Decision ID: a32b0c5e-59ad-4c4a-a8ee-5c55ba402e9d
Year: 2018
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Strafverfolgungsbehörden von Luxemburg gegen A. eine Strafuntersu-
chung führen wegen des Verdachts des Betrugs und weiterer Delikte (vgl.
act. 4.0/1, S. 2);
- sie mit Rechtshilfeersuchen vom 18. Dezember 2015 das hiesige Bundes-
amt für Justiz u. a. um Einvernahme von A. zum Gegenstand des Verfahrens
ersuchten (act. 4.0/1);
- die mit der Ausführung des Ersuchens betraute Bundesanwaltschaft mit Ver-
fügung vom 1. März 2016 auf das Rechtshilfeersuchen eintrat (act. 4.0/2);
- sie mit Zwischenverfügung vom 5. September 2016 die Anwesenheit luxem-
burgischer Beamter anlässlich der besagten Einvernahme gestattete
(act. 4.0/3);
- die entsprechende Einvernahme am 18. Januar 2017 stattfand (act. 4.0/8);
- der Vertreter von A. am 24. August 2017 die Bundesanwaltschaft um Zustel-
lung der gesamten Verfahrensakten zur Einsicht ersuchte (act. 4.0/10);
- die Bundesanwaltschaft A. am 9. Oktober 2017 das teilweise geschwärzte
Rechtshilfeersuchen sowie die eingangs erwähnte Eintretens- bzw. Zwi-
schenverfügung übermittelte und die Übermittlung allfälliger weiterer Unter-
lagen mit der Schlussverfügung in Aussicht stellte (act. 4.0/12);
- der Vertreter von A. am 19. Oktober 2017 sein Begehren um vollständige
Akteneinsicht erneuerte (act. 4.0/13);
- die Bundesanwaltschaft im Rahmen der Schlussverfügung vom 20. Novem-
ber 2017 festhielt, A. werde das herauszugebende Einvernahmeprotokoll
inkl. Beilagen gleichentags mit separater Post zugestellt, und den Antrag auf
zusätzliche Akteneinsicht abwies (act. 1.2);
- A. dagegen am 21. Dezember 2017 bei der Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts Beschwerde erheben liess, wobei er beantragt, die Bundes-
anwaltschaft sei anzuweisen, ihm im Rechtshilfeverfahren Einsicht in die
vollständigen und ungeschwärzten Akten, inkl. Inhaltsverzeichnis, zu gewäh-
ren (act. 1);
- er zudem um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Be-
stellung seines Vertreters als unentgeltlicher Rechtsbeistand ersucht (act. 1);
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- die Bundesanwaltschaft der Beschwerdekammer am 9. Januar 2018 auf ent-
sprechende Aufforderung hin, die bisher in dieser Angelegenheit ergange-
nen Akten übermittelte (act. 4).

Considerations:
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten die
Bestimmungen des VwVG anwendbar sind (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37
Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt (Art. 12
Abs. 1 IRSG);
- die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen Behörde oder der aus-
führenden Bundesbehörde der Beschwerde an die Beschwerdekammer des
Bundesstrafgerichts unterliegt (Art. 80e Abs. 1 IRSG), wobei die Beschwer-
defrist 30 Tage beträgt (Art. 80k IRSG);
- sich die vorliegende Beschwerde ausschliesslich gegen die Abweisung des
Antrags des Beschwerdeführers auf vollständige Akteneinsicht im Rechtshil-
feverfahren richtet;
- Personen, gegen die sich das ausländische Strafverfahren richtet, Verfügun-
gen nur anfechten können, wenn eine Rechtshilfemassnahme sie persönlich
und direkt betrifft und sie ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung
oder Änderung haben (Art. 21 Abs. 3 IRSG);
- die Berechtigten dementsprechend am Verfahren teilnehmen und Einsicht in
die Akten nehmen können, soweit dies für die Wahrung ihrer Interessen not-
wendig ist (Art. 80b Abs. 1 IRSG);
- diese Berechtigung bzw. sich die daraus ergebende Parteistellung im
Rechtshilfeverfahren demzufolge nicht – wie vom Beschwerdeführer be-
hauptet (act. 1, Rz. 5, 11 und 16) – eine umfassende ist (GLESS/SCHAFFNER,
Basler Kommentar Internationales Strafrecht, 2015, Art. 21 IRSG N. 60),
sondern auf die Beschwerdelegitimation nach Art. 80h lit. b IRSG abge-
stimmt werden muss (BGE 127 II 104 E. 4b; Entscheide des Bundesstrafge-
richts RR.2015.105 vom 23. Juni 2015 E. 3; RR.2014.92 vom 3. Septem-
ber 2014 E. 9.2);
- die Beschwerdegegnerin in Anwendung dieser Bestimmungen dem Be-
schwerdeführer nur diejenigen (Teile von) Akten des Rechtshilfeverfahrens
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offen legte, welche eine ihn persönlich und direkt betreffende Rechtshilfe-
massnahme (vorliegend dessen Einvernahme) zum Gegenstand haben;
- die Beschwerdegegnerin demgegenüber nicht gehalten war, dem Beschwer-
deführer Akten offen zu legen, welche Rechtshilfemassnahmen und deren
Vollzug zum Gegenstand haben, die lediglich Drittpersonen persönlich und
direkt betreffen;
- sich die Ausführungen des Beschwerdeführers demnach als zum vornherein
unbegründet erweisen, weshalb dessen Beschwerde, soweit darauf einzu-
treten ist, ohne Durchführung eines Schriftenwechsels abzuweisen ist
(Art. 57 Abs. 1 VwVG e contrario);
- die Beschwerdekammer eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel
verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern
ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG) und dieser
einen Anwalt bestellt, wenn dies zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist
(Art. 65 Abs. 2 VwVG);
- gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren als aus-
sichtslos anzusehen sind, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich geringer
erscheinen als die Verlustgefahren;
- dagegen ein Begehren nicht als aussichtslos gilt, wenn sich Gewinnaussich-
ten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig ge-
ringer sind als diese (BGE 142 III 138 E. 5.1 S. 139 f.; 139 III 475 E. 2.2
S. 476);
- sich die Beschwerde anhand des oben Ausgeführten als aussichtslos im
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG erwies, weshalb das Gesuch des Beschwer-
deführers um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung ohne Über-
prüfung von dessen finanzieller Situation abzuweisen ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG);
- die Gerichtsgebühr auf Fr. 1‘000.– festzusetzen ist (Art. 63 Abs. 5 VwVG und
Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bun-
desstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Ent-
schädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]);
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