Decision ID: eb946751-f8ac-449c-842c-9fc38eea714c
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Die Beschwerdeführerin meldete sich bei der Erstinstanz im Jahr 2020
zur Berufsprüfung für Wanderleiterinnen und Wanderleiter an. Das genaue
Datum der Prüfungsanmeldung geht aus den Akten nicht hervor.
A.b Mit Schreiben vom 23. Oktober 2020 teilte die Erstinstanz der Be-
schwerdeführerin mit, dass sie an die Prüfungen zur Wanderleiterin vom
Januar und April 2021 aufgrund der ungenügenden Anzahl von Erfahrungs-
stunden nicht zugelassen werde. Die Beschwerdeführerin habe zudem
versucht, die Prüfungskommission zu täuschen, was ebenfalls zur Nicht-
zulassung führe.
A.c Mit Schreiben vom 11. November 2020 erhob die Beschwerdeführerin
bei der Vorinstanz Beschwerde gegen die Nichtzulassung zur Berufsprü-
fung Wanderleiterin. Neben dem Antrag auf Aufhebung der vorinstanzli-
chen Verfügung stellte die Beschwerdeführerin ein Ausstandsbegehren ge-
gen B._, die damalige Präsidentin der Prüfungskommission.
A.d Mit Entscheid vom 1. Juni 2021 wies die Vorinstanz die Beschwerde
der Beschwerdeführerin ab.
A.e Mit Eingabe vom 29. Juni 2021 erhob die Beschwerdeführerin Be-
schwerde beim Bundesverwaltungsgericht.
A.f Mit Urteil vom 22. September 2021 hiess das Bundesverwaltungsge-
richt die Beschwerde der Beschwerdeführerin gut und wies die Sache an
die Vorinstanz zurück.
Das Gericht führte aus, es könne die geltend gemachten Ausstandsgründe
nicht abschliessend beurteilen, da die erforderlichen Sachverhaltsfeststel-
lungen im Entscheid der Vorinstanz fehlen würden. Der Entscheid sei be-
reits aus diesem Grund aufzuheben. Darüber hinaus fehle es ebenfalls an
Sachverhaltsfeststellungen bezüglich der Zulassungsvoraussetzungen.
Aus der Verfügung gehe nicht hervor, welche Touren der Beschwerdefüh-
rerin angerechnet würden und welche nicht. Auch stehe nicht fest, wie viele
Stunden ihr konkret fehlen würden. Dies verunmögliche eine sachgerechte
Anfechtung.
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B.
B.a Die Beschwerdeführerin meldete sich bei der Erstinstanz erneut zur
Berufsprüfung für Wanderleiterinnen und Wanderleiter im Oktober 2021
und Januar 2022 an. Das genaue Datum der (zweiten) Prüfungsanmel-
dung geht aus den Akten nicht hervor.
B.b Mit Schreiben vom 2. Juni 2021 teilte die Erstinstanz der Beschwerde-
führerin mit, dass sie nicht zur Prüfung zugelassen werde.
Sie führte aus, die Beschwerdeführerin habe Touren aufgeführt, welche sie
weder selbständig geplant noch geführt habe. Sie habe somit wissentlich
falsche Angaben gemacht, weshalb sie nicht zur Prüfung zugelassen
werde.
B.c Mit Eingabe vom 28. Juni 2021 (ergänzt durch die Eingabe vom 9. Juli
2021) erhob die Beschwerdeführerin bei der Vorinstanz Beschwerde ge-
gen die Verfügung der Erstinstanz.
Sie führte im Wesentlichen aus, sie habe keine falschen Angaben gemacht
und weise genügend Erfahrungsstunden für die Zulassung zur Prüfung auf.
B.d Die Vorinstanz teilte der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom
23. November 2021 mit, dass sie ihre beiden Verfahren (Nichtzulassung
zur Prüfung Januar/April 2021 und Nichtzulassung zur Prüfung Oktober
2021/Januar 2022) vereinige.
B.e Mit Entscheid vom 29. März 2022 wies die Vorinstanz sowohl die Be-
schwerde vom 11. November 2020 (Dispositivziffer 1) als auch die Be-
schwerde vom 28. Juni 2021 (Dispositivziffer 2) ab und auferlegte der Be-
schwerdeführerin die Verfahrenskosten.
Sie führte im Wesentlichen aus, die Erstinstanz habe glaubhaft ausgeführt,
dass B._ nicht befangen gewesen sei. In der zweiten Beschwerde
behaupte die Beschwerdeführerin auch nicht mehr B._ müsse in
den Ausstand treten, obwohl diese auch am zweiten Entscheid beteiligt ge-
wesen sei. Die Beschwerdeführerin könne lediglich 169 Stunden an Erfah-
rung im Leiten von Gruppen ausweisen, weshalb sie nicht zur Prüfung zu-
zulassen sei.
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C.
Mit Eingabe vom 4. Mai 2022 erhob die Beschwerdeführerin Beschwerde
beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte, der Beschwerdeent-
scheid der Vorinstanz vom 29. März 2022 sei vollumfänglich aufzuheben
und sie sei zur Eidgenössischen Berufsprüfung Wanderleiter zuzulassen.
Eventualiter sei der Beschwerdeentscheid vollumfänglich aufzuheben und
die Sache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In
prozessualer Hinsicht seien die Verfahrens- und Parteikosten des vor-
instanzlichen Verfahrens und des vorliegenden Beschwerdeverfahrens der
Vorinstanz aufzuerlegen.
Die Beschwerdeführerin machte im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz
habe es unterlassen den Sachverhalt rechtsgenüglich abzuklären, wie es
das Bundesverwaltungsgericht im Urteil vom 22. September 2021 festge-
halten habe. Weiter habe sie sämtliche Voraussetzungen zur Prüfungszu-
lassung erfüllt. Sie komme auf ein Total von 418 (beziehungsweise 384.5)
Erfahrungsstunden, welche sie nachgewiesen habe.
D.
Die Erstinstanz nahm mit Eingabe vom 15. Juni 2022 zur Beschwerde Stel-
lung, ohne einen Antrag zu formulieren.
E.
Mit Vernehmlassung vom 5. Juli 2022 beantragte die Vorinstanz die Abwei-
sung der Beschwerde.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung der vorliegenden
Beschwerde zuständig (Art. 61 Abs. 2 BBG [SR 412.10] i.V.m. Art. 31 f. so-
wie Art. 33 Bst. d VGG). Die Beschwerdeführerin hat den Kostenvorschuss
bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die Beschwerde frist- und formgerecht
eingereicht (Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist
insoweit einzutreten.
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1.2
1.2.1 Die Beschwerdelegitimation setzt formelle Beschwer ("Teilnahme")
und materielle Beschwer ("besonderes Berührtsein" und "schutzwürdiges
Interesse") voraus (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Voraussetzung für ein schutz-
würdiges Interesse ist ein aktuelles und praktisches Rechtsschutzinte-
resse. Es muss im Urteilszeitpunkt noch aktuell sein und das Urteil muss
einen praktischen Nutzen verschaffen können. An einem aktuellen und
praktischen Rechtsschutzinteresse fehlt es unter anderem, wenn rein the-
oretische Fragen aufgeworfen werden, wenn nur die Begründung ange-
fochten wird oder wenn keine begünstigende Änderung erreicht werden
kann; ferner, wenn der Akt keine Rechtswirkung entfalten kann, weil er aus-
ser Kraft getreten ist oder das Ereignis, auf das er sich bezogen hat, bereits
stattgefunden hat (vgl. MARANTELLI-SONANINI/HUBER, in: Waldmann/Weis-
senberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 48 Rz. 15
m.w.H.; HÄNER ISABELLE, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar
zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019,
Art. 48 Rz. 22).
1.2.2 Die Beschwerde richtet sich gegen den Beschwerdeentscheid der
Vorinstanz vom 29. März 2022, der die Beschwerden der Beschwerdefüh-
rerin vom 11. November 2020 (Dispositivziffer 1) und 28. Juni 2021 (Dispo-
sitivziffer 2) abweist. Die Voraussetzung der Beschwerdelegitimation ist in
Bezug auf jede Dispositivziffer zu prüfen. Das Hauptbegehren lautet auf
Aufhebung und Zulassung zur Prüfung, das Eventualbegehren lautet auf
Rückweisung zur Neubeurteilung an die Vorinstanz. Die Beschwerde ent-
hält somit ein Haupt- und Eventualbegehren, ohne dass sie in Bezug auf
die Dispositivziffern spezifiziert oder in eine Rangfolge gebracht werden.
Die Verfahrensvereinigung durch die Vorinstanz liegt ausser Streit. Durch
diese sind zwei Verfahren – das Verfahren auf Zulassung zur Prüfung Ja-
nuar/April 2021 (Verfahren 1) und das Verfahren auf Zulassung zur Prüfung
Oktober 2021/Januar 2022 (Verfahren 2) zu einem Verfahren vereinigt wor-
den. Die Vereinigung bringt die Besonderheit mit sich, dass die Beurteilung
des früheren Gesuchs von der Beurteilung des späteren Gesuchs abhängt.
1.2.3 Die Beschwerdeführerin macht im ersten Verfahren die gleichen Er-
fahrungsstunden geltend wie im zweiten Verfahren und reicht im zweiten
Verfahren noch wenige zusätzliche Stunden nach. Gegen die Dispositivzif-
fer 1 (betreffend Verfahren 1) bringt sie eine Verletzung der Ausstandsbe-
stimmungen vor, was bei einer Gutheissung zur Folge hätte, dass das Ver-
fahren vor der Vorinstanz oder der Erstinstanz zu wiederholen wäre. Das
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Bundesverwaltungsgericht kann bei einer Verletzung von Ausstandsbe-
stimmungen keinen Entscheid in der Sache fällen, sondern muss sie zur
Wiederholung des Verfahrens an die Vorinstanz zurückweisen. Die Zulas-
sung zur Prüfung Januar/April 2021 kann in diesem Fall also nicht erreicht
werden im Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht. Gegen die Dispositiv-
ziffer 2 (betreffend Verfahren 2) bringt die Beschwerdeführerin keine Ver-
letzung von Ausstandsbestimmungen vor; sie macht lediglich in der Sache
geltend, dass sie genügend Erfahrungsstunden gesammelt habe. Wäh-
rend die Beschwerdeführerin mit dem Begehren gegen Dispositivziffer 1
die Wiederholung des Verfahrens erreichen kann, kann sie mit dem Be-
gehren gegen Dispositivziffer 2 vor Gericht mehr erreichen – nämlich die
unmittelbare Zulassung zur Prüfung. Die Prüfungszulassung ist der prakti-
sche Nutzen, den die Beschwerdebeurteilung mit sich bringen kann. Es
fragt sich indes, ob auch an der Beurteilung des Begehrens gegen Dispo-
sitivziffer 1 ein Rechtsschutzinteresse besteht.
Die Frage ist zu verneinen, und zwar unabhängig davon, ob das Begehren
gegen die Dispositivziffer 2 gutgeheissen (Zulassung zur Prüfung) oder ab-
gewiesen wird (Nichtzulassung zur Prüfung). Wenn die Beschwerdeführe-
rin zugelassen wird, so entfällt die Beschwer in Bezug auf Dispositivziffer 1,
da dem Antrag entsprochen wird und – darüber hinaus – nicht mehr erreicht
werden kann. Wenn die Beschwerdeführerin nicht zugelassen wird, so fehlt
es ebenfalls an der Beschwer in Bezug auf Dispositivziffer 1. Denn mit der
Abweisung steht fest, dass die Zulassungsvoraussetzungen nicht erfüllt
sind. Die Verfahrenswiederholung wäre nicht mehr ergebnisoffen und ein
blosser Leerlauf. Die Verletzung der Ausstandsbestimmung wird dadurch
zu einer rein theoretischen Frage, deren Klärung keinen praktischen Nut-
zen verschaffen kann. An der Beurteilung des Begehrens in Bezug auf Dis-
positivziffer 1 besteht folglich kein praktisches Rechtsschutzinteresse und
das Begehren ist damit unzulässig. Auf die Beschwerde ist insoweit nicht
einzutreten.
2.
2.1 Zwischen der Vorinstanz und der Beschwerdeführerin ist strittig, ob die
Beschwerdeführerin genügend Erfahrungsstunden aufweist, um zur Be-
rufsprüfung für Wanderleiterinnen zugelassen zu werden.
2.2 Gemäss der Prüfungsordnung über die Berufsprüfung für Wanderleite-
rinnen/Wanderleiter (nachfolgend Prüfungsordnung) wird zur Prüfung zu-
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gelassen, wer unter anderem Erfahrung in der Leitung von Gruppen im Be-
rufsfeld der Wanderleiterin/des Wanderleiters von mindestens 200 Stun-
den in den letzten drei Jahren nachweisen kann (Ziff. 3.31 Bst. e der Prü-
fungsordnung). Gemäss Wegleitung zur Prüfungsordnung über die Durch-
führung der eidg. Berufsprüfung für Wanderleiterinnen/Wanderleiter (nach-
folgend Wegleitung) werden Touren mit Einzelgästen mit maximal 30 Stun-
den angerechnet. Zudem können maximal 20 Stunden, die im Rahmen ei-
ner von der COMEX anerkannten Ausbildung geleistet wurden, anerkannt
werden (Prüfungsordnung und Wegleitung abrufbar unter
https://www.comex.swiss/de/wegleitung, abgerufen am 17.08.2022).
3.
3.1 Die Vorinstanz führt aus, eine Gruppe bestehe inklusive der Wander-
leiterin aus mindestens drei Personen. Dies ergebe sich bereits aus
sprachlichen Gründen. Soweit die Wegleitung vorsehe, dass während der
Ausbildung oder bei Touren mit Einzelgästen Erfahrungsstunden gesam-
melt werden könnten, sei diese rechtswidrig. Die Beschwerdeführerin
könne lediglich 169 Erfahrungsstunden nachweisen. Diese würden sich
wie folgt zusammensetzen: Dokument "Zusammenfassung für die Anmel-
dung zur eidg. Wanderprüfung": 137 Stunden; Eingabe vom 27. Septem-
ber 2021: 27 Stunden; Eingabe vom 7. Februar 2022: 5 Stunden. Gestützt
auf Einzelstunden und Ausbildung könne sie keine Erfahrungsstunden im
Sinne der Prüfungsordnung sammeln. Somit erfülle die Beschwerdeführe-
rin die in Ziffer 3.31 Bestimmung e) der Prüfungsordnung genannte Vo-
raussetzung nicht.
3.2 Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, sie erfülle sämtliche Prü-
fungszulassungsvoraussetzungen und habe dies dokumentiert. Unterdes-
sen könne sie total 418 (beziehungsweise 384.5) Erfahrungsstunden nach-
weisen. Inwiefern die Wegleitung rechtswidrige Bestimmungen enthalte,
bleibe das Geheimnis der Vorinstanz. Mit der Wegleitung werde ein richti-
ges und vollständiges Prüfungszulassungsverfahren angestrebt. Es handle
sich um verbindliche Angaben. Die Vorinstanz lege nicht dar, weshalb sie
total 215.5 Erfahrungsstunden nicht anerkenne und was sie unter einer
Gruppe verstehe. Auch stelle sie erneut keinen eigenen Sachverhalt fest.
Aus der angefochtenen Verfügung gehe nicht hervor, welche Touren ihr
angerechnet und wie viele Stunden ihr konkret fehlen würden. Damit ver-
letze die Vorinstanz die Begründungspflicht.
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3.3 Die Erstinstanz nimmt in ihrer Vernehmlassung zur Frage, ob die Be-
schwerdeführerin genügend Erfahrungsstunden nachgewiesen habe,
keine Stellung.
4.
4.1 Die Beschwerdeführerin macht eine Verletzung der Begründungspflicht
geltend. Aus dem vorinstanzlichen Sachverhalt gehe nicht hervor, welche
Touren ihr angerechnet und wie viele Stunden ihr konkret fehlen würden.
4.2 Die Behörden haben schriftliche Verfügungen zu begründen (Art. 35
VwVG). Die Begründungspflicht ist Teil des Anspruchs auf rechtliches Ge-
hör (Art. 29 BV). Die Begründung muss so abgefasst sein, dass der Be-
troffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Sie
muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich die Be-
hörde hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt (BGE 136 I
184 E. 2.2.1).
4.3 Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung aus, welche Stun-
den sie der Beschwerdeführerin anrechne. Dies seien 137 Stunden aus
dem Dokument "Zusammenfassung der Erfahrungsstunden für die Anmel-
dung zur eidg. Wanderleiterprüfung", 27 Stunden aus der Eingabe vom
27. September 2021 und 5 Stunden aus der Eingabe vom 7. Februar 2022.
Damit komme die Beschwerdeführerin auf insgesamt 169 Erfahrungsstun-
den (angefochtene Verfügung Ziffer 4.2). Aus den Ausführungen der Vor-
instanz über die behauptete Rechtswidrigkeit der Wegleitung geht zudem
hervor, dass sie Ausbildungen und Touren mit Einzelgästen nicht anrechnet
(angefochtene Verfügung Ziffer 4.1). Dies bestätigt die Vorinstanz schliess-
lich in der eingereichten Vernehmlassung (Vernehmlassung Ziffer 2). Auch
wenn die angefochtene Verfügung diesbezüglich etwas ausführlicher sein
dürfte, nennt die Vorinstanz die wesentlichen Überlegungen, auf welche
sie ihren Entscheid stützt. Die Beschwerdeführerin weiss, welche Erfah-
rungsstunden ihr von der Vorinstanz angerechnet wurden und wie viele
Stunden ihr noch fehlen. Für sie war eine sachgerechte Anfechtung der
Verfügung möglich. Eine Verletzung der Begründungspflicht liegt nicht vor.
5.
5.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie erfülle die Voraussetzungen zur
Prüfungszulassung.
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5.2 Gemäss Prüfungsordnung benötigt die Beschwerdeführerin 200 Erfah-
rungsstunden in der Leitung von Gruppen im Berufsfeld der Wanderleite-
rin/des Wanderleiters in den letzten drei Jahren. Sie selbst macht geltend,
sie habe 418 Erfahrungsstunden gesammelt (Beschwerde S. 10). An an-
derer Stelle spricht sie von total 384.5 Erfahrungsstunden (Beschwerde
S. 12). Die Vorinstanz anerkennt davon lediglich 169 Stunden.
5.3 Zwischen den Parteien ist strittig, inwiefern Wanderungen mit Einzel-
personen und Ausbildungsstunden angerechnet werden dürfen. Gemäss
Wegleitung können maximal 30 Stunden Touren mit Einzelgästen ange-
rechnet werden (Ziff. 3 Abs. 3 der Wegleitung). Ebenfalls soll im Rahmen
einer von der Erstinstanz anerkannten Ausbildung maximal 20 Stunden an-
gerechnet werden können (Ziff. 3 Abs. 4 der Wegleitung). Gemäss Ziffer
3.31 Bestimmung e) der Prüfungsordnung ist jedoch einzig die Erfahrung
im Leiten von Gruppen massgebend. Die Vorinstanz erachtet die Bestim-
mungen der Wegleitung daher als rechtswidrig und wendet sie nicht an.
5.4 Gemäss Berufsbildungsgesetz kann die höhere Berufsbildung durch
eine eidgenössische Berufsprüfung, eine eidgenössische höhere Fachprü-
fung oder durch eine eidgenössisch anerkannte Bildung an einer höheren
Fachschule erworben werden (Art. 27 Bst. a und b BBG). Die eidgenössi-
schen Berufsprüfungen und die höheren Fachprüfungen setzen eine ein-
schlägige berufliche Praxis und einschlägiges Fachwissen voraus (Art. 28
Abs. 1 BBG). Die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt (Art. 1 Abs. 1
BBG) regeln die Zulassungsbedingungen, Lerninhalte, Qualifikationsver-
fahren, Ausweise und Titel. Sie berücksichtigen dabei anschliessende Bil-
dungsgänge. Die Vorschriften unterliegen der Genehmigung durch die Vo-
rinstanz (Art. 28 Abs. 2 BBG).
Die von der zuständigen Organisation der Arbeitswelt erlassenen Normen
beruhen nicht auf einer formellen gesetzlichen Delegation öffentlich-recht-
licher Rechtssetzungskompetenzen. Mit der Genehmigung der Vorinstanz
werden sie im Beschwerdeverfahren dem öffentlichen Recht des Bundes
aber gleichgestellt (Urteile des BVGer B-7895/2007 vom 23. Oktober 2009
E. 2 und B-1650/2017 vom 19. November 2018 E. 5.1).
Dies trifft vorliegend auf die Prüfungsordnung über die Berufsprüfung für
Wanderleiterinnen/Wanderleiter zu, welche von der "Trägerschaft Berufs-
prüfung Wanderleiterin/Wanderleiter" erlassen und von der Vorinstanz ge-
nehmigt wurde. Die Wegleitung hingegen wird nicht von der Vorinstanz ge-
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nehmigt. Ihr kommt keine direkte Rechtswirkung zu (vgl. MICHAEL BUCH-
SER, Berufsbildungsabschlüsse in der Schweiz, 2009, S. 89). Durch die
Wegleitung sollen die internen Abläufe zur Durchführung der Prüfung ge-
regelt werden. Wie im Fall von sogenannten Verwaltungsverordnungen im
Bereich der öffentlichen Verwaltung können aber auch Wegleitungen Wir-
kungen entfalten, die es im Rahmen der Nachprüfung von Examensleis-
tungen zu berücksichtigen gilt. Gemäss konstanter Praxis und herrschen-
der Lehre sind Gerichte zwar nicht an Verwaltungsverordnungen − oder
wie vorliegend deren an einen privaten Rechtsträger delegierten Pendants
– gebunden. Eine gerichtliche Berücksichtigung solcher internen Normen
rechtfertigt sich allerdings dann, wenn sie eine dem Einzelfall gerecht wer-
dende Auslegung einer hierarchisch übergeordneten Bestimmung zulas-
sen, zumal das erkennende Gericht nicht ohne Not von der Verwaltungs-
praxis abweichen sollte (BGE 142 II 182 E. 2.3.3 m.w.H.; HÄFELIN/MÜL-
LER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2020, Rz. 87). Ver-
waltungsverordnungen müssen in jedem Fall durch ausreichende rechts-
satzmässige Regelungen gedeckt sein (vgl. BGE 142 II 182 E. 2.3.2
m.w.H.).
5.5 Im vorliegenden Fall widerspricht die Wegleitung offensichtlich der Prü-
fungsordnung. Während die Prüfungsordnung als Zulassungsvorausset-
zung aufführt, dass 200 Stunden an Erfahrung im Leiten von Gruppen vor-
handen sein muss, geht die Wegleitung davon aus, dass Ausbildungsstun-
den und Wanderungen mit Einzelgästen ebenfalls angerechnet werden
dürfen. Diese Regelung ist jedoch nicht durch die Prüfungsordnung ge-
deckt. Dass unter "Leitung von Gruppen" keine Wanderungen mit Einzel-
personen gezählt werden können, versteht sich von selbst. Indem die Vor-
instanz der Beschwerdeführerin nur diejenigen Stunden angerechnet hat,
mit welchen sie Erfahrung im Leiten von Gruppen gesammelt hat, verstösst
sie nicht gegen Bundesrecht.
5.6 Die Beschwerdeführerin listet im Dokument "Zusammenfassung der
Erfahrungsstunden für die Anmeldung zur eidg. Wanderleiterprüfung" ins-
gesamt 305 Erfahrungsstunden auf. Kontrolliert man diese Liste mit den
von der Beschwerdeführerin eingereichten Bestätigungsformularen der
einzelnen Wanderungen und streicht die Wanderungen mit Einzelpersonen
und die Ausbildungsstunden weg, kommt man auf insgesamt 138 (gemäss
Vorinstanz 137) Stunden, welche sie sich anrechnen lassen kann. Mit der
Eingabe vom 27. September 2021 an die Vorinstanz reichte die Beschwer-
deführerin weitere Bestätigungsformulare mit Touren ein. Die Vorinstanz
rechnete ihr alle 27 Stunden an. Damit ist sie sehr grosszügig, zumal die
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Beschwerdeführerin gewisse Touren anscheinend doppelt aufgelistet hat.
Schliesslich reichte die Beschwerdeführerin mit ihrer Eingabe vom 7. Feb-
ruar 2022 eine weitere Tourenliste (Dokument "Tourenliste ab 29.07.21")
ein. Korrekterweise hat ihr die Vorinstanz nur fünf Erfahrungsstunden von
dieser Liste gutgeschrieben, zumal die meisten Wanderungen mit Einzel-
personen unternommen und einige Wanderungen bereits in der Eingabe
vom 27. September 2021 aufgelistet wurden. Damit kommt die Beschwer-
deführerin auf insgesamt 170 Erfahrungsstunden im Leiten von Gruppen.
Die für die Zulassung zur Prüfung vorgeschriebenen 200 Erfahrungsstun-
den kann sie nicht vorweisen. Sie erfüllt somit die in Ziffer 3.31 Bestimmung
e) der Prüfungsordnung statuierte Voraussetzung nicht. An der Nichtzulas-
sung der Beschwerdeführerin zur Berufsprüfung für Wanderleiterinnen ist
nichts auszusetzen.
6.
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene
Verfügung kein Bundesrecht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden
ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen.
7.
Die Beschwerdeführerin beantragt, die Verfahrens- und Parteikosten des
vorinstanzlichen Verfahrens sowie des vorliegenden Verfahrens seien der
Vorinstanz aufzuerlegen.
Entsprechend dem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin die
Verfahrenskosten für beide Verfahren zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG so-
wie Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2] bzw. Art. 1 ff. der Verordnung über Kosten und Entschädi-
gungen im Verwaltungsverfahren [Kostenverordnung, SR 172.041.0]). Die
Spruchgebühr richtet sich nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache,
Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien (Art. 63 Abs. 4bis
VwVG und Art. 2 Abs. 1 VGKE). Sie ist für das vorliegende Beschwerde-
verfahren auf Fr. 500.– festzusetzen. Der einbezahlte Kostenvorschuss
wird nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zur Bezahlung
der Verfahrenskosten verwendet.
Der unterliegenden Beschwerdeführerin ist weder im vorinstanzlichen Ver-
fahren noch im vorliegenden Verfahren eine Parteientschädigung zuzu-
sprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG sowie Art. 7 Abs. 1 VGKE bzw. Art. 8 Kos-
tenverordnung).
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