Decision ID: 7940f1e7-0500-5990-b89f-eb82a17d4c4e
Year: 2018
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_003
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A. Die am XX.XX.1960 geborene A_ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) war seit August
2010 bei der Oberstufenschulgemeinde Mittelrheintal angestellt und über die Arbeitgeberin
bei der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend auch:
Mobiliar / Vorinstanz) obligatorisch unfallversichert.
B. Am 8. März 2016 stürzte die Beschwerdeführerin während eines Schullagers beim
Skifahren auf die rechte Schulter. Rund ein halbes Jahr später konsultierte sie am
7. September 2016 wegen seit diesem Sturz persistierenden Schulterbeschwerden
erstmals Dr. B_, welche einen Status nach Schulterkontusion rechts mit Impingement-
Symptomatik diagnostizierte und ihr Physiotherapie verordnete. Am 29. September 2016
erfolgte durch Dr. B_ auch eine Bagatellunfallmeldung an den Unfallversicherer (act.
10/3, S. 1). Am 28. Oktober 2016 wurde zudem ein MRI der betroffenen Schulter erstellt
(act. 10/3, S. 2 f.). Die Mobiliar holte daraufhin eine Einschätzung bei Dr. C_ ein, welcher
im Bericht vom 29. November 2016 feststellte, es lägen mehrere unfallfremde Faktoren als
Ursache des Schulterleidens vor. Trotzdem seien die aktuellen Schulterbeschwerden mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit teilweise auf das Ereignis vom 8. März 2016
zurückzuführen (act. 10/3, S. 8 ff.). Daraufhin kam die Mobiliar zunächst für die im
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Zusammenhang mit den Schulterbeschwerden angefallenen medizinischen Leistungen auf.
Am 15. März 2017 legte die Mobiliar den Fall nochmals Dr. C_ zur Beurteilung vor,
welcher erklärte, der Status quo sine sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens
12 Monate nach dem Ereignis erreicht worden, so dass für die Schulterbeschwerden nach
diesem Zeitpunkt keine Unfallkausalität mehr vorliege (act. 10/3, S. 14 ff.). Am 22. März
2017 unterzog sich die Beschwerdeführerin einer Operation in der Hirslandenklinik Am
Rosenberg in Heiden (act. 10/3, S. 16 f.). Dabei wurde sowohl die Schulter operiert als
gleichzeitig auch eine Meniskusverletzung am Knie, welche sich die Beschwerdeführerin
gemäss Angaben in der Beschwerdeschrift am 4. März 2017 zugezogen habe. Der
Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist auf eine allfällige Leistungspflicht
der Mobiliar als Unfallversicherer mit Bezug auf die Schulterbeschwerden beschränkt.
C. Am 27. März 2017 teilte die Mobiliar der Beschwerdeführerin mit, dass sie gestützt auf die
Einschätzung ihres beratenden Arztes, Dr. C_, davon ausgehe, dass die
Schulterbeschwerden spätestens ab dem 8. März 2017 nicht mehr mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Unfall vom 8. März 2016 stehen würden.
Ein Anspruch für Versicherungsleistungen nach dem 8. März 2017 werde daher verneint
(act. 10/1, S. 3 f.). Hierauf meldete sich Dr. D_ bei der Mobiliar und korrigierte die von Dr.
C_ abgegebene Einschätzung, auf welche sich die Mitteilung der Mobiliar stützte. Seiner
Meinung nach sei die Operation klar unfallbedingt notwendig gewesen (act. 10/3, S. 20).
Dr. C_ hielt hingegen auf Rückfrage der Mobiliar hin weiterhin an seiner davon
abweichenden Ansicht fest (act. 10/3, S. 23 ff.). In der Folge verfügte die Mobiliar am 8. Mai
2017 förmlich die Abweisung von weiteren Leistungen gegenüber der Beschwerdeführerin
(act. 10/1, S. 10 f.). Zur Begründung führte sie an, nach dem Aktengutachten von Dr. C_
vom 4. Mai 2017 stehe die Operation vom 22. März 2017 nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 8. März 2016. Das würde
selbst dann gelten, wenn die Operation früher (innerhalb von 12 Monaten) durchgeführt
worden wäre. Es würden erhebliche unfallfremde Faktoren vorliegen und nach
medizinischer Erfahrung sei der Status quo sine spätestens 12 Monate nach dem Ereignis
erreicht worden.
D. Auf eine auf diese Verfügung hin erhobene Einsprache der Beschwerdeführerin tätigte die
Mobiliar zunächst weitere medizinische Abklärungen bei Dr. E_ (vgl. act. 10/3, S. 35 - 49)
und erliess schliesslich insbesondere gestützt auf dessen die Einschätzung von Dr. C_
bestätigende Zweitmeinung am 27. Oktober 2017 einen die Einsprache abweisenden
Einspracheentscheid (act. 10/1, S. 42 ff.).
Seite 4
E. Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von der Beschwerdeführerin am
28. November 2017 erhobene Beschwerde ans Obergericht (act. 1), mit welcher sie
zunächst beantragte, die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, mit Bezug auf die
Schulterbeschwerden ihre gesetzlichen Leistungen als Unfallversicherer auch für die Zeit
nach dem 8. März 2017 zu erbringen. Am 24. Januar 2018 teilte die Beschwerdeführerin
dem Obergericht mit, die Behandlung der Schulterbeschwerden habe inzwischen per
20. Dezember 2017 abgeschlossen werden können, weshalb sich die Beschwerde auf
Erbringung der Leistungen durch die Mobiliar für die Zeit ab 9. März bis 20. Dezember 2017
richte (act. 5). Mit Vernehmlassung vom 8. Februar 2018 (act. 7) verlangte die Mobiliar
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Am 19. März 2018 reichte die
Beschwerdeführerin unter Festhaltung an den bereits gestellten Anträgen eine Replik ein
(act. 13), wozu sich die Vorinstanz mit Duplik vom 26. April 2018 vernehmen liess (act. 16).
Nachdem keine der Parteien die Durchführung einer mündlichen Verhandlung verlangt
hatte, wurde die Sache am 23. Oktober 2018 in der dritten Abteilung des Obergerichts in
Abwesenheit der Parteien abschliessend beraten und darüber entschieden. Die
Beschwerde wurde abgewiesen. Dem Begehren der Beschwerdeführerin gemäss
Schreiben vom 6. November 2018 (act. 22) entsprechend, wird das Urteil mit schriftlicher
Begründung eröffnet.
F. Auf weitere Einzelheiten im Sachverhalt und in den vorinstanzlichen Akten sowie die
Vorbringen der Parteien in den Rechtschriften wird, soweit entscheidrelevant, in den
nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

Considerations:
Erwägungen
1. Formelles
Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen.
Gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG, SR 830.1) in Verbindung mit Art. 28 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes (JG,
bGS 145.31) beurteilt das Obergericht Beschwerden gegen solche Entscheide. Das
Gesamtgericht hat Beschwerden in Sozialversicherungssachen mit medizinischen
Fragestellungen (unter Vorbehalt der hier nicht betroffenen Zuständigkeiten des
Einzelrichters) der 3. Abteilung zur Beurteilung zugewiesen (so publiziert im Staatskalender
Appenzell Ausserrhoden für das Amtsjahr 2018/19, S. 83), weshalb diese zur Beurteilung
der Beschwerde zuständig ist. Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 Abs. 1 ATSG).
Seite 5
Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen
ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung auf Seiten der
Beschwerdeführerin als auch hinsichtlich der Form- und Fristerfordernisse mit Bezug auf
die Beschwerdeschrift erfüllt sind (insbesondere Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung [UVG, SR 832.20] in Verbindung mit Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und Art. 61
lit. b ATSG).
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2. Materielles
2.1
Gegenstand der Unfallversicherung sind Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten (Art. 6 Abs. 1 UVG). Art. 4 ATSG definiert als
Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen
äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Nachdem die
Beschwerdeführerin während eines Schullagers in Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit als
Lehrperson einen Sturz erlitt, kommt eine Leistungspflicht des Unfallversicherers im
Zusammenhang mit einem erlittenen Berufsunfall in Frage. Nebst Leistungen bei
eigentlichen Unfällen gemäss der Definition in Art. 4 ATSG erbringt die Unfallversicherung
ihre Leistungen auch unter bestimmten Voraussetzungen bei den in Art. 6 Abs. 2 UVG
aufgezählten sog. unfallähnlichen Körperschädigungen. Bei diesen Verletzungen, auf
welche auch in Art. 9 der Unfallversicherungsverordnung (UVV, SR 832.202) Bezug
genommen wird, entfällt im Vergleich zu den eigentlichen Unfällen nach Art. 4 ATSG das
Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden äusseren
Faktors. Alle übrigen Begriffsmerkmale eines Unfalls müssen hingegen auch bei
unfallähnlichen Körperschädigungen erfüllt sein. Dies gilt namentlich für das Erfordernis
des auf den menschlichen Körper einwirkenden äusseren Faktors, worunter ein ausserhalb
des Körpers liegender, objektiv feststellbarer, sinnfälliger - eben unfallähnlicher - Einfluss
auf den Körper zu verstehen ist (anstelle vieler: BGE 143 V 285, E. 2.3, m.w.H.).
2.2
a. Im vorliegenden Fall erfolgte durch den Sturz der Beschwerdeführerin während des
Skilagers unbestrittenermassen eine solche äussere Einwirkung auf ihre Schulter, welche
bei ihr zu Schulterproblemen führte. Es ist zwischen den Parteien unbestritten, dass sich
Seite 6
eine allfällige Anspruchsgrundlage der Beschwerdeführerin gegenüber der Mobiliar gestützt
auf die Bestimmungen zur unfallähnlichen Körperschädigung ergibt, so dass sich im
konkreten Fall eine nähere Prüfung erübrigt, ob infolge allenfalls zu bejahender
Ungewöhnlichkeit gegebenenfalls sogar sämtliche Voraussetzungen des eigentlichen
Unfallbegriffs erfüllt wären.
b. Bis und mit 8. März 2017 kam die Vorinstanz denn auch gestützt auf die Bestimmungen
zur Leistungspflicht der Unfallversicherung im Zusammenhang mit unfallähnlichen
Körperschädigungen für medizinische Leistungen im Zusammenhang mit den nach dem
Sturz aufgetretenen Schulterbeschwerden auf. Während die Vorinstanz jedoch eine weitere
Leistungspflicht ab dem 9. März 2017 ablehnt, macht die Beschwerdeführerin geltend, es
seien ihr noch bis zum Behandlungsabschluss am 20. Dezember 2017 von der
Unfallversicherung Leistungen zu erbringen.
c. Per 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidierten
Bestimmungen des UVG in Kraft getreten, darunter auch Art. 6 Abs. 2 UVG (AS 2016 4375;
BBl 2008 5395, 2014 7911) sowie der ebenfalls revidierte Art. 9 UVV (AS 2016 4393).
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten
Bestimmungen ereignet haben, werden nach bisherigem Recht gewährt (vgl. Übergangs-
bestimmung in Art. 118 Abs. 1 UVG; BGE 143 V 285, E. 2.1). Da sich der Sturz im Skilager
vor Inkrafttreten der Gesetzesänderung ereignete, sind somit im vorliegenden Fall die bis
Ende Dezember 2016 gültigen Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen anwendbar,
weshalb nachfolgend auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung
Bezug genommen wird.
2.3
Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässlicher
medizinischer Entscheidungsgrundlagen. Das Gericht hat diese nach dem für den
Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit.
c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. grundsätzlich ohne Bindung an
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet,
dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen
und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine
und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Seite 7
Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf
allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231, E.
5.1; BGE 125 V 351, E. 3a; BGE 122 V 157, E. 1c). Das Bundesgericht hat mit Bezug auf
bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweis-
würdigung aufgestellt, welche auch im Rahmen der freien Beweiswürdigung zu berück-
sichtigen sind (vgl. dazu BGE 135 V 465, E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte,
welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in
die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351, E.
3b/bb, m.w.H.). Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen kommt
nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten
Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. Bestehen
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen, so sind daher ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465, E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_879/2014 vom 26. März 2015, E. 5.3). In Bezug auf
Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht ausserdem der Erfahrungs-
tatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten
aussagen (BGE 125 V 351, E. 3b/cc; vgl. zur ganzen Thematik auch Urteil des Bundes-
gerichts I 514/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, m.w.H.).
2.4
Die Ausführungen der Parteien, insbesondere in den Eingaben des ersten Schriften-
wechsels, geben Anlass zu folgender Präzisierung mit Bezug auf den medizinischen
Sachverhalt, der im vorliegenden Fall entscheidend ist: Dem Operationsbericht von
Dr. D_ vom 23. März 2017 (act. 2/7 bzw. act. 10/3, S. 18 f.) ist zu entnehmen, dass er
von einer „kompletten Ruptur der Supraspinatussehne“ berichtete und ausdrücklich einen
„vollständigen Abriss der Supraspinatussehne ansatznahe“ feststellte. Folgende Überlegun-
gen führen - was schliesslich auch die Beschwerdeführerin in der Replik einräumt (vgl. act.
13, S. 5 oben) - allerdings insgesamt zum Schluss, dass sich die Beschwerdeführerin
unmittelbar beim Sturz am 8. Mai 2016 jedenfalls (noch) keine Totalruptur der
Supraspinatussehne im Sinn eines vollständigen Abrisses zugezogen haben kann:
Seite 8
a. Anlässlich der Operation am 22. März 2017 hat sich gezeigt, dass die Sehne nicht
durchgescheuert gewesen, sondern glatt gerissen und nicht ausgefasert war (Operations-
bericht Dr. D_, act. 10/3, S. 18 f.). Gemäss Dr. E_ zeigt dies gerade, dass es sich um
einen frischen Riss handeln musste, weil sich bei einem bereits über einem Jahr
eingetretenen Riss eine gewisse Verklumpung der Sehnenstümpfe gezeigt hätte. Zudem
hatte im MRI vom Oktober 2016 keine fettige Atrophie bestanden, was aber bei einer
bereits durch den Sturz eingetretenen Totalruptur zwangsläufig die Folge gewesen wäre
(Beurteilung Dr. E_ vom 28. August 2017, act. 3/10, S. 36).
b. Den medizinischen Stellungnahmen von Dr. E_ (siehe insbesondere auch seine
Zusatzbeurteilung vom 29. Januar 2018, act. 8.1) ist zu entnehmen, dass der Begriff
„Totalruptur“ durchaus interpretationsbedürfig ist. Wird von einem Riss der Supraspinatus-
sehne berichtet, heisst das nicht zwingend, dass sich die Sehne gänzlich abgelöst haben
muss. Dies ergibt sich insbesondere auch aus seiner Erläuterung der Anatomie der
Supraspinatussehne, welche im dorsalen Bereich eine Dicke von 2.2 mm habe und 22 mm
breit sei, während im anterioren Sehnenbereich die Dicke ebenfalls 2.2 mm und die Breite
19 mm betrage (vgl. act. 10/3, S. 36 ff.; act. 8.1). Dr. E_ weist darauf hin, dass sich die
Terminologie einer Ruptur der Supraspinatussehne vor allem auf die Breite und nicht auf
die Dicke beziehe, während Dr. D_’s Aussagen sich auf die Dicke beziehen und damit
eine vermeintliche Totalruptur erwähnen würden, was in dem Sinne irreführend sei, dass
mit Bezug auf die Breite offensichtlich kein kompletter Abriss der Sehne vom Ansatz
bestanden habe. Schliesslich legte Dr. E_ in seinen Stellungnahmen schlüssig dar, dass
beim MRI im Oktober 2016 eine relativ schmale Ruptur der Sehne von 5 bis 8 mm Breite
festgestellt worden sei (was auch die Berichte von Dr. F_ vom 3. November 2016 [act.
10/3, S. 4 f.] und der Zusatzbefund von Dr. G_ vom 16. November 2017 [act. 2/18, S. 2:
„Nach neuerer Nomenklatur ist ein Riss der anterioren Supraspinatussehne von 5-8 mm
nachweisbar“] stützen), was nicht einem vollständigen Abriss gleichzusetzen sei.
c. Auch Dr. D_ führte in seinem früheren Bericht vom 27. November 2017 (act. 2/19)
aus: „Die Supraspinatussehne ist an ihrem Ansatz auf einer Länge von 8 mm vollständig
durchgerissen. Weiter vorne und weiter hinten ist die Sehne nicht verletzt. [...] der vordere
und der hintere Teil des Ansatzes hingegen ist noch angewachsen. [...] Der intakte vordere
und der intakte hintere Anteil der Sehne ergeben eine noch recht ordentliche Kraft, obwohl
dazwischen ein durchgängiger Riss vorhanden ist.“ Dass eine solche Sehnenverletzung
lediglich eine relativ schmale Ruptur und keineswegs mit einem vollständigen Abriss der
Sehne gleichzusetzen ist, ist angesichts der von Dr. E_ abgegebenen eingehenden
Erklärungen schlüssig nachvollziehbar.
Seite 9
d. Die Gesamtwürdigung der verschiedenen medizinischen Unterlagen ergibt somit, dass
im Zeitpunkt des MRI-Befunds ein halbes Jahr nach dem Sturz (noch) kein vollständiger
Abriss der Supraspinatussehne vorgelegen hat. Daraus folgt wiederum, dass die
Beschwerdeführerin auch im früheren Zeitpunkt des Sturzes am 8. März 2016 (noch)
keinen vollständigen Abriss der Supraspinatussehne erlitten haben kann, da sich ein
solcher ansonsten im MRI gezeigt hätte. Es ist daher mit der Mobiliar davon auszugehen,
dass der von Dr. D_ wiederholt ausdrücklich als „vollständigen Abriss der Supraspinatus-
sehne“ bezeichnete Befund (vgl. Bericht Dr. D_ vom 29. März 2017, act. 3/10, S. 20;
Operationsbericht vom 22. März 2017, act. 3/10, S. 18) mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit zeitlich irgendwann zwischen dem MRI-Befund und der Operation eingetreten ist. Die
Operation von Dr. D_ erfolgte schliesslich auch erst über ein Jahr nach dem Sturz,
weshalb die Situation, wie sie im Operationszeitpunkt festgestellt wurde, sich nicht
zwingend bereits nach dem Sturz ebenso präsentiert haben muss.
2.5
Dass somit nicht davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin unmittelbar beim
Sturz am 8. März 2016 eine Sehnenruptur im Sinne eines vollständigen Abrisses erlitt,
schliesst eine Leistungspflicht der Mobiliar im Zusammenhang mit den Schulterbeschwer-
den aber nicht zum Vornherein aus. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers kommt,
sofern die übrigen Voraussetzungen dazu erfüllt sind, nämlich nicht nur bei vollständigen
Sehnenrissen, sondern auch bei teilweisen Sehnenrissen in Frage: Während Art. 9 Abs. 2
lit. f UVV in der bis zum 31.12.2016 gültigen Fassung Sehnenrisse bei den unfallähnlichen
Körperschädigungen auflistet, werden in der Praxis seit jeher nicht nur Leistungen bei
vollständigen Sehnenrissen gestützt auf die Bestimmungen zur unfallähnlichen
Körperschädigung von den Unfallversicherern übernommen, sondern auch bei blossen
Teilrupturen (vgl. dazu BGE 114 V 298, E. 5a). Auch die Mobiliar bestreitet nicht, dass beim
MRI am 28. Oktober ein teilweiser Sehnenriss festgestellt wurde. Ob die im MRI-Befund
festgestellte teilweise Sehnenruptur eine Folge des Sturzes im Skilager war oder nicht,
beantwortet der MRI-Befund als solcher allerdings nicht. Die Antwort auf diese Frage ist für
die Beurteilung der Leistungspflicht der Mobiliar für die Behandlung der
Schulterbeschwerden zwischen dem 8. März 2017 und dem Behandlungsabschluss am
20. Dezember 2017 aber letztlich entscheidend. Dass die nach dem 8. März 2017 erfolgte
Behandlung der Schulterbeschwerden infolge des bereits im MRI festgestellten
Sehnenrisses und anhaltender Schulterbeeinträchtigungen notwendig gewesen war, wird,
soweit ersichtlich, von keiner der Parteien in Abrede gestellt. Die Bejahung einer
Leistungspflicht der Mobiliar hängt somit im konkreten Fall davon ab, ob die auch nach dem
Seite 10
8. März 2017 anhaltenden Schulterprobleme und damit insbesondere auch die im MRI
festgestellte partielle Sehnenruptur tatsächlich auf den Sturz in Skilager zurückzuführen
war oder nicht. Mit anderen Worten: Eine allfällige Leistungspflicht der Mobiliar als
Unfallversicherer der Beschwerdeführerin setzt zwingend einen Kausalzusammenhang
zwischen dem sinnfälligen Ereignis (hier: dem Sturz) und der in Frage stehenden
körperlichen Schädigung (hier: den Schulterproblemen, welche auch nach dem 8. März
2017 eine weitere Behandlung, inklusive Operation, erforderten) voraus.
2.6
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne
deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der
gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein gewisses Ereignis (hier: der Sturz im
Skilager) die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt,
dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder
geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit anderen Worten
nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung
(hier: die Schulterbeschwerden) entfiele. Die Leistungspflicht des obligatorischen
Unfallversicherers erstreckt sich auch auf mittelbare bzw. indirekte Unfallfolgen (Urteil des
Bundesgerichts 8C_620/2015 vom 24. März 2016, E. 3.1, m.w.H.).
Der Unfallversicherer haftet jedoch für einen Gesundheitsschaden nur insoweit, als dieser
nicht nur in einem natürlichen, sondern auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang
zum versicherten Ereignis steht (Urteil des Bundesgerichts 8C_435/2015 vom 31. August
2015, E. 3.1, mit Hinweis auf BGE 129 V 177). Für die Feststellung natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin sind Verwaltung und das Gericht auf
diesbezügliche Angaben ärztlicher Experten angewiesen. Die Prüfung der Unfalladäquanz
richtet sich dagegen nach der allgemeinen Adäquanzformel und ist somit eine Rechtsfrage,
deren Beantwortung der Verwaltung bzw. im Beschwerdefall dem Richter und nicht dem
Mediziner obliegt. Unter dem Gesichtspunkt der Adäquanz ist zu prüfen, ob das versicherte
Ereignis nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen
herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt
erscheint (Urteil des Bundesgerichts 8C_435/2015 vom 31. August 2015, E. 3.4, m.w.H.).
Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt die Funktion einer
Haftungsbegrenzung zu (BGE 129 V 177, E. 3.3). Dabei spielt im Sozialversicherungsrecht
Seite 11
die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch
objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate
weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt. Anders verhält es sich bei natürlich
unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier bedarf es
einer besonderen Adäquanzbeurteilung (Urteil des Bundesgerichts 8C_108/2015 vom
4. August 2015, E. 4.1).
2.7
Zwischen den Parteien ist grundsätzlich unbestritten, dass eine Leistungspflicht der
Mobiliar, insoweit die Leistungserbringung zwischen dem 9. März und dem 20. Dezember
2017 betroffen ist, allenfalls gestützt auf die Bestimmungen zur unfallähnlichen
Körperschädigung in Frage kommt. Den Ausführungen der Beschwerdeführerin in der
Replik, wonach es unter diesen Umständen gar keiner Kausalitätsbeurteilung bedürfe (vgl.
act. 13, S. 8 unten ff.), kann nicht gefolgt werden. Nachdem seitens der Mobiliar
ausdrücklich bestritten wird, dass sich der im MRI vom Oktober 2016 gezeigte partielle
Sehnenriss überhaupt auf das Sturzereignis am 8. März 2016 zurückführen lässt, muss
sich in sachverhaltsmässiger Hinsicht zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit aus den Gesamtumständen schliessen lassen, dass sie sich beim Sturz
im Skilager überhaupt eine der in der bis Ende Dezember 2016 gültigen Fassung von Art. 9
Abs. 2 UVV aufgelisteten Verletzungen zugezogen hat bzw. im konkreten Fall überwiegend
wahrscheinlich ergeben, dass die im MRI festgestellte Sehnenbeschädigung, welche auch
nach dem 8. März 2017 noch eine Behandlung erforderte, überhaupt durch den Sturz
zumindest mitverursacht worden ist (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_978/2010 vom
3. März 2011, E. 5). Degenerative Vorzustände schliessen dabei eine unfallähnliche
Körperschädigung nicht aus, sofern ein unfallähnliches Ereignis den vorbestehenden
Gesundheitsschaden verschlimmert oder manifest werden lässt; die schädigende, äussere
Einwirkung muss aber wenigstens im Sinne eines Auslösungsfaktors zu den krankhaften
oder degenerativen Ursachen hinzutreten, damit eine unfallähnliche Körperschädigung
vorliegt (BGE 123 V 43, E. 2b). Sowohl bei Unfällen als auch in den Fällen der
unfallähnlichen Körperschädigungen ist somit immer der Nachweis eines zumindest
überwiegend wahrscheinlich anzunehmenden Kausalzusammenhangs zwischen dem
Unfall bzw. unfallähnlichen Ereignis und der Verletzung für die Bejahung der
Leistungspflicht des Unfallversicherers notwendig (Urteil des Bundesgerichts 8C_679/2016
vom 7. Dezember 2016, E. 4).
Seite 12
Dass die Mobiliar zunächst Leistungen an die Beschwerdeführerin erbrachte, ändert daran
nichts: Die faktische Erbringung von Leistungen durch den Unfallversicherer präjudiziert die
Frage der grundsätzlichen Leistungspflicht nicht (vgl. dazu auch Urteile des Bundesgerichts
8C_22/2010 vom 28. September 2010, E. 4.1 und 8C_155/2012 vom 9. Januar 2013, E.
6.1, je m.w.H.). Der Unfallversicherer kann die zunächst ausgerichteten Leistungen
jederzeit einstellen, wenn der Kausalzusammenhang zwischen den eine Behandlung
erfordernden Beschwerden und dem betroffenen Ereignis - hier: der Sturz im Skilager -
nicht (mehr) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Nachdem im
konkreten Fall lediglich der Kausalzusammenhang für den Zeitraum nach dem 8. März
2017 umstritten ist, braucht nicht näher geprüft zu werden, wie es sich diesbezüglich bis
zum 8. März 2017 verhielt.
2.8
a. Im vorliegenden Fall fehlt es an aktuellen medizinischen Unterlagen für die Zeit
unmittelbar nach dem erlittenen Sturz im Skilager, nachdem die Beschwerdeführerin erst
Monate später erstmals ihre Hausärztin aufgrund anhaltender Schulterbeschwerden
konsultierte. Die Beschwerdeführerin gibt an, sie habe nach dem Sturz grosse Schmerzen
und ein Gefühl einer kurzzeitigen Armlähmung verspürt, während sie vorher keine
Schulterbeschwerden gehabt habe. Dass sie erst ein halbes Jahr später ihre Ärztin
aufgesucht habe, liege daran, dass sie sehr schmerztolerant sei und zunächst auf
konservative Eigenbehandlung vertraut habe. Dr. B_ erwähnte zu dieser
Eigenbehandlung mit Schmerzmitteln nichts Besonderes in ihrer Unfallmeldung, beschrieb
den Unfallhergang als Kontusion der rechten Schulter und wies auf „im Verlauf
zunehmende Schmerzen im Liegen und bei Bewegungen“ hin (act. 10/3, S. 1), ohne
genauere Spezifikation. Die Mobiliar ist der Ansicht, dass der Umstand, dass sich die
Beschwerdeführerin erst ein halbes Jahr nach dem Sturz in ärztliche Behandlung begab,
stark dafür spreche, dass die Beschwerden nach dem Sturz wohl wieder abnahmen und es
erst im späteren Verlauf zu erneuten Beschwerden gekommen sei. Hätte die
Beschwerdeführerin bereits nach dem Sturz am 8. März 2016 unter erheblichen
Schulterbeschwerden gelitten, wäre der erste Arztbesuch nach Auffassung der Mobiliar klar
nicht erst im September 2016 erfolgt. Die Mobiliar lehnt ihre Leistungspflicht ab 9. März
2017 schliesslich namentlich gestützt auf die medizinischen Einschätzungen von Dr. C_
und Dr. E_ ab.
b. Dr. C_ ging in seinem Bericht vom 15. März 2017 (act. 10/3, S. 14 f.) - vorerst noch
ohne vertiefte Begründung - davon aus, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei der
Status quo sine spätestens 12 Monate nach dem Sturz erreicht worden. Im Bericht vom
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4. Mai 2017 (act. 10/3, S. 23 ff.) präzisierte er, die Operation vom 22. März 2017 stehe mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 8. März
2016. Zwar sei beim MRI-Untersuch, welcher allerdings erst 6 Monate nach dem Sturz
stattgefunden habe, eine Teilläsion der Sehne nachgewiesen worden und es sei nur eine
Frage der Zeit gewesen, bis diese lädierte Sehne vollständig durchgescheuert worden sei.
Anlässlich der ersten Konsultation bei Dr. B_ sei aber keine relevante Einschränkung der
Beweglichkeit im rechten Schultergelenk festgestellt worden, sondern sie habe die
typischen Zeichen eines subakrominalen Impingements gefunden. Sowohl Dr. F_ als
auch Dr. D_ hätten das Vorliegen eines subakrominalen Impingements bestätigt. Dass
nach der Infiltrationstherapie von Dr. F_ die Schulterschmerzen zunächst verschwanden,
spreche klar für ein krankhaft-degeneratives Schulterleiden. Die zu Schulterbeschwerden
führenden Rotatorenmanschettenrupturen seien üblicherweise auf krankhaft-degenerative
Prozesse zurückzuführen; ein direktes Anpralltrauma bei einem Sturz sei jedenfalls zum
Vornherein nicht geeignet, um eine Verletzung der Rotatorenmanschette zu verursachen.
c. Der von der Mobiliar zusätzlich beigezogene Dr. E_ unterzog die vorhandenen
medizinischen Akten schliesslich einer weiteren umfassenden Gesamtbeurteilung und
nahm dabei namentlich zur Frage Stellung, ob eine Kausalität zwischen den auch nach
dem 8. März 2017 eine Behandlung erfordernden Schulterbeschwerden und dem Sturz im
Skilager gegeben sei (act. 10/3, S. 36 ff.). Er stellte zunächst wie bereits Dr. C_ fest,
dass weder eine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin noch klassische Symptome
einer Totalruptur der Sehne im Anschluss an den Sturz dokumentiert seien; auch gemäss
seiner Einschätzung würde eine beim Sturz erlittene Sehnenruptur mit gravierenden
Einschränkungen einhergehen, so dass die Beschwerdeführerin sich viel früher in ärztliche
Behandlung begeben hätte. Schliesslich hätte auch nicht ein Kraftverlust, sondern
anhaltende Schmerzen zu einer Arztkonsultation bei Dr. B_ geführt. Dr. E_ hält in
seiner Einschätzung fest, gemäss den medizinischen Unterlagen sei es beim Sturz zu einer
Schulterkontusion gekommen. Bewegungseinschränkungen seien keine festgestellt
worden, auch nicht von Dr. F_, der aufgrund der anhaltenden Schulterschmerzen der
Beschwerdeführerin eine Infiltration durchgeführt habe mit dem Resultat, dass die
Beschwerdeführerin in der Folge für mehrere Wochen praktisch vollständig beschwerdefrei
gewesen sei. Dafür, dass die von Dr. D_ bei der Operation festgestellte vollständige
Sehnenruptur nicht nur erst nach dem Sturzereignis im März 2016, sondern auch erst nach
dem MRI-Befund vom Oktober 2016 eingetreten sei, spreche insbesondere, dass die
Sehnenenden im Operationsbericht als glatt und „jungfräulich“ beschrieben würden ohne
jegliche Retraktion. Hätte die Ruptur schon längere Zeit bestanden, wären aber weit
retrahierte Sehnenenden mit narbig degenerativen Veränderungen zu erwarten gewesen.
Bereits bei der Erstkonsultation von Dr. B_ sei an sich fraglich gewesen, ob die ein
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halbes Jahr nach dem Sturz bestehenden Schulterbeschwerden überhaupt noch auf den
Sturz zurückzuführen gewesen seien und die von der Mobiliar übernommene einjährige
unfallbedingte Verlaufsphase sei bereits als grosszügig zu bewerten. Dass die erst nach
dem 8. März 2017 durchgeführte Schulteroperation auf die beim Sturz erlittenen
Verletzungen zurückzuführen sei, sei klar nicht überwiegend wahrscheinlich. Die beim MRI
festgestellte Subtotalruptur der Supraspinatussehne habe unfallunabhängig bestanden und
durch weiteren Verschleiss mit Totalruptur schliesslich die Operation nötig gemacht.
d. Die Beschwerdeführerin hält diesen medizinischen Einschätzungen entgegen, es hätten
sich anlässlich der Arthoskopie vom 22. März 2017 nebst dem Sehnenriss zahlreiche
weitere Schulterverletzungen gezeigt (vgl. Beschwerdeschrift, S. 10 f.). Im MRI vom
Oktober 2016 sei auch ein Riss der vorderen Gelenkkapsel und ein Riss des medialen
glenohumeralen Bandes sichtbar gewesen, was nicht durch ein degeneratives
Impingement zu erklären sei, sondern auf den heftigen Aufprall auf die Schulter beim Sturz
im Skilager (vgl. dazu auch die Argumentation in der Replik, act. 13, S. 6 oben). Dr. E_
sowie auch der von ihm zusätzlich beigezogene Radiologe Dr. H_ waren jedoch in
diesem Zusammenhang zum Schluss gelangt, der Kapselriss mit Ruptur des medialen
glenohumeralen Ligaments scheine im MRI-Befund gar nicht eindeutig. Es zeigten sich
verdickte und verplumpte, zum Teil auch verbackene Strukturen in diesem Bereich, letztlich
nicht zwingend eine Ruptur beweisend; es würden auch Ansätze einer Frozen shoulder
möglich erscheinen (act. 10/3, S. 39).
e. Im Bericht vom 28. August 2017 legte Dr. E_ nachvollziehbar und schlüssig dar,
weshalb eine Schulterkontusion gar nicht zu einer Ruptur der Sehne einer
Rotatorenmanschette führen könne. Für diesen Schluss spricht, wie sich auch aus der
diesbezüglich einschlägigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung im Urteil 8C_100/2016
vom 17. Mai 2016, E. 5 ergibt, auch in diesem Zusammenhang von der Mobiliar zitierte
Fachliteratur zur Unfallkausalität von Rotatorenmanschettenschäden (vgl. act. 16, S. 3
oben), sowie insbesondere auch die diesbezüglich schlüssigen und übereinstimmenden
Beurteilungen von Dr. C_ (act. 10/3, S. 24 oben) und Dr. E_ (act. 10/3, S. 41 unten).
Insgesamt ist gestützt auf diese Unterlagen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass für die erste Zeit nach dem Sturz keine klinischen Hinweise für eine
Rotatorenmanschettenruptur erkennbar sind. Die Rücksprache von Dr. E_ mit Dr. H_
hat zudem ergeben, dass dieser die bereits von Dr. C_ festgestellten degenerativ
bedingten Schäden ebenfalls bestätigte (act. 10/3, insbesondere S. 37 und 40). Gemäss
der sorgfältigen und umfassenden medizinischen Einschätzung von Dr. E_ hat sich
überwiegend wahrscheinlich unabhängig vom Sturzereignis ein Impingement entwickelt; die
AC-Gelenksarthrose, das leicht gekrümmte Akromion habe zusammen mit dem
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subakrominalen Sporn zu Reizzuständen mit einer Bursitis subacrominalis und zu einem
Hochwandern des Humeruskopfs und damit zu einem klassischen Impingement geführt mit
einem zunehmenden Engpass und einem kontinuierlichen Verschleiss der
Supraspinatussehne (act. 10/3, S. 37). Dr. E_ legte insbesondere auch schlüssig dar,
dass die Supraspinatussehne als Abstandshalter zwischen dem Akromion und dem
Humeruskopf diene. Erst bei einer kompletten Ruptur der Supraspinatussehne - welche
aber weder im Zeitpunkt des Sturzes noch bei dem ein halbes Jahr später erstellten MRI
nachgewiesen werden könne - würde dieser Abstandshalter fehlen. Daher könne der bei
der Beschwerdeführerin hochgewanderte Humeruskopf nur durch ein unfallunabhängiges
Impingement, d.h. vom Sturz unabhängiges Engpasssyndrom erklärt werden. Begünstigt
würde eine solche Entwicklung durch das etwas nach kaudal verlaufende Akromion und vor
allem durch die AC-Gelenksarthrose und die leichte subakromiale Spornbildung (act. 10/3,
S. 38). Somit sei die von Dr. D_ bei der Operation diagnostizierte Totalruptur und die
dabei durchgeführte Naht der Supraspinatussehne nicht unfallbedingt verursacht worden.
f. An dieser umfassenden, sämtliche vorhandenen medizinischen Unterlagen eingehend
würdigenden und schlüssigen Einschätzung von Dr. E_ vermag die gegenteilige
Argumentation der Beschwerdeführerin letztlich nichts zu ändern. Insbesondere auch,
nachdem die Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit als Hauswirtschafts- und
Handarbeitslehrerin zunächst offenbar ohne Einschränkungen - auch noch im Zeitpunkt der
Arztkonsultation bei Dr. B_, welche der Beschwerdeführerin keine Arbeitsunfähigkeit
attestierte - ausüben konnte, geht der Umstand, dass sich die medizinische Situation, wie
sie sich unmittelbar nach dem Sturz präsentierte, durch keine entsprechende
Dokumentation von behandelnden Ärzten belegen lässt, letztlich zu Lasten der
Beschwerdeführerin. Es ist unter diesen Umständen weder mit zumindest überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass der erstmals im MRI vom Oktober 2016
festgestellte partielle Sehnenriss, noch dass der operativ festgestellte völlige Abriss der
Supraspinatussehne kausal durch den Unfall verursacht worden ist. Entsprechend fehlt es
an einem überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Sturz im
Skilager am 8. März 2016 und der Behandlung der Schulterbeschwerden nach dem 8. März
2017, darunter insbesondere auch die operativ durchgeführte Naht der gerissenen
Supraspinatussehne am 22. März 2017. Die von der Beschwerdeführerin zur weiteren
Abklärung des medizinischen Sachverhalts beantragte Parteibefragung bzw.
Zeugeneinvernahmen vermögen verlässliche medizinische Befundaufnahmen letztlich nicht
zu ersetzen. Auch die Einholung eines Gerichtsgutachtens erscheint unter den gegebenen
Umständen nicht zielführend, nachdem es sich naturgemäss um ein Aktengutachten
handeln müsste und bereits eine umfassende und schlüssige Stellungnahme von Dr. E_
vorliegt.
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2.9
Zusammengefasst ist somit nicht zu beanstanden, dass die Mobiliar, nachdem sie bereits
während eines Jahres für Leistungen im Zusammenhang mit den persistierenden
Schulterbeschwerden aufgekommen war, für die Zeit nach dem 8. März 2017 eine weitere
Leistungspflicht ablehnte und ihre Versicherungsleistungen einstellte. Die gegen den
leistungsabweisenden Einspracheentscheid der Mobiliar vom 28. November 2017
erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden
muss.
3. Kosten und Entschädigung
3.1
Es handelt sich beim vorliegenden Beschwerdeverfahren um ein von Gesetzes wegen
kostenloses Verfahren (Art. 1 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 61 lit. a ATSG), weshalb
unabhängig vom Verfahrensausgang keine Gerichtskosten zu erheben sind.
3.2
Da die Beschwerdeführerin mit ihren Anträgen unterlegen ist, sind ausserdem keine
Entschädigungen zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG e
contrario), nachdem einem beschwerdegegnerischen Versicherungsträger aufgrund der
Kostenlosigkeit des Verfahrens ein Anspruch auf eine Parteientschädigung unabhängig
vom Verfahrensausgang nicht zustehen kann (vgl. dazu auch BGE 126 V 143, E. 4; UELI
KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, N 199 zu Art. 61 ATSG).
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