Decision ID: f392a6ce-3da9-49f1-b474-30f58c35649e
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der
1981
geborene
X._
war vom
2. Oktober 2006 bis 19. Dezember 2008
für die
A._
tätig (Urk. 2/2/8).
Daraufhin war er vom
1.
Januar bis 3
0.
November 2009 bei der
Z._
angestellt und im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der Pensionskasse
Z._
berufsvorsorgeversichert. Vom
4.
Juli bis 3
1.
Oktober
2011 war er als Arbeitnehmer der
B._
temporär bei der
C._
(heute
Y._
)
im Einsatz (Urk. 2/24/1). Von Letzterer wurde er anschliessend ab 1. November 2011 fest angestellt (Berufsvorsorgeversicherung: Pensionskasse der
C._
, heute Pensionskasse der
Y._
). Per 3
1.
Mai 2012 kündigte der Versiche
rte das Arbeitsverhältnis (Urk.
2/17/15).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, bei der sich der Versicherte am
14. April 2012
unter Hinweis auf
eine Schizophrenie
zum Leistungs
bezug angemeldet hatte (Urk.
2/
17/34), sprach ihm mit Verfügung vom 7. Juni 201
3
– unter Hinweis auf die per
13. Juli 2009
eröffnete Wartezeit – eine
halbe
Rente mit Wirkung ab
1. Oktober 2012
zu (Urk.
2/17/71
).
Dabei ging sie - nach vorangegangenen Phasen einer vollen Arbeitsunfähigkeit - s
eit
Juli 2012
infolge
einer im Jahre 2004 diagnostizierten paranoiden Schizophrenie
von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus (Urk. 2/17/3-6). D
e
n
von der Pensionskasse
Z._
erhobenen Einwänden betreffend Beginn Wartejahr (vgl. Urk. 2/17/38 und Urk. 2/17/40) gab sie keine Folge.
Mit Bescheid vom 27. Januar 2010 erkannten die deutschen Sozialbehörden den Versicherten ab 1. Dezember 2009 als schwerbehindert an (Urk. 2/17/9). Mit Bescheid vom 23. Juli 2013 anerkannte die deutsche Rentenversicherung ab 1. Dezember 2012 den Anspruch auf eine Rente wegen voller Erwerbsminderung (Urk. 2/17/91).
Auf entsprechendes Gesuch des Versicherten hin lehnten die Pensionskasse
Z._
und die Pensionskasse der
Y._
die Ausrichtung von Invaliden
leistungen ab (vgl. Urk.
2/
1 S. 4 f.).
1.2
Mit Eingabe vom
7. Juli 2016
erhob der Versicherte Klage gegen die
Pensions
kasse der
Y._
mit folgende
m Rechtsbegehren (Urk. 2/1 S.
2):
«
Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger ab 01.10.2012 die reglementarischen Erwerbsunfähigkeitsleistungen auszurichten, nebst Zins zu 5 % seit 01.10.2012.
Unter
Kosten- und
Entschädigungsfolge
n
zulasten der
Beklagten.
»
Weiter ersuchte er um Beiladung der Stiftung Pensionskasse
Z._
zum Ver
fahren.
Die
Pensionskasse der
Y._
schloss am
10. November 2016
auf Abweisung der Klage (Urk.
2/11
).
Mit Verfügung vom 1. Dezember 2016 (Urk. 2/14) zog das hiesige Gericht die Akten
der Invalidenversicherung
bei
(Urk.
2/17/1-143
)
. Der Kläger reichte die seine Person betreffenden ärztlichen Unterlagen der Deutschen Rentenversicherung ein (Urk. 2/20/1-23) und die Parteien hielten
replicando
(Urk.
2/23
)
und
duplicando
(Urk. 2/29) an ihrem
Rechtsbegehren fest.
Mit Eingabe vom 4. Juli 2017 nahm der Kläger Stellung zur Duplik (Urk. 2/34)
.
Mit Verfügung vom
10.
Januar 2018 wurde die Pensionskasse
Z._
zum Verfahren beigeladen (Urk.
2/
36)
, welche
die
Gutheissung
der Klage
beantragte (Urk.
2/
40
).
1.3
Mit Urteil vom 1
4.
Juni 2018 (Prozess-Nr. BV.2016.00062,
Urk.
2/
47
)
wies das hiesige Gericht die Klage ab. Die dagegen von der Pensionskasse
Z._
erhobene Beschwerde
hiess
das Bundesgericht mit Urteil 9C_575/2018 vom 15. April 2019 (
Urk.
1) teilweise gut, hob
den angefochtenen Entscheid
auf und wies die Sache zu neuer Entscheidung im Sinne der Erwägungen an das hiesige Gericht zurück. Im Übrigen wies es die Beschwerde ab.
2.
In Nachachtung dieses Entscheids holte das hiesige Gericht mit Verfügung vom
9.
Mai 2019 (
Urk.
3) von der
Y._
einen schriftlichen Bericht sowie das Personaldossier des Klägers ein. Die geforderten Unterlagen wurden - nach einer mit Verfügung vom 1
8.
Juni 2020 letztmalig gewährten Fristerstreckung
(Urk. 15)
- mit Eingabe vom 3
0.
Juli 2020 aufgelegt (
Urk.
17-19). Die dazu ein
gereichten Stellungnahmen der Parteien (Urk. 24,
Urk.
25 und
Urk.
28) wurden den jeweils anderen Parteien mit Verfügung vom 27. Oktober 2020 (
Urk.
30) zu
gestellt. Die Sache erweist sich damit als spruchreif.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Mit Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts vom
1
5.
April 2019
(Urk. 1)
wurde das Sozialversicherungsgericht angewiesen, zur Vervollständigung des Sachverhalts
weitere Abklärungen zu tätigen. Insbesondere hielt das Bundes
gericht fest, dass Anlass besteht,
bei der
Y._
eine Auskunft einzuholen
(E.
4.2.3
). In Nachachtung dieses Entscheids nahm das Sozial
versicherungsgericht weitere Abklärungen vor und prüft gestützt auf die ergänzte Aktenlage nach
folgend erneut, ob
die Beklagte dem Kläger ab
1.
Oktober 2012 die reglementarischen Erwerbsunfähigkeitsleistungen auszurichten
hat
.
2
.
2
.1
Nach Art. 24 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen und Invalidenvorsorge (BVG) hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist. Gemäss Abs. 1 von Art. 26 BVG gelten für den Beginn des An
spruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des Art. 29 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG). Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ur
sache zur Invalidität geführt hat (vgl. Art. 23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG in Verbindung mit Art. 26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Inva
liditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Um
ständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
2
.2
Die Versicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später invalid
werden. Für eine einmal aus
während der Versicherungsdauer aufgetretene
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vor
sorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
2
.3
Art. 23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorge
ein
richtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invaliden
versicherung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach Art. 23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorge
einrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsu
nfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein
Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzu
kommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invali
dität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krank
heit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten.
Demnach darf nicht bereits eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität in schematischer (analoger) Anwendung der Regeln von
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeein
flussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraus
sichtlich andauern wird. Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Um
stände des konkreten Einzelfalles, namentlich die Art des Gesundheitsschadens,
dessen prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
2.4
Nach der Rechtsprechung ist bei der Beurteilung des zeitlichen Konnexes zwischen
Arbeitsunfähigkeit und Invalidität nach
Art.
23
lit
. a BVG
im Falle von Schub
krankheiten, wozu die Schizophrenie zu zählen ist, kein allzu strenger
Massstab
anzulegen. Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass derartige Krankheitsbilder sich nicht immer gleich manifestieren und unterschiedliche Ver
läufe aufweisen. Dies stellt ein erhöhtes Risiko dar, dass die Krankheit zu einem Zeitpunkt ausbricht, in welchem eine Versicherungsdeckung fehlt, was unter dem Gesichtspunkt des Versicherungsschutzes
stossend
sein kann. Daher kommt bei Schubkrankheiten den gesamten Umständen des Einzelfalls besondere Bedeutung zu (Urteil des Bundesgerichts 9C_658/2016 vom
3.
März 2017 E. 6.4.1 mit Hin
weisen).
Bei Schubkrankheiten ist zu prüfen, ob eine länger als drei Monate dauernde, isoliert betrachtet unauffällige Phase von Erwerbstätigkeit tatsächlich mit der Perspektive einer dauerhaften Berufsausübung verbunden war (Urteil des
Bundesgerichts
B 63/04 vom 28. Dezember 2004 E. 3.3.3).
Im Rahmen von
Art.
23 BVG ist grundsätzlich auf jene Verhältnisse abzustellen, die sich auch arbeitsrechtlich offenbaren. Die vertraglich festgesetzte Pflicht zur Erbringung von Arbeit und die dafür vorgesehene
Entlöhnung
sowie weitere im Rahmen des Arbeitsverhältnisses getroffene Vereinbarungen sind in der Regel als den realen Gegebenheiten entsprechend zu werten. Nur bei Vorliegen besonderer Umstände darf die Möglichkeit einer von der arbeitsrechtlich zu Tage tretenden Situation in Wirklichkeit abweichenden Lage - etwa in dem Sinne, dass ein Arbeitnehmer zwar zur Erbringung einer vollen Arbeitsleistung verpflichtet war und auch entsprechend
entlöhnt
wurde, tatsächlich aber eben doch keine volle Arbeitsleistung hat erbringen können - in Betracht gezogen werden, wobei gege
benenfalls äusserste Zurückhaltung geboten ist. Andernfalls bestünde die Gefahr, in Spekulationen zu verfallen mit der Folge, dass der Versicherungsschutz vereitelt würde (Urteil des Bundesgerichts B 51/05 vom
7.
September 2006 E. 5.2).
3.
3
.1
Nach der Diagnose einer paranoiden Schizophrenie wurde der Kläger vom 28. Dezember 2004 bis 18. Februar 2005 stationär behandelt und war bis August
2005 wohl fast durchgehend arbeitsunfähig. Ab 1. September 2005 war er er
werbs
tätig, bis er vom 16. Januar bis 21. April 2006 erneut stationär behandelt werden musste. 2006 war er zudem in der
D._
für eine Drogenbehandlung
und wohl bis August 2006 durchgehend arbeitsunfähig (Urk.
2/
17/40/1, Urk.
2/
17/
85/2, Urk.
2/
17/88/2, Urk.
2/
20/2, Urk.
2/
20/3 und Urk.
2/
41/9.1/7).
3
.2
Vom 2. Oktober 2006 bis 19. Dezember 2008 war
d
er
Kläger
für die
A._
tätig und trat am 1. Januar 2009 eine Stelle bei der
Z._
an. Von Oktober 2006 bis zum 17. Mai 2009 sind keine Arbeits
unfähigkeiten dokumentiert. Vom 18. Mai bis 1. Juni 2009 und vom 13. Juli bis 30. November 2009 war er krankheitsbedingt arbeitsunfähig (Urk.
2/
17/29/9). Da
bei war er vom 23. Juli bis 6. August 2009 und vom 30. September bis 6. Oktober 2009 in der
E._
, im Oktober 2009 in der
F._
und vom 28
. Oktober bis 18. November 2009
im
G._
erneut
stationär hospitalisiert (Urk.
2/
17/89, Urk.
2/
17/90/1,
Urk.
2/20/2 und
Urk.
2/20/3). Die Stelle bei der
Z._
wurde ihm per 30. November 2009 gekün
digt (Urk.
2/
17/29/8).
3
.3
Im Zeitpunkt des Austritts bei der
Z._
war
d
er
Kläger
noch immer zu 100 % arbeitsunfähig. Die Arbeitsfähigkeit steigerte sich in den darauf
folgenden Monaten, so dass im Zeitpunkt der Aufnahme der Behandlung bei Dr.
H._
, Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, im April 2010 noch eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestanden hat (Urk. 2/17/78). Vom 19. Oktober bis 17. Dezember 2010 erfolgte eine teil
stationäre Behandlung (Urk.
2/
17/88), für die dazwischenliegende Zeit ist der Ge
sundheitszustand nicht bekannt. Vom 3. Januar bis 3. Februar 2011 absolvierte er ein Praktikum bei der
I._
, welche ihn bei Praktikumsende noch nicht als bereit für den allgemeinen Arbeitsmarkt einschätzte (Urk.
2/
17/76/4-5). Dr.
H._
erachtete ihn am 22. März 2011 als weiterhin arbeitsunfähig auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt (Urk.
2/
17/82). Die Bundesagentur für Arbeit ging am 5. April 2011 davon aus, dass er noch nicht bereit ist, eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt auszu
üben (vgl. Urk.
2/
17/81/2).
3
.4
Vom 4. Juli bis 31. Oktober 2011 war der Kläger temporär und ab 1. November 2011 festangestellt für die
Y._
tätig. Ab dem 16. März 2012 war er krank
heitsbedingt arbeitsunfähig (Urk.
2/
17/7/2 und
Urk.
2/
17/79
).
Am 1
9.
April 2012 löste er
das Arbeitsverhältnis
per 31. Mai 2012
auf und wurde vom
19. Mai bis
14. Juni 2012 stationär behandelt (
Urk.
2/17/15/2 und
Urk.
2/17/87/1-7
). Seit Juli 2012 besteht eine 50%ige Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (Urk.
2/
17/78).
4
.
4
.1
Das hiesige Gericht hat den Anspruch des
an einer
paranoide
n
Schizophrenie
leidenden
Klägers auf
Ausrichtung von
Invalidenl
eistungen
durch die Beklagte
verneint. Dies insbesondere
mit der Begründung,
mit der Anstellung bei der
A._
und anschliessend bei der
Z._
sei der zeitliche Zusammenhang zur zuvor
bestehenden langjährigen
Arbeits
unfähigkeit unterbrochen worden. W
ährend der Anstellung bei der
Z._
(
1.
Januar bis 3
0.
November 2009) sei der Kläger
ab 13.
Juli 2009 durchgehend zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen
.
Daraufhin
habe bis mindestens im April 2011
wohl
eine teilweise bis vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden.
Die ab 4. Juli 2011 zunächst temporäre Tätigkeit und anschliessend ab
1.
November 2011 erfolgte Festanstellung bei der
Y._
- wobei der Kläger ab 16. März 2012 bis zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses und darüber hinaus zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei -
habe den zeitlichen Zusammenhang nicht mehr unterbrochen
. Eine dauerhafte Reintegration in den Arbeitsmarkt sei im Jahre 2011 kein realistisches Ziel gewesen (
Urk.
2/47 E. 5.4-5.6).
4
.2
Auf Anweisung des Bundesgerichts hat das Sozialversicherungsgericht den dies
bezüglichen Sachverhalt weiter abgeklärt und dazu bei der
Y._
einen Arbeitgeberbericht sowie das Personaldossier des Klägers eingeholt (
Urk.
17-19).
Dem Arbeitgeberbericht ist unter anderem zu entnehmen, dass der Kläger während seines temporären Einsatzes bei der
Y._
vom
4.
Juli bis 31. Oktober 2011 zu 100
%
arbeitstätig war (
Urk.
18 S. 1).
Die
anschliessende
Festanstellung se
i wegen Personalmangels
erfolgt, zudem sei ein
Temporär
mitarbeiter
über eine Personalvermittlung deutlich kostspieliger als ein angestellter Mitarbeiter (S. 1-2).
Wohl aufgrund des lückenhaften Lebenslaufs und der unklaren Krankengeschichte des Klägers sowie de
r
während seines
Temporäreinsatzes
aufgekommenen Magnetallergie sei eine dreimonatige Probe
zeit vereinbart worden. Dies sei bei der Übernahme eines
Temporärmitarbeitenden
sehr ungewöhnlich (S. 2-3). Der Kläger sei ein williger Mitarbeiter gewesen, welcher sich mit der Firma identifiziert und die Arbeit nicht gescheut habe, doch habe es immer wieder Einschränkungen gegeben, aufgrund welcher sein Einsatz
gebiet habe angepasst werden müssen.
Er
habe dem Gruppenleiter auch anver
traut, dass er Angst habe, den Anforderungen des Jobs nicht zu genügen.
Er
habe nur die ganz einfachen Schweissarbeiten ausführen und nur beschränkt in der
Schweisserei eingesetzt werden können. Während der Festanstellung habe
er
zudem eine Kupferallergie entwickelt, sodass sich sein Einsatzgebiet weiter reduziert habe. Die Personalsituation sei zu dieser Zeit sehr angespannt gewesen
. Man sei
um jedes Paar Hände froh gewesen, auch wenn die Einsatzmöglichkeiten und die Polyvalenz beim Kläger eingeschränkt gewesen sei
en
.
Der Kläger habe zudem Wille und Einsatzbereitschaft gezeigt und versucht, seine Arbeit gut zu machen und den Anforderungen des Arbeitsplatzes zu genügen.
Mitarbeitende mit Einschränkungen seien vom Team getragen und allfällige Schwächen kom
pensiert worden, da es besser gewesen sei
,
zwei Hände zu haben als eine Vakanz. Die
Y._
sei generell sehr sozial eingestellt gegenüber Mitarbeitenden mit Einschränkungen und habe auch mehrere IV-Wiedereingliederungskandidaten beschäftigt. Diese Punkte hätten dazu geführt, dass der Kläger trotz seiner Ein
schränkungen nach Ablauf der Probezeit fest übernommen worden sei (S. 3).
Während der
Temporäranstellung
sei
er
nie krank gewesen, während der Fest
anstellung 2.5 Tage im November 2011 und 1 Tag im Februar 2012, bis er dann am 1
6.
März 2012 plötzlich nicht mehr zur Arbeit erschienen sei. Die wieder
holten (teilweise jedoch nicht bestätigten) Allergieprobleme hätten seine Einsatz
möglichkeiten in der Rotorfertigung immer mehr eingeschränkt, weshalb er nicht als vollwertiger Mitarbeiter habe eingesetzt werden können (S. 4-5). Infolge der Zweifel und Erfahrungen während der
Temporäranstellung
sei der Kläger mit einem um
Fr.
300.-- tieferen Lohn als üblich eingestellt worden. Je mehr seine Einsatzmöglichkeiten eingeschränkt gewesen seien,
desto mehr
sei
aber
auch dieses Gehalt zu hoch angesetzt gewesen, dies wiederum etwa um
Fr.
300.-- (S. 5).
Seine
Arbeitsleistungen seien grundsätzlich gut gewesen. Das Problem habe darin bestanden, dass er infolge seiner Einschränkungen an immer weniger Arbeitsplätzen habe eingesetzt werden können. Die
Y._
habe alles ver
sucht, um ihm eine Chance zu geben und ihn als Mitarbeiter zu halten. Leider sei dies infolge der zunehmenden Einschränkungen und der Angst des Klägers, nicht zu genügen, immer weniger möglich gewesen (S. 6).
5.
5.1
Der Kläger führte dazu aus,
die
Y._
habe ihm trotz eingeschränkter Ein
satzmöglichkeit eine Chance geben wollen. Diese habe er sodann erfolgreich gepackt, ansonsten ihm ja schon während der Probezeit gekündigt worden wäre. Er sei nie durch Abwesenheit aufgefallen und während seiner
Temporäranstellung
nie krank gewesen. Die
Y._
sei mit seiner Arbeitsleistung grundsätzlich zufrieden gewesen
, was belege, dass ein langfristiges Arbeitsverhältnis von bei
den Seiten angestrebt worden sei und es sich insbesondere nicht lediglich um
einen
missglückten
Arbeitsversuch gehandelt habe
.
Ein
Unterbruch
des zeitlichen Konnexes
sei zu bejahen, nachdem er während mehr als acht Monaten in einem Arbeitsverhältnis mit der
Y._
gestanden und in dieser Zeit voll gearbeitet habe
(
Urk.
24 S. 2
-
4
).
5.2
Die Beklagte hielt an ihrer Leistungsverweigerung fest mit der Begründung,
die
Y._
habe bestätigt, dass der Kläger formal in einem Vollpensum gearbeitet habe, wobei wenige Krankheitstage zu verzeichnen gewesen seien. Nicht zu über
sehen sei jedoch, dass schon anlässlich der Übernahme in eine Festanstellung erhebliche Zweifel bestanden hätten, ob
er
sich für die konkrete Anstellung eigne und er auf längere Frist die Tätigkeit absolvieren könne. Es beständen zahlreiche Anhaltspunkte dafür, dass er aufgrund von Personalmangel und sozialer Ein
stellung der Arbeitgeberin und nicht wegen seinen Fähigkeiten und seiner Leistung in eine Festanstellung übernommen worden sei
. Für
die Arbeitgeberin
sei es trotz der ungenügenden Leistungsfähigkeit des Klägers
auch
nicht infrage gekommen, eine frühzeitige Kündigung auszusprechen. Die fehlende Kündigung durch die Arbeitgeberin könne
also
nicht als Indiz dafür gewertet werden, dass der Kläger voll leistungsfähig gewesen sei respektive dass er als dauerhaft in den Arbeitsprozess wiedereingegliedert hätte gelten können
(
Urk.
28
S. 3-4
)
.
Sein
Aufgabenprofil
habe
schon früh infolge einer angeblichen - nicht weiter abge
klärten - «Magnetallergie» und dann aufgrund einer Kupferallergie angepasst werden müssen. Die Angabe einer nicht nachvollziehbaren «Magnetallergie» dürfte zum Krankheitsbild einer paranoiden Schizophrenie passen.
Aus dem Ver
halten und der Leistung des Klägers habe geschlossen werden müssen, dass kurzfristig praktisch zwingend ein erneuter akuter Schub der paranoiden Schizo
phrenie zu erwarten gewesen sei, welcher wiederum zu einer erheblichen Arbeits
unfähigkeit habe führen müssen
(S. 4-5).
Die Stellungnahme der Arbeitgeberin zeige auf, dass durch die Arbeitstätigkeit von Juli 2011 bis März 2012 der zeit
liche Konnex nicht unterbrochen
worden sei
. Die Tätigkeit habe als gescheiterter Arbeitsversuch zu gelten, wobei
der Arbeitgeberbericht
gut mit dem bisher bekannten Sachverhalt vereinbar sei, dasselbe gelte für die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Schubkrankheiten (S. 7).
5.3
Die Beigeladene hielt
zum Bericht
fest,
de
r
Kläger
habe ohne jede Anstände die dreimonatige Probezeit bestanden. Alle weiteren Mäkeleien der
Y._
zur Probezeit und zu
seine
r Arbeit während derselben seien als unfaires Nachtreten zu qualifizieren
. Die Beklagte habe ihr offensichtlich den Auftrag erteilt, nach
träglich möglichst viel Negatives ü
ber
ihn
zusammenzutragen (S. 5-7
).
Gemäss Arbeitszeugnis sei die
Y._
mit seinen Leistungen durchaus zufrieden gewesen.
Er
sei bis zum 1
6.
März 2012 nur insgesamt dreieinhalb Tage krank gewesen. Das
entspreche einer vollen Arbeitsfähigkeit. Trotz seiner Allergien habe er jederzeit an einem produktiven Arbeitsplatz eingesetzt werden können, an dem er mit voller Leistung gearbeitet habe. Eine allfällige Verminderung der Einsatz
möglichkeiten habe die effektive Arbeitsfähigkeit damit nicht eingeschränkt
(S. 7-8
).
Bei der Anstellung sei mit einer dauerhaften vollen Arbeitsfähigkeit gerechnet worden
(S.
10).
6
.
6
.1
Vorab ist festzuhalten, dass
der Arbeitgeberbericht vom 3
0.
Juli 2020
(
Urk.
18)
mit einem unterzeichneten Begleitschreiben einer HR Managerin der
Y._
(
Urk.
17)
eingereicht wurde. Dass der Bericht selbst nicht unterzeichnet ist, ändert an dessen Beweiskraft
nichts
, wurde er doch auf Briefpapier der
Y._
gedruckt und darin deklariert, dass die Fragen auf Basis des Personaldossiers, der Angaben von Mitarbeitenden der
Y._
(Kollegen, Vorgesetzte, HR- Mit
arbeiter), welche mit dem Kläger zusammengearbeitet hätten, des Geschäfts
verlaufs und der generellen Geschäftsgepflogenheiten während dieser Zeit beantwortet worden seien
.
Es
ist anzunehmen,
dass diese Informationen genügten, um den Bericht erstellen zu können
.
Anhaltspunkte
dafür
, dass die
Y._
von der Beklagten das IV-Dossier des Klägers beigezogen und die Informationen daraus gewonnen hätte, wie dies die Beigeladene vermutet
e
, bestehen
nicht
. So sind insbesondere die Versagensängste des Klägers nicht einzig i
n den IV-Unterlagen
dokumentiert, sondern hat
er
diese auch seinem Gruppen
leiter anvertraut (
Urk.
18 S. 3). Entgegen den Ausführungen der Beigeladenen (
Urk.
25 S. 4) ist die Entstehung des Arbeitgeberberichts damit nicht unklar
und es besteht kein Anlass
mehr
, ein Verwaltungsratsmitglied der
Y._
als Zeuge einzuvernehmen.
6.2
Soweit die Beigeladene vorbrachte, die Beklagte habe der
Y._
offen
sichtlich den Auftrag erteilt, im Arbeitgeberbericht möglichst viel Negatives über den Kläger zusammenzutragen (
Urk.
25 S. 6-7), kann ihr ebenfalls nicht gefolgt werden. Eine gewisse Verflechtung zwischen der Beklagten und der
Y._
ist zwar nicht von der Hand zu weisen, doch bestehen keine Anhaltspunkte, dass die
Y._
die Arbeitsleistung des Klägers nachträglich unrichtig herab
gewürdigt
hätte
. Vielmehr fasste sie ihren Bericht sorgfältig und detailliert ab und strich wiederholt hervor, dass
d
er
Kläger
sich nicht etwa vor Arbeit gedrückt, sondern sich trotz seiner Einschränkungen bestmöglich eingesetzt und stets versucht hatte, den Anforderungen des Arbeitsplatzes zu genügen.
Auch trifft nicht zu, dass ihre Ausführungen
mit
dem Arbeitszeugnis vom 3
1.
Mai 2012
(Urk. 19/Festanstellung)
nicht kompatibel seien
. Bereits
in
jenem
wurde
ins
besondere der Einsatzwille des Klägers
hervorgestrichen.
Mit Blick auf das
Zeugnisformular
(Urk.
19/Festanstellung)
ist zudem zu konstatieren,
dass
das Arbeitsz
eugnis se
hr wohlwollend formuliert wurde. So
schätzte
zwar
die
Y._
das Arbeitsverhalten und die Loyalität des Klägers sehr (S. 3), die Fach
kompetenz
qualifizierte sie
aber in zwei Punkten lediglich als befriedigend und
bewertete
die Handlungs- und Methodenkompetenz überhaupt nicht (S. 2). Auch die
nur bedingt positiven
Angaben zur Leistung und zum Verhalten (S. 4) decken sich mit den Ausführungen im Arbeitgeberbericht. So erstaunt denn auch nicht, dass in der Schlussformulierung des Arbeitszeugnisses kein Bedauern über die Kündigung des Klägers geäussert wurde (S. 4).
Zusammenfassend ist nicht ersichtlich, dass die
Y._
im Arbeitgeberbericht Partei gegen den Kläger ergriffen hätte und es besteht kein Anlass, auf diesen nicht abzustellen.
6.
3
In seinem Urteil
9C_575/2018 vom 15. April 2019 (
Urk.
1) hielt das Bundesgericht fest, ein Unterbruch des zeitlichen Konnexes wäre zu bejahen, sofern der Kläger in seinem Arbeitsverhältnis mit der
Y._
tatsächlich während (mehr als) acht Monaten voll gearbeitet hat.
Dem Arbeitgeberbericht (E. 4.2
hievor
) lässt sich zwar entnehmen, dass der Kläger vom
4.
Juli 2011 bis 15. März 2012
- abgesehen von 2.5 Krankheitstagen im November 2011 und einem Krankheitstag im Februar 2012 -
in einem 100
%
-Pensum
für die
Y._
gearbeitet hat
(S. 1 und S. 5)
. Aus dem Bericht
ergeben
sich jedoch
zahlreiche Anhaltspunkte
, dass dies nicht mit einer 100%igen Leistungsfähigkeit während
dieses Zeitraums gleichzusetzen ist.
Bereits während
des
Temporäreinsatzes
machte
d
er
Kläger
eine Magnetallergie geltend, aufgrund welcher sein Einsatzgebiet angepasst werden musste.
Die Allergie bestätigte sich in der Folge
aber
nicht, konnte er doch nach Entwicklung einer Kupferallergie wiederum am Arbeitsplatz
«
Magnete setzen
»
eingesetzt werden
(S. 2 und S. 4)
.
Gemäss
den ärztlichen Berichten kommt es beim Kläger bei Exazerbation der paranoiden Schizophrenie zu einer Realitätsverkennung durch die paranoide und
halluzinatorische
Symptomatik (
Urk.
2/41/25/2-6 Ziff.
1.7).
Das Auftreten einer offenbar nicht vorhandenen Magnetallergie bereits in den ersten Monaten der Tätigkeit für die
Y._
lässt aufgrund
der
Krank
heitsgeschichte
des Klägers
erhebliche Zweifel an einer vollen Arbeitsfähigkeit
während der
Temporäranstellung
aufkommen
.
Solche Zweifel schein
t
auch
die
Y._
gehabt zu haben
, hätte sie doch sonst bei der Festanstellung des Klägers nicht eine bei der Übernahme eines
Temporärmitarbeitenden
sehr ungewöhnliche dreimonatige Probezeit vereinbart
und
seinen
Lohn
tiefstmöglich
angesetzt
(S. 2-3
und Urk.
19/Festanstellung S. 1
)
. Während der Festanstellung äusserte der Kläger dann gegenüber seinem Gruppenleiter wiederholt, dass er Angst habe, den
Anforderungen nicht zu genügen, dies obwohl er lediglich ein
fachste Hilfstätigkeiten ausübte
. Trotz seiner Erfahrung im Schweissen konnte er zudem nur beschränkt in der Schweisserei eingesetzt werden (S. 1 und S. 3)
.
Während der Festanstellung entwickelte
er
zudem eine Kupferallergie, weshalb sein Einsatzgebiet weiter reduziert werden musste. Die Aussage des ehemaligen Gruppenleiters, mit dem Kläger habe es «immer wieder irgendein Thema» gegeben (S. 3), überrascht entsprechend nicht
und spricht
auch während der Festanstellung
gegen
eine volle Leistungsfähigkeit.
6.
4
Dem Arbeitgeberbericht lässt sich weiter entnehmen, dass die Festanstellung des Klägers wegen Personalmangel
s
erfolgt sei. Man habe einen zusätzlichen
,
nicht voll leistungsfähigen Mitarbeiter einer Vakanz vorgezogen (S. 1-3). Aus der Fest
anstellung des Klägers kann damit nicht auf dessen volle Leistungsfähigkeit geschlossen werden, dies umso weniger, nachdem die
Y._
mit
ihm
eine für ihre Gepflogenheiten sehr ungewöhnliche dreimonatige Probezeit vereinbart hat. Dasselbe gilt für den Umstand, dass der Kläger auch über die Probezeit hinaus weiterbeschäftigt wurde
.
Die
Y._
ist nach eigenen Angaben sehr sozial eingestellt gegenüber Mitarbeitenden mit Einschränkungen und hat auch mehrere IV-Wiedereingliederungskandidaten beschäftigt. Der Kläger war zudem ein williger Mitarbeiter, zeigte Einsatzbereitschaft und versucht
e
, seine Arbeit gut zu machen. Die Arbeitgeberin wollte ihm deshalb trotz seiner eingeschränkten Einsatzmöglichkeiten eine Chance geben (S. 3).
Weder
mit
der Festanstellung noch
mit
der Weiterbeschäftigung über die Probezeit hinaus war
nach dem Gesagten
die Perspektive auf eine dauerhafte Berufsausübung verbunden
und es konnte zu diesen Zeitpunkten auch nicht mit einer längerfristigen vollen Arbeits
fähigkeit des Klägers gerechnet werden
.
Bereits 1.5 Monate nach Ablauf der Probezeit verschlechterte sich denn auch
sein
Gesundheitszustand erneut derart, dass eine mehrmonatige
volle
Arbeits
unfähigkeit resultierte und wiederum ein
e mehrwöchige stationäre Behand
lung erforderlich war
.
I
n Anbetracht der gesamten Umstände des vorliegenden Einzelfalles
ist
zusammenfassend
die
rund achtmonatige Arbeitstätigkeit für die
Y._
als gescheiterter Arbeitsversuch zu qualifizieren, welcher hinsichtlich einer Unterbrechung des zeitlichen Konnexes ausser Acht zu lassen ist
.
6.
5
A
uch
die zum Zeitpunkt des Stellenantritts
bei der
Y._
bereits lange Krankheitsgeschichte des Klägers (
ab Januar 2005
15
monatige 100%ige Arbeits
unfähigkeit unterbrochen durch eine knapp
5
monatige Arbeitsfähigkeit, ab Oktober 2006 zunächst 2.5jährige Arbeitsfähigkeit und anschliessend knapp 2
jährige
erhebliche bis volle Arbeitsunfähigkeit, vgl. dazu E.
3
hievor
)
spricht
entscheidend
gegen einen
Unterbruch des zeitlichen Konnexes.
Für die eingetretene Teilinvalidität hat demnach
nicht die Beklagte einzustehen und d
ie Klage ist abzuweisen.
7
.
Art. 73 Abs. 2 BVG
schliesst
einen Anspruch der obsiegenden Versicherungsträ
ge
rin auf eine Prozessentschädigung zwar nicht aus. Indes werden den Trägern der beruflichen Vorsorge
gemäss
BVG beziehungsweise den mit
öffentlich
rechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen in Anlehnung an die Recht
sprechung zu Art. 159 Abs. 2 des bis Ende 2006 in Kraft gestandenen Bundes
gesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege (Bundesrechts
pflegegesetz/OG)
praxis
gemäss
keine Parteientschädigungen zugesprochen. Es besteht kein Grund, bei der
Beklagten
- trotz ihres entsprechenden Antrages - anders zu verfahren (vgl. BGE 128 V 133 E. 5b, 126 V 150 E. 4a, 118 V 169 E. 7 und 117 V 349 E. 8, mit Hinweisen; vgl. auch BGE 122 V 125 E. 5b und 320
E.
1a und b sowie 112 V 356 E. 6).