Decision ID: 65af553e-4b05-483c-904f-9d3d38e49459
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_007
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten:
1.
Der 1969 geborene Beschwerdeführer ist bei einem Bauunternehmen an-
gestellt und deswegen bei der Beschwerdegegnerin obligatorisch gegen
die Folgen von Unfällen versichert. Am 25. August 2017 stürzte er von einer
Leiter und verletzte sich dabei am rechten Unterschenkel. Die Beschwer-
degegnerin anerkannte ihre Leistungspflicht für diesen Unfall und richtete
vorübergehende Leistungen aus. Nach mehreren kreisärztlichen Untersu-
chungen sprach sie dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 21. Okto-
ber 2019 eine Invalidenrente basierend auf einem invaliditätsgrad von 12 %
mit Wirkung ab 1. Dezember 2019 sowie eine Integritätsentschädigung auf-
grund einer Integritätseinbusse von 15 % zu. Auf dagegen erhobene Ein-
sprache hin nahm die Beschwerdegegnerin diesen Entscheid "vollumfäng-
lich zurück", wobei sie dem Beschwerdeführer in Aussicht stellte, die be-
reits ausbezahlte Integritätsentschädigung "mit allfälligen späteren Integri-
tätsentschädigungsleistungen zu verrechnen", und erbrachte weiterhin
vorübergehende Leistungen. Nach einer erneuten kreisärztlichen Untersu-
chung am 30. Juni 2021 sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwer-
deführer eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse
von gesamthaft 30 % zu. Die dagegen erhobene Einsprache wies sie mit
Einspracheentscheid vom 26. Oktober 2021 ab.
2.
2.1.
Gegen den Einspracheentscheid vom 26. Oktober 2021 erhob der Be-
schwerdeführer mit Eingabe vom 25. November 2021 Beschwerde und
stellte folgende Rechtsbegehren:
" 1. Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und der Sachverhalt , mittels medizinischen Gutachtens, abzuklären; alsdann sei neu über den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung zu entscheiden.
2. Eventualiter sei die Sache unter Aufhebung des angefochtenen Ent-
scheides an die Beschwerdegegnerin zur weiteren  mittels Gutachtens und Neuentscheidung zurückzuweisen,
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegeg-
nerin."
2.2.
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Vernehmlassung vom 19. Januar
2022 die Gutheissung der Beschwerde in dem Sinne, dass der angefoch-
tene Einspracheentscheid aufzuheben und die Sache an sie zurückzuwei-
sen sei, damit sie nach Erreichen des medizinischen Endzustands die er-
forderlichen Abklärungen betreffend den Integritätsschaden vornehme und
hernach über den Anspruch auf Integritätsentschädigung des Beschwerde-
führers neu verfüge.
- 3 -

Considerations:
Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Einspracheentscheid ge-
stützt auf die Ergebnisse der kreisärztlichen Untersuchung durch
med. pract. B., Facharzt für Chirurgie, vom 30. Juni 2021 (Ver-
nehmlassungsbeilage [VB 407]) davon aus, dass der medizinische Endzu-
stand erreicht sei und die verbleibenden Folgen des Unfalls vom 25. August
2017 in Form einer schweren posttraumatischen Gonarthrose rechts und
einer minimalen beginnenden Sprunggelenksarthrose rechts eine Integri-
tätseinbusse von 30 % bedeuteten (VB 408). Sie sprach dem Beschwerde-
führer daher eine Integritätsentschädigung in entsprechender Höhe zu
(VB 456/5 f.; vgl. auch die Verfügung vom 26. Juli 2021 [VB 421]).
Nach dem Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids unterbreitete
die Beschwerdegegnerin med. pract. B. die seit dessen Untersuchung vom
30. Juni 2021 eingegangenen medizinischen Unterlagen zur
Stellungnahme. Dieser führte am 8. Dezember 2021 aus, die aktuell gel-
tend gemachten Beschwerden seien mindestens teilweise auf das Unfall-
ereignis zurückzuführen; "aktuell" liege eine 100%ige unfallkausale Arbeits-
unfähigkeit vor (VB 468). Nach Eingang weiterer medizinischer Berichte
führte er am 4. Januar 2022 (auf Anfrage der Beschwerdegegnerin) weiter
aus, eine unfallbedingte Behandlung sei weiterhin notwendig, und bestä-
tigte die attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit (VB 478). Am 13. Januar
2022 äusserte er sich sodann dahingehend, dass er ohne erneute radiolo-
gische und klinische Untersuchung keine Stellungnahme dazu abgeben
könne, ob sich betreffend seine Schätzung des Integritätsschadens vom
30. Juni 2021 etwas geändert habe (VB 481/2).
1.2.
Gemäss den – angesichts der aktenkundigen medizinischen Berichte ohne
Weiteres einleuchtenden – Ausführungen von med. pract. B. sind demnach
für eine zuverlässige Beurteilung des aus dem Unfall vom 25. August 2017
resultierenden Integritätsschadens weitere Untersuchungen notwendig.
Dies anerkannte in ihrer Vernehmlassung vom 19. Januar 2022 auch die
Beschwerdegegnerin. Die Beschwerde ist daher – den übereinstimmenden
(Eventual-)Anträgen der Parteien entsprechend – dahingehend
gutzuheissen, dass der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben
und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese
die erforderlichen Abklärungen tätige und hernach über den Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschädigung neu verfüge.
- 4 -
2.
2.1.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG).
2.2.
Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der rich-
terlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG).