Decision ID: 27f47356-d2e4-460d-ae34-b1e6e1b8e16d
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1
968
, war
als Geschäftsleiter
der
Y._
bei der
Schweize
rische
n
National-Versicherungs-Gesellschaft
(nachfolgend: Natio
nal)
gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er gemäss der Unfallmeldung
vom
24. Ok
tober 2012
am
8. September 2012 beim
seitlichen Versetzen und An
he
ben
einer Wasch
maschine eine
n plötzlichen
Schmerz
in der rechten Beinseite
ver
spürte
(Urk.
7/UM
)
.
Die Erstbehandlung fand
am 8.
Oktober 2012, bei Dr.
med.
Z._
,
Facharzt für Innere Medizin
,
statt, der die Diagnose einer
Adduk
torenzerrung
rechts
mit leichten
Restbe
schwer
den
stellte (
Bericht vom 19. Dezem
ber 2012,
Urk. 7/M2).
Am 9. Novem
ber 2012 machte der Versicherte ergänzende Angaben zur
Unfall
meldung
(Urk. 7/M1).
1.2.
Mit Schreiben vom
12. Februar 2013
teilte die
National
dem Versicherten mit,
dass sie mangels Unfall
s
und unfallähnlicher
Körpers
chädigung keine Leistun
gen
für den Vorfall vom
8. September 2012
erbringe (Urk. 7/
K2)
.
Der Ver
si
cherte er
klärte sich mit E-Mail vom 11. März 2013 damit nicht einver
standen (Urk. 7/K3).
M
it Verfügung vom
15. März 2013
verneinte die
National
wie ange
kündigt
einen
Leistungsanspruch aufgrund des Ereignisses vom
8. Septem
ber 2012 (Urk. 7/K5
). Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom
11. April 2013 Einsprache (Urk. 7/K6
)
u
nd reichte die Berichte von Dr. med.
A._
,
Fach
arzt für Rheu
ma
tologie und Innere Medizin,
vom 13. Mai 2013
(Urk.
7/M5
)
und
des Instituts für
Radiologie
des
B._
vom
6. Mai 2013 über die Magnetresonanz-(MR-)
Arthro
graphie
(Urk. 7/M4)
zu den Ver
waltungs
akten
(Urk. 7/K9)
.
Die National
wies die Ein
sprache mit
Einsprache
entscheid
vom
7. Juni 2013
ab (Urk. 2).
Auf die Ausführungen der Parteien und die weiteren eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
2.
Dagegen
erhob der Versicherte mit Eingabe vom
5. Juli 2013
Beschwerde und
beantragte
sinngemäss
,
der
Einspracheentsc
heid
vom 7. Juni 2013 sei aufzu
he
ben
und es sei die Leistungspflicht der National aufgrund des
Unfallereig
nisses
vom
8. September 2012
festzustellen (Urk. 1
S. 3
)
. Mit der Beschwerde reichte der Be
schwerdeführer den Bericht des
B._
vom 10. Juni 2013 zu den Akten (Urk. 3/1)
.
Die
Beschwerde
geg
nerin
schloss in der Beschwerde
antwort vom
12. August 2013
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6 S. 2).

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gend
e
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Kör
per,
die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Ge
sundheit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber.
Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Fak
tor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äusse
re Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jewei
ligen Le
bensbereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschli
chen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begrün
den keine Un
gewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen
äusse
ren
Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei
Körper
bewegun
gen
gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der
äusseren
Ein
wirkung le
diglich dann erfüllt ist, wenn ein in der
Aussenwelt
begründeter Um
stand den natür
lichen Ablauf einer Kör
perbewegung gleichsam "programm
widrig" beein
flusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche
äussere
Faktor zu bejahen; denn der
äussere
Faktor - Ver
änderung zwischen Kör
per und
Aussenwelt
- ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein unge
wöhnlicher Faktor (
BGE
130 V
117 E. 2.1,
134 V 72 E. 4.3.2.1
a.E
.,
je mit Hin
weisen
).
1.2
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat
Körper
schädi
gungen
, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbe
ziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 der Ver
ordnung über die Unfall
versicherung (UVV) Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, so
fern
sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurück
zu
führen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Ein
wirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
zerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zu
sammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausal
zu
sam
menhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vor
han
densein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der glei
chen Weise be
zie
hungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türli
chen Kau
salzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
lei
nige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
di
gende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geis
tige
Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit an
dern
Wor
ten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.4
Ausser dem natürlichen setzt die Leistungspflicht des Unfallversicherers auch den
adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem ein
ge
tretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) voraus (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.2).
Bei somatischen Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Ein
grenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haf
tung des Unfallversicherers jedoch praktisch keine Rolle, weil dieser auch für seltenste, schwerwiegendste Komplikationen haftet, welche nach der
unfall
me
dizi
nischen
Erfahrung im Allgemeinen gerade nicht einzutreten pflegen (BGE 118 V 286 E. 3a,
117 V 359 E. 5d/
bb
mit Hinweisen).
1.5
Nach der allgemeinen Beweislastregel sind die Fo
lgen einer allfälligen
Beweislo
sigkeit
in Bezug auf das Unfallereignis als solchem
(RKUV 2002 Nr. U 469 E.
3a
S. 528, 1996 Nr. U 247 S. 171 E. 2a und 1988 Nr. U 55 S. 362 E. 1b)
wie auch
hin
sichtlich der Unfallkausalität des Gesundheitsschadens
(RKUV 1994 Nr. U 206
S. 328 E. 3b) in dem Sinne vom Leistungsansprecher zu tragen, als der Ent
scheid
diesfalls
zu seinen Ungunsten auszufallen hat.
Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht
dürfen
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Be
stehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht gilt, soweit das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, der Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit (
BGE 126 V 353
E. 5b). Bei sich widersprechenden Angaben der versi
cherten Person über den Unfallhergang ist auf die Beweismaxime hin
zuweisen, wonach die sogenannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen
versicherungsrecht
licher
oder an
derer Art beeinflusst sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstel
lung im Laufe der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, meistens
grösseres
Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer
Ab
lehnungsverfügung
des Versicherers (
BGE 121 V 45
E.
2a
mit Hinwei
sen). Der
Grundsatz, wonach die ersten Aussagen nach einem schädi
genden Er
eignis in der
Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellun
gen, stellt eine
im Rahmen der freien Beweiswürdigung zu berück
sichtigende
Entschei
dungs
hilfe
dar. Sie kann nur zur Anwendung gelangen, wenn von zusätzlichen Abklä
rungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil
des Bundesge
richt
8C_696/2013 vom 1
4.
November 2013
E. 2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf den Stand
punkt,
es sei gestützt auf die Beweismaxime der Aus
sage der ersten
Stunde davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer entsprechend der
ereig
nis
nahen
übereinstimmenden Schilderungen
am 8.
September 2012 beim An
he
ben
und seitlichen Verschieben einer Waschmaschine einen plötzlich ein
schies
sen
den
Schmerz in das rechte Bein erlitten habe.
Damit sei der natürliche Be
we
gungs
ablauf durch nichts Programmwidriges wie Ausrutschen, Stolpern oder ein
en
Sturz beeinflusst worden,
wobei auch eine Drehbewegung nach rechts kein un
gewöhnliches Geschehen darstelle,
weshalb
mangels eines ungewöhn
lichen äus
se
ren Faktors der Unfallcharakter des Ereignisses vom
8. Septem
ber 2012
zu ver
neinen
sei
. Auch
liege keine Listenverletzung gemä
ss Art.
9 Abs. 2 UVV vor, weshalb keine Leistungspflicht bestehe
(Urk. 2 S.
7
ff.).
2.2
Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor
,
es sei von der Beschwerdegegnerin nie eine detaillierte Beschreibung des Unfallherganges verlangt oder nach
träg
lich eingefordert worden. Das zur Verfügung gestellte Formular lasse auch keine
exakte Detaillierung zu. Es könne dort nur der Ort, die Zeit und kurz die Ursa
che
beschrieben werden. Zudem sei von der Beschwerde
gegn
erin bereits per 25. Okto
ber 2012
mit der Ausstellung eines Apothekerscheins
eine
Unfallnum
mer
er
öff
net worden.
Erst im Februar 2013 sei nach zwei Arztberichten von Dr.
Z._
, der aufgrund seiner allgemein praktizierenden Möglichkeiten irr
tüm
liche Diag
nosen gestellt habe und ihn an einen Spezialisten überwiesen habe, eine form
l
ose Ablehnung erfolgt. Wenn im
Einspracheentscheid
fest
ge
halten wer
de, dass der Vertrauensarzt Dr.
C._
den Fall nicht beurteilen könne und dass keine weiteren Abklärungen bestünden, bedeute dies, dass die Beschwerdegegnerin
den Anspruch ohne Begründung gestützt auf Unkenntnis ablehne. Die
Beschwe
r
de
gegnerin
habe von ihm nie aktiv Dokumente, etwa
Arzt
berichte
eingefordert. Stets sei er es gewesen, der sämtliche Dokumente zur Einsicht und Beurteilung der Bes
chwerdegegnerin vorgelegt und so jederzeit die Situation transparent aufge
zeigt habe. Die Argumente der Beschwerdegegnerin würden sich auf einen Allgemeinpraktiker und nicht auf die Beurteilung von Fachärzte
n
abstützen
. Alle von den ausgewiesenen Fachärzten des
B._
u
nd Dr.
A._
würden ein
deu
tig auf einen traumatischen Vorfall der Verletzung ent
sprechend dem be
schrie
be
nen Unfall hinweisen
(Urk.
1 S.
3).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer nach den Umständen des Ge
sche
hens
vom 8. September 2012
einen leistungsbegründenden Unfall im Sinne
von Art. 4 ATSG oder eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 6
Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV erlitten hat.
2.4
Ob der Unfallbegriff erfüllt ist, ist eine Rechtsfrage
.
Entscheidwesentlich
ist
da
her nur die Beurteilung, ob das betreffende Ereignis als Unfall zu quali
fizie
ren ist.
Diese Frage
ist
insbesondere nicht
durch die ärztlichen Stel
lung
nah
men zu be
ant
worten (Urteil des Bundesgerichts 8C_246/2011 vom 25. Au
gust 2011 E. 4.5).
Es ist diesbezüglich somit unerheb
lich, ob die Fachärzte des
B._
und Dr.
A._
einen Zusam
menhang zwischen den von ihnen ge
stellten Diagnosen (Läsion des Labrum
acetabulare
bei
Femurkopfdysplasie
[
Taillierungs
störung
] mit
myofasci
a
lem
Schmerz
syndrom
aus
gehend von der
Adduktoren
muskulatur
rechts, Be
richt
von Dr.
A._
vom 13. Mai
2013 Urk. 7/M5 S. 1; Status nach trau
matischer
Hüft
dis
torsion
rechts bei morpho
logisch
femoroacetabulärem
Im
pin
gement
, Bericht
des
B._
vom 10. Juni 2013, Urk. 3/1) und dem Ereignis vom 8. September 2012
be
stätigten. Diese Frage betrifft den natür
lichen Kausal
zu
sam
men
hang zwischen dem Vorfall und der gesund
heitlichen Beein
träch
ti
gung (vgl. E. 1.3 hiervor) und ist überhaupt erst von Bedeutung und zu prüfen, wenn ein Unfallereignis oder eine unfallähnliche Körperschädigung im
Rechts
sinne
vorliegt.
3.
3.1
3.1.1
Das Ereignis vom 8. September 2012 wurde in der Unfallmeldung wie folgt be
schrieben: „Seitliches
V
ersetzen und
A
nheben der Waschmaschine auf die da
runter befindliche Schalldämmplatte. Plötzlicher Schmerz in der rechten
Bein
seite
.“ (Urk. 7/UM).
Im Fragebogen der Beschwerdegegnerin
(Urk. 7/M1)
schrieb der Be
schwerde
führer am 9. November 2012
auf die Frage, „Wo, wann und wie hat sich der
Unfall zugetragen? Genaue Schilderung mit Angabe über Unfallort, Zeit Ur
sa
che
und Unfallhergang.“ das Folgende: „Beim Versetzen der Wasch
maschine an der
Hardgutstr
. 50a, 8408 Winterthur im UG im Waschraum, am 08.09.12 um 14
15
Uhr. Zerrung an Bein und Oberschenkel rechts durch seitliche Drehbe
we
gung“. Die Fragen, ob es sich um eine gewohnte Tätigkeit handelte und ob sich etwas
Besonderes wie Sturz, Ausrutscher etc. ereignet habe, beant
wortete der Be
schwer
deführer je mit „Nein“.
Zur Frage, wann sich die B
eschwerde
n
erst
mals bemerk
bar gemacht hätten, schrieb er „Plötzliches Stechen im Ober
schen
kel wie ein Messerstich“
(Urk. 7/M1 S. 1)
.
Dr.
Z._
hielt im Bericht vom 19. Dezember 2012 Folgendes fest: „
Am 8.
Septem
ber Waschmaschine
verschoben -> plötzliche hefige Leistenschmerzen
re
“
(Urk. 7/M2).
3.1.2
Wie die Beschwerdegegnerin richtig feststellte (Urk. 2 S.
8
f., Urk. 6 S. 3), fehlt es bei
diesen anfänglichen
Darstellungen an einem sinnfälligen Ereignis wie ei
nem Stolpern, Ausgleiten, Hängenbleiben oder einem Sturz, das sich als unge
wöhnlichen äusseren Faktor im Sinne des Unfallbegriffs von
Art.
4 ATSG aus
machen liesse. Insbesondere bietet der geschilderte Geschehensablauf
mit seit
li
chem Versetzen und Anheben der Waschmaschine selbst mit
einer
seitliche
n
Drehbe
wegung
kei
nen Anhalts
punkt für die Annahme einer unkoordinierten
Be
wegung, die als unge
wöhn
licher äusserer Faktor in Frage käme, indem sie den
natürlichen Ab
lauf einer Körperbewegung durch einen in der Aussenwelt be
grün
deten Um
stand gleich
sam "programmwidrig" beeinflusst hätte (vgl. BGE
130 V 117 E. 2.1; RKUV 2000 Nr. U 368 S. 100 E. 2d mit Hinweisen, RKUV
2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.1, Nr. U 510 S. 275, Nr. U 523 S. 541 E. 3.1).
Auch die in der Unfallmeldung auf
geführten Worte „plötzlicher Schmerz“ (Urk. 7/UM) und „Zerrung an Bein und Oberschenkel rechts durch seitliche Dreh
bewegung“ im Fragebogen (Urk. 7/M1 S. 1) lassen für sich allein nicht auf eine den
normalen
Be
wegungsablauf störende Programmwidrigkeit
schlies
sen.
Zwar
erfolgte
die seit
liche Drehbewegung
unter der Last des Ge
wichts einer
un
handlichen
Wasch
ma
schine. Jedoch
ist davon auszugehen, dass die seitliche Drehbewegung im Rahmen des ordentlichen körperlichen
Koordi
nationsablaufes
beim Anheben und
Verschieben
der Waschmaschine
erfolgte, zu
mal der Be
schwerdeführer die Frage,
ob sich etwas Besonderes wie Sturz, Aus
rutscher etc. ereignet habe, mit „Nein“ beantwortete (Urk. 7/M1 S. 1).
Zudem ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts das Heben oder Ver
schieben einer Last nur dann als ungewöhnlichen äusseren Faktor im Sinne des Unfallbegriffes anzunehmen, wenn
ein ganz
ausserordentlicher
Kraftaufwand erfolgt war
und dieser zu einer Schädigung geführt hat (BGE 116 V 136 E.
3b)
.
So waren die ent
sprechenden Voraussetzungen nach der Rechtsprechung etwa beim Heben einer Lautsprecherbox (30
kg), einer 85
kg schweren
Steinplatte
,
eines Radiators (100
kg) oder einer 200
kg schweren Glasscheibe (
Urteil des Bun
desgerichts 8C_246/2011 vom 2
5.
August 2011 E. 4.4 mit Hinweisen
) nicht er
füllt
.
Hier ist ein solcher ganz
ausserordentlicher
Kraftaufwand daher zu ver
nei
nen, denn eine Waschmaschine in einem Wohnhaus wiegt selbst in einer
grösseren
Version jedenfalls nicht über 200 Kilogramm.
Der Unfallbegriff ist bei den bis Mitte Dezember 2012 aktenkundigen Dar
stellungen des Ereignisses vom 8. September 2012 somit nicht erfüllt.
3.2
3.2.1
Nachdem die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 12. Februar 2013 die fehlenden Voraussetzungen u
nd die Verneinung des
Leis
tungs
anspruchs
mitgeteilt hatte (Urk. 7/K2), schilderte dieser den Unfall
her
gang vom 8. September 2012 in
seiner E-Mail vom 11. März 2013 folgen
der
massen: „Durch das Anheben beim Verschieben der Waschmaschine ist eine plötzliche, nicht beabsichtigte und unerwartete Gewichtsverlagerung erfolgt die eine seitli
che Drehbewegung auslöste um grössere Körpereinwirkung zu verhin
dern, dabei wurden meine Adduktoren rechts beschädigt an denen ich heute noch Schmer
zen verspüre. Mit der Gewichtsverlagerung der Waschmaschine, ist der unge
wöhnliche äussere Faktor gegeben weshalb meine Fall im Sinne des Ge
setzes auch ein Unfall darstellt.“ (Urk. 7/K3).
In der Einsprache vom 11. April 2013 hielt der Beschwerdeführer zum Unfall
her
gang schliesslich fest: „Der Unfallablauf war so, dass aufgrund der aus den Hän
den gleitender Waschmaschine ich genötigt war eine Fluchtbewegung zu
machen, um einen schwerwiegenderen Schaden der Füsse durch Brüche und/
oder Quetschungen vermeiden konnte. Die folgende Bewegung hat jedoch die bis heute andauernden schmerzhafte Verletzung zur Folge.“ (Urk. 7/K6).
In der Beschwerdeschrift beschrieb der Beschwerdeführer den Unfall
hergang fol
gen
dermassen: Am 8. September 2012 habe sich durch plötzliches Ausgleiten
der getragenen Maschine aus den Händen ein Un
fall ereignet. Das Ausgleiten mit
Fallenlassen der Maschine habe eine seitliche Rückzugsbewegung verur
sacht, um eine Verletzung der Beine und Füsse zu ver
hindern. Das unerwartete Ab
rutschen der Maschine mit der unerwarteten und abrupten
Rettungs
bewe
gung
habe einen plötzlichen Schmerz, wie einen Messer
stich, in der rechten Hüfte aus
gelöst (Urk. 1 S. 3).
3.2.2
Die vom Beschwerdeführer in der
Einsprache
erstmals vorgebrachte Be
haup
tung,
die Waschmaschine sei aus den Händen geglitten (respektive - gemäss der Beschwerde - fallengelassen worden), so dass es zu einer Fluchtbewegung res
pek
tive - gemäss der Darstellung in der Beschwerdeschrift - zu einer seit
lichen
Rück
zugsbewegung
gekommen sei,
stellt
k
eine Präzisierung des akten
mässigen Sach
verhalts dar, wel
che das Abstellen auf die „Aussagen der ersten Stunde“
(vgl. dazu Erwägung 1.5 hiervor) ausschliessen würde. Es handelt sich hierbei viel
mehr um eine neue, ab
weichende Tatsachenbehauptung
,
welche
zu einem
Zeit
punkt erfolgte, als der Beschwerdeführer bereits von der ablehnenden Hal
tung
der Beschwerdegegnerin und deren Begründung Kenntnis hatte.
Da weder nach der Darstellung
in der Unfallmeldung
(Urk. 7/
UM
) noch nach jener im
Fragebogen vom
9.
November 201
2 (Urk. 7/M1
)
oder im Bericht von
Dr.
Z._
vom 1
9.
Dezember 2012
(Urk. 7/M2)
ein unge
wöhnlicher äusserer Faktor aus
zumachen war, ist nicht zu beanstanden, dass die
Be
schwerde
gegne
rin
dieses Merkmal ohne wei
ter
füh
rende
Sachverhalts
abklärun
gen
zum Ereignis vom 28. Oktober 2011 ver
neinte.
3.2.3
Was in der Beschwerde vorgebracht wird, führt zu keiner anderen Be
trach
tungs
weise.
Namentlich ist es unzutreffend, dass die Beschwerdegegnerin nie vom Beschwerdeführer verlangt habe, dass
er den
Unfallhergang genau schildere. Denn im von ihm
ausgefüllten
Formular wurde
um
eine genaue Schil
de
rung des Unfallereignisses mit Angabe
nicht nur des
Unfallort
es
,
der Zeit und
der
Ursache
,
sondern auch des
Unfallhergang
s gebeten sowie zusätzlich nach
besonderen Vorkommnissen gefragt (Urk. 7/M1).
Auch wurde
der
Detail
lie
rungs
grad
der Schilderung nicht durch das Formular be
grenzt. Es ist
einem Ver
si
cherten zumutbar
, ein Beiblatt
zu verwenden
oder die Antwort auf der Rück
seite auszuführen, wenn der Platz auf dem Formular für die Schilderung nicht
ausreicht.
Auch aus dem Umstand, dass die Beschwerdegegnerin dem ge
melde
ten
Ereignis vom 8.
September 2012 eine Fallnummer zuordnete, kann der Be
schwer
deführer nichts zu seinen Gunsten und insbe
sondere keinen Anspruch ableiten.
3.
3
Mit
der Beschwerdegegnerin
ist nach dem Gesagten
rechtsprechungs
gemäss
auf die ereignisnahen Schilderungen
gemäss
Erwägung
3.1.1 hiervor abzustellen.
Man
gels ungewöhnlicher äusserer Einwirkung ist der Vorfall vom
8. September 2012
somit nicht als Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zu qualifizieren.
Von zu
sätzlichen Abklärungen sind keine neuen Ergeb
nisse zu erwarten, weshalb da
vo
n abzusehen ist.
4.
4.1
Damit bleibt zu prüfen
, ob eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV vorliegt
(vgl. Erw
ägung
1.2
hiervor)
. Z
ur Begründung der Leistungspflicht des
Unfall
ver
sicherers
müssen
mit Ausnahme der Ungewöhn
lichkeit die übrigen Tatbestandsmerkmale des Unfalls erfüllt sein. Be
sondere Be
deutung kommt hierbei der Voraussetzung des
äusseren
Ereignisses zu, das
heisst
eines
ausserhalb
des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinn-fäl
li
gen, eben
unfallähnlichen Vorfalles (BGE 129 V 466
E. 2.2
).
4.2
Von den in Art. 9 Abs. 2 UVV
abschliessend
(
BGE 116 V 136
E. 4a, 145 E.
2b)
aufgeführten Schädigungen
fallen
hier
lit
. b, Verrenkungen von Ge
lenken, und
lit
.
e, Muskel
zerrungen in Betracht.
Eine
unfallbedingte Muskelzerrung im Sinne von
lit
. e von
Art.
9
Abs.
2 UVV ist
ange
sichts der vorliegenden Aktenlage zu verneinen.
Zwar hatte der
erst
be
han
delnde
Arzt Dr.
Z._
anlässlich der Behandlung vom 8. Oktober 2012
aufgrund
der allein klinischen Untersuchung
die Diagnose einer
Adduk
toren
zerrung
rechts
mit leichten Restbeschwerden gestellt (Urk. 7/M2).
Jedoch
stellte sich bei der bildgebenden Abklärung am
B._
im Mai 2013
heraus, dass die an
haltenden
belastungsabhängigen
Leisten
schmerzen
rechts
auf eine
Lab
rum
lä
sion
bei morphologisch
femoro-aceta
bulärem
Impingement
zurück
zu
führen waren (Urk. 7/M4-M5, Urk. 3/1).
Der
Beschwerdeführer
selbst
bezeich
net die Di
agnose einer Adduktorenzerrung als irrtümliche Diagnose (Urk. 1 S. 2).
Die Ärzte des
B._
stellten mehr als ein halbes Jahr nach dem Ereignis vom
8. September 2012
sodann
die Diagnose einer trau
matischen Hüftdistorsion rechts
bei morphologisch
femoroacetabulärem
Impingement
(Bericht des
B._
vom 10. Juni 2013, Urk. 3/1).
Jedoch werden nach der Rechtsprechung zu
lit
. b hiervon
nur eigentliche Gelenksverrenkungen (Luxationen) erfasst, nicht aber un
vollständige Verrenkungen (Subluxationen) oder Torsionen (Ver
drehun
gen) und Distorsionen (Verstauchungen
; SVR 2009 UV Nr. 34 S.
118,
Urteil
e des Bundesgerichts
8C_186/2011 vom 2
6.
Juli 2011
E. 8.1 und
8C_1000/2008
vom 2
7.
Februar 2009
E. 2.3)
. Eine eigentliche Luxation des Hüftgelenkes ist beim
Be
schwerdeführer nicht ausgewiesen und wird von ihm denn auch nicht be
hauptet.
4.3
Aus
den ärztlichen Unterlagen
ergeben sich
keine Anhaltspunkte für das Vor
liegen einer anderen der in
Art. 9 Abs.
2
UVV
aufgezählten unfallähnlichen Körperschädigungen.
Die Beschwerdegegnerin ging daher zu Recht
davon aus, dass
keine solche Schädigung
vorliegt.
Damit entfällt eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin aufgrund dieser Be
stimmung.
5.
Da das
E
reignis vom
8.
September 2012 weder ein
en
Unfall im Rechtssinne
gemäss
Art.
4
ATSG darstellt, noch eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVV zur Folge hatte, ist der leistungsab
weisende
Ein
spracheentscheid
vom 7. Juni 2013 zu Recht erfolgt. Die Be
schwerde ist folglich abzuweisen.