Decision ID: 91ef1ee6-c8af-5565-bb13-e2bfc3a38ed2
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A._ führt als Einzelunternehmerin einen Reitstall in (...) und bietet
während zirka 15 Wochen pro Jahr Reitferien an. Gleichzeitig nahm sie am
Programm Jugend und Sport (J+S) teil und richtete Jahreskurse für Kinder
und Jugendliche aus. B._ administrierte als J+S Coach die im Rah-
men des Programms angebotenen J+S Kurse. Am 11. Januar 2019 infor-
mierte das Sportamt des Kantons (...) das Bundesamt für Sport (BASPO)
über eine hohe Anwesenheitsquote im J+S Kurs Nr. (...) und die Abhaltung
von Trainings an Feiertagen.
B.
Mit Schreiben vom 28. Januar 2019 forderte das BASPO B._ auf,
in ihrer Funktion als J+S Coach zur sehr hohen Kurspräsenz und zu den
Trainings an nationalen Feiertagen Stellung zu nehmen. Am 6. Februar
2019 ging eine Stellungnahme von A._ ein, in der sie die Reitstun-
den an Feiertagen mit den Öffnungszeiten und der Teilnehme der meisten
Reitschüler an einem bis zu drei Lagern pro Jahr erklärte. Sie gab bekannt,
die Reitschüler würden während der Lagerzeit auf den normalen Trainings-
plan geschrieben. Da die Stellungnahme nicht aufforderungsgemäss von
B._ verfasst worden war, gab das BASPO jener als Verantwortliche
für die Administration der J+S Angebote erneut Gelegenheit, eine Stellung-
nahme einzureichen. Im Weiteren bat es um Auskünfte betreffend die Kur-
spläne der Jahre 2015 bis 2018, die Ankündigung von Lagern als Kurse in
der Nationalen Datenbank für Sport (SPORTdb), sowie die Teilnehmerliste
und Jahresplanung der Lager von 2015 bis 2018.
C.
Nachdem A._ und B._ per E-Mail vom 4. April 2019 darum
gebeten hatten, aufgrund der bereits vorliegenden Unterlagen zu entschei-
den, wies das BASPO B._ mit Schreiben vom 3. Mai 2019 darauf
hin, dass bei Verzicht auf eine Stellungnahme und Einreichung der verlang-
ten Auskünfte davon auszugehen sei, dass in den letzten Jahren Reitlekti-
onen, die im Rahmen von nicht subventionsberechtigten Lagern stattge-
funden hätten, in die J+S Angebote übertragen worden seien. Damit wür-
den die Einträge in der SPORTdb seit mehreren Jahren nicht der Realität
entsprechen. Es stehe daher die Rückforderung sämtlicher nicht korrekt
abgerechneter Angebote im Raum. Sie werde daher aufgefordert, die Kurs-
ausschreibungen und -pläne der J+S Angebote ab 29. Dezember 2008, die
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Anwesenheitskontrollen für diese Angebote sowie Daten und Teilnehmer-
listen sämtlicher Reitlager ab 29. Dezember 2008 vorzulegen.
D.
Mit Stellungnahme vom 19. Juni 2019 machten A._ und B._
geltend, bei den Kursen handle es sich um Jahreskurse, die jedes Jahr
gleich durchgeführt und nicht ausgeschrieben würden. Es wechselten nur
die Teilnehmer. Die Anwesenheitslisten hätten sie nicht aufbewahrt, da sie
diese jeweils Ende Jahr an das BASPO weitergeleitet hätten. Sie seien
bisher nie darauf hingewiesen worden, dass die Administration nicht kor-
rekt sei. Die Lagertage seien jeweils bei der Anmeldung vermerkt worden.
Gemäss Internetseite J+S und Auskünften einer Fachperson seien sie be-
rechtigt, auch Lager durchzuführen. Mit der Stellungnahme legten sie die
Teilnehmerlisten der Reitlager 2014 – 2018 und eine CD mit den Trainings-
handbüchern 2014 – 2018 vor. Da sie eine Aufbewahrungspflicht von fünf
Jahren hätten, könnten sie nur die Listen der letzten fünf Jahre zustellen.
E.
Mit Verfügung vom 26. November 2019 forderte das BASPO die ausbe-
zahlten J+S Beiträge für die J+S Angebote Nrn. (...) zurück. A._
habe dem BASPO innerhalb von 30 Tagen ab Rechtskraft der Verfügung
einen Betrag von Fr. 75'846.- zu überweisen und die Verfahrenskosten von
Fr. 750.- zu entrichten. Zur Begründung hielt das BASPO fest, A._
habe im Zusammenhang mit der Abrechnung von J+S Angeboten in der
Zeit zwischen 2008 und 2018 unrichtige Angaben gemacht und damit Sub-
ventionen erwirkt, auf welche kein Anspruch bestanden habe. A._
habe in den letzten Jahren systematisch Reitlager unrechtmässig als Kurs-
aktivitäten deklariert und die Anwesenheitskontrollen entsprechend wahr-
heitswidrig ausgefüllt. Welche Aktivitäten in dieser Periode objektiv sub-
ventionsberechtigt gewesen wären, lasse sich im Nachhinein nicht mehr
feststellen, weil die Dokumentationspflicht verletzt worden sei. Die zu Un-
recht ausbezahlten Beiträge seien zurückzufordern. Da die unrechtmässig
deklarierten Kursaktivitäten im Jahr 2019 entdeckt worden seien, seien alle
J+S Beiträge, die nach Ende Oktober 2009 ausgerichtet worden seien, zu-
rückzufordern.
F.
Mit Eingabe vom 17. Januar 2020 lässt A._ (nachfolgend: Be-
schwerdeführerin) gegen die Verfügung des BASPO (nachfolgend: Vorin-
stanz) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erheben und beantra-
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gen, die Verfügung vom 26. November 2019 sei vollumfänglich aufzuhe-
ben; es sei ihr vollständige Akteneinsicht zu gewähren und danach ein
zweiter Schriftenwechsel anzuordnen, unter Kosten- und Entschädigungs-
folge zu Lasten des BASPO. Konkret rügt sie die fehlerhafte Rechtsanwen-
dung und den Missbrauch des Ermessens. Bei der Abrechnung seien ma-
ximal mögliche 1’750 Teilnehmerstunden nicht den überspitzt formalisti-
schen Kriterien der Vorinstanz entsprechend abgerechnet worden. Dies
entspreche einem Betrag von Fr. 2'275.-. Sie habe nur allfällige Fehlstun-
den der Reitschüler während des Jahres mit den in den Reitferien absol-
vierten Reitstunden kompensiert. Die Vorgehensweise der Vorinstanz sei
überspitzt, denn die Jugendlichen, die in den Reitferien Stunden absolvier-
ten, könnten eigentlich als Teilgruppe ihrer jeweiligen J+S Kursgruppe be-
rücksichtigt werden. Ihr Reitferienangebot würde im Weiteren nahezu
sämtliche gesetzlichen Anforderungen für Lager im Sinne der Sportförde-
rung erfüllen, die Jugendlichen würden nur nicht alle am selben Ort schla-
fen. Zudem rügt sie die unrichtige und unvollständige Feststellung des
Sachverhalts, da sich die Vorinstanz geweigert habe, ihre eigenen Akten
zu berücksichtigen. Auch seien die im Vorverfahren eingereichten Trai-
ningshandbücher und Teilnehmerlisten der Reitferien 2014 – 2018 unbe-
rücksichtigt geblieben. Der Entscheid sei unangemessen, da sie kommu-
niziert habe, dass sie die in den Lagern absolvierten Reitstunden ihrer
Schüler berücksichtigt habe. Sie sei nie auf die angebliche Fehlerhaftigkeit
der Abrechnung hingewiesen worden. Ihr würden bei einer Mehrleistung
für die Förderung des Sports und der Gesundheit Jugendlicher Beiträge
verweigert. Es sei unangemessen und widerrechtlich, Beiträge für die letz-
ten zehn Jahre zurückzufordern, obwohl sie nur die Pflicht habe, Belege
fünf Jahre lang aufzubewahren und dies auch gemacht habe. Rückforde-
rungen der Beiträge bis zum 26. November 2016 seien verjährt und es
fehle auch die Rechtsgrundlage, da die Vorinstanz auf den Sachverhalt be-
treffend die Jahre 2008 bis 2012 das falsche Recht anwende.
G.
In ihrer Vernehmlassung vom 17. April 2020 schliesst die Vorinstanz auf
Abweisung der Beschwerde und wiederholt, die Beschwerdeführerin habe
zu Unrecht Subventionen bezogen. Sie habe ihrer Pflicht nicht entspro-
chen, Unterlagen zur Überprüfung der Abrechnung aufzubewahren (Trai-
ningshandbücher, -pläne, auf dem Sportplatz geführte Appellhefte oder
Präsenzlisten). Es sei aufgrund der für Lageraktivitäten vorgelegten Teil-
nehmerlisten weder möglich noch Aufgabe des BASPO, die Fehleinträge
der Beschwerdeführerin nachträglich zu eruieren, gehe es doch um tau-
sende Einzeleinträge pro Angebot. Etwa umfasse das Angebot Nr. (...)
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rund 6'700 oder das Angebot Nr. (...) rund 5'450 Teilnehmerstunden, deren
Richtigkeit durch die getätigten Falscheinträge je einzeln in Frage gestellt
sei. Tatsache sei, dass Aktivitäten bewusst unrichtig abgerechnet worden
seien und die korrekte Abrechnung nachträglich nicht erstellt werden
könne. Ein Hinweis, dass der Beschwerdeführerin bewusst gewesen sei,
Ferienwochen nicht als J+S Angebote deklarieren zu können, ergebe sich
aus dem Angebot Nr. (...). Sie habe damals zwei Sammellager angemeldet
und zur Abrechnung unterbreiten wollen, welche vom System nicht zur Ab-
rechnung akzeptiert worden seien. Die Möglichkeit der Anmeldung von J+S
Lagern sei ihr aufgrund der Zugehörigkeit zu einer anderen Nutzergruppe
nie offen gestanden.
H.
In den Schlussbemerkungen vom 22. Juni 2020 hält die Beschwerdeführe-
rin an ihren Anträgen fest, korrigiert nach erfolgter Akteneinsicht ihre Be-
rechnungen der maximal möglichen verrechneten Stunden respektive
Fehlstunden von 1'750 auf 1'888, welche in den Jahren 2014 bis 2018
falsch abgerechnet hätten werden können. Im Weiteren beantragt sie die
Edition der von ihr im Vorverfahren eingereichten CD betreffend die Trai-
ningshandbücher 2014 – 2018. Bereits in der Vergangenheit habe ihr die
Vorinstanz Lagertage beziehungsweise zwei Sammellager bewilligt (Ange-
bote Nrn. [...]). Auch die kantonale Bewilligungsbehörde sei von der Bewil-
ligungsfähigkeit der Reitferien ausgegangen. Gemäss Meldung des Sport-
amtes an das BASPO vom 11. Januar 2019 hätte lediglich aufgezeigt wer-
den sollen, wie die Lager richtig abzurechnen seien. Ab 2012 habe sich die
Gestaltung der Bewilligungen der Vorinstanz geändert, weshalb die Reitfe-
rien, welche bisher als Lagertage in den Bewilligungen kenntlich gewesen
seien, nicht mehr auftauchten. Dass ihre Bewilligung nicht mehr möglich
sei, gehe aus den entsprechenden Vorschriften nicht hervor. Die Usanz sei
von der kantonalen Instanz weiterhin toleriert worden und hätte nun ledig-
lich besser kenntlich gemacht werden sollen. Die Vorinstanz müsse sich
das Wissen der kantonalen Bewilligungsinstanz anrechnen lassen. Sie
habe es unterlassen, entsprechende Abklärungen über die Praxis des Kan-
tons vorzunehmen. Die abgerechneten Stunden hätten bei den anspruchs-
berechtigten Kindern stattgefunden, seien aber nur datumsmässig falsch
abgerechnet worden, weil sie krankheitsbedingte, ferienbedingte und an-
derweitig bedingte Abwesenheiten der Kinder während des Jahres im Kurs
mit den während den Reitferien absolvierten Reitstunden kompensiert
habe. Dies sei der kantonalen Stelle bekannt gewesen oder von dieser zu-
mindest toleriert worden, sonst hätte die Nachfrage nicht erst nach einem
Wechsel der Sachbearbeitenden im Jahr 2019 stattgefunden. Im Übrigen
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sei zweifellos das rechtliche Gehör verletzt worden, indem ihr das Prü-
fungsergebnis der kantonalen Behörde nicht mitgeteilt worden sei und Ak-
ten ignoriert worden seien.
I.
Mit Eingabe vom 13. Juli 2020 legt die Vorinstanz die CD betreffend die
Trainingshandbücher 2014 – 2018 vor und hält fest, dass darin keine Infor-
mationen enthalten seien, welche Kinder und Jugendliche an den J+S Kur-
sen teilgenommen hätten.
J.
Mit Eingabe vom 27. August 2020 nimmt die Beschwerdeführerin zur CD,
die die Trainingshandbücher enthält, Stellung und verweist unter anderem
auf eine schwierige wirtschaftliche Situation wegen der Corona-Pandemie.
K.
Auf die weitergehenden Ausführungen der Parteien und die bei den Akten
befindlichen Unterlagen wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfol-
genden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes (VGG, SR 173.32)
beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen
nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG, SR 172.021), so-
fern eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG entschieden hat und keine
Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist.
Die angefochtene Verfügung ist ein zulässiges Anfechtungsobjekt und
stammt von einer Behörde im Sinne von Art. 33 Bst. d VGG; eine Aus-
nahme im erwähnten Sinn liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht
ist somit für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
1.2 Mit der vorliegenden Beschwerde wird eine Verfügung angefochten,
mit der geleistete Förderbeiträge, die von der Beschwerdeführerin für J+S
Kurse beantragt und als solche verbucht wurden, zurückgefordert werden.
1.3 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes vorsieht (Art. 37 VGG). Zur
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Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer am Verfahren
vor der Vorinstanz teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme er-
halten hat (Bst. a), durch die angefochtene Verfügung besonders berührt
ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Än-
derung hat (Bst. c).
Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen
und ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung, mit welcher von ihr
Förderbeiträge zurückgefordert werden, sowohl formell als auch materiell
beschwert; sie ist zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG).
1.4 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde
(vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 VwVG) ist daher einzutreten.
2.
2.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes
Geltung haben (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungs-
recht, 8. Aufl. 2020, Rz. 293). Soweit im Folgenden zu den zur Anwendung
gelangenden Rechtsvorschriften nichts anderes vermerkt ist, wird auf den
Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 26. November 2019 abgestellt.
2.2 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung
auf Rechtsverletzungen, einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger
Feststellung des rechterheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der
Ausübung des Ermessens (Art. 49 Bst. a und b VwVG). Zudem prüft es die
Verfügung auf Angemessenheit hin (Art. 49 Bst. c VwVG). Es wendet das
Recht von Amtes wegen an und ist an die Begründung der Parteien nicht
gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG).
Nach der Rechtsprechung hat auch eine Rechtsmittelbehörde, der volle
Kognition zusteht, in Ermessensfragen einen Entscheidungsspielraum der
Vorinstanz zu respektieren. Sie hat eine unangemessene Entscheidung zu
korrigieren, kann aber der Vorinstanz die Wahl unter mehreren angemes-
senen Lösungen überlassen (BGE 133 II 35 E. 3). Das Bundesverwal-
tungsgericht hat daher nur den Entscheid der unteren Instanz zu überprü-
fen und sich nicht an deren Stelle zu setzen (vgl. BGE 126 V 75 E. 6).
Insbesondere dann, wenn die Ermessensausübung, die Anwendung unbe-
stimmter Rechtsbegriffe oder die Sachverhaltswürdigung spezialisierte
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Kenntnisse erfordert, ist eine Zurückhaltung des Gerichts bei der Überprü-
fung vorinstanzlicher Bewertungen angezeigt (vgl. BGE 135 II 296 E. 4.4.3;
133 II 35 E. 3; 128 V 159 E. 3b/cc).
3.
Die Beschwerdeführerin rügt unter anderem eine unrichtige und unvoll-
ständige Feststellung des Sachverhalts und bringt im Wesentlichen vor, die
Vorinstanz habe die in den Akten befindlichen Unterlagen und die von ihr
eingebrachten Beweismittel bei der Entscheidfindung nicht berücksichtigt.
Auch sei sie im Vorverfahren von der Vorinstanz schikaniert und ihr recht-
liches Gehör verletzt worden.
3.1 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes
wegen fest und bedient sich nötigenfalls der gesetzlichen Beweismittel (Ur-
kunden, Auskünfte der Parteien, Auskünfte oder Zeugnis von Drittperso-
nen, Augenschein und Gutachten von Sachverständigen). Die Sachver-
haltsfeststellung ist unrichtig, wenn der Verfügung ein falscher oder akten-
widriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird, sei es, weil die Rechtserheb-
lichkeit einer Tatsache zu Unrecht verneint wird oder Beweise falsch ge-
würdigt worden sind; sie ist unvollständig, wenn nicht alle für den Entscheid
rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt worden sind (vgl. BVGE
2008/43 E. 7.5.6; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Ver-
waltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 630). Die Behörde ist
aber nicht verpflichtet, zu jedem Sachverhaltselement umfangreiche Nach-
forschungen anzustellen. Zusätzliche Abklärungen sind vielmehr nur dann
vorzunehmen, wenn sie aufgrund der Aktenlage als angezeigt und rechts-
erheblich erscheinen (vgl. dazu AUER/BINDER, in: Auer/Müller/Schindler
[Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2.
Aufl. 2019, Art. 12, Rz. 15; SCHINDLER, in Auer/Müller/Schindler [Hrsg.],
a.a.O., Rz. 29 ff. zu Art. 49 Bst. b).
Den Parteien können unter Umständen Mitwirkungspflichten obliegen (Art.
13 VwVG). Die Mitwirkungspflicht gilt naturgemäss gerade für solche Tat-
sachen, welche eine Partei besser kennt als die Behörden und welche
diese ohne Mitwirkung der Partei gar nicht oder nicht mit vernünftigem Auf-
wand erheben könnte (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor
dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 1.49 ff.). Die Mitwir-
kungspflicht wird ergänzt durch eine Aufklärungspflicht der Behörde. Eine
Behörde kann das Zusammentragen der Beweise nicht vollumfänglich auf
die mitwirkungspflichtige Partei übertragen oder auch nur geringere Gewis-
senhaftigkeit bei der Abklärung von Tatsachen walten lassen. Wegen der
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im Untersuchungsgrundsatz enthaltenen Beweisführungspflicht sind die
zur Verfügung stehenden Beweismittel einzuholen, sei es auch nur durch
die Aufforderung der Parteien, das hierfür Notwendige selbst vorzukehren
(vgl. BGE 96 V 95). Die Verwaltungsbehörden haben die Betroffenen dar-
über zu informieren, worin die Mitwirkungspflichten bestehen und insbe-
sondere, welche Beweismittel sie beizubringen haben, es sei denn, die ver-
fahrensbeteiligte Person hat Kenntnis davon, dass es sich um eine ent-
scheidrelevante Tatsache handelt (vgl. BGE 132 II 115 E. 3.2; Urteil des
BGer 2C_388/2008 vom 16. Dezember 2008 E. 4.1; KÖLZ/HÄNER/BERT-
SCHI, a.a.O., Rz. 466 und 459 m. H.; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O.,
Rz. 3.120). Hat die Behörde ihre Aufklärungspflicht erfüllt, darf sie im Ge-
genzug von einer Partei erwarten, dass sie ihrer Mitwirkungspflicht nach-
kommt. Vor diesem Hintergrund erscheint es treuwidrig, wenn eine die ei-
gene Mitwirkung unterlassende Partei in einem späteren Beschwerdever-
fahren der Behörde vorwirft, sie habe den Sachverhalt unvollständig abge-
klärt (vgl. Urteil des BGer 2A_505/1999 vom 28. Februar 2002 E. 4b;
KRAUSKOPF/EMMENEGGER/BABEY, in: Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl.
2016, Art. 13 Rz. 53).
3.2 Das Recht auf Berücksichtigung der Parteivorbringen (vgl. Art. 32
VwVG) als Teilgehalt des verfassungsmässigen Anspruchs auf rechtliches
Gehör (vgl. Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-
genossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) verlangt, dass die Be-
hörde alle erheblichen Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstel-
lung Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft sowie bei
der Entscheidfindung angemessen berücksichtigt (vgl. BGE 129 I 232 E.
3.2; WALDMANN/BICKEL, Praxiskommentar VwVG, Art. 32 Rz. 1 ff.). Das gilt
für alle form- und fristgerechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die
zur Klärung der konkreten Streitfrage geeignet und erforderlich erscheinen.
Aus der Anhörungs- und Berücksichtigungspflicht leitet sich die Begrün-
dungspflicht ab (Art. 35 VwVG). Die Begründung muss so abgefasst sein,
dass der oder die Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht
anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen,
von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren Ent-
scheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Par-
teistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbrin-
gen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1).
3.3 Im Folgenden ist auf die strittige Frage, ob die Vorinstanz ihrer Unter-
suchungs- und Berücksichtigungspflicht ausreichend nachgekommen ist,
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einzugehen. Nach Durchsicht der Akten und der von der Beschwerdefüh-
rerin erhobenen Rügen hat die Vorinstanz die genannten Grundsätze nicht
verletzt. Die bei den Akten befindlichen Unterlagen – insbesondere die An-
wesenheitslisten betreffend die abgerechneten J+S Kurse – sind nicht un-
berücksichtigt geblieben (vgl. E.3.3.2 hiernach). Auch hat die Vorinstanz
auf die im Vorverfahren eingereichten Listen betreffend die Reitlager
(E. 3.3.3) sowie auf die Trainingshandbücher (E. 3.3.4) erkennbar Bezug
genommen, soweit sie als entscheidwesentlich und für die Erstellung des
rechtserheblichen Sachverhalts relevant erscheinen.
3.3.1 Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin als Organi-
satorin im Vorverfahren vorgebracht hat, während der Reitferien absol-
vierte Reitstunden in die Anwesenheitslisten der angebotenen J+S Jahres-
kurse übertragen und der Vorinstanz zur Abrechnung vorgelegt zu haben.
Im Weiteren liegt eine Aufforderung der Vorinstanz bei den Akten, Belege
(Anwesenheitskontrollen), aus denen die tatsächliche Anwesenheit der
Schülerinnen und Schüler während der absolvierten J+S Kurse hervor-
gehe, einzureichen. Sie und ihre B._ als J+S Coach beriefen sich
im Rahmen der Stellungnahme vom 19. Juni 2019 lediglich darauf, dass
sie bisher keine Hinweise erhalten hätten, dass diese Praxis nicht korrekt
sei. Anwesenheitslisten für die Jahreskurse hätten sie nicht aufbewahrt, da
sie jeweils an die Vorinstanz weitergeleitet worden seien. In der angefoch-
tenen Verfügung hielt die Vorinstanz im Wesentlichen fest, dass auf der
Grundlage der Unterlagen der Umfang der wahrheitswidrigen Angaben in
den vorhandenen Anwesenheitslisten nicht mehr nachvollzogen werden
könne.
3.3.2 Daraus folgt, dass die Vorinstanz bei der Entscheidfindung – entge-
gen den Vorbringen der Beschwerdeführerin – ausreichend auf ihre eige-
nen Akten Bezug genommen und sich mit den Unterlagen auseinanderge-
setzt hat. Eine Verletzung der Untersuchungspflicht ist nicht erkennbar.
Auch die von der Beschwerdeführerin erstmals auf Beschwerdeebene vor-
gelegten Berechnungen jener Reitstunden, die angeblich in den Reitferien
abgehalten und in den J+S Kursen zusätzlich sowie datumsmässig falsch
abgerechnet worden seien, lassen nicht auf eine Verletzung der Untersu-
chungspflicht schliessen. Die Vorinstanz war im Vorverfahren nicht gehal-
ten, Nachforschungen in alle möglichen Richtungen zu betreiben. In der
Vernehmlassung nahm die Vorinstanz sodann zum Beschwerdevorbrin-
gen, die aufgrund der Reitferien nachträglich in die Anwesenheitskontrollen
eingetragenen Teilnehmerstunden liessen sich berechnen, Stellung und
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schloss eine Rekonstruktion beziehungsweise Korrektur der Anwesen-
heitskontrollen anhand der von der Beschwerdeführerin eingereichten Un-
terlagen ausdrücklich aus (vgl. Akten im Beschwerdeverfahren [BVGer
act.] 10, Rz. 16).
3.3.3 Im Weiteren rügt die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe die
von ihr im Vorverfahren eingereichten Anwesenheitslisten betreffend die
Reitferien nicht berücksichtigt. Festzuhalten ist aber, dass diese Beweis-
mittel im Sachverhalt der angefochtenen Verfügung aufgeführt sind. Auch
wenn die Vorinstanz die Anwesenheitslisten in den Erwägungen nicht mehr
ausdrücklich erwähnte, hat sie sich mit den zugrundeliegenden Vorbringen
der Beschwerdeführerin, die meisten ihrer Kursschüler würden an einem
bis zu drei Reitlagern pro Jahr teilnehmen, ausreichend auseinanderge-
setzt. In einer gesamtheitlichen Würdigung begründete sie ihre Ansicht,
weshalb die Anwesenheitskontrollen der J+S Kurse auf der Grundlage der
Vorbringen über die Teilnahmen der Reitschüler an Reitferien nicht mehr
rekonstruierbar seien, und legte dar, weshalb ihrer Ansicht nach von der
Beschwerdeführerin J+S Beiträge erwirkt worden seien, auf die kein An-
spruch bestanden habe. Zu den Anwesenheitslisten betreffend die Reitla-
ger führt die Vorinstanz in der Vernehmlassung ergänzend aus, diesen
habe sie lediglich entnehmen können, dass offenbar eine sehr grosse An-
zahl von Jugendlichen an Reitferien teilnehme, mit entsprechend hohem
Potential für falsch getätigte Einträge in den Kursabrechnungen; eine nach-
trägliche Ermittlung der Falscheinträge anhand der von der Beschwerde-
führerin ins Recht gelegten Unterlagen sei ausgeschlossen (BVGer act. 10,
Rz. 15 - 16). Die Vorinstanz hat sich demnach mit den Vorbringen bezie-
hungsweise Anwesenheitslisten betreffend die Reitferien ausreichend aus-
einandergesetzt. Dass sie in der angefochtenen Verfügung zu einem an-
deren Schluss geführt haben, als die Beschwerdeführerin sich erhofft hätte,
lässt nicht auf eine fehlende Berücksichtigung der Sachbehauptungen und
Beweismittel schliessen.
3.3.4 Zum Vorbringen, die Vorinstanz habe die Trainingshandbücher nicht
berücksichtigt, ist schliesslich festzuhalten, dass gemäss Art. 12 VwVG der
rechtserhebliche Sachverhalt zu erstellen ist. Rechtserheblich sind alle Tat-
sachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch
so oder anders zu entscheiden ist (vgl. KRAUSKOPF/EMMENEGGER/BABEY,
in: Praxiskommentar VwVG, a.a.O., Art. 12, Rz. 28). Im Sachverhalt der
Verfügung ist erwähnt, dass im Vorverfahren Trainingshandbücher einge-
reicht wurden. Die von der Beschwerdeführerin geforderte Auseinander-
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setzung damit würde aber voraussetzen, dass die Trainingshandbücher ei-
nen relevanten Beitrag zur Sachverhaltsabklärung – insbesondere zu den
strittigen Kursanwesenheiten in den J+S Kursen – bieten könnten, was
selbst nach Ansicht der Beschwerdeführerin nicht der Fall ist. In ihrer Stel-
lungnahme vom 27. August 2020 äussert sich die Beschwerdeführerin zu-
stimmend zur Einschätzung der Vorinstanz, aus den Trainingshandbü-
chern lasse sich nicht erschliessen, welche Kinder oder Jugendliche je-
weils an den J+S Kursen teilgenommen hätten. Demnach hat die Vo-
rinstanz die Trainingshandbücher angemessen berücksichtigt und war
nicht gehalten, detaillierte Erwägungen anzustellen.
3.4 Nach dem Gesagten ist keine Verletzung der Untersuchungs- oder Be-
rücksichtigungspflicht erkennbar. Die Vorinstanz hat alle für den Entscheid
wesentlichen Sachumstände berücksichtigt.
3.5 Die übrigen Vorbringen, die Vorinstanz habe sie im Vorverfahren – etwa
mit der Aufforderung, Anwesenheitslisten vorzulegen – schikaniert bezie-
hungsweise ihr rechtliches Gehör verletzt, finden keine Grundlage in den
Akten.
3.5.1 Die Einladung der Vorinstanz vom 3. Mai 2019 (Vorakten 15), Kurs-
ausschreibungen und -pläne sämtlicher J+S Angebote seit dem Jahr 2009,
Anwesenheitskontrollen für die J+S Angebote sowie Daten und Teilneh-
merlisten von Reitlagern vorzulegen, ist grundsätzlich nicht zu beanstan-
den. Die Behörde muss im Rahmen der Aufklärungspflicht auf relevante
Beweismittel hinweisen.
3.5.2 Im Weiteren ist nicht erkennbar, inwiefern durch die Mitteilung des
Sportamtes vom 11. Januar 2019 an das BASPO das rechtliche Gehör ver-
letzt worden sein soll. Nach Art. 30 der Verordnung über die Förderung von
Sport und Bewegung vom 23. Mai 2012 (Sportförderungsverordnung,
SpoFöV; SR 415.01) haben die kantonalen Stellen Unregelmässigkeiten
aufzuklären und dem BASPO, welches die Gesamtaufsicht ausübt, zu mel-
den (vgl. Erläuterungen zu Art. 30 SpoFöV, abrufbar auf www.baspo.ad-
min.ch > Aktuell > Themen (Dossiers) > Sportförderungsgesetz > Doku-
mentation > SpoFöV > Erläuterungen zur Verordnung über die Förderung
von Sport und Bewegung, abgerufen am 4. Januar 2021).
3.5.3 Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin zunächst
am 10. Januar 2019 vom kantonalen Sportamt wegen der zur Abrechnung
A-358/2020
Seite 13
vorgelegten Anwesenheitskontrollen des Angebots Nr. (...) (2018) kontak-
tiert wurde, da die enorm hohe Kurspräsenz und -abhaltung an hohen Fei-
ertagen aufgefallen sei. Zugleich informierte das Sportamt die Beschwer-
deführerin darüber, dass die Klärung der Auffälligkeiten der Rechtfertigung
gegenüber dem BAPSO diene. Am 11. Januar 2019 hat das Sportamt dem
BASPO die Unregelmässigkeiten gemeldet und die Stellungnahme der Be-
schwerdeführerin vom 10. Januar 2019 weitergeleitet. B._ wurde in
der Folge als J+S Coach und Vertreterin der Organisation am 28. Januar
2019 vom BASPO darüber orientiert, dass eine Überprüfung aufgrund der
Meldung des Sportamtes des Kantons stattfinde. Die Vorinstanz hat ihr zu
den in der Meldung enthaltenen Fragen der hohen Kurspräsenz und der
Abhaltung von Kursen an Feiertagen das rechtliche Gehör gewährt. Nach-
dem B._ als J+S Coach zunächst auf eine Stellungnahme verzich-
tete, gewährte ihr die Vorinstanz zur Einschätzung, dass die Rückforderung
sämtlicher Kursbeiträge im Raum stehe, erneut das rechtliche Gehör.
3.5.4 Soweit die Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift und in den
Schlussbemerkungen davon auszugehen scheint, die Meldung des Kan-
tons an das BASPO wäre ihr zuzustellen gewesen, ist sie darauf hinzuwei-
sen, dass Rechtsuchende grundsätzlich auf Gesuch Akteneinsicht erhalten
(Art. 26 VwVG). Dass sie von dem Recht keinen Gebrauch gemacht hat,
kann nicht der Behörde angelastet werden. Sodann hatten die Beschwer-
deführerin und B._ im Vorverfahren mehrfach Gelegenheit zur Stel-
lungnahme, wovon sie schliesslich auch Gebrauch gemacht haben. Inwie-
fern im Vorverfahren eine Gehörsverletzung stattgefunden haben soll, er-
schliesst sich daher nicht.
3.6 Nach dem Gesagten ist keine Verletzung des formellen Rechts erkenn-
bar. Der Verfügung liegt weder ein falscher noch ein aktenwidriger oder
unvollständiger Sachverhalt zugrunde. Ob die Begründung der angefoch-
tenen Verfügung zutrifft, ist hingegen eine Frage des materiellen Rechts.
4.
4.1 Im Weiteren macht die Beschwerdeführerin geltend, die Rückforde-
rungsansprüche betreffend die Beiträge für Angebote, die bis zum Novem-
ber 2016 abgerechnet worden seien, seien verjährt. Die Aufbewahrungs-
pflicht für Unterlagen betrage zudem lediglich fünf Jahre. In den Schluss-
bemerkungen bringt sie vor, die strittige Mangelhaftigkeit der Anwesen-
heitskontrollen, die die fraglichen Rückforderungsansprüche ausgelöst
A-358/2020
Seite 14
habe, wäre ohne Weiteres bereits anhand der jährlich zur Abrechnung ein-
gereichten Unterlagen erkennbar gewesen. Ein Unterlassen der kantona-
len Behörde sei dem BASPO zuzurechnen.
4.2 Die Verjährung öffentlich-rechtlicher Forderungen ist von Amtes wegen
zu prüfen, wenn eine staatliche Behörde eine Forderung gegen eine Pri-
vatperson erhebt (vgl. BGE 98 Ib 351 E. 2a; 101 Ib 348).
4.3 Weder das Sportförderungsgesetz vom 17. Juni 2011 (SpoFöG,
SR 415.0) noch die Vorgängerbestimmungen des total revidierten Bundes-
gesetzes über die Förderung von Turnen und Sport vom 17. März 1972
(SR 415.0) enthalten Bestimmungen zur Verjährung von Rückerstattungs-
ansprüchen.
4.4 Bei der Unterstützung von Organisationen des Jugendsportes nach Art.
10 des Bundesgesetzes vom 17. März 1972 über die Förderung von Tur-
nen und Sport (SR 415.0) handelt es sich um Finanzhilfen im Sinne von
Art. 3 Abs. 1 Bundesgesetz über Finanzhilfen und Abgeltungen vom 5. Ok-
tober 1990 (Subventionsgesetz, SuG; SR 616.1; vgl. Botschaft zum SuG
vom 15. Dezember 1986, BBl 1987 I 369, 423).
4.5 Das dritte Kapitel des Subventionsgesetzes (mit den allgemeinen Best-
immungen zu Finanzhilfen und Abgeltungen, vgl. Art. 11 – 40 SuG) ist an-
wendbar, soweit andere Bundesgesetze oder allgemeinverbindliche Bun-
desbeschlüsse nichts Abweichendes vorschreiben (vgl. Art. 2 Abs. 1 und 2
SuG). Für die Verjährung des Anspruchs auf Rückerstattung von Finanz-
hilfen und Abgeltungen gelten die Verjährungsfristen des Art. 32 Abs. 2
SuG, soweit das Spezialgesetz nichts Besonderes vorsieht (vgl. TSCHAN-
NEN/ZIMMERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 46
N 33).
4.6 Nach Art. 32 Abs. 2 SuG (in den Fassungen vom 13. Juni 2006 respek-
tive vom 1. Januar 2016) verjährt der Anspruch auf Rückerstattung von Fi-
nanzhilfen und Abgeltungen ein Jahr, nachdem die verfügende oder den
Vertrag abschliessende Behörde vom Rechtsgrund des Anspruchs Kennt-
nis erhalten hat, in jedem Falle aber zehn Jahre nach der Entstehung des
Anspruchs. Die Beschwerdeführerin macht aber geltend, Rückforderungs-
ansprüche betreffend die Beiträge vor dem November 2016 seien als ver-
jährt zu betrachten. Dabei scheint sie sich auf die geänderte dreijährige
relative Verjährungsfrist nach Art. 32 Abs. 2 SuG, die am 1. Januar 2020 in
Kraft getreten ist, zu berufen. Im vorliegenden Fall ist aber die Rechtslage
A-358/2020
Seite 15
zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 26. November 2019
massgebend und von einer – für die Beschwerdeführerin ohnehin vorteil-
hafteren – relativen Verjährungsfrist von einem Jahr auszugehen.
Im Folgenden ist auf den strittigen Zeitpunkt des Beginns der relativen Ver-
jährungsfrist (E. 4.7 – 4.8) und auf die Frage der absoluten Verjährung der
Rückforderungsansprüche einzugehen (E. 4.9 – 4.10).
4.7 Kenntnis vom Rechtsgrund des Rückerstattungsanspruchs ist bereits
dann anzunehmen, wenn die Behörde unter Berücksichtigung der zumut-
baren Aufmerksamkeit hätte erkennen können, dass die Voraussetzungen
für eine Rückerstattung der Beiträge vorliegen. Für den Beginn der relati-
ven Verjährungsfrist ab Kenntnis ist gemäss Rechtsprechung ein sicheres
Kennen des Anspruchsgrunds Voraussetzung. Massgebend ist die tat-
sächliche Kenntnis und nicht der Zeitpunkt, in dem ein Gläubiger bei gehö-
riger Aufmerksamkeit hätte Kenntnis erlangen können (vgl. BGE 111 II 55
E. 3a; BGer 4A_376/2019 vom 18. Februar 2020 E. 3.1; BVGer
B-5894/2007 vom 26. Februar 2008 E. 5.4 m.w.H.; MICHAEL RITTER, Die
Handhabung des Widerrufs und der Rückforderungen sowie der Verjäh-
rung und Verwirkung von Direktzahlungen, Blätter für Agrarrecht, 2012/2,
S. 26).
4.8 Zum vorliegend strittigen Zeitpunkt des Beginns der relativen Verjäh-
rungsfrist ist festzuhalten, dass die Auffälligkeiten im Rahmen der Abrech-
nung des J+S Angebots Nr. (...), namentlich die hohe Kursanwesenheit
sowie die Trainings der Schüler an nationalen Feiertagen, zu einer Kon-
trolle der kantonalen Stelle und Überprüfung des Angebots durch das
BASPO führten. Für diesen Zeitpunkt ist noch von keiner gesicherten
Kenntnis der Behörde über den Rückforderungsanspruch im Sinne der
Rechtsprechung auszugehen (vgl. E. 4.7 hiervor). Erst aufgrund der Aus-
künfte der Beschwerdeführerin zu ihrer Vorgehensweise bei der Führung
der Anwesenheitskontrollen, die der Abrechnung der Teilnehmerstunden
zugrunde liegen, wurde für die Behörden erkennbar, dass wegen der Um-
buchungen von Stunden aus den Reitferien auf die J+S Jahreskurse nicht
effektiv abgehaltene Teilnehmerstunden zur Abrechnung der J+S Ange-
bote gelangt sein könnten. Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, die
Auffälligkeiten (hohe Kursfrequenz, Feiertagstrainings) seien bereits in den
Abrechnungen der Jahre davor erkennbar gewesen, ändert daher nichts
am Beginn der relativen Verjährungsfrist ab Offenlegung der von ihr prak-
tizierten Führung der Anwesenheitskontrollen am 10. Januar 2019 zum An-
gebot Nr. (...) und zu den übrigen Angeboten aufgrund der Stellungnahmen
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vom 6. Februar 2019 und vom 19. Juni 2019 im Rahmen des Vorverfah-
rens. Erst durch die Stellungnahmen der Beschwerdeführerin und von
B._ als J+S Coach erhielt die Behörde gesicherte Kenntnis davon,
dass die zur Abrechnung der J+S Angebote herangezogenen Anwesen-
heitskontrollen seit Jahren Angaben über Teilnehmerstunden aus den Reit-
ferien enthielten. Demnach hat die relative Verjährungsfrist bezüglich der
strittigen Rückforderung des Angebots Nr. (...) frühestens mit der Erklärung
der Beschwerdeführerin gegenüber dem kantonalen Sportamt vom 10. Ja-
nuar 2019 zu laufen begonnen. Bezüglich der Rückforderungsansprüche
betreffend die übrigen Angebote konnte erst danach im Rahmen des ein-
geleiteten Vorverfahrens die für den Beginn der Verjährungsfrist geforderte
gesicherte Kenntnis entstehen (vgl. Schreiben der Beschwerdeführerin
vom 6. Februar 2019 und vom 19. Juni 2019). Nach dem Gesagten ist der
frühest mögliche Zeitpunkt der gesicherten Kenntnis ab 11. Januar 2019
anzunehmen. Das genaue Datum spielt dabei keine Rolle, da sich alle
möglichen Termine innert der Jahresfrist befinden. Die relative Verjäh-
rungsfrist von einem Jahr ist daher eingehalten.
4.9 Zu prüfen ist im Weiteren, ob die geltend gemachten Aufbewahrungs-
fristen von fünf Jahren für Unterlagen eine Abweichung von der gesetzlich
geregelten absoluten Verjährungsfrist von zehn Jahren zu rechtfertigen
vermögen. Im vorliegenden Fall beruft sich die Beschwerdeführerin auf ei-
nen Widerspruch zwischen der absoluten Verjährungsfrist und den im Rah-
men der Totalrevision des SpoFöG geregelten Aufbewahrungspflichten von
fünf Jahren. Daher ist zu prüfen, ob sie allenfalls in den Genuss des Ver-
trauensschutzes gelangen kann.
4.9.1 Die Verordnung des VBS vom 25. März 2012 über Sportförderungs-
programme und -projekte (VSpoFöP, SR 415.011) regelt in Art. 34 Bst. f,
dass J+S Coaches die J+S-Dokumentationen für die Überprüfung der Ab-
rechnung während mindestens fünf Jahren aufzubewahren und auf Verlan-
gen der Bewilligungsinstanz oder dem BASPO vorzulegen haben. Die De-
partementsverordnung ist am 1. Oktober 2012 in Kraft getreten. Davor ging
aus Art. 26 Abs. 2 der Verordnung des VBS vom 7. November 2002 über
Jugend+Sport (J+S-V; SR 415.31) hervor, dass die Kurs- oder Lagerunter-
lagen drei Jahre aufzubewahren und auf Verlangen der Bewilligungs-
instanz oder dem BASPO einzureichen waren.
4.9.2 Wegen des Grundsatzes von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 und
Art. 9 BV) haben Private Anspruch darauf, in ihrem berechtigten Vertrauen
auf das Verhalten der Behörden geschützt zu werden (vgl. BGE 129 I 161
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E. 4.1; 143 V 95 E. 3.6; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 624 ff.).
Zwischen dem Vertrauensschutz (Art. 5 Abs. 3 BV) und dem Grundsatz der
Gesetzesmässigkeit (Art. 5 Abs. 1 BV) besteht ein Spannungsverhältnis.
Von einer Gesetzesanwendung abzusehen ist, wenn die Behörde dem be-
troffenen Privaten eine im Widerspruch zum Gesetz stehende Zusicherung
gegeben hat, auf die er sich verlassen durfte (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,
a.a.O., Rz. 626). Auf den Vertrauensschutz kann sich nur berufen, wer von
der Vertrauensgrundlage Kenntnis hatte sowie ihre allfällige Fehlerhaf-
tigkeit nicht kannte und auch nicht hätte kennen müssen. Bei generellen
Vertrauensgrundlagen, d.h. allenfalls bei Verordnungen, spricht entweder
die natürliche Vermutung oder die Tatsache, dass die betroffene Person
Dispositionen vorgenommen hat, dafür, dass sie in Kenntnis der Vertrau-
ensgrundlage gehandelt hat (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 655).
4.9.3 Ein J+S Coach muss die Dokumentation fünf Jahre aufbewahren und
darf sie danach in guten Treuen vernichten, wenn die Auszahlung nicht
verweigert und er nicht zur Vorlage aufgefordert wurde. Dabei kommt es
aber darauf an, dass er rechtmässig, das heisst in Beachtung der Vorschrif-
ten und in gutem Glauben Unterlagen vernichtet, die beweismässig von
Bedeutung gewesen wären. Voraussetzung ist nämlich auch, dass eine
Person, die sich auf den Vertrauensschutz aufgrund einer zeitlich begrenz-
ten Aufbewahrungspflicht von Unterlagen beruft, berechtigterweise auf
diese Grundlage vertrauen durfte. Es dürfen daher keine Anhaltspunkte
vorliegen, dass sie nicht gutgläubig gewesen wäre (vgl. BGer
2C_355/2007 vom 19. November 2007 E. 3.4; BVGer A-7466/2016 vom
25. September 2017 E. 2.7).
4.9.4 Aufgrund der Leitfäden, die die Pflichten der J+S Coaches enthalten
(vgl. E. 5.1.11 hiernach), ist anzunehmen, dass B._ als J+S Coach
Kenntnis von der zeitlich begrenzten Aufbewahrungspflicht für Unterlagen
hatte. Gleichzeitig müssen ihr aber auch die ebendort geregelten Pflichten
zur wahrheitsgemässen Führung von Anwesenheitskontrollen zwecks kor-
rekter Abrechnung der Teilnehmerstunden für J+S Kurse bekannt gewesen
sein. Die Beschwerdeführerin und B._ können sich im vorliegenden
Fall nicht auf ihre Gutgläubigkeit betreffend die fünfjährige Aufbewahrungs-
pflicht für Unterlagen berufen, da sie in Missachtung ihrer übrigen Pflichten
Teilnehmerstunden in den Anwesenheitskontrollen übernommen haben,
die sie nicht zur Abrechnung hätten bringen dürfen (vgl. E. 5.4 und 5.9 hier-
nach).
A-358/2020
Seite 18
4.10 Nach dem Gesagten hat die Beschwerdeführerin nicht gutgläubig ge-
handelt. Sie kann sich daher nicht aufgrund einer zeitlich begrenzten Auf-
bewahrungsfrist für beweismässig relevante Unterlagen auf den Vertrau-
ensschutz berufen. Die Vorinstanz durfte daher das Vorliegen von Rück-
forderungsansprüchen gemäss der gesetzlich geregelten absoluten Ver-
jährungsfrist ab November 2009 prüfen.
5.
Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Rückforderung der Förderbeiträge für
die J+S Kurse der Jahre 2009 bis 2018 zu Recht erfolgt ist. Dabei gilt es
zu beachten, dass sich nach einer Totalrevision der Sportförderungsge-
setzgebung die Rechtsgrundlage für die Rückforderung von Finanzhilfen
ab 1. Oktober 2012 grundlegend geändert hat. Nach einer Darlegung der
massgeblichen Bestimmungen (vgl. E. 5.1 hiernach) ist zunächst zu über-
prüfen, ob die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung die J+S Kurs-
beiträge für den Zeitraum 2013 bis 2018 zu Recht zurückgefordert hat. Da-
bei ist insbesondere auf die Vorbringen und Beweismittel der Beschwerde-
führerin einzugehen, die sich auf den Zeitraum 2014 bis 2018 beziehen (E.
5.2 – 5.6). Abschliessend ist mit Bezug auf die alte Rechtslage die Rück-
forderung der Finanzhilfen für die Jahre 2009 bis 2013 zu überprüfen (E.
5.7 – 5.10).
5.1 Art. 68 Abs. 1 BV sieht eine parallele Kompetenz von Bund und Kan-
tonen für die Sportförderung vor. Gestützt auf die Bestimmung hat der
Bund das am 1. Oktober 2012 in Kraft getretene Sportförderungsgesetz
erlassen, mit dem das Bundesgesetz über die Förderung von Turnen und
Sport vom 17. März 1972 total revidiert wurde (SpoFöG; SR 415.0). Bisher
äusserte sich die Sportförderungsgesetzgebung zu den Zielen der Sport-
förderung und legte im Grundsatz fest, wie diese erreicht werden sollen.
Hierzu waren und sind eine Reihe von Massnahmen, insbesondere Pro-
gramme und Projekte notwendig. Mit dem Programm Jugend + Sport rich-
tete und richtet der Bund Beiträge an Kurse und Lager aus, um die Ent-
wicklung und Entfaltung der Kinder und Jugendlichen zu ermöglichen. Seit
dem Inkrafttreten der total revidierten Sportförderungsgesetzgebung sind
die Details des Programms Jugend + Sport in vier Erlässen gebündelt.
Konkret handelt es sich um das bereits genannte SpoFöG und die eben-
falls total revidierte Sportförderungsverordnung vom 23. Mai 2012
(SpoFöV; SR 415.01). Die Verfahrensmodalitäten zur Durchführung und
Beitragsgewährung für J+S Angebote finden sich in der neuen Verordnung
des VBS vom 25. März 2012 über Sportförderungsprogramme und -pro-
A-358/2020
Seite 19
jekte (VSpoFöP, SR 415.011), mit der die Verordnung des VBS vom 7. No-
vember 2002 über Jugend + Sport (J+S-V; SR 415.31) aufgehoben wurde,
und in der Verordnung des BASPO über Jugend und Sport vom 12. Juli
2012 (J+S-V BASPO, SR 415.011.2). Im Folgenden werden die wesent-
lichsten Bestimmungen dargelegt.
5.1.1 Seit der Totalrevision werden für die Begründung der Rückerstat-
tungspflicht nach Art. 32 Abs. 1 SpoFöG unwahre oder irreführende Anga-
ben zur Erwirkung von Subventionen vorausgesetzt (vgl. Art. 32 Abs. 1
Bst. a SpoFöG). Davor löste gemäss Art. 30 Abs. 1 SuG bereits der unrich-
tige oder unvollständige Sachverhalt Widerruf und Rückforderung einer
Leistung aus. Nach Art. 30 Abs. 2 SuG war nur bei Erfüllung von drei Vor-
aussetzungen auf den Widerruf zu verzichten, nämlich, wenn der Empfän-
ger aufgrund der Verfügung Massnahmen getroffen hat, die nicht ohne un-
zumutbare finanzielle Einbussen rückgängig gemacht werden können
(Bst. a), die Rechtsverletzung für ihn nicht leicht erkennbar war (Bst. b) und
eine allfällig unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts
nicht auf sein schuldhaftes Handeln zurückzuführen war (Bst. c).
5.1.2 Nach Art. 27 Abs. 1 Bst. a SpoFöV vom 23. Mai 2012 kann das
BASPO einem Organisator die Beiträge kürzen oder verweigern, wenn er,
dessen Organe oder J+S-Kadermitglieder gegen die im Gesetz, in der Ver-
ordnung oder in den darauf abgestützten Ausführungsbestimmungen fest-
gelegten Verpflichtungen verstossen. Bei schwerwiegenden Verstössen
kann es den Organisator befristet oder unbefristet von der weiteren Teil-
nahme an J+S ausschliessen (Art. 27 Abs. 3 SpoFöV vom 23. Mai 2012).
Bis zum 1. Oktober 2012 konnte das BASPO einem Organisator bei vor-
sätzlich oder grobfahrlässig begangenen Verstössen seiner Organe, des
Coachs oder eines Leiters oder einer Leiterin gegen die in der Verordnung
oder in der darauf abgestützten Departementsverordnung festgelegten
Verpflichtungen die Beiträge kürzen oder verweigern (Art. 23a Abs. 3 Bst. a
SpoFöV vom 21. Oktober 1987).
5.1.3 Der 5. Abschnitt der SpoFöV vom 23. Mai 2012 (Art. 13 – 21) regelt
die Vorgaben für das J+S Kader, welchem der J+S-Coach angehört (vgl.
Art. 13 Abs. 1 Bst. b). Gemäss Art. 17 vertreten J+S Coaches ihren Orga-
nisator gegenüber den kantonalen Amtsstellen für J+S und gegenüber dem
BASPO. Sie sind die administrativen Leiterinnen und Leiter der J+S Ange-
bote ihrer Organisation.
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Seite 20
Bis zum 1. Oktober 2012 wurden die Pflichten der J+S Leitenden und der
J+S Coaches in der J+S-V vom 7. November 2002 geregelt. Die J+S Coa-
ches waren Ansprechpersonen für die J+S Leitenden und das BASPO (vgl.
Art. 28 J+S-V).
5.1.4 Die Verordnung des VBS über Sportförderungsprogramme und -pro-
jekte vom 25. Mai 2012 (VSpoFöP, SR 415.011) enthält weitere Einzelhei-
ten zur Durchführung der J+S-Angebote und Beitragsgewährung. Art. 56
bestimmt zur Administration im Allgemeinen, dass J+S-Angebote im Nati-
onalen Informationssystem für Sport administriert werden. Die Organisato-
ren von J+S-Angeboten bezeichnen einen J+S-Coach als Vertreterin oder
Vertreter der Organisation gegenüber den kantonalen Amtsstellen für J+S
und dem BASPO; dieser vertritt die Organisation in allen Belangen von J+S
(Art. 57).
5.1.5 Konkret meldet der J+S-Coach ein J+S-Angebot unter der Einhaltung
gewisser Fristen an und die zuständige Behörde entscheidet über die Be-
willigung der Angebote vor deren Beginn (Art. 58 VSpoFöP). Sodann sind
die Abrechnungen der J+S-Angebote innert bestimmter Fristen vom J+S-
Coach einzureichen (Art. 60 Abs. 1 i.V.m. Art. 34 Bst. b VSpoFöP).
Nach der alten Rechtslage waren die J+S Coaches für die Meldung des
Angebots bei der zuständigen Bewilligungsinstanz verantwortlich (aArt. 28
Abs. 3 J+S-V vom 2. November 2002). Sie mussten die Anmeldung für das
J+S Angebot mit einer anderen unterschriftsberechtigten Person auf der
Seite des Organisators unterschreiben (aArt. 28 Abs. 4 J+S-V).
5.1.6 Nach Art. 8 SpoFöV vom 23. Mai 2012 werden die J+S Angebote
nach sechs Nutzergruppen (NG) unterschieden, die um Finanzhilfe ansu-
chen dürfen. J+S-Angebote der NG 1 sind Angebote von Sportvereinen
oder ähnlich funktionierenden Organisationen, die eine oder mehrere J+S-
Sportarten mit Kindern oder Jugendlichen im Rahmen von Kursen regel-
mässig, zielgerichtet und unter Anleitung in einer beständigen Gruppe
üben und anwenden (Bst. a). Neben den J+S Kursen existieren weitere
J+S Angebote, wie zum Beispiel Lager, die von Jugendverbänden und –
vereinen (Bst. c), von Kantonen, Gemeinden oder nationalen Sportverbän-
den (Bst. d), oder von Schulen (Bst. e) angeboten werden dürfen. Von die-
sen sogenannten J+S Lagern (vgl. Leitfaden für den J+S Coach) sind Trai-
ningslager zu unterscheiden, die in Ergänzung zu J+S Kursen durchgeführt
werden können (vgl. Art. 7 VSpoFöP). Dabei müssen alle Kinder und Ju-
gendlichen, die an einem solchen Trainingslager teilnehmen, in einem der
A-358/2020
Seite 21
Kurse des laufenden Angebots des Organisators aktiv sein (Art. 7 Abs. 2
VSpoFöP).
Davor wurden nach aArt. 13 SpoFöV vom 21. Oktober 1987 sieben NG
unterschieden (Abs. 1); J+S Angebote der NG 1 wurden von Sportvereinen
oder ähnlich funktionierenden Organisationen angeboten, die mit Jugend-
lichen regelmässig, zielgerichtet und unter Anleitung in einer beständigen
Gruppe Sport üben und anwenden (Abs. 2); Angebote der NG 3 bis 7, die
Lager zwecks Erleben von Sport ausrichteten, konnten von Jugendverbän-
den, Bund, Kantonen, Gemeinden, Sportverbänden und Schulen einge-
reicht werden (Abs. 4 bis 7).
5.1.7 Die Beitragsgewährung ist im 6. Abschnitt der SpoFöV vom 23. Mai
2012 geregelt (Art. 22–27). Die Beiträge richten sich gemäss Art. 23 Abs. 1
nach der Anzahl Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Bst. a), der Anzahl, der
Häufigkeit und dem Umfang von Trainings und Wettkämpfen innerhalb ei-
ner Zeitspanne (Bst. b), der Nutzergruppe (Bst. c) sowie der Sportart
(Bst. cbis).
Nach der alten Rechtslage war die Beitragsgewährung im 4. Abschnitt des
2. Kapitels der SpoFöV vom 21. Oktober 1987 (aArt. 23a – 23n) geregelt.
Die Beiträge für J+S Kurse in der NG 1 setzten sich gemäss aArt. 23b
Abs. 1 SpoFöV zusammen aus einem Sockelbeitrag, der von der Gruppen-
grösse und Unterrichtsdauer abhängig ist (Bst. a), und einem zusätzlichen
Beitrag, der von der Trainingsdichte, der Anzahl der Wettkämpfe, der An-
zahl der Trainingslagertage und der Anzahl der Teilnehmer und Teilnehme-
rinnen abhängig ist (Bst. b).
5.1.8 Gemäss Art. 22 SpoFöV vom 23. Mai 2012 müssen für die Gewäh-
rung der Beiträge die Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein. Die Organi-
satoren haben unter anderem ihr Angebot rechtzeitig vor Durchführung
durch die gemäss Absatz 5 zuständige Behörde bewilligen zu lassen. Es
handelt sich dabei um eine Bewilligung zur Durchführung des Angebots.
Die Bewilligung beinhaltet aber noch keine definitive Beitragszusage. Das
angemeldete Angebot wird mit der Bewilligung in der Datenbank freige-
schaltet und kann vom Organisator bewirtschaftet werden (vgl. Erläuterun-
gen zur SpoFöV).
5.1.9 Die kantonale Bewilligungsinstanz überprüft sodann die Abrechnung
und bereitet die Auszahlung durch das BASPO vor. Das BASPO kontrolliert
die Abrechnungen stichprobeweise und verfügt die Beiträge (Art. 60 Abs. 2
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Seite 22
VSpoFöP). Erst bei Abschluss des Angebots legt das BASPO gestützt auf
die effektiv durchgeführten Aktivitäten den Beitrag fest (vgl. Erläuterungen
zur SpoFöV).
Auch vor dem Inkrafttreten der totalrevidierten Sportförderungsgesetzge-
bung war nach Art. 45 J+S-V betreffend die Jugendausbildung das BASPO
für den Erlass des Subventionsentscheids nach Abschluss der Angebote
zuständig. Es überprüfte die Abrechnungen und verfügte die Beiträge.
5.1.10 Nach Art. 34 VSpoFöP sind J+S Coaches verantwortlich für die vor-
schriftsgemässe Durchführung der J+S Angebote ihres Organisators. Sie
haben insbesondere Pflichten zur Anmeldung und Abrechnung der J+S An-
gebote (Bst. b) sowie zur Beratung, Unterstützung und Beaufsichtigung der
Durchführung der J+S Kurse und Lager in administrativer und organisato-
rischer Hinsicht (Bst. d); sie geben den zuständigen Bewilligungs- und Auf-
sichtsinstanzen jederzeit Einblick in ihre Tätigkeit sowie in ihre Kurs- oder
Lagerunterlagen (Bst. e) und sind für die Aufbewahrung der J+S Dokumen-
tationen, die zur Überprüfung der Abrechnung notwendig sind, während
mindestens fünf Jahren verantwortlich; sie reichen diese auf Verlangen der
Bewilligungsinstanz oder dem BASPO ein (Bst. f).
Bis zum 1. Oktober 2012 wurden die Pflichten der J+S Leitenden und der
J+S Coaches in den Ausführungsbestimmungen der J+S-V vom 2. Novem-
ber 2002 geregelt. Nach Art. 26 Abs. 2 J+S-V waren die J+S Kursleiter und
–leiterinnen verpflichtet die Kurs- oder Lagerunterlagen aufzubewahren
und auf Verlangen der Bewilligungsinstanz oder dem BASPO einzu-
reichen. Die Aufgaben der J+S Coaches wurden in Art. 28 J+S-V geregelt.
Sie mussten die J+S-Leitenden ihres Organisators bei der Durchführung
der J+S-Kurse und Lager unterstützen und beaufsichtigen (Abs. 1). Nach
Art. 28 Abs. 5 J+S-V bewahrten die J+S Coaches das J+S Coach-Journal
sowie von J+S Leitern und Leiterinnen anvertraute Kurs- und Lagerunter-
lagen drei Jahre auf und reichten sie auf Verlangen der Bewilligungsinstanz
oder dem BASPO ein.
5.1.11 Den Leitfäden für J+S Coaches lässt sich entnehmen, dass gestützt
auf Art. 22 SpoFöV und Art. 58 VSpoFöP (vgl. E. 5.1.7 und 5.1.5 hiervor)
der J+S Coach für die korrekte Durchführung des Angebots und die wahr-
heitsgemässe Erfassung der Angebotsdaten sorgt. Der Coach oder die Lei-
terperson müssen die Angaben in der Anwesenheitskontrolle prüfen und
eventuelle Fehler vor Abschluss des Angebots korrigieren. Die Leitfäden
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enthalten auch Hinweise auf die in Art. 34 VSpoFöP festgehaltene Aufbe-
wahrungspflicht für die J+S Dokumentationen. Auch die von der Beschwer-
deführerin vorgelegte Leitlinie zur Anmeldung der Angebote in der
SPORTdb sieht unter dem Punkt «Anmelden eines Angebots» vor, dass
der J+S Coach alle Angebotsdaten prüft, das Angebot abschliesst und spä-
testens 30 Tage nach Ende des letzten bewilligten Kurses oder Lagers an
den Kanton weiterleitet; nach Abschluss des Angebots sind keine Änderun-
gen am Subventionsgesuch möglich.
Vor Oktober 2012 war die Rolle der J+S Coaches näher im Leitbild J+S
definiert, das vom BASPO in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen
Sportkommission ausgearbeitet wurde (vgl. Art. 2 J+S-V). Darin wurde
festgehalten, dass der J+S Coach für den reibungslosen Ablauf der Ange-
bote sorgte. Auf Grundlage des Leitbildes J+S wurden in Weiterbildungen,
die zwecks Erneuerung der Anerkennung alle zwei Jahre von den J+S
Coaches zu besuchen waren (Art. 27 Abs. 3 J+S-V), Anweisungen zur kor-
rekten Durchführung der Angebote weitergegeben. Sie hatten ihren Verein
administrativ gegenüber J+S zu vertreten, indem sie den Schriftverkehr
zeitgerecht erledigten, das Einhalten von Weisungen sicherstellten und die
Verbindung zum J+S Amt pflegten. In den Aufgabenbereich der J+S Coa-
ches fielen die Trainingshandbücher und die regelmässige Überprüfung
der geführten Anwesenheitskontrollen. In der Wegleitung Anwesenheits-
kontrolle 2005 sind die Vorgaben für die korrekte Dokumentation der An-
wesenheiten nach J+S Angebot (Kurse oder Lager), Teilnehmeranzahl und
-stunden festgelegt. Die J+S Coaches hatten sie zur Abrechnung der An-
gebote zu verwenden (vgl. Wegleitung Anwesenheitskontrolle 2005).
5.2 Wie oben dargestellt, gelten seit dem Inkrafttreten der Totalrevision der
Sportförderungsgesetzgebung am 1. Oktober 2012 spezifische Modalitä-
ten für die Rückforderung. Im Folgenden ist darauf einzugehen, ob die Vo-
rinstanz die Beiträge für die in den Jahren 2013 bis 2018 abgerechneten
Angebote zu Recht zurückgefordert hat (vgl. E. 5.3 – 5.6). Konkret handelt
es sich um die Angebote Nrn. (...).
5.3 Unbestritten ist, dass in den Anwesenheitskontrollen der Beschwerde-
führerin, die der Feststellung der J+S Beiträge dienten, Teilnehmerstunden
enthalten sind, die nicht im Rahmen der angebotenen J+S Kurse stattge-
funden haben. Die Beschwerdeführerin bestreitet den Umfang der in den
Jahren 2014 bis 2018 auf diese Weise erwirkten Förderbeiträge (vgl. An-
gebote Nrn. [...]) und bringt vor, dieser sei anhand eines Vergleichs der
Teilnehmerlisten der angebotenen J+S Kurse und der in den Jahren 2014
A-358/2020
Seite 24
bis 2018 abgehaltenen Reitlager feststellbar gering. Der Beschwerdeschrift
liegt eine Liste mit den Namen jener Personen bei, die in den Jahren 2014
bis 2018 den Angaben der Beschwerdeführerin zufolge neben den Jahres-
kursen auch an den Reitferien teilgenommen haben. Nach Ansicht der Be-
schwerdeführerin sei anhand der Namenslisten der Umfang der in den
Reitferien abgehaltenen Reitlektionen der J+S Kursteilnehmenden in den
Jahren 2014 bis 2018 zu beziffern und daraus die maximal möglichen fal-
schen Angaben in den Anwesenheitskontrollen zu ermitteln.
Die Vorinstanz stellt sich in der Vernehmlassung auf den Standpunkt, dass
anhand der vorgelegten Unterlagen nicht mehr feststellbar sei, in welchem
Umfang Teilnehmerstunden falsch abgerechnet worden seien. Die konkre-
ten Fehleinträge der Beschwerdeführerin seien nachträglich nicht mehr zu
eruieren, gehe es doch um tausende Einzeleinträge pro Angebot.
5.4 Wie in E. 5.1.3, 5.1.10 und 5.1.11 dargelegt, sind die J+S Coaches für
die vorschriftsgemässe Durchführung der J+S-Angebote verantwortlich;
dazu gehört die korrekte Meldung der J+S-Angebote, die wahrheitsgetreue
Führung der Anwesenheitskontrollen für die J+S Kurse und Lager sowie
deren vorschriftsgemässe Abrechnung (Art. 17 SpoFöV i.V.m. Art. 34, 58
und 60 VSpoFöP; Leitfäden für J+S Coaches).
5.4.1 Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin dem Kan-
ton am 10. Januar 2019 und der Vorinstanz in ihrer Stellungnahme vom 6.
Februar 2019 erklärte, ihre Reitschüler würden ein bis drei Reitlager pro
Jahr besuchen. Die besuchten Reitstunden habe sie die letzten Jahre im-
mer in die Anwesenheitskontrolle für die J+S Kurse übertragen. Ein Schüler
habe zwischen zehn und 30 Plusstunden, die sie auf den normalen Trai-
ningsplan der J+S Kurse geschrieben habe. In der zweiten Stellungnahme
vom 19. Juni 2019 bestätigten die Beschwerdeführerin und B._ als
J+S Coach, dass abgesehen von den auf diese Weise erstellten Anwesen-
heitskontrollen, die sie im Rahmen der Subventionsvergabeverfahren der
Vorinstanz zum Abschluss der Angebote eingereicht hätten, keine Belege
für die Anwesenheiten an den J+S Kursen vorhanden seien.
5.4.2 Den Gesuchsdaten der Beschwerdeführerin für die Bewilligung der
Angebote Nrn. (...) sind keine Angaben zu Lagern
oder Trainingslagern zu entnehmen. Die Vorinstanz hat die Angebote als
Gesuche für J+S Kurse entgegengenommen und geprüft.
A-358/2020
Seite 25
5.4.3 Aus den oben angeführten Bestimmungen geht im Weiteren hervor,
dass erst nach Abschluss des Angebots, somit nach Einreichung der An-
wesenheitskontrollen die Vorinstanz über ein Subventionsgesuch entschei-
det (vgl. E. 5.1.8 – 5.1.11 hiervor). Der Entscheid über die Beiträge zu J+S
Kursen hängt hauptsächlich von der Anzahl der Teilnehmerinnen und Teil-
nehmer sowie von den geleisteten Teilnehmerstunden ab (vgl. E. 5.1.6 –
5.1.7). Die hierfür von der Beschwerdeführerin einzureichenden Anwesen-
heitskontrollen hat die Vorinstanz auf Grundlage der Stellungnahmen der
Beschwerdeführerin zu Recht als fehlerhaft qualifiziert. Den Akten lassen
sich für das Angebot Nr. (...) Kurspräsenzen mit über 95%igen Anwesen-
heitsquoten entnehmen (vgl. Vorakten 4). Nach Ansicht der Vorinstanz
seien so hohe Anwesenheitsquoten aber in Hinblick auf krankheits- oder
ferienbedingte Ausfälle praktisch unmöglich. Im Weiteren wurden die un-
üblichen Aktivitäten an den Feiertagen angezweifelt. Die Beschwerdefüh-
rerin gestand zu, seit Jahren die Anwesenheitskontrollen zu den angebo-
tenen J+S Kursen nicht realitätskonform abgeschlossen zu haben. Auch in
den Schlussbemerkungen führt die Beschwerdeführerin aus, sie habe die
in den Reitferien abgehaltenen Reitlektionen der Kinder datumsmässig
falsch deklariert. Sie habe diese Stunden nur aufgrund des grossen Admi-
nistrationsaufwandes nicht als separate Kurse angeboten. Dass sie da-
nach die Lektionen vereinzelt über die J+S Angebote kompensiert habe,
könne ihr nicht vorgeworfen werden. Mit diesen Ausführungen erklärt sie
aber, dass die Abrechnung der in den Reitferien absolvierten Reitlektionen
per falscher Datumsangabe über die J+S Angebote nur deshalb erfolgt ist,
um über deren Darstellung als Teilnehmerstunden im Rahmen der J+S
Kurse zusätzliche Beiträge auf der Grundlage der J+S Angebote zu erhal-
ten. Die Vorinstanz hat daher zu Recht festgestellt, dass die Beschwerde-
führerin bewusst unwahre Angaben in den Anwesenheitskontrollen ge-
macht hat, um Förderbeiträge zu erhalten, die ihr im Rahmen der von ihr
angebotenen J+S Kurse nicht zugestanden wären.
5.4.4 Nach dem Gesagten muss sich die Beschwerdeführerin vorhalten
lassen, dass die Erfassung der Teilnehmerstunden in der SPORTdb syste-
matisch vorschriftswidrig vorgenommen wurde. Die beitragsbestimmenden
Daten zu den J+S Kursen in der SPORTdb sind nicht korrekt, weil Reitlek-
tionen von Teilnehmern abgerechnet wurden, die an nicht mehr identifizier-
baren Kursdaten angeblich nicht da gewesen seien. Da die Beschwerde-
führerin aber keine Beweismittel vorlegt, die es ermöglichen, zwischen kor-
rekten und unkorrekten Daten in den Anwesenheitskontrollen zu unter-
scheiden, ist die Ansicht der Vorinstanz, die Datensätze seien insgesamt
als unkorrekt anzusehen, nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführerin
A-358/2020
Seite 26
und B._ als J+S Coach haben es zu verantworten, dass sich deren
Erfassung im Nachhinein nicht mehr wahrheitsgetreu rekonstruieren lässt.
5.4.5 In der Vernehmlassung legt die Vorinstanz auf nachvollziehbare
Weise dar, dass sie angesichts der grossen Anzahl von Jugendlichen, die
an den Reitferien in den Jahren 2014 – 2018 teilgenommen haben, von
einem hohen Missbrauchspotential ausgehe und es für ausgeschlossen
halte, sich auf die erstellten Unterlagen der Beschwerdeführerin zu verlas-
sen (vgl. von der Beschwerdeführerin eingereichte Namenslisten). Die Ein-
haltung der vorgeschriebenen Administrationsprozesse ist bei einem auf
Vertrauen basierenden System, wie es bei der Ausrichtung von J+S-Bei-
trägen der Fall ist, bei welchem die Richtigkeit der Angaben kaum über-
prüfbar ist, von elementarer Bedeutung und zur Sicherstellung einer
zweckmässigen Verwendung der Subventionen zwingend notwendig (vgl.
BVGer A-6090/2017 vom 28. Juni 2018 E. 5.7.2.2). Dass die Vorinstanz
daher auf einer Vorlage von gleichzeitig zu den jeweiligen J+S Kursen ge-
führten Präsenzlisten oder Appellheften besteht, um die Fehleinträge fest-
stellen zu können, und im Gegensatz zur Beschwerdeführerin Listen und
Schätzungen, die nachträglich zusammengestellt wurden, nicht als ausrei-
chend beweistauglich erachtet, ist nicht zu beanstanden. Demnach ist mit
der Vorinstanz von einer nicht abschliessend bestimmbaren Anzahl an
Falschangaben in den vorgelegten Anwesenheitskontrollen auszugehen.
5.5 Gestützt auf Art. 32 Abs. 1 Bst. a SpoFöG sind demnach die Voraus-
setzungen für die Rückforderung der J+S-Beiträge für die Angebote
Nrn. (...) erfüllt. Deren Abrechnungen enthalten im Nachhinein nicht mehr
nachvollziehbare Falschangaben. Die Beschwerdeführerin muss sich die
vorschriftswidrige Erfassung der Anwesenheitskontrollen aufgrund der
Pflichtverletzung von B._ als J+S-Coach beziehungsweise admi-
nistrative Leiterin zurechnen lassen.
5.6
5.6.1 Als Kann-Vorschrift räumt Art. 32 Abs. 1 Bst. a SpoFöG der Vo-
rinstanz bei der Beurteilung, ob und in welchem Umfang die Subventionen
tatsächlich zurückzufordern sind, einen Ermessensspielraum ein. Das Er-
messen ist pflichtgemäss auszuüben, d.h. der Entscheid hat rechtmässig
und angemessen zu sein. Die Beachtung von Verfassungsgrundsätzen wie
dem Willkürverbot, dem Rechtsgleichheitsgebot, dem Verhältnismässig-
keitsprinzip oder der Pflicht zur Wahrung der öffentlichen Interessen ver-
steht sich hierbei von selbst (vgl. BVGE 2015/2 E. 4.3.1 und BVGer
A-358/2020
Seite 27
A-6090/2017 vom 28. Juni 2018 E. 5.7.2; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,
a.a.O., Rz. 396 ff.).
5.6.2 Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit (Art. 5 Abs. 2 BV) umfasst
drei Elemente, die kumulativ gegeben sein müssen: Eine staatliche Mass-
nahme ist verhältnismässig, wenn sie zur Verwirklichung der im öffentli-
chen Interesse liegenden Ziele geeignet, erforderlich und zumutbar ist. Ge-
eignet ist sie dann, wenn mit ihr die angestrebten Ziele erreicht werden
können oder sie zu deren Erreichung einen nicht zu vernachlässigenden
Beitrag leisten kann (sog. Zwecktauglichkeit). Die Erforderlichkeit liegt vor,
wenn mit keiner gleichermassen geeigneten, aber für den Betroffenen we-
niger einschneidenden Massnahme der angestrebte Erfolg ebenso erreicht
werden kann. Sie ist schliesslich nur dann gerechtfertigt, wenn eine ange-
messene Zweck-Mittel-Relation (sog. Zumutbarkeit) besteht, d.h. der damit
verbundene Eingriff in die Rechtsstellung des Betroffenen im Vergleich zur
Bedeutung der verfolgten öffentlichen Interessen nicht unvertretbar schwe-
rer wiegt (vgl. BGE 136 I 29 E. 4.2; Urteile des BVGer A-6090/2017 vom
28. Juni 2018 E. 5.7.2, A-3021/2015 vom 1. März 2016 E. 8.1 und
A-2643/2015 vom 22. Juli 2015 E. 6.1).
5.6.3 Wie bereits dargelegt, ist der Umfang der grundsätzlich subventions-
berechtigten Aktivitäten für die Vorinstanz unklar geblieben, da B._
als J+S Coach ihrer Pflicht, wahrheitsgetreu geführte Anwesenheitskontrol-
len vorzulegen, nicht nachgekommen ist; auch ist es nicht gelungen, die
konkreten Fehleinträge durch beweistaugliche Belege zu identifizieren;
dass die Vorinstanz dabei eine nachträglich erstellte vergleichende Na-
mensliste als Schätzung allenfalls zu kürzender Beiträge für ungenügend
erachtet, ist nicht zu beanstanden (vgl. E. 5.4.4 hiervor). Es ist daher der
Beschwerdeführerin anzulasten, dass der Umfang der subventionsberech-
tigten Aktivitäten unklar geblieben ist. Die korrekte Auszahlung gilt als ver-
unmöglicht, wenn sich die konkrete Höhe der grundsätzlich gerechtfertig-
ten J+S-Beiträge nicht berechnen lässt (BVGer A-6090/2017 vom 28. Juni
2018 E. 5.7.2.1 m.w.H.).
5.6.4 Zweck der J+S-Beiträge ist u.a. die Förderung der Sport- und Bewe-
gungsaktivitäten auf allen Altersstufen und von Verhaltensweisen, mit de-
nen die positiven Werte des Sports in der Gesellschaft verankert werden
(vgl. Art. 1 Abs. 1 Bst. a und d SpoFöG). Zur bestmöglichen Umsetzung
dieses Zwecks hat der Verordnungsgeber zur Einreichung von Angeboten
Nutzergruppen vorgesehen. Dieser Einteilung entsprechend können Orga-
nisationen wie jene der Beschwerdeführerin keine J+S Lager durchführen;
A-358/2020
Seite 28
Trainingslager im Rahmen der J+S Kurse sind nur dann subventionsbe-
rechtigt, wenn alle teilnehmenden Kinder auch gleichzeitig in einem der
angebotenen J+S Kurse eingeschrieben sind (vgl. E. 5.1.6 hiervor). Den
Erläuterungen zur totalrevidierten SpoFöV vom 23. Mai 2012 ist zu entneh-
men, dass eine Problematik darin bestanden habe, dass gehäuft private,
gewinnorientierte Unternehmen Lager angeboten hätten, obwohl die Teil-
nehmenden ausserhalb des eigentlichen Trainings nicht in einer Lagerge-
meinschaft zusammengelebt hätten (vgl. Erläuterungen zu Art. 8 SpoFöV).
Es besteht daher ein erhebliches öffentliches Interesse daran, dass J+S
Subventionen nur für die vom Zweck gedeckten Aktivitäten berechtigter An-
gehöriger einer Nutzergruppe ausgerichtet werden. Dies wird durch die
vorschriftsgemässe Datenerfassung der Teilnehmerstunden der J+S Kurse
und Lager gewährleistet. Die Rückforderung der J+S Beiträge ist daher ge-
eignet, die Auszahlung ungerechtfertigter Subventionen zu vermeiden und
die Einhaltung der Vorschriften sicherzustellen. Aufgrund der Unmöglich-
keit einer korrekten Abrechnung ist sie zudem auch erforderlich (vgl. BVGer
A-6090/2017 vom 28. Juni 2018 E. 5.7.2.3).
5.6.5 Sodann erweist sich die Massnahme auch als zumutbar. Das öffent-
liche Interesse an einer zweckmässigen Verwendung von J+S-Geldern und
der Einhaltung der gesetzlichen Pflichten überwiegt das private Interesse
der Beschwerdeführerin an der Ausrichtung der J+S-Beiträge, auch wenn
sie vorbringt, dass dies zu Einschränkungen in ihren Angeboten für Ju-
gendliche führe. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführe-
rin und B._ als J+S Coach die Unmöglichkeit der korrekten Abrech-
nung zu vertreten haben. Durch die vorschriftswidrige Praxis, Anwesen-
heitskontrollen der J+S Kurse systematisch mit Stunden aus kommerziell
durchgeführten Reitferien aufzufüllen, beabsichtigten sie, ungerechtfertigt
Subventionen zu erhalten. Vor diesem Hintergrund und weil die Verweige-
rung der Subventionen auch eine verwaltungsrechtliche Sanktion für die
Pflichtwidrigkeiten darstellt, die die Beschwerdeführerin dazu veranlassen
soll, ihre Pflichten inskünftig zu erfüllen (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,
a.a.O., Rz. 1446), können die der Beschwerdeführerin durch die Mass-
nahme erwachsenden Nachteile nur in verringertem Masse berücksichtigt
werden (vgl. A-6090/2017 vom 28. Juni 2018 E. 5.7.2.3 m.H.). Die in den
Schlussbemerkungen erwähnte angespannte wirtschaftliche Lage wegen
Einschränkungen aufgrund der Bekämpfung der Corona-Pandemie war im
Verfügungszeitpunkt noch nicht gegeben, weshalb nicht weiter darauf ein-
zugehen ist. Auch kann die blosse Behauptung wirtschaftlicher Probleme
angesichts der Möglichkeiten einer Unternehmerin, bei einer seit 3. Mai
A-358/2020
Seite 29
2019 im Raum stehenden und seit 26. November 2019 verfügten Rückfor-
derung früh genug Rücklagen zu bilden, nicht als überwiegend berücksich-
tigt werden.
5.6.6 Es ist nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin auch
nicht näher ausgeführt, inwiefern durch die Verweigerung der Subventio-
nen das Rechtsgleichheitsgebot verletzt sein soll.
5.6.7 Aufgrund der von der Beschwerdeführerin zu vertretenden Unmög-
lichkeit einer korrekten Abrechnung sowie der Schwere der Pflichtverlet-
zung erweist sich die Rückforderung der Beiträge für die J+S-Angebote
Nrn. (...) der Jahre 2013 bis 2018 als rechtmässig, angemessen und ver-
hältnismässig.
5.7 Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Vorinstanz die Subventionsent-
scheide für die J+S Kursangebote der Jahre 2009 bis 2012 widerrufen und
die Beiträge zurückfordern konnte. Konkret geht es um die Angebote Nrn.
(...).
5.8 Wie bereits oben kurz dargelegt (E. 5.1.1), widerruft die zuständige Be-
hörde eine Finanzhilfe- oder Abgeltungsverfügung, wenn sie die Leistung
in Verletzung von Rechtsvorschriften oder aufgrund eines unrichtigen oder
unvollständigen Sachverhalts zu Unrecht gewährt hat (Art. 30 Abs. 1 SuG).
Sie verzichtet auf den Widerruf, wenn der Empfänger aufgrund der Verfü-
gung Massnahmen getroffen hat, die nicht ohne unzumutbare finanzielle
Einbussen rückgängig gemacht werden können (Art. 30 Abs. 2 Bst. a
SuG), die Rechtsverletzung für ihn nicht leicht erkennbar war (Bst. b) und
eine allfällig unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts
nicht auf schuldhaftes Handeln des Empfängers zurückzuführen ist
(Bst. c). Diese Kriterien gelten kumulativ (Urteil BGer 2C_650/2009 vom
22. Februar 2010 E. 2.3.1; Urteil BVGer A-6543/2018 vom 24. März 2020
E. 7.3 m.H; Botschaft zum SuG, BBl 1987 I 415; WIEDERKEHR/RICHLI, Pra-
xis des allgemeinen Verwaltungsrechts - Band II, 2014, Rz. 1593).
5.9 Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin und B._ als J+S
Coach die vier genannten aktenkundigen Angebote für J+S Kurse zur Ab-
rechnung gebracht haben, obwohl die Anwesenheitskontrollen Teilnehmer-
stunden enthalten, die nicht im Rahmen der J+S Kurse abgehalten wurden.
Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, ist aufgrund der Stellungnah-
men der Beschwerdeführerin und von B._ davon auszugehen, dass
A-358/2020
Seite 30
alle bisherigen J+S Angebote nach demselben System administriert wur-
den, somit auch jene für die Jahre 2009 bis 2012.
Ungeachtet der Frage, ob die Beschwerdeführerin berechtigt gewesen
wäre, Sammellager oder Lagertage abzuhalten, sind ihre Angaben über die
Anwesenheitskontrollen der J+S Kurse nicht korrekt. Die Abrechnung von
nicht im Rahmen der J+S Kurse abgehaltenen Teilnehmerstunden unter
J+S Kursangeboten ist absichtlich geschehen und auf eine Verletzung der
Pflichten von B._ in ihrer Rolle als J+S Coach zurückzuführen (vgl.
E. 5.1.10 bis 5.1.11 hiervor). Die Folge davon war, dass die Vorinstanz bei
der Beurteilung der Gesuche für die angebotenen J+S Kurse jeweils von
einem falschen Sachverhalt ausging. Hätte die Vorinstanz darüber Kennt-
nis gehabt, dass Stunden aus den Reitferien abgerechnet würden, wäre
sie der Frage, welche Teilnehmerstunden im Rahmen der J+S Kurse nicht
verbucht und nicht unterstützt hätten werden dürfen, nachgegangen. Der
Widerrufsgrund infolge unrichtiger Sachverhaltsfeststellung gemäss
Art. 30 Abs. 1 SuG ist somit für die vier oben genannten Angebote gege-
ben.
5.10 Zu prüfen bleibt, ob auf den Widerruf der Angebote zu verzichten ist
(Art. 30 Abs. 2 SuG). Der Beschwerdeführerin und B._ als J+S
Coach ist bewusst gewesen, dass sie beim Ausfüllen der Anwesenheits-
kontrollen während der Jahre 2009 bis einschliesslich 2012 Stunden als
J+S Kursteilnehmerstunden angegeben haben, die datumsmässig nicht
korrekt sind und im Rahmen der Reitferien abgehalten worden waren. Die
diesbezüglich falschen Angaben sowie die darauf zurückzuführende un-
richtige Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz haben sie zu verantwor-
ten. Die Beschwerdeführerin bringt im Weiteren vor, dass sie künftig das
Sportangebot für Jugendliche reduzieren und auf die J+S Beiträge gänzlich
verzichten könne. Inwiefern aufgrund der von ihr bezogenen Beihilfen
überhaupt Massnahmen getroffen worden sein könnten, welche ohne un-
zumutbare finanzielle Einbussen nicht rückgängig gemacht werden könn-
ten, ist nicht ersichtlich. Es fehlt somit mindestens an zwei Voraussetzun-
gen, welche gegeben sein müssten, um auf einen Widerruf verzichten zu
können. Da die Beschwerdeführerin absichtlich unwahre Angaben ge-
macht hat, kann sie sich – im Gegensatz zu ihren Vorbringen – auch nicht
auf den Vertrauensschutz berufen.
5.11 Zusammengefasst ist auch die Rückforderung der J+S Beiträge be-
treffend die Angebote Nrn. (...) für die Jahre 2009 bis 2012 begründet und
nicht zu beanstanden.
A-358/2020
Seite 31
6.
An diesem Ergebnis vermögen die weiteren Vorbringen der Beschwerde-
führerin nichts zu ändern.
6.1 Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, sie hätte die
in den Reitferien abgehaltenen Reitstunden eigentlich zusätzlich als J+S
Kurse beziehungsweise Teil-Kurse oder unter dem J+S Programm als La-
ger anbieten dürfen, was sie aufgrund des administrativen Aufwands für
Gesuche aber unterlassen habe. Sie sei nur deshalb nicht berechtigt, La-
ger zur Abrechnung zu bringen, weil die Kinder nicht ausserhalb ihres
Wohnortes übernachten würden. Sie habe ihre Ansprüche im Gesuchsver-
fahren nicht geltend machen können, weil die zur Verfügung gestellten (au-
tomationsunterstützten) Instrumente deren Eintragung in den Anwesen-
heitskontrollen nicht erlaubten beziehungsweise mit zu hohem administra-
tivem Aufwand verbunden gewesen seien.
6.2 Wie vorhin aufgezeigt, erfolgt die Vergabe der J+S Beiträge auf dem
Weg mitwirkungsbedürftiger Entscheide (vgl. E. 5.1.5 – 5.1.11). Dabei ge-
langt auch die Dispositionsmaxime zur Anwendung (vgl. MÖLLER, Rechts-
schutz bei Subventionen, 2006, S. 156). Die Beschwerdeführerin muss
sich vorhalten lassen, dass sie für die Geltendmachung von Lagern oder
zusätzlichen Teil-Kursen keine Gesuchsdaten eingereicht hat. Für die vor-
liegend zu beurteilenden J+S Kurse hat sie keine wahrheitsgemässe Dar-
stellung der Anwesenheiten vorgelegt. Im Übrigen sind auch die Ausfüh-
rungen der Vorinstanz zur Frage der fehlenden Berechtigung der Be-
schwerdeführerin, J+S Lager durchzuführen, für den Zeitraum ab Oktober
2012 nicht zu beanstanden (siehe hierzu auch E. 5.1.6 und 5.6.4 hiervor).
6.3 Im Weiteren beansprucht die Beschwerdeführerin die Abrechnung von
kantonal bewilligten Sammellagern oder Lagertagen in den Angeboten
Nrn. (...), ohne entsprechende Gesuchsdaten zu den Teilnehmerstunden
einzureichen. Zwar scheinen in den vorläufig erteilten Bewilligungen der
Jahre 2009 bis 2012 Lagertage beziehungsweise Sammellager auf. Diese
sind aber nicht mehr in den von der Beschwerdeführerin erstellten Listen
über die Teilnehmerstunden, die den jeweiligen Subventionsentscheiden
zu den eingereichten Angeboten zugrunde liegen, aufgeführt. Aus der Sys-
tematik der Bewilligungs- und Abrechnungsmodalitäten, in denen zwischen
J+S Kursen, J+S Lagern und Trainingslager(tage)n unterschieden wird,
geht hervor, dass die im Rahmen von bewilligten Lager(tage)n abgehalte-
nen Stunden in den Abrechnungen bekanntzugeben sind, andernfalls wer-
den sie beim Entscheid über die Gesuche nicht weiter berücksichtigt. Wie
A-358/2020
Seite 32
oben ausgeführt, beruhten die ergangenen Subventionsentscheide zu den
angebotenen J+S Kursen auf unwahren Angaben der Beschwerdeführerin
zu den Teilnehmerstunden. Die jeweils unvollständige Sachverhaltsfest-
stellung hat daher berechtigterweise Anlass für den Widerruf und die Rück-
forderung der J+S Kursbeiträge geboten. Der implizite Antrag der Be-
schwerdeführerin, bewilligte Sammellager beziehungsweise Lagertage im
Nachhinein doch noch zur Abrechnung zu bringen, ist mangels entspre-
chender Gesuchsdaten zu den effektiv abgehaltenen Teilnehmerstunden
im Rahmen dieser Lager offensichtlich unbegründet, weshalb nicht weiter
darauf einzugehen ist.
6.4 Die Beschwerdeführerin macht im Weiteren geltend, die automations-
unterstützten Instrumente der Vorinstanz hätten ihr das Angebot von La-
gern beziehungsweise die korrekten Buchungen in den Anwesenheitskon-
trollen verwehrt. Sie habe daher bei Gesuchstellung ihre Ansprüche nicht
entsprechend geltend machen können. Diese Vorbringen sind nicht zu hö-
ren. Selbst im vorliegenden Rückforderungsverfahren betreffend die J+S
Kurse hätte die Vorinstanz statt der elektronisch verbuchten Anwesenheits-
kontrollen für abgehaltene Teilnehmerstunden auf dem Sportplatz geführte
Appellhefte oder Präsenzlisten als Nachweis akzeptiert (vgl. Vernehmlas-
sung, BVGer act. 10, Rz. 13). Es wäre in der Disposition der Beschwerde-
führerin gestanden, entsprechende Gesuchsdaten einzureichen und im
Rahmen ihrer Mitwirkung die Anwesenheiten korrekt darzustellen, was sie
jedoch nicht getan hat. Demnach erübrigen sich weitere Ausführungen
dazu.
7.
Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz zu Recht die für die J+S-Angebote
Nrn. (...) ausbezahlten Beträge von insgesamt Fr. 75'846.- zurückgefor-
dert. Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
8.
Bei diesem Verfahrensausgang gilt die Beschwerdeführerin als unterlie-
gend und hat die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 VwVG). Diese sind
auf Fr. 3'600.– festzusetzen (Art. 1 ff. des Reglements über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar
2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Der von der Beschwerdeführerin einbezahlte
Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Bezahlung der Verfahrenskos-
ten verwendet.
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Seite 33
Angesichts ihres Unterliegens hat die Beschwerdeführerin keinen An-
spruch auf Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1 VGKE).
Dasselbe gilt für die obsiegende Vorinstanz als Bundesbehörde (Art. 7
Abs. 3 VGKE).
(Dispositiv nächste Seite)
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