Decision ID: bbd58a21-33cc-49bf-82d8-a557ebca4619
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ war als Produktionsmitarbeiterin bei der B._ AG tätig, als sie am 4. Juni
2010 bei der Reinigung ausrutschte und sich an der linken Schulter verletzte (Fremd-
act. 1-59). Bei der Erstbehandlung am 10. Juni 2010 wurden eine Verletzung der
Rotatorenmanschette der linken Schulter und eine traumatische Inguinalhernie links
diagnostiziert (Fremd-act. 1-94). Letztere wurde am 12. Juni 2010 im Spital C._
operiert; sie heilte ohne weitere Beschwerden aus (vgl. die kreisärztliche Beurteilung
vom 13. Dezember 2011, Fremd-act. 3-18). Aufgrund von linksseitigen
Schulterproblemen wurde im Januar 2011 eine MR-Arthrographie der linken Schulter
durchgeführt, welche eine höhergradige Partialruptur der Supra- und
Infraspinatussehne ergab (Fremd-act. 1-83). Daraufhin wurde die Versicherte am 1.
Februar 2011 an der linken Schulter operiert (Fremd-act. 6-208 ff.). Ab Anfang Juni
2011 war die Versicherte wieder zu 25% arbeitsfähig (Fremd-act. 1-44 f.; vgl. zum
Ganzen die Unfall-Fremdakten, Fremd act. 1-22, sowie den Entscheid des
Versicherungsgerichtes vom 3. November 2015, UV 2014/4, Fremd-act. 22-8 ff.).
A.a.
Im September 2011 meldete sich die Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons St.
Gallen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 7). Die
behandelnden Ärzte des Spitals C._ berichteten am 20. September 2011, dass bei
der Versicherten eine linksrotatorische HWS-Funktionsstörung C3/4 sowie ein Status
nach einer arthoskopischen subacromialen und AC-Gelenksdekompression und nach
einer arthroskopischen Acromioplastik, Bursektomie und AC-Resektion der linken
Schulter am 1. Februar 2011 bestünden. Die Versicherte sei aktuell zu 75%
arbeitsunfähig (IV-act. 16-4 f.). Am 15. November 2011 berichtete die Hausärztin der
Versicherten, dass sich das Beschwerdebild bezüglich der linken Schulter und im
Bereich der HWS insgesamt gebessert habe. Seit dem 2. November 2011 bestehe im
Sinne eines Arbeitsversuchs bei der Arbeitgeberin bis Januar 2012 eine Arbeitsfähigkeit
A.b.
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von 100% (IV-act. 27). Nachdem dieser Arbeitsversuch gescheitert war, kündigte die
Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per 31. Januar 2012 (vgl. IV-act. 29-3, Fremd-act.
3-30).
Am 23. März 2012 wurde die Versicherte in der Klinik D._ erneut an der linken
Schulter operiert (Arthroskopie, Bursoskopie und laterale Clavicularesektion; IV-act.
36). Im Anschluss war die Versicherte zur stationären Rehabilitation in der Rehaklinik
Bellikon. Die behandelnden Ärzte hielten fest, dass keine namhafte Verbesserung der
Schulterschmerzen habe erzielt werden können. Die Resultate der physischen
Leistungstests seien für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nur
teilweise verwertbar gewesen, da eine erhebliche Symptomausweitung habe
beobachtet werden können. Gesamthaft seien die von der Versicherten beklagten
Beschwerden aufgrund der klinischen und radiologischen Befunde im vorgebrachten
Ausmass nicht erklärbar. Von weiteren physiotherapeutischen Massnahmen dürfe man
sich keine Verbesserung mehr erhoffen. Eine psychische Störung liege nicht vor. Der
Versicherten seien die berufliche Tätigkeit als Maschinenbedienerin sowie leichte bis
mittelschwere Arbeiten ganztags ohne wiederholte Arbeiten über der Schulterhöhe und
ohne Schläge und Vibrationen zumutbar (Austrittsbericht vom 13. September 2012, IV-
act. 43-10 f.). Am 2. November 2012 berichtete der behandelnde Arzt der Klinik D._,
dass er zur Arbeitsfähigkeit nicht Stellung nehmen könne, da sich ein Teil der
Schmerzen und Bewegungseinschränkungen nach eingehenden klinischen und
radiologischen Untersuchungen nicht objektivieren lasse (IV-act. 43-5 ff.).
A.c.
Mit Verfügung vom 25. Januar 2013 sprach der zuständige Unfallversicherer der
Versicherten eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer 5%igen
Integritätseinbusse zu. Einen Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung
verneinte er bei einem Invaliditätsgrad von 4% (Fremd-act. 15). Die gegen diese
Verfügung erhobene Einsprache wies der Unfallversicherer ab (Einspracheentscheid
vom 17. Dezember 2013, Fremd-act. 19).
A.d.
Am 22. Februar 2013 wurde bei der Versicherten im Spital C._ eine
laparoskopische ventrale Rektopexie durchgeführt (IV-act. 54). Dr. med. E._
berichtete der IV-Stelle, dass die Versicherte an einer Rektozele mit symptomatischer
Enterozele und Deszensus, einer Stuhlinkontinenz, einer Intussuszeption sowie einem
A.e.
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Marisken- und Hämorrhoidalleiden III. Grades leide (IV-act. 63). Der behandelnde Arzt
gab auf Nachfrage gegenüber der IV-Stelle an, dass das Leiden zurzeit keine
Beeinträchtigung einer in jeder Beziehung vollen Arbeitsfähigkeit bewirke
(Verlaufsbericht vom 1. Oktober 2013, IV-act. 73-4).
Die Hausärztin der Versicherten hielt in ihren Berichten vom Mai, Juni und
September 2013 fest, dass ein Verdacht auf ein CRPS bei Schulterschmerzen links
sowie ein Status nach einer laparoskopischen anterioren Resektion von Hämorrhoiden
bestünden. Die Versicherte sei zu maximal 25% arbeitsfähig. Eine Beschäftigung der
zunehmend depressiven Versicherten sei notwendig. Allerdings bestehe keine
Möglichkeit, sie mittel- bis langfristig einzubinden, da sie schon bei kleinsten Arbeiten
vermehrt Schmerzen habe (IV-act. 64, 70).
A.f.
Am 19. Juli 2013 berichteten die behandelnden Fachpersonen des
Psychiatrischen Zentrums F._, dass die Versicherte seit dem 17. Mai 2013 in einer
psychiatrisch-psychotherapeutischen Einzeltherapie sei. Seit 2010 leide sie an einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und einer mittelgradig
depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11). Aktuell sei die
Versicherte stark somatisch beeinträchtigt, sodass eine Arbeitsfähigkeit nicht denkbar
sei (IV-act. 66). Im Verlaufsbericht vom 19. Dezember 2013 gaben die behandelnden
Fachpersonen an, dass der Gesundheitszustand der Versicherten stationär sei. Im
Zeitraum von Mai bis September 2013 habe sich in den einzelnen Sitzungen keine
Veränderung bezüglich der Arbeitsfähigkeit der Versicherten ergeben. Diese habe sich
weiterhin sehr belastet durch ihre körperlichen Schmerzen und Beschwerden gezeigt,
so dass an eine Arbeitsfähigkeit in diesem Zeitraum nicht zu denken gewesen sei. Die
körperlichen Beschwerden schienen die Versicherte so stark zu absorbieren, dass auch
die Konzentrations- und Gedächtnisleistungen beeinträchtigt zu sein schienen. Zudem
erschwere die depressive Symptomatik das Leistungs- und Konzentrationsvermögen
(IV-act. 79).
A.g.
Ab Ende September 2013 war die Versicherte bei Dr. med. G._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie, in Behandlung. Diese berichtete am 2. Mai 2014, dass
bei der Versicherten eine mittelgradig depressive Episode mit somatischem Syndrom
sowie chronische Schmerzen mit körperlichen und psychischen Faktoren bestünden.
A.h.
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Die Versicherte sei aus psychiatrischer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit zu 50%
arbeitsfähig. Denkbar sei ein langsamer Einstieg mit einer schrittweisen Steigerung,
beginnend bei 20% (IV-act. 82).
Im August 2014 wurde die Versicherte durch die Medizinische Abklärungsstelle
(MEDAS) Bern neurologisch, orthopädisch, internistisch und psychiatrisch begutachtet.
Im Gutachten vom 6. Februar 2015 hielten die Sachverständigen fest, dass die
bestehenden Schulterschmerzen links mit Beweglichkeitseinschränkungen
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten hätten. Alle weiteren
Diagnosen, wie insbesondere eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
leichte Episode, sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, hätten keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 92-23). In psychiatrischer Hinsicht wurde
festgehalten, dass im Zeitpunkt der Untersuchung eine Besserung der depressiven
Störung habe festgestellt werden können. Der Antrieb, die Stimmung, der Appetit und
der Schlaf seien nicht mehr beeinträchtigt gewesen. Auch habe kein sozialer Rückzug
mehr bestanden und die Versicherte sei in der Lage gewesen, ihre Alltagsaktivitäten
aufzunehmen. Deshalb bestehe im aktuellen Zeitpunkt eine leichte Episode der
depressiven Störung. Für die anhaltende somatoforme Schmerzstörung würden die
Foerster-Kriterien nicht erfüllt, da kein sozialer Rückzug bestehe und die psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung noch nicht ausreichend erfolgt sei. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe in allen Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act.
92-42). In orthopädischer Hinsicht wurde ausgeführt, dass die von der Versicherten
angegebenen Beschwerden sowohl klinisch als auch radiologisch nur teilweise ein
entsprechendes Substrat fänden. Sie seien nicht vollständig nachvollziehbar. Die
objektiven Befunde begründeten eine reduzierte Belastbarkeit der linken Schulter. Der
Versicherten seien das Heben und Tragen von schweren Lasten über 5kg links,
ständige Überkopfarbeiten links sowie das Hantieren mit schlagenden, stossenden und
vibrierenden Maschinen links nicht zumutbar. Zum Jobprofil in der angestammten
Tätigkeit als Verpackerin bestehe entsprechend teilweise eine Inkongruenz, sofern es
den Einsatz des linken Armes ausserhalb des Zumutbarkeitsprofils betreffe. Sollte das
Jobprofil nicht dem Zumutbarkeitsprofil anpassbar sein, bestehe je nach Ausmass der
Inkongruenz eine entsprechende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit. In einer adaptierten Tätigkeit sei die Versicherte zu 100%
A.i.
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B.
arbeitsfähig (IV-act. 92-35 f.). In neurologischer und in internistischer Hinsicht stellten
die Gutachter keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 92-19,
92-39). Die Gutachter hielten zusammenfassend fest, dass nicht klar sei, ob die
Compliance der Versicherte tatsächlich gegeben sei, da im Labor sowohl Citalopram
als auch Saroten unterhalb des therapeutisch wirksamen Bereichs gelegen seien. Auch
die Vielzahl der festgestellten Befundinkonsistenzen seien als Hinweis auf ein
aggravierendes Verhalten mit reduzierter Anstrengungsbereitschaft zu deuten, auch
wenn keine psychische Störung als Komorbidität von Relevanz der Überwindbarkeit
der geltend gemachten Gesundheitsleiden entgegenstehe. Gesamthaft betrachtet
bestehe in einer adaptierten Tätigkeit eine vollschichtig 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-
act. 92-24 f.).
Am 30. April 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des
Leistungsbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 2% in Aussicht (IV-act. 100).
Dagegen wandte die Versicherte am 3. Juni 2015 ein, dass ein objektives und neutrales
interdisziplinäres medizinisches Gutachten einzuholen sei (IV-act. 101). Am 23. Juni
2015 sistierte die IV-Stelle das Verfahren bis zum rechtskräftigen Entscheid im
Verfahren betreffend Unfallversicherung (vgl. IV-act. 102). Am 3. November 2015 wurde
die Beschwerde der Versicherten gegen den Einspracheentscheid des
Unfallversicherers vom 17. Dezember 2013 abgewiesen (UV 2014/4, Fremd-act. 22-8
ff.).
A.j.
Am 18. April 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass am bisherigen
rentenabweisenden "Entscheid" festgehalten werde (IV-act. 108). Daraufhin reichte die
Versicherte am 10. Mai 2016 einen Bericht ihres behandelnden Psychiaters Dr. med.
H._ ein. Dieser hatte am 11. April 2016 eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode mit somatischen Symptomen,
diagnostiziert (IV-act. 112).
B.a.
Da der RAD wegen einer möglichen Verschlechterung eine weitere Begutachtung
als erforderlich erachtete (vgl. IV-act. 121), wurde die Versicherte im Dezember 2016
erneut internistisch, neurologisch, orthopädisch sowie psychiatrisch abgeklärt
(Gutachten vom 25. Januar 2017; IV-act. 128). Die Sachverständigen der medexperts
B.b.
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AG nannten als Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
chronifizierte Schulter- und Nackenschmerzen myofascial/tendinogen linksbetont bei
degenerativen Veränderungen ohne neurogene Kompressionszeichen mit
leichtgradigem Funktionsdefizit der HWS, eine kleine Diskushernie sowie eine
mittelgradige linksforaminale Stenose und Kompression der C7-Nervenwurzel links im
foraminalen Verlauf (MRI der HWS 2014, unveränderter Befund im Vergleich zu 2012),
einen Status nach einer infiltrativen Therapie und der Einleitung von mulitmodalen
Therapien, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis
mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0/F33.1), eine leicht- bis mittelgradige
Funktionseinschränkung der linken Schulter sowie einen Arbeitsunfall vom 20.06.2010
mit einer Schulterkontusion links und einer Leistenzerrung links mit einer
posttraumatischen Leistenhernien-OP 07.2010 und einer Revisionsoperation am
03.02.2015. Ohne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestünden zudem ein
leichtgradiges Streckdefizit des linken Ellbogengelenkes bei Schon-Beugehaltung,
Parästhesien Dig I-III, möglicherweise im Rahmen eines Karpaltunnelsyndroms, eine
Migräne ohne Aura seit der Jugend, eine mässige Adipositas sowie eine
Obstipationsneigung und ein Hämorrhoidalleiden II° bis III° (IV-act. 128-74 ff.). Die
orthopädische Gutachterin führte aus, dass die Versicherte bei der aktuellen klinischen
Untersuchung in einem guten Allgemein- und einem adipösen Ernährungszustand
gewesen sei. Das Gangbild sei uneingeschränkt gewesen und beim Ausziehen im
Sitzen habe die Versicherte den linken Arm ohne stärkere Einschränkungen bewegt.
Bei der Untersuchung der Wirbelsäule hätten sich eine Streckhaltung der HWS und
eine leichte Rotation nach rechts sowie ein geringer Schultertiefstand links gezeigt. Im
Bereich der HWS habe sich eine multiple Muskel-Triggerpunkte occipital in Höhe C4/5
links und an der lateralen Halsmuskulatur, Trapeziusoberrand links, gezeigt. Die laterale
Halsmuskulatur sei linksbetont hyperton gewesen. Die Seitenneige rechts und die
Rotation seien jeweils über die Hälfte eingeschränkt gewesen. Die In- und die
Reklination seien schmerzhaft gewesen. Im Bereich der BWS hätten sich keine
Auffälligkeiten gefunden. Die LWS und die BWS seien in der Beweglichkeit
uneingeschränkt gewesen. Es hätten sich keine lokalen Druck- oder Klopfdolenzen
gefunden. Im Bereich der oberen Extremitäten sei die Funktion der rechten Schulter
uneingeschränkt gewesen. Die Funktion der linken Schulter sei schmerzbedingt ca. ein
Drittel eingeschränkt gewesen. Vergleiche man die Untersuchungsbefunde mit den
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Vorbefunden, habe sich die Funktion der linken Schulter nicht wesentlich
verschlechtert. Eine Umfangsverminderung der Armmuskulatur habe sich nicht gezeigt.
Auffällig seien das Streckdefizit des linken Ellbogengelenks, das nur leichtgradig sei,
und die Druckdolenz über den Extensorensehnen-Ansätzen gewesen. Dies werde auf
die Schon-Beugehaltung zurückgeführt. Aus rein orthopädischer Sicht seien die
Dauerschmerzen der linken Schulter mit den Funktionseinschränkungen nur teilweise
erklärbar. Bei der klinischen Untersuchung hätten verschiedene zervikale Triggerpunkte
vorgelegen, die die Beschwerden der Versicherten teilweise erklärt hätten. Das
Ausmass sei aber nicht vollständig plausibel gewesen. In der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit, die einen ständigen Einsatz des linken Armes über der Tischhöhe beim
Abpacken erfordere, sei die Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. In adaptierten leichten
Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule, ohne einseitige repetitive
Tätigkeiten mit dem linken Arm und ohne Heben und Tragen von Gewichten über 5kg
werde aus orthopädischer Sicht aufgrund der leichtgradigen Funktionsstörung der
HWS und der linken Schulter beim adominanten linken Arm sowie der
Schmerzchronifizierung eine 30%ige Leistungsminderung angenommen. Es lägen
mehrfach aktenanamnestische Beobachtungen aus den verschiedenen Fachgebieten
mit Inkonsistenzen während der Untersuchung und mit einem demonstrativen
Verhalten vor. Die subjektiv beklagte Beschwerdesymptomatik im Nacken- und
Schulterbereich links sei schwer eindeutig zu beurteilen und aufgrund der
durchgeführten Diagnostik nur teilweise objektivierbar (IV-act. 128-78 ff.). Der
psychiatrische Gutachter hielt fest, dass beim Explorationsgespräch keine Befunde
hätten erhoben werden können, die für eine Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörung
gesprochen hätten. Das formale Denken sei einfach strukturiert, flüssig und geordnet
gewesen. Die Versicherte habe in einer Krankheitsrolle gewirkt. Inhaltliche
Denkstörungen oder Ich-Störungen hätten sich nicht eruieren lassen. Der affektive
Rapport sei herstellbar und die Grundstimmung sei leicht herabgesetzt gewesen. Die
Schwingungsfähigkeit sei nur minim eingeschränkt gewesen. Die Versicherte habe im
Explorationsgespräch eine leichte bis mittelgradige depressive Symptomatik mit
herabgesetzter Grundstimmung, leicht eingeschränkter Schwingungsfähigkeit,
eingeschränktem Antrieb und verminderter Vitalität sowie eine Schmerzproblematik,
die durch die depressive Symptomatik verstärkt worden sei, gezeigt. Aufgrund der
Akten und der Vorgeschichte sei davon auszugehen, dass es sich um eine
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rezidivierende depressive Störung handle, die die Versicherte seit ca. 2013 begleite. Im
Rahmen dieser depressiven Störung sei die Versicherte weniger belastbar und leicht
verlangsamt. Neben den Funktionseinschränkungen im Rahmen der
Gesundheitsschädigung lägen viele IV-fremde Faktoren vor. Neben einer fehlenden
Ausbildung spreche die Versicherte kaum Deutsch. Daneben gebe es auch Hinweise,
dass sich die Versicherte einsam fühle, nachdem die Kinder ausgezogen seien. Zudem
habe es sie belastet, dass der Ehemann an Hautkrebs erkrankt sei. Als weitere
Beeinträchtigung sei der lange Rechtsstreit mit der IV und der Unfallversicherung zu
sehen. Zurzeit gebe es wenige persönliche Ressourcen. In der interdisziplinären
Besprechung hielten die Gutachter fest, dass die Schmerzen der Versicherte durch die
körperlichen und die physiologischen Prozesse mehrheitlich erklärbar seien. Im
Rahmen der depressiven Erkrankung könne es aber zu einer vermehrten
Schmerzwahrnehmung kommen. Andere psychiatrische Erkrankungen seien nicht
vorhanden. Es sei davon auszugehen, dass die psychiatrische Therapie bei Dr. H._
lege artis sei. Auffallend sei, dass der Blutspiegel des einen Antidepressivums deutlich
zu niedrig sei und es stelle sich die Frage, inwieweit die Compliance ein Problem sei.
Aktuell sei von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30% in der bisherigen und
in adaptierten Tätigkeiten auszugehen. Zudem werde die psychische Erkrankung von
vielen IV-fremden Faktoren wie Sprache, fehlende Schuldbildung und Selbstlimitierung
überlagert. Im Rahmen von Belastungen könne die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer
Sicht auch stärker eingeschränkt sein. Das heisse, dass der Krankheitsverlauf
schwankend sei. Im Schnitt sei aber wahrscheinlich seit ca. 2013 von einer 30%igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die berufliche Eingliederung sei v.a. wegen IV-fremden
Faktoren schwierig. Die antidepressive Therapie sei zu überdenken und ein
genügender Blutspiegel sei anzupeilen. Die früheren psychiatrischen Einschätzungen
seien bezüglich des Schweregrades der depressiven Erkrankung nicht immer
nachvollziehbar. Der psychiatrische Gutachter hielt bezüglich des Vorgutachtens fest,
dass sich der Gesundheitszustand der Versicherte seit der Begutachtung durch die
MEDAS zwar nicht verändert habe, er aber von einer anderen Beurteilung bei gleichem
Sachverhalt ausgehe (IV-act. 128-53 ff.). Der internistische Gutachter erhob keine
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Er hielt fest, dass aus der Sicht
seines Fachgebietes keine Arbeitsunfähigkeit vorliege. Länger dauernde, in sitzender
Tätigkeit ausgeführte Arbeiten sollten wegen der Hämorrhoidalproblematik gemieden
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werden (IV-act. 128-61 f.). Die neurologische Gutachterin führte aus, dass in der
Untersuchung ein über weite Strecken inkongruenter Befund mit zum Teil ausgeprägter
Zwangshaltung des Kopfes in Rotation und Kippung nach rechts, mit Angabe einer
Schmerzhaftigkeit und eines Blockadegefühls insbesondere während der
Schmerzbeschreibung, imponiert habe. Deutlich diskrepant zum Leidensprofil hätten
sich immer wieder deutlich flüssigere Spontanbewegungen im Bereich der HWS und
der linken Schulter ausserhalb der expliziten klinischen Untersuchung gezeigt. Im
Rahmen der Einzelkraftprüfung habe sich immer wieder ein sakkadierter und abrupter
Widerstandsverlust mit zum Teil auffallender Co-Innervation der antagonistischen
Muskulatur gezeigt. Dezidierte höhergradige Paresen hätten sich nicht objektiveren
lassen. Ohne den Nachweis von Muskelatrophien, einer Reflexdifferenz oder von
Pyramidenbahnzeichen finde sich insbesondere kein Hinweis für eine Radikulopathie/
Plexopathie bzw. für eine periphere Nervenaffektion oder ein Anhalt für eine
Myelopathie, kein Hinweis für eine Allodynie, eine Atrophie oder eine Störung der
Sudomotorik und kein Anhalt für ein CRPS. Auch die angegebene Sensibilitätsstörung
zirkulär der Schulter sowie des gesamten linken Armes und des Rumpfes könne
keinem zentralen oder peripher neurologischen Versorgungsgebiet zugeordnet werden.
Kernspintomographische Abklärungen cerebral sowie der HS hätten keinen
wegweisenden Befund erbracht. Für eine mögliche Nervenwurzelaffektion C6 links
finde sich klinisch kein entsprechendes Korrelat. Insgesamt sei festzuhalten, dass das
von der Versicherten präsentierte Beschwerdeausmass aus neurologischer Sicht nicht
plausibel durch einen organischen Befund erklärt werden könne. Ein solcher Befund
könne auch nicht in der klinisch-neurologischen oder bildmorphologischen Abklärung
objektiviert werden; dies sei bereits im Rahmen der neurologischen Voruntersuchungen
festgestellt worden. Von neurologischer Seite bestünden keine relevanten funktionellen
Einschränkungen. Die neurologische Gutachterin nannte keine Diagnosen mit Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit. Die Versicherte sei aus neurologischer Sicht sowohl in der
zuletzt ausgeübten als auch in einer adaptierten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig
(IV-act. 128-70 ff.). Die Gutachter hielten aus interdisziplinärer Sicht fest, dass die
Versicherte aufgrund der orthopädischen Einschränkungen in der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin spätestens ab Ende 2012 zu 100%
arbeitsunfähig sei. In adaptierten, leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten mit
vermehrten Pausen ohne repetitive Arbeiten mit dem linken Arm über Schulterhöhe,
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C.
ohne einseitige WS-Zwangshaltungen und ohne Heben und Tragen über 5kg sei die
Versicherte aus polydisziplinärer Sicht seit Januar 2013 zu 70% arbeitsfähig. Aufgrund
des chronifizierten Schmerzbildes sei eine multimodale Schmerztherapie mit
muskulärer Konditionierung und begleitender psychiatrischer Verhaltenstherapie
anzustreben. Die Prognose sei offen (IV-act. 128-81 ff.).
Der RAD notierte am 27. Februar 2017, dass auf das Gutachten abgestellt werden
könne. Die Versicherte sei aus polydisziplinärer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit zu
70% arbeitsfähig (IV-act. 130). Am 27. Februar 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten
mit, dass sie an der Rentenabweisung gemäss dem Vorbescheid vom 30. April 2015
festhalte (IV-act. 132). Dagegen wandte die Versicherte am 28. April 2017 im
Wesentlichen ein, dass die Einschätzung des psychiatrischen Gutachters bezüglich der
Schwere der depressiven Episode nicht fachlich begründet sei (IV-act. 135).
B.c.
Am 14. August 2017 verfügte die IV-Stelle gemäss ihrem Vorbescheid vom 30.
April 2015 die Abweisung des Leistungsbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 2%.
Zu den Einwänden hielt sie fest, der psychiatrische Gutachter habe nachvollziehbar
ausgeführt, dass neben den Funktionseinschränkungen im Rahmen der
Gesundheitsschädigung viele IV-fremde Faktoren zu sehen seien. Die unterschiedliche
Einschätzung durch den begutachtenden und durch den behandelnden Psychiater sei
durch die Selbstlimitierung und die Krankheitsrolle der Versicherten erklärbar. An der
Arbeitsfähigkeitsschätzung des Gutachters werde festgehalten (IV-act. 138).
B.d.
Dagegen liess die Versicherte am 12. September 2017 Beschwerde erheben. Ihr
Rechtsvertreter beantragte, die Verfügung vom 14. August 2017 sei aufzuheben und es
sei eine halbe Invalidenrente, eventualiter eine Viertelsrente zuzusprechen.
Subeventualiter sei ein gerichtliches polydisziplinäres Gutachten zu erstellen. Er
machte geltend, dass das Gutachten inhaltlich "schmal" bezüglich der Begründung der
adaptierten 70%igen Arbeitsfähigkeit sei. Die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
müsse nochmals genauer unter die Lupe genommen werden; u.a. würden
drittanamnestische Auskünfte fehlen. Dass der Gutachter immer wieder auf die
Laborbefunde und auf eine mangelnde Compliance hinweise, könne ein Hinweis auf
eine Voreingenommenheit sein. Darüber hinaus bestünden erhebliche Zweifel an der
C.a.
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Unabhängigkeit der medexperts AG, da der Delegierte des Verwaltungsrates bis 2010
Leiter der Beschwerdegegnerin gewesen sei. Auch werde die adaptierte
Arbeitsfähigkeit in anderen Fällen regelmässig mit 70% bewertet, weshalb anzunehmen
sei, dass eine dementsprechende interne Anweisung bestehe, um die Auftraggeber
nicht zu enttäuschen. Obwohl die einzelnen Gutachter zum Teil als sehr kompetent
erachtet würden, dürften sich die Gutachter einer vorherrschenden IV-freundlichen
Haltung nicht völlig entziehen können (act. G 1).
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 4. Dezember 2017 die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung führte sie an, dass das Zumutbarkeitsprofil des
orthopädischen medexperts-Gutachters im Gegensatz zur Beurteilung durch die
MEDAS inkonsequent sei. Die MEDAS habe die Funktionsstörung der HWS bereits bei
ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt. Auch dürfe nicht auf die
Schmerzchronifizierung abgestellt werden, da diese objektiv nicht vollumfänglich habe
erklärt werden können. Es sei auf die Einschätzung der MEDAS-Gutachter abzustellen,
wonach aus orthopädischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit bestehe. Auch in psychiatrischer Hinsicht bestehe eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit, da das Bundesgericht einer leicht- bis mittelgradigen Depression
keine invalidisierende Wirkung zugestehe. Selbst wenn man dieser Rechtsprechung
nicht folge, sei anzumerken, dass gestützt auf das Gutachten lediglich eine 30%ige
Arbeitsunfähigkeit bestehe. Dr. H._ habe sich zu sehr auf die subjektiven
Äusserungen der Beschwerdeführerin abgestützt. Zusammenfassend könne die
Beschwerdeführerin einer angepassten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin im Umfang von
100% nachgehen (act. G 5).
C.b.
Am 19. Februar 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Beschwerdeanträgen
fest und bestätigte im Wesentlichen ihre Standpunkte. Die somatischen Beschwerden
hätten sich verschlechtert und die Schulterbeweglichkeit sei deutlich eingeschränkt. In
psychiatrischer Hinsicht sei auf die Einschätzung von Dr. H._ abzustellen (act. G 11).
Sie reichte einen Arztbericht der Klinik I._ vom 9. Januar 2018 über eine stationäre
Behandlung vom 20. Oktober bis 16. Dezember 2017 ein. Darin war festgehalten
worden, dass die Beschwerdeführerin an einer schweren depressiven Episode ohne
psychotische Symptome, an einem Zervikal-Syndrom sowie an einer chronischen
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren leide. Als
C.c.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Streitig und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Invalidenrente. Einen Rentenanspruch haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können,
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid
sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss
Art. 28a Abs. 1 des IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
Austrittsmedikation waren 17 verschiedene Medikamente angegeben worden (act. G
11.1.1).
In ihrer Duplik vom 21. März 2018 führte die Beschwerdegegnerin an, dass sich
die Rechtsprechung bezüglich leicht- bis mittelgradigen Depressionen zwischenzeitlich
geändert habe. Dies ändere aber nichts am Beweiswert des medexperts-Gutachtens,
da das Gutachten bereits nach dem bundesgerichtlich vorgegebenen Beweisverfahren
abgefasst worden sei. Unter anderem seien die Therapieoptionen noch nicht
ausgeschöpft und die Beschwerdeführerin halte die Medikation nicht ein. Im Weiteren
wiesen Selbstlimitierungen auf einen fehlenden Leidensdruck hin (act. G 13).
C.d.
Am 3. Mai 2018 wandte die Beschwerdeführerin ein, sie habe auch somatische
Probleme und man könne die verschiedenen Beschwerden nicht mit verschiedenen
Rechtsprechungen lösen (act. G 15).
C.e.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine weitere Stellungnahme (vgl. act. G
16).
C.f.
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zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.
Um das Invalideneinkommen zu bestimmen und damit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, muss die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im
Verfügungszeitpunkt mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
feststehen. Zur Beantwortung der Frage nach der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin zwei Gutachten eingeholt (Gutachten
der MEDAS Bern vom 6. Februar 2015, IV-act. 92, und medexperts-Gutachten vom 25.
Januar 2017, IV-act. 128).
2.1.
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass sich der Vorwurf der fehlenden Unabhängigkeit
der medexperts AG und der Vorwurf einer vorherrschenden "IV-freundlichen Haltung"
der Gutachter als unberechtigt erweist. Das Gutachten enthält keinerlei Indizien für eine
unvollständige oder nicht lege artis durchgeführte Untersuchung oder für eine generelle
Voreingenommenheit der medizinischen Sachverständigen zulasten der
Beschwerdeführerin. Sollte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit der
Aussage, es sei anzunehmen, dass bzgl. der Arbeitsfähigkeitsschätzungen eine
"interne Anweisung bestehe, um die Auftraggeber [Beschwerdegegnerin] nicht zu
enttäuschen", das Argument der "wirtschaftlichen Abhängigkeit" aufgegriffen haben, ist
er ebenfalls nicht zu hören. Das immer wieder auftauchende Argument, die
medizinischen Sachverständigen müssten schon deshalb zumindest dem objektiven
Anschein nach befangen sein, weil die grösseren Begutachtungsstellen, wie die
medexperts AG, sehr viele Gutachten zuhanden der IV-Stellen produzierten und
deshalb von diesen wirtschaftlich abhängig seien, ist offensichtlich nicht stichhaltig,
denn auch viele andere (kleinere) medizinische Abklärungsstellen erstellen die meisten
ihrer Gutachten zuhanden der Invalidenversicherung. Wäre das Argument der
wirtschaftlichen Abhängigkeit stichhaltig, wäre wohl der überwiegende Teil aller
Gutachten für die Invalidenversicherung von dem objektiven Anschein nach
befangenen medizinischen Sachverständigen erstellt. Tatsächlich könnte nur dann von
der wirtschaftlichen Abhängigkeit der medizinischen Abklärungsstellen auf deren
Befangenheit zulasten der untersuchten Versicherten geschlossen werden, wenn den
IV-Stellen unterstellt würde, sie seien ebenfalls voreingenommen zulasten der
Versicherten. Die IV-Stellen hätten nämlich nur unter dieser Voraussetzung ein
Interesse an einem versichertenfeindlichen Gutachten einer medizinischen
Abklärungsstelle. Wer den medizinischen Abklärungsstellen also eine
2.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/20
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Voreingenommenheit zulasten der untersuchten Versicherten und damit zugunsten der
IV-Stellen unterstellt, behauptet notwendigerweise eine Voreingenommenheit der IV-
Stellen zulasten der Versicherten. Diese Unterstellung würde wiederum zur Schluss
folgerung zwingen, dass auch die Aufsichtsbehörde über die IV-Stellen zulasten der
Versicherten voreingenommen sein müsse, weil sie die Voreingenommenheit der von
ihr zugelassenen medizinischen Abklärungsstellen ignoriere und damit de facto
absegne. Die mit einer solchen den gesamten Abklärungsapparat der
Invalidenversicherung betreffenden Voreingenommenheit zulasten der Versicherten
verbundene Missachtung des Untersuchungsgrundsatzes beziehungsweise der
gesetzlichen Beweisführungs- und Beweiswürdigungsregeln würde sowohl den
Gleichbehandlungsgrundsatz als auch das Legalitätsprinzip aushebeln, so dass die IV-
Stellen generell als objektiv „anscheinsbefangen“ zu betrachten wären, womit der
Vollzug des IVG wohl zum Stillstand käme. Tatsächlich kann aus der wirtschaftlichen
Abhängigkeit (was auch immer darunter zu verstehen ist) natürlich nicht auf eine
Befangenheit der medizinischen Abklärungsstellen geschlossen werden, denn der
Auftrag der IV-Stellen lautet immer, es sei eine streng objektive und
unvoreingenommene Abklärung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit
der Versicherten vorzunehmen. Einem erkennbar zulasten der untersuchten
versicherten Person voreingenommen abgefassten Gutachten wird jede IV-Stelle den
Beweiswert absprechen. Das gilt selbstredend auch für das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen. Daher können die medizinischen Sachverständigen der
medexperts AG zum Vornherein keinen Anlass haben, zulasten der Beschwerdeführerin
voreingenommen zu sein.
Zu prüfen ist, ob sich der medizinische Sachverhalt unter Berücksichtigung der
beiden Gutachten als rechtsgenüglich abgeklärt erweist.
2.3.
Die erste, umfassende polydisziplinäre Begutachtung der Beschwerdeführerin ist
im August 2014 durch die Begutachtungsstelle MEDAS Bern erfolgt. Die MEDAS-
Sachverständigen haben im Gutachten vom 6. Februar 2015 nachvollziehbar dargelegt,
dass lediglich die Schulterschmerzen und die damit einhergehenden
Beweglichkeitseinschränkungen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin hätten. Alle weiteren Diagnosen, wie insbesondere eine
rezidivierende depressive Störung sowie eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung, hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 92-23). In
psychiatrischer Hinsicht haben die Gutachter eine Besserung der depressiven Störung
festgestellt und hinsichtlich der somatoformen Schmerzstörung haben sie die Foerster-
Kriterien als nicht erfüllt erachtet, da kein sozialer Rückzug bestehe und die
2.3.1.
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psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung noch nicht ausreichend erfolgt sei.
Dass die Gutachter in psychiatrischer Hinsicht den sog. Indikatorenkatalog nicht
angewendet haben, ist vorliegend nicht weiter von Relevanz, da bei einer leichten
Depression bzw. einer somatoformen Schmerzstörung und einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit keine Ressourcen geprüft werden müssen. Die Gutachter haben im
Weiteren zu Recht darauf hingewiesen, dass nicht klar sei, ob die Compliance der
Beschwerdeführerin tatsächlich gegeben sei, da die Medikation unterhalb des
therapeutisch wirksamen Bereichs gelegen habe. Ebenfalls haben sie die Vielzahl der
festgestellten Befundinkonsistenzen als Hinweis auf ein aggravierendes Verhalten mit
reduzierter Anstrengungsbereitschaft gedeutet (IV-act. 92-42). Auch in orthopädischer
Hinsicht haben die Gutachter mit Blick auf die klinischen und radiologischen Befunde
plausibel dargelegt, dass die angegebenen Beschwerden nur teilweise ein
entsprechendes Substrat fänden und nicht vollständig nachvollziehbar seien.
Objektiviert worden ist lediglich eine reduzierte Belastbarkeit der linken Schulter. Sie
sind zum überzeugenden Schluss gekommen, dass einzig auf dem orthopädischen
Fachgebiet eine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorliege und es der
Beschwerdeführerin aufgrund dieser Diagnose der chronischen Schulterschmerzen
nicht mehr zumutbar sei, schwere Lasten von über 5kg zu heben bzw. zu tragen,
ständige Überkopfarbeiten links durchzuführen und mit schlagenden, stossenden und
vibrierenden Maschinen zu hantieren. In einer entsprechend angepassten
Verweistätigkeit sei die Beschwerdeführerin vollschichtig zu 100% arbeitsfähig (IV-act.
92-22 f.).
Da im Verlauf der Abklärungen aufgrund eines Berichtes des behandelnden
Psychiaters eine mögliche Verschlechterung des Gesundheitszustands der
Beschwerdeführerin im Raum gestanden hat, hat der RAD eine Verlaufsbegutachtung
als erforderlich erachtet und der damit betrauten Begutachtungsstelle, der medexperts
AG, entsprechende Zusatzfragen gestellt. Die medexperts-AG hätte dabei
insbesondere beantworten sollen, ob sich der Gesundheitszustand respektive die
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit seit der Begutachtung im August
wesentlich geändert habe (vgl. IV-act. 121). Allerdings hat sich die neue
Begutachtungsstelle in ihrem Gutachten vom 25. Januar 2017 (IV-act. 128) nicht auf die
Beantwortung dieser Zusatzfragen beschränkt, sondern faktisch eine zweite
Begutachtung durchgeführt und die Beschwerdeführerin erneut umfassend
internistisch, neurologisch, orthopädisch sowie psychiatrisch abgeklärt. Im Gegensatz
zur Einschätzung der MEDAS-Gutachter haben die medexperts-Sachverständigen die
zumutbare Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Gutachten vom 25. Januar 2017
2.3.2.
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durch die chronifizierten Schulter- und Nackenschmerzen und durch eine
rezidivierende depressive, leichte bis mittelgradige Störung als eingeschränkt erachtet.
Auch sie haben Tätigkeiten mit schwerem Heben und Tragen von Lasten über 5kg,
repetitive Tätigkeiten über der Schulterhöhe und Tätigkeiten mit einseitigen
Zwangshaltungen als unzumutbar erachtet. Im Rahmen der depressiven Störung sei
die Beschwerdeführerin zudem verlangsamt und wenig belastbar. Aufgrund der
orthopädischen und psychischen Einschränkungen haben die medexperts-Gutachter
die Beschwerdeführerin auch in einer adaptierten Tätigkeit als zu 30% eingeschränkt
erachtet (IV-act. 128-74 f., 80 ff.).
Während die MEDAS-Sachverständigen mit Blick auf die erhobenen Befunde
zum nachvollziehbaren Schluss gekommen sind, dass die Beschwerdeführerin in einer
adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei, haben die medexperts-Gutachter die
adaptierte Arbeitsunfähigkeit trotz der ausgewiesenen Diskrepanzen und
Inkonsistenzen auf 30% geschätzt, obwohl das medexperts-Gutachten keinerlei
Hinweise darauf enthält, dass sich der orthopädische und der psychische
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in den ca. zwei Jahren seit der ersten
Begutachtung so stark verändert hätte, dass die Arbeitsunfähigkeit von 0% auf 30%
gestiegen wäre. Die orthopädische medexperts-Gutachterin hat nämlich keine
Verschlimmerung seit der ersten Begutachtung festgestellt, sondern festgehalten, ein
Vergleich der aktuellen Untersuchungsbefunde mit den Vorbefunden zeige, dass sich
die Funktion der linken Schulter nicht wesentlich verschlechtert habe. Die
unveränderten Dauerschmerzen der linken Schulter seien nur teilweise objektiv
erklärbar (IV-act. 128-83). Der psychiatrische medexpterts-Gutachter hat sogar
ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin seit der Begutachtung durch die MEDAS zwar nicht verändert
habe, er aber von einer anderen Beurteilung bei gleichem Sachverhalt ausgehe (IV-act.
128-57). Diese "andere Beurteilung bei gleichem Sachverhalt" ist allerdings nicht
nachvollziehbar, da es an einer Auseinandersetzung mit der – bei unverändertem
Gesundheitszustand – abweichenden Diagnosestellung und der
Arbeitsfähigkeitsschätzung im MEDAS-Gutachten fehlt. Das medexperts-Gutachten
vermag aber nicht nur im Hinblick auf diese fehlende Auseinandersetzung mit der
abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzung bei unverändertem Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin nicht zu überzeugen. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung erscheint mit
Blick auf die vorliegenden Akten insgesamt als nicht nachvollziehbar. Sowohl die
MEDAS- als auch die medexperts-Gutachter haben auf Inkonsistenzen während der
Untersuchungen, auf ein demonstratives Verhalten der Beschwerdeführerin sowie auf
2.3.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/20
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Diskrepanzen zwischen den demonstrierten Bewegungseinschränkungen und den
objektivierbaren Untersuchungsbefunden und Röntgenbefunden hingewiesen. Beide
Begutachtungsstellen haben festgehalten, dass die Beschwerden der
Beschwerdeführerin nur teilweise hätten objektiviert werden können und dass
insbesondere die HWS-Symptomatik in der angegebenen Intensität nur teilweise
erklärbar sei. Dies deckt sich auch mit den Vorakten, in denen ebenfalls auf eine
erhebliche Symptomausweitung hingewiesen worden ist (vgl. insb. den Bericht der
Rehaklinik Bellikon vom 13. September 2019, IV-act. 43-10 f.). Darüber hinaus ist in
beiden Gutachten auf die fragliche Medikamenten-Compliance hingewiesen worden.
Bereits anlässlich der MEDAS-Begutachtung hat die Medikation unterhalb des
therapeutisch wirksamen Bereichs gelegen (vgl. IV-act. 92-43) und bei der medexperts-
Begutachtung ist der Blutspiegel des einen Antidepressivums – bei fehlendem Hinweis
auf eine angepasste Medikation – deutlich zu niedrig gewesen (IV-act. 128-54). Eine
vertiefte Beurteilung dieser sich durch die gesamten medizinischen Akten ziehenden
Hinweise auf eine Symptomausweitung der Beschwerdeführerin und deren allfälligen
Einfluss auf die Diagnose haben die medexperts-Gutachter nicht vorgenommen; es
scheint, als hätte man der Aggravation der Beschwerdeführerin wenig bzw. kaum
Bedeutung beigemessen. Ebenso hat der psychiatrische medexperts-Gutachter die
wohl fehlende Medikamenten-Compliance zwar erwähnt, aber diesbezüglich lediglich
festgehalten, dass es "Möglichkeiten gebe, die medikamentöse Behandlung zu
optimieren" (IV-act. 128-54). Die notwendigerweise zu stellende Frage, wie die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bei einer optimierten Medikation bzw. einer
guten Compliance einzuschätzen wäre, hat der Gutachter nicht beantwortet. Während
die Medikamenten-Compliance im MEDAS-Gutachten insofern keine Berücksichtigung
hat finden müssen, als die Gutachter von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
ausgegangen sind, stellt sich hinsichtlich des medexperts-Gutachten die Frage, ob es
dem psychiatrischen Gutachter bei einer fraglichen Compliance überhaupt möglich
gewesen ist, eine plausible Arbeitsfähigkeitsschätzung abzugeben. Insgesamt erweist
sich damit die Arbeitsfähigkeitsschätzung der medexperts-Gutachter im Gegensatz zu
derjenigen der MEDAS-Gutachter als nicht überzeugend.
Der RAD hat den Umstand, dass die medexperts-AG nicht nur eine
Verlaufsbegutachtung, sondern auch eine Art "Oberbegutachtung" durchgeführt hat,
ohne Weiteres akzeptiert, in dem er – ohne jede Begründung – die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der medexperts-Gutachter als richtig und die frühere
Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS-Gutachter im Ergebnis als falsch erachtet hat.
Mit den verschiedenen Ungereimtheiten im medexperts-Gutachten hat er sich
überhaupt nicht auseinandergesetzt. Dass die medexperts-AG, die eigentlich mit einer
2.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/20
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3.
Verlaufsbegutachtung betraut worden ist, an deren Stelle eine Art "Oberbegutachtung"
durchgeführt hat, wäre wohl tatsächlich zu akzeptieren gewesen, wenn sich die
medexperts-Gutachter mit den vorausgegangenen Arbeitsfähigkeitsschätzungen
auseinandergesetzt und überzeugend begründet hätten, dass ihre Einschätzung richtig
und die der Vorgutachter falsch sei. Dies haben sie jedoch nicht getan.
Zusammenfassend ist mit Blick auf das überzeugende MEDAS-Gutachten mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin in adaptierten
Tätigkeiten zu 100% arbeitsfähig ist. Dies wird durch das medexperts-Gutachten
bestätigt, das belegt, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit
der ersten Begutachtung nicht verändert hat. Nachdem der Sachverhalt als umfassend
abgeklärt zu erachten und von weiteren medizinischen Abklärungen keine
verlässlichere Arbeitsfähigkeitsschätzung zu erwarten ist, ist dem Antrag der
Beschwerdeführerin, es sei eine gerichtliche Oberbegutachtung in Auftrag zu geben,
nicht stattzugeben (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157, E. 1d).
2.5.
Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten bleiben
die erwerblichen Auswirkungen der qualitativen Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen.
Die Beschwerdeführerin hat keinen Beruf erlernt und ist seit 2004 als
Maschinenführerin bzw. Produktionsmitarbeiterin und damit als Hilfsarbeiterin tätig
gewesen. Dabei ist davon auszugehen, dass sie bei fiktiv erhaltener Gesundheit
weiterhin eine solche durchschnittlich entlöhnte Hilfsarbeitertätigkeit ausgeführt hätte.
Der Beschwerdeführerin kann die Verrichtung einer adaptierten Hilfsarbeit ohne
Weiteres zugemutet werden. Da somit sowohl hinsichtlich des (hypothetischen)
Valideneinkommens als auch bezüglich des Invalideneinkommens derselbe
Tätigkeitsbereich zugrundegelegt werden kann (Hilfsarbeitertätigkeiten), ist für das
Valideneinkommen und für den Ausgangspunkt zur Bestimmung des
Invalideneinkommens vom selben Wert auszugehen. Sind die beiden Einkommen
ausgehend vom selben Lohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung und
es rechtfertigt sich ein sog. Prozentvergleich. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem
Grad der Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung eines zusätzlichen
Abzuges. Ein solcher zusätzlicher Abzug ist vorliegend nicht zu berücksichtigen.
Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten
Hilfsarbeitertätigkeit betriebswirtschaftlich-ökonomisch gesehen nur noch eine
unterdurchschnittliche Arbeitsleistung erbringen könnte, sind nämlich nicht ersichtlich.
Zusammenfassend ergibt sich bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ein Invaliditätsgrad
von 0%. Damit hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. Im
3.1.
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4.