Decision ID: de7af751-1c03-51fe-91e2-29cea662277b
Year: 2021
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
A._ und B._, C._, D._ und E._, F._ und G._ sowie die H._ AG (nachfolgend Beschwerdeführende) erhoben am 3. Juli 2019 Beschwerde beim  Bern-Mittelland gegen den Beschluss der  der Einwohnergemeinde (EG) Bremgarten b. Bern vom 3. Juni 2019 betreffend Umbau des Wärmekollektivs von einem kalten auf einen warmen Wärmeverbund und Revision des Wärmeverbundreglements. Das Regierungsstatthalteramt wies die Beschwerde am 29. Juni 2020 ab, soweit es darauf eintrat.
B.
Dagegen haben die Beschwerdeführenden am 30. Juli 2020  erhoben. Sie beantragen, der Entscheid des  vom 29. Juni 2020 sowie der Beschluss der  der EG Bremgarten b. Bern vom 3. Juni 2019 betreffend Umbau von einem kalten auf einen warmen Wärmeverbund sowie das revidierte Wärmeverbundreglement seien aufzuheben, eventuell sei die Sache zur neuen Beurteilung im Sinn der Erwägungen an die Vorinstanz . Das Regierungsstatthalteramt hat mit Eingabe vom 17. August 2020 auf eine Vernehmlassung verzichtet und beantragt sinngemäss die Abweisung der Beschwerde; die EG Bremgarten b. Bern beantragt mit  vom 29. September 2020 die Abweisung der Beschwerde, soweit  einzutreten sei.
C.
Der angefochtene Entscheid ist weder vom Regierungsstatthalter noch von einem seiner beiden Stellvertreter, sondern vom Leiter der Abteilung «Recht» unterschrieben. Die Instruktionsrichterin hat deshalb mit prozesslei-
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tender Verfügung vom 25. Januar 2021 die Frage nach der  bzw. Unterschriftsberechtigung aufgeworfen und den  aufgefordert, im Licht der einschlägigen Rechtsgrundlagen dazu Stellung zu nehmen. Mit Eingabe vom 9. Februar 2021 verweist der  auf die Geschäftsordnung des Regierungsstatthalteramts Bern- vom 11. November 2019. Nach dieser sei der Leiter der Abteilung «Recht» befugt gewesen, den angefochtenen Entscheid zu unterschreiben. Den übrigen Verfahrensbeteiligten wurde Gelegenheit geboten, sich zur  des Regierungsstatthalters vom 9. Februar 2021 zu äussern. Die  haben davon keinen Gebrauch gemacht; die EG  b. Bern hat dem Verwaltungsgericht am 25. Februar 2021 mitgeteilt, sie sehe sich angesichts der ständigen Unterschriftspraxis des  zu keinen Bemerkungen veranlasst und erwarte einen  in der Sache.

Considerations:
Erwägungen:
1.
1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 2 Bst. b und d des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) . Die Beschwerdeführenden 1-4 haben am vorinstanzlichen  teilgenommen und sind durch den strittigen Erlass mit hinreichender Wahrscheinlichkeit in schutzwürdigen Interessen betroffen bzw. als  der EG Bremgarten beschwerdelegitimiert, weil der Beschluss vom 3. Juni 2019 allgemeine Interessen der Gemeinde betrifft (Art. 79a und 79c Bst. b VRPG). Auch die Beschwerdeführerin 5 hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen. Als Eigentümerin und Betreiberin der -Heizzentrale H._ ist sie durch den strittigen Erlass sowie den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges  an deren Aufhebung oder Änderung. Damit erfüllt sie die  von Art. 79a und Art. 79c Bst. a i.V.m. Art. 79 Abs. 1 VRPG. Alle Be-
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schwerdeführenden sind somit zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde befugt. Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist unter Vorbehalt von E. 1.2  einzutreten.
1.2 Anfechtungsobjekt vor dem Verwaltungsgericht bildet der Entscheid des Regierungsstatthalteramts vom 29. Juni 2020; dieser ist an die Stelle des Beschlusses der Gemeindeversammlung vom 3. Juni 2019 getreten (sog. Devolutiveffekt der Beschwerde; vgl. BVR 2010 S. 411 E. 1.4). Soweit die Beschwerdeführenden auch die Aufhebung des Gemeindebeschlusses und des Wärmeverbundreglements beantragen (Rechtsbegehren 2 und 3), ist daher auf die Beschwerde nicht einzutreten (zum Ganzen Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 74 N. 26 i.V.m. Art. 72 N. 18, Art. 84 N. 19).
1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). Die von Amtes wegen aufzugreifende Frage nach der Ausübung der vorinstanzlichen  (E. 2 ff. hiernach) ist von grundsätzlicher Bedeutung und rechtfertigt eine Beurteilung in Fünferbesetzung (Art. 56 Abs. 2 Bst. a des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).
2.
Das Verwaltungsgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 20a Abs. 1 VRPG), d.h. es überprüft den angefochtenen Entscheid im Rahmen des Streitgegenstands auf seine formelle und materielle Rechtmässigkeit und ist nicht an die Rechtsauffassung der Beteiligten gebunden (BVR 2020 S. 7 E. 2.2; Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum  VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 20a N. 2 und N. 38). Es beurteilt etwa  von allfälligen Rügen der Verfahrensbeteiligten, ob der angefochtene Entscheid gültig zustande gekommen ist. Dazu gehört namentlich die hier vorab zu prüfende Frage, wer im Verwaltungskreis Bern-Mittelland  Verwaltungsjustizbehörde ist bzw. wer befugt ist, die ent-
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sprechende Entscheidverantwortung wahrzunehmen und  zu unterzeichnen (vgl. vorne Bst. C).
3.
3.1 Der Kanton Bern ist in dezentrale Verwaltungseinheiten gegliedert, bezeichnet als Verwaltungsregionen und Verwaltungskreise (Art. 93 Abs. 1 Satz 1 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]; vgl. auch Art. 39a und 39b des Gesetzes vom 20. Juni 1995 über die Organisation des  und der Verwaltung [Organisationsgesetz, OrG; BSG 152.01]). Für jeden Verwaltungskreis wählen die Stimmberechtigten eine  oder einen Regierungsstatthalter, die oder der Amts- und  im jeweiligen Verwaltungskreis hat (Art. 93 Abs. 2 KV; Art. 1 Abs. 2 und Art. 3 des Gesetzes vom 28. März 2006 über die Regierungsstatthalterinnen und Regierungsstatthalter [RStG; BSG 152.321]). Die  und Regierungsstatthalter sind für eine Amtsdauer von vier Jahren gewählt (Art. 2a Abs. 1 Satz 1 RStG). Die ordentliche Stellvertreterin oder der ordentliche Stellvertreter ist Mitarbeiterin oder Mitarbeiter des  Regierungsstatthalteramts; bei Bedarf kann die Stellvertretungsfunktion von mehreren Personen wahrgenommen werden. Anstellungsbehörde für die Stellvertreterinnen und Stellvertreter ist die Direktion für Inneres und  (DIJ) des Kantons Bern (Art. 4 RStG i.V.m. Art. 1 Abs. 1-3 und Art. 2 der Verordnung vom 18. Februar 2009 über die Stellvertretung der  und Regierungsstatthalter [RstSV; BSG 152.321.2]).
3.2 Das Gesetz legt die Aufgaben der Regierungsstatthalterinnen und Regierungsstatthalter fest (Art. 93 Abs. 3 KV; Art. 9 ff. RStG). Sie sind - und Verwaltungsjustizbehörde des Verwaltungskreises (Art. 1 Abs. 1 RStG) und amten namentlich als Aufsichts-, Bewilligungs-, -, Verwaltungsjustiz- und Vollzugsbehörde in den von der  bezeichneten Fällen (Art. 9 Abs. 1 Bst. c RStG). Unter anderem  sie gemäss Art. 63 Abs. 1 Bst. b VRPG Beschwerden gegen  Akte im Sinn von Art. 60 Abs. 1 Bst. b VRPG (Erlasse, Wahl- und  sowie weitere Beschlüsse), es sei denn, das Gesetz sehe die Beschwerde an eine andere Instanz vor. Für die Erfüllung der Aufgaben
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stellt der Kanton den Regierungsstatthalterinnen und Regierungsstatthaltern unter anderem das erforderliche Personal zur Verfügung (Art. 13 RStG). Dessen Aufgaben, Befugnisse und Verantwortung regelt die  oder der Regierungsstatthalter in einer Geschäftsordnung,  durch die DIJ zu genehmigen ist (Art. 14 RStG).
3.3 Christoph Lerch ist seit 2010 der gewählte Regierungsstatthalter des Verwaltungskreises Bern-Mittelland. Mit Geschäftsordnung vom 11.  2019 (nachfolgend: Geschäftsordnung oder GO RSA), welche die  Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern (JGK; heute: DIJ) am 25. November 2019 genehmigt hat, regelt er die Organisation des Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland und legt Aufgaben, Befugnisse und Verantwortung der Mitarbeitenden fest (GO RSA Ziff. I/1). Gemäss der Geschäftsordnung ist das Regierungsstatthalteramt in vier  bzw. Abteilungen gegliedert: Die Bereiche «Gemeindeaufsicht und Zivile Führung» und «Bau, Gastgewerbe und Prostitutionsgewerbe» sowie die  «Recht» und «Zentrale Dienste». Die beiden Leiter der  «Gemeindeaufsicht und Zivile Führung» sowie «Bau, Gastgewerbe und Prostitutionsgewerbe» sind die ordentlichen, von der DIJ ernannten Stellvertreter von Christoph Lerch (GO RSA Ziff. IV/3.1; vgl. auch <www.jgk.be.ch>, Rubriken «Direktion», «Organisation», «», «Bern-Mittelland», «Organigramm»).
3.4 In Ziff. IV/4 der Geschäftsordnung werden «Fach- und » umschrieben und die «Hauptaufgaben» aufgelistet, welche «die » gestützt auf Art. 93 KV erfüllen, darunter die « in den von der Gesetzgebung bezeichneten Fällen als Bewilligungs-, Genehmigungs-, Verwaltungsjustiz- und Vollzugsbehörde». Ergänzend wird ein «Aufgabenverzeichnis» gepflegt, welches «die Verantwortung für die  Aufgaben je einer Funktion bzw. einer Abteilung zuweist». Unter Ziff. IV/5 der Geschäftsordnung finden sich Bestimmungen zur «». Die Ziff. 5.1 sieht unter anderem Folgendes vor:
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«Entscheide im abschliessenden Zuständigkeitsbereich der einzelnen Bereiche/Abteilungen werden grundsätzlich durch die verantwortlichen Geschäftsbereichs-/Abteilungsleitenden unterzeichnet. Diese verfügen in ihren Bereichen/Abteilungen über vollumfängliche , soweit nachstehend nichts anderes geregelt ist.»
Vorbehalten bleibt namentlich der Fall, in dem «ein Geschäft aufgrund der Einschätzung der Abteilungsleitenden politische Relevanz [hat]» oder « medienträchtig [ist]» und deshalb dem Regierungsstatthalter zur Unterschrift vorgelegt wird. Für die Abteilung «Recht» sieht die  vor, dass «alle anfechtbaren Zwischen- und Endentscheide/- in Verwaltungs- und Verwaltungsjustizverfahren» von der  unterschrieben werden (GO RSA Ziff. IV/5.2.4).
4.
4.1 Der Regierungsstatthalter stellt sich auf den Standpunkt, der  Entscheid vom 29. Juni 2020 sei gestützt auf die Geschäftsordnung rechtsgültig vom Leiter der Abteilung «Recht» unterzeichnet worden. Dieser sei «wenn auch nicht als formeller ordentlicher Stellvertreter des  im Sinne von Art. 1 Abs. 1 RstSV zu verstehen, jedoch kraft der Organisationsbefugnis des Regierungsstatthalters gestützt auf Art. 14 RStG durch Erlass der entsprechenden Geschäftsordnung » (Stellungnahme vom 9.2.2021 S. 2 [act. 9]).
4.2 Die eigenhändige Unterschrift eines vertretungsbefugten  gehört zu den Gültigkeitserfordernissen von Verfügungen und  (BVR 2012 S. 481 E. 2.4, 2000 S. 145 E. 2; Michel Daum, a.a.O., Art. 52 N. 18). Die Regierungsstatthalterinnen und Regierungsstatthalter müssen ihre Beschwerdeentscheide und Urteile rechtsgültig unterschreiben (Art. 72 Abs. 2 und Art. 92 Abs. 4 i.V.m. Art. 52 Abs. 1 Bst. g VRPG). Das Unterschriftserfordernis ist kein formaler Selbstzweck, sondern macht  den Adressatinnen und Adressaten von Verwaltungsakten , wer dafür verantwortlich zeichnet. Ihm kommt besonderes Gewicht zu, wenn es sich – wie hier – um einen Rechtsmittelentscheid handelt (vgl. Michel Daum, a.a.O., Art. 52 N. 18). Ausserdem bezeugt die Unterschrift in authentischer Weise die tatsächliche Mitwirkung der entscheidbefugten Per-
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son am gefällten Entscheid. Dies ist bei verwaltungsunabhängigen Behörden besonders wichtig; es besteht kein Grund, an Rechtsmittelentscheide  Justizbehörden in diesem Punkt geringere Anforderungen zu stellen (vgl. VGE 2009/100 vom 7.9.2009 E. 2.3 f. unter Verweis auf BGE 131 V 483 E. 2.3.3). Die hier zu prüfende Unterschriftsberechtigung des  «Recht» erschöpft sich somit nicht in der Kontrolle einer  «Unterschriftenregelung», sondern betrifft die weit bedeutsamere Frage, ob und in welchem Umfang der Regierungsstatthalter des  Bern-Mittelland Entscheidverantwortung delegieren darf an , die nicht seine Stellvertreter im Sinn von Art. 4 RStG sind (vgl. zur unterschiedlichen Tragweite von Entscheidverantwortung und  bereits einlässlich JTA 19994 vom 6.3.1997 betreffend die  Delegation einer Unterschriftsberechtigung durch die  Direktion an ein ihr untergeordnetes Amt).
5.
Die aufgeworfene Frage hat sich mit Bezug auf das  Bern-Mittelland (bzw. früher Regierungsstatthalteramt Bern) bereits  gestellt:
5.1 Noch unter der Geltung des alten Gesetzes vom 16. März 1995 über die Regierungsstatthalterinnen und Regierungsstatthalter (aRstG [BAG ], in Kraft bis 31.12.2009 [vgl. BAG 09-090]) hat sich das  mit der Frage befasst, ob die Regierungsstatthalterin von Bern gestützt auf eine interne Unterschriftenregelung Beschwerdeentscheide an die  des Rechtsdiensts delegieren durfte. Das Verwaltungsgericht hat dies verneint und den angefochtenen Beschwerdeentscheid wegen dieses Rechtsmangels aufgehoben (VGE 2009/100 vom 7.9.2009). Es hielt  fest, dass die Leiterin des Rechtsdiensts im fraglichen Zeitraum  als ordentliche noch als ausserordentliche Stellvertreterin der  eingesetzt war und deshalb – trotz interner Zuweisung einer Unterschriftsberechtigung – nicht befugt war, die  zu vertreten bzw. den angefochtenen Entscheid zu unterschreiben. Die
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Regierungsstatthalterin wurde angehalten, formgültig über die bei ihr  Beschwerde zu entscheiden (E. 2).
5.2 Ebenfalls im Jahr 2009 hat die damalige Rekurskommission für  Freiheitsentziehungen des Kantons Bern eine unzulässige  der Regierungsstatthalterin von Bern festgestellt: Mit Urteil vom 22. Juli 2009 kassierte sie die Anordnung eines fürsorgerischen , weil die Regierungsstatthalterin die Anhörung der betroffenen Person an eine nicht entscheidbefugte Mitarbeiterin des  übertragen hatte. Dieses Urteil gab auf politischer Ebene den Anstoss zu Revisionsbestrebungen: Der Regierungsrat des Kantons Bern beabsichtigte im Jahr 2010, das RStG zu ändern und nicht mehr «die » oder «den Regierungsstatthalter», sondern «das » als Verwaltungs- bzw. Verwaltungsjustizbehörde eines Verwaltungskreises zu bezeichnen. Mit dieser Vorlage wollte er die  schaffen, um durch Verordnung bestimmte Aufgaben, namentlich im Bereich der fürsorgerischen Freiheitsentziehung, «an eine  Verwaltungseinheit des Regierungsstatthalteramts zur selbständigen Erledigung» übertragen zu können (vgl. Vortrag des Regierungsrats zur  des RStG [nachfolgend: Vortrag Änderung RStG], in Tagblatt des Grossen Rates 2010, Beilage 26, S. 3). Der Grosse Rat trat in der ersten Lesung am 15. September 2010 nach kontroverser Diskussion mit 103  39 Stimmen bei einer Enthaltung nicht auf die Vorlage ein. Eine Mehrheit der Grossrätinnen und Grossräte erachtete die Vorlage als . Sie folgten der Auffassung, wonach Art. 93 KV verbindlich die vom Stimmvolk gewählten Regierungsstatthalterinnen und Regierungsstatthalter und nicht das Regierungsstatthalteramt oder dessen Organisationseinheiten als verantwortliche Behörde bezeichne. Diese verfassungsrechtliche,  Zuweisung hoheitlicher Gewalt könne nicht an eine Abteilung oder «Subbehörde» delegiert werden (vgl. Tagblatt des Grossen Rates 2010 S. 858 ff. [Geschäft Nr. 2010.0411], z.B. Voten Bernasconi [S. 862 f.] und Messerli [S. 863]).
5.3 Im Verfahren 100.2011.304, ebenfalls betreffend das  Bern-Mittelland, hatte das Verwaltungsgericht die  eines Beschwerdeentscheids zu beurteilen, der von der damaligen
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Leiterin der Rechtsabteilung unterzeichnet worden war. Im Unterschied zum in VGE 2009/100 beurteilten Vorgehen (vorne E. 5.1) war die  kraft Regierungsratsbeschlusses für den fraglichen Zeitraum als «Stellvertreterin IIa des Regierungsstatthalters von Bern-Mittelland» . Sie war demzufolge gestützt auf Art. 4 RStG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 RstSV befugt, Christoph Lerch zu vertreten und insbesondere den angefochtenen Beschwerdeentscheid rechtsgültig zu unterzeichnen (VGE 2011/106/304 vom 20.4.2012 E. 1.1 [S. 12 f.]).
6.
Aus den einschlägigen Rechtsgrundlagen, den Materialien und der  ist für den hier zu beurteilenden Sachverhalt Folgendes zu schliessen:
6.1 Regierungsstatthalter Christoph Lerch ist der von den  des Verwaltungskreises Bern-Mittelland gewählte Amtsträger und die hoheitliche Entscheidgewalt ist ihm durch Verfassung und Gesetz «ad » zugewiesen (vorne E. 3.1 f.). Die von ihm erlassene  verletzt diese verfassungsmässige Zuständigkeitsordnung, wenn sie die Rechtspflege mit Ausnahmefällen in die abschliessende Zuständigkeit der Abteilung «Recht» verweist und eine umfassende  der Abteilungsleitung vorsieht (vorne E. 3.4). Zwar liegt auf der Hand, dass der Regierungsstatthalter nicht alle ihm zugewiesenen Aufgaben  selber wahrnehmen kann. Selbstverständlich darf und muss er zur effizienten Aufgabenerfüllung Personal beiziehen und das  mit Blick auf die vielschichtigen Aufgaben strukturieren und organisieren (vorne E. 3.2). Dies gilt auch im Bereich der Verwaltungsjustiz: Es spricht nichts dagegen, dass unter seiner Verantwortung Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter Verwaltungsjustizverfahren instruieren und Entscheide . Die ihm als Amtsträger zugewiesene Entscheidbefugnis und die damit verbundene Verantwortung, welche durch die Unterzeichnung des  oder Urteils nach aussen sichtbar gemacht wird, kann er nach dem Gesagten aber nicht delegieren, es sei denn, der betreffende Mitarbeiter sei einer seiner beiden Stellvertreter.
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6.2 Daran ändert nichts, dass sich die Geschäftsordnung auf Art. 14 RStG, mithin auf eine Grundlage im formellen Gesetz stützt, und die DIJ das Regelwerk genehmigt hat (im Fall, der VGE 2009/100 vom 7.9.2009  liegt, ergab sich die Unterschriftskompetenz der Leiterin des  bloss aus einem «internen Papier» der Regierungsstatthalterin [E. 2.4]). Die grundlegenden und wichtigen Rechtssätze des kantonalen Rechts, namentlich die Grundzüge der Organisation und der Aufgaben der Behörden, müssen in der Form des Gesetzes erlassen werden (Art. 69 Abs. 4 Bst. d KV; vgl. auch BGE 142 IV 70 E. 3 betreffend die Ermächtigung von Mitarbeitenden der Staatsanwaltschaft, selbständig  zu erlassen). Ob hoheitliche Justizfunktionen überhaupt delegiert werden können (vgl. dazu etwa Michel Daum, a.a.O., Art. 3 N. 6),  wenn sie durch die Verfassung bezeichneten, direktdemokratisch  Amtsträgerinnen und -trägern zugewiesen sind, kann hier mangels einer formell-gesetzlichen Regelung dahingestellt bleiben (vgl. aber BGE 134 I 184 [Pra 97/2008 Nr. 138] betreffend eine als verfassungswidrig  gesetzliche Zuweisung von Rechtsprechungsbefugnissen an einen ; zur grundlegenden Tragweite der Konkretisierung und  von Justizfunktionen und der erforderlichen gesetzlichen Grundlage vgl. auch Ruth Herzog, a.a.O., Art. 62 N. 4 [betreffend die  Rechtspflege]; Christoph Bürki, Verwaltungsjustizbezogene Legalität und Prozessökonomie, Diss. Bern 2010, S. 180 f. [betreffend ]).
6.3 Im Übrigen widerspricht die hier interessierende Regelung der  nicht nur dem geltenden übergeordneten Recht, sondern auch dem politischen Willen: Der Grosse Rat hat es 2010 wie ausgeführt ausdrücklich verworfen, die Verantwortlichkeiten in der dezentralen  von der Person der Regierungsstatthalterin oder des  zu lösen und eine substanzielle Aufgabenübertragung auf  oder Geschäftsbereiche bzw. Mitarbeitende des  zuzulassen (vorne E. 5.2). Dies galt im Besonderen für die : Selbst die damalige Revisionsvorlage zur Änderung des RStG sah vor, dass «Rechtspflegeaufgaben» nicht zur selbständigen Erledigung übertragen werden dürfen (Art. 1 Abs. 3 Satz 2 des Revisionsentwurfs;  des Grossen Rates 2010, Beilage 26, S. 9). Der Regierungsrat hielt
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dazu im Vortrag ausdrücklich fest, Beschwerdeentscheide seien auch künftig «immer von den Regierungsstatthaltern selbst» zu fällen; dies entspreche dem Rechtspflegesystem in der Zentralverwaltung, das auf dem Grundsatz beruhe, dass Verwaltungsjustizentscheide stets von den Direktionen und nicht von den ihnen untergeordneten Ämtern oder Abteilungen gefällt  (Vortrag Änderung RStG, S. 3 und 6 f.). Es ist somit auch vor diesem Hintergrund unzulässig, mittels Geschäftsordnung Entscheidkompetenzen in Verwaltungsjustizverfahren an Abteilungsleiterinnen oder -leiter zu , die nicht zur Vertretung der Regierungsstatthalterin oder des  ermächtigt sind. Eine solche Aufgabenübertragung wurde im Gesetzgebungsverfahren ausdrücklich verworfen bzw. für  befunden.
7.
Der Abteilungsleiter «Recht» war demnach nicht befugt, in der vorliegenden, beim Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland hängigen Beschwerdesache zu entscheiden und den angefochtenen Beschwerdeentscheid zu . Es bleibt zu prüfen, welche Konsequenzen dies für die  des angefochtenen Entscheids hat.
7.1 Verletzt ein Entscheid Verfahrens- und Formvorschriften, liegt ein  vor und ist der Entscheid in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben (vgl. Michel Daum, a.a.O., Art. 20a N. 44, Art. 52 N. 1). Wiegt der Mangel besonders schwer und ist er offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar, kann der Entscheid sogar nichtig und damit von vornherein  unwirksam sein, es sei denn, die Annahme der Nichtigkeit gefährde ernsthaft die Rechtssicherheit (sog. Evidenztheorie; vgl. BVR 2016 S. 318 E. 5.2, 2015 S. 334 E. 2.2; BGE 139 II 243 E. 11.2; Markus Müller, in /Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 49 N. 85 ff.).
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7.2 Für die hier zu beurteilende Frage lässt sich der  Rechtsprechung unter anderem Folgendes entnehmen: Mit Urteil vom 7. September 2009 (vorne E. 5.1) hob das Gericht den von der nicht - bzw. zeichnungsberechtigten Rechtsdienstleiterin unterschriebenen Beschwerdeentscheid wegen Formmangels auf. Es beurteilte diesen nicht als gravierend im Sinn eines Nichtigkeitsgrundes. Dabei würdigte es den Umstand, dass die Rechtsdienstleiterin «für das Redigieren der Entscheide (mit)verantwortlich und fachkompetent» war. Ausserdem hätte die Annahme der Nichtigkeit die Rechtssicherheit ernsthaft gefährdet (VGE 2009/100 vom 7.9.2009 E. 2.4). – In BVR 2012 S. 481 erwog das Verwaltungsgericht, die fehlende Unterschrift einer handlungsbefugten Person könne zwar durchaus die Nichtigkeit des Verwaltungsakts zur Folge haben, namentlich dann, wenn dieser eine Partei belaste. Es kam im konkreten Fall aber zum Schluss, der Mangel wiege nicht derart schwer, dass die von einer unzuständigen Person unterzeichnete Verfügung nichtig wäre, zumal die Annahme der Nichtigkeit auch in diesem Fall zu einer nicht hinnehmbaren Rechtsunsicherheit geführt hätte (E. 2.4 des Urteils). – Mit Urteil vom 21. Oktober 2014 (BVR 2015 S. 334) schloss das Verwaltungsgericht, das Rechtsamt der damaligen JGK habe zu Unrecht eine in die Zuständigkeit der Direktion fallende  Feststellungsverfügung (Teilrechtskraftbescheinigung) erlassen. Trotz Unzuständigkeit der verfügenden Behörde hat das Gericht auch hier die Nichtigkeit verneint, unter anderem weil der Fehler nicht offensichtlich war und die Annahme der Nichtigkeit die Rechtssicherheit in nicht  Mass gefährdet hätte (E. 2.2 des Urteils).
7.3 Vergleichbares lässt sich auch hier sagen: Der Abteilungsleiter «Recht» nimmt als Kadermitarbeiter eine wichtige Funktion bei der  des Regierungsstatthalters wahr und ist trotz fehlender Entscheidbefugnis mitverantwortlich und fachkompetent für die Vorbereitung und Redaktion der Beschwerdeentscheide. Ausserdem besteht mit der  ein Regelwerk, welches von der DIJ genehmigt wurde und nach aussen den Anschein vermittelt, der Abteilungsleiter «Recht» sei , selbständig an Stelle des Regierungsstatthalters  zu fällen. Der angefochtene Entscheid ist vor diesem Hintergrund jedenfalls nicht offensichtlich fehlerhaft bzw. formungültig zustande . Es besteht somit keine Veranlassung für eine Nichtigkeitsfeststellung,
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zumal eine solche auch hier die Rechtssicherheit in nicht hinnehmbarer Weise gefährden würde. Ausserdem können Rechtmässigkeit und  ohne weiteres über die ordentliche Anfechtung und Aufhebung des Entscheids verwirklicht werden (vgl. BVR 2015 S. 193 E. 4).
7.4 Eine Heilung des Formmangels kommt hier mit Blick auf die  des Regierungsstatthalters vom 9. Februar 2021 (vorne Bst. C) nicht in Frage, weshalb der angefochtene Beschwerdeentscheid vom 29. Juni 2020 aufzuheben und die Sache an den Regierungsstatthalter  ist, damit er formgültig über die bei ihm erhobene Beschwerde .
8.
8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens gelten die  im Kostenpunkt als vollständig obsiegend, denn der  hat noch nicht über die bei ihm anhängig gemachte Beschwerde  und der Verfahrensausgang ist deshalb grundsätzlich noch offen (BVR 2016 S. 222 E. 4.1; Ruth Herzog, a.a.O., Art. 108 N. 6). Der unzulässige  auf Aufhebung des Gemeindebeschlusses bzw.  (vorne E. 1.2) rechtfertigt es nicht, Kosten auszuscheiden (Ruth , a.a.O., Art. 84 N. 3 und Art. 108 N. 4). Die Gemeinde ist nicht in  betroffen und daher trotz Unterliegens von Verfahrenskosten befreit. Für das verwaltungsgerichtliche Verfahren sind somit keine Kosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 und 2 VRPG). Die vorinstanzlichen  werden durch den Regierungsstatthalter gemäss dem Ausgang des Verfahrens zu verlegen sein (Ruth Herzog, a.a.O., Art. 108 N. 7).
8.2 Die Beschwerdeführenden haben Anspruch auf Ersatz ihrer  für das verwaltungsgerichtliche Verfahren (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). Die EG Bremgarten ist als unterliegende  grundsätzlich kostenpflichtig. Die besonderen Umstände ( Fehlleistung der Vorinstanz) rechtfertigen es jedoch, den Kanton Bern (Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland) zur Bezahlung der Partei-
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kosten zu verpflichten. Über den Parteikostenersatz im vorinstanzlichen  wird der Regierungsstatthalter zu befinden haben (vgl. E. 8.1 hiervor).
8.3 Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige  anfallenden Aufwand. Die Bemessung des Parteikostenersatzes richtet sich nach den Vorschriften der Anwaltsgesetzgebung (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Danach bemisst sich der Parteikostenersatz innerhalb des  Rahmentarifs nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand, der  der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 des Kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 [KAG; BSG 168.11] i.V.m. Art. 11 ff. der Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des  [PKV; BSG 168.811]). Für verwaltungsrechtliche  beträgt das Honorar pro Instanz Fr. 400.-- bis Fr. 11'800.-- (Art. 11 Abs. 1 PKV). Gebotener Zeitaufwand ist der Aufwand, den eine fachlich ausgewiesene, gewissenhafte Rechtsvertretung unter  der Schwierigkeit der tatsächlichen und rechtlichen  und des Aktenumfangs für die korrekte Erledigung des Geschäfts  (vgl. z.B. VGE 2019/34 vom 12.11.2019 E. 6.2; Ruth Herzog, a.a.O., Art. 104 N. 14).
8.4 Die Rechtsvertreterinnen der Beschwerdeführenden beziffern mit Kostennote vom 13. April 2021 die Parteikosten für das vorinstanzliche und das verwaltungsgerichtliche Verfahren auf insgesamt Fr. 70'000.-- bzw. Fr. 35'000.-- pro Instanz, zuzüglich Fr. 5'390.-- MWSt. Dies ist nach den  von Art. 41 Abs. 3 KAG massiv überhöht. Die Rechtsvertreterinnen machen für das verwaltungsgerichtliche Verfahren einen Aufwand von 108,5 Stunden geltend (Hälfte des geltend gemachten Gesamtaufwands von 217 Stunden). Dieser beschränkte sich im Wesentlichen auf das Verfassen der Beschwerdeschrift (zur prozessualen Frage der Entscheid- bzw.  haben sich die Beschwerdeführenden nicht vernehmen  [vgl. vorne Bst. C]). Ein Aufwand von über 100 Stunden für die  des 16 Seiten umfassenden vorinstanzlichen Entscheids übersteigt den Umfang des Gebotenen bei Weitem, zumal die Rechtsvertreterinnen aus dem vorinstanzlichen Verfahren mit dem Prozessstoff vertraut waren. Auch unter Berücksichtigung der übrigen massgeblichen Umstände (Bedeutung der Streitsache und Schwierigkeit des Prozesses), welche als durchschnitt-
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.05.2021, Nr. 100.2020.299U, Seite 16
lich einzustufen sind, rechtfertigt es sich, den Parteikostenersatz für das  Verfahren auf pauschal Fr. 7'000.-- (inkl. Auslagen und MWSt) festzusetzen.
9.
Rückweisungsentscheide gelten nach der Regelung des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) grundsätzlich als Zwischenentscheide, die nur unter einer der (zusätzlichen) Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 BGG mit dem in der Hauptsache zulässigen Rechtsmittel selbständig angefochten werden .