Decision ID: 0bc8f667-545f-4acc-90a0-a9903e7423f8
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach dem 1967 geborenen
X._
mit Verfügung vom 15. November 2002
(Urk. 7/55)
mit Wirkung ab 1. September 2001 bei einem Invaliditätsgrad von 57 % eine halbe Rente der Invalidenversicherung
(inkl. Kinderrenten und Zusatzrente für die Ehefrau)
zu. Am 26. Juli 2004 wurde dem Versicherten mit
geteilt, bei der Überprüfung des Invaliditätsgrades sei keine
rentenbeeinflus
sende
Änderung festgestellt worden, weshalb er weiterhin Anspruch auf die bis
her ausgerichtete Invalidenrente habe (Urk. 7/62). Am 3. November 2008 erging eine gleichlautende Mitteilung (Urk. 7/72).
1.2
Im Jahr 2012 leitete die IV-Stelle erneut ein Revisionsverfahren ein. Sie stellte dem Versicherten einen Revisionsfragebogen zu (Urk. 7/80),
holte Berichte bei den behandelnden Ärzten (Urk. 7/81, Urk. 7/83, Urk. 7/85, Urk. 7/88) sowie bei der aktuellen Arbeitgeberin (Urk. 7/87) ein, liess einen Auszug aus dem Indivi
duellen Konto erstellen
(Urk. 7/
84
)
und liess den Versicherten am 19. Mai 2014 von Dr. med.
Y._
, FMH Innere
Medizin und Rheumaerkrankungen,
sowie von Dr. med.
Z._
, Psychiatrie
und
Psychotherapie FMH
,
begut
achten (Expertise
vom 30. Mai 2014, Urk. 7/100).
Gestützt auf
diese
s
Gutachten
stellte
die IV-Stelle
nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/106, Urk. 7/113, Urk. 7/115) mit Verfügung vom 3. Oktober 2014
(Urk. 2)
die Invali
denrente per Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats ein; einer allfälligen dagegen gerichteten Beschwerde wurde die aufschiebende Wir
kung entzogen.
2.
Dagegen erhob
X._
am 23. Oktober 2014
Beschwerde und bean
tragte,
es sei ihm
die bisherige
Invalidenrente
weiterhin
auszurichten
. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die
Beschwerde
gegnerin
zu verpflichten, das gesetzliche Mahn- und
Bedenkverfahren
zu initia
lisieren
(Urk. 1
S. 2
).
Mit Beschwerdeantwort vom
1. Dezember 2014
schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde
(Urk. 6
unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-122). Der Beschwerdeführer
hielt mit Replik vom
9. Januar 2015 an seinen
Anträgen fest
(Urk. 10
).
Mit Duplik vom 25. Februar 2015 hielt die Beschwerdegegnerin ebenfalls an ihrem Antrag fest (Urk. 13), was dem Beschwerdeführer
mit Schrei
ben vom
4. März 2015 mitgeteilt wurde (Urk. 14
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Au
-
gust
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog
,
a
us somatischer Sicht sei
dem Beschwerdefüh
rer
unverändert
eine leidensangepasste Tätigkeit
zu 100 %
zumutbar.
G
estützt auf d
ie Expertise von Dr.
Z._
vom 30. Mai 2014 sei
jedoch
ausgewiesen, dass sich
sein psychischer Gesundheitszustand
seit
dem Zeitpunkt der
letztmali
gen Begutachtung im Jahr 2002 durch die Begutachtungsstelle
A._
erheb
lich verbessert habe. Während sich damals die
Dysthymie
noch abwechselnd durch Verstimmungen und günstige Phasen geäussert habe,
sei vor
ein bis zwei Jahren eine Stabilisierung eingetreten.
Aus psychiatrischer Sicht best
ünden
seither keine Einschränkung
en
mehr, da die
diagnostizierte
somatoforme
Schmerzstörung nicht invalidisierend se
i.
Bei einer
auf eine leidensangepasste
Tätigkeit
eingeschränkte
n
Arbeitsfähigkeit
resultiere
im Vergl
eich zur angestammten Tätigkeit
als
Pflästerer
eine
Erwerbs
einbusse
respektive ein Invaliditätsgrad
von 5 %,
weshalb
kein Anspruch auf eine Rente
mehr bestehe
(Urk. 2, Urk. 6)
.
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber
im Wesentlichen
geltend,
entge
gen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin ergebe
ein Vergleich der medi
zinischen Akten im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
im Jahr 2002
mit
der Expertise von Dr.
Z._
, dass es zu keiner
wesentlichen
Veränderung seines psychischen Gesundheitszustandes
gekommen sei
. Selbst wenn
jedoch
von einer Verbesserung ausgegangen würde, habe er weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente, da die bestehenden somatischen und psychischen Beschwerden
dazu
führen würden, dass die
somatoforme
Schmerzst
örung
vorliegend invalidisie
renden Charakter habe
(Urk. 1, Urk. 10).
3.
3.1
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
vom 15. November 2002 (Urk. 7/55)
beruhte auf dem
Gutachten des
A._
vom 15. Juni 2002 (Urk. 7/27; vgl. Urk. 7/28)
.
Den
rentenbestätigen
den
Mitteilungen vom 26. Juli 2004 und 3. November 2008
(Urk. 7/62, Urk. 7/72)
lagen lediglich Verlaufsberichte des Hausarztes des Beschwerdefüh
rers (Urk. 7/58, Urk. 7/70) sowie ein Bericht der ehemals vom Beschwerdeführer konsultierten Psychotherapeutin (Urk. 7/59) zugrunde. Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet somit die
renten
zusprechende
Verfügung vom 15. November 2002 (
vgl. Urteil des Bundesge
richtes
9C_726/2011 vom 1. Februar 2012, E. 3.3
, sowie vorstehend E. 1.4)
.
Zu prüfen ist
daher im Folgenden
, ob zwischen dem
15. November 2002
und
dem 3. Oktober 2014 (Zeitpunkt der r
entenaufhebenden Ve
rfügung,
Urk. 2) eine
erhebliche
Änderung der Verhältnisse
eingetreten ist
.
3.2
Die Gutachter
der Begutachtungsstelle
A._
– welche den Beschwerdeführer allgemeinmedizinisch und psychiatrisch untersucht hatten -
stellten folgende Diagnosen (Urk. 7/27/8
, 14
):
Achsenskelett (untere
Lendenwirbelsäule
,
lumbo
-sakraler Übergang) mit
leichtgradigen
, etwas mehr als altersentsprechenden degenerativen Ver
änderungen;
leichtes Übergewicht;
rechtes Knie mit Restzustand nach Meniskusteilresektion (1995) nach
Meniskustrimmung (Januar 2002);
s
omatoforme
Schmerzstörung
(ICD-10 F45.4)
im Sinne überproportiona
ler, flächig ausgebreiteter und nicht an Strukturen, Bewegungs- oder Nervensegmente gebundene Nacken-, Rücken- und Beinschmerzen;
Dysthymie
(ICD-10 F34.1)
;
Hypertonie;
anamnestisch chronisch rezidivierende Gastritis und Reflux;
Genitalbeschwerden ohne krankhaften urologischen Befund.
Der psychiatrische Gutachter
hielt fest
, der Beschwerdeführer habe sich wie ein
körperlich star
k eingeschränkter Mensch bewegt.
G
ebeugt
, mit
kleinen, unsi
cheren Schritten
, die rechte Hand
ins Kreuz gestützt, mit schmerzverzerrtem Gesicht. E
in affektiver Rapport
sei
nicht herstellbar
gewesen
.
Die Auffassung sei
eingeschränkt, die Konzentration stark reduziert und die Merkfähigkeit leicht eingeschränkt gewesen
. Die Erinnerungsleistung sei unbeeinträchtigt gewesen.
Das formale Denken sei stark ge
hemmt, verlangsamt, umständlich und
grüble
risch gewesen, so dass die Exploration sehr schwierig
gewesen sei
. Die Gedan
keninhalte seien vollständig auf die Beschwerdeinhalte fixiert und nicht ablenkbar gewesen.
Es habe sich e
ine deutliche Tendenz zur Hypochondrie gezeigt. Der Affekt sei stark verarmt gewesen auf einen fast
ausschliesslich
deprimierten, hoffnungslosen und entkräftet-leidenden Ausdruck. Der
Be
-
schwerdeführer
habe
jammrig
gewirkt
. Die Psychomotorik sei deutlich unru
hig gewesen und habe in der Gesamtperformanz theatralisch gewirkt.
Sterbens
wünsche
seien vorgebracht worden (Urk. 7/27/7-8).
In der gemeinsamen Beurteilung führten die Gutachter aus
, der Beschwerdefüh
rer habe über im Jahr 1995 zum ersten Mal aufgetretene Kreuzschmerzen geklagt, welche sich nach einem Rückfall im Jahr 1997 allmählich ins Uner
trägliche gesteigert und symmetrisch in den Nacken, in beide Arme und
beide
Beine ausgebreitet hätten und von Gefühlsstörungen an der unteren Extremität begleitet worden seien. Anlässlich des genannten Rückfalles habe das
Abklä
rungs
- und
Behandlungscrescendo
begonnen, ohne dass die verordneten Medi
kamente, Therapien und Rehabilitationen den
insidiösen
Verlauf hätten aufhal
ten oder richtungsweisend hätten be
einflussen können (Urk. 7/27/8).
Anlässlich der ersten
gutachterlichen
Untersuchung habe
abgesehen von
einer allgemeinen Schmerzempfindlichkeit kein Befund erhoben werden können, welcher sich einer segmentalen Veränderung oder Funktionseinschränkung
hätte zuordnen lassen
. Auffällig sei die fast perfekte Symmetrie der
Schmerzäusserung
und
eine
wechselnde, d.h. nicht auf eine allgemeine
Tonuserhöhung zurückzuführende Anspannung der Rückenmuskulatur, welche sich im ersten Moment
in der
Bauchlage deutlich entspannt habe, gewesen
. Zudem
habe
durch die Haltung und die kühle
schweissige
Peripherie eine deutliche veg
etative Dystonie
bestan
den
(Urk. 7/27/9).
Die
bisherige
Tätigkeit als
Pflästerer
sei gekennzeichnet durch fast
ausschliessli
ches
Arbeiten am Boden mit entsprechend längeren gebückten
Zwangshaltun
gen
sowie
durc
h Tragen von schweren Lasten
. In Anbetracht der leicht über
durchschnittlichen degenerativen Veränderungen sei der Rücken unter der bis
herigen Tätigkeit erhöht beansprucht. Daraus resultiere sowohl eine reduzierte Leistung (Leistungsintensität von 60
%
) sowie eine reduzierte Einsatzzeit (50 %). Die Anpassung an den Gesundheitsschaden betreffe vor allem die Dauer der Zwangshaltungen und das
Aufheben von Gewichten
. Manuelle Funktionen seien nicht betroffen. Unter mittelschwerer Belastung würde sich die Erholungs
zeit verkürzen. Produktions- und Montagetätigkeiten wie auch
Aussen
- und Hauptreinigung seien weiterhin zumutbar (Urk. 7/27/9-10).
Die Gutachter hielten sodann dafür, d
ie psychiatrische Exploration habe in der
Aktualachse
eine im
Ausmass
schwierig abzuschätzende depressive Symptoma
tik erkennen lassen. In der Persönlichkeitsachse
hätten
sich ängstlich vermei
dende und abhängige Persönlichkeitsmerkmale eruieren lassen.
Interdisziplinär müsse
nach dem Ausschluss einer schw
erwiegenden organischen Ursache
eine
somatoforme
Schmerzstörung als Angelpunkt der „invalidisierenden“ Beschwer
-
den angenommen werden.
Dafür spreche auch, dass
sich
mit der Katastro
-
phisierung
die Beschwerdeflut nun über die ga
nze Familie auszubreiten
begon
-
nen
habe
. Rational betrachtet sei unter der Therapie der letzten Monate die Kapitulation der Familie erreicht worden, so dass die Ehefrau nicht mehr schimpfe, sondern nun Teil der Symptomausbreitung geworden sei.
Dass einer solchen katastrophalen Entwicklung zugesehen werde, sei nur nachvollziehbar, wenn man davon ausgehe, dass die therapeutische Ent
ourage das Wesen der
somatoforme
n
Störung nicht verstanden habe, nämlich dass g
erade
der
durch die Schmerzen ausgelöste innerpsychische, soziale, berufliche und ökonomische Bruch die sekundären Störungen solange weiter
unterhalte
, wie der Beschwer
deführer keine entschiedene andere, in Richtung Belastung und Beanspruchung, zumindest auf
Rehabilitation
ausgerichtete
therapeutische
Mittel in die Hand bekomme
.
Palliation
bedeute
nämlich, den Beschwerdeführer und seine Familie therapeutisch abzuschreiben, und dies bei einer als leicht diagnostizierten depressiven Störung. Es sei sogar anzunehmen, dass diese rasante
Negativent
wicklung
zum Teil
der Therapie selber zuzuschreiben sei. Zum jetzigen Zeit
punkt seien allenfalls „Scherbenhaufen-Diagnosen“ zu stellen (Urk. 7/27/9).
D
er Beschwerdeführer habe sich in die beobachteten kognitiven Defizite hineinge
steigert
.
Diese
seien mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weder organisch noch psychotisch bedingt und hätten bei genauerer Betrachtung weniger
Einbussen
zur Folge, als demonstriert werde.
Die Aufrechterhaltung einer leidenden Performanz koste an sich Konzentration und Energie, nur leider in selbstschädigender Richtung. Zum jetzigen Zeitpunkt entstehe dadurch ein erheblich erhöhter Erholungsbedarf im Umfang von 50 %
(Urk. 7/27/9).
Zusammenfassend
zur Arbeitsfähigkeit Stellung nehmend
hielten die Gutachter fest
, dass in der angestammten Tätigkeit als
Pflästerer
eine Restarbeitsfähigkeit von 30 % bestehe (Leistungsintensität 60 %, Leistungszeit 50 %).
In angepassten Tätigkeiten sei
hingegen einzig die Leistungszeit eingeschränkt (50 %) und sei somit von einer 50%ige
n
Restarbeitsfähigkeit auszugehen
(Urk. 7/27/10).
3.3
Im Rahmen des vorliegenden Rentenrevisionsverfahren
s
begutachteten die
Dres
.
Y._
und
Z._
den Beschwerdeführer am 1
9. Mai 2014
und erstatteten ihre Expertise am
30. Mai 2014
(Urk. 7/
100
).
Die Gutachter stellten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (Urk. 7/100/9):
Lumbalbetontes
Panvertebralsynd
ro
m
mit
spondylogener
Ausstrahlung in den Kopf und alle Extremitäten;
Gonarthrose rechts.
Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter die folgen
den Diagnosen auf (Urk. 7/100/9
, 35
):
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
(ICD-10 F45.4)
;
Dysthymie
(ICD-10 F34.1), DD
depressive Reaktion
(ICD-10 F43.20)
;
Akzentuierte Persönlichkeitszüge
(ICD-10 Z73.1)
;
Chronisches,
generalisiertes Schmerzsyndrom;
Arterielle Hypertonie
;
Übergewicht
(BMI von 28,2 kg/m
2
)
;
Anamnestisch Reizmagensyndrom.
Dr.
Y._
kam zum Schluss, dass aus somatischer Sicht
die angestammte Tätigkeit weiterhin lediglich zu 50 % zumutbar sei und in angepassten Tätigkeiten
nach wie vor eine vollständige Arbeitsfähigkeit bestehe
(Urk. 7/100/16).
Das Arbeitsprofil für angepasste Tätigkeiten beschrieb er wie folgt (Urk. 7/100/19): Tätigkeit in einem temperierten Raum
(Raumluft)
, beschränkt auf leicht- bis maximal mittelgradig körperlich belastende Arbeiten; Möglichkeit, zwischen sitzender, stehender und gehender Körperhaltung zu wechseln; Einhalten der Rückenergonomie wünschenswert; Vermeidung repetitiver Arbeiten in kniender respektive kauernder Körperhaltung.
Gegenüber
dem psychiatrischen Gutachter
Dr.
Z._
gab der
Beschwerdefüh
rer
an
,
seit dem Jahr 2006
in
einem
Pensum
von ungefähr 30 %
mit dem Auto Blumen auszuliefern. Mehr zu
arbe
iten sei aufgrund des
Arbeit
gebers nicht möglich,
da
es
sich um einen Kleinbetrie
b handle
. An gewissen Tagen
wie Mutter- oder Valentinstag
sei
der
Arbeitsanfall jedoch
deutlich
höher, was er einigermassen gut
meistern
könne (Urk. 7/100/31).
Er
unterhalte
enge
Beziehungen
zu
seinem Bruder und treffe sich regelmässig mit seinen
Schwes
-
tern
. Ausserdem habe er noch einige Kollegen
. Er fühle sich
vor allem
aufgrund der
Schmerzen krank.
Die
Stimmung sei in der Regel nicht gedrückt, er sei dagegen vermehrt ermüdbar. Mit der Konzentration gehe es einigermas
sen
, er könne die Aufträge
bei der Arbeit
perfekt ausführen
. Sein Selbstwertge
fühl
habe
sich verbessert
, seit er wieder arbeite. Die Zukunft sehe er optimisti
scher als auch schon.
Ein Morgentief bestehe nicht
.
Den
Verlauf der psychi
schen Beschwerden seit 2001 genau zu beschreiben
,
sei für ihn schwierig
. Oft hätten Lebensprobleme und familiäre Spannungen zu psychischen Krisen geführt.
Seit
ein bis zwei
Jahren habe sich seine psychische Situation
aber
doch
verb
essert
(Urk. 7/100/31-32). Seit Mai 2008 sei er in ambulanter psychiatri
scher
Behand
-
lung
bei Dr.
B._
, welche ihm das Medikament
Surmontil
ver
schrieben habe, das er regelmässig einnehme. In der Regel gehe er alle zwei Monate zu ihr, manchmal nur alle drei. Eine intensivere Therapie sei nicht nötig, da es ihm seit ein bis zwei Jahren besser gehe (Urk. 7/100/32).
Hinsicht
lich des Tagesablaufs gab er an, von 8 Uhr bis 19 Uhr für den Blumenladen
in
Bereitschaft sein
zu müssen
.
Er sei oft am Computer
, nach längerer Zeit werde er jedoch nervös. Er schaue sodann gerne Fernsehen. Zug- und Busfahren
wür
den ihm keine
Mühe
bereiten
. Die Einkäufe erledige er zusammen mit der Ehe
frau. Zur Nachbarschaft pflege er ein gutes Verhältnis. Bei den
Haushaltsarbei
ten
beteilige er sich ein wenig (Urk. 7/100/32).
Dr.
Z._
hielt fest, der Beschwerdeführer habe das Gespräch aufmerksam und mit ausreichender Konzentration verfolgt.
Das
Kurzzeit- und Langzeitge
dächtnis seien nicht eingeschränkt gewesen, der Beschwerdeführer habe unter anderem Gesprächsthemen von zu Beginn der Untersuchung am Schluss wie
dergeben können. Sein Denken sei weder gehemmt noch umständlich gewesen. Der Beschwerdeführer sei mürrisch, phasenweise resigniert gewesen. Schuldge
fühle,
eine
deutliche Verstimmung und Suizidalität
bestünden nicht
. Der Antrieb sei weder gehemmt noch gesteigert gewesen, die Mimik und Gestik ruhig. Der affektive Rapport sei gut herstellbar gewesen. Der Beschwerdeführer sei auf die Schmerzen fixiert und habe hypochondrische Befürchtungen geäus
sert und eine Schmerzausdeh
n
ung gezeigt. Die Schmerzen würden den
Haupt
fokus
seines Interesses bilden (Urk. 7/100/33-34).
In der durchgeführten Laboruntersuchung lag der Medikamentenspiegel von
Surmontil
weit unter dem Referenzbereich (Urk. 7/100/34).
Dr.
Z._
hielt dafür, die Tätigkeit im Blumengeschäft habe den Beschwerde
führer psychisch stabilisiert, er habe an Selbstvertrauen gewonnen. Die
bloss
sporadisch stattfindende Therapie bei Dr.
B._
spreche dafür, dass beim Beschwerdeführer keine relevante psychische Komorbidität vorliege. Die
Dysthymie
zeige ein typisch wechselhaftes Bild. Es sei mehrmals wegen
Lebens
problemen
zu eher kurzfristigen
Verleiderverstimmungen
gekommen. Sei
t
ein bis zwei Jahren habe sich diesbezüglich eine Stabilisierung eingestellt und
es sei
von einer mässigen psychischen Komorbidität
auszugehen
. Bei der Untersu
chung habe eine mässige Psychopathologie bestanden (Urk. 7/100/36-37). Aus psychiatrischer Sicht
habe sich der Gesundheitszustand seit ein bis zwei Jahren verbessert und
der Beschwerdeführer
sei
wieder vollständig arbeitsfähig
. Zuvor könne davon ausgegangen werden, dass er zu ungefähr 20 % eingeschränkt gewesen sei
(U
rk. 7/100/39-41). Beim Beschwerdeführer würden ungünstige krankheitsfremde Faktoren vorliegen: Lange Phase von partieller
Arbeitstätig
keit
, fehlende Motivation, mehr zu leisten, begrenzte Arbeitsmöglichkeiten beim Arbeitgeber. Ausserdem sei die kulturelle Integration im sprachlichen Bereich eher mässig geblieben (Urk. 7/100/37). Der Beschwerdeführer sei ausserdem
dekonditioniert
(Urk. 7/100/41). Diese psychosozialen Faktoren würden dazu führen, dass der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht verwerte (
Urk.
7/100/41-42).
In der interdisziplinären Beurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, bei der beruflichen Tätigkeit als
Pflästerer
bestehe seit 2001 eine um 60 % einge
schränkte sowie eine seit 2012/2013 um 50 % eingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Bei der Tätigkeit als Chauffeur bzw. in einer anderen angepassten
Verweistätig
keit
sei die Arbeitsfähigkeit
bis 2012/2013
um 20 % eingeschränkt gewesen, seither
bestehe keine Einschränkung mehr
(Urk. 7/100/26).
4.
D
as
von Dr.
Y._
und Dr.
Z._
erstattete Gutachten vermag
die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen (E.
1.5
).
D
ie Gutachter
tätigten umfassende Abklärungen
,
berücksich
tigten die geklagten Beschwerden und begründeten ihre Einschätzungen in nachvollziehbarer Weise sowie in Ause
inander
setzung mit den
Vorakten
(E. 3.3
).
Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers
(E. 2.2)
durfte die
Beschwerde
gegnerin
gestützt
auf
die
gutachterliche
Beurteilung
des psychiatrischen Gut
achters
Dr.
Z._
(E. 3.3
)
zu Recht von einer wesentlichen Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes
des Beschwerdeführers
ausgehen.
Die von
Dr.
Z._
aufgeführten
Diagnosen – eine
somatoforme
Schmerzstörung und eine
Dysthymie
– sind zwar dieselben
Diagnosen
wie jene
, welche
im Rahmen der Begutachtung im Jahr 2002
gestellt
wurden
(E. 3.2
). Dies
steht der Annahme einer Verbesserung jedo
ch nicht entgegen, da sich das Leiden auch bei gleich gebliebener Diagnose in seiner Intensität verändern kann (E. 1.4 mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung)
. Dies ist vorliegend der Fall
. So ergibt
ein
Vergleich zwischen den
in den Jahren 2002 und 2014
erhobenen
psy
chiatrischen Befunden
(E. 3.2 und E. 3.3
)
, dass
es zu einer erheblichen Verbes
serung
gekommen ist, insbesondere
hinsichtlich Konzentration, Gedächtnis,
formalem
Denken und
Affektivität
.
Damit übereinstimmend ist auch das
Akti
vitätsniveau
des Beschwerdeführers deutlich höher als noch im Jahr 2
002 (vgl. Urk. 7/27/
4
und E. 3.3
).
So
erachtete sich d
er
Beschwerdeführer beispielsweise
im Jahr 2002
auch
nicht mehr
fähig,
ein
Auto zu
lenken
(Urk. 7/27/7)
.
A
ktuell
fährt er jedoch
sowohl bei der Arbeit als auch privat wieder regelmässig Auto
(Urk. 7/100/32).
Dass sich sein psychischer Gesundheitszustand verbessert hat, stimmt denn auch mit
seiner
Selbsteinschätzung
überein
, wonach es ihm seit ein bis zwei Jahren psychi
sch wieder besser gehe (E. 3.3
)
.
Im Übrigen
hatte
schliesslich
auch die behandelnde Psychiaterin
,
Dr.
B._
,
in ihrem Bericht vom 25. Februar 2013 zuhanden der Beschwerdegegnerin fest
gehalten
(Urk. 7/83),
seit der Beschwerdeführer im Jahr 2006 im Blumengeschäft
tätig sei
, habe sich sein Leben deutlich verände
rt
und er habe etwas an Selbstver
trauen zurückerobern können
(Urk. 7/83/2).
5.
5.1
Da
vorliegend
somit
eine r
elevante Verbesserung ausgewiesen
ist
,
ist der Renten
anspruch
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen)
.
5.2
Dass der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht in angepassten Tätigkeiten vollständig arbeitsfähig ist, bedarf
angesichts der
Aktenlage keiner weiteren Ausführungen, fand
en
sich doch trotz umfangreichen Untersuchungen kein
e
somatischen Befunde, welche
das Ausmass der geltend gemachten Beschwerden hätten
erklären können
und einer angepassten Tätigkeit entgegenstünden
(E. 3.2, E. 3.3
3.
Abschnitt
). Wenn der Beschwerdeführer beschwerdeweise vor
bringt, ihm sei im Jahr 2002 vor allem aufgrund der somatischen Problematik
eine Teilarbeitsunfähigkeit attestiert
worden (Urk. 1 S. 4), kann
ihm
mit Blick auf das
A._
-Gutachten (E. 3.2
; vgl.
Urk.
7/27/10 E. 5.2
) nicht gefolgt werden
.
5.3
5.3.1
Aus psychiatrischer Sicht verneinte die Beschwerdegegnerin sodann
d
er gut
achterlichen Beurteilung von Dr.
Z._
folgend und unter
Anwendung
der
Überwindbarkeitsp
raxis
gemäss BGE 130 V 352
eine invalidisierende Wirkung der
somatoformen
Schmerzstörung (E. 2.1).
5.3.2
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht unlängst von der Rechtsprechung, wonach die
somatoforme
Schmerzstörung oder ähnliche Störungen und ihre Folgen vermutungsweise mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwind
bar sind (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3), Abstand genommen und eine neue Basis für die Beurteilung
somato
former
Schmerzstö
rungen und ihrer Auswirkungen auf die juristisch zu beur
teilende Arbeitsunfä
higkeit begründet (E. 6):
An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG - aus
schliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitli
chen Beeinträchti
gung und objektiv
ierte Zumutbarkeitsprüfung bei
mate
rieller Beweislast der rentenansprechenden Person (Art. 7 Abs. 2 ATSG) - ändert sich dadurch nichts (E. 3.7). An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somato
former
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomati
schen Leiden) treten im Regelfall beachtliche Standardindikatoren (E. 4). Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad (E.
4.3) und Konsistenz der funktio
nellen Auswirkun
gen einteilen (E. 4.4). Die Standardindikatoren umschreibt das Bundesgericht im genannten Urteil wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten
(E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichk
eitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewie
sener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 Ingress). Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren (E. 5.1) wie auch bei deren - rechtlich gebotener - Anwendung im Einzelfall zusammen (E. 5.2). Die Anerkennung eines
rentenbegründenden Invaliditäts
grades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete
versicherte Person zu tragen.
5.3.3
Wie im Folgenden zu zeigen ist, ist auch in Anwendung der neuen
bundesgericht
lichen
Rechtssprechung
(E.
5.3.
2
)
eine invalidisierende Wirkung der
somatoformen
Schmerzstörung zu verneinen:
Was die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde betrifft, so ist festzuhal
ten, dass
Dr.
Z._
die diagnostizierte
somatoforme
Schmerzstörung nicht als schwer
einstufte, zumal er dafürhielt
, dass nicht eine solche
Schmerzstörung
, sondern
krankheitsfremde Faktoren dazu führen würden, dass der Beschwerde
führer
seine Restarbeitsfähigkeit nicht verwerte
(E. 3.3
). Auch die
Behandlungs
dichte
und die medikamentöse Therapie
s
prechen
nicht für einen hohen Schweregrad der Störung, konsultiert der Beschwerdefü
hrer
Dr.
B._
doch
lediglich
alle zwei bis drei Monate
und nimmt
er
die Medikamente nicht wie angegeben ein
(E. 3.3
).
Trotz der bereits in der Vergangenheit attestierten
50%igen Arbeitsfähigkeit (E. 3.2
) und der somit unvollständigen Ausschöpfung seiner Arbeitsfähigkeit durch die
Tätigkeit
als Blumenlieferant (E. 3.3
) nahm der Beschwerdeführer sodann an ihm angebotenen Eingliederungsmassnahmen nicht teil (vgl. Urk. 7/74-76)
, was als Indiz für eine nicht invalidisierende Beeinträchtigung spricht
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2
)
.
Diesbezüglich wies auch Gutachter Dr.
Z._
auf fehlende Motivation bei der Eingliederung hin (Urk. 7/100/37).
Beim Beschwerdeführer liegen sodann keine schweren körperli
chen Begleiterkrankungen vor. Vielmehr bestehen nur g
eringe objektive Befunde (E. 3.2 und E. 3.3
).
Was zusätzliche psychische Beschwerden betrifft, hielt Dr.
B._
dafür, der Beschwerdeführer leide an einer
rezidivierenden
depressiven Störung mit gegenwärtig mittelgradigen bis schweren depressiven Episoden (Urk. 7/83/1), wohingegen Gutachter Dr.
Z._
nur noch leicht
e Befunde erheben konnte (E. 3.3
).
In Diskrepanz zur Angabe des Beschwerde
führers, er nehme dieses Medikament regelmässig ein (E. 3.3), lag
in der durch
geführten Laboruntersuchung der Medikamentenspiegel von
Surmontil
weit unter dem Referenzbereich
,
weshalb
der Beurteilung der behandelnden Psychia
terin bereits aus diesem Grund nicht gefolgt werden
kann
, zumal sie sich
mit dieser Tatsache
nicht auseinandersetzt
e. Dr.
Z._
diagnostizierte sodann zwar akzentui
erte Persönlichkeitszüge (E. 3.3
). D
ass
diese
dazu führen würden, dass es dem Beschwerdeführer nicht möglich wäre, trotz der – nicht schwer ausge
prägten –
somatoformen
Schmerzstörung zu arbeiten, ergibt sich nicht
aus den Akten
. Diesbezüglich ist insbesondere auch darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer angab, es sei aufgrund des Arbeitgebers nicht möglich, mehr zu
arbeiten
,
und im Übrigen dafürhielt, bei einem erhöhten Arbeitsanfall auch
mehr arbeiten
zu können (E. 3.3
). Was
schliesslich
den Komplex „Sozialer Kon
text“ betrifft, so
bestehen beim
Beschwerdeführer
gute Ressourcen. Er ist ver
heiratet, hat
Kontakt zu Kollegen und ein gutes Verhältnis
mit seinen Geschwistern (E. 3.3
)
.
Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass vorliegend Hinweise auf Inkonsisten
zen bestehen.
D
er
Medikamentenspiegel
von
Surmontil
war
weit unter dem Referenzbereich
(E. 3.3). Sodann berichtete – nachdem
bereits
die
Gutachter der Begutachtungsstelle
A._
im Jahr 2002
auf
aggravierendes
Verhalten
und Inkonsistenzen bei den Untersuchungen
hin
gewiesen hatten
(Urk. 7/27/5-6)
- auch
Dr.
Y._
über
Inkonsistenzen zwischen demonstriertem Verhalten anläss
lich der Untersuchung und dem Verhalten im Alltag (Autofahren möglich
;
Urk. 7/100/1
0).
Angesichts
all
dessen kann g
esamthaft betrachtet
nicht auf eine invalidisierende Wirkung der
somatoformen
Schmerzstörung geschlossen werden
.
5.3.4
Gestützt
auf die interdisziplinäre Beurteilung der
Dres
.
Y._
und
Z._
ist somit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer in angepassten Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig ist.
6
.
6.1
Zu prüfen bleibt anhand
des Einkommensvergleich
s
(E.
1.2
), wie sich die auf das Zumutbarkeitsprofil eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
6.2
Die
Beschwerdegegnerin bemass das Invalideneinkommen anhand der
Tabellen
werte
gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch
herausgegeben Lohnstrukturerhebungen (
LSE 2010
) und berücksichtigte dabei die Tabelle TA1,
Total alle Branchen, Männer, Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten; Urk. 7/104, Urk. 2)
.
Dies ist nicht zu beanstanden,
da
der Beschwerdeführer seine
verbliebene Arbeitsfähigkeit
mit der derzeitigen Tätig
keit nicht
voll
aus
schöpft.
Das Invalideneinkommen beträgt demnach
unter
Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitsstunden und der Nominallohnentwicklu
ng
(vgl. Statistik Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen des Bundesamtes für Statistik sowie Schweizerischer Lohnindex, Basis 2010, Tabelle T1.10)
für das Jahr 201
4
Fr.
63‘182.10
(Fr. 4‘901.-- x 12
:
40 x 41.6 x 1.033).
Ob, wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht, vom so ermittelten
Invalidenein
kommen
ein leidensbedingter Abzug hätte vorgenommen werden müssen
(Urk. 1 S. 6), kann vorliegend offen bleiben, da selbst bei Vornahme des maximal zulässigen Abzuges von 25 % (
vgl. BGE 126 V 75
) - was vorliegend bei weitem nicht gerechtfertigt wäre – kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren würde (E. 6.4).
6.3
Zur Ermittlung des
V
alideneinkommens
stellte die Bes
chwerdegegnerin auf den vom Beschwerdeführer zuletzt erzielten Lohn als
Pflästerer
ab (Urk. 7/104/1). Aus den Akten
ergibt sich jedoch, dass dieser Betrieb eingestellt
und dem Beschwerdeführer die bisherige Arbeitsstelle gekündigt
wurde (Urk. 7/15/3, Urk. 7/27/3)
.
Es ist somit ebenfalls auf die Tabellenwerte
gemäss LSE abzustel
len, wobei angesichts der in der Vergangenheit ausgeübten Tätigkeit in der Baubranche (Urk. 7/4/1), jedoch fehlender Ausbildung in diesem Bereich
(Urk. 7/3/4), der Tabellenwert Baugewerbe (Ziffer 41-43), Männer,
Anforde
-
rungsniveau
4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) zu berücksichtigen ist.
Damit ergibt sich für das Jahr 201
4
ein
V
alideneinkommen
von Fr.
68‘124.30
(Fr. 5‘310.-- x 12
: 40 x 41.6 x 1.028).
6.4
Bei solchermassen ermittelten Vergleichseinkommen
resultiert
ein
Invaliditäts
grad
von
rund
7
%
(
Valideneinkommen
=
Fr.
68‘124.30,
Invalideneinkommen =
Fr.
63‘182.90
, Erwerbseinbusse =
4‘941.40
).
Selbst bei Vornahme des maximal zulässigen Abzuges von 25 % beim Invalideneinkommen (E. 6.2) würde ledig
lich ein Invaliditätsgrad von 3
0
% resultieren (
Valideneinkommen
=
Fr.
68‘124.30,
Invalideneinkommen = Fr.
47‘387.20
, Erwerbseinbusse =
20‘737.10
).
Die Beschwerdegegnerin hat somit einen
Rentenanspruch
zu Recht
verneint
und die bisherige Rente aufgehoben
(E. 1.3)
, was zur vollumfänglichen Abweisung der Beschwerde führt
.
7.
Weshalb schliesslich ein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
hätte durchgeführt werden müssen – wie dies der Beschwerdefüh
rer geltend macht (Urk. 1 S. 6) -
ist nicht ersichtlich.
8
.
Das es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.