Decision ID: b72c6f1a-3f0f-5a78-bb95-01890e8342f0
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1986 geborene
X._
arbeitete seit dem 1
8.
Juni 2012
als Hilfs
arbeiter Heizungsmonteur
für die
Z._
und
war damit
bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
, als er a
m 4.
August 2017 einen
Auffahrunfall im Kreisverkehr
in
Polen
erlitt
(Urk.
8/1).
Die
am
5.
September 2017 erstbehandelnde
n
Ärzte des
A._
diagnostizierten eine Kontusion der Lendenwirbelsäule (LWS) (Urk.
8/
12
)
.
Am 1
2.
September 2017 wurde im
B._
ein
e frisch imponierende Diskusher
nie L4/5 und daneben eine eher älter imponierende Diskushernie L5/S1 beide links
betont festgestellt (
Urk.
8/11), woraufhin der Versicherte a
m 18.
Sep
tember 2017 mit einer
CT-gesteuerte
n
epid
u
r
al
en
Infiltration LWK 4/5 links
versorgt
wurde
(
Urk.
8/9).
Mit Schreiben vom
8.
November 2017
verneinte die Suva
einen Anspruch des Versicherten auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung
mangels eines Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall
ereignis vom
4.
August 2017 und den gemeldeten Beschwerden (
Urk.
8/16).
Anschliessend
verlangte
n
sowohl die
Assura
-Basis AG mit Schreiben vom
11. De
zember 2017
(
Urk.
8/21
) als auch der Versicherte mit Schreiben vom
9. Januar 2018
und unter Beilage des Unfallrapports
(
Urk.
8/25
-26
)
eine Neubeurteilung der Leistungspflicht
und
bei Festhalten an der Leistungsablehnung
eine anfecht
bare Verfügung
.
Mit Schreiben vom
6.
Februar 2018
zog die Suva
ihre Ablehnung zurück
(
Urk.
8/29
). Sie erbrachte
die gesetzlichen Versicherungsleistungen
bis am
4.
April 2018
(
U
rk.
8/46).
Am
1.
Juni 2018
verlangte
der Versicherte unter Beilage
der Berichte
der
C._
die
Einholung
eines
medizinischen
Gutachtens
bzw.
bei Festhalten an der Leistungsableh
n
ung eine anfechtbare Verfügung
(Urk.
8/60).
Nachdem
die Suva von ihrem Kreisarzt
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische C
hirurgie und Traumatologie, am 14
.
Juni 2018 eine aktenbasierte
Beurteilung
eingeholt hatte
(
Urk.
8/66)
,
bestä
tigte
sie die Leistungseinstellung
mit Verfügung vom 2
1.
Juni 2018 (
Urk.
8/67).
Im September 2018 erkundigte sich der Versicherte aufgrund einer ausstehenden Reaktion auf sein Schreiben vom
1.
Juni 2018
nach dem aktuellen Stand (Urk. 8/
70). Daraufhin versandte die Suva
die Verfügung am
4.
Oktober 2018 erneut, da
der
entsprechende
Zustellungsnachweis
nicht auffindbar war (Urk.
8/73 und Urk. 8/
74 S. 7 f.).
Dagegen erhob der Versicherte
am
10.
Oktober und
ergänzend am
2
6.
November 2018 Einsprache
(
Urk.
8/74 und
Urk.
8/76).
Mit
Einspracheentscheid
vom
1
3.
Dezember
2018 wies die Suva die
erhobene Einsprache ab (
Urk.
2
).
2.
Am
3
0.
Januar 2019
erhob der Beschwerdeführer
Beschwerde und beantragte, es seien der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 1
3.
Dezember 2018
sowie die diesem zugrunde liegende Verfügung
vom 2
1.
Juni 2018
aufzuheben und die gesetzlichen und vertraglichen Leistungen
auch für die Zeit nach dem
4.
April 2018
zu erbringen, eventualiter sei
ein Gerichtsgutachten auf Kosten der Beschwerdegegnerin zu erstellen und die Sache zur anschliessenden Neuverfü
gung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(
Urk.
1). Die Beschwerdegeg
nerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6.
März 2019
die Abweisung der Beschwerde (Urk.
7
), was dem Beschwerdeführer am
7.
März 2019
angezeigt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
UV170040
08.2018
Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) wer
den - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt vo
raus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang bes
teht. Ursachen im Sinne des nat
ürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen
ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm
ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3.
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggelder
n auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
UV170070
Kausalzusammenhang adäquat allgemein
08.2018
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5
UV170080
Kausalzusammenhang adäquat und Gesundheitsbeeinträchtigung organisch
01.2009
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.7
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass der Autounfall vom 4. August 2017 vom Beschwerdeführer stark dramatisiert werde. Verkannt werde dabei die Tatsache, dass er erst einen Monat später, näm
lich am
5.
September 2017, erstmals ärztliche Behandlung in Anspruch genom
men und die Arbeit ausgesetzt habe. Die erste radiologische Abklärung der LWS vom
5.
September 2017
habe
keine Anhaltspunkte für frische
ossäre
Läsionen ergeben, dafür Hinweise auf degenerative Veränderungen
. Diesbezüglich könne auf die am 1
4.
Juni 2018 unter Berücksichtigung der Akten und bildgebenden Abklärungen verfasste kreisärztliche Beurteilung von
Dr.
D._
abgestützt werden, nach welcher die Beschwerdegegnerin für die Rückenbeschwerden im Sinne einer vorübergehenden Verschlimmerung aufkommen könne
(
Urk.
8/66 S. 2 f.)
.
Demnach seien
Leistungen über den 4. April
2018
hinaus nicht geschuldet.
Die Verfügung vom 2
1.
Juni 2018 sei zu
R
echt erfolgt (
Urk.
2 S. 4 ff.).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 6. März 2019 ergänzte die Beschwerdegegnerin, dass die kreisärztliche Beurteilung auch im Einklang mit der höchstrichterlichen Rechtsprechung stehe (
Urk.
7 S. 3 ff.).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend,
dass die
Dres
.
m
ed.
E._
und
F._
in ihrem Bericht vom 1
5.
Mai 2018 ausgeführt hätten, dass die Diskushernie L5/S1 vorbestehend zum Unfallereignis gewesen sei. D
ie Diskusher
nie L4/5 hätten sie
jedoch nicht als vorbestehend erachtet. Der Auffahrunfall vom
4.
August 2017 habe sich mit einer
Geschwindigkeit
von 50
km/h ereignet, wobe
i
sich gar der Sitz aus der Verankerung
gelöst
habe.
Das Unfallereignis
sei daher geeignet gewesen, die vorher gesunde Bandscheibe zu schädigen. Bei allenfalls
vor
bestehenden
Schäden an der Wirbelsäule
sei
das
vorliegende
Unfallereignis derart
gewichtig gewesen
, dass eine
erhebliche
Einwirkung auf die Wirbelsäule erfolgt sei.
Der Wegfall der Unfallkau
salität könne nicht
,
wie vom Kreisarzt aus
geführt,
lediglich
durch die fehlende Begleitverletzung auf den
vorliegenden MRI-Bildern
begründet werden. Dazu bedürfe es einer umfassenden medizinischen Abklärung, wie beispielsweise gemäss den
Dres
.
E._
und
F._
eine rechts
medizinische
Beurteilung. Der Beschwerdegegnerin gelinge folglich der Beweis des überwiegend wahrscheinlichen Wegfalls der Unfallkausalität nicht
.
Zudem bestünden durch die gegenteilige Ansicht von
Dres
.
E._
und
F._
zumindest geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Ausführungen des Kreisarztes. Folglich seien dem Beschwerdeführer dauernde Leistungen der
Unfallversicherung
zu entrichten
(
Urk.
2 S. 6 ff.).
3.
3.1
Im
A._
wurden am
5.
September 2017 durch eine radiologische Untersuchung frische
ossäre
Läsionen ausgeschlossen und im Bereich der
distalen Lendenwirbelsäule
eine Abstandsverminderung zwischen LWK
(Lendenwirbel
körper)
4 und
LWK 5 sowie zwischen LWK 5 und S
WK 1 festgestellt
. In der Beurteilung wurden
schliesslich
degenerative Veränderungen festgehalten
(
Urk.
8/3).
3.2
Die behandelnden Ärzte
des
A._
diagnostizierten
in ihrem Bericht vom
5.
September 2017
eine Kontusion der LWS bei Unfall im PKW mit 60 km/h in Polen
und verordneten dem Beschwerdeführer eine analgetische Therapie mit
Irfen
400
mg und lokale
r
Anwendung
des
Ecofenac
Gel
s
. Bei Beschwerdepersis
tenz während acht bis zehn Tagen
empfahlen sie
eine weitere Diagnostik mittels
Computertomogramm
(CT)
(
Urk.
8/12)
.
3.3
Nach der MRI-Untersuchung der LWS
/ISG
nativ vom
12. September 2017
im
B._
hielt
Dr.
med.
G._,
Facharzt Radiologie und
diag
.
Neuroradio
loge
,
die Diagnose
einer
frisch
imponierend
e
n
D
iskushernie L4/5
fest. Diese sei
wahrscheinlich
für die aktuellen
klinischen
Exazerbationen verantwortlich. Daneben
imponiere auch eine ältere Diskushernie
L5/S
1.
Beide seien linksbetont
(
Urk.
8/11).
Daraufhin
wurde am
1
8.
September 2017
im
B._
eine
komplika
tionslos
e CT-gesteue
rte
epid
u
r
ale
Infiltration
durchgeführt
(Urk.
8/9)
.
3.
4
Im Bericht der Abteilung für Wirbelsäulen-Chirurgie der
C._
vom 2
6.
September 2017 wurde eine schmerzhafte sensorische L5
Radi
kulopathie
links bei Diskushernie L4/5 links und vorbestehender Diskushernie L5/S1 links diagnostiziert
(
Urk.
8/60 S. 7)
.
Da es zu keiner Besserung nach
der
Kortisoninfiltration
gekommen sei, solle der Beschwerdeführer vorerst zuwarten. Physiotherapie habe
er
bereits von seinem Hausarzt verordnet bekommen (
Urk.
8/60 S. 8).
3.
5
Anlässlich der Verlaufskontrolle vom 2
6.
Februar 2018 in der Wirbelsäulen-Sprechstunde der
C._
hielten die Ärzte fest, dass der
Beschwerdeführer über eine langsame, jedoch progrediente Besserung berichtet
habe
. Bei Persistenz der Beschwerden oder stagnierender Besserung sei
ihm
eine Operation empfohlen
worden
. Grundsätzlich
solle der Beschwerdeführer
in einen anderen Beruf
umgeschult werden
, welcher nicht körperlich
belastend
sei (
Bericht vom
1.
März 2018,
Urk.
8/42).
3.
6
Zuhanden der CAP Rechtschutz-Versicherungsgesellschafts AG
beantworteten
d
ie Ärzte
der
C._
in
ihrem Bericht vom 1
5.
Mai
2018
die ihnen gestellten Fragen. Dabei führten sie
aus, dass die Bes
chwerden
des Beschwerdeführers
seit dem Autounfall vom
4.
Augst 2017 bestünden. Bei einem Auffahrunfallmechani
smus bei Geschwindigkeit von 50
km/h sei theoretisch eine Schädigung einer vorher gesunden Bandscheibe möglich. Dies könne weder
bild
geberisch
noch klinisch bewiesen werden. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei die Diskushernie auf den Unfall zurückzuführen, da prätraumatisch keinerlei Beschwerden bestanden hätten. Bei Bedarf sei zur genauen Analyse gegebenen
falls eine rechtsmedizinische Beurteilung zu erwägen (
Urk.
8/60 S. 3).
3.
7
Am 1
4.
Juni 2018 nahm
Dr.
D.
_
für die Suva eine versicherungsmedizinische Beurteilung vor. Er führte aus, die für eine
traumatische
Diskusläsion erforderli
chen Begleitverletzungen, welche bei einem schweren
Trauma
der LWS auftreten, seien Verletzungen der Wirbelkörper wie z.B. Wirbelkörperbrüche, Verletzungen der Bandstrukturen der
LWS
mit entsprechenden
Einblutungen
im
LWS-B
erei
ch. Eine isolierte Bandscheibenschädi
g
ung durch den Unfall ohne Mitver
letzu
n
g
von umg
ebenen Strukturen sei biomechan
i
s
ch nach heutigem Wissensstand in der Medizin
nicht
möglich. Die in der
Kernspintomographie
gezeigten
Dis
k
ushernien, also Vorwölbungen von Bandscheibenanteilen, welche auf eine Nervenwurzel drückten, seien im Rahmen einer degenerativen
Erkrankung
der Lendenwirbel
säule zu sehen, s
o
wie
dies
auch schon in der R
öntgendiagnostik
vermutet worden sei. Eine unfallkausale Ursache sei nicht zu
befürworten
, da
die Begle
itver
letzu
n
g
en, die bei traumatischen Diskushernien zu sehen
seien
,
fehlen
würden
. Somit sei beim Unfallereignis vom
4.
August 2017 eine
Distorsion der
LWS
anzuerken
nen
,
strukturelle
Schädigungen
der Lendenwirbelsäule
liessen
sich in
der
Kern
spintomographie
und auch im Röntgen nicht erkenne
n
. Mit überwiegender
Wahr
scheinlichkeit
seien die vom
Beschwerdeführer
beklagten
Beschwerden
bis zu
sechs
Monate
nach Unfallereignis als Unfallf
o
l
gen
anzuerkennen
. Danach spiel
ten je
d
o
ch
unfallfremde Faktoren wie die vorhanden
degenerativen
Veränderun
gen
der
LWS
, wie sie beim
Beschwerdeführer
nachgewiesen
worden seien
, eine
Rolle
(
Urk.
8/
66 S
.
2 -3
)
.
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Versicherungsleistun
gen zu Recht per
4. April
2018 eingestellt hat, mithin, ob die vom Beschwerde
führer nach wie vor geklagten Beschwerden noch in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom
4. August 2017
stehen.
4.2
Der angefochtene Entscheid basiert auf der Beurteilung von
Dr.
D._
vom
14.
Juni 2018
(
Urk.
8/66
).
Dr.
D._
, der als Facharzt für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie
über eine für die Beurteilung des streitigen Leidens angezeigte medizinische Ausbildung verfügt, berücksichtigte sämtliche medizinische Vorak
ten einschliesslich Bilder (
Urk.
8/66 S. 1 f.
) und setzte sich dabei ausführlich mit den radiologisch erhobenen Befunden und den biomechanischen Zusammenhän
gen auseinander
.
Im Unterschied zu den behandelnden Ärzten lag ihm die Unfalldokumentation vor (
Urk.
8/25-26).
In seiner Beurteilung
hielt er fest,
e
ine unfallkausale Ursache der Bandscheibenhernie sei nicht zu befürworten, da die Begleitverletzungen, die bei traumatischen Diskushernien zu sehen seien, fehlten.
Demnach schloss er, dass beim Unfallereignis vom
4.
August 2017 eine Dist
orsion der LWS anzuerkennen sei
. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
seien
die
vom
Beschwerdeführ
er beklagten Beschwerden
sechs Monate nach Unfallereignis
unfallfremd
(
E. 3.7
)
.
Diesem Befund
widersprach
en die
Ärzte
von der
C._
in ihrem Bericht
vom 1
5.
Mai 2018
grundsätzlich nicht
(E. 3.6
)
.
Als Begründung der Kausalitätsbeurteilung
legten
sie lediglich
ein mögliches Unfallszenario dar, bei welchem eine theoretische Schädigung einer vorher gesunden Bandscheibe bei einem Auffahrunfallmechanismus bei ei
ner Geschwindigkeit von 50km/h
mög
lich
ist. Sie führten jedoch nicht konkret aus
, das
s
der Unfall vom
4.
August 2017
im vorliegenden Fall
für die Bandscheibenverletzung
überwiegend wahrschein
lich kausal gewesen war
. Soweit sie
die
Unfallkausalität aus dem Umstand
der
prätraumatisch
fehlenden
Beschwerden
ableiten wollen
,
ist
anzumerken,
dass
die Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeu
tung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verur
sacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig
ist
(BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 2
5.
Juli 201
3.
E. 5.1).
Damit
vermögen auch die Ärzte der
C._
keine auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche
rungsinternen ärztlichen Stel
lungnahme zu wecken (vgl. E. 1.7
).
Die Einschätzung von Kreisarzt
Dr.
D._
steht insbesondere auch im Einklang mit der höchstrichterlich anerkannten medizinischen Erfahrungstatsache, wonach im Bereich des Unfallversicherungsrechts praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfall
ereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet
werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder
radikuläres
Syndrom) unverzüglich und mit sofor
tiger Arbeitsunfähigkeit auftreten. In solchen Fällen hat die Unfallversicherung auch für Rezidive und allfällige Operationen aufzukommen. Ist die Diskushernie, wie vorliegend, bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber verursacht worden, so hat sie nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Nach derzeitigem medizinischem Wissensstand kann das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und
Lumboischialgien
nach drei bis vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtunggebende Verschlim
merung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_17/2017 vom
4.
April 2017 E. 2.3).
4.3
Vorliegend war der Unfall nicht von besonderer Schwere
(vgl.
Urk.
8/25-26)
. Begleitverletzungen (Wirbelbrüche, Verletzung von Bandstrukturen), welche au
f
eine schwere Einwirkung hindeuten würden, liegen nicht vor. Auch fehlt ein unverzügliches Auftreten der Diskushernien-Symptome mi
t sofortiger Arbeitsun
fähigkeit. D
er Beschwerdeführer
war
nach dem Unfall am
4.
August 2017
arbeits
fähig und begab sich
erst am 5.
September 201
7 in ärztliche Behandlung, nach
dem die Schme
rzen anfangs September zunahmen
und ausstrahlten (
Urk.
8/25/8)
.
Nach dem Gesagten
ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit davon auszugehen, dass
der
status
quo sine bei
höchstens
vorübergehender unfallkausaler Verschlimmerung des Vorzustandes nach Ablauf von sechs Monaten ab Unfall erreicht
ist. Bei dieser Aktenlage sind
von weiteren medizini
schen Abklärungen zur Unfallkausalität der Bandscheibenverletzung keine anderslautenden und/oder weitere
entscheidrelevante
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf verzichtet werden kann
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE
144
ll
427 E. 3.1.3 S. 435 mit Hinweisen
)
.
5.
Demnach ist - auch unter Berücksichtigung der höchstrichterlichen Rechtspre
chung zu degenerativen Vorzuständen im Bereich der Wirbelsäule
–
nicht
zu bestanden, dass die Beschwerdegegnerin die Leistungen acht Monate nach dem Ereignis per
4.
April
2018 eingestellt hat. Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich daher als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.