Decision ID: 7053c86f-fdd9-4f36-89ce-b21a4eff652d
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1986, ist in
Y._
(
Z._
)
aufgewachsen und absol
vierte
dort
eine dreijährige Lehre als Koch, welche er im Februar 2013 erfolgreich abschliessen konnte (
Urk.
7/1/7-10
,
Urk.
7/13
). In der Folge reiste er in die Schweiz ein und arbeitete bei der
A._
AG als Maler/Bauarbeiter und bei der Firma
B._
als
Rolltreppenmon
teur
(
Urk.
7/10,
Urk.
7/13, Urk. 7/31
/2
,
Urk.
7/46-48
). Am 2
3.
Juli 2013 bekam er während der Arbeit von einer sich unerwartet bewegenden Fahrtreppe einen Stoss, fiel dadurch in das sich unmittelbar neben ihm
befindende Montageloch
und stürzte vier Meter i
n die Tiefe (
Urk.
7/5/20). Durch diesen
Unfall erlitt
X._
eine Radiustrümmerfraktur links AO 23-C3, eine
Radiusköpfchen
fraktur
Typ Mason
I
rechts sowie ein Schädel-Hirntrauma mit Fraktur des Joch
b
ogens
links, Fraktur der lateralen Wand des Sinus
maxillaris
und einer
Riss
quetschwunde
an der linken Augenbraue (Urk.
7/5/28). Die Schweizerische
Unfallversicherungs
anstalt
(SUVA) erbrachte die Leistungen der obligatorischen Unfallversic
herung (Urk. 7/5/1-112). Am 17.
April 2014 (Ein
gangsdatum) mel
dete sich der Versicherte bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten der SUVA bei (
Urk.
7/5/1-112). Mit als Ver
fügung bezeichnetem
, die entsprechenden formellen Anfo
rderungen aber nicht erfüllendem
, Schreiben vom 28. Juli 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, die Abklärungen hätten ergeben, dass keine beruflichen Eingliederungs
massnahmen möglich seien, da er in der Schweiz nicht in seinem erlernten Beruf als Koch, sondern als angelernt
er Rolltreppenmonteur erwerbs
tät
ig gewesen sei. Es sei ihm zumutbar, selbständig bzw. mit Unterstützung des Regionalen
Arbeitsvermittlungs
zent
rums
(RAV) eine andere geeignete
Hilfs
arbeitertätigkeit
zu suchen. Der Renten
anspruch werde geprüft und später darüber entschieden (Urk. 7/11).
1.2
Mit Schreiben vom 1
0.
März 2015 teilte die Zürich Versicherungsgesellschaft AG der IV-Stelle mit, sie unterstütze
X._
unabhängig von der Ver
schuldens- und Haftungsfrage bei der Reintegration. Am
1.
Dezember 2014 sei eine
Arthrodese
Radius-
Scaphoid
-
Lunatum
mit dorsaler
Aptusplatte
und Resek
tion distale
Ulna
links vorgenommen worden. Mit dieser Versteifung sei dem Versicherten weder die Ausübung der Tätigkeit als Koch noch einer
Hilfsarbei
tertätigkeit
mehr möglich.
Es werde
deshalb um erneute Prüfung des Anspru
ches auf berufliche Massnahmen (Umschulung)
ersucht
(
Urk.
7/19/1). Am 16. März 2015 stellte sodann der Versicherte durch Rechtsanwalt Dominique
Chopard
den Antrag, es seien ihm berufliche Massnahmen zuzusprechen. Es
könne nicht angehen, ihn aufgrund des Umstandes, dass er in den vier Monaten vor dem Unfall eine Hilfsarbeitertätigkeit ausgeübt habe, als ungelernten Hilfs
arbeiter zu qualifizieren,
denn
er
verfüge
über ein
e
abgeschlossene Ausbildung als Koch (Urk. 7/20). Mit Vorbescheid vom 2
4.
April 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, es sei aus den Akten nicht ersichtlich, dass er in der Schweiz als Koch gearbeitet habe. Bei der Suche nach einer geeigneten
Hilfsar
beitertätigkeit
erleide er keine Einschränkungen und ein Antrag auf Umschu
lung müsse im Heimatland gestellt werden (
Urk.
7/25). Gegen diesen Vorbe
scheid erhob
X._
durch Rechtsanwältin Christina Ammann am 2
6.
Mai 2015 (
Urk.
7/27) bzw.
4.
Juni 2015 (
Urk.
7/30) Einwand. Die IV-Stelle wies in der Folge den Anspruch auf Umschulungsmassnahmen mit Verfügung vom 1
3.
August 2015 ab (
Urk.
2). Auf ein am 2
7.
August 2015 (
Urk.
7/51) gestelltes Wiedererwägungsgesuch trat die IV-Stelle am
8.
September 2015 (Urk. 7/53) nicht ein.
2.
Gegen die Verfügung vom 1
3.
August 2015 erhob
X._
durch Rechtsan
wältin Christina Ammann am 1
4.
Septemb
er 2015 Beschwerde mit fol
gendem
Antrag (
Urk.
1 S. 2):
„Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer
Um
schu
lungs
- evtl. Integrationsmassnahmen zu gewähren, unter Kosten- und
Entschä
digungsfolgen
zulasten der Beschwerdegegnerin.“
Die Beschwerdegegnerin ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
Oktober 2015 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Replik vom 1
2.
Februar 2016 hielt der Beschwerdeführer vollumfänglich an seinem Antrag fest (
Urk.
12). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am
9.
März 2016 auf Duplik (
Urk.
16), was dem Beschwerdeführer am
7.
Juni 2016 mitgeteilt wurde (
Urk.
17).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen entsteht gemäss
Art.
9
des Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
frühestens mit der Unter
stellung unter die obligatorische oder die freiwillige Versicherung und endet spätestens mit dem Ende der Versicherung (
Abs.
1
bis
).
Obligatorisch versichert nach Massgabe des IVG sind nach
Art.
1b IVG in Verbin
dung mit
Art.
1a des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlas
senenversicherung
(AHVG) unter anderem die natürlichen Personen mit Wohn
sitz in der Schweiz oder, die in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit ausüben (
Art.
1a
Abs.
1
lit
. a und
lit
. b AHVG).
Ausländische Staatsangehörige sind, vorbehältlich des hier nicht einschlägigen
Art.
9
Abs.
3 IVG, nur anspruchsberechtigt, solange sie ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (
Art.
13 des Bundesgesetzes über den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsgesetz, ATSG) in der Schweiz haben und sofern sie bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleistet oder sich ununterbrochen während zehn Jahren in der Schweiz aufgehalten haben (
Art.
6
Abs.
2 IVG). Die Invalidität gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (
Art.
4
Abs.
2 IVG).
1.2
Nach
Art.
1
Abs.
1 des auf der Grundlage v
on
Art.
8 des Abkommens vom 21.
Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA; SR 0.142.11
2.
681) ausgearbeiteten und Bestandteil des Abkommens bildenden (
Art.
15 FZA) Anhangs II ("Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit") FZA in Verbindung mit Abschnitt A dieses Anhangs wenden die Vertragsparteien untereinander insbesondere die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 2
9.
April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (SR 0.831.109.268.1) und die Verordnung (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 1
6.
September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (SR 0.831.109.268.11) oder gleichwertige Vorschriften an.
Die beiden genannten gemeinschaftsrechtlichen Verordnungen sind für die Schweiz durch den Beschluss Nr. 1/2012 des
Gemischten Ausschusses vom 31.
März 2012 zur Ersetzung des Anhangs II FZA über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit per
1.
April 2012 in Kraft getreten (AS 2012 2345; vgl. auch Urteil 8C_45
5/2011 vom
4.
Mai 2012 E. 2.1).
1.
3
Personen, für die diese Verordnung gilt, unterliegen den Rechtsvorschrif
ten nur eines Mitgliedstaates, wobei eine Person, die in einem Mitgliedstaat eine Beschäftigung oder selbständige Erwerbstätigkeit ausübt, den Rechtvorschriften dieses Mitgliedstaates unterliegt (
Art.
11
Abs.
1 in Verbindung mit
Abs.
3
lit
. a der VO (EG) Nr. 883/2004). Hinsichtlich des Anspruches auf Eingliederungs
massnahmen gilt es
Art.
83 in Verbindung mit Anhang XI der VO (EG) Nr. 883/2004 zu beachten:
Ein Arbeitnehmer oder Selbstständiger, der den schweizerischen Rechts
-
vorschrif
ten
über die Invalidenversicherung nicht mehr unterliegt, weil er seine existenzsichernde Erwerbstätigkeit in der Schweiz infolge Unfalls oder Krankheit aufgeben musste, gilt als in dieser Versicherung versichert für den Erwerb des Anspruchs auf Eingliederungsmassnahmen bis zur Zahlung einer Invalidenrente und während der Durchführung dieser Massnahmen, sofern er keine anderweitige Erwerbstätigkeit ausserhalb der Schweiz aufnimmt
(
Verord
nung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 2
9.
April 2004 zur Koordinierung der
Systeme der sozialen Sicherheit, Anhang
XI
, besondere Vorschriften für die Schweiz,
Ziff.
8)
.
1.
4
Das Abkommen
ist
in persönlicher Hinsicht auf den Beschwerdeführer anwend
bar, weil er als
Z._
Staatsbürger Angehö
riger eines Mitgliedstaates ist.
Selbst wenn er keinen Wohnsitz in der Schweiz hätte und somit der obligatori
schen Versicherung nicht mehr unterstehen würde, - was die
Beschwerdegeg
nerin
in ihrer Beschwerdeantwort vom 2
3.
Oktober 2015 (
Urk.
6 S. 2) in Frage stellt - ist im Lichte der genannten Bestimmungen sein Anspruch auf Einglie
derungsmassnahmen der Invalidenversicherung somit nicht zu verneinen. Soweit der Beschwerdeführer
(noch)
Wohnsitz in der Schweiz hat, untersteht er der obligatorischen Versicherung gemäss
Art.
1b IVG in Verbindung mit
Art.
1a
lit
. a
AHVG
.
2.
2
.1
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8 IVG
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die
Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Art.
13 und 21
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliede
rung ins Erwerbsleben oder in den Aufg
abenbereich (Abs.
2). Nach Massgabe
von Art
.
16 Abs
.
2
lit
.
c
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu er
halten oder zu verbessern (Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Mass
nahmen (
lit
. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung
, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
2
.2
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Umschulung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (
IVV
)
Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbs
tätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
2
.3
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmög
lichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der „annähernden Gleich
wertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebe
nen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliede
rung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2). Schliesslich setzt der Anspruch auf Umschulung voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20
%
erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2, 124
V
108 E. 2a und b mit Hinweisen auf u.a. AHI 1997 S. 80 E. 1b; ZAK 1984
S.
91 oben, 1966 S. 439
E.
3).
Für die Beurteilung der Gleichwertigkeit im Sinne der erwähnten Rechtspre
chung ist zwar in erster Linie auf die miteinander zu vergleichenden Erwerbs
möglichkeiten im ursprünglichen und im neuen Beruf oder in einer der versi
cherten Person zumutbaren Tätigkeit abzustellen.
Jedoch
geht es nicht an, den Anspruch auf Umschulungsmassnahmen – gleichsam im Sinne einer Moment
aufnahme – ausschliesslich vom Ergebnis eines auf den aktuellen Zeitpunkt begrenzten Einkommensvergleichs, ohne Rücksicht auf den qualitativen Ausbil
dungsstand einerseits und die damit zusammenhängende künftige Entwicklung der erwerblichen Möglichkeiten anderseits, abhängen zu lassen. Vielmehr ist im Rahmen der vorzunehmenden Prognose (BGE 110 V 99 E. 2) unter Berücksich
tigung der gesamten Umstände nicht nur der Gesichtspunkt der Verdienstmög
lichkeit, sondern der für die künftige Einkommensentwicklung ebenfalls bedeutsame qualitative Stellenwert der beiden zu vergleichenden Berufe mit zu berücksichtigen. Die annähernde Gleichwertigkeit der Erwerbsmöglichkeit in der alten und neuen Tätigkeit dürfte auf weite Sicht nur dann zu verwirklichen sein, wenn auch die beiden Ausbildungen einen einigermassen vergleichbaren Wert aufweisen (BGE 124 V 108 E. 3b; AHI 1997 S. 86 E. 2b; Urteile des Bundesge
richts I 826/05 vom 28. Februar 2006 E. 4.1 in
fine
und I 783/03 vom 18. August 2004 E. 5.2 mit Hinweisen; Meyer-Blaser, Zum
Verhältnismässig
keitsgrundsatz
im staatlichen Leistungsrecht,
Diss
. Bern 1985, S. 186).
Massnahmen im Sinne von
Art.
17 IVG setzen subjektive und objektive
Einglie
derungsfähigkeit
voraus (AHI 1997 S. 82 E. 2b/
aa
; ZAK 1991 S. 179 unten f.
E.
3). Nicht unter Umschulung fallen Massnahmen der sozialberuflichen Rehabili
tation (wie Gewöhnung an den Arbeitsprozess, Aufbau der Arbeitsmotivation, Stabilisierung der Persönlichkeit, Einüben der sozialen Grundelemente) mit dem primären Ziel, die Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person zu erreichen oder wieder herzustellen (ZAK 1992 S. 367
E.
2b; Urteil des Bundesgerichts I 527/00 vom 30. April 2001).
3
.
3
.1
Der Beschwerdeführer lässt zur Begründung seiner Beschwerde geltend machen, er habe keinesfalls die Absicht gehabt, seinen Lebensunterhalt in der Schweiz als Hilfsarbeiter zu bestreiten. Vielmehr habe er beabsichtigt, sich sobald wie möglich in seinem angestammten Beruf als Koch beruflich zu integrieren. Dies sei ihm in der weniger als vier Monate vor dem Unfall in der Schweiz ausgeüb
ten beruflichen Tätigkeit noch nicht möglich gewesen. Er könne nicht als Hilfs
arbeiter qualifiziert werden und habe als Absolvent einer Kochlehre Anspruch
auf eine gleichwertige berufliche Ausbildung. Die Tätigkeit als Koch sei ihm erwiesenermassen nicht mehr zumutbar.
Die Beschwerdegegnerin begründe die angefochtene Verfügung sodann damit, dass dem Beschwerde
führer kein
Min
derverdienst
von 20
%
drohe, ohne einen Einkommensvergleich vorgenommen zu haben.
Ein solcher ergebe jedoch, dass der Beschwerdeführer eine
Einkom
menseinbusse
von rund 35
%
erleide
.
Er
sei aufgrund seiner schweren
Hand
verletzung
entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin auch in einer
Hilfsar
beitertätigkeit
erheblich eingeschränkt
(
Urk.
1
,
Urk.
13
).
3
.2
Demgegenüber führt die Beschwerdegegnerin zur Begründung der angefoch
tenen Verfügung aus, es sei vorliegend nicht relevant, dass der Beschwerde
füh
rer eine Ausbildung als Koch absolviert habe, denn er habe nach Abschluss der Ausbildung nicht in diesem Beruf, sondern als Malerhilfsarbeiter und
Roll
trep
penhilfsmont
eur
gearbeitet. Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass der Beschwerdeführer als Koch tätig wäre, müsste ein Anspruch auf Um
schulung verneint werden, da der Beschwerdeführer mit einer ihm noch möglichen leich
ten manuellen Hilfsarbeitertätigkeit keine Einkommenseinbusse von min
destens 20
%
erleide, lägen doch die Durchschnittslöhne in der Gastronomie selbst für oberstes und mittleres Kader nur knapp 9
%
höher als die Löhne für
Hilfsarbei
tertätigkeiten
auf dem tiefsten Kompetenzniveau
1.
Zudem verfüge der Beschwerdeführer als Koch über keinerlei Berufserfahrung, weshalb das erziel
bare Einkommen tiefer ausfallen dürfte. Beim bei der Firma
B._
vor dem Unfall erzielten Einkommen sei schliesslich zu berücksichtigen, dass dem Beschwerdeführer vom Lohn keinerlei Sozialabzüge gemacht worden seien. Deshalb sei ihm das im Rahmen dieser Tätigkeit erzielte Einkommen
nicht anzurechnen, ansonsten dies geradezu einer Einladung zur Schwarzarbeit gleich komme. Aufgrund des tiefen Einkommens vor Eintritt des Gesundheitsschadens sei somit von keinerlei gesundheitsbedingen
Lohnein
bussen
auszugehen und ein Anspruch auf Umschulung zu verneinen. Gleiches gelte für sämtliche weitere Eingliederungsmassnahmen, sei doch angesichts der Breite der weiterhin zumutbaren Verweistätigkeiten nicht von zusätzlichen Schwierigkeiten b
ei der Stellensuche auszugehen
(
Urk.
6).
4
.
4
.1
SUVA-Kreisarzt
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, hielt im Protokoll vom 2
7.
Februar 2014 über die Kreisarztsprechstunde vom 2
1.
Februar 2014 (
Urk.
7/5/89-90) fest, leider habe sich beim Beschwerdeführer durch den Unfall am linken Handgelenk eine aus
geprägte Bewegungseinschränkung ergeben, dies bei bereits deutlichen sekun
dären posttraumatischen Schädigungen radiokarpal.
Der Beschwerdeführer werde gegebenenfalls zur Prüfung von weiteren handchirurgischen Mass
nah
men einem Handchirurgen zugewiesen. Unabhängig von eventuell noch durch
zuführenden Massnahmen sei bereits jetzt klar erkennbar, dass eine Tätigkeit, wie sie der Beschwerdeführer zum Unfallzeitpunkt als Monteur von Rolltreppen ausgeübt habe, nicht mehr möglich sein werde. Auch der gelernte Beruf als Koch dürfte zumindest mittel- bis langfristig mit den
Verletzungs
folgen
und den weiteren posttraumatischen Veränderungen nicht mehr möglich sein. Es sollten berufsfördernde Massnahmen eingeleitet werden. Die Indikation für eine stationäre Rehabilitationsbehandlung bestehe allerdings nicht. Der Beschwer
deführer sei weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig. Bezüglich der
Radiusköpfchen
fraktur
rechts schienen sich aktuell keine Probleme abzuzei
chnen, welche die Problematik im linken Handgelenk (in Bezug auf die Zumut
barkeit) übersteigen oder zusätzliche relevante Einschränkungen ergeben würden.
4
.2
Laut dem Arztzeugnis von
Dr.
med.
D._
, Fachärztin Orthopädie, spez. Handchirurgie, Handchirurgie
E._
, vom 1
7.
März 2015 (Urk. 7/21) wurde beim Beschwerdeführer am
1.
Dezember 2014 eine Teil
versteifung des Handgelenks links durchgeführt. Damit seien Folgen des Unfal
les vom 2
3.
Juli 2013 behandelt worden. Aus medizinischer Sicht sei ab April 2015 wieder eine leichte manuelle Tätigkeit zu 50
%
möglich und zumutbar, ab Mai 2015 voraussichtlich zu 100
%
. Der erlernte Beruf als Koch
und ebenso die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Rolltreppenmonteur
sei
en
dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar.
5
.
5
.1
Nebst anderen Voraussetzungen bedarf es für eine berufliche Umschulung der invaliditätsbedingten Erwerbseinbusse von rund 20
%
(vgl. vorstehend E.
2
.3). Die leistungsspezifische Lohneinbusse bei Versicherten mit oder ohne berufliche Ausbildung bestimmt sich gemäss Rechtsprechung anhand eines Vergleichs des
Valideneinkommens
mit jenem Einkommen, das die versicherte Person nach der Durchführung der medizinischen Behandlung, hingegen ohne Ein
gliederungs
massnahmen, erzielen könnte, sofern ihr eine zumutbare Tätigkeit bei ausgegli
chener Arbeitsmarktlage ohne (zusätzliche) berufliche Ausbildung, somit auf dem Weg der Selbsteingliederung, offen steht.
Beim Einkommensvergleich
ist
der qualitative Ausbildungs
stand und die damit zusammenhän
gende künftige Entwick
lung der erwerblichen Möglichkeiten zu berücksichtigen. So ist es beispielsweise eine E
rfahrungstatsache, dass in zahl
reichen Berufsgattun
gen der Anfangslohn nach Lehrab
schluss nicht oder nicht wesentlich höher liegt als gewisse Hilfsarbeitersaläre, dafür aber in der Folgezeit
um so
stärker anwächst. Das berufliche
Fortkommen und damit die Erwerb
s
aussichten sind bei einer Hilfsarbeit mittel- bis längerfristig betrachtet nicht im gleiche
n Masse gewährleistet wie in ei
nem gelernten Beruf. So h
at ein junger gelernter Bäcker/
Konditor Anspruch auf eine
Umschulung, auch wenn er in ei
ner Tätigkeit als Hilfsarbeiter
kurzfristig bloss einen Minder
verdienst von weniger als 20% in Kauf nehmen müsste (
BGE 124 V 108 E. 3b
).
5
.2
Es ist vorliegend unstrittig und ergibt sich aus den
vorhandenen medizinischen Akten
, dass der Beschwerdeführer als Folge des Arbeitsunfalles vom 2
3.
Juli 2013 dauernde Beeinträchtigungen an der linken Hand erlitten hat
, insbeson
dere
musste eine Teilversteifung des Handgelenks vorgenommen werden. Die Parteien gehen auch übereinstimmend davon aus, dass dem Beschwerdeführer die
Ausübung seines erlernten Beruf
s als Koch und der unmittelbar vor dem Unfall ausgeübten Tätigkeit als Rolltreppenmonteur nicht mehr zumutbar ist. Die Beschwerdegegnerin hat jedoch zu dieser Frage selber keine medizinischen
Berichte
eingeholt
und auch nicht ihren internen Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD)
konsultiert
, sondern sich auf den
Beizug
der Akten der SUVA
und die von der Beschwerdeführerin eingereichten Berichte
beschränkt.
Dementspre
chend fehlt es auch an einer genügenden Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer der Behinderung angepassten Tätigkeit.
Es ist der Beschwerdegegnerin zwar darin beizupflichten, dass der Beschwerdeführer unter Umständen mit der Hilfsarbeitertätigkeit ein annähernd ähnlich hohes Einkommen erzielen könnte wie mit der Tätigkeit als Koch, es ist jedoch unklar, welche Einschränkungen der Beschwerdeführer auch bei der Ausübung von Hilfsarbeitertätigkeiten erlei
det, zumal er beim Gebrauch der dominanten linken Hand eingeschränkt ist.
5
.
3
Bezüglich des ohne Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten Einkommens scheint die Situation ebenfalls unklar. Der Beschwerdeführer macht zwar gel
tend, es sei ihm während der lediglich vier Monate dauernden Erwerbs
tätigkeit in der Schweiz nicht möglich gewesen, eine Stelle in seinem erle
rnten Beruf als Koch zu finden. Dem steht jedoch
der Umstand
entgegen, dass er im Mai 2013 im Restaurant
F._
in
G._
gearbeitet hat (
Urk.
7/5/33) und es sich beim
Gastgewerbe um eine Branche handelt, in welcher es dem Beschwerdeführer als d
ie deutsche
Sprache
einwandfrei beherrschende
Fachkraft relativ leicht hätte möglich sein müssen, in der Schweiz eine Stelle zu finden. Der Frage, ob der Beschwerdeführer entsprechende Bemühungen nachweisen kann, ist die Beschwerdegegnerin nicht nachgegangen.
5
.
4
Was den während der Zeit vor dem Unfall erzielten Verdienst anbelangt, so scheint der Sachverhalt ebenfalls nur ungenügend abgeklärt. Der SUVA sind nach dem Unfall lediglich das Lohnjournal der
A._
AG vom 2
0.
September 2013 (
Urk.
7/5/31) und die Lohnabrechnung der
H._
AG (Betreiberin des Restaurants
F._
) vom
3.
Juni 2013 (
Urk.
7/5/33) eingereicht worden
. Über weitere Unterlagen verfügte die SUVA am 2
7.
September 2013 nicht
(
Urk.
7/5/36).
Bezüglich des Verdienstes bei der Firma
B._
sind die Angaben widersprüchlich. Während in der Unfallmeldung vom 2
6.
August 2013 angegeben wurde, der Beschwerde
führer erziele einen Bruttostundenlohn von
Fr.
35
.-- bei einer betriebsüblichen Vollarbeitszeit von 45 Wochenstunden
und erhalte eine Nacht-/Wochenendzulage von
Fr.
15.-- pro Stunde (
Urk.
7/5/20), beträgt der Brutto
stundenlohn laut Arbeitsvertrag vom
6.
Mai 2013 (
Urk.
7/48)
Fr.
34
.-- bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 42 Stunden
und über eine zusätzliche Entschädi
gung für allfällig zu leistende Nacht- und Wochenendeinsätze findet sich darin nichts. Ungeklärt ist sodann auch der offensichtliche Widerspruch, dass der Beschwerdeführer laut Arbeitsvertrag vom
6.
Mai 2013 ab dem 1
1.
Mai 2013 zu 100
%
bei der Firma
B._
als Monteur angestellt gewesen ist und gemäss den Lohnabrechnungen
vom 1
1.
bis zum 3
1.
Mai 2013 135 Arbeitsstunden, im Juni 2013 180 Arbeitsstunden und vom
1.
bis zum 2
3.
Juli 2013
153 Arbeitsstunden geleistet
(
Urk.
7/44-46), gemäss Lohnjournal der
A._
AG für diese Firma aber vom 1
5.
bis zum 1
7.
Mai, vom
5.
bis zum 2
1.
Juni un
d - ein Tag vor dem Unfall - am 22. Juli 2013
gearbeitet hat. Dass der Beschwerdeführer
-
wie von ihm angegeben (
Urk.
7/13,
Urk.
7/31)
-
von März bis Mai 2013 bei der
A._
AG tätig gewesen ist, findet dagegen in den übrig
en Unterlagen keine Bestätigung (vgl. auch IK-Aus
zug vom
7.
August 2015,
Urk.
7/38).
Laut Lohnabrechnungen der
B._
wurden auch keine Sozialabzüge vorgenommen.
5
.5
Damit kann die ohne Durchführung eines Einkommen
s
vergleichs getroffene Annahme der Beschwerdegegnerin, der Beschwerdeführer könne ohne Ein
glie
derungsmassnahmen eine qualitativ gleichwertige Erwerbstätigkeit ausüben wie vor Eintritt des Gesundheitsschadens und erleide
damit keine relevante
Ein
kommenseinbusse
, nicht überprüft werden. Die
Beschwerde
gegnerin
hat zusätz
liche Abklärungen über den Gesundheits
zustand
des Beschwerdeführers
,
die dadurch bedingten Einschränkungen seiner Arbeits
fähigkeit und insbesondere
über die erwerbliche Situation des Beschwerdeführers vor dem Unfall vorzu
nehmen
. Anschliessend ist unter Vornahme eines
Einkommens
vergleichs
der
Anspruch
des Beschwerdeführers
auf berufliche Massnahmen
neu
zu prüfen. Dementsprechend ist die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6
.
6
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
d
er
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das
Sozial
ver
sicherungsgericht
(
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
In Anwendung dieser Kriterien
hat d
er
Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteients
chädigung, die vorliegend auf Fr.
1‘700
.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen und
ausgangs
gemäss
von
der Beschwerdegegnerin
zu bezahlen ist
.