Decision ID: 1c299fb5-0a54-4ba3-b25c-17c713f8c746
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der im Jahre 1974 geborene
X._
meldete sich am 1
5.
Juni 2009 beim zuständigen Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermitt
lung an, bei einem möglichen Stellenantritt ab August 2009 (
Urk.
7/15 S.
3). Die
Unia
Arbeitslosenkasse
eröffnete
in der Folge
eine
Rahmenfrist für den
Leis
tungs
bezug
vom
7.
August 2009 bis zum
6.
August 2011
(
Urk.
7/15 S. 1
). Ab dem
1.
Juni 2010 war der Versicherte für die
Y._
als
Zü
gelmann
tätig, wobei die
Unia
die geleisteten Einsätze – gestützt auf die An
ga
ben des Versicherten - als Zwischenverdienst in die Berechnung der
Arbeits
lo
senentschädigung
einfliessen liess (
Urk.
7/12 S. 2,
Urk.
7/13).
Mit Scheiben vom
2.
Mai 2011 teilte die
Unia
dem Versicherten mit, dass
am 2
0.
April 2011 der Höchstanspruch von 400 Taggeldern innerhalb der Rahmenfrist für den
Leis
tungsbezug
ausgeschöpft
worden
sei (
Urk.
7/16
3.1
). Aufgrund des Auszuges
aus dem individuellen Konto (I
K
-Auszug)
sowie der Steuerdaten des Versicher
ten für die Jahre 2010 und 2011
(Urk. 7/8, Urk. 7/10)
wurde in der Folge fest
gestellt, dass die Höhe des angerechneten Zwischenverdienstes nicht mit den ge
nann
ten amtlichen Angaben übereinstimmte.
Mit Verfügung vom 2
2.
Juli 2013 wurde für
zu viel ausbezahlte Versicherungs
leistungen betreffend
die Monate Juni 2010 bis
April 2011 ein Gesamtbetrag von
Fr.
29‘835.20 zurückgefordert (
Urk.
7/7). Nach erfolgter Einsprache des Ver
si
cher
ten (
Urk.
7/4) hielt die
Unia
mit
Einsprache
entscheid
vom 2
0.
September 2013
an ihrem Entscheid
fest (
Urk.
7/3 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
5.
Oktober 2013 Beschwerde und bean
tragte
, es sei bei der Anspruchsberechnung von einem Einkommen per 2010 von
ledig
lich
Fr.
7‘112.
-- statt Fr. 29‘835.20
auszugehen (
Urk.
1)
und damit sinngemäss, es sei die Rückforderung entsprechend zu reduzieren
.
Mit Beschwerdeantwort vom 2
1.
November 2013 beantragte die
Beschwerde
gegnerin
die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 2
7.
November 2013 mitgeteilt wurde (Urk. 9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
95
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen
ver
si
cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) richtet sich die Rückforde
rung
mit Ausnahme der Fälle von
Art.
55 AVIG nach
Art.
25 des Bundesgeset
zes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG). Gemäss
Art.
25
Abs.
1 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuerstat
ten. Wer Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurück
erstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt.
1.2
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in
der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hin
sicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder
unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder ande
rer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 1a, 115 V 133 E. 8c mit Hin
weis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die
Kassenverfügung vom 2
2.
Juli 2013 da
mit
, dass per 2010 von einem Einkommen von
Fr.
29‘700.-- und per 2011 von einem solchen von
Fr.
60‘598.-- auszugehen sei. Dies führe dazu, dass für die Zeit vom
8.
Juni 2010 bis April 2011 das erzielte
Zwischenverdienstein
kommen
den versicherten Taggeldanspruch übersteige, so dass die erbrachten Leistungen zurückzufordern seien (
Urk.
7/7).
An dieser Einschätzung hielt die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Ein
spracheentscheid
fest;
insbesondere sei die geltend gemachte Verwechslung mit einem anderen Arbeitnehmer der
Y._
bei der
Lohn
dek
laration
nicht nachvoll
ziehbar, so dass von den in der
Steuerbeschei
ni
gung
auf
geführten Einkommen auszugehen sei (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der
Beschwerdeführer geltend, dass per 2010 von einem
Einkommen von
Fr.
7‘112.
--
auszugehen
sei
, wie dies dem korrigierten Auszug der
SVA Zürich zu entnehmen sei (
Urk.
1).
3.
3.1
Gemäss IK-Auszug konnte der Beschwerdeführer im Jahre 2010
neben der
Arbeits
losenentschädigung
ein Einkommen von
Fr.
29‘700.--
und im Jahre 2011
ein solches
von
Fr.
60‘598.-- erzielen (
Urk.
7/8 S. 2).
Diese Werte entsprechen
den
der Steuererklärung
beigelegten Lohnausweisen (
Urk.
7/10).
Diese Werte wur
den
demnach zunächst sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Beschwerdeführer als korrekt betrachtet, insbesondere
h
at er diese Einkommen in den
Steuer
er
klärungen 2010 und 2011 entsprechend deklariert (Urk. 7/10)
.
Mit Schreiben vom 2
6.
Ja
nuar 2013 führte die
Arbeitgeber
in
des Beschwerde
füh
rers aus, dass es im Rahmen der Abrechnung
aufgrund der gleichen Initialen
zu einer Verwechslung mit anderen Mitarbeitern gekommen sei (
Z._
,
A._
;
Urk.
7/12 S.
1).
Dies deshalb, weil er dem Beschwerdeführer die Be
scheinigung für den Zwischenverdienst mitgegeben
und
den Lohn in
b
ar be
zahlt
habe, so dass er nur noch die Stundeneinsätze des ganzen Jahres gehabt habe (
Urk.
7/12 S. 1).
3.2
Die geltend gemachte Verwechslung aufgrund identischer Initialen erscheint als nicht nachvollziehbar. So haben die beiden „Verwechselten“ tatsächlich die
selben Initialen, allerdings handelt es sich bei der Arbeitgeberin um eine
Kleinst
firma
mit drei Angestellten (im strittigen Jahr 2010) und nicht um einen Gross
betrieb (Urk. 3/2). Dass hier eine Verwechslung stattfinden soll, ist nicht glaub
haft. Dies umso weniger, als es sich beim „Verwechselten“ um den einzigen Gesellschafter und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift handelt (vgl. beigezo
gener Auszug aus dem Handelsregister, Urk. 10), welcher die Abrechnungen selber ausgestellt und unterzeichnet hat. Weiter zahlte sich der einzige Gesell
schafter und Geschäftsführer im Jahr 2010 einen Lohn von Fr. 108‘000.-- aus (Urk. 7/12 S. 7), welche Grösse nicht mit den ursprünglich gemeldeten (nun als falsch dargestellten) Arbeitsstunden bzw. dem Verdienst des Beschwerdeführers übereinstimmt.
Weiter ergeben sich auch hinsichtlich der im vorliegenden Verfahren nicht (mehr
)
strittigen Einkommen von Januar bis April 2011 Ungereimtheiten. In den
Zwi
schen
verdienstbescheinigungen
gab
die Arbeitgeberin
die folgenden
Stunden
einsätze
an: Januar: 35.5 Stunden, Februar: 42.5 Stunden, März: 48.5 Stunden,
April: 32 Stunden (
Urk.
7/16 S.
6
-13). Für die gleichen Monate liegen aber Lohn
abrechnungen vor
,
die von 98, 108, 196 und 188 Stunden ausgehen (
Urk.
7/13 S. 26-29).
3.
3
Auch wenn nun am
6.
Oktober 2013
eine
Korrektur des Lohnbezuges per 2010 bei der SVA Zürich
gemeldet worden
ist (
Urk.
3/2), erscheint es in einer Wür
digung der gesamten Umstände trotzdem überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwer
deführer in den Jahren 2010 und 2011 die ursprünglich
ver
ab
g
ab
ten
und ver
steuerten Einkommen erzielt hat. Insbesondere ist es nicht nachzuvoll
ziehen, wieso
nicht auch per 2011 eine Korrektur der Einkommen erfolgt ist, da
auch in dieser Periode die in
den Zwischenverdienstbescheini
gungen ange
ge
benen Stundenzahlen erheblich tiefer angegeben werden als in den entsprech
en
den Lohnabrechnungen. Weiter hätte auch eine Korrektur beim Steueramt in
die Wege geleitet werden müssen, wie dies auch die Beschwerdegegnerin in ihrer
Beschwerdeantwort ausführt (
Urk.
6).
3.4
Zusammenfassend führt dies
zur Feststellung, dass die Rückforderung zu Recht ergangen ist, und
in Bestätigung des angefochtenen
Einspracheent
scheids
zur Ab
weisung der Beschwerde.