Decision ID: fc39fcda-c0ac-4927-9395-43d09c92859d
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1977, erlernte den Beruf des Elektrikers, erwarb 2002 das Diplom als Datenanalytiker an der Hochschule
Y._
und 2006 den Master
of
Advanced
Studies (MAS) in
Finance
an der
Z._
. Anschliessend arbeitete er bei einer Pri
vatbank und zuletzt seit 1. Dezember 2009 als Vermögensverwal
ter/Geschäftsführer bei der
A._
AG. Am 15. August 2012 meldete er sich unter Hinweis auf eine Akromegalie bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 3/7 Ziff. 5.3, 5.4 und 6.2). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons
Zürich, IV-Stelle, zog einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk. 3/14) so
wie
die Akten des Krankentaggeldversicherers (samt Arztberichten, Urk. 3/12/1-34) bei und führte ein Gespräch mit dem Ver
sicherten (Urk. 3/10). Am 14. Juni 2012 erfolgte eine transsphenoidale Exstirpation einer festgestellten
Hypophysen
hy
per
plasie
im Universitätsspital
B._
(Urk. 3/12/27-28). Mit Verfügung vom 28. September 2012 (Urk. 3/15) er
achtete die IV-Stelle berufliche Einglie
de
rungsmassnahmen aufgrund des Ge
sundheitszustandes als
zur Zeit
nicht möglich und verwies auf eine spätere Prü
fung der Ansprüche, namentlich auf eine Rente nach Ablauf des Wartejahrs.
In der Folge holte die IV-Stelle weitere medizinische Berichte ein und stellte mit Vorbescheid vom 26. April 2013 (Urk. 3/24) die Abweisung des Leistungsbegeh
rens in Aussicht, dies ausgehend von der Rückgewinnung einer vollumfängli
chen
Arbeitsfähigkeit ab Januar 201
3.
Nach Einwanderhebung (Urk. 3/25 und Urk. 3
/28) gab
die IV-Stelle bei der
C._
eine polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag, welche
Exper
tise
am 2
8.
April 2014 (
Urk. 3
/69) erstattet wurde.
Nach erneut durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
3/104) wies
die IV-Stelle
das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
2
9.
Februar 2016 (
Urk. 3/111
)
ab
.
1.2
Die dagegen vom Versicherten am
8.
März 2016 (
Urk.
3/113/1-24) erhobene Be
schwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 1
2.
März 2018 (
Urk.
3/116/1-26
) teilweise gut
,
indem es die angefochtene Verfügung aufhob unter der Fest
stellung, dass der
Versicherte
vom
1.
Juni 2013 bis 3
0.
Juni 2014 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat. Betreffend
Ansprüche auf eine Invalidenrente ab 1. Juli 2014 sowie auf berufliche Massnahmen wi
es es
die Sache zu weiteren Abklärungen und zum Neuentscheid an die
IV-Stelle
zurück
(Prozess-Nr. IV.2016.00
445)
. Dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
2.
Mit Eingabe vom
2.
Juli 2018
(Urk. 1) wandte sich
die IV-Stelle
an das Sozial
versicherungsgericht und beantragte, es sei das Urteil vom
1
2.
März 2018
in
Revi
sion
zu ziehen und es sei die
Verfügung der IV-Stelle vom 2
9.
Februar 2016 zu bestätigen. Eventualiter sei die Verfügung der IV-Stelle vom 2
9.
Februar 2016 aufzuheben und die Sache betreffend den gesamten Beurteilungszeitraum (ab
1.
Juni 2013) zu weiteren Abklärungen und zum Neuentscheid an die IV-Stelle zurückzuweisen. Zusätzlich sei im Sinne von vorsorglichen
Massnahmen
anzu
ord
nen, dass die mit Urteil vom 1
2.
März 2018 festgestellte Rente während des vor
liegenden Verfahrens nicht auszurichten sei (S. 1).
Der Versicherte beantragte mit Vernehmlassung vom 2
7.
August 2018 (
Urk.
10) die Abweisung des Revisionsgesuches und die vollumfängliche Bestätigung des angefochtenen Urteils vom 1
2.
März 201
8.
Eventuell sei ihm revisionsweise eine ganze Rente zuzusprechen, dies ab
1.
Juni 2013 bis heute und weiterhin für die Zukunft. Weiter ersuchte er um Abweisung des Gesuches um Erlass einer vorsorg
lichen
Massnahme
(Verweigerung der zugesprochenen ganze
n
Rente bis zum Abschluss des Revisionsverfahrens) unter Kosten- und Entschädigungspflicht zu Lasten der IV-Stelle (S. 2).
Die IV-Stelle hielt mit Replik vom 2
0.
November 2018 (
Urk.
13) an den gestellten Anträgen fest. Der Versicherte liess sich nicht mehr vernehmen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art. 61
lit
. i des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) muss die Revision von Entscheiden wegen Ent
deck
ung neuer Tatsachen oder Beweismittel oder wegen Einwirkung durch Verbrechen oder Vergehen im Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht gewähr
leistet sein. Nach
§
29
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) kann von den am Verfahren Beteiligten unter anderem Revision gegen rechtkräftige Entscheide verlangt werden, wenn sie neue erhebliche Tatsachen erfahren oder Beweismittel auffinden, die sie im früheren Verfahren nicht bei
bringen konnten.
1.2
Neu sind Tatsachen, die sich bis zum Zeitpunkt, da im Hauptverfahren noch tatsächliche Vorbringen prozessual zulässig waren, verwirklicht haben, jedoch dem Revisionsgesuchsteller trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt waren. Die neuen Tatsachen müssen ferner erheblich sein, d.h. sie müssen geeignet sein, die
tatbeständliche
Grundlage des zur Revision beantragten Entscheids zu verändern
und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu
einer andern Entscheidung
zu führen. Neue Beweismittel haben entweder dem Beweis der die Revision begrün
denden neuen erheblichen Tatsachen oder dem Beweis von Tatsachen zu dienen, die zwar im früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zum Nachteil des Ge
such
stellers unbewiesen geblieben sind. Erheblich ist ein Beweismittel, wenn anzu
nehmen ist, es hätte zu einem anderen Urteil geführt, falls das Gericht resp. die Verwaltung im Hauptverfahren davon Kenntnis gehabt hätte. Ausschlaggebend ist, dass das Beweismittel nicht
bloss
der Sachverhaltswürdigung, sondern der Sachverhaltsermittlung dient. Ein Revisionsgrund ist nicht schon dann gegeben, wenn das Gericht resp. die Verwaltung bereits im Hauptverfahren bekannte Tat
sachen unrichtig gewürdigt hat. Notwendig ist vielmehr, dass die unrichtige Wür
digung erfolgte, weil für den Entscheid wesentliche Tatsachen unbewiesen geblie
ben sind (vgl. BGE
143 V 105 E. 2.3, 138 V 324 E. 3.2
; SVR 2012 UV Nr. 17 S.
63, Bundesgerichtsurteil 8C_434/2011 vom 8. Dezember 2011 E. 7.1).
2.
2.1
Die
Gesuchstellerin
führte aus, im Zuge der vorzunehmenden Abklärungen sei ein IK-Auszug des Versicherten eingeholt worden, aus welchem ersichtlich sei, dass dieser bei der
A._
AG im Jahr 2013 ein Einkommen von Fr. 116'087.-- und im Jahr 2014 von Fr. 132'000.-- erzielt habe (S. 2 Ziff. 2). Es sei davon auszugehen, dass das Gericht bei Kenntnis des IK-Auszuges mangels Erwerbseinbusse keinen Ren
tenanspruch festgestellt hätte. Vielmehr hätte das Ge
richt vermutungsweise die Verfügung der
Gesuchstellerin
vom 29. Februar 2016 bestätigt oder aber die Sache be
treffend den gesamten Beurteilungszeitraum (ab 1. Juni 2013) zu weiteren Ab
klärungen und zum Neuentscheid zurückgewiesen (
Urk.
1
S. 3 Ziff. 5
lit
. b).
Replicando
ergänzte sie, die Buchhaltungsunterlagen der
A._
AG schienen auf den ersten Blick zu bestätigen, dass der
Gesuchsgegner
mit seiner Unternehmung keinen wirtschaftlichen Gewinn erzielt habe. Es stelle sich allerdings die Frage, ob und in welchem Ausmass dies auf gesundheitliche Gründe
und
inwiefern auf wirtschaftliche zurückzuführen sei. Es falle auf, dass die AG auch in den Jahren ab 2014 keinen wirtschaftlichen Erfolg gezeitigt habe, obwohl es dem
Gesuchsgegner
dann gesundheitlich
besser gegangen
sei. Von Inte
resse wäre in diesem Zusammenhang, welche Arbeitsleistung er in die Gesell
schaft investiert habe. Um diese Frage zu klären, müssten die Unterlagen bei der zuständigen Ausgleichskasse angefordert und anschliessend eine entsprechende Abklärung vor Ort seitens des Abklärungsdienstes vorgenommen werden (
Urk.
13 S. 1).
2.2
Der
Gesuchsgegner
schloss im Hauptantrag auf Abweisung des Re
visionsgesuches (
Urk.
10
S. 2) und brachte vor, er sei spätestens ab 2012 auf Grund seiner Inva
lidisierung nicht mehr in der Lage gewesen, als Börsenhändler tätig zu sein. Dem
entsprechend werde in der Erfolgsrechnung 2012 unter «Betriebsertrag aus Liefe
rung/Leistungen» ein Bruttogewinn von minus Fr. 210.96 ausgewiesen. Ge
mäss Erfolgsrechnung 2013 habe der Betriebsertrag und Bruttogewinn Fr. 0.00 betra
gen. Im Jahre 2014 habe er seine Börsentätigkeit wieder aufzunehmen ver
sucht. Wie der in der Erfolgsrechnung 2014 mit Fr. 23'971.-- ausgewiesene Brut
toge
winn belege, sei dieser Arbeitsversuch gescheitert. Danach sei er mit seiner Aktiengesellschaft, wie aus den Erfolgsrechnungen 2015 bis 2017 ersichtlich, überhaupt nicht mehr geschäftlich aktiv gewesen (S. 4 f. Ziff. 4).
3.
3.1
Das hiesige Gericht ging in seinem Urteil vom 1
2.
März 2018 (
Urk.
3/116/1-26) von einer
vollständigen Arbeitsunfähigkeit des Gesuchstellers ab Juni 2012 und einer im März 2014 eingetretenen Verbesserung aus.
Demgemäss
stellte es einen Anspruch auf eine ganze Rente ab 1. Juni 2013 sowie eine Relevanz der Verbes
se
rung (Herabsetzung) ab 1. Juli 2014 fest (E. 7).
Dabei stützte es sich auf das Gutachten
der
C._
vom 2
8.
April 2014 (
Urk. 3
/69/1-27)
. Die Experten gingen
von ei
ner deutlichen depressiven Dekom
pen
sation bei einer narzisstischen Persönlich
keit aus
und führten aus, d
er aktuelle Befund zeige nach wie vor eine Ich-
Dysfunktionalität
mit affektiven Auffällig
keiten und einer deutlich einge
schränkten Frustrationstoleranz sowie einer emo
tionalen Minderbelastbarkeit, so dass bei gleichzeitigen Hinweisen für
konzen
tra
tive
Einschränkungen bei längeren Belastungen die erforderliche berufliche Ausdauerlei
s
tung noch nicht wieder vollständig hergestellt sei
(S. 20)
.
Sie bestätigten
eine Teilarbeitsunfähigkeit von 40
% und führten aus, z
u 60
%
wäre der
Gesuchsgegner
wieder in seinem Beruf einsetzbar. Dieser Einsatz sollte jedoch mit stufenweiser Belastung erfolgen. Möglicher
weise seien berufliche Unter
stütz
ungsmassnahmen durch die
Gesuchstellerin
zu empfehlen. Nach weiterer Besse
rung und therapeutischer Unterstützung sei nach einer entsprechenden Adap
tions
phase wieder von einer vollen Arbeits
fähigkeit auszugehen. Prognostisch dürfte dies etwa nach sechs bis neun Mona
ten erreicht sein, wobei diesbezüglich keine endgültige, prospektive Aussage ge
troffen werden könne.
Eine retrospektive Beurteilung sei in gewissem Masse spekulativ. Nach den vor
liegenden Berichten und den Angaben des
Gesuchsgegners
bestünden jedoch An
haltspunkte für eine vorgängig aufgehobene Arbeitsfähigkeit, wobei der Beginn psychiatrisch bei fehlenden fachspezifischen Unter
la
gen nicht genau bestimmt
werden könne. Ab Juni 2012 (Eintritt zur
Hy
p
ophysenoperation
) müsse jedoch
auch psychiatrisch eine
höhergradige
, zumindest 80%ige Arbeitsunfä
hig
keit ange
nommen werden. In der Folgezeit habe keine Genesung stattgefun
den, so dass auch eine ambulante psychiatrische und
sationäre
Behandlung im Jahr 2013 initiiert worden sei. Inzwischen habe sich der Zustand deutlich gebes
sert, so dass jetzt nur noch eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit zu bescheinigen sei. Nach dem Austrittsbericht der
Klinik
D._
sei der
Gesuchsgegner
am 3
0.
August 2013 in gebessertem Zustand mit der Empfehlung einer stufenweisen Wiederein
glie
de
rung entlassen worden. Ab diesem Zeitpunkt dürf
te der jetzige Grad der Arbeits
fähigkeit erreicht worden sei
n
(S. 19 f. und
Urk. 3
/29/36-44 S. 43).
3.2
Im Auszug aus dem individuellen Konto vom 2
7.
September 2012 (
Urk.
3/14/1), welchen die Gesuchstellerin nach der Anmeldung zum Leistungsbezug eingeholt hatte, sind durch die eigene Unternehmung (
A._
) ausgerichtete Lohnzahlungen von
Fr.
11'000.-- (Dezember 2009) sowie
Fr.
132'000.-- (für die Jahre 2010 und 2011) ausgewiesen.
Im Auszug vom 2
5.
Juni 2018 (
Urk.
3/122/2), welcher im Zuge der ergänzenden Abklärungen nach dem Urteil des hiesigen Gerichts vom 1
2.
März 2018 einging, zeigen sich durch die
A._
an den
Gesuchsgegner
ausgerichtete
Löhne von
Fr.
66'974.-- (2012),
Fr.
116'097.-- (2013) und
Fr.
132'000.-- (2014-2017
), wobei der Lohn für das Jahr 2017 ab Oktober durch die
E._
AG ausgerichtet wurde (pro
rata
:
Fr.
33'000.--).
Letztere Gesellschaft meldete der
Gesuchsgegner
am 1
3.
November 2017 (
Urk.
4
/5) bei der Ausgleichskasse als beitragspflichtige Arbeitgeberin an unter dem Hinweis auf eine Geschäftssitzverlegung der
A._
AG
(sowie einer Umfirmierung,
Urk.
4/1) und einer Lohnsumme von
Fr.
11'000.-- pro Monat.
Der
Gesuchsgegner
fungiert als Direktor mit Einzel
unterschrift. Zweck der Firma ist die Anlage- und Vermögensberatung sowie Ver
mögensverwaltungen (
Urk.
4/1).
3.3
Die Jahresrechnungen der
A._
Solutions zeigten ab dem Jahr 2010 aus
nahmslos negative Ergebnisse (
Urk.
11/9). Im Jahr 2010 wurde ein Betriebsertrag von
Fr.
198'846.42 erzielt, Löhne wurden in der Höhe von
Fr.
129'155.20 ausge
richtet, der Verlust betrug
Fr.
46'963.0
8.
Im Jahr 2011 resultierte ein negativer Betriebsertrag von
Fr.
442'836.82, Löhne wurden in der Höhe von
Fr.
119'222.40 ausgerichtet, der Verlust betrug
Fr.
718'935.9
7.
Im Jahr 2012 resultierte ein negativer Betriebsertrag von
Fr.
210.96, Löhne wurden
in der Höhe von
Fr.
119'222.40 ausgerichtet, der Verlust betrug
Fr.
126'801
.1
3.
Das von der Mutter gewährte Darlehen erhöhte sich von
Fr.
663'045.05 auf
Fr.
713'045.0
5.
Im Jahr 2013 resultierte ein Betriebsertrag von
Fr.
0.--, Löhne wurden in der Höhe von
Fr.
122'135.75 ausgerichtet, der Verlust betrug
Fr.
799'467.8
2.
Die Darlehen (des
Gesuchsgegners
sowie dessen Mutter) wurden mit
Fr.
0.-- ausgewiesen.
Im Jahr 2014 resultierte ein Betriebsertrag von
Fr.
23'971.12, Löhne wurden in de
r
Höhe von
Fr.
119'222.40 ausgerichtet, der Verlust betrug
Fr.
179'959.
2
4.
Dar
-
lehen
wurden mit
Fr.
90'000.-- ausgewiesen.
3.4
Ausgewiesen sind weiter Zuwendungen der Mutter des
Gesuchsgegners
(
Urk.
11
/10) in der Höhe von
Fr.
50'000.-- (2012),
Fr.
150'000.-- (2013),
Fr.
90'000.-- (2014). In den (hier interessierenden
)
Jahren 2013 und 2014 unterzeichnete die Mutter des
Gesuchsgegners
Forderungsverzichte über
Fr.
863'045.05 und
Fr.
90'000.-- (
Urk.
11/11).
3.5
Am 2
3.
Juli 2018 (
Urk.
11/15) äusserte sich die Mutter des
Gesuchsgegners
schriftlich und führte aus, sie habe ihren Sohn finanziell unterstützt, nachdem sie gesehen habe, dass er und seine Familie aufgrund seiner Krankheit in grosse finanzielle Schwierigkeiten geraten sei. Glücklicherweise sei sie dazu finanziell in der Lage. Dass sie das Geld nicht ihm direkt, sondern an die AG gezahlt habe, zumindest am Anfang, sei, weil ihr Sohn gesagt
habe
, nur so könne er seinen Versicherungsschutz weiter aufrecht erhalten. Sie selber habe nie etwas mit seiner AG zu tun gehabt. Erst als die
A._
AG in die
E._
AG umbenannt worden sei, habe er sie gebeten, Verwaltungsrätin zu sein, damit er dem früheren Treuhänder kein Honorar zahlen müsse.
4.
4.1
Aus den Akten ergibt sich, dass die Gesellschaft des
Gesuchsgegners
lediglich in den Jahren 2010 und 2014 überhaupt einen Umsatz erzielte. Nach Abzug der Lohnzahlungen an den
Gesuchsgegner
sowie der weiteren Kosten resultierten ausnahmslos negative Betriebsergebnisse. Auch im Jahr 2014 reichte der Umsatz von
Fr.
23'971.12 nicht annähernd auch nur zur Deckung der laufenden Kosten
aus
. Der dem
Gesuchsgegner
ausgerichtete Lohn von
Fr.
119'222.40 wurde, wie auch schon in den Jahren 2011 bis 2013, nicht mit Erträgen der Gesellschaft bezahlt.
4.2
Aufgrund dieser Umstände und namentlich der Ausführungen der Mutter des
Gesuchsgegners
ist erstellt, dass die im individuellen Konto verbuchten Gehälter nicht einen Lohn für geleistete Arbeit, sondern lediglich Zuwendungen der Mutter darstellen. Der
Gesuchsgegner
konnte mithin nicht seine Arbeitskraft in der Weise
umsetzen, dass er einen solchen Lohn erzielt hätte. Vielmehr war es die Mutter des
Gesuchsgegners
, welche ihn und seine Familie unterstützte.
4.3
Damit aber führt die von der Gesuchstellerin neu benannte Tatsache (Lohn
ein
träge im individuellen Konto) nicht dazu, dass das Gericht veranlasst wäre, auf den getroffenen Entscheid zurückzukommen. Bei ärztlich attestierter vollum
fänglicher Arbeitsunfähigkeit und offenkundig fehlendem erwirtschaftetem Ein
kommen kann aus den fraglichen Einträgen nicht auf eine wirtschaftlich ver
wertbare Arbeitsfähigkeit geschlossen werden. Damit ist nicht erstellt, dass der
Gesuchsgegner
in der Periode von Juni 2013 März 2014 - entgegen der Annahme des Gerichtes - gar nicht invalid war. Das Revisionsgesuch ist damit abzuweisen.
Mit dem Abschluss dieses Verfahren erweist sich der Antrag der Gesuchstellerin um Anordnung von vorsorglichen Massnahmen als gegenstandslos.
4.4
Bei diesem Ergebnis erübrigt sich die Beantwortung der Frage, ob es sich bei den Auszügen aus dem individuellen Konto vom 2
5.
Juni 2018 überhaupt um
Be
weismittel
handelt
, die im früheren Verfahren nicht bei
gebracht werden konnten respektive die entsprechenden Tatsachen der Gesuchstellerin
trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt waren.
4.5
Dass sich der
Gesuchsgegner
über seine Gesellschaft unterstützen liess und Löhne abrechnete, obwohl er gar keine bezog, sondern lediglich Schenkungen seiner Mutter erhielt, kann allenfalls abgaberechtlich
un
d allenfalls in Bezug auf das na
ch
Lage der Akten noch nicht verfügte
Rentenbetreffnis
von Bedeutung sein. Dieses Urteil ist demgemäss der
damals zuständigen
Ausgleichskasse
Schwyz (Nr.
5)
zuzustellen, damit sie die ihr gutscheinenden Massnahmen einleiten kann.
5.
5.1
Die Kosten des Verfahrens (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) sind auf Fr. 800.-- festzulegen und
ausgangsgemäss
de
r Gesuchstellerin
aufzuerlegen.
5.2
De
m
anwaltlich vertretenen
Gesuchsgegner
steht sodann gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG und § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
eine Parteientschädigung zu, wobei
die
se unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit
des
Prozesses
zu bemessen und auf
Fr.
2‘000.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) fest
zulegen ist.