Decision ID: b30e9a10-2f47-414a-95fb-5ed0291320c2
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1964 geborene
X._
reiste
1
988
in die Schweiz ein
(Urk. 7/66)
und
war
ab 1990 bei der
Y._
AG tätig
.
Per 31. Juli 1997 wurde ihm die Arbeitsstelle gekündigt (Urk. 7/19), seither war er nicht mehr erwerbstätig (Urk. 7/95 und Urk. 7/126/7).
Am 21. Mai 1997
meldete er sich unter Hinweis auf seit 1991 bestehende Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins rechte Bein bei der
So
zialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistun
gen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/14).
Die IV-Stell
e klärte die erwerblichen und medizini
schen Verhältnisse ab
und wies das Leistungsbegehren n
ach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom
18. November 1997; Urk. 7/32
) mit Verfügung vom 15. Dezember 1997 ab
(Urk. 7/36).
Die
dagegen erhobene Beschwerde hiess
das hiesige Gericht mit Urteil vom 7. Oktober 1999 in dem Sinne gut,
dass
die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese nach Einholung eines psychiatrischen Gutachtens über den Rentenanspruch neu verfüge (Urk. 7/49).
1.2
In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine psychiatrische Begutachtung des Versi
cherten (Urk. 7/51 ff.).
Gestützt auf das
von Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
am
30. April 2000
erstattete Gutachten (Urk. 7/60)
sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung
vom 16. August 2000 eine ganze Invalidenr
ente ab 1. Dezember 1997 zu (Urk. 7/62 und Urk. 7/64)
.
1.3
Am 11. Juni 2003 eröffnete die IV-Stelle ein ordentliches
Rentenrevisionsver
fahren
(Urk. 7/70).
Nach
E
inholung eines B
erichtes des
A._
vom 8. Januar 2004 (Urk. 7/71
)
teilte sie dem Versicherten am 23. Februar 2004 mit, dass weiterhin ein Anspruch auf eine ganze Invaliden
rente bestehe (Urk. 7/73).
1.4
Am 20. Februar 2009 eröffnete die IV-Stelle erneut ein ordentliches
Rentenrevisi
onsver
fahren
(Urk. 7/94). Nach Abklärung der
erwerblichen
Ver
hältnisse
und Einholung eines weiteren Berichtes des
A._
vom 23. März 2009 (Urk. 7/96) sowie eines (undatierten) Berichtes des Hausarztes (Urk. 7/97)
teilte sie dem Versicherten am
10. Juni 2009 wiederum
mit, dass weiterhin ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente bestehe (Urk.
7/99
).
1.5
Am 15. Mai 2012 eröffnete die IV-Stelle
ein
ordentliches
Rentenrevisionsver
fahren
(Urk. 7/104) gestützt auf
lit
. a Abs. 1 der
Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung (
6.
IV-Revision)
. Mit Vorbescheid vom 4. Juni 2012 kündigte sie dem Ver
sicherten
die
Aufhebung der Invalidenrente an (Urk. 7/106).
Im
Einwandver
fahren
veranlasste die IV-Stelle eine
bidisziplinäre
Begutachtung des Versi
cherten (Urk. 7/118).
Dr. med. et Dr. sc. nat. ETH
B._
, Fachärztin FMH Innere Medizin spez. Rheumaerkrankungen, erstattete das internistisch-rheumatologische Gutachten am 22
. Februar 2013 (Urk. 7/124).
Dr. med.
C._
, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
erstattete
das psychiat
rische Gutachten
sowie die
interdiszip
li
näre
Zusammenfassung
gemeinsam mit
Dr.
B._
am 7.
März 2013 (Urk. 7/126)
.
Mit Verfügung vom 22. August 2013
setzte die IV-Stelle
gestützt auf das
bidisziplinäre
Gutachten
die bisherige ganze Rente mit dem ersten Tag des zweiten Monats nach Zustellung der Ver
fügung auf eine halbe Rente herab (
Urk. 2 [=
Urk. 7/130
und Urk. 7/132
]
).
2.
Gegen diese Rentenherabsetzung
erhob der Versicherte
mit Eingabe vom 19. September 2013
Beschwerde
und beantragte, die ange
fochtene Verfügung sei aufzuheben und die IV-Stelle sei zu verpflichten, ihm weiterhin eine ganze Rente auszurichten, eventuell sei die IV-Stelle zur Durchführung von Einglie
derungsmassnahmen zu verpflichten (Urk. 1 S. 2).
Mit
Beschwer
de
antwort
vom 25
. Oktober 2013 (Urk. 6) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Am 29. Oktober 2013 wurde dem Beschwerdeführer das Doppel der
Beschwer
deantwort
zuge
stellt (Urk. 8). Mit Eingabe vom 10. Dezember 2014
(Urk. 9)
reichte der Beschwerdef
ührer zwei Austrittsberichte des
A._
(
D._
AG
)
vom 2. August 2014 (Urk. 10/2) und vom
25. November 2014 (Urk. 10/1) ein, welche der Beschwerdegegnerin am 15. Dezember 2014 zugestellt wurden (Urk. 11).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am 1.
Januar 2012 in Kraft getretenen
Schlussbestimmun
gen
der Änderung vom 1
8.
März 2011 des
Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (
IVG
)
(
6.
IV-Revision, erstes
Massnahmepaket
; kurz:
lit
. a Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
) werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7
des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die
Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Bestimmung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
Die in
lit
. a
Abs.
1
SchlB
6.
IV-Revision
vorgesehene Rentenherabsetzung bezie
hungsweise -aufhebung ist nicht auf vor dem
1.
Januar 2008 zugesprochene Renten beschränkt. Erging die fragliche
Rentenzusprache
aber bereits in Beachtung der jeweils relevanten Rechtsprechung zu
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage, bleibt kein Raum für ein Rückkommen unter dem Titel der
Schluss
bestimmung
(BGE 140 V 8 E. 2).
Laufende Renten sind vom Anwendungsbereich
von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur 6.
IV-Revision nur ausgenommen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwerden, das
heisst
auf einer nachweisbaren objektivierbaren Grundlage beruhen. Lassen sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen, können die Schlussbestimmungen der
6.
IV-Revision auf erstere Anwendung finden (BGE 140 V 197 E. 6.2, in Präzisierung u.a. von
BGE 139 V 547
E. 10.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2013 vom
8.
April 2014 E. 3.1.2.1 mit Hinweis). Demnach ist die Schlussbestimmung bei kombinierten Beschwerden anwendbar, wenn
die unklaren und die „
erklärbaren" Beschwerden - sowohl diagnostisch als auch hinsichtlich der funktionellen Folgen - auseinandergehalten werden können. Ein organisch begründeter
Teil
der Arbeitsfähigkeit kann bei Anwend
barkeit der Schlussbestimmung nur neu beurteilt werden, sofern eine Verände
rung im Sinne von
Art.
17 ATSG eingetreten ist. Insoweit wird im Anwen
dungsbereich der Schlussbestimmung vom Grundsatz abgewichen, dass die Verwaltung im Rahmen einer materiellen Revision - um eine solche handelt es sich auch hier - den Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend prüft (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.4.2 mit Hinweisen).
Ist ein „
Mischsachverhalt" gegeben, bei dem es unmöglich ist festzustellen, wie
gross
der Anteil der organisch bedingten Beschwerden bei der
Rentenzuspre
chung
war, wäre ein Abstellen auf die aktuelle gutachtliche Einschätzung nicht zu vereinbaren mit der Rechtsprechung, wonach der auf erklärbaren Beschwer
den beruhende Teil der Invalidität unter dem Rechtstitel der Schlussbestimmung nicht überprüft werden kann. In einem solchen Fall bestimmt sich die (zu einer
integralen
Neuprüfung führende) Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nach folgendem Grundsatz: Besteht (im Zeitpunkt der Rentenzusprechung und/oder
-überprüfung) neben dem
syndromalen
Zustand eine davon unabhängige orga
nische oder psychische Gesundheitsschädigung, so hängt die Anwendbarkeit der Schlussbestimmu
ng davon ab, dass die weitere („
nichtsyndromale
")
Gesund
heitsschädigung
die anspruchserhebliche Arbeitsunfähigkeit nicht
mitverur
sacht
, das
heisst
letztlich nicht selbständig zur Begründung des Rentenan
spruchs beigetragen hat. Wenn sie die Auswirkungen des unklaren
Beschwerde
bildes
bloss
verstärkte, bleibt eine Rentenrevision unter diesem Rechtstitel mög
lich (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom 3.
September 2014 E. 2.6 mit Hinweisen).
Da der Bestand laufender Renten wesentlich von medizinischen Aspekten abhängt, sind an die entsprechenden Abklärungen besonders hohe Anforderun
gen zu stellen. Namentlich muss verlangt werden, dass die Untersuchungen im Zeitpunkt der Revision aktuell sind und sich mit der
massgeblichen
Fragestel
lung auseinandersetzen. Soweit die versicherte Person sich - auch mit Bezug auf die Chancen, welche die
Wiedereingliederungsmassnahmen
bieten - der Beur
teilung durch die Verwaltung und deren Regionalen Ärztlichen Dienst nicht
anschliessen
kann, dürfte sich in der Regel eine neue, polydisziplinäre Begut
achtung als unumgänglich erweisen (vgl. BGE 139 V 547
E. 10.2
).
1.2
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die IV-Stelle im Wesentlichen, die Überprü
fung der bisherigen Invalidenrente
gemäss
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG 6. IV-Revi
sion
habe ergeben, dass die Diagnosen aus dem Gutachten von
Dr.
Z._
, wel
che zur
Rentenzusprache
geführt hätten, zu den
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Zustandsbildern ohne nachweisbare organische Grund
lage gehörten. Dabei sei von einer 55%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit ausgegangen worden. Im aktuellen Gutachten von Dr.
C._
und
Dr.
B._
sei eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit festge
halten worden. Im Vergleich der beiden Angaben zur Arbeitsunfähigkeit könne keine relevante Verbesserung des Gesundheits
zustandes erblickt werden. Eine Überprüfung der bisherigen Rente sei aber
gemäss
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6. IV-Revision
vorzunehmen. Bei einem neuen Einkommensvergleich ergebe sich unter Berücksichtigung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit und eines leidens
-
be
dingten Abzuges von 5 % ein Invaliditätsgrad von 55 %. Damit sei die bisherige ganze Rente auf eine halbe Rente herabzusetzen
(Urk. 2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen im Wesentlichen vor, dem Gutachten von
Dr.
C._
fehle hinsichtlich einer Verbesserung des Gesundheitszustandes die genügende Bewei
skraft
(Urk. 1
Rz
. 7 f
f
.).
Bei dessen
Begründung
,
weshalb lediglich eine mittelgradige Depression vorliege, handle es sich nicht um eine fachlich psychiatrisc
he Argumentation;
d
ie diagnostischen Kriterien f
ür eine schwere Depression seien
auch gemäss seiner Befunderhebung
erfüllt
(Urk. 1
Rz
. 7.3
und
Rz
. 9 ff.
). Hinsichtlich der Anwendbarkeit von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG 6. IV-Revision
sei darauf hinzuweisen, dass nicht eine reine
somatoforme
Schmerzstörung mit allenfalls zusätzlich leich
ter Depression zu beurteilen
ge
-
wesen sei
. Die psychogene Anpassungsstörung auf die somatischen Beschwer
-
den sowie die Diagnose Angst und depressive Störung gemischt seien
psychi
-
sche
Krankheiten, welche nicht unter diese Bestimmungen fielen (Urk. 1
Rz
. 8 ff.). In den
Revisionen der Jahre 2004 und 20
09 sei die Rente bejaht wor
den unter der Diagnose einer schweren depressiven Episode. Diese sei inzwi
schen
ch
ronifiziert
.
Gemäss
Dr.
C._
liege keine anhaltende
somatoforme
Schmerz
-
störung vor. Es
liege
damit klar eine rein psychiatrische K
rankheit vor, welche nicht unter
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG 6. IV-Revision
falle
(Urk. 1
Rz
. 8.3)
.
Zudem beziehe der Beschwerdeführer die Rente bereits seit mehr als 15 Jahren, weshalb im Hinblick auf
lit
. a
Abs.
4
SchlB
IVG 6. IV-Revision
eine Herabset
zung der Rente nicht gerechtfertigt sei (Urk. 1
Rz
. 10).
Bei fehlender Ausbildung und langjähriger Abwesenheit vom Arbeitsmarkt sei eine Selbsteingliederung oft nicht zumutbar. Die
Eingliederungsmassnahmen
müssten vor Aufhebung der Rente geprüft werden (Urk. 1
Rz
. 11)
.
2.3
In der Eingabe vom 10. Dezember 2014 wies der Beschwerdeführer auf zwei stationäre
Hospitalisationen
im Jahr 2014 hin und hielt dafür, die eingereichten Austrittsberichte würden den weiteren Verlauf seiner Krankheit beleuchten und Rückschlüsse auf die im vorliegenden Verfahren strittigen Punkte zulassen (Urk. 9).
3.
3.1
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
vom 16. August 2000 (Urk. 7/62 und Urk. 7/64) erfolgte aufgrund der psychiatrischen Einschätzung von Dr.
Z._
(vgl. Urk. 7/61; vgl. auch Sachverhalt Ziff. 1.1)
.
Dieser hatte eine
psychogene Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2) auf bekannte somatis
che Beschwerden mit anhaltender
somatoformer
Sch
merzstörung (ICD-10 F45.4)
, reaktiver, depressi
ver Störung (ICD-10 F32.1) beziehungsweise Angst und depressive
r
Störung gemischt (ICD-10 F41.2)
diagnostiziert (Urk. 7/60/6)
.
Dr.
Z._
hielt in seinem Gutachten fest, es handle sich im Gefolge einer Anpassungsstörung auf die kognitiv vom Beschwerdeführer nicht einsichtigen Zusammenhänge seiner somatischen Erkrankung um eine zunehmende, erhebliche,
konversive
, ängst
lich-depressive Störung mit hohem
Somatisierungspotential
.
Der Beschwerde
führer sei überzeugt, ein „verlorener Fall“ zu sein, welcher auch von den Medi
zinern aufgegeben worden sei. Die schwache Bildung, die kümmerentwickelte Persönlichkeit und zudem auch noch die immerhin vorhandenen Sprachschwie
rigkeiten stünden diametral zu jeglichem Verarbeiten dieses kern-neurotischen Komplexes. Es wäre für ihn die beste Medizin, wiedereingegliedert zu werden, da es ihn überzeugen könnte, dass er in einer behinderungsangepassten Tätig
keit immer noch eine Arbeitsleistung erbringen könne. So, wie der Zustand sich heute präsentiere, müsse man dem Beschwerdeführer attestieren, dass es sich um eine psychogene Störung von Krankheitswert handle, dass diese Einflus
s auf die Arbeitsfähigkeit habe
und dass die Störung langdauernd sei (Urk. 7/60/6 f.).
Die von Dr.
Z._
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 55% führte zu einem
Inva
liditätsgrad
von 72 %, woraus eine ganze Rente resultierte (Urk. 7/61).
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
erfolgte somit aufgrund
eines
pathogene
tisch-ätiologisch
unklare
n
syndromale
n
Beschwerdebilde
s
.
In der Folge wurde d
er Anspruch auf eine
ganze
Rente
i
n den
Jahr
en
2004
und 2009
bestätigt. Dabei
stützte s
ich die IV-Stelle auf
je einen
Bericht
des
A._
vom 8. Januar 2004 (Urk. 7/71
) und 23. März 2009 (Urk. 7/96) sowie einen
undatierten
Bericht
(Urk. 7/97)
des Hausarztes Dr.
med.
E._
, Facharzt FM
H für Allgemeine Innere Medizin
.
Die Ärzte des
A._
stellten dieselben Diagnosen wie im ersten Bericht vom 5. April 2000 (Urk. 7/60/22 f.), welcher
Dr.
Z._
bei
seiner Begutachtung bereits vorgelegen hatte. Sie hielten zudem fest,
der Zustand des Beschwerde
führers
habe sich
seit 1999 im Wesentlichen nicht verändert (Urk. 7/71/2 und Urk. 7/96/7).
Dr.
E._
hielt
in seinem Bericht
fest
,
es
gebe
„nichts Neues“
;
der Zustand des Beschwerdeführers sei seit Jahren „stationär“
(Urk. 7/97
/
3 und /
5
)
.
Entsprechend lag beim Beschwerdeführer seit der Begutachtung durch Dr.
Z._
ein unveränderter Gesundheitszustand vor.
Damit
sind
die Vorau
ssetzungen für die Anwendbarkeit
von
lit
.
a Abs. 1
SchlB
IVG
6. IV-Revision
erfüllt
.
Auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes kommt es dabei nicht an (
vgl. E. 1.1)
.
3.2
Wird die Rente in Anwendung von
lit
.
a Abs. 1
SchlB
IVG
6. IV-Revision
herab
gesetzt oder aufgehoben
,
hat der Bezüger Anspruch auf Massnahmen zur Wie
dereingliederung nach
Art.
8a IVG; ein Anspruch auf eine Übergangsleistung nach
Art.
32
Abs.
1
lit
. c IVG entsteht dadurch nicht (
lit
. a
Abs.
2
SchlB
IVG
6.
IV-Revision). Werden Massnahmen zur Wiedereingliederung nach
Art.
8a IVG durchgeführt, so wird die Rente bis zum Abschluss der Massnahmen weiter ausgerichtet, längstens aber während zwei Jahren ab dem Zeitpunkt der Aufhe
bung oder Herabsetzung (
lit
. a
Abs.
3
SchlB
IVG).
Der
Beschwerdeführer
wurde
am 21. Mai 2012,
k
urz nach Eröffnung des
Ren
tenrevisionsverfahrens
,
über die Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision, deren Folgen auf die Invalidenrente sowie die
in diesem
Rahmen
bestehenden
Mög
lichkeiten (Eingliederungsmassnahmen mit Weiterausrichtung der Rente bis zum Abschluss der Massnahme, längstens für zwei Jahre; Einwand / Z-Gesuch; Akzeptanz des Entscheides)
orientiert
(Urk. 7/105/2 f.)
. D
er Beschwerdeführer
wünschte zunächst
Eingliederungsmassnahmen
und meldete sich
für ein Wie
dereingliederungsprogramm an
.
Nachdem er gegen die angekündigte
Renten
herabsetzung
Einwand erhoben
und einen Arztbericht aufgelegt
hatte,
in wel
chem das Vorliegen einer
schwergradigen
depressiven Symptomatik postuliert wurde, konnten keine
Wiedereingliederungs
massnahmen
an Hand genommen werden
(
Urk. 7/111/2,
Urk. 7/105/3 und
Urk. 7/129/1).
In korrekter Weise
wies die IV-Stelle
den Beschwerdeführer
in der angefochtenen Verfügung
aber
darauf hin, dass
ihm
nach
der Rentenherabsetzung Eingliederungs
massnahmen zustehen (Urk. 2 S. 6).
D
as geschilderte
Vorgehen
der IV-Stelle
ist nicht zu beanstanden.
3.3
Die Voraussetzungen von
lit
. a
Abs.
4
SchlB
IVG
6. IV-Revision
sind vorliegend nicht erfüllt. Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Schlussbestimmungen der
6.
IV-Revision (1. Januar 2012) noch nicht 55 Jahre alt.
Anknüpfungspunkt für den über 15-jährigen Rentenbezug
ist
der Beginn des Rentenanspruchs
(BGE
139 V 442
E. 4.3) und damit der 1. Dezember 1997
(Urk. 7/62 und Urk. 7/64; vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.2)
.
Im Zeitpunkt, in dem das
Rentenrevisionsver
fahren
gestützt auf
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG
6. IV-Revision
eröffnet wurde (15. Mai 2012; vgl. Sachverhalt Ziff. 1.5
), bezog er seit
e
twa 14
1⁄2 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung.
Entsprechend ist auch die Alternativvoraussetzung eines Rentenbezugs seit mehr als 15 Jahren im Zeitpunkt der Einleitung der Überprüfung nicht erfüllt.
3.4
Es kann somit festgehalten werden, dass eine Rentenüberprüfung in Anwen
dung von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG 6. IV-Revision
zulässig war.
4.
Dr.
B._
sowie Dr.
C._
hielten in der interdisziplinären Zusammenfas
sung
und Beurteilung des
Gutachten
s
vom
7. März 2013
die folgenden Diag
nosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfä
higkeit fest (Urk. 7/126/11 f.
):
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F33.11)
Lumbovertebrales
Syndrom bei leichten bis mässigen degenerativen Verän
derungen und leichter
Recessus
-Stenose L4/L5 und mittelgradiger
Recessus
-Stenose L5/S1 ohne Diskushernie, ohne Spinalkanalstenose und ohne neurale Kompression (MRI 10/2012 und MRI 07/2010), ohne
radikuläre
Zeichen und normale elektrophysiologische Befunde (08/1999) bei Status nach
mediolateraler
Diskushernie L5/S
1 rechts mit deutlicher Kompression der Nervenwurzel S1 rechts (Erstdiagnose 02/1995) und vollständige Rückbildung dieser Diskushernie und Rück
bildung der Nervenwurzelkompression, Erstdokumentation der Rückbil
dung im MRI 07/2010
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter die folgenden auf
(Urk. 7/126/12)
:
Übergewicht (BMI 29,9 kg/m
2
)
Hypothyreose (Erstdiagnose etwa 2002), aktuell übersubstituiert (TSH 0.104
mU
/l, T4 frei 22.5
nmol
/l)
Migräne
Die Gutachter hielten fest,
f
ür Tätigkeiten, welche mit dem Heben oder Tragen von Lasten über 15 kg verbunden seien, sei der Beschwerdeführer seit dem 4. Dezember 1996 nicht mehr arbeitsfähig. Aus psychiatrischer Sicht könne ihm eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für jegliche Tätigkeit seinem Bildungsniveau ent
sprechend attestiert werden. Für die verbleibende Arbeitsfähigkeit seien aus psychiatrischer Sicht Tätigkeiten mit sehr hohen Anforderungen an die Kon
zentration, Schnelligkeit und geistige Flexibilität (wie z.B. Fliessbandarbeit, Arbeit mit vielen Kundenkontakten oder Tätigkeiten mit sehr häufigem Wechsel der Arbeitsabläufe) sowie Nach
t
arbeit nicht geeignet. Für adaptierte Tätigkeiten
könne dem Beschwerdeführer seit etwa 2 1⁄2 Jahren eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert werden
(Urk. 7/126/12).
Dr.
C._
führte in seinem psychiatrischen Teilgutachten aus, es ergäben sich beim Beschwerdeführer keine Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung. Er könne die Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
von
Dr.
Z._
sodann nicht plausi
bilisieren. In den Berichten des
A._
vom 5. April 2000, 8. Januar 2004 und 23. März 2009 seien schwere depressive Episoden diagnostiziert worden. Im Bericht
vom 15. August 2012
sei festgehalten worden, dass sich beim Beschwerdeführer seit 2009 die depressive Symptomatik zwi
schen mittelgradigem und
schwergradigem
Ausmass gezeigt habe
. Eine rezidi
vierende depressive Störung habe bekanntlich einen phasenförmigen Verlauf mit unterschiedlichem Ausmass der depressiven Symptome, was auch anlässlich seiner Exploration bestätigt werden könne. Die depressiven Störungen würden allgemein durch Selbstwahrnehmungsstörungen charakterisiert (die Betroffenen fühlten sich unfähiger, als sie effektiv seien), was auch im Falle des Beschwer
deführers zu bestätigen sei. Dieser habe 2004 zum zweiten Mal geheiratet und eine eigene Familie gegründet, was für eine Teilerhaltung der Ressourcen spre
che.
Vor zweieinhalb Jahren sei die Familie des Beschwerdeführers in die
F._
ausgewandert und seitdem lebe er teilweise in der
F._
und teilweise in der Schweiz. Die Fähigkeit, die notwendige Tagesstruktur alleine in der Schweiz zu erhalten, regelmässig zu fliegen und die eigene Familie zu besuchen, spreche eindeutig gegen eine vorwiegend schwere depressive Symptomatik mindestens in den letzten zweieinhalb Jahren. Es sei aber nachvollziehbar, dass sich der Beschwerdeführer in den Therapiestunden (genau wie während der Exploration) im Rahmen der depressiv bedingten Selbstwahrnehmungs
störungen unbeholfen präsentiere, was aber den erhaltenen Ressourcen nicht entspreche. Deshalb sei dem Beschwerdeführer aufgrund der mehrheitlich mittelgradigen depressiven Symptomatik eine höchstens 50%ige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren. Es sei gleichzeitig zu betonen, dass die depressive Störung des Beschwerdeführers bereits einen
teilchronifizierten
Verlauf angenommen habe, so dass eine voll
ständige Remission seiner depressiven Störung und damit eine weitere Verbes
serung der Arbeitsfähigkeit nicht mehr zu erwarten sei. Es ergäben sich beim Beschwerdeführer keine Hinweise auf schwerwiegende bewusste oder unbe
wusste emotionale Konflikte oder schwerwiegende belastende psychosoziale Situationen, so dass bei ihm trotz geklagter
muskuloskelettaler
Schmerzen die psychiatrische Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung nicht gestellt werden könne
(Urk. 7/126/9 f.).
5.
5.1
Das
bidisziplinäre
Gutachten
vom
22. Februar 2013
/
7. März 2013 (Urk. 7/124 und Urk. 7/126)
vermag die an eine beweiskräftige ärzt
li
che Expertise gestellten Anforderungen vollum
fänglich zu erfüllen (E. 1.2
).
So tätigten die Gutachter sorgfältige, umfassende Abklärungen, berücksichtig
ten die ge
klagten Beschwer
den und begründeten ihre Einschätzung in nachvoll
zieh
barer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
. Die Gutachter legten die medizinischen Zusam
menhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begrün
deten
ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar
. Dem Gutachten kommt somit grundsätzlich volle Beweiskraft zu.
Der Umstand, dass der
Regionale Ärztliche Dienst (RAD)
die Lage
zunächst
anders e
ingeschätzt hatte und von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeder Erwerbstätigkeit ausgegangen war
(Urk. 7/129/5
;
vgl.
Vorbringen in
Urk. 1
Rz
. 7), ändert nichts an der Verwert
barkeit des Gut
achtens, zumal der RAD
dasselbe
nach Erhalt
ebenfalls als
umfassend und schlüssig
bewertete
(Urk. 7/129/6).
5.2
Gegen die
internistisch-rheumatologische
Einschätzung von
Dr.
B._
wur
den keine Einwände erhoben,
weshalb sich Weiterungen
diesbezüglich
erübri
gen.
Der Beschwerdeführer bestreitet jedoch die psychiatrische Einschätzung von Dr.
C._
;
dieser führe fachfremde Argumente an
.
Der Beschwerdeführer hält dafür
, die diagnostischen Kriterien für eine schwere Depression seien erfüllt. Dass eine Person mit schwerer depressiver Symptomatik nicht fähig sein solle, selbständig zu leben, treffe offensichtlich nicht zu.
Auch die Fähigkeit, mit dem Flugzeug in die
F._
zu reisen und seine Familie zu besuchen, schliesse eine schwere depressive Episode jedenfalls nicht aus. Davon wüssten auch die behandelnden Ärzte, was deren Diagnose nicht ändere (Urk. 1
Rz
. 7.3).
5.3
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers erweist sich d
ie psychiatrische Einschätzung von
Dr.
C._
unter Hinweis auf die sich in den letzten Jahren vor
der
Begutachtung zugetragenen Ereignisse als
einleuchtend
.
Es handelt sich dabei keineswegs um eine fachfremde
Argumentation
.
Dass sich der Beschwer
deführer im Rahmen seiner depressiv bedingten Selbstwahrnehmungs
störungen unbeholfen präsentiere, was aber den erhaltenen Ressourcen nicht entspreche
(Urk. 7/126/10)
, scheint
nachvollziehbar
. Es kann
daher
nicht unbesehen auf die subjektiven
Angaben
des Besch
werdeführers abgestellt werden, was auch anlässlich der Begutachtung durc
h
Dr.
B._
zum Ausdruck kam:
Obwohl de
r
Beschwerdeführer
gemäss
eigenen Angaben
von
ständige
n
Rückenschmer
zen
b
egleitet wird (Urk. 7/124/22) und
nach Einschätzung der behandelnden Ärzte des
A._
schwer
depressiv
sei
, weisen seine Hände deutliche Gebrauchsspuren auf, für welche er keine Erklärung hat.
Dr.
B._
hält
d
ie
se
Gebrauchsspuren
in
nachvollziehbar Weise
als Nachweis dafür,
dass der Beschwerdeführer beide Hände lang andauernd und kraftvoll einsetze (Urk. 7/124/31).
Dies steht
aber in deutlichem Widerspruch zu den
von ihm geklagten
Beschwerden
.
5.4
Im (undatierten) Bericht des
A._
des Jahres 2012 wurde
n
die
Diagnosen einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) und einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstö
rung
bei bekanntem chronischem
Lumbovertebralsyndrom
(ICD-10 F45.4)
auf
geführt
(Urk. 7/111/1). Diese Diagnosen veränderten sich seit der ersten Bericht
erstattung
des
A._
vom 5. April 2000
nicht
(
vgl.
Urk. 7/60/22
,
U
rk. 7/71/1,
und Urk. 7/96/6)
. Dabei ergab sich zumindest
aus dem
Bericht vom 15. August 2012, dass die depressive Symptomatik des Beschwerdeführers seit 2009
Schwankungen unterlag
beziehungsweise
zwischen mittelgradig und
schw
ergradig
(aktuell) eingestuft w
e
rde (Urk. 7/113).
Die seit Jahren
unverändert
gebliebene
Diagnose einer schweren depressiven Episode (vgl. E.5.2)
erweist sich indes als
kaum nachvollziehbar,
hat der Beschwerde
führer im Jahr 2004 doch zum zweiten Mal geheiratet und inzwischen drei Kin
der (Geburtsjahre: 2006, 2008 und
2010) gezeugt (Urk. 7/78 ff., Urk. 7/90/3 und Urk. 7/100).
Dr.
C._
wies zu Recht darauf hin, dass die Heirat und die Gründung einer Familie für eine
Teilerhal
tung
der Ressourcen spreche (Urk. 7/126/10).
I
n Bezug auf die
Einschätzung der Ärzte
des
A._
ist
damit
der Erfahrungs
tat
sache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte mit
unter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfäl
len eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
5.5
Die im Beschwerdeverfahren neu aufgelegten Berichte des
A._
datieren vom 2. August und 25. November 2014 und belegen zwei stationäre Aufenthalte des Beschwerdeführers vom 20. Mai bis 2. August 2014 und vom 1. Oktober bis 21. November 201
4.
Die
Gerichte legen ihrer beschwerdeweisen Überprüfung den Sachverhalt zugrunde, wie er sich der Verwaltung dar
bot.
Die neuen Beweismittel sind daher bei der Überprüfung des angefochtenen Entscheids
nur soweit
zu berücksichti
gen
, als sie Umstände belegen, die sich vor Erlass des angefochtenen Entscheids ereignet haben
.
Die im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte
lassen
nicht auf
eine unzu
treffende Diagnosestellung
des Gutachters
Dr.
C._
schliessen
.
Vielmehr wer
den
in den Berichten
neue Entwicklungen dokumentiert, welche mehrheitlich auf
psychosoziale Faktor
en zurückzuführen sind.
Aus dem
Austrittsbericht
des
A._
vom 2. August 2014
geht hervor, dass sich der Beschwerdeführer und seine Ehefrau in einer Ehekrise befinden
würden
. Die Ehefrau habe einen
anonymen Brief erhalten, in welchem der Beschwerdeführer beschuldigt werde, fremdzugehen. Sie glaube dies, obwohl der Beschwerdefüh
rer seine Unschuld beteuere. Sie wolle seither nicht mehr mit ihm zusammenle
ben (Urk. 10/2 S. 1 f.).
Auf Zuspruch der Ärzte, den Kontakt zu seinen Kindern aufrecht zu erhalten, sowie nach akut aufgetretenen Zahnschmerzen
reiste der Beschwerdeführer am 2. August 2014
unvermittelt
in die
F._
ab
(Urk. 10/2 S. 3). Dort befand er sich bis
etwa Ende September 201
4.
Kurz nach seiner Rückkehr in die Schweiz begab
er sich
wieder
ins
A._
(Aufenthalt vom 1. Oktober bis 21. November 2014).
Im zweiten
Aus
trittsbericht
vom 25. November 2014 wurden weitere psychosoziale Faktoren aufgezählt: psychische Belastung durch die im
G._
Grenzgebiet stattfindenden Kämpfe und Sorge um Familienmitglieder (Urk. 10/1 S. 2).
5.6
Im Sinne des Gesagten ist auf
das beweiskräftige Gutachten
abzustellen.
Gestützt darauf steht daher mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass dem
Beschwerde
führer
eine der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepasste Tätigkeit mit einem Pensum von 50 % zumutbar ist.
5.7
Selbst wenn die Voraussetzungen für eine Rentenherabsetzung in Anwendung von
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6.
IV-Revision
nicht gegeben wären,
wäre
eine
Ver
besserung des Gesundheitszustandes ausgewiesen
: Im Vergleich zu der in den vergangenen Jahren diagnostizierten schweren depressiven Episode liegt gestützt auf das
beweis
kräftige Gutachten nur noch eine mittelgradige depres
sive Episode vor.
6.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validenein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausgegli
chenen Arbeitsmarktlage (Art.
16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Festsetzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
turerhebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E.
3.2 mit Hinweisen).
6.3
Entgegen den Erwägungen der IV-Stelle ist für die Bemessung des
Validenein
kommens
auf die Angaben der letzten Arbeitgeberin, der
Y._ AG
, abzustellen
(vgl. E. 6.2)
.
Auf diese Angaben
stellte die IV-Stelle
denn
auch
bei der
Rentenzusprache
im Jahr 2000 ab (Urk. 7/61).
Das Einkom
men des Beschwerdeführers hätte im Jahr 1997 im Gesundheitsfall Fr. 68‘480.-- betragen (Urk. 7/29).
Angepasst an die Nominallohnentwicklung
ergibt sich
im Jahr 2013
somit
ein
Valideneinkommmen
von
Fr. 83‘020.-- (
Indexstand
1818
[
1997
]
auf 2204 [201
3
]; vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer
Lohnin
dex
, T 39
:
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976
-2013
).
Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist mit der IV-Stelle auf
die Tabellenlöhne
der Schweizerische
n
Lohnstrukturerhebung (LSE)
abzustellen.
Es
ist von einem monatlichen Einkommen von männlichen Hilfskräften von Fr. 4‘901.-- (LSE 2010, S. 26
, Tabelle TA1
, Wirtschaftsabteilungen Total,
Anfor
derungsniveau
4
)
auszugehen. Unter Berücksichtigung der durch
schnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2013 von 41,7 Stunden pro Woche
(Die Vol
kswirtschaft, 3/4-2015
,
S. 88,
Tabelle B 9.2
, A-S
)
sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2013
(Indexstand 2150 [2010] auf 2204 [2013], vgl. die Volkswirtschaft
3/4-2015,
S. 89, Tabelle B 10.3)
ergibt sich
bei einem zumutbaren
Arbeitspen
sum
von 50 %
ein Jahreseinkommen von Fr. 31‘426.-- (Fr. 4‘901.-- : 40 x 41,7 x 12 : 2150 x 2204 x 0.5).
Der von der IV-Stelle vorgenom
mene
leidensbe
dingte
Abzug von 5
%
blieb unbestritten und ist nicht zu beanstanden
.
Dem
nach beträgt das Invalideneinkommen
Fr.
29‘855
.--
(Fr. 31‘426.-- x 95
%).
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr. 83‘020.--
dem Invalideneinkommen gemäss LSE von
Fr. 29‘855.--
gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
53
‘
165
.--
, was
einem Invaliditätsgrad von 64.04
%, gerundet
64
%, entspricht.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG
)
.
Daraus folgt, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
hat.
6.4
In teilweiser
Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung
(Dispo
sitiv Ziffer 1)
dahingehend abzuändern, dass die bisherige ganze Rente auf eine
Dreiviertelsrente
d
er Invalidenversicherung
herabzusetzen ist
.
7.
7
.1
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende Partei kostenpflichtig. Die Kos
ten sind unabhängig vom Streitwert nach dem Verfah
rensaufwand festzulegen und vorliegend auf Fr. 600.-- anzusetzen. Da der Beschwerdeführer bezüglich des Rentenanspruchs
an sich obsiegt (vgl. unten E. 7
.2), sind die Kosten voll
umfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts rechtfertigt der Umstand allein, dass einem Beschwerdeführer in einem Beschwerdeverfahren eine geringere Teilrente als beantragt zugesprochen wird, noch keine Reduktion der
Parteient
schädigung
, jedenfalls soweit der Aufwand nicht vom beantragten Umfang der Rente beeinflusst wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_466/2007 vom 25. Januar 2008 E. 5). Entsprechend ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, de
m
Be
schwerdeführer eine volle Prozessentschädigung (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
]) zu
bezahlen. Diese ist auf Fr. 2'1
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.