Decision ID: 58dc26c4-22e1-4633-ae57-414caab11c54
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1986 geborene
X._
,
ausgebildete Verkäuferin (Urk.
11/1), war zuletzt von März bis August 2012 als Call-Center-Agentin bei
Y._
AG tätig (vgl. Ur
k. 11/12, Urk. 11/16/5). Am 19.
September 2012 meldete sie sich unter Hinweis auf Depressionen bei der Invalidenversicheru
ng zum Leistungsbezug an (Urk.
11/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und e
rteilte am 2
9.
Juli 2013 Kosten
gutsprache für ein Belastbarkeitstraining (Urk.
11/20). Die am 18.
Novem
ber 2013 gewährte Kostengutsprache für ein Aufbautraining
(Urk.
11/30) wurde am 18.
Febru
ar 2014 aufgehoben (Urk.
11/35).
Nachdem die Versicherte am 14.
Juli 2015 erneut Integrationsm
assnahmen beantragt hatte (Urk.
11/52), teilte die IV
-Stelle der Versicherten am 29.
Oktober 2015 mit, dass derzeit keine beruflichen Eingliederung
smassnahmen möglich seien (Urk.
11/57). Die IV-Stelle liess die Versicherte sodann polydisziplinär begutachten (Ex
pertise vom
6.
April 2017; Urk.
11/84).
Mit Verfüg
ung vom 24.
November 2017 (Urk.
11/113) wies die IV-Stelle
das Leistungsbegehren
ab.
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom
12. Juni 2018
in dem Sinne gut, als es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache an die IV-Stelle
zurückwies (Prozess Nr. IV.2018.00036; Urk. 11/120
).
1.2
In der Folge
holte die IV-Stelle medizinische Berichte ein
und erteilte am 9. Januar 2019 Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining (Urk. 11/132), für welches ein kleines Taggeld zugesprochen wurde (Urk. 11/136).
Am
6.
Mai
2019
wurde eine Kostengutsprache für ein Aufbautraining erteilt (Urk. 11/141) und ein kleines IV-Taggeld zugesprochen (Urk. 11/142).
Am
9.
Oktober 2019 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine berufspraktische Vorbereitung (Urk. 11/146), unter
Zusprache
eines grossen IV-Taggeldes (Urk. 11/147).
Am 23. April 2020 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, die beru
flichen Massnahmen abzubre
chen
(Urk. 11/152).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk
. 11/154, Urk. 11/158, Urk. 11/
159) wies
die IV-Stelle mit Verfügung vom
7. September 2020 das Leistungsbegehren ab
(Urk. 7/162
=
Urk.
2).
Am 28.
September 2020 reichte die Versicherte ein Gesuch um Fortsetzung der beruflichen Massnahmen ein (Urk. 11/165).
2.
Die Versicherte erhob am
8. Oktober 2020
Beschwerde gegen die Verfügung vom
7. September 2020 (Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es
sei
ihr ab dem frühestmöglichen Zeitpunkt
eine Invalidenrente
zuzusprechen. Eventuell sei
die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die IV-S
telle zurückzuweisen
.
In prozessualer Hinsicht beantragte sie die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung
(Urk. 1 S. 2)
.
Mit Vernehmlassung vom
9. November 2020 (Urk.
10) beantragte die IV-Stelle die
Abweisung
der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
1
6.
Februar 2021
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.
4
Invalidität liegt nur vor, wenn nach zumutbarer Eingliederung ein ganzer oder teilweiser Verlust der Erwerbsmöglichkeiten verbleibt (
Art.
8
Abs.
1 in Verbin
dung mit
Art.
7
Abs.
1 ATSG sowie
Art.
16 ATSG). Damit wird der Grundsatz «Eingliederung vor Rente» statuiert, welcher besagt, dass vor der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen eine Rente nur gewährt werden darf, wenn die versicherte Person wegen ihres Gesundheitszustandes (noch) nicht eingliede
rungsfähig ist. Gemäss dem seit
1.
Janu
ar 2008 in Kraft stehenden Art.
28
Abs.
1
lit
. a IVG haben Anspruch auf eine Rente Versicherte, die unter anderem ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können. Mit dieser Regelung soll die Priorität der Eingliederung gegenüber der Rente gesetzlich noch stärker verankert und gleichzeitig der Ren
tenzugang verschärft werden. Rentenleistungen sollen erst dann allenfalls zur Ausrichtung gelangen, wenn keine zumutbaren Eingliederungsmassnahmen (mehr) in Betracht fallen.
Der Anspruch auf eine Rente ist daher nicht zu prüfen
und eine Rente kann nicht zugesprochen werden, solange Eingliederungsmass
nahmen in Betracht fallen können (Urteil des Bundesgerichts 9C_108/2012 vom
5.
Juni 2012 E. 2.2.1 mit weiteren
Hinweisen). Eine Invalidenrente soll also erst und nur dann zugesprochen werden, wenn die Möglichkeiten ausgeschöpft sind, welche Eingliederungsmassnahmen zur Verbesserung der gesundheitsbedingt beeinträchtigten Erwerbsfähigkeit bieten (Urteil des Bundesgerichts 8C_187/2015 vom 2
0.
Mai 2015 E. 3.2.1, vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rz
1 zu
Art.
1a und
Rz
7 zu
Art.
28). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung darf über einen Rentenanspruch unabhängig von allfälligen Eingliederungsmassnahmen dann entschieden wer
den, wenn ein rentenbegründender Invaliditätsgrad bereits vor der Ein
gliederung verneint werden kann
(Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2018 vom 1
5.
Februar 2019 E. 2.1 mit Hinweisen).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der ent
scheidrelevante Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) fest,
die Beschwerdeführerin habe nach dem Rückweisungsurteil ab Januar 2019 erneut an einem Belastbarkeits- und Aufbautraining teilnehmen können. Die Beschwer
deführerin habe es geschafft, bis im April 2020 die Arbeitsfähigkeit auf 50 % zu steigern. Dann habe das Training erneut abgebrochen werden müssen, da die Beschwerdeführerin ein Kind erwartet habe.
Das Aufbautraining sei vielverspre
chend gewesen. Nach dem Mutterschaftsurlaub könne mit einem Arbeitsversuch im ersten Arbeitsmarkt und einem Startpensum von 50
%
mit den Eingliede
rungsbemühungen weitergemacht werden.
E
ine Arbeitsfähigkeit von 80
% für leichte Bürotätigkeiten sei realistisch, womit die Beschwerdeführerin rentenaus
schli
essend eingegliedert
wäre
.
Sie könne sich nach dem gesetzlichen Mutter
schaftsurlaub und wenn die Kinderbetreuung geregelt
sei
jederzeit mit einem Zusatzgesuch melden. Danach würden die Abklärungen wiederaufgenommen werden und die Eingliederungsbemühungen weitergeführt (S.
2
f.).
Die Beschwerdeführerin sei
nicht als Frühinvalide einzustufen.
Es lägen keine expliziten Hinweise vor, dass sie ber
eits zu Beginn der Ausbil
d
u
ng gesundheitlich eingesch
rä
nkt gewesen sei. So sei auch die depressive Symptomatik erst nach der Ausbil
d
ung im Jahr 2008 aufgetreten.
Sie sei seit Oktober 2012 - während des ganzen Verfahrens
- aus medizinischer Sicht eingliederungsfähig gewesen. Die Eingliederungsbemühungen hätten zwei Mal aus Gründen abgebrochen werden müssen, die nicht im Zusammenhang mit der Invalidenversicherung stünden. Deshalb bestehe rückwirkend kein Anspruch auf eine Invalidenrente (S. 2 Mitte).
2.2
Demgegenüber vertrat die Beschwerdeführ
erin den Standpunkt (
Urk.
1), aus näher genannten Gründen sei sie als Frühinvalide zu qualifizieren (S. 5 f.
Rz
4 f.).
Die berufliche Eingliederung sei für die Dauer des Mutterschaftsurlaubes nur sistiert. Umso unverständlicher sei der Erlass des Vorbescheides vom
8.
Juni 2020 und danach der angefochtenen Verfügung betreffend Rentenleistung, zumal die Beschwerdegegnerin davon ausgehe, dass ein Rentenentscheid vor Abschluss der Eingliederung nicht getroffen werden könne (S. 7). Aus näher genannten Grün
den sei die Aussage, sie habe bis im April die Arbeitsfähigkeit auf 50
%
steigern können, tatsachenwidrig. Vielmehr habe sie es bei der
Z._
geschafft, für die Dauer von nur zirka zwei bis drei Wochen eine Präsenz von 12 Stunden pro Woche aufzub
auen, wobei von einer 50 bis 60-
%
igen
Leistungsfähigkeit während der Anwesenheit berichtet werde. Die pro
p
hezeite 80%ige Arbeitsfähig
keit sei unrealistisch und anhand der Akten nicht
erklär
bar
(S. 9).
Nach dem bis
herigen
Verlauf stelle sich die Frage, ob die medizin-theoretische Arbeitsfähigkeit von 50 % in der eng umschriebenen Verweistätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt überhaupt verwertbar sei. Die Invaliditätsbemessung ergebe einen Anspruch auf eine ganze Rente - auch rückwirkend ab März 2013 (sechs Monate nach Anmel
dung). Sollte dennoch von einer allfälligen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähig
keit ausgegangen werden, sei der Sachverhalt noch ungenügend abgeklärt (S. 9 f.
Rz
8)
.
2.3
Im Lichte des
unter E. 1.4
dargelegten
Grunds
atzes «Eingliederung vor Rente»,
durfte
die Beschwerdegegnerin
über den Rentenanspruch angesichts der offen
sichtlich noch nicht als ausgeschöpft betrachteten beruflichen Eingliederungs
massnahmen gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (Urteil des Bun
desgerichts 9C_534/2018 vom 1
5.
Februar 2019 E. 2.1 mit Hinweisen) dann ent
scheiden, wenn ein rentenbegründender Invaliditätsgrad bereits vor der Einglie
derung verneint werden kann.
Zwischen den Parteien steht denn auch im Streit und es ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch de
r
Beschwerdeführer
in
vom
1.
März 2013
an (
frühest
möglicher Rentenbeginn gemäss
Art.
29
Abs.
1 und 2 IVG nach der Anmeldung zum Leistungsbezug vom
1
9.
September 2012, Urk. 11/2)
bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids vom
7.
September 2020 (Urk.
2), wel
cher rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfung
s
befugnis bildet (BGE 132 V 215
E. 3.1.1 mit Hinweisen), zu Recht verneint hat.
3.
3.1
Dem Rückweisungsurteil vom
1
2.
Juni 2018
(
Urk.
11/120)
lagen folgende Arzt
berichte zugrunde (vgl. E. 3 des genannten Urteils):
Dr. med.
A._
, Facharzt für
Kin
der- und Jugendpsychiatrie und -p
sychotherapie
, führte mit Bericht vom 14. November 2012 (Urk. 11/9) aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit September 2012 (Ziff. 1.2), und nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1) eine rezidivierende depressive Störung, mittelgradig (ICD-10 F33.1), und eine Bulimie (ICD-10 F50.2). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Angestellte Verkauf sei die Beschwerde
führerin mindestens vom 5. September bis mindestens 15. Dezember 2012 arbeitsunfähig (Ziff. 1.6). Zurzeit sei die Beschwerdeführerin nicht arbeitsfähig (Ziff. 1.7).
3.2
Mit Schreiben vom 10. Juli 2013 (Urk. 11/18) führte Dr. med.
B._
, praktische Ärztin, aus, sie bestätige, dass bereits 2008 und 2011 eine medikamen
töse antidepressive Therapie über jeweils einige Monate notwendig gewesen sei.
3.3
Vom 19. August bis 17. November 2013 wurde ein Belastbarkeitstraining bei der
Arbeitsorganisation
C._
durchgeführt. Im Schlussbericht vom 11. November 2013 (Urk. 11/27) wurde festgehalten, die Steigerung der Arbeits
stunden sei gut möglich gewesen. Es werde im weiteren Verlauf vorgeschlagen, diese Steigerung, sowie auch die Förderung der Stabilität und Leistungsfähigkeit im Rahmen eines Aufbautrainings beizubehalten (S. 4).
3.4
Vom 18. November 2013 bis 28. Januar 2014 absolvierte die Beschwerdeführerin ein Aufbautraining. Im Schlussbericht vom 19. Februar 2014 (Urk. 11/37) wurde festgehalten, als Folge diverser Krankheitsabsenzen habe die Arbeitsintegration unterbrochen werden müssen. Die Beschwerdeführerin habe während der Mass
nahme einiges erreicht, so sei es ihr gelungen, eine eigene Wohnung zu finden. Die Unterstützung in ihrer Situation scheine ihr gut zu tun, sie habe einen ersten Schritt auf dem Weg in Richtung Arbeitsmarkt erreicht (S. 3 Ziff. 4). Bei gesund
heitlicher Stabilität könne die berufliche Integration wieder aufgenommen wer
den (S. 3 Ziff. 5).
3.5
Dr. med.
D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für
Infektiologie
, führte mit Bericht vom 12. März 2014 (Urk. 11/38) aus, sie habe die Beschwerdeführerin von Juli 2013 bis Februar 2014 behandelt (Ziff. 1.2), und nannte als Diagnosen
ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
Hypothy
reose
bei Hashimoto
Thyreoiditis
und eine Adipositas (Ziff. 1.1). Aufgrund der
Hypothyreose
bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit (Ziff. 1.7). An sich sei die Prognose gut bei konstanter Einnahme von Schilddrüsenhormonen (Ziff. 1.4).
3.6
Dr.
A._
nannte mit Bericht vom 21. Juli 2014 (Urk. 11/42/1-3)
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1) eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig
mittelgradig
e Episode
(ICD-10 F33.1)
,
und als Differential
diagnose (DD) eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2). Er führte aus, aktuell sei die Beschwerdeführerin nicht arbeitsfähig. Die psychische Situation erlaube aktuell keine geregelte Arbeitstätigkeit (S. 1). Der Gesundheitsschaden könne durch medizinische Massnahmen verbessert werden. Es werde auf eine halbstati
onäre/tagesklinische Behandlung gedrängt, zu der die Versicherte angemeldet sei (S. 2), die sie in der Folge jedoch nicht absolvierte (
Urk.
11/44).
3.7
Dr. med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und prak
tischer Arzt, Praxis
F._
, führte mit Bericht vom 16. April 2015 (Urk. 11/51) aus, die Beschwerdeführerin werde seit Dezem
ber 2014 von ihm behandelt (S. 1), und nannte folgende Diagnosen (Ziff. 4):
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen, unsicheren und abhängigen Zügen (ICD-10 F61)
-
aktenanamnestisch Bulimie (ICD-10 F50.2)
-
rezidivierende depressive Störung, aktuell leichte depressive Episode
(ICD-10 F33.0), aktenanamnestisch mittelgradige depressive Episode im 2012
-
Hypothyreose, substituiert
Es bestünden
krankheitsbedingte
Schwierigkeiten bei der eigenen Ressourcen
-
verwaltung, unter anderem bedingt durch unzureichende soziale Kompetenzen mit der Tendenz zum Überengagement, Übernahme von mehr und me
hr Aufga
ben, Konfliktvermeidung, mangelnder Abgrenzungsfähigkeit und Überanpassung
. Aufgrund der zugrundeliegenden Emotionsregulationsstörung sei von einer leicht- bis mittelgradig eingeschränkten Belastbarkeit auszugehen, welche sich angesichts der persönlichkeitsimmanenten hohen Leistungsansprüche und aus
geprägten Selbstwertproblematik sehr ungünstig auswirke und mittelfristig zu Überforderung führe.
Es sei davon auszugehen, dass die angestammte Tätigkeit als Verkäuferin aufgrund der Notwendigkeit der regelmässigen Kundenkontakte eher ungünstig sei. Eher g
eeignet erschienen Anstellungen mit gut strukturiertem Aufgabenbereich, ohne Personalverantwortung
,
ohne Schichtdienst, mit regel
mässigen Pausenmöglichkeiten, beispielsweise im Bürobereich. Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt würde zu Beginn eine engmaschige Betreuung durch einen qualifizierten Arbeitscoach sein,
vor allem hinsichtlich der Arbeitszeiteinteilung und Arbeitsorganisation. Grundsätz
lich werde davon ausgegangen, dass nach einer Einarbeitungsphase mit reduzier
ter Leistungsfähigkeit
nach
zirka sechs Monaten eine Arbeitsfähigkeit um 50-60
%
in einer adaptierten Tätigkeit in der freien Wirtschaft durchaus erreichbar w
ä
re
(S. 5)
.
3.8
Dr. med.
G._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
und prakti
scher Arzt, führte mit Bericht vom 27. April 2016 (Urk. 11/61) aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit Oktober 2015, und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
Adipositas Grad II
-
Depression
-
Verdacht auf Agoraphobie (ICD-10 F40)
Für die Adipositas sei die Prognose gut. Nach der Magenbypass-Operation (im Januar 2016; vgl.
Urk.
11/63/1) habe bisher eine gute Gewichtsabnahme stattge
funden (BMI: 33; Ziff. 1.4). Offensichtlich bestünden keine Einschränkungen für die bisherige Tätigkeit, für Details sei der Psychiater/Psychologe zu kontaktieren
(Ziff. 1.7). Ab ungefähr Sommer 2016 könne mit der Wiederaufnahme der beruf
lichen Tätigkeit im Umfang von 50
bis
100 % gerechnet werden (Ziff. 1.9).
3.9
Die Fachpersonen der Praxis
F._
nannten mit Bericht vom 15. Juli 2016 (Urk. 11/63) folgende Diagnosen (S. 1 Ziff. 1.1):
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen und abhän
gigen Zügen (ICD-10 F61)
-
rezidivierende depressive Störung, aktuell leichte depressive Episode
(ICD-10 F33.0), aktenanamnestisch mittelgradige depressive Episode im 2012
-
aktenanamnestisch Bulimie (ICD-10 F50.2)
-
Hypothyreose
-
Status nach Magenbypass-Operation am 24. Januar 2016 (Ziel Gewichts-reduktion)
Die Fachleute erachteten als g
eeignet
Anstellungen mit gut strukturiertem Auf
gabenbere
ich, ohne Personalverantwortung,
ohne Schichtdienst, mit regelmässi
gen Pausenmöglichkeiten, beispielsweise im Büro
bereich. Voraussetzung für eine erfol
greiche Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt
würde
zu Beginn eine eng
maschige Betreuung durch einen qualifizierten Arbeitscoach
sein
, vor allem hin
sichtlich der
Arbeitszeiteinteilung und Arbeitsorganisation. Grundsätzlich
werde davon ausgegangen,
dass nach einer Einarbeitungsphase mit red
uzierter Leis
tungsfähigkeit nach zirka
sechs Monaten eine Arbeitsfähigkeit um 50-60
%
in einer adaptierten Tätigkeit in der freien Wirtschaft durchaus erreichbar
sein würde
.
Die Beschwerdeführerin zeige
sich verstärkt motiviert für den beruflichen Wiedereinstieg
(S. 3 Ziff. 1.7/1.8)
.
3.10
Die Gutachter der
Medas
H._
erstatteten am 6. April 2017
ein Gutach
ten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (Urk. 11/84/1-21). Sie stützten sich
auf die ihnen
überlassenen Akten (S.
2 ff.), die Angaben der Versicherten
(S.
10 ff
.), die
von ihnen erhobenen Befunde (S.
1
5 f.), eine
rheumatologische (S. 17; Urk. 11/84/51-58) und psychiatrische
(S. 17; Urk. 11/84/26-42)
Untersuchung
sowie eine Intelligenzabklärung (Urk. 11/84/45-48). Sie nannten
folgende Diag
nosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit (S.
19 Ziff. 4.1
):
-
leichte intellektuelle Beeinträchtigung (ICD-10 F70), bei
-
errechnetem Gesamt-IQ von 69
-
leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert
,
nannten sie
folgende, hier gekürzt aufgeführten Diagnosen (S. 19 Ziff. 4.2):
-
Adipositas «
simplex
» (165 cm/82 kg, Body Mass Index 30.1)
-
thorakolumbales
Schmerzsyndrom, rechtsbetont
-
primäre Autoimmunhypothyreose vom Typ Hashimoto, Erstdiagnose August 2009
Für die zuletzt (Mai
2015) im Angestelltenverhältnis ausgeübte
Tätigkeit als Klei
derver
käuferin
werde
die Arbeitsfähigkeit auf 0
%
der Norm
geschätzt
, wobei einzig die psychiatrischen Gründe limitierend wirk
t
en
(S. 20 Ziff. 5.1)
. Für ang
e
passte Verweistätigkeiten ohne Eigenverantwortung, ohne Lerndruck und An
spruc
h auf eigenes logisches Denken, ohne Zeitdruck und ohne mathematische Inhalte respektive Anforderungen
betrage
die Arbeitsfähigkeit 50
% der Norm bei 100%iger Anwesenheit, wobei erneut die psychiatrischen Befunde die Grenzen setz
t
en (es hand
le
sich hierbei um eine grobe Schätzung, zur korrekteren Beur
teilung
würde
eine objektive Messung an eine
m konkreten Arbeitsplatz nötig sein; S. 20 Ziff. 5.2).
Als mögliche be
rufliche Massnahmen
erwähnten die Gutachter die
Mithilfe bei der Suche nach einer adaptierten Stelle
b
ei Motivation der Versicherten
(S. 20 Ziff. 5.3). Zum Beginn der reduzierten Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest,
psychiatrischerseits
vermutlich seit Beginn der Ausbildung 2004 (S. 20 Ziff. 5.4).
Der psychiatrische Gutachter führte im Teilgutachten (Urk.
11/84/26-42)
aus, d
ie
Berichte zusammenfassend könne festgehalten werden, dass sicher eine depres
si
v
e Episode festzustell
en sei
. Eine rezidivierende Depression
sei
möglich, erschei
n
e
jedoch nicht ausreichend belegt, da Hinweise auf längere
Rezidivphasen
fehl
t
en. Es
könne
sein
,
dass 2012 eine mittelgradige Episode vorgelegen ha
be
, ab Frühjahr 2015
werde
nur noch eine leichte Episode schlüssig begründet angegeben. Eine Bulimie
sei
rückblickend nachvollziehbar, aber bereits ab 2014 nicht mehr als aktiv genannt. Eine Persönlichkeitsstörung erschein
e
möglich,
sei
jedoch nicht ausreichend anhand d
er von den Diagnosesystemen ICD-
10 oder DSM IV/5 begründet worden. Es sei nochmals auf die auffälligen Verhaltensmuster der Explorandi
n
hingewiesen, die von sozialer Inkompetenz, Unsicherheit und Nei
gung zur Überforderung zeug
t
en. Im Rahmen der aktuellen Untersuchung
sei
weiterhin eine leichte depressive Episode bei der Explorandin festzustellen. Auf
grund fehlender Hinweise auf relevante Remissionsphasen entscheide
er sich
für die ni
cht rezidivierende Variante ICD-10 F
32.
0.
Diese Diagnose
habe
für sich noch einen kleinen Miteinfluss auf die Arbeitsfähigkeit, steh
e
dabei jedoch nicht im Vordergrund. Die Bulimie
sei
weiterhin als remittiert zu betrachten.
Folg
e man dem Interv
iew der Explorandin zum SKJD II
,
dann lieg
e
der Verdacht auf mehrere Persönlichkeitsstörungen nahe. Es
würde
dann aber tatsächlich eher von einer kombinierten Persönlichkeitsstörung auszuge
h
en
sein
.
Die Messung des IQ der
Explorandin durch
lic
. phil.
I._
ergebe einen IQ-Wert von 69.
Damit
seien
die Kriterien gesamthaft für die intellektuelle Beeinträchtigung nach DSM 5 aber auch für die leicht
e Intelligenzminderung nach ICD-
10 erfüllt.
Diese Diagnose sei hauptsächlich die Arbeits- und Leistungsfähigkeit einschrän
kend.
Warum diese Diagnose bisher nicht gestellt worden
sei
, erschliess
e
sich nicht aus den vorliegenden Unterlagen.
Dr.
E._
könnte bereits in diese Rich
tung gedacht haben, da er eine ADHS-Abklärung durchgeführt ha
be
. Aber spä
testens hier
wäre
eine IQ-Testung sinnvoll gewesen
(S. 15).
Da die Persönlich
keitsauffälligkeiten fast gänzlich der intellektuellen Beeinträchtigung zuzuordnen
seien
,
werde
keine Diagnose einer Persönlichkeitsstörung
gestellt
,
es würden aber
akzentuierte Persönlichkeitszüge an
geführt
, die jedoch keinen direkten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit h
ätten
(S. 16).
Zur Prognose sei festzuhalten, dass eine Verbesserung des IQ unwahrscheinlich sei, was dennoch gewisse beschränkte Förderungsmöglichkeiten nicht aus
schliesse (
S. 16)
.
Bei 100%iger Anwesenheit bestehe eine 50%ige Leistungsfähigkeit, sofern garan
tiert sei, dass die Beschwerdeführerin Aufgaben nachgehen könne, die sie nicht eigenverantwortlich erledigen müsse, die kein aufbauendes Lernen und logisches Denken beinhalteten, sondern reine Routineinhalte. Auch müsse es möglich sein, die aufgetragene Arbeit in unterdurchschnittlichem Arbeitstempo erledigen zu können. Aufgaben mit mathematischen Inhalten/Anforderungen sollten völlig vermieden werden. Die Vorstellung der Beschwerdeführerin für eine Arbeit als Rezeptionistin oder Telefonistin entspreche diesen Vorgaben recht gut, sofern es sich nicht um ein Hotel oder eine Zentrale handl
e
, bei der unter Zeitdruck und ohne längere Pausen mehrere Aufgaben gleichzeitig gelöst werden müssten (S. 17 Ziff. 5.2).
Über die Intelligenzabklärung (Urk. 11/84/45-48) wurde zusammenfassend be
richtet, die Beschwerdeführerin weise
grosse intellektuelle Grenzen auf, welche ih
re schulischen und Ausbildungs-
Probleme durchaus erklär
t
en. Insbesondere in den wah
rn
ehmungsgebundenen-logischen (mathematischen) Bereichen zeig
e
sie eindeutige Schwächen
. Innerhalb ihres Profils liege ihre Stärke in der Verarbei
tungsgeschwindigkeit. Daher seien Aufgaben, die kein aufbauendes Lernen und logisches Denken voraussetzten, sondern Routinearbeiten, bei der sie mittels Arbeit auf Tempo kompensieren könne, empfehlenswert. Jedoch sei zu beachten, dass auch das Arbeitstempo ausserhalb des Durchschnittsbereiches liege (S. 3 f.).
Der rheumatologische Gutachter führte im Teilgutachten (Urk. 11/84/51-58) aus, a
nlässlich der eingehenden Befragung
im
Rahmen
der
Untersuchung
habe
die
Versicherte ihre Beschwerden seitens des Beweg
ungsapparates nur unklar und ungenau schil
dern
können
und es
sei
nicht zum Ausdruck
gekommen,
wie sich diese Beschwerden im Alltag
verhielten
und wie sie sich behindernd auswirk
t
en. In der kl
in
ischen Unt
ersuc
hung
habe
die ad
ipöse Versicherte eine Haltungs-in
suffizienz mit musk
ulärer
Dysbalance
und
Dekonditionierung
gezeigt, eine lumbal ak
zentuierte Lordose sowie eine Irritation über der mittleren/unteren Brustwirbelsäule und im Bereich des Ligamentum
iliolumbale
rechts. Die Funk
tion des gesamten Achsenorgans wie auch der peripheren Gelenke
sei
altersent
sprechend normal vorgefunden
worden
. Es
hätten
sich keine Verdachtsmomente h
in
sichtlich
einer
radikulären
Reiz- und/oder sensomotorischen Ausfallsympto
matik wie auch nicht für eine
Segmentinstabilität gefunden
. Aufgrund der
Anam
nese, des klinischen Befundes und der Bil
dgebung erschein
e
eine Erkrankung
aus
dem entzündlich-rheumatischen Formenkreis ausgeschlossen. Insgesamt
seien die angegebenen Beschwerden am
Bewegungsapparat gering, es
seien
kaum Be
hinderungen
angegeben
worden
und die Befunde
seien bezüglich Funktion von Wir
belsäule und Stamm altersentsprechend unauffällig
(S. 6 f.)
.
3.11
Med.
pract
.
J._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte mit Stellungnahme vom 11. April 2017 (Urk. 11/85/7-8) aus, das Gutachten sei nachvollziehbar und plausibel in seinen Schlussfolgerungen, weshalb darauf abgestellt werden könne (S. 7). Aus arbeitsmedizinischer Sicht erscheine das Prüfen von beruflichen Massnahmen sinnvoll. Die im Gutachten genannten Diagnosen schränkten die Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bei der Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt ein (S. 8).
3.12
Dr.
E._
führte mit Stellungnahme vom 4. Juli 2017 (Urk. 11/100) aus, das psychiatrische Teil
gutachten im Rahmen der
M
edas
-Begutachtung
sei
fachlich mangelhaft in Bezug auf die diagnostische Zuordnung. Die nicht vorgenommene
Beschwerdevalidierung beziehungsweise unzureichende Konsistenzprüfung spre
che
allerdings alleine für die fachlichen Mängel im Gutachten und nicht für die fehlenden krankheitsbedingten Einschränkungen bei der
Beschwerdeführerin
.
Bei den zumindest in Frage kommenden neuropsychologischen Beeinträchtigungen
würde
eine umfassende und valide Abklärung unabdingbar
sein
. Der psychiatri
sche Gutachter bestätig
e
durchaus mittelgradige anhaltende Einschränkungen in verschiedensten Lebensbereichen (insbesondere bei sozialen Interaktionen, Bezie
hungen, Unreife etc.), was durchaus der Beurteilung der Behandler
entspreche
. Auch w
ü
rden in der vom Gutachter durchgeführten SKID-
II
Untersuchung auf
fällige Werte bei verschiedenen Persönlichkeitsdimensionen, durchaus vereinbar mit einer manifesten Persönlichkeitsstörung, erreicht. Es
sei
insgesamt unklar,
warum die Diagnose der Persönlichkeitsstörung nicht gestellt
werde
, obwohl die Kriterien nach ICD
-
10 klar erfüllt
gewesen seien (S. 5 Ziff. 4)
.
Inwieweit bei der Beschwerdeführerin kognitive Einschränkungen (am ehesten Teilleistungsschwächen)
bestünden
, sollte noch im Rahmen einer lege
artis
durch
geführten neuropsychologischen Testung abgeklärt werden. Unter Berücksichti
gung des gesamten Lebenslaufs der
Beschwerdeführerin werde
vom Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung
ausgegangen, welche zu mindestens mittel
schweren Einschränkungen der funktionellen Leistungsfähigkeit führ
e
. Die ungünstigen psychosozialen Auswirkungen
seien
hier sekundär und als Folge der Persönlich
keitsstörung zu sehen.
Im Sinne der umfassenden Abklärungspflicht der Invali
denversicherung werde darum gebeten, die Beschwerdeführerin erneut psychiat
risch/neuropsychologisch abzuklären (S. 8).
3.13
Am 6. September 2017 nahm der
Medas
-Gutachter
pract
. med.
K._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, Stellung zu derjenigen von Dr.
E._
vom 4. Juli 2017 (Urk. 11/107/2-4) und führte im Wesentlichen aus, dass unklar bleibe, was Dr.
E._
von einer neuropsychologischen Testung erwarte. Je nach Auftrag würden in einer solchen Testung diverse Leistungsfä
higkeiten der Explorandinnen geprüft. Die Intelligenz könne dabei ein Teil sein. Aber diese sei damals untersucht worden mit einem aktuell anerkannten IQ-Test (S. 3). Ein IQ-Wert, der erst im Erwachsenenalter lege
artis
festgestellt worden sei, habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits im Kindesalter vorgelegen; mit leichten Schwankungen. Dass eine intellektuelle Beeinträchtigung bei der Beschwerdeführerin nie diskutiert und als Diagnose angeführt worden sei, mache das Ergebnis nicht weniger aussagekräftig (S. 4).
3.14
Med.
pract
.
J._
, RAD, führte mit Stellungnahme vom 16. Oktober 2017 (Urk. 11/111/3) aus, bei der Stellungnahme von Dr.
E._
handle es sich letzt
lich um eine andere Einschätzung/Beurteilung eines im Wesentlichen unverän
derten medizinischen Sachverhalts. Eine eigene Einschätzung der Arbeitsfähig
keit/funktionellen Leistungsfähigkeit durch Dr.
E._
erfolge in seinem Berich
t nicht.
3.15
Am 2. November 2017 nahm Dr.
E._
erneut Stellung (Urk. 11/109).
3.16
Zu dieser medizinischen Aktenlage hielt
das hiesige Gericht mit Urteil vom 12. Juni 2018 im Verfahren
IV.2018.00036 in E. 4.1
fest (Urk.
11/120
):
«
Das
Medas
-Gutachten (vorstehend E. 3.10) beruht auf allseitigen Untersuchun
gen. Die geklagten Beschwerden wurden umfassend abgeklärt; die Akten fanden Berücksichtigung und die Schlussfolgerungen der Experten wurden schlüssig begründet. Insbesondere begründete der psychiatrische Gutachter die genannten
Diagnosen ausführlich und legte sorgfältig dar, weshalb er abweichend zum behandelnden Psychiater
Dr.
E._
keine P
ersönlichkeitsstörung diagnosti
ziere. Die Anforderungen an den Beweiswert einer medizinischen Expertise (vgl. vorstehend E. 1.3) sind erfüllt. Zudem wurde
mit der
Medas
-Begutachtung erst
mals eine Gesamterhebung und -beurteilung sämtlicher Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin vorgenommen, was den Beweiswert des Gutachtens deutlich erhöht. Aus diesen Gründen kann grundsätzlich auf das Gutachten abgestellt wer
den. Dies empfahl auch RAD-Arzt med.
pract
.
J._
(vorstehend E. 3.11). Die Beschwerdegegnerin stellte hingegen nicht auf das Gutachten ab, sondern ging davon aus, dass keine gesundheitliche Einschränkung vorliege, die von der Inva
lidenversicherung versichert sei (vgl. vorstehend E. 2.1
).
»
In E. 4.8 des Urteils wurde Folgendes festgehalten:
«
Zusammenfassend steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist und in einer angepassten Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit besteht. Zum Beginn der reduzierten Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, dass diese
psy
chiatrischerseits
vermutlich seit Beginn der Ausbildung im Jahr 200
4 bestehe (vorstehend E. 3.10
).»
Schliesslich wurde in E. 5 des Urteils Folgendes ausgeführt:
«
Die Beschwerdegegnerin hat, da sie einen inva
lidenversicherungsrelevanten Ge
sundheitsschaden verneinte, keine Invaliditätsbemessung vorgenommen. Nachdem nun jedoch feststeht, dass ein solcher besteht, die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist und in einer angepass
ten Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit besteht
(vorstehend E. 4.8), hat die Be
schwerdegegnerin die Invaliditätsbemessung nachzuholen.
Bei der Bemessung des Valideneinkommens wird sich die Frage stellen, ob die Beschwerdeführerin als Frühinvalide gemäss Art. 26 Abs. 1 IVV zu qualifizieren sei, wobei bereits an dieser Stelle darauf hinzuweisen ist, dass gemäss
Rz
3035 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversiche
rung (KSIH, Stand 1. Januar 2018) darunter auch Versicherte fallen können, wel
che zwar eine Berufsausbildung abschliessen konnten, zu Beginn der Aus
bildung jedoch bereits invalid gewesen sind und mit dieser Ausbildung nicht dieselben Verdienstmöglichkeiten realisieren können wie eine nichtbehinderte Person mit derselben Ausbildung.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit
sie – in Nachachtung des Grundsatzes Eingliederung vor Rente allenfalls nach
Durchführung beruflicher Eingliederungsmassnahmen - über den Rentenan
spruch neu verfüge.
Was die beruflichen Eingliederungsmassnahmen anbelangt, ist darauf hinzuwei
sen, dass nebst den
Medas
-Gutachtern auch der behandelnde Psychiater Dr.
E._
sowie der RAD-Arzt med.
pract
.
J._
die Prüfung von berufli
chen Massnahmen als sinnvoll erachtet haben (vorstehend E. 3.9, E. 3.10, E. 3.11). Die Beschwerdegegnerin ist deshalb gehalten, berufliche Eingliederungs
massnahmen eingehend zu prüfen und gegebenenfalls
durchzuführen.
»
4.
4.1
Seither präsentierte sich die relevante Aktenlage wie folgt:
Die Fachpersonen der Praxis für Psychiatrie und Psychotherapie
F._
nannte
n
mit Bericht
en
vom 2.
Oktober 2018 (Urk. 11/126)
und
6.
November 2018 (Urk. 11/128)
zusätzlich zu den
in ihrem Bericht vom 1
5.
Juli 2016 (vgl. vorste
hend E. 3.9) erwähnten
Diagnosen eine vestibuläre Migräne seit 2016 laut Dr.
L._
(
Zentrum
M._
; Ziff. 2.5).
Es wurde ausgeführt,
es sei davon auszugehen, dass die angestammte Tätigkeit als Verkäuferin aufgrund der kör
perlichen Belastung aktuell nicht möglich sei. In einer näher umschriebenen Tätigkeit sei im Falle einer Verbesserung der körperlichen Symptomatik im besten Fall davon auszugehen, dass nach der erfolgreichen Absolvierung einer Einarbei
tungsphase mit reduzierter Leistungsfähigkeit in zirka sechs Monaten eine Arbeitsfähigkeit um 50 % in der freien Wirtschaft durchaus erreichbar sein würde (Ziff. 2.7).
Die seit Januar 2016 andauernde Instabilität infolge körperlicher Beschwerden beeinflusse auch die psychische Genesung und den Therapieverlauf. Sofern sich der körperliche Zustand stabilisiere und die Therapie hochfrequent weitergeführt werden könne, würde mit einer weiteren Verbesserung des Zustan
des gerechnet werden können (Ziff. 4.3).
Aktuell stünden die körperliche Symp
tomatik (Schwindel, Migräne, körperliche Schwäche) sowie die psychischen Fak
toren (Antriebslosigkeit, Mühe mit eigenen Grenzen, Tendenz zur Selbstüberfor
derung) einer Eingliederung im Weg. Sofern sich die somatische Symptomatik stabilisieren lasse, und die Beschwerdeführerin körperlich wieder zu Kräften komme, würde eine Teil-Eingliederung möglich sein (Ziff. 4.4).
4.2
Vom
7.
Januar bis
7.
April 2019 wurde ein Belastbarkeitstraining bei der
Arbeitsintegration
C._
durchge
führt. Im Schlussbericht vom 9.
April 2019
(Urk. 11/140)
wurde
zusammenfassend zum Gesamtverlauf
festgehalten,
die Beschwerdeführerin habe ihre Anwesenheitszeit im Werkatelier im Laufe der Massnahme von zwei Stunden pro Tag à
fünf
Tage die Woche auf vier Stunden
pro Tag à
fünf
Tage die Woche gesteigert. Ende März habe die Beschwerdeführe
rin mitgeteilt, das Aufbautraining an
vier
anstatt an
fünf
Tagen pro Woche à
vier
Stunden pro Tag durchführen zu wollen. Die Therapeutin habe erklärt, dass sich die Beschwerdeführerin chronisch überfordere. Sie könne sich am Wochenende nicht ausreichen
d
erholen. Sie neige dazu, alle Erwartungen an sie zu erfüllen und habe Mühe
,
nein zu sagen beziehungsweise ihre Bedürfnisse ausreichen
d
zu berücksichtigen. Ausserdem befürchte sie einen Abbruch der Massnahme. Die Therapeutin habe den Wunsch nach einer Reduzierung der Anwesenheitszeit unterstützt und die IV-Beraterin habe eingewilligt
,
die Anwesenheitszeit an einem der fünf Arbeitstage zu reduzieren. Es sei ein
sechsmonatiges
Aufbautraining ver
einbart worden (Ziff. 10).
Die Leistungsfähigkeit bezogen auf den ersten Arbeits
markt betrage aktuell 30 % (Ziff. 8).
4.3
Vom 8. April bis 6.
Oktober 2019
absolvierte die Beschwerdeführerin ein Aufbau
training. Im Abschlussbericht vom 14. Oktober 2019 (Urk. 11/148)
wurde zusam
menfassend zum Gesamtverlauf ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe mit dem Aufbautraining im Bürozentrum der Stiftung
C._
mit einer Anwesenheit von 20 Stunden pro Woche gestartet. Aufgrund von Darmproble
men habe sie gewünscht, die
Arbeitsintegrationsmassnahmen an vier Tagen pro Woche absolvieren zu können.
I
m Laufe der Massnahme habe die Beschwerde
führerin stets unter Schwindel und den Folgen des Magenbypasses gelitten. Sie habe über Schwindel- und M
igräneanfälle, Übelkeit, Verstopfung, Appetitlosig
keit und Nahrungsmittelunverträglichkeit
geklagt
. Folglich habe sie sich ver
schiedenen medizinischen Abklärungen und Therapien zur Behandlung des Schwindels und der Magen-Darm-Beschwerden unterzogen, unter anderem seien in der Schwindelklinik im Universitätsspital
N
._
Abklärungen vorgenommen worden. Die behandelnde Therapeutin habe erklärt, die Schwindelanfälle würden unter anderem durch psychologische Aspekte ausgelöst werden. Aufgrund eines vergrösserten Übergangs der Speiseröhre zum Magen habe sie sich einer Behand
lung unterziehen müssen. Während dem sechsmonatigen Aufbautraining habe die Beschwerdeführerin insgesamt 14 Krankheitstage aufgewiesen. Weiter habe sie aufgrund von Beschwerden mehrmals den Arbeitsplatz frühzeitig verlassen
. Dies habe
dazu geführt
, dass sie die ers
te Stundensteigerung erst im 5.
Monat der Massnahme habe vornehmen können und sie bis Ende des Aufbautrainings die Ziele in Bezug auf die Präsenz nicht habe erfüllen können. Trotz mehreren Abklärungen und Therapieversuchen hätten weder die Schwindel- noch die Magen-Darm-Beschwerden reduziert werden können. Weite
r habe sie in Hinsicht auf die Weiterführung der Arbeitsintegrationsmassnahme im
ersten
Arbeitsmarkt wenig Selbstvertrauen gezeigt. Sie habe befürc
h
tet, den Anspr
ü
chen des
ersten
Arbeitsmarktes auf
g
rund ihrer schlechten gesundheitlichen Verfassung nicht gerecht werden zu können. Deshalb habe sie sich eine Verlän
g
erung der Mass
nahme mit einem langsamen Übergang in den
ersten
Arbeitsmarkt gewünscht. An einem Standortgespräch sei entschieden worden
,
die Arbeitsintegrationsmass
nahme mit ei
ner
sechsmonatigen
berufsprakt
i
s
chen Vorbereitung weiterzuführen
. Da
angesichts der
gesundheitliche
n
Verfassung in naher Zukunft keine Besserung zu erwarten sei, werde die Stabilisierung der aktuellen Anwesenheit von 20 bis 25 Stunden pro Woche (nicht Stundensteigerung) sowie die Reduktion der Fehl
tage als Ziel formuliert
(Ziff. 10)
.
Die Mindestanforderung an die Arbeitsfähigkeit sei nicht erreicht worden, da eine Stundensteigerung nicht habe erreicht werden können und eine zu geringe Belastbarkeit aufgrund körperlicher Beschwerden bestehe. Eine Integration im ersten Arbeitsmarkt sei nicht möglich, da die Belastbarkeit und Arbeitsfähigkeit aufgrund des Schwindels und de
r
Magen-Darm-Beschwerden gering seien. Zudem verfüge die Beschwerdeführerin über eine geringe Selbstsicherheit, indem sie sich den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt nicht zumute. Es würden admi
nistrative Tätigkeiten mit einer Präsenz von 50 % empfohlen. Die Leistungsfähig
keit bezogen auf den ersten Arbeitsmarkt betrage 30 % (S. 2 f. Ziff. 8).
4.4
Vom 7.
Oktober
2019
bis 6.
April 2020 absolvierte die Beschwerdeführerin eine berufspraktische Vorbereitung.
Im Abschlussbericht vom 7. April 2020 (Urk. 11/151)
wurde z
usammenfassend zum Gesamtverlauf ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe die berufspraktische Vorbereitung im Bürozentrum der Stiftung
C._
mit einer Anwesenheit von 24 Stunden pro Woche gestartet. Parallel sei die aktive Suche nach einem Einsatzplatz im ersten Arbeits
markt aufgenommen worden. Nach einem Vorstellungsgespräch sowie einem Schnuppereinsatz habe die Beschwerdeführerin per
3.
Dezember 2019 mit einem Startpensum von 8 Stunden pro Woche (2
Halbtage
) bei
Z._
gestartet, mit dem Ziel, bis Ende der berufspraktischen Vorbereitung auf 20 Stunden pro Woche zu steigern. Im Laufe der Massnahme habe die Beschwer
deführerin berichtet, dass sie sich sehr wohl fühle bei
Z._
. Die Arbeit sei etwas anspruchsvoll
,
aber zu bewältigen. Sie fühle sich nach wie vor erschöpft und müde. Der Arbeitgeber habe die Rückmeldung gegeben, dass die Beschwerdefüh
rerin über eine gute Auffassungsgabe verfüge und sie ihre Arbeit in guter Qualität erledige. Sie sei eine geschätzte Kollegin und habe bei
Z._
die Aussicht auf eine Festanstellung. Zur
Behandlung des Schwindels habe sie regelmässig die Schwin
delklinik am
N
._
besucht
.
Ende Februar habe die Beschwerdeführerin mitgeteilt, dass sie ein Kind erwarte. Sie
habe aufgrund von Magen-Darm-Beschwerden den Arzt aufgesucht und erfahren, dass sie bereits im siebten Schwangerschaftsmonat sei.
Sie habe die Schwangerschaft bis dahin nicht bemerkt. Nach Rücksprache mit der zuständigen IV-Eingliederungsberaterin sei vereinbart worden, dass die Arbeitsintegrationsmassnahme nach Beendigung der berufspraktischen Vorberei
tung nicht weitergeführt werde. Sie könne sich bei Bedarf nach dem Mutter
schaftsurlaub erneut bei der
Beschwerdegegnerin
anmelden
(Ziff.
9
).
Eine Integration im ersten Arbeitsmarkt sei
aktuell
nicht möglich. Die Beschwer
deführerin leide an Schwindel und seit einer Magenbypass-Operation an Magen-Darm-Beschwerden. Zudem seien sie von der Beschwerdeführerin im Februar informiert worden, dass sie im
7.
Monat schwanger sei. Aufgrund der Schwan
gerschaft könne die Arbeitsintegrationsmassnahme nach Beendigung der berufs
praktischen Vorbereitung nicht weitergeführt werden
(S. 1 f.
Ziff.
6)
.
Sie könne aber nach dem Mutterschaftsurlaub fortgesetzt werden.
Es w
erde
eine Bürotätig
keit oder leichte Betreuungsaufgaben, zum Beispiel Essen servieren, Begleitung von Spaziergängen, Freizeitgestaltung in Betreuungsinstitutionen, empfohlen, dies mit einer Präsenz von 50 %.
Die Beschwerdeführerin leide seit 2016 an Schwindel und Magen-Darm-Beschwerden. Sie fühle sich mehrheitlich müde und erschöpft. Verschiedene Behandlungsmethoden und Medikationen hätten bis anhin nicht zu einer Besserung geführt. Weiter leide sie an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung. Gemäss der behandelnden Psychotherapeutin seien dies
bezüglich wenig Fortschritte zu beobachten.
(S. 2 Ziff. 6).
Zur Leistungsfähigkeit bezogen auf den ersten Arbeitsmarkt wurde Folgendes ausgeführt: Gemäss dem Vorgesetzten bei
Z._
(
1.
Arbeitsmarkt) habe die Leistungsfähigkeit während ihrer Anwesenheit zirka 60 % betragen. Es hätten laufend Fortschritte beobachtet wer
den können. Die Einarbeitung, der Schwindel, ihre sorgfältige Arbeitsweise sowie die Fürsorge für andere Mitarbeitende hätten ihre Leistungsfähigkeit beeinträch
tigt (S. 2 Mitte
Ziff.
6
).
Betreffend
notwendige Massnahmen, um die Integration in den ersten Arbeitsmarkt zu erreichen
,
wurde Folgendes ausgeführt: Weiterfüh
rung der Arbeitsintegrationsmassnahmen nach dem Mutterschaftsurlaub mit einem Arbeitsversuch im
1.
Arbeitsmarkt und mit einem Startpensum von 50 %. Zudem wurde festgehalten, die Leistungsfähigkeit, die mit diesen Massnahmen voraussichtlich zu erreichen sei, sei 80 % (S. 3
Ziff.
6
).
4.5
Der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin
hielt mit Stellungnahme vom 1
3
.
und 2
6.
Mai 2020 (Urk. 11/155
/2-3
) fest,
Rentenleistungen
seien
erst dann
auszurich
ten,
wenn keine zumut
baren Eingliederungsmassnahmen
mehr in Betracht fallen
würden
(Urteil des Bundesgerichts 9C_108/2012 vom
5.
Juni 2012 E. 2.2.1 mit Hinweisen).
Der in der Invalidenversicherung geltende Grundsatz «Eingliederung vor Rente» bewirke, dass die Rente hinter einer Eingliederungsmassnahme bezie
hungsweise dem damit verbundenen Taggeld zurücktrete (
Art.
28
Abs.
1
lit
. a
IVG). Ein Rentenanspruch könne erst nach
Beendigung
der
Eingliederungsmass
nahmen
entstehen, und zwar selbst dann, wenn diese nur einen Teilerfolg
ge
bracht
hätt
en oder
ge
scheitert
sei
en. Vor diesem Zeitpunkt sei eine Invaliden
rente, gegebenenfalls auch rückwirken
d
,
n
ur zuzusprechen, wenn die versicherte Person nicht oder noch nicht eingliederungsfähig sei (Urteil 9C_450/2019 vom 1
4.
November 2019 E. 3.3.1 mit Hinweis auf BGE 121 V 190 E. 4c, d und e S. 193 ff.). Dies sei vorliegend nicht der Fall. Die Beschwerdeführerin sei immer einglie
derungsfähig gewesen
(S. 1)
.
Sodann sei sie
überwiegend wahrscheinlich nicht als Frühinvalide zu qualifizieren
, lägen doch keine expliziten Hinweise vor, dass sie bereits zu Beginn der Ausbildung invalid gewesen sei
und mit dieser Ausbil
dung nicht dieselben Verdienstmöglichkeiten habe realisieren können wie eine gesunde Person. So seien doch die depressiven Symptome erst nach der Lehre aufgetreten. Das Valideneinkommen sei gestützt auf die Lohnstrukturerhebung zu berechnen
(S.
1.
f.).
Eine Rente könne nicht zugesprochen werden, solange Eingliederungsmassnah
men in Betracht fielen. Dies sei vorliegend der Fall. Des Weiteren seien die Ein
gliederungsmassnahmen aufgrund i
nvaliditäts
fremder Gründe vorzeitig abgebro
chen worden. Auch sei geplant, diese
wieder aufzunehmen
. Mit entsprechender Unterstützung könne die Beschwerdeführerin eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft erreichen. Es werde folglich empfohlen, den Rentenanspruch abzuweisen. Selbst wenn von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen würde, so sei je nach Festlegung der Qualifikation nach der Niederkunft ein Ren
tenanspruch fraglich. Ein rückwirkender Anspruch bestehe aufgrund der obigen Ausführungen ebenfalls nicht.
5.
5.1
Das hiesige Gericht kam im Rückweisungsurteil
vom
12. Juni 2018
zum Schluss, gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten stehe zu
sammenfassend mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin in der angestamm
ten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist und in einer angepassten Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit besteht. Zum Beginn der reduzierten Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, dass diese
psychiatrischerseits
vermutlich seit Beginn der Ausbildung im Jahr 2004 bestehe
(vorstehend E. 3.16). Die damals angefoch
tene Verfügung
vom
24. November 2017
wurde aufgehoben
und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück
ge
w
i
esen, damit sie – in Nachachtung des Grundsat
zes Eingliederung vor Rente allenfalls nach Durchführung beruflicher Eingliede
rung
smassnahmen - über den Rentenan
spruch neu verfüge.
In Nachachtung des
Rückweisungs
urteil des hiesigen Gerichts
gewährte die Beschwerdegegnerin Kos
tengutsprache für ein Belastbarkeitstraining, für ein Aufbautraining sowie für eine berufspraktische Vorbereitung.
5.2
Die Beschwerdegegnerin stellte sich auf den Standpunkt,
die
Beschwerdeführerin habe es geschafft, bis im April 2020 die Arbeit
sfähigkeit auf 50
%
zu steigern und erachtete
eine Arbeitsfähigkeit von 80 % für leichte Bürotätigkeiten
als
rea
listisch
,
womit sie rentenausschliessend eingegliedert wäre
(vorstehend E. 2.1)
. Dies findet in den Akten
so aber
keine Stütze
.
5.3
Im vom
7.
Januar bis
7.
April 2019
durchgeführten
Belastbarkeitstraining
konnte
die Beschwerdeführerin ihre Anwesenheitszeit im Werkatelier im Laufe der Mass
nahme von zwei Stunden pro Tag à fünf Tage die Woche auf vier Stunden pro Tag à fünf Tage die Woche
steigern (vgl. vorstehend E. 4.2)
.
Im anschliessenden Aufbautraining vom
8.
April bis
6.
Oktober 2019
erfüllte
die Beschwerdeführerin d
ie Mindestanforderung an die Arbeitsfähigkeit
nicht. Eine
Stundensteigerung
wurde nicht erreicht und es bestand ein
e zu geringe Belastbarkeit aufgrund kör
perlicher Beschwerden
, sodass als Ziel für die anschliessend durchgeführte berufspraktische Vorbereitung eine Stabilisierung der aktuellen Anwesenheit von 20 bis 25 Stunden pro Woche und nicht die Stundensteigerung formuliert wurde (vorstehend E. 4.3). Die berufspraktische Vorbereitung startete vielversprechend, die Beschwerdeführerin fand eine Stelle im ersten Arbeitsmarkt, bei
Z._
, wo sie am 3. Dezember
2019 mit einem Startpensum von
8
Stunden pro Woche (2
Halbtage
)
begann
und ihre Anwesenheit
bis am 2
0.
März 2020
auf 12 Stunden pro Woche (3
Halbtage
) steigern konnte und zudem weiter
hin im geschützten Rahmen 12 Stunden pro Woche arbeitete (vgl. Urk. 11/151 S. 3 Ziff. 7). Die Leistungsfähigkeit betrug gemäss
Z._
zirka 60 %
(vorstehend E. 4.4)
.
Damit hatte
es
die Beschwerdeführerin
-
entgegen den Vorbringen der Beschwerdegegnerin
– im April 2020
noch nicht geschafft,
die ihr medizinisch-theoretisch zumutbare Arbeitsfähigkeit von 50
%
im ersten Arbeitsmarkt
auch
umzusetzen, sondern war, soviel kann immerhin gesagt werden, auf einem guten Weg dorthin.
Auch
erscheint
es als
ungewiss, ob die Prognose der Beschwerdegegnerin, dass die Beschwerdeführerin die
Arbeitsfähigkeit für leichte Bürotätigkeiten
auf
80
%
werde
steigern könne
n und damit rentenausschliessend eingegliedert wäre
,
zutrifft.
Die Beschwerdegegnerin
stützte sich
diesbezüglich
offensichtlich
auf den Abschlussbericht über die berufspraktische Vorbereitung
, in welchem die
Verant
wortlichen der
Arbeitsintegration
C._
eine 80%ige Leistungsfähigkeit
als voraussichtlich erreichbar
erachteten
,
dies
aber erst nach Weiterführung der Arbeitsintegrationsmassnahmen nach dem Mutterschaftsurlaub mit einem
Arbeitsversuch im
1.
Arbeitsmarkt und mit einem Startpensum von 50 % (vor
stehend E. 4.4).
Diesbezüglich gilt es auch darauf hinzuweisen, dass es die Ärzte und nicht die Eingliederungsfachleute sind, welche die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Massgabe der objektiv fest
stellbaren Gesundheitsschädigung zu beantworten haben (Urteile des Bundesge
richts 9C_396/2014 vom 1
5.
April 2015 E. 5.4 und 9C_401/2014 vom 2
6.
November 2014 E. 4.2.2
).
Soweit die Beschwerdegegnerin, ausgehend von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit für leichte Büroarbeiten, einen rentenbegründenden Invaliditätsgrad ohne Weite
rungen verneint
hab
e
n will
,
kann ihr nach Gesagtem nicht gefolgt werden
.
5.4
Die Beschwerdegegnerin selbst betrachtete zudem die beruflichen Eingliederungs
massnahmen
offensichtlich
noch nicht als ausgeschöpft
(
Urk.
11/155/2-3,
Urk.
2). Die
Eingliederung
wurde denn auch
wegen der Schwangerschaft der Beschwerdeführerin
nicht
weiter geführt
, wobei
d
ie
Beschwerdegegnerin
diese
darauf hinwies, sich zu gegebener Zeit wieder melden zu können, um die Einglie
derung fortzuführen (
Urk.
11/152). Angesichts der positiven Prognose der Ver
antwortlichen der
Arbeitsintegration
C._
durfte sie sich von der Fortführung der Eingliederung auch Rückschlüsse auf
eine allenfalls höhere
Arbeits
- bezie
hungsweise Leistungs
fähigkeit der Beschwerdeführerin erhoffen.
Ein Rentenan
spruch besteht nun aber in der Regel so lange nicht, als von Eingliederungsmass
nahmen eine rentenbeeinflussende Änderung erwartet werden kann (KSIH
Rz
1045, Stand
1.
Januar 2021
, mit Hinweisen).
Die Beschwerdeführerin
wiederum
hatte
sich
bereits vor der Mitteilung vom 2
3.
April 2020 (
Urk.
11/152) dahinge
hend geäussert, dass sie nach einer ersten P
hase der Mutterschaft
die Eingliede
rung weiterführen wolle (vgl. das Verlaufsprotokoll der IV-Berufsberatung,
Urk.
11/153 S. 11).
Dieses Interesse bekundete sie erneut klar und unmissver
ständlich in ihrem Einwand
vom
9.
Juli 2020 (
Urk.
11/159)
auf den die Rente betreffenden Vorbescheid
und machte geltend, die Eingliederung als solche sei für die Dauer des Mutterschaftsurlaubs nur sistiert
.
Dass sie mit einem eigentli
chen Abschluss der beruflichen Massnahmen denn auch nicht einverstanden
gewesen wäre
, ergibt sich auch daraus, dass sie nach Erhalt der Mitteilung vom 2
3.
April 2020 am 2
0.
Mai 2020 um Erlass eines entsprechenden Vorbescheids
ersuchte (
Urk.
11/154).
Es kann vorliegend
offen
bleiben, ob die Beschwerdegeg
nerin dieses Gesuch als ein solches um Erlass einer beschwerdefähigen Verfügung hätte verstehen sollen. Denn nach Gesagtem ist nicht erstellt, dass
ein rentenbe
gründender Invaliditätsgrad im Verfügungszeitpunkt verneint werden konnte, weshalb die Beschwerdegegnerin über den Rentenanspruch noch nicht verfügen durfte (vgl. vorstehend E. 2.3). Anzumerken bleibt, dass die Beschwerdeführerin
zwischenzeitlich
am 2
8.
September 2020 bereits wieder um Fortsetzung der beruflichen Massnahmen per
1.
November 2020
ersuchte
(
Urk.
11/165).
Diese sind nach dem Gesagten denn auch fortzuführen.
5.5
Zudem ist Folgendes zu berücksichtigen:
Mit Urteil vom 1
2.
Juni 2018
wurde die Beschwerdegegnerin angehalten, die Invaliditätsbemessung nachzuholen
, wobei
sich hierbei bei der Bemessung des Valideneinkommens die Frage nach der Qualifikation der Beschwerdeführerin als Frühinvalide gemäss
Art.
26
Abs.
1 IVV stelle.
Eine eigentliche Invaliditätsbe
messung nahm die Beschwerdegegnerin nicht vor
, v
erneinte
aber
das Vorliegen einer Frühinvalidität
mit dem Hinweis darauf, dass die depressive Symptomatik erst nach der Ausbildung im Jahr 2008 aufgetreten sei (
Urk.
2 S. 2, vgl. auch
Urk.
11/155/2-3). Diesbezüglich ist aber festzuhalten, dass die
Medas
-Gutachter der depressiven Symptomatik in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit keine primäre Bedeutung zusprachen, sondern die leichte intellektuelle Beeinträchtigung für die
Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
als
massgebend
erachteten
, was auch das hie
sige Gericht mit Urteil vom 1
2.
Juni 2018 festhielt
(vgl.
Urk.
11/120 E. 4.4)
.
Im Übrigen
verneinte
die Beschwerdegegnerin lediglich ohne Weiterungen
das Vor
liegen expliziter Hinweise
betreffend eine bereits zu Beginn der Ausbildung der
Beschwerdeführerin
vorliegende Invalidität.
D
amit unterliess sie
betreffend eine
n
für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkt, sich
mit den diesbezüglichen, am
9.
Juli 2020 erhobenen Einwänden der
Beschwerdeführerin
(
Urk.
11/159 S. 1 f.)
sowie den
Ausführungen des hiesigen Gerichts im Urteil vom 1
2.
Juni 2018
(vgl.
Urk.
11/120 E. 4.5)
rechtsgenüglich
auseinanderzusetzen
.
Die angefochtene Ver
fügung
(
Urk.
2 S. 2)
weist denn
auch
trotz Einwänden der Beschwerdeführerin
d
en identischen Wortlaut auf wie der Vorbescheid
(
Urk.
11/158 S. 2)
.
Damit ver
letzte die Beschwerdegegnerin das rechtliche Gehör
(vgl. Urteil des Bundesge
richts I 658/04 vom 2
7.
Januar 2006 E. 4). Da auch die Vernehmlassung keine hinreichende Begründung enthält,
sondern
darin
lediglich auf die Verfahrensak
ten sowie die Ausführungen in der
angefochtenen Verfügung verw
i
esen wird
(
Urk.
10), ist d
e
r
angefochtene
Entscheid
auch aus diesem Grunde aufzuheben.
5.
6
Nach Gesagtem ist die angefochtene Verfügung aufzuheben
und
die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückz
uweisen
,
damit sie
die
berufliche
n
Eingliederungs
massnahmen
fortführ
e
.
Nach deren Abschluss wird sie nach Klärung der Status
frage und Vornahme einer Invaliditätsbemessung
, bei welcher sie sich eingehend mit der Frage nach der Qualifikation der Beschwerdeführerin als Frühinvalide auseinanderzusetzen haben wird, über einen Rentenanspruch neu zu befinden haben.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57).
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermes
sensweise auf Fr.
8
00
.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegeg
nerin aufzuerlegen.
6.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Die Vertreterin der Beschwerdefüh
rerin
liess
mit Eingabe vom 8.
März 2021 (Urk. 15) einen Gesamtaufwand von 8 Stunden geltend
machen
.
Die Positionen der Honorarnote
vom 2
6.
Juni 2018 bis und mit 2
8.
September 2020
umfassen anwaltliche Leistungen im Umfang von
1.9
Stunden, welche anlässlich des Ver
waltungsverfahrens erbracht wurden. Diese sind durch die
Prozessentschädigung für das
Beschwerdeverfahren nicht gedeckt und sind demzufolge nicht zu ent
schädigen
.
Demzufolge ist die Parteientschädigung bei Anwendung des praxis
gemässen Stundenansatzes von
Fr.
185.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
auf
Fr.
1'300.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.3
Entsprechend erweist sich das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der une
ntgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S.
2) als gegenstandslos.