Decision ID: 0e5d87ad-2c0a-4a29-943c-14333b3ca3b8
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964, Mutter dreier Kinder (geboren 1989, 1991 und 1997), arbeitet seit Dezember 1986 bei der
Y._
, wobei sie zuletzt seit Dezember 2007 in einem 50%-Pensum als Kundenberaterin bei der
Z._
tätig war (Arbeitgeberbericht vom 19. April 2011,
Urk.
8/11). Am 1
6.
März 2011 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte wegen einer Sehbehinderung an beiden Augen bei der
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/4). Die IV-Stelle nahm beruflich-erwerbliche und medizinische Abklä
rungen vor. Mit Verfügung vom 1
9.
Januar 2012 sprach sie der Versicherten
mit Wirkung ab dem
1.
November 2011
eine
Hilflosenentschädigung
leichten Grades im Sonderfall zu (
Urk.
8/50 und Urk.
8/55). Am
5.
Juni 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie ihre Dienstleistungen im B
ereich des
Arbeitsplatzerhaltes
derzeit abschliesse, da im Rahmen eines Arbeitsversuches eine Erhöh
ung d
es Arbeitspensums von 20
% auf 30
%
erfolgt sei
und die Ver
sicherte per
1.
Dezember 2012
einen entsprechenden angepassten Arbeitsver
trag erhalten werde
(
Urk.
8/60). In der Folge
beauftragte die IV-Stelle ihren Abklärungsdienst mit der Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit der Versicherten in Beruf und Haushalt (Haushaltabklärungsbericht vom 27. Dezember 2012,
Urk.
8/72).
Mit Vorbescheid vom 2
1.
August 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Zusprache
einer halben Rente mit Wirkung ab dem
1.
November 2011 in Aussicht (
Urk.
8/75), wogegen diese am 19. Septembe
r 2013 Einwand erhob (
Urk.
8/89,
vgl. auch
Einwandergänzung
vom 2
4.
Oktober 2013,
Urk.
8/93). Schliesslich sprach die IV-Stelle der Versi
cherten mit Verfügungen vom 14.
März 2014 (
Urk.
2/1-2) und 2
9.
April 2014 (
Urk.
9/2-3) mit Wi
rkung ab dem
1.
November 2011
gestützt auf e
inen
Invali
ditätsgrad
von 59
%
eine halbe
Rente
und mit Wirkung ab dem
1.
August 2013
,
ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 68
%
,
eine
Dreiviertelsrente
zu.
2.
Dagegen
erhob die Versicherte am
5.
Mai 2014 (
Urk.
1) bzw. 3. Juni 2014 (Urk.
9/
1; Prozess Nr. IV.2014.00606)
Beschwerde und beantragte, die ange
fochtenen Verfügungen seien dahingehen
d zu ändern, dass ihr ab dem 1.
August 2013 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 70
%
eine ganze Rente
zustehe
. Die Beschwerdegegnerin beantrag
te mit Beschwerdeantwort vom 6.
Juni 2014 eine
reformatio
in
peius
(Schlechterstellung)
in dem Sinne, dass die der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab dem
1.
November 2011 zugespro
chene halbe Rente nicht per
1.
August 2013 auf eine
Dreiviertelsrente
zu erhö
hen sei
(
Urk.
7). Mit Verfügung vom 1
2.
Juni 2014 wurde der Prozess Nr. IV.2014.00606 mit dem vorliegenden Prozess Nr. IV.2014.00475 vereinigt (
Urk.
9/5). Mit Replik vom 1
4.
Oktober 2014 hielt die Beschwerdeführerin an
ihren Anträgen fest (
Urk.
14). Am 1
4.
November 2014 teilte die
Beschwerde
gegnerin
mit, dass sie auf das Einreichen ei
ner Duplik verzichte (
Urk.
17). Mit Verfügung vom 1
1.
November 2015 wurde die Pensionskasse
Y._
zum Ver
fahren beigeladen (
Urk.
19).
Mit Eingabe vom 2
6.
November 2015 teilte die Pensionskasse
Y._
mit, dass sie auf eine Stellungnahme verzichte (
Urk.
21).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis
wird
zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Ob eine versicherte Person als ganztägig, zeitweilig erwerbstätig oder als nichter
werbstätig einzustufen ist,
ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen tun würde, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbrin
gen der versicherten Person nach
Massgabe
der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausge
übten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (BGE 137 V 334 E. 3.2, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2c, je mit Hinweisen). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 der Verordnung über die Inva
lidenversicherung, IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerb
lichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 15. Mai 2013
E. 4.1
mit Hi
nweisen
). Bei der Beantwortung der sogenannten Statusfrage handelt es sich um eine hypo
thetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versi
cherten Person berücksichtigen muss. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus
äusseren
Indizien erschlossen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_511/2013 vom 30. Dezember 2013 E. 3.1, mit Hinweisen).
Wäre die versicherte Person gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversi
cherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Nicht mehr umstritten (vgl.
Urk.
1) und aufgrund des detailliert begründeten Haushaltabklärungsberichts vom 2
7.
Dezember 2012 (
Urk.
8/72) erstellt ist zunächst, dass die Beschw
erdeführerin im Gesundheitsfall
von November 2010 (Beginn der einjährigen Wartefrist) bis Juli 2013 zu 80 % im Erwerbs- und zu 20 % im
Aufgaben- bzw.
Haushaltbereich tätig gewesen wäre.
2.2
Umstritten ist demgegenüber die Statusfrage ab August 201
3.
In der
angefochte
nen Verfügung vom 1
4.
März 2
014 ging die Beschwerdegegnerin
davon aus, dass
die Beschwerdeführerin ab jenem
Zeitpunkt als ganztägig erwerbstätig zu qualifizieren sei (
Urk.
2/2
S. 3
). In der Beschwerdeantwort machte sie
nun
aber geltend, dass die Beschw
erdeführerin im Gesundheitsfall
auch ab August 2013 noch als
zu 80
%
erwerbstätig
einzustufen sei, da davon auszugehen sei, dass sie sich aus freien Stücken mit einem tieferen Lohn zufrie
den gebe (
Urk.
7). Die Beschwerdeführerin stellte sich in der Replik auf den Standpunkt, dass sie in der angefochtenen Verfügung vom 14. März 2014 ab
August 2013 zu Recht als ganztägig erwerbstätig qualifiziert worden sei (
Urk.
14).
2.3
Aktenkundig ist, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltabklärung vom 1
3.
Dezember 2012 – sie war damals noch nicht anwaltlich vertreten - angab, dass sie
bei Gesundheit
in einem Pensum von 80
%
arbeiten würde, bis die Kinder mit der Ausbildung fertig seien. Ihr Fernziel wäre aber eine Tätigkeit in einem 100%-Pensum gewesen (
Urk.
8/72/3). Aus dem Auszug aus dem indi
viduellen Konto (IK-Auszug) vom
6.
April 2011 geht hervor, dass die Beschwerdeführerin seit jeher erwerbstätig war, wobei die gelernte
Betriebsas
sistentin
bei der damaligen
Y._
beispielsweise im Jahr 1988 - vor der Geburt ihres ersten Kindes im Jahr 1989 – ein Einkommen von insgesamt
Fr.
51‘472.-- erzielte,
mutmasslich
für ein 100%-Pensum (
Urk.
8/9, vgl. auch
Urk.
8/4/4). Im Weiteren ist dem Haushaltabklärungsbericht vom
2
7.
Dezember 2012 (
Urk.
8/72/2
) und dem IK-Auszug vom
6.
April 2011 (
Urk.
8/9) zu entnehmen, dass sie auch nach der Geburt ihrer Kinder
- die bei
den jüngeren kamen 1991 und 1997 zur Welt
–
praktisch
immer erwerbstätig war.
Seit dem Jahr 2000
arbeitete sie dabei wieder in einem
höhergradigen
Pensum bei der
Y._
, daneben – zusammen mit ihrem Ehe
mann - auch als Hauswartin für
A._
(1994 bis 2010,
Urk.
8/9
) und später auch noch im Home
office für die
B._
(2008 bis 2010, vgl. auch
Arbeitsbestäti
gung
vom 3
1.
Oktober 2010,
Urk.
8/56/1). Gemäss Haushaltabklärungsbericht vom 2
7.
Dezember 2012 verdient der Ehemann der Beschwerdeführerin als Ver
käufer soda
nn
Fr.
7‘050.-- pro Monat. I
m Juni 2010 hat das Ehepaar ein Haus gekauft, für welches monatliche Zahlungen in der Höhe von
ca.
Fr.
2‘400.-- (Hypothekarzins, Amortisation, Nebenkosten etc.) anfallen (
Urk.
8/72
/3
). Dieses Haus wurde anscheinend mit
Fr.
200‘000.-- aus dem Pensionskassenguthaben finanziert
(vgl.
Einwandergänzung
vom 24.
Oktober 2013,
Urk.
8/93/2). Infolge von Planungsfehlern im Zusammenhang mit der Gartenmauer und einem darauf folgenden Gerichtsverfahren sind dem Ehepaar offenbar noch zusätzli
che Kosten in der Höhe von
Fr.
40‘000.-- entstanden (
Urk.
8/93/3). Was die Pensionskassen betrifft, wies die Beschwerdeführerin in der
Einwandergänzung
vom 24.
Oktober 2013 darauf hin, dass ihrem Ehemann und ihr
nur noch etwa 15
Jahre bleiben würde
n
, um die betreffende Lücke im Hinblick auf die Pensio
nierung w
ieder etwas zu schliessen (
Urk.
8/93/2). Schliesslich geht aus dem Haushaltabklärungsbericht vom 2
7.
Dezember 2012 (
Urk.
8/72/3) und der
Ein
wandergänzung
vom 2
4.
Oktober 2013 (
Urk.
8/93/2
-3
) hervor, dass alle drei Kinder des Ehepaars noch in Ausbildung sind. Der älteste Sohn studiert an der Universität
C._
, der jüngere Sohn in
D._
(die Kosten für das
betreffende
drei
jährige Bachelorstudium belaufen sich
offenbar
auf
Fr.
55‘000.--
) und die
Tochter hat im August 2013 ihre Lehre begonnen. Seit August 2013 sind also alle drei
Kinder
und auch der Ehemann
jeweils den ganzen Tag ausser Haus.
2.4
In Würdigung dieser Umstände kam die Beschwerdegegnerin in der angefochte
nen Verfügung vom 1
4.
März 2014 zum Schluss, dass
die Beschwerdeführerin ab August 2013 als ganztägig erwerbstätig zu qualifizieren sei (
Urk.
2/2 S. 3
). Im Feststellungsblatt vom
4.
März 2014 hatte die Beschwerdegegnerin dies damit begründet, dass die (jüngste) Tochter ab August 2013 einerseits in die Lehre gehe und dass andererseits aufgrund der finanziellen Belastung durch den Hauskauf und die Studi
en
kosten der Kinder die finanzielle Notwendigkeit
ausgewiesen sei (
Urk.
8/99/2). Diese Beurteilung ist überzeugend.
Angesichts dessen, dass
die Beschwerdeführerin
seit jeher erwerbstätig war,
auch
als drei
fache Mutter
minderjährige
r
Kinder lange Zeit in einem
höhergradigen
Pensum
gearbeitet hat
und dem Ehepaar zudem hohe Kosten im Zusammenhang mit der Ausbildung ihrer Kinder und dem Hauskauf anfielen,
ist nicht
überwiegend wahrscheinlich
, dass sie
ab
August 2013
weiterhin bloss zu 80
%
erwerbstätig gewesen wäre
, um insbesondere mehr Freizeit zu haben. Die
Beschwerdeführe
rin ist somit
ab August 2013 als ganztägig erwerbstätig zu qualifizieren.
3.
3.1
In medizinischer Hinsicht liegt
den angefochtenen Verfügungen der
Beschwerde
gegnerin
vom 1
4.
März 2014 (
Urk.
2/1-2) und 2
9.
April 2014 (Urk. 9/2-3) im Wesentlichen die Stellungnahme von
Dr.
med. E._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom
9.
April 2013 zugrunde (
Urk.
8/74/5).
3.2
RAD-Ärztin
Dr.
E._
legte in dieser Stellungnahme dar, dass bei der 48 1⁄2-jährigen Beschwerdeführerin eine nicht verbesserbare Augenproblematik bestehe.
Gemäss
dem Bericht der Augenklinik des
F._
vom 1
2.
Februar 2013
(vgl.
Urk.
8/67/5-6)
liege rechts eine
Opticusatrophie
(
akute
ischämische
Opticusneuropathie
, AION
), bestehend seit 1999, und links eine zunehmende Pupillenatrophie (Verdacht auf AION), bestehend seit Novem
ber 2010, vor. Rechts sei ein
Visus
korrigiert von 0,2 und links von 0,9 bei beidseitigen parazentralen Gesichtsfeldeinschränkungen ausgewiesen. Eine Ver
besserung sei mit medizinischen
Massnahmen
nicht mehr zu erreichen.
Gemäss
dem Bericht von
Dr.
med. G._
, FMH Allgemeine Medizin, vom
3.
April 2013
(vgl.
Urk.
8/69)
seien neben der Augenproblematik sodann diverse andere Leiden ausgewiesen. Aus der Sicht des RAD sei eine
massgebliche
Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit durch die vorliegende Augenproblema
tik nachvollziehbar. Es seien
Massnahmen
zwecks Arbeitsplatzerhalt
durchgeführt worden, im Rahmen
derer noch eine Arbeitsfähigkeit von 30
%
habe erreicht werden können. Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen
Tätigkeit (als Kundenberaterin)
und überwiegend wahrscheinlich auch in einer angepassten Tätigkeit aufgrund der
Visuseinschränkungen
und der parazentralen
Gesichts
feldeinschränkungen
, für welche auch die Kriterien einer
Hilflosenentschädi
gung
im Sonderfall erfüllt seien, noch zu 30
%
arbeitsfähig
, wobei ab dem
4.
November 2010 zunächst eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe
(
Urk.
8/74/5).
3.3
Diese Einschätzung von RAD-Ärztin
Dr.
E._
ist unumstritten und angesichts der genannten Befunde und der Erläuterungen dazu nachvollziehbar. Es kann deshalb darauf abgestellt werden.
4.
4.1
Ebenfalls unumstritten ist der von der Beschwerdegegnerin in der
angefoch
-
te
nen
Verfügung vom 1
4.
März 2014
i
m Rahmen der Bemessung des
Invalidi
-
tätsgrades
per
1.
November 2011 vorgenommene und nach Einwanderhebung korrigierte
Ein
kommensvergleich
, der einen (Gesamt-)Invaliditätsgrad von (auf
gerundet) 59
%
ergab (vgl.
Urk.
2/2 S. 4). Zu Weiterungen be
steht diesbezüglich kein Anlass
(BGE 125 V 413 E. 1b und 2c).
4.2
4.2.1
Umstritten ist indes der von der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfü
gung vom 1
4.
März 2014 per
1.
August 2013 vorgenommene
Einkom
mensvergleich
, der einen Invaliditätsgrad von 68
%
ergab (
Urk.
2/2 S. 4).
4.2.2
Wie bereits vor Eintritt des Gesundheitsschadens im November 2010 arbeitet die Beschwerdeführerin nach wie vor als Kundenberaterin bei der
Y._
bzw. der
Z._
, nun aber in ein
em reduzierten 30%-Pen
sum. Dabei stehen
ihr verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung (
vgl. Einzelarbeitsvertrag vom
7.
November 2012,
Urk.
8/65, und
Verlaufspro
tokoll
Eingliederungsberatung vom 1
7.
Januar 2012,
Urk.
8/52).
4.2.3
Wie aus der Lohnabrechnung der
Z._
vom März 2014
(
Urk.
3/5)
hervorgeht, beläuft sich das Einkommen der Beschwerdeführerin für ein hypo
thetisches 100%-Pensum auf
brutto
Fr.
87‘403.-- (bzw.
Fr.
85‘
003.-- ohne Arbeitsmarktzulage). S
eit dem Jahr 2013 hat sich der Lohn der Beschwerde
führerin
dabei
nicht verändert
(vgl. die telefonische Auskunft des Lohnbüros der
Z._
vom
3.
März 2014,
Urk.
8/98
). Von diesem
Validenein
kommen
von
Fr.
87‘403.--
ist auszugehen.
4.2.4
Aufseiten des Invalideneinkommens ergibt sich sodann
ebenfalls
gestüt
zt auf die Angaben in d
er Lohnabrechnung vom März 2014 ein auf ein Jahr hochge
rechnetes Einkommen der Besc
hwerdeführerin von
brutto
Fr.
26‘220.80
(Fr. 1‘961.60 x 13 +
Fr.
72
0.-- [12 x Arbeitsmarktzulage]
; im Betrag gemäss
Lohnausweis der
Z._
v
on 2013
,
Urk.
3/4
,
in der Höhe von Fr.
27‘539.-- sind zusätzlich noch d
ie Ausbildungszulagen von Fr.
960.-- [12 x
Fr.
80.--] sowie die einmalige Auszahlung
„
Leistungshonorierung
“
von
Fr.
358.-- enthalten).
4.2.5
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
87‘403.--
und einem
Invalideneinkom
men
von
Fr.
26‘220.80
resultiert eine
Erwerbseinbusse
von Fr.
61‘182.20
und damit ein Invaliditätsgrad von exakt 70
%
(
Fr.
61‘182.20 : Fr. 87‘403.--). Somit steht auch fest, dass das Einkomme
n der Beschwerdeführerin für ein
30%-Pensum nicht verhältnismässig höher ist als dasjenige einer Person, die in der gleichen Funktion in einem 100%-Pensum bei der
Z._
angestellt ist (vgl. dazu auch
den Einzelarbeitsvertrag vom
7.
November 2012,
Urk.
8/65).
Die Beschwerdeführerin hat daher ab dem 1. August 2013 Anspruch
auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung
(vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versiche
rungsgerichts
I 599/05 vom 6. Februar 2006 E. 5.2.3)
.
Die Beschwerde ist deshalb
gutzuheissen
.
4.3
Da dem materiellen Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin entsprochen wird, kann von der beantragten öffentlichen Verhandlung abgesehen werden (BGE 122 V 47 E. 3b/ff).
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
1‘000
.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfah
rens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Ausgangsgemäss
hat die Besch
werdeführerin Anspruch auf eine
Prozessentschädi
gung
. Die Entschädigung ist in Anwendung von § 34 Abs. 1 und 3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
in Verbin
dung Art. 61
lit
. g ATSG ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr. 1‘
6
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.