Decision ID: 3a38c398-2699-511e-b466-4db557bcf633
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Am 22. März 2019 reichte G._ (nachfolgend: Beschwerdefüh-
rer) ein Gesuch um Berufsausübungsbewilligung als Arzt beim Amt für Ge-
sundheit des Kantons Zug (nachfolgend: Vorinstanz) ein (siehe Akten des
Verfahrens vor dem Amt für Gesundheit des Kantons Zug [nachfolgend:
act.] 1).
A.b Mit Schreiben vom 26. März 2019 (act. 2) stellte die Vorinstanz dem
Beschwerdeführer die Abweisung des Berufsausübungsbewilligungsge-
suchs in Aussicht, soweit es sich auf die Tätigkeit zulasten der obligatori-
schen Krankenpflegeversicherung (nachfolgend: OKP) beziehe, sofern er
bis zum 12. April 2019 nicht belegen könne, dass er drei Jahre (100 %
Pensum) in einer anerkannten schweizerischen Weiterbildungsstätte gear-
beitet habe. Es könne auch keine Ausnahmezulassung gemacht werden,
da im Kanton Zug keine Unterversorgung im Fachgebiet X._ be-
stehe.
A.c Am 1. Mai 2019 (act. 3) teilte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer
die Abschreibung seines Gesuchs betreffend Berufsausübungsbewilligung
mit, da er innert gestellter Frist keine Rückmeldung gegeben habe.
A.d Mit Schreiben vom 7. Juni 2019 (act. 4) hielt der Beschwerdeführer
fest, dass er bereits vor dem 30. Juni 2016 in anderen Kantonen zu Lasten
der OKP tätig gewesen sei und deshalb nach den Übergangsbestimmun-
gen zur Änderung des KVG vom 17. Juni 2016 von vornherein nicht der
KVG-Zulassungsregelung unterstehe. Aus diesem Grund sei die kantonale
Verordnung auf seinen Fall nicht anwendbar.
A.e Am 13. Juni 2019 (act. 5) teilte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer
mit, dass es ihm freistehe, erneut ein Gesuch für eine Berufsausübungs-
bewilligung einzureichen.
A.f Der Beschwerdeführer reichte am 12. Juli 2019 (act. 6) erneut ein Ge-
such um Erteilung der Berufsausübungsbewilligung als Arzt ein.
A.g Am 10. September 2019 (act. 8) erteilte die Vorinstanz dem Beschwer-
deführer die Berufsausübungsbewilligung als Arzt im Kanton Zug.
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A.h Mit Verfügung vom 5. November 2019 (act. 10) wies die Vorinstanz
das Gesuch um Zulassung zur Tätigkeit zulasten der OKP ab.
B.
Dagegen erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Prof.
Dr. iur. Tomas Poledna, am 27. November 2019 Beschwerde beim Bun-
desverwaltungsgericht mit dem Antrag, die Verfügung des Amtes für Ge-
sundheit des Kantons Zug vom 5. November 2019 sei aufzuheben und sei-
nem Gesuch um Zulassung zur Tätigkeit zulasten der obligatorischen
Krankenpflegeversicherung im Kanton Zug stattzugeben.
C.
Der mit Zwischenverfügung vom 5. Dezember 2019 einverlangte Kosten-
vorschuss von Fr. 3‘000.– ging am 10. Dezember 2019 bei der Gerichts-
kasse des Bundesverwaltungsgerichts ein (BVGer-act. 2 und 4).
D.
Mit Vernehmlassung vom 17. Januar 2020 beantragte die Vorinstanz die
Abweisung der Beschwerde (BVGer-act. 6).
E.
Am 19. Februar 2020 hielt der Beschwerdeführer replikweise an seinen An-
trägen fest (BVGer-act. 8).
F.
Mit Duplik vom 20. März 2020 hielt die Vorinstanz an ihrem Antrag auf Ab-
weisung der Beschwerde fest (BVGer-act 10).
G.
Am 4. Juni 2020 hielt der Beschwerdeführer triplikweise an seinen Anträ-
gen fest (BVGer-act. 13).
H.
Mit Verfügung vom 8. Juni 2020 schloss das Bundesverwaltungsgericht
den Schriftenwechsel ab (BVGer-act. 14).
I.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen
wird – soweit erforderlich und rechtserheblich – in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen.
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Seite 4

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich gemäss
Art. 37 VGG und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach den Vor-
schriften des VwVG. Vorbehalten bleiben allfällige Abweichungen des VGG
und die besonderen Bestimmungen des Art. 53 Abs. 2 KVG.
2.
Die vorliegend angefochtene Verfügung vom 5. November 2019 hat das
Amt für Gesundheit des Kantons Zug erlassen. Die Verfügung wurde vom
zuständigen Kantonsarzt des Kantons Zug unterzeichnet. Gemäss § 4
Abs. 1 des kantonalen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung
über die Krankenversicherung vom 29. Februar 1996 (EG-KVG; BGS
842.1) nimmt im Kanton Zug die Gesundheitsdirektion – unter Vorbehalt
der Zuständigkeiten des Regierungsrates und der Gemeinden – alle Auf-
gaben wahr, die gemäss KVG dem Kanton übertragen sind. Gemäss Ziff.
3 der Delegationsverordnung der Gesundheitsdirektion vom 19. Dezember
2014 (DelV GD; BGS 153.766) ist die Kantonsärztin oder der Kantonsarzt
zur Erteilung und Verweigerung von Zulassungen zur Tätigkeit zulasten der
obligatorischen Krankenpflegeversicherung zuständig. Damit war die Vor-
instanz für den Erlass der angefochtenen Verfügung vom 5. November
2019 zuständig.
3.
Nach Art. 53 Abs. 1 KVG kann gegen Beschlüsse der Kantonsregierungen
nach Art. 55a KVG beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde geführt
werden. Die angefochtene Verfügung vom 5. November 2019 wurde ge-
stützt auf Art. 55a KVG erlassen. Das Bundesverwaltungsgericht ist des-
halb zur Beurteilung der Beschwerde zuständig (vgl. auch Art. 90a Abs. 2
KVG). Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen, ist als Adressat besonders berührt und hat an deren Aufhebung
beziehungsweise Abänderung ein schutzwürdiges Interesse (Art. 48 Abs. 1
VwVG). Er ist daher zur Beschwerde legitimiert. Nachdem auch der Kos-
tenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde, ist auf die frist- und formgerecht
erhobene Beschwerde einzutreten (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und Art.
63 Abs. 4 VwVG).
4.
Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstands des vor-
liegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die
Verfügung vom 5. November 2019, mit der die Vorinstanz das Gesuch um
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Zulassung zur Tätigkeit zulasten der OKP des Beschwerdeführers abge-
wiesen hat. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist daher die Frage, ob der
Beschwerdeführer die Voraussetzungen für die Erteilung der Zulassung
zur Tätigkeit zulasten der OKP erfüllt.
5.
Zunächst sind die zur Beurteilung der Streitsache massgebenden rechtli-
chen Bestimmungen darzulegen.
5.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
gebend, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-
folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1),
weshalb jene Vorschriften Anwendung finden, die spätestens beim Erlass
der Verfügung vom 5. November 2019 in Kraft standen, weiter aber auch
Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren,
die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprü-
che von Belang sind. Somit ist nicht von Belang, wann das Gesuch um
Erteilung der Berufsausübungsbewilligung eingereicht wurde, wie vom Be-
schwerdeführer vorgebracht wurde.
5.2 Nach Art. 35 Abs. 1 i. V. m. Abs. 2 Bst. a KVG sind diejenigen Ärztinnen
und Ärzte zur Tätigkeit zulasten der OKP zugelassen, welche die Voraus-
setzungen nach den Art. 36 bis 40 KVG erfüllen. Art. 36 KVG sieht vor,
dass Ärztinnen und Ärzte zugelassen sind, wenn sie das eidgenössische
Diplom besitzen und über eine vom Bundesrat anerkannte Weiterbildung
verfügen (Abs. 1). Der Bundesrat regelt die Zulassung von Ärztinnen und
Ärzten mit einem gleichwertigen wissenschaftlichen Befähigungsausweis
(Abs. 2). Einrichtungen, die der ambulanten Krankenpflege durch Ärztin-
nen und Ärzte dienen, sind zugelassen, wenn die dort tätigen Ärztinnen
und Ärzte die Voraussetzungen nach Art. 36 erfüllen (Art. 36a KVG). Damit
genügt nach der Regelung im KVG grundsätzlich das Vorliegen einer hin-
reichenden Aus- und Weiterbildung, um den Anspruch einer Zulassung zur
Tätigkeit zulasten der OKP zu begründen.
5.3 Per 1. Januar 2001 wurde – abweichend vom vorerwähnten Grundsatz
– Art. 55a KVG in Kraft gesetzt. Damit erhielt der Bundesrat die Kompe-
tenz, während höchstens drei Jahren die Zulassung von Leistungserbrin-
genden nach den Art. 36 bis 38 KVG zur Tätigkeit zulasten der OKP von
einem Bedürfnis abhängig zu machen. Hintergrund war das bevorstehende
Inkrafttreten der bilateralen Verträge, insbesondere des Personenfreizügig-
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keitsabkommens, mit der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitglied-
staaten. Dem aus der wachsenden Zahl von Leistungserbringenden resul-
tierenden Anstieg der Gesundheitskosten im ambulanten Bereich sollte
Einhalt geboten werden. Gestützt auf Art. 55a KVG erliess der Bundesrat
am 3. Juli 2002 die Verordnung über die Einschränkung der Zulassung von
Leistungserbringern zur Tätigkeit zulasten der OKP (VEZL; SR 832.103).
Die Massnahme war auf drei Jahre befristet, wurde jedoch in der Folge
mehrmals verlängert, unter entsprechender Anpassung der Verordnung.
5.4 Gemäss Art. 55a Abs. 1 KVG in der vorliegend anwendbaren Fassung
(Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 14. Dezember 2018, in Kraft vom
1. Juli 2019 bis zum 30. Juni 2021 [AS 2019 1211; BBl 2018 6357 6741])
kann der Bundesrat die Zulassung von folgenden Personen zur Tätigkeit
zulasten der OKP von einem Bedürfnis abhängig machen:
- Ärztinnen und Ärzte nach Art. 36 KVG, ob sie nun ihre Tätigkeit selbstständig
oder unselbstständig ausüben (Bst. a);
- Ärztinnen und Ärzte, die ihre Tätigkeit in Einrichtungen nach Art. 36a KVG oder
im ambulanten Bereich von Spitälern nach Art. 39 KVG ausüben (Bst. b);
Es ist kein Bedürfnisnachweis erforderlich für Personen, welche mindes-
tens drei Jahre an einer anerkannten schweizerischen Weiterbildungs-
stätte gearbeitet haben (Abs. 2). Der Bundesrat legt die Kriterien fest, die
für den Bedürfnisnachweis massgeblich sind; vorgängig hört er die Kan-
tone sowie die Verbände der Leistungserbringer, der Versicherer sowie der
Patientinnen und Patienten an (Abs. 3). Die Kantone bestimmen die Per-
sonen nach Abs. 1. Sie können deren Zulassung an Bedingungen knüpfen
(Abs. 4).
5.5 Ergänzend zu den KVG-Änderungen vom 21. Juni 2013 beziehungs-
weise vom 17. Juni 2016 respektive vom 14. Dezember 2018 betreffend
Art. 55a KVG mit Wirkung ab dem 1. Juli 2013 beziehungsweise dem
1. Juli 2016 respektive dem 1. Juli 2019 wurden sodann jeweils Über-
gangsbestimmungen zu den einschlägigen Gesetzesänderungen erlas-
sen. Gemäss den Übergangsbestimmungen zur vorliegend relevanten Än-
derung des KVG vom 14. Dezember 2018 ist kein Bedürfnisnachweis er-
forderlich für Ärztinnen und Ärzte, die vor Inkrafttreten der Änderung vom
14. Dezember 2018 nach Art. 36 zugelassen wurden und in eigener Praxis
zulasten der OKP tätig waren (Abs. 1). Ärztinnen und Ärzte, die vor Inkraft-
treten dieser Änderung ihre Tätigkeit in einer Einrichtung nach Art. 36a
KVG oder im ambulanten Bereich eines Spitals nach Art. 39 KVG ausgeübt
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Seite 7
haben, müssen den Bedürfnisnachweis nicht erbringen, wenn sie ihre Tä-
tigkeit in der gleichen Einrichtung oder im ambulanten Bereich des gleichen
Spitals weiter ausüben (Abs. 2).
5.6 Mit dem Erlass der VEZL hat der Bundesrat von der ihm mit Art. 55a
Abs. 1 KVG eingeräumten Möglichkeit, die Zulassung zur Tätigkeit zulas-
ten der OKP von einem Bedürfnis abhängig zu machen, Gebrauch ge-
macht. Die Ausgestaltung der Regelung obliegt gemäss Art. 3 VEZL den
Kantonen. Diese können vorsehen, dass die in der VEZL festgelegten
Höchstzahlen für ein oder mehrere Fachgebiete nicht gelten (Bst. a) oder
dass für ein oder mehrere Fachgebiete unter gewissen Umständen keine
neuen Zulassungen zur Tätigkeit zulasten der OKP erteilt werden (Bst. b).
Laut Art. 4 VEZL können die Kantone zusätzlich zu den in Anhang 1 fest-
gelegten Höchstzahlen Personen zulassen, wenn im Fachgebiet eine Un-
terversorgung besteht.
Der Kanton Zug hat mit der Verordnung über die Zulassung von Ärztinnen
und Ärzten zur Tätigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversi-
cherung (Zulassungsverordnung) vom 7. März 2017 (BGS 842.13) eine
Regelung erlassen, weshalb diese zusätzlich zu den Bestimmungen von
Art. 55a KVG sowie der VEZL zur Anwendung gelangt.
5.7 Gemäss Art. 1 Abs. 1 VEZL sind Ärztinnen und Ärzte nach Art. 36 KVG
sowie Ärztinnen und Ärzte, die in Einrichtungen nach Art. 36a KVG tätig
sind, nur zur Tätigkeit zulasten der OKP zugelassen, wenn im entsprechen-
den Kanton im entsprechenden Fachgebiet die Höchstzahl nach Anhang 1
nicht erreicht wird. Art. 1 VEZL gilt auch für Ärztinnen und Ärzte, die ihre
Tätigkeit im ambulanten Bereich von Spitälern nach Art. 39 KVG ausüben
(Art. 2 Abs. 1 VEZL i.V.m. § 1 Abs. 1 Zulassungsverordnung). Im Kanton
Zug sind gemäss Anhang 1 VEZL (vgl. Art. 1 Abs. 1 VEZL) höchstens 12
(Ärztinnen und Ärzte X) zugelassen. Die Höchstzahlen nach Anhang 1
VEZL werden um die Anzahl der Ärztinnen und Ärzte erhöht, die zum Zeit-
punkt des Inkrafttretens dieser Verordnung im Kanton Zug mit einem Pen-
sum von mindestens 50 Prozent im ambulanten Bereich eines Spitals nach
Art. 39 KVG tätig sind und über eine Berufsausübungsbewilligung des Kan-
tons Zug verfügen (vgl. Art. 2 Abs. 2 VEZL i.V.m. § 1 Abs. 2 Zulassungs-
verordnung). Im Kanton Zug werden weiter keine neuen Zulassungen zur
Tätigkeit zulasten der OKP in Fachgebieten erteilt, in denen gemäss An-
hang 2 VEZL die Versorgungdichte im Kanton jene in der Grossregion
Zentralschweiz übersteigt (Art. 3 Bst. b VEZL i.V.m. § 2 Abs. 1 Zulassungs-
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verordnung). Von der Beschränkung nach Art. 1 Abs. 1 VEZL ausgenom-
men sind Personen nach Art. 55a Abs. 2 KVG und nach den Übergangs-
bestimmungen zur Änderung vom 14. Dezember 2018 des KVG (Art. 1
Abs. 2 VEZL).
5.8 Art. 6 Abs. 1 VEZL sieht sodann – in Konkretisierung der Regelung ge-
mäss Art. 55a Abs. 5 KVG, wonach die Zulassung verfällt, wenn nicht innert
einer bestimmten Frist von ihr Gebrauch gemacht wird, – vor, dass die Zu-
lassung verfällt, wenn ihre Inhaberin oder ihr Inhaber nicht innert sechs
Monaten nach der Erteilung von ihr Gebrauch macht.
5.9 Art. 7 VEZL etabliert schliesslich eine Meldepflicht der Kantone (Abs. 1)
sowie der Einrichtungen gemäss Art. 36a KVG (Abs. 2). Letztere haben
dem Kanton innert Monatsfrist die Personalien der bei ihnen tätigen Ärztin-
nen und Ärzte sowie jede Änderung ihrer Zahl, der Anstellungsperiode und
der Fachgebiete nach Anhang 1, in denen die Ärztinnen und Ärzte tätig
sind, zu melden. Damit soll sichergestellt werden, dass der Kanton jeder-
zeit eine Kontrolle über die aktiven Ärztinnen und Ärzte hat, und zwar so-
wohl über die selbständig (freiberuflich) als auch die unselbständig (ange-
stellt) praktizierenden Ärztinnen und Ärzte (siehe Kommentar des BAG
vom 3. Juli 2013 zur Verordnung über die Einschränkung der Zulassung
von Leistungserbringern zur Tätigkeit zulasten der OKP [nachfolgend:
BAG-Kommentar] < https://www.bag.admin.ch > Versicherungen > Kran-
kenversicherung > Abgeschlossene Neuerungen und Revisionen > Zulas-
sung > Inhalt und Kommentar VEZL >, abgerufen am 1. Juli 2021).
5.10 Gemäss dem BAG-Kommentar zu Art. 3 VEZL dürfen die Kantone
nach dem Inkrafttreten dieser Verordnung grundsätzlich keine zusätzlichen
Leistungserbringende nach den Art. 36 und 37 KVG sowie in Einrichtungen
nach Art. 36a KVG oder im ambulanten Bereich von Spitälern nach Art. 39
KVG tätigen Ärztinnen und Ärzte mehr zur Tätigkeit zulasten der OKP zu-
lassen. Die im Anhang 1 der VEZL definierten Höchstzahlen widerspiegeln
den Stand der Leistungserbringenden im Zeitpunkt des Inkrafttretens der
Regelung (vgl. auch „Umsetzung von Art. 55a KVG durch die Kantone“,
Studie der Büro Vatter AG, Politikforschung & -beratung, im Auftrag des
BAG, Schlussbericht vom 13. September 2016, S. 46, N. 4.1.1).
6.
6.1 Zu prüfen ist vorerst, ob der Beschwerdeführer die Voraussetzungen
einer Ausnahme erfüllt, so dass die Zulassungssteuerung im Sinne von Art.
55a Abs. 1 KVG i. V. m. Art. 1 Abs. 1 VEZL nicht auf ihn anzuwenden wäre.
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Ausnahmen zur Zulassungssteuerung sind in Art. 55a Abs. 2 KVG sowie in
den Übergangsbestimmungen zur Änderung des KVG vom 14. Dezember
2018 vorgesehen.
6.2 Aufgrund der vorliegenden Akten steht fest, dass der Beschwerdefüh-
rer, der sein Medizinstudium wie auch die Ausbildung zum Facharzt für
X._ in Deutschland absolviert hatte, nicht während mindestens drei
Jahren an einer anerkannten schweizerischen Weiterbildungsstätte gear-
beitet hat (vgl. Art. 55a Abs. 2 KVG; act. 6 Beilagen).
6.3 Streitig ist hingegen, ob er bereits vor Inkrafttreten von Art. 55a KVG
respektive vor der vorübergehenden Wiedereinführung der bedarfsabhän-
gigen Zulassung im Jahre 2018 freipraktizierend zulasten der OKP tätig
war (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des KVG vom
14. Dezember 2018).
6.4
6.4.1 Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung aus, der Be-
schwerdeführer sei in vier Kantonen zur Tätigkeit zulasten der OKP zuge-
lassen (SG, AI, BL, SZ). Im Kanton Zug sei ihm am 10. September 2019
eine Berufsausübungsbewilligung erteilt worden. Eine landesweite Zulas-
sung zur Tätigkeit zulasten der OKP habe es zu keinem Zeitpunkt gege-
ben, ebenso wenig wie eine schweizweite gültige Berufsausübungsbewilli-
gung. Die Zulassung zur Tätigkeit zulasten der OKP in den Kantonen SG,
AI, BL und SZ verschaffe ihm somit keine Zulassung zulasten der OKP für
den Kanton Zug.
6.4.2 Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor, er habe bereits im Jahr
2013 seine Tätigkeit zu Lasten der OKP aufgenommen, weshalb die Über-
gangsbestimmung zur Änderung vom 14. Dezember 2018 des KVG auf ihn
Anwendung finde und er für die Zulassung keinen Bedürfnisnachweis füh-
ren müsse. Er sei somit zu keinem Zeitpunkt den jeweiligen Regelungen
von Art. 55a KVG und den hierauf gestützten Vollzugserlassen unterstellt
gewesen. Der Besitzstand damals sei gewesen, dass man in der ganzen
Schweiz seine Tätigkeit habe ausüben können, nicht nur im Kanton der
Berufsausübungsbewilligung. Art. 55a KVG erfasse nur die neuen Leis-
tungserbringer, nicht solche, die schon im Rahmen der sozialen Kranken-
versicherung vor dem Inkrafttreten der bundesrechtlichen Zulassungsbe-
schränkung tätig gewesen seien.
C-6306/2019
Seite 10
6.5
6.5.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat bereits mit Urteil C-1464/2017
vom 16. Dezember 2019 festgehalten, dass sich ein Leistungserbringer
gestützt auf die Übergangsbestimmungen der Anwendung der Bedürfnis-
klausel nicht mit der Begründung entziehen könne, dass er seit 2015 be-
reits im Besitz einer Zulassung eines anderen Kantons gewesen sei (vgl.
E. 6.3).
6.5.2 Die Zulassungsbeschränkung gemäss Art. 55a KVG bezweckt – wie
bereits erwähnt (vgl. E. 5.3) – die Steigerung der Gesundheitskosten zu
bremsen, da diese sich für zahlreiche Haushalte als gravierendes finanzi-
elles Problem erweisen. So wird ein gewisser Zusammenhang zwischen
der Versorgungsdichte mit Leistungserbringern und den Kosten des Ge-
sundheitswesens gesehen (BBl 1992 I 189; BGE 140 V 574 E. 5.2.2,
130 I 26 E. 6.2; C-1464/2017 E. 6.3.1 m.H.).
6.5.3 Aus Wortlaut, Systematik und Entstehungsgeschichte von Art. 55a
KVG ergibt sich, dass der Bundesrat damit eine unmittelbar anwendbare
bundesrechtliche Zulassungsregelung aufgestellt hat, die im Einzelfall von
den Kantonen vollzogen wird und durch entsprechende Ausführungsver-
ordnungen nur noch konkretisiert werden kann (BGE 140 V 574 E. 5.2.5,
133 V 613 E. 4.2, 130 I 26 E. 5.3.2). Der Zulassungsstopp bedarf daher
keiner zusätzlichen formellgesetzlichen Grundlage auf kantonaler Ebene
(BGE 140 V 574 E. 5.2.5, 130 I 26 E. 5.3.2.2). Die Kantone sind befugt, die
Ausführungsdetails zu regeln (130 I 26 E. 5.3.2.1).
6.5.4 Gemäss Art. 55a Abs. 4 KVG bestimmen die Kantone die Personen
nach Abs. 1 und können deren Zulassung an Bedingungen knüpfen. Der
Gesetzgeber weist den Entscheid über die Zulassung neuer Leistungser-
bringer mit Blick auf die regional unterschiedlichen Bedürfnisse somit den
Kantonen zu, was die VEZL mit ihren Höchstzahlen vorgabenkonform um-
setzt hat. Letztlich entscheiden somit die Kantone, ob und in welchem Um-
fang die bedarfsgerechte Zulassung auf ihrem Gebiet gilt (BGE 140 V 574,
E. 5.2.5 m.w.H., 133 V 613 E. 4.2; Urteil C-1464/2017 E. 6.3.2). Sie können
je nach Bedarf die Beschränkung nur für bestimmte ärztliche Fachrichtun-
gen vorsehen oder die von ihnen erteilte Zulassung gezielt zur Beseitigung
einer regionalen oder fachlichen Unterversorgung erteilen (BBl 2018 6361;
BGE 140 V 574, E. 6.2 m.H.; DUSS, in: Basler Kommentar zum Kranken-
versicherungsgesetz und zum Krankenversicherungsaufsichtsgesetz,
2020, Rz. 5 zu Art. 55a m.w.H.). Der föderalistische und nicht bindende
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Seite 11
Charakter des Steuerungsinstruments resultiert auch aus den damaligen
parlamentarischen Debatten. Der Bundesgesetzgeber beabsichtigte, den
Kantonen grosse Autonomie in Bezug auf die Einschränkung der Zulas-
sung von Leistungserbringern zulasten der OKP einzuräumen (vgl.
BGE 140 V 574 E. 6.1 m.w.H.; C-1464/2017 E. 6.3.2 m.w.H.).
6.5.5 Dem Zulassungsentscheid kommt jedoch nur eine auf den betreffen-
den Kanton beschränkte Wirkung zu, ansonsten der gesetzgeberische
Wille, die Zulassung jeweils den einzelnen Kantonen vorzubehalten zum
Vornherein illusorisch würde. Leistungserbringer einer Kategorie, die in ei-
nem Kanton vom Zulassungsstopp ausgenommen sind, könnten sich in
diesem niederlassen und anschliessend in einen anderen wechseln, in
dem sie der Beschränkung unterliegen, womit die entsprechenden kanto-
nalen Regelungen beliebig umgangen werden könnten, was nicht Sinn und
Zweck von Art. 55a KVG entspricht. Mit diesem geht einher, dass alle Per-
sonen, welche in den Geltungsbereich der entsprechenden kantonalen Re-
gelung fallen, rechtsgleich zu behandeln sind. Würde der Kanton Zug Ge-
suchsteller einzig deshalb anders (bevorzugt) behandeln, weil sie bisher in
einem anderen Kanton niedergelassen gewesen sind, würde er potentiell
denjenigen gegenüber rechtsungleich handeln, welche direkt im Kanton
Zug um Zulassung nachsuchen (Art. 8 Abs. 1 BV; vgl. BGE 130 I 26 E.
7.2.1 m.H., Urteil C-1464/2017 E. 6.4; DUSS, a.a.O., Rz. 15 zu Art. 55a).
Des Weiteren ergibt sich die beschränkte Wirkung auf den betreffenden
Kanton auch aus dem Antragsformular für die Zahlstellenregister-Nummer
(vgl. < www.sasi.ch > Leistungserbringer > Erteilung von ZSR-Nummern
für selbständig tätige Leistungserbringer > Ärzte > Antragsformu-
lar_Ärzte.pdf > S. 4 einzureichende Dokumente (kantonale Bewilligung zu-
lasten der OKP), abgerufen am 15. Juli 2021; vgl. auch C-1464/2017
E. 6.4).
Ferner hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) im Beschwerdeverfahren
C-7037/2017 in ihrer Vernehmlassung vom 28. März 2018 festgehalten,
dass mit den Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 17. Juni 2016
des KVG keine Ausnahmebestimmung global für eine ganze Kategorie von
Ärzten und Ärztinnen, die vor dem 1. Juli 2016 in eigener Praxis tätig ge-
wesen seien, unabhängig davon, wo diese in der Schweiz tätig gewesen
seien, geschaffen worden sei (vgl. BVGer-act. 8 S. 5 f. im Verfahren
C-7037/2017).
C-6306/2019
Seite 12
6.5.6 Wie oben ausgeführt, ist vorliegend nicht von Belang, dass der Be-
schwerdeführer bereits in den Kantonen (...) zur Tätigkeit zulasten der
OKP zugelassen ist. Die Zulassungsentscheide dieser Kantone beschrän-
ken ihre Wirkung ausschliesslich auf ihren eigenen Kanton. Im Kanton Zug
verfügt der Beschwerdeführer seit dem 10. September 2019 lediglich über
eine Berufsausübungsbewilligung. Er war somit vor Inkrafttreten der Über-
gangsbestimmung am 1. Juli 2019 im Kanton Zug noch nicht zur Tätigkeit
zulasten der OKP zugelassen.
6.5.7 Insoweit der Beschwerdeführer dagegen in Bezugnahme auf den Be-
richt der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des National-
rates vom 24. Februar 2016 vorbringt, der Besitzstand damals sei eben
gewesen, dass man in der ganzen Schweiz seine Tätigkeit habe ausüben
können, nicht nur im Kanton der Berufsausübungsbewilligung, ist festzu-
halten, dass sich diesem Bericht keine Besitzstandswahrung für die ganze
Schweiz entnehmen lässt. So wird lediglich ausgeführt, dass diese Bestim-
mung (Übergangsbestimmung) im Sinne der Wahrung des Besitzstandes
beizubehalten sei, weil zwischen dem 1. Januar 2012 und dem 30. Juni
2013 keine Zulassungsbeschränkung mehr bestanden habe. So wird wei-
ter vorne im Bericht ausgeführt, die befristete Weiterführung der Einschrän-
kung der Zulassung zur Tätigkeit zulasten der OKP biete den Kantonen,
die darauf angewiesen seien, ein wirksames Steuerungsinstrument (vgl.
BBl 2016 3516 ff.; BBl 2018 6362; WITZMANN, in: Basler Kommentar zum
Krankenversicherungsgesetz und zum Krankenversicherungsaufsichtsge-
setz, 2020, Rz. 2 Übergansbestimmung zur Änderung des KVG vom
17. Juni 2016). Zudem ist für die Tätigkeit als Arzt in eigener Praxis – wie
die Vorinstanz korrekt ausgeführt und der Beschwerdeführer auf Be-
schwerdeebene erkannt hat – seit jeher eine Bewilligung eines Kantons
notwendig, auf dessen Gebiet der Beruf ausgeübt wird (vgl. Art. 34 Abs. 1
Medizinalberufegesetz [MedBG] vom 23. Juni 2006 [SR 811.11]). Somit ist
eine Tätigkeit als Arzt in der ganzen Schweiz ohne eine Berufsausübungs-
bewilligung des betreffenden Kantons noch nie möglich gewesen.
6.5.8 Auch aus dem Kommentar von WITZMANN, a.a.O., Rz. 5 Übergangs-
bestimmung zur Änderung des KVG vom 17. Juni 2016, kann der Be-
schwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, denn darin wird die hier
strittigen Frage nicht inhaltlich abgehandelt, sondern lediglich die Norm
und ein Zitat aus dem Bundesblatt wiedergegeben (vgl. auch E. 6.5.7).
6.5.9 Des Weiteren bringt der Beschwerdeführer in seiner Replik vor, das
Bundesgericht habe in BGE 130 I 26 mangels einer entsprechenden Rüge
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nicht untersucht, ob dies Beschränkung nicht auch gesetzeswidrig sei. Dies
sei nach Ansicht des damals zuständigen Bundesamts für Sozialversiche-
rungen (BSV) und nach dem Stand der Debatten in der Bundesversamm-
lung jedoch klar der Fall gewesen.
Vorliegend stellt sich die Frage der Gesetzeswidrigkeit jedoch nicht, da
heute das KVG selbst die Ausnahmen vom Bedüfnisnachweis regelt.
6.5.10 Der Beschwerdeführer bezieht sich ferner auf den Kommentar zur
Verordnung über die Einschränkung der Zulassung von Leistungserbrin-
gern zur Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversiche-
rung des BSV und macht geltend, Art. 55a KVG erfasse nur die neuen Leis-
tungserbringer, nicht solche, die bereits vor Inkrafttreten der Zulassungs-
beschränkung zulasten der OKP tätig gewesen seien (BVGer-act. 8 Bei-
lage 2 S. 7 in fine).
Diese Ausführungen schliessen jedoch nicht den Fall mit ein, dass sich ein
Leistungserbringer, der bereits im Besitz einer Zulassung zur Tätigkeit zu-
lasten der OKP eines Kantons ist, ohne Zulassungsentscheid in einem an-
deren Kanton tätig sein kann. Dass ein Zulassungsentscheid nur eine auf
den betreffenden Kanton beschränkte Wirkung zukommen kann, wurde
bereits dargelegt (vgl. E. 6.5.5).
6.5.11 Bezüglich des Vorbringens, der Kommentator (DUSS a.a.O. Rz. 15
zu Art. 55a KVG) habe seine Auffassung nicht weiter begründet, kann ent-
gegen gehalten werden, dass der Kommentator seine Meinung mit der glei-
chen Argumentation wie das Bundesgericht dargelegt hat (vgl. oben
E. 6.5.5).
6.6 Der Beschwerdeführer hat im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung nicht
nachgewiesen, dass er die Voraussetzungen für eine ausnahmsweise Er-
teilung der Zulassung zur Tätigkeit zulasten der OKP erfüllt. Aufgrund der
vorliegenden Akten steht fest, dass dieser weder während mindestens drei
Jahren an einer anerkannten schweizerischen Weiterbildungsstätte gear-
beitet hatte (vgl. Art. 55a Abs. 2 KVG) noch bereits vor Inkrafttreten von Art.
55a KVG respektive vor der vorübergehenden Wiedereinführung der be-
darfsabhängigen Zulassung im Jahre 2018 im Kanton Zug freipraktizierend
zulasten der OKP oder in einer Einrichtung nach Art. 36a KVG respektive
in einer Spitalambulanz nach Art. 39 KVG tätig war (vgl. Übergangsbestim-
mungen zur Änderung des KVG vom 14. Dezember 2018). Er erfüllt damit
weder die Voraussetzungen nach Art. 55a Abs. 2 KVG noch der vorliegend
anwendbaren Übergangsbestimmungen zur Änderung des KVG vom
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14. Dezember 2018, welche die ausnahmsweise nicht bedarfsabhängige
Zulassung zur Tätigkeit zulasten der OKP erlauben würden.
7.
Zu prüfen ist schliesslich, ob im Kanton Zug die Höchstzahl nach Anhang
1 der VEZL zuzüglich der Ärztinnen und Ärzte, die zum Zeitpunkt des In-
krafttretens dieser Verordnung im Kanton Zug mit einem Pensum von min-
destens 50 Prozent im ambulanten Bereich eines Spitals nach Art. 39 KVG
tätig sind und über eine Berufsausübungsbewilligung des Kantons Zug ver-
fügen, erreicht ist. Ebenfalls festzustellen ist, ob die Versorgungsdichte in
der Grossregion Zentralschweiz gemäss Anhang 2 der VEZL bereits er-
reicht ist und ob keine Unterversorgung im Sinne von Art. 4 VEZL vorliegt.
7.1 In der Begründung der angefochtenen Verfügung führte die Vorinstanz
aus, zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Zulassungsverordnung am
11. März 2018 seien im Kanton Zug keine Fachärztinnen und Fachärzte für
X._ mit einem Pensum von mindestens 50 % im ambulanten Be-
reich eines Spitals tätig gewesen. Die Höchstzahl im Fachgebiet
X._ betrage somit, auch unter Berücksichtigung des spitalambulan-
ten Bereichs, unverändert 12 Ärztinnen und Ärzte. Gegenwärtig würden 39
Ärztinnen und Ärzte mit Facharzttitel in X._ über eine Berufsaus-
übungsbewilligung des Kantons Zug verfügen. Von diesen seien 25 effektiv
im Kanton Zug tätig. Allerdings würden 8 Ärztinnen und Ärzte zu höchstens
10 % im Kanton arbeiten, weshalb sie für die vorliegende Berechnung nicht
berücksichtigt würden. Von den verbleibenden 17 Fachärztinnen und –ärz-
ten würden 11 in einem Vollpensum und 6 in einem Teilzeitpensum arbeiten
(1 x 90 %, 2 x 80 %, 2 x 60 % und 1 x 30 %). Umgerechnet auf Vollzeitstel-
len entspreche dies 15 Ärztinnen und Ärzten. Damit seien im Kanton Zug
deutlich mehr (Fachärzte X) tätig als jene 12 (Fachärzte X), welche als
Höchstzahl bestimmt worden seien. Im Fachgebiet X._ übersteige
die Versorgungsdichte im Kanton Zug auch jene in der Grossregion Zent-
ralschweiz (Zug 10,4, Zentralschweiz 10,3 pro 100'000 Einwohnerinnen
und Einwohner)
7.2 Dem BAG-Kommentar zu Art. 5 VEZL ist im Einzelnen zu entnehmen,
dass es sich bei Art. 55a KVG um eine zeitlich befristete Massnahme
handle, was der Umsetzung der Regelung enge Grenzen setze. Komplexe
Kriterien, die für eine langfristige Bedarfsplanung unter Umständen richtig
sein möchten, seien unter diesen Umständen auszuschliessen. Entscheide
müssten innert nützlicher Frist getroffen werden können, weshalb sie sich
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auf Angaben stützen können müssten, die bereits vorhanden und allge-
mein zugänglich seien. Infrage kämen daher insbesondere vorhandene
statistische Angaben über die Anzahl der zur Tätigkeit zulasten der OKP
zugelassenen Leistungserbringenden im Kanton (Versorgungsdichte). Da-
bei sei vor allem auf die Angaben der sasis AG abzustellen.
Die Vorinstanz stützte sich bei der Eruierung der zugelassenen ( ) auf eine
Befragung sämtlicher im Kanton Zug tätigen (Ärztinnen und Ärzte X) zu
ihrer Tätigkeit und insbesondere zu ihrem Beschäftigungsgrad, was nicht
zu beanstanden ist.
7.3 Machen die Kantone Gebrauch von den Kompetenzen nach Art. 3 Bst.
b oder 4 VEZL, so berücksichtigen sie gemäss Art. 5 Abs. 1 Bst. d VEZL
insbesondere den Beschäftigungsgrad der Personen im entsprechenden
Fachgebiet. Dem BAG-Kommentar zu Art. 5 VEZL in fine ist zu entnehmen,
dass die Kantone u.a. auch den Beschäftigungsgrad der Leistungserbrin-
ger berücksichtigen würden.
Die Vorinstanz vermerkte somit zu Recht, dass die Anzahl der (Ärztinnen
und Ärzte X) mit einer Berufsausübungsbewilligung und einer OKP-Zulas-
sung auch diejenigen (Ärztinnen und Ärzte X) umfasst, welche lediglich in
Teilzeit arbeiten. Sie besitzt jedoch keinen Spielraum, die 8 Ärztinnen und
Ärzte, welche höchstens zu 10 % im Kanton arbeiten, in ihrer Berechnung
nicht zu berücksichtigen (vgl. Urteil des BVGer C-6866/2016 vom 18. Mai
2018 E. 9.3.2 und 13.2). Demzufolge hätte sie auch diese Ärztinnen und
Ärzte bei der Berechnung einbeziehen müssen.
7.4 Gemäss Auflistung der Vorinstanz (act. 9) arbeiten 11 Fachärztinnen
und –ärzte in einem Vollpensum und 14 in einem Teilzeitpensum ([1 x 90
%] + [2 x 80 %] + [2 x 60 %] + [1 x 30 %] + [8 x 10 %] = 480 %. Umgerechnet
entspricht dies 15,8 Vollzeitstellen. Somit ist hinreichend ausgewiesen,
dass die Anzahl der zugelassenen Ärztinnen und Ärzte der Fachrichtung
X._ im Kanton Zug die Höchstzahl von 12 gemäss Anhang 1 der
VEZL im Verfügungszeitpunkt überschritten hat. Zudem übersteigt im
Fachgebiet X._ die Versorgungsdichte im Kanton Zug auch jene in
der Grossregion Zentralschweiz (vgl. VEZL Anhang 2: Zug 10,4, Zentral-
schweiz 10,3 pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner).
7.5 Schliesslich hat der Beschwerdeführer auch keine Unterversorgung im
Fachgebiet nachgewiesen (vgl. Art. 4 VEZL und § 3 Abs. 1 Zulassungsver-
ordnung). Die Vorinstanz hat in diesem Zusammenhang überzeugend dar-
gelegt, dass im Kanton Zug aufgrund der Überschreitung der Höchstzahl
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von 12 keine Unterversorgung an (Ärztinnen und Ärzte X) vorliegt. Die Auf-
fassung der Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer über sämtliche Kom-
petenzen verfüge, die von einem Facharzt für X._ mit langjähriger
Praxiserfahrung erwartet werden könne und keine herausragenden Befä-
higungen (Weiterbildungstitel in X._ erkennbar seien, die für sich
allein die Annahme eines besonderen öffentlichen Interesses an einer Zu-
lassung sprechen würden, erscheint nachvollziehbar sowie überzeugend.
8.
Zusammenfassend ist auf das vorliegend zu beurteilende Zulassungsge-
such des Beschwerdeführers zur Tätigkeit als Arzt gemäss Art. 36 Abs. 1
KVG die Voraussetzungen der bedarfsabhängigen Zulassung zur Tätigkeit
zulasten der OKP nach Art. 55a Abs. 1 KVG anwendbar. Die Anzahl der im
Kanton Zug zur Tätigkeit zulasten der OKP zugelassenen Ärztinnen und
Ärzte der Fachrichtung X._ überschreitet die Höchstzahl gemäss
Anhang 1 der VEZL. Die Versorgungsdichte im Kanton Zug im Fachgebiet
X._ übersteigt auch jene in der Grossregion Zentralschweiz ge-
mäss Anhang 2 der VEZL. Eine Unterversorgung ist nicht ersichtlich. Der
Beschwerdeführer erfüllt nicht die Voraussetzungen für die ausnahms-
weise Erteilung der Zulassung zur Tätigkeit zulasten der OKP im Sinne von
Art. 55a Abs. 2 KVG respektive gemäss den Übergangsbestimmungen zur
Änderung des KVG vom 14. Dezember 2018. Die Vorinstanz hat somit dem
Beschwerdeführer die Erteilung der Zulassung zur Tätigkeit zulasten der
OKP zu Recht verweigert. Damit ist die angefochtene Verfügung vom
5. November 2019 im Ergebnis zu bestätigen. Die Beschwerde ist entspre-
chend abzuweisen.
9.
9.1 Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Sie sind
unter Berücksichtigung des Umfangs und der Schwierigkeit der Streitsa-
che, der Art der Prozessführung sowie der finanziellen Lage der Parteien
(vgl. Art. 63 Abs. 4bis VwVG i. V. m. Art. 2 Abs. 1 und Art. 3 Bst. b des Reg-
lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) auf insgesamt
Fr. 3‘000.– festzusetzen sowie dem von den Beschwerdeführenden geleis-
teten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu entnehmen.
9.2 Dem Beschwerdeführer ist bei diesem Verfahrensausgang keine Par-
teientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die obsiegende
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Vorinstanz hat ebenfalls keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7
Abs. 3 VGKE).
10.
Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundes-
gericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversicherung, die
das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. i VGG in Verbin-
dung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, ist gemäss Art. 83 Bst. r BGG
unzulässig. Das vorliegende Urteil ist somit endgültig (vgl. auch BGE 141
V 361).
(Das Dispositiv folgt auf der nächsten Seite.)
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