Decision ID: 085cffb3-260b-58f8-9d13-f4f850bf0667
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965, meldete sich am 15. März 2014 unter Hinweis auf
eine
seropositive
Polyarthritis
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und sprach der Versicherten mit Verfügung vom 31. August 2016 bei einem Invaliditätsgrad von 52 % eine halbe Rente ab 1. Juli 2015 zu (Urk. 7/59
, Urk. 7/43
).
Mit Mitteilung vom 14. Dezember 2017 gewährte die IV-Stelle Kostenübernahme für orthopädische Serienschuhe nach ärztlicher Verordnung ab 27. Oktober 2017 bis 31. Oktober 2022 (Urk. 7/69).
1.2
D
ie
Krankentaggeldversicher
ung der Arbeitgeberin der Versicherten
wandte sich mit Schreiben vom 29. August 2019 an die
IV-Stelle
und informierte diese unter Beilage der Anmeldung der Versicherten
bei der Invalidenversicherung
sowie weiterer medizinischer Unterlagen über die schon längere Zeit
an
dauernde
vollständige
Arbeitsunfähigkeit sowie den Bezug von Krankentaggeldleistungen (Urk. 7/72
f.
).
Die IV-Stelle leitete ein Rentenrevisionsverfahren ein und verneinte n
ach Konsultation des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
(Urk. 7/77/2) und durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 7/78) mit Verfügung vom 29. Okto
ber 2019 einen Anspruch auf eine
Rentenerhöhung
(Urk. 7/82 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 27. November 2019
- unter Beilage zahlreicher Sprech
stundenberichte der Universitätsklinik
Y._
(Urk. 3/1-7) -
Beschwerde gegen die Verfügung vom 29. Oktober 2019 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzu
he
ben und es sei ihr ab dem 1. August 2019 eine ganze Invalidenrente zuzu
sprechen (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 17. Januar 2020 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 17. März 2020 (Urk. 10) hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest und reichte einen weiteren Bericht der Universitätsklinik
Y._
(Urk. 11) ein. Mit Schreiben vom 24. April 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik (Urk. 13).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
ga
benbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
weisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
1.4
Gemäss Art. 88a Abs. 2
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
ist eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufga
benbereich zu betätigen, oder eine Zunahme der Hilflosigkeit oder Erhöhung des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes
oder Hilfebedarfs zu berücksichti
gen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat. Art. 29
bis
IVV ist sinngemäss anwendbar.
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02
vom 10. September 2003 E. 5.2).
2
.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, dass aus ärztlicher Sicht keine dauerhafte Verschlechterung des Gesund
heitszustandes vorliege und eine Teilarbeitsfähigkeit weiterhin zumutbar sei. Entsprechend bleibe der bisherige
Anspruch auf eine halbe Rente
unverändert
bestehen (S. 1).
An ihren Ausführungen hielt sie in der Beschwerdeantwort fest (Urk. 6).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (Urk. 1) geltend, dass sich ihr Gesundheitszustand wesentlich verschlechtert habe, so dass sie heute keine Erwerbstätigkeit mehr ausüben könne. Sie habe nach Zusprechung der Invalidenrente im Pensum von rund 30 % gearbeitet. Diese Erwerbstätigkeit habe sie am 18. März 2019 definitiv aufgeben müssen (S.
2
). Der Grund für die Ver
schlechterung sei die Zunahme der Arthritiden. Insbesondere die Fingerpoly
arthrose habe sehr stark zugenommen. Im Jahr 2016 habe sie noch einen Besen oder ähnliches Arbeitsgerät halten können. Mittlerwe
ile seien die Finger so versteif
t, dass sie das nicht mehr könne. Sie könne auch keine Faust mehr ballen
und
Gewichte heben oder tragen. Infolge der Arthrosen im linken Knie und der Prothesenlockerung im rechten Knie habe auch die Gehfähigkeit abgenommen.
Aus de
m Bericht vom 6. November 2019 sei ersichtlich, dass die Entzün
dungs
parameter
im Laufe des Jahres 2019 trotz Behandlung stark zugenommen hätten. Die Begründung der Beschwerdegegnerin, es liege keine dauerhafte Verschlech
terung des Gesundheitszus
tandes vor, sei damit widerlegt. Die Verschlechterung habe von Januar bis November 2019 und damit mehr als drei Monate gedauert
(S.
3
).
In der Replik vom 17. März 2020 (Urk. 10) hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest und
stellte sich
nach Einsichtnahme in die Akten
auf den Stand
punkt
, die Beschwerdegegnerin
habe
den Sachverhalt ungenügend abgeklärt
.
N
icht nur
ihr
Gesundheitszustand
habe sich
verschlechtert, sondern auch die Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit
hätten
erheblich zuge
nommen, indem sie heute keine behinderungsangepasste Tätigkeit mehr ausüben könne (S. 3 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob und allenfalls in welchem Ausmass sich der Ge
sundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit de
r
Beschwerdeführer
in
seit der Ver
fügung vom 31. August 2016 (Urk. 7/59) verändert haben.
3.
3.1
Die massgebende medizinische Aktenlage bei Erlass der ursprünglichen Verfü
gung vom 31. August 2016 (Urk. 7/59) stellte sich wie folgt dar:
3.2
Die Ärzte des Universitätsspitals
Z._
, Klinik für Rheumatologie, nannten im Bericht vom 8. September 2014 (Urk. 7/
15/6-9
) als Diagnosen eine seropositive erosive Arthritis mit Sekundärarthrosen (Gonarthrosen beidseits, Radiokarpal
arthrosen beidseits, Karpalarthrosen rechts, Fingerpolyarthrosen beidseits, dis
krete
Atlantodentalarthrose
und leichtgradige
Unkarthrose
C5/6).
Als weitere Diagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannten sie eine Osteopenie sowie
Refluxbeschwerden
(Ziff. 1.1). Die Beschwerdeführerin sei aufgrund der aktuell ungenügend kontrollierten rheumatoiden Arthritis sowie aktuell
exazer
bierten
Kniegelenkbeschwerden im Rahmen der Sekundärarthrosen körperlich stark eingeschränkt. Bei körperlich belastenden Arbeiten komme es zu einer Zu
nahme der Beschwerden, insbesondere in den Hand-, Finger- und Kniegelenken. Eine Teilzeitbeschäftigung als Reinigungskraft könne aktuell zu 50 % zugemutet werden. Bezüglich der entzündlichen Aktivität sei von einer Verbesserung der Symptome innerhalb einiger Monate auszugehen, vorausgesetzt die Beschwerde
führerin spreche auf die Basistherapie an. Bezüglich der arthrotischen Beschwer
den handle es sich um ein chronisches Leiden
, welches
sich nicht
mehr
verbessern
werde
. Aktuell sei eine Halbtagestätigkeit denkbar. Diese könne je nach Verlauf auf fünf bis sechs Stunden erhöht werden (Ziff. 1.7). Die Behandlung der rheu
matoiden Arthritis könne mit einer wirksamen Basistherapie beeinflusst werden. Die degenerativen Veränderungen könnten allenfalls mit einem orthopädischen Eingriff teilweise korrigiert werden, hier bestehe jedoch eine schlechtere Prog
nose. Ebenfalls könne mit einem konsequenten Muskelaufbau die Schmerzin
ten
sität der Arthrose gegebenenfalls positiv beeinflusst werden (Ziff. 1.8).
3.
3
Dr. med.
A._
, Assistenzärztin
an der
Universitätsklinik
Y._
, führte im Bericht vom 8.
Dezember
2014 (Urk. 7/20/6-7) aus, bei der Be
schwerde
führerin bestehe eine aseptische Knietotalprothesenlockerung rechts mit deutlich eingeschränkter Beweglichkeit mit Flexion von maximal 70°. Zusätzlich zeige sich eine
Patellab
a
ja
(Ziff. 1.4). Die Beschwerdeführerin sei aufgrund der erosiven Arthritis körperlich stark eingeschränkt, dies aktuell aufgrund von Arthrosen in den Fingern und um das Radiokarpalgelenk sowie zusätzlich im Knie links. Sie sei körperlich nicht belastbar und die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar (Ziff. 1.7).
Auf Rückfrage hielt Dr.
A._
fest, insgesamt sei aufgrund einerseits der rheu
matoiden Arthritis und andererseits bei Verdacht auf Knie-Totalprothesen
locke
rung in einer wechselbelastenden, mehrheitlich sitzenden Tätigkeit
von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen (Urk. 7/23).
3.
4
Med.
pract
.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte im Be
richt vom 12. Mai 2015 (Eingangsdatum, Urk. 7/36/1-3) aus, obwohl die Beschwer
deführerin noch eine zirka 50%ige Tätigkeit unter sehr starken Schmerzen ausübe, denke er, dass sie nicht mehr arbeitsfähig sei (Ziff. 2.1). Es bestehe eine mindestens 50%ige Verminderung der Leistungsfähigkeit (Ziff. 2.2). Es sei wei
terhin mit Schüben der
Polyarthritis zu rechnen, welche zu weiteren Verschlech
terungen
führen
würden
(Ziff. 3.3).
3.
5
Die Ärzte der Universitätsklinik
Y._
berichteten am 6.
April
2016 (Urk.
7/34/7-9
) von einer Knie-Sprechstunde und führten aus, am rechten Knie
habe die Beschwerdeführerin seit der letzten Konsultation unveränderte Be
schwer
den, hier sei insbesondere die Flexionseinschränkung hinderlich. Neu würden zu
nehmend auch auf der linken Seite arthrotische Beschwerden bestehen, mittler
weile überwiege die linke Seite. Die Beschwerdeführerin
arbeite
immer noch
zu 50 %
als Putzfrau, die Schmerzen würden sie aber an den Rand der Erschöpfung bringen. Beim rechten Knie bestehe aktuell kein Handlungsbedarf, links zeige sich eine symptomatische
Valgusgonarthrose
. Anamnestisch habe eine Kortison-Infil
tration vor Jahren Besserung gebracht, weshalb diese zeitnahe links durchzu
führen sei. Aufgrund der Schmerzexazerbation bestehe eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit bis zum erwarteten Wirkungseintritt der
Kortisoninfiltration
.
Im Bericht vom 12. April 2016
(Urk. 7/34/4-6)
führten sie sodann aus, die Be
schwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit als Raumpflegerin im Umfang von 50 % eingeschränkt (Ziff. 2.1). Langf
ristig werde
auch auf der linken Seite die Implantation einer Knie-Totalprothese indiziert sein (Ziff. 3.3). Nach gutem Ansprechen der
Kortisoninfiltration
sei eine Arbeitsbelastung von zwei bis vier Stunden für eine wechselbelastende, mehrheitlich sitzende Tätigkeit realistisch (Ziff. 4.2).
3.
6
Dr.
med.
C._
,
Praktische Ärztin,
RAD,
hielt in der Stellungnahme vom 24. Mai 2016 (Urk. 7/50/4) fest, aus versicherungsmedizinischer Sicht
sei
weiter
hin von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (mehrheitlich sitzend, kurze Wegstrecke, wechselbelastend) unter Weiterführung einer indika
tionsadäquaten Therapie auszugehen. Die durchgeführte Tätigkeit als Reini
gungs
mitarbeiterin entspreche eher der bisherigen Tätigkeit. Kurzzeitige Verschlech
terungen seien bei Vorliegen der in den Berichten der Universitätsklinik
Y._
genannten Diagnosen möglich.
4.
4.1
Die medizinische Sachlage, wie sie sich anlässlich der aufgrund der Neu
anmel
dung vom 5. August 2019 (Urk. 7/71) erfolgten erneuten Prüfung des Rentenan
spruches darbot, stellt sich wie folgt dar:
4.2
Dr. med.
D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
von der
Universitätsklinik
Y._
berichtete am
4. April 2019 (Urk. 3/
7
)
über labor
chemische Ergebnisse sowie
teilweise aktuelle bildgebende Befunde und nannte
folgende verkürzt wiedergegebene Diagnosen (S. 1 f.):
-
seropositive, erosive rheumatoide Arthritis
-
symptomatische Gonarthrose links
-
Verdacht auf aseptische Knie-Totalprothesen-Lockerung Knie rechts
-
chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Osteopenie
Zur Diagnose einer rheumatoiden Arthritis hielt Dr.
D._
mit Verweis auf das MRI der beiden Hände vom 18. Januar 2019
fest, aktuell bestünden Schmerzen und
eine
Schw
ellung im linken Handgelenk
(
Metacarpopha
langeal
gelenk
[
MCP
]
II und III
)
. Der CRP-
Wert liege bei 39 mg/l, wogegen er am 24.
Januar 2019 b
ei 5.8 mg/l gelegen habe
(S. 1)
.
H
insichtlich des chronischen
zervikospondylogenen
Schmerzsyndroms hielt
sie mit Verweis auf das MRI der Halswirbelsäule
(HWS)
vom 16. April 2018
fest, dass es in der oberen sowie unte
ren HWS rechtsbetont seit Anfang 2018 zu einer Sc
hmerzexazerbation gekom
men sei
(S. 2)
.
Die Konsultation der Beschwerdeführer
in
sei zur zweiten Rituxi
mab-Infusion erfolgt. Seit Sistierung der
Etanercept
-Medikation hätten sich die Arthralgien deutlich verschlechtert, nach der 1.
Rixathon
-Infusion sei
es
zu keiner Beschwerdereduktion gekommen. Die Beschwerdeführerin nehme aktuell 20 mg Prednison täglich ein. Klinisch würden sich Schwellungen und Synovitiden in
den MCP II und II
I
beidseits sowie ein Kniegelenkserguss linksbetont zeigen
(S. 4)
.
4.3
Aufgrund einer Symptomverschlechterung
mit
Schmerzexazerbation sowie Schwellungszunah
me in den Händen und Knien berichtete Dr.
D._
am 10. Mai 2019 von
einer vorzeitigen klinischen Verlaufskontrolle
(Urk. 3/
6
)
, bei welcher deutliche Synovitiden MCP II und III beidseits
festgestellt
worden seien
.
Daneben beklage die Beschwerdeführerin eine deutliche Morgensteifigkeit von ein bis zwei Stunden.
In den externen Laborunter
suchungen habe sich ein erhöhter
CRP
-Wert
von
26.3 mg/l, am 20. April 2019
ein solche
r
von
49 mg/l gezeigt. Die
Prednisontherapie
mit aktuell 20 mg/Tag habe seit
zwei
Tagen auf 10 mg/Tag reduziert werden können. Zwischenzeitlich sei in der hausärztlichen Sprechstunde die Erhöhung der
Methotrexat
- (
MTX
)
Dosis auf 25 mg subkutan einmal wöchentlich sowie
Plaquenin
400 mg täglich erfolgt
. Mit der Beschwerde
führerin und ihrem Sohn sei eine stationäre multimodale Schmerztherapie sowie eine erneute Evaluation der Basistherapie in der rheumatologischen Klinik des
Universitätsspitals Z._
besprochen worden. Diese würden diesem Vorschlag zum jetzigen Zeitpunkt
sehr zurückhaltend gegenüberstehen und möchten den weiteren klinische Verlauf abwarten (S. 4)
.
4.4
Am
13. Juni 2019 (Urk.
3/5 = Urk.
7/70)
berichtete Dr.
D._
über eine
weitere
Verlaufskontrolle
und
leichtgradig
regrediente
Synovitiden MCP II und II
I
beidseits.
Der
CRP
-Wert
betrage 20 mg/l.
Sie hielt fest,
die Beschwerdeführerin
berichte
über eine leichte Schmerzreduktion in den Händen sowie im linken Knie. Weiterhin bestehe eine Morgensteifigkeit bis 30 Minuten. Klinisch seien die Synovitiden im MCP II und II
I
beidseits
regredient
, es persistiere ein leichtgradiger Kniegelenkserguss im Knie links. Zwischenzeitlich habe die Prednison-Dosis auf 10 mg letzte Woche und aktuell 7.5 mg/Tag reduziert werden können. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 13. Juni bis 14. Juli 2019 (S. 4).
4.5
Med.
pract
.
B._
führte im Bericht zuhanden des Krankentaggeldversicherers vom 28. Juni 2019 (Urk. 7/74) aus, es sei zu
einer
Schmerzexazerbation mit An
stieg der humoralen Aktivität wie auch
einer
Zunahme der Schwellungen insbe
sondere an den Händen und den Knien gekommen (Ziff. 2.2). Es bestehe seit dem 17. Mai 2019 und bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 4.1)
.
4.6
Im Bericht
vom 11. Juli 2019
über eine klinische und laborchemische Verlaufs
kontrolle berichtete Dr.
D._
über einen CRP-Wert von 34 mg/l und führte weiter aus, die Beschwerdeführerin habe aufgrund der
multilokulären
Arthralgien
, aktuell im Vordergrund im HWS- und Schulterbereich
links
, Hand
gelenke beidseits, MCP II und III beidseits linksbetont,
die
Prednisontherapie
wieder auf 10-20 mg pro Tag steigern müssen.
Klinisch hätten sich Synovitiden im MCP II und III beidseits sowie ein leichtgradiger Kniegelenkserguss links gezeigt. Laborchemisch seien die Entzündungszeichen weiterhin erhöht gewesen. Vom 15.
Juli bis 16.
August
2019 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(Urk.
3/4 S. 4)
.
4.7
Am 19. August 2019 berichtete Dr.
D._
über eine weitere klinische und laborchemische Verlaufskontrolle mit Röntgen der Hände,
Knie und Füsse
. Die Beschwerdeführer
in
berichte
über einen wechselhaften Verlauf mit teilweise morgendlichen Arthralgien und Steifigkeitsgefühl in beiden Händen mit Kraft
verlust. Aktuell im Vordergrund stünden Knieschmerzen rechts lateral ohne Knie
gelenkserguss. Die Knieschmerzen würden unter Belastung beim Laufen oder nach
längerem Sitzen zunehmen. Aktuell nehme sie 10 mg Prednison täglich so
wie bei Schmerzexazerbation ein bis zweimal wöchentlich 20 mg. Therapeutisch werde die Basistherapie unverändert weitergeführt. Anfang Oktober sei eine erneute Standortbestimmung mit
Reevaluation
der Basis-Kombinationstherapie geplant (Urk. 3/
3
S.
4 f.
).
4.
8
Dr.
C._
, RAD, hielt
in
ihrer
Stellungnahme
vom 16. September 2019 (Urk. 7/77/2
)
unter dem Titel
«
Nichteintretensprüfung
»
fest, bei mangelndem Therapiean
spre
chen auf das Präparat Methotrexat sei seit dem 18. März 2019 auf das Präparat
Rixathon
umgestellt worden und im April 2018 habe es eine akute Exazerbation des chronisch
zervikospondylogenen
Schmerzsyndrom
s
gegeben. Es werde im Bericht der
Universitätsk
linik
Y._
vom 13. Juni 2019 eine leichte Schmerz
reduktion in den Händen, sowie im linken Knie beschrieben, die Synovitiden in MCP II und III beidseits seien
regredient
und die
Prednisondosis
habe reduziert werden können. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei keine dauerhafte Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes anzunehmen, da die
Regredienz
der Be
schwerden
dagegen
spreche
.
4.9
In einem weiteren Verlaufsbericht vom 4. Oktober 2019 führte Dr.
D._
aus, die Beschwerdeführerin beklage weiterhin einen wechselhaften Verlauf, wo
bei sie zwischen 10
mg bis 5 mg Prednison pro Tag habe einnehmen müssen. Aktuell im Vordergrund stünden Nacken- und Schultergürtelbeschwerden sowie Arthralgien über den MCP, vor allem II und III beidseits sowie Knie linksbetont. Klinisch hätten sich keine sicheren Syno
v
i
t
iden oder Kapselverdickungen in den MCP II und III beidseits gezeigt. Das linke Knie sei aktuell ohne Reizerguss. Therapeutisch sei nach sechs Monaten die erneute
Rixathon
-Infusion besprochen worden. Dieser stehe die Beschwerdeführerin sehr zurückhaltend gegenüber und wünsche den Wechsel zurück auf die TNF-Alpha-Hemmer
-
Therapie mit
Etaner
cept
. Aus rheumatologischer Sicht sei mit der Beschwerdeführerin die Weiter
führung der Basistherapie mit
Rixathon
für zwei bis drei Zyklen besprochen worden, um kurzfristige Therapiewechsel zu vermeiden, vor allem auch, da sich die Entzündungszeichen bis auf den heutigen Zeitpunkt im Verlauf reduziert hätten. Die Beschwerdeführerin möchte keine
Rixathon
-Therapie mehr durch
führen. Aus diesem Grund erfolge der Wiederbeginn der Basis-Kombinations
therapie (Urk. 3/
2
S. 4).
4.10
Am 6. November 2019 berichtete Dr.
D._
erneut
über eine Schmerz
exazerbation mit
multilokulären
Arthralgien mit Arthritiden vor allem MCP II und III beidseits, Schulterschmerzen beidseits sowie einschiessende stechende Knieschmerzen beidseits rechtsbetont. Die Beschwerdeführerin nehme zwischen 10 und 20 mg Prednison ein. Laborchemisch seien die Entzündungszeichen deut
lich erhöht gewesen (Urk. 3/
1
S. 4).
4.11
Dr.
D._
führte im Bericht vom
24. Februar 2020 (Urk. 11) aus, bei der Beschwerdeführerin bestehe eine seropositive rheumatoide Arthritis, welche
trotz verschiedenen Basis-Kombinationstherapien
weite
rhin ungenügend einge
stellt sei
. Weiterhin würden sich klinisch Syno
v
i
t
iden
und Kapselverdickungen in den MCP-
Reihen, Kniegelenksergüsse beidseits sowie laborchemisch erhöhte Entzündungszeichen zeigen. Aufgrund einer Verschlechterung der Symptomatik sei im Jahr 2019 ein Therapiewechsel auf
Rixathon
-Infusionen erfolgt, was zu keiner Beschwerdereduktion geführt habe, so dass die Basis-Kombi
nations
the
rapie erneut umgestellt worden sei. Die Prednison-Dosis habe zwischenzeitlich aufgrund der Symptomverschlechterung deutlich erhöht werden müssen mit teil
weise 20 mg Prednison pro Tag. Bei weiterhin Synovitiden MCP II und III beidseits sowie Sekundärarthrosen, Gonarthrosen beidseits, Radio
k
arpalarthrosen und Kar
palarthrosen könn
t
en mittel- bis langfristig manuelle Tätigkeiten nicht mehr ausgeführt werden und eine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Unterhaltsreinigerin sei mittel- bis langfristig nicht mehr realisierbar
(S. 3)
.
5.
5.1
Die Verwaltung ist bei Glaubhaftmachung einer anspruchserheblichen Änderung verpflichtet,
auf das
Gesuch um Leistungsrevision
einzutreten und es in tat
sächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend zu prüfen
(
Art. 17 ATSG
)
.
Aus der angefochtenen Verfügung ergibt sich, dass d
ie Beschwerdegegnerin auf das
Revisionsgesuch
der Beschwerdeführerin eingetreten
ist
und den Anspruch
mate
riell überprüft
hat
(vgl. Urk. 2 S. 1).
5.2
Mit Schreiben vom 29. August 2019 gelangte d
ie
Krankentaggeldversicher
ung der Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin
unt
er Beilage des
von der Beschwer
deführerin ausgefüllten
Anmeld
eformulars (Urk. 7/71)
sowie weiterer Unterlagen, insbesondere eines Sprechstundenberichts der Universitätsklinik
Y._
vom 13.
Juni 2019,
an die Beschwerdegegnerin und wies diese daraufhin, dass die Be
schwerdeführerin seit längerer Zeit arbeitsunfähig sei und Krankentaggeld
leis
t
ungen beziehe (vgl. Urk. 7/72).
Die eingegangenen
medizinischen
Unterlagen wurden in der Folge von der Sachbearbeitung unter dem Titel «Wir prüfen: Nichteintreten» mit der Anfrage an den RAD
weitergeleitet
, ob die eingereichten medizinischen Unterlagen eine Ver
änderung des Gesundheitszustandes begründen würden (vgl. Urk. 7/77 S. 2 Mitte).
Dr.
C._
vom
RAD
kam
mit knapper Begründung und ohne Auseinanderse
tzung
und Gegenüberstellung
der
aktuellen
mit
früheren
bildgebenden Befunden
zum Schluss, dass keine dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes anzu
nehmen sei und die
Regredienz
der Beschwerden dagegen
spreche (vorstehend E.
4.8).
E
igene
(weitere)
Abklärungen nahm die Beschwerdegegnerin
in der Folge
keine mehr vor, sondern wies das
Rentene
rhöhungsgesuch mit Verfügung vom 29. Oktober 2019 ab.
5.3
Von einer rechts
genüglichen
respektive rechtskonformen
(materiellen)
Sachver
haltsabklärung
kann
vorliegend nicht gesprochen werden
. Auch wenn im
(Ver
laufs-)
Bericht der Universitätsklinik
Y._
vom 13. Juni 2019 von einer leicht
gradigen
Regredienz
der
Synovitiden
und einer leichten Schmerzreduktion
ge
sprochen wurde,
geht daraus
wie auch
aus
dem Bericht des Hausarztes med.
pract
.
B._
hervor
, dass die Beschwerdeführerin
seit Januar 2019
und damit seit mehreren Monaten
wegen Schmerzexazerbation
und Zustandsverschlechterung
in regelmässiger
und fortdauernder
Behandlung
stand.
Trotz
Hinweisen
für eine
längerdauernde
Zustandsverschlechterung
und fachärztlich attestierter Arbeits
unfähigkeit unterliess es die Beschwerdegegnerin
,
eigene
Abklärungen
zu tätigen
und
weitere Berichte und Angaben
bei den behandelnden Ärzten
einzuholen.
Ohne
weitere Abklärungen war
die
Beschwerdegegnerin
jedoch
nicht in der Lage, den rechtserheblichen Sachverhalt festzustellen.
A
ufgrund der zahlreichen
im Be
schwerdeverfahren eingereichten
Berichte der Universitätsklinik
Y._
(vor
stehend E.
4.2, E. 4.3, E. 4.6, E. 4.7 und E. 4.9-11)
bestehen
Anhaltspunkte, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
seit der
Rentenzu
sprache
vom
31. August 2016
(E. 2.3)
erheblich
verändert haben könnte.
Aus
den Be
richten
geht unter anderem hervor,
dass
die
vom RAD gestützt auf den Bericht
der Universitätsklinik
Y._
vom 16. Juni 2019 beschriebene leichte Schmerz
reduktion
in den Händen sowie im linken Knie,
die
regredienten
Synovitiden in MCP II und III sowie
die
Dosisreduktion von Prednison
nur
einer Momentauf
nahme entsprach
.
Bereits im
nachfolgenden
Bericht der Universitätsklinik
Y._
vom 11. Juli 2019 wurde über einen erneut
en Anstieg des
CRP-Wert
s
sowie eine Steigerung der Prednison-Dosis aufgrund der
multilokulären
Arthralgien im HWS- und Schulterbereich links
, der
Handgelenke sowie Knie beidseits berichtet
und die
attestierte
vollständige Arbeitsunfähigkeit
für
einen weiteren Monat ver
längert
(vgl. vorstehend E.
4.6)
.
5.4
Inwiefern sich
die
von
der U
niversitätsklinik
Y._
bildgebend
sowohl im
MRI als auch
auf Röntgenbildern
festgestellten
ausführlichen
Befunde
und
degene
ra
tiven
Veränderungen
der Hände, Knie, Füsse
, BWS
und HWS
(vgl. Urk. 3/4 S. 1 f.
und S. 4)
von
früheren Befunden
unterscheiden, sei es auch nur
bezüglich des Schweregrads
respektive
inwieweit sie
die Arbeitsfähigkeit oder allenfalls das
Belastungsprofil
zusätzlich
einschränken,
kann gestützt auf die
vorliegenden Akten
und ohne
ausführliche
fachärztliche
Einschätzung
nicht abschliessend
beurteilt werden
.
So
deuten
beispielsweise
die Röntgenbefunde der beiden Knie im Bericht vom 6. April 2016
im Vergleich
mit de
n
jenigen im Bericht vom 19. August 2019
auf
ein Fortschreiten der Gelenksdestruktion
hin
. Während
im
Bericht vom 6. April 2016 von einer symptomatischen
Valgusgonarthrose
links mit Gelenkspalt
verschmälerung berichtet wurde (vgl. Urk. 7/34/7-8), stellten die Fachärzte im
Bericht vom 19. August 2019
eine progrediente fortgeschrittene
Pangonarthrose
links mit Gelenkspaltverschmälerung, Osteophyten und
subchondraler
Sklerose und ausgeprägter Retropatellararthrose fest (vgl. Urk. 3/3 S. 4).
Auch die neuen bildgebenden Befunde der Hände, welche
eine
(teilweise) ausgedehnte Synovitis und Erosionen,
eine
Tenosynovitis
sowie degenerative
beziehungsweise
teilweise
degenerativ
imponierende Veränderungen zeigten
(vgl. Urk. 3/4 S. 1 f.)
, lassen eine
Veränderung respektive
Verschlechterung zumindest nicht ausschliessen.
D
em Bericht
der Klinik für Rheumatologie des
Z._
vom 8. September 2014
lässt sich
diesbezüglich einzig
entnehmen, dass die Beweglichkeit der Handgelenke in Flexion und Extension beidseits nur leicht eingeschränkt und endphasig schmerz
haft war, wobei die Sekundärarthrose beider Handgelenke sowie Karpalarthrose rechts sowie Fingerpolyarthrose beidseits die Beschwerdeführerin damals weniger einschränkten als die Kniegelenksbeschwerden (vgl. Urk. 7/15 S. 7).
Schliesslich bleiben auch die Auswirkungen der festgestellten degenerativen Veränderungen der beiden Füsse unklar. Während die Ärzte der Universitätsklinik
Y._
bild
gebend zahlreiche Befunde erhoben (vgl. Urk.
3/4 S.
4 unten), lässt sich
den
früheren Berichten hinsichtlich der Fussgelenke einzig eine leichte
Druckdolenz
der beiden oberen Sprunggelenke sowie positive
Gaenslen-Zeichen
der beiden Füsse entnehmen (vgl. Urk. 7/15 S. 7 Mitte).
5.5
Schliesslich deutet
der
(Behandlungs-)
Verlauf auf eine mögliche dauerhafte Verschlechterung hin. Die Ärzte der Universitätsklinik
Y._
fassten im Bericht vom 24. Februar 2020 die Entwicklung seit Januar 2019 zusammen und führten aus, dass der im Jahr 2019 aufgrund einer Verschlechterung der Symptomatik erfolgte Therapiewechsel auf
Rixathon
-Infusionen zu keiner Beschwerde
reduk
tion führte und die Basis-Kombinationstherapie erneut umgestellt wurde. Sie hielten weiter fest, dass die seropositive rheumatoide Arthritis trotz verschiedene
r
Basis-Kombinationstherapien weiterhin ungenügend eingestellt sei, sich weiter
hin klinisch Synovitiden und Kapselverdickungen in den MCP-Reihen, Kniege
lenksergüsse beidseits
sowie
erhöhte Entzündungszeichen zeigten und die Pred
nison-Dosis aufgrund der Symptomverschlechterung deutlich
habe
erhöht werden
müssen
(vorstehend E. 4.11).
5.6
Nach dem Gesagten ist eine dauerhafte Verschlechterung der entzündlichen Aktivität im Rahmen der Grunddiagnose sowie auch der Gelenksdestruktionen aufgrund der ausgeprägten Sekundärarthrosen
entgegen der Ansicht der Be
schwer
degegnerin
nicht auszuschliessen. De
r
en Erheblichkeit und Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit lassen sich jedoch entgegen der Ansicht der Be
schwer
deführerin
auch
nicht anhand der Berichte der behandelnden Ärzte
festlegen
,
welche
rechtsprechungsgemäss
nicht den Zweck einer den
abschliessenden
Ent
scheid über
die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes haben,
dem Behandlungsauftrag entsprechend nur wenige verlässliche Angaben zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin enthalten und
keine verlässlichen Angaben
zur
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit und
insbesondere
auch zu einer effektiven Veränderung des Gesundheitszustands
enthalten
.
Damit kann für eine abschliessende Beurteilung der Leistungsan
sprüche nicht auf die vorliegenden Unterlagen abgestellt werden; vielmehr wäre die Verwaltung - nachdem sie auf das Gesuch eingetreten war - bei der gegebenen Aktenlage verpflichtet gewesen, den Sachverhalt in Nachachtung des Untersu
chungsgrundsatzes umfassend abzuklären.
5.
7
Für eine rechtsgenügliche Einschätzung des verbleibenden Leistungsvermögens
sind
nach dem Gesagten
weitere Abklärungen des Ge
sundheitszustandes
der Beschwerdeführerin
unumgänglich, wobei sich d
ie zuständige
(
n
)
Fachperson
(
en
)
in Auseinandersetzung
mit den
Vorakten
und in Gegenüberstellung des vergan
genen und aktuellen Zustands
insbesondere
zu Änderungen des Sachverhalts,
dessen Erheblichkeit
sowie
zur Arbeitsfähigkeit und deren Verlauf seit der letzten leistungsverneinenden Verfügung zu äussern
haben
werden
.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen und die Sache ist für weitere Abklärungen und zu neuem Entscheid über den Rentenanspruch an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
,
IVG
) und auf Fr.
7
00.-- festzulegen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Ausgangsgemäss steht der obsiegenden Beschwerdeführerin eine Prozessent
schä
digung zu, die gemäss Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) – ohne Rücksicht auf den Streit
wert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen ist. In Anwendung dieser Kriterien ist die Parteien
tschädigung vorliegend auf Fr. 2
‘
300
.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.