Decision ID: 67f8045a-456b-4c74-8973-0e60db7985e3
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1966 geborene
X._
ist seit
1.
April 1987 bei der Stadtpolizei
Y._
als Polizist angestellt. Dadurch ist er bei der Unfallversicherung Stadt
Y._
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert (
Urk.
8/G1). Mit Schadenmeldung vom
2.
Juli 2018 wurde der Unfallversicherung mitgeteilt, dass der Versicherte am
4.
Mai 2018
im Fitnessstudio
beim Heben einer Hantel einen in der
rechten
Schulter entstehenden Schmerz bemerkt habe, der immer stärker geworden sei. Üblicherweise h
abe
der Schmerz nach ein bis drei Wochen auf
gehört
. Dieses Mal sei bis zur Unfallmeldung ke
ine Besserung eingetreten (Urk.
8/G1).
Die medizinische Erstvorstellung erfolgte am 2
8.
Juni 2018 bei Dr.
Z._
, Fachärztin für Allgemeine Medizin
(
Urk.
8/M1), welche eine Röntgen- und MR-
Arthrographie
des rechten Schultergelenks veranlasste (
Urk.
8/M3). Gestützt auf die radiologischen Ergebnisse sowie die eigene Unter
suchung stellte
Dr.
A._
, Facharzt für Chirurgie, eine
transmu
rale
Ruptur der
Supraspinatussehne
rechts, eine Teilruptur der
Infraspinatussehne
rechts, den Verdacht auf eine Kapselinstabilität der rechten Schulter sowie ein
subacromiales
Impingementsyndrom
rechts fest und empfahl eine Schulterope
ration mit Sehnenrekonstruktion und Kapselstabilisierung (Urk
.
8/M2).
Nach Beurteilung durch den
die Unfallversicherung
Stadt
Y._
beratenden Arzt
Dr.
B._
, Facharzt für O
rthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, welcher
das Vorliegen einer Listenverletzung gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG bejahte, diese aber
vorwiegend auf A
bnützung zurückführte (
Urk.
8/M4
), wurde mit
Verfügung vom 2
4.
September 2018
eine Leistungspflicht abgelehnt (
Urk.
8/G8). Die dagegen erhobene Einsprache
vom 27. September 2018
(
Urk.
8/J3) wies die Unfallversicherung Stadt
Y._
gestützt auf das von ihr veranlasste Gutachten bei Dr.
C._
, Facharzt für
O
rthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
vom 21. Januar
2019 (Urk.
8/M5)
mit Entscheid vom 2
9.
Januar 2019 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
8.
Februar 2019 Beschwerde und bean
trag
t
e, es sei der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 2
9.
Januar 2019 aufzu
heben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die Unfallversicherungs
leis
tungen zu erbringen. Eventualiter sei die vorliegende Streitsache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1). Mit Beschwer
de
ant
wort vom 1
2.
März 2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), wovon der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
4.
März 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung (UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu über
nehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG ge
nannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermutung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer über
nom
men werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn
er beweist, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Krank
heit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisa
tion und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. September 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
Dabei ist der Gegenbeweis des Unfallversicherers erbracht, wenn die Listen
diag
nose zu mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkrankung beruht (
analog zur Recht
sprechung
zu
r Berufskrankheit gemäss
Art.
9
Abs.
1 UVG,
zur Publikation vorge
sehenes
Urteil des Bundesgerichts 8C_22/2019 vom 24. September 2019 E. 8.2.2.1)
.
Die vorwiegend durch Abnützung oder Erkrankung bedingte Verursachung hat der Unfallversicherer
gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschätzungen
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen (E. 8.6).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfol
gerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete ihren
Einsp
racheentscheid
(Urk.
2) damit,
dass gestützt auf die Einschätzungen des beratenden Arztes
Dr.
B._
sowie des Gutachters
Dr.
C._
davon auszugehen sei,
dass
vorliegend zwar eine Listen
ver
letzung nach
Art.
6
Abs.
2 UVG vorliege, diese aber als vorwiegend degenerativ zu beurteilen sei. Akute Risse der
Rotatorenmanschette
seien relativ selten und würden sofortige starke und ste
c
hende Schmerzen auslösen. Man verspüre ein Reissgeräusch und anschliessend bestünde eine Pseudoparalyse in der Schulter. Der Versicherte habe dagegen im Verlauf zunehmende Schmerzen sowie eine zu
nehmende Einschränkung der Schulterbeweglichkeit beschrieben. Die durchge
führte MRI-Untersuchung vom
5.
Juli 2018 habe keinen Hinweis für eine akute
Rotatorenmanschettenläsion
ergeben
.
Anlässlich der vorgenommenen Schulter
arthros
kopie und der offenen
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
hätten sich dem
gegenüber typische degenerative Veränderungen gezeigt. Solche Verände
rungen könnten sich nicht innert der kurzen Zeit zwischen dem Ereignis vom
4.
Mai 2018 und der Operation vom 2
1.
August 2018 bilden
(S. 4
ff.)
.
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seine
r Beschwerde (Urk.
1) geltend, dass die vollständige Ruptur der
Supraspinatussehne
, die Teilruptur der
Infra
spinatussehne
sowie die vordere Kapselinstabilität nicht auf degenerative Schädi
gungen zurückzuführen seien. Gemäss
Dr.
A._
, welcher die
Rotatoren
man
schettenrekonstruktion
durchgeführt habe, seien zwar degen
er
ative Verände
rungen im Gelenkbereich vorhanden. Diese sei
en jedoch in An
betracht des
erlitte
nen
Traumas als
nebenbefundlich
zu werten.
Zudem
sei davon auszugehen, dass es im Verlaufe von drei Monaten zwischen dem Ereignis und dem MRI zum Sehnenrückzug gekommen sei. Der an die angerissene Sehne
ansetz
ende
Supra
spinatusmuskel
sei funktionslos gewesen und habe in dieser Zeit die Zeichen einer Degeneration entwick
e
lt
(S. 4 f.)
.
3.
3.1
Am
2
8.
Juni
2018
erfolgte die medizinische Erstbehandlung des Beschwerde
füh
rers
bei
Dr
.
Z._
. In ihrem Bericht vom
2.
Juli 2018
stellte
si
e eine Z
errung
der rechten Schulter fest
(
Urk.
8/M1
).
3.2
Die am
5.
Juli 2018
durch
Dr.
D._
, Facharzt für Radiologie,
durch
geführte Rönt
g
en- und MR-
Arthrographie
des rechten Schultergelenks
zeigte
eine
hypertrophe AC-Gelenksarthrose, eine vollständige Ruptur der
Supraspinatus
sehne
mit einer Sehnen-Retraktion und einer bereits vorangeschrittenen Degeneration des
Supraspinatusmusk
els
, einen
Humeruskopfhochstand
sowie
eine
Infraspina
tus-Tendinopathie
mit interstitieller Partialruptur und Ausbildung einer
kleinen
transmuralen
Ruptur am
F
ootprint
(
Urk.
8/M3
).
3.3
Dr.
A._
nannte
in seinem Bericht vom 11. Juli 2018 eine
transmurale
Ruptur der
Supraspinatussehne
rechts, eine Teilruptur der
Infraspinatussehne
rechts, den Verdacht auf eine Kapselin
stabilität der rechten Schulter
sowie ein
subacromiales
Impingementsyndrom
rechts
als Diagnosen. Er empfahl eine Schulteroperation mit Sehnenrekonstruktion und Kapselstabilisierung, welche auf den 2
1.
August 2018 geplant wurd
e
(
Urk.
8/M2
).
3.4
Auf Vorlage der Akten hielt der die Beschwerdegegnerin beratende
Dr.
B._
mit Bericht vom 2
4.
Juli 2018
fest, dass beim Versicherten eine Listenverletzung nach Art.
6
Abs.
2 UVG vorliege, diese aber überwiegend wahrscheinlich degene
rativ
bedingt
sei.
Eine derart fortgeschrittene Degeneration des
Supraspinatus
muskelbauchs
könne nicht innerhalb von zwei Monaten auftreten.
Die vorge
sehene Operation sei nur möglicherweise
bedingt durch
das Ereignis vom
4.
Mai 201
8.
Die AC
-
Arthrose und die vollständige Sehnenruptur mit Sehnenretraktion des
Supraspinatus
seien auf einen Vorzustand zurückzufüh
r
en
(
Urk.
8/M4).
3.5
Das Gutachten von
Dr.
C._
vom 2
1.
Januar 2019 nannte folgende Diagnosen (
Urk.
8/M5):
-
Ruptur der
Supraspinatussehne
mit Sehnenretraktion und vorangeschrittener Degeneration des
Supraspinatusmuskels
-
Infraspinatus
Ten
dinopathie
mit interstitieller
Partialruptur und kleiner
tran
s
muraler
Ruptur am
Footprint
-
Hypertrophe AC-Gelenksarthrose
-
Humeruskopfhochstand
mit
subacromialem
Impingement
-
AC-Gelenksarthrose
-
Omarth
r
ose
Grad II
Der Gutachter führte dazu aus, dass die Sehnen an der Schulter eine Sonder
stellung einnehmen würden. Es handle sich um vier besonders flache Sehnen, die den Oberarmkopf umfass
t
en und jeweils kritische Durchblutungszonen hätten. Die Schulter sei das mobilste und meist benutzte Gelenk und werde nur rudi
mentär durch Knochen und Bänder stabilisiert. Dementsprechend würden die Sehnen durch die dynamisch stabilisierenden Muskeln übermässig beansprucht.
Dies gelte insbesonder
e
für die
Supraspinatussehne
. Dazu verfüge die Sehnen
platte zwischen dem Oberarmkopf und dem knöchernen Schulterdach (
Acromion
)
über
nur knappe Raumverhältnisse bei gleichzeitig weitläufigen Bewegungsum
fängen.
In der Folge dieser Situation – relative Mangeldurchblutung (Ischämie), übermässige mechanische Beanspruchung (Verschleiss) und beengende Raum
ver
hält
nisse (
Impingement
) – komme es früher, häufiger und stärker zu einer Dege
neration des Sehnengewebes als im Bereich der übrigen Sehnen
. Diese degene
rative Schädigung korreliere im Ausmass mit dem Lebensalter und könne durch vermehrte Schulterbelastung verstärkt werden
. Die Degeneration der Schulter
sehnen könne schon ab dem
4.
Lebensjahrzent beginnen und im 6. Lebens
jahr
zehnt würden dann bei rund 20
%
der Menschen Rupturen der
Rotatoren
man
schette
vorliegen, die durchaus asymptomatisch sein könnten. Dies hänge mit der Konstruktion der
Rotatorenmansche
tte
zusammen: Durch das sogenannte
Rotator
Cable kön
n
te
n periphere Risse asymptomatis
ch und während Jahren unverändert in der Grösse sein. Akute Risse der
Rotatorenmanschette
seien relativ selten und bräuchten zur Entstehung eine adäquate und deutliche Traumatisierung
(S. 7 f.
und 10
)
.
Der Versicherte habe berichtet, dass er ein Muskelaufbautraining absolviert und dabei Übungen für den Bizeps gemacht habe.
Mit einer Hantel von 26 kg in jeder Hand habe er bei hängender Schulter
Beugungen
im Ellbogen
durchgeführt
. In der Folge habe er einen Schmerz in der rechten Schulter verspürt, der immer stärker geworden sei. Die weitere Abklärung habe dann verschiedene Pathologien
im Bereich der rechten Schulter ergeben
, insbesondere eine Ruptur der
Supra
spinatussehne
, weniger auch der
Infraspinatussehne
. Es sei allerdings kaum vor
stellbar, dass bei einer solchen
Bizepsübung
eine Kraft auf die
Supraspinatus
- und
In
fraspinatussehne
ausgeübt werde
, dass es zu einer Ruptur komme. Akute und traumatisch ausgelöste
Rotatorenmanschettenrisse
seien selten und würden einen sofortige
n, starken und stechenden Schmerz auslösen, oft verspüre man auch ein Reissgeräusch in der Schulter und habe anschliessend eine Pseudo
lähmung. Der Versicherte habe demgegenüber geschildert, dass die Schmerzen im Ve
rlauf zunehmend gewesen seien und d
ie Schulterbeweglichkeit nicht sofort eingeschränkt gewesen
sei
, sondern zunehmend abgenommen
habe
. Es habe demnach keine Pseudoparalyse bestanden, wie dies bei einer frischen und akuten
Rotatorenmanschettenruptur
auftrete. Die erste ärztliche Untersuchung sei deshalb auch erst knapp zwei Monate nach dem Geschehe
n
vom
4.
Mai 2018 erfolgt. Auch in der durchgeführten MRI-Untersuchung hätten sich keine Hin
weise für eine akute
Rotatorenmanschettenläsion
gezeigt, wie beispielsweise eine Hämatom- oder
Ödembildung
zwischen Muskel und Sehne oder ein
Kinking
(Ab
knickung) der verletzten
Rotatorenmanschette
. Vielmehr
hätten
die Zeichen, die
für eine degenerative
Rotatorenmanschettenläsion
sprechen, im Vordergrund
ge
standen
. In der
Arthro
-MRI-Unters
u
c
hung und dann auch bei der durchgeführten
Schulterarthroskopie und offenen
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
hätten typi
sche degenerative Verä
nd
erungen an der rechten Schulter nachgewiesen wer
den können, die zu der
Rotatorenmanschettendegeneration
und chronischen Riss
bildung g
eführt hätten:
Hypertrophe AC-Gelenksarthrose, Ruptur der
Supra
spina
tus
sehne
mit Sehnenretraktion und bereits vorangeschrittener Degeneration des
Supraspinatusmuskels
,
Humeruskopfhochstand
mit vermindertem
Subacro
mial
raum
von 3
mm Breite und moderate Labrumdegenerationen (MRI-Befund) sowie
v
ollständige Ruptur der
Supraspi
natussehne
mit Retraktion und fortge
schrittener Degeneration des
Supraspinatusmuskels
,
subac
r
omiales
Impingement
syndrom
, AC-Gelenk
sarthrose sowie
Omarthrose
Grad
II
(operativer Befund)
. Ins
besondere die deutliche Verengung des
Subacromialraumes
auf 3 mm und die schon vor
handene
Omarthrose
Grad II würden
dafür sprechen
, dass ein chronisches, dege
ne
ratives Geschehen an der rechten Schulter
vorgelegen habe
.
So
lche Verände
rungen hätt
en nicht zwischen dem Ereignis vom
4.
Mai 2018 und der Operation
am 21.
August 2018
entstehen können
. Bei der Entstehung dieser degenerativen Veränderungen
an der rechten Schulter
könnte durchaus die chronische Schulter
be
lastung des Versicherten eine Rolle gespielt haben (drei-/viermal wöchentlich Krafttraining seit 30 Jahren
, intensives Thaiboxen bis 2009
und weitere schulter
belastende sportliche Ak
tivitäten, S. 9 ff.).
Zusammenfassend hielt
Dr.
C._
fest, dass
einerseits zahlreiche degenerative Veränderungen im Bereich der rechten Schulter
vorgelegen hätten und sich
ande
rerseits keine frischen Befunde
gezeigt hätten, die für eine akute Läsion der
Rotatorenmanschette
gesprochen hätten
. Folglich seien
die beim Versicherten fest
ge
s
t
ellten Risse der
Rotat
orenmanschettensehnen
mit überw
i
e
gender Wahr
schein
lichkeit
vorwiegend auf Abnützung zu
rückzuführen
gewesen
(S. 14)
.
3.6
Dr.
A._
nahm mit seinem Arztbericht vom 2
7.
Februar 2019 Bezug auf die Einschätzung von
Dr.
C._
und führte F
olgendes aus:
Die Gesundheits
schä
digung der rechten Schulter sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (mehr als 50
%
) auf eine unfallbedingte Schädigung zurückzuführen.
Der Versicherte sei vor dem Unfallereignis komplett beschwerdefrei gewesen, habe seinen Beruf un
ein
geschränkt ausüben
und diverse Sportarten
und Gewichtsbelastungen über der Horizontalen mühelos durchführen können. Nach dem Ereignis vom
5.
April 2018 (rechte
4.
Mai 2018) sei die rechte Schulter erheblich eingeschränkt gewesen.
Eine aussagekräftige Bildgebung sei erst mit dem
Arthro
MRI der rechten Schulter am
5.
Juli 2018 erfolgt.
Da
davon auszugehen sei, dass die Sehne am Unfalltag abgerissen sei, sei es höchstwahrscheinlich im Verlauf
dieser drei (rec
te zwei)
Monate zum Sehnenrüc
k
zug gekommen. Der an die angerissene Sehne ansetz
ende
Supraspinatusmuskel
sei funktionslos gewesen und habe in dieser Zeit die Zeichen einer Degeneration entwickelt.
Aufgrund der langen Latenzzeit zwischen Unfallereignis und MRI Untersuchung hätten sich bildgebend keine frischen Befunde nachweisen lassen.
Sicher sei zwar davon auszugehen, dass bei einem 52-jährigen Mann
auch vor dem Unfallereignis degenerative Veränderungen im Gelenkbereich bestanden hätten. Diese seien jedoch in Anbetracht des Traumas (Hantelunfall im Fitnessstudio) als
nebenbefundlich
zu betrachten und stellten keineswegs eine überwiegend wahrscheinliche degenerative
Kausalität der Ver
letz
ungen dar
(
Urk.
3).
4.
4.1
B
eide Parteien gehen übereinstimmend davon aus, dass der gesetzliche Unfall
begriff
gemäss
Art.
4
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG)
aufgrund eines fehlenden ungewöhnlichen äusseren Faktors zu verneinen ist (
Urk.
1
S. 3 und 2 S. 4
), was aufgrund der vorliegenden Akten ausgewiesen ist
.
4.2
Die mittels Bildgebung vom
5.
Juli 2018
(
Urk.
8/M3)
festgestellte
Ruptur der
Supraspinatussehne
rechts
und
Teilruptur der
Infraspinatussehne
rechts
, welche am 2
1.
August 2018 durch
Dr.
A._
operativ
saniert wu
r
de
n
,
fallen
unter die in Art. 6
Abs.
2 UVG aufgelisteten Körperschädigungen im Sinne von Seh
nen
verletzungen
(
lit
. f)
.
Demnach greift vorliegend die Vermutung, dass es sich hierbei um Listendiag
nose
n
handelt, deren Behandlung
vom Unfallvers
i
c
herer übernommen werden muss, sofern nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dargetan werden kann, dass die Körperschädigung
en
zu mehr als 50 %
auf Ab
nützung oder Krankheit zurückzuführen
sind (vgl. vorstehend E.
1.2
).
4.3
Das Gutachten von
Dr.
C._
vom 2
1.
Januar 2019 (
E. 3.5
) vermag die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen
vo
llumfänglich zu erfüllen (E.
1.3
). So tätigte der Gutachter sorgfältige, umfassende Abklärungen, berücksichtigte die geklagten Beschwerden und begründete seine Einschätzung in nachvollziehbarer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
.
Er
legte schlüssig dar, dass im Bereich der rechten Schulter zahlreiche degenerative Veränderungen
vorgelegen hätten
, während keine
Hinweise
für eine akute Läsion der
Rotatorenmanschette
bestanden
hätten. Folglich
schätzte er
die beim Versi
cherten festgestellten Risse der
Rotatorenmanschettensehnen
als
mit überwie
gender W
ahrscheinlichkeit vorwiegend durch
Abnützung
bedingt ein
.
Ebenso
hatte bereits
Dr.
B._
in seiner Kurzbeurteilung vom 2
4.
Juli 2018 festgehalten, dass die Verletzungen des Versicherten überwiegend wahrscheinlich degenerativ verursacht seien (
E. 3.
4).
Dr.
C._
setzt
e
sich in seinem Gutachten au
ch eingehend mit dem
Ereignis vom 4.
Mai 2018 auseinander. Zwar ist für die Anwendung von
Art.
6
Abs.
2 UVG kein äusserer Faktor und damit kein unfallähnliches sinnfälliges Ereignis oder eine allgemein gesteigerte Gefahrenlage im Sinne der Rechtsprechung zu
a
Art
.
9
Abs.
2 UVV mehr vorausgesetzt. Allerdings hat der Unfallversicherer bei Vorlie
gen einer Listenverletzung grundsätzlich die Pflicht, Leistungen zu erbringen, solange er nicht den Nachweis für eine vorwiegende Bedingtheit durch Abnütz
ung oder Erkrankung erbringt. Dies setzt voraus, dass er im Rahmen seiner Abklärungspflicht nach Eingang der Meldung einer Listenverletzung die Begleit
umstände der Verletzung genau abklärt. Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter beziehungsweise harm
loser Art, so vereinfacht dies zwangsläufig den Entlastun
gsbeweis des Unfall
ver
sicherers,
denn
bei der zu beurteilenden Abgrenzungsfrage
ist
das gesamte Ursa
chenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen, nebst
dem Vorzustand somit auch die Umstände des erstmaligen Auftretens der Be
schwerden (
zur Publikation vorgesehenes
Urteil des Bundesgerichts 8C_22/2019 vom 24. September 2019 E. 8.5 f.).
4.4
Der Beschwerdeführer stützt
e
sich zur Begründung seines Standpunktes auf die Berichte des ihn behandelnden und operierenden Arztes
Dr.
A._
. Von der Erfahrungstatsache abgesehen, dass behandelnde Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc), vermögen die Einschätzungen von
Dr.
A._
auch aus anderen Gründen das Gutachten von
Dr.
C._
nicht
in Frage zu stellen
:
Soweit
Dr.
A._
ausführt
e
, vor dem Unfallereignis hätte der Beschwerde
führer keinerlei Beschwerden gehabt
,
weshalb die Gesundheits
schädigung
der rechten Schulter auf den Unfall zurückzuführen sei,
vermag
dies
nicht zu über
zeugen. Zum einen
lässt s
ich der Unfallmeldung vom 2.
Juli 2018
(
Urk.
8/G1)
ent
nehmen, dass der Beschwerdeführer in der Vergangenheit bereits
mehrfach
Schulterschmerzen verspürt habe, welche
üblicherweise
nach ein bis drei Wochen wieder verschwunden seien.
Zum anderen
ist
im Geltungsbereich von
Art.
6
Abs.
1 UVG die natürliche Vermutung, wonach Beschwerden unfallbedingt sein müssten, wenn eine vorbestehende Erkrankung bis zum Unfall schmerzfrei war, unfallmedizinisch nicht haltbar und beweisrechtlich unzulässig
(Formel «
post
hoc
ergo
propter
hoc»
, vgl. dazu SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34, insb. E. 4.2; BGE 119 V
335
E. 2b/
bb
, Urteile des Bundesgerichts 8C_590/2007 vom 6. Oktober 2008
E. 7.2.4, 8C_46/2010 vom 26. April 2010 E. 4.3 und 8C_332/2013 vom 25. Juli
2013 E. 5.1
)
. Dies gilt
ebenso
im Falle einer unfallähnlichen Körperschädigung
gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG
, bei welcher
zwar
wie erwähnt
kein unfallähnliches sinnfälliges Ereignis vorausgesetzt ist, wohl aber ein initial
es
erinnerliches
und benennbares Ereignis
(
E. 4.3
).
Wenn
Dr.
A._
des Weiteren
feststellt
e
,
dass die
bei einem 52-jährigen Mann
vor dem E
reignis
vom
4.
Mai 2018 sicherlich vorhandenen
degenerative
n
Veränderungen im Gelenkbereich in Anbetracht des Traumas (Hantelunfall im Fitnessstudio) als
nebenbefundlich
zu betrachten
seien, ist ihm ebenfalls nicht zuzustimmen.
Wie
Dr.
C._
in seinem Gutachten
überzeugend darlegt
e
,
sei
es
zum einen
kaum vorstellbar,
dass bei einer
Bizepsübung
(Hantelheben von 26 kg)
-
die
d
er
Beschwerdeführer
notabene regelmässig ausführe
-
e
ine Kraft auf die
Supraspinatus
-
und
Infraspinatussehne
ausgeübt
werde, dass es zu einer Ruptur komme
. Zum anderen
seien
akute und traumatisch ausgelöste
Rotatoren
man
schettenrisse
selten und lös
t
en einen sofortigen, starken und stechenden Schmerz aus. Oft vers
püre
man auch ein Reiss
geräusch in der Schulter und habe
an
schliessend eine Pseudolähmung (
Urk.
8/M5 S. 10). Derartige Beschwerden wurden
vom Versicherten allerdings nicht geschildert. Vielmehr nannte er im Ver
lauf zu
nehmende Schmerzen und eine
zunehmende Einschränkung der Schulterbeweg
lichkeit (
Urk.
8/G
1
, 8/M5 S. 2
).
Entsprechend konsultierte er
Dr.
Z._
auch erst rund zwei Monate nach dem beschriebenen Ereignis.
Dieser Umstand
des Fehlens von sofortigen starken Schmerzen
sowie die Tatsache, dass
d
er
Beschwer
deführer
seine Arbeit nach dem Ereignis
vorerst normal fortsetzte
(
Urk.
8/M5 S.
2
)
,
lassen
– wie Dr.
C._
darlegte -
eine traumatisch bedingte
Rotatorenman
schettenruptur
unwahrscheinlich erscheinen.
In diesem Sinne
hielt
Dr.
C._
auch
fest, dass sich i
n der durchgeführten MRI-Unters
u
c
hung keine Hinweise für eine akute
Rotatorenmanschettenläsion
gefunden hätten.
Ob dies
,
wie von
Dr.
A._
ausgeführt
,
allenfalls
auf die Latenzzeit von knapp zwei – und nicht
wie von ihm genannt
drei – Monate zurückzuführen ist
(
Urk.
3 S. 2 f.
)
, lässt sich zwar nicht abschliessend feststellen. Die blosse Möglichkeit, dass sich unmittelbar nach dem Ereignis vom
4.
Mai 2018
eventuell
eine Blutung, ein Ödem oder ein
Kinking
gezeigt haben könnte, genügt allerdings nicht, um eine akute Schädigung der
Rotatorenmanschettensehne
zu
belegen
.
Insoweit Dr.
A._
sodann aus
führt
e
, dass
die Sehne am
4.
Mai 2018
vermutlich
abgerissen sei und es höchst
wahrscheinlich im Verlauf bis zum
MRI
vom
5.
Juli 2018 zum Sehnenrückzug
und zur Degeneration des an
die angerissene Sehne ansetzende
n
Supraspinatus
muskel
s
gekommen sei
,
vermag dies ebenfalls nichts zu ändern
. Sowohl
Dr.
B._
(
Urk.
8/M4) als auch
Dr.
C._
(
Urk.
8/M5
S. 11
)
haben
nachvoll
zieh
bar
dargelegt, dass
die in der
Ar
trho
-MRI-Unters
u
c
hung und anlässlich der durchgeführten Schulterarthroskopie und offenen
Rotatorenmanschettenrekon
struktion
festgestellten degenerativen Veränderung
en
nicht innert der kurzen Zeit seit dem Ereignis vom
4.
Mai 2018 entstanden sein könnten.
Insbesondere die deutliche Verengung des
Subacromialraumes
auf 3 mm und die schon vorhan
dene
Omarthrose
Grad II würden für ein chronisches, degeneratives Geschehen an der rechten Schulter sprechen.
Wie dargelegt, ist nach höchstrichterlicher Rechtsprechung das ganze Ursachenspektrum zu berücksichtigen (E. 4.3). Die verschiedenen Indizien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschätz
ungen - mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
–
nachzu
wei
sen, dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend, das heisst im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung zurück
zuführen ist (Urteil 8C_22/2019 E. 8.6). Mithin ist nicht alleine massgebend, ob die vollständige Ruptur der
Supraspinatussehne
beschwerdeführend beziehungs
weise kausal für die Funktionseinschränkung der rechten Schulter war, wie dies der Beschwerdeführer unter Hinweis auf Dr.
A._
vorträgt (Urk. 1 S. 4; Urk.
3 S. 3). Vielmehr ist zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers das gesamte Ursachenspektrum einzubeziehen. Dieser Pflicht ist der Gutachter nachgekommen, indem er alle Aspekte einlässlich beleuchtet hat.
4.5
Damit ist
gestützt auf die beweiskräftige ärztliche Einschätzung von
Dr.
C._
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wah
r
scheinlichkeit erstellt, dass die frag
liche
n
Listenverletzung
en
vorwiegend, das heisst im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50
%
, auf Abnützung zurückzuführen
sind
.
Damit ist der Ent
lastungsbeweis
der Beschwerdegegnerin erbracht
und die Vermutung der Leis
tungs
pflicht gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG umgestossen
.
Die
Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht folglich zu Recht verneint.
5
.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 2
9.
Januar 2019 erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.