Decision ID: 50e8ab00-1929-5b11-b100-8b8391c70c8c
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1962 geborene
X._
war zuletzt seit 2001 als Physiotherapeutin in der Psychiatrischen Universitätsklinik
Y._
tätig, als am 1
7.
April 2019 die Meldung zur Früherfassung erfolgte (Urk. 7/4). Am 20.
Juni 2019 meldete sie sich unter Hinweis auf eine schwere Herzoperation, Schmerzen in der Hüfte und Diabetes bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte in der Folge erwerbliche sowie medizinische Abklärungen und
teilte der Versicherten am 30.
Juli 2020 mit, es seien keine Eingliederungsmassnahmen
nötig (Urk.
7/24). Nach durchgefüh
rtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/27, Urk.
7/33/7) verneinte die
IV-Stelle mit Verfügung vom 17.
Dezember 2020 einen Renten
anspruch der Versicherten (Urk. 7/42 = Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 14.
Januar 2021 Beschwe
rde gegen die Verfügung vom 17. Dezember 2020 (Urk.
2) und beantragte sinngemäss die
Zuspr
ache
einer Invalidenrente (Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom 1. März 2021 (Urk.
6) bean
tragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, wovon die Beschwerde
führerin am 1
1.
März 2021 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Rentenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbemessung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig ein
zustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Ent
scheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pen
sum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27
der Verordnung über
die Invalidenversicherung, IVV
) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Ver
hält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-
)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_178/2021 vom 11.
Mai
2021 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei einer hypothetisch im Gesundheitsfall lediglich teilerwerbstätigen ver
sicherten Person
ohne
Aufgabenbereich im Sinne von
Art.
27 IVV
bemisst sich die Invalidität rechtsprechungsgemäss nach der allgemeinen Methode des Ein
kommensvergleichs oder einer Untervariante (Schätzungs- oder Prozentvergleich, ausserordentliches Bemessungsverfahren) davon. Dabei ist das
Validen
ein
kommen
nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teil
erwerbs
tätigkeit festzulegen, wobei entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbs
tätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum, um mehr Freizeit zu haben, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen. Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die ver
sicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das
–
ärztlich festzulegende
–
Arbeitspensum unter Um
ständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (BGE 131 V 51 E. 5.1.2; wiedergegeben in BGE 142 V 290 E. 5).
In Präzisierung dieser Rechtsprechung hat das Bundesgericht in BGE 142 V 290 entschieden, dass bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich die anhand der Einkommensvergleichsmethode zu ermittelnde Einschränkung im (allein versicherten) erwerblichen Bereich proportional – im Umfang der hypo
thetischen Teilerwerbstätigkeit – zu berücksichtigen ist (E. 7.3).
In KSIH,
Rz
3042.2, gültig ab 1. Januar 2018, wird zur Bemessung des
Validen
einkommens
bei Teilerwerbstätigen ohne Aufgabenbereich – neu – Folgendes
festgehalten: «Für die Bestimmung des
Valideneinkommens
ist das Einkommen aus dem Teilzeitpensum auf eine hypothetische Vollerwerbstätigkeit hochzu
rechnen (Art. 27
bis
Abs. 3 IVV; vgl.
Rz
3078.1)»
. In Gesetz und Verordnung findet sich diese Regelung nicht (vgl. Ralph Leuenberger/Gisella Mauro, Änderungen bei der gemischten Methode, in: Soziale Sicherheit, CHSS Nr. 1/2018, S. 46, und Jana
Renker
, Die neue «gemischte Methode» der Bemessung des Invaliditätsgrads, in:
Jusletter
vom 2
2.
Januar 2018, S. 13, unter Hinweis auf den ergänzten erläuternden Bericht des Bundesrates zur Änderung der Verordnung über die Invalidenversicherung, S. 12). Die Rechtsprechung gemäss BGE 142 V 290 ist aber in der Literatur umstritten (vgl. etwa
Kurt
Pärli
/Alain Borer, Die Teilzeitfalle in der Invalidenversicherung, in:
JaSo
2018, S. 187 ff., mit Hinweis unter anderem auf Thomas
Gächter
/Michael Meier, Rechtsprechung des Bundesgerichts im Bereich der Invalidenversicherung, in: SZS 61/2017, S. 311 ff).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung ist es zulässig, im Wesentlichen oder einzig auf ver
sicherungsinterne medizinische Unterlagen abzustellen. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass
bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärzt
lichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229; 122 V 157 E. 1d S. 162). Selbst nicht auf eigenen Unter
suchungen beruhende Berichte und Stellungnahmen regionaler ärztlicher Dienste (RAD) können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte fachärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts 9C_309/2015 vom 2
7.
Oktober 2015 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Ver
fügung vom 17. Dezember 2020 (Urk. 2) damit, dass die Beschwerdeführerin vor ihrer Erkrankung als Physio-
,
Tanz- und Bewegungstherapeutin in einem Pensum von 90 % gearbeitet habe. Diese Tätigkeit könne als angepasste Tätigkeit an
gesehen werden
(S. 1)
.
Der Einwand, wonach sich die von
Prof. Dr.
Z._
bestätigten Arbeitsunfähigkeiten auf ein Pensum von 100 % bezogen hätten, werde gutgeheissen. Somit betrage die Arbeitsfähigkeit vom
1.
Juni bis 3
1.
August 2019 bezogen auf ein Pensum von 100 % nun 45 % und
50 %
ab dem
1.
September 2019
(S. 2). G
emäss
Prof. Dr.
Z._
sei die Beschwerdeführerin im Dezember 2019 zu 40 % arbeitsunfähig gewesen, dennoch habe sie bis Ende August 2020 in einem Pensum von 90 % weitergearbeitet (
Urk. 6
S. 1). Somit habe betreffend den frühestmöglichen Rentenbeginn per Dezember 2019 ein Invaliditätsgrad von 7 % resultiert. Demgegenüber ergebe sich unter Berück
sichtigung des reduzierten Arbeitspensums per September 2020 ein Invaliditäts
grad von 36 % (
Urk. 6
S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin
machte geltend
(
Urk.
1),
sie habe im Jahr 2020 diverse krankheitsbedingte Ausfalltage gehabt, weshalb sie nach Rücksprache und auf Empfehlung ihres Arztes ihr Arbeitspensum wahrscheinlich erneut reduzieren müsse. Das Pensum von 60 % habe sie ausüben wollen, obwohl ihr Arzt ihr davon abgeraten habe.
2.3
Streitig
und zu prüfen ist ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
3.
3.1
Prof.
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für
Herz- und thorakale Gefäss
chirurgie
,
Herzklinik
B._
, nannte mit Bericht vom 9. Februar 2019 (Urk.
7/7/5-7)
folgende, hier gekürzt aufgeführte Diagnosen (S. 1):
-
schwere koronare 3-Gefässerkrankung (Erstdiagnose Januar 2019)
-
Diabetes mellitus wahrscheinlich T
yp 2 (Erstdiagnose Januar 2019)
-
Status nach mehreren Stolperstürzen 2018
-
Status nach
Sigmaresektion
/Appendektomie nach
Divertikelruptur
2008
-
Polyglobulie
unklarer Ätiologie
Am
1.
Februar 2019 habe ein operativer Eingriff komplikationslos durchgeführt werden können.
Die Beschwerdeführerin habe am
9.
Februar 2019 in die stationäre Rehabilitation der Hochgebirgsklinik
C._
entlassen werden können (S. 2).
3.2
Die Ärzte der Herz Reha
C._
berichteten am 1
9.
März 2019 (
Urk.
7/7/1-4) über
die
stationäre Rehabilitation vom
9.
Februar bis
9.
März 2019 und
nannten fol
gende Diagnosen (S. 1):
-
aktuell: 3-fache koronare
Revaskularisation
am
1.
Februar 2019
-
LV-
Aneurysmektomie
nach Dor (
Pericard
-Patch)
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
Status nach
Sigmaresektion
/Appendektomie nach
Divertikelruptur
2008
Die 4-wöchige Rehabilitation habe einen erfreulichen Verlauf gezeigt. Bis zum 3
0.
April 2019 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden
(S. 3)
.
3.3
Dr.
med.
D._
,
praktische Ärztin,
berichtete am
9.
Mai 2019 (Urk. 7/15)
zuhanden der BVK über die vertrauensärztliche Abklärung der Beschwerde
führerin un
d nannte als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine schwere koronare Dreigefässerkrankung (Erstdiagnose Januar 2019; S. 8).
Sie führte aus, klinisch zeige sich eine ausgeprägte muskuläre
Dekonditionierung
, ein Muskelaufbautraining sei bereits begonnen worden. Ob und wieviel sich die schwer eingeschränkte Herzleistung erholen werde bleibe abzuwarten. Ab dem 1
7.
Juni 2019 sei ein Arbeitsversuch stundenweise geplant. Ob
das vormals aus
geübte Pensum von 90
% wi
e
der erreicht werden könne, hänge vom weiteren Krankheitsverlauf ab. Aktuell fänden sich keine Hinweise
für eine Berufsunfähig
keit (S.
10 unten). Aktuell bestehe noch eine krankheitsbedingte 100%ige
Arbeits
unfähigkeit (S.
12).
3.4
Prof.
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Kardiologie, Herzklinik
B._
, nannte mit Bericht vom 3
0.
Juni 2020 (Urk.
7/23/6-8)
folgende, hier gekürzt aufgeführte Diagnosen (S. 1 f.):
-
koronare
3-Gefässerkrankung
mit schwer eingeschränkter links
ventri
kulärer Funktion
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
Knieschmerzen rechts bei degenerativen Veränderungen
-
Sigmaresektion
/Appendektomie nach
Divertikelruptur
2008
-
Unverträglichkeit von
Spironolactone
(Nausea)
Der klinische
Verlauf sei
weitgehend stabil. D
ie körperliche Leistungsfähigkeit sei durch Dyspnoe mittelgradig eingeschränkt. Klinisch seien keine Zeichen einer in Ruhe manifesten Herzinsuffizienz nachweisbar. Er habe der Beschwerdeführerin empfohlen
,
die berufliche Tätigkeit nach Möglichkeit in reduziertem Ausmass fortzuführen und gleichzeitig
mässiggradige
körperliche Aktivität wie zum Bei
spiel Schwimmen zu pflegen (S. 2 unten).
3.5
Dr.
med.
E._
,
Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
,
Hausarzt der Beschwerdeführerin,
nannte mit
Bericht vom 29.
Juli 2020 (Urk.
7/23/1-5)
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
koronare
3-Gefässerkrankung
(KHK; Ziff. 2.5) und führte aus, als Funktions
einschränkung bestehe eine Herzinsuffizienz (Ziff. 3.4).
Ab
1. September 2020 bestehe eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit laut Einschätzung Kardiologie (
Ziff.
2.7).
Zum
Potential für die Eingliederung führte er aus, die bisherige und eine an
gepasste Tätigkeit seien 5.5 Stunden pro Tag zumutbar (Ziff. 4.1 f.).
3.6
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für
Allgemeine Innere Medizin
, Regionaler Ärztlicher Dienst (
RAD
), führte mit Stellungnahme vom 5.
August 2020
(Urk. 7/26/4-5) aus, die Aktenlage sei vollständig und plausibel. D
ie Ver
sicherte habe weiterhin eine mittelgradig eingeschränkte Herzfunktion mit einer belastungsabhängigen Luftnot und rascheren Ermüdung. Insofern sei die vom behandelnden Kardiologen ausgewiesene 40%ige Arbeitsfähigkeit durchaus nachvollziehbar
(S. 1)
.
Ab
November 2018
habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (initial wegen des ausgedehnten Hämatoms, ab Januar 2019 wegen der
koronaren Herzkrankheit
).
Ab
1
7.
Juni 2019 habe eine
55%
Arbeitsunfähigkeit
,
ab
1. Juli 2019 eine
50%
Arbeitsunfähigkeit und
ab
17. Juli 2019 eine
40%
Arbeitsunfähigkeit bestanden.
Die
bisherige, körperlich leichte Tätigkeit als Physiotherapeutin mit der Möglichkeit der Wechselbelastung
könne
als an
ge
pa
sste Tätigkeit angesehen werden
(S. 2)
.
3.7
Prof.
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.4)
führte mit Beric
ht vom
24. September 2020 (Urk. 7/30
/1-6
= Urk. 7/31/1-6 =
Urk.
7/33/1-6
=
Urk.
3/1 Beilage
) zum Verlauf der
bisher attestierten
Arbeitsunfähigkeit folgendes aus:
V
on 1.
März
bis 16.
Juni 2019 100%ige Arbeitsunfähigkeit
, vom
17.
Juni bis 31.
August 2019 50
%
ige
Arbeitsunfähigkeit
bezogen auf eine
Arbeitsfähigkeit von vorher 90
% (somit reell 55
%
Arbeitsunfähigkeit
),
vom
1.
Sep
tember 2019 bis auf weiteres 40
%
ige
Arbeitsunfähigkeit
bezogen auf eine Arbeitsfähi
gkeit von vorher 90 % (somit 50
%
Arbeitsunfähigkeit).
Die
Arbeitsunfähigkeit
sei für die Tätigkeiten Physio
therapie und Ergotherapie attestiert worden (
Ziff.
1.3). Es müsse im Verlauf mit einer Verschlechterung der kardialen Funktion und damit der Arbeitsfä
higkeit gerechnet werden (Ziff.
2.7).
Als
Funktionseinschränkungen
nannte
er
eine Dyspnoe bei Belastung und eine d
eutlich eingeschränkte Leistungsfähigkeit (Ergometr
ie 61
%
der Sollleistung; Ziff.
3.4).
Zum
Potential für die Eingliederung führte er aus, die bisherige und eine angepasste Tätigkeit seien drei bis vier Stun
den pro
Tag zumutbar (Ziff.
4.1). Die Prognose sei längerfristig ungünstig (
Ziff.
4.3). Schwere, körperlich belastende Tätigkeiten seien nicht möglich (
Ziff.
4.5).
Prof.
Dr.
Z._
führte mit Bericht vom 25.
September 2020 (Urk. 7/29 = Urk.
7/33/8
=
Urk.
3/1
) aus, die Arbeitsfähigkeit sei reduziert und betrage maxi
mal 50
%
. Die von ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40
%
beziehe sich auf eine Arbeitsfähigkeit von 90
%
vor der Erkrankung und betrage damit 50
%
oder weniger.
Im Verlauf müsse aufgrund der Herzinsuffizienz mit einer Verschlechterung der medizinischen Situation und damit der Arbeitsfähigkeit gerechnet werden.
3.8
Dr.
F._
,
RAD
(vorstehend E. 3.6), führte mit
Stellungn
ahme vom 2
1.
Oktober 2020 (Urk. 7/41/3) aus, d
em Einwand
, dass sich die Angaben zur Arbeitsunfähig
keit auf das bisherige Pensum von 90 % und nicht auf ein Pensum von 100 % beziehen würden,
könne gefolgt werden. Somit sei die Beschwerdeführerin bezo
gen auf ein Pensum von 100
%
ab März 2019 zu 100
%
arbeitsunfähig, ab Juni 2019 zu 55
%
und ab September 2019 zu 50
%
.
4.
4.1
Ausweislich der medizinischen Akten leidet die Beschwerdeführerin
an einer
schwere
n
koronare
n
Dreigefässerkrankung
und an einem
Diabetes mellitus Typ
2
(vorstehend E. 3.1 ff.)
.
A
m 1.
Februar 2019 fand ein operativer Eingriff am Herz statt, welcher komplikationslos durchgeführt werden konnte (vorstehend E. 3.
1
).
4.2
Die Beschwerdeführerin gab an,
ab 17.
Juni 2019
wieder in einem
Pensum
von 45
%
gearbeitet
(
vgl.
Urk.
7/11),
dieses laufend aufgestockt, und
ab 1.
Oktober 2019 ihr volles Pensum von 90
% in Angriff genommen
zu haben
,
und
dass
es ihr dabei sehr gut gehe
(
vgl. Urk.
7/18)
. Im
Januar 2020
war sie gemäss eigenen Angaben weiterhin voll arbeitsfähig
(
vgl. Urk.
7/19)
. Sie gab an, erst ab
1.
September 2020
nur noch
zu 60
%
arbeitsfähig gewesen zu sein (vgl. Urk.
7/22).
4.3
Der behandelnde Facharzt
Prof.
Dr.
Z._
hielt fest, v
o
m
1. März bis 16.
Juni 2019 habe eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden.
Vom
17. Juni bis 31.
August 2019
attestierte er
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bezogen auf eine
Arbeits
fähigkeit von vorher 90
% (somit reell 55
%
Arbeitsunfähigkeit
)
.
Ab
1.
September 2019 bis auf weiteres
habe schliesslich
eine
40%ige Arbeitsunfähigkeit bezogen auf eine
Arbeitsfähigkeit von vorher 90
% (somit 50
% Arbeitsunfähigkeit) bestanden
(vorstehend E. 3.
7
)
.
4.4
Die RAD-Ärztin
Dr.
F._
ste
llte auf
die
Beurteilung
des
behandelnden
Facharzt
es
Prof.
Dr.
Z._
ab
. Sie kam zum Schluss, d
ie
Beschwerdeführerin
habe weiterhin eine mittelgradig eingeschränkte Herzfunktion mit einer belastungsabhängigen Luftnot und rascheren Ermüdung. Insofern sei die vom behandelnden Kardiologen ausgewiesene Arbeitsfähigkeit durchaus nachvollziehbar
(vor
stehend E. 3.6)
.
Somit sei die Beschwerdeführerin bezogen auf ein Pensum von 100
%
ab März 2019 zu 100
%
arbeitsunfähig, ab Juni 2019 zu 55
%
und ab September 2019 zu 50
%
(vorstehend E. 3.8)
.
Vorliegend führte die RAD-Ärztin
zwar keine eigene Untersuchung durch.
Ihr
standen aber sämtliche medizinischen Akten zur Verfügung und
sie
setzte sich mit diesen genügend auseinander.
Die gezogenen Schlüsse begründete
sie
in nachvollziehbarer Weise.
So legte sie unter anderem dar, dass die bisherige, körperlich leichte Tätigkeit
als Physiotherapeutin
mit der Möglichkeit der Wechselbelastung als angepasste Tätigkeit angesehen
werden
könne, was
an
gesichts des
Gesundheitszustand
es
der Beschwerdeführerin mit
einer koronaren Dreigefässerkrankung
überzeugt
und von dieser auch nicht in Frage gestellt wird
. Zudem verfügt
sie
als
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
über eine für die Beurteilung des somatischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin angezeigte medizinische Weiterbildung. Die Stellungnahme
n
von
Dr.
F._
(vor
stehend E. 3.6 und 3.8
)
erfüllen
daher die nach der Rechtsprechung für eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage vorausgesetzten K
riterien (vgl. vorstehend E. 1.5 f.
).
Diese
medizinische
Einschätzung wird jedoch durch die tatsächliche Arbeitsleistung der Beschwerdeführerin, die ab September 2020 zu 60
%
arbeitstätig war (vgl.
Urk.
3/2), widerlegt. Darauf ist abzustellen. Soweit sie geltend macht, aus krankheitsbedingten Gründen das Arbeitspensum erneut reduzieren zu müssen (vgl.
Urk.
1), wird dies nicht belegt und wäre ohnehin im Rahmen einer Neuanmeldung bei der Beschwerdegegnerin geltend zu machen, worauf diese in ihrer Beschwerdeantwort (vgl.
Urk.
6 S. 2) hinwies.
5.
5.1
Die Anmeldung der Beschwerdeführerin ging am
27. Juni 2019
bei der Beschwerdegegnerin ein (
vgl. Aktenverzeichnis zu Urk. 7/8
), womit ein
Renten
anspruch
grundsätzlich
frühestens am 1.
Dezember 2019
entstehen konnte (
Art.
29 Abs.
1 und 3 IVG).
5.2
Hinsichtlich der sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation der Beschwerde
führerin
gehen die Parteien übereinstimmend
davon aus,
dass die Beschwerde
fü
hrerin im Gesundheitsfall zu 90
% einer erwerblichen Tätigkeit nachgehen würde, während die restlichen 10
%
auf den Bereich Freizeit entfallen
(
vgl. vor
stehend E. 1.3,
vgl. Urk. 7/26/6)
. Dies führt im Rahmen der Ermittlung des Invaliditätsgrades zur Anwendung der allgemeinen Methode des Einkommens
vergleichs (
vorstehend
E.
1.4).
5.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.4
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 144 I 103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
5.5
Für die Bestimmung des
Valideneinkommens
stellte die Beschwerdegegnerin auf das Einkommen
aus dem Teilzeitpensum
gemäss IK-Auszug aus dem Jahr 2017 ab (Fr.
101'984.--
; vgl. Urk. 7/13
)
,
rechnete dies
es
auf
eine hypothetische Voller
werbstätigkeit
und
das Jahr 2019
hoch
und ging von einem
Validene
i
nkommen
von Fr. 114'451.10
aus
.
Sie stützte sich dabei offenbar auf das KSIH (vgl. vor
stehend E. 1.4).
Wie
unter
E. 5.8 dargelegt
wird, resultiert vorliegend auch ohne Hochrechnung des Einkommens aus dem Teilzeitpensum
auf eine
Vollerwerbs
tätigkeit
kein R
entenanspruch
.
Folglich kann die Frage, auf welches
Validen
einkommen
abzustellen ist, offengelassen werden
.
5.
6
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalide
nlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3;
135 V 297 E.
5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
5.7
Im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns war die Beschwerdeführerin nach wie vor als Physiotherapeutin in der Psychiatrischen Universitätsklinik
Y._
tätig.
Folglich ist das Invalideneinkommen in diesem Zeitraum nach der konkreten beruflich-erwerblichen Situation, in welcher die Beschwerdeführerin
in der
Geor
trischen
Universitätsklinik
Y._
stand, zu bemessen
.
Wie erwähnt (vorstehend E. 4.4),
kann nicht
auf die Beurteilung durch RAD-Ärztin
Dr.
F._
abgestellt werden, da
die Beschwerdeführerin ab
1.
Oktober 2019
wieder in ihrem ursprünglichen Pensum von 90
%
arbeitete
und
an
gab,
ab 1.
September 2020 nur noch zu 60
%
arbeitsfähig gewesen zu sein
(vorstehend E. 4.2).
Die
Beschwerdeführerin
erzielte
gemäss Lohnausweis 2019 einen Jahres
lohn von Fr. 105
’
83
7
.--
(vgl. Urk. 7/37)
, womit bei
einem
Valideneinkommen
von Fr.
114'451.10 eine Erwerbseinbusse von Fr.
8'614.10 resultiert, was einer Ein
schränkung von
7.50
% entspricht.
Da
die Beschwerdeführerin Teilerw
erbstätige in einem Pensum von 90
%
ohne Auf
gabenbereich ist, ist der ermittelte Invaliditätsgrad proportional um den F
aktor des Pensums zu gewichten
, was einen Invaliditätsgrad von
rund 7 %
ergibt
.
Konkret resultiert im frühest
möglichen Rentenbeginn per Dezember 2019 somit kein rentenbegründender IV-Grad.
Per September 2020 erzielte die Beschwerdeführerin gemäss Änderungs
verfügung vom Kanton Zürich, Psychiatrische Universitätsklinik
Y._
, ab
1.
September 2020 einen Jahresgrundlohn von
Fr.
67'891.20 (Urk. 3/2).
Damit resultiert bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 114'451.10 eine Erwerbseinbusse von
Fr.
46'559.90, was einer Einschränkung von 40.7 % entspricht. Bei einer Gewichtung von 0.9 entspricht dies einem IV-Grad von rund 37 %.
Konkret resultiert somit auch nach der gesundheitsbedingten Reduktion des Arbeits
pensums per September 2020 kein rentenbegründender IV-Grad.
5.8
W
enn das
Teilzeitpensum
gemäss IK-Auszug aus dem Jahr 2017 von Fr.
101'984.-- (vgl. Urk. 7/13) nicht auf
eine hypothetische Vollerwerbstätigkeit
hochgerechnet werden würde, resultierte bei einem
Invalideneinkommen von Fr.
67'891.20
eine
Erwerbseinbusse
von Fr.
34
’
092.80,
was einer Einschränkung von rund 33 % entspräche.
Bei einer Gewichtung von 0.9
entspräche dies einem IV-Grad von rund 30
%
.
Somit r
esultiert vorliegend auch ohne Hochrechnung des Einkommens aus dem Teilzeitpensum auf eine Vollerwerbstätigkeit kein Rentenanspruch
.
5.9
Im Übrigen ist
vorliegend
das Wartejahr noch nicht erfüllt.
Gemäss
Art.
29
ter
IVV liegt ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war.
Tritt nach einem wesentlichen Unterbruch wieder eine Arbeitsunfähigkeit (von wenigstens 20%) ein, so beginnt die Wartezeit nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG neu zu laufen, ohne Anrechnung der bis zum wesentlichen Unterbruch bereits zurückgelegten
Perioden von Arbeitsunfähigkeit
. Von dieser Regel macht
Art.
29
bis
IVV unter den dort umschriebenen Voraussetzungen eine Ausnahme
(
vgl. Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG],
3.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014,
Rz
35 zu
Art.
28)
.
Das Wartejahr begann
vorliegend
am
1.
Dezember 2018 (Urk. 7/2/7
)
.
Wie erwähnt (vorstehend E. 5.1) ging d
ie Anmeldung
der Beschwerdeführerin
im Juni 2019
bei der Beschwerdegegnerin ein, weshalb
ein
Rentenanspruch frühestens am 1.
Dezember 2019 entstehen konnte
.
Zu diesem Zeitpunkt war die Beschwerdeführerin aber wieder in ihrem ursprünglichen Pensum
von 90
%
arbeitstätig und es resultierte per Dezember 2019
kein rentenbegrü
ndender IV-Grad (vgl. vorstehend E. 5.7)
.
Aufgrund der vorhandenen Akten
trat e
ine Arbeits
unfähigkeit (von wenigstens 20%)
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nicht vor Juli 2020 ein
(vgl. Urk. 7/22
und Urk. 3/3
)
. Damit liegt ein wesentlicher Unterbruch
der Arbei
tsunfähigkeit im Sinne von Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG vor
und
die Wartezeit
begann f
rühestens
im Juli 2020
neu zu laufen.
Art.
29
bis
IVV
regelt das
Wiederaufleben der Invalidität nach
Aufhebung
einer
Rente
zufolge Verminderung des
Invalitätsgrades
. Diese Ausnahme von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
kommt folglich vorliegend nicht zum Tragen
, sodass die bereits zurückgelegten Perioden von Arbeitsunfähigkeit nicht angerechnet werden
.
Das Wartejahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
konnte
im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 17. Dezember 2020
somit noch nicht erfüllt wer
den, weshalb auch aus diesem Grund kein Rentenanspruch resultiert.
5.10
Nach dem Gesagten besteht kein Anspruch auf eine Rente. Die angefochtene Ver
fügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Bei einer Verschlechterung der gesundheitlichen Situation
steht es der Beschwerdeführerin frei, mit einem Revisionsgesuch eine Verschlechterung geltend zu machen.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.