Decision ID: 38b24878-9571-4f26-94b8-f53755ef6c91
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962, ohne Ausbildung, war seit ihrer Heirat im
Oktober 1987 als Hausfrau tätig
. Am 15. Januar 2015 meldete sie sich unter Hinweis auf Depressionen,
eine
Lungenembolie, Zysten in der Brust und
eine
Thrombose in den Beinen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/2
Ziff. 5 und Ziff. 6.2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab und veran
lasste eine Begutachtung durch
Dr.
med.
Y._
, FMH Psychiatrie und Psycho
therapie (Expertise vom 25. November 2015; Urk. 9/22/1-1
9
). Am 4. Januar
2016
stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 9/25); gleichzeitig wies s
ie die Versicherte
in Bezug auf zukünftige Leis
tungen
auf ihre Mitwirkungspflicht betreffend eine regelmässige strukturierte fachärztliche psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung mit Unterstützung zur
Entzugsbehandlung
hin (Urk. 9/24).
Auf den Einwand vom 29. Januar
und vom
1.
April
2016 (Urk. 9/29
;
Urk.
9/35
) hin
verneinte die IV-Stelle
unter dem
Hinweis auf eine fehlende Einschränkung für Tätigkeiten im Haushalt und für einfache Hilfsarbeiten mit Verfügung vom 4. Mai 2016 (Urk. 2) den Anspruch auf berufliche Massnahmen sowie auf eine
Invalidenr
ente.
Dagegen erhob die Versicherte am 1. Juni 2016 Beschwerde (Urk. 1/1) und beantragte, die Verfügung vom 4. Mai 2016 (Urk. 2) sei aufzuheben. In formel
ler Hinsicht stellte sie das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung (Urk. 1/2). Mit Beschwerdeantwort vom 8. Juli 2016 (Urk. 8) schloss die
Beschwerdegeg
nerin
auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 11. Juli 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Nach der Rechtsprechung führt Drogensucht (wie auch Alkoholismus und Medi
kamentenmissbrauch) als solche nicht zu einer Invalidität im Sinne des Geset
zes. Dagegen wird sie im Rahmen der Invalidenversicherung relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden ein
getreten ist, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen
Ge
sundheitsschadens
ist, dem Krankheitswert zukommt (BGE 124 V 265 E. 3c). Aus letzterem Leitsatz folgt nicht, dass die Auswirkungen einer Drogensucht, die ihrerseits auf einen Gesundheitsschaden zurückgeht, per se
invaliditätsbe
gründend
sind. Die zitierte Praxis setzt vielmehr den Grundsatz um, dass funk
tionelle Einschränkungen nur anspruchsbegründend sein können, wenn sie sich als Folgen selbstständiger Gesundheitsschädigungen darstellen (Art. 6 ff. ATSG und Art. 4 Abs. 1 IVG). Insofern verhält es sich ähnlich wie im Verhältnis zwi
schen psychosozialen oder soziokulturellen Umständen und fachärztlich festge
stellten psychischen Störungen von Krankheitswert (BGE 127 V 294 E. 5a): Wo die Gutachter im Wesentlichen nur Befunde erheben, welche in der Drogensucht ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in dieser aufgehen, ist kein inva
lidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben. Dies trifft zu, wenn da
von auszugehen ist, dass sich beispielsweise ein depressives Zustandsbild bei ei
ner (angenommenen) positiven Veränderung der suchtbedingten psychosozialen Problematik wesentlich bessern (und die damit verbundene Beeinträchtigung des Leistungsvermögens sich entsprechend verringern) würde (Urteil des Bun
desgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 2.2.1 unter Hinweis auf 8C_580/2014 vom 11. März 2015 E. 2.2.1 und 9C_856/2012 vom 19. August 2013 E. 2.2.1).
Angesichts der insoweit finalen Natur der Invalidenversicherung (BGE 120 V 95 E. 4c; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl. 2014,
Rz
51 zu Art. 4 IVG) ist nicht entscheidend, ob die Drogensucht Folge ei
nes körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist oder ob die Sucht aus
serhalb eines Kausalzusammenhangs mit dem versicherten Gesundheitsschaden steht. In beiden Konstellationen sind reine Suchtfolgen IV-rechtlich irrelevant, soweit sie als solche allein leistungsmindernd wirken. Hingegen sind sie
glei
-
chermassen
IV-rechtlich relevant, soweit sie in einem engen Zusammenhang mit einem eigenständigen Gesundheitsschaden stehen. Dies kann der Fall sein, wenn die Drogensucht – einem Symptom gleich – Teil eines
Gesundheitsscha
dens
bildet (BGE 99 V 28 E. 3b); dies unter der Voraussetzung, dass nicht allein die unmittelbaren Folgen des Rauschmittelkonsums, sondern wesentlich auch der psychiatrische Befund selber zu Arbeitsunfähigkeit führt. Sodann können selbst reine Suchtfolgen invalidisierend sein, wenn daneben ein psychischer Gesundheitsschaden besteht, welcher die Betäubungsmittelabhängigkeit auf
recht erhält oder deren Folgen massgeblich verstärkt. Umgekehrt können die Auswirkungen der Sucht (unabhängig von ihrer Genese) wie andere
psychoso
-
ziale
Faktoren auch mittelbar zur Invalidität beitragen, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der Folgen eines Gesundheitsschadens beeinflussen (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 2.2.2 unter Hinweis auf 8C_580/2014 vom 11. März 2015 E. 2.2.2 und 9C_856/2012 vom 19. August 2013 E. 2.2.2).
1.3
Die Diagnosen aus der Z-Kategorie (Kapitel XXI) des ICD-10 Systems sind für Fälle vorgesehen, in denen Sachverhalte als "Diagnosen" oder "Probleme" an
gegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder
äussere
Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Diese Belastungen fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (Urteil des Bund
esgerichtes 9C_894/2015 vom 25.
April 2016 E.
5.1
mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1
mit
weiteren
Hinweisen).
Akzentuierte
Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) vermögen keinen rechtserheblichen Gesundheitsschaden zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 4.2.4 mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1). Dazu bedürfte es zumindest einer
Persönlichkeits
störung
(Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.5 mit Hinweisen)
.
1.
4
Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Kons
tellation, liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor (siehe Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, namentlich für den Einkommensvergleich in der
Invali
ditätsbemessung
, Schaffhauser/
Schlauri
[Hrsg.], Schmerz und Arbeitsunfähig
keit, St. Gallen 2003, S. 92 f.). Eine solche Ausgangslage ist etwa gegeben, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen an
gegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizini
sche Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vor
getragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (siehe Kopp/Willi/Klippstein, Im Graubereich zwischen Körper, Psyche und sozialen Schwierigkeiten, in: Schweizerische Medizinische Wochenschrift 1997, S.1434, mit Hinweis auf eine grundlegende Untersuchung von Winckler und Foerster; BGE 131 V 51).
1.
5
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die
Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Art.
13 und 21
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliede
rung ins Erwerbsleben oder in den Aufg
abenbereich (Abs.
2). Nach Massgabe von Art
.
16 Abs
.
2
lit
.
c
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu er
halten oder zu verbessern (Abs.
2
bis
).
1.
6
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre leistungsabweisende Verfügung (Urk. 2) damit, dass zu keinem Zeitpunkt eine Einschränkung für Tätigkeiten im Haushalt und für einfache Hilfsarbeiten
vorgelegen
habe. Die
gesundheitlichen
Beeinträchtigung
en der Beschwerdeführerin bestünden
gemäss den medizini
schen Abklärungen aufgrund einer Abhängigkeit von Benzodiazepinen mit ge
genwärtigem regelmässigem Substanzkonsum von
Lorazepam
. Mit der weiterhin regelmässigen strukturierten fachärztlichen psychiatrisch-psychotherapeuti
schen Behandlung mit Unterstützung zur Entzugsbehandlung könne der Ge
sundheitszustand der Beschwerdeführerin sodann wesentlich verbessert werden (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber in ihrer Beschwerde (Urk. 1/1) auf den Standpunkt, ihre Depressionen hätten sich sehr verschlech
tert, was sich auf ihre körperliche Verfassung auswirke, weshalb die angefoch
tene Verfügung aufzuheben sei.
3.
3.1
In s
eine
n
Bericht
en
vom
2
0.
April und
28. Juni 2015
stellte der
Hausarzt
und
behandelnde Psychiater der Beschwerdeführerin,
Dr.
med.
Z._
, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
(Urk. 9
/22
/1-16 S. 4)
, folgende Diagnosen (
Urk.
9/12/1-4 und
Urk. 9/15
/1-5 Z
iff. 1.1):
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
ohne Auswirku
n
g
en auf die Arbeitsfähigkeit:
Status nach Lungenembolie
bekannte zystische Mastopathie beidseits
Dr.
Z._
führte aus, das formale Denken
der Beschwerdeführerin
sei eher beschleunigt und inhaltlich auf körperliche Symptome fixiert. Der affektive Kontakt sei ni
cht oder nur schwer herstellbar
und die Prognose sei ungünstig (Ziff. 1.4).
Der
Psychiater
attestierte eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 27. August 2013 (Beginn
seiner ambulanten Behandlung
, Ziff.
1.2) und wies
d
arauf hin, dass die Beschwerdeführerin bis anhin nur im Haushalt tätig gewe
sen sei, nie einen Beruf erlernt habe und aufgrund ihrer Ängste nicht
einglie
derbar
sei. Sie sei sehr unsicher und
es
stehe
bei ihr
eine ständige
Fluchtbereit
schaft
im Vordergrund. Aktuell sei
sie
nicht in der Lage, einer geregelten oder
ungeregelten Arbeitstätigkeit nachzu
gehen
. Die Haushaltstätigkeit könne sie gerade noch knapp genügend erfüllen, wobei sie maximal zwei Stunden
Haus
arbeiten
leisten könne und ansonsten auf die Unterstützung der Familie ange
wiesen sei (Ziff.1.
6 f.).
3.2
In dem von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen Gutachten von Dr.
Y._
vom 25. November 2015
(Urk. 9/22/1-16) wurden folgende Diagno
sen genannt (S.
8):
Verdacht auf Abhängigkeitssyndrom von Benzodiazepinen (
Lorazepam
, ICD-10 F13.2)
mit gegenwärtig regelmässigem Substanzkonsum und zusätzlichem Ge
brauch von Tabak und Alkohol
bei akzentuierten (narzisstisch, emotional, ängstlich-
dysthym
) Persönlichkeitszügen (ICD-10
Z
73.1)
Der G
utachter
führte aus,
dass die vom behandelnden Psychiater Dr.
Z._
gestellte Diagnose der generalisierten Angststörung
aus
versi
cherungspsychiatrisch
er
Sicht
nicht nachvollziehbar sei. Dr.
Z._
habe vollständig auf die rein subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt. Gestützt auf die objektiven psychopathologischen Befunde (reduzierter
Allge
meinzustand
, psychomotorisch unruhig, im Denken beschleunigt und eingeengt, verminderter affektiver Rapport) sei ein qualitativ unspezifisches Syndrom er
kennbar, dessen Schweregrad unklar bleibe. Vor dem Hintergrund der langjäh
rigen Einnahme von Benzodiazepinen hätte ein allfälliges Entzugssyndrom er
örtert werden müssen, was Dr.
Z._
indessen unterlassen habe
.
Dessen
Einschätzungen – namentlich betreffend Diagnose und Arbeitsunfähigkeit – könnten
deshalb
nicht bestätigt werden
(S. 9 f.).
Im Weiteren hielt
Dr.
Y._
fest, die Gesundheits
schädigung
erscheine konkret als Verdacht auf ein Abhängigkeitssyndrom von Benzodiazepinen (mit gegen
wärtig regelmässigem Substanzkonsum von
Lorazepam
, ICD-10 F13.2). Ferner sei auf akzentuierte (narzisstisch, emotional expressiv, äng
st
lich-
dysthym
)
Per
sönlichkeitszüge
(ICD-10 Z73.1) hinzuweisen. Die damit verbundenen objekti
ven psychopathologischen Befunde seien aus psychiatrisch-psychotherapeuti
scher Sicht gegenwärtig gar nicht bis sehr gering ausgeprägt. Eine Limitierung des
Aktivitätenniveaus
sei in keinem der vergl
eichbaren Lebensbereiche (Be
ruf
/Erwerb, Haushalt, Freizeit, soziale Aktivitäten) damit zu erklären. Die „Suchterkrankung“ (Verdacht auf Abhängigkeitssyndrom von Benzodiazepinen) könne als „primär“ im versicherungspsychiatrischen Verständnis interpretiert werden (Konsumbeginn früh im Lebensverlauf, keine relevante
komorbide
Stö
rung als Ursache)
und begründe – ausser in Zuständen der Intoxikation oder ei
nes schweren Entzugssyndroms – keine längerfristige Arbeitsunfähigkeit. Die akzentuierten Persönlichkeitszüge stellten sodann keine eigenständige Komor
bidität dar und würden für keinen Zeitraum eine längerfristi
ge Arbeitsunfähig
keit
bewirken
(S. 11-12)
.
Im Übrigen fehlten
Hinweise auf eine andauernde Persönlichkeitsänder
ung oder Persönlichkeitsstörung
(S.
14).
Der Gutachter
wies
sodann
darauf hin
, dass darüber hinaus
keine weiteren Hin
weise vorhanden seien, die schwere Defizite aufgrund eines
Gesundheitsscha
dens
oder eine Unzumutbarkeit zu deren Überwindung begründen könnten (beispielsweise durch krankheitsbedingt fehlende Ressourcen und/oder eine fehlende Kapazität zur Bearbeitung innerpsychischer Konflikte). Die Beschwer
deführerin pflege regelmässig vielfäl
tige soziale Kontakte und habe zudem
sozi
ale Ressourcen (Verwandte besuchen, gut angepasste soziale Kompetenzen, gute Kommunikationskompetenz) beschrieben (S. 12).
Dr.
Y._
führte weiter aus
, dass bei der Beschwerdeführerin eine
bewusstseins
nahe
Aggravation deutlich im Vordergrund stehe. Es sei eine erhebliche, nicht krankheitsbedingte Diskrepanz zwischen der subjektiven Schilderung der kognitiven und emotionalen Beschwerden
einerseits
und dem beobachteten Verhalten sowie den objektivierbaren psychopathologischen Befunden
andererseits
festzustellen. Die Beschwerdeführerin beschreibe ihre Defizite vage, widersprüchlich, demonstrativ und unglaubwürdig (S. 12-13
, S. 15
).
Der Gutachter stellte sodann fest, dass
aus
psychiatrisch-psychotherapeutische
r Sicht
seit August 2013
relevante, nicht ausgebaute Behandlungsmassnahmen dokumentiert
sei
en
, allerdings ohne Einsatz von suchtspezifischen Interventio
nen. Eine Indikation für eine weiterhin regelmässige strukturierte fachärztliche psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung sei gegeben, wobei die Be
schwerdeführerin bei einer Entzugsbehandlung unterstützt werden könne (S. 13).
Unter dem Titel „
krankheitsfremde Faktoren
“
nannte der Gutachter eine Aggrava
tion sowie psychosoziale Faktoren
(beispielsweise
Lebensalter, fehlen
der Berufsabschluss, fehlende Berufserfahrung, Abstinenz vom und Lage am Arbeitsmarkt, Rentenbegehren, Krankheit des Ehemannes
), welche
nicht
in die Beurteilung einer medizinisch-theoretischen Zumutbarkeit einer allfälligen Tä
tigkeit aus versicherungspsychiatrischer Sicht einge
flosse
n seien
(
S. 13).
Betreffend Arbeitsfähigkeit
hielt
Dr.
Y._
schliesslich fest, dass für Tätigkeiten
im Haushalt
und für einfache Hilfsarbeiten (beispielsweise Hausieren) zu keinem Zeitpunkt eine anhaltende (längerfristige) Einschränkung der Arbeitsfähigkeit formuliert werden könne (S. 1
5
).
3.3
Am 21. April 2016 äusserte sich Dr.
Z._
erneut zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und hielt fest, dass sich dieser seit November 2015 wesentlich verschlechtert habe. Die Beschwerdeführerin sei stimmungslabiler, unruhiger und affektiv inadäquater geworden. Sie sei nicht belastbar, reagiere auf alltägliche Situationen zum Teil verfehlt aggressiv gegenüber Dritten und auch autoaggressiv. In letzter Zeit seien zudem auch Halluzinationen optischer und akustischer Art aufgetreten, weshalb es sinnvoll sei, den Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin nochmals zu überprüfen (Urk.
9/36
).
3.4
Was das von der Beschwerdeführerin am 1. Juni 2016 eingereichte Arztzeugnis
von Dr.
Z._
vom 23. Mai 2016 (Urk. 3/2) betrifft, so ist dieses für die Beurteilung der in Frage stehenden Leistungsansprüche nicht von Relevanz. Für die Beurteilung massgebend sind die Verhältnisse bis zum Abschluss des
Ver
waltungsverfahrens
(Verfügung vom 4. Mai 2016; Urteil des Bundesgerichts 9C_698/2012 vom 3. Mai 2013 E. 1.1), weshalb besagtes Arztzeugnis, in wel
chem eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
für die Zeit vom
23. Mai bis 30.
Juni 2016 attestiert wurde, im vorliegenden Verfahren nicht zu berücksichtigen
ist
, da diese
s
keine Aussagen bis zum relevanten Referenzzeitpunkt beinhalte
t
.
4.
4.1
Vorwegzuschicken ist, dass das Gutachten von Dr.
Y._
(vgl. E. 3.2) für die Bestimmung der Arbeitsfähigkeit de
r
Beschwerdeführer
in
umfassend ist und auf den erforderlichen Untersuchungen beruht. Besagtes Gutachten wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) a
bgegeben (Urk. 9/22/1-16 S. 2-4
und S. 6) und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation und Zusammen
hänge ein. Die Schlussfolgerungen des Gutachters sind in einer Weise begrün
det, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann. Der Gutachter befasste sich insbesondere mit
dem
B
ericht des behandelnden Psy
chiaters Dr.
Z._
vom 28. Juni 2015
und den darin erwähnten abweichenden Diagnosen respektive Arbeitsfähigkeitsschätzungen
,
würdigte diese in einleuchtender Weise (S. 9 f.)
und legte unter dem Hinweis, dass sich der Haus
arzt nur auf die Angaben der Beschwerdeführerin
stütze, zu Recht fest, dass darauf nicht abzustellen sei
. Ferner schälte er die Inkonsistenzen zwischen den geschilderten Beschwerden und den objektiven Befunden respektive dem ge
zeigten Verhalten der Beschwerdeführerin heraus (S. 10 und S. 12 f.)
und beur
teilte diese
einlässlich
. Der Gutachter legte
weiter
schlüssig dar, dass ein Ver
dacht auf ein Abhängigkeitssyndrom von Benzodiazepinen sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge vorlägen
, wobei
die
Su
chtproblematik
nicht
als
Folge einer
zuvor bereits bestehenden eigenständigen psychischen Störung
zu betrachten sei.
Schliesslich zeigte er auf, dass
weder
der
Su
bstanzkonsum
noch die
Persön
lichkeitszüge
eine anhaltende respektive längerfristige Einschränkung
der
Ar
beitsfähigkeit
begründe
(S. 12, S. 14 und S. 15). Das Gutachten erfüllt demnach die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c), weshalb für die
Entscheidfin
dung
da
rauf abzu
stellen ist.
4.2
An dieser Beurteilung vermag
auch
der Bericht
des Hausarztes
und behandeln
den Psychiaters
Dr.
Z._
vom 21. April 2016 (
Urk. 9/36
)
nichts zu ändern
, auch wenn
er
von einer wesentlichen Verschlechterung des Gesundheits
zustands seit November 2015 (Zeitpunkt der Begutachtu
ng durch Dr.
Y._
)
spr
ach
,
die Beschwerdeführerin als stimmungslabiler, unruhiger sowie affektiv inadäquater
beschr
ieb
und
d
as Auftreten von
Halluzinationen erwähnte. Bezüg
lich letztere
n
beliess es Dr.
Z._
bei einem pauschalen Hinweis und machte
keinerlei Angaben betreffend die konkrete Au
sgestaltung der Halluzinationen sowie deren Auswirkungen auf
den Alltag der
Beschwerdeführerin.
Des Weiteren
äusserte er sich
auch nicht
zur Ursache
dieser
Symptome
und setzte sich insbesondere nicht mit dem Substanzgebrauch als mögliche
m
Auslöser
,
dem
Zusammenwirk
en
von Benzodiazepinen mit anderen Medikamenten und Alkohol (vgl. Urk. 9/
22/
1-16 S. 4-5)
und mit
einer entsprechenden
Entzugsbe
handlung
auseinander
.
Ebenso wenig wurde der Hinweis von Dr.
Y._
be
treffend die deutliche Aggravation
(S. 12, S. 13 und S. 15)
entkräftet, zumal diese in keinem der vorliegenden Berichte von Dr.
Z._
thematisiert wurde.
Im Übrigen
ist
der
Erfahrungstatsache
Rechnung zu tragen
, dass
Hausärzte respektive
behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5,
125 V 351 E.
3b/cc).
4.3
Im Lichte obiger Erwägungen ist gestützt auf das Gutachten von D
r.
Y._
vom 25. November 2015 davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin für Tätigkeiten im Aufgabenbereich
sowie
für einfache Hilfsarbeiten z
u 100 % ar
beitsfähig ist, zumal eine nicht
invalidenversicherungsrechtlich relevante
pri
märe Suchtproblematik
sowie
eine
Z-Diagnose in Form von akzentuierten
Per
sönlichkeitszügen
vorliegen
(vgl. E. 1.2
-3) und
überdies
Hinweise auf eine Ag
gravation
gegeben sind
(vgl. E. 1.4).
Die angefochtene Verfügung vom 4. Mai 2016 (Urk. 2) erweist sich deshalb als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
5.1
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens de
r
un
terliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.
5.2
Nach Gesetz und Prax
is sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung erfüllt, wenn
der Prozess nicht aus
sichtslos und
die Partei bedürftig ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Da der vorliegende Prozess nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden kann und die Beschwerdeführerin bedürftig ist (vgl. Urk. 7)
, ist ihr
an
tragsgemäss
(Urk. 1/2) die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Die der Beschwerdeführerin auferlegten Gerichtskosten sind demnach einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Die Beschwerdeführerin wird auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das
Sozialversi
cherungsgericht
(
GSVGer
) aufmerksam gemacht.