Decision ID: 8a74dbbf-33f6-47b5-a30c-745121e1f630
Year: 2007
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Entscheid Versicherungsgericht, 03.12.2007 Art. 17 Abs. 1 ATSG, Art. 52 ATSG, Art. 53 Abs. 2 ATSG. Der Schutz einer mangels Sachverhaltsveränderung rechtswidrigen Revisionsverfügung durch die substituierte Begründung der Wiedererwägung der ursprünglichen Rentenzusprache ist im Rahmen eines Einspracheentscheides zum vornherein ausgeschlossen. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. Dezember 2007, IV 2006/181). Die von der IV-Stelle analog herangezogene Bundesgerichtspraxis beruht auf einem Irrtum, weil nicht nur die Revisionsbegründung durch eine Wiedererwägungsbegründung, sondern auch das Revisionsdispositiv (Ablösung einer früheren Verfügung für die Zukunft) durch ein Wiedererwägungsdispositiv (Aufhebung einer früheren Rentenzusprache und neue Beurteilung des ursprünglichen Rentenbegehrens) ersetzt wird. Eine Wiedererwägung mit Wirkung ex nunc ist verfahrenstechnisch ausgeschlossen Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 9C_11/2008.
Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug,
Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl
Entscheid vom 3. Dezember 2007
In Sachen
S._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Arthur Andermatt, Teufenerstrasse 8, Postfach,
9001 St. Gallen,
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gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision

Considerations:
hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:
I.
A.- S._ meldete sich am 3. Januar 2002 zum Bezug von IV-Leistungen an. Dr. med.
A._ berichtete der IV-Stelle am 25. Januar 2002, die Versicherte leide an Asthma
bronchiale, chronischer Lumboischialgie bei Diskushernie L5/S1, Hypertonie und
Osteoporose. Ausserdem bestehe eine Depression, die aber keine Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit habe. Als Mitarbeiterin in einer Fensterfabrik sei die Versicherte
aufgrund ihres Asthma bronchiale seit längerer Zeit zwischen 50% und 100%
arbeitsunfähig. Die Diskushernie habe in den letzten Monaten zu einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit geführt. Eine weitere Einstellung als Fabrikarbeiterin sei deshalb
unmöglich. Die B._ AG teilte der IV-Stelle am 28. Januar 2002 mit, sie habe die
Versicherte bis 31. Dezember 2001 als Hilfsschreinerin beschäftigt. Im Jahre 2002 hätte
die Versicherte an diesem Arbeitsplatz ca. Fr. 55'900.- verdient. Die IV-Stelle
erkundigte sich am 6. Februar 2002 bei Dr. med. A._, ob der Versicherten eine leichte
leidensangepasste Tätigkeit noch zumutbar wäre und wenn ja, an wievielen Stunden
pro Tag. Dr. med. A._ antwortete am 17. Februar 2002, eine leichte Arbeit sei der
Versicherten auch leidensangepasst nicht mehr zumutbar. In einer Anfrage an den RAD
Ostschweiz vom 4. März 2002 führte die IV-Stelle aus, sofern medizinisch keine
weiteren Abklärungen angezeigt seien, werde sich der Rentenantrag wie folgt
präsentieren: 100% invalid. Die Antwort von Dr. med. C._ vom 5. März 2002 lautete:
"100% IV i.O.". Am 18. Juni 2002 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab
Januar 2002 eine ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100% zu.
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B.- Entsprechend dem bei der Rentenzusprache angesetzten Termin leitete die IV-
Stelle am 4. März 2005 von Amtes wegen ein Rentenrevisionsverfahren ein, indem sie
der Versicherten den entsprechenden Fragebogen zustellte. Die Versicherte gab am
11. März 2005 an, ihr Gesundheitszustand habe sich nicht verändert. Dr. med. A._
berichtete der IV-Stelle am 20. März 2005, die Versicherte leide an einem chronischen
lumbovertebralen Syndrom, an einem Asthma bronchiale und an Hypertonie. Sie klage
gelegentlich über Rückenschmerzen. Bisweilen müssten ihre Asthmabeschwerden
behandelt werden. Die Hypertonie erfordere medikamentöse Massnahmen. Der
Gesundheitszustand sei stationär, die Diagnose habe sich seit März 2002 nicht
verändert. Der zuständige Arzt des RAD Ostschweiz hielt am 30. Mai 2005 fest, als
Fabrikarbeiterin mit Lastenhandhabung, Staubbelastung etc. sei nachvollziehbar keine
verwertbare Arbeitsfähigkeit gegeben. Gestützt auf den aktuellen Hausarztbericht sei
keine volle Arbeitsunfähigkeit für eine leichte, angepasste Tätigkeit ausgewiesen. Im
Verlauf müssten sich deshalb die Funktionsausfälle objektivierbar gebessert haben. Der
Nachweis dafür könne nur durch ein bidisziplinäres Gutachten (rheumatologisch/
psychiatrisch) erbracht werden. Zusätzlich zu den Standardfragen seien den
Gutachtern folgende Fragen zu stellen: Haben sich die Funktionsausfälle verglichen mit
der Referenzsituation vom Januar 2002 und/oder die Diagnose objektivierbar
verändert, wenn ja besteht eine Arbeitsfähigkeit und wie ist gegebenenfalls eine
angepasste Tätigkeit zu spezifizieren?
C.- Das Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG (AEH) führte in seinem
Gutachten vom 7. Februar 2006 aus, die Versicherte habe Schmerzen im Kopf-/
Nacken-/Schultergürtelbereich links mit Ausstrahlung in den Oberarm, zeitweise auch
im Nacken-/Schultergürtelbereich rechts sowie einen Ausstrahlungsschmerz rechts in
die Ferse und in das Sprunggelenk, dort mit Intensivierung bei Kälte, angegeben. Sie
habe weiter ausgeführt, die Gehstrecke betrage etwa eine Stunde und etwas mehr,
dann würden die Beschwerden intensiver. Bei körperlicher Anstrengung trete Atemnot
auf. Ausserdem komme es immer wieder zu Bluthochdruckwerten. Die Gutachter
stellten folgende Diagnosen: chronisches lumbospondylogenes Syndrom rechts und
chronisches zervikospondylogenes Syndrom links (mit/bei leichter WS-Fehlform und -
fehlhaltung sowie anamnestisch Diskopathie auf Höhe L5/S1),
Bewegungseinschränkung im OSG rechts (bei St. n. OSG-Fraktur am 25. März 2003
operativ saniert), arterielle Hypertonie, anamnestisch Asthma bronchiale und
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anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Die Gutachter führten weiter aus, die
Versicherte habe ein flüssiges, aber verlangsamtes Gangbild mit einer minimen
Einschränkung beim Abrollen im OSG rechts gezeigt. Beim Treppensteigen sei die
Versicherte leicht eingeschränkt gewesen. Im Status habe die Versicherte eine leicht
vermehrte BWS-Kyphose und LWS-Lordose, eine stark eingeschränkte LWS-
Extension, eine wenig eingeschränkte LWS-Flexion und eine mässig eingeschränkte
BWS-Beweglichkeit gezeigt. Die HWS sei frei beweglich gewesen. Das OSG rechts sei
gegenüber links in Plantar- und Dorsalflexion zu maximal einem Drittel vermindert
beweglich gewesen. Sonst seien alle Gelenke an den oberen und den unteren
Extremitäten frei und schmerzlos beweglich gewesen. Neurologisch hätten eine
normale Motorik, ein fraglich positiver Lasègue bei 70° rechts und ein vermindertes
Berührungsgefühl am lateralen und medialen Fussrand rechts, medial im Bereich der
Operationsnarbe bestanden. Anlässlich der Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit (EFL) seien bei den Hebetests funktionelle Limiten aufgetreten. Im
Sitzen sei die Versicherte nicht eingeschränkt gewesen. Beim Gehen und Stehen habe
eine leichte, durch die OSG-Fraktur zu erklärende Einschränkung bestanden. Die
übrigen Tests seien schmerzbedingt, ohne sichtbare funktionelle Limiten abgebrochen
worden. Insgesamt sei ein schmerzbedingt verlangsamtes Tempo aufgefallen. Im
PACT-Test habe sich die Versicherte deutlich unter der gezeigten Leistung
eingeschätzt. Im Rahmen der EFL sei eine Beurteilung der effektiven Leistungsgrenzen
infolge der Selbstlimitierung bei den Hebetests nicht möglich gewesen. Lokalisierte
körperliche Limiten hätten aufgrund des Schmerzverhaltens nicht ermittelt werden
können. Die Leistungsbereitschaft sei nicht zuverlässig und die Konsistenz der Tests
sei schlecht gewesen. Die Belastbarkeit der Versicherten liege im Minimum im Bereich
einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit. Eine mindestens leichte, vorwiegend sitzende
Leistung mit ab und zu möglichem Aufstehen und Gehen und mit einer Hebeleistung
von 10 kg (mit Sicherheit zumutbare, da gezeigte Leistung) sei ganztags zumutbar.
Zusammenfassend hielten die Gutachter fest, trotz des Dekonditionierungssyndroms
entspreche die Leistung im EFL einer wechselbelastenden, überwiegend sitzenden
Tätigkeit, bei der sogar Gewichte bis 10 kg gehoben werden könnten. Das gezeigte
schmerzbedingt langsame Arbeitstempo habe kein anatomisch-strukturelles Korrelat
und keine kardiopulmonale Einschränkung bei geringer körperlicher Belastung.
Deshalb seien keine vermehrten Pausen notwendig. Aus rein somatischer Sicht
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bestehe für eine sehr leichte Tätigkeit sicher und für eine leichte Tätigkeit mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Auch aus
psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Diese
Gesamteinschätzung stehe derjenigen zum Zeitpunkt der Gutheissung eines
Invaliditätsgrades von 100% diametral entgegen. Jene abschliessende Beurteilung
habe auf einer sehr spärlichen Datengrundlage basiert. Eine zusätzliche Abklärung/
Prüfung hätte damals möglicherweise ein anderes Ergebnis geliefert.
D.- Der zuständige Arzt des RAD Ostschweiz hielt dazu am 2. Mai 2006 fest, die
Bemerkung im Gutachten des AEH, die Datenlage zum Zeitpunkt der Rentenzusprache
sei dürftig gewesen und eine genauere Überprüfung hätte eventuell schon damals eine
andere Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit erlaubt, sei rein hypothetisch, zumal nicht
klar sei, zu welchem Prozentsatz die damalige Arbeitsunfähigkeit revidiert worden
wäre. Aus dem Gutachten des AEH könne also nicht abgeleitet werden, dass nach der
Auffassung der Gutachter bereits damals eine Arbeitsfähigkeit von 100% für eine
leichte Tätigkeit bestanden hätte, zumal die vom Hausarzt beschriebene Depression
durchaus die somatisch begründete Arbeitsunfähigkeit weiter beeinflusst haben
könnte. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Beeinträchtigung mehr, weshalb neu
eine dem somatischen Leiden angepasste Tätigkeit zumutbar sei. Da die somatisch
begründete Arbeitsfähigkeit nicht mehr durch psychische Faktoren beeinträchtigt
werde, sei eine wesentliche Verbesserung ausgewiesen. Mit einer Verfügung vom 4.
Mai 2006 stellte die IV-Stelle die laufende ganze Invalidenrente wegen einer
Verbesserung des Gesundheitszustandes auf das Ende des auf die Verfügung
folgenden Monats ein.
E.- Die Versicherte erhob am 31. Mai 2006 Einsprache mit dem Antrag, die Verfügung
sei aufzuheben. Am 30. Juni 2006 führte sie zur Begründung aus, ihr
Gesundheitszustand habe sich nicht verbessert, sondern durch gastrointestinale
Blutungen gerade kürzlich verschlimmert. Es sei auch keine Veränderung der
Arbeitsfähigkeit ausgewiesen. Offenbar seien bereits im Jahr 2002 leichte Arbeiten
zumutbar gewesen. Der Einkommensvergleich sei rätselhaft. Das Valideneinkommen
lasse sich nicht mit den Lohnangaben des Arbeitgebers in Einklang bringen. Es sei
nicht nachvollziehbar, weshalb ein Invalideneinkommen berücksichtigt werde, das auch
vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung nie erreicht worden sei. Die
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Versicherte legte einen Bericht von Dr. med. A._ vom 18. Juni 2006 bei, laut dem sie
an einem Asthma bronchiale, an einem chronischen lumbovertebralen Syndrom bei
einem degenerativen WS-Leiden, an einer arteriellen Hypertonie, an einer
Hyperlipidämie und an einer Insomnie litt. Dr. med. A._ hatte ausgeführt, in den
letzten Monaten, die er als Hausarzt überblicken könne, hätten sich die Beschwerden
konstant verschlimmert. Wegen gastrointestinaler Beschwerden habe sich die
Versicherte anfangs März 2006 im Spital behandeln lassen müssen. Die chronischen
Rückenschmerzen und die unter Belastung immer wieder auftretende Atemnot
machten es unmöglich, die Versicherte wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. Es
liege weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor.
F.- Die IV-Stelle wies die Einsprache am 14. August 2006 ab. Sie machte geltend, eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes seit der Rentenzusprache sei tatsächlich
fraglich. Es spreche vieles dafür, dass die Gutachter einen im wesentlichen gleich
gebliebenen Sachverhalt anders beurteilt hätten. Es könne aber offen bleiben, ob ein
Revisionsgrund gegeben sei, denn die Rentenzusprache sei wiedererwägungsweise
aufzuheben. Praxisgemäss könne eine Verfügung, die zu Unrecht die
Revisionsvoraussetzungen gemäss Art. 17 ATSG als gegeben erachtet habe, mit der
substituierten Begründung der Erfüllung der Wiedererwägungsvoraussetzungen
geschützt werden. Der Hausarzt habe am 17. Februar 2002 keine Begründung dafür
geliefert, dass der Versicherten auch körperlich leichte Arbeiten nicht mehr zumutbar
sein sollten. Die IV-Stelle hätte zwingend weitere Abklärungen tätigen müssen. Weil sie
dies unterlassen habe, stütze sich die Rentenzusprache auf einen unzureichend
abgeklärten Sachverhalt und sei deshalb zweifellos unrichtig. Der Bericht des
Hausarztes vom 18. Juni 2006 vermöge keine Zweifel an der Richtigkeit des
Gutachtens zu wecken. Einem Valideneinkommen von Fr. 51'755.- (Stand 2000) sei ein
zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 41'284.- (Stand ebenfalls 2000)
gegenüberzustellen (Arbeitsfähigkeit 100%, sogenannter "Leidensabzug" 10%). Bei
einem Invaliditätsgrad von 20% bestehe kein Rentenanspruch. Deshalb werde zu
Recht keine Rente mehr ausgerichtet.
G.- Die Versicherte erhob am 14. September 2006 Beschwerde gegen diesen
Einspracheentscheid. Sie beantragte die Aufhebung des Einspracheentscheides und
der Verfügung vom 4. Mai 2006, die Erteilung der aufschiebenden Wirkung und die
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Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung. Zur
Begründung führte sie insbesondere aus, der RAD Ostschweiz habe am 2. Mai 2006
mit einer teilweise nicht nachvollziehbaren Begründung versucht, eine massgebliche
Verbesserung des Gesundheitszustandes zu konstruieren und damit die
Revisionsvoraussetzungen herbeizureden. Das Zeugnis von Dr. med. A._ vom 10.
September 2006 biete ein anderes Bild. Wie bereits im Zeugnis vom 18. Juni 2006
werde eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes (u.a. Beinfraktur,
Magenblutungen und Hospitalisationen) angegeben. Sinngemäss werde im
angefochtenen Einspracheentscheid anerkannt, dass die Revisionsvoraussetzungen
von Art. 17 ATSG nicht erfüllt seien. Mangels neuer Tatsachen oder neuer Beweismittel
sei auch eine Revision gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG ausgeschlossen. Die
Wiedererwägung im Einspracheentscheid sei unter Verweigerung des rechtlichen
Gehörs erfolgt. Die Rentenzusprache sei nicht zweifellos unrichtig gewesen, denn es
sei eine Erfahrungstatsache, dass sich bei Schwerarbeiterinnen mit zunehmendem
Alter massgebende Abnutzungserscheinungen manifestierten. Sie habe ganztägig
schwere Lasten tragen und Türen schleifen und lasieren müssen. Die Staubbelastung
habe das Asthma hervorgerufen. Eine spärliche Datengrundlage könne nicht zu einer
Wiedererwägung führen, denn andere Ermessensmassstäbe begründeten keine
zweifellose Unrichtigkeit. Das Gutachten beschränke sich im wesentlichen auf eine
Repetition der hausärztlich diagnostizierten Gesundheitsstörungen. Zusätzlich komme
es zum Schluss, dass sie eine Simulantin sei. Es überwögen subjektive Eindrücke
infolge angeblicher Selbstlimitierung. Das Gutachten erreiche nicht einmal ansatzweise
den Standard einer ordentlichen MEDAS-Abklärung oder eine SUVA-kreisärztlichen
Abschlussuntersuchung. Es sei als Entscheidgrundlage untauglich. Die Versicherte
legte einen Bericht von Dr. med. A._ vom 10. September 2006 bei. Dr. med. A._
führte insbesondere aus, die Einstellung der Rente sei angesichts der prekären
gesundheitlichen Verhältnisse völlig unverständlich. Eine im Juni 2002 erlittene schwere
Beinfraktur bereite gelegentlich immer noch Schmerzen. Im März 2006 habe die
Versicherte notfallmässig wegen einer Magenblutung hospitalisiert werden müssen. Die
bisherige Berentung sollte beibehalten werden, weil die Versicherte schwer
angeschlagen sei.
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H.- Die IV-Stelle beantragte am 25. September 2006 die Abweisung der Beschwerde.
Sie wies darauf hin, dass sie weiterhin die ganze Rente ausrichte, weil die Beschwerde
aufschiebende Wirkung habe.
II.
1.- a) Das der Verfügung vom 4. Mai 2006 vorausgegangene Verwaltungsverfahren
hatte nur die Frage zum Gegenstand, ob die laufende ganze Invalidenrente in
Anwendung von Art. 17 Abs. 1 ATSG einer nachträglichen Sachverhaltsveränderung
anzupassen sei. Mit der Verfügung vom 4. Mai 2006 bejahte die Beschwerdegegnerin
diese Frage. Sie hob die laufende ganze Invalidenrente revisionsweise auf. Auch die
Einsprache der Beschwerdeführerin beschränkte sich dementsprechend auf die Frage,
ob eine Sachverhaltsveränderung eingetreten sei, welche die Aufhebung der laufenden
ganzen Invalidenrente rechtfertige. Im angefochtenen Einspracheentscheid hat die
Beschwerdegegnerin dann aber - ohne jede Vorwarnung an die Beschwerdeführerin -
eine Wiedererwägung der ursprünglichen Rentenzusprache vom 18. Juni 2002
vorgenommen und angeordnet, dass kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe.
Sie hat der Beschwerdeführerin keine Möglichkeit eingeräumt, vorgängig zu einer
solchen Auswechslung des Verfahrensgegenstandes Stellung zu nehmen. Selbst wenn
damit tatsächlich nur die Begründung der Rentenaufhebung ausgewechselt worden
wäre, wie die Beschwerdegegnerin annimmt, hätte der Beschwerdeführerin doch die
Möglichkeit eingeräumt werden müssen, sich vorgängig zur Rechtmässigkeit einer
Wiedererwägung der Rentenzusprache vom 18. Juni 2002 zu äussern. Durch die
Verweigerung dieser Möglichkeit zur Stellungnahme konnte sich die
Beschwerdeführerin erst gegenüber dem Versicherungsgericht erstmals zur
Wiedererwägungsproblematik äussern. Die Beschwerdegegnerin hat der
Beschwerdeführerin also das rechtliche Gehör verweigert. Dies würde an sich die
Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides rechtfertigen. Da die
Beschwerdeführerin aber darauf verzichtet hat, sich im Beschwerdeverfahren auf die
Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör zu berufen, ist davon auszugehen,
dass sie weit mehr an einem Entscheid in der Sache selbst als an einem rein formalen
Obsiegen, d.h. an einer Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zum Erlass eines
neuen Einspracheentscheides nach vorgängiger Gewährung des rechtlichen Gehörs
interessiert ist. Unter diesen Umständen muss die Verletzung des rechtlichen Gehörs
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als geheilt gelten, denn es handelt sich dabei um einen reinen Anspruch, über dessen
gerichtliche Durchsetzung die Beschwerdeführerin frei entscheiden kann.
b) Es ist somit zu prüfen, ob die wiedererwägungsweise Aufhebung der formell
rechtskräftigen Zusprache einer ganzen Invalidenrente vom 18. Juni 2002 in einem
Einspracheentscheid, der nur eine revisionsweise Aufhebung dieser laufenden
Invalidenrente zum Anfechtungsgegenstand hatte, rechtmässig ist. Die
Beschwerdegegnerin ist davon ausgegangen, dass sie bei unverändertem Dispositiv
(Aufhebung der laufenden ganzen Invalidenrente ex nunc) nur die Revisionsbegründung
durch eine Wiedererwägungsbegründung ersetze. Sie hat sich dabei auf die
höchstrichterliche Rechtsprechung berufen, die annimmt, das Gericht könne eine
mangels einer nachträglichen Sachverhaltsveränderung zu Unrecht ergangene
Revisionsverfügung mit der substituierten Begründung schützen, die ursprüngliche
Rentenzusprache sei zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erheblicher
Bedeutung (vgl. etwa BGE 125 V 368 ff. m.H.). Die Beschwerdegegnerin ist also davon
ausgegangen, dass diese Praxis ohne weiteres auf das verwaltungsinterne
Rechtsmittel der Einsprache übertragen werden könne. Sie hat aber übersehen, dass
sich die mit der Beurteilung einer Einsprache gegen die eigene Revisionsverfügung
befasste Verwaltung in einer ganz anderen Situation befindet als ein Gericht, das eine
revisionsrechtlich unzulässige Aufhebungsverfügung zu beurteilen hat. Die Verwaltung
kann parallel zum hängigen Einspracheverfahren ein gegen die ursprüngliche,
möglicherweise zweifellos unrichtige Rentenzusprache gerichtetes
Wiedererwägungsverfahren eröffnen. Sie kann das Einspracheverfahren bis zur
rechtskräftigen Erledigung dieses Wiedererwägungsverfahrens sistieren. Kommt es zu
einer wiedererwägungsweisen Aufhebung der ursprünglichen Rentenzusprache, so
kann das hängige Einspracheverfahren als gegenstandslos abgeschrieben werden. Der
versicherten Person steht auch gegen die Wiedererwägungsverfügung das
Rechtsmittel der Einsprache zur Verfügung, so dass ein solches Vorgehen der
Verwaltung für die versicherte Person jedenfalls keinen grösseren Nachteil bedeutet als
die Auswechslung des Verfahrensgegenstandes im Rahmen des gegen die
revisionsweise Rentenaufhebung gerichteten Einspracheverfahrens. Der
Verfahrensaufwand ist auch für die Verwaltung nicht höher, denn bei der Auswechslung
des Verfahrensgegenstandes beinhaltet die Gewährung des rechtlichen Gehörs de
facto die Möglichkeit, materiell nochmals - nun ausgerichtet auf die Wiedererwägung -
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eine Einsprache zu formulieren. Anders als bei einer gerichtlichen Beurteilung besteht
für die Verwaltung also keine Notwendigkeit, im Einspracheverfahren die unzulässige
revisionsweise Rentenaufhebung durch eine wiedererwägungsweise Rentenaufhebung
zu ersetzen. Die Verwaltung kann ohne weiteres den verfahrensrechtlich korrekten Weg
gehen und eine einspracheweise anfechtbare Wiedererwägungsverfügung erlassen.
Dies schliesst es aus, in Abweichung von Art. 49 Abs. 1 ATSG die Wiedererwägung der
ursprünglichen Rentenzusprache nicht zu verfügen, sondern sie direkt in einen
Entscheid über eine Einsprache einfliessen zu lassen, die sich nur gegen eine
Revisionsverfügung richtet, und damit im Ergebnis der versicherten Person in bezug
auf die Wiedererwägung das Rechtsmittel der Einsprache vorzuenthalten. Aus diesem
Grund muss der angefochtene Einspracheentscheid insoweit, als er eine
Wiedererwägung der Rentenverfügung vom 18. Juni 2002 anordnet, als rechtswidrig
aufgehoben werden, ohne dass die materielle Berechtigung der Wiedererwägung zu
prüfen ist. Der Beschwerdegegnerin steht es deshalb frei, ein gegen die Verfügung vom
18. Juni 2002 gerichtetes Wiedererwägungsverfahren zu eröffnen und durch eine
Verfügung abzuschliessen, denn das vorliegende Urteil beinhaltet ja keinen Entscheid
über die materielle Zulässigkeit einer wiedererwägungsweisen Aufhebung der
Verfügung vom 18. Juni 2002.
c) Selbst wenn die bundesgerichtliche Praxis auch auf Einspracheentscheide
Anwendung finden könnte, müsste der angefochtene Einspracheentscheid in seinem
Wiedererwägungsteil aufgehoben werden. Diese Praxis beruht nämlich auf einem
Irrtum darüber, was effektiv substituiert würde. Das Bundesgericht geht implizit davon
aus, dass das Dispositiv der angefochtenen Rentenrevisionsverfügung durch die
Begründungssubstitution nicht tangiert sei, weil nur die Begründung ausgewechselt
werde. Dahinter steht die Auffassung, dass sich das Dispositiv der
Rentenrevisionsverfügung und dasjenige der Wiedererwägung ex nunc auf die
Festsetzung des (neuen) Rentenbetrages und des Wirkungszeitpunktes beschränkten.
Das Bundesgericht übersieht, dass die Wiedererwägungsverfügung eine frühere
Rentenverfügung aufhebt, die Rentenrevisionsverfügung eine frühere Rentenverfügung
aber nur ablöst, ihr für die Vergangenheit also die Wirksamkeit belässt. Das Dispositiv
der Rentenrevisionsverfügung ist also tatsächlich beschränkt auf den (neuen)
Rentenbetrag und den Wirkungszeitpunkt. Eine Aufhebung der früheren Verfügung
muss nicht angeordnet werden. Etwas anderes gilt für das Dispositiv des
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Wiedererwägungsentscheides. Findet die Aufhebung der früheren Rentenverfügung
nicht Eingang in das Dispositiv des Wiedererwägungsentscheides, so bleibt die frühere
Rentenverfügung wirksam und verbindlich, was das Wirksamwerden des
Wiedererwägungsentscheides ausschliesst. Die Begründung des
Wiedererwägungsentscheides vermag offensichtlich für sich allein keine Aufhebung der
früheren Rentenverfügung zu bewirken. Das Dispositiv des eine angefochtene
Rentenrevisionsverfügung ersetzenden Wiedererwägungsentscheides muss also
lauten: 'Die ursprüngliche rentenzusprechende Verfügung vom ... wird
wiedererwägungsweise aufgehoben und der versicherten Person wird eine Rente von
Fr. x zugesprochen' bzw.: 'Die ursprüngliche rentenzusprechende Verfügung vom ...
wird wiedererwägungsweise aufgehoben und das Rentengesuch vom ... wird
abgewiesen'. Entgegen der Annahme des Bundesgerichts wird somit nicht nur die
Begründung der angefochtenen Rentenrevisionsverfügung, sondern auch das
Verfügungsdispositiv ausgewechselt, wenn die Rechtsmittelinstanz die Rentenrevision
durch eine Wiedererwägung (ex nunc) ersetzt. Es kann sich nicht nur um eine
Begründungssubstitution handeln. Hinter der Veränderung des Dispositivs steht die
Auswechslung des Verfahrensgegenstandes, d.h. die angefochtene
Rentenrevisionsverfügung wird integral durch einen Wiedererwägungsentscheid
ersetzt. Aus dem für die Wiedererwägung typischen Widerruf der früheren
Leistungsverfügung folgt zudem, dass eine Wiedererwägung gar nicht ex nunc wirken
kann, wie in der Lehre überzeugend nachgewiesen worden ist (vgl. Ralph Jöhl, Zur
Praxis der substituierten Begründung der Wiedererwägung bei zu Unrecht ergangenen
Anpassungsverfügungen, AJP 2004 S. 1001 ff.). Die sogenannte "Wiedererwägung ex
nunc" ist im Ergebnis also nichts anderes als ein von Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG nicht
gedeckter und deshalb rechtswidriger Verzicht auf die Rückerstattung zu Unrecht
ausgerichteter Leistungen.
2.- a) Die Verfügung vom 4. Mai 2006 hatte ausschliesslich die revisionsweise
Aufhebung der laufenden ganzen Invalidenrente zum Gegenstand. Die dagegen
gerichtete Einsprache der Beschwerdeführerin ist von der Beschwerdegegnerin nicht
behandelt worden. Im angefochtenen Einspracheentscheid hat die
Beschwerdegegnerin nämlich eine wiedererwägungsweise Aufhebung der laufenden
ganzen Invalidenrente angeordnet, womit die Frage, ob ein - die Aufhebung
rechtfertigender - Revisionsgrund gegeben sei, offen bleiben könne. Gedanklich hat die
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Beschwerdegegnerin diese Frage aber nicht offen gelassen, sondern klar verneint,
denn sie hat im Zusammenhang mit der Wiedererwägung angenommen, die
Beschwerdeführerin sei schon im Jahr 2002 in einer behinderungsadäquaten Tätigkeit
uneingeschränkt arbeitsfähig und damit gar nicht in einem rentenbegründenden
Ausmass invalid gewesen. Sie ist also davon ausgegangen, dass gar keine die
Rentenaufhebung rechtfertigende Reduktion des Invaliditätsgrades eingetreten sei.
Hätte die Beschwerdegegnerin die Aufhebung der laufenden ganzen Invalidenrente im
angefochtenen Einspracheentscheid nicht durch eine Wiedererwägung der
ursprünglichen Leistungszusprache herbeigeführt, so wäre sie demnach gezwungen
gewesen, die Einsprache gutzuheissen und die Verfügung, mit der sie die laufende
Rente revisionsweise aufgehoben hatte, ihrerseits wieder aufzuheben und die laufende
Rente weiter auszurichten. Grundsätzlich müsste die Sache also zur Behandlung der
gegen die Aufhebungsverfügung vom 4. Mai 2006 gerichteten Einsprache an die
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen werden. Aus verfahrensökonomischen Gründen
rechtfertigt es sich aber, das Beschwerdeverfahren auf die Frage der Rechtmässigkeit
der am 4. Mai 2006 verfügten Rentenaufhebung auszudehnen.
b) Der im Rentenrevisionsverfahren gestützt auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung im
Gutachten des AEH angestellte Einkommensvergleich hat zwar einen anderen
Invaliditätsgrad ergeben als jener Einkommensvergleich, auf den sich die
Rentenzusprache vom 18. Juni 2002 gestützt hatte. Diese Abweichung allein erlaubt
aber noch keine Anpassung der laufenden Invalidenrente, denn Art. 17 Abs. 1 ATSG
setzt ausdrücklich eine Veränderung des Invaliditätsgrades voraus. Es muss also
nachgewiesen sein, dass sich der rentenrelevante Sachverhalt seit der
Rentenzusprache verändert hat, denn andernfalls liegt zwar eine Differenz in den
Ergebnissen der beiden Einkommensvergleiche, aber keine ausgewiesene
nachträgliche Veränderung des Invaliditätsgrades vor. Es ist durchaus möglich, dass
die Differenz nur auf eine abweichende Einschätzung eines unverändert gebliebenen
Sachverhalts zurückzuführen ist, was keine Rentenrevision rechtfertigt. Hat sich die
ursprüngliche Invaliditätsbemessung auf einen unzureichend abgeklärten Sachverhalt
gestützt, so fehlt die notwendige Grundlage für den gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG
notwendigen Vergleich zwischen damals und heute. In solchen Fällen darf das
Rentenrevisionsverfahren nicht nur die Abklärung des aktuellen Invaliditätsgrades
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beinhalten. Vielmehr muss auch der damals bestehende Invaliditätsgrad nachträglich
abgeklärt werden.
c) Die Beschwerdegegnerin hat sich am 18. Juni 2002 nur auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes Dr. med. A._ gestützt, obwohl die
Aussagen behandelnder Ärzte als Auskunftspersonen aufgrund der in aller Regel
effektiv bestehenden oder zumindest zu vermutenden Befangenheit in der Praxis der
Beschwerdegegnerin kaum je die Arbeitsunfähigkeit mit dem notwendigen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen vermögen. Im vorliegenden Fall
kommt hinzu, dass die Ausführungen von Dr. med. A._ im Bericht vom 25. Januar
2002 nur eine vollständige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer
körperlich belastenden Erwerbstätigkeit in einer staubbelasteten Umgebung, aber
keine vollständige Arbeitsunfähigkeit in einer der Gesundheitsbeeinträchtigung in jeder
Hinsicht angepassten Erwerbstätigkeit erklären konnten. In der Berichtsergänzung vom
17. Februar 2002 lieferte Dr. med. A._ keine Begründung für die angegebene
vollständige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin auch in einer adaptierten
Erwerbstätigkeit. Am Fehlen einer überzeugenden Begründung für diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung vermag auch die - ebenfalls jede Begründung vermissen
lassende - Stellungnahme des RAD Ostschweiz vom 5. März 2002 nichts zu ändern.
Entgegen der Behauptung des RAD Ostschweiz vom 2. Mai 2006 hatte Dr. med. A._
damals keine erheblichen psychischen Gesundheitsprobleme angegeben, die dann bis
2006 verschwunden wären. Dr. med. A._ hat nämlich die Diagnose einer Depression
- anders als alle anderen Diagnosen - ausdrücklich als Diagnose ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit bezeichnet. Am 18. Juni 2002 stand also nicht mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass und
gegebenenfalls in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin in einer der
Gesundheitsbeeinträchtigung ideal angepassten Erwerbstätigkeit arbeitsunfähig war.
Das Gutachten des AEH hat diese Unsicherheit nicht beseitigt, denn der Hinweis, die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. A._ sei wohl falsch gewesen, reicht nicht
aus, um die damalige Arbeitsfähigkeit und damit den damaligen Invaliditätsgrad mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen. Das Gutachten
des AEH überzeugt hingegen in bezug auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
und in bezug auf die Umschreibung einer der Gesundheitsbeeinträchtigung ideal
Rechnung tragenden Erwerbstätigkeit im Begutachtungszeitpunkt. Die aktuelle Seite
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St.Galler Gerichte
des revisionsrechtlichen Vergleichs der Invaliditätsgrade damals und heute steht also
mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest. Auf den
Invaliditätsgrad zum Zeitpunkt der Rentenzusprache trifft dies nicht zu. Der
angefochtene Einspracheentscheid ist deshalb auch in bezug auf die Frage einer
allfälligen Rentenrevision als auf einem ungenügend abgeklärten Sachverhalt beruhend
und deshalb rechtswidrig aufzuheben. Die Sache ist zur weiteren Abklärung des
Invaliditätsgrades der Beschwerdeführerin am 18. Juni 2002 an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.- Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist der angefochtene
Einspracheentscheid aufzuheben. Aufgrund der Rückweisung zur weiteren Abklärung
ist in bezug auf das Begehren um eine Parteientschädigung von einem
vollumfänglichen Obsiegen der Beschwerdeführerin auszugehen (vgl. etwa ZAK 1987
S. 266 Erw. 5a). Die Höhe der Parteientschädigung bemisst sich nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g ATSG). Unter
Berücksichtigung dieser Kriterien erweist sich eine Parteientschädigung von Fr. 3500.-
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Das
Beschwerdeverfahren ist gemäss Art. 61 lit. a ATSG i.V.m. lit. b der
Übergangsbestimmungen zur Änderung des IVG vom 16. Dezember 2005 kostenlos.
Das Gesuch um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung ist bei diesem Verfahrensausgang praxisgemäss als
gegenstandslos zu betrachten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG