Decision ID: 1ee47b98-892a-4477-8dd4-d8f1f28b0ddd
Year: 2017
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_001
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Beschwerde und verwies bezüglich des Sachverhalts und der rechtlichen
Erwägungen auf die angefochtene Verfügung vom 26. Januar 2017 sowie
die vor-instanzlichen Akten.
8. Am 14. März 2017 führten A._ und B._ noch aus, dass nach wie
vor einige Bewerbungen offen seien. Da sie jedoch nicht die einzigen
Bewerber für diese Stellen seien, sei es nicht einfach, einen positiven
Bescheid zu erhalten.
9. Mit Entscheid vom 6. April 2017 wies das DJSG die Beschwerde von
A._ und B._ ab. Begründend führte das DJSG im Wesentlichen
aus, dass sich A._ und B._ nicht mehr auf ihre
Arbeitnehmereigenschaft berufen könnten und sie nicht über die
notwendigen finanziellen Mittel zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts
verfügten, womit das AMZ ihre Kurzaufenthaltsbewilligungen EU/EFTA zu
Recht nicht mehr verlängert habe. Die Voraussetzungen zur Erteilung
einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen der erwerbslosen
Wohnsitznahme seien nicht erfüllt. Die Wegweisung erweise sich als
verhältnismässig, da die öffentlichen Interessen an einer Wegweisung die
privaten Interessen von A._ und B._ an einem weiteren Verbleib
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in der Schweiz und das öffentliche Interesse an der Freizügigkeit klar
überwögen.
10. Dagegen erhoben A._ und B._ (nachfolgend Beschwerdeführer)
am 24. April sowie am 1. Mai 2017 Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden, welche aufgrund der
Schreiben des Instruktionsrichters vom 25. April bzw. 2. Mai 2017 am
9. Mai 2017 in nachgebesserter Form einging. Die Beschwerdeführer
beantragten sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen
Departementsverfügung und die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung
zur Arbeitssuche, eventualiter eine Jahresaufenthaltsbewilligung. Sie
lebten seit dem Jahr 2010 in der Schweiz. Die Behörden gewährten ihnen
keine Bewilligungsverlängerung und verwiesen sie aus der Schweiz,
obschon sie ungewollt in die Arbeitslosigkeit gekommen und momentan
auf Unterstützung angewiesen seien. Sie seien bemüht, eine Arbeitsstelle
zu erhalten, was aber aufgrund der fehlenden
Daueraufenthaltsbewilligung sowie der Tatsache, dass viele Stellen beim
Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum nicht aktualisiert und deshalb
bereits seit längerer Zeit vergeben seien, schwierig sei.
11. Das DJSG (nachfolgend Beschwerdegegner) schloss in seiner
Vernehmlassung vom 22. Mai 2017 unter Verweis auf die Begründung
des angefochtenen Entscheids auf Abweisung der Beschwerde.
12. Am 31. Mai 2017 hielten die Beschwerdeführer replicando sinngemäss an
ihren Anträgen fest, ohne neue Argumente vorzubringen. Der
Beschwerdegegner verzichtete am 6. Juni 2017 auf die Einreichung einer
Duplik.
13. Am 12. Juni 2017 reichte die Beschwerdeführerin B._ dem Gericht
einen von ihr und der C._ AG bzw. der D._ SA gleichentags
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unterzeichneten Arbeitsvertrag auf Abruf als Erntehelferin für die Dauer
vom 14. Juni bis 30. Oktober 2017 ein. Ebenfalls am 12. Juni 2017 stellte
die Beschwerdeführerin mit Zustimmung der Einwohnergemeinde
X._ beim AMZ ein weiteres Gesuch um Verlängerung ihrer
Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA.
14. Mit Schreiben vom 13. Juni 2017 forderte der Instruktionsrichter den
Beschwerdegegner zur Stellungnahme auf, ob er angesichts des sich
entwickelnden Sachverhalts an der angefochtenen Verfügung vom
6. April 2017 festzuhalten gedenke.
15. Am 19. Juni 2017 bestätigte der Beschwerdegegner, an der
angefochtenen Verfügung vom 6. April 2017 festhalten zu wollen, da es
sich beim Arbeitsvertrag vom 12. Juni 2017 um eine befristete Anstellung
auf Abruf handle. Der damit erzielbare Lohn reiche nicht aus, um eine
gesicherte und den Lebensunterhalt gewährleistende Erwerbstätigkeit
annehmen und damit die Arbeitnehmereigenschaft bejahen zu können.
Die minimal zugesicherte Arbeitstätigkeit von 16 Stunden pro Monat sei
derart unbedeutend, dass ein marginaler Nebenerwerb vorliege. Ein
solcher reiche nicht aus, um die Arbeitnehmereigenschaft zu begründen.
Es sei fraglich, ob das Verhalten der Beschwerdeführer nicht als
rechtsmissbräuchlich zu qualifizieren sei. Das Gesuch um Erteilung der
Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA werde vom AMZ für die Dauer des
verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens nicht behandelt, weshalb
sich auch daraus kein Grund ergebe, um auf die angefochtene Verfügung
zurückzukommen.
16. Mit prozessleitender Verfügung vom 20. Juni 2017 erklärte der
Instruktionsrichter den vorliegenden Fall für dringlich.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und
in der angefochtenen Verfügung vom 6. April 2017 sowie auf die
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eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
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Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-
pflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden Beschwerden gegen Entscheide der kantonalen
Departemente, soweit diese nicht nach kantonalem oder
eidgenössischem Recht endgültig sind oder bei einer anderen Instanz
angefochten werden können. Die angefochtene Verfügung vom 6. April
2017, mit welcher der Beschwerdegegner die Beschwerde der heutigen
Beschwerdeführer vom 6. Februar 2017 abgewiesen und damit die
Nichtverlängerung der Kurzaufenthaltsbewilligungen der
Beschwerdeführer sowie deren Wegweisung aus der Schweiz bis zum
28. Februar 2017 bestätigt hat, ist weder endgültig noch kann sie bei
einer anderen Instanz angefochten werden. Folglich stellt sie ein
taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Als formelle und
materielle Adressaten der angefochtenen Verfügung sind die
Beschwerdeführer direkt nachteilig von der nicht gewährten Verlängerung
der Kurzaufenthaltsbewilligungen samt Ausreisebefehl betroffen, weshalb
sie zu deren Anfechtung berechtigt sind (Art. 50 VRG). Auf die zudem
frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit unter
Berücksichtigung der Tatsache, dass es sich bei der fraglichen
Beschwerdeschrift vom 9. Mai 2017 um eine Laieneingabe handelt, an
welche praxisgemäss keine allzu hohen Anforderungen gestellt werden
(vgl. Urteile des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden [VGU]
U 15 77 vom 6. April 2016 E.2c, U 10 7 vom 15. Juni 2010 E.2a),
einzutreten.
b) Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob das Vorgehen des
Beschwerdegegners rechtens und verhältnismässig ist oder ob den seit
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dem Jahr 2010 in der Schweiz lebenden Beschwerdeführern abermals
eine Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA hätte erteilt werden müssen.
2. a) Gemäss Art. 4 des Abkommens zwischen der Schweizerischen
Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und
ihren Mitgliedstaaten anderseits über die Freizügigkeit (FZA; SR
0.142.112.681) wird das Recht auf Aufenthalt und Zugang zu einer
Erwerbstätigkeit vorbehaltlich des Artikels 10 nach Massgabe des
Anhangs I eingeräumt. Gemäss Art. 6 Abs. 1 Anhang I FZA erhält ein
Arbeitnehmer, der Staatsangehöriger einer Vertragspartei ist und mit
einem Arbeitgeber des Aufnahmestaats ein Arbeitsverhältnis mit einer
Dauer von mindestens einem Jahr eingegangen ist, eine
Aufenthaltserlaubnis mit einer Gültigkeitsdauer von mindestens fünf
Jahren, gerechnet ab dem Zeitpunkt der Erteilung der Erlaubnis
(EU/EFTA-B-Bewilligung). Diese wird automatisch um mindestens fünf
Jahre verlängert. Bei der ersten Verlängerung kann die Gültigkeitsdauer
beschränkt werden, wenn der Inhaber seit mehr als zwölf aufeinander
folgenden Monaten unfreiwillig arbeitslos ist; sie darf jedoch ein Jahr nicht
unterschreiten. Ein Arbeitnehmer, der mit einem Arbeitgeber des
Aufnahmestaats ein Arbeitsverhältnis mit einer Dauer von mehr als drei
Monaten und weniger als einem Jahr eingegangen ist, erhält gemäss
Art. 6 Abs. 2 Anhang I FZA eine Aufenthaltserlaubnis mit einer
Gültigkeitsdauer, die der Dauer des Arbeitsvertrags entspricht (EU/EFTA-
L-Bewilligung). Ein Arbeitnehmer, der ein Arbeitsverhältnis mit einer
Dauer von höchstens drei Monaten hat, benötigt keine
Aufenthaltserlaubnis.
b) Gemäss Art. 6 Abs. 6 Anhang I FZA darf einer arbeitnehmenden Person
eine gültige Aufenthaltsbewilligung nicht allein deshalb entzogen werden,
weil sie keine Beschäftigung mehr hat, entweder weil sie infolge von
Krankheit oder Unfall vorübergehend arbeitsunfähig ist oder weil sie
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unfreiwillig arbeitslos geworden ist, sofern letzteres vom zuständigen
Arbeitsamt ordnungsgemäss bestätigt wird. Der Unterbruch der
Erwerbstätigkeit infolge von Krankheit oder Unfall, die von der
zuständigen Behörde bestätigte Zeit unfreiwilliger Arbeitslosigkeit und der
unfreiwillige Erwerbsunterbruch von unselbständig Erwerbstätigen gelten
als Beschäftigungszeiten (vgl. Art. 4 Abs. 2 Anhang I FZA i.V.m. Art. 2
Abs. 1 und Art. 4 Abs. 2 der Verordnung [EWG] Nr. 1251/70 der
Kommission vom 29. Juni 1970 über das Recht der Arbeitnehmer, nach
Beendigung einer Beschäftigung im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaates
zu verbleiben [ABl. 1970 L 142 vom 30. Juni 1970 S. 24 ff.]).
3. Hinsichtlich der Beschwerdeführerin gilt es in sachverhaltlicher Hinsicht
zunächst festzuhalten, dass sie − nach ihrer ersten Tätigkeit in der
Schweiz als Service-Aushilfs-Angestellte und Haushaltshilfe (vgl. Akten
der Beschwerdeführer [Bf-act.] 16) − seit dem 6. Juni 2011 jeweils mit
Arbeitsverträgen auf Abruf im Rahmen von Kurzaufenthaltsbewilligungen
bei der C._ AG als Erntehelferin erwerbstätig war (vgl. Akten des
Amtes für Migration und Zivilrecht Graubünden [AMZ-act.] 39). Diese
Anstellungen waren stets befristet auf einige Monate. Letztmals war die
Beschwerdeführerin vom 15. März bis 31. Oktober 2016 befristet bei der
C._ AG angestellt (vgl. Bf-act. 11). Gemäss Darstellung der
Beschwerdeführerin anlässlich der Befragung vom 9. Juni 2016 durch das
AMZ arbeitete sie in dieser Tätigkeit jeweils wetterabhängig im April und
Mai 2016 rund 60 Stunden (mithin rund 15 Stunden pro Woche). Im März
2016 waren es gemäss Angaben der Beschwerdeführerin rund 40
Stunden (vgl. das Befragungsprotokoll des AMZ vom 9. Juni 2016 [AMZ-
act. 30]). Zwischen den Anstellungen als Erntehelferin war die
Beschwerdeführerin jeweils arbeitslos und erhielt
Kurzaufenthaltsbewilligungen zur Stellensuche. Erstellt ist des Weiteren,
dass die Beschwerdeführerin ab dem 2. November 2015 mangels
Erfüllung der Beitragszeit keinen Anspruch auf
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Arbeitslosenversicherungstaggeld gelten machen konnte (vgl. AMZ-
act. 16). Zwischen dem 1. November 2016 und dem Erlass der
angefochtenen Verfügung, mithin dem 6. April 2017, war die
Beschwerdeführerin arbeitslos und bezog mit ihrem Ehegatten seit dem
1. Mai 2016 Fürsorgegelder des Sozialamtes der Gemeinde X._ von
monatlich Fr. 2'899.-- (vgl. AMZ-act. 29). In ihrer Stellungnahme ans AMZ
vom 12. Dezember 2016 machte die heutige Beschwerdeführerin geltend,
dass sie im Frühjahr 2017 eine Stelle als Saisonkraft in Aussicht habe
(vgl. AMZ-act. 38). Auch in der Verwaltungsbeschwerde an den
Beschwerdegegner vom 6. Februar 2017 sowie in der
Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 9. Mai 2017 verwies die
Beschwerdeführerin erneut auf noch offene Bewerbungen. Die dabei von
ihr eingereichten Bewerbungsschreiben wurden indes − mit Ausnahme
einer Bewerbung als Gärtnerin, bei der gemäss E-Mail vom 5. Februar
noch kein Entscheid betreffend Stellenvergabe gefällt wurde − allesamt
negativ beantwortet (vgl. Akten des Beschwerdegegners [Bg-act.] 1, Bf-
act. 17).
4. a) aa) Vor dem Hintergrund des vorstehend Ausgeführten erscheint es in
Bezug auf die Beschwerdeführerin zumindest als fraglich, ob sie im
Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids vom 6. April 2017 ihren
freizügigkeitsrechtlichen Status als unselbständig erwerbstätige Person
tatsächlich verloren hat, wie dies der Beschwerdegegner im
angefochtenen Entscheid festgestellt hat. Der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung zufolge kann eine arbeitnehmende Person ihren
freizügigkeitsrechtlichen Status verlieren, wenn sie (1) freiwillig arbeitslos
geworden ist, (2) aufgrund ihres Verhaltens feststeht, dass keinerlei
ernsthafte Aussichten (mehr) darauf bestehen, dass sie in absehbarer
Zeit eine andere Arbeit finden wird oder (3) ihr Verhalten gesamthaft als
rechtsmissbräuchlich bezeichnet werden muss, da sie ihre Bewilligung
(etwa) gestützt auf eine fiktive bzw. zeitlich kurze Erwerbstätigkeit einzig
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zum Zweck erworben hat, von günstigeren Sozialleistungen als im
Heimat- oder einem anderen Vertragsstaat zu profitieren. Die zuständige
Behörde kann in diesen Situationen Kurzaufenthalts-,
Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA und Grenzgängerbewilligungen
EU/EFTA widerrufen oder nicht verlängern, wenn die Voraussetzungen
für deren Erteilung nicht oder nicht mehr erfüllt sind (vgl. Art. 23 der
Verordnung über die schrittweise Einführung des freien Personenverkehrs
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen
Union und deren Mitgliedstaaten sowie unter den Mitgliedstaaten der
Europäischen Freihandelsassoziation [Verordnung über die Einführung
des freien Personenverkehrs, VEP; SR 142.203]). Da es dabei nicht
darum geht, bestehende Freizügigkeitsrechte zu beschränken, sondern
die (deklaratorische) bewilligungsrechtliche an die (rechtsbegründende)
anspruchsrechtliche anzupassen, kommt Art. 5 Anhang I FZA (Erfordernis
des Schutzes der öffentlichen Ordnung) nicht zur Anwendung; besteht
kein freizügigkeitsrechtlicher Anspruch, kann dieser auch nicht unter
Beachtung der Vorgaben von Art. 5 Anhang I FZA beschränkt werden
(vgl. BGE 141 II 1 E.2.2.1 mit weiteren Hinweisen).
bb) Vorliegend bestehen keinerlei Hinweise, wonach die
Beschwerdeführerin freiwillig arbeitslos geworden ist. Gegenteiliges wird
vom Beschwerdegegner denn auch nicht behauptet. Vielmehr war sie
während der letzten rund sechs Jahre regelmässig für denselben
Arbeitgeber befristet als Saisonangestellte erwerbstätig und die
entsprechenden Arbeitsverhältnisse endeten jeweils auf den vereinbarten
Zeitpunkt hin (vgl. die bei den Akten liegenden sieben Arbeitsverträge
[AMZ-act. 39]). Vor diesem Hintergrund ist auch nicht ersichtlich,
inwiefern in Bezug auf die Beschwerdeführerin keine ernsthaften
Aussichten hätten bestehen sollen, dass sie in absehbarer Zeit wieder
eine Arbeit gefunden hätte. Viel eher hätten die regelmässigen
Anstellungen bei demselben Arbeitgeber den Schluss zugelassen, dass
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sie wohl auch in absehbarer Zeit wieder eine Anstellung entweder bei
demselben oder auch einem anderen Arbeitgeber gefunden hätte, zumal
die Beschwerdeführerin in der erwerbslosen Zeit − wie die bei den Akten
liegenden Bewerbungsschreiben zeigen (vgl. Bg-act. 1, Bf-act. 17) − auch
wiederholt versucht hat, eine Festanstellung zu erhalten, was ihr bisher
indes nicht gelungen ist. Da vorliegend zudem auch keinerlei
Anhaltspunkte für ein rechtsmissbräuchliches Verhalten der
Beschwerdeführerin vorliegen, erscheint es aus Sicht des streitberufenen
Gerichtes − wie einleitend bereits erwähnt − zumindest als fraglich, ob sie
im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids vom 6. April 2017 ihren
freizügigkeitsrechtlichen Status als unselbständig erwerbstätige Person
tatsächlich verloren hat.
cc) Der Beschwerdegegner spricht zwar korrekterweise an, dass es bei
unfreiwillig arbeitslos gewordenen Personen nicht ganz klar sei, ab wann
die Person ihren Status als Arbeitnehmerin im Sinne des FZA verliere und
verweist via BGE 141 II 1 E.3.3.1 und 3.4 auf eine vorzunehmende
gesamthafte Betrachtungsweise des Einzelfalls, eine Art Gesamtschau
(vgl. E.3b des angefochtenen Entscheids vom 6. April 2017). Die vom
Beschwerdegegner a.a.O. zitierten Entscheide, welche für einen Verlust
der Arbeitnehmereigenschaft sprechen, sind für den vorliegenden Fall
jedoch nicht einschlägig, weil die dort erfolgten kurzfristigen
Arbeitseinsätze teils vom Arbeitsamt vermittelte Teilzeitstellen betrafen,
für welche gar kein Arbeitsvertrag abgeschlossen wurde und die
betroffene Person unter Sanktionsandrohung − konkret der Kürzung von
Arbeitslosenentschädigung − verpflichtet wurde, diese Arbeit zu leisen
(vgl. Urteil des Bundesgerichtes 2C_390/2013 vom 10. April 2014 mit
Verweis auf das Urteil des Bundesgerichtes 2C_967/2010 vom 17. Juni
2011). Im Gegensatz dazu war die Beschwerdeführerin − wie gesehen −
während der letzten rund sechs Jahre regelmässig für denselben
Arbeitgeber als Saisonangestellte erwerbstätig und hat diese
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Anstellungen auch stets selber organisiert. Bereits vor diesem
Hintergrund lassen sich die vom Beschwerdegegner erwähnten Fälle
nicht mit dem vorliegenden vergleichen.
dd) Indes gilt es bezüglich der Frage, ab wann eine unfreiwillig arbeitslos
gewordene Person ihren Status als Arbeitnehmerin im Sinne des FZA
verliert, zu beachten, dass der Arbeitnehmerstatus zur Stellensuche über
die Beendigung des Arbeitsvertrags hinaus dauert (vgl. BGE 141 II 1
E.2.2.2 mit weiteren Hinweisen). Nach Beendigung eines
Dienstverhältnisses mit einer Dauer von weniger als einem Jahr haben
die Staatsangehörigen der Vertragsparteien das Recht, im Land zu
verbleiben, um sich eine andere Beschäftigung zu suchen und sich
während eines angemessenen Zeitraums von bis zu sechs Monaten dort
aufzuhalten, sofern dies erforderlich ist, um von den ihrer beruflichen
Befähigung entsprechenden Stellenangeboten Kenntnis zu nehmen und
gegebenenfalls die erforderlichen Massnahmen für eine Einstellung zu
treffen (Art. 2 Abs. 1 Anhang I FZA). Auch der Europäische Gerichtshof
und das Bundesgericht halten in ihrer Rechtsprechung fest, dass bei
Ende eines kurzfristigen Arbeitsverhältnisses ein Aufenthaltsrecht von
sechs Monaten zu gewähren ist, das − wie in Art. 18 Abs. 3 VEP
vorgesehen − bis zu einem Jahr verlängert werden kann, wenn echte
Bemühungen bei der Arbeitssuche und begründete Aussicht auf eine
Anstellung nachgewiesen werden können (vgl. Urteil des Europäischen
Gerichtshof [EuGH] Rs. C-292/89 vom 26. Februar 1991, Antonissen, Slg.
1991, I-745, Rz. 21; Urteil des Bundesgerichtes 2C_172/2008 vom
14. März 2008 E.5.2). Im gemeinsamen Rundschreiben des Bundesamts
für Migration (BFM) und des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO)
vom 4. März 2011 zum Massnahmenpaket des Bundesrates vom
24. Februar 2010 zur Verbesserung des Vollzugs des FZA (abrufbar unter
www.sem.admin.ch ˃ Publikationen & Service ˃ Weisungen und
Kreisschreiben ˃ Freizügigkeitsabkommen ˃ Umsetzung des
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Massnahmenpakets des Bundesrates vom 24. Februar 2010 [zuletzt
besucht am 19. Juli 2017]) wird hinsichtlich des Verlusts der
Arbeitnehmereigenschaft für den Fall von Arbeitssuchenden, die nach
weniger als einem Jahr Beschäftigung unfreiwillig arbeitslos wurden oder
einen auf weniger als ein Jahr befristeten Arbeitsvertrag hatten, sodann
festgehalten, dass die Arbeitnehmereigenschaft analog zum
Gemeinschaftsrecht erst nach sechs Monaten erlösche und der Entzug
einer Aufenthaltsbewilligung geprüft werden könne (vgl. S. 2 des
erwähnten Rundschreibens). Vorliegend war die Beschwerdeführerin −
wie gesehen − bis am 31. Oktober 2016 bei der C._ AG erwerbstätig
und dementsprechend im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung des AMZ
vom 26. Januar 2017 erst rund drei Monate bzw. im Zeitpunkt der
angefochtenen Verfügung vom 6. April 2017 erst rund 5 Monate ohne
Erwerbstätigkeit. Die sechsmonatige Frist zur Suche einer neuen
Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 2 Abs. 1 Anhang I FZA ist
dementsprechend im Zeitpunkt des Verfügungserlasses durch das AMZ
(26. Januar 2017) bzw. den Beschwerdegegner (6. April 2017) noch nicht
abgelaufen. Auch unter diesem Gesichtspunkt erscheint es fraglich, ob
die Arbeitnehmereigenschaft der Beschwerdeführerin im
Verfügungszeitpunkt tatsächlich bereits erloschen ist, wie dies der
Beschwerdegegner in der angefochtenen Verfügung vom 6. April 2017
festgestellt hat. Wie nachstehend dargestellt stellt sich mittlerweile
allerdings die Frage, ob die Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt
ihren freizügigkeitsrechtlichen Status als unselbständig erwerbstätige
Person im Sinne des FZA tatsächlich verloren hat, nicht mehr und kann
daher offen bleiben.
b) Während Hängigkeit des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfahrens hat die Beschwerdeführerin bei der C._ AG
nämlich erneut einen bis Ende Oktober 2017 befristeten Arbeitsvertrag
auf Abruf als Erntehelferin erhalten (vgl. den von der Beschwerdeführerin
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am 12. Juni 2017 eingereichten Arbeitsvertrag auf Abruf vom 12. Juni
2017). Gemäss diesem Vertrag beginnt das Arbeitsverhältnis am 14. Juni
2017 und ist befristet bis zum 30. Oktober 2017. Die Beschwerdeführerin
verpflichtet sich dabei, sich pro Woche 40 Stunden auf Abruf bereit zu
halten, wobei seitens der Arbeitgeberin eine minimale Arbeitszeit von 16
Stunden pro Monat zugesichert wird. Der Stundenlohn beträgt brutto
Fr. 16.-- ohne Anspruch auf Ferien- und Feiertagsentschädigung sowie
ohne 13. Monatslohn. Folglich ist die Beschwerdeführerin, zumindest seit
dem 14. Juni 2017, nicht mehr zur Arbeitssuche, sondern zwecks
Erwerbstätigkeit in der Schweiz. Mithin steht nicht mehr ein Aufenthalt zur
Stellensuche zur Diskussion, sondern vielmehr ein Aufenthalt als
arbeitnehmende Person. Wie gesehen erhält gemäss Art. 6 Abs. 2
Anhang I FZA ein Arbeitnehmer, der mit einem Arbeitgeber des
Aufnahmestaats ein Arbeitsverhältnis mit einer Dauer von mehr als drei
Monaten und weniger als einem Jahr eingegangen ist, eine
Aufenthaltserlaubnis mit einer Gültigkeitsdauer, die der Dauer des
Arbeitsvertrags entspricht. In dieser Situation gibt es weder zusätzliche
Kriterien zu prüfen noch abzuwägen, ob die Kurzaufenthaltsbewilligung
EU/EFTA zu erteilen oder allenfalls zu verweigern ist. Erforderlich ist
lediglich das Vorliegen eines Arbeitsverhältnisses mit einer Dauer von
mehr als drei Monaten und weniger als einem Jahr. Ein solches ist hier −
wie gesehen − gegeben, betrifft die vereinbarte Tätigkeit als Erntehelferin
doch den Zeitraum vom 14. Juni bis 30. Oktober 2017. Dementsprechend
hat die Beschwerdeführerin − sofern sie ihren freizügigkeitsrechtlichen
Status als unselbständig erwerbstätige Person im Sinne des FZA
überhaupt jemals verloren hat − jedenfalls mit Wiederaufnahme der
Erwerbstätigkeit per 14. Juni 2017 die Arbeitnehmereigenschaft erneut
erworben und damit Anspruch auf die Erteilung einer
Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA mit einer Gültigkeitsdauer, die der
Dauer des Arbeitsvertrags entspricht, mithin bis am 30. Oktober 2017.
Daran vermag der Umstand, dass es sich bei der fraglichen
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Erwerbstätigkeit um eine solche auf Abruf handelt und der
Beschwerdeführerin lediglich eine minimale Arbeitszeit von 16 Stunden
pro Monat mit einem Stundelohn von brutto Fr. 16.-- zugesichert wird,
nichts zu ändern. Denn die Tätigkeit als Erntehelferin vermag − wie
nachstehend dargestellt − die vom Europäischen Gerichtshof
aufgestellten erschöpfenden Kriterien zur Arbeitnehmereigenschaft,
denen ein Beschäftigungsverhältnis gerecht werden muss,
uneingeschränkt zu erfüllen. Danach muss eine Person in einem zeitlich
bestimmten Rahmen an die Weisungen eines anderen gebunden sein;
die rechtliche Einstufung des Arbeitsverhältnisses ist dagegen nicht von
Relevanz (vgl. Urteile des EuGH Rs. 3/87 vom 14. Dezember 1989,
Agegate, Slg. 1989, 4459, Rz. 36 ff.; Rs. C-456/02 vom 7. September
2004, Trojani, Slg. 2004, I-7573, Rz. 15; Rs. C-94/07 vom 17. Juli 2008,
Raccanelli, Slg. 2008, I-5939, Rz. 33). Darüber hinaus muss die Tätigkeit
einen wirtschaftlichen Charakter aufweisen, indem der Leistung eine
Gegenleistung gegenübersteht, wobei der Europäische Gerichtshof auch
Vergütungen unter dem tariflichen oder gesetzlichen Mindestlohn
zugelassen (vgl. Urteil des EuGH Rs. 139/85 vom 3. Juni 1986, Kempf,
Slg. 1986, 1741, Rz. 14) und auch den Bezug von ergänzenden
Sozialleistungen nicht als problematisch angesehen hat (vgl. Urteil des
EuGH Rs. 344/87 vom 31. Mai 1989, Bettray, Slg. 1989, 1621, Rz. 15).
Schliesslich muss es sich um eine echte und tatsächliche Tätigkeit
handeln. Dabei ist anhand der Umstände der Tätigkeit, insbesondere ihrer
Dauer und Regelmässigkeit zu beurteilen, ob es sich nicht nur um eine
völlig unwesentliche Tätigkeit handelt (vgl. Urteil des EuGH Rs. C-357/89
vom 26. Februar 1992, Raulin, Slg. 1992, I-1027, Rz. 12 ff.). Eine kurze
Dauer von beispielsweise zweieinhalb Monaten schliesst dabei die
Arbeitnehmereigenschaft nicht von vornherein aus (vgl. Urteil des EuGH
Rs. C-413/01 vom 6. November 2003, Ninni-Orasche, Slg. 2003, I-13187,
Rz. 32). Der Europäische Gerichtshof bejahte auch die
Arbeitnehmereigenschaft bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von lediglich
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fünfeinhalb Stunden (vgl. Urteil des EuGH Rs. C-14/09 vom 4. Februar
2010, Genc, Slg. 2010, I-931, Rz. 26). Eine rein der Wiedereingliederung
des Betroffenen in das normale Erwerbsleben dienende Beschäftigung,
die an deren Besonderheiten angepasst ist, hat der Europäische
Gerichtshof hingegen nicht als tatsächliche und echte wirtschaftliche
Tätigkeit eingestuft (vgl. Urteil des EuGH Rs. 344/87 vom 31. Mai 1989,
Bettray, Slg. 1989, 1621, Rz. 17). Massgeblich ist in derartigen Fällen
hauptsächlich die Beurteilung, ob die erbrachte Leistung im Lichte ihrer
Art und der Modalitäten ihrer Erbringung als auf dem
Beschäftigungsmarkt üblich anzusehen ist (vgl. Urteil des EuGH Rs. C-
456/02 vom 7. September 2004, Trojani, Slg. 2004, I-7573, Rz. 24; vgl.
zum Ganzen: PIRKER, Zum Verlust der Arbeitnehmereigenschaft im
Freizügigkeitsabkommen, in: AJP/PJA 9/2014, S. 1217 ff., S. 1218).
Vorliegend ist die Beschwerdeführerin während ihrer Erwerbstätigkeit
unzweifelhaft an die Weisungen ihrer Vorgesetzten gebunden. Des
Weiteren weist die fragliche Tätigkeit als Erntehelferin auch einen
wirtschaftlichen Charakter auf, steht der Arbeitsleistung der
Beschwerdeführerin doch eine Gegenleistung in Form eines Lohns
gegenüber. Daran ändert der Umstand nichts, dass der bei der fraglichen
Erwerbstätigkeit maximal erzielbare Lohn von brutto Fr. 2'560.-- pro
Monat (4 x 40 Arbeitsstunden x Fr. 16.--) nicht ausreicht, um den Umfang
der monatlich vom Sozialamt der Gemeinde X._ für die
Beschwerdeführer ausbezahlten Fürsorgegelder in der Höhe von
Fr. 2'899.-- (vgl. AMZ-act. 29) auszugleichen und die Beschwerdeführerin
dementsprechend neben dem Lohn allenfalls noch ergänzende
Sozialleistungen bezieht. Denn für die Frage, ob jemand als Arbeitnehmer
anzusehen ist oder nicht, spielt es rechtsprechungsgemäss keine Rolle,
woher die Mittel für die Entlohnung stammen (vgl. Urteil des EuGH
Rs. 344/87 vom 31. Mai 1989, Bettray, Slg. 1989, 1621, Rz. 15). Mithin
schadet der Bezug von Sozialhilfe neben einem Beschäftigungsverhältnis
dem Erwerb der Arbeitnehmereigenschaft nicht (vgl. PIRKER, a.a.O.,
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S. 1223). Und schliesslich handelt es sich bei der Tätigkeit als
Erntehelferin auch um eine echte und tatsächliche Tätigkeit und −
entgegen der beschwerdegegnerischen Auffassung (vgl. dessen
Stellungnahme im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren vom
19. Juni 2017) − nicht bloss um eine Nebenbeschäftigung. Zwar sichert
der Arbeitgeber der Beschwerdeführerin − wie gesehen − lediglich eine
minimale Arbeitszeit von 16 Arbeitsstunden pro Monat und damit bloss
vier Arbeitsstunden pro Woche zu. Allerdings handelt es sich hierbei um
die minimal zugesicherte Arbeitszeit, während die maximale Arbeitszeit
gemäss Arbeitsvertrag vom 12. Juni 2017 bei 160 Arbeitsstunden pro
Monat bzw. 40 Arbeitsstunden pro Woche liegt. Das konkrete Ausmass
der Arbeitstätigkeit ist derzeit nicht bekannt, doch dürfte die tatsächliche
Arbeitszeit irgendwo zwischen diesen beiden Werten liegen. Da es sich
bei der Tätigkeit als Erntehelferin zudem um eine auf dem
Beschäftigungsmarkt übliche Tätigkeit handelt, ist die von der
Beschwerdeführerin erbrachte Leistung − auch wenn im Rahmen dieses
Arbeitsverhältnisses zeitweise nur wenige Arbeitsstunden geleistet
werden sollten − durchaus als tatsächliche und echte wirtschaftliche
Tätigkeit im Sinne der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs zu
qualifizieren, zumal der Europäische Gerichtshof die
Arbeitnehmereigenschaft − wie gesehen − selbst bei einer wöchentlichen
Arbeitszeit von lediglich fünfeinhalb Arbeitsstunden bejaht hat. Folglich
erfüllt die von der Beschwerdeführerin ausgeübte Tätigkeit als
Erntehelferin auch die vom Europäischen Gerichtshof aufgestellten
erschöpfenden Kriterien zur Arbeitnehmereigenschaft, weshalb der
Beschwerdeführerin die Arbeitnehmereigenschaft − sofern sie ihren
freizügigkeitsrechtlichen Status als unselbständig erwerbstätige Person
überhaupt jemals verloren hat − sicherlich ab dem Zeitpunkt der
Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit, mithin ab dem 14. Juni 2017,
zuzuerkennen ist.
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c) Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Beschwerdeführerin −
sofern sie ihren freizügigkeitsrechtlichen Status als unselbständig
erwerbstätige Person überhaupt jemals verloren hat − jedenfalls mit
Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit per 14. Juni 2017 die
Arbeitnehmereigenschaft erneut erworben und damit Anspruch hat auf die
Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA mit einer
Gültigkeitsdauer, die der Dauer des Arbeitsvertrags entspricht, mithin bis
am 30. Oktober 2017. Bei diesem Ergebnis bzw. infolge der
Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit per 14. Juni 2017 bei der C._
AG stellt sich die Frage, ob die Beschwerdeführerin im
Verfügungszeitpunkt ihren freizügigkeitsrechtlichen Status als
unselbständig erwerbstätige Person im Sinne des FZA tatsächlich
verloren hat, nicht mehr und kann daher an dieser Stelle offen bleiben.
Denn mit Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit per 14. Juni 2017 hat die
Beschwerdeführerin die Arbeitnehmereigenschaft fraglos neu erworben
(sofern sie diese überhaupt jemals verloren hat) und damit gestützt auf
Art. 6 Abs. 2 Anhang I FZA Anspruch auf die erneute Erteilung einer
Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA mit einer Gültigkeitsdauer, die der
Dauer des Arbeitsvertrags entspricht, mithin bis am 30. Oktober 2017.
Der beschwerdegegnerische Entscheid, die Kurzaufenthaltsbewilligung
EU/EFTA der Beschwerdeführerin infolge des verlorenen
freizügigkeitsrechtlichen Status als unselbständig erwerbstätige Person
nicht zu verlängern, erweist sich somit als nicht rechtens, was in Bezug
auf die Beschwerdeführerin zur Gutheissung der Beschwerde und zur
Aufhebung des angefochtenen Entscheids vom 6. April 2017 führt.
5. Hinsichtlich des Beschwerdeführers A._ lässt sich in
sachverhaltlicher Hinsicht festhalten, dass er erstmals vom 26. April 2010
bis 26. November 2011 in der Schweiz als Erntearbeiter erwerbstätig war.
Es folgten verschiedene weitere befristete Hilfsarbeitstätigkeiten (unter
anderem als Pflücker bei der C._ AG vom 11. Juni 2012 bis Ende
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Saison [vgl. Bf-act. 4] sowie vom 17. Juni 2013 bis Ende Saison [vgl. Bf-
act. 7], sowie als Lehm-/Kalkputzer bei der E._ vom 26. August 2013
bis 27. Januar 2015 [vgl. Bf-act. 12 - 14]). Zwischen den befristeten
Hilfsarbeitstätigkeiten war der Beschwerdeführer jeweils arbeitslos und
erhielt diverse Kurzaufenthaltsbewilligungen EU/EFTA zur Stellensuche.
Seit dem 28. Januar 2015 ist er arbeitslos. Sein Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung wurde mit Verfügung der Arbeitslosenkasse
Graubünden vom 29. Februar 2016 (AMZ-act. 21) per 16. Februar 2016
beendet und er wurde ausgesteuert. Seit dem 1. Mai 2016 bezieht der
Beschwerdeführer zusammen mit seiner Ehegattin Fürsorgegelder des
Sozialamtes der Gemeinde X._ in der Höhe von Fr. 2'899.-- pro
Monat (vgl. AMZ-act. 29).
6. a) In Bezug auf den Beschwerdeführer ist der Beschwerdegegner im
angefochtenen Entscheid vom 6. April 2017 (ebenfalls) zum Schluss
gelangt, dass er seinen freizügigkeitsrechtlichen Status als unselbständig
erwerbende Person verloren hat. Dies ist − wie die nachstehenden
Ausführungen zeigen − nicht zu beanstanden. Zunächst gilt es zu
berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer seit dem 28. Januar 2015
und damit seit zweieinhalb Jahren arbeitslos ist. Damit beträgt die
Arbeitslosigkeit deutlich mehr als die in jedem Fall zu gewährenden sechs
Monate, während denen nach dem unfreiwilligen Ende einer kurzfristigen
Beschäftigung mit anschliessender Arbeitslosigkeit die
Arbeitnehmereigenschaft aufrechterhalten bleibt (vgl. Art. 2 Abs. 1
Anhang I FZA sowie vorstehend E.4a/dd) und sogar auch mehr als zwei
Jahre, nach welcher die Arbeitnehmereigenschaft des Betroffenen selbst
in der Situation einer vorangehenden längeren Beschäftigung spätestens
wegfällt (vgl. Rundschreiben des BFM und des SECO vom 4. März 2011
zum Massnahmenpaket des Bundesrates vom 24. Februar 2010 zur
Verbesserung des Vollzugs des FZA, S. 2 f.; PIRKER, a.a.O., S. 1222).
Bereits vor diesem Hintergrund erweist sich der angefochtene Entscheid
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des Beschwerdegegners, wonach der Beschwerdeführer seinen
freizügigkeitsrechtlichen Status als unselbständig erwerbende Person
verloren hat, als rechtens. Überdies gilt es vorliegend auch zu beachten,
dass eine Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA zur Stellensuche gemäss
Art. 18 Abs. 2 i.V.m. Abs. 3 VEP zwar bis zu einem Jahr verlängert
werden kann. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Betroffene über
die für den Unterhalt notwendigen Mittel verfügt (Art. 18 Abs. 2 VEP),
Suchbemühungen nachweist und überdies begründete Aussicht auf eine
Beschäftigung besteht (Art. 18 Abs. 3 VEP). Wie gesehen hat der
Beschwerdeführer seit dem 16. Februar 2016 keinen Anspruch mehr auf
Arbeitslosenentschädigung (vgl. AMZ-act. 21) und wurde ausgesteuert.
Seit Mai 2016 wird er zudem vom Sozialamt der Gemeinde X._
öffentlich unterstützt (vgl. AMZ-act. 29). Des Weiteren besteht in Bezug
auf den Beschwerdeführer auch keine begründete Aussicht, dass er
demnächst eine Arbeitsstelle finden wird. Einerseits hat der
Beschwerdeführer anlässlich der Befragung vom 9. Juni 2016 durch das
AMZ nämlich selber angegeben, dass seine Arbeitsbemühungen sehr
unterschiedlich seien, "mal mehr, mal weniger" (vgl. das
Befragungsprotokoll des AMZ vom 9. Juni 2016 [AMZ-act. 30]).
Anderseits hat der Beschwerdeführer zwar sowohl in der
Verwaltungsbeschwerde an den Beschwerdegegner vom 6. Februar 2017
als auch in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 9. Mai 2017 an das
streitberufene Gericht gewisse Suchbemühungen nachgewiesen (vgl. Bg-
act. 1, Bf-act. 17); diese wurden aber grossmehrheitlich bereits
abschlägig beantwortet. Zudem haben offenbar auch die im Zeitpunkt der
Beschwerdeeinreichung noch offenen Bewerbungsschreiben nicht zu
einem erfolgreichen Vertragsabschluss geführt, hat der Beschwerdeführer
doch im Verlauf des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfahrens − im Gegensatz zu seiner Ehegattin − keinen
Arbeitsvertrag eingereicht. Selbst wenn vorliegend somit eine weitere
Verlängerung der Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA zwecks
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Stellensuche in zeitlicher Hinsicht in Frage käme, scheiterte die
Bewilligungserteilung nach dem soeben Gesagten an den nicht
vorhandenen notwendigen finanziellen Mitteln für den Unterhalt sowie an
der fehlenden begründeten Aussicht auf eine Beschäftigung. Wenn der
Beschwerdegegner somit aufgrund einer Gesamtschau der Situation
unter Berücksichtigung sämtlicher Tatsachen in Übereinstimmung mit
dem AMZ zum Schluss kommt, dass sich der Beschwerdeführer nicht
mehr auf den freizügigkeitsrechtlichen Status als unselbständig
erwerbender Arbeitnehmer berufen kann, ist dies in keiner Weise zu
beanstanden. Ihm wurde hinreichend Gelegenheit gegeben, sich im Sinne
von Art. 2 Abs. 1 Anhang I FZA in der Schweiz um weitere Stellen zu
bewerben; seine Bemühungen blieben indessen ohne Erfolg. Zwar
befindet sich der Beschwerdeführer seit mehr als sieben Jahre in der
Schweiz, doch ist er seit rund zweieinhalb Jahren nicht mehr im
Arbeitsprozess. Auch wenn er einwendet, sich entsprechend um eine
neue Arbeitsstelle zu bemühen, ergibt sich aus dem
Gesamtzusammenhang doch, dass derzeit keine ernsthaften Aussichten
(mehr) darauf bestehen, dass er in absehbarer Zeit auf dem hiesigen
Arbeitsmarkt wieder eine Stelle finden könnte. Folglich hat der
Beschwerdegegner das Fortbestehen eines freizügigkeitsrechtlichen
Anwesenheitsanspruchs als erwerbstätige Person zu Recht verneint. Da
der Beschwerdeführer − wie gesehen − über keine eigenen Mittel verfügt
und vom Sozialamt der Gemeinde X._ öffentlich unterstützt wird,
kann er sich überdies auch nicht auf einen freizügigkeitsrechtlichen
Anspruch ohne Erwerbstätigkeit berufen (vgl. Art. 24 Abs. 1 lit. a Anhang I
FZA).
b) Die Frage, welche sich allerdings bei der vorliegenden Konstellation stellt
und welche sowohl das AMZ als auch der Beschwerdegegner aufgrund
ihrer Entscheide (noch) nicht prüfen musste, ist die Auswirkung der
Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA der Beschwerdeführerin auch den
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Aufenthaltsstatus ihres Ehegatten, welcher − wie gesehen − bereits seit
dem Jahr 2010 zusammen mit der Beschwerdeführerin in der Schweiz
wohnt. Diese Frage wird vom AMZ − unter Berücksichtigung von Art. 3
Anhang I FZA − noch zu prüfen sein.
7. a) Zusammenfasend erweist sich die Beschwerde vom 9. Mai 2017 nach
dem vorstehend Gesagten als begründet, was zur Gutheissung derselben
und zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 6. April 2017 führt.
In Bezug auf die Beschwerdeführerin ist festzuhalten, dass sie − sofern
sie ihren freizügigkeitsrechtlichen Status als unselbständig erwerbstätige
Person überhaupt jemals verloren hat − jedenfalls mit Wiederaufnahme
der Erwerbstätigkeit per 14. Juni 2017 die Arbeitnehmereigenschaft
erneut erworben und damit gestützt auf Art. 6 Abs. 2 Anhang I FZA
Anspruch hat auf die Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA
mit einer Gültigkeitsdauer, die der Dauer des Arbeitsvertrags entspricht,
mithin bis am 30. Oktober 2017. Dementsprechend ist das dafür
zuständige AMZ anzuweisen, der Beschwerdeführerin die
Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA bis am 30. Oktober 2017 zu
verlängern. Demgegenüber hat der Beschwerdeführer seinen
freizügigkeitsrechtlichen Status als selbständig erwerbender
Arbeitnehmer verloren. Mangels eigener Mittel kann er sich auch nicht auf
einen freizügigkeitsrechtlichen Anspruch ohne Erwerbstätigkeit berufen.
Noch zu prüfen ist in Bezug auf den freizügigkeitsrechtlichen
Anwesenheitsanspruch des Beschwerdeführers indes die Frage, wie sich
die Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA seiner Ehegattin auf seinen
Aufenthaltsstatus auswirkt. Dementsprechend ist die Angelegenheit zur
Prüfung dieser Frage im Sinne der Erwägungen an das dafür zuständige
AMZ zurückzuweisen.
b) Nachdem der Instruktionsrichter den Beschwerdegegner am 13. Juni
2017 zur Stellungnahme aufgefordert hat, ob er angesichts des
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neuerlichen Arbeitsverhältnisses der Beschwerdeführerin bei der C._
AG vom 14. Juni 2017 bis 30. Oktober 2017 an der angefochtenen
Verfügung vom 6. April 2017 festzuhalten gedenke und der
Beschwerdegegner dies mit Stellungnahme vom 19. Juni 2017 explizit
bestätigt hat, rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten gestützt auf Art. 73
Abs. 1 VRG dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. Den nicht anwaltlich
vertretenen Beschwerdeführern steht praxisgemäss keine
Parteientschädigung zu.