Decision ID: 996faa35-80d8-466c-b27d-a5943a021063
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965, war von März 2003 bis Ende November 2016 bei
Y._
als
Gemüser
üsterin
in einem 100%-Pensum tätig (
Urk.
6/19,
Urk.
6/6/1). Am 3
0.
Januar 2016 stürzte die Versicherte
vor ihrer Wohnungstür, wobei sie mit der rechten Hand auf einem Lichtungsschacht aufprallte. Dabei zog sie sich auf der rechten Seite eine distale Radiusfraktur zu
(vgl. Unfallmeldung vom
2
.
Februar 2016
,
Urk.
6/
11/16
)
, welche sie am
4.
Februar 2016 mittels Platten
osteo
synthese operativ versorge
n liess
(
Urk.
6/11/53)
. In der Folge war die Versicherte ab dem
1.
Februar 2016 zu 100
%
und ab dem
9.
Mai 2016 zu 50
%
arbeitsunfähig (
Urk.
6/11/
53,
Urk.
6/11/42
).
2.
Am 2
9.
September 2016 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte unter Hin
weis auf die Unfallfolgen bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invali
den
versicherung an (Urk. 6/7). Die IV-Stelle klärte die erwerblichen und medi
zini
schen Verhältnisse ab und zog wiederholt die Akten der zustän
di
gen Unfallversicherung (Urk. 6/11, Urk. 6/13, Urk. 6/21, Urk. 6/66
)
sowie der Krankentaggeldversicherung (
Urk.
6/35)
bei. Weiter
holte
sie
Berichte der behandelnden Ärzte (Urk
.
6/15
, Urk.
6/17
, Urk.
6/20
,
Urk. 6/30,
Urk.
6/31,
Urk.
6/54,
Urk.
6/55,
Urk.
6/61,
Urk.
6/65
) sowie einen Aus
zug aus dem In
divi
duellen Konto der Versicherten (IK
Auszug, Urk.
6/18
) ein
und ersuchte die Arbeitgeberin um Auskünfte (vgl. Arbeitgeber
frage
bogen vom 30. De
zember 2016,
Urk.
6/19)
. Mit Mitteilung vom
1
9.
Juni 2017
teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass berufliche Ein
gliederungs
mass
nahmen gesund
heitsbedingt nicht angezeigt seien (Urk.
6/29
)
,
was sie mit Mitteilung vom 2
9.
Januar 2018 bestätigte und die Arbeitsvermittlung abschloss (
Urk.
6/51)
. In der Folge veran
lasste die IV-Stelle eine aktenbasierte Einschätzung durch Dr. med.
Z._
,
Facharzt für orthopädische Chirurgie und Trau
ma
tologie sowie Arzt des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; vgl. Fest
stell
ungsblatt, Urk.
6/68
S.
6-11
).
Mit der Begründung, sie sei seit dem 1
4.
August 2017 in einer angepassten Tätigkeit vollzeitlich arbeitsfähig,
stellte die IV-Stelle der Versicher
ten mit Vorbescheid vom
2.
November 2018 die Abweisung des Leistungsbe
gehrens in Aussicht (Urk. 6/69).
Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom 2
0.
November 2018 Einwand (Urk. 6/70) und liess eine weitere medizinische Stellungnahme zu den Akten reichen (
Urk.
6/72). Mit Verfügung vom 1
8.
Dezem
ber 2018 verneinte die IV-Stelle wie vorbeschieden einen Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
2).
3.
Die Unfallversicherung ihrerseits hatte die
Pflegeleistungen und Kosten
ver
gütun
gen
gemäss
Art.
19 des Bundesgesetzes über die Unfallver
sicherung (UVG) am
1
3.
August 2018
einge
stellt und der Versicherten gestützt auf einen Integri
täts
schaden von
20
% eine Entschädigung zugesprochen, einen Anspruch auf eine Rente jedoch verneint (Verf
ügung vom 2
9.
August 2018, Urk.
6/66/2).
4
.
Unter Beilage neuer Arztberichte (
Urk.
3/1,
Urk.
3/2) erhob die Versicherte mit Eingabe vom 22. Januar 2019 Beschwerde (Urk. 1) ge
gen den Entscheid der IV-Stelle und beantragte, es sei die angefochtene Verfü
gung vom 18. Dezember 2018 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu ver
pflichten, ihr die gesetzlich geschuldeten Leistungen auszurichten und insbesondere Eingliederungs
mass
nah
men durchzuführen.
Mit Beschwerdeantwort vom
7.
März 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin eine teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer
Zusprache
einer befristeten ganzen Rente vom
1.
März 2017 bis am 3
1.
August 201
7.
Im Übrigen schloss sie auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5).
Mit Verfügung vom
1
8.
März 2019 wurde ein zweiter Schriftenwechsel ange
ord
net (
Urk.
7), wobei innert angesetzter Frist keine Replik einging. Hierüber wurde die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1
4.
Mai 2019 in Kenntnis ge
setzt (
Urk.
9).
5
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung
vom 1
8.
Dezember 2018
(
Urk.
2)
hielt die Be
schwerdegegnerin fest, medizinische Abklärungen hätten ergeben, dass der Be
schwerdeführerin seit dem 1
4.
August 2017 eine leidensangepasste Tätigkeit zu 100
% zumutbar sei. Die gesundheitliche Beeinträchtigung habe keine dauer
hafte Erwerbsunfähigkeit zur Folge, weshalb kein Anspruch auf eine Invaliden
rente bestehe. In ihrer Beschwerdeantwort
vom
7.
März 2019 (
Urk.
5)
relativierte die Beschwerdegegnerin,
medizinische Unterlagen würden bei der Beschwerde
führe
rin in
ihrer angestammten Tätigkeit bereits ab Januar 2016 eine durch
gehende Arbeitsunfähigkeit von 100
%
ausweisen, weshalb die Beschwerde
führerin ab März 2017 (sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungs
anspruchs) bis Ende August 2017 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 22. Januar 2019 (Urk. 1) zu
sammengefasst geltend,
sie sei auch in einer ange
passten Tätigkeit nicht zu 100
%
arbeitsfähig, was die neuen Arztberichte belegen würden.
Ferner benötige sie Unterstützung in der beruflichen Integration.
3.
3.1
Bei einem Sturz
am 3
0.
Januar 2016 zog sich
die Beschwerdeführerin
eine intra
artikuläre distale Radiusfraktur auf der rechten Seite zu (vgl. Arztberichte vom 3
0.
Januar 2016 [
Urk.
6/11/46], 3
1.
Januar 2016 [
Urk.
6/35/52]).
In der Folge war die Beschwerdeführerin vom
4.
bis
6.
Februar 2016 im
A._
hospita
lisiert, wo sie sich am
4.
Februar 2016 einem operativen Eingriff
(offene Reposition und 4/3-Loch VA-Säulenplatte distaler Radius rechts)
unterzog (vgl. Austrittsbericht vom
9.
Februar 2016 [
Urk.
6/11/53], Operationsbericht vom
8.
Fe
bruar 2016 [
Urk.
6/11/50]
).
Nach insgesamt komplikationslosem
peri
- und postoperativem Verlauf zeige sich
am
3.
Mai 2016
- so
der behandelnde
Arzt
der
Chirurgische
n
Klinik
im
A._
- eine klinisch stabile und nur noch diskret
dolente
sowie radiologisch fort
schrei
tende konsolidierende Fraktur unter Abnahme der Beschwerden bezie
hungs
weise Zunahme des Bewegungsumfanges
. Er empfahl die Fortführung der Ergotherapie und attestierte der Beschwerde
füh
rerin ab dem
9.
Mai 2016 eine 50%ige Arbeits
fähigkeit
(vgl. Ar
ztbericht vom
3.
Mai 2016, Urk.
6/11/42).
3.2
Im Rahmen eines Arbeitsversuches in der Gemüsefabrik erlitt die Beschwerde
füh
rerin
am 1
5.
Juni 2016
beim Heben von mehreren schweren Kisten
eine
Ruptur der Extensor
pollicis
longus
(
EPL
) Sehne (vgl. Arztberichte vom 2
1.
Juni 2016 [
Urk.
6/11/38],
2
3.
Juni 2016 [
Urk.
6/35/
57]
), welche a
m
4.
Juli 2016
im
A._
operativ
versorgt wurde
(
Extensor
indizis
proprius
[
EIP
]
pro EPL Trans
fer
;
vgl.
Arztbericht vom 4.
Juli 2016 [
Urk.
6/11/27], Operationsbericht vom
5.
Juli 2016 [
Urk.
6/11/33]).
Nach komplikationslosem hand
chir
ur
gisch
em Ein
griff
, jedoch bei Auftreten einer diffus geschwollenen rechten oberen Extremität mit veränderter
Hauttrophik
(partiell marmorierte und livide Tönung der Haut und verstärkte Behaarung)
äusserten die behandelnden Ärzte einen klinisch drin
gen
den Verdacht auf ein beginnendes
komplexes regionales Schmerz
syn
drom (CRPS) der gesamten rechten oberen Extremität
, welche
s
wieder
um zu einer deutlich eingeschränkten Handgelenksfunktionalität geführt habe
(vgl. Arzt
be
richt
e
vom
1
5.
Juli 2016 [
Urk.
6/11/25],
4.
Au
gust 2016
[Urk.
6/11/31
]
).
Dr.
med. B._
, Belegärztin
Chirurgie
im
A._
, berichtete von diffu
ser Berührungs
empfindlichkeit sämtlicher Finger, der
Hohlhand
wie auch des distalen Unterarms und diagnostizierte ein fulminantes CRPS Typ I (vgl. Arztbe
richt vom 19.
Sep
tem
ber 2016,
Urk.
6/13/6).
Im Rahmen einer Verlaufs
kontrolle am 1
3.
Oktober 2016 im
A._
wurde ein erfreulicher
Verlauf festge
halten (vgl. Urk.
6/13/2).
D
ie Beweglichkeit in den Fingerzwischengelenken und im Hand
gelenk sei - so
der behandelnde Arzt
im
A._
-
jedoch
nach wie vor eingeschränkt
und die Beschwer
de
führerin berichte noch immer über deutliche Schmerzen i
m
Ruhe
zustand
und unter Belastung.
Entsprechend empfahlen die behan
delnden Ärzte eine Schmerz
thera
pie
(vgl. Arztberichte vom 14.
No
vember 2016 [
Urk.
6/21/64], 28.
No
vember 2016 [
Urk.
6/21/60]
, 9.
De
zem
ber 2016 [Urk.
6/21/53]
, 1
6.
Januar 2017 [Urk.
6/21/51]
).
Dr.
med. C._
, Spezialarzt FMH für Chirurgie, spez. Handchirurgie, befand die Beschwer
de
führerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Gemüse
arbeiterin sowie in jeder leidensadaptierten Verweistätigkeit voll
ständig arbeits
unfähig. Sie leide noch immer ma
ssiv an den Folgen des CRPS Typ
I mit schmerz
hafter
Allodynie
. Zusätzlich bestehe der Verdacht auf ein post
trau
ma
tisches Carpaltunnelsyndrom. Eine posttraumatische Kontusion des
Nervus
medianus
beim Unfall könne nicht ausgeschlossen werden. Die Be
schwerde
führerin könne nur ihre unverletzte linke obere Extremität einsetzen. Hinsichtlich der Prognose konstatierte
Dr.
C._
, bei diesen schweren post
operativen Kompli
ka
tionen sei eine Prognose betreffend Zeitrahmen und wann eine Arbeitsfähigkeit wieder erlangt werden könne nicht möglich. Auf jeden Fall bleibe die Beschwer
de
führerin für schwere oder mittel
schwere Arbeitstätigkeiten dauernd arbeitsun
fähig (vgl. Arztbericht vom 1
9.
Ja
nuar 2017, Urk. 6/21/47-49).
3.3
Aufgrund einer depressiven Verstimmung und Angst, ihre Arbeit zu verlieren, begab sich die Beschwerdeführerin in die
D._
in psychiatrische Behandlung. Die behan
deln
den Psychiater
führten aus, die Beschwerdeführerin sei wach, zeit
lich, örtlich, situativ und zur Person vollständig orientiert. Es gebe keine Hin
weise auf Aufmerksamkeits- und Auffassungsstörungen, Konzentrations
stö
rungen oder mnestische Störungen. Im formalen Denken sei sie grübelnd, zeige jedoch keine inhaltlichen Denkstörungen, keine Sinnestäuschungen oder Ich-Stö
run
gen. Im Affekt wirke sie gedrückt, die emotionale Schwingungsfähigkeit sei aber intakt, ebenso der
Antrieb und die Psychomotorik. Es gebe keine Anhalts
punkte f
ür circadiane
Besonderheiten, Zwänge, Suizidalität oder Fremdge
fähr
dung. Die Beschwerdeführerin leide an Ein- und Durchschlafstörungen sowie unter Verlust
ängsten. Die behandelnden Psychiater diagnostizierten eine Anpas
sungs
störung (ICD-10: F43.22), Angst sowie eine depressive Reaktion nach zwei
maliger Hand
opera
tion rechts. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Ar
beits
fähigkeit. Die Arbeitsunfähigkeit sei durch das CRPS Typ I der rechten Hand bedingt
, weshalb eine künftige Erhöhung der Arbeitsfähigkeit von der Belastbar
keit der rechten Hand abhänge (vgl. Arzt
bericht vom
1
5.
Dezember 2016, Urk.
6/17
).
3.4
Im Rahmen der chirurgisch-/
traumatologischen
Untersuchung, welche a
m 14.
Au
gust 2017 von
Dr.
med. E._
, Facharzt Chirurgie,
im Auftrag der Unfallversicherung
durchgeführt wurde
(vgl. Urk. 6/35/25-32)
, habe die Beschwerdeführerin über Schmerzen im Bereich der rechten Hand geklagt. Die rechte Hand funktioniere sehr schlecht und sie könne damit nur wenig machen. Den rechten Daumen könne sie praktisch nicht bewegen. Sie übe alle Tätigkeiten mit der linken Hand aus, obwohl sie Rechtshänderin sei. Die Schmerzen hätten seit der zweiten Operation deutlich zugenommen.
Eine Verbesserung werde lediglich durch
die wöchentliche
Ergo
- und Physiotherapie beobachtet
.
Dr.
E._
konstatierte, es sei keine Schwellung, keine Rötung, kein vermehrtes Haar
wachs
tum, keine Änderung des Nagelwachs
tums, keine Glanzhaut, kein Temperatur
sprung, keine Hyperhidrosis und damit auch kein Anhalt für ein
florides
CRPS
gegeben. Wegen starker Schmerzen sei eine Beweglichkeit des rechten Daumens weder aktiv noch passiv möglich, die Beweglichkeit im Handgelenk betrage für Flexion/Extension auf der rechten Seite 30-0-10° und auf der linken Seite 65-0-50°. Die Ellbogengelenke und die Schul
ter
gelenke seien in ihrer Beweglich
keit seitengleich frei. Eine messbare Kraft beim Faustschluss sei nicht vorhanden. Die Beschwerdeführerin könne die Langfinger
kuppen mit der Daumenkuppe nicht in Berührung bringen
(Sperrdifferenz von 4 cm für D II, 3 cm für D III, 2 cm für D IV und 1 cm für D V)
.
B
eim Bestreichen des Handrückens und der dorsalen Seite der Langfinger
werde rechts eine Hyper
sen
sibilität gegenüber links angegeben
. Der gesamte rechte Daumen sei
hypersen
sibel. Das Bestreichen der Handinnen
flächen sei seitengleich.
Dr.
E._
führte aus, bei der Beschwerde
führerin liege praktisch eine
Einhändigkeit
vor. Die rechte Hand könne lediglich für leichteste Haltearbeit für jeweils kurze Dauer (deutlich unter 1 Minute, dann sei eine Pause notwendig) eingesetzt werden. Nicht möglich sei das Besteigen von Leitern und Gerüsten wegen der erhöhten Absturzgefahr. Ebenso könne die Beschwerde
füh
rerin nicht an
gefährlichen, laufenden Maschi
nen arbeiten. Dies gelte auch für stossende, schlagende und vibrierende Maschi
nen. Fein
mechanische Tätigkeiten seien mit der rechten Hand nicht möglich.
Dr.
E._
attestierte der Beschwerde
führerin für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Unter Beachtung des Belastungsprofils sei ab dem Untersuchungstag, 1
4.
August 2017, eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben. Ein stabiler Endzustand sei aber noch nicht erreicht. Die Beschwerdeführerin könne durch intensive
Eigenbeübung
eine Verbesserung der Funktion erreichen.
Er empfahl eine Nachuntersuchung in einem Jahr.
3.5
Dr.
B._
legte dar
, im Rahmen der klinischen Nachkontrolle habe die Beschwer
de
führerin über konstant gleiche Schmerzen in der Hand berichtet
, wobei
diese
unter der oralen Analgesie deutlich besser geworden seien
(vgl. Arztbericht vom 1
3.
Oktober 2017,
Urk.
6/66/56). Die intensive Ergotherapie würde jedoch bei stärkerer Belastung vermehrt
zu
Schmerzen führen. Die Schmerzsymptomatik der rechten Seite werde auch durch die stärkere Belastung der linken Hand bzw. des linken Armes verstärkt.
Dr.
B._
empfahl einen Neurosimulator als mögliche therapeutische Massnahme (vgl. Arztberi
cht vom 1
8.
Dezember 2017, Urk.
6/66/52),
den
die Beschwerdeführerin jedoch ablehnte (vgl. Arztbericht vom 1
9.
Februar 2018, Urk. 6/66/47). In der Folge wurde eine
Ketamin
-Infusion durch
geführt, welche allerdings keine wesentliche Verbesserung der Sympto
ma
tik er
bracht habe. Die Beschwerdeführerin habe jedoch mitgeteilt, dass ihr die Physio- und Ergotherapie guttun würden. Sie versuche ihre reche Hand zur Unter
stützung so viel wie möglich im Alltag einzusetzen, was anfangs nicht möglich gewesen sei. Mittlerweile habe sie aber bemerkt, dass die Empfindlichkeit der Hand abge
nommen habe.
Dr.
B._
empfahl die Ergo- und Physiotherapie
wei
ter
zuführen. Sie attestierte der Beschwerdeführerin weiterhin eine vollständige Arbeitsun
fähig
keit in ihrer angestammten Tätigkeit
(vgl. Arztbericht vom 23.
April 2018,
Urk.
6/66/45).
3.6
Am 1
3.
August 2018 wurde die Beschwerdeführerin erneut von
Dr.
E._
chirur
gisch-/
traumatologisch
untersucht (
Urk.
6/66/27-36). Sie gehe nach wie vor in die Ergo- und Physiotherapie, wobei eine Verbesserung dadurch nicht beobachtet werden könne.
Von der Beschwerdeführerin werde sowohl die Möglichkeit einer Implantation eines Neurostimulators als auch eine stationäre Schmerzbehandlung abgelehnt.
Dr.
E._
hielt in seinem Bericht fest,
der Faustschluss sei links komplett, auf der rechten Seite jedoch nicht möglich. Bezüglich der Kraft der Kenn
muskeln im Bereich der Schultern
,
Ober- und Unterarme seien keine auf
fäl
ligen Unterschiede feststellbar. Die grobe Kraft beider Hände werde im Kreuzgriff links sehr kräftig und rechts ohne
Krafteinsatz demonstriert. Insgesamt würden die Bewegungsabläufe beider oberer Extremitäten, mit Ausnahme der rechten Hand, altersentsprechend gut koordinieren.
Hinsichtlich der Beweglich
keit der Fingergelenke gab
Dr.
E._
an, aufgrund starker Schmerzen sei eine Beweg
lich
keit des Daumens weder aktiv noch passiv möglich. Schon bei kleinsten Berüh
run
gen werde die Hand zurückgezogen, wobei bei Ablenkung keine Schmer
zen angegeben werden. Dies habe auch Gültigkeit für einen angeblich starken Druck
schmerz über dem
Thenar
. Auch hier werde bei Ablenkung kein Druckschmerz angegeben. Eine messbare Kraft beim Faustschluss sei nach wie vor nicht vor
handen. Die Langfingerkuppen könnten mit der Daumenkuppe nicht aktiv in Be
rüh
rung gebracht werden
. Bei geduldiger Untersuchung unter Auffor
derung zu entspannen, habe sich für die Finger III-V eine Sperrdifferenz von ca. 1 cm und für den Finger II eine von 3 cm gezeigt
. Beim Bestreichen des Hand
rückens und der dorsalen Seiten der Lang
finger werde eine Hyposensibilität gegenüber links angegeben. Der gesamte rechte Daumen sei ebenfalls hyposensibel. Das Bestrei
chen der Hand
innenflächen sei seitengleich.
Insgesamt - so
Dr.
E._
- zeige sich bei der Untersuchung ein sehr
«
inkonstantes
»
Bild. Einerseits sei die rechte Hand weit
gehend unauffällig. Die angebliche Bewegungs
unfähigkeit des Dau
mens und der Langfinger lasse sich nicht zwingend nachvoll
ziehen, ebenso wenig die wech
selnd angegebene Druck
schmerzhaftigkeit insbesondere am
Thenar
. Bei Ablenk
ung sei diese zum Teil extreme Berührungs
empfindlichkeit im Bereich der linken Hand nicht gegeben. Bei geduldiger Untersuchung zeige sich passiv zu
min
dest eine gute Beweglichkeit im Bereich der Langfingergelenke. Keine Beweg
lich
keit bestehe im Daumen
grund- und End
gelenk. Andererseits habe man den Eindruck, dass das gezeigte Ausmass der Bewegungs- und Belastungsunfähigkeit der rech
ten Hand so tat
sächlich nicht gegeben sei. Hinsichtlich der Arbeits
fähigkeit wich
Dr.
E._
- abgesehen von der Haltedauer von 2-3 Minuten -
nicht von seiner im August 2017 getroffenen Einschätz
ung ab. Er gehe aber
nun
von einem End
zustand aus.
Mit einer nam
haften Ver
bes
serung sei schon aufgrund der fehlenden Compliance der Beschwer
deführerin nicht mehr zu rech
nen. Die Beschwerde
führerin sei nicht gewillt, eine intensive
Eigenbeübung
der rechten Hand durch
zu
führen. Das Ver
trauen in eine iatrogen bedingte Verbes
se
rung habe sie ver
loren.
3.7
RAD-Arzt
Dr.
Z._
nahm am 1
8.
September 2018 eine aktenbasierte Einschät
zung vor (vgl. Feststellungsblatt,
Urk.
6/68 S. 11) und führte aus
,
seit August 2017 könne ein Endzustand mit persistierend eingeschränkter Gebrauchsfähigkeit der rechten Hand angenommen werden. Der Be
ur
teilung der Arbeitsfähigkeit durch den
beratenden Arzt der Unfallversicherung könne aus versicherungs
medizi
nisch
er Sicht ge
folgt werden. In einer angepassten Tätigkeit sei unter Berück
sich
ti
gung des Belastungsprofils - im Prinzip einer funktionellen
Einhän
digkeit
ent
sprechend
- seit 1
4.
August 2017 eine 100%
ige Arbeitsfähig
keit gegeben.
3.8
In ihrem Arztbericht vom 1
4.
Januar 2019
(
Urk.
3/1)
hielt
Dr.
B._
folgende Diagnose fest:
-
Funktionelle
Einhändigkeit
bei
-
Status nach fulminantem CRPS Typ I mit
-
Status nach ORIF distale Radiusfraktur am 1
4.
Februar 2016
-
Status nach geschlossener EPL-Ruptur
-
Status nach Sehnentransfer von EIP pro EPL am
4.
Juli 2016
Sie führte aus, die Beschwerdeführerin könne mit der rechten Hand lediglich unterstützende Tätigkeiten verrichten und dies ohne jegliche Belastung. Es liege eine Faustschluss-Sperrdistanz von 10 cm vor, sodass das Greifen von Gegen
ständen sicherlich nicht möglich sei. Ausserdem könne die Beschwerde
führerin keine Haltearbeiten von 2-3 Minuten verrichten. Auch die Ergo
therapeutin kon
sta
tierte in ihrem Bericht vom 2
1.
Januar 2019
(
Urk.
3/2)
,
da kein aktiver und passiver Faustschluss möglich sei
(Sperrdifferenz von 7 cm für D II, 5.5 cm für D III, 5 cm für D IV und 4.5 cm für D V)
und die Kraft deutlich limitiert sei, seien keine Haltearbeiten mit der rechten Hand möglich. Die Funktions
fähigkeit der Hand sei zudem herabgesetzt durch die gestörte Sensibilität, dem minimen aktiven Bewe
gungs
ausmass des Handgelenks und der konstanten
chronifizierten
Schmerz
thematik.
4.
4.1
Es ist nach einhelliger ärztlicher Einschätzung erstellt, dass bei der Beschwerde
führerin seit dem Unfall im Januar 2016 eine funktionelle
Einarmigkeit
besteht und sie in ihrer bisherigen Tätigkeit als
Gemüserüsterin
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Dies ist unbestritten.
4.2
4.2.1
In Bezug auf die durch den beratenden Arzt der Unfallversicherung erstellten Untersuchungsberichte vom 14. August 2017 (vorstehend E. 3.4)
und
vom 13. August 2018 (vorstehend E. 3.6) gilt es zu berücksichtigen, dass diese Berichte nicht von der Beschwerdegegnerin im Verfahren nach Art. 44 ATSG, sondern von der Unfallversicherung der Beschwerdegegnerin eingeholt wurden.
4.2.2
Beratende Ärzte sind, was den Beweiswert ihrer ärztlichen Beurteilung angeht, versicherungsinternen Ärzten gleichzusetzen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_608/2015 vom 17. De
zember 2015 E. 3.3.3 mit Hinweis). Deren Berichten und Gutachten wird nach der Rechtsprechung Beweiswert zugemessen, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
S.
353 f. mit Hinweis). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxis
gemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach
Art.
44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unab
hängi
ger Sach
verständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anfor
derungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest
stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229; 135 V 465 E. 4.4 S. 469; Urteil
des Bundesgerichts 8C_348/2016 vom 9.
De
zember 2016 E. 2.4). Auf Aktenberichte kann abgestellt werden, wenn ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beur
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (vgl. SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63, 8C_239/2008 E. 7.2; Urteil
des Bundesgerichts
8C_737/2011 vom
2.
April 2012 E. 5.2).
4.2.
3
In Bezug auf die Untersuchungsberichte vom 14. August 2017 (E. 3.4) und 13. Au
gust 2018 (E. 3.6) gilt es zu
beachten, dass sich Dr.
E._
bei der Beurtei
lung der Leis
tungs
fähigkeit der Beschwerdeführerin in einer leidensange
passten Tätigkeit unter an
derem auf die objektiv gezeigten Belastun
gsresultate der von ihm
durch
ge
führten medizinischen Tests stützte. Er setzte sich
mit allen Aspekten der ge
sund
he
itli
chen Beeinträchtigungen aus
einander
und berück
sichtigte insbe
son
dere auch die geklagten Beschwerden bzw. Leiden der Be
schwer
de
führerin aus subjektiver Sicht. Die Schlussfolgerungen von
Dr.
E._
sind ins
gesamt nach
vollziehbar. Damit erfüllen die Untersuchungs
berichte die An
for
de
rungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im Sinne der Recht
sprechung (vgl. E. 1.3), weshalb darauf abzustellen ist.
4
.3
Was die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit betrifft, gelangte RAD-Arzt Dr.
Z._
gestützt auf die Einschätzung des beratenden Arztes der Un
fallversicherung
Dr.
E._
, der unter Berücksichtigung des Belastungsprofils von einer 100%igen Arbeits
fähig
keit ausging (vgl. E. 3.4 und E. 3.6
in
fine
), sowie aufgrund der aktenkundigen medizi
ni
schen Berichte zum Schluss, dass sich die eingeschränkte
Gebrauchsfähigkeit der rechten dominanten Hand bei CRPS sowie Zustand nach Revision und Transfer der EIP für die EPL wegen geschlossener EPL-Ruptur und Zustand nach Plattenosteosynthese bei distaler mehrfragmen
tärer intraartikulärer Radiusfraktur rechts inso
fern einschränkend auf die Arbeits
fähigkeit aus
wirkten, als die Beschwerde
führerin nur noch in der Lage sei, unter Be
rück
sich
tigung des Belastungsprofils ein 100%-Pen
sum zu leisten (vgl. E. 3.7). Dies vermag angesichts der medizinischen Aktenlage ohne Weiteres zu über
zeu
gen. Den aus der
Einarmigkeit
resultierenden funktio
nellen Einschrän
kungen wurde mit dem von Dr.
E._
formulierten Anfor
de
rungs
profil (E. 3.4) ange
mes
sen Rechnung getragen.
Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte, sie sei auch in einer leidens
an
ge
passten Tätigkeit nicht 100
%
arbeitsfähig, könne sie mit ihrer rechten Hand doch keine Haltetätigkeiten
von 2-3 Minuten
durchführen, so ist dem entgegen
zu
hal
ten, dass
Dr.
E._
bereits
in seinem Untersuchungsbericht vom August 2017 im Rah
men seiner Einschä
tzung der Arbeitsfähigkeit gewissermassen von einer
Ein
hän
dig
keit
ausging und nur leichteste Haltearbeit für eine Dauer von deutlich weni
ger als 1 Minute als möglich erachtete, ein Pensum von 100 % jedoch als zumut
bar befand (E.
3.4).
Im Übrigen berücksichtigte
Dr.
E._
, dass eine mess
bare Kraft beim Faustschluss nicht vorhande
n war (vgl. E. 3.4
und E. 3.6) und Dr.
B._
bestätigte, dass die Beschwerdeführerin in der Lage ist, mit der rechten Hand unterstützende Tätigkeiten ohne Belastung zu verrichten (E. 3.8).
Vor die
sem Hintergrund vermag d
ie
von der
Ergotherapeutin im Januar 2019
fest
ge
haltene
Faust
schluss-Sperr
dif
fe
renz von bis zu
7 cm für den Finger II
(E. 3.8)
und die dadurch resultierende Aberkennung einer möglichen Halte
fähigkeit
,
nichts an der
Beurteilung von
Dr.
E._
zu ändern.
Entgegen den Einwendungen ist nach dem Gesagten davon auszu
gehen, dass die Beschwerde
führerin trotz ihrer funktionellen
Einarmigkeit
ein Erwerbs
ein
kommen erzielen könnte.
Es ist somit festzuhalten, dass für die Beurteilung auf die beweiskräftige Ein
schät
zung von
Dr.
E._
a
bzustellen und somit
seit
Mitte August
201
7
von einer 10
0%igen Arbeitsfähigkeit
unter Berücksichtigung des
umschriebenen
Zumut
barkeitsprofils
auszugehen ist.
4.4
Zu prüfen bleibt, wie sich die 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
4.4
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
4.4
.2
Der dargelegte Einkommensvergleich
(
Urk.
6/73)
wurde von der Beschwerde
füh
rerin nicht
bestritten und ist angesichts dessen, dass sich die Beschwerde
gegnerin bei der Ermittlung des hypothetischen
Valideneinkommens
auf die Angaben aus dem IK-Auszug (
Urk.
6/18) stützte und zur Berechnung des Invali
den
einkommens die Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) heranzog, nicht zu beanstanden.
Der von der Beschwerdegegnerin ab dem massgeblichen Zeitpunkt er
rechnete Invalidi
tätsgrad ersch
e
i
nt angemessen. Es ist darauf abzustellen und seit Mitte August 2017
jedenfalls
von keinem
rentenbegründenden
Invaliditätsgrad mehr auszuge
hen. Bei diesem Ergebnis braucht nicht mehr geprüft zu werden, ob und in welchem Umfang allenfalls ein behinderungsbedingter Abzug vom Tabellenlohn
- allenfalls auch unter dem Titel der sogenannten Parallelisierung (
vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2)
-
vorzunehmen wäre (vgl. hierzu
BGE 126 V 75 E.
5a/
bb
).
4
.5
Der von der Beschwerdegegnerin zu prüfende Rentenanspruch entstand gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der Geltend
machung des Leistungsanspruchs (Anmeldung vom
2
9.
September
2016,
Urk.
6
/7
) sowie nach Ablauf des sogenannten Wartejahres (aktenkundige Arbeits
unfähig
keit seit
Januar
201
6
, vgl. E.
3.1
), mithin frühestens am
1.
März 201
7.
Angesichts dessen, dass bis Mitte August 2017
auch in einer leidens
ange
passten Tätigkeit
keine Arbeitsfähigkeit attestiert wurde, hat die Beschwerde
füh
rerin seit
1.
März 2017 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (vgl. E. 1.2).
Ab Mitte August 2017 ist der Beschwerdeführerin jedoch ein hypothetisches Invali
deneinkommen anzu
rechnen.
4.6
Nach der Rechtsprechung ist bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente nebst der Revis
ionsbestimmung des
Art.
17 Abs.
1 ATSG
die Regelung in
Art.
88a
Abs.
1
der Verordnung über die Invaliden
ver
sicherung (IVV)
über die Änderung des Leistungs
anspruchs bei einer Verbes
se
rung der Erwerbsfähigkeit analog anzuwenden, wenn noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine anspruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist (Urteile des Bundesgerichts 9C_687/2018 vom 1
6.
Mai 2019 E. 2; 8C_94/2013 vom
8.
Juli 2013 E. 4.1
). Nach Art.
88a
Abs.
1 Satz 1 IVV ist namentlich eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem ange
nommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unter
brechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Satz 2).
Das Bundesgericht wendet in der Regel den zweiten Satz von
Art.
88a
Abs.
1 IVV an und gewährt die bisherige Rente drei Monate über die Veränderung d
es Gesund
heitszustandes hinaus
(Urteile
des Bundesgerichts
8C_94/2013 vom
8.
Juli 2013 E. 4.1; 8C_670/2011 vom 1
0.
Februar 2
012 E. 5.1; 9C_491/2008 vom 21.
April 2009 E. 2; zuletzt etwa 9C_544/2018 vom
5.
Februar 2019 E. 7.3; 8C_220/2018 vom 1
4.
November 2018 E. 5.3; 9C_112/2018 vom 2
0.
September 2018 E. 4.2; 8C_309/2018 vom
2.
August 2018 E. 6). Ist aufgrund eines Gut
ach
tens überwiegend wahrscheinlich, dass sich der Gesundheitszustand ver
bessert hat, nicht aber ersichtlich, wann diese Besserung eingetreten ist, kann es sich rechtfertigen, die Rente bereits auf den Zeitpunkt hin, in welchem sie fest
gestellt worden ist, herabzusetzen oder aufzuhe
ben (Urteil 8C_670/2011 vom 10.
Fe
bru
ar 2012 E. 5.1 mit Hinweisen). Ein solcher Sachverhalt liegt hier jedoch nicht vor.
Unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 Satz 1 IVV besteht somit
erst
ab dem 1.
Dezember
2017 kein Anspruch auf
eine
ganze Invalidenrente mehr.
4.7
Eingliederungsmassnahmen wurden von der Beschwerdegegnerin geprüft, durch
geführt und mit Mitteilung vom
2
9.
Januar 2018
in gegenseitigem Ein
verständnis abgeschlossen (
Urk.
6/52
). Soweit die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde Eingliederungsmassnahmen verlangte, ist darauf hinzuweisen, dass diese nicht Teil der angefochtenen Verfügung sind und im Rahmen der Mitteilung im
Januar
201
8
hätten beanstandet werden können. Über den Anspruch auf weitere Ein
gliederungsmassnahmen ist vorliegend nicht zu befinden. Diesbe
züglich ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
Der Beschwerdeführerin steht es indes frei, sich bei der Beschwerdegegnerin für Unterstützungshilfe hinsichtlich Eingliederung zu melden, was von der Beschwer
de
gegnerin auch entsprechend mitgeteilt wurde (vgl.
Urk.
5
).
4.8
Diese Erwägungen führen
zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde und Auf
hebung der angefochtenen Verfügung vom 1
8.
Dezember 2018 mit der Feststel
lung, dass die Beschwerdeführerin gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100
% mit Wirkung ab 1. März bis 3
0.
November
201
7
Anspruch auf eine ganz
e
Rente der Invali
denversicherung hat.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen
, soweit darauf einzutreten ist.
5
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 6
00.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
je zur Hälfte (je Fr. 300.--) der
Beschwerdeführer
in und Beschwerdegegnerin
aufzu
erlegen.