Decision ID: eb30879d-16aa-46e6-bbea-903a711c418c
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963, arbeitete
seit
Mai 2007 bei der
Y._
AG als Bauarbeiter mit Fachkenntnissen (Urk. 6/14)
, als er sich a
m 10. Februar 2020
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
meldet
e
(Urk. 6/3).
Das Arbeitsverhältnis wurde seitens
d
er Arbeitgeberin am 21. Januar 2021 auf den 31. Juli 2021 gekündigt (Urk. 6/76).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte mit dem Versicherten ein Standortgespräch durch (Bericht vom 9. März 2020, Urk. 6/12) und holte medizinische Berichte ein. Am 21. Oktober 2020 teilte sie
ihm
mit, dass Arbeitsvermittlung zurzeit nicht möglich sei (Urk. 6/34).
Am 4. Dezember 2020 stellte der Versicherte das Gesuch
um Wiederaufnahme der Arbeitsvermittlung
(Urk. 6/38).
Nach ersten Eingliederungsgesprächen (vgl. Ver
laufsprotokoll Eingliederungsberatung vom 30. Juni 2021, Urk. 6/97) forderte die
IV-Stelle den Versicherten am 3. März 2021 auf, seine Mitwirkungspflicht
en
wahr
zunehmen (Urk. 6/51). Am 5. März 2021 unterzeichnete der Versicherte ein
e
Ziel
vereinbarung betreffend Frühintervention (Urk. 6/57), worauf ihm die IV-Stelle am 15. März 2021 Kostengutsprache für Arbeitsvermittlung vom 15. März bis 14. Mai 2021 leistet
e
(Urk. 6/60).
Am 25. Mai 2021 forderte
sie
ihn erneut zur Wahrung der Mitwirkungspflicht
en
auf (Urk. 6/80) und am 8. Juni 2021 stellte sie in Aussicht,
die
Kostengutsprache für Eingliederungsmassnahmen zu verwei
gern und einen Rentenanspruch zu verneinen (Urk. 6/83). Nachdem der Versi
cherte am 1. Juni 2021 eine Bereitschaftserklärung abgegeben (Urk. 6/91) und am 23. Juni 2021 Einwände erhoben hatte (Urk. 6/93), verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 24. August 2021 den Anspruch des Versicherten auf Eingliede
rungsmassnahmen und eine Rente (Urk. 6/101 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 24. August 2021 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 16. September 2021 Beschwerde mit dem Antrag, die IV-Stelle
sei
zu verpflichten, ihm berufliche Eingliederungsmassnahmen zu gewähren (Urk. 1).
Mit Beschwer
deantwort vom 21. Oktober 2021 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be
schwerde (Urk. 5). Am 2. Dezember 2021 fand eine Instruktionsverhandlung statt (Protokoll S. 2).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) prüft der Versicherungsträger die Begehren der versicherten Person, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein.
1.2
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die
Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Be
schwer
deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im Ver
waltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt überhaupt für gutachterlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betreffende Beweis
erhebung erfolgt alsdann vor der – anschliessend reformatorisch entscheidenden – Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurückzuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausfüh
run
gen erforderlich ist (B
GE 139 V 99 E. 1.1, 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_354/2020 vom 8. September 2020 E. 2.1)
.
2.
2.1
Anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 2. Dezember 2021 schlossen die Parteien folgenden Vergleich (Urk. 11; vgl. Protokoll S. 2):
«
1.
Die Parteien beantragen dem Gericht gemeinsam, die Verfügung vom 24. August 2021, soweit sie den Rentenanspruch betrifft, sei aufzuheben und die Sache sei der Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung (medizinischer Sachverhalt, Rentenprüfung) und anschliessender Rentenverfügung zurückzuweisen.
2.
Die Beschwerdegegnerin
verpflichtet sich,
dem Beschwerdeführer
ein
e Prozess
ent
schädigung von Fr. 2'000.-
auszurichten.
3
.
Die Kosten des Verfahrens werden von
der Beschwerdegegnerin
getragen.
4
.
Dieser Vergleich erlangt Gültigkeit, wenn er nicht von einer der Parteien bis am
10. Dezember 2021
(Datum des Poststempels)
schriftlich
widerrufen
wird.
»
2.2
Nachdem
keine der Parteien den Vergleich innert Frist widerrufen hat und
in Bezug auf die Rückweisung zu weiteren Abklärungen ein übereinstimmender Antrag vorliegt und dieser mit der Akten- und Rechtslage im Einklang steht, ist
die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom
24. August 2021 (Urk. 2) aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
ist
, damit sie den medizinischen Sachverhalt abkläre und über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu entscheide.
3.
3.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das V
erfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
und auf Fr. 500.
anzusetzen.
Entsprechend
dem Ausgang des Verfahrens und
den vergleichsweisen Abmachungen sin
d
sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
3.2
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung
, welche entsprechend
der vergleichs
weisen Abmachung auf Fr. 2'000.
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen
ist
.