Decision ID: 021bf699-deaf-53c6-94a6-1774d4666140
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1963 geborene
und bis Ende November 2012 als Flight
Attendant
erwerbs
tä
tig gewesene
X._
meldete sich am
13. März 2013
unter Hinweis auf
seit Mai 2012
bestehende Kniebeschwerden
bei der
Sozial
versiche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
(Urk. 8/8)
.
Daraufhin klärte die IV-Stelle die erwerbliche Situation der Versi
cherten ab und zog die Akten des
Krankentaggeldv
ersicherers bei. Am
8. Mai 2013
eröffnete
sie der Versicherten, dass
aufgrund
ihres
Gesundheitszustandes
keine b
erufliche
n
Eingliederungsmassnahmen möglich
seien
(U
rk. 8/24)
.
Nach Durchführung des
Vorbescheid
verfahrens
(Urk. 8/27 ff.)
wies sie mit Verfügung vom 27. November 2013 das Leistungsbegehren
(Rente)
ab
, unter dem Hinweis, dass der Fall an die Eingliederungs- bzw. Berufsberatung weitergegeben werde
(Urk. 2).
Am 10. De
zember 2013 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, sie
könne am
1. März 2014
eine
50%ige Stelle im
A
dministrati
onsb
ereich
eines Golf Clubs
antreten
(Urk. 8/41)
, worauf die
Verwaltung
mit Mitteilung vom 11. Dezember 2013 ihre Dienst
leistungen im Bereich berufliche Eingliederung abschloss (Urk. 8/42).
2.
Gegen die rentenablehnende Verfügung vom 27. November 2013 erhob
X._
am
13. Januar 2014
Beschwerde
mit dem
Rechtsbe
gehren
um Zusprechung einer ganzen Invalidenrente ab Mai 201
3.
Daneben
ersuchte sie um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels
(Urk. 1
S. 2
)
. Mit Beschwerdeantwort vom 11. Februar 2014 schloss die Verwaltung auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 7)
, worüber die Beschwerdeführerin am 18. Februar 2014 orientiert wurde (Urk. 9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
In prozessualer Hinsicht ist festzuhalten, dass ein zweiter Schriftenwechsel nur dann anzuordnen ist, wenn in der Beschwerdeantwort neue Tatsachen, Beweis
mittel oder Rechtsgründe vorgetragen werden (
vgl.
Kobel, in: Zünd/Pfiffner
Rauber
[Hrsg.], Kommentar zum Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, N 20 zu § 19). Da die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 11. Februar 2014 (Urk. 7)
soweit ersichtlich
keine neuen Gesichtspunkte genannt hatte, erübrigte sich die Anordnung eines förmlichen zweiten Schriftenwechsels. Es stand der Beschwerdeführerin jedoch frei, nach Massgabe der Rechtsprechung des Bun
desgerichts zur Frage des Anspruchs auf rechtliches Gehör in
Beschwerdever
fahren
zu den Anträgen und Vorbringen der Beschwerdegegnerin Stellung zu nehmen (BGE 132 I 42 E. 3.3.3 und 3.3.4; 133 I 98 E. 2; 133 I 100 E. 4). Indem die
anwaltlich vertretene
Beschwerdeführerin nach Erhalt des Doppels der Beschwerdeantwort im Februar 2014 keine weitere Stellungnahme einreich
t
e
, ist davon auszugehen, dass sie
trotz ihres Antrags in der Beschwerde (Urk. 1 S. 1)
darauf verzichtet
e
.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.5
Die behördliche und richterliche Abklärungspflicht umfasst nicht unbesehen alles, was von einer Partei behauptet wird. Vielmehr bezieht sie sich auf den im Rahmen des streitigen Rechtsverhältnisses (Streitgegenstand) rechtserheblichen Sachverhalt. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und
Sozialversicherungs
gerichte
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn
hiezu
aufgrund der
Partei
vor
bringen
oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hin
reichender Anlass besteht (BGE 110 V 48 E. 4a).
2.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Beschwer
deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im
Verwaltungs
verfahren
anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gut
achtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine
Administrativ
expertise
in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der - anschliessend refor
matorisch entscheidenden - Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstel
lung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.4, publiziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S. 3)
.
3.
Die Beschwerdegegnerin begründet
e
die Rentenablehnung
zunächst
damit, dass
der Beschwerdeführerin die Ausübung einer
leidensangepassten
Tätigkeit im Büro oder
im
Empfang zu einem Pensum von 50 % zumutbar sei. Ausserdem könne sie
im bisherigen Umfang
im Betrieb ihres Ehegatten aushelfen
. Daraus errechnete sie einen Invaliditätsgrad von 39 %.
G
estützt auf weitere im
Vorbe
scheidverfahren
durchgeführte Abklärungen
ging sie
von einer Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
von gar 100 %
nach stufenweiser Eingliederung
aus, was einen Invaliditätsgrad von 7 % ergebe (Urk.
2).
Zwischen de
r Anmeldung im März 2013 und dem
frühesten Rentenbeginn im September 2013 sei der Beschwerdeführerin genügend Zeit verblieben, das Pensum von 50 % schritt
weise auf ein volles Pensum zu erhöhen, weshalb auch eine befristete Rente ab September 2013 nicht in Frage komme (Urk. 7).
Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt
,
voll
arbeitsunfähig zu sein
;
d
enn s
ie sei nicht nur von Seiten der Kniegelenke
ein
geschränkt
. Invalidisierend sei
en
vor allem die Arthrose der Hüftgelenke samt ISG-Syndrom
sowie das Facettensyndrom der Halswirbelsäule, die
Poly
n
euro
pathie
mit strumpfförmiger Hypästhesie beider Füsse und der Morbus
piriformis
beidseits. Aufgrund dieser Diagnosen habe der Taggeldversicherer
denn auch
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % anerkannt (Urk. 1 S. 4
f
f.).
4.
4.1
Den verschiedenen bei den Akten liegenden Operationsberichten lässt sich ent
nehmen, dass am
3. Mai 2012
im
Y._
wegen einer d
egenerative
n
mediale
n
Meniskusläsion und
einer
mediale
n
Gonarthrose
am linken Knie eine Arthroskopie
mit
mediale
r
Teilmeniskektomie
durchgeführt
wurde
(Urk. 8/20
/5-6
)
. Am 18. Mai 2012
unterzog sich
die Beschwerdeführerin
im Spital
Z._
bei einer
Gonarthrose
rechts eine
r
zementierte
n
kondyläre
n
Kniearthroplastik
(Urk. 8/20/9). Am 28. September 2012 erfolgte
die
endprothe
tische
Versorgung des linken Kniegelenk
es
(Urk. 8/20/7-8).
4.2
Der operierende Dr. med.
A._
, Facharzt für Orthopädie,
diagnostizierte im Bericht vom
17. September 2012 (Urk. 8/20
/11-12
)
p
rimäre, schwere
Gonar
throsen
beidseits, rechts ausgeprägter als links, links mit degenerativer medialer Meniskusschädigung
und attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 3. Mai 201
2.
Im
Schreiben an den Krankentaggeldversicherer vom 10. Oktober 2012 (Urk. 8/20
/
10)
attestierte
der Orthopäde
eine 100%ige
Arbeits
un
fähigkeit bis mindestens Ende 2012
.
4.
3
Am 14. Februar 2013 (Urk. 8/16) berichtete
Dr.
A._
dem
Krankentag
geld
versi
cherer
, dass der Verlauf als langsam kontinuierlich bessernd bezeichnet werden könne. Entsprechend nähmen die Beschwerden ebenso langsam konti
nuierlich ab.
Am 6. Februar 2013 habe die Beschwerde
führerin eine Reduktion der
-
aber noch immer regelmässig notwendigen
-
Schmerzmedikation ange
geben. Länger dauerndes Gehen oder Stehen seien nicht möglich. Inzwischen habe
immerhin auch ausser Haus ein s
tockfreies Gehen erreicht werden können. Die Arbeitsunfähigkeit in einem Beruf mit kon
tinuierlicher Balance-Anfor
derung wie in einem Flugzeug betrage weiterhin 100 %. Die Prognose sei
selbst
verständlich immer noch
günstig. 1 1⁄2
bis 2 Jahre nach
den
erfolgten Operationen sei mit einer hochprozentig
en Arbeitsfähigkeit zu rechnen.
4.
4
Im
Bericht
an die IV-Stelle
vom 2. Mai 2013 (Urk. 8/23)
stellte Dr.
A._
fol
gende
Diagnosen:
-
Beidseitige, schwere, medial betonte
Gonarthrosen
-
Status nach Knie-TP rechts vom 18. Mai 2012
-
Status nach Knie-TP links vom 27. September 2012
-
beidseitige jahrelange
Coxalgien
bei Status nach unbekannten, im Kindesalter im Ausland durchgeführten Operationen
Der
Verlauf bezüglich des rechten Kniegelenkes
sei
seit
der
Narkosemobilisation
anlässlich der Operation am linken Kniegelenk
recht erfreulich.
B
ezüglich des linken Kniegelenkes
sei der Verlauf
etwas retardiert
.
A
m rechten Kniegelenk
bestehe
eine Flexionsfähigkeit bis über 120°, am linken über 110°. Inzwischen
sei die Beschwerdeführerin stockfrei
gehfähig
und
könne
den
Haushalt wieder weitestgehend selbständig ausführen. Ihre bisherige Tätigkeit als Flight
Atten
dant
könne sie allerdings noch nicht ausüben
, da im Flugzeug kontinuierlich balancierende Bewegungen gefordert seien
. Die langandauernden Rehabilitatio
nen nach den beidseitigen Kniegelenksoperationen beruhten einerseits auf den jahrelang sich zunehmend entwickelten
Gonarthrosen
, andererseits auf de
m
Vorzustand mit muskulären Insuffizienzen nach den frühkindlichen
Hüftge
lenksoperationen
.
4.
5
RAD-Ärztin med.
pract
.
B._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie,
aner
kannte in ihrer Stellungnahme
vom 21. Mai 2013 (Urk. 8/26 S. 3)
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit
in
der angestammten
Tätigkeit seit Mai
201
2.
Weiter ging sie davon aus, dass
der Versicherten
n
ach Abschluss
der Rehabilitation medizinisch-
theoretisch eine angepasste, überwiegend sitzend
auszuübende
Arbeit mit leichter Wechselbelastung
(
teils sitzend, teils ebenerdig gehend, auch mit gelegentlichem Heben und Tragen von Lasten bis 15 kg
kör
pernah
)
zu 100 % zugemutet werden
könne
.
Bei stockfreiem Gang und ordentli
cher Beweglichkeit könne ab April 2013 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit
als
überwiegend wahrscheinlich angenommen werden. Die Einschränkung begründe sich mit erhöhtem Pausenbedarf und musku
lären Defiziten. Eine stufenweise Steigerung auf 100 % sei möglich.
4.
6
Im Schreiben vom
8. Juli 2013
an die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin
(Urk. 8/36)
gab
der operierende Orthopäde
Dr.
A._
an
,
es müsse
ein ge
wisser Zusammenhang zwischen dem
Hüftgelenksleiden und den Arthrosen
der Knie
gelenke im Sinne von anatomischen Fehlstellungen und muskulärer Problema
tik
angenommen werden
.
A
usgehend von den Hüftgelenken
hätten sich die
auffallend schweren, primären (da
s
heisse ohne vorangehende Verletzungen oder Eingriffe)
Gonarthrosen
entwickelt
. Nun zeige sich dank grossem physio
therapeutischem Aufwand und sehr grossem Einsatz der Beschwerdeführerin selbst, dass
kontinuierliche Fortschritte
auch bezüglich
Mobilität und Belastbar
keit
des linken Kniegelenkes erreicht würden. Der
Endzustand dürfte zirka zwei Jahre nach der Operation des
zweiten
Kniegelenkes (
das heisst im
September 2014) erreicht werden; bis dann
dürfe
mit einer deutlichen Verbesserung der Gesamtsituation gerechnet werden, so dass voraussichtlich eine mindestens 50%ige Arbeitsleistung in angepasster Tätigkeit möglich sein
werde. Konkret seien zweimal zwei Stunden täglich in wechselnd sitzend-gehender Belastung und mit
Gewichtslimiten
von 10-15 kg und einem Arbeitsweg von maximal 15
Minuten mit dem eigenen Fahrzeug zumutbar.
4.
7
RAD-Ärztin
B._
bestätigte
in der Stellungnahme
vom 4. November 2013 (Urk.
8/39 S. 2 f.) ihre frühere
Einschätzung
unter
dem
Hinweis auf den dabei
eingenommen
en
medizinisch-theoretischen Blickwinkel
.
4.
8
In einem gemäss Angaben der Beschwerdeführerin von Dr. med.
C._
, Fach
arzt für Anästhesiologie und Konsiliararzt am Spital
Z._
, verfassten
(
internen
)
Bericht über eine Konsultation vom 8. Januar 2014 (Urk. 3/3; vgl. Urk. 1 S. 5) wurden folgende Diagnosen gestellt:
-
Chronisches Schmerzsyndrom Stadium III nach
Gebershagen
mit
myofaszialen
Gelenkanteilen
-
Arthrose der Hüft- und Kniegelenke
-
Polyneuropathie mit strumpfförmiger Hypästhesie beider Füsse
-
Facettensyndrom der Halswirbelsäule
-
Iliosakralgelenk
-Syndrom rechts
-
Morbus
piriformis
-Syndrom beidseits
-
Verdacht auf Schlafapnoe- und
Restless
leg-Syndrom
-
Psychovegetative Erschöpfung
Weiter
wurde
im Bericht ausgeführt, die Beschwerdeführerin leide seit der Jugend an Hüft- und lumbalen Rückenschmerzen, seit zirka 1995 an Kopf
schmerzen, seit 5-6 Jahren an Schmerzen im Knie- und Beinbereich
sowie an einer Durchschlafstörung mit Bewegungsdrang und Kribbeln
in den
Beine
n
.
Die Rückenschmerzen würden durch längeres Sitzen, längeres Stehen oder längeres Laufen eine Verschlechterung erfahren. Die Knieschmerzen verschlechterten sich durch Laufen und körperliche Belastung. Dem Bericht lässt sich schliesslich entnehmen, dass
Untersuchungen
betreffend
Kopfschmerzen,
Gelenksbe
schwer
den
und Schlafstörung veranlasst wurden.
5.
5.1
Mit Bezug auf das Knieleiden ist unbestritten
und aufgrund der Akten ausge
wiesen
, dass bei der Beschwerdeführerin eine schwere beidseitige
Gonarthrose
vorlag,
mit endprothetischer Versorgung im Mai
2012
rechts,
beziehungsweise
im
September 2012
links,
weshalb die Ausübung der angestammten Tätigkeit als Flight
Attendant
nicht mehr zumutbar ist.
5.2
Die Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
erfordert
dagegen eine
umfassende und sorgfältige Abklärung des Gesundheits
zustandes der Beschwerdeführerin.
Der behandelnde Orthopäde Dr.
A._
wies mehr
fach
auf die negativen Auswirkungen des Hüftgelenkleidens auf
die Knie
gelenke
und die postoperative Rehabilitation
hin
.
Während
die
Kniebeschwer
den
jüngeren Datums
sind
,
besteht das Hüftgelenkleiden
offenbar seit der Kind
heit
. Zwar finden sich in den Akten keine Anhalt
s
punkte für darauf zurückzu
führende Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, konnte die Beschwerdeführerin
doch
bis
zur
Exacerbation
der Kniebeschwerden
im Mai 2012 der Tätigkeit als Flight
Attendant
offenbar
vollzeitlich nachgehen
.
Jedoch
kann eine verzögerte Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit postoperativ aufgrund der Schilderungen von
Dr.
A._
nicht ausgeschlossen werden.
Seine Einschätzungen
der
zumut
baren Arbeitsleistung sind allerdings nicht konstant. Bis Mai 2013 schien er noch von einer hochprozentigen Arbeitsfähigkeit nach Abschluss der postope
rativen Rehabilitation auszugehen
, allenfalls sogar in der angestammten Tätig
keit
(Urk. 8/16, Urk. 8/23). Im Juli 2013 prognostizierte er nach Erreichung des Endzustandes eine Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von (lediglich) 50 % (Urk. 8/36), ohne diese
n
Meinungswechsel
zu begründen.
Unter diesen Umstän
den
liefern
die
teils
widersprüchlichen und kaum begründeten Einschätzungen von Dr.
A._
keine hinreichende medizinische Grundlage zur Festlegung eines Zumutbarkeitsprofils
.
5.3
B
ei der Würdigung
der beiden Stellungnahmen
von med.
pract
.
B._
ist demgegenüber
zu berücksichtigen, dass
interne Berichte des RAD eine andere Funktion als medizinische Gutachten (Art. 44 ATSG) oder Untersuchungsbe
richte des RAD im Sinne von Art. 49 Abs. 2 der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) haben. Zu deren Verfassung erheben die RAD-Ärzte nicht selber medizinische Befunde, sondern setzen sich mit den vorhandenen ausei
nander. Die Funktion dieser Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben
den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei
(Bundesgerichtsurteil 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3 mit Hinweisen)
.
Im vorliegenden Fall lagen im Zeitpunkt der Stellungnahme
n
der RAD-Ärztin
vom 21. Mai und 4. November 2013 lediglich
die Aussagen
d
es Orthopäden Dr.
A._
vor. U
nter Hinweis auf
einen protrahierten Rehabilitationsverlauf infolge
des
Hüftgelenkleiden
s
attestierte
dieser
eine
weit
gehende und
prog
nostisch selbst
nach
voraussichtlicher Erreichung des Endzustands im
Septem
ber 2014 teilweise bleibende Einschrä
nkung
der Arbeitsfähigkeit
.
M
ed.
pract
.
B._
vom RAD
nahm
lediglich zu den
Kniebeschwerden Stellung.
Zu den von Dr.
A._
angegebenen Auswirkungen des Hüftgelenkleidens auf die
Knie
beschwerden
und die postoperative Rehabilitation äusserte sie sich dagegen
nicht. Diese sind allerdings grundsätzlich geeignet,
gewisse
Zweifel an der
aus
rein medizinisch-theore
tischer
Sicht
attestierten uneingeschränkten Arbeitsfä
higkeit in überwiegend sitzender Tätigkeit ab spätestens September 2013 (frühester Rentenanspruch; Art. 29 Abs. 1 IVG) zu
begründen
. Unter diesen Umständen
wäre
sie
gehalten gewesen, zusätzliche Abklärungen zu empfehlen
oder die Beschwerdeführerin persönlich zu untersuchen.
Ihre Stellungnahme beruht
weder
auf der Würdigung
eines umfassend abgeklärten Sachverhaltes noch auf den Befunden einer persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführe
rin, weshalb darauf nicht abgestellt werden darf.
5.4
Aus dem Gesagten folgt, dass die vorliegenden medizinischen Akten keine
hinrei
chende Grundlage zur Klärung der streitentschei
denden medizinischen Fragen
bzw. der Frage nach dem Restleistungsvermögen in angepasster
Tätig
keit
dar
stellen. Die Sache erweist sich demzufolge als nicht spruchreif.
5.5
Angesichts dessen, dass die Beschwerdegegnerin
entscheidrelevante
Fragen bis
her gar nicht beziehungsweise lediglich
aufgrund
wenig aussagekräftige
r
Arzt
berichte
beantwortete
, rechtfertigt es sich nicht, bereits zu diesem Zeitpunkt der Abklärungen ein Gerichtsgutachten einzuholen. Vielmehr ist die Sache unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 27. November 2013 (Urk. 2) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese die notwendigen Abklä
rungen veranlasse und her
nach über den Rentenanspruch der Beschwerde
führerin
neu verfüge. Diese Vorgehensweise steht im Einklang mit der höchst
richterlichen Praxis (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4), da es sich um eine notwendige Erhebung einer bisher
gutachterlich
ungeklärten Frage handelt
(vgl. etwa auch Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2013.00633 vom 17.
September 2014 E. 4.3)
.
Im Rahmen der medizinischen Abklärungen wird die Beschwerdegegnerin
ange
sichts
der
jüngste
n
medizinische
n
Stellungnahme (Urk. 3/3)
berücksichtigen, dass
allenfalls
nicht nur ein Knieleiden und eine Hüftproblematik, sondern eine Häufung
weiterer
Beschwerden und
möglicherweise
eine psychische
Schmerz
komponente
vorliegen
könnten
.
Ferner
soll die Beschwerdeführerin bei der Untersuchung vom 8. Januar 2014 angegeben haben, an lumbalen Schmerzen
zu leiden
, welche durch längeres Sitzen eine Verschlechterung erfahren würden (Urk. 3/3 S. 3), was
eine
Anpassung des bisher lediglich mit Bezug auf das Knieleiden erstellten medizinischen Anforderungsprofils einer zumutbaren Tätigkeit
zur Folge haben
könnte.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
600
.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Zudem ist der
Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von Fr.
1‘400
.-- (inklusive
Bar
auslagen
und Mehrwertsteuer) zuzusprechen (Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
).