Decision ID: d7ac5ba4-26eb-5dee-9964-9b66ed2d28bd
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1970
, war
bei der
Y._
als ICT-
Supporter
angestellt und über
seine
Arbeitgeberin bei der Suva obligato
risch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als
er
am
1
9.
Mai 2015 auf Sar
di
nien einen Motorradunfall erlitt
.
Er zog sich
unter anderem
eine
mehrfragmen
täre
intraartikuläre distale
Radiusfraktur links,
eine stabile
Fraktur der
Processus
transversi
LWK 4/5
und eine Nasenbeinfraktur
zu
(
Urk.
14/
129
S. 1 und 14/134 S. 1
).
Darüber wurde di
e Suva mit Schadenmeldung vom 22
.
Mai
2015
in Kennt
nis gesetzt (Urk. 14
/
1
). Sie übernahm darauf
die Heilbehandlungs
kosten
und
rich
tete dem
Versi
cherten ab dem 2
2.
Mai
201
5
Taggelder aus (vgl.
Urk.
14
/
2
).
Mit Verfügung vom
26
.
September 2017
stellte
die Suva
diese Leistungen
per 30.
September 2017 ein
, da
die noch verbliebenen organischen Unfallrestfolgen aktuell nicht behandlungsbedürft
ig
seien und keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit
begründeten. Die organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwer
den
seien nicht adäquat unfallkausa
l.
Es bestehe kein An
spruch auf eine Invali
denrente und d
ie Voraussetzungen für die Gewährung einer Integritäts
en
tschädi
gung seien nicht erfüllt
(Urk.
14
/
176
). Dagegen
erhoben die Helsana Versiche
rungen AG (
Urk.
14/180 und
14/186) und der
Versicherte
(Urk.
14/188)
Einspra
che
. Am 26.
Oktober
und am 1
3.
November
2017 zog die Helsana Versicherungen AG ihre Einsprache
n
zurück (
Urk.
14/191
-192)
. Der Versich
erte begründete am 27.
November 2017
seine
Einsprache
ergänzend und reichte weitere Unterlagen ein (
Urk.
14/193)
.
Die Suva holte eine Beurteilung ihrer Kreisärztin
Dr.
med. Z._
, Fachärztin FMH für Allgemein
chirurgie und Traumato
logie, vom 1
3.
März 2018
ein
(Urk. 14/200)
. Mit
Entscheid vom
21. März 2018
wies die Suva die Einsprache
ab (Urk. 2 =
14
/
201
).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
21
.
März 2018 erhob der
Versicher
te, ver
treten durch Rechtsanwä
lt
in
Bibiane
Egg
, mit Eingabe vom 1
7
.
April
201
8
(Datum Poststempel;
Urk.
1)
Beschwerde
. Er beantragte, der angefochtene Ent
scheid sei aufzuheben
und
es sei ihm gestützt auf
einen
IV-Grad von 70
%
eine Rente auszurichten. Überdies sei ihm eine noch festzusetzende Integritäts
entschä
digung zuzusprechen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin
(Urk. 1 S. 2). Zusam
men mit der Beschwerde
schrift
und mit einer Ergänzung vom
1
7.
Mai 2018
wurden
neue Unterlagen
eingereicht (Urk.
3/8-9
, 3/15-
16
und
7
)
, darunter
ein
Vorbescheid der IV-Stelle der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich vom 1
4.
Mai 2018, mit welchem dem Versicherten ab dem
1.
Mai 2016 eine ganze Invalidenrente in Aussicht gestellt wurde (
Urk.
8)
. Die Beschwerdegeg
nerin beantragte
am
1
0
.
Juli
201
8
die Ab
wei
sung der Beschwer
de (Urk. 12
)
und gab eine orthopädisch-chirurgische Beurtei
lung des S
uva-Kreisarztes PD
Dr.
med. A._
, Facharzt FMH für O
rtho
pädische Chirurgie
,
v
om 1
4.
Juni 2018 zu den Akten (Urk.
13)
.
Mit
Replik
vom
10
.
September 2018
hielt der Beschwerdeführer an seinen Begehren fest
(Urk. 16). Am 15
.
Oktober
201
8
verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Ein
reichen einer Dupli
k (Urk. 19
). Davon wurde de
m Beschwerdefüh
rer mit Verfü
gung vom
16
.
Oktober 2018
Kenntnis gegeben (Urk.
20
).
Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften und die im
Recht liegenden
Unter
lagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteils
voraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Ein
sprache
entscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
1.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann das verwaltungsgerichtliche Verfahren aus prozessökonomischen Gründen auf eine ausserhalb des Anfech
tungsgegenstandes, das heisst ausserhalb des durch die Verfügung beziehungs
weise durch den
Einspracheentscheid
bestimmten Rechtsverhältnisses liegende spruchreife Frage ausgedehnt werden, wenn diese mit dem bisherigen Streitge
genstand derart eng zusammenhängt, dass von einer Tatbestandsgesamtheit gesprochen werden kann, und wenn sich die Verwaltung zu dieser Streitfrage mindestens in Form einer Prozesserklärung geäussert hat (BGE 130 V 501, 122
V
34 E. 2a mit Hinweisen).
1.3
Der zwischen den Parteien strittige Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (
Urk.
1 S. 2, 12 S. 4 und 16 S. 1) war nicht Gegenstand des
Einspracheentscheids
(
Urk.
2 S. 3
; vgl. auch
Urk.
12 S. 2
).
Er kann
unter Ausdehnung des Anfechtungsgegenstandes
nur beurteilt werden, sofern das Verfahren diesbezüglich spruchreif ist. Ob
diese Voraussetzung gegeben ist,
wird im Folgenden
noch detailliert
zu prüfen sein.
2.
2.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 1
9.
Mai 2015 ereignet, weshalb die bis 3
1.
Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2
.2
Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG wer
den
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt
die Versicherungsleistun
gen bei Berufsunfällen, Nichtberufsun
fällen und Berufskrankheiten gewährt.
2
.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2
.4
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2
.5
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraf
ten als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V
133
E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung
dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE
115
V
133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
2
.6
Bei schweren Unfällen ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in der Regel zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6b; RKUV 1995 Nr. U 215 S. 90 E. 3b).
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwür
digung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten
Arbeitsunfähigkeit infolge schwieri
gen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenz
bereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicher
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr.
U
442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
2
.7
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
li
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
si
cherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
2
.8
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der
untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
3
.
Es ist strittig und zu prüfen, ob
die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer
aufgru
nd des Ereignisses vom
1
9.
Mai 2015 eine Invalidenrente
auszurichten
hat
(Urk.
1, 2, 13 und
16
).
Die Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung ihres
Einspracheentscheides
im Wesentlichen
an
,
die Kreisärztin
Dr.
Z._
habe am 1
8.
Mai 2017 eine Untersuchung durchgeführt und
den
Beschwerdeführer aus somatischer Sicht
als
zu 100
%
arbeitsfähig
beurteilt
. Zwischen allfälligen psychischen Beschwerden und dem Unfallereignis bestehe kein adäquate
r Kausalzusammenhang (
Urk.
2
S.
5 ff.)
.
Demgegenüber macht
e
der Beschwerdeführer
geltend, er sei
wegen der unfallkausalen somatischen Beschwerden
zu 70
%
arbeitsunfähig.
Auch aus psy
chiatrischer Sicht sei ihm eine 70%ige Arbeit
sunfähigkeit attestiert worden.
Selbst wenn
seine
Arbeitsunfähigkeit (zum Teil) psychisch begründet wäre, so
wäre zu beachten
, dass die Adäquanzkriterien erfüllt seien (
Urk.
1 S. 9 f.
und 16 S. 2 f.
).
4
.
4
.1
Vom 19. bis zum 2
3.
Mai 2015
wurde der
Versicherte im
B._
, Italien,
behandelt. Die dislozierte distale Radiusfraktur wurde reponiert und mit einem gespaltenen Gips fixiert
(
Urk.
14/12
S. 2, 14/131 S. 3 und 14/134 S. 1
). Anschlies
send wurde der
Versicherte
mit der
Rega
in die Schweiz geflogen und ins
C._
transportiert (
Urk.
14/12)
.
4
.2
Dort wurde
n eine Verlaufssonographie der Milz und eine CT-Untersuchung des linken Vorderarms durchgeführt
(
Urk.
14/129 S. 2)
.
A
m 2
8.
Mai 2015
wurde
der
distale
Radius
mit einer Plattenosteosynthese
osteosynthetisch versorg
t (Urk. 14/130)
. Im Austrittsbericht
des
C._
vom
8.
Juni 2015
wurden die folgenden Diagnosen
aufgeführt
(Urk. 14/129)
:
1.
Mehrfrag
mentäre, intraartikuläre distale Radiusfraktur links mit/bei:
-
Avulsionsfraktur
des
Processus
styloideus
ulnae
links
-
Avulsionsfraktur
des
Processus
coronoideus
links
-
Ossärem
Bandausriss
Epikondylus
humeri
radialis
links
2.
Stabile Fraktur
Processus
transversi
LWK 4/5
3.
Hämatom
Musculus
iliopsoas
links
4.
Milzhämangiom (2 x 2.7 cm)
5.
Fraktur Os
nasi
6
.
Generalisiertes Exanthem Typ
IV
-
DD
Arzneimittelexanthem auf
Dafalgan
7
.
Harnwegsinfektion mit E. coli am 29.05.2015
4
.
3
Am 5. Juni 2015 wurde der Versicherte zur stationären Rehabilitation in die
D._
verlegt.
Der Aufenthalt
dauerte bis zum 31. Juli 201
5.
Es wurden neu erste
Zeichen eines CRPS I (
Complex
regional
pain
syndrome
;
M.
Sudeck
) der linken Hand
, ein Extensionsdefizit des linken Ellenbogens, ein Schulterschmerz links mit deutli
cher Einschränkung der Flexi
on/Abdu
ktion/Aussen
rotation mit/bei dringendem Verdacht auf eine (nicht
transmurale
) Teilruptur der
Rotatorenmanschette
am Übergang des
Musculus
supraspinatus
zum
Musculus
infraspinatus
sowie eine
Refluxkrankheit
als Diagnosen
festgehal
ten
(
Urk.
14/26 S. 1)
.
E
rste Zeichen eines CRPS der linken Hand
hätten sich Mitte Juli
mit Schwitzen der Handinnenfläche, bläulich livider Verfärbung der Haut, intermittierender dif
fuser Schwellung und einem vermehrten Bewegungsschmerz in den Fingern und im Handgelenk gezeigt. Die therapeutischen Massnahmen seien entsprechend angepasst worden
;
die Behandler hätten
Myacalcic
Nasenspray 200
verordnet
, Analgetika und NSAR
ausgebaut und die
ergotherapeutischen Massnahmen
(
inklusive Spiegeltherapie
) intensiviert
. Die Medikation mit
Lyrica
sei wegen star
ker Müdigkeit und Unwohlseins bei 50 mg sistiert worden. Wie beim CRPS I üblich, hätten sich stark schwankende Befunde mit teilweise schlanke
r Hand, gefolgt von starken Sch
wellungen und Schmerzen mit vereinzelt livider Hautver
färbung
,
gezeigt
. Im Zeitpunkt des Austritts lägen ein vermehrtes Schwitzen der Handinnenfläche links gegenüber rechts, eine stark wechselnde Schwellung der Finger und der Hand sowie
eine leichte Überwärmung gegenüber der rechten Hand vor. Extensionen in den PIP und DIP seien aktiv nicht möglich
(
Urk.
14/26 S. 2
f.
).
Nach der Entfernung des Oberarmgipses habe
man
ein Extensionsdefizit im lin
ken Ellenbogen
festgestellt
, welches sich
mit der Zeit
leicht gebessert habe, aber immer noch vorhanden sei. Im Verlauf
seien
vermehrt Schulterschmerzen links
aufgetreten
,
mit einer Einschränkung der Abduktion, der Flexion und der Aus
senrotation bei lokal unauffälligen Befunden. In der
sonographischen
Untersu
chung habe sich der Verdacht auf eine Teilruptur der
Rotatoren
manschette
am Übergang der Sehnen vom
Musculus
supraspinatus
zum
Musculus
infraspinatus
ergeben,
weshalb zur Abklärung eine
Arthro
-MRI-Untersuchung
d
er linken Schulter
durchgeführt
werden
sollte
(Urk. 14/26 S. 3).
Von Seiten des Rippenthorax, der Wirbelsäule und des Hämatoms im
Musculus
iliopsoas
hätten bei Austritt keinerlei Beschwerden mehr bestanden (
Urk.
14/26 S. 3).
Ferner wurden Müdigkeit und Schlafstörungen sowie
ein seit dem Motor
radunfall aufgetretener Nachtschweiss vermerkt (
Urk.
14/26 S.
6
).
4
.
4
In einem Zwischenbericht vom 1
0.
August 2015 hielt
der behandelnde Hausarzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, ein
en
Morbus
Sudeck
an der oberen Extremität, distal im Handgelenk,
als Diagnose
fest. Die eingeschränkte Beweglichkeit der linken Hand, die Überwärmung und die glän
zende Haut im Rahmen des Morbus
Sudeck
stünden im Vordergrund. Neben
b
ei bestünden Schlafstörungen; er empfehle eine psychologische Behandlung (
Urk.
14/33 S. 1).
4
.
5
Am 1
2.
Augu
st 2015 wurden im
F._
wie empfohlen eine
Arthrografie
des linken Schultergelenks und ein MR
I
der linken Schulter durchgeführt. Es wur
den ein inferiorer Einriss der
Supraspinatussehne
und eine Degeneration der
Sup
ra
spinatus
sehne
Grad 1 nach
Thomazeau
diagnostiziert (
Urk.
14/34).
Die
Suva-Kreis
ä
rzt
in
Dr.
med.
G._
, Fachärztin FMH für O
rthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
beurteilte dieselben
als überwiegend wahrscheinlich unfallkausal (
Urk.
14/39).
4
.
6
PD
Dr.
med. H._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, untersuchte den Versicherten am 4. September 2015 in der
I._
. Er stellte im Schulterbereich eine ausgeprägte
Frozen
Shoulder
sowie eine
Supraspinatusunterflächenpartialruptur
und im Bereich des linken Ellenbogens ein Streckdefizit von 20° fest
. Er empfahl eine
glenohumerale
Cortison-Injektion sowie eine fachärztliche Untersuchung und Behandlung der Hand
(
Urk.
14/40
S. 1 f.
).
Am 2
9.
September 2015
nahm
PD
Dr.
H._
eine Infiltration
glenohume
ral
links mit
Lidocain
und
Triamcort
vor
(
Urk.
14/48
).
4
.
7
Bei
der
ersten
Untersuchung durch
Dr.
med. J._
, Fach
arzt FMH für Handchirurgie und O
rthopädische Chirurgie, am 3
0.
September 2015 waren
der
Faus
t
schluss wie auch die Fingerstreckung ein
i
germassen flüssig und vollständig möglich.
Dr.
J._
erhob eine milde Schwellung im Bereich der linken oberen Extremität, deutlich vermehrtes Schwitzen an der linken oberen
Extremität, einen leichtgradigen Ruheschmerz, eine allseitige
Druckdolenz
im Bereich der gesamten linken oberen Extremität, insbesondere auch über dem Handrücken, der Hand
wurzel, dem distalen Radius, dem
Ulnakopf
und
dem
Ulna
r
styloid
, aber auch am gesamten Vorderarm und Ell
en
bogen, des Weiteren im Oberarm- und Schulter
bereich respektive Nacken (
Urk.
14/46 S. 2).
Das persistierende CRPS an der linken oberen Extremität, die stark eingeschränkte
Vorderarmsupination
und die Sensibilitätsstörungen an den drei
ulnaren
Fingern stünden im Vordergrund (
Urk.
14/46 S. 2 f.).
4.8
Eine weitere Untersuchung durch
Dr.
J._
am 1
1.
November 2015 ergab eine
diskrete Schwellung des ganzen linken Armes,
ein
vermehrtes Schwitzen, insbe
sondere auf
dem
Niveau der Hand, Ruheschmerzen und unverändert ubiq
uitäre
Druckdolenzen
.
Der Faustschluss sei vollständig und die aktive Fingerstreckung sei etwas verlangsamt, aber ebenfalls praktisch vollständig.
Dr.
J._
beurteilte die angestammte Tätigkeit als IT-
Supporter
für die geplante stufenweise Wiedereingliederung als relativ ideal, zumal keine manuell belasten
den Tätigkeiten ausgeführt werden müssten. Negativ könnten sich eventuell die erheblichen Sensibilitätsdefizite an den drei
ulnaren
Fingern der linken Hand auf die Bedienung der Tastatur (10-Fingersystem) auswirken. Grundsätzlich vermie
den werden sollten forcierte
Supinationsbewegungen
; diese dürften im Rahmen der Tätigkeit aber kaum gefordert werden (
Urk.
14/58 S. 3).
Wegen der vom Versicherten geklagten
permanenten Sensibilitätsstörungen an den drei
ulnaren
Fingern links veranlasste
Dr.
J._
eine neurologische Untersu
chung (
Urk.
14/58 S.
3
).
4.9
Diese wurde am
8.
Dezember 2015 durch
Dr.
med. K._
, Fachärztin FMH für Neurologie, durchgeführt. Sie diagnostizierte eine leichtgradige Läsion des
Nervus
ulnaris
in der Höhe des Ellenbogens.
Wahrscheinliche Ursache dafür sei ein Lagerungsschaden des Nervs während der Ruhigstellung im Gipsverband.
Das sensible Nervenaktionspotential am linken Kleinfinger sei im Seitenvergleich nur gering herabgesetzt. Es sei somit
von einer Besserung der
Ulnaris
neuropathie
in den nächsten Wochen auszugehen, solange eine weitere Druckschädigung des Nervs durch eine repetitive Unterarmbeugung bzw. Druck auf den
Sulcus
ulnaris
vermieden werde. Die angegebene geringe Gefühlsminderung des gesamten lin
ken Armes sei am ehesten auf das CRPS Typ I zurückzuführen. Die sympathische Hautantwort zeige aktuell keinen Unterschied zur gesunden Seite. Eine funktio
nelle Einschränkung aufgrund der Gefühlsminderung bestehe nicht, da die Tie
fensensibilität, die Algesie und die Temperaturempfindung erhalten seien (
Urk.
14/64 S. 2).
4
.
10
Anlässlich der Verlaufskontrolle im
C._
am
8.
März 2016 habe der Versicherte über immobilisierende Sch
merzen in der linken Schulter und
weiter
hin bestehende Schmerzen im Ell
en
bogen, vor allem
ulnarseitig
und im
Handge
lenk über dem
Ulnarstyloid
, geklagt. Es habe sich eine deutliche Besserung der objektivierbaren Verhältnisse, vor allem im Bereich des Bewegungsumfanges, gezeigt
. Bezüglich des Handgelenks bestünden weiterhin noch leichte Beschwer
den bei Supination sowie eine
Druckdolenz
über dem
Ulnar
s
tyloid
, die im kon
ventionellen Bild ein Korrelat in der
Avulsionsverletzung
zeigten. Diesbezüglich würde im Verlauf bei einer weiterhin bestehenden Persistenz differenzialdiagnos
tisch eine Binnen-TFCC-Läsion im Vordergrund stehen, welche allenfalls mit einer MRI-Untersuchung weiter abgeklärt werden müsste
. Nach der Abheilung der gesamten Situation an der linken oberen Extremität sei eine Schulteropera
tion
in der
I._
geplant,
wo der Versicherte weiterbetreut werde
(Urk.
14
/81 S. 4
f.
).
4
.1
1
Am 1
7.
März 2016 stellte
PD
Dr.
H._
im Rahmen der Verlaufskontrolle
in der
I._
fest,
die
Frozen
shoulder
habe
sich gelöst
. Auch die Sudeck-Dystrophie scheine nicht mehr gross aktiv zu sein. Die Schulter sei stark schmerzhaft. Im Vordergrund stehe wohl die
Rotatorenmanschette
; ein MRI habe bereits eine Partialruptur gezeigt (
Urk.
14/83).
4
.1
2
Ein weiteres
Arthro
-MRI der linken Schulter
vom
5.
April 2016 zeig
t
e bildgebend einen guten Zustand der
Rotatorenmanschette
.
PD
Dr.
H._
zog in Betra
cht, schmerzhaft könnten die
Biz
epssehne
oder der
Subacromialraum
mit dem AC-Gelenk sein. Die Sudeck-Dystrophie sei fast ausgeheilt. Es bestünden zwei Therapieoptionen;
a
bwarten oder eine diagnostisch-therapeutische Schul
ter
arthroskopie. Letztere liesse sich mit einem Eingriff an der Hand kombinieren (
Urk.
14/85 S. 1 f.).
4.13
Auch
Dr.
J._
untersuchte den Versicherten am
5.
April 2016 erneut und erhob
inspektorisch
unauffällige trophische Verhältnisse mit zurzeit seitengleicher Schwitztendenz
(im Untersuchungsverlauf linksseitig etwas verstärkt)
.
Dr.
J._
vermerkte ebenfalls einen weitergehenden Rückgang der
Dystrophiesymptomatik
mit aktuell lediglich noch belastungsabhängig etwas verstärkter Schwitztendenz. Die Beweglichkeit habe nicht nur in der Schulter und im Ell
en
bogen, sondern auch
im Handgelenk markant gebessert. Die aktuelle 25%ige Arbeitsfähigkeit sei adäquat
(
Urk.
14/87 S. 2 f.).
4.14
Am 1
2.
April 2016 liess
Dr.
J._
eine
Arthro
-MR-Tomographie und ein
A
r
tho
-CT
des linken Handgelenks
durchführen. Aufgrund der so erhobenen Befunde gelangte er zum Schluss, die Radiusfraktur sei vollständig konsolidiert. Anhalts
punkte für ein
ulnares
Impaktionssyndrom
seien nicht ersichtlich
. N
ennenswerte Knorpel
schäden lägen nicht vor. Im Vordergrund stehe das
pseudarthrotische
Ulna
r
styloid
, welches offensichtlich doch zumindest für einen Teil der Beschwer
den verantwortlich sei. Die Resektion des
Ulna
r
styloids
empfehle sich nicht, da doch noch ein wichtiger Teil des TFCC daran fixiert sei; entsprechend empföhlen sich eher
eine
P
s
eudoarthrosenresektion
und
eine
Refixation
des
Ulna
r
styloids
. Gleichzeitig könnte die
palmare
Ra
diusplatte entfernt werden, um
allfällige milde Irritationen in den Strecksehnenfächern zu beseitigen. Wenn irgendwie möglich,
sollte
ein solcher Eingriff mit allfälligen operativen Massnahmen auf dem Niveau Schulter/Ell
en
bogen seitens
PD
Dr.
H._
kombiniert werden
.
Periopera
tiv
wäre eine
Dystrophi
e
prophylaxe
notwendig (
Urk.
14/90 S. 2 f.).
4
.1
5
PD
Dr.
H._
un
tersuchte
den linken Ell
en
bogen am 1
8.
Mai 2016 und hielt
in seinem tags darauf verfassten Bericht
fest, die Schmerzursache im Ell
en
bogenbereich könne nicht klar eruiert werden. Die Knack-Phänomene könnten von den Gelenkskör
pern oder von intraartikulären N
arben oder Knorpelschädi
gungen stammen. Er würde den Ell
en
bogen zurzeit vernachlässigen und sich auf die Behandlung der linken Schulter und des linken Handgelenkes konzentrieren.
Sollte eine operative Behandlung der Hand möglich sein, würde er gleichzeitig die Schulter operieren. Sollten trotz Schulter- und Handgelenksoperationen die Beschwerden im linken Ell
en
bogen persistieren, würde er dann in einem zweiten Schritt diese Problematik angehen (
Urk.
14/96 S. 1 f.).
4
.1
6
Dr.
J._
stellte am 1
4.
Juni 2016 keine Anhaltspunkte für trophische Störungen, allenfalls eine leicht verstärkte Schwitztendenz links im Vergleich zu rechts, fest. Das Hauptproblem auf dem Niveau des linken Handgelenks scheine nach wie vor das
pseudarthrotische
Ulna
r
styloid
zu sein, so dass nun gut ein Jahr nach dem Unfall kaum noch von einer weiteren diesbezüglichen
Beschwerderegredienz
aus
gegangen werden dürfe. Entsprechend könnte
er
von seiner Seite neben der Ent
fernung der
palmaren
Platte mit gleichzeitiger
Neurolyse
des dem
Medianus
ent
springenden Hohlhandnervenastes auch die
Refixation
des
pseudarthrotischen
Pseudostyloids
anbieten
. Da sich der Versicherte aktuell in einer günstigen Phase mit Steigerungstendenz befinde, würde
er
diesen Eingriff aber eher für ca. November 2016 vorsehen
. Zwischenzeitlich könnte ab Juli 2016 die Arbeitsfä
higkeit auf wenigstens 30
%
gesteigert werden
(
Urk.
14/99 S. 2 f.).
4.1
7
Am 2
1.
September 2016
stellte
Dr.
J._
nebst unauffälligen trophischen Verhält
nissen eine seitengleiche, aber deutlich vermehrte Schwitztendenz
fest
.
Dazu führte er aus, der
Verlauf in Bezug auf die linke obere Extremität sei recht güns
tig; die vor drei bis sechs Monaten noch vorhandenen Beschwerden hätten sich grösstenteils zurückgebildet
, das
Ulnarstyloid
sei kaum noch schmerzhaft, die Beweglichkeit sei recht gut, lediglich bei ruckartigen Bewegungen respektive bei stärkerer Belastung komme es zu einer Beschwerdeakzentuierung. Auch die Über
empfindlichkeit im
palmaren
Narbenbereich habe sich vollständig zurückgebil
det.
Neu hätten sich offensichtlich neurologische Probleme im Beckenbereich wie auch in den unteren Extremitäten eingestellt, welche gegenwärtig weiter abge
klärt würden. Insgesamt fühle sich der Versicherte in Bezug auf die teils zwar geringeren, an anderen Lokalisationen jedoch neu hinzutretenden Beschwerden wie auf einer Achterbahn, wa
s sich letztlich negativ auf dessen
psychische Ver
fassung niederschlage.
In Anbetracht der günstigen Entwicklung im Handgelenksbereich sei die Indika
tion zur operativen Revision im Sinne der
Ulna
r
styloidrefixation
und Plattentfer
nung am Radius relativ.
Er
empfehle dem
Versicherten, vorderhand auf diese Operation zu verzichten. Die Arbeitsfähigkeit betrage weiterhin 30
%
(
Urk.
14/115 S. 2 f.).
4.18
Gleichentags
riet PD
Dr.
H._
dem Versicherten von einer Operation an der Schulter ab, da sich die Beweglichkeit
im Bereich der linken Schulter
de
utlich gebessert habe (Urk. 14/119).
4.1
9
Gegenüber
der Neurologin
Dr.
K._
erklärte
der Versicher
te am 2
6.
Septem
ber 2016
, die Sensibilitätsstörungen aufgrund einer leichten Läsion des linken
Nervus
ulnaris
hätten sich im Verlauf zurückgebildet.
Während der
Rehabilitation nach dem Unfall habe er Gefühlsstörungen mit einem Einschlafgefühl der Beine
bemerkt
.
Diese seien nach der Reha zunächst nicht mehr aufgetreten, seit einigen Wochen träten sie jedoch wieder auf,
vor allem nach längerem Sitzen
und beim Velofahren auf dem Hometrainer
.
Hin und wieder komme es zu einem
unwillkür
lichen Zucken des Kopfes
(
Urk.
14/118 S. 1 f.)
.
Es hätten
keine eindeutigen sensomotorischen oder koordinativen Störungen der unteren Extremitäten gefunden
werden können
, so dass vermutlich eine funkti
onelle Störung vorliege. Dafür spreche die Angabe bezüglich der hin und
wieder auftretenden Zuckungen d
es Kopfes. Ihres Erachtens bestehe eine Anpassungs
störung nach dem erlittenen Trauma im letzten Jahr (
Urk.
14/118
/2
).
4.
20
Ein MRI der spinalen Achse
tripl
a
nar
nativ
vom
5.
Oktober 2016
zeig
t
e
ein
breit
basiges
l
inks
recessales
Bulging
der Bandscheibe bei HW 5/6, weniger ausgeprägt bei 6/7 mit Verdacht auf Nervenwurzelaffektion. Überdies eine deutliche Höhen
minderung im Bandscheibenfach
lumbosakral
bei Übergangs
anomalie und dege
nerativen Veränderungen von Grund- und Deckenplatte Typ
Modic
1-3,
breitba
siges
Bulging
und paramedianer
Annulus
fibrosus
-Riss mit vorstellbarer Nerven
wu
r
zelaffektion
neuroforaminal
und
recessal
. Das
Myelon
stelle
sich regelrecht dar (
Urk.
14/127).
4.21
Der
Suva-Kreisarzt
Dr.
med. L._
, Facharzt FMH für Chirurgie, unter
suchte den
Versicherte
n
am 2
0.
Oktober 201
6.
Dieser
berichte
von
m
ässige
n
Schmerzen in der linken Schulter und in der Lendenwirbelsäule. Unter Belastung spüre er eine sehr starke Beschwerdezunahme.
Die klinische Untersuchung zeige eine leicht eingeschränkte und
endgradig
schmerzhafte Beweglichkeit des linken Schultergelenkes in allen Ebenen.
Es seien keine klinischen
Hinweise für eine
Frozen
shoulder
, keine muskuläre Atrophie, keine namhafte Kraftminderung, keine neurologischen Defizite und auch kein Hinweis für ein CRPS vorhanden. Es zeig
t
e
n
sich eine leicht eingeschränkte,
end
gradig
schmerzhafte Beweglichkeit des linken Handgelenkes und ansonsten keine anderen pathologischen Befunde. Die Untersuchung der Wirbelsäule zeige eine uneingeschränkte Beweglichkeit der gesamten Wirbelsäule. Es bestünden keine neurologischen Defizite, ebenso wenig mus
kuläre Defizite (
Urk.
14/135 S.
4 ff.).
Die geklagten Beschwerden seien unter Würdigung der klinischen und radiologi
schen Befunde
nur
zum Teil erklärbar, aber die Beschwerdeintensität sei medizi
nisch nicht nachvollziehbar. Auch die vom Versicherten gezeigte Kraftminderung linksseitig bei gutem neurologischen und muskulären Status sei medizinisch nicht nachvollziehbar und erklärbar (
Urk.
14/135 S. 7).
Die Behandlung sei aus chirurgischer Sicht noch nicht abgeschlossen
und es seien weitere klinische
Kontrollen durch die behandelnden Ärzte geplant. Die Fortfüh
rung der bisherigen Schmerztherapie sowie der Physio- und Ergotherapie wäh
rend zwei Mal pro Woche sei bis Ende Januar 2017 empfohlen.
Insgesamt sei der Versicherte aufgrund der erwähnten klinischen Befunde ab sofort in seiner aktuellen beruflichen Tätigkeit als Informatiker (Bürotätigkeiten), zu 50
%
arbeitsfähig.
Eine erneute Evaluierung des medizinischen Prozederes sowie der Arbeitsfähig
keit und der Zumutbarkeit sollte erst nach den erwähnten konsiliarischen Unter
suchungen in der Schulter- und Handchirurgie erfolgen (
Urk.
14/135 S. 7).
4.22
Dr.
K._
demonstrierte
dem Versicherten
ihrem Bericht vom
1.
November 2016 zufolge
anlässlich
der Untersuchung am 28. Oktober 2016
die MRI-Bilder vom
5.
Oktober 201
6.
Er
sei
bereits vom Radiologen auf die Befunde hingewiesen worden. Sie habe dem Versicherten zeigen können, dass keine traumatischen Läsionen vorlägen und
dass
die degenerative
n
Veränderungen im Bereich des
lumbosakralen
Übergangs sicherlich nicht die Schwächegefühle beim Gehen und die rezidivierenden Parästhesien der
B
eine erklären könnten.
Sie
vermute eine funktionelle Störung.
Da
diese
nur
im Sitzen
auftrete,
könn
t
e ein sogenanntes
Piriformis
-Syn
d
rom mit Irritation des
Nervus
ischiadicus
vorliegen. Daher sei
en
eine Physiotherapie mit Dehnungsübungen der Becken- und der proximalen Beinmuskeln sowie
Triggerpunktebehandlungen
sinnvoll (Urk.
14/128 S. 1).
Der Versicherte habe
ihr
gege
n
über
erklärt, er habe kürzlich eine kreisärztliche Untersuchung gehabt, welche ihn traumatisiert habe. Er solle ab dem
1.
Novem
ber 2016 wieder zu 50
%
arbeiten.
Aus neurologischer Sicht beurteil
t
e
Dr.
K._
eine sukzessive Steigerung des Arbeitspensums als vertretbar und wün
schenswert (
Urk.
14/128 S. 1).
4
.23
Am
9.
März 2017 suchte der Versicherte erstmals die Schmerzsprechstunde
des
M._
am
N._
auf. Es wurden ihm medikamentöse
Behandlungsoptionen
aufgezeigt, welche
er
mit seinem Behand
lungsteam diskutieren wollte. Er
stellte in Aussicht,
sich im April
zu
melden und mit
zu
teilen, ob er
das Behandlungsangebot
in Anspruch nehmen wolle (
Urk.
14/152 S. 1 ff.).
4
.24
Die Verlauf
skontrolle durch
PD
Dr.
H._
am 2
9.
März 2017
ergab
eine Persistenz der Beschwerden im Ber
eich der linken Schulter
, worauf dem Versi
cherten die Möglichkeit der
arthroskopischen
Behandlung erläutert worden sei. Grundsätzlich wäre die Prognose gut; der Versicherte sei aber psychisch nicht in der Lage und werde sich bei Bedarf melden (
Urk.
14/150).
4
.25
Dr.
J._
erhob
seinem Bericht vom
7.
April
2017
zufolge
am 2
9.
März 2017 eine nach wie vor mässig vermehrte Schwitztendenz, allerdings etwa seitengleich an beiden oberen Extremitäten,
und
im Übrigen unauff
ällige trophische Ver
hält
nisse.
Die Narbe beugeseitig am distal
en Vorderarm links sei reizlos und es gebe kein
Tinelphänomen
. Es bestehe eine milde
Druckdolenz
dorsal über dem II.
Stre
ckerfach
links
,
minimal auch über dem IV.
Streckerfach
(wahrscheinlich minimal vorstehende Schrauben
spitzen), ebenso eine milde
Druckdolenz
im Bereich des
Ulna
r
styloids
. Handgelenksflexion/-extension links 40-0-50° (rechts 50-0-70°), Radial-/
Ulnarduktion
links 15-0-30° (rechts 15-0-40°). Pro-/Supi
nation links 85-0-65° (rechts 86-0-80°). Auch in maximaler
Supinationsposition
gebe es
keine nennenswerte Schmerzauslösung.
Die
Faustschlusskraft links
betrage
18 kg (rechts 30 kg), beim raschen Griffwechsel links 22 kg (rechts 42
k
g). Milde Hypäs
thesie an den Fingern III-V beidseits (gemäss Patientenangaben wechselhaft).
Im Verlauf der vergangenen sechs Monate habe sich klinisch ein einigermassen stabiler Verlauf gezeigt. Die Hauptproblematik bestehe in einem chronischen Schmerzsyndrom der linken oberen Extremität, welches den Versicherten neben dem Druck, welchen er von allen Seiten, insbesondere von der Suva, verspüre, psychisch schwer belaste. Der Versicherte fühle sich wie auf einer Achterbahn, wobei die dunklen Phasen mittlerweile markant überwögen. Insbesondere die per 3
0.
September 2016 von der Suva verfügte Steige
rung der Arbeitsleistung von 30
auf 50
%
scheine den Versicherten noch ganz aus der Bahn geworfen zu haben. Jeglicher Gedanke an die Zukunft mache ihm offenbar Angst und er fühle sich mittlerweile völlig antriebslos (
Urk.
14/151 S. 3).
Von handchirurgischer Seite könne dem Versicherten aktuell keine spezifische Behandlung angeboten werden. Die grundsätzlich mögliche
Osteosynthese
mate
rialentfernung
sei aufgrund der zurzeit geringen Beschwerden nicht vordringlich und werde vom Versicherten
auch
nicht gewünscht. In Anbetracht des desolaten psychischen Zustands sollte die psychologische Begleitung dringend fortgeführt und intensiviert werden, zudem sei die Beurteilung durch die
Ärzte der
Schmerz
sprechstunde des
N._
zu unterstützen. Auch die Ergothera
pie sollte weitergeführt werden.
Mit der angeblich verfügten Arbeitsfähigkeit von 50
%
scheine die
Belastungsli
mite
deutlich überschritten zu sein.
Dr.
J._
empf
ahl
deshalb zumindest vorüber
gehend wieder eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit auf 30
%
, was der aktuellen Belastungsfähigkeit besser gerecht werde (
Urk.
14/151 S. 3).
4
.26
Eine weitere kreisärztliche Untersuchung sollte am 1
8.
Mai 2017 durch
Dr.
Z._
stattfinden. Sie hielt
in ihrem mit 19./2
0.
Mai 2017 datierten Bericht
fest, der Versicherte scheine depressiv verstimmt und weine immer wieder während der Befragung. Zwischendurch reagiere er sehr emotional, auch aggressiv und anklagend. Aufgrund der Gesamtsituation verzichte sie auf eine erneute Unter
suchung, da sich die somatische Situation im Vergleich zur letzten kreisärztlichen Untersuchung kaum verändert habe, was auch durch die letzten Berichte der involvierten Fachärzte bestätigt werde (
Urk.
14/163 S. 7).
Der von der Schmerzsprechstunde vorgeschlagene Ausbau der medikamentösen Therapie werde vom Versicherten nicht gewünscht, da es sich nur um einen Ver
such handeln würde und der Versicherte vor den Nebenwirkungen (Herabsetzung der Konzentrationsfähigkeit, Müd
igkeit etc.) Angst habe (Urk. 14
/163 S. 7
).
PD
Dr.
H._
habe dem Versicherten die Möglichkeit der
arthroskopischen
Behandlung mit guter Prognose für die linke Schulter erläutert. Der Versicherte fühle sich aber psychisch nicht in der Lage, aktuell eine erneute Operation über sich ergehen zu lassen. Zudem befürchte er den Verlust seiner Arbeitsstelle, falls er wegen der Operation wieder monatelang ausfallen sollte (
Urk.
14/163 S. 8).
Zusammenfassend bestehe aus somatischer Sicht eine leichte Einschränkung für die linke Schulter für Arbeiten über der Horizontalen. Der Versicherte sei Infor
matiker, so dass eine Arbeitsunfähigkeit nicht begründet sei. Ob aus psychiatri
scher Sicht eine relevante Arbeitsunfähigkeit nachgewiesen sei, könne
sie,
Dr.
Z._
,
nicht beurteilen; sie empfehle eine psychiatrische Beurteilung. Sie halte eine psychiatrische Betreuung, eventuell sogar in einem stationären Set
ting, für dringend angezeigt (
Urk.
14/163 S. 8).
4
.27
Der Versicherungsmediziner
der Suva,
Dr.
med.
O._
,
vertrat am 1
7.
Juli 2017 die Auffassung, eine wesentliche Besserung sei nicht zu erwarten, insbe
sondere bestehe in angestammter Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit. Ein möglicher Integritätsschaden lasse sich aufgrund der massiven Selbstlimitierung aktuell nicht verlässlich einschätzen (
Urk.
14/172).
4.2
8
In seiner Stellungnahme vom 1
3.
November 2017 wies
PD
Dr.
H._
darauf hin, er habe den Versicherten am 2
9.
März 2017 letztmals untersucht. Damals hätten relevante Restbeschwerden nach durchgemachter
Frozen
shoulder
bestanden, welche seines Erachtens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallbedingt seien. Sie schränkten die Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht ein; eine ganztätige Arbeit am Computer sei seines Erachtens
mit denselben
nicht möglich. Die Schmerzen im Bereich
des linken Schulter-Armbereiches seien absolut nachvollziehbar. Eine
arthroskopische
Behandlung hätte eine gute Prog
nose, diese Beschwerden zu reduzieren oder zu beheben.
Würde man
die
Behandlung abschliessen und den Zustand am 2
9.
März 2017 als Endzustand einstufen, so würde er den Integritätsschaden als leichte bis mässige Form der
Periarthrosis
humero-scapularis
einstufen (Suva-Tabelle I, Revision 2000). Dies ergäbe einen Integritätsschaden von 5
%
(
Urk.
14/193 S. 4).
4.2
9
Mit E-Mail vom 2
3.
November 2017 bestätigte der Psychotherapeut SGP
P._
, der Versicherte sei seit dem 2
6.
August 2015 in seiner Behandlung.
Die
selbe
habe anfänglich wöchentlich und seit
längerer Zeit
viertäglich stattgefun
den. Sie stehe in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Unfall. Die Arbeitsfähigkeit sei massiv eingeschränkt. Die psychische Anpassungs
fähigkeit des Versicherten an das Geschehen sei nur beschränkt möglich, vor allem wegen der Schmerzsituation und der eingeschränkten Bewegungs
möglichkeit, welche den Versicherten immer wieder entmutigten und eine depressive Grundstimmung verursach
t
en. Die Konzentrationsfähigkeit sei stark eingeschränkt,
das Durchhal
te
vermögen sei schwach und es bestehe ein
e (berechtigte) Zukunftsangst.
Die
unsichere Arbeitssituation
beelende
den Versicherten geradezu
(
Urk.
14
/193 S. 8)
.
Die im E-Mail vom 2
5.
April 2016 erwähnte Diagnose Anpassungsstörung
(ICD-10: F43.25) mit Verbitterungsreaktion (
Urk.
14/92), wurde nicht
genannt
(Urk. 14/193 S. 8)
.
4.
30
Die Suva-Kreisärztin
Dr.
Z._
gelangte am 1
7.
März 2018 zur Beurtei
lung, von weiteren medizinischen Behandlungen
,
wie zum Beispiel einer Arthro
skopie und/oder einem stationären Aufenthalt in der
Q._
,
sei keine wesentliche Besserung der Erwerbsfähigkeit zu erwarten. Aus somatischer Sicht sei der Versicherte für seine Tätigkeit als Mitarbeiter Help Desk zu 100
%
arbeitsfäh
ig. Eine Einschränkung bestehe
von
S
eiten des linken Armes/der linken Schulter nur für Arbeite
n
über der Horizontalen, welche der Versicherte nicht ausführen müsse. Es handle sich um eine leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeit, welche keine Gewichtsbelastungen über 1 kg erfordere (Urk. 14/200 S. 7).
Die von
PD
Dr.
H._
vorgeschlagene Operation und der Ausbau der medikamentösen Therapie wären zumutbar. Sie vermöchten indessen weder das Belastungsprofil noch die Arbeitsfähigkeit zu beeinflussen, weil die angestammte Tätigkeit auch ohne Operation zu 100
%
zumutbar sei (
Urk.
14/200 S. 7 f.).
Die von
PD
Dr.
H._
bereits in seinem Bericht vom 2
1.
September 2016 beschriebenen Bef
unde an der linken Schulter hätten eine deutliche Besserung der Beweglichkeit gezeigt, aufgrund derer
PD
Dr.
H._
dem Versicherten von einer Operation abgeraten habe. Bereits damals sei die Funktion der Schulter kaum
noch
eingeschränkt gewesen (
Urk.
14/200 S. 8).
Zusammenfassend könne von einem Endzustand ausgegangen werden, da auch nach der Durchführung des von
PD
Dr.
H._
aufgrund einer Verdachts
diagnose vorgeschlagenen Eingriffes keine Besserung des Belastungsprofils und der Arbeitsfähigkeit zu erwarten sei (
Urk.
14/200 S. 8).
4.
3
1
Aus den im Beschwerdeverfahren
im Verfahren
eingereichten Berichten des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der IV-Stelle der Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich
vom 1
3.
März 2018
geht hervor
, dass der Versicherte am 8.
Februar orthopädisch und
psychiatrisch
untersucht wurde (
Urk.
3/8-9).
Der RAD-Arzt
Dr.
med. R._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirur
gie und Traumatologie,
führte
die folgenden
somatischen
Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
auf
(
Urk.
3/8 S. 9 f.):
Funktionseinschränkung des linken Armes nach Motorradunfall
-
mit Bewegungseinschränkung des linken Schultergelenkes bei Status nach
Rotatorenmanschettenpartialruptur
links und Status nach
Frozen
shoulder
links
-
mit Bewegungseinschränkung des linken Ellenbogengelenkes bei Status
n
a
ch geschlossener Reposition einer Ellenbogenluxation links sowie Verdacht auf posttraumatisches
Sulcus
nach
Ulnaris
-Syndrom links
-
mit Bewegungseinschränkung linkes Handgelenk bei Status nach distaler Radiusfraktur links und Plattenosteosynthese (OP: 28.05.2015)
Funktionseinschränkung der Wirbelsäule bei Status nach Querfortsatzfraktur L4 und L5 links ohne Dislokation nach Motorradunfall (19.05.2015)
.
Dr.
R._
erwog, bei der kreisärztlichen Untersuchung am 2
0.
Oktober 2016 sei das CRPS I als abgeheilt und nicht mehr existent beschrieben worden. Im Gegensatz zu diesen Feststellungen stünden die Arztberichte von
Dr.
J._
vom
7.
April 2017 (vgl.
Urk.
14/151 S. 2 ff.) und des
M._
vom
9.
März 2017 (vgl.
Urk.
14/152). In diesen Berichten werde ein aktives regionales komplexes Schmerzsyndrom (CRPS I) beschrieben. Auch bei der aktuellen Unter
suchung fänden sich Zeichen eines weiterhin bestehenden CRPS I (
Urk.
3/8 S. 10). Es bestehe ein behandlungsbedürftiges komplexes regionales Schmerz
syndrom der linken oberen Extremität. Eine konsequente Therapie in der Schmerzklinik sei angebracht. Zudem sollte eine MRI-Untersuchung des Schädels erfolgen, um eine mögliche Verletzungsfolge des Gehirns abzuklären (
Urk.
3/8 S. 11).
Seit dem 3
0.
März 2017 bestehe
aus orthopädischer Sicht
in der angestammten Tätigkeit eine 30%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
3/8 S. 11).
Die RAD-Ärztin
Dr.
med.
S._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
diagnostizierte eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11). Es bestehe eine Antriebsstörung mit deutlichen Hemmungen sowie eine psychophysische Belastbarkeitsminderung mit vorzeitiger Erschöpfung und Minderung der
konzentrativen
Ausdauer
belast
barkeit. Zeitlich flexible Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck, bei nur geringem Publikumsverkehr, ohne besondere Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen seien med
i
zinisch-theoretisch in einer wohlwollenden und konfliktarmen Arbeitsatmosphäre zunächst zu maximal 30
%
möglich (
Urk.
3/9 S. 6).
Zu empfehlen wäre eine schmerztherapeutische Behandlung sowie die Durchfüh
rung eines MRI des Schädels, um eine Beteiligung des Zentralnervensystems als Unfallfolge abzuklären (
Urk.
3/9 S. 7).
4
.32
Hierzu äusserte sich der Suva-Kreisarzt
PD
Dr.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
am 1
4.
Juni 2018 (
Urk.
13).
Zentral sei die Frage nach dem Auftreten und allfälligen Persistieren eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms (CRPS).
Im Austrittsbericht der
D._
seien «erste Zeichen eines CRPS» erwähnt worden.
Mit den durch
Dr.
J._
dokumentierten Befunden vom 3
0.
September 2015 seien Verdachtsmomente für ein CRPS zweifellos gegeben. Die für die Diagnose erforderlichen Kriterien unter strenger Anwendung der Vor
gaben
(gemäss den sogenannten «Budapest-Kriterien»)
sei
en
indessen nicht kom
plett erfüllt (Urk. 13 S. 3).
Die Neurologin
Dr.
K._
habe nach der Untersuchung vom
8.
Dezember 2015 auf eine Diskussion differentialdiagnostischer Kriterien für das Vorliegen eines CRPS verzichtet, ein solches jedoch als nun rückläufig beschrieben. Die bei der Untersuchung
im
C._
am
8.
März 2016 erhobenen Befunde schlös
sen das Vorliegen eines CRPS zum damaligen Zeitpunkt aus. Im betreffenden Bericht sei unter «Anamnese» vermerkt, es sei zu einem «mögliche[n] CRPS der gesamten linken oberen Ex
tremität
»
gekommen
.
Der Schulterspezialist
PD
Dr.
H._
habe am 1
7.
März 2016 festgestellt, die Sudeck-Dystrophie scheine nicht mehr gross aktiv zu sein. Als Diagnose habe er unter anderem einen
«
Status nach durchgemachter Sudeck-Dystrophie am Arm links» aufgeführt. Überdies habe er am
5.
April 2016
festgehalten
, die Sudeck-Dystrophie sei fast ausgeheilt. Diese Einschätzung werde auch durch die Ausfüh
rungen des Handchirurgen
Dr.
J._
mit Bericht über eine Untersu
chung vom
5.
April bestätigt: «
Inspektorisch
unauffällige trophische Verhältnisse, zurzeit sei
tengleiche Schwitztendenz [...]. Milde Hyposensibilität
Dig
III-V links, im
übrigen
normale Sen
s
ibilität. [...] weitgehender Rückgang der
Dystrophiesymptomatik
.»
Vor diesem Hintergrund stünden die
mit kreisärztlicher Untersuchung vom
20.
Oktober 2016 erhobenen Befunde
(
«Klinisch keine Schwellung, keine lokale Überwärmung im Seitenvergleich. Keine Rötung, keine Anhaltspunkte für Infekt oder CRPS. Klinisch auch keine Hinweise auf eine Muskelatrophie des gesamten Schultergürtels links»
)
im Einklang mit denjenigen der behandelnden Ärzte. Die hieraus abgeleitete Beurteilung sei folgerichtig: «Die beklagten Beschwerden sind unter Würdigung der klinischen und radiologischen Befunde medizinisch nur zum Teil erklärbar, aber die Beschwerdeintensität ist medizinisch nicht nachvoll
ziehbar. Auch die vom Versicherten gezeigte Kraftminderung linksseitig bei gutem neurologischem und muskulärem Status ist medizinisch nicht nachvoll
ziehbar und erklärbar. [...] Insgesamt ist der Versicherte aufgrund der oben erwähnten klinischen Befunde ab sofort in seiner aktuellen beruflichen Tätigkeit als Informatiker (Bürotätigkeiten) zu 50
%
arbeitsfähig (leistungsmässig).» Folge
richtig insbesondere, da der Kreisarzt die chirurgische Behandlung als zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen betrachtet, eine Fortsetzung der therapeuti
schen Massnahmen empfohlen und eine abschliessende versicherungsmedizini
sche Beurteilung unter den Vorbehalt einer erneuten Evaluierung des medizini
schen Procederes sowie der Arbeitsfähigkeit und Zumutbarkeit gestellt habe (
Urk.
13 S. 4).
Zeitlich nach der kreisärztlichen Untersuchung mit Einschätzung einer teilweisen Arbeitsfähigkeit habe der Versicherte gegenüber den behandelnden Ärzten von einer erneuten Beschwerdezunahme berichtet. Gleichwohl hätten die Fachärzte
PD
Dr.
H._
(Konsultation vom 2
9.
März 2017) und
Dr.
J._
(Konsulta
tion vom 2
9.
März 2017) keine diese Beschwerdeänderung erklärenden Befunde auf ihren Fachgebieten dokumentiert (
Urk.
13 S. 4 f.).
Im Licht
e
der publizierten Literatur und unter Würdigung aller vorgelegten ärzt
lichen Dokumente sei die Aussage
Dr.
R._
s, in den vorliegenden Arzt
b
e
richten von
Dr.
J._
vom
7.
April 2017 und des
M._
vom
9.
März 2017 werde ein aktives regionales komplexes Schmerzsyndrom (CRPS I) beschrieben, falsch. Dies verwundere umso mehr, da
Dr.
R._
seinem Bericht «Ausführungen zum komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS) (früher: sympathische Reflexdystrophie Morbus
Sudeck
)»
angehängt habe, welche die Budapest-Kriterien ausführlich aufzeigten (
Urk.
13 S. 5).
Weder in dem zitierten Bericht von
Dr.
J._
über eine Konsultation vom 2
9.
März 2017 noch in demjenigen der Schmerzspezialis
ten im
N._
vom 19.
März 2017 seien anamnestische Angaben und klinische Befunde doku
mentiert, die den allgemein anerkannten Kriterien für das Stellen d
er Diagnose eines CRP
S genügten. Im Übrigen werde diese Diagnose von den genannten Kol
legen zum Zeitpunkt der mit ihren Berichten beschriebenen Untersuchungen auch gar nicht gestellt.
Dr.
J._
nenne lediglich «im Verlauf CRPS I linke obere Ext
remität», und die in Zürich gestellte Diagnose laute auf ein «Linksseitiges Schmerzsyndrom mit Betonung der oberen Extremität». Die Beschreibung eines Zustandes als Schmerzsyndrom ohne weitere Angaben zur Genese gebe aber nur deskriptiv die vom Patienten geklagten Beschwerden wieder und sei damit unspezifisch. Sie lasse also die eigentliche Ursache des Schmerzes unerklärt. Im Gegensatz dazu entspreche ein CRPS einer wissenschaftlich-medizinischen Diag
nose, die, um gestellt zu werden, allgemein anerkannte Kriterien erfüllen müsse.
Für die Schmerzspezialisten eines
N._
sei die Kenntnis dieser Zusammenhänge selbstverständliche Grundlage ihrer Arbeit, und ihre kompe
tente Anwendung Voraussetzung für einen Behandlungserfolg. Die Tatsache, dass nach der Untersuchung des Versicherten im
N._
kein CRPS diagnostiziert, sondern lediglich von einem unspezifischen Schmerzsyndrom gesprochen werde, müsse als Beleg dafür gewertet werden, die am 1
9.
März 2017 bestehenden Befunde hätten die Diagn
ose eines CRPS nicht zugelassen.
Schliesslich verwirre und entbehre der Nachvollzie
h
barkeit, dass
Dr.
R._
zwar die im versicherungsmedizinischen Kontext eines CRPS essenziellen Buda
pest-Kriterien in einem Anhang nenne,
diese aber auf die von ihm selber erhobe
nen Befunde nicht anwende und diskutiere.
Er erwähne sie auch nicht, um seine Einschätzung, es fänden sich Zeichen eines weiterhin bestehenden CRPS, zu belegen. Dies, obwohl er eine «Seitengleich normal ausgeprägte
Beschwielung
der Hände» und nahezu seitengleiche Umfangmasse der oberen Extremitäten doku
mentiert habe, die auf einen uneingeschränkten linksseitigen Gebrauch durch den rechtsdominanten Versicherten
hinwiesen
(
Urk.
13 S. 5).
Die dokumentierten, von zwei Kreisärzten konsistent abgegebenen versiche
rungsmedizinischen Beurteilungen berücksichtigten die relevanten Fakten, seien nachvollziehbar be
gründet und überzeugten. Der Bericht
von
Dr.
R._
ver
möge diese Einschätzung nicht zu entkräften.
Unter Berücksichtigung der vorliegenden ärztlichen Dokumente sei eine Arbeits
unfähigkeit am angestammten Arbeitsplatz (gemäss Arbeitsplatz
beschreibung vom 2
8.
Juli 2015
; vgl.
Urk.
14/25
) aufgrund unfallbedingter physischer Beschwerden zu verneinen.
Di
e
Frage, ob aufgrund der Unfallfolgen Anspruch auf eine Integritätsent
schädi
gung bestehe, sei nicht versicherungsmedizinisch zu beantworten. Eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität als Folge des Unfalles sei basierend auf den vo
r
liegenden Unterlagen und unter Bezugnahme auf Ta
belle
1, Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten
,
und Tabelle 5, Integritätsschaden bei Arthrosen gemäss UVG
,
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht
eingetreten (
Urk.
13 S. 6).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihren Entscheid im Wesentlichen auf die kreis
ärztliche
n
Beurteilung
en
von
Dr.
Z._
vom 1
8.
Mai 2017
und vom 1
3.
März 2018
(
Urk.
2 S. 5; vgl.
Urk.
14/163
und
14/200
).
Im Beschwerdeverfah
ren berief sie sich überdies auf die Stellungnahme des Kreisarztes
Dr.
A._
vom 1
4.
Juni 2018 (
Urk.
12 S. 8
; vgl. Urk. 13).
5.2
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
5.3
Mit Bezug auf die Ausführungen der Kreisärztin
Dr.
Z._
vom 1
9
.
/20.
Mai 2017 ist festzuhalten, dass diese den Beschwerdeführer nur befragt
e
, aber nicht
persönlich
untersuchte
(
Urk.
14/163 S. 6 f.).
Die
Einschätzung
Dr.
Z._
s
, der Beschwerde
führer
sei zu 100
%
arbeitsfähig, beruht ledig
lich auf einer Einsichtnahme in die medizinischen
Vorakten
(vgl.
Urk.
14/
163
S.
1 ff.)
. Gestützt auf dieselben ging
Dr.
Z._
von in somatischer Hinsicht unveränderten Verhältnissen seit der letzten kreisärztlichen Untersuchung vom 2
0.
Oktober 2016 aus (
Urk.
14/163 S. 7). Damals war der Beschwerdeführer
durch den Suva-Kreisarzt
Dr.
L._
indessen als zu 50
%
arbeit
sunfähig beurteilt worden (Urk.
14/135 S. 7). Die neu anderslautende Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
Dr.
Z._
s,
wonach eine 0%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe,
ist
vor diesem Hintergrund
nicht nachvollziehbar. Si
e wurde auch nicht schlüssig begründet
.
Darüber hinaus wurde
die Einschätzung
Dr.
Z._
s
mit
der Stellung
nahme des
behand
elnden Schulterspezialisten
PD
Dr.
H._
vom 13.
November 2017
in Zweifel gezogen
(Urk.
14/
193
S.
4).
Daran vermag auch nichts zu ändern,
dass
PD
Dr.
H._
die am 29.
März 2017
durch ihn
erhobenen Befunde weder in seinem Bericht vom 3
0.
März 2017
(Urk.
14/
150
)
noch
in seiner Stellungnahme vom 13.
November 2017 (Urk.
14/193 S. 4 f.)
auf
führte
.
Für eine
präzise Diagnosestellung
hatte er damals ausdrücklich
eine Arth
roskopie empfohlen, nachdem er
den
Verdacht auf eine
Bizepssehne
nruptur
mit der klinischen Untersuchung
nicht
hatte
erhärten
können
(Urk.
14/193 S. 4).
5.4
Auch die kreisärztliche Beurteilung
Dr.
A._
s
vom 1
4.
Juni 2018 beruht lediglich auf einem Aktenstudium (
Urk.
13 S. 1 ff.).
Soweit
Dr.
A._
das Auftreten eines
CRPS
generell in Frage stellte
(
Urk.
13 S. 1), ist zu bemerken, dass sich d
ie anam
n
e
stischen Symptome
, namentlich
ein vermehrter Bewegungsschmerz
,
eine bläu
lich livide Verfärbung der Haut und ein Schwitzen (nur) der linken Handinnen
fläche
,
dem Bericht der
D._
entnehmen lassen
(
Urk.
14/26
S.
2)
. Im Zeitpunkt der Unters
uchungen durch
Dr.
J._
am 30.
September und am 1
1.
November 2015 lagen
mit den
erhobenen
Druckdolenzen
und dem beobach
teten asymmetrischen Schwitzen
die geforderten Symptome aus (mindestens) zwei der vier Kategorien
gemäss den sogenannten Budapest-Kriterien
vor
(Urk. 14/26 S. 2 und 14/58 S. 2
f.
; vgl. Urk.
3/8 S. 12).
Ferner vermerkte
Dr.
J._
in seinem Bericht vom 16.
November 2015, durch den
Prednisonstoss
sei es zu einer deutlichen
Beschwerderegredienz
gekommen. Mit abnehmender Dosierung sei dieser Effekt allerdings wieder verschwunden. Da in den höheren Dosierungen unangenehme
Herzpalpitationen
und eine allgemeine Nervosität aufgetreten seien, sei ein Fortführen der
Prednison
behandlung
entsprechend nicht indiziert, allenfalls könne verlaufsabhängig später noch einmal ein Versuch mit tieferen
Prednisondosen
unternommen werden. Das Tragen der Ellenbogenextensions- und
Vorderarm
supinations
quengel
sollte etwas gesteigert werden. Allerdings sei der therapeutische Grad relativ schmal, da durch vermehrte Schmerzen auch das CRPS wieder akzentuiert werden könnte (
Urk.
14/58 S. 3). Die Argumentation, es habe nie ein CRPS vorgelegen, erscheint vor diesem Hintergrund nicht plausibel.
Die am
8.
März 2016 im
C._
erhob
enen Befunde, welche gemäss Dr.
A._
gegen ein bestehendes CRPS sprechen sollen, betrafen nur das linke Handgelenk und den linken Ellenbogen, auf welche die damalige Untersuchung beschränkt war (
Urk.
14/81/S. 4).
Den Bericht
en des Schulterspezialisten
PD
Dr.
H._
und des Handchirurgen
Dr.
J._
, auf welche
Dr.
A._
zur Begründung seiner Beurteilung
ebenfalls verwiesen hat (
Urk.
13 S. 4), lässt sich entnehmen, dass das CRPS am 1
7.
März und am
5.
April 2016
zwar
gebessert, indessen noch nicht vollständig ausgeheilt war
(
Urk.
14/83, 14/85 S. 1 f. und 14/87 S. 2)
.
Der Gehalt der Ausführungen
Dr.
A._
s wird damit erheblich relati
viert.
Es mag zutreffen, dass bei der kreisärztlichen Untersuchung vom
2
0.
Oktober 2016
kein CRPS mehr diagnostiziert wurde. Gleichzeitig wurde aber auch festge
halten, die geklagten Beschwerden seien
medizinisch
(nur) zum Teil erklärbar, und eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Beides wurde von
Dr.
A._
nicht beanstandet, sondern als im damaligen Zeitpunkt folgerichtig bezeichnet (
Urk.
13 S.
4).
Weshalb nunmehr keine Arbeitsunfähigkeit mehr vorliegen soll,
hat
Dr.
A._
ebenfalls
nicht nachvollziehbar begründet
(
Urk.
13 S.
6).
Es bestehen daher nicht nur geringe Zweifel an der Schlüssigkeit
seine
r
Angaben
,
weshalb
nicht
darauf
abgestellt werden
kann (BGE 142 V 58 E. 5.1).
5.5
Ebenso wenig lassen sich der somatische Gesundheitszustand und die damit ein
hergehende Arbeitsunfähigkeit mit den Berichten
von PD Dr.
H._
vom 30.
März 2017 (
Urk.
14/150)
und
von Dr.
J._
vom
7.
April 2017 (
Urk.
14/151 S. 2 ff.) beurteilen, ungeachtet der Erfahrungstatsache, dass
behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei
fels
fällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE
125
V
351 E. 3b/cc).
Der
Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung des Letztgenannten
, wonach eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe,
mangelt es
ebenfalls
an einer nachvoll
ziehbaren und schlüssigen Begründung (vgl.
Urk.
14/151 S. 3).
Eine solche wurde mit der Stellungnahme
von PD Dr.
H._
vom 13. November 2017
auch
nicht nachgeliefert (
Urk.
14/193 S. 4 f.),
5.6
Hinsichtlich der Beurteilung des RAD-Arztes
R._
vom 1
3.
März 2018 fällt auf, dass dieser unter den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit kein CRPS aufführte (
Urk.
3/8 S. 9 f.), seinen Ausführungen zufolge gleichwohl ein solches diagnostizierte und demselben offenbar auch eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zumass (
Urk.
3/8 S. 10 f.).
Seine Angaben erscheinen daher bereits in sich widersprüchlich.
Der Suva Kreisarzt
Dr.
A._
erkannte darüber hinaus zutreffend
, dass – entgegen der Annahme
Dr.
R._
s (vgl.
Urk.
3/8 S. 10) – in den Berichten des Behand
lers
Dr.
J._
vom
7.
April 2017 (
Urk.
14/151 S. 2 ff.) und des
M._
vom
9.
März 2017 (
Urk.
14/152) kein aktives CRPS beschrieben (oder diagnostiziert)
worden war
(
Urk.
13 S. 5). Insofern stehen die Ausführungen
Dr.
R._
s
auch
zu den
Vorakten
im Widerspruch.
Auf die Beurteilung
Dr.
R._
s kann daher ebenfalls nicht abgestellt werden.
5.7
Der
massgebende medizinische Sachverhalt
betreffend den
somatischen Gesund
heitszustand und
die damit einhergehende
Arbeits
un
fähigkeit
lässt sich mit den vorhandenen medizinischen Unterlagen folglich nicht beurteilen
. Vielmehr drän
gen sich
weitere
Abklärungen auf.
Der angefochtene Entscheid ist somit aufzuheben und die Sache ist zur Durch
führung
einer externen Begutachtung
und zu neuer Entscheidung an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen (§ 26 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht;
GSVGer
).
Bei diesem Ausgang erweist sich auch der medizinische Sachverhalt für die Beurteilung des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung als nicht spruchreif. Eine Ausdehnung des Verfahrens auf
diesen strittigen Punkt ist somit nicht mög
lich.
Auf die
Beschwerde
ist folglich nicht einzutreten, soweit sie
auf die Zuspre
chung einer Integritätsentschädigung abzielt
.
6.
6.1
Die Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfaller
eignis und allfälligen psychischen Beschwerden wurden im angefochtenen
Ein
s
pracheentscheid
mit einem Verweis auf die Akten und die bundesgerichtliche Rechtsprechung (Urk. 2 S. 8)
un
zureichend begründet
(vgl. auch
Urk.
1 S. 8 f.)
.
D
amit wurde die
aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (
Art.
29
Abs.
2 B
undesverfassung; BV) fliessende
Begründungspflicht
verletzt.
6.2
Ein derartiger Mangel kann geheilt werden
, wenn die betroffene Person die Mög
lichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die über volle Kog
nition bezüglich der Tat- und Rechtsfragen verfügt. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer schwer
wiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Rückwei
sung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse des Versicherten an einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren sind (BGE 137
I
195 E. 2.3.2; vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts 8C_714/2016 vom 1
6.
Dezember 2016 E. 5.3 mit Hinweisen).
6.3
Da die Sache
– wie gezeigt –
ohnehin für medizinische
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, ist
ungeachtet der Schwere des Mangels
auf eine Heilung zu verzichten
und die detaillierte Adäquanzprüfung
(vorerst)
der Beschwerdegegnerin zu überlassen
.
Dennoch ist bereits heute zu bemerken, dass die von der Beschwerdegegnerin angeführte Kasuistik, in welchen Fällen recht
sprechungsgemäss von einem mittelschweren Unfall auszugehen sei
, keine Motorradunfälle thematisierte
(vgl. die Urteile des Bundesgerichts 8C_241/2012 vom
3.
August 2012 E. 4.3 und 8C_396/2012 vom 6. November 2012 E. 5.2.2,
je mit Hinweisen;
Urk.
2 S. 8)
.
Insassen von Personenwagen werden durch Rück
haltesysteme (Sicherheitsgurten, Airbag) geschützt, wogegen sich ein Motorrad
fahrer im freien Raum befindet, sodass der augenfällige Geschehensablauf
(mit den sich dabei entwickelnden Kräften)
nicht ohne Weiteres verglichen werden kann.
Es ist daher insbesondere die Rechtsprechung beachtlich, welche Unfälle
behandelt
, bei denen ein M
otorrad involviert war (vgl. das
Urteil des Bundesge
richts 8C_621/2011 vom 3
1.
Januar 2012 E. 3.4.3 mit zahlreichen Hinweisen
; vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts 8C_430/2016 vom 3
1.
Oktober 2016 E. 7.4 mit Hinweisen
).
Die
Beschwerdegegnerin
wird sich
zu vergewissern haben
, ob die vorhandenen Akten, namentlich der Polizeibericht
(
Urk.
14/51) und die Unfall
schilderung des Beschwerdeführers (
Urk.
14/13)
, eine Beurteilung des (objektiv erfassbaren) Unfa
llereignisses erlauben oder ob ergänzende Abklärungen not
wendig sind.
7.
Aus dem Gesagten folgt
, dass
die Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist, in dem Sinne gutzuheissen ist, dass
der angefochtene
Einspracheentscheid
aufzuhe
ben und die Sache an die Beschw
e
rdegegnerin zurückzuweisen ist, damit sie die erforderlichen Abklärungen vornehme und hernach über den Rentenanspruch des
Besch
w
e
rdeführers neu verfüge
.
8.
Gemäss
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeut
ung der Streitsache, der Schwie
rigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34 Abs. 3
GSVGer
).
Dem Ausgang des Beschwerdeverfahrens entsprechend hat
der Beschwerdeführer
Anspruch auf eine Parteientschädigung, wobei unter Berücksichtigung der erwähnten Kriterien ein Betrag von
Fr.
2
'
300
.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) als angemessen erscheint.