Decision ID: 693f96f5-4dc5-55af-aa28-60ba38e70bff
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
Mit Verfügung vom 4. Oktober 2018 trat das SEM in Anwendung von
Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch des Be-
schwerdeführers vom 31. August 2018 nicht ein und ordnete die Wegwei-
sung aus der Schweiz nach Schweden sowie den Vollzug an. Diese Verfü-
gung trat in der Folge unangefochten in Rechtskraft.
B.
Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 22. November 2018 ersuchte der
Beschwerdeführer um Wiedererwägung des Nichteintretensentscheides
sowie um Berichtigung im Zentralen Informationssystem (ZEMIS) mit der
Begründung, entgegen der Auffassung des SEM ein unbegleiteter Minder-
jähriger zu sein.
C.
Mit Entscheid vom 7. Dezember 2018 wies das SEM das Wiedererwä-
gungsgesuch ab und stellte fest, dass die im ZEMIS eingetragenen Daten
nicht geändert würden. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerde-
führer mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 19. Dezember 2018 Be-
schwerde.
D.
Am 19. Dezember 2018 setzte das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf
Art. 57 VwVG den Vollzug der Wegweisung einstweilen aus. Mit Zwischen-
verfügung vom 9. Januar 2019 wurde das Gesuch um Erteilung der auf-
schiebenden Wirkung der Beschwerde abgewiesen und das Dahinfallen
des einstweilig verfügten Vollzugsstopps festgestellt.
E.
Mit Schreiben vom 31. Januar 2019 teilte das SEM den zuständigen
schwedischen Behörden mit, dass die Überstellung des Beschwerdefüh-
rers innerhalb der sechsmonatigen Frist aufgrund einer hängigen Be-
schwerde mit aufschiebender Wirkung nicht möglich sei, weshalb die Frist
der Überstellung erst nach dem gefällten Entscheid zu laufen beginne.
F.
Mit Urteil vom 1. Februar 2019 trat das Bundesverwaltungsgericht auf die
Beschwerde vom 19. Dezember 2018 wegen nicht bezahltem Kostenvor-
schuss nicht ein.
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G.
Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 10. April 2019 ersuchte der Be-
schwerdeführer erneut um Wiedererwägung des Nichteintretensentschei-
des vom 4. Oktober 2018. Er begründete dieses Gesuch hauptsächlich da-
mit, dass die Überstellungsfrist abgelaufen und die Schweiz nun zwingend
für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei.
H.
Mit Entscheid vom 15. April 2019 wies das SEM das Wiedererwägungsge-
such ab und stellte fest, dass die Verfügung vom 4. Oktober 2018 rechts-
kräftig und vollstreckbar sei und einer allfälligen Beschwerde keine auf-
schiebende Wirkung zukomme. Im Weiteren wurde eine Gebühr in der
Höhe von Fr. 600.– erhoben.
I.
Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit vorab per Tele-
fax eingereichter Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 26. April 2019 Be-
schwerde. Er beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben
und unverzüglich die Zuständigkeit der Schweiz für die Behandlung seines
Asylgesuches festzustellen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um
Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und der unent-
geltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit
Art. 111a Abs. 1 AsylG ersucht.
J.
Am 26. April 2019 setzte das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf
Art. 57 VwVG den Vollzug der Wegweisung einstweilen aus.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig
und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorlie-
gend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Da Wie-
dererwägungsentscheide gemäss Lehre und Praxis grundsätzlich wie die
ursprüngliche Verfügung auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weiterge-
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zogen werden können, ist das Bundesverwaltungsgericht für die Beurtei-
lung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Der Beschwerdeführer ist
als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG).
Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten
(aArt. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.2 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-
gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.
1.3 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 (AS
2016 3101) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bishe-
rige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des
AsylG vom 25. September 2015).
1.4 Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der
Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2
AsylG).
1.5 Gestützt auf 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung
eines Schriftenwechsels verzichtet.
2.
Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich geregelt
(vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist der Vorinstanz in-
nert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schriftlich
und begründet einzureichen; im Übrigen richtet sich das Verfahren nach
den revisionsrechtlichen Bestimmungen von Art. 66–68 VwVG (Art. 111b
Abs. 1 AsylG). In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wie-
dererwägungsgesuch die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfü-
gung an eine nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sach-
lage (vgl. BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Die Wiedererwägung ist nicht be-
liebig zulässig. Sie darf namentlich nicht dazu dienen, die Rechtskraft von
Verwaltungsentscheiden immer wieder infrage zu stellen oder die Fristen
für die Ergreifung von Rechtsmitteln zu umgehen (vgl. BGE 136 II 177
E. 2.1 S. 181).
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3.
In seinem Wiedererwägungsgesuch vom 10. April 2019 machte der Be-
schwerdeführer geltend, dass die Überstellungsfrist in der Zwischenzeit
abgelaufen und die Schweiz nun zwingend für die Durchführung des Asyl-
verfahrens zuständig sei. Damit machte er sinngemäss die Anpassung ei-
ner ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine nachträglich eingetretene
Veränderung der Sachlage geltend.
4.
4.1 Die Überstellung von Antragstellern und anderen Personen (Drittstaats-
angehörige, die ihren Antrag während der Antragsprüfung zurückgezogen
haben [Art. 18 Abs. 1 Bst. c Dublin-III-VO] oder Drittstaatsangehörige, de-
ren Antrag abgelehnt wurde und die einen neuen Antrag in einem anderen
Mitgliedstaat gestellt haben [Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO]) erfolgt ge-
mäss den innerstaatlichen Rechtsvorschriften des ersuchenden Mitglied-
staats nach Abstimmung der beteiligten Mitgliedstaaten, sobald dies prak-
tisch möglich ist und spätestens innerhalb einer Frist von sechs Monaten
nach der Annahme des Aufnahme- oder Wiederaufnahmegesuchs durch
einen anderen Mitgliedstaat oder der endgültigen Entscheidung über einen
Rechtsbehelf oder einer Überprüfung, wenn diese gemäss Art. 27 Abs. 3
aufschiebende Wirkung hat (Art. 29 Abs. 1 Dublin-III-VO).
4.2 Wird die Überstellung nicht innerhalb der Frist von sechs Monaten
durchgeführt, ist der zuständige Mitgliedstaat nicht mehr zur Aufnahme
oder Wiederaufnahme der asylsuchenden Person verpflichtet und die Zu-
ständigkeit geht auf den ersuchenden Mitgliedstaat über. Diese Frist kann
höchstens auf ein Jahr verlängert werden, wenn die Überstellung aufgrund
der Inhaftierung der betreffenden Person nicht erfolgen konnte, oder
höchstens auf achtzehn Monate, wenn die Person flüchtig ist (Art. 29
Abs. 2 Dublin-III-VO).
4.3 Zum Zweck eines Rechtsbehelfs gegen eine Überstellungsentschei-
dung oder einer Überprüfung einer Überstellungsentscheidung sehen die
Mitgliedstaaten in ihrem innerstaatlichen Recht vor, dass die Überstellung
automatisch ausgesetzt wird und diese Aussetzung innerhalb einer ange-
messenen Frist endet, innerhalb der ein Gericht, nach eingehender und
gründlicher Prüfung, darüber entschieden hat, ob eine aufschiebende Wir-
kung des Rechtsbehelfs oder der Überprüfung gewährt wird (Art. 27 Abs. 3
Bst. b Dublin-III-VO); oder, dass die betreffende Person die Möglichkeit hat,
bei einem Gericht innerhalb einer angemessenen Frist eine Aussetzung
der Durchführung der Überstellungsentscheidung bis zum Abschluss des
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Rechtsbehelfs oder der Überprüfung der Überstellungsentscheidung bis
zum Abschluss des Rechtsbehelfs oder der Überprüfung zu beantragen.
Die Mitgliedstaaten sorgen für einen wirksamen Rechtsbehelf in der Form,
dass die Überstellung ausgesetzt wird, bis die Entscheidung über den ers-
ten Antrag auf Aussetzung ergangen ist. Die Entscheidung, ob die Durch-
führung der Überstellungsentscheidung ausgesetzt wird, wird innerhalb ei-
ner angemessenen Frist getroffen, welche gleichwohl eine eingehende und
gründliche Prüfung des Antrags auf Aussetzung ermöglicht (Art. 27 Abs. 3
Bst. c Dublin-III-VO).
4.4 Es liegt gemäss Art. 27 Dublin-III-VO beim jeweiligen Mitgliedstaat, die
Rechtsbehelfe und die Gewährung der aufschiebenden Wirkung selbst zu
regeln. Art. 27 Dublin-III-VO gibt hierzu lediglich den Rahmen vor, wobei es
auf einen sicheren Rechtsschutz der Beschwerdeführenden beziehungs-
weise gesuchstellenden Personen ankommt (vgl. Urteil des BVGer
E-3620/2017 vom 20. Juli 2017 E. 6.3). Der Rechtsbehelf gegen eine Über-
stellungsentscheidung ist unter schweizerischem Recht die Beschwerde in
"Verfahren gemäss Dublin" (dazu einlässlich BVGE 2015/19 E. 5.4). Auf-
grund der spezialgesetzlichen Bestimmung von Art. 107a AsylG hat die Be-
schwerde von Gesetzes wegen keine aufschiebende Wirkung. Demnach
kommt es zu einer Unterbrechung der Überstellungsfrist im Sinne von
Art. 29 Abs. 1 Dublin-III-VO nur, wenn der Beschwerde die aufschiebende
Wirkung gerichtlich zuerkannt worden ist. Wird der entsprechende Antrag
in einer Zwischenverfügung abgelehnt oder gegenstandslos durch einen
direkten Beschwerdeentscheid, so wird die Überstellungsfrist nicht unter-
brochen. Massgebend bleibt sodann die Anerkennung des Aufnahme- oder
Wiederaufnahmegesuchs durch den ersuchten Mitgliedstaat (Art. 29
Abs. 1 Dublin-III-VO, BGE 2015/19 E. 5.4). Gemäss Art. 22 Abs. 1 und
Abs. 7 Dublin-III-VO erfolgt die Annahme des Mitgliedstaates entweder
durch ausdrückliche Zustimmung innert der Antwortfrist oder dadurch, dass
die Zustimmung mit Ablauf der Antwortfrist von zwei Monaten fingiert wird.
Die Überprüfung einer Überstellungsentscheidung ist unter schweizeri-
schem Recht mit den ausserordentlichen Rechtsmitteln der Revision
(Art. 45 ff. VGG, Art. 121–128 BGG, Art. 67 Abs. 3 VwVG) und der Wieder-
erwägung (Art. 111b AsylG) möglich. Beide Rechtsmittel haben keine auf-
schiebende Wirkung. Die Aussetzung des Vollzugs erfolgt gestützt auf
Art. 126 BGG beziehungsweise Art. 56 VwVG. Die Aussetzung des Vollzu-
ges gestützt auf Art. 56 VwVG bis zum Eintreffen der Akten hat keine die
Überstellungsfrist unterbrechende Wirkung. Wird allerdings die Vollzugs-
aussetzung in einer Zwischenverfügung nicht aufgehoben, kommt dies fak-
tisch einer Gewährung der aufschiebenden Wirkung während des ganzen
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Beschwerdeverfahrens gleich. In einem solchen Fall erfolgt eine Unterbre-
chung der Frist und die Überstellungsfrist beginnt mit der endgültigen Ent-
scheidung über die Beschwerde neu zu laufen (BGVE 2014/31 E. 6.6;
BVGE 2015/19 E. 5.4). Diese Rechtsprechung gilt ebenso für die Ausset-
zung des Vollzugs gestützt auf Art. 126 BGG, kommt diese im Ergebnis
doch einer einstweiligen Vollzugsaussetzung gestützt auf Art. 56 VwVG
gleich.
5.
5.1 Zwischen den Parteien ist umstritten, ob die Schweiz infolge einer
Überschreitung der Überstellungsfrist zur Durchführung des Asylverfah-
rens zuständig geworden ist. Vorab ist festzustellen, dass die Bestimmun-
gen zur Überstellungsfrist in der Dublin-III-VO den Charakter von Normen
haben, die „self-executing“ sind (vgl. BVGE 2015/19; Urteil des BVGer
E-5583/2017 E. 3.3.1). Der Beschwerdeführer kann sich somit auf eine
Verletzung der Bestimmung von Art. 29 Abs. 2 Dublin-III-VO berufen.
5.2 Das SEM führte im angefochtenen Wiedererwägungsentscheid aus,
das Bundesverwaltungsgericht habe in seinem Grundsatzentscheid
(BVGE 2014/31) entschieden, dass die Überstellungsfrist im Dublin-Ver-
fahren unterbrochen werde, wenn das Bundesverwaltungsgericht vollzugs-
hemmende Massnahmen im Sinne von Art. 56 VwVG angeordnet habe
und diese die Fünftagesfrist von Art. 107a AsylG überdauere. Da vorlie-
gend der einstweilig verfügte Vollzugsstopp vom 19. Dezember 2018 erst
mit Zwischenverfügung vom 9. Januar 2019 und damit nicht innerhalb der
Frist von fünf Kalendertagen aufgehoben worden sei, habe das SEM zu
Recht die schwedischen Behörden um Fristverlängerung ersucht. Die
Überstellungsfrist sei nicht abgelaufen und die Schweiz demzufolge nicht
für die Behandlung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens zuständig ge-
worden.
5.3 Diese Einschätzung kann aus nachfolgenden Gründen nicht bestätigt
werden.
Beantragt die beschwerdeführende Person die Gewährung der aufschie-
benden Wirkung, verfügt das Bundesverwaltungsgericht über eine Frist
von fünf Kalendertagen, um darüber zu entscheiden (Art. 107a AsylG).
Während dieser Frist ist der Vollzug der Überstellung von Gesetzes wegen
ausgesetzt, ohne dass eine gerichtliche Anordnung erforderlich wäre (vgl.
BVGE 2014/31 E. 6.5). Diese Aussetzung des Überstellungsvollzugs von
Gesetzes wegen während der Fünftagesfrist von Art. 107a AsylG stellt
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keine aufschiebende Wirkung gemäss Dublin-III-VO dar und die Überstel-
lungsfrist der Dublin-III-VO ist daher nicht unterbrochen. Zwar trifft es zu,
dass das Bundesverwaltungsgericht in seinem Grundsatzurteil BVGE
2014/31 vom 19. November 2014 im Weiteren festhielt, dass die Überstel-
lungsfrist grundsätzlich unterbrochen werde, wenn die vollzugshemmen-
den Massnahmen im Sinne von Art. 56 VwVG die Fünftagesfrist von
Art. 107a AsylG überdauere. Indessen werden, wie in der Beschwerde zu-
treffend darauf hingewiesen, im genannten Urteil Ausnahmen nicht ausge-
schlossen (vgl. BVGE 2014/31 E. 6.7.2). Im Weiteren hat das Bundesver-
waltungsgericht in seinem aktuelleren Grundsatzurteil BGVE 2015/19 vom
8. Juni 2015 präzisierend festgehalten, dass die Überstellungsfrist nach
schweizerischem Recht dann unterbrochen wird, wenn der Beschwerde
die aufschiebende Wirkung gerichtlich zuerkannt oder eine vorläufige Voll-
zugsaussetzung in einer Zwischenverfügung nicht aufgehoben wurde.
Folglich wird die Überstellungsfrist e contrario nicht unterbrochen, wenn
der Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung, wie vorliegend, in
einer Zwischenverfügung abgelehnt wird. Im Weiteren wurde im genannten
Grundsatzurteil festgehalten, dass die Aussetzung des Vollzugs gestützt
auf Art. 56 VwVG bis zum Eintreffen der Akten keine unterbrechende Wir-
kung hat (vgl. BVGE 2015/19 E. 5.4.). Diese Rechtsprechung wurde in ei-
nem aktuelleren Urteil bestätigt (vgl. Urteil des BVGer D-163/2018 vom
20. Februar 2018 E. 4.4). Bei dieser Sachlage steht fest, dass aufgrund der
Tatsache, dass das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung
vom 9. Januar 2019 das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung
abgewiesen hat (und damit der Beschwerde keine aufschiebende Wirkung
zukam) der Lauf der Überstellungsfrist nicht unterbrochen wurde. Entge-
gen der Auffassung der Vorinstanz muss der Entscheid über die Gewäh-
rung der aufschiebenden Wirkung nicht zwingend innert der Fünftagesfrist
von Art. 107a AsylG erfolgen. Indessen erscheint es im Interesse einer kla-
ren Rechtslage notwendig, innert nützlicher Frist über die aufschiebende
Wirkung des Rechtsmittels zu entscheiden. Wird die Vollzugsaussetzung
in einer Zwischenverfügung nicht aufgehoben, kommt dies faktisch einer
Gewährung der aufschiebenden Wirkung während des ganzen Beschwer-
deverfahrens gleich. In einem solchen Fall erfolgt eine Unterbrechung der
Frist und die Überstellungsfrist beginnt mit der endgültigen Entscheidung
über die Beschwerde neu zu laufen (BVGE 2014/31 E. 6.6; BVGE 2015/19
E. 5.4). Aufgrund der fehlenden aufschiebenden Wirkung der Beschwerde
im vorliegenden Fall (ein entsprechendes Gesuch wurde mit Zwischenver-
fügung vom 9. Januar 2019 abgelehnt) steht auch fest, dass das SEM in
seinem Schreiben vom 31. Januar 2019 an die schwedischen Behörden,
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wie in der Beschwerde darauf hingewiesen, unzutreffend von einer hängi-
gen Beschwerde mit aufschiebender Wirkung ausging und damit die
schwedischen Behörden ohne das Vorliegen der notwendigen Vorausset-
zungen um Fristverlängerung ersuchte.
6.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Überstellungsfrist aufgrund feh-
lender aufschiebender Wirkung der Beschwerde nicht unterbrochen wurde
und in der Zwischenzeit abgelaufen ist. Die Schweiz ist mit Ablauf der Über-
stellung zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens des Be-
schwerdeführers zuständig geworden. Die Notwendigkeit der Anpassung
des ursprünglichen (fehlerfreien) Nichteintretensentscheides vom 4. Okto-
ber 2018 an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage ist zu
bejahen.
7.
Somit ist die Beschwerde gutzuheissen, die angefochtene Verfügung auf-
zuheben und die Vorinstanz anzuweisen, das Asylverfahren des Be-
schwerdeführers in der Schweiz durchzuführen.
8.
Mit der vorliegenden Gutheissung wird der am 26. April 2019 angeordnete
Vollzugsstopp insofern hinfällig, als sich der Beschwerdeführer nunmehr
gestützt auf Art. 42 AsylG bis zum Abschluss des Asylverfahrens in der
Schweiz aufhalten darf.
9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer keine
Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), mithin die Gesuche um Ge-
währung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und der unentgelt-
lichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 111a
Abs. 1 AsylG gegenstandslos geworden.
Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines vollständigen
Obsiegens in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädi-
gung für die ihm notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzuspre-
chen. Da die Rechtsvertreterin keine Kostennote eingereicht hat, ist die
Entschädigung aufgrund der Akten zu bestimmen und auf insgesamt
Fr. 800.– festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 VGKE).
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