Decision ID: ade34310-f833-44b7-92d2-3420caf11369
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer (alias B._, geb. [...]) ersuchte am 30. Mai
2022 in der Schweiz um Asyl. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerab-
druck-Datenbank (Zentraleinheit Eurodac) ergab, dass er am 21. April
2022 in Bulgarien und am 24. Mai 2022 in Österreich Asylgesuche einge-
reicht hatte.
B.
Die Vorinstanz gewährte dem Beschwerdeführer am 23. Juni 2022 das
rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid und der
Möglichkeit einer Überstellung nach Bulgarien oder Österreich. Er erklärte,
er habe weder in Bulgarien noch in Österreich ein Asylgesuch eingereicht.
Er sei aber jeweils dazu aufgefordert worden, die Fingerabdrücke abzuge-
ben, ansonsten werde er in die Türkei und von dort nach Afghanistan ab-
geschoben. Er habe mehrere Versuche unternommen, nach Bulgarien zu
gelangen, wobei er jedes Mal erwischt, geschlagen und zurückgeschickt
worden sei. Beim Einreiseversuch werde man zuerst geschlagen und da-
nach müsse man sich nackt ausziehen. Auch Hunde würden auf die Leute
gehetzt. Er sei ungefähr einen Monat in Bulgarien gewesen. Im ersten
Camp sei er in einen Container eingesperrt worden. Man habe nicht einmal
auf die Toilette gehen können. Tagsüber habe er die Möglichkeit gehabt,
nach draussen zu gehen, aber nachts habe er den Container nicht verlas-
sen dürfen. Wenn man untereinander gesprochen habe, sei man ermahnt
worden. Er sei in Bulgarien wie ein Tier behandelt worden und seine
Rechte seien nicht respektiert worden. Auch im zweiten Camp sei es nicht
besser gewesen, man habe dort nicht leben können. Sobald man ein biss-
chen laut geworden sei, sei man auf die Seite eines Containers abseits der
Kameras gebracht und geschlagen worden. Eine Person sei krank gewor-
den und habe ihm Geld gegeben, um einen Saft aus dem Kiosk zu holen.
Daraufhin habe ein Polizist gefragt, wer den Saft gebracht habe. Er habe
sich gemeldet und auf die kranke Person verwiesen, woraufhin der Polizist
ihn geschlagen und mit Füssen getreten habe.
In Bezug auf seinen Gesundheitszustand gab der Beschwerdeführer an, er
sei allgemein gesund. Er habe sehr hart trainiert und habe bei den
«C._» beim «D._» gedient. Vor ungefähr sechs Jahren
habe er im Militär einen Unfall gehabt und habe einen Schlag auf den Hin-
terkopf bekommen. Ansonsten habe er keine gesundheitlichen Probleme.
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C.
C.a Die Vorinstanz ersuchte am 23. Juni 2022 zunächst die österreichi-
schen Behörden um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf
Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien
und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-
nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-
gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist
(nachfolgend: Dublin-III-VO). Die österreichischen Behörden lehnten das
Gesuch mit Verweis auf die Zuständigkeit Bulgariens am 24. Juni 2022 ab.
C.b Am 24. Juni 2022 ersuchte die Vorinstanz die bulgarischen Behörden
um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1
Bst. b Dublin-III-VO.
C.c Da die bulgarischen Behörden innerhalb der festgelegten Frist zum
Übernahmeersuchen keine Stellungnahme abgegeben hatten, teilte ihnen
die Vorinstanz am 13. Juli 2022 mit, dass Bulgarien für die Durchführung
des weiteren Verfahrens zuständig geworden sei.
D.
Mit Verfügung vom 13. Juli 2022 (eröffnet tags darauf) trat die Vorinstanz
auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete dessen
Wegweisung nach Bulgarien an und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag
nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig verfügte sie die
Aushändigung der editionspflichtigen Akten und stellte fest, einer allfälligen
Beschwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung
zu.
E.
Am. 15. Juli 2022 (Poststempel) gelangte der Beschwerdeführer an das
Bundesverwaltungsgericht und beantragte sinngemäss, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und auf sein Asylgesuch sei einzutreten. Even-
tualiter seien Garantien dafür einzuholen, dass er in Bulgarien eine Unter-
kunft erhalte und nicht mehr von der Polizei geschlagen werde sowie nicht
nach Afghanistan zurückgeschickt werde. Ferner ersuchte er um Erteilung
der aufschiebenden Wirkung, Anweisung der Vollzugsbehörden, von einer
Überstellung abzusehen, bis über die vorliegende Beschwerde entschie-
den worden sei, sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses und Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung.
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Seite 4
F.
Am 18. Juli 2022 ordnete die Instruktionsrichterin einen superprovisori-
schen Vollzugsstopp an.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.2. Gemäss Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungs-
gericht zur Beurteilung von Beschwerden auf dem Gebiet des Asyls zu-
ständig und entscheidet über diese in der Regel – wie auch vorliegend –
endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Der Beschwerdeführer ist zur Be-
schwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-
gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG
und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
2.1. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2.2. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb
sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines
zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e
AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-
scher Begründung, zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
3.
3.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-
weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG).
3.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch
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Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-
gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals
ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des
Wiederaufnahmeverfahrens (Art. 23–25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich
keine (neue) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO mehr
statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1).
Aus den Akten ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer am 21. April 2022
in Bulgarien ein Asylgesuch gestellt hat. Seine Behauptung, wonach er
kein Asylgesuch gestellt habe, bringt er denn im Beschwerdeverfahren
auch nicht mehr vor. Der Vollständigkeit halber ist dennoch darauf hinzu-
weisen, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden generell kein Recht
einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl.
BVGE 2010/45 E. 8.3). Nachdem die bulgarischen Behörden das Wieder-
aufnahmegesuch der Vorinstanz innert der in Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO
festgelegten Frist nicht beantworten haben, haben sie die Zuständigkeit
Bulgariens implizit anerkannt (Art. 25 Abs. 2 Dublin-III-VO).
3.3. Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller an den zunächst als
zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es wesentliche
Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-
bedingungen für Antragsteller in diesem Mitgliedstaat systemische
Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder
entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU–Grundrechte-
charta mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mitglied-
staat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um festzu-
stellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden kann.
Kann keine Überstellung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund der
Kriterien des Kapitels III bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten Mit-
gliedstaat, in dem der Antrag gestellt wurde, vorgenommen werden, so wird
der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat zum zuständigen Mitgliedstaat
(Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO).
3.4. Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat
beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-
tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn
er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-
fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-
nannte Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der
Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkreti-
siert. Gemäss dieser Bestimmung kann das SEM das Asylgesuch «aus hu-
manitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-
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VO ein anderer Staat zuständig wäre. Liegen individuelle völkerrechtliche
Überstellungshindernisse vor, ist der Selbsteintritt zwingend (vgl. BVGE
2015/9 E. 8.2.1).
4.
Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe in Bulgarien schwere Polizeige-
walt erlebt. Die Situation dort sei sehr schlimm. Er habe Albträume, wenn
er in der Nacht an Bulgarien denke. In Afghanistan sei er während mehr
als acht Jahren ein Kommandeur im Kampf gegen die E._ gewe-
sen. Wenn er von Bulgarien nach Afghanistan zurückgeschickt werde,
werde er sterben. Er kenne eine Person, die im bulgarischen Asylverfahren
sei. Diese habe gesagt, dass kein Verfahren durchgeführt werde und sie
keine Hilfe bekomme, weil viele Menschen aus der Ukraine in Bulgarien
seien. Sie dürften jetzt nicht mehr in Hotels bleiben und würden in die
Asylcenter kommen. Er – der Beschwerdeführer – bitte um Durchführung
eines Asylverfahrens in der Schweiz.
5.
Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im Referenzurteil F-7195/2018
vom 11. Februar 2020 ausführlich mit dem bulgarischen Asylsystem und
der Situation asylsuchender Personen in Bulgarien auseinandergesetzt. Es
hat festgehalten, dass das dortige Asylverfahren sowie die Aufnahmebe-
dingungen zwar gewisse Mängel aufweisen würden, diese aber nicht sys-
temischer Natur seien, weshalb von Überstellungen nach Bulgarien grund-
sätzlich nicht abzusehen sei. Korrekte Asylverfahren seien in Bulgarien
nicht systembedingt unmöglich. Zudem seien die Bedingungen in den Auf-
nahme- und Haftzentren zwar prekär, könnten aber nicht als unmenschlich
oder entwürdigend qualifiziert werden. Auch bei besonders verletzlichen
Personen sei eine Überstellung nicht per se ausgeschlossen; indessen sei
bei solchen Asylsuchenden im Einzelfall vertieft zu prüfen, ob die be-
troffene Person im Falle des Vollzugs der Überstellung einer menschenun-
würdigen Behandlung ausgesetzt wäre. Für eine Änderung der Rechtspre-
chung besteht auch in Würdigung der vom Beschwerdeführer gemachten
Äusserungen zu seiner Behandlung in Bulgarien keine Veranlassung. Folg-
lich ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt.
6.
Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz das Selbsteintrittsrecht ge-
mäss Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO sowie Art. 29a Abs. 3 AsylV zu Recht
nicht ausgeübt hat.
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6.1. Der Beschwerdeführer vermag in Bezug auf die Zustände in Bulgarien
nicht darzutun, dass die ihn bei einer Rückführung zu erwartenden Bedin-
gungen derart schlecht sind, dass sie zu einer Verletzung von Art. 4 der
EU-Grundrechtecharta beziehungsweise Art. 3 EMRK führen könnten. Aus
den von einer Drittperson angeblich geschilderten Schwierigkeiten im bul-
garischen Asylverfahren lassen sich keine zuverlässigen Rückschlüsse in
Bezug auf das Verfahren des Beschwerdeführers ziehen. Er verliess Bul-
garien rund einen Monat nach Einreichung des Asylgesuchs, weshalb da-
von auszugehen ist, dass sein Gesuch noch nicht materiell beurteilt wurde.
Es ist kein konkretes und ernsthaftes Risiko ersichtlich, die bulgarischen
Behörden könnten sich weigern, ihm nach der Rücküberstellung Zugang
zum Asylverfahren zu gewähren oder seinen Antrag unter Einhaltung der
Verfahrensrichtlinie (Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Ra-
tes 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zu-
erkennung und Aberkennung des internationalen Schutzes) zu prüfen. Dar-
über hinaus ist nicht zu erwarten, dass er nach seiner Rückkehr in Bulga-
rien in Haft versetzt wird (vgl. Referenzurteil F-7195/2018 E. 6.6.4; Urteil
des BVGer F-1027/2022 vom 15. März 2022 E. 6.2.1). Bei einer allfälligen
vorübergehenden Einschränkung der ihm zustehenden Aufnahmebedin-
gungen könnte sich der Beschwerdeführer im Übrigen nötigenfalls an die
bulgarischen Behörden wenden und seine Rechte auf dem Rechtsweg ein-
fordern (vgl. Art. 26 der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des
Rates 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die
Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen [Aufnah-
merichtlinie]). Dies gilt auch in Bezug auf die geltend gemachte erlebte Po-
lizeigewalt an der Grenze (vgl. Urteile des BVGer F-2264/2022 vom 27.
Mai 2022 E. 4.6; F-113/2022 vom 3. Februar 2022 E. 5.1; D-1406/2022
vom 31. März 2022 E. 9.3).
6.2. Des Weiteren liegen keine konkreten Anhaltspunkte vor, wonach die
Gesundheit des Beschwerdeführers bei einer Überstellung nach Bulgarien
ernsthaft gefährdet würde. Er ist keine vulnerable Person. Folglich erübrigt
sich der entsprechende Antrag auf Einholung von Garantien bei den bul-
garischen Behörden. Es deutet nichts darauf hin, dass dem Beschwerde-
führer bei einer Rückkehr nach Bulgarien eine Verletzung von Art. 3 EMRK
drohen würde.
6.3. Zusammenfassend ist die Schweiz weder völkerrechtlich verpflichtet,
auf das Asylgesuch einzutreten, noch liegen humanitäre Gründe vor, wel-
che einen Selbsteintritt nahelegen würden.
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7.
Die Vorinstanz ist demnach zu Recht gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und
hat seine Wegweisung nach Bulgarien angeordnet.
8.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Mit dem vorliegen-
den Urteil fällt der am 18. Juli 2022 angeordnete Vollzugsstopp dahin. Das
Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ist gegenstandslos ge-
worden.
9.
9.1. Die gestellten Begehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb das
Gesuch um unentgeltliche Prozessführung ungeachtet einer allfälligen pro-
zessualen Bedürftigkeit abzuweisen ist (Art. 65 Abs. 1 VwVG).
9.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750. –
festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-
ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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