Decision ID: b9564323-c495-4c72-839b-10e943fce061
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Lehrling zum Konfektionsschneider bei
der B._ AG tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherung (Suva)
gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 29. Januar 1980 erlitt er einen
Verkehrsunfall, als er als nicht angegurteter Beifahrer eines Personenwagens mit einem
korrekt entgegenkommenden VW-Bus kollidierte. Dabei erlitt er ein Schädelhirntrauma
mit Contusio cerebri, eine doppelseitige Unterkieferfraktur, eine Taubheit links und eine
Commotio labyrinthi links. Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und sprach dem
Versicherten aufgrund der verbliebenen Beeinträchtigungen (Taubheit links, weitere von
Zeit zu Zeit auftretende Beschwerden) mit Verfügung vom 26. Mai 1982 rückwirkend ab
1. März 1981 eine Invalidenrente von (pauschal) 10 % bei einem versicherten
Jahresverdienst von Fr. 18'929.-- zu. Mit Entscheid vom 7. Dezember 1989 beliess die
Suva die Invalidenrente unverändert bei 10 % (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 19.
Mai 2020, 8C_42/2020, lit. A.a [Suva-act. 86]; vgl. ferner die Ausführungen in lit. A im
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. Dezember 2019,
UV 2017/84 [Suva-act. 75]).
A.a.
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Im August 2005 meldete sich der Versicherte wegen einer seit ca. zehn Jahren
bestehenden Wirbelsäulenproblematik zum Bezug von Leistungen bei der
Invalidenversicherung an. Nach beruflichen und medizinischen Abklärungen,
namentlich der Einholung eines polydisziplinären Gutachtens der Medizinischen
Abklärungsstelle (MEDAS) Zentralschweiz, Luzern, vom 28. Januar 2011, verneinte die
IV-Stelle des Kantons St. Gallen mit Verfügung vom 7. Dezember 2012 einen
Rentenanspruch infolge eines Invaliditätsgrades von unter 40 %. Mit Urteil vom 22.
September 2015 schützte das Bundesgericht (9C_366/2015) diese Verfügung,
nachdem das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 21. April
2015 (IV 2013/16) von einem rentenbegründenden Invaliditätsgrad ausgegangen war
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 19. Mai 2020, 8C_42/2020, lit. A.b [Suva-act. 86];
vgl. ergänzend in lit. B die Ausführungen im Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 2. Dezember 2019, UV 2017/84 [Suva-act. 75]).
A.b.
Mit Schreiben vom 17. November 2015 reichte der Rechtsvertreter des
Versicherten, Rechtsanwalt Dr. iur. R. Pedergnana, St. Gallen, bei der Suva ein
Revisionsgesuch ein. Nach Einholung eines Berichts des Dr. med. C._, Facharzt für
Neurologie, vom Kompetenzzentrum Versicherungsmedizin der Suva, vom 9. Mai 2016
lehnte die Suva eine Rentenrevision mit Verfügung vom 19. Mai 2016 ab. Daran hielt sie
mit Einspracheentscheid vom 12. September 2017 fest (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 19. Mai 2020, 8C_42/2020, lit. A.c [Suva-act. 86]; vgl. ergänzend in lit. C die
Ausführungen im Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2.
Dezember 2019, UV 2017/84 [Suva-act. 75]).
A.c.
Mit Beschwerde ans Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen liess der
Versicherte beantragen, in Aufhebung des Einspracheentscheids sei die Invalidenrente
aufgrund neurologischer unfallbedingter Probleme auf 30 % zu erhöhen, eventualiter
sei eine Invalidenrente von 50 % auszurichten, subeventualiter sei ein neurologisches
und neuropsychologisches Gutachten in Auftrag zu geben. Mit Entscheid vom 2.
Dezember 2019 hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die
Beschwerde dahingehend gut, als es die Sache in Aufhebung des
Einspracheentscheids zu ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu
neuer Verfügung an die Suva zurückwies (UV 2017/84; Suva-act. 75). Das gegen
diesen Entscheid von der Suva ergriffene Rechtsmittel der Beschwerde in öffentlich-
A.d.
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rechtlichen Angelegenheiten beurteilte das Bundesgericht mit Urteil vom 19. Mai 2020
(8C_42/2020; Suva-act. 86). Dieses wies die Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat.
Zusammengefasst kam es zum Schluss, dass die Vorinstanz kein Bundesrecht verletzt
habe, indem sie von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgegangen
sei und die Sache zu weiteren medizinischen Abklärungen bezüglich Unfallkausalität
der Verschlimmerung der Beschwerden sowie anschliessender Neuverfügung an die
Suva zurückgewiesen habe.
Am 24. August 2020 veranlasste die Suva in Absprache mit dem Rechtsvertreter
des Versicherten (vgl. zum Schriftenwechsel Suva-act. 90 ff.) bei der asim
Begutachtung (nachfolgend: asim), Universität Basel, ein Gutachten in den Disziplinen
Innere Medizin, Neurologie, Neuropsychologie und Psychiatrie (Suva-act. 100). Der
Versicherte wurde im Oktober und November 2020 an zwei Tagen untersucht; die
Expertise selbst datiert vom 29. Januar 2021 (Suva-act. 109). Im Konsens kamen die
Gutachter und die Gutachterinnen zum Schluss, dass von der insgesamt 50%-igen
Einschränkung gemäss neuropsychologischer Testung 20 % unfallkausal (strukturelle
Schädigung des Gehirns mit hirnorganischem Psychosyndrom in Kombination mit der
[teilkausal dem Unfall zuzurechnenden] depressiven Komponente), die restlichen 30 %
den unfallfremden Aspekten (aktuell insbesondere den Schmerzen des
Bewegungsapparates und dem schweren obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom [OSAS])
anzurechnen seien. Es sei davon auszugehen, dass die depressiven Aspekte initial
primär im Rahmen der Diagnose ICD-10: F07.2 subsummiert und über Jahre auch gut
hätten kompensiert werden können, im Rahmen der Dekompensation nach
Stellenverlust aber eine eigenständige (reaktive) zusätzliche Komponente
hinzugekommen sei, welche die hirnorganisch beeinträchtigte Flexibilität in der
Interaktion der Störungsbilder weiter verschlimmert habe. Bei klar gegebenen
zusätzlichen unfallfremden Faktoren seien die darüberhinausgehenden Schwankungen
der Depression jedoch nicht mehr überwiegend wahrscheinlich dem Unfall
anzurechnen (Suva-act. 109-18).
A.e.
Mit Beurteilung vom 25. Februar 2021 führte Dr. med. D._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, Kreisarzt, aus, dass sich zwischen der Einschätzung
des Integritätsschadens, wie sie seines Erachtens Mitte der 1980er-Jahre nach
heutigen Kriterien vorzunehmen gewesen wäre, und der aktuellen unter
A.f.
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B.
Berücksichtigung der natürlichen Kausalität zum Unfallereignis eine Differenz von 10 %
ergebe (Suva-act. 117).
Mit Verfügung vom 18. März 2021 erhöhte die Suva die Invalidenrente von 10 %
auf 35 % resp. sprach dem Versicherten bei einem versicherten Verdienst von Fr.
18'929.-- ab 1. November 2015 eine Invalidenrente von monatlich Fr. 575.25 auf der
Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 35 % zu. Im Weiteren verfügte sie eine
Integritätsentschädigung von Fr. 6'960.-- bei einer Integritätseinbusse von 10 % (Suva-
act. 122). Gegen diese Verfügung liess der Versicherte am 25. März 2021 Einsprache
erheben. Die Integritätsentschädigung sei auf 35 % zu erhöhen und die Rente sei mit
einem Jahresverdienst von Fr. 73'428.-- zu berechnen und entsprechend zu erhöhen.
Im Weiteren sei die Rente ab 1. Juni 2010 auszurichten (Suva-act. 123). Mit Entscheid
vom 7. Juni 2021 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. 127).
A.g.
Gegen den Einspracheentscheid vom 7. Juni 2021 liess der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer), weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Pedergnana,
am 9. Juli 2021 Beschwerde erheben und beantragen, dass der Einspracheentscheid
aufzuheben und die Integritätsentschädigung auf 35 % zu erhöhen sei. Es sei ihm
weiter eine Rente von 50 % ab 1. Oktober 2006 bei einem versicherten Verdienst von
Fr. 73'428.-- auszurichten. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Suva
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin). Ferner beantragte er die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung (act. G 1).
B.a.
In der Beschwerdeantwort vom 20. August 2021 beantragte die
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. B. Frischkopf, Sursee, die
vollumfänglich Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (act. G 5).
B.b.
Mit Schreiben vom 20. September 2021 verneinte das Versicherungsgericht
mangels Bedürftigkeit einen Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung (act. G
6).
B.c.
Mit Replik vom 15. Dezember 2021 hielt der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen und Begründungen fest (act. G 14). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf
eine einlässliche Duplik (act. G 16).
B.d.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Zur Beurteilung steht die Höhe der (revidierten) Rente. Dies beinhaltet die Prüfung der
Höhe der Erwerbseinbusse resp. des Invaliditätsgrades, die Höhe des versicherten
Verdienstes als auch den Rentenbeginn. Entsprechend ist dem Nichteintretensantrag
der Beschwerdegegnerin bezüglich Höhe des verfügten Invaliditätsgrades von 35 %
(act. G 5 S. 3) nicht stattzugeben, auch wenn der Beschwerdeführer in der Einsprache
diesen nicht explizit angefochten hat (Suva-act. 123). Schliesslich liegt auch die Höhe
der Integritätsentschädigung im Streit. Bezüglich der grundsätzlichen Revidierbarkeit
der altrechtlichen Rente wird auf den Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 2. Dezember 2019, UV 2017/84, E. 2 (Suva-act. 75), verwiesen.
2.
Zu Recht nicht substantiiert bestritten wird der Beweiswert des asim-Gutachtens. Die
Expertise in der Gesamtbeurteilung inkl. Allgemeine Innere Medizin (Suva-act. 109-1 ff.)
und ihre Teilgutachten (Psychiatrie [Suva-act. 109-49 ff.], Neurologie [Suva-act. 109-65
ff.] und Neuropsychologie [Suva-act. 109-83 ff.]) beruhen auf einem umfassenden
Aktenstudium, setzen sich eingehend mit den bisherigen fachärztlichen Berichten
(Suva-act. 109-26 ff.) auseinander und berücksichtigen alle vom Beschwerdeführer
geklagten Beschwerden. Der Beschwerdeführer wurde umfangreich klinisch
untersucht, wobei lege artis Zusatzuntersuchungen (Blutbild, MRI Neurocranium,
schlafmedizinische Abklärungen) veranlasst wurden (Suva-act. 109-10, 26). Das asim-
Gutachten ist in seinen Schlussfolgerungen uneingeschränkt nachvollziehbar und
überzeugend. Widersprüchlichkeiten oder Unklarheiten sind keine auszumachen. Die
Beurteilungen im Konsens und in den Teilgutachten erfüllen vollends die
praxisgemässen Voraussetzungen und bilden eine beweistaugliche Grundlage für die
medizinische Beurteilung der vorliegend relevanten Aspekte. Gestützt auf das asim-
Gutachten ist demnach seit Januar 2011 (Suva-act. 109-19 f.) von einer
rentenrelevanten Verschlechterung des unfallkausalen Gesundheitszustands
auszugehen, wobei die unfallkausale Einschränkung der Leistungsfähigkeit auf 20 % zu
veranschlagen ist (Suva-act. 109-18 ff.). Davon ist nachfolgend auszugehen.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
B.e.
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3.
Die Beschwerdegegnerin erhöhte infolge der unfallkausalen Verschlechterung des
Gesundheitszustands die Invalidenrente von 10 % auf 35 % resp. sprach dem
Versicherten bei einem versicherten Verdienst von Fr. 18'929.-- ab 1. November 2015
eine Invalidenrente von monatlich Fr. 575.25 auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit
von 35 % zu. Ferner wurde dem Beschwerdeführer gestützt auf die Beurteilung von Dr.
D._ eine Integritätsentschädigung von Fr. 6'960.-- zugesprochen. Der
Beschwerdeführer beantragt, es sei ihm eine Rente von 50 % ab 1. Oktober 2006 bei
einem versicherten Verdienst von Fr. 73'428.-- auszurichten. Die
Integritätsentschädigung sei auf 35 % zu erhöhen.
Dem Beschwerdeführer wurde gestützt auf das bis 31. Dezember 1983 geltende
Bundesgesetz über die Kranken- und Unfallversicherung (KUVG) mit Verfügung vom
26. Mai 1982 rückwirkend ab 1. März 1981 eine Invalidenrente von (pauschal) 10 % bei
einem versicherten Jahresverdienst von Fr. 18'929.-- zugesprochen. Das bis 31.
Dezember 1983 geltende KUVG sah keine Zweiteilung mit kumulativem Anspruch auf
eine Invalidenrente und Integritätsentschädigung, wie es das Bundesgesetz über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) seit dem 1. Januar 1984 bestimmt, vor, sondern
es wurde, wie auch im vorliegenden Fall, insgesamt eine Invalidenrente gesprochen,
welche einer Erwerbsunfähigkeit/Erwerbseinbusse und/oder Beeinträchtigungen der
körperlichen oder psychischen Integrität Rechnung zu tragen hatte (vgl. dazu das Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 23. November 2006, U 123/06,
E. 3 f.). Der Anspruch auf die Versicherungsleistung Invalidenrente nach Art. 72 KUVG
ist somit, unabhängig davon, ob damit nach heutigem Verständnis nur ein
Integritätsschaden (Taubheit links, weitere von Zeit zu Zeit auftretende Beschwerden)
und keine Erwerbsunfähigkeit abgegolten wurde, während der Anwendbarkeit des
KUVG entstanden, weshalb auch die Revision der Rente weiterhin in Anwendung des
KUVG zu erfolgen hat (vgl. Art. 118 Abs. 1 UVG, wonach Versicherungsleistungen für
Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes ereignet haben,..., nach
bisherigem Recht gewährt werden). Art. 118 Abs. 2 lit. c UVG, wonach sich die
Invalidenrenten, ..., sofern der Anspruch erst nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes
(am 1. Januar 1984) entsteht, nach den Bestimmungen des UVG richten, kommt damit
nicht zum Tragen (vgl. Urteil des EVG vom 23. November 2006, U 123/06, E. 4).
3.1.
Das KUVG umschrieb im Gegensatz zum geltenden Recht (Art. 1 UVG in
Verbindung mit Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) nicht, wie der für die Festsetzung des
3.2.
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Umfangs des Rentenanspruchs massgebende Invaliditätsgrad zu ermitteln ist (vgl.
dazu wiederum das Urteil des EVG vom 23. November 2006, U 123/06, E. 3). Die
Beschwerdegegnerin stützte sich bezüglich Erwerbsunfähigkeit auf das geltende
Recht, ermittelte den Invaliditätsgrad anhand des in Art. 16 ATSG festgelegten
Einkommensvergleichs und errechnete bei einem Valideneinkommen von Fr. 73'428.--
und einem Invalideneinkommen von Fr. 48'038.-- einen Invaliditätsgrad von 35 %
(Suva-act. 122-1 ff.). Diese Berechnung zur Bestimmung der Erwerbseinbusse/
Erwerbsunfähigkeit auch nach altem Recht erscheint sachgerecht und wird vom
Beschwerdeführer im Grundsatz auch nicht in Frage gestellt. Zwar erachtet er das
Invalideneinkommen als zu hoch und verweist auf eine "Tabelle light" mit tieferen
statistischen Einkommen. Eine diesbezügliche Korrektur des Invalideneinkommens
nach unten wurde indes mit BGE 148 V 174 (noch) abgelehnt. Entsprechend ist,
nachdem der ursprünglichen Rente von 10 % keine Erwerbseinbusse zugrunde lag
(vgl. vorstehende E. 3.1), die Rente um 35 % auf 45 % zu erhöhen und nicht, wie es die
Beschwerdegegnerin verfügte, auf insgesamt 35 % festzulegen. Die
Beschwerdegegnerin übersieht, dass in Bezug auf die Erwerbseinbusse die gesamte
Verschlimmerung des Gesundheitszustands aufzuaddieren ist. In diesem Umfang ist
die Beschwerde gutzuheissen. Bei Anwendung des KUVG bemisst sich die (revidierte)
Invalidenrente allerdings, entgegen dem Antrag des Beschwerdeführers und bei Fehlen
einer entsprechenden Regelung im Sinne von Art. 24 Abs. 2 der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202), nach demselben versicherten Jahresverdienst
(Fr. 18'929.--) wie die ab 1. März 1981 ausgerichtete Rente (vgl. zum Ganzen das Urteil
des EVG vom 23. November 2006, U 123/06, E. 4; vgl. ferner BGE 118 V 293). Die
Beschwerde ist in diesem Punkt (Höhe des versicherten Verdienstes) demnach
abzuweisen.
Im Weiteren beantragt der Beschwerdeführer, dass die revidierte Rente bereits ab
dem 1. Oktober 2006 auszurichten sei. Gemäss dem beweiswerten asim-Gutachten
(vgl. vorstehende E. 2) ist seit Januar 2011 von einer rentenrelevanten
Verschlechterung des unfallkausalen Gesundheitszustands auszugehen (Suva-act.
109-19). Der Beschwerdeführer datiert die Verschlechterung auf einen noch weiter
zurückliegenden Zeitpunkt. In Beachtung der höchstrichterlichen Rechtsprechung
(BGE 144 V 255 E. 6.4; bestätigt mit Urteil vom 21. August 2019, 8C_878/2018, E.
4.5.3) ist der Rentenbeginn bei vorliegender Konstellation indes frühestens auf den
Zeitpunkt der Gesuchseinreichung festzulegen. Das Revisionsgesuch resp. die
Rückfallmeldung des Beschwerdeführers datiert vom 17. November 2015 (Suva-act.
36). Damit ist der von der Beschwerdegegnerin festgelegte Rentenbeginn für die
3.3.
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revidierte Rente auf diesen Zeitpunkt resp. per 1. November 2015 zu bestätigen und
die Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen.
3.4.
Schliesslich beantragt der Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung von
35 % anstelle der gesprochenen 10 %. Nachdem bisher noch keine (selbständige)
Integritätsentschädigung gesprochen wurde, kommt in Beachtung von Art. 118 Abs. 2
lit. c UVG, wonach ..., Integritätsentschädigungen, ..., sofern der Anspruch erst nach
dem Inkrafttreten dieses Gesetzes entsteht, nach den Bestimmungen des UVG richten,
das neue Recht zur Anwendung (vgl. BGE 127 V 456).
3.4.1.
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat eine versicherte Person Anspruch auf eine
angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch einen Unfall eine dauernde
erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet.
Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVV gilt ein Integritätsschaden als dauernd, wenn er
voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens im gleichen Umfang besteht.
Er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig
von der Erwerbstätigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Urteil des
Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_326/2017, E. 4.4). Laut Art 36 Abs. 2 UVV
gelten für die Bemessung dieser Entschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin
hat der Bundesrat in einer nicht abschliessenden Skala häufig vorkommende und
typische Schäden prozentual gewichtet (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Mai 2017,
8C_19/2017, E.4.2; BGE 124 V 32 E.1b). In Weiterentwicklung der bundesrätlichen
Skala hat die SUVA weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet.
Diese Tabellen enthalten Richtwerte, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten
gewährleistet werden soll; sie sind mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32
E. 1c mit Hinweis).
3.4.2.
Dr. D._ schätzte den Integritätsschaden bei mittelschweren psychischen
Unfallfolgen nach Suva-Tabelle 19 auf 50 %. Davon komme aber der Anteil der
Einschränkungen zum Abzug, der vorbestanden habe und das Kriterium des
natürlichen Kausalzusammenhangs mit dem Unfallereignis nicht erfülle. Entsprechend
der interdisziplinären Beurteilung des asim könne davon ausgegangen werden, dass
hinsichtlich der Unfallkausalität die heutige Beschwerdesymptomatik nur etwa zu zwei
Fünfteln dem Unfall zuzuordnen und etwa drei Fünftel auf unfallunabhängige Faktoren,
so zum Beispiel das schwere OSAS, zurückzuführen sei (Suva-act. 122-13 f.).
Entsprechend dieser schlüssigen Einschätzung, welche sich auf das beweiswerte
asim-Gutachten stützt, ist der Integritätsschaden auf 20 % (zwei Fünftel von 50 %) für
3.4.3.
https://www.swisslex.ch/doc/aol/71063bb9-8032-4258-870a-81ef6d0a0445/cc4bd59a-3469-446f-975d-7aeda3143576/source/document-link https://www.swisslex.ch/doc/aol/47329dbf-4489-4c49-81c8-9db0e4c54079/3edebbf0-1d82-4d0d-b00c-d7aa1a4352e7/source/document-link https://www.swisslex.ch/doc/unknown/7b998e7d-c4e1-46c1-82d4-7920a331f785/citeddoc/08fbfbf9-9394-4cd8-a7ed-83e2c1adad39/source/document-link https://www.swisslex.ch/doc/aol/47329dbf-4489-4c49-81c8-9db0e4c54079/3edebbf0-1d82-4d0d-b00c-d7aa1a4352e7/source/document-link https://www.swisslex.ch/doc/unknown/6c831fda-60e8-4810-ae24-51cc1b42f860/citeddoc/1ff73cde-a723-4f14-a3cf-7031c5c88182/source/document-link https://www.swisslex.ch/doc/unknown/b7288604-7e27-47c8-93db-21f063b84ced/citeddoc/ca3947c3-0f3c-400a-b679-ec0ef863e5c5/source/document-link
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4.
psychische Unfallfolgen resp. psychische Folgen von Hirnverletzungen (vgl. dazu Suva-
Tabelle 8; mittelschwere neuropsychologische Störung) zu beziffern. Die von Dr. D._
ermittelte Differenz von 10 % gemäss seiner nachträglichen Einschätzung des
Integritätsschadens von Mitte der 1980er-Jahre und der aktuellen (Suva-act. 122-14)
rechtfertigt sich nicht, nachdem in der ursprünglichen Rente diese (neuen)
Beeinträchtigungen nicht berücksichtigt wurden, sondern anderen somatischen
Einbussen (Taubheit links, weitere von Zeit zu Zeit auftretende Beschwerden)
Rechnung getragen wurde (vgl. dazu die Ausführungen im bereits mehrfach erwähnten
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. Dezember 2019,
UV 2017/84 [Suva-act. 75]). Wie der Beschwerdeführer in der Beschwerde vom 9. Juli
2021 zudem richtig ausführt, wurde die im asim-Gutachten diagnostizierte Hyposmie
(Suva-act. 109-8, 73) nicht berücksichtigt. In Anwendung der Richtlinien des Anhangs 3
zur UVV erscheint dafür ein Integritätsschaden von 15 % als angemessen. Auch diese
Einbusse ist in der ursprünglichen Rente nicht enthalten und demnach zusätzlich zu
veranschlagen. Als nicht unfallkausal qualifiziert wurde hingegen das OSAS (vgl. dazu
Suva-act. 109-18 f.). Diesbezüglich bedarf es keiner Abgeltung. Zusammengefasst ist
festzuhalten, dass Anspruch auf eine Integritätsentschädigung, basierend auf einem
Integritätsschaden von 35 % besteht. Die Beschwerde ist diesbezüglich gutzuheissen.
Gestützt auf das Gesagte ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, als der
Einspracheentscheid vom 7. Juni 2021 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu
verpflichten ist, dem Beschwerdeführer ab 1. November 2015 eine Invalidenrente,
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 45 % und einem versicherten Verdienst von
Fr. 18'929.--, sowie eine Integritätsentschädigung auf der Basis eines
Integritätsschadens von 35 % auszurichten. Im Übrigen ist die Beschwerde
abzuweisen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Invalidenrente und der
Integritätsentschädigung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.1.
Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben
(vgl. dazu Art. 61 lit. f ATSG).
4.2. bis
Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr.
4.3.
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