Decision ID: 97104331-1caa-58d3-8771-c5d83a80e9fd
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Die Ringier Axel Springer Schweiz AG mit Sitz in Zürich bezweckt den Ver-
lag, die Herausgabe und den Vertrieb von Zeitschriften und anderen Pub-
likationen und Verlagsobjekten. Am 20. August 2019 ersuchte sie das
BAKOM betreffend die wöchentlich erscheinende «Handelszeitung – Die
Schweizer Wochenzeitung für Wirtschaft» (nachfolgend «Handelszei-
tung») um Ermässigung der postalischen Beförderung nach dem Postge-
setz vom 17. Dezember 2010 (PG; SR 783.0) und der Postverordnung vom
29. August 2012 (VPG; SR 783.1).
B.
Das BAKOM wies das Gesuch mit Verfügung vom 7. November 2019 ab.
Zur Begründung führte es aus, als förderungswürdige Regional- und Lo-
kalpresse im Sinne des Postgesetzes und der Postverordnung würden nur
Tages- und Wochenzeitungen gelten, die nicht zur Mitgliedschafts-, Stif-
tungs-, Fach- oder Spezialpresse gehören. Eine Inhaltsanalyse des dem
Gesuch beigelegten Belegexemplars habe ergeben, dass sich die «Han-
delszeitung» an einen spezifischen, vorwiegend wirtschaftlich interessier-
ten, und damit eingeschränkten Leserkreis richte. Daher sei sie der Spezi-
alpresse zuzurechnen und habe keinen Anspruch auf Zustellermässigung.
C.
Gegen den Entscheid des BAKOM (nachfolgend: Vorinstanz) erhebt die
Ringier Axel Springer Schweiz AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit
Eingabe vom 9. Dezember 2019 Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-
richt. Darin beantragt sie, die Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben und
das Gesuch um Presseförderung vom 20. August 2019 sei gutzuheissen,
eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurtei-
lung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
D.
In ihrer Vernehmlassung vom 20. Januar 2020 schliesst die Vorinstanz auf
Abweisung der Beschwerde.
E.
Am 20. Februar 2020 reicht die Beschwerdeführerin ihre Schlussbemer-
kungen ein.
A-6543/2019
Seite 3
F.
Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die sich bei den
Akten befindlichen Schriftstücke wird – soweit relevant – in den nachfol-
genden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnahme
nach Art. 32 VGG gegeben ist und eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33
VGG entschieden hat. Beim BAKOM handelt es sich um eine Vorinstanz
im Sinne von Art. 33 Bst. d VGG (vgl. Anhang 1 Ziff. VII 1.6 der Regierungs-
und Verwaltungsorganisationsverordnung vom 25. November 1998
[RVOV, SR 172.010.1]). Die Verfügung vom 7. November 2019 ist ein zu-
lässiges Anfechtungsobjekt und kann direkt beim Bundesverwaltungsge-
richt angefochten werden (vgl. Art. 99 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
Radio und Fernsehen vom 24. März 2006 [RTVG, SR 784.40] i.V.m.
Art. 31 ff. VGG). Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bun-
desverwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung der Beschwerde zustän-
dig. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts
anderes bestimmt (Art. 37 VGG).
1.2 Die Beschwerdeführerin hat sich am vorinstanzlichen Verfahren betei-
ligt und ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung sowohl formell als
auch materiell beschwert. Sie ist damit nach Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-
schwerde berechtigt. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist demnach einzu-
treten.
2.
Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf
Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der
Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin (vgl. Art. 49
VwVG).
A-6543/2019
Seite 4
3.
3.1 Art. 16 Abs. 1 des Postgesetzes bestimmt, dass die Preise für die
Dienstleistungen der Post im Rahmen der Grundversorgung nach wirt-
schaftlichen Grundsätzen festzulegen seien. Gemäss Art. 16 Abs. 4 PG
werden Ermässigungen gewährt für die Zustellung von abonnierten Tages-
und Wochenzeitungen der Regional- und Lokalpresse (Bst. a) sowie Zei-
tungen und Zeitschriften von nicht gewinnorientierten Organisationen an
ihre Abonnenten, Mitglieder oder Spender (Mitgliedschafts- und Stiftungs-
presse) in der Tageszustellung (Bst. b). Der Bund wendet zur Gewährung
dieser Ermässigungen jährlich Fr. 30 Mio. für die Regional- und Lokal-
presse und Fr. 20 Mio. für die Mitgliedschafts- und Stiftungspresse auf (Art.
16 Abs. 7 PG). Damit leistet er einen Beitrag zur Erhaltung der Presse- und
Meinungsvielfalt in der Schweiz (vgl. Erläuterungsbericht des UVEK zur
Postverordnung vom 29. August 2012, S. 20 [Beschwerdebeilage 4]; Bot-
schaft zum Postgesetz vom 20. Mai 2009, BBl 2009 5181, 5222 f.).
3.2
3.2.1 In Art. 36 Abs. 1 VPG hat der Bundesrat konkretisiert, welche Zeitun-
gen als Regional- und Lokalpresse im Sinne von Art. 16 Abs. 4 PG gelten.
Es sind dies Tages- und Wochenzeitungen, die (kumulativ): abonniert sind
(Bst. a), der Post zur Tageszustellung übergeben werden (Bst. b), vorwie-
gend in der Schweiz verbreitet werden (Bst. c), mindestens einmal wö-
chentlich erscheinen (Bst. d), nicht überwiegend Geschäftszwecken oder
der Bewerbung von Produkten und Dienstleistungen dienen (Bst. e), einen
redaktionellen Anteil von mindestens 50% aufweisen (Bst. f), nicht zur Mit-
gliedschafts-, Stiftungs-, Fach- oder Spezialpresse gehören (Bst. g), nicht
mehrheitlich in öffentlichem Eigentum stehen (Bst. h), nicht von einer staat-
lichen Behörde herausgegeben werden (Bst. i), kostenpflichtig sind (Bst. j),
eine beglaubigte Auflage von durchschnittlich mindestens 1’000 und
höchstens 40’000 Exemplaren pro Ausgabe aufweisen, wobei die Auflage
von einer unabhängigen und anerkannten Prüfstelle beglaubigt sein muss
(Bst. k), zu keinem Kopfblattverbund mit einer Gesamtauflage von durch-
schnittlich mehr als 100’000 Exemplaren pro Ausgabe gehören, wobei sich
die Gesamtauflage durch Addition der beglaubigten Auflagen der Kopfblät-
ter und der Hauptzeitung pro Ausgabe ergibt und von einer unabhängigen
und anerkannten Prüfstelle beglaubigt sein muss (Bst. l; vgl. Art. 36 Abs. 2
VPG), und mit den Beilagen höchstens 1 kg wiegen (Bst. m).
3.2.2 Seit der Revision vom 22. Juni 2007 des aPostgesetzes vom 30. Ap-
ril 1997 (AS 2007 4645) ging die Rechtsprechung des Bundesverwaltungs-
gerichts davon aus, dass der Erwähnung, wonach gemäss Art. 16 Abs. 4
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Seite 5
PG (aArt. 15 Abs. 2 Ingress PG) nur Zeitungen «der Regional- und Lokal-
presse» förderungswürdig seien, eine eigenständige Bedeutung zu-
komme. Demnach wurde angenommen, dass die Zugehörigkeit zur Regi-
onal- und Lokalpresse ein zu den Voraussetzungen nach Art. 36 Abs. 1
VPG (aArt. 15 Abs. 2 Bst. a-g PG) hinzukommendes weiteres Kriterium
bilde (vgl. dazu etwa die Urteile des BVGer A-4777/2011 vom 5. April 2012
E. 8, A-3216/2011 vom 8. März 2012 E. 6.1 f., A-3049/2011 vom 8. März
2012 E. 6.4, A-3051/2011 vom 8. März 2012 E. 6.4 und A-5427/2008 vom
30. Juni 2009 E. 6.1-6.4). Das Gericht stellte gestützt darauf fest, damit
eine Zeitung oder Zeitschrift der Lokal- oder Regionalpresse zugeordnet
werden könne, müsse sich deren Verteilungsgebiet und/oder deren inhalt-
liche Ausrichtung auf ein Gebiet beziehen, das jedenfalls kleiner sei als die
Deutsch-, Westschweiz oder das Tessin (Urteil des BVGer A-4777/2011
vom 5. April 2012 E. 8.4 m.w.H).
Gemäss dem Erläuterungsbericht des UVEK zur Postverordnung vom
29. August 2012 begründet die Erwähnung der «Regional- und Lokal-
presse» indes kein weiteres Kriterium. Demnach wird der regionale bzw.
lokale Charakter nicht durch geografische, sprachliche oder inhaltliche Kri-
terien in Bezug auf das Presseerzeugnis definiert, sondern durch die Kri-
terien nach Art. 36 Abs. 1 Bst. a-m. Als Regional- und Lokalpresse würden
kleine Zeitungen gelten, die insbesondere eine Auflage zwischen 1’000
und 40'000 haben und alle Kriterien der Bst. a-m erfüllten. Auf eine aus-
drückliche Definition der Regional- und Lokalpresse im Sinne einer Be-
schränkung auf eine sprachliche oder geografische Region sowie eine Vor-
gabe bezüglich Berichterstattung über regionale und lokale Themen werde
bewusst verzichtet, weil Abgrenzungsschwierigkeiten entstehen würden
und eine inhaltliche Kontrolle des Presseerzeugnisses nicht erwünscht sei.
An der vormaligen Rechtsprechung kann vor diesem Hintergrund nicht
festgehalten werden. Es sind demnach einzig die Voraussetzungen nach
Art. 36 Abs. 1 Bst. a-m VPG zu prüfen, um zu ermitteln, ob eine Zeitung
oder Zeitschrift Anspruch auf Zustellermässigung hat.
3.3 Das Ausschlusskriterium der Spezialpresse nach Art. 36 Abs. 1 Bst. g
VPG wurde im Rahmen der Revision des aPostgesetzes vom 22. Juni
2007 eingeführt. Der erstmals in Art. 15 Abs. 2 Bst. e PG in der Fassung
vom 22. Juni 2007 verwendete Begriff der Spezialpresse wurde nicht näher
definiert. Das Bundesgericht grenzte diesen Begriff im Urteil 2C_568/2009
vom 21. April 2010 E. 2.2 zunächst negativ von der Publikumspresse ab,
da in der parlamentarischen Debatte von 2007 exemplarisch die Titel Le
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Seite 6
Temps, Le Nouvelliste, La Liberté, La Gruyère und die Freiburger Nach-
richten für den medienpolitischen Förderungsbedarf genannt wurden (vgl.
AB 2007 S 421 ff.). Demnach fallen unter den Begriff Publikumspresse Titel
mit folgender inhaltlicher Ausrichtung: "Il s'agit de journaux dont le dénomi-
nateur commun est d'exposer à un large public l'actualité internationale,
suisse, cantonale et régionale dans les domaines les plus divers tels que
la politique, l'économie, la finance, la culture, la sociologie, l'éducation, la
nature, la technologie, l'environnement et le sport ainsi que des commen-
taires et analyses généralistes accessibles à ce même large public cible,
de sorte que ce sont ces journaux qui, avant toute autre publication, fon-
dent le débat démocratique dont les parlementaires ont voulu assurer
l'existence, par opposition à la "presse spécialisée". Im Umkehrschluss
sieht das Bundesgericht die Spezialpresse als: "une presse qui présente
un ensemble d'informations, de connaissances et d'opinions approfondies
sur un objet d'étude limité qui visent un nombre limité de lecteurs reliés
entre eux par des centres d'intérêts particuliers" (vgl. das Urteil des BVGer
A-5034/2015 vom 11. April 2016 E. 3.1.2 m.w.H.). Im Erläuterungsbericht
zur aktuellen Postverordnung wird als Spezialpresse ein Titel bezeichnet,
der sich primär an Privatpersonen mit spezifischen Interessen richtet (Er-
läuterungsbericht des UVEK zur Postverordnung vom 29. August 2012,
S. 20 f.; siehe auch Urteile des BVGer A-5043/2015 vom 11. April 2016
E. 3.1.2 und A-4777/2011 vom 5. April 2012 E. 7.1).
Gemäss den bundesgerichtlichen Vorgaben sind für die Frage, ob ein Titel
die indirekte Presseförderung erhält, also ob die einschlägigen Kriterien
erfüllt sind, demnach der Inhalt sowie der Gesamteindruck, welcher er ver-
mittelt, ausschlaggebend (vgl. Urteil des BVGer A-5034/2015 vom 11. April
2016 E. 3.1.2 f. m.w.H.). Dabei ist zu beachten, dass wohl eine Mehrheit
der Publikationen in der Schweiz eine gewisse Ausrichtung aufweist, sei es
in politischer, gesellschaftlicher oder in religiöser Hinsicht, was für sich al-
leine noch nicht zur Zuordnung zur Spezialpresse führt (Urteil des BVGer
A-3049/2011 vom 8. März 2012 E. 5.4 und 5.5).
4.
4.1 Die Vorinstanz erachtet die Voraussetzungen nach Art. 36 Abs. 1
Bst. a-f und h-m als erfüllt. Indes sei die «Handelszeitung» der Spezial-
presse gemäss Art. 36 Abs. 1 Bst. g VPG zuzurechnen und könne somit
nicht von einer Zustellermässigung profitieren. Ihre Beurteilung stützt die
Vorinstanz auf das von der Beschwerdeführerin dem Gesuch vom 20. Au-
gust 2019 beigelegte Belegexemplar Nr. 32/2019 vom 8. August 2019.
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Dazu hält sie fest, die Inhaltsanalyse habe ergeben, dass sich die «Han-
delszeitung» an einen spezifischen, vorwiegend wirtschaftlich interessier-
ten, eingeschränkten Leserkreis richte. Dafür spreche bereits der Titel
«Handelszeitung – die Schweizer Wochenzeitung für Wirtschaft». Auch die
Benennung der Rubriken lasse einen allgemeinen Bezug zu wirtschaftsre-
levanten Themen vermuten. Die Zeitung behandle ihre Kernthemen aus
verschiedenen Blickwinkeln und enthalte dementsprechend auch Berichte
aus Politik, Gesellschaft, Kultur etc. Dies erfolge jedoch stets mit recht en-
gem Bezug zur Wirtschaft. Die Werbeanzeigen würden mehrheitlich eben-
falls den Wirtschaftsfokus widerspiegeln. Aktualitäten ohne Zusammen-
hang mit dem Kernthema der Zeitung würden demgegenüber nicht behan-
delt. Obwohl der Inhalt einiger Artikel breiter und allgemeiner gefasst sei,
so sei dennoch überwiegend ein klarer Bezug zur Wirtschaft ersichtlich.
Typisierend für die förderberechtigte Publikumspresse sei demgegenüber,
dass sie sich grundsätzlich mit denselben Sachbereichen auseinander-
setze wie Tageszeitungen. Das bedeute, dass Artikel der Publikumspresse
einen neutralen informativen Charakter in Bezug auf Inland, Ausland, Poli-
tik, Wirtschaft, Kultur und Sport hätten.
4.2 Den Ausführungen der Vorinstanz hält die Beschwerdeführerin insbe-
sondere entgegen, in allen Debatten zur indirekten Presseförderung sei es
nie um inhaltliche Förderkriterien gegangen, sondern explizit um formale
Förderkriterien. Der Begriff Spezialpresse in der Postverordnung richte sich
eindeutig nach der «Typologie der Schweizer Pressemedien» des Ver-
bands Schweizer Medien und der WEMF AG für Werbemedienforschung
(nachfolgend: WEMF AG). Diese geniesse allseitige Anerkennung. Bei der
Revision des Postgesetzes im Jahre 2007 sei von den Verlegern und der
Post selbst vorgeschlagen worden, das Kriterium «nicht zur Mitglied-
schafts- oder Fach- und Spezialpresse gehörend» in den Gesetzestext auf-
zunehmen. Die Begriffe Fachpresse und Spezialpresse habe die WEMF
AG mit der Typologie der Schweizer Pressemedien der WEMF AG geprägt.
Die Vorinstanz verwende zur Beschreibung der Spezialpresse genau die
Aufzählungen der Typologie der Schweizer Pressemedien. Diese liste die
«Handelszeitung» nicht unter der Spezialpresse (Kategorie 3000) auf, son-
dern als Unterkategorie Finanz- und Wirtschaftspresse unter der Hauptka-
tegorie Publikumspresse (Kategorie 2000). Darum erscheine es nicht ge-
rechtfertigt, dass die Vorinstanz die «Handelszeitung» unter die Spezial-
presse subsumiere.
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Seite 8
Im Weiteren bringt die Beschwerdeführerin vor, die Inhaltsanalyse durch
die Vorinstanz sei zu oberflächlich erfolgt. Sie habe sich nur auf eine Aus-
gabe bezogen, was für die gesamte Zeitung nicht repräsentativ sei. Bei-
spielhaft zeigten vier Ausgaben der «Handelszeitung» (vom 15. Februar
2018, 22. August 2019, 24. Oktober 2019 und 5. Dezember 2019, Beilagen
15-18) mit Artikeln zu den Themen Politik, Staat, Technologie, Unterhal-
tung, Vorsorge, Lifestyle, Bildung, Konsum, Ressourcen, Digitalisierung,
Innovation, Weiterbildung und Umwelt das breite Themenspektrum. Eine
tiefgehende Inhaltsanalyse von zwölf Ausgaben der «Handelszeitung»
(Ausgaben vom 5. September bis 21. November 2019) habe ergeben, dass
sich in der «Handelszeitung» nur 36% aller Artikel auf die reine Wirtschaft
beziehen (d.h. auf die Bereiche: Diverse Industrien/Branche, Finan-
zen/Versicherungen, Geldanlagen, Management/Bildung/Arbeit und Wirt-
schaft; Beschwerdebeilage 14). Eine Untersuchung der Daten über die
Bruttowerbeausgaben von Werbekunden in der «Handelszeitung» über die
Zeitspanne von 1. Januar 2018 bis 31. Oktober 2019 habe zudem gezeigt,
dass bei den publizierten Anzeigen alle möglichen Branchen vertreten
seien (Freizeit, Gastronomie, Tourismus, Kosmetik und Körperpflege,
Mode, Sport und Uhren/Schmuck, Pharma und Gesundheit, Nahrungsmit-
tel, Medien, Initiativen und Kampagnen, Veranstaltungen, Verkehrsbe-
triebe, Auto, Bildung, Telekommunikation, Banking etc.). Gemäss der Un-
tersuchung weise nur knapp die Hälfte aller Anzeigen in der «Handelszei-
tung» einen wirtschaftlichen Schwerpunkt auf (Beschwerdebeilage 19).
Die «Handelszeitung» habe sodann einen an Wirtschaft interessierten Le-
serkreis, dieser sei deswegen aber keineswegs «eingeschränkt». Wirt-
schaft tangiere wie Politik jeden Aspekt einer Gesellschaft und der Bürge-
rinnen und Bürger. Wirtschaft sei kein Spezialgebiet, kein «bestimmtes Un-
tersuchungsobjekt» (Urteil der BGer 2C_568/2009 vom 21. April 2000
E. 2.2) von beschränktem Interesse. Wirtschaft sei ein derart umfassendes
und zentrales Gebiet einer Gesellschaft, dass man in Bezug auf die Lese-
rinnen und Leser der «Handelszeitung» nicht von «gleichartigen Interes-
sen» reden könne. Auch die Aufmachung und die verwendete zeigten,
dass sie sich an ein breites Publikum richte. Es sei kein spezifisches Wis-
sen oder Interesse erforderlich, damit der Inhalt gelesen und verstanden
werden könne. Die «Handelszeitung» mache Wirtschaft für einen weiten
Leserkreis zugänglich und breche hochkomplexe Themen auf den gut ver-
ständlichen Kerngehalt herunter. Sie befasse sich nicht nur vereinzelt, son-
dern regelmässig auch mit anderen als wirtschaftlichen Themen und leiste
dadurch einen wesentlichen Beitrag zur Wissensgrundlage für die demo-
kratische Auseinandersetzung.
A-6543/2019
Seite 9
5.
Nachfolgend zu prüfen ist, ob die Vorinstanz den Titel «Handelszeitung»
zu Recht der Spezialpresse zurechnet.
5.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, der Begriff der Spezialpresse resp.
die Einordnung von Medien als Spezialpresse richte sich nach der «Typo-
logie der Schweizer Pressemedien» des Verbands Schweizer Medien und
der WEMF AG. Den dafür angeführten Beweismitteln ist jedoch keine ent-
sprechende Aussage zu entnehmen und es ist nicht ersichtlich, dass der
Verordnungsgeber sich betreffend die Einordnung auf diese Typologie ab-
stützen wollte. Die Vorinstanz und die Gerichte sind an die Einstufung der
WEMF AG demnach nicht gebunden (vgl. das Urteil des BVGer A-
4777/2011 vom 5. April 2012 E. 7.3.3). Ob ein Titel der Publikums- oder der
Spezialpresse zuzurechnen ist, ist vielmehr über eine Analyse des Inhalts
und des Gesamteindrucks nach den bundesgerichtlichen Kriterien zu er-
mitteln (vgl. vorne E. 3.3 m.w.H.).
5.2 Die Vorinstanz kam aufgrund der Analyse des Belegexemplars der
«Handelszeitung» vom 8. August 2019 zum Schluss, die Zeitung behandle
ihr Kernthema umfassend und aus verschiedenen Blickwinkeln, jedoch
stets beschränkt auf Inhalte mit recht engem Bezug zur Wirtschaft
(vgl. vorne E. 4.1). Diese Einschätzung ist nachfolgend zu überprüfen.
5.2.1 Die von der Vorinstanz analysierte Ausgabe Nr. 32 der «Handelszei-
tung» vom 8. August 2019 besteht aus zwei Bünden mit je 10 Seiten. Die
Titelseite enthält eine Vorschau über einige der Artikel.
Die Berichte des ersten Bunds widmen sich dem Thema «Unternehmen
und Politik». Es sind dies Artikel mit den Themen: Novartis – Wie die Kultur
des Unbossing zum Datenskandal des Pharmariesen führte; Konjunktur –
Droht bald eine Rezession? Gründe, warum das vorerst nicht passiert;
Lombard Odier – Warum eine Spitzenbankerin ihren Stuhl bei der Privat-
bank räumt; Porsche – Wie der Sportwagen-Hersteller die E-Mobilität für
sich entdeckt; Wanda Sports Group – Philippe Blatter geht mit dem Sport-
vermarkter an die Nasdaq; Apo24 – Visilab-Gründer Daniel Mori pusht eine
Versandapotheke Schweizer Zuschnitts; Dreyfus – Die Basler Privatbank
ist in einen Milliardenbetrug mit Kryptogeld involviert. Im ersten Bund sind
überdies die Rubriken «Freie Sicht» (Kolumne mit Beiträgen des Cheföko-
noms der «Handelszeitung», einer auf Finanzmarktrecht, Bankrecht, Com-
pliance, Corporate Governance und Wirtschaftsrecht spezialisierten An-
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Seite 10
wältin und Professorin, des Direktors der Avenir Suisse und eines Profes-
sors für Finanz- und Wirtschaftspolitik), «Nachrichten» (Kurzmeldungen
über eine Kryptowährung, Tesla-Chef Elon Musk, ein neues Produkt von
Kuhn Rikon, die Öffnung einer Filiale eines Modehändlers in Zürich,
Schach, die Verlegung von Procter & Gamble International nach Genf,
Fussball und Fitness), «Startup» (Unternehmen «Twistout» [neues Produkt
zur Abflussreinigung]) und «Sesselwechsel» (Übernahme neuer Arbeitstä-
tigkeiten von Personen aus den Bereichen Finanz, Assekuranz, Logistik,
IT, Executive Search, Medien und Innenausstattung) enthalten.
Der zweite Bund enthält die Sparten «Märkte und Meinungen», «Invest»,
«Management» und «Style». Diese beinhalten Artikel zu folgenden The-
men: Gespräch – Warum der Chef von Audemars Piguet auf die Jugend
als neue Zielgruppe setzt und Ken Fisher – Was US-Tech-Aktien den eu-
ropäischen Industrietiteln voraushaben («Markte und Meinungen»); Früh-
rente – Mit diesen Experten-Tipps klappt es mit dem vorgezogenen Ruhe-
stand («Invest»); Remote-Work – Software und Tools, welche Teams bei
der Kooperation helfen, die nicht im gleichen Büro arbeiten («Manage-
ment»); Wein – Mikroklimata sowie see- und bergnahe Höhenlagen im
Kanton Bern bringen eine Vielzahl neuer Spitzentropfen hervor («Style»).
Ausserdem umfasst der zweite Bund die Rubriken «Meinungen» (Kurzbe-
richte über Novartis, UBS-Urteil und digitale Reisehelfer), «Rückblende»
(Bezugnahme von anderen Medien auf Berichte der «Handelszeitung»),
«Dialog» (Leserbriefe), «Mehrwert» (Kolumne), «Konjunktur» (Konjunktur-
daten) und «Anlagefonds» (Werte von Börsen, Aktien und Anlagefonds).
Neben den redaktionellen Beiträgen enthalten beide Bünde Anzeigen, die
für Karrierechancen in der Ostschweiz; LGT Private Banking; die Schwei-
zerische Multiple Sklerose Gesellschaft; eine Maturanden-Messe; Ratge-
ber in der Beobachter-Edition; Biotech Bellevue Investments; die Zeitschrift
«BILANZ»; und die topsoft Fachmesse werben.
5.2.2 Die Beschwerdeführerin reicht vier weitere Ausgaben der "Handels-
zeitung" zu den Akten (Beilagen 15-18). Diese enthalten die bereits ge-
nannten Themen und Rubriken (vgl. E. 5.2.1) und teilweise weitere Bünde
mit «Specials».
5.2.2.1 Die Ausgabe Nr. 7/2018 vom 15. Februar 2018 (Beilage 18) um-
fasst zwei Bünde zu je 12 Seiten sowie in zwei weiteren Bünden ein «Spe-
cial Nutzfahrzeuge» und ein «Special Gesundheit».
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Seite 11
Unter dem Thema «Unternehmen und Politik» sind Artikel über die Zusam-
menarbeit zwischen Digitec Galaxus und der Zalando-Tochter Tradebyte,
Augur (Blockchain-App), Facebook (Markenstreit betr. Stressbook), Por-
sche (Interview mit dem Digitalchef), Abfall (Importstopp Chinas für Plas-
tikmüll, Interview betr. das Recycling in der Schweiz) und Nestlé’s Preispo-
litik enthalten. Im Weiteren wird das Startup «Splitseat» (Tauschplattform
zur Teilung von Saisonkarten für Sportveranstaltungen) vorgestellt und
werden Kurznachrichten etwa im Bereich Sporthandel, Versicherungen,
Banking, und Immobilien veröffentlicht sowie wichtige Stellenwechsel be-
kannt gegeben. Unter «Märkte und Meinungen» findet sich ein Gespräch
mit dem Chef des Unternehmens Webrepublic über Online-Werbung, unter
«Invest» sind Artikel über Pensionierung (Kapitalbezug aus der Pensions-
kasse) und Geldberatung (symbolische Mietzinse) enthalten und unter
«Management» die Ergebnisse einer Umfrage darüber, welche Tools Ma-
nager in der Schweiz besonders gerne nutzen, sowie ein Artikel über das
Prinzip «Swiss Leadership». Die Rubrik «Style» enthält Artikel zu den The-
men Hochpreismarkt für Kunst und über einen Sportwagen. Die Anzeigen
werben für Weiterbildungen im Bereich Wirtschaft, E-Trading der Postfi-
nance, den SAP Live Campus Basel 2018 (Kongress), die Zeitschriften
«BILANZ» und «Schweizer Versicherung», Biotech Bellevue Investments,
Tradeplus24, swissmarketingforum.ch, eine Weiterbildung zum Thema
Ausländische Führungskräfte, Gerstl Weinselektion, eine Motorradmesse
und für den Wettbewerb «Finanzberater des Jahres 2018». Zudem ist eine
Werbezeitschrift von Jaguar beigelegt.
Im «Special Nutzfahrzeuge» sind etwa Artikel über das Paketgeschäft der
Planzer Gruppe, die L-Baureihe der Scania, den Einsatz des Mercedes-
Benz Sprinters im Gütertransport, den Busmarkt Schweiz und die Inver-
kehrsetzung neuer Nutzfahrzeuge in der Schweiz im Jahr 2017 enthalten.
Das «Special Gesundheit» berichtet insbesondere über Gesundheitspoli-
tik, den Verein Smarter Medicine, das Sparpotenzial durch Spitalverbunde,
das Wachstum der Gesundheitsbranche, eine Denkfabrik im Bereich Im-
munonkologie, Multimorbidität, Interprofessionalität, künstliche Intelligenz
und den digitalen Wandel im Gesundheitswesen. Zudem findet sich ein In-
terview mit einer Ethikerin und Theologin über ethische Fragen im Gesund-
heitswesen.
5.2.2.2 Die Ausgabe Nr. 34/2019 vom 22. August 2019 (Beilage 17) um-
fasst zwei Bünde zu je 10 Seiten sowie in zwei weiteren Bünden die Spe-
cials «Weiterbildung» und «Digital Business».
A-6543/2019
Seite 12
Das Thema «Unternehmen und Politik» beinhaltet ein Portrait über einen
Investor, ein Interview mit einem Ex-Banker und Berichte über Nestlé,
Goldman Sachs, Migros und die Konjunkturaussichten in der Baubranche.
Als Startup wird das Unternehmen «Umami» vorgestellt, dass Microgreens
(junge Keimpflanzen) vertreibt. Die Kurznachrichten befassen sich mit Ro-
lex, Nestlé, einer Expansion des Flughafens Zürich und einem Medikament
einer Tochterfirma von Roche. Unter «Märkte und Meinungen» finden sich
ein Gespräch mit der Staatssekretärin für internationale Finanzfragen so-
wie Berichte über Helikoptergeld, den ehemaligen obersten Vermögens-
chef der UBS, das Phänomen Greta Thunberg, den Zugriff von US-Behör-
den auf Bankdaten und Digitalstrategien für KMUs. Das Thema «Invest»
befasst sich mit der Geldanlage in unsicheren Zeiten und der Kaufempfeh-
lung für gewisse Aktien, unter «Management» äussert sich ein Professor
für künstliche Intelligenz und unter «Style» findet sich ein Beitrag über eine
Künstlerin. Die Anzeigen werben für die topsoft Fachmesse, Helsana, Ver-
anstaltungen der Hochschule Luzern und des Europa Forum Lucerne, ei-
nen Wettbewerb für Schweizer KMUs sowie die Zeitschriften «BILANZ»
und «Schweizer Versicherung».
Das «Special Weiterbildung» handelt insbesondere die Themen digitales
Lernen, Coaching, Hygiene in der Gastronomie, die Integration von Men-
schen mit Beeinträchtigung in den ersten Arbeitsmarkt, temporäres Bauen,
Führungsstile, eine Salärstudie und informale Strukturen ab. Mit einer
neuen adaptiven Lernplattform, Experience Management, Chatbots, einem
Startup im Bereich Onlinemedizin und Stromtechnologie beschäftigt sich
das «Special Digital Business».
5.2.2.3 Die Ausgabe Nr. 43/2019 vom 24. Oktober 2019 (Beilage 16) um-
fasst zwei Bünde zu 16 und 12 Seiten und in zwei weiteren Bünden die
Specials «Anlegen» und «Flottenmanagement». Ausserdem ist das Maga-
zin «homes – Das Magazin für Wohnen und Immobilien» (gemeinsame
Publikation der «BILANZ» und der «Handelszeitung») beigelegt.
Unter «Unternehmen und Politik» enthält die Ausgabe einen Bericht über
den Präsidenten von Sunrise, ein Interview mit einem Fintech-Professor
sowie Artikel über Sulzer, Qualipet, Pfister, die Ruag und Nestlé. Ausser-
dem werden Nationalräte der Grünen und Grünliberalen vorgestellt, die für
Cleantech und Biobauern lobbyieren. In den Kurznachrichten wird über die
Immobilienfirma Colliers, die Reederei MSC, eine Modekollektion, Kunst-
stoffrecycling und den Gebäckhersteller Kambly berichtet. Zudem wird das
Startup «Bestattungsplaner.ch» vorgestellt. Unter dem Thema «Märkte
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und Meinungen» finden sich ein Interview mit dem Chef der Implenia, Kom-
mentare zur geplanten Übernahme von UPC durch Sunrise, den Möbel-
markt, Datenschutz und Wünsche ans neue Parlament (Fokus: Grüne Wirt-
schaftspolitik). Mit Top-Weltaktienfonds beschäftigt sich das Thema «In-
vest», mit häufigen Fehlern im Business Englisch das Thema «Manage-
ment» und unter «Style» werden eine neue Brennstoffzelle von Toyota und
eine Zürcher Kunstgalerie vorgestellt. Die Anzeigen werben für das Alpen-
symposium 2020, Singapur Airlines, die Firmen Schulthess, truvag Treu-
hand Immobilien, Brother und Oswald, Uhren von Breitling und Victorinox,
die SBB, die Plattform inveterest.com für Investment Banking, LGT Private
Banking, lifelonglearning.ch, eine auf Mallorca zum Verkauf stehende Villa,
das Swiss Marketing Forum, die Sympany Versicherung, Sunrise, busi-
nessbroker.ch, Business Kreditkarten von cornercard, eine Veranstaltung
des Europa Forum Lucerne und Swisscanto Invest.
Das «Special Anlegen» befasst sich unter anderem mit Fiskalpolitik, Direkt-
Listings, Bewertung durch Asset Allocation, Aktenbewertung, eine Platt-
form für Kreditnehmer und Hypothekenanbieter, nachhaltige Anlagen, Ver-
mögensverwaltung und Staatsanleihen. Im «Special Flottenmanagement»
wird über alternative Autoantriebe, Flottenleasing, das Auto als Statussym-
bol, Carsharing, die Aufgaben des Flottenmanagements und den Treibstoff
Diesel berichtet.
5.2.2.4 Die Ausgabe Nr. 49/2019 vom 5. Dezember 2019 (Beilage 15) um-
fasst schliesslich zwei Bünde mit 18 und 13 Seiten sowie zwei weitere
Bünde mit den Specials «Genuss» und «Luxe».
Unter «Unternehmen und Politik» enthält die Ausgabe Artikel über Simo-
netta Sommaruga, die Unternehmen Novartis und Postfinance, verschie-
dene Kreditkartenanbieter, eine neue Batterie von Tesla, die Beschaffung
der vorgesehenen Kampfjets, das Bahnprojekt Bioceánico in Chile und das
direkte Weiterverkaufen begehrter Uhren unmittelbar nach dem Kauf. Die
Firma «Qiio», die ein cloudbasierte Technologie für Logistikdienstleistun-
gen entwickelt hat, wird unter «Startup» porträtiert. Die Kurznachrichten
handeln insbesondere von der Credit Suisse, Uhren, einer neuen Marke
von Feldschlösschen, sprachgesteuerten Digitalassistenten und einem
Treffen der European Space Agency. Das Thema «Märkte und Meinun-
gen» beinhaltet ein Gespräch mit einem Unterhaltungsunternehmer und
Meinungen zum Abzug von Bussen von den Steuern, das Modell des Co-
CEO, die Kampfjet-Beschaffung, die grüne Wirtschaft und die Finanz-
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märkte. Das Thema «Invest» befasst sich mit Säule 3a-Fonds, unter «Ma-
nagement» geht es um Co-CEOs und unter dem Thema «Style» wird ein
neues Automodell von Toyota vorgestellt. Die zusätzliche Rubrik «Networ-
king» berichtet über drei Veranstaltungen für Einkaufsverantwortliche und
Führungskräfte. In den Anzeigen wird für die Uhrenmarken Audemars Pi-
guet und Breitling, Mercedes Benz in Kooperation mit Fairtiq, die Hoch-
schule für Wirtschaft in Zürich, eine Veranstaltung der Plattform Worldweb-
forum über Leadership, die Post, das Finanzberatungsunternehmen Von-
tobel, Panasonic, friendlyworkspace.ch, das World Economic Forum, Salt,
die Migros Bank, die Zeitschriften «BILANZ» und «Die Weltwoche», die
Sportsawards auf SRF 1, Swissquote (Tradingbank), Gerstl Wein & Shop,
lifelonglearning.ch und die Sonntagszeitung geworben.
Das «Special Genuss» widmet sich den Themen Essen und Wein, wäh-
rend das «Special Luxe» über die Familiendynastie Fendi, ökologische Ma-
terialien, Urlaubsziele, einen Designer und den Reiswein Sake berichtet.
5.3
5.3.1 Die Vorinstanz hat sich für ihre Einschätzung auf die von der Be-
schwerdeführerin mit dem Gesuch um Presseförderung eingereichte Aus-
gabe beschränkt. Dies ist nicht zu beanstanden und bedeutet keine unge-
nügende Sachverhaltsdarstellung. Die Inhaltsanalyse einer Zeitschrift für
die Prüfung der Presseförderungsgesuche gründet immer auf einer be-
schränkten Auswahl von Ausgaben. Die Beschwerdeführerin war im Rah-
men der Gesuchseinreichung gehalten, alle erforderlichen Nachweise ein-
zureichen (vgl. Gesuch um Presseförderung vom 20. August 2019). Sie
reichte in diesem Zusammenhang nur ein Belegexemplar ein, das Basis
der Beurteilung durch die Vorinstanz bildete. Auf Beschwerdeebene sind
jedoch auch die vier weiteren eingereichten Ausgaben in die Beurteilung
einzubeziehen.
5.3.2 Die Vorinstanz sieht die «Handelszeitung» als Wirtschaftszeitung, die
sich in ihrer Berichterstattung im Wesentlichen auf dieses Kernthema be-
schränkt. Unter «Wirtschaft» wird die Gesamtheit der Einrichtungen und
Massnahmen verstanden, die sich auf die Produktion und den Konsum von
Gütern und Dienstleistungen beziehen resp. Angebot und Nachfrage ge-
nerieren und regulieren (vgl. Duden online, <https://www.duden.de/recht-
schreibung/Wirtschaft>; Gablers Wirtschaftslexikon, <https://wirtschaftsle-
xikon.gabler.de/definition/wirtschaft-54080>, besucht am 15. September
2020). Die Analyse der vorliegenden fünf Ausgaben ergibt, dass die «Han-
delszeitung» das Thema Wirtschaft breit und in allen Facetten behandelt.
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Sie bietet kompakt Informationen über aktuelle wirtschaftliche Entwicklun-
gen resp. das wirtschaftliche Geschehen in der Schweiz. Mit anderen The-
men befasst sie sich, soweit diese eine Verbindung zur Wirtschaft haben.
So wird etwa das Thema «Sport» in den vorliegenden Ausgaben hinsicht-
lich der E-Mobilität bei Sportwagenherstellern und dem Börsengang eines
Sportvermarkters (beide Ausgabe Nr. 32/2019 vom 8. August 2019), durch
die Vorstellung einer Tauschplattform zur Teilung von Saisonkarten für
Sportveranstaltungen, Kurznachrichten im Bereich Sporthandel sowie die
Vorstellung eines Sportwagens behandelt (Ausgabe Nr. 7/2018 vom
15. Februar 2018).
5.3.3 In ihrer Beschwerde hebt die Beschwerdeführerin verschiedene Arti-
kel in den ins Recht gelegten Ausgaben über andere Themen hervor. Diese
haben jedoch grossmehrheitlich ebenfalls einen deutlichen Bezug zur Wirt-
schaft, wie beispielsweise: «Die Post-Finanzkrise» (Artikel über die Postfi-
nance), «Kampfjet-Beschaffung – Vorspiel für Gegengeschäfte», «Ge-
spräch mit Freddy Burger» (Unterhaltungsunternehmer), «Unschöne Kos-
metikbilanz» (Bericht über Sulzer und die Rückgewinnung von Marktantei-
len), «Olympia als Wendepunkt – Toyota setzt auf die Brennstoffzelle. Lan-
ciert wird diese Technologie an den Sommerspielen 2020 in Tokio»,
«Ängste schüren – Der Ex-Banker Oswald Grübel kritisiert Minuszinsen
und sagt, warum es weniger Wachstum braucht», «Grenzenloses Wetten
– Blockchain» (Start einer neuen Wettplattform) usw. Vereinzelte Berichte,
wie etwa über Simonetta Sommaruga und ihre Übernahme des Departe-
ments für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation in der Ausgabe
Nr. 49/2019 vom 5. Dezember 2019, verfügen lediglich über eine indirekte
Verbindung zum Thema Wirtschaft. Nur wenige Artikel, bei denen es sich
in der Regel um kleine Beiträge handelt, sind ohne erkennbaren Bezug zur
Wirtschaft, wie beispielsweise ein Kurzbericht über die Künstlerin Elsbeth
Böniger oder ein Kommentar zur medialen Reichweite von Greta Thunberg
in der Ausgabe Nr. 34/2019 vom 22. August 2019. Zudem sind die «Nach-
richten» thematisch breiter, jedoch handelt es sich dabei jeweils um eine
einzige Seite mit durchschnittlich fünf Kurzmeldungen. Die «Specials» ent-
halten teilweise Beiträge mit anderem Schwerpunkt, sie sind jedoch nicht
Bestandteil jeder Ausgabe und variieren in ihren Themen stark (Gesund-
heit, Nutzfahrzeuge, Weiterbildung, Digital Business, Luxus, Genuss). Sie
prägen nicht die vorliegend zu beurteilenden Hauptbünde der Zeitung und
sind daher nur ergänzend zu berücksichtigen. Die überwiegende Anzahl
der Beiträge in den «Specials» haben jedoch ebenfalls einen wirtschafts-
orientierten Fokus (vgl. vorne E. 5.2.2). Desgleichen konzentrieren sich
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zahlreiche Werbeanzeigen in den analysierten Ausgaben auf Wirtschafts-
themen und die Weiterbildung in diesem Bereich; teilweise wird auch für
den gehobenen Lifestyle geworben (Sportwagen, Uhren und Kunst im
Hochpreissegment, Reisen, Kreditkarten, Immobilien). Dass gemäss der
von der Beschwerdeführerin angeführten Untersuchung von Media-Focus
über die Bruttowerbeausgaben von Werbekunden in der «Handelszeitung»
zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Oktober 2019 nur – aber im-
merhin – knapp die Hälfte aller Anzeigen in diesen Zeitraum einen wirt-
schaftlichen Schwerpunkt aufweise, ändert nichts am insgesamt eindeutig
wirtschaftsorientierten Inhalt der «Handelszeitung».
5.3.4 Die Beschwerdeführerin beruft sich zur Inhaltsanalyse auf eine Prü-
fung von zwölf Ausgaben der «Handelszeitung» zwischen September und
November 2019, die ergeben habe, dass sich nur 36% aller Artikel auf die
reine Wirtschaft bezögen. Es ist unklar, wer diese Analyse vorgenommen
hat und nach welchen Kriterien die Zuordnung erfolgte. Auch wenn die Ver-
lässlichkeit dieser Analyse zu Gunsten der Beschwerdeführerin angenom-
men wird, lassen sich gestützt darauf dennoch keine Aussagen über die
tatsächliche Ausrichtung des Inhalts treffen. Gemäss der Analyse umfasst
die «Handelszeitung» neben 36% Inhalt zum Thema Wirtschaft auch 31%
Werbung, 11% Standards (Meinungen/Kommentare/Kurznachrichten, In-
haltsverzeichnis), je 6% Inhalte zu den Themen Technologie/Innovation/Di-
gitalisierung resp. Veranstaltungen/People/Unterhaltung, 5% Inhalte zu
den Themen Tourismus/Konsum/Lifestyle, 3% zum Thema Politik/Staat
und 2% des Inhalts betrifft die Themen Ressourcen/Umwelt/Energie. Diese
Aufteilung trifft in etwa auch auf die eingereichten Exemplare zu. Marken-
zeichen der «Handelszeitung» ist nach den vorangehenden Ausführungen
jedoch, dass Themen wie Technologie, Unterhaltung, Tourismus, Lifestyle,
Politik und Energie mit einem wirtschaftsorientierten Fokus behandelt wer-
den. Die eingereichte Analyse vermag das Bild, das die Prüfung der einge-
reichten Exemplare ergeben hat, somit nicht zu verändern.
5.3.5 Zusammenfassend ist die Einschätzung der Vorinstanz zu bestäti-
gen. Die Beiträge in der «Handelszeitung» haben, auch wenn sie sich vor-
dergründig mit Themen aus verschiedensten Bereichen befassen, bis auf
vereinzelte Ausnahmen einen deutlichen Wirtschaftsbezug. Dadurch ent-
steht der Gesamteindruck einer facettenreichen Wirtschaftszeitung, die
aufgrund ihres vom Kernthema dominierten Inhalts der Spezialpresse zu-
zurechnen ist. Da der Inhalt und der Gesamteindruck ein eindeutiges Er-
gebnis ergeben, kommt es weder auf die publizistische Leitlinie noch die
Leserschaft oder die Reichweite an (vgl. das Urteil des BVGer A-5034/2015
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vom 11. April 2016 E. 3.3), weshalb auf die diesbezüglichen Ausführungen
der Beschwerdeführerin nicht einzugehen ist.
5.4 Nach dem Gesagten ist die Qualifikation der Vorinstanz objektiv be-
gründet und hält der gerichtlichen Überprüfung stand. Damit erfüllt die Zei-
tung der Beschwerdeführerin die Voraussetzungen für die Zustellermässi-
gung nicht. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
6.
Die Kosten des vorliegenden Verfahrens werden in Anwendung von
Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE; SR 173.320.2)
auf Fr. 1'500.– festgesetzt. Sie sind der Beschwerdeführerin als unterlie-
gender Partei aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Dieser Betrag wird dem
in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss entnommen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist keine Parteientschädigung zuzu-
sprechen (vgl. Art. 7 Abs. 1 und 3 VGKE).
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