Decision ID: 41d4e432-9207-51ef-885f-2de4e04f5bdc
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1975 geborene
Y._
meldete sich am 2
8.
Dezember 2009
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
9/4).
Zur Klärung der er
werb
li
chen
und medizinischen Verhältnisse zog die IV-Stelle nebst einem Aus
zug aus dem individuellen Konto (
Urk.
9/11) die Akten des
Krankentaggeldver
sicherers
bei
(
Urk.
9/6) und holte einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
9/7) sowie Be
richte der behan
delnden Ärzte ein (
Urk.
9/8/5-9, 9/15, 9/16, 9/23
und 9/24).
Am
1
0.
Dezember 2010 gewährte die Verwaltung Kostengutsprache für den Besuch der Handels
schule
Z._
vom 28.
Februar 2011 bis am
4.
Februar 2012 (
Urk.
9/34)
,
wo
b
ei die beruflichen Massnahmen mit Mitteilung vom
4.
August 2011 auf
grund
des nicht zielgerichteten Verhaltens des Versicherten wieder ab
gebrochen wur
den (Urk.
9/55; vgl. auch
Urk.
9/43).
In der Folge
holte die IV-Stelle weitere
Arztberichte ein (
Urk.
9/57, 9/70, 9/72, 9/82 und 9/88) und
über
nahm die Kos
ten
für ein Integrationsprogramm
im Logistikbereich
bei der
A._
AG
vom
1
2.
März bis am 2
2.
Juni 2012 (Mi
tteilung vom
8.
März 2012 [Urk.
9/74]). Nach
dem
Y._
die
hiefür
am
8.
März 2012 ab
geschlossene
Ziel
vereinbarung
(Urk.
9
/76)
missachtet hatte, wurde
n
die beruflichen Mass
nahmen abermals abgebrochen (Mitteilung vom 2
5.
Juni 2012 [
Urk.
9/86]). Nach durch
ge
führtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
9/94
, Urk. 9/101)
verneinte die Verwal
tung
mit Verfügung vom
1.
Februar 2013
einen Rentenanspruch
des Versicher
ten (
Urk.
9/103 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Fürsorgebehörde der Stadt
X._
mit Eingabe vom
1.
März 2013 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei auf
zu
heben und die Sache sei zur weiteren Abklärung an die Verwaltung zu
rück
zuweisen (Urk.
1 S.
2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
April 2013 schloss die
IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8), was der Beschwerdefüh
rerin am
3
0.
April 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
Mit
Gerichts
verfü
gung
vom 1
3.
Juni 2014
wurde
Y._
zum Prozess bei
geladen (
Urk.
11)
,
liess sich
jedoch
nicht vernehmen.
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG)
sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf
eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine
halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwer
ten,
abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objek
tiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbs
tätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E.
1.2 mit Hinweisen).
1.
4
Alkoholismus (wie auch Drogensucht und Medikamentenabhängigkeit) begrün
det
für sich allein keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird er
in
va
li
den
versicherungsrechtlich
erst relevant, wenn er eine Krankheit oder einen Un
fall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher, geistiger oder psychischer, die
Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder wen
n er selber Folge eines körperlichen, geistigen oder psychischen
Ge
sund
heits
schadens
ist, dem Krankheitswert zukommt (Urteil des Bundesgerichts 8C_694/2008 vom 5.
März 2009 E.
2). Dabei ist das
ganze
für die Alkoholsucht massgebende Ursachen- und Folgespektrum in eine Gesamtwürdigung einzube
zieh
en, was impliziert, dass einer allfälligen Wechselwirkung zwischen
Sucht
mittelabhängigkeit
und psychischer Begleiterkrankung Rechnung zu tragen ist
(Urteile des Bundesgerichts I 758/01 vom 5. November 2002 E. 3.2, und I 390/01
vom 19. Juni 2002 E.
2b). Was die krankheitsbedingten Ursachen der Alkohol
sucht betrifft, ist für die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz der Ab
hängig
keit erforderlich, dass dem Alkoholismus eine ausreichend schwere und ihrer Natur nach für die Entwicklung einer Suchtkrankheit geeignete
Ge
sund
heitsstörung
zugrunde liegt, welche zumindest eine erhebliche Teilursache der
Alkoholsucht darstellt (Urteil des Bundesgerichts I 192/02 vom 23. Oktober 2002
E.
1.2.2 mit Hinweis); es genügt nicht, wenn es sich nur um eine ganz unter
geordnete Teilursache handelt (nicht veröffentlichtes Urteil des Bundesge
richts I
130/93 vom 29. August 1994). Mit dem Erfordernis des Krankheitswerts einer all
fälligen verursachenden psychischen Krankheit wird verlangt, dass diese die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit einschränkt (BGE 99 V 28 f. E. 2; Urteil des Bun
des
gerichts I 940/05 vom 10. März 2006 E.
2.2; erwähntes Urteil I 758/01 E.
3.1).
Wenn der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen Alko
holsucht und
krank
heitswertigem
psychischem Gesundheitsschaden besteht, sind für die Frage der noch zumutbaren Erwerbstätigkeit die psychischen und die suchtbedingten Be
einträchtigungen gesamthaft zu berücksichtigen. Um diese Frage beantworten zu können, sind Verwaltung und Gericht auf möglichst detaillierte medizinische Auskünfte über die Verhältnisse zur Zeit der Entste
hung der Alkoholsucht auf der einen und der allfälligen psychiatrischen
Komorbidität
auf der andern Seite sowie über den allfälligen ursächlichen Zu
sammenhang zwischen den beiden As
pekten angewiesen (vgl. zur Bedeutung medizinischer Auskünfte zur Bestim
mung der Invalidität BGE 115 V 133 E. 2; BGE 124 V 265 E. 3c mit Hinweis, 99
V 28 E.
2; SVR 2001 IV Nr.
3 S.
7 E.
2b; AHI 2002 S.
30 E.
2a, 2001 S.
228 f. E.
2b
mit Hinweisen; Urteile des Bundes
gerichts I 169/06 vom 8. August 2006 E.
2.2 und 4.2 mit Hinweisen und des Bundesgerichts 8C_672/2010 vom 27.
September 2010 E.
2).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E.
4 mit Hinweisen; AHI 2002 S.
70 E. 4b/cc).
1.
6
Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Ge
setz nicht etwas Abwei
chendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der über
wiegen
den Wahr
scheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglich
keit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanfor
derungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr
jener
Sachver
halts
darstel
lung
, die es von allen möglichen
Ge
schehensabläu
fen
als
die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E.
5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130
III 321 E.
3.2 und 3.3
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete die Rentenablehnung
damit, gestützt auf die
Beurteilung der behandelnden Psychiaterin sei dem
Versicherten
die Ausübung einer behinderungsangepassten Arbeit zu 80
%
zumutbar. Mit einer solchen Tätigkeit könne er ein Invalideneinkommen von
Fr.
49‘915.10 erzielen. Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
62‘393.90 resultiere ein Invaliditätsgrad von 20
%
, weshalb kein Anspruch auf eine Rente bestehe (
Urk.
2).
2.2
D
ie Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, der Sach
verhalt sei nicht vollständig ermittelt worden. Denn die
Beschwerdegegne
rin
habe
es unterlassen, die aktenkundigen Austrittsberichte der psychiatrischen Kliniken,
insbesondere des
B._
,
einzuverlangen
. Es sei zudem nicht bloss auf die ärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzung abzustellen, son
dern auc
h die Meinung des Berufsberaters in die
Entscheidfindung
miteinzube
ziehen
.
Die
ser
vertrete die Auffassung, dass der Versicherte aufgrund einer
Persönlich
keitsstörung
keinem Arbeitgeber zumutbar sei
(
Urk.
1 S. 6).
3.
3.1
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass die psychischen Beschwerden
im
Wesentlichen
auf ein reines Suchtgeschehen zurückzuführen sind.
So stellte d
ie den Versicherten vom 1
1.
August
2011
bis am
2.
Juli 2012 behandelnde Psychi
a
terin med.
pract
.
C._
, Fachärztin FMH für
Psychiatrie und Psycho
therapie,
am 24. September 2012 (
Urk.
9/88) folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
Störung durch Alkoholabhängigkeit, gegenwärtiger Zustand unklar (ICD-10 F10.2?)
Störung durch ADHD im Erwachsenenalter (ICD-10 F90)
Affektive Erkrankung mit rezidivierenden depressiven Episoden, gegen
wärtiger Zustand unbekannt (ICD-10 F33?)
Verdacht auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional insta
bilen, dissozialen und narzis
s
tischen Zügen (ICD-10 F61.0)
Somatisch: offenbar Schulterverletzung und Operation 2010
Als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beurteilte sie nachfolgende Diagnosen (S. 1):
Störung durch Cannabisabhängigkeit, gegenwärtiger Zustand unklar (ICD-10 F12.2?)
Störung durch Kokainabhängigkeit, lange Zeit abstinent, jetziger Zu
stand unklar (ICD-10 F14.20?)
Störung durch Tabak, ständiger Substanzgebrauch (ICD-10 F17.25)
Sie attestierte eine Arbeit
s
fähigkeit von 80 % in eine
r
angepasste
n
Tätigkeit (Ziff.
1.7).
Auch die den Versicherten
anlässlich seiner stationären Aufenthalte
im
B._
vom 1
8.
Septem
ber bis am 1
7.
November 2006 (Urk. 9/24/1-4), vom 2
4.
Oktober bis am 1
4.
No
vember 2008 (
Urk.
9/24/7-10), vom 1
3.
bis am 2
0.
Juli 2009 und vom 1
4.
bis am
27.
Dezember 2011 (Urk. 9/70/1-3) behandelnden
Ärzte
berichteten von einem Alkoholabhän
gigkeitssyndrom (ICD-10 F10.21)
,
einer
Cannabisab
häng
igkeit
(ICD-10 F12.26)
, einer Nikotinabhängigkeit (ICD-10 F17.24) und einem Status nach
Polytoxikomanie
(ICD-10 F19.20)
. Diese Diagnose
n
werden
von den Ärz
ten der Klinik
D._
,
E._
, bestätigt, nachdem
der Ver
sicherte vom 3
0.
März bis am 2
3.
Juni 2009 in ihrer stationären Behandlung
ge
stand
en war
(Urk. 9/24/13-14).
Die nämlichen Diagnosen werden von
den
den
Ver
si
cherten vom
1.
Februar bis
am
1
3.
März 2012
in ihrer Tagesklinik betreuenden Ärzten der
F._
genannt (
Urk.
9/82).
3.2
Der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden,
wenn
sie aufgrund der von den Ärzten der
F._
und von med.
pract
.
C._
gestellten Verdachtsdiagnose
einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen, dissozialen und narzi
s
stischen Zügen (vgl.
Urk.
9/82 S.
1 und
Urk.
9/88 S.
1)
eine
unvoll
stän
dige
Ermittlung des Sachverhalts rügt
(
Urk.
1 S. 6)
.
In Bezug auf die
Per
sönlichkeitsstörung
ist zunächst darauf hinzuweisen, dass solche häufig in der Kindheit oder Adoleszenz beginnen und sich endgültig im Erwachsenenalter
manifestieren (Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Ka
pitel V
[
F
]
, Klinisch-diagnostische Leitlinien, Bern 2014, S. 274 ff.).
Echtzeitliche Hinweise auf psychische Störungen in der Adoleszenz finden sich in den Akten jedoch keine. Auch die
vorliegende
Erwerbsbiographie des Versicherten (vgl.
Urk.
9/11 und
Urk.
9/20 S.
1) weist
nicht
auf eine
krankheitswertige psychische
Störung hin, was ebenso für die aufgelegten Arbeitszeugnisse gilt (
Urk.
9/20/4-7).
So wird der Versicherte von seinem letzten Arbeitgeber als ruhiger und an
stän
diger Mitar
beiter beschrieben, der sich gegenüber Vorgesetzten und Arbeits
kollegen jeder
zeit freundlich und korrekt verh
a
lt
en habe
.
Seine
Arbeits
bereit
schaft
sei stets vorhan
den gewesen und er habe sich als belastbar erwiesen.
Die erbrachten Leistungen seien sowohl quantitativ wie auch qualitativ gut gewesen
(
Urk.
9/20 S.
8).
In Übereinstimmung damit stellten weder die Ärzte des
B._
noch der Klinik
D._
,
obwohl sie den Versicherten teilweise über einen längeren Zeitraum hinweg stationär be
han
delt hatten und dabei einen umfassenden Eindruck des psychischen Gesund
heitszustands des Versicherten gewinnen konnten, eine Persönlichkeitsstörung fest.
Unter diese
n
Umständen
und angesichts des
zu beachtenden
Beweisgrads
der überwiegenden Wahrschein
lichkeit d
rängen sich keine weiteren Abklä
rung
en
auf.
3.3
Dieses Ergebnis vermag auch
nicht durch die Einschätzung des Berufsberaters
der Beschwerdegegnerin in Zweifel gezogen zu werden, der wiederholt von ei
ne
r
Persönlichkeitsproblematik – und
nicht
einer Persönlichkeitsstörung – berich
te
t
e (vgl.
Urk.
9/36
S.
1 und S.
7,
9/54 S.
1 und S.
4
, 9/73 S.
5
und 9/85 S.
1
)
und da
mit vielmehr
auf Verhaltensauffällig
keite
n des Versicherten hinwies.
Der Be
rufs
berater verfügt
ausserdem
über keine medizinische Ausbildung
, weshalb er auch die Beurteilung der medizinischen Situation durch einen Facharzt empfahl (
Urk.
9/54 S.
1
und
Urk.
9/85 S.
1 und S.
4
). Im Unterschied zur Sachlage des von der Beschwerdeführerin zitierten Urteils des Bundesgerichts 9C_833/2007
vom
4.
Juli 2008
beruht die Beurteilung des Berufsberaters
zudem lediglich
auf Beratungsgesprächen
mit dem Versicherten
und Rückmeldungen der involvier
ten Stellen,
und
nicht
wie dort
auf einer sechswöchigen Abklärung bei einer
speziali
sierten
Stiftung,
welche Aufschluss über die „
Leistungsfähigkeit und Be
lastbar
keit des Versicherten
und mögliche angepasste Tätigkeitsgebiete“ zwecks
Ein
gliederung in der freien Wirtschaft geben respektive die „Eingliederungs- und
Arbeitsfähigkeiten“ abklären sollte.
3.4
Was das Vorbringen der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin habe
ein
zig den Austrittsbericht über den zweiten und dritten Klinikaufenthalt des Ver
sicherten im
B._
eingeholt (
Urk.
1 S.
5), betrifft, geht
aus den Akten hervor, dass auch Berichte über den
fünften
,
sechsten
und
sieb
ten
Klinikaufenthalt vorliegen. Die v
on der Beschwerdeführerin als fünfter
Kli
nik
aufenthalt
im
B._
angeführte stationäre Behandlung fand
jedoch nicht im September 2008, sondern vom 2
4.
Oktober b
is am 1
4.
November 2008 statt (dritter
Klinikaufenthalt
B._
[
Urk.
9/24/7-10; vgl. auch
Urk.
9/24/1-4 über den im Jahr 2006 stattgefunde
nen
ersten
und
zweiten
Klinikaufenthalt]). Die von der Beschwerdeführerin als sechster Klinikaufenthalt betitelte Behandlung wurde nicht im
B._
, sondern in der
Klinik D._
durchgeführt und dauerte vom 3
0.
März
bis am 2
3.
Juni 2009 (
Urk.
9/24/13-14).
Die anlässlich des
siebte
n
Kli
nikauf
enthalt
s
durchgeführte
Therapie
fand sodann
vom 14.
bis am 2
7.
Dezember 201
1
(und nicht im September 2011) statt (fünfter
Klinikaufent
halt
im
B._
[Urk.
9/70/1-3]).
Unter diesen Umständen kann auf den
Beizug
von Berichten über
die beiden
Klinikauf
ent
halte
in den
Jahr
en
2002 und 2005 –
bei L
etzterem
handelt
es sich um eine sta
tionäre Entzugsbehandlung in der
G._
(
Urk.
9/24 15-17 S.
2) –
verzichtet werden
.
Zu ergänzen bleibt, dass die Ungenauigkeiten
im Zu
sammenhang mit den verschiedenen
Klinikaufent
halten
des Versicherten auf
den
von
ihm
vorgetragenen
Angaben beruhen dürften
(
vgl.
Urk.
9/82 S.
5).
4.
4.1
Vor dem Hintergrund, dass
die
Psychiaterin
C._
den Versicherten über einen längeren Zeitraum behandelte und zu ihm den engsten Kontakt pflegte, ist nicht
zu bemängeln, dass die Beschwerdegegnerin auf die von ihr abgegebene Beur
te
i
lung einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ab
stellte, wobei sich
erstere
durch die reduzierte Arbeits
fähigkeit ein erhöhtes
Durchhaltevermögen
des Versicherten
erhoffte (
Urk.
9/88 S.
3).
Zudem sind kein
e A
nhaltspunkte
ersichtlich
, dass
sie
dem Versicherten gegenüber negativ einge
stellt gewesen wäre, was zu einer
unzu
treffenden
Einschätzung der Arbeits
fähig
keit geführt hätte. Es ist vielmehr da
von auszugehen, dass die behandelnde Psychiaterin dem Versichert
en wohl
wollend gegenüber stand. In diesem Zusam
menhang ist
ausserdem
darauf hin
zuweisen, dass behandelnde Spezialärzte mit
unter im Hinblick auf ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifels
fällen eher zu Gunsten ihrer Pati
enten aussagen (so etwa Urteil des damaligen
Eidgenössischen
Versicherungs
gerichts
I 570/04 vom 2
1.
Februar 2005 E. 5.1 mi
t Hinweisen und BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
4.2
Nach dem Gesagten sind die psychischen Beschwerden des Versicherten zur Haup
tsache auf die Alkoholsucht zurückzuführen (vgl.
hiezu
auch
Urk.
9/87)
.
Da kein als Folge des erhöhten Alkoholkonsums eingetretener
Gesundheits
schaden
aktenkundig ist
wie auch keine
dem Alkoholismus
zugrunde liegende
aus
reichend schwere und ih
rer Natur nach für die Entwicklung einer
Sucht
krankheit
geeignete
Gesund
heitsstörung
(vgl. E.
1.
4
hievor
), ist von keiner
inva
lidenversi
cherungsrechtlichen
Relevanz
des Suchtgeschehens auszugehen.
Ent
sprechendes gilt für die Diagnosen einer ADHD im Erwachsenenalter und
einer
depressive
n
Symptomatik (vgl. E.
1.
3
hievor
und etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_104/2014 vom 2
6.
Juni 2014 E. 3.3.4).
4.3
Offen bleiben kann,
ob und
inwiefern sich der physische Gesundheitszustand
auf die
Arbeitsfähigkeit auswirkt.
Denn insgesamt resultiert keine höhere als die
bereits
gestützt
auf die psychischen Beschwerden
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 20 % (E. 3.1).
5.
Der von der Beschwerdegegnerin durchgeführte Einkommensvergleich blieb
be
schwerdeweise
unbestritten und ist nicht zu beanstanden. Da der Versicherte in
den letzten Jahren vor Eintritt seines Gesundheitsschadens nur unregelmässig ge
arbeitet hatte (
Urk.
9/11
), stellte die
Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des
Va
lideneinkommens
auf die vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
ge
be
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_814/2007 /
8C_580/2008 vom 25. September 2008 E.
6.2) ab und ging
von einem
LSE-Ta
bellenlohn
für Hilfsarbeiten aus
(Urk. 9/90)
.
Hinsichtlich des
Invalidenein
kom
mens
stellte die Beschwerdegegnerin ebenfalls zu Recht auf den
LSE
-
Ta
bellenlohn
für mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten im privaten Sektor b
e
schäftigte Männer ab, sodass aus dem Vergleich mit dem
Valideneinkommen
ein
rentenausschliessender Invaliditätsgrad
von 20
%
resultiert.
6.
Z
usammenfassend ist festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung nicht zu be
anstanden ist, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
800.-- festzulegen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).