Decision ID: 56c446b2-d487-4405-955f-55c4128f3276
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
ist
als
Fotomodel
l
selbständig erwerbstätig und
der
Sozialver
siche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse,
angeschlossen (
Urk.
1 S.
2,
Urk.
3/4,
Urk. 8
/10/1
). Am
29
.
März
2020
mel
dete sie
sich
mit dem Anmelde
for
mular für Selbständige - Betriebseinstellung
bei
der
Ausgleichskasse für den Be
zug einer Erwerbsaus
fall
ent
schädigung gestützt auf die Verordnung über Mass
nahmen bei Erwerbsausfall im Zusam
men
hang mit dem
Coronavirus
(C
ovid
-19-Vero
rdnung Erwerbsausfall) an (
Urk.
8
/
73
)
.
Zur Begründung führte sie aus, dass sie als Foto
modell von der Schliessung der Grenze zu
Frankreich
und der
von den
franzö
sischen Behörden angeordneten
Aus
gangssperre
betroffen sei (
Urk.
8/73/2)
.
Die Aus
gleichskasse verneinte mit Verfügung vom
23
. April
2020 einen Anspruch der
Antrag
stellerin
auf Ausrichtung einer
Corona-
Erwerbsaus
fallentschädigung
, weil die vom Bundesrat angeordnete Betriebsschliessung für
ihre
selbständige Erwerbstätigkeit nicht gelte. Die Härtefallregelung komme eben
falls nicht zum Tragen, weil die
Antragsteller
in
im Jahr 2019 ein Jahresein
kommen
von
über
Fr. 90'000.-- abgerechnet habe (Urk.
8
/
74
).
Diese Verfügung blieb unangefoch
ten
.
1.2
In der Folge meldete sich
X._
am 1
1
. September 2020 mit dem An
meldeformular für Se
lbständige - Härtefall-Regelung
erneut bei der Aus
gleichs
kasse zum Bezug einer Corona-Erwerbsausfall
ent
schädigung an (Urk. 8/79
). Die Ausgleichs
kasse wies diesen Antrag mit Verfügung vom
23
.
September
2020 ab
(Urk. 8/87
). Dagegen erhob
X._
am
8
.
Oktober
2020
Einsprache (Urk. 8
/
92
)
.
Ihrer
Ein
sprache legte
sie
je
eine Kopie
ihrer
Steuererklärung 2019
(
Urk.
8/93/1-17)
mit einem deklarierten
Einkommen aus selbständiger Erwerbs
tätigkeit 2019
in der Höhe von Fr.
68’912
.--
(
Urk.
8/93/8)
sowie ihrer Jahres
rech
nung 2019 (
Urk.
8/93/18-
46) bei
. Die Ausgleichskasse wies die Einsprache m
it Ein
spracheentscheid vom
2. November
2020
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen
erhob
X._
a
m
3. Dezember 2020
Beschwerde
(Urk. 1). Sie
beantragte, in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 2. Novem
ber 2020 sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und diese sei anzuweisen, nach Ausstellung und Vorlage ihrer definitiven Steuer
veran
lagung für das Steuerjahr 2019 über ihren Anspruch auf eine Corona-Erwerbs
aus
fallentschädigung neu zu entscheiden (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
5.
Januar 2021
beantragte
die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
14
, unter Beilage der Kassenakten,
Urk.
8/1-108
),
was der
Beschwerdeführer
in
am
25. Januar 2021
zur Kenntnis gebracht wurde
(Urk. 9
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 1 der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall sind die Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
auf die Entschädigungen gemäss dieser Verordnung anwendbar, soweit die Ver
ord
nungsbestimmungen nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorse
hen.
1.2
Gegen Verfügungen (Art. 49 Abs. 1 ATSG) kann innerhalb von 30 Tagen bei de
r verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden; davon ausgenommen sind
pro
zess
- und verfahrensleitende Verfügungen (Art. 52 Abs. 1 ATSG).
1.
3
1.
3
.1
Eine abgeurteilte Sache (
res
iudicata
) liegt
vor, wenn der streitige Anspruch mit einem schon rechtskräftig beurteilten identisch ist (BGE 142 III 210 E. 2.1; ARV 2013 S. 244, 8C_821/2012 E. 3.1). Dies trifft zu, falls der Anspruch dem Gericht aus demselben Rechtsgrund und gestützt auf denselben Sachverhalt erneut zur Beurteilung unterbreitet wird und sich wieder die gleichen Parteien gegen
über
stehen (BGE 139 III 126 E. 3.2.3; 119 II 89 E. 2a; 116 II 738 E.
2a; Urteil des Bundesgerichts 9C_19/2020 vom 21. September 2020 E. 2.2).
1.
3
.2
Die Verwaltung kann nicht ein weiteres Mal über dasselbe Rechtsverhältnis entscheiden und so der versicherten Person erneut den Rechtsmittelweg eröffnen (BGE 99 V 1 E.
2; Urteil der Einzelrichterin am Sozialversicherungsgericht AB.2019.00039 vom 11. Dezember 2019 E. 3.2 mit Hinweis).
1.
4
1.
4
.1
Gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen und
Ein
spracheentscheide
in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person
oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen ent
deckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war (sogenannte prozessuale Revision; BGE 143 V 105 E. 2.1, 138 V 324 E. 3.2).
1.
4
.2
Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell rechts
kräf
tige Verfügungen zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist.
Der Versicherungsträger kann vom Gericht aber nicht zu einer Wiederer
wägung verpflichtet werden (BGE 119 V 183 E. 3a; Urteil des Sozialversiche
rungsgerichts IV.2009.01186 vom 7. April 2011 E. 5.2 mit Hinweis). Auf ein solches Rechts
be
gehren ist nicht einzutreten.
2.
2.1
2.1.1
Nach dem bis 16. September 2020 gültig gewesenen Art. 2 Abs. 3
bis
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall sind
Selbständigerwerbende
im Sinne von Art. 12 ATSG anspruchsberechtigt, wenn sie aufgrund der
bundes
rätlichen
Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
, obwohl sie nicht zur Schliessung des Betriebs verpflichtet oder direkt vom Veranstaltungsverbot betroffen waren, einen Er
werbsausfall er
leiden und ihr für die Bemessung der Beiträge der AHV mass
ge
bendes Ein
kommen für das Jahr 2019 zwischen Fr. 10‘000.-- und Fr. 90‘000.-- liegt; dabei gilt für die Berechnung des massgebenden Einkommens für das Jahr 2019 Art.
5 Ab
s. 2 zweiter Satz der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall sinn
gemäss.
Die Einführung dieser Härtefallregelung wurde vom
Bundesrat
bei der Sitzung vo
m 1
6.
April 2020
beschlossen
(vgl. die Medien
mit
teilung des Bundes
rates «
Corona
virus
: Ausweitung
des Erwerbsersatz-Anspruchs auf Härtefälle» vom 1
6.
April 2020).
Der Bundesrat hat d
ie
Härtefallregelung
gleichentags
in die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
aufgenommen und rückwirkend per 1
7.
März 2020 in Kraft gesetzt.
2.
1.
2
Die Beschwerdeführerin
stellte
mit ihrer ersten Anmeldung
vom 29
.
März
2020
(
Urk.
8/73
)
ein Gesuch
um Bezug einer Corona-Erwerbsausfall
entschädigung
wegen Betriebsschliessung (vgl. dazu
Art. 2 Abs.
3
der Covid-19-Verordnung Erwerbs
ausfall
, in der bis
16. September 2020 gültig gewesenen
Fassung)
.
Sie
konnte an jenem Tag nach dem hiervor Ausgeführten
gar noch keinen Antrag auf eine Ent
schädigung gemäss der Härtefallregelung stellen. Trotzdem prüfte d
ie Beschwer
de
geg
nerin
in
der Folge
die Anwendbarkeit der Härtefallregelung von Amtes wegen
(vgl. deren interne Notiz,
Urk.
8/73/1).
Mit Verfügung vom
2
3
. April 2020
hielt sie sodann fest, dass die Härtefall
rege
lung
bei der Beschwer
deführerin
nicht zu
r Anwendung komme, weil sie im Jahr 2019 ein
Jahrese
in
ko
mmen von mehr als
Fr.
90'000.--
abgerechnet habe
.
Demnach hat sie
einen
Anspruch der
Beschwerde
führerin
auf Aus
rich
tung einer
Corona-
Erwerbs
ausfall
entschädigung
gemäss der Härtefallregelung
bereits mit
Verfügung vom 2
3.
April 2020
verneint
(Urk.
8/74
)
.
Weil die
Beschwerdeführer
in
gegen diese Verfügung nach Lage der Akten innert d
er dreissigtägigen Frist (E.
1.2
) keine Einsprache erhoben hat, erwuchs die Verfügung vom 2
3
. April 2020
(Urk. 8/74)
in formelle Rechtskraft (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_266/2020 vom 24. November 2020 E. 2.1).
2.
1.
3
Danach
stellte die
Beschwerdeführer
in
bei der Beschwerdegegnerin am 11
. Sep
tem
ber 2020 mit
dem Anmeldeformular
einen Antrag auf Ausrichtung
einer
Corona-
Erwerbs
ausfallentschädigung
ab 1
6.
April 2020
gemäss der Härtefall
regelung ab 16.
März 2020
(Urk. 8/79)
. Dem Gesuch de
r Beschwerdeführerin
ist weder zu ent
neh
men, dass sie
damit
ein Revisionsbegehren stellte, noch
ist daraus ersichtlich, dass sie
die Wiedererwägung der Verfügung vom 2
3
. Apri
l 2020 ver
langte. Auch führte sie
im Zeitpunkt der Gesuchstellung keine neuen Tatsachen oder Beweismittel an
. Ebenso wenig führte sie
Gründe an, welche
der Beschwer
de
gegnerin aus ihrer
Sicht Anlass geben müssten, auf ihre Ver
fü
gung
vom 23. April 2020 (Urk. 8/74)
zurückzukommen.
Am 11.
September 2020 stellte die Beschwerdeführerin
vielmehr
einzig einen Antrag auf Entschädigung gemäss der Härtefall
regelung (Urk. 8/79), ohne weiter darauf einzugehen, dass die Beschwer
de
geg
nerin einen solchen Anspruch schon mit der Verfügung vom 23.
April 2020
(Urk. 8/74)
ge
prüft und verneint hatte
.
Auch im vorliegenden Verfahren hat sich die Beschwerdeführerin dazu nicht geäussert (
vgl.
Urk.
1).
Den Antrag
der Beschwerdeführerin vom 11. September 2020 (Urk. 8/79) wies die Beschwerdegegnerin in der Folge mit Verfügung vom
23. September 2020
- mit derselben Begründung wie mit Ver
fügung vom
2
3.
April 2020
(Urk.
8/74
)
-
wie
derum ab
(Urk. 8/87)
. Dies
war unzu
lässig, weil sie einen
Anspruch der Beschwer
deführerin
auf Ausrichtung einer
Corona-
Erwerbsausfallentschädigung
gemäss der Härtefallregelung aufgrund de
r
selben Sach- und Rechtslage
bereits mit der formell rechtskräftigen Verfügung
vom 2
3.
April 2020 (Urk. 8/74)
verneint
hatte (E.
1.
3.2). Die
Beschwerdeführer
in
hat keinen Anspruch auf eine Beurteilung
ihrer
Beschwerde,
weil die Beschwerdegegnerin ihr
den Rechtsmittelweg mit der Ver
fügung
vom 23. September 2020
(
Urk. 8/87
) fälschlicherweise erneut eröff
nete
(Urteil des Sozialversicherungsgerichts EE.2020.00067 vom 2
0.
Januar
2021 E. 2.
1.2)
.
2.2
Es ist sodann festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführerin im Ein
sprache
ver
fahren zwar auf ihre Steuererklärung 2019 (
Urk.
8/93/1-17
)
und
ihre Jahresrech
nung 2019 (Urk. 8/93/18-46)
berufen hat (Urk. 8/92). Die
se Unterlagen
stellen
im vorliegenden Zusammenhang aber kein
e tauglichen
Beweismittel dar, aufgrund derer
die Beschwerdegegnerin vom Sozialversicherungsgericht allenfalls unter dem Titel der prozes
sualen Revision (E.
1.4
.1) zur Überprüfung ih
rer Verfügung vom 23
. April 2020 (Urk.
8/74
) ver
pflichtet werden könnte. Gemäss Randziffer 1065.1 des Kreisschreibens über die Entschädigung bei Mass
nahmen zur Bekämp
fung des
Coronavirus
- Corona-Erwerbsersatz (
KS
CE; in der vorliegend massge
benden, ab 3. Juli 2020 gültig gewesenen Version)
würde dies nur für eine definitive Steuerveranlagung gelten. Eine Steuererklärung
und die Buchhaltung genügen
nicht
(Urteil
e
des Sozialversicherungs
gerichts EE.2020.00015 vom 19. Novem
ber 2020 E. 3.3
, EE.2020.00043 vom 10. Dezember 2020 E. 2.2 und E.
3.3 sowie
EE.2020.00067 vom 2
0.
Januar 2021 E. 2.2
).
2.3
Wie ausgeführt (E. 1.4.2) kann die Beschwerdegegnerin sodann auch nicht zur
Wiedererwägung der Verfügung vom
23. April 2020 (Urk. 8/74)
verhalten werden
.
2.4
Und schliesslich ist der Vollständigkeit halber noch zu erwähnen, dass es sich bei der
Einsprache
vo
m
8
.
Oktober
2020
(Urk. 8
/
92
)
offensichtlich nicht um eine Einsprache gegen die Verfügung vom 23. April 2020 (Urk. 8/74) handeln kann, weil die dreissigtägige
Einsprachefrist
am
8
.
Oktober
2020
schon längstens ab
gelaufen war.
3.
Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Beschwerdegegnerin mit
Verfügung vom 23. September 2020 (Urk. 8/87)
in unzulässiger Weise ein weiteres Mal über den bereits rechtskräftig
beurteilten
Anspruch der Beschwerdeführerin
auf
eine Corona-
Erwerbsausfallentschädigung
gemäss der Härtefallregelung ent
schie
den hat. Dadurch wurde der
Beschwerdeführer
in
zu Unrecht erneut der Rechts
mittel
weg eröffnet, weshalb
sie
keinen Anspruch auf Beh
andlung
ihrer
Be
schwerde vom 3
.
Dezem
ber 2020 (Urk. 1) hat. Eine rechtzeitige
Einsprache
er
he
bung
nach der Verfügung
vom 23. April 2020 (Urk. 8/74)
ist sodann nicht nach
ge
wiesen. Die weitere Prü
fung hat zudem ergeben, dass die Beschwerde
führer
in
durch die Auflage
ihrer
Steuererklärung 2019 (
Urk.
8/93/1-17
, Urk.
3/12
)
und
ihrer Jahres
rechnung 2019 (Urk. 8/93/18-46)
keinen Anspruch auf eine prozessuale Revision oder auf Wiedererwägung der Verfügung
vom 23. April 2020 (Urk. 8/74)
hat.
Gestützt auf die am
2.
November 2020 (Erlass des angefochtenen Entscheides) geltende Rechtslage erweist sich die Beschwerde daher als unbegründet und ist abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist.
4.
4.1
Mit Änderung vom
4.
November 2020 wurde der per 1
7.
September 2020 auf
gehobene
Art.
2
Abs.
3
bis
der Covid-19
-Verordnung Erwerbsausfall erneut einge
fügt und in neuer Fassung eine Härtefallregelung verordnet. Danach sind die ge
mäss dem Bundesgesetz über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(
AHVG
) obligatorisch versicherten
Selbständigerwerbenden
im Sinne von
Art.
12
ATSG, die nicht aufgrund von behördlichen Massnahmen zur Bek
ämpfung der Covid-19
-Epidemie ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen, anspruchsberechtigt, wenn:
a.
ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie massgeblich eingeschränkt ist;
b. sie einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden; und
c.
sie im Jahre 2019 für diese Tätigkeit ein AHV-pflichtiges Erwerbsein
kommen von mindestens
Fr.
10'000.-- erzielt haben; (...
)
Nach
Art.
2
Abs.
3
ter
Covid-19-Verordnung
Erwerbsausfall
gilt d
ie
Erwerbstätig
keit als massgeb
lich eingeschränkt, wenn pro Monat eine Umsatzeinbusse von mindestens 55
%
im Vergleich zum durchschnittlichen monatlichen Umsatz der Jahre 2015-2019 vorliegt. Wurde die Tätigkeit nach 2015 und vor 2020 aufgenommen, so ist der Durchschnitt der entsprechenden Erwerbsdauer massgebend. (...)
Diese Verordnungsbestimmung wurde am
4.
November 2020 dringlich veröffent
licht (AS 2020 4571) und trat rückwirkend auf den 1
7.
September 2020 in Kraft.
4.2
Aus der zeitlichen Abfolge (v
gl. auch Sachverhalt Ziffer 1.2
) erhellt sich, dass der angefochtene Einspracheentscheid vom
2.
November 2020 diese Bestimmungen nicht berücksichtigen konnte
beziehungsweise
den Anspruch nicht unter diesen (neuen) Voraussetzungen prüfte. Ein Anspruch auf Erwerbsausfallentschädigung gestützt auf die rückwirkend per 1
7.
September 2020 in Kraft gesetzte Härtefallregelung kann vorliegend jedo
ch nicht ausgeschlossen werden.
D
ie in E.
4
.1 ausgeführten Anspruchsvoraussetzungen, insbesondere jene nach
Art.
2
Abs.
3
ter
Covid-19-
Verordnung
Erwerbsausfall
,
sind
nicht liquide. Es rechtfertigt sich daher, die Sache zur Prüfung des Anspru
ches unter den
mit Verordnungs
änderung vom
4.
November 2020 ein
gefügten, und rückwirkend per 1
7.
Septem
ber 2020 in Kraft gesetzten Bestim
mungen zurückzuweisen (vgl.
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht, GSVGer). In diesem Sinne ist die Beschwerde daher gutzuheissen und der Einspracheentscheid, soweit damit eine Erwerbsausfallentschädigung ab 1
7.
September 2020 verneint wird, aufzuheben.
5.
Da die Gutheissung nicht Folge der Beschwerde
beziehungsweise
der Beschwerde
vorbringen ist, rechtfertigt es sich, von der Zusprache einer Parteientschädigung abzusehen (vgl.
§
34
Abs.
3 GSVGer und
§
7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht
, GebV SVGer).