Decision ID: 363f4c73-3be1-45b8-8219-5ff3f3da66ca
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der
1964 geborene X._
war
se
it März 2019 bei der Y._
als Chauffeur angestellt und als solcher bei der Suva obliga
torisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 25. September 2019 verletzte sich der Versicherte beim Aussteigen aus dem Lastwagen an der rechten Schulter, dem Rücken sowie beiden Hüftgelenken als er auf der nassen und rutschigen
Aussteigetreppe
ausrutschte und herunterfiel (Schadenmeldung vom
3.
Oktober 2019,
Urk.
8/1). Der Versicherte war ab dem 26. September 2019 zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 8/2). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Versiche
rungsleistungen (Heilbehandlung und Taggeld,
Urk.
8/4).
Der Versicherte wurde wegen einer
Rotatorenmanschetten
-Massenruptur rechts (Supra-/
Infraspinatus
) am 2
1.
Oktober 2
019 im Kantonsspital Z._
operativ behandelt und vom 2
1.
bis 2
3.
Oktober 2019 hospitalisiert (Urk. 8/14). Nachdem der Kreisarzt der Suva Stellung genommen hatte (Urk.
8/46), teilte die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 4. Mai 2020 mit, die noch bestehenden Schulterbeschwerden links (richtig rechts) seien nicht mehr unfallbedingt, weshalb der Fall per 2
2.
Mai 2020 abgeschlossen werde und kein Anspruch auf weitere Versicherungsleistun
gen mehr bestehen würde; die bisherigen Leistungen (Taggeld und Heilkosten) würden auf diesen Zeitpunkt eingestellt (Urk. 8/47). Der
Versiche
rte liess dagegen Einwendungen v
orbringen (
Urk.
8/64), infolgedessen der Kreisarzt eine weitere Aktenbeurteilung vornahm (Urk. 8/66).
Nachdem der Versicherte erneut Einwen
dung
en
vor
gebracht
(Urk. 8/70) und der Kreisarzt der Suva eine weitere Beurtei
lung vorgenommen hatte (Urk. 8/71), verfügte die Suva am 19. Februar 2021 im angekündigten Sinne und stellte die Leistungen (Heilkosten und Taggeld) betref
fend die rechtsseitigen Schulterbeschwerden per 22. Mai 2020 ein (Urk. 8/76). Dagegen liess der Versicherte am 1
9.
März 2021 Einsprache erheben (Urk. 8/84). Nach Einholung weiterer Abklärungen
zum Unfallhergang
(Urk. 8/91
, 8/97
)
sowie einer konsiliaris
chen Beurteilung
durch
Dr.
med. A._
, Facharzt Radiologie,
(Urk. 8/95)
und einer kreisärztlichen Beurteilung (Urk. 8/99)
wies die Suva
die Einsprache mit Entscheid vom 20. Juli 2021 ab (Urk. 2 [= Urk. 8/101]).
2.
Dagegen liess der Versicherte am 2
7.
Juli 2021 Beschwerde erheben und bean
tragen, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Beschwer
degegnerin habe für die Folgen des Unfalls vom 25. September 2019 auch nach dem 2
2.
Mai 2020 die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen; even
tualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung einer versi
cherungsexternen Begutachtung zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2).
Die Beschwerde
gegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 7. Oktober 2021 au
f
Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 13. Oktober 2021 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich
,
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfall
folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu min
destens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm
obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheits
schadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Ver
lauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später einge
stellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialver
sicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweis
last
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfall
versicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteile des Bundesgerichts 8C_600/2021 vom 3. März 2022 E. 3.2 und 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2, je mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leis
tungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.4
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid damit,
es bestehe kein Anlass, die mehrfach vorgenommene, umfassend und schlüssig begründete Ein
schätzung des Kreisarztes in Frage zu stellen, weshalb darauf ohne weiteres abgestellt werden könne. Seine Beurteilung, worin auf die klinisch und bildge
bend erhobenen Befunde sowie die geklagten Besch
werden Bezug genommen worden sei
, sei in Kenntnis der gesamten Aktenlage abgegeben worden. Zudem habe er sich eingehend mit der Stellungnahme von
Dr.
B._
auseinandergesetzt (Urk. 2 S. 12). Mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit sei erstellt, dass das Unfallereignis vom 25. September 2019 nicht mehr Ursache des Gesundheitsschadens darstelle und der Status quo sine
vel
ante spätestens zwölf Wochen danach erreicht gewesen
sei
. Die danach noch bestehenden Schulterbe
schwerden rechts seien nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich krank
heitsbedingt
. Sie habe demnach zu Recht die Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) per 22. Mai 2020 eingestellt, wobei sie entgegenkommenderweise auf eine Rückforderung der seit dem 18. Dezember 2019 zu viel ausbezahlten Leistungen verzichte (Urk. 2 S. 13)
.
2.2
Dagegen brachte der Beschwerdeführer vor,
Dr.
A._
habe zwar Vorschä
den im Bereich der Supra- und
Infraspinatussehne
befundet
, er habe jedoch klar festgehalten, dass das Ödem im kaudalen Anteil der
Infraspinatussehne
übergrei
fend auf den Teres minor zu einer frischen Läsion passe. Der Kreisarzt habe dies entgegen der klaren Aussage des Radiologen als Zerrung der Muskulatur inter
pretiert, obwohl
Dr.
A._
von einer frischen Läsion im kaudalen Anteil der
Infraspinatussehne
gesprochen habe. Der Kreisarzt vermöge mit seiner Beurtei
lung die Widersprüche nicht genügend zu erklären (Urk. 1 S.
3). Bei Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen Feststellungen seien ergänzende Abklärungen vorzunehmen
. Ein solches Gutachten sollte klä
ren, ob der Unfall zu einer strukturellen Schädigung an der vorgeschädigten Schulter des Beschwerdeführers geführt habe. Es sei vorliegend nicht Sache des
Beschwerdeführers, eine Unfallkausalität nachzuweisen. Vielmehr habe die Beschwerdegegnerin nachzuweisen, dass der Unfall i
m
Beschwerdebild
des Beschwerdeführers
keine Rolle mehr spiele (Urk. 1 S. 5).
3.
3.1
Aus dem Bericht vom
2.
Oktober 2019
des
Z._
über die gleich
entags durchge
führte MR-
Arthrographie
der Schulter rechts geht hervor, dass eine voluminöse
transmurale
Ruptur der
Supraspinatussehne
praktisch über die ganze Sehnen
breite mit bis zu
zweitg
radiger
Sehnenretraktion, eine v
oluminöse
artikularseitige
und interstitielle Partialruptur der kranialen und überwiegenden mittleren Anteile der
Infraspinatussehe
mit partieller Sehnenretraktion bis knapp auf Höhe der hin
teren
Glenoidkontur
, eine Oberrand-Läsion der ansatznahen
Subscapularissehne
bei Friktion mit der leicht
medialisierten
und entsprechend leicht
tendi
opathisch
veränderten langen
Bi
zepssehne
, eine leichtgradige Atrophie und fettige Degene
ration (bis
Goutallier
Grad I) des
Musculus
supraspinatus
sowie des kranialen und
d
es
mittleren Abschnitts
des
Musculus
infraspinatus
bei ansonsten normaler Manschetten-
Trophik
, eine Labrumdegeneration ohne
höhergradige
Knorpelschä
den
,
bei Zeichen einer adhäsiven
Kapsulitis
festgestellt
werden konnten
(Urk. 8/16).
Im
Bericht vom 3. Oktober 2019
über die ambulante Behandlung am
Z._
wurde
sodann ergänzend festgehalten
, der Beschwerdeführer habe sich nach einem Sturz vom LKW aus eineinhalb Metern Höhe am 25. September 2019 am 26. September 2019 notfallmässig selbst zugewiesen. Der Beschwerdeführer habe sich beim Sturz mit dem rechten Arm festgehalten. Dabei sei der Arm nach aussen rotiert und abduziert worden. Anschliessend sei es zu einem Sturz mit direkter Kontusion der rechten Schulter gekommen. Der Beschwerdeführer habe bereits vorbestehende Schmerzen im Bereich der rechten Schulter bei Rotationsbewe
gungen beschrieben (Urk. 8/39).
Im Bericht vom 11. Oktober 2019 des
Z._
führten
die Behandler als Diagnose eine
Rotatorenmanschetten
-Massenruptur rechtsdominant (
Supraspinatus
,
Infra
spinatus
) bei Status nach Arbeitsu
nfall vom 25. September 2019 an
. Der Beschwerdeführer sei am 26. September 2019 (richtig 25. September 2019) beim Aussteigen aus der Führerkabine seines Lastwagens aus circa eineinhalb Metern zu Boden gestürzt. Initial habe er den Sturz mit der rechten oberen Extremität auffangen können. Dabei habe er jedoch einen einschiessenden Schmerz und in der Folge einen praktisch vollständigen F
unktionsausfall s
eines rechten
S
chulter
gelenks verspürt.
Bei persistierenden
S
chmerzen habe er sich auf der Notfallsta
tion vorgestellt. Befundmässig führten die Behandler ein symmetrisches, kräftiges
Schulterrelief ohne sichtbare Atrophie auf. Es hätten keine relevanten Druck
schmerzpunkte
und
keine Hinweise auf eine relevante
Kapsulitis
festgestellt
wer
den können
.
Eine
deutliche Schwäche
habe hingegen
für die Aussenrotation in Neutralstellung des Armes bestanden. Der
Jobe
-Test
sei nicht konklusiv beurteil
bar
,
die Innenrotation
hingegen
kräftig gewesen. Die Ärzte führten aus, der Beschwerdeführer habe klinisch eine deutliche Schwäche für den
posterosuperio
ren
Anteil der
Rotatorenmanschette
gezeigt. MR-tomographisch liege eine 2-Sehnenläsion mit vollständiger Ruptur der Supra- und partiell des
Infraspinatus
vor. Die Sehnenstümpfe seien weit nach medial
retrahiert
. Beide Muskelbäuche hätten eine gute
Trophik
mit allenfalls diskreter Atrophie, jedoch ohne relevante fettige Degeneration gezeigt. Die
Reparabilität
sei noch knapp gegeben, was aber erst intraoperativ
abschliessend
beurteilt werden könne. Aus diesem Grund sei dem Beschwerdeführer eine Rekonstruktion respektive ein Rekonstruktionsver
such angeboten worden. Der Beschwerdeführer sei sich bewusst, dass die Sehnen allenfalls nicht mehr reparabel sein würden
(Urk. 8/15).
Im Austrittsbericht des
Z._
vom 30. Oktober 2019
wurde
a
ls Therapie eine Schul
t
erarthroskopie mit
subacromialer
Dekompression,
Bicepstenotomie
sowie einer
suture
Bridge Rekonstruktion des Supra- und
Infraspinatus
rechts
am 21. Oktober 2021 beschrieben
. Unter der postoperativen Analgesie sei der Beschwerdeführer schmerzkompensiert gewesen
, weshalb
er
mit reizlosen Wund
verhältnissen
habe
entlassen werden können (Urk. 8/14).
Aus dem Arztbericht vom 2. Dezember 2019
des
Z._
geht
sodann
hervor, dass der Beschwerdeführer zur ersten Verlaufskontrolle sechs Wochen nach der Seh
nenrekonstruktion vorstellig geworden war.
Er
sei mit dem Verlauf zufrieden und insgesamt relativ schmerzarm
gewesen.
Der Beschwerdeführer habe sechs Wo
chen postoperativ einen planmässig
en Rehabilitationsstand gezeigt, weshalb die
Abduktionsschiene weggelassen
und
mit der eigentlichen Physiorehabilitation begonnen werden
könne
. Bis zur nächsten Kontrolle am 10. Januar 2020 sei der Beschwerdeführer 100 % arbeitsunfähig (Urk. 8/23).
Mit Bericht vom 1
3.
Januar 2020 führten die Behandler des
Z._
aus,
drei Monate nach der Sehnenrekonstruktion sei eine weitere Verlaufskontrolle durchgeführt worden. Der Beschwerdeführer sei mit dem Verlauf bezüglich der Schulter recht
s
zufrieden, er habe allerdings noch
über
deutliche funktionelle Einschränkung
en
bei mässigen Schmerzen berichtet. Die Situation im Bereich seiner
ipsilateralen
Hand habe sich etwas akzentuiert,
es
bestehe die Verdachtsdiagnose eines CRPS. Diesbezüglich sei der Beschwerdeführer bereits in ergotherapeutischer Behand
lung. Der Beschwerdeführer habe bezüglich der Schulter im Rahmen einer leich
ten
Kapsulitis
ein leichtes Rehabilitationsdefizit
gezeigt. Zu dieser Diagnose passe das
ipsilaterale
handbetonte CRPS. Eine Verlaufskontrolle sei in zwei Monaten geplant; bis zu diesem Zeitpunkt bleibe der Beschwerdefüh
rer arbeitsunfähig (Urk. 8/29).
Am 16. März 2020 berichteten die Behandler des
Z._
von der Verlaufskontrolle viereinhalb Monate nach der Sehnenrekonstruktion. Der Beschwerdeführer sei mit dem Verlauf mässig zufrieden; er habe zwar über eine sich kontinuierlich verbessernde Schulterfunktion bei sehr undulierendem Schmerzverlauf berichtet
;
e
r gehe weiterhin zur Physiotherapie. Die Therapie werde weitergeführt und in einem Monat werde nochmals klinisch nachkontrolliert. Allenfalls sei dann ent
weder
subakromial
oder intraartikulär eine Steroidinfiltration durchzuführen. Als Chauffeur bleibe er bis zur Kontro
lle arbeitsunfähig (Urk. 8/33).
Aus dem Bericht vom 2
0.
April 2020 des
Z._
geht hervor, dass der Beschwerde
führer sechs Monate postoperativ mit dem Verlauf insgesamt sehr zufrieden sei, in Ruhe als auch nachts sei er praktisch schmerzfrei. Etwas Mühe würden ihm Überkopfbewegungen bei eingeschränkter Beweglichkeit bereiten. Auch verspüre er
bei Rotationsbewegungen in der Elevation
unregelmässige einschiessende Schmerzen. In Anbetracht des Ausmasses der ursprünglichen Läsion sei der Rehabilitationsstand trotz allem
jedoch
termingerecht. Für die Wiederaufnahme der Arbeit als Lastwagenchauffeur sei der Zeitpunkt nach wie vor verfrüht (Urk. 8/58).
3.2
Am 30. April 2020 nahm Kreisarzt
med.
pract
. C._
,
Arzt
für Allgemein
medizin
, Stellung. Er erklärte, der Unfall habe mit überwiegender Wahrschein
lichkeit nicht zu zusätzlichen strukturellen Läsionen geführt. Insbesondere sei der Schaden, der am 2
1.
Oktober 2019 operiert worden sei
, nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen. Es handle sich um degenera
tive Rupturen mit Retraktion bis zum
Glenoid
. Unfallfolgen würden vier bis zwölf Wochen nach dem Unfallereignis keine Rolle mehr spielen (
Urk.
8/46).
3.3
Dr.
med. B._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates und Chefarzt des
Z._
, berichtete am 8. Juni 2020, der Beschwerdeführer habe anlässlich eines Arbeitsunfalls (Sturz aus seinem Lastwa
gen) eine Massenruptur der
Rotatorenmanschette
erlitten, welche
am 21. Oktober 2019
arthroskopisch
rekonstruiert worden sei. Der Verlauf habe sich bis dato erfreulich gestaltet, allenfalls würde der Beschwerdeführer im Moment noch ein leichtes Rehabilitationsdefizit zeigen. In einem schulterunbelasteten Arbeitsum
feld wäre der Beschwerdeführer mit Sicherheit bereits wieder arbeitsfähig. Für die Tätigkeit als Lastwagenchauffeur mit häufigem Ein- und Aussteigen aus der Füh
rerkabine sowie der sehr häufig manuellen Tätigkeit beim
Be
- und Entladen des
Lastwagens sei die Arbeitsfähigkeit noch nicht gegeben. Der aktuelle Zustand sei aber noch im normalen, zeitgerechten Rahmen der Verletzung respektive der Nachbehandlung zu sehen (Urk. 8/60).
3.4
Am 7. Juli 2020 berichteten die Behandler des
Z._
, der Beschwerdeführer sei zu seiner Abschlusskontrolle acht Monate nach der Sehnenrekonstruktion vorstellig geworden. Der Beschwerdeführer sei mit dem Operationsresultat zunehmend sehr zufrieden, er habe über eine zunehmend normalisierende Schulterfunktion bei praktisch weitgehender Schmerzfreiheit berichtet.
Dem Beschwerdeführer sei die Arbeitsstelle gekündigt worden, weshalb er aktuell auf dem RAV gemeldet sei. Damit sich der Beschwerdeführer beruflich wieder neu orientieren könne, sei er ab dem 6. Juli 2020 zu 50 % und per
3.
August 2020 zu 100
%
arbeitsfähig (Urk. 8/63).
3.5
Mit Beurteilung vom 1
6.
Juli 2020
hielt
med.
pract
.
C._
fest, bei den im MRI vom
2.
Oktober 2019 vorgefundenen und am 2
1.
Oktober 2019 operierten Befun
den handle es sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um ausschliesslich vor
bestehende, degenerative Veränderungen und nicht um Folgen oder Teilfolgen des geltend gemachten Ereignisses. Die Befunde seien als Zufallsbefunde im Rah
men der Abklärung der schmerzhaft eingeschränkten Schulterbeweglichkeit zu werten.
Als Begründung führte med.
pract
.
C._
aus, es sei geltend gemacht worden, der Beschwerdeführer sei beim Aussteigen aus dem LKW ausgerutscht und heruntergefallen. Der Arm sei beim Festhalten nach aussen rotiert und abduziert worden. Gemäss diesen Angaben sei der Arm somit nach oben und hinten gezogen worden. Eine Verletzung und insbesondere ein Abriss des M.
infraspinatus
, der bei dieser Bewegung passiv verkürzt und nicht gedehnt werde, sei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschliessen. Abgesehen davon, dass der
Path
omechanismus
nicht geeignet gewesen sei
, den M.
infra
spinatus
zu schädigen, spreche auch die Retraktion bis zum
Glenoidrand
mit ent
sprechender Verklebung und Verkürzung
der Muskulatur (der Muskel habe
nur unter Zug reponiert werden
können
) für eine länger vorbestehende degenerative Ruptur (Urk. 8/66 S. 3).
D
er Kreisarzt
ergänzte,
unter
Referenzierung
der einschlä
gigen medizinischen Literatur,
die Würdigung der Gesundheitsschäden im Bereich des Schultergelenks müsse in Kenntnis erfolgen, dass die Degene
ration der Strukturen des
Subak
romialraums
einem physiologischen Prozess entspreche, der früher oder später im Leben symptomatisch werde.
Die Hypotrophie bezie
hungsweise
M
uskelverschmächtigung
sowie die fettige Infiltration des Muskels seien Zeichen, dass das
E
rfolgsorgan des Muskels, die Sehne, geschädigt sei.
Eine
Hypotro
p
hie und Verfettung würden jedoch nichts über die Ursache der Sehnen
schädigung aussagen. Diese könne degenerativ bedi
ngt oder durch einen Unfall
verursacht
sein. Der Grad der Hypotrophie und der fettigen Infiltration
der Mus
keln, deren Sehnen
rupturiert
seien, könnten hingegen einen Hinweis auf das Alter der Ruptur geben (Urk. 8/66 S. 5).
Med.
pract
.
C._
führte abschliessend aus, versicherungsmedizinisch sei festzuhalten, dass aufgrund des geschilderten
Pathomechanismus
und der im MRI und intraoperativ erhobenen Befunde die Unfallkausalität der Befunde nicht mit überwiegender Wa
hrscheinlichkeit ausge
wiesen
beziehungsweise mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszu
schliessen sei. Durch das Ereignis sei es zu einer Schmerzauslösung mit «
d
rop
arm
sign
» bei vorbestehender degenerativer
Rotatorenmanschettenruptur
gekommen, sodass von einer vorübergehenden Beschwerdeauslösung aufgrund der vorbeste
henden degenerativen Befunde für vier bis 12 Wochen auszugehen sei (Urk. 8/66 S. 11).
3.6
In seiner konsiliarischen Beurteilung vom 1
1.
Mai 2021 hielt
Dr.
med.
A._
, Facharzt Radiologie
,
befundmässig fest, in den
koronaren Schic
h
t
en
sei ein etwas kranial aus dem
Glenoid
dezentrierter
Humeruskopf
mit konsekutiv
verschmälertem
Subakromialraum
/Neoarthrose
subakromial
erkennbar. Es habe sich ein b
reiter
Riss der
Supraspinatussehne
, die sich
retrahiert
habe, gezeigt
. Der Defekt betrage 2 x 3.5 cm, die Ruptur reiche auch auf die proximalen Fasern des
Infraspinatus
,
der im
kranilen
Aspekt abgerissen sei. Die weiter kaudal gelegenen Fasern Richtung Teres minor würden ein Ödem als Hinweis auf eine frische Ruptur-Komponente zeigen. Ventral sei die
Subscapularissehne
kräftig abzugren
zen. Die Muskeln der
Rotatorenmanschette
würden eine leichte Volumen
-
reduktion des
Musculus
supraspina
tus
, der die
Fossa
supraspinata
nicht mehr wesent
lich überrage, zeigen. Es bestehe auch eine leichte Fettinvolution des M.
infra
spinatus
(
Goutallier
I-II). Der kritische S
chultergelenk-Winkel betrage 44
Grad und passe zum vorbestehenden
Impingement
.
Dr.
A._
führte abschlies
sen
d
aus, die erhobenen Befunde würden zu einer vorbestehenden aus
gedehnten
Rotatorenruptur
der
Supraspinatussehne
mit einer mässigen Atrophie und leich
ten Involution des
Infraspinatus
der ebenfalls
teilruptiert
sei, passen; das Ödem im kaudalen Anteil der
Infraspinatussehne
übergreifend auf den Teres minor passe zu
einer frischen Läsion (Urk. 8/95
).
3.7
In seiner abschliessenden ärztlichen Beurteil
ung vom 7. Juni 2021 notierte
med.
pract
.
C._
, in Zusammenschau aller Abklärungen halte er unverändert an sei
ner Beurteilung fest, dass die am 21. Oktober 2019 durchgeführte Operation aus
schliesslich der Sanierung vorbestehender degenerativer Befunde gedient habe
(Urk. 8/99 S. 1)
.
Ein Sturz vom LKW mit Abstü
tzen durch die Hand wie von Dr.
B._
behauptet
worden war
, sei nicht nachvollziehbar ausgewiesen bezie
hungsweise würde auch den Angaben des Beschwerdeführers widersprechen. Die
Angaben des Beschwerdeführers zum Ereignis
selbst
seien widersprüchlich gewe
sen und eine verlässliche Klärung sei auch anlässlich der neuerlichen Befragung nicht möglich gewesen. Die angegebene Sturzhöhe sei in keiner Weise nachvoll
ziehbar. In der konsiliarischen Zweitbeurteilung sei sodann die degenerative Genese der
Supraspinatussehne
und
cranialen
Anteile der
Infraspinatussehne
bestätigt worden. Eine Retraktion bis zum
Glenoid
widerspreche einer möglichen und insbesondere einer wahrscheinlic
h
frischen Ruptur. Anlässlich der Zweitbe
urteilung mit gezielter Durchsicht der Bilder sei ein Ödem im kaudalen Anteil der
Infraspinatussehne
übergreifend auf den Teres minor
befundet
worden. Dieser Befund spreche für eine wahrscheinliche Zerrung der Muskulatur in diesem Bereich. Bei den am 2
1.
Oktober 2019 operierten Befunden (
Supraspinatussehne
,
cranialer
Anteil der
Infraspinatussehne
sowie
Acromioplastik
) handle es sich aus
schliesslich um vorbestehende degenerative
Schäden
, die als Zufallsbefunde im Rahmen einer Schmerzauslösung in der rechten Schulter bei Zerrung des M.
teres
mino
r
und
caudalem
Infraspinatus
zu werten seien. Rein unfallbedingt sei von einer vorübergehenden Beschwerdeauslösung
während
vier bis 12 Wochen auf
grund der vorbestehenden ausgeprägten degenerativen Veränderung bei frischer Muskelzerrung auszugehen (Urk. 8/99 S. 3 f.).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin anerkannte hinsi
chtlich des Ereignisses vom 25.
Sep
tember 2019 grundsätzlich ihre Leistungspflicht in Bezug auf die
rechtsseitigen
Schulterbeschwerden (Urk. 8/4). Strittig und zu prüfen ist hingegen, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Recht mit der Begründung, die noch bestehenden rechtsseitigen Schulterbeschwerden seien nicht mehr unfallbedingt,
der Status qu
o sine
vel
ante
sei
eingetreten,
per 2
2.
Mai 2020 eingestellt hat.
In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass es dem Unfallversicherer grund
sätzlich unbenommen ist, zunächst im Rahmen einer formlosen Deckungszusage Leistungen wie Heilbehandlung und Taggelder zu erbringen und diese nach einer eingehenden Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen (Unfalltatbestand, Kausali
tät) bei entsprechendem Untersuchungsergebnis ohne Berufung auf den
Rück
kommenstitel
der Wiedererwägung oder der prozessualen Revision «ex
nunc
et pro
futuro
»
–
das heisst unter Verzicht auf eine Rückforderung der bisher gewähr
ten Versicherungsleistungen
–
einzustellen (BGE 130 V 380 E. 2.3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_616/2013 vom 2
8.
Januar 2014 E. 3.2.1).
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrem Entscheid vom 20. Juli 2021 auf die Beurteilungen ihres Kreisarztes
med.
pract
.
C._
(Urk. 2 S. 10; Urk. 8/66 und
8/99).
Er
hat den Beschwerdeführer nicht persönlich untersucht, sondern jeweils eine Aktenbeurteilung vorgenommen. Diesen kann trotzdem voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sach
verhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts 8C_750/2020 vom 2
3.
April 2021 E. 4 mit Hinweisen
; vgl. auch E. 1.4
).
Die kreisärztliche Beurteilung vom 16. Juli 2020 wurde in Kenntnis der relevan
ten
Vorakten
erstellt, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und
enthält
nach
vollzieh
bar begründete Schlussfolgerungen
unter Einbezug der relevanten medizinischen Wissenschaft (vgl. insbesondere Urk. 8/66 S. 4 ff.). Mit seiner im Rahmen des
Einspracheverfahrens
erstatteten Beurteilung
vom 7. Juni 2021 bestätigte med.
pract
.
C._
seine bisherige Einschätzung auch
nach
Einholung weiterer Sachverhaltsabklärungen bezüglich des Unfallhergangs (Urk. 8/99 S. 1).
Anhand der ihm zur Verfügung gestellten
Vorakten
konnte sich
med.
pract
.
C._
ein vollständiges Bild über die Anamnese, den Behandlungsverlauf sowie den gegenwärtigen gesundheitlichen Status des Beschwerdeführers verschaffen. Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass auf eine klinische Untersu
chung des Beschwerdeführers verzichtet wurde, was von
i
hm im Übrigen auch nicht beanstandet wurde.
4.3
4.3.1
Med.
pract
.
C._
gelangte zum Schluss,
dass beweisend für eine nicht traumati
sche, sondern bereits länger zurückliegende degenerative Ruptur die Retraktion bis zum
Glenoidrand
sei. Die MRI-Untersuchung wurde 7 Tage nach dem Unfall
ereignis und die Operation 26 Tage danach durchgeführt, in diesem Zeitraum ist eine Ruptur bis zum
Glenoidrand
nach seiner Beurteilung auszuschliessen (Urk. 8/66 S. 4). Diese Beurteilung steht denn auch im Einklang mit der Einschät
zung von
Dr.
A._
, der in seiner konsiliarischen Beurteilung festhielt, dass die erhobenen Befunde zu einer vorbestehenden ausgedehnten
Rotatorenruptur
der
Supraspinatussehne
mit einer mässigen Atrophie und leichten Involution des
Infraspinatus
der ebenfalls
teilrupturiert
war, passen. L
ediglich
das Ödem im kau
dalen Anteil der
Infraspinatussehne
übergreifend auf den Teres minor ist nach seiner Beurteilung mit einer frischen Läsion vereinbar (E. 3.6). Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, sowohl
Dr.
B._
als auch
Dr.
A._
wür
den beide von einer frischen unfallbedingten Läsion ausgehen, weshalb Zwe
ifel an der Einschätzung von med.
pract
.
C._
bestehen würden
(Urk. 1 S. 5), kann ihm nicht gefolgt werden. D
er Kreisarzt
führte nachvollziehbar aus, dass
die
degenerative Genese der
Supraspinatussehne
und der
cranialen
Anteile der
Infraspinatussehne
bestätigt wurde
n
. Sodann widerspricht die Retraktion bis zum
Glenoid
einer möglichen oder wahrscheinlich frischen Ruptur. Anlässlich der Operation vom 2
1.
Oktober 2019 wurde
n
die
Supraspinatussehne
sowie
der
craniale
Anteil der
Infraspinatussehne
behandelt und eine
Acromioplastik
durch
geführt (vgl. Urk. 8/99 S. 4).
Wie med.
pract
.
C._
zudem zutreffend vorbrachte (Urk. 8/66 S. 11), geht aus dem Bericht des
Z._
vom 3. Oktober 2019 hervor, dass der Beschwerdeführer bereits vorbestehende Schmerzen im Bereich der rech
ten Schulter bei Rotationsbewegungen beschrieben hat
te
(Urk. 8/39 S. 2). Mithin vermag der Beschwerdeführer mit der Einwendung, wonach aufgrund der wiederholt schulterbelastenden Tätigkeit als Lastwagenchauffeur an seiner Beschwerdefreiheit vor dem Unfall keine Zweifel bestehen würden (Urk. 1 S. 4), nicht durchzud
ringen. Der Einschätzung von med.
pract
.
C._
folgend ist dem
nach festzuhalten, dass
nicht eine
frische Läsion operativ behandelt
wurde
, son
dern die bereits vorbestehende Schädigung im Schultergelenk. Die Beurteilung
des Kreisarztes
, wonach rein unfallbedingt lediglich von einer vorübergehenden Beschwerdeauslösung von rund vier bis 12 Wochen auszugehen ist,
ist demnach
nachvollziehbar und schlüssig.
4.3.2
Abschliessend
ist
festzuhalten
, dass d
ie im Verwaltungsverfahren eingereichte Stellungnahme der Experten von
D._
zum Bundesgerichtsurteil 8C_446/2019 vom 22. Oktober 2019 zu keinem anderen Ergebnis
führt
. Die Experten gelangten darin insbesondere zum Schluss, dass ein direktes Schulter
trauma durchaus ein überwiegend wahrschein
licher und sogar einer der häu
figsten Mechanismen einer ak
ut
en/traumatischen
Rotatorenmanschettenruptur
sein könne (Urk. 8/70 S. 6 f.).
Soweit der Beschwerde
führer daraus etwas zu sei
nen Gunsten ableiten möchte, kann ihm
jedoch
nicht gefolgt werden (vgl. Ein
wand gegen formlose Ablehnung vom 5. Februar 2021, Urk. 8/70 S. 1 f.)
. So wies das Bundesgericht im Urteil 8C_672/2020 vom 15. April 2021 unlängst darauf hin, dass die Haltung von
D._
hinsichtlich der Frage, ob auch ein Sturz mit direktem Schulteranprall geeignet ist, eine
Rotatorenmanschettenruptur
zu verursachen, wie auch in Bezug auf den Einfluss des Alters in der neueren medizinischen Literatur keineswegs unumstritten sei.
D._
habe in ihrer Stellungnahme vom 1. Oktober 2020 ausserdem selbst eingeräumt, dass ihre Sichtweise, wonach durch ein Direkttrauma der Schulter ohne explizit ausge
streckten Arm ebenfalls eine
Rotatorenmanschetten
-Läsion entstehen könne, nicht wissenschaftlich und reine Meinungsäusserung sei. Aus Sicht des Bundes
gerichts bleibt eine Einzelfallbeurteilung daher in jedem Fall unabdingbar (E. 4.5). Dabei ist zur Beurteilung der Unfallkausalität dem Kriterium des Unfallmechanis
mus keine
übergeordnete Bedeutung mehr beizumessen.
Vielmehr sind die ein
zelnen Kriterien, die für oder gegen eine traumatische Genese der Verletzung sprechen, aus medizinischer Sicht gegeneinander abzuwägen und der Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wahrheit zu entsprechen. In diesem Kontext gilt es etwa, die bildgebenden Befunde, die Vor
geschichte, den Unfallhergang, den Primärbefund und den Verlauf zu berück
sichtigen (E. 4.1.3 mit Hinweis).
Nach dem Gesagten ist nicht zu
beanstanden, dass Kreisarzt med.
pract
.
C._
bei seiner Beurteilung den genauen Unfallhergang ermitteln lies
s und in seine Einschätzung mit
einbezog, zumal der Beschwerdeführer beanst
andete, die Beur
teilung
des Kreisarztes
lasse eine Stellungnahme zur Zusammenwirkung der ver
schiedenen Schadenursachen vermissen (Urk. 1 S. 4). Diesbezüglich ist festzuhal
ten, dass der Beschwerdeführer im Rahmen des
Einspracheverfahrens
erneut zum Un
fallhergang befragt wurde
und dabei schilderte, er sei auf einer Treppenstufe ausgerutscht,
habe
sich mit der linken Hand nicht mehr am Haltegriff festhalten
können
und er habe sich mit der rechten Ha
nd am H
altegriff festgehalten. In diesem Moment habe er einen starken, brennenden Schmerz in der rechten Schul
ter gespürt,
er
habe sich nicht mehr festhalten können und sei rückwärts aus rund eineinhalb Metern auf den Bod
en gefallen (Urk. 8/92). Wie med.
pract
.
C._
jedoch zutreffend ausführte,
sind diese Angaben unter Berücksichtigung der Fotodokumentation des LKWs (vgl. Urk. 8/97) nicht schlüssig. Zum einen befindet sich der Boden der Führerkabine auf einer Höhe von 161 cm, der Beschwerde
führer befand sich während des Unfallhergangs jedoch auf einer Treppenstufe, weshalb ein Sturz aus eineinhalb Metern nicht nachvollzogen werden kann. Zum anderen ist nicht erstellt, dass der B
eschwerdeführer beim rückwärts f
allen auf die Schulter gefallen ist
oder sich mit der rechten Extremität aufgefangen hätte
. Dass
med.
pract
.
C._
den genauen Unfallhergang in die medizinische Einschät
zung
sowie die Kausalitätsbeurteilung
betreffend die unfallbedingten Schädigun
gen miteinfliessen liess, ist nicht zu beanstanden.
4.3.
3
Die Beschwerdegegneri
n anerkannte, dass es durch das Unfallereignis
zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines vormals stummen Vorzustandes gekommen ist. Gestützt auf die Aktenla
ge ist nachvollziehbar, dass med.
pract
.
C._
aufgrund des vom Beschwerdeführer beschriebenen Unfallhergangs sowie den bildgebend festgestellten degenerativen Veränderungen lediglich eine vorübergehende Verschlimmerung eines vorm
als stum
men Vorzustandes annahm und
die degenerativen Befunde als Zufallsbefunde im Rahmen einer Schmerzaus
lösung in der rechten Schulter bei Zerrung des
Musculus
teres
minor
und
cauda
lem
Infraspinatus
wertete
.
Mithin ist schlüssig, dass
aufgrund der objektivier
baren Befunde
, die durch die konsiliarische Beurteilung von
Dr.
A._
bestätigt wurden,
med.
pract
.
C._
darauf schloss,
es würden ab Dezember 2019
keine unfallbedingten Beschwerden mehr bestehen.
Nach dem Gesagten sind Zweifel an der m
edizinischen Beurteilung von med.
pract
.
C._
nicht angebracht. Bei dieser Aktenlage sind keine weitergehenden medizinischen Erhebungen – insbesondere keine
versicherungsexterne Begutach
tung (vgl. Urk. 1 S. 2
) – erforderlich (antizipierte Beweiswürdigung; BGE
144 V 361 E. 6.5,
136 I 229 E. 5.3
je
mit Hinweis
en
), da hiervon keine neuen Erkennt
nisse zu erwarten sind.
4.4
Treten im Anschluss an einen Unfall Beschwerden auf (die zuvor nicht bestanden) und ist aber davon auszugehen, dass durch den Unfall lediglich ein (zuvor stum
mer) Vorzustand aktiviert, nicht aber verursacht worden ist, so hat der Unfall
ver
sicherer nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG zu erbringen und es ent
fällt bei Erreichen des Status quo sine
vel
ante eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden (Urteile des Bundesgerichts 8C_816/2009 vom 21. Mai 2010 E. 4.3, 8C_181/2009 vom 30. September 2009 E. 5.4 f., 8C_326/2008 vom 24. Juni 2008 E. 3.2 und 4). Es ist daher gestützt auf die versicherungs
me
di
zini
sche Beurteilung von med.
pract
.
C._
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Unfall vom
2
5.
September 2019
lediglich zu einer vorüber
gehenden Verschlimmerung
eines stummen Vorzustandes
geführt hat
und die B
eschwerden in der Schulter
spätestens nach 12 Wochen abgeheilt
waren
. Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Leistungen (Heilkosten
und Taggelder
) betreffend die
rechtsseitigen
Schulterbe
schwerden per
22. Mai 2020
einstellte.
5.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom 2
0.
Juli 2021 (Urk. 2) erweist sich damit als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.