Decision ID: 1201191c-5ad9-449c-a546-9bcb51feb873
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1975, hat keine berufliche
Ausbildung absolviert und war
von Januar 2014 bis Februar 2016 bei der
Y._
AG,
in Z._
, als
Staplerfahrer angestellt (Urk. 6/1, 6/2 f., 6/7/2 und 6
/12).
Nach einem Unfall am
7.
Mai 2015 und einer anschliessenden unfall- wie auch krankheitsbedingt attestierten Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
6/8/11 ff.
, 6/12/9 f.
)
wurde ihm
per 2
9.
Februar 2016 die Stelle
gekündigt
(
Urk.
6/12).
Unter Hinweis auf eine psychische Erkrankung hatte er sich am 28. Januar 2016 bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug angem
eldet (Urk. 6/1). Die Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte nebst einem Aus
zug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk.
6/7) insbesondere einen Arbeit
geber
bericht (Urk. 6
/12), die Akten des Krank
entaggeldversicherers (Urk. 6/8, 6/26 und 6
/32) so
wie diverse Arztberichte (Urk. 6/16, 6/20, 6/22 und 6
/34) ein.
Am
30. März 2017 wurde
der Versicherte
vom Regionalen Ärztlichen
Dienst (RAD)
psychiatrisch
untersucht (Urk. 6
/40). Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(vgl.
Urk.
6/43, 6/46) wies
die IV-Stelle
das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
13. Juni 2017
ab
(Urk. 6/50
).
Die dagegen vom Versicherten am
1
4.
Juli 2017
erhobene Beschwerde (Urk.
6/56/3-8
) hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
mit Urteil IV.201
7.00787 vom 23. Jan
uar 2019 in dem Sinne gut, als es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese nach ergänzenden Abklärungen über den Leistungs
anspruch neu ver
füge (Urk. 6/58
).
1.2
Im Rahmen der Umsetzung diese
s unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Urteils holte die IV-Stelle zunächst
Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk. 6/65, 6/69). Danach gab sie bei der
A._
AG ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (
Urk.
6/81), welches am 2
1.
April 2020 erstattet wurde (Urk. 6/95). Mit Vorbescheid vom 2
0.
Mai 2020
stellte sie dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
6/97), wogegen dieser
am 1
7.
Juni 2020 sowie ergänzend am 2
5.
August und 2
1.
September 2020
unter Beilage weiterer medizinischer Unterlagen (Urk. 6/105)
Einwand erhob (U
rk.
6/98, 6/102 und 6/106).
Nachdem die Gutachter am 1
1.
März 2021 zu Rück
fragen
Stellung genommen hatten (
Urk.
6/107, 6/109), äusserte sich der Ver
sicherte am 1
2.
Mai 2021 erneut schriftlich zur Sache (
Urk.
6/116). Am 22. Juni 2021 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (
Urk.
2 = Urk. 6/118).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
3.
August 2021 Beschwerde mit dem Rechts
begehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm seien die gesetz
lichen Leistungen
insbesondere Rentenleistungen
der Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventualiter sei ihm eine vorübergehende Rente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
2
7.
September 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
9.
September 2021
in Kenntnis gesetzt
wurde
(
Urk.
7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.4
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben die Beweise
frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht
alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) ab
gegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
Das Gericht darf den von Versicherungsträgern im Verfahren nach
Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezialärzte vollen Beweiswert zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 147 V 79 E. 8.1, 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_84/2022 vom 1
9.
Mai 2022 E. 2.2).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 2
2.
Juni 2021 hielt die Beschwerdegegnerin
zusammengefasst
fest,
d
as polydisziplinäre
A._
-
Gutachten sei gemäss den geltenden versicherungsmedizinischen Kriterien erstellt und die Arbeitsfähigkeit sei
auch im zeitlichen Verlauf
nachvollziehbar beurteilt worden. Aus rheuma
tologischer und chirurgischer Sicht s
e
ien sämtliche Beschwerden und Unfall
folgen weitestgehend abgeheilt oder als stabilisiert zu betrachten, sodass diese keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Aus psychiatrischer Sicht sei die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtig leichter bis mittelgradiger Episode nachvollziehbar.
Aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs infolge der erhöhten Ermüdbarkeit
bestehe
eine 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
.
Spätestens seit dem Zeitpunkt der Anmeldung bei der Invalidenversicherung liege eine 80%ige Arbeitsfähigkeit sowohl in der an
gestammten Tätigkeit als Staplerfahrer als auch in anderen angepassten Tätig
keiten vor. Dadurch könne der Beschwerdeführer ein rentenausschliessendes E
in
kommen erzielen (
Urk.
2 S. 2 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerdeschrift vom 2
3.
August 2021 im Wesentlichen geltend,
auf das
A._
-
G
utachten
könne nicht abgestellt werden.
Insbesondere w
iderspreche
die retrospektiv attestierte Arbeitsunfähigkeit von 20
%
den echtzeitlich von
ärztlicher Seite
namentlich den Fachärzten des Medizinischen Zentrums
B._
besch
einigten Arbeitsunfähigkeiten
, ohne dass dies (nachvollziehbar) begründet worden sei. Es fänden sich keine Aus
sagen über den Verlauf der gesundheitlichen Störung und der damit einher
gehenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
1 S. 8 f.).
Auch das Antwort
schreiben der Gutachter vom 1
1.
März 2021 räume die in dieser Hinsicht bestehenden Unklarheiten nicht aus; dieses beinhalte vielmehr Ausführungen genereller Natur ohne konkrete und überzeugende Begründung
der
abweichende
n
retrospektive
n
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
1 S. 11). Für den Fall
, dass das Gericht
statt auf das Gutachten
nicht auf die Beurteilung des Medizinischen Zentrums
B._
abstellen sollte, werde beantragt, ein gerichtliches Gut
achten einzuholen.
Sollte das Gericht wider Erwarten auf das
A._
-Gut
achten abstellen, wäre erst ab dem Zeitpunkt der Erstattung der Expertise von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Für den Zeitraum bis zur Erstellung des Gutachtens wären
zwecks
Beurteilung des Rentenanspruchs
die echtzeitlich attestierten A
rbeitsunfähigkeiten
heranzuziehen
(
Urk.
1 S. 12).
3.
3.1
Im Rahmen der erstmaligen Beurteilung des Rentenanspruchs des Beschwerde
führers holte die Beschwerdegegnerin
in medizinischer Hinsicht
einerseits Berichte der behandelnden Ärzte
(
Urk.
6/16, 6/20, 6/22 und 6/34) sowie die Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk. 6/8, 6/26 und 6/32) ein. Andererseits wurde der Beschwerdeführer durch den RAD psychiatrisch untersucht (
Urk.
6/40, 6/48/7).
In diesem Zusammenhang kann auf die Ausführungen in E. 3 des Urteils des hiesigen Gerichts vom 2
3.
Januar 2019 (IV.2017.00787) verwiesen werden (
Urk.
6/58/5-9).
3.2
3.2.1
Im
Zuge
der Umsetzung des genannten Rückweisungsurteils
gelangte
die Beschwerdegegnerin
zunächst an die behandelnden Fachpersonen des
M
edizinischen
Zentrum
s
B._
. Diese diagnostizierten mit Bericht vom 10. Mai 2019 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3), welche sich auf die A
rbeitsfähigkeit auswirke. Die Belastbarkeit des Beschwerdeführers sei seit Beginn der Erkrankung im Jahr 2016 vermindert.
Ab Juni
2016 sei er für wenige Stunden pro Woche als Pizzakurier tätig gewesen, was jedoch nach wenigen Monaten gescheitert sei
. Er habe Mühe gehabt, sich anzupassen
,
und habe sich schnell unter Druck gesetzt gefühlt. Im August 2016 habe er einen erneuten Arbeitsversuch als Brotlieferant für zwei bis drei Stunden pro Woche unter
nommen, dies aber wegen Auftragsmangels nur für wenige Wochen. Von Februar 2018 bis 2019
habe er beim gleichen Arbeitgeber in einem 100%-Pensum gearbeitet. Er habe damals von weniger psychotischen Symptomen und Ängsten berichtet. Anfang 2019 sei es zu einer erneuten depressiven Dekompensation gekommen, wobei der Grund dafür vom Beschwerdeführer nicht genau habe geschildert werden können.
Er habe wieder Mühe im Kontakt mit dem Vor
gesetzten gehabt und sich rasch unter Druck gesetzt gefühlt. Dadurch hätten sich die depressiven und psychotischen Symptome verstärkt. Seither zeige sich die Symptomatik wieder gleich wie zu Beginn der Behandlung im Jahr 201
6.
Auf
grund der erneuten depressiven Dekompensation liege wieder eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor. Der Beschwerdeführer habe deutliche Schwierigkeiten in der Anpassungs- und Konfliktfähigkeit sowie in Bezug auf Konzentration und Kommunikation
(
Urk.
6/65/7-9).
3.2.2
Dem polydisziplinären
A._
-Gutachten
vom 2
1.
April 2020
s
ind folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbe
itsfähigkeit zu entnehmen (Urk.
6/95/16):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0/F33.1)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41).
Ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurde demgegenüber im Wesentlichen in Bezug auf folgende Diagnosen verneint (
Urk.
6/95/16 f.):
-
Verdacht auf arterielle Hypertonie (ICD-10 I10.0)
-
chronischer Nikotinabusus von kumulativ 60
py
(ICD-10
F17.1) / Störung durch Tabak, ständiger Gebrauch (ICD-10 F17.5)
-
Polyarthralgien ungeklärter Klassifikation (ICD-10 F17.1) und
vertebragene
S
chmerzen unklarer Ätiologie (ICD
-10 M54.5 und M54.82)
-
multiple
Insertionstendinopathien
und partiell
fibromyalgiforme
Sympto
matik (ICD-10 M79.80)
-
Status nach Kontusion der Lendenwirbelsäule und des
Sakrums
am 27. Dezember 2018 (ICD-10 T09.05)
-
Status nach
Enthesiopathie
Handgelenk links (ICD-10 M77.2)
-
Status nach
Enthe
siopathie
rechter Ellbogen (ICD-10 M77.1/M77.2)
-
Status nach Behandlung eines
Perianalabszesses
beziehungsweise einer
Perianalfistel
rechts (ICD-10 K61.4)
-
akzentuierte kombinierte paranoide und passiv-aggressive Persönlich
keitszüge (ICD-10 Z73.1).
Gemäss interdisziplinärer Konsensbeurteilung habe der Beschwerdeführer auf somatischer Ebene über chronische Polyarthralgien an mittelgrossen und grossen Gelenken sowie über
Zervikalgien
und fragliche Lumbalgien geklagt, die nicht hätten präzisiert werden können. Seine A
nga
ben zur körperlichen Belastungs
toleranz (maximale Gehstrecke, Sitztoleranz, Alltagsbewältigung im eigenen Kleinhaushalt, Freizeitverhalten) hätten auf eine ausgesprochene Schonung sowie auf eine subjektive Leistungsinsuffizienz hingewiesen.
Anlässlich der von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, durchgeführten rheumatologischen Untersuchung
habe sich an sämtliche
n Gelenken eine ausreichende Mot
ilität gezeigt; Entzündungs
zeichen hätten gefehlt.
Die Beweglichkeit in allen drei Wirbelsäulenabschnitten sei intakt gewesen und für eine entzündliche
Spondylarthropathie
habe es keine fassbaren Anhaltspunkte gegeben. Auch die Muskelkraft im Rumpf- und Schultergürtelbereich habe sich altersphysiologisch dargestellt. Es bestehe somit eine klare Diskrepanz zwischen den subjektiven Angaben und den objektiven Befunden.
Die Monotonie des Verlaufs, die Beschwerdepersistenz trotz angemessener therapeutischer Zuwendung, die fehlende Bilddokumentation über angeblich entzündliche Gelenksveränderungen
und das schmerzorientierte Ver
halten während der körperlichen Untersuchung liessen am ehesten an eine un
differenzierte Somatisierungsstörung mit einer Selbstlimitierung und einer über
triebenen Schonung denken. Zusammenfa
ssend ergebe sich kein richtung
geben
des rheumatisches Leiden, das eine berufliche Dispensierung rechtfertigen lasse. Die vorgebrachte Symptomatik könne klinisch nicht bestätigt werden (
Urk.
6/95/17 f.).
Auch im Rahmen der chirurgischen Untersuchung
durch
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie,
habe sich der Beschwerdeführer in guter körperlicher Verfassung präsentiert. Abgesehen von einer l
eichten, wahrschein
lich alters- respektive
habitusentsprechenden
physiologischen Einschränkung der Innenrotation der Hüftgelenke und der Flexion der Wirbelsäule hätten keine erheblichen Einbussen der körperlichen Beweglichkeit festgestellt werden können.
Die belastungsabhängigen Beschwerden am rechten Ellenbogen und am linken Handgelenk seien als
Enthesiopathien
zu werten, bekanntlich
stets
lang
wierige und oft therapieresistente Leiden, bei denen die psychische Verfassung und das Coping eine wesentliche Rolle spielten. Aus chirurgischer Sicht seien sämtliche in Betracht gezogenen Erkrankungen und Unfallfolgen als weitgehend abgeheilt oder stabilisiert zu betrachten und somit ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit (
Urk.
6/95/18).
Von psychi
atri
scher Seite liege gemäss
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
diagnostisch
eine leichte bis mittelgradige depressive Episode vor, gekennzeichnet durch depressive Verstimmung mit verminderter Freude und einem gewissen Interessenverlust, aber auch durch erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen, Insuffizienzgedanken und Konzentrationsstörungen. Es bestehe ein rezidivierender Verlauf mit bereits erfolgter teilstationärer und stationärer Behandlung infolge Verschlechterung. Auch leide der Beschwerdeführer unter Schmerzen am Bewegungsapparat, wobei diagnostisch von einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren ausgegangen werden könne. Im Vordergrund stünden die depressive Symptomatik und die diffusen, ausgeweiteten Schmerzen am Bewegungsapparat, welche sich nicht nur mit einer Somatisierung im Rahmen der Depression erklären liessen. Im Rahmen der Exploration habe der Beschwerdeführer
auch akustische und optische Halluzinationen angegeben, die er jedoch relativ wenig plastisch geschildert habe, ihn jedoch stark beunruhigten und beängstigten. Ein gewisses Misstrauen mit einer raschen Beunruhigung sei auch im Untersuchungsgespräch ersichtlich gewesen. Es bestünden somit akzentuierte paranoide Persönlichkeitszüge. Der Beschwerdeführer könne durch
aus
eine Willensanstrengung aufbringen, um seine Schwächen in gewissem Masse unter Kontrolle zu halten. Dies habe sich deutlich gezeigt, als er im Verlauf des psychiatrischen Untersuchungsgesprächs eine gewisse Ermüdung gezeigt und unbedingt habe eine Zigarette rauchen wollen, aber das Gespräch doch bis zum Schluss habe aushalten können und dann sogar wieder keine Müdigkeit gezeigt habe, als er danach noch habe Kaffeetrinken gehen wollen (
Urk.
6/95/18 f.).
Insgesamt könnten von somatischer Seite aus interdisziplinärer Sicht keine Erkrankungen mit relevantem Einfluss auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers nachgewiesen werden.
Von psychiatrischer Seite bestehe bedingt durch die Depression eine erhöhte Ermüdbarkeit, was zu einer 20%igen Leistungseinschränkung führe (
Urk.
6/95/19).
Dies gelte sowohl für die angestammte Tätigkeit als Staplerfahrer als auch für leidensadaptierte Tätigkeiten (
Urk.
6/95/21 f.).
Die 80%ige Arbeitsfähigkeit bestehe zudem gemittelt über den Verlauf der fachärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
6/95/23).
3.2.3
Am 1
2.
September 2020 nahmen die behandelnden Fachpersonen des Medizinischen Zentrums
B._
zum psychiatrischen Teilgutachten Stellung, wobei sie dieses in diagnostischer Hinsicht
als
mit Sicherheit falsch beurteilten. Sowohl die Symptome als auch der Erwerbs- und Beziehungsverlauf seien unvollständig erfasst worden und die daraus abgeleitete Diagnose sei nicht nachvollziehbar.
Nicht gefolgt werden könne darüber hinaus der Würdigung der Halluzinationen trotz jahrelanger
neuroleptischer
Medikation.
Die errichtete Beistandschaft zur Regelung alltäglicher Angelegenheiten
(vgl. diesbezüglich Urk. 6/71)
, der diskontinuierliche Erwerbsverlauf mit zahlreichen Kündigungen durch die Arbeitgeber nach kurzer Zeit, die bisher ungenügend wirkende
neuro
leptische
Medikation, die persistierenden Halluzinationen sowie die Angst vor stationären Behandlung
en
bei jedoch guter ambulanter Compliance sprächen für eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
auch für angepasste Tätigkeiten (U
rk.
6/105/4).
3.2.4
Mit ergänzender Stellungnahme vom 1
1.
März 2021 hielten die Gutachter im Wesentlichen an ihrer Beurteilung fest
. Insbesondere wiesen sie darauf hin, dass eine Auseinandersetzung mit den echtzeitlichen Befunden
und den Einschätzungen in den
Vorakten
stattgefunden habe (
Urk.
6/109/2). Das Medizinische Zentrum
B._
habe eine andere Beurteilung eines ähn
lichen Gesundheitszustandes vorgenommen. Es seien weder neue Befunde vor
gebracht noch sei eine Veränderung des Gesundheitszustandes geltend gemacht worden (
Urk.
6/109/3 f.).
4.
4.1
In
rein
somatischer Hinsicht
sind sich die Gutachter dahingehend einig, dass kein Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegt
(Urk. 6/95/21 f., 6/95/40, 6/95/56 und 6/95/76 f.)
.
Von internistischer Seite wies
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, namentlich auf durchgehend normale laborchemische Werte in Bezug auf die Leber- und Nieren
funktion, das Blutbild sowie die Zucker- und Schilddrüsenwerte hin.
Der Beschwerdeführer sehe seine Arbeitsfähigkeit hauptsächlich durch die psychischen Probleme eingeschränkt. Auch aktenanamnestisch habe im Vorfeld keine
höhergradige
oder langfristige Arbeitsunfähigkeit aufgrund internistischer Diagnosen bestanden (
Urk.
6/95/38 f.).
Dies ist auch aus rheumatologischer und chirurgischer Sicht der Fall.
So vermochte
Dr.
C._
die
vom Beschwerde
führer
vorgebrachte Symptomatik unter Berücksichtigung der bisherigen bild
gebenden Abklärungen klinisch nicht zu bestätigen und brachte diese mit einer übertriebenen Schonung
und
Selbstlimitierung
bei Verdacht auf eine undifferenzierte Somatisierungsstörung in Zusammenhang.
An sämtlichen Gelenken
h
abe
sich
bei fehlenden Entzündungsanzeichen
eine ausreichende Motilität finden
lassen.
Darüber hinaus sei die Beweglichkeit in allen drei Wirbelsäulenabschnitten intakt gewesen; Anhaltspunkte für eine entzündliche
Spondylarthropathie
hätten
nicht vor
gelegen
.
Gesamthaft liege kein richtung
gebendes rheumatisches Leiden vor, das eine berufliche Dispensierung recht
fertige (
Urk.
6/95/52-55).
Dr.
D._
konnte im Rahmen der chirurgischen Untersuchung
bis auf eine wahrscheinlich als a
lters- oder
habitusentsprechend
beurteilte Einschränkung der Innenrotation der Hüftgelenke und der Flexion der Wirbelsäule
ebenfalls keine erhe
bliche Einbusse der körperlichen Beweglichkeit feststellen. Am Bewegungsapparat habe keine auffällige Schmerzreaktion aus
gelöst werden können
. Sämtliche in Betracht fallenden
Erkrankungen und Unfallfolgen dürften heute als weitgehend geheilt oder stabilisiert betrachtet werden. Die jahrelang beidseitig anhaltenden und belastungsabhängigen Gelenks- oder Muskelbeschwerden seien eher einer mangelnden psychischen Belastbarkeit sowie der Unfähigkeit, mit leichten körperlichen Beschwerden um
zugehen, anzulasten
(
Urk.
6/95/74-76).
4.2
Die
Gutachter
haben mit ihren Ausführungen
in nachvollziehbarer und schlüssiger Weise dargelegt,
weshalb die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers weder für die angestammte Tätigkeit als Staplerfahrer
noch für andere leidens
adaptierte Tätigkeiten
eingeschränkt ist
.
Retrospektiv bestanden in somatischer Hinsicht keine längerfristigen
und invalidenversicherungsrechtlich relevanten
Einschränkungen, namentlich nicht nach Ablauf der sechsmonatigen Wartefrist gemäss
Art.
29 Abs. 1 IVG
im Juli 2016
(vgl. Urk.
6/69/7-16, 6
/
9
5/39 und
6
/
9
5/76)
.
Vielmehr waren die somatischen Probleme (Kontusion LWS, Fistel
leiden, Kontusion Handgelenk und
Enthesiopathie
Ellenbogen
) Grund für vorübergehende, kürzere Arbeitsunfähigkeiten. Die ab Herbst 2015 attestierten, hochprozentigen A
rb
e
i
tsunfähigkeiten (
Urk.
6/20/4)
waren der psychiatrischen Situation geschuldet und von den behandelnden Ärzten mit dieser begründet
worden
(
Urk.
6/95/76)
Die somatischen Teilexpertisen erfüllen auch sämtliche übrigen von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen (vgl. vorstehende E. 1.5), weshalb ihnen volle Beweiskraft zukommt.
Beschwerdeweise wird dies denn auch nicht substantiiert bestritten. Am Beweiswert der Gutachten
vermag im Übrig
en auch der Arztbericht von Dr.
med.
G._
, Fachärztin für All
gemeine Innere Medizin, vom 20. August 2019 nichts zu ändern, welche ohne nähere Begründung eine Arbeitsfähigkeit von vier bis sechs Stunden pro Tag für leidensangepasste Tätigkeiten attestierte
und dabei
fachfremd
auch die rezidivierende depressive Störung miteinbezog (
Urk.
6/69/3, 6/69/5).
5.
5
.1
S
trittig und zu prüfen bleibt der Beweiswert des
psychiatrischen Teilgutachtens. Der Beschwerdeführer
rügt in diesem Z
usammenhang eine ungenügende Aus
einandersetzung mit den
medizinischen
Vorakten
und eine mangelnde Begründung der retrospektiv attestierten
Arbeitsfähigkeit von durchschnittlich 80 % (vgl.
Urk.
1 S. 8-12).
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass es generell und namentlich bei psychischen Störung
en
schwierig ist, rückwirkend und überdies für einen weit zurück
liegenden Zeitraum die Arbeitsfähigkeit zuverlässig zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 8C_167/2014 vom
8.
August 2014 E. 6.2 mit Hinweis). Mit anderen Worten ist die retrospektive Beurteilung von Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit naturgemäss mit Unsicherheiten behaftet, was jedoch nicht dazu führt, diesbezüglichen Aussagen von vornherein jegliche Beweiskraft abzu
sprechen. Praxisgemäss ist es a
uch
nicht erforderlich, dass die Gutachterperson zu jedem Bericht der behandelnden Arztpersonen Stellung nimmt, wenn darin ein von den Erkenntnissen des Gutachters abweichender Grad der Arbeits
unfähigkeit angegeben wird (Urteil des Bundesgerichts 8C_419/2021 vom 1
6.
Dezember 2021 E. 6 mit Hinweisen).
Dr.
E._
hatte
nachweislich
Kenntnis von den
psychiatrischen
Vorakten
wie dem Bericht der Psychiatrischen
Klinik H._
vom
4.
Mai 2016 (
Urk.
6/20)
und demjenigen des Medizinischen Zentrums
B._
vom 10. Mai 2019 (
Urk.
6/65). Zudem forderte
er nachträglich einen Austrittsbericht der Psychiatrischen Dienste
I._
AG vom 2
3.
August 2019
an
(Ur
k.
6/95/82-84).
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers setzte sich der Gutachter auch
rechtsgenüglich
damit
auseinander und begründete seine abweichende Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit. So
legte er
nachvollziehbar
dar,
weshalb die Diagnose einer schweren depressiven E
pisode mit psychotischen
S
ymptomen
bei einer rezidivierenden depressiven Störung nicht
hinreichend bestätigt werden könne.
In diesem Zusammenhang verwies er
zunächst
auf den Umstand, dass
in der Regel bei Vorliegen einer schweren depressiven Episode eine psychiatrische
Hospitalisation
erforderlich sei
, da oft eine akute Suizidalität vorliege
.
Ferner wären gemäss ICD-10 Tätigkeiten und Aktivitäten
wie beispielsweise Ausland
reisen in die
J._
praktisch nicht mehr möglich.
Des Weiteren
spreche die Ab
hängigkeit der psychotischen Symptomatik von äusseren Umständen mit Ver
schlechterung während der Nacht und Besserung unter Beschäftigung für Pseudohalluzinationen
.
Anlässlich der
Kurzhospitalisation
in der Psychiatrischen Dienste
I._
AG
sei eine psychotische Symptomatik lediglich differential
diagnostisch festgehalten worden. Der damals aufgeführte psychopathologische Befund habe zudem eher auf eine leichte depressive Episode hingewiesen
.
Eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit sei auch aufgrun
d der täglichen Aktivitäten, welche
unter anderem
die
K
ontaktpflege
zu Kollegen und längere
Autofahrten
umfassen,
nicht begründet
(
Urk.
6/95/102 f.
; vgl. auch
Urk.
6/95/98
).
Nicht zu beanstanden ist in Anbetracht der konkreten Gegebenheiten überdies, dass
Dr.
E._
gemittelt über den Verlauf der fachärztlich attestierten Arbeits
unfähigkeit eine
rückblickende
Einschätzung vornahm
(
Urk.
6/95/104 f.)
.
Zum einen stand
seit 2016 im Wesentlichen dasselbe Krankheitsbild im Vordergrund (vgl.
Urk.
6/20/2, 6/22/6, 6/34/5 und 6/65/9)
.
Zum anderen trug der Gutachter damit auch dem Umstand Rechnung, dass die Ausprägung einer depressiven Störung im zeitlichen Verlauf üblicherweise Schwankungen unterliegt (vgl.
Urk.
1 S. 8
Ziff.
25
).
Eine Auseinandersetzung mit jedem einzelnen Bericht der behandelnden Arztpersonen war rechtsprechungsgemäss nicht notwendig.
5
.2
5.2.1
Zu prüfen bleibt, ob
die
medizinische Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen
für den Rechtsanwender verbindlich ist, was nicht ohne Weiteres der Fall ist
. Es kann davon abgewichen werden, ohne dass ein Gutachten seinen Beweiswert verliert (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_106/2015 vom 1. April 2015 E. 6.3 mit Hinweis). Grundsätzlich soll für sämtliche psychischen Leiden — namentlich auch für depressive Störungen — ein
indikatorengeleitetes
Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 Anwendung finden (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.3 und 143 V 418 E. 7.1), das Aufschluss über das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen geben soll (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15. Februar 2018 E. 5.1).
5.2.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
5.3
5.3
.1
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» ist
zunächst
festzuhalten, dass
D
r.
E._
die Arbeitsfähigkeit aufgrund der
rezidivierende
n
depressive
n
Störung mit gegenwärtig leichter bis mittelgradiger Episode (ICD-10 F33.0/F33.1) sowie
der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
eingeschränkt
sieht.
Diese
Diagnosen
wurden
auf der Grundlage
der erhobenen Befunde
detailliert und
nachvollziehbar hergeleitet
(vgl.
Urk.
7/98-101)
.
Schwerwiegende
funktionelle B
eeinträchtigungen
gehen damit aus gutachterlicher Sicht nicht einher
.
Mittelgradig werden dadurch die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, die Anwendung fachlicher Kompetenzen sowie die Durchhaltefähigkeit negativ beeinflusst. Leichte Einschränkungen ergaben sich hinsichtlich der Anpassung an Regeln und Routinen, der Kontakt
fähigkeit zu Dritten, der Gruppenfähigkeit, familiären respektive intimen Beziehungen sowie der Spontanaktivität (Urk. 6/95/95-97).
Dr.
E._
wies dar
über hinaus
wie auch der
r
heumatologische
Gutachter
(
Urk.
6/95/55)
auf eine Verdeutlichungstendenz hin. Ein deutliches aufmerksamkeitssuchendes oder
aggravatorisches
Verhalten mit andauerndem Klagen habe hingegen nicht bestanden (
Urk.
6/95/20, 6/95/91).
5.3
.2
Zum Gesichtspunkt der Therapieresistenz
ist anzumerken, dass die Behandlungs
möglichkeiten
aus psychiatrischer Sicht
bis anhin
nicht ausgeschöpft wurden. In diesem Zusammenhang gilt es zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer nur ein Mal pro Monat eine ambulante psychotherapeutische Sitzung wahrnimmt (
Urk.
6/65/7, 6/95/85), worin namentlich mit Blick auf die diagnostizierte depressive
Erkrankung
keine konsequente Therapie zu erkennen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_444/2016 vom 3
1.
Oktober 2016 E. 6.2.2 mit Hinweisen).
Des Weiteren hat die Analyse des Medikamentenspiegels
(vgl.
Urk.
6/95/94) eine
ungenügende C
ompliance in Bezug auf die antidepressive und
neuroleptische
Medikation
mit
Aripiprazol
und
Fluoxetin
ergeben. Hinsichtlich
Trittico
, welches
demgegenüber
im therapeutischen Referenzbereich lag, machte
Dr.
E._
auf die Möglichkeit einer Erhöhung der Dosierung aufmerksam
. Im Übrigen
wurde von gutachterlicher Seite in Anbetracht der laborchemischen Ergebnisse eine Störung durch Alkohol nicht ausgeschlossen.
Dr.
E._
empfahl diesbezüglich, den Beschwerdeführer auf den Alkoholkonsum anzusprechen, diesen zu kontrollieren und eine Abstinenz anzustreben
(
Urk.
6/95/1
00-102
).
Im Ergebnis könne die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit unter einer optimalen Behandlung erhalten, aber in absehbarer Zeit nicht verbessert werden (
Urk.
6/95/105).
Zum E
ingliederungserfolg
respektive zur Eingliederungsresistenz ist festzuhalten, dass
der Beschwerdeführer
wiederholt Anstrengungen unternahm, sich wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern.
So war er
im Jahr 2016 stundenweise als Pizza
kurier und Brotlieferant angestellt. Letztere Tätigkeit übte er ausserdem von Februar 2018 bis Februar 2019 in einem 100%-Pensum aus, bis es zu einer erneuten depressiven Dekompensation gekommen sei
. Ab Februar 2020 ging er
erneut
in einem geringen Teilzeitpensum
einer Arbeit als Pizzakurier nach
(U
rk.
6/65/8,
6/95/48 und
6/95/
68).
Im Rahmen der Begutachtung brachte der Beschwerdeführer indes auch
eine
deutlich
e Krankheits- und Behinderungsüber
zeugung
zum Ausdruck,
indem er
sich nicht für
höhergradig
arbeitsfähig
erachtete
(vgl.
Urk.
6/95/17,
6/95/34,
6/95/55
,
6/95/
87
und 6/95/102
).
Unter diesen Umständen kann nicht von einer trotz optimaler Kooperation miss
lungenen Eingliederung ausgegangen werden, was folglich gegen eine Ein
gliederungsresistenz spricht (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2).
5.3
.3
In Bezug auf den Indikator «Komorbiditäten» ist
dem Umstand Rechnung zu tragen, dass
sich die vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzen
am Bewegungsapparat
nicht nur mit einer Somatisierung im Rahmen des depressiven Krankheitsbilds erklären lassen
; vielmehr liegt
auch eine chronische Schmerz
störung mit somatischen und psychischen Faktoren vor (
Urk.
6/95/98 f.).
Gewisse negative Wechselwirkungen zwischen diesen psychiatrischen Krankheitsbildern
liegen nahe
.
Demgegenüber sind erhebliche somatische Begleiterkrankungen nicht auszumachen, zumal die bereits seit Jahren anhaltenden beidseitigen Gelenks- oder Muskelbeschwerden eher einer mangelnden psychischen Belast
barkeit
und der Unfähigkeit, mit leichten körperlichen Beschwerden umzugehen, zugeschrieben wurden (
Urk.
6/95/76).
Seitens der somatischen Gutachter wurde denn auch differentialdiagnostisch
an eine somatoforme Schmerzstörung
respektive
an eine Somatisierungsstörung gedacht (
Urk.
6/95/53, 6/95/74). Mit
hin handelt es sich
in Bezug auf die geklagte Schmerzsymptomatik
im Kern um Beschwerdebilder, die
bloss als diagnostisch unterschiedlich erfasste Varianten derselben Entität mit im Wesentlichen identischen Symptomen erscheinen. Diese bilden gemäss bundesgerichtlicher Praxis von vornherein keine Komorbidität (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 mit Hinweis).
5.3
.4
Was den Komplex «Persönlichkeit» anbelangt
, gilt es zu berücksichtigen, dass
beim Beschwerdeführer
zwar namentlich mangels genügender Ausprägung der Persönlichkeitsmerkmale keine eigentliche Persönlichkeitsstörung vorliegt. Aller
dings bestehen a
kzentuierte kombinierte paranoide und passiv-aggressive Per
sönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1), welche aus gutachterlicher Sicht
aber
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben (Urk. 6/95/17).
Aus juristischer Sicht handelt es sich dabei grundsätzlich ebenfalls nicht um einen invalidisierenden Gesundheitsschaden
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_787/2021 vom 2
3.
März 2022 E. 14.1 mit Hinweis). Gleichwohl
ist darin
ein leicht ressourcenhemmender Faktor
zu erkennen
, da die Persönlichkeitszüge
rasch eine passive und ver
weigernde Haltung de
s Beschwerdeführers zur Folge ha
tten, was anamnestisch wiederum zu Konflikten mit aggressiver Gestimmtheit
führte
(
Urk.
6/95/19, 6/95/100).
5.3
.5
Zum sozialen Lebenskontext äusserte sich der Beschwerdeführer
anlässlich
der
gutachterlichen Untersuchungen teilweise
inkonsistent
.
Im Rahmen der chirurgischen Begutachtung
gab er an, nur noch etwa alle zwei Wochen Kontakt zu seinem zwölfjährigen Sohn zu haben (
Urk.
6/95/69).
Im Gegensatz dazu
finden sich sowohl im rheumatologischen als auch im psychiatrischen Gutachten klare Anhaltspunkte für ein grösseres Beziehungsnetz. S
o besucht
er öfters seinen im Kanton Obwalden wohn
haften
Bruder
und telefoniert mit der Familie oder Kollegen. M
it diesen trifft
er sich
auch
gerne
gelegentlich
zum Kaffeetrinken
und
erhält bei Bedarf Mitfahrgelegenheiten
, wie etwa zu den Begutachtungsterminen
. Ferner
befand er sich zum Begutachtungszeitpunkt
seit wenigen Wochen wieder in einer Beziehung
mit einer Freundin, die er über das I
nternet kennengelernt hatte
(
Urk.
6/95/48 f.,
6/95/68 und 6
/95/87-89).
Es gibt aber auch Hinweise für zwischenmenschliche Konflikte im sozialen Umfeld, beispielsweise besteht kein Kontakt mehr zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Tochter aus zweiter Ehe. Ausserdem gab es Probleme mit dem Mitbewohner,
welcher das Untermiet
verhältnis zum Beschwerdeführer auflösen wollte, da dieser
im Haushalt nicht mith
alf
und
unordentlich
war
(
Urk.
6/95/
69, 6/95/87
und 6/95/90
).
Von gut
achterlicher Seite wurde die Kontaktfähigkeit zu Dritten als leichtgradig ein
geschränkt beurteilt
(
Urk.
6/95/96).
Insgesamt
hält der soziale Lebenskontext des Beschwerdeführers durchaus mobilisierbare Ressourcen bereit. Auf einen erheblichen krankheitsbedingten sozialen Rückzug kann
trotz gewisser konflikt
behafteter Beziehungen
nicht geschlossen werden.
5.3
.6
Im Kontext der beweisrechtlich entscheidenden Kategorie «Konsistenz»
ist
D
r.
E._
beizupflichten, dass der Beschwerdeführer nicht inaktiv ist (U
rk.
6/95/97).
Wie soeben ausgeführt, pflegt er einige soziale Kontakte.
Im Alltag ist er selbständig, wobei er Haushaltsarbeiten
weitgehend
vernachlässigt und von seinem Wohnpartner erledigen lässt. Es fehlen jedoch Hinweise dafür, dass er krankheitsbedingt nicht in der Lage wäre,
sich um den Haushalt zu kümmern
. Er
teilte denn auch mit, in allen seinen Verrichtungen selbständig und nicht auf fremde Hilfe angewiesen zu sein
(vgl.
Urk.
6/65/9,
6/95/69 und
6/95/48).
Aus gutachterlicher Sicht gilt dies auch für die Erledigung administrativer Angelegenheiten, obwohl
im August 2019 durch das Bezirksgericht Brugg eine Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung errichtet wurde
. Die Handlungsfähigkeit des Beschwerdeführers wurde dadurch
auch
nicht einge
schränkt
(
Urk.
6/71
, 6/95/96
).
Des Weiteren beschäftigt sich der Beschwerde
führer im Alltag
im
Internet, sieht fern (wobei sich diesbezüglich widersprüch
liche Angaben in den einzelnen Teilgutachten finden lassen), isst auswärts,
besucht zuweilen das türkische Café
und ist in der Lage, auch längere Strecken mit dem eigenen
Auto
zurückzulegen.
Darüber hinaus reist er gerne in seine Heimat
zu seiner Mutter und seiner Schwester, wobei er den Flug in die
J._
alleine bewältigen kann
(
Urk.
6/95/48,
6/95/69 und 6/95/89).
Gesamthaft verfügt der Beschwerdeführer im Wesentlichen über einen strukturierten Tagesablauf und ist in der Lage, verschiedenen Aktivitäten nachzugehen. Zwischen der von ihm
geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit und seinem Aktivitätsniveau besteht
jedenfalls eine deutliche Diskrepanz
(vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.1 mit Hinweisen).
Ein Leidensdruck ist insofern ausgewiesen, als
sich
der Beschwerdeführer bereits seit mehreren Jahren in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung befindet.
Relativiert wird dies allerdings zum einen durch die niedrige Therapiefrequenz mit
bloss
einer Sitzung pro Monat (
Urk.
6/65/7, 6/95/85).
Zum anderen
nimmt der Beschwerdeführer die i
h
m verordneten Psychopharmaka an
gesichts der Ergebnisse der Blutanalyse teilweise nur unregelmässig ein (Urk. 6/95/94).
Des Weiteren hielten die Gutachter fest, dass
sich der Beschwerdeführer kr
ä
nker fühle, als dies den objektiven Tatsachen entspreche. Die Angaben zu seinen Leiden seien generell diffus ausgefallen; die Kooperation bezüglich
der
im Rahmen der anamnestischen Erhebung geforderten genaueren Auskünften sei ungenügend gewesen. Der Leidensdruck sei durch den vor
dringlichen Wunsch nach
eine
r
weiteren Arbeitsdispens
bei minimalen thera
peutischen Aufwendungen ersetzt worden (
Urk.
6/95/20)
.
5.4
Zusammenfassend ergibt sich aus der Prüfung der Standardindikatoren und deren Gesamtwürdigung
, dass
insbesondere weder
schwergradige
Einschränkungen des funktionellen Leistungsvermögens
noch eine Therapie- oder Eingliederungs
resistenz vorliegen.
Im sozialen Lebenskontext ist ebenfalls kein erheblicher krankh
eitsbedingter Rückzug erkennbar.
O
bschon gewisse Beziehungen
nament
lich
auch vor dem Hintergrund
der akzentuierten Persönlichkeitszüge
konflikt
belastet sind,
pflegt
der Beschwerdeführer
nach wie vor Kontakte zu Familien
mitgliedern sowie Kollegen, die ihn bei Bedarf auch unterstützen.
Ein Leidens
druck ist in Anbetracht der
partiell
ungenügenden Compliance
in Bezug auf die verordneten Medikamente
sowie der monatlich wahrgenommenen ambulanten
psychotherapeutischen Sitzungen nur bedingt
erkenn
bar. Eine gleichmässige Ein
schränkung des A
ktivitäts
niveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen ist
nicht
ausgewiesen.
Bei dieser Ausgangslage bestehen insgesamt keine triftigen Gründe, die von Dr.
E._
sowohl für
die angestammte Tätigkeit als Staplerfahrer als auch für leidensadaptierte Tätigkeiten statuierte 80%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/95/104 f.) in Zweifel zu ziehen. Damit wurde den konkreten Gegebenheiten in Abwägung der vorhandenen Belastungen und Leistungsreserven gebührend Rechnung getragen. Ergänzend bleibt zu betonen, dass die medizinische Folgenabschätzung notgedrungen eine hohe Variabilität aufweist und unausweichlich Ermessenszüge trägt. Die psychiatrische Exploration eröffnet dem Gutachter daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und rechtlich zu respektieren sind, sofern der Experte
wie vorliegend
lege
artis
vorgegangen ist (vgl. BGE 145 V 361 E. 4.1.2 mit Hinweisen).
Vor diesem Hintergrund sind von weiteren Abklärungen medizinischer Art
wie namentlich dem
beschwerdeweise beantragten
psychiatrischen Gerichtsgutachten (
Urk.
1 S. 12)
keine anderen
ent
scheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon in antizipierter Beweiswürdigung abgesehen
werden
kann (
BGE
144 V 361 E. 6.5, 136 I 229 E.
5.3, 124 V 90 E. 4b).
6
.
Auf der Grundlage einer 80%igen Arbeitsfähigkeit im angestammten Tätigkeits
bereich als Staplerfahrer ab dem Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns erübrigt sich ein ordentlicher Einkommensvergleich. Sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen sind gestützt auf dieselbe Bemessungsgrundlage
zu berechnen
und der Invaliditätsgrad
ist
anhand eines Prozentvergleichs zu bestimmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_478/2021 vom 1
1.
November 2021 E. 5.2.1 mit Hinweisen). Dieser liegt demnach bei nicht rentenbegründenden 20
%
(vgl. vorstehende E. 1.3
), zumal ein leidensbedingter Abzug weder geltend gemacht w
urde noch in Höhe von 25
%
zu rechtfertigen ist. Einzig die Gewährung d
es
Maximalabzugs (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2) hätte eine
n I
nvaliditätsgrad von 40
% und damit einen Rentenanspruch zur Folge.
7
.
Zusammenfassend
hat die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht verneint; die angefochtene Verfügung vom 2
2.
Juni 2021 (
Urk.
2) ist
dementsprechend
nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.
8
.
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Im vorliegenden Verfahren sind sie ermessensweise auf Fr.
800.--
anzusetzen und ausgangsgemäss
dem
unter
liegenden
Beschwerdeführer
aufzuerlegen.