Decision ID: 9b45e26f-cdc6-57ab-8047-a3d043e19ca0
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1991,
wurde durch ihre Eltern erstmals am
4.
Juni 2004 wegen einer Zahnanomalie bei der Invalidenversicherung angemeldet (
Urk.
7/
2.
Diese erteilte mit Mitteilung vom 1
2.
Juli 2004
Kostengutsprache für die Behandlung des Geburtsgebrechens
Ziff.
218 gemäss
Anhang zur Verordnung üb
er Geburtsgebrechen (
GgV
-Anhang;
Urk.
7/8).
Am 2
0.
April 2011 meldete sich die Versicherte
unter Hinweis auf
Arthrose und starke Nacken- und Rückenschmerzen erneut bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/11), da sie ihre Ausbildung zur Kosmetikerin aus gesundheitlichen Grün
den nicht beenden konnte (
Urk.
7/18). Die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, verneinte daraufhin mit Verfügung vom 1
3.
Dezember 2011 (
Urk.
7/35) einen Anspruch auf berufliche Massnahmen.
1.2
A
m
5.
Oktober 2013
war die Versicherte
in einen Auffahrunfall verwickelt
und bezog
hernach
Leistungen
der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesell
schaft AG (Schweizerische
Mobiliar),
bis diese
die Leistungen
per
2.
Dezember 2013 einstellte.
Die dagegen von der Versicherten am hiesigen Gericht erhobene Beschwerte wurde mit Urteil vom 2
0.
Oktober 2016
(Verfahren Nr. UV.2015.00090)
abgewiesen.
1.3
Nach erfolgter Früherfassung (
Urk.
7/37) meldete sich die Versicherte unter Hin
weis auf eine Commotio cerebri, eine Schulterkontusion und
Coxarthrose
bei Ret
roversion der Hüfte schliesslich am 1
3.
Mai 2014 (
Urk.
7/43) bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an.
Die IV-Stelle
klärte
daraufhin
die medizinische und er
werbl
iche Situation ab und zog Akten des Unfall- und Krankentaggeldversiche
rers sowie der Kantonspolizei Zürich
bei (
Urk.
7/48,
Urk.
7/55,
Urk.
7/58,
Urk.
7/62).
Mit Mitteilung vom 1
4.
September 2015 (
Urk.
7/79) erteilte die IV-Stelle der Versicherten Kostengutsprache für eine Neuausbildung zum Bürofach- und Handelsdiplom VSH bei der
Y._
.
Mit Mittei
lung vom 2
2.
August 2017 schloss die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen
nach erfolgreichem E
rlangen des Handelsdiploms VSH ab (
Urk.
7/106; vgl. auch
Urk.
7/104).
Betreffend die beantragte Rentenprüfung
werde
die Versicherte
eine separate Verfügung erhalten (
Urk.
7/106, vgl. auch die
Telefonnotiz vom 2
1.
Au
gust 2017
Urk.
7/108/5)
.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
7/111
;
Urk.
7/114,
Urk.
7/118,
Urk.
7/122,
Urk.
7/127 =
Urk.
7/130,
Urk.
7/132 =
Urk.
7/134,
Urk.
7/135 =
Urk.
7/137
) verneinte d
ie IV-Stelle mit Verfügung vom
4.
Juni 2018
einen Ren
tenanspruch (
Urk.
7/139
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
4.
Juli 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom
4.
Juni 2018 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und die Sache zu wei
teren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
August 2018 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 2
0.
Dezem
ber 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmetho
den können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Unter
suchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – ge
wissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu na
mentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzu
stellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG be
treffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Ver
fahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die ge
klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge
geben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfolgerun
gen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bun
desgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Be
richten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.
5
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
08.2018
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinische Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) da
von aus, dass
der
Beschwerdeführer
in
eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
zumut
bar sei, weshalb sie einen Rentenanspruch verneinte
(vgl. auch
Urk.
6)
.
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
bestritt beschwerdeweise (
Urk.
1) die von der Beschwer
degegnerin angenommene volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Täti
gkeit und machte geltend, es liege noch kein definitiver Gesundheitszustand vor und es sei
aufgrund
der bestehenden medizinischen Dokumentation davon auszuge
hen, dass sie auch in einer
angepassten Tätigkeit nur noch teilweise arbeitsfähig
sei
(S. 2 unten)
.
Es könnten zurzeit noch keine abschliessenden Angaben zum Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen gemacht werden. In diesem Sinne liege auch kein definitiver Zustand vor, weshalb die vorliegende Streitsache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei. Diese solle verpflichtet werden, die Berichte über die erfolgten Behandlungen einzuholen. Je nach Ergebnis der Untersuchungen werde auch eine polydisziplinäre Begutach
tung notwendig sein, sollte die Beschwerdegegnerin nicht auf die interdiszipli
näre Beurteilung des
Z._
abstellen wollen (S. 6 unten).
2.3
Strittig und zu prüfen
ist der Rentenanspruch der Versicherten.
3.
3.1
Am
5.
Oktober 2013 war die Beschwerdeführerin in einen Auffahrunfall mit Kol
lision der Leitplanke verwickelt (vgl. Unfallmeldung vom
7.
Oktober 2013,
Urk.
7/55/25-28
, sowie den Polizeirapport vom 1
9.
November 2013,
Urk.
7/
5
8
/
3-9
, insbesondere S. 4 und S. 7). Die Erstbehandlung erfolgte gleichentags im
A._
(
Urk.
7/
55/23
). Mit Austrittsbericht vom
6.
Oktober
respek
tive 1
5.
Oktober
2013 (
Urk.
7
/55/19
-22
) berichteten die Ärzte von der Hospitali
sation der Beschwerdeführerin vom
5.
bis
6.
Oktober 2013 und nannten als Di
agnose
n
eine Commotio cerebri sowie eine Schulterkontusion links. Als Neben
diagnose nannten sie eine beginnende
Coxarthorse
links bei Retroversion der Hüfte beidseits. Dazu hielten sie fest, dass die initiale Diagnostik bis auf eine Retroversion der Hüfte beidseits keine Auffälligkeiten gezeigt habe. Die neurolo
gische Überwachung auf der Station sei unauffällig gewesen. Die Beschwerde
führerin habe einmalig erbrechen müssen, habe den darauffolgenden Kostaufbau dann aber gut toleriert (S. 1).
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie und für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Oberarzt Klinik für Orthopädie und Traumatologie des
A._
, nannte im Sprechstundenberich
t vom 3
0.
Oktober 2013 (
Urk.
7/55
/
17-18
) als Diagnosen eine
azetabuläre
Retro
version beidseits, links mehr als rechts mit/bei
Impingement
-Symptomatik sowie beginnender
Coxarthrose
beidseits, einen Status nach Autounfall am
5.
Oktober 2013 mit/bei Rippenkontusion/-fraktur links basal, Schulterkontusion links
und
Commotio cerebri sowie eine vorbestehende Lumbalgie mit/bei anamnestisch Morbus Scheuermann. Die Beschwerdeführerin habe sich erneut in der Sprech
stunde zur Beurteilung der Hüftbefunde vorgestellt. Bezüglich des Autounfalls klage sie noch
über
persistierende Rippenschmerzen links basal, insbesondere beim Husten. Bezüglich der Hüfte
n
bestünden nach wie vor inguinale Schmerzen, insbesondere linksseitig mit Ausstrahlung in den linken Oberschenkel, teilweise auch von
posterior
herziehend. Die Hüftbeschwerden bestünden anamnestisch seit drei Jahren und seien durch den aktuellen Autounfall akzentuiert worden (S. 1).
Mit der Beschwerdeführerin seien die Hüftbefunde nochmals besprochen wor
den. In dieser Konfiguration sei eine
Reversed
PAO
(
periazetabuläre
Osteotomie) klar indiziert, da die Beschwerdeführerin bereits seit drei Jahren anamnestische Beschwerden aufweise und sich bereits konventionell-radiologisch eine leichte
Mehrsklerosierung
im Sinne einer beginnenden
Coxar
-
throse
zeige (S. 2).
3.3
Die Ärzte der
C._
nannten im Bericht vom 2
0.
Dezember 2013 (
Urk.
7/
55/15-16
) neben den bereits bekannten (Neben-)Diagnosen eine Hüftdys
plasie beidseits mit
femoroacetabulärem
Impingement
bei
femoraler
Torsion von 0°. Dazu führten sie aus, die Beschwerdeführerin habe stärkste Schmerzen im Stehen rechts mehr als links seit zirka drei Jahren, zunehmend. Nun habe sie auch Schmerzen im Sitzen und in Ruhe, hingegen keinen Nachtschmerz jedoch diffuse Muskelkrämpfe in beiden Beinen (S. 1 unten). Bei der Patientin könne man nur mittels PAO versuchen, die beschriebenen Beschwerden zu verbessern. Eine PAO sei ein grösserer Eingriff, welcher bei Übergewicht noch deutlich mehr Risiken berge. Daher solle primär ein Gewichtsverlust bis zu einem BMI von 25 erfolgen. Sportliche Tätigkeiten sollten sich auf Schwimmen und Fahrradfahren, welche die Hüfte nicht zu sehr belasten würden, beschränken (S. 2).
3.4
Dr.
med. D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
nannte
im Arzt
zeugni
s vom 1
4.
Februar 2014 (
Urk.
7/55
/
12-13
)
als Diagnosen eine
Kontusion der Hüften be
i Hüftdysplasie beidseits, eine
Rippe
nfraktur links basal sowie eine
C
ommotio cerebri
(
Ziff.
1). Er behandle die Versicherte seit dem
9.
Oktober 201
3.
Die
Beschwerdeführerin
klage
über Schmerzen in der linken Hüfte/im lin
ken Bein bei längerem Sitzen und schon nach kurzer Zeit beim Stehen. Er attes
tierte der Beschwerdeführerin vom
5.
Oktober 2013 bis 1
2.
Januar 2014 eine 100%ige, vom 1
3.
bis 3
1.
Januar 2014 eine 50%ige und ab
1.
Februar bis auf weiteres eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit
(
Ziff.
6)
.
3.5
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie
und beratender Arzt des Unfallver
sicherers
, führte in der Aktenbeurteilung vom
5.
März 2014 (
Urk.
7/
55
/
10
-1
1
)
zuhanden
der Mobiliar
aus, nach der Entlassung aus dem
A._
sei es zum Abklingen der initialen Beschwerden, aber zur Zunahme bereits seit 3 Jahren bekannter Hüftgelenksbeschwerden, die auf eine beidseitige ange
borene Fehlstellung der Hüftgelenkspfanne zu beziehen seien, gekommen. Die Beschwerdeführerin sei deshalb bereits in der
C._
abgeklärt wor
den. Es sei nicht davon auszugehen, dass bei einer
Angurtung
mit entsprechender Stabilisierung des Beckens eine bedeutsame Hüftgelenkstraumatisierung erfolgen könne. Die Beschwerdeführerin habe aber trotz der
Beckenangurtung
über
Hüft
gelenksbeschwerden
g
eklagt. Die radiologische Abklärung im
A._
habe die bereits bekannte
azetabuläre
Retroversion beidseits gezeigt, so dass eine
periazetabuläre
Osteotomie für indiziert gehalten worden sei, dies aber unfallunabhängig. Aufgrund des Unfalles könne weder von einer Aktivie
rung, noch von einer temporären Verschlimmerung der seit 3 Jahren bekannten Hüftbeschwerden ausgegangen werden.
Die Beschwerdeführerin sei am
2.
De
zember 2013 der Hüft-Sprechstunde der
C._
zugeführt worden, wo deutliche klinische Zeichen eines Hüft-
Impingements
bestanden hätten, so dass die orthopädische Korrektur der Beckenfehlstellung erneut vorgeschlagen worden sei. Vorerst sollte die Beschwerdeführerin aber an Gewicht abnehmen, da das Übergewicht per se ein erhöhtes Operationsrisiko darstelle.
In Bezug auf die Ar
beitsfähigkeit hätten unfallbedingt seit dem
5.
Oktober 2013 Nacken- und Schul
terbeschwerden bestanden. Diese seien weitgehend abgeklungen und die unfall
unabhängig bestehende Hüftgelenkspathologie habe zunehmend im Vordergrund gestanden. Diese habe sich kontinuierlich unfallunabhängig verschlimmert. Es sei davon auszugehen, dass zum Zeitpunkt der Konsultation in der Hüftsprechstunde der
C._
von einem unfallunabhängig bestehenden Schmerzbild, insbesondere der Hüfte links, auszugehen sei, da die Hüftgelenke beim angegur
teten Becken keine Verschlimmerung hätten erfahren können (S. 1). Insofern sei die bestehende Arbeitsunfähigkeit unfallbedingt bis zum
2.
Dezember 2013 zu begründen. Die weitere Arbeitsunfähigkeit
ab dem
3.
Dezember 2013 sei nicht mehr mit dem Ereignis vom
5.
Oktober 2013 erklärbar, sondern bestehe aufgrund der vorbestehenden krankheitsbedingten Beschwerden (S. 2).
3.6
Dr.
med. F._
, Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie des Be
wegungsapparates, nannte in der medizinischen Beurteilung zuhanden der Swica Gesundheitsorganisation vom 1
6.
Juli 2014 (
Urk.
7/62) als Diagnose einen Status nach Autounfall am
5.
Oktober 2013 mit radiologischem Ausschluss struktureller Verletzungen
(S. 10 unten)
. Bereits vor dem
5.
Oktober 2013 seien zahlreiche ra
diologische Abklärungen bei Lähmungen der oberen/unteren Extremitäten un
klarer Genese erfolgt. Klinisch würden sich freie Funktionen der grossen/kleinen Gelenke der oberen/unteren Extremitäten wie auch der Wirbelsäule in allen drei Abschnitten ergeben
. Es bestehe eine Fehlstatik der Wirbelsäule sowie eine Hal
tungsinsuffizienz, muskulärer Hartspann und
verschmächtigte
Rumpfmuskulatur. Radiologisch bestehe ein Status nach
thorakolumbalen
Morbus Scheuermann. Ein
n
ervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit bestehe nicht. Es bestünden Be
schwerden im Bereich der linken Hüfte, auch bei Schwäche der hüftumgreifenden Muskulatur und klinischem Anhalt auf einen erhöhten Muskeltonus des
Musculus
psoas
links. Radiologisch zeige sich eine knappe Hüftkopfüberdachung mit ge
ringer Steilstellung der Schenkelhalsachse im Sinne einer Dysplasie. Es bestehe ein klinischer Anhalt auf
Beckenverwringung
. Probatorisch sollte ein Beinlän
genausgleich links zwischen 1 bis 2 Zentimeter erfolgen. Weiter sei von einer langjährigen Fehl- und
Überbelastung
des Bewegungsapparates bei einem
Über
gewicht
von etwa 20
kg
auszugehen, wobei bereits
10
kg
abgenommen worden seien (S. 11 oben).
Dazu führte die Gutachterin aus, anhand der erhobenen Untersuchungsbefunde ergebe sich die Indikation zu intensiven konservativen Therapiemassnahmen mit
Detonisierung
des
Musculus
psoas
und Kräftigung
der kleinen
Glutealmuskulatur
. Im weiteren Verlauf solle beobachtet werden, ob die vorgeschlagene Operation überhaupt zeitnah durchgeführt werden müsse. Im jetzigen Zeitpunkt ergebe sich eine volle Arbeitsfähigkeit für durchschnittlich sitzende Tätigkeiten b
ei vollem Pensum (S. 12 Mitte).
Die Gutachterin führte weiter aus, im Vordergrund der notwendigen Therapie stünden eine weitere Gewichtsabnahme und konservative Therapiemassnahmen bei muskuläre
n
Verspannungen und muskulärer Schwäche. Bei Seitendifferenz der Anatomie der Hüftgelenke solle zunächst der weitere Verlauf abgewartet wer
den, bevor eine aufwändige Operation am linken Hüftgelenk erfolgen sollte.
Bei unklaren
Beschwerden und Krankheitsbildern mit aufwändigen diagnostischen Massnahmen solle insgesamt eher Abstand gewonnen werden zu operativen Mas
snahmen (S. 13 Mitte). Durch Fortführung der konservativen Therapie mit geziel
ter Behandlung der linken Hüfte sei von einer deutlichen Besserung der Be
schwerden auszugehen. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Mitarbeiterin Emp
fang im Wellnessbereich, derzeit in der Administration eingesetzt und nur zeit
weise am Empfang tätig, ergebe sich ab sofort ein volles Arbeitsvermögen (S. 13 unten). Die Tätigkeit dürfe als angepasste Tätigkeit betrachtet werden, somit er
gebe sich auch für körperlich leichte Tätigkeiten des allgemeinen Arbeitsmarktes, die bevorzugt im Sitzen verrichtet werden könn
t
en, ab sofort ein volles Arbeits
vermögen. Zu vermeiden seien ständiges Gehen und Stehen, häufiges Bücken, ständige Zwangshaltungen und häufiges Treppensteigen (S. 14 oben).
Wie bereits ausgeführt worden sei, sei die Indikation zu einer Operation mit Kor
rekturosteotomie der linken Hüfte sehr zurückhaltend zu stellen, zum einen da der Befund nicht ausgeprägt sei, und zum anderen wegen der langjährigen un
klaren Beschwerdesymptomatik (S. 14 Mitte).
Die Hüftdysplasie links sei angebo
ren und bestehe somit seit Geburt. Ein wesentlicher Hinderungsgrund der sofor
tigen Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit im vollen Umfang bzw. die Fort
führung der beruflichen Tätigkeit an jedem Arbeitstag in der Woche werde ver
hindert durch den langen Weg zur Arbeit (S. 14 unten). Der Arbeitsweg sei kein Grund für eine bestehende Arbeitsunfähigkeit, von daher müsse eine andere Lö
sung gefunden werden (S. 15 oben).
3.7
Die Ärzte der
G._
, nannten im Bericht vom
4.
Februar 2015 (
Urk.
7/64
=
Urk.
7/73/5-7
) als Diagnosen eine ausgeprägte
schmerzhafte proximal betonte sensomotorische Beinparese links und einen Status nach antevertierender sowie lateral überdachender
PAO
und
antero-superiorer
Off-set-Verbesserung über ventrale
Kapsulotomie
am 1
1.
No
vember 201
4.
Dazu führten sie aus,
s
ubjektiv
sei
es in der Zwisch
e
nzei
t zu einer leichten Besserung de
r sensomotorischen Beinparese links mit Verbesserung vor allem
der
Fusshebung
link
s gekommen
. Die objektiven Befunde
seien
weitgehend unverändert, allenfalls
bestehe eine
leichte Verbesserung der
distalen
Paresen.
Differentialdiagnost
i
sch
sei
in
Zusammenschau der objektivierbaren Befunde mit Nachweis von we
nig pathologischer Spontanaktivität in den
Femoral
is
-
innervier
ten
Muskeln im Dezember 2014, der
leichten
Atrophie des M.
quadri
c
eps
femoris
links und dem
im Seitenvergleich
abgeschwächtem Patellarsehnenreflex (
PSR
) links eine
perioperative
partielle Neuropathie des
N.
femoralis
links und des
N.
cutaneus
femoris
lateralis
links möglich.
Die restliche Symptomatik mit vor allem auch distalen
Beinparesen ohne
nachweisbare Veränderungen
im EMG be
ziehungsweise in den
Neurographien
des
N.
tibialis
und des
N.
peron
eus
commu
nis
seien
damit nicht zu erklären
,
differentialdiagnostisch müsse
eine funktionelle
Beinparese
diskutiert werden. Auffallend
sei
das Verhalten der
Beschwerdeführe
rin mit normaler bis euphorische
r Stimmung bei Vorliegen einer schweren Bein
parese links. Die dokumentierte
Umfangdifferenz zu Ungunsten de
r linken Wade
könne
auch
durch eine
Inaktivitätsatrophie erklärt werden (S.
2
unten)
.
In der heutigen Untersuchung
bestehe kein
Nachweis
pathologischer
Spontanaktivität
im
M.
vastus
lateralis
und M.
rectus
femoris
links.
Die
Willkürinnervation habe bei fehlender Mitarbeit differentialdiagnostisch bei ausgeprägten Parese
n
nicht konklusiv geprüft werden können (S.
3
oben).
Im Bericht vom 1
1.
Februar 2015 (
Urk.
7/63)
führten die Ärzte weiter
aus, die Beschwerdeführerin sei zurzeit in einer Rehabilitationsklinik (
Ziff.
1.6-9). Aus neurologischer Sicht könne mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden, ab wann und in welchem Umfang sei derzeit noch offen (
Ziff.
1.9).
Die Arbeitsfähigkeit sei aktuell aufgrund des stationären Aufenthalts in der Rehabilitationsklinik nicht gegeben (
Ziff.
1.11).
3.8
Die Ärzte der
G._
, führten im Bericht vom 2
7.
April 2015 (
Urk.
7/73/2-4) aus, i
n Zusammenschau aller bis
her durchgeführten Untersuchungen und des klinischen Verlaufs
stehe
aktuell eine schwere funktionelle schmerzhafte Beinparese links mit generalisier
ten Sen
sibilitätsstörungen (Roll
stuhlabhängigkeit) im Vordergrund. Zusätzlich
sei
eine
im Rahmen des Hüfteingriffes vom November
2014 aufgetretene Neuropathie des
N.
cutaneus
femoris
lateralis
links wahrscheinlich. Für eine funktionelle Parese
spreche
das normale MRI der LWS und des Beckens
inklusive
Kontrastmittel
vom 1
8.
Dezember
2014 in der
H._
und die normale elektrophy
siologische Untersuchung mit normalen motorischen Neurographien des
N.
tibi
alis
und
N.
peroneus
links und mit fehlendem Nachweis
von pathologischer Spontanaktivität im EMG als Hinweis auf eine akute neurogene Schädigung
(S. 2 unten f.)
.
Ausserdem
sei
in der heutigen Untersuchung erneut eine deutliche Diskrepanz zwischen gezielter Untersuchung (Einzelkraftprüfung im Liegen) und den spon
tanen Bewegungsabläufen der
Beschwerdeführerin zum Beispiel
beim Hose an- und ausziehen auf
gefallen
, bei denen die
Beschwerdeführerin
zeitweise das linke Bein
aktiv
beuge
.
Aus neurologischer Sicht
werde
eine
stationäre Rehabilitation mit Schwerpunkt Psychosomatik dringend empfohlen
(S. 3 oben)
.
3.9
Dr.
med. I._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Reha
bilitation, Leitender Arzt
J._
, nannte im Be
richt vom
4.
Mai 2015 (
Urk.
7/75) über die stationäre Rehabilitation vom 2
1.
No
vember 2014 bis
4.
Mai 2015 als Diagnosen eine kombinierte Grenzwertüber
dachung mit
femoral
betontem
Impingement
(
femorale
Retroversion sowie Off
setstörung) und einen Verdacht auf
Neurapraxie
des
N.
femoralis
links,
periope
rativ
(S. 1). Dazu führte er aus, der
Gesamtverlauf
sei sehr langwierig und schwie
rig gewesen.
Zu Beginn der Rehabilitation
habe
die
Beschwerdeführerin
noch starke Schmerzen sowohl im Hüftbereich wie auch im Oberschenkelbereich
ge
habt
und eine hochdosierte Schmerzmedikation
benötigt
. Zuletzt
habe
sie durch
schnittlich 2 bis 3 Ampullen
Pethidin
täglich
erhalten
, wobei von Anfang an
der
Fahrplan bekannt gegeben
worden sei
, dass bei Austritt das
Pethidin
abgesetzt werde
.
Dieses sei durch
Oxynorm
ersetzt
worden
. Wegen de
r
brennenden Schmer
zen
erhalte
die
Beschwerdeführerin
2 x 50 mg
Lyrica
.
Während de
r
ersten 3 bis 4 Monate
habe
die
Beschwerdeführerin
das linke Hüftgelenk nicht belasten
dür
fen
, sodass das linke Bein nur therapeutisch
beübt
worden sei
. Von Anfang an
sei
eine erhebliche funktionelle Parese auf
gefallen
, so
habe
die
Beschwerdefüh
rerin
zu Beginn weder die Fussheber noch Fusssenker
bewegt
, eine Funktionsein
schränkung, welche sich nicht durch die vermutete
Neurapraxie
des
Nervus
femo
ralis
erklären
lasse
. Im Verlauf
habe
die
Beschwerdeführerin
dann bezüglich Fuss
heber und Fusssenker eine normale Aktivität
gezeigt
, hingegen
habe
die Ober
schenkel- und Gesässmuskulatur nicht richtig aktiviert werden
können
. Die Phy
siotherapeuten
hätten
mit allen ihren Möglichkeiten
versucht
,
die Aktivität zu verbessern, es
habe
aber kein Fortschritt erzielt werden
können (S. 2 Mitte)
.
Bis Austritt
habe
die
Beschwerdeführerin
keine Gehfähigkeit
erreicht
, sie
schaffe
le
diglich eine Standbeinphase, während
welcher
eine Schwungbeinphase nicht möglich
sei.
Das linke Bein
werde
am Boden nachgezogen, und auch eine
Geh
f
ähigkeit mit Rollator oder zwei Vorderarmgehstöcken
sei
nicht zu erzielen
ge
wesen
. Das Gesamtbild
bleibe
demnach geprägt durch eine massive funktionelle Einschränkung, welche wiederum durch die neurologische Situation nicht zu er
klären
sei
.
Bezüglich der genauen neurologischen Verlaufsbeurteilung sei auf die Berichte der
n
eurologischen
Abteilung der
G._
zu verweisen.
Der orthopädische Verlauf
sei sowohl r
adiologisch als auch im MRI dokumentiert
worden und d
ie orthopädische
Heilungsphase sei erw
artungsgemäss
verlaufen
.
Bei diesem unbefriedigenden funktionellen
Gesamtergebnis
sei
die Frage des wei
teren Procederes vordiskutiert
worden
. Der Vorschlag der Neurologie der
G._
sei gewesen
, dass
die
Beschwerdeführerin
in eine andere Reha
bilitationsklinik
wechsle
, wobei diesmal der Fokus verstärkt auf die
psychosoma
tische Seite gelegt werden solle neben der Fortführung eines intensiven Physio
therapieprogrammes. Die Beschwerdeführerin
denke
selber
nach
wie vor, dass bei der Operation etwas schiefgelaufen sei, dass
zum Beispiel
eine
Schraube
irgendwo auf den Nerv drücke, auf jeden Fall möchte sie nun auf ei
gene Initiative das Gesamtbild noch
einmal abklären lassen und
werde
nach Belgrad in das
K._
gehen
(S. 2 unten)
.
3.10
PD
Dr.
med. L._
, Facharzt für Neurologie, Leitender Arzt Paraplegie,
C._
, berichtete am 1
0.
März 2016 (
Urk.
7/110/32-34) über eine neurologische u
nd neurophysiologische
Untersuchung
und führte aus, die Vorstellung sei zur Zweitmeinung wegen fortbestehender Beschwerden im Sinne von Brenn- und Berührungsschmerzen im Bereich des linken lateralen Ober
schenkels und in diesem Zusammenhang wegen Schlafstörungen erfolgt.
Ferner bestehe eine Belastungsschmer
z
haftigkeit der linken Hüfte im Stehen und Sitzen, die nach längerem Gehen zu Einschränkungen der Gehfähigkeit führe. Gelegent
lich schlage das Bein unvermittelt aus. Schmerzen
würden
dann auch bis in den Bereich des Unterschenkels und Fusses
ziehen
. Liegen bessere die Beschwerden. Sehr selten habe sie auch einen Gefühlsverlust für die Blase, verliere dann in kleinen Mengen Urin, kein Dranggefüh
l
. Das Gefühl für die Blase sei "nicht wie früher, nicht normal". Zum Verlauf
gebe die Beschwerdeführerin
an, dass sich die Kraft des linken Beines vor allem in den vergangen vier Monaten deutlich gebes
sert habe, die Brennschmerzen am Oberschenkel links nicht
(S. 1 unten)
. Die
Be
schwerdeführerin
monier
e
vor allem, dass die Ausfälle des linken Beines
posto
perativ zunächst
nicht zur Kenntnis und im Verlauf nicht ernst
genommen wor
den seien (S. 2 oben).
Aufgrund des klinischen und neurophysiologischen Untersuchungsbefundes
er
gebe
sich aktuell die Diagnose einer
Mera
l
gia
paraesthe
tica
links. Anhand der kl
inischen und elektrophysiologischen Befunde
sei
von einer sehr inkompletten Schädigung des sensorischen
N.
cutaneus
femoris
lateralis
links auszuge
h
en. Die therapeutischen Möglichkeiten (weiteres Zuwarten, Infiltrationsversuch mit Lo
kalanästhetikum und Kortison)
seien
mit der
Beschwerdeführerin
eingehend er
läutert
worden
. Sie möch
te sich diesbezüglich bedenken und gegebenenfalls
wie
der vorstellen.
Darüber hinaus
fänden
sich keine sicher pathologi
s
chen Befunde mehr, die die anamnestischen Angaben der hochgradigen Beinparese links retro
spektiv zuordnen
liessen
. Die
auswärtigen neurologischen und neurophysiologi
schen Vorbefunde
sprächen
für eine protrahierte
N.femoralis
-Neurapraxie
mit ge
ringem
axonalen
Schädigungsanteil. Diese
sei
anhand der heutigen Befunde weit
gehend ausgeheilt, und die Funktion
sei zum überwiegenden Teil wieder
herge
stellt. Nach den Schilderungen der
Beschwerdeführerin
könnte eine elektrophy
siologisch nicht messbare Sensibilitätsstörung die lange anhaltende Parese mit unterhalten haben.
Mit der
Beschwerdeführerin sei
eingehend darüber gesprochen
worden
, dass die vorliegende Gefühlsstörung so
wie veränderte Wahrnehmung des l
inken Beines durchaus eine Schwäche und Funktionsstörung lange Zeit unter
halten könn
t
en, die Prognose aber langfristig sehr gut
sei
und durch intensive Übung und Eigeninitiative der
Beschwerdeführerin
weiter bessern
werde
, wobei
die Funktion anhand der vorliegenden Untersuchungsbefunde bereits weitgehend wiederhergestellt
sei (S. 2 unten)
.
3.11
PD
Dr.
med. M._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates, Leitender Arzt und Stv. Leiter Hüft- und Becken
chirurgie,
C._
, nannte
im Bericht vom 2
1.
April 2016 (
Urk.
7/110/29-31) die folgenden Diagnosen
:
-
Verdacht auf
Rehabilitations
d
efizit der
pelvitrochantären
M
uskulatur
-
Status nach postoperativer
Femoralisneuropraxie
mit
Propriozeptionsstö
rung
nach PAO November 2014, weitgehend restituiert
-
Meralgia
paraesthetica
links,
inkomplette Schädigung
-
Status nach Autounfall mit Polytrauma
Dazu führte
er
aus, die Beschwerdeführerin sei
zur Abklärung der persistierenden Hüftschmerzen
zugewiesen worden
. In der neurophysiologischen Untersuchung
habe
sich eine sehr inkomplette Schädigung des
Nervus
cutaneus
femoris
lateratis
gezeigt
. Des Weiteren
habe
sich eine weitgehend ausgeheilte
Nervus
femoralis
Neurapraxie
mit grösstenteils wiederhergestellte
r
Funktion
gezeigt (S. 2 oben).
Bei der
Beschwerdeführerin habe sich
eine weitgehend unauffällige neurophysi
ologische Untersuchung
gezeigt
, welch
e die Beinschwäche nicht erkläre. Klinisch bestehe
passiv eine gute Beweglichkeit, radi
ologisch zeige
sich eine regelrechte Korrektur der Hüftdysp
l
asie auf der linken Seite. Anamnestisch
sprächen
nur das Auftauchen der Schmerzen nach längerem Sitzen für eine
artikuläre
Problematik (z.B. Adhäsionen). Zur genaueren Abklärung wären hier die therapeutische-diag
nostische Ge
l
enksinfi
l
tration oder ein
Arthro
-MRI hilfreich.
Da zurzeit weder strukturelle noch entzündliche noch neurologische Ursachen für eine Muskel
schwäche vorl
ä
gen,
seien
die aktuellen Schmerzen und die Schwäche im Rahmen einer muskulären Reizung bei
einem Trainingsdefizit, insbesondere der
Hüftflek
toren
und Abduktoren,
zu interpretieren
und
dies solle vorerst konservativ ange
gangen werden.
Es werde
Physiotherapie zur Kräftigung und Dehnung der
pel
vitrochantären
Muskulatur
verschrieben
insbesondere des
Il
iopsoas
und der Hüft
abduktoren und -
flektoren
mit Instruktion zum Heimtraining sowie eine
MTT
(S. 2 unten)
.
Sollten diese Massnahmen nicht zum gewünschten Erfolg führen
,
könn
t
en Steroidinfiltrationen oder ein Verlaufs-MRI
zur Beurteilung der mu
s
kulären Situation überlegt werden.
Die Nervenschmerzen im Bereich des
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
könn
t
en ergoth
erapeutisch mit einer Desensibil
is
ierung, gegebe
nenfalls mit Infil
trationen angegangen werden
(S. 3 oben)
.
3.1
2
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Rheumatologie, für Allgemeine Innere Me
dizin
sowie
für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Oberarzt
C._
, nannte im Bericht vom 2
4.
Januar 2017 (
Urk.
7/109/6-7) folgende Diagnosen:
-
Meralgia
paraesthetica
links; sehr inkomplette Schädigung
-
Rehabilitations
d
efizit der
pelvitrochantären
Muskulatur
-
Status nach
postoperativer
Femoralisneuropraxie
mit
Pro
priozeptionsstö
rung
nach PAO im November
2014, weitgehend restituiert
-
k
ombinierte Grenzwertüberdachung mit
femoral
betontem
Impingement
(
femorale
Retrotorsion sowie Offsetstörung)
-
Status nach Autounfall mit Polytrauma
Dazu führte
Dr.
N._
aus,
die Beschwerdeführerin berichte,
dass sie unter ei
nem permanenten Schmerz im Bereich der Hüfte und des linken Oberschenkels leide. Am schlimmsten seien die Schmerzen abends. Zusätzlich auch zunehmende Beschwerden bei jeglicher Belastung. Weiter berichte sie von persistierenden
Dys
ästhesien-Hyperalgie
im Bereich des
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
.
Es bestehe eine komplexe Vorgeschichte (S. 2 oben). Bei der Befunderhebung stellte
Dr.
N._
einen normalen Allgemein- und adipösen Ernährungszustand fest. Die Wirbelsäule sei klopfindolent und es bestehe ein flüssiges Gangbild ohne Rollator und ein gerader Beckenstand.
Es bestehe eine Paräst
hesie und
Allodynie
im Bereich des lateralen Oberschenkels bis zum Knie und im Bereich des
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
,
beim
Unterschenkel und
Fuss
sei die
Sensibilität
nor
mal
.
Die
Trendelenburgzeichen
seien beidseits negativ, wobei die
Kraft am pro
ximalen Oberschenkel auf Grund der Schmerzen nicht konklusiv beurteilbar
ge
wesen sei
.
Aufgrund des klinischen und neurophysiologischen Untersuchungsbe
fundes vom März 2016
ergebe
sich aktuell die Diagnose einer
Meralgia
paraest
hetica
links. Anhand der klinischen und elektrophysiologischen
Befunde
sei
von einer inkompletten Schädigung des sensorischen
N.
cutaneus
femoris
lateralis
links auszuge
h
en. Die therapeutischen Möglichkeiten (weiteres Zuwarten, Infilt
rationsversuch mit Lokalanästhetikum und Kortison)
seien
der
Beschwerdeführe
rin
eingehend erläutert
worden
. Sie möchte sich diesbezüglich nochmals beden
ken,
gegebenenfalls wieder vorstellen.
In Rücksprache mit den Radiologen (
Dr.
O._
) im Hause wäre dies trotz Voroperation möglich. In der Zwischenzeit
sei
eine neurologische Verlaufsbeurteilung
zu empfehlen (S. 2 unten).
3.1
3
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.4)
führte im Bericht vom 1
5.
September 2017 (
Urk.
7/110/6-10)
und unter Beilage von weiteren Berichten (
Urk.
7/110/12-36)
aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit Dezember 2001 (
Ziff.
1.2). Die Art und der Umfang der gegenwärtigen Behandlung bestehe in einer Ernährungsbe
ratung (
Ziff.
1.5). Es bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Kosmetike
rin/Handelsdiplom eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.6). Das Einnehmen von Positionen über längere Zeit sei ungünstig und führe zu
Schmerzexazerbation
mit Problemen bei der Konzentration. Es sei eine Wechselbelastung und ein ein
geschränkter Zeitrahmen notwendig (
Ziff.
1.7). Die Einschränkungen liessen sich eventuell mit intensiver Kräftigung vermindern, wodurch eventuell eine Steige
rung der Arbeitsfäh
igkeit möglich sei (
Ziff.
1.8).
3.1
4
Dr.
med.
P._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates
, RAD,
nannte
in seiner Stellungnahme vom 2
2.
September 2017 (
Urk.
7/113/4-6)
als Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Rehabilitationsdefizit der
pelvitrochantären
Musku
latur (S. 1). A
ls Einschränkungen in Bezug auf
eine
Tätigkeit
nach
abgeschlos
sene
m
Handelsdiplom
im
Juli 2017 bestünden
eine
reduzierte Gehstrecke sowie eine Bewegungs- und Belastungseinschränkung der linken Hüfte.
Es sei eine
k
ör
perlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit, überwiegend sitzend, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne hüftbelastende Zwangshaltungen (
B
ücken,
H
ocken,
K
nien)
und
ohne häufiges Gehen auf unebe
nem Gelände
möglich
. Andauernde Vibrationsbelastungen und Nässe- / Kälteex
position
seien
ebenfalls zu vermeiden.
Davon ausgehend, dass eine Tätigkeit mit Handelsdiplom dem Belastungsprofil entspr
e
ch
e
, besteh
e
keine Arbeitsunfähigkeit.
Gemäss
Dr.
F._
bestehe für sit
zende Tätigkeiten ab 1
6.
Juli 2014 eine 0%ige Arbeitsunfähigkeit. Von November 2014 (Hüft-OP) bis
4.
Februar 2015 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit be
standen. Ab März 2015 sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszu
gehen, dass
(abgesehen von der 100%igen Arbeitsunfähigkeit während der Hos
pitalisation) keine Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Es würden keine plausiblen Arbeitsunfähigkeitszeugnisse vorliegen. Auf die Beurteilung
durch
Dr.
D._
könne nicht abgestellt werden, da in seinen B
erichten auch längst abgeheilte und
fast abgeheilte
Diagnosen sowie
Bagatellen
als Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
aufgeführt würden
(S. 2 unten). Eine wesentliche Verände
rung des Gesundheitszustandes sei nicht zu erwarten. Die degenerativen Verän
derungen würden im Laufe des Lebens zunehmen. Es sei nicht davon auszugehen, dass weitere medizinische Massnahmen zu einer relevanten Reduktion der Ar
beitsunfähigkeit führen würde (S. 3 oben).
3.15
Am
7.
Dezember 2017
erfolgte im
Q._
eine
laparoskopische
Rektopexie
, worüber mit provisorischem Austrittsbericht vom gleichen Tag berichtet wurde. Die Versicherte sei vom
7.
- 1
0.
Dezember 2017 hospitalisiert gewesen
(
Urk.
7/126/1).
3.16
Die
Fachpersonen
des
R._
berichteten am 1
3.
März 2018 (
Urk.
7/126/2-5
=
Urk.
7/129/2-5
) über zwei Vorgespräche, welche am
2.
und am 1
5.
Februar 2017 stattgefunden hätten. Als Diagnosen nannten sie eine posttraumatische Belastungsstörung (
PTBS;
ICD-10 F43.1), eine rezidivie
rende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1), einen Status nach sexuellem Missbrauch (ICD-10
Z61.4) sowie Adipositas (S. 1).
Dabei nannten sie
den
folgenden psychopathologischen Befund:
«
27-jäh
rige Pat
ientin,
äusser
lich gepflegt, hinkend alte
rsentsprec
hend,
bewusstseins
klar
und allseits orientiert, in der emotionellen Kontaktaufnahme abw
artend, zurück
h
altend, bedächtig, sachlich,
aktiv
im Spon
t
anver
halten
,
Stimmung
wechselhaft, immer wieder weinend, affektiv
kontrolliert, im Gesprächsverl
auf verbal
mittei
lungsaktiv, psychomotorisch ruhig, muss nach langem Sitzen wegen Schmerzen aufstehen, guter
Blickkontakt, stimmlich sanft, schildert ihr
Symptomerleben
und -verhalten im Zusammenhang mit der
Traumatisierung
durch die temporäre
Ge
hunfähigkeit sowie dem sexuellen Missbrauch
. Kognitiv in Aufmerksamkeit, Kon
zentration, Merkfähigkeit und Gedächtnis leicht verlangsamt bzw. eingeschränkt, deutliche
Vergesslichkeit
, Denken formal beweglich, detail-orientiert, inhaltlich
problemzentriert
, reflektierend, leichtes Übergewicht. Ke
i
ne AP für psychotische
Erlebnisweisen
(Wahn,
Wahrnehmungs
- oder Ich-Störunge
n
).
Anamnestisch
konkrete Suizidgedanken/-wünsch
e
, 3 SV 2012 mit Tabletten,
aktuell
keine akute Suizidalität
»
(S. 2 unten f.)
.
Die Störung habe Krankheitswert und es bestehe seit August 2015 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Realistische Ziele seien die Aktivierung und Beschäftigung der Versicherten (S. 3).
3.1
7
Dr.
med
. S._
, Facharzt für Chirurgie, führte im Bericht vom 1
6.
April 2018 (
Urk.
7/135/2-4
=
Urk.
7/136
; vgl. auch den Bericht vom 1
6.
März 2018,
Urk.
7/131
) a
us, au
s mediz
inischer Sicht stelle sich vorliegend die Frage, in wie weit die bestehende Schmerzproblematik mit medizinischen Massnahmen verbessert werden könne. Die Beschwerdeführerin werde seit Jahren mit Schmerz
mitteln inklusiv Opiaten behandelt, die jedoch nur einen Teilerfolg bewirk
t
en. Als weitere Möglichkeit könne das Einsetzen eines sogenannten Neurostimulators diskutiert werden (S. 2 Mitte). Ein weiteres Problem würden die eigentlichen neu
rologischen Defizite beziehungsweise Ausfälle mit entsprechender Auswirkung auch auf das Gehen darstellen.
Die Paresen am linken Bein
,
betroffen
seien
vor allem
Streckerfunktionen
,
seien
überwi
egend funktionell bedingt, das heisse
auf
grund eines Verlustes des Innervationsmusters und somit zentralbedingt.
Es
sei
davon auszuge
h
en, dass postoperativ ein
gewisser Nerv
enschaden bestand
en habe
, der sich jedoch lokal
erholt habe. G
eblieben
sei
jedoch ein Verlust des In
nervationsmusters für die entsprechenden Muskeln.
Die Parese des M.
gluteus
maximus
links
sei
im Status spürbar, die Kontraktion
sei
weniger kräftig als rechts, im EMG
liessen
sich jedoch keine sicheren Pathologien
finden
. Eine durch
gemachte Schädigung des zuständigen
N.
gluteus
inferior würde der Neurologe aber trotzdem nicht aussch
l
iessen, nach mehr als
drei Jahren dürfte dieser Ner
v
enschaden jedoch weitgehend ausgeheilt sein. Geblieben
sei jedoch ein Verlust des Innervationsmusters
mit entsprechender
Auswirkung auf das Gehen, das heisst es
besteh
e
ein Trendelenburg Hinken links
(S. 2 unten)
.
Bei den Kniestreckern
sei
bei erhaltenem Patellarsehnenref
l
ex eine organische Genese weitgehend ausgeschlossen und im EMG
habe
durch Auslösen de
s Patel
larsehnenreflexes direkt ein
motorisches Einheitspotential abgeleitet werden
kön
nen. Dies beweise
ebenso, dass de
r
N.
femoralis
links intakt sei.
Ähnlich
sei
es bei den F
uss
- und
Zehenheberfunktionen
links
.
I
m Liegen
sei
eine gewisse
Heber
funktion
vorhanden und für eine funktionelle Genese
würden
die normalen EMG Befunde
sprechen
mit normaler Leitgeschwindigkeit des
N.
peroneus
links und normalem Nadel EMG in den M.
tibialis
anterior
links und Extensor
digito
rum
links
.
H
ier
gelte
ebenso
,
das
s
für die tatsächliche Parese dieser Muskeln der Ver
lust des Innervationsmusters
verantwortlich
sei (S. 3 oben)
.
Zusammengefasst
handle
es sich bei einer funktionellen
Parese um den Verlust des Innervationsmusters
und es
sei somit zentral bedingt.
U
m diese Muster wieder zu erlangen,
sei
über längere Zeit eine intensive und langfristige physiotherapeu
tische Behandlung mit insbesondere Muskelaufbautraining
beziehungsweise
ge
zielten
Therapien
notwendig,
um die Innervation wieder zu gewinnen
(S. 4 un
ten)
.
3.1
8
Dr.
P._
(vorstehend E. 3.14
), RAD, führte in seiner Stellungnahme vom
4.
Mai 2018 (
Urk.
7/138/3) aus,
Dr.
S._
führe in seinen Arztberichten vom 1
6.
März und 1
6.
April 2018 keine Untersuchungsbefunde an, die nicht schon längstens bekannt seien. Am
7.
Dezember 2017 werde aus dem
Q._
über eine
Rektopexie
berichtet. Da keine Komplikationen aufgetreten seien, sei davon auszugehen, dass sechs Wochen später die Situation abgeheilt sei. Im Bericht des
R._
vom 1
3.
März 2018 werde keines der in der ICD-10 geforderten Hauptsymp
tome angegeben. Somit sei die Diagnose «rezidivierende depressive Störung, ge
genwärtig mittelgradige depressive Episode»
nicht zutreffend
. Dieser Bericht könne nicht verwertet werden. Es würden seit der letzten Stellungnahme des RAD vom 2
2.
September 2017 keine neuen medizinischen Sachverhalte vorliegen, die eine länger dauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zur Folge hätten. Die Beurteilung in der Stellungnahme des RAD vom 2
2.
September 2017 habe wei
terhin Bestand.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stellte zur Begründung der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) auf die Stellungnahme de
s
RAD-
Arztes
Dr.
med.
P._
ab, wonach
bei der
Beschwerdeführer
in
von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen sei (vorstehend E. 3.
14
).
4.
2
Dr.
P._
berücksichtigte
im Rahmen seiner medizinischen Beurteilungen (vgl. vorstehend E. 3.14 und 3.17)
die medizinischen
Akten
und
die geklagten Be
sc
hwerden der Beschwerdeführerin.
S
eine
Darlegung der medizinischen Befunde sowie deren Beurteilung
leuchten
ein und die Schlussfolgerungen sind nachvoll
ziehbar begründet. Die Beurteilung wurde ausserdem in Kenntnis der und in Aus
einandersetzung mit den Vorakten erstellt und trägt der konkreten medizinischen Situation Rechnung. Die vorhandenen Befunde werden dabei in nachvollziehba
rer Weise bei der Einschränkung der Leistungsfähigkeit beziehungsweise dem entsprechend formulierten Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt. Im Übrigen han
delt es sich bei
Dr.
P._
um
einen
Fach
arzt
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, womit er insbesondere geeignet ist, die geklagten somatischen Beschwerden zu beurteilen,
und
seine
Stellungnahme ist für die Beantwortung der gestellten Fragen
in ausreichendem Ausmass
umfas
send. Die Stellungnahme erfüllt somit die praxisgemässen Kriterien (vgl. vorste
hend E.
1.3, E. 1.5-6
), so dass für die
Entscheidfindung
und insbesondere die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit darauf abgestellt werden kann.
4.
3
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, dass
Dr.
S._
(vgl. vorstehend E. 3.16)
erst zweimalig einen Bericht
v
erfasst ha
be
, die weiteren Berichte noch fehl
t
en und aus diesem Grund noch gar keine Schlüsse zur Arbeitsfähigkeit gemacht werden könnten (
Urk.
1 S. 6), kann ihr nicht gefolgt werden.
So gehen aus dem Bericht vom 1
6.
April 2018 (vg
l. vorstehend E. 3.16
) keine neuen oder anderslau
tenden Befunde hervor, welche nicht schon in früheren Berichten festgehalten und vom RAD berücksichtigt wurden.
Insbesondere
führte
Dr.
S._
aus, dass sich der postoperativ
vorgelegene
Nervenschaden erholt habe und weitgehend abgeheilt sei,
sich
für die Parese im EMG keine sicheren Pathologien finden lies
sen, bei erhaltenem
Patellasehnenreflex
eine organische Genese weitgehend aus
geschlossen sei
, was beweise, dass der
N.
femoralis
links intakt sei, und es bei den Fuss- und
Zehenheberfunktionen
links ähnlich sei, wobei im Liegen eine gewisse
Heberfunktion
vorhanden sei und für eine funktionelle Genese die normalen EMG Befunde sprechen würden (vgl. vorstehend E. 3.16).
4.
3
.1
Sodann erweist
sich die Einschätzung von
Dr.
P._
vor dem Hintergrund der von den behandelnden Fachärzten erhobenen Befunden als nachvollziehbar und plausibel.
So
wies
Dr.
F._
in ihrem Bericht vom 1
6.
Juli 2014
auf zahlreiche bereits vor dem Unfall erfolgte radiologische Abklärungen
bei Lähmungen
der oberen/unteren Extremitäten
unklarer Genese
hin
und stellte ihrerseits wiederum unklare Beschwerden und Krankheitsbilder fest, weshalb sie
aufgrund der nicht ausgeprägten Befunde und wegen der langjährigen unklaren Beschwerdesympto
matik gegenüber einer Operation mit Korrekturosteotomie der linken Hüfte sehr zurückhaltend
war
.
Bereits s
ie ging durch Fortführung der konservativen Thera
pie mit gezielter Behandlung der linken Hüfte von einer
(
deutlichen
)
Besserung der Beschwerden aus und erachtete die Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten vorwiegend sitzenden Tätigkeit unter Vermeidung von ständigem Gehen und Stehen, von häufigem Bücken, ständigen Zwangshaltungen und häufigem Treppensteigen als vollständig
a
rbeitsfähig (vorstehend E. 3.6
).
Weiter stellten d
ie Ärzte der
G._
im Bericht vom 2
7.
April 2015 eine deutliche Diskre
panz zwischen gezielter Untersuchung und den spontanen Bewegungsabläufen zum Beispiel beim
A
n- und
A
usziehen der Hose
fest
(vorstehend E. 3.8
). Im Be
richt über die stationäre Rehabilitation führte
Dr.
I._
sodann
aus
(vgl. vorstehend E. 3.9)
,
d
ass
die funktionelle Einschränkung sich durch die neurolo
gische Situation nicht erklären lasse.
Bei orthopädisch erwartungsgemäss verlau
fener Heilungsphase schlug er aufgrund des unbefriedigenden funktionellen Ge
samtergebnisses die
Fortführung eines intensiven Physiotherapieprogramms
und Rehabilitation mit verstärktem Fokus auf die psychosomatische Seite vor, was die Beschwerdeführerin jedoch nicht in Angriff nahm. Stattdessen liess
sie
sich im
K._
in Belgrad nochmals abklären und begann dann im August 2015 eine durch die Invalidenversicherung finanzierte
(
Neu-)Ausbildung.
In der Folge holte die Beschwerdeführerin bei
PD
Dr.
L._
eine
(weitere)
Zweitmeinung ein. Dieser hie
lt im Bericht vom 1
0.
März 2016
fest, dass die Kraft des linken Beines vor allem in den vergangenen vier Monaten deutlich gebessert habe
,
die Brennschmerzen am Oberschenkel links hingegen nicht. Die Beschwer
deführerin würde vor allem monieren, dass die Ausfälle des linken Beines posto
perativ zunächst nicht zur Kenntnis und im Verlauf nicht ernst genommen wor
den seien. PD
Dr.
L._
stellte
keine sicheren pathologischen Befunde
(
mehr
)
fest
, die die anamnestischen Angaben der hochgradigen Beinparese links retro
spektiv zuordnen liessen.
Die auswärtigen neurologischen und neurophysiologi
schen Vorbefunde sprächen für eine protrahierte
N.
femoralis-Neurapraxie
mit geringem
axonalen
Schädigungsanteil. Diese sei anhand der heutigen Befunde weitgehend ausgeheilt und die Funktion sei zum überwiegenden Teil wiede
rher
gestellt (vorstehend E. 3.10
).
Auch
PD
Dr.
M._
berichtete
von einer weitgehend unauffälligen neurophysiologischen Untersuchung, welche die Beinschwäche nicht erkläre. Klinisch bestehe passiv eine gute
Beweglichkeit, radiologisch zeige sich eine regelrechte Korrektur der Hüftdysplasie. Da zurzeit weder strukturelle noch entzündliche noch neurologische Ursachen für eine Muskelschwäche vorl
ä
gen, seien die aktuellen Schmerzen und die Schwäche im Rahme
n
einer musku
lären Reizung bei einem Trainingsdefizit, insbesondere der
Hüftflektoren
und Ab
duktoren, zu interpretieren und dies solle vorerst konservativ angegangen werden (vorstehend
E. 3.11
).
4.
3
.2
Sodann ist festzuhalten, dass
die von
Dr.
S._
in seinem Bericht vom 1
6.
Ap
ril 2018 (vorstehend E. 3.16
) nach einer Gesamtbeurteilung
vorgeschlagene
in
tensive und langfristige physiotherapeutische Behandlung mit insbesondere
Mus
kelaufbautraining
bereits
von
allen bisherigen
behandelnden Ärzte
empfohlen
wurde
. So riet bereits
Dr.
F._
in ihrer Beurteilung im J
uli 2014 (vgl. vorste
hend E. 3.6
) zu
intensiven konservativen Therapiemassnahmen, Gewichtsab
nahme und
aufgrund von muskulärer Schwäche
Kräftigung der Muskulatur
. Auch
Dr.
I._
riet
der Beschwerdeführerin
im Mai 2015
zur Fortführung eines intensiven Physiotherap
ieprogrammes (vorstehend E. 3.9
) und PD
Dr.
L._
stellte
im Bericht im März 2016
eine langfristig sehr gute Prognose und
erwartete
eine weitere Besserung durch intensive Übung und Eigeninitiative der Beschwer
def
ührerin (vorstehend E.
3.10
).
Gl
eiches hielt auch PD
Dr.
M._
im Bericht i
m April 2016 (vorstehend E.
3.11
)
fest und verschrieb
Physiotherapie zur Kräftigung und Dehnung der
pelvitrochantären
Muskulatur mit Instruktion z
um Heimtrai
ning sowie eine MTT, mit der Bemerkung,
dass die Beschwerdeführerin seit Sep
tember 2015 keine Physiotherapie mache
(vgl.
Urk.
7/110/30 oben)
.
Der Beschwerdeführerin
wurden im Verlauf neben der intensiven Physiotherapie und Kräftigung der Muskulatur
auch weitere
Therapiemöglichkeiten vorgeschla
gen und erläutert, worauf
s
ie jedoch
jeweils
dahingehend reagierte, dass sie sich nochmals bedenken und gegebenenfalls wieder
bei den Ärzten
vorstellen
möchte (vgl. vorstehend E. 3.10 und E. 3.12
). Schliesslich führte auch Hausarzt
Dr.
D._
aus, dass sich die Einschränkungen eventuell mit intensiver Kräftigung ver
mindern liessen und eine Steigerung der von ihm attestierten Arbeitsfähigkeit möglich sei (
vgl. vorstehend E. 3.13
).
4.
3
.3
Angesichts der von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und Ein
schränkungen
wäre
davon
auszugehen
, dass sie die ihr von mehreren Ärzten vor
geschlagenen
vorwiegend
konservativen
Therapiemassnahmen (vgl. vorstehend E.
4.
3
.2)
konsequent
in Angriff nimmt.
Aus den Akten ergibt sich
jedoch ein anderes Bild.
So
besuchte
die Beschwerdeführerin von September 2015 bis April 2016
trotz Empfehlung
offenbar keine Physiotherapie mehr (vgl.
Urk.
7/110/30 oben)
. Ob d
ie Beschwerdeführerin die im April 2016 verschriebene Physiotherapie
(vorstehend E.
3.11
) schliesslich in
Angriff
nahm, lässt sich den Akten nicht ent
nehmen. Aus dem Bericht
des Hausarztes
Dr.
D._
vom 1
5.
September 2017
geht diesbezüglich hervor, dass die Art und der Umfang der gegenwärtigen Be
handlung
einzig
in Ernährungsberatung besteh
e. Zu den
Empfehlungen für zu
künftige Therapien erwähnt
Dr.
D._
unter anderem Physiothera
pie/Kräftigung
, was darauf hindeutet,
dass
zumindest in diesem Zeitpunkt trotz Empfehlung
aller Ärzte
keine Physiotherapie
oder Kräftigung
durchgeführt
wurde
(vorstehend E. 3.1
3
).
Die Ärzte schlugen auch anderweitige Therapieansätze vor, sofern die konserva
tiven Massnahmen nicht zum Erfolg führen sollten.
So schlug
PD
Dr.
M._
im Bericht vom
2
1.
April 2016 unter anderem vor, dass die Nervenschmerzen ergo
therapeutisch mit einer Desensibilisierung, gegebenenfalls mit Infiltrationen an
gegangen we
rden könnten (vorstehend E. 3.11
). Wie bereits schon PD
Dr.
L._
im März 2016 (vorstehend E. 3.10
)
schlug
in der Folge
auch
Dr.
N._
im
Januar 2017 (vorstehend E. 3.12
) weitere therapeutische Möglichkeiten (weiteres Zuwarten, Infiltrationsversuch und Kortison) vor.
Dass die Beschwerdeführerin Physiotherapie, einen Kraftaufbau oder eine der anderen therapeutischen Mög
lichkeiten
,
wie sie von den behandelnden Ärzten vorgeschlagen wurde
n,
in An
griff genommen hätte, ergibt sich aus den Akten nicht und geht überdies auch nicht aus den Berichten von
Dr.
S._
hervor.
4.
4
Zusammenfassend liegen in somatischer Hinsicht keine
medizinischen Einschät
zungen
vor, welche die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch den RAD umzu
stossen
oder diese in Zweifel zu ziehen
vermögen.
Zudem
ist in Bezug auf
die zahlreichen nicht ausgeschöpften
beziehungsweise
nicht in Anspruch genomme
nen Therapiemöglichkeiten
festzuhalten, dass gemäss
Art.
7
Abs.
1 ATSG im Be
reich der Invalidenversicherung nur der nach zumutbarer Behandlung verblei
bende Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt relevant ist.
Dr.
P._
hielt in seinen Stellungnahmen zu Recht fest, dass keine plausiblen Arbeitsunfähigkeitszeugnisse vorliegen würden und auf die Beurtei
lung von
Dr.
D._
nicht abgestellt werden könne, da in seinen Berichten auch längst abgeheilte und fast abgeheilte Diagnosen sowie Bagatellen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt
würden (vgl. vorstehend E. 3.14
).
Zu den Berichten von
Dr.
S._
hielt er in seiner Stellungnahme vom
4.
Mai 2018 sodann fest, dass darin keine Untersuchungsbefunde aufgeführt würden, die nicht schon längstens bekannt seien und es würden seit seiner letzten Beurteilung keine neuen medizinischen Sachverhalte vorliegen, die eine länger dauernde Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit zur Folge
hätten (vgl. vorstehend E. 3.17
).
Für die Beurteilung des RAD spricht
indes
, dass die Beschwerdeführerin in der Lage war,
bereits kurze Zeit nach der stationären Rehabilitation
und trotz noch vorhandener Einschränkungen
am 1
7.
August 2015
eine
(
Neu
-)A
usbildung zum Bürofach- und Handelsdiplom
zu beginnen und am 3
1.
Juli 2017 erfolgreich abzuschliessen
, wo
bei sie im dritten und vierten Semester ein halbtägiges Praktikum absolvierte
(vgl.
Urk.
7/79).
Soweit sich die Beschwerdeführerin nach ihrem Abschluss
nicht
voll
ständig, sondern lediglich im Umfang von 60 bis 80
%
arbeitsfähig fühlte (vgl.
Urk.
7/108/5 oben), ist festzuhalten, dass
die rein subjektive Einschätzung der versicherten Person betreffend ihre Arbeitsfähigkeit nicht relevant ist. Vielmehr ist es primär ärztliche Aufgabe, anhand
der objektiven Befunderhebung die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit zu bestimmen (Urteil 8C_7/2014 vom 1
0.
Juli 2014 E. 4.1.2 und 4.2.2).
4.
5
Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich vorbringt, dass in psychischer Hin
sicht zwei Vorgespräche stattgefunden hätten, entsprechende Diagnosen gestellt worden seien und die weiteren Behandlungen abgewartet werden müssten (vgl.
Urk.
1 S. 5 oben), so kann sie auch daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Beim Bericht des
R._
(vorstehend E. 3.15) fällt zunächst auf, dass dieser nach zwei Vorgesprächen, welche auf Empfehlung einer Mitpatientin am
2.
und 1
5.
Februar 2017 stattgefunden haben, erst am 1
3.
März 2018 verfasst wurde. Zwischen den Vorgesprächen und dem Verfassen des Berichts liegt damit mehr als ein Jahr, in welchem gemäss eingereichter Terminliste weder Gespräche noch eine Behand
lung stattfand
en
(vgl.
Urk.
3/9). Die im Bericht aufgeführte 50%ige Arbeitsunfä
higkeit
seit August 2015 (an einer anderen Stelle im Bericht wird August 2016 angegeben)
- sofern sich diese überhaupt auf die psychiatrischen Diagnosen be
zieht - erscheint nur schon vor
diesem
Hintergrund als nicht nachvollziehbar.
Angesichts der Dauer zwischen den Vorgesprächen und dem Bericht kann nicht von einer echtzeitlichen Stellungnahme ausgegangen werden. Hinzu kommt, dass der Bericht einzig eine knappe und kurze Befundschilderung enthält und es un
klar ist, wer den Bericht tatsächlich verfasst hat. Eines der beiden Vorgespräche im Februar 2017 fand bei der Psychotherapeutin
T._
und das andere Gespräch bei med. pract.
U._
, einer Ärztin ohne psychiatrischen Facharzt
titel, statt (vgl.
Urk.
3/9 S. 2).
Der Bericht vom
1
3.
März 2018 wurde
dann
aber offenbar von
Dr.
Phil
V._
, Fachpsychologe,
verfasst, jedoch nicht von ihm unterzeichnet.
Dass der ebenfalls auf dem Bericht aufgeführte Psychiater
Dr.
med.
W._
, welcher den Bericht ebenfalls nicht selber unterzeichnete,
die Be
schwerdeführerin
jemals
selber untersucht oder gesehen hätte, ist mit Blick auf die Terminliste nicht anzunehmen.
Gemäss Terminliste
(vgl.
Urk.
3/9)
hatte die Beschwerdeführerin lediglich einen einzigen Termin bei
einer Psychiaterin des
Z._
, dies nach Erstellung des vorliegenden Be
richts. Damit fehlt es grundsätzlich an einer fachärztlichen psychiatrischen Stel
lungnahme. Schliesslich ist auch nicht klar, inwiefern vorliegend überhaupt eine Behandlung stattfindet. Im Bericht vom 1
3.
März 2018 wird
angegeben, dass eine Behandlung bei der Psychotherapeutin
T._
stattfinden soll, aus der Terminliste geht dann aber hervor, dass die Beschwerdeführerin Termine bei verschiedenen Psychologinnen und
Psychologen, teilweise auch ohne fachpsychologische Wei
terbildung wahrnahm, wobei erst noch eine unregelmässi
ge Behandlungsfre
quenz auffällt.
Schliesslich erscheint die Herleitung der Diagnose einer PTBS mit Blick auf die diagnostischen Leitlinien als wenig nachvollziehbar. So bedarf gemäss Rechtspre
chung d
ie Herleitung und Begründung der Diagnose einer PTBS einer besonderen Achtsamkeit. Dies gilt zunächst für das Belastungskriterium, mithin das auslö
sende Trauma. Nebst der für die Bejahung einer PTBS bedeutsamen Schwere des Belastungskriteriums erfordert die Latenzzeit zwischen initialer Belastung und Auftreten der Störung eine eingehende Prüfung. Diese beträgt nach ICD-10 we
nige Wochen, bis (sechs) Monate. Besondere Begründung braucht es dabei in je
nen Fällen, in denen ganz ausnahmsweise aus bestimmten Gründen ein späterer Beginn berücksichtigt werden soll (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_548/2019 vom 1
6.
Januar 2020 E. 6.3.1 mit Hinweis; zu den diagnostischen Leitlinien siehe auch
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 1
0.
Auflage, 2015, S. 20
8). Vorliegend erscheint die Diagnose einer PTSB bereits schon auf
grund der in den diagnostischen Leitlinien geforderten Latenzzeit mehr als frag
lich, zumal keine Begründung für einen ausnahmsweise späteren Beginn aufge
führt wird. So liegt beispielsweise die Gehunfähigkeit der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Vorgespräche im Februar 2017 mehr als eineinhalb Jahre zurück und es erscheint fraglich, ob die Traumatisierung für die nach erfolgter Hüftope
ration während der Rehabilitation vom 2
1.
November 2014 bis
4.
Mai 2015 auf
getretene
vorübergehende
Gehunfähigkeit überhaupt als Ereignis von ausserge
wöhnlicher Schwere qualifiziert werden kann
, zumal d
ie Beschwerdeführerin spä
testens am 1
4.
Juli 2015 wieder laufen
konnte
(vgl.
Urk.
7/81/6 unten). Inwiefern
eine
allfällige
Traumatisierung
in der Kindheit im Zeitpunkt der Vorgespräche zu einer
psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
führte oder immer noch beiträgt, wird nicht weiter dargelegt. Schliesslich lässt sich dem Bericht zur Herleitung der Diagnose im psychopathologischen Befund einzig entnehmen, dass die Beschwer
deführerin ihr Symptomerleben und -verhalten im Zusammenhang mit der Trau
matisierung durch die temporäre Gehunfähigkeit sowie dem sexuellen Miss
brauch geschildert habe (vorstehend. E. 3.15). Inwiefern die von der Beschwerde
führerin geschilderten und von den Psychologen des
R._
als Traumatisierungen aufgeführten Ereignisse einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin hatten respektive immer noch haben, wird nicht weiter erläutert, womit anzunehmen ist, dass sich die
erhobenen psychopathologischen Befunde und die daraus abgeleiteten Diagnosen hauptsächlich auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin stützten. Aufgrund der Tatsache, dass die Beschwerdeführe
rin kurz nach der Rehabilitation eine zweijährige Ausbildung zum Bürofach- und Handelsdiplom inklusive Praktikum in Angriff nahm und diese erfolgreich abge
schlossen hat (vgl.
Urk.
7/87,
Urk.
7/90,
Urk.
7/100,
Urk.
7/104), ist davon aus
zugehen, dass die geschilderten Traumatisierungen zumindest keinen langandau
ernden Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hatten und das Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin trotz vorübergehender Gehunfähigkeit auch in der Folge nicht
massgeblich
eingeschränkt war.
Angesichts
einer
fehlenden echtzeitlichen und insbesondere psychiatrischen Stel
lungnahme, der knappen und kurzen Befundschilderungen
und der weiteren ge
nannten Auffälligkeiten hielt
Dr.
P._
in seiner Stellungnahme zu Recht fest, dass auf den Bericht des
R._
nicht abgestellt werden könne (vgl. vorstehend E. 3.17). A
llein die Tatsache, dass ein RAD-Arzt keinen Facharzttitel für Psychiatrie innehat, rechtfertigt es
im Übrigen
nicht, seine Stellungnahme ausser Acht zu lassen. Ein Arzt ist unabhängig von seiner Fachrichtung grundsätzlich in der Lage, die Kohärenz des Berichts eines Kollegen zu beurteilen (Urteil des Bundes
gerichts 9C_149/2008 vom 2
7.
Oktober 2008).
4.
6
Soweit
die
Beschwerdeführer
in
schliesslich
geltend machte,
dass
der medizinische Sachverhalt aufgrund der
noch laufenden
medizinischen
Abklärungen noch
nicht
rechtsgenüglich
abgeklärt und
dass
die Diagnosen erst nach Abschluss der wei
teren Abklärungen feststehen würden
(vgl.
Urk.
1 S. 6 unten)
,
ist festzuhalten, dass der Gesundheitszustand
s
owie die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit de
r
Beschwerdeführer
in
in der Beurteilung gebührend berücksichtigt wurden.
Die
Be
schwerdeführer
in
vermag sodann nicht darzutun, inwiefern die Aktenlage unzu
treffend beziehungsweise unvollständig
sein soll
.
Trotz der von der Beschwerde
führerin erwähnten (laufenden) interdisziplinären Abklärungen, Behandlungen und Beurteilungen des
Z._
, reichte die Be
schwerdeführerin
bis heute
keine
weiteren
Berichte
oder fachärztliche
n
Stellung
nahmen/Beurteilungen nach, die einen anderweitigen Schluss zulassen würde
n
.
Die vorliegenden medizinischen Akten erweisen sich
damit
als ausreichend, wes
halb auf weitere Abklärungen verzichtet werden kann.
Die
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ist aufgrund der gestellten Diagnosen nachvollziehbar, so dass darauf abgestellt werden kann.
Somit
ist nicht ersicht
lich,
inwiefern die
von der
Beschwerdeführer
in
nach den Ergebnissen der laufen
den Untersuchungen
geforderte
Durchführung
eines
polydisziplinären
Gutach
tens neue, für die Beurteilung
der
vorliegenden
Sache
entscheidende Erkenntnisse liefern könnte, sodass darauf im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung zu ver
zichten ist (BGE 122 V 157 E. 1d).
4.
7
Nach dem Gesagten steht damit fest,
dass auf die überzeugende Einschätzung des RAD abzustellen und somit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit gemäss be
schriebenem Zumutbarkeitsprofil auszugehen ist.
5.
5.1
Es bleibt
damit
die
Prüfung der erwerblichen Auswirkungen vorzunehmen.
Angesichts
des
erfolgreiche
n
Erlangen
s
des Handelsdiploms VSH
im Sommer 2017
(
Urk.
7/106; vgl. auch
Urk.
7/104)
und der medizinischen Zumutbarkeit, eine
entsprechende
Tätigkeit zu 100
%
auszuüben (
körperlich leichte, wechselbe
lastende Tätigkeit
en
, überwiegend sitzend, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüs
ten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne hüftbelastende Zwangshaltungen
,
ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände
und ohne a
ndauernde Vibrationsbelas
tungen und Nässe- / Kälteexposition
;
vgl. vorstehend E. 3.14 und 3.1
8
), erübrigt sich die Durchführung eines Einkommensvergleichs
.
5.2
Die angefochtene Verfügung vom
4.
Juni 2018 erweist sich nach dem Gesagten somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerle
gen.