Decision ID: 5fd84389-7dbb-495e-a06b-489ba4077186
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_001
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: civil_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Obergericht entnimmt den Akten:
1.
Am 14. Februar 2022 wurde das von B. (Gesuchstellerin im Verfahren [...]
betreffend Eheschutz) mit Eingabe vom 21. September 2021 (Postauf-
gabe) gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
vom Gerichtspräsidium Zurzach bewilligt. Als unentgeltlicher Rechtsvertre-
ter wurde der von B. bevollmächtigte Beschwerdeführer eingesetzt.
2.
2.1.
Der Beschwerdeführer reichte am 15. Dezember 2021 beim Gerichtspräsi-
dium Zurzach für seine Tätigkeit eine Kostennote über den Betrag von
Fr. 6'782.30 (inkl. Fr. 346.40 Auslagen und Fr. 484.90 Mehrwertsteuer) ein.
2.2.
Mit Verfügung vom 22. März 2022 wies die Gerichtspräsidentin von Zur-
zach die Gerichtskasse an, dem Beschwerdeführer ein Honorar von
Fr. 3'604.10 (inkl. Fr. 346.40 Auslagen und Fr. 257.70 Mehrwertsteuer)
auszubezahlen.
3.
3.1.
Gegen diese ihm am 29. März 2022 zugestellte Verfügung erhob der Be-
schwerdeführer beim Obergericht des Kantons Aargau am 8. April 2022
fristgerecht Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren:
"1. Die Verfügung des Bezirksgerichts Zurzach vom 22. März 2022 sei .
2. Es sei dem Beschwerdeführer eine angemessene Entschädigung seiner Bemühungen im vorinstanzlichen Verfahren in der Höhe von Fr. 6'782.30 auszurichten.
3. Eventualiter sei die Verfügung des Bezirksgerichts Zurzach vom 22. März 2022 aufzuheben und an die Vorinstanz zur Neubeurteilung .
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten der ."
3.2.
Mit Eingabe vom 9. Mai 2022 verzichtete die Vorinstanz mit Verweis auf die
Erwägungen in der angefochtenen Verfügung auf eine Vernehmlassung.
- 3 -

Considerations:
Das Obergericht zieht in Erwägung:
1.
Gegen den Entscheid über die Höhe der Entschädigung eines unentgeltli-
chen Rechtsbeistandes oder einer unentgeltlichen Rechtsbeiständin
(Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO) ist die Beschwerde gegeben (Art. 319 lit. b Ziff. 1
ZPO), sofern der Kostenentscheid wie vorliegend selbständig, d.h. nicht
zusammen mit der Hauptsache, angefochten wird (Art. 110 ZPO). Mit der
Beschwerde können die unrichtige Rechtsanwendung und die offensicht-
lich unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden
(Art. 320 ZPO). Neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue
Beweismittel sind im Beschwerdeverfahren ausgeschlossen (Art. 326
ZPO).
2.
2.1.
Die Vorinstanz erwog in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen,
gemäss Rechtsprechung des Obergerichts des Kantons Aargau gelte in
Eheschutzverfahren mit einem durchschnittlichen Aufwand ein Grundhono-
rar für einen unentgeltlichen Rechtsbeistand in der Höhe von Fr. 2'500.00
als angemessen. Mit diesem seien Instruktion, Aktenstudium, rechtliche
Abklärungen, Korrespondenz und Telefongespräche sowie eine Rechts-
schrift und die Teilnahme an einer behördlichen Verhandlung abgedeckt.
Notwendige überdurchschnittliche Aufwendungen könnten im Rahmen von
Zuschlägen gemäss § 6 Abs. 3 AnwT berücksichtigt werden. Hier habe kein
Eheschutzverfahren vorgelegen, welches sich in rechtlicher oder sachli-
cher Hinsicht als überdurchschnittlich schwierig präsentiert habe. Folglich
sei von einer Grundentschädigung von Fr. 2'500.00 auszugehen. Eine
mündliche Replik bzw. Duplik gelte gemäss ständiger Praxis nicht als zu-
sätzliche Rechtsschrift i.S.v. § 6 Abs. 3 AnwT. Es sei aber aufgrund der
Beurteilung des vom Gericht unterbreiteten Vergleichs im Nachgang zur
Verhandlung ein ausserordentlicher Zuschlag von 20 % zu gewähren. Un-
ter Berücksichtigung der geltend gemachten Auslagen von Fr. 346.40 so-
wie der Mehrwertsteuer von 7.7 % ergebe sich ein Gesamthonorar von
Fr. 3'604.10 ([Fr. 2'500.00 + Fr. 500.00 + Fr. 346.40] * 1.077).
2.2.
Mit Beschwerde bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen und zusam-
mengefasst vor, dass ein unentgeltlicher Rechtsbeistand gemäss Art. 122
ZPO angemessen zu entschädigen sei. Vorliegend sei ein Beratungshono-
rar von Fr. 5'951.00 zzgl. Auslagen, Gebühren sowie Mehrwertsteuer und
damit ein zeitlicher Aufwand von 27.05 Stunden geltend gemacht worden.
Beim von der Vorinstanz (um 20 % erhöhten) zugesprochenen Grundho-
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norar von total Fr. 3'000.00 resultiere im Verhältnis zum entstandenen Auf-
wand von 27 Stunden etwa eine Entschädigung von Fr. 111.11 pro Stunde.
Die verfügte Entschädigung liege damit nicht nur weit unter der bundesge-
richtlichen Vorgabe der angemessenen Entschädigung von Fr. 180.00 pro
Stunde i.S.v. BGE 132 I 201, sondern gar noch weit unter den bundesge-
richtlich angewandten Selbstkosten einer Rechtsvertretung von Fr. 130.00
pro Stunde, weshalb die verfügte Entlohnung im Widerspruch zur erforder-
lichen Angemessenheit der Entschädigung gemäss Art. 122 ZPO stehe.
Die Vorinstanz habe zudem darauf verzichtet, die in seiner Honorarnote
geltend gemachten Einzelaufwendungen zu prüfen und allenfalls zu bean-
standen. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern seine in der detaillierten Leis-
tungsabrechnung der Kostennote aufgeführten Aufwendungen nicht ge-
rechtfertigt oder übermässig gewesen seien. Es sei davon auszugehen,
dass die Honorarzumessung weder in der pauschalen Erstzumessung
noch in einer angezeigten "Kontrollrechnung" zur Wahrung der angemes-
senen Entlohnung anhand des Einzelfalls erfolgt sei. Die Vorinstanz habe
sein Honorar daher ohne angemessene Berücksichtigung der konkreten
Aufwendungen in unzulässiger Weise pauschalisiert.
Weiter liege das von ihm geltend gemachte Honorar von Fr. 5'591.00 in der
unteren Hälfte des gemäss § 3 Abs. 1 lit. b AnwT vorgesehenen Ermes-
sensspielraums von Fr. 1'210.00 bis Fr. 14'740.00 für die Honorarzumes-
sung, ohne Berücksichtigung der Möglichkeit von weiteren Zuschlägen ge-
mäss § 7 AnwT von bis zu 50 %. Er habe daher in guten Treuen davon
ausgehen dürfen, dass seine mit Kostennote geltend gemachten Aufwen-
dungen nicht als aussergewöhnlich hoch oder nicht erforderlich betrachtet
werden würden. Entsprechend habe er auch nicht davon ausgehen müs-
sen, weiterführende Darlegungen zu seiner Kostennote zu machen, inwie-
weit seine erbrachten Leistungen erforderlich gewesen seien. Zwar habe
die Vorinstanz dem Einzelfall insoweit zumindest formell Rechnung getra-
gen, als sie einen Zuschlag von 20 % gewährt und auf die Nachbearbeitung
des Vergleichs verwiesen habe. Dies stelle jedoch lediglich eine weitere
pauschalisierte Verfügung dar, welche ohne Berücksichtigung des Einzel-
falls und der Kostennote vom 15. Dezember 2021 erfolgt sei. In casu habe
alleine die Verhandlung über 5 Stunden gedauert. Für Aktenstudium, Vor-
besprechung, Korrespondenz und die Ausarbeitung des Eheschutzbegeh-
rens sowie die zahllosen weiteren Aufgaben einer Parteivertretung würden
nach dem obergerichtlichen Grundhonorar gerade noch 8.88 Stunden ver-
bleiben, dies zum bundesgerichtlich gerade noch als verfassungsmässig
betrachteten Mindesttarif von Fr. 180.00 pro Stunde. Es sei offenkundig,
dass der vorinstanzliche Pauschalbetrag somit entweder in zeitlicher Hin-
sicht unzureichend sei und keine adäquate Vertretung und Mandatsführung
zulasse oder aber in eine unter der Angemessenheit der Entschädigung
liegenden Entlohnung resultiere.
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2.3.
2.3.1.
Die kantonale Tarifhoheit (Art. 96 ZPO) umfasst die Kompetenz der Kan-
tone, die Höhe der Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes
zu regeln. Der Bundesgesetzgeber hat darauf verzichtet, in der Schweize-
rischen Zivilprozessordnung die Entschädigung des unentgeltlichen
Rechtsanwalts zu regeln und den Grundsatz der vollen Entschädigung
durchzusetzen. Art. 122 ZPO verlangt lediglich, die Entschädigung müsse
angemessen sein (BGE 137 III 185; BGE 5A_157/2015 E. 3.1).
Die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung in Verfahren vor
aargauischen Gerichtsbehörden in Zivil- und Verwaltungssachen bemisst
sich nach den Vorschriften des aargauischen Dekrets über die Entschädi-
gung der Anwälte vom 10. November 1987 (Anwaltstarif, AnwT), und zwar
laut § 10 AnwT nach den §§ 3 bis 8 AnwT. Gemäss § 3 Abs. 1 lit. b AnwT
wird bei nicht vermögensrechtlichen Streitsachen, worunter die Festset-
zung familienrechtlicher Unterhalts- und Unterstützungsbeiträge fällt (lit. d),
die Grundentschädigung nach dem mutmasslichen Aufwand des Anwaltes
sowie nach der Bedeutung und der Schwierigkeit des Falles im Rahmen
von Fr. 1'210.00 bis Fr. 14'740.00 festgesetzt. In Summarsachen – dazu
zählen Eheschutz-, Präliminar- und die entsprechenden Abänderungsver-
fahren (Art. 271 lit. a und Art. 276 ZPO), nicht aber die Vollstreckungsver-
fahren – beträgt die Grundentschädigung 25 bis 100 % dieses Ansatzes
(§ 3 Abs. 2 AnwT). Mit der expliziten Erwähnung des "mutmasslichen Auf-
wands des Anwalts" neben der Bedeutung und Schwierigkeit des Falles als
Bemessungskriterium in der per 1. Juli 2011 in Kraft getretenen Fassung
von § 3 Abs. 1 lit. b AnwT wurde der Charakter dieser Bestimmung als Pau-
schaltarif nicht geändert (AGVE 2013 Nr. 75 S. 396 f.).
2.3.2.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist es zulässig, für das An-
waltshonorar Pauschalen vorzusehen. Bei einer Honorarbemessung nach
Pauschalbeträgen werden alle prozessualen Bemühungen zusammen als
einheitliches Ganzes aufgefasst und der effektive Zeitaufwand lediglich im
Rahmen des Tarifansatzes berücksichtigt. Pauschalen nach Rahmentari-
fen erweisen sich dann als verfassungswidrig, wenn sie auf die konkreten
Verhältnisse in keiner Weise Rücksicht nehmen und im Einzelfall aus-
serhalb jedes vernünftigen Verhältnisses zu den vom Rechtsanwalt geleis-
teten Diensten stehen (BGE 141 I 124 E. 4.3). Ausgangspunkt ist eine Ge-
samtbetrachtung des Honorars unter Berücksichtigung des konkreten Fal-
les. Wird ein Anwaltshonorar nach dem massgebenden Tarif als Pauschal-
betrag ausgerichtet, kann von einer Beurteilung der einzelnen Positionen
einer eingereichten Honorarrechnung grundsätzlich abgesehen werden
(BGE 5D_62/2016 E. 4.1). Das pauschalierende Vorgehen setzt nicht eine
systematische "Kontrollrechnung" mit einem Stundenansatz von Fr. 180.00
voraus. Es ist nicht in das Belieben eines Rechtsvertreters gestellt, durch
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das Aufschreiben einer übermässigen Anzahl Stunden auf die Festsetzung
des Grundhonorars Einfluss zu nehmen. Richten sich Honorarpauschalen
nicht in erster Linie nach dem Umfang der Bemühungen, ist der tatsächlich
geleistete Aufwand zunächst nur sehr bedingt massgebend. Gleichwohl
sind die sachbezogenen und angemessenen Bemühungen zu entschädi-
gen. Wird mit Blick auf den im Anwaltstarif gesetzten Rahmen erkennbar,
dass der geleistete Aufwand auch nach einem Minimalansatz zu einer Ent-
schädigung führt, welche über das Mass dessen hinausgeht, was für Fälle
der betreffenden Art üblicherweise als geboten und damit entschädigungs-
pflichtig angesehen wird, muss der Rechtsvertreter – von sich aus, gege-
benenfalls auf gerichtliche Aufforderung hin – darlegen, inwiefern zur ge-
hörigen Erledigung des Prozessmandats ein solcher Aufwand erforderlich
war. Die blosse Auflistung von Aufwandpositionen in der Honorarnote ist
hierfür allerdings nicht ausreichend. Jedenfalls wenn ein Anwalt weiss oder
zumindest in Erfahrung bringen kann, auf welchen Pauschalbetrag die zu-
ständige Behörde in durchschnittlichen Verfahren gleicher Art die Grund-
entschädigung praxisgemäss festsetzt, hat der Rechtsvertreter eine sub-
stantiierte Begründung seines Honoraranspruchs zu erbringen (BGE 143
IV 453 E. 2.5.1).
2.4.
Der Kanton Aargau gehört zu jenen Kantonen, in welchen die Entschädi-
gung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes nicht nach einem vorgegebe-
nen Stundenansatz, sondern mit Pauschalbeträgen nach streitwertabhän-
gigen Tarifen bzw. innerhalb eines Kostenrahmens erfolgt (vgl. E. 2.3.1
hiervor). Die Grundentschädigung in einem durchschnittlichen Eheschutz-
verfahren beträgt gemäss der mit AGVE 2002 Nr. 24 S. 78 veröffentlichten
und dargelegten obergerichtlichen Praxis Fr. 2'500.00, wobei bei Verfah-
ren, die sich gemessen an den Kriterien des § 3 Abs. 1 lit. b AnwT als über-
durchschnittlich präsentieren, die Grundentschädigung angemessen zu er-
höhen ist. Mit dieser sind abgegolten: Instruktion, Aktenstudium, rechtliche
Abklärungen, Korrespondenz und Telefongespräche sowie eine Rechts-
schrift und die Teilnahme an einer behördlichen Verhandlung (§ 6 Abs. 1
AnwT). Wird das Verfahren nicht vollständig durchgeführt oder vertrat der
Anwalt eine Partei nicht während des ganzen Verfahrens, vermindert sich
die Entschädigung gemäss den §§ 3–6 AnwT entsprechend den Minder-
leistungen des Anwaltes (§ 6 Abs. 2 AnwT). Für zusätzliche Rechtsschriften
und Verhandlungen erhöht sich die Grundentschädigung um je 5–30 % (§ 6
Abs. 3 AnwT), wohingegen Plädoyernotizen nicht als zusätzliche Rechts-
schriften gelten, sondern mit der Vergütung für die Verhandlung erfasst
werden (Entscheid des Obergerichts, 3. Zivilkammer [ZSU.2022.37],
E. 3.3). Erfordert ein Verfahren ausserordentliche Aufwendungen eines An-
waltes, z.B. in Rechnungsprozessen, Patentprozessen, Verfahren mit aus-
serordentlich umfangreichem oder fremdsprachigem Aktenmaterial, bei
Vertretung mehrerer Klienten, in Verfahren, in denen ausländisches Recht
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in Frage steht, oder bei ausgedehnten Beweiserhebungen, kann die Ent-
schädigung gemäss den §§ 3–6 AnwT um bis zu 50 % erhöht werden. Er-
fordert ein Verfahren nur geringe Aufwendungen, vermindert sich die Ent-
schädigung um bis zu 50 % (§ 7 AnwT). Bei nicht vermögensrechtlichen
Streitigkeiten ist ausserordentlichem Aufwand allerdings stets im Rahmen
einer Erhöhung der Grundentschädigung nach § 3 Abs. 1 lit. b AnwT Rech-
nung zu tragen. Diesfalls werden die Kriterien der Bedeutung und Schwie-
rigkeit des Falles bereits beim innerhalb des Rahmens von Fr. 1'210.00 bis
Fr. 14'740.00 festzulegenden Grundhonorar gemäss § 3 Abs. 1 lit. b AnwT
berücksichtigt. Insofern bleibt für die Anwendung von § 7 Abs. 1 AnwT kein
Raum mehr (AGVE 1996 Nr. 27 S. 91).
2.5.
Die Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach er nicht habe davon aus-
gehen müssen, bei der Vorinstanz weiterführende Darlegungen zu seiner
Kostennote zu machen, inwieweit seine erbrachten Leistungen erforderlich
gewesen seien, und er eine Gehörsverletzung darin erblickt, weil die Vor-
instanz seine mit Kostennote aufgeführten Aufwandpositionen nicht einzeln
geprüft habe, verfangen nicht. Als Rechtsanwalt, der im Kanton Aargau ei-
nen Prozess betreffend Eheschutz führt, ist vom Beschwerdeführer zu er-
warten, dass er sich über die in der offiziellen Entscheidsammlung des Kan-
tons publizierte Rechtsprechung in diesem Bereich kundig macht. Dem Be-
schwerdeführer wäre es zudem jedenfalls zuzumuten gewesen, sich be-
reits vor Einreichung seiner Kostennote bei der Vorinstanz nach einer all-
fälligen Praxis bezüglich der Anwaltshonorare in Eheschutzverfahren zu in-
formieren. Er konnte daher zumindest in Erfahrung bringen, dass für ein
durchschnittliches Eheschutzverfahren im Kanton Aargau praxisgemäss
von einem Grundhonorar von Fr. 2'500.00 ausgegangen wird. Es oblag ihm
daher, im Einzelnen und begründet darzulegen, inwiefern zur gehörigen
Erledigung des Prozessmandats ein Aufwand erforderlich war, der auch
nach einem Minimalansatz zu einer Entschädigung führt, welche über das
Mass dessen hinausgeht, was für Fälle der betreffenden Art üblicherweise
als geboten und damit entschädigungspflichtig angesehen wird. Mit Kos-
tennote vom 15. Dezember 2021 reichte er zwar eine Aufstellung der ein-
zelnen Aufwandpositionen ein. Indessen hat er vor Vorinstanz nicht sub-
stantiiert dargetan, dass und weshalb ihm ein Aufwand entstanden wäre,
welcher über die Aufwendungen für ein durchschnittliches Eheschutzver-
fahren hinausgehen. Die blosse Auflistung von Aufwandpositionen, wie sie
der Beschwerdeführer vorgenommen hat, genügt hierfür nicht (vgl. E. 2.3.2
hiervor). Mangels substantiierter Begründung des Honoraranspruchs war
die Vorinstanz entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers daher nicht
gehalten, aufzuzeigen, welche Aufwandpositionen sie inwiefern als unge-
rechtfertigt erachtete. Ihr kann daher auch keine Verletzung der Begrün-
dungspflicht und damit des Anspruchs auf rechtliches Gehör vorgeworfen
werden, zumal sie die Festsetzung des Pauschalhonorars in ihrem Ent-
scheid genügend begründet hat.
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Auch wenn für die Beurteilung des gerichtlichen Vergleichsvorschlags nicht
ein Zuschlag nach § 7 Abs. 1 AnwT zu gewähren ist, sondern, da eine nicht
vermögensrechtliche Streitigkeit vorliegt (vgl. § 3 Abs. 1 lit. d AnwT), die-
sem Aufwand – wenn überhaupt – im Rahmen einer Erhöhung der Grund-
entschädigung nach § 3 Abs. 1 lit. b AnwT Rechnung zu tragen wäre (vgl.
vorne E. 2.4), ist der vorinstanzliche Entscheid im Ergebnis nicht zu Guns-
ten des Beschwerdeführers zu beanstanden, zumal nicht ersichtlich ist und
vom Beschwerdeführer weder im vorinstanzlichen noch im vorliegenden
Beschwerdeverfahren substantiiert vorgebracht wurde bzw. wird, inwiefern
und aus welchen besonderen Gründen ihm zusätzliche Aufwendungen ent-
standen wären, welche nicht bereits durch die Grundentschädigung ge-
mäss § 3 Abs. 1 lit. b AnwT (vgl. E. 2.3.2 und 2.4 hiervor) abgegolten sind.
2.6.
Insoweit der Beschwerdeführer mit Beschwerde neu behauptet, bereits auf-
grund der über fünf Stunden dauernden vorinstanzlichen Verhandlung sei
eine Grundentschädigung von bloss Fr. 2'500.00 nicht angemessen und er
damit sinngemäss geltend machen will, es habe sich vorliegend um ein
Verfahren mit überdurchschnittlichen Aufwendungen gehandelt, ist er da-
mit aufgrund des Novenverbots in Beschwerdeverfahren (vgl. E. 1 hiervor)
nicht zu hören. Anzumerken bleibt, dass die vorinstanzliche Verhandlung
nicht – wie behauptet – über fünf Stunden dauerte, sondern gemäss Ver-
handlungsprotokoll 2 Stunden und 45 Minuten in Anspruch nahm. Dabei
nahm ein beachtlicher Teil der Verhandlung die vom Beschwerdeführer auf
24 Seiten abgefasste sowie mündlich vorgetragene und somit durch die
Grundentschädigung gemäss § 3 Abs. 1 lit. b AnwT (vgl. E. 2.4 hiervor)
abgegoltene Replik ein, worin er grossmehrheitlich Tatsachenbehauptun-
gen aufstellte (wie bspw. Vorbringen zum Einkommen und Bedarf seiner
Klientin), welche er bereits in seinem (erst nach gerichtlicher Aufforderung
und somit nachträglich substantiierten sowie ohne Beilagen eingereichten)
schriftlichen Eheschutzbegehren vorgebracht hatte oder zumindest hätte
vorbringen können.
2.7.
Es hat somit bei dem von der Gerichtspräsidentin von Zurzach für den Be-
schwerdeführer ermittelten Honorar (ohne Auslagen und MWSt.) von
Fr. 3'000.00 sein Bewenden. Unter Annahme eines Stundenansatzes von
Fr. 180.00 deckt dieser Betrag zwar lediglich einen Zeitaufwand von rund
17 Stunden anstelle der vom Beschwerdeführer geltend gemachten (rund)
27 Stunden ab. Wie bereits ausgeführt hat der Beschwerdeführer in seiner
Honorarnote vom 15. Dezember 2021 jedoch keinerlei Ausführungen dazu
gemacht und damit nicht dargetan, dass der von ihm gemäss Honorarnote
betriebene Aufwand notwendig gewesen wäre resp. inwiefern – abwei-
chend zum Durchschnittsfall – zur gehörigen Erledigung des übernomme-
nen Prozessmandats ein Aufwand in geltend gemachter Höhe geradezu
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erforderlich gewesen wäre. Seiner Substantiierungspflicht kam er mit der
blossen Auflistung seines Aufwands in der Kostennote nicht nach
(vgl. E. 2.5 oben). Dies führt zu Abweisung der Beschwerde.
3.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten von
Fr. 1'250.00 (§ 11 Abs. 1 VKD i.V.m. § 8 VKD) dem Beschwerdeführer auf-
zuerlegen. Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen.