Decision ID: e76b41e2-6e16-45ac-b42f-9318158ffe2e
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1959, nicht erwerbstätig (letztmals bis Ende Januar 1994 als Telefonistin/Sekretärin
angestellt
gewesen [Urk. 8/2/1]), meldete sich am 7. April 2010 unter Hinweis auf Rückenschmerzen und eine Fibromyalgie zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung an (Urk. 8/5).
Nach Abklärung der beruflich-erwerblichen Situation und der medizinischen Verhältnisse (unter anderem Einholung des
bidisziplinären
Gutachtens des
Spital Z._
vom 19. Dezember 2011 [Urk. 8/30]), Erstellung eines
Ab
klärungsberichts
Beruf und Haushalt (Urk. 8/36) und durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(vgl. Urk. 8/37-43) verneinte die IV
Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom 21. Januar 2014 (Urk. 2 = Urk. 8/46). Dabei qualifizierte die IV-Stelle die Versicherte als zu 50 % Erwerbstätige und zu 50 % als im Haushalt Tätige (vgl. Urk. 2)
.
2.
Dagegen liess die Versicherte mit Eingabe vom 13. Februar 2014 (Urk. 1) Be
schwerde erheben mit folgenden Anträgen:
1.
Die Verfügung vom 21. Januar 2014 sei aufzuheben und der Be
schwerdeführerin eine ganze Rente zuzusprechen.
2.
Eventuell sei die Verfügung vom 21. Januar 2014 aufzuheben und die Angelegenheit zur
rechtsgenüglichen
Abklärung und an
schliessenden Neuverfügung an die Verwaltung zurückzuweisen.
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwerde
gegnerin
.
D
ie Sozialversicherungsanstalt schloss
in ihrer Beschwerdeantwort vom 21. März 2014 (Urk. 7) auf Abweisung der Beschwerde, worüber die Beschwer
deführerin am 27. März 2014 in Kenntnis gesetzt wurde (vgl. Urk. 9).
Auf die Ausführungen der
Parteien
ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Versicherte mit vollendetem 20. Altersjahr, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, gelten nach Art. 5 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Ver
bindung mit Art. 8 Abs. 3
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Art. 7 Abs. 2 ATSG ist sinn
gemäss anwendbar. Demnach sind für die Beurteilung des Vorliegens einer Er
werbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti
gung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist.
1.2
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (Art. 17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des Art. 28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit Art. 16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
thode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Üb
rigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchti
gung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (Art. 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme ei
ner im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im
Sozialversi
cherungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfor
derlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hin
weisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 15. Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
). Ist jedoch anzuneh
men, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung teiler
werbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art. 5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsät
zen für Erwerbstätige, somit nach Art. 16 ATSG zu bemessen (Art. 28a
Abs.
3 e
contrario
IVG
). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwen
dung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (Art. 27
bis
IVV). Das
Valideneinkommen
ist nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeüb
ten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bes
tenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversi
cherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zu
mutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das – vom Arzt festzulegende – Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131
V 51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren Invaliditäts
-
bemessungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheiden
den Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsa
chen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypo
thetischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Le
benserfahrung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folgerun
gen, die ausschliesslich – losgelöst vom konkreten Sachverhalt – auf die allge
meine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten In
dizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (vgl. Ur
teile des Bundesgerichts 9C_287/2013 vom 8. November 2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 30. Dezember 2013, je
mit Hinweisen).
1.3
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69
Abs.
2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil
des Bundesgerichts
9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltfüh
rung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bun
desgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom 6. April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61
E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht
nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil ei
nes Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tä
tigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfah
ren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grundsätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S. 137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztli
chen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1,
9C_986/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) im Wesentlichen aus,
die Beschwerdeführerin sei seit Mai 2010 in der Arbeits- beziehungsweise Leistungsfähig
keit erheblich eingeschränkt
. Die Ab
klärung vor Ort habe ergeben, dass die Beschwerdeführerin seit 1. September 2010 (Reduktion der monatlichen Unterhaltszahlungen) als Teilzeiterwerbstätige (50 % Erwerbstätigkeit, 50 % Haushalt) zu qualifizieren sei.
Aus medizinischer
Sicht sei der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit (kaufmännische Mitar
beiterin) oder eine andere der Behinderung angepasste Tätigkeit im Umfang von 50 % zumutbar. Mithin ergebe sich ein Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 0 %. Im Haushaltsbereich sei sie gemäss der Abklärung vor Ort zu 43,75 % ein
geschränkt. Aus diesen beiden Faktoren ergebe sich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von insgesamt 22 %.
2.2
Demgegenüber liess die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen vortragen, sie sei als Erwerbstätige zu qualifizieren. Anlässlich der Haushaltsabklärung habe sie klar und unmissverständlich gesagt, dass sie sicherlich eine 100%-Stelle gesucht hätte. Es sei willkürlich, von dieser Angabe abzuweichen. Vor ihrer Ehe habe sie zu 100 % gearbeitet und hernach in der ersten Zeit teilzeitlich weitergearbeitet, obwohl es von Anfang an der dringende Wunsch ihres Ehemannes gewesen sei, dass sie die Erwerbsarbeit ganz aufgebe. Sie habe ihre interessante Erwerbstä
tigkeit nur ungern aufgegeben.
S
ie
l
eide darunter, dass sie auch nach der Tren
nung und Scheidung von ihrem Exmann abhängig sei. Sie würde sehr viel da
rum geben, ihre ökonomische Existenz selber zu bestreiten. Sie habe aber aus gesundheitlichen Gründen keine Erwerbstätigkeit aufnehmen können. Zudem verstosse die gemischte Methode, wie sie von der Invalidenversicherung ange
wendet und vom Bundesgericht abgesegnet werde, gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Das
bidisziplinäre
Gutachten sei mehrheitlich schlüssig und nachvollziehbar. Das gelte aber nicht für die Festlegung der Ar
beitsfähigkeit. Es sei nicht nachvollziehbar, dass eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit aus rheumatologischer Sicht und eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychiat
rischer Sicht nicht insgesamt zu
einer
Arbeitsunfähigkeit von mehr als 50 % führten.
Ein Mangel sei auch, dass keine funktionelle Beurteilung der Ein
schränkung erfolgt sei. Es sei dokumentiert, dass die Beschwerdeführerin das Haus nur ausnahmsweise und im kleinen Radius verlassen könne. Wie nur schon diese Einschränkung eine 50%ige Erwerbstätigkeit möglich machen sollte, sei nicht nachvollziehbar. Aus medizinisch-theoretischer Sicht bestehe kaum eine verwertbare Arbeitsfähigkeit. Auf dem freien Arbeitsmarkt bestehe ohnehin keine Verwertungsmöglichkeit; sie sei nicht mehr vermittelbar (Urk. 1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invali
denrente hat. Dabei ist insbesondere auch umstritten, ob sie von der
Beschwer
degegnerin
zu Recht als Teilzeiterwerbstätige qualifiziert wurde.
3.
3.1
3.1.1
Der Leitende Arzt Prof.
Dr.
med.
Y._
vom
Spital Z._
,
Rheumakli
nik
und Institut für Physikalische Medizin, führte in seinem
Teilgut
achten
vom 19. Oktober 2011 (Urk. 8/30/25-33) aus, aus rheumatologischer Sicht bestehe ein degeneratives Wirbelsäulenleiden
(auf die Lumbalregion fo
kussiert), welches im Zusammen
spiel mit den muskulären Befunden und der Adipositas zur ausgeprägten Schmerzsymptomatik geführt habe. Die Beschwer
deführerin habe nur bis 1994 in einem Arbeitsverhältnis gestanden. Sollte eine Wechselbelastung möglich sein (beispielsweise zwischen Stehen, Sitzen, Laufen, Hinlegen während Pausen)
,
sei zumindest eine Teilzeitarbeitsfähigkeit von vier Stunden pro Tag in einer körperlich leichten Tätigkeit denkbar (S. 8).
3.1.2
Assistenzarzt
Dr.
med.
A._
, der stellvertretende Klinikdirektor PD
Dr.
med.
B._
und die Oberärztin i.V. med.
pract
.
C._
von der Klinik für Psychi
atrie und Psychotherapie des
Spitals Z._
diagnostizierten in ih
rem Teilgutachten vom 28. November 2011 (Urk. 8/30/7-24) eine chronische depressive Störung, derzeit eine mittelgradige depressive Episode mit somati
schem Syndrom, ohne psychotische Symptomatik (ICD-10 F33.11). In psychiat
rischer Hinsicht sei von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % bei einem zeitlichen Pensum von ebenfalls 50 % auszugehen. Der Einstieg ins Arbeitsleben sollte mit einem geringen Pensum erfolgen, das dann stufenweise in kleinen Schritten gesteigert werden könne. Dabei seien folgende Aspekte zu berücksichtigen: Möglichkeit von Pausen, Vermeidung von Leistungsdruck, Förderung von Er
folgserlebnissen, Vermeidung von interpersonellem Stress (S. 16).
3.1.3
Oberarzt
Dr.
med.
D._
und Klinikdirektor und Chefarzt Prof.
Dr.
med.
E._
von der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin stellten in ihrem Gutach
ten vom 19. Dezember 2011 (Urk. 8/30/1-6), zu dessen Ausarbeitung auch das rheumatologische und psychiatrische Teilgutachten erstellt wurden, folgende Diagnosen (S. 4):
1.
Chronisches
lumbospondylogenes
myofasziales
Schmerzsyndrom
bds
., linksbetont (ICD-10: M51.9):
-
Insuffizienz der rumpfstabilisierenden Muskulatur
-
degenerativen Veränderungen im Bereiche der mittleren und unte
ren LWS ohne Kompression neuraler Strukturen
2.
Chronisches
zervikospondylogenes
myofasziales
Schmerzsyndrom (ICD-10: M51.9):
-
Dysbalance
der Nacken-/Schultermuskulatur
-
Wirbelsäulenfehlhaltung
3.
Senk-/Spreizfüsse
bds
. (ICD-10: M21.67):
-
Adipositas
4.
Rezidivierende depressive Störung, derzeit mittelgradig-depressive Episode mit somatischem Syndrom, ohne psychotische Symptomatik (ICD-10 F33.11)
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei die vorhandene Adipositas. Wei
ter hielten die Gutachter fest, die Beschwerdeführerin habe geäussert, dass sie gerne einer beruflichen Tätigkeit nachgehen würde, um die finanzielle Abhän
gigkeit von ihrem „Noch-
Ehe
mann“ zu reduzieren. Seit 1994 gehe sie keiner Erwerbstätigkeit nach; sie
besuche
aber
gelegentlich eine alte Dame
im
Alters
hein
und erteile
einem Nachbarjungen
Nachhilfeunterricht in Deutscher Spra
che
.
Diese
Tätigkeiten könne sie sich gemäss ihren Beschwerden frei einteilen. Aus gesamtmedizinischer Sicht bestehe als kaufmännische Mitarbeiterin eine Arbeitsfähigkeit von 50 %, entsprechend vier Stunden pro Tag. Dies gelte auch in einer angepassten, körperlich leichten Tätigkeit mit der Möglichkeit zu Wechselbelastungen (S. 4 f.). Aufgrund der Anamnese und der vorhandenen Akten sei davon auszugehen, dass die attestierte Arbeitsunfähigkeit seit min
destens Mai 2010 bestehe. Möglicherweise sei es davor durch die Lebensum
stände zu einer Akzentuierung der körperlichen und psychischen Beschwerden gekommen, weswegen damals auch eine höhere Arbeitsunfähigkeit bestanden haben könnte (S. 6).
3.1.4
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin erklärte am 30. Dezember 2013, dass die von der Beschwerdeführerin
kritisierte Ermittlung der Gesamt-Arbeitsunfähigkeit im Gutachten korrekt sei. Eine solche Ermittlung unter Berücksichtigung des rheumatologischen und psychiatrischen Fachgebie
tes in einem Gutachten erfolge niemals durch blosse Addierung der vorliegen
den Einzel-Arbeitsunfähigkeiten. Es habe immer eine Gesamtbewertung zu er
folgen
(Urk. 8/45/3)
.
3.2
Im Haushaltsbericht vom
30. Mai 2013 (Urk. 8/36)
hielt die Abklärungsperson fest, dass die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben ursprünglich ihre Ar
beitstätigkeit aufgegeben habe, weil ihr damaliger Ehemann dies so gewollt habe. Ausserdem seien ihre Eltern und ihre Tanten innerhalb von drei Jahren (zwischen 1994 und 1997) verstorben, so dass es ihr psychisch sehr schlecht ge
gangen sei. Danach sei eine Aufnahme der Arbeitstätigkeit nicht mehr Thema gewesen; finanziell sei dies auch nicht nötig gewesen. An sich hätte sie sofort nach der Trennung von ihrem Ehemann (Juli 2008) eine Arbeitsstelle gesucht, sie sei jedoch von der Art und Weise, wie sich ihr Ehemann von ihr getrennt
habe, schockiert gewesen. Auch der ganze Ablauf der Scheidung sei für sie un
haltbar gewesen. Je nach Möglichkeit hätte sie im Büro- oder im sozialen Be
reich eine Stelle gesucht. Sie wäre gerne von ihrem ehemaligen Mann unabhän
gig. Aus diesem Grund würde sie sicherlich eine 100%-Stelle suchen; sie müsse ja auch keine Kinder betreuen. Sie habe aus gesundheitlichen Gründen keine Stellen gesucht, auch nicht versuchsweise (im Sinne eines Arbeitsversuchs).
Im Einzelnen wurden im Rahmen der Haushaltsabklärung folgende Einschränkun
gen/Behinderungen festgestellt (S.
5-9):
Haushaltführung (Planung, Organisation, Arbeitsteilung, Kontrolle): keine Einschränkung
.
Ernährung (Rüsten, Kochen, Anrichten, Reinigungsarbeiten, Küche, Vorrat Kontrolle): Einschränkung von 45 % bei einer Gewichtung von 35 %, mit
hin eine Behinderung von 15,75 %
.
Wohnungspflege (Abstauben, Staubsaugen, Bodenpflege, Fenster putzen, Bet
ten): Einschränkung von 65 % bei einer Gewichtung von 20 %, mithin eine Behinderung von 13 %.
Einkauf und weitere Besorgungen (gewöhnlicher Einkauf, Post, Bank, Versi
cherungen, Amtsstellen): Einschränkung von 20 % bei einer Gewich
tung von 10 %, mithin eine Behinderung von 2 %.
Wäsche und Kleiderpflege (Waschen, Aufhängen, Bügeln, Flicken). Einschrän
kung von 40 % bei einer Gewichtung von 20 %, mithin eine Be
hinderung von 8 %.
Betreuung von Kindern oder anderen Familienangehörigen: entfällt.
Verschiedenes (etwa Pflanzenpflege): Einschränkung von 50 % bei einer Ge
wichtung von 10 %, mithin eine Behinderung von 5 %.
Total ergebe sich daraus eine Einschränkung im Haushaltsbereich von 43,75 %. Da nach Ansicht der Abklärungsperson von einer 50%igen Tätigkeit im Haus
halt auszugehen sei, ergebe sich ein Teilinvaliditätsgrad von 21,88 % (vgl. S. 3 und
8
).
4.
4.1
Vorweg ist festzuhalten, dass das Gutachten von
Dr.
D._
und Prof.
Dr.
E._
beziehungsweise die Teilgutachten von Prof.
Y._
sowie von
Dr.
A._
, PD
Dr.
B._
und med.
pract
.
C._
(vgl. oben E. 3.1.1 bis 3.1.3) in sich schlüssig, nachvollziehbar und überzeugend begründet sind. Sie erfüllen sämtliche in
E. 1.4 wiedergegebenen Anforderungen der Praxis an Gut
achten. Darauf kann demzufolge abgestellt werden.
Auch die Beschwerdeführerin liess ausführen, das
bidisziplinäre
Gutachten sei mehrheitlich schlüssig und nachvollziehbar. Lediglich hinsichtlich der gut
achterlichen Einschätzung betreffend die gesamtmedizinisch bestehende Ar
beitsunfähigkeit liess sie rügen, dass diese mit 50 % zu tief ausgefallen sei, weil bereits aus psychischen beziehungsweise somatischen Gründen Arbeitsunfähig
keiten von jeweils 50 % attestiert worden seien (Urk. 1 S. 5 f.). Dem ist entge
genzuhalten, dass die Gutachter
Dr.
D._
und Prof.
Dr.
E._
bei der Schät
zung der Gesamtarbeitsunfähigkeit offensichtlich
zum Schluss kamen, dass die beiden Arbeitsunfähigkeitsgrade, nämlich die in den beiden Teilgutachten eru
ierten von jeweils 50 %, nicht zu addieren seien. Auch von einer
teilweisen
Er
höhung sahen sie offensichtlich bewusst ab. Es handelte sich vielmehr um eine Gesamtbewertung. Dieser Vorgehensweise stimmte auch
Dr.
F._
zu (vgl. E. 3.1.4). Auch auf diese gutachterliche Betrachtungsweise kann abgestellt wer
den, erscheint es doch als einleuchtend, dass sich die Beschwerdeführerin in der freien Zeit
beziehungsweise in den Pausen gleichzeitig in psychischer und in körperlicher Hinsicht erholen kann.
Die Frage der versicherungsrechtlichen Re
levanz der im Wesentlichen therapierbaren Gesundheitsbeschwerden (
Urk.
7) kann offen gelassen werden.
4.2
Die im Haushaltsbericht vom 30. Mai 3013 (Urk. 8/36) festgehaltenen und be
schriebenen Einschränkungen wurden von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht in Zweifel gezogen. Der Bericht erweist sich diesbezüglich als sorgfältig und detailliert; er ist
im Wesentlichen
nachvollziehbar und in sich stimmig. Er erfüllt die in E. 1.3 wiedergegebenen Anforderungen. Demzufolge ist von einer Einschränkung im Haushaltsbereich von 43,75 % auszugehen.
4.3
Hinsichtlich der Statusfrage bemängelte die Beschwerdeführerin die Einschät
zung der Beschwerdegegnerin, wonach sie im Gesundheitsfall zu 50
%
er
werbstätig wäre und schloss auf eine Qualifikation als vollzeitlich Erwerbstä
tige.
Dem ist entgegenzuhalten, dass keine konkreten Anzeichen dafür vorliegen, dass sich die Beschwerdeführerin jemals seit ihrem Ausscheiden aus dem Ar
beitsmarkt im Jahr 1994 um eine Erwerbsarbeit
bemüht
hätte, und zwar auch nicht im Rahmen ihrer gemäss gutachterlicher Feststellung verbliebenen Mög
lichkeiten. Die Beschwerdeführerin war nie während längerer Dauer vollum
fänglich arbeitsunfähig (vgl. den entsprechenden Vorhalt,
Urk.
1 S. 4
Ziff.
6). Auch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit von wenigen Stunden wurde offen
bar nie konkret in Betracht gezogen. Jedenfalls hat sich die Beschwerdeführerin niemals für irgendeine Arbeitsstelle beworben. Die Beschwerdeführerin ist vor rund 20 Jahren aus dem Arbeitsmarkt ausgeschieden; angesichts dieser langen Dauer, der mangelnden Praxis und ihres Alters ist die Wiederaufnahme der Ar
beit im Rahmen einer Vollzeitstelle unwahrscheinlich. Es handelt sich dabei um eine rein hypothetische Variante, die durch keine objektiven Indizien gestützt w
ird
, sondern auf rein fiktiven Annahmen beruht.
Gegen die Wiederaufnahme einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit spricht im Übri
gen vor allem auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin davon nur in beschränktem Rahmen profitieren würde. Gemäss der im Scheidungsurteil vom 4. April 2012 (Urk. 8/33) enthaltenen Unterhaltsregelung erhält sie monatliche Alimente in der Höhe von Fr. 5‘800.--. Daran muss sie sich jedoch zur Hälfe anrechnen lassen, was sie als Einkommen (oder als Ersatzeinkommen) erzielt. In der Verfügung vom 2. Juli 2009 (Urk. 8/3) wurde unter anderem von der
Tren
nungsvereinbarung
der Eheleute
G._
genommen. In dieser Konvention wurde vereinbart, dass von den Unterhaltsbeiträgen von Fr. 7‘500.-- jegliches Einkommen der Beschwerdeführerin in voller Höhe abgezogen werde. Daraus ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin bei objektiver Betrachtung nur ein
be
schränktes
finanzielles Interesse daran haben konnte, wieder vollzeitlich einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Daran ändert auch die Aussage der Beschwer
deführerin, wonach sie gerne finanziell unabhängig von ihrem geschiedenen Ehemann wäre, nichts. Das mag zwar so sein, die objektive Faktenlage zeichnet aber ein anderes Bild. Die wirtschaftlichen Anreize für die Beschwerdeführerin, wieder vollzeitlich einer Erwerbstätigkeit nachzugehen
,
waren und sind ange
sichts der Höhe der
Alimentenleistungen
, der getroffenen
Anrechnungsmodali
täten
und der ungünstigen Erwerbsaussichten auf dem Arbeitsmarkt (insbeson
dere, was die Höhe des
realistischerweise
erzielbaren Lohnes betrifft) sehr ge
ring.
Aus dem Gesagten folgt, dass bei objektiver Betrachtung keine Hinweise dafür vorhanden sind, dass die Beschwerdeführerin, wäre sie gesundheitlich nicht be
einträchtigt, vollzeitlich einer Erwerbsarbeit nachginge. Demgegenüber erschei
nen die Annahmen der Beschwerdegegnerin um einiges plausibler. Dass sich die Beschwerdeführerin wieder eine ausserhäusliche Tätigkeit wünscht und nicht ganztätig zu Hause sein will, ist durchaus nachvollziehbar. Der angenommene Wert von 50
%
Erwerbstätigkeit und 50
%
Haushalt erscheint als schlüssig.
4.4
Bei diesem Ergebnis resultiert im Erwerbsbereich keine Einschränkung und im Haushalt eine gewichtete von 21,88
%
, was dem Gesamtinvaliditätsgrad ent
spricht und kein Anrecht auf eine Rente der Invalidenversicherung gibt. Eine Verletzung der EMRK (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
7) ist nicht ersichtlich, kann doch die Beschwerdeführerin im Erwerbsbereich das leisten, was sie auch als Gesunde könnte, und ist sie im Haushaltbereich nur teilweise eingeschränkt. Faktisch resultiert damit nur eine geringe Einschränkung von unter 40
%
. Dass sich bei anderer Gewichtung ein abweichendes Resultat ergibt, tut nichts zur Sache, sind doch die konkreten Verhältnisse zu beurteilen.
Damit ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 700.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).