Decision ID: 30a0aaeb-ed31-5b0f-8195-ea7ce5499521
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1976, war vom
1
7.
Mai 2006 bis 3
1.
März 2009 teilzeitlich als Verkäuferin und Mitarbeiterin Warenpool bei der
Y._
AG angestellt (Urk. 7/8
/1
).
Am 1
9.
Mai 2011 meldete sie sich wegen einer Dis
kushernie bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (Rente) an (
Urk.
7/2).
Die IV-Stelle liess die Auszüge aus dem Individuellen Konto der Versicherten erstellen (
Urk.
7/6), erkundigte sich bei der
Y._
AG nach dem Arbeitsverhältnis
(
Urk.
7/8) sowie bei der
Versicherung Z._
nach dem Krankentaggeldbezug
(
Urk.
7/
10
)
,
holte
die Berichte des Hausarztes,
Dr.
med.
A._
, FMH Innere Medizin, vom 14.
Juli
2011
(
Urk.
7/9
/1-7
, unter
Beilage diverser Berichte [Urk.
7/
9/8
-21]
)
und
vom 28. Dezember 2012 (
Urk.
7/17/1-3, unter Beilage des an ihn gerichteten Berich
tes der
Klinik B._
vom 1
6.
September 2011 [
Urk.
7/17/4-5]) sowie
der
Klinik B._
vom 2
9.
August 2011 (
Urk.
7/11)
und
vom 2.
Dezember 2011 (
Urk.
7/15
)
ein
und
zog
die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD)
vom 31.
Januar 2012 (Urk. 7/32/4-5) bei. Am 2
3.
Februar 2012 wurde
die Versicherte im
RAD
orthopädisch untersucht
(Bericht vom 24.
Februar 2012,
Urk.
7/20
, unvo
llständig; vgl. aber
Urk.
7/32/5
und Urk.
11
).
Per 1.
März 2012
zog
die Versicherte
nach
C._
im Kanton
Aargau
(
Urk.
7/19)
.
Auf Ersuchen der IV-Stelle
(Urk.
7/22) nahm
der Abklärungsdienst der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Aargau, IV-Stelle
(nachfolgend: IV-Stelle Aargau)
, am
9.
Mai 2012 eine A
bklärung
an Ort und Stelle
vor (Bericht vom 15.
Mai 2012,
Urk.
7/24
/1-9
)
, wobei die Abklärungsperson
vorgängig
bei der Versicherten den
„Fragebogen betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt“
vom 1
3.
April 2012
ein
holte
(Urk. 7/24/14-20).
Nach weiteren
erwerblichen Abklä
rungen (Urk.
7/27-30) sowie durchgefüh
rtem Vorbescheidverfahren (Urk.
7/33-39), in dessen Rahmen die Stellungnahme
des Abklärungsdienstes der IV-Stelle Aargau
vom 2
8.
März 2013 (
Urk.
7/41)
zum Einwand der Versich
erten vom
5.
Februar 2013 (Urk.
7/38)
beigezogen
worden war, wies die IV-Stelle, ausge
hend von einem Invaliditätsgrad v
on 32,3
%, mit Verfügung vom 8.
April 2013 das Leistungsbeg
ehren der Versicherten ab (Urk.
7/42
=
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte
mit Eingabe vom
1
4.
Mai 2013
Beschwerde und beantragte sinngemäss, es sei ihr eine halbe In
validenrente zuzusprechen (Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin ersuchte in ihrer Beschwerdeantw
ort vom 19.
Juni 2013 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Die Beschwerdeführerin reichte innert der mit Verfügung vom 2
4.
Juni 2013 (
Urk.
8) angesetzten Frist
keine Replik ein, was den Parteien am
5.
Septe
mber 2013 angezeigt wurde (Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie
die eingereichten Unterlagen wird
, so
weit erforderlich, in den nac
hfolgenden Erwägungen eingegangen
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Bes
chwerdegegnerin legte der angefochtenen Verfügung eine ausserhäusli
che Erwerbstätigkeit im Umfang von 50
%
zugrunde. Während sie in der ange
fochtenen Verfügung
vom
8.
April 2013, ausgehend von einer 20%igen Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit, die Einschränkung im Erwerbsbereich mit 58
%
bezifferte und im Haushaltbereich eine Einschränkung von 6,5
%
ermittelte, woraus ein Gesamtinvaliditätsgrad von 32,3
%
resultierte
(
Urk.
2)
, hielt sie in der Beschwerdeantwort vom 19.
Juni 2013 dafür, dass laut den medizinischen Abklärungen
seit November 2011 von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
(statt 20
%
) ausgegangen werden müsse
.
Auf eine genaue Nach
berechnung des Invaliditätsgrades könne jedoch verzichtet werden, da dieser auf
grund der höheren Restarbeitsfähigkeit tiefer als in der bisherigen Berech
nung ausfallen und somit sicher unter den rentenbegründenden 40
%
liegen würde (
Urk.
6).
1.2
D
ie Beschwerdeführerin brachte
gegen
die Verfügung vom
8.
April 2014
vor
, dass sie, wenn sie gesund wäre, jetzt zu 100
%
erwerbstätig wäre. Bevor sie Kinder bekommen habe, habe sie immer zu 100
%
gearbeitet. Nach dem ersten Kind habe sie mit 20
%
bei
Y._
zu arbeiten begonnen. Nach dem zweiten Kind habe sie das Pensum auf 50
%
erhöht und es langsam auf 100
%
steigern wollen. Seit der Operation der Diskushernie i
m 2008 könne sie nur noch zu 50
% leichte Arbeit verrichten, weshalb es nicht möglich gewesen sei, mehr zu arbeiten (
Urk.
1).
Zu den Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der Be
schwerdeantwort vom 1
9.
Juni 2013 (
Urk.
6)
liess sich die Beschwerdeführerin, wie erwähnt, nicht vernehmen.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1
ATSG
). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
2.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden
hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.3.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der An
teil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt
. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
2.4
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist,
führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungs
ver
gleich, gemischte Methode) und
ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Er
werbs
tätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, d.h. ohne Gesundheits
schaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verord
nung über die Invalidenversicherung [
IVV
]
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsge
rechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
2.5
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer ver
sicherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E.
6.2 und 128 V 93 f. E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Um
fang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerb
lichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Auf
gabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2).
3
.
3.1
3.1.1
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin
nach der Geburt des zweiten Kindes (Oktober 2007) unter Lumboischialgien litt, ab März 2008 plötzlich noch verstär
kt mit Gefühllosigkeit. Die am
2.
April 2008 durchgeführte MRI-Untersuchung zeigte eine minime Diskusprotrusion in der Mittellinie L4/5 bei degenerativ veränderter Bandscheibe sowie eine grosse mediolaterale linksseitige Diskushernie L5/S1 mit Kompression der linksseitigen Nervenwurzel S
1.
Nach stationärer und ambulanter Behandlung persistierten die Sch
merzen und Hypästhesien, weshalb in der
Klinik B._
am 2
9.
Mai 2008 eine endoskopische Sequesterektomie L5/S1 links und – wegen Beschwer
depersistenz - am
3.
November 2008 eine interlaminäre Fensterung L
5/S1 links mit Neurolyse der S1-
Nervenwurzel und Entfernung der Diskushernie durch
geführt wurden (
Urk.
7/9/5-6,
Urk.
7/9/18-2
1. Urk.
7/11/5-6).
Die am 13.
Sep
tem
ber 2011 in der
Klinik B._
durchgeführte
n Röntgen- und
MRI-Unter
suchungen ergaben eine Segmentdegeneration L5/S1 mit Rezidiv-Disk
ushernie mediolateral links und
Kompression der S1-Wurzel links sowie eine leichte Dis
kusdegeneration L4/5 (
Urk.
7/17/5).
3.
1.
2
Im Bericht vom 2
4.
Februar 2012 über die orthopädische Untersuchung vom 2
3.
Februar 2012 erhob
Dr.
med.
C._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom RAD
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine chronische Lumboischialgie links mit sensiblem und motorischem Wurzelreizsyndrom S1 bei Zustand nach endoskopischer Sequesterektomie L5/S1 links am 2
9.
Mai 2008 und interlaminärer Fensterung L5/S1 links am
3.
November 2008
(
Urk.
7/20/4)
.
Laut der abschliessenden Stellungnahme von RAD-Arzt
Dr.
D._
ist
anhand der vorliegenden medizinischen Berichterstattung und der körperlichen Untersuchung vom 23.
Februar 2012 ein somatischer Ge
sundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit wesentlich beeinträch
tige. In ihrer früheren Tätigkeit als Logistikangestellte bestehe durchgehend eine 0%ige Arbeitsfähigkeit seit 200
8.
In einer optimal angepassten Tätigkeit (Be
lastungsprofil: körperlich leichte wechselbelastende Arbeit
– sitzende und ste
hende Tätigkeit können selbständig gewechselt werden – ohne Heben und Tra
ge
n von Lasten mehr als maximal 5 bis 8
Kilogramm, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne gebückte oder verdrehte Zwangshaltungen der Wirbelsäule) bestehe – nach vorher
gehender Arbeits
fähigkeit von 0
% ab 2008 – aktenkundig und plausibel ab November 20
10 eine Arbeitsfähigkeit von 20
%, bestätigt dur
ch die RAD-Untersuchung vom 23.
Februar 2012, bedingt durch die Notwendigkeit häufigerer Pausen während der Arbeitszeit bzw. die Notwendigkeit, sich nach einer längeren Arbeitsphase eines Tages am nächsten Tag zu erholen. Die derzeit e
rbrachte Arbeitsleistung von 20
% sei medizinisch-theoretisch über einen Zeitraum von ca. 12 Monaten langsam und schrittweise steigerbar auf eine
Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % (Urk. 7/20 und Urk. 7/32/5; vgl. Urk.
11).
3.2
Im
Bericht vom 1
5.
Mai 2012
über die Abklärung an Ort und Stelle vom
9.
Mai 2012 (
Urk.
7/24/1-9
) führte die Abklärungsperson aus,
g
emäss
Fragebogen
vom April 2012 würde die Beschwerdeführerin, wenn sie gesund wäre, eine ausser
häusliche Erwerbstätigkeit im Ausmass von 100
%
als Verkäuferin im Detail
handel ausüben. Vor Ort habe die Beschwerdeführerin bestätigt, das
s
sie ohne gesundheitliche Einschränkung in einem vollen Pensum ausserhäuslich erwerbs
tätig wäre. Auf die Pensumshöhe angesprochen,
habe sie gesagt, diese volle Erwerbstätigkeit würde sei aus finanziellen Grün
den ausüben, eventuell
würde sie
auch lediglich ein Pensum von 80
%
tätigen
(
Urk.
7/24/2)
. Die Abklärungsperson hielt dazu fest, dass die Kinder heute sieben und viereinhalb Jahre alt seien. Der ältere Sohn besuche die erste Klasse, der Jüngere sei noch nicht schulpflichtig.
Laut Beschwerdeführerin falle die Kinderbetreuung durch ihre Eltern oder sonstige Familienangehörige weg. Sie würde die Kinder im Hort in der Schule betreuen lassen. Die Schulen
in C._ und E._
böten gemäss Inte
rnet Betreuung resp. Blockzeiten von 8.
15 Uhr bis 12 Uhr und von 13.15 Uhr bis 15.20
Uhr, sowie (ausgenommen am Mittwoch) einen Mittagstisch an. Der Kinderhort
F._
in
C._
_
_
biete ganztägige Kinderbetreuung bis 6-jährig an
, weitere Kindertagesstätten befänden sich in
G._
und
H._
.
Eine ganztägige Kinderbe
treuung könne weder mit der Schule noch
mit den Eltern der Beschwerdeführerin
abgedeckt werden. Eine Betreuung durch auswärtige Kinderkrippen während der Schulpflicht sei schwer zu organisieren und gelte als eher unwahrscheinlich.
Bei Eintritt des Gesundheitsschadens sei die Beschwerdef
ührerin in einem Pensum von 50
% tätig gewesen. Die Betreu
ung sei durch die
damals
in der Nähe wohnenden Eltern der Beschwerdeführe
rin erfolgt. Der
Ehemann sei ganztags erwerbstätig und könne die bestehenden Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber den Kindern lediglich in seiner freien Zeit übernehmen. Ebenfalls komme es nicht nur auf die finanzielle Not
wendigkeit, eine Erwerbstätigkeit wieder aufzunehmen oder aufzubauen, an. In Würdigung sämtlicher Faktoren sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit da
von auszugehen, dass die Beschwerdeführerin heute ohne Gesundheitsschaden weiterhin einer ausserhäuslichen
Erwerbstätigkeit in einem
Pensum
von 50 % nachginge (Urk.
7/24/2-3). Die Abklärungsperson ermittelte in der Folge
unter Anrechnung der Schadenminderungspflicht der Beschwerdeführerin sowie der Mitwirkungspflicht des Ehemannes
eine Einschränkung
im Haushalt von
6,5
%, wovon
gewichtet 3,5
% für den B
ere
ich Ernährung und
3
% für den
Bereich Wohnungspflege
(Urk.
7/24/6-9)
.
4.
4.1
R
AD-Arzt Dr.
D._
hat
in seiner abschliessenden Stellungnahme v
om 24. Februar 2012 (vgl. Erwägung 3.1.2
)
grunds
ätzlich nachvollziehbar dargelegt
, dass der Beschwerdeführerin aufgrund der bei ihr bestehenden chronischen Lumboischialgie links ihre bisherige Tätigkeit als Logistikangestellte seit 2008 nicht mehr zumutbar ist
und sie nur noch Tätigkeiten,
w
elche
dem von ihm er
stel
lten Belastungsprofil entsprechen, ausüben kann.
4.2
Soweit RAD-Arzt
Dr.
D._
davon ausgeht, dass die Beschwerdeführerin in einer solchen behinderungsangepassten Tätigkeit durchgehend seit 2008 bis
Novem
ber 2010 zu 100
%
arbeitsunfähig und seither bis zur von ihm durchgeführten Untersuchung vom 2
3.
Februar 2012 zu 20
%
arbeitsfähig gewesen sei
(
Urk.
7/32/5)
, kann ihm aufgrund der vorliegenden echtzeitlichen Berichte resp. Arztzeugnisse des Hausarztes
Dr.
A._
nicht gefolgt werden. Dieser hat der Beschwerdeführerin nämlich in seinem Bericht an den Krankentaggeldversi
cherer vom 1
1.
Februar 2009 (
Urk.
7/10/2) für eine leichte Arbeit ab dem 1
2.
Januar 2009 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit und am 25. März 2009 im zuhan
den der Arbeitslosenversicherung ausgestellten Arztzeugnis (Urk. 7/1/3) ab dem
1.
April 2009 sogar eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Im Arztzeugnis für die Arbeitslosenversicherung vom 1
5.
Juli 2010 bescheinigte er ihr vom
2.
Juni bis 2
0.
August 2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, hielt jedoch gleichzeitig fest, dass sie seit dem 2
3.
August 2010 für leichte körperliche Arbeit zu 50
%
arbeits- und vermittlungsfähig sei (Urk. 7/1/1). In seinem Bericht an die Be
schwerdegegnerin vom 1
4.
Juli 2011 hielt er zur Frage, ob mit einer Wiederauf
nahme der beruflichen Tätigkeit bzw. Erhöhung der Einsatzfähigkeit gerechnet werden könne, zwar fest: „20
%
Kasse
bei der Firma I._
ab November 2010,
evtl. steiger
bar auf max. 50
%
.
“
(
Urk.
7/9/3).
Mit Blick auf die genannten früheren
Berichte resp. Zeugnisse ist daraus – entgege
n der von RAD-Arzt Dr.
D._
offenbar ver
tretenen Auffassung –
aber nicht zu folgern, dass Dr.
A._
die Beschwerde
führerin bis November 2010 stets für gänzlich arbeitsunfähig gehalten hatte. Ausserdem führte er i
m
Bericht
vom 14. Juli 2011
zur Frage, welche Arbeiten der Beschwerdeführerin noch zumutbar seien, an, sie könne körperlich leichte, wechselbelaste
nde Tätigkeiten regelmässig ca.
während vier Stunden pro Tag
in wechselnden Positionen
ausführen, unregelmässig intermittierend zwischen
durch länger (ein Tag pro Woche mit Pausentagen danach
[Urk.
7/9/4]
).
Dr.
A._
erachtete demnach in einer behinderungsangepassten Tätigkeit (auch) in diesem Z
eitpunkt ein Pensum von ca.
50 % als zumutbar. Dem Bericht der
Klinik B._
a
n die Beschwerdegegnerin vom 2.
Dezember 2011 ist zwar zu entnehmen, dass sich im September 2011 die Schmerzs
ituation intensiviert hat (Urk.
7/15/6). Am 21. November 2011 berichtete jedoch die Beschwerde
führerin selbst der Beschwerdegegnerin, d
ass sie gemäss ihrem Arzt zu 50
% ar
beitsfähig sei (Urk. 7/13).
Dr.
A._
hielt denn in seinem Bericht an die Be
schwerdegegnerin vom 2
8.
Dezember 2011 auch abermals fest, dass die wie
der aufgenommene Teilzeitarbeit von 20
%
allenfalls noch etwa
s steigerbar sei bis maximal 30
% bis 50
%
leichte Arbeit (
Urk.
7/17/3). Dass sich der Gesund
heits
zustand der Beschwerdeführerin seither bis zur RAD-Untersuchung vom 2
3.
Februar 2012
verschlechtert hat,
ist nicht ersichtlich und
ergibt sich insbe
sondere auch nicht
aus der
abschliessenden
Stellungn
ahme von RAD-Arzt Dr.
D._
vom 24. Februar 2012
(
Urk.
7/32/5)
.
4.3
Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer behinde
rungsangepassten Tätigkeit nic
ht – wie RAD-Arzt Dr.
D._
postulierte - erst seit Februar 2013 (
12 Monate nach
Untersuchung im RAD), sondern spätestens seit
dem Bericht von
Dr.
A._
vom 1
4.
Juli 2011
– und damit auch im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns (sechs Monate nach der Anmeld
ung des Leistungsanspruches am 1
9.
Mai 2011
[
Urk.
7/2]; vgl. Art.
29
Abs.
1 IVG) - zu 50
%
arbeitsfähig war resp. ist. Dies wurde denn von der Beschwerdeführerin auch nicht in A
brede gestellt
(
Urk.
1)
. Vielmehr
bezeichnete
diese
ihren Ge
sundheitszustand
anlässlich der Hau
shaltabklärung vom 9.
Mai 2012 sogar
als gleichbleibend
seit Mai 2008 (Urk.
7/24/9).
4.4
Anzumerken bleibt, dass
die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in
einer behin
derungsangepassten Tätigkeit
mit 50
%
angesichts der
aktenku
ndigen objekti
ven Befunde (Urk.
7/20/3-4)
als
wohlwollend erscheint
. Dies gilt umso mehr, als sich die Beschwerdeführerin gemäss ihren
Angaben
im „Fragebogen betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt“
vom 12.
April 2012
seit
2009 keiner spezifischen (beispielsweise physiotherapeutischen) Be
handlung mehr unterzogen
und offen
bar auch keine (regelmässigen) Eigenübungen zur Kräftigung der Rückenmus
kulatur durch
ge
führt
hat (Urk.
7/24/1
4, Urk.
7/24/2
und
Urk.
7/20/1)
, was nicht auf einen besonders hohen Leidensdruck schliessen lässt. A
bgesehen davon erscheint
dies
im Hinblick auf die ihr obliegende
Schadenminderungspflicht
(
Selbsteingliederung
;
BGE 113 V 22 E. 4a)
bedenkli
ch, zumal RAD-Arzt Dr.
D._
in seiner abschl
iessenden Stellungnahme vom 24.
Februar 2012 ausdrücklich darauf
hingewiesen hat,
dass die Arbeitsfähigkeit durch solche medizinische Massnahmen verbessert werden könnte (
Urk.
7/32/5).
5.
5
.1
5.1.1
Streitig und zu prüfen ist
im Weiteren
, in welchem Umfang die Beschwerdefüh
rerin im Gesundheitsfall einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachginge.
5.1.2
Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Auffassung, wonach die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 50
%
ausserhäuslich erwerbst
ätig wäre, auf
die
entspre
chende
Beurteilung
der Abklärungsperson im Abklärungsb
ericht vom 15.
Mai 2012
(vgl. Erwägung 3.2
)
.
5.1.3
Wie eingangs erwähnt, ist die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Per
son ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, mit Rücksicht auf
die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerbli
chen Verhältnisse, zu beantworten. Dabei handelt es sich zwangsläufig um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Solche inneren Tatsachen sind einer direkten Beweisführung nicht zugänglich, sie müssen in aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (Urteil des Bundesgerichtes 9C_374/2013 vom 12. November 2013 E. 3.2).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes ist den von der versicherten Per
son im Rahmen der Haushaltabklärung gemachten „Aussagen der ersten Stunde“, da noch nicht von versicherungsrechtlichen Überlegungen geprägt, erhöhtes Gewicht beizumessen (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hin
weis). Diese
Rechtsprechung statuiert indessen keine unabänderliche Regel der Beweiswürdigung in dem Sinne, dass solche Angaben zwingend verbindlich wären, was dem obersten Grundsatz der freien Beweiswürdigung zuwiderliefe (
Art.
61 lit. c ATSG; vgl. Urteil des Bund
esgerichtes 9C_335/2012 vom 17.
Juli 2012 E. 3.3.2 mit Hinweisen).
Vielmehr sind die gesamten Umstände und die Vorbringen der versicherten Person gesamthaft nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen
(vgl. Erwägung 2.4)
.
5.1.4
Hinsichtlich der konkreten Lebensumstände der Beschwerdeführerin während der letzten Jahre ist den
Akten zu entnehm
en, dass sie
im Juni
2000 geheiratet hat (
Urk.
7/2/1
).
Von
Januar 2000 bis Mai
2001 war sie
bei der
J._
und von Oktober 2001 bis September 2003 bei der
K._
je
als Ausrüstereimitarbeiterin tätig
, wobei
sie
in dieser Zeit
zumindest mehrheitlich ein 100%i
ges Pensum versehen hat
(Urk.
3/1
, Urk. 3/5 und
Urk.
7/6/3
)
. Von
Oktober 2003 bis F
ebruar 2005
war sie arbeitslos
. Die
Höhe der
von ihr
in dieser Zeit bezogene
n
Arbeitslosenentschädigung
(Urk.
7/6/3)
lässt darauf schliessen
, dass die Arbeitslosenversicherung jedenfalls im Jahr 2004 von einer vollen Vermittlungsausfähigkeit ausging
.
Nach der Geburt ihres ers
ten Kindes im
Februar 2005
(
Urk.
7/3/3)
war sie ab dem 1
7.
Mai 2006 mit einem Beschäftigungsu
mfang von 20
%
bei der
Y._
AG angestellt.
Im
Oktober 2007 bekam sie ihr zweites Kind
(
Urk.
7/3/6)
. In der Folge
erhöhte sie ihr Pensum
bei der
Y._
AG
per
1.
Februar 2008 auf 50
% (
Urk.
7/2/7 und Urk.
7/8/2).
Ab dem 17.
September 2008 blieb die Beschwerdeführerin aus ge
sundheitlichen Gründen
gänzlich
von der Arbeit fern, woraufhin die
Y._
AG das Arbeitsverhältnis p
er 31. März 2009 auflöste (Urk.
7/8/1).
Sie bezog darauf
hin ab April 2009 zeitweise wieder
Arbeitslosenentschädigung (Urk.
7/6/1).
Seit dem 22.
November 2010 ist die Beschwerdeführerin teilzeitlich als Kassiererin bei der
I._
angestellt
(Urk.
7/28), wobei sie gemäss ihren A
ussagen
anlässlich der Haushaltabklärung vom
9.
Mai 2012 a
usschliess
lich im Rahmen von 8
Stunden
als Samstagsaushilfe arbeitet
und
Fr.
500.-- pro Monat verdient.
Der Ehemann
der Beschwerdeführerin ist
laut ihren Angaben
vollzeitlich
erwerbstätig
und erzielt ein monatliches Bruttoeinkommen von
Fr.
6‘000.--
(Urk.
7/24/3-4)
.
Wenn
sie
am Samstag arbeite, kümmer
e sich
der Ehemann um die Kinder (Urk.
7/24/8).
Bis Ende Februar 2012 lebte die Beschwerdeführerin zusammen mit ihrem Ehe
mann und mit ihren beiden Söhnen in einer Mietwohnung (dreieinhalb Zimmer, ohne Umschwung) in
L._
. Seit dem 1. März 2012 wohnen sie im eigenen Einfamilienhaus (vier Zimmer
, mit ca.
350 Quadratmetern Umschwung/Garten) in
C._
(
Urk.
7/24/15-16). Das Haus ist laut Beschwerdeführerin mit einer Hypothek von
Fr.
455‘000.-- belastet. Der monatliche Hypothekarzins belaufe sich auf
Fr.
814.8
0.
Zusätzlich fielen Fr. 500.-- Amortisation, ca. Fr. 300.-- für Gas und Elektrizität sowie ca. Fr. 200.-- für Wasser
an. Die Krankenkasse koste Fr.
850.-- pro Monat (Urk. 7/24/15).
5.1.5
D
ie
Beschwerdeführerin gab im
„Fragebogen betreffend Erwerbstätig
keit/Haus
halt“ vom 1
3.
April 2012 (
Urk.
7/24/15)
und
zunächst
auch anlässlich der Haushaltabklärung vom
9.
Mai 2012
(
Urk.
7/24/2)
an, dass sie im Gesundheits
fall aus finanziellen Gründen zu 100
%
ausserhäuslich erwerbstätig wäre.
Von der Abklärungsperson auf die Betreuungssituation angesprochen
,
räumte sie
laut deren Angaben
nur (aber immerhin)
ein, dass sie eventuell lediglich
ein
Pensum von 80
% versehen würde.
Gleichwohl
kam die Abklärungsperson
– un
ter
Würdigung sämtlicher Faktoren -
zum Schluss, dass die Beschw
erdefüh
rerin im Gesundheitsfall
zu 50
%
erwerbstätig wäre
(Urk.
7/24/3)
.
Der Abklärungsperson ist darin beizupflichten, dass
aufgrund der Lebensum
stände
im Zeitpunkt der Haushaltabklärung
(vollzeitliche Erwerbstätigkeit des Ehemannes,
Betreuungs
- und Erziehungs
aufgaben mit zwei Kindern, wovon eines noch nicht im schulpflichtigen Alter, Betreuungssituation)
eine 100%ige Erwerbstätigkeit
unwahrscheinlich
erscheint.
Im
massgeblichen Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (April 2013
, Urk. 2
)
war jedoch
auch der jüngere Sohn schulpflichtig
(erster Kindergarten)
, wodurch sich der Betreuungsaufwand entsprechend verringerte
. Wenn
in diesem Zeitpunkt
sämtliche
in der Wohnge
meinde der Beschwerdeführerin bestehenden Fremdbetreuungsmöglichkeiten
(Blockzeiten/Betreuung Schule
[mindestens einmal auch am Nachmittag]
, vier
mal pro Woche Mittagstisch) ausgeschöpft worden wären und
sich der Ehemann
– wie im Zeitpunkt der Haushaltabklärung
–
jeweils
am Samstag
um die Kinder gekümmert
hätte,
hätte
zwar weiterhin keine 100%ige, jedoch
eine
80%ige er
werbsbedingte Abw
esenheit
der Beschwerdeführerin
knapp
abgedeckt werden können. Im W
eiteren
ging die
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Eintritts de
s
Gesundheitsscha
dens im Mai 2008
zwar lediglich einer 50%igen Erwerbstätig
keit nach
.
Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass sie b
is zur Geburt des
ersten Kindes im Februar 2005 mehrheitlich
vollzeitlich arbeitete
resp. ab Oktober 2003
zwar
arbeitslos
war, von der Arbeitslosenversicherung aber offenbar als voll vermittlungsfähig eingestuft wurde
.
Wohl war sie n
ach der Geburt des ers
ten
Kindes im Februar 2005
zunächst
ausschliesslich
als
Mutter und Hausfrau
tätig. I
m Mai 2006 nahm sie aber eine 20%ige Erwerbstätigkeit auf und
erwei
terte
ihr Pensum im Februar 2008, also nur knapp ein halbes Jahr nach der Geburt
des zweiten Kindes, auf 50
%
. Nu
r gerade
drei Monate später
(Mai 200
8, vgl. Erwägung 3.1.1 und Urk.
7/20/2
)
trat der Gesundheitsschaden ein
.
Aus dem Umstand, dass sie
in diesem Zeitpunkt zu 50
%
erwerbstätig war,
kann
deshalb nicht geschlossen werden, dass sie im Gesundheitsfall
auch bei
fortgeschritte
nem
(schulpflichtigem) Alter der Kinder
weiterhin lediglich in diesem Umfang ausserhäuslich gearbeitet hätte. Grundsätzlich zu Recht machte die Abklärungs
person
schliesslich
geltend, dass es nicht nur auf die finanzielle Notwendigkeit, eine Erwerbstätigkeit aufz
unehmen oder aus
zubauen, ankomm
t (
Urk.
7/24/
3): Ausschlaggebend ist nicht die Zumutbarkeit oder Erforderlichkeit der Erwerbs
tätigkeit, sondern der hypothetische Sachverhalt ohne Invalidität. Dafür ist die finanzielle Situation nur (aber immerhin) ein Aspekt neben anderen (Urteil des Bundesgerichtes 9C_335/2012 vom 1
7.
Juli 2012
E. 3.4.2
; vgl.
Urteil des Bun
des
gerichtes 9C_286/2013 vom 2
8.
August 2013 E. 4.4).
Vorliegend ist d
i
e Ein
kommenssituation mit einem
hypothetischen Pensum
der Beschwerdeführerin von 50
%
angesichts der
von der Abklärungsperson
erhobenen Wohn- sowie der
weiteren Kosten für eine vierköpfige Familie
nich
t
als schlecht, jedoch
auch nicht
als
übermässig komfortabel
zu bezeichnen
.
D
ie finanziellen Verhältnisse
sprechen daher
nicht gegen eine
Erweiterung
des (hypothetischen
) Erwerbs
pensums auf über 50
%
.
Von einer finanziellen Notwendigkeit für eine
vollzeit
liche Erwerbs
tätigkeit
kann jedoch nicht die Rede sein
.
Die Lebensumstände sowie die
„Aussage der ersten Stunde“ der Beschwerdefüh
rerin, wonach sie
im Gesundheitsfall eventuell lediglich
zu 80
%
erwerbstätig wäre,
lassen demnach weder auf
eine vollzeitl
iche noch auf eine 50%ige Erwerbstätigkeit schliessen. Vielmehr ist
eine
über einem Halbtagespensum liegende
, maximal 80%ige
erwerbliche Betätigung
der Beschwerdeführerin
als überwiegend wahrscheinlich
zu betrachten.
5.1.6
Demnach ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheit
liche Beeinträchtigung
eine erwerbliche Tätigkeit
zu maximal
8
0
%
ausüben würde
und zu 20
%
im Haushalt tätig wäre
.
5.2
5.2.1
Die durch die gesundheitlichen Beschwerden verursachte
Behinderung in den häuslichen Verrichtungen wurde von der Beschwerdegegnerin gestützt auf die im
Abklärungsb
ericht vom 1
5.
Mai 2012
(
Urk.
7/24/1-9)
festgehaltenen
- und in der
einlässlichen
Stellungnahme der Abklärung
sperson vom 2
8.
März 2013 (Urk.
7/41/2-3) zum Einwand der Beschwerdeführerin vom
5.
Februar 2013
(Urk. 7/38)
bestätigten -
Ergebnisse
der Haushaltabklärung vom
9.
Mai 2012
auf 6,5
% veranschlagt.
5.2.2
Der
genannte Bericht
wurde durch eine spezia
lisierte Abklärun
gsperson der IV
Stelle Aargau
verfasst. Er gibt ein
leitend die anlässlich des Abklärungsge
spräches seitens der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden wieder (Urk.
7/24/1-2
). Es folgen
Angaben zur Situation im Haushalt, den Wohnver
hältnissen und den technischen
Einrichtungen (Urk. 7/24/5-6
).
Die anschlies
sende Umschreibung der Tätig
keitsbereiche
sowie die von der Abklärungsperson
vorgenommene Gewichtung der ei
nzel
nen Haushaltsverrichtungen
ist ange
sichts der konkreten Umstände nicht zu beanstanden
(
vgl. Kreisschreiben über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], Randzif
fern 3086ff. in der seit dem
1.
Januar 2012 gültigen Fassung).
Was die Einschränkungen in den einzelnen Aufgabenbereichen betrifft, ist vorab festzuhalten, dass nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichtes
invalide Hausfrauen grundsätzlich eine Schadenminderungs
pflicht trifft, indem sie im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren Verfahrensweisen zu entwickeln ha
ben, welche die Auswirkungen ihrer Behinderung im hauswirtschaftlichen Auf
gabenbereich reduzieren und die ihnen eine mög
lichst vollständige und unab
hängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermögli
chen. Der Umstand, dass diese Arbeiten nur mühsam und mit höherem Zeitauf
wand bewältigt werden können, begründet nicht ohne weiteres eine Invalidität. Kann die versicherte Person we
gen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Die im Rahmen der Invaliditätsbe
messung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienange
hörigen geht dabei weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstü
tzung (vgl. BGE 133 V 509 f. E.
4.2 mit Hinweisen).
Die Abklärungsperson hat für ihre Einschätzung der Einschränkungen der Be
schwerdeführerin in den ein
zelnen Bereichen je eine
nachvollziehbare Beg
rün
dung angeführt (Urk. 7
/24/6-9
).
Ihre Schlussfolgerungen erscheinen auf
grund der
im
„Fragebogen betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt“ vom 1
3.
April 2012
resp.
an Ort und Stelle erhobenen Angaben der Beschwerdeführerin
(Urk.
7/24/14-20 und
Urk.
7/24/6-9)
sowie aufgrund der Scha
denminderungs
pflicht
als vertretbar
. Insbesondere ist nach dem Gesagten nicht zu beanstan
den, dass sie v
on einer Mitwirkungspflicht des Ehemannes
ausgegan
gen ist.
5.2
.3
Der Abklärungsbericht vom 1
5.
Mai 2012 genügt demnach den recht
spre
chungs
gemässen Vorgaben
(vgl. Erwägung 2.5)
, weshalb die Beschwerdegegne
rin zu Recht darauf abgestellt hat. Dies wird denn beschwerdeweise auch nicht mehr bemängelt
(
Urk.
1)
.
6.
6.1
Die Bestimmung des Invaliditätsgrades erfolgt im Erwerbsbereich durch ein
en Einkommensvergleich (vgl. Erwägung 2.3
)
, für welchen die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns eines allfälligen Rentenanspruches
der Beschwerdeführe
rin
massgebend sind
(November 2011, vgl. Erwägung 4.3
; BGE
129 V 222
E.
4.3.1
).
6.2
Im Zeitpunkt des Eintritts des Gesundheitsschadens (Mai 2008) war die Beschwer
deführerin mit einem Beschäftigungsumfang von 50
%
bei der
Y._
AG
als Verkäuferin und Mitarbeiterin Warenpool angestellt. Gemäss den Angaben dieser Firma hätte sie
im Gesundheitsfall
mit diesem Pensum ab dem
1.
Januar 2009
Fr.
1‘850.-- pro Monat resp. Fr. 24‘050.--
pro Jahr
erzielt
(Urk. 7/8/2
)
.
Ob im Gesundheitsfall eine Steigerung des Pensums möglich gewesen wäre
, ist nicht aktenkundig und dürfte sich rückblickend auch nicht mehr zuverlässig feststellen lassen.
Der Verdienst bei der
Y._
AG
kann des
halb nicht zur Ermittlung des Valideneinkommens herangezogen werden, wes
halb dieses aufgrund von lohnstatistischen Angaben zu bemessen ist.
Nach Eintritt des Gesundheitsschadens war die Beschwerdeführerin seit dem 22. November 2010 mit einem Pensum von ca. 20
%
als Kassiererin bei der
Firma I._
tätig
(
Urk.
7/28)
.
Da sie damit ihre Restarbeitsfähig
keit
von 50
%
(vgl. E
rwägung 4.3
) nicht voll ausschöpf
t und es laut ihren Angaben
anlässlich der Haushaltabklärung vom
9.
Mai 2012
nicht möglich
(gewesen)
wäre, dass Pensum dort zu erhöhen
(Urk.
7/24/4)
, sind für die Festset
zung des Invalideneinkommens ebenfalls lohnstatistische Angaben heranzuzie
hen.
Somit sind Validen- und Invalideneinkommen auf der Grundlage der LSE 2010 zu bemessen
. A
ngesichts der fehlenden Berufsausbildung der Beschwerdeführe
rin (
Urk.
7/2/6 und
Urk.
3/5)
bildet dabei
Ausgangspunkt bei beiden Einkom
mensgrössen der monatliche Bruttolohn (Zentralwert) von Frauen für einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniv
eau 4) im privaten Sektor
.
Dieser betrug Fr. 4'225
.-- bei 40 Ar
beitsstunden pro Woche (LSE 2010 TA1 Seite 26
),
was bei einer durchschnittl
ichen Wochenarbeitszeit von 41,6
Stunde
n im Jahre 2010 (vgl. die Volkswirtschaft 6-2014
, Tabelle B9.2 Seite
84
)
und unter Berück
sichtigung der Nominallohnentwicklung für Frauen im Jahr 2011 von 1
%
(vgl. Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung 2011, Tabelle T.1.1.10 S. 21)
einen monatli
chen Verdienst 2011 von Fr. 4‘437.90
resp. einen Jahresverdienst von Fr
. 53‘254.80 (=
Fr.
4‘437.90 x 12
) ergibt.
6.3
Ausgehend von einem
mutmasslichen
Beschäftigungsumfang
der Beschwerde
führerin
im Gesundheitsfall von
maximal 80 %
,
resu
ltiert ein Valideneinkom
men 2011
von Fr.
42‘603.80
(= 0,8 x Fr.
53‘254.80
).
Bei
m
der Beschwerdeführerin noch zumutbaren Pensum von 5
0 % beläuft sich das Invalidene
inkommen
grundsätz
lich auf Fr. 26‘627.40 (= 0,5
x Fr. 5
3
‘254.80
). Es
ist in Betracht zu zieh
en, dass sie
nur noch körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ausführen kann.
Diesem Umstand
kann
mit einem – leidensbedingten - Abzug vom Tabellenlohn von
maximal
10
%
Rech
nung
ge
tragen
werden
.
Weitere persönliche und/oder berufliche Merkmale, wel
che einen höheren Abzug rechtfertig
t
en (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2), sind nicht ersichtlich.
Das zumutbare hypothetische Invalideneinko
mmen 2011
ist demge
mäss auf
mindestens
Fr.
23‘
964.7
0 (=
0,9 x Fr.
26‘627.40)
festzusetzen.
Ausgehend vom ermittelten hypothetischen
Valideneinkommen 2011
von Fr. 42'603
.
80
resultiert eine Er
werbs
einbusse
von Fr.
18‘639.10
resp. eine Ein
schränkung von
auf
gerundet
4
3,75
%.
Bei einem Anteil der Erwerbstätigkeit von 80 % ergibt sich eine gew
ichtete Teilin
validität von 35 % (0,8 x 4
3,75
%).
6.4
Im Haushaltbereich ist nach dem Gesagten von eine
r Einschränkung von 6,5
% auszu
gehen
(vgl. Erwägung 5.2)
. Bei einem Anteil dieses Bereiches von 20 % resultiert eine gewichtete Teilinvalidität
von 1,3
%
(= 0,2 x 6,5
%).
6.5
Ausgehend von einer gewichteten Teilinva
l
idität im Erwerbsbereich von 35
% und einer gewichteten Teilinva
lidität im Haushaltbereich von 1,3
%
ergibt sich e
ine Gesamtinvalidität von
gerundet (vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2
) 3
6
%.
7.
Im Ergebnis hat die Beschwerdegegnerin demnach einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht verneint (vgl.
Erwägung 2.2
), was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen
(
Art. 69
Abs. 1
bis
IVG
) u
nd
auf Fr. 600.
-- anzusetzen. A
usgangsgemäss
sind sie
der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.