Decision ID: a0b52bd5-1cd2-511b-831f-7ba78c4655ad
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Oktober 2019 zum Bezug von Ergänzungsleistungen zu
seiner halben Invalidenrente an (act. G 17.1.4). Die IV-Stelle hatte ihm mit einer
Verfügung vom 9. August 2019 rückwirkend ab 1. Mai 2018 eine halbe Invalidenrente
zugesprochen (act. G 17.1.5-9). Am 30. Oktober 2019 ging das Beiblatt 3 (Arztzeugnis
für Diät) ein (act. G 8.1.82). Dr. med. B._ hatte darin am 21. Oktober 2019
angegeben, der Versicherte leide an einer Adipositas Klasse I / EOSS Stage 1.
Aufgrund einer ketogenen Ernährung entstünden dem Versicherten Mehrkosten. Bei
der Beantwortung der Frage, ob die Einhaltung der Diät medizinisch notwendig sei, bat
er um eine Abklärung beim behandelnden Arzt des Zentrum C._.
A.a.
Mit einer Verfügung vom 5. Dezember 2019 wies die EL-Durchführungsstelle das
Gesuch um eine Übernahme der Diätmehrkosten ab (act. G 8.1.80). Zur Begründung
gab sie an, aus den Unterlagen gehe hervor, dass der Versicherte auf eine ketogene
Ernährung angewiesen sei. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung und die
Vermeidung von zu vielen Kohlenhydraten werde allen empfohlen und könne somit
nicht mit Mehrkosten verbunden sein. Diese Produkte könnten in den gängigen
Supermärkten bezogen werden. Die Voraussetzungen für eine Anrechnung der
Diätkostenpauschale gemäss Art. 5 der Verordnung über die Vergütung von
Krankheits- und Behinderungskosten bei den Ergänzungsleistungen des Kantons
St. Gallen (VKB/SG, sGS 351.53) seien nicht erfüllt.
A.b.
Mit einer Verfügung vom 6. Dezember 2019 sprach die EL-Durchführungsstelle
dem Versicherten rückwirkend ab 1. Mai 2018 Ergänzungsleistungen zu (act. G 8.1.73).
A.c.
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B.
Am 18. Dezember 2019 erhob der Versicherte eine Einsprache gegen die
Verfügung vom 5. Dezember 2019 (act. G 8.1.67). Er teilte mit, dass er mit der
Ablehnung seines Gesuchs nicht einverstanden sei. Er bat um eine Fristerstreckung bis
31. Januar 2020 zur Nachreichung einer Begründung. Am 24. Januar 2020 reichte er
einen Bericht seines Hausarztes Dr. B._ vom 21. Januar 2020 ein (act. G 8.1.59). Er
bat um eine Rückmeldung und um eine weitere Fristerstreckung bis Ende Februar
2020, sollte die Begründung seines Hausarztes nicht ausreichend sein. Dr. B._ hatte
mitgeteilt, gemäss den Angaben des Versicherten und aufgrund der geklagten
Beschwerden bestehe der Verdacht auf eine Nahrungsmittelintoleranz gegenüber
gewissen Milchprodukten sowie glutenhaltige Getreide. Laut eigenen Angaben habe
der Versicherte seine Ernährung entsprechend umstellen müssen, wodurch
Mehrkosten entstünden.
A.d.
Mit einem Entscheid vom 6. März 2020 wies die EL-Durchführungsstelle die
Einsprache gegen die Verfügung vom 5. Dezember 2019 ab (act. G 8.1.49). Zur
Begründung hielt sie fest, der Versicherte ernähre sich gemäss seinen eigenen
Angaben ketogen. Die ketogene Diät bestehe aus einem hohen Anteil an gesunden
Fetten, einer moderaten Zufuhr an Proteinen und einem sehr niedrigen Anteil an
Kohlenhydraten. Vorliegend sei nicht ersichtlich, inwiefern durch eine solche Ernährung
wesentliche Mehrkosten entstehen sollten. Mit Sicherheit könnten die Mehrkosten nicht
als ausgewiesen gemäss Art. 5 Abs. 1 VKB/SG betrachtet werden. Bei der ketogenen
Ernährung würden keine teureren Speziallebensmittel benötigt, es werde lediglich
darauf geachtet, welche gängigen Lebensmittel man in welcher Menge zu sich nehme
und welche man weglasse. Dem Bericht von Dr. B._ vom 21. Januar 2020 sei zu
entnehmen, dass lediglich ein Verdacht auf eine Nahrungsmittelintoleranz bestehe und
dass sich der Versicherte selber dazu entschieden habe, seine Ernährung
entsprechend umzustellen. Eine ärztlich verordnete und medizinisch zwingend
notwendige Diät liege nicht vor, weshalb die Diätkostenpauschale auch aus diesem
Grund nicht zugesprochen werden könne.
A.e.
Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) erhob am 29. April 2020
(Postaufgabe: 1. Mai 2020) eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom
B.a.
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6. März 2020 (act. G 1). Er beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids und die Zusprache der Diätkostenpauschale. Er machte geltend,
dass er die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) gebeten habe,
ihn vor einer erneuten Ablehnung zu benachrichtigen, sollte der eingereichte
Arztbericht nicht ausreichen. Dies sei jedoch nicht erfolgt. Mit diesem Vorgehen sei er
nicht einverstanden. Aufgrund der Coronapandemie sei es ihm aktuell nicht möglich,
die benötigten Abklärungen und Beweismittel innert der Frist zu besorgen. Er bitte
deshalb um eine Fristerstreckung bis 31. Mai 2020. Der Beschwerdeführer reichte ein
ärztliches Attest von Dr. med. D._, Fachärztin für Gastroenterologie und allgemeine
Innere Medizin, vom 20. März 2020 ein (act. G 1.2). Dr. D._ hatte darin mitgeteilt,
aufgrund der Corona-Situation habe sie den Beschwerdeführer bisher noch nicht
weiter abklären können. Der Beschwerdeführer profitiere anamnestisch sehr stark von
einer ketogenen Diät. Es bestehe der Verdacht auf eine Gluten- und Laktoseintoleranz.
Sie bitte um eine einstweilige finanzielle Unterstützung dieser Diät. Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen gewährte dem Beschwerdeführer am
6. Mai 2020 eine Nachfrist bis 2. Juni 2020 für die Beschwerdeergänzung (act. G 2). Am
29. Mai 2020 ersuchte der Beschwerdeführer um eine Fristerstreckung bis 31. Juli 2020
(act. G 3). Er gab an, dass mittlerweile eine Bauchspiegelung stattgefunden habe, einen
Termin bei der Ernährungsberaterin habe er aber erst im Juni 2020. Das
Versicherungsgericht erstreckte am 3. Juni 2020 die Frist bis 17. August 2020 (act.
G 4). Am 24. Juni 2020 teilte der Beschwerdeführer mit, dass der Termin bei der
Ernährungsberaterin stattgefunden habe (act. G 5). Da er nun aber an das Spital E._
weiterverwiesen worden sei und er dort erst am 18. August 2020 einen Termin habe,
bitte er um eine erneute Fristerstreckung bis 30. September 2020. Das
Versicherungsgericht gewährte am 4. August 2020 eine letztmalige Fristerstreckung zur
Einreichung einer Beschwerdeergänzung bis 30. September 2020 (act. G 6). Innert
dieser Frist ging keine weitere Stellungnahme des Beschwerdeführers ein.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 28. Oktober 2020 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 8). Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen im
Einspracheentscheid. Ergänzend hielt sie fest, dass im durchgeführten
Einspracheverfahren eine erneute Stellungnahme des behandelnden Arztes nicht
notwendig gewesen sei. Die nötigen Informationen seien mit dem Bericht vom
B.b.
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21. Januar 2020 vorhanden gewesen und es habe ohne wesentliche Zweifel
entschieden werden können, dass durch die ketogene Ernährung keine wesentlichen
Mehrkosten entstünden und dass diese Ernährungsform weder ärztlich verordnet noch
medizinisch zwingend notwendig gewesen sei.
Der Beschwerdeführer machte am 20. November 2020 im Sinne einer Replik
geltend (act. G 10), anlässlich der Untersuchung am Spital E._ sei eine FODMAP-
Intoleranz festgestellt worden. Damit er die Ergebnisse der Untersuchung nochmals mit
dem behandelnden Arzt des Spitals E._ besprechen und einen weiteren Bericht
einreichen könne, bitte er um eine nochmalige Fristerstreckung bis 31. Januar 2021. Er
reichte einen Bericht der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie des Spitals
E._, Funktionslabordiagnostik, vom 11. September 2020 ein. Fachärzte hatten darin
die Diagnose "Hinweise auf FODMAP-Unverträglichkeit" angegeben. Sie hatten eine
spezialisierte Low-FODMAP Ernährungstherapie empfohlen. Sie hatten angegeben,
eine FODMAP-arme Diät, ähnlich einer Diät bei Zöliakie, generiere durchaus
Mehrkosten. Eine Ernährungsberatung sei sinnvoll. Innert der vom
Versicherungsgericht am 1. Dezember 2020 erstreckten Frist (vgl. act. G 11) reichte der
Beschwerdeführer am 23. Dezember 2020 (Postaufgabe: 30. Januar 2021) eine
Stellungnahme / Replikergänzung ein (act. G 12). Er beantragte die Aufhebung der
Verfügung vom 5. Dezember 2019 und die Gewährung der Diätkostenpauschale. Zur
Begründung machte er geltend, bei ihm sei eine FODMAP-Unverträglichkeit festgestellt
worden. Dies bedeute, dass er auf kostspieligere lactose- und glutenfreie Produkte
zurückgreifen müsse. Zusätzlich müsse er sich auch proteinreich ernähren, was
bedeute, dass er viel Fleisch zu sich nehmen müsse. Er reichte eine Bescheinigung der
Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung des Spitals E._ vom
23. November 2020 betreffend eine kostenaufwändigere Ernährung ein (act. G 12.3).
Eine Ernährungsberaterin hatte angegeben, beim Beschwerdeführer sei im Rahmen
eines Belastungstests mit Laktulose eine FODMAP-Intoleranz diagnostiziert worden.
Verschiedene Kohlenhydratarten wie Milch, Früchte, Weizen und Hülsenfrüchte würden
schlecht vertragen und sollten reduziert werden. Als Ersatz dienten laktosefreie und
glutenfreie Spezialprodukte. Diese seien deutlich teurer als normale Milchprodukte,
Brot, Teigwaren etc. In der Ernährungsberatung sei ersichtlich geworden, dass sich der
Beschwerdeführer zusätzlich proteinreich ernähren sollte, um genügend satt zu werden
B.c.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Der Beschwerdeführer hat am 1. Mai 2020 eine Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 6. März 2020 erhoben. Vorab ist die Rechtzeitigkeit der
Beschwerde zu prüfen. Eine Beschwerde ist innerhalb von 30 Tagen nach der
Eröffnung des Einspracheentscheides einzureichen (Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1).
Gesetzliche oder behördliche Fristen, die nach Tagen oder Monaten bestimmt sind,
stehen vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern still
(Art. 38 Abs. 4 lit. b i.V.m. Art. 60 Abs. 2 ATSG). Diese Regelung ist mit der Verordnung
über den Stillstand der Fristen in Zivil- und Verwaltungsverfahren zur Aufrechterhaltung
der Justiz im Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19) vom 20. März 2020, die
der Bundesrat gestützt auf Art. 185 Abs. 3 der Bundesverfassung (SR 101) erlassen
hat, modifiziert worden. Gemäss Art. 1 Abs. 1 dieser Verordnung beginnt der Stillstand
der Frist mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung und dauert bis und mit dem 19. April
2020. Diese Verordnung ist am 21. März 2020 in Kraft getreten. Damit ist die
Beschwerdefrist nicht vom 5. April 2020 bis zum 19. April 2020 (der Ostersonntag ist
der 12. April 2020 gewesen), sondern vom 21. März 2020 bis zum 19. April 2020
stillgestanden. Der Beschwerdeführer hat nicht angegeben, wann der
Einspracheentscheid vom 6. März 2020 bei ihm eingegangen ist. Selbst wenn er diesen
am Folgetag zugestellt erhalten hat, ist die Beschwerdefrist aufgrund des
(modifizierten) Fristenstillstands erst nach dem 1. Mai 2020 abgelaufen. Die
Beschwerde ist damit rechtzeitig erfolgt. Da die weiteren Eintretensvoraussetzungen
offenkundig erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2.
Das Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung der Rechtmässigkeit des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 6. März 2020. Die Beschwerdegegnerin hat
in diesem Einspracheentscheid die Verfügung vom 5. Dezember 2019 auf deren
Rechtmässigkeit geprüft. Gemäss der ständigen Praxis des Versicherungsgerichts des
und keine Muskelmasse zu verlieren. Er sei auf einen regelmässigen Konsum von
Fleisch, Fisch, Eiern und laktosefreien Produkten angewiesen.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 25. Februar 2021 auf eine Duplik (act.
G 14).
B.d.
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Kantons St. Gallen ist im Beschwerdeverfahren die Überprüfung des Sachverhalts bis
zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses massgebend. Im Folgenden ist also zu prüfen,
ob der Beschwerdeführer ab der Anmeldung zum Leistungsbezug im Oktober 2019 bis
zum 5. Dezember 2019 einen Anspruch auf eine Vergütung der Diätkostenpauschale
gehabt hat.
3.
Die Kantone vergüten den Bezügerinnen und Bezügern einer jährlichen
Ergänzungsleistung die ausgewiesenen, im laufenden Jahr entstandenen Kosten für
eine Diät. Die Kantone bezeichnen die Kosten, die nach Abs. 1 vergütet werden können
(Art. 14 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Ergänzungsleistungen,
ELG, SR 831.30). Gemäss Art. 4 Abs. 5 des Ergänzungsleistungsgesetzes des
Kantons St. Gallen (ELG/SG, sGS 351.5) i.V.m. Art. 5 VKB/SG gelten ausgewiesene,
wesentliche Mehrkosten für eine von Ärztinnen oder Ärzten verordnete, medizinisch
zwingend notwendige Diät von Personen, die weder in einem Heim noch in einem
Spital leben, als Krankheitskosten. Vergütet wird ein jährlicher Pauschalbetrag von
Fr. 2'100.--. Der Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. a
Ziff. 1 ELG beinhaltet einen Anteil für die Ernährung. Dieser Anteil ist so bemessen,
dass damit die Ausgaben für die normale Ernährung gedeckt sind. Vergütungsfähig
nach Art. 5 VKB/SG sind daher nur durch eine Diät verursachte Kosten, die höher sind
als die Kosten der normalen Ernährung (vgl. Ralph Jöhl/Patricia Usinger-Egger,
Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Ulrich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Bd. XIV Soziale Sicherheit, 3. Auflage, Basel 2016, S.
1681 ff., N 260).
4.
Bei der Anmeldung im Oktober 2019 hat der Hausarzt Dr. B._ angegeben, der
Beschwerdeführer leide an einer Adipositas Klasse I / EOSS Stage 1. Aufgrund einer
ketogenen Ernährung entstünden ihm Mehrkosten. Von diesem (inzwischen überholten)
medizinischen Wissensstand ausgehend hat sich der Beschwerdeführer im hier zu
beurteilenden Fall damals ernährt. Jene Ernährung ist darauf zu prüfen, ob sie im
Vergleich zu einer "normalen" Ernährung wesentliche Mehrkosten verursacht hat. Eine
ketogene Ernährung ist eine stark kohlenhydratreduzierte Ernährung bei einer
ausreichenden Zufuhr von Proteinen und einem erhöhten Anteil an Fetten (vgl. https://
de.wikipedia.org/wiki/ Ketogene_Diät, zuletzt besucht am 26. August 2021). Die
Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid zu Recht darauf
hingewiesen, dass eine ketogene Ernährung keine teuren Speziallebensmittel erfordere.
bis
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 8/9
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Diese Diät erfordert nämlich nur eine geeignete Zusammenstellung des Speisezettels
aus "normalen" Lebensmitteln, indem kohlenhydratreiche Lebensmittel weggelassen
werden und dafür andere, gängige Lebensmittel verzehrt werden. Eine solche
Ernährung ist nicht teurer als jene "normale" Ernährung, die durch den entsprechenden
Teil des Betrages für den allgemeinen Lebensbedarf abgedeckt ist. Ob diese Diät
objektiv medizinisch notwendig gewesen ist, kann unter diesen Umständen
offengelassen werden. Der Beschwerdeführer hat geltend gemacht, er habe die
Beschwerdegegnerin (im Einspracheverfahren) gebeten, ihn vor einer erneuten
Ablehnung zu benachrichtigen, sollte der eingereichte Arztbericht von Dr. B._ vom
21. Januar 2020 zur Begründung seines Anspruches auf eine Vergütung der
Diätkostenpauschale nicht ausreichen; eine solche Benachrichtigung sei aber nicht
erfolgt. Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht auf eine solche Benachrichtigung
verzichtet, denn der Bericht von Dr. B._ hat sich auf den Sachverhalt in einem
Zeitraum nach dem Erlass der im Einspracheverfahren zu überprüfenden Verfügung
bezogen und ist damit irrelevant gewesen; auch die entsprechenden Ausführungen in
Einspracheentscheid betreffend die Würdigung dieses Berichts sind also nicht
entscheidrelevant gewesen. Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch auf eine
Vergütung der Diätkostenpauschale damit zu Recht verneint.
5.
Der Beschwerdeführer hat nach dem Erlass der Verfügung vom 5. Dezember 2019
weitere medizinische und ernährungstherapeutische Abklärungen vornehmen lassen
(vgl. nebst dem Bericht von Dr. B._ vom 21. Januar 2020 auch die Berichte von
Dr. D._ vom 20. März 2020 und der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie des
Spitals E._ vom 11. September 2020 sowie die Bescheinigung der Klinik für
Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung des Spitals E._ vom
23. November 2020) und gestützt darauf geltend gemacht, er müsse wegen einer
FODMAP-Intoleranz auf kostspieligere laktosefreie und glutenfreie Produkte
zurückgreifen. Zudem müsse er sich proteinreich ernähren. Da der Beschwerdeführer
seit dem 1. Mai 2018 Ergänzungsleistungen bezieht, ist im Sinne eines obiter dictum
darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin zu prüfen haben dürfte, ob die
Einreichung dieser Berichte eine Überprüfung der Abzugsfähigkeit der Kosten der
Ernährung erfordert.
6.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a aATSG in der bis 31. Dezember
2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 82a ATSG noch
anwendbaren Fassung).
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