Decision ID: 219f8377-f429-46f1-8db6-bdbd29bf28b6
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958, war als Caddy Master bei der
Y._
tätig und damit
bei der Schweizerischen Unfallversiche
rungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufs
unfällen versichert, als er am
2
3.
November 2018 beim Bewegen eines Marmor
tisches starke Rückenschmerzen verspürte und sich nicht mehr bewegen konnte (vgl. Unfallmeldung vom 2
9.
November 2018,
Urk.
8/A1). Mit
Schreiben vom
3.
Januar 2019 (
Urk.
8/A
3
) sowie
Verfügung vom 2
9.
Januar 2019 (
Urk.
8/A
9) verneinte die Suva
ihre
Leistungs
pflicht
mit der Begründung,
es liege
weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung
vor
.
Die vom Versicherten dagegen am
5.
Februar 2019
erhobene Einsprache
(
Urk.
8/A12)
wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom
2
9.
März 2019
(
Urk.
8/A19
=
Urk.
2) ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
2
9.
März 2019
(
Urk.
2) erhob der Versicherte am
5.
April 2019
Beschwerde und beantragte
sinngemäss dessen Aufhebung und die Ausrichtung der
gesetzlich geschuldeten Leistungen
(vgl.
Urk.
1 vorletzte Seite unten).
Die Suva schloss mit Beschwerdeantwort vom
1
9.
Juni 2019 (
Urk.
7)
auf Abwei
sung der
Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
4.
Juni 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.2
Nach der Rechtsprechung bezieht sich
das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im
jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwir
kungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen al
lein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.3
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ab
lauf einer Körperbewegung gleichsam «programmwidrig» beeinflusst hat. Bei ei
ner solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aussen
welt – ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1 mit Hinweisen).
1.4
Selbst bei fehlender Störung des Bewegungsablaufs durch einen äusseren Faktor kann die Aussergewöhnlichkeit auch dann gegeben sein, wenn beim Heben oder Schieben einer Last zufolge ausserordentlichen Kraftaufwandes, das heisst einer sinnfälligen Überanstrengung, eine Schädigung eintritt. Es muss allerdings je
weils geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und be
rufliche und ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausseror
dentlicher Art war (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38). Kein Unfall liegt vor, wenn die Anstrengung nur wegen bestehender krankhafter Veränderungen zu Schädigungen führen kann, weil sich dann eine innere Ursache auswirkt, während der äussere, oft harmlose Anlass bloss den pa
thologischen Faktor manifest werden lässt (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen).
1.5
Gemäss Art. 6 Abs. 2
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
er
bringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (lit. a); Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsi
onen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
zerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 202).
1.6
Praxisgemäss sind die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens von der versi
cherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die not
wendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereig
nisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglichkeit genügt nicht –, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten de
r versicherten Person auswirkt
(BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b).
1.7
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die sogenannten Aussagen der ersten Stunde ab, denen in beweismäs
siger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die be
wusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre
n abschlägigen Entscheid (
Urk.
2) damit, der Unfallbegriff sei nicht erfüllt, da
in Bezug auf das Ereignis vom 2
3.
November 2018
ein äusserer Faktor, welcher darüber hinaus ungewöhnlich wäre, nicht zu erkennen sei. Etwas Ungew
öhnliches wie ein Sturz oder ein Anschlagen habe sich nicht ereignet, wobei
bezüglich Geschehensablauf
auf die Aussagen
der ersten Stunde abzustellen sei
(S. 3 f.
Ziff.
2.3.4)
.
Bei der gestellten Diagnose einer
Lum
boischialgie
handle es sich zudem nicht um eine
Listenverletzung nach
Art.
6
Abs.
2 UVG
(S. 5
Ziff.
2.3.6). In ihrer Beschwerdeantwort
(
Urk.
7)
bekräftigte die Beschwerdegegnerin ihren Standpunkt, wonach auf die Aussagen de
r ersten Stunde abzustellen sei,
und verneinte ferner das Vorliegen einer unfallrelevante
n Überanstrengung.
2.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde (
Urk.
1) demgegenüber im Wesentlichen geltend, beim Bewegen eines schweren Marmortisches auf dem Holzboden ausgerutscht zu sein und sofort starke Muskelschmerzen im Rücken verspürt zu haben, die ihn vorübergehend bewegungsunfähig gemacht hätten. Die Merkmale des Unfallbegriffs seien erfüllt (S. 2 f.)
. Insbesondere sei der Mar
mortisch
schwerer als üblich gewesen und nur 36.5 cm hoch, was dazu geführt habe, dass er eine sehr komplizierte Körperhaltung habe einnehmen müssen, so
dass er im Moment der Bewegung ausgerutscht sei (S. 3 unten). Es sei nicht mög
lich gewesen, den Unfallhergang auf der Unfallmeldung klar zu schildern, da nicht genügend Platz vorhanden gewesen sei (S. 4 unten).
Die im
Z._
durchgeführten Tests hätten keine klinisch fassbare Pathologie ergeben (S. 6 unten). Aus den ärztlichen Berichten ergebe sich, dass er im Zeitpunkt des Unfalls gesund gewesen sei (S. 7 oben). Das Vorli
e
gen eines Unfalls sei bewiesen (zweit
letzte Seite unten).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob es sich beim Ereignis vom
2
3.
November 2018
um
einen Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG respektive um eine unfallähnliche Kör
perschädigung im Sinne von
Art.
6
Abs.
2 UVG
handelt.
3.
3.1
Die Erstbehandlung des Beschwerdeführers erfolgte am 2
4.
November 2018 im
A._
. Im
dort ausgestellten Arztzeugnis (
Urk.
8/M1
, vgl. auch
Urk.
8/M5 oben
) wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer habe laut eigenen An
gaben am 2
3.
November 2018 ein schweres Möbelstück gerückt und
leide seither an
exazerbierenden
Rückenschmerzen
(
Ziff.
2
)
. Di
agnostiziert wurde ein
lum
bovertebrales
Schmerzsyndrom
(
Ziff.
5)
. Die Unfallka
usalität wurde als fraglich bez
e
ich
n
e
t
(
Ziff.
6)
.
3.2
Am 3
0.
November
2018
stellte sich der Beschwerdeführer bei persistierenden Be
schwerden erneut im
A._
vor
, wo
weiterhin eine
Druckdolenz
über dem
Iliosakralg
elenk
rechts erhoben und der Beschwerdeführer b
ei immobi
lisierenden Schmerzen zur weiteren Diagnostik dem
Z._
zugewie
sen
wurde
(vgl.
Urk.
8/M5 Mitte).
3.3
Im Bericht über die Notfallbehandlung vom 3
0.
November 2018
(
Urk.
8/M3
)
führte
der behandelnde
A
rzt des
Z._
aus, beim Beschwerdeführer
bestünden
eine
Lumboischialgie
rech
ts sowie Schmerzen über dem ISG rechts, nachdem er am 2
3.
November 2018 einen schweren Marm
ortisch angehoben habe (S. 1 Mit
te). Die
gleichentags durchgeführte
n
Röntgen
untersuchungen
des Beckens
und der Lendenwirbelsäule (LWS) hätten
keinen Hinweis auf
ossäre
Lä
sionen ergeben.
In der Röntgenuntersuchung des Beckens hätten
sich altersent
sprechende degenerative Veränderungen gezeigt (S. 1 unten
, S. 2 oben
)
.
3.4
Am
1
1.
Dezember 2018 berichtete
dipl.
Arzt
B._
, Oberarzt Chi
rurgie,
Z._
,
über die klinische Verlaufskontrolle vom
7.
Dezember 2018
(
Urk.
8/M2). Er diagnostizierte eine
Lumboischialgie
vom 3
0.
November 2018, Differentialdiagnose (DD) ISG-Syndrom rechts (S. 1 oben)
,
und beschrieb einen erfreulichen Verlauf bei konservativer Therapie mittels Physiotherapie und ausgebauter Analgesie (S. 1 unten).
4.
4.1
Vorab gilt es, den für die Beurteilung
massgebenden
Sachverhalt festzustellen.
4.2
In der am 2
9.
November 2018 ausgefüllten Unfallmeldung gab der
Beschwerde
führer an, er habe beim Bewegen des Marmortisches starke Rückenschmerzen verspürt und sich nicht mehr bewegen können (
Urk.
8/A1
Ziff.
6).
4.3
Am 1
4.
Dezember 2018 füllte der Beschwerdeführer das ihm von der Beschwer
degegnerin zugestellte «Formular zum Ereignis» aus (
Urk.
8/A2). Zum Hergang des Ereignisses führte er aus, er habe beim Schieben einen messerscha
r
fen Schmerz gespürt und sich nicht mehr bewegen können. Die Frage, ob sich etwas Ungewöhnliches oder Programmwidriges ereignet habe, verneinte
er.
4.4
Mit Schreiben vom
7.
Januar 2019 (
Urk.
8/A5) teilte der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin mit, mit ihrem Entscheid gemäss Schreiben
vom
3.
Januar 2019
, worin unter Darlegung der Definition eines Unfalls das Vorliegen eines solchen verneint wurde
(
Urk.
8/
A3)
,
nicht einverstanden zu sein. Er führte aus, sein Unfall sei auf das Bewegen eines schweren Marmortisches zurückzuführen. Er sei auf dem Holzboden ausgerutscht und habe sofort starke Muskelschmerzen im Rücken verspürt, die ihn vorübergehend bewegungsunfähig gemacht hätten.
4.
5
Am 2
1.
Januar 2019 füllte der Beschwerdeführer den ihm von der Beschwerde
gegnerin zugestellten Fragebogen zum Ereignis vom 2
3.
November 2018 aus (
Urk.
8/A8). Nach dem genauen Ablauf des Ereignisses gefragt, gab
er
an, er habe einen schweren Marmortisch bewegt. Er sei auf dem Holzboden ausgerutscht und habe sofort starke Rückenschmerzen verspürt. Vorübergehend habe er sich nicht bewegen können. Danach gefragt, ob sich etwas Aussergewöhnliches oder Uner
wartetes ereignet habe, gab er an, der Marmortisch sei unerwartet schwer
er ge
wesen, als er gedacht habe, und er sei ausgerutscht (
Ziff.
1).
4.6
Weder in der am
2
9.
November 2018
ausgefüllten Unfallmeldung
(vorstehend E. 4.2)
noch
in dem
am
1
4.
Dezember 2018
unterzeichneten Formular zum Scha
denereignis
(vorstehend E. 4.3) gab der Beschwerdeführer an,
dass
er beim
S
chie
ben
des Marmortisches ausgerutscht
sei
.
Im Formular zum Schaden
ere
ignis ver
neinte er explizit, dass sich
e
twas Programmwidriges oder Unge
wöhnliches er
eignet ha
be
(vgl.
vorstehend
E. 4.3
).
Dass der Beschwerdeführer
beim
Schieben des Tisches
ausgerutscht wäre, geht sodann weder aus dem ärztlichen Bericht betreffend die Erstbehandlung vom 2
4.
November 2018
(vorstehend E. 3.1)
noch aus den Fo
lgeberic
hten
(vorstehend E. 3.2-4) h
ervor.
Erst nach Erhalt des (form
losen) abschlägigen Entscheids der Beschwerdegegnerin vom
3.
Januar 2019 machte der Beschwerdeführer mit
Schreiben vom
7.
Januar 2019
erstmals gel
tend, er sei beim Bewegen des Tisches auf dem Holzboden ausgerutscht (vgl. vor
stehend E. 4.4). An dieser Darstellung hielt er in der Folge fest (vgl. vorstehend E. 4.5, E. 2.2).
Vor dem Hintergrund der zeitnahen Aussagen des Beschwerdeführers zum Ge
schehensablauf ist nicht zu b
eanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
in An
wendung der Beweismaxime der Aussagen ersten Stunde
(vorstehend E. 1.7)
es
nicht als
überwiegend wahrscheinlich erstellt erachtete, dass
der Beschwerdefüh
rer
beim Schieben des Tisches ausgerutscht ist. Es ist nicht
auszuschliessen
, dass die spätere Darstellung des Beschwerdeführers
bewusst oder unbewusst von nach
träglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst
gewe
sen
sein könnte. Nicht zu überzeugen vermag dabei sein Einwand, wonach auf dem Unfallmeldungsformular zu wenig Platz gewesen sei, um den Unfallher
gang klar zu schildern (vgl. vorstehend E. 2.1), denn zumindest auf dem Formular zum Schadenereignis, welches er am 1
4.
Dezember 2018 ausfüllte (vorstehend E. 4.3), hätte es genügend Platz gehabt, um bei der Frage nach dem Hergang des Ereignisses oder der Frage nach einem ungewöhnlichen Faktor oder einer Pro
grammwidrigkeit ein Ausrutschen zu erwähnen
.
Aufgrund der Aktenlage ist
nicht
davon auszugehen, dass es für das Ereignis vom 2
3.
November 2018 Zeugen gibt, zumal sich der Beschwerdeführer auch be
schwerdeweise nicht auf Zeugen berief. Von zusätzlichen
Beweismassnahmen
zum Geschehensablauf sind
daher keine
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb in ant
i
zipierter Beweiswürdigung (
vgl. BGE 124 V 90 E. 4b, BGE 122 V 157 E. 1d)
davon abzusehen ist.
5.
5.1
Zu
prüfen
ist
, ob das Ereignis vom
2
3.
November
2018 den
Unfallbegriff
im Sinne von
Art.
4 ATSG (vgl. vorstehend E.
1.1-4
) erfüllt. Dabei ist vorliegend insbeson
dere der ungewöhnlich
e
äussere
Faktor von Bedeutung.
Gest
ützt auf die als
massgebend
zu e
rachtenden zeitnahen Schilderungen
zum
Unf
allhergang
(vgl. vorstehend E. 4.6
) steht fest, dass
der
Beschwerdeführer
beim
Schiebe
n
eines
Marmortischs immobilisierende Schmerzen im Rücken verspürte
(vgl. vorstehend E. 4.2-3)
.
Dass der normale Bewegungsablauf
beim Schieben
durch etwas Programmwidriges wie ein
Ausgleiten oder
ein
Stolpern
gestört wor
den wäre,
ist nicht erstellt.
Im Umstand, dass der geschobene Tisch den Angaben des Beschwerdeführers zufolge nu
r etwa 36.5 cm hoch gewesen sei und er eine komplizierte Körperhaltung habe einnehmen müssen, kann sodann keine
Unge
wöhnlichkeit erblickt werden, denn
die
Aussergewöhnlichkeit
ist nicht schon dann gegeb
en
, wenn die Gesundheitsschädigung bei einer
etwas ungewohnten, der zu verr
ichtenden Arbeit aber angepassten Körp
erstellung (zum Beispiel Knie-, Hock- oder Kriechstellung) erfolgte (vgl.
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum So
zialversicherungsrecht, UVG,
4.
Auflage 2012, S. 41 oben, mit Hinweis
).
V
on
einer angepassten Körperstellung beim Schieben des etwa kniehohen Tisches
ist im Falle des Beschwerdeführers auszugehen, geht aus seiner Beschwerde doch
sinngemäss
hervor, dass er um eine körpergerechte Ko
ordination bemüht war (vgl.
Urk.
1 S. 2 unten
Ziff.
2).
Nach Lage der Akten
rechtfertigt sich
schliesslich
auch nicht die Annahme, d
as
Schieb
e
n des Tisches
habe
einen
ausserordentlichen
Kraftaufwand
des Beschwer
deführers
er
fordert
. Auch wenn der Tisch, wie der Beschwerdeführer geltend machte, aus Marmor und damit massiv war, so war er seinen Angaben zufolge doch nur 36.5 cm hoch, was sich
auch im
Gewicht
des Tisches
niederschlägt. Angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer
selber angab,
seine Tätigkeit
als
Greenkeeper
und Caddy Master
erfordere
eine starke körperliche Verfassung (
Urk.
1 S. 2 oben),
ist
nicht davon aus
zugehen,
dass das Schieben des 36.5 cm hohen Marmortisches
beim Beschwerdeführer
zu einer sinnfälligen
Überanstre
n
gung führte, sondern
da
ss
der erforderliche Kraftaufwand für
das Schieben des Tisches in den Be
r
eich dessen fiel, was er beruflich gewohnt
und ihm von seiner Konstitution her zumutbar war
. Abgesehen davon
wurden
im
Z._
bildgebend krankhafte Veränderungen im Sinne
altersentsprechende
r
degenera
tiver Prozesse im Bereich
des Beckens
objektvi
ert
(vgl. vorstehend E. 3.3)
, was bei fehlender Überanstrengung gegen das Vorliegen eines Unfalls spricht
(vgl. vor
stehend E. 1.4)
.
Zusammengefasst kann d
as Ereignis vom
2
3.
November 2018
mangels eines un
gewöhnlichen
äusseren
Faktors nic
ht als Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG qua
lifiziert werden.
5.2
Zu prüfen bleibt, ob
die Verletzung, die sich der Beschwerdeführer
beim Ere
ignis vom 2
3.
November 2018 zu
zo
g,
eine unfallähnliche
und damit eine Leistungs
pflicht der Beschwerdegegnerin begründende
Körperschädigung
(vgl. vorstehend E. 1.5)
darstellt
. Dies ist
mit der Beschwerdegegnerin
zu verneinen, nachdem
es sich bei der
diagnostizierte
n
Lumboischialgie
beziehungsweise
dem
als Differen
tialdiagnose genannten ISG-Syndrom (vorstehend E. 3.3-4)
nicht um eine
in
Art.
6
Abs.
2 UVG gelistete Körperschädigung
handelt.
5.3
Damit ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht aufgrund des Ereignisses vom 2
3.
November 2018 zu Recht verneint hat. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.