Decision ID: e1eec404-57aa-51d3-b883-290e9592203b
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1969 geborene X._, Hausfrau ohne Berufsausbildung und Mutter vierer 1990, 1998, 1999 und 2004 geborener Kinder (Urk. 12/32/10, Urk. 17 S. 2), meldete sich mit Datum vom 1. September 2015 unter Hinweis auf eine Depression sowie ein Trauma bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 12/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog einen Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug vom 14. Oktober 2015, Urk. 12/7) bei und tätigte medizinische Abklärungen. Am 11. März 2016 teilte sie der Versicherten mit, aufgrund ihrer Tätigkeit als Hausfrau seien keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen notwendig (Urk. 12/12). Im Hinblick auf die Rentenprüfung tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen. Insbesondere veranlasste sie das bidisziplinäre (Rheumatolo
gie/Psychiatrie) Gutachten der Y._ vom 28. September 2016 (Urk. 12/32/1-37). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 12/34, Urk. 12/41, Urk. 12/43 ff.) verneinte sie mit Verfügung vom 27. Dezember 2016 einen Rentenanspruch der Versicherten (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob X._ am 28. Januar 2017 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihr eine ganze Rente zuzu
sprechen. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 1). Ausserdem legte sie diverse Beilagen auf (Urk. 3/1-3). Am 9. März 2017 reichte die Beschwerdefüh
rerin die angeforderten Unterlagen zum Nachweis der prozessualen Bedürftig
keit nach (Urk. 8, Urk. 9, Urk. 10/1-13). Mit Beschwerdeantwort vom 25. April 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 11), was der Beschwerdeführerin am 3. Mai 2017 zu Kenntnis gebracht wurde (Urk. 13). Mit Eingaben vom 27. Oktober und 2. November 2017 gab die Beschwerdeführerin weitere Unterlagen zu den Akten (Urk. 14-17). Am 6. November 2017 wurde der Beschwerdegegnerin je eine Kopie dieser Eingaben zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 18).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen ist, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einzugehen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
(Art. 8 Abs. 1 d
es Allgemeinen Teils des Sozi
al
versicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krank
heit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invali
denversiche
rung, IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG
,
BGE 139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130
V
352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl.
BGE 143 V 409 E. 4.2.1 unter Hin
weis auf 127 V 294 E. 4b/cc und 139 V 547 E. 5.2
).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosoma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächli
che Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281). Mit
BGE 143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätz
lich sämtliche psychischen
Erkrankungen
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
sourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
1
.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozia
le und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren her
rühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der sozio
kulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne ver
selbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein inva
lidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294
E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemes
sung der Invalidität in Abweichung von
Art.
16 ATSG darauf abgestellt, in wel
chem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen.
Art.
7
Abs.
2 ATSG ist sinngemäss anwendbar (
Art.
28a
Abs.
2 IVG in Verbindung mit
Art.
8
Abs.
3 ATSG; spezifische Methode; statt vieler BGE 130 V 97 E. 3.3.1). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützi
ge und künstlerische Tätigkeiten (
Art.
27 IVV).
1.5
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung im Wesentli
chen, die gesundheitliche Einschränkung sei ursächlich auf eine Reihe psycho
sozialer, invaliditätsfremder Belastungsfaktoren zurückzuführen. Auf eine Abklärung vor Ort sei deshalb verzichtet worden. Da der IV-Grad unter 40 % liege bestehe kein Anspruch auf eine Rente (Urk. 2 S. 1).
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein, sie sei aufgrund ihrer schweren Lebensgeschichte seit 19 Jahren psychisch krank und ihre Beschwerden schwankten zwischen mittel- und schwergradig. Der Umstand, dass sie zwei Mal wöchentlich Unterstützung durch die Spitex brauche, sage schon genug über ihren Gesundheitszustand aus. Auf das psychiatrische Gut
achten könne nicht abgestellt werden. Ihre Beschwerden seien nicht vollständig berücksichtigt worden und die Übersetzung sei nicht immer korrekt gewesen. Der Streit in der Familie sei aufgrund ihrer psychischen Erkrankung entstanden und nicht umgekehrt. Ausserdem hätten die Streitereien in der Familie entgegen dem Gutachten keinen wesentlichen Einfluss auf ihre Arbeitsfähigkeit. Vielmehr sei auf den Bericht von Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psy
chiatrie und Psychotherapie, A._ abzustellen, wonach sie (die Beschwerdeführerin) an einer rezidivierenden, mittelgradigen, depressiven Störung sowie posttraumatischen Belastungsstörung leide und zu 100 % arbeitsunfähig. Zudem leide sie an rheumatologischen Beschwerden. Der rheumatologische Gutachter sei versicherungsfreundlich, weshalb (sinngemäss) auf dessen Einschätzung nicht abgestellt werden könne (Urk. 1 S. 3 f.).
3.
Hinsichtlich der wesentlichen medizinischen Vorakten wird auf die betreffenden Ausführungen im
bidisziplinären Gutachten vom 28.
September 2016
verwiesen (Urk.
12/32/4 ff.
).
In ihrem Gutachten
diagnostizierten
die Gutachter mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
eine m
ittelschwere depressive Episode (ICD-10: F32.1
,
Urk.
12/32/27).
Ohne
Auswi
rkung auf die Arbeitsfähigkeit notierten sie folgende Diagnosen (Urk. 12/32/27):
-
Diverse psychosoziale Faktoren: Konflikte mit dem Ehemann
(Z63.0), Konflikte in der Fa
milie (Z63.8), mangelnde Sprachkenntnisse (Z60.0), fehle
nde schulische Bildung (Z55)
-
Nicht näher spezifizierbare Weichteildruckpunkte diffus vertei
lt parazer
vikal, Schultergürtelregion, Musculus
infraspinatus-Region und hochpa
rathorakal-Region beidseits ohne strukturelles Korrelat im Sinne von Tenderpoints bei
-
g
lobalmuskulärer Insuffizienz mit thorakaler Fehlhaltung und knapp nicht korrigierbare
r
thorakaler langgezogener Kyphosebildung
-
fehlenden
Hinweise
n
für eine vertebrogene Dysfunktion oder Schmerzquelle bei panaxial segmental unauffälliger Untersuchung
-
Verdacht auf Somatisierungskomponente bei
-
d
eutlicher Beschwerdelinderung unter Einnahme des
Antidepres
sivums Deanxit und eines Schlafmedikamentes, dessen
Name von der
Beschwerdeführerin
nicht genannt werden kann
Im Rahmen der psychiatrischen Exploration im Beisein einer persisch sprechen
den Übersetzerin habe die Beschwerdeführerin angegeben, i
hr
Herz tue weh. Sie würde ihren Mann und ihre Kinder nicht mögen.
Der Rücken sei so schwer. Sie könne daher nicht mehr kochen. Sie denke viel. Am Tag habe sie Angst vor allen Leuten, vor den Kindern und vor ihrem Mann. Wenn sie den Namen ihres Mannes höre, werde ihr Herz eng. Seitdem ihr Mann sie das l
etzte Mal geschla
gen habe, habe
sie Orientierungsstörungen. Die Töchter sagten, sie
sei "ver
rückt"
.
Sie
hasse
die Welt und weine viel.
Die Kinder würden ihr nicht zuhören. Vor sechs oder sieben
Jahren
sei
die KESB für Jugendliche und Kinder gekom
men
und die Frau
der KESB sei dann die Mu
tter ihrer Kinder geworden. S
ie
selbst
sei
seither nur noch Abfall. Sie habe keine Geduld und keine Nerven mehr, möchte alleine sein und mit niemandem reden.
Sie habe auf der Welt
und in ihrem Leben
keine gute Zeit, sie sei nie glücklich. Sie
habe
schon daran gedacht, sich das Leben zu nehmen, aber dann erinnere sie
sich an ihren jüngs
ten Sohn, den sie sehr möge, und sie
denke
dann
, was mit ihm pas
sieren würde, wenn sie sich etwas antäte. Die psychischen Probleme hätten angefangen, als sie ihren Mann geheiratet habe. Seitdem habe sie einen Stein im Herzen und es sei alles immer schlimmer geworden
(Urk. 12/32/11 ff.).
Im Rahmen der Befundung hielt der psychiatrische Gutachter fest, die Beschwerdeführerin sei
wach und zu allen Qualitäten orientiert. Es
habe
im Gespräch
weder
Hinweise
für
Orientierungsstörungen
noch für eine Be
einträch
tigung der Konzentration oder der Auffassungsfähigkeit
gegeben. Vielmehr habe die Beschwerdeführerin
dem
gesamten Gespräch folgen können. Ihr
Den
ken
sei
inhaltlich und formal im st
rengen Sinne unauffällig, jedoch
geprägt von einer sehr bildhaften blumigen Sprache und einer gewissen inhaltlichen Zentrie
rung auf das eigene Leiden
.
Sodann
habe
es keine Hinweise auf Flash-backs
gegeben; die Beschwerdeführerin habe
ihr Heimatland Afghanistan
verlass
en, weil der Ehemann verfolgt wo
rde
n sei. Sie habe
auch auf konkretes Nachfragen nicht davon
berichtet
, dass sie selbst unmittelbar in Kr
iegsereignisse verwickelt gewesen sei oder unmittelbar Kriegshandlungen in Afghanistan erlebt habe. Weiter habe die Beschwerdeführerin keine Hypervi
gilanz
gezeigt und
an keiner Stelle von Intrusionen oder traumatischen Kriegserinnerungen
gesprochen
.
Phobien und Zwänge seien auszuschliessen.
Die Stimmung der Beschwerdefüh
rerin wirke
ernst und "abgelöscht" und daher zum depressiven Po
l hin verschoben (Urk. 12/32/15 f.).
Beim Rating mit der Hamilton Depressionsskala
(21 Items)
habe die Beschwerdeführerin
insgesamt 21 Punkte
erreicht
, was einer
mittelschweren Depression (20-
26 Punkte) ent
spreche
.
Im TOMM Test habe sie
im
ersten Lerndurchgang 20 Punkte und
im zweiten Lerndurchgang 16 Punkte
erzielt. Dies spreche für eine deutliche Aggravation. Sodann fehlten
Hinweise auf akzentuierte Persönlichkeitszüge o
der eine Persönlichkeitsstörung.
Demge
genüber zeigten sich
Eigenar
ten, die kulturell bedingt seien. Weiter bestünden
keine belastbaren Hinweise
für das
Vorliege
n einer posttraumatischen Belas
tu
ngsstörung im Sinne des ICD-10. So habe die Beschwerdeführerin keine für eine posttraumatisc
he Belastungsstörung typische
n
Symptome (keine Flash-backs
, keine emotionale Abweichung -
weder in Richtung einer emotionalen Beteiligung noch in Rich
tung einer auffallenden Indiffe
renz oder einer emotio
nalen Verstei
nerung -
beim Sprechen über de
n Krieg, keine Hypervigilanz) gezeigt.
Von den Kardinalsymptomen einer Depression gemäss ICD-10
seien eine gedrückte Stimmung, Anhedonie,
eine
Antriebsminderung, pessimistische Zukunftsperspektiven und Suizidgedanken festzustellen, so dass formal die Diagnose einer mittelschweren depressiven Episod
e (ICD-10: F32.1) zu stellen sei
. Obwohl diese Symptomatik schon s
eit längerem unverändert bestehe, we
rd
e
hier keine rezidivierende depressive Störung diagnostiziert, da die bestehende Symptomatik zweifellos überwiegend durch psychosoziale Faktoren verursacht und unterhalten w
e
rd
e
: Konflikte mit dem Ehemann (Z63.0), Konflikte in der Familie
(Z63.8), mangelnde Sprachkennt
nisse (Z60.0), fe
hlende schulische Bil
dung (Z55). Vor diesem Hintergrund sei
der eigentliche Krankheitswert der depressiven Störung zu relativ
ieren, was wiederum im Rahmen der Arbeitsfä
higkeit
sbeurteilung zu berücksichtigen sei (Urk. 12/32/17 f.).
Zusammenfassend bestehe
eine objektiv leichte bis maximal mittelschwere Beeinträchtigung der Gesundheit, die überwiegend auf psychosoziale Faktoren zurückzuführen
sei
. Ausserdem
gebe
es Hinweise auf Aggravation der Beschwerden und Diskrepanzen bei den Schilderungen der
Beeinträchtigungen (Urk. 12/32/19). Bei einer mittelgradi
gen Depression
sei
maximal eine 50%ige Arbeitsunfä
higkeit zu attestieren. Da im vor
liegenden Fall die genannten psy
chosozialen Faktoren eine entscheidende ursächliche Rolle spiel
t
en
, kö
nn
e eine
krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit ledig
lich im Umfang von 20% zuerkannt werden.
Es
sei der Beschwerdeführerin
grundsätzlich zumutbar
,
eine leichte
,
repetitive
,
serielle Hilfstätigkeit auszuüben.
Betreffend die
Arbeitsfähigkeit im Haushalt
gelte grundsätzlich dasselbe
w
ie für die ausserhäusliche Arbeitsfähig
keit
, so dass auch hier aus psychiatrischer Sicht maximal eine 20%ige Ein
schrä
nkung der Arbeitsfähigkeit zuerkannt werden könne (Urk. 12/32/20).
In rheumatologischer Hinsicht leide die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben seit acht
Jahren, deutlich verstärkt seit drei Jahren (vgl. demgegenüber Urk. 12/32/25 f., wonach sie seit dem ersten Tag nach Einreise in die Schweiz an körperlichen Beschwerden leide), an
Beschwerden im Schultergürtelbereich beidseits
, über der oberen Thoraxapertur und
im Bereich der Brust sowie beider Axillen
. Diese Beschwerden habe sie vor allem tagsüber, nicht in der Nacht, weil sie morgens und abends das Medikament Deanxit (Antidepressivum) ei
n
nehme und abends ein Schlafmittel, welches sie aber nicht benennen kö
nn
e
. Diese beiden Medikamente
seien schmerzlindernd
, ohne habe sie wesentlich mehr
Beschwerden. Ausserdem nehme sie Tropfen
gegen die Schmerzen, die sie nicht benennen könne
und Pan
adol bei Bedarf, mit einer güns
tigen Wirkung von et
wa 2-3 Stunden. Der Hausarzt habe
immer wieder Physiotherapien ver
schrieben, die unergiebig
ver
blieben
seien
. Zurzeit und seit längerem
würden
keine spezifischen Behandlungen oder Physiotherapien mehr
durchgeführt (Urk. 12/32/22)
.
Im Rahmen seiner Befunderhebung führte der rheumatologische Gutachter aus, weder beim Sitzen im Wartezimmer noch
bei der Anamneseerhebung
habe eine wahrnehmbare Schmerzperzeption bestanden;
die Beschwerdeführerin habe die
Sitzposition
nicht geändert. Auch
das spontan
e Bewegungsverhalten und die Be
wegungsausschl
äge beim Aus- und Ankleiden seien
unauffällig
gewesen
, ohne
Abstütz- oder Ausweichreaktion
.
Die übrigen Untersuchungen des Bewegungsapparates seien - bis auf einzelne, diffuse Tenderpoints im Bereich der oberen Körperhälfte – unauffällig gewesen, ohne sichere Triggerpunkte und ohne Hartspannbildungen. Demgegenüber bestehe eine g
erin
ge Adipositas mit BMI 29 kg/m
2
und eine g
lobale muskuläre Dekonditionierung mit thorakal
er
Fehlhaltung
(Urk. 12/32/22 f.).
Der rheumatologische Gutachter hielt weiter fest, für das beschriebene Beschwerdebild bestehe kein somatisches Korrelat. Zusammenfassend handle es sich um ein nicht näher definierbares und nicht näher eingrenzbares weichteil
rheumatisches Beschwerdebild, lokalisiert im Bereich der oberen Körperhälfte sowie parazervikal, mit offensichtlich guter Kompensation und ohne spezifische somatische Therapiebedürftigkeit. Angesichts der Aussage der Beschwerdeführe
rin, wonach sie seit dem ersten Tag ihrer Einreise in die Schweiz krank sei und wobei die Einnahme von Antidepressiva (Deanxit) sowie eines Schlafmedika
ments ihre Schmerzen lindere, sei von einer Somatisierungsstörung auszugehen. Diese Einschätzung sei auch der Beschwerdeführerin einsichtig. Sie habe in diesem Zusammenhang ergänzt, dass auch nach Einschätzung ihrer Hausärztin keine physische Krankheit vorliege und «vieles in ihrem Kopf» bestehe. Mithin liege aus rheumatologischer-somatischer Sicht ein subjektives Leiden ohne objektivierbaren Krankheitswert vor. Entsprechend sei die Beschwerdeführerin sowohl rückwirkend als auch aktuell aus somatischer Sicht betreffend sämtliche leichten bis zeitweise mittelschweren Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 12/32/25 ff.).
Im Rahmen der bidisziplinären Konsensbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, aufgrund der formal zu diagnostizierenden depressiven Symptomatik bestehe theoretisch eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit. Dies gelte sowohl für eine leichte bis zeitweise mittelschwere berufliche Tätigkeit als auch für den Haus
haltsbereich. Jedenfalls seien keine weiteren, sich spezifisch auf den Haushalts
bereich auswirkenden Einschränkungen ersichtlich (Urk. 12/32/27).
4.
4.1
Das bisdisziplinäre Gutachten der Y._
vom 28. September 2016
erging in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den Vorakten und den beklagten Beschwerden sowie gestützt auf die
klinischen Untersuchungen vom 28. Juli und 16. August 2016.
Es leuchtet in der Darle
gung der medizinischen Situation und Zusammenhänge ein und ist hinsichtlich der im Einklang mit der objektiven Befundlage gestellten Diagnosen und Arbeitsfähigkeitsbeurteilung schlüssig. Insbesondere haben die Gutachter zu den Diagnosen und Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen in den Vorakten differenziert Stellung bezogen und – soweit Diskrepanzen bestanden – ihre abweichende Einschätzun
g plausibel begründet (Urk. 12/32/21, Urk. 12/32/37
).
4.2
Sodann erhellt aus dem Gutachten hinreichend, dass die Ausprägung der psy
chischen und somatischen diagnoserelevanten Befunde nicht stark ins Gewicht fällt. Weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht wurde der Beschwerdeführerin eine länger andauernde wesentliche Arbeitsunfähigkeit attestiert. In
somatische
r Hinsicht erwies sich die
Untersuchung - bis auf diffuse Tenderpoints im Bereich der oberen Körperhälfte - als unauffällig. Der rheuma
tologische Gutachter hielt fest, es bestehe lediglich ein moderates Beschwerde
bild mit guter Kompensation (
Urk.
12/32/37). Entsprechend zeigte die Beschwerdeführerin ein unauffälliges Sitz- und Bewegungsverhalten. Ebenso gelang das Aus- und Ankleiden ohne Einschränkung und ohne Angaben von Schmerzen. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang ferner die gut
achterlichen Hinweise auf eine Adipositas (BMI 29 kg/m
2
) und eine globale muskuläre Dekonditionierung (
Urk.
12/32/22).
Sodann kam auch der psychiatri
sche Gutachter zum Schluss, es bestehe objektiv lediglich eine leichte bis maxi
mal mittelschwere Beeinträchtigung der Gesundheit, welche darüber hinaus zweifellos überwiegend durch psychosoziale Faktoren verursacht sei und unter
halten werde (Urk. 12/32/18 f.). Eine posttraumatische Belastungsstörung wurde explizit ausgeschlossen. Ausserdem stellte der psychiatrische Gutachter eine deutliche Aggravation fest (Urk. 12/32/17). Damit ist bereits gesagt, dass
die depressive Symptomatik und deren Bewältigung massgeblich durch invaliditäts
fremde Faktoren (subjektives Krankheitsempfinden, Aggravation und psychoso
ziale Faktoren [vgl.
Urk.
12/32/18 f.,
Urk.
12/32/28], vgl. auch Bericht
Dr. Z._
vom 1
1.
November 2015 [
Urk.
12/10/7] sowie den Bericht der behandelnden Hausärztin,
Dr.
med.
B._
, Fachärztin FMH für Allgemeine Medizin, wonach die Beschwerdeführerin 2012 zufolge psychosozialer Belastungen einen Kollaps erlitt und sie in fast allen Lebensbereichen überfordert sei [
Urk.
12/8/7]) verursacht resp. behindert wird, wofür die Invalidenversicherung nicht einzu
stehen hat (vgl. E.
1.2, E.
1.3).
Der Vollständigkeit halber bleibt ungeachtet des
sen festzuhalten, dass d
arüber hinaus Widersprüche in den Beschwerdeschilde
rungen auf
fallen
; im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung gab die Beschwerdeführerin etwa an, vor «allen Leuten» Angst zu haben und nicht mehr alleine weggehen zu können (
Urk.
12/32/13). Gleichzeitig führte sie aus, nach
mittags jeweils auf einen nahegelegenen Parkplatz zu gehen, um dort zwei Stunden zu sitzen (
Urk.
12/32/8). Ausserdem sei sie einmal so lange im Glatt
zentrum geblieben, bis sie bei Geschäftsschluss habe «rausgeschmissen» werden müssen (
Urk.
12/32/13). Weiter führte sie gegenüber dem rheumatologischen Gutachter zunächst aus, sie habe seit acht Jahren Schmerzen. Später gab sie an, sie leide seit dem ersten Tag in der Schweiz an Beschwerden am Bewegungsap
parat (
Urk.
12/32/37).
Fragen nach der Schmerzintensität sowie Einnahmefre
quenz von Schmerzmitteln vermochte die Beschwerdeführerin
allerdings
nicht zu beantworten (
Urk.
12/32/36).
In sozialer Hinsicht
ist schliesslich festzuhalten, dass
die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben eine sehr gute Beziehung zu ihrer Mutter
pflegt
. Mit dieser telefoniere sie monatlich (
Urk.
12/32/9).
Sodann
werde sie seitens der Nachbarschaft gemocht und betreffend die Medi
kamenteneinnahme sowie Wahrnehmung von Terminen von ihren Töchtern unterstützt.
Ausserdem
besteht
jedenfalls
zu ihrem jüngsten Sohn
offenbar
eine innige, tragende Beziehung (vgl.
Urk.
12/
32/15
).
Ferner
pflegte die Beschwerde
führerin bis
vor
unlängst einen regelmässigen Kontakt zu einer Freundin, von welcher sie auch im Haushalt (Wäsche waschen) Unte
rstützung erfuhr (Urk. 12/32/10
f.). Darüber hinaus ist
sie offenbar
in de
r Lage,
regelmässig in die Moschee zu gehen (vgl.
Urk.
12/32/13 f.). Insgesamt ergeben sich damit auch unter Berücksichtigung der im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren keine erheblichen funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten Diagnosen
(vgl. E. 1.2)
.
4.3
Das überzeugende Gutachten vermag denn auch nicht durch die seitens der Beschwerdeführerin erbetene Stellungnahme von Dr. Z._ vom 4. Januar 2017 (Urk. 12/48/15 = Urk. 3/1) in Zweifel gezogen zu werden. Seine Stellungnahme ist
zu wenig aussagekräftig und auch nicht umfassend genug.
Insbesondere mangelt es an
einer einl
euchtenden Darlegung der medizi
nischen Zusammen
hänge sowie differenzierten Auseinandersetzung mit den b
eklagten Beschwerden. Darüber hinaus lässt die Stellungnahme von Dr. Z._ vom 4. Januar 2017 eine plausible
Erklärung für die
darin postulierte posttraumatische Belastungsstörung vermissen
.
Jedenfalls ist angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben keine Kriegshandlungen in Afghanistan erlebt hat (vgl. Urk. 12/32/11), nicht einsichtig, inwiefern sie an Flash-backs vom Krieg in Afghanistan leiden soll (Urk. 12/48/15 f., vgl. auch Bericht vom 11. November 2015, Urk. 12/10/7).
Gegen die Annahme einer posttraumatischen Belastungs
störung sprechen ferner die eigenen Angaben der Beschwerdeführerin, wonach ihre psychischen Probleme angefangen hätten, als sie ihren Mann geheiratet habe
und die Beschwerden ihrer Ansicht nach mit den Belastungen zu Hause zusammenhängten
(vgl. Urk. 12/32/11, vgl. auch Bericht von Dr. Z._ vom 11. November 2015, Urk. 12/10/7). Kommt hinzu, dass die von Dr. Z._
gemachten
Angaben zur Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin unvollstän
dig, unklar und derar
t knapp gehalten sind
, dass sie nicht
nachvollzogen werden können.
Im Übrigen widerspricht sich Dr. Z._ selbst, in dem er in seiner Stel
lungnahme vom 4. Januar 2017 einerseits moniert, es sei «fern jeglicher Reali
tät», dass psychosoziale Umstände für die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerde
führerin verantwortlich seien (Urk. 12/48/15), und er andererseits in einer früheren Berichterstattung vom 11. November 2015 notierte, psychosoziale Belastungsfaktoren (psychische Störung des Ehemannes und der Tochter) wür
den sich einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswir
ken (vgl. Urk. 12/10/8). Schliesslich hat
das Gericht der Erfahrung
statsache Rechnung zu tragen
, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
4.4
Der mit Nachtrag vom 2. November 2017 zu den Akten gegebene Bericht von Dr. Z._ datiert vom 11. Oktober 2017 und erging somit nach Erlass der ange
fochtenen Verfügung.
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das
Sozial
versi
cherungsgericht die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids
demgegen
über
in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Ver
waltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither ver
ändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfü
gung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
Abgesehen davon ist dieser Bericht inhaltlich praktisch identisch mit den vorangehenden Berichten und soweit darin eine (unbegründete) deutliche Zunahme der Depression postuliert wird, so steht diese im Widerspruch zu dem auf 1-2 Mal monatlich reduzierten Behandlungsrhythmus (Urk. 17 S. 2).
4.5
Entgegen den Einwendungen der Beschwerdeführerin liefert das Gutachten kei
nerlei Hinweise dafür, dass keine korrekte Übersetzung stattgefunden habe, geschweige denn dafür, dass deutsche Berichtungen seitens der Beschwerdefüh
rerin nicht zugelassen worden seien (Urk. 12/48/14, vgl. auch Urk. 1 S. 3). Das
selbe gilt für die Darstellung, wonach die Beschwerden nicht adäquat erfragt und im Gutachten nicht vollständig aufgenommen worden seien (Urk. 12/48/14 ff., vgl. auch Urk. 1 S. 4). Vielmehr ist dem Gutachten zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin einerseits eine blumige Sprache verwendet und sie anderer
seits auch auf Nachfragen keine präzisen Antworten gegeben und sich oft nur vage ausgedrückt hat (vgl. Urk. 12/32/12).
4.6
Freilich vermag die Beschwerdeführerin aus ihrer subjektiven Unterstützungs
bedürftigkeit durch die Spitex (vgl. Urk. 1 S. 2, vgl. auch Urk. 14+15) nichts zu ihrem Vorteil abzuleiten. Sodann sind die beschwerdeweise behaupteten rheu
matologischen Beschwerden (vgl. Urk. 1 S. 5), mit Ausnahme der gutachterlich festgestellten diffusen weichteilrheumatischen Tenderpoints (ohne somatisches Korrelat und offensichtlich gut kompensiert, vgl. Urk. 12/32/34 ff.), in Abwe
senheit entsprechender Arztberichte nicht ausgewiesen.
4.7
Inwiefern der begutachtende Dr. med. C._,
Facharzt
FMH
für Innere Medizin und Rheumatologie
, Y._, versicherungs
freundlich sein soll – so wie beschwerdeweise vorgebracht (Urk. 1 S. 5) - hat die Beschwerdeführerin nicht in objektiver Weise begründet. Es sind denn auch keinerlei konkreten Umstände ersichtlich, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögten. Freilich kann dabei nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Im Übrigen wurde die Beschwerdeführerin mit Mitteilung vom 2. Mai 2016 über die vorgesehene Begutachtung, die Fachrichtungen sowie über die Wahl der Gutachterstelle und beurteilenden Gutachter orientiert. Gleichzeitig wurde sie auf die Möglichkeit hingewiesen, aus triftigen Gründen innert angesetzter Frist Einwendungen gegen die genannten Gutachter einzureichen (vgl. Urk. 12/19). Dies hat sie in der Folge unterlassen.
4.8
Zusammenfassend ist gestützt auf das beweistaugliche Gutachten der Y._ vom 28. September 2016 mit dem im Sozialversicherungs
recht massgeblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführerin (theoretisch) sämtliche leichten bis zeitweise mit
telschweren beruflichen Tätigkeiten sowie Tätigkeiten in ihrem häuslichen Auf
gabenbereich im Pensum von 80 % zuzumuten sind. Vor diesem Hintergrund ist gestützt auf den vorliegend anwendbaren Betätigungsvergleich für ausschliess
lich im Haushalt tätige Versicherte (vgl. E. 1.4) sowie unter zusätzlichem Hin
weis auf die freie Zeiteinteilung sowie Schadenminderungspflicht der Familien
mitglieder im Aufgabenbereich ein rentenbegründender Invaliditätsgrad im Umfang von mindestens 40 % von Vornherein ausgeschlossen.
Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als rechtens, womit die Beschwerde abzuweisen ist.
5.
5.1
Da vorliegend die Voraussetzungen zur Bewi
lligung der unentgeltlichen Pro
zessführung gemäss § 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (GSVGer) erfüllt sind (Urk.
9 und Urk. 10/1-13), ist
ihrem Gesuch vom
28. Januar 2017 (Urk. 1 S. 1)
zu entsprechen und
der Beschwerdeführerin
die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren
.
5
.2
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 7
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), zufolge Gewäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
Die Beschwerdeführerin ist sodann auf § 16 Abs. 4 GSVGer hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der ihr erlassenen Gerichtskosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.