wieder Angehörige der PKK beziehungsweise der YPG bei
ihm vorbeigekommen, welche sich einerseits nach seinem Befinden erkun-
digt, ihn aber andererseits auch aufgefordert hätten, seine Hilfsdienste bei
ihnen baldmöglichst wiederaufzunehmen. Schliesslich habe er Syrien im
August/September 2014 in Richtung Türkei verlassen, wo er fortan in Is-
tanbul gelebt habe. Dort habe er im März 2017 auch seine jetzige Frau
H._ geheiratet, die sich seit geraumer Zeit mit ihrem gemeinsamen
Sohn I._ in der Schweiz befinde.
Nachdem die FSA in F._ die Kontrolle übernommen habe, habe
diese ihn wegen seiner früheren Hilfstätigkeiten zugunsten der PKK bezie-
hungsweise YPG bei seinem Vater zu suchen begonnen. Da er nicht auf-
findbar gewesen sei, hätten sie an seiner Stelle seinen Vater festgenom-
men und diesen über ihn befragt. Nachdem sein Vater der FSA seinen Auf-
enthaltsort in der Türkei preisgegeben habe, habe die FSA die Suche nach
ihm in der Türkei aufgenommen. Dies habe ihn dazu veranlasst, sich im
Jahr 2018 nach Griechenland zu begeben, wo er am 13. November 2019
ein Asylgesuch gestellt habe. Auch in der Folgezeit hätten Angehörige der
FSA seinen Vater diverse Male aufgesucht und über ihn befragt. Im Ver-
laufe des Jahres 2020 sei sein Vater seinetwegen auch gerichtlich vorge-
laden, indessen gegen eine Kautionszahlung wieder auf freien Fuss ge-
setzt worden. Dies zeige, dass die FSA ihn auch aktuell noch suche.
Der Beschwerdeführer reichte im Rahmen des erstinstanzlichen Verfah-
rens zum Beleg seiner Identität seine syrische Identitätskarte vom 30. Ja-
nuar 2009 sowie sein Familienbüchlein im Original ein. Im Weiteren reichte
er eine auf ihn lautende Militärvorladung des Aushebungsamtes der Re-
gion J._ vom 6. Juli 2019, ein seinen Vater betreffendes Entlas-
sungsurteil des Gerichts F._ vom 12. August 2020, eine Quittung
über die Zahlung von 500 türkischen Lire durch seinen Vater für dessen
kautionsweise Freilassung vom 12. August 2020 sowie eine auf seinen Va-
ter ausgestellte Vorladung des Gerichts F._ zu einer Verhandlung
vom 15. Dezember 2020 ein.
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B.
B.a Am 2. Februar 2021 forderte das SEM einen ärztlichen Bericht an, der
Auskünfte zur Anamnese, Diagnose, Prognose sowie zur angemessenen
Behandlung des Beschwerdeführers enthalten solle, damit der medizini-
sche Sachverhalt in die laufenden Abklärungen miteinbezogen werden
könne.
B.b In der Folge ging dem SEM ein entsprechender ärztlicher Bericht von
Dr. med. K._, Praktischer Arzt FMH (Hausarztpraxis für Allgemein-
und Informationsmedizin, L._) vom 17. Februar 2021 zu. Im ärztli-
chen Bericht wird beim Beschwerdeführer eine posttraumatische Belas-
tungsstörung (PTBS; ICD-10: F43.1) diagnostiziert, die anamnestisch auf
eine zwei bis dreimonatige Inhaftierung durch Angehörige einer feindlichen
Gruppierung und dabei wiederholt erlittenen massiven Misshandlungen zu-
rückzuführen sei. Darüber hinaus hat eine körperliche Untersuchung des
Beschwerdeführers ergeben, dass dieser am Rücken grosse, längs-ver-
laufende Narben entsprechend Schlagrichtung von links auf rechts und
umgekehrt bis zur Nackenhöhe aufweist, wobei die Narben unterschiedlich
lang seien und ehemals durchlittene, unbehandelte Platz- und/oder auch
Verbrennungswunden suggerieren würden. Eine psychologische Behand-
lung des Beschwerdeführers finde gegenwärtig noch nicht statt, sei aber
im Zentrum für Psychotraumatologie in M._ vorgesehen. Ohne eine
adäquate Behandlung des Beschwerdeführers drohe das Risiko der Ent-
wicklung schwerer Neurosen und Psychosen sowohl gegenwärtig als auch
zukünftig. Mit einer adäquaten Behandlung bestünden sehr gute Progno-
sen, ein beschwerdefreies Leben führen zu können. Schliesslich hält der
ärztliche Bericht fest, die Angaben des Patienten seien glaubhaft und die
körperlichen Befunde würden mit seinen Angaben zu den Traumatisierun-
gen korrelieren.
C.
Mit Verfügung vom 23. Februar 2021 – eröffnet am 24. Februar 2021 –
stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-
schaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus
der Schweiz, schob diese jedoch zugunsten einer vorläufigen Aufnahme
wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs auf und beauftragte den
zuständigen Kanton mit deren Umsetzung.
D.
Mit Eingabe vom 25. März 2021 erhob der Beschwerdeführer gegen diese
Verfügung Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Dabei beantragte
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er, die angefochtene Verfügung sei hinsichtlich der Dispositivziffern 1 bis 3
aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und ihm Asyl zu
gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei ihm die
unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, auf die Erhebung eines Kos-
tenvorschusses zu verzichten und ein amtlicher Rechtsbeistand einzuset-
zen.
Der Beschwerdeführer fügte seiner Beschwerde unter anderem eine auf
seine Person ausgestellte Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung der (...) vom
9. März 2021 bei.
E.
Mit Schreiben vom 26. März 2021 bestätigte das Bundesverwaltungsge-
richt den Eingang der vorliegenden Beschwerde.
F.
Mit Verfügung vom 22. April 2021 hiess der zuständige Instruktionsrichter
des Bundesverwaltungsgerichts die Gesuche um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung – Letzteres unter
Vorbehalt der Bestellung eines amtlichen Rechtsbeistandes durch den Be-
schwerdeführer bis zum 7. Mai 2021 – gut und verzichtete auf die Erhe-
bung eines Kostenvorschusses.
G.
Mit Eingabe vom 30. April 2021 teilte die jetzige Rechtsvertreterin dem
Bundesverwaltungsgericht unter Beilegung einer entsprechenden Vertre-
tungsvollmacht vom 8. März 2021 mit, ihr Mandant habe sie mit seiner Ver-
tretung in vorliegender Angelegenheit betraut, weshalb sie um ihre Einset-
zung als amtliche Rechtsbeiständin ersuche.
H.
Mit Verfügung vom 11. Mai 2021 ordnete der zuständige Instruktionsrichter
dem Beschwerdeführer die jetzige Rechtsvertreterin als amtliche Rechts-
beiständin bei. Gleichzeitig lud er die Vorinstanz zur Einreichung einer Ver-
nehmlassung bis zum 26. Mai 2021 ein.
I.
Das SEM nahm in seiner Vernehmlassung vom 26. Mai 2021 zur Be-
schwerde Stellung.
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Seite 6
J.
Das Bundesverwaltungsgericht stellte dem Beschwerdeführer die Ver-
nehmlassung des SEM am 1. Juni 2021 zu und räumte ihm die Gelegen-
heit ein, bis zum 16. Juni 2021 eine Replik einzureichen.
K.
Am 2. August 2021 reichte der Beschwerdeführer innert zweimalig er-
streckter Frist mittels seiner Rechtsvertreterin eine Replik ein. Dieser fügte
sie unter anderem eine Kostennote bei.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden ge-
gen Verfügungen, die gestützt auf das AsylG durch das SEM erlassen wor-
den sind, entscheidet das Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich (mit
Ausnahme von Verfahren betreffend Personen, gegen die ein Ausliefe-
rungsersuchen des Staates vorliegt, vor welchem sie Schutz suchen) end-
gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d
Ziff. 1 BGG).
1.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-
gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 2 AsylG;
Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (BVGE 2014/26 E.5).
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem
Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Re-
ligion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe
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oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen aus-
gesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu
werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von
Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen
psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings-
eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-
dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf
gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
4.
4.1 Das SEM kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die
Vorbringen des Beschwerdeführers hielten teils den Anforderungen an die
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG, teils denjenigen an die Glaub-
haftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand.
Es sei aufgrund seiner Angaben zwar glaubhaft, dass er bei einem Angriff
auf einen Kontrollposten in G._ durch Angehörige der FSA einige
Zeit gefangen gehalten und dabei misshandelt worden sei. Für eine Rebel-
lengruppe wie die FSA erscheine es auch nicht abwegig, von ihren Gefan-
genen beziehungsweise deren Angehörigen Geld für die Freilassung zu
fordern. Da er indessen nach der Bezahlung von Bestechungsgeld durch
seinen Vater auf freien Fuss gesetzt worden sei, sei nicht davon auszuge-
hen, dass die FSA ein ernsthaftes und gezieltes Verfolgungsinteresse an
seiner Person gehabt habe.
Es lägen auch keine Hinweise vor, dass er im Zeitpunkt seiner Ausreise
aus Syrien noch Verfolgung seitens der FSA zu befürchten gehabt habe.
Aus seinen Angaben gehe hervor, dass die PKK von ihm verlangt habe, in
ihre Reihen zurückzukehren. Er habe sich indessen zur Ausreise aus Sy-
rien entschieden, weil seine Mutter sich deswegen Sorgen gemacht habe.
Damit handle es sich bei seinen Vorbringen im Zusammenhang mit der
Gefangenschaft bei der FSA um ein abgeschlossenes Ereignis. Auch wenn
derartige Erlebnisse furchtbar seien, setze die Anerkennung als Flüchtling
eine aktuelle Bedrohungslage voraus, diene das Asylrecht doch nicht dazu,
in der Vergangenheit erlittenes Unrecht wiedergutzumachen.
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Darüber hinaus habe er aufgrund seiner vagen und inkonsistenten Anga-
ben nicht glaubhaft machen können, dass ihn die FSA noch Jahre nach
seiner Freilassung gesucht haben solle. Es sei auch höchst unwahrschein-
lich, dass die FSA ihn beziehungsweise seinen Vater an seiner Stelle we-
gen seiner früheren Lebensmitteltransporte für die PKK beziehungsweise
YPG noch sechseinhalb Jahre nach seiner Freilassung ein Verfolgungsin-
teresse an seiner Person hegen und bis heute ihre erfolglose Suche nach
ihm fortgesetzt haben sollte. Insbesondere verfüge er aufgrund der von ihm
geltend gemachten Tätigkeiten bei der PKK respektive YPG nicht über ein
herausragendes Profil, welches das dargelegte übersteigerte Verfolgungs-
interesse der FSA begründen könnte.
Ferner erscheine nicht glaubhaft, dass er für den syrischen Militärdienst
aufgeboten worden sei. Daran vermöge die von ihm zu den Akten gereichte
militärische Vorladung nichts zu ändern. So müsse dem Dokument die Au-
thentizität abgesprochen werden, handle es sich doch hierbei um eine ko-
pierte Vorlage mit original handschriftlichem Text. Zwar könne nicht ausge-
schlossen werden, dass die syrischen Behörden kopierte Formulare ver-
wenden würden. Es sei indessen fragwürdig, dass auch der Stempelauf-
druck und die Unterschrift des Beamten kopiert worden seien. Die einge-
reichte militärische Vorladung sei somit nicht geeignet, seine militärische
Einberufung glaubhaft zu machen, zumal Dokumente dieser Art leicht zu
fälschen und käuflich erwerblich seien.
4.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, es sei unstrittig, dass das
SEM dem Beschwerdeführer seine Festnahme durch Angehörige der FSA
sowie die Folterungen während seiner monatelangen Gefangenschaft ge-
glaubt habe. Seither leide er an einer PTBS. Aufgrund dieses Erlebnisses
bestünden in seinem Fall sogenannte "zwingende Gründe" (raisons impéri-
euses) für die Asylerteilung (ungeachtet der Frage, ob die Verfolgung durch
die FSA noch aktuell sei).
Das SEM verneine eine begründete Furcht vor künftiger Verfolgung im Zeit-
punkt seiner Ausreise aus Syrien mit dem Argument, er habe zum Aus-
druck gebracht, er sei aus Rücksicht auf den (angeschlagenen) Gesund-
heitszustand seiner Mutter, die sich um ihn gesorgt habe, ausgereist.
Gleichzeitig habe er aber auch darauf hingewiesen, dass ihn die PKK bei
einem Verbleiben in Syrien wieder zur gefährlichen Mitarbeit in ihren Rei-
hen gezwungen hätte, was letztlich auch hinsichtlich seiner Person auf eine
begründete Furcht vor künftiger Verfolgung durch die FSA im Zeitpunkt sei-
ner Ausreise aus Syrien schliessen lasse.
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Als Folge seiner PTBS sei es ihm nicht möglich gewesen, seine Asylgründe
ausführlich und in einer Ausprägung, wie das SEM sie normalerweise er-
warte, darzulegen. So sei auch seinen Ausführungen im Zusammenhang
mit der Folter zu entnehmen, dass er "nicht mehr gut erzählen" könne. Dies
sei im Umkehrschluss auch ein Beleg dafür, dass seine Aussagen im Zu-
sammenhang mit der späteren Verfolgung seines Vaters seinetwegen (Re-
flexverfolgung), "obwohl zum Teil verwirrt", wahrheitsgemäss seien, zumal
ihm die Vorinstanz ja seine Aussagen im Zusammenhang mit den erlittenen
Folterungen geglaubt habe. Ausserdem habe er die Vorfälle, die sein Vater
erlebt habe, nur vom Hörensagen erfahren, weshalb von ihm nicht dieselbe
Aussagequalität wie bei selbst Erlebten verlangt werden dürfe. Schliesslich
habe er im Zusammenhang der Verfolgung seines Vaters diverse Beweis-
mittel beibringen können. Somit sei auch von seiner aktuellen Verfolgung
durch Angehörige der FSA auszugehen.
4.3 Das SEM hält in seiner Vernehmlassung fest, es stelle vorliegend die
Diagnose einer PTBS nicht in Frage und verkenne auch nicht, dass ein
erlittenes Trauma Einfluss auf das Aussageverhalten haben könne. Es teile
indessen die Einschätzung des Beschwerdeführers nicht, dass er aufgrund
seiner PTBS nicht zu einer ausführlichen Schilderung seiner Asylgründe in
der Lage gewesen sei. So habe beispielsweise seine Schilderung hinsicht-
lich seiner Festnahme durch die FSA einen grossen Detailreichtum aufge-
wiesen (vgl. EA, F8 und F22). Seine PTBS-Diagnose vermöge an der fest-
gestellten Unglaubhaftigkeit der von ihm geltend gemachten Suche der
FSA nach seiner Person im Nachgang zu seiner Ausreise aus Syrien nichts
zu ändern, zumal seine diesbezüglichen Aussagen keinen (direkten) Be-
zug zum traumatisierenden Ereignis aufweisen würden.
4.4 In der Replik wird geltend gemacht, es sei unbestritten, dass der Be-
schwerdeführer seitens der FSA gefangengenommen und gefoltert worden
sei. Aufgrund seines aktenkundigen Traumas (inzwischen zwei Suizidver-
suche) bekunde er allgemein grosse Mühe, Daten, Zahlen und Zeiträume
einzuordnen, auch wenn diese nicht in ganz direktem Zusammenhang mit
der erlittenen Folter stünden. Im Weiteren wurde als weiteres Beweismittel
die Kopie einer Quittung vom 28. Dezember 2020 über ein vom Vater des
Beschwerdeführers entrichtetes Bussgeld in Höhe von TRL 350 einge-
reicht.
5.
5.1 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-
chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile
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von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher
Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, welche ihr
gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Hei-
matstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind bezie-
hungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Auf-
grund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Aner-
kennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die be-
troffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz finden
kann (vgl. BVGE 2011/51 E. 7, 2008/12 E. 7.2.6.2, 2008/4 E. 5.2). Mass-
geblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im
Zeitpunkt des Entscheides, wobei allerdings erlittene Verfolgung oder im
Zeitpunkt der Ausreise bestehende begründete Furcht vor Verfolgung auf
andauernde Gefährdung hinweisen kann. Veränderungen der Situation
zwischen Ausreise und Asylentscheid sind zu Gunsten und zu Lasten der
asylsuchenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2,
2010/9 E. 5.2, 2007/31 E. 5.3 f., jeweils m.w.H.).
5.2 Das SEM geht davon aus, der Beschwerdeführer sei seinen diesbe-
züglichen Angaben entsprechend im Verlaufe des Jahres 2014 ungefähr
zweieinhalb Monate lang von Angehörigen der FSA in einem unterirdischen
Verliess an unbekanntem Ort gefangen gehalten und in dieser Zeit verhört
und gefoltert worden. Es spricht diesem Vorkommnis indessen die Asylre-
levanz ab, da es sich um ein abgeschlossenes Ereignis handle, die Zuer-
kennung der Flüchtlingseigenschaft indessen eine aktuelle Verfolgungs-
furcht voraussetze. Eine solche sei vorliegend zu verneinen, da es dem
Beschwerdeführer nicht gelungen sei, glaubhaft zu machen, dass er noch
heute von der FSA gesucht werde.
5.3 In der Beschwerde wird demgegenüber dahingehend argumentiert, die
zweieinhalbmonatige Gefangenschaft des Beschwerdeführers durch Ein-
heiten der FSA und die dabei erlittene Folter seien unter dem Aspekt soge-
nannter "triftiger Gründe" ("raisons impérieuses") auf ihre Asylrelevanz hin
zu prüfen.
5.4
5.4.1 Bei den während seiner Gefangenschaft durch Angehörige der FSA
erlittenen Übergriffe handelt es sich fraglos um erhebliche und gezielt ge-
gen den Beschwerdeführer gerichtete Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2
AsylG. Die entsprechenden Übergriffe erfolgten sodann aufgrund seiner
Tätigkeiten zugunsten der YPG, einer bereits zum damaligen Zeitpunkt mit
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Seite 11
der FSA verfeindeten Bürgerkriegsgruppierung, weshalb auch ein asyl-
rechtlich beachtliches Verfolgungsmotiv im Sinne von Art. 3. Abs. 1 AsylG
vorliegt. Das SEM geht indessen davon aus, der Beschwerdeführer habe
im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Syrien keine begründete Furcht vor einer
anhaltenden Verfolgung von Seiten der FSA hegen müssen. Dies mit der
Begründung, er habe sich deshalb zur Ausreise entschlossen, weil seine
Mutter sich seinetwegen grosse Sorgen gemacht habe.
Diese Begründung greift indessen zu kurz: Der Beschwerdeführer hat zwar
mehrfach erklärt, dass er aus Sorge um die Gesundheit seiner Mutter, die
sich äusserst besorgt um sein weiteres Schicksal gezeigt habe, ausgereist
sei (vgl. BA S. 8 F75; EA S. 2 f. F8 und S. 4 f. F22). Gleichzeitig hat er aber
unmissverständlich erklärt, dass die YPG ihm gegenüber bekundet habe,
ihn nach seiner Genesung wieder in ihren Reihen zu wissen (vgl. BA S. 8
F75 und S. 9 F79; EA S. 2 f. F8), wodurch deutlich wird, dass sich der Be-
schwerdeführer sehr wohl bewusst gewesen ist, dass er im Falle der von
ihm erwarteten Wiederaufnahme seiner Hilfstätigkeiten zugunsten der
YPG erneut zwischen die Fronten geraten könnte. Dass mithin – wie vom
SEM unterstellt – allein die Sorge um die Gesundheit seiner Mutter den
Ausschlag für seinen Ausreiseentschluss gebildet hat, überzeugt vor die-
sem Hintergrund nicht. Vielmehr erscheint die Furcht des Beschwerdefüh-
rers vor weiteren Verfolgungshandlungen seitens der FSA im Zeitpunkt sei-
ner Ausreise aus Syrien als subjektiv begründet und aufgrund der von ihm
bereits erlittenen Übergriffe als objektiv nachvollziehbar (vgl. BVGE 2010/9
E. 5.2). Schliesslich ist auch der Kausalzusammenhang zwischen ausrei-
sebegründendem Ereignis und Ausreisezeitpunkt (drei Monate [vgl. BA
S. 8 F 72] bzw. zwei Monate [vgl. EA S. 2 F5 i.V.m. S. 3 F9 f.]) zu bejahen.
Eine innerstaatliche Schutzalternative stand (und steht) dem Beschwerde-
führer zudem nicht zur Verfügung, zumal am alternativen Zufluchtsort eine
Schutzinfrastruktur nicht nur bestehen und tatsächlich in Anspruch genom-
men werden können müsste. Die Niederlassung am Zufluchtsort müsste
darüber hinaus im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG auch zumutbar sein (vgl.
BVGE 2011/51 E. 8.5.2 und 8.5.3), was angesichts der Tatsache, dass das
SEM den Beschwerdeführer aufgrund der vom Bürgerkrieg geprägten Si-
cherheitslage in Syrien vorläufig aufgenommen hat, auszuschliessen ist.
5.4.2 Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, er werde bis heute von
der FSA gesucht. So sei sein Vater nach seiner (des Beschwerdeführers)
Ausreise aus Syrien verschiedentlich von der FSA festgenommen und über
seine Aktivitäten bei der PKK befragt worden. Seine diesbezüglichen Aus-
sagen sind indessen auffallend vage und inkonsistent. So erklärte er in der
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BA vom 18. Dezember 2020 zunächst, sein Vater sei erstmals vor ungefähr
zwei Monaten (also Oktober 2020) festgenommen worden (vgl. a.a.O. S. 6
F50 f.). Gleichzeitig reichte er als Beweismittel die Kopie eines Entlas-
sungsurteils des Gerichts F._ bezüglich seines Vaters vom 12. Au-
gust 2020 sowie die auf dasselbe Datum ausgestellte Kopie einer Quittung
über die Bezahlung einer Summe von 500 türkischen Lire für die Freilas-
sung seines Vaters ein. Dabei fällt unmittelbar auf, dass sich das Datum
des oberwähnten Entlassungsurteils vom 12. August 2020 nicht mit dem
vom Beschwerdeführer geltend gemachten Zeitpunkt der angeblichen ers-
ten Festnahme seines Vaters durch die FSA in Einklang bringen lässt. An
späterer Stelle der BA erklärte der Beschwerdeführer demgegenüber, sein
Vater sei seinetwegen von der FSA bereits früher festgenommen worden,
wobei er nicht mehr genau angeben könne, ob dies im Jahr 2017 oder 2018
der Fall gewesen sei (vgl. a.a.O. S. 11 f. F103 bis F109). Der diesbezügli-
che Erklärungsversuch des Beschwerdeführers in der Beschwerde, er sei
wegen seiner PTBS nicht in der Lage gewesen, die Verfolgung seines Va-
ters durch die FSA konzis darzulegen, verfängt nicht, zumal die Vorinstanz
in ihrer Vernehmlassung zutreffend festgestellt hat, gerade die Schilderun-
gen des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit seiner Festnahme
durch die FSA (im Jahr 2014) hätten einen grossen Detailreichtum aufge-
wiesen. Ferner ist den vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismitteln
(Entlassungsurteil des Gerichts F._ bezüglich seines Vaters vom
12. August 2020, Quittung über die Bezahlung einer Kaution von 500 TRL
vom 12. August 2020, Vorladung des Gerichts F._ für den Vater des
Beschwerdeführers auf den 15. Dezember 2020 und zusätzlich eine Quit-
tung über die Entrichtung eines Bussgelds in Höhe von TRL 350 durch sei-
nen Vater vom 28. Dezember 2020) nicht schlüssig zu entnehmen, in wel-
chem Zusammenhang diese Beweismittel stehen. Abgesehen davon lie-
gen sämtliche Beweismittel nur in Kopie vor, weshalb ihnen ohnehin prak-
tisch kein Beweiswert zukommt. Schliesslich bleibt anzumerken, dass nicht
ansatzweise ersichtlich ist, weshalb die FSA an der Ergreifung des Be-
schwerdeführers noch Jahre nach seiner Freilassung im Jahr 2014 interes-
siert sein sollte.
5.4.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer
nicht gelungen ist, ein über den Zeitpunkt seiner Ausreise aus Syrien im
Jahre 2014 hinausreichendes und bis heute anhaltendes Interesse der
FSA an seiner Person in einem glaubhaften Lichte erscheinen zu lassen.
Dem Beschwerdeführer kann somit im heutigen Zeitpunkt keine begrün-
dete Furcht vor Verfolgung (mehr) attestiert werden.
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Seite 13
5.5
5.5.1 Eine erlittene Vorverfolgung ist indessen ausnahmsweise auch nach
Wegfall einer zukünftigen Verfolgungsgefahr im Sinne von Art. 3 AsylG als
asylrechtlich relevant zu betrachten, wenn eine Rückkehr in den früheren
Verfolgerstaat aus zwingenden, auf diese Verfolgung zurückgehenden
Gründen nicht zumutbar ist. Bei dieser Auslegung von Art. 3 AsylG zieht
das Bundesverwaltungsgericht in Weiterführung der Praxis der ARK (Asyl-
rekurskommission) die entsprechende Formulierung der Ausnahmebe-
stimmung von Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 des Abkommens vom 28. Juli 1951
über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) bei. Als zwin-
gende oder triftige Gründe sind in erster Linie traumatisierende Erlebnisse
zu betrachten, die es dem Betroffenen angesichts erlebter schwerwiegen-
der Verfolgungen, insbesondere Folterungen, im Sinne einer Langzeittrau-
matisierung psychologisch verunmöglichen, ins Heimatland zurückzukeh-
ren (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.4).
5.5.2 Im vom SEM in Auftrag gegebenen ärztlichen Bericht von Dr. med.
K._ vom 17. Februar 2021 (vgl. auch Sachverhalt Bst. B.b) wird un-
ter anderem festgehalten, dass im Falle einer Nichtbehandlung des Be-
schwerdeführers mit der Entwicklung schwerer Neurosen und Psychosen
zu rechnen sei. Darüber hinaus ist in besagtem ärztlichen Bericht vermerkt,
die Angaben des Beschwerdeführers seien glaubhaft und die körperlichen
Befunde würden mit seinen Angaben zu den Traumatisierungen überein-
stimmen. Angesichts der Tatsache, dass die ärztlich diagnostizierte PTBS
des Beschwerdeführers auf Foltererfahrungen im Jahre 2014 zurückge-
führt wird, ist ohne Weiteres von einer Langzeittraumatisierung des Be-
schwerdeführers auszugehen.
5.5.3 Aufgrund des Gesagten ergibt sich, dass die Voraussetzungen für die
Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft gestützt auf Art. 3 AsylG i.V.m.
Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 FK erfüllt sind. Den Akten sind schliesslich keine Hin-
weise auf das Vorliegen von Asylausschlussgründen im Sinne von Art. 53
AsylG zu entnehmen. Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen, die an-
gefochtene Verfügung aufzuheben, der Beschwerdeführer ist als Flüchtling
anzuerkennen und das SEM ist anzuweisen, ihm in der Schweiz Asyl zu
gewähren (Art. 2 Abs. 1 AsylG).
6.
6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben
(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).
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6.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens
in Anwendung von Art. 64 und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) eine Entschädigung für die ihm not-
wendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Die am 2. Au-
gust 2021 eingereichte Gesamtkostennote weist für das vorliegende Ver-
fahren einen totalen Zeitaufwand von 6.5 Stunden zu einem Stundenan-
satz von Fr. 200.– sowie Auslagen in Höhe von Fr. 29.– auf. Für das vor-
liegende Verfahren fällt laut Kostennote keine Mehrwertsteuer an. Der Auf-
wand erscheint in zeitlicher Hinsicht als angemessen. Demnach ist dem
Beschwerdeführer gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungs-
faktoren (Art. 9–13 VGKE) zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädi-
gung von insgesamt Fr. 1'329.– zuzusprechen.
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