Decision ID: 1641f09e-68a1-4957-85b3-e6447042ab44
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1966 geborene, aus Pakistan stammende
X._
ist verheiratet und
Vater von
vier
Kindern (geboren 2005, 2010,
2010
und 2016
; Urk.
6/3
/2,
6/42/28
, 6/51/6
). Er
hat
keinen Beruf erlernt
und war z
uletzt in einem 100%-Pensum bei der
Y._
AG als Taxichauffeur tätig (Urk. 6/3/4).
Ab dem 23. Mai 2015 bezog
er
von der AXA Winterthur Krankentaggelder (Urk. 6/19/20).
Am 29. Dezember 2015 meldete er sich unter Hinweis auf Nackenschmerzen bezieh
ungsweise
auf ein
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom bei der Sozialversi
che
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 6/3).
Zur Klärung der aktuellen Situation führte die
IV-Stelle
am 17. Februar 2016 zunächst ein Standortgespräch mit dem Versi
cherten durch (Urk. 6/12)
und zog den Auszug aus dem individuellen Konto bei
(IK-Auszug, Urk. 6/1, 6/10, 6/11)
.
Mit
Schreiben
vom 7. März 2016 teilte
sie
dem Versicherten mit, dass aufgrund seines Gesundheitszustandes keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen mög
lich seien
und der Rentenanspruch geprüft werde
(Urk. 6/16).
Im Folgenden zog die IV-Stelle die Akten des Krankentaggeldversicherers
AXA
Winterthur bei
(Urk. 6/19
, 6/30
) und
holte verschiedene Arztberichte ein (Urk. 6/18/7-9, 6/21/1-5
,
6/23/1-3, 6/27/1-3, 6/33/4-6). Nachdem
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
vom
Regionale
n
Ärztliche
n
Dienst (RAD) zu diesen Arztberichten
am 31. Mai 2016 (Urk. 6/60/3-4), am 3. September 2016 (Urk. 6/60/5-6)
und
am 24. Februar 2017 (Urk. 6/60/7-8)
Stellung
genom
men hatte
, holte die IV-Stelle ein rheu
matologisches Gutachten bei Dr. med.
A._
, Facharzt
FMH
für Innere Medizin und Rheumaerkrankungen,
mit zusätzlicher Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
ein
, welches am 21. April 2017 erstattet wurde
(Urk. 6/42
/1-44
, 6/43
).
In der Folge nahm
RAD-Arzt Dr.
Z._
am 10. Mai
2017
zum rheumatologischen Gutachten
Stellung (Urk. 6/60/8-9)
.
Die
IV-Stelle
holte
schliesslich
ein psychiatrisches Gutachten bei Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, ein (Urk. 6/51)
.
Sodann nahmen RAD-Arzt Dr.
Z._
sowie RAD-Arzt Dr. med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erneut zur Sache Stellung (Urk. 6/60/10-11). Anschliessend führte die IV-Stelle einen Einkommensvergleich durch (Urk. 6/52).
Mit Vorbescheid vom 7. Juli 2017 stellte
sie
dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 6/53), wogegen dieser am 2. Oktober 2017 Einwand erhob (Urk. 6/58)
.
Mit Verfügung vom 9. November 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (Urk.
2 =
6/63).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 12. D
ezember 2017 Beschwerde
und bean
tragte
, es sei
en ihm die gesetzlichen Leistungen, insbesondere
ab August 2016 eine
Viertel
s
rente
zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 30. Janu
ar 2018
schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5)
,
worüber der Versicherte
mit Verfügung vom 31. Januar 2018
orientiert
wurde (Urk. 7).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung;
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
G
emäss der mit
BGE 130 V 352
begründeten und seither stetig weiter entwick
el
ten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare psychosomatische Leiden (
BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3, 142 V 342
) in der Regel keine lang dauernde, zu einer Inva
lidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Ein
zelfall anhand verschiedener Kriterien (so genannte «Foerster-Kriterien», vgl. BGE 130 V 352, BGE 131 V 49 E. 1.2, je wiedergegeben BGE 139 V 547 E. 5 mit weiteren Hinweisen).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung auf
gegeben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch
einen strukturierten normativen Prüfungsraster
ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tat
sächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfaktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und
widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewie
s
en sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE
142 V 106 E. 4.5; Urteil des Bun
desgerichts 8C_676/2017 vom 28.
Februar 2018 E. 6.3).
Gemäss BGE 143 V 418 (E. 7) sind neu sämtliche psychischen Leiden, laut BGE
143 V 409 (E. 4.5.2) namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressio
nen, einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen
(Ände
rung der Rechtsprechung).
1.3.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/
2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
-
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Verneinung eines Rentenanspruchs in der angefochtenen Verfügung damit, dass der Beschwerdeführer gemäss
rheuma
tologischer und psychologischer Untersuchung sowohl in seiner bisherigen Tätig
keit als Taxichauffeur als auch in einer anderen optimal angepassten Tätigkeit maximal 80 % arbeitsfähig se
i.
Da deswegen
eine Erwerbseinbusse von 20 % und damit ein Inv
aliditätsgrad von 20 % vorliege, bestehe kein Anspruch
auf eine Invalidenrente (
Urk. 2
S. 2).
In Bezug auf die vom Beschwerdeführer im
Vorbescheidverfahren
geltend ge
machten Einwände merkte die IV-Stelle sodann an, dass - entgegen der Be
haup
tung des Beschwerdeführers - der Bericht von Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, vom 24. Februar 2016 im rheumatologischen Gutachten von Dr.
A._
kommentiert und in die medi
zinische Beurteilung miteingeflossen sei (Urk. 2 S. 2).
2.2
Der Versicherte wandte in seiner Beschwerdeschrift gegen diese Beurte
ilung im Wesentlichen ein
, dass
die Beschwerdegegnerin fälschlicherweise davon ausge
gangen sei, dass ihm aus somatischer und psychiatrischer Sicht die bisherige Tätigkeit als Taxichauffeur noch zumutbar sei. Weil der rheumatologische Gut
achter Dr.
A._
festgehalten habe, dass sich dies lediglich «vermuten, objektiv jedoch nicht begründen» l
asse
,
sei nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass ihm die bis
herige Tätigkeit noch zugemutet
werden könne. Dies gelte umso mehr, als auch die Universität
sklinik
E._
von einer 100%
igen Arbeitsunfähigkeit in seiner bisherigen Tätig
keit ausgegangen sei (Urk. 1 S. 5).
Dem Gesagten zufolge sei das Invalideneinkommen nicht auf der Basis des bisher als Taxichauffeur erzielten Einkommens zu berechnen, sondern aufgrund der Tabellenlöhne. Ausgehend von den
LSE 2014, TA1_tirage_skill_level, Total, Kompetenzniveau 1, Männer
, sei von einem durchschnittlichen Monatslohn von Fr. 5‘312.
--
auszugehen
beziehungsweise
bei einer Arbeitsfähigkeit von 100 %
von
einem
Validene
inkommen
von Fr. 66‘
443.--,
a
ufgerechnet auf das Jahr 2016
von einem
Valideneinkommen
von Fr. 67‘052.--. Bei einer Einschränkung von maxi
mal 30 % entspreche dies einem Invalideneinkommen von Fr. 46‘937.--. Aufgrund des Alters des Versicherten, seiner Deutschkenntnisse und der Tatsache, dass der Beschwerdeführer keinen Beruf erlernt habe, rechtfertige sich ein leidensbedingter Abzug in der Höhe von 10 %, weswegen von einem Inv
aliden
einkommen von Fr. 42‘243.--
auszugehen
sei. Unter Berücksichtigung eines
Va
lideneinkommens
von Fr. 73‘411.--
resultiere damit eine
Einkommenseinbusse
im Umfan
g von Fr. 31‘168.--
beziehungsweise ein Invaliditätsgrad von 42.5 %. Dem Beschwerdeführer sei deshalb ab dem 1. August 2016 eine
Viertel
s
rente
zuzusprechen
(
Urk. 1
S. 5).
3
.
3.1
A
m 4.
November 2015
stellte
Dr.
D._
im Rahmen einer rheumatologischen Stand
ortbestimmung
zuhanden des Hausarztes
Dr. med.
F._
, Facharzt
FMH
für Allgemeine Innere Medizin,
die Diagnos
e eines chronischen
myo
fas
cia
len
cervicospondylogenen
/
cervicoradikulären
(C5 links) Schmerzsyndroms
mit neu
ropathischem Schmerzcharakter und hielt fest
, dass die Ätiologie der ge
schil
derten Schmerzsymptomatik mit
grosser
Wahrscheinlichkeit in der degenerierten Halswirbelsäule bei Verdacht auf Reizung der Nervenwurzel C5 links liege (Urk. 6/19/5).
In der Folge stellte sich der Beschwerdeführer an der Universitäts
klinik
E._
wegen andauernder Schmerzen im Nacken
mit Ausstrahlung in den linken Oberarm
seit Dezember 2015 zur wirbelsäulenchirurgischen Beurtei
lung
vor.
Dabei diagnosti
zierte der behandelnde Arzt Dr. med.
G._
, Chefarzt Wirbelsäulenchirurgie,
mit Bericht vom 7. März 2016
eine unspezifische
Zervikobrachialgie
links bei degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule auf Höhe C5/6 mit medio la
teraler
Diskusprotrusion
rechts (Urk. 6/18/7).
Nach
dem sich
Dr. med.
H._
, Facharzt FMH für Neurochirurgie,
im Rahmen einer Zweitmeinung
zuhanden des Hausarztes Dr.
F._
zur Diagnose
,
nicht abe
r zur Arbeitsfähigkeit
geäussert
hatte
(vgl. Urk. 6/19/14-15), attestierte Dr.
F._
in seinen Berichten vom 18. Mai 2015 sowie vom 24. August 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 6/21/1-5, 6/23/1-3).
Im Mai 2016 wurde der Beschwerdeführer innerhalb der Universitätsklinik
E._
vom Wirbelsäu
lenteam an
die Schulterspezialisten überwie
sen
(
vlg
. Urk. 6/23/4)
. Diese konnten
bildmorphologisch
eine
kleine Oberrandläsion sowie eine Bursitis
subac
ormialis
bei deutlicher
Druckdolenz
über dem AC-Gelenk objektivieren
(Urk. 6/23/6 f.).
Zwischenzeitlich
hie
lt Dr. med.
I._
, Facharzt FMH für I
nnere Medizin und Rheumatologie, in
seiner Stellungnahme
vom 28. Juli 2016 zuhanden des Krankentaggeldversicherers
AXA Winterthur fest, dass die von Dr.
F._
atte
stierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar sei. Als Taxichauffeur komme es regelmässig zu Rotationsbewegungen an der Halswirbelsäule und Gewichtsbelastungen bei Über-Kopf-Arbeiten, sodass er für diese Tätigkeit die Arbeitsfähigkeit mit 50 % beurteile.
Eine schultergelenkschonende
Tätigkeit ohne repetitive Über-Kopf-Arbeiten und ohne repetitive Rotationsbewegungen an der Halswirbelsäule beurteile er als
vollständig
zumutbar (Urk. 6/30/3 f.).
Mit Bericht
vom 11. November 2016 attestierte
Dr. med.
J._
von der Univer
si
tätsklinik
E._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit (Urk. 6/27/1
).
Schliesslich
stellte Dr. med.
K._
von der Universitätsklinik
E._
mit Bericht vom 14. Februar
2017
als
Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ein schmerzhaftes
subacromiales
Impingement
mit
Capsulitis-Kompontente
der linken Schulter mit/bei
Scapuladyskinesie
und Oberrandläsion
Subscapularis
sowie unspezifische
Zervikalgien
lin
k
s mit/bei degenerativen Ver
änderungen der Halswirbel
säu
le insbesondere auf dem Segment C5/6 mit medio-lateraler
Diskusprotrusion
rechts.
Nach erfolgloser dreifacher Infiltration, Physio
therapie, Chiropraktik und
Capsulitistherapie
seien die Behandlungsoptionen
ausgeschöpft, weswegen lediglich eine symptomatische
Behandlung
mit Schmerz
therapie
und Schmerzmodulation
Erfolg versprechen könnte.
Hinsichtlich der Arbeits
un
fähigkeit
hielt er lediglich fest
, dass
eine solche
von der Klinik
nicht
attestiert
worden sei (Urk. 6/
33/4 ff.).
3.2
Im Rahmen
ihrer
weiteren
Abklärungen ordnete die Beschwerdegegnerin Ende Februar 2017 zur Klärung der Leistungsansprüche eine rheumatologische Unter
suchung an (Urk. 6/39).
Gestützt auf die zur Verfügung gestellten Akten
und die
am
19. und 20. April 2017
durchgeführte EFL
erstattete Dr.
A._
am 21. April 201
7 sein rheumatologisches Gutachten (Urk. 6/42/1-44) und stellte folgende Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/42/35):
-
chronisches Schmerzsyndrom im Bereich des linken oberen Quadranten mit/bei
-
m
uskulärer
Dysbalance
-
Oberrandläsion der Sehne des
Musculus
subscapularis
-
u
nspezifische, vor allem
t
horakale und
zervikothorakale
Rücken
schmerzen
mit/bei
-
Fehlhaltung und Haltungsinsuffizienz
-
minimale
Diskopathie
C4/5, C5/6 und C6/7
Einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verneinte er bezüglich der
weiteren
Diag
nose einer arteriellen Hy
pertonie mit
Er
stdiagnose
im Jahr
2010 (Urk. 6/42/35).
Sodann kam er zum Schluss, a
ufgrund des ihm präsentierten Beschwerdebildes
mit Selbs
tlimitierungen
und lediglich unspezifischen klinischen Befunden,
w
elches aus somatischer Sicht keine Erklärung finde, müsse die Arbeitsfähigkeit medizin
theoretisch aufgrund objektivierbarer Befunde, welche vorliegend minimal seien, abgeschätzt werden
(Urk. 6/42/
36)
.
Die anamnestisch angegebenen lumbalen und zervikalen Rückenschmerzen seien bei der beobachteten Fehlhaltung, vermuteten Haltungsinsuffizienz und den nachgewiesenen Degenerationen zervikal durchaus
plausibel. Die Diskrepanz zwischen den angegebenen Beschwerden, Limitie
rungen
und den minimale
n objektivierbaren Befunden lasse
stark verdächtig auf eine
somatoforme Sch
merzstörung
schliessen
. Aus internistisch-
rheumatologischer Sicht
könne keine gravierende Gesundheitsstörung objektiviert werden
(Urk. 6/42/42 f.)
.
Insofern sei aus
somatischer Sicht zumindest
in
einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Bei der
EFL
habe sich der Beschwerdeführer
derart
limitiert, dass lediglich Aussagen zur Leistungsbereitschaft möglich seien. Dabei entspreche die demonstrierte Leis
tungsfähigkeit einer leichten Tätigkeit mit Hantieren von Gewichten bis 7.5
Kilo
gramm, was unter den Anforderungen an die Tätigkeit als Taxi
chauffeur
liege.
Es sei jedoch davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei normalem
Effort
mehr hätte leisten können. Ob ihm die alte Tätigkeit wieder zumutbar sei, lasse sich vermuten, jedoch nicht obj
ektiv begründen (Urk. 6/42/36
f.
).
Sämtliche the
ra
peutischen Bemühungen seien bisher erfolglos geblieben, weswegen
er
unspe
zifische aktive
Massnahmen
zur Verbesserung der allgemeinen Fitness sowie
Rumpfstabilität empfehle
.
Vorliegend zeige sich unter somatisch orientiertem
Therapieansatz jedoch ein absolut unbefriedigender und therapieresistenter Heil
verlauf, so dass vor allem psychologisch-psychiatrische Probleme und psycho
soziale Faktoren eine
eminente Rolle spielen würden
, weshalb zur Prognose wohl eher ein psychiatrischer Facharzt unter Würdigung aller psychosozialen Faktoren Stellung beziehen
müsse
(Urk. 6/42/37).
3.3
Nachdem RAD-Arzt Dr.
Z._
in seiner Stellungnahme vom 10. Mai 2017 fes
tge
halten hatte
, dass zur Beantwortung der Frage, ob auf psychiatrischem Fachgebiet eine Gesundheitsstörung mit oder ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege, eine psychiatrische Begutacht
ung angezeigt sei (Urk. 6/60/9)
und die Beschwerdegegnerin ein solches Gutachten in Auftrag gegeben hatte (vgl. Urk. 6/46)
, erstattete
Dr.
B._
sein psychiatrisches Gutachten am 15. Juni 2017 und
stellte die Diagnosen
eines chronischen
Schmerzsyndrom
s
mit somatischem Kern und somato
former Komponente (ICD-10: F45.4) sowie
eine
Angst und
eine
depressive Störung gemischt (ICD-10: F41.2;
Urk. 6/51
/13).
Die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers werde vorwiegend durch die chronischen Schmerzen bee
in
trächtigt; die Angst und die depressive Störung gemischt füh
re nicht zu wesent
lichen Funktionseinschränkungen
(Urk. 6/51/11)
. Als zusätzliche belastende Fak
toren seien die gegenwärtigen finanziellen Probleme
,
die gegenwärtige Arbeits
losigkeit und
die langjährige Trennung von seiner Familie zu beschreiben
(Urk. 6/51/13).
Bezüglich der psychischen Symptomatik habe er keine Hinweise auf Aggravation feststellen können
(Urk. 6/51/12)
. Eine psychiatrisch-psycho
therapeutische Behandlung sowie Eingliederungsbemühungen seien bisher nicht erfolgt. Die Probleme bei der Eingliederung seien teilweise durch das Störungsbild selbst bedingt. Er gehe von einem 40%igen krankheitsbedingten und einem 60%igen selbstlimitierungsbedingten Anteil aus
(Urk. 6/51/14 f.)
.
Aus rein psy
chiatrischer Sicht sei aufgrund der gemischten leichten Angststörung mit be
gleitender leichten
D
epressivität unter der Bedingung, dass der Beschwerdeführe
r tagsüber kein
Temesta
einnehme
und unter Abstraktion der somatischen Beein
trächtigungen medizintheoretisch die bisherige Tätigkeit als Chauffe
ur mit einem leicht verminderten
Pensum zu 70-80
% ausführbar. In einer den körperlichen Beschwerden a
ngepassten
Tätigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht aufgrund der leichten depressiven Begleitsymptomatik und der Angstsymptomatik nur eine minime Einschränkung der Arbeitsfähigk
eit von schätzungsweise 20-30 %
. Wann genau die psychische Begleitsymptomatik einsetze,
liesse
sich retrospektiv nicht exakt feststellen, sei aber wahrscheinlich im Verlauf des Jahres 2015 der Fall gewesen
(Urk. 6/51/16).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin erachtete einen invalidisierenden Gesundheitsschaden gestützt auf das von ihr eingeholte rheumatologische sowie psychiatrische Gut
achten als nicht ausgewiesen.
Strittig und zu prüfen ist,
welche somatischen und
psychischen Gesundheitsbeschwerden
ausgewiesen
sind und welche Auswir
kung
-
e
n
sie
auf die Arbeitsfähigkeit haben.
4.2
4.2.1
Zunächst ist auf die im Gutachten aus somati
scher Sicht attestierte Einschrä
n
kung d
er Arbeitsfähigkeit einzugehen.
Der rheumatologische Gutachter Dr.
A._
kam zum Schluss, dass
aus somat
ischer Sicht zumindest für eine
leichte bis mittel
schwere Tätigkeit von einer vollen
Arbeitsfähigkeit auszugehen sei
(Urk. 6/42/36).
Das Gutachten von Dr.
A._
basiert auf einer fachärztlich-rheumatologischen Untersuchung
(Urk. 6
/42/31 ff.)
, in deren Rahmen insbesondere auch
eine EFL
durchgeführt wurde (Urk. 6/42/23 ff., 6
/43). Die Expertise wurde ferner in detail
lierter Kenntn
is der
Vorakten
erstellt (Urk. 6
/42/5 ff.). Zudem
forderte Dr.
A._
weitere medizinische Unter
la
g
en ein (Urk. 6
/42/15 ff.). Der Versicherte konnte gegenüber dem Gutachter seine aktuellen Beschwerden schildern und wurde von
diesem eingehend befragt (Urk. 6
/42/25 ff.). Er konnte sich insbesondere auch zu verschiedenen Themenkomplexen wie der sozialen Situation, dem beruflichen Werdegang und se
inem Tagesablauf
äussern
(Urk. 6
/42/27 ff.).
Die geklagten Leiden fanden sodann im Rahmen der Feststellung der Diagnosen Berücksich
ti
gung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer Sicht resultierenden Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
dargel
egt und erläutert wurden (Urk. 6
/42/35
ff.).
Soweit möglich setzte sich Dr.
A._
ausserdem
mit vorange
gangenen B
eurteilungen auseinander (Urk. 6
/
42/36
, 6
/42/38 ff.).
Insgesamt erfüllt das Gutachten somit die formellen Kriterien für eine beweiswerte medizinische Expertise (vgl. E. 1.4).
4.2.2
Die Auffassung des Beschwerdeführers, wonach er in seiner angestammten Tätig
keit als Taxichauffeur nicht mehr arbeitsfähig sei (Urk. 1 S. 5), widerspricht nicht nur dem Gutachten, sondern
findet
auch
in den
Berichten der behandelnden Ärzte
keine Grundlage.
Lediglich
der Hausarzt Dr.
F._
attestierte
dem Beschwer
de
führer in seinen Berichten vom 18. November 2015 und 24. August 2016 so
wohl in seiner angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit eine volle Arbeits
unfähigkeit
(Urk. 6/19/3,
Urk.
6/23/1-3)
.
Dies aber leuchtet angesichts der vom Gutachter Dr.
A._
aber auch angesichts der von Dr.
F._
selber be
schrie
benen Beeinträchtigungen in keiner Weise ein. Während sich sodann weder
der
Rheumatologe Dr.
D._
in seinem Bericht vom 4. November
2015 (Urk. 6/19/5)
,
noch
der
Neurochirurg
e
Dr.
H._
in seinem Bericht vom 2. Febru
ar 2016 (Urk. 6/19/14-15),
oder
die behandelnden Ärzte
der Universi
täts
klinik
E._
in ihren Berichten vom 15. Dezember 2015 (Urk. 6/18/10-11), 2. Februar 2016 (Urk. 6/21/13), 5. April 2016 (
Urk.
6/21/14-15), 17. Mai 2016 (Urk. 6/23/4-5) und 11. Juli 2016 (Urk. 6/23/6-7)
zur Arbeitsfähigkeit
äusser
te
n
,
attestierte der Vertrauensar
zt der
AXA Winterthur
Dr.
I._
in seinem Bericht vom 28. Juli 2016 dem Beschwerdeführer
zwar in der angestammten Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, erachtete in einer angepassten Tätigkeit allerdings eine
vollständige
Arbeitsfähigkeit als
gegeben
(Urk. 6/30/3-4). Zudem berichte
te
n
die behandelnden Ärzte der Universitätsklinik
E._
von einem fehlenden mor
pho
logischen Korrelat, welches explizit die Beschwerden des Versicherten erklä
ren
könnte
(Urk. 6/18/8,
Urk.
6/18/11). Zuletzt steht auch der Bericht der Univer
si
tätsklinik
E._
vom 8. April 2016
der gutachterlichen Beurteilung von Dr.
A._
nicht entgegen (Urk. 6/27). Der behandelnde Arzt
äussert
e
sich zwar im Rahmen der
Angaben zur Behandlung
dahingehend, dass der Versicherte weiter
hin
vollständig
arbeitsunfähig sei,
gab allerdings ebenso
an, dass es für eine genaue Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einer detaillierten arbeitsmedizinischen Beurteilung bedürfe (Urk. 6/27/2).
Somit
stehen
die vorliegenden Arztberichte
dem
Gutachten von Dr.
A._
nicht entgegen.
Dies gilt insbesondere auch für den Bericht von Dr.
D._
vom 24. Februar 201
6.
Der Beschwerdeführer hatte im
Einwandverfahren
bemängelt, Dr.
A._
habe diesen Bericht in seinem Gutachten nicht kom
mentiert. Insbesondere nicht den
Befund von Dr.
D._
, Mitursache der Rückenbeschwerden sei eine Reizung der Nervenwurzel auf der Höhe C5 (Urk. 6/58/1)
. Der Zusammenfassung der berücksichtigten Akten im Gutachten von Dr.
A._
lässt sich entnehmen, dass Dr.
D._
diesen Standpunkt vertrat, sich aber im Übrigen nicht zur Arbeitsfähigkeit
äusserte
(Urk. 6/42/10).
Die vom G
utachter ausgewerteten bildgebenden Befunde bestätig
t
en Degenerationen im betreffenden Abschnitt der Wirbelsäule (Urk. 6/42/34). Da die funktionelle Prü
fung in erster Linie durch ein selbstlimitierendes Verhalten geprägt war, war dem Gutachter eine detaillierte Beurteilung verunmöglicht. Das Belastbarkeitsprofil beruht somit ausgehend von den angesichts des Alters des Beschwerdeführers wenig auffälligen Befunden auf einer medizinisch-theoretischen Beurteilung (Urk. 6/42/31). Diese ist nachvollziehbar.
4.2.3
Zusammenfass
en
d
vermag es somit zu überzeugen,
dass Dr.
A._
aus rein soma
tischer Sicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit für eine leichte bis mittelschwere T
ätigkeit ausgegangen ist.
Nachvollziehbar ist
ferner
, dass auch die bisherige Tätigkeit als Tax
ifahrer zumutbar ist, sofern und
sobald sich der Beschwerde
führer
aktiven
Massnahmen
zur Verbesserung der allgemeinen Fitness und der Rumpfstabilität unterzieht. Dies erachtet der Gutachter im Übrigen für jede
körperliche Tätigkeit für erforderlich, da damit Überlastungserscheinungen vor
ge
beugt werden kann (Urk. 6/42/37).
Das Gutachten von Dr.
A._
erfüllt
die
von der Rechtsprechung verlang
t
en Voraussetzungen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hin
weis auf BGE 125 V 351 E. 3a), überzeugt inhaltlich und stimmt mit den weiteren Arztberichten
überein
beziehungsweise wird von abweichenden ärztlichen Aus
sagen nicht ernsthaft in Frage gestellt, weswegen darauf abzustellen ist.
4.3
4.3.1
Aus psychiatrischer Sich
t stellte Dr.
B._
die Diagnosen eines chronischen Schmerzsyndroms
mit somatischem Kern und somato
former Komponente sowie eine Angst und eine depressive Störung gemis
cht und attestierte dem
Beschwer
de
führer
sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 70-80 %
(Urk. 6/51/1
3 ff.
).
Es ist nachfolgend aus recht
licher Sicht und im Lichte der Indikatoren
gemäss
BGE 141 V 281 zu prüfen, ob aufgrund der depressiven Symptomatik sowie des chronischen Schmerzsyn
droms eine Arbeitsunfähigkeit a
usgewiesen ist (vgl. E.
1.2).
4.3
.2
Zunächst ist auf den funktionellen Schweregrad der Erkrankung einzugehen und damit im Zusammenhang auf die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome des Krankheitsgeschehens (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1).
Dr.
B._
hat beim Indikator «Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde» eine
leichte psychische Begleitsymptomatik im Sinne einer Angst und depressiven Störung gemischt
festgestellt.
Im Vordergrund stehe das chronische Schmerzsyndrom mit somatischem Kern und somatoformer Komponente
, während die Angst und depres
sive Störung gemischt als psychische Symptomatik nicht zu wesentlichen
Funktionseinschränkungen führe
(Urk. 6/51/11).
Der
Beschwerdeführer
klagte übe
r
Nacken- und Schulterschmerzen links mit Ausstrahlung in den gesamten linken Arm,
Kopfschmerzen,
Bluthochdruck,
Panik- und Angstattacken, depressive Ver
stimmung,
Schlafstörungen,
Konzentrationsstörungen und Appetitlosigkeit (Urk. 6/51/6
ff.).
Er bezifferte zwar die Schmerzen des chronischen Schmerz
syn
droms auf der visuellen Analogskal
a VAS mit 7-8/10 (Urk. 6/51/7), d
iese Angabe i
st allerdings fraglich, weil Dr.
B._
unter Verweis auf das Gutachten von Dr.
A._
von einer
erheblichen
Selbstlimitierung
ausgeht
(Urk. 6/51/15).
Dr.
A._
begründete dies nachvollziehbar. Er führte aus, der Beschwerdeführer habe trotz der angegebenen Beschwerden während zweier Stunden ohne erkenn
bare entlastende Schmerzreaktion ruhig dasitzen können. Die bandagierte linke Hand habe er spontan immer wieder eingesetzt und damit am Schluss der Unter
suchung sogar eine Einkaufstasche getragen. Auch beim
Ent
- und Ankleiden habe er diese Hand eingesetzt. Insgesamt habe die Untersuchung wohl gewisse belas
tungs
abhängige Schmerzen erklärt, nicht aber die angegebene
Chronifizierung
und die ausgeweitete Symptomatik, die sehr demonstrativ präsentiert worden sei (Urk. 6/42/33 f.).
In Anbetracht dieser Ausführungen und der Resultate der gut
achterlichen Untersuchung (Urk. 6/51/11 ff.) ist auf eine
eher
geringe Ausprägung der für das diagnostizierte chronische Schmerzsyndrom mit somatischem Kern und somatoformer Komponente
relevanten Befunde zu schliessen.
4.3
.3
Zum Indikator «Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
» (BGE
141
V 281 E. 4.3.1.2) hielt der Gutachter fest,
es s
e
i
bisher keine psychiatrisch-psychothe
rapeutische Behandlung erfolgt, da der Therapiefokus auf der Schmerz
behandlung gelegen habe. Der Beschwerdeführer nehme zur Schmerzmodulation
Venlafaxin
sowie zum Schlafen beziehungsweise Beruhigen
Zoldorm
und
Temesta
ein. Eine begleitende sozialpsychiatrische Behandlung mit Adaption der Medikation bei Bedarf sei angezeigt.
Eventuell sei auch eine stationäre intensive Rehabilitationsbehandlung in einer
psychosomatischen Klinik, beisp
ielsweise in der
Klinik
L._
, hilfreich (Urk. 6/51/14). Dr.
B._
hielt zudem fest, dass sich hinsichtlich des Eingliederungserfolges die Selbstlimitierung sowie die sub
jektive Krankheitsüberzeugung des Beschwerdeführers deutlich beeinträchtigend auswirke, wobei von einem 40%igen krankheitsbedingten und einem 60%igen selbstlimitierungsbedingten Anteil auszugehen sei (Urk. 6/51/14 f.).
Eine lege
artis
durchgeführte Therapie
ist
beim
Beschwerdeführer
demnach
noch nicht erfolgt, weshalb eine Behandlungsresistenz
jedenfalls nicht ausgewiesen
ist
.
4.
3.4
Als rechtlich bedeutsame «Komorbiditäten» fallen - nebst Begleiterkrankungen mit eigenständiger invalidisierender Bedeutung (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3) - Beschwerden in Betracht, welchen im konkreten Fall ressourcenhemmende Wir
kung beizumessen i
st (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.1).
Gestützt auf die Einschätzung von Dr.
B._
wird die Arbeitsfähigkeit vorwiegend durch die chronische Schmerzstörung beeinträchtigt, während die Angst und die depressive Störung gemischt als psychische Symptomatik nicht zu wesentlichen Funktions
einschrän
kungen
führt
(Urk. 6/51/11).
In Anbetracht der Ausprägung der diagnoserele
van
ten Befunde erscheint es unwahrscheinlich, dass eine ressourcenhemmende Wechsel
wirkung vorliegt.
4.
3
.5
In Bezug auf die im Komplex «Persönlichkeit» (BGE 141 V 281 E. 4.3.2) zu prüfenden Merkmale (Persönlichkeitsentwicklung und –
struktur
, grundlegende psychische Funktion) ist dem Gutachten
von Dr.
B._
zu entnehmen
,
dass der Beschwerdeführer bewusstsein
sklar, wach und allseits orient
iert
gewesen
ist.
Die Grundstimmung sei zwar leicht niedergeschlagen, die Aufmerksamkeit, die Kon
zentration und das Gedächtnis seien klinisch
aber
nicht beeinträchtigt und das formale Denken sei geordnet und kohärent
gewesen
(Urk. 6/51/9). Es
liessen
sich
keine Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung eruieren
. Als Ressourcen be
schreibt der Gutachter seine familiäre und soziale Einbettung sowie die lang
jährige Berufstätigkeit
(Urk. 6/51/
12)
.
Wie
der Beschwerdeführer geschildert habe
, stehe er morgens um 8
:00 Uhr auf.
Nach dem Frühstück gehe er eventuelle
60 Minuten spazieren. Danach besuche er
manchmal
Bekannte, welche in der Nähe seiner Wohnung wohnen würden.
Wenn er bei Freunden zu Besuch sei, beteilige er sich jeweils an den Gesprächen.
Zwischendurch schaue er TV oder versuche Haushaltsarbeiten
zu verrichten.
Häufig sitze er aber auch in seiner Wohnung herum und mache nichts oder lege sich aufs Sofa. Abends schaue er TV, da er sich
schmerzbedingt nicht mehr konzentrieren und
deshalb kaum mehr lesen könne (Urk. 6/51/8).
Der Beschwerdeführer
verfügt demnach über persön
liche Ressourcen.
4.3
.6
Hinsichtlich
des «sozialen Kontext»
(BGE 141 V 281 E. 4.3.2)
ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer
mit seiner Ehefrau
vier Kinder
hat. Da seine Familie in Pakistan lebe, habe er jeweils zwei- bis dreimal jährlich einen Monat Ferien genommen, um sie zu besuchen. Ferner skype er
ungefähr
einmal wöchentlich mit seiner Familie in Pakistan
(Urk. 6/51/8).
Der Beschwerdeführer führte dies
bezüglich aus, dass er sich jeweils sehr freue mit seinen Kindern und seiner Frau zu skypen, auch wenn er sonst wenig Freude empfinde (Urk. 6/51/7).
Gemäss
seinen Angaben pflegt er
regelmässig
den Kontakt mit fünf bis sechs pakista
nischen Fre
unden, bei welchen er ungefähr jeden zweiten Tag zum Essen einge
laden w
ird
und dort übernachte
t
. Seine Freunde würden ihn zusätzlich finanziell und bei der Haushaltsführung unterstützen
(
Urk. 6/51/8 und 13)
.
Das soziale Netzwerk des Beschwerdeführers
, insbesondere die Kontakte zu
seiner Familie in Pakistan und zu seinen pakistanischen Freunden in der Schweiz
, hält mithin für
ihn
mobilisierende Ressourcen bereit.
4.3.7
Zur «
gleichmässigen
Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
i
n allen Lebensbe
reichen» beim Thema «Konsistenz» (BGE 141 V 281 E. 4.4.1) hielt Dr.
B._
fest, der Beschwerdeführer halte sich körperlich
für
krank und vollständig
arbeits
unfähig (Urk. 6/51/10). Bei der Haushaltführung würden ihn seine Freunde unter
s
tützten, da er aufgrund der Schmerzen und der eingeschränkten Beweglichkeit nur noch leichte Hausarbeiten verrichten könne
(Urk. 6/51/8).
Weil der Be
schwerdeführer seine Einschränkungen weitgehend mit der Schmerz
symptomatik erklärt habe, würde
durch die psychische
Symptomatik (Begleitdepressivi
tät/
Ängste) keine wesentliche zusätzliche Beeinträchtigung bestehen. Der Beschwer
de
führer sei sozial in der pakistanischen Gemeinschaft integriert (Urk. 6/51/15).
Wenngleich der Beschwerdeführer in seinen privaten Aktivitäten eine Ein
schränkung schildert, ist festzuhalten, dass er im Tagesverlauf
einigen Aktivitäten – wie etwa s
pazieren gehen,
skypen, e
rledigen einfacher Haushaltarbeiten und
bei Freunden
essen
– nachgeht.
Von einer
gleichmässigen
Reduktion des Akti
vitätsniveaus in allen Lebensbelangen (berufliche und persönliche Aktivitäten) kann daher nicht ausgegangen werden.
4.3.8
Was den «behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leide
ns
druck
»
(
BGE 141 V 281 E. 4.4.2) angeht, hatte der Beschwerdeführer zwar soma
tische Therapien in Anspruch genommen und
nahm
das von seinem Hausarzt Dr.
F._
verschriebene Antidepressivum
Venlafixin
zur Schmerzmodulation in d
en letzten zwei/drei Wochen ein (Urk. 6/51/13). Nicht von der Hand zu weisen ist jedoch, dass
bisher keine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung er
folgte (Urk. 6/51/14
).
Ein
erheblicher
Leidensdruck lässt sich daher nicht erhärten.
4.4
Dr.
B._
erachtete sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70-80 % für zumutbar (Urk. 6/51/16 f.). Angesichts des nicht erheblichen funktionellen Schweregrades der diagnosti
zierten Gesundheitsschädigungen, der vorhandenen persönlichen und sozialen Res
sourcen, der mangelnden Behandlungsresistenz und dem Fehlen eines erheb
lichen Leidensdrucks ist diese Einschätzung gestützt auf das strukturierte Beweis
verfahren nicht zu beanstanden.
Ausserdem
basiert die Expertise auf psychia
tri
schen Abklärungen und wurde in Kenntnis der
Vorakten
erstellt (Urk.
6/51/2 ff
.). Der Versicherte konnte gegenüber dem Sachverständigen seine aktuellen Be
schwer
den schildern und wurde von diesem eingehend befragt. Er konnte sich insbesondere auch zu verschiedenen Themenkomplexen wie der sozialen Situa
tion und seinem
Tagesablauf
äussern
(Urk. 6/51/6 ff.
). Die geklagten Leiden fan
den sodann im Rahmen der Feststellung der Diagnosen Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer
Sicht resultierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und erläutert wurden. Soweit möglich erfolgte
ausserdem
eine Auseinandersetzung mit vorangegangenen
ärztlichen Beurtei
lungen (Urk. 6
/51/10 ff.).
Insgesamt kommt dem psychiatrischen Gutachten somit die nötige
Beweiskraft zu (vgl. E. 1.4).
5.
5.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen vorzunehmen, wobei d
er
Beschwerdeführer
unbestrittenerma
ssen
als zu 100 % Erwerbstätiger
zu quali
fizieren ist
(vgl.
Urk. 6/60/11).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
In gew
issen Fällen, insbesondere dort,
wo Validen- und Invalideneinkommen anhand derselben Tätigkeit zu ermitteln sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_295/2017 vom 2
7.
September 2017 E. 6.5)
,
kann auch eine Gegenüberstellung
blosser
Prozentzahlen genügen. Das ohne Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100
%
zu bewerten, während das Invali
den
einkommen auf einen entsprechend kleineren
Prozentsatz veranschlagt wird, s
o dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sogenannter Pro
zentvergleich; BGE 114 V 310 E. 3a mit Hinweisen).
5.2
Aktuell geht der Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit nach.
Gemäss
der be
weiskräftigen medizinischen Beurteilung ist
nach wie vor
auch die ange
stam
mte Tätigkeit als Taxifahrer sowohl
aus psychiatrischer Sicht
, als auch aus
rheu
ma
tlogischer
Sicht
in einem Pensum von mindestens 70
%
zumutbar
. Voraus
setzung ist, dass sich der Beschwerdeführer den von
Dr.
A._
als geeignet befundenen
rehabilitativen
Massnahmen
in Form einer körperlichen
Rekonditionierung
, ins
be
sondere des Rumpfes,
unterzieht (vgl.
Urk.
6/42/37, Urk.
6/42/43; Urk. 6/51/16 f.).
Vor dem Hintergrund der erhobenen objektiven Befunde ist dies ohne Weiteres zumutbar. Da im genannten Umfang auch die bisherige Tätigkeit zumutbar ist, sind sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen ausgehend von den
selben Lohnansätzen zu berechnen. Deren
zahlenmässige
Ermittlung erüb
rigt sich indessen. Vielmehr entspricht der Grad der Arbeitsfähigkeit dem Invaliditätsgrad (Urteil des Bundesgerichts 8C_365/2012 vom 3
0.
Juli 2012 E. 7).
Der
Invaliditätsgrad liegt somit grundsätzlich bei höchstens 30
%
. Nur ein leidens
bedingter Abzug von mindestens 10
%
hätte einen rentenbegründenden Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
zur Folge (vgl. E. 1.2). Der Beschwerde
führer machte einen Abzug von 10
%
wegen fehlender Berufsausbildung, seines Alters und seiner schlechten Deutschkenntnisse geltend (Urk. 1 S. 5). Hierzu ist zu bemerken, dass der bei Erstattung der Gutachten erst 50 Jahre alte Be
schwer
deführer in den letzten Jahren stets gearbeitet hat und insbesondere für die ihm
nach wie vor mögliche Tätigkeit als Taxichauffeur über betr
ächtliche Berufser
fahrung verfüg
t (vgl.
Urk.
6/15).
Ferner ergibt sich aus den Akten, dass er sich in der deutschen Sprache gut verständigen kann. So zeigte sich sogar sein Hausarzt
Dr.
F._
erstaunt über den bei der psychiatrischen Begutachtung beigezogenen Dolmetscher (vgl. Urk
.
6/23/5, Urk
.
6/51/5).
Sodann
kommt auch dem vom Ver
sicherten angeführten for
tgeschrittenen Alter (vgl. Urk.
1 S. 5) im Zusammenhang mit dem Leidensabzug keine entscheidende Bedeutung zu (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_558/2017 vom
1.
Februar 2018 E. 5.3.2). Folglich rechtfertig sich unter den vom Beschwerdeführer genannten Gesichtspunkten kein leidensbe
dingter Abzug.
Zusammengefasst hat die Beschwerdegegnerin somit berechtigterweise auf das rheumatologische und das psychiatrische Gutachten abgestellt und einen Leis
tungsanspruch verneint. Die angefochtene Verfügung vom
9.
November 2017 ist somit nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6
.
6
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
dem unterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen.