Decision ID: 79990169-6162-464c-b9ea-5656ebf3200b
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971, als Architekt tätig (
Urk.
10/
1 S. 5
) meldete sich
nach einem am
9.
Juni 2016 erlittenen Schlaganfall sowie wegen eines
Tinnitus am rechten
Ohr
am 1
4.
Oktober 2016
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversi
cherung an (
Urk.
10/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinischen und erwerblich-beruflichen Verhältnisse ab
und zog
wiederholt
die Akten des zuständigen Krankentaggeldversicherers bei. Am
7.
März 2017 teilte sie dem Versicherten mit, dass berufliche Eingliederungsmass
nahmen nicht möglich seien und über den Rentenanspruch eine separate Verfü
gung ergehen werde (Urk. 10/18).
Die Krankentaggeldversicherung gab bei
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie FMH, ein neurologisches Gutachten in Auftrag, welches am 15. Januar 2018
erstattet wurde (Urk. 10/43/3-38
)
und bei
Dr.
sc. hum.
Dipl. Psych.
Z._
eine neuropsychologische Zusatzabklärung, welche am 2
0.
Dezember 2017 im
A._
durchgeführt wurde (
Urk.
10/43/39-44)
.
Mit Vorb
escheid vom 1
8.
Juli 2018 (Urk.
10/65) stellte die IV-Stelle ab Juni 2017 die Zusprache einer ganzen Invalidenrente, ab Oktober 2017 einer Dreiviertelsrente und ab Januar bis Mai 2018 einer halben Invalidenrente in Aussicht. Nachdem gegen den Vorbescheid Einwände erhoben wurden (Urk. 10/67,
Urk.
10/71,
Urk.
10/76),
verfügte die IV-Stelle am
24
.
Januar 2019
(
Urk.
2)
entsprechend ihrem Vorbescheid
.
2.
Gegen die Verfügung vom 2
4.
Januar 2019
erhob der Versicherte am 25. Februar 2019 Beschwerde (
Urk.
1 S. 2 f.) und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten, insbeson
dere über den 3
1.
Mai 2018 hinaus eine
Viertelsrente
(1.), eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen anzuordnen und hernach über den Leistungs
ansp
ruch erneut zu entscheiden (2.), alles unter Kosten- und Entschädigungsfol
gen zulasten der Beschwerdegegnerin.
Mit Eingabe vom 8. März 2019 (
Urk.
6) reichte der Beschwerdeführer zudem einen Arztbericht (Urk. 7) ein. Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 1. April 2019 (Urk. 9) auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 3. April 2019 zur Ken
ntnis gebracht wurde (Urk. 11
). Mit Eingaben vom 17. Juni 2019 (
Urk.
12) und
2.
Dezember 2019 (
Urk.
17),
reichte der Beschwerdeführer
zusätzliche
B
e
richte
(
Urk.
13/1-2 und
Urk.
18)
ein. Die Beschwerdegegnerin verzichtete jeweils auf eine Stellungnahme (
Urk.
15 und
Urk.
20), was dem Beschwerdeführer am 1
2.
August 2019 (
Urk.
16) und 1
5.
Januar 2020 (
Urk.
21) mitgeteilt wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Ein
kommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermit
telt und einander gegen
übergestellt werden,
worauf sich aus der Einkommensdif
ferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Ein
kommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.
4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
1.
5
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung über die Invali
denversicherung,
IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revi
sionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeit
punkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsän
derung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.7
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
08.2018
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (Urk. 2
S. 4 f.
) damit,
dass dem Beschwerdeführer ab Juni 2018 jegliche Tätigkeiten, mit Aus
nahme schwerer körperlicher Tätigkeiten ohne besondere Anforderungen an die Feinmotorik der rechten Hand, vollumfänglich zumutbar seien. In der Tätigkeit als Architekt sei von einer 20%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszu
gehen. Die Einschränkung ergebe eine 20%ige Erwerbseinbusse und entspreche eine
m
Invaliditätsgrad von 20
%
. Dieser Invaliditätsgrad begründe keinen Anspruch auf eine Invalidenrente mehr. Aus versicherungsmedizinischer Sicht könne die
in einem
Bericht vom 2
8.
August 2018 attestierte langfristige Ein
schränkung von 40
%
nicht nachvollzogen werden. Der Beschwerdeführer belaste die Hand privat sehr durch das zusätzliche Gitarrenspielen. Es sei zu hinterfragen, ob eine Aufgabe des Hobbies zu einer höheren Arbeitsfähigkeit führen würde. Der Beschwerdeführer habe während der neuropsychologischen Testung im Rahmen der Begutachtung eine mangelnde Anstrengungsbereitschaft aufgewiesen. Zwei Jahre nach dem Schlaganfall seien die Sprach- und kognitiven Störungen sowie
die
Armlähmung der rechten Hand mit einer Leistungseinschränkung von 20
%
berücksichtigt worden. Im Einkommensvergleich werde das effektiv erzielte Ein
kommen des Beschwerdeführers berücksichtigt. Darauf könne kein Leidensabzug erfolgen. Ab Juni 2017 bestehe der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, ab Oktober 2017 auf eine Dreiviertelsrente und ab Januar bis Mai 2018 auf eine halbe Rente.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1 S.
6 ff.), das Gutachten von
Dr.
Y._
weise zahlreiche Mängel auf und sei nicht beweistauglich. Es mangle an einer umfassenden Befunderhebung in Bezug auf die rechte Hand in funktioneller Hinsicht. Das Gutachten basiere demnach auf einem unvollständigen medizinischen Sachverhalt. Zudem enthalte es falsche Angaben zum
tatsächlich geleisteten Arbeitspensum. Die
neuropsychologische
Expertise enthalte zudem keine Befunderhebungen (Tests und entsprechende Resultate), weshalb die Einschätzung in Bezug auf das vorgeworfene Aggrava
tionsverhalten nicht nachvollziehbar sei. Die neuropsychologischen Tests seien in einem absurd hohen Tempo durchgeführt worden und er hätte wohl auch vor dem Schlaganfall Mühe gehabt, einem solchen Testverlauf zu folgen. Zudem sei Italienisch seine Muttersprache und er habe viele Aufgaben mit der linken Hand lösen müssen. In diesem Zusammenhang gelte es zu berücksichtigen, dass weder
Dr.
Y._
noch sonst ein behandelnder Arzt jemals eine Selbstlimitierung festge
stellt habe. Vielmehr ergebe sich aus den Akten, dass er von Anfang an im Rahmen der von ihm durchgeführten Therapien intensiv und sehr motiviert auf die Wiedereingliederung bei seiner Arbeitgeberin hingearbeitet habe. Er sei aus neuropsychologischer Sicht in seiner Arbeitsfähigkeit als Architekt nicht einge
schränkt, sondern wegen der Schlaganfall bedingten Beeinträchtigungen in seiner rechten Hand und den Folgen der erlittenen Tinnitus.
Die Frage nach dem Vor
liegen von neuropsychologischen Defiziten bei der Beantwortung der Rentenfrage sei gar nicht relevant.
Es könne ihm nicht zur Last gelegt werden, dass er ein zu intensive
s
Gitarrenspiel betreibe. Er sei von seinem behandelnden Arzt in der
B._
aus therapeutischen Gründen aufgefordert worden, das Spielen nicht aufzugeben. Gestützt auf die be
weistauglichen Berichte von Dr.
C._
und
Dr.
D._
sei davon auszugehen, dass er in seiner angestammten Tätigkeit als Architekt nicht mehr als das von ihm geleistete Pensum von 60
%
erbringen könne.
Inzwischen zeige sich ein ausgeprägtes spastisches
Hemisyndrom
mit typischer, spastischer Hand in Flexionsstellung und Thumb in Palm-Stellung. Es bestehe eine erhebliche Störung der Feinmotorik, Kraftminderung der intrinsi
schen Handmuskulatur und der Fingerstrecker. Für feinmotorische Tätigkeiten am PC bestehe mit der rechten Hand eine erhebliche Beeinträchtigung. Aus diesem Grund habe er auf die linke Hand wechseln müssen, sei damit aber deutlich lang
samer. Das Arbeitstempo, welches von ihm bei einem Pensum von 80
%
gefordert werde, könne er so nicht aufrechterhalten. Es sei zudem nicht nachvollziehbar, weshalb der Tinnitus keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben soll. Er ermüde rascher als noch vor dem Hörsturz und dem Schlaganfall, was ihn zusätzlich zu den Beeinträchtigungen in der rechten Hand in seiner Arbeitsfähig
keit limitiere. Es fehle an einer interdisziplinären Beurteilung der vorhandenen Beeinträchtigungen und der medizinische Sachverhalt sei diesbezüglich ungenü
gend abgeklärt.
Die Arbeit als Architekt könne er bloss noch mit einem Pensum von 60
%
verrichten. In Vornahme eines Prozentvergleichs stehe ihm bei einem Invaliditätsgrad von 40
%
ab 1. Juni
2018 ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
zu. Zum gleichen Ergebnis gelange man, wenn man vom Zumutbarkeitsprofil ausgehe, welches
Dr.
Y._
in einer optimal angepassten Tätigkeit aufgestellt hat. Da er über keine andere Ausbildung verfüge, würde es sich dabei um eine Hilfs
arbeitertätigkeit handeln. Selbst ohne leidensbedingten Abzug resultiere eine Erwerbseinbusse von 41.707
%
. Somit bestehe auch in der Annahme einer leidensangepassten Tätigkeit von 100
%
ab
1.
Juni 2018 noch ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
.
3.
3.1
.1
Dr.
Y._
hielt in seinem Gutachten vom 1
5.
Januar 2018 (
Urk.
10/43/3-38)
die
fo
lgende Diagnose mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 29):
-
Leichtes armbetontes spastisches
Hemisyndrom
recht
s
(rechte Hand) bei Status nach zerebraler Ischämie linkshemisphärisch bei M1-Verschluss links am
9.
Juni 2016 bei
Dissektion
der ICA beidseits im distalen zervikalen Segment (ICD-10: I64.0)
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden die Folgen
den genannt (S. 29):
-
Leichtgradiges gemischtes Schlaf-Apnoe-Syndrom (ICD-10: G47.3)
-
Tinnitus seit Hörsturz am 2
0.
Juli 2016 (ICD-10: H93.1)
Der Gutachter führte aus, dass die im Subjektiven liegenden hochgradigen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit aufgrund der feinmotorischen Störungen im Bereich der rechten Hand (45
%
), gemäss der attestierten Arbeitsunfähigkeit von 55
%
(wobei der Beschwerdeführer aktuell in einem Arbeitspensum von 65%
5,5 Std./Tag
arbeite)
, auf neurologischem Fachgebiet nicht bestätigt werden könn
t
en. Aus fachärztlicher Sicht erscheine nachvollziehbar, dass aufgrund der
Feinmoto
rikstörung
der rechten Hand gewisse Griffformen/Tätigkeiten, die ein hohes Geschick erfordern, eingeschränkt möglich seien. Infolgedessen würden Behinde
rungen bei der manuellen Beanspruchung der rechten Hand resultieren
. Insbe
sondere seien dem Beschwerdeführer keine Tätigkeiten zumutbar, die fein
moto
rische Funktionen und
Geschicklichkeiten
der rechten (dominanten) Hand erfor
dern, dazu würden unter anderem feine, präzise Arbeiten, Tätigkeiten in der Uhrenindustrie, Auto-/Maschinenmechanik und präzises Hantieren mit Werkzeu
gen gehören. Für diese Tätigkeiten sei der Beschwerdeführer beschränkt arbeits
fähig
(S. 31
f.
).
Zur Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
Y._
fest, für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Architekt mit den durch den Beschwerdeführer beschriebenen Aufgaben (Bedie
nung von Computer und Maus), bestehe allenfalls eine 20%ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit (Rendement), bezogen auf ein Arbeitspensum von 100
%
, die sich aus einem leicht reduzierten Arbeitstempo aufgrund der Ungeschicklich
keit der rechten Hand ergebe.
In einer optimal a
ngepassten Tätigkeit, das heisse bei
sämtlichen Tätigkeiten, die keine feinmotorischen Funktionen der rechten Hand erforder
te
n, sei der Beschwerdeführer aus neurologischer Sicht in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt (S. 32).
3.1.2
Dr.
sc. hum.
Z._
, Neuropsychologin
beim
A._
,
hielt in
ihrem zum Gutachten gehörenden Bericht
vom
8.
Januar 2018
der neuropsychologischen Unter
su
chungs
befunde vom 2
0.
Dezember 2017 (Urk.
10/43/39-44)
fest,
die Zusammen
fassung der Befunde (Testergebnisse) lasse auf ein Aggravationsverhalten des Beschwerdeführers schliessen. Daher
könne man
die Ergebnisse der Leistungstests inhaltlich
nicht
auswerten und diese würden wegen mangelnder Mitarbeit keine verwertbaren neuropsychologischen Befunde liefern, da sie wahrscheinlich nicht das effektiv vorhandene kognitive Leistungsniveau abbilden würden. Unter diesen Umstände
n
bestehe das Risiko, dass tatsächliche und spezifisch
e
kognitive Defizite differenzialdiagnostisch nicht festgestellt werden könn
t
en.
Da die Ergeb
nisse der Tests wegen
aggravierendem
Verhalten nicht interpretierbar seien, könne kein Vergleich zu der Voruntersuchung im Jahr 2016 vorgenommen wer
den. Aus neuropsychologischer Sicht könne keine Einschätzung der Arbeitsfähig
keit vorgenommen werden (S. 5).
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie FMH,
von der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie des
E._
hielt in seinem Bericht vom 2
6.
Februar 2018 (
Urk.
10/51) folgende Diagnosen fest (S. 1):
-
Residuelles
, Arm-betontes, spastisches
Hemisyndrom
recht
s
mit/bei:
-
Status nach ischämischem Hirninfarkt bei Verschluss der A. cerebri
media
links im M1 Segment am
9.
Juni 2016
-
i. R.
Dissektion
der A.
carotis
interna
im distalen, zervikalen Segment
-
Residuell
: distal betonte Spastik rechte (dominante) Hand mit Feinmotorik-Störung, belastungsabhängigen
myofaszialen
Schmerzen durch Spastik
-
Tiefton betonter Hörsturz rechts, DD Hydrops
cochleae
am 2
4.
Juli 2016
-
Tinnitus
-
Zentrale Schlafapnoe
Insgesamt habe man den Eindruck, dass es durch die intensive ambulante Reha
bilitation bei
Dr.
med.
F._
nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv zu einer
Verbesserung der Feinmotorik der dominanten rechten Hand gekommen sei.
Im Vordergrund für den Patienten stünden die belastungsabhängigen
myofaszialen
Überlastungsschmerzen im Rahmen der chronischen Fehlbelastung.
Immer noch vorhanden sei die für einen Architekten erhebliche Feinmotorik-Störung für das Verrichten von Präzisionsarbeiten mit einer Computermaus. Unter Zusammen
schau der klinischen Befunde und der Anamnese werde das aktuelle Arbeitspen
sum von 50
%
als adäquat beurteilt. Mit dem Beschwerdeführer sei vereinbart worden, dass er ab
1.
März 2018 das Arbeitspensum auf 55
%
und ab
1.
Mai 2018 auf 60
%
steigern werde. Aus medizinischer Sicht sei es sehr ungünstig, falls der Beschwerdeführer ab dem 1. März 2018 gezwungen werde von aktuell 50
%
direkt ein 100
%
Arbeitspensum aufzunehmen (S. 2).
3.3
In seiner Stellungnahme vom 1
3.
März 2018 (
Urk.
10/49) führte
Dr.
Y._
aus, die Einschätzung von
Dr.
C._
(vgl. E. 3.2) zur Arbeitsfähigkeit sei nicht nach
vollziehbar und beruhe auf falschen Informationen
zur effektiven Arbeitsunfä
higkeit
. In Anbetracht der heutigen Möglichkeiten zur Verwendung von techni
schen Hilfsmitteln, wie zum Beispiel einer Sprachsteuerung des Computers, lasse sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht begründen. In diesem Zusam
menhang sei der Hinweis erlaubt, dass der Beschwerdeführer
im Rahmen der Exploration beim Gutachten angegeben habe, weiterhin eine Stunde pro Tag Gitarre zu spielen. Es werde an der Einschätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit bei einer um 20
%
eingeschränkten Leistungsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Architekt festgehalten (S. 4 f.).
3.4
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie FMH
, von
der
B._
setzte sich in seinen
Bericht
en
vom
3.
März 2018 und
2
0.
Mai 2018 (
Urk.
10/6
0
/1-5) unter anderem mit der gutachterlichen Beurteilung von
Dr.
Y._
auseinander. Er hielt
dazu
fest, dass die Arbeitsfähigkeit auf 55
%
habe
angehoben werden
können
. In seinem Beruf als Architekt sei der Beschwerdeführer auf feinmotorische Tätigkei
ten am Computer angewiesen. Dies sei aufgrund der in Funktion zunehmenden Spastik der Hand nur für jeweils kurze Zeit möglich. In der neurologischen Statuserhebung sei keine funktionelle Untersuchung (z.B. eine Schreibprobe) bis auf eine leichte Ungeschicklichkeit der rechten Hand beim Aus- und Anziehen angegeben. Laut Aussage des Beschwerdeführers sei eine solche Untersuchung auch nicht durchgeführt worden. Da sich die Bewegungsstörung jedoch in erster Linie beim aktiven Gebrauch der Hand zeige, sei eine solche Untersuchung not
wendig. Bei einer Schreibprobe zeige sich nämlich schon nach wenigen Worten eine deutliche Verschlechterung des
Schriftbildes. Das Schreiben
werde langsa
mer und mühevoller und
die Hand beginne zu schmerzen. Im Gutachten werde vermerkt, dass der Beschwerdeführer eingeschränkt arbeitsfähig für Tätigkeiten sei, die feinmotorische Funktionen und Geschicklichkeit der rechten (dominanten) Hand erfordern. Dies gelte nicht für die geleistete Computerarbeit. Bei der Computerarbeit an der Maus als Architekt handle es sich jedoch nicht u
m
gewöhnliche Computerarbeit, da für die Bedienung der Zeichenprogramme ein hohes Mass an Feinmotorik erforderlich sei (
Urk.
10/60/4).
Der Beschwerdeführer habe einmalig im Sinne eines Arbeitsversuchs 5.5 Stunden gearbeitet, um seine Grenzen kennenzulernen. Da er danach jedoch starke Schmerzen in der Hand verspürt habe und die Hand nicht mehr habe einsetzen können, müsse dieser Versuch als gescheitert betrachtet werden. Seitens
Dr.
Y._
’
handle es sich hier um eine falsche Interpretation des Begriffs «maxi
male Arbeitszeit». Da zu keinem Zeitpunkt die Arbeitsfähigkeit von ärztlicher Seite auf die aufgeführten 65
%
erhöht worden sei, könne damit auch nicht behauptet werden, dass die im weiteren Verlauf durchgeführten Steigerungen auf 55
%
und 60
%
einer Verschlechterung entsprechen würden.
Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer weiterhin Gitarre spiele, dürfe nicht negativ ausgelegt wer
den.
Er
habe den Beschwerdeführer explizit ermuntert, das Spielen nicht aufzu
geben, da es sich dabei aus therapeutischer Sicht um ein sehr gutes Training der Feinm
otorik handle. Hinweise für ein
aggravierendes
Verhalten oder fehlende Motivation
seien
während des stationären Aufenthaltes oder der nachfolgenden ambulanten Behandlung nie erlebt
worden
(
Urk.
10/60/1-2).
3.5
Dr.
C._
führte in seinem Bericht vom 2
8.
August 2018 (
Urk.
10/74)
aus, der Beschwerdeführer habe sein Arbeitspensum von anfangs Jahr 55
%
auf 60
%
gesteigert (S. 1). Durch die Hand-Rehabilitation bei
Dr.
F._
habe leider keine Verbesserung der belastungsabhängigen Schmerzen, welche sich relevant auf die Arbeitsfähigkeit auswirken
,
erreicht werden können. Ob die Beschwerden anhal
ten würden und relevant durch eine
Botulinumtoxin
-Behandlung verbessert wer
den könn
t
en, müsse sich erst noch zeigen. Insgesamt erachtete es
Dr.
C._
als wenig wahrscheinlich, dass durch diese Massnahme das aktuelle Arbeitspensum von 60
%
auf das von der IV-Stelle verlangte Pensum von 80
%
gesteigert werden könne. Langfristig sei es realistisch, dass der Beschwerdeführer sein 60%iges Arbeitspensum an der angestammten Arbeitsstelle als Architekt aufrechterhalten könne. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Schreiben der IV-Stelle vom 1
8.
Juli 2018 entspreche nicht den von
Dr.
C._
bei der aktuellen Untersu
chung festgehaltenen Befunden (S. 2).
Im Bericht vom 3
0.
Januar 2019 wies
Dr.
C._
auf eine in den letzten Monaten eingetretene erhebliche Verschlechterung für Alltags- und berufliche Tätigkeiten hin, weshalb er seine Tätigkeit auf die linke Hand habe wechseln müssen (Urk.
3/4
).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrer angefochtenen Verfügung vom 24. Januar 2019 (Urk. 2) vornehmlich auf
das Gutachten der Krankentaggeldver
sicherung vom 1
5.
Januar 2018 (vgl. E. 3.1
hiervor
)
und die Stellungnahme von Dipl. med.
G._
, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie FMH (Regional
er
Ärztlicher Dienst, RAD) vom
7.
Juni 2018 (Urk. 10/63/7-9) und 2
0.
November 2018 (
Urk.
10/78/4).
Ausserdem
lagen der Beschwerdegegnerin
insbesondere diverse Berichte der
behandelnden
Ärzte
D
r.
D._
und
Dr.
C._
(E. 3.2, E. 3.4 und E. 3.5
hiervor)
vor.
Dr.
Y._
ging
in seinem Gutachten von einer
Arbeitsfähigkeit von 100 % bei einer um 20
%
eingeschränkten Leistungsfähigkeit aus und begründete dies mit der reduzierten Schnelligkeit und
mit
Ungeschicklichkeit (
Urk.
10/43/
3-38 S. 35
).
Des Weiteren ging er davon aus, dass der Beschwerdeführer bereits in einem Arbeitspensum von ca. 65
%
gearbeitet hat
te
und aufgrund dessen keine 55%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
mehr habe
vorliegen k
önne
n
. Ausserdem
schloss er aufgrund der neuropsychologischen Untersuchung auf ein Aggrava
tionsverhalten des Beschwerdeführers (
Urk.
10/43/
3-38 S. 31 und S. 36
).
RAD-Arzt
G._
erachtete das Gutachten
von
Dr.
Y._
zwar als weitgehend nachvollziehbar und die medizinischen Schlussfolgerungen meist plausibel, hielt aber auch fest, dass
die neuropsychologische Beurteilung
gewisse Fragen offen
lasse und die Einzelergebnisse darin nicht wiedergegeben w
ü
rden (
Urk.
10/63 S.
8
f.).
Sodann
vertr
at
er
die Ansicht, dass
Dr.
Y._
die feinmotorischen Anforde
rungen einer Tätigkeit am PC mit Maus unterschätzt ha
be. Damit
ging
d
ipl.
med.
G._
im Ergebnis von einer beschränkten Aussagekraft des Gutachtens aus,
anderseits folgt
e
er
aber
dennoch
der Einschätzung einer daraus resultierenden
aktuellen
20%igen Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
2 S.
4
)
. Dies
ist
nicht
vollumfänglich
nachvollziehbar
.
Im Rahmen der Begutachtung
b
ei
Dr.
Y._
gab der Beschwerdeführer befragt nach aktuellen Beschwerden hauptsächlich eine
Spastizität
der rechten Hand an, welche ihn bei der Arbeit als Architekt behindere (
Urk.
10/43/3-36
S. 23
).
Eine (eingehende) Untersuchung
und Überprüfung
der
vom Beschwerdeführer detail
liert beschriebenen
Einschränkungen
bei der Arbeit mit der
rechten Hand findet sich im Gutachten jedoch nicht (S. 24 ff.). Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit erfolgte denn auch nicht aufgrund der konkret beim Beschwerdeführer erhobenen Befunde
und Einschränkungen
, sondern anhand der Leitlinien «Wegleitung zur Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit nach Unfall und Krankheit SIM»
(S. 31). Die Kritik von
Dr.
D._
, dass im Rahmen des Gutachten
s
keine
notwen
dige
funktionelle Untersuchung stattgefunden ha
be
, welche die Bewegungsstö
rung der rechten Hand beurteilen könnte (
Urk.
10/60/4)
, erweist sich als begründet
. Auch den
B
erichten von
Dr.
C._
kann
sodann
entnommen werden, dass die Einschränkungen respektive die Feinmotorik-Störungen hinsichtlich der rech
ten Hand im Rahmen von Schreibübungen erst richtig erkennbar werden (
Urk.
10/51
,
Urk.
10/74
,
Urk.
3/4
).
Damit
kann nicht von allseitigen Untersuchun
gen und umfassender Beurteilung ausgegang
en werden und
es bestehen
begrün
dete Zweifel an der gutachterlichen Einschätzung von
Dr.
Y._
und an der
von
dipl.
med.
G._
übernommene
n
Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit von20
%
.
Zudem ist aufgrund der Auskünfte des Arbeitgebers
vom
1
1.
April 2018
(
Urk.
10/53/4
, 10/53/23
f.
)
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt de
r gutachterlichen Untersuchung
vom
November 2017
nicht
mit einem Pensum von 65
%
gearbeitet hatte,
sondern mit einem Pensum von 45
%
,
dies anders
als
Dr.
Y._
(
Urk.
10/43/3-44 S. 23,
Urk.
10/49/5
) aus den Ausfüh
rungen
des Beschwerd
eführers geschlossen hatte
.
Zum im
neuropsychologischen
Gutachten festgehaltenen Aggravationsverhalten des Beschwerdeführers ist anzumerken, dass
sich dieses mangels vollständiger Dokumentation der neuropsychologischen Untersuchungsergebnisse
und man
gels detaillierten Beschriebs des Verhaltens während der Untersuchung
nicht nachvollziehen lässt
. Ebenfalls nicht überprüfen lässt sich, ob die Arbeit in Deutsch
, welches
nicht Muttersprache des Versicherten ist,
die Ergebnisse verzerrt haben könnte, tatsächlich ein besonders hohes Arbeitstempo vom Versicherten verlangt
worden war
und er
viele Aufgaben mit der linken Hand hatte lösen
müs
sen (vgl.
Urk.
1 S. 8
).
Darüber hinaus bestehen
sodann
keine Anhaltspunkte, welche auf eine Aggravation des Beschwerdeführers schliessen lassen würden
. Namentlich
hatte
Dr.
D._
während des stationären Aufenthaltes oder der nach
folgenden ambulanten Behandlung keine Hinweise für eine
aggravierendes
Ver
halten oder fehlende Motiva
tion feststellen
können
(Urk.
10/60/1-2).
Zum Vorschlag von
Dr.
Y._
vom
1
3.
März 2018
, wonach der Beschwerdeführer mithilfe einer Sprachsteuerung arbeiten könnte
(
Urk.
10/49
/4
),
kann festgehalten werden, dass
in den Akten
ein Schreiben des
Arbeitgebers vom 13.
April 2018 (
Urk.
10/75)
liegt
, welches den Einsatz von Sprachsteuerungen bei der Planbe
arbeitung und 3D-Modellier
ung thematisiert. Demnach l
ässt
sich
die Sprach
steuerung
nicht auf komplexe Anwendungen übertragen und macht ein wirt
schaftliches Arbeiten unmöglich.
Der Arbeitgeber hielt sodann fest, dass ihm
auch keine vollständige Sprachsteuerungslösung für die Programme von Autodesk bekannt
sei
. Die erhältlichen Produkte seien Unterstützungslösungen, welche keinen eigentlichen Mausersatz bieten würden.
Der Vorschlag von
Dr.
Y._
lässt
sich
somit
nicht auf die Tätigkeit des Beschwe
rdeführers übertragen.
Zusammenfassend bieten
das von der Krankentaggeldversicherung eingeholte Gutachten
von
Dr.
Y._
einschliesslich neuropsychologischer Beurteilung
– sowie die darauf basierende Einschätzung von RAD-Arzt
G._
-
keine genü
gende Grundlage für die Beurteilung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit.
4.2
Auch die Berichte der behandelnden
Ärzte lassen keine
abschliessende Beurtei
lung der Arbeits
- und Erwerbs
fähigkeit zu
. Dass der Beschwerdeführer trotz des Umstands, dass ihm die Tätigkeit als Architekt
wegen der Einschränkungen an der rechten Hand
nur noch reduziert möglich ist, weiterhin in erheblichem Umfang Gitarre zu spielen vermag, wobei auch dabei ein regelmässiger und
(teilweise)
präziser Einsatz der rechten Hand zu erfolgen hat, ist nicht ohne Weiteres nachvollziehbar
(vgl.
Urk.
3/4, 7, 18 S. 1)
. Die
von RAD-Arzt
G._
aufgeworfene Frage, ob d
ie Aufgabe des intensiven
Gitarrenspiels zu einer Ver
besserung der
Arbeitsfähigkeit
im Beruf führen könnte
, bedarf
deshalb
gutachter
licher Beurteilung
.
Dies gilt in
s
besondere
im Hinblick
auf die Erfahrungstatsache, dass
behandelnde
Arztpersonen beziehungsweise The
rapiekräfte
im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE
135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
4.3
Im Sinne des Ausgeführten liegen keine aussagekräftigen medizini
schen Berichte vor, gestützt auf welche die Arbeits
- und Erwerbs
fähigkeit des Beschwerdeführers
insbesondere für die Zeit ab Juni 2018
abschliessend beurteilt werden kann.
Die Beschwerdegegnerin wird deshalb nach der Rückweisung der Sache eine umfas
sende Begutachtung des Versicherten zu veranlassen haben, welche
neben
der Abklärung der
weiteren geklagten Beschwerden wie
dem
Tin
nitus
und einer erneuten neuropsychologischen Untersuchung
insbesondere Auf
schluss gibt über die
funktionellen Einschränkungen der rechten Hand. Im Rahmen dieser Begut
achtung wird
nicht nur d
ie Arbeitsfähigkeit ab dem Zeit
punkt des Schlaganfalls vom Juni 2016
zu prüfen sein,
sondern auch,
ob und wie sich der Gesundheits
schaden und die Arbeitsfähigkeit nach Verfügungserlass
am 2
4.
Januar 2019
ent
wickelt haben (vgl.
Urk.
13/2).
Im Anschluss wird die Beschwerdegegnerin über einen (gegebenenfalls abgestuften und/oder befriste
ten) Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu zu befinden haben.
Die Beschwerde ist in diesem Sinne
- im Sinne des Eventualantrages -
gutzuheis
sen.
5
.
5
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und die Gerichtskosten sind gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen. Die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung gilt rechtsprechungsgemäss für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als vollständiges Obsiegen (BGE 141 V 281 E. 11.1, 137 V 210 E. 7.1, 137 V 57 E. 2.2). Die Kosten des Verfahrens (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) sind entsprechend dessen Ausgang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5
.2
Ausgangsgemäss steht dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG und § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (GSVGer) eine Prozessentschädigung zu.
Nachdem
die
Rechtsver
tre
ter
in
keine Honorarnote eingereicht hat, wird die Entschädi
gung vom Gericht nach Ermessen
und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festgesetzt (§ 34 Abs. 1 und 3
GSVGer).
Ent
sprechend ist ihr
eine Pro
zessentschädigung von Fr.
2’
6
00
.--
(inkl. Barauslagen und MWSt) auszurich
ten.