Decision ID: b396b8eb-5e17-492e-bb21-474762b25b49
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die
1976
geborene
X._
war bei verschiedenen Arbeitgebern als Hilfskraft angestellt (vgl.
Urk.
7/62). Am 3.
November 2012
zog sie sich
bei einem Auf
fahrunfall eine HWS-Distorsion zu. Die Suva schloss den Fall per 2
8.
Februar 2015 ab und stellte ihre Leistungen ein mit der Begründung,
die geklagten Be
schwerden ständen nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall
ereignis
. Die von der Versicherten dagegen erhobene Beschwerde
wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
8.
August 2017 (Prozess-Nr. UV.2016.00066) ab.
1.2
Am
2
9.
Februar
2016
meldete sich
die Versicherte
unter Hinweis auf
seit dem Autounfall bestehende Beschwerden (Schwindel, Depression, Müdigkeit, Angst, Antriebslosigkeit, ab und zu örtliche Desorientierung, Vergesslichkeit, Konzentra
tionsstörung)
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
7/9
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Zürich, IV-Stelle, tätigte medizini
sc
he und erwerbliche Abklärungen,
liess die Versicherte durch
die
Z._
polydisziplinär
begutachten (Expertise vom 1
5.
Februar 2017;
Urk.
7/34
)
und verneinte mit Verfügung vom 1
4.
Juni 2017 einen Leistungsanspruch (
Urk.
7/46
).
1.3
Am 2
5.
August 2017 zog sich die Versicherte bei einem weiteren Unfall eine OSG Distorsion rechts mit Hüftgelenksdistorsion rechts
zu.
Die
Suva schloss den Fall per 2
8.
Februar 2019
rechtskräftig
ab
und verneinte einen Anspruch auf weitere Leistungen
(
Urk.
7/74 und
Urk.
7/108).
1.4
Am
7.
Oktober
2018 meldete sich die Versicherte unter
Hinweis auf
unter ande
rem ein Schleudertrauma, Nackenschmerzen, Depression,
Schwindel,
Fuss- und Hüftschmerzen
erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug
an
(
Urk.
7/66)
. Die IV-Stelle tätigte wiederum medizinische Abklärungen und
liess die Versicherte
durch die
A._
bid
isziplinär
, orthopädisch und psychiatrisch
begut
ach
ten (Expertise vom 1
5.
Juli 2019
;
Urk.
7/96
). Nach durchgeführtem
Vorbe
scheid
verfahren
(
Urk.
7/98,
Urk.
7/101
und
Urk.
7/114
) wies sie
das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
6.
Januar 2020
(Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
7.
Februar 2020 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei
die Vorinstanz zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen nach IVG zu gewähren. Eventualiter sei ein weiteres Gutachten im Sinne von
Art.
44 ATSG auf Kosten der Vorinstanz
anzuordnen
. Am
1
3.
März 2020
(Urk.
6
) beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen, was der Beschw
erdeführerin mit Verfügung vom 1
6.
März 2020
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
8
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu
prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs-
oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner
kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Ver
fügung vom
6.
Januar 2020
(Urk. 2) damit, dass
sich aus dem Gutachten ergebe, dass die Beschwerdeführerin
aufgrund der Verletzung der Bänder zwischen
dem
2
5.
Juli und
dem
3
1.
August 2017 vollständig arbeitsunfähig gewesen sei. Spätes
tens seit diesem Zeitpunkt sei es ihr wieder zumutbar, in einem 80
%
-Pensum zu arbeiten. Damit ein Anspruch auf Leistungen der Invaliden
versiche
rung entstehen könne, müsse über ein Jahr gesehen eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von
mindestens 40
%
vorliegen. Dies sei
vorliegend
nicht der Fall.
Um
eine post
traumatische Belastungsstörung diagnostizier
en zu
könne
n
, müsse aus objektiver Sicht ein traumatisierendes Ereignis vorliegen. Ein Autounfall begründe kein Ereignis von einer solchen Schwere. Der Bericht der behandelnden Fachpersonen vermöge keine Veränderung der gesundheitlichen Situation zu begründen.
Im Laufe des Verfahrens führte sie ergänzend aus (
Urk.
6), im
im
Beschwer
de
verfahren neu eingereichte
n
Bericht der behandelnden Fachpersonen würden Be
schwerden au
fgeführt, die schon zum Gutachtenszeitpunkt bestanden hätten. Objektive Befunde für die neu angegebenen Schmerzen würden nicht genannt. Es liege
somit
eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhaltes vor. Eine IV-relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes bis zum Verfügungszeit
punkt sei nicht eingetreten. Der Untersuchungsgrundsatz sei - aus näher dar
ge
legten Gründen - nicht verletzt worden. Auf das Gutachten sei abzustellen und der für eine Rente erforderliche IV-Grad werde nicht erreicht (S. 3-4).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
der Gutachter habe die Symptomatik der posttraumatischen Belastungsstörung nicht gewürdigt. Auch die Auswirkungen der Depression auf ihre Arbeitsfähigkeit seien im Gutachten nur rudimentär beschrieben. Die Diagnose einer leichten depressiven Störung sei zudem nicht schlüssig begründet. Weiter habe es die Beschwerdegegnerin unterlassen, einen Bericht über ihre schmerztherapeutische
Behandlung einzuholen und damit den Untersuchungsgrundsatz verletzt
. Ge
stü
tzt auf die Berichte der behandelnden Ärzte sei erwiesen, dass sie weit mehr als über ein Jahr sowohl in psychiatrischer wie auch in orthopädischer Hinsicht in ihrer Arbeitsfähigkeit massiv eingeschränkt sei. Es sei ihr deshalb die ihr zustehende Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen oder allenfalls ein weiteres Gut
achten anzuordnen (S. 10-11).
3.
Vergleichs
zeitpunkt für eine für die Neuanmeldung relevante Veränderung des Gesund
heitszustands bildet die
Verfügung vom 1
4.
Juni 2017 (
Urk.
7/46)
, mit wel
cher die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegehren abgewiesen hat.
4
.
Dr.
med.
B._
, FMH Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
C._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
D._
, FMH Orthopädische Chirurgie,
Dr.
med.
E._
, FMH Neurologie, und
Dr.
med.
F._
, FMH Otorhinolaryngo
logie, von der
Z._
stellten in ihrem
der Verfügung
vom 1
4.
Juni 2017
zugrunde
liegenden
Gutachten
vom
1
5.
Februar 2017
(
Urk.
7/34
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
29
):
-
i
ntermittierende Schwindelsymptomatik
-
unauffällige periphere vestibuläre Funktion
-
DD zervikogen-
proprioceptiv
bedingt
-
Tinnitus links
-
kompensiert
Zudem hielten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S.
29-30
):
-
p
sychologische
Faktoren bei Status nach Unfall
-
c
hronisches
ze
rvikovertebrales
Schmerzsyndrom
-
Status nach Heckauffahrkollision am
3.
November
2012
-
radiologisch unauffälliger Befund der HWS und oberen BWS (Röntgen
3. November
2012, MRI
2
0.
März 2013 und
9.
Dezember 2015)
-
Adiposita
s (BMI 31 kg/m
2
)
-
Leberwerterhöhung
-
am ehesten bei Leberstea
t
ose bei Diagnose
1
-
DD Medikamenten-induziert
-
anamnestisch Hepatitis ausgeschlossen
-
f
ortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch (cir
ca 20
packyears
)
Dazu führten sie aus,
i
m Vordergrund
ständen
die subjektiv von der
Beschwer
deführerin
angegebenen Nackenschmerzen und Schwindelerscheinungen, welche durch den Unfall vom
3.
November
2012 ausgelöst worden seien. Bei
der
ot
orhi
no
laryngologischen
Untersuchung
sei
eine intermittierende Schwindelsymp
to
matik bei unauffälliger peripherer vestibulärer Funktion diagnostiziert
worden
. Differentialdiagnostisch lieg
e
die Ursache zervikogen-
proprioceptiv
bedingt. Weiter
sei
ein kompensierter Tinnitus links diagnostiziert
worden
. Aus
ot
orhi
nol
aryngologischer
Sicht
seien ihr
daher Tätigkeiten mit erhöhtem Umgebungs
geräuschpegel sowie sturzgefährdende Arbeiten nicht zumutbar. Im Übrigen besteh
e
aus
ot
orhinol
aryngologischer
Sicht keine Einschränkung der Arbeits
fähig
keit
(S. 30)
.
Bei
der
orthopädischen Untersuchung
sei
ein chronisches
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom diagnostiziert
worden
. Radiologisch
sei
ein unauffälliger Be
fund festgestellt
worden
. Klinisch besteh
e
eine Fehlhaltung der Wirbelsäule. Die Befunde könn
t
en das Ausmass der
angegebenen Beschwerden nicht erklären. Aus orthop
ä
discher Sicht besteh
e
keine Ei
nschränkung der Arbeitsfähigkei
t für eine körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit
(S. 30).
Bei
der
neurologischen Untersuchung
habe
keine neurologische Ursache der Be
schwerden festgestellt werden
können.
Die Neurographie der Vorderarmnerven
beidseits
sei
normal
gewesen
. Eine radikuläre Ausstrahlung
könne
ausgeschlossen werden. Aus neurologi
s
cher Sicht
sei
die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
nicht eingeschränkt
(S. 30-31)
.
Bei
der
allgemeininternistischen Untersuchung
sei
eine Adipositas diagnostiziert
worden
. Im Labor
sei
eine Erhöhung der Leberwerte fest
gestellt worden
. Diese Befunde
seien
nicht neu und unspezifisch. Aus a
l
lgemeininternistischer Sicht besteh
e
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(S. 31).
Bei
der
psychiatrischen Untersuchung
seien
psychologische Faktoren bei St
atus nach Unfall diagnostiziert worden.
Eine depressive Symptomatik oder ein anderes psychisches Leiden besteh
e
nicht. Durch die Diagnose
könne
eine vermehrte Be
schwerdeempfindung beziehungsweise subjektive Leistungseinschränkung erklärt
werden. Die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
werde
dadurch nicht einge
schränkt
(S. 31)
.
Zusammengefasst
sei
die
Beschwerdeführerin
aus polydisziplinärer Sicht für eine
körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit zu 100
%
arbeits-
und leistungsfähig. Nicht geeignet
seien
Tätigkeiten mit erhöhtem Umgebungs
geräuschpegel sow
ie solche mit Absturzgefährdung (S. 31).
5.
Der v
orliegend
massgebenden
Neuanmeldung liegen unter anderem folgende
Be
richte zugrunde:
5.1
Die behandelnde
Dr.
med.
G._
,
FMH
Psychiatrie und Psychotherapie, hielt in ihrem Bericht vom 1
6.
Januar
2019
(
Urk.
7/79
) folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
mittelgradige depressive Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung
(ICD-10 F 31.11)
-
somatisches Schmerzsyndrom nach dem Unfall im Jahr 2012, Nacken
schmer
zen und Schwindel
(F 54)
-
Status nach Arbeitsunfall mit Fussdistorsion am 2
5.
August 2017 (Luxation?)
-
Schwindelattacken
(F 54)
-
arterielle Hypertonie
Dazu führte sie aus, die Beschwerdeführerin könne ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben wegen Schwindelattacken. Eine angepasste Tätigkeit wie leichte Haushaltsarbeiten ungefähr zwei bis drei Stunden pro Tag mit vielen Pausen, am meisten sitzende Arbeiten wie Gemüserüsten, sitzend das Essen vorbereiten, seien möglich. Es bestehe eine Verminderung der Leistungsfähigkeit zu ungefähr 50
%
.
5.
2
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und
Dr.
phil.
klin
. psych.
I._
, Klinischer Psychologe und Supervisor, vom
Zentrum
J._
führten in ihrem Bericht vom 2
5.
Februar
2019 (Urk.
7/8
6/7-9
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 2):
-
mi
ttelgradige depressive Episode
(ICD-10 F 32.1)
-
p
os
ttraumatische Belastungsstörung
(F 43.1)
-
c
hronisches
zervikospondylogenes
und
zervikocephales
Schmerzsyndrom bei St
atus nach
Autounfall am
3.
November 20
12
-
St
atus nach
HWS-Distorsion
am
3.
November 2012
-
c
hronisch nozizeptives und neuropathisches Schmerzsyndrom
Fuss rechts m/b
-
St
atus nach
Distorsionstrauma
Sprunggelenk
rechts
2
8.
August 20
17 mit Läsion des lateralen Kollateralbandapparates (ATFL)
-
Status nach OSG-Infiltration am
7.
September 2018 ohne Ansprechen
-
i
nitial
Verdacht auf
schmerzhafte Instabilität
-
r
ezidivierende
r
objektivierbare
r
Schwellung des gesamten Fusses
-
a
ngiologische
r
Abklärung
2
7.
Juni 2018: s
ekundäres Lymphödem bei ein
geschränkter Wadenmuskelpumpe, Ausschluss Beinvenenthrombose
-
Status nach OSG-Distorsionstrauma rechts 2
5.
August 2017 mit OSG-Instabilität
-
p
robatorische
r
Gipsruhigstellung und OSG-Infiltration ohne Ansprechen
-
n
europhysiologische
r
Abklärung vom
2
3.
August 20
18 mit Hypästhesie des gesamten rechten Beines ohne neurologisch objektivierbare
m
Korrelat
-
Coxalgie
rechts m/b
-
I
nfiltration am
2
5.
April 20
18 mit sehr gutem Ansprechen
-
artikulärem
Schmerz
-
Irritation der Hüftabduktoren
-
A
rbeitsunfall vom 2
5.
August 20
17
Zudem hielten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 2):
-
Adipositas
-
a
rterielle Hypertonie
-
Ausschluss einer t
iefen Beinvenenthrombose rechts
Dazu führten sie aus,
die Beschwerdeführerin habe Angst im Auto, Angst vor Geräuschen, Flash Backs vom Unfall,
Hyperarousal
(Schwitzen) und Vermei
dungsverhalten (Vermeidung von Intrusionen; S. 1).
Die Prognose sei schlecht. Es
beständen Schwindel, Fussschmerzen, es seien nur leichte Haushaltarbeiten mit Pausen möglich, kein Durchhaltevermögen (S. 2).
5.
3
Dr.
med. univ.
K._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates, und
Dr.
med.
L._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie / Neurologie, von der
A._
stellten in ihrem Gutachten vom 1
5.
Juli 2019 (
Urk.
7/96) folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 5):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode mit soma
tischem Syndrom
(ICD-10 F 33.01)
Zudem hielten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 5-6):
-
Engpasssyndrom der Hüfte rechts (
Pincer
Impingement
)
-
Bildgebung Juni 2019: verstärkte Überdachung als passendes Korrelat für ein
Impingement
, kein Hinweis auf eine vermehrte Abnützung
-
aktuell Juni 2019: leichte Schmerzauslösung in der endlagigen Bewegungs- und Provokationsprüfung, keine Beschwerden in Ruhe beziehungsweise bei moderater Belastung
-
Zustand nach einer Bandverletzung am Sprunggelenk rechts Juli 2017
-
MRI OSG rechts vom 2
3.
November 2017:
b
ei Status nach Distor
sions
trauma vor 3 Monaten alte subtotale Ruptur des Ligamentum
fibulo
-talare anterius, aktuell bereits teils narbig verheilt, der übrige Bandapparat intakt, keine stattgehabte Fraktur
-
MRI OSG rechts vom 1
0.
Juli 2018: Status nach lateraler Bandverletzung, Peronealsehnen intakt, keine
osteochondrale
Läsion am Talus
-
Röntgen Juni 2019: Verkalkung des Achillessehnenansatzes und der Plan
tarfaszie am Ursprung vom Fersenbein, ansonsten altersentsprechend unauffällig
-
aktuell Juni 2019: geringe endlagige Bewegungseinschränkung, keine Instabilität, keine Schwellung, keine objektivierbaren Beschwerden
-
Zustand nach einem kraniozervikalen Beschleunigungstrauma
bei
einem Verkehrsunfall November 2012
-
Röntgen Juni 2019: unauffällig ohne Hinweis auf eine Degeneration oder unfallbedingte Schädigung
-
aktuell Juni 2019: klinisch zeigt sich ein altersentsprechend unauffälliger Befund ohne nachvollziehbare Beschwerden oder Einschränkungen
Dazu führten sie aus,
a
us psychiatrischer Sicht
könne
das Vorliegen einer rezi
divierenden depressiven Störung mit gegenwärtig leichter Episode und mit soma
tischem Syndrom festgestellt werden. Daraus resultier
e
eine generelle geringe Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Die laufende Therapie
sei
als angepasst anzusehen und
bedürfe
derzeit aufgrund der weitgehend stabilen Situation keiner Erweiterung. Das Unfallereignis 2017
sei
rückblickend
wohl
mitverantwortlich für die Verfestigung der depressiven Störung,
sei
aber nicht der primäre Auslöser. Von orthopädischer Seite
könne
aktuell keine Erkrankung
beziehungsweise
Diag
nose mit Einschränkung der Leistungsfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf oder einer adaptierten Tätigkeit festgestellt werden. Bildgebend und klinisch
sei
die Bandverletzung am rechten Sprunggelenk bis auf eine schmerzlose, endlagige, geringe Bewegungseinschränkung folgenlos abgeheilt. Auch von Seiten des kraniozervikalen Beschleunigungstrauma
s
im Rahmen eines Verkehrsunfalles 2012
habe
aktuell keine funktionelle Einschränkung oder Beschwerdesymp
to
matik mehr objektiviert werden
können
und auch bildgebend zeig
e
sich ein altersentsprechend unauffällige
r
Befund ohne Hinweis auf eine stattgehabte Ver
letzung.
Zusammenfassend besteh
e
aus
bidisziplinärer
Sicht eine leichte generelle Einschränkung der Leistungsfähigkeit infolge der rezidivierenden depressiven Störung mit somatischem Syndrom
(S. 5).
Durch die von psychiatrischer Seite her festgestellte rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig leichter Episode und somatischen Symptomen besteh
e
eine generelle geringe Minderung der Arbeits-
beziehungsweise
Leistungsfähig
keit. Die Beschwerdeführerin sei
vom 2
5.
Juli bis 3
1.
August 2017 in Folge der stattgehabten Verletzung zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Seit September 2017 bestehe in
jeglicher Tätigkeit
eine
80%
ige
A
rbeitsfähig
keit
(S. 6
-7
).
5.
4
Die behandelnden Fachpersonen des Zentrums
J._
stellten in ihrem Bericht zur Interdisziplinären Schmerzbehandlung
vom 10. September 2019
(
Urk.
3/3)
mit Ausnahme der Diagnose einer rezidivierenden
depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (
ICD-10 F 33
.1;
vormals: mittelgradige depressive Episode),
dieselben Diagnosen
wie im Bericht
vom 25
.
Februar 2019
(E. 5.2
hievor
).
Die Beschwerdeführerin sei aus somatischer Sicht mindestens zu 50
%
arbeitsunfähig. Aus psychiatrischer Sicht bestehe in jeglicher Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 9).
5.5
Die behandelnden
Dr.
H._
und
Dr.
phil.
I._
vom Zentrum
J._
führten in ihrem Bericht vom
6.
Dezember
2019
zu Händen der Beschwerdeführerin (
Urk.
7/113
) dieselben Diagnosen auf wie i
n den Vorb
e
rich
t
en
. Zudem hielten sie fest,
die Folgen der Traumatisierung seien vom Gutachter nicht beachtet worden: Angst im Auto, Angst vor Geräuschen, Flash Backs vom Unfall,
Hyperarousal
(Schwitzen, Herzrasen, Zittern, Alpträume nachts), Vermei
dungsverhalten (Vermeidung von Intrusionen), heute ungefähr 2-3 Mal pro Woche
Flash Backs, Angst auf der Strasse. Der Unfall qualifiziere daher für die Beschwer
deführerin klar als aussergewöhnliche Bedrohung, die Symptomatik einer Trau
matisierung sei vorhanden bis heute. Das Gutachten würdige die Symptomatik der posttraumatischen Belastungsstörung nicht, die Auswirkungen der Depres
sion auf die Funktionsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei
en
ebenfalls nur rudi
mentär beschrieben. Sie sei nicht in der Lage, den Haushalt ohne Hilfe zu führen und wolle nicht aus dem Hause gehen. Daher sei sie nicht 20
%
, sondern 80
%
arbeitsunfähig.
6.
6.1
Das
bidisziplinäre
Gutachten der
A._
vom 1
5.
Juli 2019 (E. 5.3 hievor) beruht auf den erforderlichen orthopädischen und psy
chi
atrischen Unter
suchun
gen, ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den fallrelevanten
Vorakten
erstellt. Die Gutachter leg
ten die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar, beurteilten die medizi
nische Situation überzeugend und setzten sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander. Sie zeigten auf, dass
die sich beim Unfall im Jahre 2017 zugezogene Bandverletzung am rechten Sprung
gelenk bis auf eine schmerzlose, endlagige, geringe Bewegungseinschränkung folgenlos abgeheilt ist und dass auch von Seiten des beim Auffahrunfall im Jahre 2012 erlittenen
kraniozervikale
n
Beschleunigungstrauma
s
keine funktionelle Einschränkung oder Beschwerdesymptomatik mehr objektiviert werden
konnte
(S. 5)
.
Sie wiesen darauf hin, dass sich die Einschränkungen und Beschwerden bei der Untersuchung inkonsistent dargestellt zeigten (S. 14), was sie auf eine rele
vante Symptomverdeutlichung beziehungsweise Ausweitung zurückführten.
Hin
weise auf eine Abnützung oder traumatische Schädigung der Halswirbelsäule fanden sie in der durchgeführten Bildgebung keine, ebenso
wenig auf eine peri
phere radikuläre Symptomatik oder neurologische Ausfälle (S. 18). Die teilweise bei einer endlagigen Bewegung auftretenden leichten lokalen Beschwerden an der Hüfte führten sie auf das bildgebende Engpasssyndrom (
Impingement
) zurück, zu einer relevanten funktionellen Einschränkung führt dies aber ihren Aus
füh
rungen
nach
nicht (S. 18). Das von der Beschwerdeführerin subjektiv empfundene Ausmass der Beschwerden konnten sie
aus
körperlicher Sicht weder ausreichend nachvollziehen noch objektivieren und eine Minderung der Leistungsfähigkeit vermochten sie aus orthopädischer Sicht nicht festzustellen (S. 18).
Die Gutachter
stellten
keine akuten kognitiven Störungen
fest
, ebenso
wenig akute psychotische Symptome (S. 26). Für eine
p
osttraumatische Belastungsstörung
fanden sie keine objektiven Anhaltspunkte und betonten, dass der von der Beschwerdeführerin erlittene Auffahrunfall auch nicht als eine Situation aussergewöhnlicher Bedro
hung katastrophenartigen Ausmasses angesehen werden kann, wie es unter F43.1 definitionsgemäss gefordert wird (S. 27). Die Gutachter wiesen auf psy
chosoziale Belastungsfaktoren hin,
welche
jedoch
nicht alleine die bei ihr derzeit fest
stell
bare Psychopathologie begründen. So vermochten sie eine depressive Stim
mung
s
lage festzustellen, aber lediglich eine leichte Intensität zu bestätigen (S. 27).
Sie hielten fest, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der
depressiven Störung
in ihrer
Leistungsfähigkeit
leicht eingeschränkt ist und dass sich die
se
wohl nach dem Unfall 2017 verfestigt
hat
(S. 5).
Die Gutachter gelangten so
dann zum ausführlich
begründeten und nachvollziehbaren Schluss, dass
die Beschwerdeführerin seit September 2017 in jeglicher
Arbeit
mit geistig einfachen, manuellen Tätigkeiten
zu 80
%
arbeitsfähig ist
(S.
6
und S.
28
)
.
Das Gutachten entspricht damit den rechtsprechungsgemässen Anfor
derungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 1.
4
hievor).
6.2
6.2.1
Das Gutachten wurde von der Beschwerdeführerin insofern kritisiert, als dass die Symptomatik der posttraumatischen Belastungsstörung nicht gewürdigt worden sei
(
Urk.
1 S. 10)
.
Die am 3. November 2012 erlittene Auffahrkollision stufte das hiesige Gericht in seinem Urteil vom 2
8.
August 2017 als mittelschweren Unfall
im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen ein (
E. 6.1.1;
Prozess-Nr. UV.2016.
00066)
. Es ist nicht
nach
vollziehbar,
inwiefern
ein solcher Unfall
geeig
net sein könnte,
eine
posttraumatische Belastungsstörung
aus
zulösen
, wird eine solche doch
nur anerkannt, wenn sie als eine verzögerte oder protrahierte Reak
tion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation
aussergewöhnlicher
Bedro
hung oder katastrophenartigen
Ausmasses
entsteht, die in fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Hierzu gehören eine durch Naturereignisse oder von Menschen verursachte Katastrophe, eine Kampfhandlung, ein schwerer Un
fall oder der Umstand, Zeuge des gewaltsamen Todes anderer oder selbst Opfer von Folterung, Terrorismus, Vergewaltigung oder anderer Verbrechen zu sein (
Dilling
/
Mambour
/Schmidt,
Internationale
Klassi
fikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V
[
F
]
: Klinisch diagnos
ti
sche Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 207 f.)
. Um ein solch
traumatisches Ereignis
von
aussergewöhnlicher
Schwere handelt es sich vorliegend offensichtlich nicht
.
Der Beschwerdeführerin war es denn auch ohne weiteres möglich, mit einem Auto an die Begutachtung gefahren zu werden, obwohl sie die öffentlichen Verkehrsmittel selbständig benutzen kann (
Urk.
7/96 S. 13).
Ein Vermeidungsverhalten ist entsprechend nicht auszumachen. Zudem wurden im Gutachten trotz der Anfahrt
im Auto ke
ine
Angst im Fahrzeug und auf der
Strasse
oder Flash Backs vom Unfall
(
vgl.
E. 5.2 und E. 5.5 hievor)
festgehalten, auch sonst fanden sich anlässlich der Begutachtung
keine objek
tiven Anhaltspunkte
für eine
p
osttraumatische Belastungsstörung. Entsprechend ist auch nicht zu beanstanden, dass die Gutachter
das Vorliegen einer
solchen
verneinten und keine
damit einhergehende
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestierten.
Die
Auswirkungen der Depression auf die Funktionsfähigkeit der Beschwerdeführerin
sind zudem entgegen ihren Ausführungen
ausreichend
be
schrieben
. So vermochten die Gutachter auch etwa erst nach einer 75minütigen Untersuchung eine geringere geistige Belastbarkeit festzustellen
(
Urk.
7/96 S. 25)
.
Die Diagnose einer leichten depressiven Störung wurde von den Gutachtern schlüssig
begründet, ebenso wurde
von ihnen darauf hingewiesen, dass sie bei
der aktuellen Befundlage keine mittelgradige Depression bestätigen konnten
(S.
27
)
.
Bei einer
lediglich
leichten Episode der depressiven Störung ist auch nicht zu beanstanden, dass die Gutachter
eine
nur 20%ige Einschränkung der Arbeits
fähigkeit attestierten.
Die Ausführungen der Beschwerdeführerin vermögen
nach dem Gesagten
nichts an der Beweiskraft des psychiatrischen Teilgutachtens zu ändern.
6.2.2
Die Gutachter begründeten wie bereits dargelegt
(vgl. vorne E. 6.1)
ausführlich, dass sie aus
orthopädischer
S
icht keine relevante
E
inschränkung
nachzuvoll
ziehen vermochten. Sie wiesen zudem auf eine relevante Symptomverdeutlichung beziehungsweise Ausweitung hin. B
is auf eine geringe endlagige Bewegungsein
schränkun
g
war
im Seitenvergleic
h
ein altersentsprechend unauffälliger Befund ohne Hinweise auf eine
Instabilität
feststellbar
, die Bandverletzung war narbig abgeheilt und
eine
sekundäre Schädigung
war nicht
ersichtlich. Auch chronische Schmerzen waren anlässlich der Begutachtung nicht objektivierbar.
Die teilweise
bei
einer endlagigen Bewegung auftretenden leichten lokalen Beschwerden an der Hüfte rechts
führten sie schlüssig
auf das bildgebende En
g
p
asssyndrom zurück und wiesen darauf hin, dass d
adurch
kei
n
e
relevante funktionelle Ein
schränkung
besteht. Auch fanden sie
weder kl
i
nisch noch bildge
b
end Hinweise auf eine vermehrte Abnützung
. Eine
langdauernde und
massive Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in orthopädischer Hinsicht ist entgegen de
m
Vorbringen der Beschwerdeführerin
(
Urk.
1 S. 11)
entsprechend nicht nachvollziehbar.
Im Nach
gang zum Unfall vom 2
5.
August 2017
mit Bandverletzung am Sprunggelenk rechts
lag nach gutachterlicher Einschätzung nur eine kurzzeitige vollständige Arbeitsunfähigkeit vor.
Im Raum stehende
Verdachtsdiagnosen und
deswegen erfolgte
Abklärungen vermögen
denn auch
keine
relevante
Arbeitsunfähigkeit zu begründen
(vgl.
Urk.
7/69/7, 7/77 S. 5
, 7/80
/
4-5 S. 4
, 7/82 S. 2
)
.
6.2.3
Dem Bericht des Zentrums
J._
vom 1
0.
September 2019 (E. 5.4 hievor) ist nicht zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin derzeit bei
Dr.
med.
M._
in Behandlung wäre (vgl. S. 8 oben). Ohnehin vermochte dieser keine abschliessende Einschätzung
ihre
r Arbeitsfähigkeit abzugeben (vgl. S. 9). Es ist
somit
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin bei ihm keinen Verlaufsbericht eingeholt hat
und e
ine Verletzung des Untersuchungs
grundsatzes ist nicht auszumachen.
6.2.4
In den Berichten des Zentrums
J._
vom 10. September und
6.
Dezember 2019 (E. 5.4 und 5.5 hievor) stellten die behandelnden Fach
personen dieselben Diagnosen wie in ihrem Bericht
vom 2
5.
Februar 2019
(E. 5.2), welcher den Gutachter
n
der
A._
vorlag. Eine
invalidenversiche
rungs
rechtlich relevante
Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerde
führerin zwischen der Begutachtung und dem Zeitpunkt des Erlasses der ange
fochtenen Verfügung ist daraus nicht zu entnehmen und
wurde
von den behan
delnden Fachpersonen auch nicht geltend gemacht.
Bei der ihrer Ansicht nach bestehenden 80- beziehungsweise 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit handelt es sich damit lediglich um eine vorliegend unbeachtliche unter
schiedliche Beurteilung desselben Sachverhaltes
; die Einschätzungen der behan
delnden Fachpersonen vermögen die gutachterliche Beurteilung nicht in Frage zu stellen
.
Von weiteren medizini
schen Abklärungen - insbesondere dem von der Beschwerdeführerin beantragten Gutachten (Urk. 1 S. 2) - sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung (
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen) zu
verzichten ist.
6.3
Auf das beweiskräftige Gutachten
der
A._
ist nach dem Gesagten abzustellen
. G
emessen am Zustand im Vergleichszeitpunkt
ist
zwar
von einer Verschlechterung der gesundheitlichen Situation
und
seit September 2017
von einer
2
0%igen Arbeits
un
fähigkeit
in jeglicher Tätigkeit
auszugehen.
Eine wäh
rend eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich bestehende mindes
tens 40%ige Arbeitsunfähigkeit ist
hingegen
nicht ausgewiesen
,
womit die Beschwerdegegnerin einen
Anspruch auf
die
letztlich einzig
anbegehrten
Renten
leistungen
(vgl.
Urk.
1 S. 3)
zu Recht verneint
e
.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren
kostenpflichtig und sind die Gerichtskosten gemäss Art. 69
Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr.
8
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.