Decision ID: 7c6d00d7-9ab2-4b73-ab5e-4ccbd40cfd19
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Nachdem
X._
, geboren 1971, ihre Arbeitsstelle als Spezialistin Leistungen bei der
Y._
(vgl.
Urk.
6/56) per 31. Januar 2016 gekündigt worden war (
Urk.
6/54) und sich die Kündigungsfrist infolge Krankheit bis 31. Juli 2016 verlängert hatte (
Urk.
6/136), meldete
sie sich
am 8. August 2016
beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum Winterthur
zur Arbeitsvermittlung für eine 50%-Stelle (
Urk.
6/55) und zum Bezug von Arbeitslosentaggeldern ab 1. August 2016 an (
Urk.
6/72).
Mit Verfügung vom 19. Oktober 2016 verneinte die Arbeitslosenkasse IAW einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung für die
Zeit
vom 7. Septem
ber 2016 bis zur Erlangung einer ganzen oder teilweisen Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/20). Hieran hielt sie mit
Einspracheentscheid
vom
1. Dezember 2016 fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
am 10. Januar 2017 Beschwerde erheben und die Auszahlung von Taggeldern gemäss ihrer Arbeitsfähigkeit beantra
gen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 17. Januar 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5). Nachdem die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 30. Januar 2017 ein ärztliches Zeugnis von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 1
2.
Januar 2017 hatte einreichen lasse
n (
Urk.
10 und 11), teilte die Beschwerdegegnerin am 15. Februar 2017 mit, dass sie der Beschwerdefüh
rerin nunmehr Recht gebe und bereit sei, die Verfügung
wiedererwägungs
weise
aufzuheben und die Taggelder nachzuzahlen (
Urk.
15).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Nach Art. 28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen
versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) haben Versicherte, die wegen Krankheit, Unfall oder Schwangerschaft vorübergehend nicht oder nur vermindert arbeits- und vermittlungsfähig sind und deshalb die
Kontroll
vorschriften
nicht erfüllen können, sofern sie die übrigen Anspruchsvoraus
setzungen erfüllen, Anspruch auf das volle Taggeld; dieser dauert längstens bis zum 30. Tag nach Beginn der ganzen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit und ist innerhalb der Rahmenfrist auf 44 Taggelder beschränkt.
Taggelder der Kranken- oder Unfallversicherung, die Erwerbsersatz darstel
len, werden von der Arbeitslosenentschädigung abgezogen (Art. 28
Abs.
2 AVIG). Arbeitslose, die ihren Anspruch nach
Abs.
1 ausgeschöpft haben und weiterhin vorübergehend vermindert arbeitsfähig sind, haben, sofern sie unter Berücksichtigung ihrer verminderten Arbeitsfähigkeit vermittelbar sind und alle übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllen, Anspruch auf das volle Taggeld, wenn sie zu mindestens 75
%
, und auf das halbe Taggeld, wenn sie zu mindestens 50
%
arbeitsfähig sind (Art. 28
Abs.
4 AVIG). Kein
Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung besteht, wenn
die versicherte
Person
nicht zu mindestens 50
%
arbeitsfähig ist (BGE 135 V 185 E. 6 und 9.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte den Anspruch auf
Arbeitslosenentschädi
gung
ab 7. September 2016 im angefochtenen Entscheid noch mit der Begründung, dass die Beschwerdeführerin nach Ablauf der 30-tägigen Frist gemäss Art. 28
Abs.
1 AVIG
per
6.
September
2016 zu lediglich 25
%
arbeitsfähig gewesen sei,
weshalb ab
7.
September 2016 bis zur Erlangung einer ganzen oder teilweisen
(gemeint wohl: mindestens 50%igen)
Arbeits
fähigkeit kein Anspruch auf Leistun
gen bestehe (
Urk.
2, 6/20 ff.). Hieran hielt sie, n
achdem die Beschwerdeführerin das Arztzeugnis von
Dr.
Z._
mit der Bestätigung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit vom
1.
August 2016 bis und mit 3
1.
Oktober 2016 hatte einreichen lassen (
Urk.
11),
nicht mehr fest
,
schloss s
ich dem Beschwerdea
ntrag der Beschwe
rdeführerin an und erklärte sich bereit
,
die Taggelder nachzuzahlen (
Urk.
15).
2.2
Damit
sind sich
die Parteien nunmehr
darin einig, dass die Beschwerdeführe
rin ab
1.
August 201
6
zu 50
%
arbeitsfähig war und dass ab
1.
November 2016 eine volle Arbeitsfähigkeit vorlag. Diese Annahme findet
nicht nur im
nachträglich eingereichten Arztzeugnis von
Dr.
Z._
(
Urk.
11)
Bestätigung, sondern auch in den bereits im Verwaltungsverfahren eingega
ngenen
Tag
geldkarten
(
Urk.
6/10,
6/115).
Entsprechend ist als erstellt zu betrachten, dass die Beschwerdeführerin im hier strittigen Zeitraum vom
7.
September 2016 bis zum Erlass des ange
fochtenen Entscheids vom
1.
Dezember 2016, welcher
rechtsprechungsge
mäss
die Grenze der
richterliche
n
Überprüfungsbefugnis
bildet (BGE 132 V 215 E. 3.1.1)
zu
50
%
und ab
1.
November zu 100
%
arbeitsfähig war.
Da ein wiedererwägungsweises Aufheben des angefochtenen Entscheids
nach der Vernehmlassung
nicht möglich ist
(ZAK 1989 S. 563 E. 2a, vgl. auch ZAK 1989 S. 310)
und den Akten und Vorbringen der Beschwerdegegnerin nicht abschliessend zu entnehmen ist, ob sie die übrigen Anspruchsvoraus
setzungen gemäss
Art.
8 AVIG bereits geprüft hat, ist d
er angefochtene Ent
scheid mit der Feststellung
, dass vom
7.
September 2016 bis
3
1.
Oktober 2016 eine 50%ige und vom
1.
bis 3
0.
November 2016 eine 100%ige
Ver
mittlungsfähigkeit
vorgelegen hat, aufzuheben und zur Prüfung der übrigen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung
ab
7.
September 2016
sowie zu
neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.
Entsprechend hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädi
gung
. Diese ist nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
Art.
34 des Geset
zes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen. In Anwendung dieser Grundsätze rechtfertigt sich die Zusprechung einer Prozessentschädigung von
Fr.
1‘500.-- (inklusive
Baraus
lagen
und Mehrwertsteuer).