Decision ID: 6b06c926-ea4a-4b6e-b51b-eab41082b81e
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1965,
reiste im Jahr
1990 aus dem Staatsgebiet der heutigen Republik Kosovo in die Schweiz ein (Urk.
6/
8/
1, Urk.
6/8/3
)
. Im Jahr 2005 erlangte er das Schweizer Bürger
recht
(Urk. 6/8/3). In der Schweiz war er
haupt
sächlich
als
Gartenarbeiter und
Bauabdichter
tätig (Urk.
6/8/5
, Urk. 6/
70
/1
)
.
Am
8. August
2013 stürzte er bei Schleif- und Spitzarbeiten von der Leiter (Urk.
6/
16/43
).
In der Folge meldete er sich
am 1
0.
Dezember
2013
unter Hinweis auf seit diesem Unfall bestehende Knie- und Fuss
beschwerden
bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
(Urk. 6/8, Aktenverzeichnis zu
Urk.
6/1-275).
Nach Abklärungen in beruflich-erwerblicher und medizinischer Hi
nsicht sprach die IV-Stelle
X._
mit Verfügung vom 2
3.
April
2018 für die Zeitperiode vom
1.
August
2014 bis 3
1.
Mai
2015 eine ganze Invalidenrente zu (
Urk.
6/153).
Diese Verfügung blieb unangefochten.
1.2
Am 1
4.
Januar
2019
(Eingangsdatum)
beantragte
X._
bei der IV
Stelle erneut
die Ausrichtung von IV-Leistungen
(
Urk. 6/161
, Aktenver
zeich
nis zu
Urk.
6/1-275
).
Seiner Neuanme
ldung zum Leistungsbezug legte
er unter ande
rem den Austrittsbericht der
Z._
Klinik vom 1
7.
Dezember 2018 bei.
Dar
aus geht hervor, dass im Rahmen der Hospitalisation
vom 10. bis 14. Dezem
ber 2018 eine
Arthrodese
des unteren Sprunggelenks links durch
geführt
wurde
(Urk. 6/158/1)
.
D
ie IV-Stelle
teilte dem Versicherten
am
7.
Februar 2019
mit
, dass sie von der Operation im Dezember 2018 Kenntnis genommen habe
und
bis Ende März 2019 den weiteren Heilverlauf
abwarten
werde
(Urk. 6/162). Am 13. März 2019 stellte der Versicherte ein
Gesuch um Arbeitsvermittlung
(Urk. 6/165)
.
Alsdann holte die IV-Stelle i
m Zuge ihrer Abklärungen zum medizinischen Sachver
halt
den Bericht von Dr. med.
Y._
, leitender Arzt Fusschirurgie,
Z._
Klinik, vom 3
0.
Juli
2019 (
Urk.
6/184/7-9)
ein.
Am 1
1.
September
2019 ersuchte der Versicherte um Prüfung seines Rentenan
spruches (
Urk.
6/189/5).
Mit Vorbescheid vom 19.
September
2019 kündigte die IV-Stelle
X._
an, dass sie sein Gesuch um Ausrichtung einer Invali
den
rente ab
weisen werde (
Urk.
6/188). Dagegen erhob
der
Ver
sicherte
am 24
.
September
20
19
Einwand (Urk. 6
/
194
)
.
In der Folge
liess er mit E-Mail-Nachricht seiner Rechts
vertreterin vom 2
8.
November 2019 beantragen, dass das IV-Verfahren zu sistieren sei, bis das Verfahren mit der Arbeitslosenkasse abgeschlossen sei (Urk. 6/199).
Die IV-Stelle führte ihrerseits
ab dem 1
6.
März 2020 eine Eingliede
rungsberatung durch (
Urk.
6/228).
In der Folge wurde
X._
am
8.
Juni 2020 am rechten Fuss operiert. Mit Schreiben vom
17.
September
2020 teilte
ihm
die IV-Stelle mit, dass sie ihre Eingliederungs
bemühun
gen ab
schliesse
,
da
auf
grund der er
neuten Operation im Juni 2020 bislang keine Eingliederungsmass
nahmen hätten durchgeführt wer
den können (
Urk.
6/226).
Hernach holte die IV-Stelle bei Dr. med.
Y._
die
Bericht
e
vom 2
2.
Septem
ber
2020
(
Urk.
6/229)
und
9.
Dezember
2020 (
Urk.
6/246/4-5)
ei
n.
Am 2
2.
Januar
2021 gab
med. pract.
A._
,
Facharzt
für Arbeitsmedizin, vom Regionalen Ärzt
lichen Dienst (RAD) eine Beurteilung ab (Urk. 6/264/5-7).
Mit Schreiben vom 2
5.
Januar 2021 setzte die IV-Stelle dem Versicherten eine Frist, um zu den
zwi
schenzeitlich eingegangenen
Berichten Stellung zu nehmen (
Urk.
6/255).
Dazu liess sich d
ie Rechtsvertreterin des Versicherten am
2.
März 2021
vernehmen
(Urk.
6/261)
und
reichte die
Stellungnahme
von Dr.
Y._
vom 1
7.
Februar 2021 (
Urk.
6/262) ein.
Nach Prüfung dieser Eingabe
(
vgl.
Urk.
6/264/7-8
) wies die IV-Stelle das
Gesuch
de
s
Versicherten
um Ausrichtung einer Invalidenrente
mit Verfügung vom 11. März 2021 ab (Urk. 2).
2.
2.1
Dagegen erhob
X._
am 26. April 2021 Beschwerde (Urk. 1). Er bean
tragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung
vom
11. März 2021 seien ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten (Urk. 1 S. 2).
2.2
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
.
Juni
2021 Abweisung der Beschwerde (Urk.
5
, unter Beilage der IV-Akten, Urk
.
6
/1-
27
5
)
, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
7.
Juni 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
2.3
Mit Eingabe vom 1
7.
Juni
2021
(
Urk.
8)
reichte die Beschwerdegegnerin beim Gericht die Physiotherapieberichte
ein, welche ihr der Beschwerdeführer am 15.
Juni 2021 habe zukommen lassen (
Urk.
9/1-4).
In der Folge reichte der Beschwerdeführer mit seinen Eingaben vom
2.
Juli 2021
(
Urk.
11)
, 1
9.
Oktober 2021 (vgl. den Briefumschlag zu
Urk.
14/1-6)
und 1
6.
Dezember 2021 (vgl. den Brief
umschlag zu
Urk.
1
6)
unaufgefordert
Arzt
- und Phy
s
iotherapie
berichte
sowie
weitere Unterlagen ein (
Urk.
12/1-2,
Urk.
14/1-6
,
Urk.
16
)
.
Diese Eingaben wur
den den Parteien jeweils wechselseitig zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
10,
Urk.
13
,
Urk.
15,
Urk.
17
)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
In der angefochtenen Verfügung vom 1
1.
März
2021 (
Urk.
2) führte die
Be
schwerdegegnerin im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer habe im Zeit
punkt ihres ersten Rentenentscheids
(vom 23. April
2018, vgl. Urk. 6/153)
körper
lich leichte Tätigkeiten im Sitzen oder in Wechselbelastung mit der Möglichkeit, sich bei Bedarf zu setzen, ausüben können. Das aktuelle Leiden der Sprung
gelenke habe damals schon bestanden.
Es sei ein Invaliditätsgrad von 34
%
fest
gestellt worden (
Urk.
2 S. 1). Der Anspruch auf eine Invalidenrente sei verneint worden, weil ein solcher Anspruch erst bei einen Invaliditätsgrad von 40
%
bestehe (
Urk.
2 S. 2).
D
ie Eingliederungsmassnahmen
seien
mit Mitteilung vom 1
7.
September 2020 abgeschlossen worden
.
Daraufhin habe sie erneut den An
spruch auf Renten
leistungen geprüft und vorerst den Heilungsverlauf nach der Operation abge
wartet. Die medizinischen Akten seien laufend aktualisiert wor
den
. Die Abklä
rungen hätten ergeben, dass in einer körperlich leichten
,
rein sitzende
n
oder wechselbelastende
n
Tätigkeit nach der Heilphase eine Arbeits
fähig
keit von 100
%
ausgewiesen sei. Weil weiterhin ein Invaliditätsgrad von 34
%
vorliege, bestehe kein Anspruch auf Rentenleistungen
(
Urk.
2 S. 2).
1.2
Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor,
dass er sich
im Jahr 2013
nach einem Unfall
bei der IV angemeldet
habe. Vor dem Unfall habe er als
Bauab
dich
ter
gearbeitet und rund
Fr.
90'000.-- pro Jahr verdient.
Er habe mehrere Operationen durchmachen müssen. Im Jahr 2014 sei er am Knie operiert worden. Noch Jahre später habe der Verdacht auf ein
femoropatellares
Schmerzsyndrom
be
standen
. Im Jahr 2015 sei er zweimal am Arm operiert worden, je links und rechts. Die Beschwerdegegnerin habe ihm dann mit Verfügung vom 1
0.
Januar
2017
(richtig: 23. April 2018, vgl. Urk. 6/153)
eine befristete Rente für die Zeitperiode vom
1.
August 2014 bis 3
1.
Mai 2015 zugesprochen. Die Schmerzen an seinen Füssen hätten aber nicht nachgelassen. Er sei deswegen an beiden Füs
sen operiert worden.
Wegen seiner Fussbeschwerden habe er
im Jahr 2019 eine zweite An
meldung bei der IV eingereicht. In der Folge habe die Beschwerde
geg
nerin bei mehreren Ärzten Bericht
e
eingeholt. In keinem dieser Arztberichte sei festgehal
ten worden, dass er in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeiten könne (
Urk.
1 S. 3).
Sein behandelnder Arzt,
Dr.
Y._
,
habe
im Gegenteil
in sei
nem Schreiben zuhanden seiner Rechtsschutzversicherung vom 1
7.
Februar 2021 festgehalten, dass er in vorwiegend sitzenden Tätigkeiten nur drei Stunden pro Tag arbeiten könne. Dies entspreche einer Arbeitsfähigkeit von
rund 40
%
(
Urk.
1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin müsse den Sachverhalt genau abklären. Es reiche nicht, wenn sie nur ihre internen Ärzte
anfrage
, wie hoch denn seine Arbeitsun
fähigkeit sei. Hierbei sei insbesondere zu berücksichtigen, dass seine gesundheit
lichen Probleme nicht nur seine Füsse betreffen würden. Es sei ein Gutachten anzuordnen.
Zu seinen Fussbeschwerden sei festzuhalten, dass dies
bezüglich zwar eine Verbesserung eingetreten sei. Der Zustand sei aber bei weitem nicht bei 100
%
. Er gehe immer noch an Stöcken. Es treffe sodann auch nicht zu, dass seine Schmerzen medizinisch nicht erklärt werden könnten. Dazu könne
Dr.
Y._
ebenfalls Stellung nehmen.
Er verlange, dass er durch einen qualifizier
ten Mediziner persönlich untersucht werde.
Zu
r Ermittlung des Invali
di
tätsgrades sei festzuhalten
, dass er
- entgegen der Ansicht der Beschwer
de
gegnerin -
kein Einkommen von rund
Fr.
60'000.-- erzielen könne. Selbst wenn er eine rein sit
zende Tätigkeit in einem 100%-Pensum ausüben könnte
, würde er einen viel tie
feren Lohn als den
Durchschnitt erzielen.
Zu berücksichtigen sei, dass er
jahrelang als Bauarbeiter gearbeitet
habe
. In einer sitzenden Tätigkeit habe er keinerlei Be
rufserfahrung. Zudem sei sein Deutsch nicht sehr gut. Er könn
t
e seine gesund
heitlich bedingte Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen A
rbeit
s
markt folglich nur mit
einem
unterdurchschnittliche
n
Einkommen verwer
ten. Beim Einkom
mensvergleich sei beim Invalideneinkommen somit mindestens
ein Abzug von 20
%
vom Tabellenlohn vorzunehmen (
Urk.
1 S. 4)
.
2.
2.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSV
), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind - vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen - grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen Einspracheentscheids eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je
mit Hinweisen), sind vorliegend
die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvor
schriften anwend
bar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert wer
den.
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
2
.4
2.4.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE
141V
9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E.
3b
, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine un
terschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszu
stand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine ver
änderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts
9C_135
/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bun
desgerichts
8C_144
/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
2
.4.2
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E.
3a
mit Hinweis
).
Diese Grundsätze gelten auch dann, wenn der versicherten Person eine befristete Rente zugesprochen wurde und sie sich in der Folge wieder bei der Eidgenössi
schen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug
anmeldet (vgl. Urteil des Bun
desgerichts
9C_269
/2021 vom
9.
Juli 2021).
2
.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art.
28a
Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Per
son nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be
handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
2
.
6
2
.
6
.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) ab
gegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E.
3a
; Urteil des Bundesgerichts
8C_225
/2021 vom 10. Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
2.
6
.2
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E.
3b
/ee). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
Eine reine Aktenbeurteilung des RAD kann beweiskräftig sein, sofern ein lücken
loser Befund vorliegt und es im Wesent
lichen nur um die fach
ärztliche Beurtei
lung eines an sich feststehenden medi
zinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche
Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt
(Urteile des Bundesgerichts
9C_730
/2018 vom 27. März 2019 E. 5.1.3,
9C_335
/2015 vom 1. September 2015 E. 3.1 und
9C_196
/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1 mit Hinweisen).
Bei einer Aktenbeurteilung des RAD handelt es sich um eine versicherungsinterne Stellungnahme, weshalb bei der Beweiswürdigung die oben erwähnten Grundsätze zu beachten sind.
2.6.3
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b
/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Be
gutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b
/cc; Urteil des Bundesgerichts
8C_77
/2021 vom 20. April 2021 E. 3 mit Hinweisen).
2.
7
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Gesetz
mässigkeit der Verwaltungsverfügungen beziehungsweise der
Einsprache
ent
scheide
in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Ver
waltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither ver
ändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungs
verfü
gung sein (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Jedoch sind Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streit
ge
genstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurtei
lung im Zeitpunkt des Erlasses der Verwaltungsverfügung beziehungsweise des Einspracheentscheides zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E.
1b
, 99 V 98 E. 4; Urteil des Bundesgerichts
8C_95
/2017 vom 15. Mai 2017 E. 5.1 mit Hinweisen).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführe
rs und/oder dessen erwerbliche Auswirkungen seit der rechtskräftigen
Verfügung vom 2
3.
April 2018, mit welcher dem Beschwerdeführer für die Zeitperiode vom
1.
August 2014 bis 3
1.
Mai 2015 eine ganze Invalidenrente zugesprochen wurde (
Urk.
6/153),
und der jetzt angefochtenen Verfü
gung vom 11. März 2021 (Urk. 2) derart verändert haben, dass
er
nunmehr
wieder
Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
3.
2
3.2.1
Beim Erlass der Verfügung vom 2
3.
April 2018
stellte
die Beschwerde
geg
nerin im Wesentlichen auf die Stellungnahmen von RAD-
Arzt med. pract.
A._
vom
2
5.
Oktober
2016
(
Urk.
6/98/6-7)
und
9.
Juni
2017
(
Urk.
6/141/3)
sowie
RAD
Ärztin
Dr. med.
B._
, Fachärztin für orthopädische Chi
rur
gie und Trauma
tologie
, vom
5.
Dezember 2017 (
Urk.
6/141/3)
ab.
Sie stützten ihre Beurtei
lungen insbesondere
auf
den Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom 12. Februar
2015
von
Dr. med.
C._
, Facharzt für Chirurgie FMH
(
Urk.
6/41
)
,
und das
Gutachten des
D._
vom 18. Oktober
2015
(Urk.
6/62)
sowie die Arztberichte
und
von
Dr.
Y._
vom
1
1.
und 2
2.
Mai 2017 (
Urk.
6/114,
Urk.
6/115/1-2
)
.
3.2.2
Im Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom 12. Februar
2015 stellte
Dr.
C._
die folgenden Diagnosen
(
Urk.
6/41/6
):
-
Status nach Leitersturz 2013 mit dorsaler Schnittverletzung im Be
reich der Basis
P1
des
Dig
. V links mit diffuser Hyposensibilität des gesamten Fingers, Schulterkontusion linksseitig ohne unfallbedingte strukturelle Läsion und rezidivierende Bursitis
präpatellaris
links und
Bursektomie
präpatellär
links am 30. April 2014
-
nebenbefundlich
peripherer Verschluss der a.
radialis
, a. ulnaris, links
sei
tig und Verschluss des Arcus
palmaris
profundus
und
super
fi
cialis
links, noch unklarer Genese.
Dazu führte Dr.
C._
aus, dass sowohl am 5. Finger links als auch am Knie links
seitig komplett reizlose Narbenverhältnisse bestünden. Zudem bestünden eine minimale Bewegungseinschränkung im linken Schultergelenk, jedoch keine auffäl
lige Seitendifferenz der Muskulatur sowohl der oberen als auch der unteren Ex
t
remitäten, sowie eine unfallbedingt nicht erklärbare Gangstö
rung/Bewe
gungseinschränkung an der linken unteren Extremität und deut
li
che Zeichen der Selbstlimitation (
Urk.
6/41/6
). Bei komplett reiz
losem Knie und nun entfernter Bursa sei keine dauerhafte Einschränkung an
zu
nehmen, auch nicht bei kniender Tätigkeit bei konsequenter Be
nutzung von gepolsterten Knieschonern. Auch wür
den das leichte Streckdefizit im
PIP
des 5. Fingers links und die streckseitige Sen
sibilitätsstörung an diesem Finger kein Hindernis für eine Wiederaufnahme der bisherigen Tätig
keit des Beschwerdeführers darstellen (
Urk.
6/41/
7
).
3.2.3
Am Gutachten des
D._
, Universitätsklinik für Rheumatologie, Immunologie und Allergologie, vom 18. Oktober 2015 waren Prof. Dr. med.
E._
, Chefarzt, SIM-zertifizierter Gutachter, PD Dr. med.
F._
, leitender Arzt, sowie Dr. med.
G._
, Assis
tenzarzt, beteiligt (Urk.
6/62/
1,
Urk. 6/62/
22). Sie stellten folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk. 6/62/
18):
-
Subakutes
Ischämiesyndrom
Finger I und II links
-
Aufgetreten nach Sturz im Juni 2014
-
Angiographie Juni/2014: Verschluss distale
Arteria
radialis
sowie Fingerarterie I und II links sowie Verschluss des Arcus
palmaris
superfi
cialis
-
MR-Angio
Aorta Juni/2014: regelrechte Darstellung der Gefässe zen
tral und auch peripher bis auf eine 3.3 cm lange Unterbrechung der
Arteria
Ulnaris, Differentialdiagnose (DD): Artefakt
-
MR-Angio
Thorax März/2015: regelrechte Darstellung der thoraka
len Aorta sowie ihrer
supraaortalen
Abgänge, der
Arteria
subclavia
bis in die
Arteria
brachialis
sinistra
. Keine Stenose,
Dis
sektion
oder
aneurys
matische
Erweiterung
-
Keine Hinweise für
embolische
Genese (TEE, 7-Tage-EKG)
-
Präpatellare Bursitis links
-
Sturz von Leiter vom 8. August 2013 mit intermittierender Bursitis
prä
patellaris
links
-
MR
Knie links November
2013: keine Binnenläsion
-
Offene
Bursektomie
April
2014 bei
präpatellärer
Restbursitis
-
Eingeschränkte Beugefähigkeit, Angst-/Vermeidungsverhalten, De
kon
ditionierung
-
Subacromiales
Schulterimpingement
links
-
Sturz von Leiter vom 8. August 2013 und erneuter Sturz im Juni/2014
-
deutliche AC-Gelenksarthrose
-
Arthro
-CT Schulter links September/2013: kleiner Riss
Supra
spi
natus
mit Kontrastmittelaustritt und Kontrastmittelnachweis in der Bursa
-
zusätzlich
myofasziale
Befunde
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten sie an (
Urk. 6/62/
18-19):
-
Thoraxkontusion
links im Rahmen des Sturzes vom 8. August
2013
-
Riss-Quetschwunde Finger V links und Fingerdistorsion, persistieren
der Sensibilitätsausfall Finger V
-
Nikotinabusus (aktuell 1⁄2 Pack pro Tag)
-
Adipositas Grad I (BMI 31 kg/
m
2
)
Die am
D._
tätigen Gutachter hielten fest, dass beim Beschwerdeführer
be
lastungs
- und positionsabhängige Armbeschwerden links bei
Vaskulopa
thie
mit Status nach Verschluss der distalen
Arteria
radialis
und Fingerarte
rienverschlüsse I und II, ein subacromiales
Schulterimpingement
und
myo
fasziale
Befunde sowie Knie- und Unterschenkelschmerzen links mit Status nach offener
Bursekto
mie
bei
präpatellärer
Restbursitis bestünden (
Urk. 6/62/
20).
Durch Armbewegung, Überkopfarbeiten und bei Kälteexposition und je nach Armposition komme es zur Beschwerdeprovokation respektive -zunahme. Beim Knie führe die zuletzt ausgeübte Berufstätigkeit (90 bis 95 % der Arbeitszeit in kniender Position) zu
r
Beschwerdezunahme (
Urk. 6/62/
20).
Die bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer seit August
2013 nicht mehr zumutbar. Das Belastbarkeitsniveau entspreche im Wesentlichen einer leichten
Tätigkeit mit Hantieren von Lasten selten bis 10
-
15 kg, viel Ste
hen/Gehen und ohne belastende Arm- oder Beinfunktionen (Urk.
6/62/
20). Dem Beschwerdefüh
rer seien daher leichte Tätigkeiten, bei welcher kniende Positionen und Heben von Lasten über 10 bis 15 kg nicht nötig seien, ganz
tags möglich
(
Urk. 6/62/
21).
3.2.
4
M
ed. pract.
A._
führte in seiner Stellungnahme
vom 2
5.
Oktober
2016
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers an
(
Urk.
6/98/6
)
:
-
Subakutes
Ischämiesyndrom
Finger I und II links
-
Präpatellare Bursitis linkes Knie
-
Subacromiales
Schulterimpingement
links (siehe Gutachten des Inselspi
tals vom 1
8.
Oktober 2015
)
-
Verdacht auf Fingerarterienverschlüsse rechts (nicht bestätigt - siehe Arzt
bericht von
Dr.
I._
vom
8.
April 2016
[
Urk.
6/72/1
])
Med. pract.
A._
formulierte das folgende Belastungsprofil: Leichte Tätigkeit (nur selten Hantieren von Lasten bis 10-15 kg, keine belas
ten
den Arm-/Bein
funk
tionen, kein häufiges Stehen/Gehen). Arbeiten auf den Knien, Kälteexposition und längeres Hebens des linken Armes über 90 Grad seien zu vermeiden
(Urk.
6/98/6-7).
Dazu hielt
er
fest, dass das Anforderungsprofil in der bisherigen Tätigkeit als Vorarbeiter Ab
dichtungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die funk
tio
nelle Leistungs
fähigkeit/das Belastungsprofil des
Beschwerdeführers übersteige
(
Urk.
6/98/6). In der bisherigen Tätigkeit
als Vorarbeiter Ab
dichtungen bestehe seit dem
8. August
2013
(Unfalldatum)
eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
6/98/7).
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit ge
mäss Belastungsprofil führte m
ed. pract.
A._
aus, dass zunächst wie in der bisherigen Tätigkeit - das heisst ab 8. August 2013 (Unfalldatum) - eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Ab dem 12. Februar 2015 (Datum der kreis
ärztlichen Untersuchung) sei zumindest aus unfallbedingter Sicht nicht mehr mit Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Es werde im Rahmen dieser Untersuchung bereits ein komplett reizloses Kniegelenk links beschrieben. Es bleibe einzig die Problematik aufgrund der Durchblutungsproblematik im Bereich der linken Hand. Diese gesundheitliche Einschränkung bestehe seither unverän
dert und werde im Rahmen des Belastungsprofils (erstellt im Gutachten des Insel
spitals Bern vom 1
8.
Oktober 2015) berücksichtigt. Daher sei aus versiche
rungs
medizinischer Sicht bereits ab Februar 2015 von dieser Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit auszugehen (
Urk.
6/98/7).
3.2.5
Dr.
Y._
stellte im Bericht vom 11. Mai 2017 die folgende Diagnose (Urk. 6/1
14/
1):
Unklare posttraumatisch auftretende Schmerzen oberes Sprunggelenk
beidseits zirkulär bei radiologisch nachweisbaren Os
trigonum
oder
prominentem
Prozessus
posterior
tali
beidseits bei
Senkfüssigkeit
beidseits
Im Bericht vom 22. Mai 2017 führte
er
sodann aus, dass die MRI-Bilder auf eine traumatisierte
Coalitio
subtalar
beidseits hinweisen würden. Auf der linken Seite komme zusätzlich ein kleines Os
t
rigonum
ohne signifikante peri
fokale Flüssig
keitsansammlung zur Darstellung. Das obere Sprungge
lenk stelle sich beidseits intakt dar (
Urk. 6/115/1
).
3.2.6
In seiner Stellungnahme vom
9.
Juni
2017 hielt med. pract.
A._
fest, dass Dr.
Y._
eine traumatisierte
Coalitio
subtalar
(Verwachsung im Bereich des Sprunggelenks zwischen Sprungbein und Fersenbein) beidseits diagnostiziert habe. Diesbezüglich sei die Behandlung noch nicht abgeschlossen. Im Mai 2017 werde zunächst eine Infiltration zur Schmerztherapie durchgeführt. Eine weitere Beurteilung des Prozederes erfolge (laut Bericht von Dr.
Y._
) in ca. vier Wochen
. Dr.
Y._
habe zur Arbeitsfähigkeit beziehungsweise zum Belas
tungsprofil nicht S
tellung genommen (Urk
.
6/141/3).
Med. pract.
A._
führte weiter aus, dass aufgrund dieser Beschwerden aus arbeitsmedizinischer Sicht
die folgende
Ergänzung des Belastungsprofils gemäss RAD-Stellungnahme vom 2
5.
Oktober 2016 sinnvoll sein könne: Leichte Tätig
keiten sitzend/wechselbelastend mit der Möglichkeit, sich bei Bedarf zu setzen. Die weiteren Angaben der RAD-Stellungnahme vom 2
5.
Oktober 2016
blieben unverändert. Sonstige Änderungen/weitere funktionelle Einschränkungen seien aus arbeitsmedizinischer Sicht nicht zu erwarten (Urk. 6/141/3).
3.2.7
Dr.
B._
stellte
am
5.
Dezember 2017
fest
, dass sich aus den
zwischenzeitlich
einge
reich
ten Berichten der
Z._
Klinik vom
5.
September
2017 und
2
9.
November
2017
keine neuen Erkenntnisse ergeben würden. Somit ändere sich nichts an der bisherigen Einschätzung des RAD (
Urk.
6/141/3).
3.3
3.3.
1
Bezüglich der angefochtenen Verfügung vom
11. März 2021 (Urk. 2) liegen
ins
besondere
Arztberichte
von Dr.
Y._
und Stellungnahmen
des RAD
vor:
3.3.
2
In seinem
Verlaufsb
ericht vom
8.
/9.
Dezember
2020 führte
Dr.
Y._
die Diagnosen Status nach
Arthrodese
unteres Sprunggelenk rechts am
8.
Juni 2020 und Status nach
Arthrodese
unteres Sprunggelenk links am 1
0.
Dezember
2018
an.
Den Gesundheitszustand bezeichnete er als verbessert.
Angepasst
sei eine vor
wiegend sitzende Tätigkeit mit Wechselbelastung, allerdings ohne Heben und Tragen von mehr als 5 kg. Die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers sei ver
mindert. Er (
Dr.
Y._
) könne die Frage, in welchem Umfang die Leistungs
fähigkeit vermindert sei, jedoch nicht beantworten (
Urk.
6/246/4). Die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers könne durch medizi
nische Massnahmen
nicht verbessert werden (
Urk.
6/246/5).
3.3.
3
RAD-Arzt med
. pract.
A._
stellte
in seiner Stellungnahme vom
22
.
Januar 2021
gestützt auf die vorliegenden medizinischen Akten fest
, dass unterdess
en eine
Arthrodese
(Gelenkverst
eifung) an beiden unteren Sprung
gelenken erfolgt sei. Der postoperative Verlauf scheine gut zu sein. Bezüglich des linken Fusses (Operation
2018) sei im
Bericht von
Dr.
Y._
vom 3
0.
April
2020 (Urk. 6/220)
eine verbesserte Belastbarkeit beschrieben worden (
Urk.
6/264/5).
Dessen Arztbericht vom 22. September
2020 (
Urk.
6/229/7-9) sei sodann zu
ent
nehmen, dass eine zunehmende
Abschwellung des rechten Rück
fusses, mit freier Beweglichkeit
tibiotalar
und
ohne
signifikante Druckschmerzen festgestellt wor
den seien. Als Funktionseinschränkungen seien lediglich die Schmerzen in den beiden Füssen genannt worden. Dazu sei von Dr.
Y._
ausgeführt worden, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Bau
arbeiter nicht mehr möglich sei. In einer ange
passten Tätigkeit (vornehmlich sitzend) sei die Arbeits
fähigkeit auf 20-50
% geschätzt worden, in Abhängigkeit von der entsprechenden Tätigkeit. Die Höhe der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit sei dem behan
delnden Arzt durch die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers vorgeschlagen worden.
Alsdann sei im Physi
otherapie
bericht vom 2
1.
November 2020
(
Urk.
6/242)
festgehalten worden, dass auch der rechte Fuss vollständig be
lastet werden könne, der Beschwerdeführer zwischen den Übungen viel weniger Pausen brauche
und in den letzten Wochen eine deutliche Verbesserung beobachtet worden sei. Es sei aber ebenfalls
ausgeführt
worden, dass wegen den Beweglichkeitseinschränkungen, der Muskel
schwäche und dem fehlenden flüs
sigen Gang noch weitere Physiotherapie not
wendig sei.
Schliesslich sei dem Arztbericht von
Dr.
Y._
vom
9.
Dezember
2020
(Urk. 6/246/4-5)
zu entnehmen, dass
eine vorwiegend sitzende Tätigkeit mit Wechsel
belastung, allerdings ohne Heben und Tragen von mehr als 5
kg
,
zumut
bar
sei (
Urk.
6/264/6).
Med. pract.
A._
stellte die folgenden Diagnosen mit dauerhafter Aus
wir
kung
auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
6/264/6):
-
Traumatisierte
Coalitio
talocalcanear
beidseits
-
Arthrodese
(
Gelenkversteifung an beiden unteren Sprung
g
elenken (Dezember 2018 und Juni 2020).
Als Diagnosen ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er (
Urk.
6/264/6
)
:
-
Arterielle Hypertonie
-
Status nach Knieoperation April 2014
-
Status nach Armoperation 2015
Med. pract.
A._
führte dazu aus, abgestützt auf die vorliegenden Berichte bestehe lediglich eine verminderte Belastbarkeit der unteren Extremi
täten (z. B. beim Stehen/Gehen). Ohne Belastung des Fusses/Sprunggelenkes seien keine Ein
schränkungen ausgewiesen. Es ergebe sich somit das folgende Belas
tungsprofil: Körperlich leichte rein sitzende Tätigkeiten oder wechselbelastende Tätigkeit mit der Möglichkeit, die Positionen jederzeit frei zu wählen. In der bis
herigen Tätig
keit als Vorarbeiter/Bauabdichtungsspezialist sei der Beschwerde
führer seit Jahren zu 100
%
arbeitsunfähig. Die
100%ige
Arbeitsun
fähigkeit in der bis
he
rigen Tätigkeit sei aus arbeitsmedizinischer Sicht plausibel nachvoll
ziehbar
(
Urk.
6/264/6)
. In einer ideal angepassten Tätigkeit sei die Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit gemäss dem Bericht von
Dr.
Y._
vom 2
2.
September
2020 aus arbeitsmedizinischer Sicht nicht plausibel nachvollziehbar. Wie oben darge
legt, seien in einer rein sitzenden Tätigkeit keine Einschränkungen aus
ge
wiesen. Es könne bei ideal angepasster Tätigkeit von einer
100%igen
Arbeits
fähigkeit ausgegangen werden. Wie im Bericht von
Dr.
Y._
vom 2
2.
Sep
tember 2020 festgehalten, sei die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit letzt
lich von der entsprechenden Tätigkeit abhängig. Aus arbeitsmedizinischer Sicht würden sich jedoch in einer ideal angepassten Tätigkeit keine Einschränkungen
ergeben
. Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich seit der Opera
tion im Juni 2020 weiter verbessert. Eine weitere Verbesserung der Arbeits
fähigkeit sei jedoch nicht zu erwarten (
Urk. 6/264/7
).
3.3.
4
Nach
d
er Untersuchung des Beschwerdeführers
vom 2
5.
Januar
2021
hielt
Dr.
Y._
fest, dass
dieser
für längere Gehstrecken U
nterarmgehstütz
en zu Hilfe nehme. Ohne Stützen könne er kleinschrittig
hinkfrei
gehen. Es liege ein reizloses Integument an beiden Füssen ohne Schwellung, Rötung oder Über
wär
mung lokal vor.
Tibiotalar
sei die Beweglichkeit jeweils beidseits gut.
Subtalar
sei sie auf
grund der
Arthrodesen
beidseits eingeschränkt. Fussstatisch sei die Situa
tion im Vergleich zur Voruntersuchung insgesamt unverändert (
Urk.
6/263/4).
3.3.
5
In seiner Stellungnahme zuhanden der
Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers
vom
1
7.
Februar 2021
hielt
Dr.
Y._
zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit fest, dass der Beschwerdeführer in einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit mit wechselbelastender Aktivität, ohne Heben und Tragen von mehr als 5 kg
sowie ohne Besteigen von Treppen oder Leitern arbeitsfähig sei. Zur Frage der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers nach Umfang und Art der angepassten Tätigkeit (Anzahl Stunden der täglichen Präsenz, gegebenenfalls im geschützten Rahmen) führte er aus, dass dem Beschwerdeführer eine tägliche Präsenz von 3
Stunden ohne
Wegzeit
möglich sei. Zur Prognose zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, dass die
knöcherne Heilung an den Füssen gewährleistet sei. Die
beiden
Operationen seien adäquat verlaufen. Im Rahmen des Belastungsaufbaus mit Hilfe der Physiotherapie sei ein Fortschritt objektivierbar. Hinsichtlich Arbeitsmotiva
tion sende der Beschwerdeführer positive Signale aus. Prognostisch sei eine Arbeitsfähigkeit im oben genannten Rahmen möglich (
Urk.
6/262
).
4.
4.1
4.1.1
Zur Stellungnahme von RAD-Arzt med. pract.
A._
vom 21. Januar 2021
ist zunächst festzuhalten, dass
ihm bezüglich der vom Beschwerdeführer mit seiner Neu
anmeldung vom 1
4.
Januar
2019 (Urk. 6/161) geltend gemachten Fuss
beschwerden (
E. 1.2
)
die
vom Beschwerdeführer eingereichten und
von der
Beschwerdegegnerin
eingeholten
Berichte, insbesondere die
jenigen von
Dr.
Rutis
hauser
vom 22. Septem
ber
2020 (Urk. 6/229) und 9. Dezember
2020 (Urk. 6/246/4-5)
zur Verfügung
standen.
Der RAD-Arzt fasste die
ihm vorliegen
den Akten zusammen und würdigte diese in versicherungsmedizinischer Hinsicht.
Da die Befundlage
sowie
die funktionellen Einschränkungen hinreichend doku
mentiert sind
und sich aus den Akten kein zusätzlicher Abklärungsbedarf ergibt
,
ist nicht zu beanstanden, dass der RAD-Arzt
med. pract.
A._
ihn nicht per
sönlich untersucht hat. Der Beschwerdeführer ist zudem darauf hinzuweisen, dass
weder aus Art. 29 Abs. 1 und 2 der Bundesverfassung
(
BV
)
noch aus Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) eine Regel
folgt
, wonach bei streitigen Leistungsansprüchen stets auch versiche
rungs
externe medizinische Entscheidungsgrundlagen einzuholen sind. Im Rah
men der freien Beweiswürdigung ist es grundsätzlich somit zulässig, dass Verwaltung und Sozialversicherungsgerichte den Entscheid allein auf versiche
rungsinterne Entscheidungsgrundlagen stützen. An die Unparteilichkeit und Zu
verlässigkeit solcher Grundlagen sind jedoch strenge Anforderungen zu stellen (BGE 125 V 351 E.
3b
/cc, 122 V 157 E. 3; Urteil des Bundesgerichts
8C_1051
/2008 vom 6. Februar
2009 E. 3.2 mit Hinweisen).
Die
Stellungnahme von RAD-Arzt med. pract.
A._
vom 21. Januar 2021 (E.
3.3.3) hält einer solchen strengen
Prüfung stand. Er gelangte unter Bezugnahme auf die medizinischen Akten zu einer schlüssigen und überzeugenden Beurteilung.
4.1.2
Der Beschwerdeführer ist
ferner
der Ansicht, dass bezüglich
seiner Arbeits
fähig
keit in einer Verweisungstätigkeit auf die Einschätzung seines behandelnden Arztes
Dr.
Y._
abzustellen sei (
E. 1.
2
)
. Med. pract.
A._
hat das Belas
tungs
profil von Dr.
Y._
übernommen (E. 3.3.2-3.3.3). D
er Unter
schied
bei den Beurteilungen
der beiden Ärzte
liegt da
rin, dass
gemäss
Dr.
Y._
dem Beschwerdeführer
in der Verweisungs
tätig
keit
nur
eine täg
liche Präsenz von 3
S
tun
den ohne
Wegzeit
möglich
ist
(E. 3.3.
5
).
Dieser
zuhanden der Rechts
ver
tre
terin des Beschwerdeführers abgegeben
en
Stellungnahme ist aber keine Begrün
dung zu ent
neh
men.
Die von Dr.
Y._
beschriebene Ein
schränkung ist nicht mit verän
derten Befunden begründet, denn
i
m Vergleich zu seinem Bericht vom
8. Dezem
ber
2020 (E. 3.3.2)
blieben die
Befunde
gemäss
dem Unter
su
chungs
bericht
vom 25. Januar 2021
(E.
3.3.4) und seiner Stel
lungnahme vom 17. Februar 2021 (E. 3.3.5)
unverändert
. Mit seiner Stel
lungnahme vom 17. Feb
ruar 2021 (E. 3.3.5)
stellte sich
Dr.
Y._
zudem in Widerspruch zu seiner Aussage im Bericht vom 8.
Dezember 202
0.
Darin hielt
er fest, dass er
die Frage, in welchem Umfang die Leistungsfähigkeit
des Beschwerdeführers
vermin
dert sei,
nicht beantworten könne (E. 3.3.2). Und schliesslich ist bezüglich den Aussagen von behandelnden Ärzten zu beachten, dass sie im Zweifel eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen
(E. 2.6.3
).
Die Stel
lungnahme von Dr.
Y._
vom 17. Feb
ru
ar
2021 (E. 3.3.5) vermag somit keinen Zweifel an der Stellungnahme von RAD-Arzt med. pract.
A._
vom 21. Janua
r 2021 (E. 3.3.3) zu begrün
den.
4.1.3
Es mithin nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf die Stellung
nahme von RAD-Arzt med. pract.
A._
vom 21. Januar 2021 (E. 3.3.3) ab
ge
stellt hat.
4.
2
Alsdann kann d
er Beschwerdeführer aus den im vorliegenden Verfahren ein
gereichten Berichten nichts zu seinen Gunsten ableiten. Dr. med.
G._
, Facharzt für Innere Medizin FMH, hielt in seinem Schreiben vom 7. Dezem
ber
2021 fest, dass aufgrund der nun vorliegenden Berichte von
Dr. med.
H._
, FMH orthopädische Chirur
gie und Traumatologie des Be
wegungsapparates
(beschriebene
Akrozyanose
beider Hände, unklarer Aetiologie - hier
sei
der Patient zeitweise von
Dr.
I._
[behandelt]
worden
), der rheumatologischen Untersuchung
von
Dr.
J._
mit Arthralgien an den Hän
den und Armen sowie der neu beschriebenen Polyneuropathie mit Schmerzen und subjektiver Gangun
sicherheit im Zusammenhang mit den Defekt
zu
ständen an den Füssen er
(
Dr.
G._
)
und Dr.
H._
den Beschwerde
führer als definitiv nicht arbeitsfähig betrach
ten
würden
. Dies gelte auch für einfache ein
händige manuelle Tätigkeiten.
Phy
s
i
o
thera
peutische Massnahmen hätten nicht den gewünschten Effekt ge
bracht. Er könne mit Stöcken, allerdings nur kurze Strecken, laufen. Der Beschwerdeführer sei im Besitz einer Behinderten-Parkkarte (Urk. 16).
Dazu ist zunächst auszu
füh
ren,
dass
Dr.
H._
bei der Untersu
chung des Beschwerde
führers vom 2
4.
Juni 2021
in den mittleren bis distalen Abschnitten der
Finger I-V beider Hände
eine
leicht violett
e Färbung
festgestellt hat
. Dazu führte er aus, dass sich nach wenig minütiger Untersuchung die Ko
operation der Finger normali
siert habe. Der Faustschluss sei beidseits aktiv mög
lich gewesen. Die Fingerextension aktiv sei beidseits im physiologischen Umfang gewesen (
Urk.
12/1 S. 1). Er hielt in der Beurteilung fest, dass der Beschwerde
führer in der Vergangenheit bereits in
angiologischer
Behandlung gewesen sei. Beim Beschwerdeführer komme es immer wieder zu Kältephäno
menen an beiden Vorderarmen und beiden Händen mit einer Blau-Violett-Ver
färbung der Haut. Diese Zustände seien schmerzhaft und von Missempfindungen begleitet.
Dr.
H._
veranlasste weitere Ab
klä
rungen, um eine
Vaskulitis
oder einen
granulomatösen
vaskulären Prozess oder eine Raynaud-Problematik auszu
schliessen (
Urk.
12/1 S. 2).
Er
attes
tierte aber keine Arbeitsunfähigkeit
und stellte
auch
keine funktionellen Einschrän
kungen fest
.
Zudem sind
diese
B
eschwerde
an
gaben
nicht neu. Sie sind von den Gutachtern des
D._
und
med.
pract.
A._
bereits vor Erlass der Ver
fügung vom
23. April
2018 (Urk. 6/153) be
rücksichtigt worden
(E. 3.2.3 f.)
.
Als
dann
hielten
PD
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Neurologie, und
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Neurologie, leitender Arzt Paraplegie bzw. Oberarzt
ZfP
Universitätsklinik
M._
, im Bericht zur neurologischen und neuro
physio
logische
n
Untersuchung vom 1
7.
August 20
2
1 fest, dass sie zusammen
fas
send klinisch von einer beginnenden sensiblen Polyneuro
pathie ausgehen würden (
Urk.
14/1 S. 2-3). Sie baten unter anderem den Hausarzt des Beschwerdeführers um ergänzende laborchemische Unter
suchungen
und machten Vorschläge zum Prozedere betreffend
die
weiter
h
in beste
hende
Reizsymtomatik
des Nervus
suralis
(
Urk.
14/
2 S.
3).
Die im Be
schwer
de
verfahren eingereichten medizinischen Berichte enthalten keine Hinweise darauf, dass
beim Beschwerdeführer
bis zum
Erlass der Ver
fü
gung vom 11. März
2021
(
vgl.
E. 2.7
; Urteil des Bundesgerichts
9C_269
/2021 vom
9.
Juli
2021 E. 3.2
)
eine erhebliche Veränderung der funktionellen Leistungs
fähigkeit
eingetreten sein könnte, weshalb sich diesbezüglich keine weiteren Abklärungen aufdrängen
.
Zum Schluss
ist zu den diversen Berichten der Physio
therapeutin
N._
zu be
merken, dass im Bericht vom 1
5.
J
anuar 2021 noch von einer deutlich
er
kennbar
en
Verbes
serung
in den letzten 9 Wochen, welche sich jedoch schwer objektivieren lasse, die Rede war (
Urk.
9/2 S. 2).
In den Bericht
en
vom 2
2.
März,
3.
Mai
, 2
2.
Juni, 1
5.
Oktober
2021 wurde dann aber festgehalten, dass der Fort
schritt der
Rehabiliation
leider
begrenzt beziehungs
weise
nur minimal spür
bar sei (
Urk.
9/3,
Urk.
9/4,
Urk.
12/2,
Urk.
14/4, jeweils S.
2
).
In den Berichten werden subjektiven Beschwerdeangaben des Beschwerde
führers wiedergegeben. Es ist
aber
nicht nachvollziehbar, aus welchen objektiven Gründen die physio
therapeu
tische Behandlung
seit Frühjahr 2021
stagniert.
4.
3
Der Vergleich der
Stellungnahme
n
von
med. pract.
A._
vom 25. Oktober 2016 und
9. Juni 2017
(
E. 3.2.4,
E.
3.2.6)
mit seiner Stellungnahme vom 2
1.
Januar
2021 (E.
3.3.3) zeigt, dass der Beschwerdeführer medizinisch-theoretisch in einer Verweisungstätigkeit nach wie vor zu 100
%
arbeitsfähig ist und bezüglich des Belastungsprofils (
leichte Tätig
keiten sitzend/wechselbelastend mit der Möglich
keit, sich bei Bedarf zu setzen respektive
körperlich leichte rein sitzende Tätigkei
ten oder wechsel
be
lastende Tätigkeit mit der Möglichkeit, die Positionen jederzeit frei zu wählen
) nur geringe
Abweichungen festgehalten wurden
.
5.
Es gibt daher auch zu keinen Beanstandungen Anlass,
wenn die Beschwerde
geg
nerin mit der angefochtenen Verfügung vom 1
1.
März 2021 (
Urk.
2) festgehalten hat, dass beim Beschwerdeführer weiterhin ein Invaliditätsgrad von 34
%
bestehe (E. 1.
1
).
Bei
seinen Vorbringen
zum Abzug vom Tabellenlohn
(
E. 1.2
)
liess der Beschwer
deführer unberück
sichtigt, dass die Beschwerdegegnerin
b
ei
m
Einkom
mensvergleich,
der
einen
Invaliditätsgrad von 34
%
ergab,
beim gestützt auf lohnstatische
Angaben ermittelten Invali
deneinkommen
bereits
einen Abzug von 10
%
vom Tabellenlohn vor
genommen
hat
. Sie
begründete
dies damit, dass dem Beschwerdeführer nur noch leichte Arbeiten zumutbar seien (
Urk.
6/97/2).
Weil sich das Belastungsprof
il nicht wesentlich geändert hat (E.
4.3)
,
ist kein weiterer leidensbedingter Abzug ange
zeigt.
Hinzu kommt, dass nach der bundesgerichtli
chen Rechtsprechung für eine
fehlen
de
Ausbildung und beschränkte Deutsch
kenntnisse kein Abzug vom Tabellenlohn gewährt wird, wenn - wie dies die Beschwerdegegnerin hier getan
hat (
Urk. 6/97/2
)
- der statis
tische Durchschnitts
lohn für einfache und repetitive Tätigkeiten (Kompetenz
niveau 1) angewendet
wird
(
Urteil des Bundesgerichts
8C_48
/2021
vom 20. Mai 2021 E. 4.3.4 mit Hin
weis
).
Hinweise für einen Abzug unter einem anderen Titel sind nicht ersichtlich.
6.
Bei einem Invaliditätsgrad von 34
%
besteht kein Anspruch auf eine Invaliden
rente (E.
2.3).
Diese Erwägungen führen zur Abweisung
der Beschwerde
.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs.
1
b
is
IVG) und ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.