Decision ID: 55358dfe-328e-5fc0-962c-ebd07a7b2e50
Year: 2019
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_003
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A. Der am XX.XX.1956 geborene A_ meldete sich am 12. Dezember 2015 im Rahmen der
Früherfassung beziehungsweise auf Aufforderung hin am 22. Dezember 2015 wegen
Wirbelsäule, Rücken, Arthrose in Knie und Fussgelenk bei der IV-Stelle des Kantons
Appenzell Ausserrhoden an (IV-act. 1 und IV-act. 7). Die IV-Stelle klärte in der Folge den
medizinischen und erwerblichen Sachverhalt ab, zog die Akten des Krankenversicherers
bei und wies mit Verfügung vom 15. August 2016 das Leistungsbegehren von A_ ab (IV-
act. 36-9ff/17).
B. Die von A_ dagegen erhobene Beschwerde wurde vom Obergericht des Kantons
Appenzell Ausserrhoden mit Urteil vom 25. April 2017 (Verfahren-Nr. O3V 16 24) teilweise
gutgeheissen und das Verfahren aufgrund des nicht umfassend abgeklärten medizinischen
Sachverhalts zur rheumatologischen Begutachtung an die IV-Stelle zurückgewiesen (IV-
act. 43).
C. Die IV-Stelle holte in der Folge ein rheumatologisches Gutachten bei Dr. med. und Dr. sc.
nat. ETH B_, Fachärztin FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, St. Gallen,
ein (IV-act. 53).
Seite 3
D. Mit Vorbescheid vom 5. April 2018 kündigte die IV-Stelle A_ die Abweisung des
Leistungsbegehrens an (IV-act. 55). Dagegen liess A_ am 3. Mai 2018 Einwand erheben
und reichte eine Stellungnahme von Dr. med. C_, Facharzt FMH Allgemeine Innere
Medizin, Heiden, vom 30. April 2018 ein (IV-act. 58). In der Verfügung vom 15. Juni 2018
hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid fest und wies das Leistungsbegehren von A_ ab
(IV-act. 60).
E. Gegen die Verfügung vom 15. Juni 2018 liess A_ am 19. Juli 2018 mit den eingangs
erwähnten Anträgen Beschwerde beim Obergericht des Kantons Appenzell Ausserrhoden
erheben (act. 1). Am 31. Juli 2018 ging eine persönliche Stellungnahme von A_ ein (act.
5). Mit Verfügung vom 31. Juli 2018 hiess der Einzelrichter des Obergerichts das Gesuch
von A_ im Verfahren ERV 18 50 um unentgeltliche Rechtspflege und unentgeltliche
Verbeiständung durch RA AA_, St. Gallen, für das vorliegende Beschwerdeverfahren gut
(act. 7).
F. Die IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom 9. August 2018 die Abweisung der
Beschwerde (act. 8). Mit Eingabe von 27. August 2018 liess A_ die Durchführung einer
mündlichen Verhandlung beantragen (act. 11).
G. Die mündliche Verhandlung fand am 19. Februar 2019 in Trogen statt. Der Rechtsvertreter
von A_ hielt an den bisherigen Anträgen und am bisherigen Standpunkt fest, ebenso die
Vertreterin der IV-Stelle (act. 14). Die Beratung des Gerichts fand im Anschluss an die
mündliche Verhandlung statt. Das Dispositiv wurde am 21. Februar 2019 versandt (act. 13).

Considerations:
Erwägungen
1. Formelles
1.1
Gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes
vom 13. September 2010 (JG, bGS 145.31) beurteilt das Obergericht als kantonales
Versicherungsgericht Beschwerden aus dem Bereich der Sozialversicherungen. Die
örtliche Zuständigkeit ist nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959
über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) gegeben.
Seite 4
Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen
ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der
Form- und Fristerfordernisse erfüllt sind (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und
Art. 61 lit. b ATSG sowie Art. 54, Art. 56 und Art. 59 des Gesetzes vom 9. September 2002
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, bGS 143.1)).
1.2
Der Beschwerdeführer beanstandet in formeller Hinsicht eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs, da keine ausreichende Stellung bezogen werde zu den vorgebrachten Einwänden
und ohne Nennung der exakten Quelle auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung
verwiesen werde.
Nach Art. 42 ATSG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör, wobei sie vor
Erlass von Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind – was auf Verfügungen über
Leistungen der Invalidenversicherung nicht zutrifft –, nicht angehört werden müssen. Der
Gehörsanspruch verpflichtet die Behörde, die Vorbringen der betroffenen Person auch
tatsächlich zu hören, zu prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksichtigen, weshalb
sie ihren Entscheid zu begründen hat. Dabei ist nicht erforderlich, dass die Behörde sich
mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen
ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen
Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene
über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der
Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz
die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf
die sich ihr Entscheid stützt (BGE 134 I 83 E. 4.1; BGE 133 III 439 E. 3.3; BGE 124 V 180
E. 1a).
Es ist nicht von der Hand zu weisen und wird von der Vorinstanz grundsätzlich auch
anerkannt, dass die IV-Stelle sich in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen
lediglich mit einem Argument aus dem Einwand – nämlich der Wochenstundenzahl –
auseinandersetzte und somit äusserst knapp und auch noch mit einer eher verwirrenden
Begründung – in Bezug auf die dem Einkommensvergleich zugrundeliegende
Wochenstundenzahl sowie den errechneten Invaliditätsgrad – auf die Einwände des
Beschwerdeführers eingegangen ist. Dem Beschwerdeführer wurde dadurch erheblich
erschwert, die Verfügung sachgerecht anzufechten. Ob tatsächlich eine Gehörsverletzung
vorliegt, kann im Ergebnis aber offen gelassen werden. Vielmehr ist aus
prozessökonomischen Gründen von einer (erneuten) Rückweisung der Angelegenheit
abzusehen, zumal sich der Beschwerdeführer vor dem mit voller Kognition ausgestatteten
Seite 5
Obergericht äussern konnte und eine Rückweisung mit einer beförderlichen Beurteilung der
Sache nicht zu vereinbaren wäre (BGE 137 I 195 E. 2.3; BGE 136 V 117 E. 4.2.2.2; BGE
132 V 387 E. 5.1 mit Hinweisen; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, N. 13ff. zu
Art. 42 ATSG). Im Übrigen hat, auch wenn eine Sachlage klar zu sein scheint, eine
Äusserung zu sämtlichen für den Entscheid wesentlichen Punkten zu erfolgen, wobei bei
Verweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung oder beispielsweise auf Kreis- oder
Rundschreiben hierzu auch die Nennung der exakten Quelle gehört, damit überhaupt eine
sachgerechte Stellungnahme erfolgen kann.
1.3
Der Antrag des Beschwerdeführers, es seien er, seine Tochter D_ sowie sein Hausarzt
Dr. med. C_ zu befragen, ist abzuweisen. Nach Ansicht des Gerichts ist der
rechtserhebliche Sachverhalt umfassend abgeklärt und von zusätzlichen
Beweismassnahmen sind keine entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten (BGE
136 I 229 E. 5.3).
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2. Materielles
2.1
Nach Art. 8 Abs. 1 ATSG ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität kann nach Art. 4 Abs. 1
IVG Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein. Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn
sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Nach Art. 28 IVG haben versicherte Personen Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu
mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe
Rente, wenn sie zu mindestens 50 %, und auf eine Viertelrente, wenn sie zu mindestens
40 % invalid sind.
Seite 6
Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen
angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu
stellen haben. Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen
der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4).
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht die Beweismittel
unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden
hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden
medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial
zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht die andere
medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf
allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (134 V 231 E. 5.1).
2.2
Die IV-Stelle stellt sich gestützt auf das rheumatologische Gutachten auf den Standpunkt,
der Beschwerdeführer sei in der angestammten Tätigkeit voll arbeitsunfähig, in einer
angepassten Tätigkeit aber voll arbeitsfähig. Eine andauernde Arbeitsunfähigkeit habe nie
bestanden. Es liege, ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 77‘162.00 und von
einem Invalideneinkommen von Fr. 63‘744.00, ein Invaliditätsgrad von gerundet 18% und
damit kein rentenbegründender Invaliditätsgrad vor. Ein Leidensabzug sei bei einer vollen
Arbeitsfähigkeit ausgeschlossen. Der Beschwerdeführer werde aufgefordert, vor einer
erneuten IV-Anmeldung die Therapiemöglichkeiten auszuschöpfen und seiner
Schadensminderungspflicht nachzukommen, indem er nicht landwirtschaftlich tätig sei,
solange er nicht zu 100% in einer angepassten Tätigkeit arbeite.
Seite 7
Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, er sei gestützt auf den Arztbericht des langjährig
behandelnden Hausarztes nicht mehr arbeitsfähig. Sein Hausarzt widerspreche dem
offensichtlich unvollständigen, mangelhaften, unhaltbaren, unglaubwürdigen und nicht
plausiblem Gutachten eklatant. Daher habe eine Rückweisung zu erfolgen oder es sei ein
Zweit- oder Obergutachten einzuholen. Aufgrund der verschiedenen Einschränkungen falle
er für nahezu jede Hilfsarbeitertätigkeit ausser Betracht und eine Arbeitsstelle im ersten
Arbeitsmarkt in der Nähe seines Wohnortes erscheine geradezu unmöglich. Beim
hypothetischen Invalideneinkommen seien regionale Gegebenheiten zu berücksichtigen
und es dürfe maximal der niedrigste Bruttolohn aus Ziff. 94 der LSE 2012, T 17, von
Fr. 43‘068.00 eingesetzt werden.
2.3
Zum Sachverhalt, welcher dem vorhergehenden Verfahren (Verfahren Nr. O3V 16 24)
zugrunde lag, liegen ergänzend folgende neuen medizinischen Akten vor:
In der von Dr.med. C_ am 18. September 2017 eingereichten Zusammenfassung der
Krankengeschichte seit 29. Juni 2015 attestierte er dem Beschwerdeführer einen
verschlechterten Zustand (IV-act. 45).
Dr. med. und Dr. sc. nat. ETH B_ diagnostizierte im internistisch-rheumatologischen
Gutachten vom 23. Dezember 2017 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der Lendenwirbelsäule bei degenerativen
Veränderungen mit fortgeschrittenen hypertrophen Spondylarthrosen LWK 4 bis SWK 1
und leichten bis mässigen Spinalkanalstenosen L3/L4 und L4/L5 mit leichten
Recessusstenosen der Nervenwurzeln S1 rechts mehr als links und kleinen Diskushernien
L3/L4 und L4/L5 ohne Kompression neurogener Strukturen (CT 12/2017 und MRI 07/2015)
mit unauffälliger neurologischer Untersuchung 01/2016 und ohne radikuläre Zeichen.
Weiter diagnostizierte sie eine verminderte Belastbarkeit und Beschwerden beider Knie bei
rechts: beginnender medialer Gonarthrose mit möglicher medialer Meniskopathie und
kleiner Baker-Cyste (CT 12/2017) und bei links: fortgeschrittener medialer Gonarthrose und
mittelgrosse Baker-Cyste (Ø 6 x 2.5cm) sowie Reizerguss (CT 12/2017), eine verminderte
Belastbarkeit und Beschwerden beider oberer Sprunggelenke bei mässigen OSG-
Arthrosen beidseits (Röntgen 12/2017 sowie MRI links 12/2015), eine verminderte
Belastbarkeit und Beschwerden beider Hüftgelenke bei mittelgradigen Coxarthrosen
beidseits (Röntgen 12/2017) sowie verminderte Belastbarkeit und Beschwerden beider
Hände bei degenerativen Veränderungen vor allem der distalen radio-ulnaren Gelenke
beidseits, der MPIII-Gelenke beidseits mit ausgeprägten Heberden-Arthrosen Dig II bis V
beidseits (Röntgen 12/2017). Ferner stellte sie als Diagnosen ohne Auswirkung auf die
Seite 8
Arbeitsfähigkeit eine Opioid-Abhängigkeit (Targin-Einnahme Ende 06/2017 bis Ende
11/2017), Adipositas Grad II, arterielle Hypertonie mit medikamentöser Therapie, schwere
Schlaf-Apnoe, Vitamin-D-Mangel und Nikotin-Abusus (IV-act. 53-65/103). In einer nicht
angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer ab 26. Juni 2015 nicht mehr arbeitsfähig
gewesen, wohingegen bei einer angepassten Tätigkeit nie eine lang andauernde
Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Dem Leiden ideal angepasste Tätigkeiten sähen
folgendermassen aus: der Beschwerdeführer benötige eine wechselbelastende Tätigkeit,
welche die Lendenwirbelsäule, die beiden Knie, die oberen Sprunggelenke beidseits sowie
die beiden Hüftgelenke und die Hände schone. Dabei könne er Lasten bis zu 15kg
hantieren. Er könne nicht in Nässe oder Kälte arbeiten und nicht auf unebenem oder
rutschigem Gelände, länger abwärtsgehend oder hinunter springend tätig sein. Er könne
auch keine Tätigkeit ausüben, welche die Hände stark repetitiv belasten. Bei einer
ausschliesslich sitzenden Tätigkeit sollte er die Möglichkeit haben, pro Halbtag eine halbe
Stunde zusätzliche Pause zu haben, um Lockerungsübungen zu machen. Bei einer
ausschliesslich gehenden Arbeit sollte er pro Halbtag eine halbe Stunde zusätzliche Pause
haben, um sich sitzend auszuruhen (IV-act. 53-72/103).
Dr. med. C_ stellte in der Stellungnahme zur Situation des Beschwerdeführers vom 30.
April 2018 folgende Diagnosen: 1. Zunehmend invalidisierende Polyarthrose, Coxarthrose
beidseits rechts ˃ links, radiologisch bestätigt; mediale Gonarthrose links ˃rechts
radiologisch und im 12/2017 CT bestätigt; Osteochondrose mit ventraler Spondylose LWK
1 bis SWK 1, Spondylarthrose LWK 4 bis SWK 1 (Röntgen LWS 07/2015, CT 12/2017);
fortgeschrittene, medial betonte Arthrose des oberen Sprungelenks, sowie fortgeschrittene
Arthrose des posterolateralen talocalcanearen Gelenkes mit begleitend chronischer
Synovitis, keine erosiven Veränderungen (MRI Rückfuss links 29.12.2015); Radio-Unlar-
Arthrosen an beiden Handgelenken; 2. Fingerpolyarthrosen MCP-II Gelenke beidseits; 3.
Schweres, wahrscheinlich obstruktives Schlafapnoesyndrom; 4. Lumboischalgie links bei
mehrsegmentaler degenerativer Spinalkanalstenose; 5. Arterielle Hypertonie; 6. Adipositas.
Weiter führte er aus, dass aufgrund dieser Diagnosen, den bildgebenden Verfahren und
dem Verlauf mit nicht befriedigendem Ansprechen auf eine ausgebaute Schmerzmedikation
der Beschwerdeführer zu maximal 50% arbeitsfähig sei. Er nehme aus Prinzip keine
Stellung zu einem von der Invalidenversicherung in Auftrag gegebenen ärztlichen
Gutachten (IV-act. 58-6f/8).
2.4
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers kommt dem rheumatologischen Gutachten
von Dr. med. und Dr. sc. nat. ETH B_ voller Beweiswert zu. Das Gutachten ist plausibel
und nachvollziehbar begründet, beruht auf den im Rahmen der Untersuchung gewonnenen
Seite 9
Erkenntnissen, wurde in Kenntnis der Vorakten und unter Berücksichtigung der geklagten
Beschwerden abgegeben und leuchtet in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge ein. Der Umstand, dass das Gutachten in der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit von jener des behandelnden Hausarztes und Allgemeinmediziners Dr.
med. C_ abweicht, vermag keine Zweifel an der fachspezifischen Einschätzung von Dr.
med. und Dr. sc. nat. ETH B_ zu wecken, zumal in diesem Zusammenhang auf die
Rechtsprechung zu verweisen ist, wonach Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund
deren auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen sind
(BGE 135 V 465 E. 4.5 mit Hinweisen). Im Übrigen bringt der Beschwerdeführer – ausser
dem Verweis auf die Einschätzung seines Hausarztes – keine begründeten
anderslautenden ärztlichen Einwände vor, welche eine Überprüfung des Gutachtens als
notwendig erscheinen lassen. Die pauschale Rüge, wonach das Gutachten unvollständig
sei und Mängel aufweise, weil es die Gesamtsituation nicht erfasse, geht fehl. Die
Gutachterin hat die Gesamtsituation kritisch begutachtet und nachvollziehbar und schlüssig
aufgezeigt, dass die angestammte selbständige Tätigkeit auf dem landwirtschaftlichen
Betrieb keiner dem Beschwerdeführer angepassten Tätigkeit entspricht. Denn diese
Tätigkeit belaste sowohl den Rücken, als auch die Hüfte, die Knie und die oberen
Sprunggelenke. Ausserdem finde die landwirtschaftliche Tätigkeit in Kälte und Nässe statt,
sowie auf steilem, unebenem und rutschigen Gelände, was für den Beschwerdeführer nicht
zumutbar sei. Es bestehe die Gefahr, durch Ausrutschen auf rutschigem Boden oder durch
Stösse der Schafe beziehungsweise Ziegen die Lendenwirbelsäule oder die Gelenke der
Beine übermässig zu belasten (IV-act. 53-71/103). Als Massnahme aus rheumatologischer
Sicht empfahl sie eine behutsame Reduktion der Targin-Dosierung und die Aufnahme einer
Behandlung mit nicht-steroidalen Antirheumatika, die Wiedereinsetzung des CPAP-Gerätes
zur Behandlung seiner schweren Schlaf-Apnoe, eine regelmässige physiotherapeutische
Behandlung, eine Normalisierung des Gewichts sowie ein Rauchstopp (IV-act. 53-73/103).
Abschliessend nahm Dr. med. und Dr. sc. nat. ETH B_ auch Stellung zu früheren
ärztlichen Einschätzungen und wies unter anderem darauf hin, dass der Hausarzt des
Beschwerdeführers in seinen Zeugnissen vom 20. November 2015, vom 15. Dezember
2015 und vom 11. Januar 2016 keine Angaben zu einer Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit gemacht, ihn aber für Tätigkeiten auf
seinem Bauernhof als arbeitsfähig eingeschätzt habe. Dabei sei für den Beschwerdeführer
eine Tätigkeit auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb deutlich weniger geeignet gewesen
als seine angestammte Tätigkeit – mit Ausnahme des Hantierens mit Lasten über 15kg –
bei seiner damaligen Arbeitgeberin (IV-act. 53-74/103). Im Übrigen stellte sie dem
Beschwerdeführer – bezogen auf eine angepasste Tätigkeit – eine gute Prognose, verwies
aber auch darauf, dass die Tätigkeit auf dem landwirtschaftlichen Betrieb den
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verschlechtern könne (IV-act. 53-73/103).
Seite 10
2.5
Die IV-Stelle nahm einen Einkommensvergleich vor, um festzustellen, welches Einkommen
der Beschwerdeführer mit einer seinen Einschränkungen angepassten Tätigkeit verdienen
könnte.
2.5.1
Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre.
Unbestritten ist das Valideneinkommen von Fr. 77‘162.-- (IV-act. 1/6). Dieses basiert auf
dem Durchschnitt der Einkommen aus den Jahren 2012 bis 2014 gemäss Auszug aus dem
Individuellen Konto (IV-act. 16).
Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen
Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt
der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile
Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende
Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen
aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der
tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes
Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können entweder die Tabellen der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) oder die DAP-Zahlen
(Dokumentation von Arbeitsplätzen seitens der SUVA) herangezogen werden (Urteil des
Bundesgerichts 9C_361/2018 vom 10. Januar 2019 E. 4.1.1. mit Hinweis auf BGE 135 V
297 E. 5.2).
Was die Rügen im Zusammenhang mit dem Invalideneinkommen betrifft, ist darauf
hinzuweisen, dass beim Abstellen auf Tabellenlöhne grundsätzlich immer die aktuellsten
statistischen Daten zu verwenden sind (BGE 143 V 295 E. 2.3; BGE 142 V 178 E. 2.5.81;
zuletzt Urteil des Bundesgerichts 9C_500/2018 vom 31. Januar 2019 E. 6.2). Gemäss dem
ärztlichen Zeugnis von Dr. med. C_ begann im Juni 2015 die ärztlich attestierte 100%-ige
Seite 11
Arbeitsunfähigkeit und im Dezember 2015 erfolgte die Anmeldung des Beschwerdeführers
zum Bezug von Invalidenleistungen (IV-act. 1 und IV-act. 2). Der Anspruch auf eine
Invalidenrente begann damit frühestens sechs Monate danach, mithin im Sommer 2016
(Art. 29 Abs. 1 IVG). Die erstmalige Verfügung der IV-Stelle erging im August 2016 (IV-act.
36-9ff/17). Die Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) 2014 wurde am 15. April 2016
publiziert, weshalb vorliegend auf die LSE 2014 und nicht – wovon die Parteien
übereinstimmend auszugehen schienen – auf die LSE 2012 abzustellen ist (Urteil des
Bundesgerichts 9C_15/2018 vom 2. Juli 2018 E. 4.2; BGE 143 V 295 E. 4.1.1, E. 4.1.3 und
E. 4.1.4). Praxisgemäss werden die Vergleichseinkommen aufgrund von
gesamtschweizerischen Tabellenlöhnen und nicht regionalen Gegebenheiten bestimmt
(Urteil des Bundesgerichts 8C_684/2017 vom 4. April 2018 E. 5.3; Urteil des
Bundesgerichts 8C_68/2016 vom 3. März 2016 E. 4.3). Dabei werden nach der
Rechtsprechung in der Regel die Monatslöhne gemäss LSE-Tabelle TA1, Zeile „Total
Privater Sektor“ angewendet und nur in Ausnahmefällen davon abgesehen (Urteil des
Bundesgerichts 8C_458/2017 vom 6. August 2018 E. 6.2.3). Ein solcher Ausnahmefall liegt
vorliegend nicht vor, ist dem Beschwerdeführer doch – mit gewissen (gesundheitlichen)
Einschränkungen – eine Hilfsarbeitertätigkeit in sämtlichen Bereichen zuzumuten. Somit ist
für das Invalideneinkommen auf die LSE 2014, TA1, Niveau 1, Total, Männer, abzustellen
und demnach von einem Invalideneinkommen von Fr. 66‘453.-- (Fr. 5‘312.-- : 40 x 41.7 x
12) auszugehen. Dabei kann auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt abgestellt werden,
sind doch die von der Gutachterin beschriebenen Einschränkungen für eine dem Leiden
angepasste Tätigkeit nicht derart, dass von keiner realistischen Arbeitsgelegenheit mehr
gesprochen werden kann (IV-act. 53-72/103; Urteil des Bundesgerichts 8C_117/2018 vom
31. August 2018 E. 2.2.2).
2.5.2
Praxisgemäss können persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie
Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad einen auf höchstens 25% begrenzten Leidensabzug von dem nach
den LSE-Tabellenlöhnen zu ermittelnden Invalideneinkommen rechtfertigen, soweit
anzunehmen ist, dass die trotz des Gesundheitsschadens verbleibende Leistungsfähigkeit
infolge eines oder mehrerer dieser Merkmale auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem Einkommen verwertet werden kann (BGE 135 V 297 E. 5.2 mit
Hinweisen auf BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75).
Zum vom Beschwerdeführer geltend gemachten Leidensabzug von 25% ist festzuhalten,
dass der Faktor Alter – vorliegend 62 Jahre – sich nicht zwingend lohnsenkend auswirkt,
denn Hilfsarbeiten werden auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt
Seite 12
altersunabhängig nachgefragt (Urteil des Bundesgerichts 9C_200/2017 vom 14. November
2017 E. 4.5; Urteil des Bundesgerichts 8C_227/2018 vom 14. Juni 2018 E. 4.2.3.4). Zwar
verfügt der Beschwerdeführer über keine abgeschlossene Berufsausbildung, jedoch weist
er nebst seiner langjährigen Berufserfahrung im Bereich Spedition auch Kenntnisse in der
Landwirtschaft sowie aus früheren Berufstätigkeiten auf, welche er auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt verwenden kann (IV-act. 18; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_470/2017 vom
29. Juni 2018 E. 4.2). Auch der Faktor Dienstjahre beziehungsweise Betriebszugehörigkeit
wirkt sich rechtsprechungsgemäss im Kompetenzniveau 1 nicht zwingend lohnsenkend aus
(Urteil des Bundesgerichts 9C_439/2018 vom 31. Januar 2019 E. 4.3.2). Der
Beschwerdeführer ist in einer adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig, weshalb sich kein
Abzug für eine Teilzeittätigkeit rechtfertigt. Ebenfalls rechtfertigt sich kein Abzug aufgrund
des eher tiefen Bildungsniveaus – der Beschwerdeführer absolvierte über die acht
obligatorischen Schuljahre hinaus keine weitere Ausbildung –, da diverse Hilfsarbeiten im
Kompetenzniveau 1 der LSE keine besondere Bildung voraussetzen (Urteil des
Bundesgerichts 9C_200/2017 vom 14. November 2017 E. 4.5 mit Hinweisen). Ein neuer
Arbeitsplatz geht altersunabhängig immer mit einer Eingewöhnungsphase einher, weshalb
sich auch aus diesem Grund kein Leidensabzug rechtfertigt (Urteil des Bundesgerichts
9C_200/2017 vom 14. November 2017 E. 4.5 mit Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts
8C_72/2007 vom 28. Januar 2008 E. 2.3). Als invaliditätsfremder Faktor gilt auch die
allenfalls altersbedingt erschwerte Stellensuche (Urteil des Bundesgerichts 8C_699/2017
vom 26. April 2018 E. 3.2 mit Hinweisen). Körperliche Limitierungen, welche bereits beim
Anforderungs- und Belastungsprofil berücksichtigt wurden, dürfen nicht nochmals als
abzugsrelevant herangezogen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_200/2017 vom
14. November 2017 E. 4.6; Urteil des Bundesgerichts 8C_699/2017 vom 26. April 2018
E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.4.3). Nach dem
Gutachten sollte der Beschwerdeführer bei einer ausschliesslich sitzenden Tätigkeit die
Möglichkeit haben, pro Halbtag eine halbe Stunde zusätzliche Pause zu haben, um
Lockerungsübungen zu machen. Bei einer ausschliesslich gehenden Arbeit sollte er pro
Halbtag eine halbe Stunde zusätzliche Pause haben, um sich sitzend auszuruhen (IV-act.
53-72/103). Diese von der Gutachterin hervorgehobenen Einschränkungen treten beim
Beschwerdeführer zu seinem Vollzeitpensum in einer leidensangepassten Tätigkeit hinzu,
weshalb sich hierfür ein Leidensabzug von 10% rechtfertigt.
Ausgehend vom Invalideneinkommen gemäss LSE 2014, TA1, Niveau 1, Total, Männer,
von Fr. 66‘453.-- ist ein leidensbedingter Abzug von 10% (Fr. 6‘645.30) vorzunehmen, was
ein Invalideneinkommen von Fr. 59‘807.70 ergibt. Somit beträgt die Erwerbseinbusse
Fr. 17‘354.30 beziehungsweise 22% (Valideneinkommen Fr. 77‘162.-- -
Seite 13
Invalideneinkommen Fr. 59‘807.70 = Fr. 17‘354.30 bzw. 22.49%), weshalb dem
Beschwerdeführer kein Rentenanspruch zusteht.
2.6
Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde somit als unbegründet; sie ist abzuweisen.
3. Kosten und Entschädigung
3.1
Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Beschwerdeverfahren um die Bewilligung oder
Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung kostenpflichtig. Dem
Beschwerdeführer sind daher ausgangsgemäss die Kosten des Verfahrens in Höhe von Fr.
800.-- aufzuerlegen. Diese werden im Rahmen der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege
der Staatskasse belastet, unter Vorbehalt der Rückerstattungspflicht nach Art. 25 Abs. 3
VRPG.
3.2
Der obsiegenden IV-Stelle wird keine Parteientschädigung ausgerichtet (BGE 126 V 143
E. 4).
Im Rahmen der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege richtet sich die Bemessung der
Entschädigung an den unentgeltlichen Rechtsbeistand des Beschwerdeführers nach
kantonalem Recht, mithin nach Art. 16 Abs. 1 der Verordnung über den Anwaltstarif (AT,
bGS 145.53; UELI KIESER, a.a.O., N. 184 zu Art. 61 ATSG). Vorliegend handelt es sich um
einen durchschnittlichen leichten Fall mit durchschnittlicher Menge an Akten sowie keinen
besonders aufwändig zu beantwortenden Sachverhalts- und Rechtsfragen. Unter diesen
Umständen wird RA AA_ als unentgeltlichem Rechtsbeistand des Beschwerdeführers
eine Parteientschädigung von Fr. 2‘800.20 (Pauschalhonorar Fr. 2‘500.-- + 4%
Barauslagen (= Fr. 100.--) = Fr. 2‘600.-- + 7.7% MWSt (= Fr. 200.20)) zulasten der
Staatskasse zugesprochen, unter Vorbehalt der Rückforderung für den Fall günstigerer
wirtschaftlicher Verhältnisse des Beschwerdeführers.
Seite 14