Decision ID: e7711610-fda5-4342-b430-af298f89bc8a
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1954, ist Mutter zweier 19
91
und 19
94
geborener Kin
der und seit 200
3
geschieden
(
Urk.
10/1)
.
Sie absolvierte eine Lehre als Gestal
terin und war
zuletzt
selb
st
ändig im Bereich Geschäftsführung, Deko, Verkauf
und
Beratungen
tätig
(
Urk.
10/3
Ziff. 6.2 f.
)
.
Die Versicherte
wurde
Mitte der 80er Jahre
(
Spon
dylodese
L5
-
S1)
und
2009
(
Verlängerungs-
Spondylodese
L3-5
)
am Rücken ope
riert
(
Urk.
10/
2 S. 12
)
. Am 2
8.
Februar 2013 meldete sie sich unter Hinweis auf
verschiedene Gesundheitsschäden
bei der Invalidenver
si
che
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/
2
Ziff. 7.2
). Die
Sozial
versiche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte daraufhin Abklärun
gen in medi
zinischer und erwerblicher Hinsicht. Weiter veranlasste sie einen
Abklä
rungs
bericht
für
Selb
st
ändigerwerbende
(
Urk.
10/46)
. Nach
d
urch
ge
füh
r
tem
Vorbe
scheid
verfahren
(
Urk.
10/
41
und
10/43
) sprach die IV-Stelle
X._
mit
Verfügung
en
vom
2.
Februar 2015 (
Urk.
2)
eine
vom
1.
Januar bis
3
1.
März
2014
befri
s
tete
Dreiviertelsrente
und anschliessend eine
bis 30. April 2014 befristete
ganze Invaliden
rente zu.
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
5.
Februar 2015
Beschwerde
mit dem sinn
ge
mässen
Antrag auf Zusprechung
einer (unbefristeten)
Invalidenr
ente
(
Urk.
1)
und legte am 25. März 2015 (Urk. 5) weiter Arztberichte auf (Urk. 6/1-4)
.
Mit Beschwerdeantwort vom 2
0.
April 2015 stellte die IV-Stelle Antrag auf Ab
wei
sung der Beschwerde
(
Urk.
9)
, was der Beschwerdefüh
rerin am 2
2.
April 2015 (
Urk.
11
) zur Kenntnis gebracht wurde.
In der Folge gingen weitere ärztliche Berichte ein (Urk. 12-14, Urk. 16-17, Urk. 19-21).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des ana
log anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ord
nung
über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung
des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstu
fung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente
(BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der ver
sicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbe
stritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E.
2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die angefochtene Verfügung im Wesentlichen damit, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin drei Monate nach der Operation vom 2
2.
Januar 2014 verbessert habe. Deshalb
sei
ihr ab Ende April 2014 die angestammte und eine
– näher bezeichnete -
körperlich leichte Tätig
keit
zu
50
%
zumutbar.
Der Einkommensvergleich ergebe keine
Erwerbsein
busse
und damit
resultiere ein
Invaliditätsgrad von 0
%
(
Urk.
2)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin
macht dagegen geltend, dass sich ihr Gesundheitszu
stand verschlechtert habe (
Urk.
1).
Sie verweist dabei auf
ärztliche Berichte, wo
nach
e
ine
Arbeitsfähigkeit realistisch in einem Bereich von 20-30
%
lieg
e
, was eigentlich einer Vollrente entsprechen würde
(Urk. 6/1)
.
3.
3.1
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie,
welcher di
e Beschwerdeführerin am
3.
November 2009 operiert hatte,
stellte im
Operations
b
ericht
(Urk. 10/2-34)
folgende Diagnose
n
:
Therapieresistentes invalidisierendes
l
umbospondylogenes
Syndrom links
betont
bei im MRI der Lendenwirbelsäule vom 2
1.
September 2009 durchgebaute
r
Spon
dy
lodese
L
5
/S1 mit noch
Osteosynthesematerial
in situ, mittels einer
schmet
terlingsförmigen
d
orsalen Platte,
suprafusionelle
Osteochondrose
und
Facetten
ar
throse
, insbesondere L3/L4, sowie Einengung durch Hypertrophie des
Flavums
,
insbe
sondere L3/L4 links
.
Er sch
ilderte die Entfernung des
Oste
osynthese
mate
rials
L5/S1, die
Verlängerungsspondylodese
L3/L5 mittels
GSS-Stangenspondy
lodese
beidseits,
dorsomedial
L3/L5 rechts,
Hemilaminektomie
, Dekompression und
Neurolyse
L3/L4 links bei intraoperativer BV-Kontrolle.
3.2
Im Bericht vom 1
0.
Juli 2013 (
Urk.
10/18) verwies
Dr.
Y._
auf die im November 2009 erfolgte Operation und
stellte
die Diagnose einer
s
uprafusi
o
nelle
n
, zunehmende
n
Osteochondrose
mit sonst
Durchbau
L3-S1, gemäss C
om
pu
tertomographie
der L
endenwirbelsäule
vom 1
8.
März 2013.
Er
führte aus, es bestehe eine verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule, eindeu
tige Langstrecken-
Osteochondrose
sowie Status nach nun durchgebauter Lang
strecken-Fusion L3-S1 mit glaubhaften belastungsbedingten Beschwerden. Er schätzte die bisherige Tätigkeit aus medizinischer Sicht als nicht mehr zu
mutbar ein. Monotones Stehen und Sitzen und Tragen von Gewichten über zehn Kilo
gramm seien auf Dauer zu vermeiden
(S. 2)
.
3.3
Im Bericht vom 1
9.
Juli 2013 (
Urk.
10/21) stellte
Dr.
med.
Z._
, Facharzt
für Allgemeine Medizin FMH,
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beits
fähigkeit: PVS bei Status nach Lendenwirbelsäulen-Operation,
R
etropatel
lar
ar
throse
, Weichteilrheuma,
chronifiziertes
Schmerzsyndrom, schwere psy
choso
ma
tische Belastungs
situation
,
Periarthritis
humeroscapularis
rechts,
I
m
pingement
,
O
peration.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er
einen
spontanen
Pneumothorax
und
ein
Restless
Leg
s
Syndrom.
Dr.
Z._
führte aus,
die bisherige Tätigkeit
sei
aus medizinischer Sicht noch zu 50
%
zumutbar
, dies seit
3.
Januar 2013
.
3.4
Im undatierten Bericht
(
Urk.
10/31)
des
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Neurochirurgie
,
stellt dieser folgende Diagnosen:
Lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit Anschluss-Problematik im Seg
ment L2/3, bestehend seit einem Jahr
L5/S1: Stabilisation vor rund 20 Jahren
Stabilisation L3 auf L5 bei fusionierten L5/S1 durch
transpedikuläre
Ver
schraubung mit Stabeinlage
Dr.
A._
ging
von einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
aus für den Zeitraum vom 2
3.
August
2013 bis 2
3.
September
2013 und von 50
%
vom
2
3.
Septem
ber 2013 bis 2
3.
Oktober 2013.
3.
5
Am 2
2.
Januar 2014
erfolgte die
dritte Rückenoperation
im Sinne
eine
r
Spondy
lodese
Th12-L
3. Dr.
med.
B._
, Teamleiter Wirbelsäulenchirurgie,
von der
Uni
klinik
C._
stellte im Bericht vom
1.
Juli 2014
(
Urk.
10/
3
5
/6-7
)
folgende Diag
nosen:
Status nach
Spondylodese
Th12-L3 von dorsal am 2
2.
Januar 2014 bei
Segmentdegeneration Th12-L3, Kyphose
Status nach
Spondylodese
L3-L5, 2009 auswärts
Status nach
Spondylodese
L5-S1 dv, 1985 auswärts
Dr.
B._
beurteilte das Ergebnis als gut und
hielt fest, dass
sich
die Beschwer
defüh
rerin mit den Restbeschwerden abfinden könne. Sie arbeite ca.
in einem
40-50
%
-
Pensum
selbständig.
3.
6
Dr.
med.
D._
, Assistenzarzt Orthopädie,
von der
Uniklinik
C._
stellte im Bericht vom
5.
September 2014
(
Urk.
10/38)
folgende Diagnosen:
1.
Ausgeprägte muskuläre
Dysbalance
und Verkürzung
der
unter
e
n
Extre
mitäten
beidseitig mit
Insertionstendinopathie
Pes
anserinus
und
Tuberculum
Gerdy
links
Verkürzung
Gastrocnemius
-/
Sol
e
us
-Komplex links, beginnende
Fasci
i
tis
plantaris
2.
Status nach Kniearthros
k
opie links mit
Plica
-Resektion und
Meniscus
-
Dé
bridement
2013 (auswärts)
Status nach
Bursektomie
präpatellär
links bei Bursitis (auswärts)
3.
Status nach
Spondylodese
Th12-L3 von dorsal am 2
2.
Januar 2014 bei:
Segmentdegeneration Th12-L3, Kyphose
Status nach
Spondylodese
L3-L5, 2009 auswärts
Status nach
Spondylodese
L5/S1 dv, 1985 auswärts
Dr.
D._
führte aus, dass
die muskuläre
Dysbalance
und die Verkürzung der Muskulatur der unteren Extremität keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Hingegen bestehe aufgrund des Status nach
Spondylodese
Th12-L3 eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit vom 2
2.
Januar 2014 bis auf weiteres für die Arbeit
im Bereich
Geschäftsführung/Verkauf.
Weiter stellt
e
er fest, dass keine geistigen
oder psychischen Einschränkungen best
ü
nden. Körperlich best
ü
nden
belas
tungs
abhängige
Knie- und Unterschenkelschmerzen links. Bezüglich der Wir
belsäule
f
änden
sich
lumbale Schmerzen mit intermit
t
ierender Ausstrahlung ins rechte
Bein. Nach längerem Stehen berichte die
Beschwerdeführerin
von einer
Schmerz
zunahme
, vor allem im Bereich der Unterschenkel. Die bisherige Tätig
keit sei aus medizinischer Sicht noch zumutbar. Die Tätigkeit sei während un
gefähr vier bis fünf Stunden zumutbar. Es bestehe dabei eine verminderte Leis
tungs
fähig
keit, da die Beschwerdeführerin aufgrund der Beschwerden wieder
holt absitzen müsse. Sie schätzten, dass ein Arbeitspensum von vier bis fünf Stunden pro Tag mit wiederholten Pausen möglich sei
(S. 7)
.
3.
7
3.7.1
Gemäss dem
pendente
lite
eingereichten
Bericht des
Dr.
Z._
vom 2
4.
März 2015
(
Urk.
6/1)
leidet
die Beschwerdeführerin seit Jahren an einer hoch kom
plexen Schmerzproblematik, welche nur noch eine stark reduzierte und dem
Leiden angepasste Arbeitsfähig
keit
zulässt
. Im Moment
liege
die Arbeitsun
fähi
g
keit bei ca. 70
%
, wobei die 30
%
Arbeitsleistung auf einzelne Stunden aufge
teilt werden
müss
t
e
, da sonst die Beschwerden zu stark
w
ü
rden
. Zudem besteh
e
eine Progression der Krank
heit. Nebst den zentralen und auch zunehmenden Rückenbeschwerden komm
e
es zu weiteren Problemen im Bereich der Füsse, der Kniegelenke, der Schulter
gelenke, respektive zu Schmerzen im ganzen
Skelett
bereich
.
3.7.2
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie,
stellte
im Be
richt vom 1
6.
März 2015
(
Urk.
6/2) folgende Diagnosen
:
Chronische Vor- und Mittelfussbeschwerden linksbetont bei
Senk-/
S
preizfussdeformität beidseits
Status nach
Hallux
-
valgus
-Korrektur mit Überkorrektur im
Varus
, MP-I-Arthrose links
Chronische Kniebeschwerden links bei Zustand nach
Bursektomie
8/2012 und
Arhroskopie
10/2013
Status nach diversen Rückenoperationen bei Segmentdegeneration
thora
cal
L
2-L3, Status nach
Spondylodese
L3-L5 2009
G._
, Status nach
Spondylodese
L5/S1 1983
F._
Klinik
Dr.
E._
führte aus, es
bestehe eine deutlich verminderte Belastbarkeit des Bewegungsapparates, weshalb er der Beschwerdeführerin empfehle, ihre Ar
beit auf möglichst kleine Einheiten aufzuteilen. Er empfehle ihr, die orthopädi
schen Masseinlagen regelmässig zu tragen. Betreffend die Rückenproblematik verw
ie
s er auf die Bericht
e
der Uniklinik
C._
.
4.
4.1
Unbestritten und aufgrund der Akten ausgewiesen ist, dass die Beschwer
de
führerin aufgrund des Rückenleidens seit Januar 2013 zu mindestens 50 % in
ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Hausarzt Dr.
Z._
verwies am 19. Juli
2013 auf seit Jahren zunehmende Schmerzen und bestätigte eine Arbeitsun
fähig
keit im Umfang von 50 % ab 3. Januar 2013 (E. 3.3). Demgemäss eröffnete die Beschwerdegegnerin das Wartejahr im Januar 2013 (Urk. 10/44/8), was als
zutreffend erscheint. Angesichts der (rechtzeitigen) Anmeldung bei der
Beschwer
degegnerin
im Februar 2013 (Urk. 10/3) stehen Rentenleistungen ab Januar 2014 im Raum.
Ebenfalls unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin im Zuge der Operation im Januar 2014 samt Rekonvaleszenz vollumfänglich arbeitsunfähig war. Dr. med.
H._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom
regio
nalärztlichen
Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, befand am 28.
Juli
2014 (Urk.
10/44/5-6), dass nach dem operativen Eingriff mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit für einen Zeitraum von mindestens drei Monaten von einer Fort
dauer der Arbeitsunfähigkeit von 100 % auszugehen sei. Diese Annahme wird durch die Akten insofern gestützt, als Dr.
B._
am 1. Juli 2014 auf das von der Beschwerdeführerin effektiv ausgeübte Arbeitspensum von 40-50 % verwies (E.
3.5) und Dr.
D._
am 5. September 2014 eine Arbeitstätigkeit von vier bis fünf Stunden pro Tag als zumutbar erachtete (E. 3.6). Damit ist – bei ordent
lichem Heilverlauf ohne geschilderte Komplikationen - mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im April 2014 ihre Restarbeitsfähigkeit wieder zurückerlangt hat.
4.2
Die nach der Rückenoperation verfassten Einschätzungen der
Dres
.
Z._
(Urk. 6/1, Urk. 17/1, Urk. 20),
E._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie (Urk. 6/2),
L._
(Urk. 14 und Urk. 17/3), der Ärzte des
I._
(Urk. 17/2) und
M._
, Allgemeine Medizin (Urk. 21) ergingen allesamt nach Erlass der angefochtenen Verfügung und damit in einem Zeitraum, welcher im vorliegenden Verfahren nicht zu überprüfen ist. Soweit aus den Berichten auf die Verhältnisse im
massgebenden Zeitpunkt des
Ver
fügungserlasses
geschlossen werden wollte, wäre vorweg festzuhalten, dass das Attest des Dr.
Z._
vom 24. März 2015 (Urk. 6/1), wonach eine Arbeits
unfähigkeit von 70 % vorliegt, keine Auseinandersetzung mit den
Vorakten
enthält, namentlich der Einschätzung des Facharztes Dr.
D._
, welcher eine angepasste Arbeit im Rahmen von vier bis fünf Stunden täglich für möglich erachtet hatte. Auch widerspricht sein Attest den Ausführungen des Dr.
J._
vom 16. März 2016 (Urk. 6/2), welcher auf eine aktuelle effektive Arbeits
zeit von 30-40 % verwies und keine medizinisch-theoretische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vornahm. Soweit die Ärzte des
K._
(Chefärztin Dr.
L._
) am 8. Juni 2015 (Urk. 14) auf die stationäre Schmerztherapie vom 18. bis 28. Mai 2015 verwiesen und auf eine Arbeitsfähigkeit von neun bis zwölf Stunden pro Monat
schloss
en, ist festzuhalten, dass sich diese Quantifi
zierung auf eine stehende oder sitzende Tätigkeit bezieht und der empfohlenen Wechselbelastung nicht Rechnung trägt. Die von den Ärzten des
I._
unter Verweis auf die vom 28. Mai bis 24. Juni 2015 durch
geführte Schmerztherapie am 16. Juli 2015 (Urk. 17/2) attestierte 25%ige Arbeits
unfähigkeit basiert im Wesentlichen auf der Diagnose einer chronischen
Schmerz
störung
mit somatischen und psychischen Faktoren sowie einer
Anpas
sungsstörung
mit Angst und Depression gemischt, welche Erkrankung bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung noch nicht aufgetreten und von keinem Arzt diagnostiziert worden war. Auch den übrigen Berichten können keine An
gaben über die Verhältnisse im massgebenden Zeitpunkt entnommen werden, namentlich nicht dem zuletzt aufgelegten von Dr.
M._
, welcher eine „IV Beurteilung irgendwo bei mittlerweile [...] 80-100 %“ sah und dabei am 20. Juni 2016 (Urk. 21) neu auf eine Schwindelproblematik hinwies.
4.3
Damit ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nach der
Rücken
operation
im Januar 2014 vollumfänglich arbeitsunfähig war, weshalb ihr ab diesem Zeitpunkt eine ganze Invalidenrente zusteht. Nach drei Monaten, mithin ab April 2014, ist von einer Rückerlangung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von vier bis fünf Stunden auszugehen, weshalb eine diesbezügliche Änderung des Anspruchs nach Ablauf von drei Monaten (Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über
die Invalidenversicherung, IVV) und damit per 1. August 2014 zu berück
sich
ti
gen
ist.
5.
5.1
Im Rahmen des Einkommensvergleichs
nach der Verbesserung des Gesundheits
zustands
ging die IV-Stelle gestützt auf die
Buch
haltungsabschlüsse
der Jahre 2008 bis
2012 von einem
hypothetischen
Validen
einkommen
für das Jahr 2014
von
Fr.
4
'
588.45 aus (
Urk.
10/46 S. 7).
Das
Invali
deneinkommen
berechnete die Verwaltung gestützt auf statistische Werte (LSE 2010, TA1, Total aller Bran
chen, Anforderungsniveau 4
[
Hilfsarbeiten
]
). Sie er
mittelte so – entspre
chend dem der Beschwerdeführerin zumutbaren Pensum von 50
%
- für das Jahr 2014
ein Invalideneinkommen von
Fr.
27‘
271.75 (
Urk.
2/7).
Der
Einkommensver
gleich
ergab
somit keine Erwerbseinbusse und entsprechend resultierte ein
Invaliditäts
grad
von 0
%
.
5.2
Wäre die versicherte Person gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversi
cherung einzustehen (BGE 125 V 157 E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das
Valideneinkommen
ist demzufolge ausgehend von der aus freien Stücken gewählten Teilerwerbstätigkeit festzulegen (BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Die Beschwerdeführerin war in den letzten Jahren selbständig erwerbstätig im Bereich Geschäftsführung, Deko und Verkauf und erzielte dabei nur ein gerin
ges Einkommen.
Vorliegend bestehen jedoch keine Anhaltspunkte dafür, dass
sich
die
Beschwerdeführerin mit
diesem Einkommen weiterhin begnügt hätte
, insbesondere weil sie
davon ihren Lebensunterhalt nicht hätte bestreiten kön
nen
.
Die
finanzielle Situation
der Beschwerdeführerin änderte
sich wesentlich ab dem Jahr 2013,
da ab diesem Zeitpunkt die
Unterhaltszahlungen
ihres
Ex-
Eheman
nes
in der Höhe von
jährlich
Fr.
3
1
'
2
00 (
Urk.
10/24
/2, Urk.
10/24/6, Urk.
10/24/10, Urk.
10/24/14, Urk.
10/24/18
)
wegfielen
. Sie wäre
als Gesunde
seither
überwiegend wahrscheinlich als unselbständig Erwerbende im bisherigen Beruf
tätig und hätte ihre
nicht lukrative
Firma aufgeben
müssen
.
5.3
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des
Einkom
mens
vergleichs
gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art.
16 ATSG grund
sätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig
nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Mass
gabe der im Einzel
fall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe
rungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorge
nommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annähe
rungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser
Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypotheti
sche
Erwerbs
einkommen
ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das
Inva
liden
einkommen
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog.
Pro
zent
ver
gleich
; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E.
3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Mass
gabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen be
werteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Re
sultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und
Invalidenein
kommen
die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwert
e von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs.
2 IVG) eindeutig über- oder untersch
r
ei
tet (Urteil des Bun
desgerichts 8C_333/2013 vom 11.
Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
F
ür
die Berechnung des
Validen- und
des
Invalideneinkommen
s
ist
vorliegend
auf den
selben tabellarischen Lohn abzustellen, da diese Tätigkeit
leidensange
passt
und noch möglich ist. Bei 22.5 Stunden Arbeitsfähigkeit pro
Woche
(vier bis fünf Stunden täglich
,
E.
4.3)
und
einer
durchschn
i
ttliche
n
Arbeitszeit von 41.7 Stunden
(
vgl. Die Volkswirtschaft 3/4-2015 S. 88 Tabelle B 9.2
)
ergibt sich eine Ein
schränkung von 46
%
.
Die Beschwerdegegnerin gewährte keinen Abzug vom Tabellenlohn (Urk.
2/2 S.
2), was nicht zu beanstanden ist (zu den Voraussetzungen des Eingreifens in das diesbezügliche Ermessen der Verwaltung: BGE 137 V 71 E.
5.1). Der Be
schwer
de
führerin ist die angestammte Tätigkeit mit entsprechenden Massnah
men
bei der Ausgestaltung des Arbeitsplatzes im umschriebenen zeitlichen Rahmen uneingeschränkt zumutbar, weshalb sie nicht mit einer Lohneinbusse rechnen muss.
5.4
Damit besteht ab April
2014 ein Invaliditätsgrad von 46 %, weshalb die Be
schwerdeführerin ab 1.
August
2014 Anrecht auf eine
Viertelsrente
der Invali
den
versicherung hat. Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde.
6.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten sind unabhängig vom Streitwert nach dem Verfahrensaufwand festzulegen und vorliegend auf
Fr.
600.
--
anzusetzen und ausgangsgemäss der
Beschwerdegeg
nerin
aufzuerlegen.