Decision ID: 7645efc2-c7f1-4fdf-ad05-dadf899fd8fa
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957,
gelernte
Schuhmacherin (
Prozess
IV.2017.
00
297 Urk. 17/15 S. 5)
meldete
sich a
m 19. August 2016
bei der Invalidenversicherung unter Hinweis auf eine sensomotorische C6/C7 Radikulopathie zum
Leistungsbe
zug an (
IV.2017.
00
297
Urk. 17/15). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog die Akten des Krankentaggeldversicherers SWICA Gesund
heitsorganisation (SWICA) bei
und
tätigte Abklärungen in erwerblicher
sowie in
medizinischer Hinsicht
. Mit Vorbescheid vom 1. Dezember 2016 (
Prozess
IV.2017.
00
297
in Sachen der Parteien,
Urk. 17/33) stellte die IV-Stelle
der
Versi
cherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
wies die IV-Stelle m
it Verfügung vom 21. Februar 2017 (Urk.
3/13)
das Leistungsgesuch der Versicherten
ab
.
1.2
Mit Eingabe vom 24. Februar 2017 (
Urk. 3/11
) teilte die Beschwerdeführerin
der IV-Stelle unter anderem
mit, die Rechtsschutzversicherung
habe
die Kostengut
sprache ab
ge
lehnt
,
und ersuchte erneut
(vgl. IV.2017.00297 Urk. 17/40)
um die Beistellung von
Rechtsanwältin Petra
Oehmke
als unentgeltliche Rechtsvertrete
rin
im Verwaltungsverfahren
.
Gegen die leistungsabweisende Verfügung vom
21. Februar 2017 (Urk.
3/13)
er
hob die Versicherte am 8. März 2017
am hiesigen Gericht
Beschwerde (
IV.2017.
00
297
Urk. 1)
.
Mit heutigem Urteil werden die Begehren der Beschwer
deführerin
in jenem Verfahren
bezüglich
der
Invalidenrente abgewiesen und be
züglich Eingliederungsmassnahmen
wurde die Sache
an die IV-Stelle zurückge
wiesen
.
1.
3
Mit Verfügung vom 2
3.
August 2017 (Urk. 2) wies die IV-Stelle das Gesuch um unentgeltlichen Rechtsbeistand im Verwaltungsverfahren mangels Notwendigkeit ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 22. September 2017 Beschwerde mit den fol
genden Anträgen (Urk. 1 S. 2):
1.
Es sei die Verfügung
der Beschwerdegegnerin vom 23. August
2017
aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, die
Unterzeichnende als unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerde
führerin
im IV-Verfahren zu bestellen.
2.
E
s sei der Beschwerdeführerin für das vorliegende Beschwerdeverfahren
die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und ihr in der Person der
Unterzeichnenden eine unentgeltliche Rechtsvertreterin beizugeben.
Die Einzelrichterin

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
,
GSVGer
).
1.2
Gemäss
Art.
37
Abs.
4
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) wird der gesuchstellenden Person im Sozialversiche
rungsverfahren ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo die Verhältnisse es erfordern. Unentgeltliche
Verbeiständung
im Verwaltungsverfahren wird ge
währt, wenn die Partei bedürftig ist, die Rechtsbegehren nicht aussichtslos er
scheinen und die Vertretung im konkreten Fall sachlich geboten ist (vgl.
Art.
29
Abs.
3
der Bundesverfassung [
BV
]
). Eine anwaltliche Mitwirkung drängt sich nur in Ausnahmefällen auf, wenn schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen dies als notwendig erscheinen lassen und eine
Verbeiständung
durch Verbandsvertre
ter, Fürsorger oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen nicht in Betracht fällt. Könnte der Einsprecher im Falle des Unterliegens die unentgelt
liche
Verbeiständung
beanspruchen, hat er bei Obsiegen Anspruch auf eine Par
teientschädigung (BGE 132 V 200 E. 4.1 mit Hinweisen; vgl. BGE 125 V 32).
Ob die anwaltliche
Verbeiständung
notwendig oder doch geboten ist, beurteilt sich nach den konkreten objekti
ven und subjektiven Umständen. Praktisch ist im Ein
zelfall zu fragen, ob eine nicht bedürftige Partei unter sonst glei
chen Umstän
den vernünftigerweise eine Rechts
anwältin oder einen Rechtsanwalt beizie
hen würde, weil sie selber zu wenig rechtskundig ist und das Interesse am Prozess
ausgang den Aufwand rechtfertigt (BGE 103 V 46, 98 V 115; vgl. auch BGE 130 I 180 E. 2.2, 128 I 225 E. 2.5.2 mit Hinweisen).
An die Notwendigkeit der
Verbeiständung
durch einen Rechtsanwalt
im Verwal
tungsverfahren
ist ein strenger
Massstab
anzulegen. Sie ist namentlich mit Blick darauf, dass der Untersuchungsgrundsatz gilt, die Versicherungsträger und Durchführungsorgane der einzelnen Sozialversicherungen also den rechtserheb
lichen Sachverhalt unter Mitwirkung der Parteien nach den rechtsstaatlichen Grundsätzen der Objektivität, Neutralität und Gesetzesgebundenheit (BGE 136
V 376) zu ermitteln haben (Art. 43 ATSG), nur in Ausnahmefällen zu bejahen. Zu
denken ist dabei etwa an Fälle, in denen sich das Verwaltungsverfahren an eine Rückweisung durch eine Gerichtsbehörde
anschliesst
, in denen im Rahmen einer Begutach
tung zum Gutachten Stellung zu nehmen und die Erforderlichkeit von Ergän
zungsfragen zu prüfen ist oder wenn sich komplexe
sachverhaltliche
oder recht
liche Fragen stellen (BGE 132 V 200 E. 4.1). Auch in der Person des Versi
cher
ten liegende Gründe, wie etwa seine Fähigkeit, sich im Verfahren zurechtzu
fin
den, fallen in Betracht (Urteil des Bundesgerichts 8C_760/2016 vom 3. März 2017 E. 3.2 mit Hinweisen). Hingegen ist im Zusammenhang mit dem Anspruch auf unentgeltliche
Verbeiständung
im Verwaltungsverfahren das Interesse der versicherten Person am Prozessausgang nicht
entscheidwesentlich
, ebenso we
nig vermögen Sprachschwierigkeiten und fehlende Rechtskenntnisse allein eine Not
wendigkeit zu begründen. Die aus diesen oder ähnlichen Gründen auf Unterstüt
zung angewiesenen Rechtsuchenden haben sich in einem
sachverhaltlich
wie rechtlich relativ einfach gelagerten Verwaltungsverfahren mit dem Beizug von Fach- und Vertrauensleuten sozialer Institutionen oder unentgeltlicher Rechtsbe
ratungen zu behelfen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_760/2016 vom 3. März 2017 E. 4.2.2).
1.3
Bedürftig im Sinne von
Art.
64
des
Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG)
ist eine Per
son, wenn sie ohne Beeinträchtigung des für sie und ihre Fa
milie nö
tigen Lebensunterhaltes nicht in der Lage ist, die Prozesskosten zu bestreiten (BGE 128 I 225 E. 2.5.1). Massgebend sind die wirtschaftlichen Verhältnisse im Zeit
punkt, in dem das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (§ 28
lit
. a
GSVGer
i.V.m
. Art. 119
des Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO]
) eingereicht wird (BGE 120
Ia
179 E. 3a), oder – bei seither eingetretenen Veränderungen – auch in demjenigen der Entscheidfindung (BGE 108 V 265 E. 4). Bei der Beurteilung der Bedürftigkeit ist das Einkommen beider Ehegatten zu berücksichtigen (BGE 115
Ia
193 E. 3a, 108
Ia
9 E. 3).
Im Verfahren betreffend die unentgeltliche Rechtspflege gilt ein durch die um
fassende Mitwirkungsobliegenheit eingeschränkter Untersuchungsgrundsatz. Der Gesuchsteller hat zur Erfüllung seiner Mitwirkungsobliegenheit zunächst seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse darzulegen und zu belegen. Die mit dem Gesuch befasste Behörde hat danach weder den Sachverhalt von sich aus nach jeder Richtung hin abzuklären, noch unbesehen alles, was behauptet wird, von Amtes wegen zu überprüfen. Sie muss den Sachverhalt nur dort (weiter) ab
klären, wo noch Unsicherheiten und Unklarheiten bestehen, sei es, dass sie von einer Partei auf solche hingewiesen wird, sei es, dass sie solche selbst feststellt (Urteil des Bundesgerichts 4A_274/2016 vom 19. Oktober 2016 E. 2.3). Bei einer anwaltlich vertretenen Partei ist das Gericht nach § 28
lit
. a
GSVGer
in Verbin
dung mit
Art.
97 ZPO demgegenüber nicht verpflichtet, eine Nachfrist anzuset
zen, um ein
unvollständiges oder unklares Gesuch zu verbessern (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4D_69/2016 vom 28. November 2016 E. 5.4.3 mit Hinweisen).
1.4
Die unentgeltliche Rechtspflege kann nur gewährt werden, wenn die Rechtsvor
kehr nicht aussichtslos ist. Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten (ex ante betrachtet) beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Ge
winnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb an
strengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom 23. Au
gust 2017 (Urk. 2) damit, dass eine anwaltliche Vertretung im invalidenversiche
rungsrechtlichen Abklärungsverfahren nicht notwendig gewesen sei. So habe
die
Eingabe von Dr.
Y._
dazu geführt, dass die Sache einer neuerlichen medizi
nischen Betrachtung unterzogen worden sei. Dabei sei die rechtliche Unterstüt
zung der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin nicht notwendig gewesen
und
i
hre Eingaben hätten zu keinen Weiterungen mehr Anlass gegeben. Abgesehen davon sei der vorliegende Fall auch nicht derart komplex gelagert, dass sich die Notwendigkeit einer Vertretung
aufgedrängt
habe
(S. 2).
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
stellte sich demgegenüber
in ihrer Beschwerde vom 22. September 2017 (Urk. 1)
auf den Standpunkt,
dass die Vertretung im vorlie
genden Fall geboten gewesen sei und zur Klärung der Rechts- und Sachlage bei
getragen habe (S. 7). Denn obwohl auch die Beschwerdegegnerin
Zweifel an den Schlussfolgerungen des Gutachtens von Dr. med.
Z._
gehabt habe, sei sie ihren Abklärungspflichten nicht nachgekommen und habe es unterlassen, die Be
schwerdeführerin neutral begutachten zu lassen. Es sei ihre Vertreterin gewesen, welche die von der Beschwerdegegnerin versäumte und umfassendere Begutach
tung gegenüber der Krankentaggeldversicherung durchgesetzt habe. Und aus die
sem
Gutachten von Dr. med.
A._
ergä
ben sich doch wesentlich andere Erkennt
nisse in Bezug auf ihre Arbeitsfähigkeit und Motivation für berufliche Massnah
men,
als von der Beschwerdegegnerin angenommen. Insbesondere stehe zwi
schenzeitlich fest, dass sie krankheitsbedingt und nicht unentschuldigt dem Ar
beitsplatz ferngeblieben sei (S. 7).
2.3
Zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf unentgeltliche Rechtsver
tretung im Verwaltungsverfahren (
Einwandverfahren
).
Umstritten ist vorliegend
in erster Linie die Notwendigkeit der anwaltlichen
Verbeiständung
.
3.
3.1
Die Notwendigkeit der anwaltlichen
Verbeiständung
im Verwaltungsverfahren ist prospektiv zu beurteilen
. Was aber nicht heisst, dass alle erdenklichen Entwick
lungen, die künftig allenfalls eine
Verbeiständung
begründen könnten, zu be
rücksichtigen wären, solange es an konkreten Anzeichen für deren Verwirkli
chung fehlt
(
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_931/2015
vom 23. Februar 2016
E. 5.2
)
.
3.2
3.2.1
Dazu sind zunächst die medizinische Aktenlage und die damit einhergehende Be
urteilung durch die Beschwerdegegnerin (Vorbescheid und Verfügung) im zeitli
chen Ablauf darzulegen.
3.2.2
Dr.
Z._
, Facharzt für Neurologie FMH,
erstattete 9. September
2016 (
IV.2017.
00
297
Urk.
17/25/2-13)
zuhanden der SWICA
eine neurologische
Kurz
beurteilung
über die Beschwerdeführerin.
Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit berichtete
er
, dass
sich
kein organpathologischer Befund ergeben habe, der eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der beruflichen Tä
tigkeit als Produktionsmitarbeiterin ergebe. Entsprechend bestehe bei Beschwer
deführerin ab Zeitpunkt seiner Untersuchung eine volle Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
(S.
11).
In erster Linie gestützt auf diesen Bericht stellte die Beschwerdegegnerin der Be
schwerdeführerin mit Vorbescheid vom 1.
Dezember 2016 (IV.2017.
00
297 Urk.
17/33) die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht.
3.2.3
Nach Einwand gegen diesen Vorbescheid
durch den Hausarzt
Dr.
Y._
am 6. Dezember 2016 (
IV.2017.
00
297
Urk. 17/34)
, reichte selbiger am 24. Ja
nuar 2017 (IV.2017.
00
297 Urk. 17/37) einen
Bericht
von Dr.
B._
vom 20. Ja
nuar 2017 (IV.2017.
00
297 Urk. 17/38) nach. In diesem
führte sie aus, dass aus neurologischer Sicht eine erheblich reduzierte Einsatzfähigkeit der rechten Hand und damit Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als Montagearbeiterin festzu
stellen
sei (S. 2).
3.2.4
Mit Verfügung vom 2
1.
Februar 2017 (
Urk.
3/
13
) wurde das Leistungsgesuch durch die
Beschwerdegegnerin
abgewiesen.
Diese
stützte sich dabei in erster Linie auf die
auf den Akten
basierende
Stellungnahme von Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädie, Chirurgie und Traumatologie,
R
egionalärztlicher Dienst (RAD)
,
vom
14.
Februar 2017 (
IV.2017.
00
297 Urk.
17/42)
.
Seine Diagnosen deckten sich mit denen von Dr.
B._
.
Zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin führte er aus, dass in der bisherigen Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe (S.
2
f.).
In einer angepassten Tätigkeit betrage hinge
gen die Arbeitsunfähigkeit gemäss Belastungsprofil 0 % (S. 3).
3.3
Erst mit ihrem
Ei
nwand vom 14.
Februar 2017 (IV.2017.
00
297 Urk.
17/40)
reichte die Rechtsvertreterin Petra
Oehmke
eine
erste und einzige Eingabe
im Verwal
tungsverfahren
vor
Erlass der
leistungsabweisenden Verfügung
ein
und griff da
mit im Namen der Beschwerdeführerin in das Verwaltungsverfahren ein
(S. 2
)
.
Die
Eingabe
der Rechtsvertreterin erfolgte
damit lediglich
eine Woche vor Ab
schluss des Verwaltungsverfahren
s
(Verfügung)
und blieb ohne Auswirkungen auf das Verfahren. Die
von ihr thematisierte
Einschränkung der rechten Hand
(IV.2017.00297 Urk. 17/40 S. 20)
wurde denn auch gestützt auf
den
von Dr.
Y._
eingereichte
n
Bericht von Dr.
B._
durch
die
Beschwerdegegnerin unabhängig
vom
Einwand der Rechtsvertreterin berücksichtigt (vgl. E. 3.2
.3-4
).
Die Umstä
nd
e
, dass sich die Beschwerdeführerin in fortgeschrittenem Alter be
findet, nicht rechtskundig und fremder Muttersprache ist
, begründen keine Not
wendigkeit einer anwaltlichen Vertretung, zumal sie dem Beizug einer unentgelt
lichen Rechtsberatungsstelle nicht entgegenstanden. Dran ändern die
unter
schiedliche
n
medizinischen Schlussfolgerungen durch Dr.
Z._
,
Dr.
B._
und Dr.
C._
nichts, denn in diesem
sachverhaltlich
wie rechtlich relativ einfach gelagertem Fall
kann nicht von einer
komplexen Fragestellung gesprochen werden, die eine anwaltliche Vertretung gebieten würde
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_76
/
2016
vom 3.
März
2017
E. 4.2.3
)
.
Die gegenteilige Auffassung liefe darauf hinaus, dass der Anspruch auf unentgeltliche Rechtsver
beiständung in praktisch allen Verwaltungsverfahren bejaht werden müsste, in denen medizinische Unterlagen zur Diskussion stehen, was der Konzeption von
Art.
37
Abs.
4 ATSG als einer Ausnahmeregelung widerspräche. Es bedarf mithin weiterer Umstände, welche die Sache als nicht (mehr) einfach und eine anwaltli
che Vertretung als notwendig bzw. sachlich geboten erscheinen lassen (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
9C_676
/2012 vom
2
1.
April 2013 E.
3).
Dies wäre rechtspre
chungsgemäss beispielsweise bei komplexen Fragen betreffend die Bemessung des Invaliditätsgrades (Urteil des Bundesgerichts 9C_316/2014 vom 17. Juni 2014 E. 3.2)
oder einer langen Verfahrensdauer, insbesondere nach (mehrfachen) ge
richtlichen Rückweisungen der Fall (vgl. die Hinweise bei Ulrich Meyer/Marco Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich,
Rz
10 zu Art 57a). Vergleichbare Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich, weshalb die diesbezügliche Argumentation der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 6 f.) ins Leere g
eh
t.
Im Weiteren
brachte
die
Beschwerdeführerin, nunmehr vertreten durch ihre Rechtsanwältin,
vor, dass
sie
im Zeitpunkt der leistungsabweisenden Verfügung psychisch schwer angeschlagen
gewesen sei
(Urk. 1 S. 7).
Allerdings ist nicht er
sichtlich und wurde von der Beschwerdeführerin nicht dargetan, weshalb der psy
chische Gesundheitszustand das Organisieren einer kostenlosen Unterstützung verunmöglicht haben sollte, wa
r
sie doch auch in der Lage, die Rechtsanwältin zu bevollmächtigen.
Zudem hätte sich
-
zumal
die Beschwerdeführerin die Sozialen Dienste der Ge
meinde
D._
am 14.
November 2016 (IV.2017.
00
297
Urk. 17/28-29
)
ermächtigt hatte, im Zusammenhang mit der IV-Anmeldung Auskünfte ein
zu
holen
–
namentlich eine Vertretung durch den Sozialdienst aufgedrängt. Es kann
daher
nicht gesagt werden, eine kompetente nichtanwaltliche Unterstützung – sei es durch die Sozialhilfe
behörde
D._
, sei es durch eine andere Institution – wäre im Verwaltungsverfahren objektiv unmöglich und unzumutbar
gewesen.
3
.4
Aus den dargelegten Gründen ist erstellt, dass die anwaltliche
Verbeiständung
im zu beurteilenden Verwaltungsverfahren
aus sachlichen Gründen
nicht geboten war, weshalb
die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf unentgeltliche Rechts
vertretung im Verwaltungsverfahren zur Recht verneint hat und die Beschwerde abzuweisen ist.
Auf die
Fragen
der Bedürftigkeit im Zusammenhang mit dem Begehren um an
waltliche
Verbeiständung
im Verwaltungsverfahren und der Aussichtslosigkeit braucht daher nicht näher eingegangen zu werden.
4.
4.1
Da
nicht die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen strittig ist
, ist
das Verfahren
kostenlos
(Art. 61
lit
. a ATSG in Verbindung mit Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
, e contrario
).
Der Antrag um unentgeltliche Prozessführung im vor
liegenden Verfahren
ist daher gegenstandslos.
Zu beurteilen bleibt, ob die Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren An
spruch auf unentgeltliche
Verbeiständung
hat.
4.2
4.2.1
Mit Verfügung vom 13. März 2017
(
IV.2017.
00
2
9
7
Urk. 5)
im Parallelverfahren um den Anspruch über Leistungen der Invalidenversicherung
wurde die Be
schwerdeführerin ausdrücklich aufgefordert, das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit vollständig ausgefüllt und unter Beilage sämtlicher Belege zur aktuellen finanziellen Situation – wobei diesbezüglich ein Hinweis auf Ziff. 12 des Formulars erfolgte – einzureichen unter der Androhung, dass bei un
genügender Substantiierung oder fehlenden oder ungenügenden Belegen zur fi
nanziellen Situation davon ausgegangen werde, dass keine prozessuale Bedürf
tigkeit bestehe.
Aus dem von der Beschwerdeführerin am 24. März 2017 unterzeichneten „For
mular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit“ (
Urk. 5
)
und den
im vorlie
genden Verfahren (Urk. 3 und Urk. 5),
im Parallelverfahren
(
Prozessnummer
IV.2017.
00
297
)
sowie den im Parallelverfahren
in Sachen
des Ehemannes
gegen die IV-Stelle
(Prozessnummer IV.2016.00849) eingereichten Unterlagen
ergibt sich folgendes Bild der wirtschaftlichen Verhältnisse:
Die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann verfügen lediglich über
das
Kranken
taggeld
der Beschwerdeführerin
. Dieses betrug zuletzt für den Monat Dezember 2017 Fr. 3'489.
--
(
IV.2017.
00
297
Urk. 31/2).
Die Auslagen belaufen sich auf Fr. 1‘700.-- für den Grundbetrag der Ehegatten, Fr.
1’425
.-- für
Miete
(inkl. Nebenkosten;
IV.2016.00849
Urk.
9/1d
),
Fr. 677.50
für die obligatorischen KVG-Krankenkassenprämien beider Ehegatten
(
Urk.
1
S. 4
),
sowie
geschätzten
Fr. 187.-- Steuern (basierend auf einem monatl
i
chen Einkommen von Fr. 3'489.--
). Nicht zu berücksichtigen sind die geltend ge
machten ungedeckten Gesundheitskosten von Fr. 90.-- (
Urk. 1 S. 4
), da sie nicht belegt sind. Die geltend gemachten Kosten
für
Radio- und Fernsehgebüh
ren/Kommunikation von Fr. 180.-- (
Urk. 1 S. 4
)
sind im Grundbetrag enthalten und ebenfalls nicht zusätzlich zu berücksichtigen. Daraus ergibt sich ein Exis
tenzminimum (inkl. Steuern) von Fr.
3'990.--
(vgl. zum Ganzen auch das Kreis
schreiben der Verwaltungskommission
des Obergerichts des Kantons Zürich an die Bezirksgerichte und die Betreibungsämter über Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 16. September 2009).
Unter Berücksichtigung eines gerichtsüblichen Freibetrages für ein Ehepaar
von
Fr. 600.-- resultiert grundsätzlich eine monatliche Unterdeckung von Fr.
1'101.--
(Fr. 3'489.-- Einkommen abzüglich der Auslagen von Fr.
3'990.--
und abzüglich des Freibetrages von Fr. 600.--). Dabei nicht eingerechnet ist jedoch eine Kosten
beteiligung des erwachsenen Sohnes, welcher bei den Ehegatten lebt (Urk.
5 S. 1
).
Belege zum
Einkommen des
im gleichen Haushalt lebenden volljährigen Sohn
es
fehlen vollständig. Hiervon wäre
rechtsprechungsgemäss
ein Haushaltsbeitrag in der Höhe eines Drittels des Nettoeinkommens anzurechnen (Urteil des Bundesge
richts 9C_866/2014 vom 31. März 2015 E. 3.3). Es ist davon auszugehen, dass
die
Beschwerdeführer
in
bei einer ordentlichen Beteiligung des Sohnes in Form eines rechtsprechungsgemässen Haushaltsbeitrages in der Lage wäre, die anfallenden Gerichts- und Anwaltskosten – allenfalls in Ratenzahlungen – innert einem Jahr selbst zu begleichen. Die finanzielle Bedürftigkeit ist folglich nicht ausgewiesen respektive ist
die
Beschwerdeführer
in
ihrer
Mitwirkungspflicht im Zusammen
hang mit der Dar
legung
der Einnahmen und Ausgaben unzureichend nachge
kommen.
Unter diesen Umständen kann dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeistän
dung
im Beschwerdeverfahren
mangels
hinreichender
Substantiierung
der Be
dürftigkeit nicht stattgegeben werden (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_173/2016 vom 17. Mai 2016 E. 5).
4.2.2
Im Übrigen erweist sich die Beschwerde hinsichtlich der
unentgeltliche
n Rechts
vertretung im Verwaltungsverfahren angesichts der klaren bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu den strengen Anforderungen betreffend die Notwendigkeit einer
anwaltlichen
Vertretung im
Verwaltungsverfahren
als aussichtlos, weshalb das Gesuch um
unentgeltliche
Rechtsvertretung
für das vorliegende Verfahren auch aus
diesem
Grund
abzuweisen
ist
.
4.3
Da die Beschwerde aussichtslos ist
erübrigt sich
deren
Zustellung an die Be
schwerdegegnerin zur Vernehmlassung (§ 19 Abs. 2
GSVGer
).