Decision ID: 8ade3fa9-b4fa-4de6-b605-ff3a5b4471de
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1959 geborene
X._
ist gelernter kaufmännischer Angestellter (
Urk.
11/4/5) und leidet seit 1996 (Erstdiagnose) an Multipler Sklerose (Urk. 11/8). Seit dem 1. April 1999 bezieht er eine ganze Rente der Invaliden
versicherung (
Urk.
11
/2).
1.2
Am 6. April 2009 beantragte er eine
Hilflosenentschädigung
der Invalidenversi
cherung (
Urk.
11
/52). Am 3. September 2009 (
Urk.
11
/66),
versandt
am 14. Ok
tober 2009 (vgl.
Urk.
11
/69/11), verfügte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (IV-Stelle Zürich), die Ab
weis
ung des Gesuchs um Ausrichtung einer
Hilflosenentschädigung
. Dagegen liess der
Versicherte am
23. Oktober 2009
Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihm eine
Hilflo
senentschädigung
zuzusprechen
(
Urk.
11/69/3 ff.)
. Mit Urteil IV.2009.01028 vom 31. März 2011 (
Urk.
11
/137) wies das hiesige Gericht die Sache an die
IV-Stelle Zürich zurück, damit diese
zur Beurteilung des
Bedarf
s
an
lebens
prakti
scher
Begleitung
weitere Abklärungen vornehme
.
1.3
Bereits a
m 7. September 2010
hatte
der Versicherte
erneut ein Gesuch um
Hilflo
sen
entschädigung
aufgrund eines mittlerweile versc
hlechterten Gesund
heits
zustands
gestellt
(
Urk.
11/109/3).
Die
Sozial
versicherungs
anstalt
des Kan
tons
Y._
, IV-Stelle (
IV-Stelle
Y._
)
– der Versicherte war inzwischen im Kanton
Y._
wohnhaft -
veranlasste eine A
bklärung vor Ort, welche am 15.
Februar 2011 durchgeführt wurde (Ber
icht vom 17. Februar 2011, Urk.
11
/126).
Nachdem
die IV-Stelle Zürich
die
IV-Stelle
Y._
unter Beilage des Urteils IV.2009.01028 vom 31. März 2011 des hiesigen Gerichts
darauf hin
gewiesen hatte
, dass der Anspruch auf lebenspraktische Begleitung für den ge
samten in Frage kommenden Zeitraum abzuklären sei,
verwies d
ie
Abklärerin
der IV-Stelle
Y._
in einer Stellungnahme vom 5. August 2011 (
Urk.
11
/157) auf die Ergebnisse ihrer Abklärung vom 15. Februar 2011 und
hielt fest
,
da
mit sei der Anspruch des Versich
erten genügend abgeklärt worden. D
a kein An
spruch auf lebenspraktische Begleitung resultiert habe, sei davon auszugehen, dass ein solcher auch zu
k
einem früheren Zeitpunkt ausgewiesen gewesen sei.
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahren
s
(
Urk.
11/160
ff.
)
holte die IV-Stelle Zürich
die
Stellungnahme der IV-Stelle
Y._
vom
27.
Oktober 2011 (
Urk.
11/167)
ein
. Mit Verfügung vom 6. Januar 2012 sprach sie dem Versi
cherten mit Wirkung ab 1. Februar 2011 eine
Entschädigung für eine Hilflosig
keit leichten Grades
zu (Urk. 11/178
).
Dagegen liess der Versicherte
am 8. Feb
ruar 2012
Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihm rückwirkend mit
Wirkung ab 1. März 2009 eine
Hilflosenentschädigung
leichten Grades und spätestens mit Wirkung ab 1. Mai 2010 eine mittleren Grades zuzusprechen
(
Urk.
11/181/3 ff.)
. Mit Urteil IV.
2012.00174
vom
26. April 2012
(
Urk.
11/
185
) wies das hiesige Gericht die Sache
ein weiteres Mal
an die IV-Stelle Zürich zu
rück, damit diese
weitere
Abklärung
en
vornehme.
1.4
In der Folge
h
ol
te die
IV-Stelle Zürich
Angaben der Spitex
Z._
(Urk. 11/196
-197
)
, den
Bericht von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Neurologie, vom 31. Dezember 2012 (Urk. 11/202)
sowie de
n
Austrittsbericht der
B._
vom 28. Dezember 2012 (Urk. 11/208)
ein.
Der Versicherte reichte
zu
dem
eine im August 2009 von seiner Ehefrau niedergeschriebene
Darstellung betreffend Bewältigung verschiedener Alltagssituationen
ein (Urk. 11/209).
Mit Vorbescheid vom 24. April 2013 stellte die IV-Stelle Zürich dem Versicherten die Ausrichtung einer Entschädigung wegen mittlerer Hilflosigkeit mit Wirkung ab 1. Februar 2011 sowie einer Entschädigung wegen schwerer Hilflosigkeit mit Wirkung ab 1. Oktober 2011 in Aussicht (Urk. 11/210).
Mit gleichentags er
stelltem Vorbescheid stellte sie ihm die Abweisung des Begehrens um eine
Hilf
losenentschädigung
aufgrund von lebenspraktischer Begleitung
in Aussicht (Urk. 11/21
2
).
Am 27. Mai 2013 liess der Versicherte gegen die beiden Vorbe
scheide vom 24. April 2013 Einwand erheben (Urk. 11/218).
Mit Verfügung vom 3. Juli 2013 sprach die IV-Stelle Zürich dem Versicherten eine Entschädigung wegen mittlerer Hilflosigkeit mit Wirkung ab 1. Februar 2011 sowie eine Ent
schädigung wegen schwerer Hilflosigkeit mit Wirkung ab 1. Oktober 2011 zu (Urk. 11/
224, Urk. 11/220
).
Am 19. September 2013 nahm die Abklärungsperson zu den Einwänden gegen den Vorbescheid
betreffend die Entschädigung für
le
benspraktische
Begleitung
Stellung. Zusammen mit dieser Stellungnahme wurde auch ihr Bericht vom 11. April 2013 über die Abklärung vom 28. Februar 2013 zu den Akten genommen (Urk. 11/226). Mit Verfügung vom 26. September 2013 verneinte die IV-Stelle Zürich
einen Bedarf an lebenspraktischer Beglei
tung und wies das entsprechende Leistungsbegehren ab (Urk. 11/227 = Urk. 2).
2.
Dagegen liess der Versicherte am
30. Oktober 2013
Beschwerde erheben
(
Urk.
1)
und beantragen,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab 1. März 2009 eine leichte und spätestens ab 1. Mai 2010 eine mitt
lere
Hilflosenentschädigung
zuzusprechen (S. 2
Ziff.
1 und 2).
In prozessualer Hinsicht
beantragte er die
Gewährung der
unentgeltliche
n
Prozessführung sowie die Bestellung von
Fürsprecher Daniel
Schilliger
,
Procap
, Olten,
zum
u
nentgelt
lichen Rechtsvertreter (S. 2
Ziff.
3)
.
Mit Beschwerdeantwort vom 4. Dezember 2013 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 10).
Mit Gerichtsverfügung vom 19. Dezember 2013 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung
bewilligt
und in der Person von Fürsprecher Daniel
Schilliger
ein unentgelt
licher Rechtsvertreter bestellt. Gleichzeitig wurde ihm die Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht
(Urk. 16)
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 42
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts;
ATSG)
in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, Anspruch auf eine
Hilflo
senentschädigung
. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwa
chung bedarf (Art. 9 ATSG). Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend:
·
Ankleiden, Auskleiden;
·
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
·
Essen;
·
Körperpflege;
·
Verrichtung der Notdurft;
·
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme (BGE 127 V 94
E.
3c, 125 V 297 E. 4a)
.
Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art. 42
Abs.
3 Satz 1 IVG; Art. 38
der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV
).
1.2
Art. 37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss
Abs.
3 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf;
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebre
chens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Artikel 38 angewiesen ist.
Ist eine Person lediglich dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen, so liegt immer eine leichte Hilflosigkeit vor (Art. 42
Abs.
3 IVG).
1.3
Nach Art. 38
Abs.
1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne von Art. 42
Abs.
3 IVG vor, wenn eine volljährige, versicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Zu berücksichtigen ist nur diejenige lebenspraktische Begleitung, die regelmäs
sig und im Zusammenhang mit den in Absatz 1 erwähnten Situationen erfor
derlich ist.
Der Anspruch auf Berücksichtigung des Bedarfs an lebenspraktischer Begleitung ist nicht auf Menschen mit Beeinträchtigung der psychischen oder geistigen Gesundheit beschränkt. Es ist durchaus möglich, dass auch andere Behinderte einen Bedarf an lebenspraktischer Begleitung geltend machen können. Zu den
ken ist insbesondere an hirnverletzte Menschen (BGE 133 V 450 E. 2.2.3).
Unerheblich ist, in welcher Umgebung sich die versicherte Person - abgesehen davon, dass sie ausserhalb des Heims wohnen muss - aufhält und ob sie auf die Hilfe des Ehegatten, der Kinder oder der Eltern zählen kann (BGE 133 V 450
E. 2.2.3 und 5).
Als regelmässig im Sinne von Art. 38
Abs.
3 Satz 1 IVV gilt die
lebensprak
-
tische Begleitung, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durchschnitt mindestens 2 Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 133 V 450 E. 6.2).
Die lebenspraktische Begleitung beinhaltet weder die (direkte oder indirekte) Dritthilfe bei den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen noch die Pflege noch
die Überwachung. Sie stellt vielmehr ein zusätzliches und eigenständiges Insti
tut der Hilfe dar (BGE 133 V 450 E. 9).
Das Gesetz macht den Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
nicht davon abhän
gig, ob die lebenspraktische Begleitung kostenlos erfolgt oder nicht (BGE 133 V 472 E. 5.3.2).
2.
2.1
Einig sind sich die Parteien darüber,
dass beim Beschwerdeführer
ab Februar 2010
eine mittlere Hilflosigkeit vorliegt
(Urk. 1 S. 5
Rz
8; Urk. 11/
220/2, Urk. 11/
226).
Strittig ist, ob der Beschwerdeführer im Zeitraum von März 2008 bis Ende Januar 2010 lebenspraktischer Begleitung bedurfte und deswegen
mit Wirkung
ab März 2009 Anspruch auf eine Entschädigung wegen Hilflosigkeit leichten Grades und
ab Mai 2010 Anspruch auf eine Entschädigung für eine Hilflosigkeit mittleren Grades hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre leistungsabweisende Verfügung im Wesentlichen gestützt auf den Bericht über die Abklärung vom 28.
Februar
2013 (Urk. 11/226) damit, dass die lebenspraktische Begleitung unter Berück
sichtigung der Mitwirkungspflicht der Ehefrau die erforderliche Dauer von zwei Stunden pro Woche nicht erreiche (Urk. 2).
2.3
Der Beschwerdeführer wies zur Begründung seiner Beschwerde insbesondere auf die rechtlichen Ausführungen in den rückweisenden Urteilen des hiesigen Gerichts vom 31. März 2011 und vom 26. April 2012 hin und stellte sich auf den Standpunkt,
er sei in einem
Umfang, der das Mass dessen überschritten habe, was seiner Ehefrau an schadenmindernder Mithilfe zumutbar gewesen sei,
auf lebenspraktische Begleitung angewiesen gewesen.
3.
3.1
Dem Bericht des Hausarztes
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allge
meine Innere Medizin, vom 13. Oktober 2008 ist im Wesentlichen zu entneh
men, dass der Beschwerdeführer Gehstöcke benötig
t,
dass er bei den alltäglichen Lebensverrichtungen
aber
nicht auf Hilfe von Drittpersonen angewiesen
ist
(Urk. 11/
46/4).
3.2
Der Beschwerdeführer
gab am 6. April 2009 an,
sich in der Wohnung mit einer Gehhilfe fortbewegen zu können, im Freien seit März 2008 zusätzlich Betreuung zu benötigen und für die Pflege gesellschaftlicher Kontakte seit März 2008 auf Transport
e
angewiesen zu sein (Urk. 11/52/3).
D
amit er s
elbständig wohnen
könne, müsse ihm jemand die Mahlzeiten besorgen und zubereiten sowie fast alle Haushaltsaufgaben übernehmen. Seine Ehefrau
D._
leiste
Dritt
hilfe
im Umfang von 5,5 Stunden pro Woche (Urk. 11/52/5).
Dr.
C._
gab am 21. April 2009
ergänzend
an, die Angaben des Beschwerde
führers bezüglich der Fortbewegung würden mit seinen eigenen Feststellungen übereinstimmen (Urk. 11/55/1, Urk. 11/55/3).
3.3
Am 30. Juni 2009 wurde
n
dem Beschwerdeführer ein Elektro-
Scooter
sowie eine Rampe
abgegeben (Urk. 11/61
-6
4
).
Am 11. August 2009 fand dann eine Abklärung bei ihm zuhause statt.
Im Anschluss an diese
hielt die
Abklärungs
person
fest,
der Beschwerdeführer sei seit März 2008 bei der Fortbewegung und der Pflege gesellschaftlicher Kontakte eingeschränkt. Innerhalb der Wohnung sowie auf ebenem Gelände bewege er sich unter Zuhilfenahme von zwei Geh
stöcken frei und könne Strecken von bis zu 100 oder 200 Metern bewältigen. Fürs Treppensteigen benötige er Hilfe. Nur dank dem
Scooter
könne er aus dem Haus gehen und längere Distanzen zurücklegen. Den Haushalt erledige seine Ehefrau. Wenn sie nicht zuhause sei, wärme sich der Beschwerdeführer eine Mahlzeit im Mikrowellenherd oder esse etwas Kaltes.
Arzttermine könne er sel
ber mit dem
Scooter
oder dem Taxi
wahr
nehmen. Ebenso besuche er Restau
rants und könne mit dem
Scooter
kleiner
e
Einkäufe erledigen. Die administrati
ven Arbeiten erledige seine Ehefrau (Urk. 11/65/3-4).
3.
4
Am 28. Februar 2013 erfolgte eine weitere Abklärung bezüglich der Hilflosig
keit. Sie wurde im
E._
, wo der Beschwerdeführer seit Januar 2013 lebt, durchgeführt (Urk. 11/226/1).
I
m entsprechenden Bericht wurde angemerkt, dass eine Einschränkung im Bereich der Fortbewegung seit März 2008 ausgewiesen sei (Urk. 11/226/1). Bezüglich der Notwendigkeit lebenspraktischer Begleitung ab März 2008 ver
wies die Abklärungsperson auf den Abklärungsbericht vom August 2009. Der Beschwerdeführer habe Unterstützung benötigt, jedoch sei es der damaligen Ehefrau zuzumuten gewesen,
diese zu leisten. Bis er sich im März 2008 einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen habe, habe der Beschwerdeführer den Abfall entsorgt, die Wohnung unregelmässig gesaugt, den Rasen gemäht und Einkäufe getätigt. Bei Abwesenheit seiner Ehefrau habe er für sich und zwischendurch auch für sie gekocht. Er sei regelmässig mit seinem Hund spazieren gegangen. Die Ehefrau habe sich zum grössten Teil um die Wohnungsreinigung und die Wäsche gekümmert sowie gekocht, wenn sie zuhause gewesen sei.
Die zum Zeitpunkt der Abklärung vom 28. Februar 2013 vom Beschwerdeführer geschiedene Ehefrau
D._
gab
bei der Abklärung
an,
seit März 2008 sei der Beschwerdeführer nicht mehr in der Lage, diese Aufgaben auszuüben.
Des
Weiteren habe er einen Schuldenberg von
Fr.
40‘000.-
-
angehäuft, die Krankenkassenprämien nicht mehr bezahlt und die Arztrechnungen nicht an die Krankenkasse weitergeleitet.
Sie
habe Gespräche führen und die Rückzahlungen organisieren müssen
. Ebenso habe sie die Steuererklärung ausfüllen und
Bank
angelegenheiten
, insbesondere im Zusammenhang mit dem Wohneigentum, erledigen müssen
(Urk. 11/226/4-
6
).
Bezüglich der Begleitung bei ausserhäuslichen Verrichtungen anerkannte die Abklärungsperson, dass die Ehefrau den Beschwerdeführer dreimal jährlich zum Orthopäden nach
F._
begleiten müsse
,
und rechnete dafür einen Aufwand von jeweils vier Stunden beziehungsweise von 14 Minuten pro Woche an. Ebenso benötige er alle fünf Jahre einmal Begleitung zum Augenarzt in
G._
.
Die Arzttermine in
Z._
habe er hingegen selbständig wahrnehmen können, bis 2009 mit dem Auto und nachher mit dem Elektro-
Scooter
(Urk. 11/226/6).
Ebenso sei es mit den Treffen mit Freunden.
Dass die Ehefrau ihn regelmässig zwei Stunden pro Woche zu seinen Freunden bringen müsse, werde bereits im Lebensbereich der Fortbewegung berücksichtigt (Urk. 11/226/7)
.
Zusammenfassend hielt die Abklärungsperson fest, dass der Bedarf an
lebensprak
tischer
Begleitung unter Berücksichtigung sowohl der ehelichen Beistands- als auch der sozialversicherungsrechtlichen
Schadenminderungs
pflicht
die
Erheblichkeits
- beziehungsweise Regelmässigkeitsschwelle von zwei Stunden wöchentlich nicht erreiche (Urk. 11/226/8).
4.
4.1
In den Urteilen
des hiesigen Gerichts vom 31. März 2011 und vom 26. April 2012
wurde insbesondere
dargeleg
t, dass
die Begleitung zur Ermöglichung des selbständigen Wohnens (Art. 38
Abs.
1
lit
. a IVV)
nicht
mit den
im
Kreis
schreiben
über Invalidit
ät und Hilflosigkeit in der IV (KSIH) genannten
Tätig
keiten abgedeckt
ist
, sondern sich auch auf die Erledigung der gesamten
Haus
haltsarbeiten
erstreck
t
(
Urk. 11/
137/10-12
E. 5.4 und 5.5;
Urk. 11/
185/9
E. 4.1)
.
Zudem wurde erläutert,
dass zwecks Vermeidung einer doppelten Nicht
-
berücksich
tigung
k
eine Abgrenzung zwischen den Lebensverrichtungen und de
r lebenspraktischen Begleitung
zu erfolgen ha
be
, wenn es lediglich um eine Hilflosigkeit leichten Grades geh
e
(Urk. 11/
185/10-12
E. 4.5
)
.
Weiter wurde ausgeführt, dass zuerst der Umfang der
benötigten
Dritthilfe
zu eruieren
sei, wie wenn die versicherte Person auf sich allein gestellt wäre,
und erst in einem zweiten Schritt
zu prüfen sei, wie
es mit der
Schadenminderungs
pflicht
aussehe
(Urk. 11/
185/7
E. 2.3 am Ende).
Ob eine Dritthilfe gemä
ss
Art. 38 IVV notwendig sei, sei
objektiv, nach dem Zustand der versicherten Person, zu beurteilen. Grundsätzlich unerheblich
sei
die Umgebung, in welcher sie sich aufh
alte
. Es d
ürfe
hinsichtlich der Bemessung der Hilflosigkeit - somit auch im Rahmen von Art. 38
Abs.
1
lit
. a IVV - keinen Unterschied machen, ob eine versicherte Person allein in der Familie, in einem Spital/Heim oder sonst wie in einer der heutzutage verbreiteten Wohnformen leb
e
. Versicherte,
welche mit Familienangehörigen
zusammenleb
t
en, hätten
sonst
kaum je Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
für lebenspraktische Begleitung. Eine solche
Ein
-
schrän
kung
k
önne
Gesetz und Verordn
ung aber nicht entnommen werden (Urk. 11/185/7 E. 2.3 mit Hinweisen
)
.
4.2
Diesen Grundsätzen
wurde im erneuten Abklärungsbericht
vom 11. April
2013 (Urk. 11/226) nicht Rechnung getragen.
Die
Abklärerin
verwies
bei den einzel
nen zu leistenden Hilfestellungen oft direkt auf die Schadenminderungspflicht und rechnete diese Unterstützungsleistungen
seitens der Ehefrau
unter Hinweis auf die
Schadenminderungspflicht
beziehungsweise wegen
ihrer
Zumutbarkeit gar nicht an die
zum Erreichen der
Regelmässigkeit und
Erheblichkeit
erf
order
lichen
zwei Stunden pro Woche an. So tat sie dies
bei
der Haushaltsführung und bei der Erledigung der finanziellen sowie der administrativen Belange (Urk. 11/226/5-6).
Den grundsätzlichen Bedarf des Beschwerdeführers an Un
terstützung
bezweifelte sie jedoch nicht (Urk. 11/226/5).
Konkret als gegeben
anerkannte sie
eine Einschränkung des
Beschwerdeführer
s
im Bereich der Fort
bewegung seit März 2008 (Urk. 11/226/1 und Urk. 11/226/6). Angerechnet wurde der Zeitaufwand für die Begleitung nach
F._
zum Orthopäden sowie für jene nach
G._
zum Augenarzt (Urk. 11/226/6).
Bereits aus
d
em früheren Abklärungsbericht
ergibt sich
zudem, dass der Beschwerdeführer Trep
pen nicht mehr selbständig
hinauf- und hinabsteigen
k
onnte
und mit seinen Gehstöcken auf ebenem Gelände
nur noch
kurze Distanzen von circa 100 oder 200 Metern
bewältigen konnte
(Urk. 11/65/3). Den Elektro
-
S
cooter
, welcher ihn ausser Haus wieder mobiler machte, erhielt er erst am 30. Juni 2009 (Urk. 11/
61 und Urk. 11/64).
Dass die Ehefrau den Beschwerdeführer zwei Stunden wöchentlich
zu seinen Freunden bringen
muss
te
, stellte die Abklärungsperson nicht in Abrede, sondern verneinte die Anrechnung mit der Begründung, dass dies
bereits bei der Lebensverrichtung der Fortbewegung berücksichtigt worden sei (Urk. 11/226/7).
Diese Sichtweise ist, was bereits im Rückweisungsurteil vom 26. April 2012 dargelegt wurde, nicht zulässig. Eine Abgrenzung zwischen dem Hilfebedarf im Bereich der alltäglichen Lebensverrichtungen einerseits und dem Bedarf an lebenspraktischer Begleitung andererseits ist nur zu treffen, wenn eine
Hilflosenentschädigung
mittleren Grades in Frage steht (vgl. Ur. 11/185/11
Erw
. 4.5.2).
4.3
Obwohl der totale Zeitbedarf nicht ermittelt wurde, wird aus dem
Abklärungsbe
richt
vom 11. April 2013 ersichtlich, dass der Beschwerdeführer ab März 2008 nicht mehr
ohne Begleitung einer Drittperson selbständig wohnen k
onnte,
zumal er auch die elementarsten Haushaltsarbeiten wie Kochen und Waschen
nicht mehr selber vornehmen konnte. Im Übrigen war er auch ausser Stande, die finanziellen und administrativen Belange
zu erledigen
, welche mit dem s
elbständigen Wohnen einhergehen
.
Kognitive
Defizite
führten sogar zur Ernennung
einer
Beiständin
und da
zu
, dass dem Beschwerdeführer am
24. September 2013 die Handlungsfähigkeit hinsichtlich der Verwaltung seines Ein
kommens und
seines
Vermögens entzogen wurde (Urk. 6/1).
Daneben war der Beschwerdeführer
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung
zumindest teilweise
auf
die
Begleitung
durch
eine Drittperson angewiesen
.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei dauerhaft notwendiger Begleitung
für
ausserhäusliche Verrichtungen im Sinne von Art. 38
Abs.
1
lit
. b IVV aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung ohne
Weiteres
ein Bedarf von zwei Stunden pro Woche gegeben (Urteil des Bundesgerichts 9C_28/2008 vom 21. Juli 2008, E. 3.4). Stehen stattdessen sämtliche notwendigen Verrichtungen zur Erledigung eines Haushalts in Frage, ist dies umso mehr der Fall (Urk. 11/137/12 E. 5.5).
Da
im massgebenden Zeitraum
beinahe
sämtliche
Haus
haltsarbeiten
durch die Ehefrau verrichte
t
werden mussten
und
zusätzlich
in weiteren Bereichen wie der Fortbewegung sowie de
n
administrativen Belange
n
Dritthilfe erforderlich
war
, ist es überwiegend wahrscheinlich, dass der Aufwand durchschnittlich zwei Stunden pro Woche
während des relevanten Zeitraums
ohne Weiteres
übers
tieg
.
4.4
Damit in Übereinstimmung stehen auch die ersten Angaben des Beschwerdefüh
rers sowie der Hilfe leistenden Ehefrau
D._
,
welche auch die Einga
ben für den Beschwerdeführer verfasste (Urk. 11/58/2) und
deren Aussagen ebenfalls zu berücksichtigen sind (BGE 133 V 450 E. 11.1.1).
Anlässlich der Anmeldung zum Bezug einer
Hilflosenentschädigung
wurde angegeben
, der Beschwerdeführer benötige für die Fortbewegung im Freien
eine
Begleitung und
ebenso
für die
Pflege gesellschaftlicher Kontakte
(Urk. 11/52
/3).
Zudem müsse ihm das Essen besorgt und zubereitet werden sowie fast alle Haushaltsarbeiten müssten für ihn erledigt werden. Insgesamt leiste die Ehefrau Hilfe im Umfang von 5,5 Stunden pro Woche (Urk. 11/52/5).
In ihrem Schreiben vom 30. Mai 2009 führte die damalige Ehefrau des Beschwer
deführers aus, letzterer könne seit März 2008 das Haus nicht mehr ohne Begleitung verlassen, im Haushalt auch keine kleineren Erledigungen mehr vornehmen, sich keine warme Mahlzeit zubereiten und weder putzen noch waschen noch einkaufen. Angesichts des Umfangs der von ihr zu leistenden Hilfe könne sie zurzeit nicht vollzeitlich arbeiten
(Urk. 11/58
/1
).
Dass
D._
wegen der Krankheit ihres Ehemannes nicht zu 100
%
arbei
tete, ist glaubhaft,
denn
sie
hat
ihr Arbeitspensum nach dem Eintritt des Beschwerdeführers ins Heim auf 100
%
erhöht (Urk. 11/205).
Dies ist ebenfalls ein Indiz dafür, dass sie während mehr als zwei Stunden pro Woche Dritthilfe leistete.
Im Übrigen ist es plausibel, dass der Beschwerdeführer, der für die Fort
bewegung in der Wohnung zwei Gehstöcke benötigte, keine im Stehen oder Gehen zu verrichtende
n
Haushaltsarbeiten mehr erledigen konnte.
Bei
im Sitzen auszuübenden Haushaltsarbeiten w
a
r
er sodann
durch die motorischen Schwie
rigkeiten (Urk. 11/58/2) und die Sensibilitätsstörungen in den Fingern (Urk. 11/
8/2)
be
e
inträchtigt
.
4.5
Zu prüfen bleibt, inwiefern es die Schadenminderungspflicht gebietet, sich d
i
e Mithilfe nächster Angehöriger, hier konkret de
r
damaligen
Ehe
frau
,
anrechnen zu lassen
. Die Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Einsatzfähigkeit sind durch geeignete organisatorische Massnahmen und die Mithilfe der Fami
lienangehörigen möglichst zu mildern. Diese Mithilfe geht zwar weiter als die ohne Gesundheitsschaden üblicherweise zu erwartende Unterstützung, jedoch darf den Familienangehörigen keine unverhältnismässige Belastung entstehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_410/2009 vom 1. April 2010, E. 5.5 mit Hinwei
sen).
Vorliegend war
die Ehefrau des Beschwerdeführers
im relevanten Zeitraum
erwerbstätig. Entsprechend ist davon auszugehen, dass sich die Ehegatten die Haushaltsarbeiten im Gesundheitsfall
in einem bestimmten Umfang aufgeteilt hätten
. Der Ehefrau des Beschwerdeführers, die sowohl den Haushalt selber als auch die administrativen Belange praktisch alleine erledigen und den Beschwerdeführer daneben auch noch zu Arztterminen
und gesellschaftlichen Treffen begleiten muss
te
, f
iel
ein insgesamt erheblicher Mehraufwand an
.
An
gesichts dessen, dass der Anspruch auf lebenspraktische Begleitung auch bei mit Familienangehörigen zusammen lebenden Versicherten
nicht generell zu ver
neinen ist und
die
erforderliche Regelmässigkeit schon dann erreicht
ist
, wenn über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durchschnitt mindestens
zwei
Stunden pro Woche
Hilfe
benötigt wird
, gehen d
ie Hilfeleistungen
der damali
gen Ehefrau
über das hinaus, was ih
r
im Rahmen der Schadenminderungspflicht zugemutet werden k
o
nn
te
(vgl. dazu beispielsweise das Urteil des Bundesge
richts I 1013/06 vom 9. November 2007, E. 7.3)
.
Infolgedessen ist der Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
wegen lebenspraktischer Begleitung zu beja
hen.
5.
Der zeitliche Beginn des Anspruchs auf eine
Hilflosenentschädigung
richtet sich entgegen dem Verweis in Art. 42
Abs.
4 IVG nicht nach Art. 29
Abs.
1 IVG (in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fassung). Vielmehr gelangt weiterhin die Bestimmung zu den Anspruchsvoraussetzungen für eine Rente, also Art. 28
Abs.
1 IVG in der seit dem 1. Januar 2008 in Kraft stehenden Fassung (ent
spricht Art. 29
Abs.
1
lit
. b IVG in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung), zur Anwendung (BGE 137 V 351
, Regest
e
und E. 5.1
;
Urteil des Bun
desgerichts 8C_745/2012 vom 4. März 2013, E. 6.3
). Demnach entsteht der An
spruch auf eine
Hilflosenentschädigung
grundsätzlic
h nach Ablauf eines
War
tejahres
beziehungsweise im vorliegenden Fall
, da der Bedarf an
lebensprakti
scher
Begleitung seit März 2008 bestand,
mit Wirkung ab 1. März 2009.
6.
6.1
Der Beschwerdeführer liess weiter beantragen, es sei ihm spätestens ab 1. Mai 2010 eine mittlere
Hilflosenentschädigung
zuzusprechen (Urk. 1 S. 2).
6.2
Im verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfah
ren
sind grund
sätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beur
teilen, zu denen die zuständige Verwaltungs
behörde vorgän
gig verbindlich
in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
Stellung genom
men hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den
beschwerdewei
se
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer
Sach
urteilsvoraussetzung
, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
er
gangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
6.3
Angefochten wurde in diesem Verfahren die Verfügung vom 26. September 2013
(vgl. Urk. 1 S. 2 Rechtsbegehren
Ziff.
1, S. 3 oben und S. 4
Rz
7)
, in wel
cher ausschliesslich der Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
aufgrund von lebenspraktischer Begleitung geprüft wurde (vgl. Urk. 2). Der Beginn des
Anspruchs auf eine
Hilflosenentschädigung
für eine Hilflosigkeit mittleren Gra
des wurde hingegen mit Verfügung vom
3.
Juli 2013
festgelegt
.
Diese sprach die Beschwerdegegnerin zu, weil der Beschwerdeführer seit Februar 2010 in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen, das heisst in den Bereichen An- und Ausziehen, Aufstehen und Abliegen sowie Körperpflege und Fortbewegung, in erheblicher Weise auf Dritthilfe angewiesen war (Urk. 11/220/2). Damit sind die Voraussetzungen gemäss Art. 37
Abs.
2
lit
. a IVV erfüllt. Unter dem Gesichts
punkt der lebenspraktischen Begleitung war der Anspruch auf eine
Hilflo
senentschädigung
mittleren Grades gar nicht zu prüfen. Der Frage der
lebens
praktischen
Begleitung kommt bei der mittleren
Hilflosenentschädigung
nur dann eine eigenständige Bedeutung zu, wenn lediglich eine Hilflosigkeit in zwei alltäglichen Lebensverrichtungen vorliegt (vgl. Art. 37
Abs.
2
lit
. c IVV). Die
Hilflosenentschädigung
für die mittelschwere Hilflosigkeit wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
3.
Juli 2013 zu
gesprochen (Urk. 11/224). Die Beurteilung der diesbezüglichen Anspruchsvo
raussetzungen gehört somit vorliegend nicht zum Anfechtungs- respektive Streitgegenstand, weswegen in diesem Punkt auf die Beschwerde nicht einzu
treten ist. Daran ändert nichts, dass die Verfügung vom
3.
Juli 2013 laut den Angaben des Beschwerdeführers unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist. Einen früheren Anspruchsbeginn bezüglich der mittleren
Hilflosenentschädi
gung
kann der Beschwerdeführer gegebenenfalls mittels
Wiedererwägungsge
such
beantragen.
6.4
Zusammenfassend ist dem Beschwerdeführer
somit
für die nötige
lebensprakti
sche
Begleitung
eine
Hilflosenentschädigung
für eine Hilflosigkeit leichten Gra
des mit Wirkung ab
1.
März 2009
zuzusprechen. In diesem Sinne ist die Be
schwerde gutzuheissen.
Bezüglich Zusprechung einer
Hilflosenentschädigung
für mittelschwere Hilflosigkeit ist auf die Beschwerde hingegen nicht einzutre
ten.
7.
7.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
800.-- anzusetzen.
A
usgangsgemäss
sind die Gerichtskosten
der
Beschwer
de
gegnerin
aufzuerlegen.
7.2
Infolge seines Obsiegens hat der vertretene Beschwerdeführer gestützt auf
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) An
spruch auf eine Prozessentschädigung. Da ihm für das vorliegende Verfahren in der Person von Fürsprecher Daniel
Schilliger
,
Procap
, Olten, ein unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt wurde (Urk. 16), ist die Prozessentschädigung direkt an diesen zu entrichten. Mit auf das telefonische
Einverlangen
der Honorarnote folgendem Schreiben vom 2
0.
Februar 2014 liess er das Gericht ersuchen, die Parteientschädigung nach eigenem Ermessen festzulegen (Urk. 18). Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf
Fr.
1‘600.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.