Decision ID: bb57015c-6ff4-4156-b082-600c4e751d51
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1974, meldete sich
am 2
9.
Januar 2008
unter Hinweis auf
erlittene
Diskushernien bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/3
Ziff.
7.2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons
Y._
, IV-Stelle
Y._
, holte beim
Z._
ein polydisziplinäre
s
Gutachten ein, da
s
am
5.
Januar 2010 erstattet wurde (
Urk.
8/61/10-31).
Mit Verfügung vom 1
2.
August 2010 sprach die
IV-Stelle
Y._
der Versicherten rückwirkend ab dem
1.
Dezember 2008 eine ganze Rente mit entsprechenden Kinderrenten zu (
Urk.
8/80).
1.2
Im
Februar 2012
wurde eine Revision eingeleitet (
Urk.
8/102). Die
Sozialver
siche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle Zürich,
veranlasste
ein
e
ortho
pädische und psychiatrische Untersuchung der Versicherten durch ihren
Regional
ärztlichen
Dienst (RAD
;
Urk.
8/119-120).
Nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(
Urk.
8/123-139) reduzierte die IV-Stelle Zürich
mit Ver
fügung vom 2
2.
August 2013
die bisherige ganze Rente ab
1.
Oktober 2013 auf eine halbe Rente (
Urk.
8/142,
Urk.
8/140 =
Urk.
2).
2.
2.1
Die Versicherte erhob am 1
7.
September 2013 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
2.
August 2013 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei auf die Herabsetzung der Rente zu verzichten. Eventuell seien die Gutachter des
Z._
vom angerufenen Gericht zu beauftragen, ein Verlaufsgutachten zum Gut
achten vom
5.
Januar 2010 zu erstellen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-3).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
Oktober 2013 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7).
2.2
Mit Beschluss vom 2
0.
Mai 2014
stellte das
hiesige
Gericht in Aussicht,
bei den Gutachtern des
Z._
ein Verlauf
sgutachten in Auftrag zu geben
,
und
b
ewilligte
zudem
antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2
Ziff.
4)
die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung
(Urk. 9)
. Mit Gerichtsverfügung vom 1
6.
Juli 2014 wurde
n
die Fachärzte des
Z._
mit der Begutachtung der Versicherten beauftragt
(
Urk.
13 Dispositiv
Ziff.
1-2).
Das Gutachten wurde am 1
3.
November 2014 erstattet (
Urk.
17/2).
Die Beschwer
de
führerin nahm
dazu
am 2
2.
Januar 2015 (
Urk.
22), die
Beschwerde
gegnerin
am 1
7.
April 2015 (
Urk. 27-28)
Stellung.
Die Stellungnahmen wurden der jeweiligen Gegenpartei am 2
0.
und 2
2.
April zugestellt (
Urk.
29-30).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete die
verfügte
Rentenherabsetzung
mit Ver
weis darauf
, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im
Ver
gleich mit dem
Gutachten des
Z._
vom
5.
Januar 2010 verbessert habe (
Urk.
2).
Am 1
7.
April 2015 nahm die Beschwerdegegnerin
zum vom hiesigen Gericht veranlassten
Verlaufsgutachten
des
Z._
vom 1
3.
November 2014
Stellung
. Sie erklärte, ihr
RAD habe festgestellt, dass das Gutachten nicht widerspruchsfrei sei. Darüber hinaus stelle sich die Frage,
weshalb in einer angepassten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit gegeben sein solle.
Die Beschwerdeführerin habe anlässlich der RAD-Untersuchung vom 2
9.
November
(richtig: Oktober)
2012 etwa angegeben, dass sie den Haushalt selbständig erledigen könne. Oft seien auch Freunde ihrer Kinder beim Mittagessen dabei. Es sei daher schwer nachvollziehbar, dass die Arbeitsfähigkeit vollkommen aufgehoben sei (
Urk.
27 S. 1).
2.2
Die Beschwerdeführerin nahm am 2
2.
Januar 2015
zum Verlaufsgutachten Stel
lung und
erklärte, die psychiatrische Gutachterin wie auch der rheumatologi
sche Gutachter des
Z._
seien zum Schluss gekommen, dass auf keinen Fall von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes gesprochen werden könne. Im Gegen
teil, wenn überhaupt eine Veränderung des Gesundheitszustandes
vor
liege
, dann eher eine Verschlechterung. Aufgrund des Verla
ufsgutachtens vom 1
3.
November
2014 stehe mit aller Klarheit fest, dass es keinen medizinischen Grund gebe, die Invalidenrente der Beschwerdeführerin zu reduzieren (
Urk.
22
S. 3 f.
Ziff.
5).
2.
3
Streitig ist
die Rechtmäs
sigkeit der Rentenherabsetzung. Zunächst ist zu entschei
den,
ob auf das Verlaufsgutachten
des
Z._
vom
1
3.
November 2014 abgestellt werden kann.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin,
und
Dr.
med.
C._
,
Z._
, erstatteten am
5.
Januar 2010
ein polydisziplinäres Gutachten
(
Urk.
8/61/10-31).
Die Gutachter stellten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 19
Ziff.
5.1):
Failed
back
surgery
-Syndrom
Status nach Revision mit
Refensterung
LWK5/SWK1,
Neurolyse
S1 beidseits,
Renukleotomi
e
L5/S1 beidseits
,
TLIF L5/S1 von links,
Legacy-
Spondlyodese
L4/S1 am
9.
April 2008 bei zweitem
Rezidiv
b
andscheibenvorfall
LWK5/SWK1 medial
Status nach
Refenestration
L5/S1 links,
Neurolyse
L5 links,
Sequester
entfernung
links, Diskektomie,
Undercutting
rechts und
Neurolyse
S1 rechts am 1
3.
Februar 2008
Status nach
Isthmotomie
L5/S1 links am 2
3.
Dezember 2007
Status nach
Sequesterektomie
L5/S1 rechts 2004
a
ktuell
radikuläres
Schmerz- und sensibles Ausfallsyndrom S1 rechts
r
adiomorphologisch
Pseudarthrose
im Segment L5/S1 bei Status nach dynamischer
Spondylodese
von L4 bis S1, April 2008
leicht bis mittelgradige depressive Episode bei traumatischer Vorge
schichte und chronischem Schmerzsyndrom
Dr.
A._
attestierte der Beschwerdeführerin
von psychiatrischer Seite
eine
Verminderung der Arbeitsfähigkeit um 50
%
(S. 14
Ziff.
4.1.5).
Dr.
B._
verneinte aus rheumatologischer Sicht eine
verwertbare Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit
in der freien Wirtschaft
. I
m Rahmen der Haushaltführung be
stehe eine Einschränkung von mindestens 50
%
(S. 18
Ziff.
4.2.5).
Gesamthaft
kamen die Gutachte
r
zum
Ergebnis
, dass a
ufgrund der insgesamt klar objekti
vierbaren, komplexen Erkrankungen im Bereich des Bewegungsapparates und der
psychiatrischen
Diagnosen
in der freien Wirtschaft
momentan
keine ver
wertbare Arbeits- und Leistungsfähigk
eit
bestehe
(S. 20
Ziff.
6.2).
3.
2
Die IV-Stelle Y._
sprach
der Beschwerdeführerin
daraufhin
mit Verfügung vom 1
2.
August 2010
ab dem
1.
Dezember 2008 eine ganze
Invalidenr
ente zu (
Urk.
8/80
,
Urk.
8/73/4-5
).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin liess die Beschwerdeführerin
anlässlich
einer
im Februar 2012 eingeleiteten Revision (
Urk.
8/102)
durch ihren RAD rheumatolo
gisch
und psychiatrisch untersuchen (
Urk.
8/119 S. 1,
Urk.
8/120 S. 1).
Med.
pract
.
D._
, Fachärztin für Orthopädis
che Chirurgie und Trau
matologie
des Bewegungsapparates
,
nannte
im Bericht vom 1
3.
November 2012 (
Urk.
8/119)
als
Diagnose mit Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine
Bewegungs- und Belastungseinschränkung der Lendenwirbelsäule bei Status
nach
Spondylodese
bei L4 bis S1 nach mehrfachen Revisionen bei Status nach Diskushernie (S. 8
Ziff.
8).
Die RAD-
Ärztin
stellte
im
Vergleich zum Gutachten des
Z._
vom
5.
Januar 2010
eine
deutlich gebesserte
Funktion der Lendenwirbelsäule
fest
. Sie führte
dazu
aus, w
ährend
im Gutachten eine Einschränkung der Lateralflexion und
Reklination
um mindestens einen Drittel dokumentiert und ein
Fingerbodenab
stand
von 54 cm festgestellt worden
sei
, bestehe
jetzt allenfalls
endgradig
eine geringe Einschränkung der Wirbelsäulenfunktion mit einem
Fingerbodenab
stand
von 10 cm. Hinweise für eine anhaltende Nervenwurzelreizung fänden sich ebenfalls nic
ht mehr.
Die im Gutachten dargelegte ausgeprägte Einschrän
kung der Bewegungsfähigkeit der Wirbelsäule sei jetzt nicht mehr vorhanden. Jedoch bestehe aus medizinischer Sicht, wie auch von der Beschwerdeführerin dargelegt, ein erhöhter Pausenbedarf bei verminderter Ausdauerbelastung der Wirbelsäule (S. 8
Ziff.
9).
In der bisherigen Tätigkeit als Serviceangestellte bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
bei einer Anwesenheit von 60
%
. Die Einschränkung ergebe sich aus dem erhöhten Pausenbedarf. In einer angepass
ten Tätigkeit mit körperlich leichter wechselbelastender Tätigkeit sei seit dem 2
9.
Oktober 2012 eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
gegeben bei einer Präsenzzeit von 100
%
. Die reduzierte Arbeitsfähigkeit ergebe sich aus dem erhöhten
Pau
senbedarf
(S. 8 f.
Ziff.
10).
4.2
Die psychiatrische Untersuchung erfolgte durch
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie.
Dr.
E._
stellte
im Bericht vom 1
3.
November 2012
die Diagnose
eine
r
rezidivierende
n
depressive
n
Störung, gegenwärtig
leichtgradig
(S. 4
Ziff.
10).
Er
attestierte
eine einge
schränkte Arbeitsfähigkeit von 50 % für jegliche Tätigkeiten (S. 5
Ziff.
12).
4.3
Das hiesige Gericht gab
in der Folge
bei
Dr.
B._
und
Dr.
A._
,
Z._
, ein
bidisziplinäres
V
erlaufsgutachten in Auftrag,
das
am 1
3.
November 2
014 (
Urk.
17/2) erstattet wurde.
Das Gutachten
beruht auf den Untersuchungen vom 2
0.
Oktober 2014 und den
vorinstanzlichen Akten
(S. 1).
Dr.
A._
bestätigte
von psychiatrischer Seite
bei einer
chronifizierten
mittelgradigen depressiven Episode bei traumatischer Vorgeschichte und
chro
ni
schem Schmerzsyndrom sowie bei einer chronischen Insomnie (S.
16
Ziff. 3.3
a)
unverändert eine
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit von 50
%
(S. 17
Ziff.
3.5).
Dr.
B._
stellte fest
, im Verlauf von knapp fünf Jahren hätten sich aktuell
aus
klinisch rheumatologischer Sicht keine wesentlich neuen Gesichtspunkte erge
ben mit der Ausnahme, dass der im Dezember 2009 vor allem in die rechte untere Extremität ausstrahlende Schmerz sich nun ganz klar in die linke untere Extremität verändert habe (S. 22
Ziff.
4.4). Im
Vergleich zum Status vom 1
4.
Dezember 2009 müsse für den Untersuchungstag sogar von einer schlech
teren Bewegungsfähigkeit lumbal gesprochen werden, vor allem hinsichtlich der
maximal möglichen Lateralflexion und
Reklination
. Insbesondere bei der late
ralen Flexion nach links und gleichzeitiger
Reklination
könne ein sofortiger starker
lumboglutealer
Schmerz provoziert werden mit Schmerzausstrahlung bis in den prox
imalen dorsalen Oberschenkel. Während
der isoliert gemessene Fingerbodena
bstand sich nach vor
ne
diskret verbessert habe von 54 cm im D
ezember 2009 auf aktuell 47 cm, sei die Brustwirbelsäule
endph
asig nur disk
ret eingeschränkt und
die Halswirb
elsäule frei beweglich gewesen (S. 23
Ziff.
4.4 oben). Die Nervendehntests in verschiedenen Positionen hätten vor allem auf der linken Seite eine klare Ausstrahlung bis in den dorsalen Ober- und Unterschenkel ergeben. Neben der unveränderten Diagnose eines soge
nannten
Failed
back
surgery
-Syndroms bei Status nach vier lumbalen
Rücken
operationen
zwischen 2004 bis zuletzt am
9.
April 2008
könne
nun der Ver
dacht auf ein sensomotorisches
lumboradikuläres
Schmerz- und Ausfallsyndrom bei L5/S1 postuliert werden.
Die gesamte Compliance sei b
ei der Anamneseerhebung und Untersuchung
her
vorragend gewesen. Die Beschwerden seien absolut glaubhaft vorgetragen wor
den. Es bestünden keinerlei Hinweise für eine Überlagerungs- oder gar Schmerzgeneralisierungstendenz
. Das aktuelle CT der Lendenwirbelsäule habe die erwähnten, klaren und sich verschlechternden Befunde ergeben, so dass aus rheumatologischer Sicht in keiner Art und Weise von einer Verbesserung der Gesamtsituation gesprochen werden könne
(S. 23
Ziff.
4.4 unten).
Die
RAD-Ärztin habe eine massiv bessere Flexion
sfähigkeit
der
Lendenwirbel
säule
festgestellt mit einem damaligen
Fingerbodena
bstand nach vorne von 13 cm, wobei die Orthopädin insbesondere explizit angegeben habe, dass keine lumbalen Schmerzen vorgelegen hätten. Im Weiteren habe aus ihrer Sicht eine weitgehend normale Rotationsfähigkeit
beidseits
, eine normale
Seit
neigungsfä
higkeit
beidseits und eine nur leicht eingeschränkte
Reklinationsfähigkeit
bestanden
. Bei diesen Bewegungsprüfungen habe die Explorandin endphasig keine Schmerzen angegeben. Unter Berücksichtigung der dokumentierten aus
führlichen Aktenlage erscheine es retrospekti
v absolut nicht nachvollziehbar
, dass die Explorandin ausgerechnet bei den spezifischen Bewegungen der lumbalen Wirbelsäule in Bezug auf Flexion, Extension, Lateralflexion und Rotation keine Schmerzen angegeben habe. Dies werde aus heutiger Sicht von der Explorandin ebenfalls vehement bestritten (S. 24
Ziff.
4.7 unten).
Die Gutachter stellten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 26 f.
Ziff.
5.1):
1.
Failed
back
surgery
-Syndrom
radiomorphologisch (CT
der
Lendenwirbelsäule vom 2
2.
Oktober 2014):
stationäre Position des Materials nach
pedikulärer
Instrumentierung L4
S1, ohne Lockerungszeichen der
Pedikelschrauben
, jedoch mit pro
gredienten, teil
s
erosiven
Endplattenverän
derungen angrenzend an die TLIF
L5/S1, ohne Nachweis einer
Durchbauung
L4-S1, jedoch Zeichen einer Progredi
enz der Facettengelenksarthrose
L4/5 links, neu aufgetre
tene Diskusverkalkung bei L4/5 links angrenzend an das
Foramen
ohne
Foraminal
- oder Spinalkanalstenose, neu aufgetretene schmale Verkal
kung im Spinalkanal auf Höhe L5/S1 rechts
aktuell Verdacht auf
residuelles
lumboradikuläres
Schmerz- und senso
mo
torisches Ausfallsyndrom bei L5/S1 links
Status nach Revision mit
Refensterung
LWK5/SWK1
,
Neurolyse
S1 beid
seits,
Renukleotomie
L5/S1 beidseits,
Legacy-
Spondylodese
L4/5/S1
am
9.
April 2008 bei zweitem
Rezidivb
andscheibenvorfall
LWK5/SWK1 medial
Status nach
Refenestration
L5/S1 links
,
Neurolyse
L5 links,
Sequester
ent
fernung
links, Diskektomie,
Undercutting
rechts und
Neurolyse
S1 rechts
am 1
3.
Februar 2008
Status nach
Isthmotomie
bei L5/S1 links am 2
3.
Dezember 2007
Status nach
Sequesterektomie
bei L5/S1 rechts 2004
p
ersistierende muskuläre
Dysbalance
mit Abschwächung der abdo
minellen und rückenstabilisierenden Muskelgruppen mit erheblicher lumbaler paravertebraler
Myogelose
beidseits klar linksbetont
2.
chronifizierte
mittelgradige depres
sive Episode mit traumatischer
Vorge
schichte und chronischem Schmerzsyndrom
3.
chronische Insomnie
Die Gutachter stellten fest, dass sich auch aus psychiatrischer Sicht gegenüber der letzten Untersuchung eher eine leichte Verschlechterung mit einer
chronifi
zierten
, nun anhaltenden mittelgradigen depressiven Episode und einem chro
nischen Schmerzsyndrom und einer chronischen Insom
n
ie darstelle.
Dr.
A._
und
Dr.
B._
attestierten gesamt
eine volle Arbeitsunfähigkeit für jegliche Erwerbstäti
gkeit in der freien Wirtschaft und eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mindestens 50
%
im Haushalt. Zusammenfassend bestehe seit Dezember 2009 beziehungsweise Dezember 2007 eine vollständige Arbeits
unfähigkeit
(S. 27
Ziff.
6).
4.4
Med.
pract
.
D._
nahm am
6.
März 2015 (
Urk.
28 S. 1 ff.) zum Gutachten vom 1
3.
November 2014 Stellung.
Sie erklärte, de
m Gutachten zufolge sei mittels
CT vom 2
2.
Oktober 2014 eine
Implantatlockerung
festgestellt
worden. Die bereits vorbeschriebene
Pseudarthrose
bei L5/S1 bestehe weiterhin. Gegen
über den Voraufnahmen fänden sich zunehmende Degenerationen, insbesondere des Facettengelenks L4/5 links und eine
Discusverkalkung
bei
L4/5 links, an das
Foramen
angrenzend. Eine
Foramen
- oder Spinalkanalstenose sei nicht gefun
den worden. Ob es sich um Anzeichen einer klinisch relevanten Verschlechte
rung handle, könne angesichts des im Vergleich zum Vorgutachten des
Z._
von 2009 im Wesentlichen unveränderten Funktionsstandes der Wirbelsäule zumin
dest bezweifelt werden. Ein organisches Korrelat, das den Verdacht auf senso
motorische Ausfälle erhärten würde, werde im CT nicht beschrieben. Insbeson
dere fänden sich keine Hinweise darauf, dass mehrere Nervenwurzeln durch eine Kompression betroffen sein könn
t
en.
Im Vergleich der beiden
Z._
-Gutachten sei eine Veränderung nicht ausge
wiesen.
Die Untersuchungsbefunde des RAD würden sich deutlich von denen des
Z._
unterscheiden, müssten jedoch wahrscheinlich als eine andere Beurtei
lung des gleichen Sachverhaltes interpretiert werden (S. 2 f.).
5.
5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5.2
Das Verlaufsgutachten von
Dr.
B._
und
Dr.
A._
vom 1
3.
November 2014
erweist sich als umfassend. Es
beantwortet die
massgeblichen
und die vom Gericht
den Gutachtern unterbreiteten
Fragen (S. 28 f.
Ziff.
7)
und leuchtet in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
. Es
erfüllt
daher
die Anforde
rungen der Rechtsprechung an den Beweiswert e
ines medizinischen Gutachtens.
Die abweichende Beurteilung
der Beschwerdegegnerin basierte
im Wesentlichen
auf
der rheumatologischen Untersuchung
und dem Bericht von
med.
pract
.
D._
vom 1
3.
November 2012
(E. 4.1 hiervor).
Der
RAD nahm am 1
6.
März 2015
zum Verlaufsgutachten Stellung.
Med.
pract
.
D._
selber erklärte
, dass es sich bei ihrem Bericht wohl um eine
andere Beurteilung
desselben Sach
verhaltes handle
(E. 4.4)
, welche rechtsprechungsgemäss unbeachtlich ist.
Gestützt auf das Verlaufsgutachten
des
Z._
vom 1
3.
November 2014 ist dem
nach als erstellt zu erachten, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwer
deführer
in verglichen mit dem Gutachten des
Z._
vom
5.
Januar 2010 nicht massgeblich verändert hat. Die Beschwerde vom 1
7.
September 2013 ist daher gutzuheissen.
6.
6.1
Die Beschwerdegegnerin hat es vorliegend unterlassen, beim
Z._
ein
Verlaufs
gut
achten
zum Gutachten
des
Z._
vom
5.
Januar 2010 einzuholen. Die
Kosten des
Gerichtsg
utachtens
von
Fr.
7‘728.95
(
Urk.
19) sind
daher
nach
der mit
BGE 137 V 210 E. 4.4.2
begründeten Rechtsprechung
der
Beschwerdegeg
nerin
aufzuerlegen.
6.2
Entsprechend dem Ausgang des Verfahren
s sind
der IV-Stelle
im Rahmen von
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) zudem Gerichtskosten in der Höhe von
Fr.
700.-- aufzuerlegen.
6.
3
Der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin
reichte am 1
9.
Mai 2015
zwei
Hono
rar
note
n
in Höhe von
insgesamt
Fr.
3‘028.80 (
Fr.
1‘787.90 und
Fr.
1‘240.90) ein (
Urk.
31-32)
, welche betreffend den geltend gemachten Auf
wand angemessen sind und den verschiedenen Entschädigungssätzen Rechnung trägt
.
Dieser
ist daher mit
Fr.
3‘028.80 zu entschädigen.