Decision ID: 8d543d8f-aee1-4727-83a9-abea1decf314
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
Die B._ GmbH mit Sitz in C._(nachfolgend: Arbeitgeberin) schloss sich der
Vorsorgeeinrichtung A._ Genossenschaft, (nachfolgend: Vorsorgeeinrichtung), mit
Anschlussvertrag vom 1. Juni 2018 rückwirkend auf den 1. Januar 2018 zur
Durchführung der beruflichen Vorsorge an (act. G 1.2). Am 20. Februar 2019 meldete
die Arbeitgeberin als zu versichernden Arbeitnehmer D._ (Beschäftigungsgrad von
100 %, Jahreslohn von Fr. 65'000.00; im Handelsregister als "E._" geführt)
rückwirkend per 1. Oktober 2018 an (act. G 1.3).
A.a.
Gemäss dem Versichertenverzeichnis des Jahres 2020 war ein einziger
Arbeitnehmer der Arbeitgeberin (D._) bei der Vorsorgeeinrichtung versichert. Die zu
entrichtenden Versicherungsbeiträge (Spar-, Risiko-, Sicherheitsfonds- und
Verwaltungskostenbeitrag) wurden im Verzeichnis mit Fr. 5'328.00 pro Jahr angegeben
(vgl. act. G 1.5). Gemäss Auszug aus dem Beitragskonto stellte die
Vorsorgeeinrichtung der Arbeitgeberin am 7. März 2020 den Versicherungsbeitrag für
das 1. Quartal des Jahres 2020 in der Höhe von Fr. 1'332.00 sowie die Entschädigung
für die Verwaltung des Anschlussvertrages in der Höhe von Fr. 200.00, insgesamt
Fr. 1'532.00, mit Zahlungsfrist 21. April 2020 in Rechnung. Mit Valuta 22. Juli 2020
wurde die Einzahlung der Arbeitgeberin von Fr. 1'532.00 auf dem Beitragskonto
verbucht (vgl. act. G 1.7). Die weiteren quartalsweise erhobenen Versicherungsbeiträge
über jeweils Fr. 1'332.00 stellte die Vorsorgeeinrichtung der Arbeitgeberin für das
2. Quartal 2020 am 11. Juni 2020 mit Zahlungsfrist bis 21. Juli 2020 (act. G 1.11), für
das 3. Quartal 2020 am 10. September 2020 mit Zahlungsfrist 20. Oktober 2020 (act.
A.b.
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G 1.12) und für das 4. Quartal 2020 am 10. Dezember 2020 mit Zahlungsfrist
19. Januar 2021 (act. G 1.13) in Rechnung (vgl. act. G 1.7).
Gemäss dem Versichertenverzeichnis 2021 betrugen die im Jahr 2021 zu
entrichtenden Versicherungsbeiträge – bei unverändertem Versichertenbestand und
gleicher Lohnsumme – insgesamt Fr. 5'374.80 (vgl. act. G 1.6). Am 11. März 2021
stellte die Vorsorgeeinrichtung der Arbeitgeberin den Versicherungsbeitrag für das 1.
Quartal des Jahres 2021 von Fr. 1'343.70, die Kosten für die Verwaltung des
Anschlussvertrages im Jahr 2021 von Fr. 200.00 und Verzugszinsen von Fr. 11.60,
insgesamt Fr. 1'555.30, mit Zahlungsfrist 20. April 2021 in Rechnung (act. G 1.14; vgl.
act. G 1.7).
A.c.
Mit Schreiben vom 18. März 2021 forderte die Vorsorgeeinrichtung die
Arbeitgeberin auf, den Beitragsausstand von Fr. 3'996.00 bis spätestens 8. April 2021
zu begleichen. Im Weiteren wurde darauf hingewiesen, dass bei nicht fristgerechter
Bezahlung die Betreibung eingeleitet werde. Zudem wurde vorbehalten, den
Anschlussvertrag zu kündigen oder die Leistungen aller Versicherten auf das BVG-
Minimum zu reduzieren (act. G 1.8).
A.d.
Da keine Zahlung einging, stellte die Vorsorgeeinrichtung am 28. April 2021 beim
Betreibungsamt C._ das Betreibungsbegehren gegen die Arbeitgeberin mit einer
Forderungssumme von Fr. 5'551.30 sowie den Kosten für den Zahlungsbefehl. Als
Forderungsgrund wurden die unbezahlt gebliebenen Rechnungen vom 11. Juni 2020,
vom 10. September 2020 und vom 10. Dezember 2020 über jeweils Fr. 1'332.00 und
vom 11. März 2021 über Fr. 1'555.30 genannt (act. G 1.9). Der Zahlungsbefehl des
Betreibungsamtes C._ vom 3. Mai 2021 (Betreibungsnummer 21001191) wurde der
Arbeitgeberin am 11. Mai 2021 zugestellt, welche gleichentags Rechtsvorschlag erhob
(act. G 1.10).
A.e.
Mit Valuta 31. Mai 2021 belastete die Vorsorgeeinrichtung das Beitragskonto mit
Verzugszinsen in der Höhe von Fr. 16.75. Am 5. Juni 2021 stellte sie der Arbeitgeberin
den Versicherungsbeitrag für das 2. Quartal des Jahres 2021 von Fr. 1'282.50 mit
Zahlungsfrist 20. Juli 2021 in Rechnung. Mit Valuta 20. Juli 2021 belastete sie das
A.f.
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B.
Beitragskonto für die eingeschriebene Mahnung vom 18. März 2021 mit Fr. 150.00 und
für das Betreibungsbegehren vom 28. April 2021 mit Fr. 300.00 (vgl. act. G 1.7).
Am 9. Dezember 2021 reichte die Vorsorgeeinrichtung (nachfolgend: Klägerin)
beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen Klage gegen die Arbeitgeberin
(nachfolgend: Beklagte) ein mit folgenden Rechtsbegehren: 1. Die Beklagte sei zu
verpflichten, der Klägerin Fr. 5'551.30 zu bezahlen. 2. Es sei der Rechtsvorschlag vom
11. Mai 2021 in der Betreibung Nr. 21001191 des Betreibungsamtes C._ aufzuheben
und der Klägerin die definitive Rechtsöffnung zu erteilen. 3. Unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen (act. G 1).
B.a.
In der Klageantwort vom 20. April 2022 stellte die Beklagte, vertreten durch
Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Bolt, Heerbrugg, folgende Rechtsbegehren: 1. Die
Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin Fr. 1'332.00 zu bezahlen. Der
Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. 21001191 des Betreibungsamtes C._ sei im
Umfang von Fr. 1'332.00 aufzuheben und für diesen Betrag die definitive
Rechtsöffnung zu erteilen. Im Übrigen sei die Klage abzuweisen. 2. Unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin. In der Begründung wurde insbesondere
geltend gemacht, dass der seit dem Jahr 2018 versicherte Arbeitnehmer, D._, nur bis
30. Juni 2020 bei der Beklagten gearbeitet habe. Ab dem 1. Juli 2020 sei er ohne
Begründung nicht mehr zur Arbeit erschienen. Das Arbeitsverhältnis sei deshalb sofort
aufgelöst worden, worüber jedoch keine Korrespondenz geführt worden sei. Dass
D._ nur bis Ende Juni gearbeitet habe, würden die Lohnabrechnungen der Monate
Januar 2020 bis Juni 2020 belegen (vgl. G 9.2). Den Austritt des Arbeitnehmers habe
die Beklagte der Klägerin im Nachgang mit dem Formular "Austrittsmeldung" mitgeteilt
(act. G 9.3). Wegen der fehlenden Lohnzahlung und des fehlenden Lohnanspruchs des
Angestellten ab dem 1. Juli 2020 entfalle die gesetzliche Beitrags- und damit auch die
reglementarische Zahlungspflicht der Beklagten ab dem 1. Juli 2020. Zudem seien ab
diesem Zeitpunkt weder Verwaltungs- noch Betreibungskosten oder Schuldzinsen
geschuldet (vgl. act. G 9).
B.b.
In der Replik vom 17. Mai 2022 hielt die Klägerin an ihrer Klage unverändert fest.
In der Begründung wies sie insbesondere auf die Meldepflichten der Beklagten gemäss
B.c.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Jeder Kanton bezeichnet ein Gericht, das als letzte kantonale Instanz über
Streitigkeiten zwischen Vorsorgeeinrichtungen, Arbeitgebern und
Anspruchsberechtigten entscheidet (Art. 73 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [BVG; SR 831.40]).
Gerichtsstand ist der schweizerische Sitz oder Wohnsitz des Beklagten oder der Ort
des Betriebs, bei dem die versicherte Person angestellt wurde (Art. 73 Abs. 3 BVG). Der
Sitz der Beklagten (F._) liegt im Kanton St. Gallen, weshalb das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen sowohl sachlich als auch örtlich für die Klage zuständig ist.
Gleiches gilt bezüglich des Antrags um Rechtsöffnung (siehe hierzu Art. 79 des
Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs [SchKG; SR 281.1]; vgl. BGE 119
V 331 E. 2b mit Hinweisen).
2.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Klage um
Verpflichtung der Beklagten zur Bezahlung von Fr. 5'551.30 für ausstehende
Beitragsforderungen für die drei letzten Quartale 2020 und das erste Quartal 2021
sowie Verzugszinsen und die Verwaltungskosten für das Jahr 2021. In der
Klageantwort vom 20. April 2022 anerkannte die Beklagte die eingeklagte Forderung im
Umfang von Fr. 1'332.00 (act. G 9). Von der Beurteilung der eingeklagten Forderungen
hängt die von der Klägerin ebenfalls beantragte Beseitigung des Rechtsvorschlags vom
Gesetz und Anschlussvertrag hin. So hätte die Beklagte den Austritt des Angestellten
sofort melden müssen, was nicht geschehen sei. Die von der Beklagten eingereichten
Lohnabrechnungen (vgl. act. G 9.3) seien kein Beweis für den Austritt des Angestellten
per Ende Juni 2020. Die eingereichte Austrittsmeldung sei ebenfalls kein taugliches
Beweismittel, dass diese jemals an sie übermittelt worden sei. Da diese weder datiert
noch unterschrieben sei, könne sie auch erst kürzlich von jedermann erstellt worden
sein. Wäre eine solche mangelhafte Meldung bei ihnen eingetroffen, so wäre sie in
dieser Form nicht akzeptiert worden (act. G 11).
Die Beklagte verzichtete auf die Einreichung einer Duplik innert der gesetzten Frist,
worauf der Schriftenwechsel für abgeschlossen erklärt wurde (act. G 12 f.).
B.d.
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11. Mai 2021 in der Betreibung Nr. 21001191 des Betreibungsamtes C._ ab (act. G 1,
G 1.10).
3.
Gemäss Art. 7 Abs. 1 BVG in Verbindung mit Art. 5 der Verordnung über die
berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2; SR 831.441.1)
unterstehen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die bei einer Arbeitgeberin oder
einem Arbeitgeber einen Jahreslohn von mehr als Fr. 21'330.00 (2020) bzw. Fr.
21'510.00 (2021) erzielen, ab 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahrs für die
Risiken Tod und Invalidität und ab dem 1. Januar nach Vollendung des 24. Altersjahrs
auch für das Risiko Alter der obligatorischen Versicherung. Diese beginnt mit dem
Antritt des Arbeitsverhältnisses und endet unter anderem mit dessen Auflösung (Art. 10
Abs. 1 und 2 BVG). Arbeitgeber, die obligatorisch zu versichernde Arbeitnehmer
beschäftigen, müssen eine in das Register für die berufliche Vorsorge eingetragene
Vorsorgeeinrichtung errichten oder sich einer solchen anschliessen (Art. 11 Abs. 1
BVG). Schliesst sich der Arbeitgeber einer registrierten Vorsorgeeinrichtung an, so sind
alle dem Gesetz unterstellten Arbeitnehmer bei dieser Vorsorgeeinrichtung versichert
(Art. 7 Abs. 1 BVV 2). Die Vorsorgeeinrichtung legt die Höhe der Beiträge des
Arbeitgebers und der Arbeitnehmer in den reglementarischen Bestimmungen fest
(Art. 66 Abs. 1 BVG). Der Arbeitgeber schuldet der Vorsorgeeinrichtung die gesamten
Beiträge (Art. 66 Abs. 2 erster Satz BVG).
3.1.
Bei der als Klägerin auftretenden Personalvorsorgestiftung handelt es sich um eine
gemäss Art. 48 BVG bei der Ostschweizer BVG- und Stiftungsaufsicht registrierte
berufliche Vorsorgeeinrichtung. Die Beklagte schloss sich ihr mit Anschlussvertrag vom
1. Juni 2018 rückwirkend auf den 1. Januar 2018 an (vgl. act. G 1.2). Die Klägerin war
somit berechtigt und verpflichtet, die bei der Beklagten beschäftigten und dem BVG
unterstellten Arbeitnehmer zu versichern und im Rahmen der Anschlussbedingungen
die durch den Anschlussvertrag (act. G 1.2) und die Reglemente – insbesondere das
"Kassenreglement der A._ Genossenschaft, gültig ab 1. Januar 2019" (nachfolgend:
Kassenreglement, act. G 1.4) und das "Kostenreglement der A._ Genossenschaft,
gültig ab 1. Januar 2017" (nachfolgend: Kostenreglement, act. G 1.15) – festgelegten
Beiträge und Kosten zu erheben (vgl. auch Ziff. 6 Anschlussvertrag).
3.2.
Das Gericht stellt in Streitigkeiten wie der vorliegenden den Sachverhalt von Amtes
wegen fest (Art. 73 Abs. 2 BVG). Es gilt somit der Untersuchungsgrundsatz (BGE 115 V
113 E. 3d/bb), der besagt, dass das Gericht von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat. Der
3.3.
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4.
Nachfolgend ist zuerst zu prüfen, ob die Klägerin die eingeklagte Forderung von
Fr. 5'551.30 hinreichend substantiiert hat und diese auch nachvollziehbar ist.
Untersuchungsgrundsatz wird allerdings beschränkt durch die Mitwirkungspflichten der
Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a). Zu diesen gehört im Klageverfahren
über Beiträge der beruflichen Vorsorge die Substantiierungspflicht, welche beinhaltet,
dass die wesentlichen Tatsachenbehauptungen und -bestreitungen in den
Rechtsschriften enthalten sein müssen. Dementsprechend ist es einerseits Sache der
klagenden Vorsorgeeinrichtung, die Beitragsforderung soweit zu substantiieren, dass
sie überprüft werden kann; andererseits obliegt es dem beklagten Arbeitgeber,
substantiiert darzulegen, weshalb und gegebenenfalls in welchen Punkten die
eingeklagte Beitragsforderung unbegründet bzw. unzutreffend ist. Soweit die
eingeklagte Forderung hinreichend substantiiert ist, bleiben unsubstantiierte
Bestreitungen unberücksichtigt; demgegenüber darf das Gericht eine Klage, soweit sie
nicht hinreichend substantiiert und nachvollziehbar ist, trotz ungenügend
substantiierter oder gänzlich fehlender Bestreitung nicht gutheissen (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 28. Juni 2002, B 37/01, E. 1a/bb).
Wie detailliert Forderungen zu belegen sind, hängt somit wesentlich davon ab, ob und
inwieweit diese von der Beklagten substantiiert bestritten werden (vgl. Urteil des EVG
vom 20. August 2002, H 295/01, E. 4.3).
Gemäss der Klage vom 9. Dezember 2021 umfasst die eingeklagte Forderung von
Fr. 5'551.30 (act. G 1) die unbezahlt gebliebenen Rechnungen vom 11. Juni 2020
(Versicherungsbeiträge für das 2. Quartal 2020; act. G 1.11), vom 10. September 2020
(Versicherungsbeiträge für das 3. Quartal 2020; act. G 1.12) und vom 10. Dezember
2020 (Versicherungsbeiträge für das 4. Quartal 2020; act. G 1.13) über jeweils
Fr. 1'332.00 sowie diejenige vom 11. März 2021 über Fr. 1'555.30
(Versicherungsbeiträge für das 1. Quartal 2021 von Fr. 1'343.70, Verzugszinsen von
Fr. 11.60 und Kosten für die Verwaltung des Anschlussvertrages von Fr. 200.00; act.
G 1.14).
4.1.
In den Versichertenverzeichnissen der Jahre 2020 und 2021 sind die jährlich
geschuldeten Versicherungsbeiträge für den einzigen versicherten Angestellten der
Beklagten, D._, aufgeschlüsselt nach den verschiedenen Beitragsarten (Spar-,
Risiko-, Verwaltungskosten- und Sicherheitsfondsbeitrag; vgl. Ziff. 6 Anschlussvertrag
und Ziff. 14 Kassenreglement) ausgewiesen (act. G 1.5 f.). Gemäss der Bestimmung im
4.2.
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Anhang 1 des Anschlussvertrags erfolgt die Rechnungsstellung der
Versicherungsbeiträge vierteljährlich und nachschüssig.
Die Höhe des Sparbeitrags richtet sich nach dem versicherten Lohn (BVG-Lohn
abzüglich BVG-Koordinationsabzug) und dem anwendbaren Prozentsatz (vgl. Art. 14
Ziff. 1 Kassenreglement i.V.m. Ziff. 1 und 2 Anhang zum Kassenreglement). Gemäss
den Angaben in den Versichertenverzeichnissen beträgt der Sparbeitrag im Jahr 2020
Fr. 4'011.60 und im Jahr 2021 Fr. 3'990.00 (vgl. act. G 1.5 f.). Festzustellen ist, dass die
Höhe des erhobenen Sparbeitrags ausgehend von einem versicherten Lohn von
Fr. 40'115.00 (Fr. 65'000.00 abzüglich Fr. 24'885.00) für das Jahr 2020 bzw. von
Fr. 39'905.00 (Fr. 65'000.00 abzüglich Fr. 25'095.00) für das Jahr 2021 den
reglementarischen Bestimmungen entspricht (10 % des versicherten Lohns aufgrund
der Zugehörigkeit des Versicherten mit Jahrgang 1979 zur Alterskategorie der 35- bis
44jährigen Personen).
4.2.1.
Der Risikobeitrag (inklusive allfälliger Zuschläge) wird gemäss den
reglementarischen Bestimmungen nach dem Alter und Geschlecht sowie der Höhe der
Leistungen für jede versicherte Person individuell berechnet (vgl. Ziff. 6
Anschlussvertrag und Art. 14 Ziff. 2 Kassenreglement und dessen Anhang [Ziff. 1]). Der
erhobene Risikobeitrag betrug im Jahr 2020 Fr. 1'088.40 und im Jahr 2021 Fr. 1'156.80
(vgl. act. G 1.5 f.). Die erhobenen Risikoprämien erscheinen als angemessen und
wurden in ihrer Höhe von der Beklagten auch nicht beanstandet.
4.2.2.
Der Verwaltungskostenbeitrag von Fr. 180.00 pro Jahr entspricht den
reglementarischen Bestimmungen (vgl. Art. 14 Ziff. 5 Kassenreglement, Ziff. 1 Anhang
zum Kassenreglement und Art. 3 Kostenreglement).
4.2.3.
Der Sicherheitsfondsbeitrag von Fr. 48.00 pro Jahr ist in den
Versichertenverzeichnissen der Jahre 2020 und 2021 ausgewiesen und entspricht den
reglementarischen Bestimmungen (0.12 % des versicherten Lohnes ab Alter 25). Die
Beitragshöhe wurde von der Beklagten ebenfalls nicht beanstandet.
4.2.4.
Zusammenfassend ist soweit festzuhalten, dass die in den
Versichertenverzeichnissen der Jahre 2020 und 2021 ausgewiesenen und in den
Quartalsrechnungen erhobenen Versicherungsbeiträge nachvollziehbar sind, den
reglementarischen Bestimmungen entsprechen und daher gerechtfertigt sind.
4.2.5.
Im Weiteren beinhaltet die eingeklagte Forderung den Betrag von Fr. 200.00 zur
Entschädigung des Aufwands für die Verwaltung des Anschlussvertrages im Jahr 2021
(act. G 1). Der erhobene Betrag entspricht den reglementarischen Bestimmungen (vgl.
4.3.
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5.
Nachfolgend ist auf den Einwand der Beklagten, dass für die Zeit ab dem 1. Juli 2020,
infolge des Austritts des einzigen versicherten Arbeitnehmers (D._) per Ende Juni
2020, keine Versicherungsprämien, Kostenbeiträge und Verzugszinsen geschuldet
seien, einzugehen.
Ziff. 9.5 Anschlussvertrag, Art. 14 Ziff. 5 Kassenreglement und Art. 2 Kostenreglement).
Die Klägerin stellte der Beklagten den Betrag von Fr. 200.00 am 11. März 2021 mit
Zahlungsfrist 20. April 2021 in Rechnung (act. G 1.14). Er blieb jedoch unbezahlt (vgl.
act. G 1.7).
Die klägerische Forderung beinhaltet ausserdem Verzugszinsen in der Höhe von
Fr. 11.60 (act. G 1). Die entsprechende Rechnungsstellung erfolgte am 11. März 2021
mit Zahlungsfrist 20. April 2021 (act. G 1.14). Gemäss Art. 66 Abs. 2 BVG ist die
Vorsorgeeinrichtung berechtigt, für nicht rechtzeitig bezahlte Beiträge Verzugszinsen zu
verlangen. Nach Art. 15 Ziff. 1 Kassenreglement kann die Vorsorgeeinrichtung für nicht
rechtzeitig bezahlte Beiträge ab Fälligkeit Verzugszinsen gemäss Kostenreglement
erheben. Nach Art. 22 Kostenreglement sind die Kostenbeiträge 30 Tage nach
Rechnungsstellung fällig. Der Verzugszins beträgt 5 %. Die Belastung erfolgt mit der
nächsten Quartalsrechnung (Art. 12 Kostenreglement). Die Klägerin hat sich in der
Klage nicht substantiiert zur Verzugszinsberechnung bzw. zur Höhe der von ihr geltend
gemachten Verzugszinsforderung geäussert. Der erhobene Verzugszins von Fr. 11.60
für das 4. Quartal 2020 ist in Anbetracht der Zahlungsausstände (der
Zahlungsausstand beträgt per 1. Oktober 2020 Fr. 1'332.00 und per 31. Dezember
2020 Fr. 2'664.00; vgl. act. G 1.7) zulässig, wird doch der zulässige Verzugszins damit
nicht ausgeschöpft.
4.4.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Klägerin die eingeklagte Forderung
von Fr. 5'551.30 hinreichend substantiiert hat, diese nachvollziehbar ist und den
reglementarischen Bestimmungen entspricht.
4.5.
Wie bereits in Erwägung 3.3 ausgeführt, obliegt es der Beklagten, substantiiert
darzulegen, weshalb und gegebenenfalls in welchen Punkten die eingeklagte
Beitragsforderung unbegründet bzw. unzutreffend ist.
5.1.
Der Rechtsvertreter der Beklagten machte in der Klageantwort geltend, dass
zwischen der Beklagten und dem Arbeitnehmer über die fristlose Auflösung des
Arbeitsverhältnisses keine Korrespondenz geführt worden sei. Die letzte Lohnzahlung
an D._ sei für den Monat Juni 2020 erfolgt. Dass die Beklagte dem Arbeitnehmer ab
5.2.
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Juli 2020 keinen Lohn mehr bezahlt habe, ergebe sich aus den eingereichten Lohn
abrechnungen der Monate Januar 2020 bis Juni 2020 (vgl. act. G 9.2). Gemäss diesen
Lohnabrechnungen, welche alle mit 9. März 2022 datiert sind, betrug der monatliche
Bruttolohn jeweils Fr. 5'000.00. In der Mutationsmeldung vom 20. Februar 2019 wurde
ein Jahreslohn von Fr. 65'000.00 angegeben. Da keine späteren Lohnänderungen
aktenkundig sind, ist zu folgern, dass der Arbeitnehmer D._ Anspruch auf einen 13.
Monatslohn hatte. Für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2020 besteht folglich ein
Anspruch auf einen halben 13. Monatslohn. Da in der Lohnabrechnung des Monats
Juni 2020, die gemäss der Beklagten die letzte Lohnabrechnung sein soll, der halbe 13.
Monatslohn nicht aufgeführt ist, müsste es noch eine spätere Lohnabrechnung geben.
Auch wurde keine Korrektur der Lohnabrechnung des Monats Juni 2020 vorgelegt,
ebenso keine weiteren Belege, wie der steuerrechtliche Lohnausweis des Jahres 2020
von D._, aus dem die effektive Lohnsumme des Jahres 2020 ersichtlich wäre.
Im Weiteren wird von der Beklagten geltend gemacht, dass sie im Nachgang der
fristlosen Auflösung des Arbeitsverhältnisses der Klägerin das Formular
"Austrittsmeldung" betreffend D._ zugestellt und damit den Austritt per 30. Juni 2020
gemeldet habe (vgl. act. G 9-5), was diese bestreitet. Dazu ist zu bemerken, dass sich
aus dem Wortlaut "in Nachgang" nicht ergibt, wann diese Meldung an die Klägerin
erfolgt sein soll. Die als Beweis eingereichte Austrittsmeldung ist für den Nachweis
einer (zeitnah) erfolgten Austrittsmeldung untauglich. So ist das eingereichte Dokument
weder unterschrieben noch datiert, obwohl bei der Computervorlage für das
Ausstellungsdatum ein Eingabefeld existiert. Zudem handelt es sich beim angegeben
Geburtsdatum nicht um dasjenige der versicherten Person. Deshalb ist der Klägerin
zuzustimmen, dass dieses Dokument kein Beweis für eine erfolgte Austrittsmeldung an
die Klägerin ist. Damit lässt sich auch nicht beweisen, dass das Arbeitsverhältnis per
Ende Juni 2020 (fristlos) aufgelöst wurde. Soweit die Beklagte die Edition der
unterzeichneten Austrittserklärung bei der Klägerin beantragt, sind aufgrund der
gesamten Umstände davon keine entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten, zumal
auch die Klägerin den Erhalt einer unterzeichneten Austrittserklärung in ihrer Replik
bestreitet. Der Editionsantrag ist abzuweisen.
5.3.
Gemäss dem Handelsregisterauszug der beklagten Firma, war D._ – im
Handelsregister mit dem Namen E._ geführt – als Geschäftsführer mit
Kollektivunterschrift zu zweien tätig (vgl. SHAB Publ.-Nr. 1004680103 vom 19. Juli
2019). Die Löschung dieses Eintrags erfolgte im November 2020 (vgl. SHAB Publ.-Nr.
1005020306 vom 11. November 2020). Diese Tatsache vermag weitere erhebliche
Zweifel an der Korrektheit der Aussage, dass das Arbeitsverhältnis mit D._ fristlos
5.4.
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6.
per Ende Juni aufgelöst worden sei, zu begründen. Anzufügen ist, dass mit der
Löschung des Handelsregistereintrags im November 2020 nicht eine Beendigung des
Arbeitsverhältnisses einhergehen muss.
Von der Beklagten wurde nicht bestritten, dass sie die Beitragsrechnungen für das
3. Quartal 2020 vom 10. September 2020 (act. G 1.12), für das 4. Quartal 2020 vom
10. Dezember 2020 (act G 1.13) und für das 1. Quartal 2021 vom 11. März 2021 (act.
G 1.14) erhalten hat. Dennoch ist weder aus den Akten ersichtlich noch wurde von der
Beklagten geltend gemacht, dass sie wegen diesen Beitragsrechnungen bei der
Klägerin zeitnah bzw. innert der Zahlungsfrist interveniert und eine Korrektur bzw.
Annullierung gefordert hätte. Eine solche Reaktion wäre jedoch zu erwarten, wenn
doch Versicherungsbeiträge für eine Person verlangt werden, welche gemäss der
Beklagten ab Juli 2020 gar nicht mehr bei ihr angestellt gewesen sei. Auch hinsichtlich
der eingeschriebenen Mahnung vom 18. März 2021 (act. G 1.8) sind keine Reaktionen
bzw. Interventionen seitens der Beklagten aktenkundig. Aus dem Zahlungsbefehl vom
3. Mai 2021, zugestellt am 11. Mai 2021, sind die eingeklagten vier Forderungen mit
Datum und Rechnungsnummer aufgeführt. Die Beklagte erhob gegen die gesamte
Forderung Rechtsvorschlag. In Anbetracht der geltend gemachten Auflösung des
Arbeitsverhältnisses per Ende Juni 2020 wäre ein Teilrechtsvorschlag mit einer
Anerkennung der Beitragsforderungen bis Ende Juni 2020 zu erwarten gewesen – so
wie dies später in der Klageantwort erfolgte (vgl. act. G 9).
5.5.
Die Beklagte verzichtete auf die Einreichung einer Duplik und nutzte damit die
Möglichkeit zur Einreichung von Nachweisen für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses
per Ende Juni 2020 nicht.
5.6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es der Beklagten nicht gelang,
substantiiert mit geeigneten Beweisen darzulegen, weshalb die eingeklagten und
ausgewiesenen Forderungen der Klägerin (vgl. vorangehende Erwägung 4) betreffend
den Versicherungszeitraum 1. August 2020 bis 31. März 2021 unbegründet bzw. nicht
zutreffend sind. Die eingeklagte Forderung von Fr. 5'551.30 ist somit in Bestand und
Höhe ausgewiesen.
5.7.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Klage gutzuheissen und die Beklagte
zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 5'551.30 zu bezahlen.
6.1.
Der von der Beklagten in der Betreibung Nr. 21001191 des Betreibungsamtes
C._ erhobene Rechtsvorschlag ist aufzuheben und die definitive Rechtsöffnung zu
6.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 12/12
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