Decision ID: 33851064-0821-45b6-9727-9e730cc4931b
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1979 geborene
X._
, ohne abgeschlossene Berufsausbildung, Mutter zweier Kinder (geboren 2001, 2005)
,
reist
e
im Mai 2006 in die Schweiz ein
(
vorläufige Aufnahme am 1
5.
Mai 2007
)
und ist seit September 2012 als Raumpflegerin und Küchengehilfin bei der Restaurant
Y._
angestellt (
Urk.
16/1,
Urk.
16/11).
X._
meldete sich am 2
0.
Juli 2017 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf eine seit 2012 bestehende hartnäckige Ent
zündung beider Fersen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
16/8). Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem indivi
duellen Konto (IK-Auszug [
Urk.
16/11]) und die Akten des Krankentaggeldversi
cherers (
Urk.
16/22) bei, holte Berichte der Arbeitgeberin (
Urk.
16/16) und eines behandelnden Arztes (
Urk.
16/19) ein und klärte die Verhältnisse vor Ort ab (
Urk.
16/28)
. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 2
6.
März 2018 [
Urk.
16/31]
, vorsorgliche
r
Einw
a
nd vom 19. April
bzw.
8.
Mai 2018 [
Urk.
16/32,
Urk.
16/34], ergänzender Einwand vom 2
4.
Mai 2018 [
Urk.
16/39]) verneinte die IV-Stelle
,
ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 0
%
und einer 100%igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall
,
mit Verfügung vom 2.
Juli 2018 einen Leistungsanspruch (
Urk.
16/42 =
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
am 1
1.
Juli 2018 Beschwerde und beantragte
ergänzende Abklärungen, insbesondere eine
Begutachtung (
Urk.
1/1,
Urk.
8). In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen
Prozessführung
(
Urk.
1/3,
Urk.
7). Zur Substantiierung ihrer Bedürftigkeit reichte die Beschwerdeführe
rin aufforderungsgemäss
diverse Unter
lagen ein (
Urk.
12-14). Mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
September 2018 bean
tragte die Beschwerde
gegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
15, unter Beilage ihrer Akten [Urk.
16/1-45]), was der Beschwerdeführerin
am
1.
Oktober 2017
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
17).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invali
denrente sowie berufliche Massnahmen.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
gliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
raus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung
zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (Art. 17 Abs. 1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des Art. 28a Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 16 und 7 Abs. 2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichter
werbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unver
änderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der ver
sicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in wel
chem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (Art. 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung
[
IVV
]
).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die konkrete Situation und
die Vorbringen
der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozialver
sicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit erforderlich (BGE 137 V 334 E. 3.2, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie all
fällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 15. Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Be
i
ungenügenden Abklärungen
durch den Versicherungsträger holt
die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein
, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ
expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der
–
anschliessend
reformatorisch entscheidenden
–
Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. E
ine Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hingegen mög
lich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig unge
klärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE
137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass der Beschwerdeführerin zwar keine Arbeiten als Küchengehilfin mehr zumutbar seien, allerdings könne sie weiterhin Reinigungsarbeiten oder andere dem Belastungsprofil entsprechende Tätigkeiten verrichten. Es ergebe sich hieraus keine Erwerbseinbusse, der Invaliditätsgrad betrage 0
%
. In psychiatrischer Hin
sicht sei nicht von einem invalidisierenden Leiden auszugehen, da die Ein
schrän
kungen auf Einflüsse aus dem sozialen Umfeld zurückzuführen seien. Weitere Abklärungen seien zur Beurteilung der Erwerbsfähigkeit nicht erfor
der
lich. Dem
entsprechend habe die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf Renten
leistun
gen oder berufliche Massnahmen (
Urk.
2).
2.2
D
ie
Beschwerdeführer
in
brachte demgegenüber vor, aus dem Schreiben von
Dr.
med. Z._
, FMH Rheumatologie
und Allgemeine Innere Medizin,
gehe hervor, dass
sie
ein invalidisierendes Fussleiden habe, was die Beschwerdegegnerin nicht berücksichtigt habe (
Urk.
1/1).
3.
3.1
Den Akten des Krankentaggeldversicherers
ist zu entnehmen, dass Dr. med.
A._
, FMH Radio-Onkologie/Strahlentherapie,
a
m 1
0.
Juli 2017 zu Händen von Dr.
Z._
ü
ber die zweite Serie Niedrigdosis
antiinflammatorische
Strahlentherapie bei
Fasciitis
plantaris
beidseits
berichtete (Urk.
16/22/10-11). Im Anschluss an die Radiotherapie sei es im Bereich beider
Plantarfaszien
nur zu einer unzureichenden Schmerzreduktion gekommen. Diese Schmerzen hätten ebenfalls im Verlaufe der letzten Wochen wieder zugenommen. Es sei dann vom 1
6.
Juni bis
3.
Juli 2017 eine zweite Bestrahlungsserie durchge
führt worden. Hierunter sei es während de
r
ersten Bestrahlungen zu einer akuten Schmerzzunahme gekommen, die im weiteren Verlauf wieder etwas
regredient
gewesen sei. Unter der aktuellen Therapie sei es noch einmal zu einer leichtgra
digen Schmerzabnahme gekomm
en (Urk.
16/22/11).
3.2
Dr.
Z._
hielt in dem den Akten des Krankentaggeldversicherers zu
ent
nehmenden Bericht vom 2
7.
Juli 2017
(
Urk.
16/22/6-7)
zu Händen von Dr.
med. B._
, praktischer Arzt,
folgende
Diagnosen fest (Urk.
16/22/6):
-
belastungsabhängige Kniebeschwerden
peripatellär
und
medialbetont
links 2012
-
klinisch leichte
Lateralisation
der Patella unter belastender Knie
beu
gung
-
radiologisch Juli 2011 Kniegelenk links: medial betonte mässige Arthrose und minim
femoropatellar
-
Fersenschmerzen intermittierend beidseits bei
Fasciitis
plantaris
, chro
nisch seit 2012 und progredient
-
Rx
OSG links
9.
Juli 2012 (SMA) ohne Arthrose, dorsaler und plantarer Fersensporn
-
sonografisch
August 2012 beidseits kleiner dorsaler Fersensporn
-
sonografisch
November 2012 deutliche
Fasciitis
plantaris
links (7,4 mm versus 4,0 mm rechts), Depotsteroidinfiltration
-
MRI rechter Fuss August 2016 (SMA): ausgeprägte
Plantarfas
c
iitis
mit Partialruptur der
Plantarfaszie
-
Bestrahlung zwei Zyklen Radiotherapie Männedorf März bis April 2017 und Juni bis Juli 2017
-
Periarthopathia
humeroscapularis
links (
Erstmanifestation
September 2015)
-
sonografisch
Februar 2016 etwas
Tendinose
der
Supraspinatussehne
am Ansatz
Dr.
Z._
hielt zum Verlauf
das Folgende
fest: Per 2
8.
Mär
z 2017 mache die Beschwerdeführerin von der Arbeit her alles unverändert weiter, sie arbeite stundenweise in der Küche. Dies sei sehr mühsam, aber sie wolle es weiter so versuchen.
Am 2
5.
April 2017 notierte
Dr.
Z._
, die Radiotherapie habe initial zur leichten Schmerzverstärkung geführt, schlussendlich habe sich ein nor
males und gutes Therapiezeichen ergeben (
Urk.
16/22/6). Mit Eintrag vom 2. Mai 2017 notierte
er,
die Schwellung der
Plantarfaszie
sei rückläufig, insbesondere medial sei sie noch verdickt, nach lateral hin besser. Per 2
7.
Juni 2017 präsentiere sich weiterhin ein deutlicher Fersenschmerz beidseits. Am 11. Juli 2017 notierte
der behandelnde Rheumatologe,
die Situation
sei
nach dem zweiten Zyklus Bestrahlung in etwa unverändert (
Urk.
16/22/7).
3.3
Dr.
med. C._
, FMH Chirurgie, führte mit Bericht vom 1
4.
September 2017 zu Händen von
Dr.
Z._
(
Urk.
16/19/6-7) aus, bei
vorliegender therapieresistenter ausgeprägter
Fasciitis
plantaris
beidseits bestehe eine unver
änderte massive
Druckdolenz
beider
Plantarfaszien
medialseits
von der Insertion bis nach distal reichend und eine
Druckdolenz
der Achillessehneninsertionen beidseits. Die OSG-Beweglichkeit sei gut, mit Dorsalextension von 20 Grad beid
seits, wobei lei
chtes Spannen in der Wadenmuskul
atur bestehe (
Urk.
16/19/6).
3.4
Dr.
Z._
nannte mit Bericht vom 2
4.
September 2017 zu Händen der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
16/19/1-5)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
16/19/2):
-
Fersenschmerzen intermittierend, beidseits bei
Fas
c
iitis
plantaris
(chro
nisch seit 2012 und progredient)
-
MRI rechter Fuss August 2016 (SMA): ausgeprägte
Plantarfas
c
iitis
mit Partialruptur der
Plantarfaszie
-
Status nach zwei Zyklen Weichteilbestrahlung
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigk
eit wurde eine
Periarthro
pathia
humeroscapularis
links genannt
(
Urk.
16/19/2)
.
Es handle sich um einen hartnäckigen Verlauf. Aktuell habe die Beschwerdeführerin Schmerzen unter Belastung
bei stehendem
Beruf. Aktuell sei die Reinigung/Hilfe in der Küche nicht möglich, das heisse, das
übliche
Pensum von 15
%
reduziere sich
auf 12
%
. Die Belast
barkeit der Ferse sei reduziert. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht noch circa acht Stunden pro Woche möglich, wobei die Leistungsfähigkeit nicht reduziert sei (
Urk.
16/19/3). Zur Frage, welche Tätigkeiten der Beschwerde
führerin noch zumutbar seien, notierte
Dr.
Z._
, es seien rein sitzende Tätigkeiten und wechselbelastende Tätigkeiten zumutbar,
diese
jedoch nicht ganztags, aber zwei Stunden täglich (
Urk.
16/19/5).
3.5
Von denselben Diagnosen wie bereits mit Bericht vom 2
7.
Juli 2017 (E.
3.2) ging
Dr.
Z._
mit Bericht vom 1
3.
Juli 2018
zu Händen von
Dr.
B._
(Urk.
3/2 S. 1)
aus
. Leider habe sich die Situation der Beschwerdeführerin hin
sichtlich ihrer chronischen Fersenschmerzen mit all den verschiedenen Mass
nahmen inklusive lokaler Bestrahlung nicht wesentlich verändern lassen. Passa
ger sei es zu einer Besserung bis Februar 2018 gekommen, seither habe sich die Situation wieder verschlechtert.
Gegenüber
e
iner Operation sei die Beschwerde
führerin weiter ablehnend gegenüber eingestellt (
Urk.
3/2 S. 1).
3.6
Dr.
med.
D._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie
,
berichtete am 22. Mai 2018 zu Händen von
Dr.
B._
(
Urk.
16/38), die Beschwerdeführerin leide an
-
einer
mittel- bis
schwergradigen
depressiven Episode (ICD
-
10 F32.1) mit
-
eine
r
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
-
einer
chronische
n
Fas
c
iitis
plantaris
beidseits mit Fussschmerzen
-
zunehmenden Gelenkschmerzen (Schultern, Knie)
-
arterieller Hypertonie
Bei der
Beschwerdeführerin
besteh
e
eine mittel- bis
schwergradige
depressive Symptomatik. Zusä
t
zlich leide sie
an zunehmenden
Schmerzen der Füsse und verschiedener Gelenke. Es lieg
e
eine psychosoziale Belastungssi
t
uation vor (Druck vom Migra
t
ionsamt, deutlich eingeschränkte Arbeitsfähigkeit aufgrund der Schmerzen, viele Ängste wegen des Alleinlebens mit den Kindern, Analpha
betismus
mit wahrscheinlich erschwerter Orientierung). Zusätzlich
sei
aufgrund der Biografie eine erhöhte Vulnerabilität zu erwarten
.
Die
Beschwerde
führerin sei
wahrscheinlich schon länger depressiv bei Deprivation in der Kind
heit. Eine sozialpsyc
h
iatrische Behandlung inklusive Psychopharmako
therapie
sei
dringend indiziert. Da die
Beschwerdeführerin
nicht
gewusst habe,
welche Medikamente sie
einnehme
,
sei
aktuell noch keine antidepress
i
ve Medikation begonnen
wor
den
. Die Empfehlung
zum
Klinikein
t
rit
t
habe
sie wegen der Kinder nicht an
ge
nommen
. Sie
sei
jedoch an einer ambulanten psychiatrischen Behandlung sehr interessiert
(
Urk.
16/28/4).
Dr.
D._
attestierte der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
vom
1.
Mai 2018 bis 3
0.
Juni 2018 (
Urk.
16/38/1).
3.
7
Zum Verlauf hielt
Dr.
Z._
mit Bericht vom 1
3.
Juli 2018 zu Händen von
Dr.
B._
fest, am 2
1.
Dezember 2017
habe er die Beschwerdeführerin
weiterhin
als
zu 50
%
arbeits
un
fähig beurteilt. Es handle sich um eine äusserst milde
Fas
c
iitis
plantaris
beidseitig. Mit
Palexia
sei die Beschwerdeführerin weiterhin zufrieden. Sie könne zwei Stunden gehen und stehen, was problemlos möglich sei, dann würden die Schmerzen beginnen. Daher sei bis zu zwei Stunden Arbeit pro Tag an vier Tagen die Woche möglich (
Urk.
3/2 S. 2).
4.
4.1
Unstrittig ist, dass die Beschwerdeführerin –
laut den Angaben der behandelnden
Ärzte
–
in somatischer Hinsicht
an
einer
Fasciitis
plantaris
, belastungsabhängigen Kniebeschwerden sowie einer
Periarthropathia
humeroscapularis
leidet
(vg
l.
E.
3.2).
Strittig und zu prüfen ist hingegen, ob und in welchem Umfang sich diese Leiden
– sowohl in de
r
bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit –
auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
aus
wirken
. Dies kann anhand der im Recht liegenden Akten nicht beurteilt werden.
4.2
Dr.
Z._
hielt
einerseits zwar
fest, dass
die Beschwerdeführerin zufolge
der fe
stgestellten Beeinträchtigungen
zwei Stunden gehen und stehen
könne
, dann
jedoch
würden die Schmerzen beginnen,
weshalb
Arbeiten im Umfang von bis zu zwei Stunden täglich an vier Tagen
pro
Woche (acht Stunden total) zumutbar
sei
(
Bericht vom 13.
Juli 2018, E. 3.7).
Im Bericht vom 2
4.
September 2017 lautete die Einschätzung von
Dr.
Z._
andererseits
dahingehend, dass die Beschwerdeführerin ein 15%-Pensum ausübe und da das Arbeiten als Küchengehilfin nicht mehr möglich sei, reduziere sich das zumutbare Pensum auf 12
%
.
Da bei einem 100%-Pensum von
einer 42-Stundenwoche auszugehen wäre,
erachtete
Dr.
Z._
mit dieser Einschätzung eines zumutbaren
12%-Pensum
s
somit eine Arbeitstätigkeit
von
rund fünf
Stunden pro Woche
als
zumutbar
. Im gleichen Bericht widerspricht er sich selber, indem er wieder
um
von
acht
zumut
baren Arbeitss
tunden pro Woche
ausging
.
Als nicht schlüssig erweist sich in diesem Zusammenhang die Einschätzung von
Dr.
Z._
im Bericht vom 1
3.
Juli 2018 (E. 3.7), in welchem er eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
attestierte, was bei vor Eintritt des Gesundheitsschadens ausgeübtem Pensum von 40
%
ein aktuell zumutbares 20%-Pensum bedeutete.
In einer angepassten Tätigkeit (rein sitzend, wechselbelastend) seien ebenfalls zwei Stunden täglich zumutbar (E. 3.4).
Bei letzterer Aussage bleibt unklar, ob sich diese Angabe auf vier oder fünf Tage pro Woche bezieht.
Abgesehen von den in sich widersprüchlichen Angaben von
Dr.
Z._
äussern sich w
eder
er
noch der für den regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) tätige
Dr.
med.
E._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, dazu, weshalb der Beschwerdeführerin die Tätigkeit als Reinigungsangestellte noch zumutbar, diejenige als Küchengehilfin jedoch nicht mehr zumutbar sein soll (
Urk.
16/30/3-4).
Dies
e Unterscheidung
erscheint angesichts des Belastungs
profils (leichte, wechselbelastende Tätigkeit, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne fuss- und kniebelastende Zwangs
haltungen
[
bücken, hocken, kauern, knien
]
und ohne häufiges Gehen auf unebe
nem Gelände
) nicht nachvollziehbar
(
Urk.
16/30/3).
Ebenfalls
abklärungsbedürf
tig
erscheint
, inwiefern der Beschwerdeführerin optimal angepasste
–
insbeson
dere in sitzender Position zu verrichtende Arbeitstätig
keit
en –
zumutbar wäre
n
. Den Berichten von
Dr.
A._
vom 1
0.
Juli 2017 (E. 3.1),
Dr.
Z._
vom 2
7.
Juli 2017 (E. 3.2) und 1
3.
Juli 2018 (E. 3.5) sowie
Dr.
C._
vom 1
4.
September 2017
(E. 3.3) sind keine weiteren Angaben zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu entnehmen.
4.3
RAD-Arzt
E._
gab im Rahmen seiner Stellungnahme vom
1.
November 2017 sodann an, aus dem
Umstand, dass die Beschwerdeführerin zwar noch Reini
gungsarbeiten, aber keine Küchenarbeiten mehr vornehmen könne,
sei zu schliessen, dass
die Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich
nicht
wesentlich
e
in
ge
schränk
t sei
(
Urk.
16/30/4)
. Dieser Schluss lässt sich nicht ohne weiteres ziehen.
4.4
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der medizinische Sachverhalt unge
nügend abgeklärt wurde. Insbesondere lässt sich noch nicht eindeutig sagen, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin sowohl in den bisherigen Tätigkeiten als Reinigungs- und als Küchenmitarbeiterin
als auch in einer
optimal ange
pass
te
n
Tätigkeit
eingeschränkt ist
.
Die Angelegenheit ist somit an die Beschwerde
gegnerin zu weiteren Abklärungen in somatischer Hinsicht zurück
zuweisen, wobei es ihr überlassen bleibt
,
zu entscheiden, ob auch weitere psychiatri
sche Abklärungen als erforderlich erachtet werden.
5
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtspre
chung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung erweist sich als gegenstandlos.