Decision ID: 26f93001-5253-555d-8d40-b59778d7bd2d
Year: 2015
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Die KKL Luzern Management AG (nachfolgend: die Steuerpflichtige) ist seit
dem 1. Mai 1998 im Register der mehrwertsteuerpflichtigen Personen bei
der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) eingetragen. Gemäss
Handelsregistereintrag bezweckt die Steuerpflichtige unter anderem die
Leitung und den Betrieb des Kultur- und Kongresszentrums Luzern (nach-
folgend: das KKL) sowie die Durchführung eigener Veranstaltungen. Die
Mehrheit der Aktien der Steuerpflichtigen werden unbestrittenermassen
von der Trägerstiftung Kultur- und Kongresszentrum am See (nachfolgend:
die Trägerstiftung) gehalten.
B.
Am 12. Juni 1994 stimmten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der
Stadt Luzern einer Finanzvorlage über einen Baukredit der Stadt an die
Trägerstiftung und dem Vorvertrag zum Abschluss eines Baurechtsver-
trags durch den Stadtrat (Exekutive) zu. Mit öffentlich beurkundetem Bau-
rechtsvertrag vom 26. August 1996 (nachfolgend: der Baurechtsvertrag)
räumte die Stadt Luzern (nachfolgend: die Stadt) der Trägerstiftung ein
selbstständiges und dauerndes Baurecht betreffend das Grundstück
Nr. 2484 ein. Die Trägerstiftung wurde berechtigt, auf dem Baurechts-
grundstück das KKL mit der dafür erforderlichen Infrastruktur zu erstellen.
Die Trägerstiftung ihrerseits verpflichtete sich obligatorisch, der Stadt und
den von dieser bezeichneten Dritten Nutzungsrechte am KKL einzuräu-
men, indem die Nutzung der Konzertsäle an einer bestimmten Anzahl von
Tagen den bezeichneten Dritten vorbehalten blieb. Dafür sollte die Stadt
der Trägerstiftung einen jährlichen Betrag bezahlen, welcher höchstens
[...]% des Gebäudeversicherungswerts betragen sollte. Dem Baurechts-
vertrag entsprechend erliess der Grosse Stadtrat (Legislative) von Luzern
am 27. November 1997 ein "Reglement über die Vergabe von Nutzungs-
rechten an ausgewählte Nutzungsberechtigte im Kultur- und Kongress-
zentrum Luzern".
C.
Am 3. Juli 1998 schlossen die Stadt, die Trägerstiftung und die Steuer-
pflichtige eine Vereinbarung über die Vergabe von Nutzungsrechten an
ausgewählte Nutzungsberechtigte im KKL (nachfolgend: die Nutzungs-
rechtsvereinbarung), welche insbesondere das Verfahren für die Vergabe
der Nutzungsrechte und deren konkrete Ausgestaltung regelt.
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Seite 3
D.
Am 29. Juli 1998 schlossen die Trägerstiftung und die Steuerpflichtige ei-
nen Vertrag über die Leitung und den Betrieb des KKL ab. Inhalt des Ver-
trags bildete hauptsächlich die Organisation der Leitung und des Betriebs
des KKL für den Zeitraum vom 1. August 1998 bis zum 31. Dezember 1999.
Für die Zeit nach dem 1. Januar 2000 beschränkten sich die Parteien auf
den Abschluss eines Vorvertrags (Ziff. 18 des Vertrags vom 29. Juli 1998
über Leitung und Betrieb des KKL) und einer separaten Absichtserklärung
(datiert ebenfalls vom 29. Juli 1998).
E.
Am 25. Juni 2001 schlossen die Trägerstiftung und die Steuerpflichtige ei-
nen Pachtvertrag (nachfolgend: der Pachtvertrag). Gegenstand dieses
Vertrags bildete die Pacht des gesamten KKL mit Ausnahme derjenigen
"Räume und Flächen, die der Stadt mit separatem Vertrag zur Nutzung
durch die Kunstgesellschaft abgetreten sind, sowie der Tiefgarage". Mit Be-
zug auf den Umfang der Pacht hatte die Trägerstiftung gewisse Vorgaben
einzuhalten.
F.
Im August und im November 2011 führte die Eidgenössische Steuerverwal-
tung (ESTV) bei der Steuerpflichtigen eine Mehrwertsteuerkontrolle durch.
Sie überprüfte die Steuerperioden vom 1. Januar 2006 bis zum 31. Dezem-
ber 2010. Dabei stellte sie u.a. fest, dass die Steuerpflichtige der Träger-
stiftung Nutzungsrechte einräume, ohne entsprechende Umsätze zu de-
klarieren. Zudem seien die in Abzug gebrachten Vorsteuern aufgrund von
Spendeneinnahmen zu kürzen, die aus der unentgeltlichen Zurverfügung-
stellung der Gebäudeinfrastruktur des KKL durch die Trägerstiftung her-
rührten. Auf Grundlage dieser Kontrolle belastete die ESTV mit der "Ein-
schätzungsmitteilung (EM) Nr. 128'935 / Verfügung" vom 28. November
2011 (nachfolgend: die EM 1) betreffend die Steuerperioden 2006 bis 2009
Mehrwertsteuern im Betrag von Fr. [...] nach. Betreffend die Steuerperiode
2010 wurden der Steuerpflichtigen mit der "Einschätzungsmitteilung (EM)
Nr. 128'936 / Verfügung" vom 28. November 2011 (nachfolgend: die EM 2)
Mehrwertsteuern im Betrag von Fr. [...] nachbelastet.
G.
Mit Eingabe vom 12. Januar 2012 erhob die Steuerpflichtige bei der ESTV
"Einsprache" gegen beide EM und beantragte in formeller Hinsicht die Ver-
einigung der beiden "Einsprachen". Die Verfahrensvereinigung rechtfertige
sich daher, weil dieselbe Steuerpflichtige, der gleiche Sachverhalt und die
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Seite 4
gleiche mehrwertsteuerliche Qualifikation betroffen seien. In materieller
Hinsicht sei "von der Besteuerung von Nutzungsrechten sowie einer Vor-
steuerkürzung aufgrund erlassener Pacht-/Mietzinse (...) abzusehen (...)".
Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, die Nutzungsrechte
seien nicht ihr, sondern der Trägerstiftung von der Stadt gewährt worden.
Die steuerliche Beurteilung der ESTV, wonach es sich bei der Einräumung
der Nutzungsrechte um eine Leistung der Steuerpflichtigen handle, sei so-
mit nicht zutreffend, da sie gar nie im "Besitze dieser Nutzungsrechte" ge-
wesen sei und diese daher auch nicht habe der Trägerstiftung einräumen
können.
H.
Mit Schreiben vom 21. August 2013 forderte die ESTV von der Steuer-
pflichtigen weitere Unterlagen ein. Der Forderung kam die Steuerpflichtige
mit Schreiben vom 18. September 2013 nach.
I.
Mit "Einspracheentscheid" vom 4. November 2013 wies die ESTV die "Ein-
sprache" der Steuerpflichtigen ab. Zur Begründung der Abweisung der
"Einsprache" brachte die ESTV im Wesentlichen vor, die Steuerpflichtige
habe sich vertraglich zur Einhaltung der Nutzungsrechte verpflichtet, was
eine steuerbare Dienstleistung gemäss Art. 3 Bst. e des Bundesgesetzes
vom 12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer (Mehrwertsteuergesetz,
MWSTG, SR 641.20) darstelle. Zwar habe sie hierfür kein Entgelt von der
Trägerstiftung erhalten. Da letztere aber Mehrheitsaktionärin der Steuer-
pflichtigen sei, handle es sich um eine Leistung an eine nahestehende Per-
son. Das Entgelt bemesse sich in einem solchen Fall nach dem Wert, der
unter unabhängigen Dritten vereinbart würde. Vorliegend entspreche dies
für den kontrollierten Abrechnungszeitraum (Steuerperioden 2006 bis
2010) Fr. [...] pro Jahr.
Den Antrag auf Vereinigung der Verfahren wies die ESTV mit Verweis auf
die Abweichungen im vor dem 1. Januar 2010 geltenden Verjährungsrecht
ab. Zudem sei nach Massgabe des früheren Bundesgesetzes vom 2. Sep-
tember 1999 über die Mehrwertsteuer (aMWSTG; AS 2000 1300) − im Ge-
gensatz zum geltenden MWSTG − im Zusammenhang mit Spendenein-
nahmen eine verhältnismässige Vorsteuerabzugskürzung vorzunehmen
(Art. 38 Abs. 8 aMWSTG). Vor diesem Hintergrund sei es zweckmässig,
zwei separate Verfahren durchzuführen.
A-6831/2013
Seite 5
J.
Gegen die "Einspracheentscheide" der ESTV erhob die Steuerpflichtige
(nachfolgend: die Beschwerdeführerin) am 4. Dezember 2013 Beschwerde
beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt, die Beschwerde gegen die
beiden "Einspracheentscheide" bezüglich der EM 1 bzw. der EM 2 in einem
Verfahren zu vereinigen. Die beiden "Einspracheentscheide" seien aufzu-
heben, die Steuernachforderung sei um Fr. [...] herabzusetzen und die
Steuerforderung für die einzelnen Steuerperioden sei wie folgt festzuset-
zen: Für das Jahr 2006 auf Fr. [...], für 2007 auf Fr. [...], für 2008 auf Fr.
[...], für 2009 auf Fr. [...] und für 2010 auf Fr. [...] − alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten der ESTV.
Zur Begründung bringt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, dass
die Trägerstiftung als Verpächterin Leistungserbringerin und die Beschwer-
deführerin als Pächterin Leistungsempfängerin sei. Die Respektierung der
Nutzungsrechte der Stadt durch die Beschwerdeführerin stelle keine Leis-
tung gegenüber der Trägerstiftung dar.
K.
In ihrer Vernehmlassung vom 18. Februar 2014 bezieht die ESTV Stellung
zur Beschwerde. Sie beantragt, die Beschwerde sei vollumfänglich abzu-
weisen − unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin. In formeller
Hinsicht sei der Antrag der Beschwerdeführerin auf Verfahrensvereinigung
mangels Verbesserung der Prozessökonomie abzulehnen.
Materiell liege ein steuerbares Leistungsverhältnis vor, da die Beschwer-
deführerin sich im Pachtvertrag verpflichtet habe, den von der Stadt be-
zeichneten Organisationen an bestimmten Tagen im Jahr drei Säle im KKL
zu besonderen Konditionen zur Verfügung zu stellen. Diese Verpflichtung
der Beschwerdeführerin gegenüber der Trägerstiftung sei notwendig, damit
letztere ihrerseits die im Baurechtsvertrag festgelegte Einräumung der be-
treffenden Nutzungsrechte garantieren könne.
L.
Auf die übrigen Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereichten
Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der folgenden Erwägungen ein-
gegangen.
A-6831/2013
Seite 6

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 VGG Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnahme
nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine solche liegt hier nicht vor und die Vo-
rinstanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VGG. Das Bundesverwal-
tungsgericht ist demnach für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde
sachlich grundsätzlich zuständig (vgl. aber E. 1.4).
1.2 Der vorliegende Sachverhalt, der die Steuerperiode 2010 betrifft, ist
gemäss den Bestimmungen des am 1. Januar 2010 in Kraft getretenen
MWSTG zu beurteilen. Soweit im Folgenden auf die Rechtsprechung zum
aMWSTG verwiesen wird, liegt der Grund darin, dass diese im vorliegen-
den Fall auch für das MWSTG übernommen werden kann.
1.3
1.3.1 Grundsätzlich bildet jeder vorinstanzliche Entscheid bzw. jede Verfü-
gung ein selbständiges Anfechtungsobjekt und ist deshalb einzeln anzu-
fechten. Es ist gerechtfertigt, von diesem Grundsatz abzuweichen und die
Anfechtung in einer gemeinsamen Beschwerdeschrift und in einem ge-
meinsamen Verfahren mit einem einzigen Urteil zuzulassen, wenn die ein-
zelnen Sachverhalte in einem engen inhaltlichen Zusammenhang stehen
und sich in allen Fällen gleiche oder ähnliche Rechtsfragen stellen (vgl.
BGE 123 V 214 E. 1; Urteile des BVGer A-1527/2006 vom 6. März 2008 E.
1.3, A-1435/2006 vom 8. Februar 2007 E. 1.2 und A-1536/2006 vom 16.
Juni 2008 E. 1.3). Unter den gleichen Voraussetzungen können auch ge-
trennt eingereichte Beschwerden in einem Verfahren vereinigt werden. Die
Frage der Vereinigung von Verfahren steht im Ermessen des Gerichtes und
hängt mit dem Grundsatz der Prozessökonomie zusammen, wonach ein
Verfahren möglichst einfach, rasch und zweckmässig zum Abschluss ge-
bracht werden soll, was wiederum im Interesse aller Beteiligten liegt. Die
Zusammenlegung der Verfahren braucht dabei nicht in einer selbständig
anfechtbaren Zwischenverfügung angeordnet zu werden (BGE 131 V 222
E. 1, 128 V 124 E. 1; zum Ganzen: ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LO-
RENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2.
Aufl. 2013, Rz. 3.17).
1.3.2 Die Beschwerdeführerin hat gegen die EM 1 und die EM 2 mit einer
einzigen Beschwerdeschrift Beschwerde an das Bundesverwaltungsge-
richt geführt und ersucht darin um Vereinigung der Verfahren (Sachverhalt
A-6831/2013
Seite 7
J). Die ESTV hat sich in ihrer Vernehmlassung gegen eine Verfahrensver-
einigung ausgesprochen (Sachverhalt K).
Die vorliegenden Sachverhalte stehen zwar in einem engen inhaltlichen
Zusammenhang (einzig die zu beurteilenden Steuerperioden sind andere).
Der ESTV ist aber zuzustimmen, dass sich auf den Sachverhalt, der dem
zu beurteilenden Einspracheentscheid betreffend die EM 1 zu Grunde liegt
(Steuerperioden vom 1. Januar 2006 bis zum 31. Dezember 2009), das
frühere Mehrwertsteuerrecht − insbesondere das aMWSTG − Anwendung
findet; der zweite Einspracheentscheid dagegen gemäss den Bestimmun-
gen des am 1. Januar 2010 in Kraft getretenen MWSTG zu beurteilen ist.
Dies alleine vermag zwar grundsätzlich nicht zu genügen, um die Vereini-
gung der Verfahren auszuschliessen. Insbesondere mit Blick auf den im
Verfahren A-6828/2013 zu beurteilenden Spendencharakter des Verzichts
auf Pachtzins stellen sich aber Rechtsfragen, die durch das aMWSTG an-
ders beantwortet werden, als durch das geltende Recht. Aus prozessöko-
nomischen Gründen und im Interesse einer klaren Rechtsanwendung ist
die Vereinigung nicht geboten. Folglich werden die Beschwerden gegen
die beiden Einspracheentscheide vom 4. November 2013 vor Bundesver-
waltungsgericht nicht vereinigt. Im vorliegenden Verfahren ist somit einzig
die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid betreffend die Steuerpe-
riode vom 1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2010 gemäss den Best-
immungen des MWSTG zu beurteilen.
1.4
1.4.1 Die Einsprache ist das vom Gesetz besonders vorgesehene förmli-
che Rechtsmittel, mit dem eine Verfügung bei der verfügenden Verwal-
tungsbehörde zwecks Neuüberprüfung angefochten wird. Die Einsprache
ist kein devolutives Rechtsmittel, welches die Entscheidungszuständigkeit
an eine Rechtsmittelinstanz übergehen lässt (vgl. BGE 132 V 368 E. 6.1;
131 V 407 E. 2.1.2.1; ULRICH HÄFELIN et al., Allgemeines Verwaltungsrecht,
6. Aufl. 2010, N 1815). Das Einspracheverfahren ermöglicht eine Abklärung
komplexer tatsächlicher oder rechtlicher Verhältnisse und eine umfas-
sende Abwägung der verschiedenen von einer Verfügung berührten Inte-
ressen (HÄFELIN et al., a.a.O., N 1816).
1.4.2 Im Bereich der Mehrwertsteuer ist das Einspracheverfahren in Art. 83
MWSTG gesetzlich vorgesehen. Eine Ausnahme hierzu bildet die sog.
"Sprungbeschwerde": Richtet sich die Einsprache gegen eine einlässlich
begründete Verfügung der ESTV, so ist sie auf Antrag oder mit Zustimmung
A-6831/2013
Seite 8
des Einsprechers als Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht wei-
terzuleiten (Art. 83 Abs. 4 MWSTG; vgl. zur Sprungbeschwerde: Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts A-1184/2012 vom 31. Mai 2012 E. 2 ff.).
1.4.3 Der Erlass eines Einspracheentscheids setzt ausführungsgemäss
voraus, dass vorgängig eine Verfügung ergangen ist, welche überhaupt
Gegenstand eines Einspracheverfahrens bilden kann. Die Vorinstanz sieht
diese Verfügung wohl in der als "Verfügung" bezeichneten EM. Freilich ist
es nach Rechtsprechung des Bundesgerichts und des Bundesverwal-
tungsgerichts grundsätzlich nicht zulässig, eine Einschätzungsmitteilung
direkt als Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG auszugestalten (vgl. Urteil
des BVGer A-756/2014 vom 26. Juni 2014 E. 1.2.3; BGE 140 II 202 E. 5 f.,
bestätigend: Urteil des BVGer A-707/2013 vom 25. Juli 2013 E. 4.2 f. mit
Hinweisen).
1.4.4 Vorliegend stellt aber jedenfalls der als "Einspracheentscheid" be-
zeichnete Entscheid der ESTV vom 4. November 2013 eine Verfügung ge-
mäss Art. 5 VwVG dar. Indem die Beschwerdeführerin dagegen beim Bun-
desverwaltungsgericht Beschwerde erhob, hat sie einen allfälligen Verlust
des Einspracheverfahrens (E.1.4.2) zumindest in Kauf genommen. Ihre
vorbehaltlose Beschwerdeführung direkt beim Bundesverwaltungsgericht
ist unter diesen Umständen – in analoger Anwendung von Art. 83 Abs. 4
MWSTG – als "Zustimmung" zur Durchführung des Verfahrens der Sprung-
beschwerde zu werten, zumal der "Einspracheentscheid" vom 4. Novem-
ber 2013 einlässlich begründet ist (vgl. auch Urteil des BGer 2C_842/2014
vom 17. Februar 2015. E. 5.4; Urteile des BVGer A-756/2014 vom 26. Juni
2014 E. 1.2.3, A-6188/2012 vom 3. September 2013 E. 1.2.3, A-707/2013
vom 25. Juli 2013 E. 1.2.3 und E. 4.2.5.3).
Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die Beurteilung der vorlie-
genden Beschwerde auch funktional zuständig.
1.5 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Die
Beschwerdeführerin ist zur Erhebung der vorliegenden Beschwerde be-
rechtigt (Art. 48 Abs. 1 VwVG), hat diese frist- und formgerecht eingereicht
(Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) und den einverlangten Kosten-
vorschuss rechtzeitig geleistet (vgl. Art. 63 Abs. 4 VwVG in Verbindung mit
Art. 21 Abs. 3 VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
A-6831/2013
Seite 9
2.
Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid grund-
sätzlich in vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerdeführer kann neben
der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der un-richtigen
oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sach-verhalts
(Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge der Unangemessenheit er-heben (Art.
49 Bst. c VwVG). Im Beschwerdeverfahren gelten die Unter-suchungsma-
xime, wonach der Sachverhalt von Amtes wegen festzustel-len ist, und der
Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen (Art. 62 Abs. 4
VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht ist verpflichtet, auf den – unter Mit-
wirkung der Verfahrensbeteiligten – festgestellten Sachverhalt die richtige
Rechtsnorm anzuwenden (BGE 132 II 112 E. 3.2, 131 II 205 E. 4.2). Dies
bedeutet, dass es eine Beschwerde auch aus einem anderen als den gel-
tend gemachten Gründen gutheissen oder den angefochtenen Entscheid
im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen kann, die von jener der Vo-
rinstanz abweicht (sog. Motivsubstitution, vgl. statt vieler: BVGE 2007/41
E. 2 mit weiteren Hinweisen).
3.
3.1
3.1.1 Der Mehrwertsteuer unterliegen die im Inland gegen Entgelt erbrach-
ten Leistungen (Art. 1 Abs. 2 Bst. a MWSTG). Zum Entgelt gehört alles,
was der Empfänger oder an seiner Stelle ein Dritter für die Lieferung oder
Dienstleistung aufwendet. Dies erfasst auch den Ersatz aller Kosten, selbst
wenn diese gesondert in Rechnung gestellt werden (Art. 24 Abs. 1
MWSTG).
3.1.2 Eine Lieferung eines Gegenstands liegt vor, wenn die Befähigung
verschafft wird, im eigenen Namen über den Gegenstand wirtschaftlich zu
verfügen (Art. 3 Bst. d Ziff. 1 MWSTG). Die Verschaffung der wirtschaftli-
chen Verfügungsmacht gehört demzufolge zum Grundtatbestand der Lie-
ferung. Eine Lieferung liegt ebenfalls vor, wenn ein Gegenstand zum Ge-
brauch oder Nutzung überlassen wird (Art. 3 Bst. d Ziff. 3 MWSTG). Dies
geschieht typischer Weise im Rahmen von Dauerverträgen wie Miete, Lea-
sing- und Pachtverträge (ALOIS CAMENZIND et. al; Handbuch zum Mehr-
wertsteuergesetz [MWSTG], 3. Aufl., Bern/Stuttgart/Wien 2012, Rz. 707;
FELIX GEIGER, in: Felix Geiger/Regine Schluckebier [Hrsg.], MWSTG, Kom-
mentar, Schweizerisches Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, 2012
[nachfolgend: MWST-Kommentar], Art. 3 N 30).
A-6831/2013
Seite 10
3.1.3 Als Dienstleistung gilt jede Leistung, die keine Lieferung eines Ge-
genstandes ist (Art. 3 Bst. e MWSTG). Zu den steuerbaren Dienstleistun-
gen zählen unter anderem auch die Einräumung von immateriellen Werten
und Rechten oder das Unterlassen einer Handlung oder Dulden einer
Handlung bzw. eines Zustandes (Art. 3 Bst. e Ziff. 1 und 2 MWSTG).
3.1.4 Wie das Bundesverwaltungsgericht im Urteil A-1559/2006 vom 2. De-
zember 2008 E. 2.1.2 festgehalten hat, sind nicht alle negativen Leistungen
von vornherein für die Mehrwertsteuer von Bedeutung. Damit derlei ange-
nommen werden kann, müssen sie das Resultat eines eigentlichen Enga-
gements des Leistenden sein, durch welches dieser seinen Willen mani-
festiert, sich zu enthalten oder ein Verhalten zu tolerieren und so bewusst
einem Dritten einen wirtschaftlichen Vorteil zu verschaffen. Die blosse Tat-
sache, jemanden machen zu lassen oder eine Situation zu ertragen, ohne
sich auch nur irgendwie verpflichtet zu haben, stellt keine Dienstleistung im
Sinne der damaligen Bestimmungen dar (gemeint ist Art. 6 Abs. 2 Bst. b
der Verordnung vom 22. Juni 1994 [aMWSV, AS 1994 1464 und nachfol-
gende Änderungen] bzw. Art. 7 Abs. 2 Bst. b aMWSTG). Da sich Art. 3 Bst.
d Ziff. 3 und Bst. e Ziff. 2 MWSTG gegenüber dem früheren Recht kaum
redaktionell unterscheiden, kann die bisherige Rechtsprechung auch unter
dem neuen Recht weitergeführt werden (vgl. dazu auch CAMENZIND et al.,
a.a.O., Rz. 736 f.; GEIGER, MWST-Kommentar, Art. 3 N 34).
3.1.5 Damit überhaupt eine steuerbare Leistung vorliegt, muss sie im Aus-
tausch mit einem Entgelt erfolgen (sog. "Leistungsaustauschverhältnis" o-
der gemäss neuerer Terminologie "Leistungsverhältnis"; vgl. hierzu IVO P.
BAUMGARTNER/DIEGO CLAVADETSCHER/MARTIN KOCHER, Vom alten zum
neuen Mehrwertsteuergesetz, 2010, § 4 N 3, CAMENZIND et al., a.a.O.,
Rz. 592; GEIGER, MWSTG-Kommentar, Art. 18 N 2). Die Entgeltlichkeit
stellt ein unabdingbares Tatbestandsmerkmal einer mehrwertsteuerlichen
Leistung dar. Besteht zwischen Leistungserbringer und -empfänger kein
Austauschverhältnis im erwähnten Sinn, ist die Tätigkeit mehrwertsteuer-
lich irrelevant und fällt nicht in den Geltungsbereich der Mehrwertsteuer
(statt vieler: BGE 132 II 353 E. 4.3 mit Hinweisen; Urteil des BVGer
A-5745/2008 vom 11. Juni 2010 E. 2.3).
3.1.6 Die Annahme eines solchen Leistungsverhältnisses setzt voraus,
dass zwischen Leistung und Entgelt eine innere wirtschaftliche Verknüp-
fung gegeben ist (BGE 138 II 239 E. 3.2, 132 II 353 E. 4.1, 126 II 443 E. 6a
m.w.H.). Die Beurteilung, ob ein Leistungsverhältnis besteht, hat in erster
A-6831/2013
Seite 11
Linie nach wirtschaftlichen, tatsächlichen Kriterien zu erfolgen (sog. "wirt-
schaftliche Betrachtungsweise"). Die zivil- bzw. vertragsrechtliche Sicht ist
nicht entscheidend, hat aber immerhin Indizwirkung (statt vieler: Urteil des
BGer 2A.304/2003 vom 14. November 2003 E. 3.6.1; BVGE 2007/23 E.
2.3.2 mit Hinweis; Urteile des BVGer A-8058/2008 vom 13. Januar 2011 E.
3.1, A-1579/2006 vom 19. November 2009 E. 3.1.1). Für die Annahme ei-
nes Leistungsverhältnisses genügt es, dass Leistung und Entgelt innerlich
derart verknüpft sind, dass die Leistung das Entgelt auslöst. Zwischen Leis-
tung und Entgelt muss damit ein kausaler, wirtschaftlicher Zusammenhang
gegeben sein (BVGE 2009/34 E. 2.2.1). Nicht von Bedeutung für die Frage
des Leistungsverhältnisses ist weiter, ob das Entgelt wertmässig der er-
brachten Leistung entspricht bzw. ob die Leistung freiwillig oder aufgrund
eines Rechtsanspruchs erbracht wird. Entscheidend ist allein, dass eine
Leistung im Austausch gegen ein Entgelt erbracht wird (Urteil des BGer
2A.43/2002 vom 8. Januar 2003 E. 3.2; Urteil des BVGer A-5279/2011 vom
1. März 2013 E. 2.1.1 mit Hinweisen). Entgeltlichkeit liegt auch vor, wenn
überhaupt kein Entgelt bezeichnet und bezahlt wird, jedoch die Leistung
(...) üblicherweise nur gegen Entgelt erhältlich ist (vgl. Urteil des BGer
2A.264/2006 vom 3. September 2008 E. 5.3).
3.1.7 Bei der Beurteilung der Frage nach dem wirtschaftlichen Zusammen-
hang zwischen Leistung und Entgelt ist (wie auch bei der Bestimmung der
Bemessungsgrundlage) primär auf die Sicht des Leistungsempfängers ab-
zustellen, was der Konzeption der Mehrwertsteuer als Verbrauchsteuer
entspricht. Es ist zu prüfen, ob der Aufwand vom Leistungsempfänger er-
bracht wird, um die Leistung des Leistungserbringers zu erhalten (sog.
"kausale Verknüpfung"; Urteil des BGer 2C_928/2010 vom 28. Juni 2011
E. 3; BVGE 2009/34 E. 2.2.1; DANIEL RIEDO, Vom Wesen der Mehrwert-
steuer als allgemeine Verbrauchsteuer und von den entsprechenden Wir-
kungen auf das schweizerische Recht, 1999, S. 230 ff.; BAUM-
GARTNER/CLAVADETSCHER/KOCHER, a.a.O., § 4 N 20; CLAUDIO FI-
SCHER/CLAUDE GROSJEAN, Der Leistungsbegriff, in: Archiv für Schweizeri-
sches Abgaberecht [ASA] 78 S. 711 f.). Grundsätzlich ohne Belang ist da-
gegen die Sichtweise des Leistungserbringers. Demnach muss die Leis-
tung des Steuerpflichtigen, damit sie steuerbar ist, nicht zwingend auf den
Erhalt eines Entgelts gerichtet sein (sog. "finale Verknüpfung"; a.A.
CAMENZIND et al., a.a.O., Rz. 650 f.; HANS GEORG RUPPE/MARKUS ACHATZ,
Umsatzsteuergesetz Kommentar, Wien 2011, § 1 N 67).
3.1.8 Im Rahmen der Beurteilung, ob ein Leistungsverhältnis vorliegt, ist
zu prüfen, wer als Leistungserbringer und wer als Leistungsempfänger zu
A-6831/2013
Seite 12
gelten hat (vgl. Urteil des BGer 2A.215/2003 vom 20. Januar 2005 E. 6.4
und 6.5; Urteil des BVGer A-5279/2011 vom 1. März 2013 E. 2.1.1 mit Hin-
weis). Wer als Leistungserbringer zu gelten hat, bestimmt sich nach kon-
stanter Rechtsprechung nach dem Aussenauftritt. Das mehrwertsteuerlich
relevante Handeln wird demgemäss grundsätzlich demjenigen zugeordnet,
der gegenüber Dritten im eigenen Namen auftritt (vgl. statt vieler: Urteil des
BVGer A-6367/2011 vom 14. August 2012 E. 2.2.4 mit Hinweis; RALF
IMSTEPF, Die Zuordnung von Leistungen gemäss Art. 20 des neuen
MWSTG, in: ASA 78 S. 772; DERSELBE, Der mehrwertsteuerliche "Aussen-
auftritt", ASA 82 S. 451 ff.).
3.2
3.2.1 Das Entgelt stellt nicht nur Tatbestandselement des Steuerobjekts
dar, sondern bildet auch die Bemessungsgrundlage der Mehrwertsteuer
(Art. 24 MWSTG; vgl. statt vieler: BGE 132 II 353 E. 4.1; BVGE 2011/44 E.
3.1). Art. 24 Abs. 1 MWSTG hält fest, dass die Steuer vom tatsächlich emp-
fangenen Entgelt berechnet wird. Entscheidend ist somit nicht mehr wie
unter altem Recht, was der Empfänger der Leistung oder an seiner Stelle
ein Dritter als Gegenleistung für die Leistung aufwendet (statt vieler: BGE
126 II 443 E. 6a). Massgeblich ist vielmehr der tatsächliche Vermögenszu-
gang beim Leistungserbringer (vgl. Urteile des BVGer A-1591/2014 vom
25. November 2014 E. 4.3.1, A-2632/2013 vom 26. Februar 2014 E. 2.3;
BAUMGARTNER/CLAVADETSCHER/KOCHER, a.a.O., § 6 N 5; GEIGER,
MWSTG Kommentar, Art. 24 N 3).
3.2.2
3.2.2.1 Der Grundsatz, demgemäss das tatsächlich empfangene Entgelt
massgeblich ist, wird durch Art. 24 Abs. 2 MWSTG eingeschränkt. Gemäss
Art. 24 Abs. 2 MWSTG gilt im Fall einer Lieferung oder Dienstleistung an
eine eng verbundene Person im Sinne von Art. 3 Bst. h MWSTG als Entgelt
der Wert, der unter unabhängigen Dritten vereinbart würde. Diese Bestim-
mung entspricht dem im Steuerrecht bekannten Grundsatz des Drittver-
gleichs ("dealing at arm's length"; vgl. Urteil des BGer 2A.11/2007 vom 25.
Oktober 2007 E. 2.3.2; Urteil des BVGer A-3734/2011 vom 9. Januar 2013
E. 2.3; vgl. PASCAL MOLLARD/XAVIER OBERSON/ANNE TISSOT BENEDETTO,
Traité TVA, 2009, Kap. 4 N 23 ff.; IVO P. BAUMGARTNER, mwst.com, Kom-
mentar zum Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, Basel/Genf/München
2000, Art. 33 N 42).
http://links.weblaw.ch/BGE-132-II-353 http://links.weblaw.ch/BVGE-2011/44 http://links.weblaw.ch/BGE-126-II-443
A-6831/2013
Seite 13
3.2.2.2 Die Anwendbarkeit dieses Artikels bedingt eine Leistung zu einem
Vorzugspreis, also zu einem Entgelt, welches nicht mit dem Preis überein-
stimmt, den ein unabhängiger Dritter zu bezahlen hätte (Drittpreis; Urteile
des BVGer A-2572/2010 und A-2574/2010 vom 26. August 2011 E. 3.2.3,
A-680/2007 vom 8. Juni 2009 E. 3.2, A-1376/2006 vom 20. November 2007
E. 3.3, je mit Hinweisen).
Im Weiteren muss es sich beim Empfänger der Leistung um eine eng ver-
bundene Person im Sinne von Art. 3 Bst. h MWSTG handeln. Als solche
gelten die Inhaber und Inhaberinnen von massgebenden Beteiligungen an
einem Unternehmen oder ihnen nahe stehende Personen. Eine massge-
bende Beteiligung liegt vor, wenn die Schwellenwerte gemäss Art. 69 des
Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer
(DBG; SR 642.11) überschritten werden oder wenn eine entsprechende
Beteiligung an einer Personengesellschaft vorliegt.
3.2.2.3 Rechtsfolge einer solchen Leistung zu einem Vorzugspreis an eine
nahestehende Person ist, dass für die Bemessung der MWST eine beson-
dere (fiktive) Bemessungsgrundlage herangezogen wird. Die Leistung wird
auf den Wert korrigiert, der unter unabhängigen Dritten vereinbart würde.
Massgebend ist der Drittpreis, d.h. der Preis, den ein Dritter der gleichen
Abnehmerkategorie "auf dem Markt" (Marktwert) üblicherweise für die-
selbe Leistung zu bezahlen hätte (vgl. Urteile des BGer 2C_778/2008 vom
8. April 2009 E. 3.1, 2A.11/2007 vom 25. Oktober 2007 E. 2.3.2; zum Gan-
zen auch: Urteile des BVGer A-2572/2010 und A-2574/2010 vom 26. Au-
gust 2011 E. 3.2.3, A-1425/2006 vom 6. November 2008 E. 3.1).
3.2.2.4 Dieser Drittpreis ist in den meisten Fällen kein exakter Wert, son-
dern kann nur annäherungsweise bestimmt werden. Die ESTV hat somit
eine Schätzung durchzuführen und sich dabei grundsätzlich an die im Zu-
sammenhang mit der Ermessenseinschätzung entwickelten Prinzipien zu
halten (vgl. auch Urteile des BVGer A-5154/2011 vom 24. August 2012
E. 2.3.3, A-1425/2006 vom 6. November 2008 E. 3.1, A-1364/2006 vom 30.
Mai 2007 E. 3.2 und 4.4, A-1355/2006 vom 21. Mai 2007 E. 3.4 mit Hinwei-
sen).
4.
4.1 Was das vorliegende Verfahren anbelangt, ist vorab festzuhalten, dass
− entgegen gegenteiliger Vorbringen der Beschwerdeführerin − der vorlie-
gende Sachverhalt unbestritten ist und sich nur (aber immerhin) Fragen in
Bezug auf dessen rechtliche Qualifikation stellen. Die Ausführungen der
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Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift, wonach die ESTV den
Sachverhalt nicht korrekt festgehalten habe und ein Leistungsverhältnis
beurteile, wo keines vorliege, vermischen Tat- und Rechtsfrage. Die nach-
folgenden Ausführungen der Beschwerdeführerin zum Tatsächlichen de-
cken sich jedoch mit der Sachdarstellung der ESTV. Demzufolge ist der
Sachverhalt gleichwohl unbestritten. Strittig ist jedoch, ob aufgrund der tat-
sächlichen Begebenheiten von einem mehrwertsteuerlich relevanten Leis-
tungsverhältnis auszugehen ist, was eine Rechtsfrage darstellt. Gemäss
Art. 18 Abs. 2 Bst. d in Verbindung mit Art. 33 Abs. 1 MWSTG führen Spen-
den unter neuem Recht nicht zu einer Kürzung des Vorsteuerabzugs. Im
Gegensatz zum Verfahren A-6828/2013, das die unter dem Recht des
aMWSTG zu beurteilenden Steuerperioden vom 1. Januar 2006 bis zum
31. Dezember 2009 betrifft, ist im vorliegenden Verfahren der Spendencha-
rakter des Verzichts auf die Bezahlung eines Pachtzinses nicht zu beurtei-
len (vgl. Sachverhalt F). Somit bleibt einzig zu klären, ob zwischen der Be-
schwerdeführerin und der Trägerstiftung ein steuerbares Leistungsverhält-
nis dadurch besteht, dass die der Stadt von der Trägerstiftung eingeräum-
ten Nutzungsrechte am KKL durch die Beschwerdeführerin zu respektieren
sind (E. 4.2).
4.2
4.2.1 Ein (grundsätzlich) steuerbares Leistungsverhältnis liegt vor, wenn
eine Leistung gegen Entgelt erbracht wird und zwischen Leistung und Ent-
gelt ein innerer wirtschaftlicher Zusammenhang besteht (E. 3.1.6 ff.). Von
den Parteien wird nicht bestritten, dass vorliegend − falls ein steuerbares
Leistungsverhältnis bestehen würde (was nachfolgend zu prüfen ist) − das
Entgelt in einem zu bestimmenden Drittpreis im Sinne von Art. 24 Abs. 2
MWSTG zu sehen wäre. Wie in E. 3.1.6 ausgeführt, ist gemäss bundesge-
richtlicher Rechtsprechung diese Bestimmung nicht nur für die Korrektur
eines allfällig zu tiefen Vorzugspreises unter nahestehenden Personen an-
wendbar, sondern auch in denjenigen Fällen heranzuziehen, in denen un-
ter Nahestehenden überhaupt kein Entgelt vereinbart worden ist. Streitig
ist dagegen vorliegend, ob überhaupt eine mit diesem Entgelt verknüpfte
Leistung der Beschwerdeführerin vorliegt.
4.2.2 Die ESTV führt in ihrem angefochtenen "Einspracheentscheid"
(Sachverhalt I) und ihrer Vernehmlassung (Sachverhalt K) an, die Träger-
stiftung sei gemäss Baurechtsvertrag dazu verpflichtet, der Stadt und den
von dieser bezeichnetet Dritten (bzw. Nutzungsberechtigten) Nutzungs-
rechte an gewissen Sälen im KKL einzuräumen. Aus dem Pachtvertrag
A-6831/2013
Seite 15
gehe hervor, dass die Beschwerdeführerin bei der Führung des KKL be-
stimmte Vorgaben zu beachten habe, so namentlich die Bestimmungen
über die Nutzungsrechte und Räume im KKL gemäss Baurechtsvertrag.
Bei dieser Einhaltung bzw. Einräumung der Nutzungsrechte handle es sich
um eine steuerbare Dienstleistung im Sinne von Art. 3 Bst. e Ziff. 1 MWSTG
(Überlassung immaterieller Werte und Rechte).
4.2.3 Dagegen bringt die Beschwerdeführerin vor, sie sei gar nicht in der
Lage, der Trägerstiftung ein irgendwie geartetes Nutzungsrecht einzuräu-
men, da sie selber über ein solches nicht verfüge. Eigentümerin der "inte-
ressierenden Teile des KKL" sei die Trägerstiftung. Die Rechte für die Nut-
zung würden daher bei der Trägerstiftung und − aufgrund der obligatori-
schen Einschränkung im Baurechtsvertrag − bei der Stadt liegen. Die Be-
schwerdeführerin habe keinerlei dingliche Rechte am KKL. Also müsste −
damit ein steuerbares Leistungsverhältnis vorliegen würde − die Trägerstif-
tung der Beschwerdeführerin in einem ersten Schritt die Nutzungsrechte
einräumen, welche die Beschwerdeführerin dann einem zweiten Schritt
gleich wieder an die Trägerstiftung übertragen würde. Für ein solches "Hin-
und Herschieben" der Nutzungsrechte finde sich aber weder im Pachtver-
trag noch in einer anderen Vereinbarung zwischen den Parteien ein Hin-
weis. Eine steuerbare Dienstleistung liege somit nicht vor.
4.2.4 Für die Beurteilung, ob ein mehrwertsteuerliches Leistungsverhältnis
besteht, sind in erster Linie die wirtschaftlichen, tatsächlichen Gegebenhei-
ten heranzuziehen. Im Rahmen dieser wirtschaftliche Betrachtungsweise
hat die zivil- bzw. vertragsrechtliche Sicht aber immerhin Indizwirkung (E.
3.1.6). Am vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt sind drei Parteien (Be-
schwerdeführerin, Trägerstiftung und Stadt) beteiligt, die untereinander –
in der Regel zweiseitig − vertraglich verpflichtet sind. Für die rechtliche Be-
urteilung des Sachverhalts sind vorliegend der Baurechtsvertrag zwischen
der Stadt und der Trägerstiftung (vgl. Sachverhalt B) und der zwischen der
Trägerstiftung und der Beschwerdeführerin geschlossene Pachtvertrag
(vgl. Sachverhalt E) massgeblich. Zwischen der Beschwerdeführerin und
der Stadt bzw. den von ihr ermächtigten Dritten besteht hinsichtlich der
Saalnutzung kein Vertragsverhältnis. Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerde-
führerin, dadurch dass sie die Saalnutzung (durch die Stadt bzw. die von
ihr ermächtigten Dritten) toleriert, gegenüber der Trägerstiftung eine Leis-
tung erbringt (vgl. nachfolgend E. 4.2.5 ff.). Die Vorinstanz bejaht das Ein-
räumen von (immateriellen) Nutzungsrechten im Sinne von Art. 3 Bst. e
Ziff. 1 MWSTG. In Frage stehen aber auch die Überlassung eines Gegen-
A-6831/2013
Seite 16
standes zum Gebrauch (Art.3 Bst. d Ziff. 3 MWSTG) sowie die Unterlas-
sung der eigenen Nutzung (Art. 3 Bst. e Ziff. 2 MWSTG) oder das Dulden
einer Fremdnutzung (Art. 3 Bst. e Ziff. 2 MWSTG).
4.2.5 Eine Dienstleistung im Sinne von Art. 3 Bst. e MWSTG liegt insbe-
sondere vor, wenn immaterielle Werte und Rechte überlassen werden
(E. 3.1.3). Es ist insoweit unbestritten, dass derjenige, der die immateriel-
len Werte oder die Rechte überlässt, selber an diesen berechtigt sein
muss. Der Beschwerdeführerin ist daher zuzustimmen, dass andernfalls
eine Einräumung von immateriellen Werten und Rechten schon begrifflich
nicht möglich wäre. Zu prüfen bleibt somit, inwieweit die Beschwerdefüh-
rerin über die hier in Frage stehende Nutzung des KKL bzw. die Säle ver-
fügen konnte.
Gemäss Baurechtsvertrag vom 26. August 1996 räumte die Stadt der Trä-
gerstiftung auf ihrem Grundstück Nr. 2484, GB Luzern, ein selbständiges
und dauerndes Baurecht ein. Dieses berechtigte die Trägerstiftung auf dem
Baurechtsgrundstück das KKL zu errichten. Gemäss Baurechtsvertrag Ziff.
5 erhielt die Trägerstiftung das Recht, ab dem 19. September 1996 mit dem
Abbruch sämtlicher bestehender Gebäude zu beginnen. Ziff. 2.1.1 des
Baurechtsvertrags ist zu entnehmen, dass die Trägerstiftung der Stadt für
sich und die von dieser bezeichneten Dritten das Recht einräumte, fol-
gende Räume (samt Grundeinrichtungen, wozu auch der Probesaal und
die Stimmräume gehören) vor allen übrigen Interessenten zu benutzen: 1)
Konzertsaal (für 30% der verfügbaren Jahreskapazität, d.h. 108 Tage), 2)
mittlerer Saal (für 20% der verfügbaren Jahreskapazität, d.h. 72 Tage) und
3) kleiner Saal (für 5% der verfügbaren Jahreskapazität, d.h. 18 Tage).
Diese Einschränkungen sind gemäss Baurechtsvertrag obligatorischer Na-
tur und nicht im Grundbuch als Dienstbarkeit eingetragen. Im Zeitpunkt der
Begründung des Baurechts waren die Konzertsäle somit noch nicht erstellt.
Die Frage, ob die Stadt im Zeitpunkt der Baurechtsbegründung sich das
Nutzungsrecht an den künftigen Konzertsälen zurück bzw. vorbehielt oder
ihr dieses erst später eingeräumt wurde, kann hier offen bleiben. Zumin-
dest im Zeitpunkt der Unterzeichnung des Pachtvertrages am 25. Juni
2001 waren die Konzertsäle erbaut und verfügte die Stadt aufgrund des
Baurechtsvertrages über ein zeitweiliges Nutzungsrecht an den Sälen.
Umgekehrt verfügte die Trägerstiftung in diesem Umgang über kein sol-
ches Nutzungsrecht.
A-6831/2013
Seite 17
4.2.6 Die Einräumung einer Pacht gilt nach konstanter Praxis als Lieferung
(vgl. E. 3.1.2). Voraussetzung für eine mehrwertsteuerlich relevante Liefe-
rung ist, dass der Leistungserbringer wirtschaftlich über den Lieferungsge-
genstand verfügen kann (E. 3.1.2). Dem Pachtvertrag vom 25. Juni 2001
zwischen der Trägerstiftung und der Beschwerdeführerin ist in Ziff. 1 zu
entnehmen, dass Gegenstand der Pacht das gesamte KKL sei (mit Aus-
nahme gewisser Räumlichkeiten, die vorliegend nicht von Belang sind).
Gemäss Ziff. 2 des Pachtvertrags, der den Umfang der Pacht definiert,
übernimmt die Beschwerdeführerin als Betreiberin von der Trägerstiftung
als Eigentümerin insbesondere den Betrieb und die Nutzung des KKL im
Rahmen des Leitbildes der Trägerstiftung und nach den Vorgaben der im
Vertrag erwähnten Grundlagen nach kommerziellen Grundsätzen. Zu die-
sen "Grundlagen" gehören gemäss Pachtvertrag auch die Grundsätze, die
im Baurechtsvertrag festgelegt sind, unter Einschluss der Bestimmungen
über "Nutzungsrechte an Sälen und Räumen". Deren Tragweite wird in
E. 4.2.5 dargestellt.
4.2.7 Diese Bestimmungen des Pachtvertrags lassen nun keinen anderen
Schluss zu, als dass die vorliegend streitigen Nutzungsrechte (der Stadt
und der von ihr ermächtigten Dritten) schon aus einer wirtschaftlichen Be-
trachtung gar nicht auf die Beschwerdeführerin übertragen werden konn-
ten. Mit anderen Worten wurde der Beschwerdeführerin der Pachtgegen-
stand samt einer bereits bestehenden Belastung des Pachtgegenstandes
übertragen, welche dazu führt, dass die Beschwerdeführerin die betreffen-
den Säle nur zeitlich beschränkt nutzen kann. Der Pachtumfang ist somit
auf die Nutzung des KKL ohne die bereits der Stadt zustehende Nutzung
beschränkt. Der Beschwerdeführerin ist damit zuzustimmen, dass ihr nicht
die gesamten Nutzungsrechte am KKL (wirtschaftlich) übertragen wurden.
Über die der Stadt aufgrund des Baurechtsvertrages zustehenden Nut-
zungsrechte konnte sie wirtschaftlich nicht verfügen. Die Beschwerdefüh-
rerin kann damit der Trägerstiftung auch keine Nutzungsrechte einräumen
und damit auch keinerlei Leistung erbringen. Weder überlässt sie der Trä-
gerstiftung einen Gegenstand zum Gebrauch (Saal zur Nutzung durch die
Stadt und die von der Stadt bezeichneten Dritten) im Sinne von Art. 3 Bst.
d Ziff. 3 MWSTG, noch räumt sie der Trägerstiftung immaterielle Nutzungs-
rechte ein im Sinne von Art. 3 Bst. e Ziff. 1 MWSTG ein. Auch eine Dienst-
leistung im Sinne von Art. 3 Bst. e Ziff. 2 MWSTG entfällt bei dieser Be-
trachtungsweise. Letztere liegt aber auch aufgrund der nachfolgenden
Überlegungen nicht vor.
A-6831/2013
Seite 18
4.2.8 Die Beschwerdeführerin hatte gestützt auf den Pachtvertrag die zeit-
weilige Nutzung der Konzertsäle durch die Stadt bzw. durch die ermächtig-
ten Dritten hinzunehmen (vgl. E. 3.1.4). Eine solche Vereinbarung ist nicht
ungewöhnlich, und aufgrund der Umstände ist davon auszugehen, dass
der Pachtvertrag ohne die Übernahme dieser Belastung nicht abgeschlos-
sen worden wäre. Bei dieser Sachlage macht die Beschwerdeführerin ge-
genüber der Trägerstiftung keine echte Zusage und geht damit auch keine
neue Verpflichtung ein. Des Weiteren verzichtet sie auch nicht auf die (ihr
zustehende) Saalnutzung durch sie selbst oder durch ihre eigenen Mieter.
Schon die Trägerstiftung konnte und durfte die Säle im entsprechenden
Umfang nicht nutzen oder Nutzungen daran vergeben – weil diese auf-
grund des Baurechtsvertrages der Stadt vorbehalten waren – ; daher
konnte und durfte dies die Beschwerdeführerin auch nicht.
Ebensowenig war es die Absicht der Beschwerdeführerin, dadurch, dass
sie die Saalnutzung durch bestimmte von der Stadt bezeichnete Dritte zu
tolerieren hatte, der Trägerstiftung einen wirtschaftlichen Vorteil einzuräu-
men. Durch die fragliche Drittnutzung ändert sich auch nicht ihre eigene
wirtschaftliche Situation. Das Bundesverwaltungsgericht verkennt dabei
nicht, dass die Nutzungsberechtigten auch der Beschwerdeführerin eine
pauschale Entschädigung auszurichten haben (vgl. dazu: revidiertes Reg-
lement vom 27. November 1997 über die Vergabe von Nutzungsrechten
an ausgewählte Nutzungsberechtigte im Kultur- und Kongresszentrum Lu-
zern, Art. 11 und 12). Diese Pauschalentschädigung betrifft aber im We-
sentlichen die mit der Saalnutzung verbundenen Nebenkosten (z.B. Ton-
meister etc.) und betrifft damit andere Leistungen. Wie erwähnt sind die
Pauschalentschädigungen nicht Gegenstand des vorliegenden Verfah-
rens. Unter den gegebenen Umständen lässt die Beschwerdeführerin – mit
den Worten des in E. 3.1.4 zitierten Urteils des Bundesverwaltungsgerichts
– "die Stadt und die von ihr ermächtigten Dritten machen" und "erträgt die
durch den Baurechtsvertrag geschaffene Situation", "ohne sich selber dazu
verpflichtet zu haben. Damit liegt keine Dienstleistung im Sinne von Art. 3
Bst. e Ziff. 2 MWSTG (Unterlassung einer Handlung bzw. Duldung einer
Handlung/Zustandes) vor.
4.3 Da die Beschwerdeführerin keine Leistung erbringt, fehlt es an einem
steuerbaren Vorgang und erübrigen sich Ausführungen zum Vorliegen und
zur Bemessung des Entgelts (vgl. E. 3.2.1). Die Beschwerde ist damit gut-
zuheissen.
A-6831/2013
Seite 19
5.
5.1 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin keine Ver-
fahrenskosten zu tragen. Der ESTV sind ebenfalls keine Verfahrenskosten
aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Der dem Bundesverwaltungs-
gericht einbezahlte Kostenvorschuss im Umfang von Fr. 5'000.-- ist der Be-
schwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ent-
scheids zurückzuerstatten.
5.2 Die ESTV hat der obsiegenden Beschwerdeführerin die ihr erwachse-
nen notwendigen Kosten zu entschädigen (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG; Art.
7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]). Das
Bundesverwaltungsgericht trifft den Entscheid über die Parteientschädi-
gung von Amtes wegen aufgrund der Kostennote, sofern vorhanden, sowie
den Akten und in der Regel ohne eingehende Begründung. Die Parteient-
schädigung der Beschwerdeführerin für die ihr erwachsenen notwendigen
Auslagen ist aufgrund der Akten und nach freiem richterlichem Ermessen
auf insgesamt Fr. 7'500.-- (inkl. MWST) festzusetzen.
(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.)
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