Decision ID: e9dc8c91-96f3-4857-b0da-d42a61c9913a
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
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vertreten durch den Rechtsdienst Integration Handicap,
Rechtsanwältin lic.iur. Petra Kern, Bürglistrasse 11, 8002 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen (Assistenzbeitrag)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ Jahrgang 20_, litt bei der Geburt an einer lumbosakralen
Lipomyelomeningocele sowie einer Diastematomyelie und Dysraphie ca. BWK 8 bis
ca. LWK 1. Weiter wurden ein Lähmungsniveau ca. L5 rechts und L3 links nach Ferrari
und Voss, eine neurogene Blasen- und Darmentleerungsstörung, eine Paraparese des
rechten Beines, ein Aussendrehfehler beider Unterschenkel sowie eine Spitzfuss-
Konfiguration beidseits diagnostiziert (IV-act. 54-1). Die IV-Stelle sprach der
Versicherten am 16. August 2010 eine mittelgradige Hilflosenentschädigung für
Minderjährige mit Wirkung ab dem 1. Dezember 2009 (Anerkennung des
Flüchtlingsstatus) bis zum 31. Dezember 2013 (Revision) zu. Sie erklärte, die
Versicherte sei derzeit bei sämtlichen massgebenden Lebensverrichtungen ausser dem
Bereich Essen auf regelmässige Dritthilfe angewiesen (IV-act. 37).
A.b Am 2. April 2012 wurde die Versicherte von ihren Eltern zum Bezug eines
Assistenzbeitrages der Invalidenversicherung angemeldet (vgl. IV-act. 56). Im Frage
bogen zum Assistenzbeitrag gaben die Eltern am 30. April 2012 an, dass die Ver
sicherte aufgrund ihrer Behinderung im Rollstuhl sitze und in den meisten Bereichen
auf viel Pflege und Hilfe angewiesen sei. Bei den alltäglichen Lebensverrichtungen An-/
Auskleiden, Aufstehen/Absitzen/Abliegen und Fortbewegung in der Wohnung sowie
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der Körperpflege benötige sie viel Hilfe, könne aber eine kleine Eigenleistung erbringen
(Stufe 3 des Hilfebedarfs). In den Bereichen Essen/Trinken und Notdurftverrichtung sei
sie bei mehreren Teilhandlungen auf Hilfe angewiesen, erledige aber einen
wesentlichen Teil selber (Stufe 2). Bei der Ausübung von Hobbies benötige sie viel
Hilfe, namentlich müsse ihr das Musikinstrument (Gitarre) getragen werden (Stufe 3).
Bei gesellschaftlichen Kontakten sei immer eine Begleitung nötig (Stufe 3). Bei der
Mobilität sei die Versicherte auf umfassende direkte Hilfe angewiesen (Stufe 4). Eine
Nachtassistenz sei erforderlich, da ab und zu die
Windeln gewechselt werden müssten (IV-act. 62).
A.c Gemäss einem Verlaufsbericht des Ostschweizer Kinderspitals vom 25. Mai 2012
waren bei der Versicherten am 9. Februar 2012 eine operative Pfannendachplastik
nach Baker links mit einer Valgisations- und Derotationsosteotomie des proximalen
Femurs links sowie eine Epiphysiodese distaler Femur rechts durchgeführt worden. Die
behandelnde Orthopädin hielt fest, dass aufgrund der hochgradigen Aussenrotation
der Unterschenkel, welche zu einem Wegknicken der Füsse geführt habe, am 24. April
2012 auch noch eine Derotationsosteotomie beider Unterschenkel durchgeführt
worden sei. Die Versicherte befinde sich nun in der Rehabilitationsphase. Das Tragen
der externen Fixateure sei für mindestens 3 Monate geplant. Postoperativ müsse
rechts eine neue Unterschenkelorthese und links eine Oberschenkelorthese angefertigt
werden. Aktuell sei die Versicherte nur mit dem Rollstuhl zu mobilisieren. Eine
Gehfähigkeit für kurze Strecken sei jedoch postoperativ zu erreichen (IV-act. 75).
A.d Im Rahmen der Prüfung der Ansprüche auf Hilflosenentschädigung (revisions
weise), auf einen Intensivpflegezuschlag sowie auf einen Assistenzbeitrag veranlasste
die IV-Stelle eine Abklärung vor Ort (IV-act. 78, 80). Diese wurde am 20. August 2012
durchgeführt, wobei die Versicherte wegen der Schule nicht anwesend war (IV-act. 84).
Der Abklärungsverantwortliche hielt gestützt auf die Angaben der Mutter im
Abklärungsbericht fest, dass sich eine vorübergehende Erhöhung des Pflegeaufwandes
ergeben habe, dies zunächst aufgrund des Erfordernisses von Darmspülungen jeden
zweiten Tag sowie von Katheterisierungen viermal täglich. Weiter sei die Versicherte
am 7. Februar 2012 an der Hüfte operiert worden, was Einschränkungen bis Ende März
2012 nach sich gezogen habe. Ausserdem sei sie am 24. April 2012 an beiden Beinen
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operiert worden, wobei Fixateure beidseits angebracht worden seien. Die Verbände
hätten bis 14. August 2012 gewechselt werden müssen. Aktuell sei ein Anspruch
auf eine Hilflosenentschädigung bei mindestens vier anzurechnenden Verrichtungen
(ausser dem Bereich Essen) ausgewiesen. Zusätzlich bestehe Anspruch auf einen
Intensivpflegezuschlag für den Zeitraum vom 7. Februar bis 14. August 2012. Die
Versicherte sei mittlerweile über 10-jährig und besuche die 4. Klasse der Regelschule
im Nachbarsdorf. Es bestünden keine kognitiven Einschränkungen. Die Wohnsituation
in einem Haus auf zwei Etagen mit vielen Türschwellen und engen Gangpassagen sei
für die Versicherte nicht optimal. Gegenwärtig suche die Familie nach einem
geeigneteren Wohnsitz (IV-act. 83).
A.e Gestützt auf den Bericht zur Abklärung vor Ort wurde der Assistenzbeitrag mittels
eines standardisierten Abklärungssystems (FAKT) am 20. August 2012 berechnet. Der
Abklärungsverantwortliche hielt darin fest, dass bei der Versicherten ein Hilfebedarf von
62,99 Stunden pro Monat ausgewiesen sei. Dieser setze sich zusammen aus dem
Hilfebedarf bei alltäglichen Lebensverrichtungen (48,79 Stunden), beim Haushalt (6,59
Stunden) sowie bei der gesellschaftlichen Teilhabe und der Freizeitgestaltung (7,6
Stunden). Nach Abzug des bereits durch die Hilflosenentschädigung abgedeckten
Zeitaufwandes von 35,69 Stunden pro Monat verbleibe ein Assistenzbedarf von 27,3
Stunden. Dies ergebe einen monatlichen Assistenzbeitrag von Fr. 887,25 (IV-act. 99-1
f.). Der Hilfebedarf bei einzelnen Tätigkeiten der allgemeinen Lebensverrichtungen
wurde vom Abklärungsverantwortlichen folgendermassen eingestuft und beurteilt:
Beim An-/ Auskleiden (Stufe 2) hielt er fest, dass der Versicherten einzelne
Kleidungsstücke gereicht werden müssten (z.B. vom Bügel, weil sie schwer seien oder
weit oben hingen). Einen Teil der Kleidung (z.B. Oberbekleidung) könne die Versicherte
selber an- und ausziehen. Beim täglichen Anziehen der Unterschenkelorthesen
beidseits sei eine Mithilfe eingeschränkt möglich, das Ausziehen funktioniere fast
selbstständig. Zum Bereich Aufstehen/Absitzen/Abliegen und Fortbewegung im Haus
(Stufe 2) bemerkte der Abklärungsverantwortliche, dass die Versicherte selbst
zwischen Bett und Rollstuhl wechseln könne. Der Rollstuhl müsse jeweils gerichtet
werden und Handreichungen blieben nötig. Die Versicherte bewege den Rollstuhl
selber, bleibe aber hin und wieder hängen. Sie benötige Hilfe beim Öffnen und
Schliessen von Türen und Fenster sowie beim Überwinden von Treppen und
Türschwellen. In der Schule sei die Versicherte aufgrund der dortigen guten Einrichtung
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mobiler. Essen und trinken könne die Versicherte weitgehend selbstständig (Stufe 1).
Sie sei in der Lage, sich selber das Getränk einzuschenken und das Essen zu
schöpfen, falls die benötigten Gegenstände in ihrer Nähe seien. Im Rahmen der
Körperpflege (Stufe 3) sei die Versicherte beim Waschen auf vollständige Dritthilfe
angewiesen, da die Räumlichkeiten nicht optimal geschnitten seien und die Versicherte
sich mit dem Rollstuhl im Bad nicht bewegen könne. Sie könne nicht stehen und
müsse transferiert werden. Das Zähneputzen (inklusive Zahnseide) erledige die
Versicherte selbstständig, wenn die Utensilien bereit gestellt würden. Sie könne bei der
periodischen Körperpflege gut mithelfen, lasse sich aber viel lieber helfen. Betreffend
den Bereich der Notdurftverrichtung (Stufe 2) werde die Versicherte regelmässig,
viermal täglich katheterisiert und an jedem zweiten Tag werde eine Darmspülung
durchgeführt. Der ganze Prozess erfolge ausschliesslich zu Hause mit Dritthilfe. Beim
Säubern könne die Beschwerdeführerin grundsätzlich mithelfen, verweigere jedoch
eine Eigenleistung. Aufgrund der unüblichen Art und Weise der Notdurftverrichtung sei
nur ein teilweises An-/Ausziehen erforderlich. Zum Bereich gesellschaftliche Teilhabe
und Freizeitgestaltung (Stufe 2) hielt der Abklärungsverantwortliche fest, dass die
Versicherte selbstständig bastle und male, wobei ihr jedoch alles hergerichtet werden
müsse. Gespräche führen und diesen zu folgen gelinge ihr ohne Einschränkungen.
Draussen könne die Versicherte bekannte Wege selbstständig zurücklegen. Jedoch
führten Situationen ausserhalb der gewohnten Routine immer wieder zu
Schwierigkeiten (IV-act. 99-3 ff.).
A.f Anlässlich der klinischen Orthesenkontrolle berichtete die behandelnde Ärztin des
Ostschweizer Kinderspitals am 16. Oktober 2012, dass die Versicherte eine Ober
schenkelorthese links und eine Unterschenkelorthese rechts trage. Die Versicherte
absolviere weiterhin konsequent ihre Gehübungen. Am Rollator sei sie selbstständig
gehfähig und könne kurze Strecken ausser Haus zurücklegen (IV-act. 89).
A.g Mit einer Verfügung vom 8. November 2012 bestätigte die IV-Stelle den Anspruch
der Versicherten auf eine Entschädigung wegen Hilflosigkeit mittleren Grades. Zudem
sprach sie der Versicherten einen Intensivpflegezuschlag für den Zeitraum vom 7.
Februar bis 14. August 2012 zu. Diesbezüglich führte sie als Begründung an, dass
einerseits wegen der nötigen Darmspülungen und andererseits nach zwei operativen
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Eingriffen an der Hüfte und an den Beinen ein erhöhter pflegerischer Aufwand
bestanden habe (IV-act. 90).
A.h Mit einem Vorbescheid vom 23. November 2012 wurde der Versicherten die
Zusprache eines Assistenzbeitrages in Höhe von Fr. 887.25 pro Monat (für maximal
11 Monate) in Aussicht gestellt (IV-act. 100). Dagegen liess die Versicherte am 10.
Dezember 2012 einwenden, dass sie in verschiedenen Bereichen mehr Hilfe benötige,
als ihr angerechnet worden sei. Beim An-/Auskleiden sei sie zum Zeitpunkt der
Abklärung auf Unterschenkelorthesen angewiesen gewesen. In der Zwischenzeit trage
sie jedoch Schienen, wobei das selbstständige An- und Ausziehen nicht mehr möglich
sei. Zudem müssten ihr die Kleider hergerichtet werden. Der Hilfebedarf in diesem
Bereich erfülle die Stufe 3. Bezüglich der Notdurftverrichtung leide sie oft an
Blasenentzündungen, was den Pflegeaufwand erhöhe. In der Nacht sei eine
Überwachung erforderlich, da sie ca. 3-4 Mal pro Woche schlafwandle und dadurch
eine Verletzungsgefahr bestehe. Betreffend die Freizeitgestaltung besuche sie am
Dienstag einen Tanzkurs, am Freitag die Musikschule und am Samstag einen
Schwimmkurs. Sie müsse jeweils hinbegleitet und wieder abgeholt werden, was sehr
zeitintensiv sei. Somit sei auch in diesem Bereich Stufe 3 anzunehmen (IV-act. 105).
A.i Mit einer Verfügung vom 21. Januar 2013 sprach die IV-Stelle der Versicherten
einen Assistenzbeitrag im Umfang von monatlich Fr. 887.25 (für maximal 11 Monate,
d.h. Fr. 9'759.75 pro Jahr) zu. Zum Einwand der Versicherten hielt sie fest, dass im
Bereich An-/Auskleiden keine höhere Einstufung angebracht sei, da die Versicherte
einen Teil der Verrichtung selbstständig übernehmen könne. Dies gelte auch für die Be
reiche Notdurftverrichtung und Freizeitgestaltung. Ein Hilfebedarf in Form von
Überwachung sei durch ein mögliches Schlafwandeln in der Nacht noch nicht
gerechtfertigt. Bei der Versicherten bestünden keine kognitiven Beeinträchtigungen. Sie
könne eine Situation adäquat einschätzen (IV-act. 109).
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte am 20. Februar 2013 Beschwerde
erheben. Es wurde beantragt, die Verfügung vom 21. Januar 2013 sei aufzuheben und
die Angelegenheit sei zur Zusprache eines höheren Assistenzbeitrages an die
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Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Rechtsvertreterin machte geltend, dass die
Beschwerdeführerin in den Bereichen An-/Auskleiden sowie gesellschaftliche Teilhabe
und Freizeitgestaltung jeweils nur eine geringe Eigenleistung erbringen könne, weshalb
beim Hilfebedarf die Stufe 3 erreicht sei. Beim An-/Auskleiden sei zu berücksichtigen,
dass die Beschwerdeführerin rechts eine Unterschenkelorthese und seit der Operation
im August 2012 links neu eine Oberschenkelorthese trage. Die Beschwerdeführerin sei
nicht in der Lage, die Orthesen selbstständig anzulegen und benötige täglich mehrmals
Hilfe. Weiter sei es ihr nicht möglich, die Hosen selbstständig über die Orthesen zu
ziehen. Ausserdem könne sie die Schuhe nicht selber anziehen. Der Grund dafür seien
die Breite und Steifheit der Orthesen. Da die Beschwerdeführerin mehrmals täglich
Hilfe beim An-/Auskleiden benötige, sei ein Hilfebedarf der Stufe 3 ausgewiesen.
Bezüglich der gesellschaftlichen Teilhabe und Freizeitgestaltung sei festzuhalten, dass
die Beschwerdeführerin in ihrer Aussenmobilität stark eingeschränkt sei und nur kurze
Wege allein zurücklegen könne. In der Freizeit gehe die Beschwerdeführerin
Schwimmen, besuche einen Tanzkurs und nehme Gitarrenunterricht. Sämtliche Kurse
fänden in B._ statt, wofür die Benutzung des öffentlichen Verkehrs erforderlich wäre.
Dies sei der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer eingeschränkten Mobilität nicht
selbstständig möglich. Sie müsse daher jeweils zu den Kursen begleitet werden.
Zudem benötige sie vollumfängliche Hilfe beim Umkleiden vor dem
Schwimmunterricht. Die Gitarre müsse ihr jeweils getragen werden. Die
Beschwerdeführerin könne nur eine geringe Eigenleistung im Bereich gesellschaftliche
Teilhabe und Freizeitgestaltung erbringen, womit ein Hilfebedarf der Stufe 3 erfüllt sei
(act. G 1).
B.b Mit einer Eingabe vom 14. März 2013 ergänzte die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin, sie habe aus den Akten entnommen, dass es anlässlich der
Abklärung betreffend den Assistenzbeitrag vom 20. August 2012 noch nicht bekannt
gewesen sei, dass die Beschwerdeführerin seit September 2012 links nun eine
Oberschenkelorthese anstatt einer Unterschenkelorthese trage. Der dadurch ab
September 2012 entstandene höhere Hilfebedarf bei der alltäglichen
Lebensverrichtung An-/Auskleiden sei von der Beschwerdegegnerin somit nicht
berücksichtigt worden, dies obwohl im Einwand vom 10. Dezember 2012
entsprechende Ausführungen gemacht worden seien. Zudem sei der
Beschwerdegegnerin die Notwendigkeit und das Tragen einer Oberschenkelorthese
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seit dem Erhalt des Gesuchs um Kostengutsprache vom 16. Mai 2012 und der im
Dezember 2012 erhaltenen Rechnung bekannt gewesen (act. G 5).
B.c Am 19. April 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be
schwerde. Sie stellte sich auf den Standpunkt, dass das Vorbringen der Beschwerde
führerin, wonach sie erst seit September 2012 eine Oberschenkelorthese links trage,
unzutreffend sei. Bereits mit einer Mitteilung vom 16. Mai 2012 seien ihr für beide Beine
Oberschenkelorthesen zugesprochen worden. Es treffe somit nicht zu, dass die
Beschwerdeführerin erst seit September 2012 eine zusätzliche Orthese trage. Ganz im
Gegenteil trage sie seit dem genannten Datum im Vergleich zu früher nur noch eine
Oberschenkelorthese. Die Abklärung habe ergeben, dass die Beschwerdeführerin die
Orthesen fast selbstständig ausziehen könne. Beim Anziehen könne sie eingeschränkte
Mithilfe leisten. Gemäss der Stellungnahme des Fachbereichs vom 12. April 2013 (IV-
act. 127) sei die Terminologie bezüglich der Orthesen während der Abklärung nicht
ganz korrekt gewesen, weil die Unterscheidung zwischen Unterschenkel- und
Oberschenkelorthesen Leuten ohne Fachkenntnisse nicht bekannt sei. Im Jahr 2012
habe es bei der Beschwerdeführerin zudem verschiedene Orthesenwechsel gegeben.
Der entsprechende Hilfebedarf sei anlässlich der Abklärung jedoch korrekt
aufgenommen worden. Gemäss dem von der Mutter der Beschwerdeführerin
unterzeichneten Abklärungsbericht betreffend die Hilflosenentschädigung benötige die
Beschwerdeführerin für das An- und Auskleiden inklusive Orthesenwechsel ab 14.
August 2012 höchstens 15 Minuten pro Tag. Gemäss Anhang 3 des Kreisschreibens
über den Assistenzbeitrag sei im Teilbereich An-/Auskleiden die Stufe 3 erst bei einem
Hilfebedarf von mindestens 26 Minuten pro Tag gegeben. Somit sei der
Beschwerdeführerin zu Recht nur die Stufe 2 zugesprochen worden. Es gebe auch
keine Hinweise, dass der Beschwerdeführerin im Bereich der gesellschaftlichen
Teilhabe und Freizeitgestaltung ein zu geringer Hilfebedarf angerechnet worden sei.
Gemäss der Stellungnahme des Fachbereichs vom 2. April 2013 (IV-act. 124) sei
folgender Zeitaufwand für den Hilfebedarf berücksichtigt worden: 50 Minuten für den
Schwimmkurs in C._ (Fahrt hin und zurück: je 10 Minuten, Hilfe beim Aus- und
Anziehen: je ca. 15 Minuten), 20 Minuten für den Tanzkurs in B._ (Fahrt hin und
zurück: je 10 Minuten) und 30 Minuten für den Gitarrenunterricht (Fahrt hin und zurück
mit Gitarrentragen: je 15 Minuten). Dies ergebe einen Aufwand von total 1 Stunde 40
Minuten pro Woche. In der Stufe 3 betrage der zeitliche Aufwand 35 - 59 Minuten pro
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Tag, d.h. 4 - 7 Stunden in der Woche, was vorliegend eindeutig zu viel wäre. Die
Beschwerdeführerin falle somit in die Stufe 2 des Hilfebedarfs. Bezüglich der Mobilität
und der gesellschaftlichen Kontakte sei zu erwähnen, dass es der Beschwerdeführerin
möglich sei, kurze Gehstrecken mit dem Rollator zurückzulegen. Draussen könne sie
sich auch mit einem Rollstuhl selbstständig fortbewegen, da in den oberen
Extremitäten keine Einschränkungen vorlägen. In der Kommunikationsfähigkeit sei sie
nicht eingeschränkt. Sie sei eine gute Volksschülerin und besuche die 4. Regelklasse
(act. G 7).
B.d Mit einer Replik vom 16. Mai 2013 hielt die Beschwerdeführerin an den Be
schwerdeanträgen fest. Die Rechtsvertreterin erklärte, der im August 2012 ermittelte
Hilfebedarf im Bereich An-/Auskleiden werde nicht beanstandet. Jedoch habe sich ab
September 2012 ein erhöhter Hilfebedarf ergeben, als die Beschwerdeführerin nach
einer im August 2012 erfolgten Operation eine Oberschenkelorthese erhalten habe.
Entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegenerin trage die Beschwerdeführerin
die Oberschenkelorthese somit nicht bereits seit Februar bzw. Mai 2012. Der Rechnung
der Orthopädie D._ AG vom 20. September 2012 sei zu entnehmen, dass die
Oberschenkelorthese erstmals am 11. September 2012 abgegeben worden sei und
erst nach der entsprechenden Operation notwendig bzw. möglich geworden sei. Die
Dritthilfe, welche aufgrund der Oberschenkelorthese links beim An-/Auskleiden
notwendig geworden sei, habe anlässlich der Abklärung vom 20. August 2012 somit
noch gar nicht berücksichtigt werden können. Dass bereits am 13. Februar 2012 ein
Kostenvoranschlag und ein Gesuch um Kostengutsprache für eine
Oberschenkelorthese vorgelegen hätten sowie dass bereits mit der Mitteilung vom 16.
Mai 2012 eine entsprechende Kostengutsprache erteilt worden sei, ändere nichts
daran, dass die Beschwerdeführerin die Oberschenkelorthese links erst seit September
2012 trage. Beim Bereich der gesellschaftlichen Teilhabe und Freizeitgestaltung habe
die Beschwerdegegnerin auf die Zeitangaben der Mutter der Beschwerdeführerin
abgestellt. Der tatsächlich notwendige Zeitaufwand könne aber für die Einstufung des
Hilfebedarfs nicht oder zumindest nicht allein massgebend sein. Die
Beschwerdeführerin sei in diesem Bereich vollständig auf Dritthilfe angewiesen, was
eine Einteilung in Stufe 3 rechtfertige (act. G 11).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 13).
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Considerations:
Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerdeführerin hat die Anspruchsvoraussetzungen für den Bezug eines
Assistenzbeitrages unbestrittenermassen erfüllt. Strittig und zu prüfen ist hingegen der
Umfang des Assistenzbeitrages und dabei insbesondere die Einstufung des
Hilfebedarfs der Beschwerdeführerin in den Bereichen An-/Auskleiden sowie
gesellschaftliche Teilhabe und Freizeitgestaltung.
1.2 Gemäss Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(IVG; SR 831.20) bildet die für die Hilfeleistungen benötigte Zeit die Grundlage für die
Berechnung des Assistenzbeitrages. Davon abzuziehen ist die Zeit, die der Hilflosen
entschädigung, den Beiträgen für Dienstleistungen Dritter anstelle eines Hilfsmittels
und dem für Grundpflege ausgerichteten Beitrag der obligatorischen
Krankenpflegeversicherung an Pflegeleistungen entspricht. Bei einem Aufenthalt in
stationären und teilstationären Institutionen wird der für Hilfeleistungen im Rahmen des
Assistenzbeitragesanrechenbare Zeitbedarf entsprechend reduziert (Art. 42 Abs. 2
IVG). Unter anderem hinsichtlich der einzelnen Bereiche und der minimalen und
maximalen Anzahl Stunden, für die ein Assistenzbeitrag ausgerichtet wird, sowie der
Pauschalen für Hilfeleistungen pro Zeiteinheit ist die Regelung auf dem
Verordnungsweg vorgesehen (Art. 42 Abs. 4 IVG).
1.3 Gemäss Art. 39c der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201)
kann in folgenden Bereichen ein Hilfebedarf anerkannt werden: alltägliche
Lebensverrichtungen, Haushaltsführung, gesellschaftliche Teilhabe und
Freizeitgestaltung, Erziehung und Kinderbetreuung, Ausübung einer gemeinnützigen
oder ehrenamtlichen Tätigkeit, berufliche Aus- und Weiterbildung, Ausübung einer
Erwerbstätigkeit auf dem regulären Arbeitsmarkt, Überwachung während des Tages
und Nachtdienst. Die Bestimmung des anerkannten Hilfebedarfs wird in Art. 39e IVV
geregelt. Gemäss Art. 39e Abs. 2 lit. a IVV kann pro Monat höchstens ein Bedarf von
30 Stunden pro alltägliche Lebensverrichtung, die bei der Festsetzung der
Hilflosenentschädigung mittleren Grades festgehalten wurde, für Assistenz bei
sexies
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alltäglichen Lebensverrichtungen, Haushaltsführung, gesellschaftlicher Teilhabe und
Freizeitgestaltung berücksichtigt werden.
1.4 Gestützt auf diese Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen hat das Bundesamt
für Sozialversicherungen (BSV) das Kreisschreiben über den Assistenzbeitrag (KSAB)
erlassen. In Bezug auf das KSAB gilt, was allgemein für Verwaltungsweisungen,
Kreisschreiben und dergleichen zu beachten ist: Es handelt sich dabei nicht um
Rechtsnormen; sie sind für das Gericht nicht verbindlich. Allerdings berücksichtigt das
Gericht die Lösung gemäss Verwaltungsweisung, wenn sie eine überzeugende
Interpretation des Gesetzes durch die Aufsichtsbehörde zum Zweck der rechtsgleichen
Anwendung des Gesetzes darstellt (vgl. BGE 122 V 249 E. 3d mit zahlreichen
Hinweisen). Im KSAB werden Unterteilungen der in Art. 39c IVV genannten Bereiche in
Teilbereiche (KSAB, Rz 4002), dieser Teilbereiche in verschiedene Tätigkeiten (KSAB,
Rz 4003) und jeder Tätigkeit in verschiedene Verrichtungen/Teilhandlungen (KSAB, Rz
4004) vorgenommen. Sodann sieht das KSAB ein Stufensystem für die einzelnen
Bereiche bzw. Teilbereiche vor. Gemäss diesem System ist der Hilfebedarf jedes
(Teil-)Bereichs in fünf Stufen eingeteilt (KSAB, Rz 4009). Jede Stufe umfasst Zeitwerte
entsprechend des Hilfebedarfs (von Stufe 0 = kein Bedarf, volle Selbstständigkeit bis
Stufe 4 = umfassender Bedarf, keinerlei Selbstständigkeit). Die Stufe 0 ist anwendbar,
wenn die versicherte Person selbstständig ist (allenfalls mit Hilfe von Hilfsmitteln) und
keine Hilfe braucht (KSAB, Rz 4010). Die Stufe 1 ist anwendbar, wenn es sich nur um
eine geringe oder sporadische, aber regelmässige Hilfe handelt. In dieser Stufe kann
die versicherte Person fast alles selber erledigen und benötigt nur punktuell Hilfe, z.B.
bei der Pediküre oder beim Einschenken und Schöpfen (KSAB, Rz 4011). Die Stufe 2
ist anwendbar, wenn bei mehreren Teilhandlungen Hilfe geleistet werden muss, aber
noch eine wesentliche Eigenleistung möglich ist. In der Stufe 2 kann die versicherte
Person einen Teil der Verrichtungen selbstständig übernehmen, andernteils ist eine
direkte Hilfe oder stete Anleitung und Kontrolle nötig. Als Beispiel wird u.a. eine Person
beschrieben, welche sich den Oberkörper selbst waschen und abtrocknen kann, für
den Unterkörper jedoch Hilfe benötigt (KSAB, Rz 4012). Stufe 3 ist anwendbar, wenn
der versicherten Person nur eine kleine Mithilfe bei der Teilhandlung oder eine
bescheidene Eigenleistung, welche die Ausführung erleichtert, möglich ist. In dieser
Stufe braucht die versicherte Person demnach Hilfe bei den meisten Verrichtungen und
kann nur eine geringe Eigenleistung vollbringen, z.B. wenn eine Person beim Anziehen
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nur stehen kann. Sie benötigt in grossem Umfang direkte Hilfe oder häufige
Überwachung (KSAB, Rz 4013). Schliesslich ist Stufe 4 anwendbar, wenn nicht einmal
eine bescheidene Mithilfe bei einer Teilhandlung oder eine Erleichterung bei der
Ausführung der Tätigkeit möglich ist. In der Stufe 4 ist die versicherte Person auf
umfassende und ständige Hilfe bei allen Verrichtungen angewiesen, sie kann gar nichts
selbstständig tun (KSAB, Rz 4014).
1.5 Um eine rechtsgleiche Anwendung zu gewährleisten, wurde mit der Einführung
des Assistenzbeitrages ein standardisiertes Abklärungsinstrument, der sogenannte
FAKT, erarbeitet. Mit diesem Instrument wird der Hilfebedarf einer versicherten Person
in der Praxis ermittelt (KSAB, Rz 4005). Bei jeder Stufe, welche von der
Abklärungsperson zu bestimmen ist, ist ein Minutenwert für jede Tätigkeit eines
(Teil-)Bereichs hinterlegt. Die Summe der Minutenwerte ergibt dann die Stufe des
entsprechenden (Teil-)Bereichs (KASB, Rz 4015). Die Bestimmung der Anzahl der
anrechenbaren Minuten wird demnach weder durch die Abklärungsperson noch durch
die IV-Stelle vorgenommen, sondern ist vielmehr bereits im vom BSV entwickelten
FAKT enthalten. Als geeignete und in der Regel genügende Grundlage für den FAKT
dient der Bericht zur Abklärung an Ort und Stelle. Die darin festgehaltenen
Bemerkungen und Einstufungen müssen aber zusätzlich im FAKT eingegeben werden.
Der FAKT ist ein Abklärungsinstrument, das gleichzeitig als Abklärungsbericht gelten
kann, den Assistenzbeitrag berechnet und die wichtigen Informationen für die
Verfügung zusammenfasst (KSAB, Rz 6019).
1.6 Betreffend den Beweiswert des Berichts zur Abklärung an Ort und Stelle sind
folgende
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass als Berichtsperson eine
qualifizierte Person wirkt, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse
sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Be
einträchtigungen und Behinderungen der pflegebedürftigen Person hat. Die
Abklärungsperson hat grundsätzlich einen Augenschein der Tätigkeiten vorzunehmen,
für welche die pflegebedürftige Person einen Hilfebedarf geltend macht. Weiter sind die
Angaben allfälliger Pflege Leistenden zu berücksichtigen, wobei divergierende
Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich
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muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen, konkret in Frage
stehenden Hilfeleistungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle
erhobenen Angaben stehen. Trifft dies alles zu, ist der Abklärungsbericht voll
beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der Abklärungsperson nur ein, wenn
eine klar feststellbare Fehleinschätzung oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der
Abklärungsresultate vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt steht als das
im Beschwerdefall zuständige Gericht.
2.
Vorliegend stützen sich die Angaben des Abklärungsverantwortlichen im FAKT auf die
Abklärung vor Ort vom 20. August 2012. Grundsätzlich stellt eine Abklärung vor Ort
eine genügende Grundlage für den FAKT dar. Aus dem entsprechenden
Abklärungsbericht vom 20. August 2012 geht jedoch hervor, dass die
Beschwerdeführerin bei der Abklärung offenbar gar nicht anwesend gewesen ist, weil
sie zu dieser Zeit die Schule besucht hat (vgl. IV-act. 84-1). Der
Abklärungsverantwortliche hat daher lediglich die Angaben der Mutter der Versicherten
wiedergegeben und nicht seine persönlichen Beobachtungen oder die Angaben der
versicherten Person selbst. Grundsätzlich ist im Rahmen der Abklärung vor Ort ein
Augenschein der in Bezug auf den Hilfebedarf zu beurteilenden Tätigkeiten
vorzunehmen. Daher ist die Anwesenheit der versicherten Person bei dieser Abklärung
zwingend vorausgesetzt (vgl. auch KSAB, Rz 6015). Da vorliegend bereits zwei Jahre
zuvor, am 19. Juli 2010, eine Abklärung vor Ort stattgefunden hat, bei der die
Beschwerdeführerin anwesend gewesen ist, kann der Abklärungsbericht vom 20.
August 2012 dennoch – wenn auch mit vermindertem Beweiswert – als
Beweisgrundlage für die Einstufung des Hilfebedarfs im Hinblick auf die Berechnung
des Assistenzbeitrages mittels dem FAKT herangezogen werden.
3.
3.1 Umstritten ist der Hilfebedarf der Beschwerdeführerin bei der alltäglichen Lebens
verrichtung An-/Auskleiden. Zunächst stellt sich diesbezüglich die Frage nach den tat
sächlichen Verhältnissen im Zeitpunkt der Abklärung vor Ort am 20. August 2012. Die
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Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, dass sich der Hilfebedarf ab September
2012 erhöht habe, da sie ab diesem Zeitpunkt neu eine Oberschenkelorthese links
trage, währenddem sie zuvor nur mit Unterschenkelorthesen versorgt gewesen sei.
Demgegenüber hat die Beschwerdegegnerin vorgebracht, dass die
Beschwerdeführerin bereits im Zeitpunkt der Abklärung Oberschenkelorthesen
beidseits getragen habe und sie ab September 2012 nur noch links eine
Oberschenkelorthese tragen müsse.
3.2 Das Ostschweizer Kinderspital hat am 28. September 2011 eine Verordnung für
die Versorgung der Beschwerdeführerin mit Oberschenkelorthesen beidseits an die
Orthopädie D._ AG gesandt (vgl. IV-act. 45-2). Am 29. Februar 2012 hat der
behandelnde Arzt des Ostschweizer Kinderspitals zu dieser Verordnung ausgeführt,
dass die Beschwerdeführerin zurzeit nur mit Unterschenkelorthesen versorgt sei. Diese
dienten dazu, eine Fehlstellung der Füsse zu verhindern. Damit die Beschwerdeführerin
stehen und gehen könne, seien jedoch Oberschenkelorthesen beidseits erforderlich.
Zunächst stehe eine Operation der Unterschenkel an, um die Füsse und Knie
auszurichten. Die Orthesenversorgung werde dann nach dem Eingriff direkt gebraucht
(vgl. IV-act. 54-3). Aufgrund der Verordnung hat die Orthopädie D._ AG am 13.
Februar 2012 einen Kostenvoranschlag zu Handen der Familie der Beschwerdeführerin
erarbeitet (vgl. IV-act. 2). Der Regionale Ärztliche Dienst der IV-Stelle hat am 28. April
2012 festgehalten, dass die beantragten Oberschenkelorthesen als Hilfsmittel für die
aufrechte Fortbewegung der Beschwerdeführerin bei bestehender Paraparese
erforderlich seien. Demgegenüber dienten die bisher benötigten
Unterschenkelorthesen der Vorbeugung von Kontrakturen und Fehlstellungen (vgl. IV-
act. 61). Mit einer Mitteilung vom 16. Mai 2012 sprach die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin die Kosten für die Oberschenkelorthesen beidseits zu (vgl. IV-act.
66). Wie aus dem Verlaufsbericht des Ostschweizer Kinderspitals vom 25. Mai 2012
hervorgeht, hatte die Operation der schenkel am 24. April 2012 stattgefunden. Dabei
waren externe Fixateure angebracht worden, welche laut der behandelnden Ärztin für
mindestens 3 Monate zu tragen waren. Diese hat zudem festgehalten, dass
postoperativ eine neue Unterschenkelorthese rechts mit Kondylenfassung sowie eine
Oberschenkelorthese links angefertigt werden müssten. Ein erneuter Antrag auf
Kostenzusprache an die IV-Stelle sei von ihrer Seite aufgrund des weiter komplexen
Handlungsbedarfs noch nicht gestellt worden (vgl. IV-act. 75-3). Aus diesen
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Ausführungen ist zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin bis zur Operation am 24.
April 2012 noch keine Oberschenkelorthesen erhalten hat. In Abweichung von der
zunächst gestellten Verordnung seitens des Ostschweizer Kinderspitals sind
postoperativ keine Oberschenkelorthesen beidseits mehr angezeigt gewesen, sondern
eine neue Unterschenkelorthese rechts (die Beschwerdeführerin war bereits mit
Unterschenkelorthesen beidseits versorgt) sowie eine (erstmalige) Ober
schenkelorthese links. Da die Beschwerdeführerin während der Zeit, in der die externen
Fixateure noch angebracht gewesen sind, keine Orthesen hat tragen können, ist eine
praktische Versorgung der Beschwerdeführerin mit einer Oberschenkelorthese erst ab
ca. Anfang August 2012 notwendig geworden. Aus diesem Grund hat das
Ostschweizer Kinderspital auch erst am 14. August 2012 die entsprechende neue
Verordnung an die Orthopädie D._ AG geschickt (vgl. IV-act. 102-2). Der
Abklärungsverantwortliche der Beschwerdegegnerin hat im FAKT vom 20. August 2012
festgehalten, dass die Beschwerdeführerin Unterschenkelorthesen beidseits trage (vgl.
IV-act. 99-3). Entgegen der Argumentation der Beschwerdegegnerin ist nicht davon
auszugehen, dass der Abklärungsverantwortliche sich in der Terminologie geirrt hat
und die Beschwerdeführerin im Abklärungszeitpunkt im Besitz von
Oberschenkelorthesen beidseits gewesen ist. Dies ergibt sich auch klar aus der
Rechnung der Orthopädie D._ AG vom 20. September 2012. Die Rechnung
beinhaltet die Kosten für eine Unterschenkelorthese rechts sowie für eine
Oberschenkelorthese links. Als Erstlieferdatum der beiden Hilfsmittel ist der 11.
September 2012 angegeben worden, was bedeutet, dass die Beschwerdeführerin erst
ab diesem Zeitpunkt im Besitz der beiden Orthesen bzw. erstmals im Besitz einer
Oberschenkelorthese gewesen sein kann (vgl. IV-act. 102-1, 102-3). Zur
Oberschenkelorthese hat die Orthopädie D._ AG in der Rechnung festgehalten, dass
die Beschwerdeführerin nach der Operation nur noch auf der linken Seite eine
Oberschenkelorthese und rechts eine Unterschenkelorthese benötige. Dieser Hinweis
bezieht sich auf die von der Beschwerdegegnerin erteilte Kostengutsprache für
Oberschenkelorthesen beidseits vom 16. Mai 2012. Da der Kostenaufwand für eine
Unterschenkelorthese geringer ist als für eine Oberschenkelorthese, liegt der
Rechnungsbetrag vom 20. September 2012 weit unter den veranschlagten und von der
Beschwerdegegnerin zugesprochenen Kosten für zwei Oberschenkelorthesen. Aus
diesem Grund hat für die Orthopädie D._ AG keine Veranlassung bestanden, eine
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erneute Kostengutsprache bei der Beschwerdegegnerin einzuholen. Die Kosten der am
11. September 2012 gelieferten Orthesen sind der Beschwerdegegnerin somit gestützt
auf deren Kostengutsprache vom 16. Mai 2012 in Rechnung gestellt worden. Wären –
entsprechend der Ansicht der Beschwerdegegnerin – zuvor bereits zwei
Oberschenkelorthesen abgegeben worden, so hätte die Orthopädie D._ AG auch
diese Orthesen bei der Beschwerdegegnerin in Rechnung gestellt, was jedoch nicht
der Fall gewesen ist. Zusammengefasst ist die Beschwerdeführerin somit bis zum 11.
September 2012 und damit auch im Zeitpunkt der Abklärung am 20. August 2012
lediglich im Besitz von Unterschenkelorthesen beidseits gewesen. Dies ist somit auch
vom Abklärungsverantwortlichen im FAKT korrekt festgehalten worden. In diesem
Punkt ist der Sachverhalt als erstellt zu betrachten.
3.3 Es ist nun zu prüfen, ob sich der Hilfebedarf beim An-/Auskleiden durch den Um
stand erhöht hat, dass die Beschwerdeführerin ab September 2012 neu eine Ober
schenkelorthese links getragen hat. Die Rechtsvertreterin hat ausgeführt, dass die
Beschwerdeführerin nicht in der Lage sei, die Orthesen selbstständig anzulegen und
sie dafür mehrmals täglich Hilfe benötige. Aufgrund der Breite und Steifheit der
Orthesen sei es ihr nicht möglich, die Hosen selbstständig über die Orthesen zu ziehen
und die Schuhe selber anzuziehen. Die Ermittlung des Hilfebedarfs beim An-/
Auskleiden zum Zeitpunkt der Abklärung im August 2012 hat die Rechtsvertreterin
nicht beanstandet (vgl. act. G 1).
3.4 Gemäss FAKT beinhaltet der Bereich An-/Auskleiden drei Teilbereiche, nämlich
das Zusammenstellen der Kleider/Wäschewechsel (Wahl der geeigneten Kleidung,
Herausnehmen und Bereitlegen), das An-/Auskleiden (Ankleiden am Morgen,
Auskleiden am Abend, An-/Auskleiden für Aktivitäten ausser Haus, das An-/Auskleiden
im Zusammenhang mit der Notdurft wird dort berücksichtigt) sowie das An-/Ablegen
von Hilfsmitteln wie z.B. Orthesen (vgl. IV-act. 97 f., KSAB Rz 4015). Der
Abklärungsverantwortliche hat den Hilfebedarf der Beschwerdeführerin im Teilbereich
Zusammenstellen der Kleider bei der Stufe 1 festgesetzt (vgl. IV-act. 98-1). Dies ist
aufgrund der angefügten Begründung, wonach die Beschwerdeführerin in diesem
Teilbereich nur geringer Hilfe bedarf (z.B. Reichen von einzelnen Kleidungsstücken,
Anleitung und Kontrolle), nachvollziehbar. Bei den Teilbereichen An-/Auskleiden und
An-/Ablegen von Hilfsmitteln hat der Abklärungsverantwortliche die Stufe 2 des
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Hilfebedarfs angenommen. Er hat festgehalten, dass die Beschwerdeführerin einen Teil
der Kleider, namentlich die Oberbekleidung, selbstständig an-/ausziehen könne.
Betreffend die Unterschenkelorthesen sei die Beschwerdeführerin in der Lage, diese
fast selbstständig auszuziehen. Beim Anziehen könne sie eingeschränkt mithelfen (IV-
act. 98-2).
3.5 Es ist nicht davon auszugehen, dass sich mit dem Tragen der
Oberschenkelorthese links ein erhöhter Hilfebedarf im ersten Teilbereich
(Zusammenstellen der Kleider) ergeben hat. Hingegen könnte dadurch in den
Teilbereichen An-/Auskleiden und An-/ Ablegen von Hilfsmitteln ein Mehraufwand
entstanden sein. Während eine Unterschenkelorthesen vom Knie bis zum Fuss führt,
beginnt eine Oberschenkelorthese oberhalb des Knies und führt hinunter zum Fuss
(vgl. IV-act. 127). Der Hausarzt Dr. med. E._, Facharzt für Innere Medizin und
Allgemeine Medizin FMH, hat am 5. Februar 2013 bescheinigt, dass die
Beschwerdeführerin mehrmals täglich Hilfe beim Anlegen der Ober- und
Unterschenkelorthesen benötige (vgl. act. G 1.3). Zudem hat die Physiotherapeutin am
6. Februar 2013 festgehalten, dass das Anziehen von normalen Hosen (vor allem am
linken Bein mit der Oberschenkelorthese) tagtäglich eine Herausforderung sei. Die
Beine seien mit Orthesen breiter als normal. Zudem seien die Orthesen steif, was es
der Beschwerdeführerin verunmögliche, die Beine ohne Hilfe in die Hosen zu bringen
und die Schuhe anzuziehen (vgl. IV-act. 119). Aufgrund dieser Angaben ist
anzunehmen, dass sich durch das Tragen der Oberschenkelorthese links tatsächlich
ein Mehraufwand ergeben hat. Dies führt aber nicht ohne Weiteres dazu, dass eine
höhere Stufe des Hilfebedarfs erfüllt ist. Bezüglich des Teilbereichs An-/ Auskleiden ist
zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin nach wie vor die Oberbekleidung
selbstständig an- und ausziehen kann. Damit ist ihr trotz des Mehraufwands für den
Unterkörper aufgrund der Oberschenkelorthese noch immer eine Eigenleistung in
diesem Bereich möglich. Ob sich der Mehraufwand aufgrund der Oberschenkel
orthesen derart auswirkt, dass eine höhere Einstufung des Hilfebedarfs im Teilbereich
An-/Auskleiden angenommen werden muss, kann nur mit einer weiteren Abklärung vor
Ort im Sinne eines Augenscheins beurteilt werden.Betreffend den Teilbereich An-/
Ablegen von Hilfsmitteln benötigt die Beschwerdeführerin insbesondere beim Anlegen
der Orthesen Hilfe. Gemäss Angaben im FAKT ist der Beschwerdeführerin das Ablegen
der Unterschenkelorthesen fast selbstständig möglich gewesen (vgl. IV-act. 99-3). Ob
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sie auch die Oberschenkelorthese selbstständig ablegen kann, geht aus den Akten
nicht hervor. Es ist jedenfalls anzunehmen, dass das An- und Ablegen der
Oberschenkelorthese im Vergleich zur Unterschenkelorthese aufwändiger ist. Ob es
sich deshalb rechtfertigt, im Teilbereich An-/Ablegen von Hilfsmitteln einen Hilfebedarf
der Stufe 3 anzunehmen, ist ebenfalls im Rahmen der weiteren Abklärung vor Ort zu
beurteilen.
3.6 Somit ist der Hilfebedarf der Beschwerdeführerin im Bereich An-/Auskleiden
wegen des seit September 2012 bestehenden Mehraufwands aufgrund der
Oberschenkelorthese links mit einer Abklärung vor Ort im Sinne eines Augenscheins
und in Anwesenheit der Beschwerdeführerin erneut zu ermitteln. Die Angelegenheit ist
der Beschwerdegegnerin demnach zur Durchführung dieser Abklärung
zurückzuweisen.
3.7 Weiter umstritten ist die Einstufung des Hilfebedarfs im Bereich gesellschaftliche
Teilhabe und Freizeitgestaltung. Dieser gliedert sich in die Teilbereiche Hobbies/Sport,
gesellschaftliche Kontakte, Mobilität draussen sowie Reisen/Ferien (vgl. IV-act.
98-24 ff.). Der Abklärungsverantwortliche hat gemäss FAKT in allen Teilbereichen (bis
auf gesellschaftliche Kontakte) einen Hilfebedarf der Stufe 2 angenommen. Im
Teilbereich gesellschaftliche Kontakte hat er bei der Beschwerdeführerin keinen Bedarf
an Hilfe festgestellt. Insgesamt hat sich im FAKT ein Hilfebedarf von 20 Minuten pro
Tag bzw. 2 Stunden und 20 Minuten pro Woche ergeben (vgl. IV-act. 98-26). Der
Fachbereich der Beschwerdegegnerin hat in einer Stellungnahme vom 2. April 2013
festgehalten, dass die Beschwerdeführerin bei der Freizeitgestaltung (Schwimm- Tanz-,
und Gitarrenunterricht) tatsächlich einen Aufwand von 1 Stunde und 40 Minuten pro
Woche habe. Damit sei die Stufe 3 des Hilfebedarfs, welcher einen täglichen Aufwand
von 35 bis 59 Minuten bzw. 4 bis 7 Stunden pro Woche voraussetze, eindeutig nicht
erfüllt (vgl. IV-act. 124). Der Ansicht der Rechtsvertreterin, wonach der tatsächliche
notwendige Zeitaufwand für die Einstufung des Hilfebedarfs nicht massgebend sein
könne, ist zuzustimmen. In Rz 4032 des KSAB wird zum Bereich gesellschaftliche
Teilhabe und Freizeitgestaltung ausdrücklich festgehalten, dass für eine standardisierte
Erfassung nicht auf die konkrete ausgeübte Tätigkeit, sondern auf grundlegende
Fähigkeiten bzw. Einschränkungen abzustützen sei. Beim Teilbereich gesellschaftliche
Kontakte werde z.B. nicht gefragt, wie oft bzw. welche gesellschaftlichen Kontakte
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stattfänden, sondern es werde erfasst, ob die versicherte Person Hilfe bei der
Überwindung architektonischer Barrieren oder bei der Kommunikation etc. brauche
und welches Ausmass diese Hilfe umfasse, d.h. ob sie beispielsweise gelegentlich oder
immer erfolgen müsse. Dementsprechend kann es auch keine Rolle spielen, wie oft
und welchen Beschäftigungen die Beschwerdeführerin in der Freizeit nachgeht.
Entscheidend ist vielmehr das Ausmass des Hilfebedarfs bei den einzelnen
Teilhandlungen.
3.7.1 Zum Teilbereich Hobbies/Sport hat der Abklärungsverantwortliche im FAKT
festgehalten, die Beschwerdeführerin könne Aktivitäten, welche keiner grösseren
körperlichen Anstrengung bedürften (z.B. malen, basteln, fotografieren, Bilder am
Computer bearbeiten) selbstständig ausüben. Für andere Tätigkeiten benötige sie Hilfe
insbesondere in Form von Handreichungen, Anleitungen und Kontrolle (vgl. IV-act.
98-24). Aufgrund dieser Angaben ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin
im Teilbereich Hobbies/Sport noch eine wesentliche Eigenleistung möglich ist, womit
die Einordnung des Hilfebedarfs in der Stufe 2 als gerechtfertigt erscheint.
3.7.2 Der Teilbereich gesellschaftliche Kontakte beinhaltet das verbale und non
verbale Kommunizieren, die Kontaktpflege sowie die Teilnahme am Gesellschaftsleben.
Die Beschwerdeführerin ist laut dem Abklärungsverantwortlichen in der Lage, ohne Ein
schränkungen Gespräche zu führen und diesen zu folgen (vgl. IV-act. 29-25). Sie
besucht als gute Schülerin die Regelschule im Nachbarsdorf (vgl. IV-act. 83). Aus den
Angaben zum Teilbereich Hobbies/Sport geht ausserdem hervor, dass sie in der
Freizeit gerne das Internet und (andere) Medien nutzt, was noch zusätzliche
Kommunikationswege eröffnet (vgl. IV-act. 98-24). Ein Hilfebedarf im Teilbereich
gesellschaftliche Kontakte besteht bei der Beschwerdeführerin somit nicht.
3.7.3 Als weiterer Teilbereich ist die Mobilität draussen zu beurteilen. Der Ab
klärungsverantwortliche hat ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin bei architek
tonischen Barrieren (z.B. Treppen, unebene Strasse) Hilfe brauche, ansonsten könne
sie sich mit dem elektrischen Rollstuhl selbstständig fortbewegen. Die Mobilität sei
aufgrund des gestörten Gleichgewichts erschwert. Die Beschwerdeführerin könne
bekannte Wege selbstständig zurücklegen, habe jedoch immer wieder Schwierigkeiten
bei ungewohnten Situationen oder neuen Orten. Es bestehe ein Hilfebedarf bei der
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Benutzung des öffentlichen Verkehrs (z.B. beim Aufstehen, bei der richtigen Haltestelle
aussteigen), weshalb meistens ein Transportdienst beansprucht werde. Die
Beschwerdeführerin brauche überdies beim Ein-/Aussteigen ins Auto Hilfe (vgl. IV-act.
98-26). Gemäss Rz 4005 KSAB ist bei der Festlegung des Hilfebedarfs nicht nur die
direkte Hilfe, sondern auch die indirekte Hilfe in Form von Anleitung, Kontrolle oder
Überwachung bei der Ausführung von Tätigkeiten zu berücksichtigen (vgl. KSAB Rz
4005). Der Abklärungsverantwortliche hat angegeben, dass die Beschwerdeführerin
nicht in der Lage sei, architektonische Barrieren selbstständig zu überwinden und sich
in ungewohnten Situationen oder an neuen Orten zu Recht zu finden. Daher ist davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin draussen meistens auf die unmittelbare
Begleitung einer Drittperson angewiesen ist, zumal architektonische Barrieren oder
ungewohnte Situationen an jedem Ort – selbst auf ihr bekannten Wegen – auftreten
können. Zudem ist der Beschwerdeführerin auch die Benutzung des öffentlichen
Verkehrs nicht selbstständig möglich. Vor diesem Hintergrund erscheint es
widersprüchlich, wenn der Abklärungsverantwortliche gleichzeitig angibt, dass die
Beschwerdeführerin sich mit dem elektrischen Rollstuhl draussen selbstständig
fortbewegen und ihr bekannte Wege selbstständig zurücklegen könne. Soweit die
Beschwerdeführerin die Begleitung einer Drittperson, welche ihr im Bedarfsfall bei
architektonischen Barrieren oder ungewohnten Situationen Hilfestellung geben kann,
benötigt, ist sie in ihrer Mobilität draussen nicht als selbstständig zu betrachten. Aus
diesem Grund ist auch die Einschätzung des Abklärungsverantwortlichen, wonach im
Teilbereich Mobilität draussen lediglich ein Hilfebedarf der Stufe 2 vorliege, nicht
nachvollziehbar, zumal er auch betreffend diesen Teilbereich keinen Augenschein
vorgenommen und sich ausschliesslich auf die Angaben der Mutter gestützt hat. Zur
Beurteilung und Einstufung des Hilfebedarfs im Teilbereich Mobilität draussen erweist
sich der Sachverhalt demnach als ungenügend abgeklärt. Die Beschwerdegegnerin
wird diesbezüglich eine ergänzende Abklärung vor Ort im Sinne eines Augenscheins
durchzuführen haben.
3.7.4 Zum Teilbereich Reisen/Ferien hat der Abklärungsverantwortliche
angegeben, die Beschwerdeführerin benötige in ungewohnter Umgebung mehr Hilfe
bei den allgemeinen täglichen Lebensverrichtungen. Auch die Mobilität sei erschwert.
Die i der standardisierten Festlegung des Hilfebedarfs nicht reduzierend zu
berücksichtigen. Hingegen ist in diesem Teilbereich das jugendliche Alter der
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Beschwerdeführerin ein den Hilfebedarf reduzierender Faktor, da auch nicht behinderte
Gleichaltrige kaum alleine Reisen unternehmen. Die Einstufung des Hilfebedarfs im
Teilbereich Reise/Ferien kann erst nach Durchführung der noch erforderlichen
Abklärungen in den Bereichen An-/Auskleiden und Mobilität draussen erfolgen, da es
sich dabei um Tätigkeiten handelt, die auch beim Reisen und bei Ferienaufenthalten
verrichtet werden müssen.
3.8 Zusammengefasst ist der Hilfebedarf der Beschwerdeführerin in den Teilbereichen
An-/Auskleiden, An-/Ablegen von Hilfsmitteln, Mobilität draussen sowie Reisen/Ferien
von der Beschwerdegegnerin ergänzend abzuklären und daraufhin neu einzustufen. Die
angefochtene Verfügung vom 21. Januar 2013 ist folglich aufzuheben und die
Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese hat den
Assistenzbeitrag nach Durchführung der noch erforderlichen Abklärungen mittels des
FAKT neu zu berechnen und anschliessend neu über den Anspruch der
Beschwerdeführerin zu verfügen.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 21. Januar 2013 in teil
weiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Angelegenheit zur weiteren
Abklärung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegenerin zurückzuweisen
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt
praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Eine Gerichtsgebühr von
Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen.
Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungs
gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG).
bis
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In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat am 4. Juni 2014 eine Honorarnote
eingereicht, mit welcher sie einen Zeitaufwand von 7,5 Stunden sowie Barauslagen von
Fr. 30.-- geltend macht (vgl. act. G 14). Unter Berücksichtigung des im Kanton
St. Gallen üblichen Stundenansatzes von Fr. 250.-- ergibt sich vorliegend ein Aufwand
von Fr. 1'905.-- (7,5 Stunden à Fr. 250.-- + Fr. 30.-- Barauslagen). Zuzüglich der
Mehrwertsteuer von 8% (Fr. 152.40) beträgt die Parteientschädigung der
Beschwerdeführerin Fr. 2'057.40. Die Beschwerdegegnerin hat somit der
Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 2'057.40 (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP