Decision ID: 7b4d1d2d-e9ab-4a9b-a07d-c36a787b26b3
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957,
bezieht Zusatzleistungen zu ihrer Invalidenrente. Sie ist im Elternhaus in
Y._
angemeldet. Nach der Geburt ihres Sohnes im Jahr 1987 zog die Versicherte zusa
mmen mit dem Kind nach
Z._
, wo sie sich als Wochenaufenthalterin anmeldete. Die Stadt
Y._
stellte den ursprünglich in ihrer Stadt begründeten Wohnsitz der Versicherten bisher nie in Abrede und richtete ihr Zusatzleistungen aus (vgl. Urteil des Sozialversicherungsgerichts ZL.
2008.00058 vom 26. Februar 2010
, Sachverhalt E. 1
,
Urk.
7/1; vgl. auch
Urk.
7/4.2, 7/4.2a, 3/1
).
Nach einer periodischen Überprüfung der Zusatzleistungen (vgl.
Urk.
7/4.1) sprach die Stadt
Y._
der Versicherten ab 1. August 2015
weiterhin
Ergän
zungsleistungen
und Gemeindezuschüsse im Betrag von
Fr.
965.-- monatlich zu (
Urk.
7/4
; vgl. auch
Urk.
7/8
). Dagegen erhob die Versicherte am 15. September 2015 Einsprache und machte geltend, die aktuelle Miete zuzüglich
der
Neben
kosten sei
seit Jahren
nicht
korrekt
berücksichtigt worden (
Urk.
7/5). Mit
Ein
spracheentscheid
vom 21. September 2015 wies die Stadt
Y._
die Einsprache ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 14. Oktober 2015 mit dem
sinn
-
gemässen
Rechtsbegehren, di
e Miete der Wohnung in
Z._
im Betrag von Fr. 1‘000.-- sei bei den anrechenbaren Ausgaben zu berücksichtigen (
Urk.
1
,
3/1
und 3/3
). In der Beschwerdeantwort vom 4. November 2015 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung (
Urk.
6).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 4 Abs. 1
lit
. c des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alte
rs-, Hinterlassenen- und Invali
denversicherung (ELG) haben Per
sonen mit Wohnsitz und gewöhnli
chem Aufenthalt (Art. 13 des Bundesgesetzes ü
ber den Allgemeinen Teil des So
zialversicherungsrechts, ATSG) in der Schweiz, die eine Rente der Invalidenversicherung
be
ziehen, Anspruch auf Ergänzungsleis
tungen. Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkann
ten Ausgaben die anerkannten Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
1.2
Als anerkannte Ausgaben gelten nach Art. 10 ELG bei Personen, die nicht dau
ernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spital leben (zu Hause wohnende Personen), unter anderem ein Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf pro Jahr (vgl. Art. 10 Abs. 1
lit
. a ELG), der Mietzins einer Wohnung und die damit zusammenhängenden Nebenkosten bis zu einem Maximalbetrag pro Ja
hr (Art. 10 Abs. 1
lit
. b ELG)
und ein jährlicher Pauschalbetrag für die obligato
rische Krankenpflegeversicherung, welcher der kantonalen beziehungsweise regionalen Durchschnittsprämie für die obligatorische
Krankenpflegeversiche
rung
(inkl. Unfalldeckung) entspricht (Art. 10 Abs. 3
lit
. d ELG).
1.3
Werden Wohnungen oder Einfamilienhäuser auch von Personen bewohnt, welche nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen sind, dann ist der Mietzins auf die einzelnen Personen aufzuteilen. Die Mietzinsanteile der Personen, welche nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen sind, werden bei der Berech
nung der jährlichen Ergänzungsleistung ausser Betracht gelassen (Art. 16c der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, ELV).
Nach der Rechtsprechung sind Mietzinsen für eine zweite Wohnung an einem anderen Ort im Rahmen des gesetzlichen Höchstbetrages nur dann abzugsfähig, wenn die zweite Wohnung für die betreffende Person aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen unentbehrlich ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_388/2013 vom 10. Dezember 2013, E. 4.1 mit Hinweisen).
1.4
Nach Art. 25
Abs.
1
ELV
ist die jährliche Ergänzungsleistung unter anderem dann zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, wenn bei der periodischen Überprüfung eine Änderung der vom ELG anerkannten Ausgaben oder anre
chenbaren Einnahmen sowie des Vermögens festgestellt wird. Macht die Ände
rung weniger als 120 Franken im Jahr aus, so kann auf eine Anpassung ver
zichtet werden.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte in der Verfügung vom 1
9.
August 2015 Mietkosten von
Fr.
3‘870.-- pro Jahr
oder
Fr.
322.50
im Monat (
Urk.
7/4). Dies entspricht einem Viertel der Miete von
Fr.
1‘310.-- der Wohnung an der
A._
in
Y._
, die
neben der Beschwerdeführerin von drei weiteren
erwachsenen Personen bewohnt wird (
Urk.
7/4.2, 7/7 S. 2).
Im
Einspracheentscheid
vom 2
1.
September 2015 wies die Beschwerdegegnerin darauf hin,
dass die Beschwerdeführerin nicht damit einverstanden sei, dass nicht der Mietvertrag
in
Z._
als Berechnungsgrundlage genommen werde, wo sie als Wochenaufenthalterin lebe, sondern der Mietvertrag der elterlichen
Wohnung in
Y._
, wo sie immer noch zivilrechtlich angemeldet sei. Diese Grundsatzfrage sei durch das Sozialversicherungsgericht bereits
zweimal
in dem Sinne entschieden worden, dass die Mietauslagen für die Wohnung in
Z._
nicht berücksichtigt werden könnten. Das Bundesgericht sei auf die Beschwerde
n gegen die
Entscheid
e
des Sozialversicherungsgerichts nicht einge
treten.
Entsprechend sei die Einsprache abzuweisen (
Urk.
2 S. 2; vgl. auch
7/1
-3).
2.2
In der Beschwerde vom 1
4.
Oktober 2015 führt die Beschwerdeführerin aus, sie sei aus gesundheitlichen Gründen gezwungen, sich in einem reizfreien Klima aufzuhalten, damit sich ihr Gesundheitszustand nicht verschlechtere. Der Auf
enthalt im reizfreien Klima stelle eine Therapie dar, die durch einen Facharzt angeordnet worden sei. Seit dreissig Jahren habe sie mit dieser Therapie gute Erfahrungen gemacht und die Lebensqualität sei nachweislich stabilisiert wor
den (
Urk.
1).
3.
3.1
Im
Urteil
ZL.2008.00058
vom 2
6.
Februar 2010 hielt das
Sozialversicherungs
gericht
fest, ob die Beschwerdeführerin ihren Wohnsitz in
Y._
habe, sei nicht Gegenstand des Verfahrens und könne dahingestellt bleiben. Anzurechnen sei ein Viertel des Mietzinses der
elterlichen
Wohnung in
Y._
(E. 3.1)
. Zur Frage der strittigen Mietzinsanrechnung
der Wohnung in
Z._
führte das Gericht
in den Urteilen
ZL.2008.00058
vom 2
6.
Februar 2010 und
ZL.2010.00087
vom 2
9.
Oktober 2010
aus,
nach den Angaben von Dr.
med.
B._
, Spezialarzt für Dermatologie und Venerologie, im Zeugnis vom 1
9.
Mai 2008 leide
die Versi
cherte
an einer schweren generalisierten Neurodermitis
atopica
, wobei sich das schubweise auftretende und bis anhin weitgehend therapieresistente Hautleiden - seit sich die Beschwerdeführerin regelmässig im Hochgebirgsklima aufhalte - zurückgebildet und sich soweit stabilisiert habe, dass nur noch sporadische dermatologische Kontrollen und Therapien notwendig seien, was eine massive Kosteneinsparung mit sich bringe. Dies stelle jedoch keinen Ausnahmegrund dar, wonach eine Wohngelegenheit im Kanton
C._
für die Beschwerdeführerin unentbehrlich wäre und damit bei der Berechnung der Zusatzleistungen angerechnet werden müsste
(vgl. Urteil
e
des Sozialversicherungsgerichts ZL.2008.00058 vom 2
6.
Februar 2010, E. 3
[
Urk.
7/1]
, und ZL.2010.00087 vom 2
9.
Oktober 2010).
3.2
Im aktuellen Bericht vom 1
9.
Oktober 2015 führte
Dr.
B._
aus,
einzig durch den regelmässigen Aufenthalt im Hochgebirgsklima des
D._
habe sich das chronische Hautleiden gebessert
, so dass nur noch wenige dermatologische Therapien und Kontrollen notwendig seien
.
Die Folge sei eine massive
Kosten
einsparung
für die Sozialwerke.
Im Falle einer massiven Verschlechterung müsste zukünftig auch eine Klimatherapie in der Hochgebirgsklinik
E._
diskutiert werden. Aus dermatologischer Sicht und aus ökonomischen Überlegungen bestehe somit eine klare Indikation für den regelm
ässigen Auf
enthalt im Reizklima
. Dem habe die Versicherte bereits selbst
Rechnung getra
gen
und sich eine günstige Kleinwohnung im
D._
gesucht (
Urk.
3/3).
3.3
Aus diesem
aktuellen Zeugnis von
Dr.
B._
vom 1
9.
Oktober 2015
ergeben sich keine neuen
Gesichtspunkte
zur Frage der
-
nur ausnahmsweise möglichen
-
Anrechnung des zweiten Mietzins
es in
Z._
.
Namentlich wird daraus keine (wesentliche) Verschlechterung des Gesundheitszustandes ersichtlich
(vgl. Urteil des Sozialversicherungsgerichts ZL.2010.00087 vom 2
9.
Oktober 2010).
Die Ausführungen im rechtskräftigen Urteil
des Sozialversicherungsgerichts
ZL.2008.00058 vom 2
6.
Februar 2010
(
Urk.
7/1)
behalten damit ihre Gültigkeit.
Weiterhin kann nicht angenommen werden,
zwei Wohnungen seien bezie
hungsweise eine zweite Wohnung an einem anderen Ort sei
aus gesundheit
lichen Gründen unentbehrlich.