Decision ID: cb4fca0a-9202-5a7f-912e-b7ffdadff0be
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1965 geborene, vom 9. März 2005 bis 30. November 2011 in der
Schweiz domiziliert gewesene und aktuell in seiner Heimat Deutschland
wohnhafte A._ (im Folgenden: Beschwerdeführer oder Versicher-
ter) arbeitete ab dem 9. März 2005 als Kranführer und war über seine Ar-
beitgeberin bei der B._ gegen die Folgen von Berufs- und Nichtbe-
rufsunfällen obligatorisch versichert; per 30. September 2009 erfolgte die
Kündigung des Arbeitsvertrags (Akten [im Folgenden: act.] der Invaliden-
versicherungs-Stelle für Versicherte im Ausland [im Folgenden: IVSTA oder
Vorinstanz] I 12 S. 65 und 13 = 28-1, 7-1 bis 7-10, 8-1 bis 8-17 und act. II
45 S. 45; vgl. auch act. I 12 S. 210 bis 224 = 13-117 bis 13-131 und II 47
S. 134). Am 5. April 2007 erlitt er im Strassenverkehr einen Nichtberufsun-
fall (act. I 15 S. 44 = 2-364, I 16 S. 229 = 2-229 sowie S. 245 bis 316 = 2-
245 bis 2-319), für dessen Folgen die B._ ihrer gesetzlichen Leis-
tungspflicht nachkam. Er zog sich bei diesem Verkehrsunfall eine Bimalle-
olarfraktur rechts, eine LeFort-Fraktur II beidseits, eine Orbitabodenfraktur
links, eine Nasenbeinfraktur, Riss-Quetsch-Wunden am Ellbogen und Knie
rechts sowie eine Thoraxkontusion zu und wurde im April und Oktober
2007 insgesamt drei Mal operativ versorgt (act. I 15 S. 73 = 15-13, I 16 S.
143 = 2-143).
A.b Am 22. Juni 2008 stürzte der Versicherte infolge einer Schwäche im
rechten Sprunggelenk und zog sich dabei eine Distorsion des linken Knies
zu (act. I 15 S. 55 = 11-3, I 12 S. 203 und 204 = 43-110 und 43-111, I 16
S. 30 = 2-307). Nach Vorliegen der kreisärztlichen Untersuchungsergeb-
nisse vom 20. Februar 2008 (act. I 16 S. 89 bis 94 = 2-89 bis 2-94) und
mehreren stationären Aufenthalten (vom 1. Oktober bis 2. November 2007
im Zentrum C._ [act. I 16 S. 155 bis 159 = 2-155 bis 2-159], vom
29. Oktober bis 14. November 2008 in der Klinik D._ [act. I 15 S. 73
bis 93 = 15-13 bis 15-33], vom 26. bis 31. März 2009 im Kantonsspital
E._, zwei weitere Operationen vom 27. März 2009 [act. I 15 S. S.
222 bis 229 = 23-25 bis 23-32], vom 8. März bis 2. April 2010 in der Klinik
F._ [act. I 12 S. 291 bis 297 = 46-65 bis 46-71, act. II 46 S. 1 bis 7]
und vom 6. Mai bis 3. Juni 2010 in der Klinik G._ [act. I 12 S. 254
bis 263 = 46-28 bis 46-37]) erfolgte seitens der B._ am 9. Septem-
ber 2011 die kreisärztliche Abschlussuntersuchung (act. I 11 S. 82 bis 94 =
51-4 bis 51-16); die Schätzung des Integritätsschadens wurde gleichen-
tags vorgenommen (act. I 11 S. 95 = 51-17; die entsprechende, soweit aus
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den Akten ersichtlich unangefochten in Rechtskraft erwachsene Verfügung
datiert vom 24. November 2011 [act. II 45 S. 100 und 101]). In der Folge
stellte die B._ dem Versicherten mit Schreiben vom 20. September
2011 die Einstellung der Versicherungsleistungen in Aussicht (act. I 11 S.
79 bis 81 = 51-1 bis 51-3). Mit Schreiben vom 28. Oktober 2011 liess der
Versicherte darum bitten, vor dem Fallabschluss zusätzliche Abklärungen
vorzunehmen (act. II 45 S. 112).
A.c Mit Datum vom 19. Juli 2012 erliess die B._ eine Verfügung, mit
welcher sie dem Versicherten mit Wirkung ab 1. Oktober 2011 bei einem
Erwerbsunfähigkeitsgrad von 32 % eine Unfallversicherungsrente in der
Höhe von monatlich Fr. 1'416.25 zusprach (act. I 11 S. 159 bis 161 = 66-1
bis 66-3). Nachdem der Versicherte hiergegen am 13. September 2012
hatte Einsprache erheben lassen (act. II 45 S. 12 bis 16), wurde diese von
der B._ im Rahmen des Einspracheentscheids vom 10. Oktober
2012 abgewiesen (act. I 11 S. 188 bis 197 = 73-1 bis 73-10). Gegen diesen
Entscheid erhob der Versicherte am 24. Oktober 2012 beim Verwaltungs-
gericht des Kantons H._ Beschwerde (act. I 11 S. 198 = 74-1, act.
II 33); das entsprechende Urteil ist nicht aktenkundig.
A.d Mit Datum vom 4. März 2013 meldete der Versicherte in Bezug auf das
Unfallereignis vom 5. April 2007 einen Rückfall an (act. II 44 S. 253, 258,
282 bis 284). Daraufhin bat die B._ auf Empfehlung ihres Psychia-
ters und Psychotherapeuten in dessen Bericht vom 27. August 2013 (act.
II 44 S. 230 bis 238) die Dres. med. I._ und J._ um die Be-
antwortung einiger Fragen (act. II 44 S. 201 bis 202, 206 bis 207, 239 bis
240). Nach Vorliegen der Stellungnahme von Dr. med. J._ vom 16.
März 2014 (act. II 44 S. 144 bis 145) und der B._-internen, am 20.
März 2014 vorgenommenen Überprüfung des Rückfalls (act. II 44 S. 143)
wurde dem Versicherten am 21. März 2014 unter anderem mitgeteilt, dass
gemäss der Beurteilung des Kreisarztes seit der Rentenzusprache unfall-
bedingt keine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustands ein-
getreten sei (act. II 44 S. 141 bis 142); das entsprechende, als "Verfügung"
bezeichnete Schreiben datiert vom 19. August 2014 (act. II 44 S. 118 bis
119). Hiergegen erhob der Versicherte am 8. September 2014 Einsprache
(act. II 44 S. 115 bis 117; vgl. auch act. II 44 S. 70 bis 72). Nach der am 31.
Oktober 2014 durchgeführten kreisärztlichen Untersuchung (act. II 44 S.
79 bis 88) sowie Vorliegen der radiologischen Untersuchungsergebnisse
vom 30. Dezember 2014 (act. II 44 S. 74) gab der B._-Kreisarzt Dr.
med. K._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
am 26. August 2015 eine weitere Stellungnahme ab (act. II 44 S. 55). In
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der Folge erliess die B._ am 1. September 2015 einen Einsprache-
entscheid, mit welchem sie die Einsprache des Versicherten vom 8. Sep-
tember 2014 abwies (act. II 44 S. 48 bis 54). Hiergegen liess der Versi-
cherte beim Verwaltungsgericht des Kantons H._ mit Eingabe vom
5. Oktober 2015 ebenfalls Beschwerde erheben und unter anderem die
Aufhebung des Einspracheentscheids vom 1. September 2015 beantragen
(act. II 44 S. 39 bis 45); die Vernehmlassung der B._ datiert vom
26. November 2015 (act. II 47 S. 336 bis 345); das diesbezügliche Urteil
ist ebenfalls nicht aktenkundig.
B.
B.a Mit Datum vom 27. Juni 2008 hatte sich der Versicherte bei der IV-
Stelle des Kantons H._ (im Folgenden: IV-Stelle H._) zum
Bezug von Leistungen der Schweizerischen Invalidenversicherung ange-
meldet (act. I 17 und 18 = 1-10 und 1-11 sowie 1-1 bis 1-18). Nach Vorlie-
gen der Fragebögen für Arbeitgebende vom 6. August 2008 (act. I 13 = 8-
1 bis 8-17 und act. II 47 S. 272 bis 308) und den durch die B._
vorgenommenen Abklärungsergebnissen (vgl. Bst. A. hiervor) stellte die IV-
Stelle H._ dem Beschwerdeführer mit den Vorbescheiden vom 12.
Juni 2012 einerseits die Abweisung des Anspruchs auf berufliche Mass-
nahmen und andererseits die Zusprache von befristeten Renten (vom 1.
April 2008 bis 31. Dezember 2009 eine ganze Rente [IV-Grad: 100 %], vom
1. Januar bis 31. Oktober 2010 eine halbe Rente [IV-Grad: 58 %]) in Aus-
sicht (act. I 11 S. 139 bis 148 = 55-1). Hiergegen liess der Versicherte durch
seinen Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Simon Krauter, am 16. Juli 2012
seine Einwendungen vorbringen (act. I 11 S. 154 bis 157 = 61-1 bis 64-4).
Nach Vorliegen des entsprechenden Rentenbeschlusses vom 5. Oktober
2012 (act. I 11 S. 163 und 164 = 68-1 und 68-2) erliess die IV-Stelle
H._ am 5. Oktober 2012 eine Verfügung, mit welcher der Anspruch
auf berufliche Massnahmen abgewiesen wurde (act. I 11 S. 172 bis 174 =
71-1 bis 71-3). Hiergegen liess der Versicherte mit Eingabe vom 24. Okto-
ber 2012 beim Verwaltungsgericht des Kantons H._ Beschwerde
erheben (act. I 7 S. 3 bis 9 = 77-3 bis 75-9). Mit Urteil vom 19. Dezember
2012 wurde diese Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle
H._ vom 5. Oktober 2012 zufolge deren Unzuständigkeit gutgeheis-
sen (act. I 3 = 85-1 bis 85-5; vgl. auch act. I 4 und 5 = 84 und 82). Dieser
Entscheid erwuchs – soweit aus den Akten ersichtlich – unangefochten in
Rechtskraft.
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Seite 5
B.b Zufolge Wohnsitznahme des Versicherten in Deutschland wurden die
Akten am 4. Februar 2013 mit dem Hinweis, gemäss Urteil vom 25. Okto-
ber 2012 habe der Versicherte Anspruch auf berufliche Massnahmen bzw.
insbesondere auf eine Umschulung, an die IVSTA überwiesen (act. II 1).
Am 5. März 2013 erliess diese drei Verfügungen, mit welchen dem Versi-
cherten für die Zeit vom 1. April 2008 bis 31. Dezember 2009 eine ganze
und vom 1. Januar bis 31. Oktober 2010 eine halbe IV-Rente samt Kinder-
rente zugesprochen wurde (act. II 2 bis 4). Mit Vorbescheid vom 2. Oktober
2013 stellte die IVSTA dem Versicherten überdies die Abweisung des An-
spruchs auf berufliche Eingliederungsmassnahmen in Aussicht (act. II 20);
die entsprechende, aufgrund der Aktenlage unangefochten rechtskräftig
gewordene Verfügung erging am 17. Dezember 2013 (act. II 27).
C.
C.a Gegen die Verfügungen vom 5. März 2013 liess der Versicherte beim
Bundesverwaltungsgericht mit Eingabe vom 22. April 2013 Beschwerde er-
heben und unter anderem beantragen, die Verfügungen vom 5. März 2013
seien aufzuheben und es sei ihm für den Zeitraum vom 1. April 2008 bis
31. Dezember 2009 eine ganze IV-Rente, ab dem 1. Januar bis zum
31. Oktober 2010 mindestens eine Dreiviertelsrente und ab dem 1. Novem-
ber 2010 mindestens eine Viertelsrente zuzusprechen, wobei die konkrete
Rentenhöhe in jedem Fall zu überprüfen sei; eventualiter seien zusätzliche
medizinische Abklärungen durchzuführen bzw. es sei insbesondere ein po-
lydisziplinäres Gutachten einzuholen bzw. es sei die Streitsache zu ergän-
zenden Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen (act. II 5; vgl. auch
Akten im Beschwerdeverfahren C-2261/2013).
C.b Im Urteil C-2261/2013 vom 25. September 2015 wurde die Vorinstanz
vom Bundesverwaltungsgericht angewiesen, unter Berücksichtigung sämt-
licher aktenkundiger Arztberichte sowie unter Beizug weiterer verfügbarer
medizinischer Unterlagen eine multidisziplinäre fachärztliche Begutach-
tung zu veranlassen, die auch die Auswirkungen des Gesundheitszustands
auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers beurteilen soll (vgl. E. 12);
die Beschwerde wurde insoweit gutgeheissen, als die angefochtenen Ver-
fügungen vom 5. März 2013 aufgehoben wurden und die Sache an die
Vorinstanz zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung und zum Erlass einer
neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückge-
wiesen wurde (Ziffer 1 des Dispositivs; act. II 28).
C-5005/2017
Seite 6
D.
D.a Nachdem sich in der Folge Dr. med. L._ vom IV-internen medi-
zinischen Dienst am 2. April 2016 zu den medizinischen Disziplinen für eine
polydisziplinäre Begutachtung (Innere Medizin, Orthopädie und Psychiat-
rie) geäussert hatte (act. II 57), beauftragte die IVSTA am 26. April 2016
die klinische Abteilung M._ des Spitals N._ (im Folgenden:
M._) mit einer interdisziplinären medizinischen Abklärung (act. II
65). Nach Vorliegen des orthopädischen Fachgutachtens vom 21. Oktober
2016 (act. II 84 S. 66 bis 83) und des psychiatrischen Fachgutachtens vom
28. August 2016 (act. II 84 S. 52 bis 65) sowie der interdisziplinären Ge-
samtbeurteilung vom 25. November 2016 (act. II 84 S. 1 bis 20) gab Dr.
med. L._, Facharzt für Allgemeine Medizin, am 8. Dezember 2016
(act. II 91) und 6. Januar 2017 (act. II 96) weitere Beurteilungen ab. Nach-
dem sich auch der Psychiater Dr. med. O._ vom IV-internen medi-
zinischen Dienst am 3. Februar 2017 zum medizinischen Sachverhalt ge-
äussert hatte (act. II 98), nahm wiederum Dr. med. L._ am 13. Feb-
ruar 2017 ergänzend Stellung (act. II 100).
D.b In der Folge erliess die IVSTA am 26. Mai 2017 einen Vorbescheid, mit
welchem sie dem Versicherten mit Wirkung ab 1. April 2008 bis 31. Dezem-
ber 2009 eine ganze IV-Rente, vom 1. Januar bis 31. Oktober 2010 eine
Dreiviertelsrente und ab dem 1. März 2013 wiederum eine Dreiviertelsrente
in Aussicht stellte (act. II 106). Hiergegen liess der Versicherte am 22. Juni
2017 unter Beilage von medizinischen Akten seine Einwendungen vorbrin-
gen (act. II 107 bis 112). Daraufhin nahm Dr. med. L._ mit Datum
vom 1. Juli 2017 erneut Stellung (act. II 115). Nachdem sich auch Dr. med.
P._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, am 13. Juli 2017
mit dem Dossier befasst hatte (act. II 117 bis 118), erliess die IVSTA betref-
fend den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Oktober 2010 und ab dem 1. März
2013 am 3. August 2017 zwei Verfügungen, mit welchem sie dem Versi-
cherten vom 1. Januar bis 31. Oktober 2010 und ab dem 1. März 2013 eine
Dreiviertelsrente zusprach und darauf hinwies, dass die ganze IV-Rente für
die Periode von April 2008 bis Dezember 2009 bereits verfügt worden sei
(act. II 122 und 123).
E.
E.a Hiergegen liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter beim
Bundesverwaltungsgericht mit Eingabe vom 5. September 2017 Be-
schwerde erheben und unter anderem beantragen, die Verfügung vom
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Seite 7
3. August 2017 sei aufzuheben und es sei ihm auch für den Zeitraum vom
1. November 2010 bis am 28. Februar 2013 zumindest eine Viertelsrente
zuzusprechen und auszurichten; eventualiter seien zusätzliche medizini-
sche Abklärungen vorzunehmen bzw. die Streitsache zu ergänzenden Ab-
klärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen (Akten im vorliegenden Be-
schwerdeverfahren [im Folgenden: B-act.] 1).
Zur Begründung liess der Beschwerdeführer zusammengefasst ausführen,
bereits in der Beschwerdeschrift vom 22. April 2013 im Verfahren C-
2261/2013 sei darauf hingewiesen worden, dass der Beschwerdeführer
seit längerem unter psychischen Beschwerden leide und er der psychiatri-
schen Behandlung bedürfe. Eine solche habe aufgrund nicht übernomme-
ner Kosten bzw. mangels einer entsprechenden Kostengutsprache nicht
durchgeführt werden können. In den Akten befänden sich sodann verschie-
dene Unterlagen, welche aufzeigten, dass beim Beschwerdeführer bereits
vor 2013 deutliche Hinweise auf eine psychiatrische Erkrankung bestan-
den hätten und die Diagnose nicht erst im Jahr 2013 erstmals gestellt wor-
den sei. Die erwähnten Berichte würden darauf hinweisen, dass der Be-
schwerdeführer im hier interessierenden Zeitraum zwischen dem 1. No-
vember 2010 und dem 28. Februar 2013 insbesondere auch aus psychiat-
rischen Gründen nicht arbeitsfähig gewesen sei und ihm deshalb auch für
diesen Zeitraum zumindest eine Viertelsrente zuzusprechen sei oder ge-
gebenenfalls weitere entsprechende (medizinische) Abklärungen zu täti-
gen seien. Dem "polydisziplinären" Gutachten vom 25. November 2016
könne entnommen werden, dass sich der Gesundheitszustand in psychi-
atrischer Hinsicht offenbar bereits ab 2011 verschlechtert habe. Gegebe-
nenfalls sei die Gutachterstelle direkt durch das Gericht oder gegebenen-
falls durch die Vorinstanz im Rahmen einer Rückweisung an diese aufzu-
fordern, ergänzend noch zur Frage Stellung zu nehmen, ab welchem Zeit-
punkt genau aus psychiatrischer Sicht die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
gewesen sei.
E.b Nachdem der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 3. Januar 2018 das
Gesuch um Erteilung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege hatte zu-
rückziehen lassen (B-act. 9; vgl. auch B-act. 2 bis 8), wurde er mit Zwi-
schenverfügung vom 11. Januar 2018 unter Hinweis auf die Säumnisfolgen
(Nichteintreten auf die Beschwerde) aufgefordert, innert Frist einen Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.- in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskos-
ten zu leisten (B-act. 10 bis 11); dieser Aufforderung wurde nachgekommen
(B-act. 12).
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Seite 8
E.c In ihrer Vernehmlassung vom 29. Januar 2018 beantragte die
Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde (B-act. 14).
Zur Begründung führte sie zusammengefasst aus, der ärztliche Dienst
habe aus den bereits vorhandenen und den neu vorgelegten medizini-
schen Unterlagen keine neuen objektiven Fakten erkennen können, wel-
che das Bestehen einer Arbeitsunfähigkeit in leichten Verweisungstätigkei-
ten schon vor dem im polydisziplinären Gutachten festgestellten Zeitpunkt
(März 2013) plausibel gemacht hätten. Dies habe insbesondere auch die
im Einwand in den Vordergrund gestellte psychische Problematik betroffen.
Da mit der Beschwerde nochmals die gleichen Einwände wiederholt und
keine neuen Beweismittel vorgelegt würden, würden sich keine neuen Ge-
sichtspunkte ergeben. Die Beschwerde könne dementsprechend zu keiner
geänderten Betrachtungsweise Anlass geben.
E.d In seiner Replik vom 27. Februar 2018 liess der Beschwerdeführer an
seinen Rechtsbegehren (vgl. Bst. E.a hiervor) festhalten und zur Begrün-
dung insbesondere ausführen, aufgrund der Akten sei davon auszugehen,
dass die beim Beschwerdeführer diagnostizierten psychischen Beschwer-
den bereits vor dem Jahr 2013 bestanden hätten bzw. entstanden seien.
Auch das psychiatrische Teilgutachten im Rahmen des "polydisziplinären"
Gutachtens der M._ vom 28. November 2016 (recte: 25. November
2016) gehe davon aus, dass sich die psychischen Beschwerden nach 2011
und damit eben insbesondere auch vor 2013 entwickelt hätten. Mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit sei der Beschwerdeführer also bereits vor
2013 auch in einer adaptierten Tätigkeit zumindest teilweise arbeitsunfähig
gewesen. In diesem Zusammenhang könne nochmals auf die entspre-
chenden medizinischen Akten verwiesen werden, welche zusammen mit
der Beschwerdeschrift vom 5. September 2017 eingereicht worden seien.
Selbst wenn vorliegend kein durchgehender Rentenanspruch bestehen
sollte, so sei allerdings davon auszugehen, dass dieser bereits vor dem
1. März 2013 (wieder) entstanden sei (B-act. 16).
E.e In ihrer Duplik vom 7. März 2018 beantragte die Vorinstanz weiterhin
die Abweisung der Beschwerde und führte unter anderem aus, replicando
werde am Beschwerdestandpunkt festgehalten, ohne dass sich neue Ge-
sichtspunkte ergäben. Die in der Vernehmlassung vom 29. Januar 2018
dargelegte Betrachtungsweise erfahre deshalb keine Änderung (B-act. 18).
E.f Nachdem mit prozessleitender Verfügung vom 12. März 2018 der
Schriftenwechsel unter dem Vorbehalt weiterer Instruktionsmassnahmen
C-5005/2017
Seite 9
abgeschlossen worden war (B-act. 19), ging beim Bundesverwaltungsge-
richt am 20. März 2018 die Honorarnote des Rechtsvertreters vom
19. März 2018 ein (B-act. 20).
E.g Im Rahmen der Eingabe vom 16. Mai 2018 liess der Beschwerdeführer
dem Bundesverwaltungsgericht eine Kopie des polydisziplinären Gutach-
tens der Klinik Q._ vom 6. April 2018 zukommen (B-act. 21); diese
Dokumente gingen mit prozessleitender Verfügung vom 18. Mai 2018 in
Kopie an die Vorinstanz, welcher Gelegenheit zur allfälligen Stellungnahme
gegeben worden war (B-act. 22).
E.h In ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 1. Juni 2018 verwies die
Vorinstanz auf die von Dr. med. P._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, vom IV-internen medizinischen Dienst am 31. Mai 2018
vorgenommene Beurteilung und hielt an der beantragten Abweisung der
Beschwerde fest (B-act. 23).
E.i Mit prozessleitender Verfügung vom 7. Juni 2018 ging ein Doppel der
ergänzenden Stellungnahme der Vorinstanz vom 1. Juni 2018 inklusive
Beilagen zur Kenntnisnahme an den Beschwerdeführer (B-act. 24).
E.j Mit prozessleitender Verfügung vom 19. August 2021 wurde dem Be-
schwerdeführer die Möglichkeit eingeräumt, innert Frist zur beabsichtigten
Aufhebung der angefochtenen Verfügungen vom 3. August 2017 – soweit
mit diesen ein Rentenanspruch für die Zeit vom 1. November 2010 bis
28. Februar 2013 verneint worden ist – und zur Veranlassung weiterer
Sachverhaltsabklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht Stel-
lung zu nehmen oder seine Beschwerde allenfalls zurückzuziehen. Dabei
erwog das Bundesverwaltungsgericht auch, dass die richterliche Überprü-
fungsbefugnis jedoch nicht in dem Sinne eingeschränkt werde, dass die
unbestritten gebliebenen Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prü-
fung ausgenommen blieben würden, und dass demnach die Frage, ob und
gegebenenfalls in welchem Umfang und für welche Zeitperiode Rentenan-
sprüche bestünden, (wieder) offen sei und sich somit neue Abklärungser-
gebnisse nicht nur zu Gunsten, sondern allenfalls auch zu Ungunsten des
Beschwerdeführers auswirken könnten (B-act. 28).
E.k Im Rahmen der Eingabe vom 8. Oktober 2021 liess der Beschwerde-
führer nach einem Gesuch um Fristerstreckung für die Stellungnahme (B-
act. 29 und 30) an seiner Beschwerde festhalten (B-act. 31).
C-5005/2017
Seite 10
E.l Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften und Be-
weismittel der Parteien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Er-
wägungen einzugehen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kog-
nition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]; BVGE
2016/15 E. 1; 2014/4 E. 1.2).
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG; SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1
Bst. b IVG sowie Art. 5 VwVG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der IVSTA. Eine
Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor.
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG).
Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen
Verfahren die besonderen Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmun-
gen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversiche-
rungen anwendbar, wenn und soweit es die einzelnen Sozialversiche-
rungsgesetze vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG
auf die IV anwendbar (Art. 1a-26bis und 28-70 IVG), soweit das IVG nicht
ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Dabei finden nach den
allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln in formellrechtlicher Hinsicht
mangels anderslautender Übergangsbestimmungen grundsätzlich diejeni-
gen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeur-
teilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2).
1.3 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 22a
in Verbindung mit Art. 60 ATSG und Art. 50 Abs. 1 VwVG sowie Art. 52
Abs. 1 VwVG). Als Adressat der Verfügungen vom 3. August 2017 (act. II
122 bis 123) ist der Beschwerdeführer berührt und hat ein schutzwürdiges
Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (vgl. Art. 59 ATSG; vgl. auch
C-5005/2017
Seite 11
E. 1.4 hiernach). Nachdem der Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-
fristgerecht geleistet worden ist (B-act. 12), ergibt sich zusammenfassend,
dass sämtliche Prozessvoraussetzungen erfüllt sind. Auf die Beschwerde
ist daher einzutreten.
1.4
1.4.1 Mit Urteil C-2261/2013 vom 25. September 2015 (act. 28; vgl. auch
Akten im Beschwerdeverfahren C-2261/2013) hiess das Bundesverwal-
tungsgericht die Beschwerde des Versicherten vom 22. April 2013 (act. II
5) gegen die drei Verfügungen vom 5. März 2013, mit welchen dem Versi-
cherten für die Zeit vom 1. April 2008 bis 31. Dezember 2009 eine ganze
und vom 1. Januar bis 31. Oktober 2010 eine halbe IV-Rente samt Kinder-
rente (1. April 2008 bis 31. Mai 2009) zugesprochen wurde (act. II 2 bis 4),
insoweit gut, als diese Verfügungen aufgehoben wurden und die Streitsa-
che zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung und zum Erlass einer neuen
Verfügung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen
wurde. Dabei erwog das Bundesverwaltungsgericht, dass diese Verfügun-
gen als Teil ein und derselben Rentenverfügung zu betrachten seien, wes-
halb nur von einem einzigen Anfechtungsobjekt die Rede sei (vgl. E. 3).
1.4.2 Am 3. August 2017 erliess die IVSTA betreffend den Zeitraum vom
1. Januar bis 31. Oktober 2010 und ab dem 1. März 2013 am 3. August
2017 zwei Verfügungen, mit welchen sie dem Versicherten vom 1. Januar
bis 31. Oktober 2010 und ab dem 1. März 2013 eine Dreiviertelsrente zu-
sprach, und wies darauf hin, dass die ganze IV-Rente für die Periode von
April 2008 bis Dezember 2009 bereits verfügt worden sei (act. II 122 und
123).
1.4.3 Die im vorliegenden Beschwerdeverfahren vordergründig massgebli-
chen beiden Verfügungen vom 3. August 2017, mit welchen dem Versicher-
ten vom 1. Januar bis 31. Oktober 2010 und ab dem 1. März 2013 eine
Dreiviertelsrente zugesprochen worden war, sind als Teil ein und derselben
Rentenverfügung zu betrachten und folglich als einziges Anfechtungsob-
jekt zu qualifizieren. Von diesem einzigen Anfechtungsobjekt wird darüber
hinaus mit Blick auf das einheitliche Rechtsverhältnis auch die Zeitperiode
vom 1. April 2008 bis 31. Dezember 2009 erfasst (vgl. hierzu Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts C-2261/2013 vom 25. September 2015 E. 3
mit Hinweisen auf BGE 131 V 164 E. 2.3 und BGE 125 V 413 E. 2b). In
diesem Zusammenhang ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass mit Urteil
des Bundesverwaltungsgerichts C-2261/2013 vom 25. September 2015
C-5005/2017
Seite 12
auch die Verfügung vom 5. März 2013 betreffend die ganze IV-Rente für
die Periode von April 2008 bis Dezember 2009 aufgehoben wurde und so-
mit – entgegen der Auffassung der Vorinstanz – keine Verfügung (mehr)
über diesen Zeitraum existiert.
1.5
1.5.1 Zur Begründung seiner Beschwerde vom 5. September 2017 liess
der Beschwerdeführer unter anderem ausführen, er sei mit der Ausrichtung
einer ganzen IV-Rente für den Zeitraum vom 1. April 2008 bis 31. Dezem-
ber 2009 sowie einer Dreiviertelsrente vom 1. Januar bis 31. Oktober 2010
sowie erneut ab 1. März 2013 einverstanden. Nicht einverstanden sei er
hingegen damit, dass ihm für den Zeitraum vom 1. November 2010 bis
28. März 2013 keine Rente ausgerichtet werden soll (B-act. 1).
1.5.2 Vernehmlassungsweise vertrat die Vorinstanz am 29. Januar 2018
den Standpunkt, die zugesprochenen Renten würden beschwerdeweise
ausdrücklich nicht angefochten. Gegenstand der Beschwerde bilde nur die
Rentenlücke zwischen dem 1. November 2010 und dem 28. Februar 2013
(B-act. 14).
1.5.3 Anfechtungs- und Streitgegenstand sind nur dann identisch, wenn
die Verwaltungsverfügung insgesamt angefochten wird (BGE 131 V 164
E. 2.1; SVR 2010 BVG Nr. 14 S. 56 E. 4.1). Da gemäss dem Grundsatz
von BGE 125 V 413 die Zusprechung und (rückwirkende) Revision der
Rente Gegenstand ein und derselben Verfügung sind, ist es in anfech-
tungs- und streitgegenständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende
Zusprechung einer abgestuften und/oder befristeten Invalidenrente in einer
oder in mehreren Verfügungen gleichen Datums eröffnet wird (vgl. BGE
131 V 164 E. 2.3.1 und 2.3.4; vgl. auch E. 1.4 hiervor). Insofern gehören
die nicht beanstandeten Rechtsverhältnisse (ganze IV-Rente vom 1. April
2008 bis 31. Dezember 2009, Dreiviertelsrente vom 1. Januar bis 31. Ok-
tober 2010 sowie ab 1. März 2013) zwar sowohl zum Anfechtungs- als auch
zum Streitgegenstand (vgl. auch E. 1.4 hiervor). Da den Parteianträgen
entsprechend dem Verfügungsgrundsatz für die Festlegung des Streitge-
genstandes vorrangige Bedeutung zukommt (BGE 118 V 311 E. 3b), ist
vorliegend jedoch in erster Linie streitig und zu prüfen, ob dem Beschwer-
deführer für den Zeitraum vom 1. November 2010 bis 28. Februar 2013
zumindest ein Anspruch auf eine Viertelsrente zusteht und in diesem Zu-
sammenhang, ob die Vorinstanz insbesondere für diese Zeitperiode den
medizinischen Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt und gewürdigt hat.
C-5005/2017
Seite 13
Zu ergänzen bleibt, dass die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht in
dem Sinne eingeschränkt wird, dass die unbestritten gebliebenen Renten-
bezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE
131 V 164 und 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a; vgl. auch E. 5.3 hier-
nach).
1.6 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
1.7 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-
grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im
Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser
Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet zum einen sein
Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (Art. 28 ff. ATSG; BGE
125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Im Sozialversi-
cherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz
nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines be-
stimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Ge-
richt hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE
126 V 360 E. 5b und 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
Mit der Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz ist das Bundes-
verwaltungsgericht an den Entscheid C-2261/2013 vom 25. September
2015 (act. II 28) gebunden (BGE 135 III 334 E. 2; Urteile des BGer
8C_680/2015 vom 14. Dezember 2015 E. 4.1 und 4.3.3 und 8C_720/2015
vom 12. April 2016 E. 3), weshalb vorab – anstelle einer Wiederholung der
entsprechenden Erwägungen im vorliegenden Entscheid – insbesondere
betreffend die Mindestbeitragsdauer (E. 5.), die Invalidität und den Renten-
anspruch (E. 6.1 bis 6.3) und die Notwendigkeit von ärztlichen Unterlagen
zur Bemessung des Invaliditätsgrades (E. 7.1) auf die entsprechenden Er-
wägungen im oben erwähnten Urteil verwiesen werden kann. Zu ergänzen
bleibt Folgendes:
2.1 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger und wohnt in
Deutschland. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni
C-5005/2017
Seite 14
1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur
Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des
FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen
Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009
(SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar 2015 sind
auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und
Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen der
Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vorliegen einer an-
spruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im Anwendungsbe-
reich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach schweizerischem
Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 vom
16. Januar 2013 E. 4).
2.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-
folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1),
weshalb jene Vorschriften Anwendung finden, die spätestens beim Erlass
der Verfügungen vom 3. August 2017 in Kraft standen (so auch die Normen
der am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Fassung des IVG vom 18. März
2011 [6. IV-Revision], nicht jedoch die seit 1. Januar 2022 in Kraft stehen-
den Änderungen des IVG vom 19. Juni 2020 [Weiterentwicklung der IV, AS
2021 705; BBl 2017 2535]); weiter aber auch solche, die zu jenem Zeit-
punkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung al-
lenfalls früher entstandener Leistungsansprüche von Belang sind. Tatsa-
chen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall
Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362
E. 1b).
2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V
281 E. 2.1). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht
gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft,
beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den
der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-
scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine
https://www.fedlex.admin.ch/eli/oc/2021/705/de https://www.fedlex.admin.ch/eli/oc/2021/705/de https://www.fedlex.admin.ch/eli/fga/2017/544/de
C-5005/2017
Seite 15
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-
gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106
E. 4.4). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung al-
len guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 352 E. 2.2.1; SVR 2014 IV Nr. 2
S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person
trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offenstehenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies
ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V
279 E. 3.2.1; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.2).
2.4 Geht es um psychische Erkrankungen, namentlich eine anhaltende so-
matoforme Schmerzstörung, ein damit vergleichbares psychosomatisches
Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder depressive Störungen leicht- bis
mittelgradiger Natur (BGE 143 V 409), sind für die Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – unter Berücksichti-
gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tat-
sächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281
E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; 143 V 418 E. 6 ff.). Ausgangspunkt der Prüfung
und damit erste Voraussetzung bildet eine psychiatrische, lege artis ge-
stellte Diagnose (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1; 143 V 418 E. 6 und E. 8.1).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erwähnten Indikatoren hat das
Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie
«funktioneller Schweregrad» (E. 4.3) mit den Komplexen «Gesundheits-
schädigung» (Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symp-
tome; Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz; Komorbidi-
täten [E. 4.3.1]), «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsentwicklung und -struk-
tur, grundlegende psychische Funktionen [E. 4.3.2]) und «sozialer Kon-
text» (E. 4.3.3) sowie Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhal-
tens [E. 4.4]) mit den Faktoren gleichmässige Einschränkung des Aktivitä-
tenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und be-
handlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens-
druck (E. 4.4.2).
2.5 Ärztliche Auskünfte sind eine wichtige Grundlage für die Beurteilung
der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet
C-5005/2017
Seite 16
werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2; 132 V 93 E. 4). Sache des (begut-
achtenden) Mediziners ist es zunächst, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben,
d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berück-
sichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und ge-
stützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige
seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und Gerichte nicht kompetent
sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beein-
trächtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen
keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arzt-
person zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab,
welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliess-
lich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemu-
tet werden können. Nötigenfalls sind, in Ergänzung der medizinischen Un-
terlagen, für die Ermittlung des erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens
die Fachpersonen der beruflichen Integration und Berufsberatung einzu-
schalten (BGE 140 V 193 E. 3.2). Demgegenüber fällt es nicht in den Auf-
gabenbereich des Arztes oder der Ärztin, sich zur Höhe einer allfälligen
Rente zu äussern, da der Begriff der Invalidität nicht nur von medizini-
schen, sondern auch von erwerblichen Faktoren bestimmt wird (vgl. Art. 16
ATSG).
2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).
2.7 Unabhängig davon, ob es sich um eine nachweisliche organische Pa-
thologie oder um ein unklares Beschwerdebild handelt, setzt eine An-
spruchsberechtigung stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der
Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbsfä-
higkeit voraus. Dabei können – insbesondere unklaren Beschwerdebildern
inhärente – Abklärungs- und Beweisschwierigkeiten die Berücksichtigung
weiterer Lebens- und Aktivitätsbereiche wie etwa Freizeitverhalten oder fa-
miliäres Engagement erfordern, um das Ausmass der Einschränkungen zu
C-5005/2017
Seite 17
plausibilisieren, wobei auch fremdanamnestische Angaben zu berücksich-
tigen sind. Ohne Einbezug solcher Indizien, wie sie im Rahmen der festen
Praxis zu den organisch nicht nachweisbaren unklaren Beschwerdebildern
(BGE 141 V 281 E. 4.4.1) regelmässig zu berücksichtigen sind, ist eine
ärztliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht beweiskräftig (BGE 140 V 290
E. 3.3.2). In den konsistenten Nachweis einer gestörten Aktivität und Par-
tizipation einzubeziehen sind nur funktionelle Ausfälle, die sich aus denje-
nigen Befunden ergeben, welche auch für die Diagnose der Gesundheits-
beeinträchtigung massgebend gewesen sind. Die Einschränkung in den
Alltagsfunktionen, welche begrifflich zu einer lege artis gestellten Diagnose
gehört, wird mit den Anforderungen des Arbeitslebens abgeglichen und an-
hand von Schweregrad- und Konsistenzkriterien in eine allfällige Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit umgesetzt. Auf diesem Weg können gel-
tend gemachte Funktionseinschränkungen über eine sorgfältige Plausibili-
tätsprüfung bestätigt oder verworfen werden (BGE 141 V 281 E. 2.1.2).
2.8 Eine begutachtende medizinische Fachperson muss über die notwen-
digen fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteil des BGer 9C_555/2017
vom 22. November 2017 E. 3.1 mit Hinweisen). Den von Versicherungsträ-
gern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten von medizini-
schen Sachverständigen, die den Anforderungen der Rechtsprechung ent-
sprechen, darf das Gericht vollen Beweiswert zuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
137 V 210 E. 2.2.2 und 135 V 465 E. 4.4).
2.9 Sofern RAD-Untersuchungsberichte oder solche des IV-internen medi-
zinischen Dienstes den Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE
125 V 351 E. 3a) genügen, auch hinsichtlich der erforderlichen ärztlichen
Qualifikationen (vgl. hierzu Urteil des BGer 9C_736/2009 vom 26. Januar
2010 E. 2.1), haben sie einen vergleichbaren Beweiswert wie ein anderes
Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Eine von anderen mit der
versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung vermag
die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört vielmehr
zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial aus-
einanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf wel-
che Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwaltungs-
und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung
(BGE 132 V 93 E. 7.2.2).
C-5005/2017
Seite 18
Die Stellungnahmen des RAD oder des medizinischen Dienstes der IVSTA,
welche nicht auf eigenen Untersuchungen beruhen, können wie Aktengut-
achten beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im
Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich festste-
henden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Be-
fassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile
des BGer 9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom
8. Juni 2015 E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je mit Hin-
weisen). Die Aufgabe der versicherungsinternen Fachpersonen besteht
insbesondere darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfe-
stellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche
in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den me-
dizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und versicherungsmedizi-
nisch zu würdigen (vgl. SVR 2009 IV Nr. 50 [Urteil 8C_756/2008] E. 4.4 mit
Hinweis; Urteil des BGer 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Sie
haben die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht zu würdigen,
wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten
eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die an-
dere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu-
nehmen ist (BGE 142 V 58 E. 5.1). Enthalten die Akten für die streitigen
Belange keine beweistauglichen Unterlagen, kann die Stellungnahme ei-
ner versicherungsinternen Fachperson in der Regel keine abschliessende
Beurteilungsgrundlage bilden, sondern nur zu weitergehenden Abklärun-
gen Anlass geben (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom 25. März 2011
E. 3.3).
Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen Fach-
personen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arz-
tes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auf-
tragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc) nicht, um solche Zweifel
auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten
anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen
haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung
veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6).
3.
In Bezug auf den Einspracheentscheid der B._ vom 13. September
2012 (act. I 11 S. 188 bis 197 = 73-1 bis 73-10; vgl. auch B-act. 1 III [Sach-
verhalt] Ziff. 8) ergibt sich in koordinationsrechtlicher Hinsicht, dass die IV-
Stellen und die Unfallversicherer die Invaliditätsbemessung in jedem Ein-
zelfall selbstständig vorzunehmen haben. Keinesfalls dürfen sie sich ohne
C-5005/2017
Seite 19
weitere eigene Prüfung mit der blossen Übernahme des Invaliditätsgrads
des Unfallversicherers bzw. der IV-Stelle begnügen (BGE 126 V 288 E. 2d).
Der koordinationsrechtliche Gesichtspunkt hat sodann dadurch an Bedeu-
tung verloren, dass nach BGE 131 V 362 die Invaliditätsschätzung der In-
validenversicherung gegenüber dem Unfallversicherer keine Bindungswir-
kung entfaltet. Dasselbe gilt auch in umgekehrter Hinsicht (BGE 133 V 549
E. 6). Aufgrund dieser höchstrichterlichen Rechtsprechung war die Vo-
rinstanz beim Erlass des vorliegenden Anfechtungsobjekts vom 3. August
2017 grundsätzlich nicht an die durch die B._ vorgenommene Inva-
liditätsbemessung gebunden, zumal die Invalidenversicherung – trotz iden-
tischem Invaliditätsbegriff seit dem In-Kraft-Treten von Art. 8 ATSG – als
final konzipierte Versicherung im Gegensatz zur Unfallversicherung, bei
welcher nur die unfallbedingte Invalidität Berücksichtigung findet, nicht zwi-
schen krankheits- oder unfallbedingter Invalidität unterscheidet (vgl. Urteil
des BGer 9C_7/2008 vom 18. September 2008 E. 5.). Da die Invaliditäts-
einschätzung der B._ lediglich die natürlich und adäquat kausalen
gesundheitlichen und erwerblichen Unfallfolgen berücksichtigt hatte, ist im
Folgenden mit Blick auf den finalen Charakter der IV insbesondere auch
zu prüfen, ob beim Beschwerdeführer zusätzliche krankheitsbedingte ge-
sundheitliche Beeinträchtigungen bestehen und ob bzw. in welchem Um-
fang und ab welchem Zeitpunkt die Gesamtheit der gesundheitlichen Ein-
schränkungen allenfalls zu einer rentenbegründenden Erwerbsunfähigkeit
geführt hat. In diesem Zusammenhang erwog das Bundesverwaltungsge-
richt denn auch bereits im Urteil C-2261/2013 vom 25. September 2015
(act. II 28), es könne für die Leistungseinschätzung nicht allein auf die Ak-
ten der Unfallversicherung und die sich darauf stützende Stellungnahme
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (im Folgenden: RAD) abgestellt wer-
den; es fehle sowohl an einer multidisziplinären Gesamtbeurteilung des
Gesundheitszustands des Beschwerdeführers wie auch an einer alle Lei-
den berücksichtigenden schlüssigen Beurteilung des Grads der Arbeitsun-
fähigkeit (E. 12.; vgl. zum Ganzen auch E. 4.3.1 hiernach).
4.
Der Vorinstanz dienten in medizinischer Hinsicht als Entscheidgrundlage
in erster Linie das Gutachten der M._ vom 25. November 2016 (act.
II 84; orthopädisches Fachgutachten vom 21. Oktober 2016 [act. II 84 S.
66 bis 83], psychiatrisches Fachgutachten vom 28. August 2016 [act. II 84
S. 52 bis 65], interdisziplinäre Gesamtbeurteilung vom 25. November 2016
[act. II 84 S. 1 bis 20]). Darüber hinaus dienten ihr insbesondere auch die
Stellungnahmen von Dr. med. L._, Facharzt für Allgemeine Medizin,
vom 8. Dezember 2016 (act. II 91), 6. Januar 2017 (act. II 96), 13. Februar
C-5005/2017
Seite 20
2017 (act. II 100) und 1. Juli 2017 (act. II 115) sowie diejenigen der Psychi-
ater Dres. med. O._ und P._ vom 3. Februar 2017 (act. II
98) und 13. Juli 2017 (act. II 117 bis 118) als Entscheidbasis. Diese Doku-
mente sind nachfolgend zusammengefasst wiederzugeben und zu würdi-
gen, wobei die nach Verfügungserlass vom 3. August 2017 verfassten ärzt-
lichen Dokumente – insbesondere das interdisziplinäre Gutachten der Kli-
nik Q._ vom 6. April 2018 (B-act. 21) sowie die diesbezügliche Stel-
lungnahme des Psychiaters Dr. med. P._ vom IV-internen medizini-
schen Dienst vom 31. Mai 2018 (B-act. 23) – im vorliegenden Beschwer-
deverfahren mangels prozessökonomischer Gründe dem Normalfall ent-
sprechend unberücksichtigt zu bleiben haben (vgl. hierzu BGE 130 V 138
E. 2.1). Anschliessend ist zu prüfen, ob im Anschluss an das Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts C-2261/2013 vom 25. September 2015 (act. II
28) nun eine rechtsgenügliche und umfassende Beurteilung des Gesund-
heitszustands und dessen Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfä-
higkeit des Beschwerdeführers vorliegt resp. ob sich der rechtserhebliche
Sachverhalt als vollständig abgeklärt und gewürdigt erweist. Falls dies be-
jaht werden kann, ist weiter insbesondere zu prüfen, ob der Beschwerde-
führer einen Rentenanspruch hat resp. ob die materiellen, kumulativen An-
spruchsvoraussetzungen von Art. 28 Abs. 1 Bst. a bis c IVG (vgl. zum ku-
mulativen Charakter von Art. 28 Abs. 1 Bst. a bis c IVG bspw. Urteil des
BGer 9C_942/2015 vom 18. Februar 2016 E. 3.1) und Art. 28 Abs. 2 IVG
erfüllt sind. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass bei
rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten IV-Rente
die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog anzuwenden
sind (BGE 109 V 125 E. 4a; AHI 1998 S. 121 E. 1b; zur Revision von Inva-
lidenrenten vgl. Art. 17 Abs. 1 ATSG und Art. 88a Abs. 1 IVV in Verbindung
mit Art. 88bis Abs. 2 IVV; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.2 und E. 3.5.4;
BGE 141 V 9 E. 2.3 und 5.2; BGE 133 V 108 E. 5.4; SVR 2013 IV Nr. 44
S. 135 E. 3.1.2).
4.1
4.1.1 Im psychiatrischen Fachgutachten vom 28. August 2016 diagnosti-
zierte Dr. med. R._, unter anderem Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Agoraphobie
mit Panikstörung (ICD-10: F40.01) sowie eine mittelgradig depressive Epi-
sode (ICD-10: F32.1). Weiter führte er zusammengefasst aus, eine soma-
toforme Schmerzstörung oder chronische Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Faktoren sei nicht zu diagnostizieren. Die
C-5005/2017
Seite 21
Schmerzerkrankung sei im Verlauf zunächst hauptsächlich organisch be-
dingt gewesen. Danach habe sich die depressive Episode diagnostiziert
und im Rahmen dieser eine Schmerzverstärkung entwickelt. Der Psychia-
ter Dr. I._ habe 2013 eine mittelgradig depressive Episode wie er,
Dr. med. R._, in seinem Gutachten festgestellt. Die Ausübung des
hochgradig verantwortungsvollen Berufs eines Kranführers sei aus psychi-
atrischer Sicht seit zirka 2012 nicht möglich. Für eine angepasste Tätigkeit
sollte es dem Versicherten möglich sein, 3 bis 4 Stunden täglich einer Ar-
beitstätigkeit nachzugehen. Die Schmerzen seien in dieser Einschätzung
nicht miteinbezogen.
4.1.2 Im orthopädischen Fachgutachten vom 21. Oktober 2016 diagnosti-
zierte Dr. med. S._, Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie
des Bewegungsapparates, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen
Status nach dem Poly-Trauma vom 5. April 2007 im Rahmen eines Ver-
kehrsunfalls mit einer Bimalleolarfraktur rechts (mit zahlreichen Zustän-
den), mit einer Le-Fort-Fraktur II beidseits, einer Orbitafraktur links und ei-
ner Nasenbeinfraktur (mit weiteren Zuständen), mit einer Rissquetsch-
wunde am Knie links und rechts und am Ellenbogen links sowie mit einer
Thoraxkontusion. Weiter berichtete Dr. med. S._, es sei davon aus-
zugehen, dass die angestammte Tätigkeit ab dem Zeitpunkt des Unfalles
nicht mehr zumutbar sei. Aus rein orthopädischer Sicht und in Anbetracht
der morphologisch objektivierbaren Läsionen seien ab sofort leichte kör-
perliche Tätigkeiten ganztags, wechselbelastend, überwiegend sitzend zu-
mutbar. Inwieweit ein möglicher Residualzustand nach CRPS weitere Ein-
schränkungen mit sich bringe, müsste neurologischerseits bzw. durch ei-
nen Schmerzspezialisten abgeklärt werden. Mit Blick auf das Gesamtbild,
das der Versicherte anlässlich der Exploration präsentiert habe, sei es
schwer denkbar, dass eine derartige ganztägige Arbeitsfähigkeit je umge-
setzt werden könne.
4.1.3 Im Rahmen der interdisziplinären Gesamtbeurteilung wurden die Di-
agnosen gemäss dem psychiatrischen und orthopädischen Fachgutachten
wiedergegeben und zusammengefasst berichtet, es müsse die psychiatri-
sche Einschränkung gesehen werden, die sich nach 2011 entwickelt habe,
die bisher aktenanamnestisch nicht bewertet, aber 2013 schon mittelgradig
diagnostiziert worden sei. Seither habe sich keine wesentliche Besserung
ergeben. Betreffend die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
wurde weiter ausgeführt, unter Berücksichtigung, dass sich nach der kreis-
ärztlichen Untersuchung von 2011 die psychiatrische Symptomatik entwi-
ckelt habe, gehe man davon aus, dass seit der Verfügung vom 5. März
C-5005/2017
Seite 22
2013 die jetzt festgestellte Gesamtarbeitsfähigkeit zu sehen sei. Für die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Kranführer sei der Versicherte bleibend
nicht mehr arbeitsfähig. In einer optimalen, körperlich leichten Verweistä-
tigkeit mit routinierten Abläufen, die wenig Flexibilität und Umstellungsfä-
higkeit erforderten und dem Versicherten auch immer wieder Pausen er-
möglichten, sollte es ihm aus gesamtmedizinischer Sicht möglich sein, 3
bis 4 Stunden täglich einer Arbeitstätigkeit nachzugehen. Die Einschrän-
kung begründe sich durch die psychiatrische Symptomatik. Unter Berück-
sichtigung des Residualzustandes nach CRPS am rechten Fuss, was
durch einen Schmerzspezialisten noch abgeklärt werden sollte, scheine es
gesamtmedizinisch schwer denkbar, dass eine derartige Verweistätigkeit
je umgesetzt werden könne.
4.1.4 Dr. med. L._, Facharzt für Allgemeine Medizin, attestierte dem
Versicherten in seiner Stellungnahme vom 8. Dezember 2016 in der bishe-
rigen Tätigkeit ab dem 5. April 2007 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
und in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit ab dem 1. Januar 2012
eine 50%ige Leistungsfähigkeit. Im Rahmen dieses Datums stützte er sich
auf das M._-Gutachten, wonach der Beginn der psychischen Prob-
leme "im Jahr 2012" gewesen sei (act. II 91). Diese Angabe revidierte er in
seiner Beurteilung vom 6. Januar 2017 insofern, als er den Beginn der
50%igen Leistungsfähigkeit in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit be-
reits auf den 1. November 2010 terminierte (act. II 96).
4.1.5 In seiner Beurteilung vom 13. Februar 2017 zog Dr. med. L._
seine bisherigen Beurteilungen in Revision. Nun ging er in leidensadaptier-
ten Verweistätigkeiten ab dem 5. März 2013 von einer Leistungsunfähigkeit
von 50 % aus (act. II 100). An dieser Beurteilung hielt er im Rahmen seiner
am 1. Juli 2017 abgegebenen Stellungnahme fest (act. II 115).
4.1.6 Am 13. Juli 2017 äusserte sich Dr. med. P._, Facharzt für Psy-
chiatrie und Psychotherapie, dahingehend, im Abschlussbericht vom 14.
Juni 2010 lese man, dass beim Versicherten eine problematische Anpas-
sung an die anhaltenden körperlichen und psychosozialen Einschränkun-
gen festzustellen sei. Dies treffe sicher zu, stelle aber noch keinen lang-
dauernden psychiatrischen Gesundheitsschaden im Sinne der IV dar. Dass
dies zutreffe, habe sich dann im weiteren Verlauf bewahrheitet. Man er-
kenne, dass aus den eingereichten Dokumenten kein genügend wahr-
scheinlicher Hinweis auf einen schon bestehenden psychiatrischen Ge-
sundheitsschaden hervorgehe (act. II 118).
C-5005/2017
Seite 23
4.2
4.2.1 Im psychiatrischen Fachgutachten vom 28. August 2016 erwähnte
der Psychiater Dr. med. R._ unter anderem, die Ausübung des
hochgradig verantwortungsvollen Berufs eines Kranführers sei aus psychi-
atrischer Sicht seit zirka 2012 nicht mehr möglich. Diese im Zusammen-
hang mit der angestammten Tätigkeit als Kranführer gemachte gutachter-
liche Einschätzung nahm Dr. med. L._ vorerst am 8. Dezember
2016 zum Anlass, ab dem 1. Januar 2012 eine 50%ige Leistungsfähigkeit
in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit zu attestieren; später am 6. Ja-
nuar 2017 datierte er dann den Beginn auf den 1. November 2010 vor.
Bezüglich diesen Stellungnahmen im Sinne von Art. 59 Abs. 2bis IVG ergibt
sich, dass diesen – zufolge eines nicht lückenlosen Befundes und weil es
sich bei den entsprechenden Ausführungen im Wesentlichen nicht bloss
um fachärztliche Beurteilungen eines an sich feststehenden medizinischen
Sachverhalts gehandelt hatte (vgl. hierzu Urteile des BGer 9C_524/2017
vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 E. 3.2;
9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je mit Hinweisen; vgl. auch E.
4.3.4) – kein voller Beweiswert zukommen kann. Der Grund dafür liegt wei-
ter insbesondere auch im Umstand, dass sich die Beurteilung des Experten
Dr. med. R._ auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
und nicht auf die Leistungsfähigkeit in einer leidensangepassten Ver-
weistätigkeit bezog. Obwohl retrospektive Beurteilungen der Arbeits(un)fä-
higkeit schwierig sind und deshalb erhöhten Ansprüchen genügen müssen
(vgl. Urteil des BVGer C-3577/2018 vom 4. Februar 2020 E. 5.3 mit Hin-
weis auf C-8902/2010 vom 14. März 2013 E. 5.2.1 mit Hinweisen), ist dies-
bezüglich im Rahmen einer neuen polydisziplinären Begutachtung Klarheit
zu schaffen (vgl. insb. auch E. 4.3.2 ff. hiernach).
4.2.2 Auf die Beurteilungen von Dr. med. L._ vom 13. Februar und
1. Juli 2017, wonach in leidensadaptierten Verweistätigkeiten ab dem
5. März 2013 von einer Leistungsunfähigkeit von 50 % auszugehen sei
(act. II 100 und 115), kann ebenfalls nicht abgestellt werden. Dr. med.
L._ stützte sich bei seiner Aussage auf die interdisziplinäre Ge-
samtbeurteilung vom 25. November 2016, anlässlich derer ausgeführt wor-
den war, die jetzt festgestellte Gesamtarbeitsfähigkeit bestehe aufgrund
der Entwicklung der psychiatrischen Symptomatik (seit 2011) seit der Ver-
fügung vom 5. März 2013. Einerseits bezogen sich diese anlässlich der
interdisziplinären Gesamtbeurteilung gemachten Angaben explizit auf die
angestammte Tätigkeit, welche dem Beschwerdeführer jedoch unbestritte-
nermassen seit dem Unfallereignis vom 5. April 2007 nicht mehr zumutbar
C-5005/2017
Seite 24
ist, und nicht auf eine zumutbare, leidensadaptierte Verweistätigkeit. Inso-
fern sind diese gutachterlichen Ausführungen, auf welche sich Dr. med.
L._ im Rahmen der Beurteilung des Beginns der Restleistungsfä-
higkeit gestützt hatte, in diesem Punkt nicht nachvollziehbar. Andererseits
dürfte es sich mit Blick auf die Beurteilung von Dr. med. R._ in des-
sen fachpsychiatrischem Gutachten vom 28. August 2016 bei den interdis-
ziplinären Äusserungen allenfalls um einen Irrtum gehandelt haben, denn
dieser Facharzt attestierte dem Beschwerdeführer aus rein psychiatrischer
Sicht bereits ab dem Jahr 2012 – wie in somatischer Hinsicht – und nicht
erst ab dem 5. März 2013 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit im ange-
stammten Beruf. Da das M._-Gutachten gemäss den nachfolgen-
den Erwägungen in medizinischer Hinsicht insgesamt nicht als rechts-
genügliche Entscheidbasis qualifiziert werden kann, bleibt kein Raum für
eine blosse Präzisierung und Ergänzung der gutachterlichen Ausführungen
(vgl. E. 4.3.2 ff. hiernach).
4.2.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass mangels Erfüllens der allgemei-
nen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht in medi-
zinischer Hinsicht nicht auf die im Sinne von Art. 59 Abs. 2bis IVG verfassten
Stellungnahmen des RAD-Arztes Dr. med. L._ abgestellt werden
kann, da diese die von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung heraus-
gearbeiteten Kriterien nicht zu erfüllen vermögen. Wie nachfolgend zu zei-
gen ist, vermag auch das Gutachten der M._ resp. dessen interdis-
ziplinäre Gesamtbeurteilung vom 25. November 2016 (act. II 84 S. 1 bis
20) diese Kriterien auch unter Ausblendung des möglichen Irrtums (vgl. E.
4.2.2 hiervor) nicht zu erfüllen.
4.3
4.3.1 In Erwägung 8 des Entscheids des Bundesverwaltungsgerichts
C-2261/2013 vom 25. September 2015 (act. II 28), an welchen das Bun-
desverwaltungsgericht im vorliegenden Beschwerdeverfahren gebunden
ist (vgl. E. 2 hiervor), wurden die Ausführungen des Beschwerdeführers, es
müsse auch deshalb ein polydisziplinäres Gutachten eingeholt werden,
weil bei ihm ein Complex-Regional-Pain-Syndrom (CRPS) diagnostiziert
worden und psychische Beschwerden hinzugekommen seien, wiederge-
geben. In Erwägung 9 listete das Bundesverwaltungsgericht die medizini-
schen Berichte auf, in welchen ein CRPS und unter anderem ein neuropa-
thisches Schmerzsyndrom diagnostiziert wurden. Es erwog weiter, dass
zwar sowohl das CRPS als auch die psychischen Beschwerden erwähnt
worden seien, der RAD jedoch auf die psychischen Beschwerden gar nicht
C-5005/2017
Seite 25
mehr eingegangen sei (E. 11). Auf das Gesuch um polydisziplinäre Begut-
achtung sei die Vorinstanz in der Begründung ihrer Rentenverfügungen
auch nicht eingegangen, obwohl sie der Vollständigkeit halber verpflichtet
gewesen sei, zusätzliche eigene Abklärungen zum Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers durchzuführen (E. 11.1). In Erwägung 11.2 wurden
weiter unter anderem ärztliche Dokumente erwähnt, anhand derer sich Hin-
weise auf psychische Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers ab Mai
2010 ergaben. Schliesslich wies das Bundesverwaltungsgericht die
Vorinstanz an, unter Berücksichtigung sämtlicher aktenkundiger Arztbe-
richte sowie unter Beizug weiterer verfügbarer medizinischer Unterlagen
eine multidisziplinäre fachärztliche Begutachtung zu veranlassen, die auch
die Auswirkungen des Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers beurteilen solle (E. 12).
4.3.2 Das entsprechende Gutachten der M._ resp. dessen interdis-
ziplinäre Gesamtbeurteilung vom 25. November 2016 (act. II 84 S. 1 bis
20) ist – für sich alleine betrachtet – zwar durchaus umfassend, beruht auf
Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, wurde in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben und steht grösstenteils mit
dem orthopädischen Fachgutachten vom 21. Oktober 2016 (act. II 84 S. 66
bis 83) sowie dem psychiatrischen Fachgutachten vom 28. August 2016
(act. II 84 S. 52 bis 65) im Einklang. Dennoch bildet es für den vorliegenden
Fall keine vollständige, rechtsgenügliche Entscheidgrundlage, da die an
den vollen Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens gestellten Kriterien ge-
mäss den nachfolgenden Erwägungen aus mehreren Gründen nicht erfüllt
sind.
4.3.2.1 Im Anschluss an das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
C-2261/2013 vom 25. September 2015 (act. II 28) empfahl Dr. med.
L._, Facharzt für Allgemeine Medizin, am 2. April 2016 die Einho-
lung eines Gutachtens in den medizinischen Fachgebieten Innere Medizin,
Orthopädie und Psychiatrie (act. II 57; vgl. auch act. II 59 und 60). In der
Folge beauftragte die IVSTA am 26. April 2016 die M._ mit einer
interdisziplinären medizinischen Abklärung (act. II 65). Aus dem Untersu-
chungsprogramm für den Beschwerdeführer geht hervor, dass für die Be-
gutachtung auf dem Fachgebiet der Inneren Medizin Dr. med. T._
als fallführender Oberarzt vorgesehen und er dementsprechend auch an
der interdisziplinären Gesamtbeurteilung beteiligt war. Dieser Facharzt für
Allgemein und Arbeitsmedizin sowie Umweltmedizin verfügt jedoch nicht
über einen Facharzttitel auf dem Gebiet der Inneren Medizin, weshalb auf
C-5005/2017
Seite 26
dessen Ausführungen auch mit Blick auf die gesamten medizinischen Ak-
ten und die Stellungnahme von Dr. med. L._ vom 2. April 2016 nicht
abgestellt werden kann. In diesem Zusammenhang ergibt sich weiter, dass
es sich – entgegen der Erwägung 12 des Entscheids des Bundesverwal-
tungsgerichts C-2261/2013 vom 25. September 2015 (vgl. E. 4.2 hiervor)
– beim vorliegenden M._-Gutachten nicht um ein polydisziplinäres,
sondern mit Blick auf das orthopädische Fachgutachten vom 21. Oktober
2016 und das psychiatrische vom 28. August 2016 (vgl. E. 4. hiervor) bloss
um eine bidisziplinäre Expertise handelt, weshalb dieser auch aus diesem
Grund keine Beweiskraft zukommen kann. Wie nachfolgend weiter aufzu-
zeigen ist, leidet auch dieses bidisziplinäre Gutachten für sich alleine be-
trachtet an verschiedenen Mängeln.
4.3.2.2 Vorab ergibt sich in somatischer Hinsicht mit Blick auf die Ausfüh-
rungen von Dr. med. S._ in deren orthopädischen Fachgutachten
vom 21. Oktober 2016 und die interdisziplinäre Gesamtbeurteilung vom
25. November 2016, dass die Frage, inwieweit ein möglicher Residualzu-
stand nach CRPS weitere Einschränkungen mit sich bringt (vgl. E. 4.1.2
und E. 4.1.3 hiervor), weder von einem Facharzt oder einer Fachärztin für
Neurologie noch von einer Schmerzspezialistin oder einem Schmerzspezi-
alisten fachärztlich abgeklärt wurde. Dies erstaunt umso mehr, als das Bun-
desverwaltungsgericht bereits in seinem Entscheid C-2261/2013 vom
25. September 2015 die medizinischen Berichte aufgelistet hatte, in denen
ein CRPS und unter anderem ein neuropathisches Schmerzsyndrom diag-
nostiziert wurden, und weiter erwogen hatte, dass die Vorinstanz auch auf
das Gesuch um polydisziplinäre Begutachtung in der Begründung ihrer
Rentenverfügungen nicht eingegangen sei, obwohl sie der Vollständigkeit
halber verpflichtet gewesen sei, zusätzliche eigene Abklärungen zum Ge-
sundheitszustand des Beschwerdeführers durchzuführen (vgl. E. 4.2 hier-
vor). Die Einschätzung der Leistungsfähigkeit in einer leidensadaptierten
Verweistätigkeit aus rein orthopädischer Sicht und in Anbetracht der mor-
phologisch objektivierbaren Läsionen ist somit bloss bedingt und vorläufig
zu verstehen. Darüber hinaus stellt sich mit Blick auf die Äusserungen von
Dr. med. S._, wonach es angesichts des vom Versicherten anläss-
lich der Exploration präsentierten Gesamtbildes schwer denkbar sei, dass
eine ganztägige "Arbeitsfähigkeit" je umgesetzt werden könne, die Frage,
ob dem Beschwerdeführer tatsächlich "ab sofort" leichte körperliche Tätig-
keiten ganztags, wechselbelastend, überwiegend sitzend zumutbar gewe-
sen waren bzw. sind.
C-5005/2017
Seite 27
4.3.2.3 In psychiatrischer Hinsicht ergibt sich eingangs, dass somatische
Befunde in der psychiatrischen Beurteilung in jedem Fall berücksichtigt
werden müssen (vgl. Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische
Gutachten der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psycho-
therapie SGPP; Leitlinien für die Begutachtung psychiatrischer und psy-
chosomatischer Störungen in der Versicherungsmedizin vom 16. Juni 2016
[3. vollständig überarbeitete und ergänzte Auflage; Korrigenda 17. Oktober
2016], S. 10 und 14). Zwar erfolgte die orthopädische Untersuchung vom
17. August 2016 einen Tag vor der psychiatrischen. Da jedoch das ortho-
pädische Fachgutachten erst am 21. Oktober 2016, die psychiatrische Teil-
expertise jedoch bereits am 28. August 2016 erstellt worden war (act. II 84
S. 52 und 66), ist mit Blick auf die oben erwähnten Leitlinien von einer ge-
wissen Regelwidrigkeit auszugehen.
4.3.2.4 Anlässlich des Begutachtungsauftrags vom 26. April 2016 wies die
IVSTA weiter ergänzend darauf hin, dass die vom Bundesgericht aufge-
stellten Standardindikatoren zu berücksichtigen seien (act. II 65). Nach der
überarbeiteten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist bei der Invaliditäts-
bemessung aufgrund psychosomatischer Störungen stärker als bisher der
Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen, was sich in den
diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. In BGE 141 V 281
(Urteil des BGer 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015; vgl. insb. auch E. 2.4
hiervor) wurde auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit an der Überwindbar-
keitsvermutung nicht festgehalten und das Regel-/Ausnahme-Modell durch
ein strukturiertes Beweisverfahren ersetzt. Zwar datiert das psychiatrische
Teilgutachten vom 28. August 2016 nach dem am 3. Juni 2015 erlassenen
BGE 141 V 281, jedoch wurde es vor der am 30. November 2017 in Ände-
rung der Rechtsprechung erfolgten bundesgerichtlichen Ausdehnung der
Anwendbarkeit des strukturierten Beweisverfahrens gemäss BGE 141 V
281 auf sämtliche psychischen Erkrankungen (BGE 143 V 409 [Urteil des
BGer 8C_841/2016 vom 30. November 2017] und BGE 143 V 418 [Urteil
des BGer 8C_130/2017 vom 30. November 2017] erstellt. Aus diesem
Grund resp. weil die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE
141 V E. 281 4.1.3 ff.) nicht rechtsprechungsgemäss detailliert und voll-
ständig berücksichtigt wurden, kann nicht per se im Sinne einer antizipier-
ten Beweiswürdigung (vgl. hierzu BGE 136 I 229 E. 5 und 131 I 153 E. 3;
SVR 2007 IV Nr. 45 S. 149 E. 4; Urteil des BGer I 9/07 vom 9. Februar
2007 E. 4) davon ausgegangen werden, dass betreffend die beim Be-
schwerdeführer vorliegenden psychischen Beschwerden von einer zusätz-
lichen, medizinisch nachvollziehbar und schlüssig begründeten Expertise
http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=it&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2021&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-V-281%3Ait&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page281
C-5005/2017
Seite 28
keine verwertbaren entscheidrelevanten Erkenntnisse zum Grad der Ar-
beitsunfähigkeit zu erwarten sind (vgl. zum Ganzen Urteil des BGer
8C_189/2008 vom 4. Juli 2008 E. 5 mit Hinweisen). Insofern findet die bun-
desgerichtliche Rechtsprechung, wonach eine nach altem Verfahrensstan-
dard eingeholte interdisziplinäre Expertise nicht per se ihren Beweiswert
verlieren würde (vgl. hierzu BGE 141 V 281 E. 8), keine Anwendung, zumal
das psychiatrische Teilgutachten vom 28. August 2016 als integrierender
Bestandteil der interdisziplinären Gesamtbeurteilung vom 25. November
2016 gemäss den nachfolgenden Erwägungen weitere Unklarheiten auf-
weist und somit – für sich alleine betrachtet – ebenfalls nicht als hinrei-
chende Beweisgrundlage in medizinischer Sicht dienen kann.
4.3.2.5 Mit Blick auf die Ausführungen von Dr. med. R._, die psy-
chischen Symptome hätten sich im Zeitpunkt der Berentung einzustellen
begonnen, ist nicht rechtsgenüglich erstellt, von welchem Rentenbeginn er
genau ausgegangen war, weshalb auch diesbezüglich weitere medizini-
sche Abklärungen unumgänglich sind. In diesem Zusammenhang ist da-
rauf hinzuweisen, dass beim Beschwerdeführer gemäss dem Entlassungs-
brief der Klinik F._ vom 3. Mai 2010 (act. I 12 S. 291 bis 297 = 46-
65 bis 46-71, act. II 46 S. 1 bis 7) bereits im Zeitpunkt des Klinikaustritts
am 2. April 2010 psychische Diagnosen (Angst und depressive Störung,
gemischt; chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren) gestellt wurden. Darüber hinaus ist auch dem Abschlussbericht
der Klinik G._ vom 14. Juni 2010 (act. I 12 S. 254 bis 263 = 46-28
bis 46-37) zu entnehmen, dass beim Versicherten die Diagnose "Psychi-
sche Faktoren und Verhaltensfaktoren bei noch unklarer medizinischer Di-
agnose einer Schmerzerkrankung (ICD-10: F54)" gerechtfertigt gewesen
sei. Mit Blick auf diese Aktenstücke ist somit fraglich, ob sich die psychiat-
rische Symptomatik erst im Anschluss an die kreisärztliche Untersuchung
aus dem Jahre 2011 entwickelt haben soll, wie anlässlich der interdiszipli-
nären Gesamtbeurteilung vom 25. November 2016 berichtet worden war
(act. II 84 S. 16), zumal noch weitere aktenkundige ärztliche Berichte Hin-
weise auf einen allfällig früheren Beginn liefern (Bericht von Dr. med.
U._ vom 26. August 2008 [act. II 108; "V.a. psychische Dekompen-
sation durch Medikament"], Überweisungsscheine von Dr. med. J._
[act. II 109 bis 110; "reaktive Depression], Bericht des Klinikums V._
vom 31. Mai 2010 [act. I 12 S. 250 = 46-24; "Angst und depressive Störung
gemischt"], Bericht des Klinikums V._ vom 3. März 2011 [act. II 45
S. 202 bis 203; "...Für sehr wichtig würde ich eine parallele psychothera-
peutische oder psychiatrische Mitbehandlung ansehen..."], ärztliches At-
C-5005/2017
Seite 29
test von Dr. med. J._ vom 28. September 2011 [act. II 112; der Be-
schwerdeführer "ist deshalb selbst für leichte körperliche Tätigkeit nicht
ganztags arbeitsfähig. Selbst eine zusammenhängende Arbeitszeit von 3
Std. ist zur Zeit nicht möglich."]).
4.3.2.6 Weiter hatte der Gutachter Dr. med. R._ den Beschwerde-
führer in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit für bloss 3 bis 4 Stunden
leistungsfähig erachtet. Mit Blick auf diese Beurteilung ist für das Bundes-
verwaltungsgericht nicht rechtsgenüglich nachvollziehbar, ob sich die mög-
liche Arbeitstätigkeit aus gesamtmedizinischer Sicht während 3 bis 4 Stun-
den täglich in einer optimalen, körperlich leichten Verweistätigkeit mit rou-
tinierten Abläufen, die wenig Flexibilität und Umstellungsfähigkeit erfordern
und dem Versicherten auch immer wieder Pausen ermöglichen, überhaupt
mit der Annahme eines 50%igen Leistungspensums in einer leidensadap-
tierten Verweistätigkeit vereinbaren lässt, zumal – ausgehend von einer 42-
Stunden-Woche – 3 bis 4 Stunden täglich rechnerisch eine tiefere als
50%ige Leistungsfähigkeit ergeben. Darüber hinaus wurden in der interdis-
ziplinären Gesamtbeurteilung die von Dr. med. W._ in dessen psy-
chiatrischer Teilexpertise gemachten Ausführungen zur Leistungsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit insofern in Frage gestellt, als berichtet
wurde, unter Berücksichtigung des Residualzustands nach CRPS am rech-
ten Fuss – was durch einen Schmerzspezialisten noch abgeklärt werden
sollte – scheine es gesamtmedizinisch schwer denkbar, dass eine derar-
tige Verweistätigkeit je umgesetzt werden könne. Im Rahmen der neu zu
veranlassenden Expertise haben sich die Gutachterinnen und Gutachter
demnach zur medizinischen Zumutbarkeit einer leidensadaptierten Ver-
weistätigkeit zu äussern und zu bestimmen, ab wann, für welche Zeiträume
und in welchem Umfang eine Leistungsfähigkeit in einer solchen Ver-
weistätigkeit vorgelegen hatte. In diesem Zusammenhang haben sich die
Gutachterinnen und Gutachter – da retrospektive Beurteilungen der Ar-
beits(un)fähigkeit schwierig sind und deshalb entsprechende Begutachtun-
gen erhöhten Ansprüchen genügen müssen (vgl. Urteil des BVGer C-
3577/2018 vom 4. Februar 2020 E. 5.3 mit Hinweis auf C-8902/2010 vom
14. März 2013 E. 5.2.1 mit Hinweisen) – allenfalls auch dazu äussern, ob
eine verlässliche Einschätzung aufgrund der medizinischen Berichte in den
Akten möglich ist resp. ob die echtzeitlichen medizinischen Berichte dafür
aussagekräftig genug sind. Dabei ist mit Blick auf die Ausführungen von
Dr. med. R._ und denjenigen anlässlich der interdisziplinären Ge-
samtbeurteilung der Beizug eines Neurologen oder einer Neurologin und
einer Schmerzspezialistin oder eines Schmerzspezialisten unumgänglich.
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5.
5.1 Nach dem vorstehend Dargelegten ergibt sich zusammenfassend,
dass den angefochtenen Verfügungen vom 3. August 2017 in medizini-
scher Hinsicht ein nicht rechtsgenüglich abgeklärter Sachverhalt zugrunde
liegt (vgl. Art. 12 und Art. 49 Bst. b VwVG sowie Art. 43 ATSG) und sich der
gesundheitliche Zustand des Beschwerdeführers und dessen Auswirkun-
gen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit mit Blick auf die aktuelle bun-
desgerichtliche Rechtsprechung (BGE 143 V 418, 143 V 409 und 141 V
281) und aufgrund der vorliegenden Aktenlage nicht schlüssig und zuver-
lässig beurteilen lässt (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/bb; vgl. zum Ganzen auch
E. 2.8 hiervor). Zu diesem Zweck ist ein polydisziplinäres Gutachten bei mit
der Sache nicht vorbefassten Facharztpersonen in der Schweiz einzuho-
len. Die bisherigen Gutachter kommen nicht mehr in Frage, da sie anläss-
lich der neuen Begutachtung ihre frühere Expertise hinsichtlich Zuverläs-
sigkeit und Schlüssigkeit überprüfen (und darüber hinaus weitere fachärzt-
liche Expertinnen oder Experten beiziehen) müssten. Unter diesen Um-
ständen wäre das Ergebnis einer weiteren Begutachtung nicht mehr offen
(vgl. dazu BGE 117 Ia 182 E. 3b mit Hinweis; Urteil des BGer 8C_89/2007
vom 20. August 2008 E. 6). Die neue Begutachtung in der Schweiz hat
nicht nur – wie die letzte, von der IVSTA veranlasste Untersuchung – die
medizinischen Disziplinen Orthopädie und Psychiatrie miteinzubeziehen,
sondern – gemäss dem Dargelegten – nebst dem Beizug einer Ärztin oder
eines Arztes mit einer Weiterbildung in der Schmerzmedizin (vgl. bspw.
www.siwf.ch > Suche "Schmerzmedizin; www.swisspainsociety.ch; zuletzt
besucht am 11. Februar 2022) auch die Fachgebiete Innere Medizin und
Neurologie sowie allenfalls weitere, durch die Experten oder Expertinnen
zu bestimmende Disziplinen (vgl. hierzu BGE 139 V 349 E. 3.3) zu umfas-
sen. Bei der neuen Begutachtung ist nebst den bisherigen medizinischen
Akten und unter Einbezug des interdisziplinären Gutachtens der Klinik
Q._ vom 6. April 2018 (B-act. 21) sowie der diesbezüglichen Stel-
lungnahme des Psychiaters Dr. med. P._ vom IV-internen medizini-
schen Dienst vom 31. Mai 2018 (B-act. 23; vgl. E. 4. hiervor) insbesondere
die jüngste Rechtsprechung des Bundesgerichts zum indikatorengeleiteten
Beweisverfahren zu beachten (vgl. E. 2.4 und 4.3.2.4 hiervor), damit eine
schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren möglich
ist. Retrospektiv ist dabei auch der Einschränkung des Beschwerdeführers
in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit zwischen dem 1. August 2010
und dem 28. Februar 2013 – in dieser Zeit ging die Vorinstanz ab dem 1.
August 2010 bis zum 31. August 2011 von einer 20%igen Leistungsunfä-
higkeit und ab dem 1. September 2011 bis Anfang März 2013 von einer
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vollständigen Leistungsfähigkeit in leidensangepassten Verweistätigkeiten
aus (act. II 101; vgl. auch act. II 28 S. 15) – und ab dem 24. September
2009 bis zum 19. Juli 2010 sowie erneut ab März 2013 (vgl. act. II 28 S. 15
und act. II 101) besondere Beachtung zu schenken; für diese Zeiträume ist
unter den Parteien eine 50%ige Leistungsfähigkeit in einer leidensadap-
tierten Verweistätigkeit unbestritten wie auch die vollständige Arbeitsunfä-
higkeit in der angestammten Tätigkeit als Kranführer seit dem Verkehrsun-
fall vom 5. April 2007.
5.2 Die Sache ist folglich gestützt auf Art. 61 Abs. 1 VwVG mit verbindlicher
Weisung zur weiteren Abklärung im Sinne der vorangehenden Erwägun-
gen in medizinischer Hinsicht sowie zur anschliessenden Neubeurteilung
an die Vorinstanz zurückzuweisen, wie dies der Beschwerdeführer anläss-
lich seiner Beschwerde vom 5. September 2017 explizit eventualiter bean-
tragt hat. Die erneute Rückweisung zur weiteren Abklärung ist hier aus-
nahmsweise einerseits deshalb möglich, weil sich die Vorinstanz mit der
Anordnung einer bidisziplinäre Begutachtung – beim vorliegenden
M._-Gutachten handelt es sich nicht um eine polydisziplinäre, son-
dern mit Blick auf das orthopädische Fachgutachten vom 21. Oktober 2016
und das psychiatrische Fachgutachten vom 28. August 2016 (vgl. E. 4.
hiervor) bloss um eine bidisziplinäre Expertise ohne die hier notwendige
Standardindikatorenprüfung (vgl. E. 4.3.2.1 und E. 4.3.2.1 hiervor) – nicht
an die Anweisung im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-2261/2013
vom 25. September 2015 (vgl. E. 4.2 hiervor) gehalten hat (E. 12 dieses
Entscheids fand ihren Niederschlag in einem Teil der Ziffer 1 des Disposi-
tivs). Andererseits ist sie rechtsprechungsgemäss auch unter den Aspek-
ten, dass relevante Fragen bzw. Aspekte bisher vollständig ungeklärt ge-
blieben sind (vgl. E. 4.3.2.1, E. 4.3.2.2, E. 4.3.2.4 und 4.3.2.6 hiervor) und
gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung eine Verlagerung der Exper-
tentätigkeit von der administrativen auf die gerichtliche Ebene sachlich
nicht wünschbar ist (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.2 und E. 4.4.1.4; 141 V 281
E. 6.4), ausnahmsweise möglich. Würde eine derart mangelhafte Sachver-
haltsabklärung bzw. -würdigung durch Einholung eines Gerichtsgutachtens
im Beschwerdeverfahren korrigiert, bestünde die Gefahr der unerwünsch-
ten Verlagerung der den Durchführungsorganen vom Gesetz übertragenen
Pflicht, den rechtserheblichen Sachverhalt nach dem Untersuchungs-
grundsatz abzuklären (Art. 43 Abs. 1 ATSG), auf das Bundesverwaltungs-
gericht (vgl. Urteile des BVGer C-5137/2017 vom 7. Januar 2020 E. 5.10
und C-6529/2014 vom 4. Juli 2016 E. 7.4). Hinzu kommt schliesslich, dass
grundsätzlich kein Anspruch auf eine gerichtliche Expertise besteht (BGE
137 V 210 E. 2.2.2; BGE 136 V 376 E. 4.2.2), mangels mindestens zwei
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beweiswertiger Gutachten kein Fall für ein gerichtliches Obergutachten ge-
geben ist und die Rückweisung im vorliegenden Fall weder einer Verwei-
gerung des gerichtlichen Rechtsschutzes gleichkommt (vgl. BGE 137 V
210) noch nach den Umständen unverhältnismässig ist (vgl. BGE 122 V
157 E. 1d; RKUV 1989 K 809 S. 207 E. 4).
5.3 Das von der Vorinstanz anzuordnende polydisziplinäre Gutachten hat
– unter Ausschluss der M._ einschliesslich der bisher involvierten
Gutachter – bei einer Gutachterstelle zu erfolgen, mit welcher das Bundes-
amt eine Vereinbarung getroffen hat (Medizinischen Abklärungsstellen
[MEDAS] im Sinne von Art. 59 Abs. 3 IVG), wobei die Vergabe des entspre-
chenden Auftrags nach dem Zufallsprinzip gemäss dem Zuweisungssys-
tem „SuisseMED@P“ zu erfolgen hat (vgl. Art. 72bis Abs. 1 und 2 IVV; BGE
139 V 349 E. 2.2) und für eine einvernehmliche Benennung der Experten
(BGE 140 V 507 E. 3.1 und E. 3.2.1) kein Raum bleibt (zu den nicht perso-
nenbezogenen materiellen Einwendungen in genereller Hinsicht und zum
Anspruch auf Äusserung zu den Gutachterfragen vgl. BGE 138 V 271 E.
1.1 und BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9; zu den materiellen oder formellen per-
sonenbezogenen Einwendungen vgl. BGE 140 V 507 E. 3.1, BGE 139 V
349 E. 5.2.2.2, BGE 138 V 271 E. 1.1 und BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7).
5.4 Zu ergänzen ist, dass die vorliegende Rückweisung die – mit Blick auf
die bisherige medizinische Aktenlage jedoch geringe – Gefahr einer refor-
matio in peius beinhaltet, da die von der IVSTA mit Verfügungen vom 3. Au-
gust 2017 vom 1. Januar bis 31. Oktober 2010 und ab dem 1. März 2013
zugesprochenen Dreiviertelsrenten in Frage gestellt werden (vgl. BGE 137
V 314 E. 3.2.4). Dem Beschwerdeführer wurde daher vorgängig mit pro-
zessleitender Verfügung vom 19. August 2021 das rechtliche Gehör ge-
währt (B-act. 28). In der Folge liess der Beschwerdeführer seine Be-
schwerde im Rahmen der Eingabe vom 8. Oktober 2021 aufrechterhalten
(B-act. 31; vgl. E. 1.5.3 hiervor).
6.
Nach neuer Ermittlung des vollständigen und richtigen medizinischen
Sachverhalts – welche unverzüglich und ohne weitere Verzögerungen zu
erfolgen hat – bis zum Zeitpunkt des Erlasses der neuen Verfügung hat die
Vorinstanz die Rentenansprüche des Beschwerdeführers mittels eines
oder mehrerer Einkommensvergleiche zu prüfen und über den Gesamtren-
tenanspruch (vgl. insb. E. 1.4.3 hiervor) zu verfügen. In diesem Zusam-
menhang ist darauf hinzuweisen, dass sich die anlässlich der Bemessung
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der Invalidität nach der sog. Methode des Einkommensvergleichs verwen-
deten Einkommenswerte (act. II 94) grundsätzlich nicht beanstanden las-
sen und auch vom Beschwerdeführer nicht beanstandet wurden. In diesem
Zusammenhang hat die Vorinstanz auch abzuklären, ob und in welchem
Ausmass der Beschwerdeführer zufolge seines Gesundheitszustandes auf
dem ihm nach seinen Fähigkeiten noch offenstehenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch erwerbstätig sein könnte (vgl. hierzu
etwa Urteil des BGer 9C_921/2009 vom 22. Juni 2010 E. 5.3). Dabei ist zu
berücksichtigen, dass an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten
und Verdienstaussichten praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen
zu stellen sind (vgl. hierzu Urteile des BGer 9C_744/2008 vom 19. Novem-
ber 2008 E. 3.2 und 9C_236/2008 vom 4. August 2008 E. 4.2; Urteil des
EVG I 349/01 vom 3. Dezember 2003 E. 6.1) und die Arbeitsfähigkeit einer
versicherten Person nach der Tätigkeit zu beurteilen ist, die sie – im Rah-
men der Schadenminderungspflicht (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG) – nach ihren
persönlichen Verhältnissen und gegebenenfalls nach einer gewissen An-
passungszeit bei gutem Willen ausüben könnte (vgl. Urteil des BVGer C-
4315/2009 vom 22. August 2011 E. 5.2 mit Hinweisen).
7.
Mit Blick auf die Ausführungen von Dr. med. O._ in dessen Stel-
lungnahme 3. Februar 2017, wonach die von Dr. med. R._ be-
schriebenen Befunde sowohl psychotherapeutisch wie pharmakologisch
behandelbar und verbesserbar seien (act. II 98), hat die Vorinstanz nach
neuer Ermittlung des vollständigen und richtigen medizinischen Sachver-
halts den Beschwerdeführer – sollten Massnahmen in Form einer ambu-
lanten oder stationären Therapie und/oder einer medikamentösen Behand-
lung (weiterhin) indiziert sein – unter Hinweis auf die Schadenminderungs-
pflicht (vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichtes 9C_242/2009 vom 30. April
2009 sowie BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen) aufzufordern, sich diesen
Massnahmen bei entsprechender Zumutbarkeit zu unterziehen.
8.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist zusammenfassend festzuhal-
ten, dass die Beschwerde vom 5. September 2017 insoweit gutzuheissen
ist, als das Anfechtungsobjekt (vgl. E. 1.4.3 hiervor) aufzuheben und die
Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, damit diese nach erfolgter
Abklärung im Sinne der Erwägungen (vgl. insb. E. 5.1 hiervor) über den
Rentenanspruch neu verfüge, wobei nebst den Perioden von April 2008 bis
Dezember 2009 (ganze Rente; vgl. E. 1.4.3 hiervor), 1. Januar bis 31. Ok-
tober 2010 und ab dem 1. März 2013 (Dreiviertelsrente) insbesondere auch
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die vorliegend strittige Periode vom 1. November 2010 bis und mit 28. Feb-
ruar 2013 im Fokus der Parteien steht.
9.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-
teientschädigung.
9.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis und 2
IVG), wobei die Verfahrenskosten gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG in der Re-
gel der unterliegenden Partei auferlegt werden. Da eine Rückweisung pra-
xisgemäss als Obsiegen der Beschwerde führenden Partei gilt (BGE 132
V 215 E. 6), sind im vorliegenden Fall dem Beschwerdeführer keine Kosten
aufzuerlegen. Der von ihm geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von
Fr. 800.- (B-act. 12) ist ihm nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden
Urteils zurückzuerstatten. Der Vorinstanz sind ebenfalls keine Verfahrens-
kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG).
9.2 Der obsiegende, vertretene Beschwerdeführer hat gemäss Art. 64 Abs.
1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
(VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten
der Vorinstanz. Die Parteientschädigung für Beschwerdeverfahren vor dem
Bundesverwaltungsgericht umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfäl-
lige weitere Auslagen der Partei, wobei unnötiger Aufwand nicht entschä-
digt wird (vgl. Art. 8 VGKE). Die Kosten der Vertretung umfassen gemäss
Art. 9 Abs. 1 VGKE insbesondere das Anwaltshonorar, die Auslagen sowie
die Mehrwertsteuer für diese Entschädigungen, soweit eine Steuerpflicht
besteht. Hat die zu entschädigende Partei ihren Wohnsitz im Ausland, ist
keine Mehrwertsteuer geschuldet (vgl. Art. 1 Abs. 2 Bst. a i.V.m. Art. 8 Abs.
1 MWSTG [SR 641.20]). Das Anwaltshonorar wird nach dem notwendigen
Zeitaufwand des Vertreters oder der Vertreterin bemessen, wobei der Stun-
denansatz mindestens Fr. 200.- und höchstens Fr. 400.- Franken beträgt
(Art. 10 Abs. 1 und 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des Verfahrensaus-
gangs, des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, der Bedeutung der
Streitsache und der Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilenden Verfah-
rens ist die Kostennote von Rechtsanwalt Simon Krauter vom 19. März
2018 (B-act. 20) nur insofern zu beanstanden, als der in Rechnung ge-
stellte Mehrwertsteuerbetrag in der Höhe von insgesamt Fr. 259.20 zufolge
des Wohnsitzes des Beschwerdeführers im Ausland resp. mangels Ertei-
lens des Rechts auf unentgeltliche Verbeiständung (vgl. hierzu Urteil des
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BVGer C-5226/2019 vom 17. März 2021 E. 9.2 mit Hinweis) nicht berück-
sichtigt werden kann. Die Parteientschädigung ist deshalb auf Fr. 3'280.-
festzusetzen (inkl. Auslagen, ohne Mehrwertsteuer). Die unterliegende
Vorinstanz als Bundesbehörde (BGE 127 V 205) hat keinen Anspruch auf
eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7
Abs. 3 und 4 VGKE).