Decision ID: 14b8a2b0-9a13-42a0-8f4a-ea05470a9552
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1957 geborene
X._
, welcher in seinem Heimatland acht Jahre lang die Grundschule besucht hatte und über keine abgeschl
ossene Berufsausbildung verfügt
, reiste 1992 in die Schweiz ein und war als
angelernter
Gipser erwerbs
tätig. Die Anstellung
bei der
Y._
AG
, durch welche er bei der
Sammelstiftung BVG der Zürich Lebensversicherungs-Gesellschaft AG
berufsvorsorgeversichert war (vgl. Urk. 7/1),
wurde per 31. Dezember 2003 beendet
, woraufhin er arbeitslos wurde.
Sodann überna
hm der Versicherte die Pflege
der Ehefrau und
die Betreu
ung
der noch schulpflichtigen Kinder, nachdem seine Ehefrau aufgrund eines im Jahr 2005 erlittenen Unfalles pflegebedürftig geworden war.
Am 15. März 2006
(Eingangsdatum)
meldete er sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf
seit Oktober 2002 bestehende
Rückenbeschwerden zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 11/13, Urk.
11/16,
Urk. 11/17
, Urk. 11/48/3
und Urk. 11/60
/1
). Mit Ver
fügung vom 2. März 2007 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (Urk. 11/30).
Die Verfügung blieb unangefochten.
1.2
Am 31. Oktober 2007 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 11
/32), woraufhin
d
ie IV-Stelle mit Verfügung vom 26. Juli 2011
– der Versicherte wurde mittlerweile als im Aufgabenbereich Tätiger qualifiziert –
einen
Anspruch auf eine Invaliden
rente
wiederum verneinte
(Urk.
11
/97).
Die dagegen
vom Versiche
r
ten
erhobene Beschwerde wurde vom
Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
mit Urteil vom 31. August 2012
(IV.2011.00842)
in dem Sinne gutgeheissen, als die ange
fochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese allfällige Einschränkungen im Aufgabenbereich aus orthopä
discher Sicht und die Gewichtung der einzelnen Haushaltsbereiche noch
mals
prüfe, und hernach über einen
allfälligen Rentenanspruch neu entscheide (Urk. 11/111).
Die IV-Stelle
tätigte weitere Abklärungen und sprach dem
Versicherte
n
mit Verfügung vom 17. Juli 2013
ab
dem
1. Mai 2012
eine
Viertels
rente
zu
(
Urk. 11/145 und
Urk.
11
/152). Die dagegen erhobene Beschwerde
des Versicherten
hiess das Sozialversicherungsgericht mit Urteil vom 30. Juni 2014
(IV.2013.00765) in dem Sinne gut, als es
die angefochtene Verfügung insoweit aufhob, als sie den Anspruch auf eine die
Viertelsrente
übersteigende Invaliden
rente verneinte. Im Übrigen wies es die Sache an die IV-Stelle zurück, damit diese nach
weiteren Abklärungen –
insbesondere in orthopädischer Hinsicht sowie in Bezug auf den Gesundheitszustand der Ehefrau des Versicherten
–
erneut über den Leistungsanspruch des Versicherten verfüge (Urk.
11
/175).
Die IV-Stelle tätigte erneut Abklärungen und hob die bisherige
Viertelsrente
der Invalidenver
sicherung
mit Verfügung vom 23. April 2018
auf
das
Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats
auf
, wobei sie einer allfällig dagegen erhobenen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzog (Urk.
11/231
).
Die gegen die Rentenaufhebung erhobene Beschwerde
des Versicherten
hiess das Sozialver
sicherungsgericht mit Urteil vom 31. Oktober 2018 (IV.2018.00483) gut; in Aufhebung der angefochtenen Verfügung
stellte es fest, dass der Versicherte
ab Mai 2012
Anspruch auf
eine halbe Re
nte der Invalidenversicherung ha
t
(Urk. 11/235)
.
2.
Mit
Eingabe vom
3
.
Juli 2019
erhob der Versicherte
beim Sozialversicherungs
gericht
Klage gegen die
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG
und stellte den Antrag, die Beklagte sei zu verpflichten, ihm die versicherten obligatorischen und überobligatorischen Pensionskassenleistungen, namentlich die Renten nach Massgabe des Gesetzes und der Statuten rückwirkend ab Beginn der Invaliden
rente und weiterhin zuzüglich 5 % Zins ab
Klagetag
auszurichten
und ihm die Prämienbefreiung zu gewähren
(Urk. 1 S. 2 f.).
In prozessualer Hinsicht wurde beantragt, es sei die
Stiftung Auffangeinrichtung BVG
zum Prozess beizuladen und es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen (Urk. 1 S. 5). Mit Klageant
wort vom 8. August 2019 stellte die
Sammelstiftung BVG der Zürich
Lebensver
sicherungs
-Gesellschaft AG
das Rechtsbegehren, sie sei mittels Parteiwechsel als Beklagte im Rubrum aufzunehmen. Die Klage sei sodann abzuweisen (Urk. 6).
Dem Kläger wurde mit Verfügung vom 15. August 2019 Frist angesetzt, um sich zum beantragten Parteiwechsel zu äussern. Sodann wurden die Akten der Inva
lidenversicherung
(vgl. Urk. 11)
beigezogen (Urk. 8). Nach Einwilligung des Klägers (Urk. 9)
erfolgte der Parteiwechsel auf Seiten der Beklagten
mit Verfü
gung vom 4. September 201
9.
Sodann wurde ein zweiter Schriftenwechsel ange
ordnet, unter Zustellung d
er Akten der Invalidenversicherung (Urk. 11/1-256)
zur Einsichtnahme (Urk. 13).
Replicando
hielt der Kläger mit Eingabe vom 23. Sep
tember 2019 an seinen Anträgen fest (Urk. 14). Ebenso hielt die Beklagte in der Duplik vom 17. Oktober 2019 an ihrem Antrag auf Abweisung der Klage fest (Urk. 17). Mit Verfügung vom 21. Oktober 2019 wurde die
Stiftung Auffangein
richtung BVG
zum Prozess beigeladen (Urk. 18). Diese beantragte in ihrer Eingabe vom 16. Dezember 2019, es sei festzustellen, dass für sie keine Vorleistungspflicht nach Art. 26 Abs. 4 BVG bestehe (Urk. 22). Schliesslich wurden dem Kläger mit Verfügung vom 18. Dezember 2019 je eine Kopie der Duplik der Beklagten und der Eingabe der Beigeladenen und der Beklagten eine Kopie der Eingabe der Beigeladenen zugestellt (Urk. 24).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Kläger brachte in seiner Klage vom 3. Juli 2019 vor, er sei
erkrankt, als er noch
bei der
Y._
AG in Zürich arbeitstätig gewesen
sei
. Er habe an invalidi
sierenden Rückenschmerzen gelitten, welche
letztlich
zur Zusprechung einer Invalidenrente geführt hätten.
Die Beklagte habe den sachlichen und zeitlichen Kausalzusammenhang zwischen den Rückenbeschwerden und
den
psychischen Leiden sowie der heutigen Invalidität nicht bestritten, worauf sie zu behaften sei. Sie führe aber an, das Sozialversicherungsgericht habe ihn nicht mehr als Lohn
empfänger, sondern als im Haushalt Tätigen und Betreuer seiner i
nvaliden Ehefrau betrachtet
, weshalb sie nicht leistungspflichtig sei
. Der
(vorübergehende)
Statuswechsel
ändere
jedoch
nichts an der Leistungspflicht der Beklagten, weil der Kläger, als er
noch versichert gewesen sei, an denselben
Beschwerden
gelitten habe, welche sich invalidisierend ausgewirkt hätten. Mittlerweile sei der Kläger aber nicht einmal mehr in der Lage, die Aufgabe als Unterstützer seiner Ehefrau wahrzunehmen. Die erwachsenen Töchter würden diese Aufgabe nun überneh
men. Die Ablehnung der Rentenle
istungen mit der Begründung des Status
wechsels
sei gesetzeswidrig, verfassungswidrig und verstosse gegen die EMRK.
Es sei zudem systemwidrig, wenn die Beklagte ihre Leistungen verweigere und dadurch die Steuerzahler zur Bezahlung der existenzsichernden Einnahmen zwinge (Urk. 1).
1.2
Die Beklagte machte demgegenüber in ihrer Klageantwort vom 8. August 2019
geltend, für den Kläger als im Aufgabenbereich Tätigen bestehe
keine Deckung im Rahmen der beruflichen Vorsorge.
Ausserdem seien die
Krankentaggeld
leistungen per 30. Juni 2004 eingestellt worden, da der Kläger in einer Verweistätigkeit zu 100 % arbeitsfähig gewesen sei. Anschliessen
d
habe
er
während zwei Jahren Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezogen. Prinzipiell bestehe nur bei Vermittelbarkeit Anspruch auf Taggelder; die Vermittelbarkeit sei nach der Rechtsprechung ein Indiz für die Unterbrechung der zeitlichen
Konnexi
tät
. Die IV-Stelle habe mit Verfügung vom 2. März 2007 sodann einen Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 22 % verneint.
Es
werde
daher
bestritten, dass die Arbeitsunfähigkeit, welche ab Mai 2012 zur Zusprechung einer halben Rente der Invalidenversicherung geführt habe, während der Versicherungsdeckung der Beklagten bis zum 31. Dezember 2003 eingetreten sei.
1.3
In der Replik vom 23. September 2019 führte der Kläger aus, die Beklagte sei über den Entscheid der IV-Stelle vom 14. März 2019 informiert worden. Damit bestehe eine Bindungswirkung
(Urk. 14)
.
2.
2
.1
Anspruch auf Invali
denleistungen haben gemäss Art.
23
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassen
en- und Invalidenvorsorge (BVG)
Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40
%
invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt h
at, versichert waren. Nach Art.
23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Versicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später inval
id werden. Für eine einmal aus –
während der Versicherungsdauer aufgetretene
–
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrich
tung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorge
verhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der
Wegfall der Versicherteneigensch
aft kein Erlöschungsgrund (Art.
26 Abs.
3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
Unter Arbeitsunfähigkeit ist die Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf od
er Aufgabenbereich zu verstehen.
Sie muss mindestens 20 Prozent betragen (
Urteil des Bundesgerichts
9C_679/2013
vom 16. April 2014 E. 2.1
mit Hinweisen).
2
.2
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukom
men hat, ist erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1).
In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invali
dität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur
Arbeitsunfähigkeit geführt hat
(Urteil des Bundesgerichts
B 64/06
vom 17. April 2007 E. 3.1
mit Hinweisen
)
.
Die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs setzt voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig war. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische Beurteilung durch den Arzt sowie die Beweggründe, welche die versicherte Person zur Wiederaufnahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben. Zu den für die Beurtei
lung des zeitlichen Konnexes relevanten Umständen zählen auch die in der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung tretenden Verhältnisse, wie etwa die Tatsache, dass ein Versicherter über längere Zeit hinweg als voll vermittlungs
fähiger Stellensuchender Taggelder der A
rbeitslosenversicherung bezieht
(
BGE 134 V 20 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
Eine
Unterbrechung des zeitlichen Konnexes
ist
jedenfalls
dann anzunehmen, wenn während mehr als dreier Monate ei
ne Arbeitsfähigkeit von über 80
% in einer angepasst
en Erwerbstätigkeit gegeben ist (BGE 144 V 58 E. 4.5) und diese Tätigkeit
bezogen auf die angestammte
die Erzielung eines den Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung
auss
chliessenden
Einkommens erlaubt
(
Urteil des Bundesgerichts
9C_630/2017
vom 9. Mai 2018 E. 3
mit Hinweisen).
2
.3
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilun
gen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren
für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungs
bezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüf
barkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorge
einrichtung beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
Art.
73
ter
der Verordnung über die Invaliden
versicherung
, IVV
) einbezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_81/2010 vom 16.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorge
einrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditäts
bemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
3
.
3
.1
Es
wurde nicht
bestritten, dass der
Kläger
noch während seiner vom 2. März 1992 bis am 31. Dezember 2003 dauernden Anstellung bei der
Y._
AG (Urk. 11/17
/1
) i
n seiner bisherigen
Tätigkeit
als Gipser
arbeitsunfähig wurde: Er bezog a
b
dem 26. November 2002
Krankentaggeldleistungen
und die vom Krankentaggeldversicherer veranlasste
Untersuchung
beim Z._
ergab, dass
ihm
die Tätigkeit a
ls Gipser
aufgrund
eines
Panvertebralsyndroms
mit schwergewichtig
lumbospon
dylogenem
Syndrom
nicht mehr zumutbar sei
.
In einer angepassten Tätigkeit wurde
ihm
hingegen
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert (vgl. Urk. 11/6
, Urk. 11/11
und Urk. 11/19/5-15).
Aufgrund der Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Gipser
ist
mit dem im Sozialversicherungsrecht
geltenden
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit echtzeitlich nachgewiesen
, dass
eine rechtsprechungsgemäss relevante
Arbeitsunfähigkeit
(vgl. E. 3.1)
am
26. November 2002 eingetreten ist.
3
.2
3
.2.1
D
er Kläge
r bezieht
seit dem 1. Mai 2012
eine halbe Rente der Invalidenversiche
rung
, wobei die
bereits bekannten somatischen Einschränkungen bei der Zusprechung der Rente führend waren
(vgl. Urk. 11/235). Ein sachlicher Konnex
ist damit unstrittig gegeben
.
3
.2.2
Uneinig sind sich die Parteien jedoch
hinsichtlich
einer zeitlichen
Konnexität
zwischen der im Jahr 2002 eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität.
Wie bereits
ausgeführt,
wurd
e dem Kläger im Bericht des Z._
vom 29. März 2004 in
einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert
(Urk. 11/19/8).
Von Mai 2004 bis
Januar 2006
bezog er
bei einer Vermittelbarkeit von 100 %
ununterbrochen
– abgesehen vom Monat August 2004 –
Taggelder der Arbeitslosenversicherung.
Für die Zeit v
om 1. Mai 2005 bis am 31. Oktober 20
0
5
nahm er auf Anweisung des
Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum
s
an einem Beschäftig
ungsprogramm der A._
mit einem Beschäfti
gungsgrad von 100 % teil
(Urk. 11/10 und Urk. 11/35; vgl. auch Urk. 11/22
und
Urk.
11/13/5
)
und verrichtete an der
B._
Tätigkeiten
als Handwerker/Allrounder. Im Arbeits
zeugnis wurde festgehalten, der Kläger habe hauptsächlich Malerarbeiten sowie kleine handwerkliche Aufträge ausgeführt, wobei sich seine langjährige Berufs
erfahrung als Gipser in der Arbeitsausführung wiedergespiegelt habe. Trotz seiner gesundheitlichen Beschwerden habe er grossen Durchhaltewillen sowie Ausdauer gezeigt und die einzelnen Arbeitsschritte exakt, routiniert und zielorientiert erle
digt; seine Arbeitsresultate hätten jeweils überzeugt. Der Kläger
könne als gewis
senhafter, zuverlässiger und pünktlicher Mitarbeiter empfohlen werden
(vgl.
Urk.
11/9
/3
).
Obwohl die zu verrichtenden Arbeiten nicht durchwegs dem Belastungsprofil entsprochen haben dürften
(
vgl. Urk. 11/26/1),
war der Kläger in der Lage, am Beschäftigungsprogramm vollzeitlich
und erfolgreich
teilzunehmen.
In Zusammenschau mit der
ihm
in einer angepassten Tätigkeit attestierten Arbeits
fähigkeit von 100 %
ist
die Unterbrechung des zeitlichen Konnexes mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
somit
erstellt.
Kann vom Ver
sicherten vernünftigerweise verlangt werden, dass er die ihm verbliebene Arbeits
fähigkeit in einem anderen Berufszweig verwertet, ist er unter Berücksich
tigung der Arbeitsmarktlage und gegebenenfalls nach einer bestimmten Anpas
sungszeit nach der beruflichen Tätigkeit zu beurteilen, die er bei gutem Willen ausüben könnte (BGE 134 V 20 E. 3.2.2 mit Hinweisen).
Dass der
Kläger
die ihm verblie
bene Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
auf dem Arbeitsmarkt
letzt
lich
nicht
verwertete,
hatte
invaliditätsfremde Gründe. Er gab selbst an,
seine Ehefrau nach
deren
am
2. Juli 200
5
erlittene
n Unfall mit Polytrauma (vgl. Urk. 11/201/660)
zu Hause
zu pflegen
(vgl. Urk. 11/55/3).
3
.2.3
Zusätzlich kann auf Folgendes verwiesen werden:
Da nebst den Ärzten des Z._
auch sämtliche übrigen Ärzte dem Kläger
im Erstanmeldungsverfahren
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit attestierten (vgl. den Austrittsberich
t des Universitätsspitals C._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, vom 2. August 2004 [Urk. 11/19/21], Ber
icht von Dr. med. D._
, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin, vom 30. März 2006 [Urk. 11/18/4]
), gelangte der Regionale Ärztliche Dienst der IV-Stelle (RAD) in seiner Stellungnahme vom 4. Oktober 2006
(Urk. 11/27/3)
zum Schluss, in einer angepassten Tätigkeit sei der Kläger zu jeder Zeit zu 100 % arbeitsfähig
(
gewe
sen
)
. Gestützt auf diese Beurteilung lehnte die IV-Stelle mit
– unangefochten gebliebener –
Verfügung vom
2. März 2007
einen Anspruch des Klägers auf Leistungen der Invalidenversicherung, insbesondere auf Rentenleistungen, bei einem Invaliditätsgrad von 22 % ab (Urk. 11/30; vgl. auch Urk. 11/27/4).
Diese invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise muss sich der Kläger
entge
genhalten lassen. Sie erweist sich nicht als off
ensichtlich unhaltbar (vgl. E. 3
.3).
3
.2.4
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich somit zusammenfassend
,
dass der
zeitliche Konnex
zwischen
Arbeitsunfähigkeit und Invalidität
durch die
bis mindestens am 2. März 2007 (ablehnende Verfügung der IV-Stelle)
andauernde uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
unterbrochen wurde, was zur Abweisung der Klage führt
.
Zu einer allfälligen Leistungspflicht der Beigeladenen hat si
ch das Gericht nicht zu äussern; sie
wurde nicht eingeklagt (BGE 130 V 501).
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich jedoch selbstredend, dass auch sie keine Leistungspflicht treffen dürfte.
3.2.5
Zufolge Unterbrechung
des zeitlichen Konnexes
können Weiterungen betreffend die Frage
, ob der von der IV-Stelle vorgenommene Statuswechsel (vom Kläger als «
Umqualifizierung
» bezeichnet) von «erwerbstätig» zu «im Aufgabenbereich tätig» bereits von vornherein einen Rentenanspruch gegenüber der beruflichen Vorsorge ausschlösse
, was von der Beklagten vorgebracht wurde
, unterbleiben
(Urk. 6 S. 3)
.
4
.
Die Beklagte verzichtete in ihrer Funktion als Trägerin der beruflichen Vorsorge richtigerweise dar
auf, eine Prozessentschädigung
zu beantragen (BGE 128 V 133 E. 5b, 126 V 143 E. 4a mit Hinweis).