Decision ID: efe6e9dc-0b99-4164-b252-3e08e5d16be1
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter), war bei der B._ AG als
Instandhaltungsmechaniker tätig und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt AG (nachfolgend: Suva) gegen die Folgen von Unfällen
versichert, als er am 3. Januar 2019 beim Heruntersteigen von einer Leiter aus einer
Höhe von 2.5 Metern fiel (vgl. Unfallmeldung UVG vom 17. Januar 2019, UV-act. 1). Am
18. Januar 2019 suchte der Versicherte insbesondere wegen Schmerzen im Becken,
die bis zur linken Grosszehe ausstrahlten, sowie Krippelparästhesien die Notfallstation
des Spital C._ auf und gab an, er habe sich beim Sturz beide Ellbogen angeschlagen.
Diese seien nach dem Sturz ganz blau gewesen. Derzeit könne er sie frei bewegen, er
habe jedoch noch eine Druckdolenz über dem linken Olecranon. Die
Röntgenuntersuchungen des Ellbogen links, des Beckens und der LWS ergaben keine
Hinweise auf eine frische ossäre Verletzung. Die Klinikärzte diagnostizierten ein
lumboradikuläres Syndrom unklarer Ätiologie rechts sowie einen Status nach
Kontusion der Ellbogen beidseits und attestierten dem Versicherten eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit vom 18. bis 27. Januar 2019 (UV-act. 2, 20 und 25; Verlängerung der
Arbeitsunfähigkeit bis 10. Februar 2019). Mit Schreiben vom 21. Januar 2019
anerkannte die Suva gegenüber dem Versicherten ihre Leistungspflicht für das
A.a.
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Unfallereignis vom 3. Januar 2019 und sicherte ihm die Ausrichtung der gesetzlichen
Versicherungsleistungen (Heilbehandlung und Taggeld) zu (UV-act. 3). Am 22. Januar
2019 erfolgte eine MRI-Untersuchung der Wirbelsäule im Spital C._. Daraufhin wurde
im Sprechstundenbericht vom 25. Januar 2019 erklärt, dass es keinen Hinweis auf eine
Fraktur und keine Erklärung für die vom Versicherten angegebenen Parästhesien im
Bereich der Zehen gebe. Diagnostiziert wurde eine LWS-/Beckenkontusion rechts (UV-
act. 21 und 26). Die weitere ärztliche Betreuung des Versicherten erfolgte durch Dr.
med. D._, Fachärztin für Innere Medizin, (UV-act. 7 und 10). Ab dem 25. Februar
2019 war der Versicherte wieder voll arbeitsfähig, jedoch noch nicht beschwerdefrei
(UV-act. 9 und 30). Am 1. März 2019 trat er seine neue Arbeitsstelle bei der E._ AG,
Zweigniederlassung F._, an (UV-act. 12).
Im Mai 2019 nahmen die Beschwerden des Versicherten im thorakolumbalen
Übergang und Rippenthorax rechts zu (UV-act. 30). Ab dem 22. Mai 2019 war er erneut
arbeitsunfähig (UV-act. 13). Am 13. Juni 2019 meldete er telefonisch und am 20. Juni
2019 die Arbeitgeberin schriftlich der Suva einen Rückfall zum Unfall vom 3. Januar
2019 (UV-act. 11 f.). Ab dem 17. Juni 2019 konnte er wieder leichtere Arbeiten im
Umfang eines 30%-Pensums ausführen (UV-act. 13, 30 und 48-6). Da der Versicherte
trotz Analgetika- und Physiotherapie weiterhin an Schmerzen litt, empfahl Dr. D._ am
30. Juli 2019 zur Intensivierung der Therapie einen stationären Rehabilitationsaufenthalt
(UV-act. 30). Mit Schreiben vom 5. August 2019 teilte die Suva dem Versicherten mit,
dass sie erneut Versicherungsleistungen ausrichten werde (UV-act. 32, vgl. UV-act. 31).
A.b.
Vom 26. August bis 5. Oktober 2019 war der Versicherte in stationärer Behandlung
im Rehazentrum G._. Die Klinikärzte diagnostizierten im Bericht vom 2. Oktober
2019: 1. ein panvertebrales Syndrom, DD: ein radikuläres Syndrom BWK 10/11, mit/bei
verdeutlichter Diskushernie BWK 10/11 rechts mediolateral mit erheblicher epiduraler
Kompression, keinen eindeutigen Anhaltspunkten für eine Myelopathie (MRI vom
27.09.2019), degenerativen Veränderungen am thorakolumbalen Übergang, einer
Facettengelenksarthrose der unteren LWS, einer muskulären Insuffizienz und
Dysbalance sowie einen Status nach LWS-/Beckenkontusion rechts; 2. eine
posttraumatische Bursitis am linken Kniegelenk mit oberflächigem Weichteilinfekt; 3.
eine Adipositas; 4. einen Status nach Hiatushernien Operation (2013); 5. einen Status
nach Knochenzystenoperation Unterschenkel rechts (1985, 1989). Erläuternd wurde
A.c.
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ausgeführt, dass durch das Therapieprogramm zwar die Kraft in den oberen und
unteren Extremitäten habe gesteigert werden können, eine ausreichende und lang
andauernde Schmerzkontrolle sei jedoch nicht erreicht worden. Die Abklärungen
wegen des stark geschwollenen und überwärmten linken Kniegelenks hätten eine leicht
tanzende Patella bei sonst unauffälligen orthopädischen klinischen Zeichen ergeben.
Ausserdem habe sich eine verdeutlichte Diskushernie BWK 10/11 rechts mediolateral
mit erheblicher epiduraler Kompression, jedoch keine eindeutigen Anhaltspunkte für
eine Myelopathie gezeigt. Zur Beurteilung des weiteren Vorgehens wurde eine
Vorstellung bei einem Neurochirurgen empfohlen. Bescheinigt wurde eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit vom 26. August bis 31. Oktober 2019 (UV-act. 48 f.).
Am 17. Oktober 2019 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit dem
Versicherten per 30. November 2019 (UV-act. 64), die Suva erteilte Kostengutsprache
für eine weitere physiotherapeutische Behandlung (UV-act. 56) und es erfolgte eine
Untersuchung des Versicherten im Departement Chirurgie, Abteilung für
Neurochirurgie, des Kantonsspitals I._, Diagnostiziert wurde eine thorakale
Diskushernie BWK 10/11 rechts mit radikulärem Schmerzsyndrom im Dermatom Th10
rechts bei MR-tomographisch nachgewiesener Diskushernie Th 10/11 (MRI BWS/LWS
25.09.2019; UV-act. 70). Die daraufhin am 23. Oktober 2019 durchgeführte CT-
gesteuerte epidurale Infiltration BWK 10/11 brachte keine Besserung der
Schmerzsituation, weshalb eine thorakale Diskushernie als Schmerzquelle
weitestgehend ausgeschlossen wurde. Diagnostiziert wurden nun thorakale und
lumbale Rückenschmerzen. Empfohlen wurde vorerst die Weiterführung der
konservativen Massnahmen und gegebenenfalls auch die Vorstellung in einem
Schmerzzentrum (UV-act. 71).
A.d.
Im Erstkonsultationsbericht des Schmerzzentrums des Kantonsspitals St. Gallen
(nachfolgend: KSSG) vom 26. Februar 2020 wurde gestützt auf die am 13. Januar 2020
durchgeführte Untersuchung und eine nachfolgende Besprechung am Schmerzboard
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10:
F45.41) diagnostiziert (UV-act. 86). Bedingt durch die Coronavirus-Lage konnte die
Schmerzbehandlung erst am 4. Juni 2020 aufgenommen werden (UV-act. 88, 91, 95
und 106).
A.e.
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B.
In einer Beurteilung vom 30. Juli 2020 hielt Suva-Kreisarzt Dr. med. H._, Facharzt
für Chirurgie FMH, fest, dass keine Unfallfolgen mehr vorlägen, denn in der MRI-
Untersuchung vom 22. Januar 2019 hätten keine unfallbedingten strukturellen Läsionen
nachgewiesen werden können. Es hätten jedoch multietagere degenerative
Veränderungen an Bandscheiben und an Facettengelenken festgestellt werden können.
Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei deshalb von einer vorübergehenden
Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule auszugehen.
Eine solche gelte nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr, als
abgeschlossen und der Status quo sine als erreicht. Eine kreisärztliche Untersuchung
des Versicherten sei für die Kausalitätsbeurteilung respektive Terminierung nicht
erforderlich (UV-act. 111).
A.f.
Am 2. September 2020 teilte der Versicherte der Suva telefonisch mit, dass die
Schmerztherapie nicht den erhofften Erfolg gebracht habe. Da er immer mehr
Beschwerden mit seinem Rücken habe, bitte er um eine Abklärung des ganzen
Rückens. Die Suva informierte ihrerseits den Versicherten am 2. und 4. September
2019 (vgl. UV-act. 122-1) darüber, dass vorgesehen sei, die Leistungen per 18.
September 2020 einzustellen, denn gemäss ihrem ärztlichen Berater handle es sich bei
den Beschwerden um eine vorübergehende Verschlechterung eines degenerativen
Vorzustandes (UV-act. 114).
A.g.
Mit Verfügung vom 8. September 2020 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass
sie die Versicherungsleistungen per 18. September 2020 einstellen werde (UV-act.
122).
A.h.
Mit Schreiben vom 21. September 2020 erhob der Versicherte gegen die
Verfügung vom 8. September 2020 Einsprache. Dabei beanstandete er, dass der Suva-
Kreisarzt ihn nie untersucht habe. Zudem wies er darauf hin, dass er vor dem Unfall
vom 3. Januar 2019 nie gesundheitliche Probleme mit seinem Rücken gehabt habe
(UV-act. 128).
B.a.
Mit Einspracheentscheid vom 3. Dezember 2020 wies die Suva die Einsprache
des Versicherten vom 21. September 2020 u.a. mit Verweis auf die kreisärztliche
Aktenbeurteilung vom 30. Juli 2020 (UV-act. 111) ab (UV-act. 141).
B.b.
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C.
Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Urs Bertschinger, Buchs, am
18. Januar 2021 Beschwerde. Er beantragte, der Einspracheentscheid vom 3.
Dezember 2020 sei aufzuheben und die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei
zu verpflichten, die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) ab
Einstellung (18. September 2020) weiterhin zu erbringen. Eventualiter sei der
Einspracheentscheid vom 3. Dezember 2020 aufzuheben und die Sache zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung führte er
aus, dass er an progredienten lumbalen Schmerzen mit Ausstrahlung ins rechte Bein
sowie an thorakalen Schmerzen, die rechtsseitig nach ventral ziehen würden, leide. Ein
degenerativer Vorzustand sei weder nachgewiesen noch habe er vor dem Unfall
Beschwerden gehabt. Es liege eine unrichtige und unvollständige Feststellung des
Sachverhalts vor (act. G 1).
C.a.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 1. März 2021 beantragte die
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Beat Frischkopf, Sursee,
die Abweisung der Beschwerde vom 18. Januar 2021. Ausgeführt wurde insbesondere,
dass für den Leistungsanspruch der Unfallhergang und die dabei erlittenen
Verletzungen, nicht jedoch die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers
massgebend seien. Es gebe weder einen Frakturnachweis noch habe eine
Kompression im Bereich der Nervenwurzel L5/S1 festgestellt werden können. Es lägen
jedoch multietagere degenerative Veränderungen an Bandscheiben- und an
Facettengelenken vor (act. G 3).
C.b.
In seiner Replik vom 6. Mai 2021 hielt der Beschwerdeführer an den in der
Beschwerde gestellten Anträgen fest. Zur Begründung führte er u.a. aus, dass nicht
schlüssig beantwortet werden könne, ob ein Zusammenhang der aktuellen
Beschwerden mit dem Unfallereignis vom 3. Januar 2019 bestehe. Dies dürfe sich aber
nicht zu seinem Nachteil auswirken, zumal er vor dem Unfall absolut beschwerdefrei
gewesen sei. Es sei durchaus möglich, dass es beim erlittenen Sturz zu einer
Wirbelsäulenstauchung gekommen und die vorbestehende schmerzfreie
C.c.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre
Versicherungsleistungen für das Unfallereignis vom 3. Januar 2019 zu Recht per 18.
September 2020 eingestellt hat.
2.
Spondylarthrose aktiviert worden sei. Deshalb seien weiterhin Versicherungsleistungen
zu erbringen; eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen (act. G 7).
Die Beschwerdegegnerin reichte innert der gesetzten Frist keine Duplik ein, worauf
der Schriftenwechsel für abgeschlossen erklärt wurde (UV-act. G 8 f.).
C.d.
Mit Schreiben vom 16. Juli 2021 reichte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers eine Kostennote über Fr. 4'025.10 (inkl. MwSt. und Barauslagen)
ein (act. G 10).
C.e.
Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall im
Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt eine plötzliche,
nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen
oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Ist die versicherte Person
infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie Anspruch
auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG;
SR 832.20]). Sie hat zudem Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der
Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Angesichts dieser gesetzlichen Bestimmungen bildet die
Unfallkausalität Anspruchsvoraussetzung für Heilkosten- und Taggeldleistungen der
Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur
für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten
Unfallereignis zusammenhängen (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 f. mit Hinweisen; 117 V 376
E. 3a; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.],
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen
Sozialversicherungsrecht, 2018, [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff.
2.1.
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zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.],
Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG];
Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.).
Für die Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im
Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und
Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist
demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis
entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 112 V 32 f. E. 1;
Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 und 58 f.; KOSS UVG-Nabold, N 53 und 59 zu
Art. 6). Bei physischen Unfallfolgen spielt indessen die Adäquanz als rechtliche
Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung
praktisch keine selbständige Rolle (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V
291 f. E. 3a und 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen).
2.2.
Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (BGE
125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183 f. E. 3.2).
Dieser schliesst eine Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus.
Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der
Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt
Rechte ableiten wollte (BGE 129 V 177 E. 3.1, 117 V 360 E. 4a, je mit Hinweisen; Urteile
des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2, und vom 20. August
2009, 8C_363/2009, E. 1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom
27. April 2005, U 6/05; Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N 58 f.; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4,
54 f.).
2.3.
Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht für einen Gesundheitsschaden
einmal anerkannt, so entfällt seine Leistungspflicht erst dann, wenn der Unfall nicht
(mehr) die natürliche oder adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn
also letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Besteht
im Bereich eines vom Unfall betroffenen Körperteils ein krankhafter oder degenerativer
Vorzustand, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn entweder der
Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo
ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf
eines krankhaften oder degenerativen Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später
eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (KOSS UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6; BSK
2.4.
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UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6; Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2007, U 290/06, E.
3.3. mit Hinweis). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche
Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein (zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008,
8C_101/2008, E. 2.2 mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O, S. 54; KOSS UVG-
Nabold, N 54 zu Art. 6). Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt,
liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender
natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person,
sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen, 1994
Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b). Dieser muss jedoch nicht den
Beweis für unfallfremde Ursachen erbringen. Ebenso wenig geht es darum, vom
Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden
mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteil des
Bundesgerichts vom 29. April 2008, 8C_465/2007, E. 3.1 mit Hinweisen). Welche
Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Entscheidend ist
allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale
Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind. Dieser Beweis kann durchaus unter
Bezugnahme auf statistische Grundlagen und medizinische Erfahrungswerte geführt
werden (BGE 126 V 189 E. 4c; Urteil des EVG vom 18. September 2002, U 60/02, E.
2.2). Dies hat insbesondere für den Nachweis des Status quo sine zu gelten, bei dem
es sich um einen hypothetischen Zustand handelt, der sich häufig nur mit
Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil des EVG vom 18. September 2002, U 60/02,
E. 2.2).
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
2.5.
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3.
Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht für das Unfallereignis vom 3. Januar
2019 grundsätzlich anerkannt (Anerkennung des Grundfalls vgl. UV-act. 3 und des
Rückfalls vgl. UV-act. 32). Sie stellt sich jedoch auf den Standpunkt, dass der Zustand,
wie er sich auch ohne den Unfall vom 3. Januar 2019 eingestellt hätte (Status quo sine),
spätestens am 18. September 2020 erreicht gewesen sei (UV-act. 122 und 141, act.
G 3). Demgegenüber ist der Beschwerdeführer der Ansicht, dass auch die über den
18. September 2020 hinaus andauernden Beschwerden noch immer unfallkausal seien
(vgl. act. UV-act. 128, act. G 1 und G 7). Zu prüfen ist somit, ob der Wegfall der
Unfallkausalität per 18. September 2020 gestützt auf die medizinische Aktenlage mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist.
4.
Hinweis). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kann
rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden. Soll ein Versicherungsfall
jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 f.
E. 4.4 und 4.6; bestätigt etwa in Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012,
8C_592/2012, E. 5.3). Die Rechtsprechung erachtet sodann Aktengutachten als
zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und
gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist
ein lückenloser Untersuchungsbefund, damit der Experte bzw. die Expertin imstande
ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild zu verschaffen (vgl.
Urteile des Bundesgerichts vom 24. März 2017, 8C_780, E. 6.1, vom 2. Februar 2016,
8C_674/2015, E. 2.2.1, und vom 27. Juni 2012, 8C_681/2011, E. 4.1, je mit Hinweisen).
Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine formellrechtlichen Gründe gegen
den Einbezug der kreisärztlichen Aktenbeurteilung vom 30. Juli 2020 (UV-act. 111). Ob
letztlich auf diese abgestellt werden kann, ist im Rahmen der materiellrechtlichen
Beurteilung bzw. Beweiswürdigung zu prüfen.
Der Beschwerdeführer leidet unbestrittenermassen über den 18. September 2020
hinaus unter Rückenschmerzen.
4.1.
Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden grundsätzlich eine
unfallkausale strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als
4.2.
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objektivierbares Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar
und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten bzw. der
Patientin unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-
strukturellen Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit –
wissenschaftlich anerkannten – apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen,
MRI, CT, Arthroskopie) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen;
Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2 mit Hinweisen).
Ein massgebender Ausgangspunkt für die Beurteilung traumatischer Folgeschäden
bzw. der Ursächlichkeit einer Gesundheitsschädigung bildet der gesundheitliche
Zustand einer versicherten Person vor dem Unfall. Ist es durch letzteren zu keinen
neuen strukturellen Schäden gekommen, trifft er aber auf einen vorgeschädigten
Körper, kommt eine unfallkausale Gesundheitsschädigung höchstens als
vorübergehende oder richtungsgebende Verschlimmerung des Vorzustandes in
Betracht.
Eine richtungsgebende Verschlimmerung liegt nach der Rechtsprechung vor,
wenn medizinischerseits feststeht, dass weder der Status quo ante noch der Status
quo sine je wieder erreicht werden können (KOSS UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6; BSK
UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O, S. 54 mit Hinweis; Urteil des
Bundesgerichts vom 1. April 2015, 8C_484/2014, E. 2.1).
4.2.1.
Von einer vorübergehenden unfallbedingten Verschlimmerung eines
Vorzustandes wird dann gesprochen, wenn Unfallfolgen bzw. deren Anteil an einer
Gesundheitsschädigung im Rahmen des posttraumatischen Verlaufs nie konkret
beschrieben bzw. radiologisch als strukturelle Verletzung der Gelenke oder Knochen
sichtbar gemacht werden können. In solchen Fällen wird bei einem geeigneten bzw.
adäquaten Ereignis in einer ersten Phase davon ausgegangen, dass dieses eine
schädigende Wirkung auf den Körper habe. Die aufgetretenen bzw. ausgelösten
Beeinträchtigungen werden, obwohl sie möglicherweise weiterbestehen, nach einer
gewissen Zeit gestützt auf medizinische Erfahrung aber nicht mehr dem Unfall
angelastet. Die Unfallversicherung übernimmt in diesen Fällen nur Leistungen für den
durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub, d.h. sie hat bis zum Erreichen
des Status quo sine oder ante Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit
dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Als Beispiel dafür gelten
insbesondere auch Kontusionsfolgen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar
2013, 8C_423/2012, E. 5.3, vom 9. Januar 2012, 8C_601/2011, E. 3.2, und vom 24.
Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2 und 4; vgl. KOSS UVG-Nabold, N 57 zu Art. 6; BSK
UVG-Hofer, N 72 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 f.). Bei einer Kontusion
4.2.2.
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handelt es sich um eine Weichteilverletzung, die insbesondere anhand klinischer
Befunde – wie Hämatome, Schwellungen, Schürfungen, Prellmarken, Druckdolenzen,
Bewegungseinschränkungen, Muskelverhärtungen – objektiviert wird (vgl. dazu Alfred
M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. 2002, S. 412; Roche
Lexikon, Medizin, 5. Aufl. 2003, S. 357). Die Unfallversicherung übernimmt die
Leistungen bis zur Heilung dieser spezifischen Kontusionsfolgen und/oder – wie oben
erwähnt – für den durch ein Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub.
Am 18. Januar 2019 und damit erst rund zwei Wochen nach dem Sturz von der
Leiter begab sich der Beschwerdeführer erstmals wegen gesundheitlicher
Beschwerden in ärztliche Behandlung. Die im Spital C._ durchgeführten
radiologischen Untersuchungen der LWS und des Beckens zeigten keine Frakturen,
jedoch am thorakolumbalen Übergang geringe degenerative Veränderungen sowie in
der unteren LWS eine Facettengelenksarthrose (UV-act. 20 und 25). Die MRI-
Untersuchung der Wirbelsäule vom 22. Januar 2019 bestätigte das Fehlen von
Frakturen. Erhoben wurden jedoch im Bereich LWK 3 bis SWK 1 (beginnende)
Facettengelenksarthosen sowie im Segment LWK 4/5 eine Chondropathie mit
rechtsforaminal fokaler Diskusherniation mit radikulärer L4 Affektion. Die Klinikärzte
diagnostizierten daraufhin eine LWS-/Beckenkontusion rechts (UV-act. 21 und 26; vgl.
auch UV-act. 86-2). Am 27. August 2019 wurde im Rehazentrum G._ eine
Röntgenuntersuchung der BWS durchgeführt. Als Befund wurden eine etwas verstärkte
Kyphose ohne wesentliche Wirbelkörperdeformitäten, erhebliche degenerative
Veränderungen in Form von hypertrophen Spondylosen und Osteochondrosen mit
Schwerpunkt bei BWK 9/10, eine etwas betonte Rahmenstruktur als Hinweis auf eine
mögliche Osteopenie oder gar Osteoporose sowie als Nebenbefund eine erhebliche
Obstipation erhoben (UV-act. 48-11), worauf die Klinikärzte am 9. September 2019 ein
panvertebrales Syndrom mit/bei u.a. degenerativen Veränderungen am
thorakolumbalen Übergang und Facettengelenksarthrose der unteren LWS
diagnostizierten (UV-act. 42). Gestützt auf eine MRI-Untersuchung vom 25. September
2019 diagnostizierten sie auch am 2. Oktober 2019 ein panvertebrales Syndrom,
differenzialdiagnostisch ein radikuläres Syndrom BWK 10/11, mit/bei u.a. einer
verdeutlichten Diskushernie BWK 10/11 rechts mediolateral mit erheblicher epiduraler
Kompression, degenerativen Veränderungen am thorakolumbalen Übergang und
Facettengelenksarthrose der unteren LWS (UV-act. 48-1). Da die am 23. Oktober 2019
im Kantonsspital I._ durchgeführte CT-gesteuerte epidurale Infiltration BWK 10/11
keinen Effekt gezeitigt hatte, schlossen die Klinikärzte eine thorakale Diskushernie als
Schmerzquelle weitestgehend aus; das Alter der thorakalen Diskushernie sei unklar.
Thorakale Bandscheibenvorfälle würden häufig als Zufallsbefunde entdeckt und seien
4.3.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 13/20
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eher selten symptomatisch (UV-act. 71). Gut ein Jahr nach dem Unfall stellten die Ärzte
des Schmerzzentrums des KSSG im Erstkonsultationsbericht vom 26. Februar 2020
folgende Diagnosen: chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren (ICD-10: F45.41) mit/bei Chronifizierungsstadium nach Gerbershagen Grad II
und thorakolumbalen Schmerzen sowie Adipositas (UV-act. 86; vgl. gleichlautende
Diagnosestellung vom 14. Juli 2020, UV-act. 106).
Wie von Suva-Kreisarzt Dr. H._ in seiner Beurteilung vom 30. Juli 2019 (UV-act.
111) überzeugend feststellte, steht ausser Frage, dass die in Erwägung 4.3 genannten
bildgebend erhobenen Untersuchungsergebnisse keine organisch-strukturellen
Unfallfolgen zeigten, sich jedoch von Beginn an multietagere degenerative
Veränderungen an den Bandscheiben und Facettengelenken fanden.
4.4.
Eine Arthrose kann definitionsgemäss keine primäre Unfallverletzung, sondern
einzig eine degenerative Erkrankung sein. Sie kann zwar als unfallkausaler
Gesundheitsschaden sekundär, d.h. als Spätfolge einer primären Verletzung –
hauptsächlich nach einer ohne anatomisch exakte Reposition verheilten intraartikulären
Fraktur – auftreten, entsteht aber in der Regel im Rahmen des normalen
Alterungsprozesses oder durch Überbeanspruchung (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S.
579 ff., 700 f. und 735; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 152 f.;
Roche Lexikon, a.a.O., S. 134 f.). Im Falle des Beschwerdeführers konnten radiologisch
keine intraartikulären Frakturen ausgemacht werden, womit kein Hinweis für eine
sekundäre traumatische Arthrose besteht. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer
sowohl im Bereich der LWS als auch der BWS in verschiedenen Segmenten
Gesundheitsschäden aufweist, stützt das Bild einer umfassenden degenerativen und
nicht traumatisch bedingten Situation. Hinzu kommt, dass die
Facettengelenksarthrosen sowie die degenerativen Veränderungen am
thorakolumbalen Übergang am 18. Januar 2019 und damit bereits rund zwei Wochen
nach dem Unfall festgestellt wurden, womit insbesondere auch der zeitliche Aspekt
gegen traumatische Verletzungsfolgen spricht.
4.4.1.
Auch bezüglich der Diskushernie BWK 10/11 rechts ist nicht von einer Unfallfolge
im Sinne eines neuen unfallbedingten strukturellen Gesundheitsschadens ausgehen.
Was Diskushernien angeht, entspricht es im Bereich des Unfallversicherungsrechts
einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass praktisch alle Diskushernien bei
Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen. Ein Unfall im
Rechtssinne kann nur ausnahmsweise als eigentliche Ursache in Betracht fallen.
Voraussetzung dafür ist in der Regel, dass das fragliche Ereignis von besonderer
4.4.2.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 14/20
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Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die
Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und
mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193, E. 2a mit
Hinweisen; Urteil des EVG vom 3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3; Urteile des
Bundesgerichts vom 1. Oktober 2009, 8C_523/2009, E. 2.2, und vom 4. Mai 2010,
8C_1009/2009, E. 3.1.1, je mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 f.). Das
gleiche gilt grundsätzlich für eine richtungsgebende Verschlimmerung eines
degenerativen Vorzustandes, wenn und soweit also durch den Unfall eine Diskushernie
früher bzw. beschleunigt zur Entwicklung gebracht wurde. Eine solche ist ausserdem
grundsätzlich nur dann bewiesen, wenn die Radioskopie ein plötzliches
Zusammensinken der Wirbel nach einem Trauma aufzeigt. Eine allfällige
richtungsgebende Verschlimmerung muss radiologisch ausgewiesen sein und sich von
der altersüblichen Progression abheben (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 f. E. 3a mit
Hinweisen; Urteil des EVG vom 25. November 2004, U 107/04, E. 4.1; Rumo-Jungo/
Holzer, a.a.O., S. 55 f.).
Die Voraussetzungen für eine unfallbedingte Diskushernie bzw.
richtungsgebende Verschlimmerung einer vorbestehenden Diskushernie sind im
vorliegenden Fall nicht erfüllt. So ist eine besonders schwere Krafteinwirkung auf die
Wirbelsäule, die geeignet gewesen wäre, eine Diskushernie zu verursachen, in Bezug
auf die Ereignisschilderungen in der Schadenmeldung UVG vom 17. Januar 2019 (UV-
act. 1) und im Bericht des Spitals C._ vom 18. Januar 2019 (UV-act. 20) nicht erstellt.
Zwar stürzte der Beschwerdeführer gemäss der Unfallmeldung von einer Leiter aus
einer Höhe von rund 2.5 Metern. Es blieb aber unerwähnt, wie der Aufprall ablief.
Gegen das Vorliegen einer besonders schweren Krafteinwirkung auf die Wirbelsäule
spricht jedenfalls, dass der Beschwerdeführer nach dem Unfall weiterhin arbeitsfähig
war und erst nach zwei Wochen einen Arzt konsultierte. Nach rund fünf Wochen (Teil-)
Arbeitsunfähigkeit (18. Januar bis 24. Februar 2019) nahm er seine Arbeit wieder voll
auf (UV-act. 6, 9 f., 20-2 und 21). Erst knapp vier Monate später kam es zu einer
erneuten Arbeitsunfähigkeit (vgl. Rückfallmeldung vom 20. Juni 2019, UV-act. 12).
Anzumerken ist, dass es zur Einstufung von Stürzen von Leitern hinsichtlich deren
Schwere bzw. den wirkenden Kräften eine umfangreiche bundesgerichtliche
Rechtsprechung gibt (vgl. dazu Erwägung 6; vorliegend ist maximal von einem
mittelschweren Unfall in Grenzbereich zu den leichten Unfällen auszugehen).
Demzufolge kann nicht von einer besonders schweren Krafteinwirkung auf die
Wirbelsäule ausgegangen werden, die geeignet gewesen wäre, eine Diskushernie zu
verursachen.
4.4.3.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 15/20
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5.
Nach dem Gesagten steht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer durch den Unfall vom 3. Januar
2019 weder eine klar ausgewiesene neue, bleibende Gesundheitsschädigung noch
eine richtungsgebende Verschlimmerung des degenerativen Vorzustandes erlitten hat.
Selbst der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers spricht in der Replik vom 6. Mai
2021 (act. G 7) nur von einer Wirbelsäulenstauchung, wodurch die vorbestehende
schmerzfreie Spondylarthrose aktiviert worden sei.
4.5.
Wie bereits erwähnt, kann ein Vorzustand durch einen Unfall ausgelöst oder
vorübergehend verschlimmert werden. So kann eine Kontusion der Wirbelsäule ohne
weiteres eine bisher stumme Diskushernie oder eine andere Wirbelsäulenerkrankung
symptomatisch machen. Dabei handelt es sich aber, wie gesagt, meistens um eine
vorbestehende Verletzung und die Unfallversicherung übernimmt nur den durch das
Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub (vgl. Erwägung 2.4 und 4.2.2). Von den
Ärzten im Spital C._ wurde im Rahmen der Erstbehandlung lediglich eine LWS-/
Beckenkontusion diagnostiziert (UV-act. 21). Diese Verletzungsfolgen scheinen
aufgrund der in der Schadenmeldung UVG (UV-act. 1) und im Klinikbericht des Spital
C._ (UV-act. 20) enthaltenen Unfallschilderungen des Beschwerdeführers zutreffend
zu sein.
5.1.
Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass Prellungen,
Verstauchungen und Zerrungen der Wirbelsäule ohne strukturelle Läsionen
normalerweise innert kurzer Zeit, in der Regel nach sechs bis neun Monaten,
spätestens jedoch nach einem Jahr (bei vorbestehenden degenerativen
Veränderungen), abheilen und sich die damit verbundenen Beschwerden gänzlich
zurückbilden (Urteile des Bundesgerichts vom 4. Mai 2010, 8C_1009/2009, E. 3.1.1,
vom 1. Oktober 2009, 8C_523/2009, E. 2.2, je mit Hinweisen, und vom 28. Februar
2007, U 357/06, E. 4.6; Urteil des EVG vom 18. September 2002, U 60/02, E. 3.2 mit
Hinweisen auf die medizinische Literatur; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 f.). In den
medizinischen Mitteilungen der Suva Nr. 79 [2008], S. 100 ff., hält der Autor E. Bär
sogar fest, dass Weichteilzerrungen bzw. -prellungen am Rücken (mithin Verletzungen
ohne objektivierbaren strukturellen Schaden) ungeeignet seien, länger als einige
Wochen bis wenige Monate Beschwerden zu machen, die mit organischen Folgen der
ursprünglichen Verletzung zu erklären wären, und weist auf zahlreiche weitere
Publikationen hin. Insofern zeichnet sich eine vorübergehende Verschlimmerung eines
Vorzustandes im Bereich der Wirbelsäule im Regelfall durch stetige Besserung des
unfallkausalen Beschwerdeanteils aus (vgl. dazu Bär/Kiener, Prellung, Verstauchung
5.2.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 16/20
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oder Zerrung der Wirbelsäule, in: Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 [1994], S.
45).
Suva-Kreisarzt Dr. H._ geht damit schlüssig und überzeugend in seiner
ärztlichen Beurteilung vom 30. Juli 2020 (UV-act. 111) davon aus, dass das
Unfallereignis nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines degenerativen
Vorzustandes an der Wirbelsäule geführt habe und der Status quo sine überwiegend
wahrscheinlich maximal ein Jahr nach dem Ereignis vom 3. Januar 2019 erreicht
gewesen sei. Mit dieser Heilungsdauer befindet er sich innerhalb des in der vorgängig
zitierten medizinischen Literatur für den Regelfall angeführten Zeitrahmens. In Kenntnis
dessen schloss die Beschwerdegegnerin den Schadenfall mit Verfügung vom 8.
September 2020 per 18. September 2020 und somit sogar rund 20 Monate nach dem
Unfall vom 3. Januar 2019 ab und stellte die bisherigen Versicherungsleistungen
(Taggeld und Heilkosten) ein (UV-act. 122). Es sind keine konkreten Gründe ersichtlich,
derentwegen eine noch längere Heilungsdauer anzunehmen wäre. Eine vom Regelfall
abweichende, folgenschwere Kontusion ist jedenfalls auszuschliessen. Wie bereits
erwähnt, sind im Zusammenhang mit dem Sturz von der Leiter keine besonderen,
erschwerenden Tatbestandselemente ersichtlich bzw. es ist im vorliegenden Fall nicht
von einer besonders schweren Krafteinwirkung auf den Rücken auszugehen (vgl.
Erwägung 4.4.3). Die Erstuntersuchung im Spital C._ rund zwei Wochen nach dem
Unfall zeigte sodann kein Hämatom, welches zumindest ein Hinweis auf eine namhafte
Krafteinwirkung auf die Wirbelsäule hätte sein können. Bei den anlässlich der
Erstbehandlung erhobenen Befunden – leicht verspannte Paravertebralmuskulatur und
paravertebrale Druckdolenz im unteren LWS-Bereich rechts, Reklination
schmerzbedingt erschwert, Einbeinstand rechts schmerzhaft über L5/S1 und Gesäss
rechts – handelt es sich um absolut typische Kontusionsfolgen, welche für sich allein
nicht auf eine besonders schwere Kontusion hinweisen. Allgemein ist anzufügen, dass
die Heilung eines traumatisch bedingt symptomatisch gewordenen degenerativen
Vorzustandes fliessenden Charakter hat. Die soeben noch traumatisch bedingten
Beschwerden lassen sich nur schwer von den fortan degenerativ bedingten oder
anders begründeten Beschwerden unterscheiden. Auch aus den in den Berichten des
Kantonsspitals I._ und des KSSG gestellten Diagnosen thorakale und lumbale
Rückenschmerzen (vgl. UV-act. 71) und chronische Schmerzstörung mit somatischen
und psychischen Faktoren (UV-act. 86) lassen sich keine fortdauernden Unfallfolgen
ableiten. Mit diesen Diagnosen haben die Klinikärzte lediglich das vom
Beschwerdeführer subjektiv angegebene "Symptommuster" fassbar gemacht bzw.
ausgesagt, dass er persistierende, chronische Schmerzen in der Lumbalregion angibt,
ohne dass darin ein objektiv erhobener unfallkausaler organischer Befund gesehen
5.3.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 17/20
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werden könnte. Wenn eine versicherte Person vorbringt, sie leide nach wie vor unter
Schmerzen, verfängt diese Argumentation nur insofern, als sie damit das Vorliegen
eines Kausalzusammenhangs behauptet. Fortdauernde Schmerzen allein können
jedoch nicht das Andauern eines Kausalzusammenhangs begründen und es obliegt
nicht der Unfallversicherung zu beweisen, was die Ursache für die Schmerzen sein
könnte, wenn es nicht der Unfall ist (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 29. April
2008, 8C_465/2007, E. 3.1 mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 18. Dezember 2003, U
258/02; vgl. auch Erwägung 2.4). Dass im konkreten Fall nicht von einem objektiv
erhobenen unfallkausalen organischen Befund, sondern einzig von einer subjektiven
Schmerzangabe des Beschwerdeführers ausgegangen werden kann, zeigt sich auch
darin, dass die Klinikärzte mit den bildgebenden Untersuchungen keine eindeutige
Erklärung für die persistierenden bzw. anhaltenden thorakolumbalen Schmerzen finden
konnten. So musste bspw. die von Klinikärzten als Schmerzquelle angenommene
thorakale Diskushernie ausgeschlossen werden, nachdem die Infiltration keinerlei
Effekt gezeigt hatte (vgl. UV-act. 71). Festzuhalten ist zudem, dass Rückenschmerzen
ganz unterschiedliche Ursachen haben können. Die Lumbago ist insbesondere typisch
für degenerative Gesundheitsschäden (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S: 848 ff.).
Schliesslich ist anzufügen, dass im Jahr 2020 keiner der involvierten Ärzte mehr explizit
von andauernden Unfallrestfolgen spricht.
Mit der Argumentation – er habe bis zum Unfall keinerlei Beschwerden gehabt,
solche seien erst nach dem erlittenen Unfall aufgetreten – nimmt der Beschwerdeführer
lediglich eine zeitliche Einordnung vor (act. G 1). Der zeitliche Aspekt allein besitzt
indessen in solchen Fällen, in denen das Vorliegen einer strukturellen Verletzung mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verneint werden kann, keine
wissenschaftlich genügende Erklärungskraft (vgl. dazu BSK UVG-Hofer, N 67 zu Art. 6;
Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 96 zu Art. 4; Alfred Maurer,
Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 Fn 1205
[Beweisführung nach der Formel "post hoc ergo propter hoc"]; BGE 119 V 340 f. E. 2b/
bb). Die von Dr. D._ zunächst angeordnete physiotherapeutische und analgetische
Behandlung (UV-act. 5 und 30) bilden eine umfassende, bei Rückenbeschwerden
angemessene und wirksame Therapie. Die von Dr. D._ (UV-act. 23 und 30) und Dr.
H._ (UV-act. 31) beantragte bzw. empfohlene stationäre Rehabilitation stellte eine
zweckmässige Ergänzung der ambulanten Behandlungsmassnahmen bei
therapieresistenten Rückenschmerzen acht Monate nach dem Unfallereignis dar, führte
doch Dr. H._ aus, dass eine frühzeitige arbeitsorientierte Reha sicher Sinn mache.
Auch aus den Empfehlungen von Dr. D._ und Dr. H._ kann somit für die Frage der
5.4.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 18/20
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6.
Ergänzend ist schliesslich auf die vom Schmerzzentrum des KSSG am 14. Juli 2020
diagnostizierte Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10:
F45.41; UV-act. 105) einzugehen. Wie bereits erwähnt, konnte die Schmerzproblematik
keiner bestimmten Genese zugeordnet werden (vgl. Erwägung 5.3), womit eine
Adäquanzprüfung durchzuführen ist. Da in Zusammenhang mit dem Unfall vom 3.
Januar 2019 weder ein Schleudertrauma, ein Schädelhirntrauma noch ein
Schreckereignis nachgewiesen ist, kommt die Adäquanzprüfung nach BGE 115 V 133
zur Anwendung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. September 2020,
8C_424/2020, E. 5.1). Diese erfordert, den Unfall vom 3. Januar 2019 nach dessen
Schwere zu qualifizieren. Zu prüfen ist im Rahmen einer objektivierten
Betrachtungsweise, ob der Unfall eher als leicht, mittelschwer oder schwer erscheint,
wobei im mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe
zu den leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Massgebend sind der augenfällige
Unfallkausalität bezüglich der zum Leistungseinstellungszeitpunkt bestehenden
Beschwerden nichts abgeleitet werden.
Der Beschwerdeführer beanstandet, dass die Rückenproblematik ungenügend
abgeklärt worden sei (act. G 7). Im Eventualantrag fordert er die Rückweisung der
Sache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin. Aufgrund der gut
dokumentierten Aktenlage ist jedoch nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin insbesondere gestützt auf die ohne persönliche Untersuchung
verfasste Aktenbeurteilung von Dr. H._ vom 30. Juli 2020 (UV-act. 111) entschieden
hat. Insbesondere die umfassenden radiologischen Untersuchungen ergaben beim
Beschwerdeführer multietagere degenerative Veränderungen (vgl. Erwägungen 4.3 ff.).
Nach dem Gesagten kann auf die in Einklang mit der medizinischen Aktenlage
stehende Beurteilung von Suva-Kreisarzt Dr. H._ abgestellt werden, womit sich die
Leistungseinstellung per 18. September 2020 hinsichtlich der LWS-Situation als
rechtmässig erweist.
5.5.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Nachweis für das Dahinfallen der
Kausalität zwischen dem Unfall vom 3. Januar 2019 und den Beschwerden im Bereich
der Wirbelsäule, insbesondere der LWS und BWS, per 18. September 2020 mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan ist. Es ist davon auszugehen, dass die
fortdauernden Beschwerden auf unfallfremde Faktoren zurückzuführen sind. Die
Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungen somit zu Recht per 18. September 2020
eingestellt.
5.6.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 19/20
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Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch die Folgen
des Unfalles oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet
werden können (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2011, 8C_584/2010,
E. 4.2.2; zur bundesgerichtlichen Rechtsprechungspraxis bei Unfällen mit Stürzen von
Leitern siehe Entscheid des Versicherungsgerichts vom 22. August 2018, UV 2016/85,
E. 7.2, und Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2019, 8C_632/2018, E. 8.3).
Angesichts der bundesgerichtlichen Rechtsprechungspraxis und des fehlenden
Nachweises von Frakturen und Neurokompressionen (UV-act. 21 und 26) ist von einem
leichten Unfallereignis, allenfalls noch von einem mittelschweren Unfallereignis an der
Grenze zu den leichten Fällen auszugehen. Wie die Beschwerdegegnerin in Erwägung
4.3 des Einspracheentscheids vom 3. Dezember 2020 (UV-act. 141-9) in zutreffender
Weise ausführte, sind die in Anwendung der Adäquanzprüfung nach BGE 115 V 133
bei mittelschweren Unfällen zu prüfenden Kriterien der dramatischen Begleitumstände,
der besonderen Art der Verletzung, der ärztlichen Fehlbehandlung, des schwierigen
Heilungsverlaufs, der langandauernden physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit und der
langen Dauer der ärztlichen Behandlung nicht gegeben (der Sturz erfolgte lediglich aus
2.5 Metern Höhe und ohne besondere Auffälligkeiten; es entspricht nicht der Erfahrung,
dass die Art und Schwere der vorliegend erlittenen Verletzungen geeignet wäre, eine
psychische Fehlentwicklung auszulösen; eine Fehlbehandlung ergibt sich weder aus
den Akten noch wurde eine solche geltend gemacht; besondere Gründe, welche die
Genesung bis zum Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert haben, sind nicht
ersichtlich; es bestand keine durchgehende Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten, es
bestand wiederholt eine volle Arbeitsfähigkeit über mehrere Wochen; weder die Dauer
noch die Art und die Intensität der Behandlungen sind aussergewöhnlich). Höchstens
das Kriterien der Dauerschmerzen ist aufgrund der Aktenlage als erfüllt einzustufen,
jedoch nicht in ausgeprägtem Masse. Zur Bejahung des adäquaten
Kausalzusammenhangs müssen jedoch bei einem mittelschweren Unfall im
Grenzbereich zu den leichten Unfälle mindestens vier der sieben Kriterien oder eines
besonders ausgeprägt erfüllt sein (vgl. BGE 115 V 140 E. 6c/aa; Urteile des
Bundesgerichts vom 7. Dezember 2009, 8C_487/2009, E. 5, vom 27. Juni 2012,
8C_363/2012, E. 4.3, vom 6. November 2012, 8C_398/2012, E. 5.2.3 und E. 6 Ingress,
sowie vom 22. August 2018, 8C_114/2018, E. 5.3.3). Da nur ein Kriterium erfüllt ist, ist
der adäquate Kausalzusammenhang der subjektiven bzw. nicht objektivierbaren
Beschwerden zum Unfall vom 3. Januar 2019 nicht gegeben. Folglich besteht auch
hinsichtlich der Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren keine
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin über den 18. September 2020 hinaus.
7.
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Zusammenfassend erweist sich die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Leistungseinstellung per 18. September 2020 als rechtmässig, weshalb die
Beschwerde abzuweisen ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).