Decision ID: e3afa8f6-e9b5-51c2-bd2c-0998fff3551d
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1978, meldete sich am 30. April 2002 unter Hinweis auf eine Stressfraktur der linken Tibia bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2
, vgl. Urk. 7/9/1-2 Ziff. A
). Die
Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom 29. Juli
2002
einen Rentenanspruch (Urk. 7/12).
1.2
Die Versicherte meldete sich am 16. Juni 2005 unter Hinweis auf Bein- und
Rückenschmerzen erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 7/13). Die IV-Stelle sprach
ihr mit Verfügung vom 4. April 2006 bei einem Invaliditätsgrad von 50 % eine halbe Rente ab 1. Februar 2006 zu (Urk. 7/33). Mit Verfügung vom 4. Juli 2006 korrigierte die IV-Stelle die halbe Rente ab 1. Februar 2006 infolge nachträglich gemeldeter massgebender Einkommen (Urk. 7/39).
Am 23. Juni 2008 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert (Urk. 7/49).
1.3
Nach Eingang eines am 8. Juli 2010 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 7/50) holte die IV-Stelle beim Z._ ein Gutachten ein, das am 10. Juni 2011 erstattet wurde (Urk. 7/60 = Urk. 7/64). Die IV-
Stelle hob die bisher ausgerichtete halbe Rente mit Verfügung vom 22. November 2011 auf (Urk. 7/73). Die dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 7/79/3-4) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 6. Mai 2013 ab (Prozess Nr. IV.2012.00009, Urk. 7/84).
1.4
Am 15. Juli 2015 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 7/88). Mit Vorbescheid vom 24. Juni 2015 stellte die IV-Stelle der Versi
cherten das Nichteintreten auf das Leistungsbegehren in Aussicht (Urk. 7/90). Dagegen erhob die Versicherte Einwände (Urk. 7/92, Urk. 7/95) und reichte neue Arztberichte ein (Urk. 7/94, Urk. 7/96-97). Die IV-Stelle stellte
der Versicherten
mit neuem Vorbescheid vom 26. August
2015
die Abweisung des Leistungsbe
gehrens in Aussicht (Urk. 7/100). Dagegen erhob die Versicherte wiederum Ein
wände (Urk. 7/101, Urk. 7/103). Mit Verfügung vom 4. November 2015 hielt die IV-Stelle an der Verneinung eines Rentenanspruchs fest (Urk. 7/105 = Urk. 2).
2.
2.1
Die Versicherte erhob am 7. Dezember 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 4. November 2015 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es
seien ihr die gesetzlichen Leistungen gemäss dem Bundesgesetz über die Invali
den
versicherung
(IVG) zuzusprechen. Eventuell sei der Streitgegenstand an die IV-Stelle zurückzuweisen, mit der Verpflichtung, ein rechtskonformes Gutach
ten zu erstellen und a
nschliessend neu zu entscheiden (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-3
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 18. Januar 2016 die Abwei
sung
der Beschwerde (Urk. 6).
2.2
Mit
Verfügung vom 26. Januar 2016 wurde
n
den Ärzten der Rheumaklinik des
A._
ergänzende Fragen unterbreitet (Urk. 8, vgl. Urk. 9).
Mit Eingabe vom 5. Februar 2016 reichte die Beschwerdeführerin einen Arzt
bericht ein (Urk. 11-12); dieser wurde der Beschwerdegegnerin am 11. Febru
ar
2016
zur Kenntnis gebracht (Urk. 13).
Die Stellungnahme der Ärzte
der Rheu
ma
klinik des
A._
wurde am 10. Februar 2016 eingereicht (Urk. 14) und den
Par
teien mit Verfügung vom 25. Februar 2016 zur Stellungnahme zugestellt (Urk. 15). Die Beschwerdeführerin nahm am 21. März 2016 Stellung (Urk. 18), wo
hin
gegen die Beschwerdegegnerin auf eine Stellungnahme verzichtete (Urk. 19).
Die Beschwerdeführerin reichte mit Eingabe vom 19. April 2016 den mit Verfügung vom 5. April 2016 (Urk. 20) angeforderten vollständigen Bericht de
r
Klinik für Psychiatrie und Psychothera
pie des A._
vom 3. Februar 2015 ein (Urk. 22-23)
, welcher
der
Beschwerdegegnerin am 25. April 2016
zur Kenntnis gebracht
wurde (Urk. 24). Mit Eingabe vom 10. November 2016 reichte die Be
schwerdeführerin zwei Arztberichte ein (Urk. 25-27),
worüber die
Beschwerde
gegnerin am 17. November
2016 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 28).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
tels
rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG
).
1.3
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Inva
lidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Vorausset
zungen gemäss
Abs. 2
dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisions
gesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Ver
waltung auf die Neu
anmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft ge
machte Veränderung des Invaliditätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vor
zugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und her
nach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prü
fungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor,
wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts
9C_261/2009
vom
11. Mai
2009
E.
1.2
und
I 212/03
vom
28. August
2003 E. 2.2.3).
Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beur
teilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spra
che
entscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditäts
bemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.5
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Ge
setz
mässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachver
halt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121
V 362 E. 1b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom 4. Novem
ber 2015 (Urk. 2) fest, dass sie die Rente der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 22. November 2011 aufgehoben
habe
. Die neu vorliegenden me
dizinischen Unterlagen würden keine Veränderung des Gesundheitszustandes begründen. Im Rahmen der ärztlichen Untersuchungen seien auch keine neuen Befunde erho
ben oder wesentlich neue, unberücksichtigte medizinische Fakten beziehungs
weise Tatsachen vorgebracht worden (S. 1 unten).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich hingegen auf den Standpunkt (Urk. 1), es lägen neue Befunde vor, die einen erheblichen Einfluss auf ihre Arbeitsfähigkeit hätten. Aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen sei sie nicht arbeits
fähig (S. 11 Ziff. 36-37). Die Beschwerdegegnerin habe darauf verzichtet, den rechtserheblichen Sachverhalt rechtskonform von Amtes wegen abzuklären. Ins
besondere habe die Beschwerdegegnerin darauf verzichtet, die neue Recht
sprechung des Bundesgerichts betreffend die somatischen Schmerzstörungen zur Kenntnis zu nehmen (S. 11 Ziff. 38).
2.3
Streitig ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Ren
ten
aufhebung
im November 2011 anspruchserheblich verändert hat.
3.
3.1
Der rechtskräftigen Rentenaufhebung vom 22. November 2011 (Urk. 7/73) lag im Wesentlichen das Gutachten von med. pract. B._, Fachärztin für
Physikalische Medizin und Rehabilitation
, und PD Dr. med. C._, Facharzt für Physikalische Medizin und für Rehabilitation, Z._, vom 10. Juni 2011 (Urk. 7/60 = Urk. 7/64) zugrunde. Med. pract. B._ und PD Dr. C._ erstatteten das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene Gutachten gestützt auf die ihnen überlassenen Akten (S. 2 f.), die Angaben der Beschwer
deführerin (S. 3 f.) und die von ihnen am 18. April 2011 (vgl. S. 1) erhobenen Befunde (S. 4). Auf die Durchführung einer Evaluation der funktionellen Leis
tungsfähigkeit (EFL) wurde angesichts der Schwangerschaft der Beschwerdefüh
rerin verzichtet (S. 6 unten).
Die Gutachter
nannten die folgenden Diagnosen (S. 6
Mitte
):
chronische, ätiologisch unklare, prätibiale Schmerzen linksbetont
Symptomatik seit 1999
initial bis 2003 szintigraphisch vermehrte Aktivität in Femur und Tibia beidseits, Verlaufsszintigraphien seit 2007 ohne Anreicherungen
Kortikalisverdickung am Tibiaschaft ventral links
Schmerzen Handgelenk rechts
Status nach möglicher, undislozierter, distaler Radiusfraktur rechts 2008, konservativ behandelt
anamnestisch intermittierendes lumbovertebrales Schmerzsyndrom
aktuell beschwerdefrei und ohne Funktionseinschränkung
Akne vulgaris
Polyallergie
aktuell Schwangerschaft
In ihrer Beurteilung führten die Gutachter aus, zusammenfassend leide die Be
schwerdeführerin unter einem chronischen, ätiologisch unklaren Schmerzsyn
drom der Tibiavorderkanten beidseits. Die nun über zehnjährige Krankheitsge
schichte sei von multiplen Abklärungen und Verdachtsdiagnosen geprägt. In der Gesamtschau schlössen sie sich der letzten Beurteilung der Rheumatologie des A._ an, wo keine Anhaltspunkte mehr für eine zugrundelie
gende struktu
relle Schmerzursache vorgelegen hätten. Die beschriebene Kortikalisverdickung der Tibiavorderkanten links in den konventionellen Röntgenaufnahmen könne Ausdruck eines durchlaufenen Prozesses sein, sehe heute aber ruhig und konso
lidiert aus und biete keine Erklärung für die angege
bene stark eingeschränkte Steh- und Gehfähigkeit. Ähnlich habe sich die Problematik am rechten Hand
gelenk präsentiert, auch hier habe sich ein chroni
sches Schmerzsyndrom entwi
ckelt. Auch hier habe nie eine erklärende struktu
relle Pathologie gefunden wer
den können, welche die angegebene ausgeprägte Belastungsintoleranz der
rechten Hand erklären könnte. Zusammenfassend gebe es aus somatisch-medi
zi
nischer
Sicht keine Argumente, welche gegen die Ausübung einer Berufstätig
keit sprächen (S. 5 unten, S. 6 oben).
Aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht sei der Beschwerdeführerin eine Berufs
tätigkeit ganztags zumutbar. Bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Kassi
e
rerin in einem Vollzeitpensum (bis 2005) habe es sich um eine körperlich leich
te, sitzende Arbeit gehandelt. Diese wäre der Beschwerdeführerin aus medizini
scher Sicht auch zum heutigen Zeitpunkt zumutbar (S. 6 unten). Eine retro
spek
tive Festlegung der Arbeitsfähigkeit sei nicht zuverlässig möglich. Aufgrund des sehr ausführlichen Berichts der Rheumatologie des
A._
vom Septem
ber 2010, wo eine relevante Erkrankung aus dem rheumatologischen Formen
kreis habe ausgeschlossen werden können, sei aus medizinischer Sicht spätes
tens ab diesem Zeitpunkt die Arbeitsfähigkeit im heute zu attestierenden Rah
men gegeben (S. 6 f.).
Auf entsprechende Nachfrage führte PD Dr. C._ aus, was bezogen auf frühere Beurteilungen lediglich als möglich zu erachten sei. An der Einschät
zung einer belegbaren stabilen Gesundheit seit zumindest 2010 würde jedoch festgehalten (Urk. 10/65).
3.2
Das hiesige Gericht hielt
im
Urteil vom 6. Mai 2013 (Urk. 7/84) – in jenem Verfahren war die Rentenaufhebung mittels Verfügung vom 22. November 2011 (Urk. 7/73) streitig – fest, dass für die geklagten Beschwerden der Beschwerde
führerin keine strukturelle Ursache ersichtlich sei und sich diese nicht in eine eigentliche Diagnose fassen lassen würden (E. 5.3). Der medizinische Sachver
halt sei somit dahingehend erstellt, dass für körperlich leichte, sitzende Tätig
keiten eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. Damit bestehe für die von der Be
schwerdeführerin früher ausgeübte Tätigkeit als Kassier
er
in, die diesem Profil entspreche, keine Einschränkung. Mangels Invalidität bestehe deshalb kein Rentenanspruch mehr (E. 5.5).
In der Folge erachtete das hiesige Gericht die angefochtene Verfügung als rech
tens und wies die dagegen erhobene Beschwerde ab (E. 5.5).
4.
4.1
Die Ärzte der
Universitätsklinik
D._
, Orthopädie, nannten in ihrem Bericht vom 19. April 2012 (Urk. 7/82/5-6) die folgenden Diagnosen (S. 1 Mitte):
unklare prätibiale Schmerzen links mehr als rechts
behandelte Osteoporose
Sie führten aus, dass die Beschwerdeführerin nach wie vor unter belas
tungs
abhän
gigen, prätibialen Schmerzen, vor allem links leide. Eine um
fassende ortho
pädische sowie rheumatologische Abklärung habe bisher keine Erklärung für die bestehenden Schmerzen finden können (S. 1 unten).
4.2
Dr. med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Hausarzt der Beschwerdeführerin, führte in seinem Bericht vom 15. Juni 2012 (Urk. 7/82/4) aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit seinem Arzt
bericht vom Januar 2011 sowie seinem Zeugnis vom September 2011 nicht ver
ändert habe. Auf Wunsch der Beschwerdeführerin sei zwischenzeitlich im April 2012 eine nochmalige Verlaufskontrolle durch die Orthopädische Uni
versitäts
klinik
D._
erfolgt, die ebenfalls keine neuen Aspekte ergeben habe (
vgl.
vorstehend E. 4.1).
Er nannte die folgenden,
unveränderten Diagnosen:
langjährige unklare Unterschenkelschmerzen linksbetont
axiale Osteopenie bei Vitamin D-Mangel (substituiert)
residuelle Schmerzen im rechten Handgelenk bei Status nach dislozierter distaler Radiusfraktur 2008
cervical- und lumbal betontes Panvertebralsyndrom bei Fehlhaltung und ausgeprägter muskulärer Dysbalance
rezidivierende ekzematoide Dermatose bei bekannter Atopie
Rhinitis pollinosa
leichte Akne vulgaris
Seit dem Entscheid zur Aufhebung der IV-Rente seien somit keine neuen Diagno
sen oder medizinische Aspekte hinzugekommen. Entsprechend habe sich an der Arbeitsfähigkeit nichts geändert. Somit bestehe mindestens eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine körperlich leichte, den Behinderungen angepasste Tä
tigkeit,
bei günstigem Arbeitsprofil aber auch eine höhere Arbeitsfähigkeit.
4.3
Die Ärzte der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
A._
hielten in ihrem Bericht vom 3. Februar 2015 (Urk. 7/87 = Urk. 23) zum psychischen Status der Beschwerdeführerin fest, dass ihre Stimmung im Grossen und Ganzen un
auffällig sei, zeitweise habe sie leichte Zukunftsängste in Bezug auf ihre berufli
che Situation. Es bestehe kein Anhalt für eine Angstsymptomatik, für Zwangs
symptome oder für akut-psychotisches Erleben, zudem würden Ängste verneint. Ferner lägen keine Halluzinationen und keine Ich-Störungen vor. Von suizida
len Gedanken und Tendenzen habe sich die Beschwerdeführerin glaub
haft dis
tanziert. Auch gäbe es keinen Anhalt für eine akute Eigen- oder Fremd
gefähr
dung. Vereinzelt bestehe eine Durchschlafstörung. Es werde eine psycho
thera
peutische Mitbehandlung bei Leidensdruck und Alltags
beein
träch
ti
gung bei chronischer Schmerzsymptomatik empfohlen (S. 1 unten).
4.4
Pract. med.
F._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom 23. Juni 2015 (Urk. 7/89/2) aus, dass dem Bericht
der Ärzte
der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
A._
vom 3. Februar 2015 (
vgl.
vorstehend E. 4.3) zu entnehmen sei, dass eine all
gemeine psychiatrische Untersuchung erfolgt sei, eine psychiatrische Diag
nose werde hingegen nicht genannt. Als einzige Einschränkungen würden vereinzelt Durchschlafstörungen und zeitweise leichte Zukunftsängste in Bezug auf die berufliche Situation genannt. Eine Arbeitsunfähigkeit sei nicht attestiert wor
den.
Die vorliegend neu eingereichten medizinischen Unterlagen würden aus versicherungsmedizinischer Sicht keine Veränderung des Gesund
heits
zu
stan
des begründen.
Es werde weder eine neue Diagnose
,
noch eine wesentliche funktio
nelle Einschränkung
genannt.
4.5
Aus dem Bericht von G._, Ergotherapeutin, vom
8. Juli 2015
(Urk. 3/4) ist ersichtlich, dass sie die Beschwerdeführerin von Oktober bis Januar 2015 und seit Juni 2015 behandelt. Sie führte aus, dass die Schmerzen der Be
schwerdeführerin ihrer Meinung nach wohl einen körperlichen, noch nicht er
kannten Ursprung hätten, was sich durch die Verhärtungen in den Weichteilen zeige. Leider habe bis jetzt weder durch das Heimprogramm noch durch die Therapie eine dauerhafte Schmerzfreiheit erreicht werden können.
4.6
Im Abschlussbericht der Ergotherapie des
A._
, Physiotherapie Ergotherapie, vom 27. Juli 2015 (Urk. 7/94/4-5 = Urk. 7/97/7-8) führte die Ergotherapeutin aus, dass die Beschwerdeführerin von Februar bis August 2014 einen Kurs für Kosmetikerin (inklusive Gesichtsmassagen) mit bestandener Abschlussprüfung gemacht habe. Sie habe allerdings aufgrund der Schmerzen (vor allem bei Massagen) nicht auf diesem Beruf arbeiten können und traue sich diese Arbeit aktuell nicht zu. Die Ergotherapeutin führte ferner aus, dass das therapeutische Hauptproblem der erschwerte Umgang mit den Schmerzen und den dadurch stark reduzierten Hand-Arm-Einsatz in sämtlichen Alltagsaktivitäten sei. Laut Ultraschall vom 22. Juli 2015 bestehe zudem eine leichte Tendovaginitis im Handgelenk rechts. Eine genauere Untersuchung oder Therapie sei jedoch erschwert, da die Beschwerdeführerin bereits auf kleinste Reize mit starken Schmerzen reagiere (Tendez Allodynie; S. 1 Mitte). Die Schmerzsituation stelle für die Beschwerdeführerin einen grossen Stress dar und sie wirke überfordert. Die Beschwerdeführerin würde eigentlich gerne wieder arbeiten, traue es sich jedoch aktuell nicht zu; seit längerer Zeit
habe sie
kein
en
Arbeitsversuch ge
macht. Es bestünden sehr wenig Copingstrategien im Umgang mit den Schmer
zen und es komme vermutlich zu einem zunehmenden Schonverhalten im All
tag (S. 2 Mitte).
4.7
Im Abschlussbericht der Physiotherapie des
A._
, Physiotherapie Ergotherapie,
vom 28. Juli 2015 (Urk. 7/94/1-3 = Urk. 7/97/9-11) nannte die Physiotherapeu
tin
die folgenden Diagnosen (S. 1 unten):
intermittierendes cervicospondylogenes und thorakolumbales Schmerz
syn
drom
leichte Fehlhaltung/-fehlform der Wirbelsäule, muskuläre Dysbalance
Halswirbelsäule ap, lateral vom 11. Februar 2015: Steilstellung der Halswirbelsäule, regelrechtes vertrales und dorsales Alignement, keine grösseren degenerativen Veränderungen, keine Fraktur
unklare prätibiale Schmerzen linksbetont, Erstdiagnose zirka 2000
residuelle Schmerzen Handgelenk rechts mit Belastungsintoleranz und Tendinopathie der Extensorsehnen des Handgelenks rechts
Status nach Sturz am 26. August 2008 mit distaler Radiusfraktur und oberflächlicher Mittelhandverletzung
Tendopathie der Sehne des Musculus flexor hallucis longus links
axiale Osteopenie
Sie führte aus, dass die Schmerzsituation für
die Beschwerdeführerin einen gros
sen Stress darstelle und überfordert wirke. Die Beschwerdeführerin würde eigentlich gerne wieder arbeiten, traue es sich jedoch aktuell nicht zu; sie habe seit längerer Zeit keinen Arbeitsversuch gemacht (S. 2 unten).
4.8
Aus dem Austrittsbericht der Klinik für Rheumatologie des A._
vom 30. Juli 2015
(Urk. 7/96/6-11 = Urk. 7/97/1-6) ist ersichtlich, dass die Beschwerdefüh
rerin vom 13. bis 29. Juli 2015 stationär behandelt wurde. Die Ärzte
nannten die folgenden, vorliegend leicht abgekürzten, Diagnosen (S. 1 f.):
chronisches cervicospondylogenes und thorakolumbales Schmerzsyn
drom
mit/bei
leichte Fehlhaltung/-fehlform der Wirbelsäule, muskuläre Dysbalance
Halswirbelsäule ap, lateral vom 11. Februar 2015: Steilstellung der Halswirbelsäule
Röntgen Lendenwirbelsäule ap/lateral vom 28. Juli 2015: unauffällig
multimodale rheumatologische Komplextherapie 1
3.
bis 29. Juli 2015 (vorzeitiger Abbruch)
residuelle Schmerzen Handgelenk rechts mit Belastungsintoleranz und Tendinopathie der Extensorsehnen des Handgelenkes rechts
Status nach Sturz am 26. August 2008 mit distaler Radiusfraktur und oberflächlicher Mittelhandverletzung
unklare prätibiale Schmerzen linksbetont, Erstdiagnose zirka 2000
chronisches Schmerzsyndrom mit körperlichen und ausgeprägten psy
chi
schen Faktoren, emotional-expressiv und aufmerksamkeitssu
chenden Zügen (ICD-10 F45.41)
Verdacht auf Pityriasis vesicolor alba
Differentialdiagnose Status nach entzündlicher leukodermer Derma
tose
axiale Osteopenie
Status nach Radiusfraktur rechts 2008
Tendopathie der Sehne des Musculus flexor hallucis longus links
Status nach Akne vulgaris 2006
Polyallergie
Die Ärzte führten aus, dass die Beschwerdeführerin über jahrelange Schmerzen in der gesamten Wirbelsäule berichtet habe. Sie habe vor allem Schmerzen in der Halswirbelsäule mit Ausstrahlung in beide Schultern und Arme. Des Weite
ren habe sie Schmerzen im rechten Handgelenk und rechten Unterarm seit der Radiusfraktur 2008, Schmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich ohne Ausstrah
lung in die Beine sowie Schmerzen in beiden Unterschenkeln vor allem beim Lau
fen. Die Schmerzen in der Wirbelsäule seien konstant und nicht belastungs
abhängig. Die letzte Physiotherapie habe im März 2015 stattgefunden (S. 5 Mitte).
Ferner führten die Ärzte aus, dass die Beschwerdeführerin zur multimodalen Komplextherapie stationär eingetreten sei, nachdem die ambulante regelmässige Physiotherapie keine Besserung der Beschwerden gebracht habe (S. 2 Mitte). Ergotherapeutisch hätte eine Schmerzaufklärung und Coping-Strategien im Um
gang mit Schmerzen stattgefunden. Die Beschwerdeführerin habe sich nur teil
weise offen dafür gezeigt, da sie stark auf die Schmerzursache fokussiert gewe
sen sei. Es hätten sehr wenig Coping-Strategien im Umgang mit den Schmerzen bestanden und es sei vermutlich zu einem zunehmenden Schonverhalten im Alltag gekommen. Die Beschwerdeführerin habe jedoch täglich extensiv über ihre Schmerzen am ganzen Körper und am rechten Handgelenk berichtet. Durch die physio- und ergotherapeutischen Massnahmen, die Infiltration und medika
mentöse Analgesie habe jedoch keinerlei Schmerzlinderung erbracht werden können (S. 2 f.). Die Kollegen von der Psychiatrie hätten die Symptomatik im Rahmen eines chronischen Schmerzsyndroms mit körperlichen und ausgepräg
ten psychischen Faktoren und emotional-, expressiv- und aufmerksamkeitssu
chenden Zügen beurteilt. Die Beschwerdeführerin habe den Wunsch geäussert, baldmöglichst nach Hause entlassen zu werden, weshalb die Komplextherapie abgebrochen und die Beschwerdeführerin am 29. Juli 2015 ins häusliche Umfeld entlassen worden sei (S. 3 oben).
4.9
Aus dem Bericht vom
H._
, Physiotherapeutin, vom 24. August 2015 (Urk. 3/3) ist ersichtlich, dass
sie
die Beschwerdeführerin von Januar 2014 bis März 2015
behandelte
(S. 1). Die Physiotherapeutin führte aus, dass die Behandlung des Panvertebralsyndroms am erfolgreichsten gewesen sei
, da
die Be
schwerdeführerin eine Besserung ihrer Symptome feststellen konnte. Bei den Be
schwerden in den Handgelenken, in den Unterschenkeln und im Fuss habe sie jeweils wenig Besserung erlebt (S. 2 Mitte).
4.10
Pract. med.
F._
, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 26. August 2015 (Urk. 7/99/3) aus, dass der Austrittsbericht der Klinik für Rheumatologie des
A._
vom 30. Juli 2015 (
vgl.
vorstehend E. 4.8) vorliege. Im Rahmen der ärztlichen Untersuchung seien keine neuen Befunde erhoben oder wesentlich neue, unberücksichtigte medizinische Fakten beziehungsweise Tatsachen vorge
bracht worden. Eine Ergänzung seiner Stellungnahme vom 23. Juni 2015 (vor
stehend E. 4.4) sei nicht erforderlich.
4.11
In seiner Stellungnahme vom 31. Oktober 2015
(Urk. 7/104/2-3) führte pract.
med.
F._
, RAD,
aus, dass keine neuen, bisher unberücksichtigte
n
medi
zinische
n
Fakten beziehungsweise Tatsachen vorgebracht worden seien. Dem Austrittsbericht der Klinik für Rheumatologie des
A._
vom 30. Juli 2015 (
vgl.
vorstehend E. 4.8) sei zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin den Wunsch geäussert habe, baldmöglichst nach Hause entlassen zu werden, wes
halb die Therapie abgebrochen worden sei. Somit sei nicht von einem entspre
chenden Leidensdruck auszugehen. Auch ausserhalb der Klinik finde keine re
gelmässige Therapie statt, die letzte Physiotherapie habe im März 2015 stattge
funden. Dem Bericht der Ergotherapie (vorstehend E. 4.6) sei allerdings zu ent
nehmen, dass die Beschwerdeführerin von Februar bis August
2014 einen Kurs für Kos
me
tikerin
nen
gemacht und die Abschlussprüfung bestanden habe. Die Tätig
keit habe jedoch nicht umgesetzt werden können. Allerdings lägen keine objek
tivierbaren Einschränkungen vor. Die Beschwerdeführerin habe jedoch Ressour
cen gehabt, um den Kurs 2014 erfolgreich abzuschliessen. Zusammen
fassend
könne somit an seiner Stellungnahme vom 26. August 2015 (vor
stehend E. 4.10
) festgehalten werden.
4.12
Die Ergotherapeutin
G._
führte in ihrem – nach Verfügungserlass er
stellten – Bericht vom 27. Januar 2016 (Urk. 12) aus, dass die Schmerzen der Beschwerdeführerin seit dem Aufenthalt im
A._
im Juli 2015 stark zugenom
men hätten. Die Beschwerdeführerin erledige die Aktivitäten des täglichen Lebens mit Schmerzen und benötige teils die Handgelenksschiene. Die Ergo
the
ra
peutin führte wiederum – wie bereits
in ihrem
letzten Bericht vom Juli 2015 (vorstehend E. 4.5) – aus, dass die Schmerzen der Beschwerdeführerin ihrer Meinung nach wohl einen körperlichen, noch nicht erkannten Ursprung hätten, was sich durch die Verhärtungen in den Weichteilen zeige. Leider habe bis jet
zt weder durch das Heimprogramm
noch durch die Therapie eine dauerhafte Schmerzfreiheit erreicht werden können.
4.13
Die Ärzte der Klinik für Rheumatologie des
A._
führten in ihrer Stellungnahme
vom 10. Februar 2016 (Urk. 14) – nachdem ihnen mit Verfügung vom 26. Janu
ar
2016 ergänzende Fragen zur Arbeitsfähigkeit unterbreitet worden waren (Urk. 8) – aus, dass die Beschwerdeführerin am 13. Juli 2015 zur statio
nären Komplextherapie auf der rheumatologischen Klinik im
A._
eingetreten sei, nachdem die regelmässige, ambulante Physiotherapie keine Besserung der Schmerzen im Wirbelsäulenbereich und im Handgelenk rechts erbracht hatte. Im Rahmen des stationären Aufenthaltes seien keine Hinweise auf eine dege
nerative oder entzündliche Erkrankung des Bewegungsapparates festgestellt worden. Aufgrund der rheumatologischen, psychiatrischen, ergo- und physio
therapeutischen Erhebungen sei von einer Schmerzausweitung und einer Hal
tungsdysfunktion mit muskulären Dysbalancen auszugehen. Für die ausge
prägten Beschwerden habe sich kein ausreichend erklärendes somatisches Kor
relat gefunden. Die Kollegen von der Psychiatrie hätten die Symptomatik im Rahmen eines chronischen Schmerzsyndroms mit körperlichen und psychischen Faktoren beurteilt. Somit könnten sie aus rheumatologischer Sicht bestätigen, dass für körperlich leichte, sitzende Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. Da jedoch die Beschwerden gemäss den Kollegen der Psychiatrie auf psy
chische Faktoren zurückzuführen seien, sei eine Einschränkung der Arbeits
fä
hig
keit aus psychiatrischer Sicht durchaus möglich. Diesbezüglich könnten sie jedoch keine Stellung beziehen.
4.14
Dr. phil.
I._
, Psychologin,
A._
, führte in ihrem – nach Ver
fü
gungs
er
lass erstellten – Bericht vom 19. Oktober 2016 (Urk. 26) aus, dass die Be
schwer
deführerin derzeit psychologisch/psychotherapeutisch im
A._
be
handelt werde. Die Psychologin diagnostizierte eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD F45.41). Sollte die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei komplexer Beschwerdesymptomatik gewünscht sein, emp
fehle sie zum Beispiel das
J._
.
4.15
Dr.
E._
führte in seinem – nach Verfügungserlass erstellten – Bericht vom 2
8.
Oktober 2016 (Urk. 27) aus, dass die jetzige Ergotherapie wegen des chro
nischen Schmerzsyndroms am rechten Handgelenk bei Status nach Sturz am 26. August 2008 mit distaler Radiusfraktur und oberflächlicher Mittelhand
verletzung durchgeführt werde. Bei persistierenden Beschwerden habe die Be
schwerdeführerin Ende letzten Jahres eine nochmalige fachärztliche Beurteilung gewünscht. Er habe sie hierzu an die Orthopädische Universitätsklinik
D._
überwiesen
, wo sie von
September bis November 2015 in der Abteilung für Hand
chirurgie und 2016 in der Abteilung für Rheumatologie gesehen worden sei. Die Beschwerden hätten dabei nicht klar zugeordnet werden können. Von der Anamnese und der Schmerzschilderung her sei an ein chronisches regiona
les Schmerzsyndrom zu denken. Die klinischen Kriterien seien hierzu allerdings nicht erfüllt. Durch die nochmalige fachärztliche Beurteilung an der Universi
tätsklinik
D._
seien keine grundsätzlich neuen Diagnosen erhoben worden.
5.
5.1
Der rechtskräftigen Rentenaufhebung vom 22. November 2011 (Urk. 7/73) lag im Wesentlichen das
Z._
-Gutachten vom 10. Juni 2011 zugrunde, in welchem chronische, ätiologisch unklare, prätibiale Schmerzen linksbetont, Schmerzen am Handgelenk rechts, ein anamnestisch intermittierendes lumbovertebrales Schmerzsyndrom, eine Akne vulgaris, eine Polyallergie sowie eine aktuelle Schwangerschaft diagnostiziert wurde (vorstehend E. 3.1).
Demgegenüber stützte sich die Beschwerdegegnerin beim Erlass der angefochte
nen Verfügung vom 4. November 2015 (Urk. 2)
im Wesentlichen
auf den Aus
trittsbericht der Klinik für Rheumatologie des
A._
vom Juli 2015, in welchem ein chronisches cervicospondylogenes und thorakolumbales Schmerzsyndrom, residuelle Schmerzen im Handgelenk rechts mit Belastungsintoleranz und Tendinopathie der Extensorsehnen des Handgelenkes rechts, unklare prätibiale Schmerzen linksbetont, ein chronisches Schmerzsyndrom mit körperlichen und ausgeprägten psychischen Faktoren, emotional-expressiv und aufmerksam
keit
s
suchenden Zügen
, der Verdacht auf eine Pityriasis vesicolor alba, eine axi
ale Osteopenie, eine Tendopathie der Sehne des Musculus flexor hallucis longus links, einen Status nach Akne vulgaris 2006 sowie eine Polyallergie diagnosti
ziert wurde (
vorstehend E. 4.8).
5.2
Aufgrund der 2011 und 2015 gestellten Diagnosen kann in somatischer Sicht von einem in etwa gleich gebliebenen Gesundheitszustand der Beschw
erde
führerin ausgegangen werden, denn
i
m Austrittsbericht der Klinik für Rheuma
tolo
gie des
A._
vom Juli 2015 wurden keine neuen, bisher unberücksichtigten me
di
zinischen Fakten beziehungsweise Tatsachen genannt. Die Ärzte der Klinik für Rheumatologie des
A._
bestätigten sodann in ihrer Stellungnahme vom Februar 2016, dass aus rheumatologischer Sicht für körperlich leichte, sitzende Tätig
keiten eine volle Arbeitsfähigkeit besteht (vorstehend E. 4.13).
5.3
Aus dem Bericht der Ergotherapeutin
G._
vom Juli 2015 ist lediglich ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin bei ihr in Behandlung war. Die Ergo
therapeutin war sodann der Ansicht, dass die Schmerzen der Beschwerde
führerin ihrer Meinung nach wohl einen körperlichen, noch nicht erkannten Ursprung hätten (vorstehend E. 4.5). Der Bericht äussert sich nicht zur Arbeits
fä
higkeit der Beschwerdeführerin, weshalb er die Einschätzung der Ärzte der Kli
nik für Rheumatologie des
A._
nicht in Frage zu stellen vermag.
Der Bericht der Ergotherapeutin
G._
vom Januar 2016 (vorstehend E. 4.12) wurde zwar nach Verfügungserlass erstellt,
äusserte sich jedoch zum vorliegend umstrittenen Sachverhalt im Verfügungszeitpunkt, weshalb er grund
sätzlich herangezogen werden kann
. Die Ergotherapeutin führte in ihrem Bericht sodann aus, dass die Schmerzen der Beschwerdeführerin seit dem Auf
enthalt im
A._
im Juli 2015 stark zugenommen hätten.
Sie äusserte sich jedoch nicht dahingehend, ob sich die Schmerzen der Beschwerdeführerin auf ihre Ar
beits
fähigkeit auswirken.
Zudem führte die Ergotherapeutin wiederum aus, dass die Schmerzen der Beschwerdeführerin ihrer Meinung nach wohl einen körper
lichen, noch nicht erkannten Ursprung hätten, was sich durch die Verhärtungen in den Weichteilen zeige. Dieser Bericht vermag die Einschätzung der Ärzte der Klinik für Rheumatologie des
A._
ebenfalls nicht in Frage zu stellen.
Dasselbe gilt für den Bericht der Physiotherapeutin
H._
vom August 2015 (vorstehend E. 4.9), äussert
e
sich dieser doch nur zur physiotherapeutischen Be
handlung der Beschwerdeführerin, ohne jegliche Hinweise auf eine Beeinträch
tigung der Arbeitsfähigkeit.
5.4
Der Bericht des Hausarztes Dr.
E._
vom Oktober 2016 (vorstehend E. 4.15) wurde zwar nach Verfügungserlass erstellt, äusserte sich jedoch zum vorliegend umstrittenen Sachverhalt im Verfügungszeitpunkt, weshalb er grundsätzlich herangezogen werden kann. Dr.
E._
führte in seinem Bericht aus, dass er die Beschwerdeführerin Ende
2015
zur nochmaligen fachärztlichen Beurteilung an die Orthopädische Universitätsklinik
D._
überwiesen habe. Dort seien keine grundsätzlich neuen Diagnosen erhoben worden. Dieser Bericht enthält keine neuen Erkenntnisse zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin, weshalb er nicht geeignet ist, die Einschätzung der Ärzte der Klinik für Rheumatologie des
A._
in Frage zu stellen.
5.5
Es kann festgehalten werden, dass sich der Gesundheitszustand und die Arbeits
fä
higkeit der Beschwerdeführerin in somatischer Sicht seit der Renten
aufhebung im November 2011 nicht wesentlich geändert haben.
5.6
Es bleibt zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in psychiatrischer Hinsicht geändert hat.
Im Bericht der Ärzte der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
A._
vom Februar 2015 wurde keine psychiatrische Diagnose genannt. Es wurde lediglich ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin vereinzelt an Durchschlafstörungen leide und leichte Zukunftsängste in Bezug auf ihre berufliche Situation habe (vorstehend E. 4.3).
Im Austrittsbericht der Klinik für Rheumatologie des
A._
vom Juli 2015 wurde
sodann erstmals ein chronisches Schmerzsyndrom mit körperlichen und ausge
prägten psychischen Faktoren, emotional-expressiv und aufmerksamkeits
su
chen
den
Zügen diagnostiziert (vorstehend E. 4.8). In ihrer Stellungnahme vom Februar 2016 führten die Ärzte der Klinik für Rheumatologie des
A._
aus, dass für die ausgeprägten Beschwerden der Beschwerdeführerin kein ausreichend erklärendes somatisches Korrelat gefunden worden sei. Die Kollegen von der
Psy
chiatrie hätten die Symptomatik sodann im Rahmen eines chronischen Schmerz
syndroms mit körperlichen und psychischen Faktoren beurteilt. Eine Ein
s
chrän
kung
der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht sei durchaus mög
lich, sie könnten diesbezüglich jedoch keine Stellung beziehen (vorstehend E. 4.13).
Die Psychologin Dr.
I._
des
A._
diagnostizierte sodann in ihrem
Be
richt vom Oktober 2016 eine chro
nische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Sie äusserte sich nicht zu einer möglichen Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiat
rischer Sicht (vorstehend E. 4.14).
Der
Bericht
wurde
fast ein Jahr nach
Verfügungserlass erstellt, es
lassen sich deshalb keine Rückschlüsse zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt de
s Ver
fügungserlasses
ziehen. Daraus kann geschlossen werden, dass im Zeitpunkt des Verfügungserlasses keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiat
rischer
Sicht vorlag.
Falls sich der psychische Zustand de
r Beschwerdeführerin
in der Zwischenzeit
verschlechtert haben sollte,
hätte sie der Beschwerdegegnerin
neue begründete Berichte einzureichen, die dann im Rahmen einer Neuanmeldung zu prüfen
wären (vgl. vorstehend E. 1.5).
5.7
Es kann deshalb festgehalten werden, dass der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bei der erneuten Anmeldung im Juli 2015 im Vergleich zum Zeitpunkt der Rentenaufhebung im November 2011 objektiv in etwa gleich geblieben ist und keine wesentliche Verschlechterung ausgewie
sen ist.
Damit fehlt ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG, womit es bei der Feststellung gemäss der Verfügung vom November 2011 bleibt, dass kein Rentenanspruch besteht.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Be
schwerdeführerin aufzuerlegen. Anders als beantragt (Urk. 1 S. 2 Ziff. 4) ist keine Prozessentschädigung (vgl. § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht, GSVGer) zu gewähren.