Decision ID: 3532afb5-e167-50fd-808c-975f5636308d
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die
im Jahre 1969 geborene
X._
absolvierte in
Y._
in den Jahren 1984 bis 198
7 eine kaufmännische Ausbildung (
Urk.
10/11 S. 4). 1990 kam ihre
Tochter aus erster Ehe zur Welt
;
im Jahr 1991
kam es
zur Schei
dung (
Urk.
10/10
S. 3).
I
m Jahr 2000
reiste die Versicherte
in die Schweiz ein
und nahm 2008 eine Ausbildung zur Pflegefachfrau in Angriff. Seit dem
1.
Mai 2011 war sie als Pflegeassistentin für die
Z._
in einem Pensum von 70
%
erwerbstätig (
Urk.
10/11).
Am 2
4.
Mai 2013 kam ihre Tochter aus vierter Ehe zur Welt. Im Anschluss an die Geburt kam es zu Rückenbeschwerden, welche schliesslich am 2
2.
Januar 2014 zur Anmeldung bei der
Sozialversicher
ungsan
stalt
des Kantons Zürich
, IV-Stelle, führten (
Urk.
10/11 S. 5 f.). Nach erfolgten Abklärungen, insbesondere der Einholung der vertrauensärztlichen Berichte der Pensionskasse der Stadt Zürich (
Urk.
10/13), stellte die IV-Stelle der Versicher
ten mit Vorbescheid vom
1.
Oktober 2014 die Abweisung des
Leistungsbegeh
rens
in Aussicht (
Urk.
10/31) und hielt an diesem Entscheid mit Verfügung vom 1
0.
November 2014 fest (
Urk.
10/35 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
5.
De
zember 2014 Beschwerde (
Urk.
1)
bezie
hungsweise
liess am
9.
Dezember 2014 Beschwerde erheben. Der Vertreter de
r Beschwerdeführerin beantragte
, es sei seiner Mandantin ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Rente zuzusprechen, eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In pro
zessualer Hinsicht sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen und der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege zu
gewähren
, unter Beigabe des unterzeichnenden Rechtsanwaltes als unentgeltlichem Rechtsvertreter; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Januar 2015 beantragte die
Beschwerdegegne
rin
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9).
Mit Verfügung vom 2
9.
Januar 2015 wurde antragsgemäss ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
11). Mit Schreiben vom 2
5.
Februar 2015 reichte der Vertreter der Beschwerdeführerin die
einverlangten
Unterlagen zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit ein und verzichtete im Übrigen auf das Einreichen einer Replik (
Urk.
14 ff.).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Ein
kom
mens
vergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c, je mit Hin
weisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene
leistungabweisende
Ver
fügung damit, dass
aus versicherungsmedizinischer Sicht keine dauerhaften Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit vorhanden seien. Die bisherige Tätigkeit als Pflegehelferin sei der Beschwerdeführerin vollständig zumutbar (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter der Beschwerdeführerin im Wesentlichen gel
tend, dass seine Mandantin seit der zweiten Geburt sowohl an somatischen wie auch an psychischen Beschwerden leide, welche es im Rahmen eines
bidis
ziplinären
Gutachtens abzuklären gelte. Eine solche Abklärung würde mit Sicher
heit zu einer vollschichtigen Arbeitsunfähigkeit führen, weshalb der Antrag auf eine ganze Rente gerechtfertigt sei (
Urk.
1).
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Oberarzt an der Klinik für Rheumatologie des
B._
, diagnostizierte in seinem Bericht
vom
8.
Oktober 2013 ein
lumbospondylogenes
Syndrom (unspezifischer
low
back
pain
),
Enthesitiden
an den Achillessehnen beidseits und am Ellbogen rechts, anamnestisch ein
en
Mor
bus Crohn sowie ein
en
Status nach sekundärer Re-
Sectio
am 2
3.
Mai 2013 in
C._
. Da die Beschwerdeführerin die Rückenprobleme im Zusammenhang mit der im Rahmen der
Sectio
durchgeführten Spinalanästhesie sehe, hätten sie nicht zuletzt aus forensischen Gründen eine MRI-Unte
r
suchung in die Wege geleitet, um diesbezügliche Pathologien ausschliessen zu können.
„
MRI-mässig
“
habe eine entzündliche (insbesondere auch Crohn-
assozierte
Entzündungsursa
che
) wie auch eine
neurokompressive
Problematik definitiv ausgeschlossen wer
den können. Aufgrund des starken Leidensdruckes sei eine Infiltration der leicht degenerierten Facettengelenke L5/S1 durchgeführt worden. Weiter könne die bereits verordnete Physiotherapie aufgenommen werden. Insgesamt w
e
rde eine gute Prognose
ge
stell
t
(
Urk.
10/16 S. 11 f.).
Dem Bericht vom
8.
Oktober 2013 ist zu entnehmen, dass die Innfiltration zu einer
relevanten Verbesserung der Rückenbeschwerden geführt
hat
. Auch die peripheren Beschwer
d
en
im Bereich der Füsse und Hände
sowie am Ellbogen seien um ca. 30
%
besser geworden.
D
ie Physiotherapie sowie die Heimübungen hätten zu einer deutlichen Verbesserung geführt.
Es werde
die Weiterführung der Physiotherapie für zwei Monate sowie die konsequente Weite
rführung des Heimprogramms empfo
hlen (
Urk.
10/16).
3.2
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin (Vertrauensarzt der Pen
sionskasse der Stadt Zürich), diagnostizierte in seinem Bericht vom 1
0.
Januar 2014
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ein
lumbospondylogenes
Syndrom, Hinweise auf eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung, e
inen Status nach rezidivierender
depressiver Symptomatik sowie eine psychosoziale Belastungssituation (privat).
Die Rückenbeschwer
den hätten eine gute Prognose, b
ei geeigneter Behandlung wäre in vier bis sechs Wochen eine teilweise Wie
deraufnahme der Arbeit möglich. Die psychische Erkrankung und d
ie psychoso
ziale Situation sei
en
für den weiteren Verlauf von entscheidender Bedeutung. Zur Beurteilung empfehle er eine
psychiatris
che Begutachtung (
Urk.
10/10).
3.3
Dr.
med.
E._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie (
Ver
trauensärztin
der Pensionskasse der Stadt Zürich), stellte in ihrem Bericht vom 3
0.
Januar 2014
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
keine Diagnose. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit leide die Beschwerdeführerin an einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver
Reaktion
(ICD-10 F43.21)
,
bestehend seit dem Frühjahr 201
3.
Die vom Hausarzt postulierte Diagnose einer Persönlichkeitsstörung
lasse sich in der punktuellen Untersuchung weder bestä
tigen noch wiederlegen, zudem würden Verlaufsangaben im Rahmen einer fachärztlichen Behandlung fehlen.
Möglicherweise würden akzentuierte
Persön
lichkeitszüge
vorliegen.
Als medizinische Massnahme sei
eine
Psychotherapie zu empfehlen.
Versicherungsmedizinisch sei von einer guten Prognose auszugehen. Dennoch berge die Kombination von dysfunktionalen Verhaltensmustern, Rückenschmerzen und psychosozialen Belastungen zusammen mit der aktuellen Arbeitsunfähigkeit ein erhöhtes Risiko für einen ungünstigen Verlauf.
Die Arbeitsunfähigkeit werde nicht durch die psychische Problematik
,
sondern vor allem durch die Rückenproblematik beeinflusst. Differentialdiagnostisch müsse an eine möglicherweise in Zukunft sich entwickelnde
somatoforme
Schmerzstö
rung
mit somatischen und psychogenen Faktoren gedacht werden (ICD-10 F45.41;
Urk.
10/13).
3.4
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, diagnostizierte in sei
nem Bericht vom 2
4.
März 2014
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
dysfunktionale Lumbago-Beschwerden nach Entbindung, eine emotional insta
bi
le Persönlichkeitsstörung sowie eine Anpassungsstörung mit depressiver Symptomatik.
Trotz aller diagnostischer und therapeutischer Abklärungen und Massnahmen bleibe die Ursache der immobilisierenden und
im
Alltag stark einschränkenden unteren Rückenschmerzen
„
kryptisch
“
. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht noch zumutbar, aber nicht realistisch. Zur Frage der langfristigen Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht sei festzuhalten, dass er aus internistisch medizinischer Sicht keine in eine Diagnose fassbare Störung sehe, die eine Einschränkung begründen könnte. Er halte aber eine geordnete
Arbeits
tätigkeit
in der medizinisch-psychiatrischen
Situation der Beschwerde
führerin für in hohem Mass unrealistisch (
Urk.
10/1
6
/
6
-8
).
3.5
Die für den Bericht vom
1
1.
September
2014 verantwortlich
zeichn
en
den
Ä
rzte der Klinik für Rheumatologie des
B._
diagnostizierte
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit inter
mit
tie
rend
radikulärer
Ausstrahlung L5 links, geringer Bandscheibendegeneration L5/S1 und kleiner fokaler medianer
Diskusprotrusion
ohne begleitende
Nerven
wurzelaffektion
(MRI LWS vom 2
4.
April 2014), bekannter geringer
Spondyl
arthrose
L5/S1 sowie Status nach Facettengelenksinfiltration L5/S1 beidseits am
4.
Oktober 2013 mit kurzzeitiger Besserung der Beschwerden.
Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht noch zu 100
%
zuzumuten, wobei eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe. Nach vollstän
diger
Regredienz
der Beschwerden wäre
die
Wiederaufnahme einer leichten kör
perlichen Arbeit zunächst zu 50
%
, danach steigernd möglich (
Urk.
10/28).
4.
Aus somatischer Sicht enthalten die vorliegenden medizinischen Akten keine abschliessende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
; dies
weder in der bisherigen noch in einer angepassten Tätigkeit. So ist
etwa
dem neusten Bericht der Fach
ärzte der Klinik für Rheumatologie des
B._
nicht zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin ohne weitere Verbes
serung der Beschwerden auch nur teil
weise einer Arbeits
tät
igkeit nachgehen kann. Es wird ausdrücklich darauf hin
gewiesen, dass nach Abklingen der Beschwerden mit der Wiederaufnahme einer leichten Tätigkeit zu 50
%
zu beginnen sei. Ebenfalls nicht weiterführend sind die Angaben
des Allgemeinmediziners
Dr.
D._
. Seine Aussage, dass bei geeigneter Behandlung in vier bis sechs Wochen eine teilweise Wiederaufnahme der Arbeit möglich
wäre, stellt eine reine Prognose dar, welche zur Klärung der vorliegend relevanten versicherungsrechtlichen Fragen nichts
Entscheidendes
beizutragen vermag. Auch wenn die mittels MRI-Untersuchung erhobenen objektiven Befunde nicht gravierend erscheinen, ist dennoch kein Facharzt der Auffassung, dass die Wiederaufnahme der bisherigen oder einer angepassten Tätigkeit per se möglich
oder realistisch
sei
.
Dabei gilt es auch zu berücksichti
gen, dass die von der Beschwerdeführerin verrichtete angestammte Tätigkeit im Pflegebereich erfahrungsgemäss nicht nur leichte
,
sondern auch
rückenbelas
tende
Arbeiten beinhaltet.
Zur Klärung der medizinisch-theoretisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit in der bisherigen wie auch
in
einer angepassten Tätigkeit drängt sich demnach die Einholung eines rheumatologischen Gutachtens auf. Da vorliegend von einer engen Verknüpfung der somatischen mit psychischen Beschwerden auszugehen ist (in diesem Sinne wohl auch die
differentialdiag
nostischen
Überlegungen von
Dr.
E._
) erscheint es darüber hinaus sinnvoll, auch ein psychiatrisches Gutachten einzuholen (
bidisziplinäre
Abklä
rung), um
zu
eine
r
umfassende
n
Einschätzung der medizinischen Situation zu
gelang
en. Dazu ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, was in Anbetracht der
bisherigen Abklärungen sowie der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ohne weiteres zulässig
erscheint
(BGE
137 V 210).
Ob auch eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit im Haushalt nötig ist, kann erst nach erfolgter medizinischer Beurteilung abschliessen
d beurteilt werden
.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Die Rückweisung einer Sache kommt einem Obsiegen der Beschwerdeführerin gleich. Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin demnach zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwendung von
Art.
61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichti
gung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des
Prozesses auf
Fr.
1'9
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
Rechtsver
tretung
wird bei diesem Ausgang des Verfahrens gegenstandslos.