Decision ID: 6fe5d896-e03e-445e-a057-93ee7b98096a
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963, war seit dem 1
5.
Januar 2007 als Bauarbeiter bei der
Y._ AG
angestellt (
Urk.
8/12
Ziff.
1, 2.1 und 2.7).
Der Versicherte meldete sich am 2
4.
Juni 2011 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/7).
Mit Verfügung vom 2
0.
September 2013 (
Urk.
8/54) verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Rentenanspruch des Versicherten.
1.2
Mit Hinweis auf eine
n Verdacht auf eine
Fibromyalgie,
eine
Periarthropathia
coxae
rechts,
eine
chronische Schulterinstabilität
rechts
,
ein
en
dorsale
n
Fer
sensporn
rechts und ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom meldete sich der Versicherte am 2
7.
April 2015 erneut
bei der
Invalidenversicherung an (
Urk.
8/56
Ziff.
6.2).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
8/59-62) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
0.
August 2015 (
Urk.
8/63 =
Urk.
2) auf das neue
Leistungsbe
gehren
nicht ein.
2.
Der Versicherte erhob am 2
7.
August 2015 Beschwerde gegen Verfügung vom 1
0.
August 2015 (
Urk.
2). Sinngemäss
beantragte er, die angefochtene Verfü
gung sei aufzuheben und sein Gesuch
sei
von der IV-Stelle materiell zu behan
deln
(
Urk.
1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
4.
November 2015 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 1
2.
November 2015 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzuge
hen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anfor
derungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E.
2.2 mit Hinweisen). Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Ein
tretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neuanmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte
sich
im angefochtenen Entscheid
auf den Stand
punkt,
der Beschwerdeführer habe mit dem neuen Gesuch nicht glaubhaft dar
gelegt, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten. Der neu vorgelegte
Arztb
ericht vom 1
5.
Mai 2015 weise eine
Achillodynie
aus. Als Therapie würden ein
e
Stosswellentherapie, Schuheinlagen und Physiotherapie empfohlen. Es lägen keine Angaben über die funktionellen Auswirkungen im Alltag oder bei der Arbeit vor. Eine
Achillody
nie
sei gut zu behandeln und nicht geeignet, einen dauerhaften
Gesundheits
scha
den
zu begründen (
Urk.
2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte
demgegenüber
vor, sein Zustand habe sich ver
schlechtert. Ausserdem
hätten
der Beschwerdegegnerin nicht alle ärztlichen Dokumente vorgelegen (
Urk.
1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers zu Recht nicht eingetreten ist.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
,
stellvertretender leit
ender Arzt, Spital
A._
,
stellte
im Bericht vom 1
2.
Juli 2011 (
Urk.
8/14/5-6) fest
, der Beschwerdeführer sei seit dem 2
7.
April 2011 bei ihm in Behandlung (
Ziff.
1.2).
S
eit zirka zwei Jahren bestünden
ohne traumatische Entwicklung
Schulterschmerzen
rechtsseitig
, die zu einer Arbeitsunfähigkeit auf dem Bau geführt hätten. Der Beschwerdeführer beschreibe Schmerzen in der Schulter, hauptsächlich bei schlagenden, ruckarti
gen Bewegungen
,
in Projektion auf das AC-Gelenk, teils ausstrahlen
d
in den Arm mit verbundenen
Dysästhesien
. In Ruhe und nachts sei er durch die Beschwerden nicht wesentlich geplagt. Eine Krafteinbusse bemerke er ebenfalls nicht. Beschwerden an der Halswirbelsäule bestünden nur am
zervikothorakalen
Übergang (
Ziff.
1.4).
Dr.
Z._
nannte als Diagnosen mit Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
symptomatisches
subacromiale
s
Impingement
, eine leicht
symptomatische AC
Arth
rose und eine
Supraspinatusunterflächen
-P
artialruptur rechts. Als Diag
no
sen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
er
ein metabolisches Syndrom mit Adipositas, einen Diabetes mellitus Typ 2, arterielle Hypertonie und Hypercholesterinanämie (
Ziff.
1.1)
.
Aufgrund der Beschwerden an der Schulter bestehe eine Einschränkung für belas
tende Schultertätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten über
Gürtel
niveau
. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht im Moment nicht zumutbar (
Ziff.
1.6-1.7).
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt
für Allgemeine Innere Medizin, gab in einem Bericht vom 3
0.
August 2011 (
Urk.
8/21/5-6) an, der Beschwerdeführer sei schmerzbedingt nicht mehr in der Lage, mit Werkzeugen auf der Baustelle zu hantieren. Das Hantieren mit einem Kompressor etc. sei ihm nicht mehr mög
lich. Die Leistungsfähigkeit sei aktuell zu 100
%
eingeschränkt. Als Kranführer sei vermutlich eine volle Arbeitsfähigkeit denkbar (
Ziff.
1.7).
3.3
PD
Dr.
med.
C._
, Teamleiter Schulter - Ellbogen,
Klinik
D._
,
stellte
im Bericht vom 1
9.
September 2011 (
Urk.
8/24)
folgende
Diag
nosen
:
Schulterschmerz rechts mit
Verdacht auf degenerative Ansatzveränderungen M.
supraspinatus
und
subscapularis
Verdacht auf beteiligende AC-
Arthropathie
bei
Status nach unfallartigem Ereignis von zwei Jahren auf dem Bau
PD
Dr.
C._
führte weiter aus, e
s bestünden an sich glaubhafte Schmerzen
in
der rechten Schulter, die
der Beschwerdeführer eventuell etwas blumig schil
dere
.
Die Beschwerde
n seien allerdings gut mit den
im MRI sichtbaren Verände
rungen am Ansatz der Supra- und
Subscapularissehne
zu vereinbaren. Es sei gerecht
fertigt, eine diagnostische Arthroskopie und im gleichen Zug eine AC-Resektion mit
Bursektomie
durchzuführen (S. 1).
3.4
Dr.
Z._
führte im Bericht vom 2
7.
Juni 2012 (
Urk.
8/3
2) nach einem operati
ven Eingriff
im rechten Schultergelenk
vom 2
0.
Oktober 2011 aus,
acht Monate nach der Operation
bestünden weiterhin erhebliche
imp
i
ngementartige
Beschwer
den,
welche zu einer vermehrten Ermü
dbarkeit und Schmerzen im lateralen Schulterbereich führen würden. Für die Tätigkeit als Bauarbeiter bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (S. 1). Eine Arbeit auf dem Bau mit Tragen und Heben von Lasten sei sicherlich im Moment trotz besserer Mobilität nicht zumutbar. Er denke jedoch, dass der Patient als Kranführer mit einem Mobilteil zur Steuerung eines Krans arbeiten könne. Das Problem bestehe jedoch im Besteigen des Krans, wobei er am Tag mindestens vier Mal den Kran hoch- und runterklettern müsse
,
und er unter Umständen auch Gewichte an eine Kette hängen müsse (S.
2
).
3.5
Im
Bericht vom 1
5.
August 2012
(
Urk.
8/33)
stellte
Dr.
Z._
folgende Diagno
sen (S. 1):
persistierende Restbeschwerden mit partieller adhäsiver
Capsulitis
bei
Status nach
arthroskopischer
Supraspinatus-Repair
,
Bizepstenotomie
,
sub
acromialer
Dekompression, AC-Resektio
n und
perineuraler
Infiltra
tion
am 2
0.
Oktober 2011 bei
symptomatischer
transmuraler
ventraler
Supraspinatusseh
n
enruptur
,
Poulie
-Läsion und AC-
Arthropathie
rechts
Ab dem 2
2.
August 2012 sei ein Arbeitsversuch mit einer Arbeitsfähigkeit von 25
%
geplant im Sinne einer reduzierten Belastung bei normaler Arbeitsdauer (S. 2).
3.6
Dr.
med.
E._
, Oberarzt,
Klinik
D._
, führte im Bericht vom 2
8.
November 2012 (
Urk.
8/42) aus, der Patient berichte
in der Schulter-/Ellbogensprechstunde vom 2
8.
November 2012
nach der letzten Infiltration über eine deutliche Besserung
der Schulterbeschwerden
. Der Patient sei prak
tisch beschwerdefrei. Es bestehe wieder eine volle Arbeitsfähigkeit.
3.7
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Arbeitsmedizin,
Regionalärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin,
gab in einer Stellungnahme vom Juni 2013
(
Urk.
8/51 S. 3)
an, anhand der Aktenlage sei wegen eines chronischen
Schul
terleidens
ab dem 2
3.
März 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
ausgewie
sen.
Die Arbeitsunfähigkeit sei begründet durch glaubhafte und nachvollzieh
ba
re bewegungs- und belastungsunabhängige Schmerzen der rechten dominanten Schulter, wie zum Beispiel in der bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter. Laut einem Arztzeugnis von
Dr.
B._
vom 3
0.
August 2011 sei der Beschwerdefüh
rer in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig. Das Ressourcenprofil entspreche einer leichten bis allenfalls mittelschweren Tätigkeit, ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten von über 10 kg
bis selten und maximal 15 kg. Zu vermeiden seien Arbeiten in Armvorhalteposition
en
und
Überkopfar
beiten
. Sofern die Tätigkeit als Kranführer dem genannten Ressourcenprofil entspreche, könne diese als angepasste Tätigkeit angesehen werden. Für eine solche habe aus medizinischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu keinem Zeitpunkt eine länger dauernde Arbeitsunfähigkeit vorgelegen.
3.8
Der Beschwerdeführer absolvierte zwischenzeitlich einen Kranführerkurs. Die Beschwerdegegnerin beteiligte sich an den Kosten des Kurses (vgl.
Urk.
8/34). Nach der Beendigung der Anstellung bei der
Y._
AG per 3
1.
Dezem
ber 2012 arbeitet er temporär zu 100
%
als Kranführer (
Urk.
8/44 S.
1).
Mit Verfügung vom 2
0.
September 2013 verneinte die Beschwerdegegnerin einen Renten
anspruch des Beschwerdeführers,
da
dieser als Kranführer ein
ren
ten
ausschliessendes
Einkommen erzielen konnte (
Urk.
8/54).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer meldete sich am 2
7.
April 2015 erneut bei der Invaliden
versicherung an (
Urk.
8/56).
Dr.
med.
G._
, Oberärztin,
Klinik für Rheumatologie,
Spital
H._
, stellte im Bericht vom 1
5.
Mai 2015 (
Urk.
8/60) folgende Diagnosen (S.
1):
Achillodynie
rechts bei
grosse
n
Verkalkungen und Tend
initis der rechten Achillessehne
(Ver
kal
kungen auch links)
Schmerzen im gesamten Fuss bei Fehlbelastung
lumbospondylogenes
Syndrom bei degenerativen Veränderungen
arterielle Hypertonie
Diabetes mellitus Typ 2
prostatogene
Makrohämaturie
Es bestünden Knick-Senk-Füsse beidseits und
ein hinkendes Gangbild
wegen Schmerzen
. Weiter bestehe eine
Druckdolenz
im Bereich des gesamten rechten Fusses mit
Punctum
maximum
am Ansatz der Achillessehne. Im Bereich des linken Fusses be
stehe keine
Druckdolenz
.
Es bestehe die Indikation für eine hochenergetische, fokussierte
Stosswellen
therapie
. Der Beschwerdeführer sei weiterhin mit Physiotherapie zu behandeln (S. 1 f.).
4.2
Med.
pract
.
I._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates,
RAD
,
führte in einer Stellungnahme vom
7.
August 2015 (
Urk.
8/62 S. 2) aus, der Bericht vo
n
Dr.
G._
vom 1
5.
Mai 2015 weise eine
Achillodynie
bei
Knick-Senk-Füssen
aus. Als Therapie würden eine Stosswellentherapie, Schuheinlagen und Physiotherapie empfohlen. Es würden keine Angaben über funktionelle Auswirkungen im Alltag oder bei der Arbeit gemacht. Eine
Achillodynie
sei gut zu behandeln und nicht geeignet, einen dauerhaften Gesundheitsschaden zu begründen.
4.3
Der Beschwerdeführer reichte im
Beschwerdev
erfahren einen Bericht von
Dr.
B._
vom
1.
September 2015 (
Urk.
4/2) ein.
Dr.
B._
stellte folgende Diagnosen:
Achillodynie
mit Verkalkungen beidseits
Fehlbelastung Fuss beidseits bei
Knick-Senk-Fuss
beidseits
Fersensporn rechts
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei degenerativen Veränderun
gen
chronische Schulterinstabilität rechts nach Ruptur der langen
Biceps
sehne
rechts, Status nach Infiltration
subakromial
Status nach
Supraspinatussehnenrevision
nach Verletzung 2011
Periarthropathia
coxae
rechts
arterielle Hypertonie
Hypercholesterinämie,
Dyslipidämie
Diabetes mellitus Typ 2
Mikrohämaturie,
prostatogen
Adipositas
mittelgradige depressive Episode
Der Hausarzt
führte weiter au
s
,
aufgrund der Diagnosen am Beweg
ungsapparat sei eine Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit als Kranführer nicht mehr möglich. Eine Umschulung sei aus sprachlichen Gründen kaum denkbar. Es sei zu vermuten, dass die Beschwerdegegnerin nicht über alle Diagnosen verfüge.
5.
5.1
Der Beschwerdeführer hatte die körperlich schwere Arbeit
als Bauarbeiter
im Wesentlichen wegen Beschwerden in der rechten Schulter
aufgegeben. Zum Zeit
punkt der Verfügung vom 2
0.
September 2013 arbeitete er vollzeitlich als Kranführer.
5.2
Nach dem Bericht des Hausarztes vom
1.
September 2015
i
st dem Beschwer
de
füh
rer
auch die Arbeit
als Krankführer gesundheitsbedingt n
icht mehr möglich (E. 4.3).
Neu hinzugekommen sind im Wesentlichen folgende Diagnosen
:
Achillodynie
beidseits, Fehlbelastung der Füsse, Fersensporn rechts,
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei degenerativen Veränderungen
,
Periarthropathia
coxae
rechts
,
Mikrohämaturie,
prostatogen
,
und mittelgradige depressive Episode. Die RAD-Ärztin med.
pract
.
I._
nahm einzig zur Diagnose einer
Achillodynie
Stellung.
5.3
Mit
Art.
87
Abs.
3 in Verbindung mit
Abs.
2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger
Leistungsverweige
rung
immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E. 2a, 264 E. 3). Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Ände
rung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung
der früheren rechtskräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sach
verhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen
Tatsachen
spektrum
glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstver
ständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E.
2.2 mit Hinweisen).
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens
im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV
sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die
Tatsa
chenände
rung
muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durch
aus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine
Sachverhaltsän
derung
, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Inva
lidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen soll
ten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3 mit Hin
weisen auf 8C_1009/2010 vom
7.
April 2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E. 3.3.2).
5.4
Die Berichte von
Dr.
G._
und von
Dr.
B._
legen nahe, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers weiter verschlechtert
haben könnte.
Diesbezüglich
sind weitere
medizinische
Abklärungen erforderlich.
Mit der Ein
reichung der
e
rwähnten Arztberichte
und
den
darin
aufgeführten
Diagnosen ist der Beschwerdeführer seiner Beweisführungslast nachgekommen. Eine Ver
schlechterung se
ines Gesundheitszustandes wurde demnach glaubhaft dargelegt.
Insbesondere angesichts der neu festgestellten Fuss-, Wirbelsäulen- und
Hüft
gelenksbeschwerden
kann nicht ausgeschlossen werden, dass dem Beschwerde
führer die bislang als behinderungsangepasst geltende Arbeit als Kranführer nicht mehr zumutbar ist.
5.
5
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin
auf die Neuanmel
dung des Beschwerdeführers vom 2
7.
April 2015
zu Unrecht
nicht eingetreten
ist
. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen und die Sache an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen, damit sie das Gesuch materiell
prüfe.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
6
00.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.