Decision ID: 86872a18-3f53-5ea2-8a00-7df7de0d35a8
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1969 geborene
X._
war seit dem
1.
Januar 1999
bis zum 31.
Oktobe
r 2012
als Maschinenführer bei der
Y._
AG
in Volketswil
tätig. Am
9.
November 2012
(Eingangsdatum)
meldete er sich
erstmals
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/4).
Die IV-Stelle traf in der Folge medizinische und erwerbliche Abklärungen.
Dabei kam sie zum Schluss,
der Versicherte
klage
über
arterielle
n
Bluthochdruck
, eine Diskushernie, starke
A
bdominal- und Bauchschmerzen sowie
unklare Rückenbeschwerden; ein relevanter Gesundheitsschaden sei jedoch nicht ausgewiesen (
Urk.
7/27/ 4 f.). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom
3.
Mai 2013,
Urk.
7/28; Einwand vom 2
1.
Mai 2013,
Urk.
7/31) wies sie das Leistungsgesuch von
X._
mit Verfügung vom 1
0.
Juli 2013 ab (
Urk.
7/35).
1.2
Am 2
7.
Juni 2017 (Eingangsdatum)
meldete sich der Versicherte zur Früher
fassung bei der IV-Stelle an, nachdem er vom
1.
Oktober 2013 bis zum 31. März 2017 als Maschinenführer bei der
Z._
AG
tätig gewesen war (
Urk.
7/49).
Die IV-Stelle zog zunächst die Akten des Tagg
eldversicherers bei (
Urk.
7/51). Am 1
8.
Juli 2017
(Eingangsdatum)
meldete sich der Versicherte zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/56)
, woraufhin die IV-Stelle medizinische und e
rwerb
liche Abklärungen tätigte und
wiederum
die Akten der Taggeldversicherer (
Urk.
7/79,
7/80, 7/83, 7/84) beizog.
Mit Vorbescheid vom 2
1.
Juni 2018 teilte sie dem Versicherten mit, dass sein Leistungsbegehren
voraussichtlich abgewiesen werde
(
Urk.
7/99
), wogegen derselbe am
3.
Juli 2018 (
Urk.
7/100)
und ergänzend am 1
0.
September 2018 (
Urk.
7/105) Einwand erhob.
Mit Verf
ügung vom 20.
Septem
ber 2018 wies die Beschwerdegegnerin
das Leistungsbegehren ab (Urk.
2 [=
Urk.
7/108]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
9.
Oktober 2018 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm von Januar bis Mai 2018 eine ganze und ab Juni 2018 eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung auszurichten. Mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
November 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Mit Schreiben selbigen Datums reichte der Beschwerdeführer weiter
e
Unterlagen zu den Akten (
Urk.
8), welche der Beschwerdegegnerin am 2
9.
November 2018 zur Stellungnahme unterbreitet wurden (
Urk.
10).
Mit Schreiben vom 13. Dezem
ber 2018
reichte der Beschwerdeführer erneut Unterlagen zu den Akten (
Urk.
11),
welche der Beschwerdegegnerin wiederum zur Stellungnahme unterbreitet wurden
(
Verfügung vom 14. Dezember 2018,
Urk.
13). Am 2
1.
Dezember 2018 teilte die
Beschwerdegegnerin mit, dass sie an ihrer bisherigen Beurteilung festhalte (Urk. 14
), was sodann dem Beschwerdeführer zur Stellungnahme unterbreitet wurde (
Urk.
15). Mit Schreiben vom 2
5.
Januar 2019 liess sich der Beschwerde
führer vernehmen (
Urk.
17), wa
s der Beschwerdegegnerin am 29.
Januar 2019 mitgeteilt wurde (
Urk.
19).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburtsge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizi
nischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungs
ergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die
vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
ge
richt
s 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem
angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt
nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige
Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) damit, der Beschwerdeführer sei von Oktober 2016 bis Dezember 2017 nicht arbeitsfähig gewesen. Aufgrund der verspäteten Anmeldung könn
t
e der Rentenanspruc
h erst ab Januar 2018 entstehen.
D
a der Beschwerdeführer ab diesem Zeitpunkt
jedoch
wieder in jeglicher Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig gewesen sei, bestehe kein An
spruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer zusammengefasst geltend (
Urk.
1), entgegen der Ansicht der Vorinstanz sei er seit Januar 2018 nicht wieder zu 80
% arbeitsfähig. Im Mai 2018 habe sich bei der Verlaufskontrolle im Universitäts
spital eine Re-Stenose gezeigt, weshalb er sich (zum dritten Mal) einen Stent habe einsetzen
lassen
müssen. Die Operation vom November 2017 habe sich
damit
als nicht erfolgreich erwiesen. Auch heute sei er zu höchstens 30-40 % arbeitsfähig, da er nach den drei Eingriffen noch immer Schmerzen habe und zudem das Risiko bestehe, dass sich die Stents erneut verschliessen würden. Da er Gefahr laufe bei Anstrengung einen Herzinfarkt zu erleiden, sei jegliche Anstrengung zu vermei
den.
Weil
er bis im Mai 2018 nicht arbeitsfähig gewesen sei, stehe ihm bis zu diesem Zeitpunkt eine ganze Rente zu. Nach der Operation betrage die Arbeits
fähig
keit höchstens 40 %, weshalb er ab Juni 2018 Anspruch auf eine
Drei
viertels
rente
habe.
2.3
Die Beschwerdegegnerin führte in ihrer Stellungnahme vom 2
1.
Dezember 2018 (
Urk.
14) aus, gemäss den neu eingereichten Ar
z
tberichten werde eine Umstellung der Medikamente zur Blutdruckeinstellung vorgenommen. Nach Rücksprache mit dem RAD könne eine solche Umstellung manchmal zwar schwierig sein und länger dauern, sie sei jedoch nicht geeignet
,
eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit zu begründen.
2.4
Am 2
5.
Januar 2019 (
Urk.
17) teilte der Beschwerdeführer mit, gemäss seiner behandelnden Ärztin sei eine dauernde Arbeitsunfähigkeit gegeben. Aus der Medi
kamentenumstellung könne nicht geschlossen werden, dass seine Krankheit nicht invalidisierend sei.
3.
3.1
Beim Beschwerdeführer w
ar
eine koronare Zweigefässerkrankung und eine
hyper
tensive
Herzerkrankung festgestellt
worden
,
weshalb
am 19. Mai 2017 bei einer elektiven Koronarangiographie
ein Stent implantiert wurde. Aufgrund der koronaren Herzerkrankung
mit unter anderem arterieller Hypertonie
und einer ausgeprägten Hypercholesterinämie wurde
eine
Statintherapie
installiert
(
Urk.
7/51/3).
Am 2
6
.
September 2017 berichtete
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
des Herzzentrums des Universitätsspitals
B._
, beim Beschwerdeführer bestünden belastungsabhängige Schmerzen, vor allem eine belastungsabhängige Angina Pectoris. In seiner Tätigkeit als Maschinen
führer bestehe derzeit keine Arbeitsfähigkeit. Es werde eine Koronarangiographie
durchgeführt, um die chronisch verschlossene RCA zu öffnen. Im Anschluss müsse
die Arbeitsfähigkeit neu evaluiert werden (
Urk.
7/67
, vgl. auch
Urk.
7/72
).
3.2
Am
3.
Oktober 2017 berich
tete
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Allge
meine Innere Medizin,
beim Beschwerdeführer bestehe eine koronare Zweige
fässer
krankung
,
bei welcher im Oktober 2017 ein zweiter Stent gesetzt worden sei,
zudem eine
hypertensive
Herzerkrankung, eine chronische
Tonsilitis
, ein chroni
sches Lendenwirbelsäulensyndrom und chronische Magenschmerzen. Der Be
schwer
de
führer sei seit dem Einsetzen des Stents und dem Einsatz neuer Medi
kamente müde und habe trotzdem retroste
r
nale Schmerzen. Zurzeit sei er nicht arbeitsfähig. Wenn alles gut gehe mit der Erholung nach dem zweiten Stent so sei ab Januar 2018 eine Arbeitsfähigkeit von
maximal
50 % zu erwarten (
Urk.
7/69
/1-5
).
3.3
Am
9.
November 2017 erfolgte
im Herzzentrum des Universitätsspitals
B._
erneut eine Koronarangiographie
,
um die chronisch verschlossene RCA zu öffnen,
da der
Beschwerdeführer über pektanginöse
Beschwerden geklagt hatte (Urk.
7/83/
5).
Dr.
C._
berichtete am 2
7.
März 2018, dass der Beschwerdeführer fast täglich über Herzschmerzen klage, wobei unklar sei, ob es sich um ein Problem des Herzens oder der S
peiseröhre handle. Seit dem 31.
Oktober 2016 bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
, ab dem Sommer 2018 sei eine angepasste (überwiegend sitzende) Tätigkeit zu 30-40 % zumutbar
(
Urk.
7/84/3).
3.4
Nach Einschätzung von
Dr.
med.
D._
, Assistenzärztin im Herz
zentrum des Universitätsspitals
B._
, vom
2.
Mai 2018
sei der Beschwerde
füh
rer in seiner Tätigkeit als Maschinenführer zu sechs Stunden täglich arbeitsfähig. Es bestehe eine Verminderung der Leistungsfähigkeit von 20
%
(
Urk.
7/86/1-2).
Am
9.
Mai 2018 erfolgte eine komplikationslose Verlaufskoronarangiographie im Herzzentrum des Universitätsspitals
B._
. Dabei hatte sich
jedoch
eine 70%ige Re-Stenose im Bereich der
medioproximalen
RCA gezeigt, welche
aber
revas
ku
larisiert
werden konnte (
Urk.
7/93/1).
Dr.
C._
teilte am 1
1.
Mai 2018 zuhan
den des Beschwerdeführers mit,
er
sei bislang
nicht
in der Lage gewesen zu arbeiten, noch sei er dies aktuell. Wegen Atem- und Herzbeschwerden könne er lediglich einige hundert Meter täglich gehen und er habe Schmerzen (
Urk.
7/96).
3.5
Für den RAD nahm
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Innere Medizin,
am 11.
Juni 2018 Stellung. Sie führte aus, anhand der Aktenlage sei der Beschwer
deführer seit Oktober 2016 nicht mehr arbeitsfähig gewesen. Es habe eine chronisch verschlossene rechte Kranzarterie bestanden.
Es seien zwei
St
entim
plan
tationen
erfolgt,
die letzte im November 201
7.
D
ie linksventrikuläre Pump
funktion
sei
zu jeder Zeit normal und damit gut gewesen. Im Mai 2018 habe eine Verlaufskontrolle stattgefunden
,
in deren Rahmen eine Re-Stenose der rechten Kranzarterie erneut
gestentet
worden sei. Der Beschwerdeführer sei nach einem komplikationslosen Verlauf beschwerdefrei entlassen worden. Es sei daher davon auszugehen, dass die erneute Intervention im Mai 2018 keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit begründet habe.
Gemäss Aktenlage bestehe seit Januar 2018 eine Arbeitsfähigkeit von 80 % in der bisherigen, leichten bis mittelschweren Tätigkeit. Die Leistungseinschränkung (infolge verlängerter Ruhe- und Pausen
zeiten) sei als Nebenwirkung der
Betablockertherapie
zu
seh
en, welche nach ent
sprechender Gewöhnung
wegfallen werde
, womit dann eine volle Arbeitsfähig
keit bestehen werde (
Urk.
7/98/6).
3.6
Im Rahmen des
Einwandverfahrens
teilte
Dr.
C._
zuhanden des Beschwerde
führers mit, dass dieser höchstens zu 30-40 % arbeitsfähig sei. Nachdem drei Stents eingesetzt worden seien, verspüre er unter Belastung nach wie vor Schmer
zen. Diese Schmerzen
seien nicht mehr durch Medikamente
zu
beein
fluss
en
. Es bestehe jederzeit das Risiko, dass sich die Stents (wieder) verschlie
s
sen würden und der Beschwerdeführer
einen Herzinfarkt erleide (
Bericht vom 7. April 2018,
Urk.
7/104/1).
3.
7
Im Arztbericht vom
1.
Oktober 2018 zuhanden d
es Beschwerdeführers führte Dr.
C._
a
us, es könne nicht zutreffen, dass ab Januar 2
018 eine Arbeits
fähigkeit von 8
0 % bestanden habe, da der Beschwerdeführer erst im Mai 2018 wegen der Stenose eines Stents erneu
t
habe operiert werden müssen. Nur mit Hilfe von Medikamente
n
könne der Beschwerdeführer seine Schmerzen lindern; er sei jedoch nicht in der Lage eine physische Anstrengung zu tätigen. Mit den Medikamenten sei er ständig abgeschlagen, sodass er lediglich wieder zu rund 30-40 % arbeiten könne (
Urk.
3).
3.8
Am 1
3.
November
2018 berichtete
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Kardio
logie, Fachärztin für Innere Medizin,
zuhanden von
Dr.
C._
, der Be
schwerdeführer beklage diffuse, anhaltende Schmerzen im Oberbauch und retro
sternal, welche nicht immer belastungsabhängig seien, jedoch vermehrt abends nach Einnahme des
Statins
auftreten würden. Ausserdem verspüre er Schmerzen in den Beinen und fühle sich müde und abgeschlagen. Initial hätten zudem Kopf
schmerzen bestanden, welche nach einem Medikamentenwechsel (
von
Crestor
auf
Sortis
) gebessert hätten. Der Beschwerdeführer zeige in der
Fahrradergonometrie
unter fortgeführter Betablocker Behandlung eine deutliche, mittelschwere
chro
no
trope
Inkompetenz und verfehle seine submax
imale Herzfrequenz deutlich. Der
Belastung
stest
sei
wegen
Beinschmerzen und schwerer Arbeitshypertonie abge
brochen worden.
Dr.
F._
schloss, die im Alltag beklagten Beinschmerzen, Abgeschlagenheit und Müdigkeit könnten Ausdruck der
chronotropen
Inkompe
tenz unter Betablocker-Therapie sein.
Sie habe daher die Dosis des Betablockers reduziert und das Präparat gewechselt. Die Blutdruckwerte seien ungenügend eingestellt; es liege eine therapieresistente, arterielle Hypertonie vor, weshalb sie die bestehende Medikation ausgebaut habe (
Urk.
9).
Im Schreiben vom
3.
Dezember 2018 bat
Dr.
F._
um Aufbietung des Be
schwerdeführers in die
Hypertoniesprechstunde
des Universitätsspitals
B._
.
Nach der 24-Stunden-Blutdruckmessung
habe
sie eine therapieresistente, arterielle
Hypertonie zweiten Grades fest
gestellt
, weshalb die entsprechende Therapie zu optimieren sei (
Urk.
12).
3.9
Zuhanden des Beschwerdeführers teilte
Dr.
C._
am 1
8.
Januar 2019 mit, dass
dieser
am 2
5.
Januar 2019 ins Universitätsspital
B._
aufgeboten werde, um seine
medikamentöse Behandlung zu evaluieren. Sein Blutdruck und seine Brust
schmerzen seien medikamentös schwer zu kontrollieren. Selbst wenn die richtige Medikation gefunden werde, bedeute dies jedoch nicht, dass die Schmerzen ab
klingen würden und der Beschwerdeführer
dann wieder arbeitsfähig
sei
(
Urk.
18).
4.
4.1
Was den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und dessen Auswirku
n
gen auf die Arbeitsfähigkeit betrifft, ist den vorliegenden medizinischen Akten zu entnehmen
, dass im Mai 2017 eine relevante Herzerkrankung
festgestellt
wurde und deswegen eine Stent-Implantation erfolgte (vgl. E. 3.1).
Nachdem ihm am
9.
November 2017 ein zweiter Stent eingesetzt w
o
rde
n war
(E. 3.3)
,
hatte sich bis zur Verlaufskontrolle am
9.
Mai 2018 eine 70%ige Re-Stenose gebildet, welche zum dritten Mal die Platzierung eines Stents erforderlich machte (E. 3.4). Zudem leidet der Beschwerdeführer unter einer
hypertensiven
Herzkrankheit
(vgl. E. 3.1), wobei sich die arterielle Hypertonie im Dezember 2018 als therapieresiste
nt erwies
(vgl. E.
3.8)
.
Im Rahmen der am 1
3.
November 2018 – und demnach nach der dritten
Stentplatzierung
– durchgeführten Untersuchung zeigte der Beschwerde
führer in der
Fahrradergonometrie
unter fortgeführter Betablocker Behandlung eine deutliche, mittelschwere
chronotrope
Inkompetenz und er verfehlte seine submaximale Herzfrequenz deutlich. Die Belastung, welcher der Beschwerde
führer während der
Fahrradergonometrie
ausgesetzt war, erwies sich als derart hoch, dass dieselbe infolge der schweren Arbeitshypertonie abgebrochen werden musste (E. 3.8).
Unter diesen Umständen vermag die Einschätzung von RAD-Ärztin
Dr.
E._
, wonach davon ausgegangen werden könne, dass die Intervention im Mai 2018 keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit begründet habe und sich der Beschwerdeführer
seit
Januar 2018 zu mindestens 80% arbeitsfähig erweise (vgl. E. 3.5), nicht zu überzeugen.
Der Einfluss der therapieresistenten Hypertonie mit schwerer Arbeitshypertonie erweist sich als nicht (hinreichend) geklärt, zumal
Dr.
C._
von einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit ausgeht.
A
uf die Einschätzung von
Dr.
C._
, welche für den Beschwerdeführer lediglich eine Arbeitstätigkeit von 30-40 % für zumutbar erachtet (vgl. E. 3.7), kann jedoch ebenso wenig
abgestellt werden.
So ist einersei
ts ab Mai 2018
keine erneute Re
Stenose ausgewiesen, andererseits erwies sich die linksventrikuläre Pump
funktion zu jeder Zeit als unbeeinträchtigt (vgl. E. 3.5).
Auch die arterielle Hyper
tonie vermag nicht ohne Weiteres eine bleibende Arbeitsunfähigkeit zu begrün
den, scheint diese doch derzeit
zumindest
noch optimierbar (vgl. E. 3.8).
Inwieweit sich die vom Beschwerdeführer
weiterhin geklagten Schmerzen (vor allem retro
sternal und in den Beinen) sowie seine Abgeschlagenheit und Müdigkeit (vgl.
E.
3.8) durch medizinische Befunde objektivieren und durch geeignete (opti
mier
t
e) Therapie
gegebenenfalls
beseitigen
lassen
, kann gestützt auf die auflieg
enden Akten
nicht abschliessend beurteilt werden.
4.2
Ungeklärt ist schliesslich die Frage, inwieweit dem Beschwerdeführer seine bis
herige Tätigkeit weiterhin zumutbar ist.
Die Beschwerdegegnerin
ging davon aus, die bisherige Tätigkeit
sei
körperlich leicht bis mittelschwer und dem Beschwer
deführer daher
weiterhin zu
mutbar
(vgl.
Urk.
7/98/6). Dem Arbeitgeberbericht
vom 8.
September 2017 ist jedoch zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer als Maschinenführer manchmal (eine halbe bis drei Stunden täglich) mittelschwere Lasten bis 25 kg und selten (bis zu einer halben Stunde täglich) schwere Lasten über 25 kg heben oder tragen musste (vgl.
Urk.
7/66/3). In seiner Anstellung als Maschinenführer von 1999 bis 2012
hatte er
oft (d.h. mehr als drei Stunden täglich) mittelschwere Lasten bis 25 kg und ebenfalls selten (bis zu einer halben Stunde täglich) schwere Lasten über 25 kg
zu
heben oder
zu
tragen; beispielsweise
musste er
mit einem Arbeitskollegen zusammen eine 60 kg schwere Rolle aus
tauschen (vgl.
Urk.
7/16/5). Damit entspricht das
bisherige
Belastungsprofil
als
Maschinenführers
– entgegen der Annahme der
Beschwerdegegnerin –
kaum
einer leichten bis selten mittelschweren Tätigkeit.
Die in den Arbeit
geber
berichten geschilderten Tätigkeiten dürften sich jedenfalls
nicht
mit der vom Be
schwerdeführer in der
Fahrradergonometrie
(vgl. E. 3.8) gezeigten Belastungs
fähigkeit vereinbaren lassen.
Das genaue Tätigkeitsp
rofil eines Maschinenführers
kann den aufliegenden Akten ebenso wenig entnommen werden wie das dem Beschwerdeführer zumutbare Belastungsprofil.
4.3
Es ist somit festzuhalten,
dass der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführ
er
s
und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
– und mithin die Frage, ob sich seit der leistungsabweisenden Verfügung vom
10.
Juli 2013 eine relevante Verän
de
rung (Art. 17 ATSG) zugetragen hat -
nicht hinreichend beurteilt werden können. Es sind daher weitere medizinische Abklärungen erforderlich.
5.
In Aufhebung der angefochtenen Verfügung ist die Sache demnach an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese im Sinne der Erwägungen weitere Abklärungen vornimmt.
Danach hat die Beschwerdeg
egnerin über einen An
spruch des
Beschwerdeführer
s
auf Leistungen der Invalidenversicherung neu zu entscheiden.
Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
6
.
6
.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig.
Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt und vor
liegend auf Fr. 6
00.-- festgesetzt.
Die Rückweisung an die Verwaltung gilt nach ständiger Rechtsprechung als voll
ständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten der Besch
werdegegnerin aufzuerlegen sind.
6.2
Der obsiegende Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Parteientschädigung (
§ 34 Abs. 1
GSVGer
). Nachdem die
Vertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsan
wältin Gabriela
Gwerder
, keine Zusammenstellung über ihren Aufwand in diesem Verfahren einreichte, erfolgt die Festsetzung der Entschädigung nach Ermessen. Die Prozessentschädigung wird auf der Grundlage des praxisgemässen Stunden
ansatzes von Fr. 220.-- ermessensweise auf Fr. 1’
8
00.-- festgesetzt (inklusive Bar
auslagen und Mehrwertsteuer).