Decision ID: 2299fbed-a1a8-4f99-9c3d-5c31948d859a
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 8. Juni 2022 in der Schweiz um Asyl
nach.
B.
Ein Abgleich mit der Eurodac-Datenbank ergab, dass der Beschwerdefüh-
rer am 13. Mai 2022 in Bulgarien daktyloskopisch erfasst worden war und
um Asyl nachgesucht hatte.
C.
Am 14. Juni 2022 bevollmächtigte der Beschwerdeführer die ihm zugewie-
sene Rechtsvertretung.
D.
Das SEM befragte den Beschwerdeführer am 16. Juni 2022 zu seinen Per-
sonalien (PA).
E.
Am 6. Juli 2022 fand das persönliche Gespräch gemäss Art. 5 der Verord-
nung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung
des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-
rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-
nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO), statt.
Dabei führte der Beschwerdeführer aus, er sei aus Istanbul mit dem Last-
wagen in die Schweiz gereist und zirka einen Monat unterwegs gewesen.
Er wisse nicht, wie lange er in Bulgarien geblieben sei, jedoch sei dies nicht
lange gewesen. Er könne sich nicht erinnern, ob er unterwegs von einer
Grenzwache oder einer Polizeibehörde kontrolliert worden sei. In Bulgarien
habe man ihn in ein Zimmer gebracht und ihm zwangsweise die Fingerab-
drücke abgenommen. Er habe in keinem anderen europäischen Staat um
Asyl nachgesucht und besitze keinen Aufenthaltstitel eines anderen Lan-
des. Die Schweiz sei von Anfang an sein Ziel gewesen.
Im Rahmen des rechtlichen Gehörs zur mutmasslichen Zuständigkeit Bul-
gariens zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens gab der
Beschwerdeführer an, er würde niemals wieder zurück nach Bulgarien ge-
hen. Er sei aus seinem Heimatland ausgereist, um in die Schweiz zu kom-
men und nicht nach Bulgarien. Man habe ihm die Fingerabdrücke unter
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Zwang abgenommen. Er sei ihn in ein Zimmer eingeschlossen und es sei
Gewalt angewendet worden. Er habe sich dagegen gewehrt und dies nicht
gewollt. Er sei von den Personen dort gezwungen worden, seine Hände
auf das Gerät zu legen. Er kenne Bulgarien nicht und würde in der Schweiz
bleiben wollen. Es sei ihm lieber, getötet als nach Bulgarien zurückge-
schickt zu werden.
Zum medizinischen Sachverhalt gab er an, dass es ihm gesundheitlich gut
gehe. Er würde glücklicherweise an nichts leiden. Er sei bisher nicht beim
Gesundheitsdienst der Unterkunft gewesen.
F.
Am 6. Juli 2022 ersuchte das SEM die bulgarischen Behörden um Wieder-
aufnahme des Beschwerdeführers.
G.
Die bulgarischen Behörden stimmten der Wiederaufnahme des Beschwer-
deführers am 20. Juli 2022 zu.
H.
Mit Verfügung vom 21. Juli 2022 – eröffnet am 22. Juli 2022 – trat die Vor-
instanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, verfügte die
Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung nach
Bulgarien. Den zuständigen Kanton beauftragte sie mit dem Vollzug der
Wegweisung. Sie händigte dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen
Akten gemäss Aktenverzeichnis aus und stellte fest, einer allfälligen Be-
schwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu.
I.
Mit Beschwerde vom 28. Juli 2022 an das Bundesverwaltungsgericht
beantragte der Beschwerdeführer, es sei der Entscheid des SEM aufzuhe-
ben und auf sein Asylgesuch sei einzutreten. In prozessualer Hinsicht
beantragte er die Gewährung der aufschiebenden Wirkung sowie der un-
entgeltlichen Prozessführung.
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 105 AsylG in Verbindung mit Art. 31 VGG ist das Bundes-
verwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden auf dem Gebiet des
Asyls zuständig und entscheidet in der Regel – wie auch vorliegend – end-
gültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48
Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist
daher einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu zeigen ist – als offen-
sichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zustän-
digkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer
zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schrif-
tenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist (Art.
111a Abs. 1 und 2 AsylG).
3.
3.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
4.
4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-
weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG).
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4.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-
ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat
erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).
Im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) sind
die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Situation
im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals einen Antrag in einem Mit-
gliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Im Rah-
men eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) findet demge-
genüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel
III statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.).
4.3 Der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet,
einen Antragsteller, der während der Prüfung seines Antrags in einem an-
deren Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder der sich im Hoheitsgebiet
eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach Massgabe
der Artikel 23, 24, 25 und 29 wieder aufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b
Dublin-III-VO).
4.4 Die bulgarischen Behörden stimmten dem Gesuch des SEM vom
6. Juli 2022 um Übernahme des Beschwerdeführers am 20. Juli 2022 zu.
Die Zuständigkeit Bulgariens ist somit grundsätzlich gegeben und wird vom
Beschwerdeführer auch nicht bestritten.
5.
5.1 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller an den zunächst als
zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es wesentliche
Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-
bedingungen für Antragsteller in diesem Mitgliedstaat systemische
Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder
entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU–Grund-
rechtecharta mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mit-
gliedstaat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um fest-
zustellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden kann
(Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO).
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5.2 Bulgarien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-
kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967
(SR 0.142.301). Ferner ist Bulgarien an die Richtlinien des Europäischen
Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsa-
men Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen
Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie, ABl. L 180/96 vom 29. Juni 2013) so-
wie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-
nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-
merichtlinie, ABl. L 180/96 vom 29. Juni 2013) gebunden. Es kann davon
ausgegangen werden, dass Bulgarien seinen diesbezüglichen völker- und
gemeinschaftsrechtlichen Verpflichtungen nachkommt.
5.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im Referenzurteil F-7195/2018
vom 11. Februar 2020 ausführlich mit dem bulgarischen Asylsystem und
der Situation asylsuchender Personen in diesem Dublin-Mitgliedstaat aus-
einandergesetzt. Es hat festgehalten, dass das dortige Asylverfahren so-
wie die Aufnahmebedingungen zwar gewisse Mängel aufweisen würden,
diese aber nicht systemischer Natur seien, weshalb von Überstellungen
nach Bulgarien grundsätzlich nicht abzusehen sei. Korrekte Asylverfahren
seien in Bulgarien nicht systembedingt unmöglich. Die Bedingungen in den
Aufnahme- und Haftzentren seien zwar prekär, könnten aber nicht als un-
menschlich oder entwürdigend qualifiziert werden (E. 6.6.1 und
E. 6.6.7). Trotz der Belastung Bulgariens durch ukrainische Kriegsflücht-
linge geht das Bundesverwaltungsgericht auch derzeit praxisgemäss nicht
von systemischen Mängeln im bulgarischen Asylverfahren aus (vgl. etwa
Urteile des BVGer F-2956/2022 vom 14. Juli 2022 E. 6.3; D-2725/2022
vom 1. Juli 2022 E. 9.2; E-2756/2022 vom 29. Juni 2022 E. 5.5;
D-1123/2022 vom 27. Juni 2022 E. 5.7.1; je m.H.).
6.
6.1 Es bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz trotz der grundsätzlichen Zustän-
digkeit Bulgariens das Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz
Dublin-III-VO, konkretisiert in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, hätte ausüben müs-
sen.
6.2 Zwar kann die Vermutung, Bulgarien halte seine völkerrechtlichen Ver-
pflichtungen ein, im Einzelfall widerlegt werden. Dafür braucht es aber kon-
krete Indizien, die gegebenenfalls vom Betroffenen glaubhaft darzutun sind
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(vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.; Urteil des BVGer D-5698/2017 vom 6. März
2018 E. 5.3.1).
6.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, in Bulgarien Gewalt erlebt zu
haben. Man habe ihm unter Zwang die Fingerabdrücke abgenommen. Er
kenne das Land nicht und wolle niemals wieder dorthin zurück.
6.3.1 Die Kritik des Beschwerdeführers am bulgarische Asylsystem genügt
nicht, um die grundsätzliche Vermutung umzustossen, wonach Bulgarien
seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommt (vgl. Referenzurteil
F-7195/2018 E. 6.1; Urteile des BVGer F-106/2022 vom 26. Januar 2022
E. 5.2; D-5684/2021 vom 6. Januar 2022 E. 7.3; F-4574/2021 vom 26. Ok-
tober 2021 E. 7.1). Angesichts der teils schwierigen Bedingungen in Bul-
garien kann zwar nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschwerdefüh-
rer bei seiner Ankunft in diesem Land problematische Verhältnisse antraf.
Es liegt aber eine Bestätigung der bulgarischen Behörden vor, dass das
Asylverfahren des Beschwerdeführers wiederaufgenommen und er in ei-
nem offenen Aufnahmezentrum untergebracht werde. Es ist daher weder
zu erwarten, dass er nach seiner Rückkehr in Haft versetzt wird, noch, dass
die ihn zu erwartenden Bedingungen derart schlecht sind, dass sie zu einer
Verletzung von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta beziehungsweise Art. 3
EMRK führen könnten (vgl. Referenzurteil F-7195/2018 E. 6.6.4; Urteile
des BVGer F-5634/2018 vom 23. April 2021 E. 7.4; F-3473/2019 vom
25. Mai 2020 E. 5.3.3). Der Beschwerdeführer hat kein konkretes und
ernsthaftes Risiko dargetan, die bulgarischen Behörden würden sich wei-
gern, seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln
der Verfahrensrichtlinie zu prüfen. Bei einer allfälligen vorübergehenden
Einschränkung der ihm zustehenden Aufnahmebedingungen könnte er
sich im Übrigen nötigenfalls an die bulgarischen Behörden wenden und
seine Rechte auf dem Rechtsweg einfordern (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtli-
nie). Dies gilt auch in Bezug auf die geltend gemachte Polizeigewalt.
6.3.2 Was den medizinischen Sachverhalt anbelangt, so kann eine
zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen
nur ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen. Eine
vom EGMR definierte Konstellation betrifft Schwerkranke, die durch die Ab-
schiebung – mangels angemessener medizinischer Behandlung im Ziel-
staat – mit einem realen Risiko konfrontiert würden, einer ernsten, raschen
und unwiederbringlichem Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes
ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen
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Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des EGMR Pa-
poshvili gegen Belgien vom 13. Dezember 20126, Grosse Kammer
41738/10, §§ 180-193 m.w.H.).
6.3.3 Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, unter irgendwelchen ge-
sundheitlichen Beeinträchtigungen (physischer oder psychischer Natur) zu
leiden. Solche ergeben sich auch nicht aus den Akten. Es liegen keine ent-
sprechenden medizinischen Berichte vor.
6.3.4 Eine drohende Verletzung von Art. 3 EMRK ist somit unter diesem
Gesichtspunkt nicht ersichtlich.
6.4 Bezüglich des Vorbringens, in der Schweiz würden ein Cousin und eine
Cousine väterlicherseits leben, vermag der Beschwerdeführer nichts zu
seinen Gunsten abzuleiten. Cousins und Cousinen geltend nicht als Fami-
lienangehörige im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO. Sodann macht der
Beschwerdeführer kein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zwischen sich
und seinen Verwandten geltend. Ein solches lässt sich den Akten denn
auch nicht entnehmen. Der allgemeine Hinweis, er kenne in Bulgarien nie-
manden und habe dort im Gegensatz zur Schweiz keine Familie, vermag
kein solches Abhängigkeitsverhältnis zu begründen.
6.5 Zusammenfassend droht somit keine Verletzung von Art. 3 EMRK,
weshalb die Schweiz nicht zum Selbsteintritt nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-
VO verpflichtet ist. Auch humanitäre Gründe im Sinne von Art. 29a Abs. 3
AsylV 1 liegen nicht vor.
7.
Die Vorinstanz ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1
Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten.
Da der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder
Niederlassungsbewilligung ist, wurde die Überstellung nach Bulgarien in
Anwendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32
Bst. a AsylV 1).
8.
Da das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des
Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist, sind
allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20)
unter diesen Umständen nicht mehr zu prüfen (vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2
m.w.H.).
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9.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen und die Verfügung
der Vorinstanz zu bestätigen.
10.
Das Beschwerdeverfahren ist mit vorliegendem Urteil abgeschlossen, wes-
halb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als ge-
genstandslos erweist.
11.
11.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist
abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-
gen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind.
11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
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