Decision ID: 9a6c630b-0e7b-5feb-968b-080662088839
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959, war zuletzt vom 1
5.
Dezember 2006 bis 3
0.
April 2007 als Hilfskoch bei der
Y._
GmbH in einem 50%-Pensum angestellt (
Urk.
8/2,
Urk.
8/15).
Am 2
9.
Februar 2008
(Eingangsdatum)
meldete sich
der Versicherte b
ei der
So
zial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Bezug von Leis
tun
gen der Invalidenversiche
rung an (Urk. 8/3). Die IV-Stelle nahm medi
zinische und erwerbliche Abklärungen vor und
verneinte gestützt auf die Gut
achten von
Dr.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie, vom 1
2.
Oktober 2008 (
Urk.
8/18) sowie von
Dr.
A._
, Fachärztin FMH für Neurologie, vom 1
0.
April 2009 (Urk. 8/32) mit Ver
fügung vom
7.
Mai 2009 einen Rentenanspruch (
Urk.
8/34). Die dagegen erhobene Beschwerde vom
7.
Juni 2009 wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 1
9.
August 2010 ab (Prozess Nr. IV.2009.00568,
Urk.
8/41).
1.2
Auf die nächsten Anmeldungen im September 2012
(
Urk.
8/42)
sowie im
Sep
tem
ber 2014 (
Urk.
8/58) trat die IV-Stelle jeweils mit Verfügung vom 1
0.
Januar 2013 (
Urk.
8/55) und
6.
Januar 2015 (
Urk.
8/67) mangels Glaubhaftmachung einer we
sentlichen Veränderung der Verhältnisse seit der letzten Verfügung (
7.
Mai 2009) nicht ein.
1.3
Unter Beilage diverser Arztberichte (
Urk.
8/6
8
) meldete sich der Versicherte am 17. Juli 2018 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf eine
Radikulopathie
und
Diskusprotrusion
nach kardialer Dekompensation im Rahmen einer koron
aren Dre
igefässerkrankung erneut zum Bezug von Leistungen der Invaliden
ver
siche
rung an (
Urk.
8/71)
.
Die IV-Stelle liess in der Folge einen Auszug aus dem Indi
viduellen Konto des Versicherten (IK-Auszug,
Urk.
8/75) erstellen und holte die aktuellen Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
8/77,
Urk.
8/78,
Urk.
8/79,
Urk.
8/81,
Urk.
8/84)
ein. Nach durchgeführtem
Einwandverfahren
(Vorbescheid vom 2
7.
September 2018 [
Urk.
8/86], Einwand vom
4.
Oktober 2018 [
Urk.
8/87]) verneinte die IV-Stelle von keiner wesentlichen
Änderung der Arbeitsfähigkeit ausgehend
mit Verfügung vom
8.
November 2018 einen Renten
anspruch (
Urk.
8/92 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Leistungsabweisung erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
0.
De
zem
ber 2018 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung vom 8. No
vember 2018 sei aufzuheben und die Sache sei zur weiteren Abklärung des Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In prozessualer Hin
sicht beantragte er, es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung sowie
einen
un
ent
geltliche
n Rechtsbeistand
zu gewähren (Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
28
. Januar 201
9
(Urk.
7
) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom
8
. Februar 201
9
wurde
dem Beschwerdeführer
die Beschwerdeantwort zur Kenntnisnahme
zuge
stellt
(Urk. 12).
Im Verlauf nahm der Beschwerdeführer am 1
6.
Dezember 2019 erneut Stellung (vgl.
Urk.
15) und reichte einen aktuellen Arztbericht des Univer
sitäts
spitals
B._
vom 2
3.
Oktober 2019 (
Urk.
16) zu den Akten, was der Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom 1
9.
Dezember 2019 zur Kenntnis ge
bracht wurde (
Urk.
17).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung [
IVV
]
), so ist im Beschwerdeverfah
ren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch rele
vante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung ist von Amtes wegen zu prüfen, ob seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prüfung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung abzustellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nichteintretensverfü
gungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summarischen Begrün
dungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich. Erfolgte dagegen nach einer ers
ten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend gemach
ten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer Sachverhaltsabklä
rung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei An
haltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesund
heitszustands) abermals rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsanspre
chende Person dieses Ergebnis – vorbehältlich der Rechtsprechung zur Wiederer
wägung oder prozessualen Revision (vgl. BGE 127 V 466 E. 2c mit Hinweisen) – bei einer weiteren Neuanmeldung entgegenhalten lassen (BGE 130 V 71 E. 3.2.3; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.3 f.).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
8.
November 2018 (
Urk.
2) hielt die Be
schwer
degegnerin fest, medizinische Abklärungen hätten ergeben, dass de
m
Be
schwer
deführer
eine
angepasste
H
ilfsarbeitert
ätigkeit
in einem vollen Pensum
zu
mutbar
sei.
Es habe sich somit keine Veränderung im Vergleich zur letzten Ver
fügung ergeben. Der Beschwerdeführer habe weiterhin keinen Anspruch auf Leis
tungen der Invalidenversicherung.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 1
0.
De
zem
ber 2018 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
sein Gesundheitszustand habe sich seit der ersten Anmeldung insgesamt verschlechtert. Es bestünden neue Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (unter anderem koronare Dreigefässerkrankung, generalisi
erte At
herosklerose).
Ausserdem bestünden An
halts
punkte dafür, dass die anhaltende somatoforme Schmerzstörung mittler
weile ein invalidisierendes Ausmass erreicht habe.
2.3
Die Beschwerdegegne
rin ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers
vom
1
7.
Juli 2018
(Eingangsdatum,
Urk.
8
/71) eingetreten. Streitig und zu prüfen ist demnach, ob seit der mit Verfügung vom
7.
Mai 2009
(
Urk.
8/34
) erfolgten Ren
ten
abweisung bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
8.
November
2018 (
Urk.
2) eine invalidenversicherung
srechtlich relevante Verschlech
te
rung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers
eingetreten ist.
3.
3.1
Ein erster Bericht, welchen
Dr.
A._
ihrem Gutachten vom 1
0.
April 2009 (
Urk.
8/32/1-18) beigelegt hat, stammt vom Stadtspital
C._
vom 1
4.
Mai 200
7.
Der Beschwerdeführer war dort vom 1
8.
April 2007 bis zum
5.
Mai 2007 hospitalisiert. Als Diagnosen wurden festgehalten:
-
Lumboradikuläres
Reizsyndrom L5 links
-
mediolaterale
Diskushernie (DH) L4/5 mit
rezessaler
Komprimierung der Wurzel L5 links (MRI 04/07)
-
multiple degenerative Lendenwirbelsäulen-Veränderungen, kleine DH L2/3 und L3/4
-
klinisch Kribbelparästhesien
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
unter oralen
Antidiabetica
-
HbA1c 8
%
(04/07)
-
Vitamin D-Mangel
-
mangelnde Sonnenlichtexposition wahrscheinlich.
In der Vergangenheit habe der Beschwerdeführer wiederholt über Lumbalgien geklagt, welche jeweils nach Schmerzspritzen
regredient
gewesen seien. Seit drei Wochen bestünden nun langsam progrediente Schmerzen lumbal mit Ausstrahl
ungen ins linke Gesäss und Bein bis hinunter in den Fuss, begleitend würden auch Kribbelparästhesien in diesem Bereich auftreten. Die auswärtig durchge
führten
MRI-Bilder der Lendenwirbelsäule (LWS) vom 1
2.
April 2007 zeigten eine Diskushernie im Bereich L4/5 mit Kompression der linken Wurzel L5 im
Re
zessuseingang
. Bei Eintritt habe sich ein positiver Lasègue linksseitig bei 75° ge
zeigt, ebenso ein positiver
Braguard
. Die Muskeleigenreflexe an den unteren Extremitäten seien schwach, aber symmetrisch auslösbar gewesen. Die Sensibili
tät sei allseits intakt gewesen, die Kraftentwicklung aller Kennmuskeln der unte
ren Extremitäten habe M5 betragen (M5 = normale Muskelkraft gegen starken Widerstand). Unter Ausbau der peroralen Analgesie, physiotherapeutisch
en Massnahmen sowie zweimaliger
epiduraler
Infiltrationen im Bereich von L4/5 habe sich eine weitgehende
Regredienz
der Beschwerdesymptomatik gezeigt. Die perorale Analgesie habe bis zum Austritt wieder deutlich reduziert werden kön
nen (
Urk.
8/32/19-20).
3.2
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
Z._
beschreibt den Beschwerde
führer im Rahmen seiner Exploration
als in Auftreten und Erscheinung korrekt, obschon gleich zu Beginn ein etwas demonstratives Verhalten deutlich werde: er sei sehr unruhig und bewege sich immer wieder im Raum hin und her. Im Ver
halten sei er vordergründig speditiv, es persistiere die beschriebene Unruhe wäh
rend der gesamten Exploration. Er sei wach, bewusstseinsklar und zu allen Qua
litäten aus
reichend orientiert. Die Auffassung sei geringfügig beeinträchtigt, dies aber ganz offensichtlich aus sprachlichen Gründen, es bestehe hier kein psycho
patho
logischer Befund. Die Konzentration auf die äussere und innere Situation sei ungestört, wenn auch durch das Schmerzerleben etwas tangiert. Das
Imme
diat
gedächtnis
sei intakt, ebenso das Kurzzeitgedächtnis. Im Zeitgitter würden sich geringgradige Defizite ergeben. Das formale Denken sei leicht beschleunigt
und dabei im Ablauf auch etwas «
zerhackt
»
. Anhalte für Zwänge, Wahn, Sinnes
täuschungen, Ich-Störungen und insgesamt eine produktiv-psychotische Sym
p
to
matik würden sich keine ergeben. Die Stimmungslage sei bedrückt und latent gereizt. Psychomotorisch sei der Beschwerdeführer unruhig und fahrig. Innerlich sei er angespannt, leicht gereizt und ungeduldig, eine genuine Fremdgefährdung bestehe aber nicht. Es liege ein soziales Rückzugs
verhalten vor. Das Krankheits
modell sei somatisch orientiert mit Fixierung auf die körperlichen Schmerzen. Die Compliance erscheine dabei mässig bis aus
reichend, freilich sei die Schmerz
mit
tel
einnahme sehr unkontrol
liert. Der Be
schwer
de
führer
mediziere
sich oft wahllos selbst, vermutlich bei einer mittler
weile minimalen Toleranzschwelle für das Schmerzerleben. Es bestünden ein
Analgetikamissbrauch
(ICD-10 F55.2) und eine fragliche
Opioidabhängigkeit
bei erheblich gest
eigerter, vom Beschwerde
führer «
bei Bedarf
»
selbst applizierter, nicht fixer Gabe einer betäubungs
mittel
pflichti
gen
opioidhaltigen
Substanz (
Oxy
contin
bis 80mg/die oder mehr, ICD-10 F11.25), zuzüglich liege eine Nikotinabhängigkeit vor (ICD-10 F17.25). In den Vor
befun
den werde nichts über
eine psychiatrische Symptomatik berichtet, ein entspre
chend relevantes klinisch
es Bild habe sich auch bei der aktuellen Unter
suchung - weder anamnestisch noch im eigenen psychischen Befund - ergeben. Formal handle es sich gemäss den operationalen Kriterien der ICD-10 um eine an
haltende somatoforme Schmerz
störung nach F45.
4.
Die
psychiatrischen Diagnosen
blieben
ohne
Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit. Das Anforderungsprofil im bisheri
gen Tätigkeitsbereich sei
psychiatrischerseits
nicht beeinträchtigt, es bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
. Analoges gelte für die eigene Haushalt
tätigkeit. Auch in angepasster Tätigkeit bestehe für die geistig-psychischen Funk
tionen eine 100%ige Leist
ungsfähigkeit (
Urk.
8
/18/9-13).
3.3
Der neurologischen Gutachterin
Dr.
A._
gegenüber sprach der Be
schwer
de
führer von Rückenschmerzen, welche vor ungefähr 15 Jahren begonnen hätten. Damals habe er mehrmals vorübergehend Rückenschmerzen gehabt, wel
che jeweils wieder nach kurzer ärztlicher Behandlung weggegangen seien. Erst im März 2007 sei es sehr viel schlimmer geworden, er habe den Eindruck, dass das linke Bein äusserst schwach sei. Er sei umgefallen, man habe ihn daraufhin abgeklärt, und er sei auch vier Wochen im Stadtspital
C._
gewesen. Nach seiner Entlassung habe er zwei Wochen später wieder dieselben Probleme gehabt, weshalb er wiederum im
C._
gelandet sei. Anschliessend sei er ambulant in die Therapie gegangen und habe auch Medikamente genommen. Auch im Jahr 2008 sei er wieder stationär im
C._
gewesen. Seit der Spitalentlassung habe sich die Situation langsam weiter verschlechtert. Er nehme
Oxycontin
, dessen Dosis er habe steigern müssen. Er nehme es drei oder vier Mal am Tag, sonst gehe es nicht. Der neurologische Status wies keine Besonderheiten auf, ebenso wenig der psychische Befund, wo vermerkt wird, dass der Beschwerdeführer keinesfalls schmerzgeplagt wirke. Der Rückenstatus ergab eine weiche lumbale Muskulatur und einen Fing
erbodenabstand von 20 cm (
Urk.
8
/32/3-4). Der Beschwerdeführer
klage
über eine subjektive Verschlechterung, welche
r
er mit einer Erhöhung der
Oxycontineinnahme
begegne (2007 10 mg, jetzt 4 x 40 mg ?), zusätzlich benötige er auch Dafalgan 4x1g und
Naproxen
2 Tabletten täglich. Wegen des enormen Medikamentenkonsums sei eine Medikamentenkonzentration im Blut durch
ge
führt worden, welche allerdings eine fehlende Compliance bei der
Dafalgan
ein
nahme
und auch bei der
Naproxeneinnahme
, das nur in Spuren nachweisbar ge
wesen sei, gezeigt habe. Der
Oxycontinnachweis
im Blut sei nicht möglich, hin
gegen sei er positiv im Urin, wobei dieser positive Befund nicht quantifiziert wer
den könne. In welcher Dosis
Oxycontin
eingenommen werde, ob zu viel oder zu wenig, bleibe offen. Unter Berücksichtigung aller Befunde sei die Situation sehr komplex. Ohne Zweifel seien degenerative Veränderungen im Bereich der L
en
den
wirbelsäule (L
WS
)
nachweisbar, welche über das in diesem Alter Übliche hin
ausgehen würden.
Andererseits habe sich der Befund innerhalb der letzten zwei Jahre klinisch nicht verändert, nur anamnestisch werde eine veränderte Medika
menteneinnahme, welche nicht weiter überprüft werden könne, ange
geben. Zu
mindest dürfe aber gefolgert werden, dass unter diesen Umständen die Schmerzen in Grenzen seien, sei es rein von der anatomischen Situation her oder durch den Medikamentengebrauch. Somit würde einer Arbeitsauf
nahme
prinzi
pi
ell
nichts entgegenstehen. Zudem sei zu bemerken, dass mit hoher Wahrschein
lich
keit psy
chosoziale Momente eine grosse Rolle spielten (Aufgabe des eigenen Restaurants im Jahre 2007, Scheidung von der Ehefrau). Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gab
Dr.
A._
ein Lumbal
syndrom mit multiplen de
generativen Veränderungen auf mehreren Etagen (ICD-10 M54.86) an.
Ohne Aus
wirkungen seien der Diabetes mellitus Typ II, der Nikotin
abusus sowie die Adi
positas (BMI 27,9).
Die Arbeitsfähigkeit sei von der körper
lichen Belastung am Arbeitsplatz abhängig. Eine körperlich sehr belastende Ar
beit komme nicht in Frage. Eine weitere Beschäftigung als Hilfskoch zu 100
% wäre denkbar an einem angepassten Arbeitsplatz. Auf jeden Fall sei eine weitere Arbeitsfähigkeit als Kü
chenhilfe doch denkbar zu 100
%
, allenfalls auch das Aus
tragen von Post in ei
nem Betrieb. In angepasster Tätigkeit betrage die Arbeits
fähigkeit 100
%
. In Be
zug auf die Therapie sei festzustellen, dass aufgrund der vor
liegenden Befunde ohne motorische Ausfälle keine Operationsindikation be
stehe. Es sei auch davon auszugehen, dass nie für lange Zeit motorische Ausfälle bestanden hätten, da Atrophien fehlten. Auch würden die Wurzelreizungen nicht als sicher bezeichnet (auch negativer Lasègue), sondern kernspintomographisch nur als möglich. Eine physikalische Therapie sei bei guter Beweglichkeit und weicher Muskulatur eben
falls nicht wirksam (
Urk.
8
/32/5-8).
4.
4.1
Im Zusammenhang mit der Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom 17. Juli 2018 sind
die
Beric
hte
der
behandelnden
Ärzte des Rehazentrums
D._
(Urk. 8/77),
des
B._
(
Urk.
8/79)
sowie der Universitätsklinik
E._
(
Urk.
8/84)
aktenkundig.
4.2
Vom 1
9.
Februar bis
6.
März 2018 war der Beschwerdeführer
aufgrund einer schweren koronaren Dreigefässerkrankung mit einem hochgradig
stenosierten
RIVA, proximal verschlossenen RCX und signifikant
stenosierten
RIVP
im Herzzentrum des
B._
hospitalisiert, wo eine
aortokoronare
Bypass Operation
(ACBP)
durchgeführt wurde (vgl. Aus
trittsbericht vom
6.
März 2018, Urk.
3/3
). Anschliessend wurde er
von den Ärzten des
B._
bei
kardialer Dekompensation
mit
NSTEMI im Rahmen der koro
na
ren Drei
gefässerkrankung ins
Rehanzentrum
D._
über
wie
sen, wo er v
om
6.
bis 2
6.
März 2018 hospitali
siert
war
.
Der Be
schwerdeführer habe motiviert am physio
therapeutisch geleite
ten, ärztlich
super
vi
d
ierten
medizi
nischen Trainings
pro
gramm sowie an den In
formations
veran
staltungen im Rah
men des kardialen Rehabilitations
programmes teilge
nommen und gute Fort
schrit
te verzeichnet (vgl. definitiver Austrittsbericht vom 1
3.
April 2018, Urk. 8/77).
4.3
Im Rahmen einer am
bu
lanten kardiologischen Kont
rolle am
5
.
Juni
2018
berich
tete der Beschwerdeführer über
eine
seit der Dekompression
L4/5 mit
Recessoto
mie
L4/5
und
Sequestrektomie
L4/5
jeweils
auf der linken Seite am 1
9.
Oktober 2016 bestehende Sensibilitätsstörung im linken Bein, welche ihn beim Laufen behindere. Die Ärzte des
B._
führten
ein EKG sowie eine Ergometrie Fahrrad durch
und
konstatierten, der Beschwerdeführer befinde sich in gutem Allgemein
zustand und sei im Alltag aus kardialer Sicht komplett beschwerdefrei. Er sei klinisch kardial kompensiert, die Blutdruckwerte seien
normotensiv
.
Labor
analy
tisch könne ein LDL-C
holesterin im Zielbereich
< 1.8 mmol/l bei HbA1c von 6.8
% dokumentiert werden. Das EKG zeige einen
nor
mokarden
Sinusrhyt
h
mus, keine Bl
o
c
kbilder sowie keine signifikanten
Repolarisationsstörungen
. Die
Fahr
rad
ergometrie
zeige eine normale Leistungskapazität mit Abbruch bei 77 Watt
(52
% Soll) aufgrund muskulärer
Erschöpfung
(Beinermüdung und Schmerzen im linken Bein)
und somit
klinisch
und elektro
kardiograph
isch negativem Ergebnis.
Zusammenfassend liege in der dreimonatigen Kontrolle nach dreifachem ACBP ein erfreulicher klinischer Verlauf vor. Aus kar
dio
logischer Sicht bestehe eine vollumfänglich mögliche Arbeitsfähigkeit
(vgl. Arztbericht vom
5.
Juni 2018,
Urk.
8/79)
.
4.4
Aufgr
und einer Zunahme der linksseit
igen lateralbetonten Beinschmerzen wurde der Beschwerdeführer im
E._
vorstellig. Die untersuchenden Ärzte
ver
merkten ein regelrechtes Gangbild, Zehenspitzen- und Fersengang demons
trier
bar, Kraftgrad
M5/5 der Kennmuskeln der unteren Extremität, PSR beidseits sei
tengleich auslösbar, ASR beidseits nicht auslö
sbar, Lasègue beidseits negativ
,
und
äusserten den Verdacht auf eine
Wurzelclaudicatio
L5 linksseitig, wobei eine neu
rologische Abklärung im Januar 2017 elektrophysiologisch kein
en
Hinweis auf eine
Radiku
lo
pathie
ergeben habe (vgl. Ar
ztbericht vom 8. Mai 2018, Urk.
8/84/11).
Die radio
logische Bildgebung der LWS vom
1.
Juni 2018 zeige nur eine leichte
neuro
fora
minale
Enge L5/S1 linksseitig, welche als radiologisches Korrelat der Be
schwer
den abgegrenzt werden könne.
Ein
operatives Vorgehen komme für den Be
schwer
de
führer nicht mehr in Frage. Bei
frustraner
physio
the
rapeutischer Thera
pie und Infiltration empfahlen die Ärzte eine
chiro
praktische
Behandlung (vgl. Arztbericht vom
6.
Juni 2018, Urk. 8/84/13).
Dr.
F._
, Assistenzarzt Orthopädie an der Universitätsklinik
E._
,
erklärte, sie hätten aktuell kein Arbeitsunfähigkeitszeugnis ausgestellt. Ihnen sei der Grad der Arbeitstätigkeit aktuell nicht bekannt, insgesamt scheine angesichts der Be
funde eine Arbeitsfähigkeit gegeben. Sie wüsste nicht, welche Tätigkeit der Be
schwerdeführer gegenwärtig ausübe und welche Anforderungen diese stelle, wes
halb sie auch keine Angaben zur Funktionseinschränkungen oder zum zeitlich zumutbaren Umfang in der bisherigen Tätigkeit machen könnten
(vgl. Arzt
bericht vom 1
1.
Sep
tember 2018,
Urk.
8/84/7-10).
4.5
In Bezug auf
die
Einschätzung der Kardiologen des
B._
(vgl. E. 4.3 hiervor)
h
ielt
Dr.
G._
, Facharzt Innere Medizin FMH und Hausarzt des Be
schwer
de
führers,
in seiner Stellungnahme vom 2
8.
Dezember 2018 (
Urk.
11/2)
fest, im Bericht werde formal objektiv eine verminderte körperliche Leistungs
fä
hig
keit festgehalten. So habe die Leistung anlässlich der
Fahrradergometrie
nur 52
%
des Solls betragen. Die von den Ärzten attestierte vollumfängliche mögliche Arbeitsfähigkeit werde durch den Einschub «mögliche» relativiert. Daraus sei zu schliessen, dass eben doch keine vollumfängliche Ar
beits
fähigkeit gegeben sei, sondern vielmehr bereits die alltagrelevante Belast
barkeit durch den Kardiologen als reduziert beurteilt werde und damit die vollum
fängliche Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Koch nicht gegeben sei. Bezüglich der Ein
schät
z
ung der Orthopäden des
E._
(vgl. E. 4.4 hiervor) k
onstatierte Dr.
G._
,
diese würden sich in ihrem Bericht vom 1
1.
Septem
ber 2018 nur vage prog
nos
tisch zur Arbeitsfähigkeit äussern, ohne deren Aus
mass zu nennen oder An
gaben betreffend die berufliche Situation zu machen. Damit sei die prognostische Stellung
nahme wertlos, da sich die Arbeitsfähig
keit zunächst auf den ausgeübten Beruf beziehe und der Bericht somit keine Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht beinhalte.
4.6
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens wurde der Arztbericht des
B._
vom 23.
bzw. 2
4.
Oktober 2019 zu den Akten gereicht (
Urk.
16).
Die Ärzte hielten fest, der Beschwerdeführer befinde sich aktuell in einem guten Allgemeinzustand und sei
im Alltag aus kardialer Sicht weitgehend beschwerdefrei. Belastungsangina und durchgängige Belastungsdyspnoe habe der Beschwerdeführer bei aktuell nur geringer körperlicher Anstrengung im Alltag verneint. Symptome, die ihn ein
schränken würden, seien gelegentlicher (ortho
statischer?) Schwindel und chroni
sche Rückenbeschwerden sowie anderweitige
muskuloskelettale
Beschwerden. Er sei klinisch kardial kompensiert, die Blut
druckwerte
normotensiv
. Das am 2
4.
Ok
tober 2019 durchgeführte EKG zeige einen
normokarden
Sinusrhythmus, ein inferiores Narbenbild
und vorbeschriebe
ne
Repolarisationsstörungen
(
T-Negati
vierungen
anterolateral
)
. Echokardio
graphisch zeige sich gegenüber dem 2. März 2018 ein tendenziell weiter ge
besserter Befund: nun niedrignormale systo
lische LV-Funktion (LVEF von 53
%) bei Akinesie inferior-apikal und
Hypokinesien
inferior/lateral
basal-midventri
kulär
.
Laboranalytisch könne ein LDL-Cholesterin von 3.6mmol/l nach Reduk
tion des Statins, HbA1c 7.1
%
, beide über dem sekun
därprophylaktischen Ziel
bereich, dokumentiert werden.
Die
Fahr
rad
ergometrie
, durchgeführt am 24.
Ok
tober 2019,
sei bezüglich Aussage hinsichtlich induzier
barer Koronar
ischämie nicht valide, da wegen Beinermüdung (wahrscheinlich in
folge Trai
nings
mangel) und Schmerzen im linken Bein (diffe
renzial
diagnostisch pAVK-bedingt) vorzeitig auf einem Leistungs
niveau von 50 Watt/3.6 METs (34
% des Solls)
habe
abge
brochen werden
müssen
. Bis zu
diese
m Zeitpunkt
seien
je
doch
weder
Angina
pectoris
oder
ischämietypsicher
EKG-Ver
än
derungen
aufge
treten.
Zusammenfassend liege nach dreifach ACBP im Februar 2018 ein stabiler kli
ni
sch
er Verlauf vor mit inzwischen auch normalisierter LVEF. Bei nichtaus
sage
kräftiger Ergometrie sei daher die Gesamtkonstellation betrachtend kein bild
ge
bender Ischämie-Ausschluss nötig. Eine Stellungnahme hinsichtlich Arbeits
fähig
keit aus kardiologischer Sicht sei wegen der nur geringen erreichten Leis
tung in der Ergometrie schwierig. Momentan
sei
eine mittelschwere und schwere körper
liche Tätigkeit in einem 100%-Pensum nicht möglich. Limitierend seien aber wahrscheinlich eher die
muskuloskelettalen
Probleme und die wahrschein
lich noch symptomatische pAVK. Die erreichbare Arbeitsfähigkeit generell sei im Rah
men und nach Abschluss eines Kardio-Reha-Programms besser zu objekti
vie
ren.
5.
5.1
Unbestritten ist, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der ursprünglichen rentenabweisenden Verfügung eher verschlechtert hat.
In medi
zinischer Hinsicht ist in Würdigung der vorhandenen Arztberichte davon auszu
gehen, dass der Beschwerdeführer neben
dem
lumboradikulären
Reiz
syndrom L5 (vgl. vorstehend E. 3.1) neu
auch an einer koronaren
Dreigefässerkrankung
leidet (vgl. vorstehend E. 4.
2-4.3
).
Im Folgenden ist daher zu überprüfen, ob sich der
Invaliditätsgrad seit der letztmaligen rentenabweisenden Verfügung vom
7.
Mai 2009 in einem rentenbegründenden Ausmass verändert hat.
5.2
In Bezug auf das
lumboradikuläre
Reizsyndrom L5 ist e
ine Veränderung des Ge
sund
heitszustandes seit der letztmaligen Rentenprüfung insoweit auszu
machen, als sich der Beschwerdeführer am 1
9.
Oktober 2016
einer mikro
chirur
gischen De
kompression L4/5, einer
Recessotomie
L4/5 sowie einer
Sequestrekto
mie
L4/5 je
weils links unter
zogen hat. Dies führte jedoch zu keiner massgeblich anderen Einschätzung der noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit.
Dr.
A._
(E. 3.3)
und
Dr.
F._
(E. 4.4)
erachteten
eine
Arbeitsfähigkeit
grundsätzlich weiterhin für gegeben
.
Angesichts dessen, dass der Beschwerde
führer
bereits während seiner
Hospitali
sa
tion
im Stadtspital
C._
im April 2007 über Kribbelparästhesien im Bereich des linken Beines geklagt hat (vgl. E. 3.1) und er auch im Rahmen der kardiolo
gischen Kontrolle im Juni 2018 von seit dem operativen Eingriff bestehenden Sensibili
täts
störungen im linken Bein berichtet hat (vgl. E. 4.3)
, ist diesbezüglich keine Verschlechterung des Gesund
heits
zustands ausgewiesen.
Auch was die Muskel
eigenreflexe und die Kraftent
wicklung aller Kennmuskeln der unteren Extremi
täten betrifft, hat sich seit der ursprünglichen Rentenprüfung nichts ge
ändert. Der Lasègue hat sich seither gar verbessert (vgl. E. 3.1 und E. 4.4).
Die festgehaltenen Befunde waren folglich bereits im Rahmen der Exploration durch Dr.
A._
bekannt (vgl. vorstehend E. 3.3) und wurden im Zusammen
hang mit der rentenabweisenden Verfügung vom
7.
Mai 2009 (
Urk.
8/34) gewür
digt.
Aus versicherungsmedizinischer Sicht ist bezüglich des
lumboradikulären
Reiz
syndroms L5 entsprechend eine Verschlechterung der gesundheitlichen Situ
ation seit dem letzten Entscheid nicht dargestellt. Auch in der Ausprägung der einzelnen Beschwerden ist keine Verschlechterung nachgewiesen.
Vor dem Hin
tergrund, dass sich der Befund innerhalb der letzten Jahre klinisch nicht wesent
lich verändert hat und das Gangbild regelrecht ist (vgl. E. 3.4), ist die Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit
durch
Dr.
F._
nachvollziehbar
und es besteht somit
aus orthopädischer Sicht
nach wie vor eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit
in dem Lumbalsyndrom angepassten Tätigkeiten
.
5.3
Eine Veränderung des Gesund
heitszustandes seit der letztmaligen Rentenprüfung ist ausserdem in der koronaren Dreigefässerkrankung auszumachen.
Angesichts dessen, dass die behandelnden Ärzte des
B._
den Beschwerdeführer im Juni 2018 aus kardialer Sicht jedoch beschwerdefrei beschrieben und ihm eine vollumfäng
lich mögliche Arbeitsfähigkeit attestierten (vgl. E. 4.3), ist diesbe
züg
lich auch keine rentenbegründende Verschlechterung auszumachen. Die Ärzte relativierten ihre Einschätzung zwar im November 2019 und erachteten eine mittel
schwere und schwere körperliche Tätigkeit in einem 100%-Pensum - trotz weitestgehend unveränderter Befunde - nicht möglich (vgl. E. 4.6 in
fine
).
In Anbetracht dessen,
dass
die Ärzte des
B._
die Einschränkung primär aufgrund des
wahrscheinlich
konditionell bedingten
Abbruchs der
Fahrradergometrie
äusser
ten und
mus
kuloskelettale
Probleme limitierend erachteten
, der Beschwer
de
führer aus kardi
aler Sicht im Alltag nach wie vor weitgehend beschwerdefrei ist, die Blutdruck
werte
normotensiv
, der Sinusrhythmus
normokard
und ohne Blockbilder und sich insgesamt seit Februar 2018 ein stabiler klinischer Verlauf mit normalisierter LVEF zeigt
(vgl. E. 4.6)
,
kann ausgeschlossen werden
, dass
sich der Gesundheits
zustand des Beschwerde
führers seit Juni 2018
aus kardialer Sicht verschlechtert hat
.
In Bezug auf die koronare Dreigefässerkrankung ist von einer seit Juni 2018 unveränderten Arbeitsfähigkeit auszugehen.
5.4
Der Beschwerdeführer machte ausserdem geltend, die anhaltende somatoforme Schmerzstörung habe mittlerweile ein invalidisierendes Ausmass erreicht.
In der
vorliegenden
medizinischen Aktenlage finden sich keine Anhaltspunkte für eine
invalidenversicherungsrelevante
Schmerzver
arbeitungs
stö
rung im Sinne einer
die Arbeitsfähigkeit einschränkenden
anhaltenden somatoformen Schmerzstö
rung
.
Da eine psychiatrische Behandlung nie geltend gemacht wurde, kann von weiteren Abklärungen abgesehen werden.
Einzig der Hausarzt
Dr.
G._
schreibt den Beschwerdeführer seit dem 13. Februar 2018 für jegliche Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig, was angesichts der von ihm attestierten Leistungsfähigkeit für Tätigkeiten ohne Heben oder Tra
gen von Gegenständen über 5 kg, ohne Zwangspositionen und mit der Möglich
keit wechselnde Positionen und Stellungen einzunehmen während zwei Stunden pro Tag (
Urk.
3/4), fraglich bleibt. Weshalb aus medizinischen Gründen
neu eine zeitliche Limite von 2 Stunden pro Tag zu berücksichtigen ist,
wird nicht darge
legt
und findet in den spezialärztlichen Berichten keinen Niederschlag
.
5.5
Nach Lage der Akten ist eine Veränderung der krankheitsbe
dingten Ar
beits
un
fä
higkeit seit der letzt
maligen Überprüfung des Rentenan
spruchs im Sinne einer revisionsrechtlich relevanten Verschlechterung daher nicht mit dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen.
Aufgrund dessen braucht die Bemessung des Invaliditätsgra
des nicht überprüft zu werden, zumal die Be
schwerdegegnerin bereits im Rahmen der erst
maligen Rentenprüfung davon aus
ging, dass dem Beschwerde
führer die angestammte Tätigkeit als Hilfskoch nicht mehr zumutbar ist, er indes in einer behinderungsangepassten Tätig
keit zu 100
% arbeitsfähig ist
und sie zusätzlich aufgrund des Belastungsprofils (wechsel
belas
tende Tätigkeit ohne Heben von schweren Lasten oder Arbeiten oberhalb der Schulterhöhe) ein
en
Leidensabzug von 15
%
vornahm (vgl.
Urk.
8/22,
Urk.
8/34),
woran die seither eingetretenen gesundheitlichen Veränderungen nichts ändern
würden
.
Die den Anspruch auf eine Rente verneinende Verfügung vom
8.
No
vember 2018 besteht damit zu Recht und die Beschwerde ist abzuweisen.
6.
6.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Als bedürftig gilt eine Person, wenn sie ohne Beeinträchtigung des für sie und ihre Familie nötigen Lebensunterhalts nicht in der Lage ist, die Prozesskosten zu be
streiten (Urteil des Bundesgerichts 9C_617/2009 vom 1
5. Januar 2010 E. 6.2.1 mit Hin
weisen).
Der Beschwerdeführer
ersuchte mit Beschwerde vom
1
0.
Dezember 2018
um Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung
sowie um Bestellung von Rechts
anwalt
lic
.
iur
. Thomas Grossen als unentgeltlichen Rechtsvertreter (
Urk.
1 S. 2).
Die Vorausset
zungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung
und unentgeltlichen Rechtsvertretung
gemäss §
16 des Gesetzes
über das Sozialversi
cherungsgericht (
GSVGer
) sind erfüllt (vgl.
Urk.
3/7,
Urk.
10
), weshalb dem Gesuch stattzugeben ist.
6.2
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung
der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
.
6.
3
Rechtsanwalt
lic
.
iur
. Thomas Grossen machte mit Honorarnote vom
7.
Januar 2020 einen Aufwand von total 9.75 Stunden à
Fr.
240.-- sowie Barauslagen von
Fr.
30.80 und damit eine Entschädigung von insgesamt
Fr.
2'553.30 (inkl. Mehr
wertsteuer) geltend (
Urk.
20). Insgesamt scheint der geltend gemachte Aufwand der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses angemessen. Der gerichtsübliche Stundenansatz beträgt jedoch
Fr.
220.-- (zuzüglich
MWSt
), weshalb die Entschädigung von Rechtsanwalt Thomas
Grossen auf
Fr.
2'34
4
.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen ist.
6.4
Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur Nach
zah
lung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (
§
16
Abs.
4
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).