Decision ID: 928f04bd-d259-43cc-8826-ccf299428802
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass die Beschwerdeführenden am 14. Dezember 2020 in der Schweiz
erstmals um Asyl nachsuchten,
dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent-
raleinheit Eurodac) am 15. Dezember 2020 ergab, dass der Beschwerde-
führer A._ am 19. November 2020 in Italien daktyloskopisch erfasst
worden war,
dass die Beschwerdeführenden im Rahmen des rechtlichen Gehörs zur
allfälligen Wegweisung nach Italien angaben, sie hätten Afghanistan vor
rund zwei Jahren verlassen und seien nach ihrer Heirat in der Türkei von
dort auf dem Seeweg nach Italien gelangt, wo man ihnen die Fingerabdrü-
cke abgenommen habe, bevor sie in die Schweiz weitergereist seien,
dass sie mit dem Hinweis auf die unmittelbar bevorstehende Geburt des
gemeinsamen Kindes und der in der Schweiz lebenden Familienangehöri-
gen eine Überstellung nach Italien ablehnten,
dass am 24. Dezember 2020 das Kind C._ in der Schweiz geboren
wurde,
dass sich die italienischen Behörden innerhalb der festgelegten Frist nicht
zum Übernahmeersuchen des SEM vom 21. Dezember 2020 äusserten,
jedoch gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013
des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Fest-
legung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der
für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen
in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu-
ständig ist (Dublin-III-VO) am 5. Mai 2021 nachträglich zustimmten,
dass das SEM mit Verfügung vom 6. Mai 2021 in Anwendung von Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf die Asylgesuche der Beschwerdefüh-
renden nicht eintrat, die Überstellung nach Italien verfügte und die Be-
schwerdeführenden dazu aufforderte auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf
der Beschwerdefrist zu verlassen,
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-2327/2021 vom 18. No-
vember 2021 einen gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde ab-
wies, womit die Verfügung des SEM vom 6. Mai 2021 in Rechtskraft er-
wuchs,
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dass die Beschwerdeführenden am 1. März 2022 nach Italien überstellt
wurden,
dass die in der Zwischenzeit in die Schweiz zurückgekehrten Beschwerde-
führenden mit als «Wiedererwägungsgesuch» bezeichneter schriftlicher
Eingabe ihrer Rechtsvertretung vom 27. Mai 2022 um wiedererwägungs-
weise Aufhebung des Nichteintretensentscheides vom 6. Mai 2021 und um
Eintreten auf die Asylgesuche ersuchten,
dass mit dieser Eingabe ein ärztliches Zeugnis von D._ vom
17. Mai 2022 eingereicht wurde, worin festgestellt wird, dass die Beschwer-
deführerin B._ in der fünfzehnten Woche schwanger sei und es sich
hierbei aufgrund des labilen psychischen Gesundheitszustands um eine
Risikoschwangerschaft handle,
dass die Beschwerdeführenden auf die prekären Lebens- und Wohnbedin-
gungen in Italien hinwiesen,
dass das SEM mit Schreiben vom 3. Juni 2022 an die Rechtsvertretung
mitteilte, dass, der Vollzug der Wegweisung am 1. März 2022 bereits erfolgt
sei, eine Wiedererwägung des Nichteintretensentscheides vom 6. Mai
2022 nicht mehr möglich sei, und das Gesuch vom 27. Mai 2022 als Mehr-
fachgesuch im Sinne von Art. 111c AsylG entgegengenommen werde,
dass ein aktueller Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Daten-
bank (Eurodac) ergeben habe, dass die Beschwerdeführenden lediglich
am 15. Dezember 2020 in der Schweiz um Asyl ersucht hätten, weshalb
mutmasslich weiterhin Italien für die Durchführung des Asyl- und Wegwei-
sungsverfahrens zuständig sei,
dass es das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid
gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG und einer Wegweisung nach Italien
gewährte,
dass das SEM am 7. Juni 2022 die italienischen Behörden gestützt auf die
am 1. März 2022 erfolgte Überstellung nach Italien um die Übernahme der
Beschwerdeführenden im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO er-
suchte,
dass die Rechtsvertretung mit Eingabe vom 7. Juni 2022 beim SEM zwei
ärztliche Berichte von E._ vom 4. Juni 2022 einreichte, worin bei
der Beschwerdeführerin eine schwere Depression mit ernstzunehmender
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Suizidalität diagnostiziert und festgehalten wird, dass eine fachpsychiatri-
sche Behandlung und eine ärztliche Betreuung während der Schwanger-
schaft und bei der Geburt dringend indiziert seien,
dass sie mit Eingabe vom 30. Juni 2022 zu einer allfälligen Wegweisung
nach Italien Stellung bezog und ärztliche Berichte (der behandelnden Ärz-
tin D._ vom 28. Juni 2022 und des Spitals F._ vom
27. Juni 2022) einreichte, worin in letzterem auf die Verschlechterung des
Allgemeinzustands der Beschwerdeführerin bei zunehmender Belastungs-
situation hingewiesen und die Aufnahme einer psychiatrischen Behandlung
empfohlen wird,
dass sich die italienischen Behörden innerhalb der festgelegten Frist nicht
zum Übernahmeersuchen des SEM vom 7. Juni 2022 – worin dieses dar-
über informierte, dass es sich bei den Beschwerdeführenden um eine Fa-
milie handle und eine Schwangerschaft bestehe – äusserten,
dass sie diesem in einer Mitteilung vom 4. September 2022 unter nament-
licher Erwähnung der Beschwerdeführenden nachträglich zustimmten, wo-
bei sie auf das Rundschreiben vom 8. Februar 2021 hinwiesen, wonach
die Beschwerdeführenden in einer dem Alter des Kindes angemessenen
SAI-Struktur untergebracht würden,
dass das SEM mit Verfügung vom 9. September 2022 (Eröffnung am
12. September 2022) in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG
(SR 142.31) auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eintrat,
die Überstellung nach Italien verfügte und die Beschwerdeführenden dazu
aufforderte auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu
verlassen, wobei es festhielt, dass einer allfälligen Beschwerde keine auf-
schiebende Wirkung zukomme,
dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe ihrer Rechtsvertretung vom
19. September 2022 gegen diesen Entscheid Beschwerde erhoben und
beantragten, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und das SEM
anzuweisen, sich für die Behandlung des Asylgesuches zuständig zu er-
klären,
dass eventualiter die Sache zur vollständigen und richtigen Sachverhalts-
feststellung und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen und
subeventualiter die Vorinstanz anzuweisen sei, von den italienischen Be-
hörden individuelle Zusicherungen bezüglich adäquater Unterbringung und
medizinischer Versorgung einzuholen,
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dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht unter Verzicht auf das Erheben eines
Kostenvorschusses um die Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-
rung und um Beiordnung der unterzeichnenden Rechtsanwältin als amtli-
che Rechtsbeiständin der Beschwerdeführenden ersucht wurde,
dass die Vorinstanz und die Vollzugsbehörden im Rahmen von vorsorgli-
chen Massnahmen anzuweisen seien, bis zum Entscheid über das vorlie-
gende Rechtsmittel von jeglichen Vollzugshandlungen abzusehen,
dass der Vollzug der Überstellung mit Schreiben vom 20. September 2022
per sofort einstweilen ausgesetzt wurde,

Considerations:
und zieht in Erwägung,
dass gemäss Art. 31 VGG das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig ist und
auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig
entscheidet (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG),
dass die Beschwerdeführenden als Verfügungsadressaten zur Beschwer-
deführung legitimiert sind (Art. 48 VwVG und auf die frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde einzutreten ist,
dass sich das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit das VGG und das
AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),
dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen
Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5),
dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zu-
ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer
zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich wie
nachstehend aufgezeigt, um eine solche, weshalb das Urteil nur summa-
risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
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dass die Beschwerdeführenden in ihrem Mehrfachgesuch vom 30. Mai
2022 die schwierigen Lebens- und Wohnbedingungen in Italien nach ihrer
Rückkehr aus der Schweiz schilderten,
dass sie auf die Risikoschwangerschaft der Beschwerdeführerin hinwie-
sen,
dass die Beschwerdeführenden im Weiteren auf das Urteil des Bundesver-
waltungsgerichts E-4251/2021 vom 19. April 2022 (recte: E-4235/2021)
verwiesen, das bestätigt habe, dass vulnerable Asylsuchende, die bereits
einen Asylantrag in Italien gestellt hätten, das Recht auf Unterkunft und
Betreuung verloren haben könnten und deshalb in diesen Fällen eine vor-
gängige Zusicherung der italienischen Behörden eingeholt werden müsse,
dass nach einem Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe vom 12. Juni
2021 bei einer Abwesenheit von zwölf Monaten das Asylverfahren einge-
stellt werde, was dazu führe, dass ein erneuter Antrag von Dublin-Rück-
kehrenden als Folgeantrag betrachtet werde, wobei ein solcher Folgean-
trag unzulässig sei, weshalb sämtliche Rechte auf Unterkunft und medizin-
sicher Behandlung nicht gesichert seien,
dass eine Beschwerde gegen diese Qualifizierung keine aufschiebende
Wirkung habe, weshalb der Anspruch auf Unterkunft und notwendige me-
dizinische Behandlung bis zum Gerichtsurteil nicht gesichert sei,
dass aus diesem Grund eine Überstellung der Beschwerdeführenden nach
Italien schlimme Folgen haben könnte, wobei insbesondere eine nahtlose
medizinische Versorgung der schwangeren Beschwerdeführerin sowie
eine Unterbringung der Familie gewährleistet sein müsse,
dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung unter Bezugnahme
dieser Einwände festhielt, dass gemäss Abgleich mit der europäischen Fin-
gerabdruck-Datenbank (Eurodac) die Beschwerdeführenden noch kein
Asylgesuch in Italien eingereicht hätten,
dass Italien mit der in Anwendung von Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO
erfolgten Zustimmung des Übernahmeersuchens sinngemäss das Fehlen
eines von den Beschwerdeführenden eingereichten Asylgesuches in Italien
zum Ausdruck gebracht habe und keine Hinweise vorlägen, wonach die
italienischen Behörden Personen die Eingabe eines Asylgesuches verwei-
gern würden,
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dass die Rechtsprechung gemäss Referenzurteil D-4235/2021 vom 19. Ap-
ril 2022 (wonach Personen, welche bisher noch kein Asylgesuch einge-
reicht haben und im Rahmen der Dublin-Verordnung dorthin überstellt wer-
den sollten [sogenanntes Aufnahmeverfahren] nach ihrer Ankunft in Italien
grundsätzlich Zugang zu der erforderlichen medizinischen Versorgung so-
wie angemessener Unterkunft haben, Erw.10.4,3.3) auf den vorliegenden
Fall anwendbar sei, auch wenn es sich um ein Wiederaufnahmeverfahren
handle, könne doch aus den genannten Gründen davon ausgegangen wer-
den, dass die Beschwerdeführenden in Italien noch kein Asylgesuch ge-
stellt hätten,
dass insbesondere aufgrund der Vulnerabilität der Beschwerdeführenden
der Frage, ob die Beschwerdeführenden tatsächlich, wie vom SEM bloss
angenommen, im vorliegenden Wiederaufnahmeverfahren wegen vermut-
lich noch nicht erfolgter Einreichung eines Asylgesuches die gleichen Ga-
rantien für den Zugang zu erforderlicher medizinischer Versorgung und an-
gemessener Unterkunft erhielten wie im sogenannten Aufnahmeverfahren,
entscheidwesentliche Bedeutung zukommt,
dass die Beschwerdeführenden in diesem Zusammenhang darauf hinwie-
sen, dass Italien dem Übernahmeersuchen der Schweiz ausdrücklich ge-
stützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO entsprochen habe und nicht
(wie zuvor) gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst b Dublin-III-VO,
dass die Vorinstanz nun hieraus ohne nähere Abklärungen und Begrün-
dung gefolgert habe, es gäbe mithin keine Hinweise mehr dafür, dass die
Beschwerdeführenden ihr Recht auf Unterkunft und Betreuung im Sinne
des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 19. April 2022
(E. 10.4.3.3.) verloren hätten (vgl. Beschwerde Seite 9),
dass den Beschwerdeführenden insofern zuzustimmen ist, dass einerseits
seitens der Vorinstanz effektiv keine Abklärungen aktenkundig sind, ob die
vorgenannte Vorgehensweise der italienischen Behörden (Zustimmung ex-
plizit nun gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO) bewusst oder ver-
sehentlich erfolgte und dass andererseits in diesem Zusammenhang auch
effektiv keine rechtsgenügende Auseinandersetzung der Vorinstanz er-
kennbar ist, ob, und wenn ja, welche Rechtsfolgen dies auf den vorliegen-
den Einzelfall zeitigt,
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dass sich die Vorinstanz hierzu vielmehr in Spekulationen darüber ergeht,
welche Aussagen die italienischen Behörden hierdurch zum Ausdruck hät-
ten bringen wollen und dass diese Ausgangslage vermutlich auf den vor-
liegenden Fall keinen Einfluss aufweise,
dass es indes Sache der Vorinstanz ist, den erhärten Sachverhalt vollstän-
dig abzuklären, Entsprechendes in casu jedoch nicht vorliegt,
dass es nicht Sache der Beschwerdeinstanz ist, sich mit einer nicht abge-
klärten und stellenweise spekulativen Sachverhaltsgrundlage auseinan-
derzusetzen,
dass es auch nicht Sache der Beschwerdeinstanz ist, auf Beschwerde-
ebene unterlassene Abklärungen nachzuholen beziehungsweise offen-
sichtliche Versäumnisse des SEM auf Beschwerdeebene zu beheben und
damit die Vorinstanz gleichsam von einer sorgfältigen Verfahrensführung
zu entbinden, zumal den Beschwerdeführenden durch ein solches Vorge-
hen eine Instanz verloren ginge,
dass somit eine Heilung der festgestellten Mängel in der angefochtenen
Verfügung nicht in Betracht kommt (vgl. zum Ganzen BVGE 2009/53
E. 7.3),
dass weiter hinzukommt, dass auch die medizinischen Sachverhaltsabklä-
rungen Anlass zu Bemerkungen geben,
dass die Vorinstanz einerseits von einer mittelgradigen Depression bezie-
hungsweise schweren Depression, Verdacht auf PTBS und ernstzuneh-
mende Suizidalität ausgeht,
dass sie andererseits gleichzeitig festhält, dass die Beschwerdeführerin
schwanger sei, es sich hierbei um eine Risikoschwangerschaft handle und
die Beschwerdeführerin sich aktuell nun in psychiatrischer Behandlung be-
finde, wobei mit der Überstellung nach Italien bis zur Geburt des Kindes
zugewartet werde,
dass der angefochtenen Verfügung indes keine klaren Ausführungen dar-
über zu entnehmen sind, ob und in welchem Umfang im Lichte der vorge-
nannten – einzelfallspezifischen – Risikokonstellation noch mit einer zeit-
nahen Verschlechterung der medizinischen Ausgangslage zu rechnen ist,
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dass ferner auch nicht erkennbar ist, weshalb die Vorinstanz vor diesem
Hintergrund – statt wie im ersten Dublin-Verfahren nach der Geburt des
(ersten) Kindes der Beschwerdeführerin – vorliegend nun ohne nähere Be-
gründung noch rasch vor Abschluss der ausdrücklichen Risikoschwanger-
schaft einen Nichteintretensentscheid und eine Wegweisung nach Italien
verfügte, dies trotz Kenntnis der Besonderheiten des Einzelfalls,
dass aufgrund der Besonderheiten des vorliegenden Einzelfalls die Vor-
instanz damit eine allfällige Veränderung der Sachlage nach Ergehen des
Nichteintretensentscheides und eine allenfalls damit verbundene notwen-
dige Neubeurteiilung der aktuellen Lage der Beschwerdeführenden in Kauf
nahm, was im vorliegenden Einzelfall nicht sachgerecht erscheint,
dass es auch nicht Sache der Rechtsmittelinstanz ist, mit einem Entscheid
in der Sache bis zur Klärung der vorgenannten Ausgangslage zuzuwarten;
zumal dies mit den gesetzlich vorgesehenen kurzen Behandlungsfristen
(vgl. Art. 109 AsylG) grundsätzlich nicht in Einklang zu bringen wäre,
dass bei dieser Sachlage die angefochtene Verfügung aus formellen Grün-
den aufzuheben und die Sache in Anwendung von Art. 61 Abs. 1 VwVG an
die Vorinstanz zurückzuweisen ist,
dass diese anzuweisen ist, die genannten notwendigen Abklärungen hin-
sichtlich der Frage der Asyleinreichung bei den italienischen Behörden zu
tätigen (beziehungsweise allenfalls erforderliche Garantien einzuholen)
und bei seiner erneuten Entscheidung die aktuelle Situation insbesondere
der Beschwerdeführerin nach erfolgter (Risiko)-Geburt zu berücksichtigen
und neu zu würdigen,
dass die Beschwerde gutzuheissen, die vorinstanzliche Verfügung vom
9. September 2022 aufzuheben und die Sache im Sinne der Erwägungen
zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist,
dass die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Be-
schwerde und auf Befreiung von der Kostenvorschusspflicht mit dem Ent-
scheid in der Sache gegenstandslos werden,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu erhe-
ben sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG) und sich damit auch das Gesuch um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung als gegenstandslos ge-
worden erweist,
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dass den Beschwerdeführenden keine Parteientschädigung auszurichten
ist, weil es sich bei deren Rechtsvertretung um einen zugewiesenen unent-
geltlichen Rechtsbeistand im Sinn von Art. 102h AsylG handelt, dessen
Leistungen vom Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt
werden (vgl. auch Art. 111ater AsylG).
(Dispositiv nächste Seite)
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