Decision ID: 36119d77-39cf-4a7f-8fb2-f27064ab9729
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1951 geborene
X._
, ohne
Berufsa
usbildung
und Mutter zweier erwachsener Söhne,
arbeitete
ab 1.
Juli 1998 als Wäschereimitarbeiterin bei der
Firma Y._
und
war
dadurch
bei der Schweizerischen
Unfallversi
cherungsanstalt
(SUVA)
gegen die Folgen von Unfällen versichert
.
Am 25. April 2007
fiel ihr am Arbeitsplatz ein Metallblech a
uf die linke Hand (Urk. 7/1
70). Nebst Rissquetschwunden an den distalen Phalangen der
Dig
.
III-V
palmar
zog sie sich dabei
eine
undislozierte
offene Längsf
raktur
der distalen Phalanx
des Ringfingers (
Dig
.
IV) zu
, welche mit
tels
einer Fingerschiene konservativ behan
delt wurde
(Urk. 7/200 S. 16 unten).
Im weiteren Verlauf
traten ein
komplexes regionales Schmerzsyndrom (
Complex
Regional
Pain
Syndro
me [CRPS]) an der
linken Hand
(Urk. 7/9) und psychische
Probleme
auf (Urk. 7/42
, Urk. 7/155/3-4
).
Die SUVA kam für die Heilbehandlung auf und gewährte
der Versicherten
bis Ende November 2012
Taggeld
(
Urk. 7/254 S.
2 Mitte). Mit Verfügu
ng vom 12. August 2013 (Urk.
7/256) sprach sie
ihr
eine Entschädigung
auf der Basis
e
iner Integritätseinbusse von 40
% zu, wogegen sie einen Rentenanspruch
ge
stützt auf einen Invaliditätsgrad von 8.27 % verneinte. Daran hielt sie auf Ein
sprache der Versicherten vom 12. September 2013 (Urk. 7/264) hin mit Ent
scheid vom 27. Januar 2014 (Urk. 2) – nun ausgehend von einer
unfallbeding
ten
Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit von 7.68 % – fest.
2.
Hierg
egen erhob
X._
am 27. Februar 2014 Beschwerde (Urk.
1) und beantr
agte, ihr sei eine Rente von 70
% sowie eine
Integritätsentschädigung von 50
% zu leisten. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklär
ung an die SUVA zurückzuweisen.
Die SUVA schloss in ihrer Beschwerde
antwort vom 3. April 2014 (Urk.
6) auf Abweisung der Beschwerde, w
as der Beschwerdeführerin am 7.
April 2014
(Urk. 9)
zu
r Kenntnis gebracht wurde
.
3.
D
ie Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
verneinte mit Verfü
gung vom 10. Januar 2013
einen
Anspruch
von
X._
auf eine Rente der Invalidenversicherung
. Die da
gegen erhobene Beschwerde
wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom h
euti
gen Tag abgewiesen
(Prozess Nr. IV.2013.00140)
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im angefochtenen Einspracheentscheid (Urk. 2 S.
2 ff.) sind die gesetzlichen Be
stimmungen über den Anspruch auf Leistu
ngen der obligatorischen Unfall
versicherung (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
, UVG
), insbesondere auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG), über die Be
griffe Invalidität (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
So
zialversicherungsrechts
,
ATSG) und Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG) sowie über die Ermittlung des Invaliditätsgrades mittels Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG) zutreffend dargelegt. Dasselbe gilt in Bezug auf die gesetzlichen Grundlagen über den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 und Art. 25 Abs. 1 UVG, Art. 36 Abs. 1
der Verordnung über die Unfall
versicherung, UVV
). Richtig wiedergegeben w
urden auch die von der Recht
spre
chung erarbeiteten Grundsätze zum für e
inen Leistungsanspruch erforder
lichen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen Unfall und einge
tretenem Schaden
(BG
E 129 V 177 E. 3
.1 und E. 3.2). Darauf wird ver
wiesen.
1.2
Ergänzend ist festzuhalten, dass hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes entscheidend ist, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Ex
pertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicher
ungsinterner Ärzte kommt
Beweis
wert
zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit best
e
hen (BGE 125 V 351 E.
3b/
ee
).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob
der
Beschwerdeführerin eine Rente der Unfallversi
cherung
zusteht
und
sie Anspruch
auf eine höhere als die zugesprochene
Integ
ritätsentschädigung
hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Ent
scheid (Urk.
2) davon aus, dass die psychischen Beschwerden gem
äss dem
von ihr eingeholten
MEDAS-Gutachten vom 25.
Juni 2012 nicht natü
rlich-kausal zum Unfall vom 25.
April 2007 seien und überdies
im Lichte
der mit BGE 115 V 133 begründeten Recht
sprechung auch nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang zu diesem stünden, weshalb sie dafür keine weiteren
Leistungen erbringen könne (S.
3). Was die somatischen Unfallrestfolgen anbelange, ergebe sich bei korrekter In
terpretation insbesondere des handchirurgischen Teils des MEDAS-Gutachtens, dass der Beschwerdeführerin eine einhändig mit der dominanten rechten Hand zu verrichtende Tätigkeit mit v
oller Leistung zumutbar sei (S. 4
f.).
Daraus re
sultiere
eine unfallbe
dingte Erwerbseinbusse von 7.68
%, welche unter dem für einen Rentenanspruch vorausgesetzten
Erheblichkeitsgrenzwert
von 10 % liege (S. 5
f.).
Sodann betrage der Integritätsschaden l
aut kreisärztlicher Beurteilung vom 28. September 2009 40 % (S. 6 f.).
An diesem Standpunkt hielt die
Be
schwerdegegnerin
im Rahmen
ihrer Beschwerdeantwort (Urk.
6) fest.
2.3
Die Beschwerdeführerin begründete ihren Antrag auf
Zusprache
einer
Rente
nach Massgabe einer
unfallbedingten
Erwerbsunfähigkeit von 70 %
damit, dass sie
aus somatischer Sicht
unter Berücksichtigung insbesondere des
handchirur
gischen
Teils des MEDAS-Gutachtens in einer angepassten Tätigkeit bei ganztä
gigem Einsatz
lediglich eine Leistung von 50 % erbringen könne (Urk. 1 S. 3
f.).
Zudem
bestehe eine zusät
zliche Leistungseinbusse von 20
% aufgrund der psy
chischen Beschwerden, welche ebenfalls in einem natürlichen und adäqua
ten Kau
sal
zusammenhang zum
Unfalle
reignis
vom 25. April 2007 stünden (S.
4-6).
Angesichts des Gesamtbildes beziehungsweise der gesamten Einschränkungen, insbesondere der starken Schmerzen,
rechtfertige sich
schliesslich
eine Erhö
hung der
Integritätsentschädigung auf 50
% (S.
6).
3.
3.1
Die am Unfalltag behandelnden Ärzte der Notfalls
tation des Spitals
Z._
(
Urk. 7/200 S.
16 unten)
diagnostizierten eine
Einklemmung der linken Hand mit Rissquetschwunden an den dis
talen Phalangen
Dig
.
III-V
palmar
und
un
dislozierter
offener Längsf
raktur der distalen Phalanx
des Ringfingers (
Dig
.
IV
)
. Sie versorgten die Wunden und verordneten nebst einer zehntägigen
Antibioti
katherapie
eine Fingerschiene zur konservativen Behandlung der Fingerfraktur während vier Wochen.
3.2
Der nachbehandelnde Hausarzt Dr.
med.
A._
, FMH Innere Medizin und Rheumatologie,
berichtete am 3. August 2007 (Urk.
7/9
)
von einem Sta
tus nach Schnittverletzung
Dig
.
III-V der linken Hand mit nachfolgenden CRPS Stadium II-III
, welches ergotherapeutisch und medikamentös behandelt werde
. Eine Ar
beitsaufnahme könne bis auf weiteres nicht erfolgen.
3.3
Kreisarzt Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Chirurgie, ging anlässlich der
Stand
ortbestimmung vom 28.
August 2007 (B
ericht vom
selben
Datum [Urk. 7/13 S.
2
unten]) von einem CRPS Stadium
II und einer aktuell fehlenden Einsatzfähigkeit der linken oberen Extremität aus
. Eine Arbeitsfähigkeit von 100
% sei ausgewiesen.
Diese Einschätzung wurde am 25. September 2007 (Bericht vom 27. September 2007 [Urk. 7/23 S.
2]) im Rahmen einer ambulanten Untersuchung in der Rehaklinik
C._
durch Dr.
med.
D._
, Orthopädische Chirurgie FMH,
Medizinischer Leiter Orthopädische und Handchirurgische Rehabilitation,
im Wesentlichen bestätigt.
Er
befand, rechtsseitig könne die Beschwerdeführerin si
cher normale Tätigkeiten ausführen, und empfahl eine stationäre Rehabilitation mit de
n
üblichen therapeutischen Optionen und einer psychosomatischen Ab
klärung.
3.4
Die vom 31. Oktober bis 16.
November 2007 mit der Beschwerdeführerin be
fassten Ärzte der Rehaklinik
C._
stell
ten im Austrittsbericht vom 20.
November 2007 insbesonder
e die folgenden Diagnosen (Urk. 7/41 S.
1):
Unfall vom 25.
April 2007 mit Schnittverletzung
Dig
. III-V links an den Endgliedern
palmar
, im Verlauf CRPS Typ I Stadium II Hand links und Schmerzsyndrom Hand-Arm-Schulter-Nacken links
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22), ausgeprägter maladaptiver Umgang mit den Schmerzen und Funktionseinschränkungen
Sie berichteten von einer Selbstlimitierung und Therapieverweigerung, weshalb die zu erwartenden Verbesserungen bezüglich Funktion und Belastbarkeit der linken Hand nicht hätten erreicht werden können und die Behandlung vorzeitig abgebrochen w
orden sei
.
Aus unfallkausaler funktionell-somatischer Sicht –
psychiatrischerseits
bestünden keine darüber hinausgehenden Einschränkungen – könne d
ie Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit in einer Wäscherei
aktuell nicht ausführen, da diese beidhändigen Handeinsatz erfordere. An einem von der Arbeitgeberin angeboten
en Schonarbeitsplatz (vgl.
dazu
Urk.
7/31) mit praktisch einhändig rechts auszuführe
nder Tätigkeit sei sie dagegen –
zu Beginn halbtags – einsatzfähig. In ihrem invalidisierenden Schonverhalten werde sie jedoch einen Arbeitseinsatz vorau
ssichtlich rundweg ablehnen, obwohl vorsich
tig dosierte, sehr leichte Aktivitäten mit der linken Hand entscheidend für eine Zustandsverbesserung wären (S. 2-4).
Ergänzend hielten die
Ärzt
e der Rehaklinik
C._
am 7. Februar 2008
fest
(Urk.
7/59)
, zum Zeitpunkt des Rehabilitationsaufenthalt
e
s habe medizinisch gesehen noch kein Endzustand bestanden. Es habe ein CRPS Typ I Stadium II
der linken Hand vorgelegen, welches grundsätzlich ausheilen oder – was bei der Beschwerdeführerin eher zu erwarten sei – in ein Stadium III übergehen könne. Der medizinische Zustand sei dringend therapiebedürftig. Es fehle jedoch an der nötigen Kooperation und der Bereitschaft der Beschwerdeführerin, auch gewisse Unannehmlichkeiten einer therapeuti
schen Massnahme zu akzeptieren.
3.5
Nachdem sich die Beschwerdeführerin Ende Dezember 2007 in psychiatrische
Behandlung begeben hatte (Urk. 7/93
, Urk. 7/155
), wurde sie
mit Schreiben vom
18.
Mä
rz 2008 (Urk.
7/62)
von der
Beschwerdegegnerin aufgefordert, an den
ihr
zumutbaren Behandlungsmassnahmen
zur Milderung der Unfallfolgen und Steigerung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
mitzuwirken und innerhalb eines Monats eine intensive ergo- und physiotherapeutisc
he Behandlung zu beginnen
.
Abschliessend
absolvierte
sie
Ergotherapie, ins
besondere Spiegeltherapie
, im Spital
Z._
(Urk. 7/75, Urk. 7/88, Urk. 7/102).
Daraufhin führte Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, Leitender Arzt Schmerz- und Komplementär
medizin im Spital
Z._
, am 7. April 2009 aus (Urk.
7/101), es habe ein erfreulicher Effekt eingesetzt, indem die Schmerzen deutlich rückläufig seien. Er habe der Beschwerdeführerin mitgeteilt, dass sich am Zustand ihrer Finger nichts mehr ändern werde und sie die linke Hand durchaus als Hilfshand einsetzen könne, sofern die Schmerzen dies zuliessen. Er habe den Eindruck, dass bei ihr eine gewisse Akzeptanz vorhanden sei.
E
ine weitere
Regredienz
der
Beschwerde
n
sei
durchaus möglich. Funktionell werde die linke Hand jedoch auch in Zukunft lediglich als Hilfshand eingesetzt werden können.
Am 1. September 2009 (Urk. 7/110) berichtete Dr.
E._
von einem unverän
derten Zustand, sodass im Bereich der Finger von einem Endzustand auszugehen sei
und er die Behandlung abgeschlossen habe.
Die Finge
r
III-V würden nicht eingesetzt.
3.6
3.6.1
Im
Bericht vom 24. September 2009
betreffend die
kreisärztliche
Abschluss
unter
s
uchung
vom selben Datum führte Dr.
B._
aus (Urk. 7/114 S. 3
f.), im
merhin gebe es nun Phasen, in denen die Beschwerdeführerin zumindest in Ruhe beschwerdefrei sei. An der linken Schulter müsse er leider im Vergleich zu den Vorbefunden eine erhebliche Verschlechterung feststellen, wobei sich diese organisch nicht erklären lasse und wohl auf die Folgen der
Schmerzsymptoma
tik
, verbunden mit einer Schonhaltung, zurückzuführen sein dürfte. Die
Ellen
bogenfunktion
weise keine erhebliche Funktionseinschränkung auf. An der lin
ken Hand
bestehe noch eine minimale Beweglichkeit von Daumen und Zeige
finger. Die Finger III-V befänden sich in einer fixierten Stellung von 90° in den PIP-Gelenken. In den MP-Gelenken bestehe eine minimale Beweglichkeit. Der
Pinzettengriff
zum Zeigefinger sei mit Mühe durchführbar, jedoch ohne
Kraft
entwicklung
. Eine Atrophie der Haut sei nicht sichtbar. Eine Zyanose liege nicht vor, die Temperatur sei seitengleich. Aufgrund der Steifigkeit der Gelenke liege ein CRPS Typ I Stadium III vor.
Der Endzustand sei eingetreten, wobei die Beschwerdeführerin als funktionelle Rechtshänderin zu betrachten sei. Zumutbar sei ihr eine sehr leichte Tätigkeit
ganztags
, welche ausschliesslich mit der rechten dominanten oberen Extremität durchgeführt werden könne. Die linke Hand könne höchstens spora
disch als Hilfshand im Sinne einer stützenden und fixierenden Funktion eines Gegen
standes eingesetzt werden. Manipulative Tätigkeiten seien ausgeschlos
sen. Gründe, welche eine zeitliche Limitierung auf den halben Tag rechtfertigen würden, habe er aufgrund seiner aktuellen Untersuchung nicht gefunden.
3.6.2
I
n seiner Beurteilung vom
28.
September 2009 (Urk.
7/115)
veranschlagte Dr.
B._
den Integritätsschaden auf 40 %. M
assgebend sei die
Fe
inrasterta
belle
1
.1, wonach der Referenzwert bei einer völligen Gebrauchsunfähigkeit ei
ner oberen Extremität bei 50 % liege
.
Immerhin verfüge d
ie Beschwerdeführerin noch über ihre eigene Hand, welche abgesehen von der fixierten
Flexionsstel
lung
an den Fingern III-V äusserlich unauffällig sei. Für eine Amputation einer Hand lieg
e der Referenzwert nach Tabelle 3
.7
, Figur 43, bei 40
%. Aus diesem Grund sei eine höhere Einschätzung nicht gerechtfertigt.
3.7
Nachdem der Schadenfall bei der Beschwerdegegnerin
ohne erkennbaren Grund
längere Zeit offen geblieben war, erging am 25. Juni 2012 (Urk. 7/200) in ihrem Auftrag das polydisziplinäre
Gutachten der MEDAS
(vgl. auch
Teil
gutachten
Psychiatrie
,
Handchirurgie
und Rheumatologie [Urk.
7/
201-
203]
so
wie
ergänzende Stellungnahme des psy
chiatrischen
Sachverständigen
vom 27. September 2012 [Urk.
7/217/2-3]). Darin
wurden
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt
(S. 27
f.):
Fixierte Kontraktur
Digiti
III-V links (ICD-10 M67.14), sich entwickelnd seit dem 2
5.
April 2007 mit/bei
Status nach abgelaufenem CRPS Typ I Hand links (ICD-10 M89.04)
S
tatus nach Rissquetschwunde
Digiti
III-V Höhe Mittelphalanx links (ICD-10 S61.0)
Schulter-Hand-Syndrom mit einer sekundären
myofaszialen
Schmerzsymptomatik am linken Schultergürtel (ICD-10 M79.01), sich entwickelnd seit 2007
Dysthymia
(ICD-10 F34.1), sich entwickelnd seit 2007
Differentialdiagnose: zurückliegende depressive Erkrankung im Sta
dium der behandlungsbedingten Remission (ICD-10 F33.4)
Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10 F68.0)
Die
Sachverständigen
befanden,
die
handchirurgische
n
und rheumatologisch
en
Befunde seien sicher auf den Unfall vom 25. April 2007 zurückzuführen, nicht aber die psychischen Beschwerden
(S.
35). Krank
hafte somatische
Gesundheits
beeinträchtigungen
lägen nebst den festgestellten Unfallrestfolgen
nicht vor (S.
36).
Aufgrund der somatischen Unfallrestfolgen sei die Handfunktion links praktisch gänzlich eingeschränkt. Eine Greif- oder Haltefunktion bestehe nicht mehr. Die Extremität könne allenfalls als Widerstand und zum Bewegen von Objekten be
nutzt werden. Tätigkeiten, welche eine beidhändige Fingermotorik benötigten, seien
der Beschwerdeführerin
nicht
mehr
möglich. Grundsätzlich
könne sie
mit einer Extremität zu verrichtende Arbeiten
ganztags und mit voller Leistungsfä
higkeit
ausüben
. Die zumutbare Leistungsfähigkeit werde vom begu
tachtenden Handchirurgen
jedoch
auf 50
% eingeschätzt, dies bezogen auf d
en allgemeinen Arbeitsmarkt (S. 37
f.).
Von
(unfallfremder)
psychiatrischer Seite werde davon ausgegangen, dass die
Chronifizierung
des Schmerzzustands und die depressive Verstimmung im Sinne einer
Dysthymia
eine leichte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nach sich zö
gen, weil die Kombination beider Befunde die willentliche Überwindbarkeit der durch Schmerzen bedingten qualitativen Leistungseinschränkung reduziere. Die damit verbundene Erhöhung der Fehlerquote beim Arbeiten sei mit einer quali
t
ativen Leistungseinbusse von 20
% der noch erhaltenen Restarbeitsfähigkeit der B
eschwerdeführerin verbunden (S.
41).
Die prozentualen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit würden sich teilweise kumulieren. Die
laut psychiatrischem und rheu
matologischem
Teilgutachten eingeschr
änkte Leistungsfähigkeit von 20
% sei in der aus handchirurgischer Sicht gewerteten Leistungseinschränkung
von 50
% enthalten und berücksichtigt. Die 20%ige Einschränkung der
Restarbeitsfähig
keit
aus psychiatrischer Sicht sei jedoch zu
sätzlich zu berücksichtigen.
Insge
samt könne von einer 60%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgegan
gen werden
, in erster Linie bedingt durch das Unfallleiden (50 %;
S.
42).
3.8
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Chirurgie FMH, Abteilung Versicherungsmedizin der
Beschwerdegegnerin, nahm am 16. April 2013 (Urk.
7/239) zum MEDAS-Gutachten und insbesondere zur gutachterlichen Arbeitsfähigkeitseinschätzung
Stellung. Er beurteilte (S.
3
f.), die aus psychiatrischer Sicht attestierte 20%ige Einschränkung der Restarbeitsfähigkeit dürfe mangels Unfallkausalität der psy
chischen Beschwerden nicht berücksichtigt werden. Zur Bestimmung einer ver
wertbaren Restarbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit müssten ausschliesslich die Beurteilungen des Handchirurgen und des Rheumatologen herangezogen werden, welche mehrheitlich übereinstimmten, jedoch auch Inkonsistenzen und Widersprüche zeigten. Aus unfallchirurgisch-versicherungsmedizinischer Sicht seien die Zumutbarkeitsbeurteilungen dahingehend zu verstehen, dass eine den Unfallfolgen an der linken Hand angepasste berufliche Tätigkeit ganztags bei einer Leistung vo
n mindestens 80
% zumutbar sei
, da die
dekonditionierungs
bedingte
Leistungsminderung von maximal 20 % durch eine entsprechende me
dizinische Trainingstherapie korrigierbar sei
.
4.
4.1
Im Hinblick auf einen allfälligen Rentenanspruch
der Unfallversicherung
ist zunächst zu prüfen, wie sich die somatischen Unfallfolgen auf
das
berufliche Leistungsvermögen
der Beschwerdeführerin
auswirken.
4.2
Es
steht
aufgrund der medizinischen Akten
fest
und
ist
unbestri
tten, dass die Beschwerdeführerin
seit dem Unfall
vom 25.
April 2007 von Seiten ihrer linken oberen Extremität, insbesondere der
adominanten
linken Hand,
dahingehend
eingeschränkt
ist, dass für die angestammte
, beidhändige
n
Handeinsatz e
rfor
dernde
Tätigkeit als Mitarbeiterin in einer Wäscherei
keine
E
insatzfähig
keit mehr besteht
.
Sodann steht ausser Frage
, dass
ihr
eine
vorwiegend mit der do
minanten rechten Hand, allenfalls mit zeitweiser unterstützender Zu
hilfenahme der linken Hand,
zu bewältigende Verweisungstätigkeit grundsätz
lich
zumutbar ist.
4.3
4.3.1
Strittig und zu prüfen ist dagegen, in welchem Umfang
sie
in
einer solchen
an
gepasste
n
Tätigkeit
arbeits- beziehungsweise leistungsfähig ist
.
Anlass zur Kontroverse gibt in diesem Zusammenhang
namentlich
der handchirurgische Teil des MEDAS-Gutachtens (vgl. E. 3.
7
hiervor), welches
im Übrigen nicht kri
tisiert wurde und
grundsätzlich – insbesondere in diagnostischer Hinsicht – eine beweiskräftige medizinische E
ntscheidungsgrundlage
(vgl. E. 1.2 hiervor)
dar
stellt
.
4.3.2
Der
handchirurgische
MEDAS-
Gutachter
Dr.
med.
G._
führte in seiner
Teilex
pertise
vom 8. Mai 2012 aus (Urk. 7/202 S.
3), die Handfunktion links sei prak
tisch gänzlich eingeschränkt. Eine Greif- oder Haltefunktion bestehe nicht mehr. Die Extremität könne allenfalls als Widerstand zum Bewegen von Objekten be
nutzt werden. Tätigkeiten, welche eine beidhändige Fingermotorik benötigten, seien der Beschwerdefüh
rerin nicht mehr möglich (Ziff.
6.1). Grundsätzlich könne sie Arbeiten, welche mit einer Extremität ausgeführt werden könnten, ganztags und mit voller Leistu
ngsfähigkeit durchführen (Ziff.
6.2). Die noch zumutbare
Leistungsfähigkeit schätze er
auf 50 % ein (Ziff.
7).
4.3.3
Diese abschliessende Schlussfolgerung von
Dr.
G._
steht
klar
im Widerspruch zu seinen übrigen
gutachterlichen
Feststellungen und
insbesondere zu seiner vorangehenden
Beurteilung
, wonach
für
einarmig rechts zu verrichtende
Tätig
keiten
grundsätzlich
eine
uneingeschränkte
Arbeits- und Leistungsfähigkeit be
stehe.
Einen
plausiblen
Grund für die Annahme eines gleichwohl nur hälftigen beruflichen Leistungsvermögens nannte
der Handchirurg nicht
und ergibt sich auch nicht aus dem Hauptgutachten
. Infolgedessen ist seine
Arbeitsfähig
keitse
inschätzung
nicht nachvollziehbar und kann der
medizinische
Sachverhalt nicht als
in diesem Sinne erstellt gelten
.
Allenfalls hat
Dr.
G._
den Begriff des allgemeinen Arbeitsmarktes (vgl.
Frage
7 des
somatischen
Fragenka
talog
s
der Beschwerdegegnerin [Urk. 7/178/3-4 S. 2]
) missverstanden oder einen Vergleich mit beidhändig einsatzfähigen Personen angestellt. Wie es sich da
mit
tatsäch
lich
verhält, kann
indes
offenbleiben.
4.3.4
Angesichts
der
weitgehend übereinstimmenden Befunde der Ärzte somatischer Fachrichtung
steht hinreichend zuverlässig fest, dass in einer den
körperlichen
Unfallfolgen angepassten Tätigkeit, welche vorwiegend mit der dominanten rechten oberen Extremität
erbracht
werden kann,
weder zeitliche noch
leis
tungsmässige
Einschränkungen bestehen. Diesbezüglich
kann
insbesondere auf den
beweiskräftigen
Abschlussbericht
von Dr.
B._
vom 24. September 2009
(vgl. E. 3.6.1 hiervor)
verwiesen werden
,
welcher
von der Beschwerdeführerin
denn auch
nicht kritisiert wurde. Mit dem Kreisarzt ist davon auszugehen, dass keine Gründe vorliegen
, welche
den Schluss auf
ein nur hälftiges Pensum rechtfertig
en würden.
Diese Einschätzung wurde vom Versicher
ungsmediziner
Dr.
F._
(vgl. E.
3.8 h
iervor) bekräftigt und auch Dr. med.
H._
, Facharzt für Allgemeinmedizin beim
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der IV-Stelle
,
ging
in seiner Stellungnahme vom 24. November 2008 (vgl. Urk. 9/39 S. 3 im Prozess IV.2013.00140)
von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in
einer
vorwiegend einhändigen
Verweisungstätigkeit aus.
4.3.5
In d
en übrigen medizinischen Akten finden sich keine
hinreichenden
Anhalts
punkte, welche die kreisärztliche Einschätzung von Dr.
B._
ernsthaft in Frage zu stellen
vermöchten. Dies gilt n
icht nur für das MEDAS-Gutachten, sondern auch für die Berichte
von D
r.
E._
insbesondere
vom
7. April, 12. Mai und 1.
September 2009 (Urk.
7/101-102, Urk.
7/110/1
; vgl. auch E. 3.5 hiervor
).
Soweit die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf den Austrittsbericht der Reha
klinik
C._
vom 20.
November 2007 (vgl. E. 3.
4
hiervor) starke Schmerzen im Bereich der linken oberen Extremität und eine schmerzbedingte Beeinträch
tigung der Kon
zentration geltend macht
(Urk.
1 S. 3 Ziff. 7), ist
zu vergegen
wärtigen
, dass
hier
– mit Blick
auf
die per Ende November
2012
erfolgte Ein
stellung der Taggeldleistungen
(Urk. 7/254 S. 2 Mitte)
–
der Rentenanspruch
ab 1. Dezember 2012 in Frage steht. Die
beschwerdeweise
angerufene Einschätzung datiert somit fünf Jahre vor dem
massgebenden Zeitraum
, weshalb ihr keine
entscheidrelevante
Aussagekraft beigemessen werden kann
. Hinzu kommt, dass die
Beschwerdeführerin damals
nicht die gebotene
Behandlungsbereitschaft zeigte und laut Dr.
E._
eine
Verbesserung
der Schmerzsituation
zu ver
zeichnen war,
nachdem
sie diese nach entsprechender Aufforderung durch di
e Beschwerdegegnerin verbessert hatte
(vgl. E. 3.5 hiervor)
. Davon abgesehen
be
zieht sich das von den Ärzten der Rehaklinik
C._
empfohlene
Halb
ta
gespensum
lediglich auf die Phase der
bereits
damals
befürworteten
Arbeits
a
uf
nahme
.
Sodann
ist zu berücksichtigen
, dass
das im Rahmen der CRPS-Erkrankung auf
getretene Schulter-Hand-Syndrom mit sekundärer,
myofaszialer
Schmerzsymp
tomatik
am linken Schultergürtel
gemäss
Einschätzung des
rheumatologischen
MEDAS-Gutachters
Dr. med.
I._
(
vgl. Teilgutachten vom 2. Mai 2012 [Urk. 7/203 S. 5])
in einer angepassten Tätigkeit ohne Einsatz der linken oberen Extremität keine Einschränkun
g
des beruflichen Leistungsvermögens
zeitigt.
Der Rheumatologe
begr
ündete die
von ihm attestierte
Arbeitsunfähigkeit von ma
ximal 20
%
ausschliesslich
mit einer
Dekonditionierung
, welche allerdings mit
tels entsprechender Therapie behoben werden
könne
.
Dies i
s
t
der
Beschwerde
führerin im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht
durchaus zumutbar,
wes
halb nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin
(vgl.
Urk. 6 S.
6
unten
)
auch in rheumatologischer Hinsicht von einer vollen Arbeits- respektive Leistungsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
ausging.
4.4
Als Zwischenfazit ist somit mit der Beschwerdegegn
erin (Urk. 2 S. 4 f., Urk. 6 S. 6
f.) festzuhalten, dass
für eine
den
somatischen Unfallfolgen
angepasste
Tä
tigkeit
eine
voll
e Arbeits- und Leistungsfähigkeit besteht
.
5.
5.1
Im Weiteren stellt sich die Frage, ob die Beschwerdeführerin auch an psychi
schen Unfallfolgen leidet. Dabei ist unstreitig
(Urk. 1 S. 5 f., Urk. 2 S. 3, Urk. 6 S. 5 f.
)
unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlent
wicklung nach Unfall gemäss BGE
115 V 133 zu prüfen, ob zwischen den psychischen Besch
werden und dem Ereignis vom 25.
April 2007 ein adäquater Kausalzusammenhang be
steht.
5.2
Die Unfallschwere ist aufgrund einer objektivierten Betrachtungsweise nach dem augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 8C_
765/2014 vom 9. Februar 2015 E.
10 mit Hinweis).
Der Vorfall vom 25.
April 2007, bei welchem der Beschwerdeführerin am Arbeits
platz ein Metallblech auf die linke Hand fiel (
Urk.
7/170
), ist m
it der
Be
schwerdegegnerin
(Urk. 2 S. 3
Ziff. 1b
, Urk.
6 S. 5
Ziff. 12.1.3
) praxisgemäss (höchstens) als mittelschwerer Unfall an der Grenze zu den leichten Ereignissen einzustufen (vgl. Praxisübersicht in
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über d
ie Unfallver
sicherung [UVG], 4. Auflage, 2012, S. 64
f.). Etwas ande
res wurde
beschwerde
weise
(Urk. 1 S. 5 Ziff.
15) nicht geltend gemacht.
5.3
5.3.1
Bei dieser Unfallschwere kann die Adäquanz praxisgemäss nur bejaht werden, wenn von den folgenden sieben Kriterien mindestens vier in einfacher Form erfüllt sind oder
jedenfalls
eines in besonders a
usgeprägter Weise vorliegt (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E.
6c/
aa
; Urteil des Bundesgerichts 8C_691/2013
vom 19. März 2014 E.
8):
-
besonders dramatische Begleitumstände oder be
sondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen
, insbesondere ihre erfahrungs
gemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.
5.3.2
Während die Beschwerdeführerin lediglich ein Kriterium als
knapp
erfüllt erach
tete (Urk. 2 S. 3 Ziff.
1b
, Urk.
6 S.
5
f. Ziff.
12.1.4), ging die Beschwerdeführerin ohne nähere Begründung davon aus, insgesamt lägen vier Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise vor (Urk.
1 S.
5
f. Ziff.
16).
5.3.3
Dabei steht – zu Recht – ausser Frage, dass weder b
esonders dramatische Begleit
umstände
respektive
eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls
noch eine die Unfallfolgen erheblich verschlimmernde ärztliche Fehlbehandlung vor
lieg
en
.
Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der physisch bedingten ärztli
chen Behandlung ist unstreitig ebenfalls nicht erfüllt, bestand doch die Be
handlung der somatischen Unfallfolgen nebst einer vierwöchigen
Schienenver
sorgung
der Fingerfraktur
im Wesentlichen in medikamentösen sowie
manual
therapeutischen
Massnahmen.
Die Beschwerdeführerin zog sich beim Unfall Rissquetschwunden an den dista
len Phalangen
Dig
. III-V
palmar
und
eine
undislozierte
offene
Längsfraktur der distalen Phalanx
des Ringfingers
(
Dig
. 4)
zu (vgl. E.
3.1 hiervor).
Inwiefern es sich dabei um schwere oder besonders geartete Verletzungen
handeln soll,
die erfahrungsgemäss geeignet wären, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen, ist nicht ersichtlich und wurde auch beschwerdeweise nicht
aufgezeigt
.
Die
Entwicklung eines CRPS an der linken Hand liegt
zwar
ausserhalb des norma
len Heilungsverlaufs nach den initialen Fingerverletzungen.
Allerdings
imponiert
diesbezüglich
die initial fehlende Behandlungsbereitschaft der Be
schwerdeführerin, wodurch
nach Lage der Akten
die Genesung erschwert
res
pektive
nachhaltig beeinträchtigt wurde. Insofern kann das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs
beziehungsweise
der erheblichen Komplikationen
höchstenst
in leichtem Ausmass
bejaht werden.
Mit Blick auf die
beiden
übrigen Kriterien ist nebst der Selbstlimitierung
und
der mangelhaften Kooperation der Beschwerdeführerin zu berücksichtigen, dass nur kurze Zeit nach dem Unfall eine psychische
Fehle
ntwicklung ihren Anfang nahm
(vgl. E. 3.4 hiervor)
, welche die somatischen Anteile zunehmend in den Hintergrund treten liess. Unter diesen Umständen sind die Kriterien der körper
lichen Dauerschmerzen sowie des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit zufolge psychischer Überlagerung wenn überhaupt, dann je
denfalls nicht in ausgeprägter Form erfüllt.
Demzufolge ist die
Unfalladäquanz
der
ps
ychischen
Beschwerden
zu vernei
nen, sodass sich Weiterungen zur Frage der natürlichen Unfallkausalität
erübrigen
(BGE 135 V 465 E. 5.1).
Damit
er
weisen
sich Ausführungen zur Frage
, ob das diagnostizierte psychische Leiden überhaupt als invalidisierend zu taxieren ist
, als entbehrlich.
6.
6.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der festgestellten unfall-be
dingten Arbeitsunfähigkeit.
6.2
6.2.1
Gemäss Angaben
der
Firma Y._
vom 21. August 2012
(Urk.
7/208) hätte die
Beschwerde
führerin im Jahr 2012 (mutmasslicher Rentenbe
ginn nach Fallabschluss per 30. November 2012) ohne gesundheitliche Beeinträchtigung Fr.
43'800.-- verdient. Dies
liegt in der Grössenordnung des von der Beschwer
deführerin in den Jahren vor dem Unfall erzielten Verdienstes
(vgl. Auszug aus dem individuellen Konto [IK; Urk. 7/248
S.
2 f.
]) und
entspricht dem
Validen
einkommen
, was beschwerdeweise zu Recht unbeanstandet blieb.
6.2.2
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens sind unbestrittenermassen die
Tabellen
löhne
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
heranzuziehen, da die Beschwerdeführerin keine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen hat.
Dabei erweist es sich m
it der Beschwerdegegnerin (Urk. 2 S. 5 Ziff. 2c, Urk. 6 S. 8 Ziff.
19) als gerechtfertigt, auf den nicht nach Branchen differenzierten standardisierten monatlichen Bruttolohn (Zentralwert) für weibliche Arbeits
kräfte an Arbeitsplätzen des niedrigsten Anforderungsniveaus im pr
ivaten Sek
tor von monatlich Fr.
4'225.-- (LSE 2010, Tabelle TA1
, Total
) abzustellen. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche (v
gl. Tabelle B
9.2,
Total, in: Die Volkswirtschaft 3-4
/2015 S.
88
) und der
ge
schlechterspezifischen
Nominallohnentwicklung von zweimal 1
% (vgl. Bundes
amt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2013; abrufbar unter http://www.bfs.admin.ch) ergibt sich für d
as
massgebende
Jahr 2012 ein Betrag von Fr. 53'917.15 (Fr.
4
'
225.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.01 x 1.01). Hiervon brachte die Beschwerdegegnerin
(Urk. 2 S. 5 Ziff. 2c)
den
maximal zulässigen Wert von 25 % (BGE 126 V 75 E. 5b/cc) in Abzug
,
was
ein Invalideneinkomm
en von Fr. 40'437.85 ergibt
.
Aus der Gegenüberstellung m
it dem
Valideneinkommen
von Fr.
43
'
800.--
(vgl. E. 6.2.1 hiervor)
resultiert
eine unfal
lbedingte Lohneinbusse von 7.68
%,
sodass
der
Erheblichkeitsgrenzwert
von 10 % für einen Rentenanspruch nicht erreicht
wird
.
6.2
.3
Entgegen der Auffassu
ng der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 6 Ziff.
19) besteht unter Berücksichtigung der anerkannten Unfallfolgen kein
hinreichender
Grund für die Annahme, dass
sie ihre
Restarbeitsfähigkeit ausschliesslich im tiefer
entlöhnten
Dienstleist
ungssektor (Zentralwert von Fr.
4
'
206.--
gemäss LSE 20
10
Tabelle TA1
) verwerten
könnte. In diesem Zusammenhang ist auf die v
on der Beschwerdegegnerin (Urk. 2 S. 5 Ziff.
2c
, Urk. 6 S. 8 Ziff. 19
) zitierte Rechtspre
chung (Urteil
des Bundesgerichts 8C_100/2012 vom 29. März 2012 E.
3.4 mit Hinweisen) zu verweisen, wonach der ausgeglichene Arbeitsmarkt für Personen, welche funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeiten verrichten können, in produktionsnahen Betrieben genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten (etwa einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie Bedienung und Ü
berwachung von [
halb-
]
automati
schen Maschinen oder Produktionseinheiten, die nicht den Einsatz beider Arme und beider Hände voraussetzen) bietet mit der Folge, dass sich eine Einschrän
kung des in Betracht zu ziehenden Arbeitsmarktes auf den Dienstleistungssektor nicht aufdrängt. So verhält es sich auch
hier
.
Selbst wenn
jedoch
mit der Beschwerdeführerin
der Zentralwert
für Hilfstätig
keiten im Dienstleistungssektor von Fr. 4'206.-- (LSE 2010, TA1, Ziff. 45-96)
herangezogen würde,
beliefe sich das Invalideneinkommen
bei im Übrigen un
veränderten Bemessungsfaktoren
auf
Fr.
40
'
256.-- (Fr.
4
'
206.
-- :
40 x
41.7 x 12 x 1.01 x 1.01 x 0.75).
Im Vergleich mit dem
Valideneinkommen
von Fr. 43‘800.-- resultiert eine
unfallbe
dingte Erwerbseinbusse
von
Fr. 3‘544.-- entsprechend einem Invaliditätsgrad von
8.09
%, welche
r
ebenfalls nicht zum Bezug einer Rente der Unfallversicherung berechtigt.
6.3
Damit ist die Verneinung eines Rentenanspruchs durch die Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden.
Ob die
konkreten
Umstände tatsächlich einen maximalen Abzug von 25
%
vom Tabellenlohn
gebieten,
braucht
bei diesem Ergebnis
nicht abschliessend beantwortet zu werden
.
7.
7.1
Bezüglich der strittigen Integritätsentschädigung ist der angefochtene Ein
sprache
entscheid
(Urk. 2 S. 6 f.)
e
benfalls nicht zu beanstanden.
Dr.
B._
führte in seiner Beurteilung des Inte
gritätsschadens vom 28. September 2009
(vgl. E.
3.
6.2
hiervor) differenziert und nachvollziehbar aus, dass der
Integri
tätsschaden
nicht mit einem Verlust respektive mit einer völligen
Gebrauchs
unfähigkeit
der linken oberen Extremität im Sinne von SUVA-Tabell
e
1 (
Integ
ritätsschaden
bei Funktionsstörung
en an den oberen Extremitäten) –
entspre
chend der beantra
gten Integritätseinbusse von 50
%
(Urk. 1 S. 6 Ziff. 18)
–
ver
glichen werden könne, da die Beschwerdeführerin immerhin noch über ihre ei
gene Hand verfüge, welche abgesehen von der fixierten Flexionsstellung an den Fingern III-V äusserlich unauffällig sei.
7.2
Es ist nicht ersichtlich und wurde auch von der Beschwerdeführerin nicht
sub
stan
ziiert
aufgezeigt
, inwiefern die überzeugend begründete Einschätzung des Kreisarztes unzutreffend sein sollte. Dem blossen Hinweis auf das Gesamtbild
beziehungsweise
die gesamten Einschränkungen und insbesondere die vorhan
denen starken Schmerzen (Urk.
1 S. 6 Ziff.
18) ist nichts abzugewinnen. Sodann nahmen
die MEDAS-Gutachter nicht zur
Höhe des Integritätsschadens Stellung.
D
ie von ihnen beschriebenen
, im Wesentlichen übereinstimmenden
organischen
Befunde lassen
indes
keine ernsthaften Zweifel an der Zuverläss
igkeit der Ein
schätzung von Dr.
B._
aufkommen. Insbesondere kann die ohne Bezug zur Integritätsfrage stehende Aussage des rheumatologischen Gutachters, wonach
„
der Zustand ähnlich dem Zustand des Verlustes einer o
beren Extremität
“
be
stehe (Urk.
7/203 S.
5 Mitte), nicht in einem technischen Sinne verstanden wer
den, zumal der handchirurgische Gutachter hinsichtlich der Handfunktionen im Wesentlichen dieselben Be
funde erhob wie
Dr.
B._
(Urk. 7/202 S.
2 unten)
und aus rheumatologischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit in angepasster Tä
tigkeit besteht (vgl. E. 4.3.5 hiervor)
. Insofern besteht keine Veranlassung
, den vom SUVA-Kreisarzt auf 40
% ver
anschlagten Int
egritätsschaden
zu korri
gie
ren.
Folglich
sind
auch
die Einschätzung der Integritätseinbusse und damit die Höhe der zugesprochenen Integritätsentschädigung nicht zu beanstanden.
8.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom
27. Januar 2014 (Urk.
2)
erweist sich
nach dem Gesagten
in allen Teilen als rechtens.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.