Decision ID: 5ff17c7d-5a98-4487-af86-d7cb93824dd9
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1978, war seit
1.
September 2005 als Hilfsmaurer tätig, als er am 1
2.
September 2006 bei der Arbeit einen Unfall erlitt und sich am linken (vgl.
Urk.
7/6/107) Fuss verletzte (
Urk.
7/6/115).
Aufgrund der Folgen dieses Unfalls meldete er sich am
2.
April 2008 bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und zog die Akten der Unfallver
sicherung bei (
Urk.
7/6). Diese sprach dem Versicherten mit Verfügung vom
1
0.
März
2009
(Urk. 7/29)
und
mit
Einspracheentscheid
vom 27. August
2009 (Urk. 7/
43)
eine Rente basierend auf einem Erwerbs
un
fähig
keitsgrad von 11
%
sowie eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse
von 20
%
zu.
Mit Verfügung vom
9.
Juli 2009
sprach die IV-Stelle dem Versicherten
bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine vom
1.
September 2007 bis 3
1.
August 2008 befristete ganze Rente zu
(
Urk.
7/40 in Verbindung mit
Urk.
7/36)
.
1.2
Am
5.
April
2011 machte der Versicherte eine Verschlechterung geltend (
Urk.
7/51). Die IV-Ste
lle tätigte erneute Abklärungen,
zog Akten der Taggeld
versicherung bei (
Urk.
7/59) und erteilte Kostengutsprache für eine Frühinter
ven
tionsmassnahme (Arbeitsdiagnostik der
Z._
;
Urk.
7/77), welche aufgrund des Gesundheitszustandes des Versicherten per 2
3.
Dezember 2011 abgeschlossen wurde (
Urk.
7/84).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/91)
sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom
6.
August 2012 bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
ab
1.
Juni 2012 eine ganze Rente zu (
Urk.
7/96;
Urk.
7/101).
Im Rahmen der im Mai 2013 veranlassten Rentenrevision (
Urk.
7/115) liess die IV-Stelle den Versicherten d
urch die MEDAS A._
,
B._
, polydisziplinär begutachten (Gutachten vom 3
0.
April 2014;
Urk.
7/129).
Sodann auferlegte sie dem Versicherten eine Schadenminde
ru
ngs
pflicht in Form der Weiterführung der psychiatrischen Therapie und empfahl die Aufnahme
einer teilzeitlichen Tätigkeit in geschütztem Rahmen (
Urk.
7/132)
.
Am
1
1.
September
2014
teilte
sie
mit, sein Rentenanspruch sei unverändert (
Urk.
7/134
).
1.3
Im Dezember 2015 erfolgte eine erneu
te Rentenrevision (
Urk.
7/136), in deren Rahmen der Versicherte psychiatrisch begutachtet wurde (Gutachten vom 2
3.
Juni
2017;
Urk.
7/167)
. Am 1
2.
Juli 2017 auferlegte die IV-Stelle dem Ver
sicherten eine weitere Schadenminderungspflicht (wöchentliche Frequenz der psy
chotherapeutischen Behandlung;
Urk.
7/169).
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheid
verfahren
(
Urk.
7/170;
Urk.
7/172) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
7.
September 2017
die bisher ausgerichtete ganze Rente auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats auf (
Urk.
7/176 =
Urk.
2).
2.
Am 2
4.
Oktober 2017 erhob der Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
7.
September 2017
(
Urk.
2) und beantragte deren Aufhebung sowie die Wei
ter
ausrichtung der gesetzlich geschuldeten Leistungen, eventualiter die Rück
weisung der Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
November 2017 (
Urk.
6) beantragte die Beschwerde
gegnerin die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Ge
richts
verfügung vom
8.
Dezember 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8). Gleichzeitig wurde er aufgefordert, zur Frage der Wahrnehmung der Schaden
minderungs
pflicht Stellung zu nehmen. Dem kam der Beschwerdeführer mit Ein
gabe vom 2
8.
Dezember 2017 (
Urk.
13) nach und hielt an seiner Beschwerde fest. Dies wurde der Beschwerdegegnerin
am
9.
Januar 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
12). Diese reichte am 2
5.
Mai 2018 weitere Unterlagen ein (
Urk.
13/14), welche dem Beschwerdeführer am 3
0.
Mai 2018 zugestellt wurden (
Urk.
15).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich
gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- ode
r Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sicht
lich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Inva
liditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
ver
gleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_297/2016 vom
7.
April 2017 E. 2.2, nicht publiziert in: BGE 143 V 77, aber in SVR 2017 IV Nr. 51 S. 152). Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (
Art.
49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Renten
revision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (
Art.
51 ATSG), ist im
darauf folgenden
Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des
Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 2
9.
März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) wie folgt:
Die mit Schreiben vom 1
1.
September 2014 auferlegten Massnahmen (Fort
führen der psychiatrischen Therapie sowie Aufnahme einer Tätigkeit im ge
schützten Rahmen) seien nicht gänzlich umgesetzt worden. Die angestammte Tätigkeit als Hilfsmaurer sei weiterhin nicht
mehr zumutbar. Der Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers habe sich leicht verbessert, obwohl keine regelmässige psychiatrische Therapie stattfinde. Die aktuellen Befund
e
seien nur leicht einschränkend
.
Wenn der Beschwerdeführer die auferlegten Massnahmen durch
geführt hätte, so
würde eine volle Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten bestehen. Damit ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 13
%
(
Urk.
2 S. 1 f.).
In ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
6) hielt die Beschwerde
gegn
erin fest,
der psy
chische Gesundheitszustand habe sich gemäss Gutachten verbessert, indem nur noch eine leicht- bis mittelgradige depressive Episode di
agnostiziert werde, woge
gen 201
4 noch eine mittelgradige depressive Episode bestanden habe. Auch die Panikstörung
sei teilweise remittiert. In Bezug auf die Schmerzstörung sei eben
falls eine Verbesserung eingetreten, habe der Beschwerdeführer doch selbst fest
gehalten, er habe weniger Schmerzen und auch eine bessere Beweglichkeit. Damit sei ein Revisionsgrund ausgewiesen. Eine Therapieresistenz sei nicht
gegeben
, vielmehr habe sich der Gesundheitszustand im Vergleich zu 2014 verbessert. Das psychische Leiden sei nicht invalidisierend. Unabhängig von der zweifellos nicht erfüllten Schadenminderungspflicht
sei die bisherige Rente somit auch aus diesem Grund aufzuheben (S. 1-2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte geltend (
Urk.
1),
es könne nicht auf das psy
chiatrische Gutachten abgestellt werden. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb er bei nahezu identischem Beschwerdebild in einer leidensangepassten Tätigkeit plötzlich zu 50
%
arbeitsfähig sein solle, zumal gemäss Gutachten erhebliche funktionelle Einschränkungen bestünden
und eine berufliche Eingliederung 2011 nicht mö
glich gewesen sei (S. 7 unten). Eine Würdigung seiner Beschwerden sei nicht erfolgt. Dass er bei Realisierung der von der Beschwerdegegnerin genannten Massnahmen eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit erringen könnte, sei eine rein hypothetische Annahme, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne. Weiter sei kein Abzug vom Tabellenlohn gewährt worden (S. 8).
Ergänzend hielt der Beschwerdeführer fest (
Urk.
10),
er habe im Juli 2014 erneut einen Unfall erlitten, der eine längere Physiotherapie erfordert habe. Dies habe den regelmässigen Besuch bei seinem Psychiater verhindert. Daraufhin sei eine Rückenoperation erfolgt, welche eine längere Rehabilitation nach sich gezogen habe. In dieser Zeit sei er nicht fähig gewesen, an den psychiatrischen Konsul
tationen teilzunehmen. Er habe also nach wie vor nicht nur psychische, sondern auch gravierende körperliche Beschwerden
(S. 1). Die Beschwerdegegnerin habe den Untersuchungsgrundsatz verletzt, da sie seine körperlichen Beeinträchti
gung
en nicht abgeklärt habe (S. 2).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob seit der Mitteilung vom 1
1.
September 2014 (
Urk.
7/134) eine anspruchsrelevante Änderung eingetreten ist
(vgl. vorstehend E. 1.2-1.3)
.
3.
3.1
Der Mitteilung vom 1
1.
September 2014 (
Urk.
7/134) lagen folgende medizinische Berichte zugrunde:
D
ie Fachleute der C._
stellten mit Bericht vom 1
3.
Juni 2013 (
Urk.
7/117
/6-12
)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
leichte bis mittelgradige
depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Panikstörung, episodisch paroxysmale Angst (ICD-10 F41.0)
-
chronisch
nozizeptive
und neuropathische Schmerzen des linken Oberen Sprunggelenks (OSG) bei Sturz nach komplexer
Pilon
tibiale
Fraktur, medialer
Malleolarfraktur
OSG links
bei
Arbeitsunfall (Sturz aus zirka
3m Höhe) am 2
1.
(richtig: 12.)
September 2006
-
lumbovertebrales
Syndrom linksbetont
-
Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom rechts/links, Pseudoarthrose
Proces
sus
styloideus
ulnae
links
Es bestehe eine geringe Aussicht, dass die Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeits
markt wieder erreicht werden könne, ausser es komme im Rahmen der somati
schen Behandlung zu einer deutlichen Schmerzreduktion. Durchaus denkbar sei eine Arbeits
fähigkeit im geschützten Arbeitsbereich mit klar strukturierten Ab
läufen, einer eingeschränkten Arbeitszeit und der Möglichkeit, Pausen einzu
legen. Zur psychischen Stabilisierung sei eine Tagesstruktur an einem geschützten Arbeitsplatz sinnvoll (
Ziff.
1.4).
Die Behandlung finde monatlich statt. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Maurer sei der Beschwerdeführer seit 2
7.
Juni 2011 zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.5-1.6). Das Konzentrationsvermögen und die Anpassungsfähigkeit seien leicht, die Belastbarkeit sei mittelgradig eingeschränkt. Das Auffassungsver
mögen sei nicht eingeschränkt (
Urk.
7/117/11).
3.2
Die
Ärztinnen und Ärzte der
A._
stellten in ihrem am 3
0.
April 2014 u
nter Berücksichtigung der Akten sowie nach
Erhebung der Anamnese und Durch
füh
rung einer internistischen, psychiatrischen, orthopädischen und neurologi
schen Untersuchung
erstatteten Gutachten (
Urk.
7/129) folgende Diagnosen mit Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 30):
-
posttraumatische OSG-Arthrose links mit und bei
-
Status nach Sturz aus 2-3 m Höhe am 1
2.
September 2006 mit
-
mehrfragmentärer
Pilon-Tibialfraktur
links
-
Impressionsfraktur des linken Talus
dorso
-lateral
-
Osteosynthese mit offener Reposition und
Spongiosaplastik
am
2
1.
September 2006
-
Metallentfernung am
4.
September 2009
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F41.0)
-
Panikstörung,
episodisch paroxysmale Angst (ICD-10 F41.0)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41).
Die folgenden Diagnosen hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 31):
-
Karpaltunnelsyndrom beidseits, rechtsbetont
-
intermittierendes
Panvertebralsyndrom
mit
punctum
maximum
im Lenden
wirbelsäulen-(LWS)Bereich
-
HBs-
Ag
-Träger
Massgebend für die zeitliche Reduktion der Arbeitsfähigkeit sei weiterhin die psy
chiatrische Einschätzung. Aus psychiatrischer Sicht habe sich die Situation bezüglich Arbeitsfähigkeit nicht verbessert. Es bestehe weiterhin keine Arbeits
fähigkeit im ersten Arbeitsmarkt. Aus somatischer Sicht könne weiterhin von einer vor allem qualitativen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Dabei habe sich im Vergleich zur Aktenlage keine Veränderung ergeben
. Das bisherige Profil
einer vollen Arbeitsfähigkeit
, wonach das längere Gehen und Stehen sowie das längere Tragen von schweren Gewichten im Stehen und Gehen und ebenso das längere Treppensteigen und das Besteigen von Gerüsten sowie das Gehen auf unebenem Boden zu vermeiden sei,
gelte weiterhin (S. 32).
Der massgebende psychiatrische Gesundheitszustand sei unverändert. Es bestehe weiterhin volle Arbeitsunfähigkeit, jedoch Aussicht auf Verbesserung durch kon
sequente Durchführung der medizinischen Massnahmen mit Empfehlung einer R
e-Evaluation in zwei Jahren.
Im angestammten Beruf als Bau
a
rbeiter bestehe eine bleibende volle Arbeitsunfähigkeit. Auch in einer somatisch optimal ange
passten Tätigkeit bestehe weiterhin aufgrund der psychiatrischen Einschätzung
eine volle Arbeitsunfähigkeit.
Der Beschwerdeführer sei insbesondere in der Durch
haltefähigkeit
schwer eingeschränkt, ebenso in der Fähigkeit zu spontanen Aktivitäten. Die Wegefähigkeit sei leicht eingeschränkt, die Gruppen- und Kon
taktfähigkeit sowie die Flexibilität die Umstellungsfähigkeit sowie die Fähigkeit zur Planung seien mittelgradig eingeschränkt. Die Entscheidungsfähigkeit sei schwer eingeschränkt
. Hieraus ergebe sich
zur Zeit
keine verwertbare Arbeits
fähig
keit im ersten Arbeitsmarkt. In Bezug auf die massgebende psychiatrische Einschätzung ergebe sich keine relevante Veränderung seit der
Rentenzusprache
. Der Beschwerdeführer sollte in absehbarer Zeit in einem geschützten Bereich arbeiten
. Die Prognose, ob eine Reintegration in
den ersten Arbeitsmarkt gelinge
, bleibe abzuwarten, sei jedoch eher ungünstig (S
. 33).
Eine präzise prognostische Aussage sei im psychiatrischen Bereich und in diesem Fall nicht möglich, frühestens sei aber eventuell mit einer etwas verbesserten Arbeitsfähigkeit im Laufe von einem Jahr zu rechnen, nach Aufnahme einer Tätigkeit im geschützten Bereich (S. 35).
3.3
Gestützt auf dieses Gutachten sowie unter der damals
massgeblichen
Annahme,
die Einschränkungen seien nicht überwindbar (vgl.
Urk.
7/131/6 unten), ging die Beschwerdegegnerin von einem unveränderten Rentenanspruch aus (
Urk.
7/134)
4.
4.1
Am 2
3.
Juni 2017 (
Urk.
7/167) erstattete
Dr.
med. D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sein unter Berücksichtigung der Akten, Erhebung der Anamnese und Durchführung einer eigenen Untersuchung verfasstes Gutach
ten und stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
26):
-
chronifiziertes
depressives Geschehen, gegenwärtig besteht eine leicht- bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst; ICD-10 F41.0), gegenwärtig leicht ausgeprägt
-
chronische Schmerzproblematik
Dr.
D._
hielt fest, der Beschwerdeführer habe im Jahr 2014 nach der Begut
achtung aufgrund eines schweren Verkehrsunfalles im Kosovo mehrfache Frak
turen des rechten Arms erlitten. Hierzu fänden sich keine medizinischen Akten. Anlässlich der Untersuchung habe der Beschwerdeführer
von einer Verbesserung seiner körperlichen Situation berichtet. Eine Operation an der Wirbelsäule habe zu weniger Schmerzen geführt. Er habe seither eine bessere Beweglichkeit. Er schildere einen wenig strukturierten Tagesablauf. Er stehe früh auf, informiere sich, mache kleine Besorgungen. Selten koche er. Er treffe kaum mehr Freunde oder Kollegen. Über den Tag mache er nach eigenen Angaben
«
eigentlich nichts
»
. Er gehe reg
elmässig zu seinem Psychiater
dipl.
med
.
E._
, den er schon seit einigen Jahren kenne (S. 29).
D
ipl. med
.
E._
berichte von einer Therapieresistenz bei einem schweren chroni
schen depressiv
en Leiden. Auf Nachfrage habe
dipl.
med
.
E._
geschildert, dass es mit dem Beschwerdeführer nur zu unregelmässigen Gesprächen in grossen Abständen komme. So habe er ihn im April 2017 zuletzt, zuvor im Dezember 2016 gesehen. Eine erste Behandlungsperiode habe von Mitte Dezember 2014 bis Ende 2014 stattgefunden. Nach anfänglich dichter und vom Arzt als gut be
zeich
neter Zusammenarbeit habe der Beschwerdeführer die Behandlung Ende 2014 abgebrochen (S. 30 Mitte).
Dr.
D._
hielt fest, es sei i
m Vergleich zu 2014 bis heute zu einer leichten Verbesserung des Gesundheitszus
tandes gekommen. Gemäss Mini-ICF
-APP lägen noch mittelgradige Einschränkungen in der Flexibilität und Umstellungs
fähig
keit, Entscheidungs-und Urteilsfähigkeit, Durchhaltefähigkeit, Selbstbehaup
tungs
fähig
keit, Kontaktfähigkeit zu Dritten, Gruppenfähigkeit sowie in den Spontanakti
vi
täten vor. Aufgrund des doch verbesserten Zustands
bestehe medizinisch-theo
retisch eine
Teilarbeitsfähigkeit von 50
%
für leichte manuelle Arbeiten. Auf
grund des langjährigen Krankheitsverlaufs empfehle sich jedoch eine schrittweise Heranführung an diese theoretische prozentuale Teilarbeitsfähigkeit mittels Arbeits
training. Zusätzlich sollte der Beschwerdeführer im Rahmen der Mitwir
kungspflicht auf eine Intensivierung der psychotherapeutischen
Behandlung auf
merksam gemacht werden (S. 31). Die Angaben zur Arbeitsfähigkeit
gälten seit Anfang 2017 (S. 32
Ziff.
7). Es sei zu einer Zustandsverbesserung gekommen: Heute liege ein leicht- bis mittelgradig depressives Zustandsbild vor. Die Panik
störung sei in ihrem Schweregrad teilremittiert, auch die Schmerzproblematik sei in den Hintergrund getreten (S. 33).
4.2
Gestützt auf diese Aktenlage ging die Beschwerdegegnerin von einer vollen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten aus (vgl.
Urk.
7/168/9
) und hielt im angefochtenen Entscheid fest, es würde eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten bestehen, wenn der Beschwerdeführer eine regel
mässige Therapie und eine Tätigkeit im geschützten Rahmen aufgenommen hätte (
Urk.
2 S. 1-2).
4.3
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung oder des
Einspracheentscheides
ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwal
tungsaktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Sie können indessen, unter Wahrung des rechtlichen Gehörs, berücksichtigt werden, wenn sie kurze Zeit nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids eingetreten sind, sich ihre Beachtung aus prozessökonomischen Gründen unbedingt aufdrängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 99 V 98 E. 4 mit Hinweisen).
Diese Voraussetzungen sind für die nachfolgenden Berichte erfüllt.
4.4
Dipl
. med. E._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt mit Bericht vom 2
4.
Oktober 2017 (
Urk.
7/182
=
Urk.
7/185
) fest, der Beschwerde
führer leide an einer rezidivierenden therapieresistenten depressiven Störung und an einer seit 2015 zunehmenden
Schmerzproblematik
.
Er sei aufgrund der ab 2016 erfolgten Rückenbehandlung mit stationärer operativer Behandlung und Reha daran gehindert
gewesen, an therapeutischen Sitzungen teilzunehmen. Seit Sommer 2017 hätten die Schmerzen abgenommen. Aktuell erfolgten erneut regel
mässige therapeutische Sitzungen. Auf dem Arbeitsmarkt bestehe aus psychi
schen Gründen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
. Aufgrund der
Chronifizierung
seiner psychischen Störung sei der Beschwerdeführer jetzt und in Zukunft nicht in der Lage, eine ausreichende psychische Stabilität zu erlangen, die ihm eine Reintegration ermöglichen würde
(S. 1-3).
4.5
Der Beschwerdeführer reichte im Gerichtsverfahren einen Bericht von
Dr.
med. F._
, Oberarzt am
G._
, vom
3.
Oktober 2014 (
Urk.
11/2) ein, worin folgende Diagnosen gestellt wurden (S. 1).
-
Mehrfachverletzung nach Autounfall am 2
0.
Juli 2014 mit
-
grossem Weichteildefekt linke Schulter dorsal bis zum Ellenbogen reichend im Sinne einer semizirkulären Ablederung
-
Rissquetschwunde
Dig
. III und IV
ulnar
rechts
-
Wundinfekt mit
Pseudomonas
und Enterokokken
Als Nebendiagnose nannte
Dr.
F._
eine Depression.
Anlässlich der Abschluss
kontrolle hielt
Dr.
F._
fest, es gehe dem Patienten nach wie vor sehr gut, und seit der letzten Konsultation hätten sich sämtliche Beschwerden weiter deutlich gebessert. Die Beweglichkeit im Bereich des linken Oberarmes und Schulterge
lenkes sei nicht mehr eingeschränkt und seitengleich demonstrierbar
. Die Be
schwerden im rechten Handgelenk und
Carpusbereich
seien deutlich
regredient
und es sei praktisch keine
Analgetikaeinnahme
mehr erforderlich. Die Behand
lung werde abgeschlossen (S. 2).
4.6
Wei
ter reichte die
Beschwerdegegnerin
den Bericht
der
C._
vom 2
4.
April 2018 über den teilstationären Aufenthalt
des Beschwerdeführers
vom 2
7.
November 2017 bis 2
3.
Februar 2018 ein (
Urk.
14/2). Darin wurden folgende Diagnosen gestellt (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
Agoraphobie: Mit Panikstörung (ICD-10 F40.01)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.40)
-
somatisch: Diabetes mellitus
Die Zuweisung sei durch
dipl.
med
.
E._
erfolgt. Der Patient wünsche sich den Aufbau einer geregelten Tagesstruktur sowie die allgemeine Stabilisierung des psychischen Zustands. Ein weiteres Ziel sei der verbesserte Umgang
mit den chronischen Schmerzen (S. 1).
Es sei eine Präsenz von 50
%
vereinbart worden. Vom 2
1.
Dezember 2017 bis 2
5.
Januar 2018 habe er am Arbeitstraining zu wöchentlich 1.5 Stunden, insgesamt vier Mal, teilgenommen. Er habe Mühe bekundet, an einem
Tisch mit acht Mitarbeiterinnen zu arbeiten,
di
es löse Ängste und Schweissausbrüche bei ihm aus. Das Arbeitstraining sei nach vier Stunden abgebrochen worden. Es habe keine
Pensumerhöhung
erfolgen können. Leider sei es trotz der Teilnahme am multidisziplinären Therapieprogramm zu keiner Ver
besserung des psychischen Zustandes gekommen.
Der Patient habe grosse Mühe gehabt, am Programm teilzunehmen, habe eine grosse Antriebslosigkeit und Erschöpfung beklagt und habe sich stets zur Teilnahme zwingen müssen.
Er habe weiterhin an einer unverändert mittelgradig depressiven Symptomatik mit einer bedrückten Stimmung und Konzentrationsstörungen, an
agoraphoben
Ängsten mit Panikattacken und Sorgen sowie chronischen Schmerzen gelitten.
Der Aus
tritt sei nach knapp dreimonatigem Aufenthalt in leider unverändertem Zustand ohne aktuelle Selbst- oder Fremdgefährdung erfolgt (S. 2).
5.
5.1
Die der Mitteilung vom 1
1.
September 2014 zugrunde liegenden medizinischen Berichte nannten in psychiatrischer Hinsicht
als
Diagnosen eine
anhaltende
somatoforme Schmerzstörung, eine leichte bis mittelgrad
ige depressive Episode, eine
Panikstörung mit episodisch paroxysmalen Angst
(Bericht der
C._
, vor
stehend E. 3.1)
beziehungsweise eine mittelgradige
depressive Episode, überein
stimmend eine Panikstörung mit episodisch paroxysmalen Angst sowie eine ch
ronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (Gutach
ten
A._
, vorstehend E. 3.2). Die
A._
-Gutachter gingen davon aus, dass die psychiatrische Einschätzung für die Arbeitsunfähigkeit verantwortlich sei
. In Über
ein
stimmung mit den Fachleuten der
C._
hielten die Gutachter einzig eine Tätigkeit in einer geschützten Stätte für realistisch, mit möglicherweise Verbes
serung bei konsequenter Durchführung der medizinischen Massnahmen. Ob eine Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt gelingen könne, bleibe abzuwarten; die Prognose sei ungünstig
(vorstehend E. 3.2). In somatischer Hinsicht wurde eine angepasste Tätigkeit als zu 100
%
zumutbar erachtet, sofern der Beschwerde
füh
rer dabei
das längere Gehen und Stehen sowie das längere Tragen von schweren Gewichten im Stehen und Gehen und ebenso das längere Treppensteigen und das Besteigen von Gerüsten sowie das Gehen auf unebenem Boden vermeiden kann.
5.2
Dr.
D._
stellte in seinem Gutachten vom 2
3.
J
uni
2017 ein
chronifiziertes
depressives Geschehen, gegenwärtig leicht- bis mittelgradige depressive Episode, eine
Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst), gegenwärtig leicht ausge
prägt, und eine chronische Schmerzproblematik fest. Die
psychiatrischen
Diag
nosen sind
somit im Wesentlichen unverändert, ausser dass
Dr.
D._
eine leicht- bis mittelgradige statt einer mittelgradigen depressiven Episode feststellte und auch die Panikstörung nun als gegenwärtig leicht ausgeprägt beurteilte (vorstehend E. 4.1). Zu letzterem ist festzuhalten, dass
fraglich ist, ob eine Teil
remission eingetreten ist, wenn der Beschwerdeführer
noch
etwa vier bis fünfmal pro Woche Attacken erleidet (vgl. S. 18 des Gutachtens
von
Dr.
D._
), traten diese doch gemäss
A._
-Gutachten
zum damaligen Zeitpunkt
lediglich etwa zweimal pro Woche auf (vgl.
Urk.
7/129/45).
Dr.
D._
ging denn auch
nur
von einer leichten Verbesserung aus.
Er erachtete den Beschwerdeführer
«
in einer leichten manuellen Tätigkeit
»
als zu 50
%
arbeitsfähig, was die Frage aufwirft, weshalb
Dr.
D._
als Psychiater ein somatisch gefärbtes Belastungs
profil ent
warf
. Vielmehr wäre zu erwarten, dass die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf die psychischen Einschränkungen Bezug nimmt.
Hinzu kommt, dass
selbst wenn
das Gutachten von
Dr.
D._
eine relevante Veränderung
begründen
könnte, es
keine genügenden Angaben zu den Standardindikatoren
(BGE 143 V 418)
, die dann zu prüfen wären,
enthält.
Auch wurde die Einnahme der Antidepressiva laborchemisch nicht geprüft.
Insgesamt vermag die Beurteilung durch
Dr.
D._
deshalb nicht zu überzeugen; sein Gutachten genügt den Beweisanforderungen (vgl. vorstehend E. 1.4) nicht.
5.3
Sowohl die
A._
-Gutachter wie auch
Dr.
D._
waren bezüglich der Prognose, ob eine Arbeitsfähigkeit realistisch ist, zurückhaltend. Im
A._
-Gutachten wurde darauf hingewiesen, dass die Prognose
,
ob
eine Wiedereingliederung
gelinge
,
abzuwarten und eher ungünstig sei (vorstehend E. 3.2).
Dr.
D._
empfahl die schrittweise Heranführung an die
von ihm attestierte
theoretische Arbeits
fähig
keit mittels Arbeitstraining. Der Beschwerdeführer hat denn
zwischenzeitlich
auch
einen entsprechenden - nicht erfolgreichen - Versuch in der
C._
gemacht (vgl. vorstehend E. 4.6).
Der
diesbezügliche
Bericht
der
C._
enthält Hinweise darauf, dass sich der Zustand des Beschwerdeführers möglicherweise nicht grundlegend verbessert hat; eine genügende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit enthält er jedoch nicht.
Dies gilt auch für den Bericht von
dipl.
med.
E._
(vgl. vorstehend E. 4.4): Dass der Beschwerdeführer nachgerade für immer zu 100
%
arbeitsunfähig und nicht integrierbar sei,
ist nicht schlüssig begründet worden.
Die Annahme der Beschwerdegegnerin, wonach in einer angepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit bestehen solle, findet in den medizinischen Akten
somit
keine
Stütze und ist nicht nachvollziehbar
. Insbesondere kann der Ansicht, diese Arbeitsfähigkeit würde bestehen, wenn der Beschwerdeführer eine Tätigkeit im geschützten Rahmen aufgenommen hätte,
angesichts der Einschätzung der beteiligten Ärzte
nicht gefolgt werden. Noch 2014 war die Beschwerdegegnerin
zudem
selbst der Ansicht, die Aufnahme einer entsprechenden Beschäftigung sei als Empfehlung und nicht als Schadenminderungspflicht zu verstehen (vgl.
Urk.
7/131/7).
5.4
Somit ist die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht unklar. Zudem
fehlen aktuelle Angaben zum somatischen Gesundheit
szustand des Beschwerdeführers, welcher im Juli 2014 einen Autounfall erlitten und sich im Jahr 2016 einer Rückenoperation unterzogen hatte (vgl. vorstehend E.
4.4-4.5). Wenngleich er gegenüber
Dr.
D._
mitteilte, dass sich seine körperliche Situation verbessert habe (vgl. vorstehend E. 4.1), ist doch nicht auszuschliessen, dass sich die soma
tischen Veränderungen auf seine Arbeitsfähigkeit auswirken und sich das Belas
tungsprofil verändert hat.
Damit fehlt es an der
Grundlage für einen Entscheid; es kann nicht beurteilt werden,
ob seit der Mitteilung vom 1
1.
September 2014 eine anspruchsrelevante Veränderung eingetreten ist.
6.
6.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
6.2
Nach dem Gesagten rechtfertigt es sich, dem Eventualantrag des Beschwerde
füh
rers entsprechend die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den Sachverhalt unter Einholung eines polydisziplinären Gutachtens abkläre und hernach erneut verfüge.
Dabei wird allenfalls auch ein Anspruch auf Ein
gliederungsmassnahmen zu prüfen sein.
In diesem Sinne ist der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Beschwerde ist gutzuheissen.
7.
7.1
Die Gerichtskosten nach
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (IVG)
sind auf
Fr.
700.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person
Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
) und sind beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
185.-- (ohne
MWSt
) auf
Fr.
2‘500.-- (inkl.
MWSt
und Auslagenersatz) festzu
setzen.