Decision ID: b75ff1bd-077b-4fc9-a159-8d2eaa395464
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1970 geborene
X._
, ohne Ausbildung und Mutter eines Kindes (geboren
1989
)
,
arbeitete
seit 2001
als Zimmerfrau bei der
Y._
(Urk. 7/8)
. Am 1
1
. Dezember 2010
stürzte
sie
im Treppenhaus
, wobei sie sich eine Kontusion der Lendenwirbelsäule (LWS)
so
wi
e
der Weichteile
an der linken Flanke zuzog
(
Urk. 7/14/108-109
). Am
29. August
2011
meldete sie sich unter Hinweis auf
seit dem Unfall
anhaltende Rücken
probleme
bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug
an (Urk. 7/2
, Urk. 7/8
).
Mit
Verfügung vom 31. Mai 2012
(Urk. 7/35) wies die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, das Leistungsbegehren der Versicher
ten ab, da letztere in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei.
Am 17. Oktober 2018 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf
seit Dezem
ber 2010 bestehende
Muskelschmerzen und Arthrose in den Gelenken
respektive Ganzkörperschmerzen bei der Invalidenversicherung
erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 7/47). Die IV-Stelle nahm erwerbliche u
nd medizinische Abklärungen vor und veranlasste eine polydisziplinäre Begutachtung (Allgemeine/Innere Medizin, Rheumatologie, Neurologie und Psychiatrie) bei der
Z._
(Expertise vom
21. Februar 2020 [
Urk. 7/103/1-
20
]
).
Mit Vorbescheid vom 23. April 2020 (Urk. 7/106) stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen letztere am 13. Mai 2020 Einwand (Urk. 7/107, Urk. 7/116) erhob. Am 23. September 2020 verneinte die IV-Stelle verfügungsweise einen Leistungsanspruch der Versicherten (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 24. Oktober 2020 Beschwerde (Urk.
1
) und beantragte, es
sei die angefochtene Verfügung
aufzuheben und die Beschwerde
gegnerin anzuweisen, eine angemessene IV-Rente auszurichten. Eventuell seien die Akten der Beschwerdegegnerin zu den sich aufdrängenden Abklärungen und zu neuem Entscheid zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht stellte sie das Ge
such um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 26. November 2020 (Urk. 6) schloss die Be
schwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom
1. Dezember 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9). Am 26. November 2020 zog die Beschwerdeführerin das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zurück (Urk. 8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215
E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fac
h
ärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne wei
teres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von
der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihre
m Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (Urk. 2) damit, dass der Beschwerdeführerin die Ausübung der bisherigen Tätigkeit als Haus
halts
angestellte gemäss Gutachten nicht mehr zumutbar sei. In einer angepassten Tätigkeit (leicht wechselbelastend, ohne Heben/Tragen von Lasten über 5-10 kg, ohne Arbeiten über Kopf/in
knieender
Tätigkeit/in gebückter
Zwangsh
altung, ohne Besteigen von Leitern/häufiges Treppensteigen) liege indessen eine volle Arbeitsfähigkeit vor
, weshalb
kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenver
sicherung
bestehe
(S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
der angefochtene Entscheid
beruhe
a
uf aktenwidrigen Annahmen
. Gemäss
dem
Z._
-Gutachte
n sei sie in manuellen Tätigkeiten erheblich eingeschränkt. Die Beschwerdegegnerin gehe indessen
davon aus, dass eine angepasste Verrichtung eine manuelle Tätigkeit sei
, welche zu 100 % zumutbar sei
. Dabei
berücksichtige
sie
die von
den Experten
formulierte Bedingung
eine
r
erfolgreiche
n
Re-Operation des
Karpaltunnelsyndroms (
KTS
)
rechts und eine
r
erfolgreiche
n
Operation des
K
TS
links
nicht, da die genannten Operationen bislang nicht durchgeführt worden seien (S. 3 f.). Im Weiteren seien die schmerzmedizinischen Fakten in der Exper
tise weder berücksichtigt noch diskutiert worden. Entsprechend sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(S. 4 f.)
.
3.
3.1
In ihrer Konsensbeurteilung vom 2
1. Februar 2020 (Urk. 7/
103/1-20) stellten die
Z._
-
Gutachter
Dr.
med.
A._
, Fachärztin FMH für Rheumatologie,
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH,
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Neurologie,
Dr.
med. Dipl.-Psych.
D._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, und Prof.
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Neu
rologie, folgende Diagnosen (S. 11 f.):
-
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
mässiges bis schweres, sensomotorisches,
axonal
und
demyelin
i
sierendes
KTS
rechts mit/bei:
-
als
R
ezidiv zu interpretieren bei Status nach Operation am 21. Juli 2017
-
klinisch aktuell: gewisse Schwäche der rechten Hand, keine sicheren persistierenden sensible
n
Defizite,
Tinel
-Zeichen hochpositiv
-
eher leichtes, sensomotorisches,
rein
demyelin
i
sierendes
KTS
links im dynamischen Stadium
-
chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom
mit/bei:
-
Bildgebung MRI Halswirbelsäule (HWS, 10/2019): mögliche Affektion der Wurzeln C6 beidseitig sowie C8 rechts
-
MRI LWS (10/2019): keine
neuroforamin
ale
Einengung oder neuronale
Kompromittierung
lumbal
-
p
athologische somatosensorisch evozierte Potentiale von den N
ervi
t
ibiales
linksseitig
-
klinisch-neurologisch keine schwer
er
en Defizite nachweisbar
-
Polyarthrose
-
Gonarthrose beidseitig
-
Retropatellärarthrose
beidseitig, links mehr als rechts
-
Fingerpolyarthrose
-
Rhizarthrose
beidseitig
-
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Adipositas Grad II
(ICD-10 E66.91)
-
Asthma bronchiale (ICD-10 J45.9)
-
Fibromyalgiesyndrom
-
Widespread
Pain
Index > 7 und Symptom
Sever
i
ty
Scale
Score
> 5
-
anhaltend somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.40)
Die
Gutachter führten aus, dass
auf rheumatologischem Fachgebiet aufgrund des chronischen
Cervikovertebralsyndroms
und der strukturellen Veränderungen Einschränkungen bei Arbeiten über Kopf
, mit
Heben
von
schweren
Lasten über 5-10 kg
und in Kälte/Nässe vorlägen. Durch die Fingerpolyarthrose sei die Be
schwerdegegnerin
zudem
beim Heben/Tragen von Lasten und
bei
schweren manu
ellen Tätigkeiten eingeschränkt. Die Gonarthrose
und
Retropatellärarthrose
führten zu Einschränkungen beim Gehen/Stehen/Treppensteigen. In neurologi
scher Hinsicht habe sich im Rahmen der neurografischen Untersuchung ein Rezidiv des bereits im Jahre 2017 gespaltenen Karpaltunnels gefunden, weshalb der Kraftverlust der r
echten Hand nachvollziehbar sei
. Auch links hätten sich neurografisch Hinweise für ein mildes
KTS
gefunden, so dass die Einschrän
kung
en/Funktionseinbussen beider Händ
e
plausibel
seien. Auf der psychisch-geistigen Ebene bestünden neben einer formalgedanklichen Einengung auf die Schmerz
prob
le
matik keine wes
entlichen affektiven
, psychomotorischen, kognitiven oder vegetativen Symptome
und keine
ausgeprägte Störung der Vitalgefühle. Auf der Fähigkeitsebene (ICF) zeigten sich eine mässige schmerzbedingte Beeinträchti
gung der Durchhaltefähigkeit und eine mässige Beeinträchtigung der Fähigkeit zu Spontanaktivitäten
.
Im Weiteren sei das Selbstwertgefühl leicht vermindert,
wobei sich gesamthaft
aber
keine erheblichen Aktivitäts- und Partizipations
störungen ergäben (S. 12 f.).
Gemäss den jeweiligen Teilgutachter
n
bestehe folgende Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Zimmermädchen/Haushälterin: Rheumatologie: 30 %; Allgemeine Innere Medi
zin: 0 %; Neurologie: 100-50 % (
bei Operation des
KTS
rezidiv rechts
)
; Psychiatrie: 0 %
. In einer Verweistätigkeit
liege
folgende Arbeits
unfähigkeit vor: Rheumatologie
/
Allgemeine Innere Medizin
/Neurologie/
Psychia
trie: 0 %
(S. 14
)
. Aus interdisziplinärer Sicht
ergebe sich
in der angestammten Tätigkeit
eine Arbeitsunfähigkeit
von 100-50 % und in einer Verweistätigkeit
eine solche
von 0 %, wobei die im neurologischen und rheumatologischen Teil
gut
achten geäusserten Fähigkeitsprofile gälten
(S. 15)
.
In der neurologischen Untersuchung habe sich ein Rezidiv des bereits im Jahre 2017 operierten KTS der rechten Hand gefunden, welches zu den angegeben
en
und klinisch auffälligen Funktionseinschränkungen der rechten Hand führe. Unbe
handelt sei von einer nicht mehr zumutbaren Arbeitsfähigkeit in der ange
stam
mten Tätigke
it als Zimmermädchen auszugehen. B
ei Behandlung des KTS
rechts
, das heiss
e
bei einer erneuten operativen Massnahme, sei wahr
schein
lich von einer Restarbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen. Die weiter reduzierte Arbeitsfähigkeit auf 50 % in angestammter Tätigkeit gründe auf der panverte
bralen Sch
merzprob
lematik, dessen Relevanz
durch pathologisch evozierte Poten
tiale von den N
ervi
tibiales
untermauert werde.
In rheumatologischer Hinsicht ergebe sich im Rahmen der degenerativen Veränderungen am Bewegungsapparat (Finger, Knie, HWS) eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit von 30 %
aufgrund des ungünstigen Arbeitsprofils und der damit verbundenen Leistungs
ein
schränkungen. Sowohl auf dem neurologischen wie auch
auf dem
rheuma
tolo
gische
n
Fachgebiet hätten sich in einer Verweistätigkeit keine Einschrän
kungen der Arbeitsfähigkeit ergeben
(S. 15)
. Eine Addition der Arbeitsunfähi
g
keiten finde ni
cht statt (S. 16).
Die Gutachter hielten weiter fest, dass die Arbeitsfähigkeit
aus neurologischer Sicht
durch eine KTS-Re
-O
peration rechts und
KTS-
Operation links deutlich ver
bessert werden könnte.
In rheumatologischer Hins
icht hätten die bisherigen The
rapiemassnahmen zu keiner Verbesserung geführt und es bestehe eine therapie
refraktäre Situation. Es seien sämtliche Therapieoptionen ausgeschöpft worden, jedoch ohne wesentlichen Nutzen (S. 16).
Betreffend das Belastungsprofil in einer angepassten Tätigkeit führten die Gut
achter aus, dass aus rheumatologischer und neurologischer Sicht das Heben/
Tra
gen von Lasten 5-10 kg nicht übersteigen sollten und schwer manuelle Tätigkei
ten, langes Stehen/Gehen/Sitzen, Verrichtungen in Kälte/Nässe, das Besteigen von Leitern
sowie
häufiges Treppensteigen vermieden werden sollte
n
. Repetitive
Bückbewegungen
und
Arbeiten über Kopf seien als ungünstig anzusehen (S. 17).
3.2
Der
neurologische Gutachter Dr.
C._
führt
e
in seinem Teilgutachten (
Urk.
7/103/108-131)
aus,
in neurologischer Hins
icht
stünden
zwei
Komplexe im Vordergrund
,
die beidseitige KTS-Problematik
(
rech
tsbetont)
sowie das panverte
brale Schmerzsyndrom. Rechtsseitig sei das KTS im Juli 2017 mit insgesamt uner
freulich
em Verlauf operiert worden. Im w
eiteren Verlauf sei ein Rezidiv diskutiert worden, n
achdem sich die sensible Nerven
leitgeschwindigkeit (NLG) nicht erholt habe. Bei der aktuellen Untersuchung
habe
sich ein recht ausgeprägter Befund mit deutlicher Verlängerung der distalen motorischen Latenz (DML) und deutlich erniedrigter sensibler NLG mit Amplitudenreduktion
gezeigt
. Dies sei der typische Verlauf eines KTS-Rezidivs bei möglicherweise nicht vollständig gespaltenem Ligamentum oder anderweitiger Problematik. Linksseitig lasse sich ein leichtes KTS elektroneurografisch nachweisen, allerdings mit deutlich
geringeren Be
schwerden. Insgesamt könnten die geklagten Beschwerden an der rechten Hand
zumindest teilweise durch das nicht unerhebliche, persistierende KTS erklärt werden
. Das panvertebrale Schmerzsyndrom sei von neurologischer Seite nicht ganz eindeutig zu beantworten. Rein klinisch-neurologisch fänden sich keine sicheren, persistierenden Defizite. Elektrophysiologisch seien aber die evozierten Potentiale
der
Nervi
tibiales
linksseitig pathologisch und das deshalb veranlasste MRI der HWS
/
LWS habe dann überraschenderweise im LWS-Bereich keine rele
vanten Probleme ergeben, jedoch eine mögliche
radikuläre
Affektion C6 beid
seitig und C8 rechtsseitig. Zusammengefasst könnten die degenerativen Verände
rungen gewisse Schmerzen sicherlich erklären, die pathologisch evozierten Poten
tiale unterstrichen dies, eine
schwergradige
re
Pathologi
e
lasse sich aber nicht nachweisen (S. 18 f.).
Im Weiteren hielt Dr.
C._
fest, dass sich betreffend das rechts
seitige KTS eine erneute neurologische Kontrolle und höchstwahrscheinlich eine erneute Ope
ration
empfehle
. Bei im Verlauf zunehmenden Tätigkeiten mit den Händen würde sich wahrscheinlich auch eine Operation links anbieten. Bezüglich des panverte
bralen Schmerzsyndroms erschienen die Massnahmen
aus
neurologischer
Hin
sicht
ausgeschöpft und die Beschwerdeführerin habe ausreichend Physiotherapie und auch weitere Therapien. Hier stünden die anderen Fachgebiete (orthopädisch-rheumatologische) ebenso im Vordergrund (S. 20).
Der neurologische Gutachter führte weiter aus
, dass als angestammte Verrichtung
eine Reinigungstätigkeit
mit deutliche
r
Belastung der Hände beschrieben werde. In diesem Bereich sei die Beschwerdeführerin aufgrund des ausgeprägten KTS rechts
, welches sich bei manueller Tätigkeit glaubhaft rasch weiter verschlechtern würde, nicht arbeitsfähig
. Nachdem dies grundsätzlich eine behebbare Pathologie sei, bestehe darüber hinaus noch eine Einschränkung durch das panvertebrale Schmerzsyndrom mit den fassbaren neurologischen
Pathologika
. Als Reinigungs
kraft best
ehe
deshalb unabhängig vom KTS aufgrund dieser Situation eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit mit einer Arbeitsleistung von zirka 6 Stunden pro Tag. Sollte das KTS behoben sein, wäre die Leistung
aufgrund der beschrie
benen neurologischen
Pathologika
also dennoch auf zirka 2/3 reduziert. Die aktuelle
Arbeitsfähigkeit
liege bei 0 % in der bisherigen Tätigkeit, bei Therapie bei zirka 50 %.
Im Zusammenhang mit dem zeitlichen Verlauf der Arbeitsfähig
keit wies d
er Experte darauf hin, dass die Entwicklung des KTS schwierig zu beschreiben sei, wobei es insgesamt aber als glaubhaft erscheine, dass seit der Operation nie eine wirkliche Beschwerdefreiheit bestanden habe und die Be
schwerdeführerin für manuelle Tätigkeiten immer relevant eingeschränkt gewesen
sei (S. 22).
Eine an die Behinderung optimal angepasste Tätigkeit wäre eine wechselhafte Belastung, mithin ein Wechsel
zwischen
Stehen, Sitzen und Laufen. Dabei dürften keine schweren körperlichen Verrichtungen notwendig sein, welche das Achsen
skele
tt, insbesondere die HWS und
LWS, belasteten. Zudem müsste das KTS rechts saniert sein
. Bei einer angepassten Tätigkeit bestünde keine Einschränkung der zeitlichen Tätigkeit im üblichen Rahmen und es wäre
bei einem 100 %-Pensum
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Unter dem Titel zeitlicher Ver
lauf der Entwicklung der Arbeitsfähigkeit hielt Dr.
C._
fest, dass d
iese Arbeitsfähigkeit prognostisch
sei
, das heiss
e
,
wenn auch das KTS
rechts operiert
sei
. Seit der KTS-Operation
[im Juli 2017]
sei die Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit nur spekulativ zu beantworten, da die Auswirkungen auf die Tätigkeit nicht bekannt seien
(S. 23).
Abschliessend
bemerkte
Dr.
C._
, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwer
de
führerin durch eine KTS-
Re-Operation
rechts und eine Operation links deutlich
verbessert
werden könne. Nach einer erfolgreichen Operation und einer Erholungs
phase von ein bis zwei Monaten müsste in der bisherigen Tätigkeit eine Arbeits
fähigkeit von 50 % und in einer angepassten eine solche von 100 % zu erzielen sein (S. 24).
4.
4.1
Das
Z._
-Gutachten vom 21. Februar 2020
(vgl. E.
3.1
) entspricht
in rheu
matologischer, internistischer und psychiatrischer Hinsicht
den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise. So ist es für die
Bestimmung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
umfassend und
beruht auf den notwendigen
Untersuchungen. Die Gutachter berücksich
tigten detailliert die ge
klagten Beschwerden und setzten sich damit auseinander (
Urk. 7/103/1-20 S. 10
;
Urk. 7/103/55-76 S. 7 f., S. 16
f
f.;
Urk. 7/103/89-107
S. 7
, S. 14
; Urk. 7/103/134
-160
S.
8
,
S. 20 f.
). Die Expertise wurde sodann in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese) abgegeben, wobei sich die Gutachter zur Krankheitsentwicklung äusserten und Bezug auf die medizinischen
Vorakten
nahmen (
Urk. 7/103/1-20 S. 8, Urk. 7/103/21
-53
, Urk. 7/103/134-160 S. 7
). Schliesslich leuchtet die Expertise in der Darlegung der medizinischen Zusam
men
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen im Gutachten sind begründet.
In diesem Sinne
diagnostizierte die rheumatologische Expertin Dr.
A._
in schlüssiger Weise ein chronisches
Cervikovertebralsyndrom
, eine Polyarthrose sowie chronische Schmerzen an der rechten Hand, wobei die Beschwerdeführerin
in
der bisherigen Tätigkeit
aufgrund
des eher ungünstigen Arbeitsprofils und der Einhaltung regelmässiger Pausen zu 70 % respektive in einer angepassten Ver
ri
chtung zu 100 % arbeitsfähig ist
. Den zusätzlich gestellten Diagnosen
eines
chronischen
lumbovertebralen
Schmerzsyndrom
s
und
Fibromyalgiesyndrom
s
mass
die Gutachter
i
n nachvollziehbar keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu (Urk. 7/103/55-76
S. 14, S. 19 f.). Der allgemein-internistische Experte Dr.
B._
beschrieb einleuchtend, dass die diagnostizierte Adipositas WHO Grad II sowie das Asthma bronchiale keine Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit
zeitigen
(Urk. 7/103/89-107 S. 14, S. 17 f.). Unter psychiatrischen Gesichtspunkten
legte Dr. Dipl. Psych.
D._
eingehend
dar, dass von einer anhaltend somatoformen Schmer
zstörung auszugehen ist, welche
indessen keine Beeinträchtigung der Arb
eitsfähigkeit zur Folge hat
(Urk. 7/103/134
-160 S. 18, S. 24 f.).
Die Expertise erfüllt demnach die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines ärztlichen Gut
achtens (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c), weshalb für die
Entscheid
findung
grundsätzlich darauf abzustellen ist.
4.2
4.2.1
Gleichermassen
entspricht das neurologische Teilgutach
t
en
den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise. So ist es für die
Bestimmung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit um
fassend und
beruht auf den notwendigen
neurologischen
Untersuchungen.
Dr.
C._
berücksichtigte
detailliert die g
eklagten Beschwerden und setzte
sich damit auseinander (
Urk. 7/103/108-131 S. 9, S. 20 f.
). Die Expertise wurde sodann in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben, wobei sich
der
Gut
ach
ter zur
Krankheitsentwicklung äusserte
und Bezug auf d
ie medizinischen Vor
akten nahm
(
S. 7 f
.).
Schliesslich leuchtet die
neurologische
Expertise in der Dar
legung der medizinischen Zusam
men
hänge und in der Beurteilung der medizini
schen Situation ein und die Schlussfolgerungen im Gutachten sind begründet.
Dr.
C._
legte
n
achvollziehbar
dar, dass ein mässiges bis schweres KTS rechts, ein eher leichtes KTS links sowie ein chronisches panvertebrales Schmerz
syndrom vorliegen und im Übrigen klinisch-neurologisch keine schwere
re
n Defi
zite nachweisbar sind.
Betreffend
die bisherige
Tätigkeit ging er
aufgrund des
ausgeprägte
n
KTS
rechts
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus,
da
eine Reinigungstätigkeit
mit deutlicher Belastung der Hände verbunden ist
. Aufgrund des panvertebralen Schmerzsyndroms ist aber auch nach Operation des KTS von einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
auszugehen
(S. 18
, S. 22
).
In diesem Sinne erfüllt die
neurologische
Expertise die praxisgemässen Kriterien an den Beweis
wert eines ärztlichen Gut
achtens (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c), weshalb für die
Entscheidfindung
grundsätzlich darauf abzustellen ist.
4.2.2
Was die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit betrifft, so führte Dr.
C._
aus, dass eine optimal angepasste Verrichtung eine wechselhafte Belastung voraussetze und keine schweren körperlichen Tätigkeiten
mit
einer
Strapazierung
des
Achsenskelett
s
umfassen sollte. Zusätzlich müss
t
e das KTS rechts saniert
sein
. In einer solchen Tätigkeit
bestehe eine
100%ige Arbeitsfähigkeit
, wobei
diese
prognostisch
sei und
eine Operation des KTS rechts voraussetze
. Auch der Verlauf der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit könne nur spekulativ beantwortet werden
(S.
23). Vor diesem Hintergrund
wird deutlich
, dass sich
Dr.
C._
im neurologischen Teilgutachten nicht zur Frage äusserte, wie es sich mit dem Umfang der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit verhält, wenn keine Re-Operation des KTS an der rechten Hand erfolgt.
Der
Arzt des Regionalen Ärzt
lichen Dienstes (RAD),
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
ging
in seiner Stellungnahme vom 13. März 2020 (Urk. 7/105/10-11)
in einer angepassten Tätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit von 0 %
spätes
tens
seit der
Begutachtung aus
, retrospektiv überwiegend wahrscheinlich aber
bereits von Anfang an (Juli 2017)
. Diese Einschätzung deckt sich nicht mit der
eben erwähnten
neurologischen Beurteilung
,
wobei eine entsprechende Begrün
dung des RAD-Arztes fehlt und er sich insbesondere nicht dazu äussert
e
, weshalb
auch bei (noch) nicht erfolgter Re-Operation
des KTS rechts
von einer
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit
auszugehen ist.
Auch die Ausführungen des RAD in der Stellungnahme vom
6.
August 2020 (
Urk.
7/126 S. 3), wonach die gutachterliche Angabe einer erst nach erneuter Operation möglichen Arbeitsfähigkeit sich nur auf die bisherige, nicht aber die angepasste Tätigkeit beziehe, erweist sich nach dem Gesagten als unzutreffend und steh
en
i
m
Widerspruch zum Gutachten (S. 23
Ziff.
8.2.1 und
Ziff.
8.2.5).
In diesem Zusammenhang ist
sodann darauf hinzu
weisen, dass
im Fall einer durchgeführten Re-Operation
nicht automatisch
auf
einen optimalen Heilungsverlauf mit anschliessender Beschwerdefreiheit
oder zumindest wesentlicher Besserung der Beschwerden respektive auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
geschlossen werden kann.
4.3
Was den Einwand der Beschwerdeführerin
unter Hinweis auf das Schreiben von
Dr.
med.
G._
, Spezialarzt FMH für Chirurgie
und Schmerzspezialist SGSS
,
vom 13.
Juli
2020 (Urk. 7/120
S.
4
)
angeht, die
Z._
-Experten hätten die schmerzmedizinischen Elemente nicht mitberücksichtigt, weshalb die Einholung eines schmerzmedizinischen Gutachtens
notwendig
sei (Urk. 1 S. 4 f. Ziff. 4), ist Folgendes festzuhalten: Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
kommt den Gutachtern - was die Wahl der Untersuchungsmethoden betrifft - ein weiter Ermessensspielraum zu. Das beinhaltet auch die Auswahl der vorzunehmenden fachärztlichen Abklä
rungen, wonach die Wahl der Fachrichtungen in erster Linie von den Gutachter
fragen abhängt und je nach Gesundheitsschaden mehrere Fach
richtungen in Frage
kommen. Es liegt demnach im Ermessen der Gutachter, ob der
Beizug
weiterer Experten notwendig ist (Urteil des Bundesgerichts
8C_780/2014 vom 2
5.
März
2015 E. 5.1
).
Sowohl die rheumatologische Gutach
terin wie auch der neurologische und psychiatrische Experte
haben sich ein
gehend mit den von der Beschwerdeführerin
g
eklagten Beschwerden
/Schmerzen
auseinandergesetzt (vgl. E. 4.1 und E. 4.21). Die von Dr.
G._
gestellten Diagnosen stimmen sodann im Wesentlichen mit jenen
der
Z._
-Gutachter überein.
Der
neurologische Experte
hatte in Bezug auf das
chronische panverte
brale Schmerzsyndrom
einen pathologischen Anteil ausdrücklich bestätigt. So
weit darüber
hinaus
ein
organische
s
Korrelat
fehlte
, war die Schmerzproblematik
rechtsprechungsgemäss
durch den psychiatrischen Experten
zu beurteilen
. Dieser
diagnostizierte eine
somatoforme Schmerzstörung
, wobei er deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
in nachvollziehbarer Weise
verneinte
(
Urk.
7/103/134-
160 S.
19)
und
eine
Psychotherapie und
die
Fortführung der antidepressiv-medi
kamentösen Behandlung
empfahl
.
Im Übrigen ist zu bemerken, dass das
Medizi
nalberuferegister
(
MedReg
)
im Bereich der
Schmerzmedizin
keinen Facharzttitel
auf
führt, sondern lediglich
die
Weiterbildung
«
Interventionelle
Schmerztherapie»
. A
uch unter diesem Aspekt
ist
ein Abklärungsbedarf
durch eine andere Fach
richtung
zu verneinen. Von ei
ner ungenügenden Beurteilung der
schmerzmedi
zinischen Komponente kann daher keine Rede sein
.
Im Übrigen ist
darauf hin
zuweisen, dass sich Dr.
G._
in seinem Bericht vom 13. Juli 2020
nicht auf eine Veränderung der gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin seit der
Z._
-Begutachtung beruft.
4.4
Im Lichte der obigen Erwägungen
fehlen Angaben betreffend den Umfang der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
für
den
Fall, dass keine Re-Operation des KTS rechts erfolgt, weshalb der medizinische Sachverhalt in wesentlichen Teilen ungeklärt ist und es weiterer Abklärungen bedarf.
Ungeklärt ist ferner die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit im Verlauf seit der Operation des KTS rechts am 2
1.
Juli 2017 bis zur Gutachtenserstellung am 2
1.
Februar 202
0.
Sollte
die Beschwerdegegnerin bezüglich einer erneuten Operation die Auferlegung einer
Schadenminderungspflicht in Betracht ziehen, so fehlen ferner Angaben zu deren Zumutbarkeit.
Entsprechend ist die Verfügung vom 23. September 2020 (Urk. 2) aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit
diese
die
noch offenen Fragen kläre
(B
GE 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.4, publiziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S. 3). Im Anschluss wird über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu zu verfügen sein.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen.
Ausgangsgemäss
sind sie der Be
schwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Letztere ist nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbin
dung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festzusetzen. Unter Berück
sich
tigung dieser Grundsätze ist der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von Fr. 2‘300.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) zuzusprechen.