Decision ID: 8469e118-8e38-51a0-87a0-da655b79f1b5
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer suchte am 11. September 2015 in der Schweiz
um Asyl nach. Bezüglich der Aussagen des Beschwerdeführers bezie-
hungsweise der Einzelheiten des rechtserheblichen Sachverhalts wird auf
die Protokolle bei den Akten verwiesen wird.
A.b Mit Verfügung vom 8. Mai 2017 stellte das SEM fest, der Beschwerde-
führer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab
und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungs-
vollzug an.
A.c Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 8. Juni 2017 gegen die
Verfügung des SEM vom 8. Mai 2017 beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde.
A.d Mit Urteil D-3248/2017 vom 25. März 2020 hiess das Bundesverwal-
tungsgericht die Beschwerde insoweit gut, als (eventualiter) die Aufhebung
der angefochtenen Verfügung in den Dispositivziffern 4 und 5 beantragt
wurde, und wies die Sache zur vollständigen Sachverhaltsfeststellung und
Neubeurteilung des Wegweisungsvollzugs an die Vorinstanz zurück; im
Übrigen wies es die Beschwerde ab.
Das Bundesverwaltungsgericht führte dabei insbesondere aus, der Be-
schwerdeführer, welcher in der Anhörung vom 2. Mai 2017 erwähnt habe,
seit Kurzem eine Freundin namens B._ zu haben, habe dem SEM
mit Schreiben vom 19. September 2018 mitgeteilt, am (...) Vater geworden
zu sein. In der Folge sei das Gericht darüber informiert worden, dass die
Kindsmutter, C._, in der Schweiz Asyl erhalten habe und die Kin-
des- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) mit Blick auf die Vater-
schaftsanerkennung eine Beistandschaft errichten wolle. Am 20. August
2019 habe der Beschwerdeführer das Gericht darüber informiert, zum
zweiten Mal Vater geworden zu sein. Im Weiteren stellte es fest, obwohl
sich angesichts dieser familiären Konstellation Fragen sowohl im Hinblick
auf die Zulässigkeit als auch die Zumutbarkeit eines Wegweisungsvollzugs
des Beschwerdeführers stellen würden, habe das SEM in seiner Vernehm-
lassung vom 9. September 2019 weder die Beziehung zu C._ (wel-
che mit Verfügung vom 26. August 2013 gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG
[SR 142.31] in die Flüchtlingseigenschaft ihres damaligen, seit 9. Septem-
ber 2016 von ihr geschiedenen Ehemanns einbezogen worden sei und Fa-
milienasyl erhalten habe) noch die beiden Kinder D._ und
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E._ (deren Vater der Beschwerdeführer sein wolle und welche im
Besitz von Aufenthaltsbewilligungen B seien) erwähnt. Da sich im vorlie-
genden Falle die Entscheidreife nicht mit geringem Aufwand herstellen
lasse, sei es angezeigt, die Sache zwecks vollständiger und richtiger Ab-
klärung des Sachverhalts bezüglich des Wegweisungsvollzugs des Be-
schwerdeführers an die Vorinstanz zurückzuweisen und deren Ergebnis im
Rahmen eines neuen begründeten Entscheids festzuhalten. Dabei habe
das SEM insbesondere den Fragen nach dem aktuellen Stand der beim
(...) am 5. Juli 2019 anhängig gemachten Klage auf Feststellung der Vater-
schaft, nach der tatsächlich gelebten Beziehung zwischen dem Beschwer-
deführer und den beiden Kindern beziehungsweise dem Beschwerdeführer
und seiner (angeblichen) Lebenspartnerin nachzugehen und zu prüfen, ob
der Beschwerdeführer daraus im Sinne des Rechts auf Familienleben ge-
mäss Art. 8 EMRK ein Wegweisungsvollzugshindernis ableiten könne.
B.
B.a In der Folge wandte sich das SEM mit Schreiben vom 24. April 2020
an die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers und ersuchte diese um
Beantwortung verschiedener Fragen insbesondere betreffend die Bezie-
hung des Beschwerdeführers zu C._ und den beiden Kindern
D._ und E._, betreffend dessen Beteiligung an den Unter-
haltskosten für die beiden Kinder sowie betreffend den Stand der beim (...)
anhängig gemachten Klage auf Feststellung der Vaterschaft.
B.b Mit Schreiben vom 8. Mai 2020 teilte die Rechtsvertreterin des Be-
schwerdeführers dem SEM unter anderem mit, die Vaterschaftsklage sei
nach wie vor hängig, C._ habe sich kurz vor der Geburt des zweiten
Kindes im (...) vom Beschwerdeführer getrennt und verweigere ihm seither
den Kontakt zu seinen beiden Kindern, wobei er, da noch nicht rechtlich als
deren Vater anerkannt sei, keine Möglichkeit habe, seinen Anspruch auf
Besuchsrecht und Kontakt durchzusetzen; auch sei es ihm – da bisher vor
der Sozialhilfe abhängig und erst seit dem 20. April 2020 erwerbstätig –
noch nicht möglich gewesen, finanziell für seine Kinder aufzukommen. Es
werde darum ersucht, im neuen Asylentscheid in Bezug auf Art. 8 EMRK
insbesondere auch das Kindeswohl der beiden Söhne – und dabei auch
den Umstand, dass es dem Beschwerdeführer im letzten Jahr durch die
Kindsmutter verunmöglicht worden sei, seine Kinder zu besuchen – zu be-
rücksichtigen. Im Übrigen sei es stossend, den Kindern den "Status B-Asyl
abzuerkennen", weil der Ex-Mann der Kindsmutter nicht ihr Vater sei, und
gleichzeitig dem Beschwerdeführer als leiblichen Vater keinen Aufenthalts-
status in der Schweiz zuzuerkennen und ihn wegzuweisen.
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B.c Der Beschwerdeführer teilte dem SEM am 3. September 2020 durch
seine Rechtsvertreterin mit, die Beiständin habe – da er keinen heimatli-
chen Reisepass besorgen könne – die Klage auf Feststellung der väterli-
chen Abstammung zurückgezogen und stattdessen eine neue Klage auf
Feststellung der Vaterschaft eingereicht. Der letzteren Klage wurde mit Ur-
teil des (...) vom 2. November 2020 stattgegeben.
C.
Mit Verfügung vom 30. Dezember 2020 – eröffnet am 5. Januar 2021 –
stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer könne aus der ehemaligen Be-
ziehung zu C._ sowie aus der geltend gemachten Vaterschaft der
Kinder D._ und E._ kein Wegweisungsvollzugshindernis ab-
leiten. Sonstige Wegweisungshindernisse bestünden ebenfalls nicht; dies-
bezüglich werde auf die Erwägungen im Asylentscheid vom 8. Mai 2017
verwiesen, die weiterhin uneingeschränkt Gültigkeit hätten. Der Beschwer-
deführer sei daher verpflichtet, das Staatsgebiet der Schweiz und den
Schengen-Raum bis 24. Februar 2021 zu verlassen, wobei der Kanton
F._ mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragt werde.
D.
Der Beschwerdeführer erhob durch seine Rechtsvertreterin mit Eingabe
vom 4. Februar 2021 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er be-
antragte die Aufhebung der SEM-Verfügung vom 30. Dezember 2020 und
die Anordnung der vorläufigen Aufnahme wegen Unzulässigkeit und Unzu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs, eventualiter die Rückweisung der
Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz. In verfahrensrechtlicher Hin-
sicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um
Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um Beiordnung
der Unterzeichnenden als amtliche Rechtsbeiständin ersucht.
Zur Stützung der in der Beschwerdeschrift enthaltenen Ausführungen liess
der Beschwerdeführer ein an die KESB F._ gerichtetes Gesuch um
Unterstützung bei der Durchsetzung seines Besuchsrechts, einen Mailver-
lauf mit der ehemaligen Beiständin, einen ab dem 1. Januar 2021 gelten-
den Arbeitsvertrag sowie eine Anfrage betreffend Ausstellung einer Fürsor-
geabhängigkeitsbestätigung zu den Akten geben.
E.
Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 5. Februar 2021 den Ein-
gang der Beschwerde vom 4. Februar 2021.
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Seite 5
F.
Am 23. Februar 2021 ging eine Bestätigung der zuständigen kantonalen
Behörde beim Bundesverwaltungsgericht ein, wonach der Beschwerdefüh-
rer immer noch Sozialhilfe beziehe.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes
vom 26. Juni 1998 in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das
bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung
des AsylG vom 25. September 2015).
1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VwVG und Art. 6 AsylG).
1.4 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert, weshalb auf
die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 105
und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE
2014/26 E. 5).
3.
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3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs-
weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie
nachstehend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Ur-
teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde im vorliegenden Verfahren
auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.
4.
Die Rechtmässigkeit der SEM-Verfügung vom 8. Mai 2017 wurde vom Bun-
desverwaltungsgericht mit Urteil D-3248/2017 vom 25. März 2020 nicht nur
bezüglich der Nichtzuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und Verweige-
rung des Asyls, sondern auch bezüglich der Wegweisung an sich bejaht,
womit die Dispositivziffern 1 bis 3 der SEM-Verfügung vom 8. Mai 2017 in
Rechtskraft erwuchsen. Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfah-
rens bildet demnach ausschliesslich der Vollzug der Wegweisung.
5.
5.1 Die Vorinstanz hielt in ihrem ablehnenden Entscheid vom 30. Dezem-
ber 2020 vorab fest, da der Beschwerdeführer und C._ keine Be-
ziehung mehr führten, sei eine der Grundvoraussetzungen für einen An-
spruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 44 AIG (SR
142.20) nicht erfüllt. Im Weiteren führte das SEM aus, gemäss Eingabe der
Rechtsvertretung vom 8. Mai 2020 verweigere C._ dem Beschwer-
deführer jeglichen Kontakt zu den Kindern D._ und E._ und
lasse keine Besuche zu. Der Beschwerdeführer würde seine Kinder ledig-
lich bei spontanen Begegnungen auf der Strasse sehen. In der Eingabe
vom 3. September 2020 werde bestätigt, dass sich an dieser Situation
nichts geändert habe, womit auch hier eine gelebte Beziehung zu den Kin-
dern klarerweise nicht gegeben sei. Dabei sei der vom Beschwerdeführer
bekundete Wille, eine gelebte Beziehung zu den Kindern zu führen, uner-
heblich, solange diese de facto dennoch nicht bestehe. Demnach könne
der Beschwerdeführer aus der ehemaligen Beziehung zu C._ sowie
aus der geltend gemachten Vaterschaft der Kinder D._ und
E._ kein Wegweisungsvollzugshindernis ableiten.
5.2 In der Beschwerdeschrift wird – unter Wiederholung des Sachverhalts
– bemerkt, die beiden Kinder verfügten über Aufenthaltsbewilligungen B,
weshalb sich ein eventueller Anspruch des Beschwerdeführers auch über
die Kinder ableiten liesse, zumal der Beschwerdeführer sein Besuchsrecht
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unverschuldet nicht habe ausüben können. Sodann wird gerügt, die Vor-
instanz sei mit keinem Wort auf das Recht auf Familienleben gemäss Art. 8
EMRK eingegangen und habe es auch gänzlich unterlassen, auf das Kin-
deswohl einzugehen. Der Beschwerdeführer habe indes bis zur Trennung
von der Kindsmutter eine gelebte Beziehung zum Sohn D._ geführt,
und im Übrigen sei auch für das Wohlbefinden und die Entwicklung des
zweitgeborenen Sohnes eine regelmässige Beziehung zu seinem Vater
wichtig. Eine solche Beziehung könnte nach einer Rückkehr des Be-
schwerdeführers nach Eritrea nicht weitergeführt werden. Der Beschwer-
deführer befinde sich zudem seit über fünf Jahren in der Schweiz und sei
vorbildlich integriert; auch habe er mittlerweile eine unbefristete Vollzeit-
stelle antreten können. Die Vorinstanz habe daher das Vorliegen der Zu-
lässigkeit und Zumutbarkeit seines Wegweisungsvollzugs zu Unrecht be-
jaht (vgl. Beschwerde S. 7–11). Des Weiteren wird in der Beschwerdeein-
gabe (vgl. S. 8 Ziff. 23 f. und S. 10 Ziff. 30) eine unvollständige und unrich-
tige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie eine Verletzung
der Begründungspflicht und des rechtlichen Gehörs vorgebracht.
6.
6.1 Soweit in der Beschwerdeschrift formelle Rügen erhoben werden, sind
diese vorab zu beurteilen, da sie allenfalls geeignet sein könnten, eine Kas-
sation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken.
6.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt
wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE
2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-
hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer
Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist,
dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei-
nandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl.
BGE 143 III 65 E. 5.2).
Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen
Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachver-
haltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sach-
verhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind;
unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35 http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35
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Seite 8
Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal-
tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013,
Rz. 1043).
6.3 Dem Beschwerdeführer ist insoweit Recht zu geben, als das SEM sich
in seiner angefochtenen Verfügung nicht explizit zum Recht auf Familien-
leben gemäss Art. 8 EMRK oder zur Frage des Kindeswohls äusserte. Mit
Schreiben vom 24. April 2020 wurde dem Beschwerdeführer jedoch Gele-
genheit gegeben, sich zu verschiedenen mit seiner Beziehung zu den bei-
den Kindern und deren Mutter in Zusammenhang stehenden Fragen zu
äussern, wobei die Darlegungen in der Stellungnahme vom 8. Mai 2020
und in der Eingabe vom 3. September 2020 sehr wohl – soweit im vorlie-
genden, lediglich die Frage der Zulässigkeit und Zumutbarkeit des Weg-
weisungsvollzugs betreffenden Verfahren überhaupt von Bedeutung – Ein-
gang in die in diesem Zusammenhang stehenden Erwägungen in der an-
gefochtenen Verfügung gefunden haben. Inwiefern der Sachverhalt nicht
vollständig oder unrichtige erstellt worden sein soll, ist nicht ersichtlich. So-
dann beruht die vorinstanzliche Argumentation gerade darauf, dass die
Grundvoraussetzung für die Anwendbarkeit von Art. 8 EMRK – das Beste-
hen einer tatsächlich gelebten Beziehung – fehle. Bei dieser Sachlage sind
die Ausführungen im angefochtenen Entscheid zwar knapp, aber genü-
gend. Der blosse Umstand, dass der Beschwerdeführer die vom SEM ge-
zogenen Schlüsse nicht teilt, ist keine Verletzung der Begründungspflicht
beziehungsweise des Anspruchs auf rechtliches Gehör, sondern eine ma-
terielle Frage. Dasselbe gilt auch für den Vorwurf der unvollständigen und
unrichtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts, soweit sich die-
ser im Kern nicht gegen die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz,
sondern gegen die rechtliche Würdigung der Vorbringen und eingereichten
Beweismittel richtet.
6.4 Die formellen Rügen erweisen sich angesichts dieser Sachlage als un-
begründet, weshalb keine Veranlassung besteht, die SEM-Verfügung vom
30. Dezember 2020 aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der entsprechende
Eventualantrag ist somit abzuweisen.
7.
Die Frage, ob die familiäre Konstellation des Beschwerdeführers seiner
Wegweisung entgegenstehen könnte, wurde im Beschwerdeurteil
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Seite 9
D-3248/2017 bereits behandelt (vgl. vorstehend E. 4). Auf die Thematik ei-
nes grundsätzlichen Anspruchs auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung
ist deshalb nicht weiter einzugehen.
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis
nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme
(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
8.2
8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AuG). Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist
das flüchtlingsrechtliche Rückschiebeverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkom-
mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR
0.142.30) nicht anwendbar.
8.2.2 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des
Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für
den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe
oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen
Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Fol-
terausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real
risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rück-
schiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Ur-
teil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer
37201/06, §§ 124127 m.w.H.).
Aufgrund des heutigen Alters des Beschwerdeführers kann ein allfälliger
(erneuter) Einzug in den Nationaldienst bei seiner Rückkehr nicht ausge-
schlossen werden (vgl. zur eritreischen Musterungspraxis auch das Refe-
renzurteil des BVGer D-2311/2016 vom 17. August 2017 E. 13.2–13.4 [als
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Referenzurteil publiziert]). Die Frage kann aber mit Verweis auf die nach-
folgenden Erwägungen offenbleiben. Das Bundesverwaltungsgericht hat in
seinem Grundsatzurteil BVGE 2018 VI/4 vom 10. Juli 2018 die Frage der
Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs bei drohender Einziehung in den
eritreischen Nationaldienst unter den Aspekten des Zwangsarbeitsverbots
(Art. 4 Abs. 2 EMRK), des Folterverbots und der unmenschlichen und er-
niedrigenden Behandlung (Art. 3 EMRK) geklärt. Nach eingehender Quel-
lenanalyse kam es zum Schluss, die Bedingungen im Nationaldienst seien
grundsätzlich als Zwangsarbeit im Sinn von Art. 4 Abs. 2 EMRK zu qualifi-
zieren; durch die Einziehung in den eritreischen Nationaldienst bestünde
gleichwohl nicht das ernsthafte Risiko einer schwerwiegenden Verletzung
von Art. 4 Abs. 2 EMRK. Zudem sei nicht erstellt, dass die berichteten
Misshandlungen und sexuellen Übergriffe derart systematisch stattfänden,
dass jede Nationaldienstleistende und jeder Nationaldienstleistende dem
ernsthaften Risiko ausgesetzt wäre, selbst solche Übergriffe zu erleiden
(vgl. BVGE 2018 IV/4 E. 6.1, insbesondere E. 6.1.5). Weiter verneinte es
das ernsthafte Risiko einer Verletzung von Art. 3 EMRK im Falle einer Ein-
ziehung in den eritreischen Nationaldienst (vgl. BVGE 2018 IV/4 E. 6.1.6),
da keine hinreichenden Belege dafür existierten, wonach Misshandlungen
und sexuelle Übergriffe im Nationaldienst derart flächendeckend stattfin-
den würden, so dass jede Dienstleistende und jeder Dienstleistende dem
ernsthaften Risiko ausgesetzt wäre, selbst solche Übergriffe zu erleiden.
Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte für die Annahme, der Be-
schwerdeführer müsste bei einer freiwilligen Rückkehr in den Heimatstaat
dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine nach Art. 3 EMRK oder
Art. 1 FoK verbotene Strafe oder Behandlung befürchten. Auch die allge-
meine Menschenrechtssituation in Eritrea lässt den Wegweisungsvollzug
zum heutigen Zeitpunkt praxisgemäss nicht als unzulässig erscheinen.
8.2.3 Zu prüfen bleibt, ob Art. 8 EMRK unter den gegebenen Umständen
ein Wegweisungsvollzugshindernis darstellt.
8.2.3.1 Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann sich
jemand nur dann auf den Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK
berufen, wenn eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Bezie-
hung zu einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigen Person
besteht und es dieser nicht möglich beziehungsweise zumutbar wäre, das
entsprechende Familienleben andernorts zu pflegen (vgl. BGE 139 I 330
E. 2.1 m.H.).
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Seite 11
8.2.3.2 Den Akten zufolge hat der Beschwerdeführer nie mit seinen beiden
Kindern in einem gemeinsamen Haushalt gelebt. C._ trennte sich
noch vor der Geburt des zweiten Sohnes im (...) vom Beschwerdeführer
und verweigert ihm seither jeglichen Kontakt zu den beiden Kindern, wobei
auch nie ein Besuchsrecht vereinbart oder eingeräumt wurde. Zwar habe
der Beschwerdeführer seinen älteren Sohn D._ bis zum Alter von
eineinhalb Jahren, mithin bis vor knapp zwei Jahren, noch regelmässig be-
sucht (vgl. Beschwerde S. 8 Ziff. 23), dennoch ist das Bestehen einer na-
hen, echten und tatsächlich gelebten familiären Beziehung für den heuti-
gen Zeitpunkt zu beiden Kindern klar zu verneinen. Auch wenn der Be-
schwerdeführer seine Vaterschaft anerkannt hat und sich darum bemüht,
Kontakt zu seinen Kindern zu pflegen, vermag dies nichts daran zu ändern,
dass die Beziehung in tatsächlicher Weise einer bestimmten Nähe nicht
genügt (vgl. dazu etwa Urteil BVGer E-2006/2018 vom 3. Juni 2019 E. 7.4).
Art. 8 EMRK beabsichtigt den Schutz der tatsächlich bestehenden Bezie-
hung, nicht den Schutz des (legitimen) Wunsches einer künftigen Bezie-
hungsaufnahme oder -wiederaufnahme. Dass die Kindsmutter die Bezie-
hungsaufnahme oder -wiederaufnahme vereitelt, ist möglicherweise nicht
gutzuheissen, ändert aber am Fehlen einer bestehenden Beziehung
nichts. Sodann besteht auch in wirtschaftlicher Hinsicht keine Beziehung
im Sinne von Art. 8 EMRK, zumal der Beschwerdeführer mangels finanzi-
eller Leistungsfähigkeit bis anhin gar nicht in der Lage gewesen wäre, Kin-
desunterhaltsbeiträge auszurichten. An dieser Feststellung vermag auch
nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer von Ende April 2020 bis
Ende September 2020 erwerbstätig war und anfangs Januar 2021 eine
neue Stelle als (...) angetreten hat. Die zusammen mit der Stellungnahme
vom 8. Mai 2020 eingereichte "Vollmacht und Abtretungserklärung" gibt
ebenfalls keinen Hinweis auf geleistete Unterhaltsbeiträge; vielmehr han-
delt es sich beim fraglichen Dokument um eine Erklärung betreffend Abtre-
tung eines Teils der Lohnansprüche zum Ausgleich von ihm (fälschlicher-
weise) vorzeitig ausgerichteter Sozialhilfeunterstützung.
Somit steht das in Art. 8 EMRK statuierte Recht auf Achtung des Familien-
lebens vorliegend der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs nicht entge-
gen.
8.2.4 Soweit in der Beschwerde bei der Frage der Zulässigkeit des Weg-
weisungsvollzugs auf die Beachtung des Kindeswohls nach dem Überein-
kommen vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR
0.107) Bezug genommen wird, ist festzuhalten, dass die Vorbringen zum
Kindeswohl praxisgemäss unter dem Gesichtspunkt der Zumutbarkeit des
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Seite 12
Wegweisungsvollzugs zu prüfen sind (vgl. etwa Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts D-2978/2020 vom 17. November 2020 E. 10.2.6).
8.2.5 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich demnach sowohl im Sinne
der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen als zulässig.
8.3
8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.
8.3.2 Im vorstehend erwähnten Grundsatzentscheid BVGE 2018 IV/4 kam
das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass die drohende Einzie-
hung in den Nationaldienst nicht zur Unzumutbarkeit des Wegweisungs-
vollzugs führe (a.a.O., E. 6.2.3–6.2.5). Eine allfällige Einziehung des Be-
schwerdeführers in den Nationaldienst bei einer (freiwilligen) Rückkehr
nach Eritrea führt damit nicht zur Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs.
Gemäss aktueller Rechtsprechung kann in Eritrea nicht von einem Krieg,
Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt beziehungsweise ei-
ner generellen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausgegangen
werden. In jüngster Zeit haben sich die Lebensbedingungen in einigen Be-
reichen verbessert. Zwar ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor schwie-
rig; die medizinische Grundversorgung, die Ernährungssituation, der Zu-
gang zu Wasser und zur Bildung haben sich aber stabilisiert. Der Krieg ist
seit Jahren beendet und ernsthafte ethnische oder religiöse Konflikte sind
nicht zu verzeichnen. Zu erwähnen sind an dieser Stelle auch die umfang-
reichen Zahlungen aus der Diaspora, von denen ein Grossteil der Bevöl-
kerung profitiere. Angesichts der schwierigen allgemeinen Lage des Lan-
des muss jedoch in Einzelfällen nach wie vor von einer Existenzbedrohung
ausgegangen werden, wenn besondere Umstände vorliegen. Anders als
noch unter der früheren Rechtsprechung sind begünstigende individuelle
Faktoren nicht mehr zwingende Voraussetzung für die Zumutbarkeit des
Wegweisungsvollzugs (vgl. Referenzurteil des BVGer D-2311/2016 vom
17. August 2017 E. 16 f.).
8.3.3 Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen jungen, soweit ak-
tenkundig gesunden Mann mit (...) Schulbildung sowie Berufserfahrung in
der heimatlichen (...) und – in der Schweiz – im (...) und in einem (...).
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Ausserdem verfügt er über ein intaktes familiäres Beziehungsnetz; seine
Eltern und Geschwister sollen nach wie vor im Heimatdorf leben, wobei es
der Familie wirtschaftlich gut gehe (vgl. Akten SEM A29 zu F23–29, F35–
38, F123, F135 f. und F269–272). Es ist davon auszugehen, dass seine
Familie ihn nach einer Rückkehr bei seiner sozialen und wirtschaftlichen
Wiedereingliederung unterstützen werden.
8.3.4 Zu keinem anderen Ergebnis führt das in der Beschwerde angeru-
fene Kindeswohl. Nachdem die beiden Kinder zu ihrem Vater lediglich bis
zum Alter von eineinhalb Jahren beziehungsweise gar nie Kontakt gehabt
haben, ist – entgegen der in der Beschwerde (vgl. S. 8 Ziff. 24) vertretenen
Auffassung – nicht unmittelbar ersichtlich, dass die Anwesenheit bezie-
hungsweise der Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz für deren
Wohlbefinden und Entwicklung unabdingbar sein könnte. Ohne Zweifel
stellt heute die Kindsmutter die Hauptbezugsperson der Kinder dar. Dass
im Grundsatz das Bestehen einer gelebten Vater-Kind-Beziehung wün-
schenswert sein kann, ändert nichts. Schliesslich ist daran zu erinnern,
dass es vorliegend nicht um den Wegweisungsvollzug der Kinder, sondern
um denjenigen des Kindsvaters geht.
8.3.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl in allge-
meiner als auch in individueller Hinsicht als zumutbar zu bezeichnen.
8.4 Zwar ist darauf hinzuweisen, dass derzeit die zwangsweise Rückfüh-
rung abgewiesener Asylsuchender nach Eritrea zurzeit generell nicht mög-
lich ist. Die Möglichkeit der freiwilligen Rückkehr steht jedoch praxisge-
mäss der Feststellung der Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs ent-
gegen. Es obliegt daher dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen
Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reise-
dokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und BVGE 2008/34
E. 12). Der Vollzug der Wegweisung ist folglich auch als möglich zu be-
zeichnen (Art. 83 Abs. 2 AIG).
8.5 Schliesslich ist festzuhalten, dass die aktuelle Lage im Zusammenhang
mit der Coronavirus-Pandemie (COVID-19) grundsätzlich nicht geeignet
ist, die Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs in Frage zu stellen. Bei
der Coronavirus-Pandemie handelt es sich, soweit derzeit feststellbar, al-
lenfalls um ein temporäres Vollzugshindernis. Es obliegt somit den kanto-
nalen Behörden, der Entwicklung der Situation bei der Wahl des Zeitpunkts
des Vollzugs in angemessener Weise Rechnung zu tragen (vgl. statt vieler:
Urteil des BVGer D-139/2020 vom 19. Juni 2020 E. 9.6 m.w.H.).
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8.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die die Vorinstanz den Weg-
weisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet
hat. Die Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht
(Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
10.
10.1 Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
(Art. 63 Abs. 4 VwVG) ist mit vorliegendem Direktentscheid gegenstands-
los geworden.
10.2 Die Beschwerdebegehren erwiesen sich nach dem Gesagten als aus-
sichtslos, weshalb die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Pro-
zessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Beiordnung von MLaw
Sophia Delgado als amtliche Rechtsbeiständin im Sinne von aArt. 110a
Abs. 1 AsylG – ungeachtet der eingereichten Fürsorgeabhängigkeitsbestä-
tigung – abzuweisen sind.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-
rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest-
zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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