Decision ID: 24ca8fdb-920c-4d2d-ac0e-616d6de4154a
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1960, meldete sich erstmals im Juni 2006 für berufliche Massnahmen bei der Invalidenversicherung an (Urk. 9/2).
Mit Verfügung vom 30. Oktober 2006
lehnte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, die Kostengutsprache für berufliche Massnahmen ab (Urk. 9/15).
1.2
Im Juni 2008 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle an (Urk. 9/23). Die IV-Stelle holte einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug; Urk. 9/27) sowie Arztberichte (Urk. 9/33, Urk. 9/39
, Urk. 9/44)
ein und zog Akten des Unfallversicherers (Urk. 9/29) bei
. Am 14. Juni 2010 wurde im Auftrag der IV-Stelle von
Dr.
med.
Y._
,
Fach
ärztin
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med.
Z._
, Spezialarzt Orthopädie FMH, ein
bidisziplinäres
Gutachten erstattet (Urk. 9/51; Urk. 9/50, orthopädisches Teilgutachten).
Mit Verfügung vom
3. Februar 2011 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab 1. Juni 2007 eine
Dreiviertelsrente
zu (Urk. 9/71; Urk. 9/77
).
1.3
Mit Schreiben vom 3. März 2011 ersuchte der Versicherte die IV-Stelle um
Zuspra
che
einer ganzen Rente (Urk. 9/79). Mit Vorbescheid vom 23. Juni 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten ein Nichteintreten auf das neue
Leistungs
begehren
in Aussicht (Urk. 9/84, vgl. auch Urk. 9/80)
.
Nach Eingang eines Berichtes des behandelnden Psychotherapeuten
(Bericht vom 15. Juni 2011; Urk. 9/85), gab die IV-Stelle ein
bidisziplinäres
Gutachten in Auftrag, welches am 21. Dezember 2011 von Ärzten der
A._
erstattet wurde (Urk. 9/96).
Nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(Urk. 9/100, Urk. 9/106, Urk. 9/109)
setzte die IV-Stelle die bisherige
Dreiviertelsrente
mit Verfügung vom 8. Juni 2012 auf eine halbe Rente herab (Urk. 9/111-112 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 8. Juni 2012 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 19. Juli 2012 Beschwerde und beantragte,
ihm sei weiterhin eine
Dreiviertels
rente
auszurichten
; in forme
ller Hinsicht
ersuchte
er
um Gewährung der
un
entgeltliche
n
Prozessführung
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 3. September 2012 ersuchte die IV-Stelle um Abweisung der Beschwerde und eventuell um Androhung einer
reformatio
in
peius
(Urk. 8). Mit Verfügung vom 3. Oktober 2012 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Urk. 10), wobei
der Beschwerdeführer auf eine Replik verzichtete (Urk. 11). Dies wurde der Beschwerdegegnerin am 7. November 2012 zur Kenntnis gebracht (Urk. 12).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die den Invaliditätsgrad und dessen Bemessung betreffenden rechtlichen Grund
lagen (Art. 28 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG; Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
, ATSG) sowie die Voraussetzungen zur Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente (Art. 88a Abs. 1 und Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. a der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV, sowie Art. 31 IVG) sind im angefochtenen Ent
scheid zutreffend wiedergegeben (Urk. 2, Verfügungsteil 2 S. 1). Darauf kann, mit den nachfolgenden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2, Verfü
gungsteil 2) davon aus, dem Beschwerdeführer sei gestützt auf das
A._
-Gut
achten vom 21. Dezember 2011 eine angepasste Tätigkeit aufgrund des verbes
serten Gesundheitszustandes neu zu 60 % zumutbar (S. 1).
Damit ergebe der Einkommensvergleich neu einen Invaliditätsgrad von 52 % und die bisherige
Dreiviertelsrente
sei somit auf eine halbe Invalidenrente herabzusetzen (S. 2).
Daran hielt die
Beschwerdegegnerin
mit ihrer Beschwerdeantwort vom 3. September 2012 fest. Ergänzend führte sie aus, es sei fraglich, inwiefern die von der psychiatrischen Teilgutachterin des
A._
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40 % tatsächlich auf die Diagnose einer Angst- und depressiven Störung gemischt (ICD-10 F41.2) zurückzuführen sei
. Denn gemäss aktueller Rechtspre
chung sei diese Diagnose im Grenzbereich dessen zu situieren, was noch als krankheitswertig im Sinne des Gesetzes anerkannt werden könne
. Zudem stehe eine solche Diagnose einer Erwerbstätigkeit kaum je massgeblich entgegen und stelle insbesondere auch keine psychische
Komorbidität
von erheblicher Schwere und Ausprägung dar
. Sodann würde die attestierte Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit auf psychosozialen und damit
in
validitätsfremden
Belastungsfaktoren beruhen.
Folgedessen
sei dem Beschwer
deführer unter Aufbieten des guten Willens und im Rahmen seiner
Schaden
minderungspflicht
eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zumutbar, weshalb gar kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiere (Urk. 8 S. 1 f. Ziff. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Besc
hwerdeführer auf den Standpunkt
,
sein Gesundheitszustand sei seit der Begutachtung vom Juni 2010 unve
rändert, die psychiatrische
A._
-G
utachterin habe den unveränderten Zustand lediglich anders eingeschätzt. Gestützt auf eine solche Einschätzung dürfe die Rente jedoch nicht herabgesetzt werden (Urk. 1 S. 3 ff. Ziff. III.1 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist,
ob die Beschwerdegegnerin die bisherige
Dreiviertels
rente
zu Recht auf eine halbe Rente herabsetzte oder die Rente gar ganz aufzu
heben ist.
Diese Frage beurteilt sich durch einen Vergleich der Verhältnisse im Zeitpunkt der rentenzusprechenden Verfügung vom 3. Februar 2011 (Urk. 9/77; Verfü
gungsteil 2 Urk. 9/71) mit den Verhältnissen im Zeitpunkt der strittigen Verfü
gung (Urk. 2).
3.
3.1
In der rentenzusprechenden Verfügung vom 3. Februar 2011 stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das
psychiatrisch-rheumatologische (richtig: psychiat
risch-orthopädische)
Gutachten
von
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
,
B._
(nachfolgend
B._
-Gutachten), vom 14. Juni 2010 (Urk. 9/51). Die Gutachter stellten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 19 Ziff. 6.1.1):
generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1), anamnestisch Panikattacken
depressive Episode, leicht bis mittelschwer (ICD-10 F32.1)
Osteochondrose
L3/4 sowie geringe
Spondylarthrose
L4 bis S1 ohne neu
rale Kompression
trikompartimentale
Gonarthrose
bei Status nach medialer
Teilmenis
kektomie
12/2004 und erneuter medialer
Teilmeniskektomie
,
Débride
ment
und
Forage
sowie vorderer Kreuzbandersatzplastik 03/2005, Patella
baja
rechts
vordere Kreuzbandinsuffizienz links bei leichtem
Genu
valgum
Präadipositas
Aus psychiatrischer Sicht bestünden seit der frühen Jugend ausgeprägte Ängste, die der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der Verfolgung seines Volkes
erlebte. Anamnestisch seien zwei Episoden mit Panikattacken bekannt. Die über Jahre andauernde und in ihrer Stärke schwankende Symptomatik von Angst, Besorgtheit, Nervosität, Konzentrationsstörung, Reizbarkeit und Schlafstörung
erlaube die Diagnose einer generalisierten Angststörung. Nach einer
Kniege
lenks
distorsion
im Jahr 2004 habe sich die psychische Symptomatik ver
schlech
tert. Deutlich depressive Symptome seien hinzugetreten (S. 10 Ziff. 5.1.4). Aufgrund der Angst- sowie der depressiven Störung sei die Arbeitsfähigkeit seit mindes
tens Juli 2005 zu 60 % eingeschränkt (S. 11 Ziff. 5.1.5). Die Arbeitsfähigkeit betrage somit aus psychiatrischer Sicht für sämtliche Tätigkeiten 40 %. Aus or
thopädischer Sicht sei der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit zu 60 % und in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig (S. 19 f. Ziff. 6.2).
3.2
In der angefochtenen Verfügung stützte sich die Beschwerdegegnerin im Wesent
lichen auf das
psychiatrisch-orthopädische
Gutachten
der Ärzte des
A._
(nachfolgend
A._
-Gutachten) vom 21. Dezember 2011 ab (Urk. 9/96). Die Gutachter diagnostizierten die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 18
lit
. E.1):
Angst- und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2)
Impulskontrollstörung (ICD-10 F60.3)
episodisch paroxysmale Angst (ICD-10 F41.0)
beginnende
Gonarthrose
beidseits, Status nach
Innenmeniskusteilresek
tion
rechts 12/2004 und nochmaliger Innenmeniskusrevision inklusive vordere Kreuzbandplas
t
ik 03/2005 am rechten Kniegelenk
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führt
e
in ihrem Teilgutachten aus, auf der
aktuellen
psychischen Symptomebene werde über Ängste und Verunsicherung, die tief innen in der Person liege, berichtet. Der Beschwerdeführer wirke im Umgang mit anderen Menschen übermässig verunsichert, beziehe viele Reaktionen auf sich und zeige dann auch emotionale Reaktionen mit Ängsten, insbesondere Angst vor den Reaktionen anderer Menschen. Im psychischen Befund seien zu Beginn ängstlich-bedrückte Affektanteile, auch im interpersonalen Kontakt, aufgefallen. Im Laufe der Exploration habe sich dann die Gesamtsituation aufgelockert, und während einer nachfolgenden Darstellung der politischen Situation in den arabischen Ländern habe sich der Beschwerdeführer engagiert gezeigt
. Er zeige auch viele Wutimpulse und wirke energisch. Insgesamt zeichne sich ein deutlich instabiles emotionales Bild ab. Es bestehe der Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung, allerdings nicht im ängstlich-vermeidenden Bereich, sondern eher mit
desin
tegrativen
, impulsgestörten Anteilen. Die geschilderten sozialen Schwierigkeiten
seien nachvollziehbar, allerdings als invaliditätsfremd anzusehen. Eine volle Belastbarkeit im Arbeitsleben bestehe dennoch nicht. Eine Verschlechterung gegenüber dem im psychiatrischen Vorgutachten von
Dr.
Y._
be
schriebenen Befund könne jedoch aus psychiatrischer Sicht nicht konstatiert werden.
Dr.
Y._
habe ein durchgehend ängstlich-gedrücktes Syndrom beschrieben. Aktuell zeig
t
en sich jedoch auch energetisch kräftige Impulse. Aus objektiver Sicht müsse jetzt im Verlauf eher eine Verbesserung als eine Ver
schlechterung konstatiert werden (S. 30). Unter der Verlaufsbetrachtung und unter Einbeziehung des gegenwärtigen psychischen Befundes sei die
Angst
symptomatik
zurückgegangen, auch wenn weiter Persönlichkeitsanteile von Verunsicherung und ein erschwerter Umgang
mit anderen
best
ünd
en
. Es fä
nden sich jedoch auch deutlich sthenische, durchsetzungsfähige Elemente, die für eine Berufstätigkeit eingesetzt werden könnten. Insofern erfolge eine leicht ver
änderte sozialmedizinische Einschätzung. Aus psychiatrischer Sicht sei jetzt nicht mehr eine 60%ige, sondern eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit festzustellen (S. 31 Mitte).
Aus gesamtgutachterlicher Sicht sei die bisherige Tätigkeit als Abfüller und Betriebsmitarbeiter in einer Putzerei, welche zumindest zeitweise auch
knie
gelenksbelastende
Arbeiten enth
alten habe
, aus
rein
präventiven Gründen nicht mehr zumutbar. Eine mittelschwere, möglichst wechselbelastend auszuübende Tätigkeit ohne anhaltende statische Beanspruchung der Kniegelenke, mit Heben, Tragen und Bewegen von Lasten bis zu 15-20 kg, mit gelegentlichem Arbeiten in vornüber gebeugter Körperposition sowie gelegentlichen Torsions- und Neigebewegungen der Wirbelsäule, jedoch ohne Einnahme anhaltender Zwangshaltungen sowie ohne besondere Anforderungen an die soziale Kompe
tenz sei dem Beschwerdeführer aus
orthopädischer Sicht zu 100 %, jedoch aus psychiatrischer und damit auch gesamtgutachterlicher Sicht lediglich
zu 60 % zumutbar
(S. 19 unten sowie S. 21)
.
4.
4.1
Es ist vorwegzunehmen, dass vorliegend einzig die Arbeitsfähigkeit aus psychi
atrischer Sicht strittig ist (vgl. Urk. 1 S. 4 Ziff. 4).
Gesamthaft entspricht das
A._
-Gutachten (Urk.
9/96
) den erfor
derlichen Kri
terien (vgl. E. 1.4
): D
er
Beschwerdeführer wurde
seinen
geltend gemachten Beschwerden entsprechend umfassend abge
klärt
, das Gutachten beruht auf all
seitigen Untersuchungen
(S. 14
f.
Ziff. 1.2, S. 28 f. Ziff. 2
), berücksichtigt die g
eklagten Beschwerden (S. 12 Ziff. 1
, S. 25
f
f.
) und wurde in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben (S. 4
ff.
lit
. B
). Sodann sind die Darlegungen
der medizinischen Zusammenhänge und die Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend und die Schlussfolgerungen in der
Expertise sind be
gründet (S. 19
ff.
lit
. F
).
4.2
Der Beschwerdeführer machte geltend, sein Gesundheitszustand sei im Vergleich zur
Rentenzusprache
im Februar 2011 unverändert, es handle sich
bei der Be
urteilung der
A._
-Gutachter
um eine
nicht revisionsrelevante
Neubeurteilung desselben Sachverhalts
(vgl. E. 2.2).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist eine gesundheitliche Verbesse
rung gestützt auf das
A._
-Gutachten ausgewiesen: So war im
Gutachtens
zeitpunkt
insbesondere ein Rückgang der Angstsymptomatik festzustellen. Im Vergleich zum von
Dr.
Y._
erhobenen Befund,
in welchem
ein ängst
lich-gedrücktes Syndrom fes
tgehalten wurde
(vgl. Urk. 9/51/9 Ziff. 5.1.2
)
, zeig
ten sich anlässlich der neuen Begutachtung energetisch kräftige
Impulse und deutlich sthenische,
durchsetzungsfähige Elemente (vgl. E. 3.2). Zwar ist der Beschwerdeführer
infolge
em
otionaler
Minderbelastbarkeit, Verunsicherung, verminderter Frustrationstoleranz und dem erschwerten Umgang mit anderen Menschen
(vgl. Urk. 9/96/31 Mitte)
aus psychiatrischer Sicht immer noch ein
geschränkt und im Arbeitsleben nicht voll belastbar. Aufgrund der zurückge
gangenen Angstproblematik
und
-
gestützt auf den
erhobenen Befund
-
auch der
zurückgegangenen
depressiven
Störung
ist jedoch eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit nachvollz
iehbar.
Vor diesem Hintergrund ist die neue
Diagno
sestellung
ebenfalls begründet und nachvollziehbar:
Im Gegensatz zur ersten Begutachtung am
B._
erfüllte der Beschwerdeführer bei der
Verlaufsbegut
achtung
am
A._
weder die Bedingungen für eine Angststörung noch für eine depressive Episode. Da folglich keine der beiden Störungen ein Ausmass er
reichte, das eine entsprechende einzelne Diagnose rechtfertigte, diagnostizierten die
A._
-Gutachter eine Angst- und depressive Störung gemischt nach ICD-10 F41.2 (vgl. auch
Dilling
/
Mombour
/Schmidt, Hrsg.,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10,
6.
Auflage, Bern 2008, S. 176).
4.
3
In der Beschwerdeantwort vom 3. September 2012 stellte die
Beschwerdegeg
nerin
die von den
A._
-Gutachtern attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40 % in Frage und vertrat die Ansicht, dem Beschwerdeführer sei eine volle Arbeits
fähigkeit in einer Verweistätigkeit zumutbar (vgl. E. 2.1). Es ist zwar zutreffend
, dass gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts
die Diagnose
Angst
-
und depressive Störung gemischt gemäss ICD-10 F41.2 ganz allgemein im
Grenzbe
reich
dessen zu situieren
ist
, was überhaupt noch als krankheitswertig im Sinne des Gesetzes und potentiell invalidisierendes Leiden gelten kann
(Urteil des Bundesgerichts 8C_437/2011vom 13. Juli 2011 E. 3.2.2). Dem Beschwerdeführer
wurde die 40%ige Arbeitsunfähigkeit aber nicht allein gestützt auf diese Diag
nose attestiert, sondern es waren daneben noch weitere psychiatrische Diagno
sen relevant für die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 3.2).
4.4
Sodann ist daran zu erinnern, dass
entgegen der Ansicht der
Beschwerdegeg
nerin
(vgl. E. 2.1)
eine festgestellte lege
artis
diagnostizierte psychische Erkran
kung nicht schon deshalb invaliditätsfremd ist, weil sie auf psychosoziale Fak
toren zurückgeführt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_478/2007 vom 1
9.
Juni 2008 E.3.3.2).
4.5
An der Einschätzung der
A._
-Gutachter vermag auch der Bericht vom 15. Juni 2011 von med.
pract
.
D._
, Facharzt FMH Allgemeinmedizin, und
E._
, Delegierter Psychotherapie, nichts zu ändern (Urk. 9/85).
Die gestellten Diagnosen sind mangels objektiver Befunderhebung nicht nachvollziehbar. Im Weiteren wird der Beweiswert des Berichtes aufgrund der fehlenden fachpsychiatrischen Qualifikation von med.
pract
.
D._
und Herrn
E._
geschmälert. Zudem
ist b
ei Berichten von Hausärzten und behandelnden
Fachpersonen
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc S. 353 mit weiteren Hinweisen). Zwar kann die einen längeren Zeitraum abde
ckende und umfassende Betreuung durch behandelnde
Fachpersonen
oft wert
volle Erkenntnisse hervorbringen. Jedoch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des bestellten fachmedizinischen Experten andererseits nicht zu, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan
delnden Ärzte
oder Fachpersonen
zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf
drängt, da die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztli
cher Interpretation entspringende - Aspekte benennen, welche im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des B
undes
gerichts
8C_278/2011 vom 2
6.
Juli 2011 E. 5.3; SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, I
514/06 E. 2.2.1). Dies ist vorliegend nicht der Fall.
4.6
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt dahingehend erstellt, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert hat und ihm neu
eine
leidensangepasste Tätigkeit zu 60 % zumutbar
ist
.
5.
Der von der Beschwerdegegnerin durchgeführte Einkommensvergleich (
Urk.
2, Verfügungsteil 2; vgl. auch Urk. 9/97) blieb beschwerdeweise unbestritten und
ist aufgrund der Aktenlage nicht zu beanstanden. Entsprechend dem errechne
ten Invaliditätsgrad von 52
% hat der Beschwerdeführer neu Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1
Der Beschwerdeführer ersuchte um Gewährung der unentgeltlichen
Prozess
führung
(Urk. 1 S. 2).
Aufgrund der
Angaben im Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk. 6)
erscheint eine Bedü
rftigkeit des
Beschwer
defü
hrers als ausgewiesen.
Die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgelt
lichen Prozessführung gemäss
§
16
Abs.
1 des Gesetzes über das
Sozialversi
cheru
ngsgericht
(
GSVGer
) sind beim
Beschwerdefü
hrer
daher erfüllt.
6.2
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sind die Gerichtskosten einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.