Decision ID: 4f59c3d2-5e74-5743-888d-1fc7d4cd5f0d
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1970,
ist Inhaber der Einzelfirma «
Y._
», die seit dem 5. April 2016 im Handelsregister des Kantons Zürich eingetragen ist.
X._
ist als Trainer für Aggressionsmanagement tätig und bei der
Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG
(nachfolgend: Helvetia) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert (vgl. Urk. 2/1 S. 2 Ziff. 1).
1.2
Am 23. Februar 2018
meldete der Versicherte der Helvetia, dass sich am 19. Feb
ruar 2018 Folgendes zugetragen habe
(Urk. 2/1 S. 2 Ziff. 2)
: «Im Kino auf dem Weg vom WC in den Kinosaal aus unklaren Gründen plötzlich umgeknickt. Sofortiger immobilisierender Schmerz im Sprunggelenk
rechts.»
Anfang
März 2018 meldete der Versicherte der Helvetia zudem das Ereignis vom 28. Februar 2018: «Beim Aufstehen aus dem Bett plötzlich mit dem rechten Sprunggelenk umgeknickt.» Wieder war der rechte Fuss/das rechte Fussgelenk betroffen (vgl. Urk. 2/1 S. 2 Ziff. 4).
1.3
Am 1.
März 2018 wurde der Versicherte
im
Z._
radiologisch untersucht (MR OSG rechts; Urk. 7/M3).
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, operierte den Versicherten am 7. Mai 2018 in der
B._
(Urk. 7/
M8).
Am 28. Mai 2018 reichte der beratende Arzt der Helvetia,
Dr.
med.
C._
, Fach
arzt FMH für manuelle Medizin und Vertrauensarzt FMH, seine Beurteilung zu den Akten (Urk. 7/M5).
A
m
22. Juni 2018 berichtete
Dr.
A._
über den weiteren Verlauf
(Urk. 7/M6).
Dr.
med.
D._
,
zertifizierte
r
Gutachter und bera
tender Arzt der Helvetia,
äusserte sich am 11. September 2018 zum vorliegenden medizinischen Sachverhalt (Urk. 7/M10).
1.4
Bereits mit Schreiben vom 14. Mai 2018 (Urk.
7/K10) hatte
die Helvetia dem Versicherten
mitgeteilt, dass sie die Versicherungsleistungen per 2. März 2018 einstelle. Die nachfolgende Behandlung und deren Folgen stünden nicht mehr mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im kausalen Zusam
menhang mit den Ereignissen vom 1
9.
und 28. Februar 201
8.
Am 17. Mai 2018 ersuchte der Versicherte um Erlass einer
einsprachefähigen
Verfügung (Urk. 7/K13). Mit Verfügung vom 7. Juni 2018 (
Urk.
7/K15) hielt die Helvetia an der Einstellung der Versicherungsleistungen fes
t und führte weiter aus, dass
die Beschwerden am rechten oberen Sprunggelenk nicht auf Unfälle/Ereignisse vom 1
9.
und 28. Februar 2018 zurückzuführen seien. Entgegenkommenderweise wür
den jedoch die Kosten bis 1. März 2018
übernommen
.
Diese Verfügung wurde auch der Krank
en
versicherung des Versicherten, der
Assura
, zugestellt (Urk. 7/K16).
Die am 25. Juni 2018 erhobene Einsprache des Versicherten (Urk. 7/K17) wies die Helvetia mit Entscheid vom 30. Oktober 2018 (Urk. 2/1) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 21. November 2018 (Urk. 1)
Beschwerde
und beantragte sinngemäss, es sei der angefochtene Einspracheent
scheid vom 30. Oktober 2018 aufzuheben und die Helvetia zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten (insbesondere Taggeld- und Heil
behandlungsleistungen). Die Helvetia schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 10. Januar 2019 (Urk. 6) auf kosten-
und
entschädigungsfällige Abweisung der Beschwerde. Am 4. Februar und 8. März 2019 replizierten beziehungsweise dupli
zierten die Parteien (Urk. 10/1-2 und 15).
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die Entscheidfindung erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die z
weckmässige Behandlung ihrer Un
fall
folgen. Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) noch nicht abge
schlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG e
contrario
).
Ist sie infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.2
1.2.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.2.2
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (lit. a); Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 202).
1.2.3
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung (UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu über
nehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermutung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. September 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
verneinte in Bezug auf die Ereignisse vom 1
9.
und 28. Februar 2018 ihre Leistungspflicht
im angefochtenen Einspracheentscheid (Urk. 2/1) i
m Wesentlichen damit, dass mangels eines ungewöhnlichen äusseren Faktors der Unfallbegriff von Art. 4 ATSG nicht erfüllt sei und dass auch keine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 lit. e UVG vorliege, da die diagnostizierte Körperschädigung überwiegend wahrscheinlich auf Abnüt
zung oder Erkrankung zurückzuführen sei.
Im Rahmen des vorliegenden Prozesses
hielt
die Beschwerdegegnerin
an dieser Sichtweise fest und stellte überdies
klar, dass sie zwar das Vorliegen einer Listen
verletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG anerkenne, nicht aber das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung, da die Listenverletzung «überwiegend wahr
scheinlich vorwiegend» degenerativ bedingt sei
. Des Weiteren bedeute der Umstand, dass der Beschwerdeführer bis zu den streitgegenständlichen Ereignis
sen beschwerdefrei gewesen sein will, nicht, dass die Beschwerden durch die Ereignisse hervorgerufen worden seien. Der Beschwerdeführer bediene sich einer verpönte
n «
post
hoc, ergo
propter
hoc»-
Argumentation
(Urk.
6 S. 3; vgl. auch Urk. 15).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer im Wesentlichen auf den Stand
punkt (Urk. 1), dass die Beurteilung des beratenden Arztes der Beschwerdegegne
rin nicht überzeugend sei, weil dieser nicht erläutere, weshalb die beiden streit
gegenständlichen Ereignisse nicht geeignet gewesen sein sollten, den vorbe
stehenden Zustand zu verschlechtern.
Replicando
führte der Beschwerdeführer weiter aus, die Beschwerdegegnerin berufe sich zwar darauf, dass eine überwie
gende, vorwiegend krankheitsbezogene Ursache vorliege; sie habe diese jedoch nicht bewiesen. Die beratenden Ärzte würden diesen Nachweis schuldig bleiben (Urk. 10/2 S. 5).
2.3
Strittig und zu prüfen
ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Recht verneint hat, weil beim Beschwerdeführer zwar eine sogenannte Listenver
letzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG gegeben ist, aber diese Verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Mit anderen Worten ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 6 Abs. 2 UVG leistungs
pflichtig ist oder nicht.
Zu Recht nicht umstritten ist hingegen, dass der Beschwerdeführer weder am 1
9.
noch am 28. Februar 2018 einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG erlitten hat.
3.
3.1
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Radiologie, vom
Z._
hielt in seinem Bericht vom 1. März 2018 (Urk. 7/M3) folgende Beurtei
lung fest:
-
Nicht mehr regulär abzugrenzendes Ligamentum
fibulotalare
anterius
, primär nach alter Bandruptur. Hier ist von einer funktionellen Insuffi
zienz auszugehen.
-
Narbige Verdickung des
kalkaneofibularen
Ligamentes nach alter Verletzung auf umschriebene
Reruptur
angrenzend an die
kalkaneare
Insertion.
-
Fragliche alte Ruptur
auch des Ligamentum zervikale im Rahmen der rezidivierenden
Distorsionstraumen.
-
Keine abgrenzbare Ruptur
der
Peronealsehnen
bei leichtem
peritendi
nösem
Enhancement
submalleolar
.
-
Intakte
Syndesmose
, keine
osteochondrale
Pathologie im Bereich der OSG, intakte mediale Randstrukturen.
-
Im Vergleich zu einer Voruntersuchung vom 17.08.2011 ist der
kurz
streckige
Riss des Ligamentum
calcaneofibulare
neu aufgetreten, sonst unveränderter Untersuchungsbefund.
-
Bei offenbar chronischer Instabilität wäre gegebenenfalls auch eine operative Rekonstruktion zu erwägen.
3.2
Dr.
C._
diagnostizierte in seinem Bericht vom 28.
Mai 2018 (Urk. 7/M5) rezidivierende Distorsionstraumen im oberen Sprunggelenk rechts (seit der Jugend). Beim Beschwerdeführer werde anamnestisch über eine seit der Jugend bestehende chronische Instabilität im Bereich des rechten oberen Sprunggelenks berichtet. Das Ereignis, wie vom Beschwerdeführer beschrieben, sei auch nicht geeignet, zusätzliche namhafte frische Verletzungen zu verursachen. Der im MRI 2018 festgestellte
kurzstreckige
Riss des Ligamentums
calcaneofibulare
, der sicher als neu zu betrachten sei,
sei nicht geeignet gewesen,
d
en vorbestehenden ausgesprochenen Zustand mit der chronischen Instabilität zusätzlich namhaft zu verschlechtern.
Bei Bejahung der Unfallkriterien könnte deshalb nur eine Teilun
fallkausalität bejaht werden mit Erreichen des Status quo sine innerhalb von drei Wochen. Der Unfall sei als «austauschbarer Zufallsanlass» zu betrachten.
3.3
Dr.
A._
vertrat in seinem Bericht vom 22. Juni 2018 (Urk. 7/M6) die Ansicht, dass die Ablehnung der Unfallversicherung nicht gerechtfertigt sei.
Zwar seien beim Beschwerdeführer eine
Hyperlaxität
und frühere Distorsionen bekannt. Diese führten aber nie zu anhaltenden Beschwerden und seien auch zum Beispiel anlässlich der Kontrolle im
FussTeam
2011 kein Thema gewesen. Das Schlüsselereignis sei die Distor
sion im Kino mit klassischem
Su
pinationsmecha
nismus
. Als Folge sei mindestens die Läsion des Ligamentum
fibulocalcaneare
frisch und die nachfolgende Instabilität
erst jetzt subjektiv manifest und klinisch eindrücklich objektivierbar. Es bestehe zwar ein (krankhafter) Vorzustand, aber
auch
ein klares richtungsweisendes Unfallereignis und eine Instabilität, die nicht zu einem sine qua non geführt hätte.
3.4
Dr.
D._
äusserte sich am 11. September 2018 dahingehend (Urk. 7/M10), dass aufgrund der zahlreichen degenerativen Befunde angenommen werden könne, dass auch der
kurzstreckige
Riss des Ligamentum
fibulocalcaneare
degenerativer Natur sei. Dieses Ligament zeige eine narbige Verdickung, die eine monatelange Genese brauche.
4.
4.1
Es steht ausser Frage, dass
beim Beschwerdeführer erhebliche Gesundheitsbeein
trächtigungen am rechten oberen Sprunggelenk vorhanden sind, die unter Art. 6 Abs. 2 lit. g UVG (Bandläsionen) zu subsumieren sind. Ob diese Gesundheits
beeinträchtigungen vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind oder ob es sich dabei um eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne des Gesetzes handelt, ist zwischen den medizinischen Experten umstritten.
Während die beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin,
Dr.
C._
und
Dr.
D._
, die Auffassung vertraten, es sei von einem degenerativen Geschehen auszugehen (vgl. E. 3.2 und 3.4), war
Dr.
A._
, der den Beschwerdeführer operiert hatte (vgl. Urk. 7/M8), anderer Ansicht (vgl. E. 3.3). Er war der Meinung, dass das Schlüsselereignis die Distorsion im Kino mit klassischem
Supinations
mechanismus
gewesen sei und dass als Folge davon mindestens die Läsion des Ligamentum
fibulocalcaneare
frisch sei (Urk. 7/M6).
Dr.
D._
war hingegen der Auffassung, dass gerade die Verdickung auf diesem Ligament eine monatelange Genese brauche (vgl.
Urk.
7/M10).
4.2
Aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage lässt sich dieser Experten
streit nicht mit hinreichender Sicherheit entscheiden. Dabei fällt ins Gewicht, dass die genannten Arztberichte die von der höchstrichterlichen Praxis aufgestellten Anforderungen nicht beziehungsweise nur teilweise erfüllen (vgl. dazu oben E. 1.3). Insbesondere
erweisen sich die Berichte
weder als umfassend, noch leuch
ten s
ie
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein. Die Schlussfol
gerungen sind weitgehend unbegründet. Die vorliegenden Berichte sind vielmehr als Kurzbeurteilungen zu qualifizieren. Das gilt insbesondere für den Bericht von
Dr.
D._
vom 11. September 2018 (Urk. 7/M10): Dieser Bericht erfüllt die Anforderungen der bundesgerichtlichen Praxis (vgl. E. 1.3) in offensichtlicher Weise nicht.
Es handelt sich eher um eine interne Notiz, eine Gedankenstütze.
Die vorliegende Streitsache kann in einem justizförmigen Verfahren nicht gestützt auf derartige Unterlagen entschieden werden.
4.3
Aus dem Gesagten folgt, dass die
Sache nicht spruchreif ist. Der medizinische Sachverhalt ist nicht genügend abgeklärt. Obwohl dafür gewisse Anhaltspunkte vorliegen mögen, hat die Beschwerdegegnerin jedenfalls den ihr obliegenden Beweis
(vgl. E. 1.2.3)
, dass die streitgegenständlichen Gesundheitsbeeinträchti
gungen vorwiegend auf Abnützung oder Erkra
nkung zurückzuführen sind, in keiner Art und Weise
erbracht. Angesichts dieses Ergebnisses braucht der in der Literatur diskutierten Frage, ob
an den Gegenbeweis von Art. 6 Abs. 2 UVG erhöhte Anforderungen zu stellen sind (vgl.
Kieser
/Gehring/Bollinger, Kommen
tar KVG/UVG,
navigator
, 2018, N 11 f
. zu Art. 6 UVG), offenbleiben.
Angesichts der Umstände erscheint es angezeigt, den medizinischen Sachverhalt durch die Einholung eines versicherungsunabhängigen Gutachtens klären zu lassen.
Demzufolge ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass
der Einsprache
entscheid vom 30. Oktober 2018 (Urk. 2/1)
aufzuheben
und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit sie nach Einholung eines versicherungsunabhängigen Gutachtens neu über ihre Leistungspflicht verfüge.