Decision ID: 39886ca8-e4ec-5421-b666-58d3d7356a86
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, war als
Elektromonteur bei der Y._
AG tätig und über dieses Arbeitsverhältnis bei der Suva gegen die Folgen von Unfall obligatorisch versichert, als er am 1
6.
Dezember 2015 auf einer Ölspur ausrutschte und mit der rechten Sc
hulter auf den Boden aufschlug.
Er zog sich eine Schulterluxation zu
(
Urk.
8/1)
, welche spontan reponierte (
Urk.
8/219/1).
Mit Schadenmeldung vom 3
1.
August
2017
meldete der Versicherte der Suva einen Rückfall
(
Urk.
8/5)
, nachdem sich
in der kurz
zuvor durchgeführten Bild
gebung
der rechten Schulter vorab
ein
älterer Abriss der
Subsc
apularissehne
, eine
Läsion des
Pulley
-Bandapparates und
eine Luxation der langen
Bizepssehne
ge
zeigt hatten
(
Urk.
8/14)
.
B
ei diagnostizierter chronischer
Subs
c
apularisruptur
mit
anteriorer
Instabilität des rechten Schultergelenks
wurde
am 1. Februar 2018 eine Schulterarthroskopie mit Rekonstruktion der
ventralen Kapsel sowie der
Sub
sc
apularissehne
mit freiem K
apselmuskellappen durchgeführt
(
Urk.
8/22)
. Es folgte
bei vorderer Schulterinstabilität und kompletter
Su
b
scapularis
Insuffizienz
rechts
am 17. Juli 2018 eine
Schulterrevision mit offenem
Pec
toralistransfer
,
Plexusneurolyse
und
Bizepssehnentenodese
(Urk. 8/50)
.
1.2
Die Suva erbrachte
im Rahme
n
des Rückfalls
zunächst die gesetzlichen Leis
tun
gen (Taggelder und Heilkosten
;
Urk.
8/20
). Gestützt auf die krei
särztliche Unter
suchung vom 18.
Februar 2019
(
Urk.
8/107
; Ergänzung
Urk.
8/119
)
teilte sie dem Versicherten mit, die Heilkosten per 3
1.
März 2019 einzustellen
(
Urk.
8/1
12
)
.
Nach einer
weiteren
kreisärztlichen Beurteilung
(
Urk.
8/135)
erklärte
sie
, die Kosten der physikalischen Therapie oder Medizinischen Trainingstherapie (MTT) bis
längstens
3
1.
Juli 2019 zu übernehmen und erbrachte bis dahin auch Tag
geldleistungen
(Urk. 8/142, 8/148 und 8/169)
.
Mit Verfügung vom
6.
August 2019 sprach
sie
dem Versicherten
schliesslich
eine Invalidenrente bei einem
Invaliditätsgrad von 17
%
ab 1.
August 2019 zu, hin
gegen verneinte sie
einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung
(
Urk.
8/17
6
)
.
In teilweiser Gutheissung
seiner
Einsprache (
Urk.
8/181
; Ergänzungen
Urk.
8/
194
)
sprach die Suva
dem Versicherte
n, nachdem er a
m
6.
Februar 2020
erneut kreis
ärztlich untersucht
(
Urk.
8/204)
und ihm das rechtliche Gehör gewährt worden war (
Urk.
8/216) sowie zusätzlich eine
orthopä
disch-chirurgische Beurteilung des
internen Kompetenzzentrums Versicherungsmedizin
vorlag (
Urk.
8/219), mit
Ein
spracheentscheid
vom
5.
Januar 2021 eine Invalidenrente bei einem Invalidi
täts
grad von 21
%
ab
1.
August 2019 sowie eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse
von 10
%
zu (
Urk.
2).
2.
Gegen diese
n
Entscheid erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt
Glavas
, mit Eingabe vom
5.
Februar 2021 Beschwerde (
Urk.
1
; Beilage
Urk.
3
). Darin beantragte er, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien i
h
m weiterhin die vorübergehenden Leistungen (Taggelder, Heilkosten) auszurichten; eventualiter sei ihm eine Invalidenrente von mindestens 30
%
auszurichten;
subeventualiter
sei die Sache an die Suva zurückzuweisen, damit diese nach Einholung eines neutralen Gutachtens neu verfüge; unter Kosten- und Entschä
digungsfolgen zulasten der Suva (
Urk.
1 S. 2).
Die Suva schloss mit Beschwer
de
antwort vom 2
2.
März 2021 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). In der Folge ordnete das Gericht mit Verfügung vom 2
4.
März 2021 einen zweiten Schriften
wechsel an (
Urk.
9). In der innert erstreckter Frist (
Urk.
10 und 12) eingereichten Replik vom
5.
Juli 2021 hielt der Versicherte an seinen Anträgen fest (
Urk.
13). Die Suva verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (
Urk.
16). Darüber wurde der Versicherte mit Verfügung vom 1
4.
September 2021 in Kenntnis gesetzt (
Urk.
17).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am
1.
Januar 2017 sind die am 2
5.
September 2015 bzw. am
9.
November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfall
versicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten. Indes sieht
Abs.
1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 2
5.
September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem
1.
Januar 2017 ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt werden. Vorliegend finden deshalb die bis 3
1.
Dezember 2016 gültig gewesenen Normen Anwendung und werden in dieser Fassung zitiert.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie An
spruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch ent
steht
, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Bes
serung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Ein
glie
de
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Ren
tenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde
erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
2.
2.1
Die Suva erwog,
die Zumutbarkeitsbeurteilung
von
Dr.
Z._
stimme mit derje
nigen von
Dr.
A._
überein, auch wenn letzterer kein Gewichtslimit für das Tragen von Lasten am unflektierten, hängenden rechten Arm definiert habe
. Einzig die Belastung bis Schulterhöhe werde
von
Dr.
Z._
körpernah auf 5 kg und von
Dr.
A._
allgemein auf 2 kg begrenzt, ohne dass letzterer dies be
gründen würde (
Urk.
2 E. 3.b
;
Urk.
7
Ziff.
7.1).
Bei der stattgehabten
Subsc
apularissehnenruptur
sei die
Wiederherstellung eines unversehrten Zustandes
unmöglich (Defektheilung).
Dr.
B._
habe sich mit der Fortsetzung der Therapie bis zu einem Jahr postoperativ
nur zur Auf
recht
erhaltung der Erwerbsfähigkeit
bereit erklärt.
D
r
.
Z._
habe einen unveränderten Zustand festgestellt, womit der Fallabschluss per 3
1.
Juli 2019 rechtens erfolgt sei (
Urk.
2 E. 4.b). Ein
Latissimus
dorsi
-Transfer sei
gemäss
Dr.
A._
nur
eine Möglichkeit, die
Dr.
C._
zu
vor
und ebenso
Dr.
D._
verworfen
hätten
.
Dr.
C._
habe
den Beschwerdeführer damals
bloss
als nicht «austherapiert» bezeichnet
,
ohne e
ine n
amhafte Besserung
zu prognostizieren
.
D
ie Therapie
n
seien über längere Zeit erfolglos geblieben
bzw.
ohnehin nicht zur Erreichung einer namhaften Besserung geeignet
gewesen
, sofern der
Beschwerdeführer
diese
überhaupt wahrgenommen habe
.
Er
habe anlässlich der Besprechung mit der Suv
a und der Invalidenversicherung
selbst
angegeben, die Therapie
n
hätten keine Besserung gebracht
(
Urk.
2 E. 4.c
;
Urk.
7
Ziff.
6.2
).
Aufgrund des
durch
Dr.
Z._
modifizierten Zumutbarkeitsprofil
s
rechtfertige sich ein leidensbedingter Abzug von 10
%
. Ein solche
r
von 15
%
sei
einem funk
tionell Einarmigen
/
Einhänder
vorbehalten, währen
d
der Beschwerdeführer Ell
bo
gen, Handgelen
k und Finger frei bewegen könne und seine Armmuskulatur
ohne
Verschmächtigung
sei.
Die minim abweichende Gewichtsangabe von
Dr.
A._
sei eine Konkretisierung der leichten Tätigkeit ohne lohnrelevanten Nachteil.
D
en
weiteren
geltend
gemachten Faktoren komme bei Hilfsarbeiten keine Bedeutung zu. Stelle man dem
Invalidenei
n
kommen von
Fr.
61'538.90 das für das Jahr 2019 mutmassliche
Valideneinkommen
von
Fr.
77'830.-- gegenüber, resultiere ein Invaliditätsgrad von 21
%
(
Urk.
2 E.
5.a.bb
;
Urk.
7
Ziff.
7.2
).
2.2
Der Besc
hwerdeführer hielt indessen dafür, es
bestünden erhebliche Zweifel an den
kreisärztlichen Stellungnahme
n
, die aufgrund der Berichte der Behandler stets hätten nachgebessert werden müssen
. Es sei entscheidend, dass bis Schul
terhöhe bloss noch eine Belastung von 2 kg möglich sei
(
Urk.
1 S. 3
und 9
;
Urk.
13 S. 3
f.
)
.
Die behandelnden Fachärzte hätten stets erklärt, dass eine weitere ambulante Therapie indiziert sei und den Funktionsverlust der rechten Schulter zumindest verbessern könne.
Dr.
C._
habe
erklärt, Studien würden eine zu erreichende Verbesserung belegen. Die Physiotherapie habe dazu gedient, den Gesundheits
zustand mit Blick auf die Arbeitstätigkeit massiv zu verbessern. D
ie Beurteilung habe prospektiv zu erfolgen
, auch wenn die Verbesserung nicht eingetreten sei. D
ie Re-Operation
habe
bei der Leistungseinstellung weniger als ein Jahr zu
rückgelegen
. Er sei konsternie
rt gewesen, habe die Therapien aber
soweit möglich wahrgenommen (
Urk. 1.
S. 6 f.
;
Urk.
13 S. 2
)
.
Gemäss
Dr.
A._
sei nur noch eine körperlich leichte Tätigkeit
bzw. Belastu
n
g von 2 kg bis Schulterhöhe
möglich, wobei er rechtsdomina
n
t sei und somit nicht sehr weit von eine
m
faktischen
Einhänder
entfernt. Ein leidensbedingter Abzug von 15
%
sei nicht zu hoch
. Hinzu
kämen
sein Alter und dass er stets in derselben Branche sowie seit dem Jahr 2005 beim selben Arbeitgeber täti
g gewesen sei. Dies rechtfertig
e
es, den leidensbedingten Abzug auf 20
%
zu erhöhen. Es resultiere ein
Invalideneinkommen vo
n Fr.
54'701
.--
bzw. ein Invaliditätsgrad von 30
%
(vgl.
Urk.
1 S
.
7 f.
;
Urk.
13 S. 3 f.
).
3.
3.1
In medizinischer Hinsicht ist
vorab
umstritten, ob
und gegebenenfalls
wann der Endzustand erreicht wurde.
Die Recht
mässigkeit des Fallabschlusses beurteilt sich
vorliegend
– da die Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung am 2
9.
März 2019 abgeschlossen wurden (
Urk.
8/138) – danach, ob von einer Fort
setzung der spezifischen ärztlichen Behandlung der unfallbedingten Beschwerden über den 3
1.
Juli 2019 hinaus noch eine namhafte Besserung des Gesundheits
zustandes im Sinne von
Art.
19
Abs.
1 UVG zu erwarten war.
Ob noch mit einer namhaften gesundheitlichen Besserung zu rechnen ist, be
stimmt sich gemäss der Rechtsprechung insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese
unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die durch weitere (zweckmässige) Heilbehand
lu
ng im Sinne von
Art.
10
Abs.
1 UVG erhoffte Besserung muss ins Gewicht fallen (BGE 134 V 109 E. 4.3). Eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats
einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung verleiht keinen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der ver
sicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden. Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_44/2021 vom
5.
März 2021 E. 5.2 mit weiteren Hinweisen).
Dabei ist nach der Rechtsprechung die Überprüfung der prospektiven Festsetzung der Arbeitsfähigkeit ex
post
zulässig, wenn bis zu dem für die richterliche Über
prüfung massgebenden Zeitpunkt des angefochtenen
Einspracheentscheides
(BGE 129 V 167 E. 1) eine
sachverhaltliche
Grundlage für eine zuverlässige Beurteilung besteht (obgenanntes Bundesgerichtsurteil 8C_44/2021 E. 5.3 mit weiteren Hin
weisen). Es kann insbesondere
geltend gemacht werden, die Prognose habe sich aufgrund der tatsächlichen Entwicklung als falsch erwiesen
(vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_949/2009 vom 2
8.
April 2010 E. 9.2).
3.2
Ferner monierte der Bes
chwerdeführer da
s
medizinische
Zumutbarkeitsprofil. Bei der Beurteilung der
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
stützt sich die Verwaltung und im Be
schwerdefall das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_601/2019
vom
7.
Januar 2020
E. 3.1).
3.3
Dabei haben
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches ge
stat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Be
richten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdi
gen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge
und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen ver
fügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
Hervorzuheben ist, dass bei Entscheiden gestützt auf versicherungsinterne ärztli
che Beurteilungen, die im Wesentlichen oder ausschliesslich aus dem Verfahren vor dem Sozialversicherungsträger stammen, strenge Anforderungen an die Be
weis
würdigung zu stellen sind. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu
verlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, ist eine versiche
rungs
externe medizinische Begutachtung im Verfahren nach
Art.
44 ATSG oder ein Gerichtsgutachten anzuordnen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_861/2018 vom 1
4.
Juni 2019 E. 2.2 mit diversen Hinweisen
).
4.
4.1
Dr.
med. E._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, wies
im
Bericht vom 1
7.
Januar 2018 darauf hin, der Nachteil eines
Pectoralis
major
-
Transvers
bestehe darin, dass es sich um einen sehr grossen Eingriff handle, der nicht immer gut toleriert werde und es auch Patienten gebe, die danach keine wesentliche Verbesserung empfinden würden (
Urk.
8/13).
4.2
Der Operateur
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, trug am 2
8.
September 2017 in die Krankengeschichte ein, dass die Sehne eigentlich irreparabel geschädigt sei (
Urk.
8/30/1). Im Bericht vom 2
3.
Mai 2018 führte er aus, bei einem Sehnentransfer könne der Beschwerdeführer vorsichtig geschätzt eine Schulterfunktion zwischen 70 und 80
%
erwarten. Gegenwärtig sei er bei knapp 60
%
. Es frage sich, ob die Steigerung um 10
%
einen derart aufwändigen Eingriff rechtfertige (
Urk.
8/37/2). In der Sprechstunde vom
5.
Juni 2018 äusserte der Beschwerdeführer die Vorstellung, er würde gerne noch 50
%
(gemeint als Elektromonteur, vgl.
Urk.
8/194/7) arbeiten können, was
Dr.
F._
als realis
tisch erachtete. Er werde gegebenenfalls versuchen, den Eingriff über den Sommer zu machen, so dass der Beschwerdeführer im Herbst wieder in den Arbeitsalltag eingegliedert werden könne (
Urk.
8/44/3).
Nach der Operation konstatierte
Dr.
F._
am 1
2.
September 2018, in höheren Abduktionsstellungen sei es für den Beschwerdeführer noch neuromuskulär
schwierig, den Muskel direkt anzusteuern. In einzelnen Anspannungsstellen merke
er noch eine leichte Dysästhesie respektive den Rest einer
Neuropraxie
. Nor
malerweise löse sich dies über die ersten 3 bis 6 Monate. Der Beschwerdeführer habe schon viel herausgeholt. Es sei nur ein bisschen die Frage, wie sehr er mit dem veränderten Muskel n
eurologisch umgehen könne. Dies
werde die Physio
therapie zeigen (
Urk.
8/66/2). Am 14. November 2018 stellte er fest, der Be
schwerdeführer könne sowohl im Napoleon-Zeichen als auch im Bear Hug sehr schön und schmerzfrei Kraft aufbauen. Der Lift off sei adäquat, die Innenrotation jedoch aufgrund der relevanten Vernarbungen eingeschränkt. Deswegen komme er mit der Hand nicht wesentlich höher am Rücken. Im
Belly
-press merke man noch eine leichte Schwäche respektive die isolierte Funktion sei noch nicht adä
quat ho
ch genug aufgebaut (
Urk.
8/78).
Für das Jahr 2019 sind keine Kontrollen bei
Dr.
F._
dokumentiert (vgl.
Urk.
8/89 und 8/129). Er attestierte dem Beschwerdeführer zuletzt eine volle Arbeitsunfähigkeit bis 1
5.
Januar 2019 (
Urk.
8/84/2).
4.3
Am 1
8.
Februar 2019 folgte eine kreisärztliche Untersuchung beim Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
Dr.
med.
B._
. Zum klinischen Befund notierte er
insbesondere
,
das muskuläre Re
lief des
Musculus
trapezius
descendens
, des
Musculus
deltoideus
und des
Musculus
pec
toralis
seien rechts
seitig
normo
troph
im Seitenvergleich. Die Beweglichkeit im rechten Schul
ter
gelenk sei eingeschränkt in Abduktion, Flexion und Innenrotation. Die weitere Abduktion ab 20° sei nur möglich unter Zuhilfenahme des linken Armes. Es finde sich eine Kraftminderung rechtsseitig beim Null-Grad-Abduktionstest und dem Null-Grad-Innenrotationstest sowie eine Unfähigkeit, die rechte Hand über das Niveau vom Dornfortsatz L1 am Rücken zu führen. Es finde sich keine
Ver
schmächtigung
der Oberarm- und Unterarmmuskulatur im Seitenvergleich. Die Beweglichkeit beider Ellbogen- und Handgelenke sei altersgemäss seitengleich frei, die Fingerspreizung und der vollständige Faustschluss seien beidseits be
schwerdefrei möglich (
Urk.
8/107/5).
Er
kam zum Schluss, das Wiederherstellen des unversehrten Zustandes sei auf
grund der richtungsgebenden Verschlimmerung durch die Sehnenruptur nicht möglich
, durch den Unfall habe sich ein Zustand ergeben, welcher zu einer De
fekt
heilung führe
.
Diese
Defektheilung liege vor. Von weiteren Behandlungen könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes mehr erwartet werden, insbesondere keine Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit als Elektromonteur. Voll
zeitig zumutbar seien noch leichte bis mittelschwere Tätigkeiten bis Schulterhöhe. Unzumutbar seien Arbeiten auf Leitern und Gerüsten sowie Arbeiten mit rütteln
den, schlagenden und stossenden Geräten, die mit dem rechten Arm bedient
werden müssten (Urk. 8/107/7). Am 2
6.
Februar 2019 präzisierte er mit Bezug auf das Zumutbarkei
tsprofil der Rehaklinik G._
, als leicht bis mittelschwer seien Belastungen bis maximal 10 bis 15 kg definiert. Die zumutbare Belastung für den rechten Arm seien Gewichtsbelastungen mit Heben bis 15 kg bis Schulterhöhe (
Urk.
8/119).
4.
4
Für eine Zweitmeinung suchte der Beschwerdeführer am 1
1.
März 2019 Dr. med.
C._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie für Chirurgie, speziell Allgemeinchirurgie und Traumatologie, auf. Dieser erläuterte, die Lösung für eine chronische, nicht reparierbare
Subscapularis
-Rup
tur sei immer noch im
Pectoralis
major
-Transfer zu finden. Insbesondere wenn dieser, wie vorliegend,
subkorakoidal
durchgeführt werde, seien die Resultate in der Regel akzeptabel. Eine neuere Operationstechnik transferiere den
Musculus
latissimus
dorsi
. Das sei
arthroskopisch
möglich, aber Langzeitresultate lägen noch nicht vor. Das MRI vom 1
6.
November 2018 (Urk. 8/76) bescheinige einen intakten Transfer
sowie
eine
Partialläsion der
artikularseitigen
Supraspinatus
sehne
(PASTA-Läsion;
Urk.
8/130/3).
Acht Monate postoperativ sei der Beschwerdeführer sicherlich noch nicht aus
therapiert. Ein Muskeltransfer bedürfe einer langen physiotherapeutischen Be
glei
tung, da der Teilmuskel seiner neuen Funktion gerecht
werden müsse und dies müsse neu
erlernt werden. Die Nachbehandlung dauere bis zu zwei Jahre. In Be
zug auf die erlittenen Verletzungen habe der Beschwerdeführer aktuell eine recht gute Funktion seiner Schulter und die Schmerzen seien tolerierbar. Die Physio
therapie müsse indes weiter an der aktiven Innenrotation 1 und 2, der
Pro
priozeption
und der Kräftigung des Gelenkes arbeiten. Die PASTA-Läsion werde ausheilen. Der Beschwerdeführer selbst störe sich sehr am Popeye-Zeichen, das aber funktionell keine Bedeutung habe (
Urk.
8/130/3).
Aktuell habe der Beschwerdeführer eine kraftvolle Innenrotation, wenn sie über den verbliebenen apikalen Anteil des Muskels vermittelt werde. Dies sei lageab
hängig. Da der transferierte Muskelanteil seine Arbeit aktiv ausführen müsse, sei diese noch deutlich abgeschwächt. Glücklicherweise sei das Gelenk stabil, es komme auch bei Aussenrotations-Abduktionsbewegungen nicht zu einer Luxa
tion. Der Beschwerdeführer werde nie mehr in der Lage sein, als Elektromonteur zu arbeiten. Auch sog. leichte Arbeiten seien nur erschwert durchführbar,
denn
selbst für das Schreiben von Hand
benötige
man
die Innenrotation. Aktuell sei für
leichte
Arbeiten
noch
keine Arbeitsfähigkeit gegeben. Nach einer Sitzung sei nicht abschätzbar, ob diese zumindest teilweise wiedererlangt werden könne (
Urk.
8/130/3 f.).
4.
5
Dazu erklärte
Dr.
B._
am
2
2.
März 2019,
Dr.
C._
zeige
keine neuen medizinischen Aspekte auf. Die physiotherapeutische Behandlung sei geeignet, den Gesundheitszustand aufrechtzuerhalten, eine Verschlechterung zu verzögern und im Idealfall den Beschwerdeführer vor einer Verschlechterung zu bewahren (
Urk.
8/135/1). Zur Aufrechterhaltung der Erwerbsfähigkeit könnten Physiothera
pien und MTT für bis zu einem Jahr nach der
letzten
Operation
fortgesetzt
werden und danach
deren
Fortsetzung
reevaluiert
werden. Der physiologische Heilungs
prozess sei indessen abgeschlossen. Nach allfälligen weiteren 12 Monaten Phy
siotherapie ohne Aussicht auf eine erhebliche Steigerung der Belastbarkeit des Schultergelenks seien Therapien arbeitsfähigkeitserhaltende Massnahmen (
Urk.
8/135/2).
4.
6
Am
7.
Mai 2019 ergänzte
Dr.
C._
,
zehn
Monate
reichten nicht aus
, um
zum
Endzustand zu kommen. In allen Studien von Relevanz sei die Nachkontrollzeit bei mindestens zwei Jahren angesetzt, da bis dann eine Änderung des Ge
sund
heitszustandes eintreten könne. Gemäss der Online
-
Publikation von
Dr. H._
sei nach einem Jahr 70
%
der möglichen Verbesserung erreicht. Auch das Reha
bili
tationsprotokoll der Lake Cook
Orthopedics
halte eine erwartete Rekonvaleszenz von mindestens einem Jahr fest. Bei Operationen an der
Rotatorenmanschette
seien
aber
bekanntlich
Rehabilitationszeiten von zwei Jahren normal. Eine Ver
besserung der Schmerzsituation,
der
Kraft und
der
Beweglichkeit dürfe also weiterhin erwartet werden. Dies habe Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
(
Urk.
8/194/3).
Insbesondere ältere Patienten mit hochkom
plexen Schultereingriffen hätten bis zu zwei Jahre Rehabilitationszeit nötig. Der Kreisarzt verwechsle den zellbiologischen Heilprozess, der
während
mehr als 18 Monate
n
mikroskopisch
nachweisbar sei,
mit dem funktionellen Zustand, der erst nach der abgeschlossenen Gewebeheilung bestimmt werden könne und dann im Sinne eines Muskeltrainings aufgebaut werden müsse. Die Physiotherapie sei solange fortzusetzen, wie sie zu einer messbaren Verbesserung der Funktion führe (U
rk.
8/194/4). Um die Arbeitsfähigkeit in einem anderen Beruf und das Wohl
befinden
des Beschwerdeführers
auf ein möglichst hohes Niveau zu bringen, seien weitere Therapie nötig. Bewegungsausmass und Kraft könnten gemessen und
so
aufgezeigt werden, dass
er
von der Physiotherapie mit Heimübungen profitiere (
Urk.
8/194/5).
Die Behinderung betreffe die Innenrotation, also das Einwärtsdrehen
der rechten Hand bzw.
des
rechten
Armes. Diese Bewegung sei wichtig für jegliches Auf- und Abstützen, beim Hochziehen von Lasten oder auch der Hose und beim Schalten in die niedrigen Gänge beim Lenken eines Fahrzeuges. Für ein normales Fahrzeug
mit automatischer Sch
a
ltung sei die Fahrfähigkeit wahrscheinlich gegeben. Weit
er
betroffen
sei die Gelenkstabilität bei allen Arbeiten über der Horizontalen.
Darüber hinaus habe der Beschwerdeführer Schmerzen, wenn er das Gelenk überlaste. Angepasst sei eine Tätigkeit, die ohne das Anheben und Trage
n
von Lasten auskomme und keine schwere körperliche Arbeit mit sich bringe. Ferner sei zu bedenken, dass sich der Beschwerdeführer nicht abstützen könne, weshalb das Aufstehen
vom Fussboden erschwert sei. In
Frage kämen alle Büroarbeite
n
, Arbeite
n
im Verkauf ohne das Einräumen von Gestellen
sowie
Berater- oder Chauffeurtätigkeiten in Abhängigkeit der Fahrfähigkeit (
Urk.
8/194/3 f.)
.
Der Beschwerdeführer
habe eine relativ gute Prognose für alle Tätigkeiten innerhalb seines Gesichtsfeldes ohne starke Belastungen. Bezüglich der noch recht starken Schmerzen sei die Prognose schwierig.
Er gehe davon
aus
, diese könnten noch deutlich besse
rn. In der Arbeit von I._
sei die Mehrheit der Patienten
nach zwei Jahren
schmerzfrei
.
Ihm fehle
die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
samt
Zumutbarkeitsprofil der Suva
und ihm liege nur da
s MRI vom 1
6.
November 2018 vor
, doch er
glaube
,
den Fall ausreichend beurteilen zu können (
Urk.
8/194/5).
4.
7
Im
Bericht vom
9.
August 2019
hielt
Dr.
C._
fest, der Beschwerdeführer
sei
ein Jahr postoperativ noch immer in der Re
habilitation
.
Als Störfaktor sei ein
zweiter Unfall
(hielt sich
am
4.
April 2019
im schnell bremsenden Bus mit der rechten Hand fest)
hinzugekommen, wobei er
klinisch keine Verletzung feststellen könne. Insgesamt habe der Beschwerdeführer eine relativ gute Funktion, insbe
sondere sei der Bear Hug Test recht kräftig. Die apikale
Rotatorenmanschette
könne durch geeignetes Training sicher noch deutlich besser werden, die Innen
rotation werde aber immer der Schwachpunkt sein. Zwar sei hier noch eine leichte Verbesserung zu erwarten, bis zur Arbeitsfähigkeit a
l
s Elektromonteur werde
e
s aber mit Sicherheit
nicht
reichen. Er habe
dem Beschwerdeführer
nochmals erklärt, dass die Operation in ihrem Resultat so gut sei, wie sie sein könne. Er denke, die Physiotherapie könne noch einiges zur Verbesserung beitragen
,
und
e
mpfehle, dass diese wahrgenommen werde. Da der Beschwerdeführer Schwimmer
sei, wäre eine Wassertherapie sinnvoll (
Urk.
8/194).
4.
8
Zur letzten
Konsultation
vom
7.
Oktober 2019 berichtete
Dr.
C._
, der Be
schwerdeführer enerviere sich vor allem über die fehlende lange
Bizepssehne
, die beim Menschen
keine Funktion erfülle. Er spreche immer mehr von Katastrophen und Fehlern des Operateurs. Die Funktion der Schulter könne kaum evaluiert werden, weil
er
alle Bewegungen in der Hälfte willentlich abbreche und die zuvor sicht- und spürbar gute Innervation plötzlich stoppe.
Er
halte nichts von Phy
siotherapie und gehe nicht auf die ärztlichen Vorschläge ein. Er benötige drin
gend psychiatrische Unterstützung, eine antidepressive Medikation und eine enge Begleitung. Als Elektromonteur werde er zwar nicht mehr arbeitsfähig werden,
doch habe er genügend Ressourcen, um sein Gelenk weiterhin deutlich zu ver
bessern, wenn er diese wahrnehmen wollte. Seine Fixierung auf die
Bizepssehne
stehe ihm dabei aber deutlich im Weg (Urk. 8/191).
4.
9
Die Ärzte der Universitätsklinik
J._
konstatierten
am
1.
November 2019, das g
leichentags durchgeführte MRI (
Urk.
8/193) zeige einen Status nach
Pectoralis
major
-Transfer mit intakter Rekonstruktion. In Zusammenschau der Voropera
tionen und dem aktuellen klinischen
und
MRI-tomographischen Resultat bestehe wie erwartet eine eingeschränkte Funktion der Schulter rechts. Da es sich nicht um eine
rekonstruktive
Chirurgie handle, dürfe nicht davon ausgegangen werden, dass ein Zustand wie vor dem Unfall erreicht werde. Aus chirurgischer-ortho
pädischer Sicht bestehe keine Möglichkeit, das Resultat mit einer erneuten Operation zu verbessern. Man empfehle eine spezifische Schulterphysiotherapie zur Verbesserung des
Scapula-thoracalen
Rhythmus (
Urk.
8/190/2).
4.10
Am
6.
Februar 2020
untersuchte
Dr.
B._
den Beschwerdeführer erneut
. Letzterer gab
an, teils mit einem 4 kg-Gewicht und teils mit verschiedenen
Thera
bändern
Übungen zu machen
, wonach er eine Beschwerdezunahme verspüre. An
der Universitätsklinik J._
habe man eine spezielle Therapie empfohlen, seither habe er nichts mehr gehört. Seit Sommer 2019 nehme er zudem
Cipralex
, wie vom Psychiater vorgeschlagen, damit er mit seiner Situation besser zurecht
komme. Er habe
Novalgin
-Tropfen,
Dafalgan
500,
Novalgin
500,
Mephadolor
500,
Olfen 50
und Tramadol 50 mg als Bedarfs-
und Reservemedik
ation. Eine Dauer
medikation führe
er
nicht durch. Aktuell werde keine spezifische Physiotherapie durchgeführt
(
Urk.
8/204/8).
Dr.
B._
schlussfolgerte
, die aktuelle Untersuchung
habe
eine
n
identischen Befund gegenüber dem Vorjahr ergeben und der Beschwerdeführer
klage
über dieselben Beschwerden
. Zwischenzeitlich habe er
weitere physiotherapeutische Behandlungen verordnet bekommen; eine objektivierbare Verbesserung der Be
fund könne
hierdurch n
icht festgestellt werden. Auch durch weitere 353 Tage Anpassung und Gewöhnung habe keine Verbesserung der Armfunktion objek
tiviert werden könne. Auf der Symptomebene klage er über eine verminderte Kraft im rechten Arm, wobei auf der Befundebene keine Asymmetrie der Mus
kulatur, die für das Führen und
H
alten des rechten Armes aus dem Schultergelenk verantwortlich sei, festgestellt werden könne (
Urk.
8/204/10).
Die im Verlauf von verschiedenen Ärzten im März, August und November 2019 erhobenen Befunde würden eine kontinuierlich gleichbleibende geringe bis mittelgradige Einschrän
kung der Beweglichkeit des rechten Schultergelenks ergeben. Die geklagten Beschwerden würden den
läsional
üblichen Beschwerden durch die Gewebeschä
digung entsprechen.
Die im November 2019 durchgeführte Bildgebung zeige eine
regelrecht inserierte Sehnenrekonstruktion. Der Verdacht auf Ablösung des Ober
randes sei funktionell nicht massgeblich, da mehr als 90
%
der Sehnenrekon
struktion
reinseriert
sei
en
(
Urk.
8/204/11).
Die Kraftentfaltung von 30
Kilopod
Handkraft rechts entspreche einer Gewichts
belastung von 30 kg, womit der Beschwerdeführer in der Lage sei, Gewicht
e
von 30 kg zu halten und zu tragen. Tätigkeiten bis zur Schulterhöhe könnten bei an den Körper angelegtem Oberarm bis zu dieser Gewichtsbelastung ohne zusätz
liche Belastung für die operierten Strukturen ausgeführt werden.
D
er
Musculus
scapularis
und dessen dazugehörige Sehne seien für das Führen und Zentrieren des Oberarmkopfes in der Gelenkspfanne bei der Einwärtsdrehung des Armes ver
antwortlich. Diese fehlende Funktion sei durch den Ersatz dieses Muskels durch einen Teil des
Musculus
pectoralis
chirurgisch behandelt worden
.
Eine
R
estitutio
ad
integrum
sei
nicht möglich, was beim Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt worden sei. Für das kraftvolle Führe
n
des Oberarmes nach innen gegen Wider
stand, sei es gegen die Gravitation mit der alleinigen Belastung durch das Arm
gewicht oder durch Zusatzbelastung durch Gewichte, sei die übrige Schulter
gürtelmuskulatur zuständig
:
der
Mu
sc
ulus
deltoideus
, der
Musculus
pectoralis
major
et minor und der
Musculus
latiss
i
m
us
dorsi
. Diese seien
(m
it Ausnahme von
Teilen des
Musculus
pectoralis
major
)
nicht chirurgisch manipuliert, geschwächt oder verletzt worden. Dem Beschwerdeführer sei
somit
ohne Gefahr für die Ge
sund
heit zumutbar, eine bis mittelschwere Tätigkeit bis Schulterhöhe vollzeitig auszuführen (
Urk.
8/204/11)
bzw. b
ei Einhaltung des Zumutbarkeitsprofils könne
eine Befundverschlechterung für die verbleibende Erwerbsdauer
von sieben Jahren
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden (
Urk.
8/204/12).
4.11
Hierauf suchte der Beschwerdeführer einen weiteren Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates auf.
Dr.
med.
A._
be
richtete am 1
6.
September 2020 über einen schmerzhaften
Belly
Press-Test rechts
3/5, einen schmerzhaften Bear Hug-Test 0/5 und einen nicht möglich
en
Lift off-Test.
In der orthopädischen Untersuchung zeige sich ein Funktionsausfall der
Subscapularissehne
mit entsprechend positiven Test
s
, die deutlich schmerz
haft seien. Im MRI aus dem Jahr 2018 zeige sich eine vollständige Ruptur der
Subscapularissehne
mit Atrophie des Muskelbauches. Die
Subscapularissehne
sei als stärkster
Innenrotator
der wichtigste Teil der
Ro
t
atorenmanschette
. Da diese Sehne auch ein sehr wichtiger ventraler Stabilisator sei, komme es bei Elev
a
tion zu einem schmerzhaften
ventrokranialen
Impingement
des
Coracoids
und des ventralen
Akromions
. Da der Beschwerdeführer einen kompletten Ausfall der
Subscapularissehne
habe, sei die Gebrauchsminderung der rechten Schulter
ent
sprechend
. Der Beschwerdeführer sei im Alltag eingeschränkt. Er könne das Ell
bogengelenk in Flexion maximal 5 kg belasten. Bis Schulterhöhe seien maximal 2 kg Belastung möglich sowie seitlich maximal 2 bis 3 kg. Er empfehle ein kon
tinuierliches
Rotatorenmanschettentraining
sowie ein Tr
ai
ning des
Deltoideus
mindestens dreimal in der Woche für eine halbe Stunde. Die Möglichkeit eines
Latissimus
dorsi
-Transfers sei gegeben. Dadurch könne die Innenro
t
ation teil
weise wiederhergestellt werden. Es könne jedoch nicht garantiert werden, dass die volle Kraft wieder erreicht werde (
Urk.
8/2
17/2).
4.12
Zuletzt
holte die Suva eine orthopädisch-chirurgische Beurteilung ihres internen Kompetenzzentrums für Versicherungsmedizin ein.
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
stellte
am
1.
Dezember
2020 fest, der Beschwerdeführer habe durch den traumatischen Ver
lust der
Subscapularissehne
eine Einschränkung der Innenrotation des Schulter
gelenkes sowie eine vordere Schulterinstabilität gehabt. Die Instabilität sei durch einen
Musculus
pectoralis
-Teiltransfer versorgt worden. Auch habe damit die Innenrotation verbessert werden können. Verblieben sei insbesondere ein Kraft
defizit des rechten Schultergelenkes,
das
eine angepasste berufliche Tätigkeit erfordere (
Urk.
8/219/2).
Gestützt auf die
in der kreisärztlichen Untersuchung vom
6.
Februar 2020 erho
benen Befunde sei die Beweglichkeit des rechten Schultergelenks bei Flexion und Elevation gegenüber links um 28
%
vermindert.
Nach
gewiesen
sei
zudem
eine etwa hälftige Grobkrafteinbusse bei der Messung mit dem
Jamar
Dynamo
meter
. Auffällig sei, dass die Umfangmasse der oberen Extremitäten
seitengleich seien, was
dafür
spreche
, dass rechts kein namhafter Verlust von Muskelmasse mehr bestanden habe. Bereits in der vorangehenden kreisärztlichen Untersuchung seien die Umfangmasse seitengleich und die W
erte entsprechend gewesen. Aus
den beiden
Beurteilungen gehe
bei sich entsprechenden Werten auch
keine namhafte Verbesserung der Schulterfunktion hervor.
Die weitere Therapie über ca. ein Jahr habe keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes ergeben. Schluss
folgerung daraus sei, dass der Endzustand bereits am 3
1.
Juli 2019 vorgelegen habe (
Urk.
8/219/2 f.).
In Anbetracht der
durchgeführten Operationen
sei
die zumutbare Gewichts
be
las
tung beim
H
eben und Tragen gegenüber dem Zumutbarkeitsprofil von
Dr.
B._
zu reduzieren. Er gehe von einer Gewichtsbelastung am hängenden Arm bis 10 kg
aus, körpernah könnten bis zu 5 kg gehoben und getragen werden, körperfern sei eine maximale Gewichtsbelastung von 2,5 kg nur bis Schulterhöhe möglich
. Unter diesen Bedingungen sei ein ganztägiger E
insatz ohne
zusätzliche Pausen möglich
(
Urk.
8/219/
3).
5.
5.1
Zum Fallabschluss ist
somit
festzuhalten, dass
nach einhelliger Auffassung
der
Ärzte
jederzeit feststand, dass mit einem
Pectoralis
major
-Transfer
eine Wieder
herstellung
d
es Z
ustandes wie vor der
Ruptur der
Scapularissehne
nicht möglich sein würde
(vgl. E. 4.3
oder E. 4.9
)
.
Dr.
E._
äusserte
im Vorfeld der Operation
sogar
Bedenken, dass der Beschwerdeführer
danach
keine wesentliche Verbesse
rung empfinden würde (vgl. E. 4.1)
und
Dr.
F._
erachtete es als fraglich, ob sich der aufwändige Eingriff überhaupt rechtfertige,
da der Beschwerdeführer vorsichtig geschätzt
eine
Steigerung der Schulterfunktion von aktuell knapp 60
%
auf 70 bis 80
%
erwarten könne (vgl. E. 4.2
).
D
ie
hier
interessierende Frage,
ob mehr als ein Jahr postoperativ, d.h. über den 3
1.
Juli 2019
hinaus noch eine namhafte Besserung des Gesun
dheitszustandes zu erwarten war,
ist vor diesem Hintergrund
zu beantworten.
5.2
Dr.
A._
führte
im September 2020
sodann
in Kenntnis der Voroperationen
aus
, dass die Möglichkeit eines
Latissimus
dorsi
-Transfers gegeben
sei, wodurch die Innenrotation teilweise
wiederhergestellt werden könne. Allerdings räumte er ein,
dass
nicht
garantier
t sei
, dass die volle Kraft wieder erreicht werde
. Seine Einschätzung beruhte dabei auf den klinischen Befunden und der subjektiven Beschwerdeklage, zumal er keine postoperativ erstellten Bilddokumente erwähnte (vgl. E. 4.11).
Die
klinische
Untersuchbarkeit des Beschwerdeführers
war
zuletzt
allerdings
deutlich erschwert, wie im Bericht von
Dr.
C._
im Oktober 2019
ausführlich
beschrieben
und
durch die von
Dr.
A._
erhobenen Werte für den Bear Hug und Lift off-Test
bestätigt
. Diese Tests waren
in den früheren Unter
suchen
deutlich besser ausgefallen
(vgl. E. 4.2 und 4.7
)
.
Der
Latissimus
dors
i
-Transfer
stellt
g
emäss
Dr.
C._
eine grundsätzlich
alter
nativ
und nicht kumulativ
in Betracht zu ziehende
Operationstechnik
zum
Pecto
ralis
major
-Transfer dar,
zu der
aber
noch keine Langzeitresultate
vorliegen
(vgl. E.
4.4)
.
Gleichzeitig kann das Ergebnis der am 1
7.
Juli 2018 durchgeführten Operation als gut bezeichnet werden, zumal der
Pectoralis
major
-Transfer im Rahmen der bildgebenden Untersuchungen jeweils als intakt beschrieben wurde (vgl. E. 4.4 und E. 4.9) und
Dr.
C._
explizit einräumte, dass das Resultat der Operation so gut sei, wie es sein könne (vgl. E. 4.7).
Es ist nicht ersichtlich, inwiefern der
von
Dr.
A._
vorgeschlagene Eingriff bei dieser Ausgangslage
mit überwiegende
r
Wahrscheinlichkeit
eine relevante
gesundheitliche
Besserung erwarten
liesse
.
Die Ärzte des Universitätsspitals
J._
hatten denn auch schon im November 2019 erklärt, es gebe keine Möglichkeit, das Resultat mit einer erneuten Operation zu verbessern (vgl. E. 4.9). Eine dritte Operation wurde soweit aktenkundig bis heute
schliesslich
nie ernsthaft diskutiert oder gar durchgeführt.
5.3
Des Weiteren skizzierte
Dr.
F._
einen relativ kurzen Zeitraum für die Rekonvaleszenz, konkret eine Operation im Sommer mit Wiedereingliederung in den Arbeitsalltag
bereits
im Herbst. Die nervlich bedingten Funktionsstöru
ngen sollten sich innert wenigen
Monaten legen. Viel von dem, was
Dr.
F._
über
haupt
als möglich erachtete,
hatte der Beschwerdeführer
seiner
Ansicht
nach
bereits im Sep
tember 2018 herausgeholt gehabt
(vgl. E. 4.2). Ein Abschlussbericht fehlt, da es zum Zerwürfnis
mit dem Beschwerdeführer
kam (vgl. auch
Urk.
8/75).
Dr.
C._
wies
zunächst
darauf hin, dass der Teilmuskel seiner neuen Funktion gerecht werden müsse und die Nachbehandlung bis zu zwei Jahre dauere. Die Physiotherapie sollte dabei die aktive Innenrotation und
die
Propriozeption
ver
bessern sowie das Gelenk kräftigen. Allerdings bezeichnete er die Schulter
funk
tion rechts
bereits im März 2019
als recht gut
,
das Gelenk als stabil
und die Schmerzen als tolerierbar
(vgl. E. 4.4). Seinen
Ergänzungen
vom Mai 2019
und August 2019
ist nichts zu entnehmen, was mit Bezug auf den konkreten Fall des Beschwerdeführers
a
uf eine überwiegend wahrscheinlich noch eintretende Ver
bes
se
rung der Schmerzsituation, Kraft und Beweglichkeit
von bedeutendem Aus
mass
schliessen lassen würde.
Einen messbaren Erfolg der Physiotherapie mit Heimübungen, wie
er
ihn in Aussicht
stellte
, vermochte er
im
Behandlungs
zeitraum nicht aufzuzeigen.
Viel
mehr waren die
Befunde
schon
ab 1
9.
Februar 2019 im Wesentlichen unverändert (vgl. E. 4.10)
, mit einer gegenüber der
linken
Schulter letztlich weniger als einen Drittel eingeschränkten Flexion/Elevation sowie einer hälftigen Grobkrafteinbusse (vgl. E. 4.12)
. Die
allgemeinen Hinweis
e
auf die Nachkontrollzeit von Studien und die
Rehabilitationszeit von Operationen an der
Rotatorenmanschette
vermögen nicht darüber hinwegzutäuschen
, dass das Ergebnis
bei einem
Pecotralis
major
-Transfers von vornherein limitiert
und das Potential gemäss
Dr.
F._
grösstenteils schon im Herbst 2018 ausgeschöpft
war
. Dabei
räumte
Dr.
C._
selbst
ein
, dass nach der Publikation
von
Dr.
H._
nach einem Jahr 70
%
der möglichen Verbesserung erreicht sei und nach
dem Rehabilitationsprotokoll der Lake Cook
Orthopedics
die Rekonvalesze
nz mindes
tens ein Jahr betrage.
Soweit er über dieses Jahr hinaus
weitere Therapie
n
als notwendig beurteilte
, um
die Arbeitsfähigkeit in einem anderen Beruf und
gleicher
massen
das Wohlbefinden des Beschwerdeführers auf ein
«
möglichst hohes N
iveau
»
zu bringen,
o
hne
dabei
den konkret zu erwartenden Zugewinn
im Beruf, aber auch im Alltag
zu
quantifizieren
, kann ihm nicht gefolgt werden
(vgl. E. 4.6 und 4.7).
Der Umstand allein
, dass eine gewisse Besserung über den 3
1.
Juli 2019 hinaus möglich blieb, für die es
aber
beim Beschwerdeführer
mangels Trainingsfort
schritten
keine konkreten Anzeichen gab
,
und die das Belastungsprofil
k
aum massgeblich beeinflussen würde, stand dem Fallabschluss nicht entgegen.
Im Übrigen m
achte
Dr.
F._
den
weiteren Verlauf
bereits
im September 2018 davon abhängig, wie gut der Beschwerdeführer mit dem veränderten Muskel neu
rologisch würde umgehen könne
n
(vgl. E. 4.2).
Dr.
C._
hielt dazu
rund
ein Jahr später fest,
dass
der Beschwerdeführer nichts von Physiotherapie
halte
und nicht auf seine Vorschläge ein
gehe
. Er hätte genügend Ressourcen, um das Gelenk deutlich zu verbessern, wenn er diese wahrnehmen wollte
. Seine Fixierung auf die
Bizepssehne
stehe ihm
a
ber deutlich im Weg
(vgl. E. 4.7).
Unter diesem Aspekt war eine namhafte Besserung v
on Beweglichkeit und Belastbarkeit der Schulter
damals
prospektiv ebenfalls wenig wahrscheinlich.
5.4
Zusammenfassend
ist
deshalb anzunehmen, dass
nach
bildgebend
erfolgreichem
Pectoralis
major
-Transfer
und einem Jahr Therapie
der Zustand in Bezug auf Stabilität, Innenrotation und Kraft der rechten Schulter gegeben war, wie er unter den konkreten Voraussetzungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erreicht werden konnte.
Es kann
somit
dem Kreisarzt
Dr.
B._
beigepflichtet werden,
der die Fortsetzung der Physiotherapie – wie alle Ärzte – befürwortete, allerdings
nur
zwecks Aufrechterhaltung der Erwerbsfähigkeit bzw. um gegebenenfalls eine gesundheitliche Verschlechterung zu verhindern (vgl. E. 4.5).
So sprach sich letztlich auch
Dr.
A._
für ein «kontinuierliches»
Training
aus, wobei er
im Zusammenhang mit den nicht-invasiven Massnahmen k
eine massgebliche ge
sundheitliche Besserung oder gar Steigerung der Arbeitsfähigkeit in Aussicht stellte
(vgl. E. 4.11)
.
Gleiches gilt übrigens
für die
Ärzte der Universitätsklinik
J._
,
di
e
schon
knapp ein Jahr zuvor eine spezifische Schultertherapie zur Verbesserung des
Scapula
-thora
k
alen Rhythmus empfohlen hatten
(vgl. E. 4.9)
.
Damit erweist sich der Fallabschluss
per 3
1.
Juli 2019 aus prospektiver Sicht als
rechtens
.
R
etrospektiv betrachtet lässt sich dieser
mit
Dr.
Z._
(vgl. E. 4.12)
ebenfalls nicht
beanstanden, zumal der Beschwerdeführer
zwar weiterhin auf eine gesundheitliche Besserung hofft, aber selbst nicht geltend machte, eine solche
sei
inzwischen eingetreten
(vgl.
Urk.
1 S. 6 f.
;
Urk.
13 S. 2
)
.
6.
6.1
Nach Auffassung von
Dr.
Z._
sind dem Beschwerdeführer
im Wesentlichen
noch körperlich sehr leichte Tätigkeiten bis Schulterhöhe vollzeitig zumutbar. Unzumutbar sind Arbeiten auf Leitern und Gerüsten sowie Arbeiten mit rütteln
den, schlagenden und stossenden Geräten, die mit dem
r
echten Ar
m
bedient werden müssen. Am hängenden Arm
sei
sogar
eine Gewichtsbelastung bis 10 kg möglich, körpernah könnten bis zu 5 kg gehoben und getragen werden, körper
fern sei eine maximale Gewichtsbelastung von 2,5 kg und nur bis Schulterhöhe möglich (vgl. E. 4.12 in Verbindung mit E. 4.3).
Dr.
A._
schätzte, der Be
schwerdeführer könne das Ellbogengelenk in Flexion
mit
maximal 5 kg belasten, bis Schulterhöhe
seien maximal 2 kg möglich sowie seitlich maximal
2
bis 3 kg (vgl. E. 4.11).
Ein erhöhter Pausenbedarf oder ein Teilzeitpensum
wurde
weder von
Dr.
Z._
noch
Dr.
B._
noch
Dr.
A._
erwähnt.
6.2
Die Suva stellte
also
zugunsten des Beschwerdeführers auf die vorsichtige Schätzung von
Dr.
Z._
a
b
, der allein aufgrund der durchgeführten Operationen eine gegenüber der Beurteilung von
Dr.
B._
reduzierte Gewic
htsbelastung postulierte und damit
Dr.
A._
folgte.
Dr.
B._
hatte demgegenüber auf die
von ihm erhobenen
Befunde, insbesondere die Handkraft von 30
Kilopod
hin
gewiesen
und in Anbetracht der verbleibenden
, relativ
kurzen Erwerbsdauer eine
auch
leichte bis mittelschwere Tätigkeit als zumutbar
bezeichnet
(vgl. E. 4.10)
.
Das Vorgehen
der Suva lag
letztlich
in ihrem Ermessen.
So
besteht
zwischen ärzt
licher Diagnose und attestierter Arbeitsunfähigkeit auch bei somatisch domi
nierten Leiden keine Korrelation,
womit
die medizinische Folgenabschätzung unausweichlich Ermessenszüge tr
ägt (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1). Gleichzeitig können die
erwerblichen Auswirkungen
der verschiedenen Belastungsprofile vor
liegend
nicht als signifikant bezeichnet werden
.
6.3
Wenn die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität - wie hier - nicht auf einen angestammten Beruf zurückgreifen kann, rechtfertigt sich die Anwendung von Kompetenzniveau 2
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
nach der bundesgerichtlichen Praxis nur dann, wenn sie über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt (Urteil des Bundesgerichts 8C_732/2018, 8C_742/2018 vom 2
6.
März 2019 E. 8.2.1 mit weiteren Hinweisen). Solche bejahte das Bundes
gericht etwa im Fall eines gelernten Zimmermanns, der mit seinem Betrieb ein deutlich höheres Einkommen erzielt hatte, als er als Angestellter hätte verdienen können. Dabei hatte er auch administrative Arbeiten erledigt und gegenüber vier Angestellten und zwei Lehrlingen Führungs- bzw. Ausbildungsaufgaben wahrge
nommen. Zudem konnte er weiterhin eine handwerkliche Arbeit ausüben (vgl. soeben erwähntes Bundesgerichtsurteil 8C_732/2018, 8C_742/2018 E. 8.2.2).
Gleiches gilt für einen ausgebildeten Dekorationsangestellten, der seine in einer Verkaufstätigkeit erworbenen praktischen Fähigkeiten, die ihm aufgrund der Stehbelastung nicht mehr zumutbar war, in einer wechselbelastenden Bürotätig
keit etwa im Bereich des Telemarketings verwerten konnte (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_534/2019
vom 1
8.
Dezember 2019 E. 5.3).
Lediglich das Kompetenzniveau 1 als anwendbar erachtete das Bundesgericht bei einem Versicherten, der keine Berufsausbildung besass, in der Schweiz aus
schliesslich grobmanuelle Tätigkeiten ausgeübt hatte und aufgrund des Belas
tungsprofils (insbesondere Gewichtslimit von 1 kg, keine vibrierenden Masch
inen) keine eigentliche Handwerkstätigkeit mehr ausüben konnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_832/2019, 8C_3/2020 vom
5.
Mai 2020 E. 7.3). Gleiches gilt für einen gelernten, während 30 Jahre selbständig erwerbend gewesenen Platten
leger, der selbst keine administrativen Arbeiten verrichtet hatte und bei dem handwerkliche Arbeiten aufgrund des Belastungsprofils (insbesondere nur gele
gent
liches und beidhändiges Anheben von Gegenständen bis 10 kg, repetitives Anheben von Gegenständen bis 5 kg unter Gebrauch beider Hände, keine spe
ziellen Arbeiten mit manueller Beanspruchung der dominanten rechten Hand wie Rotation, Hantieren mit Werkzeug über 2 kg, Hämmern, Schlagen, Vibrieren) nicht mehr in Betracht fielen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_227/2018 vom 1
4.
Juni 2018 E. 4.2.1 und 4.2.2).
6.4
Der
Beschwerdeführer
verfügt über eine abgeschlossene Lehre als Elektromonteur, die er jedoch in Bosnien absolvierte. In der Schweiz arbeitete er zunächst als Handlanger auf dem Bau und in den letzten 20 Jahren als Elektromonteur bei derselben Firma.
Er
verfügt somit weder über administrative Kenntnisse noch Führungserfahrung und seine
Spezialkenntnisse
werden ihm aufgrund der zur Diskussion stehenden Zumutbarkeitsprofile (keine Arbeiten über Schulterhöhe,
sehr eingeschränkte Benutzung von Geräten etc
.) kaum von Nutzen sein
. Es ist deshalb unstrittig auf das Kompetenzniveau 1 abzustellen, wobei er nur
noch
bedingt
wird
handwerklich arbeiten können
.
Beim Abstellen auf den Zentralwert der LSE 2018 für einfache Tätigkeiten körper
licher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) für Männer (Total; Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater Sektor Schweiz 2018) von
Fr.
5’417.--, resultiert unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen betriebsüblichen Wochen
arbeits
zeit im Jahre 2019 von insgesamt 41.7 Stunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen; www.bfs.admin.ch) und einer durchschnittlichen Nominallohnentwicklung im Jahre 2019 von 0.9
%
(Nominallohnindex, 2016-2020; www.bfs.admin.ch) sowie eines zumutbaren Beschäftigungsgrades von
100
%
ein hypothetisches Invalideneinkommen von
Fr.
68’377.-- (
Fr.
5’417.-- x 1.009 x 12 Monate ÷ 40 Stunden x 41.7 Stunden).
6.
5
Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invaliden
einkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeiten in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_560/2018, 8C_618/2018 vom 1
7.
Mai 2019 E. 5.3.1 mit Hinweis auf BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
).
Es entspricht alsdann der bundesge
richtlichen Rechtsprechung, dass faktische
Einhändigkeit
oder Beschränkung der dominanten Hand als
Zudienhand
einen Abzug von 20-25
%
zu rechtfertigen vermag. Jedoch hat das Bundesgericht mit Urteil 8C_495/2019 vom 11. Dezember 2019 einen Abzug bei einer versicherten Person mit Einschränkungen der domi
nanten Hand auch verneint (E. 3.2 und E. 4.2.2). Gleich entschied es mit Urteil
8C_174/2019 vom
9.
Juli 2019 bezüglich einer versicherten Person mit Ein
schrä
n
kungen des
adominanten
Arms (E. 5.1.2 und E. 5.2.2; Urteil des Bun
desgerichts 8C_151/2020 vom 1
5.
Juli 2020 E. 6.1 mit Hinweisen).
Das
trotz der gesund
heitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist
letztlich
stets
bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, der durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeits
kräften gekennzeichnet ist und einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten aufweist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_495/2019 vom 1
1.
Dezember 2019 E. 2.2).
Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten aus
zugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Um
stände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
als ausserordentlich zu bezeichnen sind (vgl. Urteil 8C_725/2020 vom 2
2.
Dezem
ber 2020 E. 4.4.1 mit Hinweis).
6.6
Vorliegend ist
die dominante
obere Extremität
des Beschwerdeführers
betroffen,
ihm
sind aber zumindest sehr leichte Tätigkeiten
sitzend, stehend oder wechsel
belastend
mit wenigen Einschränkungen
betreffend
Arbeiten über
Schulterhöhe
, mit
rüttelnden, schlagenden oder stossenden Geräten sowie mit
Festhalten auf Leitern und Gerüsten weiterhin
vollzeitig
möglich.
Insbesondere bestehen neben der limitierten Belastbarkeit
und verringerten Innenrotation
keine Einschrän
kungen der Motorik der
rechten
Hand.
Damit steht ihm
noch immer
ein
relativ
breites Spektrum an Verweistätigkeiten im Kompetenzniveau 1 offen
.
Dr.
C._
nannte etwa Büroarbeiten, Arbeiten im Verkauf ohne das Einräumen von Ge
stellen sowie Berater- und Chauffeurtätigkeiten, wobei er die Fahrfähigkeit zu
min
dest für ein normales Fahrzeug mit automatischer Gangschaltung als
wahr
scheinlich
gegeben erachtete (vgl. E. 4.6).
Zu denken ist ferner an die
in solchen Fällen üblicherweise genannten
Überwachungs
-, Prüf- und Kontroll
arbeiten,
leichte
n
Montagearbeiten
auf Tischhöhe
in körpernaher Position oder eine Tätigkeit als Parkplatzwächter.
Der von der Suva gewährte Abzug von 10
%
e
rweist sich
somit
als
eher wohlwollend
ungeachtet dessen, ob auf das
mit Vor
sicht definierte
Zumutbarkeitsprofil von
Dr.
Z._
oder
Dr.
A._
abgestellt wird
(vgl. auch
oberwähntes
Bundesgerichtsurteil
8C_495/2019
E. 4), sofern letzteres überhaupt auf einer zureichenden Beurteilungsgrundlage beruht (vgl. E. 5.2)
.
Mit
Blick auf
das von
Dr.
B._
formulierte
Zumutbarkeitsprofil
ist anzufügen
, dass
das Spektrum der
möglichen Verweistätigkeiten
bei einem höheren Ge
wichts
limit
sicherlich erweiter
t
wäre
, was mit Blick auf die dennoch v
erblei
benden
E
inschränkungen mit der Suva einen um 5
% tieferen Abzug rechtfertigen würde.
Die vom Beschwerdeführer angeführten Umstände (vgl. E. 2.2) finden im Kompe
tenzniveau 1 keine Berücksichtigung. Dies gilt vorab für das Alter, zumal Hilfs
arbeiten auf dem ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt werden (BGE 146 V 16 E. 7.2.1 mit Hinweisen
; ferner auch
Art.
28
Abs.
4 UVV
).
Mit Blick auf das einschlägige
Kompetenzniveau 1
ebenso
von untergeordneter Bedeutung
ist
, dass
der
Beschwerdeführer
im Rahmen einer zumutbaren Verweis
tätigkeit k
eine Dienstjahre aufweisen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_422/
2017
vom 1
8.
Mai 2018
E. 4.5.2
zum früheren Anforderungsniveau 4
).
Wenn von einer Tätigkeit im Kompetenzniveau 1 ausgegangen wird, rechtfertigen
zudem
die feh
lende berufliche Ausbildung
oder auch ungenügende
Sprachkennt
nisse keinen Tabellenlohnabzug (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_151/2020 vom 1
5.
Juli 2020 E. 6.3.4 mit Hinweis).
Da sich der Beschwerdeführer bis
anhin
nicht
veranlasst sah, eine neue berufliche Tätigkeit aufzunehmen
und die Invalidität lediglich durch somatische Leiden begründet ist, bestehen
darüber hinaus
keine konkreten Hinweise auf eine
massgeblich
eingeschränkte Flexibilität
bei der Ausübung einer Hilfstätigkeit
.
6.7
Die Suva stellte
dem
belegten
Valideneinkommen
von Fr.
77‘830
.--
(= 13 x F
r.
5‘910.-- zzgl. Bonus von Fr. 1‘000.--;
Urk.
8/146/5 und 8/167)
für das Jahr 2019
gestützt auf
Dr.
Z._
s
Zumutbarkeitsprofil ein Invalideneinkommen von F
r.
61‘538.90 (= 0.9 x
Fr.
68'376.55) gegenüber, woraus ein Invaliditätsgrad von 21
%
resultierte.
Ein leidensbedingter Abzug von mehr als 10
%
würde sich auch unter Berücksichtigung der von
Dr.
A._
definierten
Gewichtslimiten
nicht rechtfertigen.
Würde auf das Zumutbarkeitsprofil von
Dr.
B._
abgestellt, ergäbe sich ein Invalideneinkommen von
Fr.
64'957.70 (= 0.95 x
Fr.
68'376.55) und damit ein Invaliditätsgrad von gerundet 17
%
.
Die geringfügigen erwerb
lichen Auswirkungen erscheinen
in Anbetracht des Ermessensspielraums einer
seits bei der medizinischen Folgenabschätzung und andererseits bei der Fest
setzung des leidensbedingten Abzugs
als vernachlässigbar, weshalb auf weitere medizinische
Abklärungen im Hinblick auf eine leichte bis mittelschwere kör
perliche Tätigkeit zu verzichten ist
. Damit hat es
bei der im angefochtenen
Ein
spracheentscheid
wohlwollend
festgelegten Rente
von 21
%
sein Bewenden.
7.
Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Suva den Fall per 3
1.
Juli 2019 abschloss und dem Beschwerdeführer gestützt auf das Zumutbarkeitsprofil von
Dr.
Z._
ein
e
Rente bei einem Invaliditätsgrad von 21
%
ab
1.
August 2019
zusprach
.
Die Einstellung der vorübergehenden Leistungen und der Fallabschluss mit Prüfung der Rentenfrage hängen
gemäss
Bundesgericht übrigens
derart eng zusammen, dass von einem einheitlichen Streitgegenstand auszugehen ist
(vgl. BGE
144 V 354
), was
entsprechend
auch für die Integritätsentschädigung gelten muss.
Da der Fallabsc
hluss zu bestätig
en ist, die Integritätsentschädigung von den Parteien nicht thematisiert
wurde
und keine abweichenden ärztlichen Beur
teilungen vorliegen, erübrigen sich indessen weitere Ausführungen zur Integri
täts
ent
schädigung.
Die Beschwerde ist folglich
abzuweisen.