Decision ID: 760e3000-5419-48fc-bb65-8651f0021028
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, ge
b
o
ren
1974
,
war vom
1.
Juni 2003 bis 3
0.
Juni 2011 bei der
Y._
als Zusteller und
Carwasher
ange
stellt (
Urk.
7/25
Ziff.
2-3
).
Am 1
6.
Juni 2011
meldete er sich
beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
Z._
zu
r Arbeitsvermittlung an (
Urk.
7/24) und
beantagte
Arbeitslo
senentschädigung
ab dem
1.
Juli 2011 (
Urk.
7/23
).
Gestützt auf die
Meldung des RAV
Z._
vom 1
1
.
Dez
ember
2012 (
Urk.
7/
3
)
stellte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) den Versicherten mit Verfü
gung
vom 1
8.
Dezember 2012 (
Urk.
7/
15
=
Urk.
3/3
) wegen
Nichtbefolgens von
Kon
trollvorschriften
oder Weisungen
mit Wirkung ab
dem 2
6.
September 2012
für die Dauer
von 36 Tagen in der Anspruchsberechtigung ein.
Die dagegen vom Ver
sicherten
am
8.
und am 2
4.
Januar 2013
erhobene
Einsprache
(
Urk.
7/16
/1, Urk.
7/16/12
)
wies
das AWA mit
Einspracheentscheid
vom 2
7.
Feb
ruar 2013 (
Urk.
7/17
=
Urk.
2) ab
.
2.
Der Versicherte erhob gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
7.
Febr
uar 2013
(
Urk.
2) am
8.
April 2013 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, es seien ihm die ge
setzlichen Leistungen ohne Einstelltage auszurichten. Eventuell sei er für höchs
tens 10 Tage in der Anspruchsberechtigung einzustellen (S.
2).
Mit
Be
schwer
deantwort
vom 1
4.
Mai 2013 (
Urk.
6) beantragte das AWA die Abwei
sung
der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 1
7.
Mai 2013 zur Kennt
nis ge
bracht wurde (
Urk.
8).
Der Einzelrichter

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das
Sozialversicherungsgericht).
1.2
Nach
Art.
17
Abs.
3 Satz 1
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeits
losenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
muss die arbeitslose
Person eine ver
mittelte zumutbare Arbeit annehmen. Gemäss
Art.
30 Abs. 1
lit
.
d
AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn
sie die Kontrollvorschriften oder die Weisungen der zuständigen Amts
stelle nicht
befolgt, namentlich eine zumutbare Arbeit nicht annimmt oder eine
arbeits
markt
liche
Massnahme ohne entschuldbaren Grund nicht antritt, abbricht oder deren
Durchführung oder Zweck durch ihr Verhalten beeinträchtigt oder verunmög
licht.
1.3
Eine Ablehnung vermittelter zumutbarer Arbeit liegt nicht nur dann vor,
wenn die versicherte Person eine Stelle aus
drücklich zurückweist, sondern auch, wenn sie eine nach den Umständen gebotene ausdrückliche Annahmeerklärung unter
lässt. Sie hat bei den Verhand
lungen mit künftigen Arbeitgeberinnen oder Ar
beit
gebern klar und eindeutig die Bereit
schaft zum Vertragsabschluss zu bekun
den, um die Beendigung der Arbeitslosigkeit nicht zu gefährden (ARV 1984 Nr.
14 S. 167). Der erwähnte Tatbestand der Ablehnung zumutbarer Ar
beit ist nicht nur erfüllt, wenn die arbeits
lose Person bei eigent
lichen Vertragsverhandlungen
eine nach den Umständen gebo
tene ausdrückliche Annahmeerklärung unter
lässt,
sondern auch dann, wenn sie sich trotz Zuweisung einer Stelle durch das Ar
beitsamt gar nicht ernsthaft um die Aufnahme von Ver
trags
verhandlungen be
müht
(ARV 1986 Nr. 5 S. 22).
2.
2.1
Der Beschwerdegegner begründete die verfügte Einstellung in der
Anspruchsbe
rechtigung
von 36 Tagen damit,
dass der
Beschwerdeführer
, indem er sich
ver
spätet beworben habe, in Kauf genommen
habe
, dass die relevante Stelle an
der
weitig vergeben werde. Dies sei aus arbeitslosenversicherungsrechtli
cher Sicht gleich zu beurteilen
wie die Ablehnung einer zumutbaren Stelle
. Gemäss den eingereichten ärztlichen Unterlagen sei der Beschwerdeführer seit
1.
September 2012 in der bisherigen Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig
,
und zum Zeitpunkt der Stellenzuweisung und in der Zeit der Bewerbungsfrist habe kei
ne Arbeitsun
fähigkeit bestanden. Er sei deshalb
verpflicht
et gewesen
, sich bis 2
1.
September 2012
für
die ihm zugewiesene Stelle zu bewerben
(S. 3
f.
Ziff.
4).
2.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend, er sei
am
1
8.
September 2012 von der Sachbearbeiterin des RAV aufgefordert worden, sich
bis 2
1.
September 2012 bei der
A._
als Chauffeur zu be
wer
ben (S. 2
Ziff.
1 unten). Eine Frist von 3 Tagen für die Bewerbung sei je
doch nicht ausreichend gewesen, da er gleichzeitig angewiesen worden sei, die For
mulare „Medizinische Zumutbarkeit“ sowie „Bereitschaft zur Arbeitsauf
nahme“ auszufüllen (S.
3
Ziff.
1 oben).
Aufgrund seiner gesundh
eitlichen Prob
leme habe er sich
richtig verhalten, indem er zunächst habe wissen wollen, ob er über
haupt arbeitsfähig sei (S.
3 f.
Ziff.
2).
Hätte er sich zuerst ohne Abklä
rung seiner Arbeitsfähigkeit um die Stelle beworben,
so hätte eine solche Be
werbung
die künf
tige erfolgreiche Stellensuche gefährdet (S. 4
Ziff.
3). Er sei damit gerade den mehrfachen Weisungen des RAV nachgekommen und es liege eventualiter höchstens ein leichtes Verschulden vor (S. 4
Ziff.
4).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer zu Recht für die Dauer von 36 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde.
3.
3.1
Unbestritten ist,
dass sich der Beschwerdeführer
am 2
5.
September 2012
auf eine
Stelle als
Chauffeur bei der
A._
bewarb (
Urk.
7/9
)
, dies obwohl er von der zuständigen RAV-Beraterin aufgefordert wurde, sich spätes
tens
bis 2
1.
September 2012 zu bewer
ben
, die
s
im Rahmen des
Bera
tungs
ge
sprächs
vom
18. September 2012 (Urk. 7/21 S.
4 unten) und
mit Schreiben vom 18. September 2012
(
Urk.
7/6). Gleichentags wurde er auch aufgefordert, unter
anderem die vollständig ausgefüllten Formular „Medizinische Zumutbarkeit“ und
„Bereit
schaft zur Arbeitsaufnahme“ auszufüllen und
bis
5.
Oktober 2012
beim RAV einzureichen (
Urk.
7/7).
3.2
Zu prüfen ist, ob hierfür ein entschuldbarer Grund vorliegt, da der Beschwerde
führer mit dem verspäteten Einreichen seiner Bewer
bung
die Beendigung der Arbeitslosigkeit gefährdet hat
(vgl. vorstehend E. 1.3)
.
Soweit
der Besch
werdeführer geltend machte, die
Frist von 3 Tagen für die Be
wer
bung
sei
aufgrund dessen nicht ausreichend gewesen, da er gleichzeitig die
Formulare „Medizinische Zumutbarkeit“ sowie „Bereitschaft zur Arbeitsauf
nah
me“
habe ausfüllen müssen (vorstehend E. 2.2) ist zu beachten, dass die Frist für das Einreichen der Formulare bis am
5.
Oktober 2012 lief. Die Priorität wäre daher klar auf die Bewerbung zu setzen gewesen.
Auch
sein Vorbringen
, er habe vorab mit seiner Psychiaterin Rücksprache hal
ten
müssen, da er sich betreffend seiner Arbeitsfähigkeit unsicher gewesen sei (vgl.
Urk.
1 S.
3 f.
Ziff.
2), vermag die verspätet eingereichte Bewerbung vor al
lem
auch
in Anbetracht dessen, dass in diesem Zeitraum
keine Arbei
tsunfähig
keit be
scheinigt wurde
, respektive er seit dem
2.
August 2012 vollständig ar
beits
fähig war
(vgl.
Urk.
7/16
)
,
nicht zu entschuldigen.
Des Weiteren führen
die Aus
füh
rung
en
des Beschwerdeführers
,
dass, falls er die Bewerbung hätte krank
heits
halber zurückziehen müssen, er eine
allfällige
zukünft
ige Anstellung ge
fährdet hätte,
ins Leere.
Eine Frist von drei Tagen mag wohl kurz sein, doch kann vom Beschwerdefüh
rer,
welcher seit
Juni 2011
beim RAV angemeldet war
,
erwartet werden, dass er sein
Bewerbungsdossier vollständig
bereithält
.
Zudem muss eine versicherte Person gemäss
Art.
21
Abs.
1
der Verordnung über die obligatorische Arbeits
lo
sen
ver
sicherung und die Insolvenzentschädigung (
AVIV
)
innerhalb Tagesfrist von
der zuständigen Amtsstelle erreichbar sein und innerhalb der gleichen Frist auch
auf
eine Aufforderung hin reagieren können (vgl. auch Urteil des Bundes
gerichts
C27/07 vom
8.
Mai 2007 E. 4.1).
3.3
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (
Art.
30
Abs.
3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittel
schwerem und 31
bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (
Art.
45
Abs.
3 AVIV).
Ein schweres Verschulden liegt vor, wenn der Versicherte ohne ent
schuldbaren Grund
unter anderem
eine zumutbare Arbe
it abgelehnt hat (
Art.
45
Abs.
4
lit
. b
AVIV).
Vorliegend
erscheint die
–
im unteren Bereich eines
schweren
Verschulden
s ein
zuordnende
- Sanktionierung mit einer 36-tägigen Einstellung in der
An
spruchs
berechtigung
als angemessen.
Die gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
7.
Feb
ru
ar 2013 (
Urk.
2) erhobene Beschwerde ist daher abzuweisen.