Decision ID: c7df954c-f496-4168-a0e9-af4a5cab39fd
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
betreffend Auskunftserteilung und Rechenschaftsablage
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 5. Oktober 2011 (CG080051)
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Rechtsbegehren: (Urk. 2)
"1. Es sei dem Beklagten unter Strafandrohung im Unterlassungsfall i. S. v. Art. 292 StGB zu befehlen, der Klägerin die folgenden  herauszugeben:
a. Sämtliche der ihm bzw. seinem Vater, Dr. C._, vom  D._ und/oder von der verstorbenen E._  Akten sowie sämtliche Akten, die er selber oder Dr. C._ in Ausübung eines von den Verstorbenen erteilten  oder im Rahmen eines Aufbewahrungsvertrags mit den Verstorbenen oder sonst auf Rechnung der Verstorbenen,  im Hinblick auf die Veranlassung oder die Ausführung von Schenkungen anlegte, inklusive Aktennotizen, interner , Empfangsscheine, Quittungen, Korrespondenz mit C._ und/oder E._ sowie mit Dritten, sowie sämtliche in diesem Zusammenhang relevanten Buchhaltungsunterlagen und ;
b. sämtliche weiteren Dokumente und Unterlagen, insbesondere über den Verkehr mit Banken und anderen Finanzgesellschaften sowie Zwischenpersonen und Treuhändern, sowie die  erhaltene und versandte Korrespondenz, samt Beilagen;
c. sämtliche Unterlagen, die über seine Tätigkeit, sei es als  oder als Verwaltungs- oder Stiftungsrat, bzw. jene von Dr. C._ als Organ von Gesellschaften, Stiftungen oder anderen rechtlichen Trägern, die für Rechnung von E._ und/oder D._ eingesetzt wurden, Auskunft geben, sowie sämtliche diese Gesellschaften oder Stiftungen betreffenden -, bzw. Gründungsunterlagen, Betriebs- und  (Jahresabschlüsse, Bilanz und );
d. sämtliche im Rahmen seiner bzw. Dr. C._s Tätigkeit für das Ehepaar DE._ oder den verstorbenen D._ ausgestellten Honorarnoten und Quittungen, sowie eine vollständige Übersicht über die (auf welche Überweisungsart auch immer) von D._ und/oder E._ direkt oder indirekt erhaltenen Geldsummen, sowie eine vollständige, klare und präzise Abrechnung und  (Soll und Haben) über die Endverwendung dieser Gelder.
2. Es sei dem Beklagten unter Strafandrohung im Unterlassungsfall i. S. v. Art. 292 StGB zu befehlen, Auskunft zu erteilen und  abzulegen über:
a. jede Tätigkeit im Zusammenhang mit dem Finanz- und , den Dr. C._ und der Beklagte auf Rechnung der verstorbenen Eltern der Klägerin abwickelten, insbesondere über jede Übertragung von Vermögenswerten, namentlich von Gel-
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dern, die zur ehelichen Gütergemeinschaft des Ehepaars DE._ oder zu ihren Nachlässen gehören bzw. gehörten,  über sämtliche unentgeltlichen Zuwendungen, die das  DE._ und Herr D._ vor oder nach dem Tod von Frau E._, selber oder über Dritte, natürliche oder juristische Personen, Trusts, Anstalten machen liessen, wobei der Beklagte sowohl die Identität der Enddestinatäre und Endbegünstigten als auch die Identität der Schenkenden (Zuwendenden) und von  anzugeben hat;
b. jegliche Tätigkeiten des Beklagten und von Dr. C._ als  von Gesellschaften, Stiftungen oder anderen rechtlichen , die im Auftrag oder auf Rechnung von D._ und/oder E._ ausgeübt wurden oder werden, sowie sämtliche , die D._ mündlich oder schriftlich erteilt oder  hat;
c. sämtliche Bankkonten und Bankdepots, einschliesslich Transit- und Treuhandkonten, sowie sämtliche Gesellschaften, Stiftungen oder andere rechtliche Träger, auf oder an die, wenn auch nur , Aktiven der Gütergemeinschaft zwischen den  DE._, des Nachlasses von E._ oder von D._ oder seines Nachlasses überwiesen worden sind;
d. den Erwerb, die Verwaltung und Veräusserung weiterer  oder unbeweglicher Vermögenswerte, die direkt oder , insbesondere über Drittpersonen, Gesellschaften, Stiftungen oder andere rechtliche Träger zur ehelichen Gemeinschaft des Ehepaars DE._ oder Herrn D._ persönlich und/oder  mit einer Drittperson gehörten und an denen E._ oder Herr D._ wirtschaftlich berechtigt waren;
e. alle Zuwendungen, welche direkt oder indirekt durch den  oder Dr. C._ mittels Familienaktiven veranlasst wurden, insbesondere Zuwendungen an medizinische oder soziale  und/oder Medizinalpersonen;
f. alle anderen Transaktionen über Vermögenswerte, die mit der Gütergemeinschaft der Eheleute DE._, dem Nachlass von Frau E._ oder dem Nachlass von D._ im  standen, insbesondere über den gesamten Zahlungs- und Verrechnungsverkehr, der eine Schenkung (unentgeltliche ) zum Ziel hatte und durch Herrn D._ persönlich oder über dritte natürliche oder juristische Personen, von denen er Organ oder Prokurist war und an denen die Gütergemeinschaft der Eheleute DE._ oder er selbst wirtschaftlich Berechtigte waren, vorgenommen wurde;
g. sämtliche Werte, die der Beklagte oder Dr. C._ für oder für Rechnung der verstorbenen D._ oder E._ aufbewahrt haben oder die sie selber oder über Drittpersonen, , Stiftungen oder andere Träger aufbewahrt haben, deren Ei-
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gentümer oder wirtschaftliche Berechtigte D._ und/oder E._ waren.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des ."
Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 5. Oktober 2011:
1. Die Klage wird abgewiesen.
2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 20'500.00; die weiteren Kosten betragen: Fr. 525.00 Dolmetscherkosten Fr. 21'025.00 Total
3. Die Gerichtskosten werden der klagenden Partei auferlegt.
4. Die klagende Partei wird verpflichtet, der beklagten Partei eine Parteientschädigung von CHF 31'500.50 (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, je gegen Empfangsschein.
6. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustellung an in je einem Exemplar für das Gericht und für  Gegenpartei sowie unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, erklärt werden. In der Berufungsschrift sind die  zu stellen und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.
Berufungsanträge:
der Klägerin und Appellantin (Urk. 67):
"Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 5. Oktober 2011 (CG080051) aufzuheben und die Klage vollumfänglich gutzuheissen. 1. Entsprechend sei dem Beklagten unter Strafandrohung im Unterlassungsfall
im Sinne von Art. 292 StGB zu befehlen, der Klägerin die folgenden  herauszugeben:
a. Sämtliche der ihm bzw. seinem Vater, Dr. C._, vom verstorbenen D._ und/oder von der verstorbenen E._ anvertrauten Akten sowie sämtliche Akten, die er selber oder Dr. C._ in Ausübung eines von den
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Verstorbenen erteilten Auftrags oder im Rahmen eines  mit den Verstorbenen oder sonst auf Rechnung der Verstorbenen,  im Hinblick auf die Veranlassung oder die Ausführung von Schenkungen anlegte, inklusive Aktennotizen, interner Notizen, , Quittungen, Korrespondenz mit D._ und/oder E._ sowie mit Dritten, sowie sämtliche in diesem Zusammenhang relevanten  und Buchungsbelege;
b. sämtliche weiteren Dokumente und Unterlagen, insbesondere über den  mit Banken und anderen Finanzgesellschaften sowie  und Treuhändern, sowie die dazugehörige erhaltene und versandte , samt Beilagen;
c. sämtliche Unterlagen, die über seine Tätigkeit, sei es als Geschäftsführer oder als Verwaltungs- oder Stiftungsrat, bzw. jene von Dr. C._ als  von Gesellschaften, Stiftungen oder anderen rechtlichen Trägern, die für Rechnung von E._ und/oder D._ eingesetzt wurden, Auskunft , sowie sämtliche diese Gesellschaften oder Stiftungen betreffenden -, bzw. Gründungsunterlagen, Betriebs- und Finanzbuchhaltungen (Jahresabschlüsse, Bilanz und Erfolgsrechnungen);
d. sämtliche im Rahmen seiner bzw. Dr. C._s Tätigkeit für das Ehepaar DE._ oder den verstorbenen D._ ausgestellten Honorarnoten und Quittungen, sowie eine vollständige Übersicht über die (auf welche  auch immer) von D._ und/oder E._ direkt oder indirekt erhaltenen Geldsummen, sowie eine vollständige, klare und präzise  und Aufstellung (Soll und Haben) über die Endverwendung dieser .
2. Es sei dem Beklagten unter Strafandrohung im Unterlassungsfall i. S. v. Art. 292 StGB zu befehlen, Auskunft zu erteilen und Rechenschaft  über:
a. jede Tätigkeit im Zusammenhang mit dem Finanz- und Zahlungsverkehr, den Dr. C._ und der Beklagte auf Rechnung der verstorbenen Eltern der Klägerin abwickelten, insbesondere über jede Übertragung von , namentlich von Geldern, die zur ehelichen Gütergemeinschaft des Ehepaars DE._ oder zu ihren Nachlässen gehören bzw. gehörten, sowie über sämtliche unentgeltlichen Zuwendungen, die das Ehepaar DE._ und Herr D._ vor oder nach dem Tod von Frau E._,  oder über Dritte, natürliche oder juristische Personen, Trusts, Anstalten machen liessen, wobei der Beklagte sowohl die Identität der Enddestinatäre und Endbegünstigten als auch die Identität der Schenkenden () und von Zwischenpersonen anzugeben hat;
b. jegliche Tätigkeiten des Beklagten und von Dr. C._ als Organ von , Stiftungen oder anderen rechtlichen Trägern, die im Auftrag oder auf Rechnung von D._ und/oder E._ ausgeübt wurden oder werden, sowie sämtliche Weisungen, die D._ mündlich oder schriftlich erteilt oder hinterlassen hat;
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c. sämtliche Bankkonten und Bankdepots, einschliesslich Transit- und , sowie sämtliche Gesellschaften, Stiftungen oder andere  Träger, auf oder an die, wenn auch nur vorübergehend, Aktiven der  zwischen den Eheleuten DE._, des Nachlasses von E._ oder von D._ oder seines Nachlasses überwiesen worden sind;
d. den Erwerb, die Verwaltung und Veräusserung weiterer beweglicher oder unbeweglicher Vermögenswerte, die direkt oder indirekt, insbesondere über Drittpersonen, Gesellschaften, Stiftungen oder andere rechtliche Träger zur ehelichen Gemeinschaft des Ehepaars DE._ oder Herrn D._  und/oder zusammen mit einer Drittperson gehörten und an denen E._ oder Herr D._ wirtschaftlich berechtigt waren;
e. alle Zuwendungen, welche direkt oder indirekt durch den Beklagten oder Dr. C._ mittels Familienaktiven der Familie DE._ veranlasst , insbesondere Zuwendungen an medizinische oder soziale Institutionen und/oder Medizinalpersonen;
f. alle anderen Transaktionen über Vermögenswerte, die mit der  der Eheleute DE._, dem Nachlass von Frau E._ oder dem Nachlass von D._ im Zusammenhang standen, insbesondere über den gesamten Zahlungs- und Verrechnungsverkehr, der eine Schenkung (unentgeltliche Zuwendung) zum Ziel hatte und durch Herrn D._  oder über dritte natürliche oder juristische Personen, von denen er Organ oder Prokurist war und an denen die Gütergemeinschaft der Eheleute DE._ oder er selbst wirtschaftlich Berechtigte waren, vorgenommen wurde;
g. sämtliche Werte, die der Beklagte oder Dr. C._ für oder für Rechnung der verstorbenen D._ und/oder E._ aufbewahrt haben oder die sie selber oder über Drittpersonen, Gesellschaften, Stiftungen oder andere  aufbewahrt haben, deren Eigentümer oder wirtschaftliche Berechtigte D._ und/oder E._ waren.
3. Dem Beklagten und Appellaten seien die Kosten des erstinstanzlichen  und des Berufungsverfahrens aufzuerlegen und er sei zu , der Klägerin für beide Verfahren eine angemessene  zu bezahlen."
des Beklagten und Appellaten (Urk. 75):
"1. Die Berufung der Klägerin gegen das Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom
5. Oktober 2011 (CG080051) sei vollumfänglich abzuweisen. 2. Die in der Berufungsbegründung neu vorgebrachten Tatsachen und einge-
reichten Beweismittel sind verspätet und deshalb nicht zu berücksichtigen.
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3. Unter vollständigen Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der , sowohl hinsichtlich des erstinstanzlichen Verfahrens als auch des ."

Considerations:
Erwägungen:
1. Sachverhalt, Prozessgeschichte und Prozessuales
1.1. Die Klägerin verlangt vom Beklagten Auskunft hinsichtlich (allfälliger) Man-
date zwischen dem Beklagten oder dessen Vater und den Eltern der Klägerin so-
wie hinsichtlich sonstiger Tätigkeiten, welche in irgendeiner Weise mit dem Ver-
mögen des Vaters und/oder der Mutter der Klägerin in Verbindung stehen oder
gestanden haben könnten. Die Klägerin sowie ihre Eltern sind französische
Staatsbürger. Die Klägerin ist das einzige Kind ihrer Eltern. Diese haben am
tt. April 1933 in Frankreich geheiratet, ohne einen Ehevertrag abzuschliessen. Die
Mutter der Klägerin ist am tt.mm.1987 in G._ verstorben. Einzige Erben wa-
ren die Klägerin und ihr Vater, dem jedoch lediglich die Nutzniessung an einem
Viertel des Nachlasses zustand. Der Vater der Klägerin, mit letztem Wohnsitz in
G._, verstarb am tt.mm.2002. Er hinterliess als einzige Erbin seine Tochter,
die Klägerin. Der Vater hatte zudem die Klägerin in seinem Testament vom 25.
November 1987 als "légataire universel" bestimmt. Der Vater der Klägerin war
nach ihrer Darstellung ein überaus erfolgreicher "conseil juridique et fiscal"
(Rechts- und Steuerberater). Er pflegte eine – nach Darstellung der Klägerin –
enge resp. – nach Darstellung des Beklagten – vor allem eine geschäftliche Be-
ziehung zum Beklagten, dessen Vater Dr. C._ sowie dessen Onkel H._
(Urk. 2 S. 6 ff.). Der Beklagte ist Rechtsanwalt und Partner der Anwaltskanzlei
I._ in J._, welche er 1982 mitbegründete. Sein Vater – ebenfalls
Rechtsanwalt – war zunächst in der Anwaltskanzlei K._ tätig. 1974 eröffnete
er in seiner Liegenschaft an der ...-Strasse in J._ ein Einmann-Anwaltsbüro,
in welchem auch der Beklagte ab Oktober 1977 bis zum Tod seines Vaters im
Jahr 1986 tätig war. Anerkanntermassen kam es zu geschäftlichen Beziehungen
zwischen dem Vater der Klägerin um dem Beklagten und der Klägerin und dem
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Beklagten (Urk. 13 S. 6 ff.). Letztere sind nicht Gegenstand des vorliegenden
Prozesses (Urk. 38 S. 7).
1.2. Mit Einreichung der Weisung des Friedensrichteramtes L._ vom
18. August 2008 und Klageschrift vom 20. November 2008 machte die Klägerin
den vorliegenden Prozess am Bezirksgericht Meilen anhängig (Urk. 1 und 2). Der
Beklagte erstattete die Klageantwort am 16. März 2009 (Urk. 13). Mit Verfügung
vom 8. Januar 2010 wurde für die weiteren Parteivorbringen das schriftliche Ver-
fahren angeordnet (Urk. 19). Mit Schreiben vom 31. März 2010 ersuchte die Klä-
gerin aus gesundheitlichen Gründen um Abnahme der Frist für die Erstattung der
Replik und um Verschiebung der auf den 27. April 2010 vorgesehenen Referen-
tenaudienz (Urk. 29). Mit Verfügung vom 29. Juni 2010 wurde der Klägerin eine
einmalige, nicht erstreckbare Frist bis 31. Juli 2010 für die Erstattung der Replik
angesetzt (Urk. 36). Die Replik ging am 4. August 2010 ein (Urk. 38). Am 20. Au-
gust 2010 fand eine Referentenaudienz und Vergleichsverhandlung statt, anläss-
lich welcher keine Einigung zwischen den Parteien erzielt werden konnte (Prot.
S. 22). Die Ergänzung der Replik ging am 2. November 2010 und die Duplik am
14. Februar 2011 ein (Urk. 47; Urk. 55). Am 5. Oktober 2011 fällte die Vorinstanz
das Urteil (Prot. S. 28). Die Klägerin hat am 7. November 2011 rechtzeitig Beru-
fung gegen das Urteil eingelegt (Urk. 67). In der Folge leistete die Klägerin fristge-
recht den verlangten Kostenvorschuss (Urk. 73). Die Berufungsantwort ging am
1. Februar 2012 ein (Urk. 75). Am 16. Februar 2012 erstattete die Klägerin unauf-
gefordert eine Stellungnahme zur Berufungsantwort (Urk. 78). Sodann reichte die
Klägerin am 6. Juli 2012 den Entscheid des Appellationsgerichts des Kantons Ba-
sel-Stadt im Prozess der Klägerin gegen die M._ AG vom 12. Juni 2012 ein
(Urk. 80 und Urk. 81). Mit Eingabe vom 14. August 2012 nahm der Beklagte zur
Noveneingabe der Klägerin Stellung (Urk. 84). Zu dieser nahm die Klägerin wie-
derum unaufgefordert Stellung (Urk. 86). Am 1. November 2012 erstattete die
Klägerin eine weitere Noveneingabe (Urk. 89 und Urk. 90). Mit Eingabe vom
7. Januar 2013 erstattete der Beklagte seine Stellungnahme hierzu (Urk. 94). Am
25. Januar 2013 nahm die Klägerin (unaufgefordert) Stellung zur Eingabe des
Beklagten (Urk. 96).
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1.3. Für das Berufungsverfahren kommt die am 1. Januar 2011 in Kraft getrete-
ne eidgenössische Zivilprozessordnung zur Anwendung (Art. 405 Abs. 1 ZPO).
Das Verfahren vor Bezirksgericht unterstand demgegenüber noch der kantonal-
zürcherischen Zivilprozessordnung (ZPO/ZH). Soweit die Verletzung von Verfah-
rensvorschriften gerügt wird, ist somit im neurechtlichen Berufungsverfahren zu
prüfen, ob die Bestimmungen der ZPO/ZH korrekt angewendet wurden.
1.4. Die Klägerin macht geltend, dass ihre Auskunftsklage zuerst und vor allem
eine Klage auf dem Gebiet des Erbrechts sei (Urk. 67 S. 26). Nachdem sich der
Beklagte vorbehaltslos auf den Prozess eingelassen hat (Urk. 13 S. 4, S. 5), erüb-
rigen sich hierzu Ausführungen, insbesondere ein anderweitiger zwingender Ge-
richtsstand nicht ersichtlich ist.
1.5. Neue Parteivorbringen der Klägerin und neu eingereichte Urkunden
1.5.1. Mit Eingabe vom 1. November 2012 erstattete die Klägerin eine Novenein-
gabe. Sie bringt vor, dass sie bei der Räumung der Wohnung ihres verstorbenen
Vaters per Zufall auf diese Dokumente gestossen sei. Sie habe bis zu diesem Zu-
fallsfund keine Veranlassung gehabt, derartige Unterlagen in der Privatwohnung
ihres verstorbenen Vaters zu vermuten, welcher sie ansonsten in seinen Büro-
räumlichkeiten zu verwahren gepflegt habe. Sie habe die neuen Unterlagen ohne
Verzug dem Unterzeichneten zugestellt, der sie am 29. Oktober 2012 erhalten
habe (Urk. 89 S. 2).
1.5.2. Der Beklagte wendet ein, dass das Vorbringen der neuen Beweismittel in
diesem Verfahrensstadium unzulässig sei. Die Voraussetzungen für ein (zulässi-
ges) Vorbringen neuer Tatsachen und neuer Beweismittel seien vorliegend nicht
erfüllt. Er stellt in Abrede, dass die Klägerin die vom Gesetzgeber geforderte zu-
mutbare Sorgfalt habe walten lassen. Ihr Vater sei am tt.mm.2002 verstorben (ih-
re Mutter bereits 1987). Sie sei Alleinerbin des elterlichen Nachlasses, wozu of-
fensichtlich auch die Gegenstände (inkl. Unterlagen) gehören, die sich in der Pri-
vatwohnung des verstorbenen Vaters befanden. Es sei davon auszugehen, dass
die Klägerin seit dem Tod ihres Vaters im Jahr 2002 freien Zugang zu dieser Pri-
vatwohnung gehabt habe und die darin befindlichen Nachlassgegenstände (inkl.
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Unterlagen) hätte sichten können. Das Auffinden erst im Oktober 2012 der als
Noven eingereichten Unterlagen beruhe daher nicht auf Zufall, sondern auf dem
Versäumnis der rechtzeitigen Sichtung der Nachlassunterlagen durch die Kläge-
rin, was sie zu vertreten habe (Urk. 94 S. 2 f.).
1.5.3. Neue Tatsachen und Beweismittel werden im Berufungsverfahren nur noch
berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer
Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317
Abs. 1 ZPO). Der Sorgfaltsmassstab zur Bestimmung der verlangten zumutbaren
Sorgfalt ist ein objektivierter; auf die subjektiven Umstände bei der betreffenden,
novenwilligen Partei kommt es nicht an. Zu fragen ist, ob eine Partei, welche das
erstinstanzliche Verfahren umsichtig und versiert geführt habe, die Tatsache oder
das Beweismittel schon vor erster Instanz hätte erkennen und in den Prozess
einbringen müssen, wenn sie den Prozessstoff und ihr eigenes Umfeld kritisch
überblickt. Die Beanspruchung des Novenrechts vor der Berufungsinstanz setzt
demnach Schuldlosigkeit bzw. fehlende Verantwortung hinsichtlich des Nichtvor-
bringens der Tatsache bzw. des Beweismittels vor erster Instanz voraus (Reetz/
Hilber in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., Art. 317 N 62 ff.).
1.5.4. Die Klägerin bemüht sich seit Jahren, das elterliche Vermögen festzustellen
und Verfügungen zu Lasten dieses Vermögens aufzudecken (Urk. 67 S. 9). Sie ist
überzeugt, dass ihr Vater Vermögensübertragungen vorgenommen hat, die ihren
Pflichtteil verletzen und sie hat bereits diverse Prozesse in dieser Angelegenheit
in der Schweiz, in N._ und in Frankreich geführt (Urk. 67 S. 10 ff.). Ihre Mut-
ter verstarb im Jahr 1987, ihr Vater im Jahr 2002. Die Klägerin ist Alleinerbin (Urk.
67 S. 12 ff.).
1.5.5. Von einer sorgfältig prozessierenden Partei darf erwartet werden, dass sie
alle zumutbaren Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung ausschöpft. Die Klä-
gerin beruft sich im Prozess darauf, dass es ihr nicht möglich sei, weitere Anga-
ben zu den vermuteten Mandaten zu machen (Urk. 38 S.6). Von der Vorinstanz
wurde sie auf die ihr obliegende Substanziierungslast hingewiesen (Urk. 19). Die
Klägerin behauptet nicht, sie habe nach dem Tod ihres Vaters keinen Zugang zu
dessen Privatwohnung gehabt. Sie macht auch nicht geltend, dass (und warum)
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es ihr nicht möglich war, zu einem früheren Zeitpunkt die Nachlassgegenstände in
der Wohnung ihres Vaters zu sichten. Sie bringt lediglich vor, sie habe keine Ver-
anlassung gehabt, relevante Unterlagen in der Privatwohnung ihres Vaters zu
vermuten, da dieser solche ansonsten in seinen Büroräumlichkeiten zu verwahren
pflegte (Urk. 89 S. 2). Pflegte der Vater seine Unterlagen in seinen Büroräumlich-
keiten aufzubewahren, befand sich in dessen Wohnung kaum eine nicht über-
blickbare Menge an Unterlagen, deren Sichtung viel Zeit in Anspruch genommen
hat. Solches behauptet die Klägerin auch nicht. Sodann behauptet sie nicht, dass
sie die Unterlagen in der Wohnung an einem völlig unüblichen Ort (wie z.B. in ei-
nem Geheimfach) gefunden habe. Von einem Erben, der auf der Suche nach In-
formationen über Nachlassvermögen ist, darf verlangt werden, dass er auch die
sich in den Privaträumen des Verstorbenen, zu denen er unbeschränkten Zutritt
hat, befindenden Unterlagen sichtet resp. sich vergewissert, dass dort keine (hilf-
reichen) Unterlagen vorhanden sind, auch wenn die verstorbene Person seine
Unterlagen grundsätzlich in seinen Büroräumlichkeiten aufbewahrte. Dies recht-
zeitig zu tun, hat die Klägerin ohne begründeten Anlass unterlassen, weshalb sie
das nicht rechtzeitige Beibringen der im Berufungsverfahren neu eingereichten
Urkunden zu vertreten hat.
1.5.6. Dementsprechend ist die Noveneingabe der Klägerin im vorliegenden Beru-
fungsverfahren nicht zuzulassen.
2. Parteivorbringen
2.1. Die Klägerin verlangt die Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils und die
vollumfängliche Gutheissung ihrer Klage. Sie macht geltend, dass die Vorinstanz
ihre Klage trotz der zahlreichen Präjudizien zu ihren Gunsten abgewiesen habe
und dabei das schweizerische, vor allem aber auch das französische Recht unzu-
treffend angewandt habe, welches ihr als Inhaberin des ungeteilten ehelichen
Vermögens ihrer Eltern und vor allem als pflichtteilsgeschützter Erbin der Nach-
lässe ihrer Eltern einen umfassenden Auskunftsanspruch gegenüber Dritten ver-
leihe. Sodann habe die Vorinstanz die von den Parteien dargelegten Fakten
falsch oder unvollständig festgestellt und sie einseitig zugunsten des Beklagten
und zu Lasten der Klägerin interpretiert. Überdies habe die Vorinstanz übertriebe-
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ne Anforderungen an die Substanziierung der Klage gestellt (Urk. 67 S. 11 f.). Zu-
dem habe die Vorinstanz durch die Atomisierung der einzelnen Komplexe die je-
weiligen Beziehungen zum Beklagten und zu dessen Vater in ihrer Bedeutung
heruntergespielt und es versäumt, eine Gesamtbetrachtung sämtlicher dargeleg-
ter Umstände vorzunehmen. Sie habe bei weitem genügend Anhaltspunkte dar-
gelegt, die es mehr als plausibel erscheinen lassen, dass der Beklagte über die
verlangten Informationen verfüge und deshalb ihr gegenüber rechenschaftspflich-
tig sei (Urk. 67 S. 29).
2.2. Der Beklagte beantragt die Abweisung der Berufung unter Hinweis auf die
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz. Sodann erklärte er, dass er nach wie
vor zur Auskunftserteilung bereit sei, dass er aber ausser den beiden hinlänglich
bekannten Stiftungsmandaten keine Mandate für Herrn und/oder Frau D._
und/oder E._ geführt habe, auch keine Mandate, welche deren eheliches
Vermögen direkt oder indirekt betroffen hätten (Urk. 75 S. 2 ff.).
2.3. Auf diese und die weiteren Vorbringen der Parteien ist nachfolgend nur in-
soweit einzugehen, als dies für die Rechtsfindung erforderlich ist, denn das recht-
liche Gehör verlangt nicht, dass sich das Gericht mit allen Argumenten der Partei-
en auseinandersetzt. Vielmehr kann sich das Gericht auf die für den Entscheid
wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I 270, E. 3.1).
3. Informationsansprüche des Erben
3.1. In ständiger Rechtsprechung unterscheidet das Bundesgericht hinsichtlich
der den Erben zustehenden Informationsansprüche zwischen vertraglichen An-
sprüchen auf Information und aus dem materiellen Erbrecht abgeleitete Informati-
onsansprüche. So ist der Beauftragte gestützt auf das Auftragsrecht verpflichtet,
den Erben in dem Umfang Auskunft zu erteilen, wie die Pflicht dem Erblasser ge-
genüber bestanden hat. Dabei sei zu beachten, dass der Beauftragte den Auf-
traggeber allgemein über alles zu informieren habe, was für ihn von Bedeutung
sein könne. Jedoch bestehe gestützt auf (schweizerisches) Auftragsrecht kein
Auskunftsrecht des Erben bezüglich Vermögenswerten, an denen der Erblasser
bloss wirtschaftlich berechtigt gewesen sei, da der wirtschaftlich Berechtigte nicht
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Teil des Vertragsverhältnisses sei. Die Pflicht des Beauftragten, einem pflicht-
teilsberechtigten Erben Auskunft über Vermögenswerte des Erblassers zu geben,
an welcher dieser (bloss) wirtschaftlich berechtigt gewesen sei, gründe im – wohl
im Sinne von richte sich nach (vgl. Genna, Bundesgerichtliche Widersprüchlich-
keiten zum Informationsanspruch im Erbrecht? in successio 2011 S. 203 ff,
S. 205) – Erbrecht (BGer 5A_137/2012 E. 4.3.1 f. mit Verweis auf BGE 136 III 461
E. 4; BGer 5A_638/2009 E. 4.1; BGE 136 III 461 E. 4).
3.2. Die Klägerin verlangt einerseits Auskunft über die Tätigkeit des Beklagten
resp. seines Vaters als (direkter) Beauftragter ihrer Eltern sowie Auskunft über die
Tätigkeit des Beklagten resp. seines Vaters auf Rechnung ihrer Eltern, d.h. über
die Tätigkeit im Zusammenhang mit Vermögenswerten an denen ihr Vater und/
oder Ihre Eltern wirtschaftlich berechtigt waren. Ersteres ist entsprechend der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung nach der massgebenden vertraglichen Be-
ziehung zu beurteilen, letzteres gestützt auf eine allfällige rechtliche Grundlage im
materiellen Erbrecht.
4. Anwendbares Recht
4.1. Die Eltern der Klägerin, um deren Nachlässe es geht, waren Staatsbürger
von Frankreich mit letztem Wohnsitz in Frankreich. Wie die Vorinstanz zutreffend
ausgeführt hat, untersteht der Nachlass einer Person mit letztem Wohnsitz im
Ausland dem Recht, auf welches das Kollisionsrecht des Wohnsitzstaates ver-
weist (Art. 91 IPRG) und nimmt das französische Kollisionsrecht diese Verwei-
sung – zumindest bei Fahrnis – an. Der Verweisungsbegriff in Art. 92 IPRG um-
fasst auch erbrechtliche Auskunftsrechte, worunter das Auskunftsrecht der Erben
gemäss Art. 10 CC fällt (vgl. die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz,
Urk. 68 S. 16; BGer 5A_638/2009 E. 4.3).
4.2. Auch hinsichtlich der der Klägerin zustehenden vertraglichen Auskunftsan-
sprüche kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 68 S. 16 f.)
verwiesen werden.
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4.3. Dementsprechend richtet sich der gesetzliche Informationsanspruch nach
dem französischem Recht und der vertragliche Auskunftsanspruch nach schwei-
zerischem Recht. Dies wird denn auch von keiner Partei in Frage gestellt. Die
beiden Ansprüche bestehen grundsätzlich unabhängig voneinander und daher
wohl auch kumulativ (vgl. Druey, Das Informationsrecht des Erben in succession
2011 S. 183 ff., S. 186 mit weiteren Ausführungen). Jedenfalls kann sich die Klä-
gerin grundsätzlich auf erbrechtliche Auskunftsrechte berufen, wenn vertragliche
Auskunftspflichten zu verneinen sind.
5. Von der Klägerin geführte Prozesse
5.1. Die Klägerin verweist auf verschiedene von ihr geführte Prozesse. Die ver-
schiedenen von ihr gewonnenen Prozesse und die dabei ans Licht gekommenen
Informationen zu ihrem elterlichen Vermögen und zu den Verfügungen ihres Va-
ters über dieses Vermögen würden ihr Recht geben (Urk. 67 S. 10 ff.; Urk. 4/9,
4/30-31, 39/42, BGer 5A_638/2009 vom 13.9.10). Es ist deshalb vorab kurz auf
diese Prozesse einzugehen.
5.2. Entscheid des Tribunal de Grande Instance de Paris vom 18. April 2005
(Urk. 4/30-31).
5.2.1. Beim Entscheid des Tribunal de Grande Instance de Paris vom 18. April
2005 handelt es sich um eine einstwillige Verfügung. Die Klägerin verlangte als
Antragstellerin von der O._ (O._) Auskunft über sieben Schenkungen in
einer Gesamthöhe von 530'000 Francs, die (gemäss Auskunft von O._) von
ihrem Vater angeregt worden seien oder deren Prinzip oder Höhe von ihm ausge-
handelt worden sei. Dies weil die O._ sich geweigert hatte, der Klägerin Aus-
kunft über diese Schenkungen zu erteilen. In Gutheissung des Begehrens der
Klägerin befahl das Gericht der O._ eine vollständige Abschrift aller Informa-
tionen und Belege betreffend sieben Schenkungen zugunsten des O._ in ei-
ner Gesamthöhe von 530'000 Franc, welche in dessen Schreiben vom 15. Januar
2004 erwähnt seien, zu übermitteln, insbesondere die Zeitpunkte, Höhen und
Namen der Banken oder Institute, von denen die fraglichen Schenkungen ausgin-
gen. In der Begründung hielt das Gericht fest, dass sich aus Art. 10 CC in Verbin-
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dung mit Art. 11 und 145 Neue Zivilprozessordnung ergebe, dass Dritten im be-
schleunigten Verfahren befohlen werden könne, sämtliche von ihnen gehaltene
Unterlagen vorzulegen, wenn ein berechtigter Grund für die Sicherung – oder die
Erbringung – vor jedem Prozess des Nachweises der Tatsachen, von denen die
Lösung des Rechtsstreits abhängen könne, vorliege. Das Geschäftsgeheimnis
stelle an sich kein Hindernis für die Anwendung der Bestimmungen des erwähn-
ten Artikels 145 dar, da der Richter feststelle, dass die von ihm angeordneten
Massnahmen von einem berechtigten Grund ausgehen und – wie im vorliegenden
Fall – für die Wahrung der Rechte der Partei, die diese beantragt habe, notwendig
seien. Die Erbenstellung der Klägerin hinsichtlich der Gesamtheit begründe tat-
sächlich ihr Auskunftsrecht mit dem Ziel – welches durch zwingende gesetzliche
Bestimmungen geschützt sei – ihren Pflichtteil zu bewahren und bilde den berech-
tigten Grund für ihren Antrag, und sei dabei angesichts der "Mauer des Schwei-
gens" notwendig. In diesem Zusammenhang würden die unten formulierten Mass-
nahmen das einzige und für die Ausübung ihrer Erbrechte notwendige Mittel dar-
stellen. Es dürfe daran erinnert werden, dass die gebührende Wahrung der Pri-
vatsphäre – die Art. 9 CC vorschreibe – durch die Erteilung von rein vermögens-
rechtlichen Auskünften, die keinerlei Anspielung auf das Leben und die Persön-
lichkeit der Betroffenen enthalten würden, nicht verletzt werde. Ebenso könne
dem Antrag auf Erlassung der unten formulierten Massnahmen auch nicht die
Wahrung des Berufsgeheimnisses gültig entgegen gehalten werden.
5.2.2. Zu beachten ist, dass das Gericht die O._ verpflichtete, über sieben
konkrete Schenkungen, die – von der O._ anerkannt – mutmasslich vom Va-
ter der Klägerin veranlasst worden waren (Urk. 67 S. 40), Auskunft zu erteilen,
weil sich die O._ weigerte, der Klägerin weitere Auskunft über diese sieben
Schenkungen zu erteilen. Jedoch ist die Anerkennung der O._, dass die
Schenkungen mutmasslich vom Vater der Klägerin veranlasst wurden, für das
vorliegende Verfahren nicht bindend.
5.3. Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 26. März
2004 (Urk. 4/9) und BGer-Urteil 5A_810/2008 vom 5. Mai 2009 (Urk. 39/42)
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5.3.1. Das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt hiess – nachdem die Vo-
rinstanz die Auskunftsbegehren der Klägerin abgewiesen hatte – die Klage gut
und verpflichtete die Beklagte vollständig Aufschluss zu erteilen über sämtliche
Vermögenswerte an der die Eltern der Klägerin direkt oder indirekt berechtigt wa-
ren und zwar – soweit ersichtlich – allein gestützt auf einen (ererbten) vertragli-
chen Anspruch.
5.3.2. In Entscheid des Bundesgerichts ging es um die Vollstreckung des vorge-
nannten Urteils. Strittig war insbesondere, ob die Beklagte mit Nennung des
Strohmannes ihrer Auskunftspflicht nachgekommen war oder ob sie darüber hin-
aus zu weiterer Auskunftserteilung verpflichtet ist. Dabei hielt das Bundesgericht
fest, dass der Umfang der Auskunftspflicht im ursprünglichen Verfahren zu prüfen
gewesen sei.
5.3.3. Auch diesem Entscheid des Appellationsgerichts lag zugrunde, dass sich
die Beklagte – mit Ausnahme über ein Konto – weigerte überhaupt Auskunft zu
erteilen und sie sich in der Folge auf den Standpunkt stellte, mit der Nennung des
Strohmanns ihrer Auskunftspflicht nachgekommen zu sein.
5.4. BGer-Urteil 5A_638/2009 vom 13. September 2010
5.4.1. Diesem Entscheid liegt eine – von der Vorinstanz festgestellte – vertragli-
che (auftragsrechtliche) Beziehung zwischen der X. AG (eine Vermögensverwal-
terin) und dem Vater der Klägerin zugrunde. Zum Einwand der X. AG, die Aus-
kunftserteilung sei unmöglich geworden, weil die Unterlagen vernichtet worden
seien, hielt das Bundesgericht fest, dass die Vorinstanz in verbindlicher Weise die
Existenz von Unterlagen festgestellt habe. Schliesslich hielt das Bundesgericht
fest, dass der wirtschaftlich Berechtigte kein vertragliches Recht habe gegenüber
z.B. einer Bank, Auskunft über den Stand eines Kontos zu erhalten, welches von
einem Dritten für ihn bei der Bank gehalten werde. Die Pflicht des Beauftragten,
einem pflichtteilsberechtigten Erben Auskunft über Vermögenswerte des Erblas-
sers zu geben, an welcher dieser wirtschaftlich berechtigt gewesen sei, sei im
Erbrecht begründet. Vorliegend richte sich das erbrechtliche Auskunftsrecht nach
französischem Recht als Erbstatut. Nach französischem Recht gelte gemäss der
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Rechtsprechung zu Art. 10 CC, dass ein Dritter, z.B. eine Bank den Erben Aus-
kunft über die Vermögenswerte des Erblassers zu geben habe. Ob die Klägerin
einen erbrechtliche Auskunftsanspruch habe, könne jedoch vom Bundesgericht
nicht überprüft werden, da die Vorinstanz überhaupt nicht geprüft habe, ob die
Klägerin gestützt auf das französische Erbrecht einen Auskunftsanspruch gegen-
über der X. AG habe.
5.4.2. Festzuhalten ist, dass auch diesem Entscheid einerseits eine (festgestellte)
vertragliche Beziehung zugrunde liegt und sich die Vermögensverwalterin gewei-
gert hatte, Auskunft zu erteilen. Andererseits prüfte das Bundesgericht das Aus-
kunftsrecht der Klägerin über wirtschaftliche Berechtigungen ihres Vaters nach
französischem Recht nicht, wobei auch hier die vollumfängliche Auskunftsverwei-
gerung der Vermögensverwalterin dem Entscheid zu Grunde lag.
5.5. Entscheid des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 12. Juni
2012 (Urk. 81)
5.5.1. Das Appellationsgericht prüfte nach Rückweisung durch das Bundesgericht
(vgl. Ziff. 3.4. ff.), ob nach französischem Erbrecht gegenüber der X. AG ein An-
spruch der Klägerin auf Auskunftserteilung bezüglich der Vermögenswerte beste-
he, an denen ihre Eltern lediglich wirtschaftlich berechtigt gewesen waren. Es hielt
fest, damit der Antrag auf Auskunft gutgeheissen werden könne, müsse die Aus-
kunft der Wahrung eines gesetzlich anerkannten Rechts dienen, müsse das Be-
weismittel dafür geeignet sein und dürfe, soweit sich der Antrag gegen einen Drit-
ten richte, kein der Offenlegung berechtigter Weigerungsgrund entgegenstehen.
Es kam zum Schluss, dass mit den Bestimmungen von Art. 10 CC und Art. 11
CPC eine Grundlage für den erbrechtlichen Auskunftsanspruch der Klägerin als
pflichtteilsberechtigte Erbin in Bezug auf Vermögenswerte ihrer Eltern bei der X.
AG bestehen würde, an welchen die Eltern wirtschaftlich beteiligt gewesen seien
bzw. welche von der X. AG oder sonstigen Dritten treuhänderisch für die Eltern
gehalten worden seien. Die X. AG könne sich dabei nicht auf einen gesetzlichen
Verweigerungsgrund berufen. Nach dem in dieser Frage anwendbaren schweize-
rischen Recht würden entsprechende Geheimhaltungsrechte den Entscheid des
Gesetzgebers, dem Pflichtteilserben bei Verletzung der verfügbaren Quote durch
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erblasserische Zuwendungen einen Herabsetzungs- oder Herausgabeanspruch
einzuräumen, vereiteln. Die Klägerin habe vorliegend ausreichend glaubhaft ge-
macht, dass über bei der X. AG geführte Konten Zahlungsvorgänge abgewickelt
worden seien, die für ihre Pflichtteilsrechte von Bedeutung seien. Sie sei daher
berechtigt, von der X. AG darüber im anbegehrten Umfang Aufschluss zu erhal-
ten.
5.5.2. Das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt bejahte somit im konkre-
ten Fall eine Auskunftspflicht der X. AG gestützt auf Art. 10 CC und Art. 1 CPC.
Umstritten war, ob auch ein Auskunftsanspruch hinsichtlich Vermögenswerte be-
stehe, an denen die Eltern der Klägerin lediglich wirtschaftlich berechtigt gewesen
waren. Die X. AG widersetzte sich diesem Auskunftsanspruch, machte jedoch –
soweit ersichtlich – nicht geltend, dass keine solchen Vorgänge vorliegen würden.
Zudem scheint die wirtschaftliche Berechtigung der Eltern der Klägerin an diesen
Vermögenswerten unbestritten zu sein.
5.6. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass es bei sämtlichen von
der Klägerin angerufenen Urteilen darum ging, dass sich die Beklagten weigerten,
die entsprechenden Informationen herauszugeben, wobei jeweils unstrittig oder
nachgewiesen war, dass die Beklagten über entsprechende Informationen verfü-
gen (müssen). Damit liegt aber ein wesentlicher Unterschied zum vorliegenden
Verfahren vor. Denn der Beklagte bestreitet einen grundsätzlichen Informations-
anspruch der Klägerin nicht, er macht jedoch geltend, dass er – abgesehen von
der Zusammenarbeit hinsichtlich einer Beratung im Rahmen eines komplexen
französischen Mandates und Verwaltungsratsmandate für den P._-Konzern
– keine Mandate für die Eltern der Klägerin betreut habe und dass er keine Tätig-
keiten für die Eltern der Klägerin ausgeübt habe. Allfällige geschäftliche Tätigkei-
ten seines Vaters für die Eltern der Klägerin bestreitet der Beklagte mit Nichtwis-
sen. Sodann bestreitet er, dass die Zuwendungen, die er der Fondation E._
bzw. dem Institut Q._ über den Vater der Klägerin zukommen liess, etwas
mit Mandaten zu tun gehabt hätten, die er für die Eltern der Klägerin ausgeführt
habe. Die Auftraggeberin für diese Zuwendungen, die Familie X, habe auf eigene
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Rechnung gehandelt. Schliesslich sei ihm kein Stellvertreter-Mandat bekannt
(Urk. 13 S. 18 ff.).
6. Vertraglicher Rechenschafts- und Herausgabeanspruch
6.1. Auftragsrechtlicher Rechenschafts- und Herausgabeanspruch
6.1.1. Es kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zum auf-
tragsrechtlichen Rechenschafts- und Herausgabeanspruch verwiesen werden
(Urk. 68 S. 22 f.).
6.1.2. Durch die bundesgerichtliche Rechtsprechung ist mehrmals bestätigt wor-
den, dass ein auftragsrechtlicher Rechenschafts- und Herausgabeanspruch auf
die Erben übergeht (BGE 133 III 664 E. 2.5; BGE 136 III 461 E. 4.). Sodann ent-
spricht es ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts, dass der wirtschaftlich
Berechtigte nicht Teil des Vertragsverhältnisses ist und dementsprechend kein
vertraglicher Rechenschafts- und Herausgabeanspruch besteht (BGE 136 III 461
E. 4.; vgl. auch Ziffer 3.1. f.).
6.1.3. Die Klägerin bringt vor, es sei unerheblich, ob ihr Vater formell selber als
Auftraggeber aufgetreten sei oder ob er den Auftrag über einen Strohmann erteilt
habe. Aufgrund des Stellvertretungsrechts sei nämlich ihr Vater direkt Auftragge-
ber des Beklagten geworden, und dies selbst dann, wenn der Vertreter sich nicht
als solcher zu erkennen gegeben habe, der Beklagte aus den Umständen aber
habe schliessen müssen, dass sich ihr Vater hinter dem Strohmann verstecke,
oder es ihm gleichgültig gewesen sei, mit wem er den Vertrag schliesse (Urk. 67
S. 31).
6.1.3.1. Hierzu ist anzumerken, dass Dritte grundsätzlich keinerlei Ansprüche auf
Informationen über ein bestimmtes Auftragsverhältnis haben. Vielmehr verbietet
die Diskretions- und Geheimhaltungspflicht dem Beauftragten, seine Kenntnisse
aus dem Auftragsverhältnis Dritten preiszugeben (BK-Fellmann, Art. 400 N 110).
Soweit sich die Klägerin auf die direkte Stellvertretung beruft, ist klarzustellen,
dass im Falle einer direkten Stellvertretung das Vertragsverhältnis zwischen dem
Beklagten und ihrem Vater besteht und dementsprechend nicht von einem
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Strohmannverhältnis gesprochen werden kann. Daraus leitet sich ein Rechen-
schafts- und Herausgabeanspruch ab, der sich auf die vertragliche Beziehung
zwischen dem Beklagten und ihrem Vater stützt. Die Klägerin hat sodann vor Vo-
rinstanz – trotz entsprechender Substanziierungshinweise – kein solches Stellver-
tretungsverhältnis behauptet resp. konkret dargetan. Ein solches zeigt sie denn
auch in ihrer Berufungsschrift nicht konkret auf.
6.1.3.2. Soweit die Klägerin geltend macht, es sei ein Vertragsverhältnis mit ihrem
Vater zustande gekommen, weil der Beklagte aus den Umständen auf das Vertre-
tungsverhältnis habe schliessen müssen, oder es ihm gleichgültig gewesen sei,
mit wem er den Vertrag schliesse, hat sie diese Umstände und/oder die Gleich-
gültigkeit in ihren Rechtsschriften entsprechend darzulegen. Dies umfasst, dass
der Vertreter den Willen gehabt haben muss, als Vertreter zu handeln und es dem
Dritten gleichgültig war, den Vertrag mit dem Vertreter oder mit dem Vertretenen
abzuschliessen (BGE 117 II 387 = Pra 81 Nr. 184 E. 2.a) f.). Diese entsprechen-
den Behauptungen sind so vorzubringen, dass es dem Beklagten möglich ist,
hierzu Stellung zu nehmen. Solche konkreten Ausführungen fehlen in ihren Vor-
bringen vor Vorinstanz. Sodann würde dies dazu führen, dass ein Vertragsver-
hältnis zwischen dem Beklagten und ihrem Vater vorliegen würde.
6.1.4. Sodann beruft sich die Klägerin auf die Bestimmungen über die Geschäfts-
führung ohne Auftrag. Der Geschäftsführer ohne Auftrag sei dem (effektiven) Auf-
traggeber ebenso zur Auskunft verpflichtet, wie dies beim eigentlichen Auftrag der
Fall wäre. Dies bedeute, dass der Beklagte ihr auch hinsichtlich von (Zahlungs-)
Vorgängen rechenschaftspflichtig sei, bei denen der effektive Auftraggeber zu-
nächst ungewiss sei, aber aufgrund der Umstände anzunehmen sei, dass es sich
dabei um ihren Vater handle (Urk. 67 S. 31). Entgegen der Auffassung der Kläge-
rin kann nicht gleichzeitig ein Auftrag und eine Geschäftsführung ohne Auftrag
vorliegen. Grundsätzlich besteht die Vermutung, dass der Auftraggeber auch der
Vertragspartner ist (BSK OR I-Watter, Art. 32 N 34). Sodann kann der Nachweis
erbracht werden, dass der Auftraggeber für einen Dritten (den Vertretenen) ge-
handelt hat. Raum für eine Geschäftsführung ohne Auftrag bleibt somit nicht.
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6.1.5. Zu prüfen ist demnach nachfolgend, ob zwischen dem Vater der Klägerin
und/oder der Mutter der Klägerin und dem Beklagten und/oder dessen Vater ein
Auftragsverhältnis – aus dem die Klägerin u.a. ihren Rechenschafts- und Heraus-
gabeanspruch ableitet – bestanden hatte. Der Beklagte bestreitet dies.
6.2. Anforderungen an die Substanziierung
6.2.1. Die Vorinstanz hat die Klägerin aufgefordert, die Mandate, auf welche sich
ihre Informations- und Editionsbegehren beziehen, genau zu bezeichnen. Sodann
wurde sie dazu angehalten, substanziiert darzulegen, weshalb sie davon ausge-
he, der Beklagte verfüge über die anbegehrten Informationen und Unterlagen
(Urk. 19).
6.2.2. Die Klägerin stellt sich auf den Standpunkt, es sei ausreichend, wenn sie
Anhaltspunkte darlege, welche das Bestehen ihres Auskunftsanspruches plausi-
bel erscheinen lassen (Urk. 67 S. 45). In der Replik vor Vorinstanz machte sie gel-
tend, dass die Anforderungen an die Substanziierung ermässigt würden, wenn
diese mangels Information unmöglich oder unzumutbar sei und deswegen die
Rechtsverfolgung zu scheitern drohe. Die klagende Partei habe alsdann keine de-
taillierten Tatsachen vorzutragen und genüge ihrer Substanziierungslast bereits
dann, wenn sie den Sachverhalt, über den sie nicht näher orientiert sei und über
den sie sich keine nähere Kenntnis verschaffen könne, "in Umrissen behaupte".
Anhaltspunkte, welche das Bestehen des Hauptanspruchs nach Rechtsgrund und
Umfang plausibel machen würden, seien ausreichend (Urk. 38 S. 6). In der Folge
erklärte sie, dass sich ihre Begehren namentlich auf die R._ Anstalt bzw. den
Liegenschaftserwerb sowie auf die anonymen Schenkungen an die "Fondation
E._", an das "Centre S._" und an das "Institut Q._" richte. Die wei-
teren Substanziierungshinweise (insbesondere hinsichtlich weiterer Mandate) sei-
en überspannt. Sie würden den für den Fall eines Informationsdefizits auf Seiten
des Anspruchsberechtigten von Rechtsprechung und Lehre entwickelten modifi-
zierten Substanziierungsobligenheiten keine Rechnung tragen. Über die Sachver-
haltskenntnisse, die zur Erfüllung dieser Substanziierungsobliegenheiten erforder-
lich wären, verfüge sie gerade nicht, und es sei ihr auch nicht möglich, diese zu
erlangen (Urk. 38 S. 8).
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6.2.3. Hierzu ist anzumerken, dass ein Rechtsbegehren so bestimmt formuliert
werden muss, dass es bei Gutheissung der Klage zum Dispositiv des Urteils ge-
macht und ohne weitere Verdeutlichung vollstreckt werden kann. Unklare Rechts-
begehren sind nach Treu und Glauben auszulegen. Dabei ist nicht nur auf den
Wortlaut des Begehrens, sondern auch auf die Klagebegründung abzustellen
(Leuenberger in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 2. Aufl.,
Art. 221 N 28, N 38). Ist der zu vollstreckende Entscheid unklar, ist er im Zuge der
Erläuterung vom Gericht, das den Entscheid erlassen hat, klarzustellen. Lediglich
eine Konkretisierung der Leistungspflicht durch das Vollstreckungsgericht ist al-
lenfalls nicht ausgeschlossen (Staehelin, a.a.O., Art. 341 N 18). Die Klägerin stell-
te ein zweieinhalb Seiten umfassendes pauschales Auskunftsbegehren, welches
sämtliche möglichen Konstellationen umfasst, ohne jedoch in ihrer Begründung
diese Konstellationen und ihre Vermutungen auch nur annähernd darzutun (Urk. 2
S. 2 ff.). Reine Ausforschungsbegehren sind jedoch durch das Auskunftsrecht
nicht geschützt resp. nicht zulässig. Das Vorgehen der klagenden Partei muss
verhältnismässig sein, d.h. dass keine "fishing expedition" ohne situationsgerech-
te Auswahlkriterien stattfindet (Druey, Das Informationsrecht des Erben – die
Kunst, Einfaches kompliziert zu machen in succession 2011 S. 183 ff., S. 187).
Der Beklagte bestritt in der Klageantwort, dass – mit Ausnahme der Mandate zur
Gründung und Löschung zweier Stiftungen, welche nicht Prozessgestand sind –
ein Auftragsverhältnis mit dem Vater und/oder der Mutter der Klägerin bestanden
habe. Sodann führte er aus, dass die Auftraggeberin für die umstrittenen Zuwen-
dungen auf eigene Rechnung gehandelt habe und bestritt, Kenntnis über irgend-
welche "Strohmannverhältnisse" zu haben (Urk. 13 S. 17 ff.). Die Sonderverbin-
dung, aus welcher sich der Auskunftsanspruch ableitet, muss in der Regel fest-
stehen und vom Ansprecher nachgewiesen sein (Schröder, Informationspflichten
im Erbrecht, S. 135). Kann der Beweis nicht direkt erbracht werden, kann er auch
durch Indizien nachgewiesen werden. Dementsprechend durfte und musste die
Vorinstanz die Klägerin anhalten, ihre bis dahin sehr pauschal gehaltenen Vor-
bringen zu substanziieren, anderweitig eine Überprüfung der Vorbringen der Klä-
gerin nicht möglich ist. Ob die Vorbringen der Klägerin genügen, einen Auskunfts-
anspruch zu begründen und in welchem Umfang, ist nachfolgend zu prüfen.
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6.2.4. Dabei ist im vorliegenden Prozess insbesondere zu prüfen, ob die Aussage
des Beklagten, dass er ausser den beiden hinlänglich bekannten Stiftungsmanda-
ten keine Mandate für Herrn und/oder Frau D._ und/oder E._ geführt
habe, auch keine Mandate, welche deren eheliches Vermögen direkt oder indirekt
betroffen hätten, unzutreffend ist. Hierfür ist unumgänglich, dass die Klägerin ge-
nügend konkrete Indizien vorbringt, die eine Beurteilung des Standpunkts der
Klägerin und der Aussage des Beklagten zulassen. Dass lediglich die Möglichkeit
bestehen könnte, dass der Beklagte etwas wissen könnte, kann unter diesen Vo-
raussetzungen nicht genügen, sondern es ist erforderlich, dass die Klägerin aus-
reichend glaubhaft macht, dass der Beklagte mehr weiss, als er bisher zugestan-
den hat. Dies wiederum setzt voraus, dass die Klägerin entsprechende Sachver-
halte genügend konkret darlegt. Dementsprechend kann keine Rede davon sein,
dass die Vorinstanz überspannte Substanziierungsanforderungen gestellt habe.
6.3. R._ Anstalt, ... [Stadt in N._] bzw. Liegenschaftserwerb
6.3.1. Die Klägerin verlangt, dass der Beklagte Auskunft über die R._ Anstalt
erteile und die verfügbaren Akten ediere (Urk. 2 S. 14). Der Beklagte bringt vor,
dass er erstmals durch die Klageschrift vom 20. November 2008 erfahren habe,
dass es einmal eine ... Anstalt [nach Recht des Staates N._] R._ gege-
ben habe, und dass sein Vater für diese im Jahr 1974 tätig gewesen sei. Er habe
keine Ahnung, worum es damals gegangen sei. Er habe persönlich nie etwas mit
dieser Anstalt zu tun gehabt, noch habe er irgendwelche Kenntnisse der diesbe-
züglichen Tätigkeit seines Vaters, die drei Jahre vor seinem Eintritt in dessen Bü-
ro stattgefunden habe. Er verfüge über keinerlei Akten, die mit der R._ An-
stalt zu tun haben (Urk. 13 S. 17).
6.3.2. Die Vorinstanz hielt fest, dass aus den Ausführungen der Klägerin nicht
hervorgehe, worin eine vertragliche Verbindung zwischen ihrem Vater bzw. ihren
Eltern und dem Beklagten bestanden haben sollte. Allein aus dem Umstand, dass
der Vater des Beklagten beim Wohnungserwerb im Jahr 1975 durch die R._
Anstalt beteiligt gewesen sei, könne nicht ohne Weiteres auf eine Beteiligung des
Beklagten selbst an der Mandatsführung oder auf Kenntnisse des Beklagten hin-
sichtlich des Liegenschaftenerwerbs geschlossen werden (Urk. 68 S. 31).
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6.3.3. Die Klägerin macht geltend, dass die Vorinstanz insbesondere den relevan-
ten Sachverhalt völlig einseitig zulasten der Klägerin und zugunsten des Beklag-
ten gewürdigt habe. Der Umstand, dass der Vater des Beklagten eine mutmass-
lich von ihrem Vater beherrschte ... Anstalt [nach Recht des Staates N._] bei
einem treuhänderischen Immobiliengeschäft vertreten habe, sei ein Beweis dafür,
dass der Vater des Beklagten Kenntnisse und Unterlagen zur R._ Anstalt
und deren Vermögenswerten sowie zu deren wirtschaftlichem Berechtigten (ihrem
Vater) gehabt habe. Zudem werde mit dem Komplex R._ nachgewiesen,
dass der Vater des Beklagten seinem Freund und Korrespondenten in G._,
ihrem Vater, behilflich gewesen sei, wenn es darum gegangen sei, Verfügungen
über in der Schweiz oder N._ verdeckt gehaltenes Familienvermögen vorzu-
nehmen. Die Vorinstanz verkenne, dass von ihr nicht verlangt werden könne, den
hieb- und stichfesten Nachweis für ein direktes Mandat mit dem Beklagten zu er-
bringen. Immerhin habe der Beklagte noch viele Jahre mit seinem Vater in der
gleichen (Klein-)Kanzlei zusammengearbeitet, bevor die R._ Anstalt im Jahr
1984 liquidiert worden sei. Überdies habe der Beklagte nach dem Tod seines Va-
ters die gemeinsame Kanzlei liquidiert und das Klientenarchiv übernommen, so
dass sie davon ausgehe, dass der Beklagte früher oder später Kenntnisse von
der R._ Anstalt und deren Hintergründen erhalten habe oder zumindest hätte
erhalten können. Obwohl die Vorinstanz eingeräumt habe, dass die vertragliche
Pflicht des Vaters des Beklagten zur Rechenschaftslegung und Herausgabe der
Unterlagen vererblich auf den Beklagten als Erben übergangen sei, habe sie den
Anspruch nicht gutgeheissen (Urk. 67 S. 45, S. 47 f.).
6.3.4. Lediglich aufgrund der Umstände, dass der Beklagte noch viele Jahre mit
seinem Vater in der gleichen (Klein-)Kanzlei zusammengearbeitet und er das Kli-
entenarchiv seines Vaters übernommen hatte, kann nicht geschlossen werden,
dass der Beklagte Kenntnis von der R._ Anstalt und deren Hintergründe er-
halten hat und dass es diesbezüglich eine vertragliche Beziehung zwischen dem
Vater der Klägerin resp. ihren Eltern und dem Beklagten gegeben hatte. Nicht re-
levant kann sodann sein, dass der Beklagte (allenfalls) die Möglichkeit gehabt
hätte, Kenntnis von der R._ Anstalt und deren Hintergründe erhalten zu kön-
nen, nachdem die Klägerin nicht dartut, was den Beklagten zu einer solchen
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Kenntnisnahme hätte veranlassen sollen resp. warum sich der Beklagte mit der
R._ Anstalt und deren Hintergründe hätte auseinandersetzen sollen oder
müssen. Weitere Hinweise / Indizien, die die Vorinstanz nicht oder falsch gewür-
digt haben soll, bringt die Klägerin nicht vor.
6.3.5. Nicht gefolgt werden kann schliesslich der Ansicht der Klägerin, dass mit
dem Umstand, dass der Vater des Beklagten, Dr. C._, die R._ Anstalt
beim Kauf der Wohnung in G._ vertreten hat, nachgewiesen wird, dass
Dr. C._ dem Vater der Klägerin behilflich gewesen war, wenn es darum ge-
gangen war, Verfügungen über in der Schweiz oder N._ verdeckt gehaltenes
Familienvermögen vorzunehmen (Urk. 67 S. 47). Aus diesem einmaligen Zu-
sammenwirken kann nicht geschlossen werden, dass der Vater der Klägerin im-
mer Dr. C._ beigezogen hatte, wenn es um Verfügungen über in der Schweiz
oder N._ gehaltenes Vermögen ging. Auch stellt dies nicht – selbst wenn
man mit einbezieht, dass der Beklagte noch viele Jahre mit seinem Vater in des-
sen Kanzlei zusammengearbeitet hatte – einen Anhaltspunkt dafür dar, dass der
Beklagte für den Vater der Klägerin tätig gewesen war resp. dass der Beklagte
über Informationen oder Unterlagen zum Vermögen der Eltern der Klägerin ver-
fügt.
6.3.6. Wie ausgeführt, ist die vertragliche Pflicht zur Rechenschaftsablegung und
zur Herausgabe von Akten passiv vererblich. Die Erben eines Beauftragten haben
nach bestem Wissen und Können die Rechenschaftspflicht zu erfüllen, wobei
auch die Unterlagen des Erblassers zu Hilfe zu nehmen und dem Auftraggeber
herauszugeben sind (Urk. 68 S. 31 mit Verweis auf BK-Fellmann, N 106 ff. und
211 f. zu Art. 400 und BSK OR I-Weber, N 22 zu Art. 400).
6.3.7. Von dieser Rechtslage ging auch die Vorinstanz aus. Sie kam in der Folge
jedoch zum Schluss, dass Auskunftsansprüche im Zusammenhang mit der
R._ Anstalt im Jahr 1994, d.h. zehn Jahre nach deren Löschung im Jahr
1984, verjährt gewesen seien. Entsprechend habe auch die Aktenaufbewah-
rungspflicht zu jenem Zeitpunkt geendet. Daraus folge, dass vertragliche Ansprü-
che aus dem "R._- Mandat" zum Zeitpunkt der Einreichung des Sühnbegeh-
rens der Klägerin vom 25. November 1997 bereits verjährt gewesen seien. So-
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dann hielt die Vorinstanz fest, dass mit der Vernichtung des Archivs von
Dr. C._ die Herausgabe allfälliger Unterlagen unmöglich geworden sei. Da
der Beklagte berechtigt gewesen sei, die Akten zu vernichten, bestehe folglich
auch deshalb kein Auskunftsanspruch (Urk. 68 S. 31 ff.).
6.3.8. Die Klägerin bringt vor, dass der Vater des Beklagten die R._ Anstalt
beim Kauf einer Eigentumswohnung in Frankreich vertreten habe (Urk. 2 S. 13;
Urk. 3/23). Dies ergibt sich aus dem von der Klägerin eingereichten Kaufvertrag
(Urk. 3/23) und wird vom Beklagten denn auch nicht bestritten (Urk. 13 S. 17).
Wie ausgeführt bestehen jedoch seitens der Klägerin keine vertraglichen Ansprü-
che auf Rechenschaftslegung und Aktenherausgabe hinsichtlich Mandate bei de-
nen ihre Eltern und/oder ihr Vater lediglich wirtschaftlich Berechtigte gewesen wa-
ren. Dementsprechend steht der Klägerin auch keine Rechenschaftslegungs- und
Herausgabeansprüche hinsichtlich des Mandats des Vaters des Beklagten für die
R._ Anstalt zu und es muss an dieser Stelle auch nicht weiter auf den Ver-
jährungseinredeverzicht des Beklagten (Urk. 67 S. 48 f.) eingegangen werden.
6.3.9. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Vorinstanz den An-
spruch der Klägerin auf Rechenschaftslegung und Aktenherausgabe im Zusam-
menhang mit dem "R._-Mandat" gestützt auf Vertragsrecht zurecht verneint
hat.
6.4. Anonyme Schenkungen
6.4.1. Die Klägerin hat eine Reihe von anonymen Schenkungen an ihrem Vater
nahestehende Institutionen (Institut Q._ und Fonds E._ resp. Fondation
E._, welche Teil des Institut Q._ bildet resp. O._ und Centre
S._, das Teil des O._ bildet) dargelegt, bei denen sie davon ausgeht,
dass sie zu Lasten des elterlichen Vermögens erfolgt seien.
6.4.2. Die Vorinstanz verneinte einen vertraglichen Auskunftsanspruch gestützt
auf Schweizer (Auftrags-)Recht, da die Klägerin nicht dargelegt habe, inwiefern
die erwähnten Zuwendungen gestützt auf ein Auftragsverhältnis zwischen ihrem
Vater und dem Beklagten erfolgt sein könnten. Es würden auch keine Anhalts-
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punkte vorliegen, die darauf schliessen lassen, dass es sich bei den erfolgten
Zuwendungen um Vermögen der Eheleute DE._ gehandelt habe, welches
der Beklagte auf vertraglicher Basis für diese verwaltet haben könnte (Urk. 68
S. 37).
6.4.3. Die Klägerin bemängelt, dass der von der Vorinstanz verlangte Grad der
Spezifizierung mit Bezug auf die klägerischen Sachverhaltsdarstellung zu hoch
sei. Sie habe mit Dokumenten dargetan, weshalb sie davon ausgehe, dass die
Schenkungen letztlich aus dem Vermögen ihrer Eltern stammten und auf Veran-
lassung ihres Vaters erfolgt seien, weshalb davon auszugehen sei, dass der Be-
klagte zumindest mittelbar im Auftrag ihres Vaters tätig gewesen sei. Das müsse
genügen (Urk. 67 S. 54).
6.4.4. Der Ansicht der Klägerin kann nicht gefolgt werden. Wie bereits ausgeführt,
besteht ein Rechenschaftsablegungs- und Herausgabeanspruch gestützt auf das
schweizerische Auftragsrecht nur bezüglich Mandate, welche direkt zwischen
dem Beklagten und ihrem Vater und/oder ihrer Mutter bestanden (vgl. Ziff. 3.1. f.
hiervor). Wie die Vorinstanz zutreffend feststellte, fehlen hierzu seitens der Kläge-
rin Behauptungen, die im Zusammenhang mit einem direkten Mandat stehen.
Welche diesbezüglichen Behauptungen die Vorinstanz übersehen oder falsch
gewürdigt haben soll, legt die Klägerin in der Berufung denn auch nicht dar. Die
Klägerin scheint denn auch nicht von einem direkten Mandat auszugehen, wenn
sie behauptet, dass der Beklagte zumindest mittelbar im Auftrag ihres Vaters tätig
gewesen sei und es für den Beklagten habe klar sein müssen, dass die Schen-
kungen von ihrem Vater organisiert worden seien und dass er sie für diesen vor-
genommen habe (Urk. 67 S. 54 f.). Sodann behauptet sie, dass einer der Stroh-
männer, welcher Vermögenswerte der Familie DE._ gehalten habe, Herr
T._. (vom Beklagten "X" genannt) gewesen sei. Über Herrn und Frau
T._. seien zahlreiche anonyme Schenkungen zugunsten ihrem Vater nahe-
stehende Institutionen erfolgt (Urk. 67 S. 15). Daraus folgt aber, dass die "anony-
men Schenkungen" nicht auf einem direkten Mandat zwischen dem Beklagten
und ihrem Vater beruhen. Hinsichtlich des Einwands der unzumutbaren Substan-
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ziierungsanforderungen der Klägerin (Urk. 67 S. 54) kann auf die Ausführungen in
Ziffer 6.2. ff. verwiesen werden.
6.4.5. Dementsprechend hat die Vorinstanz zu Recht einen vertraglichen Aus-
kunftsanspruch der Klägerin gestützt auf schweizerisches (Auftrags-)Recht ver-
neint und die Klage diesbezüglich abgewiesen.
6.4.6. Mit Noveneingabe vom 1. November 2012 behauptete die Klägerin, dass
sie bei der Räumung der Wohnung ihres verstorbenen Vaters per Zufall auf diese
Dokumente gestossen sei (Urk. 89). Dass diese Noveneingabe nicht zuzulassen
ist, wurde bereits in Ziffer 1.5. ff. hiervor ausgeführt. Im Übrigen kann hierzu fol-
gendes angemerkt werden:
6.4.6.1. Die Klägerin behauptet, dass diese neu aufgefundenen Dokumente be-
weisen würden, dass es drei weitere Schenkungen über je FF100'000 gegeben
habe, welche alle vom Beklagten zusammen mit ihrem Vater abgewickelt worden
seien. Sie beruft sich hierbei darauf, dass der Beklagte ihrem Vater drei Checks
über je FF 100'000.– hatte zukommen lassen. Sodann bringt sie vor, dass nun
nachgewiesen sei, dass die Checks vom 10. Juni 1988 und vom 14. Juli 1989
vom Beklagten an ihren Vater geschickt worden seien (Urk. 89 S. 3 f.; Urk. 90/16-
18, 23). Der Beklagte macht geltend, dass es sich seiner Kenntnis entziehe, ob
der Vater der Klägerin hinter gewissen anonymen Schenkungen "steckte". In den
Fällen, in denen er anonyme Schenkungen im Auftrag und für Rechnung der Fa-
milie X vorgenommen habe und die Gegenstand dieses Verfahrens bilden wür-
den, könne er dies jedoch ausschliessen (Urk. 94 S. 5).
6.4.6.2. Die angerufenen Schreiben weisen alle denselben Inhalt auf. Der Beklag-
te schreibt dem Vater der Klägerin, dass er instruiert worden sei, ihm einen Check
im Betrag von FF 100'000.– als anonyme Spende zuzusenden (Urk. 91/16-18,
Urk. 91/23). Bereits vor Vorinstanz war sodann unbestritten, dass der Beklagte in
die "anonyme Schenkung" über FF 30'000.– involviert war. Aus dem von der Klä-
gerin in diesem Zusammenhang neu eingereichten Schriftenwechsel (Urk. 91/27-
29) lassen sich keine relevanten neuen Erkenntnisse ableiten. Schliesslich führt
die Klägerin keine Umstände an, die darauf schliessen lassen resp. aufdrängen,
- 29 -
dass der Beklagte im direkten Auftrag ihres Vaters Vermögen ihrer Eltern verwal-
tete und drängt sich dieser Schluss auch aufgrund der neu eingereichten Schrei-
ben nicht auf. Schliesslich führt denn auch die Klägerin selber an, dass ihr Vater
die Schenkungen zu Lasten des Familienvermögens anonym und durch Dritte
habe vornehmen lassen. Ihr Vater, der sich auch sonst Strohmänner bedient ha-
be, habe auch hier solche eingesetzt (Urk. 89 S. 6). Auch mit den neu eingereich-
ten Urkunden vermag somit die Klägerin nicht darzutun, dass zwischen dem Be-
klagten und ihrem Vater ein Auftragsverhältnis bestanden hatte.
6.4.6.3. Soweit die Klägerin vorbringt, dass nun erwiesen sei, dass der Beklagte
tatsachenwidrige Behauptungen aufgestellt habe, ist festzuhalten, dass der Be-
klagte bereits in der Klageantwort ausgeführt hatte, dass er sich erinnere, mehr-
fach von der Familie X beauftragt worden zu sein, der Stiftung E._ bzw. dem
Institut Q._ Schenkungen zu machen. Nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist
von 10 Jahren vernichte er regelmässig Akten, was auch für die Akten der Familie
X gegolten habe. Dabei führte er von sich aus eine weitere, der Klägerin bis anhin
nicht bekannte Schenkung an (Urk. 13 S. 12). Dass sich der Beklagte im Jahr
2009 nicht mehr an Vorkommnisse aus den Jahren 1988 und 1989 erinnern konn-
te, erscheint glaubhaft und vermag die Glaubwürdigkeit des Beklagten nicht in
Frage zu stellen. Anhaltspunkte dafür, dass der Beklagte bewusst falsch ausge-
sagt hatte, bringt die Klägerin keine vor.
6.4.7. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Klägerin hinsicht-
lich der "anonymen Schenkungen" kein Auskunftsanspruch gestützt auf schweize-
risches (Auftrags-)Recht zusteht.
6.5. Weitere Mandate / Tätigkeiten des Beklagten (und seines Vaters) für den
Vater und/oder die Eltern der Klägerin
6.5.1. Die Klägerin bringt vor, dass diverse weitere Anhaltspunkte vorliegen wür-
den, die im Gesamtzusammenhang zu würdigen seien, und es mehr als plausibel
erscheinen lassen würden, dass der Beklagte über Informationen und Unterlagen
zum Vermögen ihrer Eltern und zu Transaktionen über dieses Vermögen verfüge
(Urk. 67 S. 29 S. 67 f., S. 68). Demgegenüber bestreitet der Beklagte, dass er
- 30 -
Mandate für den Vater resp. die Eltern der Klägerin geführt habe (mit Ausnahme
der nicht streitgegenständlichen Mandate des Klägers für zwei Stiftungen) (Urk. 2
S. 19, S. 20).
6.5.2. Für einen Auskunftsanspruch nach schweizerischem Auftragsrecht ist allei-
ne massgebend, ob ein Vertragsverhältnis zwischen dem Beklagten und dem Va-
ter resp. der Eltern der Klägerin resp. zwischen dem Vater des Beklagten und
dem Vater resp. der Eltern der Klägerin bestand. Der Beklagte hat sich seit die
Klägerin an ihn gelangt ist, bereit erklärt, Auskunft zu erteilen, soweit sie ihm die
ihrer Ansicht nach vorhandenen "Strohmannbeziehungen" ihres Vaters bezeich-
ne. Sodann hat er von Anfang an erklärt, dass er kein Mandat für den Vater resp.
die Eltern der Klägerin inne gehabt habe (Urk. 14/13, 14/15, 14/17, 14/20-21,
14/23).
6.5.3. Der Beklagte führte aus, dass er die Betreuung der 1984 im Büro seines
Vaters eingeführten Familie X übernommen habe. Sodann sei es zu geschäftli-
chen Beziehungen zum Vater der Klägerin gekommen im Zusammenhang mit ei-
nem sehr komplexen Mandat mit französischen Klienten, indem ihn der Vater der
Klägerin diesbezüglich beraten habe. Zudem habe der Vater der Klägerin in
Frankreich auf Empfehlung des Büros Dr. C._ Verwaltungsratsmandate des
Gastronomiekonzerns P._ übernommen (Urk. 13 S. 7). Weitergehende ge-
schäftliche Beziehungen und persönliche Mandate für den Vater resp. die Eltern
der Klägerin bestreitet er.
6.5.4. Nachdem der Beklagte bestreitet, ein Mandat geführt zu haben, genügt es
nicht, wenn die Klägerin lediglich Umstände aufzeigt, welche es möglich erschei-
nen lassen, dass der Beklagte ein Mandat für ihren Vater und/oder ihre Eltern ge-
führt hatte. Es muss zumindest eine überwiegende Wahrscheinlichkeit dafür spre-
chen.
6.5.4.1. Die Klägerin beruft sich auf eine enge Beziehung resp. Zusammenarbeit
zwischen dem Beklagten und ihrem Vater (Urk. 2 S. 10 ff.; Urk. 37 S. 10; Urk. 47
S. 6 f.; Urk. 67 S. 66 ff.). Diese leitet sie aus verschiedenen Umständen ab. In der
Klagebegründung führte sie aus, dass sie von ihren Eltern dahingehend informiert
- 31 -
worden sei, dass über viele Jahre zuerst der Vater des Beklagten und dann der
Beklagte die Geschäftspartner und Korrespondenten ihres Vaters in der deut-
schen Schweiz gewesen seien. Auch sie sei durch Vermittlung ihrer Eltern in Kon-
takt zum Beklagten gebracht worden (Urk. 2 S. 10 f.). Nur aufgrund des Um-
stands, dass der Vater der Klägerin beruflich mit dem Beklagten resp. dessen Va-
ter zusammengearbeitet hatte, kann noch nicht geschlossen werden, dass der
Beklagte resp. der Vater des Beklagten Mandate für den Vater der Klägerin per-
sönlich geführt hatte. Auch die ausgetauschten Weihnachtswünsche und der Um-
stand, dass der Vater der Klägerin den Beklagten in einem Schreiben "cher Con-
frère et Ami" nennt, drängen eine solche Annahme nicht auf. Auch die Agendaein-
träge vermögen für sich und im Zusammenhang mit den Vorbringen der Klägerin
nicht auf ein persönliches Mandat des Beklagten für den Vater der Klägerin
schliessen lassen, selbst wenn ein Grossteil der Einträge den Beklagten betroffen
hätte. Und selbst wenn man diesen geltend gemachten engen und regelmässigen
Kontakt in Berücksichtigung der weiteren Behauptungen der Klägerin würdigt,
drängt sich ein Mandatsverhältnis zwischen dem Beklagten und dem Vater der
Klägerin nicht auf. Hierbei sei nochmals darauf hingewiesen, dass die Ausführun-
gen der Klägerin im Zusammenhang mit den anonymen Schenkungen den
Schluss nicht zulassen, dass der Beklagte in einem direkten Vertragsverhältnis
mit dem Vater der Klägerin stand. Im Gegenteil führte die Klägerin in diesem Zu-
sammenhang selber aus, dass sich ihr Vater immer wieder sog. "Strohmänner"
bedient habe, wobei sie an keiner Stelle behauptete, dass der Beklagte ein sol-
cher Strohmann gewesen sei.
6.5.4.2. Schliesslich lässt sich auch aus dem Umstand, dass die Klägerin durch
Vermittlung ihrer Eltern in Kontakt zum Beklagten gekommen war, nicht schlies-
sen, dass (auch) ihr Vater und/oder ihre Eltern den Beklagten und/oder dessen
Vater mit einem (persönlichen) Mandat beauftragt hatten.
6.5.4.3. Es gilt das soeben in Ziffer 6.5.4.1. Ausgeführte mitzuberücksichtigen so-
wie weiter, dass die Familie X resp. T._. anerkanntermassen sowohl Klienten
des Beklagten wie auch des Vaters der Klägerin war, dass der Vater der Klägerin
wie auch der Beklagte Verwaltungsratsmandate für den Gastronomiekonzern
- 32 -
P._ innehatte und der Beklagte und der Vater der Klägerin insofern geschäft-
lich verbunden waren, als der Vater der Klägerin den Beklagten bei einem kom-
plexen Mandat mit französischen Klienten beriet, was seitens der Klägerin unbe-
stritten blieb (Urk. 38 S. 10; Urk. 67 S. 67). Dies vermag sowohl einen regelmäs-
sigen Kontakt zwischen dem Vater der Klägerin und dem Beklagten zu erklären
wie auch die Empfehlung des Vaters an seine Tochter. Sodann führt die Klägerin
selber aus, dass ihr Vater einen Teil des Vermögens geheim in der Schweiz ge-
halten habe (Urk. 67 S. 67). Das spricht aber klar gegen eine direkte Vertragsbe-
ziehung zwischen dem Beklagten und dem Vater der Klägerin resp. den Eltern
der Klägerin.
6.5.5. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die von der Klägerin
vorgebrachten Umstände (inkl. der Ausführungen im Zusammenhang mit der
R._-Anstalt und den anonymen Schenkungen) auch bei einer Gesamtbe-
trachtung nicht darauf schliessen lassen, dass der Beklagte mit grosser ge-
schweige denn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein (persönliches) Mandat
für den Vater resp. die Eltern der Klägerin geführt hatte und dementsprechend ein
vertraglicher Auskunftsanspruch der Klägerin zu verneinen ist.
7. Informationsrechte nach französischem Recht
7.1. Vorbemerkungen
7.1.1. Die Vorinstanz hat auch einen Auskunftsanspruch nach französischem
Recht verneint (Urk. 68 S. 34 f., S. 37 ff., S. 48, S. 49, S. 52). Die Klägerin macht
geltend, dass die Vorinstanz zwar ihre rechtlichen Ausführungen nicht grundsätz-
lich in Abrede gestellt habe, aber in ihrer Tragweite verkannt und unzutreffend
umgesetzt habe (Urk. 67 S. 32).
7.1.1.1. Die Klägerin reicht mit ihrer Berufungsschrift zum Nachweis des französi-
schen Rechts neue Beilagen ein (vier Gutachten zum französischen Recht;
Urk. 70/6, 70/7/1-2, 70/8/1-2, 70/9/1-3). Der Beklagte macht geltend, dass die in
diesem Zusammenhang vorgebrachten neuen Tatsachen und als neue Beweis-
- 33 -
mittel eingereichten Unterlagen verspätet und deshalb aus dem Recht zu weisen
seien (Urk. 75 S. 14).
7.1.1.2. Der Inhalt des anzuwendenden ausländischen Rechts ist von Amtes we-
gen festzustellen. Dazu kann die Mitwirkung der Parteien verlangt werden. Bei
vermögensrechtlichen Ansprüchen kann der Nachweis den Parteien überbunden
werden (Art. 16 Abs. 1 IPRG). Das fremde Recht, dass im Inland angewendet
werden soll, hat nicht Tatsachen- sondern Normcharakter (Keller/Girsberger, Zür-
cher Kommentar zum IPRG, 2. Aufl., Art. 16 N 32). Im Berufungsverfahren kann
die Berufungsinstanz frei und mit voller Kognition überprüfen, ob überhaupt aus-
ländisches Recht anwendbar ist, ob das richtige ausländische Recht herangezo-
gen wurde sowie ob das ausländische Recht korrekt auf den Sachverhalt ange-
wendet worden ist (Reetz/Theiler in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger,
ZPO-Komm., Art. 310 N 17).
7.1.1.3. Die Klägerin macht über mehrere Seiten ausführliche Angaben zum fran-
zösischen Recht (Urk. 67 S. 33 ff.). Dabei bringt sie jedoch nichts vor, das auf ei-
ne falsche Darstellung des französischen Rechts durch die Vorinstanz hinweist.
Die Klägerin führt selber aus, dass der Auskunftsanspruch drei Voraussetzungen
habe. Erstens müsse die Zwangsmassnahme die Wahrung eines gesetzlich aner-
kannten oder gerichtlich festgestellten Rechts zum Ziel haben (so auch die Vor-
instanz, Urk. 68 S. 24), zweitens müsse die Information oder die richterlich ange-
ordnete Vorlage eines Beweismittels zur Klärung einer Streitfrage notwendig sein
(so auch die Vorinstanz, Urk. 68 S. 24) und drittens dürfe dem Herausgabean-
spruch gegen einen Dritten kein berechtigtes Interesse eines Dritten entgegen-
stehe (so auch die Vorinstanz, Urk. 68 S. 25). Schliesslich stellte die Vorinstanz
auch nicht in Abrede, dass die Erbenstellung der Klägerin resp. die Verfolgung
der Wahrung ihres Pflichtteils ein berechtigter Grund, also ein legitimes Interesse,
darstellen kann (Urk. 68 S. 25). Demgegenüber sieht die Klägerin in ihrer Erben-
stellung resp. der Wahrung ihres Pflichtteils ohne weiteres ein legitimes Interesse
(Urk. 67 S. 38). In der Folge prüfte die Vorinstanz, ob ein legitimes Interesse an
der Herausgabe der Unterlagen bestehe (Urk. 68 S. 27).
- 34 -
7.1.1.4. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, geht aus dem Entscheid des
"Tribunal de Grande Instance de Paris" hervor, dass der berechtigte Grund für
das Informationsbegehren der Klägerin im Schutz ihres Pflichtteils bestehe. Wie
ausgeführt (Ziff. 5.2.2.) lagen dem Streit sieben konkrete Schenkungen zugrunde,
die – von der Gegenseite anerkannt – mutmasslich vom Vater der Klägerin veran-
lasst worden waren. Dies muss bei der Aussage des Gerichts, dass die Erbenstel-
lung der Klägerin hinsichtlich der Gesamtheit tatsächlich ihr Auskunftsrecht mit
dem Ziel – welches durch zwingende gesetzliche Bestimmungen geschützt sei –
ihren Pflichtteil zu bewahren, begründe, und den berechtigten Grund für ihren An-
trag bilde (Urk. 67 S. 41), mitberücksichtigt werden. Dass ihre Stellung als pflicht-
teilsgeschützte Erbin resp. ihr Anspruch auf Wahrung ihres Pflichtteils per se für
sämtliche Auskunftsbegehren gegenüber jedwelcher Person ein legitimes Interes-
se darstellt, kann dem Entscheid nicht entnommen werden. Solches kann auch
nicht den von der Klägerin eingereichten Rechtsgutachten (Urk. 70/6-9) entnom-
men werden. Dementsprechend kann offen bleiben, ob diese Urkunden aus dem
Recht zu weisen sind.
7.1.1.5. Zum Gutachten von U._ und V._ (Urk. 70/8/1-2) sowie von
W._ (Urk. 70/9/1-2) kann angemerkt werden, dass beiden Gutachten zu-
grunde liegt, dass Auskunft über Vermögenswerte verlangt wird, die zwar durch
Dritte gehalten werden, es sich dabei aber anerkanntermassen/unbe-
strittenermassen um Vermögenswerte des Vaters resp. der Eltern der Klägerin
handelt, dementsprechend mit der vorliegenden Sache nicht vergleichbar ist. So-
dann weisen diese beiden darauf hin, dass, wenn der Antrag an einen Dritten ge-
richtet ist, gegeben sein müsse, dass sich dieser nicht hinter einem berechtigten
Verhinderungsgrund verschanzen könne (Urk. 70/8/2 S. 2).
7.1.1.6. Art. 10 CC verpflichtet jeden, seinen Beitrag zur Wahrheitsfindung zu leis-
ten. Daraus leitet sich ein Anspruch des pflichtteilsgeschützten Erben ab, Aus-
kunft über sämtliche Vorgänge zu erhalten, die der Erbe benötigt, um seinen
Pflichtteil durchzusetzen. Daraus muss folgen, dass die Klägerin gestützt auf
Art. 10 CC berechtigt ist, gegenüber Dritten Auskunft über die Vermögenswerte
des Erblassers zu verlangen. Etwas anderes ergibt sich weder aus den von der
- 35 -
Klägerin eingereichten Gutachten noch aus der Rechtsprechung der französi-
schen Gerichte. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz aus-
führt, dass das Vorhandensein eines legitimen Interesses (auch) davon abhänge,
ob die anbegehrten Unterlangen in irgendeiner Weise zur Feststellung einer allfäl-
ligen Pflichtteilsverletzung förderlich sind oder zumindest Anhaltspunkte bestehen
würden, dass die zu edierenden Unterlagen mit dem Vermögen der Familie
DE._ in Verbindung stehen. Es kann im Übrigen für die Voraussetzungen
des Auskunftsrechts nach französischem Recht auf die zutreffenden Ausführun-
gen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 68 S. 23 ff.). Soweit relevant wird an
gegebener Stelle auf die Ausführungen der Klägerin eingegangen.
7.1.2. Die Klägerin bringt sodann – unter Bezugnahme auf den Entscheid des Tri-
bunal de Grande Instance de Paris vom 18. April 1995 – vor, dass die Anforde-
rungen an die vom pflichtteilsgeschützten Erben vorzutragenden Tatsachen nach
französischem Recht nicht allzu hoch seien (Urk. 67 S. 40).
7.1.2.1. Wie ausgeführt berechtigt Art. 10 CC die Klägerin, gegenüber Dritten
Auskunft über die Vermögenswerte des Erblassers zu verlangen. Dies setzt vo-
raus, dass dieser Dritte im Besitz von entsprechenden Informationen und Unterla-
gen ist. Denn wenn der Dritte nicht über Informationen und Unterlagen über Ver-
mögenswerte des Erblassers – seien es direkt und indirekt von diesem gehaltene
Vermögenswerte – verfügt, kann er – selbst bei einem gutheissenden Urteil – kei-
ne Auskunft erteilen und keine Unterlagen herausgeben. Der Beklagte hat der
Klägerin nicht generell über seine gesamte Tätigkeit Auskunft zu erteilen, nur weil
die Klägerin der Ansicht ist, dass der Beklagte und/oder dessen Vater über Infor-
mationen verfügen müssten.
7.1.2.2. Sodann muss das Rechtsbegehren so formuliert sein, dass es bei Gut-
heissung der Klage zum Dispositiv erhoben werden kann. Da das Gericht ein
Leistungsurteil fällt, das vollstreckt werden kann, muss der Klageantrag auch ei-
nen vollstreckungsfähigen Inhalt aufweisen (Schröder, Informationspflichten im
Erbrecht, S. 225).
- 36 -
7.1.2.3. Nachdem auch die Auskunft, es habe kein Vertragsverhältnis bestanden,
eine genügende Auskunft ist (BGE 133 III 664 E. 2.6), ist es – nachdem der Be-
klagte bestreitet, irgendwelche Kenntnisse resp. Informationen über das Vermö-
gen des Vaters resp. der Eltern der Klägerin zu haben – unerlässlich, dass die
anbegehrten Informationen so präzisiert, d.h. die herauszugebenden Informatio-
nen und Urkunden so genügend konkret umschrieben werden, dass beurteilt wer-
den kann, ob die Aussage des Beklagten, er wisse nichts, zutreffend ist. Hierzu ist
zudem erforderlich, dass seitens der Klägerin aufgezeigt wird, dass zumindest
wahrscheinlich erscheint, dass der Beklagte über die anbegehrten Informationen
verfügt und seine Aussage, er wisse nichts, nicht zutreffend erscheint.
7.1.2.4. Schliesslich kann darauf hingewiesen werden, dass im von der Klägerin
angesprochenen Entscheid unbestritten resp. genügend nachgewiesen war, dass
die streitgegenständlichen Schenkungen vom Vater der Klägerin veranlasst wor-
den waren, und der Entscheid im Befehlsverfahren erging. Dementsprechend
kann die Ansicht der Klägerin, dass mit Fug und Recht davon ausgegangen wer-
den dürfe, dass das Tribunal de Grande Instance de Paris eine Klage in der vor-
liegenden Konstellation geschützt hätte (Urk. 67 S. 41 ff.), nicht geteilt werden.
Denn die Ausgangslage ist nicht die selbe. Im vorzitierten Entscheid verlangte die
Klägerin Auskunft vom Schenkungsempfänger, der anscheinend nicht bestritt,
dass die Schenkungen aus dem Vermögen des Vaters der Klägerin stammten,
während die Klägerin vorliegend Auskunft von einer Person verlangt, die nach
Darstellung der Klägerin im Auftrag eines Dritten, aber angeblich für ihren Vater,
Schenkungen vorgenommen haben soll resp. mit Strohmännern ihres Vater Auf-
tragsverhältnisse gehabt haben soll, was bestritten wird. Es wird nachfolgend zu
prüfen sein, ob seitens der Klägerin plausibel gemacht wird, dass die von ihr auf-
gezählten Schenkungen aus dem Vermögen ihres Vaters resp. ihrer Eltern
stammten resp. stammen könnte und ob von ihr plausibel gemacht wird, dass der
Beklagte Auftragsverhältnisse für Strohmänner des Vaters der Klägerin führt.
7.2. R._ Anstalt
7.2.1. Hinsichtlich des gesetzlichen Herausgabeanspruchs nach französischem
Recht verwies die Vorinstanz auf ihre Ausführungen zum Ablauf der Aktenaufbe-
- 37 -
wahrungspflicht bzw. zum Erlöschen des Auskunftsanspruchs. Sodann hielt sie
fest, dass es der Klägerin ohnehin an einem legitimen Interesse fehle (Urk. 68
S. 34).
7.2.2. Hinsichtlich der Vernichtung des Archivs von Dr. C._ ging die Vo-
rinstanz davon aus, dass diese dem Beklagten nicht angelastet werden könne
(Urk. 68 S. 33 f.). Dieser Ansicht folgt die Klägerin nicht. Sie rügt eine aktenwidri-
ge Feststellung des Sachverhalts (Urk. 67 S. 48). Sie macht geltend, dass die
Ausführungen im Urteil der Vorinstanz zum damals zwischen dem Rechtsvertreter
der Klägerin und dem Beklagten geführten Schriftverkehr krass aktenwidrig sei.
Kurz bevor sich der Todestag ihrer Mutter im Jahr 1997 zum zehnten Mal gejährt
habe, habe sie verjährungsunterbrechende Schritte gegen den Beklagten unter-
nommen. Dieser habe daraufhin mit Schreiben vom 3. Dezember 1997 einen Ver-
jährungseinredeverzicht erklärt und ihr zugesichert, keine Akten zu vernichten.
Die Vorinstanz habe dazu aktenwidrige und völlig überraschende Feststellungen,
welche von den Parteien selber in keiner Weise behauptet worden seien, ge-
macht (Urk. 67 S. 20 ff.).
7.2.3. Die Klägerin bringt vor, die Vorinstanz behaupte aktenwidrig und im Wider-
spruch zu den Parteivorbringen, der vom Beklagten am 3. Dezember 2007 erklär-
te Verjährungsverzicht habe sich nur auf die von der Klägerin selbst erteilten
Mandate und nicht auch auf Mandate der Eltern der Klägerin und/oder andere
Mandate zum elterlichen Vermögen der Klägerin erstreckt (Urk. 67 S. 21). Die Vo-
rinstanz machte die Ausführungen zur Verjährung im Zusammenhang mit der vom
Beklagten geltend gemachten – und von der Klägerin unbestritten gebliebenen –
Aktenvernichtung.
7.2.4. Wie in Ziffer 6.3.4. f. ausgeführt, konnte die Klägerin nicht plausibel dartun,
dass der Beklagte über ein Wissen im Zusammenhang mit "R._-Mandaten"
verfügt. Nachdem das Archiv seines Vater anerkanntermassen nicht mehr vor-
handen ist, ist der Beklagte nicht in der Lage, einerseits dieses Archiv zu Hilfe zu
ziehen und andererseits, die anbegehrten Unterlagen herauszugeben. Zu prüfen
bleibt, ob dem Beklagten die Vernichtung der Akten angelastet werden kann.
- 38 -
7.2.5. Die Klägerin behauptet, der vom Beklagten erklärte Verjährungseinredever-
zicht vom 3. Dezember 1997 könne nach Treu und Glauben nur so verstanden
werden, dass mit ein "anderes Mandat" ein Auftrag gemeint gewesen sei, welcher
sich auf die Eltern der Klägerin und deren Vermögen bezogen habe (Urk. 67
S. 22).
7.2.5.1. Der Beklagte machte vor Vorinstanz geltend, dass er vermute, dass das
Mandat R._ Anstalt zum Zeitpunkt seines Eintritts ins Büro seines Vaters be-
endet gewesen sei. Die diesbezügliche Aktenaufbewahrungspflicht sei im No-
vember 1997, als die Klägerin erstmals die Herausgabe von Akten angeblicher
Mandate ihres Vaters verlangt habe, etwa dreizehn Jahre nach der vermuteten
Beendigung des Mandates, längst abgelaufen gewesen (Urk. 13 S. 18). Vorab
hatte er ausgeführt, dass er in seinem Schreiben vom 7. Mai 2008 erwähnt habe,
dass er die seit dem Tod seines Vaters im Keller der Liegenschaft ...-Strasse ar-
chivierten Akten des Büros Dr. C._, also seines Vaters, nach dem Tod seiner
Mutter und dem Verkauf der Liegenschaft im Jahr 2007 der Verbrennung zuge-
führt habe (Urk. 13 S. 16). Diese Aussage des Beklagten blieb seitens der Kläge-
rin unkommentiert (Urk. 38 S. 12) und demnach unbestritten. Demnach erfolgt die
in der Berufungsschrift erhobene Bestreitung hinsichtlich der Vernichtung der Ak-
ten (Urk. 67 S. 24) verspätet und ist nicht zu hören. Hinsichtlich der Ausführungen
des Beklagten zur Beendigung des "Mandats R._" erwiderte die Klägerin, der
Beklagte sei Partner in einem Kleinbüro mit nur zwei Partnern gewesen. Seine
Darstellung sei nicht glaubwürdig: wenn er die Vermutung anstelle, das "R._-
Mandat" sei beendet gewesen, weil er nie davon gehört habe, gebe der Beklagte
selber zu, dass er von laufenden Mandaten Kenntnis gehabt habe (Urk. 38 S. 13).
7.2.5.2. Die Klägerin reichte vor Vorinstanz selber einen Auszug aus dem ...
Handelsregister [des Staates N._] ein (Urk. 4/19). Diesem Auszug lässt sich
entnehmen, dass die R._ Anstalt 1984 liquidiert worden war. Dementspre-
chend konnte sich die Klägerin vor Vorinstanz nicht damit begnügen, die Vorbrin-
gen des Beklagten unsubstanziiert als unglaubwürdig zu bestreiten. Sie hätte zu-
mindest darzutun gehabt, warum das "Mandat R._" allenfalls über die Liqui-
dierung der R._ Anstalt hinaus hätte fortgeführt werden können. Solches
- 39 -
drängt sich nicht auf, da mit der Liquidierung die Anstalt erloschen ist. Dement-
sprechend durfte die Vorinstanz zurecht davon ausgehen, dass das "R._-
Mandat" spätestens im Jahr 1984 beendet war und dementsprechend eine Ak-
tenaufbewahrungspflicht im Jahr 1994 geendet hatte.
7.2.5.3. Die Klägerin wirft der Vorinstanz sodann unrichtige und willkürliche Sach-
verhaltsfeststellung im Zusammenhang mit dem vom Beklagten am 3. Dezember
1997 erklärten Verjährungseinredeverzicht. Die Vorinstanz kam zum Schluss,
dass sich die Erklärung vom 3. Dezember 1997 nur auf von der Klägerin erteilte
Mandate erstreckt habe (Urk. 68 S. 33). Die Klägerin macht im Berufungsverfah-
ren über Seiten Ausführungen dazu (Urk. 67 S. 20 ff.), weshalb diese Auffassung
der Vorinstanz unzutreffend ist. Dies kann jedoch schlussendlich offengelassen
werden und zwar aus folgendem Grund:
7.2.5.4. In der Klageantwort brachte der Beklagte vor, dass die Aktenaufbewah-
rungspflicht bezüglich des "R._-Mandats" im November 1997, als die Kläge-
rin erstmals die Herausgabe angeblicher Mandate ihres Vaters verlangt habe,
längst abgelaufen gewesen sei. Dies nachdem er ausgeführt hatte, dass er
selbstredend nicht à priori von den Mandaten seines Vaters Kenntnis gehabt ha-
be. Ganz besonders gelte dies für Mandate, die im Zeitpunkt seines Eintritts im
Büro seines Vaters bereits abgeschlossen gewesen waren (Urk. 13 S. 18). Die
Klägerin führte hierzu lediglich an, dass die Darstellung des Beklagten unglaub-
würdig sei (Urk. 38 S. 12). Damit hat sie, wie ausgeführt, nicht bestritten, dass die
Aktenaufbewahrungspflicht im November 1997 bereits abgelaufen gewesen ist.
Insbesondere hat sie auch nicht behauptet, dass der Beklagte auf die Vernichtung
dieser Akten mit Schreiben vom 3. Dezember 1997 verzichtet habe. In ihrer er-
gänzenden Replik führte sie dann aus, dass der Beklagte seit einem ersten
Schreiben vom 26. November 1997 wiederholt angehalten worden sei, keinerlei
Unterlagen zu vernichten, die sich auf Tätigkeiten der Anwaltskanzlei seines Va-
ters und seiner selbst für das Vermögen ihrer Eltern getrennt oder geeint, sowie
auf Aufträge, die ihm von dieser Seite erteilt worden seien, beziehen würden. Der
Beklagte habe sich wiederholt verpflichtet, Akten der Klientschaft DE._ nicht
- 40 -
zu vernichten (Urk. 47 S. 8). Der Beklagte bestritt diese Ausführungen unter Hin-
weis auf seine Ausführungen (Urk. 55 S. 22).
7.2.5.5. Die Klägerin hat die Schreiben, in denen der Beklagte bestätigt habe, kei-
nerlei Unterlagen zu vernichten, die sich auf Tätigkeiten der Anwaltskanzlei sei-
nes Vaters und seiner selbst für das Vermögen ihrer Eltern getrennt oder geeint,
sowie auf Aufträge, die ihm von dieser Seite erteilt worden seien, beziehen wür-
den, nicht näher bezeichnet. Der Beklagte selber hat einige seiner Schreiben vor
Vorinstanz ins Recht gelegt. So das von der Vorinstanz gewürdigte Schreiben
vom 3. Dezember 1997, in welchem er erklärte, dass er auch auf die Einrede der
Verjährung verzichte, für den Fall, dass ausser des erwähnten Mandates ein an-
deres Mandat bestanden habe. Selbstverständlich sei er zur Rechenschaftsabla-
ge über solche Mandate bereit, falls solche existiert haben sollten. Er werde auch
keine Unterlagen solcher Mandate vernichten. Er könne sich jedoch an kein Man-
dat ausser dem erwähnten erinnern (Urk. 14/13). Mit Schreiben vom 28. Dezem-
ber 1998 teilte der Beklagte dem Rechtsvertreter der Klägerin mit, dass er sich
längstens bis am 15. Februar 1999 an seine Zusicherung vom 3. Dezember 1997
halten könne. Am 25. März 1999 würden sie ihren Geschäftssitz verlegen, was
mit einer generellen Räumung ihrer Archive verbunden sein werde. Da er nach
wie vor nicht wisse, welche Akten die Klägerin interessieren würden bzw. wer "als
Stellvertreter oder (verdeckter) Treuhänder ihres Vaters aufgetreten sein könnte,
sehe er keine Möglichkeit für eine besondere Rücksichtnahme ab dem erwähnten
Datum (Urk. 14/15). Als weiteres reichte der Beklagte einen Schriftenwechsel vom
20. November 2002 ein (Urk. 14/16-17). Im Schreiben des damaligen Rechtsver-
treters der Klägerin wird der Beklagte aufgefordert, sämtliche Korrespondenz etc.,
die die Guthaben und Vermögenswerte des Vaters der Klägerin betreffen würden
und/oder ihm bzw. seiner Kanzlei anvertraute Mandate betreffen würden, nicht zu
beseitigen und nicht zu vernichten, selbst wenn sie älter als 10 Jahre sein sollten.
Dies betreffe auch Stiftungen und Anstalten sowie Trusts und ähnliche Einrich-
tungen mit Bezug zum Vermögen des Erblassers (Urk. 14/16). Mit Schreiben vom
18. Dezember 2003 gelangte der damalige Rechtsvertreter erneut an den Beklag-
ten. Er erneuerte sein Begehren auf Rechenschaftsablage und Auskunftserteilung
und zwar "Ihnen gegenüber für alle Mandate, die Sie für Herrn D._ und/oder
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Frau E._ geführt haben. Im weiteren ist meine Mandantin darauf angewie-
sen, sämtliche bei Ihnen und in Ihrer Kanzlei vorhandenen Informationen zu erhal-
ten, welche direkten oder indirekten Bezug zum Familienvermögen der Ehegatten
DE._ haben." (Urk. 14/18). Erstmals im Schreiben vom 22. Dezember 2005
nahm der damalige Rechtsvertreter der Klägerin konkret Bezug auch auf die Tä-
tigkeit, welche die Anwaltsfirma des Vaters des Beklagten betraf (Urk. 14/19).
Demzufolge ist höchst fraglich, ob der Verjährungseinredeverzicht vom 3. De-
zember 1997 auch die Mandate seines Vaters betraf. Bis im Jahr 2003 ging es im
Schriftenwechsel immer nur um die Mandate des Beklagten (auch in den Schrei-
ben vom 12. Januar 1998 und 23. Dezember 1998, Urk. 70/3-4). Insbesondere
aufgrund des Umstands, dass der Vater des Beklagten bereits 1986 verstorben
war, konnte der Verjährungseinredeverzicht vom 3. Dezember 1997 jedenfalls
nicht so verstanden werden, dass auch die zu diesem Zeitpunkt bereits verjährten
Mandate seines Vaters miteingeschlossen sind. Daran ändert auch nichts, wenn
das von der Klägerin erst mit der Berufung eingereichte Schreiben vom 26. No-
vember 1997 (Urk. 70/2) mitberücksichtigt wird. Zwar nimmt der damalige
Rechtsvertreter Bezug darauf, dass der Vater des Beklagten und später der Be-
klagte über die Jahre hinweg verschiedentlich für die Eltern der Klägerin An-
waltsmandate ausgeführt und Vermögensanlagen in der Schweiz getätigt hätten.
Weiter bat er, die betreffenden Unterlagen aufzubewahren und der Klägerin lü-
ckenlos und detailliert Aufschluss zu geben, in welchen Beträgen und zu welchen
Zweck "Sie", also der Beklagte, wann Vermögenswerte der Ehegatten DE._
zur Disposition erhalten haben, welches die Weisungen "an Sie", also an den Be-
klagten, gewesen seien und wann "Sie", also der Beklagte, welche Beträge an
wen für Rechnung von Herrn und Frau DE._ weiterüberwiesen oder zurück-
überwiesen habe. Überdies ersuche er ihn um Aufschluss über das Schicksal an-
derer Vermögenswerte der Ehegatten DE._, von denen er ("Sie") im Rahmen
seiner ("Ihrer") Mandate Kenntnis erhalten habe (Urk. 70/2 S. 2). Nachdem die
Klägerin in der ergänzten Replik sodann nicht substanziiert ausgeführt hatte,
wann und wie der Kläger auf die Vernichtung der Akten seines Vaters verzichtet
habe, musste der Beklagte hierzu auch nicht konkret Stellung nehmen und hatte
er keine Veranlassung, explizit (und nicht nur implizit, in dem er immer lediglich
- 42 -
von seinen Mandaten sprach) zu behaupten, dass der Verjährungsverzicht vom
3. Dezember 1997 nur seine Mandate (ursprüngliche oder vom Vater übernom-
mene) betroffen habe. Schliesslich hatte die Klägerin trotz mehrfacher Nachfrage
des Beklagten diesem gegenüber nie konkretisiert, welche konkreten Akten resp.
hinsichtlich welcher "Strohfirmen" oder "Strohmänner" sie einen Auskunftsan-
spruch geltend mache, und tauchte der Name R._ Anstalt erstmals in der
Klageschrift vom 20. November 2008 auf (jedoch noch nicht im Sühnbegehren;
Urk. 1; zwar bestritt die Klägerin, dass der Beklagte erstmals mit der Klageschrift
erfahren habe, dass sein Vater im Jahr 1974 für die R._ tätig gewesen sei,
jedoch behauptete sie nicht, dass sie den Beklagten bereits davor um Auskunft
über diese Anstalt ersucht habe; Urk. 38 S. 12). Unter diesen Umständen kann
aber dem Beklagten nicht angelastet werden, dass allfällige Akten seines Vaters
hinsichtlich des R._-Mandats nicht mehr vorhanden sind. Daran ändert auch
nichts, dass nach dem französischen Erbrecht ein Auskunftsanspruch nicht resp.
allenfalls erst nach 30 Jahren verjährt und der Beklagte mit Schreiben vom
9. Februar 1999 in Aussicht gestellt hatte, Akten "der Klientschaft DE._, soweit
es überhaupt solche gibt" (Unterstreichung hinzugefügt) nicht vernichten werde
(Urk. 70/5). Dass damit ausschliesslich die auf die Eltern der Klägerin persönlich
lautenden Mandate gemeint sein konnten, ergibt sich nicht nur aus der Bezeich-
nung "Klientschaft DE._", sondern auch daraus, dass der Beklagte einmal
mehr darum bat, die Namen der Klienten von Herrn D._ bekannt zu geben,
da er diesbezüglich vollständig im Dunkeln tappe (Urk. 70/5).
7.2.5.6. Der Beklagte hatte der Klägerin mit Schreiben vom 28. Dezember 1998
mitgeteilt, dass sie am 25. März 1999 ihren Geschäftssitz verlegen würden, was
mit einer generellen Räumung ihrer Archive verbunden sein werde. Da er nach
wie vor nicht wisse, welche Akten sie interessieren würden bzw. wer "als Stellver-
treter oder (verdeckter) Treuhänder von Herrn D._" aufgetreten sein könnte,
sehe er keine Möglichkeit für eine besondere Rücksichtnahme ab dem erwähnten
Datum (Urk. 14/15). Die Klägerin bringt vor, dass die Vorinstanz zu Unrecht aus-
geführt habe, dass eine Reaktion ihrerseits auf dieses Schreiben den Akten nicht
zu entnehmen sei und auch nicht behauptet werde (Urk. 67 S. 23 f.). Dies ist zwar
zutreffend, vermag an den obigen Ausführung jedoch nichts zu ändern. Mit
- 43 -
Schreiben vom 21. Januar 1999 forderte der damalige Rechtsvertreter den Be-
klagten unter Bezugnahme auf dessen Schreiben vom 28. Dezember 1998 auf,
sämtliche relevanten Dossiers der Ehegatten DE._ und der mit diesen in per-
sönlicher oder wirtschaftlich-finanzieller Verbindung stehenden Klienten seiner
Kanzlei auszusortieren und weiterhin aufzubewahren. Weiter fügte er an, dass
sich das Begehren im übrigen in gleicher Weise auch auf alle an seinen Vater er-
teilten Mandate dieser Art erstrecke (Urk. 39/34). Die Aktenaufbewahrungspflicht
für das spätestens 1984 beendete "R._-Mandat" war zu diesem Zeitpunkt
schon lange abgelaufen. Sodann bezeichnete der Rechtsvertreter der Klägerin in
seinem Schreiben keine Dritten, die in persönlicher oder wirtschaftlich-finanzieller
Verbindung mit den Eltern der Klägerin standen. Mit Schreiben vom 8. Februar
1999 teilte der Rechtsvertreter der Klägerin mit, dass er mittlerweile im Besitz von
schriftlichen Unterlagen und Belegen mit seiner Unterschrift sei, aus denen her-
vorgehe, dass er auftrags verschiedener Klienten im Umfeld des Vaters der Klä-
gerin Überweisungen von Geldbeträgen vorgenommen habe, die letztlich für
Rechnung ihres Vaters erfolgt sein könnten (Urk. 39/35). Diese Klienten wurden
aber einmal mehr nicht bezeichnet. Dementsprechend ist es nicht so, dass die
Klägerin die Mandate so gut es ihr eben möglich gewesen sei, bezeichnet habe
(Urk. 67 S. 24). War sie zu diesem Zeitpunkt im Besitz von Informationen über
Klienten des Beklagten, die als "Strohmänner" für ihren Vater tätig waren, ist nicht
nachvollziehbar, warum sie dann diese Personen nicht benannte, nachdem der
Beklagte sich mehrmals bereit erklärt hatte, entsprechende Akten aufzubewahren,
soweit ihm die Klägerin mitteile, welche Personen dies ihrer Ansicht nach betref-
fen soll (so zum Beispiel im Schreiben vom 9. Februar 1999, Urk. 70/5). Die Klä-
gerin behauptet auch, dass ihr T._. 1998 eingestanden habe, seit jeher der
"Strohmann" ihres Vaters bei mehreren Geschäften gewesen zu sein (Urk. 38
S. 20). Dennoch hatte die Klägerin gegenüber dem Beklagten ihr Auskunftsbe-
gehren nicht einmal bezüglich dieses "Strohmanns" präzisiert. Hierzu kann noch
angemerkt werden, dass dieses Wissen selbst in ihr Klagebegehren – trotz Hin-
weis der Vorinstanz – keinen Eingang fand. Schliesslich legte die Klägerin nicht
dar, warum der Beklagte hätte in der Lage sein sollen, diese Personen selber
herauszufinden resp. warum der Beklagte gewusst haben muss, welche Perso-
- 44 -
nen als "Strohmänner" ihres Vaters tätig waren. Sodann fehlt es an einer Erklä-
rung, warum die Klägerin dem Beklagten die ihr vorliegenden Informationen nicht
gab. Nachdem sie über Informationen verfügte, diese jedoch dem Beklagten nicht
herausgab, kann dem Beklagten nicht angelastet werden, dass er Akten von Drit-
ten, die für ihn keinen Bezug zu den Eheleuten DE._ hatten, vernichtete.
7.2.5.7. Ohne entsprechende Akten ist es dem Beklagten nicht möglich, sich In-
formationen über das von seinem Vater betreute "R._-Mandat" zu beschaf-
fen. Ohne Informationen über dieses Mandat ist er sodann weder in der Lage,
sich hierzu anderweitig Informationen zu beschaffen noch die vernichteten Akten
zu reproduzieren oder reproduzieren zu lassen und herauszugeben.
7.2.6. Somit ist der Beklagte nicht in der Lage, der Klägerin über das "R._-
Mandat" weitergehende Information zu geben, als er bereits erteilt hat, nämlich
dass er keine Kenntnisse über ein solches Mandat habe. Dementsprechend ist
diesbezüglich eine Auskunftsklage gegen den Beklagten nicht geeignet, Informa-
tionen oder Unterlagen zum Vermögen der Klägerin ans Licht zu bringen, weshalb
die Klage diesbezüglich abzuweisen ist, soweit darauf überhaupt einzutreten ist.
7.2.7. Bei diesem Ausgang muss auch nicht weiter darauf eingegangen werden,
ob die Klägerin berechtigt war, im Berufungsverfahren den Sachverhalt durch
neue Behauptungen und Urkunden zu ergänzen. Schliesslich erübrigt es sich bei
diesem Ausgang auch, auf die von der Klägerin als unzutreffend gerügten Vor-
bringen der Vorinstanz zum fehlenden legitimen Interesse weiter einzugehen.
7.3. Anonyme Schenkungen
7.3.1. Die Klägerin hat verschiedene anonymen Schenkungen an ihrem Vater na-
hestehende Institutionen (Institut Q._ und Fonds E._ resp. Fondation
E._, welche Teil des Institut Q._ bildet resp. O._ und Centre
S._, das Teil des O._ bildet) dargelegt, bei denen sie davon ausgeht,
dass sie zu Lasten des elterlichen Vermögens erfolgt seien.
7.3.2. Vor der Vorinstanz waren sechs anonyme Schenkungen bzw. sechs
Checks Gegenstand der Ausführungen der Klägerin (vgl. Urk. 68 S. 37). Mit No-
- 45 -
veneingabe vom 1. November 2012 reichte die Klägerin neue Beweismittel ein
und führte aus, dass es drei weitere Schenkungen über je FF 100'000.– gegeben
habe, welche alle vom Beklagten zusammen mit dem Vater der Klägerin abgewi-
ckelt worden seien (Urk. 89, 91/16-29). Dass die Noveneingabe unberücksichtigt
zu bleiben hat, wurde bereits ausgeführt (Ziff. 1.5. ff.). Es ist deshalb auf die drei
weiteren von der Klägerin vorgebrachten Schenkungen sowie die weiteren Aus-
führungen in der Noveneingabe nicht weiter einzugehen.
7.3.3. Die Vorinstanz führte aus, es sei fraglich, ob die Voraussetzungen für einen
gesetzlichen Herausgabeanspruch nach französischem Recht erfüllt seien. Die
Herausgabe von Dokumenten nach Art. 10 CC i.V.m. Art. 138 ff. NCPC könne nur
angeordnet werden, wenn diese der Wahrheitsfindung diene, mithin ein legitimes
Interesse an deren Anordnung bestehe. Wie im Urteil des Tribunal de Grande In-
stance de Paris vom 18. April 2005 festgehalten, könne die Erbenstellung der
Klägerin ihren Informationsanspruch begründen, sofern die Klägerin mit dem An-
trag den Schutz ihres Pflichtteils bezwecke. Das Vorhandensein eines legitimen
Interesses sei im Einzelfall vom Richter zu prüfen. Sodann müsse das Vorhan-
densein entsprechender Dokumente wahrscheinlich und die herauszugebenden
Dokumente in genügend bestimmter Weise bezeichnet sein. In der Folge vernein-
te die Vorinstanz, dass Anhaltspunkte dafür bestehen würden, dass die streitge-
genständlichen Schenkungen aus Mitteln bzw. auf Rechnung von D._ erfolgt
sein könnten resp. dass die der Schenkung zugrunde liegenden Mittel aus dem
Vermögen der Eheleute DE._ stammten. Die Tätigkeit des Beklagten im Zu-
sammenhang mit den anonymen Schenkungen habe sich darauf beschränkt,
D._ bzw. Dr. AA._ – auf Weisung von Dritten – Checks zugunsten ver-
schiedener Institutionen zukommen zu lassen. Dass der Beklagte darüber hinaus
Kenntnisse über das Vermögen der Eheleute DE._ gehabt hätte oder gar mit
der Verwaltung von deren Vermögen beauftragt gewesen wäre, erscheine auf-
grund der Darlegung der Klägerin als nicht wahrscheinlich. Dass der Beklagte im
Besitz von Unterlagen sein soll, welche das Vermögen der Eheleute DE._
betreffen würden, erscheine somit als unwahrscheinlich. Das legitime Interesse
setze voraus, dass zumindest Anhaltspunkte dafür bestehen würden, dass die
fraglichen Unterlagen oder Informationen mit dem Vermögen der Eheleute
- 46 -
DE._ in Verbindung stehen würden. Solches darzutun obliege der Klägerin,
was sie nach dem Gesagten indes unterlassen habe. Ein legitimes Interesse sei
von ihr daher schon gar nicht ausreichend substanziiert behauptet worden. An-
hand der Parteibehauptungen und der eingereichten Belege erscheine demge-
genüber wahrscheinlich, dass der Beklagte im Besitz von Unterlagen Dritter sei,
welche im Zusammenhang mit den erwähnten Schenkungen stehen würden.
Diesbezüglich berufe sich der Beklagte zurecht auf die privatrechtliche oder an-
waltliche Geheimhaltungspflicht, welche er dem gesetzlichen Auskunftsanspruch
der Klägerin entgegenhalten könne (Urk. 68 S. 37 ff.).
7.3.4. Die Klägerin bemängelt, dass es sich bei den Erklärungsversuchen des Be-
klagten um eine abenteuerliche und von ihr nicht anerkannte Geschichte handle,
auf welche die Vorinstanz unkritisch und ohne ein Beweisverfahren durchzuführen
abgestellt habe. Überdies habe die Vorinstanz ihre Vorbringen und die von ihr
eingereichten Unterlagen entweder gänzlich übergangen oder völlig einseitig zu-
gunsten des Beklagten interpretiert. Und schliesslich habe die Vorinstanz den
klägerischen Anspruch unter Hinweis auf eine angebliche, allgemeine vertragliche
Schweige- und Geheimhaltungspflicht des Beklagten abgewiesen, ohne diese zu
hinterfragen und ohne die Interessen der Klägerin an der Auskunft über die ver-
deckten Schenkungen in irgendeiner Weise zu berücksichtigen (Urk. 67 S. 54).
Die Vorinstanz habe zu hohe Anforderungen an den Anspruch, insbesondere an
das "legitime Interesse" gestellt (Urk. 67 S. 55).
7.3.4.1. Soweit die Klägerin vorbringt, dass die Vorinstanz nicht berücksichtigt ha-
be, dass das Tribunal de Grande Instance de Paris in seinem Urteil vom 18. April
2005 ihre Klage auf Auskunft und Dokumentation mit Bezug auf solche anonyme
Schenkungen in einer vergleichbaren Konstellation gutgeheissen habe, ist klarzu-
stellen, dass nicht ersichtlich ist, inwieweit bezüglich dieses Urteils Bindungswir-
kung für den vorliegenden Prozess bestehen soll. So war insbesondere weder der
Beklagte noch die Familie X in diesem Prozess Partei. Weiter kann aus diesem
Urteil nicht abgeleitet werden, dass ein französisches Gericht im vorliegenden
Prozess die Klage gutheissen würde. Es wurde bereits ausgeführt, dass beim
französischen Urteil unstrittig oder nachgewiesen war, dass die Beklagten über
- 47 -
entsprechende Informationen verfügen (müssen) und der Sachverhalt insoweit
nicht vergleichbar ist (vgl. Ziff. 5.6.).
7.3.4.2. Weiter rügt die Klägerin, dass die Vorinstanz ihren Sachvortrag nicht in
seinem Gesamtzusammenhang gewürdigt habe, sondern ihn auf die einzelnen
Schenkungen aufgespaltet habe, um diese in ihrer Bedeutung herabzusetzen und
getrennt vom Gesamtvorgang zu würdigen (Urk. 67 S. 55 f.). Hatte aber die Vor-
instanz bei keiner Schenkung einen Anhaltspunkt dafür, dass sie aus dem Ver-
mögen der Eltern der Klägerin stammen könnte und dass der Beklagte Kenntnis-
se über Vermögenswerte der Familie DE._ hatte, gab es für sie auch keinen
Grund, diese Schenkungen in einem Gesamtzusammenhang zu würdigen. Ob die
Vorinstanz zu Recht einen Anhaltspunkt zum Vermögen der Eltern der Klägerin
verneinte, ist nachfolgend zu prüfen.
7.3.5. Es ist unbestritten, dass der Beklagte bei mindestens drei Schenkungen in-
volviert war; nämlich Check Nr. ... vom 14.12.1990 über FF 50'000.– zugunsten
Fondation E._ (vgl. Urk. 4/24), Check vom April 1993 über FF 50'000.– zu-
gunsten Fonds E._ (vgl. Urk. 4/26) sowie bei einer Zuwendung von FF
30'00.– im Jahr 1991 (Urk. 13 S. 12).
7.3.5.1. Der Beklagte macht geltend, dass die von ihm vorgenommenen anony-
men Schenkungen auf Instruktion und für Rechnung der Familie X erfolgt seien.
7.3.5.2. Der Check Nr. ... wurde mit Schreiben vom 17. Dezember 1990 dem Va-
ter der Klägerin zugestellt. Im Schreiben heisst es, dass der Beklagte angewiesen
worden sei, dem Vater der Klägerin einen Check im Betrag von FF 50'000.– als
anonyme Schenkung zukommen zu lassen (Urk. 4/24). Die Klägerin macht gel-
tend, dass der Umstand, dass der Check mit einem möglichst unverdächtigen
Text an ihren Vater geschickt worden sei, könne nicht dahingehend interpretiert
werden, dass die Mittel nicht aus dem Vermögen der Familie DE._ stammten
resp. dass die Spende nicht von ihrem Vater veranlasst worden sei. Sie habe hin-
länglich dargetan, dass ihr Vater Teile des Familienvermögens in der Schweiz
verborgen und die anonymen Schenkungen verdeckt vorgenommen bzw. veran-
lasst habe. Entscheidend sei, dass die Schenkung über FF 50'000.– durch das
- 48 -
begünstigte Institut Q._ selbst ihrem Vater zugeordnet worden sei. Das sei
ein klarer Nachweis für die Urheberschaft und Herkunft dieser Schenkung, näm-
lich von ihrem Vater resp. aus dem Vermögen ihrer Familie (Urk. 67 S. 56).
7.3.5.3. Entgegen der Ansicht der Klägerin spricht der Text des Briefes – wie von
der Vorinstanz zutreffend ausgeführt wurde – dagegen, dass die Schenkung von
D._ veranlasst wurde. Es kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwie-
sen werden (Urk. 68 S. 38). Sodann ist einleuchtend, dass das Institut Q._
den Check D._ zuschreibt, wenn dieser den erhaltenen Check an dieses
Institut weiterleitet. Aus dem Umstand, dass der Check vom Institut Q._ dem
Vater der Klägerin zugeschrieben wurde, lässt sich deshalb nicht ableiten, dass
die Schenkung aus dem Vermögen der Familie DE._ stammte.
7.3.5.4. Weiter ist unbestritten, dass der Beklagte Dr. AA._ vom Institut
Q._ mit Schreiben vom 22. April 1993 einen Check über FF 50'000.– zu-
gunsten des Fonds E._ zukommen liess (Urk. 4/26). Die Vorinstanz führte
zutreffend aus, dass auch hier der Text des Schreibens – so ist insbesondere von
"d'une cliente" die Rede – dagegen spricht, dass die Schenkung von D._
veranlasst worden war (Urk. 68 S. 39 f.). Die Klägerin führt dazu an, dass diese
Schenkung offensichtlich mit den übrigen fünf Schenkungen im Zusammenhang
stehe, könne es doch kaum ein Zufall sein, dass diese Schenkung aus J._
(und dazu noch vom Beklagten) an das D._ nahestehende französische
Institut Q._ in G._ erfolgt sei. Es sei naheliegend, dass die Familie X
bzw. B. eine Treuhand- oder Strohmann-Funktion für D._ eingenommen ha-
be; dies insbesondere auch deshalb, weil Herr X (T._.) der Klägerin selber
gestanden habe, dass er als Strohmann für D._ fungiert gehabt habe, was
von der Vorinstanz komplett übergangen worden sei (Urk. 67 S. 57).
7.3.5.5. Mit Verfügung vom 8. Januar 2010 wurde die Klägerin – mit der Fristan-
setzung für die Replik – aufgefordert, insbesondere ihr Rechtsbegehren zu spezi-
fizieren und substanziiert darzulegen, was sie im Einzelnen vom Beklagten ver-
lange. Sie habe darzulegen, ob und welche Rechtsbegehren sich auf weitere
Mandate und falls ja, auf welche genau, beziehen würden. Sodann habe sie sub-
stanziiert darzulegen, weshalb sie davon ausgehe, der Beklagte verfüge über die
- 49 -
anbegehrten Informationen, Unterlagen und Dokumente (Urk. 19). Die Klägerin
verzichtete jedoch in der Folge darauf, ihr Rechtsbegehren auf allfällige Mandate
für die Familie X resp. B. zu spezifizieren und entsprechend zu begründen. Sie
führte aus, dass die an sie mit den Substanziierungshinweisen gestellte Anforde-
rungen überspannt seien (Urk. 38 S. 8). Es ist jedoch nicht ersichtlich, warum die
Klägerin – nachdem der Beklagte bereits in der Klageantwort behauptet hatte,
dass die anonymen Schenkungen, in welche er involviert gewesen sei, namens
und auf Rechnung der Familie X erfolgt seien und die Klägerin ausführte, dass ihr
Herr T._. im Jahr 1998 erklärt habe, er sei seit jeher der "Strohmann" ihres
Vaters bei mehreren Geschäften gewesen (Urk. 38 S. 20) – nicht hätte in der La-
ge sein sollen, ihr Begehren auf das vom Beklagten für die Familie X resp.
T._ geführte Mandat zu spezifizieren und hierzu substanziierte Behauptun-
gen über ein angeblich bestandenes Stohmannverhältnis zwischen Herrn T._
und ihrem Vater aufzustellen. Hierzu wäre zunächst einmal erforderlich gewesen,
dass die Klägerin den angeblichen Strohmann mit vollem Namen nennt. Es mag
sein, dass sich die Parteien einig sind, dass die vom Beklagten angerufene Fami-
lie X die von der Klägerin genannte Familie T._ ist, wobei jedoch auffällt,
dass der Beklagte ausführte, dass bei der Familie X ab dem Jahr 1989 wesentli-
che Veränderungen eingetreten seien, da das Familienoberhaupt verstorben sei
(Urk. 13 S. 11), während dem die Klägerin einerseits ausführte, dass Herr
T._ im Jahr 1998 verstorben sei (Urk. 38 S. 20), andererseits ausführte dass
Herr T._ im Jahr 1988 verstorben sei (Urk. 38 S. 10). Das Gericht ist jedoch
nicht in der Lage, ein Strohmannverhältnis beweisrechtlich zu klären, wenn für
das Gericht nicht eindeutig ist, wer der angebliche Strohmann gewesen sein soll.
Ein Beweisverfahren setzt voraus, dass der angebliche Strohmann so bezeichnet
wird, dass dessen Identität festgestellt werden kann. Andernfalls ist die Behaup-
tung – da nicht überprüfbar – einem Beweisverfahren nicht zugänglich.
7.3.5.6. Schliesslich stellte die Klägerin im Zusammenhang mit dem angeblichen
Strohmannverhältnis auch keine konkreten Behauptungen auf. Der Beklagte führ-
te in der Klageantwort aus, dass er sich erinnere, mehrfach von der Familie X be-
auftragt worden zu sein, der Stiftung E._ bzw. dem Institut Q._ Schen-
kungen zu machen, da D._ gegenüber der Familie X erklärt habe, dass er für
- 50 -
seine Tätigkeit zugunsten der Familie X, mit der er sich seit Jahrzehnten freund-
schaftlich verbunden gefühlt habe, keine Entschädigung möchte. Er schliesse es
aus, dass D._ und/oder E._ in irgendeiner Weise an den Vermögens-
werten beteiligt gewesen seien, zu deren Lasten die erwähnten Zuwendungen ge-
tätigt worden seien (Urk. 13 S. 12). Hierzu führte die Klägerin aus, dass der Be-
klagte ausdrücklich zugebe, dass er auf Weisung der Familie T._ (bei ihm
"X" genannt) und auf Rechnung von D._ wiederholt Zuwendungen mit Mitteln
der Familie DE._ gemacht habe, über welche die Familie T._. verfügt
habe. Sie bestreite, dass keine Beteiligung ihrer Eltern an den Vermögenswerten,
zu deren Lasten die Zuwendungen getätigt worden seien, bestanden habe (Urk.
38 S. 11). Die Klägerin bestritt somit nicht, dass die Schenkungen von der Familie
X veranlasst worden waren. Nicht zutreffend ist, dass der Beklagte ausdrücklich
zugegeben habe, dass er auf Rechnung ihres Vaters wiederholt Zuwendungen
mit Mitteln der Familie DE._ gemacht habe, im Gegenteil widersprach er die-
ser Darstellung. Damit wäre es aber Aufgabe der Klägerin gewesen, zum behaup-
teten Strohmannverhältnis resp. zur wirtschaftlichen Berechtigung ihrer Eltern an
dem den Schenkungen zugrunde liegenden Vermögen Behauptungen aufzustel-
len (Art. 8 ZGB), was sie unterliess. Sie beschränkte sich darauf auszuführen,
dass ihr Herr T._. erklärt habe, er sei seit jeher der "Strohmann" ihres Vaters
bei mehreren Geschäften gewesen, insbesondere habe er ein Immobiliengeschäft
in der Region ... genannt (Urk. 38 S. 20). Die Klägerin behauptete jedoch nicht,
dass Herr T._. (welcher identisch mit Herrn X sein soll), im Auftrag von ihrem
Vater Familienvermögen in der Schweiz verwaltet resp. dass er im Auftrag ihres
Vaters auch die anonymen Schenkungen vorgenommen habe.
7.3.5.7. Weiter ist anzumerken, dass selbst wenn T._. Strohmann des Vaters
der Klägerin gewesen wäre, damit nicht ausgeschlossen ist, dass die Familie
T._ über eigenes Vermögen verfügte, welches – vielleicht auf Anraten des
Vaters der Klägerin – in der Schweiz lag und die Familie T._ aufgrund des
langjährigen freundschaftlichen Verhältnisses mit den Eltern der Klägerin (Urk. 38
S. 19) und aus Dank für erbrachte Leistungen seitens des Vaters der Klägerin,
diesen nahestehende Institutionen mit Schenkungen aus ihrem eigenen Vermö-
gen bedachten. Dass die finanziellen Verhältnisse der Familie T._ dies nicht
- 51 -
zugelassen hätten, behauptet die Klägerin nicht. Ebenso wenig behauptet sie,
dass die Familie T._ nicht über ein solches Vermögen verfügt habe, dass es
sich nicht gerechtfertigt hätte, davon einen Teil in der Schweiz zu verwalten.
7.3.5.8. Schliesslich hat der Beklagte von sich aus eine weitere, der Klägerin bis
dahin unbekannte Schenkung vorgebracht (Urk. 13 S. 12), was er wohl kaum ge-
tan hätte, wenn er der Klägerin Informationen vorenthalten wollte.
7.3.5.9. Bleiben die von der Klägerin angerufenen Indizien. Diesen lassen sich je-
doch – wie bereits dargetan (vgl. Ziff. 7.3.5.4. und Ziff. 7.3.5.7. f.) – keine Anhalts-
punkte entnehmen, dass das der anonymen Schenkung aus dem Jahr 1993 zu-
grunde liegende Geld aus dem Vermögen der Familie DE._ stammte.
7.3.5.10. Hinsichtlich der Schenkung über FF 100'000.– an das Centre S._ im
Jahr 1988 (Check Nr. ... vom 10. Juni 1988) ist festzuhalten, dass aus dem Um-
stand, dass dieser Check – wie zwei weitere – von der AB._ ausgestellt wur-
de, mit Nichten darauf geschlossen werden muss, dass die Schenkung aus dem
Vermögen der Eheleute DE._ stammte. Hierzu ist klarzustellen, dass es sich
bei der aufgeführten Konto-Nummer (...) nicht um das belastete Konto handelt,
sondern um die Kontonummer der Bank. Schliesslich kann auch aus dem Um-
stand, dass der Check gegenüber dem Vater der Klägerin verdankt wurde (Urk.
4/30 S. 20) nicht zwingend geschlossen werden, dass der Beklagte Vermögen der
Eheleute DE._ direkt verwaltete und dass der Schenkung Vermögen der
Eheleute DE._ zugrunde lag. Nicht massgebend ist sodann – wie bereits
ausgeführt –, dass das Tribunal de Grande Instance de Paris den Auskunftsan-
spruch der Klägerin u.a. mit Bezug auf eben diese Schenkung gutgeheissen hat.
Diesem Entscheid kommt für den vorliegenden Prozess keine bindende Wirkung
zu. Sodann ging es in diesem Entscheid um Auskunft gegenüber dem O._
(und war die Familie X und der Beklagte in diesem Prozess nicht involviert). Ins-
besondere kann daraus aber nicht abgeleitet werden, dass der Schenkung tat-
sächlich Vermögenswerte der Eltern der Klägerin zugrunde lag.
7.3.5.11. Bezüglich der Schenkung über FF 30'000.– aus dem Jahr 1991 bringt
die Klägerin vor, dass der Beklagte selber eine Verknüpfung mit D._ (die
- 52 -
Schenkung sei auf Weisung der Familie X ausgeführt worden, weil ihr Vater von
dieser für seine Tätigkeit keine Entschädigung verlangt habe) einräume (Urk. 67
S. 58). Mit der von der Klägerin geltend gemachten "Verknüpfung" ist aber nicht
nachgewiesen, dass die von der Klägerin vorgebrachten anonymen Schenkungen
aus dem Vermögen der Familie DE._ stammte, wie auch nicht, dass der Be-
klagte Vermögen der Familie DE._ direkt verwaltet hatte.
7.3.5.12. Auch bezüglich der Schenkung mit Check Nr. ... vom Juni 1988 über
FF 100'000 kann auf bisher Ausgeführtes und die nachfolgenden Ausführungen
verwiesen werden. Mit ihren Vorbringen gelingt der Klägerin der Nachweis nicht,
dass der Beklagte Vermögen der Eheleute DE._ verwaltet hatte, auch wenn
der Check von der AC._ Filiale ... ausgestellt wurde, bei welcher der Beklag-
te sein Geschäftskonto hat (Urk. 67 S. 59). Auch ergibt sich daraus nicht, dass
dieser Schenkung Vermögenswerte der Familie DE._ zugrunde gelegen ha-
ben müssen. Der Check wurde denn vom Institut Q._ auch nur insoweit
D._ zugeordnet, als die Schenkung auf dem Spenderkonto von D._ –
jedoch unter "Donnateur anonyme" – aufgeführt wurde (Urk. 39/36 S. 2). Es kann
deshalb aus der Bestätigung des Institut Q._, wonach D._ der Einzahler
war (Urk. 39/37), nicht zwingend auf die Herkunft des Geldes geschlossen wer-
den und noch weniger darauf, dass der Beklagte Vermögen der Eheleute
DE._ direkt verwaltet hatte.
7.3.5.13. Wie die Klägerin zurecht ausführt, machte die Vorinstanz keine eigenen
expliziten Ausführungen zur Schenkung vom 29. Juni 1992 über FF 25'000.–. Die
Klägerin beruft sich darauf, dass der dieser Schenkung zugrunde liegende Check
ebenfalls vom AB._ [Bank], Zürich, zugunsten des Institut Q._ ausge-
stellt wurde, wie der Check vom Dezember 1990, welcher nachweislich vom Be-
klagten an D._ zur Weiterleitung gesandt worden sei (Urk. 67 S. 60). Aber
auch daraus lässt sich – wie bereits ausgeführt – nicht zwingend schliessen, dass
der Beklagte Vermögenswerte der Eheleute DE._ direkt verwaltet hatte noch,
dass diese Schenkung tatsächlich aus dem Vermögen der Eheleute DE._
stammte.
- 53 -
7.3.5.14. Schliesslich ist die Darstellung der Klägerin, dass der Beklagte sinnge-
mäss geltend gemacht habe, die Schenkungen seien – zumindest mittelbar – von
D._ angeregt bzw. der Höhe nach bestimmt worden (Urk. 67 S. 43), nicht zu-
treffend. Dieser Interpretation kann nicht gefolgt werden. Der Beklagte führte aus,
dass er von der Familie X beauftragt worden sei, diese Schenkungen zu machen,
da D._ gegenüber der Familie X erklärt habe, dass er für seine Tätigkeit zu-
gunsten der Familie X keine Entschädigung möchte (Urk. 13 S. 12). Daraus lässt
sich aber nicht ableiten, dass die der Schenkungen zugrunde liegenden Vermö-
genswerte dem Vater der Klägerin wirtschaftlich zuzurechnen sind.
7.3.5.15. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Klägerin den Nachweis
nicht erbringen konnte, dass die den Schenkungen zugrunde liegenden Gelder
tatsächlich aus Vermögenswerten stammten, an welchen die Eheleute DE._
wirtschaftlich berechtigt waren. Insbesondere ist es nichts als eine Behauptung
der Klägerin, dass der Beklagte etwas über verdeckt vorgenommenen Zuwen-
dungen aus dem Vermögen ihrer Eltern wissen müsse. Schliesslich vermochte
die Klägerin keine Anhaltspunkte dafür zu liefern, dass der Beklagte im Auftrag
und auf Rechnung der Familie DE._ ein Teil von deren Familienvermögen
verwaltet hatte. Im Gegenteil deutet das von der Klägerin eingereichte Begleit-
schreiben zum Check Nr. ... daraufhin, dass der Beklagte – wenn überhaupt –
höchstens über Dritte in allfällige das Vermögen der Eheleute DE._ tangie-
rende Vorgänge involviert gewesen sein könnte. So deuten lediglich die Umstän-
de, dass die Schenkungen von den beschenkten Instituten dem Vater der Kläge-
rin zugerechnet wurden und die anonymen Checks teilweise vom Beklagten an
den Vater der Klägerin gesendet wurden, darauf hin, dass die im Auftrag der Fa-
milie X vorgenommenen Schenkungen aus Vermögenswerten stammen könnten,
an denen die Eheleute DE._ wirtschaftlich berechtigt gewesen sein könnten.
Jedoch ist diesbezüglich zu beachten, dass es nachvollziehbar ist, dass die Insti-
tute die Checks dem Vater der Klägerin zurechnen, wenn dieser diese Checks
zustellt und daher daraus nicht zwingend geschlossen werden kann, dass diesen
Checks Vermögenswerte zugrunde liegen müssen, an denen die Eheleute
DE._ wirtschaftlich berechtigt waren. An dieser Einschätzung ändert sich so-
dann nichts, auch wenn mitberücksichtigt wird, dass der Vater der Klägerin Ver-
- 54 -
mögen in der Schweiz hielt und die Institutionen, denen die Schenkungen zuka-
men, den Eltern der Klägerin nahestanden.
7.3.5.16. Schliesslich ändert sich an dieser Einschätzung auch nichts, wenn die
von der Klägerin mit Eingabe vom 1. November 2012 (Urk. 89) eingereichten Ur-
kunden (Urk. 91/16-29) mitzuberücksichtigen wären. Auch diese Urkunden ver-
mögen nicht zu belegen, dass der Beklagte direkt oder indirekt Vermögen der
Eheleute DE._ verwaltet hatte. Diese Urkunden vermögen auch nicht zu be-
legen, dass der Beklagte teilweise tatsachenwidrig seine Beteiligung bestritten
habe (Urk. 89 S. 3), so hat der Beklagte immer ausgeführt, dass er sich an weite-
re Zuwendungen nicht erinnere (Urk. 13 S. 12, act. 55 S. 7, S. 20), was ihm auf-
grund des Umstands, dass die Vorgänge über fünfzehn bis zwanzig Jahre zurück-
liegen, nicht vorgehalten werden kann resp. glaubhaft erscheint. Auch wenn sich
nun herausstellte, dass der Beklagte dem Vater der Klägerin weitere Checks zu-
stellte und er entgegen seinen Ausführungen schon mindestens einmal – im Jahr
1989 – vom Centre S._ gehört haben muss, stellte er doch den zugunsten
des Centre S._ ausgestellten Check dem Vater der Klägerin zu (Urk. 91/23),
erscheint deshalb die Darstellung des Beklagten, dass die Schenkungen aus dem
Vermögen der Familie X stammte, nicht als unglaubwürdig, resp. ist das entgegen
der Ansicht der Klägerin kein klares Indiz dafür, dass ihre Eltern an dem den ano-
nymen Schenkungen zugrunde liegende Vermögen zumindest wirtschaftlich be-
rechtigt waren. Schliesslich kann auch aus dem Umstand, dass das Institut
Q._ von "votre intermédiaire" (Urk. 91/29) spricht, nichts zugunsten des
Standpunkts der Klägerin abgeleitet werden. Zusammenfassend kann somit fest-
gehalten werden, dass die Klägerin auch mit den neu eingereichten Urkunden
kein Vorgang aufzuzeigen vermag, der keinen anderen Schluss zulässt, als dass
die den Schenkungen zugrunde liegenden Vermögenswerte aus dem Vermögen
der Eheleute DE._ stammten und dass der Beklagte Vermögen der Eheleute
DE._ direkt oder indirekt verwaltete.
7.3.6. Zu prüfen bleibt, ob dies genügt, einen Auskunftsanspruch der Klägerin
über diese Schenkungen (und allenfalls weitere diesbezüglich zusammenhän-
gende Vorgänge) zu begründen.
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7.3.6.1. Der Beklagte brachte vor Vorinstanz vor, dass er ausschliesse, dass
D._ und/oder E._ in irgendeiner Weise an den Vermögenswerten betei-
ligt gewesen seien, zu deren Lasten die Zuwendungen getätigt worden seien. Die
Auftraggeberin für die Zuwendungen, die Familie X, habe auf eigene Rechnung
gehandelt. Das Anwaltsgeheimnis, welchem er unterliege, verbiete es ihm selbst-
redend, hier den Namen der Familie X oder weitere Details bekannt zu geben
(Urk. 13 S. 12). In der Duplik ergänzte er, dass er sich über die Umstände und
Hintergründe der Zuwendungen an die Fondation E._ und an das Institut
Q._ bereits erklärt und sachdienlich und soweit möglich Auskunft erteilt habe.
Die Klägerin werde deshalb Verständnis haben müssen, dass er hinsichtlich allfäl-
liger, weitergehender Auskünfte die Familie X betreffend, neben einer beruflichen,
auch einer privatrechtlichen sowie datenschutzrechtlichen Schweigepflicht unter-
liege (Urk. 55 S. 20).
7.3.6.2. Wie ausgeführt, liegen – entgegen der Ausführungen der Vorinstanz –
Anhaltspunkte vor, die darauf hindeuten, dass die den Schenkungen zugrunde
liegenden Vermögenswerte zumindest wirtschaftlich den Eheleuten DE._ zu-
geordnet werden könnten. Das Interesse der Klägerin an der begehrten Auskunft
besteht darin, die ihr zustehenden erbrechtlichen Ansprüche geltend machen zu
können. Demgegenüber beruft sich der Beklagte auf seine Schweigepflicht
(Urk. 55 S. 19 f.).
7.3.6.3. Auch wenn der Auskunftsanspruch nach französischem Recht zu beurtei-
len ist, unterliegt die Geheimhaltungspflicht des Beklagten aus dem Vertragsver-
hältnis zur Familie X dem schweizerischen Recht. Auf das Anwaltsgeheimnis
kann sich der Beklagte nicht berufen, nachdem er nicht dartut, dass es sich beim
für die Familie X geführten Mandat um berufsspezifische Tätigkeiten handelt(e).
Insbesondere wird die Vermögensverwaltung nicht vom Anwaltsgeheimnis erfasst
(BGE 135 III 597). Im Auftragsverhältnis gehört die Pflicht zur Verschwiegenheit
zu den vertraglichen Nebenpflichten. Bei der vertraglichen Schweigepflicht geht
es nicht primär um die Wahrung von Geheimnissen, sondern vielmehr generell
um Verschwiegenheit. Die Geheimhaltungspflicht verbietet jede Weitergabe eines
Geheimnisses an Dritte. Die Diskretions- und Geheimhaltungspflicht erstreckt sich
- 56 -
nicht nur auf Sachverhalte, die der Beauftragte bei der Erfüllung des Auftrags in
Erfahrung bringt, vielmehr ist grundsätzlich bereits das Bestehen eines Auftrags-
verhältnisses und der Name des Auftraggebers von der Diskretions- und Geheim-
haltungspflicht erfasst. Die Diskretions- und Geheimhaltungspflicht schützt die
persönliche und geschäftliche Interessenssphäre des Auftraggebers. Die Schwei-
gepflicht besteht grundsätzlich gegenüber jedermann, auch gegenüber Gerichts-
und Verwaltungsbehörden (BK-Fellmann, Art. 398 N 43 ff.).
7.3.6.4. Es ist umstritten, ob der Beauftrage verpflichtet ist, einem Erben Auskunft
über Vermögenswerte des Erblassers zu geben, an welchen dieser wirtschaftlich
berechtigt war. Schaufelberger/Keller Lüscher bejahen dies mit Verweis auf das
BGer-Urteil 5A_638/2009, ohne sich jedoch dazu zu äussern, wie es sich in die-
sem Fall mit der Pflicht zur Verschwiegenheit des Auftraggebers verhalten soll
resp. warum diese dem Erben nicht entgegengehalte werden können soll (BSK
ZGB II, Art. 607 N 11). Das Bundesgericht hielt im vorerwähnten (die Klägerin be-
treffenden) Entscheid fest, dass die Richtigkeit der Ausführung der Beschwerde-
führerin, wonach die Beschwerdegegnerin nach französischem Recht gar keinen
erbrechtlichen Auskunftsanspruch habe, fraglich sei. Immerhin gelte nach franzö-
sischem Recht gemäss der Rechtsprechung zu Art. 10 CC, dass ein Dritter, z.B.
eine Bank, den Erben Auskunft über die Vermögenswerte des Erblassers zu ge-
ben habe. In der Folge liess es das Bundesgericht jedoch offen, ob die Be-
schwerdegegnerin einen erbrechtlichen Auskunftsanspruch gegen die Beschwer-
deführerin hat (BGer-Urteil 5A_638/2009 vom 13. September 2010). Das Bun-
desgericht äusserte sich somit nicht zur Frage, wie es sich mit der Geheimhal-
tungspflicht des Auftraggebers verhält resp. warum diese gegenüber dem Erben
(bei einem Vertragsverhältnis des Auftragsnehmers zu einem Dritten, welcher
nicht der Erblasser ist) nicht gelten soll.
7.3.6.5. Gestützt auf das Auftragsverhältnis mit der Familie X unterliegt der Be-
klagte einer Verschwiegenheitspflicht. Diese gilt es gegenüber den Interessen der
Klägerin abzuwägen. Hinsichtlich der Interessenabwägung ist festzuhalten, dass
entgegen der Ansicht der Klägerin weder mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
geschweige denn eindeutig feststeht, dass die vorgenommenen anonymen
- 57 -
Schenkungen tatsächlich aus Vermögen stammte, an dem ihr Vater wirtschaftlich
Berechtigter war. Es liegen lediglich vereinzelte Hinweise vor, dass das den
Schenkungen zugrunde liegende Vermögen der Familie DE._ zugehörige
Vermögenswerte sein könnten. Dies wird jedoch vom Beklagten dezidiert bestrit-
ten. Demnach muss in die Interessenabwägung miteinfliessen, ob das Interesse
der Klägerin so hoch ist, dass in Kauf genommen werden muss, dass die Familie
X über Schenkungen, die sie aus ihrem eigenen Vermögen vorgenommen hat,
der Klägerin gegenüber zur Auskunft verpflichtet ist. Dies ist sicher nicht der Fall.
Solches behauptet auch die Klägerin nicht. Dementsprechend ist das Interesse
der Klägerin an Auskunft über Vermögenswerte ihrer Eltern gegen eine allfällige
Verletzung des Privatbereichs der Familie X und eine Verletzung der Verschwie-
genheitspflicht durch den Beklagten abzuwägen. Muss der Beklagte Unterlagen
und Auskunft über die namens der Familie X erfolgten Schenkungen liefern, könn-
te die Klägerin in Besitz von Unterlagen über Vermögensvorgänge der Familie X
kommen, was ein Eingriff in die Privatsphäre der Familie X darstellen würde und
wodurch der Beklagte seine vertragliche Pflicht zur Verschwiegenheit verletzen
würde.
7.3.6.6. Eine Berechtigung für diesen (allfälligen) Eingriff sieht die Klägerin in der
allfälligen Verletzung ihres Pflichtteilsrechts. Ohne die geltend gemachte Auskunft
könne sie nicht erkennen, ob ihr alle Vermögenswerte der Nachlässe ihrer Eltern
und alle Verfügungen über diese Vermögenswerte bekannt seien. Sodann bringt
sie vor, dass ihr ja Herr X, bei welchem es sich um T._. handle, vor seinem
Tod sogar gestanden habe, dass er bei verschiedenen Geschäften als Strohmann
für ihren Vater aufgetreten sei. Allein schon aus diesem Grund hätte ihr Vater ein
Recht gehabt, von Herrn X Rechenschaft zu verlangen und Einsicht in die Akten
der Familie X zu verlangen. Ein allfälliges Geheimhaltungsinteresse des Beklag-
ten oder der Familie X würden deshalb kein legitimes Hindernis gegenüber dem
auf Art. 10 CC basierenden Recht auf umfassende Information bilden (Urk. 67
S. 65). Hierzu ist festzuhalten, dass entgegen der Ansicht der Klägerin nicht er-
stellt ist, dass die Familie X resp. Herr X ein Strohmann des Vaters der Klägerin
war und dass das Mandatsverhältnis des Beklagten mit der Familie X resp. Herrn
- 58 -
X Vermögenswerte betraf, an denen der Vater resp. die Eltern der Klägerin wirt-
schaftlich berechtigt waren.
7.3.6.7. Die Klägerin behauptet, sie wisse, um wen es sich bei der Familie X
handle. Herr X sei ein Strohmann ihres Vaters gewesen. War Herr X tatsächlich
ein Strohmann ihres Vaters, so ist er der Klägerin gegenüber auskunftspflichtig
hinsichtlich der Vermögenswerte, die er für den Vater der Klägerin verwaltet hatte.
Entgegen der Ansicht der Klägerin hätte sie aber nicht das Recht auf Einsicht in
sämtliche Akten der Familie X (Urk. 67 S. 65). Die Klägerin kann sich direkt an
Herrn X resp. an dessen Erben halten. Auf eine Auskunftserteilung durch den Be-
klagten ist die Klägerin daher nicht zwingend angewiesen, um Auskunft über ihr
Erbe resp. allfällige Pflichtteilsverletzungen zu erhalten. Dem steht die Ver-
schwiegenheitspflicht des Beklagten gegenüber seinen Mandaten und das Inte-
resse der Familie X an der Wahrung ihrer Privatsphäre gegenüber. Nachdem
nicht klar ist, dass der Vater resp. die Eltern der Klägerin an den den Schenkun-
gen zugrunde liegenden Vermögenswerten wirtschaftlich berechtigt war, rechtfer-
tigt sich eine Verpflichtung des Beklagten zur Auskunftserteilung über diese
Schenkungen und weitere in diesem Zusammenhang stehende Vorgänge resp.
eine Verpflichtung zur Auskunft über das Mandatsverhältnis zur Familie X nicht.
7.3.7. Die Klägerin verlangt denn in ihrem Begehren auch nicht explizit Auskunft
über die vorerwähnten Schenkungen sondern sie verlangt pauschal Auskunft über
jede Tätigkeit, die der Beklagte und dessen Vater auf Rechnung ihrer verstorbe-
nen Eltern abgewickelt habe und die Herausgabe sämtlicher damit zusammen-
hängender Unterlagen. Dabei beruft sie sich auch noch auf weitere Sachverhalte,
welche – in der Gesamtheit – zeigen sollen, dass der Beklagte über die anbegehr-
ten Informationen verfügen müsse. Darauf soll anschliessend noch eingegangen
werden.
7.4. Über konkret genannte Vorgänge hinausgehender Auskunftsanspruch -
weitere Mandate / Tätigkeiten
7.4.1. Die Klägerin verlangt vom Beklagten die Herausgabe sämtlicher Unterlagen
die in irgendeinem Zusammenhang mit ihren Eltern stehen (vgl. Rechtsbegehren
- 59 -
Ziffer 1.a.-d.) sowie Auskunft über jegliche Tätigkeiten sowie Bankkonten, Bank-
depots, Gesellschaften, Stiftungen oder andere rechtliche Träger, die in irgendei-
nem Zusammenhang mit ihren Eltern stehen (vgl. Rechtsbegehren Ziffer 2.a.-g.).
Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass nebst den anonymen Schenkungen der
Komplex R._ Anstalt einen wichtigen Anhaltspunkt dafür darstelle, dass der
Beklagte über Informationen und Unterlagen zum Vermögen der Eltern der Kläge-
rin verfüge, weshalb der Klage vollumfänglich stattzugeben sei (Urk. 67 S. 51).
Weiter beruft sie sich auf die weiteren Beziehungen zwischen ihrem Vater und
dem Beklagten resp. Dr. C._, welche ihrer Ansicht nach von der Vorinstanz
völlig falsch gewürdigt worden seien. All dies seien weitere Anhaltspunkte, welche
im Gesamtzusammenhang zu würdigen seien und es als plausibel erscheinen
lassen würden, dass der Beklagte über Informationen und Unterlagen zum Ver-
mögen ihrer Eltern und zu Transaktionen über dieses Vermögen verfügen würde.
Schliesslich sei zu berücksichtigen, dass es für ihre Eltern selbstverständlich ge-
wesen sei, an den Beklagten zu gelangen und ihr diesen zu empfehlen, wenn es
um geschäftliche oder sogar private Belange in der Deutschschweiz oder in
N._ gegangen sei (Urk. 67 S. 66 ff.). Sodann bringt sie vor, dass der Beklag-
te ihr auch hinsichtlich (Zahlungs-) Vorgängen rechenschaftspflichtig sei, bei de-
nen der effektive Auftraggeber zunächst ungewiss gewesen sei, aber aufgrund
der Umstände anzunehmen sei, dass es sich dabei um ihren Vater gehandelt ha-
be (Urk. 67 S. 31).
7.4.2. Die Klägerin behauptet – und versucht aufzuzeigen – dass der Beklagte
und sein Vater, Dr. C._, sowie die Eltern der Klägerin freundschaftlich ver-
bunden gewesen seien und es für ihre Eltern selbstverständlich gewesen sei, an
den Beklagten zu gelangen, wenn geschäftliche oder gar private Belange in der
Deutschschweiz oder in N._ in Frage gestanden seien. Sie beruft sich insbe-
sondere auf Einträge in der Agenda ihres Vaters, woraus sich ergebe, dass ihr
Vater regelmässig Kontakt zum Beklagten gehabt habe (Urk. 38 S. 7; Urk. 47 S. 6
f.; Urk. 68 S. 44 ff.).
7.4.3. Die Vorinstanz hielt fest, dass der Umstand, dass der Vater der Klägerin
Verwaltungsratsmandate für den Gastronomiekonzern P._ inne gehabt habe,
- 60 -
einen regelmässigen Kontakt zwischen dem Vater der Klägerin und H._ er-
kläre. Demgegenüber überzeuge die Argumentation der Klägerin nicht, dass es
sich bei den Einträgen mehrheitlich um den Beklagten gehandelt haben müsse.
Es könne offen gelassen werden, ob sich gewisse Einträge lautend auf "..." tat-
sächlich auf den Beklagten beziehen würden. Selbst wenn dies der Fall wäre,
liesse sich daraus noch nichts zugunsten der Klägerin ableiten. Alleine gestützt
darauf, dass es zwischen D._ und dem Beklagten zu Kontakten gekommen
sei, lasse sich weder ein vertraglicher noch ein gesetzlicher Auskunftsanspruch
nach französischem Recht begründen. Die Klägerin bringe keinerlei Anhaltspunk-
te für das Vorliegen eines Auftragsverhältnisses oder für die Existenz von Unter-
lagen vor, welche mit dem Vermögen der Eheleute DE._ in Verbindung ste-
hen könnten. Die Ausführungen der Klägerin zu den Agenda-Einträgen seien zu
wenig substanziiert, als dass sie einen Auskunftsanspruch – welcher Natur auch
immer – begründen könnten (Urk. 68 S. 46).
7.4.4. Die Klägerin bemängelt, dass die Bewertung der Vorinstanz krass einseitig
zugunsten der Position des Beklagten ausfalle. Sie übergehe, dass verschiedene
Eintragungen "..." einen klaren Zusammenhang mit der Schweiz aufweisen wür-
den, so dass sie sich kaum auf den damals in AD._ [Staat in Nordeuropa] le-
benden H._ beziehen können. Die Klägerin anerkennt jedoch, dass der enge
und regelmässige Kontakt zwischen ihrem Vater und dem Beklagten allein zwar
nicht ausreichend sein möge, um die geltend gemachten Ansprüche zu begrün-
den. Dieser Umstand müsse aber im Gesamtzusammenhang gewürdigt werden.
Ihr Vater und der Beklagte hätten eng zusammengearbeitet. Ihr Vater sei der Kor-
respondent des Beklagten in G._ gewesen und umgekehrt sei der Beklagte
der Korrespondent ihres Vaters in der Deutschschweiz gewesen. Beides seien
Anwälte, die sich offensichtlich mit offshore-Konstruktionen und verdeckten Zah-
lungen auskennen würden. Ein Teil des Vermögens der Familie DE._ sei von
ihrem Vater geheim in der Schweiz gehalten worden, wobei er dieses Vermögen
für Zuwendungen an ihm nahestehende Institutionen verwendet habe. Was liege
da näher, als dass er sich für solche Belange an seien Freund und erfahrenen
Kollegen in J._ wandte. Dasselbe gelte auch für ihre Vorbringen im Zusam-
menhang mit dem P._-Konzern (Anmerkung: Diesbezüglich hielt die Vo-
- 61 -
rinstanz fest, dass sie in keinem Zusammenhang mit einer allfälligen Tätigkeit des
Beklagten für den Vater der Klägerin stehen würden, die auf einem auftragsrecht-
lichen Verhältnis gründen könnten; Urk. 68 S 46 f.). Auch diese Ausführungen
müssten im Gesamtzusammenhang gesehen werden. Sie habe nachgewiesen,
dass wiederum Teile des Familienvermögens verdeckt gehalten worden seien
und dass sich ihr Vater auch in diesem Fall eines Strohmanns (AE._) bedient
habe. Ähnliches gelte auch für den weiteren Strohmann ihres Vaters, den ...
AF._ [des Staates AD._] (Anmerkung: Auch diesbezüglich hielt die Vo-
rinstanz fest, dass die Vorbringen der Klägerin in keinem Zusammenhang mit ei-
ner allfälligen Tätigkeit des Beklagten für den Vater der Klägerin stehen würden,
die auf einem auftragsrechtlichen Verhältnis gründen könnten; Urk. 68 S. 48 f.).
Sie habe dargelegt, weshalb sie von Verfügungen über das Familienvermögen
und von einer persönlichen Beziehung zwischen AF._ und dem Beklagten
ausgehe. Es würde sich um Anhaltspunkte handeln, welche im Gesamtzusam-
menhang zu würdigen seien. Dies gelte schliesslich auch für den Liegenschafts-
erwerb Ende der Siebzigerjahre (Anmerkung: Die Vorinstanz verneinte Anhalts-
punkte für eine allfällige Beteiligung des Vaters des Beklagten, Urk. 68 S. 49). Sie
habe dargelegt, dass der Vater des Beklagten im Jahr 1975 beim Erwerb einer
Wohnung in G._ für die ... R._ Anstalt [des Staates N._] aufgetre-
ten sei, an welcher ihr Vater höchstwahrscheinlich wirtschaftlich berechtigt gewe-
sen sei. Es liege deshalb nahe, dass der Vater des Beklagten auch beim mut-
masslich Ende der Siebzigerjahre treuhänderisch erfolgten Liegenschaftserwerb
in der Schweiz für die Eltern der Klägerin tätig geworden sei. All dies seien weite-
re Anhaltspunkte, welche im Gesamtzusammenhang zu würdigen seien, und es
mehr als plausibel erscheinen lassen würden, dass der Beklagte über Informatio-
nen und Unterlagen zum Vermögen ihrer Eltern und zu Transaktionen über dieses
Vermögen verfüge (Urk. 67 S. 66 ff.).
7.4.5. Auch wenn der Vater der Klägerin Vermögenswerte verdeckt in der
Schweiz gehalten hatte, und er sich hierfür der Hilfe von Strohmännern bedient
hatte, kann daraus nicht geschlossen werden, dass auch der Beklagte – selbst
wenn er mit dem Vater der Klägerin regelmässigen Kontakt gehabt hatte und mit
diesem freundschaftlich verbunden war – ein Strohmann des Vaters der Klägerin
- 62 -
gewesen sein muss. Dieser Schluss drängt sich nicht auf. Die Klägerin bringt kei-
ne genügenden Indizien für diesen Standpunkt vor. Auch die Schlussfolgerung
der Klägerin wonach anzunehmen sei, dass der Beklagte, welcher in einer ...
[Stadt in AD._] Anwaltskanzlei gearbeitet habe, ihrem Vater bei seinen Ge-
schäften in AD._ behilflich gewesen sein müsse, weil ihr Vater kein Englisch
gesprochen habe, ist nichts als eine nicht weiter belegte pauschale Behauptung.
Ein konkretes Zusammenwirken von ihrem Vater, dem Beklagten und AF._
wird nicht ansatzweise dargetan. Dasselbe gilt für die von der Klägerin angestellte
Mutmassung hinsichtlich Liegenschaftskauf Ende der Siebzigerjahre. Die diesbe-
züglichen Vorbringen blieben seitens der Klägerin – wie die Vorinstanz zu Recht
festhielt – völlig unsubstanziiert, weshalb daraus nichts gefolgert werden kann.
7.4.6. Im Übrigen kann angemerkt werden, dass wenn der Vater der Klägerin tat-
sächlich Vermögen vor der Klägerin hat verheimlichen wollen, er wohl kaum die
Klägerin mit dem Beklagten bekannt gemacht hätte, wenn dieser in die Vorgänge
des verdeckt gehaltenen Vermögens involviert gewesen wäre. Auch dies spricht
eher gegen die Darstellung der Klägerin, dass der Beklagte Mandate und/oder
Tätigkeiten für die Eltern der Klägerin hinsichtlich der verdeckt gehaltenen Ver-
mögenswerte ausgeübt hat. Es drängt sich deshalb auch unter Berücksichtigung
des Umstands, dass ihre Eltern ihr den Beklagten für geschäftliche oder sogar
private Belange in der Deutschschweiz oder N._ empfohlen hatten (Urk. 67
S. 68), nicht auf, dass der Beklagte in Vorgänge im Zusammenhang mit dem
Vermögen der Eltern der Klägerin involviert gewesen sein muss. Die Klägerin
führte selber aus, dass sich ihr Vater anderer Strohmänner bediente. Sodann
pflegte ihr Vater nicht nur zum Beklagten sondern auch zu anderen Rechtsanwäl-
ten in der Schweiz geschäftliche Beziehungen (vgl. Urk. 68 S. 50).
7.4.7. Ausser des Umstands, dass der Beklagte in die Zustellung von anonymen
Checks an den Vater der Klägerin involviert war, liegen keine Hinweise dafür vor,
dass der Beklagte Kenntnis über Strohmannverhältnisse zwischen dem Vater der
Klägerin und Dritten hat. Nachdem die Klägerin aber nicht nachweisen konnte,
dass es sich bei der Familie X resp. Herrn X tatsächlich um einen Strohmann ih-
res Vaters gehandelt hatte und hierfür auch keine Anhaltspunkte vorliegen, er-
- 63 -
scheint es nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der Beklagte über die von der
Klägerin begehrten Informationen verfügt. Damit hat aber die Klägerin nicht aus-
reichend glaubhaft gemacht, dass über den Beklagten Zahlungen abgewickelt
worden sind, die für ihre Pflichtteilsrechte von Bedeutung sind.
7.4.8. Gestützt auf ihre erbrechtlichen Auskunftsrechte hat die Klägerin nur An-
spruch darauf, Informationen über Vermögenswerte zu erhalten, die in den Nach-
lass gehören, d.h. über Vermögen, an welchem ihre Eltern zumindest wirtschaft-
lich berechtigt waren. Der Beklagte kann aber nur zu einer solchen Auskunftser-
teilung verpflichtet werden, wenn zumindest wahrscheinlich erscheint, dass der
Beklagte über entsprechende Informationen verfügt. Dieser Nachweis gelang der
Klägerin – wie ausgeführt – nicht. Dementsprechend hat die Vorinstanz die Klage
zurecht abgewiesen.
8. Streitwert
8.1. Die Vorinstanz ging – gestützt auf das von der Klägerin in der Sühnver-
handlung gestellte Begehren um Zusprechung eines Betrages von mindestens
CHF 1 Mio. (Urk. 1) – von einem Streitwert von CHF 1 Mio. aus. Sie stellte sich
auf den Standpunkt, dass selbst wenn die Klägerin an ihrem Schadenersatzan-
spruch nicht weiter festhalte, sie damit klar den wirtschaftlichen Wert ihres Aus-
kunftserteilungs- und Rechenschaftsablagebegehrens beziffert habe (Urk. 68
S. 52 f.).
8.2. Die Klägerin macht in der Berufung geltend, dass für die vorliegende Aus-
kunftsklage von einem Streitwert von zwischen CHF 30'000 und CHF 100'000
auszugehen sei. Da es sich vorliegend um eine einfache Auskunftsklage handle,
könne nach ständiger höchstrichterlichen Praxis von einer exakten Bezifferung
des Streitwerts abgesehen werden (Urk. 67 S. 6). In der Klagebegründung hatte
die Klägerin ausgeführt, dass sie ihrem Auskunftsanspruch eine CHF 30'000
übersteigenden Streitwert beimesse, gehe es doch namentlich um die Auskunft
über Mobilien- und Immobilientransaktionen, Schenkungen und Sitzgesellschaf-
ten, welche in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung diesen Betrag um ein Vielfaches
übersteigen würden (Urk. 2 S. 6).
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8.3. Der Beklagte überlässt die Streitwertbemessung dem Gericht, wobei er
Wert auf die Feststellung legt, dass damit keine Anerkennung eines effektiven
Auskunftsvermögens verbunden sei (Urk. 75 S. 3). Vor Vorinstanz stellte er sich
auf den Standpunkt, dass der Streitwert, wenn überhaupt, mit lediglich einigen
wenigen tausend Schweizer Franken zu bemessen sei, jedoch keinesfalls
CHF 10'000 übersteigend. Es sei vom klägerischen Rechtsbegehren und nicht
vom wirtschaftlichen Streitinteresse der Parteien auszugehen. Massgebend sei
somit ausschliesslich der objektive Wert der mit der Klage verlangten Leistungen.
Richtmass bilde somit der Aufwand, den er bei sorgfältiger Erbringung der gefor-
derten Dienstleistungen insgesamt in Rechnung stellen könnte. Der entsprechen-
de Aufwand würde minimal ausfallen (Urk. 55 S. 4 ff.).
8.4. Beim Verfahren um Auskunftserteilung und Rechenschaftsablegung han-
delt es sich um eine vermögensrechtliche Streitigkeit im Sinne von § 22 ZPO/ZH.
Der Streitwert richtet sich nach dem Rechtsbegehren des Klägers zur Zeit des
Eintritts der Rechtshängigkeit (§ 18 Abs. 1 ZPO/ZH). Geht die Klage nicht auf
Geldzahlung, ist der Wert massgebend, welchen die Parteien dem Streitgegen-
stand übereinstimmend beilegen (§ 22 Abs. 1 ZPO/ZH). Sind die Parteien nicht
einig, bestimmt das Gericht den Streitwert nach freiem Ermessen. In der Regel ist
der höhere Betrag massgebend (§ 22 Abs. 2 ZPO/ZH). Die übereinstimmenden
Angaben der Parteien zum Streitwert sind grundsätzlich bindend (§ 22 Abs. 1
ZPO/ZH), es sei denn, diese hätten rechtsmissbräuchlich einen viel zu tiefen Be-
trag genannt (ZR 89 Nr. 114).
8.5. Der Streitwert eines Begehrens um Auskunftserteilung entspricht dem da-
mit letztlich verfolgten wirtschaftlichen Zweck. Dabei sind die Gebühren allerdings
gegenüber dem Ansatz für die sachliche Beurteilung dieses Anspruchs deutlich
zu reduzieren, da es bei der Informationsbeschaffung nur um ein präparatorisches
Element geht (Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 20. Januar 2012,
LF110118 ). Dementsprechend ist nicht das der Auskunftsklage zugrunde liegen-
de Vermögen massgebend für die Bestimmung des Streitwerts, sondern der mit
der Auskunftsklage angestrebte Zweck. Die Klägerin verfolgt mit ihrem Aus-
kunftsbegehren erbrechtliche Ansprüche. Sie führt aus, dass ihr Vater erhebliche
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Verfügungen resp. bedeutende Schenkungen zu Lasten des elterlichen Vermö-
gens vorgenommen habe; sie gehe von einer Verletzung ihres Pflichtteils aus
(Urk. 67 S. 9, S. 50). Sie möchte sich also die nötigen Informationen beschaffen
und dann allenfalls gegen Dritte vorgehen zu können. Die Klägerin gesteht selber
ein, dass das zur Unterbrechung der Verjährung geltend gemachte Schadener-
satzbegehren in Höhe von Fr. 1 Mio. ein Anhaltspunkt für das ihrer Klage zugrun-
de liegende wirtschaftliche Interesse darzustellen vermag (Urk. 67 S. 7). Es ist
dementsprechend nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz gestützt auf die
Ausführungen der Klägerin und die von ihr beim Friedensrichter erhobene Scha-
denersatzklage den Streitwert auf Fr. 1 Mio. festgesetzt hat (Urk. 68 S. 53).
8.6. Bei einem Streitwert von Fr. 1 Mio. beträgt die Grundgebühr Fr. 30'750.–.
Die Vorinstanz hat in Anwendung von § 2 GebVO unter Berücksichtigung des
Zeitaufwands, welcher sich im Durchschnittsbereich bewegt habe, und der
Schwierigkeit des Falls, welche eher im oberen Bereich anzusiedeln sei, eine Re-
duktion um einen Drittel vorgenommen. Die Ausführungen der Vorinstanz zum
Zeitaufwand und Schwierigkeit des Falls werden von den Parteien zurecht nicht in
Frage gestellt. Dementsprechend besteht keine Veranlassung, von der von der
Vorinstanz vorgenommen Reduktion um einen Drittel abzuweichen. Die von der
Vorinstanz festgelegte Gerichtsgebühr von Fr. 20'500.– ist zu bestätigen.
8.7. Der Streitwert des zweitinstanzlichen Verfahrens beträgt ebenfalls
Fr. 1 Mio. Damit ist die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ebenfalls auf
Fr. 20'500.– festzusetzen (§ 12 Abs. 1 GebVO vom 8. September 2010). Hierbei
ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die Klägerin eine 70 Seiten umfassen-
de Berufungsschrift sowie diverse weitere Eingaben eingereicht hat.
8.8. Die Klägerin unterliegt vollständig. Dementsprechend sind die Kosten für
das erst- und das zweitinstanzlichen Verfahren vollumfänglich der Klägerin aufzu-
erlegen.
8.9. Zudem ist die Klägerin zu verpflichten, dem Beklagten für beide Verfahren
eine volle Parteientschädigung zu bezahlen. Die Grundgebühr beträgt nach § 3
der für das vorinstanzliche Verfahren massgeblichen AnwGebVO vom 21. Juni
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2006 Fr. 31'400.–. Unter Berücksichtigung obiger Ausführungen ist diese Grund-
gebühr in Anwendung von § 3 Abs. 2 AnwGebV um einen Drittel auf Fr. 20'900.–
zu reduzieren. Hinzu kommen – von der Klägerin auch nicht in Frage gestellte –
zwei Zuschläge von je 20% für die Vergleichsverhandlung und den zweiten Schrif-
tenwechsel (§ 6 AnwGebV). Dementsprechend ist die Klägerin zu verpflichten,
dem Beklagten für das erstinstanzliche Verfahren eine Prozessentschädigung in
Höhe von Fr. 29'260.– zu bezahlen. Für das zweitinstanzliche Verfahren beträgt
die Grundgebühr in Anwendung von § 4 der für das Berufungsverfahren massge-
blichen AnwGebVO vom 8. September 2010 ebenfalls Fr. 20'900.–. In Anwen-
dung von § 11 Abs. 2 AnwGebVO vom 8. September 2010 ist die Grundgebühr
um 20% auf Fr. 25'080.– zu erhöhen und sodann in Anwendung von § 13 Abs. 2
AnwGebVO vom 8. September 2010 auf einen Drittel zu reduzieren. Dementspre-
chend hat die Klägerin dem Beklagten für das Berufungsverfahren eine volle Par-
teientschädigung von Fr. 8'400.– zu bezahlen.
8.10. Die Klägerin macht geltend, dass der Beklagte als Anwalt einen Vorsteuer-
abzug geltend machen könne und ihm deshalb kein "Mehrwertsteuerzusatz" zu-
zusprechen sei (Urk. 67 S. 69). Der Beklagte verlangt die Zusprechung einer Ent-
schädigung zuzüglich MWSt. Dabei widerspricht er der Darstellung der Klägerin,
wonach er als Anwalt einen Vorsteuerabzug geltend machen könne nicht (Urk. 75
S. 26). Damit ist eine Grundlage für die Zusprechung eines "Mehrwertsteuerzu-
satzes" nicht dargetan, weshalb kein solcher zuzusprechen ist.