Decision ID: aba347ed-b1a4-5ad3-965d-2edb8eb1672f
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1991, war ab dem 19. August 2013
als Mitarbeiterin auf dem Sekretariat
der
Y._
tätig, als ihr am 21. Juni 2014 vom Arbeitgeber infolge
eines unentschuldigten
Fernbleiben
s
von der Arbeit seit dem 17. Juni 2014 fristlos gekündigt wurde (
Urk.
8/3/99,
Urk.
8/3/248).
Am
15. September 2014
meldete sich die Versicherte beim Regionalen
Arbeits
ver
mittlungszentrum
(RAV)
Z._
zur Arbeitsvermittlung an (
Urk.
8/1/1
)
,
und am
16. September 2014
stellte
sie
einen Antrag auf Ausrichtung von
Arbeitslo
senentschädigung
für die Zeit ab
15. September 2014 (
Urk.
8/1/2)
.
Mit Verfü
gung vom
21. Januar 2015 (Urk. 8/1/3
)
stellte
sie
die
Unia
Arbeitslosenkasse wegen
selbstverschuldet
er
Arbeitslosigkeit
für die Dauer von
45
Tagen ab
2
2.
Juni 2014
in
der Anspru
chsberechtigung ein. In teilweiser
Gutheissung
der am
19. Februar 2015
dagegen
erhobene
n Einsprache (
Urk.
3/4
) reduzierte
die
Arbeitslosenkasse
mit
dem
in materieller Hinsicht
unangefochten
gebliebener
Entscheid vom
2
2.
Juni 2015 (
Urk.
3/3) die Einstellungsdauer auf 27 Tage, unter Verneinung eines Anspruchs auf eine Parteientschädigung.
Bezug nehmend auf
diesen Entscheid stellt
e
der Rechtsvertreter der Versicherten, Rechtsanwalt Walter Stöckli,
der Kasse am 23. Juni 2015 das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvertretung für das
Einspracheverfahren
(
Urk.
3/5)
. Dieses Gesuch wies die Kasse mit Entscheid vom 6. Juli 2015 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess die Versicherte am 23. Juli 2015 Beschwerde erheben (
Urk.
1) mit dem Antrag,
es sei festzustellen, dass sie die Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Parteientschädigung – eventuell für die Bewilligung der unentgelt
lichen Rechtsvertretung - erfülle
.
Mit Beschwerdeantwort vom
8.
September 2015
(
Urk. 7
) schloss die Kasse auf Abweisung der Beschwerde.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Die Einzelrichterin

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist
einzig
, ob die Beschwerdegegnerin
den Antrag der Beschwerdeführerin auf
Zusprechung einer Parteientschädigung respektive Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvertretung
im
Einspracheverfahren
zu Recht
verneint
hat.
Gemäss Art. 52 Abs. 3 Satz 2 des Bundesgesetzes ü
ber den Allgemeinen Teil des So
zialversicherungsrechts (ATSG)
werden für das
Einspracheverfahren
in der Regel keine Parteientschädigungen ausgerichtet. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat die Einsprache führende Person, welche im Falle des Unter
liegens die unentgeltliche Rechtsvertretung beanspruchen könnte, bei Obsiegen Anspruch auf eine Parteientschädigung
(BGE 130 V 570).
2.2
Gemäss Art. 37 Abs. 4
ATSG
wird im Sozialversicherungsverfahren der
gesuch
stellenden
Person, wo die Verhältnisse es erfordern, ein unentgeltlicher Rechts
vertreter bewilligt.
Nach der Rechtsprechung setzt die unentgeltliche
Rechtsver
tretung
im Verwaltungsverfahren nebst anderem voraus, dass die
Rechtsver
tre
tung
sachlich geboten ist, was nach einem strengen Massstab beurteilt wird. Eine anwaltliche
Rechtsvertretung
drängt sich nur in Ausnahmefällen auf, in denen schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen dies als not
wendig er
schei
nen lassen und eine
Verbeiständung
durch Verbandsvertreter, Fürsorger oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen nicht in Betracht fällt
(Urteil des Bundesgerichts 8C_29/2013 vom 11. Juni 2013, E. 5.2.1).
3.
3.1
V
orab
sind die Umstände
, welche
der Einstellung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit
gemäss dem
Entscheid
vom 2
2.
Juni 2015
zugrunde liegen
, kurz
darzulegen.
Demnach
blieb die Beschwerdeführerin ab dem 1
7.
Juni 2014 der Arbeit fern, ohne sich beim zuständigen Vorgesetzten
abzu
melden oder auf dessen in den folgenden Tagen an die Versicherte ergangenen
Whatsapp
-Nachrichten zu reagieren, so dass der Arbeitgeber
am 2
1.
Juni 2014 das Arbeitsverhältnis frist
los
auflöste
. Darauf reagierte die Versicherte gegenüber dem Arbeitgeber
erst
mals mit dem
E-Mail vom
2.
Juli 2014, in welche
m
sie darauf hinwies,
dass sie noch gewisse
Löhne (wie
den Lohn für den Monat Juni
) erwarte (
Urk.
8/3/120). Danach kontaktierte
sie
am 1
8.
Juli 2014 ihre Hausärztin und erfuhr dabei erstmals, dass sie
seit
ungefähr Mitte
Mai
2014 schwanger
sei
(
Urk.
8/3/182). Von dieser Schwangerschaft erfuhr der Arbeitgeber erstmals durch ein Schrei
ben des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin vom 2
5.
Juli 2014 (
Urk.
8/
1/4 Beilage 2). Die geltend gemachte Unzumutbarkeit oder Arbeitsunfähigkeit
für
die Zeit ab dem 1
7.
Juni 2014
aus gesundheitlichen respektive medizinischen Gründen konnte die Versicherte nicht durch ein entsprechendes (schlüssiges) ärztliches Zeugnis belegen
. Gemäss diesem Ablauf der Ereignisse, der von der Beschwerdeführerin unbestritten geblieben ist und der Aktenlage entspricht, erfolgte die fristlose Kündigung
am 2
1.
Juni 2014
und die
seitherige
zumindest faktisch
e
Beendigung
des Arbeitsverhältnisses unabhängig von der Schwan
gerschaft der
Beschwerdeführerin
.
3.2
Nach dem Gesagten stellten sich i
m
Einspracheverfahren
weder in rechtlicher noch in tatsächlicher Hinsicht schwierige Fragen, handelte es sich doch
aus der Sicht der Beschwerdeführerin
im Wesentlichen darum, die tatsächlichen Um
stände
ihres Fern
bleibens von der Arbeit
darzutun
und die entsprechenden Belege (wie ärztliche Zeugnisse) vorzulegen
. Aufgrund der Akten ist davon aus
zugehen, dass
die
Beschwerdeführer
in
ohne Weiteres in der Lag
e gewesen wäre, dies selber tun, umso mehr als sie als Sekretärin
einer
Advokatur
mit solchen Dingen eine gewisse Erfahrung haben musste
.
Der
Beizug
eines Rechts
anwaltes w
ar nicht erforderlich und erst r
echt keine Ausarbeitung einer
23seitigen
Ein
spracheschrift
.
Allenfalls hätte die Versicherte für die Ausarbeitung der Ein
sprache auch Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen beiziehen kön
nen.
Damit erweist sich
ihr
Antrag
auf
Bewilligung der unentgeltlichen
Rechts
vertretung
im Verwaltungsverfahren
als unbegründet.
Was ihr Antrag auf die Zusprechung einer Parteientschädigung für das
Einspracheverfahren
, in wel
chem sie teilweise obsiegt hat, betrifft, ist damit der hauptsächliche Tatbestand der Entschädigung der prozessarm
en Partei im
Obsiegensfall
(E. 2
.1) nicht gege
ben. Besondere Umstände, weshalb ausnahmsweise eine Parteientschädigung für das
Einspracheverfahren
zuzusprechen ist, sind nicht ersichtlich. Damit
erweist sich auch dieser der
Antrag
der Beschwerdeführerin
als
unbegründet.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.