Decision ID: b4178bc9-96f7-5dde-b43c-082721b7728c
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass die Beschwerdeführenden eigenen Angaben zufolge ihren  am 27. August 2001 verliessen und sich anschliessend bis Oktober 2005 in Syrien aufhielten,
dass sie am 28. Oktober 2005 nach Österreich reisten, wo sie in der Folge zwei Asylverfahren anstrengten, bevor sie am 16. September 2010 in die Schweiz gelangten, wo sie am gleichen Tag im G._ um Asyl nachsuchten,
dass eine Abfrage der EURODAC-Datenbank (Fingerabdruck-) ergab, dass die Beschwerdeführenden am 28. Oktober 2005 und am 17. März 2010 von den österreichischen Behörden erfasst  waren,
dass sie anlässlich der Kurzbefragung im H._ vom 28. September 2010 zur Begründung des Asylgesuchs geltend machten, sie seien Wahabiten (konservative, dogmatische Richtung des sunnitischen Islams, Anm. BVGer) tschetschenischer Ethnie aus I._ (Region [...], Russland),
dass der Beschwerdeführer nach seinem Schulabschluss eine  in Grosny besucht, zwischen 1994 und 1997 in Syrien ein Religionsstudium begonnen und danach in einer Moschee in I._ als Imam verrichtet habe,
dass der Beschwerdeführer an der Religionsschule in Grosny einen späteren Anführer der Aufständischen, K._, kennengelernt und diesen von 2000 bis 2001 im Elternhaus beherbergt habe,
dass er von K._ Geld erhalten habe, um die Aufständischen mit Lebensmitteln und Kleidern zu versorgen,
dass uniformierte und bewaffnete Personen im August 2001 in ihr Haus eingedrungen seien und den Beschwerdeführer zum Verhör  hätten,
dass der Beschwerdeführer über die Anführer der Aufständischen , misshandelt und nach drei Tagen wieder auf freien Fuss gesetzt
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worden sei, nachdem er sich schriftlich dazu verpflichtet habe, mit den Behörden zusammenzuarbeiten,
dass sie ihren Heimatstaat eine Woche später in Richtung Syrien  hätten,
dass sie sich danach bis Oktober 2005 in Syrien aufgehalten hätten und der Beschwerdeführer während dieser Zeit sein Religionsstudium abgeschlossen habe,
dass der Beschwerdeführer zweimal vom syrischen Geheimdienst  worden sei und man ihn als Informanten habe anwerben ,
dass die Beschwerdeführenden Syrien am 27. Oktober 2005 auf dem Luftweg verlassen hätten und nach einer Zwischenlandung in Beirut am 28. Oktober 2005 auf dem Flughafen in Wien gelandet seien,
dass sie in der Folge in Österreich ein Asylgesuch gestellt und bis zu ihrer Ausreise zunächst in L._ und danach in M._ gelebt hätten,
dass sie nach Erhalt des negativen Asylentscheids im März 2010 in Österreich ein zweites Asylgesuch gestellt hätten, weil ihnen nach der Ablehnung des ersten Gesuchs die Grundversorgung gekürzt worden sei,
dass sie von der Polizei für den 14. September 2010 vorgeladen  seien und Österreich am 16. September 2010 aus Angst  hätten, nach Russland ausgeschafft zu werden,
dass den Beschwerdeführenden anlässlich der Erstbefragung das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Wegweisung nach Österreich  wurde,
dass die Beschwerdeführenden dabei vorbrachten, im Falle einer  nach Österreich drohe ihnen die Abschiebung nach Russland,
dass das BFM mit Verfügung vom 26. November 2010 – eröffnet am 29. November 2010 – gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d des  vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung nach Österreich verfügte, nachdem
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die österreichischen Behörden am 16. November 2010 dem  des BFM vom 9. November 2010 zugestimmt ,
dass das Bundesamt die Beschwerdeführenden gleichzeitig , die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der  zu verlassen, den Kanton Zürich mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte und festhielt, einer Beschwerde gegen diese Verfügung komme keine aufschiebende Wirkung zu,
dass die Vorinstanz zur Begründung anführte, Österreich habe am 16. November 2010 dem Ersuchen des BFM um Übernahme der  zugestimmt,
dass Österreich für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei, dies gestützt auf das Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen  über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des  Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedsstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags (Dublin-Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.68]) und auf das Übereinkommen vom 17.  2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Republik Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands und über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder in Norwegen  Asylantrags,
dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder Verlängerung – bis spätestens am 16. Mai 2011 zu erfolgen habe,
dass die Beschwerdeführenden anlässlich der Gewährung des  Gehörs zu einer Wegweisung nach Österreich keine Gründe  gemacht hätten, die einer Rückkehr in dieses Land  würden, weshalb auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei,
dass die Folge eines Nichteintretensentscheides in der Regel die  aus der Schweiz und der Vollzug der Wegweisung nach Österreich zulässig, zumutbar und möglich sei,
dass die Beschwerdeführenden mit handschriftlich ergänzter  Eingabe vom 2. Dezember 2010 gegen diesen Ent-
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scheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben und in materieller Hinsicht beantragten, die Verfügung des BFM sei  und es sei ihnen die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen sowie Asyl zu gewähren, zudem sei die Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und die  Aufnahme anzuordnen,
dass sie in prozessualer Hinsicht die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung beantragten und darum ersuchten, ihnen einen Rechtsbeistand beizugeben und auf die Erhebung eines  zu verzichten, eventualiter die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen und die zuständige Behörde  anzuweisen, die Kontaktnahme mit den heimatlichen Behörden sowie jegliche Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen, even- tualiter – bei erfolgter Datenweitergabe – die Beschwerdeführenden in einer separaten Verfügung darüber zu orientieren,
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 3. Dezember 2010 (per Telefax) den Vollzug der Wegweisung per sofort aussetzte,
dass die vorinstanzlichen Akten am 6. Dezember 2010 beim  eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),
und erwägt,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),
dass die Beschwerdeführenden durch die angefochtene Verfügung  berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren  beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung
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der Beschwerde legitimiert sind (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde, vorbehältlich der nachstehenden Erwägungen, einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichter  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie  aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel verzichtet wurde,
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den  als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. die  weiterhin zutreffende Rechtsprechung der vormaligen  Asylrekurskommission [ARK] in Entscheidungen und  der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  geprüft hat, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht  grundsätzlich volle Kognition zukommt, wobei sich diese Fragen – namentlich diejenigen über das Bestehen von Vollzugshindernissen (Durchführbarkeit der Überstellung an den zuständigen Staat) – in den
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Dublin-Verfahren bereits vor Erlass des Nichteintretensentscheides stellen,
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl - suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die  des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich  ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),
dass sich aus den Akten ergibt, dass sich die Beschwerdeführenden vor ihrer Einreise in die Schweiz während mehreren Jahren in  aufgehalten und dort zwei Asylverfahren durchlaufen haben,
dass bei dieser Sachlage Österreich für die Prüfung des Asylgesuches der Beschwerdeführenden zuständig ist (vgl. die einschlägigen  Bestimmungen namentlich im Dublin- und in der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur  des Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines Asylantrags zuständig ist, den ein Staatsangehöriger eines Drittlandes in einem Mitgliedsstaat gestellt hat [Dublin II-Verordnung]),
dass das BFM die zuständige österreichische Behörde am 9. November 2010 um Wiederaufnahme der Beschwerdeführenden  Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin II-Verordnung ersucht und diese einer solchen mit Schreiben vom 16. November 2009 zugestimmt hat,
dass die Beschwerdeführenden somit ohne weiteres nach Österreich und damit in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die  des Asylgesuchs staatsvertraglich zuständig ist,
dass Österreich unter anderem Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter oder andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist,
dass der Beschwerdeführer geltend macht, er habe in Österreich viermal einen negativen Entscheid erhalten,
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dass er mit dieser Aussage den effektiven Zugang zum österreichi- schen Asylsystem offenlegt,
dass keine Hinweise darauf bestehen, Österreich würde sich im Falle der Beschwerdeführenden nicht an seine völkerrechtlichen  halten, womit die Vorbringen betreffend eine angeblich in Österreich drohende Wegweisung die Rechtmässigkeit der  dorthin nicht in Frage zu stellen vermögen,
dass die schweizerischen Asylbehörden entsprechend nicht gehalten sind, von ihrem Selbsteintrittsrecht Gebrauch zu machen,
dass kein Anlass zur Annahme besteht, die Beschwerdeführenden  in Österreich eine existenzgefährdende Situation zu gewärtigen,
dass zudem allein der erkennbare Wunsch der Beschwerdeführenden nach einem (erneuten) Asylverfahren in der Schweiz in keiner Weise gegen eine Rückführung nach Österreich spricht,
dass schliesslich die geltend gemachte Bedrohung durch Agenten  (Oberhaupt der Teilrepublik Tschetschenien, Anm. BVGer) in Österreich weder im erstinstanzlichen Verfahren noch in der  substanziiert werden,
dass sich die Beschwerdeführenden im Übrigen in der Beschwerde auf eine Wiederholung der bereits im erstinstanzlichen Verfahren  Vorbringen beschränken,
dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG zu Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführenden nicht  ist,
dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die  aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), wobei in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach der  und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs regelmässig  Voraussetzung (und nicht erst Regelfolge) des  ist, weshalb sie hier nicht mehr zu prüfen ist,
dass sich die Frage nach der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember
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2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]) stellt, sondern ebenfalls vor der Prüfung des Nichteintretens im Rahmen der Ausübung des Selbsteintrittsrechts oder gegebenenfalls – wenn sich Familienmitglieder in verschiedenen Dublin-Mitgliedstaaten befinden und zusammengeführt werden sollen – bei der Ausübung der  Klausel (Art. 15 Dublin II-Verordnung),
dass vorliegend – wie aufgezeigt – kein Anlass zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin II-VO) beziehungsweise zur Anwendung der Humanitären Klausel (Art. 15 Dublin II-VO) besteht, weshalb der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu  ist,
dass es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, darzutun,  die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den  Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder  ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist, abzuweisen ist,
dass mit der Abweisung der Beschwerde die am 3. Dezember 2010 angeordnete vorsorgliche Massnahme und der sinngemässe Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde sowie auf weitergehende Anweisungen an das BFM hinfällig werden,
dass der Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  Art. 65 Abs. 1 VwVG ungeachtet der Bedürftigkeit der  abzuweisen ist, da die Beschwerdebegehren nach dem Gesagten als aussichtslos zu bezeichnen sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.− (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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Considerations: