Decision ID: 9428e0d7-804c-557b-b214-dd55b0342664
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972,
war ab Januar 1996
hauptberuflich
über die
Y._
AG (damals noch:
Z._
AG
)
beim Elek
trizitätswer
k
A._
tätig
(vgl.
Urk.
7/114/1 und 7/114/5)
, wo er
für die Reinigung und Instandhaltung der Anlage und für kleinere Reparaturen am Ge
bäude zuständig war (vgl.
Urk.
7/21/23). N
ach
einer Heckkollision
im
März 2003 (
vgl.
Urk.
7/11/40)
wurden bei ihm
ein
e Distorsion der
Halswirbel
säule
(HWS)
,
ein
zervikoradikuläres
Schmerzsyndrom ohne Nachweis einer Diskushernie oder Neurokompression (
vgl.
Urk.
7/11/25 f.; Urk.
7/1
/1
) und
eine Teilruptur des
Mus
culus
sternocleidomastoideus
(Kopfnicker)
rechts
diagnostiziert
(
vgl.
Urk.
7/11/29
)
.
Zudem erfolgte a
m
1
0.
März 2004 eine Dekompression des Ellennervs
links
mit
Neurolyse
im
Sulcus
(
vgl.
Urk.
7/1/
1-
3).
Im Mai
2004 meldete sich der Versicherte
bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug
an (
Urk.
7/3)
.
Nach einem
ein
monatigen,
stationären Aufenthalt in der Rehklinik
B._
Anfang
2005 (vgl.
Urk.
7/21/5
ff.
)
sprach ihm d
ie IV-St
e
lle
mit Verfügung vom
1
0.
März 2006
eine befrist
ete ganze R
ente für die Monate Oktober 2004 bis März 2005 zu (
Urk.
7/32
)
.
Die
von ihm
dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
7/34 f.)
, wies sie
– nachdem das Bundesgericht
mit Urteil 8C_756/2007 vom
2.
Juli 2008
die Leistungseinstellung der Suva basierend auf dem Bericht der Rehaklinik
B._
bestätigt hatte (vgl.
Urk.
7/75/199
ff.)
– am
8.
Oktober 2008 ab (
Urk.
7/58
).
1.2
Bei einem Arbeitsunfall mit einer Kette
n
säge zog sich der Versicherte am 15.
Februar 2008
an beiden ventralen Unterschenkeln eine Sägeverlet
zung mit
ossärer
Beteiligung zu
(
vgl.
Urk.
7/82/8-11
).
In der Folge entwickelte sich ein Narbenneurom des
Nervus
saphenus
am rechten Unterschenkel,
da
s am 24.
Mai 2011
entfernt wurde
(
vgl.
Urk.
7/82/25
und 7/82/28
).
Nach einem weiteren E
reig
nis
am
9.
Dezember 2013
beim Leeren einer Traf
owanne
klagte
der Versicherte
über
Schulterbeschwerden (
vgl.
Urk.
7/82/91 f.).
Schliesslich
meldete
er sich
mit Formular vom 2
4.
April
2018 erneut
zum Leis
tungsbezug
bei der IV-Stelle an (
Urk.
7/67).
Diese zog insbesondere die Akten des Krankentaggeldversicherers
Mutuel
Versicherungen AG (
Urk.
7/69
) sowie
der
Suva
(
Urk.
7/75
,
7/82
und 7/83
) bei.
Ferner
holte sie einen ausführlichen Bericht beim behandelnden Rheumatologen ein, der weitere fachärztliche Berichte beilegte (
Urk.
7/79).
Am 2
2.
August 2018 informierte die
Mutuel
Versicherung
en
AG die IV-Stelle unter Beilage
eines
Gutachtens der
C._
– verfasst am
2
0.
Juli 2018
vom Facharzt für Chirurgische Orthopädie und Trau
matologie des Bewegungsapparates,
Dr.
med.
D._
(vgl.
Urk.
7/84/4 f
f.)
, –
dahingehend, dass sie die seit
dem 1
4.
November 2017
bezogenen
Krankentag
gelder ab
1.
Juli 2018
suspendiert habe
(vgl.
Urk.
7/84/2).
Mit Vorbeschei
d vom 1
8.
Oktober 2018 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten an, einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung zu verneinen (Urk. 7/89). Den vom Ver
sicherten dagegen erhobenen Einwand (
Urk.
7/90; Begründung
Urk.
7/95) unter Beilage weitere medizinischer Berichte (
Urk.
7/94)
, legte die IV-Stelle dem Regio
nalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Prüfung vor (vgl.
Urk.
7/97/3 ff.). Gestützt hierauf verneinte die IV-Stelle
mit
Verfügung vom 5. Februar 2019 einen
Leis
tungsa
nspruch des Versicherten (
Urk.
2).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte
, vertreten durch Rechtsanwalt
Gysler
, mit Eingabe vom
8.
März 2019
Beschwerde (
Urk.
1) unter Beilage des
Schlussberichts zur
arbeitsmarktlichen
Abklärung für Stellensuchende, an welcher
er von Februar bis März 2019 teilgenommen hatte (
Urk.
3/
3
). Er bean
tragte, es
sei
ihm eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen und es seien berufliche Massnahmen durchzuführen; eventualiter sei eine polydisziplinäre
Begutachtung
der Fachrich
tungen Innere Medizin, Rheumatologie und Neurologie
vorzunehmen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten
der IV-Stelle
(
Urk.
1 S. 1). Die
se
schloss in der Beschwerdeantwort vom
1
0.
April 2019
auf Abweisung der Be
schwerde
(
Urk.
6
).
Davon wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 1
1.
April 2019 Kenntnis gegeben (
Urk.
8).
3
.
Im Übrigen bildet die vom Beschwerdeführer gegen den
Einspracheentscheid
der Suva vom 2
1.
Mai 2019 beim hiesigen Gericht erhobene Beschwerde
Gegenstand des Prozesses
UV.2019.000161
und
wird
mit Urteil heutigen Datums abgewiesen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (
Art.
87
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis). Dies gilt auch im Falle einer Neuanmeldung nach einer früher rückwirkend zugesprochenen befristeten Rente, zumal für die Zeit unmittelbar vor Erlass der damaligen Verfügung eine Rentenleistung ebenso wie bei Verneinung eines Rentenanspruchs abgelehnt wurde (vgl. BGE 133 V 263).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei eine
r wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswir
kungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Erst wenn in diesem Sinne ein Revisionsgrund vorliegt, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beur
teilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, die
bisherige
Tätig
keit als Baufacharbeiter sei dem Beschwerdeführer entgegen dem Gutachten
des
Krankentaggeldversicherers nicht mehr möglich,
jedoch bestehe
in einer optimal leid
ens
angepassten Tätigkeit gemäss RAD weiterhin eine volle Arbeitsfähigkeit. Dem
Valideneinkommen
von
Fr.
79'795
.--
sei nach statistischen Erhebungen ein Invalideneinkommen von
Fr.
67'338.90 gegenüberzustellen.
Es resultiere ein nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von 16
%
. Aufgrund der fehlenden Erstausbildung nicht möglich seien
Umschulungsmassnahmen (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt indessen dafür, gestützt auf den Schlussbericht Praxis Check sei davon auszugehen, dass er trotz seines grossen Einsatzes und zusätz
licher Pausen mit dem siebenstündigen Arbeitspensum überfordert gewesen
sei. Mi
ttel- bis langfristig
könne er
nicht ständig über sein
e
Grenzen hinausgehen
.
Seine Arbeitsfähigkeit in einer leid
ens
angepassten Tätigkeit betrage daher nicht mehr als 50
%
. Genauer müsste der Umfang mit einem Gutachten abgeklärt werden (vgl.
Urk.
1
Ziff.
9-15). Das Gutachten der
C._
sei unbrauchbar, zumal es
in Unkenntnis des MRI
sowie
ohne
Untersuchung
des
Kopf
n
icker
s
verfasst worden sei und das Ergebnis diametral zum Resultat der
arbeitsmarkt
lichen
Abklärung s
tehe. Letzteres gelte auch für die RAD-Beurteilung (vgl.
Urk.
1
Ziff.
16 f.). Beim Einkommensvergleich sei ein leidensbedingter Abzug von 10
%
zu gewähren. So scheide eine Vielzahl auch körperlich leichter Tätigkeiten aus und fehle es ihm an Deutschkenntnissen. Es resultiere ein Invalideneinkommen von
Fr.
49'453.--
respektive ein Invaliditätsgrad von 62
%
(vgl.
Urk.
1
Ziff.
18).
Im Übrigen habe er sich zum qualifizierten Bauarbeiter weitergebildet, weshalb
Anspruch auf Umschulung bestehe. Eine solche sei gemäss Schlussbericht Praxis Check angezeigt und erfolgversprechend (vgl.
Urk.
1
Ziff.
19).
3.
3.1
I
m Untersuch
vom
8.
März 2018 gab
der
Beschwerdeführer
gegenüber dem Neu
rologen
Dr.
med.
E._
an,
er habe im November 2017 schwerer arbeiten müssen
, was zu einer deutlichen Verstärkung der nach
der Auffahrkollision im Jahr 2003
immer wieder und ab dem Jahr 2015/2016 spontan zunehmenden Nacken
schmerzen geführt habe. Neu komme es zu einer Ausstrahlung Richtung thorakal, teilweise auch bis z
u den Händen rechts oder links.
Davor habe er 100
% arbeiten können, j
edoch mit verminderte
r
Leistung.
Er habe viele Pausen benötigt, wofür sein früherer Chef Verständ
nis gehabt habe. Zusätzlich komme es vor allem morgens zu einer sichtbaren Schwellung des Handrückens und der Finger beid
seits. Er habe Schmerzen in den Fingergelenken, bei Kälte könne er die Finger kaum beugen. Zusätzlich habe er seit dem Jahr 2008 immer wieder elektrisierende Schmerzen im [rechten] Unterschenkel und am Fuss
media
l
seits
, vor allem nach Belastung, jedoch auch nach längerem Sitzen oder nachts in Ruhe, weswegen er immer wieder aufstehen und herumlaufen müsse
(vgl.
Urk.
7/
79/10
).
Dr.
E._
erklärte, aufgrund der Vorgeschichte, der Anamnese und
des
Unter
such
s
halte er ein
en
Zusammenhang zwischen den chronischen, im November 2017
exazerbierten
Nackenbeschwe
rden und den im MRI [vom 27.
November 2017] nachweisbaren
neuroforaminalen
Einengungen
[für die Nervenwurzen C3 bis C5
links und C6 rechts
, vgl. auch
Urk.
7/79/6
]
für sehr unwahrscheinlich. Eine Therapie gegen neuropathische Schmerzen erachte er daher nicht als sinnvoll. Die zusätzlichen Beinbeschwerden seien hingegen neuropathischer
Natur. Es sei ein Versuch
mit
Capsaicin
lokal vereinbart
(vgl.
Urk.
7/79/11).
3.2
Gegenüber
Dr.
med.
F._
, dem Oberarzt der
Klinik für Neurochirurgie des Uni
ver
sitätsspitals
G._
, schilderte der Beschwerdeführer am 1
1.
Mai 2018, dass er unverändert an einem funktionell einschr
änkenden Taubheitsgefühl im Berei
ch des Fusses rechtsseitig leide. Die Beschwerden würden nach längerem Laufen zunehmen. Auch die getragenen Arbeitsschuhe seien schwer und einschränkend,
weshalb er intermittierend Pausen machen müsse. Nach längerem Laufen käme es
zudem zu einer Schwellung des Fusses und elektrisierenden Schmerzen im Bereich des Unterschenkels und Fusses rechtsseitig (vgl.
Urk.
7/79/12).
Dr.
F._
wies
auf die regelmässige Einnahme von
Schmerz
mitteln
und eine lokale Therapie mit
Capsaicin
0.075%-
iger
Crème
hin
, die gut helfe.
Auf eine
eigentliche Diagnosestellung verzichtete
er und
hielt
–
bei
im Untersuch fest
ge
stellter
schmerzhaft eingeschränkter HWS-Beweglichkeit und Hyposensibilität im Bereich der medialen Fusskante
/
-sohle rechtsseitig
– vorab
gestützt auf die Anamnese fest, die
residuellen
Beschwerden seien für den Beschwerdeführer immer noch deutlich einschränkend
. Er
empfahl
,
die bisherige
Behandlung
fort
zusetzen und
gegebenen
falls
ein MRI der HWS
durchzuführen
(vgl.
Urk.
7/79/13).
3.3
I
m von der Krankentaggeldversicherung in Auf
trag gegebenen Gutach
t
en vom 20.
Juli 2018 kam
Dr.
D._
zum Schluss,
es
sei den mässigen degenerativen Veränderungen der HWS Rechnung zu tragen und ein negatives Leistungsbild zu definieren: Der Beschwerdeführer sei in der Lage, körperlich leichte bis mittel
schwere und kurzzeitig auch schwere Tätigkeiten zu verrichten. Die Tätigkeiten sollten wechselweise im Gehen, Stehen und Sitzen stattfinden mit der Möglich
keit, Positionswechsel selbst zu wählen. Unzumutbar seien ausschliessliche Über
kopf-, Gerüst
-
und Leitertätigkeiten
, ebenso
permanente Zwangshaltungen für die HWS.
Unter Beachtung dieses Leistungsbildes könne der Beschwerdeführer einer vollschichtigen Tätigkeit nachgehen. Die auf
orthopädisch-traumatolo
gi
schem
Fachgebiet festgestellten Gesundheitsstörungen würden keine Arbeitsun
fähigkeit in der bisherigen oder in adaptierten Tätigkeiten begründen. Die vom Beschwerdeführer bis im Jahr 2017 ausgeübt
e
Tätigkeit scheine gemäss seinen Schilderungen adaptiert zu sein; eine Arbeitsplatzbeschreibung de
s Arbeitgebers liege nicht vor
(vgl.
Urk.
7/84/17)
.
F
ür seine Beurteilung hatte er konventionelle Röntgenaufnahmen der gesamten Wirbelsäule
veranlasst
, da Befundberichte der vom
Behandler
angeführten MRI
- Untersuchung fehlten (vgl.
Urk.
7/84/17).
Von der HWS wurden dabei
Dens
- und Schrägaufnahmen angefertigt. Diese zeigten eine leichte
Hyperlordosierung
der unteren HWS bei mässiger
Unkarthrosis
im mittleren Bereich vor allem auf Höhe C3/4, C4/5 und C5/6 jedoch mit normaler Darstel
lung der übrigen HWS
mit auch normal weiten
Foramina
intervetrebralia
beidseits in den Schrägaufnahmen. Normal stellte sich auch der
kraniozervikale
Übergang dar (vgl.
Urk.
7/84/29).
Im Übrigen gab der Beschwerdeführer an, seit
November
2017 arbeitsunfähig zu sein. Nach dem Unfall im Jahr 2003 habe er leichtere Tätigkeiten bekommen und bisher arbeiten können. Dann habe er jedoch Betonplatten tragen und verlegen müssen. Nach zwei bis drei Wochen seien die Schmerzen zu stark geworden und die Arbeitsunfähigkeit sei eingetreten (vgl.
Urk.
7/84/10). Er
habe viele und star
ke Schmerzen der
HWS
, die immer da seien
. Bei etwas längerem Laufen habe er starke Schmerzen der Beine an der Stelle der Sägeverletzungen
(vgl.
Urk.
7/84/8)
.
3.4
Zum Gutachten nahm
Dr.
H._
, der
behandelnde Rheumatologe, am
9.
Dezember 2018 Stellung. Er
vertra
t
die Auffassung
, die Auffahrkollision mit HWS-Distor
sions
trauma und Teilruptur des
Musculus
sternocleidomastoideus
rechts habe zur Entwicklung eines chronischen
zervikospondylogenen
Syndroms und
von
Span
n
ungskopfschmerzen geführt. Die Teilruptur des
genannten Muskels
und der Volu
menverlust der
Musculii
scalenii
rechts hätten zur Instabilität und Entwick
lung der degenerativen Veränderungen
an
der
HWS (h
ochgradige
osteodiskale
Foraminalstenosen
) gef
ührt. Angesichts
der noch deutlichen klinische
n
Druckdo
lenz
im Ber
eich des Nackens/Plexus rechts sei
mit grosser Wahrscheinlichke
it
anzunehmen
, dass die
bisher
unklar
en
Schmerzen der Hände
bei Kälteexposition auf eine
posttraumatische neurovegetative Dysregulation im
zerviko-
axillären
Plexus zurückzuführen seien (vgl.
Urk.
7/94/1 f.).
Dabei stützt
e
er sich auf e
inen B
ericht zur
nativen
MRI-Untersuchung vom 26. November 2018, wonach sich insgesamt eine deutliche Volumenminderung des
Musculus
sternocleidomastoideus
rechts im Vergleich
zur
Gegenseite zeigte, akzentuiert auf Niveau C4/5 mit hier nur noch rudimentär erkennbarem, narbig verändertem Muskelbauch. Hinweise auf eine Kompression von neuralen Struktu
ren paravertebral bestünden nicht.
Ersichtlich sei ferner eine leichtgradige Volu
menasymmetrie der
Musculi
scalenii
zugunsten der linken Seite. Es bestünden sodann multisegmentale degenerative Veränderungen der HWS mit insbesondere hochgradigen
osteodiskalen
Foraminalstenosen
C3/4 links, C4/5 beidseits,
C5/6 links mit
foraminaler
Komp
ression der C4- und C6-Nervenwurzel links und der C5 Nervenwurzel beidseits (vgl.
Urk.
7/94/4).
Zur Arbeitsfähigkeit äusserte sich
Dr.
H._
in seiner jüngsten Stellungnahme nicht. Im Bericht vom 1
7.
Juli 2018 bezeichnete er die bisherige Tätigkeit als schwere Arbeit (Kanalsanierung, Kabelziehen, Maurer-Arbeiten und dergleichen). Bei der bisherigen Tätigkeit auf dem Bau dürfte eine Wiederaufnahme der Arbeit und mittel-/langfristig die Fortsetzung der Arbeit schwierig sei
n
. Für eine Reintegration in die Arbeitswelt unter leichten oder mittelschweren Bedingungen sei er zuversichtlicher
, wobei eine solche anfänglich drei bis vier Stunden pro Tag zumutbar sei
. Als Einschränkungen bestünden
eine reduzierte Belastbarkeit der HWS aufgrund degenerativer Veränderungen und
infolge
der Schwellungen und Kraftverminderungen der Hän
d
e seien gewisse grob- und feinmotorische Arbeiten nicht mehr machbar (vgl.
Urk.
7/79/4).
Die ab Mitte November 2017 bestehende Arbeitsunfähigkeit stellte er dabei in Zusammenhang mit der deutlichen Zunahme der Handbeschwerden seit dem Kälteeinbruch und bei Feuchtigkeitsexposition im Herbst 201
7.
Bei
im Untersuchungszeitpunkt
warmem
Wetter konnte er keine Schmerzen oder
Synovitiden
der Hand- und Fingergelenke feststellen. Die Reflexe
waren symmetrisch auslösbar, eine Kraftminderung bestand nicht
(vgl.
Urk.
7/79/2
f.
).
3.5
In
Berücksichtigung aller
derzeit vorliegenden
Arzt- und Befundberichte
schluss
folgerte der
RAD-Arzt
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
, am 2
8.
Januar 2019
,
eine
volle Arbeitsfähigkeit für die seit 1991 ausgeübte Tätigkeit als Baufacharbeiter
sei aus versicherungsmedizinisch-ortho
pädischer Sicht
nicht nachvollziehbar
, zumal es sich dabei bekanntermassen um eine körperlich zumeist schwere Arbeit handle, oft verbunden mit Tätigkeiten über Kopf und in Zwangshaltungen. Es müsse deshalb mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit von einer vollen Arbeitsunfähigkeit seit November 2017 ausge
gangen werden. Gemäss aktuellem Arbeitgeberfragebogen hätte der Beschwerde
führer ab 3
1.
Juli 2018 indessen vorwiegend leichte und nur manchmal mittel
schwere Tätigkeiten erhalten – meist im Gehen oder Stehen auszuüben.
In einer solchen,
als angepasst zu bezeichnende
n
Tätigkeit
sei
d
er Beschwerdeführer
medizinisch-theoretisch üb
erwiegend wahrscheinlich 100
%
arbeitsfähig (vgl.
Urk.
7/97/5).
4.
4.1
Hinsichtlich des Beweis
wertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a)
4.2
Hervorzuheben ist, dass bei Entscheiden gestützt auf versicherungsinterne ärztliche Beurteilungen, die im Wesentlichen oder ausschliesslich aus dem Ver
fahren vor dem Sozialversicherungsträger stammen, strenge Anforderungen an die Beweiswürdigung zu stellen sind: Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, ist eine versiche
rungsexterne medizinische Begutachtung im Verfahren nach
Art.
44 ATSG oder ein Gerichtsgutachten anzuordnen (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4). Ein medizinischer Aktenbericht ist beweistauglich, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind; der Untersuchungsbefund muss lückenlos vorliegen, damit der Berichterstatter imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein
vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil
des Bundesgerichts
8C_239/2008 vom 1
7.
Dezember 2009 E. 7.2, in: SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63; vgl. BGE 137 V 210E. 1.2.1; Urteil
des Bundesgerichts
8C_839/2016 vom 1
2.
April 2017 E. 3.2
; zum
Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_4
14/2019 vom 25.
September 2019 E. 2.2.
1
).
4.3
Im Übrigen ist der Sozialversicherungsprozess vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und voll
ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Verwal
tung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen über
zeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehens
abläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E. 3.2 mit diversen
Hinweisen
; zum Ganzen: vorerwähntes Bundesgerichtsurteil 8C_414/2019 E.
2.2.2).
5.
5.1
De
m
vom
privaten
Krankentaggeldversicherer nicht im gesetzlich vorgesehenen Verfahren nach
Art.
44 ATSG eingeholten Gutachten
von
Dr.
D._
kommt
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich
der Beweiswert versi
che
rungsinterner ärztlicher Feststellunge
n zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_580/2018 vom 1
4.
November 2018 E. 4.1 mit Hinweisen).
Das Gutachten
wurde
sodann
vom RAD-Arzt
Dr.
I._
implizit
als schlüssig beurteilt, ausgenommen die darin attestierte volle Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit. Dabei handelt es sich aber nicht um eine abweichende medizinische Einschätzung, zumal sich
Dr.
D._
und
Dr.
I._
darin einig sind, dass dem Beschwerdeführer
körperlich schwere Arbeiten und solche, die ausschliesslich respektive oft über Kopf oder in
Zwangshaltung der Halswirbelsäule ausgeführt werden, nicht mehr zumutbar sin
d, während ihm
körperlich
leichte bis mittelschwere Arbeiten
vollzeitig
möglich sein sollten.
Die abweichende Arbeitsfähigkeitseinschätzung beruht vielmehr
auf
diskrepanten
Angaben zum Stellen
profil der bisherigen Tätigkeit.
Demnach ist zu prüfen, ob die Vorbringen des
behandelnden Facharztes
Dr.
H._
geeignet sind,
zumindest geringe
Zweifel an der Schlüssigkeit
der versicherungs
internen
Beurteilung zu wecken, was das Bundesgericht vorab bei k
onkrete
n
und
differenzierte
n
Einwände
n
bejaht (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_800
/2011 vom 31. Januar 2012 E. 3.3).
5.2
Wie sich
aus den von
Dr.
E._
(vgl. E. 3.1) und
Dr.
D._
(vgl. E. 3.3) erho
benen Anam
ne
sen
einhellig
ergibt,
waren es die nach schwerer Arbeit
exazer
bierten
und seither permanent vorhanden
en
, starken Nackenbeschwerden,
die
den Beschwerdeführer nach eigenen Angaben daran hinderten, seit November 2017 zu arbeiten.
Dr.
H._
legte das
Schwergewicht auf die Handbeschwerden,
di
e allerdings auch
gemäss seinem Bericht
bei warmem Wetter respektive im Sommer nicht bestanden (vgl. E.
3.4). Die Beinbeschwerden
führten
bis anhin
nicht zu einer relevanten Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit.
So sind in diesem Zu
sam
menhang keine Lohnkürzungen oder
längere
n
Absenzen
vom Arbeitsplatz – abgesehen von den Arbeitsunfähigkeiten nach dem Unfall
im Jahr 2008
und der
Narbenneuromexizision
im Jahr 2011
–
aktenkundig
(vgl.
etwa
Urk.
7/80/37:
insgesamt nur
vie
r Krankheitstage im Jahr 2016). Im Übrigen sprachen
die Bei
n
beschwerden
gemäss
Dr.
F._
gut auf die Behandlung mit Paracetamol und
neu zusätzlich
Capsaicin
-Salbe an (vgl. E. 3.2)
.
5.3
Die HWS wurde im Laufe des Verwaltungsverfahrens
mehrfach bildgebend abge
klärt. E
inen Zusammenhang zwischen den Nack
enbeschwerden und den
neuro
foram
inalen
Einengungen
in der Bildgebung vom
2
7.
November 2017
beurteilte
Dr.
E._
als
sehr unwahrscheinlich
(vgl. E. 3.1
).
Zu den ihm geschilderten Handbeschwerden äusserte er sich
nicht
bei
– abgesehen vom rechten Unter
schenkel –
unauffälligem Neurostatus der
Arme und Beine
(
Trophik
und Tonus unauffällig, kein Tremor, kein Absinken in den Vorhalteversuchen, keine De
fizite in der Einzelkraftprüfung, Finger-Nasen- und Knie-Hacken-Versuch beidseits
sym
metrisch, Feinmotorik der Finger intakt, Muskeleigenreflexe symmetrisch mittellebhaft auslösbar, vgl.
Urk.
7/79/11).
Gemäss
Dr.
D._
betraf
die klinische Symptomatik alle
Abschnitte der Wirbel
säule. Dazu erläuterte er, signifikante, zu reproduzierende
Bewegungseinschrän
kungen des Achsenorgans
seien nicht vorhanden
, insbesondere keine neurologi
schen Auffälligkeiten. Es bestünden keine Hinweise für eine (
pseudo-)
radikuläre
Symptomatik.
Eine deutliche
Beschwielung
und Schmutzeinlage der Hände und Schmutz unter den Fingernägeln
lasse
auf eine körperliche Tätigkeit
schliessen,
wobei der Beschwerdeführer
nach eigenen Angaben zeitweise den Schrebergarten seiner Schwester mitbewirtschafte. Eine
Ulnarissymptomatik
im Bereich des rechten Armes sei nicht zu objektivi
eren;
die
entsprechende
Operation
könne
als erfo
lgreich angesehen werden.
Eine muskuläre Symptomatik der Wirbelsäule be
stehe nicht. Insgesamt weise der Beschwerdeführer eine gut balancierte para
vertebrale Muskulatur des gesamten Achsenorgans auf, ohne Auffälligkeiten.
Beide Arme und Beine seien altersentsprechend seitengleich muskulär ausgeprägt.
Es bleibe auf die doch sehr demonstrativ dargestellte Beschwerdesymptomatik hinzuweisen. Inkonsistenzen ergäben sich auch aus der Tatsache, dass gemäss
Dr.
H._
schon seit dem Jahr 2015 erheblich
e
degenerative Veränderungen der HWS bekannt seien, eine Arbeitsfähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit
jedoch möglich gewesen sei. Die
als erheblich mitgeteilten Veränderungen der HWS hätten im Rahmen der aktuellen Röntgendiagnostik [vom
9.
Juli 2018]
auch
nicht bestätigt werden können (vgl.
Urk.
7/84/15).
5.4
Was
Dr.
H._
gestützt auf das neue MRI vom 2
6.
November 2018
vorbrachte
(vgl. E. 3.4)
, lässt keine Zweifel an den vorstehend
en Beurteilungen aufkommen.
Während das MRT allen anderen Verfahren bei der Darstellung von
Weichteilen überlegen ist, eig
nen sich f
ür die Darstellung des Knochens konventionelle Röntgenbilder und auch das CT, allenfalls
Tomogramme
, besser als das MRI, vor allem wegen des in Routineuntersuchungen geringen Auflösungsvermögens.
So kommen i
n schrägen Aufnahme der Hal
s
wirbelsäule
– wie sie
Dr.
D._
im Juli 2018
vorlagen
- die
Intervert
ebrallöcher
gut zur Darstellung
(vgl.
Alfred M.
Debrunner
, Orthopädie, orthopädische Chirurgie: patientenorientierte Diagnostik und Therapie des Bewegungsapparates,
4.
Aufl., Bern 2002, S.
2
29,
23
1
, 243 «Anatomie»
und 801 Abb. 53.1
).
Die
Q
ua
lität
des jüngsten
MRI
ist
weiter
durch de
utliche Bewegungsartefakte
beeinträchtigt
.
Zudem klagte
der Beschwerdeführer
nicht erst nach der Begutachtung durch
Dr.
D._
, sondern bereits
ihm gegen
über
und auch schon Monate zuvor
über anhaltend starke zervikale Schmerzen mit Ausstrahlung in die oberen Extremitäten
(vgl. auch
Urk.
7/79/2).
Ein trau
ma
tisches Ereignis zwischen Juli und November 2018 ist nicht bekannt.
Es besteht somit
k
ein Grund zur Annahme, dass es i
n diesem Zeitraum
zu einer
akute
n
Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes - mit Ausbildung von
mehreren
hoch
gradige
n
Foraminalstenosen
mit sicherer Kom
pression von drei Nervenwurzeln
im Bereich der Halswirbelsäule
–
kam
.
Es ist deshalb als überwiegend wahr
scheinlich zu betrachten
, dass es sich bei der Beurteilung des Radiologen und Nuklearm
ediziners
Dr.
med.
J._
vom 26.
November 2018
(
Urk.
7/94/3)
bloss
um eine
von
der Mehrheit
(
Urk.
7/79/6
und 7/84/29)
abweichende Interpretation der Situation der Halswirbelsäule aufgrund eines Bilddokuments mit einge
schränkt
er Aussagekraft handelt.
Dabei wird sowohl i
n der medizinischen Lite
ratur (vgl.
Alfred M.
Debrunner
,
a.a
. O.
, S.
783)
wie auch d
er Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_484/2013 vom 1
2.
August 2013 E. 3.2)
davor gewarnt, isoliert auf ein
zelne Bildbefunde abzustellen.
Gegen eine abrupte Verschlechterung im Sommer 2018
würde
ferner
auch
Dr.
H._
s Kausalitätsbeurteilung
sprechen
, wonach eine im Seitenvergleich
rechts abgesc
hwächte Muskulatur im Hals- respektive
Kopfbereich zu einer Instabilität und damit
– offenbar über Jahre hinweg – zu
degenerativen Ver
änderungen an der
HWS
führten. Ob die Beschwerden unfallbedingt sind, ist für die Invalidenversicherung indessen ohne Belang (vgl.
Art.
4
Abs.
1 IVG). Eben
falls dahingestellt bleiben kann, ob es sich bei der erst
-
und einmalig
in der Bildgebung vom
2
6.
November 2018 fe
stgestellten deutlichen Volumen
asym
me
trie des Kopfnickers bloss
um ein Artefakt
handelt, zumal auch
Dr.
H._
aus diesem Befund selbst keine direkten Beschwerden oder Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ableitet, sondern darin lediglich eine
Erklärung für die
Hals
wirbelsäulenveränderungen sah.
Wenig fundiert
bis spekulativ mutet
schliesslich sein Hinweis
an
, dass [nach subjektiven Angaben] des Beschwerdeführers eine deutliche klinische
Druckdolenz
im Bereich des Nackens/Plexus bestehe, weshalb die
nur im Winter bei Kälteexposition bestehenden
Handschmerzen
, die fast fünf
zehn Jahre nach dem Unfall auftraten,
auf eine neurov
egetative Dysregulation im
zervi
ko-axillären
Plexus zurückzuführen seien.
5.
5
Schliesslich lässt sich auch aus dem
neu eingereichten
Schlussbericht Praxis Check (
Urk.
3
)
nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers ableiten. Darin wurde
insbesondere von falschen Angaben zur bisherigen Arbeitsfähigkeit ausgegan
g
en, womit massive Einschränkungen als gesichert erachtet wurden, die sich so weder in medizinischer noch in tatsächlicher Hinsicht bestätigen lassen. Mit anderen Worten wäre der Bericht allenfalls anders ausgefallen, wäre der Coach sich bewusst gewesen, dass die Ärzte dem Beschwerdeführer nach dem zweiten Unfall eine volle Arbeitsfähigkeit attestierten, die er auch umsetzte. Der Bericht vermag daher keine Zweifel an
den versicherungsinternen Beurteilungen zu wecken, w
eshalb es
im vorliegenden Fall auch
keiner klärenden medizinischen Stellung
nahme bedarf (vgl. Urteile des Bundegerichts
8C_563/2018 vom 14.
November 2018 E. 6.1.1 und 8C_362/2014 vom 2
5.
Juni 2014 E. 5.1.2).
5.
6
Zusammenfassend lassen die neuen medizinischen Unterlagen somit keinerlei Zweifel an den soweit einhelligen fachärztlichen Beurteilungen von
Dr.
E._
,
Dr.
D._
und
Dr.
I._
aufkommen.
Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer bereits früher zu einer deutlichen Symp
tomausweitung neigte (vgl. etwa
Urk.
7/21/7 und 7/29/12)
bzw.
aufgrund ander
weitiger Interessen eine eingeschränkte Leistungsbereitschaft im Hauptberuf zeigte (vgl.
Urk.
7/63/43 selbständiger Nebenerwerb,
Urk.
7/
82/75
Kinderbetreu
ung)
. Im Übrigen fanden sich im Rahmen der Blutuntersuchung keine Hinweise für die angegebene Einnahme von 4 Tabletten
Novalgin
à 500 mg, wobei der Beschwerdeführer auch geltend machte, am Untersuchungstag noch nichts ge
nommen zu haben (vgl.
Urk.
7/84/9 und
7/84/14)
.
6.
6.1
I
m
Einspracheentscheid
vom
8.
Oktober 2008 erwog die Beschwerdegegnerin, es bleibe bei einem befristeten Anspruch auf ei
ne ganze Invalidenrente vom 14.
Oktober 2004 bis 3
1.
März 200
5.
Danach seien dem Besc
hwerdeführer körper
lich leichte bis mittelschwere
Tätigkeit
en
, ohne längere Überkopfarbeiten, ohne Heben und Tragen von schweren Lasten und ohne längere Zwangshaltungen im Bereich der HWS zumutbar (vgl.
Urk.
7/58/3).
Dabei setzte sie das Invalidenein
kommen gemäss der jenem Entscheid zugrund
e
liegenden Verfügung vom 1
0.
Mä
rz 2006
anhand
d
es Tabellenlohnes für Hilfsarbeiten gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS)
unter Berück
sichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10
%
(
wegen Unzumutbarkeit von Schwerstarbeiten
)
fest.
Ein materieller Revisionsgru
nd nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG ist deshalb
nicht ersichtlich. Die gesundheitlichen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdefüh
r
ers
sind mit Blick auf die Beurteilungen von
Dr.
D._
und
Dr.
I._
unverändert.
Daran vermag auch der Stellenverlust nichts zu ändern. Denn selbst wenn der Beschwerdeführerin bis anhin einen Anteil Soziallohn erhalten hätte, was nicht belegt ist, wäre dieser zu seinen Gunsten bereits bei der früheren Invaliditätsbemessung nicht beim Invalideneinkommen angerechnet
worden; beim früheren Invaliditätsgrad von 31
%
wurde wie dargelegt nur der Tabellenlohn für Hilfsarbeiten berücksichtigt.
6.2
Im Übrigen ergäbe sich selbst bei Bejahung eines Revisionsgrundes aufgrund der neuen Bildbefunde
und damit
der Möglichkeit einer
allseitigen Neuprüfung des Rentenanspruchs unter Berücksichtigung der weiterhin vollen Arbeitsfähigkeit in leid
ens
angepassten Tätigkeiten bei unstrittigen
rechnerischen Grundlagen des Einkommensvergleichs
kein anspruchsgrün
d
ender Invaliditätsgrad. Insbesondere gibt es in den Akten keinen einzigen Hinweis darauf, dass der Beschwerdeführer
an seiner bisherigen Stelle
gesundheitlich bedingt eine Einkommenseinbusse erlitt, die bei der Bestimmung des
Valideneinkommens
anhand des tatsächlich erzielten Lohnes aufzurechnen wäre.
6.3
Damit kann die Frage offenbleiben,
ob
und vor allem in welchem Umfang
bereits
die bisherige Tätigkeit des Beschwerdeführers dem aktuelle
n Zumutbarkeitsprofil entsprach
,
was sich aufgrund der Angaben in den Akten nicht restlos klären lässt
(vgl. etw
a
Urk.
7/14/4,
7/21/23
, 7/31/1, 7
7/73/2 f., 7
/80/5
, 7/82/62-64
)
.
7.
7.1
Nach der Rechtsprechung ist im erstinstanzlichen Beschwerdeverfahren betref
fend Leistungen der Invalidenversicherung nur über Anspruchsberechtigungen zu entscheiden, hinsichtlich derer die IV-Stelle eine Verfügung erlassen hat und/oder hinsichtlich derer sie es - in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes sowie des Prinzips der Rechtsanwendung von Amtes wegen - unterlassen hat, eine Verfügung zu treffen, obwohl dazu nach der Aktenlage hinreichender Anlass bestanden hätte (Urteil des Bundesgerichts 8C_57/2018 vom 3
0.
Mai 2018 E. 3.2 mit Hinweisen).
7.2
Vorliegend hat die Beschwerde
gegnerin gemäss Titel
der angefochtene
n
Verfü
gung
(
Urk.
2)
zwar nur über den Rentenanspruch entschieden. Im Dispositiv wies sie jedoch das Leistungsbegehren als Ganzes ab und führte bei einem Invalidi
tätsgrad von 16
%
in den Erwägungen aus, Umschulungsmassnahmen seien auf
grund fehlender Erstausbildung nicht möglich. Der Beschwerdeführer durfte so
mit davon ausgehen, dass – nachdem er
im
Vorbescheidverfahren
zudem eine Umschulung zum Berufschauffeur beantragt hatte (
Urk.
7/95/3) – die Verwaltung auch hierüber befunden hat.
7.
3
Die versicherte Person
hat gemäss
Art.
17
Abs.
1 IVG Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität not
wen
dig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder ver
bessert werden kann. Unter Umschulung ist dabei rechtsprechungsgemäss grund
sätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig
gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerb
s
möglichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der "annähern
den Gleichwertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglich
keit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliede
rungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend is
t (BGE 130 V 488 E.
4.2
; Urteil
des Bundesgerichts
8C_808/2017 vom 1
1.
Januar 2018 E. 3). Dabei setzt der Umschulungsanspruch grundsätzlich eine Mindesterwerbseinbusse von rund 20
% in den für die ver
sicherte Person ohne zusätzliche Ausbildung offenstehenden, noch zumutbaren Erwerbstätigkeit
en voraus (BGE 130 V 488 E. 4.2,
124 V 108 E. 3
; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 8C_792/2019 vom 2
8.
Februar 2020 E. 3.1
).
7.
4
Es ist wie dargelegt nicht restlos geklärt, i
nwieweit der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit
überhaupt eingeschränkt ist.
Die gesundheitlich bedingte Un
möglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt
indessen
nich
t automatisch zu einer V
erminderung
des hypothetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen
zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1
(bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 19. September 2019 E. 6.3.2).
Bei
erstmaliger
leistungsspezifischer Prüfung
muss
ein
e
Mindesterwerbseinbusse von 20
%
daher
verneint werden
.
Im Übrigen verfügt der Beschwerdeführer über keine Ausbildung und übte letzt
lich
Hilfstätigkeiten aus. Dass sein Lohn etwas über dem entsprechenden Tabel
lenlohn lag, dürfte vorderhand mit der über 20-jährigen Betriebszugehörigkeit zusammenhängen
und kann
deshalb längerfristig
auch in anderen Hilfstätig
keiten erreicht werden
. So
führten die beiden Kurse in den Jahren 1996 und 2000
, durchgeführt vom Baumeisterverband
(vgl. Urk.
7/
2/16
)
,
nur zu einer moderaten Lohnerhöhung (vgl.
IK-Auszug,
Urk.
7/8/1).
Schliesslich ist die von ihm vorgeschlagene Tätigkeit als Berufschauffeur bei subjektiv starken Schmerzen mit entsprechender Medikation und damit einge
schränkter Konzentrationsfähigkeit wohl nur bedingt geeignet, soweit trotz der Hinweise auf eine eingeschränkte Leistungsbereitschaft (vgl. E. 5.5 und 5.6) über
haupt noch von einer subjektiven Eingliederungsfähigkeit auszugehen ist.
8
.
Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom
5.
Februar 2019 einen erneuten Rentenanspruch des Beschwerde
führers verneinte, zumal keine Zweifel an den versicherungsinternen Beurtei
lungen oder derjenigen von
Dr.
E._
bestehen.
Das aktuelle Zumutbarkeits
profil erlaubt es dem Beschwerdeführer sodann auch ohne Umschulung einen adäquaten Verdienst zu erzielen.
Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
9.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand unabhängig vom Streitwert i
m Rahmen von
Fr.
200.-- bis Fr.
1‘000.-- festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Sie sind vorliegend auf
Fr.
8
00.--
festzulegen und entsprechend dem Verfahrensausgang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.