Decision ID: e2f3261d-ee48-5a3d-88c7-62383d2a7003
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1976, war seit dem 1. Juli 2010 bei der Firma
Y._
angestellt (Urk. 8/
1 Ziff. 1 und 3) und damit bei der Schweizerischen
Un
fall
versicherungsanstalt
(nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 22. August 2011 während einer Gerüstdemontage zu Boden stürzte und sich dabei Verletzungen am rechten Knie zuzog (Urk. 8/1 Ziff. 4, 6 und 9).
Am
4. September 2013 teilte die Suva dem Versicherten mit, der Fall werde per Ende September 2013 abgeschlossen und die Rentenprüfung vorgenommen (Urk.
8
/132).
In der Folge verneinte die Suva mit Verfügung vom 3. Dezember 2013 sowohl eine erhebliche Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit
als auch eine erhebliche Schädigung der Integrität und damit einen Anspruch auf
Inte
gritätsentschädigung
oder Rente (Urk. 8/148). Die dagegen am 10. Dezember 2013 erhobene sowie am 20. Januar 2014 ergänzend begründete Einsprache (Urk. 8/150, Urk. 8/155) hiess die Suva mit
Einspracheentscheid
vom 22. Mai 2014 teilweise gut und sprach dem Versicherten eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 5 % zu (Urk. 8/161 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 22. Mai 2014 (Urk. 2) erhob der Versi
cherte am 20. Juni 2014 Beschwerde und beantragte, dieser sei aufzuheben und es sei
ihm
ab
dem 1. November 2013 eine angemessene Rente aus einem korrekten Vergleich zwischen Validen- und Invalideneinkommen zuzusprechen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 18. Juli 2014 schloss die Suva auf
Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 7), was dem Versicherten am
5.
September 2014
mitgeteilt wurde (Urk. 9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei
Berufs
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs.
1). Der
Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind,
in die Versicherung einbeziehen (Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (Abs.
3).
1.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
1.3
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art.
8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
,
ATSG), so hat sie gemäss Art.
18 Abs.
1 UVG Anspruch auf eine Invali
denrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art.
8 ATSG). Für die Bestimmung des
Inva
liditätsgrades
wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art.
16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
Nach Art.
18 Abs.
2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung des
Invaliditäts
grades
in Sonderfällen. Er kann dabei auch von Art.
16 ATSG abweichen.
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Im angefoch
tenen
Einspracheentscheid
vom 22
.
Mai
2014 (Urk. 2)
setzte die Beschwerdegegnerin den Zeitpunkt des Fallabschlusses auf den 30. September 2013 fest. Im Weiteren
verneinte
sie
einen Rentenanspruch und stützte sich da
bei auf die Zumutbarkeitsprofile
des Kreisarztes
Dr.
med.
Z._
sowie
der Ärzte
der
A._
(S. 6)
.
Für die Durchführung
des
Einkommensver
gleiches
stützte sie sich auf das mittels Lohnangaben aus der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) ermittelte Invalideneinkommen (S.
6
lit
. b) sowie die Angaben der
ehemaligen Arbeitgeberin. Dabei ergab sich ein
rentenaus
schliessender
Invaliditätsgrad von 7.75 % (S. 7
lit
. c).
Im Übrigen sprach die Beschwerdegegnerin gestützt auf den kreisärztlichen Bericht vom
6. Mai
201
4
aufgrund einer Integritätseinbusse von 5 % eine Integritätsentschädigung zu (S. 8 f.
lit
. b und c).
Im Rahmen der Beschwerdeantwort vom 18. Juli 2014 (Urk. 7)
machte die
Be
schwerdegegnerin
ergänzen
d
geltend,
der Beschwerdeführer vermische in un
zu
lässiger Weise die Berechnung des
Valideneinkommens
mit dem versicherten Verdienst. Bemessungsgrundlage für den vorliegend nicht angefochtenen versi
cherten Verdienst sei das Einkommen im Jahr vor dem Unfall. Für die Berech
nung des
Valideneinkommens
sei hingegen vom mutmasslichen Verdienst ohne Unfall im Zeitpunkt des Fallabschlusses auszugehen. Gemäss den Angaben des Arbeitgebers habe dieser im Jahre 2013 unter Berücksichtigung des 13. Monats
lohnes Fr. 64‘988.25 betragen (S. 3 Ziff. 6.1.1).
Bezüglich der
Ein
kommens
be
rechnung
nach DAP sei festzuhalten, dass d
as Bundesgericht
dieses Verfahren erst kürzlich als gesetzeskonform beurteilt habe (S. 3 Ziff. 6.1.2.1). Der Vorwurf, es sei von einem zu hohen Invalideneinkommen ausgegangen worden, sei ver
fehlt, da der verwendete Invalidenlohn wesentlich tiefer liege sowohl als der Durchschnittslohn aller 209 DAP als auch der Durchschnittslohn unter Ausblen
dung der zehn beziehungsweise zwanzig tiefsten und höchsten Löhne (S. 4 Mitte). Aus dem beruflichen Abklärungsbericht gehe zudem klar hervor, dass es dem Beschwerdeführer an der Motivation gefehlt habe und die Sprach
kenn
t
nisse ungenügend gewesen seien (S. 4 Ziff. 6.1.2.2). Die
s
seien je
doch
unfall
fremde
Gründe, welche bei der Bestimmung des
Invalideneinkom
mens
nicht berücksichtigt werden dürften (S. 5 oben).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, er habe seit seiner Ein
reise in die Schweiz am 15. Juni 2006 bei verschiedenen Firmen als Gerüstbauer gearbeitet
(Urk. 1 S. 4 Ziff. 6.2)
und im Jahre 2010 einen AHV-pflichtigen Lohn von Fr. 70‘514.-- erzielt
. Entgegen der Behauptungen der Beschwerdegegnerin sei die AHV auch für die Spesen abgerechnet worden (S. 8
lit
. c). Nachdem sich der Unfall am 22. August 2011 ereignet habe, sei der Lohn bis Ende März 2013 für die Berechnung des
Valideneinkommens
nicht relevant (S. 8
lit
. d). Das
Va
lideneinkommen
sei weiter der Reallohnentwicklung anzupassen (S. 8
lit
. e). Insgesamt sei von einem
Valideneinkommen
in der Höhe von Fr. 72‘291.40 auszugehen (S. 9 oben).
Bei der Berechnung des Invalideneinkommens sodann habe die Beschwerdegegnerin insgesamt 209 DAP-Löhne berücksichtigt, wobei der tiefste Durchschnittslohn Fr. 8‘450.-- und der höchste Durchschnittslohn
Fr. 113‘991.-- betragen habe (S. 10
lit
. c)
. Bei einer Lohnbreite von Fr. 105‘541.--
seien der Willkür keine Grenzen gesetzt (S. 11
lit
. f). Unter den 209 aufge
führten DAP-Löhnen finde man Berufe wie Bankangestellter, kaufmännischer Angestellter, Elektromonteur, Arztsekretär, Logistiker, Monteur etc. Für alle diese Berufe brauche es eine Lehre, die er jedoch nie abgeschlossen habe (S. 11
lit
. g). Berücksichtige man von den 209 DAP-Löhnen bloss die aufge
lis
teten tatsächlichen Hilfsarbeiterstellen, so betrage der durchschnittliche
Jahres
lohn
Fr. 56‘994.2
0.
Dies würde selbst bei Annahme des zu tiefen
Validen
einkommens
gemäss
Einspracheentscheid
noch einen Rentenanspruch von 12 %
begründen (S. 11
lit
. h).
Die berufliche Grundabklärung in der
A._
habe ge
zeigt, dass er sich im handwerklichen Bereich nicht besonders geschickt an
stelle, er zeitweise unsorgfältig arbeite und sich nicht ausdauernd konzen
trieren könne (S. 12 f. Ziff. 7.2.2.a). Keine der fünf vorgeschlagenen Stellen seien dem
nach zumutbar (S. 14
lit
. g).
Das Invalideneinkommen müsse vielmehr mittels
der
Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schwei
zeri
schen Lohnstrukturerhebung (LSE)
ermittelt werden, was für das Jahr 2013 ein Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 63‘420.75 ergebe (S. 15 Ziff. 7.3.a-b). Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände rechtfertige sich sodann ein leidensbedingter Abzug von mindestens 15 % (S. 16
lit
. c). Ins
ge
samt betrage der Invaliditätsgrad 25 % (S. 16 Ziff. 7.5.a).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach die Berechnung des Invaliditätsgrades.
Nicht konkret und substantiiert
(vgl. Urk.
1)
bestritten sowie aufgrund der
diesbe
züg
lich übereinstimmenden
Akten auch ausgewie
sen ist
di
e 100%
ige
Arbeits
fähig
keit des Beschwerdeführers in einer
leidensange
passten
Tätigkeit
(Urk.
8/107
S.
1, Urk. 8/129 S.
6; vgl. unten E. 3).
3.
Gemäss der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung durch
Dr.
med. univ.
Z._
,
Arzt für Allgemeinmedizin,
vom 28. August 2013
(Urk. 8/129)
bestehen beim
Beschwerdeführer
nach wie vor belastungsabhängige Schmerzen im rechten Kniegelenk
bei Status
post
arthroskopisch
assistierter
vordere Kreuz
band
(
VKB
)
-Ersatzplastik so
wie
Teilmeniskektomie
mediales
Hinterhorn
und
Meniskusdébridement
lateral (Pars
intermedia
) am 30. April 2012
nach
trauma
tischer, symptomatischer VKB-Ruptur rechts, medialer Seitenbandläsion sowie mediale
r
Meniskusläsion im Rahmen eines Sturzes aus 1.8 Metern Höhe am 22. August 2011
(S. 5)
.
In der bisherigen T
ätigkeit als Gerüstbauer bestehe
dem
nach eine relevante Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit. Eine angepasste, wechse
l
belastende, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit
sei
dem Be
schwer
deführer jedoch unter fol
genden Voraussetzungen ganztägig zumutbar: keine knienden und/oder kau
ernden Tätigkeiten, keine Tätigkeiten auf Leitern und/oder Gerüsten, keine Tä
tigkeiten mit häufigem Treppensteigen unter
Gewichtsbelastung, nur aus
nahmsweise Tätigkeiten in unebenem Gelände, keine Tätigkeiten mit längerer Zwangshaltung für das rechte Kniegelenk (S. 6). Dieses Zumutbarkeitsprofil be
stätigt dasjenige im Kurzbericht der
A._
vom 18. April 2013 (Urk. 8/107 S. 1)
und wurde denn auch vom Beschwerde
führer nicht substanti
iert bestritten.
Nachdem sowohl der Bericht der
A._
als auch der kreisärztliche Abschlussbericht die praxisgemässen Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.4) vollum
fäng
lich erfüllen, kann für die Prüfung der Rentenfrage auf dieses
Zumutbar
keits
profil
abgestellt werden.
4.
4.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung (
IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Ar
beitsmarktlage
erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor
den wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
4.2
4.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Valideneinkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des mutmasslichen Rentenbeginns, mithin am 1. November 2013, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
4.2.2
Die Beschwerdegegnerin
zog für die
Ermittlung des hypothetischen
Validenein
kommens
Erkundigungen bei
der letzten Arbeitgeberin, der
Firma
Y._
, ein,
welche für die Monate Januar bis März 2013 einen Lohn von Fr. 4‘973.--, für die Monate April bis Dezember 2013 einen solchen von Fr. 5‘008.-- sowie einen 13. Monatslohn in der Höhe von Fr. 4‘997.25 angab (Urk. 8/133 S. 1). Ins
ge
samt errechnete die Beschwerdegegnerin ein
Valideneinkommen
in der Höhe von Fr. 64‘988.2
5.
Eine Berücksichtigung der Spesen lehnte die
Beschwer
de
gegnerin
ab mit dem Hinweis, gemäss den Lohnabrechnungen von August 2010 bis August 2011 seien auf diese
n
keine AHV-Beiträge abgerechnet worden
(vgl. Urk. 2 S. 7).
Demgegenüber stützte sich der Beschwerdeführer auf den Auszug aus dem indi
viduellen Konto
(IK-Auszug)
und machte
für das Jahr 2010
ein AHV-pflichtiges Einkommen in der Höhe von insgesamt Fr. 70‘514.-- geltend. Dabei seien die AHV-Beiträge auch für die Spesen abgerechnet worden (Urk. 1 S. 4 und S. 7 f. mit Hinweis auf Urk. 3/5).
Unter Anpassung an die Nominallohnentwicklung betrage das
Valideneinkommen
damit insgesamt Fr. 72‘291.40 (Urk. 1 S. 9).
Da
bei übersieht der Beschwerdeführer
jedoch
, dass
er bis Ende Juni 2010 bei einem anderen Arbeitgeber tätig war
(vgl. IK-Auszug, Urk. 3/5)
, das
Validenein
kommen
jedoch gestützt auf den zuletzt erzielten Lohn berechnet wird. Die Beschwerdegegnerin hat demnach richtigerweise bei der Firma
Y._
den mutmasslichen Lohn im Jahre 2013 nachgefragt und gestützt darauf das
Vali
deneinkommen
berechnet.
4.2.3
Bezüglich der
Spesen
ergibt sich
im Übrigen
zweifelsfrei aus den Lohnabrech
nungen der Monate August 2010 bis August 2011, dass auf
diesen
keine AHV-Beiträge abgerechnet wurden (Urk. 8/141 S. 3 ff.). Damit sind die ausbezahlten Spesen bei der Berechnung des
Valideneinkommens
nicht zu berücksichtigen (vgl.
Urteil
des Bundesgerichts
I 923/05
vom
30. Mai 2006
E. 2.1 mit Hinweis auf
Art. 25 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversi
cherung
, IVV).
Im Übrigen
liegt das von der Beschwerdegegnerin berechnete
Valideneinkommen
von Fr. 64‘988.25 über dem vom Beschwerdeführer in den Jahren 2008 bis 2010 durchschnittlich erzielten Einkommen in der Höhe von Fr. 61‘702.-- (Urk. 3/5).
Insgesamt erweist sich die Berechnung der Beschwerdegegnerin als zutreffend und es ist im Weiteren von einem
Valideneinkommen
von Fr. 64‘988.25 auszu
gehen.
4.
3
4.3.1
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens ist auf statistische Werte abzustellen.
Die Beschwerdegegnerin zog hierzu DAP-Löhne bei und ging von einem
Invali
deneinkommen
von Fr. 59‘947.-- aus (Urk. 2 S. 7 oben). Der Beschwerdeführer hingegen kritisierte sowohl die Berechnung anhand der DAP-Löhne an sich als auch die konkret verwendeten DAP Nummern und berechnete das
Invaliden
einkommen
gestützt auf die LSE
sowie
unter Berücksichtigung eines
leidensbe
dingten
Abzuges (vgl. vorstehend E. 2.2). Wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt,
führt jedoch auch die Anwendung der LSE nicht zu einem Rentenanspruch des Beschwerdeführers, so dass
vorliegend offenbleiben
kann
,
ob die Ermittlung des In
v
alideneinkommens gestützt auf die DAP
im konkreten Fall korrekt war.
4.3.2
Für die
Bestimmung des Invalideneinkommens mittels LSE
wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
4.3.3
Aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer
weder
über eine abgeschlos
sene Berufslehre
noch
Erfahrung
en
in einer anderen Tätigkeit als Gerüstbauer verfügt,
ist auf den standardisierten
Brutto
lohn für einfache und repeti
tive Tätigkeiten abzustellen. Das im Jahre 2010 von Männern im Durchschnitt aller Hilfsarbeiten erzielte Einkommen betrug monatlich Fr. 4‘901.-- (LSE 2010, TA1 total, Niveau 4), mithin Fr. 58‘812.-- pro Jahr (Fr. 4‘901.-- x 12). Unter
Berücksichtigung einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.
7
Wochenstunden
(betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detail
lierte Daten
)
sowie der Nominallohnerhöhung (Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100], Männer, Stand 2010:
2151,
Stand 2013:
2204
; www.bfs.admin.ch
,
Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung) ergibt dies für das Jahr 2013 ein Jahreseinkommen von rund Fr. 62‘822.-- (Fr. 58‘812.-- : 40 x 41.7 : 2151 x 2204).
4.3.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen
.
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit
verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
4.3.5
Der Beschwerdeführer machte
einen Leidensabzug
von
1
5 % geltend und begründete dies
im
W
esentlichen
mit der Tatsache, dass er früher körperliche Schwerarbeit verrichtet habe und jetzt nur noch leichte bis maximal mittel
schwere wechselhaft belastende Hilfstätigkeiten ausüben könne (Urk. 1 S. 1
6
lit
. c
).
Entgegen der Einschätzung des Beschwerdeführers
ist jedoch zu beachten, dass er
ausschliesslich
in
der Belastbarkeit des
rechten Knies eingeschränkt ist
und ihm demnach
eine erhebliche Palette an Tätigkeiten offensteht, so insbesondere in
Überwa
chungs
- oder Kontrollfunktionen. Insgesamt trägt ein Abzug von
maximal
5 % den Ge
gebenheiten des vorliegenden Falles angemessen Rech
nung
, zumal die weiteren vorgebrachten Kriterien (Auslän
d
er, der deutschen Sprache
nicht mächtig, Konzentrationsstörungen; vgl. Urk. 1 S.
16
lit.c
) keine Berücksichtigung finden können.
Bei einem Abzug von 5 % beträgt das Invalideneinkommen rund Fr.
59‘680.90
(
Fr. 62‘822.--
x 0.95)
, womit sich bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 64‘988.25
(vorstehend E. 4.1) eine Einkommenseinbusse von Fr. 5‘307.35 ergibt. Dies ent
spricht einem
rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von ge
rundet 8.2 %
.
4.
4
Die
von der Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid
zuge
sprochene
Integritätsentschädigung von 5 %
(Urk. 2 S. 11 Ziff. 1)
ergibt sich aus
der kreisärztlichen Beurteilung vom
6. Mai 2014 (Urk. 8/159)
und
wurde
im Weiteren vom Beschwerdeführer
anerkannt (Urk.
1 S.
3 f. Ziff.
5)
.
Es ist daher nicht weiter darauf einzugehen.
5.
Insgesamt erweist sich damit der angefochtene
Einspracheentscheid
als rech
tens,
was zur Abweisung der Beschwerde führt.