Decision ID: 62817de7-f871-4e7c-b0a5-788fef31d671
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960,
war von
Februar 1980
bis August 2011
bei
der
Z._
als Senior Development Engineer
tätig, wobei der letzte Arbeitstag am
7.
November 2010
war (
Urk.
9/58
Ziff.
2.1-2.3
und
Ziff.
2.7
)
.
Unter Hinweis auf einen Status nach Kinderlähmung und eine
Erschöpfungsde
pression
meldete sich
der
Versicherte
am
4.
März 2011
bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/41
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische
und erwerbliche Situation ab und
liess den Versicherten internistisch-rheumatologisch sowie psychiatrisch begutachten (
Urk.
9/128/1-75 und
Urk.
9/132/1-25).
Nach
durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(
Urk.
9/141-148) verneinte
die
IV
Stelle mit Verfügung vom 1
0.
Januar 2014 einen Rentenanspruch
des Versi
cherten
(
Urk.
9/149
=
Urk.
2)
.
2.
Der
Versicherte erhob am
1
3.
Februar 2014
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Ver
fü
gung vom
1
0
.
Januar 2014
(
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben
und es sei
ihm
mit Wirkung ab dem
1.
November 2011 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen (S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
0.
März 2014
(
Urk.
8
) die Abweisung der Beschwerde. D
ies wurde dem Beschwerdeführer
am
4.
April 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
10
).
Gleichzeitig wurde die
Y._
Vorsorge
einrichtung
zum Prozess beigeladen, welche mit Eingabe vom
9.
April 2014 den Antrag auf Abweisung der Beschwerde aus der Beschwerdeantwort übernahm (
Urk.
11)
, wovon den anderen Verfahrensbeteiligten Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
13). Am
6.
Februar 2015 reichte der Beschwerdeführer eine weitere Ein
gabe ins Recht (
Urk.
14), welche der Beschwerdegegnerin zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
15).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit lieg
t zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Drei
vier
tels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant
gelten Einschränkun
gen
der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das
Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist,
ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem aus
ge
glichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsun
fähig
keit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Ar
beitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der ver
si
cherten Person so
zial-praktisch nicht mehr
zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist - auch bei psychischen Er
kran
kungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (
fach
)
ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die
Ar
beits
-
und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und sozio
kulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zu
kunfts
ängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vor
der
grund
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
han
den
sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beein
träch
tigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu um
fassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar un
ter
scheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen da
mit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokultu
rel
len Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbst
s
tändigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Er
werbs
fähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidi
tät gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Be
funde er
hebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinrei
chende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein inva
lidisie
ren
der psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad
seiner - unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Fol
gen
verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken
(Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinwei
sen).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
ak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet
und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351
E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
D
ie Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 10.
Januar
2014
(Urk. 2) davon aus,
dass der Beschwerdeführer seit November 2010 aus medizinischer Sicht in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei. Aus somatischer Sicht sei er in seiner bisherigen Tätigkeit weiterhin zu 100
%
arbeitsfähig. Jedoch sei aus medizinischer Sicht aufgrund der psychiatrischen Erkrankung in der bisherigen Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. In einer angepassten Tätigkeit sei er aus ärztlicher Sicht zu 50
%
arbeitsfähig (S. 1).
Aus IV-rechtlicher Sicht sei der vorhandene psychische Gesundheitsschaden jedoch nicht invalidisierend.
Die rezidivierende depressive Störung, die sich durch leicht - bis mittelgradige depressive Episoden zeige, stellten aus
invalidenver
si
che
rungs
rechtlicher
Sicht keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden dar.
Die schwere narzisstische Persönlichkeitsstörung mit teilweise paranoiden Zügen liege bereits seit der Kindheit vor. Trotz vorliegender Persönlichkeitsstörung sei es dem Beschwerdeführer über die Jahre hinweg möglich gewesen, diese zu über
winden und eine hohe Arbeitsleistung zu erbringen. Es bestehe insgesamt kein IV-relevanter Gesundheitsschaden (S. 2 oben).
Es sei eine ausführliche
Überwind
barkeitsprüfung
vorgenommen worden. Der Beschwerdeführer verfüge über viele Ressourcen, die er als Arbeitnehmer gut umsetzen könnte (S. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt dem beschwerdeweise (Urk. 1) entgegen,
dass
gemä
ss dem
psychiatrischen
Gutachter
Dr.
A._
in einer adaptierten Tätig
keit eine Arbeitsunfähigkeit von höchstens 50
%
bezogen auf ein 100%-Pensum
bestehe
(S. 5 unten). Es sei anzumerken, dass sowohl
dem Gutachter als auch der behandelnden Ärzt
in bestens bekannt gewesen sei, wie
der
Tagesablauf
des Beschwerdeführers
aussehe. Die Feststellungen des Gutachters würden sodann die Frage, ob er an einer neuen Arbeitsstelle in der freien Wirtschaft über längere Zeit und über mehr als 50
%
der üblichen Präsenzzeit umzusetzen ver
möchte, ausschliessen (S. 7).
Gehe man davon aus, dass statistische Löhne im Bereich des Lohnniveaus 4 überhaupt in Frage kämen, sei rasch klar, dass mit bloss 50%iger Einsatzfähigkeit ein Einkommen von mehr als 30
%
des bisher erzielten
(
Fr.
36‘000.--
)
völlig unrealistisch sei. Er habe somit Anspruch auf eine ganze Rente ab dem
1.
November 2011
(S. 8 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist vorliegend die Arbeitsfähigkeit sowie der
Invaliditäts
grad
des Beschwerdeführe
rs.
3.
3.1
Die Ärzte des B._
berichteten am 2
7.
Dezember 2010 (
Urk.
9/46/9-11) und führten aus, der Beschwerdeführer leide unter einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1). Im Novem
ber 2010 sei es zu einem Zusammenbruch im Geschäft gekommen, weshalb der Beschwerdeführer seit dem
5.
November 2010 bis heute voll arbeitsunfähig sei.
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, berichtete am 2
9.
Januar 2011 (
Urk.
9/36/6-7) und nannte folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1
lit
. A
Ziff.
1):
depressive Entwicklung mit somatischen Beschwerden
Er führte aus, in der angestammten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer seit dem
9.
November 2010 bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig
(S. 1
lit
. B)
.
Die Prognose sei noch ungewiss (S. 2).
3.3
Die Ärzte der
D._
berichteten am
1.
Februar 2011
(
Urk.
9/46/4
6)
über die
Hospitalisation
des Beschwerdeführers seit dem 2
1.
Dezember 2010
und
nannten als Ursache der Arbeitsunfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode (ICD-10 F33.1). Sie führten aus, dass seit dem 2
1.
Dezember 2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe, die Wiederaufnahme der bisherigen Arbeit aufgrund des bisher günstigen Verlaufs
jedoch
im Frühling 2011 zu 30-50
%
wahrscheinlich sei
(S. 2
Ziff.
5,
8 und 9)
.
Im
Austrittsbericht vom
2
3.
März 2011 (
Urk.
9/47/8-9)
berichteten die Ärzte de
r
D._
über die
Hospitalisation
des Beschwerdeführers vom 2
1.
Dezember 2010 bis 1
5.
März 2011 und nannten
nun
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
lit
. A
Ziff.
1):
mittelgradige depressive Episode bei Verdacht auf rezidivierende depres
sive Störung (ICD-10 F33.1)
Persönlichkeitsakzentuierung mit narzisstischen Anteilen
3.4
Dr.
C._
berichtete am 3
1.
März 2011 (
Urk.
9/
47/6-7) und nannte als Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ebenfalls
eine mittelgradige depressive Störung sowie eine Persönlichkeitsakzentuierung mit narzisstischen Anteilen (S. 1
lit
. A
Ziff.
1).
Er führte aus, dass der Beschwerdeführer als Kon
strukteur
seit dem
9.
Dezember 2010
voll arbeitsunfähig sei
(S. 1
lit
. B).
In der Zwischenzeit sei die Arbeitsstelle des Beschwerdeführers gekündigt worden, was die ganze Situation weiter verschlechtert habe. Von der somatischen Seite lägen im jetzigen Zeitpunkt die Schulterbeschwerden rechts und die lumbalen Schmerzen vor (S. 2
lit
. D).
3.5
Die Ärzte der
D._
berichteten am 1
5.
April 2011 (
Urk.
9/
56),
nannten die bereits bekannten Diagnosen (vorstehend E. 3.3)
und führten aus,
dass in Abhängigkeit
von der weiteren Genesung eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 70
%
zu erreichen sei, wobei
die Wiederaufnahme schrittweise mit zu Beginn 20
%
zu erfolgen
habe
(S. 3
Ziff.
1.7).
3.6
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, berich
tete am
8.
Mai 2011 (
Urk.
9/59) und nannte folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
rezidivierende depressive Störung, mittel- bis
schwergradig
(ICD-10 F33.1), aktuell im Sinne der depressiven Dekompensation einer nar
zisstischen Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8)
vermutetes Post-Polio-Syndrom
Fussheberparese
rechts bei Status nach Poliomyelitis mit Paraplegie 1962 bis 1963
unklare Schulterläsion nach Sturz im Februar 2011
Sie führte aus, sie behandle den Beschwerdeführer seit dem
1.
März 2011 (S. 1
Ziff.
1.2)
.
Bei ihr finde eine psychiatrisch-psychotherapeutische Einzelsitzung pro Woche statt
, zusätzlich besuche der Beschwerdeführer eine ambulante psy
chiatrische Ergotherapie in der Gruppe
zwei
Stunden pro Woche und eine Gruppentherapiesitzung in der Tagesklinik
(S. 3
Ziff.
1.
5
).
Aktuell sei der Beschwerdeführer weder in der angestammten noch in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig
. Die Einschränkungen würden sich kurzfristig nicht vermindern lassen. Eventuell könne durch die geplante Tagesklinikbehandlung eine gesund
heitliche Verbesserung mit
Steigerung
der Arbeitsfähigkeit erreicht werden, was derzeit jedoch noch nicht mit Sicherheit gesagt werden könne (S. 4
Ziff.
1.7 und 1.8)
.
3.7
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
berichtete am 2
7.
Juni 2011
zuhanden der Taggeldversicherung
(
Urk.
9/65)
und
nannte als Diagnose eine rezidivierende depressive Störung mit derzeitig mittelgradig aus
geprägter Episode (ICD-10 F33.1), welche inzwischen teilweise in Rückbildung begriffen sei (S. 3
Ziff.
4). Er führte aus,
nach jetziger Befundlage sei davon auszugehen, dass beim Beschwerdeführer nur noch für einen begrenzten Zeit
raum bis einschliess
lich
Ende August 2011 eine Arbeitsunfähigkeit bestehe. Ab September 2011 sei der Beschwerdeführer aus heutiger Sicht in einem ver
gleichbaren beruflichen Einsatzgebiet
sowie auch auf dem allgemeinen Arbeits
markt wieder in vollem Umfang arbeitsfähig (S. 4
Ziff.
5).
3.8
Dr.
E._
berichtete am 1
8.
Juli 2011 zuhanden der Taggeldversicherung (
Urk.
9/66) und
führte aus, der Heilungsverlauf der depressiven Störung sei
durch das Vorliegen der Persönlichkeitsstörung komplizierter, weshalb die durch
Dr.
F._
prognostizierte Heilungszeit bis Ende August 2011 in Frage gestellt werde
. Der Beschwerdeführer sei für die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit auf Eingliederungsmassnahmen angewiesen (S. 1).
Sie teile die Meinung von
Dr.
F._
betreffend die Einschätzung der depressiven Störung insoweit, als dass es sich um eine rezidivierende depressive Störung, derzeit
mittelgradig, handle. Bezüglich der
Prognose und Remission sei sie jedoch nicht seiner Mei
nung (S. 2 unten).
3.9
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
erstattete sein psychiatrisches Gutachten zuhanden der Taggeldversicherung
am 3
0.
März 2012 (
Urk.
9/83)
und nannte folgende Diagnose (S. 5 oben):
Status bei ausklingender mittelgradig depressiver Episode, aktuell höchstens
leichtgradige
Episode (ICD-10 F33.0)
Er führte aus,
es lasse sich keine ICD-10 konforme Symptomatik für eine
Persön
lichkei
tsstörung
nachweisen (S. 4 Mitte
).
Aufgrund der vorliegenden Untersuchung lasse sich mit genanntem Störungsbild aus rein psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit für di
e
angestammte Tätigkeit von maximal 30
%
begründen.
Aktuell sei der Beschwerdeführer aus körperlichen Gründen
bis Ende April
vollständig arbeitsunfähig.
Aus psychiatrischer Sicht wäre der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Untersuchung für eine intellektuell wenig fordernde Tätigkeit ohne Einschränkung arbeitsfähig. Sinnvoll wäre ein Arbeits
platz, der Phasen erhöhter Konzentration nur fraktioniert notwendig mache. Da es sich jedoch in der vorliegenden Situation um ein psychiatrisch gut behandel
bares Störungsbild handle, mache eine weitere detaillierte Beschrei
bung an die Erfordernisse eines zukünftigen Arbeitsplatzes wenig Sinn, da von einem Heilungsverlauf bis zur vollständigen Wiedererlangung der Arbeitsfähig
keit ausgegangen werden könne (S. 5).
Das hier diagnostizierte Störungsbild habe eine gute Prognose. Der bisherige Heilungsverlauf weise jedoch darauf hin, dass trotz einer geeigneten Therapie von überdurchschnittlichen
Rekon
valeszenz
zeiten
ausgegangen werden müsse.
Für die Wiedererlangung der voll
ständigen Arbeitsfähigkeit als Ingenieur bei einer aktuellen Einschränkung von 30
%
seien maximal 3 Monate zu veranschlagen (S. 6 oben).
3.10
Dr.
E._
berichtete am 1
8.
Mai 2012 (
Urk.
9/86) und führte aus,
sie habe in ihren Berichten vo
m
Mai 2011 und Juli 2011 eingehend beschrieben und begründet, weshalb sie die Diagnose der Persönlichkeitsstörung stelle (S. 1). Sie teile daher die Beurteilung durch
Dr.
G._
in keiner Weise, weder bezüglich der Diagnosen, noch bezüglich der Prognose und Arbeitsfähigkeitsbeurteilung (S. 2 oben).
Aufgrund der aktuellen Untersuchungsbefunde sei klar, dass eine
gemischte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, unsicher-vermeidenden, paranoiden und zwanghaften Zügen (ICD-10 F61) bestehe. Dieser werde den Heilungsverlauf und auch den Verlauf der Integrationsbemühungen erheblich beeinflussen. Aus ihrer psychiatrischen Sicht sei der Beschwerdeführer für die bisherige Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig. Für eine angepasste Tätigkeit im geschützten Rahmen einer Institution für berufliche Integrationsmassnahmen sei er aus psychiatrischer Sicht zu 20-30
%
arbeitsfähig, wobei das Pensum schrittweise bis 50
%
gesteigert werden sollte (S. 5).
3.11
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheuma
tologie, erstattete ihr internistisch-rheumatologisches Gutachten am
2.
August 2013 (
Urk.
9/128
/1-75
) gestützt
auf die Akten, die Laboruntersuchung und die internistisch-rheumatologische Untersuchung vom 1
0.
Juli 201
3
(S. 2)
.
Sie nannte folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 68
Ziff.
7.1):
Status nach Poliomyelitis 1962 mit
p
roximal betonter Paraparese des linken Beines und Fussheber-Parese rechts mit leichter Spitzfuss-Stellung rechts mit
r
ezidivierenden Stürzen und
P
ost-Polio-Syndrom
Status nach Arthroskopie der rechten Schulter am
9.
Dezember 2011 mit
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion und
Acromioplastik
bei
Rotatorenmanschetten
-Massenruptur nach Sturz im März 2011 mit
gutem postoperativen Verlauf
ohne Hinweise auf eine Re-Ruptur (Sonographie Juni 2012) und
normaler Schulter-Beweglichkeit beidseits sowie
grössere Armumfänge rechts gegenüber links
Sie führte aus,
der Beschwerdeführer sei durch die eingeschränkte Gehfähigkeit und durch die Sturztendenz nach durchgemachter Poliomyelitis limitiert. Aus
serdem könne er eine Tätigkeit mit besonderer Belastung der rechten Schulter nicht ausüben. Er könne Lasten bis zu 15 kg heben oder tragen, was einem leichten bis mittelschweren Belastungsniveau entspreche (S. 70). Die ange
stammte Tätigkeit als Senior Development Engineer sei angepasst. Er könne sie zu 100
%
ausüben. Er könne auch im erlernten Beruf eines Maschinenzeichners zu 100
%
arbeiten
(S. 71
Ziff.
9.1)
.
3.12
Prof.
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie
sowie
für Neurologie, erstattete sein psychiatrisches Gutachten am 1
7.
August 2013 (
Urk.
9/132
/1-25
) gestützt auf die Akten und die Untersuchung des Beschwerde
führers vom 1
4.
August 201
3
(S. 3)
.
Er nannte folgende Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 23
lit
. E
Ziff.
1):
schwere narzisstische Persönlichkeitsstörung mit teilweise paranoiden Zügen (ICD-10 F60.8)
rezid
ivierende depressive Störung, im
Längsschnittverlauf (leicht- bis) mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0/33.1)
Er führte aus, dass bei der hiesigen Untersuchung die
vorbefundlichen
psychopa
thologischen Dokumentationen nachvollziehbar seien. Im Vordergrund des psychopathologischen Bildes stehe aus seiner Sichtweise tatsächlich eine narzisstische Persönlichkeitsstörung, wie diese durch
Dr.
E._
diagnostiziert worden sei. Der Beschwerdeführer verharre in der Opferrolle. Versuche, diese Psychodynamik aufzulösen, würden innerpsychisch durch den Beschwerde
führer mit Erschöpfungssymptomen verarbeitet. Aus gutachterlicher Sicht sei davon auszugehen, dass es sich dabei um einen sogenannten primären
Krank
heitsgewinn
handle, wobei es dem Beschwerdeführer trotz hinreichender Intelli
genz verunmöglicht sei, die psychodynamischen Abläufe zu erfassen und auf
zulösen. Es seien starke Abwehrmechanismen wirksam, die den Beschwerde
führer in einen regressiv-depressiven
Verarbeitungsstil treiben würden (S. 21 Mitte)
.
Narzisstische Persönlichkeitsstörungen gälten als schwierig zu behandeln. Für die antidepressive Therapie sei gemäss den
Blutspiegelkonzentrationsuntersu
chungen
Compliance anzunehmen.
Es sei aus gutachterlicher psychiatrisch-ver
sicherungsmedizinischer Sichtweise davon auszugehen, dass beim Beschwerde
führer die sogenannte Zumutbarkeit zur Überwindung der psychischen Störung als nicht beziehungsweise allfällig nur teilweise gegeben anzunehmen sei, da ihm eine Abwehr der kränkenden Impulse nur durch regressiv-depressive Ver
arbeitung mit starker Erschöpfung möglich sei. Dabei seien bisher leicht- bis mittelgradige depressive Symptome mit
Handicapierungen
durch Ers
chöpfung
, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und weitere depressive Symptome beschrieben worden, die im Sinne einer mittel- und langfristigen Beeinträchti
gung des beruflichen Leistungsvermögens wirkten.
Der Beschwerdeführer sei zudem nicht teamfähig. E
r
sei
infolge der Schwere seiner Persönlichkeitsstörung
nicht in der Lage
,
Verantwortung für Personen oder Arbeitsgruppen zu über
nehmen
(S. 22)
.
Beim Beschwerdeführer lägen psychische Störungsbilder vor, die seine mittel- und langfristige Arbeitsfähigkeit
handicapier
ten
. Diese beeinträchtigten seine berufliche Leistungsfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf insbesondere wegen der fehlenden Teamfähigkeit, so dass eine Arbeitsfähigkeit von 0
%
vorliege (S
.
23 unten). In adaptierten Tätigkeiten ohne überwiegenden zwischen
menschli
chen Kontakt, ohne hierarchische Strukturierungen, ohne hohen Leistungsdruck und ohne hohe Anforderungen an Konzentration und Auf
merksamkeit sei schätzungsweise von einer Arbeitsunfähigkeit von höchstens 50
%
bezogen auf ein Pensum von 100
%
auszugehen (S. 24 oben).
3.13
Dr.
H._
und
Dr.
A._
führten in der
bidisziplinären
Zusammenfassung der Arbeitsfähigkeit aus (
Urk.
9
/132/26-27), dass der Beschwerdeführer aus rheumatologischer Sicht eine Tät
igkeit mit besonderer Belastung der rechten Schulter
nicht mehr ausüben könne. Aus psychiatrischer Sicht könne der Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit ohne überwiegende zwischen
menschliche Kontakte, ohne hierarchische Strukturen, ohne hohen Leistungs
druck und ohne hohe Anforderungen an Konzentration und Aufmerksamkeit zu höchstens 50
%
ausüben. Aus
bidisziplinärer
Sicht könne er eine angepasste Tätigkeit zu 50
%
beziehungsweise zu 20 Wochenstunden ausüben.
Während des stationären Aufenthalts vom 2
1.
Dezember 2010 bis 1
5.
März 2011 habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Danach sei der Beschwerde
führer
in einer angepassten Tätigkeit
zu 50
%
arbeitsfähig gewesen.
3.14
Med.
pract
.
I._
, Facharzt für Allgemeinmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am
3.
September 201
3 Stellung (
Urk.
9/140/8-9)
, wobei er
das in den
Beurteilungen
von
Dr.
A._
und
Dr.
H._
Festgehaltene
wiederholte.
4.
4.1
Ausweislich der medizinischen Akten besteht bei
m
Beschwerdeführer
ein
Status nach Poliomyelitis 1962 mit
p
roximal betonter Paraparese des linken Beines und Fussheber-Parese rechts mit leichter Spitzfuss-Stellung rechts sowie ein Status nach Arthroskopie der rechten Schulter am
9.
Dezember 2011 mit
Rota
torenmanschetten-Rekonstruktion
und
Acromioplastik
bei
Rotatorenman
schetten-Massenruptur
nach einem Sturz im März 2011 (vgl. vorstehend E.
3.11).
Des Weiteren wird
eine
depressive Ent
wicklung aufgrund von schwieri
gen Bedingungen am Arbeitsplatz beschrieben
(vgl. vorstehend E.
3.1
3.10, E. 3.12
),
welche dazu führte, dass sich der
Beschwerdeführer von Dezember 2010 bis März 2011 in die
D._
in
eine stationäre
Behandlung begab (vgl. vorste
hend
E. 3.
3
)
und seit
März 2011 bei
Dr.
E._
in ambulanter Behand
lung steht (vgl. vorstehend E. 3.6)
.
4.2
Im Juli und August 2013 wurde der Beschwerdeführer
im Auftrag der
Beschwer
degeg
nerin
im Rahmen einer
bidisziplinären
Begutachtung umfassend untersucht (vgl. vorstehend E.
3.11-3.13
)
. In den
Gutachten wurden die
Vorak
ten
berücksichtigt und – so
weit möglich - gewürdigt (vgl. Urk.
9/128 S. 5 ff., S.
73,
Urk.
9/132 S. 4, S. 19 ff.
). Des Weiteren fanden die Angaben de
s
Beschwer
deführers
sowie
sein
Verhalten anlässlich der persönlichen Unter
suchun
gen
Eingang in die gutachterliche
n
Beurteilung
en
. Die i
n den
Gutach
ten
hinsichtlich Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit gezogenen Schlussfolge
rungen leuch
ten in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurtei
lung der medizinischen Situation ein. Davon ging auch der RAD-Allge
mein
me
diziner
med
.
pract
.
I._
aus
(vgl. vorstehend E. 3.14).
Die Beschwerdegegnerin zweifelte den Beweiswert des eingeholten Gutachtens nicht an. In Bezug auf den somatischen Gesundheitszustand stellte sie darauf ab. Die im Gutachten
von
Dr.
A._
aus psychiatrischer - und letztlich auch aus interdis
ziplinärer - Sicht für
eine angepasste
Erwerbstätigkeit attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % bezeichnete sie in Anbetracht der diagnostizierten
Persönlichkeitsstörung und rezidivierenden depressiven Störung mit im
Längs
schnittverlauf
(leicht- bis) mittelgradiger
depres
sive
r
Episode indes als
invali
denversicherungsrechtlich
nicht relevant (vgl. vor
stehend E. 2.1).
Dabei stützte sie sich offensichtlich auf
die
im
Feststellungs
bla
tt
vom
2
.
Oktober
201
3
ver
merkte
Überwindbarkeitsprüfung
(
Urk.
9/140 S. 9 ff.
).
4.3
F
ür
die Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens
bedarf es grund
sätzlich
einer fachärztlichen Diagnose, die sich lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abstützt (BGE 130 V 396 E.
6, Urteil des Bundesgerichts 9C_510/2009 vom 3
0.
August 2010 E.
3.2.3). Im Rahmen der freien Beweiswürdigung (
Art.
61
lit
. c ATSG) darf sich dabei die Verwaltung
und im Streitfall das Gericht - weder über die den beweisrechtlichen Anforde
rungen (BGE 125 V 351 E. 3a) genügenden medizinischen
Tatsachen
fest
stellun
gen
hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolge
rungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Die
rechtsanwen
denden
Behörden haben mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die ärztliche Ein
schätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichts
punkte (ins
be
sondere psychosoziale und soziokulturelle
Belastungs
faktoren
) mit
be
rücksic
h
tigt
, welche vom sozialversicherungsrechtlichen Stand
punkt aus unbe
achtlich sind
(Urteil des Bundesgerichts 9C_176/2011 vom 29. Juni 2011 E.
4.2 mit Hin
wei
sen).
Ausserdem
kann n
ach der höchstrichterlichen Recht
sprechung auch eine diagnos
ti
zierte
mittelschwere depressive Episode eine IV
rechtlich relevante Be
ein
träch
ti
gung der
Leistungsfähigkeit und damit eine (Teil
)Invalidität bewir
ken (vgl. Ur
tei
l
des Bundesgerichts 9C_890/2010 vom 20. Juni 2011 E. 5.3, Urteil 9C_1041/2010
vom 30. März 2011 E. 5.2).
4.4
Die im interdisziplinären
Gutachten
von
Dr.
H._
und
Dr.
A._
attes
tierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % für
eine angepasste
Er
werbstätigkeit
gemäss
beschriebenem Zumutbarkeitsprofil
wurde zur Hauptsache mit
der narzisstischen Persönlichkeitsstörung sowie den leicht- bis mittelgradigen depressiven Sympto
me
n
als Abwehr der kränkenden Impulse
begründet, wobei die aus somatischer Sicht attestierte
100
%
ige
Arbeitsfähigkeit in der
angestammten
sowie
einer leidensangepassten Tätigkeit
darin aufgeht.
Invaliditäts
fremde
p
sy
cho
soziale und motivationale Faktoren
fanden
gemäss
ausdrückli
chem Vermerk
de
s
Gut
achter
s
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
keine Be
rücksichtigung
(
Urk.
9/132 S. 23
lit
. F, S. 24 unten
). Im psychiatrischen Teilgutachten legte Dr.
A._
in nachvollziehbar begründeter Weise dar, dass die eingeschränkte Arbeits
unfähig
keit auf die
starke Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen sowie auf weitere depressive Symptome zurückzuführen sei (vgl. vorstehend E. 3.12).
Bereits
zwei Jahre vor der Begutachtung durch
Dr.
A._
, im Mai 2011, hatte auch die behandelnde Psychiaterin
Dr.
E._
eine die Arbeitsfähigkeit ein
schränkende rezidivierende depressive Störung im Sinne einer depressiven Dekompensation einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung diagnostiziert (vgl. vorstehend E. 3.6)
. Auch die Ärzte der
D._
gingen im März 2011 von einer mittelgradigen depressiven Episode bei Verdacht auf eine rezidi
vierende depressive Störung sowie von einer Persönlichkeitsakzentuierung mit narzisstischen Anteilen aus (vgl. vorstehend E. 3.3).
4
.5
Vor dem Hintergrund dieser medizinischen Aktenlage hat das Vorliegen eine
r
fachpsychiatrisch festgestellten, krankheitswertigen
Persönlichkeitsstörung und eines
depressiven Leidens als aus
gewiesen zu gelten, und es besteht kein Anlass, von der gutachterlich attes
tier
ten,
aus der
Störung und
Depressivität resultieren
den Arbeitsunfähigkeit von 50 % abzu
weichen und deren invalidisierende Wir
kung zu verneinen.
Der Umstand, dass
Dr.
F._
(vgl. vorstehend E. 3.7) und
Dr.
G._
(vgl.
vor
ste
hend E. 3.9) übereinstimmend davon ausgingen, dass die depressive Epi
sode des Beschwerdeführers in
Rückbildung begriffen
und
aktuell
höchstens noch
leichtgradig
vorhanden sei
, wobei sich keine ICD-10 konforme Sympto
matik für eine Persönlichkeitsstörung nachweisen lasse, steht der Annahme
einer
invalidisierenden Wirkung der im Gutachten
von
Dr.
A._
diagnosti
zierten
psychischen Störungsbilder
nicht entgegen.
So konnte
Dr.
A._
die Gründe für seine abweichende Einschätzung nachvollziehbar darlegen (
Urk.
9/132 S. 21 ff.), während sich im Bericht von
Dr.
G._
keine nachvoll
ziehbare Begründung
findet, wieso er das Vorliegen einer
Persönlichkeitsstö
rung
verneint, die Diagnose einer akzentuierten Persönlichkeitsstruktur hinge
gen als nachvollziehbarer erachtet, ohne sie jedoch zu stellen
.
Ausserdem
schliesst
Dr.
G._
nicht aus, dass eine solche Störung (einer akzentuierte Persönlich
keitsstruktur) im Zustand der schweren Belastung zu einem Faktor für einen verzögerten Heilverlauf werden könne
,
wobei
er
darauf aufmerksam
machte
, dass er anlässlich der sorgfältig durchgeführten Untersuchung eine sol
che Symptomatik einfach nicht habe feststellen können
(
Urk.
9/83 S. 4).
Auch die von der Beschwerdegegnerin zur Begründung einer Überwindbarkeit herangezogenen Faktoren wie
das Verrichten von Gartenarbeit und einzelnen
Haushaltarbeiten
,
S
chwimmen oder das Erstellen von Bewerbungsunterlagen für seine Frau (vgl.
Urk.
9/140 S. 10)
,
vermögen nicht zu überzeugen
und die Beurteilung durch
Dr.
A._
in Frage zu stellen
.
Die Beschwerdege
gnerin verkennt sodann, dass
gemäss
Schlussbericht des
Belastbarkeitstraining
s
, wel
ches aufgrund des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
gar
vorzeitig beendet werden musste
, deutlich wurde, dass sich beim Beschwerdeführer ab de
m
Zeitpunkt des Wechsels in ein vorgegebenes Setting mit spezifischen Arbeitsaufträgen vermehrt Stress und Druck auf
ge
baut
und
ihn das Pensum von 4 Stunden pro Tag an 4 Tagen pro Woche bereits deutlich an seine Grenzen gebracht hätten (
Urk.
9/110
S. 6).
Dass dem Beschwerdeführer viele Ressourcen zur Verfügung stünden, die er als Arbeitsnehmer gut umsetzen könnte, geht somit entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin fehl.
4.
6
Zusammengefasst ergibt sich, dass bei
m
Beschwerdeführer
ein somatischer
und überdies ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter psychischer
Ge
sund
heitsschaden
besteht
und
seine
Arbeitsfähigkeit für
eine angepasste
Erwerbs
tätig
keit um
insgesamt 50 % eingeschränkt ist.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich auswirkt.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
5.2
Für die Ermittlung des hypothetischen
Vali
deneinkommens
kann mit dem Beschwerdeführer (vgl.
Urk.
1 S. 2 f.)
auf die Angaben der
Z._
vo
m
Mai
201
1
(Urk.
9
/
58
Ziff. 2.10)
abgestellt
werden
, wonach der Beschwerdeführer im Jahr 201
0
Fr.
9
‘
016
.
--
pro Monat verdien
t
hab
e.
Zusätzlich zu diesem Lohn wurde dem Beschwerdeführer in den letzten Jahren regelmässig ein Bonus in der Höhe zwischen
Fr.
10‘803.50 und
Fr.
13‘823.55
ausgerichtet
(2007:
Fr.
10‘803.50; 2008:
Fr.
11‘125.75; 2009:
Fr.
11‘617.20; 2010:
Fr.
13‘823.55, vgl.
Urk.
9/58/5,
Urk.
9/58/17,
Urk.
9/58/29,
Urk.
3/1 und
Urk.
3/2). Zum monatlich ausgerichteten Lohn von
Fr.
9‘016.-- ist dem Beschwerdeführer des
halb der Durchschnitt dieser Bonuszahlungen von
Fr.
11‘842.50 ebenfalls anzurechnen, was ein Jahreseinkommen von gerundet
Fr.
120‘035.-- für das Jahr 2010 ergibt. U
nter Berück
sichtigung der Nominallohnentwicklung
resul
tiert für das Jahr 2011
ein
Betrag von Fr. 121‘235.-- (
Fr.
120‘035.
--
x 1.01
;
Die Volkswirtschaft
3/4
201
5
, T
ab B10.2, Total
)
.
6.
6.1
Für
die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhe
bun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die
standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
6.2
Zur Ermittlung des hypothetischen Invalideneinkommens für eine gemäss beschriebenem Belastungsprofil zumutbare Tätigkeit kann auf die vom Bundes
amt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstruk
turerhebungen
(LSE) abgestellt werden. Dem Beschwerdeführer steht
trotz der Zumutbarkeit einer lediglich 50%igen behinderungsangepassten Tätigkeit und
auch bei Beachtung der im beschriebenen Belastungsp
rofil genannten Einschränkungen noch eine Palette von Tätigkeiten offen.
Es recht
fertigt sich daher, für die Bemessung des
Invaliden
einkommens
auf den stan
dardisierten Durchschnittslohn für einfache und repe
titive Tätig
keiten in sämtli
chen Wirtschaftszweigen des privaten Sek
tors abzu
stellen (LSE 2010, S. 26, Tabellengruppe TA1, Rubrik „Total“, Niveau
4).
6
.
3
Das im Jahr 20
10
von
Männern
im Durchschnitt aller einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielte Einkommen betrug
pro Monat
Fr. 4'
901
.-- (LSE 20
10
, S. 26, Tab
.
TA1, Rubrik „Total“, Niveau 4), mithin Fr. 5
8
'
812
.
im Jahr
(Fr. 4'
901
.-- x 12). Der
durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2010 von 41.6 Stun
den sowie der Nominall
ohnentwicklung von
1.0
(Die Volkswirtschaft,
3/4
-201
5
, Tabelle B10.2, Total)
für das
Jahr 2011
angepasst, ergibt dies
bei einer 50%igen Arbeitsfähigkeit
den Betrag von Fr.
30
’
888
.-- (Fr. 58'812.-- : 40 x 41.6 x 1.01
x 0.5
)
.
6.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber
nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, ha
t die Beschwerdeinstanz
den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E
.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
6.5
Der Beschwerdeführer ist aufgrund seiner gesundheitlichen Ei
nschränkungen lediglich noch in
Tätigkeiten
ohne besondere Belastung der rechten Schulter sowie ohne überwiegende zwischenmenschliche Kontakte, ohne hierarchische Strukturen und ohne hohen Leistungsdruck
einsatzfähig. Weiter ist der Beschwerdeführer,
da ihm
die Ausübung von behinderungsangepassten Tätig
keiten
lediglich noch
im Umfang eines Beschäftigungsgrades von
5
0
%
zuzu
muten ist, auf Teilzeitarbeit angewiesen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass teil
zeitbeschäftigte Männer im Vergleich zu Vollzeitangestellten
erfahrungsgemäss
überproportional tiefer
ent
löhnt
werden (BGE 126 V 472 E.
4.2.3). Dabei handelt es sich um einen
ein
kom
mensmindernden
Umstand, welcher zu berücksichtigen ist.
In Würdigung sämtlicher Um
stände erscheint vorliegend ein Abzug von 1
5
%
im Lichte der Rechtsprechung als angemessen.
Ausgehend von
Fr.
30
’
888
.--
und unter Berüc
ksichtigung eines Abzuges von 15
% resultiert ein Invalideneinkommen von Fr.
2
6
‘
255
.
--
.
6
.
6
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr. 121‘235.--
(vgl. vorstehend E.
5.2) mit dem
Invalidenein
kommen
von
Fr.
2
6
'
255
.
--
(vgl. vorstehend E. 6.
5
) ergibt somit eine Einkommenseinbusse von Fr.
94
'
980
.
--
und damit einen
eine
ganze
Rente begründenden
Invaliditätsgrad von gerundet
7
8
%.
6.7
Nachdem
die Wartefrist im November 2010 zu laufen begann (vgl. vorstehend E. 3.1-3.2)
, hat der Be
schwerde
füh
rer ab 1.
November
201
1
Anspruch auf eine
ganze
Invalidenrente (Art. 28 Abs. 1
lit
. b in Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 und
3 IVG). Dies führt zur
Gut
heiss
ung
der Beschwerde.
7.
7.1
Die Verfahrenskosten
gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
I
VG sind ermessensweise auf Fr. 8
00.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
7
.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Vorliegend ist die Prozessentschädigung
beim mass
geblichen Stundena
nsatz von Fr. 200.
-- für das Jahr 2014
auf Fr. 2‘2
00.-- (inkl. Barauslagen
und Mehrwertsteuer) festzulegen und von der
Beschwerde
gegnerin
zu bezahlen.