Decision ID: 3602b2be-8763-51f4-b17c-2d67403ef3c4
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer – mit Herkunftsort und letztem Wohnsitz in der
Nordprovinz – suchte am 19. Oktober 2016 in der Schweiz erstmals um
Asyl nach.
A.b Er begründete sein erstes Asylgesuch im Wesentlichen damit, er sei
gemeinsam mit seiner Ehefrau am (...) 2007 durch die Liberation Tigers of
Tamil Eelam (LTTE) zwangsrekrutiert worden. Seine Frau sei bereits nach
einer Woche aufgrund ihrer Schwangerschaft wieder entlassen worden, er
aber habe ein einmonatiges Training erhalten und sei anschliessend an die
Grenze abkommandiert worden, wo er Wache habe halten müssen. Zu sei-
nen weiteren Aufgaben habe das Suchen nach Bomben am Strassenrand
gehört. Als er gegen Ende des Krieges habe flüchten können, habe er
seine Frau und sein Kind auf der Flucht wiedergetroffen und sich gemein-
sam mit ihnen am (...) 2009 dem Militär ergeben. Anschliessend seien sie
ins Flüchtlingslager nach Vavuniya gegangen, von wo sie nach B._
umgesiedelt worden seien.
Um Arbeit zu erhalten, habe er sich bei der Freiheitspartei (SLFP) gemel-
det, bei welcher er sich 2011 (die SLFP sei zu jener Zeit Regierungspartei
gewesen) auch als Mitglied registriert habe. Obschon er an Meetings teil-
genommen habe und geholfen habe, diese zu organisieren, habe er keine
richtige Arbeit erhalten, weshalb es zu Auseinandersetzungen und zum
Bruch mit der Freiheitspartei gekommen sei. Eine andere Partei, die Tamil
National Alliance (TNA), habe ihn aufgesucht und von ihm verlangt, Wahl-
propaganda zu machen, im Gegenzug würde er durch die Partei Arbeit er-
halten. Er habe sich darauf eingelassen und folglich für die TNA Wahlpro-
paganda gemacht.
Am 15. September 2013 seien zehn Personen zu ihm nachhause gekom-
men und hätten Zäune und Tore zerstört. Am 16. Mai 2014 sei er von sechs
Personen aufgesucht worden, welche ihn mitgenommen, befragt und ge-
schlagen hätten. Sie hätten von ihm wissen wollen, wo er das viele Geld
der Bewegung vergraben habe. Am Morgen darauf habe er wieder gehen
können.
In der Nacht des 10. Januar 2015 seien in seiner Abwesenheit sehr viele
Personen zu ihm nachhause gekommen und hätten gesagt, sie seien vom
Criminal Investigation Department (CID) und hätten daraufhin das Haus
durchsucht, worauf seine Mutter ihn angerufen und geraten habe, er solle
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nicht mehr nachhause kommen. So habe er sich bis zu seiner Ausreise in
C._ und D._ (beide in der Nordprovinz, im sogenannten
Vanni-Gebiet) versteckt.
Aus diesen Gründen sei er am 21. August 2016 – mit einem im Jahr 2016
ausgestellten echten Pass und Visum – ausgereist. Nach seiner Ausreise
aus Sri Lanka seien ihm unbekannte Personen elf Mal bei seiner Mutter
und sieben Mal bei seiner Ehefrau vorstellig geworden. Diese seien betrun-
ken und – da er die Partei gewechselt habe – auch wütend gewesen.
A.c Mit Verfügung vom 25. November 2019 verneinte die Vorinstanz die
Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und lehnte sein Asylgesuch
ab. Gleichzeitig verfügte sie seine Wegweisung aus der Schweiz und ord-
nete den Vollzug an.
Die Vorinstanz hielt im Wesentlichen fest, es sei nicht ersichtlich, dass die
Probleme des Beschwerdeführers – dabei habe es sich offenbar nicht um
solche seitens des CID sondern Krimineller gehandelt– mit der Zugehörig-
keit zu den LTTE zu tun gehabt hätten oder er deswegen von den Behör-
den gesucht worden sei. Gegen eine Suche durch den CID spreche auch
seine legale Ausreise mit einem eigenen Reisepass. Er habe nicht geltend
gemacht, vor seiner Ausreise asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen
ausgesetzt gewesen zu sein, zumal er noch bis August 2016 in Sri Lanka
gelebt habe. Allfällige, im Zeitpunkt seiner Ausreise bestehenden Risiko-
faktoren würden folglich kein Verfolgungsinteresse seitens der sri-lanki-
schen Behörden auslösen. Es sei aufgrund der Aktenlage nicht ersichtlich,
weshalb er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nunmehr in den Fokus der
Behörden geraten und in asylrelevanter Weise verfolgt werden würde.
A.d Eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde vom 27. Dezem-
ber 2019 wurde vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-6902/2019
vom 5. Oktober 2021 abgewiesen. Dabei schloss sich das Gericht im We-
sentlichen der Einschätzung des SEM an. Zudem ging es von der Schutz-
fähigkeit und dem Schutzwillen des sri-lankischen Staates gegenüber sei-
nen Bürgern aus. Weiter hielt es unter Hinweis auf seine Rechtsprechung
in E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 und den Umstand, dass dem Beschwer-
deführer weder in Sri Lanka noch in der Schweiz politisch aktiv sei, fest, es
bestünden keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, dass dem Beschwer-
deführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka persönlich ernsthafte Nachteile
im Sinne von Art. 3 AsylG drohen könnten.
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B.
Mit als Mehrfachgesuch betitelter Eingabe vom 21. Dezember 2021 er-
suchte der Beschwerdeführer um Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft
und um Gewährung von Asyl. Eventualiter sei ihm zufolge Unzumutbarkeit
des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Er
machte dabei geltend, er sei von 2007 bis 2008 als Aktivist des Regiments
E._ für die interne Sicherheitseinheit tätig gewesen. 2008 sei er auf
Anweisung des LTTE-Führers aus dem Polizeidienst entlassen und zu ei-
nem anderen "Regime" geschickt worden. Dort habe er als Spion gearbei-
tet. Später habe er nebst der Versorgung von Verletzten jeweils nachts
wichtige Dokumente und Kriegsausrüstung transportiert und versteckt. Im
Jahr 2013 habe er begonnen, sich bei der Organisation und Durchführung
von Gedenkfeiern und Begräbnissen für ehemalige LTTE-Mitglieder aktiv
zu beteiligen. F._, der (...) der TNA Youth Movement, mit dem er
zusammen tätig gewesen sei, sei mehrmals vom CID festgenommen, über
ihn (den Beschwerdeführer) befragt und dabei gefoltert worden. Auch hät-
ten CID-Angehörige F._ Bilder von ihm (dem Beschwerdeführer)
gezeigt, in welchen er bei der Mitwirkung von LTTE-Programmen zu sehen
sei. Seit dem letzten Asylentscheid habe sich die politische Situation in Sri
Lanka für Personen stetig verschlechtert, so dass er bei einer Rückkehr
gefährdet sei, insbesondere, weil er exilpolitisch tätig sei und sein Engage-
ment von Spionen aus Sri Lanka beobachtet und damit den sri-lankischen
Behörden bekannt worden sei. Ferner wies er auf G._ hin, der als
Swiss Tamil Coordinating Committee (STCC)-Hauptverantwortlicher von
den sri-lankischen Behörden ausgeschrieben worden sei. Er (der Be-
schwerdeführer) setze sich in der Schweiz als Mitglied der STCC und
Hauptorganisator aktiv für die Rechte der Tamilinnen und Tamilen in Sri
Lanka ein, so beispielsweise im Jahre 2018 im Kanton H._ anläss-
lich eines vom STCC organisierten Sportevents, wo er (...) habe. Zudem
habe er bei einer kulturellen Veranstaltung der STCC (...). Schliesslich
herrsche in Sri Lanka aufgrund der sehr schlechten Wirtschaftslage eine
Notstandssituation, weshalb er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in eine
Notlage geraten würde. Seine Familie sei nicht in der Lage ihn zu unter-
stützen.
Gleichzeitig reichte der Beschwerdeführer verschiedene Beweismittel (Ko-
pie eines Schreibens von I._, ehemaliges Mitglied der LTTE, vom
7. November 2021 samt Übersetzung und Kopie von dessen französi-
schem Aufenthaltstitel, Kopie eines Schreibens von F._ vom
19. Oktober 2021 samt Übersetzung und Kopie von dessen sri-lankischer
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Identitätskarte, verschiedene Kopien von Fotos anlässlich einer Gedenk-
feier, zweier Sportevents, einer kulturellen Veranstaltung sowie Auszüge
der "Gazette of the Democratic Socialist Republic of Sri Lanka" vom
25. Februar 2021) ein. Ferner wies er auf verschiedene Berichte der
Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH), des UNO-Hochkommissariats für
Menschenrechte, der NZZ, der deutschen Tagesschau und der deutschen
Tageszeitung "Junge Welt" hin.
C.
Das SEM setzte am 27. Dezember 2021 den Vollzug der Wegweisung
einstweilen aus.
D.
Das SEM nahm die Eingabe vom 21. Dezember 2021 sowohl als qualifi-
ziertes Wiedererwägungsgesuch als auch als Mehrfachgesuch entgegen.
Mit Verfügung vom 28. Januar 2022 – eröffnet am 2. Februar 2022 – stellte
es fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, wies
das Wiedererwägungs- und das Mehrfachgesuch ab, verfügte die Wegwei-
sung des Beschwerdeführers aus der Schweiz, ordnete den Wegweisungs-
vollzug an und erhob eine Gebühr in der Höhe von Fr. 600.–.
E.
Mit Eingabe vom 3. März 2022 (aufgegeben am 4. März 2022) reichte der
Beschwerdeführer durch seine Rechtsvertreterin beim Bundesverwal-
tungsgericht dagegen Beschwerde ein und beantragte die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und
implizit die Gewährung von Asyl, eventualiter die Gewährung der vorläufi-
gen Aufnahme wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs, sube-
ventualiter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. In verfahrens-
rechtlicher Hinsicht wurde beantragt, es sei dem Beschwerdeführer zu ge-
statten, den Entscheid über die vorliegende Beschwerde in der Schweiz
abzuwarten. Ferner wurde um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege inklusive Beiordnung seiner Rechtsvertreterin als unentgeltliche
Rechtsbeiständin ersucht.
F.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
7. März 2022 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG).
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G.
Am 8. März 2022 wurde dem Beschwerdeführer der Eingang der Be-
schwerde bestätigt.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht
vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden (Art. 108
Abs. 6 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen,
ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
AsylG i.V.m Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
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4.
Wird nach einem erfolglos durchlaufenen Asylverfahren ein Gesuch um
Feststellung der Flüchtlingseigenschaft aufgrund neuer Vorbringen einge-
reicht, ist dieses als neues Asylgesuch unter den Voraussetzungen des
Art. 111c AsylG zu prüfen (vgl. BVGE 2014/39 E. 4.6).
Ein Wiedererwägungsverfahren im Sinne von Art. 111b AsylG wird einge-
leitet, wenn sich die nachträgliche Veränderung der Sachlage (nur) auf den
Wegweisungsvollzugspunkt bezieht beziehungsweise nach Abschluss des
ordentlichen Beschwerdeverfahrens neue Beweismittel nachgereicht wer-
den, die erst nach dem Urteil erstellt wurden, mit denen aber vorbestan-
dene Tatsachen belegt werden sollen (sogenanntes «qualifiziertes Wieder-
erwägungsgesuch»; vgl. BVGE 2013/22 E. 5.4 und E. 11.4. f. m.w.H.).
Massgeblich ist in letzterem Fall Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG.
5.
5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
6.
Die Vorinstanz nahm in der angefochtenen Verfügung zunächst eine recht-
liche Qualifikation der Eingabe vom 21. Dezember 2021 vor. Dabei hat sie
die Vorbringen des Beschwerdeführers und seine neu eingereichten Be-
weismittel in Anwendung der massgebenden Gesetzesbestimmungen
über ausserordentliche Rechtsmittel und Mehrfachgesuche zu Recht diffe-
renziert als (qualifiziertes) Wiedererwägungsgesuch (die zwei Schreiben
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von I._ und F._) und Mehrfachgesuch (Veränderung der all-
gemeinen Lage in Sri Lanka und exilpolitische Tätigkeit) qualifiziert. Er-
höhte Formerfordernisse sind im Rahmen von ausserordentlichen Recht-
mitteln zulässig respektive vom Gesetzgeber ausdrücklich so gewollt (vgl.
BVGE 2014/39 E. 4.5).
7.
7.1 Die Vorinstanz führt bezüglich des qualifizierten Wiedererwägungsge-
suchs vorab aus, der Beschwerdeführer habe im vorangegangenen Ver-
fahren für den Zeitpunkt der Ausreise keine Vorverfolgung dartun können.
Aus seiner Eingabe vom 21. Dezember 2021 gehe nichts wesentlich
Neues hervor. Er lege zwar dar, dass er gestützt auf zwei Schreiben von
F._ und I._ aufgrund seiner Tätigkeiten für die LTTE und
TNA in Sri Lanka bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in flüchtlingsrechtlicher
Weise gefährdet wäre. Diese zwei Schreiben hätte er jedoch bereits im
früheren Verfahren einreichen können. Ungeachtet dessen seien diese oh-
nehin nicht erheblich im revisionsrechtlichen Sinn. Ihnen komme nur ein
äusserst geringer Beweiswert zu. Sie seien sehr oberflächlich gehalten und
grösstenteils nicht mit seinen früheren Vorbringen in seinem Asylverfahren
zu vereinbaren. Beispielsweise führe I._ an, dass der Beschwerde-
führer von 2007 bis 2008 als "Aktivist" des Regiments E._ für in-
terne Sicherheitseinheit tätig gewesen sei. Eine solche Tätigkeit habe er
hingegen nie geltend gemacht. Gemäss seinen Angaben in der Anhörung
sei er nach einem Monat Training für maximal einen Monat an die Grenze
gebracht worden. Danach habe er nach einer Intervention seiner Ehefrau
"nach hinten" zum "Strassen-Clearing" gehen dürfen. Im Schreiben von
F._ würden ebenfalls Sachverhalte auffallen, die er nie angeführt
beziehungsweise sogar verneint habe. Die Angabe von F._, der Be-
schwerdeführer sei Transportmanager gewesen, habe er selbst verneint.
Zudem habe F._ ausgeführt, der Beschwerdeführer sei mehrmals
von "intelligent personals" mitgenommen und schwer angegriffen worden.
Der Beschwerdeführer habe in seinem Asylverfahren jedoch nie von meh-
reren Mitnahmen gesprochen. F._ habe auch weder zu den "intelli-
gent personals" noch zur Anzahl und zum Zeitpunkt sowie zur Dauer der
Mitnahmen konkrete Angaben gemacht. F._ habe zudem erwähnt,
dass er, seit der Beschwerdeführer mit ihm zusammengearbeitet habe,
mehrmals über ihn (den Beschwerdeführer) befragt und dabei gefoltert
worden sei. Derartiges habe der Beschwerdeführer nie angeführt. Auf-
grund dessen seien diese zwei Dokumente als Gefälligkeitsschreiben zu
bewerten und nicht geeignet, die von ihm angeführte neue Gefährdungs-
lage zu begründen beziehungsweise sein Risikoprofil zu schärfen oder die
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rechtskräftige Einschätzung im ordentlichen Verfahren in Wiedererwägung
zu ziehen.
In Bezug auf das Mehrfachgesuch hält die Vorinstanz fest, im vorangegan-
genen Verfahren seien risikobegründende Faktoren und eine asylrelevante
Verfolgung des Beschwerdeführers vor der Ausreise verneint worden.
Seine Zwangsrekrutierung durch die LTTE liege Jahre zurück und hierauf
zurückführende Behelligungen durch die Behörden seien unglaubhaft. Die
Anforderungen an die Annahme einer begründeten Verfolgungsfurcht
seien mangels eines individuellen Bezugs zu den vorgebrachten Entwick-
lungen und zur dargestellten allgemeinen politischen Lage in Sri Lanka
weiterhin nicht gegeben. Die als Beweise erwähnten Berichte hätten be-
reits vor dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 5. Oktober 2021
bestanden. Zudem habe der Beschwerdeführer keinen effektiven Bezug zu
seiner persönlichen Biografie erstellen können. Die eingereichten Beweis-
mittel – Kopien von Fotos und der Gazette vom 25. Januar 2021 – und die
diesbezüglichen Ausführungen des Beschwerdeführers würden zwar seine
Vernetzung in der tamilischen Gemeinschaft belegen, jedoch nicht, dass er
ein hoher politischer Exponent der tamilischen Diaspora in der Schweiz sei,
welcher von den sri-lankischen Behörden als Gefahr für den Einheitsstaat
Sri Lanka wahrgenommen werden könnte. Auch aus dem Umstand, dass
exponierte Personen wie G._ von den sri-lankischen Behörden
ausgeschrieben seien und der Beschwerdeführer als Teilnehmer an ver-
schiedenen Anlässen erkennbar sei, lasse sich keine Gefährdung seiner
Person in Sri Lanka ableiten. Sein Engagement sei als niederschwellig zu
bezeichnen. Dass er als Hauptorganisator Veranstaltungen durchgeführt
habe, könne den Unterlagen nicht entnommen werden. Insgesamt habe er
nicht zu begründen vermocht, aufgrund der aktuellen Entwicklungen in Sri
Lanka und seiner exilpolitischen Tätigkeiten als separatistisch gesinnte
Person, welche die LTTE im Ausland wiederzubeleben versuche, bei einer
Rückkehr nach Sri Lanka behördlich verfolgt zu werden.
7.2 In der Beschwerde werden vorab die Ausführungen im Rahmen des
Mehrfachgesuchs wiederholt. Es werde nicht bestritten, dass gewisse Wi-
dersprüche in den Ausführungen des Beschwerdeführers und denjenigen
im Schreiben von F._ vorhanden seien. Dies entspreche der unter-
schiedlichen Wahrnehmung und Erinnerung einzelner Vorkommnisse, die
inzwischen 15 Jahren zurückliegen würden. Es sei kaum möglich, dass
zwei Personen übereinstimmende Aussagen zu Erlebnissen machen könn-
ten, die nur eine der beiden persönlich betreffen würden. Die Vorinstanz
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habe den Schreiben zu Unrecht einen nur geringen Beweiswert beigemes-
sen. Ferner bestehe eine Gefährdungssituation aufgrund der Funktion des
Beschwerdeführers bei der STCC. Exponenten des STCC wie G._
würden wegen ihren Aktivitäten, angeblich terroristischer Art, als politische
Gegner verfolgt. Die tatsächlich "niederschwellig" anmutenden Aktivitäten
des Beschwerdeführers seien ausreichend für eine Verfolgungssituation.
8.
8.1 Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum
Schluss, dass die vorinstanzlichen Erwägungen zu bestätigen sind. Zur
Vermeidung von Wiederholungen ist somit vorab auf diese zu verweisen.
Die Vorbringen in der Beschwerdeschrift vermögen zu keiner anderen Ein-
schätzung zu führen.
8.2 Das SEM ist hinsichtlich des (qualifizierten) Wiedererwägungsgesuchs
zur zutreffenden Schlussfolgerung gelangt, dass die zwei eingereichten
Schreiben von F._ und I._ nicht geeignet sind, eine Gefähr-
dungslage zu begründen beziehungsweise das Risikoprofil des Beschwer-
deführers zu schärfen oder die rechtskräftige Einschätzung des SEM im
ordentlichen Asylverfahren in Wiedererwägung zu ziehen. Unbesehen ihrer
Qualifikation als Gefälligkeitsschreiben erweisen sich diese Schreiben oh-
nehin als untauglich, um eine Verfolgungssituation des Beschwerdeführers
glaubhaft zu machen. So decken sich die Darstellungen von F._
und I._ zur Tätigkeit des Beschwerdeführers (als "Aktivist" für die
interne Sicherheitseinheit von 2007 bis 2008, als Transportmanager, mehr-
malige Mitnahmen und Angriffe sowie Befragungen und Folterungen von
F._ wegen des Beschwerdeführers) wie die Vorinstanz zu Recht
ausgeführt hat, in keiner Weise mit den Angaben des Beschwerdeführers
anlässlich seiner Anhörung vom 2. August 2019 (vgl. Akte A14 F41 ff.,
F 158 ff.). Die Erklärungsversuche in der Rechtsmitteleingabe zu einer un-
terschiedlichen Wahrnehmung und zu Erinnerungen einzelner Vorkomm-
nisse nach 15 Jahren durch ihn und F._ und I._ lassen kei-
nen anderen Schluss zu.
8.3 Sodann hat das SEM in Bezug auf das Mehrfachgesuch überzeugend
dargelegt, weshalb der Beschwerdeführer kein exponiertes Profil aufweise
und deshalb – auch unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen in
Sri Lanka – nicht davon ausgegangen werden könne, dass die sri-lanki-
schen Behörden auf ihn aufmerksam geworden sein könnten. In der Be-
schwerde werden auch nicht nähere Ausführungen zu seiner Funktion als
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Hauptorganisator für Aktivitäten des STCC gemacht. Aus den mit der Ein-
gabe vom 21. Dezember 2021 eingereichten Unterlagen – Fotos des Be-
schwerdeführers anlässlich einer Gedenkfeier für die (...) am (...) 2021
(Beilage 4) und an Anlässen, bei denen es sich nach seinen Angaben um
solche der STCC handeln soll – können keine diesbezüglichen Belege ent-
nommen werden. Jedenfalls vermag er mit dem als Beilage 5 eingereich-
ten Foto, das ihn bei der (...) eines Sportevents im Jahre 2018 im Kanton
H._ zeigen soll, kein derartiges politisches Engagement zu bele-
gen, zumal er anlässlich seiner Anhörung vom 2. August 2019 verneint hat,
sich in der Schweiz für die tamilische Politik zu interessieren oder aktiv zu
betätigen (a.a.O. F89). Dagegen machte er damals geltend, er besuche
Sportanlässe, wo er auch mithelfe (a.a.O. F90). Die weiteren eingereichten
Fotos reichen nicht aus, um zu belegen oder auch nur glaubhaft zu ma-
chen, dass er von den sri-lankischen Behörden als tamilischer Separatist
wahrgenommen wird. Jedenfalls ist ihnen nichts zu entnehmen, das auf
eine besondere Funktion des Beschwerdeführers innerhalb er STCC
schliessen lassen würde. Auch die angeblichen Verbindungen zu
G._ sowie den LTTE werden nicht belegt. Soweit schliesslich auf
willkürliche Verhaftungen auf Basis des eingeführten Anti-Terror-Gesetzes
sowie Berichte von Todesfällen, Folter und Misshandlungen sowie ausser-
gerichtlichen Tötungen hingewiesen und aus verschiedenen Berichten zi-
tiert wird, ist festzuhalten, dass damit nicht ansatzweise dargetan ist, in-
wiefern der Beschwerdeführer persönlich aufgrund dieser Umstände kon-
kret in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise betroffen sein soll.
Aufgrund des Gesagten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer nicht
glaubhaft darzulegen vermag, dass er als Oppositioneller ins Visier der sri-
lankischen Behörden geraten ist und deshalb bei einer Rückkehr eine asyl-
relevante Gefährdung zu befürchten hat. Aus den weiteren Einwänden in
der Beschwerde geht nichts hervor, das zu einem gegenteiligen Schluss
Anlass geben könnte.
8.4 Zusammenfassend erfüllt der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigen-
schaft nicht und das SEM hat sein Mehrfachgesuch sowie Wiedererwä-
gungsgesuch zu Recht abgelehnt.
9.
9.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
E-1047/2022
Seite 12
9.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-
derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht
angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
10.
10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
10.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl.
ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3
EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
10.2.1 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-
rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur
Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-
schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
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Seite 13
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den
Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
10.2.2 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde-
führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer
Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit
einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-
lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes
für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses
müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-
sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter
oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR
Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06,
§§ 124–127 m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka
lässt den Wegweisungsvollzug nach Auffassung des Gerichts – nach wie
vor – nicht als unzulässig erscheinen (vgl. Urteil des BVGer E-6902/2019
vom 5. Oktober 2021 E. 7.3.3 m.w.H). Es ergeben sich aus den Akten auch
keine konkreten Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer bei einer
Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Massnah-
men zu befürchten hätte, die über einen so genannten "Background
Check" (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im In- und Ausland)
hinausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet wäre. Der Vollzug
der Wegweisung erweist sich insgesamt als zulässig.
10.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
Gemäss der Rechtsprechung ist der Vollzug von Wegweisungen in die
Nord- und Ostprovinz zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zu-
mutbarkeitskriterien bejaht werden kann (vgl. Urteil E-1866/2015 vom
15. Juli 2016 E. 13.2). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Zumutbarkeit
des Wegweisungsvollzugs des aus der Nordprovinz stammenden Be-
schwerdeführers in seinem Urteil E-6902/2019 vom 5. Oktober 2021 unter
Berücksichtigung seiner individuellen Situation bejaht (a.a.O. E. 7.4 ff.). An
dieser Einschätzung ist weiterhin festzuhalten, zumal der Beschwerdefüh-
rer diesbezüglich im vorliegenden Verfahren nichts Gegenteiliges vor-
bringt. Die von ihm angeführten aktuellen politischen Entwicklungen in Sri
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Lanka lassen für sich gesehen von vornherein keine andere Einschätzung
zu, da Wegweisungsvollzugshindernisse jeweils konkret und individuell zu
prüfen und demgemäss auch geltend zu machen sind. Nach dem Gesag-
ten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar.
10.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
10.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
11.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
12.
Wie sich aus den Ausführungen ergibt, sind die Beschwerdebegehren im
Zeitpunkt der Gesuchseinreichung als aussichtslos zu bezeichnen. Das
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1
VwVG) ist entsprechend abzuweisen. Angesichts des Verfahrensausgangs
sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1
VwVG) und auf insgesamt Fr. 1’500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
Angesichts der Aussichtslosigkeit der Beschwerde sind die Voraussetzun-
gen zur Bestellung eines amtlichen Rechtsbeistandes ebenfalls nicht ge-
geben und das sinngemässe Gesuch ist entsprechend abzuweisen (Art. 65
Abs. 2 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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