Decision ID: d9779ad4-a6f2-478c-864d-80aee4fbad95
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1957 geborene
X._
, gele
rnter Koch, arbeitete von Novem
ber 2001 bis zur von der Arbeitgeberin per 3
1.
Januar 2013 ausgesprochenen Kündigung bei
Y._
, zuerst im internen Postversand und he
rnach in der Hauswartung (
Urk.
8
/8/2 f.).
Nach einer Meldung zur Früher
fassung im Dezember 2012 (
Urk.
8/4)
, welche mangels Rückmeldung des Versicherten mit Schreiben vom 1
4.
Januar 2013 abgeschlossen wurde
(vgl.
Urk.
8
/7)
,
reichte
X._
am 1
7.
September 2015 (
Urk.
8
/9) die Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Eidgenössischen In
va
li
denversicherung ein. Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-St
elle, tätigte Abklärungen in er
werblicher und medizinischer Hinsicht und liess eine psychiatrische Begutachtung im Sanatorium
Z._
durchführen (Gut
ac
hten vom 2
3.
August 2016,
Urk.
8
/34).
Mit Verfügung vom 2
7.
Februar 2017
(
Urk.
8/44)
wies
sie
das Begehren um Leistungen der Invalidenversicherung
ab
.
Die
dagegen am 3
0.
März
2017 (
Urk.
8/45/3-11
) erhobene Beschwerde
des zwischen
zeitlich
verbeiständeten
Versicherten (
Urk.
8/31)
wurde durch das hiesige
Sozial
versi
cherungsgericht im Urteil vom 2
9.
Oktober 2018
(
Prozess Nr.
IV.2017.00386
)
in dem Sinne gutgeheissen, als die Verfügung vom
2
7.
Februar 2017
aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen über den Leistungsanspruch neu verfüge (
Urk.
8/49
).
In Umsetzung des Urteils vom
2
9.
Oktober 2018
holte
die IV-Stelle
Berichte bei den behandelnden Ärzten ein
(
Urk.
8/
63 und
Urk.
8/65) und veranlasste eine medizinische
Begutachtung
im
A._ Abklärungszentrum
(
Urk.
8/70
). Das am 2
8.
Februar 2020
erstattete
A._
-Gutachten (
Urk.
8/78)
unterbreitete
sie
ihrem
r
egionalen
ä
rztlichen Dienst
(RAD) zur Stel
lungnahme (
Urk.
8/82/5 f.). Mit Vorbescheid vom 2
0.
Mai
20
20 (
Urk.
8
/
83
) stellte sie die Abweisung
eines Anspruchs auf IV-Leistungen in Aussicht. Dagegen erhob der Versicherte am 1
0.
Juli 2020 (
Urk.
8
/
88
) Einwand. Nach
dem die IV-Stelle beim
A._
e
rgänzende Angaben
eingeholt
(
Urk.
8/90) und sich der Versicherte dazu
geäussert hatte
(
Urk.
8/94)
, wies
sie
das Leistungsbegehren
mit Verfügu
ng vom 1
8.
Januar 2021
(
Urk.
2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versi
cherte am 1
8.
Februar 2021
Beschwerde mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei mit Wirkung ab
1.
März 2016 eine ganze Rente zuzusprechen.
Eventualiter sei der psychiatrische Sach
verhalt mittels eines Gerichtsgutachtens zu erheben.
Die IV-Stelle schloss in ihr
er Beschwerdeantwort vom 2
6.
März 2021 (
Urk.
7
) auf Abweisung der Beschwerde
, was dem Beschwerdeführer am 2
9.
März
2021
zur
Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art.
8 Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art.
7 Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art.
7 Abs.
2 ATSG).
1.2
1.2.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art.
4 Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art.
3 Abs.
1 und Art.
6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E.
5.1, 143 V 409 E.
4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396 E.
5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein(BGE 145 V 215 E.
5.3.2, 143 V 409 E.
4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 139 V 547 E.
5.2, 127 V 294 E.
4c; vgl. Art.
7 Abs.
2 ATSG).
1.2.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E.
7.2; vgl.
BGE 143 V 409 E.
4.5.1).
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der dia
gnos
tischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurtei
lungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsun
fähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E.
4.5.2 unter Hinweis auf BGE
141
V
281 E.
3.7.2
; vgl. BGE 144 V 50 E.
4.3
).
1.3
1.3.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40
% arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
% invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40
% besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50
% auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60
% auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70
% auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art.
28a Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E.
3.4.2, 128 V 29 E.
1).
1.3.3
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mun
gen (Art.
17 ATSG in Verbindung mit Art.
88a
der
Verordnung über die In
vali
den
versicherung, IVV
) analog anzuwenden (BGE
133 V 263 E.
6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_122/2020 vom 26.
Februar 2021 E.
2). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse einge
treten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisions
grund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art.
88a Abs.
1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl.
BGE
125
V
413 E.
2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25.
August 2017 E.
2.2 und 8C_350/2013 vom 5.
Juli 2013 E.
2.2 mit Hinweis).
1.3.4
Bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, sind nach mindestens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55.
Altersjahr zurückgelegt haben, praxisgemäss in der Regel vorgängig Einglie
de
rungsmassnahmen durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung aus
zuschöpfen und erwerblich zu verwerten. Ausnahmen von der diesfalls grund
sätzlich («vermutungsweise») anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbstein
glie
derung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die ver
si
cherte Person besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben inte
griert ist oder wenn sie über besonders breite Ausbildungen und Berufserfah
run
gen verfügt. Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zu
lassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (BGE
145 V 209 E.
5.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_233/2021 vom 7.
Juni 2021 E.
2.3 mit Hinweisen).
Die Rechtsprechung, wonach es bei der wiedererwägungs- oder revisionsweisen Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei zurückgelegtem 55.
Alters
jahr oder mehr als fünfzehn Jahre dauerndem Rentenbezug grundsätzlich Ein
gliederungsmassnahmen durchzuführen gilt, findet auch dann Anwendung, wenn zeitgleich mit der
Rentenzusprache
über deren Befristung und/oder Abstufung befunden wird (BGE
145 V 209 E.
5.4). Denn die rückwirkende Zusprache einer in der Höhe abgestuften und/oder zeitlich befristeten Invalidenrente richtet sich grundsätzlich nach denselben Regeln wie die Revision eines bestehenden Renten
anspruchs nach Art.
17 Abs.
1 ATSG. Auch in dieser Konstellation sind Versi
cherte betroffen, die zufolge invalidisierender Beeinträchtigung ihrer Gesundheit (d.h. invaliditätsbedingt) über einen mehr oder weniger langen Zeitraum überhaupt nicht mehr oder nur noch beschränkt eingegliedert waren (E.
5.3).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben die Beweise frei,
das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
gemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen,
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbe
son
dere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE
125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE
134 V 231 E.
5.1, 125 V 351 E.
3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
137 V 210 E.
1.3.4, 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2021 vom 20.
April 2021 E.
3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Mit Urteil
des hiesigen Gerichts
IV.2017.00386 vom 2
9.
Oktober 2018 (
Urk.
8/49
) wurde die Sache zur Vornahme weiterer
medizinischer
Abklärungen an die Be
schwe
rdegegnerin zurückgewiesen
, da der
psychische
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
und dabei insbesondere
dessen Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit gestützt auf die damals vorhandene medizinische Aktenlage nicht rechts
gen
ügend ermittelt werden konnten.
Zwar erwies sich das Gutachten des Sana
toriums
Z._
vom 2
3.
August 2016 (
Urk.
8/34) in diagnostischer Hinsicht als nachvollziehbar (mittelgradige depressive Episode und Persönlichkeitsakzentu
ierung mit zwanghaften und paranoiden Anteilen
; E. 4.1 im Urteil IV.2017.00386,
Urk.
8/49/10-11
). Was die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit anbelangt
e
, er
schien
der gutachterliche Schluss auf eine seit Februar 2015 bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkei
t
sowie auf eine Restarbeitsfähigkeit
von nur zwei Stunden pro Tag
indes
als nicht
schlüssig (E. 4.2 im zitierten Urteil;
Urk.
8/49/11-12).
2.2
Prof.
Dr.
med.
B._
und
der behandelnde Arzt
C._
,
Fach
ä
rzt
e
für
Psychia
trie und Psychotherapie
,
D._
,
wies
en
im Verlaufsbericht vom
8.
J
uli
2019 (
Urk.
8/63) auf
die Behandlung
d
es Beschwerdeführer
s
in
wöch
entlichen bis vierzehntägigen Abständen
seit 2
3.
Juni 2015 mit letzter
Kontrolle
am 1
3.
Juni 2019
hin
und nannten
folgende Diagnosen:
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und paranoiden Anteilen (ICD-10 F61)
-
schwere komplexe schlafbezogene Atemstörung
-
Diabetes Mellitus Typ II
-
Adipositas
-
Rezidivierende depressive Störung gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
Der
Beschwerdeführer habe gla
ubhaft ein
en
Arbeitswunsch. E
s bestünden
aber
eine rasche Überforderungstendenz, ein
e
stark eingeschränkte Stressbelastung
s-
und Frustrations
toleranz und
durch die Persönlichkeitsstörung bedingt
ein
grosses
Misstrauen
, Zweifel sowie eine stark ein
geschränkte Beziehungsfähigkeit.
Er be
nötige
grosse Unterstützung zur
Haushaltsführung und habe
einen Beistand für seine Finanzen.
Er zeige sich sehr ein
geengt und sehr u
nflexibel, gerade auch für Veränderung
en,
dies im Rahmen seiner Persönlichkeitsstörung. F
ür den ersten Arbeitsmarkt
sei
aktuell und in
Zukunft keine Arbeitsfähigkeit
zu
erwarten
. Ob
ein Arbeitstraining im zweiten Arbeitsmarkt helf
en könnte
,
eine Arbeitsfähigkeit
zu erlangen,
sei
bei fehlende
n
persönlichen
Voraussetzung
en
als kritisch und mit eher schlechter Prognose zu sehen.
2.3
Dr.
med
E._
, Innere Medizin/Pneumologie, führte im Bericht vom
5.
August 2019 (
Urk.
8/
65/7) aus,
im Rahmen einer Polygrafie im Mai 2017
sei
eine schwere komplexe schlafbezogene Atemstörung festgestellt
worden
. Eine CPAP-Therapie
sei am 2
8.
November 2017 begonnen worden und d
arunter
sei es zu einem guten Rückgang der
Atempausen
gekommen.
In den diversen Kontrollen
habe sich
aber
nur eine sehr mä
ssige Nutzung
gezeigt und bei
der letzten Kontrolle am
6.
Juni 2019
sei
eine leere SD Karte ohne
Datenaufzeichnung
gebracht worden
.
Der Beschwerdeführer habe telefonisch
mitgeteilt,
dass er das CPAP Gerät seit der Konsul
tation vom
6.
Juni 2019
nicht mehr benutzt habe
,
da es
im Sommer zu heiss und er auch in den Ferien
gewesen sei.
2.4
2
.4
.1
Im
A._
–Gutachten vom 2
8.
Februar 2020 (
Urk.
8/78),
dessen Fachgutachten durch
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
und
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
,
erstellt wurden und welchem zudem ein neuropsychologisches Gutachten von
dipl.
psych.
H._
, Fachpsycho
login für Neuropsychologie FSP
,
zugrunde lag
,
nannten
die
Experten
in der
Gesamtbeurteilung
folgende Diagnosen
(S. 8):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit)
-
Keine
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit):
1.
Rezidivierende depressive Störung, nicht näher bezeichnet
(
ICD-10
F33.9)
2.
Persönlichkeitsakzentuierung
mit narzisstischen und zwanghaft
en
Zügen (
ICD-10
Z73)
3.
Initial schwergradiges Schlaf-Apnoe-Syndrom (erfolgreich
therapiert)
4.
Diabetes mellitus Typ II
5.
Adipositas Grad 1 (BMI 32)
6.
Verdacht auf thorakale Dermatomykose
2.4
.2
Der psychiatrische Experte führte aus (S. 21
ff.
), der Beschwerdeführer berichte, er könne sich nur sehr wenig konzentrieren, habe wenig Ausdauer und sei kra
ftlos.
Er bekunde v
on der Stimmung her
, dass
er nicht traurig oder verzweifelt
,
aber
seine
Stimmung
schon
etwas gedämpft
sei und er
an Lustlosigkeit
leide
. Er äussere,
dass
er ordentlich, im Grunde
sogar
überordentlich, penibel, eh
rgeizig und leistungsorientiert
sei
.
Eine Z
eit
lang habe er viele Dinge in seiner Wohnung gesammelt, die er später vielleicht einmal hätte gebrauchen können. E
r verneine aber eindeutig eine ich-dystone Zwangssymptomatik.
Die psychischen Probleme hätten sich ab 2012 eingestellt. Er sei damals arbeitslos geworden und habe sich schätzungsweise 250 bis 270 Mal erfolglos beworben. Seit Ende 2012 stehe er in psychiatrischer Behandlung, habe bereits mehrere Antidepressiva ausprobiert, die er nicht vertragen habe. Seit drei Jahren nehme er
Brintellix
; die Depression habe sich aber erst im November 2019, seit er auf Lithium eingestellt worden sei, gebessert (S. 22).
Zum Tagesablauf berichte er (S. 24), er stehe zwischen 8.30 und 9 Uhr auf, verrichte seine Morgentoilette, ziehe sich an, trinke einen Kaffee, esse ein Toast
brot oder
ein
Joghurt. Danach sei er unter Umständen schon wieder kaput
t, lege sich ins Bett, etwa ein
bis z
wei Stunden und
dämmere dahin. Anschliessend stehe er auf, mache
etwas Hausarbeit, wasche vielleicht Geschirr ab, sei dann auch schon recht bald wieder körperlich kaputt. Am späten Vormittag lege er sich nochmals eine Stunde hin. Mittags mache er sich nur etwas Einfaches, nichts Aufwändiges. Nach dem Mittagessen gehe er einkaufen und anschli
essend
sehe
er ein
bis zwei Stunden
fern
, insbesondere Infosendungen und liege dabei auf der Coach. Zwischen 18 und 19
Uhr mache er sich wieder etwas Schnelles zum Essen. A
nschliessend
sehe
er
F
ern, bleibe bis gegen 1 bis 2 Uhr auf und gehe dann zu Bett.
Da er an sehr ausgeprägten Konzentrationsstörungen sowie Müdig
keit leide, sehe
er sich
zu keinerlei beruflicher Tätigkeit in der Lage.
Zum psychiatrischen Untersuchungsbefund
führte der Experte aus
(S. 25 f.)
, d
er
Beschwerdeführer
vermittle einen altersentsprechenden, gepflegten Eindruck
. E
in tragfähiger Kontakt sei rasch herstellbar und werd
e durchgehend aufrechter
halten
. Die
Auffassung
sei nicht erschwert. Die Konzentrationsfähigkeit
werde subjektiv als massiv reduziert angegeben,
zeige sich aber im
Untersuchungs
ge
spräch zumindest nicht
gröber gestört.
Der Beschwerdeführer
könne
dem U
nter
suchungsgespräch aufmerksam folgen, verliere nie den Faden und a
uch relativ komplexe und umfangr
eiche Thematiken
,
wie etwa seine
Berufsbiographie
,
könne er
gut fo
kussiert darlegen. Er bewältige
auch r
asche
Themenwechsel prob
lemlos und
zeige sich bewusstseinsklar und zu allen Qualitäten (autopersonell, situativ, zeitlich, örtlich) vollständig orientiert.
Unter Berücksichtigung von Psychomotorik und Gesprächsaktivität
sei
in der Untersuchungssituation selbst keinerlei Antriebsminderung
zu sehen
gewesen
.
Der Beschwerdeführer
wirke auch nicht auffallend müde oder gar verhangen, auch wenn er anamnestisch berichte, dass er im Lauf des Tages schnell erschöpft und bei Anstrengung schnell „körperlich kaputt" sei.
Eine
Persönlichkeitsstörung
könne nicht erhoben werden
,
da
dafür
das bis 2012 err
eichte soziale Funktionsniveau zu hoch
sei. Es sei
aber
eine Persönlichkeitsakzen
tuierung mit narzisstischen und
zwanghaften Zügen
zu sehen
(S. 27).
Dabei sei d
ie diagnostische Einschätzung des Krankheitsbildes aufgrund der Be
schwerdebetonung, wenn nicht
gar
Aggravation
,
sowie
aufgrund von
Inkons
i
sten
zen erheblich erschwert.
In der
zur genaueren Klärung
veranlasste
n
neuro
psy
chologische
n
Untersuchung
habe aufgrund der verminderten
Kooperations- und Anstrengungsbereitschaft kein gültiges Testp
rofil erstell
t werden können
(S. 29)
.
E
ine psychiatrische
Diagnose mit
Relevanz für
die Arbeitsfähigkeit
sei
aktuell
keine zu stellen
(S. 3
0
).
2.4
.3
Aus internistische
r
Sicht
hielt der Experte fest
(S
. 43 f.
),
es liege ein dia
gnostiziertes, initial als schwergradig eingestuftes Schlaf-Apnoe-Syndrom vor, welches nach
anfänglicher Ablehnung und zwischenzeitlichen
Compliance
prob
lemen
nun mit regelmässigem
T
ragen des Geräts
(gemeint: CPAP-Gerät, vgl. E. 2.3
)
pneumologisch zu einem ausgewiesenen Therapieerfolg mit einer massiven Re
duktion d
er Atempausen geführt habe
. Weiterhin liege ein medikamentös behan
de
lter Diabetes mellitus vor, der
bis
dato keine Probleme bereitet habe
. Folge
komplikationen
seien
nicht aktenkundig
und
die aktuell gemessene
n, im Grunde noch grenzwertigen
Blutdruckwerte
,
seien
leicht zu hoch, ohne
dass
eine arte
rielle
Hyp
ertonie postuliert werden könn
e
.
Es
bestehe eine Adipositas Grad 1 und es zeige sich eine fragliche Dermatomykose am Thorax ventral.
Internistische Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit
könnten damit keine genannt werden
.
2.4
.4
Die neuropsychologische
Sachverständige
hielt fest
(
Urk.
8/78/54), der Beschwer
deführer zeige eine schwankende und teilweise deutlich verminderte Leistungs
bereitschaft. Im Bereich der Aufmerksamkeitsfunktionen und der Kurzzeit- und Arbeitsgedächtnisleistungen erbringe er deutlich unterdurchschnittliche Ergeb
nisse. Im Bereich der Gedächtnisleistungen seien die Ergebnisse stark schwan
kend
mit teilweise weit unterdurc
hschnittlichen
,
teilweise
mit
normgerechten bis über
durchschnittlichen Leistungen
.
In mehreren B
ereichen erziele
der Beschwerde
führer
jedoch auch erwartungsgerech
te Ergebnisse, näml
ich in der Orientierung, im Zahlen
K
odieren, teilweise im ver
balen und visuellen Gedächtnis,
im Be
nen
nen, in der
Visuokonstruktion
, in der Planu
ngsf
ähigkeit und in der Denkflexibil
i
tät.
Dabei hätten die erzielten Werte teilweise bei relativ einfachen Aufgaben viele Standardabweichungen unter dem Niveau verschiedener klinischer Gruppen mit guter Anstrengungsbereitschaft ergeben. So
seien
beispielsweise acht Stand
ardabweichungen unter dem mittleren Leistungsbereich von Patienten mit schwe
rem Schädel-Hirn-Trauma und neun Standardabweichungen unter dem Durch
schnitt von depressiven Patienten
.
D
ie Ergebnisse hätten auf dem Niveau von Patienten mit fortgeschrittener Demenz gelegen und
seien
in einem einfachen nonverbalen Verfahren ebenfalls hoch auffällig gewesen. Es bestünden erheb
liche Zweifel an der durchgängigen Mitwirkung in der Untersuchung
und
auf
grund der verminderten Kooperations- und Anstre
ngungsbereitschaft sei kein gültiges Testprofil
erh
ältlich gewesen
(S. 55)
.
2.4
.5
Zum Verlauf
legten
die Experten
dar
(S. 10
f.
)
,
dass seit Februar 2015 bei mittel
gradiger depressiver Episode zunächst über längere Zeit in der bisherigen Tätig
keit im Wesentlichen eine Arbeitsfähigkeit von 30
%
vorgelegen habe.
Aus heuti
ger Sicht erscheine nachvollziehbar, d
ass
-
wie im Gutachten des Sanatoriums
Z._
vom 2
3.
August 2016
angenommen -
die Kriterien einer mittelgradigen depressiven Episode spätestens seit Februar 2015 erfüllt gewesen seien.
Entspre
chend dem Bericht des
Psychiatrie I._
vom
8.
Juli 2019
(gemeint wohl
D._
;
vgl.
Urk.
8/78/18
und
E.
2.2
hiervor)
sei es
sodann
zu einer Re
mission der Depression gekommen
,
wobei der genauere Zeitpunkt aus den Unter
lagen nicht nachvollzogen
werden
könne
und auch die anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers nicht weiterhelfen könnten. Unter der Voraussetzung, dass e
ine Remission tatsächlich vorgelegen habe,
dürfte während
de
s
Jahr
es
2
019 für einige Monate eine 100%i
ge Arbeitsfähigke
it vorgelegen haben. Spätestens im November 2019 habe
sich
aber
die Depression offensichtlich wieder verschlech
tert,
wofür die
Lithium-Augmentation
spr
e
che
, mit der
im November 2019 be
gonnen worden
sei
. Spätestens von Mitte November
bis Mitte Dezember 2019
habe
eine Arbeitsfähigkeit
von
30 bis 50
%
vor
gelegen und seit Mitte Dezember 2019 bestehe
wieder eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
.
2
.4.6
Mit Schreiben vom 1
4.
September 2020 (
Urk.
8/90; unterzeichnet in:
Urk.
8/96) nahm
Dr.
F._
zu den Einwänden des Beschwerdeführers gegen die Beweiskraft des
A._
-Gutachtens Stellung und verwies
hinsichtlich der
massgeblichen Indi
katoren
(E. 1.2.2) auf die jeweiligen Textstellen im Gutachten
(
Urk.
8/90/1 f.). Im Weiteren
äusserte er sich
insbesondere
zum Massgeblichkeit des Mini-ICF-App im Fall des Beschwerdeführers und
führte aus, dass
im Jahr 2016 bei mittel
gradiger depressiver Episode nachvollziehbar stärker ausgeprägte Funktionsein
schränkungen gemäss Mini-ICF-App vorgelegen hätten
als bei der aktuellen Be
gutachtung.
3.
3.1
Das
A._
Gutachten vom 2
8.
Februar 2020
(
Urk.
8
/
78) basiert auf umfassenden psychiatrischen, neuropsychologischen und somatischen
Untersuchung
en
und
wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Die
Gutachter
erhoben
detaillierte und nachvollziehbare Diagnosen und
setzten
sich mit den vom Beschwerdeführer geklagte
n Beschwerden ausein
ander
. Zudem
wurden
die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dargelegt und
die
Schlussfolgerung
en in der Konsensbe
ur
teilung
nachvollziehbar begründet. Dem
A._
Gutachten kommt daher grundsätzlich v
olle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.4 hiervor
).
3.2
3.2.1
In formeller Hinsicht beanstandet d
er Beschwerdeführer
am
A._
-Gutachten
, dass nach der Konsensdiskussion die Unterschriften
von
Dr.
J._
, Medizinische Verantwortung, Mitgl
ied des Verwaltungsrates,
Dr.
K._
, medizinische Super
vision, und
L._
, Präsident des Verwaltungsrates aufgeführt seien, die an der
Begutachtung
nicht mitgewirkt hätten.
Auch sehe d
ie Stellungnahme
des
A._
vom 1
4.
September 2020
so
aus,
als seien die Unterschriften der
Dres
.
F._
und
M._
hineinkopiert worden (
Urk.
1 S.
7.
f.).
3.2.2
Dem kann
in verschiedener Hinsicht
nicht gefolgt werden.
Es ist aktenkundig, dass dem
Beschwerdeführer die begutachtenden
Sachverständigen
im Vorfeld der Untersuchung bekannt gegeben
wurden
(
Urk.
8/70). Sodann liegen die von den untersuchenden Experten
unterschriebenen Teilgutachten auf (vgl.
Urk.
8/78/37, 8/78/49 und 8/78/56). Das
s
in der
b
idisziplinären
(psychiatrisch/internistisch)
Gesamtbeurteilung neben dem fallführenden Psychiater
Dr.
F._
sowie dem Internist
en
Dr.
G._
im Rahmen
der
Gesamtverantwortung
für die
Abklärungs
stelle auch
medizinisch fachkundige Supervisoren und Mitglieder der Geschäfts
leitung mitunterzeichnet haben (vgl.
Urk.
8/78/14), schadet dem Beweiswert des Gutachtens nicht
,
sondern
entspricht der gängigen Praxis
von
regelmässig als juristische Personen
konstit
u
ierten
medizinischen Abklärungsstellen (MEDAS)
.
Abweichungen
oder Widersprüche
zwischen den Einzelgutachten und der
Ge
samtb
eurteilu
ng sind nicht ersichtlich, werden auch nicht geltend gemacht
. Auch sind
sonst keine Anhaltspunkte
erkennbar
, dass die
g
esamtmedizinische E
in
schätzung
nicht von allen Gutachtern mitgetragen wurde oder es bei der Unter
zeichnung zu
Unregelmässigkeiten
gekommen ist.
3.3
3.3.1
In materieller Hinsicht
rügte der Beschwerdeführer
,
es sei
bereits
einwandweise
geltend gemacht
worden
, dass
Dr.
F._
kein Mini-ICF-APP durchgeführt habe
und auch mit der Stellungnahme vom 1
4.
September 2020 sei offensichtlich, dass ein solches
nicht
durchgeführt worden sei
. Es sei auch zu beachten, dass die psychiatrische Untersuchung am 2
3.
Januar 2020 und die neuropsychologische Untersuchung
erst
am
5.
Februar 2020 stattgefunden habe (S. 8 f.).
Der Gutachter sei der Verpflichtung
,
die Einschätzung der Fähigkeitsstörungen nach Abzug von Beschwerdebetonung und Aggravation nachvollziehbar darzulegen
,
nicht nach
ge
kommen
und
habe nicht
erklärt,
wie er auf das Ergebnis gekommen sei
.
Im Gegensatz
seien im
Gutachten des Sanatorium
s
Z._
vom 23.
August 2016 die Fähigkeitsstörungen lege artis erhoben und dokumentiert worden.
Dr.
F._
habe in seinem Gutachten
auch
die Tatsache der Haushaltshilfe unberücksichtigt
gelassen
und
auch, dass die KESB
am 17.
November 2015 eine Vertretungs
bei
standschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung errichtet habe. Unter diesem Blickwinkel scheine es fragli
ch, dass
die Fähigkeit zur Planung und Struk
turierung sowie die Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit nicht beeinträchtigt sein sollen (S. 10 f.).
Es sei auch darauf hinzuweisen, dass die Neuropsychologin in ihrem gesamten Bericht das Wort Aggravation nicht verwendet habe
und damit
nicht überwiegend wahrscheinlich
sei
, dass
eine
Aggravation vorhanden sei
(S.
14
).
3.3.2
Zum Beweiswert des
Gutachten
s
des Sanatoriums
Z._
vom 2
3.
August 2016
hat das Gericht im Urte
il vom 2
9.
Oktober 2018 unter Erwägung
4.2 und 4.3 (
Urk.
8/49/11 f.)
dargelegt
,
weshalb darauf nicht abgestellt werden kann
. Da
rauf kann verwiesen
werden, wobei festzuhalten ist, dass die damaligen Gut
ach
ter ausschliesslich
auf
das vom Beschwerdeführer beschriebene und
auf
gezeigte negative Leistungsbild abstellten
und keine Auseinandersetzung mit
ausgewiese
n
en Ressourcen und keine Würdigung von
psychosoz
ialen
Belastungsfaktoren
erfolgte.
Dies führte zur
R
ückweisung der Sache zur
Klärung des
medizinischen
Sachverhaltes
an die Beschwerdegegnerin
worauf die
Begutachtung im
A._
durchgeführt wurde
.
Zur Rüge,
bei dieser Begutachtung sei
das
Mini-ICF-APP
nicht
durchgeführt
worden, hat das
A._
aus medizinischer Sicht
am
1
4.
September 2020
Stellung genommen
(vgl.
Urk.
8/90). Dabei wurde dargelegt, dass
die Nutzung dieses
Instrumente
s
nur
optional
ist
und d
a
der Gutachter sich bei der Anwendung auf die Angaben der Exploranden ab
stützen
müsse
, der Einsatz nicht mit objektiven Befunden gleichgesetzt werden
könne
.
Dami
t ist nachvollzie
hbar, dass bei im Raum stehender
fraglicher subjektiver Leistungsbereitschaft
mit diesem Instru
ment
arium
keine verlässlichen Angaben
zu erhalten sind. Gleich verhält es sich auch mit den neuropsychologischen
Untersuchungen
, wird doch für deren Aus
sagekraft eine uneingeschränkte Leistungsbereit
schaft vorausgesetzt
, die bei der Untersuchung des Beschwerdeführers
im Rahmen der Begutachtung im
A._
, anders noch als bei der neuropsychologischen Abklärung im Mai 2016 (
Urk.
8/34/39-41)
,
nicht gegeben war
(vgl.
Urk.
8/
78/53
f.
)
. Dass der f
allführende Psychiater
,
nachdem er den Beschwerdeführer am 2
3.
Januar 2020 untersucht hatte,
anlässlich
seiner
diagnostischen Einschätzung bei der
F
ertig
stellung
des Gutachtens
am
1
8.
Februar 2020
die Ergebnisse der neur
opsychologischen Tes
tung vom 5.
Februar 2020
ebenso
wie
die
L
aborbefunde zur diagnostischen Ein
schät
zung aus psychiatrischer Sicht
beigezogen
hat
respektiv
e
beiziehen
musste, ist vor diesem Hintergrund überzeugend dargelegt
(vgl.
Urk.
8/78/20
,
8/78/28
und 8/78/29
)
.
Vom
psychiatrischen
Gutachter wurde dabei transparent
auf
die Schwierigkeit hinsichtlich
der diagnostischen
Einschätzung des Krankheitsbildes
hingewiesen
,
nachdem
subjektive Beschwerdeangaben mit objektiven Untersu
chungs
befunden nicht in Einklang zu bringen waren und
in den
neuropsy
cho
logischen
Testungen
neben unauffälligen auch
Ergebnisse
gezeigt
wurden, die unter dem mittleren Leistungsbereich von Patienten mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma und auf dem Niveau von Patient
en mit fortgeschrittener Demenz liegen
. Dass hierin ein
deutlicher
Widerspruch zum Leistungsniveau im Alltag mit
weit
gehend
eigenständiger Lebensführung sowie dem Fahren eines PKW
erkannt wurde
, ist
überzeugend dargelegt
(vgl.
Urk.
8/78/54 f.).
Daran ändert auch nicht
s
, dass der Beschwerdeführer
gemäss seinen Angaben
einmal pro Woche
die
Mith
ilfe
des
Sozialdienst
s
der Gemeinde
für
seine
Haus
halt
besorgung
und einen Beistand zur Regelung
seiner
administrativen und finanziellen
Angelegenheiten
beansprucht.
Darauf
wie
auch
auf
sein
Messie-Verhalten, welches
Thematik der derzeitigen Behandlung
sei
,
wurde in
der neuro
psychologischen Untersuchung
hingewiesen
(vgl.
Urk.
8/78/52).
Auch wurde diese
Thematik
in der psychiatrischen Untersuchung
im Rahmen
der Sozialanamnese
thematisiert und blieb mit
dem Hinweis auf
«Zwanghaftes Verhalten im Wohnen» nicht unerwähnt
(
Urk.
8/78/22)
. In der internistischen Untersuchung gab der Beschwerdeführer
dazu
an, dass er ein Problem habe
,
Dinge
«
wegzuschmeissen
»
,
und viel sammle,
dass er sich
auf freiwilliger Basis von einem Beistand beraten lasse und
,
obwohl ihm die Hausarbeit schwerfalle, keine Fremdhilfe habe (
Urk.
8/78/41).
Im Übrigen lag den Gutachtern
auch
die Fotodokumentation der
Polizei N._
vom 2
0.
Januar 2015
, welche im Zusammenhang mit einer fürsorgerischen Unterbringung wegen Verwahrlosung erstellt wurde (
Urk.
8/30),
und der Entscheid
der
KESB
N._
(
Urk.
8/31)
vor, was im Akten
auszug des Gutachtens exp
lizit festgehalten wurde (
Urk.
8
/78/15).
Dass im Rahmen des psychiatrischen Interviews dazu
nicht
explizit
weiter
nachge
fragt
wurde
,
vermag allenfalls
dar
in gründen,
dass der Beschwerdeführer
selber
dieser Thematik keinen
grösseren
Stellenwert mehr
zu
gemessen hat
, worauf
seine
ungenau
en und abweichenden
Ausführungen in den verschiedenen Untersu
chungen
hinweisen
.
Der
Verlässlichkeit
der
von psychiatrischer Seite her erhobenen Untersu
chungs
befunde
und Diagnosen sowie der Einschätzung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit im Begutachtungszeitpunkt
ist dies nicht abträglich.
Anhalts
punkte, dass sich der
psychiatrische
Gutachter nicht an die
massgebenden nor
mativen R
ahmenbedingungen zur Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit gehalten hat
(vgl. dazu insbesondere:
Urk.
8/90/2)
, ergeben sich
sodann
keine
. D
ie funktio
nellen Auswirkungen
wurden
zudem
anhand der Indikatoren schlüssig und wider
spruchsfrei
überprüft
.
Damit besteht kein Anlass
,
nicht auf die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
der
A._
-Gutachter
im Begutachtungszeitpunkt
abzustellen.
3.4
3.4.1
Was die Verlaufsbeurteilung im Gutachten des
A._
anbelangt,
war
diese
auf
grund der im Vordergrund stehenden psychischen Symptomatik
im Wesentlichen
auf psychiatrischem Fachgebiet zu erheben
. Dass
sich
dabei die
Erhebung der Anamnese
mit Bezug auf die
Entwicklung einer depressiven Symptomatik
als
s
chwierig
gestaltete
, wurde vom psychiatrischen Experten
zu Recht festgehalten.
N
achdem die Vorberichte
der behandelnden Ärzte
und das
Gutachten des
Sana
toriums
Z._
keine verlässliche Grundlage
für die Beurteilung der Arbeits
fähigkeit
bildete
n (E.2.1), waren die Gutachter des
A._
gehalten, diese vor dem Hintergrund der psychosozialen Belastungsfaktoren und der persönlichen Res
sourcen des Beschwerdeführers sowie einer allfällig fehlenden Leistungsbereit
schaft auch im Verlauf zu beurteilen
. Dabei wurde
mit Bezug auf die medi
zini
schen Akten nachvollziehbar dargelegt
, dass
davon auszugehen ist, dass
spätes
tens seit
Februar 2015
die Kriterien für ein
e
mittelgradige
depressive Episode
als
erfüllt
gesehen werden können
und
die Symptomatik
aufgrund des späteren
Bericht
s
vom
8.
Juli 2019 (vgl. E. 2.2)
offensichtlich
remittiert
e
. Dass sich die
Symptomatik
im November 2019
vorübergehend
wieder verschlechtert
hat
,
wur
de mit
der Aufnahme einer
Lithium-Augmentation
begründet,
die
ihre Wirkung
ab
Mitte Dezember 2019
zeigte, sodass
seither
nur noch die Diagnose rezidivierende Störung nicht näher bezeichnet (ICD-10 F 33.9) gestellt werden konnte (
Urk.
8/78/29).
Dabei stellte der Gutachter offensichtlich auch auf die anamnes
tischen Angaben des Beschwerdeführers ab, welcher angab, dass
er
im November 2019 auf Lithium eingestellt worden sei, was sich auf sein Befinden sehr positiv ausgewirkt habe, er aufgestellter, psychisch in besserer Verfassung sei und diese Veränderung Mitte Dezember 2019 wahrgenommen habe (
Urk.
8/78/22).
Die
Verlauf
sbeurteilung
überzeugt insoweit, als
Dr.
F._
im Wesentlichen ge
stützt auf die Akten
darauf schloss, dass
sich
beim Beschwerdeführer
im Jahr 2012 nach dem Verlust des Arbeitsplatzes und vergeblichen intensiven
Stellenbe
mühungen
eine rezidivierende depressive Störung entwickelt hat. Diese zeitigte
gemäss seiner Beurteilung
im hier interessierenden Zeitraum
ab
Februar
respek
tive März
2015
(Anmeldung vom 1
7.
September 2015)
bei mittelgradiger depres
siver Episode zunächst
eine Arbeitsfähigkeit von
30
%
in der zuletzt ausgeübten
und
in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
.
Nach
vollziehbar legte
Dr.
F._
dar, weshalb die im Gutachten des Sanatoriums
Z._
vom 2
3.
August 2016 postulierte 100%ige Arbeitsunfähigkei
t in ange
stamm
ter und nur
21.5%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit mangels Hin
wei
sen auf kognitive Einschränkungen in der neuropsychologischen Unter
su
chung vom 2
0.
Mai 2016
(vgl. 8/34/39-41)
sowie angesichts der zum Aktivi
tätsniveau
diskrepanten
Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers
trotz mittel
gradiger Au
s
prägung der depressiven Störung
nicht
überzeugt
(
Urk.
8/78/32
)
.
Seine Einschät
zung, wonach der Beschwerdeführer
ab
Februar 2015
bis zur Remission der Depression
in einer optimal angepassten Tätigkeit (extern strukturiert, gut ange
leitet:
Urk.
8/78/32) zu 50
% arbeitsfähig
war
, korrespondiert sodann
weitgehend
mit der Einschätzung des bereits dannzumal behandelnden Psychiaters vom
4.
Juli 2016
, welcher das Erreichen einer 50%ige
n
Arbeitsfähigkeit gemäss seiner telefonischen Auskunft zu Händen des Sanatoriums
Z._
als möglich erachtete (
Urk.
8/34/13).
Im Lichte der massgeblichen Indikatoren
(E. 1.2.2)
gilt es
im Weiteren
zu be
rücksichtigen, dass in der neuropsychologischen Untersuchung vom 2
0.
Mai 2016
und in der Begutachtung im Sanatorium
Z._
(noch)
kein suboptimales Leistungsverhalten
festgestellt wurde
(
Urk.
8/34/17,
8/34/40). Die Ausprägung der diagnoserelevanten Be
funde
im
Gutachten des Sanatoriums
Z._
(
Urk.
8/34/15)
fiel im Vergleich zur Begutachtung im
A._
sodann erheblicher
aus und die
Behandlung der
komplexe
n
schlafbezogene
n
Atemstörung als all
fällig relevante Komorbidität
wurde erst im November 2017 anhand genommen (E. 2.3).
Entsprechend drängen sich an der gutachterlich festgestellten medizi
nisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit von 50
%
ab Februar 2015 auch im Lichte der normativen Vorgaben keine Zweifel auf.
3.
4.2
Dass sich die depressive Störung des Beschwerdeführers spätestens bis zum Zeitpunkt der Begutachtung im
A._
im Januar und Februar 2020 gebessert hat und nunmehr keine funktionellen Auswirkungen
mehr
nach sich zieht, ist nach dem oben Gesagten erstellt (E. 3.3). Ob es sich rechtfertigt, allein aufgrund der Tatsache der Lithium-Augmentation im November 2019 auf eine vorübergehend
e Verschlechterung des Gesundheitszustandes und eine
tiefere Arbeitsfähigkeit von nur 30-50
%
während eines Monats zu schliessen, kann sodann offenbleiben, bliebe eine solche Verschlechterung mangels der notwendigen Dauer von drei Monaten doch ohnehin unbeachtlich (
Art.
88a
Abs.
2 IVV). Auch muss – wie sich aus der nachfolgenden E. 4 ergibt - nicht abschliessend geklärt werden, ob sich die Annahme einer anspruchserheblichen Verbesserung des Gesundheitszu
stan
des bereits ab
8.
Juli 2019 (vgl. E. 3.4.1) rechtfertigt.
3.5
A
uf die Beurteilung der
Experten im Gutachten des
A._
kann daher
auch im Verlauf abgestellt werden
.
Da im Rahmen eines beweiswertigen fachärztlichen Gutachtens (vgl. BGE 125 V 351) die Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise festgelegt wurde
, sind von
w
eitere
n
medizinische
n
Abklä
rungen
keine neuen Erkenntnisse zu erwarten
,
weshalb entgegen dem Antrag
des Beschwerdeführers
(vgl.
Urk.
1 S. 2)
darauf zu verzichten ist (antizipiert Beweis
würdigung
; BGE 124 V 90 E. 4b
).
4.
Zu prüfen
bleiben die erwerblichen Auswi
rkungen dieser Einschränkung im Ver
lauf.
4.1
Der Beschwerdeführer meldete sich am 1
7.
September 2015 zum Leistungsbezug an
.
Unter Berücksichtigung, dass ab Februar 2015
in seiner zuletzt ausgeübten
Tätigkeit
eine
3
0%ige
Arbeitsfähigkeit und in einer angepassten Tätigkeit eine 50%ige Resta
rbeits
fähigkeit
bestand
und der Rentenanspruch frühestens sechs Mo
nate nach der Anmeldung
und nach Erfüllen des Wartejahres
entstehen kann
(
Art.
29
Abs.
1
in Verbindung mit
Art.
28
Abs.
1
lit
. b
IVG
)
,
sind die erwerblichen Auswirkungen
ab M
ärz 2016
zu prüfen.
4.2
Hinsichtlich
der Vergleichseinkommen ist
zu berücksichtigen, dass der Beschwer
de
führer
eine Berufslehre
als Koch
in
O._
absolvierte
und zuletzt bei der
Y._
vom
1.
November 2001 bis 3
1.
Januar 2013 tätig war. Dabei war er zuerst
mit verschiedenen Aufgaben im Innendienst,
wie
V
erteilen
und
S
ortieren der internen Post, Installation von Apparaten und Einrichtungen und ab 2007
mit Hauswartungsaufgaben
in den
Liegenschaften der
Y._
betraut. Das Arbeitsverhältnis wurde Seitens der Arbeitgeberin gekündigt, weil sie neue Räumlichkeiten bezog und
dadurch
das Tätigkeitsumfeld des Beschwerdeführers weg
fiel
(
Urk.
8/8/2-4
, vgl. auch
Urk.
8/78/23
).
Da
der Beschwerdeführer die
letzte
Anstellung nicht gesundheitsbedingt verloren hat,
kann a
ls Ausgangspunkt für das
Valideneinkommen
nicht
auf das zuletzt erzielte Erwerbseinkommen
abge
stellt werden
.
Nachdem der B
eschwerdeführer seinen
erlernten Beruf als Koch seit 1987 nicht mehr
ausgeübt
hat
, sondern verschiedenen ungelernten Tätigkei
ten nachg
egangen ist
(vgl.
Urk.
8/14 sowie
Urk.
8/34/7)
, und seit der Kündigung per 3
1.
Januar 2013
keine Erwerbstätigkeit mehr aufgenommen
hat,
sind
für die Vergleichseinkommen
Lohnstatistiken beizuziehen
,
wobei für das Validen- als auch
für
das Invalideneinkommen die gleichen
Tabelle
n
der Lohnstrukturerhe
bung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (vorliegend: Tabelle TA1 Löhne für Männer,
Kompetenzniveau 1
, Total)
zur Anwendung gelangen, sodass
der Ein
kommensvergleich anhand eines
rechnerischen
Prozentvergleiches zu erfolgen hat
(Urteil des Bundesgerichts 9C_368/2019 vom
8.
Oktober 2019 E. 4.2
mit Hin
weisen
)
.
Anlass zu einem Abzug vom Tabellenlohn auf Seiten des hypothetischen Inva
lideneinkommen
s
besteht nicht
, bilden doch
weder
die Notwendigkeit
eine
r
psy
chisch bedingt verstärkte
n
Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeits
kol
legen
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 2
9.
Mai 2018 E. 3.4.2; vgl. auch Urteil 9C_233/2018 vom 1
1.
A
pril 2019 E. 3.2 mit Hinweisen)
noch
eine
Teilzeitbeschäftigung automatisch eine
n zusätzlichen Grund für eine
Reduk
tion (Urteil des Bundesgerichts 8C_561/2018 vom
4.
März 2019 E. 4.3.1
)
.
Gemäss der L
SE-Tabelle T18 für das Jahr 2016
verdienten zwar statistisch Männer mit ein
em Beschäftigungsgrad von 50-74
%
ohne Kaderfunktion rund 4
% weniger als solche mit einem Beschäftigungsgrad von 90
%
und mehr. Dies stellt aber praxisgemäss keine überproportionale Lohneinbusse dar
(Urteil des Bundesge
richts 9C_329/2021 vom 2
9.
Oktober 2021 8.6)
.
Das Belastungsprofil beim Beschwerdeführer zeigt sich sodann
im Wesentlichen
in psychiatrischer Hinsicht und
zwar
in der Weise beeinträchtigt, dass als optimal geeignet
e Tätigkeit
eine gut strukturierte regelmässige Tätigkeit ohne besonderen Zeitdruck
und ohne erhöhte Anforderung an die emotionale Belastbarkeit
ange
geben
wird
(
Urk.
8/78/33). A
ufgrund eines moderaten
Hypoglykämierisikos
(Unterzuckerung)
sind
des Weitern
Tätigkeiten unter Bedienung gefährlicher Maschinen
,
auf Leitern und mit Absturzgefahr sowie mit potentieller Fremd- oder Selbstgefährdung (z.B. Personentransport) eher nicht geeignet (
Urk.
8/78
/
13 und
Urk.
8/78/33).
Dem Beschwerdeführer stand damit
auch
im Verlauf ein grosses Spektrum an Tätigkeiten offen
.
Faktoren, welche ihn gegenüber gesunden Mit
be
werber
n
auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
benachteili
g
en,
wurde
sodann
bereits mit der medizinisch
attestierten
Restarbeitsfähigkeit
von 50
%
zureichend
Rechnung getragen
. Ein zusätzlicher
Tabellenlohnabzug
ist
damit nicht
ange
zeigt
.
4.3
U
nter Berücksichtig
ung des zumutbaren Pensums von 5
0
%
führt
dies
zu einem
Invaliditätsgrad von 50
%
und zum Anspruch auf eine halbe Rente der Inva
li
denversicherung ab
März 201
6.
Im Zusammenhang mit der Verbesserung des Gesundheitszustandes
spätestens ab der
A._
-Begutachtung
zufolge Remission der depressiven Symptomatik und dem
medizinisch-theoretisch (wieder)
erlan
g
ten 100%igen
Leistungsvermögen
bleibt
zu prüfen
, ob der
im April 1957
gebo
rene Beschwerdeführer ohne Weiteres auf den Weg der Selbsteingliederung verwiesen werden
kann.
Denn u
nabhängig davon, welches der für die Ermittlung des Eckwerts des 5
5.
Altersjahres massgebliche Zeitpunkt sein soll - der Zeitpunkt der Verfügung selbst (1
8.
Januar 2021)
oder
jener des Feststehens der ents
pre
chenden medizinischen Zumutbarkeit (d.h. bei Erstattung des Gutachtens vom
2
8.
Februar 2020; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_50/2020 vom
9.
Juli 2020 E.
3.2
mit Hinweisen) -
,
fällt der Beschwerdeführer in die Kategorie der über
55-jährigen Versicherten, bei welchen die Selbsteingliederung vermutungsweise unzumutbar ist (vgl. E.
1.3.4
).
Die Beschwerdegegnerin
hat weder d
en R
entenanspruch im Verlauf
noch
die Ein
gliederungsfrage
aufgrund der Verbesserung des Gesundheitszustandes
geprüft,
obwohl dies aufgrund des Gutachtens des
A._
, auf welches sie
abstellte
, an
gezeigt gewesen wäre.
Eine Ausnahme von der nach einer befristeten
Rentenzusprache
bei fortge
schrit
tenem Alter grundsätzlich anzunehmenden Unzumutbarkeit der Selbstein
gliede
rung, aufgrund derer auf Eingliederungsmassnahmen verzichtet werden könnte,
ist vorliegend nicht gegeben.
Beim
Beschwerdeführer wur
de durch die behan
deln
den Ärzte wie auch durch die Vorgutachter im Wesentlichen keine verwert
bare Arbeitsfähigkeit mehr gesehen.
Prof
.
B._
erwähnte in seinem Bericht vom
8.
Juli 2019 sodann einen glaubhaften Arbeitswunsch des Beschwerdeführers (E.
2.2),
welcher
noch
im Jahr 2014 an einer mehrmonatigen Wiedereinglie
de
rungsmassnahme des RAV teilgenommen hat (
vgl.
Urk.
8/34/7-8).
E
ine fehlende subjektive Eingliederungsfähigkeit
kann ihm daher im Verlauf nicht vorgeworfen werden.
Die Durchführung von allfälligen Eingliederungsmassnahmen würde erfahrungsgemäss mehrere Monate in Anspruch nehmen. Da der Beschwerde
führer bereits zum jetzigen Zeitpunkt 64
1
/
2
-jährig ist,
kann auf
eine Rückweisung hierfür
verzichtet werden, ist doch ohne Weiteres von der Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters 65 auszu
gehen.
Die
angefochtene Verfügung vom 1
8.
Januar 2021 ist nach dem Gesagten aufzu
heben und die
Beschwerde ist
mit der Feststellung, dass der Beschwerdeführer ab
1.
März 2016 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat,
teilweise
gutzuheissen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten
sind nach dem Verfah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
900.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Der
anwaltlich
vertretene Beschwerdeführer hat gestützt auf
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungs
gericht Anspruch auf eine Prozessentschädigung, die unter Berücksichtigung der
Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf
Fr.
1’800.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen ist.