Decision ID: 4bd4f1e8-ac41-4679-921f-108f5772adc7
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Mit
Einspracheentscheid
vom 26. März 2003 verneinte die
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, den Anspruch der 1970 geborenen und
zu
letzt
als Hilfsbäckerin erwerbstätig gewesene
n
X._
auf berufliche Mass
nahmen und eine Invalidenrente (Urk. 8/37).
Am 23. Mai 2011 meldete sich die
seither nicht mehr erwerbstätig gewesene
Versicherte
unter Hinweis auf
seit 2000 bestehende
psychische Beschwerden und Gelenkschmerzen
erneut zum Leistungsbezug an
(Urk. 8/49).
Daraufhin
tä
tigte
die IV-Stelle
Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht. Ins
besondere
liess
sie
die Versicherte
in der MEDAS
Y._
begutachten (Gutachten vom 10. Mai 2012,
Urk. 8/72).
N
a
ch Durchführung des
Vorbescheid
verfahrens
(Urk. 8/77 ff.)
ver
neinte
sie
mit Verfügung vom
15. Januar 2013
den Anspruch der Versicherten auf
eine Invalidenrente (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 13. Februar 2013 Beschwerde mit dem Rechts
be
gehren um Zusprechung mindestens einer halben Invalide
nrente, eventualiter um erneuten
Entscheid nach Durchführung einer polydisziplinären Abklärung,
sowie um Gewährung von geeigneten beruflichen Massnahmen (Urk. 1 S. 2). Mit
Beschwerdeantwort vom 4. April 2013 schloss die Verwaltung auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), worüber die Beschwerdeführerin am 3. Mai 2013 in
for
miert wurde (Urk. 9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Im verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfah
ren
sind grund
sätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beur
teilen, zu denen die zustän
dige Verwaltungs
behörde vorgän
gig verbindlich
in Form einer Verfü
gung be
ziehungsweise eines
Einspracheentscheids
Stellung genom
men hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den
beschwer
de
wei
se
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem
An
fechtungsgegenstand
und somit an einer
Sach
urteilsvoraussetzung
, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
er
gang
en ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
Im vorliegenden Verfahren beantragt die Beschwerdeführerin sowohl die Zu
spre
ch
ung einer Invalidenrente als auch die Durchführung von beruflichen
Massnahmen (Urk. 1 S. 2). Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom
15. Ja
nuar 2013
ist jedoch nur der Rentenanspruch (vgl. Urk. 2). Im vorliegen
den Verfahren zu prüfen i
st demzufolge lediglich der
Anspruch auf eine Invali
denrente
, während auf den Antrag um Zu
sprechung beruflicher Eingliede
rungs
massnahmen nicht einzutreten ist.
2
.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2
ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2
.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf
eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine
halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2
.
4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird
nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV)
eine
neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Be
stim
mung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch er
heblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die
Neuan
mel
dung
ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob
die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invali
di
täts
grades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise
wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE
130 V 71; AHI 1999 S.
84 E.
1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E.
1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neu
e
Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Ver
ä
nderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidi
tät zu be
jahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die glei
che mate
rielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch
BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010
E. 1 mit Hinweisen).
2
.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2
.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sich
tigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
ein
ander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
ab
gegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zu
sammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Ex
per
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen er
schweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in
der Sozialversicherung, BJM 1989, S.
30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärzt
liche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3
.
Zeitlicher Referenzpunkt für die Beurteilung einer
anspruchsrelevanten Ände
rung
bildet
der die
erste
Rentenablehnung bestätigende
Einspracheent
scheid
vom 26. März 2003 (Urk. 8/37). Dieser Entscheid gründet auf dem Gut
achten der MEDAS
Z._
vom 14. Juni 2002 (Urk.
7/16, insbe
s
on
dere
S.
13 f.)
, wo
rin folgende Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt wur
den:
-
Asthenische Konstitution
-
Untergewicht (161 cm/47.5 kg/BMI 18.5)
-
vegetative Dystonie
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom mit
pseudoradikulärer
Symptoma
tik links
-
Segmentdegeneration L5/S1 mit Bandscheiben-Dehydratation und kleiner, nicht
neurokompressiver
Diskusprotrusion
-
Flachrücken
-
Status nach
thorakolumbalem
Morbus Scheuermann
-
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
-
Schmerzausweitung in Richtung eines
Panvertebralsyndroms
und einer
Ganz
körperschmerzstörung
-
funktionel
les sensibles
Hemisyndrom
links
Daneben bestand eine sich auf die Arbeitsfähigkeit nicht auswirkende
Abduzen
sparese
links, wahrscheinlich mit
Amblyopie
. Der über Schmerzen in der ganzen Wirbelsäule sowie in den Beinen klagenden Beschwerdeführerin wurde eine Ar
beitsfähigkeit von 70
%
für die zuletzt ausgeübte, leichte bis mittelschwere Tä
tigkeit als Hilfsbäckerin und als Hausfrau beziehungsweise eine lediglich aus psychiatrischer Sicht eingeschränkte Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer leichten Tätigkeit
attestiert.
4
.
Die Beschwerdegegnerin begrün
det die erneute Rentenablehnung
damit, dass die
Beschwerdeführerin laut dem
Y._
-
Gutachten vom 10. Mai 2012 (Urk. 8/72) in
der angestammten sowie in einer behinderungsangepassten Tätig
keit weiter
hin zu 80 % arbeitsfähig sei (Urk. 2
S. 1
, Urk. 7)
.
Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt,
auf das
Y._
-Gutachten
könne wegen offensichtlicher Widersprüchlichkeit und Un
voll
ständigkeit nicht abgestellt werden. Ihr Gesundheitszustand habe sich seit der Begutachtung in der MEDAS
Z._
im Jahre 2002 wesentlich ver
schlimmert (Urk. 1 S. 6 ff.).
5
.
5
.1
Im Bericht des
A._
vom 30. Juni 2010 (Urk. 8/68
)
wurden
aufgrund einer vom 12. April bis 7. Juni 2010 dauernden
tages
klini
schen
Behandlung
folgende Diagnosen gestellt:
-
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
Status nach posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
Selbstunsichere Persönlichkeit (ICD-10 F60.6)
-
Minimale
mediolaterale
Diskusprotrusion
L5/S1 links (Erstdiagnose im Mai 2000)
-
Leichte Hyperkyphose der mittleren Brustwirbelsäule mit beginnender
Spon
dylosis
deformans
, leichte
Chondrose
Th7/8, kleine
Schmorl’sche
Knoten in den Endplatten Th9-12 am ehesten vereinbar mit Status nach leichtem Morbus Scheuermann, leichte
Chondrose
L5/S
1.
Der Diskus L5/S1 ist fast vollständig dehydriert und zeigt paramedian bis knapp
foraminal
links eine
breitbasige
Vorwölbung mit leichter Impression des
Duralschlauches
(Erstdiagnose im September 2000)
Im
Bericht
wurde weiter ausgeführt
, dass die Beschwerdeführerin weiter
hin unte
r Schmerzen in der ganzen Wirbelsäule leide. Zusätzlich klage sie über Kopf
schmerzen sowie Schmerzen in beiden
Beinen, Armen und Fingern
. Ab 2000 hätten Depressionen mit Lust- und Interessenlosigkeit, Müdigkeit, An
triebs
losig
keit, Konzentrationsstörungen, Sinnlosigkeitsgedanken, Vergesslich
keit,
Gedan
ken
kreisen
, Rückzug, Schlafstörungen und Appetitverminderung eingesetzt.
Auf
grund der schweren Depression und des von der Beschwerde
führerin be
schrie
benen Leistungsbildes
schätzten
die berichtenden Therapeuten
die Arbeits
unfähigkeit auf 100 % ein.
5
.2
Seit 2005 wird die Beschwerdeführerin von
Dr. med.
B._
,
Fachärztin für Innere
Medizin und Rheumatologie,
hausärztlich betreut
. Im Bericht
vom 7. September 2011 (Urk. 8/58)
stellt
e
Dr.
B._
folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Chronisches Schmerzsyndrom
-
degenerative
Wirbelsäulenveränderungen
-
Dekonditionierung
-
muskuläre
Insuffizienz
-
Depression
Keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
mass sie dagegen folgenden Diagno
sen bei:
-
Meni
e
r
e
/Tinnitus
-
Unterbauchbeschwerden multipler
Aetiologie
-
Hypotonie
-
Migräne
-
Eisenmangel
Weiter führte sie aus, die Beschwerdeführerin
klage
über
chronische multiple Beschwerden des Bewegungsapparates,
vor allem der Lendenwirbelsäule. Be
fund und Prognose seien unverändert. Die Beschwerdeführerin könne nicht ar
beiten und mache den Haushalt. Die bisherige Tätigkeit sei kaum noch zumut
bar. Die Beschwerdeführerin befinde sich seit über zehn Jahren in keinem Ar
beitsprozess.
5
.3
Dr. med.
C._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
behan
delt die Be
schwerdeführerin seit
Dezember 200
4.
Im Bericht vom
4. Oktober 2011 (Urk. 8/61)
stellte er folgende
Diagnosen:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel- bis
schwergradige
Epi
sode (ICD-10 F33.11, F33.2)
,
seit 2004
-
Selbstunsichere Persönlichkeit (ICD-10 F60.6)
-
Status nach posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) nach 1995
-
Chronifiziertes
Schmerzsyndrom bei bekannten Wirbelsäulenänderungen seit vielen Jahren
Sodann gab er an
, nach der ersten Rentenablehnung habe die Beschwerdeführe
rin weiter unter intensiven körperlichen Beschwerden gelitten. Sie sei gar nicht imstande gewesen, einer auswärtigen Tätigkeit nachzugehen. Anfang 2004 sei es zum Ausbruch der psychischen Beschwerden gekommen
. Zu
Behandlungsbe
ginn
am 2. Dezember 2004 habe er einen depressiven Zustand mit so
matischen Symptomen und intensiven Ängsten festgestellt. Der Zustand habe sich bis
heute als therapieresistent erwiesen. Die depressiven und
Angstsymp
tome
be
stün
den in voller Intensität weiter. Die Störung habe sich
chronifiziert
und einen weiteren invalidisierenden Verlauf genommen. Nach dem bisherigen Ver
lauf des psychischen Leidens und dem jetzigen Krankheitsbild sei auch in Zu
kunft mit weiterer Arbeitsunfähigkeit zu rechnen. Abschliessend attestierte Dr.
C._
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
ab Behandlungsbeginn
und eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit
für jegliche Tätigkeit
seit Februar 2010.
Im Verlaufsbericht vom 13. März 2012 (Urk. 8/66) an Dr.
B._
wiederholte Dr.
C._
die der Beschwerdegegnerin gegenüber gemachten Angaben.
5.4
Laut
Y._
-
Gutachten vom 10. Mai 2012 (Urk. 8/72)
wirken sich folgende Diag
nosen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus
(S. 16 f.)
:
-
Panvertebrales Schmerzsyndrom mit/bei
-
rumpfmuskulärem Globaldefizit und
Dysbalance
, verkürzter
Ilipsoas
-
röntgenologisch
leichtgradiger
Atlantoaxialarthrose
und mässiger
Spondylar
throse
C2-4 sowie fortgeschrittener
praesacraler
Chondrose
L3/4
-
grazilem Habitus und
asthener
Konfiguration
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige depres
sive Episode (ICD-10 F33.0/33.1) mit
-
anhaltender
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) mit/bei
-
asthen
dependenter
Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73)
Keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
massen sie dagegen folgenden Diag
nosen bei
(S. 17)
:
-
Abduzensparese
links
-
Wurzelreizsyndrom L5 links
-
Oberes
Zervikalsyndrom
-
Ulnaris
-Reizsyndrom beidseits
Weiter führten die Gutachter aus, die Beschwerdeführerin leide seit zwölf Jah
ren unter
ubiquitäre
n Schmerzen.
Die chronische Schmerzsymptomatik sei als Ausdruck einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung zu interpretieren. Der Ausprägungsgrad der Depression sei keineswegs so stark, wie aus den vor
gelegten Akten zunächst ersichtlich gewesen sei. Die in der Vergangenheit ge
stellte Diagnose einer mittelschweren oder gar schweren depressiven Episode sei nicht zu bestätigen. Das Niveau einer mittelschweren depressiven Episode werde allenfalls gerade eben erreicht. Hinsichtlich der in der Vergangenheit wiederholt diagnostizierten
asthen
dependenten
Persönlichkeitsstruktur zeige sich das
as
thene
Persönlichkeitsbild
,
allerdings nicht von krankheitswertigem Ausmass
.
Die Beschwerdeführerin sei trotz unverkennbarer
asthen
dependenten
Akzente
n
in der Persönlichkeitsstruktur hinreichend in der Lage, sich auf jeweilige Situa
ti
o
nen, Sachverhalte und das Gegenüber einzustellen.
Gegen die Annahme einer krankheitswertigen Persönlichkeitsstörung spreche darüber hinaus, dass die Be
schwerdeführerin in der Lage gewesen sei, 1990 in die Schweiz zu emigrieren und
in den Folgejahren auch gut integriert zu arbeiten.
Die wiederholt beschrie
bene Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung könne nicht bestätigt wer
den. Trotz insistierender Nachfrage
habe
die Beschwerdeführerin ein traumati
sie
rendes Ereignis
verneint
. Des Weiteren fänden sich keinerlei Symptome, die den Kriterien
einer posttraumatischen
Belastungsstörung nach DSM-IV gerecht würden (S.
14 f., S.
17).
Ferner sei aus neurologischer Sicht keine Diagnose mit Relevanz für die Ar
beits
fähigkeit zu stellen
. Eine linksseitige
Abduzensparese
bleibe ebenso ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit wie ein Wurzelreizsyndrom L5 links und ein oberes
Zervikalsyndrom
. Auch ein
Ulnarisreizsyndrom
beidseits sei für die Ar
beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht relevant (S. 16 f.).
A
us orthopädisch-
traumatologischer
Sicht
sei die Beschwerdeführerin in der Lage,
nur noch
leichte
rückenadaptierte Tätigkeiten zu einem Pensum von
80
%
zu
verrichten.
Dabei sollte sie die Arbeitsposition zwischen Sitzen, Stehen und Umhergehen wechseln können. Zu meiden seien Arbeiten in körperlichen Zwangshaltungen wie vornübergebeugt stehend, kniend, hockend, kauernd und
einhergehend mit repetitiven Bewegungsanforderungen an die Halswirbelsäule und an den Rumpf. Das Heben, Tragen und Bewegen von Lasten sei mit 10 kg
limitiert. Die bisherige Tätigkeit im Reinigungsdienst eines Restaurants könne die
Beschwerdeführerin nicht mehr verrichten, da sie als mittelschwer einzu
stufen sei
(S. 15 f.)
.
Zusammenfassend gelang
t
en die Gutachter aus polydisziplinärer Sicht zur Auf
fassung, dass die Beschwerdeführerin in der Lage sei, ihrem Belastbarkeitsprofil
entsprechend Tätigkeiten in einer
integral betrachteten
Arbeitsfähigkeit in der
Grössenordnung von 80 % zu verrichten
. Eine massgebliche Verschlimme
rung gegenüber dem Gutachten der MEDAS
Z._
aus dem Jahre 2002 sei nicht eingetreten.
Möglicherweise möge passager im Jahre 2010 eine ak
zen
tuier
te depressive Symptomatik vorgelegen haben, welche die Notwendigkeit der teilstationären Behandlung im
A._
begründet habe. Mittlerweile sei der psychopathologische Befund aber wieder stabiler
(S. 17 f., S. 20)
.
Die Beschwerdeführerin sei in der Lage, ihrer körperlichen Konstitution entsprechende leichte körperliche Arbeit einfacher bis durch
schnittlicher geistiger Art mit einfacher bis durchschnittlic
her Verantwortung zu verrichten
(S. 18)
.
6.
6.1
Gegen das
Y._
-
Gutachten vom 10. Mai 2012 wendet die Beschwerdeführerin zunächst ein, mit einer rezidiv
i
erenden depressiven Störung und einer
asthen
dependenten
Persönlichkeitsakzentuierung sei eindeutig eine Verschlimmerung des Gesundheitszustandes diagnostiziert worden. Eine Auseinandersetzung mit den
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei jedoch unterlassen worden
(Urk. 1 S. 6).
Es mag zwar
zutreffen, dass sich das Beschwerdebild
im Laufe der Jahre
subjek
tiv verschlechtert hat und sich die Beschwerdeführerin in ihrem Alltag noch mehr eingeschränkt fühlt, als dies
zur Zeit der ersten Rentenablehnung
der Fall war. Infolge der
inzwischen
durchgeführten
ärztlichen Abklärungen
und der eingeleiteten Psychotherapie
ist
die Liste der Diagnosen
aus orthopädischer
,
neurologischer
und nicht zuletzt aus psychiatrischer
Sicht
detail
lierter gewor
den. Eine neu dazu
gekommene Diagnose, mit welcher eine zusätz
liche Ein
schränkung der Arbeits
fähigkeit verbunden wäre, hat sich daraus
indes
nicht ergeben
. So legten die
Y._
-
Gutachter
nachvollziehbar dar
, wieso trotz
asthen
dependenter
Akzente in der Persönlichkeitsstruktur
der Beschwerdefüh
rerin
keine
krankheitswertige Persönlichkeitsstörung vorliegt (Ur
k. 8/72 S. 14).
Diese neu
in sogenannter ICD-10-Z-Kodierung
gestellte Diagnose
stellt
recht
sprechungsge
mäss
keine invaliditätsrechtlich erhebliche
Gesundheitsbeeinträch
tigung
dar (vgl.
Bundesgerichtsurteil
9C_605/2012
vom 23.
Januar 2013
E. 3.3
mit Hinweisen
).
Hinsichtlich
der
bald
nach
der ersten Rentenablehnung aufgetretenen
depressi
ven Störung
ist festzuhalten, dass
e
ine depressive Entwicklung
wie sie im
Y._
-
Gutachten vom 10. Mai 2012 diagnostiziert wird s
elbst
bei Vorliegen ei
ner
definitionsgemäss vorübergehenden
höchstens
mittelgradigen Episode nicht die nötige Intensität, Ausprägung und Dauer auf
weist
, um als eigenstän
dige Krankheit betrachtet zu werden. Vielmehr ist darin in erster Linie eine (re
aktive) Begleiterkrankung
zu der
seit Jahren bestehenden
anhaltenden
somato
formen
Schmerzstörung
zu sehen. Eine mittelgradige depressive Episode stellt sodann rechtsprechungsgemäss grundsätzlich keine von depressiven
Verstim
mungszuständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens dar. Leichte bis höchstens mittelschwere
psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis gelten grundsätzlich auch
als therapeutisch
angehbar
(
Urteil 9C_302/2012 vom 13. August 2012 E. 4.3.2 mit Hinweisen [nicht
publ
. in
:
BGE 138 V 339
]).
Damit vermag die de
pressive Symptomatik selbst bei Erreichen einer mittelgradigen Ausprägung keinen vollständig invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden darzu
stellen.
6.2
Ins Leere stösst
sodann
die Kritik, zur psychiatrischen Abklärung i
m
Y._
sei
en
im Gegensatz zum
A._
keine Tests durch
geführt worden (Urk. 1 S. 6),
da die Rechtsprechung solchen Testverfahren höchs
tens ergänzende Funktion zuerkennt, während die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung ent
schei
dend bleibt (Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] I 391/06 vom 9. August 2006 E. 3.2.2 sowie Bundesgerichtsurteile 9C_458/2008 vom 23. September 2008 E. 4.2, 8C_266/2012 vom 2. Juli 2012 E. 4.1 und
9C_344/2013 vom 16. Oktober 2013 E. 3.1.5)
.
6.3
E
ntgegen der Meinung der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 7)
überzeugen
e
ben
falls
die im
Y._
-
Gutachten vom 10. Mai 2012 angegebenen Gründe für die Verwerfung der von Dr.
C._
und den Therapeuten des
A._
gestellten
Diagnose eines Status nach p
osttraumatische
r
Belas
tungsstörung
im Jahre 199
5.
Zu bedenken ist diesbezüglich
einerseits
, dass
die Akten
, insbesondere die Angaben im Bericht des
A._
vom 30. Juni 2010 (Urk. 8/68 S. 3),
keine
rlei
Anhaltspunkte für das Vorliegen eines
T
raumas
nach ICD-10 F43.1
liefern.
Darunter wird ein
belasten
des Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit
au
ss
erge
wöhnlicher
Bedrohung oder katastrophenartigem
Ausma
ss
gefasst
,
was
bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde
.
Hierzu gehören eine durch
Naturer
eignisse oder von Menschen verursachte Katastrophe, eine Kampf
hand
lung,
ein schwerer Unfall oder der Umstand, Zeuge des gewaltsamen Todes an
derer oder selbst Opfer von Folterung, Terrorismus, Vergewaltigung oder an
derer Verbre
chen zu sein
(Weltgesundheitsorganisation,
I
nternationale
Klassifi
kation psy
chischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien,
9. Auflage, Bern 2014
, S.
207
).
Da die Beschwerdeführerin bereits
1990
somit zwei Jahre vor dem
Ausbruch des
Krieg
s
in ihrem Heimatland
in die Schweiz emigrierte
,
wurde sie mit dem Krieg
lediglich indirekt
über ihre in der Heimat
verbliebenen Familienangehörigen
konfrontiert.
Diese
Kriegs
er
fah
rungen
mö
gen
zwar belastend
gewesen
sein
, i
hnen fehlt jedoch die
geforderte Schwere
um sie als traumatisches Erlebnis zu qualifizieren.
Andererseits erwähnte die Beschwerdeführerin
während der Begutachtung i
m
Y._
den 1995 erlittenen
Abort mit operativer Entfernung der Plazenta
im
Rahmen der persönlichen Anamnese (Urk. 8/72 S. 9)
, ohne ihn jedoch
als
schwere
traumatische
Erfahrung
zu bezeichnen. Ebenfalls im
A._
wurde der
Abort lediglich als
„
b
elastend”
interpretiert
(Urk. 8/87 S. 2
f.)
, weshalb auch dieses
unbestrittenermassen belastende
Erlebnis kein Auslöser einer Traumatisierung im Sinne von ICD-10 43.1 darstellen kann
. Weitere
traumatische Erlebnisse
lassen sich den Akten nicht entnehmen.
Darüber
hinaus
w
ies
der psychiatrische Gutachter de
s
Y._
zu Recht
auf das Fehlen der typischen
Symptomatik
einer posttraumatischen Belastungsstörung
nach
DSM-IV
hin (Urk. 8/72 S. 14)
, welche
sich von den in
ICD
10 F43.1
ge
nann
ten Kriterien nicht wesentlich unterscheidet
(vgl.
Sass
/
Wittchen
/
Zaudig
/
Houben
, Diagnostisches und Statistisches Manual Psy
chischer Störungen
–
Text
revision
DSM-IV-TR, Göttingen 2003, S. 515 ff.).
Die t
ypische
n
Symptome
lassen
sich auch nicht der Berichterstattung der be
handelnden
Ärzte entneh
men,
weshalb die Schlussfolgerungen im
Y._
-
Gutachten vom 10. Mai 2012
auch diesbezüglich überzeugen
.
6.4
Weiter
rügt
die Beschwerdeführerin einen
Widerspruch
des
Y._
-
Gutachten
s
vom 10. Mai 2012
m
i
t
der orthopädischen Einschätzung einer
100 %
ige
n
Ar
beits
unfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
und der Verneinung einer ge
sund
heitlichen V
er
s
chlimmerung (Urk. 1 S. 7 f.).
Zwar schätzten die Gutachter der MEDAS
Z._
im Jahre 2002 die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit auf 70 %
ein (Urk. 8/16 S.
14). Dies begründeten sie damit, dass die zuletzt ausge
übte Tätigkeit als Hilfsbäckerin im Restaurant eines Supermarkts zur Hälfte eine leichte und zur Hälfte eine mittelschwere Tätigkeit darstelle (Urk. 8/16 S.
13 f.).
D
ie
Y._
-
Gutachter
gingen von einem anderen Anforderungsprofil aus, näm
lich
von einer zumindest mittel
schweren Tätigkeit im Reinigungsdienst eines Restaurants
,
welche sie
der
asthen
konfigurierten Beschwerdeführerin bereits rein konstitutio
nell als unzumutbar erachteten.
Wenn aber die Gutachter von verschiedenen Anforderungsprofilen der angestammten Tätigkeit ausgingen, ist es nachvoll
ziehbar, dass sie auch zu unterschiedlichen Einschätzungen kamen. Diese un
terschiedliche Beurteilung vermag jedoch die Beweiskraft des
Y._
-
Gutachtens vom
10. Mai 2012 nicht zu schmälern.
Hinsichtlich des
für die spätere Durchführung des Einkommensvergleichs mass
gebende
n
Verlauf
s
der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
besteht
dagegen
Ü
bereinstimmung
zwischen dem Gutachten der MEDAS
Z._
vom 14. Juni 2002 und dem
Y._
-
Gutachten vom 10. Mai 2012.
6.5
Der
anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung
im
Zusammenhang mit der de
pressiven Erkrankung und der Persönlichkeitsstruktur erkannten die
Y._
-
Gut
achter
eine
die Arbeitsfähigkeit um 20 % einschränkende Wirkung zu
. Rech
t
sprechungsgemäss ist dabei ent
scheidend, ob die betroffene Person, von ihrer psy
chischen Verfassung her besehen, objektiv an sich die Möglichkeit hat, trotz ihrer subjektiv erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.4 mit Hinweisen). Hinsichtlich der Umstände, welche die
Schm
erzbe
wäl
tigung
intensiv und kon
stant behindern könnten, würde es
der leichten bis
höchstens
mittelgradigen depressiven Episode
an der erfor
derlichen (erhebli
chen)
Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer fehlen, damit angenommen werden könnte, dass es sich dabei um ein selbständiges Leiden und nicht ledig
lich um eine reaktive Be
gleiterscheinung der Schmerzver
arbeitungsstörung handle. Zwar
ist davon
auszugehen, dass die Beschwerde
führerin insbesondere seit dem
krank
heitsbedingten
Verlust der Arbeitsstelle wichtige soziale Kontakte verloren hat. Doch
kann angesichts der bei der psy
chiatrischen Begutachtung angegebenen
sonntäglichen Kontakte mit Bekannten und der Teilnahme am Paarleben
(Urk.
8/72 S. 8
) nicht von einem schwerwiegenden, nahezu umfas
senden sozia
len
Rückzug mit gleichsam apathischem Verharren in sozialer Iso
lierung gesproche
n werden. Ferner besteht im Lichte der Aktenlage kei
n Grund zur Annahme eines
ausge
prägten, therapeutisch nicht mehr angehbaren pri
mären
Krankheitsge
winns
;
ein sekundärer Krankheitsgewinn (Schmerz etwa als Entlastung von Pflichten) wäre hingegen rechtlich unbeachtlich. Schliesslich wiegt der Umstand, dass die Behandlungsergebnisse trotz
längerer
Therapie ins
gesamt nicht wie erhofft aus
fielen, in Würdigung der Gesamtsituation nicht derart schwer, dass dies zu
samm
en mit dem inzwischen
wohl
chronifizierten
Krankheits
verlauf die Unzu
mutbarkeit einer Schmerzüberwindung rechtfertigen lässt. Aus rechtlicher Sicht sprechen somit nach wie vor keine hinreichenden Gründe dafür, dass die psy
chischen Ressourcen es der Beschwerdeführerin nicht erlaubten, trotz ihrer Schmerzen eine
Erwerbstätigkeit zu einem
auf reduzierten 80 %
Pensum
auszu
üben.
6.
6
Auch erfüllt das
Y._
-
Gutachten vom
10. Mai 2012 die weiteren Anfor
derun
gen an eine beweistaugliche bezi
ehungsweise beweiskräftige medi
zinische
Ent
scheidungsgrundlage
: Es beruht auf ei
ner eingehenden
psychiatrischen
ortho
pädischen und
neurologischen Untersuchung, berücksichtigt die geklagten Be
schwerden, setzt sich mit diesen
und dem Verhalten der Beschwer
deführerin auseinander und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge sowie in Bezug auf die gezogenen Schlussfolgerungen ein.
Demgegenüber
scheinen
sich die behandelnden Ärzte
in ihren Stellungnahmen
den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin
wohl auch im Hinblick auf die Behandlungsziele
einen höheren Stellenwert beigemessen zu haben, wel
c
he
Vermutung auch von den
Y._
-
Gutachtern geäussert wurde
(Urk. 8/72 S.
18 f.)
.
Dadurch lässt sich die Diskrepanz zwischen den Einschätzungen der
Y._
-
Gut
achter einerseits und derjenigen des Psychiaters Dr.
C._
,
der
Haus
ärztin
Dr.
B._
sowie der Therapeuten des
A._
ande
rer
seits erklären
.
6.7
Die Beschwerdegegnerin hat demzufolge zu Recht auf das
Y._
-
Gutachten vom
10. Mai 2012
abgestellt und ist davon ausgegangen, dass die Beschwerde
führerin
mit Ausnahme
einer vorübergehenden Verschlimmerung aus psychi
atrischer Sicht im Jahre 2010
für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit
weiterhin
zu
8
0
% arbeits
fähig
ist.
Bei dieser Sach- und Rechtslage ist mit Bezu
g auf den medizinischen Sachver
halt von im Wesentlichen unveränderten Verhä
ltnissen seit der ersten
Renten
ab
lehnung
am
26. März 2003 (Urk. 8/37
) auszugehen
.
Da auch keine erwerb
li
chen Veränderungen ersichtlich sind und solche auch nicht substantiiert geltend gemacht wurden – ein
u
nbegründe
ter Hinweis auf ein heute höheres
Validen
e
inkommen
(Urk.
1 S.
9) reicht hierfür nicht –
ist von einem unveränderten, nicht
rentenbegründenden Invaliditätsgrad auszugehen. Die Beschwerde
ist damit ab
zu
weisen.
7.
Zwecks
Durchführung von beruflichen Eingliederungsmassnahmen (Urk. 1 S. 9), hat sich die Beschwerdeführerin mit einem entsprechenden Gesuch an die
Be
schwerdegegnerin
zu wenden, damit diese die Voraussetzungen für die
Leis
tungszusprechung
prüfe.
8
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).