Decision ID: eae79ed4-602f-4da3-97c4-cf1267e7d965
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
73
, war seit
1.
März 2010
als
„
Specialist
Marketing“
bei
der
Y._
tätig
(
Urk.
8/
1,
Urk.
8/
4)
und über diese bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend Allianz) über eine Kollektivversicherung nach dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG) gegen Erwerbsausfall bei Krankheit versichert (
Urk.
8/61).
Am 2
9.
Juli 2011 meldete die Arbeitgeberin der Allianz, dass die Versicherte am 1
4.
Juni 2011 die Arbeit ganz niedergelegt habe (
Urk.
8/1). Laut Erstem Arztzeugnis
für die
Kollektiv-Krankentaggeldversicherung vom
2.
August 2011
be
gab sich
die Versicherte
a
m 1
7.
Juni 2011 in
stationäre Behandlung
bei der
Z._
, wobei eine depressive Episode diagnostiziert und eine volle Arbeitsunfähig
keit seit dem 1
7.
Juni 2011 festgehalten wurde (
Urk.
8/4). Die Allianz holte weitere medizinische Akten (
Urk.
8/14,
Urk.
8/36,
Urk.
8/41
,
Urk.
8/43)
, und ein psychiatrisches Gutachten bei
Dr.
med.
A._
, FMH Psychiatrie und Psycho
therapie
,
ein
(
Urk.
8/48,
Urk.
8/57)
. Mit Mitteilung vom 1
6.
Januar 2012 stellte die Allianz die seit dem 1
3.
August
2011
erbrachte
n
Krankentag
gelder
per
1
8.
Dezember 2011
ein
(
Urk.
8/10,
Urk.
8/26,
Urk.
8/35,
Urk.
8/
44,
Urk.
8/
46).
Mit Schreiben vom 3
1.
Januar und vom 1
0.
April 2012
hielt sie an ihrem Leistungsentscheid fest
(
Urk.
8/49,
Urk.
8/58)
.
2.
Am 1
2.
Dezember 2013 erhob die Versicherte Klage gegen die Allianz mit dem Rechtsbegehren, diese sei zur Zahlung der ganzen Leistungen der
Krankentag
gelder
vom 1
8.
Dezember 2011 bis 3
1.
März
2012
und von 50
%
der Leistungen vom
1.
April 2012 bis 3
0.
April 2012 zu verpflichten. Im Eventualantrag bean
tragte sie, die Allianz sei zur Zahlung der ganzen Leistungen der
Taggeldversi
cherung
vom 1
8.
Dezember 2011 bis 1
3.
Januar 2012 zu verpflichten (
Urk.
1 S.
2
und S. 5
Ziff.
13-14
). Mit Klageantwort vom
6.
Februar 2014 beantragte die Allianz die Abweisung der Klage (
Urk.
7 S. 2). Mit Replik vom
3.
Mai 2014
hielt die Klägerin an den
gestellten Anträgen fest
(
Urk.
12
S. 2
). Mit Duplik vom 2
3.
Juni 2014 hielt die Allianz an ihrem Antrag auf Klageabweisung fest (
Urk.
16 S. 2).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem Bundesge
setz über die Krankenversicherung (KVG) unterstehen nach
Art.
12
Abs.
3 KVG dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG).
Die daraus herrühren
de
n
Streitigkeit
en sind
daher zivil- und vermögensrechtlich (BGE 124 III 46 E. 1 und 232 E. 2b).
Die Kantone können ein Gericht bezeichnen, welches als einzige kantonale Instanz für solche Streitigkeiten zuständig ist (
Art.
7 der Schweizerischen Zivil
prozessordnung
,
ZPO). Im Kanton Zürich liegt die Zuständigkeit beim Sozial
versicherungsgericht (
§
2
Abs.
2
lit
. b des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungs
gericht
,
GSVGer
). Das Verfahren richtet sich nach
Art.
244 bis 247 ZPO (einfaches Verfahren;
Art.
243
Abs.
2
lit
. f ZPO). Die Klage wird direkt beim Gericht anhängig gemacht (BGE 138 III 558 E. 3.2 und 4.6).
Das
Gericht stellt den Sachverhalt
von Amtes wegen
fest (Art. 247 Abs. 2
lit
. a in Verbindung mit Art. 243 Abs. 1
lit
. f ZPO).
Die sachliche und örtliche Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zur Beurteilung der eingereichten Klage ist unst
reiti
g gegeben
.
1.2
Ausgehend von einem
monatlichen
Bruttolohn
der
Kläger
in
von
Fr.
8‘750.-- ergibt sich für die Taggelder ein Tagessatz von
gerundet
Fr.
230.14 (0.8 x [
Fr.
8‘750.-- x 12: 365]).
Für 10
5
Tage (1
8.
Dezember 2011 bis 3
1.
März 2012) wurden Taggelder zu 100
%
und für 30 Tage (Monat April 2012) wurden Tag
gelder zu 50
%
eingeklagt (
Urk.
1 S. 2 und S. 5
Ziff.
13).
Die Klage zielt damit auf Taggelder
im Gesamtbetrag von
gerundet
Fr.
27‘
616
.--
(
[1
05
+ 30 x 0.5] x 0.8 x [
Fr.
8‘750.-- x 12: 365])
.
Der Streit
wert liegt damit über der für die
ein
zelrichterliche
Zuständigkeit relevan
ten Grenze von
Fr.
20‘000.-- (vgl.
§
11
Abs.
1
GSV
Ger
).
2.
2.1
Gestützt auf den
Konsiliumsbericht
von
Dr.
med.
A._
vom 2
5.
Januar 2012
ging die Beklagte von einer vollen Arbeitsfähigkeit ab dem Zeitpunkt der Untersuchung vom 1
3.
Januar 2012 aus. Die subjektiv geklagten Beschwerden, welche
fachärztlicherseits
als unspezifisch qualifiziert würden, seien nicht als Krankheit im Sinne von
Art.
3
Ziff.
1
der Allgemeinen Vertragsbedingungen (AV
B
)
zu qualifizieren (
Urk.
7 S. 9 ff.
Ziff.
3
,
Urk.
16 S. 3 ff.
). Die Beklagte habe die Taggeldleistungen bereits per 1
8.
Dezember 2011 eingestellt, weil sich die Klägerin ab dann ohne Zustimmung ins Ausland begeben habe. Dadurch habe
sie nicht nur die Bestimmung von
Art.
6
Ziff.
2 AVB verletzt, sondern auch ihre Obliegenheit, sich einer Untersuchung durch eine
n
von der Gesellschaft bestimmten Arzt zu unterziehen
,
und
habe
damit zeitweilig die Abklärung der Leistungspflicht verletzt (
Urk.
7
S. 12 f.
Ziff.
4
,
Urk.
16
S. 5
)
.
2.2
Die
Kläger
in machte geltend, dass
Art.
6 Ziffer 2 der Allgemeinen
Versiche
rungsbedingungen
diskriminierend sei und das Gleichbehandlungsgebot von
Art.
2 des Freizügigkeitsabkommens verletze, denn einer schweizerischen Arbeitnehmerin wäre es unter den gleichen Bedingungen ohne
Leistungsein
busse
möglich gewesen, die Weihnachtstage bei ihrer Familie in
B._
zu ver
bringen (
Urk.
1 S. 3
Ziff.
5).
Der Untersuchungstermin sei wohl bewusst auf eine
n
schikanösen Termin gelegt w
o
rde
n
, um möglichst eine Leistungssperre zu erhalten. Gemäss AVB sei die
Kläger
in nicht gehalten, sich an einem bestimm
ten Datum untersuchen zu lassen, woraus zu schliessen sei, dass der Zeitpunkt einvernehmlich festzusetzen sei. Sicherlich missbräuchlich sei das Festhalten am Silvester
ter
min nach
einem begründeten Verschiebungsgesuch. Die Begründung für die Verschiebung sei klar therapeutisch gewesen. Das
F
reizügigkeitsabkom
men
entfalte eine unmittelbare Drittwirkung auf die
Krankentaggeldversiche
rung
, und die Regelung in den AVB der
Beklagte
n
sei diskriminierend gegen
über inländischen Arbeitnehmern mit Familie in der Schweiz (
Urk.
12 S. 5 f.).
Abzustellen sei auf die medizinische Einschätzung des
C._
, welche nach einer vollständigen Abklärung und der sehr regelmässigen Betreuung der Klägerin erfolgt sei. Das Gutachten von
Dr.
A._
schiebe die arbeitsrechtlichen Spannungen ins Zentrum und übersehe die psy
chischen Auswirkungen und den Krankheitswert bei der Klägerin. Insbesondere gehe er davon aus, dass die
Kläger
in nach dem stationären Aufenthalt in voll remittiertem Zustand gewesen sei und übersehe die nachfolgende Behandlung (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
12).
Zudem setze er sich nicht mit den divergierenden ärztli
chen Beurteilung
en
des
C._
auseinander, und er beurteile die Leistungsfähig
keit im Zeitpunkt des Gutachtens nicht; insofern sei das Gutachten unvoll
ständig. Die Einschätzung des
C._
beruhe auf einer intensiven, ständigen, wöchentlichen Auseinandersetzung mit der Krankheit und der Person der Klä
gerin
und teilweise auf Testergebnissen, und mehrere behandelnde
Fachperso
nen
seien zum selben Ergebnis gelangt
.
Demgegenüber beruhe
die Einschätzung durch den Gutachter nur auf dem momentanen subjektiven Eindruc
k bei einer einzigen Sitzung
, und es fehl
ten Tests und
die Auseinandersetzung mit der abweichenden Einschätzung des
C._
, welche nur 10 Tage vor der Untersu
chung des Gutachters erfolgt sei
. Weiter sei aufgrund der auftragsrechtlichen Vertrauensstellung
des Gutachters
davon auszugehen, dass
dieser
eher zu Gunsten der Versicherung
aussag
e
(
Urk.
12 S. 3 ff.).
3.
3.1
Grundlage für den geltend gemachten Taggeldanspruch ist primär der
Kollektiv
Kranken
versicherungsvertrag
(Police Nr. U46.2.532.907)
zwischen der
Y._
als frühere
r
Arbeitge
berin der
Kläger
in
und der
Beklagten
. Unstreitig
ist die
massgebende Versi
cherungspolice diejenige vom
1
3.
Januar 2007
(Urk.
8
/
61
). Demzufolge sind die darin genannten Allgemeinen
B
edingungen
für die Kollek
tiv-Krankenversicherung
(AB) der Ausgabe 200
5
(nach
folgend AVB
)
, die Zusatzbedingungen (ZB) für die Krankentaggeld-Versicherung, Ausgabe 2005, sowie die Besonderen Bedingungen (BB) Überschussbeteiligung,
Genussab
lauf
/
Leis
tungserschöpfung
und Jährliches Kündigungsrecht
anwend
bar
. Ausser
dem sind die Bestimmungen des
Bundesgesetzes über den Versicherungsvertrag (
VVG
)
massge
bend (vgl. Art. 1
lit
. c
AVB).
3.2
Gemäss der Police vom
13
.
Januar 2007
(Urk.
8
/
6
1) waren
8
0 % der versicher
ten AHV-Jahreslohnsumme
während einer Leistungsdauer von 730 Tagen nach Abzug einer Wartefrist von 60 Tagen
versichert.
3.3
Gemäss Art.
3.
1 AVB gilt als Krankheit jede vom Willen de
r
v
ersicherten
Person
unab
hängige
Störung der Gesundheit, die ärztliche Behandlung erfordert und die nicht auf einen Unfall oder Unfallfolgen zurück
zuführen ist.
Nach Art.
4
AVB liegt eine Arbeitsunfähigkeit vor, wenn d
ie
v
ersicherte
Person
infolge eine
s versicherten Ereignisses ganz oder teilweise ausserstande ist, ihren
Beruf oder eine andere zumutbare Erwerbstätigkeit auszuüben.
Art.
6 AVB
hält fest
, dass eine erkrankte versicherte Person, die sich ohne Zustimmung der Gesellschaft ins Ausland begibt, erst vom Zeitpunkt ihrer Rückkehr wieder Anspruch auf Leistungen hat.
Artikel 11 bis 13 AVB legen die Obliegenheiten im Schadenfall fest. Laut
Art.
11.2 AVB hat sich die versicherte Person auf Verlangen einer Untersuchung durch einen von der Gesellschaft bestimmten Arzt zu unterziehen. Laut
Art.
13.1 AVB hat die Gesellschaft das Recht, ihre Leistungen abzulehnen oder zu kürzen, wenn die vertraglichen Obliegenheiten im Schadenfall nicht erfüllt werden, wobei der Nachweis einer unverschuldeten Obliegenheitsverletzung vorbehalten bleibt.
3.4
Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachver
halts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen mög
lichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). Dieser im Sozialversicherungsprozess allgemein gültige Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gelangt auch im Klageverfahren betreffend Leistungen aus der Zusatzversicherung zur Anwendung (Christine
Grünig
, Verfahrensfragen in der Krankenversicherung, in: Aktuelles im Sozialversicherungsrecht, Hrsg. Hans-Jakob
Mosimann
, Zürich 2001, S. 193 mit Hinweisen).
3.5
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beur
tei
lung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zu
ge
mu
tet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
4.
4.1
Dr.
med. D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
diagnos
tizierte am
1
0.
August 20
11
eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) mit somatischem Syndrom, eine spezifische isolierte Phobie (ICD-10: F40.2
)
sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge (asthenisch; ICD-10: F73.1
[rich
tig: ICD-10: Z73.1]
). A
ls
Befund hielt er subjektiv unerträgliche Angstgefühle, Verz
w
eiflung und Hoffnungslosigkeit sowie Schlaflosigkeit,
Konzentrations
prob
leme
und Weinkrämpfe fest
und attestierte eine Arbeitsunfähigkeit seit 1
4.
Juni 2011
(
Urk.
8/14).
4.
2
Mit Bericht vom 2
0.
September 2011 (
Urk.
8/36) berichteten
Dr.
med. E._
, Oberarzt
Z._
, sowie
der behandelnde Psychologe
Msc
.
F._
über den stationären Aufenthalt der
Kläger
in vom 1
7.
Juni bis 2
4.
August 2011 und hielten folgende Diagnosen fest (S. 1):
spezifische isolierte Phobien (ICD-10: F40.2)
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11)
akzentuierte Persönlichkeitszüge (asthenisch; ICD-10: Z73.1)
Auslöser der depressiven Episode dürften die subjektiv erlebte Rücksetzung am Arbeitsplatz sowie abermalige Schwierigkeiten in der seit Jahren instabilen Be
ziehung zum Partner gewesen sein.
Im psychopathologischen Befund bei Auf
nahme wurden eine reduzierte emotionale Schwingungsfähigkeit, ein ver
min
derter Antrieb, ein deutlich verminderter Appetit, Freud- und Lustlosigkeit, eine
Anhedonie
und eine seit etwa sechs Jahren ausgeprägte
Amaxophobie
(
Fahr
angst
)
erhoben (S. 2). Auf der Spezialstation für Depressionserkrankung
e
n habe die
Kläger
in an einem multimodalen Behandlungsprogramm bestehend aus Pharmakotherapie, Psychotherapie im Gruppen- und Einzelsetting,
Psycho
edu
kation
, Physio- und Bewegungstherapie, Ergotherapie und
Entspannungs
pro
grammen
teilgenommen. Sie habe die Klinik bezüglich Depression in
voll
remit
tiertem
Zustand bei noch reduzierter Belastbarkeit verlassen. Die ambu
lante Fortführung der begonnenen Therapie sei dringend indiziert, zudem sei die etablierte Medika
t
ion für wenigstens sechs Monate unverändert beizu
be
hal
ten (S. 3).
4.
3
Mit Bericht vom
3.
Januar 2012
(
Urk.
8/41) nannte
Prof.
Dr.
med.
G._
,
Facharzt für Psychotherapie und psychosomatische Medizin,
C._
, folgende Diagnosen
(S. 2)
:
mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1)
spezifische isolierte Phobie (ICD-10: F40.2)
Burn-out (ICD-10: Z73.0)
Status nach sexuellem Missbrauch (ICD-10: Z61.4)
Migräne (G43)
Dysmenorrhoe
Status nach Abort
Er führte aus, dass die
Kläger
in kognitiv in Aufmerk
s
a
mkeit, Konzentration, Merkfähigkeit und Ge
d
ächtnis verlangsamt beziehungsweise deutlich einge
schränkt sei, und es bestehe eine deutliche Vergesslichkeit. Die
Kläger
in sei vom
5.
Oktober bis zum
5.
Dezember 2012 beim
C._
in tagesklinischer Behandlung gewesen, und aufgrund der Schwere der Problematik sei eine Weiterbehandlung dringend indiziert (S. 2).
Arbeiten, welche Konzentration erforderten, seien nur über kurze Zeit (15-30 Minuten) möglich, die
Kläger
in ermüde rasch und sei bei solchen Arbeiten wenig belastbar. Druck führe aktuell zu vermehrtem Tinnitus und häufigeren Migräneattacken.
Aufgrund des positiven
und negativen
L
eis
tungsbildes
sowie der neuropsychologisc
h
en Einschränkungen sei die
Kläger
in zu 100
%
arbeitsunfähig bis
etwa März 2012, danach sei mit einer Reduktion
der Arbeitsunfähigkeit auf 50
%
zu rechnen
. Prognostisch günstig sei
die hohe Motivation der
Kläger
in, ungünstig sei die bekannt lange Dauer der Erholung bei Burn-out Syndromen (S. 3)
.
4.
4
Dr.
A._
untersuchte die Beschwerdeführerin am 1
3.
Januar
2012
und
erstat
tete am 2
5.
Januar 2012 sein Gutachten (
Urk.
8/48
)
. Im psychopathologischen Befund
stellte
er eine ausgeglichene Stimmungslage
fest
;
die kognitiven Fähig
keiten seien intakt. Das formale Denken sei in allen Qualitäten strukturiert und geordnet und das inhaltliche Denken situationsentsprechend. Inhaltlich habe die Beschäftigung mit der schwierigen Vergangenheit in der Herkunftsfamilie, vor allem aber mit der jetzigen Arbeitsplatzsituation dominiert, die als unbefriedi
gend, kränkend und weiterhin unklar erlebt werde. Wahrnehmungsstörungen, Zwänge, Ich-Störungen oder psychotische Denkinhalte seien nicht
eruierbar
, und es bestünden keine Hinweise auf eine aktuelle Eigen- oder
Fremdgefähr
dung
(S. 3 f.
Ziff.
3).
Dr.
A._
diagnostizierte eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1)
und führte aus, dass d
as Krankheitsbild starke erlebnisreaktive Bezüge auf
weise
und
m
ittlerweile remittiert
sei
.
Er hielt fest, dass i
m Vordergrund des
Beschwer
debildes
emotionale und gedankliche Auseinandersetzungen mit einer unbefrie
digenden Arbeitsplatzsituation
stünden
. Nicht nachvollziehbar sei die in der Klinik
Z._
gestellte Diagnose einer spezifischen Phobie. Ebenfalls müsse er offen lassen, ob die
Kläger
in tatsächlich akzentuierte - asthenische -
Persön
lichkeitszüge
aufweise (S. 4
Ziff.
4). Eine psychotherapeutische Behandlung sei vorläufig weiterhin zu empfehlen, unter anderem auch mit Blick auf die Wie
deraufnahme der beruflichen Tätigkeit nach längerer krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit. Er empfehle zusätzlich zu
r
Vervollständigung der Diagnos
tik eine neurologische Abklärung der offensichtlich seit Längerem bestehenden Kopfschmerzen (S. 4
Ziff.
5).
Die Arbeitsunfähigkeit von zuletzt 100
%
als Mitarbeiterin im Marketing bei einem Unternehmen der Textilbranche sei aus psychiatrischer Sicht bislang angemessen gewesen. Mit Datum der Untersuchung sei die
Kläger
in in vollem Umfang arbeitsfähig. Die Depression sei längst zurückgegangen, dies sei sie scho
n
bei Spitalaustritt im Spätsommer vergangenen Jahres. Die jetzigen Beschwerden seien aus psychiatrischer Sicht unspezifisch. Weder eine Phobie noch akzentuierte Persönlichkeitszüge, so sie denn vorlägen, würden die Attes
tierung von Arbeitsunfähigkeit rechtfertigen (S. 4). Die Prognose einer mittel
gradigen depressiven Episode sei unter sachgerechter Behandlung wie Pharma
kotherapie und Verhaltenstherapie prinzipiell günstig zu bewerten und inner
halb einiger Monate deutlich rückläufig
, was im vorliegenden Fall mittlerweile längst gelungen sei
(S. 5).
4.
5
Mit Schreiben vom 1
5.
Februar 2012 (
Urk.
8/55) führte
Msc
.
F._
aus, dass die
Kläger
in in kontinuierlicher Behandlung bei ihm und beim Psychiater
Dr.
med.
H._
stehe. Nach vollständigem Abklingen der depressiven Symptomatik habe sich bei der
Kläger
in eine stressinduzierte Belastba
r
ke
i
tsverminderung diagnostizieren lassen. Gleichzeitig habe sich im V
erlauf der Therapie eine klare Ei
nschränkung durch Residuen gleich mehrerer posttraumatischer Belastungs
störungen mit nachweisbaren Flashbacks herausgestellt, welche Gegenstand der aktuellen Therapie seien. Die
Kläger
in sei in ihrer bisherigen Tätigkeit nach wie vor arbeitsunfähig. Eine Prognose sei nicht möglich, da wenig Motivation für diese Tätigkeit vorliege, diese aber unabdingbare Voraussetzung sei, um diesen Job machen zu können. Im aktuellen Zustand sei sie nicht arbeitsfähig. Eine geeignete Anstellung könnt
e dies rasch ändern und eine tei
lweise Arbeitsfähig
keit zurückbringen. Remission der depressiven Symptomatik sage nichts über die Leistungsfähigkeit der betreffenden Person aus, was mit der Anmerkung der reduzierten Belastbarkeit zum Ausdruck komme
.
4.6
Mit Bericht vom 1
2.
März 2012 (
Urk.
8/55
) nahm
P
r
of
.
G._
Stell
ung zum Gutachten von
Dr.
A._
und hielt fest, dass die Depression auch direkt nach dem Austritt aus der
Z._
bestanden habe. Denkbar sei auch, dass die
Kläger
in nach dem Verlassen der geschützten Umgebung der Klinik einen Rückfall erlitten habe.
Dr.
A._
lasse ausser
acht
, dass die Depression im Zusammenhang mit einem Burn-Out gestanden habe und dass dann die Prog
nose deutlich schlechter beziehungsweise die Rekonvaleszenz deu
tlich länger, bis zu zwei Jahre
, sei. Das Erreichen einer Teilarbeitsfähigkeit
von 50% bereits im April 2012, wie prognostiziert, sei unter diesem Aspekt nicht ein auffällig langsamer Verlauf.
Dr.
A._
beschreibe auch eine ausgeglichene
Stimmungs
lage
, welche für die Zeit der Untersuchung nicht bestätigt werden könne. Dies sei allenfalls darauf zurückzuführen, dass die
Kläger
in im
C._
s
eit längerer Z
eit regelmässig beobachtet werde, während
Dr.
A._
nur eine stichprobenmässige Untersuchung habe durchführen können. Neben den Beobachtungen fusse die Beurteilung des
C._
sodann auch auf anerkannten Testmethoden (S. 3).
4.7
Mit Schreiben vom
7.
April 2012 (
Urk.
8/57) nahm
Dr.
A._
ergänzend
Stel
lung
.
Zum Bericht von
Msc
.
F._
führte er aus, dass zwar Motivation unab
dingbare Voraussetzung für eine Tätigkeit sei, aber nichts mit Arbeitsunfähig
keit zu tun habe. Weiter rechtfertigten posttraumatische Belastungsstörungen nur für eine Übergangszeit eine Arbeitsunfähigkeit, und eine stressinduzierte
Belastbarkeitsverminderung sei kein Grund für eine Arbeitsunfähigkeit. Was
den Einwand der Therapeuten des
C._
angehe, wonach er auf das Burn-
O
ut-Syndrom nicht eingegangen sei, so sei
dies
keine Diagnose, sondern ein Beschwerdebild, weshalb es sich im ICD-10 auch unter der Rubrik Z und nicht unter der Rubrik F finde. Der reduzierten Belastbarkeit gemäss Austrittsbericht der Klinik
Z._
habe er sodann dahingehend Rechnung getragen, dass er eine Arbeitsunfähigkeit weiterhin bis zum Datum seiner Untersuchung akzep
tiert habe
. Er halte daher an seiner Beurteilung fest
(S. 2).
5.
5.1
Unbestritten und aufgrund der medizinischen Akten belegt
sind
die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode sowie eine daraus resultierende volle Arbeitsunfähigkeit
mit Beginn am 1
4.
Juni 201
1.
Strittig ist hingegen der Zeit
punkt der Remission der Depression beziehungsweise das Ende der Arbeitsunfä
higkeit. Während
Dr.
A._
gestützt auf den Austrittsbericht der
Z._
von einer vollständigen Remission am 2
4.
August 2011 bei einer
noch
verminderten Belastbarkeit sowie einer vollen Arbeitsfähigkeit im
Unter
suchungszeitpunkt
am 1
3.
Januar 2012 ausging, gingen P
r
of
.
G._
und
Msc
.
F._
von einer nicht remittierten mittelgradigen depressiven Episode und einer vollen Arbeitsunfähigkeit bis Ende März 2012 sowie einer Arbeits
un
fähig
keit von 50
%
bis Ende April 2012 aus. Strittig ist
zudem das Vorliegen einer spezifischen isolierten Phobie und von akzentuierten Persönlichkeitszügen beziehungsweise eines Burnouts sowie einer allfälligen daraus resultierenden Arbeitsunfähigkeit.
5.2
Die
Würdigung
der medizinischen Akten ergibt, dass das psychiatrische Gutach
ten von Dr.
A._
vom
2
5.
Januar 2012
(E. 4.
4
) auf einer persönlichen Untersu
chung de
r
Kläger
in
beruht, eine Anamnese enthält
,
die subjektiv
geklagt
en Beschwerden berücksichtigt
und in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den wesentlichen medizinischen Akten erfolgte
(Ziff. 1 S. 1 f., Ziff. 2 S. 2). Dr.
A._
setzte sich in seine
r ergänzenden
Stellungnahme (E. 4.
7
) auch mit den von seiner Einschätzung abweichenden
Stellungnahmen
von
Prof
.
G._
(E.
4.6)
und
Msc
.
F._
(E. 4.5)
differenziert
auseinander.
I
m Gutachten
leitete
Dr.
A._
aufgrund der erhobenen Befunde
das Fehlen einer
depressiven Stö
rung
im Untersuchungszeitpunkt
ausführlich und schlüssig her
. Insbesondere legte er
überzeugend
dar, dass
situationsentsprechend
die
emotionale
n
und gedankliche
n
Auseinandersetzungen mit einer unbefriedigenden
Arbeitsplatz
situation
im Vordergrund des Beschwerdebildes
stünden
, dass aber die jetzigen Beschwerden aus psychiatrischer Sicht unspezifisch seien
.
Dr.
A._
prüfte auch
die
von den Ärzten der
Z._
und de
s
C._
zusätzlich
gestellt
en
Diagnosen
einer spezifischen isolierten Phobie und einer akzentuierten
Persön
lichkeitsstörung
. Er hielt diese Diagnosen aber nicht für nachvollziehbar und wies darauf hin, dass
sie
selbst unter der Annahme, dass
sie
vorlägen, keine Arbeitsunfähigkeit begründen würde
n
.
5.3
Demgegenüber machten
Prof.
G._
und der behandelnde
Msc
.
F._
wider
sprüchliche und in sich nicht schlüssige Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit. So mutmasste
Prof.
G._
betreffend
Remission der Depression lediglich, dass die Depression auch nach Klinikaustritt vorgelegen habe
, denkbar aber auch sei, dass die Klägerin einen Rückfall erlitten habe.
Msc
.
F._
ging wiederum davon aus, dass die Depression zwar bei Klinikaustritt remittiert gewesen sei, dies aber nicht mit Leistungsfähigkeit gleichzusetzen sei.
Wie
Dr.
A._
selber zutreffend bemerkte, trug er
diesem Umstand mit der Berücksichtigung einer vollen Arbeitsunfähigkeit ab Klinikaustritt bis zum Untersuchun
gszeitpunkt
grosszügig
Rechnung
.
Sodann überzeugt auch die
vom
Msc
.
F._
angeführte
Begründung nicht, wonach der Klägerin für den jetzigen Job die Motivation und da
her
auch die Arbeitsfähigkeit fehle, denn die fehlende Motivation ist nicht im Gesund
heitszustand der Klägerin begründet und stellt kein
en
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
in angestammter Tätigkeit
relevante
n
Faktor dar. Hinzu kommt, dass
dies über die
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
nichts aussagt
, und dass
Msc
.
F._
Einschätzung zufolge eine Arbeitsfähigkeit in einer ande
ren Tätigkeit bei entsprechender Motivation durchaus gegeben sein könnte
.
Damit
erweis
en
sich die Einschätzung
en
von
Prof
.
G._
und
Msc
.
F._
als nicht nachvollziehbar, weshalb darauf nicht abzustellen ist. Anzufügen bleibt,
dass
sie
als über längere Zeit behandelnder Arzt beziehungsweise Psychologe aufgrund der durch die Behandlungsdauer entstehenden Vertrauensstellung eher zu Gunsten der Beschwerdeführerin aussagen dürfte
n
und de
r
en Aussagen des
halb relativierend zu würdigen sind
(vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/cc)
.
5.4
Zum
weiteren
Einwand
,
wonach
Dr.
A._
Gutachten unvollständig sei, weil er im Unterschied zum
C._
keine psychologischen
Test
verfahren durchgeführt habe, ist zu bemerken, dass solche Testverfahren kein selbstständiges Diagno
se
instrumen
t
darstellen
, sondern lediglich der Ergänzung des klinischen Befun
des dienen. Wo, wie vorliegend, dieser schlüssig erscheint, ist nicht zu beanstan
den, wenn darauf verzichtet wird.
Was die vom Kläger offerierten Zeugenbeweise angeht, so ist auf deren
Erhe
bung in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten. De
r
an der Einschätzung des medizinischen Gesundheits
zustands des Klägers beteiligte und als Zeuge angerufene
Fach
arzt
Dr.
G._
ha
t
sich schriftlich bereits ausführlich
geäus
sert
und
es ist davon auszugehen, dass er
- wie im Übrigen auch
der
behan
delnde Psychologe Herr
I._
(vgl. Urk.1 S. 6
)
-
darüber
hinaus
zur Frage der psy
chi
a
trischen Diagnose und der daraus resultierenden Einschätzung der Arbeits
un
fähigkeit keine beweisrelevanten Aussagen zu machen
vermag
. Von einer
Zeu
gen
ein
ver
nahme
sind daher keine
entscheidrelevante
Erkenntnisse zu erwar
ten.
5.5
Zusammenfassend
erweisen sich d
as Gutachten von
Dr.
A._
vom 2
5. Januar 2012 (
E. 4.
4
) sowie seine
ergänzende
Stellungnahme vom
7.
April 2012
(E. 4.
7
)
als überzeugend, weshalb gestützt darauf
von einer vollen Arbeitsfähigkeit ab
dem Untersuchungszeitpunkt
am 1
3.
Januar 2012
auszugehen
ist
.
Umgekehrt ist eine über diesen Zeitpunkt hinaus andauernde Arbeitsunfähigkeit der Klägerin aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten nicht überwiegend wahr
scheinlich.
6.
6
.1
Mit Schreiben vom 1
3.
Dezember 2011 (
Urk.
8/30) teilte die
Beklagte
der
Kläge
r
in unter Bezugnahme auf das gleichen
t
ag
s
geführte Telefongespräch mit, dass zur weiteren Prüfung des Versicherungsanspruchs eine Untersuchung durch
Dr.
A._
erforderlich sei, welche am 3
1.
Dezember 2011 um 14 Uhr stattfinde. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass im Falle eines unbegründeten Fernbleibens die Versicherungsleistungen verweigert werden dürften. Den vom 1
8.
Dezember 2011 bis zum
9.
Januar 2012 geplanten Auslandaufenthalt betreffend mache sie darauf aufmerksam, dass die
Kläger
in für Aufenthalte im Ausland
ihre
Zustim
mung benötige, solange sie Krankentaggelder beanspruche. Andernfalls könne ein Taggeldanspruch erst wieder nach der Rückkehr entstehen. Im vorliegenden Fall werde die Zustimmung
vorerst
nicht erteilt.
Am 1
3.
Dezember 2011 teilte die
Kläger
in der
Beklagte
n
mit, dass Herr
I._
ihr den Besuch ihres Vaters aus therapeutischer Sicht empfohlen habe, und bat um Verschiebung des Untersuchungstermins auf den Januar (
Urk.
8/33
).
Glei
chentags antwortete die
Beklagte
, dass am Vorgehen festgehalten werde (
Urk.
8/34
). Am 1
9.
Dezember 2011 teilte die
Beklagte
mit, dass nach Prüfung des Berichts ihrem Anliegen um Verschiebung der vertrauensärztlichen Unter
suchung nicht entsprochen werden könne und am Termin festgehalten werde (
Urk.
8/39
). Am 2
2.
Dezember 2012 teilte die
Beklagte
unter Bezugnahme auf die gleichentags erfolgte Terminabsage durch den Therapeuten der
Kläger
in den neuen Untersuchungstermin am 1
3.
Januar 2012 um 18 Uhr mit (
Urk.
8/40).
Mit Schreiben vom 1
6.
Januar 2012
(
Urk.
8/44)
hielt die
Beklagte
fest, dass laut vertrauensärztlicher Untersuchung ab sofort eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe
. Da
die Klägerin
den vertrauensärztlichen Untersuchungstermin aufgrund ihres
Auslandaufenthaltes vom 1
8.
Dezember 2011 bis
9.
Januar 2012 verschoben habe, richte sie das Krankentaggeld letztmals am 1
7.
Dezember 2011 aus.
6.2
Offen bleiben kann, inwieweit sich die Klägerin einer privaten Versicherungs
gesellschaft gegenüber, welche eine Krankentaggeldversicherung nach VVG anbietet, unmittelbar auf die im Freizügigkeitsabkommen (FZA; SR 0.142.112.681) eingeräumten Rechte berufen kann.
Die
beanstandete Bestim
mung von
Art.
6
Ziff.
2
Abs.
AVB
knüpft nicht an die Staatsangehörigkeit an,
zumal ausländische und schweizerische Staatsangehörige
mit Familie im Aus
land
gleichermassen
betroffen
sind.
Eine Diskriminierung aufgrund der Staats
angehörigkeit im Sinne des FZA ist damit nicht ersichtlich.
Im Übrigen wäre
es der Klägerin nach
einem
Besuch über die Weihnachtstage
in Wahrnehmung der sie treffenden Mitwirkungspflicht
auc
h ohne weiteres möglich gewesen
, für die Untersuchung am 3
1.
Dezember 2011 zurückzukehren
,
anstatt den Besuch bis
zu
m
9.
Januar 2012 auszudehnen.
Damit ergibt sich, dass
Art.
6
Ziff.
2 AVB rechtmässig ist und die Beklagte die Versicherungsleistungen f
ür die Dauer des Auslandaufen
t
haltes
vom 1
9.
Dezember 2011 bis zur Rückkehr am
9.
Januar 2012
ein
stellte
n durfte
.
Auf
grund von
Dr.
A._
Einschätzung ist sodann von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
ab dem Untersuchungsdatum am 1
3.
Januar 2012 auszugehen. Da die Klägerin die Verschiebung des ursprünglichen Untersuchungstermins vom 3
1.
Dezember 2011 veranlasste und überwiegend wahrscheinlich erscheint, dass der Gesundheitszustand der Klägerin sich in diesem Zeitraum nicht wesentlich veränderte, erscheint
auch
überwiegend wahrscheinlich, dass
sie
bereits
am
9.
Januar
2012
vollständig arbeitsfähig war
.
Zusammenfassend stellte damit die Beklagte die Taggeldleistungen
zu Recht
per 1
8.
Dezember 2011 ein.
Die
s
führt zur Abweisung der Klage.
7
.
7
.1
Gemäss
Art.
114
lit
. e ZPO ist das Verfahren kostenlos.
7
.2
Nach der zu
alt
Art
.
47
Abs.
3 des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) ergan
genen, weiterhin gültigen höchstrichterlichen Rechtsprechung hat der ob
sie
gende Versicherungsträger Anspruch auf eine Parteientschädigung, falls er durch einen externen Anwalt vertreten ist (Urteil des Bundesgerichtes 4A_194/2010 vom 1
7.
November 2010, E. 2.2.1, nicht publiziert in: BGE 137 III 47; Urteil des Bundesgerichts 5C.244/2000 vom
9.
Januar 2001, E. 5 mit Hin
weisen).
Nachdem die obsiegende Beklagte nicht durch einen externen Anwalt vertreten ist, steht ihr keine Parteientschädigung zu.