Decision ID: 748d036b-0e28-5e78-a7a5-1ae0c92aff5f
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1974 geborene
X._
ist gelernte
Reproduktionsfotografin (Urk. 6/9/1)
und arbeitete
ab dem 17. Ma
i 2010 mit einem Pensum von 100
% als
Prepress
Operatorin bei der
Y._
(Urk. 6/2/1). Diese Anstellung wurde ihr von Seiten der Arbeitgeberin am 25. J
uli 2012 gekün
digt (Urk. 6/3/4), wobei das Arbeitsverhältnis
Ende Januar 2013
endete
(Urk. 6/3/5).
Die Versicherte meldete sich unter Mitwirkung ihrer
Kranken
taggeldversicherung
im Dezember 2012 bei der Eidgenössischen Invaliden
versicherung zur Früherfassung an (Urk. 6/5). Sie gab an, sie habe erstmals am 18. März 2010 an seelischer Erschöpfung und Depression gelitten. Seither sei es zu Kurzabwesenheiten gekommen und am 11. September 2012 dann zu einem totalen Zusammenbruch
, woraus eine vollumfängliche Arbeitsunfä
higkeit resultiert habe (Urk. 6/5/1).
Nachdem am
24. Januar 2013
ein
Bera
tungsgespräch
mit der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, stattgefunden hatte (
Urk.
6/7
),
meldete sie sich am 23. Februar 2013 zum Leistungsbezug an (Urk. 6/10).
Die
IV-Stelle
holte daraufhin Aus
künfte ihres letzten Arbeitgebers (Arbeitgeberfragebogen, Urk. 6/14) und einen Aus
zug aus ihrem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 6/15), einen Bericht von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
(Urk. 6/16)
,
sowie die Akten der Krankentaggeldversicherung Basler Versi
cherungen (Urk. 6/17)
ein.
Am 5.
Juli 2013 teilte die IV-Stelle der Versicher
ten mit, dass sie eine
berufsberaterische
Abklärung gewähre und die Kosten für „Laufbahnberatung im Case Management“ im Hinblick auf die Ausübung einer angepassten Erwerbstätigkeit übernehme (Urk. 6/26).
Vom 1. März bis
Ende Mai 2014 (statt wie geplant bis
am 30. Juni 2014
)
absolvierte die Versi
cherte einen Arbeitsversuch im Betrieb
A._
und erhielt während der Dauer dieser Massnahme Taggelder (Mitteilung vom 25. Februar 2014, Urk. 6/49
; Verfügung vom 4. März 2013, Urk. 6/52
; Urk. 6/65/3
).
In der Folge nahm die IV-Stelle
den Bericht von Dr.
Z._
vom 29. Sep
tember 2014 zu den Akten (Urk. 6/56).
Vom 20.
Oktober 2014 bis am 23. Ja
nuar 2015 fand ein Arbeitsversuch im Betrieb
B._
, statt, während welchem die Versicherte ein ergänzendes Taggeld erhielt (Mitteilung vom 13. Oktober 2014, Urk. 6/62; Verfügung
en
vom
17. Oktober 2014 und vom
26. Dezember 2014
, Urk. 6/66 und Urk. 6/
69
)
und über welchen am 19. Januar 2015 berichtet wurde (
Probe
zeit
auswertung
, Urk. 6/70)
.
Mit Verfügung vom 18. Feb
ru
ar 2015
(Urk. 6/71)
wurde die Arbeitsvermittlung erfolgreich abgeschlossen, da
die Ver
sicherte gemäss dem Praktikumsvertrag vom 26. September beziehungs
weise 5. Oktober 2014 (Urk. 6/59) weiterhin zu 80
%
erwerbstätig war.
Mit
Vorbe
scheid vom 20. Mai 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Vernei
nung des Anspruchs auf Leistungen der Invalidenversicherung in Aussicht (Urk. 6/79). Dagegen erhob die Versicherte am 19. Juni 2015 unter Beilage des Berichts von
Dr.
Z._
vom 25. März 2015 Einwand (Urk. 6/82 und Urk. 6/83).
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
nahm die IV-Stelle einen weiteren medizinischen Bericht zu den Akten (Urk. 6/85) und liess die Versicherte durch
d
ipl
.
med.
C._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psy
chotherapie
sowie für Neurologie, Arzt ihres
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
, psychiatrisch untersuchen (Bericht vom 3. Dezember 2015, Urk. 6/86).
Am 9. Mai 2016 verfügte sie im angekündigten Sinne (Urk. 6/91 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 9. Mai 2016 erhob die Versicherte am
10. Juni 2016 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuhe
ben und es seien ihr berufliche Massnahmen zu gewähren (Umschulung zur Sozialpädagogin oder allenfalls zur Fitnessinstruktorin in Form der
Aus
tauschbefugnis
; Urk. 1 S. 2). Ihrer Beschwerde legte sie unter anderem den Bericht von
Dr.
Z._
vom 27. Mai 2016 bei (Urk. 3/3).
Die
Beschwer
degegnerin
schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 20. Juli 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5).
Mit Gerichtsverfügung vom 25. Juli wurde der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht sowie ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Urk. 7). Innert angesetzter Frist ging keine Replik ein, was der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 20. September 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 9).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015
,
E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015
,
E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
,
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015
,
E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15
,
E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016
,
E. 4.1).
1.1.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das
(fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psy
chosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Bei
spiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit ver
gleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähig
keit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invali
disierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009
,
E. 2).
1.1.4
Bei depressiven
Störungen im mittelgradigen Bereich ist die
invalidisierende Wirkung - weiterhin - besonders sorgfältig zu prüfen. Es darf nicht unbese
hen darauf geschlossen werden, eine solche Störung vermöchte eine voraus
sichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde (teilweise) Erwerbsunfähigkeit zu bewirken und wäre damit eine relevante Komorbidität
(
BGE 141 V 281
E. 4.3.1.3;
vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_125/2015 vom 18
.
Novem
ber 2015, E.
7.2.1 mit Hinweis und 9C_168/2015 vom 13.
April 2016
,
E. 4.2). Auch nach der Praxis
änderung vom 3.
Juni 2015
(BGE 141 V 281)
gelten psychische Störungen der hier interessierenden Art nur als invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr)
angehbar
sind, was nament
lich bei noch nicht lange
chronifizierten
Krankheitsgeschehen voraussetzt, dass keine therapeutische Option mehr und somit eine Behandlungsresistenz besteht
(
BGE 141 V 281
E. 4.3.1.2; v
gl. Urteile des Bund
esgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015, E. 5 und 9C_125/2015 vom 18. No
vember 2015, E.
7.2.1). An der bundesgerichtlichen Praxis, wonach leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven
Formen
kreis
in der Regel therapierbar sind und invalidenversicherungsrechtlich zu keiner
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen (vgl. Urteile des Bund
esge
richtes 9C_836/2014 vom 23. März 2015, E. 3.1; 9C_474/2013 vom 20.
Februar 2014, E. 5.4; 9C_696/2012 vom 19.
Juni 2013
,
E.
4.3.2.1;
9C_250/201
2 vom 29. November 2012, E. 5;
9C_736/2011 vom 7.
Februar 2012, E. 4.2.2.1 sowie 9C_917/2012 vom 14.
August 2013
,
E. 3.2
) hat
BGE 141 V 281
nichts geändert (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_125/2015 vom 18. November 2015
,
E.
7.2.1 und 9C_168/2015 vom 13.
April 2016
,
E. 4.2 mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie
erwiese
nermassen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hin
weis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich verlangten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konse
quent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016, E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016, E.
4.1).
Eine leichte depressive Episode ist grundsätzlich nicht geeignet, eine
leistungs
spezifische
Invalidität zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 9C_337/2015 vom 7. April 2016
,
E. 4.4.1 mit weiteren Hinweisen).
Die Diagnosen aus der Z-Kategorie (Kapitel XXI) des ICD-10 Systems sind für Fälle vorgesehen, in denen Sachverhalte als "Diagnosen" oder "Probleme" angegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder
äussere
Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Diese Belastungen fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (Urteil des Bundesgerichtes 9C_894/2015 vom 25. April 2016
,
E. 5.1 mit Hin
weis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012
,
E. 3.1 mit weiteren Hinwei
sen).
Akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) vermögen keinen rechts
erheb
lichen Gesundheitsschaden zu begründen (Urteil des Bundesge
richts 8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015
,
E. 4.2.4 mit Hinweis auf 9C_537/2011
vom 28. Juni 2012
,
E. 3.1). Dazu bedürfte es zumindest einer
Persönlichkeits
störung
(Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016
,
E. 4.2.5 mit Hinweisen).
1.2
1.2.1
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität not
wendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1).
1.
2.2
Der Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen; vgl.
auch BGE 130 V 488 E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b und S. 62 E. 1 je mit Hin
weisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt,
die Arbeitsvermittlung sei mit Mitteilung vom 18. Februar 2015 erfolgreich abgeschlossen worden und seit Oktober 2014 sei die Beschwer
deführerin wieder zu 80
%
erwerbstätig.
Da kein erheblicher und dauerhafter Gesundheitsschaden vorliege, habe die Beschwerdeführerin weder Anspruch auf eine Rente noch auf eine von der Invalidenversicherung finanzierte Umschulung. Bei entsprechenden Rahmenbedingungen könne der erlernte Beruf als Polygrafin laut dem
RAD-
Psychiater
, welcher die Beschwerde
führerin untersucht habe, weiterhin ausgeübt werden. Dass die angestammte Tätigkeit aufgrund technischer Weiterentwicklungen nicht mehr den Nei
gungen der Beschwerdeführerin entspreche, sei invaliditätsfremd
(Urk.
2).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 2
0.
Juli 2016 führte sie ergänzend aus,
die diagnostizierte rezidivierende depressive Störung sei gegenwärtig weitgehend remittiert. Bei den ebenfalls unter
den
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführten akzentuierten perfektionistischen
Persönlich
keitszügen
handle es sich nicht um einen Gesundheitsschaden mit
Krank
heitswert
im Sinne der Invalidenversicherung. Der entsprechende RAD
Unter
suchungsbericht sei beweiskräftig. Selbst die im Bericht des
behandelnden Psychiaters
Dr.
Z._
vom 2
7.
Mai 2016 diagnostizierte leicht ausgeprägte depressive Störung sei nicht genügend erheblich, um aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit zu begründen
(Urk.
5).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber vor,
die Begründung des RAD sei falsch. Im Rahmen der im Hinblick auf die Ausübung einer angepassten Tätigkeit durchgeführten Berufsberatung habe sich ergeben, dass eine Aus
bildung im sozialen Bereich ihren Fähigkeiten und Interessen entspreche. Daraufhin habe sie Schnuppereinsätze und Arbeitsversuche geleistet. Der RAD-Arzt
Dr.
med.
D._
,
Facharzt
für
Hämatologie, Rheumatologie
und
Allgemeine Innere Medizin
, habe ihr im Januar 2014 eine
Arbeitsunfä
higkeit
für den erlernten Beruf attestiert und eine Umschulung für notwendig gehalten. Auch ihre Eingliederungsberaterin habe eine Rückkehr in den angestammten Beruf für nicht mehr möglich gehalten
(Urk.
1 S. 3). Am RAD-Unter
suchungsbericht
von
dipl
.
med.
C._
,
Facharzt
für
Psy
chiatrie und Psychotherapie
, vom 3.
Dezember 2015 beanstandete sie als unzutreffend, dass sie sich nicht abgrenzen könne. Ferner stellte sie klar, dass sie nur während circa acht Monaten zwecks Selbstmedikation Cannabis geraucht und erst nach dem Nervenzusammenbruch Alkohol bis zum Rausch
zustand getrunken habe.
In der Untersuchungssituation sei sie nicht ausgeglichen gewesen, sondern habe heftig weinen müssen und mehrere Packungen Taschentücher gebraucht. Entgegen der Diskussion von
dipl.
med
.
C._
habe
Dr.
Z._
in seinem Bericht vom Dezember 2012 Beschwerden und Befunde von einander abgegrenzt, nur würden sich diese halt decken. Ihre frühkindliche Entwicklung sei nicht
weitgehend unauffällig gewesen
(Urk.
1 S. 4).
D
ipl. med
.
C._
widerspreche sich, indem er aner
kenne, dass sie schon lange nicht mehr für ihre angestammte Tätigkeit gemacht gewesen sei, aber dennoch behaupte, sie könne diese Tätigkeit wieder aufnehmen. Er kenne sich mit der Arbeitsrealität im Beruf Polygrafin nicht aus. Es gebe keine Möglichkeit, ohne dauerhafte Ab
dunkelung und Kunstlicht zu arbeiten und auch keine Möglichkeit zur Team
arbeit. Dass sie auch in der Tätigkeit mit schwer erziehbaren Jugendlichen zur Überforderung und fehlender Abgrenzung neige, sei aus der Luft gegriffen. Dank der bis im Dezember 2015 regelmässig und engagiert durchgeführten Psychotherapie habe sie die bereits bestehende
Abgrenzungs
fähigkeit
weiter verstärkt und in der Folge erprobt
(Urk.
1 S. 5).
D
ipl. med
.
C._
habe ihr gegenüber auch von einem möglichen ADHS gesprochen, was die Arbeit als Polygrafin als nicht geeignet erscheinen lasse. Sie sei aktuell nicht mehr depressiv, bei einer
Rückkehr in die Polygrafie sei der erneute Zusammenbruch jedoch vorpro
grammiert
. Ihre errungene Stabilität sei nur im neuen beruflichen Umfeld dauerhaft und nachhaltig. Ihre
Ein
gliederungsberaterin
habe auch gesagt, sie solle bloss nicht in den ange
stammten Beruf zurückkehren
(Urk.
1 S. 6).
3.
3.1
Dr.
Z._
nannte in seinem Bericht vom
9.
März 2013 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine (mittelschwere bis) schwere agi
ti
erte depressive Episode (ICD-10: F32.2) bei akzentuierten (
anankasti
schen
und aggressionsgehemmten) Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1). Er führte aus, die Erkrankung habe sich schleichend entwickelt und beeinträch
tige die Arbeitsfähigkeit seit ungefähr September 201
2.
Er behandle die Beschwerdeführerin seit dem 2
0.
September 2012
(Urk. 6/
16/1).
Im Verlauf habe das Medikament
Lexotanil
bereits reduziert werden können und es werde nur noch sehr selten angewendet. Es erfolge eine integrierte psych
iatrische Behandlung. Im Verlauf mehrerer Monate sei die Prognose positiv. Als Gra
f
ikerin beim alten Arbeitgeber mit schlechtem Betriebsklima und bei ausschliesslicher Bildschirm-Tätigkeit sei sie nicht mehr arbeitsfähig. Einge
schränkt sei sie durch Konzentrationsschwächen, Ärger, Wut, mangelnde Ausdauer, erhöhte Fehleranfälligkeit, Blockaden und schwere Spannungen mit Arbeitskollegen beziehungsweise Vorgesetzten.
Eine Berufsbera
tung/Um
schulung sei zu empfehlen, denn behinderungsangepasst sei eine manuelle Tätigkeit mit pädagogischen Aspekten. Die Einschränkung der Arbeits
fähigkeit sei durch eine Weiterführung der bisherigen Massnahmen
ver
minder
bar
(Urk. 6/
16/2).
Bereits am 1
4.
Dezember 2012 hatte er angege
ben, die Prognose sei gut, denn die Beschwerdeführerin verfüge über gute Ressour
cen und der bisherige Verlauf lege eine gute Erholungsfähigkeit nahe
(Urk. 6/
16/5).
3.2
Bereits am 3
1.
Mai 2013 berichtete
Dr.
Z._
über einen erfreulichen Verlauf und einen etwas verminderten Schweregrad der Depression (Urk. 6/56/5).
Am 1
4.
September 2013 bezeichnete er die depressive Episode nach einer weiteren Stabilisierung noch als mittelgradig (Urk. 6/56/7).
Am 2
1.
Dezember 2013 nannte er noch die Diagnosen einer leichten bis mittel
schweren depr
es
siven Episode (ICD-10: F32.0/1) sowie akzentuierter
Persön
lichkeitszüge
(ICD-10: Z73.1; Urk. 6/56/9).
In seinem Bericht vom
26. Juli 2014 gab
Dr.
Z._
an, es
liege
nach wie vor
eine leichte bis mittel
schwere depressive Episode (ICD-10: F
32.0/1
)
bei stark akzentuierten
Per
sönlichkeitszügen
(ICD-10: Z73.1), an der Grenze zu einer
Persönlich
keitsstörung
, vor
(Urk. 6/56/11).
Punkto Behandlungsabschluss merkte er an, die Behandlung von stark akzentuierten
Persönlichkeitszü
gen
/
Persönlich
keits
störungen
daure zumeist mehrere Jahre. Demgemäss erhole sich auch die Depression, welche Folge der
Persönlichkeitsakzen
tuierung
sei, nur sehr zögerlich. Mit einem Behandlungsabschluss rechne er in zwei bis drei Jahren, was jedoch nicht bedeute, dass die Arbeitsunfähigkeit so lange andauern werde (Urk. 6/56/12).
Am
29. September 2014
nannte
Dr.
Z._
diesel
ben Diagnosen
(Urk. 6/
56
/2).
Er führte aus, i
m Vorder
grund stünden noch Selbstzweifel und eine leicht verstärkte Erschöpfbarkeit. Seit es gut aussehe für den Antritt einer längeren Praktikumsstelle (Umschu
lung), sei eine deut
liche Aufhellung
einschliesslich
Rückgang der Selbst
zweifel eingetreten
. Die Prognose schätzte er im Verlauf mehrerer Monate sowie in Bezug auf die Umschulung positiv ein. Ferner ging er davon aus, eine Weiterführung der bisherigen medizinischen Massnahme könne die Remission der Depression sowie eine Modifikation der Persönlichkeitszüge bewirken. Zudem fördere die angestrebte Umschulung die Genesung und sie werde zu einer dauerhaften Stabilisierung der Gesundheit führen
(Urk. 6/56/3).
3.3
Am 2
6.
November 2015 erfolgte eine psychiatrische Untersuchung dur
ch RAD-Arzt
d
ipl.
med.
C._
(Urk. 6/86/1).
Bei den psychopathologischen Befunden führte er aus, während der circa
12
0-minütigen Exploration
habe sich keine deutliche Störung der Aufmerksamkeit, der Konzentration oder des Gedächtnisses gezeigt.
Affektiv habe
die Beschwerdeführerin
ausgeglichen gewirkt, wobei
sie leicht angespannt
gewesen sei
. Für eine Antriebsstörung habe er keinen Anhalt vorgefunden. Aktuell liege kein sozialer Rückzug mehr vor. Krankheitsunspezifisch habe er den Eindruck gehabt, die Beschwer
deführerin überfordere sich selbst und habe Mühe mit der Abgren
zung sowie mit Ruhephasen
. Er diagnostizierte
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig weitgehend remittiert (ICD-10: F33.4), sowie akzen
tuierte perfektionistische Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1
).
Er führte
aus,
an ihrer letzten Arbeitsstelle habe die Beschwerdeführerin eine zunehmende Überforderung mit der weiter fortschreitenden Technik erfahren müssen. Zudem seien die Arbeitsbedingungen nicht ihren Fähigkeiten entsprechend gewesen, welche gemäss Laufbahnberatung eher im sozialen und kreativen Bereich lägen. Da sie aber pflichtbewusst sei, habe sie versucht, dies durch
zustehen. All dies habe zu einer zunehmenden depressiven Erschöpfung bei
getragen. Der Wechsel in eine andere Tätigkeit im Rahmen der
Eingliede
rungsbemühungen
habe rasch zu einer Besserung der psychischen Gesund
heit beigetragen
. Zu den Einschränkungen in Bezug auf die bisherige Tätig
keit als Polygra
f
in
merkt
e
er an,
z
u Beginn im Jahr 2012 hätten eine ausge
prägte kognitive Störung, eine reduzierte psychische Belastbarkeit, eine aus
geprägte Erschöpfung, eine Verlangsamung, eine Antriebsstörung sowie ein sozialer Rückzug vorgelegen
. Der Gesundheitszustand habe sich
bereits
stark verbessert. Ob die Beschwerdeführerin eine erneute depressive Episode
erleide, h
ä
nge in erster Linie vom Erfolg der Psychotherapie ab
(
Urk. 6/86/5
-
8
).
3.4
In seinem
Bericht vom 2
7.
Mai 2016
führte
Dr.
Z._
aus, die rezidi
vierende depressive Störung sei seit Herbst 2015 noch leicht ausgeprägt und nicht (mehr) medikationsbedürftig (ICD-10: F33.0). Die
Persönlichke
i
ts
akzen
tuierung
an der Grenze zur Persönlichkeitsstörung sei eigentlich eine
Per
sönlichkeitsstörung
gewesen,
denn es lägen ein deutliches subjektives Leiden, manchmal erst im späteren Verlauf, sowie deutliche Einschränkungen der beruflichen und sozialen Leistungsfähigkeit, vor.
Die
Persönlichkeitsstö
rung
sei aber unter kontinuierlicher und zum Teil intensiver Psychotherapie seit Behandlungsbeginn noch im Rahmen einer Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10: Z73.1) vorhanden.
Die Rückfallgefahr in eine erneute schwere depressive Episode habe entscheidend gesenkt werden können.
Neu äusserte
Dr.
Z._
den Ver
d
acht auf eine Hyperaktivität seit der Kindheit (ICD
10: F90.0
). Diese zeige sich im anhaltenden Bewegungsdrang. Die Kombi
na
tion beider Diagnosen bewirke trotz der entscheidenden und stabilen Ver
besserung des Gesundheitszustandes nach wie vor eine bleibende, vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Polygrafin. Der Rückgang des Depressionsgrades und die Modifikation der Persönlichkeit könnten nur bei der Ausübung einer angepassten Tätigkeit stabil bleiben. Bei erneuter Aus
übung der angestammten Tätigkeit würde die Beschwerdeführerin nach der Einschätzung von
Dr.
Z._
mit hoher Wahrscheinlichkeit in erneute schwere rezidivierende depressive Episoden geraten. Die ursprüngli
chen Ressourcen des „Sich-Zusammenreissens“, des „Unter
drücken
s
des Bewe
gungsdranges“ sowie des „Aushaltens der Monotonie in Abdunkelung und ohne menschlichen Team-Austausch“ habe sie dauerhaft verloren
(
Urk. 3/3)
.
4.
4.1
Die in
Art.
17
Abs.
1 IVG für den Anspruch auf Umschulung vorausgesetzte Invalidität ist nach Art. 8 ATSG zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_905/
2014 vom 1
7.
Februar 2015, E. 5
)
, welcher wiederum auf
Art.
7 ATSG Bezug nimmt
.
Somit beansprucht die zur Frage nach einem Renten
anspruch entwickelte Rechtsprechung (vgl. dazu vorstehende E. 1.1) auch bezüglich des Anspruchs auf Umschulung Geltung.
4.2
4.2.1
Dipl. med.
C._
untersuchte die Beschwerdeführerin während zwei Stun
den
,
erhob die Anamnese und die Befunde, wobei er nebst den Ergebnissen seiner Untersuchung
auch die geklagten Beschwerden
sowie die
Vorakten
berücksichtigte.
S
owohl vor dem Hintergrund der erhobenen Befunde ohne deutliche
Störung von Aufmerksamkeit, Konzentration oder Gedächtnis sowie ohne Anhalt für eine Störung des Antriebs (Urk. 6/86/5) als auch angesichts des ein normales Aktivitätsniveau au
f
weisenden Tagesablaufs mit Erledigungen, Sport und Pflege sozialer Kontakte
(Urk. 6/86/3)
ist nachvoll
ziehbar, dass
dipl.
med.
C._
die depressive Störung als gegenwärtig weit
gehend remittiert einschätzte (Urk. 6/86/5, Urk. 6/86/7)
.
Nebst der rezidi
vierenden depressiven Störung diagnostizierte
er
in Übereinstimmung mit dem behandelnden Psychiater Dr.
Z._
(vgl. vorstehende E. 3.1)
akzentuierte Persönlichkeitszüge (Urk. 6/86/5, Urk. 6/86/7).
Diese Diagnose ist plausibel, nachdem die Beschwerdeführerin in der Familie als ältestes Kind nach dem Tod ihres Vaters früh Verantwortung übernehmen musste, und da sie ihre letzte Arbeitstätigkeit trotz nicht ihren Fähigkeiten entspre
chenden Arbeitsbedingungen so lange durchhielt, bis sie in eine schwere depressive Verstimmung abrutschte (Urk. 6/86/6-7).
In seinem nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung erstellten Bericht vom 2
7.
Mai 2016 gab
Dr.
Z._
dann an, es habe eigentlich eine Persönlichkeitsstörung vor
gelegen
, welche nun dank der Therapie nur noch im Ausmass einer
Persön
lichkeitsakzentuierung
bestehe
. Dies begründete er
mit deutlichem subjekti
ven Leiden sowie deutlichen Einschränkungen der beruflichen und sozialen Leistungsfähigkeit (Urk. 3/3 S. 1).
Ein deutliches subjektives Leiden ist jedoch erst ab dem Jahr 2012 dokumentiert, als sich die Beschwerdeführerin erst
mals in fachärztliche Behandlung begab.
I
n diesem Zeitpunkt war das sub
jektive Leiden
indes
laut den echtzeitlichen Berichten in der Depression begründet (
Konzentrationsschwäche, mangelnde Ausdauer;
Urk. 6/
16/2
) sowie Folge des Erhalts der Kündigung (Urk. 6/3/6).
Die
Aggressions
hemmung
wurde nicht als extrem ausgeprägt beschrieben, sondern fiel wohl eher wegen des Zusammen
treffens mit einem laut Dr.
Z._
äusserst unhöflichen Vorgesetzten (Urk. 6/16/2) ins Gewicht. Die Ressourcen der Beschwerdeführerin wurden jedenfalls als gut beurteilt (Urk. 5/16/5).
Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung überzeugt auch angesichts der bis zum Auftreten der Depression unauffälligen Berufslaufbahn mit beispielsweise
demselben Arbeitgeber von 2000 bis 2009 und gutem Einkommen (Urk. 6/15) sowie angesichts der Fähigkeit zum Aufrechterhalten langjähriger Beziehun
gen (Urk. 6/86/4) nicht.
Hinzu kommt, dass
Dr.
Z._
am 25.
März 2015 selber noch angegeben hatte, die Diagnose einer eigentlichen
Persön
lichkeitsstörung
rechtfertige sich nicht (Urk. 6/82/3).
Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass im Zeitpunkt der RAD-Untersuchung eine weitge
hend remittierte rezidivierende depressive Störung sowie akzentuierte
Per
sönlichkeitszüge
vorlagen.
Für eine zumindest weitgehende Remission spricht auch, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift angab, sie sei nicht mehr depressiv (Urk. 1 S. 6
Ziff.
7).
4.
2.2
Am 2
7.
Mai 2016 äusserte
Dr.
Z._
zudem den Verdacht auf eine Hyperaktivität seit der Kindheit (ICD-10: F90.0). Bei der angegebenen Codierung handelt es sich um eine einfache Aktivitäts- und
Aufmerksam
keits
störung
.
Objektive Befunde für ein Aufmerksamkeitsdefizit nannte er indes keine (Urk. 3/3).
Dass ein solches Defizit in einem die Arbeitsfähigkeit beeinflussenden Ausmass vorliegt, ist angesichts der bereits erwähnten bis
herigen Erwerbsbiographie sowie bei sehr guten Zeugnissen (Urk. 6/9/1-5) nicht plausibel.
4.
3
4.3.1
Akzentuierte Persönlichkeitszüge vermögen rechtsprechungsgemäss keinen rechtserheblichen Gesundheitsschaden zu begründen
. Hierfür wäre zumindest eine Persönlichkeitsstörung erforderlich
(vgl. vorstehende E. 1.1.4 am Ende).
4.3.2
Leichte bis mittelgradige depressive Störungen
fallen einzig dann als invali
di
sierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiesenermassen
thera
pie
resistent
sind (
E. 1.1.4 vorstehend).
Weitere therapeutische Optionen
stehen
auf jeden Fall insofern noch offen, als die Beschwerdeführerin bisher
nie Antidepressiva erhalten
hat
(Urk. 6/86/2).
Der Beschwerdeführerin wurde durch
gehend eine gute Prognose gestellt
und
Dr.
Z._
ging davon aus, mit der Behandlung eine Remission der Depression sowie eine Modifika
tion der Persönlichkeitszüge bewirken zu können (E. 3.1 und 3.2 vorstehend)
.
Es zeigten sich denn auch laufend Behandlungserfolge, sodass der Grad der Depression bis zur RAD-Untersuchung laufend abnahm (vgl. vorstehende E.
3
.2
).
Nach der Einschätzung von
Dr.
Z._
war die depressive Störung ab Herbst 2015 noch
leichtgradig
(Urk. 3/3 S. 1), wobei es sich um eine im Vergleich zur Beurteilung von
dipl.
med.
C._
abweichende Beur
teilung
(und nicht um eine erneute Verschlechterung)
handelt, zumal
letzte
rer
die Depression im selben Zeitraum als weitgehend remittiert bezeichnete
(Urk. 6/86/5).
Die depressive Störung hat sich somit
bei stetiger Verbesserung
nicht trotz konsequenter
Therapie als resistent erwiesen, weshalb auch sie keine mindestens 20%ige Invalidität zu begründen vermag.
4.3.3
Zeitweise lag eine schwere depressive Episode vor
(Urk. 6/86/6-7), welche
eine vollumfängliche Erwerbsunfähigkeit zur Folge hatte (Urk. 6/8
6/8
). Diese dauerte jedoch nicht bis 2014 in schwerem Ausmass an, wie
dipl.
med.
C._
dies angab (Urk. 6/86/7), sondern laut den echtzeitlichen fachärztli
chen Berichten war die Depression spätestens im September 2013 nur noch mittelgradig ausgeprägt (Urk. 6/56/7).
Die schwere depressive Episode war somit nicht voraussichtlich bleibend oder längere Zeit dauernd
, wie
Art.
8
Abs.
1 ATSG es fordert
.
Die
hernach noch
mittelgradige Depression ist wegen fehlender Therapieresistenz
nicht invalidisierend (vgl. vorstehende E. 4.3.2).
4.3.4
Die Beschwerdeführerin macht geltend,
bei Wiederaufnahme der angestamm
ten Tätigkeit
sei der erneute Zusammenbruch vorprogrammiert (Urk. 1 S. 6
Ziff.
7). Zum Beweis verwies sie auf den Bericht von Dr.
Z._
vom 2
7.
Mai 2016, laut welchem bei erneuter Ausübung der angestammten Tätig
keit mit hoher Wahrscheinlichkeit erneute schwere
rezidivierende depres
sive Episoden
auftreten würden
(Urk. 3/3 S. 2)
.
Dem widerspricht
dipl.
med.
C._
sinngemäss, indem er das Erleiden erneuter depressiver Episoden in erster Linie von der Psychotherapie abhängig macht (Urk. 6/86/8).
Die Gefahr einer Überforderung besteht in erster Linie aufgrund der leistungsorientierten und perfektionistischen Persönlichkeit der Beschwerdeführerin und der damit verbundenen Schwierigkeit, sich abzugrenzen (Urk. 6/86/7). Somit wirken sich nicht bestimmte berufliche Anforderungen, insbesondere solche im Zusammenhang mit der angestammten Tätigkeit, ungünstig aus, sondern die Haltung der Beschwerdeführer
in
dazu. Mit anderen Worten lässt sich nicht ausschliessen, dass sich eine von der Beschwerdeführerin bevorzugtere Tätig
keit gleichermassen ungünstig auf ihr psychisches Gleichgewicht auswirken könnte.
Dr.
Z._
begründete seine abweichende Position damit, die Beschwerdeführerin habe ihre Durchhaltefähigkeit in Bezug auf ihre ange
stammte Tätigkeit verloren (Urk. 3/2 S. 2). Dazu ist festzuhalten, dass auf
grund der weitgehenden Remission auch die Durchhaltefähigkeit nicht mehr relevant beeinträchtigt ist. Dipl. med.
C._
erachtete diese am
3.
Dezember 2015 lediglich noch als leicht eingeschränkt (Urk. 6/86/5). Zweifellos wirkt sich die Ausübung einer von der Beschwerdeführerin bevorzugten Tätigkeit auf ihre Befindlichkeit günstig aus. Anspruch auf eine Umschulung besteht hingegen nur, wenn sie aus objektiver Sicht notwendig ist (
Art.
17
Abs.
1 IVG). Dies ist bei
der
Beschwerdeführerin nicht der Fall. Aus medizinischer
Sicht ist die bisherige Tätigkeit als Polygraphin weiterhin zumutbar, gegebe
nenfalls mit geeigneten Anpassungen der Arbeitsumgebung.
4.3.5
Insgesamt ist nach dem Gesagten ein invalidisierender Gesundheitsschaden zu verneinen
, da das psychische Leiden
, soweit es noch besteht,
bei der Beurteilung der Invalidität
nicht das erforderliche Ausmass aufweist
. Mangels Invalidität
im Sinne von
Art.
8
Abs.
1 ATSG
besteht kein Anspruch auf eine Umschulung, weshalb die Beschwerde abzu
weisen ist.
5.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweige
rung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und
ermes
sensweise
auf
Fr.
6
00.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskos
ten
der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.