Decision ID: 7ff69fea-088f-4691-b61c-310e5e5f5e55
Year: 2018
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_004
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung überzeugen, wonach die von der
Gemeinde nachgesuchte Servitutsfläche von 17.4 m2 für die
Dorfdurchfahrten im vollen Umfang benötigt würde. Damit könne auch
eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs geheilt werden. Die
Beschwerdegegnerin argumentiert weiter, dass ein öffentliches Interesse
wie auch die Verhältnismässigkeit in casu gegeben seien.
16. Mit Vernehmlassung vom 27. Februar 2017 beantragte das BVFD
(nachfolgend: Beschwerdegegner) ebenfalls die Abweisung der
Beschwerde. Der Beschwerdegegner bestreitet in seiner Vernehmlassung
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Das öffentliche Interesse sowie
die Verhältnismässigkeit seien gegeben, wobei der Beschwerdegegner
auf die Ausführungen in der Departementsverfügung vom 13. Dezember
2016 verweist.
17. Mit Replik vom 13. März 2017 hielt die Beschwerdeführerin an ihren
Vorbringen und Begründungen unverändert fest. Sie bekräftigte, dass
durch den vorgenommenen Augenschein mit den Demonstrationsfahrten
nichts bewiesen worden sei. Ein erneuter Augenschein halte sie für nicht
aussagekräftig und regte an, dass eine Befragung aller Postchauffeure
zielführender sei als eine Wiederholung einer nicht aussagekräftigen
Begehung. Die Beschwerdeführerin führte weiter aus, dass nach ihrer
Vorstellung, die von einer entsprechenden Schleppkurvenanalyse
verifiziert werden könnte, wesentlich geringere und weit weniger
aufwendige Einschnitte an der Südwestfassade des Gebäudes auf der
Parzelle 1038 möglich wären, als die von der E._ AG in ihrer
Schleppkurvenanalyse aufgezeigten baulichen Veränderungen des
Gebäudes, um die Durchfahrt zu verbessern.
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18. Mit Schreiben vom 17. und 21. März 2017 teilten der Beschwerdegegner
respektive die Beschwerdegegnerin mit, dass sie auf die Einreichung
einer Duplik verzichteten.
19. In der Zwischenzeit fand auf der Parzelle 1035 einen Eigentümerwechsel
von der Beschwerdeführerin auf ihre drei Töchter B._, C._ und
D._ (nachfolgend Beschwerdeführerinnen) zu je 1/3 in Miteigentum
statt. Weil dies dem Verwaltungsgericht nicht mitgeteilt wurde, erging
einzig eine Einladung für den Augenschein an A._.
20. Am 11. Januar 2018 führte die 4. Kammer des Verwaltungsgerichtes
einen Augenschein an Ort und Stelle durch. Am Augenschein nahm
B._ als Miteigentümerin der Parzelle 1035 vor Ort teil. Der
Augenschein wurde trotz Abwesenheit von A._ (Beschwerdeführerin)
durchgeführt, für den Fall, dass die neuen Miteigentümerinnen in das
Verfahren eintreten möchten. Anlässlich des Augenscheins wurden
Musterdurchfahrten mittels eines für diesen Kurs eingesetzten Postautos
vorgeführt. Seitens des Gerichtes wurden insgesamt 36 Fotografien zur
Dokumentation der Durchfahrten und der örtlichen Verhältnisse erstellt.
Diese wurden dem Protokoll des Augenscheins beigefügt, welches den
Parteien mit Möglichkeit zur Stellungnahme zugesandt wurde.
21. Mit Schreiben vom 16. Januar 2018 ersuchte der Instruktionsrichter
B._ dem Verwaltungsgericht eine Vollmacht ihrer Schwestern
einzureichen, dass sie die Miteigentümerinnen vor Gericht vertreten
könne. Weiter solle sie dem Gericht mitteilen, ob die Miteigentümerinnen
an der von ihrer Mutter erhobenen Beschwerde festhalten möchten oder
nicht.
22. Mit Schreiben vom 24. Januar 2018 reichte A._ dem
Verwaltungsgericht eine Stellungnahme zum Augenscheinprotokoll ein. In
dieser wurde beantragt, dass sie selbst nebst B._ und F._ als
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Beschwerdeführer zuzulassen seien. Mit beigelegter Vollmacht vom 15.
Januar 2018 wurde B._ bevollmächtigt ihre Schwestern und
Miteigentümerinnen an der Parzelle 1035 im verwaltungsrechtlichen
Verfahren R 17 4 zu vertreten. Weiter wurde durch die
Beschwerdeführerinnen mitgeteilt, dass an der Beschwerde festgehalten
werde.
23. Auf das Ergebnis des Augenscheins und die weiteren Ausführungen der
Parteien in ihren Rechtsschriften und der Departementsverfügung vom
13. Dezember 2016 sowie auf die eingereichten Beweismittel wird, sofern
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Gegen Entscheide der kantonalen Departemente steht den Betroffenen
gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) die Beschwerde ans
Verwaltungsgericht offen, sofern der Entscheid weder nach
eidgenössischem noch nach kantonalem Recht endgültig ist oder bei
einer anderen Instanz angefochten werden kann. Bei der
Departementsverfügung vom 13. Dezember 2016 handelt es sich um
einen Entscheid im Sinne von Art. 49 Abs. 1 lit. c VRG und damit um ein
taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Die sachliche und örtliche
Zuständigkeit ist somit gegeben. Die Beschwerde wurde zudem frist- und
formgerecht eingereicht.
b) Zum Zeitpunkt der Beschwerdeeinreichung war A._ als materielle
Verfügungsadressatin und Eigentümerin der Parzelle 1035 in O.2._
von der Departementsverfügung vom 13. Dezember 2016 berührt und
wies ein schutzwürdiges Interesse auf Überprüfung derselben auf (Art. 50
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VRPG). Seit der Beschwerdeeinreichung vom 16. Januar 2017 gab es auf
der Parzelle 1035 einen Eigentümerwechsel von A._ auf ihre Töchter
B._, C._ und D._ zu jeweils 1/3 in Miteigentum.
2. a) Aufgrund des Eigentümerwechsels ist nachfolgend zu prüfen, ob A._
noch berührt und ein schutzwürdiges Interesse aufweist und demzufolge
im vorliegenden Verfahren weiterhin Parteistellung beanspruchen kann.
Weiter beantragte A._ in ihrer Stellungnahme zum
Augenscheinprotokoll vom 24. Januar 2018, dass sie selber, B._ und
F._ als Beschwerdeführer zuzulassen seien.
b) Gemäss Art. 50 VRG ist zur Anfechtung einer Verfügung legitimiert, wer
durch sie berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung
oder Änderung hat. Das Rechtsschutzinteresse besteht danach im
praktischen Nutzen, den die erfolgreiche Beschwerde dem
Beschwerdeführer eintragen würde, oder, anders gesagt, in der
Abwendung eines wirtschaftlichen, ideellen, materiellen oder anders
gearteten Nachteiles, den die angefochtene Anordnung für den
Beschwerdeführer zur Folge hätte. Das Interesse des Beschwerdeführers
kann also auch bloss tatsächlicher Natur sein, doch muss es auf jeden
Fall schutzwürdig sein, d.h. im Beschwerdeverfahren berücksichtigt zu
werden verdienen. Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn die rechtliche
oder tatsächliche Stellung des Beschwerdeführers durch den Ausgang
des Beschwerdeverfahrens unmittelbar beeinflusst werden kann (Urteil
des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden U 10 32 vom 14. April
2010 E.1).
c) Bei einer formellen Enteignung, vorliegend in Form der Gewährung einer
Personaldienstbarkeit im Sinne eines öffentlichen Fuss- und
Fahrwegrechts, können Personen die keine Eigentümerstellung einer
betroffenen Parzelle innehaben, in der Regel keine Parteistellung
beanspruchen. Dies deshalb, weil regelmässig kein schutzwürdiges
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Interesse ausgewiesen werden kann, da durch eine allfällige Enteignung
ein Nichteigentümer in der Regel in seiner rechtlichen oder tatsächlichen
Stellung durch den Ausgang des Verfahrens nicht berührt ist. Der Fakt,
dass in casu A._ und F._ als Nichteigentümer der Parzelle 1035
ihr Fahrzeug durch die Enteignung nicht mehr vor die Liegenschaft
parkieren können, begründet per se kein schutzwürdiges Interesse. Bei
F._ besteht auch kein sonstiges tatsächliches Interesse, das ein
schutzwürdiges Interesse begründen könnte. Hingegen trägt A._
weiterhin die Hypothekarschuld an der Liegenschaft. Die
Beschwerdelegitimation von A._, allein auf der Tatsache, dass sie für
die Hypothekarzinsen aufkommt, zu bejahen, ist fraglich. Da jedoch, wie
nachfolgend erläutert, die neuen Eigentümerinnen im laufenden
Verfahren eingetreten sind und unbestrittenermassen legitimiert sind, ist
die Frage der Beschwerdelegitimation von A._ nicht weiter zu
vertiefen und kann offengelassen werden, zumal aufgrund der
Legitimation der neuen Eigentümerinnen auf die Beschwerde einzutreten
ist.
Vorliegend ist die Parzelle 1035 neu seit Juli 2017 in Miteigentum der
Geschwister B._, C._ und D._. Durch den Übergang der
Eigentümerstellung auf B._, C._ und D._ sind sie durch
ihre rechtliche Stellung am Ausgang des Verfahrens unmittelbar betroffen.
Sie sind somit materiell beschwert und weisen ein schutzwürdiges
Interesse auf Überprüfung der angefochtenen Verfügung auf. Zudem
reichte B._ eine Vollmacht vom 15. Januar 2018 ein, die sie
berechtigt, im vorliegenden verwaltungsrechtlichen Verfahren, ihre
Schwestern C._ und D._ zu vertreten.
Zusammenfassend kann somit gesagt werden, dass B._ als
Beschwerdeführerin und als Stellvertreterin ihrer Schwestern C._
und D._ (nachfolgend: Beschwerdeführerinnen), welche aufgrund
ihrer Miteigentümerstellung ebenfalls als Partei auftreten, in das
vorliegende Verwaltungsgerichtsverfahren neu eingetreten sind und die
Parteistellung von A._ offengelassen werden kann. Hingegen ist der
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Antrag F._ als weiteren Beschwerdeführer zu konstituieren, wegen
fehlendem schutzwürdigem Interesse, abzuweisen. Auf die Beschwerde
ist somit - unter Vorbehalt der Nichtzulassung von F._ als
Beschwerdeführer - einzutreten.
3. a) In formeller Hinsicht gilt es zunächst die Rüge betreffend die Verletzung
des rechtlichen Gehörs zu klären. Konkret wird gerügt, dass anlässlich
des Augenscheins vom 8. Dezember 2016 der Beschwerdeführerin nie
ein Protokoll zugesandt worden sei und somit eine Verletzung des
rechtlichen Gehörs vorläge. Der Beschwerdegegner verletze durch die
Nichtaushändigung eines ordentlichen Protokolls auch allgemeine
Verfahrensregeln und daraus folgend auch die Begründungspflicht.
b) Nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) haben Parteien Anspruch auf
rechtliches Gehör. Auf kantonaler Ebene ist der Grundsatz in Art. 16 ff.
VRG verankert. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung,
andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim
Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des
Einzelnen eingreift (vgl. statt vieler BGE 135 I 187 E.2.2; 127 I 54 E.2b;
BIAGGINI, Kommentar zur Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft, Zürich 2007, Art. 29 Rz. 17; HÄFELIN/HALLER/KELLER,
Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 8. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, Rz.
835; STEINMANN, in: EHRENZELLER/MASTRONARDI/SCHWEIZER/VALLENDER,
Die Schweizerische Bundesverfassung, Kommentar, 2. Aufl.,
Zürich/Basel/ Genf/St. Gallen 2008, Art. 29 Rz. 21). Der Anspruch ergibt
sich allein aus dem Verfahren heraus und gilt vorbehaltlos
(BGE 129 I 232 E.3.3). Grundsätzlich ist der Anspruch auf rechtliches
Gehör formeller Natur. Dies bedeutet, dass die Verletzung zur Aufhebung
der angefochtenen Verfügung führt, unabhängig davon, ob die
Gehörsverletzung einen Einfluss auf das Ergebnis hatte. In besonders
schweren Fällen kann die Missachtung des rechtlichen Gehörs sogar zur
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Nichtigkeit des Verwaltungsaktes führen (MÜLLER, Bernische
Verwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 2011, S. 67).
Zum Anspruch auf rechtliches Gehör gehört insbesondere das Recht des
Betroffenen, sich vor Erlass eines in seiner Rechtsstellung eingreifenden
Entscheids zur Sache zu äussern und an der Erhebung wesentlicher
Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis
zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen
(BGE 127 I 54 E.2b). Das Recht an der Mitwirkung an der
Beweiserhebung und am Verfahren als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs
umfasst das Recht der Parteien, erhebliche Beweise zu offerieren,
Beweismittel über rechtserhebliche Tatsachen beizubringen oder zu
bezeichnen und mit entsprechenden Beweismittel gehört zu werden
(WALDMANN, in: WALDMANN/BELSER/EPINEY [Hrsg.], Basler Kommentar
Bundesverfassung, Basel 2015, Art. 29 Rz. 50).
c) Gemäss der Praxis des Bundesgerichts kann die Verletzung des
rechtlichen Gehörs von einer oberen Instanz geheilt werden. Verlangt
wird diesbezüglich, dass die Rechtsmittelbehörde in jenen Fragen, in
denen das rechtliche Gehör verletzt wurde, über die gleiche Kognition
verfügt wie die Vorinstanz und dem Betroffenen somit die versäumten
Mitwirkungsrechte nachträglich in vollem Umfang gewährt werden
können. Eine Heilung wird grundsätzlich nur in jenen Fällen zugelassen,
in denen die Verfahrensrechte nicht schwerwiegend verletzt worden sind
und überdies nicht allzu stark in die Rechtsstellung der Betroffenen
eingegriffen wurde (BGE 132 V 387). Von einer Rückweisung der Sache
an die Verwaltung ist sodann selbst bei einer gravierenden Verletzung
des rechtlichen Gehörs abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu
einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen
führen würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE
137 I 195 E.2.3.2, 136 V 117 E.4.2.2.2, 133 I 201 E.2.2, 132 V 387 E.5.1;
Urteil des Bundesgerichtes 4D_111/2010 vom 19. Januar 2011 E.3.1).
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d) Vorliegend wurde anlässlich des Augenscheins vom 8. September 2016
im erstinstanzlichen Verfahren tatsächlich kein Augenscheinprotokoll
durch den Beschwerdegegner erstellt. Gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung erwächst aus dem Anspruch des rechtlichen Gehörs die
Pflicht zur Protokollierung entscheidrelevanter Abklärungen,
Einvernahmen und Verhandlungen im Rechtsmittelverfahren (BGE 142 I
86 E.2.2). Das nicht Erstellen eines Augenscheinprotokolls nach einem
durchgeführten Augenschein verstösst somit grundsätzlich gegen den
Anspruch auf das rechtliche Gehör. Vorliegend wurde vom
Verwaltungsgericht am 11. Januar 2018 ebenfalls ein Augenschein
durchgeführt, um sich vor Ort selber über den geschilderten Sachverhalt
ins Bild zu setzen. Bei der geschilderten Verletzung des rechtlichen
Gehörs im erstinstanzlichen Verfahren handelte es sich um eine leichte
Verletzung der Verfahrensrechte. Konkret wurde beim Augenschein vom
8. September 2016 im Rahmen der gewährten Parteivorträge keine
neuen Rügen vorgebracht und die Parteien hielten an ihren Standpunkten
gemäss ihren Rechtsschriften fest. Es traten somit keine neuen
Sachverhaltsaspekte auf, die die Rechtsstellung der Parteien anhand des
fehlenden Augenscheinprotokolls potenziell schwerwiegend hätte
verletzen können. Vorliegend sind die Voraussetzungen für eine
(ausnahmsweise) Heilung offenkundig erfüllt. Es wurde vom
Verwaltungsgericht ein erneuter Augenschein durchgeführt und ein
Augenscheinprotokoll den Parteien zugestellt. Weiter wurde vor
Verwaltungsgericht ein doppelter Schriftenwechsel durchgeführt, in dem
sich die Parteien zu sämtlichen Sach- und Rechtsfragen noch einmal frei
äussern konnten. Hinzu kommt, dass das streitberufene Gericht über eine
uneingeschränkte Überprüfungsbefugnis verfügt, sodass den
Beschwerdeführerinnen auch aus einem allfällig verkürzten Instanzenzug
keine Rechtsnachteile erwachsen können. Eine Rückweisung der ganzen
Streitangelegenheit an den Beschwerdegegner zur Behebung allfälliger
Formmängel würde im konkreten Fall daher lediglich einen
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formalistischen Leerlauf bedeuten und im Resultat zu einer unnötigen
Verfahrensverzögerung führen.
e) Zusammenfassend kann demnach festgehalten werden, dass sich der
Einwand der Beschwerdeführerinnen, das rechtliche Gehör sei verletzt,
als unbegründet erweist beziehungsweise die durch die Vorinstanz
begangene Gehörsverletzung, mit dem hier vorliegenden
Beschwerdeverfahren geheilt wird. Diesbezüglich bleibt noch
festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführerin im Verfahren
widersprüchlich verhalten hat. Einerseits beanstandet sie die
Gehörsverletzung anhand des fehlenden Augenscheinprotokolls,
andererseits erachtete sie die Durchführung eines weiteren Augenscheins
als nicht zielführend und wenig aussagekräftig (Replik zur
Vernehmlassung vom 13. März 2017, S. 3). Die allgemein vorgebrachte
und nicht näher umschriebene Beanstandung der Verletzung der
Begründungspflicht durch die Beschwerdeführerin ist vorliegend
klarerweise nicht erfüllt. Auch bei einer allfälligen Verletzung der
Begründungspflicht könnte diese als Ausfluss des rechtlichen Gehörs
durch das vorliegende Verfahren als geheilt betrachtet werden.
4. Auch der Vorwand der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 16.
Januar 2017, dass aufgrund des "Referentensystems des BVFD" eine
Befangenheit von G._ bestehe, da anzunehmen sei, G._ habe
als Referent zur Departementsverfügung beigetragen, kann nicht gefolgt
werden. Der Vorhalt der Befangenheit durch die Beschwerdeführerin
basiert auf subjektive Annahmen, welche sie nicht substantiieren konnte.
Das Gericht hat keinen Anlass bei G._ von einer Befangenheit
auszugehen. Das Recht auf ein faires Verfahren im Sinne einer gleichen
und gerechten Behandlung gemäss Art. 29 Abs. 1 BV wurde vorliegend
klarerweise nicht verletzt.
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5. a) Hauptsächlich geht es im vorliegenden Verfahren um die Beurteilung der
Rechtmässigkeit des erteilten Enteignungsrechts in der
Departementsverfügung vom 13. Dezember 2016 in Form einer
Personaldienstbarkeit im Sinne eines öffentlichen Fuss- und
Fahrwegrechts zugunsten der Beschwerdegegnerin. Die formelle
Enteignung stellt immer und unabhängig von Grösse und Wert des
enteigneten Grundstücks einen schweren Eingriff in die
Eigentumsgarantie dar (KIENER/KÄLIN, Grundrechte, 2. Aufl., Bern 2013,
S. 346). Bundesrechtlich beurteilt sich ein solcher Eingriff gemäss Art. 36
BV und muss sich deshalb auf ein formelles Gesetz abstützen, durch ein
genügendes öffentliches Interesse gerechtfertigt und verhältnismässig
sein. Dies gilt es nachfolgend zu prüfen (Erwägung 6).
Eine Enteignung oder eine Eigentumsbeschränkung, die einer Enteignung
gleichkommt, muss zudem als Ausfluss der Eigentumsgarantie gemäss
Art. 26 Abs. 2 BV voll entschädigt werden. Diese verfassungsrechtlichen
Grundsätze sind im kantonalen Enteignungsgesetz konkretisiert,
insbesondere in Art. 2 und 9 des Enteignungsgesetzes des Kantons
Graubünden (EntG; BR 803.100). Nach kantonalem Recht ist weiter zu
beachten, dass eine Enteignung nur zulässig ist, sofern keine gütliche
Einigung oder nur unter unverhältnismässigem Kostenaufwand möglich
ist.
b) Ein verfahrensrechtliches Erfordernis für die Enteignung bildet gemäss
Art. 6 Abs. 2 der Enteignungsverordnung des Kantons Graubünden
(EntV; BR 803.110), dass sich der Enteigner ernsthaft um eine Einigung
bemühen muss. Die Gemeinde O.1._ hat bezüglich der Einräumung
der benötigten Dienstbarkeit mehrere Verhandlungen mit der
Beschwerdeführerin geführt und war erstrebt, eine gütliche Einigung
herbeizuführen. Unter anderem wurden der Beschwerdeführerin
verschiedene Dienstbarkeitsverträge unterbreitet, die sie allesamt
vollumfänglich verworfen hat und auf ihrem Standpunkt verharrte. Der
letzte Dienstbarkeitsvertrag wurde der Beschwerdeführerin am 11. April
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2016 unterbreitet, welcher mit Schreiben vom 20. April 2016 ebenfalls
vollumfänglich abgelehnt wurde. Darauffolgend leitete die Gemeinde
O.1._ das Enteignungsverfahren ein. Diese Handlungen lassen
insgesamt erkennen, dass die Beschwerdegegnerin gewillt war, eine
gütliche Einigung zu treffen. Das verfahrensrechtliche Erfordernis von Art.
6 Abs. 2 EntV kann demzufolge als erfüllt betrachtet werden.
Eine weitere verfahrensrechtliche Voraussetzung besteht darin, dass
gemäss Art. 3 Abs. 3 EntG die Departemente über das Enteignungsrecht
für Werke entscheiden, bei denen der Kanton nicht Bauherr ist. In casu
handelt es sich nicht um ein kantonales Werk, womit die Zuständigkeit
des Beschwerdegegners über die vorliegende Enteignung auf der
Parzelle 1035 in der Gemeinde O.1._ zu beschliessen, gegeben war.
Es kann somit festgehalten werden, dass die formell-rechtlichen
Voraussetzungen der Enteignung durch den Beschwerdegegner im
vorliegenden Enteignungsverfahren eingehalten worden sind.
6. a) Schwerwiegende Eingriffe in die Eigentumsgarantie bedürfen einer klaren
und unzweideutigen Grundlage im formellen Gesetz. Bei leichteren
Eingriffe in das Eigentum kann auch eine hinreichende klare
Verordnungsbestimmung genügen (KIENER/KÄLIN, a.a.O., S. 102f.).
Formelle Enteignungen stellen immer einen schweren Eingriff in die
Eigentumsgarantie dar, weshalb der Eingriff in einem formellen Gesetz
geregelt sein muss. Vorliegend stellt Art. 2 EntG eine genügende formelle
gesetzliche Grundlage dar.
b) Weiter muss die Enteignung in einem öffentlichen Interesse liegen (Art.
36 Abs. 2 BV). Grundsätzlich kommen bei der Enteignung alle Arten von
öffentlichen Interessen in Betracht. Einzig rein fiskalische Interessen
genügen zur Begründung einer formellen Enteignung nicht
(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl.,
Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 2397).
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In casu liegt das öffentliche Interesse, wie schon der Beschwerdegegner
und die Beschwerdegegnerin in der Departementsverfügung vom 13.
Dezember 2016 respektive in der Vernehmlassung vom 22. Februar 2017
ausführten, an der Sicherung des Betriebes der Dorfstrasse durch
O.2._ und insbesondere in der Sicherstellung der Dorfdurchfahrt für
Postautos.
Gemäss dem Generellen Erschliessungsplan vom 5. Juli 2011 ist die
Dorfstrasse die einzige Strasse, die sich durch die ganze Ortschaft
O.2._ erstreckt und zudem O.2._ am nördlichen Dorfeingang
und am südlichen Dorfausgang mit der Kantonsstrasse verbindet. Die
einzige öffentliche Bushaltestelle befindet sich im Ortszentrum ungefähr
auf halber Strecke der Dorfstrasse. Die zentrale Lage hat zur Folge, dass
die Bushaltestelle von den meisten Bewohnerinnen und Bewohner
O.2._s leicht zu erreichen ist. Es liegt auf der Hand, dass die
zentrale Lage gegenüber einer dezentralen Lage der Bushaltestelle von
Vorteil ist. Diese zentrale Lage stellt insbesondere für Menschen, die in
ihrer Bewegungsmobilität eingeschränkt sind, einen grossen Vorteil dar.
Gerade in Berggebieten ist eine zentrale Erschliessung durch öffentliche
Verkehrsmittel von grosser Bedeutung, da damit für eine Vielzahl der
Einwohner die Verbindung zu anderen Ortschaften gewährleistet werden
kann.
Die Dimensionierung der Dorfstrasse ist an einigen Stellen sehr eng,
insbesondere an der durch die Dorfstrasse getrennten Grundstücke der
Parzellen 1035 und 1038. Dies führt dazu, dass grössere Fahrzeuge, wie
Postautos, zum Teil gezwungen sind über das Grundstück der Parzelle
1035 auszuholen, damit sie den Engpass in dieser Kurve passieren
können ohne eine Hausmauer zu touchieren. Im Winter verschärft sich
die Situation noch zusätzlich durch die Schneemassen, respektive
Schneemaden am Strassenrand. Die Problematik konnte das
Verwaltungsgericht anlässlich des Augenscheins vom 11. Januar 2018
selbst sehen.
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Aus dem Gesagten folgt, dass im vorliegenden Fall zweifellos ein
erhebliches öffentliches Interesse an der Beibehaltung der einzigen
Bushaltestelle im Dorfzentrum und die damit verbundene Sicherung der
Dorfdurchfahrt durch den öffentlichen Verkehr besteht. Ein öffentliches
Interesse ist somit vorliegend klar ausgewiesen.
c) Schliesslich muss die Enteignung verhältnismässig sein. Der Grundsatz
der Verhältnismässigkeit verlangt, dass die Massnahme geeignet (d.h. die
Zwecktauglichkeit der Massnahme das vorgegebene Ziel zu erreichen),
erforderlich (d.h. die Wahl der mildestmöglichen Massnahme das
vorgegebene Ziel zu erreichen) und zumutbar ist (Verhältnismässigkeit
von Eingriffszweck und Eingriffswirkung). Nachstehend ist somit zu
prüfen, ob die in Frage stehende Enteignung der Parzelle 1035 der
Beschwerdeführerinnen geeignet, erforderlich und zumutbar ist, um das
im öffentlichen Interesse liegende Ziel, der Sicherung der Dorfdurchfahrt
für den öffentlichen Verkehr, zu erreichen.
aa) Die Enteignung muss geeignet sein, das im öffentlichen Interesse
liegende Ziel zu erreichen. Die Einräumung des nachgesuchten
dinglichen Rechts im Sinne eines öffentlichen Fuss- und Fahrwegrechts
ist geeignet, die im öffentlichen Interesse liegende Dorfdurchfahrt durch
O.2._ für den öffentlichen Verkehr sicherzustellen.
bb) Eine Enteignung muss unterbleiben, wenn sie für die Erreichung des
angestrebten, im öffentlichen Interesse liegenden Ziels nicht erforderlich
ist, das bedeutet, wenn eine gleichermassen geeignete aber mildere
Anordnung das anvisierte Ziel ebenso gut erreicht. Unter dem Aspekt der
Erforderlichkeit darf ein Eingriff in sachlicher, räumlicher, zeitlicher und
personeller Hinsicht nicht über das Notwendige hinausgehen. Mit anderen
Worten: Der Eingriff darf nicht schärfer sein, als dies der Zweck der
Massnahme verlangt, und ist unzulässig, wenn auch ein geringerer
Eingriff zum Ziel führt.
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Zu der Frage, ob die Enteignung respektive Einräumung einer
Personaldienstbarkeit im Sinne eines öffentlichen Fuss- und
Fahrwegrechts im Umfang von 17.4 m2 zulasten der Parzelle 1035
erforderlich ist, wurden diverse Gegenargumente von der
Beschwerdeführerin eingebracht, die es nachfolgend zu prüfen gilt.
Die Beschwerdeführerin führte in ihrer Beschwerde vom 16. Januar 2017
sinngemäss aus, dass die Möglichkeit einer Bushaltestelle auf der
Kantonsstrasse statt im Dorfinnern zu prüfen sei. Für die Beurteilung der
Verhältnismässigkeit bedürfe es hierfür zweier konkreter Schätzungen,
die einander gegenübergestellt werden könnten; nämlich einer Schätzung
der Kosten von mindestens drei möglichen Dorfumfahrungen, welche der
effektiven Enteignungsentschädigung gegenübergestellt würden.
Die Verlegung der Bushaltestelle an den Dorfrand stellt keine mildere
Massnahme gegenüber der Einräumung eines öffentlichen Fuss- und
Fahrwegrechts auf der Parzelle 1035 dar. Dies konnte der
Beschwerdegegner in der Departementsverfügung vom 13. Dezember
2016 schlüssig aufzeigen. Hierfür mehrere Gutachten einzuholen, wie von
der Beschwerdeführerin gefordert, ist nicht notwendig. Es ist offenkundig,
dass mit einer Verlegung der Bushaltestelle an den Dorfrand das
öffentliche Interesse der Sicherung der Dorfdurchfahrt durch den
öffentlichen Verkehr nicht mehr sichergestellt werden kann. Es würde
keine gleichwertige Erschliessung darstellen. Auch die finanziellen Kosten
würden ungleich höher als bei einer Enteignung ausfallen. Gemäss den
Ausführungen der Departementsverfügung vom 13. Dezember 2016
müsste sogar mit einem relativ grossen finanziellen Aufwand gerechnet
werden. Die Kosten würden vor allem anhand der baulichen
Anforderungen an die Verkehrssicherheit entstehen. Die Kantonsstrasse
müsste im Nahbereich der Bushaltestelle ausreichend beleuchtet werden.
Weiter müsste die Kantonsstrasse, sofern keine andere
Querungsmöglichkeit wie eine Unter- oder Überführung besteht, eine
mindestens 1.50 m breite Verkehrsinsel in der Strassenmitte aufweisen.
Solche baulichen Massnahmen würden gezwungenermassen eine
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Aufweitung der bestehenden Kantonsstrasse mit sich bringen. Auch die
Lösung mittels eines Wendeplatzes wäre mit einem erheblichen
Landbedarf verbunden (vgl. Departementsverfügung vom 13 Dezember
2016, Ziff. 2.3.2, S. 9). Zu beachten bleibt auch der Aspekt, dass der zu
beanspruchende Landbedarf der Gemeinde für eine solche Lösung um
ein Vielfaches grösser wäre als die in Frage stehende Enteignung über
17.4 m2.
Bei der Beurteilung, ob eine Bushaltestelle ausserhalb des Dorfkerns eine
mildere Massnahme darstellt, ist insbesondere das öffentliche Interesse
der Beibehaltung einer Bushaltestelle in O.2._ zu beachten. Wie in
der Erwägung 6.b) ausgeführt, stellt eine zentral gelegene Bushaltestelle
in O.2._ sicher, dass die meisten Bewohner diese leicht erreichen
können. Dies wäre bei einer dezentral gelegenen Bushaltestelle auf der
Kantonsstrasse nicht mehr im gleichen Masse gewährleistet.
Eine Bushaltestelle ausserhalb von O.2._ stellt somit offensichtlich
kein milderes Mittel gegenüber der Einräumung eines öffentlichen Fuss-
und Fahrwegrechts auf der Parzelle 1035 dar.
Die Beschwerdeführerin bringt weiter ein, dass ein Wandeinschnitt am
Nachbarhaus auf der Parzelle 1038 gegenüber einer Enteignung um
17.4 m2 auf der Parzelle 1035 die mildere Massnahme darstellen würde.
Vorgängig ist hierzu festzuhalten, dass anlässlich des Augenscheins vom
11. Januar 2018 Demonstrationsfahrten eines Postautobusses
durchgeführt wurden. Entgegen den Ausführungen der
Beschwerdeführerinnen in ihrer Stellungnahme zum
Augenscheinprotokoll vom 24. Januar 2018 konnte anhand der
Demonstrationsfahrten aufgezeigt werden, dass die von der Gemeinde
nachgesuchte Servitutsfläche in vollem Umfang benötigt wird, um das
enge Strassenstück in beide Richtungen passieren zu können. Die
Beschwerdeführerinnen versuchten in ihrer Stellungnahme darzulegen,
dass der durchgeführte Augenschein vom 11. Januar 2018 nur dazu
dienen sollte, das Augenmerk auf den benötigten Flächenbedarf zur
richten und die Demonstrationsfahrten respektive Fahrtenlinien danach
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ausgerichtet gewesen sein, sollten diesen Flächenbedarf zu belegen. Der
Augenschein vom 11. Januar 2018 diente einzig dazu, dass sich das
Verwaltungsgericht selber über die Situation ins Bild setzen konnte. Dem
Vorwurf, der Augenschein sei zielgerichtet im Sinne der
Beschwerdegegner ausgeführt worden, muss widersprochen werden. Die
Beschwerdeführerinnen sind der Auffassung, dass anhand des
Augenscheins der nachgesuchte Flächenbedarf der Gemeinde nicht
nachgewiesen werden konnte. Um dies zu belegen, kommentierten die
Beschwerdeführerinnen ausgewählte Fotos in ihrer Stellungnahme.
Zusammenfassend und sinngemäss beanstandeten sie, dass das
Postauto nicht auf der Ideallinie gefahren sei und durch das
„demonstrative Ausholmanöver“ mehr Platz als nötig an der
Strassenseite, wo die Parzelle 1035 angrenzt, benötigt habe. Die
Platzverhältnisse des in Frage stehenden Strassenabschnittes sind derart
eng, dass schon kleinste Unterschiede im Lenkverhalten der Chauffeure
eine relativ grosse Auswirkung auf den benötigten Platzbedarf hat (vgl.
Kurzbericht der E._ AG vom 1. April 2016, S. 1). Die Argumentation
der Beschwerdeführerinnen, die in Frage stehende Servitutsfläche würde
nicht benötigt, fusst immer auf der Voraussetzung, dass der
entsprechende Postautochauffeur eine exakte Ideallinie fährt. Viel
Spielraum besteht indes nicht, dies hat der durchgeführte Augenschein
deutlich vorgeführt. Gemäss Kurzbericht der E._ AG vom 1. April
2016 sind bei diesen Fahrzeugtypen beidseitige Sicherheitsabstände von
mind. 25 cm erforderlich um die Fahrungenauigkeit zu kompensieren.
Weiter argumentieren die Beschwerdeführerinnen, dass der
Aussenspiegel eingeklappt und dadurch die benötigte Strassenfläche
verringert werden könnte. Allein unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit,
stellt das Einklappen der Rückspiegel keine taugliche Massnahme dar.
Gerade bei so engen Passagen ist es wichtig die Strassenabstände im
Blickfeld zu behalten. Im Übrigen kann nicht bei jedem Fahrzeug der
Seitenspiegel derart eingeklappt werden, dass ein Kreuzen ohne grössere
Einschränkung möglich ist. Zudem würde das stetige Einklappen des
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Spiegels die Situation nicht merklich entschärfen, weil die zu passierende
Stelle unbestrittenermassen eng ist und ein Teil der ordentlichen
Strassenfläche sich auf der Parzelle 1035 befindet.
Die E._ AG kommt in ihrem Gutachten (Kurzbericht) vom 1. April
2016 zum Schluss, dass die innerörtliche Befahrbarkeit für den
öffentlichen Verkehr nur sichergestellt werden könne, wenn insgesamt
17.4 m2 der Parzelle 1035 beansprucht werde. Für das
Verwaltungsgericht gibt es keine Anhaltspunkte diese Auffassung in
Zweifel zu ziehen, insbesondere konnte sich das Verwaltungsgericht mit
dem Augenschein vom 11. Januar 2018 selber über die Sachlage ins Bild
setzen und kommt zum Schluss, dass die von der Gemeinde O.1._
nachgefragte Servitutsfläche für die Sicherstellung des öffentlichen
Verkehrs durch O.2._ benötigt wird. Für das Verwaltungsgericht
besteht demzufolge auch keinen Anlass, wie von der Beschwerdeführerin
gefordert, eine erneute Schleppkurvenanalyse durchführen zu lassen.
Die Beschwerdeführerin führt in ihrer Beschwerde vom 16. Januar 2016
und der Replik zur Vernehmlassung vom 13. März 2017 aus, dass die
Enteignung im Sinne eines öffentlichen Fuss- und Fahrwegrechts im
Umfang der benötigten 17.4 m2 gegenüber drei „kleineren Einschnitte“ an
der Südwestfassade des Gebäudes auf der Parzelle 1038, die mildere
Massnahme darstellen würde, da insbesondere ihr dadurch das Parkieren
verunmöglicht werde. Wie oben ausgeführt, ist für die Sicherstellung der
Durchfahrt des öffentlichen Verkehrs durch O.2._ die
Beanspruchung von 17.4 m2 auf der Parzelle 1035 vonnöten. Unter dieser
Voraussetzung sind auch die Wandeinschnitte, wie von der
Beschwerdeführerin vorgebracht, als angeblich milderes Mittel, zu
beurteilen. Die Gemeinde O.1._ hat von der E._ AG mittels
Schleppkurvenanalyse vom 9. Februar 2017 den notwendigen
Gebäudeabbruch auf der Parzelle 1038 ermitteln lassen, damit das
Postauto den Engpass passieren könnte ohne dabei das parkierte
Fahrzeug auf der Parzelle 1035 zu touchieren. Die Berechnung hat
ergeben, dass der südwestliche Gebäudeteil auf der Parzelle 1038 auf
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einer Länge von ca. 8.9 m um ca. 0.6 m und südöstlich auf einer Länge
von ca. 6.25 m um ca. 0.85 m im Grundriss zurückzubauen wäre.
Ausgehend von dieser Schleppkurvenanalyse hat die Gemeinde
O.1._ von H._, Dipl. Architekt FH SIA SWB, die ungefähren
Kosten für einen entsprechenden Rückbau des südwestlichen
Gebäudeteils schätzen lassen. Die Kostenschätzung vom 13.
Februar 2017 geht von einem Kostenaufwand für den Rückbau des
südwestlichen Gebäudeteils von ca. Fr. 340’000.-- (+/- 25 %) aus. Zu
beachten ist, dass in dieser Kosteneinschätzung der Kostenaufwand für
den Rückbau des südöstlichen Gebäudeteils, allfällige notwendige
Massnahmen an der bestehenden Dachkonstruktion und die
Instandstellung einer allfälligen durch Bauarbeiten verursachte
Rissbildung am Gebäude nicht eingerechnet sind. Angesichts dieser
hohen Kosten, welche die Gemeinde für einen Wandeinschnitt aufbringen
müsste, stellt diese Massnahme klarerweise, auch unter dem Aspekt,
dass das Parkieren auf der Nordwestseite des Hauses - je nach
Fahrzeuggrösse - nicht mehr gewährleistet ist, keine mildere Massnahme
dar.
Die Beschwerdeführerinnen bringen in ihrer Stellungnahme zum
Augenscheinprotokoll vom 24. Januar 2018 weiter ein, dass am
südöstlichen und südwestlichen Teil des Gebäudes, respektive an den
beiden Engen des Strassenabschnitts auf der Parzelle 1038, mind. 10-
20 cm zu gewinnen seien, wenn das Dämmmaterial entfernt würde. Auch
dies stellt keine mildere Massnahme dar, da sie schon nicht geeignet
wäre das öffentliche Interesse an der Sicherstellung des öffentlichen
Verkehrs durch O.2._ zu gewährleisten. Wie oben dargelegt werden
dafür 17.4 m2 der Parzelle 1035 benötigt. Die dafür benötigten
Wandeinschnitte, um eine Durchfahrt ohne die Belastung auf der Parzelle
1035 gewährleisten zu können, wären an der südöstlichen Seite an der
tiefsten Stelle 85 cm und an der südwestlichen Seite 60 cm. Eine
Massnahme, die allfällig maximal 20 cm des Mauerwerks verringern
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würde, ist somit nicht geeignet und stellt daher schon gar keine taugliche
(Alternativ-)Massnahme dar.
Die diesbezüglichen Anträge der Beschwerdeführerin, ein Gutachten zu
den möglichen Massnahmen am Gebäude auf der Parzelle 1038 mit dem
Ziel der Dorfdurchfahrtsoptimierung und (Computer-)Simulationen für die
optimale Dorfdurchfahrt zu erstellen, werden aufgrund des genügend
nachgewiesenen Sachverhalts für nicht notwendig erachtet und deshalb
abgelehnt.
Zusammenfassend kann somit gesagt werden, dass die strittige
Enteignung im Sinne eines öffentlichen Fuss- und Fahrwegrechts im
Umfang von 17.4 m2 zulasten der Parzelle 1035 und zugunsten der
Gemeinde O.1._ erforderlich ist.
cc) Eine Verwaltungsmassnahme erweist sich als zumutbar, wenn zwischen
der konkreten Eingriffswirkung und den mit diesem Eingriff konkret
verfolgten Interessen ein vernünftiges Verhältnis besteht (sog. Zweck-
Mittel-Relation). Konkret muss das mit der Enteignung verfolgte
öffentliche Interesse gegenüber dem Interesse des Enteigneten
überwiegen (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 2403).
In casu steht das öffentliche Interesse der Sicherung der Dorfdurchfahrt in
O.2._ durch den öffentlichen Verkehr gegenüber dem privaten
Interesse der Beschwerdeführerinnen an der ungehinderten Ausübung
der Eigentumsfreiheit. Stellt man diese zwei Interessen gegenüber, so
wiegt das hier in Frage stehende öffentliche Interesse schwerer als das
private Interesse am ungetrübten Eigentumsgebrauch. In dieser Hinsicht
gilt es zu beachten, dass die vorliegende Enteignung in Form einer
Belastung mittels Dienstbarkeit nachgefragt wird, dies führt zwar zu einem
möglichen Verlust des Aussenparkplatzes für die Beschwerdeführerinnen,
dem gegenüber stehen unverhältnismässig hohe Kosten für
Alternativmassnahmen, welche die Sicherstellung der Dorfdurchfahrt
garantieren würden. Vorliegend wiegt somit das öffentliche Interesse
klarerweise schwerer als das private Interesse.
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7. Zusammenfassend kann in materieller Hinsicht festgehalten werden, dass
die Departementsverfügung vom 13. Dezember 2016 somit rechtens ist.
Die materiell-rechtlichen Voraussetzungen für die Erteilung des
Enteignungsrechts sind in casu erfüllt. Das vorhandene öffentliche
Interesse vermag das Interesse der Beschwerdeführerinnen zu
überwiegen und der Grundsatz der Verhältnismässigkeit ist gewahrt, was
zur vollumfänglichen Abweisung der Beschwerde vom 16. Januar 2017
und zur Bestätigung der Departementsverfügung vom 13. Dezember
2016 führt.
8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG - im Unterschied zum erstinstanzlichen Verfahren
gemäss Art. 9 Abs. 3 EntV und Art. 22 Abs. 1 EntV - vollumfänglich unter
solidarischer Haftbarkeit gemäss Art. 72 Abs. 2 VRG den unterliegenden
Beschwerdeführerinnen aufzuerlegen. Die Staatsgebühr wird auf
Fr. 3'000.-- festgelegt. Dem Beschwerdegegner und der
Beschwerdegegnerin ist gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG keine
Parteientschädigungen zuzusprechen, da diese lediglich in ihren
amtlichen Wirkungskreisen obsiegen.