Decision ID: 6a4a0f5d-21ba-4c01-b83f-b3de156a5ae3
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 11. Dezember 2018 beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum St. Gallen (nachfolgend: RAV) zur Arbeitsvermittlung an
und stellte bei der Kantonalen Arbeitslosenkasse (nachfolgend: Kasse) Antrag auf
Arbeitslosenentschädigung ab 1. Januar 2019 (act. G3.1/119 und G3.1/115). Sie war
vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2018 beim Restaurant B._ als Küchen- und
Servicemitarbeiterin angestellt gewesen (vgl. act. G3.1/110 und G3.1/114 f.). Gemäss
den Angaben der Arbeitgeberin war die Kündigung per 31. Dezember 2018 aus
wirtschaftlichen Gründen erfolgt (act. G3.1/111). Die Kasse bestätigte der Versicherten
am 18. Januar 2019 ihren Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung und richtete ihr ab
Januar 2019 Taggelder aus (vgl. act. G3.1/95 und G3.1/104).
A.a.
Mit Verfügung vom 21. Februar 2020 teilte die Kasse der Versicherten mit, die ab
1. Januar 2019 kontrollierten Ausfalltage könnten nicht entschädigt werden. Sie habe
die zu viel bezogenen Taggeldleistungen im Betrag von Fr. 22'321.15 (netto) der Kasse
zurückzuzahlen. Zur Begründung führte die Kasse aus, am 3. Februar 2020 sei bei
B._ eine Kontrolle durch das Amt für Wirtschaft und Arbeit (Arbeitsinspektorat)
bezüglich Einhaltung der Lohn- und Arbeitsbedingungen erfolgt. Bei dieser Kontrolle
sei die Versicherte am Arbeitsplatz im B._ befragt worden. Sie habe angegeben, dass
sie bereits seit zwei bis drei Jahren in diesem Betrieb im Umfang von 100 % tätig sei.
Die Kasse müsse deshalb davon ausgehen, dass die Versicherte nie arbeitslos
geworden sei und seit dem 1. Januar 2019 weiterhin im B._ gearbeitet habe. Der
A.b.
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Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung müsse daher abgelehnt und die im Zeitraum
vom 1. Januar 2019 bis 31. Januar 2020 erbrachten Leistungen müssten
zurückgefordert werden (act. G3.1/34).
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 17. März 2020 Einsprache. Sie
machte geltend, sie habe im Jahr 2019 nicht im B._ gearbeitet. Sie sei wirklich das
ganze Jahr auf Arbeitssuche gewesen. Anlässlich der Kontrolle vom 3. Februar 2020
habe der Beamte sie wahrscheinlich wegen ihrer schlechten Deutschkenntnisse falsch
verstanden. Sie habe sagen wollen, dass sie das zweite Mal im gleichen Betrieb mit
neuem Chef arbeite, nicht, dass sie seit zwei Jahren hier sei. Im Januar 2020 habe sie
ein paar Tage gratis geschnuppert in der Hoffnung, dass sie die Stelle bekomme. Sie
habe dann auch ab dem 1. Februar 2020 einen Arbeitsvertrag für eine Festanstellung
bekommen (act. G3.1/23). Am 26. Juni 2020 und 15. Juli 2020 ergänzte die Versicherte,
nun vertreten durch die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG, ihre Einsprache
(act. G3.1/10 und G3.1/5).
A.c.
Mit Entscheid vom 10. August 2020 wies die Kasse die Einsprache ab. Am
20. Dezember 2019 habe die RAV-Beraterin die Versicherte in einem Shirt von B._
gesehen. Sie habe daher an diesem Tag bei B._ angerufen und die Stimme der
Versicherten erkannt. Das Arbeitsinspektorat habe am 17. und 20. Januar 2020 einen
Augenschein im B._ genommen. Die Versicherte habe an jenen Tagen im Service
gearbeitet. Anlässlich der Kontrolle im B._ vom 3. Februar 2020 habe die Versicherte
auf dem Formular "Kontrolle der Lohn- und Arbeitsbedingungen" angegeben, sie sei
seit zwei bis drei Jahren in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis in diesem Betrieb im
Umfang von 100 % tätig. Aufgrund der unterschriftlich bestätigten Aussagen der
Versicherten gegenüber dem Arbeitsmarktinspektor scheine erstellt, dass die
Versicherte seit dem 1. Januar 2019 weiterhin im B._ gearbeitet habe. Dass es
Anfang 2020 zu einer Betriebsübergabe gekommen sein solle und es sich bei dem
Shirt, in welchem sie im Dezember 2019 gesehen worden sei, um ein altes Shirt der
vormaligen Betriebsinhaberin gehandelt haben solle, ändere nichts an der Tatsache,
dass die Versicherte den Kon-trolleuren gegenüber bestätigt habe, seit zwei bis drei
Jahren im B._ zu arbeiten. Daran ändere auch nichts, dass die Versicherte bestreite,
im Dezember einen Anruf im B._ entgegengenommen zu haben. Im Einstufungstest
Deutsch habe die Versicherte beim Sprechen die Stufe B2 erreicht. Die Behauptung
A.d.
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B.
eines sprachlichen Missverständnisses sei daher nicht glaubwürdig. Einen
Schnuppereinsatz habe die Versicherte dem RAV nicht gemeldet. Auf dem Formular
"Angaben der versicherten Person" vom 22. Januar 2020 habe sie unterschriftlich
bestätigt, nicht gearbeitet zu haben. Auf dem Formular "Nachweis der persönlichen
Arbeitsbemühungen" vom 3. Februar 2020 habe die Versicherte angegeben, die
Bewerbung im B._ sei noch offen, obschon sie am 1. Februar 2020 einen
Arbeitsvertrag geschlossen haben wolle. Die Versicherte habe somit zweifellos ihre
Arbeit im B._ verschwiegen. Ihre Aussagen seien nicht glaubwürdig (act. G3.1/4).
Gegen diesen Einspracheentscheid erhebt A._, nun vertreten durch
Rechtsanwältin Silvana Ebneter, am 14. September 2020 Beschwerde. Sie beantragt,
der Einspracheentscheid vom 10. August 2020 sei aufzuheben und ihr seien die
gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge
zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung führt sie
im Wesentlichen aus, sie habe im Januar 2020 an mehreren Tagen im B._
schnuppern dürfen und sei per 1. Februar 2020 eingestellt worden. Sie habe Ende
Januar/Anfang Februar 2020 mehrmals erfolglos versucht, mit ihrer RAV-Beraterin
Kontakt aufzunehmen, um sie über die neuesten Entwicklungen zu informieren. Die
Information habe schliesslich persönlich am RAV-Schalter mitgeteilt werden können.
Die Rückforderungsverfügung basiere im Wesentlichen auf den Feststellungen der
RAV-Beraterin, welche die Beschwerdeführerin am 20. Dezember 2019 um ca. 10:00
Uhr in einem Shirt von B._ an der Bushaltestelle C._ in St. Gallen gesehen haben
wolle, wie sie mit dem Bus Z._ in Richtung Y._ gefahren sei. Aufgrund dieser
"Sichtung" wolle sie gleichentags um ca. 13:00 Uhr im B._ angerufen und die Stimme
der Beschwerdeführerin erkannt haben. Die Beschwerdeführerin bestreite vehement,
zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 31. Dezember 2019 für B._ gearbeitet zu
haben. Die Haltestelle C._ im Zusammenhang mit der Buslinie Z._ eigne sich nicht
als Arbeitsweg. Die Beschwerdeführerin bestreite daher, dass sie – sofern es sich bei
der gesichteten Person überhaupt um sie gehandelt habe – auf dem Weg zur Arbeit
gewesen sei. Ende Dezember 2019 seien die Temperaturen in St. Gallen winterlich kalt
gewesen. Es erstaune daher sehr, dass die RAV-Beraterin den Schriftzug "B._"
gesehen haben wolle, da dieser durch das Tragen einer Jacke zumindest
B.a.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 5/19
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grossmehrheitlich verdeckt worden wäre. Insgesamt würden die Feststellungen der
RAV-Beraterin sehr vage und unspezifisch erscheinen. Der Telefonanruf sei von einer
anderen Frau, höchstwahrscheinlich von der Schwester der Beschwerdeführerin,
D._, entgegengenommen worden. Diese habe vom 1. Februar 2018 bis
31. Dezember 2019 im B._ gearbeitet. Ihr Arbeitsverhältnis sei ebenfalls wegen der
schlechten Wirtschaftslage aufgelöst worden. Die Schnuppereinsätze im Januar 2020
seien unentgeltlich erfolgt. Die Beschwerdeführerin habe diese mangels
Lohnzahlungspflicht nicht als Arbeit angesehen und deshalb auf dem Formular
"Angaben der versicherten Person" vom 22. Januar 2020 nicht angegeben. Sie habe
die Frage "Beginn der Anstellung" auf dem Formular "Kontrolle der Einhaltung der
Lohn- und Arbeitsbedingungen" falsch verstanden. Sie habe tatsächlich vor zwei bis
drei Jahren im betreffenden Restaurant begonnen zu arbeiten. Aus ihrer Sicht sei das
korrekt gewesen. Das Missverständnis sei auf ihre beschränkten Deutschkenntnisse
zurückzuführen. Gemäss Deutsch-Einstufungstest habe sie im Hören und Schreiben
nur die Bewertung B1 und im Lesen gar nur A2 erreicht. Angesichts dessen, dass
E._, der das Formular "Kontrolle der Einhaltung der Lohn- und Arbeitsbedingungen"
für die Arbeitgeberin unterzeichnet habe, das B._ erst seit Januar 2020 führe, könne
der Beginn der Anstellung ja auch gar nicht bereits zwei bis drei Jahre zurückliegen.
Die Angaben auf dem Formular "Kontrolle der Einhaltung der Lohn- und
Arbeitsbedingungen" seien nicht beweistauglich, um die seitens der
Beschwerdeführerin deklarierte Arbeitslosigkeit zu bezweifeln und die geleisteten
Arbeitslosenleistungen zurückzufordern (act. G1).
Mit Beschwerdeantwort vom 16. Oktober 2020 beantragt die Beschwerdegegnerin
unter Verweis auf den Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde (act. G3).
B.b.
Am 29. Oktober 2020 reicht die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin eine
Honorarnote über Fr. 2'628.50 ein (act. G6).
B.c.
Das Gericht zieht mit Schreiben vom 8. Juli 2021 (act. G8, G9 und G10) die Akten
des RAV, des Arbeitsinspektorats sowie der Suva bei (act. G11, G12 sowie G13). Die
Parteien verzichten darauf, diese einzusehen (vgl. act. G14).
B.d.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Die versicherte Person hat Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, wenn sie
ganz oder teilweise arbeitslos ist, einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat, in der
Schweiz wohnt, die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und weder das Rentenalter
der AHV erreicht hat noch eine Altersrente der AHV bezieht, die Beitragszeit erfüllt hat
oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist, vermittlungsfähig ist und die
Kontrollvorschriften erfüllt (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]). Als ganz
arbeitslos gilt, wer in keinem Arbeitsverhältnis steht und eine Vollzeitbeschäftigung
sucht. Als teilweise arbeitslos gilt, wer in keinem Arbeitsverhältnis steht und lediglich
eine Teilzeitbeschäftigung sucht oder eine Teilzeitbeschäftigung hat und eine Vollzeit-
oder eine weitere Teilzeitbeschäftigung sucht (Art. 10 Abs. 1 und 2 AVIG).
1.1.
Nach Art. 95 Abs. 1 AVIG in Verbindung mit Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) sind
unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuerstatten. Eine Leistung in der
Sozialversicherung ist nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur
zurückzuerstatten, wenn in verfahrensrechtlicher Hinsicht entweder die für die
(prozessuale) Revision oder die für die Wiedererwägung erforderlichen
Voraussetzungen erfüllt sind (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Bern/St. Gallen/
Zürich 2020, Art. 25 N 13 mit Hinweisen). Gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell
rechtskräftige Verfügungen und Einspracheentscheide in Revision gezogen werden,
wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass
erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung
zuvor nicht möglich war. Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger
wiedererwägungsweise auf formell rechtskräftige Verfügungen zurückkommen, wenn
diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung
ist.
1.2.
Den formell rechtskräftigen Verfügungen gleichgestellt sind auch die im formlosen
Verfahren ergangenen Entscheide, soweit sie eine mit dem Ablauf der Beschwerdefrist
bei formellen Verfügungen vergleichbare Rechtsbeständigkeit erreicht haben. Taggeld
abrechnungen der Arbeitslosenversicherung, die nicht in die Form einer formellen Ver
fügung gekleidet werden, weisen materiell Verfügungscharakter auf (Urteil des
Bundesgerichts vom 14. Juli 2003, C 7/02, E. 3.1; BGE 125 V 475 E. 1 mit Hinweis).
Sind formell oder formlos zugesprochene Leistungen noch nicht rechtskräftig
1.3.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 7/19
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2.
geworden, kann die Verwaltung innert der Rechtsmittelfrist (30 Tage) darauf
zurückkommen, ohne dass – wie dies im Falle des Zurückkommens auf rechtskräftige
Verfügungen der Fall ist – die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung oder Revision
erfüllt sein müssen. Die Frist von 30 Tagen läuft ab Erlass der zu berichtigenden
Verfügung oder ab Leistungsausrichtung (vgl. Kreisschreiben des Seco über
Rückforderung, Verrechnung, Erlass und Inkasso [AVIG-Praxis RVEI], Januar 2020,
Rz A3). Zu einem späteren Zeitpunkt bedarf demnach das Zurückkommen auf eine
faktische Verfügung, z.B. auf eine Taggeldabrechnung, eines Rückkommenstitels in
Form einer Wiedererwägung oder einer prozessualen Revision (Urteil C 7/02 E. 3.1;
BGE 129 V 110 E. 1.2.1).
Im Sozialversicherungsrecht gelten der Grundsatz der freien Beweiswürdigung und
der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Dieser Beweisgrad gilt
grundsätzlich auch im Arbeitslosenversicherungsrecht, namentlich für den Bestand
eines Arbeitsverhältnisses (vgl. Kieser, a.a.O., Art. 43 N 52 f. und N 61; BGE 144 V 427
E. 3.3). Nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist ein
bestimmter Sachverhalt nicht bereits dann bewiesen, wenn er bloss möglich ist;
hingegen genügt es, wenn das Gericht aufgrund der Würdigung aller relevanten
Sachumstände zur Überzeugung gelangt ist, dass er der wahrscheinlichste aller
möglichen Geschehensabläufe ist (Urteil des Bundesgerichts vom 20. Oktober 2009,
9C_717/2009, E. 3.3 mit Hinweisen; Kieser, a.a.O., Art. 43 N 59).
1.4.
Sogenannte Aussagen der ersten Stunde können unbefangener und zuverlässiger
sein als spätere Schilderungen, die bewusst oder unbewusst von Überlegungen
versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 143 V 168
E. 5.2.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 15. April 2021, 8C_86/2021,
E. 5.1), sodass ihnen im Rahmen der freien Beweiswürdigung erhebliches Gewicht
zukommen kann. Auf die Erhebung von Beweisen kann verzichtet werden, wenn
zweifelsfrei davon ausgegangen werden kann, dass diese zur Erhellung eines
Sachverhalts nichts beizutragen vermöchten (Kieser, a.a.O., Art. 43 N 67).
1.5.
Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf ihre Taggeldabrechnungen
für die Monate Januar bis Juli 2019 sowie Dezember 2019 und Januar 2020
zurückgekommen ist und die bereits ausbezahlte Arbeitslosenentschädigung
zurückgefordert hat. Im Zeitpunkt der Rückforderungsverfügung vom 21. Februar 2020
waren mit Ausnahme der Taggeldabrechnung vom 29. Januar 2020 für den Monat
Januar 2020 sämtliche Taggeldabrechnungen bereits in Rechtskraft erwachsen,
2.1.
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sodass für ein Zurückkommen auf diese übrigen Taggeldabrechnungen die
Voraussetzungen der Revision oder Wiedererwägung erfüllt sein müssen.
Gemäss den Akten der Beschwerdegegnerin wies die Beschwerdeführerin nach
ihrer Anmeldung zum Leistungsbezug eine Kündigung ihrer Arbeitgeberin per
31. Dezember 2018 vor, in welcher wirtschaftliche Gründe für die Beendigung des
Arbeitsverhältnisses genannt wurden (act. G3.1/111). Daher ging die
Beschwerdegegnerin davon aus, die Beschwerdeführerin habe ihre Stelle per Ende
2018 verloren und suche ab Januar 2019 eine neue Arbeit. Diese Annahme wurde unter
anderem durch die Arbeitgeberbescheinigung vom 17. Dezember 2018 (act. G3.1/114)
und dadurch bestärkt, dass die Beschwerdeführerin auf den entsprechenden
Formularen angab, arbeitslos zu sein. Zudem gab sie ab Dezember 2018 an, sich bei
verschiedenen Gastronomiebetrieben beworben zu haben (vgl. beispielhaft
act. G3.1/115, G3.1/102, G12.1/A9 und G12.1/A14). Gestützt auf diese Aktenlage
erschien eine Arbeitslosigkeit der Beschwerdeführerin zu jenem Zeitpunkt überwiegend
wahrscheinlich, sodass die Beschwerdegegnerin die Anspruchsvoraussetzungen
bejahte (Mitteilung vom 18. Januar 2019, act. G3.1/104) und der Beschwerdeführerin
ab dem 1. Januar 2019 Arbeitslosenentschädigung ausrichtete (act. G3.1/95).
2.2.
Mit E-Mail vom 6. Februar 2020 (act. G3.1/40) übermittelte das Arbeitsinspektorat
der Beschwerdegegnerin das Formular "Kontrolle der Einhaltung der Lohn- und
Arbeitsbedingungen" vom 3. Februar 2020. Auf diesem Formular wurde als Beginn der
Anstellung "2 - 3 Jahre" ausgefüllt. Zudem wurde die Frage, ob die Beschwerdeführerin
Leistungen der Arbeitslosenversicherung beziehe, verneint und das Feld "Zuständige
Arbeitslosenkasse" offengelassen. Die Beschwerdeführerin hat dieses Formular
eigenhändig unterschrieben. Mit ihrer Unterschrift bestätigte sie, dass sie dem
Arbeitsinspektor sämtliche Fragen wahrheitsgetreu beantwortet habe (vgl.
act. G3.1/41). Diese neuen Informationen standen mit den bisherigen Angaben der
Beschwerdeführerin gegenüber der Arbeitslosenkasse in diametralem Widerspruch. Sie
stellen eine erhebliche neue Tatsache dar, weshalb das Vorliegen eines
Revisionsgrundes zu bejahen ist.
2.3.
Gestützt darauf nahm die Beschwerdegegnerin neu an, dass die
Beschwerdeführerin zwischen dem 1. Januar 2019 und der Kontrolle des
Arbeitsinspektorats am 3. Februar 2020 durchgehend im B._ weitergearbeitet hatte.
Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, sie sei zwischen dem 1. Januar
2019 und dem 31. Januar 2020 tatsächlich arbeitslos gewesen und bringt
Verschiedenes vor, um diese Sachverhaltsdarstellung zu untermauern.
2.4.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 9/19
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3.
Die Beschwerdeführerin macht zu ihren Angaben zunächst geltend, den Arbeits
inspektor im Formular "Kontrolle der Einhaltung der Lohn- und Arbeitsbedingungen"
aufgrund ihrer mangelhaften Deutschkenntnisse missverstanden zu haben. Aus ihrer
Sicht sei korrekt gewesen, dass sie vor zwei bis drei Jahren im B._ zu arbeiten
begonnen habe. Die diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdeführerin sind
wenig überzeugend. Die Beschwerdeführerin lebt seit August 201_ in der Schweiz
(act. G3.1/108). Ihre Deutschkenntnisse sind gemäss dem Formular "Anmeldung zur
Arbeitsvermittlung" vom 20. Dezember 2018 mündlich und schriftlich gut
(act. G3.1/109). Der Einstufungstest ergab ein Sprachniveau von B2 fürs Sprechen und
B1 fürs Hören, sodass ein mündliches Missverständnis wenig wahrscheinlich erscheint.
Auch im Schreiben (B1) und Lesen (A2.2) verfügt die Beschwerdeführerin über
hinreichende Sprachkenntnisse. Ihre Sprachkenntnisse wurden im RAV-Kontext denn
auch gestützt auf den Einstufungstest weiterhin als "gut" eingeordnet (act. G3.1/16).
Das Deutsch der Beschwerdeführerin war dementsprechend ohne Weiteres
ausreichend, um die Frage nach dem Beginn ihrer Anstellung richtig verstehen und
beantworten zu können.
3.1.
Ausserdem hat die Beschwerdeführerin nicht nur geäussert und unterschrieben,
die Anstellung habe vor zwei bis drei Jahren begonnen. Sie bestätigte im Formular
"Kontrolle der Einhaltung der Lohn- und Arbeitsbedingungen" vom 3. Februar 2020
auch unterschriftlich, keine Leistungen der Arbeitslosenversicherung zu beziehen, und
gab keine zuständige Arbeitslosenkasse an (vgl. act. G3.1/41). Den vom Gericht
beigezogenen Akten des Arbeitsinspektorats (act. G13) lassen sich weitere
Anhaltspunkte entnehmen, die Zweifel an den Ausführungen der Beschwerdeführerin
aufkommen lassen. Gemäss dem Protokolleintrag des Arbeitsinspektors vom
3. Februar 2020 bestätigte die Beschwerdeführerin im Gespräch mit ihm ausdrücklich,
alle Fragen verstanden und wahrheitsgetreue Angaben gemacht zu haben. Er habe sie
nach der Unterzeichnung des Formulars darauf angesprochen, dass sie Leistungen der
Arbeitslosenkasse erhalte, was sie abgestritten habe (act. G13.1).
3.2.
Zu jenem Zeitpunkt hatte die Beschwerdeführerin sich zudem nachweislich noch
nicht bei der Beschwerdegegnerin oder beim RAV abgemeldet und wusste, dass diese
damals noch von einem Restanspruch bis voraussichtlich 20. Februar 2020 ausgingen
(vgl. in den vom Gericht hinzugezogenen RAV-Akten act. G12.1/A64, Verlaufsprotokoll
über das Beratungsgespräch vom 16. Dezember 2019).
3.3.
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Die Beschwerdeführerin erwähnte weder gegenüber dem Arbeitsinspektor noch
auf dem Formular "Kontrolle der Einhaltung der Lohn- und Arbeitsbedingungen", dass
sie bis vor kurzem arbeitslos gewesen sei bzw. gerade erst wieder die Arbeit
aufgenommen habe. Angesichts dessen, dass sie gemäss ihren späteren Angaben erst
zwei Tage vor der Kontrolle des Arbeitsinspektorats nach mehr als einem Jahr
Arbeitslosigkeit den Arbeitsvertrag unterschrieben und die Stelle angetreten haben will,
ist nicht nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin dies im Gespräch mit dem
Arbeitsinspektor nicht für erwähnenswert hielt. Dass sie gemäss den Angaben des
Arbeitsinspektors gar ausdrücklich abgestritten habe, Leistungen der
Arbeitslosenversicherung zu beziehen, weist vielmehr auf eine bewusste
Falschaussage hin.
3.4.
Hinzu tritt, dass auch ihr Vorgesetzter das Formular "Kontrolle der Einhaltung der
Lohn- und Arbeitsbedingungen" unterschrieben hat. Zwar macht die
Beschwerdeführerin geltend, ihr Vorgesetzter beherrsche die deutsche Sprache nicht
und habe nicht verstanden, was er unterschrieben habe. Dass er den Vermerk "seit
01.01.2020" neben seiner Unterschrift hat anbringen lassen und damit gemäss der
Beschwerdeführerin (vgl. ihre Ausführungen in der Beschwerde, act. G1) hat zum
Ausdruck bringen wollen, dass er das B._ erst seit Januar 2020 führe, ist jedoch als
Hinweis darauf zu werten, dass er den Inhalt des Formulars verstanden hat. Andernfalls
hätte er dieses nicht unterschreiben dürfen, zumal ihm dessen Tragweite angesichts
der Anwesenheit des Arbeitsinspektors bewusst sein musste.
3.5.
Soweit ihr Vorgesetzter mit Schreiben vom 11. Februar 2020 (act. G3.1/35)
unterschriftlich angab, er betreibe das B._ seit 1. Januar 2020, die
Beschwerdeführerin habe im Januar 2020 ein paar Tage ohne Entgelt bei ihm
geschnuppert und sei vorher, soweit ihm bekannt sei, arbeitslos gewesen (vgl. zur
Übernahme des B._ durch einen neuen Pächter auch act. G1.11 f.), kann die
Beschwerdeführerin daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Denn diese Angaben
widersprechen dem Inhalt des Formulars "Kontrolle der Einhaltung der Lohn- und
Arbeitsbedingungen". Einem amtlichen Formular, das in Anwesenheit des
Arbeitsinspektors ausgefüllt und unterschrieben wurde und sogenannte Aussagen der
ersten Stunde enthält, kommt ein höheres Gewicht zu als späteren Erklärungen, die mit
Blick auf arbeits- und versicherungsrechtliche Folgen verfasst wurden (vgl. hierzu E. 1.5
vorstehend). Würde der Vorgesetzte der Beschwerdeführerin im Übrigen so schlecht
Deutsch verstehen, wie diese vorbringt, hätte sein Schreiben vom 11. Februar 2020
ohnehin keinen Beweiswert, da in diesem Fall nicht sichergestellt wäre, dass er dessen
Inhalt verstanden hätte. Das Arbeitsinspektorat hatte den Vorgesetzten der
3.6.
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4.
Beschwerdeführerin aufgefordert, im Zusammenhang mit dem Bundesgesetz gegen
die Schwarzarbeit (BGSA; SR 822.41) weitere Unterlagen einzureichen. Aus diesen
wären allenfalls auch Informationen zum Bestehen oder Nichtbestehen eines
Arbeitsverhältnisses zwischen der Beschwerdeführerin und dem B._
hervorgegangen. Beispielsweise wäre eine Anstellung der Beschwerdeführerin beim
B._ im Jahr 2019 oder auch nur im Januar 2020 zumindest dann unwahrscheinlich
gewesen, wenn der Service durch den Einsatz anderer Mitarbeitenden des B._
vollständig abgedeckt gewesen wäre. Der Vorgesetzte reichte indes die angeforderten
Unterlagen nicht ein, sodass eine Strafanzeige gegen ihn erfolgte (act. G13). Insgesamt
erscheinen seine nachträglich erfolgten Angaben damit nicht verlässlich.
Die Beschwerdeführerin gibt an, seit dem 1. Februar 2020 (wieder) im B._ zu
arbeiten. Am 7. Februar 2020 warf sie einen auf den 1. Februar 2020 datierten
Arbeitsvertrag in den Briefkasten des Amts für Wirtschaft und Arbeit St. Gallen
(nachfolgend: AWA) und am 10. Februar 2020 informierte sie ihre RAV-
Personalberaterin telefonisch über die Anstellung (act. G12.1/A64 f.). Zwar bringt die
Beschwerdeführerin vor, sie habe bereits früher (Ende Januar/Anfang Februar 2020)
versucht, ihre Personalberaterin über ihre Festanstellung beim B._ ab 1. Februar
2020 zu orientieren (vgl. act. G1). Sie belegt das jedoch nicht und in den Akten finden
sich keine Hinweise, welche diese Sachverhaltsdarstellung stützten.
4.1.
Auffällig ist, dass die Beschwerdeführerin betreffend Februar 2020 auch bereits vor
der Kontrolle durch das Arbeitsinspektorat vom 3. Februar 2020 gegenüber dem RAV
falsche Angaben machte. Auf dem Formular "Nachweis der persönlichen
Arbeitsbemühungen" für den Monat Januar 2020, welches sie auf den 3. Februar 2020
datierte und am 5. Februar 2020 in den Briefkasten des AWA warf, gab die
Beschwerdeführerin an, sie habe sich am 31. Januar 2020 persönlich beim B._
beworben und das Ergebnis dieser Bewerbung sei noch offen (act. G3.1/15). Da der
nachträglich eingereichte Arbeitsvertrag vom 1. Februar 2020 datiert, konnte die
Bewerbung bei B._ am 3. Februar 2020 nicht mehr offen sein oder aber der
Arbeitsvertrag wurde erst nach dem 5. Februar 2020 erstellt und dabei auf den
1. Februar 2020 rückdatiert. Dieser Widerspruch lässt sich nicht auflösen.
4.2.
Bei der Durchsicht der Arbeitsbemühungen fällt sodann auf, dass die
Beschwerdeführerin sich gemäss den Formularen "Nachweis der persönlichen
Arbeitsbemühungen" für die Monate Dezember 2019 (act. G12.1/A58) und Januar 2020
(act. G3.1/15) mit Ausnahme der zuletzt hinzugefügten angeblichen Bewerbung beim
4.3.
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5.
B._ am 31. Januar 2020 nicht mehr auf Stellen in der Gastronomie beworben hat,
sondern ausschliesslich auf Stellen als Verkäuferin und bei Personalvermittlern
(Temporärbüros).
Das Arbeitsinspektorat nahm im Januar 2020 dreimal einen Augenschein im B._
und traf die Beschwerdeführerin jedes Mal dort an. Am 17. Januar 2020 arbeitete sie
über Mittag allein im Service. Der Arbeitsinspektor hatte den Eindruck, dass die
Beschwerdeführerin sich sehr gut auskannte und "nicht erst seit heute hier arbeitet".
Auch am 20. Januar 2020 war die Beschwerdeführerin über Mittag allein im Service
tätig. Am 21. Januar 2020 fand ein Augenschein um ca. 17:15 Uhr statt. Die
Beschwerdeführerin war allein im Lokal hinter der Theke. Sie informierte den
Arbeitsinspektor über den Lieferservice und händigte einen Flyer und eine Visitenkarte
aus (vgl. zum Ganzen act. G13.1).
5.1.
Auf dem Formular "Angaben der versicherten Person" für den Monat Januar 2020
verneinte die Beschwerdeführerin die Frage, ob sie bei einem oder mehreren
Arbeitgebern gearbeitet habe. Zudem hat sie die Frage, ob sie weiterhin arbeitslos sei,
bejaht (act. G13.7). Die Beschwerdeführerin behauptet, im Januar lediglich einige Tage
unentgeltlich im B._ geschnuppert zu haben. Sie habe das nicht als Arbeit
angesehen, weil sie dafür kein Geld erhalten habe und deshalb auch nicht auf dem
Formular "Angaben der versicherten Person" vermerkt (vgl. act. G1 und act. G3.1/10).
Diese Behauptung erscheint aus den folgenden Gründen wenig glaubhaft.
5.2.
Werden Schnuppertage von der Arbeitgeberin verlangt und leistet der
Mitarbeitende vollwertige Arbeit, so ist dies gemäss GastroSuisse mit einer
entsprechenden Lohnzahlung zu vergüten. Die Aufsichtskommission des L-GAV hat
sich in Bezug auf die Lohnfrage darauf verständigt, dass Schnuppereinsätze von
maximal einem Tag ohne Entlöhnung zulässig sind, wenn die Parteien dies explizit vor
dem Arbeitseinsatz – am besten schriftlich – vereinbaren. Das bedeutet allerdings
auch, dass bei einem Schnuppereinsatz von mehr als einem Tag gemäss GastroSuisse
zwingend eine angemessene Entlöhnung geschuldet ist. Ein Schnuppertagsverhältnis
darf gemäss GastroSuisse nicht auf den Austausch von Arbeitsleistung und Bezahlung
ausgerichtet sein. Ziel dieses Tages ist es, dass ein Jobbewerber maximalen Einblick in
seine mögliche Arbeitsumgebung erhält und die Arbeitgeberin sich ein besseres Bild
von ihrem Kandidaten machen kann. Es muss während des Schnuppertages streng
darauf geachtet werden, dass ein Bewerber nicht allein und selbständig betrieblich
notwendige, vollwertige Arbeiten verrichtet (vgl. Kommentar zu Art. 5 L-GAV, https://l-
5.2.1.
https://l-gav.ch/vertrag-aktuell/ii-beginn-und-beendigung-des-vertragsverhaeltnisses/art-5-probezeit
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gav.ch/vertrag-aktuell/ii-beginn-und-beendigung-des-vertragsverhaeltnisses/art-5-
probezeit, abgerufen am 17. Januar 2022 und InfoService GastroSuisse 06/2010, S. 17
f.). Selbst wenn diese Empfehlung von GastroSuisse der Beschwerdeführerin und
ihrem damaligen Vorgesetzten nicht bekannt gewesen wäre, hätte ein allfälliges
Schnuppern der Beschwerdeführerin doch zumindest unter Aufsicht stattfinden
müssen und die Beschwerdeführerin hätte nicht alleine die Verantwortung für den
Service übernehmen dürfen. Denn dies widerspricht der Zielsetzung eines solchen
Einsatzes, zumal der damalige Vorgesetzte die Arbeit der Beschwerdeführerin so gar
nicht überprüfen konnte und die Beschwerdeführerin selbst sich nicht mit den allenfalls
neuen Arbeitsabläufen, wie sie im B._ unter dem neuen Vorgesetzten üblich waren,
hätte bekannt machen können. Offenbar gingen aber sowohl die Beschwerdeführerin
als auch ihr damaliger Vorgesetzter davon aus, dass die Beschwerdeführerin den
Service alleine führen könne. Unter diesem Blickwinkel erscheint es unwahrscheinlich,
dass eine Servicekraft, die ein Jahr lang in einem kleinen Restaurant im Service und in
der Küche gearbeitet hat, für einen neuen Vorgesetzten, der dasselbe Lokal im
Wesentlichen unverändert weiterführt, mehrere unentgeltliche Schnuppertage ohne
Aufsicht absolvieren soll. Da die Beschwerdeführerin vollwertige Arbeit leistete, hätte
sie auch dementsprechend entlöhnt werden müssen.
Das Formular "Angaben der versicherten Person" für den Januar 2020 datierte
die Beschwerdeführerin auf den 22. Januar 2020. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie schon
mindestens drei Tage bei B._ vollwertige Arbeit geleistet, wobei sie jeweils für den
Service bzw. die Theke verantwortlich war. Eine solche Tätigkeit musste die
Beschwerdeführerin als Arbeitstätigkeit erkennen. Selbst wenn sie dafür nicht (voll)
bezahlt worden sein sollte – wobei davon auszugehen ist, dass sie als Servicekraft
zumindest Trinkgelder erhielt –, hätte sie auf dem Formular angeben müssen,
gearbeitet zu haben. Aus der der Beschwerdeführerin ausgehändigten Broschüre (vgl.
act. G12.1/A8) "Was Sie als RAV-Kundin und RAV-Kunde wissen müssen" ergibt sich
überdies klar, dass Schnuppereinsätze meldepflichtig sind (vgl. S. 11 der Broschüre,
online einsehbar unter https://de.readkong.com/page/was-sie-als-rav-kundin-und-rav-
kunde-wissen-mussen-2976444, abgerufen am 17. Januar 2022). Indem die
Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit beim B._ weder auf dem Formular "Angaben der
versicherten Person" offenlegte noch dem RAV vorgängig anzeigte, verletzte sie ihre
Meldepflicht und zeigte ein intransparentes Informationsverhalten.
5.2.2.
Dass sie sich im Betrieb gut ausgekannt habe, erklärte die Beschwerdeführerin
damit, dass sie bis zum 31. Dezember 2018 im selben Lokal gearbeitet habe (vgl.
act. G3.1/10). Auch wenn sie früher schon einmal im B._ gearbeitet hatte, war seit
5.2.3.
https://l-gav.ch/vertrag-aktuell/ii-beginn-und-beendigung-des-vertragsverhaeltnisses/art-5-probezeit https://l-gav.ch/vertrag-aktuell/ii-beginn-und-beendigung-des-vertragsverhaeltnisses/art-5-probezeit https://de.readkong.com/page/was-sie-als-rav-kundin-und-rav-kunde-wissen-mussen-2976444 https://de.readkong.com/page/was-sie-als-rav-kundin-und-rav-kunde-wissen-mussen-2976444
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6.
ihrer Anmeldung bei der Arbeitslosenkasse über ein Jahr vergangen, während dem die
Beschwerdeführerin gemäss ihren eigenen Angaben nicht im B._ und auch nicht
anderweitig im Service gearbeitet haben will. Zudem hatte im Januar 2020 der
Vorgesetzte im B._ gewechselt. Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass die
Beschwerdeführerin sich nach mehr als einem Jahr Abwesenheit anlässlich eines bzw.
weniger Schnuppertage dermassen vertraut mit den Abläufen machen konnte, dass sie
auf den Arbeitsinspektor so routiniert wirkte, als würde sie sich sehr gut auskennen und
schon länger im B._ arbeiten.
Die Beschwerdeführerin macht zwar geltend, sie habe erst nach der
Geschäftsübergabe bei einem neuen Vorgesetzten im B._ schnuppern können. In der
Stellungnahme vom 26. Juni 2020 hatte sie erklärt, beim "T-Shirt", mit welchem sie
angeblich an der Bushaltestelle gesehen worden sei, handle es sich um ein rotes
Poloshirt, welches sie noch von ihrer früheren Arbeitgeberin (damalige Vorgesetzte
B._) gehabt habe. Als Arbeitsbekleidung für die Arbeit unter dem neuen Vorgesetzten
im B._ sei ihr neu ein rotes Hemd in gänzlich anderem Design abgegeben worden.
Dass sie im alten Poloshirt gesehen worden sei, spreche somit gerade gegen die
Behauptung, sie habe bereits vor dem 1. Februar 2020 wieder im B._ gearbeitet
(act. G3.1/10). Auf den Fotos des Arbeitsinspektorats ist jedoch klar ersichtlich, dass
die Beschwerdeführerin anlässlich der Augenscheine im Januar 2020 die "alte"
Arbeitsbekleidung (Poloshirt) trägt, nicht etwa die neue Arbeitsbekleidung (Hemd), die
nach der Geschäftsübergabe eingeführt worden sein soll (vgl. act. G1.19 ff., G13.8 und
G13.8.1 ff.). Dies deutet ebenfalls darauf hin, dass die Beschwerdeführerin bereits seit
längerer Zeit im B._ gearbeitet hat.
5.2.4.
Insgesamt ist nach dem Gesagten nicht glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin im
Januar 2020 lediglich an einigen wenigen Tagen unentgeltlich im B._ geschnuppert
haben soll. Vielmehr hat sie wohl bereits im Januar regulär im B._ gearbeitet. Somit
war sie im Januar 2020 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht arbeitslos und
hatte dementsprechend keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung.
5.3.
Auch für das zurückliegende ganze Jahr 2019 scheint nicht überwiegend
wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin tatsächlich arbeitslos und
vermittlungsbereit war, wie die nachfolgende genauere Prüfung der Aktenlage für
diesen Zeitraum zeigt.
6.1.
Anlass zur Kontrolle durch das Arbeitsinspektorat gab eine Meldung der für die
Beschwerdeführerin zuständigen RAV-Personalberaterin. Diese teilte dem
6.2.
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Arbeitsinspektorat im Januar 2020 mit, sie habe die Beschwerdeführerin am
20. Dezember 2019 um ca. 10:00 Uhr an einer Bushaltestelle bzw. in einem Bus in der
Stadt St. Gallen gesehen. Diese habe ein rotes T-Shirt von B._ getragen. Sie habe
deshalb um etwa 13:00 Uhr im B._ angerufen und die Stimme der
Beschwerdeführerin erkannt, als diese den Anruf entgegengenommen habe (vgl.
act. G13.6).
Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei nicht erstellt, dass die
Personalberaterin überhaupt sie gesehen habe. Selbst wenn sie es gewesen sein sollte,
könne die Personalberaterin nicht gesehen haben, ob sie das Poloshirt von B._
getragen habe, da es Winter gewesen sei und sie deshalb wohl eine Jacke getragen
hätte. Sie besitze ausserdem auch ein rotes Poloshirt ohne Aufdruck (act. G1).
6.3.
Die Personalberaterin kannte die Beschwerdeführerin seit rund einem Jahr. Das
letzte Beratungsgespräch hatte am 16. Dezember 2019, mithin nur wenige Tage vor
dem 20. Dezember 2019, stattgefunden. Die Personalberaterin war sich sicher, die
Beschwerdeführerin gesehen zu haben. Andernfalls hätte sie nicht gleichentags im
B._ angerufen. Wäre sie nicht überzeugt gewesen, die Beschwerdeführerin in
Arbeitskleidung im Bus gesehen und am Telefon ihre Stimme gehört zu haben, hätte
sie keine Meldung an das Arbeitsinspektorat gemacht. Die Beschwerdeführerin befand
sich in einem Bus, als sie von der Personalberaterin gesehen wurde. Der Dezember
2019 war ausserordentlich mild (siehe Klimabulletin Dezember 2019 des Bundesamtes
für Meteorologie und Klimatologie, https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/service-
und-publikationen/publikationen.subpage.html/de/data/publications/2020/1/
klimabulletin-dezember-2019.html, abgerufen am 17. Januar 2022). Daher hätte es
ohne Weiteres so warm sein können, dass die Beschwerdeführerin ihre Jacke hätte
offen tragen oder ablegen können. Es ist daher davon auszugehen, dass die
Personalberaterin das rote Poloshirt mit dem Aufdruck "B._" an der
Beschwerdeführerin gesehen hat.
6.4.
Dass die Beschwerdeführerin das Poloshirt als Freizeitbekleidung trug, ist wenig
glaubhaft, zumal sie anlässlich des Augenscheins des Arbeitsinspektorats rund einen
Monat später in einem solchen Poloshirt bei der Arbeit im B._ angetroffen wurde. Die
Beschwerdeführerin machte in der Stellungnahme vom 15. Juli 2020 unter anderem
geltend, sie habe ihre Schwester regelmässig im B._ besucht, als diese noch dort
gearbeitet habe (vgl. act. G3.1/5). Damit räumt die Beschwerdeführerin ein, dass sie
auch im Jahr 2019 regelmässig im B._ anwesend war. Die Personalberaterin war
davon überzeugt, bei ihrem Anruf vom 20. Dezember 2019 beim B._ die Stimme der
Beschwerdeführerin erkannt zu haben. Auch wenn nicht auszuschliessen ist, dass die
6.5.
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7.
Stimme der Schwester der Beschwerdeführerin ähnlich klingt, erscheint insgesamt
überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin am 20. Dezember 2019 im
B._ gearbeitet hat.
Anlässlich des Beratungsgesprächs vom 16. Dezember 2019 hatte die
Beschwerdeführerin angegeben, keine Stelle gefunden, keine Vorstellungsgespräche
gehabt und auch keinen Zwischenverdienst erzielt zu haben (act. G3.1/8). Auf dem
Formular "Angaben der versicherten Person" für den Monat Dezember 2019 hatte die
Beschwerdeführerin die Frage, ob sie bei einem oder mehreren Arbeitgebern gearbeitet
habe, verneint und die Frage, ob sie weiterhin arbeitslos sei, bejaht (act. G13.5).
Nachdem überwiegend wahrscheinlich ist, dass die Beschwerdeführerin zumindest am
20. Dezember 2019 im B._ gearbeitet hat, erscheinen ihre Angaben in den
Formularen "Angaben der Versicherten Person" wie auch in den Gesprächen mit ihrer
RAV-Personalberaterin nicht als verlässlich.
6.6.
Weitere erhebliche Zweifel am Vorliegen einer Arbeitslosigkeit lassen die folgenden
Begebenheiten aufkommen. Das RAV sah für die Beschwerdeführerin während ihrer
Arbeitslosigkeit einen OKP-Kurs vor, welcher zwölf Wochen gedauert hätte (vgl.
act. G3.1/86). Sie trat den ursprünglich vom 13. Mai bis 2. August 2019 vorgesehenen
OKP-Kurs jedoch nicht an, sondern meldete sich am 10. Mai 2019 unter Vorlage eines
Arztzeugnisses krank (act. G3.1/84 f.). Am 14. Mai 2019 reichte sie erneut ein
Arztzeugnis ein, wonach sie bis zum 17. Mai 2019 weiterhin krank sei (act. G3.1/83).
Am 16. Mai 2019 wurde die Anweisung zum Kursbesuch deshalb aufgehoben
(act. G3.1/82). Mit dem Formular "Angaben der versicherten Person" für den Monat Mai
2019 vom 22. Mai 2019 gab die Beschwerdeführerin an, sie sei vom 9. bis 17. Mai
2019 krank gewesen (act. G3.1/81). Die von der Beschwerdeführerin behauptete
Arbeitslosigkeit lässt sich daher für den Zeitraum von Mai bis August 2019 nicht durch
den Besuch des OKP-Kurses nachweisen. Hätte die Beschwerdeführerin an diesem
dreimonatigen Kurs teilgenommen, hätte sich zudem die Plausibilität einer
durchgehenden Arbeitstätigkeit erheblich verringert.
7.1.
Das RAV wies der Beschwerdeführerin am 18. April 2019 ein Stellenangebot zu
(act. G12.1/A23). Die Beschwerdeführerin gab an, sie habe sich beworben, legte aber
keine Unterlagen vor, welche dies ausgewiesen hätten (vgl. act. G12.1/A33). Ob sie
sich auf diese Stelle beworben hatte, konnte nicht abschliessend festgestellt werden
(vgl. act. G12.1/A32). Jedenfalls lässt sich die von ihr angegebene Arbeitslosigkeit auch
7.2.
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nicht durch einen Einsatz im Zwischenverdienst bei einer anderen Arbeitgeberin
nachweisen.
Mittels neuerlicher Einladung vom 15. Juli 2019 sah das RAV den OKP-Kursbesuch
der Beschwerdeführerin für den Zeitraum vom 22. Juli bis 11. Oktober 2019 vor
(act. G3.1/75). Am 22. Juli 2019 meldete die Beschwerdeführerin jedoch, sie sei am
Vorabend die Treppe hinuntergerutscht und habe sich die Schulter links gebrochen
und den Oberschenkel links geprellt (vgl. Schadenmeldung, act. G3.1/72).
Ärztlicherseits wurde in der Folge allenfalls eine minimale Bursitis subacromialis an der
linken Schulter festgestellt (vgl. act. G11.1/12 und G11.1/15). Nachdem die Suva
weitere Informationen über die Arbeitsfähigkeit und die stattfindenden Behandlungen
anforderte (vgl. zuletzt act. G11.1/29), teilte die Beschwerdeführerin am 4. Dezember
2019 mit, sie sei seit dem 30. November 2019 wieder voll arbeitsfähig und die
Behandlung sei abgeschlossen (act. G11.1/30). Wegen dieses geltend gemachten
Unfalls lässt sich die von der Beschwerdeführerin behauptete Arbeitslosigkeit somit für
den Zeitraum Juli bis September 2019 wiederum nicht durch den Besuch des OKP-
Kurses nachweisen.
7.3.
Auch die als Grund für die Anwesenheit der Beschwerdeführerin anlässlich der
Arbeitgeberkontrolle ins Feld geführten "Schnuppertage" liefern keine Grundlage für die
Annahme einer vorbestehenden Arbeitslosigkeit. Sowohl die Beschwerdeführerin wie
auch ihr Vorgesetzter legten sich betreffend der "Schnuppereinsätze" zeitlich nicht fest.
Angeblich konnten sie sich nicht an die genauen Tage erinnern (vgl. act. G3.1/10). Dass
beide Vertragsparteien darüber keine genauen Angaben machen, wirkt ungewöhnlich.
In der Regel lässt sich auch im Nachhinein noch eruieren, an welchem Tag bzw. an
welchen wenigen Tagen ein Schnuppereinsatz vereinbart worden ist.
7.4.
Der Bruttomonatslohn und die Arbeitszeit gemäss Vertrag vom 1. Februar 2020
(Fr. 3'700.-- pro Monat, 13. Monatslohn inbegriffen; 45 Wochenarbeitsstunden;
act. G3.1/37) und gemäss Formular "Kontrolle der Einhaltung der Lohn- und
Arbeitsbedingungen" (Fr. 3'417.--, kein 13. Monatslohn; 42.5 Wochenarbeitsstunden;
act. G3.1/41) stimmen nicht überein. Diese Unterschiede sind auffällig, zumal die
Beschwerdeführerin den Arbeitsvertrag gerade einmal zwei Tage vor der Kontrolle des
Arbeitsinspektorats unterzeichnet haben will. Es ist deshalb nicht nachvollziehbar,
weshalb sie anlässlich der Kontrolle andere Zahlen angegeben hat als im Arbeitsvertrag
vereinbart.
7.5.
Die Beschwerdeführerin hat gemäss eigenen Angaben im Jahr 2019 regelmässig
ihre Schwester im B._ besucht (act. G3.1/5). In diesem Zusammenhang ist zu
7.6.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 18/19
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8.
erwähnen, dass die Schwester sich per Januar 2020 arbeitslos meldete und ein
Kündigungsschreiben des B._ per 31. Dezember 2019 vorlegte, in welchem die
Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit der schlechten Wirtschaftslage begründet
worden war. Sie war somit wie die Beschwerdeführerin beim RAV gemeldet, als sie
anlässlich der Kontrolle des Arbeitsinspektorats vom 3. Februar 2020 ebenfalls als
Arbeitnehmerin im B._ angetroffen wurde (vgl. zum Ganzen act. G1, G1.24 und
G13.1; das Kündigungsschreiben ist mit dem gleichen Arbeitgeberstempel versehen
wie die Kündigung der Beschwerdeführerin per 31. Dezember 2018, act. G3.1/111).
Dem Kündigungsschreiben des B._ an die Beschwerdeführerin kommt damit
nurmehr ein relativ geringer Beweiswert zu. Auch ist nicht nachvollziehbar, weshalb
zuerst der Beschwerdeführerin aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt worden sein
soll, ein Jahr später ihre Schwester ebenfalls wegen der angeblich schlechten
Wirtschaftslage eine Kündigung erhalten haben soll und kurz darauf wiederum die
Beschwerdeführerin in einem Vollzeitpensum angestellt worden sein soll.
Die Beschwerdeführerin kommunizierte wie vorstehend dargelegt nicht, dass sie
im Januar 2020 (probeweise) im B._ arbeiten konnte. Dies steht in auffälligem
Widerspruch dazu, dass sie anlässlich des Beratungsgesprächs vom 18. April 2019
mitteilte, sie habe sich im Restaurant F._ vorstellen können, obschon sich daraus
kein Schnuppereinsatz ergab (vgl. act. G12.1/A64). Zum Beratungsgespräch vom
24. Juni 2019 vermerkte die Personalberaterin: "Die Stellensuche verlief nach wie vor
erfolglos, obwohl momentan Saison ist und auch viele Stellen ausgeschrieben sind.
[Die Beschwerdeführerin] wüsste auch nicht, woran es liegt" (act. G12.1/A64). Der
Beschwerdeführerin musste demnach klar sein, dass ein Arbeitseinsatz, selbst wenn es
sich lediglich um einen Schnuppereinsatz gehandelt hätte, dem RAV zu melden
gewesen wäre. Ihr Aussageverhalten präsentiert sich häufig als vage. Konfrontiert mit
Widersprüchen räumt sie nur insoweit Unrichtigkeiten ein, als ein Abstreiten angesichts
der Faktenlage nicht (mehr) möglich ist. Aufgrund ihres intransparenten Verhaltens, der
Meldepflichtverletzung, den Falschangaben auf den Formularen "Nachweis der
persönlichen Arbeitsbemühungen" und "Angaben der versicherten Person" sowie den
tatsächlichen Feststellungen des Arbeitsinspektorats und der Personalberaterin kann
der Behauptung der Beschwerdeführerin, sie habe im Jahr 2019 wirklich nicht im B._
gearbeitet, gemäss vorstehender Erwägungen kein Glauben geschenkt werden.
7.7.
Zusammenfassend ist gestützt auf die vorliegende Sach- und Rechtslage nicht
überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin vom 1. Januar 2019 bis
zum 31. Januar 2020 arbeitslos gewesen ist. Die Beschwerdegegnerin ist damit zu
8.1.
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