Decision ID: dc2cccfc-7dcd-4d21-b71a-15164c3d730b
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1985 geborene
X._
meldete sich am 5. September 2010 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leis
tungen der Invalidenversicherung an (Urk. 6/8). Nach Klärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse sowie nach Durchführung des
Vorbescheid
verfahrens
sprach ihr die Verwaltung mit Verfügung vom 13. Mai 2014 eine vom 1. März 2011 bis 31. März 2013 befristete ganze Rente zu (Urk. 6/65). Die dage
gen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 4. September 2014 in dem Sinne gut, dass es die angefochtene Verfügung insoweit aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese über den Rentenanspruch der Versicherten ab April 2013 neu verfüge (Urk. 6/72/1-6; Prozess-Nr. IV.2014.00642).
1.2
In der Folge liess die
IV-Stelle
X._
von den Ärzten der
Medas
Y._
polydisziplinär begutachte
n (Expertise vom 20. Juni 2016, Urk. 6/126/2-56
). Mit Vorbescheid vom 1. November 2017 stellte sie die
Zusprache
einer ganzen Rente vom 1. April 2013 bis 31. März 2016 und vom 1. April 2017 bis 31. Oktober 2017 in Aussicht (Urk. 6/145). Daran hielt sie –
nach
Einwand der Versicherten (Urk. 6/153/1-4) – mit Verfügung
en
vom 28. August 2018 fest (Urk. 6/
172-173
). Dagegen erhob
X._
am 28. September 2018
wiederum Beschwerde mit dem Antrag um
Zusprache
einer ganzen Invalidenrente für die Zeit ab 1. April 2016 bis 31. März 2017 sowie für die Zeit ab 1. November 2017
(Urk. 6/
178/3

Considerations:
11). Mit Beschluss vom 6. Juni 2019 wurde ihr Frist angesetzt, um zu der vom Gericht in Erwägung gezogenen Rückweisung der Sache an die IV-Stelle zur weiteren Abklärung und des damit verbundenen Risikos einer möglichen Schlechterstellung Stellung zu nehmen oder die Beschwerde zurückzuziehen (Urk. 6/191). Am 2. Juli 2019 teilte sie mit, sie halte an der Beschwerde fest (Urk. 6/192/12).
Mit Urteil vom 13. August 2019 hiess das hiesige Gericht die Beschwerde
in dem Sinne gut, dass es die angefochtenen Verfügungen aufhob und die Sache an die IV-Stelle zur neuen Entscheidung über den Rentenanspruch ab April 2013 zurückwies (Urk. 6/192
; Prozess-Nr. IV.2018.00847
).
1.3
Nachdem die IV-Stelle weitere Berichte der behandelnden Ärzte eingeholte hatte (Urk. 6/198 und Urk. 6/200-201)
,
wurde die
Versicherte von den Gutachtern der
Z._
GmbH (
nachfolgend:
Z._
) polydisziplinär untersuc
ht (Expertise vom 9. März 2020,
Urk. 6/
215
). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/218
;
Urk. 6/221) sprach ihr die IV-Stelle mit Verfügung
en
vom 8. Februar 2021
eine ganze Invalidenrente für die Zeit vom
1. September 2015 bis 31. März 2016 sowie für die Zeit vom 1. März 2017 bis 30. November 2017 zu (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
die Versicherte
am
11. März 2021 Beschwerde und beantragte,
in (teilweiser) Aufhebung der angefochtenen Verfügungen seien ihr die gesetzlichen Leistungen zu erbringen und es sei ihr für die Zeit ab März 2011 eine unbefristete, ganze Invalidenrente zuzusprechen; eventuell sei ein Gerichtsgutachten einzu
holen; subeventuell sei die Sache zur weiteren
Sachverhaltsabklärung an die IV
Stelle zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 7. Mai 2021 schloss die Verwaltung auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was der Beschwerdeführerin mit Gerichtsverfügung vom 25. Mai 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen
wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E.
4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V
396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsl
eistung zu erbringen (BGE 145 V
215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medi
zinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosig
keit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
1.6
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die befristete
Rentenzusprache
unter Hinweis auf das
Z._
-Gutachten damit, dass der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit als Hauswirtschaftsmitarbeiterin nicht mehr zumutbar
sei
. Von April 2013 bis August 2015 sei ihr eine körperlich leichte, immer wieder auch sitzend zu ver
richtende Tätigkeit in einem 80
%
-
Pensum zumutbar.
Das Invaliden
einkommen im Jahr 2
013 betrage Fr.
41'441.--. Bei
einem
Valideneinkommen
von Fr.
50'722.
-- ergebe sich ein rentenausschlie
ssender Invaliditätsgrad von 18
%. Ab September 2015 habe sich ihr Gesundheitszustand vorübergehend verschlechtert und es sei eine Operation notwendig gewesen. Bis im Dezember 2015 sei ihr keine Tätigkeit mehr zumutbar gewesen. Daraus
resultiere ein IV
Grad von 100
%. Da die Verbesserung des Gesundheitszustands mindestens drei Monate andauern müsse, habe die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine befris
tete ganze Rente von September 2015 bis März 2016.
Ab April 2016 sei ihr eine angepass
te Tätigkeit wieder in einem 80
%-Pensum zumutbar.
Unter Berück
sichtigung der Nominallohnentwicklung resultiere
bei einer Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen
nun ein Invaliditätsgrad von 16
%, weshalb ab April
2016 kein
Rentenanspruch mehr bestehe.
Im März 2017 sei es zu einer erneuten Verschlechterung des Gesundheitszustands der
Beschwerde
führerin
gekommen. Bis im August 2017 sei ihr keine Tätigkeit mehr zumutbar gewesen. Unter Berücksichtigung
,
dass die gesundheitliche Verbesserung mindes
tens drei Monate andauern müsse,
ergebe sich ein befristeter ganzer Renten
anspruch für die Zeit vom März 2017 bis November 2017. Ab Dezember 2017 sei der
Beschwerdeführerin
eine ad
aptierte Tätigkeit wieder zu 80
% möglich.
Wiederum unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
resultiere ein IV
Grad von 16
%, sodass ab Dezember 2017 kein Anspruch auf eine Rente mehr ausge
wiesen ist (Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführer
in
stellte sich demgegenüber
im Wesentlichen
auf den Standpunkt,
das
Z._
-Gutachten sei in verschiedenen Belangen widersprüchlich und nicht schlüssig. Die angefochtenen Verfügungen würden auf einem von voreingenommenen und nicht objektiv agierenden Begutachtern erstellten Bericht basieren, deren Schlussfolgerungen in diametrale
m
Widerspruch zu den überzeugenden Beurteilungen der behandelnden Ärzte und ihrer eigenen Diag
nosen
stünden
. Entsprechend könne auf das
Z._
-Gutachten nicht abgestellt werden. Sie leide seit Februar 2010 an schweren gesundheitlichen Einschränkun
gen, welche es ihr verunmöglich
t
en, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Aus diesem Grund bestehe sei
t
März 2011
Anspruch auf eine unbefristete
ganze Invalidenrente (Urk. 1 S. 18).
2.3
Mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 4. September 2014
wurde rechtskräftig
fest
gehalten, dass die
Zusprache
einer ganzen Invalidenrente vom 1. März 2011 bis 31. März 2013 ausgewiesen ist
. Danach sei wohl von einer gesundheitlichen Verbesserung auszugehen, wobei jedoch gestützt auf die medizinischen Akten nicht erhelle, welche Arbeitsleistungen der Beschwerdeführerin zumutbar seien
(vgl.
Urk. 6/72/1-6).
Z
u prüfen ist
daher
ein allfälliger
Rentenanspruch ab 1. April 2013 und
insbesondere
,
ob die Beschwerdegegnerin
der Beschwerdeführerin
zu Recht einen befristeten Anspruch auf eine ganze Rente vom 1. September 2015 bis 31. März 2016 sowie vom 1. März 2017 bis 30. November 2017
zugesprochen hat
.
3.
3.1
Nach dem Rückweisungsurteil vom 13. August 2019
gingen
die folgenden medi
zinischen Berichte
bei der Beschwerdegegnerin ein
:
Prof. Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie, diagnostizierte am 5. März 2019 chronische, panvertebrale Schmerzen linksbetont bei Status nach Diskushernien-Operation L5/
S1 von links (
Uniklinik
B._
)
un
d
Spondylodese
L5/S1 von dorsal
(
2016
,
Dr.
C._
in
D._
)
. Die
CT
Untersuchung der Lendenwirbelsäule vom Januar 2019 habe eine
Spondylodese
L5/S1 durchgebaut, keine Schraubenlockerung und eine korrekte
Implantatlage
gezei
gt. Die anderen Bandscheib
en würden normal aussehen. Weder im MRI der Halswirbelsäule von 2016 noch in demjenigen der Brust- und Lendenwirbelsäule von 2017 und 2018 seien auffällige Befunde zu sehen.
Er berichtete, es seien keine weiteren Operationen notwendig. Das Problem könne mit einer weiteren Operation nicht gelöst oder verbessert werden. Er empfehle deswegen eine symp
tomatische, physiotherapeutische Behandlung oder allenfalls die Vorstellung in einer multidisziplinären Sc
hmerzsprechstunde (Urk. 6/198/8
9).
3.2
Dr. med.
E._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, nannte am 28. August 2019 folgende Diagnosen
:
-
Fibromyalgie generalisiert (ICD-10 M79.70), Diagnose: klinisch, Index 18/18
-
Status nach
lumboradikulärem
Schmerzsyndrom S1 links (ICD-10 M51.1)
-
Status nach Dekompression Diskushernie L5-S1 2015
-
Status nach
Spondylodese
L5-
S
1 2016
-
Residuelles
sensorisches Defizit L5 und S1 links
Als Nebendiagnosen berichtete er von einem rezidivierenden
zervikomuskulären
Schmerzsyndrom (VAS 4-5/10)
und
von
Spa
nnungskopfschmerz sekundär (ICD
10 G44.2).
Di
e Fibromyalgie habe sich vermutlich im Verlauf der Jahre entwickelt. Einer erneuten Operation lumbal könne er im Moment nichts abgewinnen. Angesichts der Chronizität und der Natur der Fibromyalgie sei eine Therapie herausfordernd (Urk. 6/198
/10-11)
.
3.3
Dr. med.
F._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seinem Bericht vom 22. Oktober 2019 (Urk. 6/198/4-7) nachstehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2):
-
chronifizierte
etwa mittelgradige Depression (ICD-10 F32.11)
-
Skoliose
-
chronische Rückenschmerzen
-
Fibromyalgie
Dem Status nach diversen Operationen mass er keinen Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit bei (S. 2). Er berichtete, es bestehe eine ausgeprägte depressive Symptomatik. Die Beschwerdeführerin sei inhaltlich auf die Schmerzen und die missliche häusliche Situation eingeengt. Es bestünden Existenzangst und diffuse Ängste. Vom Affekt her sei die Versicherte deutlich depressiv gestimmt bei nur flachem affektive
m
Rapport und fehlendem Mitschwingen. Antrieb und Psycho
motorik seien gehemmt und es bestünden diverse
psychosomatische Symptome. Aus psychiatrischer Sicht seien als Funktionseinschränkungen hauptsächlich die Störungen von Konzentration und Aufmerksamkei
t zu nennen. Es bestehe seit 8.
November 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die Arbeit als Zimmer
mädchen und für zumutbare Verweistätigkeiten (S. 2 ff).
3.4
Dr.
med
G._
, Allgemeine Innere Medizin FMH,
attestierte am 29. Oktober 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die Arbeit als Zimmermädchen und für zumutbare Verweistätigkeiten. Er berichtete von immobilisierenden Rücken
schmerzen mit Ausstrahlung in das linke Bein und von einer ausgeprägten depressiven Symptomatik (Urk. 6/200/2-5).
3.5
Gestützt auf die Ergebnisse der
internistischen, neurologischen, orthopädischen und psychiatrischen Untersuchung stellten die
Z._
-Experten in ihrem Gutachten
vom 9. März 2020 (Urk.
6/215) nachstehende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8 f.):
-
chronisches
zerviko
-,
thorako
- und
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.2/M54.6/M54.5/Z98.8)
-
Status nach Ne
rvenwurzelblock S1 links am 29.
November 2012 (Uniklinik
B._
)
-
Status nach Nervenwurzelblock S1 links am 16.
Juni 2015 (Uniklinik
B._
)
-
Status nach mikrochirurgischer Dekompression LWK5
/SWK1 links
am 10.
September 2015 bei Diskushernie LWK5/SWK1 links mit Kompres
sion der Nervenwurzel L5 und S1 links (Uniklinik
B._
)
-
Status nach Dekompression und
transforaminaler
intervertebraler Fusion LWK5/SWK1 von links sowie
transpedikulärer
St
abi
lisierung LWK5/SWK1 mit MUST-Schrauben
system am 23.
März 2017 (Dr.
C._
,
H._
Klinik,
D._
)
-
Status nach Sakralblock am 17.
Dezember 2018
-
radiologisch regelrechter postoperativer Befund (CT 01/2019)
-
keine objektivierbare neurale Beteiligung
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit massen sie der leichten depressiven Episode (ICD-10 F32.0) und dem Nikotinabusus (ICD-10 F17.1) bei (S. 9).
Aus allgemeininternistischer Sicht
bestünden
– so
Dr. med.
I._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin – keine
behandlungsbedürftigen
Erkrankun
gen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit betrage
aus internistischer Sicht
100
% (S. 26).
Der
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
J._
berichtete in seinem Fachgutachten,
es habe sich bei der Beschwerdeführerin
eine leicht depressiv herabgesetzte Stimmungslage gefunden, welche jedoch in erster Linie von den körperlichen Einschränku
ngen her erklärbar gewesen sei
. Der Antrieb und die affektive Modulationsfähigkeit seien gut gewesen. Eine ausgeprägte Hoffnungs
losigkeit sei nicht feststellbar gewesen, vielmehr eine Resignation bezüglich der Zukunft. Die in einer Depressionserkrankung möglicherweise inkludierten Schlaf
störungen seien durch einen erheblichen Konsum von Sedativa
überlagert, so dass auch dieses nicht primär als Symptom einer Depressionserkrankung anzu
sehen sei. Testpsychologisch ergebe die Auswertung der Hamilton Depression Rating
Scale
einen Wert von 10, was für eine leichte Depression spreche. Bezüg
lich der Schmerzsymp
t
omatik
lasse sich diese nicht hinreichend durch die erho
benen organischen Untersuchungsbefunde erklären. Es sei davon auszugehen, dass eine Schmerzsymptomatik vorliege, die zu einem nicht unerheblichen Anteil psychosomatischer Genese im Sinne einer anhaltenden somatoformen Schmerz
störung sei. Unklar sei, in welcher Höhe ein Konsum von Sedativa und Hypnotika bestehe. Die Beschwerdeführerin habe angegeben, sei
t
fünf Jahren regelmässig
Stilnox
einzunehmen. Gemäss Laborbefund habe jedoch nur ein sehr niedriger Plasmaspiegel festgestellt werden können. Auch der
Sertralinspiegel
befinde sich in einem sehr niedrigen, in Anbetracht der Symptomatik in einem fast subthera
peutischen Bereich
(S. 33 f.).
Der Gutachter schilderte weiter, es finde seit rund drei Jahren eine ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung statt, unter welcher jedoch bislang kein Rückgang des psychosomatischen Anteils der Schmerzen habe verzeichnet werden können. Die Beschwerdeführerin habe vielmehr zunehmend regressive und selbstlimitierende Tendenzen bis hin zu einer fast vollständigen Versorgung des Haushalts durch Familienangehörige entwickelt. Es bestehe eine zunehmende
Chronifizierungstendenz
ohne eine Anpassung und Intensivierung der fachpsychiatrischen Behandlung mit einer ungewissen Prognose. Es hätten sich deutliche Hinweise auf eine Aggravation der Beschwerden gezeigt, welche von einer lebhaften Gestik und Mimik präsentiert worden seien.
Bezüglich der geschilderten Müdigkeit sei davon auszugehen, dass diese aus einer erhöhten
Xanax
-Einnahme resultiere. Es würden sich über das
Aggravieren
hinaus erhebliche Verdeutlichungstendenzen zeigen.
Um einer weiteren
Chronifizierung
vorzubeugen
,
sollte eine Intensivierung der medi
zinischen fachpsychiatrischen Massnahmen erfolgen. Sinnvoll sei die Durch
führung einer stationären psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung mit einem psychosomatischen Schwerpunkt. Die Beschwerdeführerin gebe zwar an, sich eine solche Therapiemassnahme nicht vorstellen zu können, es finde sich jedoch ein Widerspruch zwischen dem geschilderten Leidensdruck und den in Anspruch genommenen beziehungsweise zur Verfügung stehenden Behand
lungsoptionen.
In der angestammten Tätigkeit bestehe
aus psychiatrischer Sicht
eine Arbeitsfähigkeit von 70
%,
wobei von Januar 2018 bis März 2019
noch eine solche von 80
% vorgelegen habe. I
n einer leidensangepassten Arbeit liege
seit März 2019
eine
Arbeitsfähigkeit
von 90 % vor
; vorher habe sie bei 100 % gelegen
(S. 34 ff.).
Dem orthopädischen Teilgutachten von Dr. med.
K._
, Facharzt FMH für Ortho
pädische Chirurgie, kann entnommen werden, dass
der ebene Gang
hinkfrei
erfolgt und die Gangarten vorgeführt werden können. Bei der Untersuchung zeige sich die Beweglichkeit
thorakolumbal
massiv bis vollständig eingeschränkt, der initial
erheblich vermehrte Finger-Boden-Abstand könne später durch eine klar verbesserte Auslenkung im
Langsitz
relativiert werden. Auch die bei der explizi
ten Prüfung eingeschränkte Kopfrotation gelinge unter Ablenkung frei. An
den oberen und unteren
Extremitäten liege ebenfalls eine freie Beweglichkeit vor. Auffallend seien bezüglich Lokalisation und Intensität sehr unklar angegebene
Druckdolenzen
an
der
thorakolumbalen
Wirbelsäule
, der dorsalen Beckenregion und dem linken Hüftbereich.
Während die Prüfung der unteren Extremitäten in Rückenlage immer wieder zu erheblichen Beschwerden im Bereich der dorsalen Beckenkämme führe, gelinge selbst die forcierte Vornahme derselben Manöver in sitzender Position mit hängenden Beinen ohne jegliche Schmerzäusserung. Fünf von fünf
Waddell
-Zeichen seien positiv. Auf radiologischer Ebene würden regel
rechte Verhältnisse
nach
lumbosakraler
Spondylodese
einschliesslich korrekter
Implantatlage
, abgeschlossener
ossärer
Konsolidation und fehlenden Hinweisen für eine relevante Anschlussdegeneration dokumentiert.
Die anamnestisch und klinisch sehr diffus präsentierten Beschwerden würden sich durch die klinischen und radiologischen Befunde nicht klar begründen lassen. Durchaus nachvoll
ziehbar sei eine gewisse Bewegungseinschränkung und auch Minderbelastbarkeit
der
lumbosakralen
Wirbelsäule nach zweimaligem Eingriff, doch die klinische Präsentation einschliesslich deutlicher Inkonsistenzen lasse an eine bestehende nicht-organische Beschwerdekomponente denken. Die klar vermehrte
Hand
beschwielung
sei sodann mit dem angegebenen passiven Lebensstil nicht verein
bar (S. 44).
Aus orthopädischer Sicht bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Zimmermädchen
spätestens ab 20. Juni 2016
eine bleibende Arbeitsun
fähigkeit. Für körperlich leichte, immer wieder auch sitzende Verrichtungen unter Wechselbelastung bestehe aufgrund der heutigen Untersuchung eine Arbeits
fähigkeit von zumindest 80 % bei ganztägigem Pensum mit um maximal 20 % verminderter Leistungsfähigkeit aufgrund eines etwas vermehrten Pausenbedarfs. Das häufig wiederholte Heben und Tragen von Lasten über zehn Kilogramm sowie die längerdauernde Einnahme von Zwangshaltungen sollten dabei vermieden wer
den
. Nach den am 10. September 2015 und 23. März 2017 durchgeführten Wirbelsäuleneingriffen sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für s
ämt
liche Tätigkeiten
bis spätestens sechs Monate postoperativ
auszugehen
(S. 46 f.).
Dr. med.
L._
, Facharzt für Neurologie, gab in seinem neurologischen Fachgutachten an, die Beschwerdeführerin klage in erster Linie über lumbale Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in das linke Bein. Hier lasse sich kein patho
logischer Befund objektivieren.
Die Muskulatur sei seitengleich ausgeprägt.
Die
Trophik
sei intakt und die wechselnde Kraft bei der expliziten Prüfung sei auf eine Minderinnervation zurückzuführen, zumal passager auch klar die Innerva
tion des Antagonisten palpabel werde. Die Angaben zur Sensibilität würden sich ebenso nicht auf einen organischen Nenner bringen lassen. Ein kleiner organi
scher Kern der Rückenschmerzen lasse sich naturgemäss nicht ausschliessen, werde aber überlagert von einer somatoformen Schmerzstöru
n
g
. Das diskrepante Verhalten beim Prüfen des
Lasègue
spreche für eine
bewusstseinsnahe Ausgestal
tung
(S. 52 f.). Der Gutachter führte aus, es bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ohne schweres Heben und ohne Zwangshaltungen (S. 53 f.).
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führten die beteiligten Spezialärzte zusammen
fassend aus, ab Juni 2016 könne eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit bestätigt werden. Wahrscheinlich sei die Arbeitsfähigkeit bereits seit 2011 aufgehoben gewesen.
Eine Verweistätigkeit müsst
e folgende Merkmale aufweisen: E
s sollte sich um eine leichte, immer wieder auch sitzend zu verrichtende Tätigkeit unter Wechselbelastung handeln, bei der das wieder
holte Heben und Tragen von Lasten über zehn Kilogramm ebenso wie die länger
dauernde Einnahme von Zwangshaltungen vermieden werden sollte. Auch sollte die Möglichkeit zu einem vermehrten Pausenbedarf und
zu einer
in einem gewis
sen Umfang
flexibel
gestaltbaren
Arbeitszeit vorhanden sein.
In einer solchen Tätigkeit bestehe
ab April 2013
eine 80%ige Arbeits- und Le
istungsfähigkeit
mit Unterbrüchen während der
postoperativen
Rekonvaleszenzen
vom September bis Dezember 2015 und vom März bis August 2017 (S.
10
f.
).
3.6
Dr.
F._
nahm am 2. Juni 2020 Stellung zum psychiatrischen Gutachten. Er gab an, für ihn stehe nach wie vor die depressive Symptomatik im Vordergrund.
Mittlerweile drehe sich das ganze Leben der Beschwerdeführerin um die Schmerzen,
worunter sie sichtlich leide. Der
Z._
-Experte gehe von einer anhal
tenden somatoformen Schmerzstörung aus, nachdem er die Ansicht vertreten habe, dass die von der Versicherten geäusserten Schmerzen nicht vollständig durch die erhobenen organischen Befunde hätten erklärt werden können. Dies sei insofern verfänglich, als gerade bildgebende Verfahren und Untersuchungs
befunde das subjektive Leiden eines Patienten nicht wiedergeben würden, da Schmerzen nicht messbar seien.
Mit der Begründung der Diagnose sei er nicht zufrieden, da weder ein emotionaler Konflikt noch eine erhebliche psychosoziale Belastung sauber herausgearbeitet worden sei
. Dort, wo der Psychiater von einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung spreche, würde der Rheumatologe eine Fibromyalgie angeben. Mittlerweile hätten sich die Schmerzen der Beschwer
deführerin derart
chronifiziert
, dass sie
,
durch welche Massnahme auch immer
,
kaum mehr davon gelöst werden könne. Das erwähnte
aggravatorische
Verhalten sei im
medicolegalen
Kontext primär ein adaptives Verhalten, d
a die Patientin mit diesem Verhalten etwas bezwecken wolle. Ein solches Verhalten sei alltäglich, da die meisten Menschen mit den meisten ihrer Aussagen beim Gegenüber etwas bezwecken woll
t
en. Ein solches Verhalten sei jedem Menschen immanent
, ohne dass man jenes in den Ruch der Simulation stellen dürfe. Schliesslich wäre eine etwas genauere Beschreibung der eingeschränkten und erhaltenen Funktionen und Fähigkeiten zu erwarten gewesen, da die psychiatrische Diagnose alleine nicht genüge, um davon eine Einschränkung in irgendeiner Fähigkeit abzuleiten. Zusammenfassend sei das Gutachten zur Bemessung der Arbeitsfähigkeit zumin
dest unvollständig (Urk. 6/223).
3.7
Dr. med.
M._
,
Facharzt FMH für Neurochirurgie,
Belegarzt Chirurgie, und
cand
. med.
N._
,
Spital O._
, stellten in ihrem Austrittsbericht vom 11. August 2020
(Urk. 6/238/13-14)
über die stationäre Behandlung vom 11. bis 13. August 2020 nachstehende Diagnose:
-
Failed
Back
Surgery
Syndrom bei Status nach zweimaliger Wirbelsäulen
operation
, zuletzt PLIF-Operation und
dorsolateraler
St
abi
lisation L5/S1 bei persistierendem tieflumbale
m
Schmerzsyndrom mit vollständiger Immobilität, zusätzlich eher diffuse abstrahlende Schmerzsymptomatik in beide Beine, rechts am ehesten dem
Dermatom
S1 entsprechend, links diffus und Sensibilitätsminderungen
Sie gaben an, am 11. August 2020 sei eine Implantation
von
Testelektroden Th7/8-T9
/
10 beidseits zur Austestung einer Neurostimulation erfolgt.
3.8
Am 30. Oktober 2020 (Urk. 6/238/7-12) berichtete Dr.
M._
, es
bestehe
nach der
Implantation eines Neurostimulators eine stark fluktuierende Schmerz
situation mit grossen Problemen mit dem Handling des Neurostimulators. Als Diagnose nannte er ein chronisch lumbales und chronisch neuropathisches Schmerzsyndrom. Arbeitsunfähigkeiten wurden durch ihn keine attestiert, da die Beschwerdeführerin i
n keinem Arbeitsverhältnis stehe
(S. 1 f.).
4.
4.1
Das
Z._
-Gutachten
(vgl. E. 3.5) beruht
auf den erforderlichen Untersuchungen,
ist
für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der und in ausführlicher Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt. Die Gutachter legten die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar, beurteilten die medizi
nische Situation überzeugend und setzten sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten de
r
Beschwerdeführer
in
auseinander. Sie gelangten sodann zum begründeten Schluss, dass aus
interdisziplinärer
Sicht für
die bisherige
Tätigkeit
keine Arbeitsfähigkeit
mehr
besteht
, eine angepasste Tätigkeit jedoch im Umfang von 80 %
seit April 2013
zumutbar ist
- unter Berücksichtigung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit
von September bis Dezember 2015 und März bis A
ugust 2017
. Das
polydisziplinäre
Gutachten entspricht damit den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige medizi
nische Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 1.
6
hiervor).
4.2
In somatischer Hinsicht führten die
Z._
-Gutachter nachvollziehbar aus, dass der Beschwerdeführerin
seit April 2013
eine leidensangepasste Tätigkeit zu 100 % bei einer Leistungsverminderung von 20 % wegen des vermehrten Pausenbedarfs zumutbar ist.
Diese Einschätzung deckt sich mit den aktenkundigen Beur
teilungen der behandelnden Ärzte
Dr. med.
P._
, Facharzt Innere Medizin und Arbeitsmedizin FMH (in Behandlung seit 2003; vgl. Bericht v
om 12. Mai 2015, Urk. 6/92/1-3), und jener
der Universitätsklinik
B._
vom 2. November 2015 - auch sie gingen von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit unter einer eventu
ellen Leistungsminderung wegen den Schmerzen aus (Urk. 6/119/8 Ziff. 1.6 ff.) - sowie dem ersten Gutachten der
Medas
Y._
(Urk. 6/126/26).
Auch Prof. Dr.
A._
, bei dem sich die Beschwerdeführerin im März 2019 zur Einholung einer Dritt
meinung vorgestellt hatte, führte aus, er könne gestützt auf seine Untersuchung sowie auf bildgebendes Material aus den Jahren 2016 bis 2019 keine auffälligen Befunde erheben. Er empfahl nebst Physiotherapie insbesondere die Vorstellung in einer multidisziplinären Schmerzsprechstunde (vgl. vorstehend E. 3.1)
.
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, für die Zeit von April 2013 bis August 2015 sei von keiner verwertbaren Arbeitsfähigkeit auszugehen
, da insbe
sondere ein Arbeitsversuch gescheitert sei, im Jahr 2013
ischialgieforme
Beschwerden und intermittierende Kribbelparästhesien hinzugetreten seien und Ende 2014 eine Diskushernie dokumentiert worden sei (Urk. 1 S. 11), ist ihr nicht zu folgen. In den - nebst den bereits genannten - echtzeitlichen Berichten spre
chen sich sowohl Dr.
P._
wie auch die Ärzte der Universitätsklinik
B._
für eine zumutbare Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit aus (Berichte
B._
vom 27. März 2013, Urk. 6/38/6-7, sowie vom 7. Januar 2014, Urk. 6/56). Zwar wurde mit Bericht vom 11. Dezember 2014 eine Diskushernie L5/S1 mit Kompression der Nervenwurzel diagnostiziert, die Beschwerdeführerin berichtet
e
jedoch auch zu diesem Zeitpun
kt über eine seit einem
Jahr
bestehende Schmerzpersistenz (Urk. 6/77). Eine
effektive
Verschlechterung
des Gesundheits
zustandes
ist
somit
trotz dieser nun diagnostizierten Diskushernie nicht eingetreten, weshalb
auch
nicht auf eine
Einschränkung
der zumutbaren Arbeitsfähig
keit zu schliessen ist.
Auch nach der Rekonvaleszenz
im Anschluss an die
erste Operation vom September 2015 ist von keiner anderen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auszu
gehen (vgl. Urk. 1 S. 12 f.).
F
ür die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Zusam
menh
ang mit
einer
Degeneration der Wirbel
säule sind in erster Linie die klinischen Befunde massgeblich (Urteile 9C_126/2019 vom 19. Juni 2019 E. 4.4.1; 9C_491/2017 vom 26. September 2017 E. 4.1;
8C_45/2017 vom 26. Juli 2017 E.
5.3).
Nach der Begutachtung beim
Z._
fehlen solche für die Zeit vom April 2016 bis zur zweiten Opera
tion an der Wirbelsäule vom 23.
März 2017. Folglich ist eine Arbeitsunfähigkeit in dieser Zeit weder durch Befunde
belegt
noch durch einen ärztlichen Bericht gestützt auf die konkreten, persönlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin
ausgewiesen
. Letzteres trifft insbesondere auf den von der Beschwerdeführerin angeführten Bericht des RAD vom 18. Oktober 2017 zu
(vg
l.
Urk. 6/142/9
)
, was bereits im Urteil des hiesigen Gerichts vom 13. August 2019 festgehalten wurde (Urk. 6/192/7-8 Erwägung 4.1)
.
Dementsprechend ist mit den
Z._
-Gutachtern von einer ab Dezember 2016 wieder zumutbaren 80%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen, welche erst wieder
(vorübergehend)
nach der Operation vom März 2017 während
dreier
Monate zu 100 % eingeschränkt war.
An der Beweiskraft des
Z._
-Gutachtens ändert im Übrigen auch die kritische Hinterfragung der Operationsindikation an der Wirbelsäule durch den orthopädischen Gutachter (vgl. Urk. 6/215/44-46 Ziff. 7.2 sowie 7.3.3) nichts, da dies für die Frage des
Vorliegens eines
invalidisierenden Gesundheitsschadens, wie die Beschwerdeführerin e
benfalls richtig festhält (vgl.
Urk. 1 S. 13)
,
nicht
entscheidend ist.
4.3
4.3.1
Nachfolgend ist das
Z._
-Gutachten im Hinblick auf die psychiatrische Beur
teilung und insbesondere hinsichtlich der
Indikatorenprüfung
zu prüfen.
Über das Zusammenwirken von Recht und Medizin bei der konkreten Rechts
anwendung hat sich das Bundesgericht verschiedentlich geäussert. Danach ist es sowohl den begutachtenden Ärzten als auch den Organen der Rechtsanwendung aufgegeben, die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall mit Blick auf die normativ vorge
gebenen Kriterien zu beurteilen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht. Bei der Abschätzung der Folgen aus den diagnostizierten gesundheitlichen Beeinträchti
gungen nimmt zuerst der Arzt Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Seine Einschätzung ist eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 141 V 281 E.
5.2.1).
Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere darauf
hin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen. Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweis
würdigung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen. Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenanspreche
nden Person auswirkt (BGE 144 V
50 E. 4.3
).
4.3.2
Der psychiatrische
Z._
-Gutachter
J._
zeigte nachvoll
ziehbar auf, dass die von der Beschwerdeführerin demonstrierten schmerz
bedingten Einschränkungen zu einem erheblichen Anteil psychosomatischer Genese sind, trotz fachpsychiatrischer Behandlung jedoch keine Be
sserung erreicht wurde und sich eine deutliche
Chronifizierungstendenz
zeigt. Im Alltag bestehe ein erheblicher sekundärer Krankheitsgewinn, indem die anfallenden Tätigkeiten von ihrem Ehemann und ihren Geschwistern erledigt würden. Aller
dings stehe dies in keinem Verhältnis zur gestellten Diagnose in ihrer Ausprä
gung. Gesamtpsychiatrisch
sei
als positive Ressource zu benennen, dass
die Beschwerdeführerin
in fast allen täglichen Belangen von ihren Familien
angehörigen versorgt werde und intakte familiäre Bindungen bestünden. Über erkennbare Ressour
c
en, den psychosomatischen Beschwerden angemessen zu begegnen, verfüge die Beschwerdeführerin nicht. Hinsichtlich Konsistenz und Plausibilität wies Gutachter
J._
darauf hin, dass sich Hinweise auf eine Aggravation der Beschwerden, welche von einer lebhaften Gestik und Mimik präsentiert worden sei
en
, gefunden hätten. Darüber hinaus hätten sich deutliche Verdeutlichungstendenzen gezeigt
(Urk. 6/215/34-36)
.
Weiter liege ein Wider
spruch zwischen dem geschilderten Leidensdruck und den in Anspruch genom
menen beziehungsweise zur Verfügung stehenden Behandlungsoptionen
vor
. Beispielsweise könne sich die Beschwerdeführerin eine - als sinnvoll zu erach
tende - stationäre psychiatrische Behandlung nicht vorstellen, da sie ihre Kinder versorgen müsse. Die Versorgung der Kinder erfolge aber in erster Linie durch Familienangehörige (Urk. 6/215/37).
4.3.3
Die Schlussfolgerung von
Z._
-Gutachter
J._
hinsichtlich der Einschränkung der Leistungsfähigkeit
aus psychiatrischer Sicht
vermögen mit Blick auf die von ihm dargelegten symptomatischen Fähigkeitsstörungen und seine Auseinander
setzung mit den praxisgemäss massgeblichen Standardindikatoren in Korrelation zum Ausmass der von ihm attestierten Arbeitsunfähigkeit zu überzeugen.
Rechtsprechungsgemäss liegt regelmässig keine versicherte Gesundheits
schädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben sich namentlich, wenn: eine erheb
liche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verd
eutlichendes Verhalten hin (BGE
141 V 281 E. 2.2.1, 131 V 49 E. 1.2, je mit Hinweisen). Wann ein verdeutlichendes Verhalten (nur) verdeutlichend und unter welchen Voraussetzungen die Grenze zur Aggravation und vergleichbaren leistungshindernden Konstellationen über
schritten ist, bedarf einer einzelfallbezogenen, sorgfältigen Prüfung auf einer möglichst breiten Beobachtungsbasis auch in zeitlicher Hinsicht (Urteil des Bundesgerichts 8C_165/2021 vom 2. Juli 2021 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Eine Aggravation zeichnet sich aus durch eine Übertreibung oder Ausweitung von Beschwerden, indem tatsächlich vorhandene Symptome zur Erreichung eines Ziels (im hier interessierenden Kontext die Zusprechung einer Rente) verstärkt werden. Externe Motivation (Erreichen einer Rente) und Bewusstseinsnähe sind somit - nebst den
zuvor
dargelegten Hinweisen - starke (in der Praxis allerdings oft schwierig nachzuweisende) Anhaltspunkte für eine anspruchshindernde Aggravation. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass eine Aggravation umso eher vorliegt, je mehr Hinweise auf eine absichtliche,
gesteuerte und in diesem Sinne «
bewusste
»
Symptomerzeugung hindeute
n
(Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 4.2.2)
.
Vorliegend ist das Verhalten der Beschwerdeführerin noch nicht als Aggravation einzustufen.
Aufgrund der Inkonsistenzen bezüglich der Medikamenteneinnahme - welche überdies auch bereits durch die Gutachter der
Medas
Y._
festgestellt wurde
(Urk. 6/126/26)
-, wie auch der Diskrepanzen im Rahmen der klinischen Untersuchungen (Kopf
rotation unter Ablenkung frei, keine Schmerzäusserung bei gleichem Manöver in sitzender Lage statt in Rückenlage, vermehrte
Handbeschwielung
trotz passivem Lebensstil; vgl. E. 3.5)
, ist die vom
Z._
-
G
utachter
festgehaltene
funktionelle
Einschränkung
der psychischen Störung
entsprechend dem attestierten Ausmass einer
höchstens 1
0%igen Arbeitsunfähigkeit
plausibel.
Schliesslich bleibt darauf hinzuweisen, dass obwohl die funktionellen Auswir
kungen einer Störung abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden können, keine von den ärztlichen Feststellungen losgelöste juristische Parallelprüfung stattfinden soll (
vgl. E. 4.3.
1
). Es stellt sich aus rechtlicher Sicht die Frage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf eine Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen, wie sie vom medizinisch-psychiatrischen Experten abschliessend eingeschätzt worden ist (BGE 145 V 361 E. 3.2.2 S. 364 mit Hinweisen; Urteil des Bundes
gerichts 8C_407/2020 vom 3. März 2021 E. 5.1). Dabei darf nicht unerwähnt bleiben, dass die medizinische Folgenabschätzung notgedrungen eine hohe Vari
abi
lität aufweist und unausweichlich Ermess
enszüge trägt (BGE 140 V 193 E.
3.1 S. 195; 137 V 210 E. 3.4.2.3 S. 253). Die psychiatrische Exploration eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spiel
raum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte - wie hier - lege
artis
vorgegangen ist (Urteile
des Bundesgerichts
8C_629/2017 vom 29. Dezember 2017 E. 4.3 und 9C_7
7/2015 vom 27. März 2015 E. 5.4
). Im Rahmen der Beweis
würdigung ist lediglich zu beurteilen, ob das Gutachten in Beachtung der norma
tiven Vorgaben die funktionellen Auswirkungen einer Störung schlüssig und widerspruchsfrei dargelegt hat (BGE 141 V 281 E. 5.2.3). Diesen Anforderungen ist
der psychiatrische Gutachter
J._
nachgekommen, weshalb darauf abzu
stellen ist. Zu di
esem Schluss ist denn auch RAD-A
rzt Dr.
med.
R._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
gelangt (Urk.
6/227/3-4
).
4.3.4
Daran vermögen
- entgegen der Ansicht der Beschw
erdeführerin (vgl. Urk. 1 S. 14
f.) -
auch die Berichte und Beurteilungen von Dr.
F._
nichts zu ändern.
Insbe
sondere wurde im
Z._
-Gutachten nachvollziehbar aufgezeigt, dass sich keine
kriteriengeleitete
ausgeprägte und im Vordergrund stehende depressive Sympto
matik, sondern vielmehr die Symptome einer somatoformen Schmerzstörung finden (Urk. 6/215/35). Selbst Dr.
F._
konstatierte, dass sich im Leben der Beschwerdeführerin alles um die Schmerzen drehe (vgl. E. 3.6).
Schlussendlich ausschlaggebend ist jedoch nicht die konkret gestellte Diagnose, sondern das anhand der Standardindikatoren eingeschätzte tatsächlich erreichbare Leistungs
vermögen.
4.4
Zusammenfassend
ist gestützt auf das
Z._
-Gutachten seit April 2013 von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit im Umfang von 100 % mit einer Leistungsminderung von 20 % auszugehen.
Nach den beiden Operationen vom September
2015 und März 2017
bestand eine vorübergehende vollständige Arbeitsunfähigkeit für drei Monate.
Wenn die Beschwerdeführerin diese medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit nicht verwertet, ist sie trotzdem nach dieser, mithin nach dem ihr objektiv zumutbaren Arbeitsausmass, zu beurteilen (BGE 127 V 294 E. 4c mit Hinweisen und AHI 2001 S. 228 E. 2b).
Soweit die Beschwerdeführerin verlangt, es seien weitere Abklärungen durchzu
führen, kann darauf in antizipierter Beweisw
ürdigung verzichtet werden (BGE
127 V 491 E. 1b; vgl. auch Urteil des Bun
desgerichts 8C_538/2019 vom 24.
Januar 2020 E. 2.5). Der Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind aufgrund der medizinischen Akten hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen wären keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
5.
Die von der Beschwerdegegnerin vorgenomm
ene Invaliditätsbemessung (vgl.
Urk. 2) blieb beschwerdeweise unbestritten und ist nach der Akten- und Rechts
lage nicht zu beanstanden. Dementsprechend ist
ab
1. April 2013
von einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 18 % (
bis 30. August 2015
) respek
tive ab 1. April 2016
von 16 % auszugehen, wobei für die Perioden
vom 1. September 2015 bis 31. März 2016
sowie vom 1. März 2017 bis 30. November 2017
(
jeweils
unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1
der
Verordnung
über die Invalidenversicherung,
IVV)
je
ein Invaliditätsgrad von 100 %
bestand.
Nach dem Gesagten erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.