Decision ID: 60a3ce98-fa19-5ba9-b469-f6ef34e81940
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, war Arbeitnehmer, alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer der
Y._
(
vgl.
Urk. 2/6, Urk. 7/4 S. 4) und dadurch bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG (nach
folgend: Allianz)
im Rahmen einer Kollektiv-Krankenversicherung nach dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG) gegen Erwerbsaus
fall bei Krankheit versichert (
vgl.
Urk.
7
/
3)
.
Am 24. November 2017 erlitt der Versicherte
eine Hirnblutung. Mit Krankheitsmeldung vom 29. November 2017 wurde der Allianz mitgeteilt, dass der Versicherte seit dem 24. November 2017 zu 100 % arbeitsunfähig sei (
vgl.
Urk. 7/4 S. 4). Die Allianz erbrachte nach Ablauf der Wartefrist von 30 Tagen
ab dem 25. Dezember 2017
Taggelder
.
Am 5. Juli 2018 teilte die Allianz dem Versicherten mit, dass die Taggelder auf der Basis der deklarierten Lohnsumme von Fr. 22'507.45 ausgerichtet würden, da gemäss IK-Auszug vom 22. Februar 2018 diese Summe als Lohn der SVA Zürich gemeldet worden sei (Urk. 7/38
, vgl. auch Urk. 7/36
).
In der Folge entstand zwischen den Parteien ein Streit über die Höhe des ver
sicherten Jahreslohnes und damit des Taggelds.
Am 16. Mai 2019 teilte die Allianz dem Versicherten mit, dass ab dem 1. Novem
ber 2018 eine Überentschädigung bestehe
. Sie
stellte die Leistungen ein
,
forderte die in der Zeit vom 1. November 2018 bis 30. April 2019 geleisteten Taggelder zurück und verrechnete den zurückgeforderten Betrag von Fr. 8'928.70 mit den Leistungen der Invalidenversicherung (
vgl.
Urk. 7/
109).
2.
Am 20. November 2019 erhob der Versicherte Klage gegen die Allianz und bean
tragte, die Beklagte sei zu verpflichten, ihm den Betrag von Fr. 53'078.35, zuzüg
lich 5 % Verzugszinsen seit dem 20. November 2019
,
zu bezahlen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1). Mit Klageantwort vom 6. Januar 2020 (Urk. 6) beantragte die Beklagte die Abweisung der Klage
.
Nachdem die Parteien auf die Durchführung einer Hauptverhandlung verzichtet hatten (vgl. Urk. 8, Urk. 10),
hielt d
er Kläger
mit Replik vom
22. April 2020
an
seinem Antrag
fest (Urk.
14
). Die Beklagte hielt mit Duplik vom
8. Mai 2020 ebenso an ihrem Antrag
fest (Urk. 18)
,
was
dem Kläger am 11. Mai 2020 zur Kenntnis gebracht
wurde
(Urk. 19).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitigkeiten aus einer Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung unterstehen gemäss Art. 2 Abs. 2 Satz 2 des Bundesgesetzes vom 26. September 2014 betreffend die Aufsicht über die soziale Krankenversicherung (Krankenver
si
che
rungsaufsichtsgesetz, KVAG) dem Bundesgesetz über den Versicherungsver
trag (Versicherungsvertragsgesetz, VVG). Sie sind privatrechtlicher Natur (BGE 138 III 2 E. 1.1). Kollektive Kranken
taggeld
versicherungen werden vom Bundes
gericht wie alle weiteren
Taggeld
versicherungen in ständiger Praxis unter den Begriff der Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung subsumiert (BGE 142 V 448 E. 4.1).
1.2
Das Sozialversicherungsgericht ist als einzige kantonale Gerichtsinstanz für Klagen über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenver
sicherung nach dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) zuständig (Art. 7 der Schweizerischen Zivilprozessordnung, ZPO, in Verbindung mit § 2 Abs. 2
lit
. b
GSVGer
; BGE 138 III 2 E. 1.2.2), ohne dass vorgängig ein Schlich
tungsverfahren durchzuführen ist (BGE 138 III 558 E. 4).
Das Verfahren richtet sich nach der ZPO, wobei das vereinfachte Verfahren zur Anwendung gelangt (Art. 243 Abs. 2
lit
. f ZPO).
1.3
Nach Art. 87 VVG steht demjenigen, zu dessen Gunsten eine kollektive Unfall- oder Krankenversicherung abgeschlossen worden ist, mit dem Eintritt des Unfalls oder der Krankheit ein selbständiges Forderungsrecht gegen den Versicherer zu (Urteil des Bundesgerichts 4A_10/2016 vom 8. September 2016 - in BGE 142 III 671 nicht publizierte - E. 4.1).
1.4
Gemäss Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, wäh
rend die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet. Diese Grund
regel kann durch abweichende gesetzliche Beweislastvorschriften verdrängt wer
den und ist im Einzelfall zu konkretisieren (BGE 128 III 271 E. 2a/
aa
). Sie gilt auch im Bereich des Versicherungsvertrags. Nach dieser Grundregel hat der An
spruchsberechtigte - in der Regel der Versicherungsnehmer, der versicherte Dritte oder der Begünstigte - die Tatsachen zur «Begründung des Versicherungs
an
spruches» (Marginalie zu Art. 39 VVG) zu beweisen, also namentlich das Bestehen
eines Versicherungsvertrags, den Eintritt des Versicherungsfalls und den Umfang des Anspruchs. Den Versicherer trifft die Beweislast für Tatsachen, die ihn zu einer Kürzung oder Verweigerung der vertraglichen Leistung berechtigen (z.B. wegen schuldhafter Herbeiführung des befürchteten Ereignisses: Art. 14 VVG) oder die den Versicherungsvertrag gegenüber dem Anspruchsberechtigten unver
bindlich machen (z.B. wegen betrügerischer Begründung des Versicherungsan
spruches: Art. 40 VVG). Anspruchsberechtigter und Versicherer haben im Streit um vertragliche Leistungen je ihr eigenes Beweisthema und hierfür je den Haupt
beweis zu erbringen (BGE 130 III 321 E. 3.1).
1.5
Da der Nachweis rechtsbegründender Tatsachen im Bereich des Versicherungs
vertrags regelmässig mit Schwierigkeiten verbunden ist, geniesst der beweis
pflichtige Anspruchsberechtigte insofern eine Beweiserleichterung, als er in der Regel nur eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für das Bestehen des geltend
gemachten Versicherungsanspruchs darzutun hat. Allerdings kann der Versi
che
rer
im Rahmen des Gegenbeweises Indizien geltend machen, welche die Glaub
würdi
gkeit des Ansprechers erschüttern oder erhebliche Zweifel an seinen Schil
de
rungen erwecken. Gelingt der Gegenbeweis, dürfen die vom Anspruchsbe
rechtig
ten behaupteten Tatsachen nicht als überwiegend wahrscheinlich und damit nicht als bewiesen anerkannt werden. Der Hauptbeweis ist vielmehr gescheitert (BGE 130 III 321 E. 3.4).
1.6
Als Teil des Privatrechts räumt das VVG den Parteien weitgehende Vertrags
freiheit ein, solange sie die Schranken der Rechtsordnung beachten. Der Ver
tragsinhalt richtet sich häufig nach vorformulierten Allgemeinen Vertragsbestim
mungen (AVB; Michael Iten, Der private Versicherungsvertrag: Der Antrag und das Antragsverhältnis, unter Ausschluss der Anzeigepflicht, Freiburg, 1999, S. 23 N 72). Das Schweizerische Obligationenrecht (OR) gilt immer subsidiär, wenn das VVG - das hinsichtlich des (Zusatz-)Versicherungsvertrages zahlreiche vom OR abweichende oder
dieses ergänzende Bestimmungen
enthält - eine Frage nicht regelt (vgl. Art. 100 Abs. 1 VVG).
1.7
Die AVB werden nach den gleichen Grundsätzen ausgelegt wie andere Ver
tragsbestimmungen (BGE 142 III 671 E. 3.3; 135 III 1 E. 2; je mit Hinweisen). Entscheidend ist demnach in erster Linie der übereinstimmende wirkliche Wille der Vertragsparteien und in zweiter Linie, falls ein solcher nicht festgestellt werden kann, die Auslegung der Erklärungen der Parteien nach dem Vertrau
ens
prinzip (BGE 142 III 671 E. 3.3; 140 III 391 E. 2.3; je mit Hinweisen). Dabei ist vom Wortlaut der Erklärungen auszugehen, welche jedoch nicht isoliert, sondern
aus ihrem konkreten Sinngefüge heraus zu beurteilen sind (BGE 140 III 391 E. 2.
3; BGE 138 III 659 E. 4.2.1; BGE 123 III 165 E. 3a). Demnach ist der vom Erklärenden
verfolgte Regelungszweck
massgebend
, wie ihn der Erklärungsempfänger in guten
Treuen verstehen durfte und musste (BGE 140 III 391 E. 2.3; BGE 138 III 659 E.
4.2.1; BGE 132 III 24 E. 4).
2.
2.1
Der Kläger führte zur Begründung seiner Klage (Urk. 1) aus,
er habe im Jahr 2017 einen Lohn von Fr. 60'000.-- verdient. Dieser Lohn sei auch gegenüber d
er AHV abgerechnet worden
.
Die Geschäftstätigkeit der
Y._
sei im Aufbau gewesen. Er habe im Jahr 2016 mehr Mittel bezogen, als die Firma abgeworfen habe. Im Jahr 2016 habe er insgesamt Fr. 73'328.49 bar aus der Firma genommen. Um
d
ie Buchhaltung ausgeglichen zu gestalten, habe er einen AHV-pflichtigen Lohn von Fr. 24'268.-- deklariert, während der Rest als Schuld des Klägers gegen
über der Gesellschaft verbucht worden sei. Diese Buchungen hätten den tat
säch
lichen wirtschaftlichen Verhältnissen entsprochen.
Im Jahr 2017 habe die Ge
sellschaft einen um Fr. 40'000.-- höheren Umsatz
als im Jahr 2016
erwirtschaftet
(S. 3). Der zusätzliche Umsatz stelle für ihn Mehreinkommen dar. Die Gesellschaft habe ihm im Jahr 2017 einen entsprechend höheren Lohn gewähren können, welcher im Jahr 2017 Fr. 60'000.-- betragen habe
. Die Lohnansprüche seien so an ihn ausgeschüttet worden, dass seine Kontokorrentschuld gegenüber der Ge
sellschaft getilgt worden sei
(S. 4)
.
2.2
Die Beklagte stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 6),
gemäss Art.
6 Ziff. 1 der Zusatzbedingungen würden sich die Taggelder nach dem AHV-Lohn bemessen, welchen die versicherte Person im Monat vor Beginn des Krank
heitsfalls bezogen habe
(S. 3)
.
Es sei nicht relevant, wieviel der
Kläger
mittels Korrektur- und Schlussabrechnung gegenüber der AHV abgerechnet habe. Rele
vant sei vielmehr, welchen Lohn er vor Beginn des Krankheitsfalls bezogen habe.
In der Krankheitsmeldung vom 29. November 2017 sei kein Lohn angegeben worden.
Sie habe am 11. Januar 2018 vom
Kläger
zur Leistungsprüfung die Lohn
ab
rechnungen der letzten 12 Monate vor Beginn des Krankheitsfalls verlangt.
Am 29. Januar 2018 habe der Arbeitgeber für den Kläger gegenüber der AHV einen Jahreslohn von Fr. 22'507.45 für das Jahr 2017 deklariert. Es sei darauf hinzu
weisen, dass zu diesem Zeitpunkt das Jahr 2017 bereits beendet gewesen sei. Dementsprechend sei dieser Lohn auch nicht als «voraussichtliche Lohnsumme», sondern im Nachgang des abgeschlossenen Jahres im Rahmen der Schlussab
rechnung gegenüber der SVA als totale Lohnsumme gemeldet worden.
Auch gemäss IK-Auszug vom 22. Februar 2018 seien im Jahr 2017 Sozialversiche
rungsbeiträge auf einem AHV-pflichtigen Einkommen von Fr. 22'507.-- gemeldet
und verbucht worden.
Erst am 14. März 2018 habe der Kläger die AHV-pflichtige Lohnsumme geändert und neu Fr. 60'000.-- für das Jahr 2017 deklariert
. Die Lohnsummen aller anderen Mitarbeiter seien unverändert geblieben (S. 4).
Der Umsatz der Gesellschaft sei in
casu
nicht relevant. Relevant sei denn auch nicht ein nachträglich erhöhtes Einkommen, sondern das Einkommen, welches vor Be
ginn des Krankheitsfalls, somit vor dem 24. November 2017 ausgerichtet worden sei. Versichert sei der effektive Lohnausfall und nicht allfällige spätere Lohner
höhungen (S. 5).
Der Lohn des Klägers sei erst deutlich nach Eintritt der Arbeits
unfähigkeit angepasst und erhöht worden (S. 6).
Es gehe nicht an, dass diese Zahlung für die Berechnung der Taggelder relevant sein solle. Es handle sich nicht um den effektiven Erwerbsausfall und auch nicht um den Lohn, welcher vor Eintritt des Krankheitsfalls bezogen worden sei
(S. 8)
.
2.3
Unter den Parteien sind einzig die Höhe des versicherten Verdienstes und damit des Krankentaggeldes um
stritten.
Unbestritten ist dagegen die Arbeitsunfähigkeit des Klägers ab 24. November 2017 aus Krankheitsgründen und damit der Taggeldanspruch an sich.
3.
3.1
Art. 6 Ziff. 1 der
Zusatzbedingungen für die Krankentaggeld-Versicherung (ZB) bestimmt
hinsichtlich der Berechnung der Leistungen,
dass
als G
rundlage für die
Bemessung der
Taggel
der der
AHV
Lohn gilt, den die versicherte Person im Mo
nat vor Beginn des Krankheitsfalles oder Rückfalles vom Versicherungsnehmer be
zogen hat.
Lohnbestandteile, auf die ein Rechtsanspruch besteht, werden mitberücksichtigt. Darunter fallen insbesondere regelmässige Vergütungen, deren Höhe arbeitsver
traglich vereinbart ist, wie der 13. Monatslohn.
Nicht berücksichtigt werden nicht leistungsabhängige einmalige Sondervergü
tungen wie Gratifikationen, Treueprämien, Dienstaltersgeschenke etc.
Das Taggeld richtet sich in jedem Fall nach dem effektiven Erwerbsausfall, welchen die versicherte Person aufgrund des Krankheitsfalls erleidet.
Der
Lohn wird auf ein volles J
ahr umgerechnet und durch 365
geteilt.
Bei versicherten fixen Lohnsummen wird diese ebenfalls durch 365 geteilt. Das so ermittelte Taggeld wird für jeden Kalendertag ausgerichtet.
U
nterliegt der Verdi
enst starken Schwankungen (z.B.
Provisionsbezüger, unregel
mässig
er Arbeitseinsatz
), so wird
f
ür die Berechnung des Taggelds der in den letzten 12 Monaten vor
Krankheitsbeginn
erzielte
Lohn durch 365
geteilt.
Eine
starke Schwankung liegt vor, wenn das so berechnete Taggeld um mindestens 10
%
vom gemäss vorstehenden Absätzen berechneten Taggeld abweicht
(vgl. Urk. 7/2)
.
Unter den Parteien ist unbestritten, dass diese
ZB
Bestimmung zur Anwendung kommt.
3.2
Gemäss dieser ZB-Bestimmung stützt sich die Versicherung zur Berech
nung des Taggeldes auf den letzten vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit bezo
genen AHV-Lohn. Dies kann nur so verstanden werden, dass der tatsächlich vor Eintritt der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit dem gesunden Arbeit
nehmer ausgezahlte AHV-Bruttol
ohn massgeblich ist.
Nachdem vom „AHV-
L
ohn“ die Rede ist, ist derjenige Betrag gemeint, der auch den Ausgleichskassen gemeldet wird. Der Bruttolohn wird im individuellen Konto nach Monaten ausgewiesen (vgl. Art. 140 Abs. 1
lit
. d der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
, AHVV).
3.3
Der Kläger war ab dem 24. November 2017 arbeitsunfähig.
In der Krank
heits
meldung vom 29. November 2017 (Urk. 7/4 S. 4) wurde kein Lohn angegeben. Am 11. Januar 2018 verlangte die Beklagte bei der
Y._
die Lohn
abrechnungen der letzten 12 Monate vor Beginn des Krankheitsfalls zur Leis
tungsprüfung ein (Urk. 7/10). Am 29. Januar 2018 deklarierte der Arbeitgeber für den Kläger gegenüber der AHV einen Jahreslohn von Fr. 22'507.45 für das Jahr 2017 (Urk. 7/36).
Am 5. Februar 2018 verlangte die Beklagte erneut
bei der
Y._
die Lohnabrechnungen der letzten 12 Monate vor Beginn des Krankheitsfalls zur Leistungsprüfung ein (Urk. 7/12), nachdem sie aufgrund ihres Schreibens vom 11. Januar 2018 keine Unterlagen erhalten hatte.
Daraufhin wurden der Beklagten von der
Y._
medizinische Akten sowie eine korrigierte Krankheitsmeldung zugestellt, welche nunmehr eine Lohnangabe von Fr. 5'000.-- pro Monat beziehungsweise Fr. 60'000.-- pro Jahr enthielt. Lohnab
rech
nungen wurde keine eingereicht (Urk. 7/13).
Die Beklagte holte darauf den Auszug des
i
ndividuellen Kontos (IK-Auszug)
des Klägers
bei der SVA ein (vgl. Urk. 7/14). Gemäss
Auszug vom 22. Februar 2018 wurden im Jahr 2017 Sozial
versicherungsbeiträge auf einem AHV-pflichtigen Einkommen von Fr. 22'507.-- gemeldet und verbucht (Urk. 7/17).
Am 14. März 2018 wurde für den Kläger gegenüber der AHV eine neue Lohnsumme von Fr. 60'000.
--
deklariert
. Die Lohnsummen sämtlicher anderen Mitarbeiter blieben unverändert
(Urk. 7/35)
.
In den Akten befinden sich weiter die Lohnausweise der Jahre 2016 und 2017, beide datiert am 12. März
2018 (Urk. 7/23), gemäss welchen im Jahr 2017 ein Lohn von Fr. 58'200.-- abgerechnet wurde.
3.4
Die Bemessung der Taggelder ist gemäss den vereinbarten und anwendbaren Versicherungsbedingungen vorzunehmen.
Die Bemessungsgrundlage ist in Art. 6 Ziff. 1 ZB definiert (vgl. vorstehend E. 3.1).
Relevant ist somit das Einkommen, welches vor Beginn des Krankheitsfalles bezogen wurde
, zumal der effektive Lohnausfall versichert ist.
Der Kläger machte in der Krankheitsmeldung vom 29. November 2017 keine Angaben zum Lohn
(vgl. Urk. 7/4 S. 4)
und reichte der Beklagten
denn auch nach zweimaliger Aufforderung (vgl. Urk. 7/10, Urk. 7/12) keine Lohnabrechnungen ein.
Aus den Akten geht hervor, dass der Arbeitgeber a
m 29. Januar 2018 gegenüber der AHV einen Jahreslohn von Fr. 22'507.45 für das Jahr 2017
für den Kläger deklarierte
(Urk. 7/36).
Die Beklagte führte zu Recht aus, dass zu diesem Zeitpunkt das Jahr 2017 bereits beendet war und dieser Lohn entsprechend nicht als voraussichtliche Lohnsumme, sondern nach dem abge
schlossenen Jahr gegenüber der SVA gemeldet wurde.
Dies stimmt denn auch mit den gesetzlichen Grundlagen überein, wonach die
Akontobeiträge
während der
laufenden Abrechnungsperiode in Rechnung gestellt werden (Art. 34 Abs. 3 Satz
1 AHVV i.V. mit Art. 35 AHVV) und der Arbeitgeber die Löhne innert 30 Tagen nach Ablauf der Abrechnungspe
riode definitiv abzurechnen hat, wobei die Ab
rechnungsperiode das Kalenderjahr umfasst (Art. 36 Abs. 2 und 3 AHVV).
Die Deklaration vom 29. Januar 2018 (vgl. Urk. 7/36) erfolgte nach dem Gesagten innert der gesetzlichen Frist aufgrund der im Jahr 2017 ausbezahlten Löhne und stellte somit keine geschätzte Lohnsumme, sondern die definitive Lohnde
kla
ration dar.
Bei der für den Kläger abgerechneten Lohnsumme von Fr. 22'507.45 handelt es sich demnach um den im Jahr 2017
und somit vor Beginn des Krank
heitsfalls
ausbezahlten Lohn.
Diese Lohnsumme von Fr. 22'507.45 für das Jahr 2017 ist denn auch dem IK-Auszug vom 22. Februar 2018 zu entnehmen (vgl. Urk. 7/17).
Aus diesem geht weiter hervor, dass sich die Einkommen der vor
herigen Jahre in etwa in der gleichen Höhe bewegten. So wurden für das Jahr 2016 Fr. 24'268.--, für das Jahr 2015 Fr. 19'245.-- und für das Jahr 2014
Fr.
15'475.-- verbucht.
Gemäss Ausführungen des Klägers
wurden seine restli
chen
Bezüge im Jahr 2016 als Schulden gegenüber der Gesellschaft verbucht, womit diese von ihm zurückzuzahlen sind (Urk. 1 S. 3).
Seine Ausführungen zum Um
satzvergleich der Gesellschaft in den Jahren 2016 und 2017 können denn unter diesen Umständen auch nicht relevant sein.
Es
spielt
einzig sein Einkommen, welches vor Beginn des Krankheitsfalls ausgerichtet wurde
,
eine Rolle.
Allfällige spätere Lohnerhöhungen sind nicht versichert und betreffen die Berechnung der
Taggelder nicht.
Der Lohn des Klägers wurde erst deutlich nach Eintritt des Krank
heitsfalls angepasst und erhöht. Die Korrektur bei der SVA erfolgte am 14. März 2018, indem die Lohnsumme des Klägers neu auf Fr. 60'000.-- deklariert wurde (vgl. Urk. 7/35). Diesbezüglich ist anzumerken, dass die Lohnsummen der anderen Mitarbeiter allesamt unverändert blieben.
Vor Ein
tritt des Krankheitsfalls wurde vom Kläger demnach effektiv ein Lohn von Fr. 22'507.45 bezogen.
Das Taggeld kann vorliegend nicht abweichend zu den vereinbarten Bestimmungen aufgrund
von späteren Zahlungen berechnet werden, ansonsten der Versicherte bezie
hung
s
weise der Arbeitgeber das Taggeld nach Belieben selber bestimmen und die Be
messungsgrundlage beeinflussen könnte
, was nicht Sinn und Zweck der anwend
baren
Versicherungsbestimmungen ist. Dass es sich bei der Buchung vom 31.
Dezember 2017 in der Höhe von Fr. 52'367.-- (vgl. Urk. 2/9) um Lohn handelt, welcher der Kläger vor Beginn des Krankheitsfalls verdient hat, ist von diesem
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit belegt worden (vgl. hierzu E. 1.4-1.5).
Die internen Abläufe der Buchhaltung können diesbezüglich denn auch keine Rolle spielen, zumal es einzig auf den Lohn ankommt, welcher vor Beginn des Krankheitsfalls bezogen wurde.
Nach dem Gesagten ist gemäss Art. 6 ZB auf die Lohnsumme abzustellen, welche vor Eintritt des Krankheitsfalls bezogen wurde. Dabei handelt es sich vorliegend gestützt auf die echtzeitlichen Belege um eine Lohnsumme für das Jahr 2017 von Fr. 22'507.45.
3.5
Die Berechnung des Taggeldes durch die Beklagte ist somit nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der Klage führt.
4
.
4
.1
Gemäss
Art. 114
lit
. e ZPO ist das Verfahren kostenlos.
4
.2
Die Beklagte wurde nicht durch einen externen Anwalt vertreten. Sie hat somit
praxisgemäss
- mangels eines besonderen Aufwandes (vgl. BGE 110 V 72 E. 7) - keinen Anspruch auf eine Parteient
schädigung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_355/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 4.2).