Decision ID: 3e6d8ae1-c1a5-5384-9310-725e12d1d6bf
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
68
,
war
nach ihrer Einreise in die Schweiz
im Jahr
1989 (Urk. 6/2/3)
hauptsächlich
als Hausfrau
und
Wirtin tätig. Von
September 1998 bis Februar 2002
absolvierte sie
eine Ausbildung in Naturheilkunde
ohne
voll
ständigen Abschluss
und arbeitete danach
zeitweise
in verschiedenen Teil
zeittätigkeiten
, zuletzt als Führerin im Skulpturenpark
für die
Y._
Stiftung und
wenige Monate
für die
Z._
(Urk. 6/1/6-10, Urk. 6/2/5, Urk. 6/156/20-21, Urk. 6/156/85
, Urk. 6/108
, Urk. 6/68/2
).
Am
4.
April 2009
meldete sie sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung wegen
rheuma
toider Arthritis, Darm- und Atembeschwerden
zum Leistungsbezug an (Urk. 6/
2
). Die
Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte die medizinischen und erwerb
lichen Verhältnisse ab.
Unter anderem holte sie das Gutachten
der MEDAS
A._
vom 2
2.
Februar 2012
ein (
Urk.
6/54). Am
7.
Mai 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass erst ab Februar 2012 von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugeh
en sei und daher das Wartejahr
erst im Februar 2013 ablaufen werde, so dass erst dann der Rentenanspruch geprüft werden könne (
Urk.
6/55).
1.2
Am 2
0.
Juni 2013 fand eine Haushaltsabklärung statt
, bei welcher gemäss dem Bericht vom 14. August 2013
bezüglich
Statusfrage
im Gesundheitsfall
eine 100%ige Tätigkeit im Erwerbsbereich festgestellt wurde
(
Urk.
6/68).
Mit Schrei
ben vom 14.
August
2013 forderte die IV-Stelle die
Versicherte im Rahmen der Schadenminderungspflicht auf, eine regelmässige psychiatrisch-psychotherapeu
tische Behandlung durchzuführen (
Urk.
6/71).
Mit Vorbescheid
gleichen Datums
kündigte die IV-Stelle ausserdem gestützt auf die Einschätzung der Gutachter der MEDAS
A._
einer
zufolge der psychischen Beschwerden
40%igen Arbeitsunfähigkeit
(Urk.
6/70/6-9) die
Zusprache
einer
Viertelsrente
ab dem
1.
Februar 2013 an (
Urk.
6/73). Die Versicherte erhob keine Einwände.
Mit Schreiben vom
6.
Dezember 2013 forderte die IV-Stelle die Versichert
e
noch
mals auf, eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung zu beginnen
, und erklärte,
erst
nach Abschluss der Massnahme die Abklärungen wieder aufzuneh
men
sowie
den Entscheid über den Rentenanspruch zu fällen
(
Urk.
6/78).
Die Versicherte
machte mit Schreiben vom 10. Dezember 2013 eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes geltend und nahm Stellung zur bisher erfolgten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung sowie zur erfolgten MED
AS-Abklärung (
Urk.
6/80). Am 3.
Januar 2014 forderte die IV-Stelle die Ver
sicherten auf, ihr den aktuell
behandelnden Psychiater mitzuteilen (Urk. 6/81), was telefo
nisch am 1
1.
Februar 2014
erfolgte (
Urk.
6/82).
Daraufhin begab sich d
ie Ver
sicherte
bis im November 2014
in die Behandlung von
Dr.
med. univ.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
(
Bericht vom 1.
Juli 2015, Urk. 6/96/2, Urk. 6/96/6; vgl. auch
Urk.
6/82, Urk. 6/95).
Die IV-Stelle holte sodann das polydisziplinäre Gutachten de
s
C._
vom 12.
April 2017
ein
, gemäss welchem eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert wurde
(Urk.
6/156
/91-92
).
Mit neuem Vorbescheid vom 1
8.
Juli 2017 kündigte die IV-Stelle wegen Verletzung der Mitwirkungspflicht
und mangels invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsbeeinträchtigungen die Abweisung des Leistungsbegehrens an (Urk. 6/163).
Dagegen erhob die Ver
sicherte mit Schreiben vom 2
7.
Juni, 1
1.
und 12. September
sowie 25. Oktober
2017 (Urk.
6/164, Urk. 6/169
, Urk. 6/171
, Urk. 6/174
) und unter Beilage des Berichts der Klinik für Rheumatologie des
D._
vom
5.
Sep
tember 2017
(
Urk.
6/170/4-5)
Einwände.
Mit Verfügung vom 2
7.
Dezember 2017 wurde das Leistungsbegehren wie angekündigt abgewiesen (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte
mit Eingabe vom 2
5.
Januar 2018
Beschwerde und beantragte
,
die Verfügung vom
2
7.
Dezember 2017
sei
aufzuheben und
es sei ihr eine Rente der
Invalidenversicherung
zu gewähren
(Urk. 1
S. 2
). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom
27. Februar
2018 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5).
In der
Replik vom
12
.
März 2018, ergänzt mit Eingabe vom 19. März 2018, hielt die
Beschwerdeführerin
an ihren Anträgen fest (Urk. 11 S. 2, Urk. 13 S.
3
).
Die
Beschwerdegegnerin
verzichtete mit Eingabe
n
vom
2
0.
März
und
3.
April
2018 auf ein
e Stellungnahme (Urk. 14, Urk. 16
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitgegenstand
bildet
der Anspruch auf
eine Invalidenrente, der hier
für den Zeitraum von der Anmeldung zum Leistungsbezug vom April 2009 (
Urk.
6/2)
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2
7.
Dezember
2017 (Urk. 2) zu beurteilen ist.
1.2
Am
1. Januar 2012 sind die im Rahmen der IV-Revision 6a vorgenommenen Ände
rungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) und der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten. In materiell-rechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Hier ist ein Sachverhalt zu beurteilen, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen
der IV-Revision 6a
am 1. Januar 2012 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2011 auf die damals seit der 5. IV-Revision
(
ab dem 1. Januar 2008;
AS 2007 5129 ff.
) gültig gewesenen Bestimmungen und ab dem 1. Januar 2012 auf die neuen Normen der
IV-Revision 6a
abzustellen (vgl. zur 5. IV-Revision: Urteil des Bundesgerichts
8C_829/2008 23. Dezember 2008 E. 2.1
). Im Folgenden werden die massgeblichen Gesetzesbestimmungen - soweit nichts
anderes
vermerkt ist - in der seit dem 1. Januar 2012 geltenden Fassung zitiert.
2.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.2
2
.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2
.2.2
Mit
dem Leitentscheid
BGE 143 V 4
18
hat das Bundesgericht erkannt, dass grund
sätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
2
.3
Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die unter anderem während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschn
ittlich mindestens 40 % arbeits
unfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1
lit
. b und c IVG). Der Rentenan
spruch entsteht frühestens nach Ablauf
von sechs Monaten nach Geltend
machung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Absatz 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG).
Die massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Inv
aliditätsgrad von mindestens 40
Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditäts
grad von mindestens 50
Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Inva
liditätsgrad von mindestens 60
Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Inv
aliditätsgrad von mindestens 70
Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2
.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothe
tischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2
.5
2.5.1
Gemäss
Art.
7
Abs.
1 IVG muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unter
nehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (
Art.
6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (
Art.
8 ATSG) zu verhindern
(Schadenminderungspflicht)
.
Sie muss
nach Art
.
7 Abs. 2 IVG
an allen zumut
baren
Massnahmen
, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichge
stellten Aufgabenbereich dienen, aktiv teilnehmen.
Dazu gehören
medizinische Behandlungen nach Art. 25 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG;
Art.
7 Abs. 2
lit
. d IVG).
Es
gilt
nach Art.
7a IVG
-
als Ausfluss einer verstärkten Schadenminderungs
pflicht
-
der Grundsatz der Zumutbarkeit jeder Massnahme, die der Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen Aufgabenbereich dient
; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand
nicht angemessen sind
(BGE 145 V 2 E. 4.2.
2
mit Hinweisen).
2.5.2
Im Rahmen der Schadenminderungspflicht (BGE 113 V 22 E. 4a) ist die ver
sicherte Person jederzeit gehalten, sich im Sinn der Selbsteingliederung einer zumutbaren Behandlung zu unterziehen, wenn die Möglichkeit dazu besteht (vgl.
Art.
7
Abs.
2
lit
. d IVG). Grundsätzlich sind die Anforderungen an die Schaden
minderungspflicht dort strenger, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invali
denversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmin
dernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst (BGE 113 V 22 E. 4d; Urteil des Bun
desgerichts I 824/06 vom 1
3.
März 2007 E. 3.1.1, in: SVR 2008 IV Nr. 7 S. 19). Nach der Rechtsprechung ist die fortgesetzte Krankheitsbehandlung, die insbe
sondere auch die dauernde Einnahme ärztlich verschriebener Medikamente umfasst, in aller Regel eine jederzeit zumutbare Form allgemeiner Schadenmin
derung; dazu zählt auch die dauernde Einnahme von ärztlich verschriebenen Schmerzmitteln, selbst wenn diese mit Nebenwirkungen verbunden ist (statt vieler: Urteil
des Bundesgerichts
8C_625/2016 vom 27.
Januar 2017 E. 3.4.1 mit Hinweisen
; zum Ganzen:
Urteil des Bundesgerichts 8C_741/2018 vom 2
2.
Mai 2019
E. 4.1).
Die aus fachärztlicher Sicht indizierten und zumutbaren (ambulanten und statio
nären) Behandlungsmöglichkeiten hat die versicherte Person in kooperativer Weise optimal und nachhaltig auszuschöpfen (BGE 140 V 193 E. 3.3; 137 V 64 E. 5.2 mit Hinweis; SVR 2016 IV Nr. 52 S. 176, 9C_13/2016 E. 4.2 mit Hinweisen). Welche konkreten Behandlungsmöglichkeiten indiziert und zumutbar sind, bestimmt der Facharzt oder die Fachärztin. Solange aus fachärztlicher Sicht nicht oder nicht ausreichend genutzte zumutbare (ambulante oder stationäre) Behand
lungsmöglichkeiten weiterhin indiziert sind, genügt es aus objektivem
Blick
winkel nicht, dass die versicherte Person sämtliche Therapievorschläge des Haus
arztes oder der übrigen behandelnden Ärzte in kooperativer Weise umgesetzt hat (vgl. BGE 137 V 64 E. 5.2
; zum Ganzen:
Urteil des Bundesgerichts 8C_741/2018 vom 2
2.
Mai 2019
E. 4.2).
2.5.3
N
ach
Art.
7b
Abs.
1 IVG
können die Leistungen
in Anwendung von
Art.
21 Abs.
4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten
nach
Art.
7 IVG oder nach Art.
43
Abs.
2 ATSG nicht nachgekommen ist.
Die Teilnahme an zumutbaren
medizinischen Behandlungen
im Sinne von
Art.
7 Abs.
2
lit
.
d
IVG stellt eine solche mittels Sanktionen durchsetzbare Pflicht dar.
Nach
Art.
7b
Abs.
3 IVG
sind
beim Entscheid über die Kürzung oder Verweige
rung alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschul
dens der versicherten Person, zu berücksichtigen
.
Art.
21
Abs.
4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine
wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglich
keit verspricht, entzieht oder widersetzt oder nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechts
folgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen
(
Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
)
.
Behandlungs- oder Eingliederungsmass
nahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumut
bar.
2.5.4
Rechtsstaatliche Voraussetzung für eine Leistungskürzung oder -verweigerung ist, dass zwischen dem Ve
rhalten der versicherten Person und dem Eintritt oder der Vers
chlimmerung der Invalidität ein
natürlicher und adäquater Kausalzusam
menhang besteht (BGE 111 V 186). Eine Leistungskürzung kommt daher nur solange in Frage, als
das
den Eintritt oder die Verschlimmerung der Invalidität kausal verursachende qualifizierte Verschulden der versicherten Person
Wirkung hat
(Urteil de
s Bundesgerichts 8C_830/2012
vom 1
3.
März 2013
E.
5.1
a.E
.
;
vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl., 2014, N
34
zu Art. 7-7b IVG
).
Die versicherte Person ist grundsätzlich so zu stellen, wie wenn sie ihre Schadenminderungspflicht wahrgenommen hätte, was umgekehrt bedeutet,
dass Leistungen, welche bei gesetzes
konformem Verhalten dennoch zu erbringe
n wären, nicht gekürzt oder ver
weigert werden können (vgl. SVR 2008 IV Nr. 7 S. 19, I 824/06 E. 3 und 4; Urteil des Bundesgerichts 9C_842/2010 vom 26. Januar 2011 E. 2)
.
Die Sanktion bei verletzter Schadenminderungs- oder Mitwirkungspflicht hat sich an das Verhältnismässigkeitsprinzip zu halten und insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person zu berücksichtigen (Urteil des Bundesge
richts
9C_370/2013 vom 22.
November 2013 E. 3 mit Hinweisen
; vgl. auch
Art.
7b
Abs.
3 IVG, in der bis und ab
1.
Januar 2012 gültigen Fassung
).
3.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt,
dem
C._
-Gutachten
vom 12.
April 2017 (
Urk.
6/156) könne
ent
nommen werden, dass die Beschwerden mit psychosozialen Belastungs
faktoren (Scheidung, Probleme mit der Behörde) entstanden seien. Mit der rheumatolo
gischen Untersuchung hätten keine relevanten körperlichen Schädi
gungen gefunden werden können, welche die Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erklä
ren würden. Die von der
Beschwerdeführerin
genannten
Einschränkungen hätten ärztlich
nicht bestätigt werden können. Dem psychiat
rischen
C._
-Teilgutachten sei zudem zu entnehmen, dass die auferlegte Therapie nicht erfüllt worden sei.
Die Versicherte
sei im Jahr 2012 bei
Dr.
B._
in psychiatrischer Behandlung gewesen und habe sich nicht daran erinnert, wie lange sie bei ihm gewesen sei. Aktuell stehe sie nicht mehr in Behandlung.
Zwar sei es korrekt, dass ihr mit der auferlegten Schadenminderungspflicht nicht mitgeteilt worden sei, wie lange sie die Therapie besuchen müsse. Jedoch habe sich gezeigt, dass es ihr damit besser
gegangen sei. Daher wäre es ihr zumutbar gewesen, einen neuen Therapeuten aufzusuchen.
Somit sei sie der Mitwirkungs
pflicht nicht nachgekommen. Während der ganzen Untersuchung habe sich die
Beschwerdeführerin
in einem ausgeprägten Leidenszustand präsentiert; es
seien
viele Diskrepanzen
und
demonstratives
Verhalten festgehalten worden. Insgesamt
seien
keine invaliden
versicherungsrechtlich relevanten Einschränkungen ausgewiesen. Da die Arbeits
unfähigkeit aufgrund der (subjektiven) Angaben der
Beschwerdeführerin
attes
tiert worden sei, könne auch nicht auf das
C._
-Gutachten, das von einer Verschlechterung seit September 2016 ausgehe, abgestellt werden.
3
.2
Die
Beschwerdeführerin
wendet dagegen ein
,
sie habe sich der auferlegten Mit
wirkungspflicht unterzogen und habe sich vom 2
2.
Februar 2014 bis Januar 2015 in
die
psychiatrische Behandlung von
Dr.
B._
begeben. E
s sei unverhältnis
mässig und nicht angemessen, von ihr eine weitere psychiatrische Therapie zu verlangen. Denn entgegen den Ausführungen der
Beschwerdegegnerin
sei
es ihr nach der 10-monatigen Therapie bei
Dr.
B._
nicht
besser
gegangen
. Die Arbeitsfähigkeit
(richtig wohl: Arbeitsunfähigkeit)
habe sich vielmehr gegenüber dem psychiatrischen Teilgutachten vom 12. Januar 2012 von 40
%
auf 50
%
verschlechtert.
Dr.
B._
habe zudem erklärt, dass sie seit der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung auf niedrigem Niveau stabil sei und von weiteren medizinischen Massnahmen keine weitere Verbesserung hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit zu erwarten sei. In der Verfügung sei auch eingeräumt worden, dass ihr keine Auflage zur Therapie gemacht worden sei. Sie habe ihre Mitwir
kungspflicht unter diesen Umständen
und bei diesem Aktenstand erfüllt.
Die
Beschwerdegegnerin
hätte
vor der Verweigerung der Leistungen
bei angeblicher Widersetzlichkeit bei der Mitwirkungspflicht
das Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
durchführen
müssen, was sie unterlassen habe
. Das
C._
-Gutachten
sodann
werde vom RAD-Arzt zu Recht als beweiswertig erachtet, weshalb darauf
abzu
stellen sei
. Es sei insbesondere unzutreffend, dass die Gutachter nur auf die subjektiven Angaben abgestellt hätten. Ferner habe die
Beschwerdegegnerin
bezüglich der psychosozialen Belastungsfaktoren nicht ausgeführt, welche Prob
leme mit den Behörden gemeint seien. Dies sei auch den Akten nicht zu entneh
men. Sie und ihre Tochter hätten in der Zwischenzeit - so der Eintrag in den Akten in Urk. 6/156/59 - jedenfalls einen guten Kontakt zum Ex-Ehemann. Zu beachten sei ausserdem, dass eine langjährige psychiatrische Erkrankung mit
selbständigen psychiatrischen Diagnosen bestehe. Dass sich bei einer Persönlich
keitsstörung Schwierigkeiten mit Ehemännern oder Behörden ergeben könnten, sei krankheitsbedingt.
D
ie Arbeitsunfähigkeit
werde
im ausführlichen
C._
-Gutachten klarerweise mit den gestellten psychiatrischen Diagnosen und nicht mit irgendwelchen psychosozia
len Belastungsfaktoren begründet
, die in der Vergangenheit liegen würden und in der Verfügung nicht näher genannt würden. Das psychiatrische Teilgutachten der MEDAS
A._
vom 1
2.
Januar 2012 und der Bericht von Dr.
B._
vom
1.
Juli 2015 sei
en
im
C._
-Gutachten zudem als schlüssig bezeichnet worden. Es sei daher davon auszugehen, dass sie
aufgrund der psychischen Beschwerden
seit Januar 2012 in einer leidensange
passten Tätigkeit zu 40
%
arbeitsunfähig sei und dass sie spätestens ab Februar 2014, dem Beginn der Behandlung bei
Dr.
B._
, zu
mindestens
50
%
arbeits
unfähig sei. Zusätzlich
bestehe aufgrund von notwendigen Pausen eine um 2
0
%
verminderte Arbe
itsleistung (Urk. 1 S. 2, Urk. 11
S. 2 ff.).
Hinzu komme, dass multiple somatische Beschwerden b
estünden. So habe ein chronisch
myofasziales
Schmerzsyndrom gemäss dem Bericht von
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Rheumatologie,
vom 2
8.
Februar 2017
eine verminderte Leistungsfähigkeit von 20 bis 40 % zur Folge. Zudem bestünden eine
Arthro
pathie
des rechten Schultergelenkes, die schulterbelastende Tätigkeiten und Über-Kopfarbeiten vollständig ausschliessen würden
,
u
nd ein chronisches Beschwer
debild ohne Besserungsfähigkeit. Gemäss dem Bericht des
D._
vom September 2017 habe sich der Zustand in den letzten zweieinhalb Jahren deutlich verschlechtert. Des Weiteren leide sie an chronischen Darm- und Analproblemen mit ausgeprägter Entleerungsstörung und Enddarmvorfall samt Urin-Inkontinenz, welche ihren Alltag behindern würden und bei Entleerung zwei und mehr Stunden mit anschliessender Erschöpfung in Anspruch nehme.
Durch eine ständig erhöhte
Temperatur
von 37,5 Grad fühle sie sich krank, müde, erschöpft, habe leichten Schüttelfrost und Gliederschmerzen.
Weiter bestünden eine Schlafapnoe und Schluckstörungen. Diese seien ebenso wie ihre Atemnot zwar den Gutachtern geschildert worden, von diesen indes nicht näher untersucht und gewürdigt worden. Des Weiteren habe sie über kognitive Defizite wie Gedächtnisstörungen, Vergesslichkeit, Ermüdung etc. geklagt. Eine neuropsycho
logische Untersuchung fehle jedoch. Die Einschränkungen im Alltag
habe sie ebenfalls geschildert.
So könne sie kaum einen Teller aus dem Kühlschrank nehmen
oder ein Glas halten und sie könne keine Flasche öffnen
,
auch
e
inkaufen sei sehr schwierig.
Ihr schlechter Gesundheitszustand sei auch von der Angestell
ten der Regionalen Arbeitsvermittlung (RAV) erkannt worden, welche im Schrei
ben vom 2
7.
Mai 2016
unter anderem
erklärt habe, dass sie erschrocken sei übe
r ihren Zustand. Bezüglich der
Diagnosen sei schliesslich auf ihr
Einwandschreiben
(
Urk.
6/171/3) zu verweisen. Unter
diesen
Umständen sei es unwahrscheinlich, dass sie im ersten Arbeitsmarkt eine Funktion übernehmen könne (
Urk.
13
).
3
.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die
Beschwerdegegnerin
zu Recht
den Anspruch auf eine Invalidenrente aufgrund einer Verletzung der Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht
(vgl. dazu E. 7 hernach)
sowie mangels eines invalidenver
sicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschadens
verneint hat.
4.
4.1
4.1.1
Sowohl
die Gutachter der MEDAS
A._
gemäss dem Gutachten vom 2
2.
Februar 2012 als auch die Gutachter
des
C._
gemäss dem Gutachten vom 1
2.
April 2017 kamen nach umfassenden polydisziplinären Untersuchungen
und unter Berücksichti
gung der medizinischen
Vorakten
fundiert
begründet
zum Schluss, dass die psychischen Beschwerden im Vordergrund stehen und die somatischen Leiden, soweit
überhaupt
objektivierbar
und nicht psychosomatisch überlagert
, keine zusätzliche Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit haben
(Urk. 6/54/19
-20,
Urk.
6/156/84-92)
.
So konnte namentlich
das
von der
Beschwerdeführerin
geschilderte
Schmerzerleben
im
ganzen Körper, vor allem
im
Schultergürtel, im Hand-, distalen Unterarm-, Knie-, Waden- und Fussbereich beidseits
sowie im Rücken
und das Herzrasen, der Schwindel, die Atem- sowie Speichelprobleme
(
Urk. 6/54/11-13, Urk.
6/54/17
-18
,
Urk. 6/54/25-
26,
Urk.
6/156/
87-89
)
gemäss der Einschätzung sämtlicher somatischer Gutachter im Wesentlichen keinen somatischen Befunden zugeordnet werden.
Der rheumatologische
Konsiliar
der MEDAS
A._
diagnostizierte
dementsprechend
im Dezember 2011 ein generalisiertes Schmerzsyndrom, welches formal die Kriterien für eine Fibromyalgie erfülle bei/mit aktuell
ohne Hinweise auf eine entzündlich-rheumatische Erkrankung und begleitend funk
tioneller Einschränkung der Schulterbeweglichkeit ohne somatische
s Korrelat. Es
hätten
vor allem Weichteilschmerzbefunde ohne sichere Hinweise auf entzünd
lich-rheumatische Befunde festgestel
lt werden können. Die diskreten bildgebend festgestellten Veränderungen seien altersentsprechend und hätten keine klinischen Konsequenzen
.
Auch die ergänzenden Untersuchungen
würden radio
logisch und laborchemisch keinen Hinweis auf
eine
entzündlich-rheumatische Erkrankung im Sinne einer Polyarthritis zeigen. Im Jahr 2007 sei es zu einem polyarthritischen Schub gekommen. Zur Zeit seiner Begutachtung stehe aber mit grosser Wahrscheinlichkeit die Fibromyalgie im Vordergrund. Die beklagten Alltagseinschränkungen würden nicht mit den objektiven Befunden korrelieren.
Am Auffälligsten sei die eingeschränkte Schulterbeweglichkeit vor allem rechts. Theoretisch könnte
ein
Impingement
-Syndrom beurteilt werden. Allerdings seien die Befunde in sich nicht konsistent.
Bezüglich der
v
erschiedenen Untersuchun
gen der Schulter sei je nach Untersucher,
nach
Zeitpunkt
der Untersuchung
oder
nach
Untersuchungsort jeweils
uneinheitlich
eine gering
e
Veränderung im Bereich der
Supraspinatus
-, Bizeps-
oder
Subscapularissehne
beschrieben worden. Hieraus
könne
keine relevante strukturelle Veränderung an der Schulter abgeleitet werden
.
Auch d
ie beklagte Funktionseinschränkung am Schultergelenk habe mit grosser Wahrscheinlichkeit kein
somatisches Korrelat
.
Schlüssig
folgerte
der Gutachter aus objektivierter Sicht
daraus
,
dass
das subjektive Beschwerdebild bei fehlenden somatischen Befunden aus rheumatologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
rechtfertige
(
Urk.
6/54/16, Urk. 6/54/27-31).
Allein
aus internistisch
er
Sicht wurden im Gutachten der MEDAS
A._
objektivierbare somatische Befunde festgehalten
, und zwar bezüglich der von der
Beschwerdeführerin
geklagten chronischen Analbeschwerden mit/bei Hämor
rhoiden, wiederholtem Analprolaps und Status nach einer Operation im Jahr 198
9.
Jedoch wurde auch dieses Leiden
-
wenn auch
mit Krankheitswert
-
als Diagnose ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beurteilt (
Urk.
6/54/19).
Die
C._
-Begutachtung im September 2016 (
Urk.
6/156/1) ergab gemäss dem Gutachten vom 14. April 2017
ebenfalls
weitgehend
keine
objektivierbaren somatischen Befunde
, welche aus somatischer Sicht
überwiegend wahrscheinlich
die Annahme einer
erhebliche
n
Einschränkung der Leistungsfähigkeit
begründen könnte
n
. So wurde im
C._
-
Gutachten differenziert
und nachvollziehbar
ausge
führt
,
bei der neurologischen Exploration hätten keine Hinweise auf mögliche
radikuläre
Ursachen der Symptomatik bestanden,
die massive Bewegungsein
schränkung der Armabduktion beidseits sei ohne sensible oder motorische Aus
fälle,
die Beschwerden seien aus neurologischer Sicht durch die klinisch und apparativ objektivierbaren Befunde auf keine Weise nachvollziehbar
und das aus
geprägte
myofasziale
Syndrom sei unklarer Ätiologie.
Als einziger pathologischer Befund habe sich eine Reflexabschwä
chung des
Bizepssehnenreflexes
rechts gezeigt, welcher bei reduzierter Mitarbeit (aktives Anspannen in der Unter
suchung) nicht sicher bewertet werden könne.
Bei der elektromyographischen Untersuchung im Zentrum
F._
vom 1
9.
März 2015 sei kein Hinweis auf eine mögliche
Radikulopathie
seitens der oberen Extremitäten festgestellt worden.
An den unteren Extremitäten bestehe bei den herabgesetzten Achillessehnen und möglicherweise reduziertem Vibrationsempfinden (bei möglicherweise reduzierter Mitarbeit) der Verdacht auf eine beginnende, überwiegend sensible Polyneuro
pathie.
Dieser Verdacht sei auch bei der elektromyographischen Untersuchung im
Zentrum
F._
vom 1
9.
März 2015
festgestellt worden.
Diesbezüglich bestün
den derzeit indes
funktionell keine Einschränkungen.
Insgesamt
bestehe
auf neurologischem Fachgebiet
kein relevantes Leiden, das die
Beschwerdeführerin
in ihrer Arbeitsfähigkeit und in ihren alltä
glichen Aktivitäten einschränke (
Urk.
6/156/50-51
,
Urk.
6/156/90
)
.
Auch aus rheumatologischer Sicht wurde im
C._
-Gutachten festgehalten, d
ie Untersuchung bezüglich des Rückenproblems sei unauffällig gewesen, die vordiagnostizierte undifferenzierte Polyarthritis sei klinisch und labormässig nicht nachweisbar, weshalb diese Diagnose defini
tiv fallengelassen werden dürfe. D
ie demonstrierte Funktionseinschränkung beider Schultergelenke sei klinisch und radiologisch bei weitgehend altersnormalen Röntgenbildern nicht nachweis
bar sowie Ausdruck einer starken Selbstlimitierung.
Insgesamt seien aus rheuma
tologischer Sicht die folgenden Diagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
festzuhalten: U
nklare Arthralgien vor allem im Bereich der Hände bei/mit Status nach undifferenzierter Polyarthritis (Erstdiagnose 2007), bis aktuell radiologisch
anerosiver
Verlauf (Hände, Füsse),
seronegativ
ohne
humerale
Akti
vität, klinisch keine
Synovitiden
nac
hweisbar; anamnestisch
Panvertebral
syndrom
bei/mit radiologisch altersnormaler Wirbelsäule
(per 12.
September 2016), begleitendem
Zervikokranialsyndrom
bei Funktionsstörung der Kopf
gelenke und Ausschlu
ss einer
Pyopathie
oder Myositi
s (im März 2015).
Als rheumatologische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei jene eines ausgeprägten myofaszialen Schultergürtelsyndroms beidseits bei/mit ausgeprägter Selbstlimi
tierung, funktionell nicht untersuchbar, radiologisch unauffällig (per 1
2.
Septem
ber 2016)
,
zu stellen.
Insofern bestehe im Vergleich zum Gutachten der MEDAS
A._
eine Verschlechterung, wobei d
iese Diagnose respektive das massivste Funktionsdefizit im Schultergürtel
indes
nicht objektivierbar
sei
. In einer leidensangepassten Tätigkeit
werde aus rheuma
tologischer Sicht
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit mit einem aufgrund der geäusserten Schmerzen um 20
%
reduzierten Rendement
attestiert
, wobei die Arbeitsfähigkeit wegen der massiven Selbstlimitierung bezüglich des Schulter
gürtels
jedoch
nicht sicher beurteilbar sei
(
Urk.
6/
156/
40-42,
Urk.
6/156/89
-90
).
Mit der
chirurgisch-internistische
n
C._
-
Begutachtung
wurde sodann ein alters
entsprechender klinischer Status in unauffälligem Allgemeinzustand
mit unauf
fälligem Abdominal- und Neurostatus und ohne Hinweise auf eine Herzinsuffi
zienz oder Lungenerkrankung
festgestellt.
Die Laboruntersuchungen hätten bis auf eine leichte Hypercholesterinämie durchwegs Normalwerte ergeben und das
Elektrokardiogramm (EKG)
habe einen unauffälligen Erregungsablauf gezeigt.
Auch die Spirometrie habe keine Hinweise auf eine obstruktive oder restriktive
Ventilationsstörung geliefert.
Allein
der 6-Minuten-Gehtest habe bei zurückge
legter Distanz von 280 Mete
rn eine verminderte Gehleistung
ergeben, wobei indes weder eine Dyspnoe noch
Claudicatiobeschwerden
angegeben worden seien. Aus
serdem hätten sich i
n der
gastroentereologischen
Abklärung
Befunde ergeben, welche auf
die Diagnose einer (
Gastric
)
Outlet
Obstruction
(Entleerungsbehinde
rung beim Darmausgang)
mit/bei Obstipation, Rekto- und
Enterozele
mit Kompression der
Rektos
i
gmoids
und unvollständiger Entleerung sowie rezidivie
rende
n
Hämorrhoidalleiden
schliessen
lassen würden
. Dies könne
die Stuhl
schwierigkeiten
erkläre
n
und
sei
für die Hämorrhoiden sowie möglicherweise
für rezidivierende, in der Regel äusserst schmerzhafte Analfissuren verantwortlich.
Eine
Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit
durch diese Befunde
wurde
von den
C._
-Gutachtern
- wie schon von den Gutachtern der MEDAS
A._
- jedoch nicht angenommen. Es lasse sich aus chirurgisch-internistischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen, weder in der zuletzt ausge
übten Tätigkeit noch in einer dem Alter und dem Habitus angepassten Verweistä
tigkeit
(Urk. 6/156/
28-33
,
Urk.
6/156/89, Urk. 6/156/94-100).
Die
Gutachter
setzten sich sodann auch
korrekt
,
entsprechend den Beweisanfor
derungen an eine medizinische Entscheidgrundlage (vgl. dazu
BGE 134 V 231
E. 5.1
)
,
nachvollziehbar begründet
aus objektiver Sicht
mit dem Verhalten der
Beschwerdeführerin
auseinander. Sie
gewannen den Eindruck, dass die Schmerz
schilderungen
übertrieben seien. Der rheumatologische
Konsiliar
der MEDAS
A._
hielt dazu fest, die Schmerzschilderungen seien überzeichnet, Mitleid erheischend und nicht typisch entzündlich. Mit grösster Wahrscheinlich
keit bestehe eine erhebliche Schmer
z
überzeichnung
(
Urk.
6/54/18, Urk. 6/54/30)
.
Der neurologische
C._
-Gutachter führte
aus,
die Beschwerden der
Beschwerde
führerin
seien scheinbar ausführlich und würden auf eine sehr demonstrative, zum Teil theatralische Weise vorgetragen; sie würden
indes
zahlreiche Diskre
panzen und Inkonsistenzen beinhalten.
So habe d
ie
Versicherte
trotz mehrmali
gem Nachfragen ihre Schmerzen bezüglich Lokalisation, Quantifizierung und Modulierbarkeit nicht präzisieren können.
Auch seien
die präsentierten Ein
schränkungen deutlich diskrepant zum Verhalten während der Exploration,
in
welcher sie bei Spontanbewegungen weit weniger Einschränkungen präsentiert habe.
Das Verhalten während der Unt
ersuchung sei selbstlimitierend,
die Koope
ration kaum gegeben
. Ferner sei der als massiv angegeben
e
Leidensdruck diskre
pant zur geringen Inanspruchnahme der therapeutischen Hilfe sowie der Schmerzmedikation
(
Urk.
6/156/51,
Urk.
6/156/90
)
.
Der rheumatologische
C._
-Gutachter erklärte zur Konsistenzprüfung, es hätten sich zwischen den Unter
suchungen beim Grundgutachten (
Urk.
6/156/29-30
) und durch ihn (
Urk.
6/156/38) Inkonsistenzen betreffend Funktionsdefizit im Schultergürtel
ergeben. Die Angaben der
Beschwerdeführerin
und ihr Verhalten würden auf eine extreme Selbstlimitierung hindeuten, welche nicht nachvollziehbar sei (
Urk.
6/156/42).
Im
C._
-Gutachten wurde des Weiteren
unter dem Titel Auffäl
ligkeiten und Diskrepanzen
festgehalten,
die
Beschwerdeführerin
habe beim Grundgutachten einerseits angegeben, dass die Schmerzen an den Füssen und Beinen in Ruhe nicht so schlimm seien, dass sie aber alle "Sehnen und Knochen" spüre, wenn sie sich bewege. Im Widerspruch dazu habe sie ange
ge
ben, dass die Schmerzen beim Laufen besser würden. Während sie beim Grundgutachten und beim rheumatologischen Teilgutachten während der Anamneseerhebung wegen Schmerzen in den Oberschenkeln dreimal aufgestanden sei
, habe sie beim neuro
logischen Teilgutachten 90 Minuten sitzen können. Der Schwindel, welcher beim psychiatrischen Teilgutachten als ausgeprägt und als Grund für das Zuspätkom
men angegeben worden sei, sei beim Grundgutachter nur am Rande ein Thema gewesen und bei den anderen somatischen Gutachtern nicht angegeben worden. Ein solcher sei auch aus den Akten nicht ersichtlich. Die
Beschwerdeführerin
habe
auch
nur
bei der Neurologin um Hilfe beim Anziehen des T-Shirts gebeten, bei den anderen Untersuchungen habe sie dies selbst gekonnt. Allein bei der neuro
logischen Begutachtung habe sie Sensibilitätsstörungen in den Beinen und ein
en fehlenden
Vibrationssinn am Grosszehengrundgelenk angegeben
.
Es
seien Sehnenreflexe nur teilweise auslösbar gewesen,
so aber nicht erwähnt
im Grund
gutachten (gegenüber dem Internisten;
Urk.
6/1
56/31).
4.1.2
In beiden Gutachten schlossen die somatischen Gutachter ü
bereinstimmend und
zufolge des weitgehend fehlenden somatischen Korrelats zu den geklagten Beschwerden
überzeugend
begründet
auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit. Dabei ist zu beachten, dass
die
vom rheumatischen
C._
-Gutachter attestierte 20%i
ge Leistungseinschränkung
ebenfalls nicht mit
erwiesenen
somatischen Befunden
,
welche die geklagten Beschwerden in ihrem Ausmass erklären könnten,
sondern ausdrücklich mit einem nicht objektivier
baren Funktionsdefizit im Schultergürtel
und aufgrund der Schmerzangaben
begründet wurde,
wobei
der Schultergürtel radiologisch unauffällig und klinisch-funktionell nicht untersuchbar
gewesen sei
(Urk. 6/156/40, Urk. 6/156/42
, Urk. 6/156/91
)
.
4.1.3
Daher ist entgegen der
Ansicht der
Beschwerdeführerin
(
Urk. 1 S. 2,
Urk.
11 S. 4
)
die
attestierte 20%ige Leistungseinschränkung
jedenfalls
nicht zusätzlich
zu den psychischen Funktionsbeeinträchtigungen
(vgl. dazu E. 4.2 nachfolgend)
zu
berücksichtigen.
Daran ändert auch nichts, dass
Dr.
E._
gemäss dem Bericht vom 28.
Februar 2017 aufgrund
eines
chronischen myofaszialen Schmerz
syndroms auf eine verminderte Leistungsfähigkei
t von 20
bis 40
%
schloss
und zusätzlich eine
A
r
thropathie
des rechten Schultergelenkes festhielt
(Urk. 6/153/2
-4
).
Denn ein chronisches
myofasziales
Schmerzsyndrom ist eine unspezifische Bezeichnung für
S
chmerzen
im Bewegungsapparat
,
die
nicht von Gelenken,
Knochenhaut
, Muskelerkrankungen oder anderen neuro
logischen
Erkrankungen ausgeht
und
mithin auf den Schmerzangaben der
untersuchten Person, hier der
Beschwerdeführerin
,
beruht. Auch bei einer
A
r
thropathie
handelt es
sich um einen Begriff für Gelenks
erkrankungen
ohne nähere Spezifikation
, der benutzt wird,
wenn die Diagnose noch keine sichere Zuordnung
erlaubt.
Im Bericht vom 1
9.
März 2015 führte
Dr.
E._
denn auch aus, es hätten sich elektroneurographisch keine weiteren Anhaltspunkte für eine
Myopathie
bezie
hungsweise Myositis ergeben. Am wahrscheinlichsten sei deshalb ein
myofasziales
Schmerzsyndrom beziehungsweise allenfalls eine gleichzeitige Polyneuropathie, wobei diese jedoch neurologisch im vorliegenden Ausmass die angegebenen Beschwerden kaum erklären würden (
Urk.
6/101/22).
Objektivier
bare
Befunde hierzu, welche nicht
bereits
von den Gutachtern überzeugend gewürdigt wurden,
wurden auch von D
r.
E._
nicht genannt.
Dasselbe gilt für den Bericht der
Klinik für
Rheumatologie des
D._
vom
5.
September 2017
zur funktionellen Ultraschalluntersuchung
(
Urk.
6/170/4-5
).
Dem von den Gutach
tern ebenfalls festgestellten myofaszialen Schultergürtelsyndrom beidseits und den Schulterbeschwerden wurde zudem mit dem Belastungsprofil einer Tätigkeit ohne repetitive Belastungen für den Schultergürtel und ohne repetitive mecha
nische Belastung für beide Hände
(Urk.
6/156/90) Rechnung getragen.
Auch
die übrigen von der
Beschwerdeführerin
in der Replik vorgebrachten Beschwerden wie chronische Darm- und Analprobleme, erhöhte Temperatur von 37,5 Grad, Schlaf- und Schluckbes
chwerden, Atemnot und kognitive
Defizite
(
Urk.
13)
wurden von den Gutachtern hinreichend berücksichtigt und
korrekt
nach objektiv-medizinischen
, polydisziplinären
Gesichtspunkten beurteilt.
So wurden d
ie chronischen Darm- und Analprobleme im Auftrag der internistischen
C._
-Gutachterin fachärztlich im
Gastro
Zentrum der
E._
Klinik einge
hend abgeklärt (Urk. 6/156/94-101).
Zur
angeblich
ständig erhöhten Temperatur von 37,5 Grad wurde im Gutachten der MEDAS
A._
nachvollziehbar festgehalten, dass die
Beschwerdeführerin
über mediz
inisches Halbwissen verfüge, da
s dann auch zumindest zum Thema Fieber überbewertet werde. Sicher könne sie sich fiebrig fühlen, nur würden ihre
Temperaturangaben von unter 38
Grad Celsius noch keinem Fieber entsprechen (
Urk.
6/54/45).
Eine
Tempera
turmessung anlässlich der Begutachtung im MEDAS
A._
ergab im Übrigen
normale 36,9 Grad (Urk. 6/54/15).
Bezüglich der
geltend gemachten
Schlaf-,
Schluckbeschwerden
und
der
Atemnot
hatte
die
Beschwerdeführerin
anlässlich de
r
gutachterlichen Untersuchungen
erklärt
,
"Sie habe auch häufig Schwindel, Probleme mit dem Atmen und
Schlucken. Das fühle sich so an, als würde es ihr die Kehle zuschnüren und als hätte sie ein
en tonnenschweren Kloss im Hals
"
(Urk. 6/156/45)
;
"
Sie habe Dur
ch
sch
lafstörungen
. Sie könne auch schwer einschlafen. Sie erwache ständig durch die Schmerzen. Wenn sie liege, bekomme sie Atemnot, Schluckprobleme." "Sie habe oft Albträume
, wache nachts schweissgebadet auf...
" (Urk. 6/156/61);
"...da sie jeden Tag über 24 Stunden Schmerzen habe, könne sie natürlich nicht nur Schmerzmittel nehmen, deswegen rauche sie gelegentliche einen Joint, das lin
dere ihre Schmerzen, entspanne sie und helfe ihr einzuschlafen. Allerdings könne sie davon auch Herzrasen, Schwindelgefühle, Schluckprobleme und Panik
attacken bekommen" (Urk. 6/156/55).
Des Weiteren wurde im
Gutachten der
MEDAS
A._
zur
dort
diagnostizierten Diagnose Agoraphobie fest
ge
halten
, die
Beschwerdeführerin
habe erklärt, sie bekomme Atemnot, bei vielen Menschen bekomme sie keine Luft, es fehle ihr
an
Sauerstoff und
es
würde ihr nicht gut gehen. Wenn sie auf der Strasse mit viel Verkehr oder zu viel Staub
sei
, dann habe sie geradewegs Erstickungsgefühle (Urk. 6/54/42).
Die
C._
-Psychiaterin erklärte dazu, dass die Angstsymptome angesichts der vagen Symp
tombeschreibung durchaus auch als Hy
perventilation und Globusgefühl
(vor allem nächtlich) beschrieben werden könnten, so dass die Übergänge von der Diagnose einer somatoformen autonomen Funktionsstörung zu einer generali
sierten Angststörung fliessend seien
(
Urk.
6/156/74).
Vor dem Hintergrund der genannten Schilderungen der
Beschwerdeführerin
ist es
nachvollziehbar, dass die Gutachter keine zusätzlichen somatischen Diagnosen hierzu stellten, sondern die Schlaf-, Schluckbeschwerden und die Atemnot in den Zusammenhang von psychogenetischen Leiden wie Ang
st- und Schmerzstörung stellten, zumal die Untersuchungsbefunde der Lungen- und Herzuntersuchungen
bland
waren (Urk. 6/156/29, Urk. 6/156/32-33)
.
Des Weiteren
ist
entgegen dem Vorbringen der
Beschwerdeführerin
nicht zu beanstanden, dass hinsichtlich der geklagten Erinnerungs-, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörung (Urk. 6/156/61) keine neuropsychologische Unter
suchung durchgeführt wurde
. Zum einen lässt
sich m
it
einer solchen nicht fest
stellen
, ob kognitive Defizite
eine
somatisch
-organische Ursache
haben
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_51/2012 vom 29. Januar 2013 E. 3.3.1.2)
.
Zum anderen
steht vorliegend
nach vielfacher gutachterlicher Feststellung
eine ausge
prägte Selbstlimitierung und psychische Überlagerung fest
, so dass das Ergebnis einer neuropsychologischen Untersuchung
mit überwiegender Wahrscheinlich
keit
keine zusätzlichen verwertbaren Erkenntnisse hervorbringen würde
.
Ferner
wurden
die
kognitiven Funktionen
in den Untersuchungsgesprächen
durchwegs
als intakt
beschrieben
(
Urk. 6/54/15,
Urk.
6/156/28, Urk.
6/156/49
, Urk. 6/156/65
). Die neurologische
C._
-Gutachterin
stellte hierzu
ausserdem
fest
, es würden keine Hinweise für eine grobe neuropsychologische Funktionsstörung wie Störung der Sprache, des Schreibens, der Handlungsplanung und Ausfüh
rung, des räumlichen Vorstellungsvermögens und der Orientierung, des Körper
schemas etc. vorliegen (
Urk.
6/156/49).
Die psychiatrische Gutachterin erklärte
sodann
nachvollziehbar,
dass
die häufig va
gen und ausweichenden Antworten
nicht auf eine Merkfähigkeitsstörung zurückzuführen, sondern
bei den Diskre
panzen zu verorten
seien
.
Es
sei nicht auszuschliessen, dass die Pausen der Ver
meidung unangenehmer Gespräch
sinhalte gedient haben könnten
(
Urk.
6/156/65
, Urk. 6/156/81
).
Es bestand somit
keine Veranlassung zu einer
zusätzlichen
neuropsychologischen Untersuchung.
4.2
4.2.1
Bei dieser
somatischen
Ausgangslage
und angesichts der
nicht
konsistenten Beschwerdeangaben
ist
massgeblich
, ob die geklagten Beschwerden - soweit sie nicht objektivierbaren Befunden zugeordnet werden konnten - aus psychiat
rischer Sicht
mit krankheitswertigen psychischen Vorgängen erklärbar sind, welche die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit einschränken. Auch diesbezüglich
stimmen die Einschätzungen der Gutachter der MEDAS
A._
und des
C._
weitgehend
überein.
Und zwar wurden i
n beiden Gutachten
nachvollziehbar begründet
,
fachärztlich psychische Krankheiten festgestellt und diesen eine einschränkende Wirkung
auf die Arbeitsfähigkeit
zuerkannt
, wenn auch mit teil
weise unterschiedlicher diagnostischer Gewichtung und leichter Abweichung bezüglich des Umfangs der attestierten Arbeitsunfähigkeit
.
Die psychiatrischen Gutachter beider Gutachterstellen
kamen zum Schluss, dass die Diagnose
eine
r
anhaltende
n
somatoforme
n
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4
)
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gegeben sei (
Urk. 6/54/43
, Urk. 6/156/82
).
Der Gutachter de
r
MEDAS
A._
schloss g
emäss dem Teilgutachten vom 12.
Januar 2012 ausserdem auf eine Agoraphobie mit Panik
störung (ICD-10 F40.01)
.
Diese liege schon seit vielen Jahren vor
und werde vor allem aktiv
, wenn
sich
die
Beschwerdeführerin
ausser Haus, in engen Räumen oder unter Menschen bewege. Es erscheine überwiegend wahrscheinlich, dass
sich diese Angststörung aus den Angstsituationen mit dem (ehemaligen) Ehemann, den Nachbarn und Behörden entwickelt habe; erstmals seien diese Symptome jedoch beim Cannabiskonsum aufgetreten, der jedoch über das Probiermoment nicht hinausgegangen sei.
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit hielt
der Gutachter
der
MEDAS
A._
ferner
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit
histr
i
onisch
-hypochondrisch und narzisstischen Anteilen
(ICD-10 Z73) fest
. Die Arbeitsfähigkeit sei in der bisherigen und in anderen Tätigkeiten vor allem durch das Schmerzerleben um 40
%
eingeschränkt. Aber auch die Ago
raphobie mit Panikstörung schränke die
Beschwerdeführerin
immer wieder so ausgeprägt ein, dass sie damit nicht in einem vollen Pensum einer Arbeit nach
gehen könne
(
U
rk.
6/54/43-4
6
).
Die
C._
-
Gutachterin
bezeichnete diese Einschätzung als in sich schlüssig (Urk. 6/156/83-84), kam in
der eigenen diagnostischen
Beurteilung
jedoch
ausführlich und
nachvollziehbar begründet
(Urk. 6/156/70-80)
zum Schluss, dass nebst der anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung
der
Verdacht auf eine artifizielle
S
törung
(ICD-10 F68.1) im Rahmen einer kombinierten Persönlich
keitsstörung mit
histrionischen
und narzisstischen Anteilen (ICD-10 F60.4)
gegeben sei
, welche
sich einschränkend auf die
Arbeitsfähigkeit
auswirke
(Urk. 6/156/82).
Zwar sei
en
auch die
Diagnose
kriterien einer generalisierten Angststörung
(ICD-10 F41.1)
erfüllt
. J
edoch
sei in der abschliessenden Beurtei
lung nicht vorrangig darauf abzustellen
;
das komplexe Beschwerdebild sei
viel
mehr
auf höherer Ebene zu betrachten, so dass es nicht ausschlaggebend sei, welche der beiden Störungen (Angststörung oder autonome somatoforme Funk
tionsstörung) vorliege. Dem Zustand der
Beschwerdeführerin
werde die übergrei
fende Betrachtung
eher gerecht, wobei in diesem Zusammenhang
die Rolle der Persönlichkeitsstruktur zu überprüfen sei. Dies insbesondere, weil die Interaktion und Beziehungsgestaltung der
Beschwerdeführerin
als hoch auffällig zu bewerten sei (
Urk.
6/156/75-76).
Mit Blick auf das Gesamtbild spreche viel für die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung
, in
dem der Beginn der körperlichen Symptome und Erkrankung
in der Kindheit liege und sich die gesamte Krankheitsgeschichte im Zusam
menhang damit entwickelt habe.
Die Diagnosekriterien einer Panikstörung seien dagegen nicht erfüllt.
Die vom behandelnden Psychiater Dr.
B._
(gemäss dessen Bericht vom
1.
Juli 2015) gestellte Diagnose einer
Pseudologica
fantastica
(auf dem Boden kombinierter Persönlichkeitsstörungen mit narziss
tischen und hypochondrischen Anteilen,
ICD-10 F60.1;
Urk.
6/96/1) gebe es in dieser Form in der ICD-10-Klassifikation nicht.
Eine Annäherung gelinge über die artifizielle Störung
(ICD-10
F68.1
)
.
Bei dieser Störung würde
durch den Patienten eine Krankheit oder Behinderung häufig und beständig vorgetäuscht, was bei der Beschwerdeführerin teilweise zutreffe. Die Motivation für dieses Ver
halten sei fast immer unklar und wahrscheinlich durch innerseelische Konflikte bedingt. Am besten werde dieses Zustandsbild als eine Störung im Umgang mit der Krankheit und der Krankenrolle interpretiert. Patienten mit diesem Verhal
tensmuster würden meist deutliche Symptome einer ganzen Reihe anderer Störungen ihrer Persönlichkeit und ihrer Beziehungen zeigen.
Im psychiatrischen Kontext handle es sich um
eine schwere Störung. Angesichts des Krankheitsver
laufs seit Kindheit und Jugend sowie dem damit verbundenen Leiden sei sie
gerechtfertigt, und zwar nicht im Sinne des Vollbildes der Störung mit Selbst
manipulation
,
sondern
mit Bezug auf das
Muster, dem die Krankheitsgeschichte
der
Beschwerdeführerin
zugrunde liege.
Für
diese Hypothese
würden
etwa die Vordiagnosen, die spezielle Lebensgeschichte und die berufliche Orientierung sprechen. Dagegen spreche, dass körperliche Störungen und eine psychiatrische Symptomatik (Angststörung) vorhanden seien. Nicht typisch für diese Diagnose sei zudem, dass die Exploration nicht als
konfabulierend
, verführerisch, sondern als zäh, anstrengend und vage erlebt worden sei.
Dennoch werde diese Diagnose (
der artifiziellen Störung; ICD-10 F68.1)
favorisiert als übergreifendes, das Gesamtbild zusammenfassendes Krankheitskonzept
(
Urk.
6/156/78-80
).
Die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht sei ausgehend vom psychopatholo
gischen Befund nach der
Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie
(AMDP) und unter Berücksichtigung der Alltagsaktivität beein
trächtigt; es sei schwer festzulegen, in welchem Umfang eine Arbeitsfähigke
it bestehe. Sie sollte zirka 50
% betragen und könnte in leidensangepassten Tätig
keiten, etwa im geschützten Rahmen
,
höher sein (Urk. 6/156/82).
Auch der Psychiater
Dr.
B._
, bei dem die
Beschwerdeführerin
von Februar bis November 2014 in Behandlung war (Urk. 6/82,
Urk.
6/96/2), st
ellte gemäss dem Bericht vom 1.
Juli 2015 eine Schmerz-, Angst- und Persönlichkeitsstörung fest und schloss auf eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit, namentlich als Homöopathin nach Abschluss der fehlenden Abschluss
prüfung (
Urk.
6/96).
4.
2.2
Die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführer
in wurde
damit überzeugend
von sämt
lichen psychiatrischen Fachä
rzten als um 40
% respektive 50
% eingeschränkt beurteilt.
Dabei ist unerheblich, dass die diagnostische Einschätzung der psy
chiatrischen Fachärzte
im Einzelnen nicht durchwegs - wenn auch weitgehend -
dieselbe ist. Denn i
st
wie hier
aufgrund nachvollziehbarer fachpsychiatrischer Einschätzun
gen ausgewiesen, dass ein erhebliches psychisches Beschwerdebild mit Krank
heitswert vorliegt, das einer Diagnose nach einem wissensc
haftlich anerkannten Klassifi
kationssystem zugeordnet werden kann, ist l
etztlich nicht die Diagnose
, sondern einzig und allein
ent
scheidend
, ob
die Beschwerden zu einer ausge
wie
senen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit
führen (vgl. Urteile des Bundesge
ri
chts 9C_501/2008 vom 15.
Juli 2008 E. 2.2.1 und 9C_166/2013 vom 1
2.
Juni 2013
E. 4.2.2).
4.3
4.3.1
Insgesamt
überzeugt
damit
auch die interdisziplinäre Einschätzung der
C._
-Gutachter
, wonach
ab der aktuellen Begutachtung (im September 2016) eine
50%ige
Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Führerin
im
Skulpturgarten
sowie in anderen leidensangepassten Tätigkeiten ohne repetitive Belastungen
elevatorischer
Art für den Schultergürtel und für die Hände
besteht (
Urk. 6/156/91-92).
4.3.2
Bezüglich der retrospektive
n
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit erklärten die
C._
-Gutachter, der Verlauf der Arbeitsfähigkeit seit der Begutachtung durch die Gutachten der
MEDAS
A._
(
Urk. 6/54/1, Urk. 6/54/25, Urk. 6/54/33)
könne
nicht bestimmt werden, da die in den seither erhaltenen Berichten beschriebenen Befunde wegen der Selbstlimitierung nicht mit den aktuell erho
benen Befunden hätten verglichen werden können (Urk. 6/156/91).
Bezüglich der Zeit
ab
Oktober
2009 (
frühest
mögliche
r
Rentenb
eginn nach der Anmeldung vom 4.
April 2009
, Urk. 6/2; vgl.
Art.
29 Abs. 1 und 3 IVG)
ist daher mit
d
ipl.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie,
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD;
vgl.
Stellungnahmen
vom 26.
April und 23. Mai 2017, Urk.
6/162/4-5
)
von der
gutachterliche
n
Ein
schätzung d
er MEDAS
A._
vom 22.
Februar 2012
auszugehen
.
Danach bestand
eine
6
0%ige
Arbeitsfähigkeit respektive 40%ige Arbeitsunfähig
keit in einer leidensangepassten,
den
Ressourcen und Fähigkeiten angepassten Tätigkeit
.
Diese Einschätzung gelte ab der gutachterlichen Schlussbesprechung vom 3. Februar 201
2.
Aus psychiatrischer Sicht sei es wahrscheinlich, dass die Störung bereits seit mindestens 2007 vorliege;
der psychische Anteil sei erstmals im Bericht der Rheumaklinik des
D._
vom 3
0.
Juli 2007 (
Urk.
6/1
4/
2-4) diskutiert worden.
Die Störung
sei aber erst ab der aktuellen Untersuchung belegbar. Auch aufgrund der Tatsache, dass bisher keine psychiatrische Untersuchung oder Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit stattgefunden habe, könne die geschätzte Arbeitsfähigkeit nicht mit genügender
Sicherheit zurückdatiert werden
(
Urk.
6/54/19-20
,
Urk.
6/54/46
).
Mangels einer hier letztlich entscheidenden psychiatrischen Einschätzung vor Februar 2012 ist damit eine erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40
%
in medizinischer Hinsicht erst ab Anfang Februar 2012 ausgewiesen, zumal sich auch aus den übrigen Akten nichts
a
nderes
ergibt.
Die
Beschwerdegegnerin
hatte denn auch bereits mit Mitteilung vom
7.
Mai 2012
im formlosen Verfahren (vgl.
Art.
51 ATSG) festgelegt, dass
erst ab Februar 2012 von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen sei und daher das Wartejahr (gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. b
IVG)
erst im Februar 2013 ablaufen werde, so dass erst dann der Rentenanspruch geprüft werden könne (Urk. 6/55).
Die
Beschwerdeführerin
hat hierzu nicht den Erlass einer beschwerdefähigen Verfügung verlangt, so dass es
insofern
damit sein Bewenden hat.
4.3.3
Die
Beschwerdeführerin
(
Urk.
11 S. 4)
bringt zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit
ferner
zu Recht
vor, dass nicht erst ab
der
C._
-Begutachtung im
September
2016
eine
50%ige
Einschränkung
anzunehmen sei, sondern ab dem Beginn der psy
chiatrischen Therapie durch Dr.
B._
ab Februar 2014
(Urk. 6/82, Urk. 6/96/6-7
), zumal dessen Bericht von der psychiatrischen
C._
-Gutachterin als in sich schlüssig bezeichnet wurde (
Urk.
6/156/83).
4.
4
Somit ist festzuhalten, dass auf
die Gutachten der MEDAS
A._
und des
C._
abzustellen ist;
sie
erfüllen
grundsätzlich
alle rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). Weitere medizi
nische Abklärungen sind nicht geboten.
I
n medizinischer Hinsicht
ist
nach dem Gesagten
in der angestammten und in einer leidensangepassten Tätigkeit ab dem
1.
Februar 2012 von einer 40%igen und ab dem
1.
Februar 2014
von einer 50%igen Arbeits
un
fähigkeit auszugehen
.
5.
5.1
Steht somit aus medizinisch-gutachterlicher Sicht eine gesundheitsbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
aufgrund psychischer Erkrankungen
fest, gilt es nachfolgend
die Rechtsfrage
zu klären
, ob und in welchem Umfang die ärzt
lichen Feststellungen der Gutachter zu den psychischen Beschwerden mit Prüfung der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Standardindikatoren auf Arbeitsun
fähigkeit im Sinne von Art. 6 ATSG schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7).
Dabei erlauben die Erwägungen der
Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid (Urk. 2 S. 2 f.) zu
den
psychosozialen Belastungsfaktoren, den festge
stellten Diskrepanzen und zum demonstrative
n
Verhalten
sowie zur
psychiat
rischen Therapie respektive
Mitwirkungspflicht
nicht bereits, von der gutachter
lichen Einschätzung einer krankheitsbedin
gten Einschränkung der Arbeits
fähig
keit abzuweichen und auf "keine IV relevante Einschränkung" zu schliessen
, wie sich aus dem Folgenden ergibt
.
5.2
5.2.1
Die Begründung der
Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid enthält keine ausdrücklichen Ausführungen zu den einzelnen Indikatoren
nach BGE 141 V 28
1.
Da hier keine Ausschlussgründe gegeben sind, und ein konkreter Beweis
bedarf besteht (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1, 409 E. 4.5.3, 141 V 281 E. 2.2), darf von einem strukturierten Beweisverfahren mit Gesamtbetrachtung sämtlicher Leiden in Berücksichtigung ihrer Wechselwirkungen (BGE 143 V 418 E. 8.1, 141 V 281 E. 4.3.1.3)
indes
nicht abgesehen werden.
Zwar wurde
n
von den Gutach
tern
Selbstlimitation
und
Inkonsistenzen
aufgezeigt
. Eine
Aggravation
oder gar Simulation wurde jedoch
nicht
festgestellt
(
Urk.
6/54/17-19, Urk. 6/54/30-31, Urk. 6/156/30
, Urk. 6/156/80-81, Urk. 6/156/84).
Das übertriebene Verhalten
ist gemäss
der
C._
-Psychiaterin
in den Zusammenhang mit der
histrionischen
Struktur zu stellen (
Urk. 6/156/77,
Urk.
6/156/81).
Es besteht mithin
nicht
schon
Klarheit
im Sinne von BGE 141 V 281 E. 2.2.1-2
darüber, dass
die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens zweifellos überschritten sind, ohne dass das
aggravatorische
Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige psychi
sche Störung zurückzufüh
ren wäre (SVR 2017 IV Nr.
21 S.
56, 9C_154/2016). Eine Aggravation
im Sinne eines Ausschlussgrundes
ist
somit
nicht
rechtsgenüg
lich
ausgewiesen (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_445/2018 vom 6. November 2018 E. 5.4
).
5.2.2
Im Leitentscheid BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht
sodann
erneut bestätigt, dass soziale Faktoren nur soweit auszuklammern seien, als es darum gehe, die für die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit kausalen versicherten Faktoren zu umschreiben. Die funktionellen Folgen von Gesundheitsschädigungen würden durchaus auch mit Blick auf psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfakto
ren abgeschätzt, welche den Wirkungsgrad der Folgen einer Gesundheitsschädi
gung beeinflussen würden (E. 3.4.2.1).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigent
lichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden –
Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswir
ken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hin
weisen)
.
Psychosoziale Belastungen gehören bei gewissen psychischen Leiden
denn auch
zu den Diagnosekriterien, so
namentlich
bei einer wie hier vorliegen
den
somatoformen anhaltende
n Schmerzstörung (ICD-10 F45.5
;
vgl.
Dilling
,
Mombour
,
S
chmidt [Hrsg.], ICD-10,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische L
eitlinien, 10. Auflage 2015, S.
213 und S. 233).
Die Feststellung der
Beschwerdegegnerin
, gemäss dem
C._
-Bericht seien die Beschwerden mit den psychosozialen Belastungsfaktoren entstanden
(Urk. 2 S. 2)
, ändert
daher
nichts
daran, dass fachärztlich festgestellte psychische Erkrankungen
invalidenversicherungsrechtlich
im Rahmen des struk
turierten Beweisverfahrens
bei entsprechenden krankheitsbedingten funktionel
len Auswirkungen anspruchsrelevant
sind
.
Ferner
sind
auch
die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen sowie Behandlungserfolg oder -resistenz nicht allein, sondern nebst weiteren Indikato
ren im Rahmen einer ergebnisoffenen Gesamtbetrachtung zur Bestimmung der funktionellen Leistungseinschränkungen ausschlaggebe
nd und zu prüfen (dazu
insbesondere
E.
5.3.3 und 5.4.3
nachfolgend).
Selbst eine allfällige Verletzung der Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht
, welche aufgrund des Verhältnis
mässigkeitsprinzips
und der Voraussetzung des kausal verursachenden qualifi
zierten Verschuldens
nicht ohne Weiteres zur gänzlichen Leistungsverweigerung führt
(
vgl. E. 2.5 hiervor und
E.
7
hernach
)
,
vermag hier nichts am konkreten Beweisbedarf
in Bezug auf die
zunächst
zu klärenden funktionellen Auswirkun
gen der
psychischen
Erkrankungen zu ändern, weshalb ein strukturiertes Beweis
verfahren unerlässlich ist.
5.2.3
Dabei obliegt es den Rechtsanwendern, mithin
nunmehr
dem Gericht, im Rahmen der Beweiswürdigung
zu überprüfen, ob ausschliesslich funktionelle Ausfälle bei der medizinischen Einschätzung berücksich
tigt wurden und ob die Zumutbar
keitsbe
urteilung auf einer objektivierten Grundlage
erfolgte (BGE 141
V 281 E.
5.2.2;
Art.
7
Abs.
2 ATSG). Eine rentenbegründende Invalidität ist nur dann anzunehmen, wenn funktionelle Auswirkungen medizinisch anhand der Indika
toren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt sind und somit den versiche
rungsmedizinischen Vorgaben Rechnung getragen wurde (BGE 141 V 281 E. 6
; Urteil des Bundes
gerichts 9C_194/2017 vom 29.
Januar 2018
E. 6.2
).
5.3
5.3.1
Beim
mit Leitentscheid BGE 141 V 281 (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015)
festgelegten
strukturier
ten, normativen Prüfu
ngsraster (präzisiert in BGE 143
V 418 E. 5.2 und E. 8.1)
sind
die funktionellen Auswirkungen eines Gesund
heitsschadens mit
den folgenden
Standardindikatoren vermehrt
zu gewichten, wobei den Umstän
den des Einzelfalls Rechnung zu
tragen ist (BGE 141 V 281 E. 4):
Unter die Kategorie „funk
tioneller Schweregrad" (E. 4.3) fällt der Komplex
„Ge
sundheitsschädigung" (E. 4.3.1) mit der Frage nach der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1
; präzisiert in BGE 141 V 418 E. 5.2
), dem
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder der Behandlungsresistenz (E. 4.3
.1.2) und den Komorbiditäten (E. 4.3.1.3
; präzisiert in BGE 141 V 418 E. 8.1),
ausser
dem
der Komplex „Persön
lichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche
Resso
urcen; E. 4.3.2) und der Komplex „Sozialer Kontext"
(E. 4.3.3)
. Unter der Kate
gorie
„Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
sind
die g
leich
mässige Einschränkung des
Aktivitätenni
veaus
in allen vergleich
baren Lebens
bereichen (E. 4.4.1)
und der b
ehandlungs- und eingliederungsanam
nestisch
aus
gewiesene Leidens
druck (E. 4.4.2)
relevant.
5.3.2
Hinsichtlich des Indikators der Ausprägung der
diagnoserelevanten Befunde
und Symptome
im Sinne der Schwere des Krankheitsgeschehens
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1)
führte das Bundesgericht im BGE 143 V 418 präzisierend aus, dass eine Diagnose i
n grundsätzlicher Hinsicht
selbst bereits ein Schweregradindikator sein
könne,
soweit darin ein Bezug zum Sc
hweregrad der Erkrankung bestehe;
insbe
sondere dann, wenn die Begründung der Diagnose einen ausreichenden Bezug zur funktionserheblichen Befundlage aufweis
e
.
Fehle
in der Diagnose aber die
se Schweregradbezogenheit, zeige
sich die Schwere der Störung in ihrer rechtlichen Relevanz erst bei deren funktionellen Auswirkungen
.
Ein Leiden als leicht einzu
stufen, weil diagnostisch kein Bezug zum Schweregrad desselben gefordert
sei
und ihm bereits deshalb eine versicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arb
eitsfähigkeit abzusprechen, gehe
daher fehl
(E. 5.2.2). Entscheidend bleibe
letztlich vielmehr die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung
(E. 6)
.
Bei d
en diesbezüglich relevanten, von den
psychiatrischen
Gutachter
n
der MEDAS
A._
und des
C._
gestellten Diagnosen
der
somatoformen anhaltende
n Schmerzstörung (ICD-10 F45.5)
und
der kombinierten Persönlich
keitsstörung mit
histrionischen
und narzisstischen Anteilen (ICD-10 F60.4) im Rahmen des Verdachts auf eine artifizielle Störung (ICD-10 F68.1) respektive der Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01; Urk. 6/54/43, Urk. 6/156/
82
)
handelt es sich um solche, welche einen Bezug zum Schweregrad aufweisen. Und
zwar weisen sie insgesamt auf
eine
nicht mehr leichte
psychische Erkrankung
hin, die grundsätzlich invalidisierend sein
kann
(BGE 143 V 418 E. 5.2.2).
Entscheidend aber ist rechtsprechungsgemäss und daher im Folgenden zusätzlich zu prüfen, ob nach den übrigen Standardindikatoren auf einen
funktionelle
n
Schweregrad
der psychischen Störung zu schliessen ist,
der sich nach
dessen
kon
kreten funktionellen Auswirkungen und insbesondere danach beurteilt, wie stark die versicherte Person in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funk
tionsbereichen
dadurch bedingt
beeinträchtigt ist
(Urteil des Bundesgerichts 8C_130/2017 vom 30. November 2017 E. 5.2.3).
5.
3.3
Betreffend den Schweregradindikator des Behandlungserfolges oder der Behand
lungsresistenz (Verlauf und Ausgang von Therapien
) im Hinblick auf den Schweregrad der Gesundheitsschädigung
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2) geht aus den Akten hervor, dass sich
die
Beschwerdeführer
in
in den Jahren v
or
2012
jeweils
lediglich
von ihrem Hausarzt und somatischen Spezialisten behandeln liess
(Urk.
6/54/
14-15)
und keine psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlungen stattfanden (Urk. 6/54/45)
. Allerdings hatte
bei ihr
gemäss den Feststellungen in den beiden
vorliegenden
Gutachten
auch
k
ein
e
Einsi
cht in das Vorliegen einer psychischen Erkrankung und
in
die psychiatrisch-psychotherapeutische Behand
lungsnotwendigkeit
bestand
en
(
Urk.
6/54/18,
Urk.
6/54/40,
Urk
.
6/45/44,
Urk. 6/156/62-63,
Urk. 6/156/67
)
.
Nach der Begutachtung durch die MEDAS
A._
Anfang 2012 (Urk. 6/54/1) begab sich
die
Beschwerdeführerin
gemäss ihrem Schreiben vom 10.
Dezember 2013
zirka im Sommer 2012
in Behandlung bei
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
. Die von
dieser
angeblich
vorgeschlagene stationäre
Psychotherapie nahm sie nicht auf. Die ambulante Psychotherapie konnte nach Angaben der
Beschwerdeführerin
wegen zeitlicher Engpässe der Psychiaterin ausserdem nicht weitergeführt werden
,
was sie schwer getroffen habe
. Ende Oktober 2012 habe sie einen Notfallpsychiater
aufsuchen müssen
und danach länger
e
Zeit (bis mindestens Mitte Dezember 2013) Psychopharmaka eingenommen (
Urk.
6/80). Hierzu hat die
Beschwerdegegnerin
keine Berichte eingeholt. Dem
C._
-Gutachten ist dazu zu entnehmen, die
Beschwerdeführerin
habe
in der psychiatrischen Exploration vom 22. September 2016
angegeben, über mehrere
Jahre
Psychopharmaka
genommen zu haben, jedoch wisse sie nicht, wie lang
e
(
Urk.
6/156/62). Ausserdem habe die
Beschwer
deführerin
erklärt, aktuell keine Psychotherapie zu erhalten; im Jahr 2012 (richtig:
2014
)
sei sie
einige Male bei Dr.
B._
in
psychiatrischer
Behandlung gewesen
und anschliessend sei sie innerhalb derselben Praxis von zwei Frauen betreut worden. Von diesen habe sie sich
erniedrigt
gefühlt, weshalb sie nicht mehr hingegangen
sei
(Urk.
6/156/52-53
)
.
D
em Bericht vom
1.
Juli 2015
, gezeichnet von Dr.
B._
, der Assistenzärztin
H._
und der Psychothera
peutin
I._
(
Urk.
6/96/8), ist zu entnehmen, dass
die Behandlung bei
Dr.
B._
bis
im
November 2014 dauerte
; eine stationäre Behandlung habe bisher nicht stattgefunden
(
Urk.
6/96/2)
. Zur Behandlung durch die Ärztin
H._
und die Psychotherapeutin
I._
oder andere
(wie von der
Beschwer
deführerin
erwähnte weibliche)
Fachkräfte wurde im Bericht von Dr.
B._
nichts ausgeführt (Urk. 6/96). N
ach telefonischer Auskunft der
Beschwerdeführe
rin
gegenüber der
Beschwerdegegnerin
hatte diese psychiatrische Behandlung
am
22.
Februar
2014 begonnen
(Urk. 6/82)
und insgesamt bis zirka Februar 2015 gedauert (
Urk.
6/
95
)
.
Damit ist bei chronischem Verlauf der Schmerzstörung
seit mindestens Ende 2011
mit Angststörung vor dem Hintergrund einer Persönlichkeitsstörung
keine
opti
mal durchgeführte Therapie und Kooperation
der
Beschwerdeführer
in
anzuneh
men
, zumal sowohl die psychiatrischen Gutachter
(Urk. 6/54/45-46, Urk. 6/156/82)
als auch - nach Angaben der
Beschwerde
führe
rin
- die behan
delnde
Psychiaterin Dr.
G._
(Urk. 6/80/1)
eine
psychiatrisch-psychothe
rapeutische,
unter anderem
stationäre
psychosomatische
Behandlung empfohlen hatten.
Insbesondere
in Bezug auf die
S
chmerz- und Angststörung
hat
die
Beschwerdeführer
in
die
ihr
zumutbaren Behandlungsmöglichkeiten
mithin
nicht
ausgeschöpft.
Aus der unvollstän
digen Behandlung kann für den Schweregrad der psychischen Störung somit nichts zu
ihren
Gunsten abgeleitet werden.
5.
3.4
Zum Indikator der Komorbiditäten (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3) führte das Bun
des
gericht im BGE 143 V 418 präzisierend aus, d
as strukturierte Beweisverfahren
stehe
einer Aufteilung von Einbussen auf einzelne Leiden entgegen, da es auf einer ergebnisoffenen Gesamtbetrachtung in Berücksichtig
ung der Wechselwir
kungen basiere
. Fortan
sei
E. 4.3.1.3 von BGE 141 V 281 so zu verstehen, dass Störungen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in Betracht fallen
würden
, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcenhem
mende Wirkung beizumessen
sei
.
So werde
beispielsweise eine
Dysthymie
für sich allein betrachtet keine Invalidität bewirken. Eine
dysthyme
Störung
könne
die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall jedoch erheblich beeinträch
tigen, wenn sie zu
sammen mit anderen Befunden - wie etwa einer ernsthaften Persönlichkeits
störung -
auftrete (E. 8; vgl. auch: Urteil des Bundesgerichts 9C_194/2017 vom 29.
Januar 2018
E. 6.2.3).
Hier schränken die festgestellten somatischen Befunde und objektivierbaren Be
schwerden
zu den Diagnosen der
Outlet
Obstruction
und - jedoch
weitgehend
ohne klare Befunde -
des
myofasziale
n
Schultergürtelsyndrom
s
,
der
Arthralgien
(
vor allem im Bereich der Hände
)
und des
Panvertebralsyndroms
mit begleiten
dem
Zervikokranialsyndrom
bei Funktionsstörung der Kopfgelenke sowie des Verdachts auf eine leichte Polyneuropathie unklarer Ätiologie
(
Urk.
6/156/84-85
) gemä
ss der gutachterlichen Einschät
zung den Umfang der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht respektive nur geringfügig (aus
rheuma
tologischer
Sicht
um
20
%; Urk.
6/156/91
) ein. Sie fallen daher als
ressourcen
hemmende
r
Faktor
und rechtlich bedeutsame Komorbiditäten
nicht erheblich, aber
zumindest insofern in Betracht, als sie das Belastungsprofil der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit
beeinträchtigen.
Dagegen
fallen
die
weiteren psychiatrischen Diagnosen
(Angststörung,
kombi
nierte Persönlichkeitsstörung mit
histrionischen
sowie
narzisstischen Anteilen
bei
Verdacht auf eine
artifizielle Störung
im Sinne eines Krankheitsmusters
)
insge
samt
als
ressourcenhemmende
r
Faktor
zusätzlich und in Wechselwirkung zur chronischen Schmerzstörung
erheblich
ins Gewicht
.
Wie die psychiatrische
C._
-Gutachter
in
dazu eindrücklich ausführte, handelt es sich dabei insgesamt um ein komplexes psychisches Beschwerdebild,
bei welchem
seit der Kindheit ein dysfunktionale
r
Krankheits
umgang
entwickelt
worden war
und
bei dem
es zu einer negativen Verstärkung zwischen Schmerzsyndrom, anderen körperlichen Beschwerden, Angstsymptomen
sowie
den
Persönlichkeitsmerkmale
n
im Sinne einer sich selbst verstärkenden Negativspirale kommt (
Urk.
6/156/71
,
Urk.
6/156/76, Urk. 6/156/79-80
).
Gemäss der Einschätzung
der
C._
-Gutachterin
nach dem ICF-Rating
seien
die Fähigkeit zur Planung und Struktu
rierung von Aufgaben
leicht
, die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen, zur Gruppenfähigkeit sowie die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit je
mittelgradig beeinträchtigt (
Urk.
6/156/69-70
).
Nach der Einschätzung des psychiatrischen Experten der MEDAS
A._
Anfang 2012 waren
die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben
, zur Anpassung an Regeln und Routinen
sowie
die Kontaktfähigkeit zu Dritten je
leicht,
die
Entschei
dungs
- und Urteilsfähigkeit, die Selbstbehauptungsfähigkeit
, die Wegfähigkeit sowie
die Fähigkeit zu ausserberuflichen Aktivitäten je leicht bis mittel, die Durchhaltefähigkeit
,
die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, die fachliche Kompetenz (vor allem durch das Schmerzerleben)
, die Fähigkeit zu familiären beziehungsweise intimen Beziehungen
je mittelgradig
sowie die Gruppenfähig
keit
zufolge der Agoraphobie mittel bis schwer
beeinträchtigt
.
Insbesondere sei (parallel zum Schmerzerleben) durch die Angststörung eine relevante Einschrän
kung gegeben. Sie sei nicht vollkommen blockierend, aber doch so stark, dass die
Beschwerdeführerin
vor allem bei Aktivitäten ausser Haus dadurch in ihrer Hand
lungsfreiheit deutlich eingeschränkt sei
. Auch ein sozialer Rückzug liege wohl vor, jedoch nicht stark ausgebildet
(
Urk. 6/54/18,
Urk. 6/54/44-45).
Es
ist
damit
ausgewiesen
, dass die
Angst-
und die Persönlichkeitsstörung
en
(
mit Verdacht auf eine artifizielle Störung
)
zusätzlich zur Schmerzstörung
der
Beschwerdeführer
in
in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit Ressourcen rauben, weshalb sie als
rec
htlich bedeut
same Komorbidi
tät
en
zu gewichten sind
.
5.
3.5
In
Bezug auf die im
Komplex Persönlichkeit (
BGE 141 V 281
E. 4.3.2) zu prüfe
n
den Merkmale (Persönlichkeitsentwicklung und
-struktur, grundlegende psychi
sche
Funktionen)
befanden
beide psychiatrischen Gutachter, dass die Persönlich
keit
sstruktur
durch
histrionische
respektive
hypochondrische und narzisstische Persönlichkeits
züge
beeinträchtigt ist (
Urk.
6/54/
43-44
, Urk. 6/156/
76-79
).
Dabei
schloss
die
C._
-
Psychiaterin
nachvollziehbar begründet
auf eine
krankheitswer
tige Persönlichkeitsstörung (Urk. 6/156/82). Auch Dr.
B._
diagnostizierte
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (Urk.
6/96/1).
Dabei erachtete die
C._
-Psychiaterin
die Interaktion und Beziehungsgestaltung als hoch auffällig und
das diagnostische Kriterium
"
deutliche
Einschränkungen
der beruflichen
u
n
d
sozialen Leistungsfähigkeit
"
als erfüllt (
Urk.
6/156/76-77).
Beweisrechtlich ist damit
davon auszugehen, dass die Persönlichkeitsstruktur
der Beschwerdeführerin
keine Ressource darstellt
, sondern
die funktionellen Folgen der
Schmerzstörung
zusätz
lich
negativ beeinflusst
.
5.
3.6
Beim
Komplex "
soziale
r
Lebenskontext
"
(
BGE 141 V 281
E. 4.3.3
)
sind allfällige direkt negative funktionelle Folgen durch soziale Belastungen, mithin soweit die negative funktionelle Auswirkung nicht Folge einer Erkrankung ist, recht
sprechungsgemäss auszuklammern. Beachtlich sind mobilisierbare Ressourcen im sozialen Lebenskontext, etwa die Unterstützung
,
die der versicherten Person im sozialen Netzwerk
zuteil wird
.
Hierzu ist
aktenkundig, dass die
Beschwerdeführerin
bis zirka im Sommer 2012 (
Urk.
6/80/1
, Urk. 6/96/5
) mit ihrem damaligen Ehemann und ihrer erwachsenen Tochter (geboren 1993) zusammenwohnte, welche sie beide im Haushalt und finanziell
entlasteten
. Ausserdem
hatte sie
Kontakt mit
sechs bis sieben
Freunde
n am Wohnort und mehrere Freundschaften in ihrer Heimat
(
Urk.
6/54/9-11
, Urk. 6/54/33-34
).
Das
familiäre
und soziale
Umfeld
ist
daher
bis Mitte 2012
als
bestätigende
r
, sich potenziell günstig auf die Ressourcen auswirkende
r Faktor zu beurteilen.
Ab Mitte 2012
dagegen entfiel diese Ressource,
da
sich
der Ehemann von der
Beschwerdeführerin
trennte
(gerichtliche Trennung im Mai 2013)
und die Tochter
wegen
vorübergehenden
Drogenkonsums zeitweilig auszog. Im Zeitpunkt der zweiten Begutachtung im September 2016 wohnte die Tochter wieder in dersel
ben Wohnung und
half
gelegentlich
im Haushalt. Zusammen mit einem
aus finanziellen Gründen aufgenommenen
Untermieter werde indes einmal pro Woche eine Putzfrau finanziert
. Weiterhin
bestand
Kontakt zu
ihrem Heimatland
und zu Freunden in der Schweiz
(
Urk. 6/68/3,
Urk. 6/80/1, Urk. 6/96/5-6, Urk. 6/156/20
, Urk. 6/156/22
)
.
Diese sozialen Verhältnisse sind insgesamt
als
nicht erheblich günstig, aber zumindest als leicht
stabilisierend für die mobilisie
renden Ressourcen zu gewichten.
5
.
3.7
Es zeigt sich somit, dass der funktionelle Schweregrad
bereits ab Anfang 2012 und
insbesondere ab Mitte 2012
entsprechend der gutachterlichen Einschätzun
gen der verbleibenden Arbeitsfähigkeit
mittelgradig eingeschränkt
war
durch die
anhaltende
Schmerzstörung an sich und dur
ch die erheblich ressourcenhem
mende Wechs
elwirkung
mit den
Angst- und Persönlichkeitsstörung
en
, die
vereinzelt ab Mitte 2012 ambu
lant behandelt wurde
n
, letzt
hin jedoch ohne optimale Compli
ance und Behandlungsfrequenz,
was den
nicht unerheblichen
Schweregrad des Beschwerdekomplexes relativiert,
wobei
andererseits
der soziale Lebens
kontext als eine die Leistungsfähigkeit begünstigende Ressource
nicht erheblich
in
s
Gewicht fällt.
5.4
5.4
.1
Beweisrechtlich
relevant ist sodann
der
Aspekt
der
Konsistenz mit den verhal
tens
bezogenen Kategorien
(BGE 141 V 281
E. 4.4)
im Sinne einer Konsistenz
prü
fung der Folgenabschätzung aus dem festgestellten funktionellen Schwer
egr
ad der psychischen Störung(en) (
BGE 141 281 E. 4.3).
5.
4.2
Im Einzelnen ergibt sich in Bezug auf den Indikator einer
gleichmässigen
Ein
schränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen verg
leichbaren Lebensbereichen (BGE
141 V 281 E. 4.4.1) aus den Akten, dass
das
Aktivität
en
niveau
der
Beschwerdeführer
in
nicht nur in beruflicher Hinsicht, sondern auch im privaten Alltag
seit Jahren
zumindest teilweise eingeschränkt ist.
Dem
C._
-Gutachten ist dazu zu entnehmen, dass sich die
Beschwerdeführerin
nach ihren Angaben
hauptsächlich zuhause
aufhält, insbesondere vor dem Fernseher
oder
Computer (
online etwa auf
Y
outube
)
oder auf dem Balkon
,
mittlerweile einmal pro Woche
eine Putzfrau
beschäftigt
, hauptsächlich online ein
kauft
, den
übrigen
Haushalt teilweise mit Hilfe der Tochter
,
ansonsten etappenweise und langsam
erledigt
,
ihre früheren
Freizeitaktivitäten
(Kampfsport, Malen
, Basteln, Musik
machen, Kunst und Kultur
,
Beschäftigung in der
Natur und
mit
Tier
en
; vgl. dazu auch Urk. 6/54/
34-45
) eingestellt
hat
,
sich
ihr Sozialleben im kleinen familiären Rahmen mit ihrer Tochter
,
abspielt
und
ein
s
poradischer
Kontakt zur Familie in
ihrer Heimat
sowie
mit
Freunden in der Schweiz, welche sie
gelegentlich
zuhause besuchen
würden
oder mit denen sie telefoniere
, besteht
.
Auch das Autofahren
habe
sie mittlerweile aufgegeben
;
andererseits
sei sie im
Sommer
2016 für zwei
Wochen in
ihre Heimat
(
Kroatien
)
mit dem Flugzeug
gereist
, wo sie Physiothera
pie und Meersalzbäder gemacht habe
(
Urk.
6/
156/22-23
, Urk.
6/156/37
)
.
Ein im Wesentlichen gleiches Aktivitätsniveau war bereits im
Gutachten der
MEDAS
A._
aus
geführt worden, wobei die
Beschwerdeführerin
damals noch Auto gefahren ist
.
Ausserdem
hatte sie dort gegenüber den Gutachtern erwähnt, dass sie die Blumen auf der Terrasse besorge, dabei aber sehr schnell müde werde und tagsüber auch wiederholt abliegen müsse
(
Urk.
6/
54/
9-11).
Dass das
Aktivitätenniveau
mit Blick auf die Alltagsaktivitäten
im
privaten Lebensbereich nicht vollständig eingeschränkt ist, wurde von den
Gutachter
n
zutreffend
erkannt und auch diesbezüg
li
ch wurden die Diskrepanzen erfasst. Die
C._
-Gutachterin hielt namentlich fest, dass Diskrepanzen zwischen den schweren subjektiven Beeinträchtigungen und dem eingeschränkten, aber weit
gehend intakten psychosozialen Funktionsniveau bei der Alltagsbewältigung festgestellt worden seien; auffällig gewesen seien dabei die vagen
Äusserungen
bezüglich nachgefragter genauer Details, was genau zum Beispiel nicht möglich sei, die Beschwerdeintensität und das
Beschwerdeausmass
sowie die Tatsache, dass sie - allerdings schon in den hier nicht entscheidenden Jahren 1997 bis 2002 (
Urk.
6/96/5) - über vier Jahre eine Ausbildung absolviert hatte. Bei der Einschät
zung der Restarbeitsfähigkeit
trugen die Gutachter den Verhältnissen aus objek
tiver Sicht Rechnung,
indem sie entgegen der Selbsteinschätzung der
Beschwer
deführerin
(Urk. 6/156/63-64)
und unter Berücksichtigung der Selbstlimitierung sowie der festgestellten Diskrepanzen nicht auf
100%ige Arbeitsunfähigkeit
schlossen
. Die
dagegen
attestierte
6
0%ige respektive
50%ige Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
korreliert
mithin
schlüssig mit dem geschil
derten
Aktivitätenniveau
unter Be
rücksichtigung der zu Übertreibungen neigen
den
Darstellung
sweise
der
Beschwerdeführerin
. I
m
attestierten
Umfang ist
daher
von einer
gleichmässigen
Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen
aus
zugehen.
Dabei
ist auch zu beachten
, dass die von den Gutachtern
festgestellten
Diskre
panzen
(
Urk. 6/156/31,
Urk.
6/156/80-81)
mit
insgesamt
übe
rtriebener, nicht authentischer und teilweise widersprüchlicher
Beschwerdedarstellung
sowie
Selbstlimitierung
von der
C._
-Expertin
in den Zusammenhang mit der
histrio
nischen
Struktur gestellt wurden (Urk. 6/156/81)
. Dazu hielt
d
ipl.
med.
F._
vom
RAD
in seiner Stellungnahme
zum
C._
-Gutachten
vom 26. April 2017 fest, infolge der zusätzlichen Persönlichkeitsstörung
fänden sich
zahlreiche
krank
heitsbedingte Inkonsistenzen (Urk. 6/165/5).
Da somit die festgestellten Inkonsis
tenzen einen pathologischen Hintergrund haben,
ist die gutachterliche Einschät
zung
der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit
auch aus (beweis-)rechtlicher Sicht gerechtfertigt.
5.4.3
Dasselbe
ist
auch in Bezug auf den Indikator der
Inanspruchnahme von thera
peutischen Optionen (BGE 141 V 281 E. 4.4.2)
zu beachten
. Auch wenn diese
- wie hiervor ausgeführt (E.
5.
3.3
)
- i
nsbesondere im hier
massgeb
lichen
Zeitraum
von
Anfang 2012 bis Ende 2017 (
Urk.
2)
nicht
ausgeschöpft wurden,
ist damit nicht bereits auf einen
gänzlich
fehlenden Leidensdruck und auf das Fehlen einer versicherten Gesundheits
beeinträchtigung zu
schliessen
, zumal die Einsicht der
Beschwerdeführerin
in die psychopathologischen Zusammenhänge ihrer Leiden
eingeschränkt ist
. So
hielt
d
er psychiatrische Gutachter der MEDAS
A._
fest, die
Beschwerdeführerin
habe eine Abneigung, psychische Probleme bei sich zu akzeptieren
,
und
die Störungen seien längst
chronifiziert
(Urk.
6/54/45-46).
Da
eine psychische
Störung auch im Sinne einer patholo
gischen Fehlverarbeitung
von Problemen für die
Beschwerdeführerin nicht vorstellbar scheine, hätten die Konflikte (noch) nicht ausreichend
be
- und verarbeitet werden können
. Somit resultiere ein pathologischer Krankheits
gewinn, in dem alles Leiden und alle inneren Schmerzen sich in somatischen Schmerzen ausprägen würden
(
Urk. 6/54/44
).
Die
C._
-Psychiaterin
erklärte sodann
,
es bestehe bei der
Beschwerdeführerin
ein ausgeprägtes körperliches Krankheitsgefühl, teils auch psychisch. Es bestehe indes nur eine rudimentäre Krankheitseinsicht bezüglich des Zusammenhanges zwischen Körper und Psyche (
Urk.
6/156/67).
Das Vorliegen eines Leidens
drucks ist damit in entsprechend reduziertem Ausmass anzunehmen. Des Weitere
n wurden keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen durch
geführt, bei welchen etwa mangelnde Kooperation seitens de
r
Beschwerde
führer
in
festgestellt worden wäre.
5.
4.4
Die gutachterliche Einschätzung hält damit der Konsistenzprüfung stand. Das
Verhalten
der
Beschwerdeführerin
wurde
von den Gutachtern
in jeder relevanten Hinsicht berücksichtigt und nachvollziehbar in die Einschätzung
der Arbeits
fähigkeit
einbezogen.
5.
5
Die
Indikatorenprüfung
ergibt insgesamt, dass die
funktionelle
n
Auswirkungen
der Gesundheitsbeeinträchtigungen medizinisch-gutachterlich schlüssig und diffe
renziert
erfasst wurden und die von den
Gutachter
n
attestierte Arbeitsunfähigkeit von
40
%
respektive 50
%
in Anbetracht der eingeschränkten Ressourcen als begründet erscheint.
Es
besteht daher
entgegen der Ansicht der
Beschwerdegeg
nerin
kein Anlass, von der gutachterlichen Einschätzung abzuweichen.
6.
6.1
Zu prüfen sind im Weiteren die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Einschränkungen.
Da
die
Beschwerdegegnerin
einen invalidisierenden Gesund
heitsschaden verneinte, fehlen dazu im angef
ochtenen Entscheid Ausführungen
.
Zur Statusfrage
(
Status
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung
als Voll- oder Teilzeiterwerbstätige
;
vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_265/2013
vom 2
5.
November 2013
E.
3 und 8C_100/2018
vom 2
2.
August 2018
E. 4
)
ist auf
den Abklärungsbericht vom 14.
August 2013 abzustellen, wonach
die
Beschwerde
führerin
im Gesundheits
fall eine 100%ige Erwerbstätigkeit ausüben würde (Urk. 6/68/3).
6.2
6.2.1
Im Folgenden ist der Invaliditätsgrad nach Ablauf des Wartejahres (Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG) per 1.
Februar
2013
mit einer
Arbeits
fähigkeit
in einer leidensange
passten Tätigkeit
von 60 %
und per
1.
Februar 2014
von 50
%
(vgl. E. 4.3 hiervor)
zu bestimmen.
Dabei sind im restlichen Umfang
Tätigkeiten
ohne repetitive Belastungen
elevatorischer
Art für den Schultergürtel und mechanischer Art für die Hände
beachtlich (Urk. 6/156/91-92).
Der Invaliditätsgrad ist mittels eines
V
ergleichs von
Validen- und Invalidenein
kommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben (vgl. BGE 129 V 22
3 f. E. 4.2 in
fine
, 128 V 174)
.
6.2.2
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person in d
iesem Zeitpunkt nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte
(BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hin
weis; Urteil des Bundesgerichts 8C_322/2011 vom 21. Juli 2011 E. 4.1)
.
Da die
Beschwerdeführerin
in den Jahren
vor 2012
nur unregelmässig und nicht auf
einem bestimmten Beruf erwerbstätig war
(
Urk. 6/1/6-10, Urk. 6/2/5, Urk. 6/156/20-21, Urk. 6/156/85, Urk. 6/107-108, Urk. 6/68/2
)
,
kann daraus für die Zeit ab 2013 nichts abgeleitet werden. D
as Valideneinkommen
ist daher
anhand
des durchschnittlichen Tabellenlohns der Schweizerischen Lohnstruk
turerhebung (LSE)
des Bundesamtes für Statistik (BFS)
zu bestimm
en und a
usge
hend vom
Tabellenlohn gemäss der LSE 2012
, Tabelle TA
1_tirage_skill_level (Kompetenz
niveau 1,
Frauen
, Total), von
Fr.
4
'
112.
-- pro Monat respektive Fr.
49'344
.--
pro Jahr zu ermitteln. Unter Berücksichtigung einer
durchschnitt
lichen (vom BFS erhobenen) wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden
im Jahr 2012 (
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Tabelle T 03.02.03.01.04.01, Abschnitt A-S, Total)
und der Nominal
lohnentwicklung von 2012 bis 2013 (
BFS, Schweize
rischer Lohnindex
nach Branche [Basis 2010 = 100], Nominallohnindex
Frauen
2011-2016
[T1.2
.
10]
,
Total;
20
12
:
10
2
.
0;
2013
:
102.6
)
resultiert ein
Valideneinkommen im Jahr 2013
von
Fr.
51'743.70
(
Fr. 49'344
.--
: 40
x 41,7 : 10
2
x 102.
6
).
Für das
Jahr 2014
ist auf die LSE 2014 abzustellen. Danach betrug der massge
bliche durchschnittliche Lohn gemäss der Tabelle
TA
1_tirage_skill_level (Kompe
tenz
niveau
1,
Frauen
, Total) Fr. 4'300.--
pro
Monat respektive
Fr.
51'600.--
pro Jahr. Die durchschnittliche
wöchentlic
he
Arbeitszeit
betrug im Jahr 2014
gemäss der obgenannten Tabelle
ebenfalls 41
,7 Stunden
, so dass
im
Jahr 2014 von einem Valideneinkommen von Fr.
53'793.--
(
Fr. 51'600
.
--
:
40
x 41,7)
auszugehen ist.
6.2.3
Das Invalideneinkommen ist
ebenfalls anhand der Tabelle
TA
1_tirage_skill_level der LSE und somit ausgehend von den hiervor genannten Beträgen von Fr. 51'743.70 im Jahr 2013 und Fr. 53'793.-- im Jahr 2014 zu ermitteln. Unter Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit von 60
%
ab Februar 2013 und von 50
%
ab Februar 2014 resultiert ein Invalideneinkommen im Jahr 2013 von Fr. 31'046.20 (Fr. 51'743.70 x 0,6) und im Jahr 2014 von Fr.
26'896.50
(Fr. 53'793.-- x 0,5).
Dieser Betrag ist recht
sprechungsgemäss zu
kürzen, wenn persönliche und be
ruf
liche Merkmale, wie Art und Ausmass der B
ehinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategori
e und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben (BGE 124 V 321 E. 3b
/
aa
). Der Abzug ist unter Würdi
gung der Um
st
ände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermes
sen ge
samthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 134 V 322 E
. 5.2; Urteil des Bun
desgerichts 8C_361/2011 vom 20. Juli 2011 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen).
Hier
ist
aufgrund
des
komplexen somatisch-psychischen
Beschwerde
bildes
mit Beeinträchtigung der Belastbarkeit von Hände
n
und Schultern
ein Abzug von
5
%
gerechtfertigt.
Ein höherer Abzug ist nicht gerechtfertigt, zumal etwa eine psychisch bedingt verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeits
kollegen nach der Gerichtspraxis in der Regel nicht als eigenständiger Abzugs
grund anerkannt
wird
(Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 E. 4.3.1 mit Hinweisen), ebenso wenig etwa das Risiko von vermehrten gesundheitlichen Absenzen, ein grösserer Betreuungsaufwand oder weniger Flexibilität, was das Leisten von Überstunden etwa bei Verhinderung eines Mitarbeiters anbetrifft (Urteile des Bundesgerichts 9C_437/2015 vom 30. November 2015 E. 2.4; 8C_712/2012 vom 30. November 2012 E. 4.2.1 und 9C_708/2009 vom 19. November 2009 E. 2.3.2; vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_146/2017 vom 7. Juli 2017 E. 5.2.2
).
Der Beschäftigungsgrad von
60 respektive 50
%
rechtfertigt
ebenfalls keinen grösseren
Abzug, da b
ei Frauen im Kompetenzniveau
1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) die Statistiken für Teilzeitarbeit zwischen 50 % und 89 % sogar höhere Löhne als für Vollbeschäftigung ausweisen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_712/2012 vom 30. November 2012 E. 4.2.2 unter Bezug
nahme auf LSE 2008 und 2010 und 9C_72/2017 vom 19. Juli 2017 E. 4.3 unter Bezugnahme auf LSE 2012 und 2014).
Auch die weiteren Merkmale (Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie) rechtfertigen auf dem Kompetenzniveau 1 keinen grösseren Abzug. Namentlich gibt das Alter der
Beschwerdeführerin
(per 2013 und 2014)
von 45 respektive 46 Jahren
keinen Anlas
s für eine Erhöhung des Abzuges, zumal Hilfsarbeiten auf dem massgeben
den ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3).
Damit resultiert im Jahr 2013 ein Invalideneinkommen von Fr. 29'493.90 (Fr. 31'046.20 x 0,95) und im Jahr 2014 ein solches von Fr. 25'551.65 (Fr. 26'896.50 x 0,95).
6.3
Gemessen am Valideneinkommen im Jahr 2013
von
Fr. 51'743.70 und im Jahr 2014 von Fr. 53'793.-- führt dies zu
eine
r
Einbusse von
Fr. 22'249.80 (Fr. 51'743.70 - Fr. 29'493.90) respektive von
Fr.
28'241.35
(Fr. 53'793.-- - Fr. 25'551.65), was
einem Invaliditätsgrad von gerundet
43
%
(2013)
und
53
%
(2014)
entspricht. Somit ist auch die
Anspruchsvoraussetzung nach
Art. 28 Abs. 1
lit
.
c IVG
erfüllt
. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG und in
Anwendung von
Art. 88a Abs. 2 IVV begründet dies den Anspruch auf eine
Viertelsrente
ab
1.
Februar 2013 und auf eine halbe Rente ab
1.
Mai 201
4.
7.
7.
1
Bei dieser Ausgangslage ist sodann zu klären, ob die
Beschwerdeführerin
i
hre Schadenminderungspflicht
(
Art.
7
Abs.
1 und
Abs.
2
lit
. d IVG)
verletzt hat und ob in diesem Fall
eine Sanktion
im Sinne einer Leistungskürzung oder -verwei
gerung (Art. 7b
Abs.
1 IVG,
Art.
21
Abs.
4 ATSG)
gerechtfertigt ist.
Hierzu muss das Folgende erfüllt sein:
Eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistung wegen Verletzung der Schadenminde
rungspflicht setzt
zum einen
die Zumutbarkeit der (unterbliebenen) medizi
nischen Behandlung oder er
werblichen Eingliederung voraus
. Zum andern muss diese Vorkehr, der sich die versicherte Person widersetzt oder entzogen hat, geeignet sein, eine wesentliche Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken. Hierfür bedarf es keines strikten Beweises, sondern es genügt eine - je nach den Umständen zu konkretisierende - gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die Vorkehr erfolgreich gewesen wäre (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 9C_82/2013 vom 20.
März 2013 E. 3). Ab welchem Zeitpunkt eine Widersetzlichkeit angenommen werden kann, hängt von der richtigen Durchführung des Mahn- und
Bedenkzeit
verfahrens
ab
(
zum Ganzen:
Urteil des Bundesgerichts 8C_865/2
017 vom 19. Oktober 2018 E. 3.3
mit Hinweis
en)
.
D
ie Festlegung einer Sanktion in Anwendung von
Art.
21
Abs.
4 ATSG hat nach Massgabe von
Art.
7b
Abs.
3 IVG zu erfolgen. Diese
ist
aufgrund aller Fallum
stände, insbesondere aber nach dem Ausmass des Verschuldens der versicherten Person
vorzunehmen
und sie hat vor allem auch das Gebot der Verhältnis
mässigkeit, namentlich die Relation zur günstigen Wirkung der streitbetroffenen Massnahme zu wahren. Mit anderen Worten
darf eine Sanktion nicht weiter
ge
hen, als wenn die Schadenminderungspflicht befolgt worden wäre.
Praxisgemäss bildet bei den Verletzungen der Eingliederungs- bzw. Selbsteingliederungslasten die Kürzung der Leistung die Regel
(Urteil des Bundesgerichts 8C_865/2
017 vom 19. Oktober 2018 E. 5.2.2
).
7.2
Die
Beschwerdegegnerin
forderte die
Beschwerdeführerin
erstmals
zusammen mit der Ankündigung der Ausrichtung einer
Viertelsrente
mit Schreiben vom
14. August 2013
auf
, eine regelmässige psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung durchzuführen.
Die
Beschwerdeführerin
wurde darin auf Art.
21 Abs. 4 ATSG und die Rechtsfolgen für den Fall der Unterlassung hingewiesen. Ferner wurde die Überprüfung der Massnahme mit amtlicher Revision per 1. August 2014 angekündigt
(Urk. 6/71)
. Die
Beschwerdeführerin
begab sich im Anschluss daran unstrittig in keine
psychiatrisch-psychotherapeutische Behand
lung
.
Mit Schreiben vom 6. Dezember 2013 forderte die IV-Stelle die
Beschwer
deführerin
nochmals auf, eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung zu beginnen, und erklärte, erst nach Abschluss der M
assnahme die Abklärungen
wieder
aufzunehmen sowie den Entscheid üb
er den Rentenanspruch zu fällen. Darin wurde
nunmehr
auch eine Frist bis am 14. Februar 2014 zur Mitteilung des behandelnden Arztes, bei welchem eine regelmässige psychiatrisch-psychothera
peutische Behandlung stattfinde, angesetzt (Urk. 6/78).
Mit Schreiben vom
3.
Januar 2014 erinnerte die
Beschwerdegegnerin
die
Beschwerdeführerin
an ihre Auflage und die angesetzte Frist bis am 1
4.
Februar 2014 zur Mitteilung des Psychiaters, bei dem die
aktuelle
Behandlung stattfinden werde
(Urk. 6/81)
; di
es nachdem die
Beschwerdeführerin
mit Schreiben vom 10. Dezember 2013
lediglich
Berichte zu somatischen Behandlungen eingereicht
(Urk.
6/79)
und
Ausführun
gen
zu psychiatrischen Behandlungen im Jahr 2012 gemacht hatte, jedoch
noch immer keine aktuelle psychiatrisch
e
Behandlung
angegeben hatte. Schliesslich meldete die
Beschwerdeführerin
der
Beschwerdegegnerin
telefonisch
(und schrift
lich, Urk. 6/83)
am 1
1.
Februar 2014
,
mithin
fristwahrend
, dass sie ab dem 22.
Februar
2014 bei Dr.
B._
in Behandlung sein werde
(
Urk.
6/82)
.
Anläss
lich des Telefonates vom
4.
Juni 2014 bestätigte die
Beschwerdeführerin
ausser
dem, weiterhin bei Dr.
B._
in Behandlung zu sein (Urk. 6/85). Mit dem Bericht von
Dr.
B._
vom
1.
Juli 2015
ist sodann ausgewiesen, dass
ein
e
ambulante
psychiatrisch-psychotherapeutische
Behandlung
bis November 2014
stattgefunden hat (Urk.
6/96/2).
Gemäss telefonischer Auskunft der
Beschwerde
führerin
dauerte diese
bis zirka im Februar 2015 (
Urk.
6/95), was indes mit keiner anderen Aktenstelle belegt ist.
7.
3
7.3.1
Die
im August 2013
auferlegte Behandlungsmassnahme einer
regelmässigen psychiatrisch-psychotherapeutische
n
Behandlung
war
der
Beschwerdeführerin
,
welche eine Rente beansprucht
,
grundsätzlich zumutbar, zumal eine solche von sämtlichen psychiatrischen Fachärzten
,
insbesondere auch schon vom psychiat
rischen Gutachter der MEDAS
A._
im Januar 2012
befürwortet
worden war
(Urk. 6/54/46, Urk. 6/96/7, Urk. 6/156/82)
und sie
weder mit einem starken Eingriff in die persönliche Integrität noch mit besonderen Gefahren verbunden
ist
.
7.
3
.2
Zusätzlich
muss
die auferlegte Behandlung geeignet sein, eine wesentliche Steigerung der Erwerbsfähigkeit zu bewirken
(
Art.
7a IVG)
.
Hierzu
wurde im
für die Zeit ab August 2013 massgeblichen
Gutachten der MEDAS
A._
unter dem Titel Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
ausgeführt
,
eine wesentliche Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
dürfte kaum zu erreichen sein. Trotzdem gehöre gemäss der Empfehlung des Psychiaters eine Psychotherapie im Sinne einer Verhaltenstherapie, eventuell mit einer Psychopharmakotherapie zur Schadenminderungspflicht der
Beschwerde
führerin
, mit dem Ziel, die attestierte Arbeitsfähigkeit (von 60
%
) mit dem starken Schmerzerleben wieder umsetzen zu können (
Urk.
6/54/20; vgl. auch
Urk.
6/54/46).
Dr.
B._
erklärte in seinem Bericht vom
1.
Juli 2015 zur Behandlung bis im November 2014 (Urk. 6/96/2)
ebenfalls
, die Beschwerdefüh
rerin sei unter der ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung inklusive Pharmakotherapie auf niedrigem Niveau stabil; von weiteren medizi
nischen Massnahmen sei keine weitere Verbesserung hinsichtlich der Arbeits
fähigkeit zu erwarten (
Urk.
6/96/7).
Dem
C._
-Gutachten vom 1
2.
April 2017 ist sodann
unter dem Titel Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
aus psychiatrischer Sicht und Therapievorschläge
zu entnehmen,
die
im Rahmen der Schadenminderungspflicht
bereits verordnete Therapie habe wahrscheinlich wegen der mangelnden Therapiemotivation der
Beschwerdeführerin
keinen Erfolg gezeigt. Es
könne
indes im Rahmen der Schadenminderungspflicht
trotz der fehlenden Therapiemotivation der
Beschwerdeführerin
ein erneuter Therapie
versuch unternommen werden.
Dieser sollte im ambulanten Rahmen auf längere Zeit angelegt sein, da wahrscheinlich allein für den Beziehungsaufbau mindestens ein Jahr benötigt werde. Sollte es gelingen, die Therapiemotivation zu wecken, sei nach einem Jahr vielleicht eine therapeutische Arbeit möglich (
Urk.
6/156/82).
Mit
diesen fachärztlichen Aussagen
ist
höchstens
ausgewiesen
, dass
- die
Therapiemotivation der
Beschwerdeführerin
vorausgesetzt -
eine der Schaden
minderungspflicht entsprechende
,
konsequent durchgeführte regelmässige
ambulante
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung
die Arbeitsfähigkeit lang
fristig
möglicherweise
positiv zu beeinflussen vermag. Eine
wesentliche Steige
rung der Erwerbsfähigkeit
ist
dagegen
nicht mit ausreichender Wahr
scheinlich
keit erwiesen.
Die
Beschwerdegegnerin
hat dazu denn auch nichts
ausgeführt
.
Namentlich erlaubt
die
Behauptung der
Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid,
es
habe sich gezeigt, dass es
der
Beschwerdeführerin
mit der Therapie
besser
gegangen
sei
,
und daher wäre es der
Beschwerdeführerin
zumutbar gewe
sen, (nach
Dr.
B._
) einen neuen Therapeuten aufzusuchen
(
Urk.
2 S. 2), noch keine Rückschlüsse auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit. Im Übrigen findet die
se
Aussage, es sei mit der Therapie eine gesundheitliche Besserung eingetreten, in den medizinischen Akten keine Stütze.
7.3
.
3
Zu
prüfen
ist
weiter
, ob sich die Beschwerdeführerin de
r
an
geordneten Behand
lungsmassnahme
widersetzt oder entzogen hat.
A
usgewiesen und festzuhalten
ist
diesbezüglich
, dass die
Beschwerdeführerin
das
Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
nach
Art.
21
Abs.
4
ATSG (in Verbindung mit
Art.
7b
Abs.
1 IVG) insofern korrekt durchgeführt hat, als sie
die Massnahme
benannt hat
(regelmässige psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung)
, Frist angesetzt hat, bis wann
der behandelnde Arzt
zu melden sei
(bis am 1
4.
Februar 2014)
,
und erklärt hat, wann
die Massnahme
überprüft werde
(
per
1.
August 2014
)
.
Belegt ist auch
, dass die
Beschwerdeführerin
diese Vorgaben
entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
erfüllt hat. So hat die
Beschwerdeführerin
der
Beschwerdegegnerin
den behandelnden Arzt vor dem 14. Februar 2014 gemeldet, sie hat eine regelmässige psychiatrisch-psychotherapeutische ambulante Behand
lung beim Psychiater Dr.
B._
und dessen Mitarbeiterinnen, der Assistenz
ärztin
H._
und der Psychotherapeutin
I._
(
Urk.
6/96/8), aufgenommen und diese über den angekündigten Überprüfungszeitpunkt per
1.
August 2014 hinaus mindestens bis November 2014, eventuell bis Februar 2015 fortgeführt.
Es kann somit nicht gesagt werden, die
Beschwerdeführerin
habe sich der ange
ordneten
medizinischen
Massnahme widersetzt oder entzogen. In diesem Sinne erklärte
auch
dipl.
med.
F._
vom R
AD in der Stellungnahme vom 22.
März 2016, die Schadenminderungspflicht
scheine
von der
Beschwerdeführerin
umge
setzt worden zu sein (
Urk.
6/162/3
).
7.
4
Die
Aufer
legung einer
Sanktion
ist
bei dieser Sachlage nicht gerechtfertigt
und
unverhältnismässig.
Umso mehr
ist auch die von der
Beschwerdegegnerin
verfügte gänzliche Leist
ungsverweigerung
ab Februar 2013
unrechtmässig. Sie führte
im angefoch
tenen Entscheid
denn auch nichts zum Ausmass des
Verschulden
s
-
einzig ein
schweres Verschulden
würde eine gänzliche Leistungsverweigerung rechtfertigen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_865/2017 vom 1
9.
Oktober 2018 E. 5.2.3.1)
- sowie
zum Kausalzusammenhang zwischen dem angeordneten schadenmindern
den Verhalten und dessen Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
aus
.
8.
Im Ergebnis ist festzuhalten,
dass die
Beschwerdeführerin
Anspruch
auf eine
Vier
telsrente
ab
dem
1.
Februar 2013 und auf
eine halbe Rente ab dem
1.
Mai 2014 hat sowie
,
dass eine Sanktionierung dieser Rentenleistungen wegen Verletzung einer Schaden- oder Mitwirkungspflicht hier nicht gerechtfertigt ist.
Die Beschwerde ist folglich gutzuheissen und d
ie angefochtene Verfügung vom
2
7.
Dezember
2017 (Urk. 2) ist
mit dieser Feststellung aufzuheben.
9
.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung
von Versicherungsleistungen. Das Verfahren ist daher kostenpflichtig. Die Ge
richtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassu
ng) und ermessensweise auf Fr. 1'0
00.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss
sind die Gerichtskosten
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Der
Beschwerdeführer
in
ist
nach
Massgabe
von
Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetz
es über das Sozialversicherungs
gerich
t ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der
Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen eine Prozessentschädigung von Fr.
2'9
00
.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen)
zuzusprechen.