Decision ID: 4d8f8029-7288-59cb-ba00-9460bff871a7
Year: 2019
Language: de
Court: BE_VB
Chamber: BE_VB_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law
Law Sub-area: Oeffentliches Bau-, Raumplanungs- und Umweltrecht
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt
1. Der Beschwerdegegner reichte am 18. August 2017 bei der Gemeinde Brienz (BE)
ein Baugesuch ein für den Neubau von drei Wohnhäusern mit je zwei Wohnungen auf den
Parzellen Brienz (BE) Grundbuchblatt Nrn. E._ und F._. Die Parzellen
liegen in der Wohnzone W2P. Gegen das Bauvorhaben erhob unter anderen der
Beschwerdeführer Einsprache. In seiner Stellungnahme zu den Einsprachen vom 17.
Oktober 2017 erklärte sich der Beschwerdegegner bereit, sein Projekt in gewissen Punkten
RA Nr. 110/2018/155 2
anzupassen. Anlässlich der Einspracheverhandlung vom 17. Dezember 2017 stellte er eine
Projektänderung in Aussicht. Die Einsprecherinnen und Einsprecher hielten ihre
Einsprachen aufrecht. Am 20. März 2018 reichte der Beschwerdegegner eine
Projektänderung ein. Dagegen erhob der Beschwerdeführer erneut Einsprache. Anlässlich
der Einspracheverhandlung vom 3. Juli 2018 konnten einige Einsprachepunkte erledigt
oder in eine Rechtsverwahrung umgewandelt werden. Mit Entscheid vom 26. Oktober 2018
erteilte die Gemeinde Brienz (BE) die Baubewilligung.
2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 27. November 2018 Beschwerde bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er beantragt die
Aufhebung des Entscheids vom 26. Oktober 2018 und die Erteilung des Bauabschlags. Er
macht geltend, das Bauvorhaben verletze den Gestaltungsgrundsatz, es überschreite die
zulässige Geschosszahl und es halte den Gebäude- und Grenzabstand nicht ein. Zudem
bemängelt er fehlende Autoabstell- und ungenügende Wendemöglichkeiten, die
Mehrbelastung der Zufahrt, die Lärmbelastung und die Entwässerung der
Strassenparzelle. Ausserdem rügte er, der dem Bauentscheid beigelegte
Lärmschutznachweis für die Wärmepumpen entspreche nicht dem nach der
Projektänderung vorgesehenen Produkt mit Innenaufstellung.
3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. In ihrer Stellungnahme vom 18.
Dezember 2018 beantragte die Gemeinde die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf
eingetreten werden könne. Sie wies insbesondere darauf hin, dass die Beschwerde in
weiten Teilen wortwörtlich identisch mit den Einsprachen sei und sich nicht mit dem
Bauentscheid auseinandersetze. In seiner Beschwerdeantwort vom 20. Dezember 2018
beantragte der Beschwerdegegner die Abweisung der Beschwerde. Er hielt insbesondere
fest, dass der Beschwerdeführer das Bauprojekt schon weit über ein Jahr verzögert habe
und dass der Beschwerdeführer das Bauprojekt bereits mehrmals umgestaltet habe, um
den Wünschen des Beschwerdeführers nachzukommen. Zudem reichte der
Beschwerdeführer einen Lärmschutznachweis für die Wärmepumpen ein.
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191)
RA Nr. 110/2018/155 3
4. Die Parteien erhielten Gelegenheit, Schlussbemerkungen einzureichen. Die Vor-
instanz verzichtete mit Schreiben vom 22. Januar 2019 auf eine nochmalige
Stellungnahme. Der Beschwerdegegner hielt in seinen Schlussbemerkungen vom 24.
Januar 2019 am Rechtsbegehren auf vollständige Abweisung der Beschwerde fest und
führt unter Verweis auf die Beschwerdevernehmlassung der Vorinstanz aus, dass die
Rechtsbegehren des Beschwerdeführers in keiner Weise auf einer rechtsgenügenden
Begründung basierten. Der Beschwerdeführer hielt in seinen Schlussbemerkungen vom 6.
Februar 2019 an seinen Anträgen fest und nahm zu den Rechtsschriften der übrigen
Beteiligen Stellung. Auf die Rechtsschriften und Vorakten wird, soweit für den Entscheid
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Considerations:
II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
a) Bauentscheide können nach Art. 40 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit
Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung
der Beschwerde zuständig. Die Beschwerde ist innerhalb der Rechtsmittelfrist eingereicht
worden (Art. 40 Abs. 1 und BauG i.V.m. Art. 41 Abs. 1 VRPG3).
b) Der Beschwerdeführer hat sich zulässigerweise als Einsprecher am
Baubewilligungsverfahren beteiligt (Art. 35 Abs. 2 Bst. a BauG). Er ist zur Beschwerde
befugt (Art. 40 Abs. 2 BauG). Die sogenannte aspektmässige Umschreibung des
Streitgegenstands im Baurecht wurde per 1. April 2017 aufgehoben. Das geltende Recht
sieht für die Einsprecherinnen und Einsprecher keine Begrenzung des Streitgegenstands
auf die Einsprachegründe vor. Allerdings grenzt es an einen Verstoss gegen Treu und
Glauben, wenn der Beschwerdeführer Einwände, die er anlässlich der
Einspracheverhandlung fallengelassen oder in Rechtsverwahrungen umgewandelt hat, in
seiner Beschwerde erneut vorbringt. Es ist deshalb fraglich, ob insoweit auf die
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0) 3 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
RA Nr. 110/2018/155 4
Beschwerde eingetreten werden kann. Dies kann aber offengelassen werden, da sich aus
den nachfolgenden Erwägungen ergibt, dass die fraglichen Rügen unbegründet sind.
c) Parteieingaben müssen einen Antrag, die Angaben von Tatsachen und
Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift enthalten (Art. 32 Abs. 2 VRPG).
Sowohl der Antrag als auch die Begründung müssen innert der gesetzlichen
Rechtsmittelfrist vorgebracht werden (Art. 67 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 Abs. 2 und Art. 33 Abs. 3
VRPG). Zu ihrer Ergänzung darf die Behörde aufgrund des klaren Gesetzeswortlauts keine
Nachfrist über die gesetzliche Rechtsmittelfrist hinaus gewähren.4 Zudem ist das Verfahren
vor den Verwaltungs- und Verwaltungsjustizbehörden grundsätzlich schriftlich (vgl. Art. 31
Abs. 1 VRPG). Dem verfahrensrechtlichen Antrag des Beschwerdeführers, er sei zu allen
Eingabepunkten seiner Beschwerde zu befragen, damit er diese ergänzend begründen und
erläutern könne, kann daher nicht stattgegeben werden. Im Übrigen hatte der
Beschwerdeführer Gelegenheit, sich im Rahmen der Schlussbemerkungen ergänzend zu
äussern.
d) Die Vorinstanz macht geltend, die Beschwerde sei in weiten Teilen wortwörtlich
identisch mit den Einsprachen, ohne dass der Beschwerdeführer auf die Begründung im
angefochtenen Entscheid eingehe. Insoweit sei die Beschwerde formell mangelhaft und es
könne nicht auf diese Rügen eingetreten werden. An die Begründung einer Beschwerde
werden praxisgemäss keine hohen Anforderungen gestellt. Das gilt insbesondere bei
Laieneingaben. Es reicht aus, wenn ersichtlich ist, inwiefern und weshalb der angefochtene
Entscheid beanstandet wird. Die Begründung braucht nicht zuzutreffen; sie muss aber
sachbezogen sein. Sie hat sich wenigstens in minimaler Form mit dem angefochtenen
Entscheid auseinanderzusetzen und muss sinngemäss darauf schliessen lassen, inwiefern
dieser unrichtig sein soll. Es ist unzureichend, bloss zu behaupten, der angefochtene
Entscheid sei falsch. Auch ein blosser (globaler) Verweis auf frühere Rechtsschriften stellt
keine rechtsgenügliche Begründung dar.5 Hingegen genügt es grundsätzlich, dass die
Beschwerdeführenden ihre Argumentation vortragen, wobei es ihnen nicht verwehrt ist,
frühere Ausführungen zu wiederholen. Wer jedoch die Ausführungen der Vorinstanz nicht
substanziell bestreitet, läuft Gefahr, dass sie als unbestritten betrachtet werden.6 Es trifft
zwar zu, dass der Beschwerdeführer zur Begründung seines Standpunkts im Wesentlichen
4 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 33 N. 12 5 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 32 N. 15; BVR 2006 S. 470 E. 2.4; BGE 131 II 470 E. 1.3 6 VGE 2016/1 vom 16. Dezember 2016 E. 1.2, mit weiteren Hinweisen
RA Nr. 110/2018/155 5
die gleichen Argumente vorbringt wie im vorinstanzlichen Verfahren. Teilweise beschränkt
er sich auf eine blosse wortwörtliche Wiedergabe seiner Einsprache. Die Wiederholung von
Teilen der vor der Vorinstanz eingereichten Einsprachen stellt jedoch keinen unzulässigen
Globalverweis auf diese Rechtsschrift dar. Es lässt sich der Beschwerde entnehmen,
weshalb der Beschwerdeführer der Auffassung ist, die Baubewilligung sei zu Unrecht erteilt
worden. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sind die Begründungsanforderungen
deshalb erfüllt. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist deshalb
grundsätzlich einzutreten.
e) Der Beschwerdeführer beantragt, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung
zu gewähren. Laut Art. 68 Abs. 1 VRPG hat die Beschwerde aufschiebende Wirkung, wenn
die Gesetzgebung nichts anderes bestimmt. Da die Baugesetzgebung keine abweichende
Regelung zur Frage der aufschiebenden Wirkung enthält, kommt der Baubeschwerde im
vorliegenden Fall von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu. Der Beschwerdeführer
hat daher kein Rechtsschutzinteresse an der Beurteilung des Antrags Ziff. 2. Es wird nicht
darauf eingetreten.
2. Gegenstand des Verfahrens
a) Der Beschwerdeführer bemängelt, dass im Bauentscheid keine Auflage
aufgenommen worden sei, den Zustand der Wegparzelle Nr. G._ vor Baubeginn
protokollarisch festzuhalten. Sollte wider Erwarten die Baubewilligung erteilt werden, sei
die Protokollierung des Strassenzustandes vor Baubeginn als Auflage aufzunehmen. Der
Beschwerdeführer macht weiter geltend, aufgrund der Mehrbelastung der Zufahrt durch
das Bauvorhaben sei eine Neuregelung bezüglich des Kostenverteilers für Instandhaltung
und Erneuerung erforderlich. Diese Regelung sei zwar zivilrechtlicher Natur, sie sei aber
eine zwingende Voraussetzung für die baurechtlichen Aspekte.
b) Laut Art. 2 BauG sind Bauvorhaben zu bewilligen, wenn sie den bau- und
planungsrechtlichen Vorschriften und den nach andern Gesetzen im
Baubewilligungsverfahren zu prüfenden Vorschriften entsprechen, die öffentliche Ordnung
nicht gefährden und wenn ihnen keine Hindernisse der Planung entgegenstehen. Über
privatrechtliche Fragen wird im Baubewilligungsverfahren demgegenüber nicht
entschieden. Für deren Durchsetzung sind die Betroffenen auf den zivilrechtlichen
RA Nr. 110/2018/155 6
Rechtsweg verwiesen. Der Grundsatz der strikten Trennung zwischen Privat- und
Verwaltungsrecht wird einzig in zwei Fällen durchbrochen: wenn die Bauherrschaft auf
fremdem Boden baut oder wenn die Baugesetzgebung privatrechtliche Tatbestände
voraussetzt bzw. ausdrücklich als massgebend erklärt, wie beispielsweise zur Sicherung
einer über fremden Boden führenden Zufahrt.7 Im Übrigen können privatrechtliche
Einwände und Ansprüche, die das Bauvorhaben betreffen, im Baubewilligungsverfahren
einzig als Rechtsverwahrung angemeldet werden.8 Die Rechtsverwahrung bezweckt die
Orientierung der Gesuchstellenden und der Behörden über Privatrechte, welche durch das
Bauvorhaben berührt werden, und über Entschädigungsansprüche, die daraus abgeleitet
werden können (Art. 32 Abs. 1 BewD9). Sie ist ins Dispositiv des Bauentscheids
aufzunehmen (Art. 36 Abs. 3 Bst. f BewD), unabhängig davon, ob die geltend gemachten
Vorbringen zutreffen oder nicht.
c) Ein Protokoll über den Zustand der Wegparzelle dient einzig der vorsorglichen
Beweissicherung im Hinblick auf allfällige spätere Schadenersatzansprüche bzw. für einen
allfälligen späteren Zivilrechtsstreit. Ein öffentliches Interesse an der Erstellung solcher
Protokolle ist nicht gegeben, da es sich dabei um eine zivilrechtliche Angelegenheit
handelt. Deshalb können im Rahmen eines öffentlichrechtlichen Baubewilligungs- bzw.
Baubeschwerdeverfahrens auch keine Vorgaben gemacht werden, dass und durch wen ein
solches Protokoll aufgenommen werden soll. Eine Grundlage für die Auflage, es sei vor
Baubeginn eine Protokollierung des Zustands der Wegparzelle vorzunehmen, existiert
nicht. Der Beschwerdeführer hat diesen Punkt anlässlich der Einspracheverhandlung denn
auch zu Recht in eine Rechtsverwahrung umgewandelt. Falls der Beschwerdegegner nicht
bereits im eigenen Interesse bereit sein sollte, ein Zustandsprotokoll der Wegparzelle
erstellen zu lassen, oder falls sich die Parteien nicht auf die Vorgehensweise und die mit
der Aufnahme des Protokolls betraute Person einigen können, besteht die Möglichkeit,
eine gerichtlich angeordnete vorsorgliche Beweisführung zu beantragen (vgl. dazu Art. 158
ZPO10).
d) Die Wegparzelle Nr. G._, die unter anderem die beiden Baugrundstücke
erschliesst, ist im Grundbuch als Anmerkungsgrundstück eingetragen und gehört den
jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümer der angrenzenden Grundstücke Brienz (BE)
7 BVR 2003 S. 385 E. 4b mit vielen Hinweisen 8 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 2 N. 4a und Art. 35-35c N. 3 9 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1) 10 Schweizerische Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272)
RA Nr. 110/2018/155 7
Grundbuchblatt Nrn. H._, I._, J._, E._, F._,
K._ und L._ je zu einem Siebtel. Die Erschliessung der Baugrundstücke
Brienz (BE) Grundbuchblatt Nrn. E._ und F._ ist deshalb rechtlich
sichergestellt (vgl. Art. 3 Abs. 1 und Art. 4 Abs. 1 Bst. c BauV11). Anders als der
Beschwerdeführer meint, ist eine allfällige Neuregelung des Kostenverteilers für die
Instandhaltung und Erneuerung der Wegparzelle keine Voraussetzung für die Erteilung der
Baubewilligung, sondern allenfalls eine Folge des Bauvorhabens. Wie die Vorinstanz in
ihrem Entscheid zu Recht ausgeführt hat, handelt es sich bei dieser Frage um eine
zivilrechtliche Angelegenheit. Sie kann daher im Baubewilligungsverfahren einzig als
Rechtsverwahrung angemeldet werden.
3. Geschosszahl
a) Der Beschwerdeführer macht geltend, auch wenn das dritte Geschoss als
Dachgeschoss bezeichnet werde und Flächen nicht nachvollziehbar als nicht
anrechenbare Wohnflächen bezeichnet würden, handle es sich dabei um ein Vollgeschoss.
Das Bauvorhaben sei somit dreigeschossig und damit nicht konform mit der
zweigeschossigen Wohnzone W2P. Die Gebäude seien zu redimensionieren. In seinen
Schlussbemerkungen ergänzt er, die Geschosszahl sei insbesondere unter
Berücksichtigung der Kniewände von Amtes wegen zu berechnen.
b) Die zulässige Geschosszahl wird durch die Vorschriften der Gemeinden geregelt (vgl.
Art. 13 Abs. 1 BauG). In der Wohnzone W2P sind zwei Geschosse zulässig (vgl. Art. 39
Abs. 1 GBR12). Die Geschosszahl gibt die Zahl der erlaubten Vollgeschosse an.13
Vollgeschosse sind alle Geschosse von Gebäuden mit Ausnahme der Unter-, Dach- und
Attikageschosse (Art. 23 Abs. 1 GBR). Dachgeschosse sind Geschosse, deren
Kniestockhöhe (vgl. Art. 25 GBR) 2.0 m nicht überschreiten. Bei Pultdächern ist auf der
besonnten Längsseite eine grosse Kniestockhöhe von 3.0 m zulässig, die kleine
Kniestockhöhe darf 2.0 m nicht überschreiten (Art. 23 Abs. 3 GBR). Die Kniestockhöhe ist
der Höhenunterschied zwischen der Oberkante des Dachgeschossbodens im Rohbau und
11 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 12 Baureglement der Einwohnergemeinde Brienz vom 29. August 2013 (GBR) 13 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 13 N. 5 Bst. b
RA Nr. 110/2018/155 8
der Schnittlinie der Fassadenflucht mit der Oberkante der Dachkonstruktion (Art. 25 Abs. 3
GBR).
c) Im Dachgeschoss der drei geplanten Gebäude ist jeweils eine Dreizimmerwohnung
geplant. Der Beschwerdeführer bemängelt Flächen, die nicht nachvollziehbar als nicht
anrechenbare Wohnflächen bezeichnet würden. Aufgrund der bewilligten Pläne ist unklar,
welche Flächen er damit meint. Dies kann aber offen gelassen werden, da die Frage der
Anrechenbarkeit oder Nichtanrechenbarkeit von Flächen gemäss GBR nicht relevant ist für
die Frage, ob ein Dachgeschoss vorliegt oder nicht. Massgeblich ist einzig, ob die
Kniestockhöhe von 2.0 m eingehalten ist oder nicht. Wie der Beschwerdegegner und die
Vorinstanz richtigerweise ausführen, ergibt sich aus den bewilligten Plänen, dass dieses
Mass bei allen drei Gebäuden eingehalten wird. Das Dachgeschoss gilt somit nicht als
Vollgeschoss und die Geschosszahl von zwei Geschossen ist deshalb eingehalten.
4. Gebäude- und Grenzabstand
a) Der Beschwerdeführer macht geltend, bei den drei Häusern handle es sich um einen
Quasi-Zusammenbau. Zwischen Balkon und Aussentreppe der Gebäude bleibe gerade
noch ein Abstand von circa 5 m, der Abstand zwischen den Dächern betrage gar nur noch
4.2 m. Entsprechend würden die drei Gebäude mit den kleinen Gebäudeabständen wie ein
grosses Gebäude wirken, für das gemäss Baureglement vergrösserte Grenzabstände
einzuhalten seien. Um sich der Dimensionen und der Mächtigkeit des Komplexes bewusst
zu werden, sei ein Augenschein durchzuführen. Aufgrund der kleinen Distanz zwischen
den Dächern könne der grosse Grenzabstand für die Gebäude 20A und 20B nicht vor der
Südfassade festgelegt werden. Für diese beiden Gebäude sei der grosse Grenzabstand
nicht eingehalten.
b) Für die Grenzabstände gegenüber Nachbargrundstücken und für die
Gebäudeabstände sind die Vorschriften der Gemeinden massgebend (vgl. Art. 12 Abs. 2
BauG). Gemäss Art. 34 Abs. 1 GBR sind bei der Erstellung von Bauten, welche das
massgebende Terrain überragen, gegenüber dem nachbarlichen Grund die in Art. 39 GBR
festgesetzten kleinen und grossen Grenzabstände einschliesslich allfälliger Mehrlängen-
und Mehrbreitenzuschläge zu wahren. Gemäss Art. 39 Abs. 1 GBR gilt in der Wohnzone
W2P ein kleiner Grenzabstand von 4 m und ein grosser Grenzabstand von 6 m. Die
RA Nr. 110/2018/155 9
Grenzabstände erhöhen sich für Gebäude über 15 m Gebäudelänge oder 12 m
Gebäudebreite auf der betreffenden Längsseite um 1/10 der Mehrlänge, auf der
betreffenden Schmalseite um 1/2 der Mehrbreite, jedoch höchstens 2 m (Art. 39 Abs. 3
GBR). Der grosse Grenzabstand bezeichnet die zulässige kürzeste Entfernung der
projizierten Fassadenlinie auf der besonnten Seite des Gebäudes von der
Grundstücksgrenze. Er wird rechtwinklig zur massgebenden Fassade gemessen. Gebäude
mit Wohn- und/oder Arbeitsräumen haben auf einer Gebäudeseite einen grossen
Grenzabstand einzuhalten. Dieser darf nicht im Norden liegen, ist aber durch den Bauherrn
festzulegen. Er hat darauf zu achten, dass er vor derjenigen Fassade zu liegen kommt,
welche die grösste Fensterfläche zu Wohn- und Arbeitsräumen aufweist (Art. 34 Abs. 2
GBR). Der kleine Grenzabstand bezeichnet die zulässige kürzeste Entfernung der
projizierten Fassadenlinie auf allen anderen Seiten des Gebäudes von der
Grundstücksgrenze (Art. 34 Abs. 3 GBR). Für Anbauten (Art. 4 BMBV14) und Kleinbauten
(Art. 3 BMBV), die nur Nebennutzflächen enthalten, eine Gesamthöhe von maximal 3.5 m
aufweisen und eine Grundfläche von maximal 60 m2 nicht übersteigen, genügt allseitig ein
Grenzabstand von 2 m (Art. 34 Abs. 5 GBR). Vorspringende mindestens teilweise offene
Gebäudeteile wie Vortreppen, Balkone und Lauben jeder Art dürfen höchstens 2.0 m in
den grossen und 1.5 m in den kleinen Grenzabstand hineinragen (Art. 35 Abs. 1 GBR). Die
Dachvorsprünge der Hauptdächer dürfen bis 2.3 m in den grossen Grenzabstand
hineinragen. Die Dachvorsprünge im Bereich des kleinen Grenzabstandes entsprechen
dem Mass (1.5 m) in Abs. 1 (Traufseite ausserkant Sparrenabschnitt gemessen).
Dachvorsprünge von An- und Kleinbauten dürfen bis 80 cm in den kleinen Grenzabstand
hineinragen (Art. 35 Abs. 2 GBR). Der Grenz- und Gebäudeabstand verkleinert sich um
das jeweilige Mass der vorspringenden, teilweise offenen Gebäudeteile. Ein Auskragen
über das Mass des Vordachs ist nur bei entsprechender Abstützung zulässig (Art. 35
Abs. 4 GBR). Der Gebäudeabstand ist die Entfernung zwischen den projizierten
Fassadenlinien zweier Gebäude. Er muss mindestens der Summe der dazwischen
liegenden, für sie vorgeschriebenen Grenzabstände entsprechen. Bei Gebäuden auf
demselben Grundstück wird er berechnet, wie wenn eine Grenze dazwischen läge (Art. 37
Abs. 1 GBR). Bei der Einräumung von Näherbaurechten darf der vorgeschriebene
minimale Gebäudeabstand um nicht mehr als 1/4 unterschritten werden. Vorbehalten bleibt
die Befugnis zum Zusammenbau an der Grenze (Art. 36 Abs. 3 GBR).
14 Verordnung vom 25. Mai 2011 über die Begriffe und Messweisen im Bauwesen (BMBV; BSG 721.3)
RA Nr. 110/2018/155 10
c) Die Dimensionen des geplanten Bauvorhabens und die Bauabstände, die es einhält,
lassen sich ohne weiteres den Plänen entnehmen. Der entscheidwesentliche Sachverhalt
ergibt sich mit genügender Klarheit aus den Akten. Ein Augenschein ist deshalb nicht
notwendig. Der entsprechende Beweisantrag des Beschwerdeführers wird abgewiesen.
Den bewilligten Plänen lässt sich entnehmen, dass drei freistehende Häuser erstellt
werden sollen. Daran ändert der Umstand, dass Bauteile in den Grenz- und
Gebäudeabstand hineinragen, nichts. Die einzelnen Häuser weisen Längen und Breiten
von jeweils nur 10 m x 9 m auf. Der Mehrlängenzuschlag von Art. 39 Abs. 3 GBR kommt
deshalb nicht zur Anwendung. Das Bauvorhaben hält die vorgeschriebenen
Grenzabstände gegenüber den Nachbargrundstücken ein. Arealintern kommt einzig der
Gebäudeabstand zum Tragen. Der Beschwerdegegner sieht den grossen Grenzabstand
jeweils auf der Südwestseite der Gebäude vor. Dies ist nicht zu beanstanden, handelt es
sich dabei doch um die Fassaden, die bei allen drei Gebäuden die grösste Fensterfläche
zu Wohn- und Arbeitsräumen aufweisen. Der Gebäudeabstand zwischen den Gebäuden
20 und 20A sowie 20A und 20B müsste eigentlich 10 m betragen. Allerdings kann er mit
der Einräumung von Näherbaurechten um 25 Prozent unterschritten werden. Gemäss
Praxis der Gemeinde gilt diese Regelung auch für Bauten auf dem gleichen
Baugrundstück. Im vorliegenden Fall genügt deshalb ein Gebäudeabstand von 7.5 m.
Dieser wird gemäss den bewilligten Plänen eingehalten. Der Beschwerdeführer hat auf
Basis der elektronischen Baupläne des Beschwerdegegners eine Visualisierung des
Bauvorhabens erstellt. Daraus ist ersichtlich, dass die drei Gebäude relativ nahe
beieinander stehen und deshalb je nach Betrachtungsstandort ähnlich wie ein
zusammengebautes Gebäude wirken, was zur Folge haben wird, dass die Aussicht von
den Grundstücken des Beschwerdeführers entsprechend geschmälert werden dürfte. Da
das Bauvorhaben zonenkonform ist und die baupolizeilichen Masse einhält, hat der
Beschwerdeführer jedoch die damit verbundenen Einwirkungen, insbesondere den Entzug
der Aussicht, zu dulden.15
5. Verletzung des Gestaltungsgrundsatzes
a) Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Gestaltungsgrundsatzes. Die
Gebäude wirkten im Quartier als Fremdkörper und passten sich nicht an die bestehende
15 Vgl. dazu Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 24 N. 31 Bst. a
RA Nr. 110/2018/155 11
Bauweise an. Optisch entstehe ein mächtiger Komplex. Insbesondere wegen der kleinen
Abstände zwischen den Häusern, der unvorteilhaften Gebäudegeometrie, der Anordnung
und Aufteilung der Fenster sowie der augenfälligen langen Aussentreppe wirke der
Gebäudekomplex unausgeglichen und störe das Quartierbild. Der Komplex füge sich nicht
in die bestehenden Gebäude ein. Insbesondere die Nordfassade könne ästhetisch nicht
überzeugen. Sie halte zwar das vorgeschriebene Verhältnis von 8.5:10 gerade noch ein,
wirke jedoch mit der gewählten Gestaltung in Kombination mit ihrer schmalen Erscheinung
störend. Der Berner Heimatschutz habe das Baugesuch nicht geprüft. In den Akten befinde
sich auch kein schriftlicher Bericht. Der Gestaltungsgrundsatz gemäss Art. 40 GBR sei
verletzt. Die geforderte gute Gesamtwirkung ergebe sich vorliegend klar nicht.
b) Bauten, Anlagen, Reklamen, Anschriften und Bemalungen dürfen Landschaften,
Orts- und Strassenbilder nicht beeinträchtigen (Art. 9 Abs. 1 BauG). Diese Vorschrift stellt
die „ästhetische Generalklausel“ im Sinne eines allgemeinen Beeinträchtigungsverbots dar.
Eine Beeinträchtigung liegt vor, wenn ein Bauvorhaben einen Gegensatz zur bestehenden
Überbauung schafft, der erheblich stört. Die Gemeinden dürfen eigene Ästhetikvorschriften
erlassen, die über die kantonalen Vorschriften hinausgehen können. Derartige Vorschriften
müssen, um selbständige Bedeutung zu erlangen, konkreter gefasst sein als die
Anordnungen des kantonalen Rechts, sie dürfen Letztere nicht bloss allgemein anders
formulieren.16
Gemäss Art. 40 Abs. 1 GBR sind Bauten und Anlagen so zu gestalten, dass zusammen mit
der Umgebung eine gute Gesamtwirkung entsteht. Die Beurteilung dieser Gesamtwirkung
richtet sich nach der bestehenden, bei Vorliegen einer genügend detaillierten
Überbauungsordnung nach der zukünftigen Umgebung. Gemäss Art. 40 Abs. 2 GBR ist für
die Beurteilung besonders auf die folgenden Gesichtspunkte einzugehen: Standort,
Stellung, Dimensionen und Proportionen des Gebäudes, Gestaltung inkl. Farbgebung von
Fassaden und Dach samt Aufbauten, Eingänge, Ein- und Ausfahrten, Aussenräume,
insbesondere der Vorbereich gegen den öffentlichen Raum und die Bepflanzung mit
Bäumen, Abstellplätze für Motorfahrzeuge sowie Terrainveränderungen. Diese
Bestimmungen gehen weiter als Art. 9 Abs. 1 BauG; ihnen kommt daher selbständige
Bedeutung zu. Der Begriff „gute Gesamtwirkung“ stellt einen unbestimmten kommunalen
Gesetzesbegriff dar, bei dessen Auslegung die kommunalen Behörden einen gewissen
16 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 9/10 N. 4 und 13; BVR 2009 S. 328 E. 5.2 mit Hinweisen
RA Nr. 110/2018/155 12
Beurteilungsspielraum haben. Jedoch dürfen auch an das Erfordernis der guten
Gesamtwirkung nicht unverhältnismässig hohe Ansprüche gestellt werden. Die gute
Gesamtwirkung ist weder an geringen noch an besonders hohen architektonischen
Qualitäten zu messen. Das bedeutet bei durchschnittlichen örtlichen Gegebenheiten, dass
das Mittelmass der Umgebung nicht gestört werden darf und sich eine neue Baute oder
Anlage an den qualitativ hochwertigeren Bauten und Anlagen der Umgebung zu orientieren
hat.17 Gestützt auf Vorschriften des allgemeinen Ortsbild- und Landschaftsschutzes dürfen
in der Regel Art oder Mass der nach der Zonenordnung zulässigen Nutzung nicht
eingeschränkt werden18.
c) Brienz ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als
verstädtertes Dorf von nationaler Bedeutung eingestuft. Die Bauparzellen befinden sich in
der Umgebungsrichtung (U-Ri) XI (Neubaubereiche), der gemäss ISOS keine besondere
räumliche oder architektonische Qualität zukommt und die das Erhaltungsziel b (Erhalten
der Eigenschaften, die für die angrenzenden Ortsbildteile wesentlich sind) aufweist. Das
GBR konkretisiert mit den Bestimmungen zum Ortsbild- und Kulturgüterschutz (Art. 40 ff.
GBR) sowie den übrigen Bestimmungen zur Baugestaltung auf kommunaler Ebene die
Anliegen des Natur- und Heimatschutzes und berücksichtigt damit die Schutzanliegen im
Sinne des ISOS. Das Bauvorhaben soll in der Wohnzone W2P realisiert werden. Hier sind
neben traditionellem Baustil auch Bauten mit moderner Architektur erlaubt. Die Bauparzelle
befindet sich weder in einem Ortsbildschutzgebiet noch hat es schützens- oder
erhaltenswerte Baudenkmäler auf den direkt angrenzenden Grundstücken. Die Vorinstanz
hat die Gestaltung des Bauvorhabens im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens geprüft
und ist zum Ergebnis gelangt, dass es eine gute Gesamtwirkung erreicht. In ihrer
Stellungnahme zur Beschwerde führt sie ergänzend aus, die Umgebung des
Bauvorhabens sei heterogen. Gemeinsam sei die Firstrichtung der Bauten. Diese
übernehme das Bauvorhaben. Die BVE hat keinen Anlass, von der Beurteilung der
Vorinstanz abzuweichen, zumal diese die örtlichen Verhältnisse gut kennt und ihr bei der
Beurteilung der guten Gesamtwirkung ein gewisser Spielraum zukommt. Der
Beschwerdeführer begründet nicht substanziiert, weshalb die Beurteilung der Vorinstanz
nicht zutreffen soll. Insbesondere ist seine pauschale Kritik an der Gestaltung der
Nordfassade, an der Anordnung und Aufteilung der Fenster sowie an der Aussentreppe
17 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 9/10 N. 4a; BVR 2009 S. 329 E. 5.3, BVR 2006 S. 491 E. 6.3.1 18 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 9/10 N. 15 mit Hinweisen
RA Nr. 110/2018/155 13
nicht nachvollziehbar. Gebäudestellung und Firstrichtung entsprechen den Vorgaben von
Art. 22 GBR, die vorgeschriebenen Gebäudeproportionen sind unbestritten eingehalten.
Soweit der Beschwerdeführer den mächtigen Komplex und die kleinen Abstände zwischen
den Häusern bemängelt, ist ihm mit der Vorinstanz entgegenzuhalten, dass er damit eine
Verkleinerung der Baukörper oder gar den Verzicht auf ein Gebäude anstrebt. Im
vorliegenden Fall sind jedoch keine Gründe ersichtlich, die es rechtfertigen würden, Art
oder Mass der nach der Zonenordnung zulässigen Nutzung gestützt auf
Gestaltungsvorschriften einzuschränken. Zusammenfassend steht fest, dass die Einwände
des Beschwerdeführers betreffend die Gestaltung des Bauvorhabens und seine
Einordnung ins Ortsbild offensichtlich unbegründet sind. Die Vorinstanz hatte daher keinen
Anlass, die zuständige kantonale oder kommunale Fachstelle zu konsultieren (vgl. Art. 22
Abs. 1 Bst. a und Abs. 2 BewD).
6. Autoabstellplätze, Wendemöglichkeit und Verkehrssicherheit
a) Der Beschwerdeführer macht geltend, aufgrund von fehlenden Parkmöglichkeiten
müsse mit nicht korrekt abgestellten Fahrzeugen gerechnet werden, insbesondere auf dem
Zufahrtssträsschen, vor dem Gebäude Nr. 26 sowie auf den Wendeplätzen. Dadurch
werde nicht nur die Zu- und Wegfahrt zum Gebäude Nr. 26, sondern auch die
Zugänglichkeit für Dritte sowie das Wenden der Fahrzeuge in unzulässiger Weise
beeinträchtigt werden. Konflikte seien vorprogrammiert. Die im Umgebungsplan
eingezeichneten Wendeflächen seien völlig ungenügend. Ein Wenden mit
durchschnittlichen Autos sei ohne "sägen" nicht möglich. Der Beschwerdeführer bemängelt
zudem eine Mehrbelastung der Zufahrt. Diese sei für eine Nutzung erstellt worden, die
deutlich geringer sei, als die mit dem vorgesehenen Projekt bewirkte. Die
Verkehrsbelastung sei zu gross, da keine Möglichkeit zum Kreuzen bestehe. Dies gelte
speziell im Winter und insbesondere dann, wenn auch noch zwei weitere Parzellen
überbaut würden, zumal die Wendemöglichkeiten nicht gewährleistet seien. Im Gebiet des
Bauvorhabens werde pro Wohnung durchschnittlich mehr als ein Auto gehalten.
Entsprechend würden auf den Wendeplätzen und vor den Carports Autos abgestellt
werden. Dagegen könne kaum vorgegangen werden. Dies führe in Kombination mit der
grossen Verkehrsbelastung dazu, dass durch häufiges Rückwärtsfahren die Sicherheit
unzulässig beeinträchtigen werde. Die direkt an die Strassenparzelle angrenzenden, engen
RA Nr. 110/2018/155 14
und unübersichtlichen Parkplätze würden diese Problematik zusätzlich verschärfen. Die
Verkehrssicherheit auf der privaten Erschliessungsstrasse sei nicht gewährleistet.
b) Bauvorhaben dürfen nur bewilligt werden, wenn sichergestellt ist, dass das
Baugrundstück genügend erschlossen sein wird (Art. 7 Abs. 1 BauG). Bestehende
Erschliessungsanlagen genügen für Bauvorhaben in einem weitgehend überbauten Gebiet
oder ausserhalb der Bauzone, wenn die insgesamt zu erwartende Mehrbelastung
verhältnismässig gering ist und Verkehrssicherheit und Brandbekämpfung gewährleistet
sind (Art. 5 Bst. a BauV). Wird durch die Erstellung von Bauten ein Parkplatzbedarf
verursacht, so ist dafür auf dem Grundstück oder in seiner Nähe eine ausreichende Anzahl
von Abstellplätzen u.a. für Motofahrzeuge zu errichten (Art. 16 Abs. 1 BauG). Der
Regierungsrat umschreibt die Bemessung der ausreichenden Parkplätze näher und sorgt
dafür, dass Abstellflächen nicht über ihren Zweck hinaus dimensioniert werden (Art. 17
Abs. 1 BauG). Gemäss den entsprechenden Ausführungsbestimmungen in Art. 49 ff.
BauV19 wird die Anzahl der Abstellplätze durch eine Bandbreite begrenzt, welche
namentlich die Parkplätze für die Beschäftigten, die Besucherinnen und Besucher sowie
die Behinderten umfasst; innerhalb der Bandbreite legt die Bauherrschaft die Anzahl fest
(Art. 50 Abs. 1 und 2 BauV). Für das Wohnen beträgt die Bandbreite ab vier Wohnungen
0.5 bis 2 Abstellplätze pro Wohnung (Art. 51 Abs. 1 und 2 BauV). Bei der Anlage von
Parkplätzen kommt der Verkehrssicherheit wichtige Bedeutung zu (Art. 21 Abs. 1 BauG i.V.
m. Art. 57 Abs. 1 und 2 BauV). Parkplätze müssen deshalb den anwendbaren Normen
entsprechen.
c) Die Rügen betreffend Autoabstell- und Wendemöglichkeiten sind praktisch identisch
mit der Einsprache. Gemäss Protokoll der Einspracheverhandlung vom 3. Juni 2018 hat
der Beschwerdeführer die Rüge betreffend Autoabstellmöglichkeit in eine
Rechtsverwahrung umgewandelt. Bezüglich Wendemöglichkeit ist im Protokoll
festgehalten, diese sei nicht mehr Gegenstand der Einsprache. Es ist deshalb fraglich, ob
unter diesen Umständen überhaupt auf diese Rügen einzutreten ist. Das kann jedoch
offengelassen werden, da sie unbegründet sind. Der entscheidwesentliche Sachverhalt
ergibt sich mit genügender Klarheit aus den Akten sowie aus der Karte für das
Grundstückdaten-Informationssystem GRUDIS des Kantons Bern.20 Ein Augenschein ist
deshalb nicht notwendig.
19 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 20 Einsehbar im Geoportal des Kantons Bern unter <https://www.geo.apps.be.ch/de>
RA Nr. 110/2018/155 15
d) Bei sechs Wohnungen beträgt die Bandbreite drei bis zwölf Parkplätze. Geplant ist
die Erstellung von sieben Parkplätzen. Wie die Vorinstanz in ihrer Stellungnahme zur
Beschwerde zutreffend ausführt, entspricht das Bauvorhaben damit den gesetzlichen
Vorgaben. Der Beschwerdeführer macht in seinen Schlussbemerkungen geltend, der
Carport des Hauses Nr. 20 sei nicht mehr zugänglich, wenn die vier Parkplätze,
insbesondere der unterste, belegt seien. Selbst wenn dies zutreffen würde, wäre das kein
Grund für einen Bauabschlag, sondern hätte einzig zur Folge, dass der unterste Parkplatz
nicht erstellt werden könnte. Selbst wenn insgesamt nur sechs Parkplätze erstellt werden
könnten, wäre die Parkplatzerstellungspflicht erfüllt.
Die vier Parkplätze zwischen Haus Nr. 20 und M._weg weisen eine Breite von
2.80 m und eine Länge von 5.00 m auf. Gemäss SN 640 291a21 sind die Masse somit
normgerecht, wobei die Breite sogar als komfortabel gilt und auch für öffentlich zugängliche
Parkplätze genügen würde.22 Gemäss SN 640 291a ist bei senkrechter Parkierung eine
mindestens 4.00 m breite Fahrgasse erforderlich.23 Es ist davon auszugehen, dass die
Fahrzeuge von den Parkplätzen aus rückwärts auf den M._weg fahren und
wenden. Die dafür mindestens notwendige Breite von 4.00 m ist vorhanden, weisen doch
die Parklätze einen Abstand von 1 m zum M._weg auf, der seinerseits eine Breite
von 3.5 m hat. Die Platzverhältnisse zum Ein ‐ und Ausfahren in die Carports und zum
Wenden auf den dazugehörigen Wendeplätzen sind ebenfalls genügend gross
dimensioniert. Alle Wendeflächen weisen eine Breite von mindestens 4.00 m und eine
Tiefe von 5.00 m auf. Da sie der Norm entsprechen, kann mit der Vorinstanz davon
ausgegangen werden, dass die Wendeflächen das erforderliche Wendemanöver mit einem
Personenwagen problemlos zulassen. Die Wendeplätze sind nicht als Parkplätze bewilligt
und dürfen deshalb auch nicht zum dauerhaften Abstellen von Fahrzeugen genutzt
werden. Nötigenfalls hat die Baupolizeibehörde gestützt auf Art. 45 f. BauG die
erforderlichen Massnahmen zu treffen. Der M._weg ist eine öffentliche Strasse im
Sinne von Art. 1 Abs. 1 SVG24. Das Halten und Parkieren darauf untersteht deshalb dem
Strassenverkehrsrecht25 (vgl. dazu Art. 37 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 18 und 19 VRV).26 Es
21 Schweizerischer Verband der Strassen und Verkehrsfachleute (VSS), Schweizer Norm (SN) 640 291a, Parkieren, Anordnung und Geometrie der Parkierungsanlagen 22 Vgl. SN 640 291a, Tabelle 3, S. 13 23 Vgl. SN 640 291a, Tabelle 3, S. 13 24 Strassenverkehrsgesetz des Bundes vom 19. Dezember 1958 (SVG; SR 741.01) 25 Vgl. auch VGE Nr. 21305 vom 14. März 2002 E. 4b/bb
RA Nr. 110/2018/155 16
wäre Sache der Verkehrspolizei, gegen allfällige Verstösse vorzugehen. Zudem steht es
den Miteigentümerinnen und Miteigentümern der Wegparzelle offen, nötigenfalls ein
Parkverbot zu erwirken.
e) Bei der Wegparzelle Nr. G._ handelt es sich um eine Sackgasse. Sie ist
gerade und übersichtlich. Sie weist eine Breite von durchgehend circa 3.5 m auf und ist 60
bis 70 m lang. Sie erschliesst lediglich die angrenzenden Grundstücke, wobei zurzeit einzig
die Parzellen Nrn. I._ und J._ überbaut sind. Das heutige
Verkehrsaufkommen ist deshalb äusserst gering. Das Bauvorhaben wird zwar gegenüber
der heutigen Situation zu einer deutlichen Erhöhung des Verkehrsaufkommens führen. Die
Verkehrsbelastung wird aber gering bleiben. Das gilt auch für den Fall, dass die
Grundstücke Nrn. K._ und L._ ebenfalls überbaut werden sollten, würde
doch die Wegparzelle Nr. G._ auch dann als Zufahrt für nicht mehr als 20
Wohnungen dienen (vgl. dazu Art. 6 Abs. 3 BauV). Da es sich bei der Wegparzelle Nr.
G._ um eine Sackgasse handelt, ist auch nicht mit einem grossen
Fussgängeraufkommen zu rechnen. Auf Grund des sehr geringen Verkehrsaufkommens
und der übersichtlichen Situation kann mit der Vorinstanz, der bei der Beurteilung der
örtlichen Verhältnisse ein Ermessen zusteht, davon ausgegangen werden, dass die
Verkehrssicherheit gewährleistet ist. Das gilt selbst dann, wenn der M._weg für
Wendemanöver genutzt werden sollte. Die geplanten Parkplätze werden über eine private
Strasse erreicht, die nur wenige Häuser erschliesst. Demnach kann die Situation mit
öffentlichen Parkierungsanlagen verglichen werden, bei denen Senkrecht- oder
Querparkplätze üblich sind, ohne dass die damit verbundenen Rückwärts-Manöver zu
übermässigen Gefährdungen führen.
7. Lärmbelastung
a) Der Beschwerdeführer macht geltend, mangels zweckmässiger Wendemöglichkeiten
oder durch Autos verstellte Wendeflächen seien längere Rückwärtsfahrten vieler
Fahrzeuge bis zum Wendehammer beim Bahndamm erforderlich, was zu zusätzlicher
Lärmbelastung führen werde. Der dem Bauentscheid beigelegte Lärmschutznachweis für
Wärmepumpen entspreche nicht dem nach der Projektänderung vorgesehenen Produkt mit
26 Adrian Haas, Staats- und verwaltungsrechtliche Probleme bei der Regelung des Parkierens von Motorfahrzeugen auf öffentlichem und privatem Grund, insbesondere im Kanton Bern, 1994, S. 36 f.
RA Nr. 110/2018/155 17
Innenaufstellung, das Grundlage zur Umwandlung des Einsprachepunktes in eine
Rechtsverwahrung gewesen sei. Die Lärmschutznachweise würden fehlen.
b) Das Umweltschutzrecht des Bundes soll die Bevölkerung unter anderem vor
schädlichem und lästigem Lärm schützen, der beim Betrieb neuer und bestehender Bauten
und Anlagen erzeugt wird (vgl. Art. 1 Abs. 1 und 7 USG27, Art. 1 LSV28). Für die Beurteilung
der schädlichen oder lästigen Einwirkungen legt der Bundesrat Immissionsgrenzwerte fest
(Art. 13 USG). Diese sind so festzulegen, dass nach dem Stand der Wissenschaft oder der
Erfahrung Immissionen unterhalb dieser Werte die Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden
nicht erheblich stören (Art. 15 USG). Neue ortsfeste Anlagen dürfen nur errichtet werden,
wenn die durch diese Anlagen allein erzeugten Lärmimmissionen die Planungswerte in der
Umgebung nicht überschreiten (Art. 25 Abs. 1 USG). Diese liegen unter dem
Immissionsgrenzwert (Art. 23 USG). Für einige häufige, oft als besonders störend
empfundene Schall- bzw. Lärmquellen wie u.a. Strassenverkehr, Flugplätze, Industrie- und
Gewerbebetriebe hat der Bundesrat im den Anhängen 3 bis 7 der LSV
Belastungsgrenzwerte erlassen. Die Vollzugsbehörde ermittelt die Aussenlärmimmissionen
ortsfester Anlagen oder ordnet deren Ermittlung an, wenn sie Grund zur Annahme hat,
dass die massgebenden Belastungsgrenzwerte überschritten sind oder ihre
Überschreitung zu erwarten ist (Art. 36 Abs. 1 LSV). Dies verlangt eine vorweggenommene
Würdigung der Lärmsituation. Setzt die Erteilung der Baubewilligung eine positive
Prognose hinsichtlich der Einhaltung der Planungswerte voraus, so sind weitere
Ermittlungen in Form einer Lärmprognose schon dann geboten, wenn eine Überschreitung
der Planungswerte möglich erscheint, d.h. beim aktuellen Kenntnisstand nicht
ausgeschlossen werden kann.29
c) Wie in der vorangehenden Erwägung ausgeführt, ist aufgrund der Platzverhältnisse
auf den Bauparzellen und der Wegparzelle ein verkehrsgerechtes Wenden möglich.
Längere Rückwärtsfahrten dürften deshalb ebenso die Ausnahme bilden wie aufwändige
Wendemanöver. Angesichts des Umstandes, dass lediglich sechs Wohnungen und sieben
Parkplätze erstellt werden sollen, ist lediglich mit einem geringen Verkehrsaufkommen zu
rechnen. Bei durchschnittlich vier Fahrten pro Parkplatz würde das Bauvorhaben 28
Fahrten pro Tag hervorbringen. Bei einer solch geringen Anzahl von Fahrbewegungen
kann eine Überschreitung der Planungswerte beim heutigen Kenntnisstand
27 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz; SR 814.01). 28 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrates vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41). 29 BGE 137 II 30 E. 3.4
RA Nr. 110/2018/155 18
ausgeschlossen werden. Damit braucht es keine Beweismassnahme betreffend
Strassenlärm. Von einem Augenschein sind von vornherein keine sachdienlichen
Erkenntnisse betreffend die künftige Lärmbelastung zu erwarten. Der Beweisantrag wird
deshalb abgewiesen.
d) Als neue ortsfeste Anlagen müssen die Wärmepumpen die Planungswerte gemäss
Art. 25 Abs. 1 USG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 Bst. b und Anhang 6 LSV einhalten. Darüber hinaus
müssen die Lärmimmissionen im Rahmen der Vorsorge so weit begrenzt werden, als dies
technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG i.V.m.
Art. 7 Abs. 1 Bst. a LSV). Auch wenn die Planungswerte eingehalten sind, ist somit stets
anhand der in Art. 11 Abs. 2 USG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 Bst. a LSV genannten Kriterien im
Einzelfall zu prüfen, ob im Rahmen des Vorsorgeprinzips zusätzliche
Emissionsbegrenzungen erforderlich sind. Als verhältnismässig gelten weitergehende
Emissionsbeschränkungen dabei, wenn mit relativ geringem Aufwand eine wesentliche
Reduktion der Emissionen erreicht werden kann. Das gilt auch, wenn es sich um
geringfügige Emissionen handelt.
In der Wohnzone W2P gilt die Lärmempfindlichkeitsstufe (ES) II (Art. 9 Abs. 3 i.V.m. Art. 39
Abs. 1 GBR). Der Planungswert beträgt in der ES II tagsüber 55 dB(A) und nachts
45 dB(A).30 Obwohl die Planungswerte bei einer Aussenaufstellung eingehalten werden
konnten, verlegte der Beschwerdegegner mit einer Projektänderung im vorinstanzlichen
Verfahren den Standort der Wärmepumpen ins Gebäudeinnere der drei Häuser. Zudem
sind schallgedämmte Wetterschutzgitter und ein schallreduzierter Nachtbetrieb
vorgesehen. Damit wird dem Vorsorgeprinzip hinreichend Rechnung getragen. Es trifft zu,
dass in den Vorakten kein aktueller Lärmschutznachweis für die Wärmepumpen mit
Innenaufstellung vorhanden ist. Der Beschwerdegegner hat den entsprechenden Nachweis
aber als Beilage zu seiner Beschwerdeantwort nachgereicht. Soweit es sich dabei
überhaupt um einen Mangel handelt, ist er behoben worden. Nicht zu beanstanden ist,
dass der Beschwerdegegner den Lärmschutznachweis vom 5. Dezember 2018 selber
erstellt hat, ist es doch Sache der Bauherrschaft, den entsprechenden Nachweis zu
erbringen. Der Beschwerdegegner hat zu diesem Zweck richtigerweise das
Berechnungstool "Lärmschutznachweis" verwendet, das die Fachvereinigung
Wärmepumpen Schweiz FWS in Zusammenarbeit mit dem Cercle Bruit entwickelt hat.31
30 Vgl. Anhang 6 Ziff. 2 LSV 31 Vgl. <https://www.fws.ch/unsere-dienstleistungen/laermschutznachweis/>
RA Nr. 110/2018/155 19
Nach Auswahl von Hersteller und Modell/Typ werden die Angaben zu Heizleistung und
Schallleistungspegel der Wärmepumpe angezeigt. Die Berechnung nach der
Vollzugsrichtlinie des Cercle Bruit hat der Beschwerdegegner korrekt vorgenommen.32
Nicht nachvollziehbar ist lediglich, warum er die Distanz zum Empfangsort mit 4.5 m
angegeben hat, befinden sich doch die Gebäude des Beschwerdeführers deutlich weiter
entfernt. Dies wirkt sich aber zugunsten des Beschwerdeführers aus und ändert damit
nichts daran, dass auf den Lärmschutznachweis vom 5. Dezember 2018 abgestellt werden
kann. Danach beträgt der Beurteilungspegel in einer Distanz von 4.5 m zur Wärmepumpe
43.9 dB(A). Der massgebliche Planungswert für die ES II für die akustische Nachtzeit von
45 dB(A) kann an diesem Immissionsort eingehalten werden. Er ist auch bei den weiter
entfernten Liegenschaften des Beschwerdeführers mit Sicherheit eingehalten, was nicht
bestritten wird. Dass im Rahmen des Vorsorgeprinzips weitere Massnahmen zur
Emissionsbegrenzungen möglich wären, mit denen mit relativ geringem Aufwand eine
zusätzliche Reduktion der Emissionen erreicht werden könnte, ist weder dargetan noch
ersichtlich.
8. Entwässerung Wegparzelle
a) Der Beschwerdeführer macht geltend, aus den Unterlagen sei nicht ersichtlich, wie
die Entwässerung der Wegparzelle künftig erfolgen solle. Die Stellungnahme des
Fachingenieurbüros zu den Kanalisations- und Entwässerungsanlagen vom 15. September
2017 äussere sich nicht dazu. Die aktuelle Entwässerung der Wegparzelle erfolge
entsprechend ihres Gefälles Richtung Osten über die Schulter und versickere regelkonform
durch eine Humusschicht. Mit dem Projekt solle dieser Humusstreifen durch einen Belag
mit "Creabeton Carena Splitt" ersetzt werden. Dies sei eine unzulässige, nicht
regelkonforme Entwässerung. Zudem sei dieser Belag nur für lokal anfallendes
Regenwasser, nicht aber wie im vorliegenden Fall für grössere Mengen geeignet. Auch
nehme die Sickerfähigkeit dieses Belages bekanntermassen mit der Zeit ab. Entsprechend
würde die unterliegende Parzelle in zunehmend unzulässiger Weise mit Strassenwasser
belastet werden. Die Erstellung wie auch die Instandhaltung der Entwässerung der Strasse
sei zivilrechtlicher Natur. Dagegen sei die Einhaltung der einschlägigen Vorgaben für die
Entwässerung eine baurechtliche Angelegenheit. Es gehe nicht an, dass ein Bauvorhaben
32 Vgl. Vollzugsordner Wärmepumpen, einsehbar unter http://www.cerclebruit.ch/, Rubrik «Vollzugsordner»
http://www.cerclebruit.ch/
RA Nr. 110/2018/155 20
bewilligt werde, das die bestehende regelkonforme Entwässerung eliminiere und durch
eine nicht bewilligungsfähige Entwässerung ersetze. Was der Baugesuchsteller realisieren
wolle, sei eine Pseudo-Entwässerung. Der Beschwerdeführer beantragt die Einholung
eines Ergänzungsberichts zur Frage der Strassenentwässerung, insbesondere zur Frage,
ob ein Ersatz der bisherigen Entwässerung über die Schulter durch die geplanten
Sickersteine den einschlägigen Vorschriften entspreche.
Die Vorinstanz führt in ihrer Stellungnahme aus, an der Wegparzelle werde mit dem Projekt
nichts geändert. Die Entwässerung erfolge wie bisher. Der Beschwerdegegner hält fest, er
habe im vorliegenden Verfahren keine Verpflichtung, die Entwässerung der Wegparzelle
sicherzustellen. Er müsse einzig die Entwässerung seiner nun zu überbauenden
Grundstücke planen und sicherstellen. Dies habe er getan und der Fachbericht vom 15.
September 2017 habe die entsprechende Planung geprüft und für gut befunden. Sollten
zukünftig vom Grundstück des Beschwerdegegners unzulässige Mengen von
Meteorwasser auf die Wegparzelle gelangen, wäre dies zivilrechtlich zu handhaben. Die
Ausführungen des Beschwerdeführers seien daher unbeachtlich.
In seinen Schlussbemerkungen hält der Beschwerdeführer fest, es treffe nicht zu, dass an
der Wegparzelle nichts geändert werde. Mit dem geplanten Versetzen von Schalensteinen,
den geplanten Gefällen und dem Schliessen des sickerfähigen Streifens neben dem mit
Belag versehenen Teil der Strasse, über die aktuell die Entwässerung auch bei starken
Regenfällen gewährleistet sei, werde die gesetzeskonforme Entwässerung über die
Schulter verunmöglicht. Im ursprünglich eingereichten Projekt sei die Entwässerung noch
korrekt mit einer Entwässerungsmulde vorgesehen gewesen. Dies habe auch der
Abmachung unter allen Miteigentümern der Wegparzelle entsprochen, wonach die
Entwässerung auf die vier östlich gelegenen Parzellen erfolge. Die Miteigentümer der
Wegparzelle und insbesondere die Eigentümer der unterliegenden Parzellen hätten davon
ausgehen dürfen, dass die Entwässerung weiterhin rechtskonform erfolge und die
unterliegenden Parzellen nicht mit zusätzlichem Meteorwasser belastet würden.
Nachträglich habe die Entwässerungsmulde einem Parkplatz weichen müssen, ohne dass
diese Änderung der Entwässerung mitgeteilt oder publiziert worden wäre. Anderen
betroffenen Miteigentümern sei die Einsprachemöglichkeit verwehrt worden. Zudem
entstehe durch die nicht korrekte Entwässerung ein breiteres Abfliessen des Wassers, das
gerade im Winter zu Eisbildung führen könne, was wiederum die Sicherheit beeinträchtige.
RA Nr. 110/2018/155 21
b) Das Baubewilligungsverfahren soll sicherstellen, dass allfällige, von einem
Bauvorhaben berührte öffentliche oder private Interessen gewahrt werden können. Aus
diesem Grund sind Bau- und Ausnahmegesuche nach den Bestimmungen des
Baubewilligungsdekrets zu veröffentlichen oder den Anstösserinnen und Anstössern sowie
weiteren Personen, die davon betroffen sein könnten, mitzuteilen. Der Bekanntmachung ist
der Hinweis auf das Recht zur Einsprache beizufügen (Art. 35 Abs. 1 BauG). Der Inhalt der
Veröffentlichung wird in Art. 26 Abs. 3 BewD umschrieben. Sie hat unter anderem die
Parzelle mit Angabe der genauen Lage oder der Koordinaten sowie die allgemeine
Umschreibung des Bauvorhabens (Art. 26 Abs. 3 Bst b BewD), die Nutzungszone und eine
allenfalls bestehende Überbauungsordnung (Art. 26 Abs. 3 Bst, c BewD) und die
betroffenen Schutzzonen, die Schutzgebiete und die in der Nutzungsordnung oder in
Inventaren oder in Verzeichnissen bezeichneten Schutzobjekte (Art. 26 Abs. 3 Bst c BewD)
zu enthalten. Die Veröffentlichung oder Mitteilung muss so aussagekräftig sein, dass die
betroffenen Personen entscheiden können, ob sie in die vollständigen Baugesuchsakten
Einsicht nehmen und allenfalls Einsprache erheben wollen oder nicht. Fehlt in der
Veröffentlichung ein wesentliches Element des Bauvorhabens, stellt dies eine Verletzung
des rechtlichen Gehörs der Betroffenen dar. Allerdings dürfen an die Umschreibung des
Vorhabens keine überspannten Anforderungen gestellt werden.33
Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung verstösst es gegen Treu und Glauben,
verfahrensrechtliche Einwendungen erst in einem späteren Verfahrensstadium oder sogar
erst im Beschwerdeverfahren geltend zu machen, wenn der Einwand schon vorher hätte
festgestellt und gerügt werden können.34 Die erst in den Schlussbemerkungen erhobene
Rüge, die Publikation der Projektänderung im vorinstanzlichen Verfahren sei mangelhaft
gewesen, ist deshalb verspätet. Im Übrigen ist fraglich, ob die Art der Entwässerung bzw.
deren Änderung überhaupt in der Veröffentlichung aufgeführt werden musste. Dies kann
jedoch offengelassen werden, da sich der Beschwerdeführer am Baubewilligungs- und am
Projektänderungsverfahren beteiligen konnte. Selbst wenn die Publikation mangelhaft
gewesen wäre, hätte er keinen Nachteil erlitten und könnte aus diesem Umstand auch
keine Rechte ableiten. Insbesondere wäre er nicht befugt, die Verletzung von
Verfahrensrechten Dritter geltend zu machen.35 Auf die Rüge der angeblich mangelhaften
Publikation ist daher nicht einzutreten.
33 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 35-35c N. 8 f. 34 BGE 143 V 66 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen; BGer 1A.114/2001 vom 14. März 2002 E. 4.2 35 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 35-35c N. 11
RA Nr. 110/2018/155 22
c) Verschmutztes Abwasser muss behandelt werden; es darf nur mit Bewilligung der
kantonalen Behörde in ein Gewässer eingeleitet oder der Versickerung zugeführt werden
(Art. 7 Abs. 1 GSchG). Nicht verschmutztes Abwasser ist nach den Anordnungen der
kantonalen Behörde versickern zu lassen. Erlauben die örtlichen Verhältnisse dies nicht, so
kann es in ein oberirdisches Gewässer eingeleitet werden (Art. 7 Abs. 2 GSchG). Lassen
die örtlichen Verhältnisse weder die Versickerung noch die Einleitung in ein
Oberflächengewässer zu, ist das Regenwasser in die öffentliche Kanalisation einzuleiten.36
Von bebauten oder befestigten Flächen abfliessendes Niederschlagswasser gilt in der
Regel als nicht verschmutztes Abwasser, wenn es von Dachflächen stammt (Art. 3 Abs. 3
Bst. a GSchV) oder wenn es von Strassen, Wegen und Plätzen stammt, auf denen keine
erheblichen Mengen von Stoffen, die Gewässer verunreinigen können, umgeschlagen,
verarbeitet und gelagert werden, und wenn es bei der Versickerung im Boden ausreichend
gereinigt wird (Art. 3 Abs. 3 Bst. b GSchV). Unterschieden werden dabei zwei Typen von
Versickerungsanlagen:37 Beim Typ a versickert das Regenabwasser über Bodenpassagen
(Versickerungsmulden, flächige Versickerung usw.). Beim Typ b erfolgt die Versickerung
ohne Oberbodenpassage (Versickerungsstrang oder Versickerungsgalerie,
Versickerungsschacht, Kieskörper innerhalb der Deckschicht). Für nicht verschmutztes
Abwasser besteht somit grundsätzlich die Versickerungspflicht.
Da die "Entsorgung" von Regenabwasser das Grundwasser nicht beeinträchtigen darf und
falsch konzipierte Anlagen zu Schadstoffeinträgen ins Grundwasser führen können,
benötigt das Erstellen privater Versickerungsanlagen eine kantonale oder kommunale
Gewässerschutzbewilligung (Art. 26 Abs. 1 Bst. c KGV38). Für die vorliegende geplante
Anlage genügt eine Gewässerschutzbewilligung der Gemeinde.39 Wenn wie im
vorliegenden Fall kein Ausnahmegesuch eingereicht wird, muss im
Gewässerschutzbewilligungsverfahren nur geprüft und sichergestellt werden, dass die
Versickerung nicht zu einer Verunreinigung des Grundwassers führt (Art. 6 GSchG).
Dimensionierung und Detailprojektierung der Abwasseranlagen werden demgegenüber
36 Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern (AWA), Regenwasser - wohin? S. 2, einsehbar unter https://www.bve.be.ch, Rubriken «Amt für Wasser und Abfall, Formulare / Merkblätter, Grundstücksentwässerung» 37 Vgl. Merkblatt für das Versickern von Regen- und Reinabwasser des Amtes für Wasser und Abfall (AWA) des Kantons Bern vom Januar 2009 abrufbar unter: <http://www.bve.be.ch/bve/de/index/wasser/wasser//versickerung.html> 38 Kantonale Gewässerschutzverordnung vom 24. März 1999 (KGV; BSG 821.1) 39 Vgl. Merkblatt des AWA für das Versickern von Regen- und Reinabwasser sowie Merkblatt des AWA "Zuständigkeit für die Erteilung von Gewässerschutzbewilligungen"
https://www.bve.be.ch
RA Nr. 110/2018/155 23
nicht überprüft. Diese sind nach der Schweizer Norm SN 592000 (VSA/suissetec, 2012)
sowie den Richtlinien des Amts für Wasser und Abfall des Kantons Bern (AWA) für die
Versickerung von Regen- und Reinabwasser auszuführen. Die Vorgaben des Generellen
Entwässerungsplans (GEP) sind zu berücksichtigen.
Den Vorakten lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdegegner das Dachabwasser der
drei Gebäude je in einen Schlammsammler leitet, wo dieses vorgereinigt wird.
Anschliessend wird das vorgereinigte Dachabwasser in eine unterirdische Versickerung
(Typ b) eingeleitet. Das Terrassenwasser wird direkt über die Schulter zur Versickerung
gebracht. Die Verkehrs- und Vorplatzflächen werden über sickerfähige Verbundsteine
direkt zur Versickerung gebracht. Die Flachdächer der Carports werden direkt auf die
sickerfähigen Verbundsteine abgetropft.40 Das Bauvorhaben sieht somit in
Übereinstimmung mit den Vorschriften der Gewässerschutzgesetzgebung die Versickerung
des Regenabwassers vor. Das Vorhaben wurde von der dafür zuständigen Stelle der
Gemeinde unter Beizug eines Bauingenieurbüros geprüft und für gut befunden. Gestützt
darauf wurde die Gewässerschutzbewilligung erteilt (vgl. Ziff. 3.1.3 des angefochtenen
Entscheids). Diese ist nicht zu beanstanden und wird vom Beschwerdeführer auch nicht in
Frage gestellt. Sowohl dem Bericht des Bauingenieurbüros als auch den
Herstellerangaben41 lässt sich entnehmen, dass es sich beim Belag "Creabeton Carena
Splitt" um einen sickerfähigen Belag handelt. Die Sickerleistung wird durch die Verfüllung
der Fugen bestimmt.42 Ob die Versickerung des Regenwassers von den Verkehrs- und
Vorplatzflächen sowie vom Carportdach über die sickerfähigen Verbundsteine funktioniert,
liegt somit in der Verantwortung des Beschwerdegegners bzw. seines Fachplaners.
Gegebenenfalls müsste eine andere Lösung gefunden werden, wie beispielsweise das
Einleiten in die geplante Versickerungsanlage oder in eine Gemeindekanalisation.
d) Die Wegparzelle wird zurzeit offenbar über die Schulter auf die noch nicht
überbauten Liegenschaften Brienz Grundbuchblatt Nrn. E._, F._,
K._ und L._ entwässert. Es trifft zwar zu, dass das Bauvorhaben die
Wegparzelle nicht umfasst. Wie der Beschwerdeführer aber zu Recht geltend macht,
könnte der geplante Schalenstein mit einem Anschlag von 2 cm Auswirkungen auf die
40 Vgl. dazu Stellungnahme zu Baugesuch, Kanalisations- und Entwässerungsanlagen, vom 15. September 2017, Vorakten pag. 3.29; bewilligter Entwässerungsplan 1:100 vom 8.08.2017/rev. 16.03.2018, Vorakten pag. 3.24 41 Einsehbar unter <https://www.creabeton-materiaux.ch/cms/de/> 42 Vgl. dazu Creabeton-Broschüre Ökobeläge, einsehbar unter <https://www.creabeton-materiaux.ch//documents/OEKOBELAEGE_D.PDF>
RA Nr. 110/2018/155 24
Strassenentwässerung haben, weil er je nach konkreter Ausgestaltung zur Folge haben
könnte, dass das Strassenwasser im fraglichen Bereich nicht mehr ungehindert auf die
Bauparzellen abfliessen und dort versickern kann, sondern weiter fliesst und auf den
angrenzenden, noch nicht überbauten Parzellen versickert. Wie es sich damit verhält, kann
den bewilligten Plänen nicht entnommen werden, da sie die Detailgestaltung des
Abschlusses zur Wegparzelle nicht zeigen. Es ist somit unklar, ob der wasserführende
Schalenstein künftig sowohl das Platz- und das Strassenwasser aufnimmt und wohin das
Wasser zur Versickerung geführt werden soll. Es lässt sich den Plänen allerdings auch
nicht entnehmen, dass die Wegparzelle in einen Sickerschacht entwässert werden soll,
was aus gewässerschutzrechtlichen Gründen nicht zulässig wäre. Viel mehr hat der
Beschwerdegegner im vorinstanzlichen Verfahren in seiner Stellungahme vom 8. Mai 2018
ausgeführt, die Entwässerung der Wegparzelle werde wie bis anhin erfolgen und das
anfallende Wasser werde über den sickerfähigen Belag (Creabeton Carena Splitt) auf den
Bauparzellen entwässert. Bei diesen Angaben ist der Beschwerdegegner zu behaften. Im
Übrigen bezweckt die Gewässerschutzgesetzgebung einzig den Schutz der ober- und
unterirdischen Gewässer (Art. 1 und 2 GSchG43, Art. 1 Abs. 1 GSchV44), nicht den Schutz
des Grundeigentums.45 Ob das Strassenwasser künftig auf den Bauparzellen oder auf den
angrenzenden Grundstücken versickert, ist aus gewässerschutzrechtlicher Optik nicht
relevant. Es ist deshalb nicht erforderlich, einen Ergänzungsbericht betreffend die
Strassenentwässerung einzuholen. Der entsprechende Beweisantrag wird deshalb
abgewiesen.
9. Kosten
a) Aus den Erwägungen folgt, dass die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen ist,
soweit überhaupt darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang des Verfahrens
unterliegt der Beschwerdeführer. Er hat die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1
VRPG). Diese werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 2'000.00 (Art. 103 Abs. 2
VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV46).
43 Bundesgesetz vom 24. Januar 1991 über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG; SR 814.20) 44 Gewässerschutzverordnung vom 28. Oktober 1998 (GSchV; SR 814.201) 45 BVR 1994 S. 244 E. 1d 46 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21)
RA Nr. 110/2018/155 25
b) Der Beschwerdeführer hat zudem dem Beschwerdegegner die Parteikosten zu
ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Kostennote des Rechtsvertreters des
Beschwerdegegners gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Der Beschwerdeführer hat somit
dem Beschwerdegegner die Parteikosten von Fr. 5'455.00 zu ersetzen.