Decision ID: c984cc10-46fd-5897-8f89-4e8854479702
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführenden 1 und 2, ethnische Kurden iranischer Herkunft
mit letztem Wohnsitz in F._/Erbil, verliessen den Irak eigenen An-
gaben zufolge am 20. Oktober 2015 gemeinsam mit dem Beschwerdefüh-
rer 3 und dem Bruder des Beschwerdeführers 1 (G._) illegal und
reisten via die Türkei und unbekannte Länder in die Schweiz. Am 26. No-
vember 2015 suchten sie im damaligen Empfangs- und Verfahrenszentrum
H._ um Asyl nach und wurden dort am 3. Dezember 2015 summa-
risch zur Person befragt (BzP; Protokolle in den vorinstanzlichen Akten
A4/12 [Beschwerdeführer 1], A5/11 [Beschwerdeführerin 2]). Am 15. März
2018 hörte das SEM die Beschwerdeführenden vertieft zu ihren Asylgrün-
den an (Anhörung; A18/13 [Beschwerdeführerin 2], A19/20 [Beschwerde-
führer 1]).
Die am (...) und am (...) geborenen weiteren Kinder wurden in das Asyl-
verfahren ihrer Eltern einbezogen.
B.
B.a Der Beschwerdeführer 1 machte zur Begründung seines Asylgesuches
geltend, seine Familie sei 1979 aus dem Iran in den Irak geflüchtet. Er sei
dort geboren und habe immer im Irak gelebt. Seit dem Jahr 2000 sei er ein
aktives Mitglied der (...) gewesen. Er habe insbesondere sporadisch etwa
einmal im Monat bis einmal alles zwei bis drei Monate Briefe und weitere
Dokumente von Personen aus dem Iran, die kurzzeitig die Grenze zum Irak
übertreten hätten, entgegengenommen und an die für die iranische Stadt
I._ zuständige Person übermittelt. Manchmal habe er diesen Per-
sonen auch Flyer mitgegeben, die im Iran verteilt werden sollten. Deswe-
gen habe er sich von den iranischen Behörden bedroht gefühlt, die in der
autonomen kurdischen Region Nordirak Spione hätten und unliebsame
Personen beseitigen würden. Nachdem er durch die Partei informiert wor-
den sei, dass auch sein Leben in Gefahr sei, habe er seine Aktivitäten re-
duziert und schliesslich das Land verlassen. Seit der Ankunft in der
Schweiz nehme er regelmässig an Anlässen und Sitzungen des schweize-
rischen Ablegers der Partei teil.
B.b Die Beschwerdeführerin 2 gab an, sie stamme aus dem Iran und sei
im Jahr 2009 in den Irak gegangen, um den Beschwerdeführer 1 zu heira-
ten. Im Übrigen verwies sie auf die Asylgründe ihres Ehemannes und
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brachte vor, sie befürchte im Falle einer Rückkehr in den Iran, festgenom-
men und erst wieder freigelassen zu werden, wenn ihr Mann sich den Be-
hörden ausliefern würde.
B.c Zum Beweis ihrer Identität reichten die Beschwerdeführenden fol-
gende Ausweise und Dokumente zu den Akten: Aufenthaltskarte aus der
Autonomen Kurdischen Region im Irak und Karte des Hohen Flüchtlings-
kommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) betreffend den Beschwer-
deführer 1, Flüchtlingsbestätigung des UNHCR betreffend die Beschwer-
deführenden 1–3, Flüchtlingskarte des Vaters des Beschwerdeführers 1
sowie Kopie der UNHCR-Karte seiner Familie, iranischer Nationalitäten-
ausweis und iranische ID-Karte betreffend die Beschwerdeführerin 2, Hei-
ratsbestätigung vom 2. Juni 2009, Eheschein vom 14. Dezember 2009,
Geburtsschein betreffend den Beschwerdeführer 3. Ihre Vorbringen unter-
mauerten sie mittels eines Parteiausweises der (...), drei Quittungen über
die Bezahlung des Mitgliederbeitrags der Partei und einer Bestätigung der
(...) vom 20. Dezember 2015 betreffend den Beschwerdeführer 1.
C.
Mit Verfügung vom 10. Oktober 2018 – eröffnet am 16. Oktober 2018 –
stellte das SEM fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingsei-
genschaft nicht, lehnte die Asylgesuche ab und ordnete die Wegweisung
aus der Schweiz an. Den Vollzug der Wegweisung erachtete es als unzu-
mutbar, weshalb die Beschwerdeführenden vorläufig in der Schweiz auf-
genommen wurden.
Gleichentags wies das SEM das Asylgesuch des Bruders des Beschwer-
deführers 1 ab.
D.
Mit Beschwerde ihres Rechtsvertreters vom 15. November 2018 gelangten
die Beschwerdeführenden an das Bundesverwaltungsgericht. Sie bean-
tragten, die Verfügung des SEM sei aufzuheben und es sei ihnen Asyl zu
gewähren oder jedenfalls (gestützt auf subjektive Nachfluchtgründe) die
Flüchtlingseigenschaft festzustellen. In prozessualer Hinsicht ersuchten
sie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, Gewährung
der unentgeltlichen Prozessführung und Beiordnung ihres Rechtsvertreters
als amtlicher Rechtsbeistand.
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Zum Beweis ihrer Vorbringen reichten sie diverse Fotografien betreffend
das exilpolitische Engagement des Beschwerdeführers 1 und seines Bru-
ders zu den Akten.
Mit identischer Eingabe vom 15. November 2018 erhob auch der Bruder
des Beschwerdeführers 1 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht
(Verfahren E-6487/2018).
E.
Mit Zwischenverfügung vom 27. November 2018 hiess die Instruktionsrich-
terin die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbei-
ständung gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.
Ferner lud sie die Vorinstanz ein, sich zur Beschwerde vernehmen zu las-
sen.
F.
Das SEM führte mit Eingabe vom 12. Dezember 2018 im Wesentlichen
aus, die Beschwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen o-
der Beweismittel, welche eine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen
könnten.
G.
Am 28. Dezember 2018 reichten die Beschwerdeführenden eine Replik
ein.
H.
Mit Eingabe vom 20. Mai 2019 legten die Beschwerdeführenden als wei-
tere Beweismittel Kopien ihres UNHCR Refugee Cerificates sowie eines
Bestätigungsschreibens der (...) vom 19. März 2019 betreffend den Be-
schwerdeführer 1 zu den Akten. Zudem reichte er ein Urteil des Bezirksge-
richts J._ vom 8. Januar 2019 betreffend die Feststellung seiner
Personalien ein.
I.
Mit Zwischenverfügung vom 21. Oktober 2021 stellte die Instruktionsrich-
terin fest, gemäss dem Eintrag im Zentralen Migrationsinformationssystem
(ZEMIS) gehe der Beschwerdeführer 1 mittlerweile einer Erwerbstätigkeit
nach. In diesem Zusammenhang setzte sie den Beschwerdeführenden
Frist an, um entweder eine aktuelle Fürsorgebestätigung oder das wahr-
heitsgetreu ausgefüllte Formular „Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege“
einzureichen.
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J.
Die Beschwerdeführenden reichten mit Eingabe vom 4. November 2021
eine Bestätigung ihrer Fürsorgeabhängigkeit vom 28. Oktober 2021 zu den
Akten.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-
gültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 (AS 2016
3101) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das alte Recht
(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-
schwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf
diese ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich vorliegend nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.
3.
Aufgrund des engen sachlichen und persönlichen Zusammenhangs ist das
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vorliegende Verfahren mit dem Beschwerdeverfahren E-6487/2018 betref-
fend den Bruder des Beschwerdeführers 1 koordiniert zu behandeln.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). Wer um Asyl
nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest
glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vor-
handensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Art. 7
AsylG).
4.2 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise
aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat – insbesondere durch politische Exil-
aktivitäten – eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, macht
sogenannte subjektive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG gel-
tend. Begründeter Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung besteht dann,
wenn der Heimat- oder Herkunftsstaat mit erheblicher Wahrscheinlichkeit
von den Aktivitäten im Ausland erfahren hat und die Person deshalb bei
einer Rückkehr in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise verfolgt würde
(vgl. BVGE 2009/29 E. 5.1). Dabei muss hinreichend Anlass zur Annahme
bestehen, die Verfolgung werde sich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit
und in absehbarer Zukunft verwirklichen – eine bloss entfernte Möglichkeit
künftiger Verfolgung genügt nicht (vgl. BVGE 2011/51 E. 6.2). Subjektive
Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von
Art. 3 AsylG, führen jedoch gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des
Asyls. Stattdessen werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe
nachweisen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig auf-
genommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1).
5.
5.1 Zur Begründung der Verfügung hält das SEM insbesondere fest, es
gebe keine Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer 1 in der Autono-
men Region Kurdistan womöglich in Zukunft asylrelevante Probleme hätte
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Seite 7
haben können. Für die von ihm im Nordirak empfangenen (...)-Mitglieder
aus dem Iran sei nämlich sein Vorgesetzter zuständig gewesen, der wie
andere Kader und Vorgesetzte der Partei in der Region geblieben sei. Das
Argument des Beschwerdeführers 1, wonach diese Personen sich (im Ge-
gensatz zu ihm) Leibwächter hätten leisten können und deshalb weniger
gefährdet gewesen seien, sei nicht stichhaltig.
Der Beschwerdeführer 1 habe sich im Irak als einfaches Mitglied für die
(...) betätigt und auch in der Schweiz an politischen Sitzungen und Veran-
staltungen teilgenommen. Es sei bekannt, dass sich die iranischen Behör-
den grundsätzlich für die exilpolitischen Aktivitäten ihrer Staatsangehörigen
interessierten. Jedoch sei davon auszugehen, dass sie sich bei dieser
Überwachung auf Personen konzentrierten, die mit ihren politischen Aktivi-
täten aus der Masse der regimekritischen iranischen Staatsangehörigen
hervorträten und als ernsthafte Bedrohung für das iranische Regime wahr-
genommen würden. Dies treffe weder auf die politische Aktivität des Be-
schwerdeführers 1 im Irak noch auf jene in der Schweiz zu. Den Akten
seien keine konkreten Hinweise darauf zu entnehmen, dass sich der Be-
schwerdeführer 1 in qualifizierter Weise exilpolitisch betätigt hätte. Die ein-
gereichten Beweismittel vermöchten daran nichts zu ändern. So erhielten
alle in der Autonomen Region Kurdistan lebenden iranischen Kurden und
insbesondere diejenigen in den Flüchtlingslagern, den Parteiausweis einer
der kurdischen politischen Parteien als Identitätsausweis. Im Übrigen lasse
sich aus dem Parteiausweis und der Mitgliederbestätigung die Intensität
des Engagements nicht ableiten. Seine Tätigkeit im Nordirak und auch in
der Schweiz, wo er lediglich zwei bis drei Mal im Jahr an Sitzungen und
Anlässen seiner Partei teilnehme, sei insgesamt betrachtet nicht geeignet,
ein ernsthaftes Vorgehen der iranischen Behörden gegen ihn zu bewirken.
Die Vorbringen hielten den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft
gemäss Art. 3 AsylG somit nicht stand, weshalb der Beschwerdeführer 1
nicht als Flüchtling anerkannt werden könne. Auch die Anerkennung als
Flüchtling durch das UNHCR genüge nicht zur Feststellung der Flüchtlings-
eigenschaft nach schweizerischem Asylrecht. Auf die Glaubhaftigkeitsprü-
fung der Aussagen des Beschwerdeführers 1 werde deshalb trotzt diverser
Ungereimtheiten verzichtet.
In seiner Vernehmlassung führt das SEM sodann aus, bei den neu einge-
reichten Beweismitteln handle es sich zum grössten Teil um Fotos von kur-
dischen Veranstaltungen in der Schweiz, welche keinen Aufschluss über
eine aktive und substanzielle exilpolitische Rolle des Beschwerdeführers 1
in der Schweiz oder vorher im Nordirak geben würden.
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Seite 8
5.2 Dagegen wendet der Beschwerdeführer 1 ein, er habe nie gesagt, er
sei ein einfaches Mitglied der (...); vielmehr sei er seit jeher sehr aktiv ge-
wesen. Er sei stets erste Kontaktperson für die iranischen Kurden gewe-
sen. Es sei daher schlicht nicht vorstellbar, dass die iranischen Sicherheits-
kräfte nichts davon mitbekommen haben sollten. Die iranischen Behörden
würden durchaus im Nordirak Anschläge auf die iranischen Kurden
verüben; es komme seit längerer Zeit zu gezielten Tötungen (vgl. Bericht
des Schweizer Radio und Fernsehens [SRF] vom 14.09.2018,
<https://www.srf.ch/audio/rendez-vous/angriff-auf-die-kurden-im-nord-
irak?partId=11403293>, abgerufen am 15.11.2021). Unter den Todesop-
fern des besagten Angriffs hätten sich viele seiner Bekannten befunden. Er
und sein Bruder hätten den Irak verlassen müssen, weil sie ähnliche Ver-
geltungsschläge gegen sich gefürchtet hätten. Obwohl er anlässlich der
Anhörung auf Anschläge vom 1. März 2018 aufmerksam gemacht habe,
habe dies in der angefochtenen Verfügung keine Berücksichtigung gefun-
den; vielmehr habe das SEM die Dokumente noch während der Anhörung
ohne weitere Bemerkungen und Rückfragen an ihn zurückgegeben (vgl.
A19 F10). Ebenfalls nicht berücksichtigt habe das SEM, dass sein ältester
Bruder K._ mit Verfügung des vormaligen Bundesamts für Migra-
tion (BFM) vom 9. Oktober 2009 gestützt auf subjektive Nachfluchtgründe
als Flüchtling anerkannt worden sei (vgl. Beschwerdebeilage 3). Auch er
selbst habe sein exilpolitisches Engagement in der Schweiz intensiviert. Er
sei in die Tätigkeiten der iranischen Kurden in der Schweiz stark eingebun-
den und kenne die Parteiführung persönlich. Er nehme an praktisch allen
Veranstaltungen und Kundgebungen der Partei teil. So habe er sich ge-
meinsam mit seinem Bruder G._ (Verfahren E-6487/2018) mehr-
mals an Demonstrationen gegen das iranische Regime beteiligt und weise
eine beträchtliche Aktivität in den sozialen Medien auf. Sein Engagement
werde durch die beim SEM und im Beschwerdeverfahren eingereichten
Beweismittel (insb. Parteiausweis der [...], Quittungen über die Bezahlung
des Mitgliederbeitrags der Partei, Bestätigungen der [...] vom 20. Dezem-
ber 2015 und vom 19. März 2019, Fotografien des Beschwerdeführers 1
und seines Bruders mit anderen Mitgliedern der [...] bei Demonstrationen,
Konferenzen und sonstigen Veranstaltungen) belegt. Sein Bruder
G._ habe zudem verschiedene Medienberichte verfasst und Foto-
dokumentationen erstellt. Die Vorinstanz habe in der angefochtenen Ver-
fügung die Tätigkeiten als nicht beachtlich einstuft, dies aber nicht näher
begründet, was nicht nachvollziehbar sei. Er stelle durch seine Beiträge für
die kurdische Sache eine echte Gefahr für das iranische Regime dar und
müsse daher bei einer Rückkehr in den Iran oder den Irak mit einem ernst-
haften Vorgehen gegen sich rechnen.
E-6486/2018
Seite 9
6.
6.1 Es ist bekannt, dass die iranischen Behörden die politischen Aktivitäten
ihrer Staatsbürger im Ausland überwachen und erfassen (vgl. dazu zuletzt
die Urteile des BVGer E-4980/2019 vom 30. Juni 2021 E. 5.4, D-1922/2020
vom 15. September 2021 E. 8.3, D-6006/2017 vom 12. März 2020 E. 5.3.2
m.w.H.). Die politische Betätigung für staatsfeindliche Organisationen im
Ausland ist seit der damaligen Neufassung des iranischen Strafrechts im
Jahr 1966 unter Strafe gestellt. Einschlägigen Berichten zufolge wurden in
der Vergangenheit bereits Personen verhaftet, angeklagt und verurteilt,
welche sich unter anderem im Internet kritisch zum iranischen Staat äus-
serten. Es bleibt jedoch im Einzelfall zu prüfen, ob die konkret geltend ge-
machten exilpolitischen Aktivitäten bei einer allfälligen Rückkehr in den Iran
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im flüchtlings-
rechtlichen Sinn nach sich ziehen. Gemäss konstanter Praxis des Bundes-
verwaltungsgerichts ist davon auszugehen, dass sich die iranischen Ge-
heimdienste auf die Erfassung von Personen konzentrieren, die über die
massentypischen, niedrigprofilierten Erscheinungsformen exilpolitischer
Proteste hinaus Funktionen ausgeübt und/oder Aktivitäten vorgenommen
haben, welche die jeweilige Person aus der Masse der mit dem Regime
Unzufriedenen herausstechen und als ernsthaften und gefährlichen Re-
gimegegner erscheinen lassen. Dabei darf davon ausgegangen werden,
dass die iranischen Sicherheitsbehörden zu unterscheiden vermögen zwi-
schen tatsächlich politisch engagierten Regimekritikern und Exilaktivisten,
die mit ihren Aktionen in erster Linie die Chancen auf ein Aufenthaltsrecht
zu erhöhen versuchen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.4.3, bestätigt mit D-
830/2016 vom 20. Juli 2016 [als Referenzurteil publiziert] E. 4.2; zuletzt
bestätigt mit Urteil des BVGer D-1922/2020 vom 15. September 2021 E. 8
m.w.H).
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) geht ebenfalls
davon aus, dass eine möglicherweise drohende Verletzung von Art. 3
EMRK jeweils aufgrund der persönlichen Situation der beschwerdeführen-
den Person zu beurteilen ist. Berichte über schwerwiegende Menschen-
rechtsverletzungen im Iran begründen für sich allein noch keine Gefahr ei-
ner unmenschlichen Behandlung (vgl. Urteil des EGMR S.F. et al. gegen
Schweden vom 15. Mai 2012, 52077/10, §§ 63 f.; vgl. zum Ganzen Urteile
des BVGer D-830/2016 vom 20. Juli 2016 [als Referenzurteil publiziert], E-
4980/2019 vom 30. September 2021 E. 5.5).
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Seite 10
6.2 Die Ausführungen des SEM zu den Aktivitäten des Beschwerdeführers
1 im Nordirak treffen zu. So bestätigte er, auf einer niedrigen Hierarchie-
stufe für die (...) tätig gewesen zu sein (A19 F124), was gegen ein für die
iranischen Behörden aus der Masse herausstechendes Engagement
spricht. Zwar erhielt er nach eigenen Angaben eine Warnung, wonach er
getötet werden solle. In diesem Zusammenhang gab er an, ihm sei gesagt
worden, er solle sich so schnell wie möglich retten, weshalb er ausgereist
sei (A19 F83, 86). Aus dem Anhörungsprotokoll ergibt sich aber weiter,
dass er mit der Ausreise noch ein bis zwei Jahre gewartet habe, da er zuvor
keine Möglichkeit dazu gehabt habe; in der letzten Zeit sei er weniger aktiv
gewesen (A19 F79, 155). Nachdem zwischen der Warnung und der Aus-
reise eine derart lange Zeit vergangen ist, ohne dass dem Beschwerdefüh-
rer 1 irgendetwas zugestossen wäre oder auch nur weitere Drohungen er-
folgt sind, ist nicht davon auszugehen, dass bei der Ausreise aus dem
Nordirak eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung seitens der irani-
schen Behörden in naher Zukunft drohte. Auch für eine im Falle einer
(hypothetischen) Rückkehr in den Iran oder in den Nordirak drohende Ver-
folgung durch den iranischen Staat bestehen keine konkreten Hinweise.
Zwar steht – etwa aufgrund des Beitrags des SRF vom 14. September
2018 (vgl. E. 5.2) – fest, dass es im Nordirak zu Tötungen von (...)-Mitglie-
dern durch den iranischen Staat gekommen ist (vgl. auch die eingereichten
Aufnahmen von – gemäss den Ausführungen des Beschwerdeführers 1 –
(...)-Mitgliedern, die im Nordirak Opfer eines Angriffs durch die iranischen
Behörden wurden, Beweismittel 6). Dies lässt eine drohende gezielte Ver-
folgung des Beschwerdeführers 1 aber nicht als überwiegend wahrschein-
lich erscheinen. Auch die Bestätigungen der (...) vom 20. Dezember 2015
und vom 19. März 2019 – wobei es sich bei letzterer um eine Selbstbe-
schreibung des Beschwerdeführers 1 handelt – sind nicht geeignet, eine
bevorstehende Verfolgung zu belegen, zumal sie nicht darlegen, aus wel-
chem Grund der Beschwerdeführer 1 bei einer Rückkehr verhaftet und ver-
folgt werden sollte. Die alleinige Mitgliedschaft bei der (...) reicht sodann
für die Annahme einer Verfolgungsgefahr gemäss der ständigen Recht-
sprechung nicht aus (vgl. vorne E. 6.1). Aus dem in der Replik vorgebrach-
ten Umstand, dass ein Freund des Beschwerdeführers 1, mit dem er im
Nordirak sowohl privat als auch parteipolitisch sehr eng zusammengear-
beitet habe und der gleichzeitig in der Schweiz eingereist sei, Asyl erhalten
habe, vermag er schliesslich ebenfalls nichts zu seinen Gunsten abzulei-
ten. Eine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung des Beschwerdeführers
1 aufgrund seiner Aktivitäten im Nordirak erscheint daher aufgrund von
dessen Ausführungen und der vorliegenden Beweismittel nicht überwie-
gend wahrscheinlich.
E-6486/2018
Seite 11
6.3 Ebensowenig geeignet, eine gezielt drohende Verfolgung des Be-
schwerdeführers 1 zu substanziieren, sind allgemeine Berichte über wei-
tere Anschläge gegen Mitglieder der (...), wie sie der Beschwerdeführer 1
bei der Anhörung vorlegte (konkret Internetartikel betreffend Anschläge
vom 1. und 7. März 2018; vgl. A19 F7 ff.). Nach Art. 33 Abs. 1 VwVG nimmt
die Behörde ihr angebotene Beweise ab, wenn diese zur Abklärung des
Sachverhaltes tauglich erscheinen. Dies folgt aus dem Anspruch auf recht-
liches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG). Sie darf einen Beweisan-
trag ablehnen, wenn sie den Sachverhalt aufgrund eigener Sachkenntnis
ausreichend würdigen kann oder in freier, antizipierter Würdigung zur Auf-
fassung gelangt, weitere Beweisvorkehren würden an der Würdigung der
bereits abgenommenen Beweise voraussichtlich nichts mehr ändern. Den
Entscheid, auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten, hat die Be-
hörde aber zu begründen (vgl. PATRICK SUTTER, in: Auer/Müller/Schindler
[Hrsg.], VwVG Kommentar, 2019, Art. 33 N. 2 f.). Nachdem die Vorinstanz
darauf verzichtete, die vom Beschwerdeführer 1 vorgelegten Internetartikel
abzunehmen, ohne dies in der angefochtenen Verfügung zu begründen,
hat sie den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt.
Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs
kann ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die
Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die so-
wohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter
dieser Voraussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Man-
gels – selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ab-
zusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen
Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem
Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der
Sache nicht zu vereinbaren wären (vgl. BGE 137 I 195 E. 2.3.2 m.w.H. und
statt vieler das Urteil des BVGer D-4095/2021 vom 11. Oktober 2021 E.
6.1). Im vorliegenden Fall erweist sich der rechtserhebliche Sachverhalt
auch ohne die Abnahme der offerierten Beweismittel als vollständig und
richtig erstellt, zumal diese für die Abklärung der individuellen Gefährdung
des Beschwerdeführers 1 untauglich erscheinen und deren Nichtabnahme
somit zulässig war. Überdies war es dem Beschwerdeführer 1 möglich, den
Entscheid sachgerecht anzufechten und das Gericht verfügt in Bezug auf
Tatbestand und Rechtsanwendung über freie Überprüfungsbefugnis.
Schliesslich käme eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz einem
prozessökonomischen Leerlauf gleich. Daher kann die Gehörsverletzung
E-6486/2018
Seite 12
als geheilt gelten. Indes ist der Mangel der vorinstanzlichen Verfügung ge-
gebenenfalls bei der Bestimmung von Kosten und Entschädigung zu be-
rücksichtigen (vgl. nachfolgend E. 10). Zur Berücksichtigung des Asylent-
scheids betreffend den ältesten Bruder des Beschwerdeführers 1, der
sechs Jahre vor der Reise der Beschwerdeführenden in die Schweiz als
Flüchtling anerkannt wurde, war das SEM hingegen mangels einer engen
Verbindung zu den Asylgründen des Beschwerdeführers 1 nicht gehalten.
Diesbezüglich liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor.
6.4 Das exilpolitische Engagement des Beschwerdeführers 1 in der
Schweiz prüfte und würdigte die Vorinstanz vor dem Hintergrund der da-
mals vorliegenden Beweismittel und der relevanten Rechtsprechung eben-
falls hinreichend; diesbezüglich kann keine Verletzung der Begründungs-
pflicht festgestellt werden. Anlässlich der Anhörung gab der Beschwerde-
führer 1 lediglich an, er nehme zwei bis drei Mal im Jahr an Sitzungen und
Anlässen der (...) in der Schweiz teil (A19 F140 ff.). Mit der Beschwerde
reichte er diverse Beweismittel betreffend seine und die exilpolitischen Ak-
tivitäten seines Bruders in der Schweiz ein. Davon betreffen die Beweis-
mittel 1 und 8 ausschliesslich seinen Bruder und unter den zusätzlich an-
gegebenen Internetlinks finden sich von jenem verfasste Medienberichte
und Fotodokumentationen. Diese Dokumente werden im Urteil E-
6487/2018 gewürdigt. Auf den restlichen Fotografien von Konferenzen, De-
monstrationen und Gedenkveranstaltungen ist der Beschwerdeführer 1
nicht markiert, so dass unklar ist, ob er an sämtlichen dieser Veranstaltun-
gen teilgenommen hat. Selbst wenn zu seinen Gunsten davon ausgegan-
gen wird, dass dies der Fall ist, so ist zwischen Juni 2016 und September
2018 lediglich ein unregelmässiges exilpolitisches Engagement des Be-
schwerdeführers 1 auf niederschwelligem Niveau belegt. Dadurch hebt er
sich nicht aus der Masse der regimekritischen iranischen Staatsangehöri-
gen im Ausland hervor. Daran ändert nichts, dass er die Parteiführung in
der Schweiz persönlich kennen soll. Eine zusätzliche beträchtliche Aktivität
des Beschwerdeführers 1 in den sozialen Medien ist sodann nicht belegt.
Insgesamt besteht kein Grund zur Annahme, dass der Beschwerdeführer
1 von den iranischen Sicherheitskräften als ernstzunehmender Regimekri-
tiker eingestuft würde. Daher hat er bei einer Rückkehr in den Iran oder
den Nordirak nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit flüchtlingsrecht-
lich relevante, ernsthafte Nachteile zu befürchten.
E-6486/2018
Seite 13
6.5 Nachdem die übrigen Beschwerdeführenden keine eigenen Asyl-
gründe vorbringen, sind im Falle einer Rückkehr in den Iran oder den Nord-
irak auch sie betreffend keine flüchtlingsrechtlich relevanten Nachteile zu
befürchten.
7.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführenden keine erlit-
tene oder drohende asyl- oder flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung
glaubhaft gemacht haben. Die Vorinstanz hat somit zu Recht das Bestehen
der Flüchtlingseigenschaft verneint und die Asylgesuche abgewiesen.
8.
Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug
an (Art. 44 AsylG). Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere we-
der über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen
Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu
Recht angeordnet (vgl. Art. 32 Abs. 1 Asylverordnung 1 [SR 142.311];
BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
9.
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene
Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachver-
halt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be-
schwerde ist daher abzuweisen.
10.
10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Verfahrenskosten den
Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihnen je-
doch mit Zwischenverfügung vom 27. November 2018 die unentgeltliche
Prozessführung gewährt wurde und sie gemäss der aktuellen Fürsorgebe-
stätigung vom 28. Oktober 2021 weiterhin bedürftig sind, haben sie keine
Verfahrenskosten zu tragen.
10.2 Nachdem der rubrizierte Rechtsvertreter als amtlicher Rechtsbeistand
eingesetzt wurde und die finanzielle Bedürftigkeit der Beschwerdeführen-
den fortbesteht, ist er unbesehen des Ausgangs des Verfahrens für den
entstandenen Aufwand zu entschädigen, soweit dieser sachlich notwendig
war (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 8 Abs. 2 VGKE). Das Bundesverwaltungsgericht
geht bei amtlicher Vertretung in der Regel von einem Stundenansatz zwi-
schen Fr. 100.– bis Fr. 150.– für nicht-anwaltliche Vertreterinnen und
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Vertreter aus; der Stundenansatz bei Obsiegen beträgt für nicht-anwaltli-
che Vertreter Fr. 100.– bis Fr. 300.– (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE).
Die Frage des notwendigen zeitlichen Aufwandes ist vorliegend vor
dem Hintergrund zu betrachten, dass der Vertreter für die Familie des
Beschwerdeführers 1 und dessen Bruder G._ (Verfahren
E-6487/2018) identische Beschwerden, Repliken und Begleitschreiben
vom 20. Mai 2019, 28. Oktober und 4. November 2021 eingereicht hat.
Insgesamt ist diesbezüglich von einem Gesamtaufwand von sieben Stun-
den auszugehen. Für die berechtigte sinngemässe Rüge der Verletzung
des rechtlichen Gehörs aufgrund der unbegründeten Nichtabnahme offe-
rierter Beweise (vgl. vorne E. 6.3) geht das Bundesverwaltungsgericht von
einem zeitlichen Aufwand von einer halben Stunde aus. In Berücksichti-
gung eines Stundenansatzes von Fr. 250.– ist die Parteientschädigung auf
Fr. 125.– (inkl. Auslagen) festzusetzen. Sie ist den Beschwerdeführenden
durch die Vorinstanz auszurichten. Zudem ist dem amtlichen Rechtsvertre-
ter für den restlichen Aufwand von 6.5 Stunden ausgehend von einem
Stundenansatz von Fr. 150.– (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE) für
das vorliegende Verfahren ein (aufgrund der identischen Beschwerden um
die Hälfte gekürztes) Honorar von gerundet Fr. 500.– (inkl. Auslagen) zu
Lasten des Bundesverwaltungsgerichts zuzusprechen.
(Dispositiv nächste Seite)
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