Decision ID: f846f9b3-0521-5be0-aa5d-f29c059771e4
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer mit spanischsprachiger Eingabe vom 25. Mai 2010 an die Schweizerische Botschaft in Kolumbien (Bogotà) gelangte und unter Verweis auf gleichzeitig eingereichte Dokumente sinngemäss um die Bewilligung der Einreise in die Schweiz und um Asyl nachsuchte,
dass für die Begründung des Gesuchs auf die Akten verwiesen wird,
dass die Botschaft diese Eingabe mit Begleitschreiben vom 4. Juni 2010 an das BFM weiterleitete und darauf hinwies, dass eine  aus Kapazitätsgründen nicht möglich und die Asylsache mit zwei anderen Fällen verbunden sei,
dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 6. Juli 2010 mitteilte, sie erachte den entscheidrelevanten Sachverhalt  der vorliegenden Akten, namentlich der schriftlichen  des Asylgesuchs und der beigelegten ausführlichen , als erstellt, weshalb sich eine Anhörung auf der Botschaft als nicht notwendig erweise,
dass das Bundesamt dem Beschwerdeführer gleichzeitig unter  einer Frist zur Stellungnahme mitteilte, es erachte unter  aller Faktoren und aufgrund der vorliegenden Akten die Möglichkeit einer anderweitigen Schutzsuche als gegeben, weshalb beabsichtigt werde, die Einreise in die Schweiz zu verweigern und das Asylgesuch abzulehnen,
dass die Botschaft dem BFM am 5. August 2010 die bei ihr am 2.  2010 eingelangte Stellungnahme des Beschwerdeführers  liess,
dass das Bundesamt mit Verfügung vom 8. September 2010 – eröffnet am 21. September 2010 - die Einreise in die Schweiz nicht bewilligte und das Asylgesuch des Beschwerdeführers ablehnte,
dass für die Begründung der angefochtenen Verfügung auf die Akten und, soweit für den Entscheid wesentlich, auf die nachfolgenden  verwiesen wird,
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dass die Botschaft mit Begleitschreiben vom 22. Oktober 2010 die auch in deutscher Sprache verfasste Rechtsmitteleingabe vom 20.  2010, mit welcher der Beschwerdeführer sinngemäss die  der Einreise in die Schweiz und die Gewährung von Asyl , samt Beilagen dem Bundesverwaltungsgericht zustellte,
dass auf die Begründung der Rechtsbegehren und die zu deren Stüt - zung eingereichten Dokumente, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,
und erwägt,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31-33 des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung  berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung hat und daher zur Einreichung der  legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde  ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfolgend auf-
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gezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass im Asylverfahren der Sachverhalt grundsätzlich von Amtes wegen festzustellen ist (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG) und diese behördli - che Untersuchungspflicht durch die den Asylsuchenden gestützt auf Art. 8 AsylG auferlegte Mitwirkungspflicht eingeschränkt wird, wobei diese insbesondere bei der Anhörung vollständig anzugeben haben, weshalb sie um Asyl nachsuchen (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. c AsylG),
dass die Asylsuchenden auch einen Anspruch auf Mitwirkung haben, was sich unmittelbar aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; Art. 29 ff. VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG) ergibt,
dass der Grundsatz des rechtlichen Gehörs verlangt, dass die verfügende Behörde die Vorbringen der betroffenen Person tatsächlich hört, prüft und bei der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich  in der Entscheidbegründung niederzuschlagen hat (Art. 35 Abs. 1 VwVG, vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 38 E. 6.3),
dass vorliegend festzustellen ist, dass der Beschwerdeführer offenbar seinem schriftlichen Asylgesuch vom 25. Mai 2010 eine ausführliche Dokumentation (s. Schreiben des BFM vom 6. Juli 2010) beigelegt hat, die weder im Aktenverzeichnis aufgeführt ist noch sonst Eingang in die vorinstanzlichen Akten gefunden hat,
dass diese Dokumentation denn auch in der angefochten Verfügung mit keinem Wort erwähnt und offenbar tatsachenwidrig ausgeführt wird, der Beschwerdeführer habe keinerlei Beweismittel eingereicht, die seine Aussagen belegen würden,
dass in der angefochtenen Verfügung auch nicht auf die Mitteilung der Botschaft vom 4. Juni 2010 eingegangen und begründet wird,  es sich vorliegend rechtfertigen könnte, dem Umstand, dass das Asylverfahren offenbar mit zwei anderen Fällen verbunden ist,  Beachtung zu schenken,
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dass das BFM durch diese Unterlassungen das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt, den Sachverhalt unvollständig respektive unrichtig festgestellt, die Begründungspflicht und damit insgesamt Bundesrecht in schwerwiegender Weise verletzt hat,
dass zwar eine Missachtung von Verfahrensvorschriften durch die Vorinstanz aufgrund der umfassenden Kognition des Bundesverwaltungs-gerichts (Art. 106 AsylG) in bestimmten Schranken geheilt werden kann,
dass die festgestellte Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, des Anspruchs des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör und die Missachtung der Begründungspflicht auf Beschwerdeebene nicht zu heilen sind, zumal es nicht Sinn und Zweck des  vor dem Bundesverwaltungsgericht ist, von der Vorinstanz unterlassene Verfahrenshandlungen nachzuholen,
dass gegen eine Heilung insbesondere auch der Umstand spricht, dass dem Beschwerdeführer andernfalls eine Instanz verloren ginge (vgl. dazu EMARK 1998 Nr. 34 E. 10d S. 292),
dass die Beschwerde demnach im Sinne der Erwägungen , die angefochtene Verfügung vom 8. September 2010 aufzuheben und das Bundesamt anzuweisen ist, den rechtserheblichen Sachverhalt vollständig und richtig festzustellen und in der Sache neu zu entscheiden,
dass sich bei dieser Sachlage eine Auseinandersetzung mit den Ausführungen in der Beschwerde und den zu deren Stützung eingereich-ten Dokumenten erübrigt, zumal es Sache der Vorinstanz sein wird, sich damit zu befassen,
dass die Aufhebung der angefochtenen Verfügung vorliegend für den Beschwerdeführer nicht zu einer Bewilligung der Einreise in die Schweiz führt, da sich aus den Akten keine genügend konkreten Anhaltspunkte für die Annahme ergeben, ihm wäre ein Verbleib in Kolum-bien für die Dauer der weiteren, noch erforderlichen Verfahrenshandlungen nicht zumutbar im Sinne von Art. 20 Abs. 2 AsylG,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten  sind (Art. 63 Abs. 3 VwVG),
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dass aufgrund der Akten nicht davon auszugehen ist, dem nicht  Beschwerdeführer seien verhältnismässig hohe Kosten , weshalb keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 7 Abs. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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