Decision ID: 0e292a66-6f92-4bd3-9334-a9e63e07c523
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Der afghanische Staatsangehörige A._ (nachfolgend: der Be-
schwerdeführer) reiste am 3. Juli 2022 in die Schweiz ein und suchte tags
darauf um Asyl nach. Auf dem Personalienblatt gab er an, er sei am (...)
2005 geboren worden.
A.b Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentral-
einheit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am (...) 2022 in
Deutschland, am (...) 2021 in Österreich und am (...) 2021 in Bulgarien
Asylgesuche gestellt hatte.
A.c Mit Vollmacht vom 20. Juli 2022 mandatierte er die Rechtsvertretung
des Bundesasylzentrums (BAZ) der Region B._.
A.d Am 29. Juli 2022 stellte das Staatssekretariat für Migration (SEM) bei
den deutschen Behörden betreffend den Beschwerdeführer ein Informati-
onsersuchen nach Art. 34 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europä-
ischen Parlaments und des Rats vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-
fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem
Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist
(nachfolgend: Dublin-III-VO).
A.e Am 1. August 2022 beantworteten die deutschen Behörden das Ersu-
chen des SEM und teilten mit, der Beschwerdeführer sei bei ihnen unter
den Personalien C._, geboren am (...) 2003 und unterschiedlichen
Alias, jeweils geboren am (...) 2003, (...) 2005 und (...) 2001, registriert.
Weiter teilten sie mit, Bulgarien habe am (...) 2022 ihrem Übernahmeersu-
chen vom (...) 2022 im Rahmen der Dublin-III-VO zugestimmt. Infolgedes-
sen sei der Beschwerdeführer am (...) 2022 von Deutschland dorthin über-
stellt worden.
A.f Am 4. August 2022 führte das SEM – im Beisein der Rechtsvertretung
des Beschwerdeführers – eine Erstbefragung (Erstbefragung unbegleiteter
minderjähriger Asylsuchender [EB UMA]) durch. Dabei machte der Be-
schwerdeführer unter anderem geltend, am (...) 2005 respektive (...) 1384
geboren worden zu sein. Das Original seiner Tazkira sei ihm von türkischen
Polizisten weggenommen worden. Weiter wisse er nicht, ob sein Impfaus-
weis und seine Schulzeugnisse noch vorhanden seien. Unter den Taliban
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sei es ihm jedenfalls nicht möglich, weitere Dokumente zu beschaffen, wel-
che sein Alter belegen könnten.
A.g Entsprechend dem schriftlichen Auftrag des SEM vom 9. August 2022
wurde am 12. August 2022 durch das Institut für Rechtsmedizin (IRM) der
Universität D._ eine forensische Lebensaltersschätzung durchge-
führt. Im Altersgutachten vom 17. August 2022 kamen die Ärzte zum
Schluss, der Beschwerdeführer habe mit an Sicherheit grenzender Wahr-
scheinlichkeit das (...) Lebensjahr vollendet und die Volljährigkeit erreicht.
Das Mindestalter betrage (...) Jahre.
A.h Das SEM gewährte dem Beschwerdeführer am 24. August 2022
schriftlich das rechtliche Gehör zur beabsichtigten Anpassung seines Alters
im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) mit Geburtsdatum
vom (...) 2004 sowie zur allfälligen Zuständigkeit Bulgariens für die Durch-
führung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens beziehungsweise zur Weg-
weisung dorthin und zum Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1
Bst. b des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG; SR 142.31).
A.i In seiner Stellungnahme vom 29. August 2022 hielt der Beschwerde-
führer am geltend gemachten Geburtsdatum und an seiner Minderjährig-
keit fest. Er beantragte, es sei von der geplanten Altersanpassung im
ZEMIS abzusehen, es sei diesbezüglich umgehend eine beschwerdefä-
hige Verfügung zu erlassen und er sei im Sinne einer superprovisorischen
Massnahme bis zum Ausgang des Beschwerdeverfahrens als UMA zu be-
handeln beziehungsweise in den UMA-Strukturen zu belassen. Ferner sei
mit der Einleitung eines Dublin-Verfahrens zumindest bis zum Ausgang des
Beschwerdeverfahrens betreffend ZEMIS-Änderung zuzuwarten.
A.j Das Geburtsdatum des Beschwerdeführers wurde am 30. August 2022
im ZEMIS – mit Bestreitungsvermerk – auf den (...) 2004 angepasst und
er wurde für das restliche Verfahren als volljährig erachtet.
A.k Mit Schreiben vom 1. September 2022 beantragte die Rechtsvertrete-
rin des Beschwerdeführers den Erlass einer anfechtbaren Verfügung be-
treffend ZEMIS-Änderung.
A.l Mit Eingabe vom 6. Oktober 2022 ersuchte die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers bezüglich der Altersanpassung erneut um Erlass einer
anfechtbaren Verfügung ansonsten eine Rechtsverweigerungsbeschwer-
de beim Bundesverwaltungsgericht anhängig gemacht werde.
D-4712/2022
Seite 4
B.
Mit Verfügung vom 6. Oktober 2022 – eröffnet am 10. Oktober 2022 – trat
das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylge-
such des Beschwerdeführers nicht ein, stellte fest, sein Geburtsdatum im
ZEMIS laute auf den (...) 2004, mit Bestreitungsvermerk, verfügte die Weg-
weisung nach Bulgarien und forderte ihn auf, die Schweiz spätestens am
Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig wurde der
Kanton E._ mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragt. Zudem
verfügte die Vorinstanz die Aushändigung der editionspflichtigen Akten ge-
mäss Aktenverzeichnis an den Beschwerdeführer und hielt schliesslich
fest, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu.
C.
Mit Eingabe vom 17. Oktober 2022 erhob der Beschwerdeführer – han-
delnd durch seine Rechtsvertretung – beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde und beantragte in materieller Hinsicht, die vorinstanzliche Verfü-
gung vom 6. Oktober 2022 sei aufzuheben und sein Geburtsdatum im
ZEMIS auf den (...) 2005 anzupassen. Im Sinne einer superprovisorischen
Massnahme sei das SEM anzuweisen, bis zur Rechtskraft der angefoch-
tenen Verfügung seine Personalien gemäss Ziffer 1 der Beschwerdean-
träge im ZEMIS festzuhalten und er sei für die Zeit des hängigen Be-
schwerdeverfahrens in den Strukturen für UMA unterzubringen. Die ange-
fochtene Verfügung sei aufzuheben und das SEM sei anzuweisen, auf sein
Asylgesuch einzutreten und in der Schweiz ein materielles Asylverfahren
durchzuführen. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung zur rechts-
genüglichen Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an das SEM zu-
rückzuweisen. In formeller Hinsicht beantragte er, der Beschwerde sei im
Sinne einer vorsorglichen Massnahme die aufschiebende Wirkung zu er-
teilen und die Vollzugsbehörde sei unverzüglich anzuweisen, von einer
Überstellung nach Bulgarien abzusehen, bis das Bundesverwaltungsge-
richt über die Erteilung der aufschiebenden Wirkung entschieden habe.
Ferner ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung in-
klusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.
Der Beschwerde lagen Kopien der Vollmacht vom 20. Juli 2022, der ange-
fochtenen Verfügung des SEM, des anonymisierten medizinischen Gut-
achtens des IRM der Universität D._ vom 17. August 2022 sowie
der Eingaben des Beschwerdeführers vom 29. August 2022, 1. September
2022 und 6. Oktober 2022 bei.
D-4712/2022
Seite 5
D.
Im Urteil D-4686/2022 vom 24. Oktober 2022 stellte das Bundesverwal-
tungsgericht zunächst fest, entsprechend den Rechtsbegehren richte sich
die Beschwerde vom 17. Oktober 2022 sowohl gegen den Nichteintreten-
sentscheid betreffend das Asylgesuch (Dispositivziffern 1 und 3–7 der an-
gefochtenen Verfügung) als auch gegen die ZEMIS-Eintragung (Disposi-
tivziffer 2 der angefochtenen Verfügung). Angesichts der Dringlichkeit des
Asylverfahrens (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG) wurde das Beschwerdeverfah-
ren betreffend Nichteintreten auf das Asylgesuch und Überstellung in einen
anderen Dublin-Mitgliedstaat vorgezogen und der Praxis entsprechend ein
separates ZEMIS-Beschwerdeverfahren eröffnet (vgl. a.a.O. E. 2). Das
Gericht beurteilte in der Folge im Verfahren D-4686/2022 die Frage, ob das
SEM zu Recht gestützt auf Art. Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asyl-
gesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten war und seine Wegwei-
sung nach Bulgarien angeordnet hatte, bejahte dies und wies die Be-
schwerde betreffend den Nichteintretensentscheid auf das Asylgesuch und
der Überstellung nach Bulgarien (Dublin-Verfahren) ab.
E.
Mit Entscheid vom 26. Oktober 2022 wurde der Beschwerdeführer dem
Kanton zugewiesen.
F.
F.a Mit Verfügung vom 9. November 2022 wurde der Beschwerdeführer
aufgefordert, sich innert sieben Tagen ab Erhalt der Verfügung dazu zu
äussern, ob er an der Beschwerde betreffend Datenänderung im ZEMIS
festhalten oder diese zurückziehen wolle.
F.b Mit Eingabe vom 16. November 2022 teilte die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers mit, dass ihr Mandant an der Beschwerde festhalte.
F.c Der Beschwerdeführer gilt seit dem 23. November 2022 als verschwun-
den.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung im
Sinne von Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom
20. Dezember 1986 (VwVG; SR 172.021), welche von einer Vorinstanz im
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Sinne von Art. 33 Bst. d des Bundesgesetzes über das Bundesverwal-
tungsgericht vom 17. Juni 2005 (VGG; SR 173.32) erlassen wurde. Da
keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bundesverwal-
tungsgericht zur Beurteilung der Beschwerde zuständig (Art. 31 VGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem Bun-
desgesetz über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG; SR 173.110).
1.3 Der Beschwerdeführer war am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt und
ist als Adressat der angefochtenen Verfügung sowohl formell als auch ma-
teriell beschwert, weshalb er grundsätzlich zur Beschwerde legitimiert ist
(Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Ob das schutzwürdige Interesse
an der Aufhebung der angefochtenen Verfügung nach dem Untertauchen
des Beschwerdeführers weiterhin besteht, kann vorliegend offenbleiben,
da die Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt wird – ohnehin abzuwei-
sen ist.
1.4 Auf die innert der Beschwerdefrist von 30 Tagen (und nicht von 30 Ar-
beitstagen, wie von der Vorinstanz offenkundig versehentlich in der Rechts-
mittelbelehrung erwähnt) formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 37
VGG i.V.m. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 VwVG) ist einzutreten.
2.
Verfahrensgegenstand ist im vorliegenden Verfahren nur noch die Frage,
ob das SEM in der angefochtenen Verfügung vom 6. Oktober 2022 zu
Recht festgestellt hat, das Geburtsdatum des Beschwerdeführers im
ZEMIS laute auf den (...) 2004 (Dispositivziffer 2 der angefochtenen Ver-
fügung). Die Beschwerde gegen den Nichteintretensentscheid (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG; vgl. Dispositivziffern 1 und 3–7 der angefochtenen
Verfügung) wurde mit Urteil D-4686/2022 vom 24. Oktober 2022 bereits
rechtskräftig abgewiesen.
3.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Bereich der ZEMIS-Datenbearbeitung respektive des Da-
tenschutzes nach Art. 49 VwVG. Es entscheidet im vorliegenden Verfahren
daher mit uneingeschränkter Kognition.
4.
4.1 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das
ZEMIS, welches der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer-
und dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes
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Seite 7
über das Informationssystem für den Ausländer- und den Asylbereich vom
20. Juni 2003 [BGIAA; SR 142.51]) und in der Verordnung über das Zent-
rale Migrationsinformationssystem vom 12. April 2006 (ZEMIS-Verord-
nung; SR 142.513) näher geregelt ist. Nach Art. 19 Abs. 1 ZEMIS-Verord-
nung richten sich die Rechte der Betroffenen, insbesondere deren Aus-
kunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrecht sowie das Recht auf Informa-
tionen über die Beschaffung besonders schützenswerter Personendaten,
nach dem Datenschutzgesetzt (DSG; SR 235.1) und dem VwVG.
4.2 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu ver-
gewissern (Art. 5 Abs. 1 DSG). Werden Personendaten von Bundesorga-
nen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlangen, dass
unrichtige Personendaten berichtigt werden (Art. 5 Abs. 2 i.V.m. Art. 25
Abs. 3 Bst. a DSG). Ist die Unrichtigkeit erstellt, besteht auf die Berichti-
gung ein uneingeschränkter Anspruch (Urteil des Bundesgerichts [BGer]
1C_224/2014 vom 25. September 2014 E. 3.1). Die ZEMIS-Verordnung
sieht in Art. 19 Abs. 3 ausdrücklich vor, dass unrichtige Daten von Amtes
wegen zu berichtigen sind.
4.3 Grundsätzlich hat die das Berichtigungsbegehren stellende Person die
Richtigkeit der von ihr verlangten Änderung, die Bundesbehörde im Be-
streitungsfall dagegen die Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personen-
daten zu beweisen (Urteil des BGer 1C_240/2012 vom 13. August 2012
E. 3.1; BVGE 2013/30 E. 4.1). Nach den massgeblichen Beweisregeln des
VwVG gilt eine Tatsache als bewiesen, wenn sie in Würdigung sämtlicher
Erkenntnisse so wahrscheinlich ist, dass keine vernünftigen Zweifel blei-
ben; unumstössliche Gewissheit ist dagegen nicht erforderlich. Die mit dem
Berichtigungsbegehren konfrontierte Behörde hat zwar nach dem Untersu-
chungsgrundsatz den Sachverhalt grundsätzlich von Amtes wegen abzu-
klären (Art. 12 VwVG); die gesuchstellende Person ist jedoch gemäss
Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet, an dessen Feststellung mitzuwir-
ken (vgl. Urteile des BVGer A-7588/2015 vom 26. Februar 2016 E. 3.3,
A-2291/2015 vom 17. August 2015 E. 4.3).
4.4 Kann bei einer verlangten beziehungsweise von Amtes wegen beab-
sichtigten Berichtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch diejenige
der neuen Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich weder
die einen noch die anderen Daten bearbeitet werden (vgl. Art. 5 Abs. 1
DSG). Dies ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Per-
sonendaten zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendiger-
D-4712/2022
Seite 8
weise bearbeitet werden. Dies gilt namentlich auch für die im ZEMIS er-
fassten Daten zur Identität. Sofern das öffentliche Interesse an der Bear-
beitung möglicherweise unzutreffender Daten das Interesse an deren Rich-
tigkeit überwiegt, sieht Art. 25 Abs. 2 DSG die Anbringung eines Vermerks
vor, in dem darauf hingewiesen wird, dass die Richtigkeit der bearbeiteten
Personendaten bestritten ist. Spricht dabei mehr für die Richtigkeit der
neuen Daten, sind die bisherigen Angaben zunächst zu berichtigen und die
neuen Daten anschliessend mit einem derartigen Vermerk zu versehen.
Ob die vormals eingetragenen Angaben weiterhin abrufbar bleiben sollen
oder ganz zu löschen sind, bleibt grundsätzlich der Vorinstanz überlassen.
Verhält es sich umgekehrt, erscheint also die Richtigkeit der bisher einge-
tragenen Daten als wahrscheinlicher oder zumindest nicht als unwahr-
scheinlicher, sind diese zu belassen und mit einem Bestreitungsvermerk
zu versehen. Über das Anbringen des Bestreitungsvermerks ist jeweils von
Amtes wegen und unabhängig davon zu entscheiden, ob ein entsprechen-
der Antrag gestellt worden ist (vgl. Urteil des BVGer A-7615/2016 vom
30. Januar 2018 E. 3.5; Urteil des BGer 1C_240/2012 vom 13. August
2012 E. 3.2).
4.5 Dass im Asylverfahren die Glaubhaftmachung der Minderjährigkeit ge-
nügt, ist angesichts der möglichen Rechtsfolgen (etwa höhere Anforderun-
gen an Unterbringung und Betreuung, erschwerte Rückschaffung oder gar
Verzicht darauf im Rahmen des Dublin-Verfahrens) nachvollziehbar. An-
ders verhält es sich im datenschutzrechtlichen Verfahren betreffend die Be-
richtigung von Personendaten im ZEMIS. Hier wird verlangt, dass die wahr-
scheinlichsten – also überwiegend wahrscheinlichen – Personendaten ein-
getragen werden. Immerhin ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuwei-
sen, dass sich die Frage des Alters einer im ZEMIS erfassten Person ge-
rade auch für das ausländer- und asylrechtliche Verfahren stellt (vgl. Urteil
des BGer 1C_224/2014 vom 25. September 2014 E. 3.3), weshalb sich ein
ZEMIS-Eintrag auf dieses auswirken kann.
5.
5.1 Die Vorinstanz hielt zur Begründung ihrer Verfügung in Bezug auf die
vom Beschwerdeführer geltend gemachte Minderjährigkeit fest, er sei als
volljährige Person zu behandeln und sein Geburtsdatum auf den (...) 2004
mit Bestreitungsvermerk festzulegen. Seine Angaben in Bezug auf sein Al-
ter anlässlich der EB UMA hätten nicht überzeugen können. Zudem sei er
in Deutschland mit den Geburtsdaten (...) 2003, (...) 2005 und – wie auch
in Bulgarien – (...) 2001 registriert worden. Sodann habe er zum Nachweis
seiner Identität eine Kopie einer Tazkira zu den Akten gereicht, der gemäss
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Seite 9
Rechtsprechung nur ein sehr eingeschränkter Beweiswert zukomme. Des
Weiteren stelle das Altersgutachten des IRM der Universität D._
vom 17. August 2022 ein starkes Indiz für seine Volljährigkeit dar.
5.2 Der Beschwerdeführer wendete in seiner Rechtsmittelschrift ein, der
Einschätzung der Vorinstanz betreffend sein Alter könne nicht gefolgt wer-
den. Seine Angaben seien schlüssig und widerspruchsfrei ausgefallen. Er
sei ohne Tazkira oder andere Papiere gereist, weshalb die bulgarischen
Behörden, ohne Rücksprache mit ihm, irgendein Geburtsdatum angenom-
men hätten. Damit stelle seine Registrierung in Bulgarien als Volljähriger
kein Hinweis auf sein eigentliches Alter dar. Weiter könne ihm nicht ange-
lastet werden, dass er die einzelnen Ereignisse nicht mit Jahresangaben
in Verbindung setzen könne, da gerichtsnotorisch sei, dass Personen aus
Afghanistan die Jahresangaben und das Alter nicht als wichtig erachten
und oft nicht wissen würden, wann ein bestimmtes Ereignis stattgefunden
habe. Ferner würden seine Altersangaben durch die Kopie der Tazkira be-
stätigt, welche nicht pauschal als gefälscht qualifiziert werden könne. Das
Altersgutachten des IRM der Universität D._ vom 17. August 2022
könne – entgegen der Einschätzung der Vorinstanz und in Übereinstim-
mung mit der bundesverwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung – nur als
sehr schwaches Indiz für die Volljährigkeit gewertet werden. Die sehr ge-
ringe Abweichung zwischen dem von ihm angegebenen Alter und dem Er-
gebnis des Gutachtens mit einem Jahr bis eineinhalb Jahren sei im Zweifel
zu seinen Gunsten zu berücksichtigen.
6.
6.1 In der Beschwerde wurde vorgebracht, dass im Asylverfahren im Zwei-
felsfall von der Minderjährigkeit der gesuchstellenden Person auszugehen
sei. Vorliegend ist das konkrete Geburtsdatum des Beschwerdeführers
nach datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten und damit nach der über-
wiegenden Wahrscheinlichkeit zu bestimmen. Die Beweisregel, wonach im
Zweifelsfall von der Minderjährigkeit auszugehen sei, ist dem Datenschutz-
recht fremd (vgl. hierzu Urteil des BGer 1C_709/2017 vom 12. Februar
2019 E. 2.4; vgl. statt vieler Urteil des BVGer E-4873/2022 vom 7. Novem-
ber 2022 E. 5.1).
6.2 Wie vorstehend dargelegt, obliegt es grundsätzlich dem SEM zu be-
weisen, dass das aktuell im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum des Be-
schwerdeführers ([...] 2004) korrekt ist (vgl. E. 4 hiervor). Der Beschwer-
deführer hat seinerseits nachzuweisen, dass das von ihm geltend ge-
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Seite 10
machte Geburtsdatum ([...] 2005) richtig respektive zumindest wahrschein-
licher ist als die derzeit im ZEMIS erfassten Angaben. Gelingt keiner Partei
der sichere Nachweis des Geburtsdatums, ist dasjenige im ZEMIS zu be-
lassen oder einzutragen, dessen Richtigkeit wahrscheinlicher ist (vgl. zum
Ganzen BVGE 2018 VI/3 E. 3.5, m.w.H.).
6.3 Bei der Einschätzung des Alters des Beschwerdeführers ist eine Ge-
samtwürdigung vorzunehmen, bei der auch die protokollierten Aussagen
zu den persönlichen Lebensumständen zu berücksichtigen sind (vgl. Ent-
scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission
[EMARK] 2004 Nr. 30 E. 6.4.3 f.).
7.
7.1 In einem ersten Schritt ist hierzu nachfolgend auf die vom Beschwer-
deführer vorgebrachten Altersangaben sowie seine übrigen Angaben zu
seiner Identität näher einzugehen.
7.1.1 Zunächst fällt auf, dass die entsprechenden Datumsangaben des Be-
schwerdeführers zu seinem angeblichen Geburtstag widersprüchlich aus-
gefallen sind. So wurden im Rahmen seiner bisherigen behördlichen Per-
sonalienaufnahmen insgesamt vier verschiedene Geburtstage registriert.
Während der Beschwerdeführer gegenüber den Schweizer Migrationsbe-
hörden angab, am (...) 2005 geboren worden zu sein (vgl. SEM-Akte [...]-
1/2), hatte er sich demgegenüber bei den deutschen und bulgarischen Be-
hörden mit dem Geburtsdatum vom (...) 2003 respektive (...) 2005 und (...)
2001 registrieren lassen (vgl. SEM-Akten [...]-17/3 [nachfolgend: SEM-
Akte 17/3] und [...]-36/1). Seine Behauptung, wonach die deutschen und
bulgarischen Behörden ihn von sich aus mit anderen Geburtsdaten als von
ihm angegeben registriert hätten (vgl. SEM-Akte [...]-19/17 [nachfolgend:
SEM-Akte 19/17], Ziff. 2.06), vermag die Erfassung unterschiedlicher Da-
ten nicht befriedigend zu erklären.
7.1.2 Sodann verwendete der Beschwerdeführer in seinen bisherigen Ver-
fahren verschiedene Identitäten. Im Antwortschreiben der deutschen Be-
hörden vom 1. August 2022 wurde er mit den Identitäten C._, ge-
boren am (...), alias, F._, geboren am (...), alias G._, gebo-
ren am (...), alias C._, geboren am (...), alias H._, geboren
am (...), alias A._, geboren am (...), aufgeführt (vgl. SEM-Akte
17/3), während er sich in Bulgarien mit der Identität H._, geboren
am (...), ausgab (vgl. SEM-Akte [...]-36/1). Es ist davon auszugehen, dass
er die Asylbehörden mit seinen unterschiedlichen Alias-Namen über seine
D-4712/2022
Seite 11
Identität zu täuschen versuchte, womit weitere Zweifel an seinen Altersan-
gaben aufkommen.
7.1.3 Weiter fielen seine Jahresangaben insgesamt auffallend unbestimmt
und ausweichend aus. Er war insbesondere nicht in der Lage anzugeben,
in welchem Jahr er sieben Jahre alt geworden war (vgl. SEM-Akte 19/17,
Ziff. 1.06), wann er in die Schule begonnen oder beendet hatte (vgl. SEM-
Akte 19/17, Ziff. 1.17.04), er seinen Vater bei dessen Arbeit unterstützt
hatte (vgl. SEM-Akte 19/17, Ziff. 1.17.05) oder aus Afghanistan ausgereist
war (vgl. SEM-Akte 19/17, Ziff. 1.07). Seine Erklärung, wonach er die Jah-
reszahlen nicht im Kopf behalten könne, da er an (...) Problemen leide (vgl.
SEM-Akte 19/17, Ziff. 1.17.05), ist als Schutzbehauptung zu werten, zumal
die protokollierten Aussagen nicht den Eindruck vermitteln, dass seine Aus-
sagefähigkeit beeinträchtigt gewesen wäre. Bezeichnenderweise sah sich
auch die anwesende Rechtsvertretung zu keinen diesbezüglichen Inter-
ventionen oder Bemerkungen veranlasst (vgl. SEM-Akte 19/17, Ziff. 9.01)
und der Beschwerdeführer bestätigte nach der Rückübersetzung – ohne
weitere Bemerkungen – unterschriftlich, dass das Protokoll seine Aussa-
gen enthalte und der Wahrheit entspreche (vgl. SEM-Akte 19/17,
Ziff. 9.03). Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht lassen
sich seine unsubstantiierten Angaben zu seinem Alter auch nicht allein mit
dem soziokulturellen Kontext Afghanistans erklären, zumal er eigenen An-
gaben zufolge (...) Jahre lang die Schule besucht hat (vgl. SEM-Akte
19/17, Ziff. 1.17.04).
7.1.4 Schliesslich reichte der Beschwerdeführer bis dato keine rechts-
genüglichen Identitätsdokumente ein, obwohl er anlässlich der EB UMA auf
die Wichtigkeit der Einreichung entsprechender Dokumente hingewiesen
wurde (vgl. SEM-Akte [...]-19/7, Ziff. 4.07). Die im vorinstanzlichen Verfah-
ren zum Beleg seines Alters eingereichte Tazkira wurde nicht im Original
vorgelegt, weshalb ihr Beweiswert von vornherein als gering einzustufen
ist. Sodann kommt einer Tazkira hinsichtlich der Identität des Inhabers pra-
xisgemäss nur ein verminderter Beweiswert zu, da die Geburtsdaten je
nach Ausstellungsort unterschiedlich eingetragen werden und die Angabe
oft auf einer Einschätzung des Alters aufgrund des Aussehens der Person
im Zeitpunkt der Ausstellung basiert (vgl. hierzu BVGE 2019 I/6 E. 6.2, be-
stätigt u.a. im Urteil des BVGer D-60/2020 vom 8. Februar 2021 E. 4.3.2;
vgl. hierzu ferner Urteil des BVGer D-4686/2022 vom 24. Oktober 2022
E. 8.3.3). Vor diesem Hintergrund vermag der Beschwerdeführer aus dem
blossen Umstand, dass das in der Tazkira festgehaltene Alter mit seinen
D-4712/2022
Seite 12
Angaben übereinstimmt, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten und die Ko-
pie der eingereichten Tazkira stellt auch kein wesentliches Indiz für seine
Minderjährigkeit zum Zeitpunkt des Asylgesuchs in der Schweiz dar.
7.2 Nachfolgend ist in einem weiteren Schritt zu prüfen, inwiefern das Re-
sultat des Altersgutachtens, das nur eines der Elemente der Beurteilung
der geltend gemachten Altersangaben ist, die Angaben des Beschwerde-
führers zu untermauern oder widerlegen vermag.
7.2.1 Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts stellen
medizinische Altersabklärungen – je nach Ergebnis – unterschiedlich zu
gewichtende Indizien für das Alter einer Person dar. Die Schlüsselbein-
respektive Skelettaltersanalyse und die zahnärztliche Untersuchung sind
dabei grundsätzlich, anders als die Handknochenanalyse und die ärztliche
Untersuchung, zum Beweis geeignet. Das Bundesverwaltungsgericht hat
in dieser Hinsicht Grundsätze zur Gewichtung der Resultate der Untersu-
chungen definiert (eingehend hierzu: BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.1 f.; vgl. Ur-
teile des BVGer A-4775/2020 vom 31. März 2021 E. 6.2.4 und
A-1455/2020 vom 13. Oktober 2020 E. 6.1.1). Darüber hinaus sind die üb-
lichen verfahrensrechtlichen Regeln der Beweiswürdigung zu beachten,
wobei es umso weniger auf eine Gesamtwürdigung der Beweise ankommt,
je stärker die medizinischen Abklärungen ein Indiz für das Vorliegen des
streitigen Alters darstellen (vgl. BVGE 2018 VI/3 E 4.2.2 f., 2019 I/6
E. 6.1 ff.).
7.2.2 Gemäss Gutachten des IRM der Universität D._ vom 17. Au-
gust 2022 basierend auf der körperlichen Untersuchung, der radiologi-
schen Untersuchung der linken Hand und der medialen Anteile des linken
Schlüsselbeins sowie der zahnärztlichen Beurteilung der dritten Molaren
vom 12. August 2022 ergibt sich für den Beschwerdeführer, dass er mit an
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das (...) Lebensjahr vollendet
und die Volljährigkeit erreicht hat, wobei das zu berücksichtigende Mindest-
alter (...) Jahre beträgt. Das vom Beschwerdeführer (im Zeitpunkt der Un-
tersuchung) angegebene Alter von (...) Jahren und (...) Monaten sei mit
den erhobenen Befunden nicht zu vereinbaren. Im Einzelnen wurde fest-
gehalten, die zahnärztliche Untersuchung habe einen vollständigen Ab-
schluss des Wurzelwachstums ergeben, welcher ab einem Alter von (...)
Jahren zur Beobachtung komme. Dies könne nur als Mittelwert und nicht
als Minimum gewertet werden. Nach Untersuchung der Weisheitszähne
könne kein vollständiger Abschluss des Wurzelwachstums festgestellt wer-
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den, weshalb nur noch ein Mindestalter angegeben werden könne, wel-
ches bei (...) Jahren liege. Eine Referenzstudie für eine männliche Popu-
lation aus Afghanistan liege nicht vor. Die radiologische Altersschätzung
des linken Handskeletts habe ein Knochenalter eines Jungen im Alter von
(...) Jahren ergeben, die radiologische Altersschätzung der Brustbein-
Schlüsselbein-Gelenke ein minimales Alter von (...) Jahren (vgl. SEM-Akte
[...]-24/6).
7.2.3 Gestützt auf BVGE 2018 VI/3 ist es als ein starkes Indiz für die Voll-
jährigkeit zu werten, wenn das Mindestalter bei der Schlüsselbein- respek-
tive Skelettaltersanalyse oder der zahnärztlichen Untersuchung über 18
Jahren liegt und sich die anhand der beiden Analysen ergebenden Alters-
spannen überlappen (vgl. ebenda E. 4.2.2). Gemäss dem Gutachten des
IRM der Universität D._, welches von ärztlichen Fachpersonen
nach wissenschaftlichen Kriterien verfasst worden ist und den Empfehlun-
gen der Arbeitsgemeinschaft für Forensische Altersdiagnostik der Deut-
schen Gesellschaft für Rechtsmedizin (AGFAD) folgt, liegt das Mindestalter
bei der Schlüsselbeinanalyse über 18 Jahren ([...] Jahre), bei der zahn-
ärztlichen Untersuchung unter 18 Jahren. Da bei der Mineralisation der
Weisheitszähne kein Mindestalter angegeben werden konnte und die
zahnärztliche Untersuchung nur einen Mittelwert von (...) Jahren nannte,
überlappen sich die Altersspannen zwar insofern tatsächlich nicht, als dass
im Rahmen dieser Untersuchung keine konkrete Altersspanne angegeben
wird. Die Ergebnisse stehen demgegenüber auch nicht im Widerspruch zu-
einander. Angesichts des Fazits des Gutachtens und insbesondere des Be-
fundes am Schlüsselbein, ist das Altersgutachten im Rahmen der Gesamt-
würdigung als weiteres Indiz für die Volljährigkeit des Beschwerdeführers
gemäss der Rechtsprechung des Gerichts zu berücksichtigen (vgl. BVGE
2018 VI/3 E. 4.2.2).
7.3 Zusammenfassend ist weder die Richtigkeit des im ZEMIS eingetrage-
nen noch dasjenige des vom Beschwerdeführer angegebenen Geburtsda-
tums bewiesen. In Gesamtwürdigung aller Beweismittel und Indizien (Re-
gistration in Deutschland und in Bulgarien unter anderen Identitäten, Aus-
sageverhalten des Beschwerdeführers, Kopie der Tazkira und medizini-
sche Altersschätzung) ist jedoch das im ZEMIS eingetragene Geburtsda-
tum ([...] 2004) wahrscheinlicher als das beantragte ([...] 2005).
Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der aktuelle ZEMIS-Eintrag
auf einem fiktiven Geburtstag des Beschwerdeführers beruht und daher mit
grösster Wahrscheinlichkeit nicht richtig ist. Dies lässt sich in Fällen, bei
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denen das Geburtsdatum unbekannt ist und stattdessen praxisgemäss der
1. Januar als fiktiver Geburtstag erfasst wird, nicht vermeiden (vgl. Urteile
des BGer 1C_709/2017 vom 12. Februar 2019 E. 2.5 und 1C_240/2012
vom 13. August 2012 E. 5.5; Urteil des BVGer A-1338/2020 vom 14. Okto-
ber 2020 E. 5.4). Der bestehende ZEMIS-Eintrag mit dem Geburtsdatum
(...) 2004 (mit Bestreitungsvermerk) ist somit unverändert zu belassen.
8.
Da der rechtserhebliche Sachverhalt als so weit wie möglich erstellt zu er-
achten ist, besteht keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung – so-
weit die Datenänderung im ZEMIS betreffend – aufzuheben und die Sache
zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an das
SEM zurückzuweisen. Der entsprechende Eventualantrag (vgl. Beschwer-
debegehren 4) ist abzuweisen.
9.
Mit dem vorliegenden Urteil ist das Gesuch um Verlegung in UMA-Struktu-
ren gegenstandslos geworden.
10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 49
VwVG). Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
11.
11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]). Da seine Begeh-
ren nicht zum Vornherein als aussichtlos betrachtet werden konnten und
weiterhin von der Mittelosigkeit des Beschwerdeführers auszugehen ist, ist
das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss
Art. 65 Abs. 1 VwVG gutzuheissen. Es sind keine Verfahrenskosten zu er-
heben.
11.2 Mit dem vorliegenden Urteil ist der Antrag auf Verzicht auf die Erhe-
bung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.
12.
Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet des Daten-
schutzes sind gemäss Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 14. Juni 1993
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zum Bundesgesetz über den Datenschutz (VDSG; SR 235.11) dem Eidge-
nössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) be-
kanntzugeben.
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