Decision ID: b08755a3-7905-4f7f-8e08-c4db6f6266eb
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1946 geborene
X._
war bis zu ihrer Pensionierung im März 2010
(
Urk.
1 S. 2
,
3/6
und 7/K72a
)
als Verkäuferin
bei der
Y._
AG
an
gestellt und damit bei der
Schweizerischen National-
Versiche
rungs
-Gesellschaft (nachfolgend: National) im Rahmen des Bundesgesetzes über die Unfallversiche
rung (UVG) obligatorisch versichert
(Urk.
7/UM1).
Im Oktober 2001
stürzte sie
und schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf. Dabei zog sie sich eine
Contusio
cerebri mit akutem
Subduralhämatom
parietal links, eine Rissquetschwunde laterale Augenbraue links und eine distale Radiusfraktur links zu, nachdem sie bereits 1978 nach einem Sturz vom Pferd ein
Schädel
hirntrauma
und im Mai 2001 nach einem weiteren Sturz eine Läsion der
Rota
torenmanschette
erlitten hatte (
Urk.
1 S.
1,
7/M1
und
7/SI13
).
In der Folge er
brachte die Unfallver
siche
rung die gesetzlichen Leistungen. Am 3
0.
April 2003 und
5.
März 2005
traten zwei epileptische Anfälle auf
(
Urk.
7/M10
-11 und
Urk.
7/M22
)
.
Gestützt auf das in ihrem Auftrag erstellte Gutachten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für
Neu
rochirurgie, vom 23. Januar 2004 (
Urk.
7/M19) samt Ergänzung vom
13.
Juni
2005
(
Urk.
7/M24) anerkannte die National
die Epilepsie als Unfallfolge des Sturzereignisses vom Oktober 200
1.
Mit Verfügung vom
4.
Januar 2007
sprach sie der Versicherten mit Wirkung ab
1.
Juli 2005 eine auf einem
Invalidi
täts
grad
von 60
%
beruhende Rente sowie eine Entschä
digung für eine
Integri
täts
einbusse
von 30
%
zu
. Zusätzlich gewährte sie
Kos
tenübernahme
für die medi
kamentöse antiepileptische Behandlung
(Urk.
7/K57).
1.2
Am 2
9.
Oktober 2010 meldete
X._
unter Hinweis auf
einen
Sturzun
fall
vom 2
4.
September 2010 einen Rückfall (
Urk.
7/K72). Mit Verfügung vom 2
9.
Mai 2012 verneinte die National – mangels
Versicherungsdeckung aufgrund der Pensionierung der Versicherten
– ihre erneute Leistungspflicht
(
Urk.
7/K87).
Die dagegen erhobene
n
Einsprache
n der Versicherten
vom 1. Juni 2012 (
Urk.
7/K88
)
und des Krankenversicherers vom 6. Juni 2012 (Urk. 7/K90)
wies sie mit Entscheid vom 2
8.
Februar 2013 ab (Urk. 7/K92 =
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
8.
Februar 2013 (
Urk.
2) erhob die Versi
cherte mit Eingabe vom
7.
März 2013 Beschwerde und beantragte, es seien ihr
die gesetzlichen
Leistungen gemäss UVG – insbesondere
Heilbehandlungs
kosten
, eine
Integri
tätsentschädigung
und eine
Hilflosenentschädigung
leichten
Grades – auszu
richten (
Urk.
1 S.
1). Mit Beschwerdeantwort vom
3.
Mai 2013 schlos
s die Nati
onal auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), worauf der Be
schwerdeführerin das Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt wurde (Urk. 8). Am 1
7.
und 2
9.
Mai 2013 sowie am 1
0.
Februar 2014 legte die Versicherte neue
Akten
auf (
Urk.
9-10/1-6, 13-14/1-2
und 19-20/1-3)
. Die Beschwerdegegnerin
äusserte
sich
dazu am
7.
Juni 2013 und
3.
März 2014
(U
rk.
17 und
Urk.
23)
.
Mit V
erfügung vom
4.
November
2014
gewährte
das hiesige Gericht der Beschwer
deführerin
das rechtliche Gehör zu von den Parteien bis anhin nicht thema
ti
sierten Rechtsfragen
(Urk. 25).
Dazu
liess sich die Beschwerdeführerin am 1
4.
November 2014 vernehmen (
Urk.
27-28).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Streitig ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf neuerliche
Leistungsaus
richtung
. Nachdem sie mit Eingabe vom 1
4.
November 2014
präzisiert hat, dass sie
keinen Anspruch auf Taggelder
und Erhöhung der Invalidenrente
erhebe
(
Urk.
27
Ziff. 2.2.4
), ist einzig noch ihr Anspruch
auf
Gewährung von
Heil
be
hand
lungskosten
und einer Integritäts- und
Hilflosenentschädigung
zu
prüfen.
2
.
2
.1
Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen – als besondere
re
visionsrechtliche
Tatbestände (BGE 127 V 457 E. 4b mit Hinweis) – gewährt, für
Bezüger von Invalidenrenten jedoch nur unter den Voraussetzungen von Art. 2
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG).
2
.2
Laut Art. 21 Abs. 1 UVG werden der versicherten Person nach der Festsetzung
der Rente Pflegeleistungen und Kostenvergütungen nur noch dann gewährt, wenn
sie:
-
an einer Berufskrankheit leidet (
lit
. a);
-
unter einem Rückfall oder Spätfolgen leidet und die Erwerbsfähigkeit durch
medizinische Vorkehren wesentlich verbessert oder vor wesentlicher
Beein
träch
tigung bewahrt werden kann (
lit
. b);
-
zur Erhaltung ihrer verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der Behandlung
und Pflege bedarf (
lit
. c);
-
erwerbsunfähig ist und ihr Gesundheitszustand durch medizinische Vorkehren
wesentlich verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt werden
kann (
lit
. d).
Bei Rückfällen und Spätfolgen sowie bei der vom Versicherer angeordneten Wiederaufnahme der ärztlichen Behandlung hat der Rentenbezüger auch An
spruch auf die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (
Art.
10-13). Erleidet er während dieser Zeit eine Verdiensteinbusse, so erhält er ein Taggeld, das nach dem letzten vor der neuen Heilbehandlung erzielten Verdienst bemessen wird (
Abs.
3).
2
.3
Bei der Festsetzung der Integritätsentschädigung werden voraussehbare Ver
schlimmerungen des Integritätsschadens angemessen berücksichtigt.
Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war
(
Art.
36
Abs.
4 UVV).
2.4
Gemäss Art. 26 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person bei Hilflosigkeit (Art. 9
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
) Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
.
2.5
Die Hilflosigkeit gilt als leicht, wenn der Versicherte trotz der Abgabe von Hilfs
mitteln (Art. 38 Abs. 4 UVV)
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erhebli
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist oder (
lit
. a)
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf oder (
lit
. b)
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf oder (
lit
. c)
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Ge
brechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann (
lit
. d).
Die Bemessung der Hilflosigkeit und die Einteilung in drei Grade gemäss Art. 38
UVV folgt praktisch vollständig der Regelung gemäss Art. 37 der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV;
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallver
sicherung, 4. Auflage, Zürich 2012, S.
172
mit Verweis auf BGE 116 V 41 E.
6
b).
2.6
Die folgenden sechs Lebensverrichtungen stellen die alltäglichen
Lebensverrich
tungen
dar:
Ankleiden, Auskleiden;
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
Essen;
Körperpflege;
Verrichten der Notdurft;
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme mit der Umwelt.
Dieser Katalog ist für die Bemessung der Hilflosigkeit in allen drei
Hilflosig
keitsgraden
massgebend, soweit dabei auf die alltäglichen Lebensverrichtungen verwiesen wird (
Rumo-Jungo
/Holzer, a.a.O., S. 172).
3
.
3
.1
3
.1.1
Ob zwischen dem als Rückfall gemeldeten
Treppensturz vom 24. September 2010
und dem Unfallereignis vom 1
7.
Oktober 2001 ein kausaler Zusammenhang be
steht,
kann offen bleiben,
falls
selbst bei Annahme einer Kausalität
für einen Leistungsanspruch keine Anspruchsgrundlage besteht.
Hiezu
ergibt sich Folgen
des:
Da vorliegend Rückfallfolgen
nach
Zusprache
einer Rente
zu beurteilen sind, ist
der
Heilbehandlungsan
spruch
im Rahmen von
Art.
21
Abs.
1
lit
. b UVG zu prüfen
. Soweit die Be
schwerdeführerin
in diesem Zusammenhang vorbringt, ein Bezug zur Erwerbs
tätigkeit könne aus der nämlichen Bestimmung
nicht
abge
leitet werden
(
Urk.
27 S. 2)
,
kann ihr nicht gefolgt werden.
Art.
21 UVG über die Heilbehandlung nach Festsetzung der Rente bildet zu den Vorschriften der
Art. 10 ff. UVG inso
fern ein Sonderregime, als
Art.
21 UVG die Voraussetzung
en
umschreibt, die erfüllt sein müssen, damit nach Festsetzung der Rente Leistung
en
der
Art.
10-13 UVG überhaupt wieder in Betracht kommen und gegebenenfalls
zugesprochen werden können. Die Bedeutung von
Art.
21
Abs.
1 UVG liegt dem
nach darin, dass der an einer
Berufskrankheit leidende Rentner
den
Heilbe
hand
lungsan
spruch
voraussetzungslos hat (
lit
. a), wogegen
die übrigen Tatbestände in un
terschiedlichem Masse eine erwerbliche (
lit
. b und c) oder gesundheitliche (
lit
.
d) Eingliederungswirksamkeit voraus
setzen
(BGE 116 V 41 E.
3b
; zu ergän
zen ist,
dass die [allgemein gehaltenen] rechtlichen Erwägungen
auch dann ihre Gültig
keit haben, wenn der dem erwähnten Bundesgerichtsurteil zugrunde lie
gende Sachverhalt
nicht
mit dem vorliegenden vergleichbar ist [vgl.
Urk.
27]).
Sinn und Zweck der Bezugnahme auf die erwerbliche
Eingliederungswirk
sam
keit
in Art. 21 Abs. 1
lit
. b UVG kann
daher
nur sein, dass die Heilbehandlung nicht mehr gewährt wird, sobald der Rentenbezüger
das Pensionsalter erreicht hat
.
So findet
sich in d
en einschlägigen Materialien kein stichhaltiger Hinweis
dafür, dass verun
fallte
Personen, die einen Rückfall erleiden –
im Unterschied zu den in dieser Hinsicht privilegierten Opfern von Berufskrankheiten (Art. 21
Abs. 1
lit
. a UVG) und bei Ren
tenfestsetzung vollinvaliden Unfallopfe
rn (Art. 21
Abs. 1
lit
. d UVG) –
über das Pensionierungsalter hinaus in den Genuss von
Heil
be
handlungsleistungen
der Unfallversicherung kommen sollten (Botscha
ft zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung vom 18. Au
gust 1976,
BBl
1976 III S. 141 ff. bzw. entspre
chender Sonderdruck).
Zum unverändert ins Gesetz über
führten und heute noch geltenden
Entwurfstext von Art. 21 UVG (siehe
zum Wortlaut
BBl
1976 III S. 247 bzw. Botschafts-
Sonderdruck S. 107) wurde in der
bundesrätlichen
Botschaft bloss erläuternd ausgeführt, die Möglichkeit der Ge
währung einer notwendigen Heilbehandlung nach Zusprechung der In
validen
rente werde gegenüber dem geltenden Recht erweitert, wobei die eine Nach
be
handlung rechtfertigenden Tatbestände abschliessend umschrieben wür
den: Be
rufs
krankheiten, Rückfälle und Spätfolgen, Erhaltung oder Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit oder Verhinderung einer weiteren Beeinträchtigung des Gesund
heitszustandes (
BBl
. 1976 III S. 191 f. bzw. Botschafts
-
Sonderdruck S. 51 f.). Im Rahmen der parlamentarischen Beratung wurde der unveränderten
bundesrät
lichen
Gesetzesvorlage ohne einschlägige Wortmeldung zugestimmt (vgl. Amtl.
Bull. NR 1979 S. 136 ff., 159 ff., 249 ff. und 278 ff.;
Amtl.Bull
. NR 1981 S. 18 ff.
und 30 ff.;
Amtl.Bull
SR 1980 S. 464 ff. und 493 ff.;
Amtl.Bull
. SR 1981 S. 54 ff.
und 181). Immerhin kann der
Pensionierungszeit
punkt
im Einzelfall variieren, je nachdem, ob die versicherte Person über das ordentliche Rücktrittsalter hinaus arbeitet oder ohne Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weiter gear
beitet hätte. In diesem Sinne ist wohl der in der Botschaft enthaltene Hinweis zu ver
stehen, wonach den über das
AHV-
Rück
trittsalter
hinaus weiter arbeitend
en Unfallversicherten gegebenen
falls die
Hei
lungskosten
und allfällige T
aggelder zu vergüten seien (
BBl
1976 III S. 173 bzw. Bot
schafts-
Sonderdruck S. 33).
Demnach fällt ein Heilbehandlungsanspruch der Beschwerdeführerin gestützt auf
Art. 21 Abs. 1
lit
. b UVG ausser Betracht.
3
.1.2
Zu k
ein
em anderen
Ergebnis
führt
Art.
21
Abs.
3 UVG
.
Der Sinn dieser Be
stimmung ist darin zu erblicken, dass der Rentenbezüger zwar bei allen Tat
be
ständen nach
Abs.
1 einen Anspruch auf Heilbehandlung besitzt
; er muss jedoch
in den Fällen von
lit
. a, c und d beim Versicherer ein Begehren stellen. Der Ver
sicherer hat sodann zu prüfen, ob die gesetzlichen Vorausset
zungen erfüllt sind
und über die Bewilligung oder Ablehnung zu entscheiden. Jedenfalls bei Ableh
nung muss er eine Verfügung
erlassen
. Der Rentenbezüger kann diese Verfü
gung
gerichtlich anfechten. Mit der Heilbehandlung darf er je
doch erst beginnen, wenn
sie ihm durch den Versicherer oder – im Prozessfall – durch den Richter be
willigt wird. Bei Rückfällen oder Spätfolgen kann der
Ren
tenbezüger
mit der Heilbehandlung hingegen wie nach einem Unfall sofort be
ginnen, ohne dass der Versicherer sie zuvor bewilligen müsste. Entgegen der Ansicht der Beschwerde
führer
in
(
Urk.
27 S.
2) hat die besondere Erwähnung von Rückfällen und Spät
folgen in
Abs.
3 nur diesen, nicht aber den weiteren Sinn, dass der
Renten
bezüger
die Heilbehandlung ohne die Einschränkung von
Abs.
1
lit
. b ver
langen
kann (vgl. Maurer, Schweizerisches
Unfallversiche
rungsrecht
,
2.
Auflage, Bern 1989,
S. 386 f.)
.
Art.
21
Abs.
3
UVG
kann folglich nicht losgelöst vom
Gehalt
von
Art. 21
Abs.
1
(
lit
. b) UVG
ausgelegt werden.
Angesichts dessen
, dass die
am
6.
März 1946 geborene
Beschwerdeführerin
am
6.
März 2010 das Rentenalter erreicht hat (
Art.
21 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
[AHVG]) und im gleichen Monat
und damit sechs Monate vor dem als Rückfall gemeldeten Sturzereignis ihre
Ar
beits
tätigkeit
bei der
Y._
AG
auf
gab
(
Urk.
1 S. 2, 3/6 und 7/K72a)
, besteht kein Heilbehandlungsanspruch.
3
.2
3
.2.1
Die Beschwerdeführerin bringt vor, ihr
Gesundheitszustand habe sich durch die Epilepsieanfälle in den Jahren 2010 und 2014 massiv verschlechtert,
weshalb sie Anspruch auf eine höhere Integritätsentschädigung habe (
Urk.
27 S. 2).
Diesbezüglich ist vorwegzuschicken, dass für die richte
rliche Beurteilung eines Falles
grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des
Ver
waltungsverfahrens
massgebend sind. Tatsachen, die sich erst später ver
wirk
lichen, sind jedoch insoweit zu berück
sichtigen, als sie mit dem Streitge
gen
stand in engem Sach
zusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurtei
lung im
Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98).
Der
Anfang
2014 aufgetretene epileptische Anfall (
Urk.
20/1-2) bildet daher
nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens, sodass sich entsprechende Weite
rungen erübrigen. Prozessthema ist vorliegend lediglich d
as
mit Meldung vom 2
9.
Oktober 2010 geltend gemachte
Ereignis
vom 2
4.
September 201
0.
3
.2.2
In der unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom
4.
Januar 2007
wurde der Beschwerdeführerin
eine Entschädigung für eine
Integritätsein
busse
von 30
%
in der Höhe von
Fr.
32‘040.-- zugesprochen. Gleichzeitig wurde
in Nachachtung von Art. 36 Abs. 4 UVV
festgehalten, dass im betreffenden Betrag
eine mögliche Verschlimmerung be
rei
ts angemessen berücksichtigt ist
(
Urk.
7/K57)
.
Vor diesem Hintergrund
schei
det eine Erhöhung der
Integritäts
ent
schädigung
aus
, soweit nicht eine Verschlimmerung von grosser Tragweite ein
getreten ist.
Es
drängt sich eine Neufestsetzung der Entschädigung auch deshalb nicht auf, weil
bereits
bei der
Festlegung der
ursprüngliche
n
Kapitalabfindung
der
vor
aussichtliche
gesundheitliche
Verlauf
mitberücksichtigt wurde
. Der aus
bezahlte Betrag deckt folglich eine
zukünftige
Verschlechterung der
Gesund
heitsstörung
– sofern sie nicht von grosser Tragweite ist –
ab
, weshalb Revisio
nen
nur im Aus
nahmefall möglich sind
.
Was das diesbezügliche Vorbringen der Beschwer
de
f
ührerin, die massive Verschlechterung ihres Gesundheitszustands sei darin zu erblicken, dass
sie die vor dem Rückfall noch in kleinem Rahmen mögliche Arbeitstätigkeit nicht mehr ausüben könne (Urk. 27 S. 2), betrifft,
geht aus den Akten hervor, dass die Anstellung der Beschwerdeführerin bei der
Y._
AG aufgrund der erbrachten Leistungen
kaum
mehr
zumutbar
war und
eine Weiterbeschäftigung
vorwiegend
aus sozialen Gründen erfolgte. So bezeich
net der Geschäftsführer der
Y._
AG die An
stellung der Ver
sicher
ten als Herzenssache, weil er sie aufgrund ihrer Arbeits
leistung entlassen müsste (Urk. 7/SI13)
. Er sieht darin eine Therapie zur Stär
kung des Selbstwertgefühls der Besc
hwerdeführerin (
Urk.
3/12 und
Urk.
7/M21) und verzichtet
aus
Pietäts
gründen
auf eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses (
Urk.
7/K54).
Selbst d
er Sohn
der
Beschwerdeführerin führt
e
die Weiteranstellung
der Versicherten
auf den Goodwill des Arbeitgebers zurück, da ihre Fehler und ihre schlechte Leis
tung
andernorts
nicht
akzeptiert würden.
Er spr
a
ch sich zudem dafür aus, seine Mutter als vollständig invalid zu betrachten
(
Urk.
7/K44).
Unter diesen Umständen ist die eingetretene Verschlimmerung des Gesundheits
zustands der Beschwerdeführerin nicht von
einer
Erhöhung der
Integritätsent
schädigung
rechtfertigender Tragweite
,
zumal sie nicht aus gesundheitlichen,
son
dern aus Altersg
r
ünden aus dem Erwerbsleben ausgeschieden ist.
Hierfür spricht
auch
der von
Dr.
Z._
bereits im Januar 2004 geschilderte Gesund
heitszustand der Be
schwerdeführerin mit Zunahme der Hirnleistungsstörungen (
Urk.
7/M19), der sich bereits in der Höhe der
A
nfang 2007 zugesprochenen
Integritätsentschädi
gung
niederschlug.
Die nach d
em Sturzunfall im September 2010
eingetretene
Verschlechterung des Gesundheitszustands der Beschwerde
führerin war zudem nur vorübergehend,
sodass mangels einer dauernden Schä
digung der Integrität auch
diesbezüglich
kein Anspruch auf Erhöhung entstan
den
ist.
So geht aus dem Bericht der Klinik
A._
hervor, dass die Beschwer
de
führe
rin
bei Austritt eine sichere Fussgängerin war. In den einfachen
Alltags
aktivi
täten
konnte eine Selbständigkeit erreicht werden. Mit engmaschiger Be
treu
ung komme sie in ihrem gewohnten häuslichen und sozialen Umfeld zurecht,
auch
wenn sie aufgrund ihrer starken Kommunikationsstörung auf vertraute Perso
nen angewiesen sei (
Urk.
3/5).
Mangels einer Verschlimmerung von grosser Tragweite besteht kein Anspruch auf
eine
höhere
Integritätsentschädigung.
3
.3
Was den Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
betrifft, finden sich in den
Akten
, namentlich im Austrittsbericht der Klinik
A._
vom 14. Januar 201
1 (Urk.
3/5 S.
3)
,
keine Hinweise, die auf eine Hilflosigkeit der Beschwerde
führerin schliessen lassen.
Hiervon
geht
auch d
ie Beschwerdeführerin aus
(
Urk.
27
S. 2
Ziff. 4
).
4
.
Nach dem Gesagten
kann offen bleiben, ob zwischen dem als Rückfall gemelde
ten Geschehen und dem Unfallereignis vom 1
7.
Oktober 2001 ein kausaler Zu
sammenhang besteht. Denn selbst bei Annahme
eines solchen
besteht kein An
spruch auf die
anbegehrten
Versicherungsleistungen. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.