Decision ID: 09fbf227-7037-49c3-a528-7d85313b077a
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
rumänischer Staatsangehöriger,
geboren 1968,
trat am 2
2.
Juli 2014 über die
Y._
AG eine Vollzeitstelle als Plattenleger an (Angaben in der Schadenmeldung UVG vom
3.
November 2014,
Urk.
11/1), nachdem er sich mit Einreisedatum des 2
8.
April 2014 in
Z._
angemeldet hatte
(Wohnsitzbestätigung vom
1.
April 2016,
Urk.
11/75 S. 6)
.
Im Rahmen
des Arbeits
verhältnisses
mit der
Y._
AG
war er bei der Suva für die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen obligatorisch versichert.
Mit Schreiben vom 2
5.
September 2014 überwies
die Hausärztin
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Allgemeinmedizin,
den Versicherten an
Dr.
med.
B._
, Spezialarzt
für Orthopädie, und wies darauf hin, dass der Versicherte sie im November 2013 wegen Problemen im rechten Knie aufgesucht habe und die Beschwerden seit August 2014 zugenommen hätten
, weshalb sie ihm ab dem 1
5.
August 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert habe
(Urk.
11/53). Neben der klinischen Untersuchung liess
Dr.
B._
Röntgenaufnahmen des rechten Knies erstellen (Bericht
des
Röntgeninstitut
s
C._
vom 2
6.
September 2014,
Urk.
11/31), erstattete der Hausärztin am 2
6.
September 2014 Bericht
und empfahl eine Arthroskopie des rechten Kniegelenks mit Entfernung von
Osteosynthesematerial
, das von einer früheren Operation herrührte
(Urk.
11/51).
Die Operation wurde in der Folge am 3
1.
Oktober 2014 durchgeführt
; anlässlich der Operation wurde ein Riss im medialen Kompartiment des Meniskus festgestellt,
weshalb
neben der
Osteosynthesematerialentfernung
eine
Teilmeni
s
kektomie
sowie die Entfernung freier Gelenkskörper vorgenommen wurden
(Operationsbericht in
Urk.
11/46; Ber
icht von
Dr.
B._
vom 25.
Oktober 2014
,
Urk.
11/52 S. 1
).
1.2
Am 2
3.
Oktober 2014
hatte
Dr.
A._
den Orthopäden
Dr.
B._
darüber
informiert
, dass sie nachträglich von einem Sturz erfahren habe, den der Versicherte am 1
4.
August 2014 auf dem Bau erlitten habe und der zur
Schmerzexazerbation
im rechten Knie und zur Konsultation bei ihr am 1
5.
August 2014 geführt habe (
Urk.
11/49 S. 1). Ausserdem
hatte
die
Sympany
Versicherungen AG
(
Sympany
), bei
d
er die vermittelten Arbeitnehmer der
Y._
AG gegen Erwerbsausfall kollektivversichert waren, mit Schreiben an die Gesellschaft gleichen Datums i
hre Leistungspflicht für die gemeldete Arbeitsunfähigkeit von
X._
ab
gelehnt
, da ihr Konsiliararzt anhand der Unterlagen festgestellt
habe
, dass die Arbeitsunfähigkeit auf einen Unfall zurückzuführen sei (
Urk.
11/5 S. 9).
Am
3.
November 2014 er
folgte deshalb die Schadenmeldung an die Suva (
Urk.
11/1), und
Dr.
A._
erstattete der Suva am 1
3.
und am 3
0.
November 2014 Bericht (
Urk.
11/12 und
Urk.
11/16).
Auch nach der Operation von Ende Oktober 2014 persistierten Beschwerden am rechten Knie
.
Dr.
A._
wies den Versicherten
deshalb
wiederholt dem Orthopäden
Dr.
B._
zur erneuten Beurteilung zu (Überweisungsschreiben von
Dr.
A._
vom 2
8.
November 2014
und vom
2.
April 2015
,
Urk.
11/49 S. 2
und
Urk.
11/48;
Berichte
von
Dr.
B._
vom
2.
Dezember 2014 und vom 1
4.
Februar 2015,
Urk.
11/30 und
Urk.
1
1
/28
) und veranlasste eine weitere Röntgenaufnahme des rechten Knies (Bericht des Röntgeninstituts
C._
vom 1
2.
März 2015,
Urk.
11/47). D
er Versicherte war weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben
(
vgl. den Unfallschein in
Urk.
11/35
S. 2
).
1.3
Die Suva holte von
Dr.
A._
die weiteren Berichte vom 2
0.
Februar und vom 1
2.
November 2015 ein (
Urk.
11/29 und
Urk.
11/45)
und führte mit dem Versicherten auf ihrer Agentur verschiedene Gespräche (Berichte vom 1., vom 1
3.
und vom 2
5.
April 2016,
Urk.
11/57,
Urk.
11/62 und
Urk.
11/67). Des Weiteren unterbreitete sie die Akten dem Kreisarzt
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt für
Chirurgie
,
mit der Frage nach dem Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden am rechten Knie und dem Ereignis vom 1
5.
August 2014 (erfasstes Unfalldatum). Gestützt auf dessen Beurteilung vom 2
6.
April 2016 (
Urk.
11/68)
teil
te sie dem Versicherten gleichentags mit, dass sie den Fall per 3
1.
Oktober 2014 abschliesse und den Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen ablehne, sodass die bisherigen Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilungskosten) auf diesen Zeitpunkt
hin eingestellt
würden (
Urk.
11/69).
Am 1
9.
April 2016 hatte Dr.
B._
eine Verlaufskontrolle seit der Voruntersuchung vom Februar 2015 durchgeführt und liess der Suva den Bericht darüber vom 2
9.
April 2016 zukommen (
Urk.
11/71).
Mit Eingabe vom
9.
Mai 2016 liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin
Ama
Mülthaler
,
Advokatur
& Rechtsberatung TRIAS AG, gegenüber der Suva sein Nichteinverständnis mit der Leistungseinstellung erklären (
Urk.
11/73). Nachdem die Suva
dem Gesuch
um die unentgeltliche Rechtsvertretung (Urk.
11/75) am 2
0.
Februar 2017 entsprochen hatte (
Urk.
11/79), liess der
Versicherte mit Eingabe vom 22.
Juni 2017 Stellung nehmen und den Antrag auf Weiterausrichtung der Leistungen stellen (
Urk.
11/82 S. 3-8). Als
neuen Beleg liess er ein Attest
von
Dr.
A._
vom 2
1.
Juni 2017 einreichen (
Urk.
11/81 S. 2).
Die Suva liess durch
Dr.
D._
die
Aktenbeurteilung vom 1
4.
Juli 2017 erstellen (
Urk.
11/87) und hielt daraufhin mit Verfügung vom 1
0.
August 2017 an ihrer Leistungseinstellung auf den 3
1.
Oktober 2014 hin fest (
Urk.
11/88).
D
er
Versicherte liess dagegen mit Eingabe vom
4.
September 2017 Einsprache erheben
und beantragen, es seien weitere Abklärungen durchzuführen und hernach seien ihm die gesetzlichen Leistungen zu gewähren (
Urk.
11/89). Mit Entscheid vom
8.
Januar 2018 wies die Suva die Einsprache ab (
Urk.
2 =
Urk.
11/95).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
8.
Januar 2018 liess der Versicherte durch Rechtsanwältin
Ama
Mülthaler
mit Eingabe vom
8.
Februar 2018 Beschwerde erheben (
Urk.
1) und beantragen, der Entscheid sei aufzuheben und die Suva sei zu verpfl
ichten, ihm die gesetzlichen Ko
stenvergütungen und Taggelder ab dem Unfallzeitpunkt, 15.08.2014, nach gesetzlicher Wartezeit, abzüglich bereits gewährter Leistungen, fortlaufend zu erstatten und ihm eine Invalidenrente auf der Basis der Berechnung des Invaliditätsgrades sowie eine angemessene Integritätsentschädigung zuzusprechen und auszuzahlen. Eventualiter liess er beantragen, die Sache sei an die Suva zurückzuweisen und
diese
sei anzuweisen, den Sachverhalt durch die Veranlassung eines versicherungsexternen medizinischen Gutachtens konkret und unter Wahrung des rechtlichen Gehörs abzuklären und gestützt darauf neu zu verfügen (
Urk.
1 S. 2). In prozessualer Hinsicht liess er
wiederum
um die unentgeltliche
Rechtsvertretung
ersuchen (
Urk.
1 S. 2). Die Suva schloss in der
Beschwerdeantwort vom 2
1.
März 2018 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10).
Mit Verfügung vom 2
7.
März 2018 entsprach das Gericht dem Gesuch um die unentgeltliche Rechtsvertretung und ordnete einen zweiten Schriftenwechsel an (
Urk.
12). Der Versicherte liess in der Replik vom
7.
Juni 2018 an seinen Anträgen in der Beschwerdeschrift festhalten (
Urk.
15) und
präzisierend
beantragen, es sei gutachterlich abzuklären, ob und in welchem Umfang die Arbeitsfähigkeit unfallbedingt seit August 2014 weiterhin und ohne Unterbruch fortbestehe (
Urk.
15 S. 1).
Als neuen Beleg liess er einen Bericht des Kantonsspitals
Z._
vom
3.
Oktober 2017 über eine Operation einer
Inguina
lhernie
rechts einreichen (Urk. 16
/1). Des Weiteren liess er mit Eingabe vom 1
1.
Juni 2018 (
Urk.
17) eine bei
Dr.
B._
eingeholte Stellungnahme dieses Datums zur Unfallkausalität einreichen (
Urk.
18/1). Die Suva blieb in der Duplik vom 1
1.
Juli 2018 bei ihrem Antrag auf Beschwerdeabweisung (
Urk.
21), was dem
Versicherten mit Verfügung vom 1
6.
Juli 2018 bekanntgegeben wurde (
Urk.
22).
Der
Versicherte liess mit Eingabe vom 1
4.
September 2018 unaufgefordert zur Duplik Stellung nehmen (
Urk.
24) und mit Ein
gabe vom 3
1.
Oktober 2018 (Urk.
27) eine weitere Stellungnahme von
Dr.
B._
vom 2
9.
Oktober 2018 zur Unfallkausalität der Kniebeschwerden einreichen (
Urk.
28). Die Suva äusserte sich zu diesem Bericht mit Eingabe vom 2
2.
November 2018 (
Urk.
31).
Am 2
8.
August 2019 liess der Versicherte einen Bericht der Universitätsklinik
E._
vom 2
2.
März 2019 zum Knieleiden einreichen (
Urk.
35, 36).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
ge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in
Kraft gestanden sind
, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbe
stimmungen zur Änderung
des UVG
vom 25.
September 2015 vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisheri
gem Recht gewährt werden (Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen).
Das vorliegend zur Diskussion stehende Ereignis vom August 2014 hat sich vor dem
1.
Januar 2017 zugetragen. Deshalb gelangen die bis 3
1.
Dezember 2016 gültig gewesenen Normen
zur Anwendung; sie werden nachfolgend in der damaligen Fassung zitiert
.
2.
2.1
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den
Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
2.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
Von d
er
Komp
etenz
, Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Art.
6
Abs.
2 UVG),
hat der Bundesrat in
Art.
9
Abs.
2 UVV
(bis E
nde 2016 gültig gewesen
)
Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Bei diesen Schädigungen entfällt
nach der Rechtsprechung zur Rechtslage bis Ende 2016
im Vergleich zu den eigentlichen Unfällen nach
Art.
4 ATSG einzig das Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden äusseren Faktors. Alle übrigen Begriffsmerkmale eines Unfalles müssen hingegen auch bei den unfallähnlichen
Körperschädigungen erfüllt sein, so namentlich der einwirkende äussere Faktor. Dieser ist definiert als
ausserhalb des Körpers liegender, objektiv feststellbarer
, sinnfälliger und mithin unfal
lähnlicher Einfluss
auf den Körper; verlangt wird ein Geschehen, dem ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotential innewohnt (BGE 129 V 466 E. 4.1 und E. 4.2.2).
2.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Wird ein bestimmter, als Einheit zu betrachtender Gesundheitsschaden durch einen Unfall und durch unfallfremde Faktoren gemeinsam verursacht, so richtet sich die Leistungspflicht des Unfallversicherer
s nach den Vorschriften in
Art.
36 UVG. Nach
Art.
36
Abs.
1 UVG werden unter anderem die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen - zu denen die Heilbehandlung nach
Art.
10
Abs.
1 UVG gehört - nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalles ist.
2.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E.
3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang
gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Demnach hat der Unfallversicherer rechtsprechungsgemäss auch dort, wo durch den Unfall ein zuvor stumm gewesener degenerativer Vorzustand lediglich aktiviert, aber nicht verursacht worden ist,
die Leistungen zu
erbringen
,
bis
der
Status quo sine
oder der Status quo
ante
erreicht ist, und zwar
- in Anwendung der Regeln in
Art.
36 UVG -
auch dann, wenn die Gesundhei
t
sschädigung
bei einer Gewichtung der
verschiedenen Teilursachen
zum stark überwiegenden Teil dem Vorzustand zuzuschreiben ist. Dies kann nach
der Rechtsprechung bedeuten, dass der Unfallversicherer für eine Operation aufzukommen hat, die mutmasslich auch ohne den Unfall irgendwann notwendig geworden wäre, sofern die latente Operationsindikation durch den Unfall zu
einer akuten Indikation geworden ist und der Unfall somit für den früheren Zeit
punkt der Notwendigkeit des Eingriffs verantwortlich ist. Anders v
erhält es sich
nur dann, wenn der Unfall lediglich eine
Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ei
n
Risiko
manifest werden lässt
, mit dessen Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre
(vgl. die Urteile des Bundesgerichts 8C_423/2012 vom
2
6.
Februar
2013 E. 5.3 und U 136/06 vom 2.
Mai 2007 E.
3.2, je mit Hinweisen).
Diese Rechtsprechung ist insbesondere auch im Falle der
Verletzungen
relevant, die
bis Ende 2016
in
Art.
9
Abs.
2 UVV aufgelistet waren
. Denn der Zweck des Instituts der unfallähnlichen Körperschädigung
besteht
gemäss dem Bundesgericht darin, die oft schwierige Abgrenzung zwischen Unfall und Krankheit zugunsten der versicherten P
ersonen zu vermeiden.
Das Bundesgericht bejaht daher unter der Herrschaft von
Art.
9
Abs.
2 UVV eine unfallähnliche Körperschädigung schon dann, wenn eine schädigende äussere Einwirkung
(oder gar ein eigentlicher Unfall)
wenigstens im Sinne eines Auslösungsfaktors zu den vor- oder überwiegend krankhaften oder
degenerativen Ursachen hinzutritt
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_483/2017 vom
3.
November 2017 E. 6.4
mit Hinweisen
).
3.
3.1
Gegenstand des angefochtenen
Einspracheents
cheids
vom
8.
Januar 2018 (Urk.
2) ist die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die Beschwerden am rechten Knie.
3.2
Fest steht, dass sich der Beschwerdeführer schon viele Jahre vor der Aufnahme der bei der Beschwerdegegnerin unfallversicherten Tätigkeit einer Operation an diesem Knie unterzogen hatte.
Dr.
B._
sprach in seinem B
ericht vom 26.
September 2014
unter Bezugnahme auf die aktuellen Röntgenaufnahmen
(
Urk.
11/31)
von einem Zustand nach schwerer Fraktur mit Osteosynthese am
Tibiakopf
, Seitenbandrekonstruktion und vorderer Kreuzbandrekonstruktion
(
Urk.
11/51 S. 1); anlässlich der Befragung auf der Agentur der Beschwerdegegnerin vom 1
3.
April 2016 gab der Beschwerdeführer
zu Protokoll,
diese Operation sei - in Rumänien - bereits im Jahr 1988 und nicht, wie von
Dr.
B._
angegeben, erst im Jahr 1998 durchge
führt worden (
Urk.
11/62 S. 1).
Bei den Konsultationen ab Mitte August 2014 war der Hausärztin
Dr.
A._
und dem Orthopäden
Dr.
B._
zunächst kein neueres Ereignis bekannt, das
verstärkte
Beschwerden
am rechten Knie hervorgerufen hätte. Vielmehr nahm
Dr.
A._
gemäss ihrem Schreiben an
Dr.
B._
vom 2
3.
Oktober 2014 erst anlässlich der Konsultation dieses Tages Kenntnis
von einem
Ereignis von Mitte August 2014 und begründete dies
e Verspätung
damit, dass bei der erneuten Konsultation, anders als bei Erstkonsultation, ein Übersetzer zugegen gewes
en sei
(
Urk.
11/49 S. 1).
Zum Ereignis selbst hielt
Dr.
A._
aufgrund des Sprechstundengesprächs
dieser erneuten Konsultation
fest, der Beschwerdeführer sei am 1
4.
August 2014 auf dem Bau von einer Leiter gestürzt, weil er sich in einem Kabel verheddert habe,
und
sei dabei
a
uf das rechte Kniegelenk geprallt, was zur
Schmerzexazerbation
geführt habe (
Urk.
11/49 S. 1).
Eine ausführlichere
, präzisere
und teilweise abweichende
Darstellung des Ereignisses findet sich sodann im Protokoll der Beschwerdegegnerin über das Gespräch mit dem Beschwerdeführer vom 1
3.
April 201
6.
Danach habe der Beschwerdeführer bei der Arbeit auf der Baustelle eine Box, die mit Bodenplatten gefüllt gewesen sei, in ein unteres Stockwerk bringen wollen. Beim Versuch, den Kabeln auszuweichen, die vor der
abwärts führenden
T
reppe gelegen hätten
, sei er ins Leere getreten, sei purzelbaumartig die ganze Treppe hinuntergestürzt und
sei
mit der Innenseite des rechten Knies
auf die K
ante
der letzten Stufe gelangt
(
Urk.
11/62 S. 1).
Vergleichbar damit ist bereits in der Unfallmeldung vom
3.
November 2014 vermerkt, der Beschwerdeführer sei gestolpert, als er mehrere Bo
denplatten eine Treppe hinunter
getragen habe
(Urk.
11/1).
3.3
3.3.1
Entsprechend der verspäteten Kenntnisnahme vom Ereignis von Mitte August 2014 muss sich die Kausalitätsbeurteilung
,
die
Dr.
B._
im Bericht
vom 26.
September 2014
auf das Ersuchen von
Dr.
A._
(vgl.
Urk.
11/53) zuhanden des Taggeldversicherers vorgenommen hatte
(
Urk.
11/51 S. 2)
,
auf das Ereignis
unbekannten Hergangs
bezogen haben, das zur Operat
ion im Jahr 1988 geführt hatte.
Davon ging
der Kreisarzt
Dr.
D._
in seiner Aktenbeurteilung vom 1
4.
Juli 2017 zu Recht aus (
Urk.
11/87 S. 6).
Ebenso muss
die
Leistungsablehnung der
Sympany
v
om 2
3.
Oktober 2014 noch mit jenem
frühere
n
Ereignis
zusammengehängt haben, wie
sich aus der Bemerkung im Schreiben von
Dr.
A._
an
Dr.
B._
vom selben Tag ergibt
(
Urk.
11/49 S. 1).
3.3.2
Zum
Z
usammenhang
mit dem neuen Ereignis vom August 2014 führte
Dr.
D._
aus, aufgrund des Unfallhergangs gemäss der Darstellung im Protokoll des Suva-Mitarbeiters
(vom 1
3.
April 2016)
sei das rechte Knie beim Sturz lediglich von einer Kontusion
(«angeschlagen», «angeprallt»)
, nicht aber von einer Distorsion betroffen gewesen, wie sie für die Verursachung einer traumatischen Meniskusläsion
erforderlich gewesen wäre. Zudem sei auch e
ine richtunggebende Verschlimmerung nicht überwiegend wahrscheinlich
, da die
vorbestandene
Kreuzbandplastik gemäss der Beschreibung von
Dr.
B._
insuffizient gewesen sei und seit Jahren eine Instabilität im rechten Kniegelenk bewirkt habe. Dies führe schon für
sich allein
genommen zu einer degenerativen Schä
digung in Form von Arthrose
und der Effekt werde durch die beim Beschwerdeführer vorhandene
Varusfehlstellung
noch verstärkt, was an der Läsion des medialen Meniskus erkennbar sei
(
Urk.
11/87 S. 5 f.). Des Weiteren lieferte nach dem Dafürhalten von
Dr.
D._
auch der Erstbefund nach dem Ereignis vom August 20
14 keine Anhaltspunkte für eine Beteiligung dieses Ereignisses an der Knieproblematik, da
Dr.
A._
keine
Hämatomverfärbung
im Bereich des Knies, sondern lediglich eine unspezifische Schwellung und
Druckdolenz
beschrieben habe, was auch bei einer Gonarthrose typisch sei (
Urk.
11/87 S. 5).
Zusammenfassend
gelangte
Dr.
D._
zum Schluss
, dass
der Beschwerdeführer
beim Ereignis vom August 2014
allein
eine Kontusion des rechten Kniegelenks ohne strukturelle Schädigung und ohne richtunggebende Versc
hlimmerung des ausgeprägten Vor
zustandes
erlitten habe
. Unter dem Hinweis darauf, dass Kontusionen nach allgemeiner Erf
ahr
ung innerhalb von
Wo
chen bis wenigen Monaten abheilten, hielt
Dr.
D._
deshalb fest, es sei bereits anlässlich der Konsultation bei
Dr.
B._
vom 2
6.
September 2014
, spätestens aber im Zeitpunkt der Arthroskopie,
von einem Status quo sine auszugehen (
Urk.
11/87 S. 6). Auf diese Beurteilung stützte sich die Beschwerdegegnerin bei der Leistungseinstellung per 3
1.
Oktober 2014 (
Urk.
2 S. 10,
Urk.
10 S. 3 f.
,
Urk.
21 S. 1 f.,
Urk.
31 S. 2
).
3.3.3
Demgegenüber berief sich der Beschwerdeführer auf die abweichende Kausalitätsbeurteilung durch
Dr.
B._
(
Urk.
1 S. 5,
Urk.
15 S. 4
,
Urk.
17 und Urk.
27).
Dieser
nahm
im Operationsb
ericht vom 3
1.
Oktober 2014 an
, dass der Beschwerdeführer im August 2014 eine Distorsion des rechten Kniegelenks erlitt
en habe
(
Urk.
11/46 S. 1), und
legte
dazu in der Stellungnahme vom 1
1.
Juni
2018 näher
dar
, dass eine Kontusion
des Kni
egelenks immer auch eine Versetzung des Unterschenkels zum Oberschenkel erzeuge
, wodurch die Menisken
unweigerlich mehr oder weniger
unter Scher
b
elastu
ngen gerieten
(
Urk.
18/1). Ferner stellte
Dr.
B._
die vorbestandenen degenerativen Veränderungen nicht in Frage, sondern teilte diesbezüglich die
Sichtweise
von
Dr.
D._
zum Zusammenhang zwischen der insuffizienten Kreuzbandplastik und der Entstehung dieser Veränderungen. Abweichend von
Dr.
D._
erachtete er jedoch das Ereignis vom August 2014 als verantwortlich für eine Traumatisierung der
arthrotischen
Veränderungen und für die Entstehung der Meniskusläsion
(
Urk.
18/1), und i
n der weiteren Stellungnahme vom
2
9.
Oktober 2018 blieb er dabei, dass dieses Ereignis in diesem Sinne eine richtungsweisende Gesundheitsschädigung bewirkt habe (
Urk.
28).
3.4
3.4.1
Das Ereignis vom August 2014 ist zwar im Gesprächsprotokoll vom 1
3.
April 2016 recht eingehend und präzise dargestellt (
Urk.
11/62 S. 1); dennoch bleiben Fragen offen.
Zunächst äusserte die Beschwerdegegnerin zu Recht gewisse Zweifel am geschilderten Hergang mit purzelbaumartigem Sturz üb
er eine ganze Treppe (vgl. Urk.
10 S. 5), da bei einem solchen Geschehen auch Schmerzen und sichtbare Prellungen an anderen Körperstellen zu erwarten gewesen wären, von denen die Hausärztin bei zeitnaher Konsultation trotz sprachlicher Verständigungsschwierigkeiten hätte erfahren müssen.
Was die Kniebeschwerden anbelangt, so wurde am 1
3.
April 2016 protokolliert, der Beschwerdeführer hab
e sofort starke, messerstichartige Schmerzen im rechten Knie verspürt und das Knie sei geschwollen
gewesen.
Er habe sich daraufhin über das Wochenende ausgeruht und habe am Montag
Dr.
A._
aufgesucht (
Urk.
11/62 S. 1).
Der 1
5.
August 2014, den
Dr.
A._
jeweils als Datum der Erstkonsultation bezeichnete, so insbesondere im Arztzeugnis UVG vom 13.
November 2014 (
Urk.
11/12) und bereits im Schreiben an
Dr.
B._
vo
m 2
3.
Oktober 2014 (
Urk.
11/49 S. 1
), fiel jedoch auf einen Freitag, und der Unfall soll sich den Ausführungen von
Dr.
A._
im Schreiben vom 2
3.
Oktober 2014
zufolge
am 1
4.
August 2014, also am Vortag, ereignet haben.
Es
ist somit nicht klar,
wieviel Zeit zwischen dem Ereignis und der Erhebung des Erstbefundes durch
Dr.
A._
verstrichen war
, was indessen für die Interpretation des Erstbefundes
und damit auch für die strittige Kausalitätsfrage
von Belang sein kann.
3.4.2
Bei diesen
offenen Fragen zum Ereignis, das als Ursache für die Beschwerdezunahme am rechten Knie zur Diskussion steht, kann weder auf die Kausalitätsbeurteilung von
Dr.
D._
noch auf diejenige von
Dr.
B._
abgestellt werden.
Die Beurteilung von
Dr.
D._
erscheint
überdies
schon deshalb als unzureichend, weil es sich dabei um eine reine Beurteilung anhand der vorhandenen Unterlagen handelt und der
Arzt den Beschwerdeführer
nicht p
ersönlich gesehen hat.
Zweifellos bedarf die Beantwortung der Kausalitätsfrage einer eingehenden Analyse des gesamten dokumentierten Sachverhalts,
währenddem
eine klinische Untersuchung möglicherweise von untergeordneter Bedeutung ist. Zur Sachverhaltsanalyse
hätte
jedoch
auch eine eingehende Befragung des Beschwerdeführers zu seiner Krankengeschichte,
zum früheren und zum aktuellen Ereignis und zu den Beschwerden vor und nach dem aktuellen Ereignis gehört.
Was im Besonderen die Auseinandersetzung mit dem Befund anlässlich der Erstkonsultation betrifft,
so lagen
Dr.
D._
nur die Eintragungen von
Dr.
A._
im Arztzeugnis UVG vom 1
3.
November 2014 vor (
Urk.
11/12), und er schloss aus den Vermerken «Schwellung» und «
Druckdolenz
», dass es sich hierbei um die einzigen Auffälligkeiten gehandelt habe und insbesondere keine Hämatome feststellbar gewesen seien (
Urk.
11/87 S. 5). Es gilt indessen zu beachten, dass
Dr.
A._
das Zeugnis-Formular erst drei Monate nach der Erstkonsultation ausgefüllt ha
t
und daher verschiedene Angaben
, etwa diejenigen zum Unfallhergang und zur Diagnose,
auf Erkenntnissen basieren, die erst später g
ewonnen wurden. Es wäre daher angezeigt gewesen, dass
Dr.
D._
sich direkt mit
Dr.
A._
in Verbindung gesetzt hätte und sich von ihr persönlich hätte berichten lassen. Dabei hätte sich ein
Beizug
der Eintragungen in der Krankengeschichte
angeboten
für weitere Erkenntnisse zu den Befunden anlässlich der Konsultation vom August 2014 sowie auch zum Vorzustand anlässlich der Konsult
ation vom November 2013, wo Dr.
A._
die Diagnose einer
Bursitis
p
räpatellaris
gestellt hatte
(vgl. Urk.
11/53).
Auch die
Kausalitätsb
eurteilung von
Dr.
B._
basiert nicht auf einer eingehenden Befragung des Beschwerdeführers und auf einer umfassenden Analyse der Krankengeschichte. Auf diese Weise bleibt
indessen seine Annahme,
wonach das Ereignis vom August 2014 die vorbestandene Gonarthrose aktiviert und ausserdem zur Meniskusläsion geführt habe
(
Urk.
18/1 und
Urk.
28)
, ohne die erforderliche nähe
re Begründung und Dokumentation.
3.5
3.5.1
Erweist sich
nach dem Gesagten
schon das Ereignis, das als Ursache für die Beschwerdezunahme am rechten Knie zur Diskussion steht, als unvollständig geklärt, so ist es
geboten
, dass die
Beschwerdegegnerin den
dargelegten offenen Fragen vorab
im Rahm
en des Administrativverfahrens nachgeht
.
Hierfür fällt
zunächst eine ergänzende Befragung des Beschwerdeführers in Be
tracht, wobei es sich empfiehlt, an
stelle der bisherigen Dolmetscherin, die vom Spanischen ins Deutsche übersetzte
(vgl.
Urk.
11/57 S. 1 und
Urk.
11/62 S. 1)
,
einen Dolmetscher oder eine Dolmetscherin der rumänischen Muttersprache des Beschwerdeführers beizuziehen. Des Weiteren liess der Beschwerdeführer in den Rechtsschriften des vorliegenden Verfahrens dartun, er habe sich nach dem Unfall
vorerst kaum
bewegen können und
sei
von einem Kollegen nach Hause gebracht worde
n (
Urk.
1 S. 7,
Urk.
15 S. 6).
Dies führt zur Frage nach Personen, die im Zeitpunkt des Ereignisses an der Unfallstelle anwesend waren und Auskunft darüber geben könnten. Die Beschwerdegegnerin wird sich danach zu erkundigen haben, insbesondere beim Beschwerdeführer selbst und bei der Firma
F._
als zuständigem Einsatzbetrieb (vgl.
Urk.
11/62 S. 1), und gegebenenfalls eine Befragung dieser Personen (vgl.
Art.
55
Abs.
1 ATSG in Verbindung mit
Art.
12
des Bundesgesetzes über
das Verwaltungsverfahren [
VwVG
]) in Aussicht zu nehmen haben.
3.5.2
Im Anschluss daran erscheint es als angezeigt, dass der Beschwerdeführer im Hinblick auf die strittigen Kausalitätsfragen
medizinisch begutachtet wird,
wobei sich angesichts dessen, dass
bereits
divergierende Kausalitätsbeurteilungen der beiden Parteien vorliegen,
im Sinne des Antrags in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 2)
die Begutachtung durch eine
versicherungs
externe Fachperson
aufdrängt
, die auf Knieprobleme spezialisiert ist
.
Auch hierbei wird eine Dolmetscherin oder ein Dolmetscher rumänischer Sprache mitzuwirken haben.
Zur Veranlassung dieser Begutachtung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen.
Von der Anordnung eines Gerichtsgutachtens, wie es der Beschwerdeführer in der Eingabe vom 1
4.
September 2018 als wünschenswert bezeichnet hat (
Urk.
24 S. 2), ist hingegen schon deshalb abzusehen, weil vorgängig zur Begutachtung administrative Erhebungen zum Ereignis vom August 2014 durchgeführt werden müssen.
Damit erübrigt
es
sich
, auf die beantragte
S
istierung des Verfahrens (vgl. Urk. 1 S. 2) einzugehen.
Die mit der Begutachtung beauftragte Fachperson wird anhand der persönlichen Befragung und Untersuchung des Beschwerdeführers sowie anhand der Feststellungen und Beurteilungen in den administrativen und den medizinischen
Vorakten
zu beantworten
haben, ob und
– falls ja -
mit welcher Wahrscheinlichkeit das Ereignis vom August 2014 Verletzungen am rechten Knie direkt verursacht hat sowie ob,
und falls ja,
für wie lange und mit welchen Wahrscheinlichkeiten es bestehende Schädigungen in einer Weise hat schmerzhaft werden lassen, wie dies ohne das Ereignis nicht oder nicht zur selben Zeit der Fall gewesen wäre.
Die Beschwerdegegnerin wird demnach b
ei der Formulierung der Frage
n
an die
Gutachterin oder den Gutachter
zu beachten haben, dass
es für eine Leistungspflicht genügt, wenn das schädigende Ereignis vorbestandene Befunde im Sinne eines auslösenden Moments
in ein schmerzhaftes Stadium versetzt, und sie wird im Sinne der vorstehend dargelegten Rechtsprechung (E. 2.4) danach zu fragen haben, ob und
– falls ja -
inwiefern das Ereignis vom August 2014 den Zeitpunkt der Arthroskopie vom 3
1.
Oktober 201
4
, die fraglos auch der Behebung von Schäden aufgrund der Operation des Jahres 1988 gedient hat,
beinflusst
hat
. Eine im Oktober 2018 erst geplant gewesene weitere Knieoperati
on (
Urk.
28) ist vom vorliegend
massgebenden Beurteilungszeitraum bis zum Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids
nicht erfasst; es stellen sich für die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin jedoch dieselben Fragen. D
es Weiteren wird zu berücksichtigen sein, dass
in Bezug auf den Meniskusschaden nicht einmal ein eigentlicher Unfall
auf den Meniskus eingewirkt haben muss
, sondern bereits ein unfal
lähnliches Ereignis genügt. Dies könnte dann von Bedeutung sein, wenn sich anhand
der zusätzlichen Abklärungen zum
Ereignis
vom August 2014
ein anderer Hergang ergäbe, als er im Protokoll vom 1
3.
April 2016 dargestellt ist. Schliesslich ist für die Fragestellung massgebend, dass die Beweislast für die Unfallkausalität beim Beschwerdeführer, die Beweislast für das Wegfallen einer einmal erstellten Unfallkausalität hingegen bei der Beschwerdegegnerin liegt.
3.6
Damit ist der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
8.
Januar 2018 aufzuheben, und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie im Sinne der Erwägungen verfahre und hernach über ihre Leistungspflicht neu verfüge. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
4.
Nach Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person An
spruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere Be
messungskrite
rien
nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie § 8 der Verordnung über die Ge
bühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kri
terien rechtfertigt es sich, dem Beschwerdeführer
eine ermessensweise festgesetzte Prozessentschädigung von
Fr.
3'000.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.