Decision ID: ce2de824-dae7-41b9-8d35-4566a08db858
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965, war als
Hilfsgärtner
über seine Arbeitgeberin
(
Urk.
8/52)
bei der Suva gegen Unfälle obligatorisch versichert
(
Urk.
8/4)
, als er
sich
am
8. März 2016 beim Absägen eines Astes mit einer kleinen
M
otorsäge in den linken Unterarm schnitt
(
Urk.
8/
26/4
, Sachverhalt
).
Er wurde gleichentags
im Kantonspital
Y._
operiert
. Dabei
zeigten sich
eine vollständige Durchtrennung des Ellennervs, des Mittelarmnervs und der
Ellenart
erie
sowie eine Durchtrennung der
tenomuskulären
Übergänge
zum
tiefen
und zum ober
flächlichen
Fingerbeuger
II bis IV,
zum ellenseitigen Handbeuger und zum langen Hohlhandmuskel (
Urk.
8/18).
In der Folge nahm der Versicherte
insbesondere
eine ambulante Ergotherapie im
Y._
(
Urk.
8/195
/2
)
sowie
eine ambulante psychia
trische Behandlung in der i
ntegrierten Psychiatrie
Z._
wahr (
Urk.
8/128
/2
).
Eine stationäre Rehabilitation erfolgte vom
2.
Mai bis 2
2.
Juni 2016 in der Rehaklinik
A._
(
Urk.
8/45/1).
1.
2
Am
9.
März 2016
erging eine Schadenmeldung an die Suva (
Urk.
8/
4
).
Im
September 2016 meldete sich
der Versicherte
bei der
Sozialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/81
)
. Die Suva er
brachte
zunächst die gesetzlichen Leistungen (Taggeld und Heilkosten
;
Urk.
8/6).
Am
5.
Dezember 2016
wurde der
Versicherte
durch die Kreisärztin
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Neurochirurgie, untersuch
t
(
Urk.
8/111).
Im Januar 2017 wurde eine berufliche Standortbesti
mmung
in der Rehaklinik
A._
durchgeführt (
Urk.
8/135),
vom 25.
April bis 2
2.
Mai 2017 erfolgte gleichenorts eine berufliche Grundabklärung (
Urk.
8/166).
Ab Oktober 2017
leistete die IV-Stelle Kostengut
sprache für eine
«
Arbeitsvermittlung
Plus
» (
Urk.
8/187).
Mit Schreiben vom 14. Dezember 201
7
teilte die IV-Stelle dem Versicherten den vorzeitigen
Abbruch
der Eingliederungsmassnahmen mit (
Urk.
8/215).
Unter Hinweis auf die medizinische Einschätzung
von
Dr.
B._
nach der zweiten kreisärztlichen Untersuchung vom
17.
November 2017 (
Urk.
8/201 f.)
kündigte die Suva
d
em Versicherten
mit Schreiben vom 1
5.
Dezember 2017 an, die
vor
über
gehenden Leistungen
per 3
1.
Dezember 2017 einzustellen
und
den Anspruch auf eine Invalidenrente und Integritätsentschädigung zu prüfen (
Urk.
8/21
2
).
Mit Verfügung vom 1
5.
Januar 2018 sprach die Suva dem Versicherten rückwirkend ab
1.
Januar 2018 eine Invalidenrente bei
einem Invaliditätsgrad von 20
%
sowie
eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 14
%
zu (
Urk.
8/224).
Die von ihm dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
8/230) wies
sie
am
1
2.
Juli 2018 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
1
2.
Juli 2018
erhob der Versicherte am
2
7.
August 2018
Beschwerde. Darin beantragte er, die Suva sei zu verpflichten, ihm weiterhin Taggeldleistungen auszurichten und ihm die Kosten der Heilbe
handlung zu erstatten. Eventualiter seien ihm eine Rente und eine Integritäts
entschädigung zuzusprechen
, deren Höhe neu zu bestimmen sei
(Urk.
1
S. 2
). Die Suva schloss in der Beschwerdeantwort vom
1.
Oktober 2018
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7
). In der Replik vom
9.
Januar 2018
(
Urk.
12
) sowie der Duplik vom
2
9.
Januar 2019
(
Urk.
1
5
) hielten die P
arteien an ihren Anträgen fest. Die Duplik, der die Suva das inzwischen von der IV-Stelle eingeholte internistische, handchirurgische, neurologische und psychiatrische Gutachten der
C._
vom
5.
Januar 2019
beigelegt
hatte (
Urk.
16/1-7), wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 3
0.
Januar 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
17). Mit Eingabe vom 2
7.
März 2019 (
Urk.
18) reichte der Versicherte zwei weitere Berichte des
Y._
(
Urk.
19/1-2) ein. Diese wurden der Suva mit Schreiben vom 1. April 2019 zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
20).
3
.
Die vom
Beschwerdeführer gegen
die Verfügung der IV-Stelle vom
1.
April 2019
, worin der Anspruch auf eine Invalidenrente verneint worden war,
beim hiesigen Gericht erhobene Beschwerde bildet Gegenstand des Prozesses
IV.2019.00340
und wurde mit Urteil heutigen Datums abgewiesen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
che
rung (UVV) in Kraft getreten. Indes sieht Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, nach bisherigem
Recht gewährt werden. Vorliegend finden deshalb die bis 31. Dezember 2016 g
ültig gewesenen Normen Anwendung und werden in dieser Fassung zitiert.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig (Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein
Tag
geld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG
),
so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1).
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person überdies Anspruch auf eine angemessene Integri
tätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädi
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet.
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
geh
enden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1,
ferner
auch
Urteil
des Bundesgeric
hts
8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil
des Bundesgerichts
8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
2
.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog
im angefochtenen Entscheid
,
somatisch
sei keine namhafte
B
esserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten
(
Urk.
2
Ziff.
2a)
.
Massgebend
sei
die kreisärztliche
Beurteilung
, zumal
kein Arzt tatsächlich vor
handene
medikamentöse Nebenwirkungen
b
estätigt habe (
Urk.
2
Ziff.
2
und 6b
).
Sodann werde s
elbst
bei
Einhändern
praxisgemäss
Verwertbarkeit der Restar
beit
s
fähigkeit angenommen
. Für das Invalideneinkommen sei der Zentralwert für H
ilfsarbeiten
heranzuziehen.
A
ufgrund der
leidensbedingten
Einschränkungen rechtfertige sich beim
52-jährigen Beschwerdeführer mit auslän
dischem Abitur und zumindest
bescheidenen Deutschkenntnis
sen
ein leidensbedingter Abzug von höchstens 20
%
(
Urk.
2
Ziff.
5b).
Im Übrigen liege m
it Blick auf die Psycho-Praxis ein mittelschwerer Unfall im mittleren Bereich vor. Da nur das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen in nicht ausschlaggebender Weise erfüllt sei, fehle es an der rechtlichen
Adäquanz
de
r
psychischen Leiden
(
Urk.
2
Ziff.
3b und 3c).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt in der Beschwerde dafür,
die
Behandler würden die
Fortsetzung der
medizinis
chen Massnahmen zur psychischen
Stabilisierung
und besseren Adaption an das Leiden
empfehlen
sowie ei
ne Arbeitsfähigkeit von
nur 50
% im zweiten Arbeitsmarkt attestier
en
(
Urk.
1
Rz
8
und 12
).
G
emäss
Bericht der Rehaklinik
A._
sei
die
Arbeitsleistung
aufgrund der Belastbarkeit und des
Arbeitstempos
auf dem ersten Arbeitsmarkt
kaum
v
erwertbar. Die Muskeln
seien w
egen fehlender nervlicher Verbindung
nicht
t
rainier
bar
(
Urk.
1
Rz
10).
Lyrica
und
Surmontil
würden
gemäss Bericht des
Y._
als Erstlinienbehandlung bei Nervenschmerzen empfohlen und hätten Müdigkeit
sowie
eine
beeinträchtigte
Konzentration zur F
olge
, was im
Medikamenten-Kompendium bestätig
t werde
und wofür man
in
der Rehaklinik
A._
Verständnis gezeigt habe
(
Urk.
1
Rz
9
).
Eventualiter
sei
en
wegen der körperlich weniger anspruchsvollen Tätigkeiten der
Zentralwert
im Dienstleistungssektor
heranzuziehen und ein
leidensbedingter
Ab
zug von 25
%
(
Polymorbidität, fehlende Sprachkenntnisse und Ausbildung, fort
geschrittene
s
Alter,
Art der Einschränkung, Flucht vor dem Krieg und Trauma
tisierung
)
zu
gewähren
(
Urk.
1
Ziff.
23 f.).
E
inzubeziehen seien die
psychischen Unfallfolgen und deren Wechselwirkung mit den somatischen Diagnosen.
Da sie eine untergeordnete Rolle spielten,
sei
die ge
wöhnliche Adäquanzformel
anzuwenden.
Eventualiter sei aufgrund der Wu
ch
t und Dynamik der laufenden Kreissäge,
di
e mühelos den Knochen durchtrennt hätte, von einem schweren Unfall
oder mindestens einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu einem schweren
auszugehen
. Die
erlittene
Verletzung
sei zu
dem
schwer und
geeignet
,
psychische Besch
we
rden
zu bewirken,
wie
die Tele
fonnotiz der Beschwerdegegnerin vom 1
7.
Mai 2016
belege
.
E
rfüllt seien, wie in
d
er Einsprache darge
tan
,
auch
die
Adäquanzkriterien
Eindrücklichkeit des Unfalls
, ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung und schwieriger Heilungs
verlauf
(
Urk.
1
Ziff.
15-20
)
.
2.3
In der Beschwerdeantwort (
Urk.
7
Ziff.
26 ff.)
fügte
die Beschwerdegegnerin
an
, der behandelnde
C
hirurg bestätige den
Behandlungsabschluss (Urk.
7
Ziff.
28.2) und
das kreisärztliche
Zumutbarkeitsprofil (
Urk.
7
Ziff.
29). Abweichende
Beur
tei
lungen
berücksichtigten
nicht
adäquat
kausale
psychische
Beschwerden.
Der B
eschwerdeführer
habe
eine Weichteilverletzung der
adominanten
Hand erlitten
, sei
danach von der Leiter gestiegen
und
habe mit einem Kollegen den Arzt auf
ge
sucht
. Der Heil
ungs
prozess sei komplikationslos und von normaler Dauer ge
wesen
. Zudem habe
er
keinen erkennbaren
Eingliederungswillen
gezeigt
(Urk.
7
Ziff.
29). Sei die
adominante
Hand noch als Hilfshand einsetzbar, rechtfertige sich
nur
ein leidensbedingter Abzug von 15
%
(
Urk.
7
Ziff.
31).
2.4
In der Replik brachte d
er Beschwerdeführer
ergänzend vor
, die neuropathischen Schmerzen
seien
als somatisch zu beurteilen
(
Urk.
12
Ziff.
6).
Die faktische
Ein
händigkeit
rechtfertige
einen leidensbedingten Abzug von 20
%
, der aufgrund der
psychischen Beschwerden
zu erhöhen sei
(
Urk.
12
Ziff.
11).
2.5
In der
Duplik
erläuterte die Beschwerdegegnerin,
dass das
Gutachten der Inva
lidenversicherung
ihren
Entscheid
bestätig
e
(
Urk.
15
Ziff.
1-6)
. Ferner wies sie
da
rauf hin, dass
auch einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten
im Produktionssektor
zumutbar
seien
(
Urk.
15
Ziff.
8).
2.6
Der Beschwerdeführer bestritt das
Ergebnis des
Gutachten
s
der Invaliden
ver
sicherung
mit
Eingabe vom 2
7.
März 2019
(
Urk.
18)
unter Hinweis
auf
die
B
e
richte des
Y._
vom 2
1.
und 2
6.
März 2019
.
3.
3.1
Zwischen den Parteien umstritten ist in erster Linie die Frage,
inwiefern die psychischen Beschwerden
als Unfallfolgen
zu berücksichtigen sind
.
Der Unfall
versicherer haftet für einen Gesundheitsschaden nur insoweit, als dieser nicht nur in einem natürlichen, sondern auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (BGE 129 V 177 E. 3). Dabei spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausge
wiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2; 127 V 102 E. 5b/
bb
). Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst dann ge
spro
chen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Ab
klä
rungen bestätigt wurden und die
hiebei
angewendeten Untersuchungs
me
tho
den wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1; 134 V 109 E. 7 ff.;
vgl. auch BGE 117 V 359 E. 5).
3.2
Sind die geklagten Beschwerden natürlich unfallkausal, nicht aber in diesem Sinne
objektiv ausgewiesen, so ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind gegebenenfalls weitere unfallbe
zo
gene Kriterien einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 2.1). Hat die versicherte Person einen Unfall erlitten,
d
er die Anwendung der Schleudertrauma-
Praxis
recht
fertigt, so sind hierbei die durch BGE 134 V 109 E. 10 präzisierten Kriterien mass
gebend. Ist diese Rechtsprechung nicht anwendbar, so sind grundsätzlich die Adäquanzkriterien,
di
e für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelt wurden (sog. Psycho-Praxis, BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
), anzuwenden (BGE 134 V 109 E. 2.1; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_720/2017 vom 1
2.
März 2018 E. 3.2).
Bei der Psycho-Praxis werden die Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychi
scher Aspekte geprüft (BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
), während bei Schleudertraumen (BGE 117 V 359 E. 6a) und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule (SVR
1995 UV Nr. 23 S. 67) sowie bei Schädelhirntraumen (BGE 117 V 369 E. 4b) auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten ver
zich
tet wird, zumal diese angesichts des komplexen, vielschichtigen Beschwerde
bildes in heiklen Fällen gelegentlich grosse Schwierigkeiten bereiten würde (BGE 134 V 109 E. 6.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_156/2016 vom 1. September 2016 E. 2.2). Dementsprechend stellen bei der Psycho-Praxis noch
behandlungs
bedürftige
psychische Leiden keinen Grund für einen Aufschub des Fallab
schlusses dar. Bei Massgeblichkeit der Schleudertrauma–Rechtsprechung kann der Fall hingegen erst abgeschlossen werden, wenn insgesamt keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten ist (Urteile des Bundes
ge
richts 8C_892/2015 vom 2
9.
April 2016 E. 4.1, 8C_58/2017 vom
9.
Juni 2017 E. 4.1).
3.3
Das vom Beschwerdeführer zitierte Urteil 8C_12/2016 vom
1.
Juni 2016 E. 7.1
(
Urk.
1
Ziff.
16)
befasst sich mit der Frage, wie zwischen der Schleudertrauma- und der Psycho-Praxis zu differenzieren ist. Danach i
st zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma er
litten hat. Ist dies
– wie vorliegend
–
nicht der Fall, gelangt die
Psycho-Praxis
zur Anwendung.
Es braucht nicht weiter geprüft zu werden, unter welchen Vor
aussetzungen trotz des Vorliegens einer solchen Verletzung die Psycho-Praxis der Schleudertrauma-Rechtsprechung vorzuziehen ist
. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (
Urk.
1
Ziff.
15) ist die Psycho-Praxis deshalb gerade auch bei eigenständigen sekundären Gesundheitsschädigungen massgebend (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts U 409/00 vom 2
6.
November 2001 E. 4bb)
.
B
esonders
hervorzuheben
ist, dass n
europathische Schmerzen als psychische Un
fall
folgen
gelten. Die
Nervenläsion
als
V
oraussetzung
lässt sich zwar
mit appa
rativen/bildgebenden Methoden darstellen
und wurde vorliegend intraoperativ zweifelsfrei erstellt.
Die eigentliche Diagnose stützt sich jedoch auf
klinische Befunde
und
damit
primär
die Angaben des Patienten, weshalb
es sich
nicht um eine organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolge im Sinne der Rechtsprechung handelt
(vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_362/2014
vom 2
5.
Juni 2014 E.
3.4
und 8C_647/2018 vom 1
6.
Januar 2019 E. 4.3.2
).
Dementsprechend
wurde
im Be
richt der Schm
erzsprechstunde des
Y._
vom 21.
März
2019
erneut
(
vgl.
Urk.
3/4-5)
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) diagnostiziert
und
dazu
erörtert, weshalb
mit grosser Wahrscheinlichkeit oder gar Sicherheit aufgrund der plausiblen
Angaben des Beschwerdeführers
beziehungsweise
der von ihm geschilderten
negativen und positiven
Befunde
ein neuropathischer Schmerz bestehe
.
Zudem
wurde ausdrück
lich
auf die
wichtige Rolle
hingewiesen, die
de
n
psychischen Beschwerden bei der
Aufrechterhaltung und Exazerbation des Schmerzes beizumessen
sei
(
vgl. Urk. 19
/1 S. 2).
3.
4
D
ie
vom Beschwerdeführer erwähnte allgemeine Formel (gewöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung
)
gelangt dann
zur Anwendung,
wenn
die
Adäquanz zwischen einem Schreckereignis ohne körperliche Verletzungen
res
pek
tive
mit somatischen Beeinträchtigungen von untergeordneter Bedeutung
und den nachfolgend aufgetretenen psychischen Störungen
zu beurteilen ist
.
Damit wird
der Tatsache Rechnung
getragen
, dass bei Schreckereignissen die psychische Stresssituation im Vordergrund steht, wogegen dem somatischen Geschehen keine (entscheidende) Bedeutung beigemessen werden kann. Bei
«
gemischten
»
Vorfällen, in
den
en die Elemente eines Schreckereignisses (Bedrohung) und einer
ihrerseits den Unfallbegriff erfüllenden physischen Einwirkung (Zufügen von Ver
letzungen) kombiniert vorkommen, ist die Adäquanzprüfung
unter beiden Aspekten, also
«
Schreckereignis
»
und
Psycho-Praxis vorzunehmen
, wenn keiner der Faktoren deutlich im Vordergrund steht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_298/2016 vom 3
0.
November 2016 E. 4.3 mit diversen Hinweisen).
D
as
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit
vermögen
nur aussergewöhnliche Schreck
ereignisse, die mit einem ausserordentlichen psychischen Schock verbun
den sind, zu erfüllen. Die seelische Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart der versicherten Person sich abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer überraschenden Heftigkeit geeignet sein, auch bei einem gesunden Menschen durch Störung des seelischen Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen (wie Lähmungen, Herzschlag) hervorzurufen. In
Frage kommen Ereignisse wie etwa Brand- oder Erdbebenkatastrophen, Eisen
bahn
- oder Flugzeugunglücke, schwere Autokollisionen, Brückeneinstürze, Bombenab
würfe, verbrecherische Überfälle oder sonstige plötzliche Todesgefahren sowie Seebeben
.
An den Beweis der Tatsachen, die das Schreckereignis ausgelöst haben, an
die
Aussergewöhnlichkeit
des Ereignisses sowie
den psychischen Schock sind strenge Anforderungen zu stellen (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_167/2016 vom 2
3.
Mai 2016 E. 2.2).
3.5
In
den Akten
deutet
nichts darauf hin, dass den psychischen Beschwerden der gleiche
oder ein höherer
Stellenwert
als
den Hand-/Armbeschwerden
zukommt
und sie unmittelbar auf eine psychische Stress
s
ituation im Unfallzeitpunkt
, ver
gleichbar mit den obgenannten Beispielen,
zurückzuführen sind.
Wie der Be
schwer
deführer selbst einräumte, leidet er seit dem Unfall vordergründig an soma
tischen Problemen (
Urk.
1 S. 8). Die Beschwerdegegnerin wies zudem
zu Recht
auf den Polizeirapport hin (
Urk.
8/26/5 f.)
,
wonach der Beschwerdeführer
nach der Schnittverletzu
ng
die Motorsäge fallen liess,
selbst
von der Leiter stieg
und mit einem Arbeitskollegen zusammen den Arzt aufsuchte (
Urk.
7
Ziff.
29.1).
G
emäss
seinen
Schilderungen
gegenüber dem begutachten
den
C
hirurgen der
C._
empfand er den Unfall
weder
als visuell gravierend
(zerfetzte Winterkleidung, wenig Blut) noch
besonders schmerzhaft
(vgl.
Urk.
16/
5
S.
8
).
Im
Bericht des
Y._
vom
2
2.
Januar 2018
wurden als
Ursachen
der psychischen Beschwerden
die Kündigung der Arbeitsstelle, die geringe Selbstwirksamkeit und traumatische Kriegs- und F
luchterfahrungen
genannt
(
Urk.
3/4 S. 2
; vgl. ferner auch
Urk.
19/1 S. 3
). Bereits
im
psychosomatischen Konsilium
vom 20.
Juni 2016 in der Rehaklinik
A._
wurde
festge
halten
,
dass
der
B
eschwerdeführer vor dem Hintergrund eines schweren Arbeitsunfalles und zukunftsgewandter Sorgen bezüglich der beruflichen Situation eine Anpassungsstörung mit einer ängstlich-depressiven Symptomatik entwickelt
habe
, wozu
–
bei Vorliegen eines gedank
lichen Vermeidungsverhaltens ohne Hinweise
auf eine vollwertige Posttrauma
ti
sche Belastungsstörung
–
auch tra
u
maassoziierte Symptome gehörten
(
Urk.
8/65/
2).
Demnach hängen d
ie psychischen Beschwerden
nicht
mit einem durch die Schnittverletzung verursachten Schock
zusammen
, sondern entwick
elten sich
allenfalls
infolge
der Ausw
irkungen
der
Unfallfolgen
in
Beruf und All
tag
.
3.
6
Es
ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde
gegnerin
die Psycho-Praxis
zur Anwendung brachte
.
Die Adäquanzkriterien wie auch der Fallab
schluss sind damit unter Ausschluss der psychischen
Unfallfolgen,
mithin ohne Berücksichtigung der
neuropathischen Schmerzen, zu prüfen.
4.
4.
1
Zu den
im Sinne der
R
echtsprechung objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen hielt d
er behandelnde Oberarzt der Klinik für Hand- und Plastische Chirurgie des
Y._
,
Dr.
med.
D._
, Facharzt für
P
lastische,
R
ekonstruktive
und
Ä
sthetische Chirur
gie, im Bericht vom 1
1.
Oktober 2017 fest, betreffend die Hand berichte der Beschwerdeführer über
einen recht stationären Befund
(
Urk.
8/188/1). Unter Be
rück
sichtigung des Ausmasses der Verletzung müsse man das Ergebnis insgesamt als gut bezeichnen. Eine handwerkliche Tätigkeit sei aufgrund der fehlenden Sensibilität im
Ulnaris
-Gebiet sowie der fehlenden Kraft und damit verbunden der
[
fehlenden
]
Sicherheit im Umgang mit schweren Gegenständen mit der linken Hand nicht möglich. Leichte handwerkliche Arbeiten beziehungsweise einhändige handwerkliche Arbeiten, bei welchen die linke Hand als Hilfshand dazu ge
nommen werden müsse, seien denkbar. Es sei davon auszugehen, dass man mitt
ler
weile nahezu den Endzustand erreicht habe. Die Behandlung werde abge
schlos
sen, weitere chirurgische Massnahmen oder Interventionen zur Verbesse
rung der Funktion seien nicht indiziert (
Urk.
8/188/2).
4.
2
Im
Beri
cht
des
Y._
zur Handtherapie, eingegangen bei der Beschwerdegegnerin am 30. Oktober 2017, gab
en
die
behandelnden Ergotherapeutin
nen
an, die Be
weg
lichkeit der Fingergelenke und des Handgelenks habe sich über den gesamten Verlauf gesehen verbessert. Die Hauptschwierigkeit sei die Kraft in der Hand. Durch die Atrophien seien beispielsweise der Pinzetten- und der Dreipunktegriff sehr schwierig, weshalb sich dort die Kraft kaum verbessert habe. Der Beschwer
deführer greife hauptsächlich im Lateralgriff, weshalb sich hier die Kraft leicht verbessert habe. Die Handkraft allgemein habe sich über den gesamten Zeitraum nur leicht verbessert. Tatsache sei, dass der jetzige Zustand seiner Hand sich nicht mehr gross verändern werde. So habe man den Fokus der Therapie auf die Be
wältigung von Alltagsaktivitäten im Hinblick auf ressourcenorientierte Massnah
men gelegt, beispielsweise das Halten des Bestecks, das Schneiden mit einem Messer oder das Binden der Schuhe. Der Fall
werde
bald abgeschlossen. Man mache die letzte Verordnung in grösseren Abständen noch begleitend fertig mit ressourcenorientierten Massnahmen (
Urk.
8/195/3 f.).
4.
3
Die Kreisärztin
Dr.
B._
führte
nach der Untersuchung vom 1
7.
November 2017
aus
,
seit
ihrer letzten
Untersuchung im Dezember 2016 sei es bis auf eine leichte Verbesserung der Kraft gemäss den Angaben des Beschwerdeführers zu keiner rele
vanten Beschwerdeänderung gekommen. Die Schmerzen und Sensibilitätsstö
rungen im Bereich des linken Unterarms beziehungsweise der linken Hand würden von ihm als im Wesentlichen unverändert zum Vorjahr bezeichnet. In der aktuellen klinischen Untersuchung lasse sich keine wesentliche Veränderung oder Verbesserung feststellen. Allenfalls könnte bei gewissen Einzelkraftprüfungen eine minime Verbesserung der Einzelkraft nachgewiesen werden, eine relevante Verbesserung des Grobgriffs lasse sich mit dem
Jamar
Dynamometer jedoch nicht nachweisen. Auch betreffend die Sensibilität sei weiterhin ein hochgradiger sensibler Ausfall im
Ulnaris
-Versorgungsgebiet links festzustellen. Im
Medianus
-Versorgungsgebiet bestünden weiterhin sensible Defizite, eine Schutzsensibilität sei jedoch erhalten
(
Urk.
8/202/5 f.)
.
Dr.
B._
schlussfolgerte
, l
eider habe in den letzten Monaten keine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr erreicht werden könne. Die hand
chirurgische Behandlung bei
Dr.
D._
sei im Oktober 2017 abgeschlossen wor
den. Mittlerweile sei ein stabiler
medizinischer Zustand erreicht. Von einer Fort
setzung der Therapien sei keine versicherungsmedizinisch relevante Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten. Die aktuelle Ergotherapie solle noch
bis Ende Monat fortgeführt und zur Instruktion eines effektiven Heimprogrammes genutzt werden. Die angestammte Tätigkeit als Hilfsgärtner sei dem Beschwer
deführer nicht mehr vollumfänglich zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit sei ihm wieder ein ganztätiger Arbeitseinsatz zumutbar. Ein
e
solche umfasse alle Tätigkeiten, bei der die linke Hand nur als Hilfshand eingesetzt werden müsse. Einschränkungen für die rechte Hand ergäben sich nicht. Weder kraftaufwendige noch feinmotorische handwerkliche Tätigkeiten seien mit der linken Hand mög
lich (
Urk.
8/202/6).
4.
4
Gemäss dem
handchirurgische
n
Teilgutachten
der
C._
vom 1
7.
November 2018
gab
der Beschwerdeführer
an
, die Sensibilitätsstörung im Bereich der Finger
IV
und
V
besteh
e
seit dem Unfallzeitpunkt unverändert. Die Gefühl
l
osigkeit im Bereich der Finger
I bis III
habe im Verlauf gebessert. Die Funktion habe sich ebenfalls gebessert, so dass er wieder gewisse kleine Dinge greifen könne. Die Schmerzsituation habe sich ausgenommen der Wundheilungsschmerzen bis zum heutigen Tag nicht verändert (
Urk.
16/5 S. 8). Die Ergotherapie habe er
bis
im Jahr 2017
besucht. Aktuell konsultiere er zweimal pro Monat seinen Psychiater und suche
monatlich
die Schmerzsprechstunde im
Y._
auf (
Urk.
16/5 S. 12 f.).
Der Gutachter schlussfolgert, i
n seinem Beruf als Landschaftsgärtner sei
der Be
schwerdeführer
ab Unfalldatum vollständig arbeitsunfähig. An die linke Hand könnten keine grossen Ansprüche in Bezug auf Kraftentfaltung, Funktionalität und Feinmotorik gestellt werden. Diese könne für eine beidhändige Tätigkeit nur als gering unterstützende Hand für die rechte Hand eingesetzt werden. Zunächst sollte eine Arbeitserprobung im geschützten Rahmen erfolgen. Nach entspre
chen
der Einarbeitung mit einer Teilbelastung beginnend bei 50
%
könne die Arbeits
belastung auf 100
%
erfolgen. Während der Anwesenheit be
stehe keine Leis
tungs
minderung
. Eine retrospektive Beurteilung einer potenziellen Entwicklung der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit erachte man als spekulativ, weshalb man
hiervon
absehe. Für die zukünftige Entwicklung halte man fest, dass eine Tätigkeit
im
Umfang von 100
%
Präsenzzeit bei 100
%
Leistungsfähigkeit mög
lich sein sollte.
D
ie Arbeitsfähigkeit
könne
durch medizinische Massnahmen nicht relevant verbessert werden
.
Zu empfehlen sei begleitend ein
e unterstützende Ergotherapie (
Urk.
16/5 S. 22
-25
).
4.
5
Gemäss
dem
neurologische
n
Teilgutachten
der
C._
vom 1
5.
Dezember 2018
enthielt der
Untersuchungsbefund Inkonsistenzen, unter anderem mit der zirku
lären Begrenzung der Sensibilitätsstörung am linken Unterarm, den weit
gehend fehlenden Muskelatrophien und fehlenden trophischen Störungen im je
wei
ligen Nervenversorgungsgebiet bei willentlich verstärkter Schonung und demon
strativem Nichteinsatz der linken Hand. Es ergebe sich der Eindruck, dass der
Beschwerdeführer am Funktionsniveau der ursprünglich stärker geschädigten Hand festhalte. Das klinisch-neurologische Bild entspreche nicht einem vollstän
digen
Ulnaris
-Ausfall. Für den
Nervus
medianus
zeige sich bei der Untersuchung ein Teilausfall, der über zwei Jahre nach dem Unfall einem Endzustand ent
sprechen könnte. Schmerzen würden ganz überwiegend im Läsions-/Operations
gebiet angegeben und zu einer
z
usätzliche
n
Einschränkung der Beweglichkeit der Hand führen
. Sensibel bestehe ein Schwellungsgefühl der linken Hand, das den
Beschwerdeführer zum Tragen unterschiedlicher Handschuhe veranlasse (
Urk.
16/7
S. 14).
Bei der elektrophysiologischen Untersuchung am 2
6.
November
2018
(vgl. Urk. 16/6)
habe sich das Bild einer hochgradigen, aber nicht (mehr) kompletten Schädigung von
Nervus
medianus
und
Nervus
ulnaris
der linken Hand gezeigt. Dies bedeute, dass die chirurgische Nervennaht zu einer partiellen
Reinnervation
der von diesen Nerven versorgten Handmuskeln geführt habe. Ein wesentlicher Unterschied
zwischen den beiden Nerven
zeige sich nicht, d.h.
medianus
- und
u
l
narisversorgte
Muskeln seien elektrophysiologisch in etwa gleicher Schwere betroffen. Von beiden Nerven lasse sich noch kein sensibles Aktionspotenzial ableiten. Der elektrophysiologische Befund entspreche somit der klinischen Ein
schätzung insoweit die motorischen Fasern beider Nerven (wieder) elektrisch st
i
mulierbar seien und sich von entsprechenden Muskeln beider Nerven will
kür
lich generierte Aktionspotentiale ableiten liessen (
Urk.
16/7 S.
14-
16).
Hinsichtlich der Heilungschancen sehe man zwei Jahre nach dem Unfall orga
nisch einen Endzustand erreicht.
Mit
medizinischen Massnahmen
könne die
Arb
eits
fähigkeit
nicht relevant verbessert werden.
Der Umgang des Beschwer
deführers mit den vorhandenen Defiziten sei noch sehr passiv; bei aktiverer Her
ange
hens
weise sollte eine höhere Arbeitsfähigkeit erreichbar sein.
Aus neurolo
gischer Sicht könne er in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit vollschichtig anwesend sein. Eine Einschränkung der Leistung bestehe durch die
höhergradige
Ulnaris
schädigung
, geringer auch durch die zusätzlich vorhandene geringer ausgeprägte
Medianus
-Schädigung der gleichen, nicht-dominaten Hand.
H
ierdurch resultiere
eine
Einschränkung der Leistung
von
30
%
. Als optimal angepasste Tätigkeiten kämen leichte handwerkliche oder administrative Tätigkeiten in Betracht, bei denen der linken Hand der Part einer Hilfshand zukomme. Auch der Einsatz in einer Bibliothek (
wo sich der Beschwerdeführer kürzlich vorgestellt habe
) er
scheine leidensgerecht. Die Arbeitsfähigkeit in einer solchen Tätigkeit im freien
Arbeitsmarkt werden bezogen auf ein 100%-Pensum auf 100
%
geschätzt
(
Urk.
8/
17 S. 16-1
9
).
4.
6
Der
Konsensbeurteilung des Gutachtens der
C._
vom 5. Januar 2019
ist
zu entnehmen, dass die aus interdisziplinärer Sicht geschätzt
e
Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit seit dem
1.
November 2017
gelte
(
Urk.
16/1 S. 17).
Dem
nach war die Arbeitsfähigkeit
in einer dem im handchirurgischen Teilgutachten
definierten Fähigkeitsprofil
angepassten Tätigkeit
ab dem 1.
November 2017
nur noch aus psychischer Sicht (vorübergehend bis ein Jahr nach der Begutachtung)
um 20
%
eingeschränkt
(
Urk.
16/1 S. 16).
5.
5.1
Ob eine namhafte Besserung
des Gesundheitszustandes
noch möglich ist
und dem Fallabschluss entgegensteht
(vgl. dazu vorstehend E. 1.2)
, bestimmt sich insbe
sondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwen
dung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Mög
lichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
füh
rung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beur
teilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
5.2
Angesichts der in Erwägung 4 zusammengefassten
medizinischen
Unterlagen war a
m
1.
Januar 2018
aus somatischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit
in ange
passten Tätigkeit
en
gegeben und von weiteren Therapien keine namhafte gesund
heitliche Besserung im Sinne des Gesetzes mehr zu erwarten.
S
owohl
der be
handelnde Chirurg
(vgl. E. 4.1)
als auch die behandelnde
n
Ergotherapeutin
nen
(vgl.
E.
4.2)
, die
Kreisärztin
(vgl. E.
4.3)
und die Gutachter der
C._
(vgl.
E. 4.4-6)
hielten
ausdrücklich
fest
, dass der Endzustand des Hand-
/
Armleidens
im Oktober beziehungsweise
November
2017 erreicht
sei
.
Darüber hinaus
sind
sich
Dr.
D._
, Dr.
B._
sowie
die
Gutachter der
C._
,
die
den Beschwerde
führer
alle
in Kennt
n
is der
Vorakten
selbst
untersucht
haben,
darin einig, dass
er
die linke Hand aufgrund
d
er eingeschränkten
Motorik
sowie der fehlenden Kraft und Sensibilität nur noch als Hilfshand
einsetzen kann
.
Dr.
B._
und die Gut
achter der
C._
erklärten
dabei
gleichermassen
, dass
dem Beschwerde
führer eine entsprechend angepasste Tätigkeit vollzeitig
bei voller
Leistungs
fähigkeit
zumutbar sei, während als Hilfsgärtner (Stellenprofil,
Urk.
8/16) keine massgebliche Arbeitsfähigkeit mehr bestehe.
Der Beurteilung von
Dr.
D._
ist nichts Gegenteiliges zu entnehmen
. Er führte einzig
Funktionsdefizite
an und erwähnte keine weitergehende
Leistungseinbusse
, etwa im Rahmen eines
zeitli
che
n
Limit
s
, ein
e
s
erhöhten Pausenbedarf
s
oder
ein
es
verlangsamte
n
Arbeits
tempo
s
.
5.3
Was der Beschwerdeführer dagegen gestützt auf die Berichte der interdiszi
pli
nären Schmerzsprechstunde des
Y._
aus den Jahren 2018 und 2019
(
Urk.
3/4
-5 und
19/1-2)
vorbrachte
,
vermag nicht zu überzeugen
. Wie in Erwägung 3
dar
ge
legt
, find
et vorliegend die Psycho-Praxis Anwendung
. Al
lfällige
besserungs
fähi
ge psychische Beschwerden
, einschliesslich
der
neuropathische
n
Schmerzen
und
all
fälliger
Nebenwirkungen einer entsprechenden Pharmakotherapie
,
führen deshalb
nicht
zu einem
Aufschub des Fallabschlusses
.
Im Übrigen stellte der begut
ach
tende Psychiater der
C._
keine Beeinträchtigung von Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis
fest (Ur.
16/4 S. 18),
und
der Beschwerdeführer
erklärte
ihm gegenüber
,
dass er
wieder kurze Strecken Auto fahre (
Urk.
16/4 S. 14)
und im Jahr 2017 teilweise geholfen habe, bei Spaziergängen Schulkinder
zu be
aufsichtigen
(
Urk.
16/4 S. 15).
Für massgebliche medikamen
töse Nebenwirkungen neben der psychischen Restsymptomatik bestehen daher keine genügenden An
haltspunkte.
Ferner
ist
darauf hin
zuwei
sen, dass der Be
schwerdeführer
der
Kreis
ärztin
im November 2017
von eine
r
seit
Dezember 2016
unveränderten Schmerz
situation
berichtet
(vgl.
Urk.
8/202/3)
und
i
n
der Begut
achtung
der
C._
ein Jahr später
wiederum
erklärte
hatte
, dass die Schmerzen seit dem Unfall –
ausgenommen die Zeit der Wundheilung – unver
ändert
bestehen würden
(vgl. E.
4.5
)
.
Der Fallabschluss erweist sich daher weder prognostisch noch ex ante betrachtet als verfrüht.
Der
angeführte
Bericht der Rehaklinik
A._
vom 3
0.
Mai 2017
betrifft
die berufliche Grundabklärung
und wurde von Fachleuten der beruflichen Eingliede
rung verfasst
(
Urk.
8/167/3 ff.).
Nach der Rechtsprechung ist die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen
n
ach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf der Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu beantworten (Urteile des Bundesgerichts 9C_396/2014 vom 15. April 2015 E. 5.4 und 9C_401/2014 vom 26. November 2014 E. 4.2.2; je mit Hinweis). Dies hat umso mehr zu gelten, wenn die Experten selbstlimitierendes Verhalten feststellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_64
6/2015 vom 1
9.
Mai 2016 E. 4.4).
Zum einen haben
Dr.
D._
,
Dr.
B._
und die Gutach
ter der
C._
der eingeschränkten Motorik und fehlende
n
Kraft
beim
Belastungsprofil
durchaus
Rechnung getragen, zum anderen wurden im n
eurolo
gische
n
Teilgutachten der
C._
nicht unwesentliche
Inkonsistenzen
und eine teilweise
Reinnervation
der von den verletzten Nerven versorgten Hand
mus
kulatur
aufgezeigt
(vgl. E. 4.5)
.
Der
B
erufsabklärungb
ericht
weckt daher keine Zweifel an
den fachärztlichen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit aus somati
sch
er Sicht.
5.4
Zusammenfassend ist
der Fallabschluss per
3
1.
Dezember 2017
unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen (Taggeld, Heilkosten) und Prüfung
eines
Ren
ten
anspruchs sowie einer Integritätsentschädigung gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG
somit
rechtens.
Zudem ist aufgrund der einhelligen fachärztlichen Beurtei
lungen davon auszugehen
, dass der Beschwerdeführer seither aus chirurgischer und neurologischer Sicht in einer angepassten Tätigkeit, in der die linke Hand
nur als Hilfshand
eingesetzt werden muss, ein Vollzeitpensum bei voller Leis
tungsfähigkeit verrichten
kann
.
Dabei sind weder kraftaufwendige noch feinmo
torische handwerkliche Tätigkeiten möglich.
Die aktenkundig
en
abweichenden Arbeitsfähigkeitseinschätzungen (
Urk.
3/5 S. 5,
19/2 und 8/167
/7) stehen dem nicht entgegen, zumal diese nicht zwischen den somatischen und psychischen Unfallfolgen differenzieren.
Die
kreisärztliche
Beurteilung steht nicht zuletzt im Einklang mit
den eigenen Angaben des Beschwerdeführers
ausserhalb
von
versicherungsrechtlichen Abklä
rungen
. So wurde im
Bericht vom 1
9.
April 2017
notiert:
«In der Schmerz
sprech
stunde hat man ihn auf eine adäquate Ba
s
is- und neuropathische Schmerz
medi
kation eingestellt, mit der er gut
zurecht kommt
[...] Die Hand setzt er im Alltag zunehmend auch für leichtere Tätigkeiten ein»
(
Urk.
8/158).
Dem
Bericht vom 11.
Oktober 2017
ist zu entnehmen
: «Der Einsatz der Hand, auch im Rahmen des geplanten und gescheiterten Arbeitsversuches, ist vor allem durch fehlende Kraft und weiterhin fehlendes Gefühl im Klein- und Ringfinger bedingt»
(
Urk.
8/188/2).
6.
6.1
Den Ausgangspunkt der Adäquanzbeurteilung der psychischen Unfallfolgen bildet
das (objektiv erfassbare) Unfallereignis. Im Rahmen einer objektivierten Betrach
tungsweise ist zu untersuchen, ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu den leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Abhängig von der Unfallschwere sind je nachdem weitere Kriterien in die Beur
teilung einzubeziehen. Diese werden
– wie in Erwägung 3 erörtert –
unter Aus
schluss psychischer Aspekte geprüft (BGE
140 V 356
5.1
mit Hinweisen
).
M
ass
gebend für die Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige Geschehens
ablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (SVR 2013 UV Nr. 3 S. 7, 8C_398/2012 E. 5.2 Ingress mit Hinweisen; vgl. auch BGE 129 V 177 E. 4.1 mit Hinweisen).
6.2
Während die Beschwerdegegnerin den Unfall als mittelschwer im mittleren Be
reich einstufte, machte der Beschwerdeführer einen schweren oder zumindest mittelschweren Unfall an der Grenze zu einem schweren Unfall geltend (vgl. E.
2.1 und 2.2).
Ergänzend zum von der Beschwerdegegnerin angeführten Urteil des Bundesgerichts U 125/06 vom 2
2.
Juni 2006 E. 2.3, wonach
die Schnittwunde
am Handgelenk rechts durch einen zerbrechenden Teller mit Durchtrennung zweier
Sehnen und des Mittelarmnervs als mittlerer Unfall im Grenzbereich zu den leichteren einzustufen ist (
Urk.
2
Ziff.
3c),
ist auf
di
e Kasuistik
des Bundesgerichts
zu den Handverletzungen
mit
vergleichbare
n
funktionelle
n
Beeinträchtigungen
der Hand durch Unfälle mit Maschinen zu
verweisen
.
In der Praxis wurden als schwere Fälle im mittleren Bereich etwa Amputationen an den Fingern III-V durch ein laufendes Fräsblatt (RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428 E. 2b/
bb
[U 280/97]) und die Totalamputation an den Fingern I-III mit subtotaler Amputation an den Fingern IV und V beim Kehlen beurteilt (Urteil U 2
33/95 vom 1
3.
Juni 1996 E. 3b).
Al
s mittelschweres Geschehen im Grenzbereich zu den leichten Unfällen
wurden
eingestuft: Beeinträchtigung der Fingerkuppen und allenfalls des Handgelen
ks (K
arpaltunnelsyndrom) durch rotierendes Messer des Rasenmähers (Urteil U 38/00 vom 2
5.
Januar 2002 Sachverhalt A und E. 2c); Abtrennung der Finger II-IV auf der Höhe der Mittelgelenke
und
des Fingers V auf der Höhe der Endphalanx durch Stahlseil beim Holzführen (Urteil U 38/99 vom
7.
Mai 2001 Sachverhalt A und E.
2a); Durchtrennung der Flexor
pollicis
longus
-Sehne des linken Daumens und des radialen Gefässnervenbündels durch Glasscherben einer Milchflasche (Urteil U 386/06 vom 1
2.
Januar 2007 Sachverhalt A und E. 3.2); durch Fräsmaschine erlittene Nerven- und Sehnenverletzungen an der linken Hand (Urteil U 325/04 vom
1.
April 2005 Sachverhalt
A.a
und E. 3.2.1); Einklemmen der Hand in einer Walze, was zu einem massiven Quetschtrauma mit Defektrupturen der Beuge
sehnen dreier Finger
und
einer Fraktur des fünften Fingers führte (Urteil U 300/03 vom 3
0.
November 2004 Sachverhalt A und E. 3.4)
.
A
ls mittelschwer im engeren Sinn wurden Unfälle eingestuft, bei denen der Ver
sicherte beim Reinigen einer Doppelwalze mit der linken Hand in die Walzenräder geriet und dabei ein
Degloving
des linken Daumens und Quetschwunden im Bereich der Endglieder und -gelenke der Finger II, IV und V sowie eine Zerrung
und Distraktionsverletzung der gesamten linken oberen Extremität (Urteil U 82/
00
vom 2
2.
April 2002 Sachverhalt A und E. 3.1) oder beim Holzfräsen folgende Verletzungen erlitt:
«
Am Daumen subtotale Abtrennung knapp proximal des IP-Gelenks mit intakter 4mm breiter Weichteilbrücke
dorsalseits
und fraglicher Zirkulation,
palmarer
Weichteildefekt bis in den Bereich der Fingerkuppen-Mitte, Defektläsion im Bereich des
Grundphalanxköpfchens
mit Zerstörung des IP-Ge
lenks; am Zeigefinger 3 cm lange, schrägverlaufende
ulnopalmare
Rissquet
sch
wunde mit Durchtrennung der Profundus-Beugesehne sowie des
ulnaren
Super
ficialis-Beugesehnenzügels
in der Zone II, Durchtrennung des
ulnopalmaren
Gefäss-Nervenbündels bei intakter Zirkulation; am Mittelfinger subtotale Abtren
nung Höhe PIP-Gelenk mit intakter 1 cm breiter Weichteilbrücke
radiopalmar
, Zirkulation intakt, Sensibilitätsstörung
ulnarseits
bei intakter Sensibilität
radial
seits
und Defektläsion im Bereich der
Mittelphalanxbasis
mit Zerstörung von zirka der Hälfte der PIP-Gelenkfläche
»
(Urteil U 19/06 vom 1
8.
Oktober 2006 Sachverhalt A und E. 3
)
. Gleiches gilt für den Unfall
mit einer Kapp-Handfräse
mit Amputation des
Dig
. IV knapp distal des Mittelgelenkes und Durchtrennung aller beugeseitigen Strukturen an
Dig
. III sowie Beugesehnenverletzung
Dig
. II
der linken Hand
(Urteil 8C_77/2009 vom
4.
Juni 2009 Sachverhalt A. und E. 4.
1.3).
A
ls mittelschwerer Unfall im engeren Sinn qualifiziert wurde zudem der Unfall, bei
d
em die
dominate
Hand
des Versicherten
in eine Büromaschine hineingezogen
wurde. Durch das Quetschtrauma erlitt er erhebliche Funktionsdefizite und konnte
die rechte Hand nur noch zeitweilig als leichte Hilfs- und Haltehand einsetzen (Urteil 8C_445/2010 vom
3.
November 2010 Sachverhalt A. und E. 3.1).
6.
3
D
er hier zu beurteilende Unfall mit einer
kleinen Motorsäge (
Fotos,
Urk.
8/26/14 f
.)
ist nach dem augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften im Lichte der dargelegten Rechtsprechung den mittleren Unfällen
im engeren Sinn
zuzuordnen.
Wie d
ie vorstehende Kasuistik zeigt, liegt entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht ohne weiteres ein
mindestens
mittel
schwerer Unfall im Grenzbereich zu den schweren
vor,
wenn ein Knochen verletzt
werden könnte.
Die
Krafteinwirkung war insoweit auch kontrollierbar, als der Be
schwerdeführer die Motorsäge zu
Bode
n fallen
liess, weshalb er sich «nur» in den Arm schnitt. Dieser Vorgang ist nicht mit dem Abtrennen von Fingern in einer fixierten Maschine vergleichbar
.
6.4
Die
rechtliche
Adäquanz
der
organisch nicht hinreichend nachweisbaren Unfall
folgen ist folglich zu bejahen, wenn eines der nachfolgenden Adäquanzkriterien ausgeprägt erfüllt ist oder
aber deren
drei
gegeben
sind (vgl. Urteile des Bun
desgerichts 8C_496/2014 vom 21. November 2014 E.
4.2.3 und 8C_550/2012
vom
1.
Februar 2012 E. 5.3 und 6.1): besonders dramatische Begleitumstände oder
besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
S
chwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehl
en
t
wicklungen auszulösen; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behand
lung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplika
tionen; Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (
vgl.
BGE 115 V 133 E. 6b).
6.5
6.5.1
Unstrittig
(vgl. E. 2.1-3)
nicht erfüllt sind die Kriterien der ärztlichen Fehlbe
handlung sowie der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
. Dies ist nicht zu be
anstanden, zumal sich das
zweit
e
Kriterium nicht allein auf das Leistungsver
mögen im angestammten Beruf, sondern auch auf die Arbeitsunfähigkeit in einer zumutbaren Tätigkeit in einem anderen Beruf
bezieht
(
Art.
6
Abs.
1 ATSG; Urteile
des Bundesgerichts vom
3.
Februar 2012 E. 7.3.6 mit Hinweisen und 8C_933
/2014
vom 2
2.
April 2015 E.
3.2.2.5).
Da
eine
volle Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten
spätestens
mit dem Endzustand
im Herbst 2017 erreicht war
(vgl. E. 4 und 5)
, ist eine lange Dauer der Arbeitsunfähigkeit
aus somatischer Sicht
zu verneinen (vgl.
Urteile des Bundesgerichts
8C_12/2016 vom
1.
Juni 2016 E. 7.3.3
,
8C_116/2009 vom 2
6.
Juni 2009 E. 4.6
)
.
6.5.
2
Ob das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der beson
deren Eindrücklichkeit des Unfalls vorliegt, ist objektiv und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens
des Versicherten
zu beurteilen. Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, die somit noch nicht für die Bejahung des Kriteriums ausreich
t
. Es wird nur das Unfallgeschehen an sich
betrachtet. Weder
die dabei erlittene Verletzung
noch der
nachfolgende Heilungsprozess
werden
einbezogen (
vgl.
Urteil des Bundes
gerichts 8C_44/2017 vom 1
9.
April 2017 E.
6.2.2).
Allein
die Tatsache
, dass der Beschwerdeführer
nach dem Unfall
die Motorsäge fallen liess
, selbst
von der Leiter
stieg
und
zusammen
mit einem Kollegen den Arzt
aufsuchte
,
schliesst die Erfüllung dieses Kriteriums nicht aus
(vgl.
U
rteil des Bundesgerichts
8
C_175/2010 vom 1
4.
Februar 2011
E. 5.2).
Indessen schilderte er i
n der
Begutachtung
der
C._
(
Urk.
16/5 S.
8), dass
er
beim Unfall
Pullover und Winterjacke
getragen,
keine Schmerzen
wahrgenommen
und es nicht sehr stark
geblutet habe
.
Folglich kann
nicht von
einem
prägenden
(visu
ellen) Erlebnis
gesprochen werden.
Dass
sich der Beschwerdeführer
erschüttert zeigte,
als
er postoperativ mit der Schwere seiner Verletzungen konfrontiert wurde (vgl.
Urk.
8/19/1 unten), vermag daran
ebenso wenig zu ändern wie der Umstand,
dass
er sich theoretisch schlimmer hätte verletzten können
(vgl. Urteil des Bundesgerichts U 19/06 vom 1
8.
Oktober 2006 E. 4.1).
6.5.
3
Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung setzt eine länger dauernde, kontinuierliche und zielgerichtete Behandlung somatisch begründbarer Beschwerden voraus (BGE 140 V 356 E. 5.6.2).
Blosse ärztliche Ver
laufskontrollen und Abklärungsmassnahmen sowie
manualtherapeutische
und medikamentöse Behandlungen vermögen
das Kriterium nicht zu erfüllen (Urteil des Bundesgerichts 8C_686/2012 vom 2
8.
Mai 2013 E. 7.3 mit Hinweisen)
.
Der Beschwerdeführer wurde
noch
am Unfalltag definitiv operativ versorgt.
Danach erfolgten beim
C
hirurgen nur noch Verlaufskontrollen
. Er liess
bereits im
Juni 2017 verlauten, dass die Behandlung quasi abgeschlossen sei (vgl.
Urk.
8/171/1), bevor er sie im Oktober 2017 definitiv abschloss (vgl. E. 4.1).
Kurz nach dem Unfall fa
nd eine
relativ
kurze
stationäre Rehabilitation statt
(vgl. Sachverhalt E. 1.1)
.
Danach
folgte e
ine
ambulante
Ergotherapie,
di
e im Oktober 2017
als
noch
begleitend mit ressourcenorientierten Massnahmen
beschrieben
wurde (vgl. E. 4.2).
Das
Kriterium
ist
daher
nicht erfüllt
.
Die Behandlung der psy
chischen Unfallfolgen kann nicht berücksichtigt werden (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_77/2009 vom
4.
Juni 2009 E. 4.2.2).
6.5.
4
Auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen darf nicht schon aus der ärztlichen Behandlung (z.B. lange Dauer, Einnahme vieler Medi
kamente) und den geklagten Beschwerden geschlossen werden. Es bedarf viel
mehr besonderer Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beein
trächtigt oder verzögert haben. Der Umstand, dass trotz verschiedener Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine (vollständige) Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht werden konnte, reicht allein nicht aus (Urteile des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E. 11.3 und 8C_626/2009 vom
9.
November 2009 E. 4.3 je mit Hinweisen).
Entsprechende
Gründe
wurden vom Beschwerdeführer
weder in der Beschwerde noch i
n
d
er Einsprache (vgl.
Urk.
8/230/6)
dargetan
und sind auch nicht ersicht
lich
. Der behandelnde Chirurg beschrieb das Ergebnis unter Berücksichtigung des Ausmasses
d
er Verletzung
als
insgesamt gut (
Urk.
8/188/2) und berichtete von Anfang an über einen unkomplizierten Verlauf (
Urk.
8/36/1).
6.5.
5
Das Kriterium der Dauerschmerzen setzt voraus, dass in der ganzen Zeit zwischen Unfall und Fallabschluss durchgehend körperliche Schmerzen bestehen, die auf organisch nachweisbare, unfallkausale Befunde zurückgehen. Psychische Be
schwer
den können selbst dann nicht in die Beurteilung der Adäquanz einbezogen
werden, wenn sie körperlich imponieren (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_359
/2008 vom 1
8.
Dezember 2008 E. 6.4 und 8C_933/2014 vom 2
2.
April 2015 E. 3.2.2.3).
Nachdem die neuropathischen
Schmerzen
im Wesentlichen
den psychischen Un
fall
folgen zuzuordnen sind, ist dieses Kriteri
um
zumindest nicht in ausgeprägter Weise erfüllt
(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_362/2014 vom 2
5.
Juni 2014 E. 4.2.6)
.
Ergänzend sei nochmals auf den
chirurgischen
Bericht vom 1
9.
April 2017, wonach der Beschwerdeführer auf eine adäquate Basis- und neu
ro
pathische Schmerzmedikation eingestellt worden sei, mit der er gut
zurecht komme
(
Urk.
8/158
)
, sowie den Bericht der Schmerzsprechstunde vom 2
1.
März
2019, wonach die
auszuklammernden
psychischen Beschwerden für das Schm
erz
erleben
eine wichtige Rolle spiel
t
en, hingewiesen (
Urk.
19/1 S. 2).
6.5.
6
Es verbleibt
das
Kriterium
Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletz
ungen
(vgl. dazu
die Kasuistik und
die
vom Bundesgericht
daraus gezogenen Schlussfolgerungen
im
Urteil
U 25/99 vom 2
2.
November 2001 E. 4b
)
.
Danach
wurde das Kriterium
bei einem Versicherten mit Totalamputation von vier Fi
ngern und Teilamputation des fünften Fingers
der dominanten rechten Hand,
aber auch bei einer Amputation des Kleinfingers, der Hälfte des Ringfingers und zwei Gliedern des Zeigefingers der linken Hand bejaht, weil jeweils ein Berufswechsel erforderlich und die finanzielle Unabhängigkeit beziehungsweise Existenz des Versicherten gefährdet war. Das Bundesgericht betonte
daher,
d
ie Erfüllung des Kriteriums
hänge
zu einem guten Teil von den Umständen ab
.
Von da an
be
rücksichtigte
es
insbesondere, ob die physischen Einschränkungen ein finan
ziel
le
s Auskommen erlaubten
, ob die Gebrauchshand betroffen war
und welchen An
blick die Hand bot
(Urteile des Bundesgerichts
U
25/99 vom 2
2.
November 2001 E. 4c, U 19/06 vom 1
8.
Oktober 2006 E. 4.1, 8C_175/2010 vom 1
4.
Februar 2011, 8C
_
390/2011 vom 1
0.
August 2011 E. 5.2.2 und 8C_1006/2010 vom 3
1.
August 2011 E. 3.2).
Beim Beschwerdeführer ist
die
adominante
linke
Hand
beeinträchtigt (etwa Urk.
8/188/1 Diagnose)
. Die Narbe,
di
e sich auf der Unterseite des Unterarms be
findet (
Urk.
8/231/3), ist gut verheilt (
Urk.
16/5 S. 18)
,
und die Hände sehen s
o
weit gleich aus (
Urk.
16/7 S. 20).
Insbesondere aber ist der Beschwerdeführer nach
dem in Erwägung 5
.2
Ausgeführten
i
n einer angepassten Tätigkeit
wieder
voll arbeitsfähig
.
Wenn die Verletzung daher überhaupt geeignet sein sollte, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen, wäre d
ieses Kriterium
zumindest
n
icht in ausgeprägter Weise erfüllt.
Im Übrigen ist nicht ersichtlich, inwiefern der Be
schwerdeführer aus der von einer Sachbearbeiterin ohne Rücksprache mit dem Kreisarzt bewilligten Verlängerung der stationären Rehabilitation um wenig
e
Wochen aufgrund der unfallbedingten Nervenverletzung (
Urk.
8/35) etwas zu seinen Gunsten ableiten könnte. Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass
es
zu einer partiellen
Reinnervation
der von den verletzen Nerven versorgten Hand
muskeln
kam, wie
sich im Verlauf zeigt
e
(vgl. insbesondere E. 4.5).
6.6
Zusammenfassend
sind höchstens zwei (körperliche Dauerschmerz
en
,
Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen
)
der sieben Adäquanzkriterien
in nicht ausschlaggebender Weise
erfüllt
. Ein adäquater Kausalzusammenhang zwi
schen dem
Unfall mit der Motorsäge
und den
nach Fallabschluss fortbestehenden psychischen
Beeinträchtigungen ist daher
zu verneinen.
7.
7.1
Wie das Bundesgericht in seinem Urteil 8C_811/2018 vom 1
0.
April
2019
E.
4.4.
2.
abermals bestätigt hat,
bestehen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt rechtsprechungsgemäss genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten für Per
so
nen, die funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeit verrichten können (Urteile
des Bundesgerichts
8C_227/2018 vom 1
4.
Juni 2018 E. 4.2.1; 8C_37/2016 vom
8.
Juli 2016 E. 5.1.2 mit Hinweis). Es entspricht der Praxis, selbst bei faktischer
Einhändigkeit
zwar eine erheblich erschwerte Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit anzunehmen, gleichwohl aber sogar bei Versicherten, die ihre dominante Hand - was hier nicht zutrifft
–
ge
sund
heitlich bedingt nur sehr eingeschränkt (z.B. als unbelastete
Zudienhand
) ein
setzen können, einen hinreichend grossen Arbeitsmarkt mit realistischen Betä
ti
gungsmöglichkeiten zu unterstellen (Urteil
des Bundesgerichts
9C_396/2014 vom 1
5.
Ap
ril 2015 E. 5.2 mit Hinweisen).
Längst nicht alle im Arbeitsprozess im weitesten Sinne notwendigen Aufgaben und Funktionen im Rahmen der Überwachung und Prüfung werden durch Com
puter und automatisierte Maschinen ausgeführt. Abgesehen davon müssen solche Geräte auch bedient und ihr Einsatz ebenfalls überwacht und kontrolliert werden. Zu denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedienung und Überwachung von (halb-) automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die keinen Einsatz der linken Hand voraussetzen (vgl. dazu SVR 2017 IV Nr.
12 S.
29;
zum Ganzen:
Urteil des Bundesgerichts
8C_37/2016 vom
8.
Jul
i 2016 E. 5.1.2 mit Hinweisen).
7.2
Unter Berücksichtigung des
von
Dr.
B._
,
Dr.
D._
und den Gutachtern der
C._
definierten Zumutbarkeit
s
profils
, wonach die
adominante
Hand noch als Hilfshand eingesetzt werden kann
(vgl. E. 5.2)
,
ist deshalb von einer voll
ständigen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
auf dem - hier einzig massgeblichen - ausgeglichenen Arbeit
smarkt
(vgl. dazu auch
Urk.
2
Ziff.
5a)
auszugehen.
Zudem sind
keine Gründe ersichtlich, weshalb dem Be
schwer
deführer nach dem
soeben
Ausgeführten keine Tätigkeit
en
im Produk
tions
sektor zumutbar sein soll
en
(vgl. auch Urteile des Bundesgerichts
8C_811/2018 vom 1
0.
April 2019
E.
5
für Tätigkeiten unter Ausschluss der linken Hand und
8C_227/2018
vom 14.
Juni 2018 E. 4.2.1 für Tätigkeiten bei
Einarmigkeit
).
Wie der Lebenslauf des Beschwerdeführers
zudem
zeigt, vermochte er sich
bereits in der Vergangenheit
wiederholt beruflich neu zu orientieren (
vgl.
Urk.
16/3 S. 8 f.:
Wirtschaft
sstudium, Pflegebereich, Koch/Angestellter/Geschäftsführer in der Gastronomie, Gartenbau).
7.3
Konkret
vermag
eine faktische
Einhändigkeit
oder Beschränkung der dominanten Hand als
Zudie
nhand
gemäss der Rechtsprechung
einen Abzug von 20 bis 25
% zu rechtfertigen (Urteile
des Bundesgerichts
8C_744/2017 vom 1
4.
Mai 2018 E. 5.2; 8C_527/2012 vom 2
1.
November 2012 E. 4.2.2.3; 9C_418/2008 vom
1
7.
September 2008 E. 3.3.2 und 3.3.3; 8C_811/2018 vom 1
0.
April 2018 E. 5.4-5)
.
Allerdings hat
das Bundesgericht bei funktioneller
Einarmigkeit
oder
Einhän
dig
keit
auch schon Abzüge von 10
%
als angemessen bezeichnet (Urteile
des Bun
desgerichts 9C_783/2015 vom
7.
April
2016 E.
4.6 und 8C_971/2008 vom
2
3.
März
2009 E. 4.2.6.2, f
erner
8C_471/2017 vom 16.
April 2018 E. 5
).
Unter Berück
sichtigung des ausgeglichenen Arbeitsmarktes kann gegebenenfalls auch von einem Abzug abgesehen werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_495/2019 vom 1
1.
Dezember 2019 E. 4.2.2).
Entscheidend sind die gesamten Umstände des konkreten Falles (zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_800/2017 vom 2
1.
Juni 2018 E. 6
).
Der Beschwerdeführer kann seine dominante rechte Hand uneingeschränkt einsetzen, die linke dient ihm als Hilfshand
. Dabei bestehen ni
cht nur bezüglich
der
Kraft, sondern auch
der
Motorik
und der Sensibilität
Einschränkungen.
Eine Leistungseinbusse im Sinne eines verlangsamten Arbeitstempos wurde im Zumut
barkeitsprofil nicht berücksichtigt, weshalb das Spektrum der in Frage kommen
den Tätigkeit mit
nur
niederschwelligen Anforderungen an die Hilfshand doch erheblich eingeschränkt ist. Eine Reduktion des im
Einspracheentscheids
gewähr
ten leidensbedingten Abzugs
von 20
auf 15
%
, wie von der Beschwerdegegnerin
erwogen, drängt sich daher nicht auf.
Dem Alter kommt im Zusammenhang mit dem Leidensabzug nur beschränkte Bedeutung zu. So fällt der Umstand, dass die Stellensuche altersbedingt erschwert sein mag, als invaliditätsfremder Faktor regelmässig ausser Betracht. Ausserdem steht fest, dass sich das Alter bei Männern im Alterssegment von 50 bis 64/65 bei Stellen ohne Kaderfunktion eher lohnerhöhend auswirkt (vgl.
Urteil des 8C_552/2017 vom 1
8.
Januar 2018 E. 5.4.1 mit diversen Hinweisen
).
Im Übrigen hat das Bundesgericht die Frage, ob das Merkmal «Alter» in der obligatorischen
Unfallversicherung überhaupt einen Abzug rechtfertigen kann, ausdrücklich
offen
gelassen
(vgl. Urteil
des Bundesgerichts
8C_227
/2018
vom 1
4.
Juni
2018 E
.
4.2.3.4
). Abgesehen davon, steht dem Beschwerdeführer mit Jahrgang 1965
noch eine
beträchtliche
Erwerbsdauer bevor.
Für die psychischen Beschwerden hat die Beschwerdegegnerin nicht
einzustehen
, weshalb diese auch
beim
leidens
bedingten Abzug
nicht
berücksichtigt werden können
.
Die
Deutschkenntnisse
des Beschwerdeführers
reichten für die Hilfstätigkeit im Gartenbau
,
die
polizeiliche Ein
vernahme (
Urk.
8/26 S. 5, kein Dolmetscher)
und die psychiatrische Begutach
tung aus (
Urk.
16/4 S. 17)
.
Damit sind ausser den
Beeinträchtigungen
der linken Hand keine weiteren Gründe für einen leidensbedingten Abzug ersichtlich.
7.4
Hinsichtlich der übrigen Parameter des von der Beschwerdegegnerin im ange
fochtenen Entscheid vorgenommenen Einkommensvergleichs
erhob
der Beschwer
de
führer
keine Einwände. Damit bleibt es beim verfügten
Rentenanspruch bei einem
Invaliditätsgrad von 20
%
(vgl.
Urk.
2
Ziff.
5c).
8.
8.1
Der Beschwerdeführer stellte ferner den Antrag, die Integritätsentschädigung sei in ihrer Höhe neu zu bestimmen (
Urk.
1 S. 2).
Dazu erläuterte er in der Replik, der Endzustand sei noch nicht erreicht, weshalb aktuell noch keine Taxation möglich sei. Er halte jedoch an seiner Beweisofferte (polydisziplinäre Begutachtung,
Urk.
8/230/8) in der Einsprache fest
(
Urk.
12
Ziff.
13).
8.2
Die Beschwerdegegnerin hat die rechtlichen Grundlagen zur Festsetzung der Inte
gritätsentschädigung im
Einspracheentscheid
zutreffend dargelegt (vgl.
Urk.
2
Ziff.
6a). Darauf wird verwiesen.
8.3
Nachdem der Fallabschluss
per 3
1.
Dezember 2017
nicht zu beanstanden ist (vgl. E. 5),
die
Beschwerdegegnerin die psychischen Beschwerden
zu Recht ausser Acht gelassen hat
(vgl. E. 6)
,
die aktenkundigen ärztlichen Unterlagen
zum Befund und den Funktionsdefiziten der linken Hand
einhellig sind (vgl. E. 4) und die kreis
ärztliche Beurteilung insgesamt und spezifisch mit Blick auf den
abzugeltenden
Integritätsschaden (vgl.
Urk.
8/201/1) eine zuverlässige Beurteilung erlaub
t
, erübrigt
sich die beantragte Einholung einer medizinischen Expertise (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 131 I 153 E. 3; 124 V 90 E. 4b).
Gemäss der
Suva-Tabelle 1,
di
e den «Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten»
beschlägt
, entspricht eine «
Ulnarislähmung
distal (intrinsische
Handmuskula
tu
r)
»
einem Wert von
10
%
und eine «
Medianus
lähmung
distal (intrinsische Handmuskulatur
» einem solchen von 1
5
%
.
Die Kreisärztin legte
nachvollziehbar und
detailliert
anhand ihrer Befunde
dar, dass die hochgradige
Ulnaris
-Lähmung bei noch erhaltener Restmotorik im Bereich der
Ulnaris
versorg
t
en Mus
kulatur – nämlich
Spreizen/Abspre
iz
en der Langfinger M2, Beugung der Langfinger und Abduktion des Daumens M4
–
mit 9
%
zu
bewerten sei.
Die leichte Parese der
Medianus
-versorgten Muskulatur, Kraftgrade M4 und M4-5, und sensiblen Defizite bewertete sie mit 5
%
(
Urk.
8/201/1).
Der Beschwerdeführer
bestritt
weder die Befunde noch die herangezogenen Vergleichswerte der Suva-Tabelle
1.
Ergänzend ist anzumerken, dass die
ange
wendete Tabelle
keine Abstufung nach dem Schmerzempfinden ausweis
t
, wie das etwa bei der Tabelle 7 (Integritätsentschädigung bei Wirbelsäulenaffektionen) der Fall ist. Demgemäss besteht grundsätzlich kein Raum für eine Berücksichtigung der Schmerzen (vgl. auch Urteil des Sozialversicherungsgerichts
des Kantons Zürich
UV.2014.00142 vom
8.
Dezember 2015 E. 4.4).
Damit bleibt es bei
der
kreisärztlich
geschätzten
Integritätseinbusse
von
14
%
.
9.
Zusammenfassend erfolgte der Fallabschluss nicht verfrüht und weder der ver
fügte Rentenanspruch noch die verfügte Integritätsentschädigung sind zu bean
standen. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.