Decision ID: 908f573d-2359-401e-aea6-ba950435df1d
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1979, arbeitete zuletzt seit September 2010 als Produktionsmitarbeiter bei der
Y._
in
Z._
(vgl. Urk. 2/11/3 S. 4 Ziff. 5.4), als er am 20. November 2011 einen Autounfall mit Arm-, Knie- und
Fuss
verletzungen erlitt (vgl. Urk. 2/11/3 S. 4 Ziff. 6.1 bis 6.3). Am 20. Januar
2012 meldete er sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 2/11/3).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) bei (Urk. 2/11/2, Urk. 2/11/9, Urk. 2/11/12, Urk. 2/11/14, Urk. 2/11/17) und holte einen Auszug aus dem individu
ellen Konto des Versicherten (IK-Auszug; Urk. 2/11/7) sowie einen Arbeitgeber
bericht (Urk. 2/11/8) ein.
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 2/11/28-57) zog die IV-Stelle wei
tere
Akten des Unfallversicherers (Urk.
2/
11/34-35, Urk.
2/
11/41, Urk.
2/
11/44,
Urk. 2/11/47
48, Urk. 2/11/50, Urk. 2/11/53, Urk. 2/11/56) bei und verneinte sodann mit Verfügung vom 8. Mai 2013 (Urk. 2/11/58) einen Anspruch des Versicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung.
1.2
Gegen die Verfügung vom 8. Mai 2013 (Urk. 2/11/58) erhob der Versicherte am 7. Juni 2013 Beschwerde (Urk. 2/11/64/3-9), welche vom hiesigen Gericht im Verfahren IV.2013.00535 mit Urteil vom 5. Mai 2014 in dem Sinne gutgeheis
sen wurde, dass die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese nach erfolgter Abklärung neu verfüge (Urk. 2/11/86/1-13).
Die IV-Stelle veranlasste in der Folge eine psychiatrische und orthopädische Untersuchung des Versicherten bei ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), über welche am 31. August 2015 berichtet wurden (Urk. 2/11/117 und Urk. 2/11/118).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 2/11/124-132) verneinte die IV
Stelle mit Verfügung vom 19. Juli 2016 (Urk. 2/11/133 = Urk. 2/2) einen Anspruch des Versicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung.
1.3
Die vom Versicherten am 1
8.
August 2016 dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 2/1) wies das hiesige Gericht im Verfahren IV.2016.00860 mit Urteil vom
31
.
Oktober
2016 ab (Urk.
2/14
).
2.
2.1
Das
Bundesgericht hiess die vom
Beschwerdeführer am
15
.
Dezember
2016 dage
gen erhobene Beschwerde (Urk. 2/1
7
) mit Urteil 8C_
839
/2016 vom
12
.
April 2017 (
Urk.
1
) teilweise gut und wies die Sache zur Einholung eines Gerichtsgutachtens und zu neuer Entscheidung an das hiesige Gericht zurück.
2.2
In Nachachtung des Urteils des Bundesgerichts
holte
das hiesige Gericht
mit Beschluss vom 1
5.
September 2017 (
Urk.
8) bei
Dr.
med. A._
, Fach
ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Zürich, ein psychiatrisches Gutachten ein.
Der Beschwerde
führer nahm am
6.
November 2018 (
Urk.
29) und
die Beschwerdegegnerin am
4.
Januar 2019 (
Urk.
32-33)
Stellung zum Gutachten
vom 3
1.
Juli 2018 (
Urk.
18), zum Teilgutachten vom
5.
April 2018 (
Urk.
19) sowie zur ergänzenden Stellungnahme vom 2
2.
September 2018 (
Urk.
23)
.
2.3
Mit Verfügung vom 14. Mai 2019 wurden die Akten des Migrationsamtes des Kantons Zürich betreffend den Beschwerdeführer beigezogen (Urk. 36), welche dem Gericht am 20. Mai 2019 mittels Zugriff auf den entsprechenden Server per E-Mail zugestellt wurden (vgl. Urk. 37/1-2). Aus den zugestellten Akten hat das Gericht vier Aktenstücke als Urk. 38/1-4 angelegt (Protokoll der Anhörung betreffend Ersuchen um Asylgewährung in der Schweiz vom 3. Februar bezie
hungsweise vom 24. März 1999, Urk. 38/1; Verfügung des Bundesamts für Flüchtlinge vom 6. März 2001, Urk. 38/2; Urteil der Schweizerischen
Asylrekurs
kommission
vom 6. Juni 2002, Urk. 38/3; Zwischenzeugnis des
B._
vom 25. November 2015, Urk. 38/4).
2
.4
Das psychiatrische Gutachten von Dr.
A._
vom
3
1.
Juli 2018 (
Urk.
18)
mit dem neuropsychologischen
Teilgutachten
von
lic
. phil.
C._
vom
5.
April 2018 (
Urk.
19)
und der ergänzenden
Stellungnahme
von Dr.
A._
vom 2
2.
September 2018 (
Urk.
23)
wurde von beiden Parteien aus näher dargelegten Gründen kriti
siert und in wesentlichen Teilen als nicht nachvollz
iehbar bezeichnet (vgl.
Urk.
29,
Urk.
32-33).
Nach einer ersten Durchsicht besagten Gerichtsgutachtens mitsamt Teilgutachten und
ergänzender Stellungnahme kam
das Gericht zu der vorläufigen Einschät
zung, dass gestützt darauf aus triftigen Gründen keine
rechtsgenügliche
, abschliessende Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit de
s Beschwerdeführers möglich ist. Es erachtete d
ie Einschätzung durch
die zuständige Ärztin des RAD
zusammen mit den diagnostischen Leit
linien gemäss ICD-10 und den Akten des Migrationsamtes
als
triftig
e Anhaltspunkte, um
die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen
, und die
Überprüfung durch ei
ne weitere Fachperson als notwendig erscheinen zu lassen.
Mit Beschluss vom 2
7.
Juni 2019 (
Urk.
40) führte das Gericht aus, dass
das Gerichtsgutachten von Dr.
A._
nach einer ersten Durch
sicht und Einschätzung
insgesamt
Widersprüche und Unklarheiten auf
weise
, welche ein Abstellen darauf nicht möglich machen. Sowohl die Diagnosen als auch die Prüfung der Standar
dindikatoren und letztlich die funktionellen Auswirkungen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung könn
t
en nach einer ersten Einschätzung gestützt auf das Gut
achten nicht schlüssig und widerspruchsfrei beurteilt werden.
Es wurde ausführ
lich begründet, dass
d
as
G
erichtsg
utachten
die
praxisgemässen
inhaltlichen und
beweismässigen
Anforderungen an eine zu erstattende ärztliche Expertise
nicht erfülle und
die in Aussicht genommene Oberexpertise keine unzulässige
second
opinion
dar
stelle.
Mit Beschluss vom 2
9.
Oktober 2019 (
Urk.
49) wurde sodann
die
D._
beauftragt, ein psychiatrisches Gutachten über die aufgeführten Fragen (vgl.
Urk.
49 E. 4) zu erstatten. Mit Beschluss vom 1
0.
Dezember 2019 (
Urk.
53) wurde an der Fragestellung
gemäss
Beschluss vom 2
9.
Oktober 2019 festgehalten.
Die
D._
hat daraufhin mit Eingabe vom 2
7.
Dezember 2019 (
Urk.
57) den vorgesehenen Gutachter bekanntgegeben, wogegen die Parteien keine Einwände erhoben haben (
Urk.
59,
Urk.
61).
Mit Beschluss vom 2
9.
Januar 2020 (
Urk.
62)
hat das Gericht über das Gutachten und die Fragestellung definitiv beschlossen und die
D._
mit der Begutachtung beauftragt. Ein Rechtsmittel gegen diesen Beschluss wurde nicht erhoben.
2.5
Am 1
0.
August 2020 erstattete
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
D._
, sein psychiatrisches Gutachten (
Urk.
68).
Der Beschwerde
führer nahm am 2
6.
August 2020 (
Urk.
72) und die Beschwerdegeg
nerin am 2
9.
September 2020 (
Urk.
76-77)
hierzu
Stellung.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die massgebenden rechtlichen Bestimmungen betreffend den Invaliditätsbegriff (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversi
che
rungsrechts
; ATSG, Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenver
siche
rung; IVG
) und die Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), den Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 28 Abs. 1 und 2 IVG), die Bemessung des Invalidi
tätsgrades (
Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG), sowie betref
fend den
Beweiswert eines medizinischen Gutachtens (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157
E.
1c)
wurden im Urteil des hiesigen Gerichts vom
31
.
Oktober
2016
in Sachen der Parteien (Urk.
2/
14
E. 1) sowie im Urteil des Bundesgerichts
8C_
839
/201
6 vom
12
.
April
2017 (Urk. 1 E. 3
) umfassend wiedergegeben, wes
halb vollumfänglich darauf ver
wie
sen werden kann.
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
Bun
desgesetz über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, wel
cher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hin
dert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V
547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen
(BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V
281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts
9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die
Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50
E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409,
141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sour
cen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt
(ZAK
1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
ach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Unter
suchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegeben
enfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
n
enfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
Das Bundesgericht hielt
in seinem Urteil vom 1
2.
April 2017
im Wesentlichen fest,
dass angesichts der übrigen im Recht liegenden psychiatrischen Berichte zumindest geringe Zweifel an der Schlüssigkeit der versicherungsinternen Beurteilung gege
ben seien. Rückschlüsse über die gesundheitliche Situation mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hinsichtlich des
frühest
möglichen Rentenbeginns im Januar 2013 lasse der Bericht des RAD keine zu (
Urk.
1 S. 6 E. 4.2 und E. 4.3). Es müsse eine psychiatrische Expertise eingeholt werden, da die gesamten medizinischen Akten keine abschliessende Beurteilung erlauben würden, ob und gegebenenfalls ab wann eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Erkrankung mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege (S. 7 E. 4.3).
3.
3.1
In Vollzug des
erwähnten
Urteils des Bundesgerichts vom
12
.
April
2017 gab das hiesige Gericht zur Klärung der noch offenen Fragen zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit eine p
sychiatrische
Oberexpertise
des Beschwerdeführers
in Auftrag
, nachdem es mit Beschluss vom 2
7.
Juni 2019 zum Schluss gekommen war, dass auf das von
Dr.
A._
erstattete Gutachten nicht abgestellt werden könne (
Urk.
40 insbesondere S. 8
Ziff.
3.6)
:
3.2
Dr.
E._
erstattete sein psychiatrisches Gutachten am 1
0.
August 2020 (
Urk.
68) gestützt auf die Akten sowie die Untersuc
hung des Beschwerdeführers (S.
2
f.
)
und nannte folgende Di
agnosen mit
Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit (S.
22
f.
Ziff.
6.1
):
-
chronische depressive Symptomatik
-
aktuell mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), seit 2014 kli
nisch durchgängig beschrieben
-
erste depressive Symptomatik im Sinne einer Anpassungsstörung (ICD-10 F43.23) im Dezember 2012
-
sonstige Reaktion auf schwere Belastung nach Verkehrsunfall
vom
20.
November 2011 und schwieriger Kindheit und Jugend mit Gewalter
fahrung und Flucht
-
dissoziative Störung gemischt (ICD-10 F44.7), abgebildet im Fragebo
gen dissoziative Symptome vom 1
9.
Mai 2020
-
Erstsymptomatik seit zirka 2014
-
nicht näher bezeichnete andauernde Persönlichkeitsänderung mit ver
meidend selbstunsicheren Zügen
(ICD-10 F62.9)
-
initial am 2
0.
November 2011 akute Belastungsreaktion (ICD-10 F43.0) und gemäss behandelnder Psychiaterin zu Beginn der Behandlung eine unfallbezogene posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), heute bis auf diskrete Restsymptomatik remittiert
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigk
eit nannte er die folgenden (S.
23
Ziff.
6.2):
-
Störungen des Sozialverhaltens bei vorhandenen sozialen Bindungen als Kind (ICD-10 F91.2)
-
Differentialdiagnose: Verhaltensweisen allenfalls durch den sozialen Kontext zu erklären
-
Status nach schädlichem Gebrauch von Alkohol nach der Flucht in die Schweiz (ICD-19 F10.1)
Er führte aus, beim Beschwerdeführer sei es vor dem 1
5.
Lebensjahr zu dissozialen Verhaltensweisen wie Schlägereien und Tierquälereien
gekommen. Diese Aspekte würden nach dem klinischen Interview für DSM-5 Persönlichkeitsstörungen die Kriterien einer dissozialen Persönlichkeitsstörung erfüllen. Diese Verhaltenswei
sen persistierten jedoch nicht mehr, sondern
seien
im Kontext einer Kindheit im Kriegs- und Fluchtkomp
lexen aufgetreten. Klinisch seien
die Kriterien
einer Per
sönlichkeitsstörung nicht erfüllt.
Die Verhaltensauffälligkeiten könn
t
en differen
zialdiagnostisch allenfalls als Störu
ng des Sozialverhaltens bei vor
handenen sozialen Bindungen als Kind in spezifischen sozialen Bedingungen
(
ICD-10 F91.2
)
un
tergeordnet werden. Es sei
allerdings fraglich, ob es sich hier wi
rklich um ein medizinisches Störungsbild hand
l
e
, oder ob soziale Faktoren hier das Verhalten erklär
t
en
(S. 23)
.
Der Beschwerdeführer
berichte in den eigenen Untersuchungen von kei
nen spe
zifischen
psychotraumatologischen
Symptomen. Er habe
unangenehme Erinne
rungen an die Kriegsereignisse und die Flucht. Diese h
ätt
en ihn nach der ersten Untersuchung auch aufgewühlt.
Er habe
jedoch keine belastenden Flashbacks oder Nachhallerinnerungen. Auch bezüglich des
Unfalles lä
gen primär unange
nehme Erinnerungen vor. Er sei aber immer wieder selber Auto gefahren und habe sich diesbezüglich nur bei Fahrten in der Nac
ht stark eingeschränkt gefühlt (S. 25 unten).
Klinisch liege
bei
m Beschwerdeführer
seit Dezember 2012 eine depressive Symp
tomatik vor, die zu Beginn noch
geringgradig
ausgeprägt
gewesen sei
. Seit
2014 werde
psychiatrisch in den Akten mehrmals eine mittelgradige depressive Symp
tomatik beschrieben. Er
sei
in diesem Rahmen vom
2.
bis 2
2.
Mai
2014 in statio
närer psychiatrischer Behandlung
gewesen
. Er
sei
auch in der aktuellen Untersu
chung depressiv verstimmt, zeige einen Interessen- und Freu
deverlust sowie einen verminderten Antrieb. Er habe teilweise schwere Suizidgedanken gehabt. Aktuell habe er ab und zu noch passive Sterbewünsche
. Das Konzentrationsver
mögen sei
in der Dauer eingeschränkt, was sich klinisch aktuell durch die
e
rhöhte Ermüdbarkeit nachvollziehen
lasse
. Er
sei
einerseits p
sychomotorisch gehemmt, verspüre
aber
gleichzeitig eine andauernde in
nere Unruhe. Schlafen könne er nur mit dem sedierenden Neurole
ptikum
Quetiapin
. Die Libido sei
red
uziert. Die Symptomatik tendiere
gegen ein schweres depressives Syndrom. Er
könne
aller
dings noch mit Einschränkungen die Kinder betreuen und bei le
ichten Haushalts
arbeiten mithel
fen
(S. 26)
.
Der Beschwerdeführer
habe
am 2
0.
November
2011 unverschuldet einen schwe
ren Verkehrsunfall
erlitten. Er habe
sich multiple Verletzungen an den oberen und unteren Extremitäten zu
gezogen. Er erinnere
sich in weiten Teilen an den Unfall. Die leichten Gedächtnislücken, die auch im Erfassungsbogen für HWS-Schleudertrauma dokumentiert
seien
, könn
t
en mit einer akuten Belastungsreak
tion im Kontext des Unfalles
(
ICD-10 F43.0
)
problemlos erklärt werden.
Seit 2014 erlebe
er teilweise auch seine Umgebung verändert. Eine dissoziative Störung
habe
sowohl klinisch wie auch mit dem Fragebogen für dissoziative Symptome objektiviert werden
können
. Sie
werde
auch von der behandelnden Psychiaterin bestätigt. Eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung lieg
e
nicht vor. Ebenso erg
ä
ben sich keine Hinweise für eine posttraumatische Belas
tungsstörung bezogen
auf die belas
tende Vorgeschichte. Die gemäss behandeln
der Psychiaterin i
nitial vorhandenen, auf den Ver
kehrsunfall bezogenen Symp
tome der
p
osttrau
matischen Belastungsstörung seien
weitgehend remittiert. Er
zeig
e
aber seit dem Unfall eine andauernde Persönlichkeitsänderung mit
vermei
denden, selbstunsicheren Zügen, die im SKID-5-PD (strukturiertes Interview für DSM-5 Persönlichkeits- Störungen)
hätten
objektiviert werden k
önnen
. Der
Beschwerdeführer
ha
be
keine Persönlichkeitsstörung, die sich in der frühen Kind
heit oder Jugend gebildet ha
be
. Die Symptome der selbstunsicheren und vermei
denden Verhaltensweisen in sozialen Interaktionen
hätten
sich zunehmend seit 2014
entwickelt und hätten
sich im Verlauf verfestigt. Aufgrund des primär somatischen Krankheitskonzeptes
des Beschwerdeführers könne
nach ICD-10 auch eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren gestellt wer
den. Es liege
ein seit Jahren
vorliegender
kontinuierlich belastender Schmerz in Armen und Bei
nen vor. Dieser könne
mit den somatischen Unfallfol
gen alleine nicht erklärt werden
(S. 27)
.
Eine spezifisch psychiatrische Behandlung finde seit 2013 statt. Im Mai 2014
sei der Beschwerdeführer
stationär psychiatrisch hospitalisiert
gewesen
. Es
seien
im Verlauf verschiedene
antidepressive Medikamente ein
gesetzt
worden
. Aktuell
sei
er mit dem Neuroleptikum
Quetiapin
und dem antidepressiven
Duloxetin
bezüg
lich des Störungsbildes medikamentös adäquat behandelt. Ei
ne Persönlichkeits
änderung lasse
sich medikamentös nicht beeinflussen. Es finde weiterhin eine psychotherapeutische psychiatrische Behandlung statt. Aufgrund des langen Ver
laufes
müsse
bei der Persönlichkeitsänderung von einem
chronifizierten
Zustand ausgegangen werden
(S. 29 oben)
.
Die Angaben in der Untersuchung, in den medizinischen Akten und den Akten
im Kontext des Asylantrages ergä
ben eine ähnliche Geschichte, mit unterschie
d
lichen Betonungen von verschie
denen Teilbereichen, die Kontext des langen zeit
lichen Zeitraumes von mehr als 20 Jahren, in
dem diese Dokumente erstellt wo
r
den
seien
, weitgehend nachvollzogen werden könn
ten. Der Beschwerdeführer berichtet
i
n den Untersuchungen offen
über
be
lastende
Erlebnisse. Er zeichne
ein differenziertes Bild seiner Biografie und seines Erlebens von verschiedenen Belastungsfaktoren. Eine bewusstseinsnahe Aggravation von Schmerzen
hätten
von Anfang an für
den Beschwerdeführer
aus medizinischer Sicht wenig Sinn
ergeben
. Er
sei
in den Unterlagen zu Beginn der Behandlung als mo
ti
vierter Patient beschrieben
worden, der versucht habe
, aktiv am Reintegrationsprozess te
ilzunehmen. Erst als er bemerkt habe
, dass seine früheren körperlichen Mög
lichkeiten nicht mehr vorhanden
seien
,
sei
es zu psychischen Reaktionen
gekom
men
. Die körperlichen Einschränkungen
seien
in den medizinis
ch
en Berichten aus somatischer Sicht bestätigt
worden
. Eine Wiederaufnähme der früheren Arbeits
tätigkeiten sei aus somatischer Sicht nicht möglich.
Zudem mü
ss
e
berücksichtigt werden, dass chronische Schmerzen das psychische Wohlbefinden beeinträchtig
t
en. Durch die schw
ierige soziale Situation hätten
die Verarmung und allenfalls
auch die Ausschaffung
gedroht
. In der jetzigen Situation
habe
seine Ehefrau die Rolle als Ernährerin der Familie übernehmen
müssen. Er habe
seinen, von ihm geschätzten Arbeitsplatz im geschützten Rahmen, den er von 2014-2019 besucht ha
be
, aufgegeben, damit seiner Ehefrau die Arbeitsaufnahme möglich
sei. Er ver
suche
, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für die Kinderbetreuung einzusetzen. Im Rahmen der Gesamtsituation mit langjähriger psychiatrischer Behandlung, chronische
r
Symptombelastung mit der Persönlichkeitsänderung, der Depression und den chronischen Schmerzen sowie dem psychischen Konflikt des nicht erfül
len Kö
nnens seiner sozialen Rolle seien
im Verlauf mit hoher Wahrscheinlichkeit bewusstseinsferne Bewältigungsstrategien anzunehmen
. Für die Leistungsfähig
keit stehe
zudem die Schmerzverarbeitungsproblematik im Hintergrund. Für die Sy
mptomatik ausschlaggebender seien
die Depression, die diss
oziative Störung und die Persön
lichkeitsänderung
(S. 29 f.)
.
Der Beschwerdeführer
habe
eine sehr gute sprachliche Integration
gezeigt. Es sei
ihm bis 2011
gelungen
,
im Arbeitspro
zess integriert zu sein. Es lä
gen gute Zeug
nisse vor.
Er habe
das Selbstbild eines motivierten und körperlich starken Arbei
ters
entwickelt.
Er
zeige
auch jetzt noch eingeschränkte Anpassungsleistungen, indem er Teilaufgaben in der Kinderbet
reuung und im Haushalt übernehme
. Dissoziale Verhaltensweisen in der Kindheit und seine Erfa
hrungen als Kinder
soldat hätten
in der Schweiz zu keinen sozialen Problemen
geführt
. Belastet
sei
er durch den chronischen Verlauf der psychischen
Erkrankungen und durch die kör
perlichen Einschränkungen
(S. 30 oben)
.
In der bisherigen Tätigkeit sei
er
gemäss den somatischen Berichten nicht mehr arbeitsfähig. Aus diesem Grund
sei
auch eine 27%ige S
uva
-Berentung
erfolgt
.
Es
erfolge deshalb eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht im Hinblick auf eine (somatisch) angepasste Tätigkeit.
Aktuell
sei
es
dem Beschwer
deführer
möglich, eine Grundbetreuung der Kinder während der 100
%igen
Arbeitstätigkeit seiner
Frau zu übernehmen. Es bestünden
hier qualitative Einschränkungen. Schwere Haushaltsarbeiten w
ü
rden von der Ehefrau übernom
men. Die Kinderbetreuung
sei
jedoch durch die depressive Symptomatik im Hin
blick auf die Konfliktbewältigung eingeschränkt. Ebenso
sei
die Belastbarkeit über einen längeren Zeitraum reduziert
(S. 30 unten)
.
Eine Tätigkeit, wie der Beschwerdeführer
sie im geschützten Rahmen zwischen Oktober 2014 und Ende 2019 mit einer zeitlichen Belastun
g bis 2.5 Stunden aus
geführt habe
,
sei
weiterhin möglich. Es m
ü
ss
e
berücksichtigt werden, dass er zum Teil für di
ese Tätigkeit auch gependelt sei
. Wenn der Arbeitsplatz
näher gelegen
wäre, wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit ein
höheres Zeitpensum möglich gewe
sen. Durch die Depression
sei
mit einer erhöhten Ermüdbarkeit zu rechnen. Er
h
abe durch die Persön
lichkeitsänderung mit starken selbstunsicheren Zügen Mühe, seine Bedürfn
isse durchzusetzen. Weiter komme
es immer wieder zu rele
vanten dissoziativen S
ymptomen, die die Planungsfähig
keit und die Konzentra
tion negativ beeinfluss
t
en.
Der Beschwerdeführer benötige
ein wohlwollendes und
supportives
Umfel
d. Er könnte wegen den dissozia
tiven Symptomen nicht über eine längere Zeit eine potentiell gef
ährliche Tätigkeit durchführen (S. 31
oben
).
Die Leistungsfähigkeit
des Beschwerdeführers
sei
sowohl qualitativ wie quantitativ deutlich eingeschränkt. In qualitativer Hinsicht
sei
aufgrund der Erfahrungen während den 5 Jahren im geschützten Arbeitsmarkt nicht dav
on auszugeh
en, dass ein Arbeitgeber im
1.
Arbeitsmarkt
den Beschwerdeführer
adäquat einsetzen k
önne
. Die Fehlerhäufigkeit
sei
durch die dissoziative Störung mit grosser
Wahrscheinlichkeit sehr hoch. Zudem
sei
der Pausenbedarf durch die erhöhte Ermüdbarkeit erhöht. Bei fehlendem durchgängig wohlwollenden und
supportiven
Umfeld
sei
mit einer schnellen Verschlechterung der depressiven Symptomatik zu rechnen. Durch die depressive Symptomatik
mit erhöhter Ermü
dbarkeit liege zudem eine maximale zeitlic
he Belastbarkeit an einem Arbeitsplatz bei 50
%
. Diese Einsatzfähigkeit beziehe
sich aktuell auf einen geschützten Arbeitsplatz
(S. 31 Mitte)
.
Im November 2013
sei
psychiatrisch eine 50
%i
ge Arbeitsunfähigkeit attestiert
worden
. Aufgrund
der psychiatrischen Berichte sei
diese Angabe nachvollziehbar. Seit der
Hospitalisation
vom
2.
bis 2
0.
Mai 2014 sei
die Arbeitsunfähigkeit im
1.
Arbeitsmarkt
aufgrund der Akten nachvollzieh
bar nicht mehr gegeben. Eine Teilarbeitsfähigkeit
sei
im geschützten Rahmen seit Oktober 2014 bis Ende 2019 umgesetzt
worden. Aktuell bewältige der Beschwerdeführer
im Haushalt ein Pen
sum, das in etwa dem
geschützten Arbeitsplatz zwischen Oktober
20
14 und Ende 2019 entspreche (S. 31 unten).
Aktuell k
önne
mit der Weiterführung der Medikation und der psychiatrischen Behandlung durch
Dr.
F._
mit einer Stabilisierung der Situation gere
chnet werden. Allenfalls bewirke
auch die neue soziale Situation durch die Arbeitsfä
higkeit der Ehefrau und die Ablösung von der Sozialhilfe eine V
erbesserung der Lebensqualität.
Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen im psychiatrischen Bereich
sei
nur noch eine theoretische Möglich
keit. Aufgrund des langjährigen Verlaufes
sei
nicht mehr mit einer diesbezügli
chen Verbesserung zu rechnen.
Der Beschwerdeführer sei
über eine lange Zeit adäquat psychiatrisch und
psychopharmakotherapeutisch
behandelt
worden
. Antidepressiv
seien
verschiedene Substanzen eingesetzt
worden
. Es
müsse
von einer mindestens teilweise vorhandenen Therapieresistenz, wie sie in etwa einem Fünftel der Fälle gesehen
werde
, ausgegangen werden
(S.
31 f.)
.
3.3
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD der Beschwerdegegnerin, nahm am 1
4.
September 2020 Stellung
zum Gutachten von
Dr.
E._
(
Urk.
77) und führte aus, die Kriterien nach ICD-10 F32.1 für eine mittelgradige depressive Episode seien formal erfüllt (S. 2). Mit Verweis auf die Leitlinien zur Behandlung von unipolaren Depressionen sei die bis dato durchgeführte psychopharmakologische Behandlung der mittelgradigen Depres
sion als unzureichend zu beurteilen. Hier sei aufgrund der
g
eklagten Schlafstö
rungen die Augmentation mit einem
Antipsychotikum
versucht worden. Trotz fehlender Besserung sei jedoch die Medikation beibehalten worden. Es seien noch eine Vielzahl an Behandlungsoptionen offen. Bei adäquater leitliniengerechter Behandlung sei eine Remission der mittelgradigen Depression zu erwarten (S. 3)
. Eine therapieresistente depressive Erkrankung sei nicht nachvollziehbar, es bestünden Zweifel an der durchgehenden medikamentösen Compliance (S. 4 oben).
Der Diagnose dissoziative Störungen, gemischt nach ICD-10 F44.7
,
könne anhand der bisherigen Unterlagen, der Anamnese, der
g
eklagten Beschwerden und anhand des psychopathologischen Befundes nicht gefolgt werden (S. 6).
Das Vorliegen einer selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung durch eine Persönlich
keitsänderung nach dem Unfall sei nicht nachvollziehbar. Die gezeigte Sympto
matik decke sich nicht mit den Ergebnissen des Persönlichkeitsscreening-Frage
bogens (S. 8). Eine Schmerzstörung nach ICD-10 F45.41 sei nicht ausgewiesen. Im Gutachten
s
ei nicht dargelegt worden, dass psychische Faktoren für die Schmerzen hinsichtlich Schweregrad, Exazerbation und Aufrechterhaltung eine Rolle spielen würden, oder dass aufgrund psychischer Beschwerden als Folge Schmerzen aufträten und ob Aggravation oder Simulation einen Einfluss hätten (S. 9).
Dass als Kind beim Beschwerdeführer die allgemeinen Kriterien für Stö
rungen des So
zialverhaltens nach ICD-10 F91
erfüllt gewesen seien, werde im Gutachten nicht begründet oder belegt. Es bestehe bis auf die positiv angekreuz
ten Antworten im Fragebogen kein Anhalt für die Diagnose. Der Diagnose ICD-10 F91.2 könne nicht gefolgt werden. Der Beschwerdeführer sei in der Lage, seine 4, 8 und 10 Jahre alten Söhne werktäglich von 7-17.45 Uhr zu beaufsichtigen und zu versorgen. Diese anspruchsvolle Tätigkeit setze psychische Fähigkeiten und Leistungsfähigkeit voraus, die für eine berufliche Tätigkeit im ersten Arbeits
markt laut Gutachten ausgeschlossen würden. Der Widerspruch sei durch «gewisse Grundbetreuung der Kinder» und qualitative Einschränkungen nicht ausreichend nachvollziehbar. Auf das Gutachten der
D._
könne nicht abgestellt werden (S. 10).
4.
4.1
Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Pra
xis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist
oder
wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine solche vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/
aa
).
4.2
Vorliegend besteht kein
Grund, um vom Gutachten von
Dr.
E._
,
D._
,
abzuweichen
.
Dessen
psychiatrische
Oberexpertise vom August 2020
entspricht sämtlichen Anforderungen an den Beweiswert einer
Ex
pertise (vgl. vorstehend E.
1
.5
und 4.1
).
Sie
ist umfas
send und vermag zu überzeugen,
weshalb darauf abzu
stellen ist.
Dr.
E._
nahm i
m Gutachten auch zum
psychiatrischen
Gutach
ten
von Dr. med.
A._
vom
3
1.
Juli 2018 (
Urk.
18)
mit dem neuropsychologi
schen
Teilgutachten
von
lic
. phil.
C._
vom
5.
April 2018 (
Urk.
19)
und der ergänzenden
Stellungnahme
von Dr.
A._
vom 2
2.
September 2018 (
Urk.
23)
Stellung
. Er führte
unter anderem aus, dass
Dr.
A._
die Diagnose einer anhal
tenden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung durch wiederholte Bedro
hung des Lebens im Kindes- und Jugendalter sowie Folter im Jugendalter (ICD-10 F62.9) gestellt habe. Sie habe dafür die biografischen Angaben des Beschwer
deführers berücksichtigt, ohne sein subjektives Erleben bezüglich dieser Zeit zu würdigen. So werde erwähnt, dass der Beschwerdeführer zwar stets unangenehme Erinnerungen an den Krieg gehabt habe, Flashbacks im eigentlichen Sinne seien jedoch auf explizite Nachfrage verneint worden. Der Beschwerdeführer habe zudem in der Begutachtung bei
Dr.
A._
während 14 Minuten ein Video über kriegerische Handlungen im Norden Iraks geschaut, ohne Zeichen von Anspan
nung oder Angst (
Urk.
68
S. 36 unten). In der Diskussion der Diagnose werde darauf nicht Bezug genommen. Es würden dann Symptome der andauernden Per
sönlichkeitsänderung zitiert, die sich in de
n Befunden nicht finden liessen (S. 37 oben). Die Diagnose sei nicht korrekt hergeleitet worden
und d
ie Diagnosestellung widerspreche den erhobenen anamnestischen Angaben und Befunden (S. 39).
Aufgrund der Akten und der eigenen Untersuchung könne die Diagnose einer anhaltenden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung bezogen auf die Kriegsereignisse nicht gestellt werden (S. 37 oben).
Dr.
E._
hielt fest, bezüg
lich der belastenden Ereignisse vor der Flucht in die Schweiz erzähle der Beschwerdeführer von belastenden Erinnerungen. Spezifische Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung oder einer andauernden Persönlichkeitsän
derung nach Extrembelastung fänden sich nicht. Eine posttraumatische Belas
tungsstörung könne höchstens im Kontext des Unfalls von November 2011 diskutiert werden.
Hier müsse auf die anamnestischen Angaben der behandelnden Psychiaterin
Dr.
F._
abgestützt werden. Die spezifische Symptomatik einer posttraumatischen Belastungsstörung
sei zu
m
Untersuchungszeitpunkt jedenfalls weitgehend remittiert (S. 33).
Indessen habe
eine dissoziative Störung sowohl kli
nisch wie auch mit dem Fragebogen für dissoziative Symptome objektiviert wer
den können. Sie werde zudem von der behandelnden Psychiaterin bestätigt.
Dr.
E._
zeigte auf, dass seit dem Unfall eine andauernde Persönlichkeitsän
derung mit vermeidenden, selbstunsicheren Zügen habe objektiviert werden kön
nen. Der Beschwerdeführer habe keine Persönlichkeitsstörung, die sich in der frühen Kindheit oder Jugend gebildet habe. Die Symptome und vermeidenden Verhaltensweisen in sozialen Interaktionen hätten sich zunehmend seit 2014 ent
wickelt und im Verlauf verfestigt
(S. 27)
.
W
eiter führte
Dr.
E._
aus, dass die im Beschluss des Gerichts vom 2
7.
Juni 2019 (vgl.
Urk.
40) erwähnten Kritikpunkte
aus klinischer Sicht nachvollzogen werden könnten.
So sei eine Persönlichkeitsdiagnostik nicht durchgeführt wor
den. Ebenfalls sei der Verdacht auf Aggravation in der neuropsychologischen Untersuchung nicht dialektisch diskutiert und einseitig bezüglich der Möglichkeit einer Aggravation gewertet worden. Auch die realen Erfahrungen aus dem lang
jährigen Arbeitseinsatz im geschützten Rahmen sei nicht diskutiert und gewür
digt worden
(S. 39)
.
Dr.
A._
habe im Gutachten dokumentiert, dass der Beschwerdeführer körperliche Schmerzen habe, die teilweise auch sehr heftig seien. Weiter sei die Einnahme von Schmerzmedikamenten dokumentiert.
Dr.
A._
habe auch auf die neuropsychologische Untersuchung referenziert, in der Verdeutlichungsverhalten beschrieben worden sei. Schliesslich habe sie fest
gehalten, dass der Beschwerdeführer somatisch begründete Schmerzquellen habe und der Schmerz zudem nicht dauernd quälend sei
(S. 34)
.
Dr.
E._
hielt diesbezüglich fest, dass d
ie Diagnose der Schmerzstörung insbesondere im Kontext des Längsschnitts-Verlaufs nur mit Einschränkungen zu diskutieren
sei
. Es habe Phasen gegeben, in denen die Schmerzen in vielen Situationen im Vorder
grund gestanden seien. Auf der anderen Seite seien auch andere
psychische Prob
leme wie
psychotraumatologische
Symptome (unfallbezogen) und depressive Symptome im Raum gestanden, die vom Beschwerdeführer ebenfalls einschrän
kend wahrgenommen worden seien.
Es müsse dabei auch berücksichtigt werden, dass die Schmerzverarbeitung durch psychiatrische Komorbidität mitmoduliert werde.
Die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sei in die Diagnoseliste aufgenommen worden, weil sie auf der Verhaltensebene zu Einschränkungen führe. Insbesondere zu Beginn des Verlaufs sei diese Störung in den Jahren 2011 und 2012 auch ohne klinisch diagnostizierte psychiatrische Begleiterkrankung aufgetreten. Für die Leistungs
einschränkung stehe diese Diagnose jedoch im Hintergrund (S. 34).
Dr.
E._
legte nachvollziehbar dar, dass beim Beschwerdeführer klinisch seit Dezember 2012 eine depressive Symptomatik vorliege, die zu Beginn noch
geringgradig
ausgeprägt gewesen sei. Seit 2014 werde psychiatrisch in den Akten mehrmals eine mittelgradige depressive Symptomatik beschrieben, in de
r
en Rah
men der Beschwerdeführer vom
2.
bis 2
2.
Mai 2014 auch in stationärer psychi
atrischer Behandlung gewesen sei.
In der aktuellen Untersuchung sei er depressiv verstimmt, zeige einen Interessen- und Freudeverlust sowie einen verminderten Antrieb. Das Konzentrationsvermögen sei in der Dauer eingeschränkt, was sich klinisch aktuell durch die erhöhte Ermüdbarkeit nachvollziehen lasse. Er sei psychomotorisch gehemmt, verspüre aber gleichzeitig eine andauernde innere
Unruhe. Die Symptomatik tendiere gegen ein schweres depressives Syndrom (S.
26).
Damit ist gestützt auf das Gutachten
von
Dr.
E._
davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer hauptsächlich
an einer chronischen depressiven Sympto
matik sowie an einer sonstigen Reaktion auf schwere Belastung nach Verkehrs
unfall
vom
2
0.
November 2011 und schwieriger Kindheit und Jugend mit Gewalterfahrung und Flucht leidet (vgl. S. 22 f.).
Dr.
E._
beurteilte die ab November 2013 attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit als nachvollziehbar und attestierte
dem Beschwerdeführer
seit der
Hospitalisation
im Mai 2014 eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit im
1.
Arbeitsmarkt
(S. 31)
.
4.3
Im Rahmen der Beweiswürdigung ist von der Rechtsanwendung zu prüfen, ob bei der medizinischen Einschätzung ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksich
tigt wurden und ob die Zumutbarkeitsbeurteilung auf einer objektivierten Grund
lage erfolgte; es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Mass
gabe des strukturierten Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizi
nisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen (BGE 141 V 281 E. 6).
Neben den durch die Rechtsanwendung zu prüfenden allgemeinen beweisrechtli
chen Vorgaben an ein Gutachten ergibt sich aus BGE 141 V 281, dass die medi
zinische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung der Frage ist, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann. Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit haben sich sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsanwendung bei ihrer Einschätzung des Leistungsver
mögens an den normativen Vorgaben zu orientieren; die Gutachter im Idealfall gemäss der entsprechend formulierten Fragestellung. Die Rechtsanwendung prüft die medizinischen Angaben frei insbesondere daraufhin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen. Im Rahmen der Beweiswür
digung obliegt es der Rechtsanwendung, zu überprüfen, ob ausschliesslich funk
tionelle Ausfälle bei der medizinischen Einschätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbarkeitsbeurteilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte. Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des struktu
rierten Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen. Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Ein
schränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeits
unfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt (BGE 144 V 50 E. 4.3).
4.4
Im Gutachten vom 1
0.
August 2020 (
Urk.
68) setzte sich der psychiatrische Gut
achter
Dr.
E._
eingehe
nd mit den Standardindikatoren auseinander.
Eine schlüssige Prüfung der massgebenden Standardindikatoren ist gestützt auf
dessen
Gutachten möglich. Weitere medizinische Abklärungen sind dement
sprechend nicht angezeigt.
Hinsichtlich der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde wurde ausgeführt, dass die mittelschwere depressive Symptomatik zu einer deutlich erhöhten Ermü
dbarkeit und verringerten Belastbarkeit führe. Die andauernde Persönlichkeitsän
derung mit selbstunsicheren Zügen schränke die Durchsetzungsfähigkeit und die Fähigkeit ein, zu sich selber zu sorgen (S. 37
; vgl. auch S. 28 f.)
.
Zum zweiten Indikator („Behandlungserfolg oder -resistenz") ergibt sich au
s dem Gutachten, dass der
Beschwerdeführer seit 201
3 in einer stabilen psychiatrischen psychot
herapeutischen Behandlung stehe
und langjährig
psychopharmakothera
peutisch
behandelt werde
(S. 37)
.
Aktuell könne mit der Weiterführung der Medikation und der psychiatrischen Behandlung durch
Dr.
F._
mit einer Sta
bilisierung der Situation gerechnet werden. Eine Verbesserung der Arbeitsfähig
keit durch medizinische Massnahmen im psychiatrischen Bereich sei nur noch eine theoretische Möglichkeit. Aufgrund der langjährigen Verlaufs sei kaum mehr mit einer relevanten diesbezüglichen Verbesserung zu rechnen.
Der Beschwerde
führer sei über eine lange Zeit adäquat psychiatrisch und
psychopharmakothera
peutisch
behandelt worden. Antidepressiv seien verschiedene Substanzen einge
setzt worden. Es müsse von einer mindestens teilweise vorhandenen Therapiere
sistenz ausgegangen werden (S. 40).
Die Mitwirkung im psychiatrischen Thera
pieprozess werde als
compliant
beschrieben (S. 37).
Es wurde festgehalten, dass insbesondere das Schmerzerleben durch die chroni
sche Depression relevant mitmoduliert werde. Die somatischen Einschränkungen hätten das Selbstbild und das Selbstwertgefühl des Beschwerdeführers beein
trächtigt (S. 37).
Bezüglich Persönlichkeit wurde ausgeführt,
dass die Kriterien einer antisozialen Persönlichkeit erfüllt seien, wobei diese Verhaltensweisen mit hoher Wahrschein
lichkeit eher im sozialen Kontext zu verstehen und nicht als Persönlichkeitsstö
rung zu diagnostizieren seien (S. 20 oben).
Seit dem Unfall vermeide der Beschwerdeführer Tätigkeiten aus Angst vor Kritik. Er sei stark davon eingenom
men, in sozialen Situationen kritisiert und abgelehnt zu werden. Aufgrund der eigenen Gefühle von Unzulässigkeit sei er in zwischenmenschlichen Situationen gehemmt. Die selbstunsicheren Persönlichkeitszüge hätten nicht in der Pubertät begonnen. Sie könnten jedoch als Persönlichkei
tsänderung beurteilt werden (S.
20 unten).
Betreffend den sozialen Kontext ist festzuhalten,
dass sich der Beschwerdeführer sprachlich gut integriert habe. Er stehe in einem Alter, das eine berufliche Integration nicht für sich gesehen behindere. Der soziale Druck durch die Abhän
gigkeit vom Sozialamt und die drohende Ausschaffung habe dazu geführt, dass
er eine Anpassungsleistung bezüglich familiärer Neuorganisation geleistet habe
(S. 38)
.
In der jetzigen Situation habe seine Ehefrau die Rolle als Ernährerin der Familie übernehmen müssen. Er habe seinen von ihm geschätzten Arbeitsplatz im geschützten Rahmen, den er von 2014 bis 2019 besucht habe, aufgeben müs
sen, damit seiner Ehefrau die Arbeitsaufnahme möglich sei. Er versuche, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für die Kinderbetreuung einzusetzen (S. 29).
Zu prüfen bleibt der Aspekt der Konsistenz.
Im Gutachten
von
Dr.
E._
wurde ausgeführt, dass
eine bewusstseinsnahe Aggravation von Schmerzen von Anfang an aus medizinischer Sicht keinen Sinn ergeben habe. Der Beschwerdeführer sei zu Beginn der Behandlung als motivierter Patient beschrieben worden, der versucht habe, aktiv am Reintegrationsprozess teilzunehmen
(S. 38)
.
Im Rahmen der Gesamtsituation mit langjähriger psychiatrischer Behandlung, chronischer Symptombelastung mit der Persönlichkeitsänderung, der Depression und den chronischen Schmerzen sowie dem psychischen Konflikt des nicht erfüllen Kön
nens seiner sozialen Rolle, seien im Verlauf mit hoher Wahrscheinlichkeit bewusstseinsferne Bewältigungsstrategien anzunehmen (S.
29, S.
39).
Die Anga
ben in der Untersuchung, in den medizinischen Akten und den Akten im Kontext des Asylantrages ergäben eine ähnliche Geschichte
, mit unterschiedlichen Beto
nungen von verschiedenen Teilbereichen, die Kontext des langen zeitlichen Zeit
raumes von mehr als 20 Jahren, in dem diese Dokumente erstellt worden seien, weitgehend nachvollzogen werden könnten
(S. 29)
.
Es liege eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen vor (S. 38).
Die von der Rechtsanwendun
g zu prüfende Frage, ob sich der
Gutachter an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsver
mögen in Berücksichtigung der einschlägige
n Indikatoren eingeschätzt hat
(BGE
141 V 281 E. 5.2.2), ist demnach klar zu bejahen. Die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grund
lage lassen sich anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider
spruchsfrei mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit nachweisen.
4.5
Die abschliessende Würdigung des Beschwerdebildes anhand der Standardindi
ka
toren ergibt, dass
für die Zeit ab
November 2013
auf die Einschätzung der Arbeits
fähigkeit, wie sie sich aus dem
D._
-
Gutachten
von
Dr.
E._
ergibt,
abgestellt werden kann.
Entsprechend besteht
in
einer somatisch angepassten Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht ab November 2013 eine 50%ige Arbeitsunfä
higkeit und ab Mai 2014 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit im
1.
Arbeitsmarkt
beziehungsweise eine 50%ige Arbeitsfähigkeit im geschützten Rahmen
(S. 39).
4.6
Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf
nicht von realitätsfremden Einsatzmöglic
hkeiten ausgegangen werden. Ins
be
son
dere kann von einer Arbeitsgelegenheit dort nicht gesprochen werden, wo die
zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter For
m möglich ist, dass sie der aus
geglichene Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG) praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen
Arbeit
gebers
möglich wäre und das Finden einer entspre
chenden Stelle deshalb zum Vorn
herein als ausgeschlossen erscheint. Ferner
beinhaltet der Begriff des ausge
glichenen Arbeitsmarktes nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem
An
gebot und der Nachfrage nach Stellen, sonder
n bezeichnet auch einen Arbeits
markt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger
Stellen offen
hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verl
angten beruflichen und intellek
tuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperliche
n Ein
sat
zes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invali
de Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit
zu verwerten und ob sie ein
ren
tenausschliessendes
Einkommen zu
erzielen vermag oder nicht. We
der gestützt auf die Pflicht zur Selbsteingliede
rung noch im Rahmen der der ver
si
cherten Person auf einem ausgeglichenen A
rbeitsmarkt offenstehenden Mög
lich
keiten zur Verwertung ihrer Resterwe
rbsfähigkeit dürfen von ihr Vor
kehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung
der gesamten objektiven und subjek
ti
ven Gegebenheiten des Einzelfalles
nicht zumutbar sind. Für die Invali
ditätsbe
messung ist nicht darauf abzustellen,
ob ein Invalider unter den konkre
ten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob er die ihm verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn
die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an
Arbeitskräften ent
sprechen wür
den (Urteil des Bundesgerichts I 45/06 vom 5
. März 2007 E. 4.2.3 mit Hinwei
sen
).
Die beim Beschwerdeführer bestehenden
Einschränkungen
erweisen sich als derart erheb
lich, dass es als ausgeschlossen erscheint, dass
er die ihm verblei
bende Arbeits
kraft
(von 50
%
im geschützten Rahmen)
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch wirtschaftlich nut
zen kann. Auch
wenn der
ausgeglichene Arbeitsmarkt (
Art. 16 ATSG) einen Fächer ver
schiedenartiger Stellen, insbesondere auch sogenannte Nischenarbeits
plätze, also Stellen
und Arbeitsangebote, bei wel
chen Behinderte
mit einem sozialen Entgegen
kommen von Seiten des Arbeitge
bers rechnen können, umfasst (Urteil des Bundesgerichtes 9C_95/2007 vom 29. August 2007 E. 4.3 mit Hinweisen), darf dennoch nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Im Falle des Beschwerdeführers wäre eine Tätig
keit jedoch nur unter nicht rea
l
is
tischem Entgegenkommen eines durch
schnittlichen Arbeitgebers möglich, da in
sämtlichen Bereichen (Instruktion,
Arbeitsumfeld,
Arbeitsinhalt, Arbeitszeit, Person des Vorgesetzten und der Team
mitglieder
) ein Entgegenkommen Voraussetzung wäre. Das Finden einer entspre
chenden Stelle erscheint deshalb
zum Vornherein als ausgeschlossen.
Damit ergibt sich, dass die gesundheitl
ichen Einschränkungen es dem Be
schwer
d
eführer verunmöglichen, seine Restarbeitsfähigkei
t auf dem allgemeinen Arbeits
markt zu verwerten. Ist aber seine Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich nicht verwertbar, liegt eine vollständige Er
werbsunfähigkeit vor, welche An
spruch auf eine ganze Invalidenrente begründet.
4.
7
Die E
inwände der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
76-77)
sind
unbehelflich
und ver
mögen die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch den G
erichtsg
utachter Dr.
E._
nicht umzustossen
(vgl. hierzu auch vorstehend E. 4.1)
.
Bezüglich der Kritik an den Ergebnissen des durch den Gutachter durchgeführten Selbstbe
urteilungsfragebogen FDS bleibt anzumerken, dass
für die verlässliche Beurtei
lung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen
sind
(BGE 130 V 352 E. 2.2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.4). Wichtigste Grundlage gutachterlicher Schlussfolgerungen bildet – gegebenenfalls neben standardisierten Tests – die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhal
tensbeobachtung (Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2 mit Hinweis). Bezüglich der Wahl der Untersuchungsmethoden kommt der Expertin oder dem Experten ein weiter Ermessensspielraum zu, und es ist nicht zwingend notwendig, dass fremdanamnestische Angaben eingeholt oder Zusatzuntersuchungen angeordnet werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 und 9C_275/2014 vom 21. August 2014 E. 3).
Die Untersuchungsmethoden von
Dr.
E._
sind demnach nicht zu beanstanden.
Der Einwand der Beschwerdegegnerin, wonach die Betreuung der Kinder eine
anspruchsvolle Tätigkeit darstelle, welche psychische Fähigkeiten und Leistungs
fähigkeit voraussetze, die für eine berufliche Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt laut Gutachten ausgeschlossen würden, vermag nicht zu überzeugen. So nahm der Gutachter
Dr.
E._
ausdrücklich Stellung zu
den Tätigkeiten des Beschwer
deführers als Vater und im Haushalt und führte aus, er versuche sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für die Kinderbetreuung einzusetzen (S. 39 oben).
Aktuell bewältige der Beschwerdeführer im Haushalt ein Pensum, das in etwa dem geschützten Arbeitsplatz zwischen Oktober 20
14 und Ende 2019 entspreche
(S.
31, S.
36).
Durch die depressive Symptomatik mit erhöhter Ermüdbarkeit liege
diese maximale zeitl
iche Belastbarkeit bei zirka 50
% im geschützten Bereich (S.
31).
Insgesamt liegen mit den Vorbringen der IV-Stelle keine zwingenden Gründe vor, um von der Oberexpertise von
Dr.
E._
abzuweichen.
Insbesondere ist dessen Gutachten weder widersprüchlich
noch liegt mit der Einschätzung von
Dr.
G._
vom RAD
beziehungsweise deren Kritik an der Diagnosestellung und dem Hinweis auf die fehlende Therapieresistenz
(vgl. vorstehend E. 3.3) eine Meinungsäusserung vor, die als triftig genug erscheint, um die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen
(vgl. vorstehend E. 4.1).
5.
5.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen
der attestierten 50%igen Arbeitsunfähigkeit von November
2013 bis Mai 2014
vorzunehmen, wo
bei der Beschwerdeführer
unbestrittenermassen als zu 100 % Erwerbstätige
r
zu qua
lifizieren ist. Somit ist ein Einkommensvergleich nach Art. 16 ATSG in Ver
bin
dung mit Art. 28a Abs. 1 IVG vorzunehmen.
Dazu wird das Erwerbsein
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und
nach Durch
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung ge
setzt zum Erwerbseinkom
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Vali
deneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbs
ein
kommen ziffernmässig mög
lichst genau er
mittelt und einander gegenüber
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommens
differenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Ein
kommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens
ent
wicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden
wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hin
weis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versi
cherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität
nicht mehr
ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom
Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruktur
er
heb
u
ng (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundes
gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Ar
beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tat
sächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 135
V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
).
5.
4
Das Bundesgericht hat im Urteil 8C_494/2014 vom 1
1.
Dezember 2014 im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren des Beschwerdeführers die Vergleichs
einkommen eruiert, auf welche vorliegend abzustellen ist.
Der Beschwerdeführer würde als Gesunder nach Angaben des vormaligen Arbeitsgebers
Fr.
55'000.-- zusätzlich
Fr.
7'866.-- für Überstundenarbeit, insge
samt also
Fr.
62'866.—
verdienen können
(Urteil 8C_494/2014 E. 5.1)
.
Das Invalideneinkommen setzte das Bundesgericht unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 15 Prozent
bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
auf
Fr.
45'994.-- fest (
Urteil 8C_494/2014
E. 5.8).
Diese Einkommen sind nicht zu beanstanden und es kann darauf abgestellt wer
den.
D
er Vergleich des
Validenein
kommens
von Fr.
62
‘
966
.-- mit dem Invalidenein
kommen von
Fr.
22'997.-- bei einer 50%igen Arbeitsfähigkeit
ergibt
eine Ein
kommenseinbusse von Fr.
39
‘
969
.-- und damit einen Invaliditätsgrad von
rund 63 %.
Som
it hat der Beschwerdeführer
mit Wirkung ab 1.
November
2013 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und ab
August 2014
(
Mai 2014
zuzüglich 3 Monate, vgl.
Art.
88a
Abs.
2 IVV)
Anspruch auf eine gante Rente
(vgl. vorstehend E. 4.5)
der Invalidenversicherung. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
6.
6.1
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr. 1’0
00.-- fest
zusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Beschwerdegegnerin zu ver
pflichten, de
m
Beschwerdeführer eine angemessene Prozessentschädigung aus
zurichten (
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Unter Berück
sichtigung der Bedeutung der Streitsache und
der Schwierigkeit des Prozesses
wird diese beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwert
steuer) auf
Fr. 5
‘
600
.
--
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer
)
festgelegt.
6.3
Die Beschwerdegegnerin ist zu verpflichten, dem Gericht die Kosten für das ein
geholte Gutachten
von
Dr.
E._
,
D._
,
in der Höhe von
Fr.
6'
824.80
(Urk.
73
) zu erstatten (vgl. BGE 143 V 269).