Decision ID: d0131623-e6ce-49b4-9cd4-3bc37c5191fb
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1955 geborene
X._
ist seit 1994
als Musiklehrerin tätig und in dieser Eigenschaft bei der ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG (ÖKK) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 1
6.
September 2013 rutschte die Versicherte auf einer Treppe aus und fiel auf den Rücken (Schadenmeldung vom 1
7.
September 2013,
Urk.
10/1; Fragebogen zum Ereignis vom 3
0.
September 2013,
Urk.
10/3). Die erstbehandelnden Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie des
Y._
hielten in ihrem Bericht vom 1
6.
September 2013
als Diagnose
eine nicht dislozierte Rippenfraktur
4.
Rippe rechts nach Treppensturz am 1
6.
September 2013 mit minimaler Lungenkontusion im rechten Unterlappen fest (
Urk.
10/5).
Die ÖKK trat auf den Schaden ein und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen.
Mit Verfügung vom 3
1.
März 2
015 schloss die ÖKK den Fall ab und stellte die Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) per sofort ein (
Urk.
10/16). Die von der Versicherten am 2
1.
April 2015 hiergegen erhobene Einsprache (
Urk.
10/19) wies die ÖKK mit
Einspracheentscheid
vom 2
6.
Mai 2015 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 2
6.
Juni 2015 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, es sei der angefochtene
Einspracheentscheid
aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, der Beschwerdeführerin für die Folgen des Ereignisses vom 1
6.
September 2013 weiterhin vollumfänglich Deckung zu gewähren.
Mit Beschwerdeantwort vom 1
5.
September 2015 (
Urk.
9 unter Bei
lage ihrer Akten,
Urk.
10/1-25) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik vom 2
3.
Oktober 2015 an ihren Anträgen fest (
Urk.
13), woraufhin die Beschwerdegegnerin in ihrer Duplik vom 2
7.
November 2015 wiederum auf Abweisung der Beschwerde schloss (
Urk.
17), was der Beschwerdeführerin am 1
5.
Dezember 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
18).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt im
Wesentlichen
dafür, dass der Kausal
-
zusammenhang
zwischen dem Rippenbruch und dem Unfall anerkannt werde. Ein K
ausalzusammenhang zwischen der
f
rozen
shoulder
und dem Unfall vom 1
6.
September 2013 sei hingegen gestützt auf die Erkenntnisse des Ver
trauensarztes lediglich möglich, nicht aber überwiegend wahrscheinlich. Hierfür spreche auch, dass anlässlich der Erstuntersuchung keine Schulterverletzung festgestellt worden sei
(
Urk.
2). Auch der Hausarzt habe in seiner Untersuchung vom 2
3.
Dezember 2013 keinen Zusammenhang zwischen den geklagten Schmerzen im Schulterbereich und dem Unfall hergestellt, vielmehr habe er die degenerativen Probleme angesprochen
. Erst
Prof.
Dr.
med.
Z._
, Ärztlicher Direktor Schulter/Ellbogen
Klinik A._
,
habe nach der Untersuchung am
2.
April 2014 ohne nähere Begründu
ng von einer posttraumatischen
f
rozen
shoulder
im Zusammenhang mit der par
t
iellen
Rotatorenmanschettenruptur
gesprochen, wobei sich im Bericht zahlreiche Widersprüche fänden. Auch sei das Sturzereignis als solches nicht geeignet gewesen, eine traumatische Schulterverletzung hervorzurufen (
Urk.
9
,
Urk.
17
).
Die Beschwerdeführerin brachte
demgegenüber
im Wesentlichen vor,
dass
sie
bereits drei Wochen nach dem Unfall über Schmerzen im Schulterbereich
geklagt habe, die sie veranlasst hätten
, sich auf Empfehlung des Hausarztes bei
Dr.
B._
anzumelden, welcher ihr nach längerem Warten beschieden habe, dass er keine Patienten mehr aufnehmen könne. Der Hausarzt
habe
eine Unter
suchung an der
Klinik A._
veranlasst
, wo am
3.
Ap
ril 2014 eine post
traumatische
f
rozen
shoulder
diagnostiziert worden sei. Gestützt auf die Berichte der
Klinik A._
sei erstellt, dass die
f
rozen
shoulder
unfallkausal
sei
.
Auch werde in der Stellungnahme
A._
darauf hingewiesen, dass die partielle
Rotatorenmanschettenruptur
im Moment klinisch irrelevant sei.
Der natürliche Kausalzusammenhang könne nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung aufgrund medizinischer Erfahrung bejaht werden, obwohl im Einzelfall ein strikter Beweis im medizinisch-wissenschaftlichen Sinn nicht zu erbringen sei. Diese Sichtweise sei vorliegend angezeigt, da gemäss allgemeinen
Erfahrungen die Ursachen einer
f
rozen
s
houlder
nicht mit letzt
er Sicherheit zu ermitteln sei
en
(
Urk.
1). An den Einschätzungen des Vertrauensarztes bestünden darüber hinaus mehr als nur geringe Zweifel, so habe er weder eine eigene Untersu
chung durchgeführt noch sei ersichtlich, ob er über die nötigen orthopädischen Fachkenntni
sse verfüge. Der Bericht von Prof.
Z._
und die ergänzende Stel
lungnahme von
Dr.
C._
erklärten plaus
ib
el, warum der verursachte Schmerz
nicht sofort, sondern erst später, allmählich in Schüben aufgetreten sei (
Urk.
13).
2.
2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung (
UVG
)
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetr
etenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzu
sammenhangs sind alle Umstände,
ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetr
eten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungs
weise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammen
hangs nicht erforderlich, dass e
in Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen
ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohn
e dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.2
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356
S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
3.
3.1
Die erstbehandelnden Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie des
Y._
hielten in ihrem Bericht vom 1
6.
September 2013 eine nicht dislozierte Rippenfraktur
4.
Rippe rechts nach Treppensturz am 1
6.
September 2013 mit minimaler
Lun
genkontusion
im rechten Unterlappen fest (
Urk.
10/5). Die Beschwerdeführerin sei nachmittags auf einer Treppe ausgerutscht, zunä
chst auf das Gesäss gefallen und
anschliessend komplett flach auf dem Boden gelegen. Bewusstlosigkeit, Schwindel-, Kopf- oder
Abdominaltrauma
würden verneint. Sie gebe Schmerzen im Bereich des rechten
Iliosakralgelenkes
(IS
G
) sowie über der rechten
Da
r
m
beinschaufel
, Flanke und dem vorderen Rippenbogen an. Bei Flexion bestünden ausserdem Schmerzen im Hüftgelenk.
3.2
Prof.
Dr.
med.
D._
, Innere Medizin FMH, notierte in seinem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Bericht vom
2
6.
Mai 2014
, dass die Beschwer
deführerin ihn am 2
3.
Dezember 2013 notfallmässig konsultiert habe, da sie seit dem Sturz im September vor allem nachts Schmerzen in der Schulter habe.
Ursprünglich sei sie
ca. am 1
9.
September 2013 im
Y._
abgeklärt worden
. Bei der Untersuchung habe sich eine Parästhesie/Hypästhesie rechts grösser als links gezeigt. Er habe ein
Zervikobrachialsyndrom
rechts grösser als links und eine Periarthritis
hu
mero-scapularis
mit Neigung zu
f
rozen
shoulder
diagnostiziert. Später habe er telefonisch eine Abklärung im
A._
empfohlen. Weitere Konsultationen hätten bei ihm nicht stattgefunden (
Urk.
10/10).
3.3
Prof.
Z._
diagnostizierte
in seinem Bericht vom
4.
Ap
ril 2014 eine post
-
traumatische
f
rozen
s
houlder
rechts (partielle
Rotatorenmanschetten
-Ruptur im Moment klinisch irrelevant). Die Beschwerdeführerin habe bis am 1
6.
September 20
13
k
eine Probleme mit der rechten, dominanten oberen Extremität
gehabt, als sie
auf der Strasse
gestürzt
und flach auf den
Rücken und die rechte Seite gefallen sei
. Zuerst
habe
man
Rippenfrakturen
abgeklärt und
nachgewiesen
, ohne dass besondere Aufmerksamkeit für die Schulter als notwendig erachtet w
orden sei
.
Nach
einigen Tagen
hätten die Schmerzen
eher
zugenommen
und dann
sei eine
progredient
e
Zunahme der Schmerzen mit zunehmender Funk
-
tionsbehinderung
erfolgt
. Die vorliegende
Ar
thro
-MRI-Untersuchung vom 1
9.
Februar 2014
(vgl.
Urk.
10/9)
zeige
eine leicht aufgequollene
Supraspi
natussehne
ohne
transmurale
Ruptur und ohne weitere pathologische Befunde.
Es bestehe eine e
indeutige, recht ausgeprägte
f
rozen
s
houlder
. Heute
sei eine intraartikuläre
Injektion von Steroiden
erfolgt
, zudem
hab
e
er
Miacalcic
und
Celebrex
2 x 200 mg
rezeptiert
.
Die Beschwerdeführerin sollte nach s
einer
Beurteilung ohne weiteres in der Lage sein
,
ihr Konzert nächste Woche zu geben
. Dafür scheine
ihm
aber die
Infiltration notwendig. Die Beschwerdefüh
rerin könne sich gerne in etwa 2-3 Wochen melden und über den Verlauf berichten. Den weiteren, erwarteten Verlauf habe er ihr erklärt (
Urk.
10/8).
3.4
Dr.
med.
E._
, Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin, hielt in seiner Aktennotiz vom
2
5.
März 2015 fest, dass zu klären sei
, ob die
Schulterbe
schwerden
rechts, welche die
Beschwerdeführerin am 2
3.
Dezember 2013
gegenüber
Dr.
D._
be
richtet habe
, in n
atürlichem Kausalzusammenhang
mit dem Sturzereignis vom 1
6.
September
2013
stünden
. Für die Beantwortung der Frage
gäben der Bericht des
Y._
Unfallchirurgie vom 1
2.
November
2013
über die Erstbehandlung am 1
6.
September 2013, der Bericht von Prof.
D._
vom 2
6.
Mai
2014
über die Notfallkonsultation vom 2
3.
Dezember
2013
,
die
MRI-Untersu
chung Schulter rechts vom 1
9.
Februar 2014 zuhanden Prof.
D._
und
die Konsultation bei Prof.
Z._
am
4.
Februar (richtig: April) 2014, Aus
kunft (
Urk.
10/14).
In den authentischen Akten der Notfallstation
Y._
sei die Beschwerdeführerin
primär nach dem Unfallereignis sehr ausführlich klinisch und auch mit
bildge
bendem
Verfahren abgeklärt
worden
.
Anhand dieser Akten bestünden k
einerlei Hinw
eise auf eine Schulterverletzung. Über drei
Monate später
habe sie sich
bei Prof.
D._
mit andauernden Schulterschmerzen
gemeldet
. Die
spätere Abklä
rung zeige
nebst degenerativen Veränderungen eine partielle
Rotatorenman
schetten-Ruptur
rechts. Grundsätzlich
hätte
man bei einer akuten
Schulterver
letzung
im Rahmen des Sturzereignisses bereits primär eine entsprechende Symptomatologie erwartet. Das Sturzereignis selber
sei jedoch kein
für das Zuziehen von
Rotatorenmanschetten
-Läsion
en
typisches Ereignis.
Die
Be
-
schwerdeführerin
zeige
in der MRI-Untersuchung auch klare degenerative Veränderungen.
Der beschrieben
e
Rotatorenmanschetten
-Defekt kö
nn
e
sowohl traumatischen wie deg
enerativen Ursprungs sein. Die drei
Monate nach
Unfall
ereignis
präsentierte Symptomat
ologie kö
nn
e
grundsätzlich ohne
Traumaereig
nis
auf Basis von degenerativen Veränderungen ebenso gut erklärbar sein. Anhand dieser Faktoren k
ö
nn
e
die medizinische Kausalität zwischen akuten Schulterbeschwerden Ende Dezember 2013 und dem
Traumaereignis
im Sep
tember 2013 höchstens im Bereich des „möglichen", jedoch mit Sicherh
eit nicht höher gesehen werden (
Urk.
10/14).
3.5
Dr.
med.
C._
, Assistenzärztin Orthopädie an der
Klinik A._
,
nahm
in ihrem Bericht vom 1
9.
Juni 2015, welcher auf Wunsch der Beschwerdeführerin erstellt wurde, Stellung zur Unfallkausalität. Im Rahmen der Sprechstunde vom
3.
April 2014 habe die Beschwerdeführerin geäussert, bis am 1
6.
September 2013 keine Probleme mit der rechten, dominanten oberen Extremität gehabt zu haben. An diesem Tag sei sie auf der Strasse gestü
r
zt und flach auf den Rücken und die rechte Seite gefallen. Zuerst seien Abklärungen und der Nachweis von Rippenfrakturen erfolgt, ohne dass aber besondere Aufmerksamkeit für die Schulter als notwendig erachtet worden sei. Mit der Zeit hätten die Schmerzen mit zunehmender Funktionsbehinderung progredient zugenommen. Durch Prof.
Z._
sei die Di
agnose einer posttraumatischen
f
rozen
shoulder
rechts gestellt worden. Die Anamnese eines relativ geringen Traumas mit allmählicher Zunahme der Beschwerden mit Schmerzen und Funktionsbeeinträchtigung seien sehr typisch für das Beschwer
debild einer posttraumatischen
f
rozen
shoulder
rechts. Sie erachteten es als gut nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen der initialen starken Schmerzen bei Rippenfrakturen keine besondere Aufmerksamkeit auf die Schulter gelenkt habe. Sie bäten daher um
Reevaluation
des Beschlusses (
Urk.
10/22).
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin brachte vor, es könne vorkommen, dass der natürliche Kausalzusammenhang aufgrund medizinischer Erfahrung rechtlich bejaht werde, obwohl im Einzelfall ein strikter Beweis im medizinisch-wissenschaftli
chen Sinne nicht zu erbringen sei (
Urk.
1 S. 4).
Dem ist entgegenzuhalten, dass
bei organisch objektiv nachweisbaren
Gesund
heitsschäden
, worunter auch die
frozen
shoulder
fällt (mit Hinweisen: Urteil des Bundesgerichts 8C_372/2010 vom
8.
September 2010 E. 6.2), die
blosse
Mög
lichkeit eines Zusammenhangs
gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht zur Begründung der natürlichen Kausalität genügt (vgl. E. 2.2, BGE 117
V
369 E. 3a).
4.2
4.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte die Kausalität
zwischen der
f
rozen
shoulder
und dem Sturzereignis vom 1
6.
September 2013
gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
E._
(vgl.
Urk.
2
).
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass die Beurteilung von
Dr.
E._
die von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden in ange
messener Weise berücksichtigt, in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet wurde und der konkreten medizinischen Situation Rech
nung trägt. Die
Beurteilung leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand de
r Beschwerdeführerin
werden
hinreichend
begründet.
So zeigte
Dr.
E._
nachvollziehbar auf, dass der Kausalzusammenhang aufgrund des Berichts der erstbehandelnden Ärzte des
Y._
, welche trotz ausführlicher klinischer und bildgebender Verfahren keinerlei Hinweise auf eine
Schulterver
l
etzung
erhoben, was bei einer akuten Schulterverletzung allerdings zu erwarten gewesen wäre
,
und unter Berücksichtigung, dass die Beschwerdeführerin in der MRI-Untersuchung auch klare degenerative Veränderungen gezeigt habe und die drei Monate nach Unfallereignis präsentierte Symptomatologie grundsätz
lich ohne
Traumaereignis
auf Basis von degenerativen Veränderungen ebenso gut erklärbar sein könne, lediglich möglich, nicht aber überwiegend wahr
scheinlich ist (
Urk.
10/14).
Der Bericht erfüllt damit die
praxisgemässen
Kriterien (vgl. vorstehend E.
2.2
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
4.2.2
Vorliegend
ist lediglich der Kausalzusammenhang zwi
schen den
Schulterbe
schwerden
und
dem Sturz vom 1
3.
September 2013 strittig.
Dr.
E._
als
Ver
trauensarzt SGV (vgl. www.fmh.ch)
ist - entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin (
Urk.
13 S. 7) - hinreichend fachlich qualifiziert, diesbezüg
lich eine Einschätzung vorzunehmen.
4.
2.
3
Die Beschwerdeführerin konstatierte, dass entgegen den vertrauensärztlichen Ausführungen keine ausführliche Erstuntersuchung stattgefunden habe, auch hätten ihr diese Ergebnisse nie vorgelegen (
Urk.
1). Dem ist entgegenzuhalten, dass die Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie des
Y._
in ihrem Bericht vom 1
6.
September 2013 aufführten, dass die Extremitäten frei beweglich und ohne
Druckdolenzen
seien. Klinisch bestehe kein Anhalt für eine Fraktur oder Luxa
tion. Eine Deformität liege nicht vor. Die
periphere Durch
blutung, Motorik und Sensibilität (
pDMS
) seien intakt (
Urk.
10/5). Entsprechend ist festzuhalten, dass die erstbehandelnden Ärzte die Extremitäten untersuchten und keine auf den Sturz zurückführenden wesentlichen Befunde erheben konnten.
4.
2.
4
Die Beschwerdeführerin brachte des Weiteren vor, dass
Dr.
Z._
klar eine pos
t
traumatische
f
rozen
shoulder
diagnostiziert habe und die Stellungnahme von
Dr.
C._
dies auch nachvollziehbar darstelle.
Dr.
Z._
diagnos
tizierte eine posttraumatische
f
rozen
shoulder
rechts. Eine Herleitung der Diagnose ist aus seinem Bericht vom
4.
April 2014 nicht ersichtlich. Es ist allerdings mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er aufgrund der anamnestischen Angaben seitens der Beschwerdeführerin - sie habe bis zum Sturz am 1
6.
September 2013 keine Schulterprobleme gehabt - die entspre
chende Diagnose stellte (vgl. E. 3.4).
Allerdings ist d
ie
Argumentation nach der Formel „
post
hoc ergo
propter
hoc", nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie n
ach die
sem aufgetreten ist,
gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung beweisrechtlich nicht zulässig
und
vermag
zum Beweis natürlicher Kausalzusammenhänge nic
ht zu genügen (BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
., Urteil des Bundesgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1).
Auch gestützt auf den Bericht von
Dr.
C._
v
om 1
9.
Juni 2015
sind die Beschwerden lediglich möglicherweise unfallkausal, nicht aber mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit:
Dr.
C._
führte
aus, dass die Anamnese eines relativ geringen Traumas mit allmählicher Zunahme der Beschwerden mit Schmerzen und Funktionseinschränkungen im Sinne einer Bewegungseinschränkung sehr typisch für das Beschwer
debild einer posttraumatischen
f
rozen
shoulder
sei und sie es als gut nachvollziehbar erachte, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen der
initialen starken Schmerzen keine
besondere
Aufmerksamkeit auf die Schulter gelenkt habe (E. 3.5).
Eine überwiegende Wahrscheinlichkeit ist damit allerdings nicht erstellt.
4.3
Zusammenfassend gelingt der Nachweis eines Kausalzusammenhanges zwischen den geltend gemachten Beschwerden und
des Sturzes vom 1
6.
September 2013
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit.
Die
Beschwerdeführer
in
hat die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 115 V 133 E. 8a mit Hinweisen). Von zusätzlichen medizinischen Untersuchungen beziehungsweise Abklärungen sind keine weiteren Aufschlüsse hinsichtlich Unfallkausalität zu erwarten. Der
Einspracheentscheid
erweist sich damit als rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen.
5.
Der Grundsatz des kostenlosen Verfahrens hat zur Folge, dass der Beschwerdegegnerin, bzw. dem jeweiligen Versicherungsträger, keine
Partei
entschädigung
zusteht (vgl.
Kieser
, ATSG-Kommentar,
3.
Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015
,
N 58 zu
Art.
61).