Decision ID: 5362be08-4981-4e08-b25f-a8bf0df87551
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Entscheid Versicherungsgericht, 25.03.2015 Art. 6 UVG: Verneinung neuer, unfallkausaler bleibender Gesundheitsschäden im Sinn struktureller Veränderungen; Erreichen des Status quo sine/ante nach vorübergehender Verschlimmerung eines Vorzustandes bzw. einer in einer ersten Phase schädigenden Einwirkung des Unfalls auf den Körper; Verneinung einer Adäquanzprüfung nach den Grundsätzen der Schleudertrauma-Praxis und der Psychopraxis (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. März 2015, UV 2013/89).Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter Joachim Huber, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Della BatlinerEntscheid vom 25. März 2015in SachenA._,Beschwerdeführer,gegenAllianz Suisse ,Schadenservice, Postfach, 8010 Zürich,Beschwerdegegnerin,betreffendVersicherungsleistungenSachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Finanzverwalter beim Personalamt des
Kantons B._ tätig und dadurch bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG
(nachfolgend: Allianz) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er laut
Bagatellunfallmeldung vom 25. Oktober 2010 am 21. (möglicherweise: 20. [vgl. dazu
UV-act. 22, 32: Apothekerrechnung]) Oktober 2010 beim Curlingspielen auf dem Eis
ausglitt und stürzte, worauf ihn Kopf, Nacken, Rücken und Schultern schmerzten (UV-
act. 1 f.). Eine Erstbehandlung durch den Hausarzt Dr. med. C._, Spezialarzt Innere
Medizin FMH, Arzt für Manuelle Medizin SAMM, hatte laut Aussage des Versicherten
am folgenden Montag, d.h. am 25. Oktober 2010, stattgefunden (vgl. UV-act. 14, S. 4).
Laut Schreiben vom 1. März 2011 ging Dr. C._ von einer Kopfkontusion mit seither
bestehendem cervicovertebralem Syndrom aus und verordnete dem Versicherten
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Massagebehandlungen (UV-act. 3, 3a, 32). Anlässlich eines Telefongesprächs vom 31.
Oktober 2011 mit der Allianz gab der Versicherte an, dass er nach wie vor an starken
Kopfschmerzen und Verspannungen leide. Er gehe unter anderem hin und wieder zu
einem Chiropraktiker (vgl. UV-act. 32: zu Dr. med. D._, Chiropraktor SCG, ECU, ab
Juni 2011) und habe außerdem einen Therapeuten, der in der Praxis von Dr. C._
Behandlungen durchführe. Dr. C._ habe ihn auch einmal zu Dr. med. E._,
Spezialarzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell
Rheumaerkrankungen, Rheumazentrum F._, verwiesen. Er habe einen
anspruchsvollen, stressigen Job, weshalb er bei der Arbeit nie gefehlt habe (UV-act. 7).
In einem ärztlichen Zwischen-/Schlussbericht vom 8. November 2011 diagnostizierte
Dr. C._ ein posttraumatisches cervicovertebrales Syndrom (CVS) bei Status nach
(Sturz) beim Curling am 21. Oktober 2010. Bei sitzender Tätigkeit bestehe ein langsam
protrahierter Verlauf und eine muskuläre Dysbalance. Der Versicherte sei bei Dr. E._
in Behandlung und es werde gegenwärtig eine Physiotherapie durchgeführt (UV-act. 8).
Dr. E._ berichtete der Allianz am 29. November 2011, der Versicherte habe ihr
anlässlich der Konsultation vom 12. Oktober 2011 von einem Sturz beim Curling auf
den Rücken erzählt. Seither leide er unter zunehmenden ischialgieformen Schmerzen
im linken Bein. Unter solchen leide der Versicherte jedoch seit längerem und stehe
deswegen auch in ihrer Behandlung; im Jahre 2010 erstmals am 8. April und außerdem
am 26. August. In dieser Zeit seien beim Versicherten drei epidurale
Kortikosteroidinfiltrationen bei ischialgie-radikulärem Irritationssyndrom der Wurzel L5
links bei kleiner Diskushernie durchgeführt worden. Laut Angaben des Versicherten
hätten sich diese Beschwerden seit dem Sturz im Oktober 2010 wieder verstärkt. Er
habe sich diesbezüglich in chiropraktischer Behandlung befunden. Die letzte
Konsultation im Jahr 2010 bei ihr habe am 18. Oktober stattgefunden. Damals hätten
sich die lumbo-ischialgieformen Schmerzen nach den drei Infiltrationen deutlich
gebessert gehabt und die Behandlung sei abgeschlossen worden. Weitere Infiltrationen
seien ihres Wissens keine mehr durchgeführt worden (UV-act. 10).
A.b Am 17. Januar 2012 meldete die Allianz den Versicherten zu einer konsiliarischen
Untersuchung bei ihrer beratenden Ärztin Dr. med. G._, Spezialärztin FMH für
Neurologie, an (UV-act. 13). Gestützt auf deren Untersuchungsbericht bzw. Beurteilung
vom 26. Februar 2012 (UV-act. 14) teilte die Allianz dem Versicherten mit Schreiben
vom 29. Februar 2012 mit, dass die geklagten Migräne-, HWS- sowie lumbalen
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Beschwerden nicht mehr auf das Unfallereignis vom 21. Oktober 2010 zurückzuführen
seien. Der Zustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden habe (Status quo
ante), sei gemäss medizinischer Beurteilung von Dr. G._ in Bezug auf die
Migräneanfälle und die HWS-Beschwerden spätestens Ende Oktober 2011 und
hinsichtlich der lumbalen Situation spätestens Ende April 2011 erreicht gewesen.
Weitere Behandlungen gingen zu Lasten des Krankenversicherers und ihre
Versicherungsleistungen würden daher per Ende April 2011 bzw. Ende Oktober 2011
eingestellt (UV-act. 15).
A.c Mit Schreiben vom 18. Mai 2012 liess sich die Rechtsschutzversicherung des
Versicherten, die Fortuna Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend:
Fortuna), Adliswil, zur Leistungsablehnung der Allianz vernehmen und reichte Berichte
von Dr. D._ und Dr. C._ vom 3. bzw. 11. Mai 2012 (UV-act. 21 f.) ein (UV-act. 23).
Die Allianz gelangte hierauf am 23. Mai 2012 mit der Frage an Dr. G._, ob sich in
Anbetracht der neu eingereichten Arztberichte an ihrer Beurteilung vom 26. Februar
2012 etwas ändere (UV-act. 25). Nachdem Dr. G._ diese Frage in einer
Stellungnahme vom 26. Mai 2012 verneint hatte (UV-act. 27), bestätigte die Allianz mit
Verfügung vom 12. Juni 2012 die Einstellung der Versicherungsleistungen per Ende
April 2011 bzw. Ende Oktober 2011 (UV-act. 28).
B.
B.a Mit Eingabe vom 31. Juli 2012 erhob die Fortuna für den Versicherten gegen die
Verfügung vom 12. Juni 2012 Einsprache und reichte weitere Berichte von Dr. D._
und Dr. C._ vom 14. bzw. 31. Juli 2012 ein (UV-act. 34). Am 5. und 6. April 2013
liessen sich Dr. C._ und Dr. D._ nochmals direkt bei der Allianz zum Schadenfall
des Versicherten vernehmen (UV-act. 50 f.).
B.b Mit Einspracheentscheid vom 18. Oktober 2013 wies die Allianz die Einsprache
vom 31. Juli 2012 gegen die Verfügung vom 12. Juni 2012 ab (UV-act. 57).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 18. Oktober 2013 richtet sich die vom Ver
sicherten eingereichte Beschwerde vom 19. November 2013 mit den Anträgen, der
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angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben, es seien dem Beschwerdeführer
weiterhin Heilungskosten im Zusammenhang mit dem Unfall vom 21. Oktober 2010
zuzusprechen, es seien die Akten der Beschwerdegegnerin zu "editieren" und es seien
weitere gesetzliche Leistungen zu erbringen. Eventualiter seien weitere medizinische
Abklärungen vorzunehmen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2013 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (UV-act. G 3).
C.c Mit Replik vom 22. Januar 2014 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest und sprach darin einen Bericht von Dr. C._ vom 10. April 2012 an (act. G 5).
C.d Mit Duplik vom 27. März 2014 hielt die Beschwerdegegnerin ihrerseits an ihrem
Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest und wies darauf hin, dass der Bericht von
Dr. C._ vom 10. April 2012 nicht bei den Akten liege, weshalb sie zu diesem keine
Stellung nehmen könne (act. G 9).
C.e Auf Ersuchen des Versicherungsgerichts vom 31. März 2014 (act. G 10) reichte der
Beschwerdeführer den fehlenden Bericht von Dr. C._ (act. G 11.1) nach (act. G 11).
Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 9. Mai 2014 auf eine
diesbezügliche Stellungnahme (act. G 13).
C.f Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der

Considerations:
übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht bezüglich
des Unfalls vom Oktober 2010 und erbrachte entsprechende Heilkostenleistungen.
Streitig ist, ob sie zu Recht die Versicherungsleistungen für die lumbalen Beschwerden
per 30. April 2011 und für die Nacken- und Kopfschmerzen per 31. Oktober 2011
eingestellt hat.
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1.2 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die
Bestimmung über die Leistungspflicht des Unfallversicherers (Art. 6 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]) bzw. die
diesbezügliche Voraussetzung des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs
zwischen dem Unfallereignis und den in Frage stehenden Gesundheitsstörungen
(einschliesslich Schleudertrauma der Halswirbelsäule und diesem äquivalente
Verletzungen) zutreffend dargelegt. Gleiches gilt in Bezug auf den massgebenden
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Darauf ist zu verweisen. Die
Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs erfolgt aufgrund der Feststellungen
bei den medizinischen Untersuchungen und ist Aufgabe des Arztes oder der Ärztin.
Demgegenüber obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten
Kausalzusammenhang zu beantworten (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2 sowie in
BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009,
je mit Hinweisen; hinsichtlich Beweiswert von Arztberichten, insbesondere
versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen, vgl. BGE 125 V 352 E. 3a und 3b/ee sowie
RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312 E. 1b). Ist die Unfallkausalität einmal mit der
erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, so entfällt die Leistungspflicht des
Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate
Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, Letzterer also nur noch und
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder
der (allenfalls krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall
bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher
oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S.
328; A. Rumo-Jungo/A.P. Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 54).
2.
Im Folgenden ist zu prüfen, ob zwischen den vom Beschwerdeführer über den 30. April
2011 hinaus geklagten lumbalen Beschwerden sowie über den 31. Oktober 2011
hinaus geklagten Nacken- und Kopfschmerzen und seinem am 21. Oktober 2010
erlittenen Unfall ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht.
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3.
3.1 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden grundsätzlich eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar sind und von der
Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Eine
manuelle ärztliche Untersuchung der versicherten Person fördert klinische, nicht aber
objektivierbare organisch-strukturelle Ergebnisse zu Tage. Würde auf Ergebnisse
klinischer Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches
Substrat namhaft gemacht. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-
strukturellen Unfallfolgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde
mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 121 E. 9,
117 V 363 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Diese
Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V
232 E. 5.1 mit Hinweisen).
3.2
3.2.1 Die am 8. Februar 2012 im Radiologiezentrum H._ durchgeführte MRT-
Untersuchung des Schädels und der HWS ergab im Bereich der HWS normale ossäre
und diskoligamentäre Strukturen, eine gut abgrenzbare Neuroforamina und einen
normalen Verlauf der Nervenwurzeln beidseits (nachfolgend: bds.). Die MR-
morphologische Darstellung der Hirnstrukturen zeigte sich ebenfalls unauffällig (UV-act.
20).
3.2.2 Die zuvor am 16. Januar 2012 im Radiologiezentrum H._ durchgeführte
MRT-
Untersuchung der LWS und des ISG hatte eine lumbosakrale Übergangsanomalie mit
einer Lumbalisation von S1 (als L6 bezeichnet), eine deutliche Osteochondrose L5/L6
(zum Teil aktiviert) und breitbasige kleine Diskushernie, welche zusammen mit einer
IVG-Arthrose zu mittelschweren Rezessustenosen S1 bds. führen würden, und nur
fragliche Romanusläsionen L3, L4 und L5 hervorgebracht, wobei die hier vorhandene
angedeutete hyperostotische Spondylose viel eher für eine beginnende Degeneration
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spreche. Im Bereich des ISG hatten Hinweise auf eine Sakrolititis gefehlt. Schliesslich
hatte das MRT keine Pathologie im kleinen Becken hervorgebracht und keinen Hinweis
auf Inguinalhernien geliefert (UV-act. 20). - Bei der Diskushernie, der Osteochondrose
und der lumbosakralen Übergangsanomalie handelt es sich zweifelsohne um klare
organische Substrate. Die lumbosakrale Übergansanomalie mit sechs nicht
rippentragenden LWK, wobei der unterste (zusätzliche) Wirbel als L6 bezeichnet wurde,
stellt zweifellos keine Unfallverletzung, sondern einen angeborenen Zustand dar.
Entsprechend war die Anomalie bereits im Rahmen einer in der Klinik I._ vor dem
Unfall, d.h. am 13. August 2009, durchgeführten MRT-Untersuchung der LWS sichtbar
(UV-act. 20). Die damalige MRT-Untersuchung hatte bereits auch eine Diskushernie mit
Nervenwurzelkompression im Bereich des Recessus lateralis, jedoch auf Höhe L4/L5
bzw. L5 beschrieben, ergeben. Abgesehen davon, dass es sich bei der post- und
prätraumatischen Diskushernie trotzallem um dieselbe handeln dürfte (vgl. dazu auch
UV-act. 10), wurde offensichtlich bislang weder vom Beschwerdeführer noch von
einem ihn behandelnden Arzt geschlossen, dass die Diskushernie im Zusammenhang
mit dem Unfallereignis stehen könnte (vgl. UV-act. 10, 21, act. G 11.1). Wie das
Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts) in seiner Rechtsprechung denn auch festhielt,
entspricht es einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des
Unfallversicherungsrechts, dass Diskushernien in aller Regel degenerative
Erkrankungen darstellen. Eine Diskushernie kann dann als weitgehend unfallbedingt
betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet
war, eine prätraumatisch vollständig unauffällige Bandscheibe zu zerreissen und die
Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und
mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit aufgetreten sind (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192 E. 2a
mit Hinweisen; Urteile des EVG vom 3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3.1,
zusammengefasst und kommentiert durch David Weiss in AJP 2006, S. 877, und vom
18. Februar 2002, U 459/00, E. 3b; Wolfgang Meier, Lumbale Diskushernie und Unfall,
in: Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 68 [1995], S. 16). Die Voraussetzungen für
eine unfallbedingte Verursachung der Diskushernie sind vorliegend nicht mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erfüllt (vgl. Th. Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S.
451 f.). So liegt im konkreten Fall weder eine prätraumatisch vollständig unauffällige
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Bandscheibe noch eine Arbeitsunfähigkeit vor. Bei der zusätzlich vorhandenen
Osteochondrose handelt es sich ebenfalls um eine häufige, im Rahmen eines
Degenerationsvorgangs auftretende, mithin nicht traumatisch bedingte, Veränderung
an der Wirbelsäule, die ein Vorstadium oder eine Begleiterscheinung einer Diskushernie
bilden kann (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4.
Aufl. Bern 2005, S. 852 ff.). Insofern ergeben die beiden Gesundheitsschäden
zusammen das Bild einer geschlossenen degenerativen Problematik im Bereich der
LWS. Entsprechend wurde auch im Bericht des Radiologiezentrums H._ vom 16.
Januar 2012 im Bereich L3, L4 und L5 von einer beginnenden "Degeneration"
gesprochen. Eine beim Unfallereignis vom 21. Oktober 2010 im Bereich der LWS
erlittene neue, bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer strukturellen
Veränderung lässt sich damit mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ausschliessen.
3.2.3 Auch mit den in den medizinische Akten gestellten Diagnosen einer
Kopfkontusion, eines cervicovertebralen Syndroms (UV-act. 3, 8), einer Commotio
cerebri bzw. eines Cervical- und Lumbovertebralsyndroms (UV-act. 14, S. 6) sind im
Bereich des Schädels, der HWS und der LWS keine organischen Unfallrestfolgen
objektiv erstellt. Die Kontusionsdiagnose bezeichnet eine stumpfe Krafteinwirkung auf
einen Körperteil, wodurch es zur Verletzung von Weichteilgewebe und nicht zwingend
auch von strukturellen Anteilen des Bewegungsapparats wie Knochen, Muskeln,
Bänder und Sehnen kommt (<http://www.lexikon-orthopaedie.com/pdx.pl?
dv=0&id=01145>, abgerufen am 18. Dezember 2014). Eine Kontusionsverletzung heilt
im Regelfall innert einer bestimmten Zeit folgenlos ab (vgl. dazu nachfolgende
Erwägung 4.1). Die Diagnose einer Commotio cerebri bzw. Gehirnerschütterung erfolgt
sodann aufgrund bestimmter Symptome nach kranialen Traumen und bedeutet
ebenfalls nicht schon, dass eine objektiv nachweisbare Funktionsstörung vorliegt.
Hierzu bedarf es einer feststellbaren intrakraniellen Läsion oder eines messbaren
Defektzustands in Form neurologischer Ausfälle. Fehlen wie im konkreten Fall
entsprechende Befunde (vgl. UV-act. 14, S. 5), ist die Unfallkausalität grundsätzlich im
Rahmen der Adäquanz nach der für Schleudertraumen der HWS und Schädel-
Hirntraumen ohne nachweisbare Funktionsausfälle geltenden Rechtsprechung zu
beurteilen, die gerade für Fälle entwickelt wurde, in denen die Unfallfolgen bzw. deren
Anteil an einer Gesundheitsschädigung im Rahmen des posttraumatischen Verlaufs nie
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wirklich sichtbar gemacht werden konnten (Urteil des EVG vom 29. März 2006, U
197/04, E. 3.1 mit Hinweisen auf die medizinische Literatur). Auch die Diagnose von
Schmerzsyndromen bedeutet nicht automatisch das Vorliegen unfallkausaler
struktureller Gesundheitsschädigungen. Laut Roche Lexikon Medizin (5. Auflage,
München 2003, S. 1791) handelt es sich bei einem Syndrom um ein sich stets mit etwa
den gleichen Krankheitszeichen, d.h. einer Symptomatik mit weitgehend identischem
"Symptommuster" manifestierendes Krankheitsbild mit unbekannter, vieldeutiger,
durch vielfältige Ursachen bedingter oder nur teilweise bekannter Ätiogenese. Zur
fraglichen Diagnose führt mithin eher das vom jeweiligen Patienten subjektiv
angegebene "Symptommuster" als ein objektiv erhobener organischer Befund. Gerade
ein Vertebralsyndrom ist typisch für die im Regelfall degenerativ bedingte Diskushernie
bzw. die beim Beschwerdeführer erhobenen Degenerationen (vgl. dazu Alfred M.
Debrunner, a.a.O., S. 860). Der Beschwerdeführer musste denn auch bereits vor dem
Unfall wegen ISG- und LWS-Beschwerden therapiert werden (vgl. dazu UV-act. 10, 32).
Eine unfallbedingte muskuläre Dysbalance und unfallbedingte muskuläre Defizite sind
sodann zwar nicht ausgeschlossen. Solche Gesundheitsschädigungen gründen jedoch
ihrerseits auf einer im vorliegenden Fall fehlenden unfallkausalen Körperverletzung wie
beispielsweise einer Fraktur. Gleiches gilt für Verhärtungen und Verspannungen der
Muskulatur, Druckdolenzen in der Wirbelsäule sowie Einschränkungen der
Wirbelsäulenbeweglichkeit. Auch sie können für sich allein nicht als klar ausgewiesenes
organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden (SVR 2008 UV Nr. 2 S. 3 E.
5.2 mit Hinweisen, U 328/06; Urteil des EVG vom 6. Dezember 2006, U 334/06, E. 3).
3.3 Ebenfalls auszuschliessen ist im Fall des Beschwerdeführers eine
richtunggebende, mithin dauernde, unfallbedingte Verschlimmerung seiner
degenerativen Gesundheitsschäden im Bereich der LWS. Es ist ein medizinische
Erfahrungstatsache, dass eine solche Verschlimmerung nur dann als erwiesen gelten
kann, wenn die Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der Wirbel und das
Auftreten bzw. die Vergrösserung von Randzacken nach einem Trauma aufzeigt (RKUV
2000 Nr. 363 S. 46 f, E. 3a mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 25. November 2004, U
107/04). Der Vergleich der MRT-Untersuchungsergebnisse vom 13. August 2009 und
vom 16. Januar 2012 (UV-act. 20) ergibt keinen Hinweis darauf, dass sich der
degenerative Zustand der LWS im Zeitpunkt des Unfalls vom Oktober 2010 massiv
verändert hätte. Insbesondere die posttraumatisch erhobene kleine Diskushernie auf
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Höhe L5/L6 sowie die angedeutete hyperostotische Spondylose als beginnende
Degeneration lässt hierfür kaum Raum. Zwischen den beiden
kernspintomographischen Untersuchungen liegt im Übrigen ein Zeitraum von drei
Jahren, währenddem ein gewisser degenerativer Prozess ohnehin denkbar ist. Eine
allfällige richtunggebende Verschlimmerung muss röntgenologisch ausgewiesen sein
und sich von der altersüblichen Progression abheben; bei einem Unfall ohne
strukturelle Läsion am Achsenskelett ist die Chronifizierung der Beschwerden
zunehmend auf andere (unfallfremde) Faktoren zurückzuführen (Bär/Kiener, Prellung,
Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule, in: Medizinische Mitteilungen der Suva Nr.
67 [1994], S. 45 ff.).
3.4 Nach den vorstehenden Erwägungen steht fest, dass der Beschwerdeführer mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit durch den Unfall vom Oktober
2010 im Bereich der HWS, der LWS und des Schädels weder eine klar ausgewiesene
neue, bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer strukturellen Veränderung noch
eine richtunggebende Verschlimmerung des degenerativen Vorzustands im Bereich der
LWS erlitten hat.
4.
4.1 Es kommt damit nur eine ausheilende Läsion mit vorübergehenden unfallkausalen
Beschwerden in Frage. So kann ein Vorzustand wie beispielsweise eine Diskushernie
durch einen Unfall ausgelöst oder vorübergehend verschlimmert werden. Aber auch
ohne Vorzustand - wie hier im Bereich der HWS und des Kopfs - kann in Fällen, in
denen die Unfallfolgen bzw. deren Anteil einer Gesundheitsschädigung im Rahmen des
posttraumatischen Verlaufs nie wirklich sichtbar gemacht werden konnten, nach einem
adäquaten Unfallereignis dennoch in einer ersten Phase von einer schädigenden
Wirkung des Unfalls auf den Körper ausgegangen und können die nach einem Unfall
aufgetretenen Beschwerden als unfallkausal betrachtet werden. Als Beispiele dafür
gelten Kontusionsfolgen sowie Beschwerden nach erfolgter Gehirnerschütterung. Dr.
C._ ging im konkreten Fall von einer Kopfkontusion aus (UV-act. 3), von Dr. G._
wurde entsprechend die Diagnose einer Commotio cerebri gestellt (UV-act. 14, S. 6),
und angesichts der einheitlich gestellten Diagnose eines cervicovertebralen Syndroms
(vgl. UV-act. 3, 8, 14, 21) und des beschriebenen Unfallmechanismus ist zudem von
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einer Kontusion der HWS, aber auch der LWS ("vertebral") auszugehen. Demgemäss
wird von Dr. E._ im Bericht vom 29. November 2011 seit dem Sturz vom 21. Oktober
2010 von einer Verstärkung der lumbo-ischialgieformen Beschwerden (UV-act. 10), von
Dr. C._ im Bericht vom 10. April 2012 von einer traumatischen Aktivierung der bisher
asymptomatischen HWS mit nachfolgenden Schmerzen (act. G 11.1) und von Dr. D._
im Bericht vom 3. Mai 2012 von einer durch den fraglichen Unfall bewirkten
zusätzlichen Aktivierung der vorbestandenen lumbalen Symptomatik einer erosiven
Osteochondrose gesprochen (UV-act. 21). Bei Verletzungen ohne objektivierbaren
strukturellen Schaden übernimmt die Unfallversicherung nur den durch das
Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub (RKUV 2000 Nr. U 378 S. 190 E. 3 mit
Hinweisen), d.h. die Beschwerden werden nach einem bestimmten Zeitraum, trotz ihres
möglichen Fortdauerns - aufgrund einer medizinischen Erfahrungstatsache - nicht mehr
dem Unfall angelastet. So entspricht es einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass
Prellungen, Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule ohne strukturelle Läsionen
normalerweise innert kurzer Frist, in der Regel nach sechs bis neun Monaten,
spätestens aber nach einem Jahr abheilen und sich die damit verbundenen
Beschwerden gänzlich zurückbilden. Entgegen der Argumentation des
Beschwerdeführers darf dieser medizinische Erfahrungssatz im Rahmen des
Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt werden, zumal er der herrschenden
medizinischen Lehrmeinung entspricht. Dies hat insbesondere für den Nachweis des
Status quo sine/ante zu gelten, bei dem es sich um einen hypothetischen Zustand
handelt, welcher sich häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil des EVG
vom 18. September 2002, U 60/02, E. 2.2, 3.2 mit Hinweisen auf die medizinische
Literatur; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007, U 357/06, E. 4.5). In den
Medizinischen Mitteilungen der Suva Nr. 79 (2008), S. 101, hält Autor Erich Bär sogar
fest, dass Weichteilzerrungen bzw. -prellungen am Rücken (mithin Verletzungen ohne
objektivierbaren strukturellen Schaden) ungeeignet seien, länger als einige Wochen bis
wenige Monate Beschwerden zu machen, die mit organischen Folgen der
ursprünglichen Verletzung zu erklären wären, und weist auf zahlreiche weitere
Publikationen hin (Erich Bär, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule. Ein
Update., in: Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 79 [2008], S. 100 ff.). Insofern
zeichnet sich eine vorübergehende Verschlimmerung eines Vorzustands im Bereich der
Wirbelsäule im Regelfall durch stetige Besserung des unfallkausalen
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Beschwerdeanteils aus (vgl. dazu Bär/Kiener, a.a.O., S. 45). Von Seiten der
medizinischen Forschung (Gerhard Jenzer, Klinische Aspekte bei HWS-Belastungen
durch Kopfanprall oder Beschleunigungsmechanismus; Grenzbereich zum leichten
Schädel-Hirn-Trauma, SZS 1996, 462 ff. und insbesondere S. 467) wird sodann
festgehalten, dass auch der typische posttraumatische Verlauf nach einer Commotio
cerebri bzw. einem leichten Schädel-Hirntrauma einer Erholung innert sechs bis zwölf
Wochen entspreche. Ungewöhnlich lang dauernde und schwere Verläufe nach
Beschleunigungsverletzung würden bei Fehlen der klinischen Kriterien einer
traumatischen Hirn- bzw. HWS-Schädigung nach einer Interpretation ausserhalb einer
hirnorganischen Schädigung bzw. Schädigung im HWS-Bereich rufen (Jenzer, a.a.O.,
S. 469 mit Hinweis und S. 463; vgl. auch Bogdan P. Radanov, Über den Stellenwert der
neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-Distorsion, in: SZS 1996 S.
471 ff. und S. 475). Überhaupt können Kopfschmerzen bzw. Migräne grundsätzlich mit
vielfältigen unfallunabhängigen Einflüssen erklärt werden (vgl. dazu Roche Lexikon
Medizin, a.a.O., S. 1040; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch 2013, 264. Aufl., S.
1126, 1330). Der Frage, ob der Beschwerdeführer infolge des Unfalls tatsächlich eine
Bewusstlosigkeit erlitten hat, kommt hier keine massgebende Bedeutung zu, weil eine
solche auch einen Befund bei leichtem Schädelhirntrauma darstellen kann (vgl. dazu
Roche Lexikon Medizin, a.a.O., S. 353, 1641 f.; Pschyrembel, a.a.O., S. 407, 1861).
4.2 Betreffend Erreichen des Status quo sine/ante legt Dr. G._ in ihrem Bericht vom
26. Februar 2012 (UV-act. 14) dar, dass ein Zusammenhang der geklagten
Migräneanfälle mit der erlittenen Commotio cerebri durchaus möglich sei. Es habe eine
diesbezügliche Disposition bestanden und es sei durch die Commotio vorübergehend
zu einer Intensivierung der Anfallsfrequenz gekommen. Eine solche sei aber keinesfalls
bleibend. Man dürfe davon ausgehen, dass ungefähr ein Jahr nach dem Unfalldatum
wieder der diesbezügliche Zustand quo ante erreicht gewesen sei. Es sei bekannt,
dass eine Migräne sehr unterschiedlich verlaufen und es auch ohne äussere Umstände
wie einem Unfall zu unterschiedlichen Anfallsfrequenzen kommen könne. In Bezug auf
die HWS sei ebenfalls unter Berücksichtigung des jetzt normalen Befundes keine
unfallbedingte Pathologie vorhanden. Eine diesbezügliche physikalische Therapie, die
noch im Laufe eines Jahres nach dem Unfall durchgeführt worden sei, könne jedoch
als Unfallfolge übernommen werden. Die lumbale Situation sei komplexer, weil die
diesbezüglichen Beschwerden auf längere Zeit zurückgingen und offenbar zum Teil
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ernsthaft gewesen seien, indem drei epidurale Infiltrationen schon vor dem Unfall
durchgeführt worden seien. Hier sollte angesichts dieses Status quo ante eine
Behandlung während ungefähr sechs Monaten übernommen werden. Dann sei der
Status quo ante erreicht und der Unfall vom Oktober 2010 sei nur noch möglicherweise
die Ursache der heute noch feststellbaren gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Eine
weitere lumbale Behandlung müsste vom Krankenversicherer übernommen werden.
4.3 Angesichts der Ausführungen in Erwägung 4.1 sind keine Gründe ersichtlich,
derentwegen die Richtigkeit der Beurteilung von Dr. G._ vom 26. Februar 2012 (UV-
act. 14) in Zweifel zu ziehen wäre, weshalb auf sie abzustellen ist. Ihr Bericht erfüllt die
an den Beweiswert eines Arztberichts gestellten Voraussetzungen (vgl. dazu BGE 125
V 352 E. 3a mit Hinweis). Inwieweit die Beurteilung von Dr. G._ nicht schlüssig und
nachvollziehbar sein soll, konnte vom Beschwerdeführer nicht stichhaltig dargelegt
werden. Die Schlussfolgerungen von Dr. G._ überzeugen, indem sie in der
Erfahrungsmedizin - gerade bei Kontusionsverletzungen und leichten
Schädelhirntraumata muss sich ein Mediziner auf diese abstützen (vgl. Erwägung 4.1) -
und in der konkreten Anamnese eine eindeutige Stütze finden. Hinsichtlich der LWS ist
von einem massgebenden Vorzustand auszugehen. So konsultierte der
Beschwerdeführer wegen LWS-Beschwerden letztmals drei Tage vor dem Unfall, d.h.
am 18. Oktober 2010, Dr. E._ (UV-act. 10) und nahm bis unmittelbar vor dem Unfall
eine Massagebehandlung in Anspruch. Dr. E._ spricht zwar bezüglich der
Konsultation vom 18. Oktober 2010 von einer deutlichen Besserung der lumbo-
ischialgieformen Schmerzen und einem Behandlungsabschluss. Trotz allem erscheint
durch die vorgenannte zeitliche Komponente sowie durch den Umstand, dass beim
Beschwerdeführer im Jahr 2010 drei epidurale Kortikosteroidinfiltrationen bei
ischialgie-radikulärem Irritationssyndrom der Wurzel L5 links bei kleiner Diskushernie
hatten durchgeführt werden müssen und damit der längeren unfallunabhängigen
Krankheitsgeschichte die Bedeutung des Unfalls vom Oktober 2010 nachvollziehbar
vermindert und die Annahme einer kürzeren Heilungsdauer des unfallkausalen Anteils
als schlüssig. Der Einwand des Beschwerdeführers, Dr. G._ habe keine eigentliche
Untersuchung durchgeführt, kann nicht gehört werden. Entsprechend der Regel, dass
von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen Unfallfolgen erst dann gesprochen
werden kann, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen
bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 E. 9, 117 359 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S.
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81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]), liess Dr. G._ zunächst die vom Unfallereignis
vom Oktober 2010 betroffenen Körperteile (Kopf, HWS, LWS und ISG) radiologisch
untersuchen bzw. bereits vorhandene Untersuchungsergebnisse beiziehen (vgl. UV-
act. 14, 20). Im Weiteren umfasste die Begutachtung von Dr. G._ eine klinische
Untersuchung, wobei von ihr die in der Regel vorzunehmende Beweglichkeits- bzw.
Funktionsprüfung der Wirbelsäule durchgeführt wurde. Ebenfalls klinisch überprüft
wurden von Dr. G._ die vom Unfall betroffene HWS und LWS nach Schmerzpunkten
und muskulären Auffälligkeiten sowie der neurologische Status des Hirns. Inwiefern
ihre Untersuchung lückenhaft gewesen sein soll, wird vom Beschwerdeführer nicht
konkretisiert. Dr. G._ äusserte sich in ihrem Zusatzbericht vom 26. Mai 2012 (UV-act.
27) auch zu den Einschätzungen des behandelnden Chiropraktors Dr. D._ und des
behandelnden Arztes Dr. C._ vom 3. bzw. 11. Mai 2012 (UV-act. 21 f.) und stellte
fest, dass sie keine medizinischen Argumente vorbrächten, die gegen die Annahme des
Status quo sine/ante spätestens ein Jahr bzw. ein halbes Jahr nach dem Unfall
sprechen würden. Dr. D._ beschreibt in seinem Bericht vom 3. Mai 2012 die vom
Beschwerdeführer nach wie vor geklagten Beschwerden und verweist insbesondere
darauf, dass vor dem Unfall keine Beschwerden im Schulter-/Nackengürtel vorhanden
gewesen seien. Dr. C._ bejaht in seinem Bericht vom 11. Mai 2012 die
Unfallkausalität ohne jegliche Begründung und hält in seinen weiteren Berichten vom
10. April und 31. Juli 2012 (act. G 11.1, UV-act. 34) ebenfalls fest, der
Beschwerdeführer sei vor dem Unfallereignis nie wegen HWS-Beschwerden bei ihm
vorstellig geworden, nach dem Unfallereignis hingegen schon, weshalb die HWS-
Beschwerden eindeutig auf das Unfallereignis zurückzuführen seien. Der
Beschwerdeführer habe also immer noch Beschwerden, welche er vor dem Unfall nicht
gehabt habe, weshalb man einen kausalen Zusammenhang annehmen müsse. Der
Umstand, dass vor dem Unfall keine entsprechenden Beschwerden geklagt worden
sind, vermag jedoch für sich nach konstanter bundesgerichtlicher Praxis keinen Beweis
für eine Unfallkausalität zu erbringen, da der zeitliche Aspekt für sich allein keine
wissenschaftlich genügende Erklärung liefert. Andernfalls würde man sich mit dem
blossen Anschein des Beweises bzw. mit der blossen Möglichkeit begnügen und
davon ausgehen, dass eine gesundheitliche Schädigung schon dann durch den Unfall
verursacht sei, wenn sie nach diesem auftrat (vgl. dazu die beweisrechtlich untaugliche
Formel "post hoc ergo propter hoc" z.B. in: Alfred Maurer, Schweizerisches
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Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 N 1205; BGE 119 V 340, E. 2b/bb).
Die Aussage von Dr. C._ (UV-act. 34), Beschwerden seien so lange gegeben, wie der
Patient sie äussere, mag zutreffen, doch gilt es bezüglich der Frage der
Leistungspflicht des Unfallversicherers die Abgrenzung von unfallbedingten- und (nur
noch) krankheitsbedingten Gesundheitsschäden vorzunehmen.
4.4 Medizinische Erfahrungssätze beziehen sich auf den Regelfall, d.h. auf
medizinische Sachverhalte, die sich im konkreten Fall gleich dargestellt haben. Eine
Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch muss sie sich
eben als solche präsentieren. Der Beschwerdeführer geht in seinem Fall von einem
Ausnahmefall aus und argumentiert, es sei aktenkundig, dass eine intensive
Physiotherapie und ein intensives und gezieltes Aufbautraining aufgrund des Unfalls
notwendig gewesen wären, um wieder den gleichen muskulären Stand und die gleiche
Beweglichkeit wie vor dem Unfall zu erreichen und die Beschwerden zu lindern. Ein
solches Training habe nie stattgefunden, weshalb dessen Kosten in einem späteren
Zeitpunkt hätten übernommen werden müssen. Allein der Zeitpunkt des
Behandlungsbeginns dürfe keinen Ablehnungsgrund darstellen. Weil er aus Gründen
seiner Arbeitsmoral trotz Beschwerden und Schmerzmitteleinnahme stets sein volles
Pensum erfüllt habe und habe erfüllen können, anstatt ein gezieltes
Behandlungskonzept mit Arbeitsreduktion und Therapie inklusive Muskelaufbau
einzuleiten, sei es zu einer Chronifizierung der Schmerzen gekommen. Dies erkläre
auch die längere Heilungsdauer im Vergleich zum Durchschnitt aller Fälle. Der
Beschwerdeführer stützt sich dabei auf Dr. D._, der in seinem Bericht vom 14. Juli
2012 (UV-act. 34) darauf hinweist, dass es retrospektiv wohl angezeigt gewesen wäre,
gleich zu Beginn ein gezieltes Behandlungskonzept mit Arbeitsreduktion und Therapie
inklusive Muskelaufbau einzuleiten. Weil dies nicht der Fall gewesen sei, sei es zu einer
Chronifizierung der Schmerzen mit dem bekannten Circulus vitiosus von
Schmerzempfindung - Schonhaltung - Muskelabschwächung - Fehlbelastung -
vermehrte Schmerzempfindung gekommen. - Im vorliegenden Fall kann trotzdem nicht
von einem Ausnahmefall ausgegangen werden. Dem Beschwerdeführer wurde zwar
tatsächlich nie eine Arbeitsunfähigkeit attestiert und eine Therapie mit aktivem
Muskelaufbau ist nicht aktenkundig. Ersteres ist jedoch gerade ein Faktum, welches
die Frage aufkommen lässt, wie stark der Beschwerdeführer durch die von ihm
geklagten Beschwerden überhaupt eingeschränkt war. Die von Dr. G._ erhobenen
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Befunde waren zumindest nicht (mehr) von erheblicher Schwere (vgl. UV-act. 14). Im
Regelfall ist davon auszugehen, dass massgebende Beschwerden entsprechende
Massnahmen erfordern, diese ärztlich verordnet und vom Patienten auch
wahrgenommen werden. In diesem Sinn stellt die Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2013 die berechtigte Frage, weshalb das von
Dr. D._ in seinem Bericht vom 3. Mai 2012 (UV-act. 21) vorgeschlagene gezielte
Aufbau- und Stabilisationstraining nicht durchgeführt worden sei, wenn es medizinisch
tatsächlich so notwendig gewesen sein solle. Ein solches Training hätte im Übrigen
ohne Weiteres auch ausserhalb der Arbeitszeit absolviert werden können. Der
Beschwerdeführer war zusätzlich auch bei Dr. C._ und Dr. E._ in Behandlung, ohne
dass ihm zu einem früheren Zeitpunkt von irgendeiner Seite ein Aufbau- und
Stabilisationstraining verordnet worden wäre. Wenn nun Dr. D._ erstmals in seinen
Berichten vom 3. Mai bzw. 14. Juli 2012 ein solches vorschlägt bzw. einen
Chronifizierungsprozess beschreibt, kann die Unfallkausalität einer erst nach dem
Datum der Leistungseinstellung geplanten Therapie nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit bejaht werden. Dies umso weniger, als die von ihm
vorgeschlagene Therapie ohne weiteres auch wegen krankheitsbedingten
Wirbelsäulenbeschwerden verordnet werden und der von ihm beschriebene Prozess
auch ohne Unfallereignis eintreten kann. Gerade eine Chronifizierung an sich spricht
nicht für ein unfallkausales Geschehen. Im Verlauf einer solchen wird das ursprünglich
erlittene Verletzungsmuster für das Ausmass der erlebten Behinderung immer
bedeutungsloser. Andere Faktoren, wie zum Beispiel das Individuum selber, die
Arbeitsumstände, das soziale Umfeld, das medizinische und legale System sowie
ökonomische Umstände spielen eine massgebende Rolle (vgl. Bär/Kiener, a.a.O., S. 45
ff.). Zu berücksichtigen ist schliesslich, dass nach einer Kontusion ein Heilungsprozess
im Regelfall auch ohne Therapie stattfindet und der Beschwerdeführer, wenn auch kein
Aufbau- und Stabilisationstraining, so doch regelmässig eine Massage- und
Fussreflexzonentherapie durchführte, deren Intensität nach dem Unfall sich in keiner
Weise von derjenigen vor dem Unfall unterschied (UV-act. 32). Gerade auch dieser
Umstand lässt die Bedeutung des Unfallereignisses oder zumindest einen
fortdauernden Einfluss desselben fraglich erscheinen. Angesichts des Gesagten liegt
insgesamt eine Situation vor, die es nicht zulässt, fortdauernde Beschwerden über das
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Datum der Leistungseinstellung dem Unfallereignis zuzuordnen und anzunehmen, dass
versäumte Therapien zu einer Verlängerung der Heilungsdauer geführt hätten.
4.5 Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass nach Massgabe der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 30. April
2011, d.h. ein halbes Jahr nach dem Unfallereignis, für die lumbalen Beschwerden, und
per 31. Oktober 2011, d.h. ein ganzes Jahr nach dem Unfallereignis, für die Nacken-
und Kopfschmerzen, von einem Wegfall der Kontusionsfolgen bzw. Folgen der
Commotio cerebri als Ursache der noch geklagten LWS-, HWS- und Kopfschmerzen
auszugehen ist. Eine weitergehende Leistungspflicht wegen objektivierter organischer
Unfallrestfolgen infolge der Kontusion bzw. Commotio cerebri lässt sich nicht
begründen.
5.
5.1 Zu prüfen bleibt, ob die geltend gemachten Kopf- und Nackenschmerzen auf eine
Schleudertraumaverletzung oder eine äquivalente Verletzung zurückzuführen sind.
Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist nämlich bekannt, dass bei
Schleuderverletzungen sowie äquivalenten Verletzungen wie Distorsionen der HWS
sowie Schädelhirntraumata (vgl. Urteil des EVG vom 17. August 2004, U 243/03 E.
4.2.1; RKUV 2000 Nr. U 395 S. 316, E. 3; BGE 117 V 369 E. 3e) auch ohne
nachweisbare pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall
funktionelle Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Dabei ist nicht
entscheidend, ob die im Anschluss an solche Verletzungen geklagten Beschwerden
medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden,
zumal diese Differenzierung angesichts des komplexen Beschwerdebildes gelegentlich
grosse Schwierigkeiten bereitet. Der Umstand, dass die für ein Schleudertrauma oder
eine schleudertraumaähnliche Verletzung typischen Beschwerden nicht mit
entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen, Computertomogramm, EEG)
objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, diesbezügliche Beschwerden in
Abrede zu stellen (BGE 117 V 363 f. E. 5d/aa).
5.2 Sind die über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung hinaus geklagten
Beschwerden nicht mit einer organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolge zu erklären,
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ist wie von der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid dargelegt
(vgl. UV-act. 57, vgl. Ziff. 5) eine eigenständige Adäquanzprüfung - entweder nach der
bei Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen massgebenden
Schleudertrauma-Praxis gemäss BGE 134 V 109 oder nach den bei psychischen
Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätzen der Psycho-Praxis gemäss BGE
115 V 133 - durchzuführen. Für die Anwendbarkeit der Schleudertrauma-Praxis ist
ausschlaggebend, dass ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma
äquivalente Verletzung diagnostiziert wurde und ein für diese Verletzung typisches
Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen,
Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit
und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.
vorlag (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2010, 8C_1021/2009, E. 5.2).
Dieses Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden muss nicht in seiner
umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall
auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der
Halsregion oder an der HWS - bei einem Schädelhirntrauma in Form von
Kopfschmerzen - manifestieren. Die anderen im Rahmen eines Schleudertraumas oder
einer äquivalenten Verletzung typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich
jedoch immerhin in einem Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein
eines natürlichen Kausalzusammenhangs auszugehen (Urteil vom 15. März 2007, U
258/06; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e).
5.3 Das Vorliegen eines Schädelhirntraumas, worunter sämtliche
Hirnfunktionsstörungen mit oder ohne morphologisch fassbare Schädigung des
Gehirns subsumiert werden, rechtfertigt die analoge Anwendung der Schleudertrauma-
Praxis, wenn die erlittene Hirnerschütterung mindestens im Grenzbereich zwischen
Commotio und Contusio cerebri liegt. Leichte Hirnerschütterungen hingegen reichen
hierfür nicht aus (vgl. Urteile des EVG vom 6. Mai 2003, U 6/03, E. 3.2, und vom 13.
Juni 2005, U 276/04, E. 2.2.1). Vorliegend diagnostizierte Dr. G._ in ihrem Bericht
vom 26. Februar 2012 (UV-act. 14) aufgrund des vom Beschwerdeführer
beschriebenen Kopfanpralls auf dem Eis und der angeblichen nachfolgenden Übelkeit
einen Status nach Commotio cerebri, erachtete hingegen eine Distorsion der HWS,
trotz Beinträchtigung bzw. Kontusion der HWS (vgl. Erwägung 3.3), aufgrund des
Unfallmechanismus nachvollziehbar als wenig wahrscheinlich.
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5.4 Gegenüber Dr. G._ gab der Beschwerdeführer an, nach dem Kopfanprall auf
dem Eis eine grosse Übelkeit und erhebliche Nackenschmerzen verspürt zu haben und
seitdem häufiger unter Migräneanfällen zu leiden. Die Migränen würden vom Hals
ausgehen und manchmal zu leichtem Schwindel und etwas Übelkeit führen (UV-
act. 14). In seinen Berichten vom 1. März (UV-act. 3) bzw. 8. November 2011 (UV-
act. 8) hatte Dr. C._ "nur" ein cervicovertebrales Syndrom angenommen und auf eine
muskuläre Dysbalance hingewiesen. An sich typischerweise unmittelbar nach einem
Schädelhirntrauma auftretende Kopfschmerzen sind sodann erstmals in einer Notiz der
Beschwerdegegnerin vom 31. Oktober 2011 über ein Telefongespräch mit dem
Beschwerdeführer (UV-act. 7), d.h. ein Jahr nach dem Unfall erwähnt. In den
medizinischen Akten sind Kopfschmerzen sogar erst am 3. Mai 2012 durch Dr. D._,
d.h. also rund eineinhalb Jahre nach dem Unfall, vermerkt. Der Umstand, dass der
Beschwerdeführer bereits vor dem Unfall vom 21. Oktober 2010 unter Migräne litt,
stellt sodann einen unfallfremden Faktor dar, der ein zusätzliches Indiz gegen eine
Unfallkausalität darstellt. Zur unfallkausalen vorübergehenden Verschlimmerung der
Migräne wurde in Erwägung 4 Stellung genommen. Die von Dr. C._ in seinem Bericht
vom 5. April 2013 erwähnte Schwindelsymptomatik ist offensichtlich neu, d.h. seit vier
Monaten aufgetreten (UV-act. 50), und kann damit nicht mehr dem Unfall zugeordnet
werden. Schwindel und Übelkeit wurden ausserdem gegenüber Dr. G._ als
Begleiterscheinungen der Migräne und nicht als eigenständige Beschwerdesymptome
geschildert (UV-act. 14, S. 5). Insgesamt ist mithin festzustellen, dass das Vorliegen
eines Schädelhirntraumas, welches Langzeitbeschwerden zur Folge hätte, und die
Anwendung der Schleudertraumapraxis rechtfertigen würde, im konkreten Fall insofern
auszuschliessen ist, als im Nachgang zum Unfall vom Oktober 2010 weder innerhalb
der erforderlichen Latenzzeit, aber auch nicht bis zum Zeitpunkt der Leistungsein
stellung per Ende Oktober 2011, von einem sich als bunt auszeichnenden
Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden gesprochen werden kann. Eine
Adäquanzprüfung nach Massgabe der in BGE 134 V 109 begründeten Rechtsprechung
bzw. der sogenannten Schleudertrauma-Praxis fällt demnach ausser Betracht.
5.5 In Frage käme damit lediglich noch eine Adäquanzprüfung nach Massgabe der in
BGE 115 V 133 begründeten Rechtsprechung zu den psychogenen Unfallfolgen.
Rücken-, Nacken- und Kopfschmerzen können Teil einer psychischen Problematik
sein. Der Beschwerdeführer verneint jedoch, dass psychische Faktoren für die
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Chronifizierung seiner Beschwerden verantwortlich seien (vgl. act. G 5, S. 3, Ad 9). Eine
psychiatrische Untersuchung des Beschwerdeführers wurde nach dem Unfall vom
Oktober 2010 nicht durchgeführt. Selbst bei Vorliegen einer psychischen Komponente
entspricht diese jedoch offensichtlich einer unfallfremden erhöhten psychischen
Belastung des Beschwerdeführers (vgl. dazu UV-act. 7: "einen stressigen,
anspruchsvollen Job"; UV-act. 32: "stressbedingte Schlafstörungen"). Hierbei handelt
es sich um Vorzustände bzw. unfallfremde Faktoren, welche eine psychische
Fehlentwicklung infolge unfallkausaler somatischer Beschwerden zum Vornherein und
damit eine Adäquanzprüfung nach der sogenannten Psychopraxis ausschliessen.
6.
Dem Begehren, es sei ein ergänzendes Gutachten einzuholen, ist nicht stattzugeben.
Da nicht anzunehmen ist, dass weitere medizinische Abklärungen für die Beurteilung
des vorliegend relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen, kann darauf
verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung vgl. BGE 131 I 157 E. 3, 124 V 94 E.
4b; Praxis 88/1999 Nr. 117 S. 636 ff.; SVR 1996 UV Nr. 62 E. 3d S. 212 f.).
7.
Zusammenfassend lässt sich der angefochtene Einspracheentscheid vom 18. Oktober
2013 nicht beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist im Sinn der
vorstehenden Erwägungen abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61
lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG, SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP