Decision ID: 6f1a2e8e-2a15-57f0-a93e-b26c0a90ab4e
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1966 geborene
und
im eigenen Reinigungsunternehmen selbständig
erwerbs
tätige
X._
meldete sich
am 5. September 2012
unter Hinweis auf
ver
schiedene gesundheitliche Beeinträchtigungen (
Herz, Nieren
,
Muskel
n
,
psycho
lo
gische Probleme
)
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an
(Urk. 11/7)
.
Daraufhin lud die IV-Stelle den Ver
sicherten zu einem Standortgespräch ein und zog die Akten des
Kranken
tag
geldversicherers
bei (Urk. 11/10-12). Weiter tätigte
die Verwaltung
Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht
. Mit Schreibe
n
vom
25. Juli 2013
for
derte sie den Versicherten unter Hinweis auf die ihm obliegende
Schaden
min
derungspflicht
auf,
sich
eine
r
intensive
n
und regelmäs
sige
n
psychiatrische
n
Behandlung mit
Sitzungsfrequenz mindestens alle 14 Tage für die Dauer von mindestens sechs Monaten mit ärztlich bestätigter Einnahme
der verordneten
Medikamente zu
unterziehen
(Urk. 11/31)
. Am 28. August 2013 meldete die be
han
delnde Psychiaterin der IV-Stelle die Umsetzung der Auflagen
(Urk. 11/36)
.
Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahren
s
verneinte
die IV-Stelle
mit
Verfügung vom 12. Februar 2014
den
Anspruch
des Versicherten
auf Leistung
en
der Invalidenversicherung
(Urk. 2
,
Urk. 11/34 ff.)
.
2.
Dagegen erhob
X._
am 10. März 2014 Beschwerde mit folgendem
Rechts
b
egehren
(Urk. 1
S. 2
)
:
1.
Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 12. Februar 2014 sei aufzuheben.
2.
Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, nach dem Austritt des Beschwerdeführers aus dem stationären psychiatrischen Aufenthalt bei der
Psychiatrie Z._
einen Austrittsbericht einzuholen und danach neu über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers zu entscheiden.
3.
Eventualiter sei ein gerichtliches medizinisches Gutachten einzuholen, das sich zu den gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers sowie zu seinem Grad der Arbeitsunfähigkeit äussert. Eventualiter sei das Verfahren zur Einholung dieses Gutachtens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
Das Verfahren sei
a
n die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese die Invalidität des Beschwerdeführers nach der ausserordentlichen Methode bestimmt.
5.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Gunsten des Beschwerdeführers
.
Am 26. März 2014 reichte er
eine ärztliche Stellungnahme
ein
(Urk. 7, Urk. 8/19-20)
. Mit
Beschwerdeantwort vom 5. Mai 2014
schloss die Verwaltung auf
Abweisung
der Beschwerde
(Urk. 10)
, worüber der Beschwerdeführer am
21. Mai 2014 orientiert wurde (Urk. 12). Am 4. November 2014 legte der Be
schwer
deführer einen weiteren medizinischen Bericht ins Recht (Urk. 13 f.). Mit
Eingabe vom 2. Dezember 2014 teilte die Beschwerdegegnerin ihren Verzicht auf
Einreichung einer Stellungnahme mit (Urk. 17).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbi
ndung mit Art. 8 ATSG bewirken.
1.2
1.2.1
Mit zur Publikation bestimmtem Urteil 9C_492/2014
vom 3. Juni 2015
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung
bei
Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursache und vergleichbaren
psy
chosomatischen
Leiden
(BGE 130 V 352 und anschliessende Urteile) angepasst und
festgehalten, dass die Invaliditätsbemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss
.
Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE 130 V 352 be
gründete Rechtsprechung die Sicherstellung eines gesetzmässigen
Versiche
rungs
vollzuges
mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von
BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Deren
Rechts
natur
kann offen bleiben. Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht fest
zuhalten. Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein strukturiertes Beweisverfahren ersetzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG
–
aus
schliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti
gung
und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweislast der
renten
ansprechenden
Person (Art. 7 Abs. 2 ATSG)
ändert sich dadurch nichts. An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerz
stö
rung
und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) treten im Regelfall be
achtliche Standardindikatoren. Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des
primären Krankheitsgewinnes und die
Präponderanz
der psychiatrischen Komor
bidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur. Recht und Me
dizin wirken sowohl bei der Formulierung der Standardi
ndikatoren wie auch bei deren
rechtlich gebotener
Anwendung im Einzelfall zusammen. Im Grunde konkretisieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehens
weisen für die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Leiden die gesetz
geberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen
Anspruchsgrund
lage
im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweis
belastete versicherte Person zu tragen (E. 6).
1.2.2
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften
systematisiert
werden können, umschreibt das Bundesgericht im erwähnten Leitentscheid 9C_492/2014 wie folgt:
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad“
-
Komp
lex „Gesundheitsschädigung“ (E.
4.3.1)
-
Ausprägung der
diagnoserelevanten Befunde (E.
4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliede
rungserfolg oder -resistenz (E.
4.3.1.2)
-
Komorbiditäten
(E.
4.3.1.3)
-
Komplex „Persönlichkeit“ (Persönlichkeitsdiagnos
tik, persönliche Ressourcen; E.
4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext“ (E.
4.3.3)
-
Kategorie „Konsistenz“ (Ge
sichtspunkte des Verhaltens; E.
4.4)
-
gleichmässige
Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleichbaren Lebensbereichen (E.
4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch
ausgewiesener Leidensdruck (E.
4.4.2).
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Ein
zelfall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern In
di
zien,
wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der
Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatisch
en Störungen zu über
brücken (E.
4.1.3)
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet die Leistungsablehnung damit, dass sich die ge
sundheitliche Beeinträchtigung des Beschwerdeführers
vorwiegend
durch
psy
chosoziale Belastungsfaktoren
erklär
e, die er bisher habe überwinden können.
Dies sei ihm weiterhin zumutbar, weil die bisherigen Ressourcen wie Zuver
lässig
keit, Ausdauer, Genauigkeit und ein hohes Mass an Verantwortlichkeit noch
immer vorhanden sei
en
.
A
usserdem habe bis zum heutigen Zeitpunkt auch kein
e regelm
ässige Behandlung stattgefunden. Aus diesen Gründen anerkennt die
Be
schwerdegegnerin lediglich die somatisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 10 %
(Urk. 2
S. 2
)
.
2.2
Demgegenüber rügt der Beschwerdeführer
in erster Linie
eine Verletzung der Untersuchungsmaxime, weil die Beschwerdegegnerin vor Erlass der Verfügung
den
sich in seinem Besitz befindenden
Bericht
von Dr.
med.
Y._
,
Leiten
der
Arzt
an der
Psychiatrie Z._
, vom 25. Oktober 2013 nicht eingeholt habe. Ausserdem habe die
Beschwerde
geg
ne
rin
den geplanten dreimonatigen stationären Aufenthalt in der
Psychiatrie Z._
nicht ab
ge
wartet, obwohl davon klare Erkenntnisse
hinsichtlich
Diagnosen und
Arbeits
un
fähigkeitsgrad
hätten erwartet werden können (Urk. 1 S. 7 f.). Darüber hinaus leide er an Beschwerden in den Oberschenkeln
sowie
an kardiologischen Prob
le
men
. D
ie behandelnden
Ärzte
attestierten ihm eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %
beziehungsweise sogar 90 %
(
Urk.
1
S. 10 f.
, Urk.
13
).
Darüber hinaus
müsse seine
Invalidität
bei
selbständig
er
Erwerb
stätigkeit
aufgrund der ausser
ordent
li
chen Methode bemessen werden (Urk. 1 S. 11 f.).
3.
3.1
Aus somatischer Sicht
lassen
sich den vorliegenden medizinischen Berichten
im
Wesentlichen
folgende Diagnosen
entnehmen
(
Bericht Dr. med.
A._
, Fach
arzt für Innere Medizin, speziell Nephrologie, vom 31. August 2012 [Urk. 11/16/34-35],
Bericht
Spital B._
, Klinik für Neurologie, vom
16. November 2012 [Urk.
11/16/21-24
],
Bericht
Spital B._
, Insti
tu
t
für Diagnostische und
Interventionelle
Radiologie, vom 20. November 2012 [Urk. 3/10],
Bericht
Spital B._
,
Rheumaklinik, vom 27
. November
2012 [Urk.
11/16-16-20
]
und 5. Dezember 2012 [Urk. 11/16/14-15]
,
Bericht
Spital B._
, Rheumaklinik, Physiotherapie Ergotherapie, vom 26. Febru
ar
2013 [Urk. 11/15]
; Bericht Dr. med.
C._
, Fachärztin für Innere Medizin
und Rheumatologie, vom 16. März 2013 [Urk. 11/16/1-5]
, Berichte Dr.
med.
D._
,
Facharzt für Innere Medizin, speziell Kardiologie, vom 26. März 2013
[Urk. 11/17
/1-2
] und
16. Dezember 2013 [Urk. 3/16]
, Bericht
Spital B._
, Klinik für
Angiologie
, vom 1. Juni 2013 [Urk. 11/26]
)
:
1.
Schmerzen in beiden Oberschenkeln (ICD-10 M79.6)
-
DD
lumboradikuläres
Reizsyndrom L4,
lumbospondylogenes
Syndrom beidseits, muskulär, medikamentös
2.
Vitamin-D-Mangel substituiert (ICD-10 E55.9)
3
.
Koronare Herzkrankheit ED 2004
-
St. n. asymptomatischem inferiorem Myokardinfarkt
-
sekundäre mittelgradige
Mitralinsuffizienz
4
.
Partielle Nierenfunktionsstörung
-
Schrumpfniere links, St. n. Oberpolresektion Niere rechts aufgrund
Nephrolithiasis
-
normale Nierenfunktion 11.2012
Nach Ang
aben der behandelnden
(
Fach
-)Ä
rzte
w
irk
en sich lediglich die
Ober
schen
k
elschmerzen
auf die Arbeitsfähigkeit
aus
(vgl. insbes
. Urk. 11/15,
Urk. 11/16/1-5,
Urk. 11/17
/1-2)
. Die dadurch verursachte Leistungsminderung bei Ausübung der angestammten Tätigkeit wurde nach einem
Arbeitsassessment
im
Spital B._
a
uf 10 % geschätzt (Urk. 11/15), was auch von der Hausärztin unterstützt wird (Urk. 11/16/1-5).
3.2
Die erwähnten somatischen
Diagnosen sind das Ergeb
nis verschiedener fach
ärzt
licher
Untersuchungen. Über deren Bestehen
und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
herrscht unter den behandelnden Ärzten Einigkeit, weshalb
da
rauf abgestellt werden darf
;
der Sachverhalt
ist
insoweit
erstellt
(Urk. 1, Urk. 2;
vgl. auch die RAD-Stellungnahmen vom 1
0.
und 18. Juli 2013 [Urk. 11/33 S. 6
f.]
).
4.
4.1
Mit Bezug auf die psychiatrische Seite ist
zunächst
festzuhalten, dass der Be
schwerdeführer zur Zeit des Verfügungserlasses nach
Absolvierung
der
Vor
ab
klärung
im Oktober 2013
(Urk. 3/8/2)
auf der Warteliste für eine dreimonatige stationäre
Traumatherapie
in der
Psychiatrie Z._
stand
. Der Klinikaufenthalt fand in der Folge vom 15. Mai bis 12. August 2014 statt (Urk. 14).
4.2
Für die richterliche Beurteilung eines Falles sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend.
Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berück
sich
tigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sach
zusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Entscheiderlasses zu beein
flussen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98).
4.3
V
orliegend
ist
davon auszugehen, dass die ärztlichen Beobachtungen
während und
nach der dreimonatigen stationären Behandlung in der
Psychiatrie Z._
wesentliche Er
kenntnisse über den psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zu liefern vermögen. Obwohl sie auf eine
r
nach Verfügungserlass durch
ge
führte
n
Behandlung beruhen, sind die Angaben der
Z._
-Ärzte im
Austritts
be
richt
vom 25. September 2014 (Urk. 14)
mit
zu berücksichtigen.
5.
5.1
Dr. med.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
be
handelt den Beschwerdeführer seit 2004
im Rahmen von sporadischen Sitzung
en
.
Im Bericht
vom 15. April 2013 (Urk. 11/21)
stellte sie folgende psychiatrische D
iagnosen:
1.
Rezidivierend depressive Episoden (ICD-10 F33) bei
-
chronischen massiven psychosozialen Belastungen in Beziehung zu der Mutter der gemeinsamen Tochter (ICD-10 Z65.3, Z63.0)
-
chronische Überlastung mit Erschöpfungssymptomatik bei sehr hoher Arbeitsbelastung bei selbständiger Tätigkeit
(ICD-10 Z73.0)
-
Betroffensein
von Krieg und sonstigen Feindseligkeiten in der Jugend/junges Erwachsenenalter (ICD-10 Z65.5)
2.
V.a.
Som
atisierungsstörung
(ICD-10 F45.0
) im Rahmen einer chronischen posttraumatischen Belastungsstörung nach Bürgerkriegserfahrungen
-
Unklare Myalgien, seit 2010 lt. meiner Unterlagen
-
DD
1.
im Rahmen einer chron. psychosozialen und körperlichen Überlastung
2.
im Rahmen einer PTBS
Weiter führte die Psychiaterin aus, der Beschwerdeführer sei in der Türkei wege
n seiner kurdischen Abstammung Repressalien ausgesetzt gewesen. Die erste
Ehe sei nach einem langwierigen Recht
s
streit
betreffend
Besuchsrechtsregelung ge
schie
den worden. Es
bestehe
eine sch
nelle Ermüdbarkeit, Gereiztheit
und Ver
zweiflung
wegen der Schmerzen
sowie
deshalb
,
weil
ihn seine Gesundheit
nun
nach der beruflichen Etablierung im S
t
ich lasse. Abhängig vom Erzählinhalt und
der emotionalen Beteiligung träten Zitteranfälle am ganzen Körper und
an den
Hände
n auf
. Die Sprache versage und der Beschwerdeführer beginne zu stottern.
Zu Behandlungsbeginn habe er diese Beschwerden mehr oder weniger kontrol
lie
ren können. Seit zirka 2010
seien
Muskelschmerzen, Albträume, zum Teil Flash
backs mit Verfolgungs- und Todesszenarien
sowie ein deutlich sicht
bar erhöhter
Muskeltonus aufgetreten. Der Beschwerdeführer verfüge über Res
sour
cen wie Zuverlässigkeit, Ausdauer, Genauigkeit und ein hohes Mass an Ver
antwort
lich
keit. Sie
(Dr.
E._
)
habe ihn stets als sehr arbeitsam, hilfs
bereit und pflichtbewusst erlebt.
Abschliessend attestierte sie eine 50%ige Arbeitsunfähig
keit für jegliche Tätigkeit.
5.2
Im
Bericht
vom 29. Mai 2013 (Urk. 11/25) präzisierte Dr.
E._
, dass aktuell bei der
rezidivierende
n
depressive
n
Störung
eine
mittelgradige Episode
vorliege
(ICD-10 F33.11)
.
Es bestehe die Indikation zu
r
Intensivierung der The
ra
pie
. D
urch Einbezug der Ehefrau
seien Hinweise für eine
chronifizierte
post
trau
matische Belastungsstörung bei Status nach bürgerkriegsähnlichen Zustän
den mit Bedrohung, Repressionen und Tötung nahestehender Personen deutlich
ge
worden.
Es bestehe ein Symptomenkomplex mit
Hyperarousal
, Intrusionen mit
Albträumen, Reizbarkeit und Vermeidungsverhalten.
Gegen eine
volle
Arbeitsfähigkeit sprächen die schnelle Ermüdbarkeit, die leichte
Erschöpfbarkeit und die in wechselnder Ausprägung vorhandenen Myalgien, die unter anderem zu einer motorischen und inneren Unruhe sowie zu existentiellen Ängsten bei Erfahrung der Nichtkontrollierbarkeit der Beschwerde
n
führten
. Zu
sätzlich bestünden chronische Verspannungen mit deutlich erhöhtem Muskel
tonus sowie eine beeinträchtigte Atemmechanik mit häufig nur sehr ober
fläch
licher Atmung. Unter den gegenwärtigen Umständen könne der Beschwerde
füh
rer eine 50%ige Arbeitsfähigkeit nur knapp halten.
5.3
Gestützt auf diese
Aktenlage kam Dr. med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie und Hämatologie, vom Regionalen Ärztlichen
Dienst in seinen Stellungnahmen vom 1
0.
und 18. Juli 2013 zum Schluss, dass die
attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit angesichts der Diagnose einer rezidi
vie
renden depressiven Störung, aktuell mittelgradige Episode, und der funktio
nell
en Einschränkungen nachvollziehbar sei
(Urk. 11/33 S. 6 f.).
5.4
Am 26. September 2013 liess
Dr.
E._
die Beschwerdegegnerin
da
rüber
informieren, dass der Beschwerdeführer nun bei Dr.
Y._
,
Spezial
station
G._
für
Traumafolgestörungen
,
angemeldet und
ein
Vorge
spräch zur
Indikationsprüfung für den 17. Oktober 2013 vereinbart worden sei (Urk. 11/44
).
5.5
Am 25. Oktober 2013 berichtete Dr.
Y._
über
das
Vorgespräch in der
Psychiatrie Z._
(Urk. 3/8
/2
)
. Dabei ste
llte er folgende psychiatrische
Diagnosen:
-
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.2)
-
V.a.
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.0)
-
Koronare Herzerkrankung
[
-
Fibromyalgie
]
Weiter führte er aus, der Beschwerdeführer habe über seine Kindheit und Jugend wenig berichtet, jedoch habe es auch hier schon vielfältige
Gewalt
er
fahrungen
, emotionale Verwahrlosung und einen einmaligen sexuellen Über
griff gegeben.
Nach seinen Angaben sei der Beschwerdeführer
in der Türkei mehr
fach verhaftet und ins Gefängnis geworfen worden. Dort sei nach seinen Angaben sehr viel Schlechtes passiert. Er könne im Moment jedoch nicht weiter darüber sprechen. In der ersten Ehe
habe
es von Anfang an Schwierigkeiten gegeben. Nach zirka vier Jahren sei es zu einer jahrelang
en
Kampfscheidung ge
kommen. Mit seiner zweiten Frau
führe
er eine gute Ehe. Sie hätten gemein
sam ein Geschäft zur Hausverwaltung und -Reinigung aufgebaut.
Ausserdem hätten s
ie ein Segelboot, das sie jahrelang sehr viel benutzt hätten. Jetzt gehe es
ihm häufig so schlecht, dass er im letzten Sommer nur einmal auf dem Boot gewesen sei.
Dem Beschwerdeführer falle es schwer, über traumatische Erlebnisse zu berich
ten
. Im Gespräch sei eine gewisse Abstumpfung spürbar
.
Er
berichte über aus
ge
prägte depressive Stimmung
slagen, Antriebsminderung und -h
emmung sowie teil
weise geringe Auslenkbarkeit. Es habe Momente von Verzweiflung und Hoff
nungslosigkeit
gegeben
.
Weiter
bestünden ausgeprägte psychosomatische Be
schwer
den mit Zittern, Schwindel und Schmerzen.
5.6
Am 18. März 2014 berichtete Dr.
E._
dem Rechtsvertreter des
Be
schwerdeführers,
letzterer
leide nicht hauptsächlich
unter
psychosozialen Prob
le
men (Urk. 8/20). Würden diese wegfallen, würde
er
weiterhin das
Beschwer
de
bild
einer
Traumafolgestörung
zeigen
, das er über viele Jahre sehr gut zu kom
pensieren verstanden habe. Durch seine Herkunft und seine Lebenserfah
rung hab
e er gelernt, seine Beschwerden zu verbergen.
Über Jahre
hätten
de
pressive Epi
soden k
linisch im Vordergrund gestanden. Die zusätzlichen schwe
ren
psy
cho
sozialen Belastungen hätten nicht mehr kompensiert werden könne
n
,
weil
sie auch frühere traumatische Erfahrungen wie
Hilflosigkeit und Ausge
liefert
sein aktiviert hätten. Der über ein hohes Mass an Resili
enz verfügende Be
schwer
de
führer
habe über Jahre hinweg die Beschwerden psychischer wie auch körper
li
cher Art bagatellisiert oder ignoriert.
Während die Konsultationen früher
notfall
psychiatrischen
Charakter gehabt hätten, habe die Schmerzsymptomatik den Be
schwerdeführer
dazu
bewogen, regelmässige Konsultationen wahrzu
neh
men und auch mehr Einblick in die inneren Prozesse zu gewähren.
5.7
Im Austrittsbericht vom 25. September 2014
(Urk. 14)
stellten Dr.
Y._
und der Fachpsychologe für Psychotherapie
lic
. phil.
H._
von der
Psychiatrie Z._
folgende psychiatrische
Diagnosen
(S. 1)
:
-
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
Anhaltende Schmerzstörung (ICD-10 F45.40)
-
Spezifische (isolierte) Phobien (ICD-10 F40.2)
Am 15. Mai 2014 sei der Beschwerdeführer
in
die offen geführte Spezialstation
G._
für
Traumafolgestörungen
aufgenommen
worden
. Während der Phase des Ver
trauensaufbaus habe er sich auf die Darstellung seiner Lebensanschauungen, philosophischen Überlegungen und seines Identitätsverständnisses konzentriert. Anfänglich habe er sich sehr davor gefürchtet, unbeabsichtigt traumatische Er
fahrungen zu Sprache zu bringen. Wenn er trotzdem ungewollt solche Inhalte gestreift habe, se
i
er nervös geworden, habe das Thema abrupt abgebrochen und sich in Fluchtbereitschaft versetzt.
Im Verlauf der Therapie sei es ihm allmählich gelungen, sich auch in die schmerzlichen Erfahrungen der Kindheit und Jugend
sowie während der ersten Ehe zu vertiefen. Erstmals in s
einem Leben habe er über seine s
chlimmste traumatische Erfahrung (Entführung, Einkerkerung und Folter) berichtet
(S. 4).
Gestützt auf ihre Beobachtungen kamen die Berichtenden zum Schluss, dass der
Beschwerdeführer als leistungsorientierte, unternehmungslustige und verant
wort
ungsbewusste Persönlichkeit sehr stark unter eingeschränkter Leistungsfähigkeit
und gesteigertem Erholungsbedürfnis leide. Er klage über anhaltende schwere und
belastende Schmerzen in den Oberschenkeln, welche trotz umfassender Ab
klärungen in drei verschiedenen Kliniken nicht durch den Nachweis körper
li
cher Störungen hätten erklärt werden können und anhaltend im Hauptfokus
der Aufmerksamkeit
stünden
. Dieses Beschwerdebild entspreche der anhalten
den
Schmerzstörung (ICD-10 F45.40
; S. 6
)
Aus seinen Ausführungen
sei
erkennbar geworden, dass sich seit der Kindheit
ein Angstnetzwerk aus traumatisierenden Erfahrungen aufgebaut habe. Nach dem
Indextrauma im achtzehnten Altersjahr habe sich
der Beschwerdeführer
wäh
rend
mehrere
r
Monate von ausserhalb des Körpers wahrgenommen. Aus der Gegen
wart habe er hingegen
über
keine besondere dissoziative Symptomatik berichtet.
Er
sei in dauernder Übererregung und Anspannung, leide an Schlaf
störungen und
nächtlichem
Umsichschlagen
. Durch
T
raumaassoziiertes könne starke Angst
ge
triggert
werden. Der Beschwerdeführer habe beispielsweise berichtet, durch den Anblick von Uniformen schwer verängstigt zu werden und sich nicht mehr im Griff haben zu können. Er tendiere deshalb dazu, entspre
chen
den Begegnungen auszuweichen, wie das bei spezifischer (isolierter) Phobie (ICD-10
F40.2) typisch sei (S. 6).
Er zeige verschiedene vegetative Angstsymptome wie Zittern, Schwitzen und An
spannungen. Seine Beschwerden erfüllten die Kriterien
einer posttrau
mati
schen
Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) nach
Betroffensein
von Krieg und sons
tigen Feind
seligkeiten in Jugend und jungem Erwachsenenalter. Der Beschwerde
füh
rer orientiere sich an verschiedenen zum Teil widersprüchlichen Konzepten. Es seien bisweilen starke Inkongruenzen zwischen, Denken, Fühlen und Handeln be
ob
achtbar, welche psychische Spannung erzeugten.
Der Beschwerdeführer
sei sich Gefühlswahrnehmung nicht gewohnt
(S. 6)
.
Sollten d
epressive Episoden in der Vorgeschichte erkannt worden sein, so könnte
für den Beobachtungszeitraum eine rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig remittiert (ICD-10 F33.4), diagnostiziert werden. Zufolge fehlender
fremd
anamnestischer
Angaben sei von einer entsprechenden Diagnosestellung abg
e
sehen worden (S. 6).
Abschliessend wurde dem Beschwerdeführer für die Zeit der gesamten
Hospi
tali
sation
eine Arbeitsunfähigkeit von 90 % attestiert (S. 6 f.).
6.
6.1
Obwohl die behandelnde Psychiaterin Dr.
E._
wie
auch der RAD-Arzt Dr.
F._
von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
aus
gegangen waren
,
verneinte die Beschwerdegegnerin eine psychiatrisch be
gründete Einschränkung
des Leistungsvermögens unter anderem damit
, dass sich
die gesundheitliche Beeinträchtigung vorwiegend durch psychosoziale
Belas
tungs
faktoren
begründe, welche bereits seit langem vorhanden seien
(Urk. 2 S. 2)
.
6.2
6.2.1
I
n den Akten
finden sich
zwar verschieden
e
Hinweise auf negative
,
zum Teil trau
matische Erlebnisse in Kindheit, Jugend und im jungen Erwachsenenalter. In
der
Schweiz angekommen, konnte
sich
der Beschwerdeführer jedoch
ei
ne neue Existenz
aufbauen
; er
etabliert
e sich beruflich
und führt
einen
auf Reinigung und Hauswartung spezialisierten
B
etrieb.
Dieser Betrieb lief bis zum
Auftreten gesundheitlicher Probleme offenbar
gut. Der 2011 eingesetzte
Einkommens
rück
gang
(Urk. 1 S. 12)
dürfte
Folge der gesundheitlichen Beeinträchtigung
sein
be
zieh
ungsweise
nicht als
originär
gesundheitsbeeinträchtigender psychosozialer
Belastungsfaktor in Frage kommen
.
Weiter ist der Beschwerdeführer n
ach einer schwierigen ersten Ehe, welche 2005 nach
lange
r
Kampfscheidung
aufgelöst wurde (Urk. 11/6),
seit 2006
eigenen Ein
gaben
zufolge
glücklich verheiratet
.
Bestanden somit
bis zur Scheidung der ersten Ehe
offen
kundig
belastende psychosoziale Faktoren
, können aktuell keine
solche
n
mehr ausgemacht werden
.
Dementsprechend konnte nach einer mehr
monatigen Beobachtung in der
Psychiatrie Z._
die von Dr.
E._
diagnostizierte rezidivierende depressive Störung, welche mit belastenden psychosozialen Fak
to
ren in Zusammenhang stand, nicht mehr bestätigt werden.
6.2
.2
Mit Bezug auf die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung ist fest
zuhalten, dass in den psychiatrischen Stellungnahmen
von Dr.
E._
und der
Psychiatrie Z._
eine Auseinandersetzung mit der Frage fehlt, weshalb trotz langer zeitlicher Latenz (
vgl. dazu
Dilling
/
Freyberger
[Hrsg.], Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen, 7. Aufl. 2014, S. 173-175;
Bundesge
richturteil
9C_636/2013 vom 25. Februar 2014 E. 4.3.2 mit weiteren Hinweisen) mit fehlenden Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung und hohem Funktionsniveau ohne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung zu stellen ist
(zur generellen For
de
rung na
ch stärkerer Berücksichtigung des Aspekts der funktionellen Auswir
kungen, was sich schon in der Diagnose niederschlagen muss,
Bundesge
richts
urteil
9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 E. 2; vgl. E. 1.2
hievor
)
.
Nach der
früheren bundesgerichtlichen Rechtsprechung
galten für die post
trau
ma
tische Belastungsstörung die bei so genannten
pathogenetisch
-ätio
lo
gisch
un
klaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachwe
isbare organische
Grund
lage
heranzuziehenden
Kriterien (
so
Bundesger
ichtsurteile 8C_483/2012 vom
4. Dezember 2012 E.
4.2
mit Hinweisen
sowie 9C_671/2012
vom 15. Novem
ber 2012 E.
4.3;
vgl. allerdings Bundesgerichtsurteil 8C_538/2014 vom
16. Februar 2015 E. 4.2.3, wo die ausdrücklich formulierte Frage, ob eine post
traumatische Belastungsstörung überhaupt zu den genannten
Beschwerdebil
dern
zu zählen und damit, ob an der Rechtsprechung
wie sie unter anderem im Urteil 8C_483/2012 in E. 4.2 angeführt wurde
festzuhalten sei, nicht beant
wortet werden musste).
Neu lautet bei
somatoformen
Schmerzstörungen und vergleich
baren psychosomatischen Leiden die normativ bestimmte
Gutachter
frage
, wie die
sachverständige Person das Leistungsvermögen einschätzt, wenn sie den ein
schlä
gigen Indikatoren (E. 1.2
hievor
) folgt (Bundesgerichtsurteil 9C_49
2
/2014 vom
3
. Juni 2015 E. 5.2.2).
6.3
Abgesehen vom
Fehlen einer hinreichend transparent dargelegten Diagnose (vgl. E. 6.2.2
hievor
) lassen sich den vorliegenden Akten zwar gewisse
Hinweise, jedoch
nicht genügend
Angaben entnehmen
, um
die
Zuverlässigkeit der
von der
behandelnden Psychiaterin Dr.
E._
attestierte
n
und vom RAD-Internisten Dr.
F._
bestätigte
n
50%ige
n
Arbeitsunfähigkeit
in jeglicher Tätigkeit beziehungsweise den Schweregrad und die Konsistenz der funktio
nel
len Auswirkungen der psychischen Problematik aus rechtlicher Sicht beurtei
len zu können
.
Unter den gegebenen Umständen rechtfertigt es sich, die Sache zur um
fassen
den externen psychiatrischen Begutachtung und zu neuem Entscheid an die
Be
schwerdegegnerin
zurückzuweisen (vgl. Beschwerdeantrag Ziff. 3 Satz 2; Urk. 1 S. 2).
7.
7.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.
festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
7.2
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerde
führer eine angemessene Prozessentschädigung auszurichten. Diese bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert (§ 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 des Gesetzes
über das
Sozialversicherungs
ge
richt
;
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien, der Honorarnote vom 24. August 2015 (Urk. 19) sowie des
praxisgemässen Stundenansatzes von Fr. 200.
für Bemüh
ungen bis 31. Dezember 2014 und Fr. 220.
ab 1. Januar 2015
ist die
Prozess
entschädigung
auf Fr. 2‘
871.15
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzu
setzen.