Decision ID: b157ed02-6c56-49b2-991f-1c103e124b41
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 21./26. August 2008 (IV-act. 1) zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an und beantragte namentlich Berufsberatung, Umschulung,
Arbeitsvermittlung und eine Rente. Er sei seit 1971 in der Schweiz und sei hier zuletzt
vom Februar 1980 bis _ 2008 angestellt gewesen. Er sei _leiter gewesen mit einem
Bruttoeinkommen von monatlich Fr. 6'400.--. Seit dem _. August 2007 sei er wegen
einer Depression zu 50 % arbeitsunfähig. - Dr. med. B._, Allgemeinmedizin FMH, gab
der zuständigen Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der
Invalidenversicherung am 10. September 2008 (IV-act. 6 und 13) an, beim Versicherten
liege eine depressive Störung im Rahmen einer schwierigen Situation am Arbeitsplatz
vor. Er bestätigte die erwähnte Arbeitsunfähigkeit. Der Versicherte habe als _leiter
gekündigt und arbeite nun zu 50 % als _. Die Einschränkung bestehe in erster Linie
in einer verminderten Belastbarkeit. In einer wohlwollenden und konfliktarmen
Arbeitsatmosphäre mit nur geringem Publikumsverkehr seien zeitlich flexibel zu
gestaltende Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck zunächst zu 50 %
möglich. Bei gutem Verlauf sei eine rasche Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich. Bis
vor kurzem habe eine psychotherapeutische Behandlung des Beschwerdeführers
stattgefunden; es sei eine psychiatrische Behandlung geplant, doch erfolge vorläufig
kein Therapeutenwechsel, da bisher ein sehr guter Erfolg habe erreicht werden können.
In einem IV-Arztbericht vom 2. November 2008 (IV-act. 23) gab der Arzt bei der
Diagnose einer depressiven Störung (nebst Polyarthrosen an Knie und Schulter) die
detaillierten Arbeitsunfähigkeitsgrade des Versicherten in den einzelnen zeitlichen
Phasen (ab 13. August 2007) an. Dieser leide an einer Depression, an Konzentrations
störungen, black outs, Arbeitsblockaden und Antriebslosigkeit. Zurzeit arbeite er zu 50
bis 70 %. Es gebe Tage, an denen er die Arbeit aus gesundheitlichen Gründen (wegen
psychischer Blockaden) aussetzen müsse. Andere zumutbare Tätigkeiten wären zu
evaluieren. - Dr. med. C._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, teilte
A.a.
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in ihrem zusammen mit der Fachpsychologin für Psychotherapie FSP lic. phil. D._
unterzeichneten IV-Arztbericht vom 25. November 2008 (IV-act. 24) mit, diagnostisch
bestünden eine Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen
Gefühlen bei Persönlichkeit mit narzisstischen Zügen und eine Mobbing-Erfahrung am
Arbeitsplatz. Der Versicherte leide mitunter auch an starken Knieschmerzen links, die er
aus Angst, etwas operieren zu müssen und dann nicht arbeiten zu können, nicht
untersuchen lasse. Vor der Kündigung des früheren Arbeitsplatzes im Sommer 2008
hätten vor allem depressive Verstimmung, Antriebslosigkeit, Gefühle von Erschöpfung
und Widerwille gegenüber der einst hoch geschätzten Arbeit im Zentrum gestanden,
seither zeige sich vor allem eine narzisstische Problematik. Im Alltag komme es immer
wieder zu Stimmungseinbrüchen, die ihn lähmten und alles als sinn- und hoffnungslos
erscheinen lassen würden. Die Arbeit als _ sei dem Versicherten zurzeit zu 50 % (an
vier Stunden pro Tag) zumutbar. An guten Tagen bestehe keine verminderte
Leistungsfähigkeit, an schlechten müsse er der Arbeit im schlimmsten Fall fernbleiben.
- Nach dem IK-Auszug (IV-act. 12-3) hatte der Versicherte in seiner früheren,
langjährigen Anstellung schwankende Einkommen erzielt (so etwa 1998 Fr. 88'750.--,
1999 Fr. 89'988.--, 2000 97'211.--, 2001 Fr. 93'335.--, 2002 Fr. 89'354.--, 2003
Fr. 85'333.--, 2004 Fr. 84'941.--, 2005 Fr. 90'618.--, 2006 Fr. 83'806.-- und 2007
Fr. 79'426.--). - Gemäss einem Arbeitsvertrag vom _ 2008 (IV-act. 18-3 ff.) war er ab
_. Juli 2008 stundenweise auf Abruf als Teilzeit-_ mit einem Minimalpensum von
50 % angestellt. In einer Arbeitgeberbescheinigung vom _. Oktober 2008 (IV-act. 21)
hatte die neue Arbeitgeberin erklärt, der Versicherte verdiene durchschnittlich
Fr. 3'000.-- bis Fr. 3'500.-- brutto (monatlich). - Die IV-Eingliederungsverantwortliche
hielt am 8. Januar 2009 (IV-act. 29) fest, der Versicherte leide noch sehr an der
Kränkung, die er bei der ehemaligen Arbeitgeberin erfahren habe, und an der zurzeit
vorherrschenden Depression. Die Erklärung der RAD-Ärztin, wonach sich eine
Depression nicht linear, sondern stetig und in Wellen verbessere, habe den
Versicherten sichtlich beruhigt. Er sei motiviert, das Arbeitsvolumen sobald möglich zu
erhöhen. - Am 2. Februar 2009 (IV-act. 30) wurde dem Versicherten mitgeteilt, weitere
berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt, da er zurzeit angemessen eingegliedert
sei. - Ein RAD-Arzt hielt in der Folge dafür, es liege noch kein stabiler Zustand vor. Es
sollte vielleicht eine besser geeignete Stelle gesucht werden. - Die RAD-Ärztin schloss
nach einer RAD-Untersuchung vom 8. Januar 2009 in ihrem Bericht vom 25. Juni 2009
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(IV-act. 35), der Versicherte sei zu 50 % arbeitsfähig. An guten Tagen arbeite er voll, an
schlechten gar nicht. Der Versicherte hatte unter anderem berichtet, in den letzten
Jahren, insbesondere seit 2005, sei es zunehmend zu Mobbingsituationen gekommen.
- Am 12. August 2009 (IV-act. 43) berichtete lic. phil. D._, der Gesundheitszustand
des Versicherten habe sich im letzten halben Jahr nicht wesentlich verändert, nur
tendenziell insofern, als er nun auch einmal zwei bis drei Tage lang keine depressiven
Einbrüche erlebe. Die Bereitschaft zum Engagement in der Psychotherapie und in der
Erwerbstätigkeit sei klar gegeben. Ungewiss sei hingegen, in welchem Ausmass es ihm
möglich sein werde, eine unbewusste und daher nicht kontrollierbare Psychodynamik
dem Bewusstsein zugänglich zu machen, um sie bearbeiten zu können. - Am
14. August 2009 (IV-act. 44) hielt die RAD-Ärztin fest, die Arbeitsunfähigkeit des
Versicherten betrage 20 % (volle Arbeitsunfähigkeit an ca. zwei Halbtagen oder hälftige
Arbeitsunfähigkeit an zwei ganzen Tagen). - Am 21. August 2009 (IV-act. 45) wurde
dem Versicherten Arbeitsvermittlung zugesprochen. Dabei (vgl. IV-act. 46) wurde
festgehalten, die Invalidität des Versicherten sei am 13. August 2007 eingetreten, er sei
in der bisherigen Tätigkeit zu 80 % arbeitsunfähig und arbeite zurzeit als _. In
Absprache mit der IV kündigte der Versicherte auf Ende 2009 diese Stelle. Er werde ab
Januar 2010 für seinen _ arbeiten können (vgl. IV-act. 59-2). Am 9. Februar 2010 (IV-
act. 53) wurde ihm eine berufliche Abklärung während der Zeit vom 4. Januar 2010 bis
3. April 2010 in Form eines Arbeitstrainings als _ in der Unternehmung seines _
zugesprochen (vgl. Zielvereinbarung, IV-act. 55). Gemäss dem Arbeitsvertrag (IV-
act. 58) erzielte er für das 50 %-Pensum jährlich Fr. 33'600.-- (Fr. 2'800.-- Monatslohn
x 12). - Am 29. April 2010 (IV-act. 60) hielt die IV-Eingliederungsverantwortliche fest,
der Versicherte könne seine Restarbeitsfähigkeit von 50 % verwerten und habe ab dem
6. April 2010 eine Anstellung, so dass die Eingliederung abgeschlossen werde.
Letzteres wurde ihm am 12. Mai 2010 mitgeteilt (IV-act. 62). - Auf Empfehlung eines
neu zuständigen RAD-Arztes (IV-act. 68) wurde in der Folge eine psychiatrische
Begutachtung veranlasst. - Dr. med. E._, Arzt für Neurologie und Psychiatrie, gab in
seinem Gutachten vom 14. September 2010 (IV-act. 72) an, es bestünden beim
Versicherten eine Persönlichkeitsproblematik, eine Verbitterungsstörung, eine
neurasthenische Leistungsminderung und Stimmungsschwankungen. Der Versicherte
sei in seiner angestammten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig, in einer angepassten
Tätigkeit (_) zu 75 %. - Der RAD-Arzt hielt am 29. September 2010 (IV-act. 73) dafür,
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B.
die betreffende Arbeitsunfähigkeit liege ab Januar 2008 vor. - Nach einem Vorbescheid
(IV-act. 76) und einem Einwand (IV-act. 77) wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle des Kantons St. Gallen einen Anspruch des Versicherten auf eine Rente (bei
einem Invaliditätsgrad von 30 %; Valideneinkommen Fr. 77'740.--, Invalideneinkommen
Fr. 54'418.--) mit Verfügung vom 26. November 2010 (IV-act. 81) ab.
Am 1./2. September 2015 (IV-act. 82) meldete sich der Versicherte erneut an. Er
leide an starken Beschwerden nach einem Herzinfarkt und sei seit dem _. Oktober
2014 voll arbeitsunfähig.
B.a.
Gemäss dem in den Akten der Krankentaggeldversicherung (Fremd-act.)
enthaltenen ärztlichen Erstbericht von Dr. B._ vom 16. Februar 2015 (Fremd-
act. 1-84 ff.) hatte der Versicherte am _. Oktober 2014 einen akuten Herzinfarkt
erlitten; daneben sei ein paroxysmales Vorhofflimmern von Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit. - Die Klinik für Kardiologie des Departements Innere Medizin am
Kantonsspital St. Gallen hatte am 24. Oktober 2014 (Fremd-act. 1-77 ff.) über den
Spitalaufenthalt des Versicherten vom _. bis 24. Oktober 2014 berichtet. In einem
Bericht vom 9. Februar 2015 (IV-act. 1-42 ff.) über eine Austrittsuntersuchung nach
einer ambulanten kardialen Rehabilitation hatten die Ärzte der Klinik erwähnt, im
Vordergrund stünden für den Versicherten eine nicht klar beschreibbare
Angstsymptomatik und Nervosität. Im Alltag gehe es dem Versicherten
(kardiopulmonal) gut. In der Ergometrie habe sich eine eingeschränkte
Leistungsfähigkeit bei vorzeitigem Abbruch wegen Arbeitshypertonie von knapp
240 mmHg bei bereits in Ruhe hypertensiven Blutdruckwerten (um 160 mmHg)
systolisch gezeigt. Diagnostiziert worden waren eine koronare 2-Gefässerkrankung und
eine beginnende hypertensive Herzkrankheit, ein paroxysmales Vorhofflimmern, ein
Diabetes mellitus Typ 2, eine pulmonale Raumforderung unklarer Dignität links und ein
hochgradiger V.a. COPD. Bezüglich der letztgenannten beiden Leiden seien
Abklärungen erforderlich (Lungenfunktionsprüfung; bildgebende Verlaufskontrolle). -
Das Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG (kurz AEH) berichtete der
Krankentaggeldversicherung am 3. November 2015 (Fremd-act. 1-2 ff.; Gutachten)
über eine Funktionsorientierte Medizinische Abklärung (FOMA, umfassend ein
B.b.
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strukturiertes Interview, eine klinische Untersuchung, eine angepasste Form der
Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit EFL und die
Beurteilung der vorliegenden bildgebenden Untersuchungen und Akten) und eine
psychiatrische Beurteilung durch Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH. Es lägen beim Versicherten als Diagnosen mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit rheumatologisch-orthopädisch klinisch eine Epikondylopathia
humeri radialis und Schulterbeschwerden rechts unklarer Ätiologie, DD: beginnende
Frozen shoulder (allfällig nach Herzinfarkt?) vor. Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit seien u.a. intermittierende belastungsabhängige Lumbalgien.
Psychiatrisch gesehen lägen als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
einerseits eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
mit somatischen Symptomen, und anderseits eine generalisierte Angststörung vor.
Kardiologisch betrachtet lägen (verkürzt wiedergegeben) eine koronare 2-Gefäss- und
beginnende hypertensive Herzkrankheit mit NSTEMI 10/2014, PTCA/ES des 1. DA,
RCX, RIVA und ACD diffus wandverändert, kleinkalibrigem RIVP mittelschwer
(50-70 %) stenosiert, Arbeitshypertonie LVEF 55 % 2015, atypische Angina pectoris
und allgemeine Leistungsintoleranz, beginnende diastolische Dysfunktion,
paroxysmales Vorhofflimmern, und eine pulmonale Raumforderung unklarer Dignität
links vor. Der Versicherte sei in der angestammten Tätigkeit als _ und in einer
anderen mittelschweren Tätigkeit aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht
spätestens ab dem Berichtszeitpunkt (3. November 2015) voll, für Arbeiten über
Schulterhöhe aber zurzeit nur manchmal arbeitsfähig. Die kardiovaskuläre
Zusatzbeurteilung müsse, falls eine angepasste Tätigkeit z.B. im Strassenverkehr oder
in einem anderen Risikobereich erfolgen würde, anderweitig erfolgen. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe jedoch eine volle Arbeitsunfähigkeit seit November 2014.
- Dr. F._ (Klinik Y._) hatte im psychiatrischen [Teil-] Gutachten vom 23. Oktober
2015 (Fremd-act. 1-25 ff.) erklärt, der Versicherte sei seit einer Verschlechterung des
psychischen Zustands im November 2014 in allen Tätigkeiten voll arbeitsunfähig. Nach
einer empfohlenen stationären psychosomatischen Rehabilitation werde er für eine
verbleibende Arbeitsfähigkeit von 50 % sämtliche seinem Bildungsniveau
entsprechenden Tätigkeiten mit Ausnahme von Nachtarbeit uneingeschränkt ausüben
können. Ob eine 50 % übersteigende Arbeitsfähigkeit werde erreicht werden können,
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lasse sich noch nicht beurteilen. Es liege keine Störung aus dem somatoformen
Formenkreis vor.
Mit Mitteilung vom 18. Dezember 2015 (IV-act. 94) hielt die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen fest, zurzeit seien aufgrund
des Gesundheitszustands des Versicherten keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich. - In einer Arbeitgeberbescheinigung vom
7. Januar 2016 (Eingangsdatum SVA, IV-act. 96, ununterzeichnet) gab die
Unternehmung des _ des Versicherten an, dieser sei seit April 2010 angestellt und
habe vor Eintritt des Gesundheitsschadens an 22 Stunden pro Woche gearbeitet, und
zwar bis Oktober 2014. Ohne Gesundheitsschaden würde er monatlich Fr. 5'600.--
verdienen. - Am 22. Februar 2016 (IV-act. 99) berichtete der Versicherte, er sei den
ganzen Monat Januar über stationär in der Klinik in Z._ gewesen. Dr. B._ habe ihn
nun bei einem Psychotherapeuten angemeldet.
B.c.
Die Klinik Z._ gab in einem Kurzaustrittsbericht vom 1. Februar 2016 (IV-
act. 101-3 f.; vgl. Austrittsbericht Psychosomatik vom 4. April 2016, IV-act. 107)
bekannt, es bestünden (nebst der Gefäss- und Herzkrankheit, der Epicondylitis humeri
radialis rechts, der Frozen Shoulder rechts und der pulmonalen Raumforderung
unklarer Dignität) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige
Episode, und eine generalisierte Angststörung. Der Versicherte habe am kompletten
Behandlungsprogramm teilgenommen und es habe im Verlauf eine erfreuliche
Stabilisierung des psychischen und physischen Zustandsbildes erreicht werden
können. Der Versicherte nehme eine positivere Sichtweise ein und eine Abschwächung
der Gereiztheit wahr bzw. er könne auf Ressourcen zurückgreifen, um mit der
Impulsivität besser umzugehen. Bis zum 14. Februar 2016 sei er noch voll
arbeitsunfähig, dann sei ein schrittweiser beruflicher Wiedereinstieg mit einem
Anfangspensum von 50 % möglich. - Dr. B._ gab im Arztbericht vom 7. März 2016
(IV-act. 101-1 f.) an, der Versicherte sei wegen Antriebslosigkeit und intermittierenden
täglichen Krisen mit völliger Verunmöglichung einer Aktivität ab 15. Februar 2016 noch
zu 50 % arbeitsunfähig. In Frage kämen für ihn Hilfstätigkeiten ohne Verantwortung
und mit zeitlichen Reserven (geschützter Rahmen). - Die Klinik Y._ (Dr. F._) erklärte
in einem Arztbericht vom 10. Mai 2016 (IV-act. 108), beim Versicherten lägen eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen
B.d.
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Symptomen, und eine vorbestehende und gegenwärtig chronifizierte generalisierte
Angststörung, entstanden ca. 2009 und akzentuiert seit dem Herzinfarkt im November
2014, vor. Bis Ende Februar 2016 sei der Versicherte voll arbeitsunfähig gewesen,
seither sei er zu 50 % arbeitsunfähig. Mit dem Erhaltenbleiben dieser Arbeitsfähigkeit
sei zu rechnen, nicht aber mit einer weiteren Verbesserung. Nachtarbeit und
Fliessbandarbeiten seien nicht möglich. Es bestünden eine reduzierte allgemeine
körperliche und psychische Belastbarkeit mit rascher körperlicher und geistiger
Ermüdung und Störungen der Affekt- und Impulskontrolle in belastenden Situationen,
eine eingeschränkte Konzentrationsausdauer, Antriebsstörungen, verminderte
Psychomotorik und Störungen der sozialen Fertigkeiten. - Die RAD-Ärztin bestätigte
diese Arbeitsunfähigkeit am 14. Juni 2016 (IV-act. 110). - In einem weiteren Arztbericht
vom 23. November 2016 (IV-act. 119) teilte die Klinik Y._ (Dr. F._) mit, nach einer
erneuten Verschlechterung des psychischen Zustands mit latenter Suizidalität sei vom
8. bis 12. August 2016 und vom 19. September bis 14. Oktober 2016 eine
tagesklinische Behandlung des Versicherten erfolgt. Es seien dabei eine mässige
Rückbildung der depressiven Symptomatik und ein Abbau der Vermeidungshaltung
erzielt worden, der Versicherte klage jedoch immer noch über anhaltende Lust- und
Freudlosigkeit und passive Todeswünsche bei gleichzeitigen Ängsten vor einem akuten
Herzversagen. Der Versicherte sei seit November 2014 voll arbeitsunfähig. Als
Diagnosen wurden eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige
bis schwere Episode, und eine vorbestehende generalisierte Angststörung nach dem
Herzinfarkt angegeben. - In einem Arztbericht vom 7. Juni 2016 (IV-act. 120-5 ff.) hatte
Dr. med. G._, Facharzt für Kardiologie, erklärt, von kardialer Seite her sei die
Leistungsfähigkeit des Versicherten knapp erhalten und betrage die Arbeitsfähigkeit
annähernd 100 %. Die allgemeine Leistungsintoleranz könne insofern eigentlich nicht
begründet werden. Ob parallel zur depressiven Symptomatik eine Medikamenten-
Nebenwirkung bestehe, könne aber nicht ausgeschlossen werden, führend sei dies
jedoch nicht. - Dr. B._ gab im Arztbericht vom 29. November 2016 (IV-act. 120-1 bis
4) bekannt, es lägen als Hauptdiagnosen eine depressive Störung und eine
generalisierte Angststörung vor. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei die
koronare und hypertensive Herzkrankheit. Der Versicherte sei seit dem _. Oktober
2014 voll arbeitsunfähig infolge von Konzentrationsstörung, Erschöpfung und
vermindertem Durchhaltevermögen. Er vermöge lediglich stundenweise in geschütztem
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- akzentuierte Persönlichkeitszüge mit leistungsorientierten Anteilen im
- Übergang zu einer Persönlichkeitsstörung
- rezidivierend depressive Störung, gegenwärtig leichtgradig
- chronische Schulterschmerzen rechts bei klinisch Impingementsyndrom,
Supraspinatus- und Subscapularis-Tendinose
- sonografisch 05/16 und 08/16 dokumentierte Bursitis subacromialis sowie
08/16 subkutane Suffusion am distalen Oberarm
- anteriorer Knieschmerz rechtsbetont
- beginnende Gonarthrose rechts und Genua vara
- 2-Ast-KHK mit NSTEMI 05/14 und DE-Stent einer Diagonalast-1-Stenose,
mit residueller RIVPO-Stenose
Rahmen zu arbeiten. - Die RAD-Ärztin bestätigte zunächst am 6. Dezember 2016 (IV-
act. 122), die Arbeitsunfähigkeit des Versicherten sei seit dem _. Oktober 2014 eine
volle. Die Einschränkung beruhe auf den psychiatrischen Leiden. Die Prognose sei sehr
ungünstig.
Mit Mitteilung vom 9. Dezember 2016 (IV-act. 125) lehnte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle einen Anspruch des Versicherten auf berufliche
Massnahmen ab. Solche seien wegen des Gesundheitszustands nicht möglich.
B.e.
Nachdem die RAD-Ärztin am 28. Dezember 2016 (IV-act. 129) dafürgehalten hatte,
vom 15. Februar bis 7. August 2016 sei der Versicherte zu 50 % arbeitsfähig gewesen,
seither sei er es nicht mehr (Wiederaufnahme der tagesklinischen Behandlung wegen
Verschlechterung), und die anhaltende volle Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer
Sicht sei nicht plausibel, wurde eine Begutachtung vorgesehen (vgl. IV-act. 127). - Das
Zentrum für Medizinische Begutachtung ZMB gab im Gutachten vom 13. Juli 2017 (IV-
act. 142) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bekannt:
B.f.
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- paroxysmales Vorhofflimmern.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien ein intermittierender brachioradialer
Schmerz rechts unklarer Ursache, DD: atypische radikuläre Reizung; eine leichte
muskuläre Dysbalance Nacken-Schultergürtel; anamnestisch ein Status nach Episoden
von lumbalen Schmerzen, aktuell weitgehend remittiert; intermittierende geh- und
positionsabhängige Schmerzen am ganzen Körper, nicht spezifisch zuordnungsfähig;
arterielle Hypertonie; Adipositas; Diabetes mellitus II; Knöchelödeme beidseits, am
ehesten Kalziumantagonisten-induziert; chronische Bronchitis bei Nikotinabusus und
eine Umbilicalhernie (vgl. IV-act. 142-69 f.). Der Versicherte habe sein brüchiges
Selbstwerterleben und die nur knapp ausreichende Konfliktfähigkeit durch eine deutlich
nachweisbare Leistungsorientierung - beobachtbar bereits in der Volksschule in der
Heimat - kompensiert. Kurzfristig habe er nach der Einreise hier seinen beruflichen
Traum als _ realisieren können. Dann habe er sich bei einer Arbeitgeberin vom
Betriebsmitarbeiter bis zum Kaderangestellten emporgearbeitet. Bei der von ihm als
Degradierung erlebten Rückstufung zum _spezialisten sei für ihn (nach einem ersten
Mal bei der Emigration seiner Eltern und einem zweiten bei seiner eigenen) sozusagen
ein drittes Mal die Welt zusammengebrochen. Unter Inanspruchnahme psychiatrisch-
psychologischer Hilfe habe er sich wieder bis zu einem gewissen Grad stabilisieren
können. Die zwei Arbeitsplätze hätten sich aber nicht wunschgemäss entwickelt
(ungenügende _ bei der einen Arbeitgeberin; Betriebsschliessung durch den _; vgl.
IV-act. 142-71 f.; zu Letzterem auch IV-act. 142-89, ca. 2016 infolge schleppenden
Geschäftsgangs). Beim Versicherten bestehe aus gesamtheitlicher Sicht ab dem
Gutachtenszeitpunkt eine erwerbsbezogene Leistungsminderung um 50 % unter
Berücksichtigung des kardiologischen und rheumatologischen Profils. Es gebe eine
gewisse Addition; zu der psychiatrisch begründeten Leistungsminderung addiere sich
die rheumatologisch begründete infolge der diesbezüglichen Schmerzen (IV-
act. 142-82). Während dreier Monate ab dem Infarkt habe eine volle Arbeitsunfähigkeit
bestanden (IV-act. 142-82).
B.g. Die RAD-Ärztin hielt am 7. August 2017 (IV-act. 145) dafür, insgesamt könne auf
das Gutachten abgestellt werden. Es gebe aber eine Diskrepanz zwischen den
geschilderten Beschwerden und den objektivierbaren Befunden und eine
Malcompliance bezüglich der Einnahme der verordneten Medikamente.
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B.h. Der Rechtsdienst der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen
gelangte gemäss einer Stellungnahme vom 12. September 2017 (IV-act. 146) zur
Auffassung, es liege keine psychische Störung mit invalidisierender Wirkung vor. Fehle
einer entsprechenden Diagnose ein Bezug zum Schweregrad, sei die medizinische
Anspruchsgrundlage für die Anerkennung einer Rente nicht gegeben, ungeachtet der
ärztlich/gutachterlich attestierten Arbeitsunfähigkeit. Abzustellen sei daher einzig auf
die somatisch-rheumatologisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 10 %.
B.i. Mit Vorbescheid vom 13. September 2017 (IV-act. 149) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten eine
Abweisung seines Gesuchs um eine Rente in Aussicht. Der Invaliditätsgrad betrage
26 % (Valideneinkommen Fr. 81'269.--, Invalideneinkommen Fr. 59'808.--).
B.j. Der Versicherte liess am 9. Oktober 2017 (IV-act. 150) durch die damalige
Rechtsvertretung einwenden, es sei eine Invalidenrente auszurichten. In der Ergänzung
vom 29. November 2017 (IV-act. 153) wurde unter Hinweis auf beigelegte Arztberichte
vorgebracht, die bisherigen Behandlungsbemühungen und Versuche einer
Arbeitswiederaufnahme würden für eine Therapieresistenz sprechen. Die Berichte von
Dr. F._ (vom 8. November 2017) und von Dr. B._ (vom 22. Oktober 2017) und das
MEDAS-Gutachten des ZMB würden die unbegründeten, von medizinischen Laien
getroffenen und aus medizinischer Sicht falschen Annahmen im Vorbescheid
widerlegen. Sollte nicht auf die Ausführungen von Dr. F._ und des MEDAS-
Gutachtens abgestellt werden, werde die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle bei
dieser eindeutigen Sachlage zwingend medizinische Rückfragen zu tätigen haben. - In
dem beigelegten Bericht vom 24. August 2017 (IV-act. 153-8 f.) hatte die Klinik für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates am Spital X._
eine transmurale Partialruptur der Supraspinatussehne und einen gelenksseitigen
Einriss der Subscapularissehne [gemäss MRI Schulter rechts (extern) vom 4. August
2017] im Bereich der kranialen Insertion Schulter rechts diagnostiziert. Es bestehe
ausserdem eine Bizepssehnentendinopathie. In Frage kämen eine operative Therapie
mittels Schulterarthroskopie und Rotatorenmanschettennaht oder eine diagnostisch-
therapeutische Schultergelenksinfiltration. Der Versicherte wünsche Letzteres. -
Dr. B._ hatte am 22. Oktober 2017 (IV-act. 153-6 f.) berichtet, der Versicherte sei im
August 2007 nach einer Lohnkürzung und späteren Kündigung nach jahrzehntelanger
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Arbeit in eine schwere Depression gefallen. Die psychischen Probleme hätten seither
nie mehr aufgehört. Psychotherapien hätten zwar zeitweilige Besserungen gebracht,
aber nie eine Heilung. Arbeitsversuche seien sämtliche fehlgeschlagen. Einzig im quasi
"geschützten Rahmen" bei seinem _ habe er zeitweise arbeiten können. Wegen der
psychisch bedingten Krisen und Unregelmässigkeiten bei der Arbeit habe der _ ihn
aber nicht mehr weiter tragen können. Seither habe er keine Arbeit mehr, sondern
betätige sich lediglich noch aushilfsweise bei seiner Frau, die _ sei. Schon aus rein
psychiatrischer Sicht sei der Versicherte mindestens zu 60 bis 70 % arbeitsunfähig, de
facto voll, weil eine Arbeit wahrscheinlich nur noch in geschütztem Rahmen möglich
sei. Das zweite Problem sei die koronare Herzkrankheit, die 2014 zu einem Herzinfarkt
geführt habe. Diesbezüglich müsste eine Arbeitsfähigkeit bestehen, doch infolge der
Depression und der Angststörung empfinde sich der Versicherte auch unter diesem
Aspekt als deutlich eingeschränkt. Die kardiologische Erkrankung habe die
psychiatrische verschlimmert. Das dritte arbeitsrelevante medizinische Problem, die
Schulterschmerzen rechts bei zwei Sehnenteilrupturen, sei noch nicht ausbehandelt,
doch dürfte sich daraus künftig höchstens eine Einschränkung bei schweren
körperlichen Arbeiten (insbesondere Überkopfarbeiten) ergeben. Der Versicherte sei
insgesamt aus psychiatrischer Sicht arbeitsunfähig. Nur in geschütztem Rahmen dürfte
eine Arbeitsfähigkeit von rund 30 bis 40 % bestehen. - Die Klinik Y._ (Dr. F._) hatte
im Bericht vom 8. November 2017 (IV-act. 153-5) erklärt, der psychische Zustand des
Versicherten habe sich erneut verschlechtert. Es sei zu einer Zunahme der depressiven
Symptomatik und der generalisierten Ängstlichkeit und zu funktionellen
Herzbeschwerden gekommen. Eine verwertbare Arbeitsfähigkeit könne ihm
gegenwärtig nicht attestiert werden. - Die RAD-Ärztin legte am 5. Dezember 2017 (IV-
act. 156) dar, es werde an der Beurteilung vom 7. August 2017 festgehalten. In allen
Teilgutachten sei beschrieben worden, dass eine Diskrepanz zwischen den
geschilderten Beschwerden und den objektivierbaren Befunden bestehe. Es könne
lediglich auf objektivierbare Funktionseinschränkungen abgestellt werden.
B.k. Mit Verfügung vom 8. Dezember 2017 (IV-act. 157) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen einen Rentenanspruch des
Versicherten (entsprechend dem Vorbescheid) ab.
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C.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Marcel Kuhn für den
Betroffenen am 23. Januar 2018 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer sei spätestens ab 1. März 2016 eine ganze Invalidenrente
auszurichten, eventualiter sei ihm ab 1. März 2016 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen,
subeventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Dres. F._ und B._ hätten
nachvollziehbar und rechtsgenüglich begründet, dass der Beschwerdeführer für
sämtliche Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt voll arbeitsunfähig sei. Seit Ende Oktober
2014 sei durchgehend von dieser Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Selbst wenn auf die
Arbeitsunfähigkeit von 50 % gemäss dem ZMB-Gutachten abgestellt werde, sei
deshalb bis mindestens Ende Oktober 2017 (drei Monate nach der Verbesserung des
Gesundheitszustands) ein Anspruch auf eine befristete ganze Rente ausgewiesen. Der
Begründung der Abweisung durch die Beschwerdegegnerin könne nicht gefolgt
werden. Der Beschwerdeführer habe sich sämtlichen möglichen und erforderlichen
therapeutischen Massnahmen unterzogen. Von zusätzlichen Behandlungen neben der
ambulanten Therapie sei keine Besserung des Gesundheitszustands und keine
Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Die Gutachter hätten denn auch keine
entsprechenden Vorschläge gemacht, sondern ausdrücklich die Weiterführung der
bisherigen Therapie zur Stabilisierung empfohlen. Die rechtlichen Ausführungen der
Beschwerdegegnerin seien auf den vorliegenden Sachverhalt nicht anwendbar. Es sei
von einer Therapieresistenz auszugehen. Allein mit fehlender Therapieresistenz liesse
sich zudem eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische
Gesundheitsschädigung nach der Rechtsprechung (Bundesgerichtsurteil 9C_845/2016
E. 3.4 mit Hinweis auf 8C_841/2016) nicht ausschliessen. Das Gutachten komme im
Licht der beachtlichen Indikatoren zum Schluss auf eine Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers von 50 %. Explizit seien alle invalidenversicherungsfremden
Faktoren ausgeschieden worden. Bei aus gesundheitlichen Gründen nur noch
teilzeitlich erwerbsfähigen Männern werde wegen der statistisch weniger guten
Entlöhnung ein Abzug (von den Tabellenlöhnen) anerkannt. Der Teilzeitabzug mache
mindestens 10 % aus. Der Beschwerdeführer unterliege ausserdem selbst für leichte
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Tätigkeiten zahlreichen Einschränkungen. Ein potenzieller Arbeitgeber des
Beschwerdeführers werde mit vermehrten Absenzen zu rechnen haben. Dem
Beschwerdeführer stünden nur noch wenige Jahre aktiver Berufstätigkeit bevor. Da ihm
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als _ nicht mehr zumutbar sei, müsse ein
Berufswechsel erfolgen, was sich, da die entsprechenden Kenntnisse und Fähigkeiten
fehlten, ebenfalls nachteilig auf den Lohn auswirken werde. Insgesamt sei ein
Tabellenlohnabzug von mindestens 20 % angemessen. Bei einer Restarbeitsfähigkeit
von 50 % ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 67.3 % und Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente. Von einer Verwertbarkeit der medizinisch-theoretischen
Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers könne bei realistischer Betrachtung nicht
ausgegangen werden. Dr. B._ habe ausgeführt, auf dem ersten Arbeitsmarkt könne
der Beschwerdeführer keine Arbeitsfähigkeit mehr verwerten. Schon aus
kardiologischen Gründen sei dem Beschwerdeführer nur noch eine leichte Tätigkeit
möglich, aus orthopädischer Sicht kämen keine repetitiven Halte- oder
Überkopfarbeiten mit dem rechten Arm, kein repetitives Treppengehen und keine lange
Gehdauer in Frage. Ein Anforderungsprofil aus psychiatrischer Sicht lasse sich dem
Gutachten nicht entnehmen. Bei der Zumutbarkeit der Erwerbstätigkeit in
Selbsteingliederungspflicht sei das Alter eine die Invalidität beeinflussende persönliche
Eigenschaft. Spätestens ab 1. März 2016 sei daher eine ganze Rente zuzusprechen.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 6. April 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Die zuletzt niedrige Frequenz der ambulanten Behandlung
mit lediglich einmal pro Monat stattfindenden Konsultationen spreche gegen eine
Behandlungsresistenz und einen erheblichen Leidensdruck. Im
Begutachtungszeitpunkt sei nur noch eine leichte Depression festgestellt worden,
während Dr. F._ im November 2016 noch eine mittelgradige bis schwere depressive
Symptomatik erwähnt habe. Das spreche für eine therapeutische Angehbarkeit der
Störung. Schon im Rahmen des stationären Aufenthalts in der Klinik Z._ habe sich
eine erfreuliche Stabilisierung des psychischen Zustandsbildes gezeigt. Es könne nicht
auf eine besondere Schwere der psychischen Gesundheitsstörung geschlossen
werden. Abgesehen von einer festgestellten gewissen Tendenz, in schwierigen
Situationen übereilte, nicht zu Ende gedachte Entschlüsse zu fassen, werde im
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Gutachten keine im Gesamtkontext (die Ressourcen) hemmende Wirkung der
akzentuierten Persönlichkeitszüge erwähnt. Der Beschwerdeführer verfüge vielmehr
über eine ansehnliche Ressourcenlage. Die körperlichen Beeinträchtigungen
schränkten die Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten einzig aus rheumatologischer
Sicht um 10 % leicht ein. Eine relevante organische Komorbidität liege also nicht vor.
Es bestünden keine Hinweise darauf, dass das Leistungsvermögen des
Beschwerdeführers durch seine Persönlichkeitsstruktur erheblich negativ beeinflusst
werde. Der Beschwerdeführer habe gute familiäre Verhältnisse und pflege regen
Kontakt zu Kollegen. Er habe ausserdem einen geregelten Tagesablauf, betreibe
regelmässig körperliche Aktivitäten, gehe Hobbys nach und gebe sich mit den
Grosskindern und einer Schwester ab. Das Aktivitätsniveau des Beschwerdeführers sei
demnach nicht in allen mit der Erwerbstätigkeit - wo er sich voll arbeitsunfähig fühle -
vergleichbaren Lebensbereichen gleichmässig eingeschränkt. Dazu komme, dass
sowohl bei der psychiatrischen wie der rheumatologischen Begutachtung eine
Diskrepanz zwischen der Beschwerdeschilderung und den erhobenen Befunden
festgestellt worden sei. Schliesslich stehe beim Beschwerdeführer eine starke
subjektive Krankheitsüberzeugung im Vordergrund. Die im psychiatrischen
Teilgutachten festgestellten funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten
Beeinträchtigungen könnten zusammengefasst nicht als überwiegend wahrscheinlich
erstellt betrachtet werden. Sei ein rechtsgenüglicher Bezug zwischen den gestellten
Diagnosen und deren funktionellen Auswirkungen im Sinn einer eingeschränkten
Arbeitsfähigkeit nicht überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen, habe die materiell
beweisbelastete versicherte Person nach der Rechtsprechung (BGE 141 V 281 E. 6) die
Folgen zu tragen. In Abweichung vom ZMB-Gutachten sei von einer Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers von 90 % in einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Dass die
Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht verwertbar wäre, sei nicht ersichtlich.
In Industrie und Gewerbe gebe es verschiedene einfache Hilfsarbeiten, die leicht seien
und keine repetitiven Halte- oder Überkopfarbeiten, keine Belastungen des rechten
Arms, kein notwendiges repetitives Treppengehen und keine längeren Gehstrecken
verlangten, nämlich beispielsweise leichte Überwachungs-, Prüf- und Kontrollarbeiten
in der Industrie, die Bedienung und Überwachung von [halb-]automatischen Maschinen
oder Produktionseinheiten und leichte Verpackungsarbeiten. Bei der Begutachtung sei
der Beschwerdeführer 59 Jahre alt gewesen. In Anbetracht der relativ hohen Hürden,
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die das Bundesgericht für die Annahme von Unverwertbarkeit einer
Restarbeitsfähigkeit älterer versicherter Personen entwickelt habe, sei dem
Beschwerdeführer das Finden einer Stelle auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zwar
erschwert, es sei aber nicht von vornherein als ausgeschlossen zu betrachten. Ein
Teilzeitabzug sei nicht am Platz, weil die Arbeitsunfähigkeit von 10 % mit einem
vermehrten Pausenbedarf (bei ganztägiger Präsenz) bzw. mit einem verminderten
Rendement begründet worden sei. Hilfsarbeiten würden auf einem hypothetischen
ausgeglichenen Arbeitsmarkt altersunabhängig nachgefragt. Der Faktor Alter wirke sich
nicht zwingend lohnsenkend, sondern bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten des
Anforderungsniveaus 4 (ab 2012: Kompetenzniveau 1) sogar lohnerhöhend aus. Unter
dem Titel eines leidensbedingten Abzugs könnten nur Umstände berücksichtigt
werden, die auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu
bezeichnen seien. Solche seien hier nicht ersichtlich. Dass nur noch leichte körperliche
Tätigkeiten zumutbar seien, biete keinen Grund für einen Abzug, weil das
Kompetenzniveau 1 eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasse.
Der Invaliditätsgrad betrage gerundet 26 %.
E.
Mit Replik vom 2. Mai 2018 wendet der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein, die
Darlegung, dass eine Therapie mit nur einer Konsultation pro Monat stattgefunden
haben solle, sei aktenwidrig. Die Termine seien in (sc. ärztlicher) Absprache und nach
Notwendigkeit durchgeführt worden und hätten daher in der Häufigkeit variiert. Die
nicht medizinisch begründete Annahme der Beschwerdegegnerin, es habe sich bei
einer Intensivierung der Behandlung ein gewisser Therapieerfolg einzustellen, sei nicht
belegt. Diese sei kein Erfolgsgarant. Die Frequenz sei den behandelnden Fachärzten zu
überlassen. Die Beurteilung im Gutachten erfülle die rechtsprechungsgemässen
Anforderungen des strukturierten Beweisverfahrens und lege die funktionelle
Leistungseinschränkung nachvollziehbar dar. Es könne auf seine Erkenntnisse
abgestellt werden. Bezüglich der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit habe sich die
Beschwerdegegnerin mit pauschalen Verweisen auf die Rechtsprechung begnügt,
ohne den Einzelfall gebührend zu würdigen. Aus psychischen Gründen würden sich
ausserdem weitere Einschränkungen ergeben, die im Leistungsprofil gemäss dem
Gutachten noch nicht berücksichtigt worden seien. Unter Berücksichtigung sämtlicher
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relevanter Umstände und insbesondere bei einer Restarbeitsfähigkeit von höchstens
50 % sei ein Abzug vom Tabellenlohn von 20 % angemessen.
F.
Die Beschwerdegegnerin hat am 18. Mai 2018 an ihrem Antrag festgehalten und auf
die Erstattung einer Duplik verzichtet.

Considerations:
Erwägungen
1.
Im Streit liegt die Verfügung vom 8. Dezember 2017, mit welcher die
Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers abgewiesen hat.
Sie hat damit eine Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom 1./2. September 2015
materiell (nach zu Recht erfolgtem Eintreten aufgrund des erlittenen Herzinfarkts des
Beschwerdeführers) beurteilt, nachdem sie sein erstes Gesuch vom 21./26. August
2008 mit Verfügung vom 26. November 2010 formell rechtskräftig abgewiesen hatte.
Der Beschwerdeführer beantragt im Beschwerdeverfahren einzig Rentenleistungen, im
Hauptstandpunkt die Zusprache einer ganzen Invalidenrente spätestens ab 1. März
2016, eventualiter diejenige einer Dreiviertelsrente (subeventualiter eine Rückweisung
der Sache an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung). - Streitgegenstand
bildet zunächst der allfällige Rentenanspruch. - Berufliche Eingliederungsmassnahmen
zu treffen, hatte die Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom 18. Dezember 2015 als
wegen des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers nicht möglich abgelehnt.
Ergäbe sich, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage
stünde, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die
Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht
des Beschwerdeführers zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
2.
Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.1.
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Nach Art. 8 Abs. 1 ATSG ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Diese wird gemäss Art. 7
Abs. 1 ATSG verstanden als der durch die Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung oder
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG,
vgl. auch BGE 102 V 165).
2.2.
Sämtliche psychischen Erkrankungen sind nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem
jeweiligen Beweisbedarf) einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu
unterziehen. Für die Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens sind gemäss
BGE 141 V 281 (vom 3. Juni 2015) also in der Regel diverse Standardindikatoren
beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich einerseits in der
Kategorie des funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz.
Schon der Arzt bzw. die medizinisch sachverständige Person hat bei der Einschätzung
des Leistungsvermögens den in der Judikatur umschriebenen einschlägigen
Indikatoren zu folgen (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2.2). Zum funktionellen Schweregrad
sind die Komplexe "Gesundheitsschädigung" (mit den Aspekten der Ausprägung der
diagnoserelevanten Befunde, des Behandlungs- und Eingliederungserfolgs oder der
entsprechenden Resistenz und der Komorbiditäten), "Persönlichkeit" (mit
Persönlichkeitsdiagnostik und persönlichen Ressourcen) und "Sozialer Kontext" zu
berücksichtigen. In der Kategorie der Konsistenz geht es um Gesichtspunkte des
Verhaltens, namentlich um eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in
allen vergleichbaren Lebensbereichen und um behandlungs- und
eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281
E. 4.1.3). Soweit die festgestellte Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer
ähnlichen Erscheinung beruht oder unter dem Einfluss der Folgen der Erzielung eines
sekundären Krankheitsgewinns steht (der rechtlich grundsätzlich unbeachtlich zu
bleiben hat, vgl. BGE 130 V 352), liegt nach der Rechtsprechung regelmässig keine
versicherte Gesundheitsschädigung vor. Hinweise darauf ergeben sich (im
Zusammenhang mit einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung entwickelt)
namentlich, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen
und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen
angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische
2.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/34
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3.
Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene
Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; schwere Einschränkungen im
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (BGE
141 V 281 E. 2.2).
Im Zusammenhang mit dem vorliegend zu beurteilenden Verfahren der IV-
Neuanmeldung des Beschwerdeführers sind sein Gesundheitszustand und seine
Arbeitsfähigkeit im April 2017 polydisziplinär durch eine MEDAS, das ZMB, begutachtet
worden. Das Gutachten vom 13. Juli 2017 basiert zunächst auf einer jeweiligen
Kenntnisnahme von den Vorakten. Die geklagten Beschwerden wurden erfragt.
3.1.
Bei der allgemeinmedizinischen Begutachtung beklagte der Beschwerdeführer
vor allem psychische Probleme. Er habe Mühe, seine somatischen Krankheiten zu
akzeptieren, fühle sich manchmal wie in einem Loch und habe Mühe, allein wieder
herauszukommen. Er habe kein Selbstvertrauen mehr, leide unter
Konzentrationsmangel und Kurzzeitgedächtnisstörungen. Seit etwa einem Jahr habe er
zudem Schmerzen an der rechten Schulter und eine Bewegungseinschränkung.
Ausserdem leide er an Knöchelödemen beidseits mit Spannungsgefühl und
Schmerzen. Er habe Albträume und erwache nachts mehrfach (vgl. IV-act. 142-17). -
Bei der Untersuchung wurden keine Erkrankungen erhoben, die Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit hätten. Im Übrigen wurden aber unter anderem eine arterielle
Hypertonie, ein Diabetes mellitus II, ein Status nach Stent-Einlage 10/2014,
wahrscheinlich Ca-Antagonist-induzierte Knöchelödeme beidseits und eine chronische
Bronchitis diagnostisch erwähnt (vgl. IV-act. 142-19).
3.1.1.
Anlässlich der rheumatologischen Begutachtung gab der Beschwerdeführer an,
nach dem Herzinfarkt Schmerzen am ganzen Körper, am deutlichsten im Bereich der
Knie, der Ellenbogen und der Handgelenke beidseits, bekommen zu haben, die
insgesamt tolerierbar seien. Noch während des Aufenthalts in der Klinik Z._ im
Januar 2016 sei plötzlich ein massiver Schmerz an der linken Schulter eingetreten,
nach etwa drei bis vier Wochen aber wieder abgeklungen. Knapp einen Monat später
sei es plötzlich zu Schulterschmerzen rechts gekommen, die aber nicht mehr aufgehört
hätten, sondern immer schlimmer würden und mit einer zunehmenden
Beweglichkeitseinschränkung einhergingen. Vor mehr als einem halben Jahr habe er
dann sehr starke Schmerzen und anschliessend einen Bluterguss um den distalen
Oberarm, Ellbogen und proximalen Unterarm rechts gehabt. Weder der Hausarzt noch
der Gelenk-Ultraschallspezialist Dr. med. H._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
3.1.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 20/34
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FMH, hätten die klare Ursache feststellen können. Man sei davon ausgegangen, dass
etwas gerissen sei. Ultraschallbehandlung und Infiltration der rechten Schulter hätten
keine Schmerzlinderung gebracht. Am schlimmsten seien die Schmerzen bei
Abduktionsbewegungen des Arms; teilweise könne er den Arm nicht mehr über 90°
heben. Er habe (bis zu 100-mal pro Tag) attackenartige Schmerzen im Bereich des
distalen Oberarms und brachioradialen Unterarms rechts, vor allem im Liegen und bei
Belastungen. Teilweise erwache er deswegen nachts. Seit etwa vier bis fünf Monaten
habe er ausserdem Schmerzen im Bereich des ventralen Halses, zum Teil bis gegen
die rechte Schulter ziehend, verstärkt bei seitlichen Kopfbewegungen. Unter dreimal
neun Sitzungen Physiotherapie (mit einer Art Elektrotherapie mit Zuckung der
Muskulatur, mit Ultraschall und mit Übungen) hätten sich die Schmerzen verstärkt.
Wenn die Schmerzen nicht zu schlimm seien, führe er zwei- bis dreimal täglich ein
Heimprogramm durch. Auch die Akupunktur im Bereich des Nackens habe zu mehr
Schmerzen geführt. Das dagegen verschriebene Schmerzmittel habe initial gut
geholfen, im Verlauf nur noch ungenügend. Sehr störend seien ferner seit mindestens
einem halben Jahr die geschwollenen, schweren Beine mit einer begleitenden starken
Müdigkeit; vor allem abends habe er einen massiven Druck in den Beinen. Er helfe sich
mit Hochlagern; Stützstrümpfe oder eine Lymphdrainage habe er bis anhin nicht
bekommen. Des Weiteren komme es beim Gehen oder bei langem Verharren in der
gleichen Position zu Schmerzen am ganzen Körper. Seit ca. zwei Jahren bestünden
ferner beim Gehen ventralseitige Knieschmerzen beidseits. Er könne daher nur eine
halbe Stunde bis maximal zwei Stunden lang gehen. Eine Arbeit als _ könne er sich
nicht mehr vorstellen, weil er im Rahmen der Depression das Vertrauen verloren und
Angst vor einer solchen Tätigkeit habe, weil ihn die Schmerzen sehr störten und weil
schon bei leichteren Anstrengungen eine Dyspnoe auftrete. - Die Gutachterin der
Rheumatologie stellte beim Beschwerdeführer unter anderem einen Hohlrundrücken
fest, ausserdem eine verminderte Schulterabduktion und -flexion rechts und
Schmerzen, eine leichte Atrophie der Muskulatur der Schulter dorsal, vor allem im
Supraspinatusbereich, eine Druckdolenz der distalen radialen Oberarm- und
proximalen radialen Unterarmmuskulatur und in der Tiefe der radialen Ellenbeuge
rechts, Genua vara, eine Druckdolenz am medialen Bandapparat rechts und eine
leichte Lateralisierung der Patella bei Flexionsbewegungen beidseits, deutliche
periphere Ödeme, leichte Degenerationen am Knie rechts, eine Verkalkung des
Sehnenansatzes der Quadricepssehne am oberen Patellapol und eine Steilstellung und
leicht- bis mässiggradige Degenerationen an der HWS, vor allem an der unteren HWS.
Bei der neurologischen Untersuchung seien Schmerzen provozierbar gewesen,
beispielsweise beim Prüfen der rohen Kraft der M. bizeps und M. trizeps rechts (vgl. IV-
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act. 142-23 ff.). Für eine axiale Spondyloarthritis seien bei der klinischen Untersuchung
keine klassischen Befunde objektivierbar gewesen (vgl. IV-act. 142-29). Eine klassische
Epicondylopathia humeri radialis sei zurzeit nicht objektivierbar, die Befunde in der
Ellenbogenregion seien eher myotendinogener Genese. Die klare Ätiologie der
Schulterschmerzen sei bei den entsprechenden positiven klinischen Tests am ehesten
im Sinn eines Impingementsyndroms, einer Supraspinatus- und Subscapularis-
Tendinose zu sehen (vgl. IV-act. 142-30 f., bei der Auseinandersetzung mit der AEH-
Vorbegutachtung). Es wurde empfohlen, die Analgesie insgesamt neu zu evaluieren,
namentlich die Dosis Olfen dringend zu reduzieren (vgl. IV-act. 142-31). - Die
Gutachterin der Rheumatologie bezeichnete die Beurteilung des AEH-Gutachtens von
2015 einer vollen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für mittelschwere Arbeit nur
teilweise für nachvollziehbar. Schon damals wie zurzeit seien Tätigkeiten mit repetitiver
Belastung der rechten Schulter und Arbeiten mit Halten sowie Überkopfarbeiten
eingeschränkt zumutbar gewesen, auch in der Tätigkeit als _. Als _ sei der
Beschwerdeführer nicht mehr arbeitsfähig. Bei angepassten Tätigkeiten (auch ohne
Belastungen des rechten Arms und ohne repetitives Treppensteigen oder längere
Gehstrecken) bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 90 % mit vermehrtem Pausenbedarf
von 10 %. Nach der Beschreibung der diagnostischen Diskrepanzen ihrer Beurteilung
zu jener des AEH legte die ZMB-Gutachterin der Rheumatologie dar, diskrepant seien
auch die Angaben des Beschwerdeführers zum Schmerzbeginn der rechten Schulter
und in der Ellenbogenregion. - Eine lediglich zeitliche Differenz erscheint allerdings
nicht relevant. - Die Gutachterin erklärte weiter, der Beschwerdeführer schildere seine
Beschwerden glaubhaft und zum Teil könnten diese aufgrund der klinischen
Untersuchung auch zugeordnet werden. Es bestehe aber eine Diskrepanz zwischen
angegebener Qualität und beschriebenem Ausmass der Schmerzen sowie erlebter
Behinderung einerseits und den erhobenen klinischen und bildgebenden
Untersuchungsbefunden anderseits. Ein Teil der Schmerzen, vor allem die
angegebenen Ganzkörperschmerzen und die heftigen Schmerzattacken um die
Ellenbogenregion rechts, lasse sich rheumatologisch nicht spezifisch zuordnen (vgl. IV-
act. 142-30). - Bezüglich der Feststellung einer Diskrepanz des Schmerzausmasses zu
den bildgebenden Untersuchungsbefunden ist festzuhalten, dass die bildgebenden
Untersuchungen bei der rheumatologischen Begutachtung als dürftig zu betrachten
sind. Obwohl der Beschwerdeführer hauptsächlich Schulterbeschwerden und
Ellenbogenbeschwerden beklagte, begnügte sich die ZMB-Gutachterin im April 2017
mit der Kenntnisnahme von zwei Ultraschallbefunden der Schulter rechts von Mai und
August 2016 und hielt lediglich dafür, bei einer Persistenz der Schulterbeschwerden sei
ein Arthro-MRI sinnvoll (IV-act. 142-31). Wie sich aus dem nachgelieferten Bericht der
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Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates am
Spital X._ vom 24. August 2017 ergibt, zeigten sich bei einem MRI vom 4. August
2017 eine transmurale Partialruptur der Supraspinatussehne und ein gelenksseitiger
Einriss der Subscapularissehne im Bereich der kranialen Insertion Schulter rechts. Vom
Ellenbogen wurden soweit ersichtlich keine Bilder erhoben. Da allerdings davon
ausgegangen werden kann, dass die Gutachterin die klinischen Beschwerden bzw.
deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit insgesamt ausreichend berücksichtigte,
erscheint eine Ergänzung nicht erforderlich.
Bei der kardiologischen Untersuchung nannte der Beschwerdeführer als aktuelle
Beschwerden wiederum die Unterschenkelödeme (DD wegen Amlodipin), die Müdigkeit
und geringere Belastbarkeit (DD Bilol-bedingt), einen thorakalen Druck und
Anstrengungsdyspnoe. Dass er zur kardiologischen Anamnese selbst befragt worden
wäre, ist nicht ersichtlich. - Ergometrisch wurden in der Folge gutachterlich eine auf
etwa 70 % des Solls eingeschränkte physische Belastbarkeit und ein ungenügender
Pulsanstieg festgestellt (vgl. IV-act. 142-33). Rein kardiologisch bestehe eine
Arbeitsfähigkeit für Arbeiten ohne schwere und mittelschwere Anstrengungen. Falls
nach einer Medikamentenmodifikation (Amlodipin ab- und ev. ersetzen, Bilolreduktion
oder -Absetzung) die Belastbarkeit besser würde, wären auch mittelschwere Arbeiten
unter diesem Aspekt möglich (vgl. IV-act. 142-34 f.). Dies sei seit drei Monaten nach
dem Infarkt anzunehmen (vgl. IV-act. 142-34). - Bei dem zweiten Herzinfarkt, von dem
der Beschwerdeführer anlässlich der psychiatrischen und der neuropsychologischen
Untersuchung berichtete (vgl. unten), dürfte es sich nach der Aktenlage im Übrigen um
das Vorkommnis gehandelt haben, das diagnostisch im Austrittsbericht vom
30. Dezember 2014 als hypertensive Entgleisung erfasst wurde (vgl. Fremd-act. 1-47 ff,
IV-act. 142-9 und 142-16).
3.1.3.
Bei der neuropsychologischen Untersuchung zeigten sich bei diversen Tests im
Sinn der selektiven Aufmerksamkeit durch eine Verlangsamung gekennzeichnete
Aufmerksamkeitsfunktionen. Die Merkfähigkeit des Beschwerdeführers sei in der
Muttersprache an der Grenze zur Norm gewesen und es habe eine deutliche kognitive
Verlangsamung bestanden (vgl. IV-act. 142-67).
3.1.4.
Bei der psychiatrischen Begutachtung gab der Beschwerdeführer als
Beschwerden unter anderem wiederum diejenigen im Bereich der rechten Schulter und
der Beine an. Er könne ganz gute Tage haben, dann bekomme er plötzlich wieder "mit
dem Hammer auf den Kopf", das könne lange dauern. Die Brustschmerzen würden
Angst vor einem weiteren Herzinfarkt machen. Seit dem Burn-out im Zusammenhang
3.1.5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 23/34
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mit dem Mobbing 2007/08 sei er nicht mehr stabil gewesen und seit dem zweiten
Herzinfarkt sei alles noch schlimmer geworden (vgl. IV-act. 142-47, vgl. auch IV-
act. 142-63). - Der Gutachter der Psychiatrie fand beim Beschwerdeführer eine leicht
eingeengte Willensbildung und eine formal leichte Einengung des Gedankengangs auf
die diversen körperlichen Beschwerden und die Stimmungsprobleme. Die
Beschwerdeschilderung sei konzis gewesen. Der Beschwerdeführer sei in
leichtgradiger depressiver Verstimmung gewesen. Es hätten eine leichte Freudlosigkeit,
ein leichter Interessenverlust, ein leicht verminderter Antrieb, ein leicht vermindertes
Selbstwertgefühl, ein leichtes negatives Gedankengrübeln und leichte Ängste vor
einem neuerlichen Myokardinfarkt bestanden. Mit Ausnahme einer gewissen
Verlangsamung hätten klinisch psychiatrisch keine kognitiven Störungen nachgewiesen
werden können (vgl. IV-act. 142-48). Die Persönlichkeit sei mässig integriert, so die
Selbst-/Fremdwahrnehmung, die Selbststeuerung, die emotionale Kommunikation, die
innere Bindung/äussere Beziehung. Das Vollbild einer Persönlichkeitsstörung lasse sich
aber nicht nachweisen (vgl. IV-act. 142-52). Sowohl in bisheriger wie in adaptierter
Tätigkeit bestehe eine mittelgradige Einschränkung der Flexibilität/Umstellfähigkeit, der
Anwendung fachlicher Kompetenzen, der Entscheidungs-/Urteilsfähigkeit, der
Durchhaltefähigkeit, der Selbstbehauptungsfähigkeit, der Kontaktfähigkeit zu Dritten
und der Gruppenfähigkeit bei ansonsten erhaltenen Items (vgl. IV-act. 142-59). - Im
Vergleich zur psychiatrischen Begutachtung durch Dr. E._ im September 2010 [mit
dem Ergebnis einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % in der angestammten Tätigkeit und
von 30 % in einer adaptierten Arbeit wie als _, vgl. IV-act. 142-53; vgl. aber IV-
act. 72-10: richtig 30 und 25 %] habe eine gewisse "Umwertung" stattzufinden. Seit
dem kardialen Ereignis vom Oktober 2014 sei von psychiatrischer Seite eine moderate
Verschlechterung eingetreten, so dass eine erwerbsbezogene Leistungsminderung von
40 % anzunehmen sei (vgl. IV-act. 142-55 f.). Nachgewiesen werden könnten deutliche
psychosoziale Faktoren und emotionale Konflikte; diese würden teilweise in der gut
nachweisbaren Persönlichkeitsakzentuierung im Übergang zu einer
Persönlichkeitsstörung aufgehen (vgl. IV-act. 142-56). - Bei der Auseinandersetzung
mit dem Vor- [Teil-] Gutachten von Dr. F._ vom Oktober 2015 wies der ZMB-
Gutachter darauf hin, dass bei einem Gutachten zuhanden der
Krankentaggeldversicherung (sc. wie jenem von Dr. F._) andere Fragestellungen im
Vordergrund stünden als in einem IV-Gutachten. In einem IV-Gutachten seien die IV-
fremden Faktoren auszuscheiden. Die (von Dr. F._) im November 2016 auf 100 %
beurteilte Arbeitsunfähigkeit könne nicht nachvollzogen werden. Die Ängste des
Beschwerdeführers würden gutachterlich (vom Gutachter des ZMB) einerseits unter die
ausgeprägte Persönlichkeitsakzentuierung und anderseits unter die rezidivierende
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depressive Störung subsumiert (vgl. IV-act. 142-60). - Der Gutachter der Psychiatrie
hielt fest, es bestehe eine Diskrepanz zwischen der Intensität der
Beschwerdeschilderung und dem präsentierten Beschwerdeverhalten (vgl. IV-
act. 142-48).
Zur psychiatrischen Begutachtung lässt sich im Einzelnen festhalten, dass der
ZMB-Gutachter, was den funktionellen Schweregrad und die Komorbiditäten betrifft,
nachvollziehbar darlegte, die deutlich ausgebildete Persönlichkeitsakzentuierung im
Übergang zu einer Persönlichkeitsstörung und die rezidivierend depressive Störung,
gegenwärtig leichtgradig, würden sich gegenseitig addieren. Die gesamte Störung sei
knapp mittelgradig ausgeprägt (vgl. IV-act. 142-58). - Der Gutachter der Psychiatrie
beschrieb die erhobenen Befunde (im Einzelnen vgl. IV-act. 142-48 f. und IV-
act. 142-57). Im Mini-ICF-APP ergaben sich mittelgradige Einschränkungen in
mehreren arbeitsrelevanten Fähigkeiten (vgl. IV-act. 142-59). Es liege eine gewisse
Somatisierung vor. Der Beschwerdeführer habe vordergründig von den Schmerzen und
kardialen Problemen gesprochen, eher an zweiter Stelle von seinen Verstimmungen
und Ängsten (vgl. IV-act. 142-57). - Wie im Gutachten dargelegt wurde, hat der
Beschwerdeführer schon während der Dauer des langjährigen Arbeitsverhältnisses eine
psychiatrische Behandlung aufgenommen, nämlich im November 2007 (vgl. IV-
act. 142-39, 142-52; vgl. Arztbericht Dr. C._, IV-act. 24-2). Er wurde auch
medikamentös behandelt (vgl. IV-act. 142-39 f.). Die von Dr. C._ delegierte
Fachpsychologin für Psychotherapie lic. phil. D._ hatte am 12. August 2009
ausdrücklich festgehalten, die Bereitschaft des Beschwerdeführers zum Engagement in
der Psychotherapie und in der Erwerbstätigkeit sei klar gegeben. Er nehme die
Therapie verantwortungsbewusst wahr (vgl. IV-act. 43-1). Diese Feststellung lässt sich
im Übrigen auch bezüglich der Erwerbstätigkeit aufgrund der Aktenlage bestätigen. Der
Beschwerdeführer trat (vor dem Herzinfarkt) jeweils ohne Unterbruch eine neue Stelle
an. Auch bei der Begutachtung durch die Klinik Y._ im Oktober 2015 war der
Beschwerdeführer medikamentös (mit einem Mittel gegen Depressionen, Panik- und
Zwangsstörungen) behandelt (vgl. Fremd-act. 1-31); der Gutachter Dr. F._ erachtete
in der Folge im Oktober 2015 eine Optimierung dieser Psychopharmakotherapie und
eine intensivere psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung für nötig (vgl. Fremd-
act. 1-33). Entsprechend war der Beschwerdeführer vom 5. Januar bis 1. Februar 2016
in der Klinik Z._ hospitalisiert und wurde ab 5. März 2016 ambulant durch Dr. F._
behandelt (vgl. IV-act. 108-2). Die Ergebnisse der Laboruntersuchungen entsprachen
den Angaben des Beschwerdeführers und ergaben, dass der Serumspiegel für das
Medikament Citalopram knapp oberhalb des unteren Referenzwertes, jener für
3.1.6.
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Olanzapin (als Einschlafhilfe/leichtes Entspannungsmittel) deutlich unterhalb des
unteren Referenzwertes und jener für Diclofenac am unteren Referenzwert lag.
Amisulprid lag im nicht nachweisbaren Bereich (der Beschwerdeführer hatte das
entsprechende Mittel auch nicht erwähnt; IV-act. 142-77). - Aufgrund dieser Aktenlage
ist nachvollziehbar, dass das ZMB in seinem Gutachten erklärte, im Zusammenhang
mit der Wiederanmeldung bei der IV sei ein verzögert einsetzender,
behandlungsanamnestisch nachweisbarer Leidensdruck zu attestieren (vgl. IV-
act. 142-61; seit der Arbeitsunfähigkeit im Rahmen des kardialen Ereignisses im
Oktober 2014 fühle sich der Beschwerdeführer nicht in der Lage, wieder erwerbstätig
zu werden, ein eingliederungsanamnestischer Leidensdruck sei nicht nachzuweisen,
vgl. IV-act. 142-62). - Bezüglich des (bei den Standardindikatoren zu
berücksichtigenden) Komplexes der Persönlichkeit ist darauf hinzuweisen, dass der
Beschwerdeführer zwar nach gutachterlicher Beurteilung über eine ansehnliche
Ressourcenlage in Form von tragfähigen familiären Verhältnissen verfügt (vgl. IV-
act. 142-51). Indessen ist, nachdem er früher jahrelang in Arbeitsverhältnissen hat
bestehen können, von der gesundheitlichen Beeinträchtigung auch seine Persönlichkeit
betroffen. Durch die schwierige berufliche Entwicklung ab 2005 ist nach gutachterlicher
Beurteilung die Tragfähigkeit nachweisbar beeinträchtigt (vgl. IV-act. 142-51). Die
Persönlichkeit sei mässig integriert (vgl. IV-act. 142-58, 142-52). Der Gutachter
beschrieb ein brüchiges Selbstwerterleben, eine verminderte Konfliktfähigkeit und eine
kompensatorische Leistungsbereitschaft (vgl. IV-act. 142-51). Dieses Zusammenfallen
der psychiatrischen Leiden ist (wie erwähnt) als Erschwernis zu berücksichtigen. - Was
den sozialen Kontext und das Aktivitätsniveau des Beschwerdeführers betrifft, hielt der
Gutachter der Psychiatrie fest, der soziale Kontext sei erhalten (vgl. IV-act. 142-58). Die
Gutachter haben die Alltagsaktivitäten des Beschwerdeführers (dieser pflegt familiäre
Beziehungen, geht spazieren, fährt Velo, schwimmt, bastelt, und geht zweimal pro
Woche seinem Hobby nach; bei Letzterem könne er die Probleme vergessen; vgl. IV-
act. 142-58) aufgenommen und bewertet. Es bestehe eine knapp mittelgradige
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (vgl. IV-
act. 142-59). Diese Beurteilung kann angesichts der polydisziplinär attestierten, im
Umfang von 50 % erhalten gebliebenen Arbeitsfähigkeit nachvollzogen werden. - Die
Gutachter haben auch die Konsistenz geprüft, wie es die Rechtsprechung vorsieht.
Dabei hielten sie im Ergebnis fest, die Beschwerdeschilderung sei aus psychiatrischer
Sicht konzis gewesen, auch aus rheumatologischer Sicht seien die geschilderten
Beschwerden glaubhaft. Es bestehe sowohl im somatischen wie im psychiatrischen
Bereich eine konzise Pathologie (vgl. IV-act. 142-80). Sowohl bei der
rheumatologischen wie bei der psychiatrischen Begutachtung sei eine gewisse
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Diskrepanz zwischen dem erlebten Schmerzausmass (bzw. der beklagten
Leistungsinsuffizienz) und den erhobenen Befunden (bzw. der Pathologie) festgestellt
worden. Angegeben habe der Beschwerdeführer eine volle Leistungsunfähigkeit (vgl.
IV-act. 142-80). Die Gutachter gelangten indessen in einer Gesamtschau zur
Beurteilung einer Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Demnach liess sich gutachterlich nicht
die gesamte beklagte Leistungsinsuffizienz, aber ein Teil davon objektivieren (vgl. zu
den unvollständigen Bildgebungen ausserdem oben E. 3.1.2). Die Diskrepanz zum
Schmerzerleben wurde somit von den Gutachtern vollumfänglich berücksichtigt und
bietet keinen Grund, vom begründeten Ergebnis abzuweichen.
Angemerkt werden kann im Hinblick auf die Konsistenz im Übrigen, dass die EFL
bei der AEH-Begutachtung ergeben hatte, dass der Beschwerdeführer zwar eine zu
tiefe Selbsteinschätzung der Leistungsfähigkeit aufweise (PACT-Test, Fremd-
act. 1-15), aber keine Symptomausweitung bestehe. Die Schmerzbeschreibung sei
differenziert gewesen, das Schmerzverhalten insgesamt adäquat, die
Leistungsbereitschaft zuverlässig und die Konsistenz insgesamt gut (Fremd-act. 1-19).
3.1.7.
Gemäss der gutachterlichen Beurteilung des ZMB zeigte sich im Vergleich zu dem
bei der psychiatrischen Begutachtung (durch Dr. E._) von 2010 vorgefundenen
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in psychiatrischer Hinsicht eine
Verschlechterung. Nach dem kardialen Ereignis hätten sich die psychopathologischen
Befunde verstärkt (vgl. IV-act. 142-60 i.V.m. 142-62). Dr. E._ hatte wie erwähnt eine
psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 30 % in der angestammten und von
25 % in einer angepassten Tätigkeit des Beschwerdeführers festgestellt. Es kann
darauf hingewiesen werden, dass sich in seinem Gutachten vom 14. September 2010
eine Auseinandersetzung mit der Frage der Überwindbarkeit der Beschwerden findet,
wie sie nach der damaligen Rechtsprechung (gemäss BGE 130 V 352, die später, am
3. Juni 2015, durch BGE 141 V 281 modifiziert wurde) erforderlich war. Massgebend
waren damals das Vorliegen einer (mit einer somatoformen Schmerzstörung wirkenden)
ausgewiesenen psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität,
Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhandensein anderer qualifizierter, mit
gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien, der sogenannten Foerster'schen
Kriterien. Als Ressourcen des Beschwerdeführers waren damals die bisherige
Bedeutung der beruflichen Tätigkeit für ihn und die stützenden Faktoren seitens seines
familiären Umfelds genannt worden. Als (die Leistungsfähigkeit) hemmende Umstände
waren die psychiatrische Komorbidität, der [damals bereits] chronifizierte Verlauf mit
unveränderter Symptomatik, die bis dahin unbefriedigenden Behandlungsergebnisse,
der bisherige Verlust an sozialer Integration, die limitierten persönlichen Ressourcen im
3.2.
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ausserberuflichen Bereich sowie der relative soziale Rückzug und nicht zuletzt die
wirtschaftlichen Aspekte erwähnt worden (vgl. IV-act. 72-10). Gutachter Dr. E._ hatte
damals darauf hingewiesen, dass er die zumutbare Willensanspannung in die
Beurteilung einbezogen habe (vgl. IV-act. 72-11), und hatte (vgl. zum Beweiswert
früherer Gutachten BGE 141 V 281 E. 8; vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 18. Mai
2017, 8C_842/2016) somit ebenfalls bereits auf eine - auch unter dem Gesichtspunkt
der nunmehr relevanten Standardindikatoren ausreichende - erforderliche
Objektivierung geachtet. - Die gutachterliche psychiatrische Arbeitsfähigkeitsschätzung
des ZMB mit dem Ergebnis einer Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers von 40 %
(psychiatrisch bedingt) erscheint auch unter diesem Aspekt überzeugend, denn im
Vergleich zum Begutachtungsergebnis von 2010 einer Arbeitsunfähigkeit von 25 % (in
adaptierter Tätigkeit) und von 30 % (in angestammter Tätigkeit) war eine Verstärkung
der Befunde (IV-act. 142-60 i.V.m. 142-62) eingetreten. Die psychiatrisch bedingte
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in angestammter wie in adaptierter Tätigkeit
habe auf 40 % zugenommen (vgl. IV-act. 142-81). Auf diese auf die Befunde
abgestützte und durch beschriebene Beeinträchtigungen begründete
Arbeitsunfähigkeitsschätzung ist abzustellen.
Des Weiteren wurde im ZMB-Gutachten in rheumatologischer Hinsicht seit der
Begutachtung vom November 2015 (durch das AEH) eine Verschlechterung
festgestellt. Es bestehe ein um 10 % vermindertes Rendement infolge der
rheumatologisch bedingten Schmerzen (vgl. IV-act. 142-81). Die psychiatrisch bedingte
Arbeitsunfähigkeit in angestammter wie in adaptierter Tätigkeit habe auf 40 %
zugenommen. Die Schulterproblematik habe sich verstärkt (vgl. IV-act. 142-81). Aus
kardiologischer Sicht sei nach dem Herzinfarkt für drei Monate eine volle
Arbeitsunfähigkeit eingetreten, danach bleibe eine Arbeitsunfähigkeit für mittelschwere
und schwere Arbeiten bestehen (vgl. IV-act. 142-82).
3.3.
Die vom ZMB-Gutachten nach den von den Gutachtern festgestellten
zwischenzeitlichen gesundheitlichen Verschlechterungen aus gesamtheitlicher Sicht
unter Berücksichtigung des kardiologischen und rheumatologischen Profils und der
psychiatrisch begründeten Beeinträchtigungen attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 %
zur Begutachtungszeit erscheint demnach nachvollziehbar. Sie ergab sich nach einer
gutachterlichen Berücksichtigung der Standardindikatoren. Darauf kann nach dem
Dargelegten vollumfänglich abgestellt werden.
3.4.
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4.
Was die Sachverhaltsentwicklung im zurückliegenden Zeitablauf betrifft, wurde
gutachterlich festgehalten, die Arbeitsunfähigkeit von insgesamt 50 % bestehe ab dem
Gutachtensdatum (vgl. IV-act. 142-82). Eine Rückdatierung der psychiatrisch bedingten
Leistungsminderung um 40 % sei angesichts der komplexen Aktenlage nicht möglich
(vgl. IV-act. 142-62 und 142-81).
4.1.
Bei der Auseinandersetzung mit der psychiatrischen Vor- [Teil-] Begutachtung (von
Dr. F._) des AEH-Gutachtens vom November 2015 hielt der ZMB-Gutachter der
Psychiatrie dafür, dieses sei nicht in Kenntnis der vollen Aktenlage ergangen, es hätten
für die Krankentaggeldversicherung andere Fragestellungen im Vordergrund gestanden
und bei IV-Gutachten seien die invaliditätsfremden Faktoren auszuscheiden. Aufgrund
der Aktenlage und der eigenen Exploration könne die dortige Schlussfolgerung einer
vollen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers nicht nachvollzogen werden (vgl. IV-
act. 142-60). - Die Begutachtung durch (den den Beschwerdeführer nachmalig
behandelnden) Dr. F._ vom 15. Oktober 2015 (Gutachten vom 23. Oktober 2015)
basierte auf der Aktenlage nach dem Herzinfarkt. Neben der Aufnahme der klinischen
Befunde setzte der Gutachter auch testpsychologische Instrumente ein. Dabei ergaben
sich Hinweise auf eine mittelschwere depressive Symptomatik (Montgomery-Asberg
Depression Scale MADRS), auf einen mittelschweren Grad der Beeinträchtigung durch
die Angststörung (erhöhter Wert in allen Unterskalen der Panik- und Agoraphobie-
Skala PAS), mittelschwere bis schwere Beeinträchtigungen der Flexibilität und
Umstellungs-, Durchhalte-, Selbstbehauptungs- und Gruppenfähigkeit (Mini-ICF-APP),
qualitativ und quantitativ deutlich unterdurchschnittliche Sorgfalts- und
Konzentrationsleistungen und ein ebensolches Bearbeitungstempo (Test d2
Aufmerksamkeits-Belastungs-Test; vgl. Fremd-act. 1-31 f.). Der Gutachter attestierte
dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %, legte aber bereits fest, dass
nach einer stationären psychosomatischen Rehabilitation innerhalb von vier bis sechs
Wochen eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bestehe, ohne zu erwähnen, dass es sich um
eine bloss hypothetische Erwartung handle. Offen liess der Gutachter lediglich, ob eine
weitere Verbesserung werde erzielt werden können (vgl. Fremd-act. 1-33). Zu einem
dadurch begründeten gewissen Zweifel an der Stichhaltigkeit der Beurteilung voller
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers durch Dr. F._ bzw. durch das AEH
kommt, dass der ZMB-Gutachter der Psychiatrie selbst die volle Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers nicht nachvollziehen konnte (vgl. IV-act. 142-60), welche der
dannzumal behandelnde Arzt Dr. F._ dem Beschwerdeführer nach der Beschreibung
4.2.
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5.
einer erneuten Verschlechterung dessen Gesundheitszustands attestierte (Bericht vom
23. November 2016).
Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass retrospektiv nicht auf eine
volle Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht gemäss dem AEH-Gutachten
abgestellt werden kann. Vielmehr ist nach der Aktenlage mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ab November 2014, dem im AEH-Gutachten erwähnten Zeitpunkt
des Eintritts einer psychiatrischen Verschlechterung, von einer Arbeitsunfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht von 40 % gemäss dem ZMB-Gutachten auszugehen.
4.3.
Auch rheumatologisch betrachtet wurde festgehalten, die Arbeitsunfähigkeit von
10 % liege sicherlich ab dem Gutachtensdatum vor. Die retrospektive Beurteilung sei
schwierig (vgl. IV-act. 142-81). Immerhin wurde jedoch die Beurteilung einer
diesbezüglich vollen Arbeitsfähigkeit durch das AEH als nicht nachvollziehbar
bezeichnet, da damals bereits der Verdacht auf eine frozen shoulder geäussert worden
sei (vgl. IV-act. 142-85). Die Verschlechterung ist daher bereits ab der Zeit des
Herzinfarkts anzunehmen (vgl. dazu Fremd-act. 1-2 und 1-10).
4.4.
Zusammenfassend ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen,
dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit ab _. Oktober 2014 während
dreier Monate voll, danach zu 50 % arbeitsunfähig war.
4.5.
Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist gemäss
Art. 28a Abs. 1 IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Danach wird für die Bestimmung des
Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). - Bei der vorliegenden Aktenlage kann (namentlich angesichts des
Eintritts der Arbeitsunfähigkeit schon während des langjährigen Arbeitsverhältnisses
trotz der schliesslich durch den Beschwerdeführer vorgenommenen Kündigung)
angenommen werden, er wäre ohne Eintritt des Gesundheitsschadens an der
betreffenden Arbeitsstelle verblieben. Der Durchschnitt aus den Einkommen der beiden
Jahre vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit (2005 und 2006) macht für 2007 Fr. 89'150.--
aus (Fr. 90'618.-- aufgewertet um die Nominallohnentwicklung bis 2007, d.h. x
2047/1992, sind Fr. 93'120.--; Fr. 83'806.-- aufgewertet bis 2007, d.h. x 2047/2014,
sind Fr. 85'179.--; vgl. je T39 der Lohnentwicklung 2012 des Bundesamtes für Statistik,
5.1.
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S. 23, Männer). Es rechtfertigt sich daher, als Valideneinkommen des Jahres 2007
diesen Betrag von Fr. 89'150.-- festzulegen. - Ein relevantes Auseinanderfallen der
Lohnentwicklungen zwischen Valideneinkommen und Invalideneinkommen lässt sich
angesichts der Schwankungen im tatsächlichen Einkommen, das der
Beschwerdeführer als Gesunder erzielte, nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
annehmen. Auf eine Aufwertung der beiden Vergleichsgrössen auf 2014 kann daher
verzichtet werden.
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person
konkret steht. Übt sie keine Erwerbstätigkeit mehr aus, sind hierfür statistische Werte
beizuziehen (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1, vgl. etwa auch Bundesgerichtsentscheid vom
26. Januar 2016, 9C_762/2015). - Der Beschwerdeführer hat nach dem Herzinfarkt kein
für ein zumutbares Invalideneinkommen repräsentatives Einkommen mehr erzielt, so
dass auf die Tabellenlöhne zu greifen ist. Im Jahr 2007 erzielten Männer mit einfachen
und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) im statistischen Durchschnitt
Fr. 60'167.-- (vgl. Textausgabe Invalidenversicherung und Allgemeiner Teil des
Sozialversicherungsrechts der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015, Anhang 2,
S. 226). - Trotz der medizinisch begründeten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (aus
rheumatologischen Gründen Pausenbedarf von 10 %, keine repetitiven Belastungen
der Schulter rechts, Halte- und Überkopfarbeiten und Treppengehen, keine längeren
Gehstrecken; psychiatrische Leistungsfähigkeit begrenzt auf 60 % wegen u.a.
mangelnder Durchhaltefähigkeit und Gruppenfähigkeit) und seines Alters ist nicht
anzunehmen, dass ein ausgeglichener Arbeitsmarkt nicht mehr eine genügende Zahl
an Arbeitsplätzen enthielte, die seinen Anforderungen entspräche. Denn nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts umfasst ein ausgeglichener Arbeitsmarkt selbst
sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen
gesundheitlich Beeinträchtigte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des
Arbeitgebers rechnen können (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 18. Dezember 2019,
9C_693/2019 E. 5.1.3, und vom 28. November 2014, 9C_485/2014). Realitätsfremde
Einsatzmöglichkeiten dürfen bei der Invaliditätsbemessung aber nicht berücksichtigt
werden (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 5. November 2018, 9C_304/2018).
5.2.
Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich zumutbare verbleibende (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist
ein Abzug von den Tabellenlöhnen zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des
Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das
5.3.
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Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu
schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl.
BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75). - Die (oben erwähnten) diversen
gesundheitlich bedingten Einschränkungen des Beschwerdeführers sind in der
medizinisch begründeten Arbeitsunfähigkeitsschätzung enthalten. Diese berücksichtigt
namentlich seinen Pausenbedarf. Die vorliegende medizinische
Arbeitsunfähigkeitsschätzung erfasste aber auch bereits die mittelgradigen
Einschränkungen der Flexibilität/Umstellfähigkeit, der Anwendung fachlicher
Kompetenzen, der Entscheidungs-/Urteilsfähigkeit, der Durchhaltefähigkeit, der
Selbstbehauptungsfähigkeit, der Kontaktfähigkeit zu Dritten und der Gruppenfähigkeit
(vgl. IV-act. 142-77). Wie erwähnt ist dennoch nicht anzunehmen, dass für den
Beschwerdeführer auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt kein genügend breites
Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten mehr besteht. Deshalb können unter
dem Titel des leidensbedingten Abzuges grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt
werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu
bezeichnen sind; somit kann ein Abzug etwa nicht wegen einer psychisch bedingt
notwendigen verstärkten Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen
erfolgen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 30. November 2015, 9C_437/2015 E. 2.4). Da
die Einschränkungen (namentlich jene in der Flexibilität) in der
Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt sind, rechtfertigen sie vorliegend keinen
Abzug (vgl. auch Bundesgerichtsurteil vom 14. November 2018, 8C_563/2018 E. 7.2.3
i.V.m. E. 5.1). Auch eine verminderte Flexibilität bezüglich des Leistens von
Überstunden bildet rechtsprechungsgemäss in der Regel keinen Abzugsgrund (vgl.
Bundesgerichtsurteil vom 30. April 2019, 8C_799/2018 E. 4.4). Ob das Merkmal "Alter"
einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt, ist jeweils unter Berücksichtigung aller
konkreter Umstände des Einzelfalls zu prüfen. Dies gilt insbesondere im Bereich der
Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG), wo
sich ein fortgeschrittenes Alter nicht zwingend lohnsenkend auswirken muss.
Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt
altersunabhängig nachgefragt. Der Umstand allein, dass höhere Lohnnebenkosten
anfallen und eine kürzere Aktivitätsdauer vorliegt, rechtfertigt einen Abzug infolge des
Faktors "Alter" nicht, da dies für alle Arbeitnehmer gilt und nicht die spezielle
Einzelsituation berücksichtigt. Mangels zuverlässiger statistischer Grundlagen, welche
die lohnwirksamen Nachteile des fortgeschrittenen Alters bei einem Stellenverlust
aufzeigen, kann dies indessen nicht generell-abstrakt beurteilt werden (vgl.
Bundesgerichtsurteile vom 14. Mai 2018, 8C_841/2017 E. 5.2.2.3 mit Hinweisen, und
vom 18. Dezember 2019, 8C_378/2019 E. 7.2.1, zur Publikation vorgesehen). Unter
diesen Umständen erscheint ein Abzug wegen des Alters des Beschwerdeführers nicht
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6.
Der Beschwerdeführer hatte, ohne über eine Ausbildung zu verfügen, in seiner
langjährigen Berufstätigkeit als _leiter eine hohe Qualifikation erreicht, so dass
grundsätzlich ein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestünde (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Juni 2009, IV 2007/388). Da er
allerdings aus psychiatrischen Gründen in allen Tätigkeiten in seiner Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt ist (und ausserdem keine besonders lange Aktivitätsdauer mehr vor sich
hat), stand keine verhältnismässige Eingliederung im Raum, von der eine Senkung des
Invaliditätsgrads zu erwarten gewesen wäre.
7.
am Platz. Da seine Arbeitsfähigkeit gemäss dem ZMB-Gutachten nicht auf eine
teilzeitliche Arbeit beschränkt ist, sondern mit der Teilarbeitsfähigkeit (nebst dem
Pausenbedarf) einer Verlangsamung Rechnung getragen wird, kann auch ein
Teilzeitabzug nicht erfolgen. Der Umstand, dass eine grundsätzlich vollzeitlich
arbeitsfähige versicherte Person krankheitsbedingt lediglich reduziert leistungsfähig ist,
rechtfertigt nämlich praxisgemäss keinen Abzug, der über die Berücksichtigung der
eingeschränkten Leistungsfähigkeit und damit des Rendements hinausgeht (vgl.
Bundesgerichtsurteile vom 16. Mai 2019, 8C_705/2018 E. 4.3, vom 13. Februar 2017,
9C_762/2016 E. 5, vom 8. Mai 2018, 8C_211/2018 E. 4.4, und vom 12. Februar 2020,
8C_190/2019 E. 4.2 mit Hinweisen). Demnach ist vorliegend kein Abzug vorzunehmen.
Wird ein Valideneinkommen von Fr. 89'150.-- mit einem bei einer Arbeitsfähigkeit
von 50 % erreichbaren Invalideneinkommen von Fr. 30'084.-- (Fr. 60'167.-- x 0.5)
verglichen, ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 66 % und damit ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente.
5.4.
Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2008
geltenden Fassung) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres
zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Ein wesentlicher Unterbruch der
Arbeitsfähigkeit im Sinn von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG liegt vor, wenn die versicherte
Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29
IVV; Bundesgerichtsentscheide vom 16. Februar 2018, 8C_633/2017 E. 3.4, und vom
7.1.
ter
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8.
10. August 2016, 9C_289/2016 E. 3.2). - Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Art. 29 Abs. 1 ATSG (Art. 29 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung).
Die Schaffung dieser Bestimmung hat keine Veränderung des (nämlich in Art. 4 IVG
und Art. 28 IVG geregelten) Zeitpunkts des Eintritts des Versicherungsfalls mit sich
gebracht (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 14. Dezember 2015, 9C_655/2015 E. 4;
Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Oktober 2015,
IV 2013/52 E. 1.2, vom 2. Mai 2016, IV 2013/641 E. 1.1, und vom 15. März 2016,
IV 2013/572 E. 6.4). - Art. 29 IVV sieht Folgendes vor: Wurde die Rente nach
Verminderung des Invaliditätsgrades aufgehoben, erreicht dieser jedoch in den
folgenden drei Jahren wegen einer auf dasselbe Leiden zurückzuführenden
Arbeitsunfähigkeit erneut ein rentenbegründendes Ausmass, so werden bei der
Berechnung der Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG früher zurückgelegte Zeiten
angerechnet.
bis
Beim Beschwerdeführer hatte bereits ab 13. August 2007 (vgl. IV-act. 23-1 und 46)
eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Am 26. November 2010 war ein
Rentenanspruch bei einer Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 25 % infolge
eines unter 40 % liegenden Invaliditätsgrads abgelehnt worden. Mehr als drei Jahre
später, in denen soweit ersichtlich keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert worden war,
erfolgte die Neuanmeldung. Bei diesen Gegebenheiten hat das relevante Wartejahr erst
mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit am _. Oktober 2014 begonnen. Die einjährige
Wartezeit war mit einem ausreichenden Durchschnitt an Arbeitsunfähigkeit im Oktober
2015 erfüllt. Angesichts der Anmeldung vom 1./2. September 2015 kann eine
Auszahlung des Anspruchs auf die Dreiviertelsrente allerdings erst ab 1. März 2016
erfolgen.
7.2.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 8. Dezember 2017 teilweise gutzuheissen und dem
Beschwerdeführer ist ab 1. März 2016 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen.
8.1.
Es rechtfertigt sich angesichts des Obsiegens des Beschwerdeführers, der
Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft
aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.--
erscheint angemessen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem
Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
8.2.
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 34/34
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St.Galler Gerichte