Decision ID: c8decadb-8801-5166-9971-63d1e35bbbeb
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
ist als
Selbständigerwerbender
im Bereich Musik tätig und da
durch der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
,
ange
schlossen (vgl.
Urk.
7/139). Am 2
9.
März
2020 (Eingangsdatum)
meldete sie sich
bei der Ausgleichskasse für den Bezug einer Erwerbsausfallentschädigung gestützt
auf die Verordnung über Massnahmen bei Erwerbsausfall im Zusammenhang mit
dem
Coronavirus
(Covid-19; Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall) an (
Urk.
7
/141
). Die Ausgleichskasse verneinte mit Verfügung vom
2
8.
Mai 2020 einen Anspruch von
X._
auf Ausrichtung einer Erwerbsaus
fall
ent
schädigung (
Urk.
7/149
). Die von
X._
dagegen
e
rhobene Einsprache (
Urk.
7/150
) wies die Ausgleichskasse mit Einspracheentscheid vom
3.
November 2020 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
mit Eingabe vom
4.
November
2020 Beschwerde erheben und die Ausrichtung einer Corona-Erwerbsersatzentschädigung bean
tragen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
Dezember
2020 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was
der Beschwerde
führerin
mit Verfügung vom 1
6.
Dezember 2020
angezeigt wurde (
Urk.
8
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
185
Abs.
3 der Bundesverfassung (BV) kann der Bundesrat Verord
nungen und Verfügungen erlassen, um eingetretenen oder unmittelbar drohenden schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicherheit zu begegnen. Solche Verordnungen sind zu befristen (und zwar auf [maximal] sechs Monate, vgl.
Art.
7d
Abs.
2 lit. a des Regierungs- und Verwal
tungsorganisationsgesetzes, RVOG).
Gestützt auf dieses Notverordnungsrecht erliess der Bundesrat - nebst anderen Verordnungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, die sich teilweise (auch) auf das Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (
Epidemiengesetz
,
EpG
) stützen - am 2
0.
März 2020 die Covid-19-Ver
ordnung Erwerbsausfall. Die Verordnung wurde rückwirkend per 1
7.
März 2020 in Kraft gesetzt und der Geltungszeitraum bis zum 1
6.
September 2020 befristet
(
Art.
11
Abs.
2). Während dieses Geltungszeitraums erfuhr die Verordnung am 2
3.
April und
6.
Juli 2020 je eine Änderung, bevor der Geltungszeitraum zunächst bis am 3
1.
Dezember 2021 verlängert (
Art.
11
Abs.
4) und in der Folge auf den 3
0.
Juni 2021 befristet wurde (
Art.
11
Abs.
5). Mit dem Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der
Covid-19-Epidemie vom 25. September 2020 (Covid-19-Gesetz) wurde rückwir
ken
d per 17. September 2020 eine gesetzliche Grundlage für die Covid-19-Ver
ordnung Erwerbsausfall geschaffen (
Art.
15 in Verbindung mit
Art.
21
Abs.
3 Covid-19-Gesetz).
1.2
1.2.1
Gemäss Art. 2 Abs. 3 Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall in der bis am 16. September 2020 gültig gewesenen Fassung hatten
Selbständigerwerbende
im Sinne von
Art.
12 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
ver
sicherungsrechts (ATSG), die aufgrund einer Massnahme nach Art. 6 Abs. 1 und 2 der Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
(Covid-19; Covid-19-Verordnung 2) einen Erwerbsausfall erlitten, Anspruch auf eine Erwerbsausfallentschädigung.
Gemäss Art. 6 Abs. 1 Covid-19-Verordnung 2 in der vom 17. März bis 5. Juni 2020 gültig gewesenen Fassung, war es verboten, öffentliche oder private Veran
staltungen, einschliesslich Sportveranstaltungen und Vereinsaktivitäten durchzu
führen. Gemäss Abs. 2 von Art. 6 der Covid-19-Verordnung 2 in der vom 17. März
bis 5. Juni 2020 gültig gewesenen Fassung waren öffentlich zugängliche Ein
richtungen für das Publikum geschlossen.
1.2.2
Gemäss Art. 2 Abs. 3
bis
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall in der bis am 16. September 2020 gülti
g gewesenen Fassung waren
Selb
ständigerwerbende
im Sinne von Art. 12 ATSG, die nicht unter Absatz 3 fallen, anspruchsberechtigt, wenn sie aufgrund der
bundesrätlichen
Massnahmen zur Bekämpfung des
Coro
navirus
einen Erwerbsausfall erlitten und ihr für die Bemessung der Beiträge der
Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHV)
massgebendes Einkommen für das Jahr 2019 zwischen Fr. 10'000.-- und Fr. 90'000.-- lag; dabei galt für die Be
rechnung des massgebenden Einkommens für das Jahr 2019 Art. 5 Abs. 2 zweiter Satz sinngemäss.
1.3
1.3.1
Das Taggeld beträgt 80
%
des durchschnittlichen Erwerbseinkommens, das vor Beginn des Anspruchs auf die Entschädigung erzielt wurde (
Art.
5
Abs.
1 Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall). Gemäss
Art.
5
Abs.
2 Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall in der vom 1
7.
März bis 1
6.
September 2020 gültig gewesenen
Fassung ist für die Ermittlung des Einkommens
Art.
11
Abs.
1 des Erwerbs
ersatzgesetzes (EOG
)
sinngemäss anwendbar. Nach der Festlegung der Entschä
digung kann eine Neuberechnung der Entschädigung nur vorgenommen werden, wenn eine aktuellere Steuerveranlagung bis zum 1
6.
September 2020 der an
spruchsberechtigten Person zugestellt wird und diese den Antrag zur Neube
rech
nung bis zu diesem Datum einreicht.
Nach
Art.
11
Abs.
1 EOG bildet das Einkommen, von dem die Beiträge nach dem Bundesgesetz über die
AHV (AHVG) erhoben werde
n
,
Grundlage für die Ermitt
lung des durchschnittlichen vordienstlichen Erwerbseinkommens. Der Bundesrat erlässt Vorschriften über die Bemessung der Entschädigung und lässt durch das Bundesamt für Sozialversicherungen verbindliche Tabellen mit aufgerundeten Beträgen aufstellen.
Der Bundesrat hat in
Art.
7
Abs.
1
der Verordnung über das Erwerbsersatzgesetz (EOV)
bestimmt, dass
bei
Selbständigerwerbenden
die Ent
schädigung auf Grund des auf den Tag umgerechneten Erwerbseinkommens be
rechnet
wird
, das für den letzten vor dem Einrücken verfügten AHV-Beitrag massgebend war. Wird für das Jahr der Dienstleistung später ein anderer AHV-Beitrag verfügt, so kann die Neuberechnung der Entschädigung verlangt werden.
1.3.2
Gemäss
Rz. 1065 des Kreisschreibens über die Entschädigung bei
Massnahmen
zur Bekämpfung des
Coronavirus
- Corona-E
rwerbsersatz in der bis 16. Sep
tem
ber 2020 gültig gewesenen Fassung (KS CE, Stand 3. Juli 2020) bildet grund
sätzlich das Erwerbseinkommen, welches im Jahr 2019 erzielt wurde, Grundlage für die Bemessung der Entschädigung für selbständig Erwerbende.
Als Basis ist das Einkommen zu verwenden, welches für die Festsetzung der Beitrags
rech
nungen für das Jahr 2019 (
Akontorechnungen
) he
rangezogen wurde. Liegt im Zeit
punkt der Festsetzung der Entschädigung die definitive Steuerveranlagung für das Jahr 2019 bereits vor, ist auf diese abzustellen.
Basierte die festgesetzte Entschädigung auf dem Einkommen, welches für die
Akontorechnungen
2019 herangezo
gen wurde und wurde dieses seit der letzten definitiven Beitragsverfügung nicht angepasst, so ist auf Antrag auf das Ein
kommen der letzten definitiven Beitragsverfügung abzustellen. Liegt zum Ze
it
punkt des Antrages die defini
tive Steuerveranlagung für das Jahr 2019 bereits vor, so ist diese zu berücksichtigen. Der Antrag auf Neuberechnung resp. Revision oder Wiedererwägung muss spätestens am
1
6.
September 2020 bei der A
us
gleichskasse eingereicht sein (
KS
CE
Rz. 1065.1).
Laut Rz. 1068 KS CE bewirkt e
ine nachträgliche Anpassung des Erwerbsein
kommens infolge der definitiven Steuermeldung für das Beitragsjahr 2019, die nach d
em 1
6.
September 2020 eingeht,
keine Änderung in der Entschädigung.
Ebenso keine Änderung in der Höhe der Entschädigung bewirken nach dem 1
7.
März
2020 erfolgte Anpassungen des den
Akontorechnungen
2019 zugrunde
liegenden Erwerbseinkommens (vorbehalten bleibt Rz 1065.1).
1.3.3
Bei einem Kreisschreiben handelt es sich um eine von der Aufsichtsbehörde für richtig befundene Auslegung von Gesetz und Verordnung. Die Weisung ist ihrer Natur nach keine Rechtsnorm, sondern eine im Interesse der gleichmässigen Ge
setzesanwendung abgegebene Meinungsäusserung der sachlich zuständigen Auf
sichtsbehörde. Solche Verwaltungsweisungen sind wohl für die Durch
führungs
organe, nicht aber für die Gerichtsinstanzen verbindlich (BGE 118 V 206 E. 4c, vgl. auch 123 II 16 E. 7, 119 V 255 E. 3a mit Hinweisen). Das Gericht soll sie bei seiner Entscheidung mitberücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall ange
passte und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestim
mungen zulassen. Es weicht anderseits insoweit von den Weisungen ab, als sie mit den anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen nicht vereinbar sind (BGE 123 V 70 E. 4a mit Hinweisen).
1.3.4
Mit Urteil EE.2020.00006 vom 29. Oktober 2020 hat das hiesige Gericht erkannt, dass Art. 5 Abs. 2 Satz 2 der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall sowie Rz. 1065.1 KS CE in den bis 16. September 2020 gültig gewesenen Fassungen, jedenfalls insoweit gegen den verfassungsmässigen Grundsatz der Gleichbehand
lung (Art. 8 BV) verstossen, als dass für die Berechnung des massgeblichen Ein
kommens 2019 respektive für die Neuberechnung der Entschädigung auf Grund
lagen abgestellt wird, auf deren Ausstellung die antragsstellende Person in zeit
licher Hinsicht keinen (alleinigen) Einfluss hat. Zu welchem Zeitpunkt die Steuer
veranlagung im Einzelfall erfolgt, hängt (auch) von Faktoren ab, die ausserhalb des Einflussbereichs der steuerpflichtigen Person liegen. Mithin käme es einer sachlich nicht zu rechtfertigenden Privilegierung oder aber Benachteiligung der antragstellenden Person gleich, würde der etwaige Anspruch davon abhängig gemacht, ob die definitive Steuerveranlagung über das Jahr 2019 im Zeitpunkt des Antrags respektive spätestens bis zum 16. September 2020 bereits zugestellt wurde oder nicht. Mit anderen Worten ergeben sich rechtliche Unterscheidungen, für die kein vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen ersichtlich ist. Daraus folgerte das Gericht, es bestehe ein Anspruch darauf, dass die definitive Steuerveranlagung für das Jahr 2019 auch nach dem 16. September 2020 zu berücksichtigen sei. Offengelassen wurde die Frage, ob eine nachträgliche Kor
rektur gestützt auf veranlagte Bemessungsgrundlagen jedenfalls bis zum 16. Sep
tember 2020 hätte geltend gemacht werden müssen, auch wenn die relevanten Unterlagen erst nachträglich aufgelegt werden können (vgl. Art. 5 Abs. 2
bis
und 2
ter
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall in der ab dem 17. September bzw. 8. Oktober 2020 geltenden Fassung; erwähntes Urteil E. 3).
2.
2.1
D
ie Beschwerdegegnerin erklärte zur Begründung ihres Entscheides im Wesent
lichen (
Urk.
2,
Urk.
6
,
Urk.
7/149
),
im Rahmen der Hä
r
tefallregelung bestehe An
spruch auf eine Corona-E
r
werbsersatzentschädigun
g
, wenn das Erwerbsein
kom
men zwischen Fr. 10'000.
und Fr. 90'000.
liege. D
as Erwerbseinkommen de
r
Beschwerdeführer
in
fü
r das Jahr 2019 sei bis zum 13.
April 2020 mit Fr. 0.--
veranlagt gewesen.
Eine Anpassung sei erst am 14.
April 2020, mithin nach dem Stichtag 1
7.
März 2020 erfolgt. Die letzte definitive Beitragsverfügung
betreffe das Jahr 201
6.
Aus dieser ergebe sich ein
Einkommen von Fr. 1'500
.--.
Die Be
schwerdeführerin erfüllte somit die Anspruchsvoraussetzungen für die Härte
fall
regelung nicht.
2.2
Die Beschwerdeführerin
liess dagegen im Wesentlichen einwenden (
Urk.
1
),
sie
habe im Jahr 2019 Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit erzielt, was durch die Steuerveranlagung 2019 belegt
sei. Entsprechend seien auch
Ak
onto
beiträge
geleistet worden.
Sie
habe daher Anspruch auf eine Entschädigung.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin
ist
selbständig im Bereich Musik
tätig
(vgl.
Urk.
3/6
). Wie nachfolgend zu zeigen ist, kann offenbleiben, ob
bzw. inwieweit
ihr
die Aus
übung
ihrer
Tätigkeit gestützt auf
Art.
6
Abs.
1 oder 2 Covid-19-Verordnung 2 verboten war oder nicht, erfüllt
sie
doch weder die Anspruchsvoraussetzungen gemäss
Abs.
3
(E. 1.2.1)
noch gemäss
Abs.
3
bis
(Härtefall; E. 1.2.2)
von
Art.
2 Covid-19-Verordnung Erwerbsaufall
in der bis am 16.
September 2020 gültig gewesenen Fassung.
3.2
Die Beschwerdeführerin wurde per
1.
Januar 2014 als
Selbständigerwerbende
der Beschwerdegegnerin angeschlossen (
Urk.
7/77). Weil sie - jedenfalls nach
vor
liegender Aktenl
age
- in
den
Jahr
en
2015
und 2016
auf einem Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit
von
Fr.
43'385
.--
bzw.
Fr.
47'600.-- Beiträge abführte (vgl. Veranlagung Direkte Bundessteuer 2015
,
Urk.
7/102/6
; Lohnaus
weis 2016,
Urk.
7/102/4
)
,
erhob die Beschwerde
gegnerin auf den
Einkommen aus
selbständiger Tätigkeit
(vgl.
Urk.
7/108) in den Jahren 2015 (
Fr.
2'200.--
), 2016
,
2017
,
2018
(je
Fr.
1'500
.--
)
und 2019
(
Fr.
Null)
keine
Akontobeiträge
(
Urk.
7/116
f.
,
Urk.
7/124
,
Urk.
7/132
,
Urk.
7/134
). Dies gestützt auf
Art.
14
Abs.
6 AHVG in Verbindung mit
Art.
19 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlasse
nen
versicherung
(
AHVV
). Danach werden vom Einkommen aus einer nebenberuflich ausgeübten selbständigen Erwerbstätigkeit, das
Fr.
2'300.-- im Kalenderjahr nicht übersteigt, die Beiträge nur auf Verlangen des Versicherten erhoben
(
vgl.
auch
Rz. 1133 f. der Wegleitung über die Beiträge der
Selbständige
r
werbenden
und Nichterwerbstätigen in der AHV, IV und EO, WSN)
.
Einzig
für
die Periode 2015,
in welcher
die Beschwerdeführerin gemäss
Steuermeldung
ein
Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von
Fr.
6'945.--
erzielte
(
Urk.
7/129),
erhob
die Be
schwerdegegnerin auf
dem selbständigen Erwerbseinkommen persönliche Bei
träge in Höhe des
Mindestbeitrag
es
(Verfügung vom 1
0.
November
2017,
Urk.
7/131).
Ob die Beschwerdeführerin jedoch in den Jahren
2017
ff. weiterhin hauptberuflich auf einem Erwerbseinkommen aus unselbständiger Tätigkeit
bzw. Lohnersatz
Beiträge abführt
e
, ist
unbekannt
. Gemäss aufgelegter Steuerveran
lagung 2019 (
Urk.
3/1) erzielte die Beschwerdeführerin
jedenfalls
in der Periode 2019 kein Einkommen aus unselbständigem Haupterwerb
mehr
(vgl. auch die Steuererklärung 2018 im Beschwerdeverfahren EE.2020.00039,
Urk.
8/50/51)
.
Sie wäre daher ungeachtet des effektiven Einkommens aus selbständiger Erwerbs
tätigkeit beitragspflichtig gewesen
(vgl.
Art.
3 AHVG)
und hätte für die Periode 2019 laufend
Akontobeiträge
bezahlen müssen.
3.
3
Die vo
n der
Beschwerdeführer
in
für das Jahr 2019 zu leistenden
Akontobeiträge
wurden
nach dem Gesagten
von der Beschwerdegegnerin am 2
9.
Januar 2019
unwidersprochen
gestützt auf ein beitragspflichtiges Einkommen von Fr. 0.-- festgesetzt (
Urk.
7/134
)
bzw. auf eine Beitragserhebung auf dem selbständigen Erwerbseinkommen wurde verzichtet
.
Die Beschwerdeführerin
liess weder im Jahr 2019 noch anfangs 2020 eine Anpassung der
Akontobeiträge
vornehmen.
Offen
sichtlich meldete sie der Beschwerdegegnerin auch nicht, dass sie keine unselb
ständig
e
Tätigkeit im Haupterwerb ausübt
e
und daher keine Lohnbeiträge mehr abführt
e
.
Im April 2020, mithin nach Inkrafttreten der Covid-19-Verordnung Erwerbs
aus
fall, liess
sie der
Beschwerdegegnerin
den
Geschäftsabschluss 2019 einreichen (
Urk.
7/142,
Urk.
7/144,
Urk.
7/145
), worauf diese am 14. April 2020
Akonto
bei
träge
für das Jahr 2019 gestützt auf ein beitragspflichtiges Einkommen von Fr. 17'200.-- erhob (
Urk.
7/146
).
Die Beschwerdegegnerin hat bei der Prüfung der Anspruchsberechtigung de
r
Beschwerdeführer
in
zu Recht nicht auf das erst im April 2020 angepasste beitragspflichtige Einkommen abgestellt.
Wie das hiesige
Gericht mit Urteil EE.2020.00007 vom 1
9.
November 2020 festgehalten hat,
ist die Regelung i
n
Rz. 1068 KS CE
(Stand
3.
Juli 2020)
, wonach
nach dem 1
7.
März 2020 erfolgte Anpassungen des den
Akontorechnungen
2019 zugrundeliegenden Erwerbseinkommens keine Änderung in der Höhe der Entschädigung bewirke
n (vgl. E. 1.3.2), nicht zu beanstanden, handelt es sich bei dieser Regelung doch um eine Anwendung des
allgemeinen Grundsatz
es
, wonach im Bereich des Sozial
versicherungsrechts in der Regel auf die «Aussagen der ersten Stunde» abzustellen ist, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a
, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Aus der letzten definitiven Beitragsverfügung, das heisst der Beitragsverfügung
für die Periode
2016 vom 1
5.
März 2019 (
Urk.
7/1
3
5
), gibt sich kein von den
Akontobeiträgen
2019
abweichendes Einkommen (vgl. E.
1.3.2). Für das Jahr 2016
wurde von den Steuerbehörden ein Einkommen aus selbständiger Erwerbs
tätigkeit von Fr. 1'525.--
gemeldet
(
Urk.
7/133). Hierauf
erhob
die Beschwerde
gegner
wie ausgeführt (E. 3.2) keine Beiträge (Verfügung vom 1
5.
März 2019,
Urk.
7/135).
Entsprechend ist auch
für
das Jahr 2016 von einem massgebenden Einkommen
von Fr. 0.
aus
zugehen.
3.4
Nach dem klar
en Wortlaut von
Art.
2
Abs.
3
bis
sowie
Art.
5
Abs.
2 der Covid-19-Ver
ordnung Erwerbsausfall in Verbindung mit
Art.
11
Abs.
1 EOG ist das AHV-
beitragspflichtige Einkommen für die Corona-Erwerbsausfallentschädigung mass
gebend (vgl. auch Urteil EE.2020.00029 vom 1
7.
Dezember 2020 E. 3.5 zum Frei
betrag im AHV-Alter), weshalb sich die Beschwerdeführerin anrechnen lassen muss, dass sie
weder
auf dem im Jahre 2019 erzielten selbständigen Erwerbs
einkommen
Akontobeiträge
abführte bzw. eine Erhebung verlangte
noch
die Auf
gabe des Haupterwerbs der Beschwerdegegnerin
meldete und daher seit der Periode 2015 keine Beitragserhebung auf dem selbständigen Erwerbseinkommen mehr stattfand.
Kommt hinzu
, dass g
emäss
Art.
24
Abs.
4 AHVV bzw. Rz. 1154
WSN
Selbständigerwerbende
verpflichtet
sind
, wesentliche Abweichungen vom voraussichtlichen Einkommen der Ausgleichskasse zu melden. Als wesentlich gilt eine Abweichung des erzielten vom voraussichtlichen Jahreseinkommen von mindestens 25
%
(Rz. 1155 WSN). Darauf wurde
die Beschwerdeführerin
mit Mit
teilung vom 2
9.
Januar 2019 hingewiesen (Urk.
7/134
).
Die Beschwerde
führerin
hat es in der Folge jedoch
unterlassen, ihre
Akontobeiträge
anzupassen, obwohl
sie
sich
spätestens
Ende 2019 hätte im Klaren sein müssen, dass
im Jahre
2019
Akontobeiträge
geschuldet gewesen wären
. Entsprechend hat
sie
es sich selber
zuzuschreiben, dass sich aus den im Zeitpunkt der Leistungsprüfung massge
benden Grundlagen ein Einkommen von Fr. 0.-- ergab, weshalb für eine nach
trägliche Anpassung gestützt auf die nach dem 16. September 2020 eingereichte Steuerveranlagung kein Raum bleibt
(
vgl. Urteil des hiesigen Gerichts EE.2020.00043 vom 1
0.
Dezember 2020 E. 3.4 f.)
.
4.
Nach dem Gesagten betrug das für die Berechnung der Entschädigung mass
ge
bende Einkommen de
r
Beschwerdeführer
in
Fr. 0.--. Entsprechend hat
sie
weder gestützt
Abs.
3 noch gestützt auf
Abs.
3
bis
von
Art.
2 der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall in der vom 1
7.
März bis 1
6.
September 2020 gültig gewesenen Fassung Anspruch auf eine Erwerbsersatzentschädigung. Die Beschwerde erweist sich demzufolge als unbegründet und ist abzuweisen.
5.
Die Beschwerdeführerin ist darauf hinzuweisen,
dass
die
Verordnung über die Massnahmen im Kulturbereich gemäss Covid-19-Gesetz vom 1
4.
Oktober 2020
(Covid-19-Kulturverordnung),
rückwirkend per 2
6.
September 2020 in Kraft getreten und bis zum 2
1.
Dezember 2021
geltend
,
(
für die
Periode bis 2
0.
Septem
ber 2020 galt
die
Verordnung vom 2
0.
März 2020 über die Abfederung der wirt
schaftlichen Aus
wirkungen des
Coronavirus
[Covid-19] im Kultursektor [
Covid
-Verordnung Kultur])
verschiedene wirtschaftliche Hilfen für Kultur
schaf
fende und Kulturbetriebe
vorsieht
.
Im
Kanton Zürich wohnhafte
Kulturschaffende und Kulturbetriebe
können
ihre Anträge auf
finanzielle Unterstützung
(Ausfallent
sch
ädigung)
bei der
Direktion der Justiz und des Innern, Fachstelle Kultur,
elektronisch
stellen
.
Nächste Eingabefrist ist der 31. März 202
1.
Ferner bietet das Portal
http://nothilfe.suisseculturesociale.ch
unter gewissen Voraussetzungen
Nothilfe für Kulturschaffende
an
.