Decision ID: 18596166-9a14-426f-bac2-95dca9d00425
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1969, war zuletzt bei der Y._ GmbH als Verpackerin angestellt (Urk. 9/14) und im Neben
erwerb als Reini
gungsfachfrau für die Z._ AG tätig (Urk. 9/8), als sie am 5. Mai 2010 beim Aufheben eines Blatt Papiers, das auf ein nicht isoliertes Kabel gefallen war, insbesondere durch den dabei aufge
tre
tenen Kurz
schluss mit Blitzen erschreckt wurde (Urk. 9/13/59, Urk. 9/13/48). Die Ver
sicherte litt im Verlauf an psychischen Beschwerden (Urk. 9/13/40-41) und begab sich in psy
chologische Behandlung im psychothera
peutischen Ambulatorium des A._-In
stituts, wo die Diagnose einer posttrau
matischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) gestellt wurde (Urk. 9/13/14, Urk. 9/15/3-4). Organische Schäden wur
den keine fest
gestellt (Urk. Urk. 9/13/56-57).
Die Unfallversicherung Suva verneinte mit Verfügung vom 8. Juli 2010 ihre
Leistungspflicht für die Folgen des Ereignisses vom 5. Mai 2010 (Urk. 13/21-23),
was sie mit Ein
sprache
ent
scheid vom 14. September 2010 bestätigte (Urk. 9/13/5-
9). Die hiergegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversiche
rungsgericht des Kantons Zürich im Ver
fahren Nr. UV.2010.00315 mit Urteil vom 28. März 2012 ab.
1.2
Am 12.
Oktober
2010
hatte sich die Versicherte bei der Eidgenössischen Invali
denver
siche
rung zum Leistungsbezug angemeldet (Urk. 9/3). Die Sozialver
sicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nach
folgend: IV-Stelle), klärte die medizinischen und erwerblichen Verhältnisse ab und holte unter anderem die Unfallakten (Urk. 9/13/1-59) und das von der Krankentaggeldversicherung CSS Versiche
run
gen in Auftrag gegebene Gutachten von Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 3. Dezember 2010 (Urk. 9/19) ein. Am 4. Oktober 2011 wurde die Versicherte von Dr. med. C._, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) untersucht (Be
richt vom 6. Oktober 2011, Urk. 9/34). Die Anstel
lung bei Y._ GmbH als Verpackerin wurde per Ende Februar 2012 gekündigt (Urk. 9/63/2). Im Februar 2012 wurden von der IV-Stelle berufliche Massnahmen eröffnet (Urk. 9/38) und ab dem 2. Juli 2012 wurde ein Belastbarkeitstraining durchgeführt (Urk. 9/45), das frühzeitig im September 2012 abgebrochen wurde (Urk. 9/54, Urk. 9/58/2, Urk. 9/59).
Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (Vorbescheid vom 8. Januar 2013
, Urk. 9/66) wurde der Versicherten mit Verfügung vom 4. April 2013 mit Wirkung ab dem 1. Mai 2011 eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % zuge
sprochen (Urk. 9/71).
1.3
Im Oktober 2014 eröffnete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren (Urk. 9/75) und holte unter anderem das Gutachten von Dr. med. D._, Fachärztin für Psy
chiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie, vom 19. No
vember 2015 ein (Urk. 9/95). Mit Vorbescheid vom 13. Januar 2016 kündigte sie die Ein
stellung der Rente an (Urk. 9/97). Da
gegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom 28. Januar 2016 (Urk. 9/104), er
gänzt mit Schreiben vom 29. Februar 2016 (Urk. 9/107), Einwände. Wie ange
kün
digt hob die IV-Stelle die bisherige ganze Rente mit Verfügung vom 14. September 2016 auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf (Urk. 2).
2.
Mit
Eingabe vom
14. Oktober
2016 erhob die Versicherte hiergegen
Beschwerde und beantragte,
die Verfügung vom 14. September 2016
sei aufzu
heben und es
sei ihr bis zum Abschluss der gutachterlich empfohlenen Eingliederungsmass
nahmen weiterhin eine ganze Rente auszu
richten; eventualiter sei die Verfü
gung vom 14. September 2016 aufzuheben und es sei ihr ausgehend von einem 40 % übersteigenden Invaliditätsgrad weiterhin eine Rente der Invalidenver
sicherung auszurichten (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Be
schwerdeantwort vom 9. Januar 2017 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8). Mit Verfügung vom 10. Januar 2018 wurde den Parteien Gelegenheit gegeben, zur Rechtsprechungsänderung des Bundesgerichts gemäss BGE 143 V 409 und 143 V 418 Stellung zu nehmen (Urk. 11 S. 2), worauf die Beschwerde
geg
nerin mit Eingabe vom 18. Januar 2018 verzichtete (Urk. 13). Die Beschwerde
führerin reichte ihre Stellungnahme mit Eingabe vom 23. Februar 2018 ein und stellte die folgenden geänderten Anträge: D
ie Verfügung vom 1
4.
September 2016 sei aufzuheben und
die Sache sei an die Beschwerdegegnerin zur Durch
führung der Eingliederungsmassnahmen zurückzuweisen sowie es sei ihr
bis zum Abschluss der gutachterlich
empfohlenen Eingliederungsmass
nahmen w
eiterhin die bisherige Rente auszu
richten
bei anschliessendem neuen Entscheid über den künftigen Leistungsanspruch; eventualiter sei die Verfü
gung
vom 14.
September 2016 aufzuheben und
die Sache sei zur Einholung eines Ergän
zungsgutachtens unter Berücksichtigung der neuen Rechtsprechung bei Dr. D._ sowie zur
Durchführung von Eingliederungsmassnahmen unter Weite
rausrichtung der Rente
und anschliessendem neuen Entscheid über den kün
ftigen Leistungs
an
spruch an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; subeven
tualiter sei die Ver
fü
gung vom 14. September 2016 aufzuheben und es sei
ihr ausgehend von einem 40
%
übersteigenden Invaliditätsgrad weiterhin eine
Rente der Invaliden
ver
sicherung auszurichten
. Sollte das Gericht dem ersten Antrag nicht folgen, sei durch das Gericht auf Kosten der Beschwerdegegnerin bei Dr. D._ ein Ergänzungs
gutachten unter Berücksichtigung der Regeln der neuen Rechtspre
chung einzuholen (Urk. 15 S. 3).
Auf die Ausführungen der Parteien und die weiteren eingereichten Unter
lagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allge
m
ei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Er
werbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsun
fähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Ge
sundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG be
wirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die ver
sicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein ren
tenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objek
tivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumut
bar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 127 V 294 E. 4c; 139 V 547 E. 5.2;
143 V 409
E. 4.2.1).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychoso
matische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tat
säch
liche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grund
sätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu
ermitteln (BGE 141 V 281). Mit dem BGE 143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweis
verfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krank
heitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Fest
stellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Drei
viertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch
führung der medizi
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Validen
einkommen). Der Ein
kommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Inva
liditätsgrad be
stimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
5
1.5.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge
ho
ben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Än
de
rung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invali
di
tätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesund
heitszu
standes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswir
kungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Augu
st 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beur
teilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Ge
sund
heitszustan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revi
sionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invalidität
s
bemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.5
.2
Im Rah
men einer materiellen Revision (Art. 17 ATSG) ist die Ver
waltung ver
pflich
tet, das Leistungsbegehren in tatsächlicher und recht
licher Hin
sicht all
seitig, das heisst nicht nur mit Bezug auf jenes Sachverhaltssegment, in wel
chem eine Änderung glaubhaft gemacht worden ist, zu prü
fen. Dement
sprechend ist das Sozialversicherungsgericht befugt (und verpflich
tet),
bei Bedarf Teilaspekte des Rechtsverhältnisses von Amtes wegen aufzu
greifen, selbst wenn diese bereits in der früheren rechtskräftigen Verfügung beurteilt wurden (Urteile des Bundes
gerichts
9C_813/2008
vom 8.
April 2009 E. 4.1 und 9C_206/2010 vom 8. Oktober 2010 E. 3.1 je mit Hinweisen),
wobei auch eine zum bestehenden Beschwerdebild hinzu
ge
tretene Gesundheitsproblematik im Rahmen der vor
zunehmenden Neueinschätzung von Gesundheitszu
stand und Arbeitsfähig
keit einer
allfälli
gen
Renten
herabsetzung oder -
aufhebung
grundsätzlich nicht ent
gegensteht (BGE 141 V 9 E.
5 und 6).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die rentenaufhebende Verfügung vom 14. September 2016 damit, dass sich seit Januar 2013 eine langsame, aber deut
liche Besserung der Gesundheitsbeeinträchtigung ergeben habe. Sie stütze sich auf das Gutachten von Dr. D._ (vom 19.
November
2015, Urk. 9/95), auf welches abgestellt werden könne. Die
Be
schwerde
führerin
habe Ressourcen auf-bauen können. Soziale Aktivitäten und Freizeitaktivitäten seien wieder mög
lich. Der psychopathologische Befund sei gemäss dem Gutachten unauffäl
lig ausge
fallen. Insgesamt sei kein IV-relevanter Gesundheitsschaden mehr ausge
wiesen. Die bisherige Rente sei daher aufzuhe
ben. Es bestehe ausserdem kein Anspruch auf Unterstützung bei der beruflichen Integration. Denn die
Beschwerde
führerin
sollte fähig sein, aus eigener Kraft wieder eine Anstellung zu finden, und die Voraus
setzungen gemäss dem Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2010 vom 26. April 2011 seien nicht erfüllt (Urk. 2 S. 1 f.).
2.2
Die
Beschwerdeführer
in wendet dagegen ein, es stehe gestützt auf das Gut
ach
ten von Dr. D._ fest, dass im Gutachtenszeitpunkt erst eine 50%ige Arbeits
fähigkeit bei Unterstützungsbedarf im Hinblick auf die berufliche Ein
gliederung bestanden habe. Denn gemäss dem Gutachten sei unter Hinweis auf eine gene
ralisierte Angststörung nach ICD-10 F41.1 sowohl in der ange
stammten als auch in einer leidensangepassten Tätig
keit lediglich von einer 50%igen Arbeits
fähigkeit auszugehen. Eine volle Arbeitsfähigkeit habe die Gutachterin lediglich
prognostisch nach erfolgreich durchgeführten Ein
glie
derungs
massnahmen durch
die
Beschwerdegegnerin
als möglich erachtet. Ob
wohl der RAD empfohlen habe, auf das Gutachten abzustellen, sei die
Be
schwerdegegnerin
davon abgewichen, indem sie lediglich die Verbesserung zi
tiert habe. Insbesondere mit dem Satz „Zudem fiel der psychopathologische Be
fund während des Gutachtens unauf
fällig aus“ sei zu Unrecht und in unzu
lässiger Weise ohne genügende medi
zinische oder rechtliche Begründung von einer viel deutlicheren Verbesserung der Beschwerden ausgegangen worden, als gutachterlich bestätigt worden sei. Auch sei gestützt auf die gutachterliche Beurteilung ein Wiedereinstieg in ver
gleichbare Eingliederungsmassnahmen wie bereits zu Beginn des Verfahrens wieder angezeigt, da sie aktuell nicht zur Selbsteingliederung fähig sei. Sie sei auf Unterstützung angewiesen. Dabei sei insbesondere die berufliche Einglie
derung in der Pflege zu prüfen, da sie vor einigen Jahren eine Ausbildung in der Pflege absolviert habe. Des Weiteren habe die
Beschwerdegegnerin
es versäumt, in der rentenaufhebenden Verfügung eine Invaliditätsbemessung vorzunehmen, obschon sie ihre langjährige und gut bezahlte Stelle bei der
Y._ GmbH verloren habe und nicht mehr in der Lage
sei, ein dem früheren Einkommen entsprechendes Einkommen zu erzielen
(Urk. 1
S. 3 ff.).
In der Stellungnahme vom 23. Februar 2018 führte die
Beschwerdeführerin
des Weiteren aus, es sei nach der neuen Rechtsprechung gemäss dem Urteil des Bundesgerichts 8C_130/2017 (mittlerweile publiziert unter BGE 143 V 418) die Aufgabe des medizinischen Sachverständigen, nachvollziehbar aufzuzeigen, wes
halb im Einzelfall funktionelle Leistungseinschränkungen resultieren wür
den, die sich auf die
Arbeitsfähigkeit
auswirken würden. Diese Aufgabe sei somit Dr. D._ zugekommen, welche erst mittelfristig und unter Hinweis auf die ihres Erachtens notwendigen Eingliederungsbemühungen eine optimistische Prognose gestellt habe. Da es sich um einen Revisionssachverhalt handle, sei von einem "klaren Fall" im Sinne der Rechtsprechung auszugehen, so dass der Verzicht auf die Prüfung gemäss Indikatorenkatalog möglich erscheine. Dies da die Befunde von Dr. D._ auch vor dem Hintergrund der zuvor zugesprochenen ganzen Rente nach wie vor zu überzeugen vermöchten (Urk. 15 S. 2 f.).
2.3
Es ist strittig und zu prüfen,
ob
die Beschwerdegegnerin zu Recht die bis
herige ganze Rente per 31. Oktober 2016 aufgehoben hat.
Es ist hierzu zu klären, ob und inwiefern s
ich der Invaliditätsgrad seit
der Ver
fügung vom 4. April 2013 (Urk. 9/71)
bis zum Erlass
der ange
fochtenen Ver
fü
gung vom
14. September 2016 (Urk. 2) in leistungserheblichem
Ausmass ver
ändert hat. Die angefoch
tene Ver
fügung bildet da
bei recht
sp
re
chungsgemäss die zeit
liche Grenze der richter
lichen Über
prüfungs
be
fugnis (BGE 132 V 220 E. 3.1.1,
122 V 77 E. 2b, Urteil des Bundes
ge
richts
8C_76/2009 vom 19. Mai 2009 E. 2, je mit Hin
weis).
3.
3.1
Die Zusprechung der ganzen Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % ab Mai 2011 mit Ver
fügung vom 4. April 2013 (Urk. 9/71) war gemäss dem Fest
stellungsblatt der Beschwerdegegnerin vom 8. Januar 2013 (Urk. 9/65) nach dem Scheitern des Belastbarkeitstrainings Mitte September 2012 gestützt auf die Stellungnahme des Psychiaters Dr. C._ vom RAD vom 8. Januar 2013 erfolgt
. Dieser war zum Schluss gekommen, dass ab dem (Stromkabel-Ereignis vom) 5. Mai 2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit mit Unterbruch während des in einem 50%igen Pensum durchgeführten Arbeitstrainings (richtig: Belastbar
keits
trainings) vom 2. Juli bis 14.
September
2012 bestehe
(Urk. 9/65/7)
. Dabei be
rück
sichtigte er insbesondere den Um
stand, dass das Belastbarkeitstraining aus gesundheitlichen Gründen (zuneh
mende Flashbacks, Dissozia
tionen, vege
tative Symptome) abge
brochen wurde, und zitierte ausserdem den Bericht von Dr. med. E._, Fachärztin für Psychiatrie und Psycholo
gie, und von lic. phil. F._, Psychologin FSP, vom psychotherapeutischen Ambulatorium des A._ Instituts vom 5.
No
vember
2012 (Urk. 9/63). Darin wurde die Diagnose einer post
trauma
tischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) aufge
führt. Die be
han
delnde Ärztin stellte ferner fest, der Zustand der
Be
schwerdeführerin
habe sich im Behandlungsverlauf soweit stabilisiert, dass vom 27. April bis 26. Juli 2011 eine tagesklinische Be
handlung in der G._ (G._; vgl. Urk. 9/32) möglich geworden sei. Die Durch
führung des IV-Arbeits
trainings in der Werk
statt H._ im Sommer 2012 habe jedoch gezeigt, dass die psycho
physische Stabilität für eine beruf
liche Reintegration noch nicht aus
reichend sei. Das am 2. Juli 2012 begonnene Arbeitstraining habe auf
grund einer dra
stischen Symptomverstärkung am 11. September 2012 abgebrochen werden müssen (Urk. 9/63/1-2).
Vor dem Belastbarkeitstraining hatte Dr. C._ ausserdem gemäss dem Be
richt vom 6. Oktober 2011 nach seiner Untersuchung vom 4. Oktober 2011 die Diag
nosen einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) und einer Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst; ICD-10 F41.0), differentialdiagnostisch eine posttrauma
tische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), gestellt sowie auf eine 100%ige
Arbeitsun
fähigkeit
in der jeg
licher Tätigkeit geschlossen (Urk. 9/34/8-9).
Von
dieser
Sachlage
ist als Vergleichsbasis auszugehen.
3.2
Gemäss dem nach der Eröffnung des Revisionsverfahrens (Urk. 9/75) einge
holten Verlaufsbericht des
psycho
thera
peutischen Ambulatoriums des A._ In
stituts vom 22. Oktober 2014, gezeichnet von der Psychotherapeutin M. F._ und von Dr. med. I._, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, war der Gesundheitszustand stationär und die Arbeitsfähigkeit weiter
hin zu 100 % eingeschränkt. Als Diagnosen wurden nunmehr eine posttrau
matische Be
las
tungsstörung (ICD-10 F43.1), eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) und eine ängstliche Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6) gestellt (Urk. 9/78).
Die Psychiaterin Dr. D._, welche die Beschwerdeführerin am 27. März und 4. Mai 2015 untersucht hatte, schloss gemäss dem Gutachten vom 19. Novem
ber 2015 auf die Diagnose einer generalisierten Angststörung nach ICD-10 F41.1 (Urk. 9/95/29). Die depressiven Symptome hätten sich zurückgebildet und der Aktionsradius habe sich deutlich verbessert. Die Beschwerdeführerin be
richte davon, dass sie seit ein bis zwei Jahren alleine mit ihrem Kind auf den Spielplatz gehe und auch einige soziale Kontakte zu Freundinnen und Ver
wandten pflegen würde. Sie könne jetzt sogar mit ihrem Kind das Schwimmbad besuchen (Urk. 9/95/29, Urk. 9/95/32). In der angestammten Tätigkeit habe im Zeitpunkt der Begutachtung (Frühjahr 2015) eine 50%ige Arbeitsfähigkeit be
stan
den, wobei diese Arbeitsfähig
keit nicht mehr im früheren Beschä
ftigungs
verhältnis reali
siert werden könne beziehungsweise solle. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer leidensan
gepassten Tätigkeit führte die Gutachterin aus, es bestehe keine Notwendigkeit einer speziell angepassten Tätigkeit, abge
sehen davon, dass es der Beschwerde
füh
rerin möglich sein müsse, jederzeit eine Toilette aufzusuchen (Urk. 9/95/30, Urk. 9/95/32). Die Arbeitsfähigkeit sei insofern vorläufig noch eingeschränkt, als aufgrund ihrer residuellen Symptome noch eine verminderte Belastbarkeit be
stehe und sie angesichts der vegetativen Übererregbarkeit vorläufig auch noch verlängerter Ruhezeiten und eines lang
samen Wiedereinstiegs in das Be
rufsleben ohne Überforderung bedürfe (Urk. 9/35/33). Bei gutem Verlauf nach Durchführung der empfohlenen medi
zinischen Massnahmen (Fortsetzung der psychiatrisch-psychothera
peutischen Behandlung, stationärer Aufenthalt in einer psychoso
matischen Rehabili
tations
klinik) und Hilfe bei der Integration in das Arbeits
leben, welche dringend zu empfehlen sei, und zwar vorerst mit einem zeit
lichen Aufwand von maximal
50 %, könne die Beschwerde
führerin inner
halb von einem, höchstens zwei Jahren
eine volle Arbeitsfähigkeit wieder
erlangen (Urk. 9/95/30, Urk. 9/95/34).
3.3
3.3.1
Die Parteien sind sich zu Recht darin einig, dass sich der Gesundheitszustand der Be
schwerdeführerin seit der Zusprechung der ganzen Rente mit Verfügung vom 4. April 2013 (Urk. 9/71) gebessert hat. Dies ist unstrittig mit dem psychia
trischen Gutachten von Dr. D._ vom 19. November 2015 ausgewiesen, wonach sich die depressiven Symptome zurückgebildet haben und sich der Aktions
radius deutlich verbessert hat (Urk. 9/95/29, Urk. 9/95/32).
3.3.2
Gemäss der Einschätzung von Dr. D._ ist ab Anfang Mai 2015 (zweite Be
gutachtungs
untersuchung vom 4. Mai 2015, Urk. 9/95/1) von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer Tätig
keit auszugehen, die mit der ange
stammten Tätig
keit als Verpackerin vergleichbar ist und den freien regelmässigen Gang zur Toilette ermög
licht. Damit
ist von einer Bes
se
rung des psychischen Gesund
heits
zustandes mit Aus
wirkung auf die Arbeits
fähigkeit auszugehen,
welche
geeignet ist, den Invaliditätsgrad mass
geblich zu be
einflussen. Ein Revisions
gru
nd nach Art. 17 ATSG ist damit zu bejahen, und der Rentenan
spruch ist hinsicht
lich aller Aspekte zu prüfen. Rechtsprechungsgemäss ist der
Invaliditätsgrad
dabei
auf der Grund
lage eines richtig und vollständig festge
stellten Sachver
halts neu und ohne
Bindung an frühere Invaliditäts
schätzungen zu ermitteln (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin leidet nach Einschätzung von Dr. D._ weiterhin an einer generalisierten Angststörung nach ICD-10 F41.1 (Urk. 9/95/29). Dabei handelt sich um ein Beschwerdebild, welches nach der jüngsten bundesge
richtlichen Rechtsprechung (BGE 143 V 418) unter Berücksichtigung des mit dem Leit
ent
scheid
BGE 141 V 281
(Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015) prä
zisierten
struk
turierten
,
nor
mativen Prüfungsrasters zu beurteilen
ist.
Hierbei sind die
funktionellen Auswir
kun
gen
eines Gesundheitsschadens
mit
einem Katalog
von sogenannten Standardindikatoren
vermehrt zu gewichten, wobei den Umstän
den des Einzelfalls Rechnung zu tragen ist (BGE 141 V 281 E. 4). Das Prüfungsraster gestaltet sich wie folgt: Unter die Kategorie
„funk
tioneller Schweregrad" (E. 4.3)
fällt der K
omplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
mit der Frage nach der
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
, dem B
ehandlungs- und Eingliederungserfolg oder
der Behand
lungs
resistenz (E. 4.3.1.2)
und den
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
, ausser
dem der K
om
plex „Per
sönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
und der K
omplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
. Unter der Kategorie
„Konsistenz" (Ge
sichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
ist die g
leich
mässige Einschränkung des Aktivitäten
ni
veaus in allen ver
gleich
baren Lebens
bereichen (E. 4.4.1)
und der b
ehand
lungs- und eingliederungs
anam
nestisch ausgewiesene Leidens
druck (E. 4.4.2)
relevant.
4.2
4.2.1
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Urk. 15 S. 2) kann bei gegebener Aktenlage nicht von einem strukturierten Beweisverfahren abgesehen werden. Ein solches
erübrigt sich nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur
,
wenn Aus
schluss
gründe vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung über
wiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, welche die Annahme einer gesund
heitlichen Beeinträchtigung von vornherein aus
schliesst
(BGE 141 V 281 E. 2.2;
143 V 418
E. 4.1).
Des Weiteren
kann au
s Gründen der Verhältnismässigkeit dort von einem strukturierten Beweis
ver
fahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ob dies zutrifft, beurteilt sich aufgrund der konkreten Fallumstände und der je
weiligen Beweisproblematik (
BGE 143 V 418
E.
7.1, 143 V 409
E. 4.5.3).
Hier hat Dr. D._ die diagnostische und leistungsspezifische Beurteilung weit
gehend aufgrund der subjektiven Angaben der
Beschwerde
führer
in unter Be
rücksichtigung der früheren Anamneseerhebungen vorge
nommen. So führte die Gutachterin namentlich aus, anhand der von der
Be
schwerdeführerin
selbst berichteten Beschwerden wie Angst, Panik, psychogener Blasenschwäche, Auf
treten von Atemstörung, Schwitzen und reduzierte Körperwahrnehmung sowie "eingeschlafene" Beine und Hände, Konzentrationsschwäche, Druck
gefühl im Kopf, seit Jahren bestehendem Harndrang und Stuhlgang bei Nerv
osität sei auf der Grundlage der dokumentierten Krankengeschichte die Diag
nose einer gene
ralisierten Angststörung nach ICD-10 F41.1 zu stellen (Urk. 9/95/28-29). Zum psychopathologischen Befund hielt Dr. D._ zudem fest, es habe der Eindruck eines etwas theatralischen Verhaltens bei den auffällig gehäuften und etwas demonstrativ wirkenden Toilettengängen bestanden. Es hätten sich ausser
dem insofern leichte Hinweise auf Aggravation ergeben, als das Ausmass der von der
Beschwerdeführerin
geschilderten Beein
trächtigungen nicht mit dem relativ unauffälligen psychopathologischen Befund und Ver
halten während der Unter
suchungssitutation korreliert habe, und auch die relative Vagheit der Schilde
rung aktuell noch bestehender Symptome stehe in einem Missverhältnis zu deren subjektiv geschilderter Intensität. Der Krank
heitsverlauf sei etwas unprä
zise geschildert worden (Urk. 9/95/28).
Vor diesem Hintergrund und insbesondere angesichts der wenig prägnanten Befunde während der Untersuchung fehlt es an der Überprüfbar- und Objek
tivierbarkeit, weshalb der Beweisbedarf mittels des
strukturierten Beweis
verfah
rens
zu bejahen ist. Es fehlt andererseits auch an einem Ausschlussgrund (
BGE 141 V 281 E. 2.2
)
, auch wenn Dr. D._ leichte Hinweise auf Aggravation fest
stellte. Denn diese ist nicht derart gravierend, dass sie - nach der derzeitigen Aktenlage - an sich schon die Annahme einer verselbständigten Gesund
heits
schädigung verbieten würde.
4.2.2
Dr. D._ hat die Begutachtung und Einschätzung der Arbeits
fähigkeit bezüglich des Beschwerdebildes einer genera
lisierten Angststörung - entsprechend der bis
herigen Rechtslage - vorgenommen, ohne zu den Standardindikatoren
gemäss
BGE 141 V 281
, präzisiert in BGE 143 V 418, Stel
lung zu nehmen.
Insbesondere fehlt es an hinreichenden Ausführungen zur Dis
krepanz zwischen den aktuell erhobenen psychopathologischen Befunden während der Unter
suchung und den Beschwerdeangaben im Hinblick auf die funktionelle Leistungsauswirkung.
Dabei ist eine Gesamtbetrachtung hin
sichtlich der funk
tionellen Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigungen massgeblich (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3, prä
zisiert in E. 8.1 von BGE 143 V 418), wobei diese im Umfang der Aggra
vation zu bereinigen sind (BGE 141 V 281 E. 2.2.2). Hinzu kommt, dass
seit der Begutachtung im März und Mai 2015 (Urk. 9/95/1) bis zur angefoch
tenen Renten
aufhe
bung per Ende Oktober 2016 (Urk. 2) fast eineinhalb Jahre ver
gangen sind und nach der Einschätzung von Dr. D._ - zumindest bei geeig
ne
ter Unter
stützung durch therapeutische und unterstützende berufliche Mass
nah
men eine 100%ige Arbeits
fähigkeit in einem, spätestens zwei Jahren möglich ge
wesen wäre (Urk. 9/95/30). Eine weitere Verbesserung der gesund
heitlichen Situation in diesem Zeitraum kann daher nicht ausgeschlossen werden.
4.3
4.3.1
Nach dem Gesagten kann bei gegebener Akten- und Rechtslage nicht ab
schlies
send über die Frage der Rechtmässigkeit der Rentenaufhebung per Ende Oktober 2016 ent
schieden werden.
Die Beschwerdegegnerin hat zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für die Zeit ab November 2016 ergänzende medizinische, insbesondere psychiatrische Abklä
rungen vorzunehmen, welche einer Gesamt
betrachtung der funktionellen
Aus
wirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigungen im Sinne der aktuellen Recht
sprechung entspricht. Hernach hat sie neu über den Renten
anspruch ab November 2016 zu entscheiden.
Aufgrund der psychischen Beschwerden haben sich die Gutachter gemäss dem
mit dem Leitentscheid BGE 141 V 281 präzi
sierten strukturier
ten, norma
tiven Prüfungsraster insbesondere zu den entsprechenden Standardindikatoren zu äussern (vgl. BGE 143 V 409, 143 V 418). Dabei mag den Gutachtern
der von einer inter
disziplinären Arbeits
gruppe aus
ge
arbeitete
Frage
n
katalog gemäss
An
hang zum IV-Rundschreiben Nr.
339 als Leit
linie dienen (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_421/2015 vom 23. Sep
tember 2015 E. 5). Zu beachten sind dabei auch die im BGE 143 V 418 ausgeführten Präzisierungen zu ein
zelnen Stand
ardindikatoren (E. 5.2.2 [zum diagnoseinhärenten Schweregrad in BGE 141 V 281 E. 2.1.1 und E. 4.3.1.1] und E. 8.1 [zu Komorbiditäten in BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3]).
Was die Beschwerdeführerin des Weiteren vorbringt, führt zu keiner anderen Betrachtungsweise. Insbesondere fällt die Einholung einer Gutachtensergänzung von Dr. D._ durch das Gericht (Urk. 15 S. 2) nicht in Betracht, zumal das Gut
achten von Dr. D._ von der Beschwerdegegnerin eingeholt worden war. Eine Rückweisung ist auch deshalb vorzuziehen, weil sich die Parteien zu den ein
zelnen Standardindikatoren aus rechtlicher Sicht bisher nicht geäussert haben.
4.3.2
Bezüglich des Anspruchs auf berufliche Massnahmen nach Rentenaufhebung ist mit der Beschwerdegegnerin darauf hinzuweisen, dass n
ach ständiger Recht
sprechung eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeits
fähigkeit grund
sätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist. Aus einer medi
zinisch attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit kann unmittelbar auf eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit ein ent
sprechender Einkommensvergleich (mit dem Ergebnis eines tieferen Invaliditäts
grades) vor
genommen werden. Es können im Einzelfall zwar die Erfordernisse des Arbeits
marktes der Anrech
nung einer medizinisch vorhan
de
nen Leistungs
fähigkeit und
medizinisch möglichen Leistungsentfaltung ent
ge
genstehen, wenn aus den Akten
einwand
frei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungs
po
ten
tials ohne vorgängige Durch
führung befähi
gender Massnahmen allein mittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist. Die Verwaltung muss sich vor der Herabsetzung oder Auf
he
bung einer Invalidenrente daher ver
gewissern, ob - ausnahmsweise - im Ein
zelfall eine erwerbsbezogene Abklä
rung (der Eignung, Belastungsfähigkeit usw.) und/oder die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen im Rechtssinne voraus
gesetzt ist. Diese Rechtspre
chung findet jedoch nur bei versicherten Per
sonen Anwendung, welche das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen haben (Urteil des Bundesgerichts 8C_597/2014 vom 6. Oktober 2015 E. 3.2 mit Hinweisen).
Beides trifft bei der Beschwerdeführerin nicht zu.
4.3.3
Die an
gefochtene Verfügung vom 14. September 2016 (Urk. 2) ist somit aufzu
heben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden medizini
schen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum neuen Entscheid über den Renten
anspruch der Beschwerdeführerin ab November 2016 zurück
zuweisen.
5.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen). Da der Streitgegen
stand die Be
willigung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen betrifft, ist das Ver
fahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensauf
wand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), ermessens
weise
auf Fr. 800.-- anzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
Der Beschwerdeführerin
steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozial
ver
sicherungs
gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen auf
Fr.
2‘200.-- (inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen ist.