Decision ID: 60b3faa0-4ceb-5d34-bb9f-11a41ba319d3
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1985, war vom 1. Januar 2014 bis 31. Mai 2018 (vgl. Urk. 11/G074) beim
Y._
als Pflegefachfrau Operationspflege ange
stellt und in dieser Funktion bei der Unfallversicherung Stadt Zürich
(nachfol
gend: Unfallversicherung)
gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 17. Sep
tember 2014 stürzte die Versicherte mit dem Fahrrad (Unfallmeldung vom 22. September 2014, Urk. 11/G001)
und zog sich dabei eine dreifache Unterkie
ferfraktur mit Subluxation Zahn 11 und Schmelz-Dentin-Fraktur diverser Zähne
zu
(Austrittsbericht
Z._
, vom 26. September 2014, Urk. 11/M004).
Mit Verfügung vom 27. Februar 2017 lehnte die Unfallversicherung die Leis
tungsübernahme bezüglich bestehender Kopf- und Migränebeschwerden mangels natürlichen Kausalzusammenhangs ab (Urk. 11/G037). Dagegen erhob die Versi
cherte am 13. März 2017 und 2. Mai 2017 Einsprache (Urk. 11/J001+J003)
. Mit Wiedererwägungsverfügung vom 18. Dezember 2017 anerkannte die Unfallver
sicherung die weitere Leistungsausrichtung hinsichtlich migränebedingten Heil
behandlungen. Die Heilbehandlungen für die psychischen Beschwerden seien da
gegen nicht zu übernehmen und die Taggeldleistungen würden per 16. Oktober 2016 eingestellt bleiben (Urk. 11/G055). Die dagegen am 31. Januar 2018 erho
bene Einsprache (Urk. 11/J013) wies die Unfallversicherung
mit Entscheid vom 22. August 2018
ab (Urk. 11/J021 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 24. September 2018 Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 22. August 2018 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es seien ihr bis auf weiteres die gesetzlichen Leistungen, namentlich Tag
geldleistungen und Heilbehandlungskosten, eventuell eine Rente und Heilbe
handlungskosten, auszurichten. Eventuell sei die Sache zur weiteren medizini
schen Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen
. In prozessualer Hinsicht er
suchte die Versicherte um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 16. Oktober 2018 beantragte die Un
fallversicherung die Abweisung der Beschwerde (Urk. 10). Mit Gerichtsverfügung vom 25. Februar 2019 wurde das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung mangels Bedürftigkeit abgewiesen und den Parteien die beigezogenen Akten der Invalidenversicherung (Urk. 14/1-132) sowie der Beschwerdeführerin zusätzlich die Beschwerdeantwort zur Kenntnisnahme zugestellt
(Urk. 15).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
17. September 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsan
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine In
tegritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeitpunkt ist der Un
fallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesge
richts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begrif
fes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Bes
serung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines po
sitiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von wei
teren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger the
rapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognos
tisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbe
sondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezem
ber 2014 E. 3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu wer
den, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte
gesundheit
-
liche
Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vor
liegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditätsbe
messung der
Unfallversicherung
gestützt auf die medizinischen Abklärungen zu
grunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfallversicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im
Einspracheentscheid
(Urk. 2) davon aus
, es sei festzustellen, dass
die sich zur Kausalität äussernden medizinischen Experten die anfänglich bestandene Kausalität der Kopfschmerzbeschwerden terminiert hätten. Übereinstimmend sei aus ärztlicher Sicht ein durch einen Schmerzmittelüberge
brauch bedingter protrahierter (indirekt) unfallbedingter Heilverlauf aufgezeigt worden, wobei sich nach entsprechendem Entzug eine spontan entstandene, nicht mehr unfallbedingte Migräneproblematik entwickelt habe (S. 7
lit
. h). Spätestens seit dem Datum des ambulanten Berichts des
A._
vom 4. Januar 2018 sei von einem erreichten Status quo sine auszugehen (S. 7
lit
. g).
Da der Status quo sine ausgewiesen sei und keine unfallbedingte Arbeitsunfähig
keit vorliege, habe der Abschluss der Eingliederungsmassnahmen der Invaliden
versicherung keinen Einfluss auf den Invaliditätsgrad im unfallversicherungs
rechtlich relevanten Sinn. Angesichts dieser Ausgangslage dürfe vom Abwarten der Eingliederungsmassnahmen Abstand genommen werden (S. 7
lit
.
Db
).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin
insbesondere
auf den Stand
punkt (Urk. 1)
, aus
neurologischer
Sicht sei festgehalten worden, dass die anhal
tenden Beschwerden unfallbedingt seien und die angestammte Tätigkeit als Ope
rationsschwester nicht mehr zumutbar sei. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei im Rahmen der derzeit pendenten IV-Massnahmen zumutbar und zu empfeh
len (S. 7 Ziff. 19). Da die bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen klar
erweise in einem Zusammenhang mit dem Unfallereignis stehen würden, die Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung noch zu keinem Abschluss hätten gebracht werden können und von einem namhaften Verbesserungspoten
tial hinsichtlich des Gesundheitszustandes auszugehen sei im Sinne einer Steige
rung der Arbeitsfähigkeit von 50 % auf 100 %, erweise sich der Fallabschluss seitens der Beschwerdegegnerin als verfrüht (Ziff. 20).
2.3
Streitig und zu prüfen ist
, ob die Beschwerdegegnerin die Taggeldleistungen zu Recht per 16. Oktober 2016 eingestellt hat.
Unbestritten
und
mit Wiedererwägungsverfügung vom 18. Dezember 2017
in Teilrechtskraft erwachsen ist die
Einstellung beziehungsweise Ablehnung der Kostenübernahme für die
Heilbehandlung bezüglich den psychischen Beschwer
den (
vgl. Urk. 2 S. 5
lit
.
B
a
-c.
).
3.
3.1
Nach dem Unfallereignis vom 17. September 2014 war die Beschwerdeführerin bis zum 26. September 2014 im
Z._
hospitalisiert (Austrittsbericht vom 26. Sep
tember 2014, Urk.
11/M004
). Als Diagnose wurde eine dreifache Unterkieferfrak
tur genannt, welche operativ versorgt werden musste (S. 1).
Im weiteren Verlauf
klagte die Beschwerdeführerin insbesondere über Nacken
schmerzen und Kopfschmerzen (vgl. Berichte der
B._
vom 17. Novem
ber 2014, Urk. 11/M006, sowie des
Z._
vom 15. Dezember 2014, Urk. 11/M008, vom 31. Dezember 2014, Urk. 11/M009, vom 16. April 2015, Urk. 11/M015)
. Zwischen März 2016 und März 2017 war die Beschwerdeführerin aufgrund der Kopfschmerzproblematik im
Z._
_
in Behandlung (diverse Berichte Urk. 11/M021-22+26-27+29+33-34+36+39).
Es wurden ein Verdacht auf episodische Migräne ohne Aura sowie chronische Kopfschmerzen nach
kraniozervikalem
Beschleunigungstrauma im September 2014 diagnosti
ziert.
3.2
Am 20. September 2017 erstattete Prof.
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie, im Auftrag der Beschwerdegegnerin ein Gutachten (
Urk. 11/M041
). Prof.
C._
hielt fest, der direkte ursächliche Zusammenhang mit dem Unfall vom 17. September 2017 (richtig: 2014) liege bei initialen Kopf
schmerzen vom posttraumatischen Typ vor. Die aktuelle Kopfschmerzmedikation sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einem Medikamenten-Übergebrauch-Kopfschmerz zuzuordnen. Die regelmässige Medikamenteneinnahme sei ohne Unfall nicht notwendig
gewesen. Es liege entsprechend mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit eine indirekte Kausalität zwischen dem Unfallereignis und den durch Medikamentenübergebrauch induzierten Kopfschmerzen vor. Aus neurolo
gischer Sicht sei aufgrund der Kopfschmerzproblematik keine bleibende Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
gegeben. Intermittierende Arbeitsausfälle bei sehr starken Kopfschmerzen seien möglich (S. 24 oben).
3.3
Am 4. Januar 2018 fand im
A._
eine Nachkon
trolle statt. Aus dem entsprechenden Bericht geht hervor, dass die Beschwerde
führerin seit zwei Wochen sc
hmerz- und medikamentenfrei sei, dies abgesehen von der Basistherapie mit
Belozock
50 mg täglich und
Selium
2.5 mg täglich
(Urk. 11/M045).
3.4
Die Pensionskasse der Stadt Zürich veranlasste eine Begutachtung bei ihrer Ver
trauensärztin
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Neurologie, welche am 8. März 2018 erstattet wurde (
Urk. 11/M051
).
Seit anfangs Januar 2018 sei es zu einer deutlichen Linderung der Schmerzsymptomatik mit aktuell sogar Schmerz
freiheit gekommen. Die orientierende verhaltensneurologische Untersuchung er
gebe bei der allseits orientierten, verhaltensadäquaten Rechtshänderin intakte Ge
dächtnisfunktionen sowie eine gute Aufmerksamkeitsbelastbarkeit mit normaler Fehlerkontrolle (S. 4 oben).
Dr.
D._
führte aus, unter Berücksichtigung des bisherigen Verlaufs sei eine Reintegration in die angestammte Tätigkeit als Ope
rationsschwester weder empfehlenswert noch realistisch (S. 5
lit
. A.7.1). Hinge
gen sei die Beschwerdeführerin aus neurokognitiver Sicht sowohl reintegrations- wie auch umschulungsfähig (
lit
. A.7.2). In einer angepassten Tätigkeit zum Bei
spiel im administrativen Bereich oder in der Ausbildung liege keine Arbeitsunfä
higkeit vor (S. 8
lit
. B.2).
3.5
Am 18. Juni 2018 erstattete
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie, ein Aktengutachten zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk. 11/M055
).
Ihm la
gen zwei Berichte sowie ein Kostengutsprachegesuch des
A._
und das neurologische Gutachten von Prof.
C._
vor (S. 2 oben).
Dr.
E._
konstatierte, die diagnostische und kausale Einschätzung von Prof.
C._
sei auch aus aktueller neurologischer Sicht nachvollziehbar, sodass zunächst von einem akuten posttraumatischen Kopfschmerz mit Konversion in einen Medika
mentenübergebrauchskopfschmerz mit migräneartigen Features auszugehen ge
wesen sei. Nachdem offenbar der zwischenzeitlich vo
n Prof.
C._
vorgeschlagene
Medikamentenentzug unter gleichzeitiger Etablierung einer medikamentösen Kopfschmerzbasistherapie durchgeführt worden sei, könne spätestens mit Datum des ambulanten Berichts des
A._
vom 4. Januar 2018 vom Erreichen des Status quo sine ausgegangen werden. Weitere im Verlauf auftretende Migräneattacken könnten aus aktueller fachneurologischer Sicht nicht mehr als überwiegend wahrscheinlich unfallkausal zugeordnet werden (S. 4 Ziff. II.1).
4.
4.1
Aufgrund des Gutachtens von Prof.
C._
sowie der diesem Gutachten zustim
menden Beurteilung von
Dr.
E._
ist von einer Unfallkausalität der posttrauma
tischen beziehungsweise schmerzmittelinduzierten Kopfschmerzen auszugehen (vgl. vorstehend E.
3.2
und
E. 3.5
).
Dass bezüglich dem schmerzmittelinduzierten Kopfschmerz von einer «indirekten» Kausalität auszugehen sei (vgl. vorstehend E. 3.2), ändert nichts an der aus ärztlicher Sicht bestätigten natürlichen und ent
sprechend unfallversicherungsrechtlich relevanten (Teil-)Kausalität (vgl. vorste
hend E. 1.2).
Dem stimmte auch die Beschwerdegegnerin zu (vgl. Urk. 10 S. 4 f.
lit
. d).
Im Übrigen vermag die Stellungnahme vom 25. Oktober 2016 des beraten
den Arztes der Beschwerdegegnerin,
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allge
meine Innere Medizin sowie Rheumatologie (vgl. Urk. 11/M030)
,
daran nichts zu ändern. Seine
kurze
Darlegung, eine Migräneerkrankung könne sich auch spon
tan manifestieren und die Familienanamnese der Beschwerdeführerin sei diesbe
züglich belastet
, weshalb nur eine mögliche Unfallkausalität gegeben sei, vermag keine Zweifel an der von Prof.
C._
hergeleiteten ausführlichen Begründung der Unfallkausalität hervorzurufen. Zudem ergeben sich aus den Berichten des
Z._
keine Hinweise auf eine Vorbelastung in der Familienanamnese (vgl. dazu auch die Ausführungen von Prof.
C._
zur negativen Familienanamnese, Urk. 11/M041 S. 25 Ziff. 5.3).
Dr.
E._
setzte das Erreichen des Status quo sine auf den 4. Januar 2018 fest. Vor diesem Hintergrund ist die Einstellung der Taggeldleistungen bereits auf den 16. Oktober 2016 nicht nachvollziehbar.
Allerding
s stellt sich ohnehin die Frage, ob im vorliegenden Fall bereits ein
Fallabschluss
vorgenommen werden kann
.
4.2
4
.2.1
Aus der Aktennotiz der Beschwerdegegnerin vom 9. Mai 2018 geht hervor, dass die Beschwerdeführerin in engem Kontakt mit der Invalidenversicherung stehe bezüglich einer Umschulung. Sie wisse noch nicht, was sie machen solle,
sie
wolle aber jedenfalls im Gesundheitswesen tätig bleiben (Urk. 11/G071).
Gestützt auf die beigezogenen Akten der Invalidenversicherung (Urk. 14/1-132) steht fest, dass die Beschwerdeführerin im Oktober 2018 eine Umschulung an der
G._
antrat, für welche sie bis im Mai 2021 Kostengutspra
che seitens der Invalidenversicherung erhielt (Mitteilung vom 11. Oktober 2018 bezüglich
Kostengutsprache für
eine Umschulung, Urk. 14/115;
vgl.
auch
Ver
laufsprotokoll Berufsberatung/Folgegespräche vom 11. Oktober 2018, Urk. 14/114).
Die Beschwerdeführerin absolviert den Studiengang Akupunktur und Arzneitherapie TCM (Urk. 14/122).
4.2.2
Prof.
Dr.
C._
machte folgende Angaben zum beruflichen Umfeld der Beschwer
deführerin (Urk. 11/M041 S. 19 «Arbeitsplatz»): Die Beschwerdeführerin sei seit Januar 2014 als Operationsassistentin im
Y._
angestellt und stets zufrieden gewesen mit dem Arbeitsplatz, den Aufstiegschancen, die ihr ermög
licht worden seien (sie habe im Oktober 2014 eine Stelle als Ausbildnerin über
nehmen können trotz des zuvor stattgefundenen Fahrradunfalles) sowie der Zu
sammenarbeit des Teams. Im Dezember 2016 habe sie die Stelle als Ausbildnerin kündigen müssen. Seit April 2017 befinde sie sich in einem Arbeitsversuch im Sekretariat der Kardiologie (im Begutachtungszeitpunkt im 50 %-Pensum). Sie fühle sich dort wohl und berichte, nicht überlastet zu
sein
.
Hinsichtlich den zu
mutbaren Belastungen aufgrund der auf den Unfall zurückzuführenden Be
schwerden führte Prof.
C._
aus, es sei aufgrund der episodisch auftretenden Kopfschmerzattacken (alle ein bis zwei Wochen mit variabler Dauer und Intensi
tät) keine einheitliche Aussage zu
treffen. Es sei keine allgemeine Einschränkung aufgrund der Schmerzsymptomatik festzulegen (S. 25 Ziff. 6.1). Die bisherige Tä
tigkeit im Sekretariat der Kardiologie sei - wie auch eine angepasste Tätigkeit - aus neurologischer Sicht zu 100 % zumutbar (Ziff. 6.2).
4.2.3
Aufgrund der Ausführungen zur beruflichen Situation ist anzunehmen, dass die zuletzt ausgeübte Funktion im Sekretariat einem angepassten Arbeitsprofil ent
sprach.
Zur
eigentlichen
angestammten Tätigkeit als Operationsschwester nahm Prof.
C._
hingegen
keine Stellung.
Der generellen Beurteilung von Prof.
C._
, es sei keine allgemeine Einschränkung aufgrund der Schmerzsymptomatik fest
zulegen, steht allerdings das von der Pensionskasse veranlasste neurologische Gutachten von
Dr.
D._
entgegen.
Dr.
D._
erachtete die angestammte Tä
tigkeit der Beschwerdeführerin als nicht mehr zumutbar, wobei
eine detaillierte Begründung dazu
aus dem Gutachten nicht hervorgeht. Genauso wenig ist er
sichtlich, welche
Vorakten
Dr.
D._
zur Verfügung standen.
Immerhin ist auf
grund dieses
Gutachtens von
Dr.
D._
eine fachneurologische Stellungnahme zur
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
in der angestammten Tätigkeit vorhanden.
Klarheit in die bereits vorliegenden Beurteilungen vermochte auch das Aktengutachten von
Dr.
E._
nicht
zu
schaffen.
Dr.
E._
lagen
nebst dem Gutachten von Prof.
C._
lediglich
drei Dokumente des
A._
und ansonsten
keine weiteren medizinischen Unterlagen, insbesondere nicht das
Gutachten von
Dr.
D._
, vor
. Somit
fehlt es an einer eigentlichen unfallversicherungsrechtli
chen Auseinandersetzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit in der bisherigen an
gestammten Tätigkeit im Operationssaal.
4.3
Da sich die Kopfschmerzproblematik seit Januar 2018 verbessert hat, sind auf
grund der derzeit vorliegenden Akten keine Hinweise vorhanden für eine zu er
wartende namhafte gesundheitliche Verbesserung durch weitere ärztliche Be
handlungen. Allerdings sind v
or dem Hintergrund der Unklarheiten hinsichtlich zumutbarer Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
als Operations
schwester und den
laufenden Umschulungsmassnahmen im Rahmen des IV-Verfahrens allfällige Auswirkungen auf das von der Unfallversicherung gegebe
nenfalls in Betracht zu ziehende Invalideneinkommen zu berücksichtigen
(vgl. vorstehend E. 1.3).
4.4
Nach dem Gesagten ist
der
Einspracheentscheid
vom 22. August 2018 aufzuhe
ben und
die Sache zur Prüfung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit als Operationsschwester ab
4.
Janu
ar 2018
zurückzuweisen
. Sofern die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar sein sollte, wäre der Abschluss der Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abzuwarten.
Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde.
5.
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
In Anwendung der genannten Kriterien erscheint eine Entschädigung mit Fr.
2'300.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) angemessen, welche aus
gangsgemäss der Beschwerdegegnerin auferlegt wird.