Decision ID: 3b375a7a-495a-4a34-81cf-b29eab7a066d
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963
,
gelernter Forstwart (
Urk.
10/2),
meldete sich am 2.
April
20
04
unter Hinweis auf
ein seit
eine
m
Unfall vom 2
9.
Juni 1998
bestehendes Schleudertrauma
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug
an (Urk.
10
/
3
Ziff.
7.1
-3 und
Ziff.
7.5
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom
6
.
Dezember
201
1
einen
Renten
anspruch
(Urk.
10
/
116
).
Auf die dagegen vom Versicherten am 1
2.
November 2013 erhobene Beschwerde (
Urk.
10/119/4) trat das Sozialversicherungsgericht mit Beschluss vom 1
4.
Januar 2014 im Verfahren Nr. IV.2013.01049 nicht ein (
Urk.
10/120, Dispositiv-
Ziff.
1).
1.2
Zwischenzeitlich bestätigte das hiesige Gericht mit seinem Urteil vom 1
6.
Mai 2012 im Verfahren Nr. UV.2011.00180 den Einspracheentscheid der Suva vom 1
0.
Mai 2011 (
Urk.
10/90
) betreffend Einstellung der Leistungen
per
3
0.
April 2011
mangels natürliche
n
und adäquate
n
Kausalzusammenhang
s
zwischen den vom Versicherten geltend gemachten Beschwerden und dem Unfallereignis vom
2
9.
Juni 1998
.
1.
3
Am
15
.
Juni
201
5
meldete sich der Versicher
te erneut unter Hinweis
auf eine Viel
zahl von
seit dem 2
9.
Juni 1998 bestehende
n
Beschwerden
bei der Inva
liden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/121/1,
Urk.
10
/
122
Ziff. 6.1
-3
).
Mit Vorbescheid vom
6.
Oktober 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in Aus
sicht, dass auf sein neues Leistungsbegehren nicht eingetreten werde (
Urk.
10/133).
Nachdem sich der Versicherte hiermit nicht einverstanden
ge
zeigt
hatt
e
(vgl.
Urk.
10/134,
Urk.
10/137
,
Urk.
10/141
)
,
veranlasste die IV-Stelle beruf
liche
Eingliederungsmassnahmen
(
Urk.
1
0/145
)
, welche jedoch aufgrund des Gesundheitszustandes des Versicherten
nicht fortgeführt wurden (Verfügung vom
2
4.
Mai 2016
,
Urk.
10/156-15
8
)
.
Sodann veranlasste die IV-Stelle beim
Z
entr
um
Y._
ein polydisziplinäres Gutach
ten, welches am 2
7.
Dezember 2017 erstattet wurde (
Urk.
10/209).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk.
10/213
, Urk.
10
/
222
,
Urk.
10/225
,
Urk.
10/235
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
9.
Septem
ber
2019 einen
Anspruch auf eine Invalidenrente
(Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 2
1.
Oktober 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
9.
September 2019 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm mit Wirkung ab dem frühestmöglichen Zeitpunkt eine Invalidenrente zuzu
sprechen. Eventuell sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Am
7.
November 2019 (
Urk.
6) reichte der Versicherte einen weiteren Bericht (
Urk.
7) ein
, welcher der IV-Stelle am 1
3.
November 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
November 2019 (
Urk.
9) beantragte die IV-Stelle die A
bweisung der Be
schwerde
.
Mit Gerichtsverfügung vom 2
9.
November 2019 (
Urk.
11) wurde der Beschwerdegegnerin Frist angesetzt,
um
sich zur Eingabe des Beschwerdeführers vom
7.
November 2019 (
Urk.
6) sowie zum Bericht vom
6.
November 2019 (
Urk.
7) zu äussern. Am 1
9.
Dezember 2019 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Stellungnahme (
Urk.
12), was dem Beschwerde
führer am 2
0.
Dezember
2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
13).
Am 1
7.
Dezember 2020 wurde dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort vom 2
8.
November 2019 (
Urk.
9) zur Kenntnis gebracht (
Urk.
14).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall
muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.
4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
5
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung
über die Invalidenversicherung; IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
1.
6
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich,
so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen.
Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Fer
ner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, dass
die im Rahmen der erneuten Anmeldung des Beschwerdeführers am 2
2.
Januar 2015
vorgenommen
en
Abklärungen ergeben hätten, dass unverändert zur letzten
rechts
kräftigen
Verfügung vom
6.
Dezember 2011 eine 100%ige Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
bestehe
.
Somit h
abe
sich der Gesundheitszustand beziehungsweise die Auswirkung der geltend gemachten Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit seit dem letzten rechtskräftigen Entscheid nicht verändert
,
und der damals ermittelte
Invaliditätsgrad von 25
%
gelte weiterhin.
Das
Einwand
verfahren
habe keine neuen, bisher nicht berücksichtigten
,
medizin
ischen Tat
sachen hervorgebracht
(S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
dass auf das
Y._
-Gutachten nicht abgestellt werden könne, da dieses erheb
liche Mängel aufweise. Insbesondere entspreche die vorgenommene Indikatoren
prüfung nicht den bundesgerichtlichen Vorgaben (S. 5
f.
Rz 7
-9
).
Auch sei das Zusammenspiel der im
Y._
-Gutachten gestellten psychiatrischen Diagnosen
nicht näher beleuchtet worden (S.
7 Rz
10). Eine sorgfältige Überprüfung der vo
r
gehaltenen Aggravation sei nicht erfolgt.
Eine solche
werde klar bestritten (S. 7 Rz. 11). Sowohl der behandelnde Facharzt als auch die Ärzte der Klinik
Z._
in ihrem Austrittsbericht vom 2
0.
April 2017 hätten erhebliche psychiatrische Diag
nosen gestellt. Auf diese Einschätzungen sei abzustellen (S. 8 Rz 12). Ferner seien auch die Ergebnisse bei der Potentialabklärung bei der
A._
zu berücksichtigen, wo festgestellt worden sei, dass er sich motiviert gezeigt habe, jedoch seine Arbeitsfähigkeit massiv eingeschränkt gewesen sei (S. 8 f. Rz 13).
Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb im
Y._
-Gutachten schliesslich von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in der ursprünglichen Tätigkeit ausgegangen worden sei, zumal
mit Verfügung vom
6.
Dezember 2011 eine solche abgesprochen worden sei
(S. 9
f.
Rz. 14). Zudem sei das Denunziationsschreiben, verfasst von seiner Vermieterin, an die Gutachterstelle weitergeleitet worden, was stossend sei (S. 10 Rz 15). Zusammenfassend sei von diversen Fachärzten eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes bestätigt worden
,
und deren Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei zu berücksichtigen (S. 10 Rz 16).
2.
3
Strittig und zu prüfen ist, ob sich seit Erlass der Verfügung vom
6.
Dezember
201
1 (Urk. 10
/
116
) eine anspruchsrelevante Veränderung ergeben
hat (vgl. vor
stehend E. 1.
5-6
) und ob sich das
Y._
-Gutachten vom
2
7.
Dezember 2017
(
Urk.
10/
209
) für die Beurteilung dieser Frage als beweiswertig (vorstehend E. 1.
7
) erweist.
3.
3.1
Die
anspruchsverneinende Verfügung vom
6
.
Dezember
201
1
(Urk.
10
/
116
)
, worin von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätig
keit von 30
%
und von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer behinde
rungs
angepassten Tätigkeit ausgegangen wurde,
basierte
gemäss
der Stellungnahme
von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, und
Dr.
med.
C._
, praktische Ärztin,
Regionaler Ärzt
li
ch
er Dienst (RAD), vom 1
4.
Januar 2011 (
Urk.
10/95/
6-7)
hinsichtlich der Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in
der angestammten
Tätig
keit
auf
dem
Gutachten
der Neurologischen Klinik und Poliklinik, Universi
täts
spital
D._
,
vom
2
0.
April 2005 (
Urk.
10/40/3-14
)
und hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
auf dem
ebenfalls
von der
Suva
veranlasste
n
interdisziplinäre
n
Gutachten der
E._
vom
2
1.
Dezember 2010
(Urk.
10
/
85/2-47
)
.
3.2
Am 2
0.
April 2005 erstatteten
Dr.
med.
F._
, Oberarzt, und
Dr.
med.
G._
, Assi
stenzärztin, Neurologisc
he Klinik und Poliklinik,
D._
, ihr
neurologische
s
Gut
achten
(
Urk.
10/40/3-14)
. Die Gutachter stellten folgende Diagnose (S. 10
Ziff.
6):
-
chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom,
cervicocephal
und lumbal betont mit/bei
-
veg
e
tativer Begleitsymptomatik (diffuser
Trümmel
und Drehsch
win
del
sensationen,
Schweissausbrüche
,
Schlafstörung)
-
leichte
r
Fehlhaltung und
Fehlform
der Wirbelsäule
-
radiologisch polysegmentalen degenerativen Veränderungen der
Hals
wirbelsäule (
HWS
)
und
der Lendenwirbelsäule
(
LWS
)
-
Status nach Verkehrsunfall am 2
9.
Juni
1
998 mit möglicher leichter Commotio cerebri (Erinnerungslücke
gemäss
Eigenanamnese)
-
Konzentrationsstörung
gemäss
eigener Angabe
Die Gutachter führten in ihrer Beurteilung aus,
dass die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers aus neurologischer Sicht 30
%
betrage (S. 10
Ziff.
5 und S. 12
Ziff.
9.3). D
er
detaillierte neurologische Status
habe
durchwegs unauffällige Be
funde ohne Hinweis auf eine Funktionsstörung des zentralen oder peripheren Nervensystems ergeben.
Nebenbefundlich
zeige sich eine
leichte
Fehlform
der frei beweglichen Wirbelsäule und ein Endphasenschmerz in alle Richtungen bei freier Beweglichkeit
von Kopf und HWS. Weiter bestehe eine generalisierte
Druckdolenz
der paravertebralen,
palpatorisch
nicht verhärteten Muskulatur mit Betonung im Bereich der
Brustwirbelsäule (
BWS
)
.
Bildgeberisch
finde sich ein Nachweis poly
segmentaler degenerativer Veränderungen von der HWS und LWS. Das MRI des Kopfes sei ohne Nachweis posttraumatischer Läsio
nen (S. 10
Ziff.
5).
3.
3
Am 2
1.
Dezember 2010 erstatteten die Gutachter der
E._
ihr
polydisziplinäre
s
Gutachten (
Urk.
10/85/2-47). Die Gutachter stellten zusammenfassend folgende Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 36
f.
Ziff.
6.1):
-
panvertebrales Schmerzsyndrom mit
-
chronischem
zervikovertebralem
Schmerzsyndrom
-
inkonstante
r
leichte
r
Beweglichkeitseinschränkung der HWS mit mus
ku
lären Verspannungen
-
radiomorphologisch mittelgradigen degenerativen Veränderungen C3 bis C7 teils mit nicht-st
r
ukturkomprimierende
n
Hernierungen
(C3/4, C6/7), bekannt seit 2007 (MRI vom 2
1.
Dezember 2007, 1
1.
Februar 2010)
-
ohne radikuläre Reiz- oder sensomotorische Ausfallsymptomatik
-
Status nach möglicher HWS-Distorsion am 2
9.
Juni 1998 (Velounfall)
-
chronischem
th
o
rakolumbovertebralem
Schmerzsyndrom
-
diskret
en mehrfachen degenerativen Seg
mentveränderungen Th10 bis L5 mit ventralen
Spondylophytenbildungen
und diskreten
Bandschei
benprotrusionen
-
Trochanter-
insertionstendopathischen
Schmerzen im Beckenbereich beidseits
-
Status nach möglicher Wirbelsäulendistorsion am 2
9.
Juni 1998 (Velo
unfall)
-
Epicondylopathia
humeri
radialis
beidseits
-
beginnende Fingergelenkpolyarthrosen und
Rhizarthrosesymptomatik
links
-
Ringbandstenosesymptomatik
am Kleinfinger rechts, anamnestisch
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter eine
undifferenzierte Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.1),
eine akzentuierte Persön
lichkeit mit schizoiden und paranoiden Züge
n, einen
Verdacht auf eine leichte
Aggravation
, Kopfschmerzen vom Spannungstyp mit
migräniformer
Kompo
ne
nte, subjektive Schwindelbeschwerden ohne eindeutige Hinweise für eine peripher oder zentral-vestibuläre Funktionsstörung,
eine
Normalakusis
,
einen
intermit
tie
rende
n
Tinnitus,
einen
Status nach
verheilter
Schulterkontusion links am 1
0.
August
1997 mit
Acromioclavicular
(
AC
)
-Gelenkluxa
tion nach
Tossy
I,
einen
Status nach
verheilter
Schulterkontusion links am 2
9.
März 1993 mit AC-Gelenk
läsion radiologisch
,
einen Status nach Ellenbogenkontusion rechts mit trauma
tischer Bursitis 1995, reseziert, einen Status nach
Distorsio
pedis
links ohne
ossäre
L
äsion am
6.
März 2000, verheilt
, einen Status nach medialer
Teilmeniskektomie
am linken Knie 1982, Beschwerdefreiheit, einen Status nach Unterschenkelfraktur rechts 1976, verheilt, einen Diabetes mellitus, Erstdiagnose Mai 2010, medika
men
tös unzureichend eingestellt, eine arterielle Hypertonie, eine Adipositas und eine
Vitiligo
(S. 37
Ziff.
6.2).
Die Gutachter hielten zusammenfassend fest, dass der Explorand in einer leidens
angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei. Es handle sich dabei um leichte bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten ohne repetitives Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr als 10 bis 15 kg, ohne signifikant
Überkopf
oder gebückt zu verrichtende Tätigkeitsanteile und ohne ausgesprochen handbelas
tende Tätigkeiten. Unter Berücksichtigung der Persönlichkeitsauffälligkeit werde eine Tätigkeit empfohlen,
bei
welcher keine enge Teamarbeit notwendig sei, sondern selbständiges Handeln überwiege (S. 45
Ziff.
10).
4.
4.1
Im Rahmen der erneuten Anmeldung
des Beschwerdeführers zum Leistungsbezug
vom 15. Juni 2015 (Urk. 10/
122
) gingen die folgenden wesentlichen medizini
schen
Berichte ein:
4
.
2
Prof.
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seinem
Bericht vom 2
9.
März 2017 (
Urk.
10/173/1-4) folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.11), bestehend seit 1998
-
Verdacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61), bestehend seit der Kindheit
-
chronische Schmerzen bei HWS-/LWS-Syndrom, bestehend seit 1998
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte Prof.
H._
einen Diabetes mellitus Typ 2 und eine rezidivierende
Nephrolithiasis
(
Ziff.
1.1).
Prof
.
H._
führte aus, dass der Beschwerdeführer seit
dem 2
1.
Juli 2016
bei ihm in Behandlung und die letzte Kontrolle am 2
2.
März 2017 erfolgt sei (
Ziff.
1.2). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Förster sei
er
seit dem Jahr 2004 zu 100
%
arbeitsunfähig. Er leide an Rückenschmerzen, an Schwindel sowie an einer geringen psychischen Belastbarkeit
und an Konzentrationsstörungen
. Es
sei ihm auch keine behinderungsangepasste Tätigkeit zumutbar
(
Ziff.
1.6-7).
4.
3
Die Fachpersonen der Klinik
Z._
stellten in ihrem
am 1
8.
Mai 2017 bei der Be
schwerdegegnerin eingegange
nen
Bericht
(
Urk.
10/
181
)
folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
Verdacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61)
-
chronische Schmerzen bei HWS-Syndrom
-
Diabetes mellitus Typ 2 (Erstdiagnose 2011)
-
Verdacht auf arterielle Hypertonie
-
rezidivierende
Nephrolithiasis
Die
Fachpersonen
führten aus, dass
sich der Beschwerdeführer vom 1
6.
Januar bis 1
6.
März 2017 bei ihnen in der Klin
i
k aufgehalten habe (
Ziff.
1.3).
In der zu
letzt ausgeübten Tätigkeit als Forstwart habe
während dieser Zeit
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Angesichts
der
n
och immer klinisch relevanten
depressiven
Symptomatik mit erheblich reduzierter Belastbarkeit und Stressto
le
ranz
in Kombination mit schwerwiegenden und grösstenteils chronischen körper
lichen Beeinträchtigungen
,
würden
sie den Beschwerdeführer zum Austrittszeit
punkt aus der stationären Behandlung auf Dauer zu 100
%
arbeitsunfähig an
seh
en
(
Ziff.
1.6).
Seine
Belastungsfähigkeit
werde
sowohl auf somatischer als auch auf psychischer Ebe
ne für unabsehbare Zeit au
f unter 20
%
li
egend ein
geschätzt (
Ziff.
1.7).
4.4
Am 2
7.
Dezember 2017 erstatteten die Gutachter des
Y._
das von der Be
schwerdegegnerin veranlasste polydisziplinäre Gutachten (
Urk.
10/209
). Die Gut
achter
konnten
zusammenfassend
keine
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nennen
(S. 18 lit. D.). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) nannten
sie
eine Dysthymia
(ICD-10 F34.1), eine nicht
näher bezeichnete psychosomatische Störung (ICD-10 F45.9), eine Per
sönlichkeitsakzentuierung mit paranoiden und schizoiden Anteilen
, ein
Zervi
kobra
chialsyndrom
beidseits ohne radikuläre Reizung, ein
pseudoradikuläres
Lum
bal
syndrom beidseits ohne für eine Behinderung relevantes Korrelat, eine
Chon
dro
kalzinose
des rechten Kniegelenks, einen Diabetes mellitus Typ II, einen dringen
den Verdacht auf eine arterielle Hypertonie und
anamnestisch bestehende
asthmat
oide
Beschwerden bei früherer Heuschnupfenproblematik (S. 18 lit. D.).
Die Gutachter führte
n
zusammenfassend aus, dass sich unter Berücksichtigung sämtlicher Fachgutachten ergebe,
dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers nicht eingeschränkt sei, weder in einer leidensadaptiert
en Tä
tigkeit noch in der bisherigen Tätigkeit als Gemeindearbeiter
.
Für den Beschwerdeführer ge
eig
net seien überwiegend sachbetonte, gleichmässige, gut strukturierte Tätig
keiten ohne erhöhten Zeitdruck und ohne besondere Anforderungen an die emo
tionale Belastbarkeit. In somatischer Hinsicht seien leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten ohne gehäufte Über-Kopf-Arbeiten möglich (S. 22 Mitte, S. 23 oben
). Seit der letzten rechtsgültigen Verfügung der Invaliden
versicherung vom
6.
November 2011 [richtig:
6.
Dezember 2011] bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit sowohl in der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit
als Gemein
dearbeiter als auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit (S. 23 Mitte).
Der
Beschwerdeführer
habe
anlässlich der psychiatrischen Untersuchung kog
nitive Störungen, durch welche er bei seiner beruflichen Leistungsfähigkeit ein
geschränkt sei, in den Vordergrund
gestellt
.
Bei
der neuropsychologischen Unter
suchung habe
er
sich jedoch in der
Symptomvalidierung grob auffällig gezeigt
, so dass die Befunde nicht als valide hätten gewertet werden können und von
einer kognitiven An
twortverzerrung auszugehen sei
(S. 19 oben)
.
Von psychia
tri
scher Seite werde eingeschätzt, dass
die Auffälligkeiten in der neuropsycho
logi
schen Untersuchung
bei
einem
zweifelsfrei
bewussten
externalen
Krankheits
gewinn (Invalidenrente) und fehlender alternativer Erklärung als Aggravation anzusehen seien.
Valide Testergebnisse hätten aufgrund des Verhaltens des Versi
cherten nicht ermittelt werden können. Vom klinisch-psychiatrischen Untersu
chungs
befund her seien allenfalls mässige kognitive Beeinträchtigungen denkbar, die sich sicher nicht auf die quantitative Arbeitsfähigkeit auswirkten.
In affektiver Hinsicht habe sich der Beschwerdeführer dysphorisch, missmutig
und themenbezogen (Auseinandersetzung mit der Suva, der IV, dem Sozialamt etc.) auch
stark verärgert gezeigt
. Diese Stimmungslage liege unter Berück
sich
tigung der Unterlagen und der Anamnese
in
chronifizierter
Form bereits seit vielen Jahren
vor und habe sich im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen mit der Suva nach einem Unfall von 1998 entwickelt. Im Weiteren sei es auch zu Streitigkeiten mit dem Sozialamt und der Invalidenversic
herung gekommen.
Es ergebe sich
hier die Diagnose einer Dysthymia
(ICD-10 F34.1
; S. 19 Mitte
).
Der Beschwerdeführer habe des Weiteren über Beschwerden von Seiten des Bewe
gungs
apparates sowie Schwindel und Gleichgewichtsprobleme berichte
t
. Gemäss dem aktuellen
orthopädischen Gutachten lasse sich die orthopädische Sympto
matik (Schmerzen, Bewegungseinschränkung) nicht ausreichend organmediz
inisch erklären
,
und die Orthopädin
habe
auf Differenzen und Inkonsi
stenzen
zwischen dem vorhandenen Untersuchungsbefund und den gering- bis maximal
mässig
gradigen
degenerativen Veränderungen
hingewie
sen.
Die Neurologin habe wie
de
rum
ausgeführt
, dass der Schwindel neurologisch nicht erklärbar sei. Aus psy
chiatrischer Sicht e
rgebe sich hier die Diagnose ein
er psychosomatischen Störung, nicht näher bezeichnet (ICD-10 F45.9; S. 19 unten).
Von der Persönlichkeit her ergäben sich unter Berücksichtigung des Eindrucks in der Untersuchungssituation sowie der Unterlagen deutliche Hinweise für paranoide (übermässiges Misstrauen in soziale Interaktionen) und schizoide (reduziertes Interesse an emoti
onal nahen sozialen Beziehungen)
Persönlichkeitszüge, im Sinne einer Persönlichkeits
akzen
tuierung.
Psychisch bedingt liege keine quantitative Verminderung der Arbeits
fähigkeit vor (S. 20 oben).
Aus orthopädischer Sicht lägen verschiedene Diskre
panzen vor. Die sichtbaren degenerativen Veränderungen in den aktuell ange
fertigten Röntgenaufnahmen entsprächen dem Ausmass der altersgleichen Bevöl
kerung und bedingten keine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten. Es bestünden jedoch Auswirku
ngen auf das Belastungsprofil.
In der nach dem Unfall
von
1998 ausgeübten angepassten Tätigkeit als Forstwart als auch in jeder leidensangepass
ten Tätigkeit bestehe eine 100%i
ge Arbeitsfähigkeit des Versicherten. Das Heben und Tragen von Lasten bis 15 kg sei möglich (S. 20 Mitte).
Aus internistischer Sicht
sei die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in einer Verweistätigkeit nicht eingeschränkt
(S. 21
Mitte
).
Aus neurologischer Sicht habe sich der aktuelle neurologische Status des Beschwerdeführers unauffällig dargestellt
,
und die geklagten Schmerzen im Be
reich
des Nackens und des Rückens liessen sich neurologisch nicht erklären (S. 21 Mitte). Zusammen mit der neuropsychologischen Untersuchung ergebe sich bei geklagten Konzentrations
störungen keine objektivierbare hirnorganische Schädigung. Die Konzentrations
störungen seien neurologisch nicht erklärbar
,
und der Versicherte habe während der gesamten Anamnese keine K
onzentrationsstörungen gezeigt
(S. 21 u
nten). Auch für den geklagten Schwindel habe sich keine neurologische Ursache ge
funden, und die anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers seien diffus
.
Eine organische Ursache für den geklagten Schwindel habe nicht gefunden werden
können
(S. 22 oben).
Aus neuropsychologischer Sicht hätten sich beim Beschwer
deführer auffällige Parameter im Symptomvalidierungsverfahren ergeben. In den neuropsychologischen Testverfahren hätten sich teilweise Beeinträchtigungen gezeigt, die in ihrem Schweregrad nicht plausibel erklärt werden könnten, wes
halb die neuropsychologischen Befunde nicht als valide gewertet werden könnten.
Es sei von einer kognitiven Antwortverzerrung im Sinne einer Verdeutli
chungs
tendenz auszugehen. Im Rah
men der in den Akten genannten p
sychiatrischen Diagnose wäre eine allenfalls leichte authentische neuropsychologische Störung denkbar. Aufgrund der aktuell erhobenen, nicht als valide zu wertenden Befunde, könne diese jedoch nicht abgegrenzt werden (S. 22 Mitte).
4.
5
Dipl. med.
I._
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psycho
the
ra
pie, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 1
1.
Januar 2018 (
Urk.
10/212/6-7)
aus, dass das
Y._
-Gutachten vom 2
7.
Dezember 2017 beweiswertig sei und darauf abgestellt werden könne. Eine Veränderung seit 2011 habe nicht statt
ge
funden.
4.
6
Die Fachpersonen der Klinik
Z._
stellten in ihrem Bericht vom
2.
Mai 2018 (
Urk.
10/234
/1-3
)
nach am
1.
Mai 2018 erfolgte
m
Vorgespräch mit dem Be
schwerdeführer
folgende Diagnosen
(S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
Verdacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61)
Die Fachpersonen führten aus, dass a
ktenanamnestisch chronische Schmerzen bei HWS-Syndrom, ein Diabetes mellitus Typ 2 (Erstdiagnose 2011), ein Verdacht auf
eine arterielle Hypertonie und eine rezidivierende
Nephrolithiasis
bestünden
(S. 1).
Der Beschwerdeführer habe
vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depres
siven Störung sowie einer Schmerzstörung imponiert. Eine durch Stress verur
sachte Verstärkung der depressiven als auch der Schmerzsymptomatik sei zu beobachten, wobei die stressauslösenden Faktoren hauptsächlich in der sozialen Einbettung respektive der sozialen Gesamtsituation des Patienten zu finden seien.
Aufgrund
d
er
schwierige
n
finanzielle
n
und sonstige
n
soziale
n
Situation,
den
wiederholte
n
Auseinandersetzungen mit der IV,
den
dreimalig abgelehnten An
trägen auf eine Rente und dem intensiven Wunsch des Patienten, diesbezüglich Gehör und Hilfe zu bekommen, sei die Klinik
Z._
nicht die geeignete Institution für
seine
Belange.
Solange
er sich
auf «den Kampf mit der Invalidenversicherung» konzentriere, könne d
er Fokus nicht alleine auf der
depressiven Symptomatik und dem
schwierigen Interaktionsmuster des Patienten liegen
. Es werde daher ge
beten,
ihn
in einer sozialpsychiatrischen Einrichtung anzumelden (S. 2 unten).
4.
7
Prof.
H._
stellte in seinem Bericht vom
2
4.
Juli 2018
(
Urk.
10/224) folgende Diagnosen
(S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
-
Dysthymia (ICD-19 F34.1)
-
rezidivierende Doppel Depression (ICD-10 F34.1, F33.11)
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit schizoiden,
anankastischen
, ängs
t
lichen und narzisstischen Persönlichkeitszügen (ICD-10 F61.0)
-
Verdacht auf generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
Prof.
H._
führte aus
, dass
beim
Beschwerdeführer
d
urch mehrfache psychische Störungen und die Dauer der psychischen Erkrankungen eine andauernde Persön
lichkeitsveränderung nach psychischer Erkrankung (ICD-10 F62.1) aufgetreten
sei
, die durch eine h
ochgradige Abhängigkeit, Stigma,
soziale Isolation und eine deutliche Störung der sozialen und berufliche
n Funktionsfähigkeit charakterisiert sei.
Prof.
H._
führte aus,
dass
die im Gutachten gestellte Diagnose einer Dysthymie wegen der schwerwiegenden und dauerhaften Symptomatik eine eklatante Wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
habe
und durch eine schwere Krankheitsdynamik zur absoluten Arbeitsunfähigkeit
führe
. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Diagnose einer Dysthymie sei nicht erfolgt, auch nicht mit dem Schweregrad,
der Behandlung und der Prognose diese
r schweren psychischen Erkrankung des Patienten
(S. 2 Mitte
f.
).
Ebenso wenig sei eine hinreichende Abgrenzung von einer Persönlichkeitsstörung erfolgt, was bei einem seit 20 Jahren dauernden Krankheitsfall unverständlich sei. Auch die neuropsychologische Untersuchung vom 2
0.
November 2017 habe sich sehr auffällig mit vielen pathologischen Be
funden gezeigt, die jedoch in ihrem Schweregrad nicht plausibel erklärt werden könnten (S. 3 unten).
Es habe sehr wohl ein stationärer Aufenthalt in der Klinik
Z._
vom 1
6.
Januar bis 1
6.
März 2017 stattgefunden (S. 4 oben).
Aufgrund der neu im Gutachten vom 2
7.
Dezember 2017 beim schwer kranken Patienten ge
stellten Diagnosen, habe sich sein Gesundheitszustand seit
der letzten Begut
achtung im Jahr 2010 verschlechtert (S. 4 Mitte).
4.
8
In ihrem Bericht vom 2
9.
November 2018
(
Urk.
10/232)
nahmen die Gutachter des
Y._
zum Bericht von Prof
.
H._
(vorstehend E. 4.
7
) Stellung. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb eine Dysthymie (ICD-10 F43.1) zu einer absoluten
Arbeitsunfähigkeit führen solle
(S. 1 Mitte). Soweit Prof.
H._
ausführe, dass die Symptome zwar nicht so stark ausgeprägt seien, wie bei einer normalen Depres
sion, jedoch über einen längeren Zeitraum aufträten, und er damit wohl zum Ausdruck bringen wolle, dass an sich nur eine leicht ausgeprägte depressive Symptomatik vorliege, die aber durch ihre Dauer dann doch schwerwiegend sei und sogar zur absoluten Arbeitsunfähigkeit führe, müsse diese Logik schlichtweg als unsinnig tituliert werden. Es gebe in der Psychiatrie und ganz allgemein in der Medizin zahlreiche Krankheitsbilder, die chronisch seien und über viele Jahre bestünden und nie zu einer Arbeitsunfähigkeit führten (S.
1 unten f.
).
Die Gutachter führten aus, dass sich abgesehen von der Diagnosebezeichnung und deren Herleitung im
Y._
-Gutachten ein ausführlicher psychischer Befund finde, aus welchem sich ergebe, dass gerade keine Fähigkeits- und Funk
tions
störungen vorliegen würden.
Im Schreiben von Prof.
H._
finde sich keinerlei psychischer Befund, sondern der Bericht werde dominiert von theoretischen
Überlegungen, welche Auffälligkeiten bei einer Dysthymia auftreten könnten (S. 2
Mitte). Es werde noch einmal darauf hingewiesen, dass die neuropsychologischen Befunde nicht als valide hätten gewertet werden können. Es sei fraglich, ob Prof.
H._
in der Lage sei, das Gutachten fachlich vollständig zu erfassen (S. 3 Mitte). Insgesamt ergäben sich aus dem Schreiben von Prof.
H._
keinerlei n
eue
n
medi
zinische
n
Aspekte, die zu einer Neubewertung des Falles Anlass geben könnten (S. 3 unten).
4.
9
Dipl. med.
I._
, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom
5.
Dezember 201
8
(
Urk.
10/239/3) aus, dass auf die bisherige Stellungnahme vom 1
1.
Januar 2018 verwiesen werde. Der psychiatrische Gutachter des
Y._
habe ausführlich zum
Schreiben und der Kritik am Gutachten von Prof.
H._
Stellung genommen. Es werde auf den ausführlichen Text des Schreiben
s
vom 2
9.
November 2018 ver
wiesen. Da keine neuen medizinischen Sach
verhalte dargelegt würden, könne weiterhin auf das
Y._
-Gutachten vom 2
7.
Dezember 2017 abgestellt werden.
4.
10
Prof.
H._
führte in seinem Bericht
vom
8.
Januar 2019 (
Urk.
10/234/9-12) aus, dass die Gutachter weder auf seine Fragen noch auf die
in seinem Bericht vom
2
4.
Juli
2018 (vorstehend E.
4.
7
)
festgestellten Diagnosen eingegangen seien (S.
1
f.
).
Der Beschwerdeführer
führe
von aussen betrachtet ein skurriles und einsames Leben. Er habe keine Interessen und Wünsche, lebe an der Realität vorbei und sei perspektivlos (S. 2 Mitte).
Die letzte Arbeitsintegrationsmassnahme im Frühling 2015 sei abgebrochen worden, da
er
einen desorganisierten und kranken Eindruck hinterlassen habe (S. 2 unten).
Es sei eine erneute Vorstellung in der Klinik
Z._
am
1.
Mai 2018 erfolgt, wo das Vorliegen einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F33.1) und
der Verdacht auf eine kombinierte
Per
sönlichkeitsstörung (ICD-10 F61)
sowie eine chronische Schmerzstörung bestätigt worden
seien
(S. 3 oben).
In der testpsychologischen Untersuchung habe der Be
schwerdeführer im
BDI (Becks Depressionsinventar) mit 45 Punkten
eine deutlich ausgeprägte schwere depressive Symptomatik gezeigt (S. 3 unten). Das am
8.
Januar 2019 durchgeführte
SKID-II Testverfahren
, wo
zwölf
Persönlichkeits
störungen abgefragt würden
,
hätten die Diagnose einer schweren kombinierten Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61) begründet (S. 4 oben).
Prof.
H._
führte aus,
dass der Beschwerdeführer aufgrund der
Schwere der psychischen und soma
tischen Störungen (
Dr.
J._
, Chiropraktiker, schreibe den Beschwerdeführer seit 15 Jahren zu 100
%
arbeitsunfähig) nach wie vor aus medizinischer Sicht zu 100
%
arbeitsunfähig
sei
(S. 4 unten).
4.
11
Prof.
H._
stellte
in seinem Bericht
vom 1
4.
Oktober 2019 (
Urk.
3)
folgende Diagnosen (S. 2 f.):
-
schwere rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.2)
-
Dysthymia (ICD-10 F34.1)
-
rezidivierende Doppel Depression (ICD-10 F34.1, F33.2)
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit schizoiden,
anankastischen
, ängstlichen und
narzisstischen
Persönlichkeitszügen (ICD-10 F61.0)
-
generalisierte Angststörung
(ICD-10 F41.1)
-
andauernde Persönlichkeitsveränderung nach psychischer Erkrankung (ICD-10 F62.1)
Prof.
H._
führte
aus, dass i
m polydisziplinären Gutachten
die psychiatrische Untersuchung nicht vollständig und umfassend durchgeführt worden sei. Es sei
nicht auf die tatsächlichen Diagnosen des seit über 20 Jahren erkrankten Patien
ten eingegangen worden. Insbesondere sei kein testpsychologisches Instrument benutzt und weder
eine
Aggravation
noch eine
Simulation seien nachgewiesen worden. Die geklagten Beschwerden des Patienten seien nicht berücksichtigt worden
(S. 1)
.
Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge sei nicht nach
vollziehbar
,
und die gutachterliche Schlussfolgerung sei falsch
(S.
2
f.). Im
Übrigen
wiederholte Prof.
H._
seine bereits im Vorbericht vom Januar 2019 (
Urk.
10/234/9-12
) getätigten Ausführungen (S. 2 ff.).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung
(
Urk.
2)
n
ach den Stellung
nahmen des RAD-Arztes Dipl. med.
I._
vom
1
1.
Januar 2018
und
vom
5.
Dezember 2018
(vorstehend E. 4.
5
und E. 4.
9
)
gestützt auf das
Y._
- Gut
achten
vom
27
.
Dezember
201
7
(vorstehend E. 4.
4
) davon aus, dass dem Be
schwerdeführer
unverändert zur letzten rentenanspruchsverneinenden Verfügung vom
6.
Dezember 2011 (
Urk.
10/
116
)
weiterhin eine leichte bis mittelschwere
be
hinderungsangepasste
Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei und demnach keine aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht relevante Änderung des Gesundheits
zu
standes eingetreten sei (vorstehend E. 2.1).
Dagegen machte der Beschwerdeführer
im Wesentlichen unter Hinweis auf seinen behandelnden Psychiater Prof.
H._
(vorstehend E. 4.2, E. 4.7, E. 4.10-11)
geltend, dass dem
Y._
-Gutachten vom
2
7.
Dezember 2017
kein Beweiswert zukomme (vorstehend E. 2.2).
5.2
Das
Y._
-Gutachten vom
27
.
Dezember
201
7
(vorstehend E.
4.
4
) erfüllt die formalen Beweiswert-Anforderungen (vorstehend E. 1.
7
) ohne weiteres, ist es doch für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen
des Beschwerdeführers, berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden und wurde
in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben.
Darüber hinaus leuchtet es auch in der Darlegung der medizinischen Zusam
men
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und enthält nach
vollziehbar
begründete Schlussfolgerungen
,
insbesondere auch im Zusammen
hang mit dem festgestellten die Besch
werden
aggravierenden
Verhalten
des Be
schwerdeführers.
Was die vom Beschwerdeführer am
Y._
-Gutachten vorgebrachten Kritikpunkte anbelangt (
Urk.
1 S. 5 f. Rz 8)
,
vermögen diese den Beweiswert des Gutachtens nicht zu schmälern.
Insbesondere
kann seiner
gestützt auf die Ausführungen
seines behandelnden Psychiaters Prof.
H._
vom 2
4.
Juli 2018 (
Urk.
10/224 S. 5
) vertretenen
Ansicht nicht gefolgt werden, wonach aus der Summe der von den
Y._
-Gutachter
n
aufgelisteten Diagnosen ohne Auswirkungen
auf die Arbeits
fähigkeit
schlussendlich doch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiere
n soll
(
Urk.
1 S. 6 Rz 9).
Nichts an der Beweiswertigkeit des
Y._
-Gutachtens zu ändern vermag sodann der Bericht des seit 1998
(vgl.
Urk.
10/16 S. 1)
behan
delnden Chiropraktikers
Dr.
J._
vom
6.
November 2019 (
Urk.
7)
. So handelt es sich bei seinen Ausführungen um keine fachärztlich fundierte Kritik respektive Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers.
Für die hier zu prüfende Frage, ob sich der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers seit der letzten eingehenden Prüfung seines Rentenanspruches
massgeblich
ver
ändert hat
(vorstehend E. 1.5-6)
, ist der Umstand, dass die Gutachter des
Y._
den Beschwerdeführer
auch
in seiner angestammten Tätigkeit als zu 100
%
arbeitsfähig einstuften, nicht von Belang
(vgl. das diesb
e
zügliche Vorbringen des Beschwerdeführers,
Urk.
1 S. 9
Ziff.
14)
.
Relevant ist, dass
aus orthopädischer
sowie internistischer und neurologischer Sicht im
Y._
-Gutachten
vom 2
7.
Dezem
ber
2017
festgehalten
wurde
, dass unverändert zum Vorgutachten bei der
E._
vom 2
1.
Dezember 2010 respektive der Verfügung vom
6.
Dezember
2011
(
Urk.
10/116)
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensadap
tierten Tätigkeit auszugehen sei, womit
sich
aus somatischer Sicht keine
mass
gebliche
Veränderung der Arbeitsfähigkeit ergeben hat
.
5.3
Was den psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
anbelangt, w
urde im
Y._
-Gutachten
vom 2
7.
Dezember 2017
unter Berücksichtigung der Standardindikatoren eine
rechtsprechungsgemässe
Beurteilung der funktionellen Leistungsfähigkeit (vorstehend E. 1.2-3) des Beschwerdeführers vorgenommen (
Urk.
10/209 S. 43 ff.
). Zusammenfassend konnten
- wie bereits anlässlich der psychiatr
ischen Begutachtung an der
E._
im
Jahr
2010
(vorstehend E. 3.3)
-
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden.
Die Diagnose eine Dysthymie (ICD-10 F34.1) im Zusammenhang mit dem Ärger und der Kränkung des Beschwerdeführers
aufgrund seiner
Streitereien mit den Ver
sicherungen wurde als behandlungsbedürftig
,
jedoch als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eingeschätzt
(
Urk.
10/209 S. 46 oben).
Nach neuer Praxis des Bundesgerichts führt die Diagnose einer psychischen Erkrankung
auch
nur dann zur Anerkennung eines rentenbegründenden Invalidi
tätsgrades, wenn einerseits die funktionellen Auswirkungen der medizinisch fest
gestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stand
ardindikatoren (vgl. vorstehend E. 1.3) schlüssig und widerspruchsfrei mit (zu
mindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind, und andererseits keine Ausschlussgründe, namentlich keine
Aggravation
, vorliegen.
Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation,
liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor. Eine solche Aus
gangslage ist etwa gegeben, wenn: eine
erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht
; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genom
men wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaub
würdig wirken; schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psy
chosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
Nicht per se auf Aggravation weist
blosses
verdeutlichendes Verhal
ten hin (BGE 141 V 281 E. 2.2.1).
5
.
4
Bereits im Bericht der Rehak
lini
k
K._
vom 2
6.
März 2004 wurde auf eine Diskrepanz zwischen den ausgeprägt geschilderten Beschwerden und den eher geringen klinischen Befunden hingewiesen (
Urk.
10/10/3-6 S.
3 unten
).
Zuvor wurde im Bericht vom 2
9.
September 2003 festgehalten, dass die Beschwerden und Symptome
tendenziell
eher wenig konsistent und nicht einfach zuzuordnen seien. Es seien hinsichtlich der Beschwerden Ausweitungstendenzen feststellbar (
Urk.
10/10/12-18 S.
5 unten).
Sodann wurde auch
im
E._
-
Gutachten vom 2
1.
Dezember 2010 (vorstehend E. 3.
3
) ein Verdacht auf
eine leichte
Aggravation der Beschwerden
geäussert
, konkret, dass
der Beschwerdeführer
seine kognitiven Schwierigkeiten bewusst habe verdeutlichen wollen (
Urk.
10/
85/2-47 S. 33 Mitte
, S. 43
Ziff.
5.1
).
Die Gutachter des
Y._
führten in ihrem Gutachten vom
2
7.
Dezember 2017
dann
aus
, dass
erhebliche Hinweise auf eine Aggravation
der Beschwerden
fest
gestellt worden seien
(
Urk.
10/209 S. 25
Ziff.
4
, S. 46 oben
).
Diese
Hinweise auf eine Aggravation
zeigten sich
nicht nur anlässlich der neuropsychologischen Unter
suchung respektive in den bei dem Symptomvalidierungsverfahren auf
fäl
ligen
Parame
tern, sondern auch bei der neurologischen
sowie
der orthopä
disch-traumatologischen Untersuchung.
Unter Hinweis auf die neuropsycho
lo
gische Untersuchung
vom 2
0.
November 2017
legte der psychiatrische Gutachter des
Y._
dar, weshalb die vom Beschwerdeführer beklagten und dargebotenen kog
nitiven Einschränkungen unter eine Beschwerdeaggravation zu subsumieren s
eien,
namentlich vor dem Hintergrund
seines
Rentenwunsches und des Krankheits
ge
winnes.
Diesen
Rentenwunsch
äusserte
der Beschwerdeführer deutlich anlässlich der neurologischen Untersuchung am
Y._
, wo er ausführte, dass ihn sein Kampf u
m die Rente am meisten belaste.
Weiter hielt er fest, dass es an der Zeit sei, dass er die Rente bekomme
(
Urk.
10/209 S. 69
Ziff.
2.4
und
Ziff.
2.6
).
Auch anlässlich der neurologischen Untersuchung zeigte der Beschwerdeführer ein diskrepantes Verhalten.
Unter anderem
beschrieb die Gutachterin, dass
er
beim
Romberg’schen
Stehversuch Schwankungen mit beinahe Hinfallen gezeigt habe. Unter Ablenkung seien diese Schwankungen jedoch komplett sistiert gewesen (
Urk.
10/209 S. 22 oben,
S. 25
Ziff.
4,
S. 70 unten, S. 72
Ziff.
5).
Ebenso wies die
untersuchende orthopädische Gutachterin des
Y._
au
f verschiedene Diskre
panzen und Inkonsistenzen zwischen dem vorhandenen Untersuchungsbefund und dem geschilderten und demonstrierten
Ausmass
der körperlichen Be
schwer
den hin.
D
iskrepant
erschienen
seien die ausgedehnten sportlichen Aktivitäten,
zum Beispiel beim Fahrradfahren, das mit einer deutlichen Belastung des Nackens verbunden sei (
Urk.
10/209 S. 25
Ziff.
4).
Wie die orthopädische Gutachterin
des
Y._
zu Recht bemerkte, erweist sich der vom Beschwerdeführer angegebene Schwindel, welcher neurologisch und auch anderweitig nicht erklärbar war,
mit dem
anlässlich der Untersuchung gezeigten flüssigen Gangbild sowie den prob
lemlos möglichen Radfahrten
als schwer vereinbar
. Auch wies die Gutachterin auf eine fehlende Schon- und Fehlhaltung, und auf einen
fehlende
Verspan
nun
gen objektivierenden paravertebralen Muskelhartspann hin (
Urk.
10/209 S.
20 Mitte)
.
Als im Widerspruch zu dem demonstrierten Beschwerdebild stehend erweist sich weiter der Umstand,
dass
es dem Beschwerdeführer
gemäss
seinen Aussagen möglich gewesen
ist
, im Jahr 2017
mit einem Freund mit
dem Auto nach Schweden und Norwegen
zu fahren
(vgl.
Urk.
10/209 S. 27 Mitte
, S. 37 Mitte
).
Wie die Gutachter des
Y._
zu Recht bemerkten, erweist sich die Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer zu keinerlei beruflichen Tätigkeit mehr in der Lage se
he
, als
diskrepant zum Aktivitätsniveau
in den Bereichen Freizeit und Haushalt (
Urk.
10/209 S.
26 f.
Ziff.
2
und S. 30 V.
Ziff.
2).
Auffallend ist weiter
, dass der Beschwerdeführer trotz angegebener massivster Beschwerden keine
Schmerzmittel ein
nimmt und seine psychischen Beschwerden lediglich mit Johanniskrautpräparaten behandelt
(
vgl.
Urk.
10/181
S. 3 Mitte,
Urk.
10/182
)
.
Bei vorliegend starkem Rentenbegehren sowie
erheblichen Hinwei
sen auf eine
Aggravation
der Beschwerden
kann der Beschwerdeführer
auch
aus
dem Abbruch der
Eingliederungs
m
assnahmen
im Frühjahr 2016 (
Urk.
10/156-158
)
k
ein aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht
relevantes Krankheitsgeschehen herleiten. Vom psychiatrischen Teilgutachter des
Y._
wurde das vom Be
schwerdeführer gezeigte Verhalten sodann unter eine unzureichende Motivation subsumiert (
Urk.
10/209 S. 45 lit. B.). Abgesehen davon lag das vom Beschwer
deführer
bei
de
n
Eingliederungsmassnahmen
gezeigte Leistungsniveau auch deutlich unter der anlässlich der Begutachtung am
Y._
beschriebenen Tages
aktivität und -leistung
.
5.
5
Zur anderslautenden Einschätzung des behandelnden Psychiaters Prof.
H._
(vorsteh
end E. 4.2, E. 4.7, E. 4.10-11)
und des
sen Diagnostik
sowie
zu
dem Bericht der Fa
chpersonen der Klinik
Z._
vom Frühjahr
2017
(vorstehend E. 4.3)
nahm der psychiatrische Teilgutachter des
Y._
eingehend Stellung und legte detail
liert dar, weshalb weder der Diagnostik noch der Einschätzung der Arbeits
fähig
keit gefolgt werden
könne (
Urk.
10/209 S.
46 Mitte
, vorstehend E.
4.8
)
. Dass Prof.
H._
auf Konzentrationsstörungen und sogar auf einen geistigen Abbau des Beschwerdeführers hingewiesen habe (vgl.
Urk.
10/183-184)
,
führte der psy
chiatrische Teilgutachter
des
Y._
auf die unkritische Übernahme der subjek
tiven Beschwerdeschilderungen des Beschwerdeführers
zurück
(
Urk.
10/209 S. 46 Mitte).
Im Übrigen sind die
gemäss
der Ansicht des behandelnden Psychiaters durchgeführten Testverfahren zur Verifizierung der Konzentrationsstörungen, wo der Beschwerdeführer unter anderem die gleiche Zahl in einer Abfolge von Zahlen durchstreichen musste, ohne weiteres durch die Testperson im Ergebnis steuerbar, weshalb sie bei festgestellten Hinweisen auf Aggravation und mangelnder Motivation ohnehin mit
äusserster
Zurückhaltung zu würdigen sind.
Soweit Prof.
H._
in seinen Berichten vom
8.
Januar und 1
4.
Oktober 2019
auf
grund des durchgeführten BDI und SKID-II Testverfahrens
(vgl.
Urk.
10/234/4-8,
Urk.
10/234/13-18)
eine
schwere depressive Symptomatik respektive eine kom
binierte Persönlichkeitsstörung mit schizoiden,
anankastischen
, ängstlichen und narzisstischen Persönlichkeitszügen (ICD-10 F61.0) als ausgewiesen betrachtet
e
und dem psychiatrischen
Y._
-Gutachter vorhielt, kein testpsychologisches Instrument benutzt zu haben
(vorstehend E. 4.
10
und E. 4.
11
), ist darauf hin
zu
weisen, dass nach der
Rechtsprechung dem testmässigen Erfassen der Psycho
pathologie im Rahmen der psychiatrischen Exploration generell nur eine ergän
zende Funktion beizumessen
ist
. Ausschlaggebend bleibt die klinische Untersu
chung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung (
Urteil
des Bundesgerichts
9C_344/2013 vom 16. Oktober 2013 E. 3.1.5
). Zudem basieren beide Instrumente auf der Selbstbeurteilung des Besc
hwerdeführers und erweisen sich
bei vorliegender
subjektiver
Überzeugung der vollständigen Leis
tungsunfähigkeit und bei festgestellter Aggravation d
er Beschwerden
als wenig aussagekräftig.
Die von Prof.
H._
am
Y._
-Gutachten
geäusserte
Kritik in seinem Bericht vom 2
4.
Juli 2018 (vorstehend E. 4.
7
) geht sodann
, wie die
Y._
-Gutachter in ihrer Stellungnahme vom 2
9.
November 2018 zu Recht bemerkten (vorstehend E. 4.8),
ins Leere, insbesondere soweit
Prof.
H._
mit im Wesentlichen
allgemein ge
haltenen und von den ICD-10 Kriterien abweichenden Ausführungen zur Diag
nose Dysthymie
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers her
zuleiten versuchte.
Ohne W
eiteres ist festzuhalten, dass die lediglich alle zwei bis drei Wochen stattfindenden
Konsultationen
bei Prof.
H._
und die Behandlung
des Beschwerdeführers
mit pflanzlichen Präparaten (vgl.
Urk.
10/182) im Wider
spruch zu den von Prof.
H._
gestellten Diagnosen und der attestierten Arbeits
unfähigkeit stehen.
A
n diesen im Verhältnis als unzureichend erscheinenden
Therapie
massnahmen
ändert
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 5 f. Rz 8)
auch
der Umstand
nichts
, dass
er sich
von Januar bis März 2017 in einen stationären Aufenthalt in die Klinik
Z._
begeben hat (vorstehend E. 4.3)
. Im Bericht der Fachpersonen der Klinik
Z._
vom Frühjahr 2017 (vorstehend E.
4.3) wurde lediglich die Diagnostik des überweisenden Arztes Prof.
H._
(vgl. vorstehend E. 4.2) übernommen und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers basierte
unhinterfrag
t
auf dem von ihm während des A
ufent
haltes gezeigten Verhaltens
.
Soweit Prof.
H._
in seinem Bericht vom
8.
Januar 2019 darauf hinwies (vor
stehend E. 4.
10
), dass selbst von der Klinik
Z._
, wo der Beschwerdeführer am
1.
Mai 2018 vorstellig geworden sei, die Diagnose einer rezidivierenden depres
siven Störung (ICD-10 F33.1) und der Verdacht auf eine kombinierte Persönlich
keitsstörung (ICD-10 F61) bestätigt worden sei, ist darauf hinzuweisen, dass es
sich
bei der Konsultation vom
1.
Mai 2018
nicht um eine eingehende Unter
suchung des Beschwerdeführers mit fundierter Diagnostik
,
sondern
lediglich um ein Vorgespräch
gehandelt hat,
nach
welchem man in Anbetracht dessen, dass der Beschwerdeführer dermassen auf seinen Rentenwunsch und seinen Kampf gegen die Invalidenversicherung fixiert
war
,
von einer Behandlung absah
(vor
stehend E. 4.
6
).
5.
6
Aufgrund des Gesagten ist davon auszugehen, dass eine aus invalidenver
siche
rungsrechtlicher Sicht eingetretene relevante Verschlechter
ung des Gesundheits
zustandes des
Beschwerdeführer
s
seit der letztmaligen leistungsverneinenden Verfügung vom
6.
Dezember 2011
(Urk.
10
/
116
) bei
nach wie vor
bestehender vollständiger Arbeitsfähigkeit
in
einer
behinderungsangepassten Tätigkeit zu verneinen ist. Demnach besteht weiterhin kein Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente
.
Die angefochtene Verfügung (Urk. 2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 9
00.-- anzusetzen. Ent
spre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwer
de
füh
rer aufzuerlegen.