Decision ID: 5c501a89-a235-45ce-96cc-01ce87604616
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971,
arbeitete
von
Juli 2005 bis Ende August 2012 als Elektromonteur auf temporärer Basis, vermittelt durch die
Y._
AG (vgl. Urk. 10/12, Urk. 10/20).
Am 3. September 2012 stürzte der Versicherte nachts aus dem Bett und zog sich dabei eine Prellung der rechten Schulter zu (vgl. Schaden
meldung vom 12. September 2012, Urk. 10/8/163).
In der Folge war er bei vor
be
stehenden belastungsabhängigen Schulterschmerzen zu 100 % arbeits
un
fähig (vgl. Arztbericht vom 5. November 2012, Urk. 10/8/131).
Am 15. März 2013 erfolgte ein operativer Eingriff (Schulterarthroskopie,
Rotatorenmanschetten
-Rekon
struktion,
Bicepstenotomie
rechts
; vgl. Operationsbericht der Uniklinik
Z._
, Urk. 10/8/48).
Mit Verfügung vom 19. April 2013 beurteilte die Unfall
ver
si
cherung die bestehenden Beschwerden spätestens seit dem 5. Dezember 2012 nicht mehr
als
unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur und stellte in der Folge die Versicherungsleistungen
(Taggeld und Heilkosten) per 5.
De
zem
ber 2012 ein (vgl. Urk. 10/8/33f.).
Am 18. Juli 2013 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte unter Hin
weis auf die
Beschwerden in der rechten Schulter
bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Inva
li
den
ver
siche
rung an (Urk. 10/4
). Die IV-Stelle klärte die erwerblichen und medi
zini
schen Ver
hältnisse ab und zog die Akten der zustän
di
gen Unfallversicherung (Urk.
10
/
8
)
sowie der Krankentaggeldversicherung (Urk.
10
/
10
) bei. Weiter
holte
sie
Berichte der behandelnden Ärzte (Urk
.
10/14
, Urk.
10/16
, Urk.
10
/2
2
,
Urk. 10/31
, Urk.
10
/3
7
, Urk.
10/
4
3
) sowie einen Aus
zug aus dem In
divi
duellen Konto de
s
Versicherten (IK
Auszug, Urk.
10
/1
1
) ein und ersuchte die Arbeitgeberin um Aus
künfte (vgl. Arbeitgeber
frage
bogen vom
21. August 2013
, Urk.
10
/1
2
).
Zur Klärung beruflicher Ein
gliederungs
mass
nahmen fand am 8. Oktober 2013 bei der IV-Stelle ein per
sön
liches Gespräch statt (Urk. 10/20 S. 2ff.). Die IV-Stelle gewährte dem Versicherten im Rahmen der Früh
in
tervention Kostengutsprache für Arbeits
vermittlung vom 3. Dezember 2013 bis 2. Juni 2014, durchgeführt von der
A._
AG (vgl. Mitteilung vom 29. No
vem
ber 2013, Urk. 10/19), sowie anschliessend für die Zeit vom 12. Mai bis 11. November 2014 ein
en
Arbeitsversuch bei der
B._
AG (vgl. M
itteilung vom 7. Mai 2014, Urk.
10/26).
Aufgrund ko
gni
tiver Einschränkungen wurde der Arbeitsversuch vorzeitig per 15. August 2014 abgebrochen und die Rentenprüfung einge
leitet (vgl. Mitteilung vom 26.
Au
gust 20
14, Urk. 10/34). Gestützt auf die
aktenbasierte Einschätzung von Dr. med.
C._
, Facharzt für Chirurgie sowie Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), vom 4. März 2015 (Urk. 10/45 S. 4f.)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2. Juli 2015 einen Rentenanspruch (vgl. Urk. 10/47).
1.2
Am 12. Oktober 2015 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 10/50). Von der IV-Stelle darauf hingewiesen, dass
er
zur Glaubhaftmachung einer gesundheitlichen Veränderung entsprechende aktu
el
le Beweismittel beibringen müsse (Urk. 10/51), reichte der Versicherte den Arzt
bericht von Dr. med.
D._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 5.
November 2015 (Urk. 10/52) ein.
In der Folge übernahm die IV-Stelle die Kos
ten für ein
Arbeits
training vom
1. Juni bis 27
.
November 2016
(vgl. Mit
teilung vom
26. Mai 2016
, Urk.
10
/
66
)
, welches mit Mitteilung vom 3. November 2016 bis am 28. Mai 2017 verlängert wurde (vgl. Urk. 10/82). Ausserdem ge
währte die IV-Stelle dem Versicherten Kostengutsprache für einen Ausbil
dungs
kurs «Moderne Reinigungspraxis» vom 21.
b
is 24. November 2016 (vgl. Mittei
lung vom 3. November 2016, Urk. 10/83) sowie für D
eutsch Einzelunterricht vom 24.
April bis 28. Mai 2017 (vgl. Mitteilung vom 25. April 2017, Urk. 10/100). Mit Mitteilung vom 31. Mai 2017 schloss die IV-Stelle die Eingliederungsaktivitäten ab, da trotz pflichtbewussten Bemühungen keine geeignete Anstellung gefunden werden konnte (vgl. Urk. 10/104).
Während den Ein
glie
de
rungsmassnahmen sprach die IV-Stelle jeweils Taggelder zu (Urk.
10/70, U
rk.
10/78
, Urk.
10/86, Urk. 10/93
), letztmals für den
28. Mai 2017
(Urk.
10/93
).
Die IV-Stelle leitete die Rentenprüfung ein und holte den Bericht der behan
deln
den Ärztin (Urk. 10/110) ein und veranlasste eine polydisziplinäre (internistisch, orthopädisch, psychiatrisch, neuropsychologisch) Begutachtung durch die
E._
, über welche am 30. Januar 2018 berichtet wurde (Urk. 10/119). Von keiner rentenrelevanten gesund
heit
lich
en Beeinträchtigung ausgehend stellte die IV
-Stelle mit Vorbescheid vom 27.
April 2018 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 10/120).
Da
ge
gen erhob
der
Versicherte am
15. Mai
2018 (
Urk. 10/121)
sowie ergänzend am
21.
Juni
2018 (
Urk. 10/126
)
und 22. August 2018 (Urk. 10/129)
Einwand.
Die IV-Stelle
ersuchte die
E._
um eine ergänzende Stellungnahme (vgl. gut
achter
li
che Stellungnahme vom 5. Dezember 2018, Urk. 10/132). Schliesslich nahm der Versicherte mit Eingabe vom 4. Februar 2019 zu sämtl
ichen Akten Stellung (Urk.
10/135). Gestützt auf die abschliessende S
tellungnahme des RAD-Arztes Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
ma
tolo
gie (vgl. Feststellungsblatt, Urk. 10/136)
,
verneinte die IV-Stelle mit Ver
1
fügung vom 5. Juli 2019 wie vorbeschi
eden einen Rentenanspruch (Urk.
10/138 = Urk.
2).
2.
Gegen die Leistungsabweisung erhob der Ver
sicherte mit Eingabe vom 6. Sep
tember 2019 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung vom 5. Juli 2019 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu ver
pflich
ten, ihm eine Rente der Invalidenversicherung auszurichten. In prozessualer Hin
sicht beantragte er, es sei ihm die unentgelt
liche Prozessführung sowie ein
un
ent
gelt
lichen Rechtsbeistand zu gewähren (Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
16
.
Okto
ber 201
9
(Urk.
9
) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom
1
8.
Oktober 2019
wurde de
m
Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zur Kenntnisnahme zuge
stellt (Urk.
11
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über
die Invalidenversicherung [IVV]
), so ist im Beschwerdeverfah
ren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch rele
vante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE
135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist ent
scheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
5
.
Juli
2019
(Urk. 2) hielt die Be
schwe
rde
gegnerin fest,
es liege keine rentenrelevante gesundheitliche Beeinträchtigung vor. Aus den Assessmentberichten lasse sich keine dauerhaft geltende, kate
go
ri
sche oder einheitliche Verneinung einer Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt ableiten
.
Der Beschwerdeführer sei für einfache, leichte angepasste Tätigkeiten voll arbeitsfähig.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 6. Septem
ber 2019 (Urk. 1) zusammengefasst geltend,
auf das polydisziplinäre Gut
ach
ten könne nicht abgestellt werden. Die beruflichen Abklärungen würden nicht genügend berücksichtigt werden respektive die Gutachter hätten sich nicht ge
nü
gend mit den Abweichungen zwischen der medizinisch-theoretischen Arbeits
fä
higkeit und den Ergebnissen der beruflichen Eingliederung auseinan
der
gesetzt. E
ine medizinische Begründung für eine volle Arbeitsfähigkeit sei dem Gutachten nicht zu entnehmen.
2.3
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom
12. Oktober
201
5
(Eingangsdatum, Urk.
10
/
50
) eingetreten. Streitig und zu prüfen ist demnach, ob seit der mit Verfügung vom
2. Juli 2015
(Urk.
10/
4
7
) erfolgten Ren
ten
abweisung bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
5. Juli 2019
(Urk. 2) eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Verschlechterung des Gesund
heitszustands des Beschwerdeführers eingetreten ist.
3.
3.1
Die Uniklinik
Z._
berichtete am 25. Mai 2013, d
er Beschwerdeführer leide
seit ca. vier bis fünf Jahren
an rechtsseitigen belastungsabhängigen Schulter
schmerzen, welche sich nach einem Unfall Anfang September 2012 verstärkt hät
ten.
Eine
Arthro
-Magnetresonanztomographie (MRT) habe eine zystische Läsion im Bereich des Tuberculum majus mit Teilruptur der
Subscapularissehne
sowie
Bicepstendinopathie
gezeigt.
Physiotherapie und Analgetika hätten zu keiner befriedigenden Situation geführt
, so dass am 15. März 2013
an der Uni
klinik
Z._
eine Schulter
arthroskopie, eine
Rotatorenmanschetten
-Rekon
struk
tion sowie eine
Biceps
tenotomie
auf der rechten Seite durchgeführt wurde
n (
Opera
tions
be
richt, Urk. 10/8/48).
Der postoperative Verlauf sei regelrecht mit deutlicher
Regredienz
der Beschwerden und guter Beweglichkeit, wobei die Maximalkraft drei Monate postoperativ noch nicht symmetrisch sei (vgl. Arzt
bericht vom 25.
Juni 2013, Urk. 10/8/26).
A
ufgrund der Zunahme der Schmerzen beim Kraft- und Belastungs
auf
bau wurde der Beschwerdeführer
Ende Januar 2014
in der
Klinik G._
vorstellig (vgl. Arztbericht vom 17. Februar 2014, Urk. 10/22). Bildgebende Befunde würden eine relativ geringe Distanz zwischen
Coracoid
und Humerus zeigen, welche mögli
cher
weise die per
si
stierenden Schmer
zen im anterioren Schulterbereich erkläre
. Die Ärzte empfah
len eine haltungs
verbes
sernde Physiotherapie zur Verbesserung (vgl. Arzt
bericht vom 11.
Juni 2014, Urk. 10/31).
3.2
Seit Juli 2014 war der Beschwerdeführer ausserdem a
uf
grund
einer
depressiven Stimmungslage bei Dr. med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
cho
thera
pie, in psychiatrischer Behandlung. Dieser hielt in seinem Arztbericht vom 24. No
vember 2014 (Urk. 10/43) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
Agoraphobie und soziale Phobie (ICD-10: F40.0 und F40.1), bestehend seit der Kindheit
-
Leichte Intelligenzminderung (ICD-10: F70)
; zwei Intelligenztest hätten einen Intelligenzquotienten (IQ) von 84 und 68 ergeben
-
Seit der Beschwerdeführer in der Schweiz lebe, habe er praktisch nur
Temporärjobs
erhalten (ICD-10: Z55 und Z56)
D
ass der Beschwerdeführer alleine lebe
(ICD-10: Z60.2), habe keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Der behandelnde Psychiater konstatierte, im Verlaufe der Therapie sei die De
pres
sion verschwunden. Die agoraphobischen und soziophobischen Verhal
tens
weisen seien hingegen kaum besser geworden. Bezüglich der Phobien sei eine Heilung nicht sehr wahrscheinlich. Für leichte, monotone Hilfsarbeiten sei der Beschwer
deführer jedoch vollständig arbeitsfähig. Er benötige starke Anleitung und Kon
trolle sowie Hilfe bei der Arbeitssuche. Ferner seien Arbeiten zu bevor
zugen, die er ohne Ablenkung durch Mitarbeiter ausüben könne.
3.3
In Bezug auf die von Dr.
H._
genannten Diagnosen führte RAD-Arzt Dr.
C._
aus, die mitgeteilte Intelligenzminderung sei nicht zweifelsfrei aus
ge
wie
sen. Es würden widersprüchliche Testungen vorliegen. Der Beschwerde
führer hätte zwar Schwierigkeiten in der Regelschule gehabt, h
abe aber nicht in einer Sonderschule unterrichtet werden müssen. Ebenso würden begründete Befunde für eine Soziophobie mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fehlen, zumal der Beschwerdeführer stets auf Baustellen in Teamarbeit eingesetzt worden sei. Dr.
C._
erachtete den Beschwerdeführer in leichten (angepassten) Tätig
keiten ohne Heben, Tragen und Transportieren von mittelschweren und schweren Lasten, ohne (beidseitiges) Arbeiten in Armvorhalteposition und Überkopf
arbei
ten medizinisch-theoretisch
weiterhin
zu 100 % arbeitsfähig
(vgl. Feststellungs
blatt, Urk. 10/45 S. 5)
.
4.
4.1
Seit Oktober 2015 war der Beschwerdeführer bei Dr.
D._
in psychiatrischer Behandlung
(monatlich)
. Diese nannte die Diagnosen einer Agoraphobie (ICD-10: F40.0), einer Sozialphobie (ICD-10: F40.1) sowie fremddiagnostisch einer leichten Intelligenzminderung (ICD-10: F70.8). Hinzu kämen die Beschwerden am rechten Arm, welche die Belastbarkeit des Be
schwerdeführers zusätzlich reduzieren wür
den.
Dr.
D._
erachtete den Be
schwerdeführer im geschützten Rahmen
zu mindestens 80
% arbeitsfähig
, wobei aktuell eine 20 bis 30 % verminderte Leis
tungs
fähigkeit be
stehe
.
Er sei als kräftiger Hilfsarbeiter in verschiedenen Tätig
keiten viel
seitig einsetzbar, bedürfe hierbei jedoch enger Anleitung und Kontrolle.
Am ge
eignet
sten sei eine möglichst ruhige, wohlwollende Atmosphäre, in der er durch andere Mitarbeiter nicht gestört werde. In grösserer Gesellschaft entfalte sich seine Sozialphobie eher.
Eine Erwerbsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt sei nicht gegeben.
A
n Regeln und Routinen
könne er sich
zwar
gut anpassen
, benötige zur Verinnerlichung je
doch etwas mehr Zeit. Einzelne, einfach
e
Aufga
ben könne er alleine über
neh
men. Sobald er sich jedoch eigenständig strukturie
ren
müsse, sei er schnell über
fordert,
verunsichert und mache Fehler.
Der Gesund
heits
zustand des Beschwerdeführers sei st
abil und er sei
motiviert zu 80
% zu arbeiten und sich selber zu finanzieren. Dr.
D._
konstatierte weiter, der Beschwerde
führer sei bei der Erledigung alltäglicher Lebens
verrichtungen (An- und Aus
kleiden, Aufstehen, Absitzen, Abliegen, Essen, Körperpflege, Verrichtung der Notdurft, Fortbewegung) auf die Hilfe Dritter angewiesen. Ferner lebe er sehr isoliert und benötige auch Hilfe, um gesellschaft
liche Kontakte zu pflegen. Weiter sei der Beschwerdeführer a
ufgrund des psy
chi
schen Zu
stands nicht in der Lage, seine persönlichen, finanziel
len und admini
stra
tiven Angelegenheiten selb
stän
dig zu besorgen
, weshalb eine Beist
andschaft errichtet worden sei
(vgl. Arzt
be
richt
e
vom 5. November 2015
[
Urk. 10/52
]
und vom
26.
Juni 2017 [Urk. 10/110]
, Ernennungsurkunde vom 2. Juni 2016 [Urk. 10/69]
).
4.2
Vom 1. Juni 2016 bis 28. Mai 2017 absolvierte der Beschwerdeführer in einer Altersresidenz ein einjähriges Arbeitstraining im technischen Dienst.
Gemäss Schlussbericht der
Stiftung I._
vom 14. Juni 2017 (Urk. 10/106)
erschien der Be
schwerdeführer
jeweils
zuverlässig und pünktlich zum Training. Er habe sich
sehr hilfsbereit
gezeigt und
versucht
,
jede
Aufgabe
zu erfüllen. Einfache wieder
keh
rende Aufgaben wie Entsorgung, Reinigung der Aus
senplätze und Kontrolle der Material
i
en habe der Beschwerdeführer selb
stän
dig
und ohne Anleitung oder Aufforderung
erledigen können
(vgl. auch Urk. 10/105 S. 6)
. Die Aufgaben in den Patientenzimmer
n
habe er hingegen nicht alleine erledigen können.
Durch seine Angst vor Menschen fühle sich der Be
schwerde
führer rasch unwohl. Im Team habe er sich jedoch nach anfänglicher Schüch
ternheit bald zurechtfinden können. Er sei sehr bemüht, seine Sozial
phobie zu überwinden.
Es sei dem Beschwerdeführer gelungen, täglich den Bus zu benutzen und einmal wöchentlich das Mittagessen in der Kantine des Einsatzortes einzu
nehmen (vgl. Urk. 10/105 S. 6).
Als weitere Schwierigkeit wur
den
im Schlussbe
richt
die mangelnden Deutsch
kenntnisse genannt. Der Be
schwer
deführer habe manchmal nicht alles korrekt verstanden, obschon er an
gegeben habe, alles ver
standen zu haben. Zu
dem habe er viele Aufgaben auf
grund seiner rechten Schul
ter nicht erledigen können. Aus Sicht des
Vorgesetzten sei es schwierig für den Beschwerdeführer
,
eine geeignete Stelle
im ersten Arbeits
markt
zu finden.
Der Beschwerdeführer sei ein Künstler.
Für
ihn
sei es nicht möglich, in einem Arbeits
umfeld zu arbeiten, in dem Druck herrsche. Dem könne er weder körperlich noch kognitiv standhalten.
Er sei in der Arbeitsausführung sehr langsam (vgl. Urk.
10/105 S. 7). Es werde deshalb die Rentenprüfung emp
fohlen.
4.3
Im Zusammenhang mit der Neuanmeldung wurde der Beschwerdeführer i
m Auf
trag der Beschwerdegegnerin im Oktober 2017 am
E._
polydisziplinär (internistisch, orthopädisch, psychiatrisch und neuro
psychologisch) begutachtet (vgl. Guta
chten vom 30. Januar 2018, Urk.
10/119).
4.
3
.
1
Im Rahmen der internistischen Untersuchung wurde eine Hypertonie sowie eine Adipositas Grad I festgehalten. Eine Optimierung der antihypertensiven Medika
tion und eine Gewichtsreduktion seien deshalb notwendig. Spezifische internis
ti
sche Beschwerden seien jedoch keine vorgetragen worden. Es bestehe
aus internis
tischer Sicht
kein ausreichender Anhalt für eine Einschränkung der A
r
beits
fä
hig
keit (Urk. 10/119 S.
10f.).
4.
3
.2
Der orthopädische Gutachter führte aus, während der Exploration habe der Beschwerdeführer vorran
gig über Schulterschmerzen rech
t
s
mit Akzentuierung un
ter Belastung sowie gelegentliche lumbale Rückenschmerzen geklagt.
Das rechte Schultergelenk zeige sich frei beweglich, Schonbewegungen in der Spontan
mo
torik seien keine auszumachen, die Entkleidung gelinge geschickt und zeit
ge
recht. Im Bereich des
Sulcus
der langen Bizepssehne sowie
Coracoi
d
und Tuberculum majus seien
D
r
u
ckdolenzen
angegeben worden.
Gestützt auf die kern
spin
tomographische Untersuchung
diagnostizierte
der orthopädische Gutachter
ein leicht
gradiges Supraspinatus
sehnen-Syndrom des rechten Schul
terge
lenks bei kleiner Partialruptur
. Erfahrungsgemäss liege kein klinisch mass
gebli
cher Befund bezüglich einer dauerhaft anzunehmenden funktionellen Beein
träch
tigung oder Schmerzreaktion vor. Der seitengleiche Muskelbefund der Arme sowie auch die symmetrische
Beschwielung
der Hände zeuge von einer ausrei
chenden und als symmetrisch anzunehmenden Alltagsaktivität und
einem
Arm
gebrauch des Beschwer
de
führers.
Trotzdem sei der Beschwerdeführer aufgrund der erhobenen Befunde in seiner Arbeitsfähigkeit qualitativ limitiert. In einem 100%-Pensum zumutbar seien überwiegend körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere Arbeiten. Zu vermeiden seien ausschliesslich/überwiegend Tätig
keiten in Schul
terhöhe oder über Kopf bzw. mit Kraftaufwand über den ausge
streckten rechten Arm. Für die ursprüngliche Tätigkeit des Beschwerdeführers als angelernter
Elektriker im Bau
gewerbe bestehe eine dauerhaft anzunehmende vollständige Arbeitsun
fähig
keit (Urk. 10/119 S. 18f.).
4.
3
.3
Dr. med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, konstatierte,
der Beschwerdeführer habe vorrangig über kognitive Beeinträchtigungen und Unsicherheiten im Sozialkontakt, insbesondere die Befürchtung, Fehler zu mach
en und Anweisungen von Vorgesetzten nicht korrekt zu befolgen, berichtet.
Er habe angegeben, Anleitung bei der Arbeit zu benötigen. Es falle ihm schwer, selbständig zu arbeiten. Über eine darüberhinausgehende höhergradige psy
chi
sche Beeinträchtigung habe der Beschwerdeführer nicht berichtet. Eine solche sei in der vertieften Exploration auch nicht herauszuarbeiten gewesen.
Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung hätten sich keine namhaften Auffälligkeiten ge
zeigt, insbesondere seien Stimmung, Antrieb und affektive Schwingungs
fähig
keit nicht erheblich beeinträchtigt, sodass eine affektive Erkrankung nicht zu diagnostizieren sei. Auch eine anderweitige psychiatrische Erkrankung liege nicht vor. Die vom Beschwerdeführer berichteten Ängste und Unsicherheiten seien durchaus normalpsychologisch im Rahmen der begrenzten kognitiven Fähig
kei
ten bei schlichter Grundintelligenz zu verstehen. Eine eigenständige Angst
erkran
kung liege aus Sicht des psychiatrischen Gutachters nicht vor. Eine soziale Phobie - wie aktenk
undig erwogen -
wäre
zudem therap
ierbar und eine hieraus resultie
rende invalidisierende Gesundheitsstörung nicht anzunehmen, zumal die Thera
pie der Wahl hier auch ein Expositionstraining und nicht eine Be
stärkung eines Vermeidungsverhaltens (zum Beispiel durch Herausnahme aus sozialen, auch arbeitsbezogenen Kontexten) sei. Aus psychiatrischer Sicht liege somit keine Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. Es bestehe eine voll
schichtige Arbeitsfähigkeit in geistig einfachen, gut strukturierten Ar
bei
ten ohne höhere Verantwortung
(Urk. 10/119 S. 24)
.
Der Beschwerdeführer habe zwar berichtet, in den Jahren 2013 und 2014 an einer depressiven Episode gelitten zu haben, ein depressives Syndrom liege jedoch an
gesichts der aktuell erhobenen Befunde nicht mehr vor. Die ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung könne aus Gründen der Rezidiv
prophylaxe fortgeführt werden, sei jedoch auch neben einer voll
schich
ti
gen Arbeitstätigkeit realisierbar
(Urk. 10/119 S. 25)
.
4.
3
.4
Im Rahmen der neuropsychologischen Exploration habe sich der Beschwerde
füh
rer wach, orientiert,
attent
, eloquent, mnestisch und in der Auffassung sicher präsentiert. Er sei im Verlauf nicht ermüdet.
Die testpsychologische Erhebung habe leicht unterdurchschnittliche Leistungen bezüglich der kognitiven Ver
arbei
tungsgeschwindigkeiten, des wahrnehmungsgebundenen logischen Den
kens und
der kurzfristigen visuellen Merkfähigkeit erbracht. Deutlicher be
einträchtigt habe sich die längerfristige Behaltensleistung visueller Inhalte ge
zeigt. Akten
kundig werde eine Intelligenzminderung beschrieben, die seit Geburt bestünde. Das aktuell durchgeführte MRI (Magnetresonanztomographie) des Kopfes habe keine Befunde ergeben, die eine erworbene kognitive Störung eigenständig begründen könnten
. Der erhobene neuropsychologische Befund habe einen IQ von 81 Punk
ten erbracht (mit 10%iger Irrtums
wahr
schein
lich
keit liege der wahre Wert zwi
schen 76 und 90). Die Kriterien einer Intelligenz
minderung nach ICD-10 seien somit nicht erfüllt. Das Ausmass der kognitiven Störung des Beschwerde
führers sei als leicht zu klassifizieren. Zur Ausbildungs- und Berufsb
iographie des
Beschwerdeführers passend seien die Minderleistungen im Rahmen eines Ge
burts
gebrechens aus
reichend verstehbar.
Arbeitstätigkeiten mit gehobenem kogn
i
tivem Anspruch seien ungeeignet. In einer leidensan
ge
passten, kognitiv ein
fachen Tätigkeit sei aus neuropsychologischer Sicht von keiner Minderung der Arbeitsfähigkeit aus
zu
gehen
(Urk. 10/119 S. 3
3f.
)
.
4.
3
.5
Die Gutachter hielten zusammenfassend fest, es bestehe ein leichtgradiges Supra
spinatussehnen-Syndrom des rechten
Schultergelenks bei kleiner Par
t
i
al
ruptur, eine leichte kognitive Störung, eine Hype
rtonie und eine Adipositas Grad
I, wobei die Schultergelenkserkrankung eine Einschränkung der kör
per
lichen Belast
bar
keit und die schlichte Grundintelligenz bzw. leichte kognitive Störung eine Ein
grenzung der Arbeitsfähigkeit auf geistig einfache Tätigkeiten
bedinge (Urk.
10/119 S. 37).
D
ie Ar
beits
fähigkeit des Beschwerde
führers in der zuletzt ausgeübten sowie jedweder vergleichbaren Tätigkeit
sei
aufgrund der ortho
pä
di
schen Gesundheitsstörung nicht mehr gegeben. In an
de
ren, kör
perlich leich
ten, geistig einfachen, wechsel
belastend oder überwiegend sitzend ausge
übten Tätig
keiten des allgemeinen Arbeitsmarkts ohne häufigen Armeinsatz über der Hori
zontalen sei je
doch keine Minderung der Arbeits
fähig
keit zu at
tes
tieren. Der Beschwe
rde
führer habe trotz konnataler schlichter
Grund
begabung bereits im ersten Arbeitsmarkt gearbeitet, eine die Arbeits
fähigkeit in geistig ein
fachen Tätig
keiten mindernde kognitive Störung sei mithin nicht plausibel, zumal Hin
weise für eine prozesshafte oder später erworbene zerebrale Schädigung feh
len würden (Urk. 10/119 S. 34f.).
5.
5.1
In der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) stützte sich die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das polydisziplinäre Gutachten der
E._
vom 30. Januar 2018.
5.2
Das polydisziplinäre Gutachten der
E._
vom 30
.
Januar
201
8
(Urk. 10/119)
umfasste die Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Psychiatrie und Neuro
psychologie. Die Gutachter Dr. med.
K._
, Allgemeine Innere Medizin, Dr. med.
L._
, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, und Dr.
J._
verfü
gen
über den entsprechenden Facharzttitel und waren somit in ihren Fach
ge
bieten zur Beurteilung des Gesund
heitszustandes und der Arbeitsfähigkeit
des
Beschwerdeführer
s
befähigt.
Gegen das neuropsychologische Teilgutachten brachte
der
Beschwerdeführer unter anderem vo
r, dem beigezogenen
Neurologen
Prof. Dr. med.
M._
,
Fach
arzt
Neurologie FMH,
fehle es an einer zureichenden fachlichen Qualifi
kation (
Urk.
1 S. 8
).
Aus dem
neuropsychologischen Teilg
utachten
geht jedoch hervor, dass Prof. Dr.
M._
für die testpsycho
logische Erhebung sowie deren Auswertung und Interpretation den Neuropsychologen Mag.
rer
. nat.
N._
hinzu
ge
zo
gen hat
. Ferner reichte die
E._
ein Urteil des Kantonsgerichts Thurgau vom 5. September 2018,
worin
Prof. Dr.
M._
unter Hinweis auf seine
Weiterbildung im Bereich Neuropsyc
hologie als neuropsychologischer
Gutachter qualifiziert und
befähigt bezeichnet wird
, zu den Akten (vgl. Urk. 10/133). Die diesbezüglichen Einwä
nd
e
des Beschwerde
führers
erweisen sich demnach als unbegründet
.
Des Weiteren beruht das
E._
-Gutachten
auf eingehenden medizinischen Abklärungen
(S.
9f.
, S.
12-17
, S.
22f., S. 26-32)
unter Einschluss von Labortests (S. 48f.) und testpsychologischen Er
hebungen (S. 28-32)
. Die Gutachter
berücksichtigten die geklagten Beschwerden (S.
7, S. 11
, S.
19f., 25f.
)
und begründeten ihre Einschätzungen (S.
11
, S.
18f., S. 24f.,
S.
32f.
) in
Kenntnis der Vorakten (S. 2-7, S. 35f.
)
sowie der Ergebnisse eines eigens ve
ranlassten MRI des Schädels (S.
50)
.
Die Beurteilung der
me
di
zi
nisch
en
Situation
und der zumutbaren Restarbeits
fä
higkeit
leuchte
t
ein und die Schlussfolgerungen sind begründet (vgl. E.
1.4
). Das Gutachten der
E._
erfüllt damit grundsätzlich die Anforderungen an eine voll beweiswertige medizinische Expertise
.
5.3
Die von den Gutachtern attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer der Leiden angepassten Tätigkeit
(vgl. E. 4.3.5 hiervor)
wird
durch die Einschätzung von Dr.
D._
, wonach auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Erwerbsfähigkeit ge
ge
ben sei (vgl. E. 4.1 hier
vor), in Frage gestellt. Dr.
D._
erachtete den Beschwerdeführer in erster Linie aufgrund einer Agora- und Sozialphobie sowie seiner leichten Intelligenz
minderung nur im geschützten Rahmen einsetzbar. Soweit sie in ihrem Bericht festhielt, der Beschwerdeführer sei bei der Erledigung der alltäglichen Lebensver
richtungen auf die Hilfe Dritter
angewiesen (Urk.
10/110 S. 3), steht dies im Widerspruch zu ihrer Aussage, dass im Bereich der Selbstpflege keine Einschrän
kung bestehe (Urk. 10/110 S. 3) sowie den vom Beschwerdeführer getätigten An
gaben im Rahmen der Be
gut
ach
tung bei der
E._
. Demnach erledige er den Haushalt selbständig und koche täglich (vgl. Urk. 10/119 S. 9 und S. 12). Ferner hielten die Gutachter fest, dass der Beschwer
de
führer ein flüssiges Gangbild habe und das An- und Aus
kleiden zügig und geschickt gelinge (vgl. Urk. 10/119 S. 9).
Dass der Beschwerdeführer bei der Erledi
gung der alltäglichen Le
bens
verrichtungen auf die Hilfe Dritter angewiesen ist, ist
entsprechend
nicht ausgewiesen.
In Bezug auf die
Agoraphobie
habe der Beschwerde
führer während der Begut
achtung zwar darauf hin
gewiesen, dass er Menschenan
samm
lungen meide (vgl. Urk. 10/119 S. 8), jedoch auch er
wähnt, dass er über
wiegend die öffentlichen Verkehrsmittel be
nutze (Urk. 10/119 S.
12; vgl. auch Urk.
10/106).
Ferner habe der Beschwerde
führer angegeben, drei- bis viermal pro Woche bis zu zwei Stunden spazie
ren zu gehen (vgl. Urk. 10/119 S. 8f.). Betreffend die soziale Phobie habe der Beschwerdeführer gegenüber den Gutachtern von Unsicherheiten im Sozialkontakt, insbesondere der Angst, Fehler zu machen, berichtet (vgl. Urk. 10/119 S. 24)
, gleichzeitig aber phobisches Ver
halten und Panikattacken verneint (vgl. Urk. 10/119 S. 23). Der psychiatrische Gutachter beschrieb den Beschwerdeführer ruhig und gelassen, im Kontakt freundlich und auskunftsbereit. Weiter sei der Beschwerdeführer in der Lage gewesen, den Augenkontakt zu halten
(Urk. 10/119 S. 22). Angesichts dessen
ist
eine die Arbeitsfähigkeit einschränkende soziale Phobie
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ausgewiesen.
Im Übrigen war der Be
schwer
de
führer jahrelang als Hilfsarbeiter auf Baustellen tätig, was ebenfalls gegen das Vorliegen einer iv-relevanten sozialen Phobie spricht.
Vor dem Hintergrund, dass die Gutachter den Be
schwer
de
führer während der Explo
ration allseits voll orientiert wahr
nah
men und seine Aufmerksamkeit und Kon
zen
tration als unauf
fällig sowie das Lang- und Kurz
zeitgedächtnis als intakt be
ur
teilten (vgl. Urk. 10/119 S. 22f.) und der Be
schwerdeführer nach eigenen Anga
ben in der Lage ist, die Haus- und Reinigungs
arbeiten selbständig zu erledigen (vgl. Urk. 10/119 S. 12), ist die Aussage, dass der Beschwerdeführer an seinem Arbeitsort regel
mässig die Orientierung verlieren würde und entsprechend nicht alleine eingesetzt werden
könne (vgl. Urk. 10/105 S. 7), nicht plausibel. Im Übri
gen wurde mehrfach erwähnt, dass der Beschwer
deführer Routinearbeiten sehr zuverlässig erledige (vgl. Urk. 10/106, Urk. 10/110).
Was die vom Beschwerde
führer
geltend gemachte kognitive Beein
trächtigung
betrifft, ist festzuhalten, dass eine auf geringe Intelligenz zurückzu
führende Erwerbsunfähigkeit in der Regel erst als gesundheitlich verursacht
gilt, wenn die Intelligenz im medizinischen Sinne vermindert ist, der IQ mithin weni
ger als 70
beträgt, wohingegen nicht als ge
sund
heitliche Beeinträchtigung im Sinne von Art. 7 Abs. 2 ATSG eine Intelligenz im unteren Normalbereich, also bei einem IQ zwischen
70 und 84, zu betrachten ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_741/2013 vom 16. März 2015 E. 3.2.1 mit Hinweisen). Vorliegend hat
der neuropsychologische
E._
-Gutachter
mittels
neuropsychologischer
Test
ung
den IQ de
s Beschwerdeführers
bestimmt, welcher durchschnittlich bei
81
lag
und damit
unterdurchschnittlich
sei
(Urk. 10/
119
/
28-30). In Anbetracht dieses
Werte
s
kann
unter Berücksichtigung der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung
nicht
von einer gesund
heitlichen Beeinträchtigung ausgegangen werden.
Die
E._
-Gutachter
legte
n
jedenfalls unter Bezugnahme auf mehrere Begebenhei
ten über
zeugend dar, weshalb es de
m
Beschwerdeführer
trotz
unterdurchschnitt
licher
Intelligenz möglich sein sollte, vollzeitlich einer beruflichen Tätigkeit ohne hohe Anfor
derungen an die intellektuellen Fähigkeiten nachzugehen
(vgl. Urk. 10/119 S. 35
)
.
Zudem war er
mehrere Jahre
in verschiedenen Berufsfeldern auf dem ersten Arbeitsmarkt er
werbs
tätig (vgl. Urk. 10/62).
Dass die Gutachter den Beschwerde
führer aufgrund der Berufsanamnese sowie des durchgeführten MRI des Kopfes, wonach es keine Hinweise auf eine erworbene kognitive Störung gebe (vgl. Urk. 10/119 S. 33 und S. 50), in geistig einfachen Tätigkeiten
erwerbsfähig erachteten, ist nachvoll
zieh
bar.
Ausserdem hätte sich diese Störung nicht erst seit Juli 2015 eingestellt.
5.4
Soweit der Beschwerdeführer
sodann
geltend macht
e
, dass die medizinische Ein
schätzung der Leistungsfähigkeit durch
die Gutachter
in offensichtlicher und erheblicher Diskrepanz zur festgestellten Leistungsfähigkeit anlässlich der
beruf
lichen
Ab
klärungen
durch die Institution
I._
stehe (Urk. 1 S.
4 ff.
), kann ihm
ebenfalls
nicht gefolgt werden. Nach der Rechtsprechung ist die Frage nach den noch zumut
baren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Massgabe der objek
tiv fest
stell
baren Gesundheits
schä
di
gung in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf der Grundlage der von ihnen erho
be
nen, subjektiven Arbeitsleistung zu beantworten (Urteile des Bun
des
gerichts 9C_396/2014 vom 15.
April 2015 E. 5.4 und 9C_401/2014 vom 26. No
vember 2014 E. 4.2.2
,
je mit Hinweis). Steht eine medizinische Einschätzung der Leis
tungs
fähigkeit aber in offensichtlicher und er
heblicher Diskrepanz zu einer Leis
tung, wie sie während einer ausführlichen beruflichen Abklärung bei ein
wand
freiem Arbeitsverhalten/-einsatz der versicherten Person effektiv realisiert wurde und gemäss Einschätzung der Berufsfachleute objektiv realisierbar ist, vermag dies ernsthafte Zweifel an den ärztlichen Annahmen zu begründen und ist das Einholen einer klärenden me
di
zinischen Stellungnahme grundsätzlich unabding
bar (Urteile 8C_411/2015 vom 17. September 2015 E. 5.2; 9C_737/2011 vom 16. Oktober 2012 E. 3.3; 9C_833/2007 vom 4. Juli 2008 E. 3.3.2). Dies ist vor
liegend allerdings nicht der Fall.
Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers haben sich die Gutachter mit Blick auf die von ihnen erhobenen Diagnosen hinreichend mit den Ausführungen
der Berufsfachleute auseinandergesetzt. Hierbei wiesen sie zu Recht auch auf die anderslautenden Einschätzungen hin. Ausserdem erachte
ten sie eine Tätigkeit in geschütztem Rahmen gar als kontraproduktiv (Urk. 10/119 S. 35). Auf Nachfrage hin, begründeten die Gutachter in ihrer Stellung
nahme vom 5. Dezember 2018, weshalb den
Arbeitsassessments
per se kein eigenständiger Beweiswert hinsichtlich medizinisch-theoretischer Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zukommt (Urk. 10/132). Mit den Gutachtern ist davon aus
zugehen, dass sich an der grundsätzlichen Fähigkeit des Beschwerdeführers
,
in einer seinen körperlichen und geistigen Fähigkeiten angepassten Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt erwerbstätig zu sein, seit seiner letztmaligen effektiven Berufstätigkeit nichts geändert hat, was auch seine grundsätzlich selbständige Alltagsbewältigung aufzeigt.
Laut Schlussbericht der Institution
I._
schei
ter
te die berufliche Mass
nahme
auch an
den Defiziten in Bezug auf die sprach
lichen Kenntnisse des Be
schwer
deführers
.
Der Vorgesetzte sah die grösste Schwie
rig
keit in den fehlen
den Deutschkenntnissen (vgl. Urk. 10/105 S. 7). Eben
so er
hielt d
er
Beschwerde
führer nach einem Vorstellungs
gespräch
aufgrund seiner kör
per
lichen Ein
schrän
kun
g
eine Ab
sage
(Urk.
10/106 S. 2).
Die Berufs
ab
klä
rungsberichte wecken daher keine ernsthaften Zweifel an der fachärztlichen Ein
schätzung der Arbeits
fähigkeit (aus somatischer
und psychiatrischer
Sicht) durch
die Gutachter der
E._
.
Das
gutachterliche
Zumutbarkeitsprofil sowie die Arbeitsfähigkeitseinschätzung erweisen sich aufgrund der vorhandenen Befunde
trotz gescheiterter beruflicher Eingliederung im Reinigungsdienst
als nachvollziehbar, weshalb darauf abgestellt werden kann.
5.5
N
ach dem Gesagten
kann
auf das Gutachten der
E._
vom 30
.
Januar 2018
ab
ge
stellt werden. Es ist somit erstellt, dass der Beschwerdeführer in einer ange
passten Tätigkeit (
körperlich leichten und kognitiv einfachen Tätigkeit
) zu
10
0
% arbeits
fähig ist
.
Nach Lage der Akten ist eine Veränderung der krankheitsbe
dingten Ar
beits
un
fä
higkeit seit der letzt
maligen Überprüfung des Rentenan
spruchs im Sinne einer revisionsrechtlich relevanten Verschlechterung daher nicht mit dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Aufgrund dessen braucht die Bemessung des Invaliditätsgra
des nicht überprüft zu werden, zumal die Beschwerdegegnerin bereits im Rahmen der erst
maligen Rentenprüfung davon aus
ging, dass dem Beschwerde
führer die angestammte Tätigkeit als angelernter Elektromonteur nicht mehr zumutbar ist, er indes in einer behinderungs
an
ge
pass
ten Tätig
keit zu 100 % arbeitsfähig ist (vgl. Urk. 10/44, Urk. 10/47). Die den Anspruch
auf eine Rente verneinende Verfügung vom 5. Juli 2019 besteht damit zu Recht und die Beschwerde ist abzuweisen.
6.
6.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Als bedürftig gilt eine Person, wenn sie ohne Beeinträchtigung des für sie und ihre Familie nötigen Lebensunterhalts nicht in der Lage ist, die Prozesskosten zu bestreiten (Urteil des Bundesgerichts 9C_617/2009 vom 1
5. Januar 2010 E. 6.2.1 mit Hin
weisen).
D
e
r
Beschwerdeführer ersuchte mit Beschwerde vom
6. September 2019
um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
sowie um Bestellung von Rechts
anwalt lic. iur. Kaspar Gehring als unentgeltlichen Rechtsvertreter
(
Urk.
1 S. 2). Die Vorausset
zungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung
und unentgeltlichen Rechtsvertretung
gemäss §
16 des Gesetzes
über das Sozialversi
cherungsgericht (GSVGer) sind erfüllt (vgl.
Urk. 3,
Urk.
7-8
), weshalb dem Gesuch stattzugeben ist.
6.2
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kos
ten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und
vor
liegend
auf
Fr. 7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
m
unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen
.
6.3
Rechtsanwalt lic. iur.
Kaspar Gehring
machte mit Honorarnote vom
28. Oktober 2019
einen Aufwand von total 9 Stunden sowie Barauslagen von
Fr.
1
35.-- geltend (Urk. 12), was der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses insgesamt angemessen erscheint.
Unter Berücksichtigung des gerichts
üblichen Stundenansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich MWSt) ist
die Entschädigung auf Fr. 2'277.85
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.
6.4
Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur Nach
zah
lung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (
§
16
Abs.
4
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer).