Decision ID: 868cf1f7-954b-5c52-8238-9329ffa97585
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._ ist Eigentümerin der mit dem Mehrfamilienhaus Assek.-Nr. 0000_ und der Garage
Assek.-Nr. 0001_ überbauten Parzelle Nr. 0002_, Grundbuch Y._, welche südlich an
die Staatsstrasse (Parzelle Nr. 0003_, Kantonsstrasse zweiter Klasse) angrenzt. Vom
Grundstück Nr. 0002_ aus mündet eine private Hauszufahrt in die Staatsstrasse. Nach
dem Zonenplan der Politischen Gemeinde Y._ ist die Parzelle Nr. 0002_ der Wohn-
Gewerbe-Zone WG 3 zugewiesen. Am 21./28. Dezember 2018 reichte die Salt
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Mobile AG, Zürich, eine Zweigniederlassung der Salt Mobile SA (nachfolgend: S-AG),
ein Baugesuch für den Neubau einer Mobilfunkanlage auf Parzelle Nr. 0002_ ein.
Während der öffentlichen Auflage vom 6. Februar 2019 bis 19. Februar 2019 erhoben
die X._ Genossenschaft (Eigentümerin der Parzelle Nr. 0004_), B._ und C._
(Eigentümer der Parzelle Nr. 0005_) und die Q._ AG (Eigentümerin der Parzelle
Nr. 0006_) Einsprache. Mit Beschluss vom 19. August 2019 widerrief der Gemeinderat
Y._ einen Baubewilligungs- und Einspracheentscheid vom 13. Mai 2019 (nicht
aktenkundig). Gleichentags wies er die Einsprache sowohl in öffentlich-rechtlicher
Hinsicht als auch in privatrechtlicher Hinsicht gemäss Art. 684 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches (SR 210, ZGB) ab, bewilligte das Bauvorhaben und wies die Anträge
der Einsprecher vom 5. und 30. März 2019 auf Erlass einer Planungszone über alle
Flächen in Y._, die der Wohn-Gewerbe-Zone zugeschieden seien, sowie auf
Sistierung des Baubewilligungsverfahrens ab (act. 6.2, 9/5/3, 9/5/4, S. 2 Ziff. II/2,
9/7/4-15, 9/32 f., www.geoportal.ch, www.zefix.ch).
B.
Gegen den Baubewilligungs- und Einspracheentscheid vom 19. August 2019
rekurrierte die X._ Genossenschaft am 9. September 2019 an das Baudepartement
(act. 9/1). Am 16./15. Juni 2020 reichte das Tiefbauamt einen Amtsbericht ein (Beilage
zu act. 9/25). Am 25. August 2020 führte das Departement einen Augenschein durch
(act. 9/32 f.). Mit Entscheid vom 17. Dezember 2020 hiess es den Rekurs im Sinne der
Erwägungen gut und hob den Baubewilligungs- und Einspracheentscheid des
Gemeinderates Y._ vom 19. August 2019 auf (act. 2).
Gegen den Entscheid des Baudepartements (Vorinstanz) vom 17. Dezember 2020
erhob die Salt Mobile SA (Beschwerdeführerin) durch ihren Rechtsvertreter am
15. Januar 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, es
sei der angefochtene Entscheid unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben.
Der Baubewilligungsentscheid des Rates der Politischen Gemeinde Y._
(Beschwerdebeteiligte 1) sei zu bestätigen. Eventualiter sei das Verfahren zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen (act. 19). Am 25. Januar 2021 reichte
sie eine undatierte Zustimmung von A._ (Beschwerdebeteiligte 2) zum Baugesuch
nach (act. 6.1 f.). Mit Vernehmlassung vom 12. Februar 2021 schloss die Vorinstanz auf
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (act. 8). Mit
Beschwerdeantwort vom 24. März 2021 beantragte die X._ Genossenschaft
(Beschwerdegegnerin) durch ihren Rechtsvertreter, es sei die Beschwerde unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich 4% Barauslagen und
7.7% Mehrwertsteuer, abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei (act. 14). In der Folge
liessen sich die Beschwerdeführerin am 25. Mai 2021 und die Beschwerdegegnerin am
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14. Juni 2021 abschliessend vernehmen (act. 18, 20).
Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids und die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeeingabe
vom 15. Januar 2021 erfolgte unter Berücksichtigung der Gerichtsferien (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 30 Abs. 1 VRP und Art. 145 Abs. 1 lit. a der Schweizerischen
Zivilprozessordnung, Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO) rechtzeitig und erfüllt formell
und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1
und Art. 48 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeführerin ist zur Erhebung des Rechtsmittels
befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist somit
grundsätzlich einzutreten. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit die
Beschwerdeführerin um Bestätigung der erstinstanzlichen Baubewilligung vom
19. August 2019 ersucht (Devolutiveffekt, vgl. BGer 1C_118/2020 vom 17. März 2021
E. 1.4; VerwGE B 2019/123 vom 28. Mai 2020 E. 1 je mit Hinweis[en]).
2.
Der erstinstanzliche Entscheid der Beschwerdebeteiligten 2 erging am
19. August 2019. Laut Art. 173 Abs. 1 des am 1. Oktober 2017 (nGS 2017-049) in Kraft
getretenen Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1, PBG) ist somit das PBG
anwendbar, soweit der kommunale Rahmennutzungsplan entsprechend revidiert
worden ist. Ansonsten ist das bis 30. September 2017 gültig gewesene Gesetz über
die Raumplanung und das öffentliche Baurecht (Baugesetz; nGS 32-47, BauG, in der
Fassung vom 1. Januar 2015) heranzuziehen (siehe dazu auch VerwGE B 2019/140
vom 22. April 2020 E. 2 mit Hinweisen und J. Frei, in: Bereuter/derselbe/Ritter [Hrsg.],
Kommentar zum Planungs- und Baugesetz des Kantons St. Gallen, Basel 2020,
N 11 ff. zu Art. 173 PBG sowie N 10 ff. zu Art. 175 PBG).
3.
Die Beschwerdegegnerin stellt die Beweisanträge (act. 14, S. 8-10, 12 Ziff. III/B/5b, 6c,
III/C/2d), es sei ein Augenschein durchzuführen; es seien die Beschwerdebeteiligte 2
und E._ als Zeugen zu befragen. Auf die beantragten Beweisvorkehren kann in
antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden. Die mit Blick auf die nachstehend zu
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schildernden Gegebenheiten entscheidrelevanten tatsächlichen Verhältnisse ergeben
sich mit hinreichender Klarheit aus den dem Gericht vorliegenden Verfahrensakten,
insbesondere dem vorinstanzlichen Augenscheinprotokoll mit Fotodokumentation vom
27. August 2020 (act. 9/32 f.), und dem Geoportal (www.geoportal.ch, vgl. zu den nicht
beweisbedürftigen notorischen Tatsachen etwa BGer 1C_582/2018 vom
23. Dezember 2019 E. 2.3 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 143 IV 380 E. 1.2, in:
Pra 2018 Nr. 61). Es ist nicht ersichtlich, was die beantragten Beweisvorkehren dem
Gericht an zusätzlichem Erkenntnisgewinn bringen würden (vgl. dazu BGer 1C_13/2018
vom 13. März 2019 E. 3 mit Hinweisen sowie B. Märkli, in: Rizvi/Schindler/
Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/
St. Gallen 2020, N 28 ff. zu Art. 12-13 VRP).
4.
Die Beschwerdeführerin bringt zunächst vor (act. 1, S. 5-9 Ziff. III/A/2 f., act. 18
Ziff. 1-5), die Vorinstanz habe eine hinreichende Erschliessung mit Blick auf die
projektierte Mobilfunkanlage zu Unrecht verneint.
Bauten und Anlagen dürfen nur auf erschlossenem Land errichtet oder geändert
werden (vgl. Art. 22 Abs. 2 lit. b RPG, gleichlautend bereits in der Fassung vom
22. Juni 1979, AS 1979 1573, Art. 66 lit. a PBG und Art. 49 Abs. 1 BauG). Land ist
erschlossen, wenn unter anderem eine für die betreffende Nutzung hinreichende
Zufahrt besteht (Art. 19 Abs. 1 RPG, Art. 4 des Wohnbau- und
Eigentumsförderungsgesetz; SR 843, WEG, Art. 67 Abs. 1 PBG und Art. 49 Abs. 2
Ingress und lit. a BauG). Eine hinreichende Zufahrt besteht, wenn die Zugänglichkeit
sowohl für die Benützer der Bauten als auch für Fahrzeuge der öffentlichen Dienste
gewährleistet ist. Die Zufahrten sollen verkehrssicher sein und haben sich nach den
zonengerechten Baumöglichkeiten jener Flächen zu richten, die sie erschliessen sollen.
Aus bundesrechtlicher Sicht genügt es, wenn eine Zufahrtsstrasse hinreichend nahe an
Bauten und Anlagen heranführt. Die befahrbare Strasse muss nicht bis zum
Baugrundstück oder gar zu jedem einzelnen Gebäude reichen; vielmehr genügt es,
wenn Benützer und Besucher mit dem Motorfahrzeug in hinreichende Nähe gelangen
und von dort über einen Weg zum Gebäude oder zur Anlage gehen können. Für
Erschliessungsanlagen auf fremdem Grund ist deren rechtliche Sicherstellung
nachzuweisen. Zu einer hinreichenden Zufahrt in Wohnzonen gehört auch das
Verbindungsstück von der öffentlich zugänglichen Strasse zum Baugrundstück
(Feinerschliessung). Demgegenüber gehören Hausanschlüsse bzw. Hauszufahrten
nicht zur Feinerschliessung. Sie verbinden ein Grundstück mit der Anlage der
4.1.
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Feinerschliessung. Die Festlegung des Ausmasses der Erschliessungsanlagen und die
Umschreibung der genügenden Zugänglichkeit ist Sache des kantonalen Rechts. Den
kantonalen und kommunalen Behörden steht dabei ein erhebliches Ermessen zu (vgl.
dazu VerwGE B 2020/138 vom 29. April 2021 E. 2.3; BGer 1C_248/2019 vom
3. Februar 2020 E. 5.3 und VerwGE B 2018/246 vom 8. Juli 2019 E. 4.2 je mit
Hinweisen). Nach Art. 12 Abs. 1 des Baureglements der Beschwerdebeteiligten 1 (vom
Baudepartement genehmigt am 16. Oktober 2009, BauR) dürfen Ausfahrten höchstens
12% Gefälle aufweisen. Sie müssen von der Fahrbahngrenze aus wenigstens 2.0 m
weitgehend horizontal verlaufen. Die einzuhaltenden Sichtzonen sind so zu
dimensionieren, dass die Verkehrssicherheit gewährleistet ist. Für die Auslegung der
Vorschrift sind die Normen des Schweizer Verbands der Strassen- und
Verkehrsfachleute (VSS) wegleitend. Die VSS-Normen enthalten somit auch nach
Art. 12 Abs. 1 BauR keine bindenden Anweisungen für jeden Einzelfall im Sinn einer
gesetzlichen Norm. Ihre Anwendung im Einzelfall muss dem Grundsatz der
Verhältnismässigkeit entsprechen und sie dürfen nicht ungeachtet der konkreten
Verhältnisse zugrunde gelegt werden (vgl. dazu VerwGE B 2020/114 vom
22. April 2021 E. 3.2 mit Hinweisen).
Art. 63 Abs. 1 lit. a des Strassengesetzes (sGS 732.1, StrG) schreibt darüber hinaus
vor, dass Bau oder Änderung von (privaten) Zufahrten in eine öffentliche Strasse – und
damit sozusagen die Schnittstelle zwischen privater Hauszufahrt und der im
Gemeingebrauch (Art. 17 Abs. 1 StrG) stehenden Erschliessungsstrasse – der
Bewilligung bedürfen. Zuständig für die Bewilligungserteilung ist bei Kantonsstrassen
das kantonale Tiefbauamt (vgl. dazu Art. 6 Abs. 1 StrG in Verbindung mit Art. 1 der
Strassenverordnung; sGS 732.11, StrV, und M. Möhr, in: G. Germann [Hrsg.],
Kurzkommentar zum st. gallischen Strassengesetz, St. Gallen 1989, N 4 zu
Art. 63 StrG). Einer wesentlichen (baulichen) Änderung der Zufahrt oder des
Strassenanschlusses gleichgestellt ist der Übergang zu einer Mehrnutzung (vgl. dazu
Zaugg/Ludwig, Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl. 2020, N 18 zu
Art. 7/8 BauG BE). Die Bewilligung wird nach Art. 63 Abs. 2 StrG erteilt, wenn weder
die Strassen beeinträchtigt noch der Verkehr gefährdet wird (vgl. dazu VerwGE
B 2012/216 vom 22. Mai 2013 E. 2.4 sowie bereits Art. 66 Abs. 2 des alten Gesetzes
über das Strassenwesen vom 17. März 1930, bGS 3, 383, wonach private Zufahrten so
anzulegen sind, dass der Strasse kein Nachteil erwächst, sowie dessen Art. 92 ,
eingefügt am 6. März 1961, nGS 2, 48, wonach private Einmündungen in öffentliche
Strassen und private Abzweigungen von solchen nicht erstellt werden dürfen, wenn
eine wesentliche Störung des öffentlichen Verkehrs vorauszusehen ist). Soweit ein
Bauvorhaben einer strassenrechtlichen Bewilligung nach Art. 63 Abs. 1 lit. a StrG
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bedarf, ist diese mit der Baubewilligung verfahrensmässig zu koordinieren (vgl. dazu
Art. 25a RPG und VerwGE B 2018/80 und B 2018/82 vom 23. Mai 2019 E. 6.1 mit
Hinweisen).
Das Baugrundstück Nr. 0002_ grenzt an eine öffentliche Strasse (Staatsstrasse), auf
welcher das Tiefbauamt im Jahr 2020 einen für eine Kantonsstrasse vergleichsweise
geringen durchschnittlichen täglichen Verkehr (DTV) von 2870 Fahrten ermittelt hat
(Zählstelle K._ Feuerwehrdepot, www.geoportal.ch, Rubrik "Zählstellen Kanton
permanent") und in welche in der näheren Umgebung beidseitig mehrere private
Hauszufahrten münden (www.geoportal.ch). Das Tiefbauamt hat bis dato davon
abgesehen, gestützt auf Art. 65 Abs. 2 StrG, d.h. wenn Verkehrssicherheit oder
Strassenbau dies erfordert hätten, eine allfällige Beschränkung oder Aufhebung der
Einmündung der bestehenden Hauszufahrt auf Parzelle Nr. 0002_ in die Staatsstrasse
(Kantonsstrasse) zu verfügen. Nach den unbestrittenen Feststellungen der Vorinstanz in
Erwägung 3.1 des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 10) führt das strittige
Bauvorhaben "Mobilfunkanlage" zu keinerlei baulichen Massnahmen am bestehenden
Strassenanschluss von Parzelle Nr. 0002_ in die Staatsstrasse; ebensowenig resultiert
danach aus der geplanten (zusätzlichen) Nutzung des Grundstücks Nr. 0002_ als
Standort für eine Mobilfunkanlage ein relevanter Mehrverkehr; auch sonst ändert sich
die Zufahrtssituation nicht. Demzufolge bleibt der jährliche Kontroll- resp. der sonstige
Unterhaltsaufwand der Beschwerdeführerin (vgl. dazu act. 9/33, S. 3, lit. B/2) und damit
der Betrieb der strittigen Mobilfunkanlage ohne Einfluss auf die Erschliessungssituation
auf Parzelle Nr. 0002_. Nach unbestritten gebliebenen Angaben der
Beschwerdeführerin (act. 9/33, S. 3, lit. B/2) kann die Montage des ca. 30 m hohen
Antennenmastes sodann auch mit einem Helikopter erfolgen, wodurch die
Baustellenerschliessung sichergestellt werden kann. Unter diesen Umständen ist der
Baugrund für das strittige Bauvorhaben "Mobilfunkanlage" unabhängig der konkreten
technischen Ausgestaltung der privaten Hauszufahrt und des Strassenanschlusses –
entgegen der mit dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz unvereinbaren Auffassung der
Vorinstanz (vgl. dazu E. 3.2.4 und 3.3 des angefochtenen Entscheids, act. 2, S. 13,
sowie Amtsbericht des Tiefbauamtes vom 15. Juni 2020, Beilage zu act. 9/25) – als
hinreichend erschlossen im Sinne der eingangs (Ziff. 4.1) zitierten Bestimmungen zu
betrachten. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (act. 14, S. 10 Ziff. III/B/
8) gelangte die Vorinstanz ferner zu Recht zum Schluss, dass das im Streit liegende
Bauprojekt mangels Änderung des bestehenden Strassenanschlusses keiner
Bewilligung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 Ingress und lit. a StrG bedurfte.
4.2.
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5.
Die Beschwerdeführerin hält weiter dafür (act. 1, S. 9 Ziff. III/A/4), die
Beschwerdebeteiligte 1 habe ohne Weiteres von einer glaubhaft gemachten
Zustimmung der Beschwerdebeteiligten 2 als Eigentümerin der Parzelle Nr. 0002_
zum Baugesuch ausgehen dürfen.
Das Verwaltungsgericht hat echte Noven in Abweichung von Art. 61 Abs. 3 VRP zu
berücksichtigen, falls die Vorinstanz, wie vorliegend der Fall, keine richterliche Behörde
ist (vgl. dazu VerwGE B 2020/10 vom 14. September 2020 E. 2 mit Hinweisen). Mit der
von der Beschwerdeführerin am 25. Januar 2021 eingereichten, von der
Beschwerdebeteiligten 2 unterzeichneten Zustimmung zum vorliegend strittigen
Baugesuch ist die Beschwerdeführerin der Ordnungsvorschrift von Art. 16 Abs. 3
Satz 2 BauR und Art. 137 PBG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 Satz 3 der Verordnung
zum Planungs- und Baugesetz (sGS 731.11; PBV) nachgekommen (vgl. dazu VerwGE
B 2020/244 vom 7. Juni 2021 E. 2.2; VerwGE B 2020/171 vom 23. Januar 2021
E. 3.3.1; VerwGE B 2019/146 vom 13. August 2020 E. 7 je mit Hinweisen). Damit ist
dem Einwand, dass die Beschwerdebeteiligte 1, selbst ohne unterschriftliche
Zustimmung der Beschwerdebeteiligten 2, eine Beurteilung des streitbetroffenen
Bauprojekts vorgenommen hat, die Grundlage für einen abschlägigen Entscheid
entzogen.
6.
Bei diesem Verfahrensausgang gehen die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens
zulasten der Beschwerdegegnerin (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP und VerwGE B 2017/76 vom
16. August 2018 E. 5 mit Hinweisen). Eine Entscheidgebühr für das
Beschwerdeverfahren von CHF 3'500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist,
der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache zur abschliessenden
materiellen Beurteilung und zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Bei diesem Ergebnis kann dahingestellt bleiben, ob sich die Beschwerdeführerin auf
die Bestandesgarantie hätte berufen können. Sodann tut nichts zur Sache, dass nicht
aktenkundig ist, ob das bestehende Mehrfamilienhaus Assek.-Nr. 0000_ – gemäss
Orthophotomosaik der Schweiz (SWISSIMAGE Zeitreise) des Bundesamtes für
Landestopografie (swisstopo) bestand es bereits im Jahr 1971 (https://
map.geo.admin.ch) – mitsamt der Garage, Assek.-Nr. 0001_, und der Einmündung der
bestehenden Hauszufahrt auf Parzelle Nr. 0002_ in die Staatsstrasse (Kantonsstrasse)
formell rechtskräftig bewilligt worden ist.
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Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12, GKV). Der Beschwerdeführerin ist der im
Beschwerdeverfahren geleistete Kostenvorschuss von CHF 3'500 zurückzuerstatten.
Entsprechend der Verlegung der amtlichen Kosten hat die Beschwerdegegnerin die
Beschwerdeführerin für das Beschwerdeverfahren antragsgemäss ausseramtlich zu
entschädigen (Art. 98 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 98 VRP). Die Entschädigung
ist ermessensweise pauschal auf insgesamt CHF 4'000 zuzüglich CHF 160
Barauslagen (vier Prozent von CHF 4'000) festzulegen (Art. 30 Ingress und lit. b Ziff. 1
sowie Art. 31 Abs. 1 und 2 AnwG; Art. 6, Art. 19, Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. b,
Art. 28 der Honorarordnung, sGS 963.5, HonO). Ein Antrag auf
Mehrwertsteuerzuschlag wurde von der Beschwerdeführerin, welche
mehrwertsteuerpflichtig und vorsteuerabzugsberechtigt ist (www.uid.admin.ch), zu
Recht nicht gestellt (vgl. dazu Art. 29 HonO und VerwGE B 2020/94 vom
17. Februar 2021 E. 8 mit Hinweis).