Decision ID: 6c4a3eae-1e3f-4b66-83ff-8e49e12622b8
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren
1991,
hielt
sich vom März 2004 bis Dezember 2015 in den Vereinigten Staaten von Amerika auf
(
Urk.
8/28 Ziff. 4.1), und war vom 2
0.
März bis 3
1.
Oktober 2016 bei der
A._
AG, als Mitarbeiterin im Bereich Telefonmarketing erwerbstätig (
Urk.
8/46/4), als sie sich am 13.
Okto
ber 2016
bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an
meldete (Ur
k.
8/28)
.
1.2
Mit Mitteilung vom
4.
Mai 2017 (
Urk.
8/43)
übernahm
die
Sozial
versiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
die Kosten einer
Potent
ialab
klärung im Bereich Bürodienstleistungsgruppe in der Universi
täts
klinik
B._
für die Zeit
vom
2.
Mai bis
1.
Juni 2017 (Abschlussbericht vom 13.
Juni 2017;
Urk.
8/51/1-10;
Urk.
8/53/1-11).
Mit Mitteilung vom 1
6.
Mai 2017 (
Urk.
8/45) sprach die IV-Stelle der Versicherten Frühinterventionsmassnahmen im Sinne eines
Deutschkurses für die Zeit
vom 2.
Mai bis 3
1.
Juli 2017 zu.
Mit Mitteilung vom
5.
Oktober 2017 (
Urk.
8/56) sprach die IV-Stelle der Versi
cherten Massnahmen der Arbeitsvermittlung zu.
Nach Erlass des Vorbescheids (
Urk.
8/65)
stellte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
6.
Juni 2018 (
Urk.
8/66
=
Urk.
8/68/15-20
) die Eingliederungsberatung ein und verneinte Ansprüche der Versicherten auf
beruf
liche Eingliede
rungsmassnahmen im Sinne
einer erstmaligen beruflichen Ausbildung
sowie
auf eine Rente
.
2.
Am
2
7.
August 2018 (Poststempel)
erhob die
Versicherte
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die
Verfügung vom 2
6.
Juni 2018 (
Urk.
8/66
)
und beantragte
sinngemäss
, diese sei aufzuhe
ben und es
seien
ihr b
erufliche
Eingliederungsmassnahmen
zuzusprechen
.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
7.
November 2018
(Urk.
7
) die Abweisun
g der Beschwerde, was
der
Beschwerde
führer
in
am 8.
November 2018
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
9
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allge
mei
nen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit (Abs. 1):
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliede
rung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige beruf
liche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.2
Nach Art. 16 Abs. 1 IVG haben Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen, Anspruch auf Ersatz dieser Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten der Versicherten entspricht. Als erstmalige berufliche Ausbildung gilt gemäss Art. 5 Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
die berufliche Grundbildung nach dem Berufs
bildungsgesetz (BBG) sowie, nach Abschluss der Volks- oder Sonderschule, der Besuch einer Mittel-, Fach- oder Hochschule und die berufliche Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf die Tätigkeit
in einer geschützten Werkstätte. Der erst
maligen beruflichen Ausbildung gleichgestellt ist laut Art. 16 Abs. 2
lit
. b IVG die berufliche Neuausbildung invalider Versicherter, die nach dem Eintritt der Invalidität eine ungeeignete und auf die Dauer unzumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen haben.
Andererseits hat die versicherte Person nach Art. 17 Abs. 1 IVG Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Inva
lidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert werden kann. Der Umschulung auf eine neue Erwerbs
tätigkeit gleichgestellt ist laut Abs. 2 derselben Bestimmung die Wiedereinschu
lung in den bisherigen Beruf. Als Umschulung gelten gemäss Art. 6 IVV Ausbil
dungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige beruf
liche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder wesentlichen Ver
besserung der Erwerbsfähigkeit benötigen (Abs. 1). Als Umschulungsmassnah
men gelten auch Ausbildungsmassnahmen, die zu einer höherwertigen als die vorhandene Ausbildung fü
hren, sofern sie zur Erhaltung
oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit notwendig sind (
Abs.
1
bis
).
Musste eine erstmalige berufliche Ausbildung wegen Invalidität abgebrochen werden, so ist eine neue berufliche Ausbildung der Umschulung gleichgestellt, wenn
das
während der abge
brochenen Ausbildung zuletzt erzielte Erwerbseinkommen höher war als das Tag
geld nach
Art.
23
Abs.
2 IVG (Abs. 2).
Für die Abgrenzung der beiden Leistungsarten kommt es entscheidend darauf an, ob die versicherte Person vor Eintritt der Invalidität – im Sinne des für die Ein
gliederungsmassnahme spezifischen Versicherungsfalles (Ulrich Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässigkeitsgrundsatz im staatlichen Leistungsrecht,
Diss
. Bern 1985, S. 168, Fussnote 734) – in ökonomisch bedeutsamem Ausmass erwerbstätig gewesen ist oder nicht (BGE 121 V 186 E. 5b, 118 V 7, AHI 2000 S. 189, Urteil des Bundesgerichts I 147/04 vom 1
9.
August 2004). Nur auf diese Weise wird
vorbehältlich
Art.
6
Abs.
2 IVV, welcher bei invaliditätsbedingtem Abbruch einer erstmaligen beruflichen Ausbildung die neue berufliche Aus
bil
dung unter den dort näher beschriebenen Voraussetzungen der Umschulung gleichstellt
-
eine Abgrenzung erreicht zwischen der Umschulung gemäss
Art.
17 IVG und der gemäss
Art.
16
Abs.
2
lit
. b IVG einer erstmaligen beruflichen Aus
bildung gleichgestellten beruflichen Neuausbildung invalider Versicherter, die nach dem Eintritt der Invalidität eine ungeeignete und auf die Dauer unzumut
bare Erwerbstätigkeit aufgenommen haben (BGE 118 V 7 E. 1c/cc,
Urteile des Bundesgerichts I 147/04 vom 1
9.
August 2004 und I 159/05 vom 16. März 2006 E. 2).
1.3
Unter erstmaliger beruflicher Ausbildung im Sinne von
Art.
16
Abs.
1 IVG ist die gezielte und planmässige Förderung in beruflicher Hinsicht zu verstehen, mit anderen Worten, der systematische Erwerb oder die Vermittlung spezifischer beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten (AHI 2002 S. 176 E. 3
b.aa
mit Hinweis). Als derartige Ausbildung gelten Massnahmen erst dann, wenn sie nach getroffe
ner Berufswahl zur Vorbereitung auf die eigentliche Berufsausbildung notwendig werden. Die schulischen Vorkehrungen müssen abgeschlossen, die Berufswahl getroffen und die vorgesehenen Massnahmen als integrierende Bestandteile des Berufszieles formuliert worden sein. Vorbereitende Massnahmen fallen dann unter
Art.
16 IVG, wenn sie nach getroffener Berufswahl als gezielte Vorbereitung auf die eigentliche Berufsausbildung notwendig werden. Nicht zur erstmaligen beruflichen Ausbildung gehören Zwischenjahre, die der Förderung der Berufs
wahlreife, der Berufsfindung, dem Ausfüllen schulischer Lücken und der Förde
rung des Arbeitsverhaltens dienen (Urteil des Bundesgerichts I 485/01 vom 15.
Mai 2002
m.w.H
.).
1.4
Als invalid im Sinne von
Art.
16 IVG gilt, wer aus gesundheitlichen Gründen bei einer seinen Fähigkeiten entsprechenden Ausbildung erhebliche Mehrkosten auf sich nehmen muss. Bezüglich psychischer Beeinträchtigungen sind die von der Rechtsprechung zum invalidisierenden geistigen oder psychischen Gesundheits
schaden (
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
7 und 8
Abs.
1 ATSG) ent
wi
ckelten Grundsätze auch im Bereich des
Art.
16 IVG massgeblich; dabei ist jedoch nicht die Erwerbstätigkeit, sondern der beabsichtigte Ausbildungsgang mit seinen spezifischen Anforderungen Bezugspunkt (BGE 114 V 29 E. 1b in
fine
mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts I 159/05 vom 16. März 2006 E. 3.2.2). Sodann ist es unerheblich, ob die versicherte Person bei Erlass der Verwaltungs
verfügung an einem invalidisierenden Gesundheitsschaden leidet. Denn es kommt im Rahmen von
Art.
4
Abs.
1 IVG (in Verbindung mit
Art.
7 und 8
Abs.
1 ATSG), von seinem ausdrücklichen Wortlaut wie von der Systematik der Invalidenver
si
cherung als final konzipierte Erwerbsausfallversicherung (AHI 1999 S. 79) her, nicht auf die Gleichzeitigkeit (
Kontemporalität
), sondern auf die Kausalität von Gesundheitsschaden und Erwerbsunfähigkeit an (BGE 126 V 461 E. 2 in
fine
,
AHI
2003 S. 158 E. 2).
1.5
Arbeitsunfähige (
Art.
6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hin
blick auf die
Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle ver
anlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
1.
6
Gemäss
Art.
15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität in der Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind, Anspruch auf Berufsberatung. Der Leistungsanspruch setzt voraus, dass die versicherte Person an sich zur Berufswahl oder zur beruflichen Neuorientierung fähig ist, infolge ihres Gesundheitszustandes aber darin behindert ist, weil die Kenntnisse über Neigungen, berufliche Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht ausreichen, um einen der Behinderung angepassten Beruf wählen zu können (ZAK 1977 S. 191 E. 2; Urteil des Bundesgerichts I 431/99 vom 1
5.
Februar 2000). In Betracht fällt jede körperliche oder psychische Beeinträchtigung, die den Kreis der für die ver
si
cherte Person nach ihrer Eignung und Neigung möglichen Berufe oder Betätigun
gen einengt oder die Ausübung der bisherigen Aufgabe unzumutbar macht. Ausgeschlossen sind geringste Behinderungen, die keine nennenswerte Beeinträchti
gung zur Folge haben und deshalb die Inanspruchnahme der Invaliden
versiche
rung nicht rechtfertigen (BGE 114 V 29 E. 1a mit Hinweisen).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
2
6.
Juni 2018
(Urk.
8/66
) davon aus, dass
gestützt auf eine Beurteilung ihres behandeln
den Arztes vom
6.
Februar 2018 eine
Einschränkung der Arbeits
fähigkeit
der Beschwerdeführerin
in einer der Epilepsie angepassten Tätigkeit
nicht ausge
wiesen sei
,
weshalb ihr die
Ausübung einer
angepassten Tätigkeit im Umfang eines vollzeitlichen Arbeitspensums zuzumuten sei
(S. 1)
.
2
.2
Die
Beschwerdeführer
in
bringt
hiegegen
vor, dass
sie infolge einer juvenilen
myoklonischen
Epilepsie
unter einem Tremor und Zuckungen im Bereich ihrer Hände
leide, und dass sie dadurch in der Berufswahl und in der Ausübung einer Erwerbstätigkeit eingeschränkt werde. Diesbezüglich sei auf den Bericht betreffend Potentialabklärung der
B._
abzustellen, wonach ihr die Ausübung einer Tätigkeit im Umfang eines Arbeitspensums von höchstens 50
%
sowie eine zusätzliche berufliche Weiterbildung empfohlen worden sei.
Eine
Unterstützung bei der Stellensuche durch die Beschwerdegegnerin
habe sie zu einem Zeitpunkt
abgelehnt,
als
sie
gerade
eine Arbeitsstelle als Praktikantin
in einer Kindertages
stätte
mit der Aussicht auf eine
L
ehrstelle
angetreten habe
.
In der Folge habe sie
diese
Tätigkeit
jedoch
wegen
eines
Tremors und
auf Grund von
Zuckungen
wieder
aufgeben müssen (
Urk.
1).
3.
Anfechtungsgegenstand des
vorliegenden
Beschwerdeverfahrens
ist
die strei
tige Verwaltungsverfügung vom
2
6.
Juni 2018
(
Urk. 8/66
), worin die Be
schwerde
gegnerin sowohl einen Rentenanspruch als auch einen Anspruch
der Beschwerde
führerin
auf berufliche Eingliederungsmassnahmen verneinte.
Die
Beschwerde
führer
in
rügte
beschwerdeweise ledig
lich
den Abschluss der Eingliederungs
beratung beziehungsweise
die Verneinung
ihres
An
spruchs auf berufliche Einglieder
ungsmass
nahmen. Die Verneinung des Rentenanspruchs
beanstandete
die Beschwerdeführerin indes nicht (
Urk.
1).
Bezüglich der Vernei
nung des Renten
anspruchs ist die angefoch
tene Verfügung vom
2
6.
Juni
2018
da
her unangefochten in Rechtskraft erwachsen.
4.
4.1
Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
vorerst in Portugal, dann i
n der Schweiz und anschliessend in den Vereinigten Staaten von Amerika die obligatorische Schulpflicht (
High School
) erfüllte
. Sie verfügt
jedoch über keine abgeschlossene Berufsausbildung (Urk
.
8/58/3). Im Rahmen
der Eingliede
rungs
beratung
(
vgl.
Urk.
8/58)
übernahm die
Beschwerdegegnerin (Urk.
8/43)
die Kosten einer
Potent
ialabklärung bei der
B._
vom
2.
Mai bis 1.
Juni 2017 (Urk. 8/51/1-10; Urk. 8/53/1-11) und
diejenigen
eines
Sprachkurses in der deut
schen Sprache (
Urk.
8/45)
.
Anlässlich der Eingliederungsberatung ersuchte die Beschwerdeführerin
die Beschwerdegegnerin am 2
1.
September 2017 (Urk. 8/58/13)
um die
Übernahme der Kosten
eine
r
Ausbildung zum Erwerb eines Handelsdiploms an
einer
Wi
rtschafts- und Informatikschule
.
4.2
Z
u prüfen ist im Folgenden,
ob ein Anspruch
der Beschwerdeführerin
auf
beruf
liche Eingliederungsmassnahmen
, insbesondere auf solche
der erstmaligen beruf
lichen Ausbildung
besteht, wobei vorerst auf Grund der medizinischen Akten zu prüfen ist, ob
eine Invalidität
im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Ver
bindung mit
Art.
8
Abs.
1
ATSG (vgl. BGE 130 V 343 E.
3.3)
ausgewiesen ist.
4.3
Dr. C._
, Fachärztin für Neurologie, erwähnte in
ihre
m Bericht vom 1
4.
Dezember 2016 (
Urk.
8/39/6-8), dass sie die Beschwerdeführerin seit dem 25.
Oktober 2006 behandle und diagnostizierte eine seit dem Jahre 2002 beste
hende juvenile
myoklonische
Epilepsie, wobei die Beschwerdeführerin seit dem Jahre 2009 frei von grösseren Anfällen sei (S. 1). Bei einem gesunden Lebensstil, genügend Schlaf und regelmässiger Einnahme der antiepileptischen Medikation (
Depakine
,
Lamotrigin
) sei die Wahrscheinlichkeit für erneute grössere
(epilepti
sche)
Anfälle als gering einzuschätzen (S. 2). In der von der Beschwerdeführerin bisher in den Vereinigten Staaten von Amerika ausgeübten Tätigkeit als Visa
gistin
oder in einer anderen vergleichbaren Tätigkeit mit der Möglichkeit einer r
egelmässigen Arbeitseinteilung und
ohne Schicht- und Nachtdienst, bestehe eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Demgegenüber seien der Beschwerdeführerin aus
epileptologischer
Sicht die Ausübung von Tätigkeiten mit unregelmässigen Arbeitszeiten, insbesondere solche mit Nach
t
diensten oder ständig wechselnden Schichtdiensten, sowie Tätigkeiten in einem stressigen Arbeitsumfeld, wie bei
spielsweise die Tätigkeit in einem Callcenter, nicht zuzumuten (S. 3).
4.4
Die Arbeitstherapeuten der
B._
erwähnten in ihrem Abschlussbericht betreffend Arbeitsdiagnos
tik/Potential
abklärung vom
1
3.
Juni 2017 (
Urk.
8/53/1-11), dass die Beschwerdeführerin in der Zeit vom
2.
bis 3
0.
Mai 2017
an einer Potential
abklärung, vor
erst
bei einer
Präsenzzeit
von
drei Stunden, anschliessend
bei einer solche
n
von
vier Stunden im Tag
,
teilgenommen habe (S. 1)
.
Dabei
habe sich gezeigt, dass eine Erhöhung der täglichen Präsenzzeit auf vier Stunden nicht möglich gewesen sei und
bei der Beschwerdeführerin
zu einer Verschlechterung
ihres
Befindens geführt habe. Selbst für eine Teilnahme an
einer
Abklärung im
Umfang von drei Stunden täglich,
während fünf Tagen
,
sei die geforderte Belast
barkeit nicht erreicht worden. Eine direkte Integration in eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei unter den folgenden Bedingungen möglich:
-
sitzende Tätigkeit bei Tageslicht
-
Arbeitszeiten ausserhalb der frühen Morgenstunden
-
höchstens Halbtagesstruktur
-
kurzer Arbeitsweg
-
Servicehund oder -hündin als Begleitung zur Sicherheit
-
Möglichkeit einer Mittagspause am Wohnort
-
verständnisvolles Team und verständnisvolle Vorgesetzte (S. 7).
4.5
In ihrer Stellungnahme vom
4.
Juli 2017 (
Urk.
8/54)
erwähnte
Dr.
C._
, dass sie nach einer erneuten Untersuchung der Beschwerdeführerin und nach Kenntnis
nahme der Ergebnisse der an der
B._
durchgeführten Potentialabklärung ihren Bericht vom 1
4.
Dezember 2016 ergänze
. Sie führte aus,
dass die Beschwerde
führerin
(in angepassten Tätigkeiten)
wahrscheinlich nicht
uneingeschränkt
arbeitsfähig sei.
Diesbezüglich
seien ihre
verminderte Belastbarkeit,
ihre
einge
schränkte Leistungsfähigkeit und die qualitative Einschränkung der Arbeitsfähig
keit
zu berücksichtigen
. Weitere Auskünfte könnten die Ärzte der Klinik
D._
, welche die Beschwerdeführerin gegenwärtig abklärten, erteilen.
4.6
Gemäss einer Aktennotiz der Beschwerdegegnerin betreff
end ein Telefongespräch mit E._
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinik
D._
,
vom
6.
Februar 2018 (Urk.
8/58/14) habe dieser angegeben, dass
die Beschwerdeführerin im Schlaf
la
bor abgeklärt worden
sei
,
und dass
noch eine neuropsychologische Abklärung zur quantitativen Erfassung der kognitiven Fähigkeiten vorgesehen sie.
Diagnos
tisch
habe er
eine Epilepsie
bestätigt,
nicht hingegen
eine Narkolepsie
. Er habe sodann erwähnt, dass das
Zittern
, an welchem die Beschwerdeführerin bisher gelitten habe,
eine
Nebenwirkung eines bisher eingenommenen Medika
ments
dargestellt habe, und
e
r
sei davon ausgegangen
, dass
diese Symptome
nach einer Umstellung der Me
dikation nicht mehr auftreten wü
rden.
Er habe
der Beschwer
deführerin
aus
epileptologischer
Sicht
eine uneingeschränkte Arbeits
fähigkeit in
einer angepassten Tätigkeit
attestiert.
5.
5.1
5.1.1
In Bezug auf die Aktennotiz der Beschwerdegegnerin
vom
6.
Februar 2018 (vor
stehend E.
4.6
)
gilt es zu beachten, dass eine formlos eingeholte und in einer Aktennotiz festgehaltene mündliche oder telefonische Auskunft nach der Recht
sprechung nur insoweit
ein zulässiges und taugliches Beweismittel darstellt
, als damit blosse Nebenpunkte, namentlich Indizien oder Hilfstatsachen, festgestellt werden.
Dagegen kommt grundsätzlich nur die Form einer schriftlichen Anfrage und Auskunft in Betracht, wenn Auskünfte zu wesentlichen Punkten des rechts
erheblichen Sachverhaltes einzuholen sind (BGE 117 V 285 E.
4c mit Hinweis). Hält ein Mitarbeiter eines Versicherers den Inhalt eines Telefon
gesprächs schrift
lich fest und bestätigt die befragte Person mit ihrer Unterschrift ausdrücklich, dass die Wiedergabe des Gesprächs korrekt ist, ist diesem Schriftstück unter Umständen Beweiswert zuzuerkennen (Urteil des Bun
des
gerichts U 11/07 vom 2
7.
Februar 2008 mit Hinweis).
Ein solcher ist auch mit Blick auf
Art.
43
Abs.
1 ATSG gegeben (Urteil
des Bundesgerichts I 661/05 vom 2
3.
Juli 2007
E. 6.2.2).
5.
1.
2
Da die
angebliche
Auskunft
von
E._
vom
6.
Februar 2018 (vorstehend E.
4.6
), auf welche sich die
Beschwerdegegnerin
bei Erlass
der ange
fochtenen Verfügung vom 2
6.
Juni 2018 (
Urk.
8/66)
massgeblich stützte,
wesent
liche Punkte des rechtserheblichen Sachverhalts beschlägt, aber
von diesem
nicht unterschriftlich bestätigt
wurde
, kann auf die Aktennotiz gleichen Datums vor
liegend nicht abgestellt werden.
5.2
5.2.1
Demgegenüber handelt es sich
beim unterschriebenen Abschlussbericht der
Arbeits
therapeutinnen
der
B._
betreffend Arbeitsdiagnos
tik/Potential
abklärung vom 1
3.
Juni 2017 (vorstehend E.
4.4
)
grundsätzlich um eine beweistaugliche Urkunde
. Diesbezüglich gilt es indes zu beachten, dass
die Arbeitstherapeutinnen der
B._
nicht über eine ärztliche Ausbildung verfügen. Gemäss der Recht
spre
chung
haben
sich
die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht b
ei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
indes
auf Unterlagen
zu stützen
, die von ärztli
chen und gegebenen
falls auch anderen Fachleuten
zur Verfügung zu stellen sind,
wobei
es ä
rztliche Aufgabe ist
,
den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist
,
beziehungsweise
inwiefern die ver
sicherte Person in ihren körperlichen
und
geistigen Funktionen dur
ch das Leiden einge
schränkt ist
(Urteil des Bundesgerichts 9C_473/2015, 9C_925/2015
vom 20.
April 2016 E. 4.5.2). Demgegenüber ist es
Aufgabe der
Fachleute der Berufs
beratung
zu beurteilen
, welche konkreten beruflichen Tätigkeiten auf Grund der ärztlichen Angaben und unter Berücksichtigung der übrigen Fähigkeiten der ver
sicherten Person in Frage kommen, wobei unter Umständen entsprechende Rück
fragen beim Arzt oder der Ärztin erforderlich sind (
Urteil des Bundesgerichts I
362/99 vom
8.
Februar 2000 E. 1;
BGE
107 V 20 E
.
2
b).
5.2.2
Die
Arbeitstherapeutinnen der
B._
beschränkten sich im Abschlussbericht vom
1
3.
Juni 2017
nicht darauf, gestützt auf eine ärztliche Beurteilung des Gesund
heits
zustandes und der funktionellen Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu evaluieren, welche
konkreten beruflichen Tätigkeiten
für die Beschwerde
führerin gemäss dem massgebenden ärztlichen Zumutbarkeitsprofil in Frage kommen, sondern
postulierten in Widerspruch zu den sich bei den Akten befin
den
den ärztliche
n
Beurteilungen und ohne Rücksprache bei den behandeln
den Ärzten und Ärztinnen
eine
Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten von höchstens 50
%
. Unter diesen Umständen kann bei der Beurteilung der Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin
ni
cht allein
auf den Abschlussbericht der Arbeits
therapeutinnen der
B._
abgestellt werden.
5.3
Die
Beurteilung
en
durch
Dr.
C._
sind
nicht frei
von
Widersprüchen. Denn während sie der Beschwerdeführerin in ihrem Bericht vom
1
4.
Dezember 2016 (
vorstehend E.
4.3
)
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätig
keiten attestierte, relativierte sie diese Beurteilung in ihrer
Stellungnahme vom
4.
Juli 2017 (
vorstehend E.
4.5
)
und
führte
aus, dass
nach einer erneuten Unter
suchung der Beschwerdeführerin und
in Berücksichtigung
der Ergebnisse der
arbeits
therapeutischen Abklärungen der
B._
wahrscheinlich nicht
von einer uneinge
schränkten Arbeitsfähigkeit (in angepassten Tätigkeiten) ausgegangen werden könne, und
empfahl, sich für genauere Informationen an
d
i
e
Klinik
D._
zu wenden, wo
n
o
ch weitere Abklärungen durchgeführt würden
.
Auf Grund von Wider
sprüchen sowie m
angels einer
nachvollziehbaren Begründung vermögen die Beur
teilungen durch
Dr.
C._
vorliegend nicht zu überzeugen, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann.
6.
6.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
insbesondere
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss der Rechtsprechung ist eine Rückweisung an die IV-Stelle möglich, wenn sie in der
notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet is
t, oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzi
sierung oder Ergänzung der medi
zi
nischen Akten beziehungsweise von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 139 V 99 E. 1.1 und 137 V 210 E. 4.4.1.4).
6.2
Vorliegend erweist sich der medizinische Sachverhalt als unge
nügend abge
klärt (vorstehend E.
5
).
Insbesondere fehlen Unterlagen zu den in der Klinik
D._
durchgeführten Untersuchungen und Behandlungen der Beschwerdeführerin. In Anbetracht der im Verwaltungsverfahren der Invaliden
versicherung
geltende
n
Offizialmaxime
beziehungsweise des
Untersuchungs
grundsatz
es
, wonach die Behörde an der Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhaltes mitzuwirken
hat
(
Art.
43 ATSG;
BGE 130 I 180 E. 3.2 und E. 3.3
), wäre die Beschwerdegegnerin daher gehalten gewesen, bei den die Beschwerdeführerin behandelnden Ärzten der Klinik
D._
Berichte zu den Ergebnissen der von diesen veranlassten Unter
suchungen einzuholen
anstatt
sich mit einer telefonischen Auskunft beziehungs
weise einer diesbezüglichen Aktennotiz (vorstehend E.
4.6
)
zu begnü
gen
.
Die Sache ist deshalb an die Beschwerde
gegnerin zurückzu
wei
sen, damit sie - nach Vervollständigung der
medizinischen
Akten sowie
nach
Einholung allfäl
li
ger
weiterer wesentlicher
Entscheidgrundlagen
- über den
Anspruch
der Beschwerd
e
führerin
auf berufliche Eingliederungsmassnahmen
neu verfüge.
Demzufolge ist die Beschwerde gutzuheissen.
7
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei
ge
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzli
chen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 700.-- festzusetzen und aus
gangs
gemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.