Decision ID: 3fde8705-3e2b-4b44-94d4-5e55004271e7
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer stammt aus B._, einem Dorf in der Nähe der
Stadt C._ (Provinz D._), wo er von seiner Geburt bis zu sei-
ner Ausreise im Oktober 2019 gelebt hat. Er ersuchte am 8. November
2021 in der Schweiz um Asyl.
B.
Am 22. Februar 2022 hörte das SEM den Beschwerdeführer an.
Dabei brachte er vor, er stamme aus einer "Taliban-Gegend". Im Jahr 2019
sei er von Angehörigen der lokalen Taliban (sogenannten «Mawlawis») auf-
gesucht und zu einem gemeinsamen Essen eingeladen worden. Diese hät-
ten zuvor mit seinem Koranlehrer über ihn gesprochen. In einem Gebäude
habe er mit vier Männern gegessen, zwei hätten E._ und F._
geheissen. Nach dem Essen hätten ihm die Männer einige Videos mit ge-
walttätigem Inhalt, unter anderem Selbstmordattentate, gezeigt. Er sei
dazu angehalten worden, ebenfalls solche Taten zu begehen. Zudem hätte
er Propaganda für den Islam machen müssen, wobei sie ihm für den Fall
seiner Verweigerung mit dem Tod gedroht hätten. Da er eine solche Zu-
sammenarbeit nicht gewollt habe, habe er umgehend das Haus verlassen
wollen. Er sei jedoch daran gehindert worden und sie hätten ihn festgehal-
ten und bedrängt. Zudem hätten sie ihm sein Mobiltelefon abgenommen.
In einem Moment, in dem er alleine gewesen sei, habe er fliehen können
und sei barfuss in Richtung des Hauses seines Schwagers gerannt. Dort
angekommen, habe er diesem von dem Vorfall erzählt. Auch seine Mutter
habe er darüber informiert, was vorgefallen sei. Aus Angst, von den Mawla-
wis gesucht und gefunden zu werden, habe er von nun an nicht mehr bei
seiner Mutter leben können, sondern sich bei Bekannten versteckt.
Eines Tages sei er von einem Unbekannten in einem Park angesprochen
worden, er sehe sehr besorgt aus, worauf er diesem von seiner Situation
erzählt habe. Der unbekannte Mann habe ihm daraufhin geraten, bei der
Polizei Anzeige gegen E._ und F._ zu erstatten. Nachdem
er dies getan habe und zwei bis drei Tage später erneut auf den Polizei-
posten gegangen sei, hätten die Polizisten ihn schliesslich dazu ermuntert,
für die Mawlawis Propaganda zu betreiben. Als die Polizei später bei ihm
zuhause aufgetaucht sei und nach ihm gefragt habe, sei ihm klargeworden,
dass diese mit den Mawlawis kooperiere. Aufgrund dessen habe er sich
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zur Flucht entschieden. Nach seiner Ausreise habe seine Mutter ihn meh-
rere Male darüber informiert, dass er von drei Männern gesucht worden
sei.
Die anwesende Rechtsvertretung regte zum Schluss der Anhörung weitere
Abklärungen zur Gruppierung, der Organisation, den Mawlawis, der An-
zeige und den Ermittlungen der Polizei und der Verfolgung des Beschwer-
deführers an.
C.
Am 28. Februar 2022 teilte das SEM den Beschwerdeführer dem erweiter-
ten Verfahren zu.
D.
Am 1. März 2022 legte die zugewiesene Rechtsvertretung das Mandat nie-
der. Am 25. März 2022 zeigte die durch den Beschwerdeführer neu man-
datierte Rechtsvertretung die Vertretung gegenüber dem SEM an.
E.
Mit Verfügung vom 29. März 2022 (eröffnet am 31. März 2022) stellte das
SEM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht er-
fülle, lehnte sein Asylgesuch ab, wies in aus der Schweiz weg und ordnete
den Wegweisungsvollzug an.
F.
Am 13. April 2022 legte die am 25. März 2022 neu mandatierte Rechtsver-
tretung ihr Mandat nieder.
G.
Mit Eingabe vom 2. Mai 2022 erhob der Beschwerdeführer gegen diese
Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die Verfügung
sei aufzuheben und es sei ihm Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Ver-
fügung aufzuheben und festzustellen, dass die Wegweisung (recte: der
Wegweisungsvollzug) unzulässig beziehungsweise unzumutbar sei und es
sei ihm die vorläufige Aufnahme zu gewähren, subeventualiter sei die Ver-
fügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die Ge-
währung der unentgeltlichen Prozessführung und die Beiordnung eines
amtlichen Rechtsbeistands.
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H.
Am 3. Mai 2022 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwer-
deführer den Eingang der Beschwerde.
I.
Am 9. Mai 2022 reichte der Beschwerdeführer eine Fürsorgebestätigung
zu den Akten.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig
(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
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Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5.
5.1 Das SEM erachtete die Vorbringen des Beschwerdeführers in der an-
gefochtenen Verfügung angesichts fehlender Substanz der Aussagen als
unglaubhaft. Seine Fluchtgründe habe er trotz zahlreicher Vertiefungs- und
Verständnisfragen des Befragers sowie der Rechtsvertreterin nicht sub-
stantiiert, nachvollziehbar und frei von Widersprüchen darlegen können. Er
habe stets nur Aussagen über allgemeine Schauplätze gemacht, auf Le-
bensgeschichten und Biografien unbeteiligter Drittpersonen fokussiert
oder von den politischen und generellen Verhältnissen in Pakistan berich-
tet. Auf eigene persönliche Erlebnisse hingegen sei er nur oberflächlich
eingegangen, weshalb grundsätzliche Fragen ungeklärt geblieben seien.
Seine Beziehung zu E._ und F._ habe er bloss rudimentär
dargelegt; deren Bild sei dabei allgemein und unscharf geblieben. Diese
Männer seien sehr bekannt, und es seien auf der Internet-Plattform
"Youtube" Videos von ihnen zu finden. Angesichts dessen sei erstaunlich,
dass er sie nicht näher gekannt haben wolle; dies umso mehr, als dass er
E._ seinen Angaben zufolge aus der Moschee gekannt, sein Leben
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lang in B._ gelebt habe und die örtlichen Verhältnisse mindestens
so gut kennen sollte wie die internationale Öffentlichkeit.
Weiter habe er trotz mehrfacher Nachfrage die Forderungen der Mawlawis
nur unpräzise beschreiben können, obschon es sich bei der an ihn gerich-
tete Aufforderung, als Gehilfe der Taliban Attentate zu begehen, um ein
prägendes Erlebnis gehandelt haben dürfte. Er habe diesbezüglich ledig-
lich angegeben, er hätte für den Islam "Propaganda" machen und einige
Videos anschauen müssen. Danach hätten sie ihn zwingen wollen, "diese
Arbeiten" ausführen. Auch nach mehrmaliger Aufforderung des Befragers,
seine Angaben detailgetreuer zu gestalten, habe er nicht angeben können,
welche Fragen seine Peiniger ihm gestellt und was sie von ihm verlangt
hätten. Weshalb er von seinem Koranlehrer als möglicher Terrorist ausge-
wählt worden sein solle und in welchem Verhältnis er zu diesem gestanden
habe, habe er ebenfalls trotz mehrmaligem und sorgfältigem Umformulie-
ren vermeintlich komplexer Fragen nicht aufzeigen können. Detaillierte
Aussagen habe er – insbesondere auch zur Frage, ob auch andere Männer
als Freiwillige angefragt worden seien – nicht machen können. Ferner wi-
derspreche in wesentlichen Punkten der allgemeinen Erfahrung oder der
Logik des Handelns, dass sein Koranlehrer bzw. auch E._ und
F._ ihn für heikle terroristische Missionen ausgewählt haben sollten,
er sein Leben und seine Stellung hätte opfern sollen und in die geheimen
Pläne der Taliban eingeweiht worden sei mit dem Risiko, diese Pläne als
Mitwisser und möglicher Verräter durchkreuzen zu können. Die Schilderun-
gen der Anwerbeversuche als Kern des fluchtauslösenden Ereignisses
seien demnach wenig nachvollziehbar, nicht von Realkennzeichen geprägt
und derart knapp ausgefallen, dass der Eindruck entstehe, dass er das
Vorgebrachte nicht selbst erlebt habe.
Es sei dem Beschwerdeführer auch nicht gelungen, selbst einfache Anga-
ben zum Geschehensablauf seiner Festhaltung und zur nachfolgenden
Flucht zu machen. Dazu habe er knapp vorgebracht, von vier Personen
festgehalten und gezwungen worden zu sein, seine Beteiligung an den Auf-
gaben für die Taliban zu bestätigen. Sein Bericht enthalte dabei keine De-
tails, die Ausdruck eines eigenen Erlebnisses seien, und die Schilderungen
seien oberflächlich und enthielten keinerlei Realkennzeichen oder persön-
liche Betroffenheit. Zudem habe er die äussere Situation oder die Räum-
lichkeiten nicht einmal ansatzweise beschreiben können. Im Hinblick auf
seine Flucht habe er nicht nachvollziehbar erklären können, weshalb er
wenige Momente zuvor noch von vier Männern festgehalten und bedroht
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worden und dann plötzlich allein und unbewacht gewesen sei. Deshalb er-
scheine auch die Freiheitsberaubung im Haus der Mawlawis sowie die
nachfolgende Flucht als wenig glaubhaft.
Weshalb er schliesslich das Risiko eingegangen sei, einem im Park ange-
troffenen Fremden seine Lage anzuvertrauen und auf dessen Ratschlag
die Polizei aufzusuchen, habe er wiederum nicht erklären können. Ob die
Polizei ihm, als er gegen E._ und F._ Anzeige erstattet
habe, geglaubt habe oder nicht, sei aufgrund widersprüchlicher Aussagen
ebenfalls offengeblieben. So habe er einerseits angegeben, dass ihm die
Polizisten nicht geglaubt hätten, dass er ein Video gesehen habe, und an-
dererseits, die Polizei habe ihm durchaus geglaubt, sei jedoch korrupt ge-
wesen. Diesen Widerspruch habe er nicht auflösen können. Weiter habe
er nicht erklären können, weshalb er davon ausgegangen sei, dass die Po-
lizei mit den Mawlawis kooperiere. Ebenso wenig sei es ihm gelungen, mit
der zu erwartenden Substanz aufzuzeigen, wer genau seine Mutter aufge-
sucht und nach ihm gefragt habe. Somit bestünden auch an der Kontakt-
aufnahme mit der Polizei und der anschliessenden Bedrohung durch die
Taliban beziehungsweise durch die Polizei Zweifel. Er habe dieses furcht-
einflössende Ereignis nicht erlebnisgeprägt zu beschreiben vermögen, was
jedoch in Anbetracht seines Alters, seiner intellektuellen Fähigkeiten, sei-
ner Bildung und seines Reifegrades sowie seiner mentalen Verfassung zu
erwarten gewesen wäre. Auch habe er wiederholt Gelegenheit gehabt,
über seine Erlebnisse frei zu berichten und einzelne wesentliche Sachver-
haltsaspekte auf gezielte Nachfragen zu vertiefen.
5.2 In seiner Beschwerde brachte der Beschwerdeführer vor, dass er durch
das SEM nie zu E._ und F._ befragt worden sei. Solche Fra-
gen seien lediglich von seiner Rechtsvertretung gestellt worden, und er
habe die Fragen jeweils beantwortet. Da der Befrager selbst keine weiteren
Fragen gestellt habe, sei davon auszugehen, dass seine Antworten genü-
gend substantiiert gewesen seien. Andernfalls hätte das SEM aufgrund des
Untersuchungsgrundsatzes die Pflicht gehabt, nachzufragen. Des Weite-
ren sei im Hinblick auf sein Aussageverhalten seine ruhige und wenig ge-
sprächige Persönlichkeit nicht genügend berücksichtigt worden. Den an-
geblichen Widerspruch im Zusammenhang mit der Entgegennahme seiner
Anzeige durch die Polizei habe er auflösen können. Betreffend seine An-
gaben in der Anhörung präzisierte er, dass die Polizei ihm vorerst (im Zeit-
punkt seiner Anzeigeerstattung) geglaubt habe, was geschehen sei, ihm
allerdings später, als er die Polizei nochmals aufgesucht und von den Vi-
deos berichtet habe, zu verstehen gegeben habe, dass sie ihm nun nicht
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mehr hälfen/glaubten, da sie wohl von den Malawis beeinflusst worden
seien.
Zu den beiden Männern habe er lediglich ausgesagt, dass deren Taten all-
gemein bekannt seien, nicht jedoch, wer dahinterstecke. Dies habe er
ebenfalls nicht gewusst, bis sich diese Personen zu erkennen gegeben
hätten. Die Forderungen, welche die Malawis an ihn gestellt hätten, seien
noch gar nicht klar gewesen, weshalb er sich hierzu nicht genauer habe
äussern können. Wenn die Vorinstanz ausführe, er habe die Umstände der
Auswahl nicht näher beschrieben, verkenne sie die aktuelle Lage und die
Rekrutierungsversuche der Malawis. Diese würden viele junge gläubige
Männer dazu bringen, sich ihnen anzuschliessen. Aufgrund der Empfeh-
lung seines Koran-Lehrers hätten gute Chancen bestanden, ihn für ihre
Aufträge zu gewinnen. Des Weiteren sei nicht unplausibel, dass die Mawla-
wis ihn in ihre Pläne eingeweiht hätten. Schliesslich hätten diese offenbar
so viel Macht, dass selbst eine Anzeige bei der Polizei nichts bewirke oder
die Polizei gar gegen die anzeigende Person vorgehe.
6.
6.1 Nach Konsultation der Befragungsprotokolle und der vorinstanzlichen
Verfügung kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Ergebnis, dass das
SEM die Akten sorgfältig geprüft, die oben genannten Unglaubhaftigkeits-
elemente in seiner Verfügung ausführlich und nachvollziehbar aufgezeigt
und schliesslich zu Recht festgestellt hat, die Vorbringen des Beschwerde-
führers vermöchten den Anforderungen an das Glaubhaftmachen nicht
standzuhalten. Diesbezüglich wird auf die vorstehend dargelegten Erwä-
gungen der Vorinstanz verwiesen, welchen das Gericht vollumfänglich zu-
stimmt (vgl. E. 5.1).
6.2 Die Einwände in der Beschwerde vermögen die überzeugenden Erwä-
gungen des SEM nicht zu entkräften. Die Ausführungen zu den Glaubhaf-
tigkeitselementen erschöpfen sich grösstenteils in der Wiederholung der
Aussagen des Beschwerdeführers und des Sachverhalts. Dass der Be-
schwerdeführer sich als wenig gesprächige Person bezeichnet, vermag die
fehlende Substanz seiner Schilderungen nicht zu erklären, zumal nicht die
Ausführlichkeit seiner Antworten massgeblich ist, sondern die darin durch-
wegs fehlenden Einzelheiten und persönlichen Eindrücke des angeblich
Erlebten. Auch den ihm von der Vorinstanz vorgehaltenen Widerspruch
vermag der Beschwerdeführer durch seine zeitliche Präzisierung, wann
genau die Polizei ihm geglaubt habe, nicht aufzulösen. So gab er in der
Anhörung aufgrund des Hinweises des Befragers auf diese Unstimmigkeit
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(seine vorherige Angabe, die Polizei habe ihm nicht geglaubt, als er von
den Videos erzählt habe) explizit an, die Polizei habe ihm geglaubt, sonst
hätten sie seine Anzeige gegen die Mawlawis nicht entgegengenommen
(A18 F86 f.), und erwähnte nichts von einem Gesinnungswandel der Poli-
zei.
6.3 Als Rechtfertigung für die ihm vorgehaltene Substanzarmut führt der
Beschwerdeführer sodann angebliche Verfahrensmängel auf, die diese
aber nicht zu erklären vermögen. So ist im Hinblick auf die gemäss dem
Beschwerdeführer mangelhafte Befragung einerseits festzustellen, dass
das SEM angesichts der erkennbaren Unglaubhaftigkeitselemente – selbst
wenn ein Teil der präzisierenden Befragung durch seine Rechtsverteterin
erfolgte – nicht verpflichtet war, weitere Abklärungen zur Erstellung des
Sacherhalts zu veranlassen (Art. 12 VwVG) oder eine weitere Anhörung
durchzuführen. Andererseits ist der Beschwerdeführer diesbezüglich auf
seine Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltserstellung zu verweisen
(Art. 13 VwVG) und insbesondere auch auf den zu Beginn der Anhörung
erfolgten Hinweis, vollständige Aussagen zu machen (A18 F2). Das Anhö-
rungsprotokoll enthält keine Hinweise darauf, dass das SEM dem Be-
schwerdeführer im Rahmen der Glaubhaftigkeitsprüfung oberflächliche An-
gaben vorhält, welche durch eine mangelhafte Befragungstechnik erzeugt
worden wären. Vielmehr ist dem SEM explizit darin zuzustimmen, dass der
Beschwerdeführer mehrfach Gelegenheit erhalten hat, sich zu den wesent-
lichen Eckpunkten seiner Fluchtgründe (nähere Angaben zu den beiden
Männern E._ und F._ und sein Verhältnis zu diesen, [A18
F29, F82, F92, F96 ff.], Rekrutierungsversuch der Mawlawis [A18 F29, F31
ff.], Festhaltung und Flucht aus dem Haus [A18 F46 ff.], Anzeige bei der
Polizei und Suche der Mawlawis nach dem Beschwerdeführer [A18 F74ff.])
detailliert zu äussern, was er jedoch unterlassen hat. Die diesbezügliche
Rüge der Gehörsverletzung beziehungsweise Verletzung des Untersu-
chungsgrundsatzes geht deshalb ins Leere und der Rückweisungsantrag
ist abzuweisen.
6.4 Insgesamt ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
zum Zeitpunkt seiner Ausreise aus Pakistan eine asylbeachtliche Verfol-
gung erlitten beziehungsweise eine solche zu befürchten hatte. Das SEM
hat demnach sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt.
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7.
7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an.
7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-
derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht
angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
8.2
8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25
Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen
Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-
lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-
mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-
handlung unterworfen werden.
8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf
hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-
sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem
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Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den
Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-
schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-
ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung
ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses
müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-
sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter
oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR
Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06,
§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im
Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht
als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Weg-
weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim-
mungen zulässig.
8.4
8.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
8.4.2 In Pakistan herrscht weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine Situa-
tion allgemeiner Gewalt, aufgrund derer eine Rückkehr generell unzumut-
bar wäre. Darüber hinaus sind – mit Verweis auf die zutreffenden Ausfüh-
rungen der Vorinstanz – keine individuellen Gründe ersichtlich, die gegen
einen Wegweisungsvollzug sprechen. Der Beschwerdeführer war vor sei-
ner Ausreise selbständig als Elektriker tätig, hatte zwei Angestellte, arbei-
tete nebenbei in einer Fabrik und verfügt somit über eine reiche Arbeitser-
fahrung (A18 F16 ff.). Zudem stammt er aus einem stabilen familiären und
sozialen Umfeld, in welches er zurückkehren kann (A18 F20 ff.).
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Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als
zumutbar.
8.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
10.
10.1 Mit dem vorliegenden Direktentscheid wird der Antrag auf Erlass des
Kostenvorschusses gemäss Art. 63 Abs. 4 VwVG gegenstandslos.
10.2 Nach Prüfung der Akten haben sich die gestellten Rechtsbegehren
als aussichtslos erwiesen, weshalb die Gesuche um unentgeltliche Pro-
zessführung und amtliche Rechtsverbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 1
VwVG und Art. 102m AsylG unbesehen der finanziellen Verhältnisse des
Beschwerdeführers abzuweisen sind.
10.3 Die Verfahrenskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen
(Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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