Decision ID: 37617780-6bee-425a-80aa-f7d36dcbf8ae
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959,
war
in
Teilzeitpensen
im Reinigungsdienst
bei der
Z._
AG
(seit Juli 2006, Urk. 7/72) und
der
A._
AG
(seit Juli 2014, Urk. 7/33)
erwerbs
tätig, als sie a
m 13. Februar 2015
bei der Arbeit
beim Entsorgen des Abfalls
auf die rechte Körperseite
stürzte
(Urk. 7/3, 7/17). Die Versicherte klagte
daraufhin
über Schmerzen in der rechten Körperhälfte sowie Schmerzen im Bereich des Nackens und der Halswirbelsäule
(
Urk. 7/49/1
).
Die Suva
als zuständiger Unfallversicherer
erbrachte
Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen
(
Urk. 7/4 ff.)
.
Nach Ein
holung einer kreisärztlichen Stellungnahme vom 9. Juli 2015 (Urk. 7/60) stellte die Suva die Versicherungsleistungen
mit Schreiben vom 10. Juli 2015
per Ende Mai 2015 m
angels noch bestehender adäquater Unfallfolgen
ein
(Urk. 7/64/1 f.).
1.2
Am
8. Juli 2015
meldete sich
die Versicherte unter Hinweis auf den Arbeits
un
fall
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/55).
Nach erwerblichen und medizini
schen Abklärungen, im Rahmen derer die IV-Stelle insbesondere die Akten der Suva beizog, stellte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 28. Juli 2015 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/74). Nach
dem innert erstreckter Frist kein begründeter Einwand
gegen den Vorbe
scheid
eingegangen war
, verfügte die IV-Stelle am 3. November 2015 wie angekündigt und verneinte einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenver
sicherung (Urk.
2 [=
7/87
]
).
2.
Dagegen erhob die
Versicherte
am
6. Dezember 2015 Besch
werde und bean
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, die Sache sei zwecks weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen und es sei ihr nach durchgeführter Begutachtung mit Wirkung ab Februar 2015 eine Rente zu
zusprechen
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
22
.
Januar
2016
schloss die Beschwerdegegnerin auf Abw
eisung der Beschwerde (Urk.
6
)
.
Nach
Aufforderung durch das Gericht
(vgl. Urk. 10)
wurde
am
23. Februar 2016 eine Vertretungsvollmacht nach
gereicht
(Urk. 12).
Mit gerichtlicher Verfügung vom 25. Februar 2016 wurde das Gesuch der Beschwerdeführerin
um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
mangels ausgewiesener Bedürftigkeit abgewiesen. Gleichzeitig wurde ihr das Doppel der
Beschwerde
antwort
zugestellt (Urk. 14).
Da
diese als Gerichtsurkunde versandte Verfü
gung nicht abgeholt wurde,
wurde
dem Vertreter der Beschwerdeführerin
die
Verfügung samt Beilagen
am 11. März 2016
nochmals
per A
Post zugestellt
(Urk. 15/1-2).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. No
vember 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl.
Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
2.
2.1
Die IV-Stelle erwog im angefochtenen Entscheid, die Abklärungen hätten ergeben
, dass
nach
dem Unfall vom 13. Februar 2015
lediglich
bis
am
31. Mai 2015
eine Arbeitsunfähigkeit
bestanden
habe
. Unfallfremde Diagno
sen seien keine ersichtlich. Es bestehe somit kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung
(Urk. 2).
2.2
Demgegenüber
w
ird
beschwerdeweise
vorgebracht,
gemäss
den Berichten
des
B._
und Dr. med.
C._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, bestehe
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit respektive eine solche von 50-60 %.
Aus diesen medizinischen Unterlagen ergebe sich, dass di
e Beschwerdeführerin
seit
dem Unfall im
Februar 2015 kein normales
Leben mehr führen
könne. Sie leide unter diversen
Beschwer
den
, welche
genauer abzuklären seien
. Der Beschwerdeführerin sei es
derzeit unmöglich, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen
. Es sei eine neutrale Begut
achtung durchzuführen und danach die Sache neu zu beurteilen
(Urk. 1).
2.3
Mit
Beschwerdeantwort hielt die IV-Stelle unter Bezug auf die mit der Beschwerde eingereichten Arztberichte dafür, bei der von den behandelnden Ärzten aufgeführten mittelgradigen depressiven Episode sei
definitionsge
mäss
nicht von einer längerdauernden gesundheitlichen Beeinträchtigung auszugehen.
Damit bestehe auch bei einer allfälligen unfallfremden psychi
schen Beeinträchtigung kein invalidisierender Gesundheitsschaden. Ausser
dem wies die IV-Stelle darauf hin, dass die Beschwerdeführerin sozial einge
bettet sei und ihr die Therapieoption einer stationären Behandlung offen stehe (Urk. 6).
3.
3.
1
Dr. med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tolo
gie,
untersuchte die Beschwerdeführerin
am 19. Februar 2015
auf Zuweisung
ihres Hausarztes
Dr.
E._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
FMH
(Urk. 7/11).
Dr.
D._
diagnostizierte
eine ausge
dehnte
Rotatorenmanschettenruptur
rechts bei
degenerativen Veränderungen
. Er verordnete
Physiotherapie (
Urk. 7/11
/2
,
7/43)
und
attestierte
ab dem 13. Februar 2015
eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit
für zwei Monate
(Urk. 7/2)
. Im Bericht zuhanden des Hausarztes hielt er
ausserdem
fest,
die Beschwerdeführerin
werde
mit diesem Befund wahrscheinlich nicht mehr als Putzfrau arbeitsfähig
werden
(Urk. 7/11/2).
3.
2
Hausarzt
Dr.
E._
teilte
mit Bericht vom 2. Juni 2015
zuhanden der Suva
(Urk. 7/36)
mit,
die Beschwerdeführerin leide
unter anderem
seit Jahren an Beschwerden am Bewegu
n
gsapparat, teils degenerativ, t
e
ils unfallbedingt. Aus internistischer Sicht leide die Beschwerdeführerin an einer leichten
hypochromen
mikrozytärer
Anämie, einem metabolischen Syndrom (Hyper
tonie, Adipositas Gr
ad II, Diabetes Mellitus Typ 2),
sowie einer
Gastriti
s und
Refluxsymptomatik
. Am 14.
Februar 2015 sei die Beschwerdeführerin auf die rechte Schulter gestürzt, wobei es zu sehr starken Schmerzen mit
painfull
arc
bei einer vorbestehenden
Rotatorenmanschettenläsion
gekommen sei. Seit dem 14. Februar 2015 bestehe eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Er habe die Patientin zuletzt am 17. Februar 2015 gesehen.
Die weitere Festlegung der Arbeitsunfähigkeit in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit erfolge durch Dr.
D._
(Urk. 7/36/1).
A
us internistischer Sicht bestehe
weder in der bisherigen noch in angepassten Tätigkeiten eine
Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 7/36/2)
.
Dr.
E._
hielt ausser
dem fest
, dass er eine rheumatologisch-
orthopädische Begutachtung oder eine
Beurteilung durch den Kreisarzt angesichts der komplexen Situation und dem Sturz vom 14. Februar 2015
als sinnvoll erachten würde
.
Abschliessend teilte er mit, ü
ber die aktuelle orthopädisch
-
rheumatologische Therapie sei er nicht informiert (Urk. 7/36/2)
.
3.3
Prof. Dr. med.
F._
, Orthopädische Chirurgie FMH,
Kreisarzt der Suva, nahm am 9. Juli 2015 zu den medizinischen Akten Stellung (Urk. 7/60). Er kam
dabei
unter Hinweis auf den Bericht von Dr.
E._
sowie eine im Jahr 2012 durchgeführte Sonographie
zum Schluss,
dass das Unfallereignis zu keinen traumatisch strukturellen Läsionen geführt habe. Es sei davon aus
zugehen, dass es zu einer Kontusion gekommen sei. D
er Status quo sine
sei
zwei Wochen nach dem
Unfallereignis erreicht gewesen
. Für diesen Zeitraum
sei
eine Arbeitsunfähigkeit anzuerkennen
(Urk. 7/60)
.
3.4
Gegenüber der IV-Stelle teilte
Dr.
E._
mit undatiertem Bericht (bei der IV-Stelle am 14. Juli 2015 eingegangen, Urk. 7/68) mit
,
er habe die
Beschwerdeführerin zule
tzt am 17. Februar 2015 gesehen. Als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
führte er die
Rot
atorenmanschetten
ruptur
rechts,
ein
CTS beidseits
sowie ein
Z
ervikalsyndrom
auf (Urk. 7/68/1)
.
Zur Frage nach einer Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit gab e
r 100 % ab 14. Februar 2015 an. Bezüglich behinderungsangepassten Tätigkeiten empfahl er eine Anfrage bei
Dr.
D._
oder ein
orthopädisch-rheumatologisches Gutachten (Urk. 7/68/3).
3.5
Ab dem 11. Mai 2015
stand
die Beschwerdeführerin im
B._
in Behandlung (vgl. Urk. 3/2 S. 1
; Überweisung durch Dr.
C._
gemäss Schreiben vom 22. April 2015 [Urk. 7/26]
).
Med.
pract
.
G._
und
Dr. phil.
klin
. psych.
H._
, klinischer Psychologe und Supervisor
,
nannten im
Bericht vom 21. September 2015
als Diagnose
n
eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
sowie
einen Status nach
Rotatorenmanschettenläsion
, ein
zervikozephales
Syndrom, ein
lumbover
tebrales
Syndrom, Knieschmerzen rechts, eine mässige
Coxarthrose
beidseits, Adipositas per magna
und
einen Diabetes mellitus Typ II (Urk. 3/2 S. 1)
. Hinsichtlich aktueller Beschwerden hielten sie fest, die Beschwerdeführerin fühle sich seit dem Arbeitsunfall
(Ausrutschen und Sturz auf rechte Schulter)
immer sehr müde, oft unwohl und sehr leicht reizbar.
Sie leide
konstant
unter Schmerzen, Stress, Vergesslichkeit, Konzentrationsverminderung, Hoffnungslosigkeit und Zukunftsängsten
,
Schwindel un
d Schweissaus
brüchen
. Weiter wurden ein sozialer Rückzug, sowie Ein- und Durchschlaf
störungen genannt.
Wegen der am rechten Bein eingetretenen Parästhesie sei eine anfängliche Diabeteserkrankung festgestellt worden.
Somatisch hätten sich mit dem Unfall im Jahr 2015 zu seit 2010 schon vorhandene
n
beidseiti
ge
n
Beinschmerzen zusätzlich Nacken- und Lumbalschmerzen summiert, sodass die Patientin
Schmerzen schon im Sitzen
spüre. Sie fühle sich nicht mehr fähig, ihre Haushaltsarbeiten zu erledigen,
bereits
das Kochen falle ihr manchmal zu schwer. Bügeln und Staubsaugen seien ihr nicht mehr möglich
. Diese Funktionsbeeinträchtigungen würden ihren Traurigkeitszustand und
ihren Verlust des Selbstwertgefühls
ver
stärken (Urk. 3/2 S. 2).
Aus Sicht der Patientin würden die Beschwerden mit unbekannten Ursachen zusammen
hängen (Urk. 3/2 S. 2). Im Bericht wurde dafürgehalten, d
ie Beschwerde
führerin sei seit sieben Monaten zu 100 % arbeitsunfähig. Es bestehe bisher eine Therapieresistenz bei deutlich ungenügendem Ansprechen auf Medika
mente. Bisher sei keine stationäre Behandlung durchgeführt worden. Die Patientin habe Angst, von zuhause weg zu gehen, sie sei noch
nie von der Familie weg gewesen
. Daher sei die Prognose schlecht, die
Therapiemöglich
keiten
seien sehr eingeschränkt. Die Wahrscheinlichkeit einer
Langz
eitar
beitsunfähigkeit
sei gross (Urk. 3/2 S. 3).
3.
6
Durch
Dr.
C._
wurde
für den Zeitraum ab dem 14. Februar 2015
wiederholt eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
attestiert (Urk. 3/3a, 3/3b, 7/25).
Mit Schreiben vom 6.
Dezember 2015 teilte er mit, seit Behandlungsbeginn bestehe eine 50-60%ige Arbeitsunfähigkeit, welche weiter anhalte (
Urk.
3/4).
4.
4.1
Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin hat die
Beschwerdegegne
rin
gestützt auf die vorliegende Aktenlage einen langandauernden invalidi
sierenden Gesundheitsschaden zu Recht verneint und von weiteren medizi
nischen Abklärungen abgesehen (vgl. nachfolgend E. 4.2 und 4.3).
4.2
Im
Bericht des
B._
vom 21. September 2015
wird nicht dargelegt
, aufgrund welcher
klinischer
Befunde die Arbeits
fähigkeit aus
somatischer Sicht eingeschränkt sein sollte
. Bei den
Berichter
stattern
handelt es sich denn auch nicht um
F
achärzte, sondern um einen klinischen Psychologen sowie um einen
Arzt, welcher sein Diplom in Bulga
rien erworben hat und über keinen Facharzttitel verfügt
(E. 3.5).
Gemäss Beurteilung des Kreisarztes vom 9. Juli 2015 kam es anlässlich des Sturzes vom 13. Februar 2015 lediglich zu einer Kontusion (vgl. E. 3.3). Die Beschwerdeführerin konsultierte den Ortho
päden Dr.
D._
nach dem Sturz auch
nur einmalig im Februar 2015
(
gemäss telefonischer Nachfrage
der Suva
war die Beschwerdeführerin in der Folge nicht mehr
bei
Dr.
D._
in Behandlung, siehe U
rk. 7/60)
. Im Bericht des
B._
wurde
sodann
bei den aktuellen Beschwerden nicht mehr explizit auf Schulterbeschwerden hingewiesen, sondern über Beinschmerzen sowie Nacken- und Lumbalschmerzen berichtet (vgl. E. 3.5).
Dafür d
ass es nach dem Sturz im Februar 2015
somit
zu längerdauernden invalidisierenden
Schulterbeschwerden gekommen wäre
-
wie Dr.
D._
nach einer einmali
gen Konsultation noch als wahrscheinlich erachtet hatte (E. 3.1) - ergeben sich daher keine Hinweise.
Wenn Dr.
E._
schliesslich
im
Bericht zuhanden der IV-Stelle
(
undatiert,
bei der IV-Stelle am 14. Jul
i 2015 eingegangen) weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ab dem 14. Februar 2015 attesti
ert
e
(E. 3.4), kann darauf bereits deshalb nicht abgestellt werden, da
er
die Beschwerdeführerin letztmals am 17. Februar 2015 gesehen hatte, es sich somit nicht um eine aktuelle Beurteilung handelte, und er im Übrigen die attestierte Arbeitsunfähigkeit mit keinem Wort begründete.
Da sich somit keine hinreichenden Hinweise auf einen
invalidisierenden soma
tischen Gesundheitsschaden
ergeben, erü
brigen sich weitere Abklärun
gen hierzu
.
4.3
Was den psychischen Gesundheitszustand betrifft, so wurde im Bericht des
B._
vom 21. September 2015
eine mittel
gradige depressive Episode
als Diagnose aufgeführt
(E. 3.5).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiese
nermassen therapieresistent sind (statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3 mit Hin
weis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich verlangten Konstellation ist den normativen Anforderungen des Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2
016 vom 14. April 2016 E. 4.2).
Vorliegend
teilte die Beschwerdeführerin anlässlich einer Besprechung vom 1. Juli 2015 gegenüber der Suva mit, sie habe aufgrund der Schmerzen Schlafprobleme und sei nervös. Sie sei deswegen bislang zweimal bei einem Psychiater in Behandlung gewesen (Urk. 7/49/2). Aus dem Bericht des
B._
vom 21. September 2015 geht sodann her
vor, dass dort seit Behandlungsbeginn im Mai 2015 acht Sitzungen stattfan
den (Urk. 3/2 S. 1). Einer stationären Therapie hat sich die Beschwerdeführe
rin bislang
nicht
unterzogen (E. 3.5).
Unter diesen Umständen kann nicht von einer invalidenversicherungsrechtlich relevanten Thera
pieresistenz gesprochen werden. Dass eine stationäre Behandlung im Übrigen nicht zumutbar wäre –
wie die zuständigen Behandler des
B._
andeuten (E. 3.5) –
erscheint nicht nachvollziehbar
.
Bei der diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode kann somit nicht von
einem psychischen Leiden mit invalidisierender Wirkung ausgegangen werden. Angesichts dessen
erübrigen sich
auch
weitere psychiatrische Abklärungen
.
4.4
Die Beschwerdegegnerin hat einen langandauernden invalidisierenden
Gesund
heitsschaden
mit Verfügung vom 3. November 2015
somit
zu Recht verneint, weshalb die dagegen gerichtete Beschwerde abzuweisen ist.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
8
00.-- fe
stzulegen und
ausgangsge
mäss
von der
Beschwerdeführer
in
zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).