Decision ID: 04f2f92a-0cab-4c10-a680-da1a86733296
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972
,
war seit dem 1. August 2004 bei
Malergeschäft
Y._
als Malerin beziehungsweise Anstreicherin tätig
(Urk.
8
/6 Ziff. 1), als sie sich am 27. September 2006
unter Hinweis auf eine Sehnenscheidenentzündung im Bereich beider Arme, einen Tennisarm und Schul
ter
probleme bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk.
8
/2)
. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk.
8
/15, Urk.
8
/17) verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit der in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 16. Februar 2007 (Urk.
8
/19) einen
Leistungs
anspruch der Versicherten.
1.2
Am 21. Mai 2008 meldete sich die Versicherte
unter anderem
unter Hinweis auf ein «Burnout» erneut bei der Invalidenversicheru
ng zum Leistungsbezug an (Urk. 8
/23 Ziff. 6.5). Die IV-Stelle liess die Versicherte im Rahmen einer Evalua
tion der funktionellen
Leistungsfähigkeit (EFL) begutachten (Gutachten vom 8. Dezember
2008; Urk.
8
/38
) und
stellte
ihr mit Vorbescheid vom 10. November 2009 (Urk.
8
/62) die Ver
neinung ihrer Ansprüche auf berufliche Massnahmen und auf eine Invalidenrente in Aussicht. Dazu nahm die Versicherte am 29. Januar 2010 Stellung (Urk.
8
/70), worauf die IV-Stelle die Versicherte polydisziplinär begutachten liess (Gutachten vom 15. Februar 2011; Urk.
8
/85/2-46) und mit Verfügung vom 4. Juli 2011 (Urk.
8
/110) einen Rentenanspruch der Versicherten erneut verneinte.
1.3
Die Versicherte war seit dem 27. Oktober 2014 bei der
Z._ AG
als Floristin tätig (Urk.
8
/122 Ziff. 1), als sie sich am 11. Januar 2016 mit dem Hinweis auf ein «Burnout» und auf eine Erschöp
fungs
depression erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk.
8
/115 Ziff. 6.1). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk.
8
/161, Urk.
8
/165) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 3. April 2018 (Urk.
8
/168) erneut einen
Leistungs
anspruch der Versicherten. In Gutheissung der von der Versicherten am 1
3.
April 2018 dagegen erhobenen Beschwerde (
Urk.
8/169/3-
6) hob das hiesige Gericht
die angefochtene Verfügung vom
3.
April 2018
mit Ent
scheid vom 2
3.
Januar 2019 (Prozess Nr. IV.2018.000354;
Urk.
8/171) auf und wies die Sache an die IV-Stelle zu ergänzender Sachverhaltsabklärung und anschliessend erneuter Verfügung über den Rentenanspruch der Versicherten zurück.
1.4
In Nachachtung des Entscheids des hiesigen Gerichts vom
2
3.
Januar 2019 (Prozess Nr. IV.2018.000354;
Urk.
8/171)
liess die IV-Stelle die Versicherte poly
disziplinär
(internistisch, neurologisch, rheumatologisch und psychiatrisch)
begutachten (Gutach
t
en
vom 2
0.
Dezember 2019;
Urk.
8/207-210;
Urk.
8/203-205)
und veranlasste eine Abklärung im Haushalt der Versicherten (Abklärungs
bericht vom
1
7.
März 2020
;
Urk.
8/215
). Nach durchgeführtem Vorbescheid
verfahren (
Urk.
8/223,
Urk.
8/224,
Urk.
8/229,
Urk.
8/238,
Urk.
8/241 und
Urk.
8/245)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
3.
November 2020
(
Urk.
8/249
=
Urk.
2)
erneut
einen Rentenanspruch der Versicherten
.
2.
Gegen die Verfügung vom 3.
November 2020
(
Urk.
2
) erhob
die
Ver
si
cherte
mit Ein
gabe vom
3.
Dezember 2020
(Urk. 1) Beschwerde
und beantragte
, diese
sei auf
zuhe
ben und es
sei die Sache
zu ergänzender Sachverhaltsabklärung (insbesondere einer Begutachtung) an die IV-Stelle zurückzuweisen; eventuell
sei ihr
für die Zeit vom
1.
September 2016 bis mindestens Jan
u
ar 2018 eine volle Rente zuzu
sprechen
(S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
1.
Februar 2021 (
Urk.
7)
beantragte die
IV-Stelle
die Abwei
sung
der Beschwerde
, wovon der Beschwerdeführerin am
5.
Februar 2021
Kenntnis gegeben
wurde (Urk.
9
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver
lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert syst
ematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
gründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
D
ie Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 ist
einerseits
bei einer offensichtlich psychosozialen Genese der nicht überwiegend wahr
scheinlich verselbständigten psychischen Beschwerden entbehrlich (Urteile des Bundesgerichts 9C_171/2020 vom 12. Mai 2020 E. 5.2, 9C_32/2018 vom 26. März 2018 E. 2.3 und 9C_755/2018 vom 9. Mai 2019 E. 4.2.6).
Andererseits ist von der
Prüfung der Standardindikatoren rechtsprechungsgemäss dann
abzu
sehen
, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte eine Arbeits
unfähigkeit in nachvollziehbarer Weise verneint wird, und allfällig gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 145 V 215 E. 7
und
143 V 409 E. 4.5.3).
Sodann ist
in aller Regel ein strukturiertes Beweisverfahren
i
nsbeson
dere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage von einer bloss leichtgradigen depressiven Störung auszugehen ist, die nicht schon als chronifiz
i
ert gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht,
nicht
erforderlich (Urteil
e des Bundesgerichts 8C_62/2020 E. 4.3 und
9C_580/2017 vom 1
6.
Januar 2018 E. 3.1
;
BGE 143 V 409 E. 4.5.3).
1.6
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (IVV) per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstäti
gen Versicherten nach der ge
mischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Auf
gabenbereich weiterhin summiert (Art. 27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig
keit richtet sich nach Art. 16
ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teiler
werbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. a IVV) und die pro
zentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid ge
worden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die ver
sicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3 lit. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (Art. 27
bis
Abs. 4 IVV).
1.
7
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.8
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.9
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht u
m eine formelle Verfügung (Art.
49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle des
wegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art.
74
ter
lit. f IVV auf dem W
eg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauf
folgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bun
desgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E.
3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 201
3 E.
3.1.2).
1.10
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
3.
November 2020
(Urk. 2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsscha
den im Umfang eines Arbeitspensums von
6
0 % eine Erwerbstätigkeit
als Floristin
ausüben würde und im restlich
en Umfang von 4
0 % im anerkannten Aufgaben
bereich des Haus
halts tätig wäre
, und dass ihr
aus gesundheitlichen Gründen die Ausübung einer angepassten Erwerbstätigkeit im Umfang eines Arbeits
pensums von 8
0 % zuzumuten sei (S.
2).
Da im
erwerblichen Bereich eine Einschränkung von 22
%
und im
Aufgabenbereich des Haushalts eine
solche von 6
%
bestehe,
resultiere ein Gesamtinvaliditätsgrad von
16
%, weshalb ein
Rentenanspruch nicht ausgewiesen sei
(
S. 2
).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte hiegegen vor, dass
auf das
polydiszipli
när
e
Gutachten vom 2
0.
Dezember 2019
nicht abgestellt werden könne (
Urk.
1 S.
4 ff.). Sodann vermöge das Gutachten auch hinsichtlich der Beurteilung der Einschränkungen in den im Haushalt anfallenden Tätigkeiten nicht zu überzeu
gen, weshalb die Sache
zur weiteren medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei. Eventuell sei ihr mindestens für die Zeit
vom
1.
September 2016 bis Januar 2018 eine
Rente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 7). Denn
gemäss der Beurteilung durch die behandelnden Ärzte
habe
währen
d
dieses Zeitraumes
eine
Arbeitsunfähigkeit
im Umfang
von 80
%
bis 100
%
bestanden
(
Urk.
1 S. 8).
3.
3.1
Nach Erlass der rentenverneinenden Verfügung vom
4. Juli 2011 (Urk.
8/
110) meldete sich die Beschwerdeführerin am 11. Januar 2016 (Urk.
8
/115) erneut zum Leistungsbezug an. Die Beschwerdegegnerin prüfte den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin in materieller Hinsicht neu und verneinte mit Verfügung vom 3. April 2018 (Urk.
8/168
) erneut einen
Leistungs
anspruch der Beschwerde
führerin.
Nachdem das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
3.
Januar 2019 (Prozess Nr. IV.2018.000354;
Urk.
8/171) die Verfügung vom
3.
April 2018 aufgehoben und die
Sache
zu ergänzender Sachverhaltsabklärung und erneuter Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen hatte, prüft
e die Beschwerdegegnerin
den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin in materieller Hinsicht neu und verneinte mit Verfügung
vom
3.
November 2020
(
Urk.
2)
erneut
einen Rentenan
spruch
.
3.2
Streitig und zu prüfen ist daher
, ob sich der anspruchsrelevante Sachverhalt im Vergleichszeitraum
seit
Erlass der
Verfügung vom
4. Juli 2011
bis zum Erlass de
r angefochtenen Verfügung vom 3.
November 2020
in einer für
den Renten
an
spruch massgeblichen
Weise
erheblich
verändert hat.
4.
4.1
Bei Erlass der
rentenverneinenden Verfügung vom 4. Juli 2011 (Urk.
8
/110)
stellte sich der massgebende medizinische Sachverhalt folgendermassen dar:
4.2
Die Ärzte des
Spitals A._
,
Klinik für Rheumatologie und Reha
bili
tation, stellten in ihrem Bericht vom 16. Oktober 2008 (Urk.
8
/72/8-1
0
) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Polyarthralgien unklarer Ätiologie, am
e
hesten
im Rahmen eines
Hyperlaxi
zi
tä
t
ssyndrom
s
-
Hyperlaxi
zi
tä
t
ssyndrom
-
zerviko
- und
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom
-
Epicondylitis
humeroradialis
recht
s
-
l
atenter Eisenmangel
-
Status nach
Magenulcera
im Jahre
1991
-
Schwangerschaftsgest
ose
-
Radiusfra
ktur im Jahre 1996
-
Tonsillektomi
e in der Kindheit
-
Status nach
Sichelfuss links mit Korrektur
Die Ärzte führten aus, dass der Dauerschmerz am rechten Unterarm nicht spezi
fi
ziert werden könne. Auf Grund des
Hyperlaxizitätssyndromes
sei eine
medizi
nische Trainingstherapie zum Muskelaufbau
indiziert
. Aus rheumatologischer
Sicht
bestehe
eine Arbeitsfähigkeit
im Umfang von 100 %
für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten
(S. 3)
.
4.3
Die Ärzte der Rehaklinik
B._
erwähnten in ihrem Bericht betreffend Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) vom 8. Dezember 2008 (Urk.
8
/38/1-16), dass die am 4. und 5. November 2008 durchgeführte EFL arbeits
relevante Probleme im Sinne von starken Schmerzen im Bereich des gesamten Rückens, der Fingergelenke, beider Handgelenke, der Ellenbogen, von
Knie
schmer
zen
beidseits, links mehr als recht
s
,
sowie
von migräneartigen
Kopf
schmerzen
ergeben hätten. Zusätzlich zu den
muskuloskelettal
bedingten Ein
schrän
kungen bestehe eine mindestens leichte
bis mittelschwere Leistungsver
minderung infolge einer psychischen Störung mit Krankheitswert
(S. 5). Die Aus
übung der bisherigen Tätigkeit als Tea
massistentin
und
Bürogehilfin
sei der Beschwerdeführerin
ganz
tags mit zusätzlichen Pausen
von 30 Minuten im Tag zuzu
muten. Gleiches gelte auch für angepasste, sehr
leichte,
vorwiegend
sitzende
Tätigkeiten
(S. 6).
4.4
Die Ärzte der
Klinik
C._
, Neuroradiologisches und Radiologisches Institut, stellten mit Bericht vom 16. Januar 2009 (Urk.
8
/72/11-12) fest, dass gleichentags durchgeführte Magnetresonanztomographien (MRI) der Halswirbelsäule (HWS), der Brustwirbelsäule (BWS) und der Lendenwirbelsäule (LWS) der Beschwerdeführerin im Bereich der HWS
zwei fokale Diskushernien
, einerseits
bei C5/6 median mit Eindellung des Duralsackes sowie kranialer Ausdehnung,
a
ber ohne Nachweis einer Wurzelkompression
, und andererseits bei
C6/7 median
, ohne Kompression des Dura
lsackes und ohne N
achweis einer Wurzelkompression, ergeben habe. In den Bereichen der BWS und der LWS bestünden nur
geringe degenerative Verände
run
gen
(S. 2).
4.5
Die Ärzte des
Zentrums
D._
erwähnten in ihrem Gutachten vom 15. Februar 2011 (Urk.
8
/85
/2-42
), dass die Beschwerdeführerin anlässlich eines stationären Aufenthalts vom 10. bis 12. Januar 2011 (S. 1) internistisch, rheumatologisch, neurologisch und
psychiatrisch begutachtet worden sei (S. 3), und stellten die folgenden Diag
nosen (S. 34):
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfä
hig
keit
:
-
c
hronisches
zerviko
vertebrales
Syndrom
mit/bei:
-
intermittierender
spondylogener
Ausstrahlung beidseits, rechts
betont
-
muskulärer
Dysbalance
des Schultergürtels
-
degenerativen Veränderungen der unteren HWS mit Dis
kushernie im Bereich C5-7
Diagn
osen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit
:
-
u
nspezifisches lumbovertebrales Syndrom
-
sensibles K
arpaltunnelsyndrom rechts
betont
-
Epicondylopathia
humeri
lat
eralis
rechts
betont
-
r
ezidivierende Arthralgien der Hand- und Fingergelenke
mit/bei:
-
Hyperlaxität
im Bereich der Hände
-
Status nach
möglicher HWS-Distorsion
-
Status nach
Korrektur einer Fussfeh
lstellung rechts im Kleinkindalt
er
-
a
nhaltende somatoforme Schmerzstörung
-
Schwangerschaft
Sie erwähnten, dass die Beschwerdeführerin an einem zervikal betonten Schmerz
syndrom leide,
welches nur zu einem geringen Anteil auf
degenerative
Verände
rungen zurückgeführt werden
könne
.
Vielmehr handle es sich vorwiegend um
ein weichteilbetontes Schmerzsyndrom
beziehungsweise um ein unspezifisches verte
bra
les
Syndrom
, wobei auch eine
zephale
Schmerzkomponente
bestehe (S. 35).
Folgen einer möglicherweise
im Jahre 2009
erlittenen HWS-Distorsion
liessen
sich nicht
objekt
ivieren. Weichteilrheumatischer Natur
seien auch die
Epicondyl
opathia
humeri
lateralis
beidseits, rechtsbetont,
sowie
die unspezifischen Arthralgien der Hand- und Fingergelenke beidseits. Lediglich
beim sensiblen K
arp
altunnelsyndrom beidseits, recht
sbetont,
handle es sich um eine
eigenständige, davon abgrenzbare Erkrankung
(S. 36).
Die psychiatrische Untersuchung
habe ergeben, dass
die somatisch nicht erklärbare Schmerzsymptomatik einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
ent
spreche. Die
Schmerzen
stünden
derart im Vordergrund, dass
sie
für die Abklä
run
gen und die Behandlungen ausschlaggebend
seien
,
weshalb
die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Störung
gerechtfertigt sei. Die Beschwerde
führerin sei
in ihrer Persönlichkeitsstruktur nicht derart beeinträchtig, dass sie nicht genüg
end Ressourcen hätte. Es bestehe keine Komorbidität
von erheblicher Schwere. Ein ausgewiesener sozialer Rückzug
sei
nicht eingetreten
. Der Beschwerdeführerin sei es vielmehr
gelungen, eine Familie zu gründen und darin auch Bestätigung zu er
fahren. Trotz versuchter Psychot
herapie
könne
nicht von einem therapeutisch
nicht mehr angehbaren innerseel
ischen Verlauf
gesprochen
werden.
Aus psychi
schen Gründen bestehe daher keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit
(S. 33).
Die Beschwerdeführerin sollte auf Grund der Beeinträchtigungen im Bereich des Bewegungsapparates
körperlich schwere
Tätigkeiten
und
solche in Zwangshal
tungen
, insbesondere im Rahmen von Überk
opf
arbeiten, vermeiden
.
Die Ausübung
der
erlernten
Tätigkeit
als Floristin
sei
ohne Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit zuzumuten. Bei der Ausübung der Tätigkeit als
Malerin müssten gewisse Anpassungen am Arbeitsplatz erfolgen.
Die Ausübung behinderungsangepasster,
wechselbelastende
r
Tätigkeiten
ohne Heben und Tragen
schwerer Lasten und
ohne Ü
berkopfarbeiten
seien ihr im vollzeitlichen Umfang zuzumuten (S. 37).
4.6
RAD-Arzt PD Dr. med. univ.
E._
, Facharzt für Neurologie, führte in seiner Stellungnahme vom 25.
Februar 2011 (Urk. 8
/89/4-5) aus, dass auf das Gutachten der Ärzte des
Zentrums D._
vom 15. Februar 2011 abgestellt werden könne, und dass gestützt darauf von einer Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepassten, wechselbelastenden Tätigkeit von 100 % auszugehen sei (S. 2).
4.7
Die Gutachter des
Zentrums D._
hielten in ihrer Stellungnahme vom 21.
Juni 2011 (Urk. 8
/106) an ihrem Gutachten vom 15. Februar 2011 fest (S. 2)
, worauf PD
Dr.
E._
in seiner Stellungnahme vom
1.
Juli 2011 (
Urk.
8/109/3) ebenfalls an seiner Beurteilung festhielt.
5.
Den erwähnten medizinischen Akten zum Gesundheitszustand bei
Erlass der
ursprünglichen Verfügung vom 4.
Juli 2011 (
Urk. 8
/110)
ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin im Bereich der oberen Extremitäten unter einer
Epicondy
lopathia
humeri
lateralis
und unter
rezidivierende
n
Arthralgien der Hand- und Fingergelenke
bei einer
Hyperlaxität
bezüglich der
Hände
(vorstehend E. 4.5) beziehungsweise unter einem
Hyperlaxizitätssyndrom
(vorstehend E. 4.2), im Bereich der HWS unter einem chronischen
zervik
overtebralen
Syndrom
mit Dis
kushernie im Bereich C5-7
, im Bereich der LWS unter einem
unspezifische
n
lumbovertebralen
Syndrom
(vorstehend E. 4.5) mit
nur geringe
n
degenerative
n
Veränderungen (
vorstehend E. 4.4
)
und in psychischer Hinsicht unter einer
anhal
tende
n
somatoforme
n
Schmerzstörung
(vorstehend E. 4.5) litt. In psychischer Hinsicht gingen die Ärzte des
Zentrums D._
in ihrem Gutachten vom 15. Februar 2011 (
vor
stehend E
. 4.5) davon aus, dass eine
somatisch nicht erklärbare Schmerz
sympto
matik im Vordergrund
stehe
, dass keine Komorbidität von erheblicher Schwere
ausgewiesen sei, dass die Beschwerdeführerin über
genügend Ressourcen
verfüge und dass kein
ausgewiesener sozialer Rückzug eingetreten
sei, weshalb eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
aus psychischen Gründen nicht bestehe. Gestützt auf die diesbezüglich übereinstimmenden Beurteilungen durch die Gutachter des
Zentrums D._
und durch PD Dr.
E._
(vorstehend E. 4.6)
ist daher davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführerin
bei Erlass der Verfügung vom
4.
Juli 2011 (
Urk.
8/110 S. 2)
die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit im vollzeitlichem Umfang zuzumuten
war
.
6.
6
.1
Im Vergleichszeitraum vom
4.
Juli 2011
bis
3. November 2020
stellte sich der
massgebende medizinische Sachverhalt
folgendermassen dar:
6
.2
Die Ärzte der Frauenklinik
F._
erwähnten im Austrittsbericht vom 29. Januar 2016 (Urk.
8
/148/1-6), dass die Beschwerdeführerin vom 15. Oktober bis 25. November 2015 hospitalisiert gewesen sei, und stellten die folgenden Diag
nosen (S. 1):
psychiatrische
Diagnosen
:
-
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
-
Probleme verbunden mit Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung
-
Erschöpfungssyndrom
andere
Diagn
osen:
-
Verdacht auf essentielle Hypertonie
Die Ärzte führten aus, dass die Beschwerdeführerin wegen zunehmender Erschöp
fung (Burnout) beziehungsweise depressiver Symptomatik hospitalisiert worden sei (S. 1), und dass sie am 25. November 2015 auf eigenen Wunsch in stabilem, teilremittiertem Zustand, mit aufgehellter Stimmungslage in die bestehenden Wohnverhältnisse entlassen worden sei (S. 5). Nach Klinikaustritt sei eine Fort
setzung der ambulanten Psychotherapie indiziert (S. 6).
6
.3
Mit Bericht vom 10. Juni 2016 (Urk.
8
/135/1-5) stellten die Ärzte der Klinik
G._
die folgenden, die Arbeitsfähigkeit beeinflussenden Diagnosen (Ziff. 1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (seit 25 Jahren)
-
Probleme
mit Bezug auf
Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung
,
Erschöpfungssyndrom
(Erstdiagnose am 10. September 2015)
-
Verdacht auf emotional instabile Persönlichkeitszüge (vermutlich seit langer Zeit)
-
Polyarthralgien und Panvertebralsyndrom
-
ga
stroösophageale
Refluxkrankheit
-
chronische, rezi
di
vierende, zervikospondylogene Schmerzen
Sie erwähnten, dass die Beschwerdeführerin sowohl medikamentös als auch psy
chotherapeutisch behandelt werde. Bis anhin seien verschiedene Antidepressiva eingesetzt worden, die jedoch zu keiner Verbesserung der Symptomatik geführt hätten (Ziff. 1.4). Vom 15. September 2015 bis auf Weiteres habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden (Ziff. 1.7).
6
.4
In ihrem Bericht vom 9. Februar 2017 (Urk.
8
/141) stellten die Ärzte der Klinik
G._
fest, dass die Beschwerdeführerin im Affekt leicht- bis mittelgradig deprimiert sei und unter einem mittelgradigen Gefühl der Gefühl
losigkeit, innerer Unruhe, schneller Gereiztheit, mittelgradiger Antriebsminderung und unter einem sozialen Rückzug leide. Die bisherige Behandlung habe zu einer leichten Verbesserung des Zustandes geführt. Dies äussere sich vor allem in einer verbesserten Fähigkeit, Alltagsaufgaben zu bewältigen. Die Beschwerdeführerin sei jedoch noch nicht genügend belastbar, um sich einer beruflichen Aufgabe zu widmen. Eine zu frühe Rückkehr in den Arbeitsprozess sei mit einem erhöhten Risiko einer erneuten (psychischen) Dekompensation verbunden (Ziff. 1.3). Es bestehe weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 2.2 und 4.2).
6
.5
Dr. med.
H._
, Fachärztin für Neurologie, stellte in ihrem Bericht vom 29. Mai 2017 (Urk.
8
/150/1-2) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
z
ervikospondylogenes Syndrom mit
akuter Exazerbation Ende 2015
-
intermittierendes
Thorac
ic
-
outlet
-
Syndrom
(
TOS
)
und wahrschein
l
ich flüchtige z
ervikale
Myelonkompressionen
mit/
bei
:
-
HWS-Degeneration
C4-C7
mit
breitbasiger
dorsaler Bandscheiben
vor
wölbung bei
C5
/6 und dorsale
Spondylophyten
mit
Myelon-lmpression
und weitgehender Obliteration der
perimedullären
Liquorräume
, ähn
lich auch bei C6/7, zudem Einengung des
Neuroforamens
C5
/6 links
-
intermittierend Schwäche, Kribbelparästhesien und Taubheiten in beiden
Armen
-
klinisch und elektrophysiologisch im Verlauf stabile Befunde, HWS-Degeneration im MRI-Verlauf
im Jahre
2017 unverändert
-
t
herapieresistente
Epicondylitis
humeri
radialis
rechts
mit/bei:
-
Status nach
Lokalanästhesie am radialen
Epicondylitis
und
super
iosta
ler
Infiltration von
1m
l
Diprophos
am radialen
Epicondylus
rechts
am 6. April
2016
-
MR
I
Ellenbogen rechts vom
3.
Mai 2017:
Epicondylitis
lateralis
mit kompletter Ruptur des lateralen Kollateralbandes sowie auch zumindest Partialruptur des
M
usculus
extensor
carpi
radialis
brevis
, Gelenkser
guss
-
a
ktuell wenig symptomatisches
dorsoradia
l
es
Handgelenksganglion rechts
-
Status nach
Dekompression
des Kar
palkanal
s beidseits in den Jahren
2012 und 2014
-
Status nach
konservativer Therapie
einer Handgelenks- oder
Ulnastyl
oid
fraktur
links
im Jahre
1994, beschwerdefrei
-
Panvertebralsyndrom und Polyarthralgien
-
lumbospondylogenes Syndrom bei:
-
s
egmentaler Degeneration
L3
/4 mit dorsaler
Bandscheibenp
rotrusion
-
Taubheitsgefühle der Zehen, aktuell ohne Hinweise auf eine Polyneu
ro
pathie
-
Migräne
Hinsichtlich des zervikospondylogenen Syndroms und des
T
OS
bestehe ein
unverändertes Beschwerdebild, in der Ausprägung eher pro
gredient
,
mit Zeichen einer
l
eichtgradigen Reizleitungsstörung der Segmente C6-T
h 1
recht
s
, ohne Hinweise auf eine fixierte zervikale Myelopathie
. In Bezug auf die Ellenbogen habe eine
aktuelle MRI-Untersuchung des rechten Ellenbogens eine
floride
Epicondylitis
,
Ze
ichen einer Partialruptur des
Muskulus
extensor
carpi
radialis
brevis
und
eine komplette Ruptur des lateralen Kollateralbandes
ergeben
.
Hinsichtlich des
l
umbovertebra
len
Schmerzsyndroms
sei von einer
stabil
en Situa
tion auszugehen. Gegenwärtig stehe die
Weiterabklärung und Therapie
des Leidens
im Bereich des rechten Ellenbogens im Vordergrund
(S. 2)
.
6
.6
Die Ärz
te der Psychiatrischen Klinik I._
stellten in ihrem Bericht vom 29. Juni 2017 (Urk.
8
/152) die folgenden Diagnosen (Ziff. 1.1):
Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom
andere
Diagn
osen:
-
Verdacht auf emotional instabile Persönlichkeitszüge
Sie führten aus, dass die Beschwerdeführerin während der tagesklinischen Behand
lung in einem Gruppensetting vom 15. Dezember 2015 bis 29. April 2016 unter einer depressiven Symptomatik mit rascher Erschöpfbarkeit, Müdigkeit, Konzen
t
rationsstörungen, Antriebsminderung beziehungsweise zwischenzeitlich mit Ener
gie
schüben und Antriebssteigerung, gelitten habe (Ziff. 1.7). In Bezug auf die bisherige Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Floristin und auf angepasste Tätig
keiten habe während des Behandlungszeitraums vom 15. Dezember 2015 bis 29. April 2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden (Ziff. 1.6 und Ziff. 1.7).
6
.7
Die Ärzte des
Spitals J._
, Schmerzklinik, stellten in ihrem Bericht vom 14. August 2017 (Urk.
8
/157) fest, dass die Beschwerdeführerin unter einer rezi
di
vierenden bis chronisch auftretenden Schmerzerkrankung mit einer
Epicondylitis
lateralis
rechts, einem
zerviko
- und
lumbospondylogenen
Syndrom und Polyar
thralgien leide. Die chronische Schmerzerkrankung habe zu depressiven Episoden geführt, welche bisher ambulant und stationär psychiatrisch behandelt worden seien. Es sei eine multidisziplinäre Schmerztherapie im Sinne einer Physio- und Ergotherapie, einer medikamentösen Therapie und einer psychiatrischen Begleit
therapie angezeigt (S. 3).
6
.8
RAD-Arzt
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, ging in seiner Stellungnahme vom 25. Juli 2017 (Urk.
8
/160/6-8) davon aus, dass die Beschwerdeführerin unter einer leichten depressiven Episode leide (S. 2). Dabei handle es sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um keinen die Arbeits
fähig
keit dauerhaft einschränkenden Gesundheitsschaden. Vielmehr sei die depressive Episode von verschiedenen behandelnden Ärzten als leichtgradig und teilremittiert beurteilt worden. Es seien zudem erhebliche psychosoziale Belastungssituationen festgestellt worden (S. 3). Der Beschwerdeführerin sei die Ausübung einer ange
passten, zeitlich flexiblen Tätigkeit ohne permanenten Zeit- und Termindruck, ohne besondere Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen, in einer wohlwollenden und konfliktarmen Arbeits
atmosphäre, mit nur geringem Publikumsverkehr, zunächst im Umfang eines Arbeitspensums von 80 % und anschliessend, bei weiterhin positivem Krankheits
verlauf und zunehmender Adap
tierung am Arbeitsplatz, im vollzeitlichen Umfang zuzumuten (S. 2).
6
.9
Dr.
med.
L._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho
therapie und für Neurologie,
erwähnte in ihrem Bericht vom 1
0.
Mai 2019 (
Urk.
8/178), dass sie die Beschwerdeführerin vom
9.
Juni 2017 bis 2
0.
Juli 2018 behandelt habe (
Ziff.
1.1)
,
und stellte die folgenden Diagnosen (
Ziff.
2.5):
-
rezidivierende depressive Episode (F33.1)
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge (Z73)
-
Probleme in Beziehung zum Ehepartner (Z63)
Die Ärztin erwähnte, dass die Beschwerdeführerin vom
9.
Juni bis 1
0.
September 2017 im Umfang von 100
%
und vom 1
1.
September 2017 bis 3
1.
Januar 2018 im Umfang von 80
%
arbeitsunfähig gewesen sei (
Ziff.
1.3).
6
.10
Dr.
med.
M._
, Facharzt für
Anästhesiologie
,
Spital J._
, stellte in seinem Bericht vom
6.
Mai 2019 (
Urk.
8/179/7-10) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
chronisches, generalisiertes
muskuloskolettales
Schmerzsyndrom vom Typ Fibromyalgie mit/bei:
-
depressive
n
Episoden mit somatischem Syndrom
-
aktuell: Beschwerden im Nacken-Schulterbereich,
im Bereich der
Schulterblätter
beidseits
,
des
Rippenbogen
s
rechts,
der
Flanke
rechts und
Kniebeschwerden
beidseits
-
lum
bospondylogenes Schmerzsyndrom
mit/bei
:
-
d
orsale
r
Diskusprotrusion
L3
/
L4
mit leichter Abflachung des Dural
sackes
-
a
ktuell:
Verdacht auf
Aggravierung
einer radikulären Reizsymptomatik L4 rechts
-
r
ezidivierendes, zervikospondylogenes Schmerzsyndrom
mit/bei
:
-
Osteochondrosen sowie Spondylosen
C4-C7
-
l
eichte
r
Spinalkanalstenose be
i
C4
/
C5
bei medianer
Diskusprotrusion
-
Spondyloarthrosen
D7
/
Th1
links
-
r
ezidivierende
Epicondylitis
humeri
radialis
rechts
mit/bei
:
-
Zustand nach Infiltration im Bereiche des radialen
Epicondylus
rechts am
6.
April
2016
-
r
adiologische
r
Diagnose einer
Epicondylitis
lateralis
mit kompletter Ruptur des lateralen
Kollateralbandes sowie Partialruptur des
Musculus
Extensor
carpi
radialis
brevis
-
Status nach
Dekompression
bei Karpaltunnelsyndrom (
CTS
)
beidseits
in den Jahren
2012 und 2014
-
Status nach
konservativer Therapie einer Handgelenks-Fraktur links
im Jahre
1994
-
Polyarthralgien und Panvertebral-Syndrom
-
g
astroösophageale
Refluxkrankheit
bei Zustand nach Ulcus
ventriculi
im Jahre
1992
-
b
ekannte arterielle Hypertonie
Der Arzt führte aus, dass die gegenwärtige Behandlung weitgehend aus einer konservativen Behandlung im Sinne einer multidisziplinären Schmerztherapie
mit einer physiotherapeutischen und psychiatrischen Begleittherapie bestehe (
Ziff.
2.8), und dass der Beschwerdeführerin auf Grund der wechselhaften und zum Teil stark einschränkenden Schmerzsymptomatik die Ausübung einer Erwerbstätigkeit gegenwärtig nicht zuzumuten sei (
Ziff.
4.1).
6
.11
In ihrem Bericht vom 2
1.
September 2019 (
Urk.
8/195) erwähnte
Dr.
H._
,
dass die Beschwerdeführerin während der Dauer eines Monates unter einer Exazerba
tion der sensomotorischen
Beschwerdesymptomatik i
m linken Arm gelitten
habe, welche
sich zwischenzeitlich
wieder zurück
gebildet habe. Die klinisch-neurolo
gische
Untersuchung
habe keine
Residuen
und keinen
Nachweis eines neu etablierten Karpaltunnel-Syndroms
ergeben. Es
bestünde
jedoch
eine
Reiz
symptomatik
im Rahmen
eines bekannten
TOS
mit
wahrscheinlich überlagerter Reizsymptomatik zervikaler Nervenwurzeln bei
neuroforaminaler
Stenose lin
ks
im Bereich C5/C6 und C7/Th1 sowie eine
sensible Reizleitungsstörung
lumbosakraler
Nervenwurzeln rechts bei
Status nach
Exazerbation von Rücken- und Beinschmerzen rechts während 6 Monaten, mit nachfolgender Behandlung in der Schmer
z
klinik
N._
(S. 3)
.
6
.12
Die Ärzte der
Medas
U._
,
in
O._
, erwähnten in ihrem
polydisziplinären
Gutachten vom 2
0.
Dezember 2019 (
Urk.
8/205 und
Urk.
8/207-210), dass
die Beschwerdeführerin am 1
1.
November 2019 internistisch, am 1
8.
November 2019 neurologisch, am 2
5.
November 2019 rheumatologisch und am 1
1.
Dezember 2019 psychiatrisch untersucht worden sei (
Urk.
8/207/4)
,
und stellten die folgen
den Diagnosen (
Urk.
8/207/12-14):
Diagnosen m
it Auswirkungen auf die Arbeitsf
ähigkeit:
-
mu
ltilokul
ä
res
Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Fakto
ren
mit/bei:
-
c
hronisches
Zervikalsyndrom
mit/bei:
-
d
egenerativen Veränderungen
der HWS
im Bereich
HWK4 - HWK7
-
Spinalkanalstenose und Einengung des
Myelons
, ohne Nachweis einer Myelopathie
-
multisegmentalen
Foraminalstenosen
, bildmorphologisch mit möglicher Irritation rechts C6 und C7 sowie links C6 und C8
-
klinisch kein verlässlicher Nachweis eines
zervikoradikulären
Reiz- und Ausfallssyndroms
-
c
hronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit/bei
:
-
degenerativen LWS-Veränderungen
im Bereich
L3/4, geringer auch
im Bereich
L5/S1
-
kein Nachweis eines
lumb
oradikulären
Reiz- und Ausfalls
syndroms
-
TOS
-
m
uskuläre
Dysbalance
am Schultergürtel beidseits mit begleitendem
TOS
-
c
hronische
Epicondylopathia
humeri
radialis
rechts mehr als links
mit/bei:
-
Status nach
Ruptur des lateralen Kollatera
lbandes und Partialruptur des
Musculus
extensor
carpi
radialis
brevis
rechts
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
l
eichtes
K
arpaltunnel
-S
yndrom beidseits
mit/bei:
-
Status nach
Operation beidseits
in den Jahren
2012 und 2014
-
Migräne mit
ophthalmischer
Aura seit der Kindheit
-
m
ultilokuläres
Schmerzsyndrom, formal den ACR-Kriterien einer Fibro
myalgie entsprechend, gemäss den klinischen Befunden eher im Sinne einer Schmerzfehlverarbeitung,
das heisst
nicht einem somatischen Krankheitsbild entsprechend
-
Knick-, Senk-Plattfüsse
-
b
eginnende Fingerpolyarthrosen rechts
-
r
ezidivierende depressive Störung, aktuell remittiert (ICD-10 F33.4)
-
in
stabile Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
Die
Gutachter
erwähnten
, dass in neurologischer Hinsi
cht vor allem im Bereich der HWS eine reduzierte Belastbarkeit des Achsenskeletts bestehe, und dass die Belastbarkeit auf körperlich leichte bis sporadisch mittelschwere H
e
be- und Tragebelastungen limitiert sei. Auch bezüglich manueller Arbeiten bestehe eine Einschränkung für mittelschwere und schwere Belastungen. Der Beschwerdefüh
rerin seien insbesondere Arbeiten mit wiederholter Elevation und Überkopf
stellung der Arme nicht zuzumuten. Eine massgebliche Beeinträchtigung der Belastung im Stehen und Gehen bestehe indes nicht
(Urk.
8/207/14)
.
Aufgrund der Beschwerdekombination durch die Nackenschmerzen, die sympto
matischen muskulären Dysbalancen mit TOS-Symptomatik und die Schmerzen im Rahmen des Tennisellbogens beidseits bestünden aus rheumatologischer Sicht sowohl qualitative als auch quantitative Beeinträchtigungen.
Der Beschwerde
führerin seien
nur noch körperlich
leichte bis intermittierend mit
telschwere Tätigkeiten
ohne Belastung des
Ell
en
bogen
s sowie ohne längerdauernde oder wiederholte
Arbe
iten auf oder über der Schulterhorizontalen, ohne
Zwangs
haltungen
in
ständig leicht vor
n
über geneigt
er oder
rekliniert
en
Haltung und ohne
Überkopfarbeiten
zuzumuten
(
Urk.
8/207/14-15)
.
Die psychiatrische Untersuchung habe akzentuierte Persönlichkeitszüge im Sinne von emotional instabilen
und
eventuell
von
impulsiven Zügen
ergeben
. Die Beschwerdeführerin habe gemäss ihren Angaben zeitlebens mit einer schwierigen psychosozial
en Situation zu kämpfen gehabt. In den letzten Jahren habe sie insbesondere unter einer schwierigen Ehesituation mit Unzufriedenheit gelitten (
Urk.
8/209/15).
Die
belastende
psychosoziale Situation stehe im Vordergrund (Urk.
8/209/19). Es sei
von einer eher labilen Persönlichkeitskonstellation mit einer Tendenz zu affektiven Schwankungen im Rahmen einer psychosozial belastenden Situation auszugehen. Eine depressive Störung liege
gegenwärtig
nicht vor (
Urk.
8/209/16).
Es sei davon auszugehen, dass die
psychischen Beschwerden
bei der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit nicht mehr ausschlag
gebend seien
(
Urk.
8/209/15)
, und dass die in der Vergangenheit bestehende depressive
Störung
remittiert sei
(
Urk.
8/209/17)
.
Die Beschwerdeführerin sei in der Lage, alltägliche Termine wahrzunehmen und Routinen einzuhalten, könne den Tag strukturieren, sei flexibel, könne ihre fachlichen Kompetenzen anwen
den, sei in der Lage, sich ein Urteil zu bilden und Entscheide zu fällen und verfüge
über Durchhaltefähigkeit.
Da sie zudem in der Lage sei, sich um
den Haushalt
und ihre
Familie
zu kümmern
, soziale Kontakte
zu pflegen
,
sich zu
behaupten,
und da sie
über
Gruppenfähigkeit
und über uneingeschränkte
Verkehrs- und Wegefähigkeiten
verfüge, sei auf Grund
des psychischen Zustandes
eine
dauer
hafte und relevante Beeinträchtigung
der Arbeitsfähigkeit zu verneinen (
Urk.
8/209/17). Der Beschwerdeführerin sei aus psychiatrischer Sicht die Ausübung klar strukturierter Tätigkeiten, welche
keine
Übernahme
von
Verant
wortung erforder
ten
, ohne Einschränkungen zuzumuten
(
Urk.
8/207/15)
. Die gegenteiligen B
eurteilungen durch die Ärzte der Klinik G._
,
welche der Beschwerdeführerin
vom September 2015 bis September 2019 eine vollstän
dige
Arbeitsunfähigkeit attestiert hätten, und durch
Dr.
L._
, welche ihr vom September 2017 bis Januar 2018 eine
solche von 80
%
attestiert habe
, seien nicht nachzuvollziehen (
Urk.
8/209/19).
Vielmehr sei davon auszugehen, dass bei diesen Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen die körperlichen Beschwerden und die psychosozialen Umstände mitberücksichtigt worden seien (
Urk.
8/207/17).
In Bezug auf Haushalttätigkeiten bestehe aus psychischen Gründen keine Einschrän
kung (Urk. 8/209/20).
Insgesamt sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in Bezug auf ihre bisherige Tätigkeit als Floristin aus somatischen Gründen
seit September 2015
im Umfang von
40
%
(bezogen auf ein vollzeitliches Arbeitspensum)
in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
sei
, dass
indes
aus psychischen Gründen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
bestehe
(Urk.
8/207/19).
Die
Ausübung einer angepassten,
wechselbelastend
en Tätigkeit,
ohne vorwiegend einseitige Körper
haltung
,
ohne schwere und häufig mittelschwere körperliche Belastungen
, ohne repeti
tive Arbeiten in
elevierter
und hyperabduzierter Armhaltung und ohne andauernde manuelle Belastung
sei der Beschwerdeführerin ab September 2015
im Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
zuzumuten (
Urk.
8/207/20)
.
6
.13
RAD-Arzt
Dr.
K._
führte in seiner Stellungnahme vom 2
3.
Dezember 2019 (Urk. 8/222/4-5) aus, d
ass das Gutachten der Ärzte des
U._
vom 2
0.
Dezember 2019 nachvollziehbar sei (S. 1), weshalb davon aus
zugehen sei, dass der Beschwerdeführerin die Ausübung einer angepassten, wechselbelastenden, klar strukturierten Tätigkeit, ohne Übernahme von Verantwortung,
ohne vorwiegend einseitige Körperhaltung, ohne schwere und häufig mittelschwere körperliche Belastungen, ohne repetitive Arbeiten in
elevierter
und hyperabduzierter Arm
haltung und ohne andauernde manuelle Belastung
ab September 2015
im Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
zuzumuten
sei
(
S. 2
).
6
.14
Die Ärzte des Zentrums P._
stellten im MRI-Bericht vom 2
9.
Januar 2020 (Urk. 8/239/10) fest, dass eine gleichentags durchgeführte sitzende
MR-
Defäkografie
während der Defäkation eine
rektoanale
Intussuszeption Grad
III nach Oxford ergeben habe. Die Beschwerdeführerin habe sodann
eine knapp drei Zentimeter grosse
Rektozele
und das vorgeschaltete
Rektosigmoid
nicht weiter entleer
en
können.
6
.15
PD
Dr.
med.
Q._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Gastroenterologie, stellte in seinem Bericht vom 1
0.
März 2020 (
Urk.
8/239/8-9) die folgenden Diagnosen:
-
Reizdarmsyndrom vom Blähungstyp
mit/bei:
-
k
leine
r
axiale
n
Hiatusherni
e
-
k
eine
n
Hinweis
en
für Zöliakie
-
Fructoseatemtest
und
Calprotectin
ausstehend
-
Low-Outlet Obstruktion
mit/bei:
-
Pelvic
floor
Dyssynergie
-
r
ektoanale
r
Intussusz
eption III nach Oxford
-
a
nteriore
r
Rektozele
Der Arzt erwähnte, dass die Beschwerdeführerin unter
Blähungen
und
Schmerzen unter beiden Rippenbogen
leide. Sodann bestehe
eine Laktoseintoleranz
. Es bestehe sodann eine L
ow Outlet Obstruktion,
wobei
in der analen Manometrie
eine
Pelvic
Floor
Dyssy
nergie
habe festgestellt werden können
.
Es sei daher
eine an
FODMAP
(
vergärbare Mehrfach-, Zweifach-, Einfachzucker und mehrwertige Alkohole
)
arme Diät als auch
eine
Biofeedback-Therapie des Analkanals
angezeigt.
Allenfalls
sei
eine chirurgische Therapie der
Rektozele
und der Intussuszeption in
Betracht
zu ziehen
(S. 1)
.
6
.16
Dr.
med.
R._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
,
erwähnte in seinem Bericht vom 1
3.
Juni 2020 (
Urk.
8/237/2), dass die bei der Beschwerde
führerin neu festgestellte
Hiatushernie
einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben könne. Denn durch körperliche Arbeiten steige der intraabdominale Druck und
es werde
die
Refluxproblematik
im Sinne eines Rückflusses von Magensäure aus dem Magen in die Speiseröhre verstärkt. Dabei könne es zu typischen Beschwerden aufsteigender Magensäure, wie Sodbrennen, saures Aufstossen, Schluckbeschwerden sowie ein
em
Dr
uckgefühl hinter dem Brustbein
kommen. Der Umfang einer allfälligen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit müsste durch einen Facharzt für Gastroenterologie beurteilt werden,
wobei
erfahrungsgemäss in der Regel
von einer Arbeitsunfähigkeit von
20
%
bis
5
0
%
auszugehen sei
.
6
.17
RAD-Arzt
Dr.
med.
S._
, Facharzt für Chirurgie, erwähnte in seiner Stellungnahme vom
8.
Oktober 2020 (
Urk.
8/247/3-4), dass die Beschwerdefüh
rerin im Rahmen der Unters
uchungen durch die Gutachter des
U._
zwar
unklare Oberbauchschmerzen, Krämpfe, Blähungen und
Abdominalschmerzen
nicht
an
gegeben habe, dass die Gutachter
auf Grund der medizinischen Vorakten indes Kenntnis
von
einer
Refluxerkrankung
bei der Beschwerdeführerin gehabt hätten
(S. 1)
.
Aus
anatomischer und physiologischer Sicht
bestehe
ein klares Korrelat zwischen der Speiseröhrenentzündung beziehungsweise der
Reflux
erkrankung
und der
neu
festgestellten kleinen axialen
Hiatushernie
.
Bei
der axialen Hernie trete der oberste Anteil des Magens durch das Zwerchfell nach oben in den Brustraum
, wobei ein
Reflux
beziehungsweise ein
Zurückflie
ssen von
Mageninhalt in die Speiseröhre
auftreten könne. Dies
er Reflux
könne
zu
einer
Refluxösophagitis
(Sodbrennen) führen.
Da anlässlich der
Gastroskopie
k
eine pathologischen Veränderungen der Magen- und Speiseröhrenschleimhaut
festge
stellt worden seien, sei von
einer asymptomatisch
en
bis geringsymptomatischen Veränderung
auszugehen. Entgegen der Beurteilung durch
Dr.
R._
(vom 1
3.
Juni 2020) handle es sich bei der
Hiatushernie
daher nicht um ein neu aufge
tretenes Leiden.
Obwohl den
Gutachtern
die
Diagnose der
Hitatushernie
nicht bekannt gewesen sei, hätten sie Kenntnis der
dadurch verursachten Beschwerden
im Sinne einer
Refluxerkrankung
gehabt
. Eine dadurch
verursachte
Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit sei
zu verneinen
. Denn
insbesondere im Umfang des von den Gutachtern
des
U._
festgestellten Zumutbarkeitsprofils, wonach der Beschwerdeführerin die Ausübung einer angepassten,
körperlich wechselbelas
tend
en Tätigkeit,
ohne vorwiegend einseitige Körperhaltung und ohne schwere und häufig mittelschwere körperliche Belastungen, ohne repetitive Arbeiten in
elevierter
und hyperabduzierter Armhaltung und ohne andauernde manuelle Belastung
im Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
zuzumuten sei, sei nicht davon auszugehen, dass
es dabei
zu einem relevanten Reflux in die Speiseröhre
kommen könnte (S.
2).
6
.18
Die Ärzte der Klinik
C._
, Radiologie und Neuroradiologie, stellten im MRI-Bericht vom
8.
Oktober 2020 (
Urk.
3/4/1) fest, dass eine magnetresonanz
tomographische Untersuchung des linken Unterarms und der linken Hand der Beschwerdeführerin eine vollständige fettige Atrophie des
Musculus
adductor
pollici
s
brevis
links bei ansonsten regelrechter Darstellung der Muskulatur des Unterarms und der Hand (S. 1) ohne Nachweis einer Nervenaffektion des Nervus medianus oder des Nervus ulnaris (S. 2) ergeben habe.
7.
7.
1
Den medizinischen Akten zum Gesundheitszustand
im Vergleichszeitraum
vom
4.
Juli 2011 (
Urk.
8/110)
bis
3. November 2020 (Urk. 2) ist zu entnehmen, dass
die Beschwerdeführerin in somatischer Hinsicht unter ein
em chronischen, generali
sierten
muskuloskolettalen
Schmerzsyndrom vom Typ Fibromyalgie
, unter einem
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom sowie unter einem rezidivierenden,
zervikospondylogene
n
Schmerzsyndrom (vorstehend E.
6.10
) beziehungsweise unter einem
multilokul
ä
ren
Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Faktoren mit einem chronische
n
Zervikalsyndrom
, mit einem chronischen
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom und mit einem
Thoracic
-Outlet-Syndrom (vorstehend E.
6.12
) sowie unter einer rezidivierenden
Epicondylitis
humeri
radialis
rechts (vorstehend E.
6.10
) beziehungsweise unter einer chronischen
Epicondylopathia
humeri
radialis
rechts mehr als links
(vorstehend E.
6.12
)
litt
. Des Weiteren litt die Beschwerdeführerin unter einer
gastroösophageale
n
Refluxkrankheit
bei
einem
Zustand nach Ulcus
ventriculi
im Jahre 1992
(vor
stehend E.
6.10
) beziehungsweise unter
einem
Reizdarmsyndrom vom Blähungs
typ mit kleiner axialen
Hiatushernie
(vorstehend E.
6.15
).
Während
Dr.
M._
in seinem Bericht vom
6.
Mai 2019 (vorstehend E.
6.10
) davon ausging, dass der Beschwerdeführerin die Ausübung einer Erwerbstätigkeit nicht
zuzumuten sei, gingen die
Ärzte des
U._
in ihrem Gutachten vom 2
0.
Dezem
ber 2019 (
vorstehend E.
6.12
)
in somatischer Hinsicht davon aus
, dass
d
er Beschwerdeführerin die Ausübung einer angepassten,
wechselbelastend
en Tätigkeit,
ohne vorwiegend einseitige Körperhaltung
,
ohne schwere und häufig mittelschwere körperliche Belastungen
, ohne repeti
tive Arbeiten in
elevierter
und hyperabduzierter Armhaltung und ohne andauernde manuelle Belastung
,
ab September 2015
im Umfang eines Arbeitspens
ums von 80 % zuzumuten gewesen sei.
Während
Dr.
R._
in seinem Bericht vom 1
3.
Juni 2020 (vorstehend E.
6.16
) die Ansicht vertrat, dass eine neu festgestellte
Hiatushernie
einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben könne, und dass diesbezüglich erfahrungsgemäss von einer Beeinträchtigung von 20
%
bis
5
0
%
auszugehen sei, ging
RAD-Arzt
Dr.
S._
in seiner Stellungnahme vom
8.
Oktober 2020
davon aus
(vorstehend E.
6.17
), dass die durch die
Hiatushernie
verursachte
Refluxerkrankung
den G
ut
achtern des
U._
bereits bekannt gewesen sei, und dass
die Restarbeitsfähigkeit
im Umfang des von den Gutachtern festgestellten Zumutbarkeitsprofils
durch die
Hiatushernie
nicht zusätzlich beeinträchtigt werde.
7.2
Während in
psychischer Hinsicht
die
Ärzte der Psychiatrischen
Klinik I._
in ihrem Bericht vom 29. Juni 2017 (vorstehend E.
6.6
) davon ausgingen, dass die Beschwerdeführerin unter einer
leichten depressiven Episode mit somati
schem Syndrom bei einem Verdacht auf emotional instabile Persönlichkeits
züge gelitten habe,
ging
Dr.
L._
in ihrem Bericht vom 1
0.
Mai 2019 (vorstehend E.
6.9
) davon aus, dass die Beschwerdeführerin unter einer rezidivierenden depressiven Episode und unter akzentuierten Persönlichkeitszügen sowie unter Problemen in
der
Beziehung zu ihrem Ehepartner gelitten habe. Demgegenüber gingen die Ärzte
der
U._
in ihrem Gutachten vom 2
0.
Dezember 2019 (vorstehend E.
6.12
) davon aus, dass die
Beschwerdeführerin unter einer gegen
wärtig remittierten
rezidivierende
n
depressive
n
Störung
und unter
instabile
n
Persönlichkeitszüge
leide.
Während die
Ärzte der Psychiatrischen
Klinik I._
der Beschwerdeführerin
für die Zeit
vom
15. Dezember 2015 bis 29. April 2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit attestierten (vorstehend E.
6.6
), vertrat
Dr.
L._
die Ansicht,
dass
vom
9.
Juni bis 1
0.
September 2017
eine Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
und vom 1
1.
September 2017 bis 3
1.
Januar 2018
eine solche
von 80
%
bestanden habe
(vorstehend E. 6.9)
. Demgegenüb
er
erachteten
die Gutachter des
U._
(
vorstehend E.
6.12
)
eine
dauerhafte
massgebliche
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
aus psychischen Gründen
als
nicht ausgewiesen,
und waren der Ansicht,
dass die Beschwerdeführerin
in psychischer Hinsicht
auch in Bezug auf
Haushalttätigkeiten
nicht eingeschränkt sei,
und dass
ihr
aus p
s
ychiatrischer Sicht
die Ausübung klar strukturierter Tätigkeiten,
ohne
Übernahme
einer
Verantwortung
,
ab September 2015
o
hne Einschränkungen
zuzumuten gewesen
sei.
7.3
7.3.1
Das Gutachten der Ärzte des
U._
vom
2
0.
Dezember 2019
(vorstehend E
.
6.12
) erfüllt die praxisgemässen Anforderungen für eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsg
rundlage (vgl. vorstehend E.
1.10
). Denn die Gutachter, welche als Fachärzte für Allgemeine Innere Medizin, für Neurologie,
für Rheumatologie und
für Psychiatrie und Psychotherapie über die für die Beurteilung der somatischen
und der psychischen Komponente des Beschwerdebildes, unter welchem die Beschwerdeführerin leidet,
angezeigten fachärztlichen Aus- und Weiterbildungen verfügten, hatten Kenntnis sämtlicher
massgeblicher
medizinischer Vorakten, setzten sich in angemessener Weise mit den geäusserten Beschwerden auseinan
der und begründeten ihre Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer Weise.
7.3.2
In
somatischer
Hinsicht vermag zu überzeugen, dass die Gutachter davon ausgingen, dass
die Beschwerdeführerin durch ein
multilokul
ä
res
Schmerz
syndrom mit somatischen und psychische
n Faktoren bei einem chronischen
Zervikalsyndrom
mit degenerativen Veränderungen im Bereich der HWS, bei einem chronischen
lumbospondylogene
n
Schmerzsyndrom mit degenerativen Veränderungen im Bereich der LWS und bei einem TOS sowie durch muskuläre
Dysbalance
am Schultergürtel und durch eine chronische
Epicondylopathia
humeri
radialis
in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
werde
. Sodann vermag zu überzeugen, dass die
Gutachter davon ausgingen,
dass der Beschwerdeführerin
in somatischer Hinsicht ab September 2015
die Ausübung
der bisherigen Tätigkeit
als Floristin im Umfang eines Pensums von 60
%
sowie die Ausübung
einer angepassten, wechselbelastenden, ohne vorwiegend einseitige Körperhaltung, ohne schwere und häufig mittelschwere körperliche Belastungen, ohne repetitive Arbeiten in
elevierter
und hyperabduzierter Armhaltung und ohne andauernde manuelle Belastung ab September 2015 im Umfang eines Arbeitspensums
von 80
%
zuzumuten sei.
7.3.3
Daran ändert nichts, dass
ein Reiz
darmsyndrom vom Blähungstyp mit
einer kleinen axialen
Hiatushernie
erstmals von
Dr.
Q._
in seinem Bericht vom 1
0.
März 2020 (vorstehend E.
6.15
) diagnostiziert wurde.
Denn den Gutachtern
de
s
U._
war bekannt, dass die Beschwerdeführerin seit Jahren unter einer
Refluxkrankheit
litt, welche medikamentös mittels
Pantoprazol
behandelt wurde, worauf sie in ihrem Gutachten hinwiesen (
Urk.
8/209/6). Diesbezüglich gilt es sodann zu beachten, dass eine
axiale
Hiatushern
ie
zum
Zurückfliessen von Mageninhalt in die Speiseröhre
führen und dadurch eine
Refluxösophagitis
beziehungsweise eine
Refluxerkrankung
auslösen kann, worauf
Dr.
S._
in seiner nachvollziehbaren Stellungnahme vom
8.
Oktober 2020 (
vorstehend E.
6.17
)
hinwies. Die Beurteilung durch die Gutachter der
U._
, wonach die Beschwerdeführerin durch die
Refluxerkrankung
beziehungsweise
durch
die erst nach der Begutachtung diagnostizierte kleine axiale
Hiatushernie
in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtig wird,
wird daher durch
die nachvollziehbare Beurteilung durch
Dr. S._
vom
8.
Oktober 2020
gestützt und vermag
insge
samt
zu überzeugen.
7.3.4
In psychischer Hinsicht vermag zu üb
erzeugen, dass die Gutachter des
U._
in ihrem Gutachten davon ausgingen, dass die Beschwerdeführerin, welche alltäg
liche Termine wahrnehmen, Routinen einhalten und den Tag strukturieren könne,
welche über Flexibilität, über
Urteils- und Entscheidungsfähigkeit
verfüge und ihre fachlichen Kompetenzen anwenden könne
,
nicht unter einer depressiven Störung leide beziehungsweise
dass
sie davon ausgingen, dass
die in der Vergan
genheit (vor September 2015) bestehende depressive Störung remittiert sei.
Korrekterweise klammerten
die Gutachter
diejenigen Symptome und Beschwer
den, welche
sie auf eine
im Vordergrund stehende
psychosoziale
Belastungs
situation im Sinne von sozialen Konflikten in der Familie und
Ehe
zurückführten,
bei der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung aus. Denn diesbezüglich gilt es zu beachten, dass nach der Rechtsprechung ein invalidisierender psychischer Gesundheits
schaden nicht vorliegt, wenn die erhobenen psychischen Befunde in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden und gleichsam in ihnen aufgehen (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 2
3.
März 2009 E. 2), und dass demzufolge
soziale Belastungen, die direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auszuklammern sind (BGE 143 V 409 E. 4.5.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_582/2017 vom 2
2.
März 2018 E. 5, 8C_746/2015 vom
3.
Februar 2016 E. 2.2 und 9C_146/2015 vom 1
9.
Januar 2016 E. 3.1).
Es wurde sodann schlüssig dargelegt,
dass
der
Beschwerdeführerin
, welche
ausschliesslich unter
akzentuierte
n
,
emotional instabilen
Persönlichkeitszüge
n
beziehungsweise unter
einer
labilen Persönlichkeitskonstellation mit einer Tendenz zu affektiven Schwankungen im Rahmen einer psychosozial belastenden Situation
leide, die Ausübung einer angepassten, klar strukturierten Tätigkeit
,
ohne die Übernahme von Verantwortung, im vollzeitlichen Umfang
,
ohne Einschränkungen
,
zuzumuten
sei.
7.3.5
Insgesamt erscheint die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte
des
U._
, wonach der Beschwerdeführerin
seit
September 2015
die Ausübung
einer angepassten, wechselbelastenden, klar strukturierten Tätigkeit, ohne Übernahme von Verantwortung,
ohne vorwiegend einseitige Körperhaltung, ohne schwere und häufig mittelschwere körperliche Belastungen, ohne repetitive Arbeiten in
elevierter
und hyperabduzierter Armhaltung und ohne andauernde manuelle Belastung im Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
zuzumuten
sei
, als nach
vollziehbar.
Davon ist auszugehen.
7.4
Nicht zu überzeugen vermag indes
die Beurteilung durch
Dr.
M._
vom
6.
Mai 2019
(vorstehend E.
6.10), da sich dieser
keine nachvollziehbare Begrün
dung für die darin postulierte vollständige Arbeitsunfähigkeit
auf Grund einer Schmerzsymptomatik
entnehmen lässt
. Insbesondere geht daraus nicht hervor
, inwiefern und auf welche Art und Weise die Beschwerdeführerin aus gesundheit
lichen Gründen in ihrem funktionellen Leistungsvermögen eingeschränkt sein sollte. Mangels einer nachvollziehbaren Begründung kann auf die Arbeitsfähig
keitsbeurteilung durch
Dr.
M._
vorliegend daher nicht abgestellt werden.
7.5
Des
Gleichen
ist auch der Beurteilung
durch
Dr.
R._
vom 1
3.
Juni 2020 (vor
stehend E.
6.16
) keine nachvollziehbare Arbeitsfähigkeitsbeurteilung zu entnehmen. Denn
insoweit dieser darin postulierte
,
dass
es sich bei
der
neu fest
gestellte
n
Hiatushernie
um ein neu aufgetretenes
, die Arbeitsfähigkeit beeinträch
tigendes
Leiden handle
, widerspricht
dessen Beurteilung
der Aktenlage
.
Denn auf Grund der Akten
ist, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
7.3.3
), davon auszugehen, dass es bei
der
von
Dr.
Q._
am
1
0.
März 2020 (vorstehend E.
6.15
)
erstmals diagnostizierten kleinen axialen
Hiatushernie
lediglich um die diagnostische Einordnung einer seit Jahren bekannten
Refluxkrankheit
beziehungsweise von deren Ursachen
handelt und nicht um ein neu aufgetretenes Leiden.
In Überein
stimmung mit der
erwähnte
n
Stellungnahme
von
Dr.
S._
vom
8.
Oktober 2020
(vorstehend E.
6.17
)
ist
zudem
davon auszugehen, dass die
Gutachter
des
U._
Kenntnis des
R
efluxleidens
der Beschwerdeführerin
hatten,
diese aber nicht als ihre
Arbeitsfähigkeit
beeinträchtig
end erachteten
. Der
Beurteilung durch
Dr.
R._
, wonach
erfahrungsgemäss in der Regel
von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von
20
%
bis
5
0
%
auszugehen sei,
fehlt es daher an einer nachvollziehbaren Begründung und
sie
vermag die anderslautende
Beurteilung durch die Gutachter des
U._
nicht
in Zweifel zu ziehen
.
Zudem gilt es
in Bezug auf die Beurteilung durch
Dr.
R._
die Erfahrungstatsache zu beachten, wonach
Hausärzte und
behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen dürften (Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2012 vom 2
7.
Juni 2012
E.
3.3.2; BGE 135 V 465 E. 4.5). Demzufolge kann auf die
Beurteilung durch
Dr.
R._
vom 1
3.
Juni 2020
vorliegend nicht abgestellt werden.
7.6
Nicht zu überzeugen vermögen sodann die Arbeitsfähigkeitsbeurteilu
ngen durch die Ärzte der Klinik G._
vom
10. Juni 2016 (
vorstehend E.
6.3
)
und vom
9.
Februar 2017 (vorstehend E.
6.4
). Denn diesen Beurteilungen lässt sich keine nachvollziehbare Begründung der darin festgestellten vollständigen
Arbeits
unfähigkeit aus psychischen Gründen
entnehmen
. Zudem ist
darauf hin zu weisen
, dass
die Ärzte der Klinik
G._
, welche davon ausgingen, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin insbesondere durch
Probleme
mit Bezug auf
Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung
beeinträchtigt werde, in ihrer Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
zu einem grossen Teil auf die
psychosozialen Belastungsfaktoren
abstellten
. Aus diesen Gründen kann auf die Beurteilungen durch
die Ärzte der Klinik
G._
vorliegend nicht abgestellt werden.
7.7
Des Gleichen
vermag
die Beurteilung durch
Dr.
L._
vo
m 1
0.
Mai 2019 (vorstehend E.
6.9
) nicht
nicht
zu überzeugen
.
Auch
sie
hat
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus psychischen Gründen
die direkten Folgen der festgestellten
psychosoziale
n
Belastungssituation im Sinne einer konflikthaften Ehe und im Sinne von Problemen zum Ehepartner
nicht
genügend abgegrenzt
.
7.8
Schliesslich kann
auch
auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch die Ärzte der
Psychiatrischen
Klinik I._
vom 2
9.
Juni 2017 (vorstehend E.
6.6
) nicht abgestellt werden, weil diese der Beschwerdeführerin lediglich für die Zeit der teilstationären Behandlung in der Tagesklinik vom 1
5.
Dezember 2015 bis 2
9.
April 2016 eine Arbeitsunfähigkeit attestierten.
8.
8.1
Gestützt auf die nachvollziehbare Beurteilung durch die Gutachter des
U._
vom
2
0.
Dezember 2019 (vorstehend E.
6.12
) sowie auf
die in somatischer Hinsicht
damit übereinstimmende Beurteilung durch
Dr.
S._
vom
8.
Oktober 2020
(vorstehend E.
6.17
) ist demzufolge
festzustellen
, dass der Beschwerdefüh
rerin in somatischer
und psychischer
Hinsicht
ab September 2015
bis zum Zeit
punkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom
3.
November 2020
(
Urk.
2) die Ausübung angepasster,
wechselbelastender, klar strukturierter Tätigkeiten, ohne Übernahme von Verantwortung,
ohne vorwiegend einseitige Körperhaltun
g
en
, ohne schwere und häufig mittelschwere körperliche Belastungen, ohne repetitive Arbeiten in
elevierter
und hyperabduzierter Armhaltung und ohne andauernde manuelle Belastung im Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
zuzumuten
war.
Damit ist im Vergleich zur Situation im Jahr 2011 eine Verän
derung eingetreten. Zu prüfen ist, ob diese einen Einfluss auf den Leistungsan
spruch der Beschwerdeführerin hat (vgl. nachfolgend E. 10).
8.2
Da ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergebnis nichts mehr änderten, besteht für weitere Abklärungen keine Notwendigkeit und es ist von einer Rück
weisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung solcher abzusehen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
8.3
Da in psychischer Hinsicht lediglich von einem geringfügigen
,
die Arbeitsfähig
keit
nur unerheblich
beeinträchtigende
n, psychopathologischen Befund
auszu
gehen ist, kann gemäss der erwähnten Rechtsprechung (vorstehend E.
1.5
) aus Gründen der Verhältnismässigkeit von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden.
9
.
9.1
Im Folgenden sind
vorerst die Statusfrage und anschliessend
die erwerblichen Auswirkungen
der festgestellten gesundheitlichen Verschlechterung
zu prüfen.
9.2
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Rentenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditäts
be
messung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen
ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist
somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Ge
sundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
g
en und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Be
ur
teilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4 und Urteil des Bundesgerichts 8C_27/2018 vom 26. September 2018 E. 4.1.1).
9.3
Vor Eintritt des Gesundheitsschadens
im September 2015
war die Beschwerde
führerin
vom 2
7.
Oktober 2014 bis 3
1.
März 2016
bei der
Z._
AG
im Umfang eines Arbeitspensums von 60
%
tätig (Urk. 8/115
Ziff.
5.4,
Urk.
8/122
Ziff.
2.9,
Urk.
8/124
Ziff.
2 und
Urk.
8/215 S. 3).
9.4
Gegenüber der Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin gab die Beschwerde
führerin anlässlich
der Haushaltabklärung vom 2
7.
Februar 2020
an, dass sie ohne Gesundheitsschaden
weiterhin
im Umfang eines Arbeitspensums
von
rund 6
0 %
e
rwerbstätig wäre (Urk.
8/215 S. 4
).
9.5
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführerin in der Folge im Rahmen der angefochtenen Verfügung vom
3.
November 2020 (
Urk.
2) als Erwerbstätige in einem Umfang von 60
%
und im restlichen Umfang von 40 %
als im anerkannten Aufgabenbereich Haushalt Tätige
. Beschwerdeweise wird diese Qualifikation von der Beschwerdeführerin nicht bestritten. In ihrer Beschwerde vom
3.
Dezember 2020 (
Urk.
1) machte die Beschwerdeführerin vielmehr geltend, dass bei einer Einschränkung im Haushalt von 25
%
bei einer Qualifikation als im Haushalt Tätige in einem Umfang von 40 % von einer
anteilsmässigen Einschränkung im Haushalt im Umfang von 10 % auszugehen sei (S. 7).
9.6
In Würdigung der gesamten Umstände ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin mit der angefochtenen Verfügung vom
3.
November 2020 (
Urk.
2) in einem Umfang von 60
%
als Erwerbstätige und im restlichen Umfang von 40
%
als im anerkannte Aufgabenbereich Haushalt Tätige qualifizierte.
10
.
10
.1
Im Folgenden
sind die erwerblichen Verhältnisse zu prüfen
, wobei
bei
einer Qualifikation der Beschwerdeführerin im
Umfang von
6
0
% als Erwerbs
tätige und
im restlichen Umfang von
4
0
%
als
im anerkannten Aufgabenbereich Haushalt Tätige
die Invalidität anhand der gemisch
ten Methode (vorste
hend E.
1.6
) zu bemessen ist. Dabei ist das Erwerbseinkommen, das die Beschwerdeführerin durch die Teilerwerbstätig
keit erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre, auf eine Vollerwerbs
tätigkeit hochzurechnen.
10
.2
10
.2.1
In einem ersten Schritt ist die anteilige Invalidität im Erwerbsbereich zu ermitteln (vorstehend E.
1.6
). Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeit
punkt des hypotheti
schen Renten
be
ginns massgebend. Validen- und Invaliden
einkommen sind auf zeitidenti
scher Grundlage zu erheben; allfällige renten
wirk
same Änderungen der
Ver
gleichs
ein
kommen sind bis zum Verfügungs
zeitpunkt zu berücksichtigen
(BGE 129 V 222 E. 4.1 und 4.2; Urteil des Bundes
gerichts 9C_22/2014 vom 18. Februar 2014 E. 4.3).
10.2.2
Da vorliegend ein Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach der
Neua
n
meldung zum Leistungsbezug vom
1
1.
Januar 2016
(
Urk.
8/115
) und mithin frühestens
im Juli 2016
entstehen konnte (
Art.
29
Abs.
1 IVG), sind beim Einkommensvergleich die Verhältnisse dieses Jahres massgebend.
10
.2.3
Um
bei einer Rentenrevision
das von der versicherten Person ohne Gesundheits
schaden hypothetisch er
zielbare Valideneinkommen zu bestimmen, ist entschei
dend, was diese im Zeit
punkt
bei Eintritt der Anlass zu einer
Renten
revision
gebenden Veränd
erung
der gesundheitlichen oder erwerblichen Verhält
nisse
überwiegend wahrscheinlich als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Dabei
stellt in der Regel
der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, der Nominallohnentwicklung ange
passte Verdienst Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens
dar
(BGE 139 V 28 E. 3.3.2)
,
da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesund
heitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Grundsatz müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erst
ellt sein (BGE 135 V 297 E.
5.1,
134 V 322 E. 4.1
und
129 V 222 E. 4.3.1
; Urteil des Bundesgerichts 8C_678/
2015 vom 9. Juni 2016 E. 4.2).
10.2.4
Obwohl d
ie Beschwerdeführerin
gegenüber der Abklärungsperson der Beschwer
degegnerin angab, dass sie
das Arbeitsverhält
nis mit der
Z._
AG
aus gesundheitlichen Gründen
aufgegeben habe
(Urk.
8/215 S. 3)
,
ist dem Arbeitgeberbericht
der
Z._
AG
vom 2
8.
Januar 2016 (
Urk.
8/122/1-4) zu entnehmen, dass
diese
das Arbeitsverhältnis mit der Beschwerdeführerin wegen
«
zu wenig Arbeit
»
beziehungsweise
aus wirtschaft
lichen
, mithin
invaliditätsfremden
Gründen beendete (
Ziff.
2.2). Demzufolge
steht fest, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Invaliditätsbemessung im Jahre 2016
zwar
weiterhin in ihrem a
ngestammten Beruf als Floristin, jedoch
nicht mehr an ihrer bisherigen Stelle tätig gewesen wäre
.
Bei der
Bemessung des Valideneinkommens
ist daher
auf Erfahrungs- und Durchschnittswer
te (Tabellen
löhne) abzustellen
(Urteile des Bundesgerichts 9C_276/2017 vom 2
3.
April 2018 E. 6.2 und 8C_12/2017 vom 2
8.
Februar 2017 E. 5.3)
. Die
Beschwerdegegnerin bemass das Valideneinkommen in der angefochtenen Verfügung vom
3.
Novem
ber 2020 (
Urk.
2) anhand der Tabelle TA1 der LSE 2016
, Berufsgruppe
Ziff.
47
«
Detailhandel
»
, Niveau 2
(vgl. Urk.
8/221/1
).
In Übereinstimmung mit
der Recht
sprechung
(Urteil des Bundesgerichts
8C_314/2019
v
om 1
0.
September 2019
E.
6.1)
ist
bei
der Bemessung des Valideneinkommens anhand von Tabellenlöhne
n bei v
ersicherten Personen, denen der private u
nd der öffentliche Sektor offen
steht,
wie dies vorliegend der Fall,
indes auf die Durchschnittswerte der
Tabelle T17 der LSE abzustellen.
10.2.
5
Unter Berücksichtigung des Zentralwerts der Tabelle T17 der LSE 2016 für die Berufsgruppe «Verkaufskräfte» (
Ziff.
52) für Frauen im Alter zwischen 30
bis
49 Jahren von
Fr.
4’550.--
und
bei einer betriebsüblichen Wochenarbeitszeit im Detailhandel im Jahre 2016 von insgesamt 41.8 Stunden (www.bfs.admin.ch; Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen) resultiert im Jahre 2016
, aufgerechnet auf ein hypothetisches Arbeitspensum von 100
%
,
ein Validenein
kommen von rund
Fr.
57
’
057
.-- (
Fr.
4’550.-- x 12 Monate ÷ 40 Stunden x 41.8 Stunden).
10
.3
10
.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BG
E
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, 3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
10.
3.
2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E.
3b
/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E.
5b
/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E.
5a
/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (
BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemä
ss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen
(BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesam
thaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgericht
s
9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
10.
3.
3
Die Rechtsprechung gewährt einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E.
5a
/
bb
). Gemäss der Rechtsprechung ist indes der Umstand allein, dass nur mehr leichte Arbeiten zumutbar sind, selbst bei einer - hier nicht vorliegenden - eingeschränkten Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn bereits eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten umfasst (Urteile des Bundesgerichts 8C_61/2018 vom 2
3.
März 2018 E. 6.5.2, 8C_439/2017 vom
6.
Oktober 2017 E. 5.5 und 8C_805/2016 vom 2
2.
März 2017 E. 3.4.2).
A
ngesichts des Zumutbarkeitsprofils
der Gutachter des
U._
(vor
stehend E.
6.12
), der
von der Beschwerdeführerin
absolvierten Ausbildung als Floristin und der umfangreichen Berufserfahrung, über welche die Beschwerde
führerin verfügt,
ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen. Folglich können unter dem Titel leidens
bedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_421/2017 vom 1
9.
September 2017 E. 2.4 mit Hinweisen). Solche Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich. Zudem führt der Umstand, dass versicherte Personen allenfalls auf Grund ihres medizinischen Zumutbarkeitsprofils nicht mehr alle Tätigkeiten innerhalb eines Kompetenz
niveaus ausüben können und die Möglichkeit besteht, dass sie den Zentralwert der LSE nicht erreichen könnten, gemäss der Rechtsprechung nicht zu einem grundsätzlich vorzunehmenden leidensbedingten Tabellenlohnabzug. Denn jeder Anwendung statistischer Werte ist die Abstrahierung, das heisst die Ausblendung der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles, immanent (BGE 142 V 178 E. 2.5.7; Urteile des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 2
9.
Mai 2018 E. 3.4.3 und 9C_200/2017 vom 1
4.
November 2017 E. 4.3.2). Dass weitere abzugsrelevante Merkmale gegeben wären, ist nicht ersichtlich.
Damit erscheint ein Abzug vom Tabellenlohn bei der Bemessung des Invalideneinkommens als nicht gerecht
fertigt.
10.
3.
4
Unter Berücksichtigu
ng des Zentralwerts der LSE 2016
für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) für Frauen (Total;
Tabelle TA1, privater Sektor Schweiz 201
6
) von
Fr.
4’
363
.--, resultiert unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen
Wochenarbeitszeit im Jahre 2016
von insgesamt 41.7 Stunden (www.bfs.admin.ch; Betriebsübliche Arbeitsze
it nach Wirtschaftsabteilungen) sowie eines
zumutb
aren Beschäftigungsgrades von 80
%
ein hypothetisches Invalideneinkommen
im Jahre 2016 von
Fr.
43’665.-- (Fr. 4’363
.-- x 12 Monate ÷ 40 Stunden x 41
.7 Stunden x 0.8
).
10.4
Der Vergleich des Valideneinkommens von
Fr.
57
'
057
.--
mit dem Invalidenein
kommen von
Fr.
43'665.--
ergibt eine Erwerbseinbusse von Fr.
13
’
392
.--
und einen Teilinvaliditätsgrad im erwerblichen Bereich von (gerundet)
23
%
.
10.5
10.5.1
Bei der Bemessung der Invalidität im Haushaltsbereich ist praxisgemäss vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schaden
minderungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltens
weisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienange
hörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöhnung
oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheits
schädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (BGE 133 V 504 E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_91/2016 vom 1
3.
Juni 2016 E. 5.2.3.1).
10.5.2
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Massgabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch Rz. 3081 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und
räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massge
bend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushalt
führung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicher
ten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen. Zwar ist der Abklärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Prinzipiell jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beur
teilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht. Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (zum Ganzen: Urteil des Bundesge
rich
ts 8C_
8
1
7/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1).
10.5.3
D
er sich bei den Akten befindende Haushaltabklärungsbericht vom
1
7.
März 2020
(
Urk.
8/215
) enthält eine eingehende Abklärung der Wohnverhältnisse sowie der im Haushalt der Beschwerdeführerin anfallenden Tätigkeiten. Gestützt darauf wurde ein Betätigungsvergleich vorgenommen. In Übereinstimmung mit der im Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH RZ 3087, in der ab
1.
Januar 2018 geltenden Fassung) statuierten Verwal
tungspraxis wurden darin die im Haushalt anfallenden Tätigkeiten in fünf
Aufgaben aufgeteilt (Ernährung, Wohnungs- und Hauspflege, Einkauf, Wäsche und Kleiderpflege, Betreuung von Kindern und/oder Angehörigen) und nach deren prozentualen Bedeutung im Vergleich zu sämtlichen anfallenden Tätig
keiten bewertet. Anschliessend wurde für jede der Tätigkeitsbereiche die konkrete Behinderung ermittelt. Dabei resultierte eine Einschränkung im Aufgabenbereic
h des Haushalts von gesamthaft 6
%
.
10.5.4
Während die Gutachter des
U._
im Rahmen der interdisziplinären Konsens
beurteilung zur Frage nach der Beeinträchtigung im Haushalt nicht Stellung nahmen (
Urk.
8/207/9-22)
,
führte der neurol
ogische Teilgutachter des
U._
,
Dr.
med.
T._
, Facharzt für Neurologie, in seinem
neurologischen Teil
gutachten
vom
7.
Dezember 2019 (
Urk.
8/210/1-35)
aus, dass die Beschwerde
führerin die Haushaltsarbeiten mit einem zeitlich eigenstrukturierten Pausen
management verrichten könne, wobei aus neurologischer Sicht von einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit im Haushalt
v
on 20
%
auszugehen sei
. Bei einer gleichzeitigen beruflichen Beanspruchung sei
zudem
von einer
höhergradi
gen
Einschränkung im Haushalt, schätzungsweise von einer solchen im Umfang von 40
%
,
auszugehen (Urk. 8/210/33).
10.5.5
Die Beurteilung der Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin im Haushalt
in somatischer Hinsicht durch
Dr.
T._
vom
7.
Dezember 2019
(vorstehend E. 10.5.4)
vermag nicht zu überzeugen. Denn
einerseits waren
Dr.
T._
weder
die konkreten Verhältnisse im Haushalt der Beschwerdeführerin bekannt
,
noch hatte er Kenntnis des erst später erstellten
Haushaltabklärungsbericht
s
vom 1
7.
März 202
0.
Andererseits sah
Dr.
T._
in seiner Beurteilung davon ab, die gemäss der Rechtsprechung den Familienmitgliedern einer versicherten Person zuzumutende Mithilfe im Haushalt in seiner Beurteilung angemessen zu berück
sichtigen.
Des Weiteren
ist seiner Beurteilun
g nicht zu entnehmen, in welchen
einzelnen
der im
Haushalt anfallenden Tätigkeiten
und in welchem Umfang
die Beschwerdeführerin
dabei
aus gesundheitlichen Gründen eingeschränkt sein sollte. Mangels einer nachvollziehbaren Begründung kann auf die Beurteilung der Einschränkungen im Haushalt durch
Dr.
T._
vom
7.
Dezember 2019
vorliegend daher nicht abgestellt werden.
10.5.6
Demgegenüber genügt
der Haushaltabklärungsbericht vom
1
7.
März 2020
(
Urk. 8/215
) den rechtlichen Anforderungen (vgl. vorstehend E.
10.5.2
und Urteil des Bundesgerichts I 246/05 vom 3
0.
Oktober 2007 E. 5.2.
1, nicht
publ
. in: BGE
134 V 9) und vermag auch in i
nhaltlicher Hinsicht zu überzeugen
. Insbesondere vermag zu überzeugen
, dass die Abklärungsperson der Beschwerdegegner
in darin davon ausging, dass dem
im gleichen Haushalt wohnenden
Ehegatten
der Beschwerdeführerin eine Mithilfe bei der
Wohnungspflege und beim Einkaufen
zuzumuten sei, und dass
dem älteren Sohn der beiden im gleichen Haushalt wohnenden Söhne der Beschwerdeführerin
,
ein
e Mithilfe
bei der Wohnungspflege und bei der Wäsche und Kleiderpflege
zugemutet werden könne
. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom
3.
November 2020
(
Urk.
2) gestützt darauf von einer Einschr
änkung im Haushaltsbereich von insgesamt 6
%
ausging.
10.5.7
Bei einem hypothetischen Umfang der Ausübung einer Erwerbstätigkeit von
60 %
und
einer
Betätigung im
anerkannten Aufgabenbereich
Haushalt
im restlichen Umfang von 4
0
%
resultiert ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad im e
rwerblichen Bereich von 13.8
%
(23
%
x 0.6
) und ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad
im Haushaltsbereich von 2.4
%
(6
%
x 0.
4
)
und damit
ein Gesamtinvaliditätsgrad von (gerundet; vgl. BGE 130 V 12) 1
6
%
.
10.6
Damit wird ein für den Anspruch auf eine Invalidenrente vorausgesetzter Invali
ditätsgrad von mindestens 40
%
nicht erreicht.
11.
Da ein
Rentenanspruch trotz einer Veränderung der gesundheitlichen Verhält
nisse im Vergleich
szeitraum vom
4.
Juli 2011 bis zum
3.
November 2020
nicht ausgewiesen ist, ist daher
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen Verfügung vom
3.
November 2020
(
Urk.
2) einen Anspruch der Beschwerdeführerin au
f eine Invalidenrente erneut verneinte.
Demzufolge ist
die Beschwerde abzuweisen.
12.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
tona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
wei
gerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind
nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert
unter Berücksichti
gung des
gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
8
00.-- fest
zusetzen und der unter
lie
genden
Beschwerdeführerin aufzuerlegen.