Decision ID: 7f4a6948-c5a8-49f1-b200-74629f86c1d0
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1973 geborene
X._
war seit dem
1.
September 2006 als Reinigungsangestellter bei der
Y._
in
Z._
angestellt und dadurch bei der
Suva
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Gemäss Angaben in der Unfallmeldung vom 2
5.
Juni 2015 (
Urk.
8/1) erlitt er am 1
2.
Juni 2015 eine Verletzung (Prellung) am linken Mittelfuss
,
als ihm während des Treppensteigens eine nicht befestigte Beto
nstufe auf den Fuss fiel
. Die Erst
versorgung erfolgte
am 1
2.
Juni 2015 im
A._
,
wo eine Dis
torsion des oberen Sprunggelenks mit Exkoriation über der Achillessehne diag
nostiziert wurde
(
Urk.
8/4)
.
Die S
uva richtete in der Folge Taggelder aus (
Urk.
8/7) und erteilte Kostengutsprache für die Heilbehandlung (
Urk.
8/6).
1.2
Nachdem der Versicherte am 30. Januar 2016 beim Reinigen einer Treppe aus
gerutscht war und sich erneut am linken Fuss verletzt hatte (vgl. Unfallmeldungen vom 16. Februar, Urk. 8/58, und 7. März 2016, Urk. 8/61), erfolgte am 20. Juli 2016 im Rahmen der Diagnose von neuropathischen Schmerzen und einer Wund
heilungsstörung an der linken Ferse eine Resektion des
Nervus
suralis
am Unter
schenkel links (Urk. 8/78).
Mit Schreiben vom 3
1.
Oktober 2016 ersuchte der Versicherte um Erlass einer anfechtbaren Verfügung betreffend Integritätsent
schädigung (
Urk.
8/95).
Gestützt auf die kreisärztliche Einschätzung vom 11.
November
2016 (Urk. 8/102) teilte die Suva dem Versicherten am 28. Novem
ber 2016 mit, es bestehe ab 1. Dezember 2016 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (Urk. 8/110), weshalb ab Januar 2017 das Taggeld auf 50 % reduziert werde (Urk.
8/111). Damit erklärte sich der Versicherte zwar einverstanden (Urk. 8/111), liess aber mitteilen, es bestünden weiterhin belastungsabhängige Beschwerden, was eine Steigerung der Arbeits
fähig
keit über 50 % hinaus unmöglich mache (Urk. 8/122).
Am
1.
Februar 2017 liess die S
uva den Versicherten kreisärztlich untersuchen (
Urk.
8/130).
Am
9.
Februar 2017 teilte s
ie
mit, der Endzustand sei erreicht, der
Versicherte
sei in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig und es be
stehe kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (
Urk.
8/131).
Mit Verfü
gung vom
7.
März 2017
verneinte
sie einen Anspruch des Versicherten auf Rente
und Integritätsent
schädigung ab (
Urk.
8/144). Hiergegen erhob
X._
am
7.
April 2017 Einsprache (Urk.
8/150). Nach
neuerlicher
Einho
lung einer kr
eisärztlichen Beurteilung (Urk.
8/158) wies die Suva
die Einsprache mit Entsch
eid vom 1
3.
November 2017 (Urk.
2 [=
Urk.
8/159]) ab.
2.
Dagegen liess der Beschwerdeführer am 1
5.
Dezember 2017 Beschwerde (
Urk.
1) erheben und beantrag
e
n
, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei ihm eine Integritätsentschädigung auszurichten. Mit Beschwerdeantwort vom 2. Februar 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7).
Mit Verfügung vom
6.
Februar 2018 wurde
ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet
(
Urk.
9). Innert Frist ging keine Replik ein, was den Parteien am 2
8.
März 2018 mitgeteilt wurde (
Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 1
2.
Juni 2015 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädi
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Inte
gritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht über
steigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs
3.
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der ge
samten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchst
betrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Vor
aussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen be
rück
sichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlim
me
rung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
1.3
Die Schwere des Integritätsschadens beurteilt sich nach dem medizinischen Befund. Bei gleichem medizinischem Befund ist der Integritätsschaden für alle Ver
sicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Integritätsent
schä
digung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der privat
recht
lichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nachteil individuell unter Wür
digung der besonderen Umstände bemessen wird. Im Gegensatz zur Bemessung der Ge
nug
tuungssumme im Zivilrecht lassen sich ähnliche Unfallfolgen mitein
ander ver
gleichen und auf medizinischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Be
messung des Integritätsschadens aufstellen. Spezielle Behinderungen der Be
trof
fe
nen durch den Integritätsschaden bleiben dabei unberücksichtigt. Die Be
mes
sung des Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Um
ständen des Einzelfalles ab. Auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen
oder psychischen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 133 V 224 E. 5.1, 115 V 147 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. Für die darin genannten Integri
täts
schäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädi
gung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
1.5
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
-
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso weniger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala ange
gebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regelfall, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungs
interner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen,
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versiche
rungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche
rungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2)
erwog die Beschwerdegegnerin, gestützt auf den kreisärztlichen Untersuchungsbericht sei erstellt, dass der Be
schwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sei. Hingegen sei ihm eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit weiterhin vollum
fänglich zumutbar.
Hieraus resultiere keine Erwerbseinbusse, weshalb kein An
spruch auf eine Invalidenrente bestehe. Gemäss kreisärztlicher Beurteilung vom
2.
Februar sowie
6.
November 2017 seien die Voraussetzungen zur Ausrichtung einer Integritätsentschädigung
ebenfalls
nicht erfüllt. Diese Einschätzung sei
schlüssig und überzeugend; abweichende ärztliche Beurteilungen bestünden keine
.
2.2
Der Beschwerdeführer lässt demgegenüber vorbringen
(
Urk.
1)
, weder die kreis
ärztliche Beurteilung vom
2.
Februar noch jene vom
6.
November 2017 sei be
weistauglich. Der Kreisarzt beschränke sich lediglich darauf festzuhalten, die Voraussetzungen einer Integritätsentschädigung seien nicht erfüllt. Zudem sei ihm die Beurteilung vom
6.
November 2017 in Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht zur Stellungnahme unterbreitet worden. Die Integritätsentschädigung für
die Bewegungseinschränkung sei nach Tabelle 2 (der
S
uva-Tabellen),
die Lappen
deckung und Narbe am linken Unterschenkel anhand der Tabelle 18 zu beurteilen. Zudem sei nicht berücksichtigt worden, dass ihm der
Nervus
suralis
links entfernt worden sei und er unter Schmerzen und Gefühllosigkeit in der unteren linken Extremität leide.
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin aus, selbst wenn eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Nichtunterbreitung der kreisärzt
li
chen Stellungnahme vom
6.
November 2017 vorliege
n würde
, so w
ü
rde dieser Mangel im vorliegenden Beschwerdeverfahren geheilt. Die Schätzung einer Inte
gritätsschädigung
obliege in erster Linie den Ärzten.
Der Kreisarzt habe festge
stellt, dass die Voraussetzungen für eine Integritätsentschädigung nicht erfüllt seien. Er habe dafür den Beschwerdeführer selber untersucht, die
Vorakten
, das bildgebende Material und
die
geklagten Beschwerden berücksichtigt. Auf seine einleuchtende Schlussfolgerung sei abzustellen. Entgegen der Ansicht des Be
schwer
deführers ergebe sich weder aus der Anwendung von Tabelle 2 noch von Tabelle 18 ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung.
3.
3.1
Dem Bericht des
A._
vom 1
2.
Juni 2015 (
Urk.
8/4) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer am selbigen Tag eine Distorsion des oberen Sprunggelenks mit einer Exkoriation über der Achillessehne erlitt
en habe. Er zeig
e eine deutlich sichtbare Schwellung und ein leichtes Hämatom
über beiden
Malleoli
und beklag
e eine
Druckdolenz
.
3.2
V
om 1
8.
Juni bis
8.
Juli 2015
war
d
er Beschwerdeführer im
A._
hospitalisiert (
Urk.
8/52),
weil
sich über der Achillessehn
e ein Wundinfekt entwickelt hab
e. Da sich im Verlauf eine progrediente Nekrose entwickelt habe, sei die Indikation zur operativen Sanierung mit
tels
Debri
dement
und VAC-Anl
a
ge gestellt worden. Am
5.
Juli 2015 sei eine
Suralislappendeckung
erfolgt. Zwei Tage nach der Defektdeckung sei es
an demselben Bein infolge eines Sturzes zu einer Distorsion des oberen Sprunggelenks gekommen. In der Folge habe sich ein Klaffen im Bereich der Lappennaht gezeigt, was mit einem
Debridement
und einer
Thierschdeckung
behandelt worden sei.
Trotz
n
o
ch
nicht optimaler Wundver
hältnisse habe
d
er
Beschwerdeführer
das Spital auf eigenen Wun
sch verlassen.
Gemäss Bericht des
A._
vom
7.
August 2015 (
Urk.
8/20) sei der Beschwerdeführer ab
dem 1
4.
Juli 2015 aufgrund der Wundinfektion in zwei
tä
g
igen Abständen im Ambulatorium erschienen. Trotz An
tibiotikatherapie habe sich ab
d
e
m 2
0.
Juli 2015 eine progrediente Infektion des Hautlappens gezeigt. Trotz eindringlichem Raten der Ärzte mit dem Hinweis, dass bei Fortschreiten der Infektion eine
Amputation des Unterschenkels erforderlich sein könne,
habe der Beschwerdeführer eine stationäre Behandlung verweigert.
3.3
In der Folge war der Beschwerdeführer v
om
6.
bis 1
3.
August 2015 in der
B._
hospitalisiert (
Urk.
8/24
= Urk.
8/36
),
wo a
m
7.
August 2015 ein
Debridement
und
eine Deckung mittels Spalthauttransplantat vom linken Oberschenkel erfolgt
e
.
Nach
komp
likationslosem
postoperativen Verlauf habe der Beschwerdeführer in die ambulante Nachkontrolle entlassen werden können.
3.4
Den Verlaufsberichten der
B._
vom
2.
Februar (
Urk.
8/63) und
3.
März 2016 (
Urk.
8/62) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer über seit Anfang Januar 2016 bestehende Beschwerden
im Bereich der Narbe am linken Unterschenkel
berichte
. In diesem Bereich beklage er eine Sensibilitätsminderung sowie Schmerzen im Narbenverlauf. Es werde ihm geraten
,
einen Kompressionsstrumpf zu tragen, was er jedoch nicht tue.
3.5
Im Bericht der
B._
vom 1
7.
Mai 2016 (
Urk.
8/66)
wurde festgehalten, der Beschwer
deführer empfinde seit längerem Schmerzen im Bereich des linken dist
alen Unter
schenkels. Klinisch, e
lektrophysiologisch und im Nerven-Ultraschall werde eine Irritations-Neuralgie des
Nervus
suralis
links im Narbenbereich bestätigt. Es sei eine
höhergradige
,
axonale
Schädigung dieses
Nerves
dokumentiert.
3.6
A
ufgrund der Diagnosen neuropathische Schmerzen und Wundheilungsstörung an der linken Ferse wurde dem Beschwerdeführer in einer am 2
0.
Juli 2016 durchgeführten Operation der
Nervus
suralis
am linken Unterschenkel entfernt (
Urk.
8/78).
Sechs Wochen postoperativ
habe
ein guter Verlauf
bestanden
. Der Beschwerdeführer
habe
berichte
t
,
die Schmerzen im Bereich der Achillessehne/
Ferse seien besser geworden (
Urk.
8/86).
In der Verlaufskontrolle vom
6.
Oktober
2016
habe
der Beschwerdeführer
nach Wiederaufnahme seiner Arbeit über
massive
Schmerzen beim Gehen und Stehen
berichtet
. Eine eindeutige Ursache der Schmerzen
habe
nicht festgestellt werden
können
(
Urk.
8/96).
In der Verlaufs
kontrolle vom
3.
November 2016 habe der Beschwerdeführer tendenziell bessernd
e Schmerzen angegeben. Nach Infiltration der schmerzenden Stellen, habe sich eine deutliche Besserung gezeigt
. Die Narbe sei
r
ei
zlos
, hypertroph und nicht verhärtet. Mittig über der Narbe am dorsalen Unterschenkel sowie über der distalen Narbe bestehe ein leichtes
Tinel
Zeichen
. Die
Ärzte empfahlen, die Physiotherapie fort
zuführen und eine Narbenmassage zu installieren
(
Urk.
8/104).
3.7
Am
1.
Februar 2017 führte Prof.
Dr.
med. C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, Kreisarzt, eine Untersuchung des Beschwerde
füh
rers durch (
Urk.
8/130). Dabei habe der Beschwerdeführer vorwiegend belastungs
ab
hängige Schmerzen am linken
Rückfuss
beklagt. Beim Besteigen von Leitern und Gerüsten würden sich
die Schmerzen verstärken. Prof.
Dr.
C._
stellte fest, der Barfussgang zeige ein unauffälliges Gangbild mit gering eingeschränkter Abrollbewegung des
linken Fusses. Er hielt eine eingeschränkte Beweglichkeit des linken Sprunggelenks
und ebenda eine geringe Kapselschwellung
fest.
Am linken
Rückfuss
präsentiere sich eine reizlose Narbenplastik. Im lateralen und medialen Gelenkspalt des linken oberen Sprunggelenks bestehe ein Druckschmerz. Es be
stünden keine Sensibilitätsstörungen und die Muskeleigenreflexe
seien mittelleb
haft
, sowie sei
teng
leich auslösbar
. Prof. Dr.
C._
diagnostizierte eine gering bis
mäs
s
iggradig
ausgeprägte Belastungsintoleranz des linken Fusses.
Die Weicht
eil
verhältnisse am linken
Rückfu
ss
beziehungsweise der linken Achillessehne seien
reizfrei
. Die angestammte Tätigkeit in der Reinigung sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Leichte bis mittelschwere Tätigkeiten seien jedoch weiter
hin möglich, wobei ausschliesslich stehende und gehende Arbeiten sowie Arbei
ten auf Leitern und Gerüsten vom Tätigkeitsprofil auszuschliessen seien. Die Voraussetzungen einer Integritätsentschädigung seien nicht erfüllt.
3.8
Am
6.
November 2017 erstattete Prof.
Dr.
C._
eine ärztliche Beurteilung bezüg
lich Integritätsentschädigung (
Urk.
8/158).
Dabei führte er aus, der Beschwerde
führer habe am 1
2.
Juni 2015 eine Distorsion des oberen Sprunggelenks erlitten.
Nachfolgend seien mehrere operative Revisionen im Sinne eines
Debridements
und VAC-Wechsels sowie einer
Suralis
-Lappendeckung dokumentiert. Nach An
ga
ben der
B._
sei es dem Beschwerdeführer am 3
0.
August 2016 postoperativ gut gegangen. Am 3. November 2016 hätten sich die Narben
verhältnisse reizlos präsentiert. Weder nach funktionellen Gesichtspunkten noch aus bildgebender Sicht
sei
en die Voraussetzungen einer Integritätsentschädigung
gegeben
.
4.
Gemäss
Art.
29
Abs.
2
der Bundesverfassung (BV)
haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweiser
gebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung kann eine – nicht besonders schwerwiegende – Ver
letzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die be
troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhö
rung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis).
In
casu
wurde dem Beschwerdeführer die Beurteilung von Prof.
Dr.
C._
vom 6. November 2017 (
Urk.
8/158)
vor Erlass des
Einspracheentscheides
nicht zu
r
Stellungnahme unterbreitet
, was grundsätzlich eine Verletzung des
rechtlichen Gehörs darstellt. Im vorliegenden Verfahren
wurden
dem Beschwerdeführer
die Akten der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom
6.
Februar 2018 zur Ein
sichtnahme und Stellungnahme unterbreitet (
Urk.
9). Dadurch erhielt er sowohl Kenntnis besagter ärztlicher Einschätzung als auch die Möglichkeit
,
sich hierzu zu äussern. Innert Frist erstattete der Beschwerdeführer
jedoch
keine Replik (
Urk.
12). Angesichts dessen, dass das hiesige Gericht die Sach- und Rechtslage frei überprüft, hat die Gehörsverletzung als geheilt zu gelten.
5
.
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Anspruch auf Invalidenrente, was der
Be
schwerdeführer im vorliegenden Verfahren nicht weiter beanstandet
(vgl. Urk. 1
).
Insoweit ist der angefochtene
Einspracheentscheid
in Rechtskraft er
wachsen.
6
.
Strittig ist ob
, und wenn ja
in welchem Umfang
,
dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung zusteht.
6.1
Die versicherungsinternen Beurteilungen du
rch Prof. Dr.
C._
(E. 3.7 und E. 3.8
) beruh
en auf fundierter Aktenkenntnis. Die Darlegung der medizinischen Zu
sammenhän
ge ist schlüssig
und die Beurteilung der medizinischen Situation leuchtet ein. Die Schlussfolgerung,
es liege kein Sachverhalt vor, welcher die Voraussetzungen einer Integritätsentschädigung erfülle,
ist gut nachvollziehbar. Indizien die gegen die Zuverlässigkeit der Stellungnahmen sprächen, bestehen keine. So
bestehen insbesondere keine anderslautenden medizinischen Einschät
zungen und Prof.
Dr.
C._
verneinte eine Integritätsschädigung sowohl aus funk
tioneller als auch aus bildgebender Sicht.
Die Einschätzung
von Prof. Dr.
C._
erfüll
t
daher die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweistaug
liche ärztliche Ent
scheidungsgrundlage (vgl. E. 1.6
), weshalb darauf abzustellen ist. Von weiteren Abklärungen sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d
m.H
.)
zu
verzichte
n ist
.
6.2
Nach der Einschätzung von Prof.
Dr.
C._
liegen weder nach funktionellen Ge
sichtspunkten noch aus bildgebender Sicht die Voraussetzungen einer Integritäts
entschädigung vor. Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, die Bewegungseinschränkung im oberen Sprun
ggelenk sei nach Tabelle 2 der S
uva-Tabellen zu entschädigen. Tabelle 2 befasst sich mit Integritätssch
ä
den bei Funk
tionsstörungen der unteren Ex
t
remitäten. Prof.
Dr.
C._
diagnostizierte
anlässlich der Untersuchung vom
1.
Februar 2017 eine gering bis
mäs
s
iggradig
ausgeprägte Belastungsintolera
nz des linken Fusses
. Er stellte fest, dass der Beschwerdeführer insbesondere über belastungsabhän
g
ige Schmerzen klage
,
konnte aber bei unauf
fälligem Gangbild einzig eine gering eingeschränkte Abr
ollbewegung am
linken
Fuss erheben
(E. 3.7). Vor diesem Hintergrund
verneinte
er
aus funktionellen Gesichtspunkten eine
n
Integritätssch
a
d
en
(E. 3.8)
. Mit Blick auf Tabelle 2, welche im Bereich der Sprunggelenke insbesondere bei einer Versteifung oder nach einer Fraktur eine
n
Integritätssch
aden
a
ufführt
, was beim Beschwerdeführer
unbe
stritte
nermassen
nicht vorliegt, ist die Einschätzung von Prof.
Dr.
C._
nicht zu bean
standen.
Soweit der Beschwerdeführer aufgrund der Narbenverhältnisse am linken Unterschenkel eine Integritäts
ent
schädigung als ausgewiesen erachtet, ist darauf hinzuweisen, das Prof.
Dr.
C._
in seiner Untersuchung eine reizlose Narbenplastik und reizfreie Weichteilverhältnisse feststellte (E. 3.7). Auch aus bildgebender Sicht verneinte er eine
n
Integritätssch
aden
(E. 3.8). Gemäss Tabelle 18
der
S
uva-Tabellen
findet dieselbe Anwendung auf Hautnarben, welche nach
tiefen Verbrennungen entstehen
und kosmetische als auch funktionelle Beein
trächtigungen zur Auswirkung haben.
Prof.
Dr.
C._
konnte
keine funktionelle Beeinträchtigung
im Zusammenhang mit der Narbe
feststell
en
. D
iese
befindet sich
darüber hinaus
am Unterschenkel
und damit
in kosmetischer Hinsicht
nicht an
einer besonders auffälligen Körperstelle
. Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, dass Prof.
Dr.
C._
die Narbenverhältnisse sowohl aus funktio
neller als auch aus bildgebender Sicht als nicht integritätsschädigend erachtete.
Angesichts fehlender Sensibilitätsstörungen und intakter Muskeleigenreflexe (E.
3.7) vermag der Beschwerdeführer mit seinem Vorbringen, die Folgen der Resek
tion des
Nervus
suralis
links seien nicht berücksichtigt worden (E. 2.2), ebenfalls nicht durchzudringen. Schliesslich ist dem Beschwerdeführer auch inso
fern nicht zu folgen, als er eine Summe einzelner nicht rechtserheblicher Inte
gri
tätseinbussen, welche mindestens 5 % erreichten (Urk. 1 S. 4), postuliert, ist doch auch in Zusammenschau der vorliegenden Verhältnisse einer (gering bis
mässig
gradig
ausgeprägten) Belastungsintoleranz und (funktionell nicht störenden) Narbe am Fuss die
Erheblichkeitsgrenze
von 5 % nicht erreicht, wofür etwa der Verlust einer Grosszehe (Angang 3 zur UVV) vorliegen müsste.
Mit Prof.
Dr.
C._
ist
daher
davon auszugehen, dass die Voraussetzungen für eine Integritäts
ent
schädigung nicht erfüllt sind.
7.
Nach dem Gesagten erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8.
Das Verfahren ist nach Massgabe
Art.
61
lit
.
a des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
kostenlos
.