Decision ID: b4b31b3d-1d59-4bfe-b505-dd9070aec377
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1952 geborene
X._
(vormals
Y._
)
arbeitete in einer Filiale der
Z._
Ostschweiz als Leiterin des Departements Molkerei (
Urk.
8/8) und war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) versichert. Sie wurde am 4. Oktober 1997 tätlich angegriffen, wobei ein Mann vor ihr Auto trat, sie an den Ohren riss und stark
schüttelte
(
Urk.
8/13/14
6-147
).
Dabei zog sie sich eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) zu (
Urk.
8/106/256).
In der Folge war sie während längerer Zeit ganz
oder
teilweise arbeitsunfähig.
Ab 30. März 1998 arbeitete sie wieder zu 100
%
(
Urk.
8/106/245).
Am 8. Januar 2001 wurde der SUVA ein Rückfall gemeldet (Urk.
8/106/2
27) und das Arbeitsverhältnis bei der
Z._
Ostschweiz per Ende 2002 aufgelöst. Seither ist
die Versicherte
mit einem beschränkten Pensum bei der
A._
GmbH als Schulbusfahrerin tätig (Urk.
8/62
).
Gestützt auf
einen
Vergleich sprach die SUVA
der Versicherten
für die Restfolgen des Unfalls mit Verfügung vom 25.
Juni 2008 mit Wirkung ab 1.
Dezember 2001 eine auf einem
Erwerbs
ausfall
von 40
%
beruhende Invalidenrente sowie eine Entschädigung für eine Integritätseinbusse von 20
%
zu (
Urk.
8/108/2-5).
1.2
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, hatte der Ver
sicher
ten aufgrund der im Zusammenhang mit dem Rückfall erfolgten Anmel
dung vom 16. September 2001 (
Urk.
8/5) mit Verfügung vom 1
2.
September 2002 ab November 2001 bei einem Invaliditätsgrad von 70 % eine ganze Inva
lidenrente zugesprochen (
Urk.
8
/27-29).
1.3
Diese Rente setzte
die IV-Stelle
im Rahmen
einer
amtlichen Rentenrevision mit Verfügung vom 15. Februar 2005
(
Urk.
8/38-39) beziehungsweise
Einsprache
entscheid
vom 5. Oktober 2005
(
Urk.
8/51) aufgrund einer verbesserten
Er
werbssituation
per 1. April 2005 auf eine einem Invaliditätsgrad von 66 % ent
sprechende
Dreiviertelsrente
herab.
Die dagegen erhobene Beschwerde vom
7. November 2005 (
Urk.
8/
53/3-
6
) hiess das hiesige Sozialversicherungsgericht mit Urteil vom 8.
Februar 2007 (
Urk.
8
/81
; Prozess IV.2005.01242
) in dem Sinne gut, dass der
Einspracheent
scheid
vom 5. Oktober 2005 aufgehoben und die Sache zur Klärung des
Invali
deneinkommens
und zum Neuentscheid über den Rentenanspruch
an die IV
-
Stelle zurückgewiesen wurde.
1.
4
Diesen neuen Rentenentscheid erliess die IV-Stelle am 9. Februar 2009 (
Urk.
8/116) nach Einsichtnahme in das von der SUVA veranlasste Gutachten des
B._
, vom
9. Oktober 2007 (
Urk.
8/105/1-28): Sie hob ihre ursprüngliche Rentenverfügung vom 1
2.
September 2002 wiedererwägungsweise auf das Ende des der Zustel
lung folgenden Monats auf. Dagegen erhob die Versicherte ebenso Beschwerde wie
sie es
gegen die Verfügung vom 8. Dezember 2006 (
Urk.
8/80)
getan hatte
, mit welcher ihr aufgrund des Gesuchs vom 24. Dezember 2005 (
Urk.
8/58) mit Wirkung ab 1. Dezember 2005 wieder eine ganze Rente zugesprochen worden war.
Sie beantragte die
unterbruchslose
Ausrichtung der ganzen Rente.
Mit Urteil vom 31. August 2010 (
Urk.
8/132
; Prozess IV.2007.00112
) hob das hiesige Gericht die beiden angefochtenen Verfügungen vom 8. Dezember 2006 und 9. Februar 2009 auf und wies die Sache zur Durchführung ergänzender Ab
klärungen (unter anderem einer Evaluation des funktionellen Leistungsvermö
gens, EFL) und zum Neuentscheid an die IV-Stelle zurück.
1.5
In der Folge holte die IV-Stelle das Gutachten der
C._
GmbH, vom 31. Oktober 2011 (
Urk.
8/149/2-20) samt Ergänzung vom 13. Dezember 2011 (
Urk.
8/157) ein
, wozu die Versicherte am 26. Januar 2012 (
Urk.
8/160) Stellung nahm
.
Mit Vorbescheid vom 23. April 2012 (
Urk.
8/168) stellte die IV-Stelle der Versicherten die Weiterausrichtung der bis
herigen ganzen Rente auch ab 1. April 2005, befristet bis 31. Dezember 2007, in Aussicht. Hiergegen erhob die Versicherte am 21. Mai 2012 (
Urk.
8/174) Ein
wand, worauf die IV-Stelle das Gutachten (samt EFL) der
D._
AG, vom 17. Mai 2013 (
Urk.
8/202) ein
holte. Nach Eingang der Stellungnahme der Versich
er
ten vom 25. November 2013 (
Urk.
8/214/1-6)
verfügte die IV-Stelle am 26. März 2014 (
Urk.
2) im an
gekündigten Sinne und forderte gleichzeitig
zuviel
ausgerichtete Leistungen in der Höhe von
Fr.
25‘344.-- zurück, welcher Betrag sich hauptsächlich aus der Weiterausrichtung der Renten ab 1. Januar 2008 bis zum
mit Erlass der Verfü
gung vom 9. Februar 2009 (
Urk.
8/116)
erfolgten
und vollzogenen
Rentenein
stellung
per Ende März 2009
ergeben hatte.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 1
2.
Mai 2014 Beschwerde mit den folgen
den Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
„
Es sei die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Zürich vom
26. März 2014 betreffend Rückforderung aufzuheben.
Es sei der Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2008 weiterhin eine ganze Invalidenrente der IV auszurichten.
Es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin nicht ver
pflichtet ist, irgendwelche Leistungen, die sie von der
Beschwer
degegnerin
bereits bezogen hat, zurückzuerstatten. Es sei insb.
f
estzustellen, dass die Beschwerdeführerin nicht verpflichtet ist, die ab 1. Januar 2008 bis 31. März 2009 ausbezahlten Invali
denrenten im Betrag von
Fr.
25‘344.00 an die
Beschwerdegeg
nerin
zurückzuzahlen.
Unter K- und EF zu Lasten der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle.
Es sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung und
Verbeiständung
einzuräumen.
“
Am 3. Juni 2014 (
Urk.
6) zog die Versicherte das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zurück. Am 23. Juni 2014 (
Urk.
7) beantragte die IV-Stelle die teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne der Aufhebung der Rückforde
rung (wegen Verjährung). Im Übrigen - Aufhebung der Rente per 1. Januar 2008 - schloss sie auf Beschwerdeabweisung. Dies wurde der Versicherten am 24. Juni 2014 (
Urk.
9) zur Kenntnis gebracht.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG in der seit dem 1. Januar 2008 in Kraft stehenden Fassung).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades
bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
Die letzte
(und einzige)
rechtskräftige Verfügung
datiert vom 1
2.
September 2002 und
beinhaltet
die
Zusprache
einer ganzen Invalidenrente ab November 2001 bei einem Invaliditätsgrad von 70 %. Sämtliche seitherigen
Rentenverfü
gungen
(beziehungsweise
Einspracheentscheid
)
wurden vom hiesigen Gericht aufgehoben und entsprechende Neuverfügungen
wiederum angefochten.
Streitgegenstand bildet demgemäss zunächst die Frage, ob seit der erstmaligen
Rentenzusprache
am 1
2.
September 2002 bis zur
(erstmals erfolgten)
Herabset
zung auf eine
Dreiviertelsrente
per 1. April 2005 (Verfügung vom 15. Februar 2005) eine revisionsrechtlich relevante Veränderung der Verhältnisse eingetre
ten ist. Sodann ist
- mangels rechtskräftiger Leistungsverfügungen für die zwi
schenzeitliche Periode - der seitherige Verlauf
bis zum Erlass der nunmehr an
gefochtenen Verfügung (26. März 2014)
zu prüfen.
3.
3.1
D
er erstmaligen
Rentenzusprache
lagen folgende ärztliche Berichte zugrunde:
3.
2
Die Ärzte der Rheuma- und Rehabilitationsklinik
E._
diagnostizierten im Austrittsbericht vom 22. März 2001 (
Urk.
8/106/190-196
) ein chronisches
zer
vikozephales
Schmerzsyndrom mit/bei degenerativen
Wirbelsäulenveränderun
gen
, kleiner Diskushernie Th2/3, Status nach HWS-Distorsionstrauma 1985 und 1997, Kopfschmerzen und rezidivierendem Drehschwindel sowie Verdacht auf Kopfschmerzen vom Migränetyp. Zudem hätten die testpsychologischen Be
funde einzelne
mässiggradig
ausgeprägte kognitive Minderleistungen vor allem
im Bereich der
mnestischen
Prozesse ergeben, namentlich seien kurz- und län
gerfristige Speicher- und Lernprobleme objektiviert worden, und es hätten sich tendenzielle Umstellschwierigkeiten gezeigt. Im Bereich der Aufmerksam
keit/Konzentration hätten sich nur verhältnismässig leicht ausgeprägte Prob
leme der Interferenzfestigkeit sowie der Daueraufmerksamkeit gezeigt. Der bis
herige Arbeitsplatz mit einem 100%igen Arbeitsvolumen und häufigem Heben von Gewichten bis Augenhöhe erscheine unter Berücksichtigung der HWS
-
Schmerzbeschwerden als ungünstig. Da die Versicherte im Umgang mit ihren Beschwerden Mühe habe und die Verarbeitung zu stimmungsmässigen Schwie
rigkeiten führe, empfahlen die Ärzte zur psychischen Stabilisierung und Be
gleitung eines 50%igen Arbeitsversuchs eine befristete verhal
tenstherapeuti
sche Massnahme.
Im Bericht vom 17.
April 2001 (
Urk.
8/106/197-198
) führten die Ärzte der Rheuma- und Rehabilitationsklinik
E._
a
us
, dass sich die Versicherte we
gen vielen „Tiefs“ mit vielen Kopfschmerzen ausserstande fühle
,
zu arbeiten. Oftmals erwache sie mit starken Kopfschmerzen und Verspannungen im Na
cken- und Schulterbereich beidseits. Die Nackenschmerzen würden in den Hin
terkopf und Frontalbereich bis in beide Augen ausstrahlen und hätten
druckar
tigen
Charak
ter. Damit assoziiert seien kurze Schwindelgefühle.
3.3
Hausärztin Dr.
F._
bescheinigte im Bericht vom 24. Oktober 2001 (
Urk.
8/14/1-5
) aufgrund des chronischen
z
ervi
k
o
z
ephalen
Schmerzsyndroms bei degenerativen Wirbelsäulenveränderungen und aufgrund des seit 1997 be
stehenden Zustandes nach HWS-Distorsionstrauma von 1985 und 1997
ver
schiedene
Arbeitsunfähigkeit
en im Zeitablauf
, ab
9. Mai 2001 im Umfang von 70
%
.
3.4
Dr.
med.
G._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte im Bericht vom 28. März 2002 (
Urk.
8/20
) di
e Diagnosen chronisches
zervikoz
e
phales
Schmerzsyndrom bei Status nach HWS-Distorsionstrauma 1985 und 1997 sowie Anpassungsstörung
(
ICD-10 F43.23
)
.
Das Ausmass der Arbeitsunfä
higkeit als
Rayonleiterin
bemass sie seit Oktober 1997 bis auf
weiteres
mit 100
%
, dasjenige für die Tätigkeit im Kundendienst seit Mai 2001 mit 70
%
. Sie erklärte dazu, der Einfluss der psychischen Störung auf die Arbeitsfähigkeit könne nicht genau festgelegt werden. Die Arbeitsunfähigkeit erkläre sich allein schon aufgrund der somatischen Diagnose.
4.
4.1
Zur Frage einer Veränderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin gingen folgende Berichte ein:
4.2
Im interdisziplinären Gutachten
des
B._
vom 9. Oktober 2007 (
Urk.
8/105)
zu
Handen
der SUVA
wurden die seit dem Ereignis von 1997 vorhandenen Na
cken-Kopf-Schmerzen im Wesentlichen dahingehend beschrieben, dass diese teilweise in die Arme, deutlich linksbetont, ausstrahlten, bei fluktuierender In
tensität fast ständig vorhanden seien und zirka ein- bis dreimal monatlich während einem halben bis einem ganzen Tag
massivst
exazerbierten
und von einer leichten Photophobie, teils mit Nausea, begleitet seien. Unter Migräne leide die Versicherte nicht mehr. Die Beschwerden würden durch körperliche Arbeit (Oberkörperbewegungen), Sitzen auf Festbänken und Hockern ausgelöst. Auf die Stimmung angesprochen habe die Versicherte angegeben, diesbezüglich keine Probleme zu haben und mit beiden Beinen auf dem Boden zu stehen
(S. 16 f.). Die Gutachter stellten nach Vornahme einer neurolo
gischen Untersu
chung sowie einer psychiatrischen und rheumatologischen Abklärung folgende Diagnosen (S.
23):
-
Chronifiziertes
Zervikovertebral
-,
Zervikozephal
- und
Zervikospondylo
-
gensyn
drom
mit/bei
-
teils mit
migräniformem
Charakter, teils von Kopfschmerzen vom
Span
nungstyp
überlagert
-
Status nach Frontalkollision mit möglichem HWS-Akzelerationstrauma 1985, ohne Residuen
-
Status nach körperlichem Angriff mit möglichem
HWS-Akzelerations
trauma-äquivalentem
Mechanismus in rotierter Kopfstellung am 4.
Okto
ber
1997
-
Negativ interagierende Faktoren:
-
Zervikobrachial
- und
Zervikalsyndrom
gemäss Akten mindestens vor
übergehend vorbestehend, wahrscheinlich seit zirka 1973
-
Chronischer Schmerzmittel-Übergebrauch
-
Status nach überlanger Tragzeit des Schanzkragens nach dem Er
eignis
1997
-
Befunde:
-
Keine neurologischen Ausfallserscheinungen
-
Parazervikale
Myogelosen
-
Wahrscheinlich irreversible Dysfunktion des Segmentes C2/3 (ohne Nach
weis einer strukturellen Läsion)
-
Lordose und leichte Skoliose der HWS mit beginnender Degeneration des hinteren zervikalen Pfeilers, Kyphose der
Brustwirbelsäule (
BWS
)
-
Psychiatrisch unauffällig
-
MRI-Bericht vom 20.
November
2000: Nur diskrete degenerative Verände
rungen der HWS, wahrscheinlich kongenitale
Fehlform
im
In
tervertebralraum
C6/C7, Diskushernie Th2/3 (klinisch ohne Korrelat)
-
Traumatisierte Schulter rechts bei Status nach
Schulterarthrosko
pie
/
Bursoskopie
/offener
Acromionplastik
und
Defilée
-Erweiterung
am
9.
Ok
tober
1996
-
Verdacht auf
Presbyopie
Die Gutachter erklärten, sämtliche Gesundheitsstörungen seien organisch begrün
det. Der Unfall von 1997 habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer Verschlimmerung eines Vorzustandes mit
Zervikalsyndrom
geführt. Auf
grund der Tatsache, dass die Versicherte vor dem Unfall trotz Nacken- und Kopf-Beschwerden zu 100
%
habe arbeiten können, müsse angenommen wer
den, dass dieser mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einem wesentlichen Anteil für das heutige Beschwerdebild verantwortlich sei beziehungsweise min
destens teilweise zu einer richtunggebenden Verschlimmerung der Beschwerden geführt habe. Negativ interagierend wirke sich auf die Verschlimmerung ein fortgeführter Analgetika-Übergebrauch aus, der bereits am 23.
Februar 1998 von
Dr.
H._
, FMH Neurologie, diagnostiziert worden sei. Die sogenannt Analgetika-induzierten Kopfschmerzen seien als unfallfremd zu bezeichnen. Als weiterer negativ interagierender Faktor müsse die überlange Tragzeit des Schanzkragens erwähnt werden, die wahrscheinlich zu einer
Verschmächtigung
der Nackenmuskulatur und damit zu einer muskulären Dekompensation im
Na
ckenbereich
geführt habe, so dass heute klinisch eine Insuffizienz der
Halsmus
kulatur
imponiere, die sich durch ständiges Abstützen des Kopfes reflek
tiere
(S.
24
ff.
).
Aus rheumatologischer und neurologischer Sicht könne übereinstimmend fest
gehalten werden, dass aufgrund der rein organisch bedingten Beschwerden, die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall von 1997 zurückgeführt werden könnten, die Arbeitsfähigkeit als
Rayonchefin
bei der
Z._
7
5
%
be
trage. Dies gelte auch für andere Tätigkeiten wie Büroarbeit oder
Schulbusfah
rerin
, bei der die Halswirb
elsäule ebenfalls beansprucht we
rde
(S. 26 f.)
.
4.3
Dr.
F._
erklärte in der Stellungnahme vom 17. Oktober 2008 (
Urk.
8/112/17-18
), sie betreue die Beschwerdeführerin als Hausärztin seit Mai 2001.
Damals habe diese noch zu 30
%
am Kundendienst in der
Z._
gearbeitet, nachdem sie zuvor immer wieder versucht habe, voll zu arbeiten, wegen der körperlich
belastenden Tätigkeit aber immer wieder habe
krankgeschrieben
werden müs
sen. Der gesundheitliche Verlauf sei während der ganzen Zeit sehr wechselhaft gewesen. Die Beschwerdeführerin habe verschiedene Therapiemöglichkeiten (Psychotherapie, Psychopharmaka, Physiotherapie,
Atlaslogie
, Akupunktur) wahrgenommen, um ihre Arbeitsfähigkeit zu erhalten oder zu steigern. Jeden Versuch, nach einer Besserung die Arbeitsfähigkeit zu steigern, habe sie jeweils mit ganz erheblichen
migräniformen
Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und
Erschöpftheit
bezahlt. Während längerer Zeit habe sie wegen de
r
massiven Kopfschmerzen täglich Analgetika benötigt. Nach Beendigung der Tätigkeit bei der
Z._
Ende Januar 2003 habe sie die Stelle als Schulbusfahrerin mit einem Pensum von 30
%
angenommen. Dank dieser Tätigkeit mit Wechselhaltung, der Möglichkeit, immer wieder Pausen einzulegen und lediglich drei Stunden pro Tag wirklich arbeiten zu müssen, und dies nicht an einem Stück, sei es
ihr
in
zwischen gelungen, ihre Kopf- und Nackenbeschwerden sowie die Konzentrati
onsfähigkeit in einem relativ stabilen Zustand zu halten. Nach wie vor müsse sie jedoch
ausserordentlich
auf ihr Verhalten achten, um die seh
r rasch wieder auftretenden Exaz
erbationen zu vermeiden. Zirka alle zwei Tage benötige sie immer wieder Analgetika und zusätzlich ein bis zweimal pro Monat ein
Migrä
nemedikament
. Aufgrund des bisherigen Verlaufes sei die Versicherte lediglich zu maximal 30
%
erwerbsfähig. Sie arbeite nun in einer ihrer Behinderung op
timal
adaptierten
Tätigkeit. Eine Steigerung auf ein Pensum von 50
%
wäre absolut unmöglich. Eine Büroarbeit, bei der sie gezwungen wäre, häufig mit nach vornüber geneigtem Kopf zu arbeiten, wäre für sie nicht mögli
ch, und zwar nicht einmal zu 30
%
, geschweige denn zu 75
%
.
4.4
4.4.1
Das
C._
-Gutachten vom 31. Oktober 2011 (
Urk.
8/149/2-20) wurde von
Dr.
med.
I._
, FMH Allgemeine Medizin,
Dr.
med.
J._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychother
a
pie, sowie
Dr.
K._
, FMH Neurologie, unter
zeichnet.
4.4.2
Im Rahmen der neurologischen Beurteilung wurde festgehalten
(S. 14 f.)
, d
ie
Beschwerdeführerin führe
ihre Besc
hwerden auf ein Ereignis vom 4. Oktober
1997 zurück, wobei ihr von
einer anderen Person der Kopf verdreht und an diesem gezogen w
o
rde
n sei
, worauf in der Folge
Nackenschmerzen bestanden, welche in den nachfolgenden Jahren trotz zahlreichen
therapeutischen Bemü
hungen mit einigem Auf und Ab im Wesentlichen an
gehalten hätten
. Auch ak
tuell
mach
e
die
Beschwerdeführerin
praktisch konstant vorhandenes Nackenweh geltend, symmetrisch
ausgeprägt, ausstrahlend bis zu den Schultern und in die Schulterblätter und dann vor allem
auch in den Kopf; das Nackenweh
sei
be
gleitet von einer eingeschränkten Beweglichkeit. Das
Kopfweh w
e
rd
e
subjektiv als vom Nacken her kommend empfunden, es
sei
symmetrisch
ausgeprägt und nicht begleitet von anderweitigen Symptomen.
Bei der klinischen Untersuchung
sei
die aktive HWS-Beweglichkeit eingeschränkt, vor allem für
die Rotation nach links; eine passive Beweglichkeitsprüfung
sei
nicht zuverlässig möglich, da
die Exp
l
orandin aktiv dagegen stemm
e
.
Palpatorisch
sei
die paravertebrale HWS-Muskulatur
beidseits vermehrt tonisiert und
druckdolent
, ein erhöhter To
nus finde sich auch im Bereich des
Trapezius
, ebenfalls beidseits; auffallend
sei
auch ein leichter Schulterhochstand auf der rechten
Seite.
Der klinische Befund
entsprech
e
einem muskulären
Zervikalsyndrom
verbunden mit einer
Dysbalance
im Schultergürtelbereich.
B
ildgebende Untersuchungen
hätten keine zur Verfügung gestanden,
in den Akten s
e
i
e
n aber degenerative HWS-Veränderungen dokumentiert
.
In diesem Zusammenhang auch erwäh
nenswert
sei
das atypische
HWS-Distorsionstrauma
vom 4.
Oktober
1997.
Die Kopfschmerzen w
ü
rden von der
Beschwerdeführerin
im Sinne einer Ausstrah
lung vom Nacken nach
oben empfunden
.
Aufgrund des objektivierba
ren Befundes im Bereich des Nackens
sei
eine
zervikogene
Komponente plausi
bel. Phänomenologisch handl
e
es sich um ein chronisches
Spannungstyp-Kopf
weh, wobei die Exazerbationen aufgrund der angegebenen Intensität auf der
visuellen Analogskala
migräniformen
Charakter h
ätt
en, bei Fehlen vegetativer Zeichen resp
ektive
einer
Überempfindlichkeit auf
ä
ussere Reize aber nicht die Diagnose einer Migräne gestellt werden
k
ö
nn
e
(dies obwohl die Schmerzen of
fenbar auf
Triptane
anspr
ä
chen). Aufgrund der
zeitlichen Koinzidenz des Auf
tretens dieser Schmerzen mit dem Ereignis vom 4.
Oktober
1997 könn
t
en
sie deskriptiv auch als „posttraumatisch" nach HWS-Distorsionstrauma klassifiziert werden.
Zusammengefasst
sei
ein chronisches
Zervikalsyndrom
verbunden mit einer muskulären
Dysbalance
im Schultergürtelbereich objektivierbar; die Kopf
schmerzen w
ü
rden im Sinne einer
zephalen
Komponente hier zugeordnet. Die Befunde erklär
t
en prinzipiell die in diesem Bereich
geltend g
emachten Be
schwerden. Es bestehe
aber eine Diskrepanz zwischen dem Ausmass dieser
Be
schwerden und den daraus resultierenden Einschränkungen im Alltag und bei der Arbeit
einerseits und den objektivierbaren Befunden andererseits, dies ohne dass Anhaltspunkte für eine
Aggravation vorlägen. Es besteh
e
aber der Ver
dacht auf das Vorliegen einer gewissen
Schmerzfeh
l
verarbeitung.
4.4.3
Die Ärzte diagnostizierten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein c
hronisches
Zervikalsyndrom
mit
zephaler
Komponente und muskulärer
Dysbalance
im
Schultergürtelbereich (ICD-10 M53.8)
, einen
Status nach atypischem
HWS-
D
is
torsionstrauma
am 4.
Oktober
1997 (ICD-10 S13.6)
sowie d
egenerative HWS-Veränderungen (ICD-10 M50.3)
. Als
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit
nannten sie ein b
eginnendes metabolisches Syndrom
bei
Adipositas,
ei
ner
Hyperlipidämie
(
nicht behandelt
), einem
Verdacht auf diabetische
Stoff
wechsellage
sowie bei
hypertensive
n
Blutdruckwerte
n
anlässlich
der
Untersu
chung
(
kontro
l
lbedürftig
, S. 16).
4.4.4
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Ärzte aus, a
us Sicht des Bewegungsapparates beeinfluss
e
das chronische
Zervikalsyndrom
mit
zephaler
Komponente und muskulärer
Dysbalance
im Schultergürtelbereich die Arbeitsfähigkeit der
Be
schwerdeführerin.
Aufgrund der objektivierbaren Befunde s
e
i
e
n
ihr
körperlich schwere und
überwiegend mittelschwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten über 5 kg,
Tätigkeiten in Zwangshaltungen (vor allem über Schulter
höhe) und solche ohne die Möglichkeit
eine
s
Positionswechsels nicht mehr zu
mutbar. Eine angepasste Tätigkeit, welche oben genannte
Bedingungen erfüll
e
, welche also körperlich leicht
sei und wechselb
elastend, mit der Möglichkeit
von Positionswechseln,
sei
in einem Ausmass von 80
%
zumutbar. Die Einschrän
kung von 20
%
erg
e
b
e
sich durch die Schmerzen und einen dadurch erhöhten Pausenbedarf. Diese Einschätzung
g
e
lt
e
auch für die aktuell ausgeübte Tätigkeit als Fahrerin eines Behindertenbusses.
Aus psychiatrischer Sicht besteh
e
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Eine psychiatrische
Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit k
ö
nn
e
nicht gestellt werden.
Die
allgemeininte
rn
isti
schen
Diagnosen schränk
t
en
die
Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
nicht ein.
Insgesamt k
ö
nn
e
somit aus interdisziplinärer Sicht eine Arbeits- resp. Leistungsfä
higkeit von 80
%
in der aktuell
ausgeübten
Tätigkeit als
Schulbus
fahrerin
und in anderen körperlich leichten,
adaptieren Tätigkeiten festgestellt werden. Für körperlich überwiegend mittelschwer oder schwer
belastende Tätig
keiten besteht eine Arbeitsunfähigkeit
(S. 17)
.
4.4.5
Zum Verlauf hielten die Experten fest, e
s
sei
nur schwierig möglich, aufgrund der vorliegenden Akten die Arbeitsfähigkeit zu einem
früheren Zeitpunkt re
trospektiv gesehen mit Sicherheit zu beurteilen. Somit g
e
lt
e
die
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mit Sicherheit ab dem Zeitpunkt
der
Untersuchung im September 2011.
Die
aktuelle Einschätzung entspr
e
ch
e
mehrheitlich der
Beur
teilung des
B._
vom 9.
Oktober
2007, so dass die genannten Einschränkungen
mit hoher
Wahrscheinlichkeit mindestens ab diesem Zeitpunkt angenommen werden könn
t
en
(S. 17 f.)
.
4.4.6
Die Gutachter verwiesen sodann auf
eine Diskrepanz zwischen
ihrer
Beurteilung und der
jenigen der
behandelnden
Dr.
F._
,
welche
von
eine
r
höchstens 30%ige
n
Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als
Schulbusfahrerin
ausgehe
. Ursäch
lich für diese Diskrepanz
sei
wahrscheinlich in erster Linie
die schwierige Rolle der behandelnden Hausärztin, welche naturgemäss bemüht
sei
, ihren
Patienten zu helfen und sie zu beschützen. Ausserdem stütz
t
en sich behandelnde
Ärzte
bei ihren
Einschätzungen häufig zu einem grossen Teil auf d
i
e von den Patienten gemachten Angaben ab.
Die
medizinisch-theoretische Beurteilung m
ü
ss
e
jedoch einzig auf objektivierbaren und
dadurch reproduzierbaren pathologischen Be
funden gründen
(S. 18)
.
4.5
4.5.1
Im
D._
-Gutachten vom 17. Mai 2013 (
Urk.
8/202), gezeichnet von PD
Dr.
L._
, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation/Rheumatologie, und
Physiotherapeut
M._
,
verwiesen die Spezialisten (S. 11 f.) auf
ein äus
serst
chroni
f
iziertes
Schmerzsyndrom im Bereich des Nackens,
der Schulter so
wie des Kopfes, welches sich nach vorhergehendem intermittierendem
Charakter sowie zusätzlichen
migränoiden
Kopfschmerz
en
im Anschluss an eine
HWS-D
istorsion
1997 durch Gewalteinwirkung entwickelt
habe
.
Sie führten aus, e
s dürfte damals in
Übereinstimmung
mit der Beurteilung durch Prof.
N._
(vom
B._
)
zu einer tatsächlichen Traumatisierung der Halswirbe
l
säule
gekommen sein, ohne dass spezifische strukturelle Veränderungen im weiteren
Verlauf
hätten
gefunden w
erden können
. Der Verlauf erschein
e
retrospektive sehr hart
näckig mit
initial
langer
Ruhigstellung, schmerzbedingt vor allem passive
n
An
wendungen, wobei nebst einer offensichtlich nicht stattgefundenen
psychischen Verarbeitung der Traumatisierung (lediglich „Wiedergutmachung" durch
eine Verurteilung des Täters) und zusätzlichen nicht verarbeiteten Konflikten am Ar
beitsplatz
die Problematik verstärkt w
o
rde
n sei
und
diese
nach Beendigung des
Arbeitsverhältnisses
mit gewisser
Verzögerung erneut
exazerbiert
habe
.
In dieser Phase
habe
auch während
sechs
Monaten eine psychiatrische
Betreu
ung statt
gefunden
,
wobei von den zehn geplanten Sitzungen
lediglich sechs wahrgenommen wor
den
seien
. Offensichtlich
sei
es bereits 2002 mit Aufnahme der beruflichen Tätigkeit als Schulbusfahrerin und eine
r
durch
Selbstorganisa
tion
gekennzeichnete
n
Strategie zu einer Stabilisierung gekommen, wel
c
he
seit
her unter Berücksichtigung der angepassten Rahmenbedingungen stabil geblie
ben s
ei
.
Dies w
e
rd
e
auch durch die nur dürftige
n medizinischen
Berichte und
den normalisierten
Schmerzmittelkonsum
belegt
. Die gewählten Massnahmen schi
e
nen trotz Fehlen
s
eines aktiven
Aufbaus letztlich angemessen, auch der Umgang mit den Hobbys, wobei die früheren Hobbys
wie Akko
rdeon spielen im Orchester und w
eben am Webstuhl als nachvollziehbar erschw
e
rt
beurteilt w
ü
r
den,
währenddem
das rein als liegend geschilderte Schiessen mit dem
S
t
urmge
wehr 90 auch unter Wettkampfbedi
ngungen
als angemessen und nicht zuletzt als die
Nackenstabilität fördernde Massnahme beurteilt w
e
rd
e
. Zu diskutieren s
ei
dagegen der weitere
zumutbare Arbeitsumfang und die Intensität, nachdem aufgrund der Evaluation der arbeitsbezogenen
funktionellen Leistungsfähigkeit nur bedingte Schlüsse daraus gezogen werden könn
t
en
wegen
der
schmerzbe
dingten
Selbstlimitierung.
4.5.2
Die Gutachter diagnostizierten (S. 12) ein c
h
ronisches
zervikovertebrales
, -
spon
dylogenes
sowie
-
zephales
Syndrom
,
aktuell sowohl mit
arthrogenen
wie
my
ofaszialen
Anteilen
,
ausgeprägte
r
Wirbelsäulenfehlform (thorakale
Hyperky
phose
mit
Gibbusbildung
und
Kopfprotraktion
, weniger relevante
S
-förmige Torsionsskoliose)
, bei
Status nach
HWS-D
istorsion anlässlich eines atypischen HWS-Traumas 1997
durch Fremdeinwirkung
,
aktenanamnestisch HWS-Distor
sion 1985 anlässlich einer Heckkollision ohne ärztliche Behandlung
, bei
dys
funktionelle
m
Krankheitsverhalten sowie Entwicklung einer chronischen Schmerzkrankheit
. Daneben verwiesen sie auf ein m
etabolisches Syndrom mit morbider Adipositas, arterielle
r
Hypertonie, grenzwertige
m
Diabetes
mellitus
sowie
Hyperlipidämie
.
4.5.3
Die Spezialisten konnten ke
in arbeitsrelevantes Problem
erheben
, da bei verschie
denen
Tests Schmerzverhaltensaspekte mit Selbstlimitierung im Vorder
grund
ge
standen
hätten
.
Die Leistungsbereitschaft der
Beschwerdeführerin
be
urteil
t
en
sie
als m
ä
ssig.
Die gezeigte Leistungs
f
ähigkeit
habe unter den
Bel
as
tungsanforderungen
der bisherigen
Arbeit
(als Verkäuferin) gelegen
. Aufgrund des Schmerzverhaltens und der Selbstlimitierung in den Tests k
ö
nn
e
die zumut
bare Arbeitsfähigkeit
jedoch nicht abschliessend gestützt auf die EFL-Tests al
leine beurteilt werden
, sondern einzig
medizinisch
-theoretisch
(S. 12).
In Bezug auf die angestammte Tätigkeit als Verkäuferin gingen die Gutachter von
einer mittelschweren Tätigkeit
aus
mit zusätzlich statisch-monotonen Hal
tungen. Unter
Berücksichtigung des Anteils der körperlich anspruchsvollen Ar
beiten von ca
. sieben
Stunden im
Vergleich zu den rein
a
dministrativen von ei
ner Stunde
sei
die Tätigkeit rein medizinisch
-
theoretisch
zu 40
%
zumutbar
(
S. 13
).
In Bezug auf eine angepasste Tätigkeit
(S. 13 f.)
hielten die Experten fest, dass u
nter Berücksichtigung der Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit
l
ediglich festgehalten werden
könne
, dass sich die
Beschwer
deführerin
„
bis auf das Thema einer
leichten Tätigkeit
habe
belasten
lassen
“
, und
sie
sowohl die Tätigkeiten in Gewichtsbelastung wie auch
statisch-dyna
mische Tests vor Erreichen der funktionellen
Limiten
abgebrochen
habe
. Rele
vant
habe
das Sitzen, andauernde Stehen wie auch Gehen ohne beobachtbare Einschränkungen
ausgeübt werden
können
. Daraus erg
e
b
e
sich, dass rein auf
grund der funktionellen Leistungsfähigkeit
eine sehr leichte,
wechselpositio
nierte
Tätigkeit in Bezug auf die oberen Extremitäten
ganztags ausgeübt werden könne.
Ein etwas anderes Bild erg
e
b
e
sich unter Berücksichtigung
der
doch vorhande
ne
n
medizinische
n
Befunde bei der körperlichen Untersuchung und unter Mit
berücksichtigung der Vorgeschichte.
Diesbezüglich besteh
e
eine in funktioneller Hinsicht im Rahmen der aktuellen Untersuchung
auch unter Bezug auf funktio
nelle Auswirkungen stärker gewichteten ungünstige
n
statische
n
Voraussetzung
,
welche biomechanische Auswirkungen auf die Beweglichkeit und Funktionsfä
higkeit
im Bereich des Nackens und der oberen Extremitäten begründe
ten
. Selbstverständlich s
e
i
e
n
entsprechende Bewertungen immer
eine
Ermessens
frage.
Sie gingen
aber davon aus, dass rein
auf d
i
e physischen Voraussetzungen im Bereich des Bewegungsapparates bezogen,
eine Ganztagestätigkeit mit zwei Stunden vermehrte
r
Pausen auch bei Ausübung einer
leichten Tätigkeit mit Möglichkeit zu häufigen Positions-/Haltungsänderungen im Bereich der
oberen Extremitäten
(
Vermeiden von statisch monotonen Haltungen im Bereich des
Nackens, der Schultern und der oberen Extremitäten wie auch Vermeiden von wiederholte
m
Hantieren von Lasten
)
gerechtfertigt s
ei
. Dies
entsprech
e
einer Arbeitsfähigkeit von 75
%
für eine angepasste Tätigkeit. Zusätzlich best
ünden
Komorbiditäten
im Sinne eines metabolischen
Syndroms, welches für sich al
leine
k
eine
Arbeitsunfähigkeit begründe. Allerdings
best
ünd
en
diesbezüglich Einflüsse auf die Kompensationsfähigkeit von funktionelle
n
Einschränkungen, dies im Rahmen einer zusätzlichen Leistungsminderung von 10
%
.
4.5.4
Unter weiterem Hinweis auf die
erwähnte
Schmerzkrankheit
schlossen die Exper
ten
in einer angepassten
Tätigkeit
auf eine Arbeitsfähigkeit
von 65
%
. Unter Berücksichtigung der subjektiven und
auch
durch die Akten gestützten
Stabilisierung seit 2002 dürfte diese Arbeitsfähigkeit seither vorhanden gewesen sein.
Die Differenz zu früheren Beurteilungen dürfte sich letztlich nicht durch eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes an sich, sondern aufgrund einer Anders-Beurteilung des gleichen
Sachverhaltes erklären lassen,
dies auch unter
veränderten Vor
aussetzungen in Bezug auf die
Qualität und Voraussetzungen der Festlegung einer Arbeitsunfähigkeit.
5.
5.1
5.1.1
Das hiesige Gericht hielt im Rückweisungsentscheid vom 31. August 2010 (
Urk.
8/132) zum medizinischen Verlauf fest, dass die seit
der Berentung ergan
genen Berichte der behandelnden Ärzte
, die
stets die gleichen Diagnosen und Beschwerdeschilderungen enth
ie
lten
,
nicht für eine seither eingetretene erhebli
che Verbesserung des Gesundheitszustandes der Versicherten
sprächen
. Etwas anderes erg
e
b
e
sich auch nicht aus dem Gutachten
des
B._
vom 9. Oktober 2007. Abgesehen von den Befunden in
Schulter und Brustwirbelsäule wü
rden darin im Wesentlichen
dieselben
Beschwerden angegeben wie in den ursprüng
lichen Arztberichten, und in diagnostischer Hinsicht unterscheide sich das Gut
achten gesamthaft betrachtet nicht von den früheren medizinischen Beurteilun
gen. Wenn darin auch festgehalten w
o
rde
n sei
, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr unter Migräne leide, so w
erde
den im Rahmen des
chronifizierten
Zervikovertebra
l
-,
Zervikozephal
- und
Zervi
kospondylogensyndroms
angeführ
ten Kopfschmerzen doch nach wie vor ein
migräniformer
Charakter zuerkannt und unterscheide sich somit die aktuelle Diagnose in dieser Hinsicht kaum von derjenigen im Austrittsbericht der Klinik
E._
, worin im Rahmen des chro
nischen
zervikozephalen
Schmerzsyndroms nebst Kopfschmerzen und rezidi
vierendem Drehschwindel ein Verdacht auf Kopfschmerzen vom Migränetyp angeführt worden
sei
.
Zusammenfassend wurde festgehalten, das
Gutachten des
B._
verm
ö
g
e
eine seit der
Rentenzusprache
eingetretene gesundheitliche Verbesserung nicht zu belegen. Dies
unter anderem deshalb, weil
sich die Gutachter mit dem Verlauf der Beschwerden seit dem Unfall in keiner Weise auseinander
ge
setz
t hätten
. Ihre von den übrigen ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsattesten abweichende
Zu
mutbarkeitsbeurteilung
könne nur als unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Sachverhaltes bewertet werden, die in revisionsrechtlicher Hinsicht bedeutungslos
sei (E. 5.1)
.
5.1.2
Das hiesige Gericht erachtete vielmehr den Umstand als weiter
abklärungsbedürf
tig
, dass die Beschwerdeführerin in den Jahren 2003 und 2004 einen erheblich höheren Verdienst - als bisher als zumutbar erachtet -
erzielt hatte (E. 5.2). Es hielt weiter fest, der Einkommensrückgang in den Jahren 2005
und 2006 sei durch die Auftragslage bedingt gewesen und nicht durch einen verschlechterten
Gesundheitszustand
(E. 5.3).
Angesichts dieser Umstände
wurde die Frage thematisiert,
ob es der Beschwerde
führerin nicht nur gelungen
sei
, ihre
Nackenschmerzen
in den letz
ten Jahren dank optimal adaptiertem Arbeitsplatz und Anpassung des
Freizeit
verhaltens
auf einem stabilen Schmerzniveau einzupendeln, sondern auch ihre Arbeits- und Leistungsfähigkeit über das von ihren Ärzten angegebene
Mass
hinaus wesentlich zu steigern
(E. 5.4)
.
5.2
5.2.1
In
diagnostischer
Hinsicht
findet sich im (nach dem Gerichtsentscheid) neu einge
holten Gutachten des
C._
eine praktisch identische Situation: Der
Renten
zusprache
im Jahr 2002 lagen die Diagnosen eines chronischen
zervikozephalen
Schmerzsyndroms sowie Kopfschmerzen bei degenerativen
Wirbelsäulenverän
derungen
sowie bei Zustand nach HWS-Distorsionstrauma zugrunde (E. 3.2-4).
Nachdem bereits die
B._
-Ärzte eine praktisch identische Diagnose gestellt hat
ten (E. 4.2), dokumentierten d
ie Experten des
C._
mit
dem Hinweis auf ein
chronische
s
Zervikalsyndrom
mit
zephaler
Komponente und muskulärer
Dys
balance
, eine
n
Status nach atypischem HWS-Distorsionstrauma sowie degene
rative HWS-Veränderungen
(E. 4.4.3) eine diagnostisch unveränderte Situation.
Auch die geschilderten Befunde entsprechen unverändert dem seit Jahren be
stehenden Zustand: Verwiesen die Ärzte bei der
Rentenzusprache
(E. 3.2) vor
nehmlich auf Kopf- und Nackenschmerzen,
erwähnten
die
B._
-Experten
(E. 4.2) wie
auch die
C._
-Gutachter ein praktisch konstant vorhandenes
Nacken
weh
sowie Kopfschmerzen. Weiter bestätigten sie einen stationären Verlauf trotz zahlreichen therapeuti
s
chen Bemühungen
der Beschwerdeführerin
(E. 4.4.2).
Nach ursprünglicher Annahme einer 30%igen Restarbeitsfähigkeit (E. 3.3-4) schlossen
die
B._
-Ärzte auf eine 75%ige Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit (E. 4.2) und
gingen die
C._
-Gutachter von einer solchen von 80
%
aus (E. 4.4.4). Zum Verlauf konnten sie keine schlüssigen Angaben machen, hielten jedoch fest, dass die aktuelle Einschätzung mehrheitlich der Beurteilung des
B._
vom 9. Oktober 2007 entspreche, so dass ab diesem Zeitpunkt von den ge
nannten Einschränkungen ausgegangen werden könne.
5.2.2
Angesichts dieser geschilderten Umstände mit praktisch identischer
Befunderhe
bung
und Diagnoseschilderung ist nicht erkennbar, inwiefern sich die medizi
nische Situation seit der ursprünglichen
Rentenzusprache
am 1
2.
September 2002 verbessert haben sollte. In medizinischer Hinsicht ist demnach von unver
änderten Verhältnissen auszugehen. Dem
C._
-Gutachten sind sodann keine Hinweise zu entnehmen, dass es der Beschwerdeführerin gelungen wäre, inzwi
schen besser mit
ih
ren Nackenbeschwerden umzugehen. So wurden keine posi
tiven Therapieergebnisse geschildert und auch der anamnestische Verlauf zeigt keine eigentliche Verbesserung der Situation.
Auch die übrigen Aspekte lassen nicht auf eine Verbesserung schliessen:
Dass
Dr.
F._
- wie das hiesige Gericht festhielt
(
Urk.
8/132 E. 5.2)
-
i
m Zeugnis vom 5. November 2009 ausgeführt hatte, die massiven Nackenbeschwerden hätten sich in den letzten Jahren dank optimal adaptiertem Arbeitsplatz und Anpassung des Freizeitverhaltens auf einem stabilen Schmerzniveau eingepen
delt (
Urk.
8/124/4-5), lassen bei der vorliegenden Aktenlage jedenfalls nicht auf eine verbesserte Situation
schliessen
, sondern einzig darauf, dass die Beschwer
deführerin in der gewählten
Konstellation
mit
regelmässiger
Einnahme von Schmerzmitteln und verändertem Freizeitverhalten auch im Beruf weiterhin in unverändertem Umfang
tätig sein
kann. Auf eine Verbesserung des Zustandes kann aus diesen Angaben nicht geschlossen werden.
Inwiefern das Freizeitverhalten, namentlich das Engagement im Schützenverein, auf eine Verbesserung der Verhältnisse
schliessen
lassen könnte, ist ebenfalls nicht ersichtlich. Die
C._
-Ärzte
beleuchteten diesen Aspekt nicht näher. Immer
hin verwiesen sie (anamnestisch) auf den Umstand, dass die Beschwerdeführerin diverse weitere Hobbys (weben, Akkordeon spielen) aufgegeben habe (
Urk.
8/149 2-20 S. 11 oben).
Damit kann auch unter diesem Gesichtswinkel keine Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgemacht werden.
5.3
Auch
die
Spezialisten
der
D._
stellten die hinlänglich bekannte
n
relevanten
Diagnose
n (E. 4.5.2) und verwiesen auf einen hartnäckigen Verlauf
. Dabei wür
digten sie die Aufgabe diverser Hobbys der Beschwerdeführerin und erachteten die Aktivitäten im Schützenverein mit rein liegendem Schiessen mit dem Sturmgewehr 90 als angemessen und zu empfehlen
(E. 4.5.1).
Die im Rahmen der EFL-Testung erhobenen Resultate lassen sich ebenfalls nicht
derart
interpretieren, dass auf eine gesundheitliche Verbesserung zu schliessen wäre. Eine Belastung war im Rahmen einer leichten Tätigkeit möglich, welche die Experten als grundsätzlich vollschichtig zumutbar erachteten. Indes ver
wiesen sie unter Hinweis auf die weiteren medizinischen Befunde und d
i
e Vor
geschichte auf eine Einschränkung der Funktionsfähigkeit des Nackens und
d
er oberen
Extremitäten
. Unter Darlegung des Ermessensspielraums schlossen sie
auf eine Leistungsfähigkeit im Umfang von 65
%
, was sie mit der
Nacken
problematik
und einem neu diagnostizierten metabolischen Syndrom begrün
deten (E. 4.5.3).
Zusammenfassend hielten die Ärzte explizit fest, dass seit
der
Rentenzusprache
im Jahr 2002 keine Verbesserung des Gesundheitszustandes
eingetreten sei
, sondern lediglich eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts vorlieg
e
(E. 4.5.4).
5.4
Bei dieser eindeutigen Aktenlage mit bestätigtem stationärem Verlauf
, gutachter
lich
festgestellter
identischer Sachlage und
Fehlen jeglicher ärztlicher Angaben über eine Zustandsverbesserung
ist kein Revisionsgrund gegeben.
Der Annahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der
Beschwerdegegne
rin
, es habe eine Anpassung und eine verbesserte Strategiefähigkeit im Umgang mit den Beschwerden stattgefunden (Beurteilung vom 6. September 2013,
Urk.
8/218/6), kann nicht zugestimmt werden. So kann die Grundlage dieser Einschätzung - die Angaben der
D._
-Ärzte, wonach im Sinne der
Eigenan
passung
wohl eine Adaptation an das Krankheitsgeschehen stattgefunden habe (
Urk.
8/202 S. 15) - nicht in diesem Sinn
interpretiert
werden. Denn die Gut
achter hielten im gleichen Satz fest, dass die durchgeführten Massnahmen ver
ständlich, jedoch unter
Berücksichtigung
der
Chronifizierung
eher als ungünstig mit z
u
nehmender Anpassung der Alltagsaktivitäten an ein tieferes
Niveau
ein
zustufen seien. Gleichzeitig hielten sie noch einmal fest, dass sich in Bezug auf die chronologische Darstellung eine Verbesserung des Gesundheitszustandes nicht belegen lasse. Damit kann nicht von einer relevanten Anpassung samt Steigerung der Arbeitsfähigkeit gesprochen werden.
5.5
Diesem Ergebnis steht auch der Umstand nicht entgegen, dass die Beschwerdefüh
rerin in den Jahren 2003 und 2004
mit
Fr.
17‘256.-- und
Fr.
17‘493
.
—
(
Urk.
8/89)
zwischenzeitlich einen höheren Verdienst erzielt hat
, welcher - ausgehend vom dem Rentenentscheid zugrunde gelegenen
Validen
einkommen
von
Fr.
48‘100.-- (Wert 2001,
Urk.
8/24) - einen geringeren als 70%igen Invaliditätsgrad ergeben hätte. Denn in den Folgejahren sank der Ver
dienst wi
e
der auf
Fr.
11‘666.-- (2005) und
Fr.
9‘002.-- (2006). Dass dies unter anderem auf die Auftragslage zurückzuführen war (
Urk.
8/90 und
Urk.
8/94), ist
insofern nicht von Bedeutung, als jedenfalls - auch für die besagte Periode - keine andauernde Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgewiesen ist.
Auch die Beschwerdegegnerin selber bestätigte in der nun zu beurteilenden Verfügung den Anspruch auf eine ganze Rente für diese Periode. Im relevanten Zeitpunkt der Rentenaufhebung ab 1. Januar 2008 (beziehungsweise d
r
e
i
Mo
nate zuvor) ist ein effektiv erzielter Lohn in dieser Höhe nicht aktenkundig.
Damit besteht kein Grund für die Annahme einer andauernden höheren effektiv umgesetzten Arbeitsfähigkeit.
5.6
Dass die Gesundheitsbeeinträchtigungen der Beschwerdeführerin nur teilweise objektivierbar sind und unter Herrschaft der aktuellen Rechtsprechung wohl kaum zu einer
Rentenzusprache
führen würden, ändert an diesem Ergebnis nichts. Eine Rentenaufhebung bei gegebener Sachlage und Fehlen eines
Revisi
onstitels
wäre lediglich im Rahmen der Schlussbestimmungen
zur 6. IV-Revi
sion
denkbar, was
a
ngesichts des fortgeschrittenen Alters der Beschwerdeführ
e
r
in
(Jahrgang 1952) nicht mehr möglich ist (
lit
. a
Abs.
4
SchIB
)
.
6.
Zusammenfassend steht fest, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin seit der ursprünglichen
Rentenzusprache
nicht verändert hat. Da auch die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung oder prozessuale Revision nicht gegeben sind (Urteil vom 31. August 2010,
Urk.
8/132) hat es mit der Feststel
lung sein Bewenden, dass die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat.
Damit ergibt sich auch keine Rück
forderung.
D
ie Beschwerde
ist damit vollumfänglich
gutzuheissen.
7.
Die Kost
en des Verfahrens sind auf
Fr.
9
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
Für die
Kosten der
Rechtsvertretung ist de
r
Beschwerdeführer
in
eine
Prozessent
schä
digung
von
Fr.
2‘000
.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) zuzuspre
chen.