Decision ID: efe68084-f9f3-4762-a87d-4585b2383318
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1963 geborene
X._
, ausgebildete
Coiffeuse
und
zuletzt
vom 1. September 2010 bis 31. Dezember 2011 als Serviceangestellte in einem Teilzeitpensum von 50 % angestellt, meldete sich am 11. Januar 2012 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf eine seit 1997 bestehende Epilepsie bei der Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 10/3). Die IV-Stelle klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab
, zog die Akten der Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 10/8-12
, Urk. 10/25 f.
)
und teilte der Versicherten am
28. März 2012
mit, gemäss
ihren
Angaben
beim Gespräch vom 20. März 2012
sei
zurzeit keine
Arbeitsvermittlung
möglich
(Urk. 10/21
).
Am 3. Dezember 2012 teilte sie der Versicherten sodann mit, aufgrund ihres Gesundheitszustandes seien zurzeit auch keine beruflichen Ei
ngliederungsmassnahmen möglich
(Urk. 10/30). Am 15. Mai 2014 veranlasste die IV-Stelle
eine polydisziplinäre Begutachtung
der Versicherten
(Urk. 10/
42
).
Die Abklärungsstelle
Y._
erstattete das Gutachten am
7. November
2014 (Urk. 10/
48
).
Dieses wurde nach Rückfrage
der IV-Stelle vom 20. November 2014 (Urk. 10/50) am 27. März 2015 ergänzt (Urk. 10/53).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom
14. April 2015 [Urk. 10/55
]; Einwand vom
3. Mai 2015 [Urk. 10/60])
verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 1. Juni 2015
einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenve
rsi
cherung (Urk. 2 [= Urk. 10/63
]).
2.
Dagegen erhob
die
Versicherte mit Eingabe vom
30. Juni 2015
Beschwerde und beantragte
,
die angefo
chtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr für die Dauer vom 1. Juli 2012 bis am 31. Januar 2015 eine halbe Rente auszurichten. Zur Prüfung eines Rentenanspruchs ab dem 1. Februar 2015 sei die Sache zur weiteren Abklärung (insbesondere zur Einholung eines psychiatrischen und neuropsychologischen Gutachtens und zur Durchführung eines
Arbeitsbelas
tungstrainings
)
an die Beschwerdegegn
erin zurückzuweisen (Urk. 1
).
Mit Ein
gabe vom 3. September 2015 (Urk. 7) reichte die Beschwerdeführerin vier Arbeitsunfähigkeitszeugnisse der
Z._
,
A._
,
für die Dauer vom 3. Mai 2013 bis zum 30. November 2014 zu den Akten (Urk. 8/5a-d).
Mit Beschwerdeantwort vom
4. September 2015 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde
(Urk. 9
)
. Mit Verfügung vom 11. September 2015 wurde den
Y._
-
Gutachtern Prof.
Dr.
med.
B._
und Dipl. Psych.
C._
Frist angesetzt, um dazu Stellung zu nehmen und zu erklären, weshalb im neuropsychologischen Tei
lgutachten, welches Bestandteil
des polydisziplinären Gutachtens vom 7. November 2014
ist
, an zwei Stellen der Name einer anderen Explorandin
aufgeführt werde. Mit derselben Verfügung wurde der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 11). Die Stellungnahme der
Gutachter wurde am 15
. September 2015
eingereicht
(Urk. 13) und den Parteien mit Verfügung vom 14. Oktober 2015 zur Stellungnahme zugestellt (Urk. 14). Die Beschwerdeführerin nahm am 29. Oktober 2015 Stellung (Urk. 16), wohingeg
en die Beschwerdegegnerin auf eine Stellungnahme
verzichtete (Urk. 17). Die
se
Eingaben (Urk. 16 und Urk. 17) wurden den Parteien mit Verfügung vom 11. November 2015 gegenseitig zur Kenntnisnahme übermittelt (Urk. 18).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob eine seelische
Störung
mit
Krank
heitswert
besteht, welche die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts
8C_616/2014 vom 25. Februar 2015
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Für die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und sei
ner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch
Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.4). Wichtigste Grundlage gutachterlicher Schlussfolgerungen bildet – gegebenenfalls neben standardisierten Tests – die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung (Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2 mit Hinweis). Bezüglich der Wahl der Untersuchungsmethoden kommt der Expertin oder dem Experten ein weiter Ermessensspielraum zu, und es ist nicht zwingend notwendig, dass
fremdanam
nestische
Angaben eingeholt oder Zusatzuntersuchungen angeordnet werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 und 9C_275/2014 vom 21. August 2014 E. 3). Rechtsprechungsgemäss gibt es keine verbindliche Mindestdauer für eine psychiatrische Exploration, sondern es wird lediglich verlangt, dass die Exper
tise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist, wobei der für eine psy
chiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen sein muss (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 und 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung erwog die Beschwerdegegnerin, dass zwar ein Gesundheitsschaden (Epilepsie) bestehe, eine Arbeitsfähigkeit jedoch dank der laufenden und seit längerem
bestehenden fachärztlichen
Therapie habe erhalten bleiben können. In der Vergangenheit sei keine längerdauernde Arbeitsunfähig
keit attestiert worden. Seit 2005 sei daher anzunehmen, dass trotz des
Gesund
heitsschadens
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Gestützt auf das Gutachten sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit mit einer qualitativen Einschränkung auszugehen (keine Arbeiten an gefährlichen Maschinen, Tätig
keiten auf Leitern und Gerüsten bzw. mit Absturzgefahr). Da die angestammte Tätigkeit als
Coiffeuse
keines dieser Kriterien erfülle, gelte diese Tätigkeit wei
terhin als zu 100 % zumutbar
.
Eine namhafte psychiatrische Erkrankung bestehe sodann nicht mehr (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend,
sie leide seit der Geburt ihrer Tochter (1997) an Epilepsie. Seit 2004 sei sie immer wieder stationär und ambulant im
D._
in Behandlung gewesen. Eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit habe spätestens am 31. Juli 2011 mit einem stationären Aufenthalt im
D._
begonnen, der bis am 2. September 2011 gedauert habe. Nach dem Austritt habe sie einen Zusammenbruch erlitten und sei aufgrund einer depressiven Reaktion von Dr. med.
E._
vom 5. September 2011 bis auf weiteres als arbeitsunfähig beurteilt worden.
Auch von den übrigen
behandelnden Ärzten sei ihr weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden
(Urk. 1 S. 3 f.). Vom 28. März 2013 bis am 12. April 2013 sei sie stationär im
F._
behandelt worden. Diesen Bericht habe die Beschwerdegegnerin jedoch in Verletzung ihrer gesetzlichen Abklärungspflicht nicht beigezogen, weshalb auch der psychiatrische Gutachter keine Kenntnis davon erhalten habe. Die retrospektive Beurteilung der psychiatrisch begründeten Arbeitsunfähigkeit widerspreche den echtzeitlichen fachärztlichen Berichten des
A._
und des
F._
und sei damit beweisrechtlich nicht verwertbar (Urk. 1 S. 5 f.). Nach Rückfrage der Beschwerdegegnerin hätten die Gutachter in ihrer Stellungnahme vom 27. März 2015 ausgeführt, die retrospektive Attestierung e
iner Arbeitsunfähigkeit sei
nicht mit der gebotenen Wahrscheinlichkeit möglich. Die Beschwerdegegnerin habe diese unmissverständliche gutachterliche Aussage nicht korrekt zur Kenntnis genommen, sondern fälschlicherweise behauptet, es sei seit 2005 nicht von
einer längerdauernden Arbeitsunfähigkeit auszugehen (Urk. 1 S. 6).
Die Diagnose des begutachtenden Psychiaters sei sodann falsch, da die Belastungssituation länger als 2 Jahre dauere und die Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion nach ICD-10 F43.2 somit nicht zulässig sei.
D
ie Beschwerdeführerin
sei sodann in ihrem vor über 30
Jahren letztmals ausgeübten Beruf als
Coiffeuse
heute nicht 100 % arbeitsfähig. Zur Beurteilung der aktuellen Arbeitsfähigkeit sei ein neues psy
chiatrisches Gutachten einzuholen (Urk. 1 S. 8). Bei der neuropsychologischen Beurteilung seien zudem Abklärungsresultate vertauscht worden; es erscheine der Name einer anderen Patientin. Die neuropsychologischen Testergebnisse und Diagnosen seien
somit
falsch und beträfen nicht die Beschwerdeführerin, weshalb auch ein neues neuropsychologisches Gutachten einzuholen sei. Sodann sei auch ein Arbeitsbelastungstraining in einer dafür geeigneten Insti
tution in Auftrag zu geben (Urk. 1 S. 8 f.).
2.3
In der Beschwerdeantwort vom 4. September 2015 brachte die Beschwerdegegnerin vor, Berichte von behandelnden Ärzten seien mit Vorbe
halt zu würdigen, einem Gutachten komme höherer Beweiswert zu. Der begut
achtende Psychiater habe ausgeführt, dass vor dem Hintergrund der eindeutig reaktiven Symptomauslösung die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode nicht haltbar sei. Zudem habe er auf die guten Kompetenzen der Beschwerdegegnerin (richtig: Beschwerdeführerin) hingewiesen, der
Symptom
ausprägung
entgegenzuwirken (Teilnahme an einer Psychoedukationsgruppe, Leiten einer Kochgruppe für ältere Patienten und
Leiten
einer Spielgruppe). Sodann könne von einem Scheitern eine
r
konsequent befolgten
Depressions
therapie
nicht d
ie Rede sein (Urk. 9).
2.4
In der Stellungnahme vom 29. Oktober 2015 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest
. Die Beschwerdeführerin habe eine konsequente
Depressi
onstherapie
durchgeführt. Die retrospektive gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei nicht nachvollziehbar. Retrospektive Beurteilungen seien gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ohnehin nur zurückhaltend zu gewichten (Urk. 16).
3.
3.1
Vorgängig zu den nachstehenden Erwägungen (E. 4 ff.)
ist auf die Rüge der Beschwerdeführerin
einzugehen
, das neuropsychologische Gutachten sei nicht verwertbar, da Abklärungsresultate vertauscht worden seie
n
.
Da
im neuropsy
chologischen Teilgutachten an zwei Stellen statt des Namens der Beschwerde
führerin der Name einer gewis
sen „Frau
G._
“ erwähnt wurde
(vgl. Ziff. 2.4.2 neuropsy
chologischer Befund [Urk. 10/48 S.
44] und Ziff. 2.4.4 neu
ropsycholog
ische Beurteilung [Urk. 10/48 S. 45]), wurden die
Y._
-
Gutachter Prof.
Dr.
med.
B._
und Dipl. Psych.
C._
mit Verfügung vom 11. September 2015 zur Stellungnahme aufgefordert (Urk. 11).
3.2
Die beiden Gutachter gaben in ihrer Stellungnahme vom 15. September 2015 zur Auskunft, nach Prüfung des
zur Diskussion
stehenden Gutachtens handle es sich um einen ausschliesslich den Namen der Beschwerdeführerin betreffenden Diktier- und Schreibfehler seitens des Unterzeichners
C._
. Die berichteten Untersuchungsbefunde beträfen ausschliesslich die Beschwerdeführerin, deren Name im übrigen Text des neuropsychologischen Gutachtens mehrfach korrekt genannt werde. Inhaltlich sei dies auch aus dem Verweis auf „Absencen“ (hier synonym für „Anfälle) ersichtlich, da hier also auf die anamnestischen Angaben von „Anfällen“ Bezug genommen werde. Auch würden die erhobenen
Befund
ergebnisse
mit der Zusammenfassung und Beurteilung inhaltlich übereinstim
men. Weiter hätten die Unterzeichner das vom
Gutachter
C._
erstellte Gut
achten „
G._
“ überprüft und festgestellt, dass hier ebenfalls keine inhaltliche Vertauschung (und auch keine den Namen betreffende Verwechslung) vorliege (Urk. 13).
3.3
In der Stellungnahme vom 29. Oktober 2015
führte
die Beschwerdeführerin
aus, die gutachterliche
Behauptung, es liege gleichzeitig ein Diktier- und Schreib
fehler vor, sei eine Schutzbehauptung. Entweder habe der Gutachter seinen Bericht diktiert oder ihn selbst geschrieben, nicht beides. Die neuropsychologi
sche Beurteilung sei nicht verwertbar. Sollte das Gericht anderer Ansicht sein, werde beantragt, dass es das Gutachten der anderen Patientin beiziehe. Der Vergleich werde ergeben, dass sicherlich keine V
erwechslung stattgefunden habe
(Urk. 16).
3.4
Wie die Gutachter zu Recht anmerk
t
en, wurde im neuropsychologischen Teilgutachten nicht ausschliesslich der Name „
G._
“ erwähnt; der Name der Beschwerdeführerin wurde mehrfach aufgeführt und zwar nicht nur unter dem Titel der neuropsychologischen Anamnese (vgl. z.B. Urk. 10/48 S. 40, S. 42), sondern auch bei der Befundbeschreibung (Urk. 10/48 S. 44)
. Die erhobenen Befundergebnisse stimmen sodann mit der Zusammenfassung und Beurteilung (wo der Name „
G._
“ erscheint) inhaltlich überein. Zutreffend wiesen die Gutachter
ferner
darauf hin, dass aus dem verwendeten Begriff „Absencen“
darauf geschlossen werden könne
, dass damit auf die von der Beschwerdeführerin geklagten
epileptischen Anfälle
Bezug genommen
werde.
Es ist somit erstellt, dass es sich bei der Verwendung des Namens „
G._
“ um einen
reinen
Verschrieb handelte. Dies wurde von den Gutachtern überdies durch Konsultation des
anderen
Gutachtens
„
G._
“
verifiziert. Der Vorhalt der
Beschwerdeführerin, es könne nicht gleichzeitig ein Diktier- und ein Schreibfehler vorliegen,
ist nicht stichhaltig
. Wenn der Name vom Gutachter falsch diktiert wurde, wurde er bei der Niederschrift des Diktierten durch eine Drittperson auch falsch geschrieben. In diesem Sinne mindert der genannte Verschrieb den Beweiswert des Gutachtens aus formeller Sicht nicht.
Es ist
daher
weder das Gutachten „
G._
“ beizuziehen
, noch ist eine
neue neu
ropsychologische Begutachtung anzuordnen.
3.5
Des Weiteren trifft zu, dass die Beschwerdegegnerin den Austrittsbericht des
F._
vom 22. April 2013
(Urk. 3/3)
nicht
ein
geholt
hatte
und dieser den Gutacht
ern deshalb nicht vorlag
. Ein Hinweis auf den Aufenthalt
der Beschwerdeführerin
im
F._
vom 28. März bis 12. April 2013
wäre dem Bericht
des
A._
vom 26. September 2013 zu entnehmen gewesen (Urk. 10/40/1).
Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt jedoch bloss soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (vgl. Ueli
Kieser
, ATSG Kommentar,
3.
Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 43 N 20).
Von einer Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes zufolge Nichteinholens des Austrittsberichts des
F._
vom 22. April 2013 kann daher nicht ohne weiteres ausgegangen werden. Schliesslich veranlasste die Beschwerdegegnerin zur Klärung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin eine polydisziplinäre Begutachtung, unter Vorlage sämtlicher
übrige
r
Arztberichte. Es ist daher zu prüfen, ob
der Beweiswert des Gutachtens durch den fehle
nden Bericht
des
F._
geschmälert wird beziehungsweise ob der
genannte
Bericht an der Nachvollziehbarkeit der gutachterlichen Beurteilung
etwas ändert
(
E. 5.3
)
.
4
.
4
.1
Das von der Beschwerdegegnerin eingeholte polydisziplinäre Gutachten de
r
Y._
vom 7. November 2014 beruht auf Untersuchungen in den Fachgebieten Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Neuropsychologie
(Urk. 10/48/1-51).
In
der
interdisziplinären Zusammenfassung des
Gutachten
s
wurde
als
Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine Epilepsie mit einfachen komplex-fokalen Anfällen aufgeführt. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit nannten die Gutachter sodann 1) einen chronischen Spannungskopf
schmerz, 2) eine Migräne, 3) einen schädlichen Gebrauch von Cannabis und Kokain, derzeit abstinent, sowie 4) einen Restzustand einer Anpassungsstörung mit längerer dep
ressiver Reaktion (Urk. 10/48 S. 48
).
Gemäss
dem
begutachtende
n
Neurologen
gab die Beschwerdeführerin in der Anamneseerhebung
zur Auskunft, im Jahr 2011 hätten sich die
Anfallshäufig
keit
und die Intensität der epileptischen Anfälle verstärkt
. Sie habe im Dezember 2011 ein neues
Antiepileptikum
bekommen, was bei ihr starken Durchfall ver
ursacht habe. Sie sei damals so frustriert und enttäuscht gewesen, dass sie die Medikamente ganz abgesetzt und 6 Monate lang versucht habe, nur mit homö
opathischer Medikation zurechtzukommen. Dies habe jedoch nicht funktioniert; in dieser Zeit habe sie auch tagsüber plötzliche Anfälle mit Einnässen bekom
men, was sie sozial stark behindert habe. Sie habe sich nicht mehr aus dem Haus getraut und ständig Einlagen tragen müssen. Sie habe dann im Dezember 2012 wieder begonnen,
Tegretal
zu nehmen und nehme mo
mentan 1000
mg am Tag, worunter sich die Anfallshäufigkeit
etwas gebessert habe. Sie leide jetzt nur noch unter nächtlichen Anfällen, tagsüber sei nichts mehr aufgetreten, auch kein Einnässen mehr (Urk. 10/48 S. 25).
S
eit etwa 2013 nehme
sie
zudem
Trit
tico
ein, womit sie besser schlafen könne. An der
(nächtlichen)
Anfallsfrequenz habe das Medikament zwar nichts geändert, doch erlebe sie die Anfälle seither nicht mehr so bewusst mit
(Urk. 10/48 S. 24)
.
Sie lebe
zusammen mit ihrem Ehemann und ihrer aktuell 17-jährigen Tochter. Im Alltag stehe sie üblicher
weise um 05.00 Uhr auf und gehe mit ihrem Hund spazieren. Sie
üb
e etwa ein
mal in der Woche eine freiwillige Tätigkeit in der Psychiatrischen Klinik
aus
, wobei sie zweimal im Monat eine Kochgruppe betreue und zweimal im Monat mit dortigen Insassen Spiele mache. Einmal im Monat absolviere sie derzeit eine Weiterbildung, die das Ziel habe, später psychisch kranken Menschen zu helfen
,
und die einmal im Monat ein zweitägiges Modul mit einer Dauer von 09.00 Uhr morgens bis 17.00 Uhr nachmittags beinhalte. Sie beabsichtige, mit der Ausbil
dung Ende 2015 fertig zu sein und sich dann eine etwa 50%ige Anstellung in einer psychiatrischen Klinik zu suchen. Sie kümmere sich zu Hause um den Haushalt und koche. Mehrfach am Tag gehe sie mit ihrem Hund spazieren. Sie habe zwar einen Fahrausweis, dürfe aber nicht Auto fahren. Vor 3 Wochen habe sie wieder mit Fahrradfahren begonnen. Nach ihrer Depression im vergangenen Jahr würden sich die sozialen Kontakte wieder etwas bessern, sie habe gute Freunde (Urk. 10/48 S. 27
; zum Tagesablauf vgl. auch Urk. 10/48/35
). Nach ein
gehender Untersuchung gelangte der begutachtende Neurologe zum Schluss, der körperlich neurologische Befund sei regelrecht. Die Untersuchung der Koordi
nation, der Hirnnerven, der Motorik, der Sensibilit
ät, der Stand- und Gangver
suche
sowie der Muskeleigenreflexe sei komplett unauffällig. Die Konzentrati
onsfähigkeit, die Auffassungsgabe und die geistige Spannkraft seien nicht beeinträchtigt. Bei der Beschwerdeführerin bestehe sei
t
etwa 17 Jahren eine
komplex-fokale Epilepsie, die momentan medikamentös eingestellt sei. Auf
grund der Epilepsie sei (einzig) von einer qualitativen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (Urk. 10/48 S. 31).
Gemäss
dem
begutachtende
n
Psychiater gab die Beschwerdeführerin in der Anamneseerhebung zur Auskunft, der Nachtschlaf sei in Abhängigkeit der nächtlichen Anfallsfrequenz mehr oder weniger gestört. Sie sei schneller erschöpfbar, leide mitunter unter unspezifischen Ängsten, nach draussen zu gehen sowie Menschen zu begegnen. Die Stimmung sei unterschiedlich. Wenn sie sich müde und schwach fühle, sei die Stimmung auch depressiv und der Antrieb vermindert. Sie wirke dem mit ihrem Pflichtbewusstsein entgegen. Manchmal sei sie nachdenklich über ihre gesundheitliche und finanzielle Situa
tion, nachts könne dies bis zum Grübeln ausarten. Insgesamt gehe es ihr seit einem Monat besser
(Urk. 10/48 S. 31 f.). Die Beschwerdeführerin schilderte zur psychiatrischen Vorgeschichte
sodann unter anderem
, eine psychiatri
sche/psychotherapeutische Behandlung finde seit 2011 statt. Seit circa einem Jahr erhalte sie
Trittico
zur Nach
t
, wodurch sie besser einschlafen könne.
Sie habe zudem
beschrieben, sich um einen strukturierten, möglichst aktiven Tages
ablauf zu bemühen, was auch zu einer Verbesserung ihres psychischen Zustan
des sei
t
nunmehr einem Monat geführt habe (Urk. 10/48 S. 33).
Der begutach
tende Psychiater hielt in seiner Beurteilung zusammenfassend fest, unter Wür
digung der im Dossier vorhandenen Arztbericht
e
, der anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin und der aktuell erhobenen Befunde aus gutachterlicher Sicht sei eine reaktive depressive Entwicklung, resultierend aus den gesundheit
lichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin und insbesondere ausgelöst offensichtlich durch die Kündigung der letzten Arbeitsstelle
,
zu konstatieren mit inzwischen deutlicher Symptomremission. Nach den Kriterien des ICD-10 ergebe sich somit die Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion. Aktuell bestehe nur noch eine Restsymptomatik, aus welcher für die Beschwerdeführerin keine relevanten Beeinträchtigungen mehr resultierten. So sei ihr auf Basis einer sehr leistungsorientierten Persönlichkeitsstruktur ein strukturierter, recht aktiver, von verschiedenen Interessen geprägter Tagesablauf möglich. Die von der Beschwerdeführerin beklagten Angstsymptome seien am ehesten im Sinne einer generalisierten Angst einzuordnen, führten ab
er offen
sichtlich nicht mehr zu einem
Vermeidungsverhalten (viele Aussenaktivitäten wie z.B. freiwillige Arbeit) und seien als Komponente der Anpassungsstörung zu werten. Die Kriterien einer eigenständigen Störung im Sinne einer generalisier
ten Angststörung seien hingegen nicht gegeben. Aufgrund des reaktiven Cha
rakters des Symptombildes und der inzwischen guten Symptomremission sei aus gutachterlicher Sicht trotz des Überschreitens der Zweijahresfrist, welche im ICD-10 für die längere depressive Reaktion gesetzt werde, sinnvollerweise
immer noch die Diagnose einer Anpassungsstörung als zutreffend
diagnosti
zierbar
. Die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode sei aus aktueller gutachterlicher Sicht vor dem Hintergrund der eindeutig reaktiven
Symptom
auslösung
und der nicht vorhandenen Kriterien für eine mittelgradige depressiv geprägte Symptomatik nicht haltbar (Urk. 10/48 S. 39). Es ergebe sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 10/48 S. 40).
Der begutachtende Neuropsychologe
beschrieb die Beschwerdeführerin während der Exploration als offen, kooperativ, direkt, angemessen gekleidet, im Auftre
ten emotional schwingungsfähig und reflexionsfähig. Es habe keine Anzeichen von Ermüdung oder „Absencen“, keinen Anfall und keine Anzeichen für einen Anfall gegeben (Urk. 10/48 S. 43). In der Beurteilung führte der begutachtende Neuropsychologe aus, das Testergebnis dokumentiere bei Frau
G._
(richtig: Frau
X._
) eine durchschnittliche Leistungsfähigkeit der geprüften Aufmerksamkeitskomponenten unter einer durch
den Test bedingten, deutlich erhöhten Anforderung an das konzentrierte Arbeiten
.
Auch im klinischen Ein
druck habe sich kein Anhalt für eine namhafte kognitive Einschränkung erge
ben.
Eine
Minderung
der Arbeitsfähigkeit
sei also neuropsychologisch nicht evident
(Urk. 10/48 S. 45
).
Die Gutachter führten in der zusammenfassenden Konsensbeurteilung aus, sie kämen gemeinsam zum Schluss, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten sowie jedweder vergleichbaren Tätigkeit oder auch einer anderen Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes sei mit 100 % zu bewerten (Pensum und Rendement 100 %). Aufgrund der Epilepsie sei dabei von einer qualitativen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Namentlich kämen Arbeiten an gefährdenden Maschinen, auf Leitern und Gerüsten beziehungs
weise mit Absturzgefahr sowie Arbeiten, die mit dem Führen eines Kraftfahr
zeuges verbunden seien, nicht mehr in Frage. Gut geeignet seien jedoch wech
selnde Belastungen beziehungsweise überwiegend sitzend ausgeübte Arbeiten, zum Beispiel an Produktionslinien, an Pforten, Auskunftstresen, in Telefon
diensten sowie auch im Detailhandel, dies per sofort geltend (Urk. 10/48 S. 45).
Wahrscheinlich habe auch bereits seit 2005 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestanden
. Hierzu werde auf die Ausführungen und Diskussionen der aktenkun
digen Vorbewertungen der Arbeitsfähigkeit im Kapitel „Konsensbeurteilung“ verwiesen. Ob eine vorangehend längerfristige namhafte depressive Störung bestanden habe, sei angesichts der Aktendaten und des jetzigen Befunds allen
falls als möglich und passager zu bezeichnen, zeitlich und quantifizierend zudem nicht ausreichend eingrenzbar (Urk. 10/48 S. 49
)
.
4.2
Nachdem die Beschwerdegegnerin die Gutachter um erneute Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für die Zeit von 2012 bis zur Begut
achtung gebeten hatte (Urk. 10/50), gaben diese am 27. März 2015 unter Hin
weis auf die bereits gemachten Ausführungen zur Auskunft, eine retrospektive Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit sei nicht mit der gebotenen Wahrschein
lichkeit möglich (Urk. 10/53).
5.
5.1
Das polydisziplinäre Gutachten
des
Y._
vom 7. November 2014 (Urk. 10/48), inkl. Ergänzung vom 27. März 2015 (Urk. 10/53),
vermag die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vol
l
umfänglich zu erfüllen (E. 1.4
). So tätigten d
ie Gutachter sorgfältige, umfas
sende Abklärungen, berücksichtigten die g
eklagten Beschwerden und begrün
deten ihre Einschätzung in nachvollziehbare
r Weise sowie in Auseinanderset
zung mit den
vorgelegten
Vorakten
. Die Gutachter le
gten die medizinischen Zusammen
hänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begründeten ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar.
5.2
Hinsichtlich der Epilepsie-Erkrankun
g der Beschwerdeführerin erweist
sich die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit als schlüssig und im Einklang mit den Einschätzungen der Ärzte des
D._
. Dass die Beschwerdeführerin mehrmals stationär im
D._
hospitalisiert war (vgl. die Vorbringen in Urk. 1 S. 3 f.)
und ihr für diese Aufenthalte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde,
trifft zu
(
vgl. insbesondere
die
Bericht
e
des
D._
vom 16. Februar 2012
[Urk. 10/14]
und vom 10. April 2013 [Urk. 10/34]
über
die Aufenthalte vom 22. November bis 17. Dezember 2004, vom 4. bis 15. Juli 2005, vom 24. Februar bis 3. März 2011, vom 20. bis 22. Juli 2011, vom 31. Juli bis 2. September 2011, vom 8. bis 23. November 2011 und vom 1
4.
bis 22. Dezember 2011). Darüber hinaus attestierten die Ärzte des
D._
der Beschwerdeführerin allerdings keine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 10/14/3).
Aus der
in der Krankengeschichte eingetragenen
Telefonnotiz des
D._
vom 6. Februar 2012 geht sodann die Einschätzung des behandelnden Arztes hervor, die Epilepsie-Erkrankung der Beschwerdeführerin begründe nicht ohne weiteres eine Invalidität (Urk. 10/34/7). Die von der Beschwerdeführerin beabsichtigte Einholung einer Zweitmeinung über ihre Epilepsie-Erkrankung am
H._
(vgl. Urk. 10/34/7) scheiterte
ferner
daran, dass sie sich dort nach einer ersten Sprechstunde nicht mehr meldete (Urk. 10/35
; vgl. auch Urk. 10/36
).
Anzufügen bleibt, dass eine Verschlechterung der Epilepsie-Erkrankung durch auch tagsüber auftretende Anfälle mit Einnässen
nach eigenen Angaben der Beschwerdeführerin durch das Absetzen der Medikamente verursacht wurde. Seit der erneuten Einnahme von
Tegretal
leide sie
nur noch unter nächtlichen Anfällen, tagsüber sei nichts mehr aufgetreten, auch kein Einnässen mehr (Urk. 10/48 S. 25).
Nach dem Gesagten vermag die Beschwerdeführerin
aus somatischer Sicht
der überzeugenden gutachterlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, welche im Einklang mit der Einschätzung der behandelnden Ärzte steht, nichts entgegenzusetzen.
Dies gilt sowohl für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der Begutachtung als auch für die Zeit ab 1. Juli 2012 (frühester Zeitpunkt eines Rentenanspruchs gemäss Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG).
5.3
Die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ab dem Zeitpunkt der Begut
achtung vermag auch aus psychiatrischer
und neuropsychologischer
Sicht zu überzeugen.
Die entsprechenden
Befund
e bieten
keinen Anlass, von einer Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Die Beschwerdeführerin schilderte sodann selbst, dass es zu einer Verbesserung ihres psychischen Zustandes seit nunmehr einem Monat gekommen sei
(Urk. 10/48 S. 33), worauf auch ihre zahlreichen Aktivitäten schliessen lassen (vgl. die Schilderung des Tagesablaufs in Urk. 10/48 S. 27).
In Bezug auf den im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht von med.
pract
.
I._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psy
chotherapie, vom 29. Juni 2015 (Urk. 3/4) ist sodann darauf hinzuweisen
, dass deren
Einschätzung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit im zweiten Arbeitsmarkt nicht mit der
von ihr
gestellten Diagnose einer aktuell leichten depressiven Episode (ICD-10 F32.01) mit somatischem Syndrom vereinbar ist. Eine leichte depressive Episode vermag grundsätzlich keine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit zu begründen. Schliesslich ist in Bezug auf
med.
pract
.
I._ auch der Erfahrungstat
sache Rechnung zu tragen, dass be
handelnde Ärzte mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Was die retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht betrifft, ist letztlich nicht von Belang, ob für die Zeit vom 1. Juli 2012 (frühester Zeitpunkt eines Rentenanspruchs gemäss Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG) bis zur Begutachtung von einer mittelgradigen depressiven Episode oder einer
Anpas
sungsstörung
mit längerer depressiver Reaktion
auszugehen ist
. Bei einer
Anpassungsstörung
mit längerer depressiver Reaktion handelt es sich
grund
sätzlich um ein vorübergehendes und deshalb an sich nicht invalidisierendes Leiden (Urteile des Bundesgerichts 9C_
4/2013 vom 19. Dezember 2013 E. 2.2 und 8C_322/2010 vom 9.
August 2010 E. 5.2, je mit Hinweisen).
Leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis gelten als behandelbar (Urteil des Bundesgerichtes 9C_454/2014 vom 29. Oktober 2013
E.
4.1 mit Hinweisen). Dass die depressive Symptomatik der Beschwerdeführerin
tatsächlich
behandelbar war, ergibt sich aus dem Verlauf der Krankenge
schichte. Der psychische Zustand der Beschwerdeführerin verbesserte sich mit der Einnahme
der Psychopharmaka sowie unter dem Einfluss der psychothera
peutischen Behandlung. Eine Verbesserung stellte sich somit bloss deshalb über einen längeren Zeitraum nicht ein, weil sich die Beschwerdeführerin keiner
angemessenen psychopharmakologischen Behandlung unterz
iehen
wollte
(vgl. den Bericht des
A._
vom 6. Juli 2012 [Urk. 10/24/2]
und vom 4. März 2013 [Urk. 10/33/2]
). Eine Behandlungsresistenz
ist
somit nicht
ausgewiesen
.
Der von der Beschwerdegegnerin nicht eingeholte, im Beschwerdeverfahren von der Beschwerdeführerin vorgelegte Bericht des
F._
vom 22. April 2013 (Urk. 3/3) ändert nichts an der Nachvollziehbarkeit der gutachterlichen Beurteilung. Auch aus
diesem Bericht
geht hervor, dass die Beschwerdeführerin zunächst eine antidepressive Medikation ablehnte, dann aber
letztlich doch
für einen Therapieversuch überzeugt werden konnte, was
allmählich
zur besagten Besserung führte (Urk. 3/3 S. 2
; vgl. auch Urk. 10/40
).
Dass die retrospektive Beurteilung der psychiatrisch begründeten Arbeitsunfähigkeit den Berichten des
A._
und des
F._
widerspricht, führt, wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht (Urk. 1 S. 5 f.), also nicht zur Unverwertbarkeit des Gutachtens. Auch an dieser Stelle ist auf die auftragsrechtliche Vertrauensstellung der behandelnden Ärzte hinzuweisen (vgl. E. 5.2).
Zuletzt ist darauf hinzuweisen, dass die im Beschwerdeverfahren eingereichten Arbeitsunfähigkeitszeugnisse der
Z._
für die Dauer vom 3. Mai 2013 bis zum 30. November 2014 (Urk. 8/5a-d) mangels Nachvollziehbarkeit nicht geeignet sind, die gut
achterliche Beurteilung in Frage zu stellen.
Es besteht auch kein Anlass, ein Arbeitsbelastungstraining in Auftrag zu geben.
5.4
Nach dem Gesagten kommt dem
Gutachten
volle Beweiskraft zu, weshalb
mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt ist
,
dass de
r Beschwerdeführerin
bei Aufbietung allen guten Willens (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen)
eine 100%ige Arbeits
-
tätigkeit in einer angepassten Tätigkeit (ohne Arbeiten an gefährdenden Ma
-
schinen
, auf Leitern und Gerüsten beziehungsweise mit Absturzgefahr sowie Arbeiten, die mit dem Führen eines Kraftfahrzeuges verbunden sind) zumutbar ist.
Sowohl die Tätigkeit als
Coiffeuse
als auch
die in der Vergangenheit länger
fristig ausgeübten Tätigkeiten bei einer Autovermietung (am Schalter mit
Kun
denkontakt
), Sachbearbeiterin, Telefon- und Empfangsdame (vgl. Urk. 10/29) sind als angepasste Tätigkeiten zu betrachten.
Ein Einkommensvergleich erüb
rigt sich
damit, auch
da die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben im Gesundheitsfall nicht mehr als 50 % arbeiten würde (Urk. 10/32).
6.
Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
7.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di
e Bewilligung oder die Verweige
rung von Leistungen der Invalidenversiche
r
ung vor dem kantonalen Versiche
rungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und u
nabhängig vom Streitwert im Rah
men von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 600.-- als angemes
sen.
Ausgangsgemäss
ist diese der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.