Decision ID: f75f46ab-2dab-428a-843a-b74ab5e99a35
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
70, Mutter von 5 Kindern (Jahrgä
ng
e
1989, 1990, 1994, 1996 und 1999),
reiste 1999 in die Schweiz ein und war bislang nicht erwerbstätig. Am 24. April 2014
meldete
sie
sich unter Hinweis auf eine seit sechs Jahren bestehende psychische Beeinträchtigung bei der Inva
lidenversicherung zum Bezug von Rentenleistungen und zum Bezug von Hilflosenentschädigung an (Urk. 7/7 Ziff. 6.2-3 und Urk. 7/8).
M
it Verfügung vom 15. Dezember 2014
verneinte die IV-Stelle
ein
en Leistungsanspruch (Urk. 7/31
).
Die von der Versicherten dagegen
am 29. Januar 2015
erhobene
Beschwerde
(Urk. 7/35/3-9)
wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
3.
Juni 2015 im Verfahren Nr. IV.2015.00151 in dem Sinne gutgeheissen, dass die
genannte
Verfügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde
, damit diese nach erfolgter Abklärungen betreffend die versicherungsmässi
gen Voraussetzungen und den medizinischen Sachverhalt über den Anspruch
der Versicherten neu verfüge (vgl. Urk. 7/39/1-8 Dispositiv Ziff. 1 und E. 3.
4).
1.2
D
ie IV-Stelle
holt in der Folge unter anderem bei der MEDAS Y._
ein polydiszip
linäres Gutachten ein, das am 29. Juli 2016 erstattet wurde
(Urk. 7/70). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/73; Urk. 7/77)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 18. November 2016 einen An
spruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 7/83 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 9. Januar 2017
Beschwerde gegen die Verfügung
vom 18. November 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben, und es
sei
ihr ab 1. November 2014 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Even
tuell seien zusätzliche medizinische Abklärungen zu treffen und anschliess
end neu zu verfügen (Urk. 1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 8. Februar 2017 (Urk. 6)
die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 7. April 2017
wurd
en antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und
der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt. Weiter wurde da
rauf
hingewiesen, dass das Gericht die Anordnung eines weiteren Schriften
wechsels nicht für erforderlich halte (Urk. 12
).
Mit Gerichtsverfügung vom 4. Mai 2017 bat das Gericht die Gutachter der MEDAS Y._ um die Beantwortung von ergänzend gestellten Fragen (Urk. 14). Am 11. Mai 2017 reichte die Beschwerdeführerin unaufgefordert eine Replik (Urk. 16) ein, und
die Gutachter der MEDAS
Y._
reichten am 21. Juni 2017 ihre A
nt
worten auf die gerichtlich gestellten Ergänzungsfragen ein (vgl. Urk. 17 und Urk. 18/1-2). Am 26. Juli 2017 reichte die Beschwerdeführerin ihre Stellung
nahme (Urk. 22) ein, welche der Beschwerdegegnerin zusammen mit der Replik vom 11. Mai 2017 (Urk. 16) und der Eingabe der Gutachter der MEDAS Y._ vom 21. Juni 2017 (Urk. 17 und 18/1-2) am 28. Juli 2017 zur Kenntnis gebracht wurde
(
Urk.
24)
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Versicherte mit vollendetem 20. Altersjahr, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, gelten nach Art. 5 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 Abs. 3
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG)
als
invalid, wenn eine Unmöglich
keit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen.
Art. 7 Abs. 2 ATSG ist sinngemäss anwendbar. Demnach sind für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist.
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wi
e körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbsein
kommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015
vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5
.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November
2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach
einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern de
r versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähig
keit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psy
cho
soziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Be
schwer
debild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belasten
den soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psy
chiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psy
chischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungs
si
tua
tion zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo
die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, w
elche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinrei
chen
de Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidi
sie
render psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigen
t
lichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungs
grad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehen
den – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegrün
dend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung
zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organisc
he Ursache und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd anschliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die Invaliditätsbe
messung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE
130 V 352 begründete Rechtspre
chung die Sicherstellung eines gesetzmässigen Versicherungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Deren Rechtsnatur kann offen bleiben. Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuh
alten. Das bishe
rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st
rukturiertes Beweisverfahren er
setzt. An der Recht
sprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbar
keits
prüfung bei materieller Beweislast der rentenansprechenden Person (Art. 7
Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch
nichts. An die Stelle des bishe
rigen
Kriterienkatalogs (bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung und ver
gleich
baren psychosomatischen Leiden) treten im Regelfall beachtliche Stan
d
ardindikatoren. Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad und Kon
sistenz
der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des
pri
mä
ren Krankheitsgewinnes und die Präponderanz der psychiatrischen Komo
r
bidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlich
er Natur. Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzel
fall zu
sam
men. Im Grunde konkre
tisieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG.
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrschein
lich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen
(E. 6).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte in ihrer Verfügung (Urk. 2) einen An
spruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung mit der Begründung, dass gestützt auf das MEDAS-Gutachten davon auszugehen
sei, dass keine invalidenversicherungsrelevanten Einschränkungen bestün
den
. Es stünden soziokulturelle Faktoren im Vordergrund. Die Beschwerdeführerin habe in der Schweiz nie gearbeitet, spreche kaum Deutsch und sei Anal
phabetin. Sie habe sich dadurch nicht integriert und lebe isoliert (S. 1).
Zusätzlich sei die medikamentöse Therapie nicht ausgeschöpft worden
,
und es bestünden
eine Selbstlimitierung und
eine
Aggravation
. Selbst wenn von einer
invalidenversicherungsrelevanten Einschränkung in einem rentenaus
lösenden Ausmass
ausgegangen würde,
müsste das Gesuch
mangels Erfüllen der versicherungsmässigen Voraussetzungen
abgelehnt werden, da die Be
schwerdeführerin bereits mit dem Leide
n in die Schweiz eingereist sei
und somit die Mindestbeitragszeit nie habe erfüllen können (S. 2).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (Urk. 1) geltend
, die Beschwerdegegnerin sei auf ihr Gesuch materiell eingetreten und habe sie sogar begutachten lassen. Da die versicherungsmässigen Voraussetzungen bejaht worden seien, könnten diese nicht nachträglich bestritten werden (S. 5 oben). Zweifellos hätte sie, auch beim Vorhandensein der angeblichen sozio
kulturellen Faktoren, in gesundem Zustand ohne Einschränkungen den Haus
halt besorgt und sich um ihre Kindern kümmern können, was sie auch bis ins Jahr 2007 getan habe (S. 5 Mitte). Es sei absolut unwahrscheinlich, dass die Beschwerden in dem Ausmass bereits bei Einreise in die Schweiz 1999 be
stan
den hätten, und sie ihre Beitragsjahre nicht mittels Anrechnung von Erziehungsgutschriften hätte erfüllen können (S. 5 unten). Auf das Gutachten der MEDAS Y._ könne nicht abgestellt werden, und sie sei zu 100 % arbeitsunfähig (S. 6 f. Ziff. 6). Zudem seien ihre Gedächtnisstörungen nicht genügend abgeklärt worden (S. 7 ff. Ziff. 7-8).
2.3
Streitgegenstand bildet der Anspruch
der Beschwerdeführerin
auf
Leistungen der Invalidenversicherung.
3.
Vorab ist zur
mit der Replik
geltend gemachten Verletzung der Begründungs
pflicht respektive des rechtlichen Gehörs durch die Beschwerdegegnerin
(vgl. Urk. 16)
festzuhalten, dass in der angefochtenen Verfügung vom
18. Novem
ber 2016
(Urk. 2) tatsächlich nicht vertieft auf
die
Argumente
der Beschwer
de
führerin in ihren
Einwänden vom
14. September 2016 (Urk. 7/77)
einge
gangen worden ist. Ob damit eine Verletzung des rechtlichen Gehörs gegeben ist, kann offen gelassen werden. Einerseits ging aus der angefochtenen Ver
fü
gung z
umindest klar hervor,
weshalb
die Beschwerdegegnerin
einen Leis
tungsanspruch der Beschwerdeführerin für nicht gegeben erachtete,
und ande
rerseits konnte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom
9. Januar 2017
(Urk. 1) bei voller Kognition des hiesigen Gerichts alle ihre
Argumente vorbringen, womit eine allfällige Verletzung des rechtlichen Ge
hörs durch die Beschwerdegegnerin ohnehin als geheilt anzusehen ist.
4.
4.1
Dr. med. Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und für Psychotherapie,
A._, stellte in ihrem Bericht vom 26. August 2014 (Urk. 7/22) folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
chronifizierte posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) subsyndromal:
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Agoraphobie (ICD-10 F40.0)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte Dr. Z._ eine Hypothyreose (Ziff. 1.1). Dr. Z._ führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit
dem 1
9.
September 2007 bei ihr in Behandlung
, und die letzte Kon
trolle habe am 29. August 2014 stattgefunden (Ziff. 1.2).
Seit Beginn der Behandlung bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.6). Aufgrund der deutlich vorhandenen psychischen und kognitiven Einschränkungen sei auch eine behinderungsangepasste Tätigkeit mittel-, und längerfristig nicht vorstellbar (
Ziff.
1.7
).
Zur Anamnese führte Dr. Z._ aus, die Beschwerdeführerin sei im Kosovo geboren und aufgewachsen. Sie habe auf ihre Geschwister aufpassen müssen und deshalb nie die Schule besucht. Bis zu ihrer Einreise in die Schweiz sei sie Analphabetin gewesen und habe auch keine Berufsausbildung gemacht.
In der Schweiz habe sie kurz
zeitig einen Alphabetisierungs-
und Deutschkurs besucht, diesen aber wegen massiver Ängste abgebrochen
. Aus der Ehe mit ihrem Ehemann entstammten fünf Kinder. Mit dem Ehemann hätten auch die Probleme angefangen, da dieser politisch aktiv gewesen sei. Bereits vor dem Krieg sei er aus politischen Gründen mehrfach ins Gefängnis gebracht und gefoltert worden, während sie mit den Kindern alleine zuhause gewesen sei. Wiederholt sei die Polizei bei ihr zuhause aufgetaucht und habe sie bedroht und beschimpft. Häufig habe sie sich unter dem Bett oder im Schrank ver
steckt. Bei den Polizeibesuchen habe sie Todesangst erlebt. Den Krieg habe sie direkt miterlebt. Viele Familienangehörige seien gestorben und umge
bracht worden, sie habe viele tote Menschen gesehen, und einige Angehörige seien bis heute verschollen. Sie selbst habe keine direkte körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt. Ihr Ehemann habe etwa 1999 die Flucht aus dem Kosovo organisiert.
Laut Angaben der Beschwerdeführerin habe sie immer wieder Erinnerungen an die Zeit im Kosovo mit viel Angst. Die Erinnerungen seien sehr real und manchmal könne sie nicht unterscheiden, ob sie in
B._
oder wieder mitten im Krieg sei. Vor etwa drei Wochen sei hier in
B._
die Polizei zu ihnen nach Hause gekommen
,
und sie sei in eine grosse Angst geraten und sofort bewusstlos geworden. Sie sei erst wieder im
C._
erwacht.
E
ine organische Ursache für die Bewusstlosigkeit habe man nicht gefunden
. Die Patientin sei verheiratet und lebe gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem jüngsten Sohn in einer Mietwohnung. Der Ehemann sei aktuell arbeitslos. Sie wisse nicht genau, was für eine Berufsausbildung er gemacht habe. Die Familie lebe aktuell von der Sozialhilfe, und es bestehe kaum eine Tages
struk
tur. Die Patientin halte sich überwiegend zu Hause auf und gehe nie alleine nach draussen (Ziff. 1.4).
Als aktuelle Symptome nannte Dr. Z._ täglich vorhandene Schmerzen in den Schultern, im Rücken und im Kopf, Schlaf- und Konzentrations
störung
en, Ängste, „Kriegsbilder im Kopf", schlimme Träume; sie fühle sich müde und kraftlos (Ziff. 1.4 am Ende).
Zum ärztlichen Befund führte Dr. Z._ aus, die Patientin sei wach und bewusstseinsklar und in allen Qualitäten orientiert. Subjektiv und objektiv bestünden deutliche Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen. Die mnes
tischen Funktionen seien soweit unauffällig. Es bestünden Ich-Stö
rung
en in Form von Depersonalisations- und Derealisationserleben und eine hohe Dissoziationsneigung. Sie leide an intrusiven Erlebnissen in Form von Flash
backs und Albträumen über Kriegserlebnisse. Es bestehe eine ausgeprägte Schreckhaftigkeit, Lärmempfindlichkeit und eine depressiv-bedrückte ängst
liche Grundstimmung. Sie leide an agoraphobischen Ängsten mit hohem Vermeidungsverhalten und habe Angst vor der Polizei. Das Antriebsniveau sei stark reduziert, und sie sei psychomotorisch unruhig und habe Ein- und Durchschlafstörungen (S. 3 oben).
Zur Prognose führte Dr. Z._ aus, die Beschwerdeführerin sei seit Septem
ber 2007 in regelmässiger ambulanter psychiatrisch-psychotherapeu
tischer Behandlung. Zudem nehme sie am tagesklinischen Angebot der C._ teil. Hierfür werde sie jedoch jeweils vom Ehe
mann oder von den Kindern begleitet. Alleine die Wohnung zu verlassen, sei aufgrund der bestehenden Ängste für die Patientin nicht vorstellbar und um
setzbar. Auch habe sie aus den gleichen Gründen nicht zur Aufnahme eines Alphabetisierungskurses motiviert werden können.
Im Haushalt sei sie eben
falls auf die Unterstützung der Familie angewiesen
. Gesamthaft sei auf
grund des chronischen Verlaufes und des vermutlich
prämorbid bestehenden un
güns
tigen Ausgangsniveaus im Sinne einer fehlenden Schulbildung und auch aufgrund der sprachlichen Barrieren die Prognos
e als äusserst ungünstig zu wert
en,
so dass auch langfristig von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auch im geschützten Rahmen auszugehen sei (S. 3).
4.2
Dr. Z._ nannte in ihrem Bericht vom 13. Oktober 2015 (Urk. 7/51/4-8) die gleichen Diagnosen wie in ihrem Bericht vom
2
6.
August 2014
(vgl. vor
stehend E. 4.1). Sie führte aus, die letzte Kontrolle sei am 22. September 2015 erfolgt (Ziff. 1.2). Die Beschwerdeführerin sei seit September 2007 in regel
mässiger, niederschwelliger ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung. Zudem nehme sie, ebenfalls niederschwellig, am tagesklinischen Angebot der C._ teil. Hierfür werde sie weiterhin jeweils vom Ehemann oder von den Kindern begleitet. Alleine die Wohnung zu verlassen sei für sie immer noch nicht vorstellbar und umsetzbar.
Auch habe sie bisher nicht zu einer (Wieder)- Aufnahme eines Alphabetisie
rungs
kurses motiviert werden können. Ängste, es „könne dort etwas passieren“, oder „die Polizei könnte kommen und sie verhaften
“ stünden stark im Vor
der
grund und blockierten sie zur Teilnahme an einem solchen Kurs, obschon sie immer wieder sage, wie gerne sie schreiben und die deutsche Sprache besser lernen möchte. An psychoedukativen Massnahmen zum Thema Angst und Vermeidungsverhalten sei alles ausgeschöpft. Dr. Z._
führte aus, die
Beschwerdeführerin sei im Haushalt ebenfalls weiterhin auf die Unter
stütz
un
g der Familie angewiesen
.
Aufgrund der deutlich vorhandenen psychischen und kognitiven Einschrän
kungen sei auch eine behinderungsangepasste Tätigkeit mittel- und länger
fristig nicht vorstellbar (Ziff. 1.4).
Seit Beginn der Behandlung bis auf weiteres bestehe eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit (Ziff. 1.6).
4.3
Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte in seinem Bericht vom 23. Dezember 2015 (Urk. 7/56/1-4) folgende Diag
nosen (Ziff. 1.1):
-
posttraumatische Belastungsstörung (Bericht A._ September 2015)
-
rezidivierende depressive Störung
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung
Dr. D._ führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit 2001 bei ihm in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 5. Dezember 2015 erfolgt (Ziff. 1.2). Die Beschwerdeführerin habe seines Wissens nie gearbeitet (Ziff. 1.6). Sie sei Analphabetin und nicht belastbar (Ziff. 1.7).
5.
5.1
Die Gutachter der MEDAS-Y._ erstatteten am 29. Juli 2016 das von der Beschwerdegegnerin veranlasste polydisziplinäre Gutachten (Urk. 7/70/2-12). Die Gutachter stellten zusammenfassend folgende psychiatrischen Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeits
fähigkeit (S. 9 Ziff. 4.1):
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto
ren
-
ausgeprägte Angststörung
Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert, nannten sie Schwierigkeiten bei der kulturellen Einge
wöhnung und einen Nikotinabusus. Als Nebenbefunde nannten sie einen Status nach Nephrolithiasis 2015 und eine Stress-Urininkontinenz (S. 9 f. Ziff. 4.2-3).
Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit führten die Gutachter aus, seit Jahren bestehe aus psychiatrischen Gründen eine 50%ige Einschränkung. Die Versicherte habe lediglich vor Jahren kurzfristig einmal im Rahmen von Eingliederungsprogrammen ausserhaus gearbeitet. Auch in anderen Tätigkei
ten gelte dieselbe Einschätzung (S. 10 Ziff. 5.1-2).
5.2
Dr. med. E._, Facharzt für Rheumatologie und für Physikalische Medizin und Rehabilitation, konnte in seinem rheumatologischen Teilgutach
ten vom 23. Juni 2016 (Urk. 7/70/16-21) nach Untersuchung
der Beschwer
de
führerin keine rheumatologischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit stellen
(S. 4 Ziff. 4.1).
In seiner Beurteilung führte Dr.
E._
aus, die 1970 geborene Versicherte leid
e offensichtlich seit mehreren Jahren unter einem generalisierten Schmerz
syndrom. Weder aus der Aktenlage noch aus der Anamnese sei eine bevor
zugte Schmerzlokalisation herauskristallisierbar. Auch in der forciert erfrag
ten Schmerzanamnese blieben die Auskünfte unspezifisch und schwierig fass
bar
. Es habe sich kein relevanter Schmerzcharakter oder eine Schmerz
modulation abgezeichnet
. Bereits aus der Beschwerdeschilderung falle es über
aus schwer, die Beschwerden somatisch zuzuordnen.
Dazu überein
stimmend sei die rheumatologische Untersuchung unauffällig gewesen. Sie sei aber begleitet von fortlaufender, ubiquitärer Sc
hmerzangabe
(vor allem Grimassieren) bereits auf feinste Berührungen, teils bereits vorher.
Durch die ubiquitäre Berührungsdolenz seien die typischen Tenderpoints positiv. Hin
weise für eine muskuläre Insuffizienz hätten sich nicht ergeben. Das Be
schwerdebild passe nicht zu einer klassisch-rheumatologischen Fibromyalgie im medizinischen Alltag. Die Schmerzangaben wirkten bei diesen Patienten deutlich spezifischer. Dr. E._ hielt fest, zusammenfassend könne er keine rheumatologische Diagnose stellen, und aus rheumatologischer Sicht ergebe
sich damit auch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, weder aktuell no
ch
rückwirkend. Bei fehlender Erklärbarkeit des Beschwerdebildes fehle aber auch
eine gewisse Konsistenz in der Beschwerdeschilderung, was aus psychiatri
scher Sicht erklärbar sein möge (S. 4 Ziff. 5).
5.3
Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in seinem psychiatrischen Gutachten vom 1. Juli 2016 (Urk. 7/70/22-28) als
Diagnosen eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen
Faktoren (ICD-10 F45.41), sowie eine ausgeprägte Angststörung (ICD-10 F41.
1; S. 4 Ziff. 4.1). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit nannte er Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung (S. 5 Ziff. 4.2).
Dr. F._ führte aus, die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit gestalte sich sehr schwierig, und es seien die soziokulturellen Faktoren einzubeziehen oder abzuwägen gegen das Krankheitsgeschehen im engeren Sinne. Die Beurtei
lung sei damit sehr weitgehend eine Ermessensfrage und müsste streng ge
nommen den Rechtsanwendern überlassen werden.
Es sei offensichtlich, dass sich die Beschwerdeführerin in ihrer heutigen Ver
fassung an einem regulären, ungeschützten Arbeitsplatz nicht werde bewäh
re
n können. Im Sinne einer Schätzung
attestiere er eine 50%ige Arbeits
un
fähig
keit aus psychiatrischen Gründen
und eine gleich hohe aus den sozio
kul
turellen Faktoren. Die Beschwerdeführerin
habe nie eine Tätigkeit ausgeübt und somit sei die übliche Fragestellung nach der bisher ausgeübten Tätigkeit unpassend
(S. 7 Ziff. 6.1).
Dr. F._
führte aus, die Problematik dürfte sei
t
der Einreise in die Schweiz in mehr oder weniger unveränderter Form bestanden haben (S. 7
Ziff.
6.3
).
Laut Angaben der Beschwerdeführerin hätten ihre gesundheitlichen Schwie
rig
keiten mit einem Besuch der Polizei am Wohnort in der Schweiz begon
nen.
Ein uniformierter Polizist habe an der Türe geklingelt und beanstandet, dass sie das Altpapier in Plastiksäcke abgefüllt entsorge. Dieses Vorkommnis sei ohne Folgen geblieben, habe aber alle alten Ängste und Befürchtungen reak
tiviert. Sie habe sich an die Begegnung mit der Polizei im Kosovo zurück
erinnert und sich nicht mehr getraut, die Wohnung zu verlassen. Sie habe auch öfters wieder zu Hause vermeintliche oder tatsächliche Polizisten vor ihrer Wohnung wahrgenommen. Sie traue sich heute nicht mehr alleine auf die Strasse zu gehen, weil sie befürchte, mit der Polizei konfrontiert zu werden (S. 3 oben).
Zu den klinischen Befunden führte Dr. F._ aus, es sei eine geschmackvoll gekleidete knapp 50-jährige Frau zum Gespräch erschienen.
Die erforderliche
Symptomatik der posttraumatischen Belastungsstörung habe sich nicht her
aus
arbeiten lassen. Die Beschwerdeführerin sei im ganzen Denken und Fühlen
dumpf und resigniert, in ihrer Beschränktheit und in ihrem minimalen Lebenskreis gefangen. Wie bei einer Analphabetin zu erwarten, habe sie grösste Mühe mit der zeitlichen Einordnung vo
n Abläufen und ganz wesent
licher
Sachen wie etwa
der
Jahrgänge ihrer Kinder gehabt (S
. 4 Ziff. 3.1 oben). Aufmerksamkeit und Gedächtnis seinen generell in einer diffusen Art eingeschränkt gewesen. Das ganze Denken sei sehr einfach auf elementarste
Inhalte beschränkt, verlangsamt und umständlich. Befürchtungen und Zw
änge hätten sich nicht ausfindig machen lassen, es sei ihr bewusst, dass in der Schweiz von Seiten der Polizei keine Gefahr drohe. Die Beschwerdeführerin habe aber umfangreiche Ängste in Bezug auf jede unbegleitete Bewegung ausserhalb der eigenen vier Wände geäussert. Der Antrieb und die ganze Psychomotorik seien stark reduziert gewesen.
Nach Angaben der Beschwer
deführerin habe der soziale Rückzug bereits bei Einreise in die Schweiz in einem sehr umfangreichen Ausmass bestanden
. Sie zeige ein ausgesprochen passives, antriebsarmes Wesen (S. 4 Ziff. 3.1).
Dr. F._ führte aus,
die Versicherte habe sich in keiner Weise in der Schweiz integriert und vollkommen offen bleibe auch die Frage nach den Gründen des verpassten Schulbesuchs in der Heimat
.
Im ganzen Leben habe sie nie d
ie Initiative ergreifen müssen
(S. 5
Ziff.
5 Mitte).
Heute lebe die Beschwerde
führerin weitestgehend isoliert
auf ihre Kernfa
milie beschränkt, hilflos, auf vielfältige Unterstützung angewiesen in einer Lebenssituation, die absolut keine Perspektive in sich berge.
Sie sei sozu
sagen durch ihre Ängste in den vier Wänden gefangen und nur noch im Rahmen der Therapien werde diese Isolation überwunden.
Mit grösster Wahr
scheinlichkeit sei sie aber schon vor der Einreise hoch auffällig gewesen und habe in der Schweiz auch nie gearbeitet, so dass die Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit als fortbestehend zu beurteilen seien.
Die Schmerzen würden für die Beschwerdeführerin selbst die Arbeitsunfähigkeit plausibilisieren und erleichterten ihr in diesem Sinne die Regression in einem absolut anregungs
armen Alltag (S. 5 Ziff. 5 unten).
Dr. F._ führte aus, er habe eine
Störung aus dem somatoformen Kreis
diagnostiziert. Hierzu wäre ein erheblicher seelischer Konflikt Voraussetzung, der sich nicht zweifelsfrei nachweisen lasse. Die Versicherte habe vage An
gaben zu den Belastungen in ihrer Heimat gemacht. Es dürfe aber mit grösster
Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der erzwungene Orts
wechsel und die konfliktbedingte Abwesenheit des Mannes den geforder
ten Kriterien genügten.
Im Weiteren werde verlangt, dass ein somatisches Korrelat mindestens ansat
z
weise vorhanden sei und auch hier stünden gemäss dem rheumatologischen Konsilium die Fakten nicht eindeutig fest. Trotz diesen Einschränkungen beschreibe aber die Diagnose das Beschwerdebild recht gut, und es könnten keine besseren Alternativen gefunden werden
. Mit der Angststörung verhalte es sich ganz ähnlich. Sie könnte auch als eine Reminiszenz aus der Zeit in ihrer Heimat gesehen werden, die durch die vollständig fehlende sozio
kul
turelle Integration in unseren Verhältnissen aktualisiert worden sei und die damit zu einem vorherrschenden Symptom geworden sei, das alle weiteren Bemühungen der Integration verhindert habe. Die Kriterien der Angststörung seien erfüllt, alle Expositionen in der Öffentlichkeit würden von einem aus
ge
prägten Unbehagen begleitet und vegetative Missempfindungen seien nach
weisbar. Das Beklemmungsgefühl habe sie eindrücklich geschildert und die Unsicherheitsgefühle, die Schwäche und die Müdigkeit passten sehr gut dazu. Auch den Kontrollverlust unter den Angstzuständen habe sie beschrieben. Jede Exposition im öffentlichen Raum ohne Begleitung von Familien
mit
gliedern werde dadurch verhindert.
Zu den Indikatoren zur Kategorie „funktioneller Schweregrad“ führte Dr. F._ beim Komplex „Gesundheitsschädigung“ aus, die Beschwerden seien in dem Sinne komplex, als sie verschiedene Lebensbereiche umfassten und nicht nur auf der psychischen Ebene wahrgenommen würden. Zum Kom
plex „Persönlichkeit“ hielt Dr. F._ fest, dass die Versicherte über keinerlei Ressourcen verfüge, und nicht in der Lage sei, sich ausserhalb der Wohnung alleine zu bewegen, und innerhalb der Wohnung könne sie weder lesen noch schreiben und sich damit kaum mit alltäglichen Themen aus
einandersetzen. Was den Komplex „sozialer Kontext“ anbelange, verfüge die Familie über kein Einkommen mehr, sei auf wirtschaftliche Sozialhilfe an
ge
wiesen, und es gebe keinen Lebensbereich, in dem sie noch auf einem alters
gemässen Niveau wie unsere Durchschnittsbevölkerung funktionieren könnte.
In diesem Sinne sei der soziale Kontext komplex (S. 6 Mitte).
Die Beschwerden umfassten alle Lebensbereiche in gleichem Ausmass, und in diesem Sinne sei das Konsistenzkriterium uneingeschränkt erfüllt. Zu den
Aus
schlussgründen führte Dr.
F._
aus, es müsse davon ausgegangen werden
, dass die Versicherte bereits vor der Einreise in die Schweiz auffällig gewesen sei, und dass sich seither keine relevanten symptomverstärkenden Ereignisse zugetragen hätten (S. 6 unten).
5.4
Dipl. med. G._, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stel
lung
nahme vom 4. August 2016 (Urk. 7/71/3-4) aus, das Gutachten der MEDAS
Y._ vom 29. Juli 2016 erfülle die formalen Qualitätskriterien, sei nachvollziehbar und in seinen medizinischen Schlussfolgerungen plausibel. Es liege ein komplexer rein psychischer Gesundheitsschaden vor, und es be
stünden keine psychischen Ressourcen. Die Beschwerdeführerin sei Analpha
betin und nicht in der Schweiz kulturell integriert. Sie sei bereits mit dem Gesundheitsschaden eingereist. Aus seiner Sicht bestünden eine Selbstlimi
tierung und eine Aggravation, da auffallend viele Erinnerungslücken vor
han
den seien, welche jedoch nicht allein durch den Analphabetismus erklärt werden könnten. Zudem kontrastiere die gepflegte Erscheinung mit dem gleichzeitigen Antrag auf Hilflosenentschädigung.
5.5
Auf Anfrage des Gerichts (vgl. Urk. 14) führte Dr. E._ in seinem Schreiben vom 26. Mai 2017 (Urk. 18/1) aus, vorsichtig abwägend, im Sinne eines kriti
schen Hinterfragens und im Sinne eines Gesamteindruckes sei eine Aggra
vation bei der Beschwerdeführerin erheblich wahrscheinlich. Als Gründe hierfür nannte Dr. E._ eine ausserordentlich vage Schilderung des Alltages und der Beschwerden, eine Interessenlosigkeit bezüglich Therapien und auch des Beschwerdebildes sowie eine wenig glaubhafte Schilderung bezüglich der Tätigkeit im Haushalt, dass sie nämlich gar nichts machen könne. Zudem seien die Vorakten vage und gezielte Abklärungen im Bereich des Bewe
gungsapparates seien bezüglich der Schmerzen nicht durchgeführt worden. Die Versicherte sei während der Untersuchung recht kooperativ gewesen, was eher gegen eine Verdeutlichung sprechen könnte, allerdings sei das fortlau
fende Schmerzgrimassieren derart auffällig, auch bei fehlender Berührung, dass
das gesamte Schmerzbild in sich nicht stimme, und die Untersuchung dadurch erschwert sei (S. 1 Frage 1). Dr. E._ hielt fest, aus rheumatolo
gi
scher Sicht sei die Beschwerdeführerin im Haushalt vollständig arbeitsfähig (S. 2).
5.6
Dr. F._ nahm in seinem Bericht vom 6. Juni 2017 (Urk. 18/2) zu den ergänzend gestellten Fragen (vgl. Urk. 14) Stellung. Dr. F._ führte aus, er stehe hinsichtlich der ersten Frage, ob in Bezug auf die diagnostizierte chro
nische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) eine Aggravation als Ausschlussgrund vorliege, ganz hinter den Aus
führungen von Dr. E._ (S. 1 Ziff. 2).
Zur zweiten Frage, welche zu beantworten gewesen wäre, wenn das Vor
liegen von Ausschlussgründen nicht bejaht worden wäre, führte Dr. F._
aus, er habe in seinem Bericht klar und mehrfach darauf hingewiesen, dass die
Versicherte in der Schweiz nie Lohnarbeit geleistet habe, und er habe seine Betrachtungen unter diesem Gesichtspunkt vorgenommen. Seine Ausfüh
rung
en hätten sich auf die Haushaltsführung bezogen. Es gelte dann das, was er ausgeführt habe, nämlich eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % aus psychia
trischen Gründen und eine gleich hohe aus soziokulturellen Faktoren (S. 1 Ziff. 2). Diese Einschätzung gelte auch hinsichtlich der Auswirkungen der Angst
störung auf die Tätigkeit der Beschwerdeführerin im Haushalt (S. 2 Ziff. 3).
6.
6.1
Während die rheumatologische und internistische Untersuchung der Be
schwerde
führerin bei der MEDAS
Y._
ohne relevante Befunde blieb, diagnostizierte der psychiatrische Gutachter Dr.
F._
eine chronische Schmerz
störung
mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie eine ausgeprägte Angststörung (ICD-10 F41.1)
und leitete daraus eine generelle Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % nebst einer ebenso
hohen Einschränkung aus soziokulturellen Faktoren ab (vgl. vorstehend E. 5.
1 und E. 5.3). Präzisierend führte er auf Anfrage des Gerichtes (vgl. Urk. 14) im
Juni 2017
aus, diese Einschränkung gelte im Haushalt (vgl. vorstehend 5.6).
Dieser Einschätzung der Arbeitsfähigkeit folgte die Beschwerdegegnerin in ihrer angefochtenen Verfügung nicht, sondern sie ging davon aus, dass bei im Vordergrund stehenden soziokulturellen Faktoren und Aggravation keine
invalidenversicherungsrelevante Einschränkung im Sinne des Gesetzes vor
li
ege (vgl. vorstehend E. 2.1).
6.2
Der Auffassung der Beschwerdegegnerin kann aus den nachfolgend darge
legten Gründen gefolgt werden.
Eine psychisch bedingte Invalidität im Sinne des Gesetzes liegt nur dann vor, wenn ein psychisches Leiden mit Krankheitswert fachärztlich ausgewiesen ist und es der betroffenen Person trotz Aufbietung allen guten Willens, die ver
bleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, wegen ihrer Beschwerden nicht zuzu
muten ist, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, wobei das Mass des Forder
baren weitgehend objektiv bestimmt wird (BGE 130 V 352 f. E. 2.2.1, 131 V 49).
Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit, als angenommen werden kann, die Verwertung der
Arbeitsfähigkeit sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumut
bar
(vgl. vorstehend E. 1.2).
Weiter ist zu beachten, dass es gemäss Rechtsprechung in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beeinträchtigungen keineswegs allein Sache der mit dem konkreten Einzelfall gutachtlich befassten Arztpersonen ist, selber abschliess
end und für die rechtsanwendende Stelle verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu einer andauernden oder vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit in bestimmter Höhe und Ausprägung führt.
Vielmehr hat die rechtsanwendende Instanz die ärztliche Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit auf ihre beweisrechtlich erforderliche Schlüssigkeit hin zu überprüfen (vgl. BGE 140 V 193 E.
3.2-3.3).
Die rechtsanwendenden Be
hör
den haben
unter anderem
mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte
(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitbe
rüc
k
sichtigt, die vom invaliditätsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind (vgl. BGE 140 V 193; 130 V 352 E. 2.2.5; Urteile des Bundesgerichts 9C_146/2015 vom 19. Januar 2016 E. 3.1 und 8C_125/2016 vom 4. Novem
ber 2016 E. 2.1.2).
6.3
Nach neuer Praxis des Bundesgerichts führ
en
die Diagnose einer somato
for
men Schmerzstörung sowie die damit vergleichbaren Diagnosen
- namentlich der hier diagnostizierten chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10 F45.41)
-
nur dann zur Anerkennung eines
rentenbegründenden Invaliditätsgrades, wenn einerseits die funktionellen Au
s
wir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider
spruch
s
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind, und andererseits keine Ausschlussgründe vorliegen, namentlich eine Aggr
a
vation
.
6.4
Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Ko
nstellation, liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor (siehe Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, namentlich für den Einkommensver
gleich in der Invaliditätsbemessung, Schaffhauser/Schlauri
,
Hrsg., Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 92 f.). Eine solche Ausgangslage ist etwa gegeben, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht;
intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vag
e bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaub
würdig wirken; schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (siehe Kopp/Willi/Klipp
stein, Im Graubereich zwischen Körper, Psyche und sozialen Schwierigkeiten,
in: Schweizerische Medizinische Wochenschrift 1997, S.1434, mit Hinweis auf
eine grundlegende Untersuchung von Winckler und Foerster; BGE 131 V 51).
Vorliegend nahm der
psychiatrische Gutachter
Dr. F._ bei diagnostizierter
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10 F45.41) die rechtsprechungsgemäss geforderte Prüfung der Standard
indi
katoren zwar vor, jedoch nicht in der geforderten Art und Weise. So äusserte er sich unter dem Titel „Ausschlussgründe“ nicht zu dem von der Beschwerdeführerin im Rahmen der rheumatologischen Begutachtung bei Dr. E._ gezeigten Verhalten, sondern zu den allgemeinen versicherungs
mässigen Voraussetzungen (vgl. vorstehend E. 5.3).
Auf gerichtliche Anfrage hin bestätige Dr. E._ im
Mai 2017
, dass er eine
Aggravation der Beschwerden für erheblich wahrscheinlich halte, und begrün
dete dies entsprechend. Namentlich wies er auf eine ausserordentlich vage Schilderung des Alltages und der Beschwerden und die Interessenlosigkeit bezüglich Therapien und auch des Beschwerdebildes hin. Insbesondere
beschrieb er ein fortlaufendes Schmerzgrimassieren unter anderem bereits vor
stattgefundener Berührung und erachtete die Beschwerdeführerin im Haus
halt dementsprechend für vollständig arbeitsfähig (vgl. vorstehend E. 5.5). Das Vorliegen von Aggravation bestätigte auch Dr. F._ in seinem Bericht vom Juni 2017, weshalb die dann in der Folge weiterhin attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollzogen werden kann.
Damit ist aufgrund des hier erfüllten Ausschlussgrundes der
Aggravation
anzu
nehmen, dass von Seiten der diagnostizierten somatoformen Schmerz
störung keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiert.
Genauso wenig kann der von Dr. F._ infolge der
Angststörung
(ICD-10
F41.1)
attestierten Arbeitsunfähigkeit im Haushalt gefolgt werden. So äusser
te
die Beschwerdeführerin diesbezüglich insbesondere ihre Ängste vor der Polizei, welche seit dem Jahr 2007 manifest geworden seien (vgl. auch vorstehend E. 4.1-2). Derartige Ängste stehen jedoch einer Tätigkeit im Aufgabenbereich nicht entgegen, und wie Dr. F._ ebenfalls festhielt, war der Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Untersuchung bewusst, dass ihr von Seiten der Polizei in der Schweiz keine Gefahr droht.
Im Übrigen ist zu beachten, dass bei der hier im Vordergrund stehenden
massiven psychosozialen Belastungssituation, namentlich der fehlenden Schul
d
bildung, der mangelnden Integration in der Schweiz, der finanziellen Probleme und der seit jeher bestehenden Unselbständigkeit,
bei der Annahme
einer rentenbegründenden Invalidität ohnehin Zurückhaltung geboten ist (v
gl. vorstehend E. 1.3
; Urteile des Bundesgerichts 8C_746/2015 vom 3. Februar 2016 E. 2.2, 9C_146/2015 vom 19. Januar 2016 E. 3.1, 9C_534/2015 vom 1. März
2016 E. 1.4
).
Ein eigenständiges psychisches Leiden mit Krankheits
wert ist daher zu verneinen.
6.5
An diesem Ergebnis vermag
auch die
Stellungnahme
der Beschwerdeführerin
vom
2
6.
Juli 2017 (
Urk.
22)
zu den ergänzenden Ausführungen der Gutachter der MEDAS Y._ vom Mai respektive Juni 2017 (Urk. 18/1-2) nichts zu ändern. Gleiches gilt in Bezug auf die
Ausführungen des Haus
arztes Dr. D._ vom Dezember 2015 (vgl. vorstehend E. 4.3) sowie der behandelnden Psychiaterin Dr. Z._ vom August 2014 und vom Oktober 2015 (vgl. vorstehend E. 4.1-2).
Zum einen sind
Berichte behandelnder Ärzte aufgrund der auftragsrecht
li
chen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen. Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie den behandelnden Spezial
arzt (Urteil des Bundesgerichts I 655/05 vom 2
0.
M
ärz 2006 E. 5.4 mit Hin
wei
sen). Zum anderen hält die von Dr. Z._ diagnostizierte posttrauma
tische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) den Kriterien nach der bundesge
richt
lichen Rechtsprechung nicht stand,
wonach Konstellationen mit einem erst lange nach den traumatische
n Ereignissen beginnenden Krank
heits
ver
lauf in dem Sinne ausser Betracht zu bleiben haben, dass die Annahme einer invalidisierenden posttraumatischen Belastungsstörung nicht gerechtfertigt ist (Urteile des Bundesgerichts 9C_388/2016 vom 2. November 2016 E. 4.1, 8C_200/2013 vom 16. September 2013 E. 4.3 und 9C_228/2013 vom 26. Juni 2013 E. 4.1.2-3, in: SVR 2014 I
V Nr. 1 S. 1).
Abgesehen davon sind m
edizinisch-psychiatrisch nicht begründbare Selbst
ein
schätzungen und -limitierungen, wie sie, gerichtsnotorisch, ärztlicherseits sehr oft unterstützt werden - wobei erst noch häufig gar keine kon
sequente Behandlung stattfindet -
auch künftig nicht als invalidisierende Gesundheits
beeinträchtigung anzuerkennen (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.7.1).
Die Be
schwer
deführerin befindet sich laut Angaben von Dr. Z._ lediglich in einer niederschwellig ausgeführten Therapie. Zudem nahm Dr. Z._ bei ihrer Festsetzung der Arbeitsunfähigkeit eine Vermischung mit psychosozialen Belastungsfaktoren vor, indem sie ausführte, die Prognose sei infolge des chro
nischen Verlaufes und des vermutlich schon prämorbid bestehenden ungünstigen Ausgangsniveaus im Sinne einer fehlender Schulbildung und aufgrund der sprachlichen Barrieren äusserst ungünstig zu werten.
6.6
Aufgrund des Gesagten ist der Beschwerdegegnerin folgend davon auszu
gehen, dass die
soziokulturellen Faktoren und Aggravation vorliegend das Be
schwer
debild dominieren und kein rechtserheblicher invalidisierender Gesund
heitsschaden vorliegt.
Bei diesem Ergebnis erübrigen sich Ausführungen dazu, ob ein allfälliger inva
lidisierender Gesundheitsschaden schon zum Zeitpunkt der Einreise in die Schweiz 1999 bestanden hat oder nicht.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Ab
wei
sung der Beschwerde führt.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.
--
anzu
set
zen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterlie
gen
den Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.2
Die Kosten für
die
Stellungnahme der
Gutachter der MEDAS Y._ vom 26
.
Mai respektive 6. Juni 2017 (Urk. 18/1-2) in der Höhe von Fr. 1‘200.-- (Urk. 19
) sind der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, war doch der medizinische Sachverhalt bei Verfügungserlass nur ungenügend erstellt.
7.3
Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der seit
1.
Juli 2011 in Kraft stehenden Verord
nung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialver
sicherungsgericht (GebV SVGer) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
7.4
Der von Rechtsanwältin
Dr.
Barbara Wyler mit Eingabe vom 2
6.
Juli 2017 geltend gemachte Aufwand von 17.83 Stunden (
Urk.
23) ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen, insbe
sondere aufgrund der Tatsache, dass sie die Beschwerdeführerin schon im Rahmen der Beschwerdeerhebung vom 2
9.
Januar 2015 (vgl.
Urk.
7/35/3-9) gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 1
5.
Dezember 2014 (
Urk.
7/31) vor dem hiesigen Gericht sowie im vorliegenden Vorbescheidverfahren vertrat und
ihr
die Akten somit bekannt waren. Weiter kann in Anbetracht dessen, dass das Gericht mit Gerichtsverfügung vom
7.
April 2017 (
Urk.
12) darauf hingewiesen hat, dass ein zweiter Schriftenwechsel nicht für nötig erachtet wird, der geltend gemachte Aufwand für die dennoch eingereichte Replik vom 1
1.
Mai 2017 (
Urk.
16) nicht vergütet werden, zumal damit keine neuen Gesichtspunkte vorgebracht wurden und die geltend gemachte Verletzung des rechtlichen Gehörs in Anbetracht der umfassenden Kognition des Ge
richtes ohnehin als geheilt angesehen werden musste (vgl. vorstehend E. 3). Demnach stellte die Replik einen unnötigen Aufwand dar, welcher nicht im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung vergütet wird.
Angesichts der im Rahmen des Beschwerdeverfahrens neu hinzugekommenen zu studierenden Aktenstücke, der etwa acht- und dreiseitigen Rechts
schrif
ten, den Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgelt
liche Rechtsverbeiständung sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträgen ist die Entschädigung von Rechtsanwältin
Dr.
Barbara Wyler bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2‘000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
7.5
Die Beschwerdeführerin ist auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern sie dazu in der Lage ist.