Decision ID: 2ae45af1-fd78-4115-be92-d18ec775d617
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1959 geborene
X._
(verheiratet und M
utter von
2
erwachsenen Kindern, geboren 1990 und 1992) ist diplomierte Kindergä
rtnerin und Werklehrerin. Am 7.
März 1997 (Eingangsdatum) meldete sie sich wegen
einer
Symphysenlockerung
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stel
le, zum Leistungsbezug an (Urk.
7/3). In der Folge tätigte die IV-Stelle medizinische und erwerbliche Abklärungen, sprach der Versicherten Hilfsmittel zu
(Urk.
7/14 und
Urk.
7/21) und führte am
11.
August 1997
eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt
durch
(Abklärungs
be
richt vom
13.
August 1997
, Urk.
7/18
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
sprach die IV-Stelle - gestützt auf das durch das
Z._
erstattete
bidisziplinäre
Gutachten (psychiatrisches
Z._
-Gutachten vom 2
2.
März 1999 und rhe
umatologisches
Z._
-
Gutachten vom 3.
Mai 1999, Urk.
7/39-40) -
X._
mit Verfügung vom 17
.
Deze
mber 1999
mit Wirkung ab dem 1.
September 1996
gestützt au
f einen Invaliditätsgrad von 53
%
eine halbe Invalidenrente zu
(Urk.
7/48
in Verbindung mit
Urk. 7
/47
). Die Invalidi
tätsbemessung beruhte auf der gemischten
Methode
, wobei der erwerbliche Teil mit
33
% und der Haushaltsbereich mit
67
% gewichtet
wurde.
1.2
Mit Schreiben vom 14.
Januar
2000
(E
ingangsdatum: 19.
Januar 2000
, Urk.
7/51) teilte
X._
der IV-Stelle mit, dass sie ihre Tätigkeit vom Haushalt auf den Erwerb (
Schule
) umgelagert habe und ihr Erwerbspensum nun 8 statt 4 Stunden pro Woche betrage.
Daraufhin holte die IV-Stelle bei ihrem behandelnden Hausarzt
Dr.
med.
A._
, Allgemeine Medizin FMH, einen aktuellen Beri
cht vom
3.
April 2000 ein (Urk.
7/54), worin ein unverändertes Be
schwerdebild festgehalten
wurde. Mit Vorbescheid vom 25.
April 2000 kün
digte die IV-Stelle der Versicherten bei einem neu resultierenden
Gesamt-Invali
ditäts
grad von 40
% die Herabsetzung ihrer bisherigen halben Invalidenrente
auf eine
Viertelsrente
an (Urk. 7/57). D
agegen erhob
X._
am 8.
Mai 2000 Einwand und machte geltend, dass sie nun neu seit der Einschulung beider Kinder - ohne gesundheitliche Beeinträchtigung - im Minimum 20 Stunden
pro Woche arbeiten würde (Urk. 7/59). Mit Verfügung vom 29.
Mai 2000
teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie -
wiederum
unter Anwendung der ge
mischten Methode, wobei
neu der erwerbliche Teil mit 66
% u
nd der Haus
halts
bereich mit 44
%
(richtig: 34
%
) gewichtet wurde - weiterhin Anspruch auf die bisherige halbe Invalidenrente habe (bei einem
Gesamt-Invaliditätsgrad von 62
%
[
richti
g 57
%
],
Urk. 7/62).
1.3
Die im April 2001 von der IV-Stelle eingeleitete Rentenrevision ergab
einen unveränderten Invaliditätsgrad
, wobei dieser
richtigerweise auf 57 % statt 62 % festgelegt wurde (vgl. Urk.
7/66, Mitteilung vom 14.
Mai 2001,
Urk.
7/67).
1.4
Im Rahmen der im Januar 2003 von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevision teilte
X._
der IV-Stelle am 13.
August 2004 mit, dass sie ab Oktober 2004 einen Quereinstieg in das Studium Lehrberufe und Kunst (LGK/SEF) wagen wolle
und deshalb ihr Erwerbspensum
auf 30
%
reduzieren werde (Urk.
7/78).
In der Folge klärte die IV-Stelle erneut die medizinischen und erwerblichen Verhältnissen ab.
Am
9.
Juli 2004
erfolgte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Abklärungsbericht vom
8.
November 2004
, Urk.
7/79
).
Mit Verfügung vom 9.
Dezember 2004 stellte die IV-Stelle die bisherige halbe Invalidenrente auf Ende Januar 2005
ein
, da bei der
neuen Qualifikation (zu 3
0
%
im Erwerbsbereich und zu 70
% im Haushalts
be
reich
tätig) ein
rentenausschliessender
Gesamt-Invaliditätsgrad von 32
% resul
tiere
(
Urk.
7/82)
.
Mit Verfügung vom 2
9.
März 2005 sprach die IV-Stelle der Ver
si
cherten die Kosten in der Höhe von Fr. 4‘720.-- für diese 3 Jahre dauernde Um
schulung zu
(Urk. 7/94, vgl. überdies Zusatz vom 1
9.
September 2007, Urk. 7/107)
und richtete
ihr
rückwirkend ein Taggeld aus (Verfügung vom 1
8.
Mai 2005, Urk. 7/100).
Nach erfolgreicher Absolvierung der Umschulung in den Lehrberuf für Gestaltung und Kunst wurden die beruflichen
Massnahmen
mit Verfügung vom
1.
November 2007 abgeschlossen (Urk. 7/112).
2.
Am 8.
April 2016 (Eingangsdatum) meldete sich
X._
erneut zum Leistungsbezug an
(Urk. 7/121)
. Auf entsprechende Aufforderung der IV-Stelle hin (Urk. 7/125) reichte die Versicherte
je einen Arztbericht
v
on
Dr.
med.
B._
, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
vom 19. April 2016,
und von
Dr.
med.
C._
, FMH Allgemein
medi
zin,
vom 24. April 2016
nach (Urk. 7/126-127)
.
Die IV-Stelle holte ihrerseits den Bericht von
Prof.
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für
Physikalische Medizin und Rehabilitation
,
Allgemeine Innere Medizin
und
Rheumatologie
,
vom 10. Oktober 2016 ein
(
Urk. 7/133).
Im Anschluss an
erwerbl
iche
Abklärungen teilte die IV-Stelle der Ver
sicherten mit Schreiben vom 10.
Februar 2017 mit, dass zurzeit aufgrund ihres Gesundheitszustandes keine beruflichen Eingliede
rungs
mass
nahmen möglich sei
e
n (Urk. 7/146).
Die IV-Stelle liess
X._
in der Folge
psychiatrisch und rheumatologisch begutachten (
bidis
z
iplinäres
Gutachten vom 27. Juni 2017, Urk. 7/154). Nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(Urk. 7/156, Urk. 7/160 und Urk. 7/167)
verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 3
0.
Oktober 2017
einen Rentenanspruch
(Urk. 2).
3.
Hiergegen erhob
X._
am 30. November 2017 Beschwerde
(Urk. 1)
mit folgenden Anträgen
:
«1.
Es sei die Verfügung vom 30. Oktober 2017 aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin rückwirkend
per 1. Oktober 2016 eine unbefristete
Dreiviertelsrente
auszurichten.
2.
Eventualiter sei die Verfügung vom 30. Oktober 2017 aufzuheben und ein
bidisziplinäres
Gerichtsg
utachten in Auftrag zu geben beziehungsweise
die
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen zwecks
ergänzender
Abklärung des medizinischen und erwerblichen Sachverhaltes, inklusive
Ressourcen/Zumutbarkeit, um anschliessend neu über einen allfälligen
Anspruch der Beschwerdeführerin auf Invalidenleistungen zu
entscheiden.
3.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich Mehrwertsteuer
zu Lasten der
Gegenpartei. »
Mit Beschwerdeantwort vom 23. Januar 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-173),
was der Beschwerdeführerin am 2
4.
Januar 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 8).
4
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditäts
bemessung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Um
stän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Nei
gungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
1.4
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraus
setzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revi
sions
gesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der ver
sicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzu
klären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Ver
fügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andern
falls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen
, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbe
sondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entschei
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist
grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf ihre Abklärungen davon aus, dass die Beschwerdeführerin lediglich
zu 20
%
arbeitsunfähig
sei.
Da damit das gesetzliche
Wartejahr
nicht
erfüllt worden sei, bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
2.2
Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber der Ansicht (Urk. 1), dass insbesondere auf das
bidisziplinäre
Gutachten vom
27.
Juni 2017
nicht abgestellt werden könne, da es
mangelhaft
sei.
Gemäss
den echtzeitlichen Arztzeugnissen ihrer behandelnden Ärzte habe sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert.
Ausserdem
dränge sich
eine erneute Haushaltsabklärung
auf, da
sie angesichts der aktuellen familiären, persönlichen und finanziellen Umstände bei guter Gesundheit voller
werbstätig
wäre
.
3
.
3
.1
Im Rahmen der
Neuanmeldung
de
r Beschwerdeführerin
vom
8. April
2016 (Urk. 7/
121
) sind im Wesentlichen folgende medizinische
n Unterlagen
bei der Beschwerdegegnerin eingegangen
:
3
.2
Dr.
B._
führte in ihrem ärztlichen Attest vom 1
9.
April 2016 (Urk. 7/126) aus, dass sie die Beschwerdeführerin seit April 2014 wegen einer Anpassungs
störung (ICD-10: F43.23) behandle. Diese sei durch einen Berlin-Aufenthalt ausgelöst worden und habe die Belastung ihrer Kindheit durch die traumatisierte Mutter zum Vorschein gebracht. Die psychotherapeutische Behandlung habe erfolgreich abgeschlossen werden können
, nachdem die Beschwerdeführerin die quälenden Symptome verloren habe und sich wieder ihrem jetzigen eigenen Leben habe zuwenden können. Die Behandlung sei aber dennoch nicht beendet worden, da sich ab Sommer/Herbst 2015 die
Psoriasisarthritis
auch unter
Simponi
-Injektionen gravierend verschlechtert habe. Gehen sei weiterhin ohne Krücken möglich, Schmerzen und Verkrampfungen zeigten sich zunehmend an Brustkorb, Armen und Händen. Tägliche Verrichtungen (einen Apfel raffeln, eine Pfanne tragen, sich anziehen) könne sie praktisch nicht mehr ausführen. Die Unter
richtsvertretungen an Mittelschulen, mit denen sie seit
der IV-Umschulu
ng wochenweise ihr Geld verdient habe
, seien schon in den letzten 2 Jahren
durch die körperliche Schwäche zur Qual geworden, sodass sie diese nun gänzlich habe aufgeben müssen. Die dazugehörigen körperlichen Anforderungen seien nicht mehr möglich
gewesen. Es
sei viel Trauer- und Überzeugungsarbeit nötig ge
wesen, bis sich die Beschwerdeführerin zur erneuten IV-Anmeldung durch
ge
rungen habe. Sie befürchte,
auch die Malgruppen in ih
rem Atelier aufgeben zu müsse
n. Das Ehepaar habe sich mit den bisherigen Schwächen der Beschwerde
führerin im Haushalt eingerichtet, wobei die neue Belastung auf einen selber erschöpften Mann vor der Pensionierung getroffen sei
,
was
auch die Beziehung belaste. Die Beschwerdeführerin sei zunehmend in einen von Schmerzen ge
plag
ten, lähmenden depressiven Zustand geraten und habe darin unterstützt werden müssen, ihre Schmerzen dem Hausarzt und dem Rheumatologen überhaupt dar
zu
legen und eine somatische Begleitung anzufragen. Mit der besseren Schmerz
medikation könne sie wieder ohne Panzerbrust normaler atmen. Kleinere körper
liche Arbeiten lösten aber weiterhin Schmerzen an den Gelenken und Muskel
ansatzstellen aus, die sie erschöpften.
Ein geregelter Arbeitserwerb sei unter diesen körperlichen
Einschränkungen nicht mehr möglich
.
3
.3
Der behandelnde Hausarzt
Dr.
C._
nannte in seinem Bericht vom
24. April 2016 (Urk. 7/127) zuhanden der Beschwerdegegnerin folgende Diag
nosen
:
-
Psoriasisarthritis
unter Therapie mit
Simponi
-
Erschöpfungsdepression
Die Beschwerdeführerin leide seit Jahren an Schmerzen im Bereich des Be
wegungsapparates, welche im Bereich des kleinen Beckens, in beiden Hüften und entlang der Wirbelsäule lokalisiert seien. Unter der Therapie mit einem TNF- alpha-Inhibitor
Simponi
hätten die Schmerzen vorübergehend etwas gelindert
werden können. Wenn auch die Beschwerdeführerin immer von leichten bis mitte
l
schweren Schmerzen geplagt gewesen sei, habe sie dennoch einem niedrig
pro
zen
tigen Teilzeitpens
um als Zeichnungslehrer
in nachgehen können. Seit Septem
ber 2015
hätten die Schmerzen unter der
Simponi
-Therapie deutlich zuge
nommen. Aktuell seien die Schmerzen im Bereich der beiden Hüftgelenke, entlang der Wirbelsäule, beidseits des Brustbeins und in beiden Händen. Zudem liege eine ausgeprägte Kraftlosigkeit vor. Kleinste Haushaltarbeiten seien eine grosse Anstrengung. Sie sei nur noch dank Unterstützung durch ihren Ehemann in der Lage
,
ihre Zeichnungslektionen vorzubereiten und dann zu erteilen. All diese Symptome und das Realisieren, dass ihr Leben immer schwieriger werde und ihre berufliche Tätigkeit eventuell nicht mehr möglich sei, hätten zu einer sekundären depressiven Krise
geführt, weshalb sich die Beschwerdeführerin in psychothera
peutischer Behandlung bei
Dr.
B._
befinde.
3
.4
Prof
.
D._
, welcher die Beschwerdeführerin seit Oktober 2005 behandelt, führte in seinem Bericht vom 10. Oktober 2016 (Urk. 7/133) zuhanden der Be
schwerdegegnerin folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf:
-
Psoriasisarthritis
mit Spondylarthritis C5-7, Th7-8 und
Sacroilitis
rechts
caudal
und
Enthesitiden
(Erstdiagnose 2006) im Trochanter- und
Becken
bereich beidseits
-
Wiederholte Erschöpfungs-Depressionen
-
Chronischer Vitamin B12-Mangel
Die
Beschwerdeführerin
sei vom 11. Januar bis 5.
Februar
2011 in der
E._
zur
psychosomatischen
Rehabilitation
stationär
hospitalisiert gewesen. Sie sei in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Künstlerin mit vor
wiegend Unterricht an der Kunstschule seit dem 1. Januar 2016 bis auf Weiteres zu 60 % arbeitsunfähig und unterrichte zurzeit bei einem circa 40%-Pensum. Sie zeige beim Gehen, Stehen und Unterrichten eine allgemeine Ermüdbarkeit.
Nach einem 50%-Pensum sei
sie
vollständig erledigt und müsse sich hinlegen.
Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin bei einem 40%-Pensum - verteilt auf eine Woche - bei einer 80%igen Leistungsfähigkeit zumutbar. Somatisch sei die Prognose gut.
3
.5
Das
bidisziplinäre
Gutachten vom 27. Juni 2017 (Urk. 7/154) nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Nicht näher spezifizierbares, weichteilrheumatisches Beschwerdesyndrom
Ober- und Unterschenkelregion links und obere Extremitäten beidseits bei
-
Tenderpoin
tbildung
ohne somatisches Korrelat linke obere
Extremität betont Oberarm und linke untere Extremität betont
Oberschenkel
-
Rezidivierende, betont tieflumbale und
lumbosakrale
Rückenbeschwerden bei
-
Fehlenden sicheren Hinweisen auf eine
Arthritisaktivität
mit
MRI-dokumentierten beginnenden degenerativen
Veränderungen
-
Anamnestisch Angabe einer
Psoriasisarthritis
mit
Spondylarthrtitis
C5-7,
thorakal 7/8,
Sakroilitis
rechts kaudal,
Enthesitiden
(Erstdiagn
ose 2006)
-
Fehlendes radiologisches Korrelat (siehe MRI der ganzen
Wirbelsäule vom 21. März 2016)
-
Anamnestisch wiederholt erwähnte Erschöpfungsdepression mit Hinweis
für eine Somatisierungsstörung und Entwickeln einer
Schmerzverarbeitungsstörung
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verbleibe eine Anpassungsstörung
(
ICD-10: F43.21).
Anlässlich der rheumatologischen Exploration
habe die Beschwerdeführerin
über ein Beschwerdebild
berichtet,
das nicht näher
spezifiziert
und somatisch nicht zu
ge
ordnet
werden könne
. Die beschriebenen dominierenden
Beschwerden beträ
fen den Weichteilmantel an beiden oberen Extremitäten, diffus in der unteren LWS und
Lumbosakralregion
und diffus Oberschenkelregion
links betont an der Aussenseite.
Das klinische Korrelat
sei
unspezifisch,
wobei sich
Tenderpoints ausschliesslich an der linken oberen und unteren Extremität
fänden
, nicht aber am rechten Arm,
obwohl
die
Beschwerdeführerin
beklage, dass sie
subjektiv an beiden Armen gleichviel Beschwerden habe. Die Tenderpoints linksseitig
seien ohne strukturelles Korrelat.
Triggerpunkt
- oder Hartspannbildungen
respektive
dystrophe Veränderungen fehl
t
en. Diese von der
Beschwerdeführerin
als domi
nant angegeben
en
Beschwerden
seien nicht Folge einer Arthritis-K
rankheit, sondern im Rahmen einer nicht näher spezifizierbaren weichteilrheumatischen Missempfindun
g zu erklären. Dabei hand
le
es sich um eine Somatisierungs
stö
rung im Rahmen einer wahrscheinlichen Schmerzverarbeitungsstörung. Für eine
Psoriasisarthritis
oder
Spondylarthritis zu erwartende
Veränderungen
fänden sich
klinisch
,
aber auch radiologisch
,
nicht
–
zumindest
nicht
aufgrund
der aktuellen
Untersuchung und dem MRI vom 21.
März
201
6.
Es gäbe
keinen Hinweis für eine Entzündungsaktivität
respektive
Arthritis, weder am Achsenskelett
,
das schmerz
frei beweglich und in der segmentalen Prüfung unauffällig
sei
, noch im peri
pheren Gelenkstatus. Zu bemerken
sei
, dass die
Beschwerdeführerin
eine Psoriasis verneint
habe; deshalb könne die
von Prof.
D._
diagnostizierte
Psoriasis
arthritis
nicht nachvollzogen werden
. Die MRI-Befunde der gesamten Wirbelsäule dokumentier
ten mä
ssig ausgeprägte degenerative Veränderungen
panaxial
ohne arthritische oder postarthritische Befunde. Es
sei möglich, dass Prof.
D._
in früheren Untersuchungen entz
ündliche Veränderungen
vorgefunden habe
, aufgrund aber der Beschreibung der Beschwerden durch die
Beschwerdeführerin
über die vergangenen Jahre
müsse
das Ausmass allfällig früher bestandener ent
zündlicher Veränderungen als nicht ausgeprägt beurteilt werden.
Dies und au
ch die aktuell fehlenden Hinweise für eine Entzündungsaktivität wären eine Erklä
rung dafür, dass die Basistherapie mit
Simponi
wegen fehlender Wirksamkeit auf
Humira
gewechselt
worden sei
, wobei die
Beschwerdeführerin
angebe
, dass auch unter
Humira
die Beschwerden kaum wesentlich
hätten
beeinflusst werden
können. Es stelle
sich somit die Frage, ob diese Medikation anhaltend indiziert
sei
. Gegen eine Entzündungsaktivität
spreche
auch die fehlende Wirkung unter der Einnahme des NSAR
Xevo
.
Es resultiere die Beurteilung einer mä
ssig aus
geprägten degenerativen Veränderung im Bereiche HWS, BWS, untere LWS,
welche
klinisch gut kompensiert
sei
, mit einer nicht näher spezifizierbaren Be
schwerdesymptomatik im Weichteilmantel ohne somatisches oder strukturelles Korrelat.
Aus somatisch-rheumatologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit für jede leichte bis zeitweise mittelschwer wechselbelastende Tätigkeit ohne Einschrän
kungen gegeben. Dabei sei berücksichtigt, dass die segmentalen und peripher-
artikulären
Funktionen nicht eingeschränkt seien. Jedoch sei als Belastbarkeits
einschränkung eine offenbar über Jahre sich entwickelnde erhöhte Erschöpfbar
keit im Rahmen der Schmerzverarbeitung zu berücksichtigen, was die Leistungs
fähigkeit beeinträchtige. Entsprechend bestehe bei der zuletzt ausgeübten Tätig
keit bei vollem Pensum eine um 20 %
reduzierte Arbeitsfähigkeit
. Aufgrund des Verlaufs und der
Chronifizierung
bestehe mittel- bis längerfristig keine Aussicht auf eine Besserung.
Dieselbe Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
gelte auch
für Haushaltsarbeiten.
Die aktuelle Tätigkeit werde von der Beschwerdeführerin als ideal bemerkt, da sie nicht gewichtsbelastend sei, ohne Exposition in kalt-feuch
tem Milieu sei und von ihr geschätzt werde. Mehrmals habe sie betont, wie wichtig es für sie sei arbeiten zu können. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit datiere seit der Renteneinstellung 200
4.
Aufgrund der Zwischenanamnese seither bis heute habe sich die gesundheitliche Situation nicht wesentlich verändert. Vorübergehende oder früher aufgetretene entzündliche Aktivitäten führten ledig
lich zu einer vorübergehenden, nicht aber dauerhaften Einschränkung der Arbeits
fähigkeit.
Bei der psychiatrischen Untersuchung
wirkte die Beschwerdeführerin laut dem psychiatrischen Teilgutachten
insgesamt sicher. Sie
sei
vollständig ansprechbar. Es
fänden
sich keine kognitiven Störungen mit Einschränkungen von Konzen
tra
tion, Gedächtnis und Aufmerksamkeit. Sie
sei
insgesamt affektiv schwingungs
fähig und es
fände
sich keine Antriebsreduktion. Die Grundstimmung
sei gut. Es komme
nicht zu Morgenerwachen oder Morgentief. Sie
habe
nie Gedanken an Suizid gehabt. Teilweise
würden
leicht
e
Überforderungssituationen angegeben. Es
fänden
sich keine Schlafstörungen. Es
fänden
sich somit keine diagnostischen Anteile einer schweren depressiven Erkrankung.
Eine
verminderte Aufmerksam
keit und Konzentration
finde sich nicht
. Das Selbstwertgefühl
sei
adäquat mit guter Durchsetzungsfähigkeit.
Es
bestehe k
eine Freudlosigkeit, kein Morgenerwa
chen oder psychomotorische Hemmung. Die
Beschwerdeführerin
habe
an
gege
ben
, dass sie, wenn sie keine Schmerzen hätte, keinerlei psychische Probleme hätte. Als zentrale Problematik von der
Beschwerdeführerin
werde
immer wieder das Schmerzproblem angegeben. Es
sei
damit nur von einer leichten depressiven Symptomatik aufgrund eines Lebensumstandes auszugehen. Aus psychiatrischer Sicht
sei
damit eine Anpassungsstörung zu diagnostizieren. Explizit
sei
zu sagen, dass es sich nicht um eine
schwergradigere
depressive Erkrankung
handle
.
Aktuell
könne
nicht von einer psychiatrischen oder psychopharmakologischen Therapie
ausgegangen werden
, obwohl sie früher
eine Psychotherapie wahrgenommen
habe
. Die
Beschwerdeführerin
erleb
e
einen extremen sekundären Krankheitsgewinn. Angenehm erlebte Tätigkeiten wie die berufliche Selbstverwirklichung könn
t
en durchgeführt
, Kurse gehalten und die eigenen künstlerischen Projekte
d
urchge
führt werden. Im Gegensatz hierzu
sei
es
der
Beschwerdeführerin
jedoch ihrer Meinung nach nicht möglich, Hausarbeiten wie Putzen oder Waschen durchzu
führen. Dies
müsse
entweder durch die Putzfrau oder durch den Ehemann über
nommen werden. Der Ehemann
müsse
ins Atelier kommen, um die Toiletten zu putzen. Es
sei
hier von einer extrem ausgeprägten Graduierung eines sekun
dären Krankheitsgewinns auszugeh
en, wenn nunmehr angeblich von der betreuenden Psychiaterin initialisiert
werde
, dass ihr morgens das Frühstück ans Bett gebracht werden
müsse
. Dies
sei
nicht mehr als th
erapeutisch anzusehen. Es komme
zu einem so ausgeprägten Krankheitsgewinn, dass die
Beschwerdeführerin
nur noch selektiv
für sich selber Dinge wahrnehme
. Im Gegensatz hierzu
werde im
Befund
bericht
von
Dr.
C._
vom 24.
April
2016 dargestellt, dass bereits kleinste Haushaltsarbeiten eine grosse Anstrengung seien. Die
Beschwerdeführerin
könne
jedoch mindestens 3
Stunden Kurs geben, hierzu die Vorbereitungen tre
ffen und alles durchführen und sie könne sogar
an der Biennale teilnehmen. Die
Beschwer
deführerin
könne auch
für 5
Wochen in Urlaub fahren.
Wenn die
behandelnde
Psychiaterin
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus
gehe, differenziere sie
dies jedoch nicht bezüglich somatischer und psychiatrischer Diagnosen. Die Arbeitsunfähigkeit
werde
, soweit
überhaupt
abklärbar
, immer basierend auf der somatischen Arbeitsunfähigkeit abgestützt. Auch aktuell
fänden
sich keine Hin
weise auf eine psychiatrische Arbeitsunfähigkeit.
Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Auch retrospektiv fänden sich explizit keine solche Einschränkungen.
Da sich keine relevante psychiatrische Erkrankung finde, sei seit 2004
aus soma
tischen Gründen
von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in einer angepassten Tätigkeit auszugehen.
3
.6
I
m
Rahmen
des
V
orbescheidverfahren
s
reichte die Beschwerdeführerin den
Aus
trittsbericht der
E._
vom 1
1.
Februar 2011 (Urk. 7/166), wo die Beschwerdeführerin vom 10. Januar bis
5.
Februar 2011 stationär hospi
talisiert war, zuhanden
Dr.
B._
ein. Darin waren
folgende Diagnosen aufgeführt:
-
Psychophysisches Erschöpfungssyndrom
-
psychosoziale Belastungsfaktoren
-
Psoriasisarthropathie
(Erstdiagnose 2006, Prof.
D._
)
-
langjährige Basistherapie mit MTX und seit November 2010
zusätzlich
Simponi
s.c
. (vorher
Humira
,
Remicade
)
-
Depressive Störung
-
bei Eintritt mittelgradige depressive Episode
-
seit November 2010 in psychiatrischer Behandlung
Bei Eintritt habe die Beschwerdeführerin berichtet, dass sie bei langjährig be
kannter
Psoriasisarthropathie
unter zunehmender
psychophysischer Erschöpfung leide. Sie habe bisher diverse Basis-Therapeutika ausprobiert, aktuell sei sie seit circa 2 Monaten unter
Simponi
. Kürzlich sei sie noch auf eine Handge
lenks
schiene bei rezidivierender
Arthropathie
im linken Handgelenk angewiesen ge
wesen, welch
e aber nicht mehr nötig sei. Sozialanamnestisch sei die Beschwerde
führerin verheiratet und habe 2 Kinder im Alter von 18 und 20 Jahren. Sie arbeitet zu 100 % als Lehrerin in einer
Kunstschule und an der
F._
. H
i
er beständen unregelmässige Arbeitsbelastungen, teilwei
se inklusive Ausland
auf
enthalte
. Sie beschreibe ein gutes soziales Netzwerk. Sie tendier
e
jedoch dazu
sich zu überfordern.
Im Rehabilitationsverlauf habe sich die
Beschwerdeführerin
psychophysisch zunehmend
rekonditionieren
können, sie sei zur
Ruhe
gekommen
und der Schlaf habe sich verbessert. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten habe sie im Verlauf zunehmend ihre Grenzen erkennen und diese auch wahren können. Die Selbstsorge habe sich verbessert. Dabei habe sie auch beschlossen, ihr Arbeitspensum zu reduzieren. Vom 10. Januar bis 13.
F
ebruar 2011 sei ihr eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden, wobei ein stufenweiser Wieder
einstieg empfohlen werde.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb das neue Leistungsbegehren in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht allseitig zu prüfen ist. Dies bedeutet in sachverhaltsmässiger Hinsicht, dass, sofern sich ein Aspekt aus dem gesamten für die Anspruchsberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum wesentlich verändert hat, beispielsweise das
Valideneinkommen
frei überprüft werden kann, wenn die Aktenlage oder die Parteivorbringen dazu Anlass geben, auch wenn sich die revisionserhebliche Änderung auf ein anderes Element der Anspruchsberechtigung, etwa die Arbeitsfähigkeit, bezieht (BGE 130 V 253 E.
3.3 f. mit zahlreichen Hinweisen).
4
.2
4
.2.1
Die
Zusprache
einer halben Invalidenrente mit
Verfügung vom 14.
September 1999 (Urk. 7
/
48
in Verbindung mit Urk. 7/47) erfolgte gestützt auf das
Z._
-Gut
achten vom 22. März respektive 3. Mai 1999
bei einer 50%igen
Einschränkung im Beruf und im Haushalt
unter Anwendung der gemischten Methode
,
wobei der erwerbliche Teil mit 33 % und der Haushaltsbereich mit 67 % qualifiziert wurde
(vgl. Sachverhalt E. 1.1)
.
Im ersten Revisionsverfahren wurde die bisherige halbe Invalidenrente bei einem unveränderten Beschwerdebild (vgl. Bericht des Haus
arztes, Urk. 7/54) und veränderter Qualifikation aufgrund einer «Umlagerung» der Tätigkeit vom Haushalt auf den Erwerb bestätigt (Urk. 7/62), wobei neu der erwerbliche Teil mit 66 % und der Haushaltsbereich mit
34
% gewichtet wurde (vgl. Sachverhalt E. 1.2).
Auch im von Amtes wegen eingeleiteten Revisions
ver
fahren wurde die Invalidenrente bei einem unveränderten Invaliditätsgrad von 57 % bestätigt (vgl. Sachverhalt E. 1.3).
Im
weiteren
Revisionsverfahren 2003 (vgl. Sachverhalt E. 1.4) wurde die Beschwerdeführerin wegen der angetretenen Umschulung neu als zu 30 %
im Erwerbsbereich und zu 70
% im Haushalts
bereich qualifiziert. Diese Statusänderung führte - wiederum unter Anwendung der gemischten Methode - zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 32 %, weshalb mit Verfügung vom 9. Dezember 2004 die Rente eingestellt wurde (Urk. 7/82).
4
.2.2
Mit der Neuanmeldung macht di
e Beschwerdeführerin nun eine Ve
rschlechterung ihrer gesundheitlichen Situation geltend
(Urk. 1 S. 8). Ob sich tatsächlich eine
revisionsbegründende Veränderung des Gesundheitszustandes eingestellt hat, kan
n vorliegend angesichts der offenkundig veränderten Qualifikation seit der Renten
einstellung im Jahre 2004, als die Beschwerdeführerin wegen ihrer Umschulung ihr Erwerbspensum von 66 %
auf
30 % reduziert hatte
,
offen bleiben
. Denn aus den Akten ergibt sich, dass di
e Beschwerdeführerin während der letzten Jahre
sicher
hochprozentig gearbeitet hat (vgl. unter anderem Austrittsbericht der
E._
vom 11. Februar 2011 [E. 3
.6] und
Bericht von Prof.
D._
vom
10
.
Oktober
2016 [E.
3.4
]). Zudem hat die Beschwerdeführerin mit ihren zwischenzeitlich erwachsenen Kindern (geboren 1990 und 1992)
auch
keinen zu berücksichtigenden Aufgabenbereich mehr.
Entsprechend machte die Beschwerdeführerin
auch
beschwerdeweise geltend, dass sie im Gesundheitsfall mit überwiegender Wahrscheinlich zu 100
%
erwerbstätig wäre (
Urk.
1 S. 11 f.).
Angesicht
s dieser Statusänderung ist ein
Revisions
grund
gegeben, weshalb nach
folgend die gesamte gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin
frei über
prüft werden kann (vgl. E. 1.4)
.
4
.3
Das
bidisziplinäre
Gutachten vom
27. Juni 2017 (Urk. 7/154
) basiert auf einer umfassenden psychiatrischen
und rheumatologischen
Untersuchung und wurde in Kenntnis
der
und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abge
geben. Die begutachtenden Ärzte haben detaillierte und nachvollziehbare Be
funde und Diagnosen erhoben und sich mit den vo
n der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nac
hvollziehbar begründet. Dem
bi
disziplinären
Gutachten kommt daher grundsätzlich v
olle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.4
).
4
.4
Der psychiatrische Gutachter stellte schlüssig fest, dass
angesichts der erhobenen Befundlage eine Anpassungsstörung zu diagnostizieren sei, welche ohne Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit verleibe. Dabei schloss er eine
schwergradige
depressive Erkrankung explizit aus. Diese diagnostische Einschätzung deckt sich mit derjenigen der behandelnden Psychiaterin
Dr.
B._
, welche ebenfalls die Diagnose einer Anp
assungsstörung stellte (vgl. E.
3
.2). Indem aber
Dr.
B._
der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte und festhielt, dass ein Arbeitserwerb unter diesen körperlichen Einschränkungen nicht mehr möglich sei, tat sie dies ohne Differenzierung der somatischen und psy
chiatrischen Diagnosen. Der beguta
chtende Psychiater rügte diese Aussage
zu Recht. Auch der Umstand, dass sich die Beschwerdeführerin aktuell in keiner adäquaten psychiatrischen oder psychopharmakologischen Therapie befindet, spricht gegen das Vorliegen einer
schwergradigeren
psychischen Erkrankung.
Soweit
Dr.
C._
als Hausarzt respektive Allgemeinmediziner
und Prof.
D._
als Rheumatologe bei der
Beschwerdeführerin
(wiederholte
) Er
schöp
fungsdepressionen
diagnostizierte
(vgl. E. 3
.3-4)
,
bewegen sie
sich auf fach
frem
dem Gebiet, weshalb
ihre
Beurteilung
en
das fachärztliche
überzeugende Gutach
ten nicht zu erschüt
tern vermögen.
Festzuhalten ist auch, dass bereits die
Renten
zusprache
im Jahre 1999 nur aus somatischen Gründen und nicht aufgrund einer psychiatrischen Erkrankung erfolgte (vgl.
Z._
-Gutachten und E. 3).
Mangels eine
r
die
Arbeitsfähigkeit einschränkende
n
psychiatrische
n
Diagnose erübrigte sich anlässlich der aktuellen Begutachtung auch eine Prüfung der Stand
ardindikatoren nach BGE 141 V 281 (vgl. Vorbringen der Beschwerde
füh
rerin,
Urk.
1 S. 9 f.). Vielmehr vermögen die von der Beschwerdeführerin darge
legten Hinweise für das Vorliegen eines psychischen Leidens mit Krankheitswert die überzeugende Einschätzung im psychiatrischen Teil-Gutachten nicht in Frage
zu stellen. Denn angesichts des
im Gutachten nachvollziehbar aufgezeigten und auffälligen sekundären Krankheitsgewinn
s
, den die Beschwerdeführerin aus ihren geklagten Beschwerden erzielt, indem sie nur noch selektiv für sich selber Dinge wahrnimmt (künstlerische Projekte, berufliche Selbstverwirklichung) und dabei in kontrainduzierter Weise von ihrer Psychiaterin unterstützt wird, sind die augenfällig wohlbedachten Beschwerdeschilderungen und Darlegungen ihrer sozialen und beruflichen Situation anlässlich der Exploration (vgl.
Urk.
7/154/21 und Urk. 7/154/25
) mit Vo
rbehalt zu würdigen.
4
.5
Der begutachtende Rheumatologe legte nachvollziehbar dar, dass bei der Be
schwerdeführerin zwar mässig ausgeprägte degenerative Veränderungen im Bereich der HWS, BWS und unteren LWS vorlägen, dass diese klinisch aber gut kompensiert seien. Die nicht näher spezifizierbare Beschwerdesymptomatik im Weichteilmantel sei dagegen ohne somatisches oder strukturelles Korrelat. Auch die eingehenden Ausführungen, dass aus rheumatologischer Sicht - entgegen der Beurteilung von Prof.
D._
(vgl. E. 3
.4)
- keine Arthritis-Krankheit vor
liege, überzeugen angesichts dem Fehlen der dafür vorausgesetzten klinischen und radiologischen Veränderungen. So fehlten insbesondere dafür zu erwartende
Entzündungsaktivitäten. Die vom behandelnden Rheumatologen Prof.
D._
allenfalls früher vorgefundenen entzündlichen Veränderungen
müssten des
halb als entweder nicht ausgeprägt oder als nur vorübergehend eingestuft werden. Aufgrund dieser Darlegungen erscheint auch der Hinweis
des begutach
tenden Rheumatologen
auf die wohl nicht indi
zierte und deshalb wirkungslose
Simponi
-Therapie
plausibel
. Dass
im rheumatologischen Teil-Gutachten dennoch eine 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bescheinigt wird, erfolgte nach
vollziehbar unter Hinweis auf die nur mässig ausgeprägten degenerativen Veränderungen im Bereich der HWS, BWS und unteren LSW sowie
unter Hinweis auf eine wahrscheinliche Schmerzverarbeitungsstörung und der sich dabei über Jahre entwickelten Erschöpfbarkeit.
Da sich in den Akten kein Anhalt darauf findet, dass die somatische (rheuma
tologische) Situation in den letzten Jahren erheblich schlechter war, zumal die Beschwerdeführerin offenbar bis Ende 2015 weiterhin hochprozentig gearbeitet hat (
U
nterricht an der Ku
nst- und
F._-
schule sowie Tätigkeit in ihrem Atelier), kann auch auf die retrospektive Einschätzung der Arbeitsfähigkeit seit der Ren
teneinstellung 2004 abgestellt werden.
Lediglich während
der rund 3-wöchigen psychophysischen Rehabilitation in der
E._
im Januar 2011 bestand eine vorübergehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Auf weitere medizinische Abklärungen, wie von der Beschwer
deführerin verlangt (Urk. 1 S. 13 f
.), ist zu verzichten, da der Gesundheitszustand und die medizi
nisch-theoretische Arbeitsfähigkeit aufgrund der medizinischen Akten
–
insbe
sondere des
bidisziplinären
(rheumatologischen und psychiatrischen) Gutachtens
vom 2
7.
Juni 2017
(Urk.
7/154
) - hinreichend abgeklärt sind.
Wie die Beschwerdegegnerin richtigerweise ausführt (
Urk.
2 S. 2), kann
aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage
auf eine erneute Haush
altsabklärung verzichtet werden.
4.6
Gestützt auf die über
zeugenden Feststellungen im
bi
disziplinären
Gutachten vom
2
7.
Juni 2017
steht somit fest, dass ab
2004
eine um 20
%
eingeschränkte
Arbeits
fähigkeit sowohl in der a
ngestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit
bestand.
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass das einjährige
Wartejahr
im Sinne von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG
nicht
erfüllt wurde und keine dauerhafte, anspruchsrelevante Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Damit besteht kein
Rentenanspruch
.
Der angefochtene Entscheid ist rechtens. Dies führt zur Abweisung der Be
schwerde.
5
.
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- und Fr. 1'000.-- zu bemessen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 800.-- anzusetzen und der unterliegenden Beschwer
de
führerin aufzuerlegen.