Decision ID: 5d7c70d2-825e-5fd9-a790-83cfb917031f
Year: 2017
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A._ (im Folgenden: Beschwerdeführer oder Versicherter) wurde am
(...) 1955 geboren und ist kroatischer Staatsangehöriger. Zwischen 1978
und 1996 war er mehrmals in der Schweiz erwerbstätig (Vorakten [nachfol-
gend IV-act.] 6, 9, 25).
B.
B.a Am 13. November 2012 (IV-act. 6) meldete sich der Versicherte bei der
IVSTA zum Bezug von Leistungen der Schweizerischen Invalidenversiche-
rung an. In der Folge reichte er 44 ausländische Arztberichte aus den Jah-
ren 2005 bis 2012 ein (IV-act. 3, 12, 14-17).
B.b Mit Verfügung vom 24. Juni 2013 (IV-act. 23) stellte die IVSTA fest, es
liege keine rentenbegründende Invalidität vor, und wies das Leistungsbe-
gehren ab. Diese erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
C.
C.a Am 26. Februar 2014 (IV-act. 24) ersuchte der Versicherte die IVSTA
erneut um Zusprechung einer Rente.
C.b Im Laufe des Verfahrens reichte er einen kroatischen Rentenbescheid
vom 22. Februar 2011 und bereits bei den Akten liegende Arztberichte aus
den Jahren 2007 bis 2012 (IV-act. 27/11-17), sowie medizinische Berichte
von Dr. B._ (Facharzt für Allgemeinchirurgie) vom 8. Mai 2013 und
18. Dezember 2013 (IV-act. 27/9, 27/7, 33, 35), von Dr. C._ (Radi-
ologin) vom 9. April 2013 (IV-act. 27/10, 36), von Dr. D._ (Fachärztin
für physikalische Medizin und Rehabilitation) vom 11. Oktober 2013, 21.
Februar 2014 und 21. März 2014 (IV-act. 27/8, 27/5-27/6, 31-32, 34), und
von Dr. E._ (Gutachterin) vom 29. April 2014 (IV-act. 27/1-4, 30)
ein. Nach einer Einschätzung dieser Unterlagen durch den medizinischen
Dienst der IVSTA vom 24. Januar 2015 (IV-act. 42) teilte die Vorinstanz
dem Versicherten mit Vorbescheid vom 4. Februar 2015 (IV-act. 43) mit, es
sei nicht glaubhaft gemacht worden, dass sich der Grad der Invalidität in
einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert habe, weshalb sie
nicht in der Lage sei, das neue Gesuch zu prüfen.
C.c Der Versicherte erhob mit Eingabe vom 3. März 2015 (IV-act. 44, 49)
Einwand und reichte 96 Arztberichte ein (IV-act. 50), darunter 61 erstmals
beigebrachte Dokumente aus den Jahren 2006 bis 2013, sowie einen Be-
richt von Dr. F._ vom 5. Juli 2013 (IV-act. 75). Dazu führte er aus,
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aus der ausführlichen spezialärztlichen Dokumentation gehe hervor, dass
er die Voraussetzungen für eine ganze Rente seit dem 1. November 2011
erfülle. Da die IVSTA nicht alle eingereichten Arztberichte habe übersetzen
lassen, hätten die Ärzte des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) diese
nicht berücksichtigen können.
C.d Mit Schreiben vom 14. April 2015 (IV-act. 51) teilte die IVSTA dem Ver-
sicherten mit, bei der Durchsicht der eingereichten Berichte habe sich er-
geben, dass diese keinen Aufschluss über den aktuellen Gesundheitszu-
stand geben würden und keine medizinischen Berichte nach dem 28. April
2014 existierten. Am 21. Mai 2015 (IV-act. 54) reichte der Versicherte wei-
tere Berichte von Dr. G._ (Facharzt für Chirurgie) vom 12. Mai 2015
(IV-act. 55/1-2, 83/1-3) und von Dr. H._ (Allgemeinmedizinerin) vom
15. Mai 2015 (IV-act. 55/3, 83/3) zu den Akten und führte aus, seit Ende
April 2014 gehe er vor allem zum Hausarzt, um Medikamente zu erhalten,
da er Spezialärzte aufgrund der schlechten finanziellen Lage nicht öfters
aufsuchen könne. Mit Stellungnahme vom 12. Juli 2015 (IV-act. 85) äus-
serte sich der medizinische Dienst zu den eingereichten Berichten.
C.e Mit Verfügung vom 4. September 2015 (IV-act. 87) wies die Vorinstanz
das Leistungsgesuch ab.
D.
Dagegen gelangte der Beschwerdeführer mit Beschwerde vom 5. Oktober
2015 (act. im Beschwerdeverfahren [nachfolgend: act.] 1) an das Bundes-
verwaltungsgericht. Er beantragt, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzu-
heben und es sei ihm wiedererwägungsweise ab dem 1. November 2011
eine ganze Rente zuzusprechen oder die Sache erneut abzuklären. In ver-
fahrensrechtlicher Hinsicht machte er geltend, er habe am 17. September
2015 bei der IVSTA Kopien der Akten einverlangt, diese aber bis zum Zeit-
punkt der Beschwerdeerhebung nicht erhalten. In diesem Zusammenhan-
gen ersuchte er zur Beschwerdeergänzung um eine Frist von 20 Tagen ab
Erhalt der Akten.
E.
Mit Eingabe vom 8. Oktober 2015 (act. 2) teilte der Beschwerdeführer mit,
er habe die Akten mittlerweile erhalten, und machte ergänzende Ausfüh-
rungen.
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Seite 4
F.
Mit Verfügung vom 14. Oktober 2015 (act. 3) setzte das Bundesverwal-
tungsgericht dem Beschwerdeführer Frist zur Bezahlung eines Kostenvor-
schusses an, welcher fristgerecht geleistet wurde (act. 5).
G.
Am 27. Oktober 2015 (act. 7) reichte der Beschwerdeführer fünf medizini-
sche Berichte von Dr. I._ (Facharzt für physikalische Medizin und
Rehabilitation) vom 2. Juni 2015, von Dr. B._ vom 11. Juni 2015,
von Dr. J._ (Facharzt für Orthopädie) vom 23. Juni 2015, von Dr.
K._ (Fachärztin für physikalische Medizin und Rehabilitation) und
L._ (Physiotherapeutin) vom 25. August 2015 und von Dr.
H._ vom 19. Oktober 2015 zu den Akten, die das Bundesverwal-
tungsgericht ins Deutsche übersetzen und der Vorinstanz zur Stellung-
nahme zukommen liess (act. 10 und 11).
H.
Mit ihrer Vernehmlassung vom 2. November 2015 (act. 8) beantragte die
Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Daran hielt sie mit ergänzen-
der Eingabe vom 14. Dezember 2015 (act. 12) unter Einreichung einer
Stellungnahme des medizinischen Dienstes vom 5. Dezember 2015 fest.
I.
Mit Replik vom 2. Februar 2016 (act. 14) hielt der Beschwerdeführer an
seinen Ausführungen in der Beschwerde fest.
J.
Die Vorinstanz verzichtete am 12. Februar 2016 (act. 16) auf eine materi-
elle Duplik.
K.
Mit unaufgeforderter Eingabe vom 29. Februar 2016 (act. 18) reichte der
Beschwerdeführer weitere Arztberichte von Dr. M._ (Facharzt für
Urologie) vom 1. Dezember 2015, 12. Januar und 1. Februar 2016, von Dr.
B._ vom 29. Januar 2016, von Dr. N._ (Facharzt für Neuro-
logie) vom 2. Februar 2016, von O._ (Facharzt für Radiologie) vom
22. Januar 2016, der Dres. P._ und Q._ (Facharzt für Anäs-
thesiologie) vom 25. Februar 2016, von Dr. R._ vom 22. Februar
2016, von Dr. S._ vom 22. Januar 2016, von Dr. T._ (Fach-
arzt für Chirurgie) vom 11. Februar 2016 und von Prof. Dr. U._ vom
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25. Februar 2016 zu den Akten. In diesem Zusammenhang machte er gel-
tend, aus den Unterlagen gehe hervor, dass es vor dem Erlass der ange-
fochtenen Verfügung zu einer wesentlichen Verschlechterung seines Ge-
sundheitszustands gekommen sei.
L.
Die IVSTA hielt mit Stellungnahme vom 8. April 2016 (act. 22) unter Einrei-
chung einer Stellungnahme des medizinischen Dienstes vom 3. April 2016
an ihrem Antrag fest.
M.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird,
soweit für die Entscheidfindung erforderlich, im Rahmen der nachfolgen-
den Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Zu den an-
fechtbaren Verfügungen gehören jene der IVSTA, welche eine Vorinstanz
des Bundesverwaltungsgerichts darstellt (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. auch
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die In-
validenversicherung [IVG, SR 831.20]).
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG).
Gestützt auf Art. 3 Bst. dbis VwVG findet dieses Gesetz in Sozialversiche-
rungssachen jedoch keine Anwendung, soweit das Bundesgesetz vom
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG, SR 830.1) anwendbar ist, was gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG für die
Invalidenversicherung (Art. 1a–26bis und 28–70) zutrifft, soweit das IVG
nicht ausdrücklich davon abweicht.
1.3 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 60
ATSG und Art. 50 Abs. 1 sowie 52 Abs. 1 VwVG). Als Adressat der ange-
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fochtenen Verfügung ist der Beschwerdeführer berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (vgl. Art. 59
ATSG). Nachdem auch der Kostenvorschuss fristgerecht geleistet wurde,
ergibt sich, dass sämtliche Prozessvoraussetzungen erfüllt sind.
Der Beschwerdeführer meldete sich am 13. November 2012 erstmals zum
Bezug einer Rente an. Da gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG der Rentenanspruch
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des
Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht, hätte ihm im da-
maligen Zeitpunkt eine allfällige Rente frühestens ab dem 1. Mai 2013 aus-
bezahlt werden können (vgl. Art. 29 Abs. 3 IVG). Mit Verfügung vom
24. Juni 2013 stellte die IVSTA eine Erwerbseinbusse von 36% fest und
verneinte einen Rentenanspruch. Gegen diese Verfügung hat der Be-
schwerdeführer kein Rechtsmittel ergriffen, womit sie in der Folge in
Rechtskraft erwuchs. Bezüglich jener Verfügung liegt eine abgeurteilte Sa-
che (res iudicata) im Rechtssinne vor, an die das Bundesverwaltungsge-
richt gebunden ist (vgl. zum Ganzen bspw. BGE 136 V 369 E. 3.1.1). Im
vorliegenden Verfahren kann ein Anspruch auf eine Rente ab dem Datum
der vorangehenden Verfügung geprüft werden; entstehen könnte ein sol-
cher Anspruch aber erst ab dem 1. August 2014 (sechs Monate nach der
zweiten Anmeldung vom 26. Februar 2014). In diesem Sinne ist auf die
Beschwerde einzutreten. Hingegen kann auf den Antrag, dem Beschwer-
deführer ab dem 1. November 2011 eine ganze Rente zuzusprechen, be-
treffend den Zeitraum vom 1. November 2011 bis 31. Juli 2014 nicht einge-
treten werden. Der verfahrensrechtliche Antrag auf Ansetzen einer Frist zur
Beschwerdeergänzung ab Empfang der vorinstanzlichen Akten ist
schliesslich mit der Einreichung der ergänzenden Stellungnahme vom
8. Oktober 2015 in Kenntnis der Vorakten gegenstandslos geworden.
1.4 Mit Vorbescheid vom 4. Februar 2015 erwog die Vorinstanz, auf das
Gesuch vom 26. Februar 2014 mangels glaubhafter erheblicher Verände-
rung des Invaliditätsgrads nicht einzutreten. Mit der angefochtenen Verfü-
gung wies sie das Gesuch hingegen ab, womit sie entgegen den Ausfüh-
rungen gemäss Vorbescheid auf das Gesuch eingetreten ist (BGE 130 V
64 E. 5.2.5 und Urteil des Bundesgerichts 8C_341/2011 vom 27. Juni 2011,
E. 2.2.2). Durch das Bundesverwaltungsgericht ist der angefochtene Ent-
scheid daher materiell zu überprüfen (vgl. jedoch nachfolgend E. 6.5).
Streitig ist insbesondere, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen
ist, dass aufgrund der bleibenden gesundheitlichen Einschränkungen des
Beschwerdeführers ein Invaliditätsgrad von 36% besteht, der keinen An-
spruch auf Ausrichtung einer Invalidenrente begründet.
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Seite 7
2.
Das Bundesverwaltungsgericht prüft im vorliegenden Verfahren die Verlet-
zung von Bundesrecht einschliesslich der Überschreitung oder des Miss-
brauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung
des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49
VwVG).
3.
Im Folgenden sind die im vorliegenden Verfahren im Wesentlichen an-
wendbaren Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen.
3.1 Der Beschwerdeführer ist kroatischer Staatsangehöriger und wohnt in
Kroatien. Das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen vom 21. Juni
1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der
Europäischen Gemeinschaft und ihrer Mitgliedsstaaten andererseits über
die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) wurde durch die Erweiterung
der Europäischen Union erst per 1. Januar 2017 auf den neuen Mitglied-
staat Kroatien ausgeweitet. Im vorliegend massgeblichen Zeitpunkt des Er-
lasses der angefochtenen Verfügung galt das bestehende Sozialversiche-
rungsabkommen zwischen der Schweiz und Kroatien.
Gemäss dem Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft und der Republik Kroatien über Soziale Sicherheit vom 9. April 1996
(Sozialversicherungsabkommen, SR 0.831.109.291.1) sind Angehörige
der jeweiligen Staaten den Angehörigen des Partnerstaates in Rechten
und Pflichten betreffend die angeführten Sozialversicherungen gleichge-
stellt, insoweit nicht das Abkommen selbst eine Differenzierung vorsieht
(Art. 4 Abs. 1 Sozialversicherungsabkommen). Im Übrigen bestimmen sich
die Fragen im Zusammenhang mit dem Anspruch auf Leistungen der
schweizerischen Invalidenversicherung aufgrund der schweizerischen
Rechtsvorschriften (vgl. Art. 2 bis 4 des Abkommens).
3.2 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung
hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 ATSG) und
beim Eintritt der Invalidität während der gesetzlich vorgesehenen Dauer
Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
(AHV/IV) geleistet hat.
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente,
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
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von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.
Nach Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von
weniger als 50% entsprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren
Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz ha-
ben (vgl. auch Art. 5 Abs. 2 des Sozialversicherungsabkommens). Vorbe-
hältlich einer – hier nicht vorliegenden – abweichenden staatsvertraglichen
Regelung entsteht bei Versicherten im Ausland der Rentenanspruch folg-
lich nur dann, wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unter-
bruch durchschnittlich mindestens zu 50% arbeitsunfähig gewesen sind
und der Invaliditätsgrad nach Ablauf der Wartezeit mindestens 50% beträgt
(vgl. BGE 121 V 264 E. 5 und 6; 130 V 253).
3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und
im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden kön-
nen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195 f.).
Im Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 40 des Bundesgesetzes vom
4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273] i.V.m. Art.
19 VwVG). Dies bedeutet, dass der Sozialversicherungsrichter alle Be-
weismittel objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver-
fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts-
anspruchs gestatten. Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt da-
von ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei-
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen be-
gründet sind (BGE 137 V 210 E. 6.2.2, 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a).
3.4 Die gesetzlichen Grundlagen der Invaliditätsschätzung sind verschie-
den, je nachdem, ob die betreffende Person vor dem Eintritt der Invalidität
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erwerbstätig war oder nicht. Der Invaliditätsgrad einer vollzeitig erwerbstä-
tigen Person wird nach dem in Art. 16 ATSG vorgesehenen Einkommens-
vergleich bestimmt.
4.
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert,
so wird eine neue Anmeldung nur dann geprüft, wenn damit glaubhaft ge-
macht wird, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch
erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2
Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV, SR
831.201]). Tritt die Verwaltung – wie im hier zu beurteilenden Fall – auf die
Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu
vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Ver-
änderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat
demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 ATSG
vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71). Stellt die Verwaltung fest, dass der
Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls
hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt,
um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und her-
nach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prü-
fung auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 f.).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Frage, ob eine rentenrelevante Verände-
rung des Sachverhalts glaubhaft ist, bildet die letzte rechtskräftige Verfü-
gung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchfüh-
rung eines Einkommensvergleichs beruht (vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4).
5.
5.1 Im Zeitpunkt der Erstverfügung vom 23. Juni 2013 (IV-act. 23) bestan-
den beim Beschwerdeführer verschiedene Erkrankungen der Wirbelsäule
und des Rückens. Der RAD Rhône stellte mit Schlussbericht vom 3. April
2013 (IV-act. 20) primär Kreuzschmerz (ICD-10: M54.4) und Zervikal-
neuralgie (ICD-10: M54.2) fest. Dazu wurde ausgeführt, der Beschwerde-
führer beklage sich seit mehr als 30 Jahren über Lumbalgie. Er sei im Ok-
tober 2007 ein erstes Mal aufgrund einer Diskushernie L5-S1 rechts und
einer Kanalverengung L4-L5 an der Wirbelsäule operiert worden (La-
minektomie L4-L5 und L5-S1 rechts, Foraminotomie, Mikrodiskektomie L5-
S1). Im Mai 2009 sei eine Spondylodese L4-S1 durchgeführt worden. Der
Beschwerdeführer beklage sich weiterhin über Lumbalgie und seit Kurzem
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über Zervikalgie. Die vorhandenen ärztlichen Berichte seien ausreichend,
um über den Gesundheitszustand zu befinden. Ohne gravierende neurolo-
gische Beeinträchtigungen seien degenerative Erkrankungen der Wirbel-
säule in der Regel mit Funktionseinschränkungen, nicht aber mit einer an-
dauernden Arbeitsunfähigkeit verbunden. Die Erkrankung der Wirbelsäule
rechtfertige eine volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
Tischler seit dem 13. Juni 2010. Hingegen bestehe ab jenem Datum eine
volle Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit unter Berücksichtigung
der Funktionseinschränkungen (Heben von Gewichten bis maximal 6kg;
keine schweren Arbeiten in gefährlichem Gelände; keine Arbeiten, die eine
übermässige Belastung durch Drehen und Beugen des Oberkörpers erfor-
dern; keine Tätigkeiten, die die regelmässige Benutzung von Treppen und
Leitern erfordern). Die Krankheit sei stabilisiert und der Zustand stationär.
Den Akten sind im Zeitpunkt der Einschätzung durch den RAD folgende
weiteren Diagnosen zu entnehmen:
 Zervikaler Bandscheibenschaden mit Radikulopathie (ICD-10:
M50.1): Nebendiagnosen Syndroma cervicobrachiale; Spondylosis cervi-
calis; Syndroma lumbosacrale; Spondylosis lumbalis (IV-act. 14, 16)
 Sonstige Bandscheibenschäden (ICD-10: M51.-) (IV-act. 12/16, 3/5,
3/19, 3/22)
 Lumbale und sonstige Bandscheibenschäden mit Radikulopathie
(ICD-10: M51.1): Nebendiagnosen Syndroma cervicale, cervicobrachiale
bill. Pp. Lat. Dex. Cum protrusio disci i.v. C4-C5; Syndroma lumbale chr.
(IV-act. 15); Protrusio disci iv. L V / S I; stenosis canali spinalis seg. L IV /
L V; Lumboischialgia lat. Dex. (IV-act. 12/9, 3/3, 3/9, 3/10, 3/16, 3/17)
 Sonstige näher bezeichnete Bandscheibendegeneration (ICD-10:
M51.3) (IV-act. 3/13)
 Zervikobrachial-Syndrom (ICD-10: M53.1) (IV-act. 3/3)
 Postlaminektomiesyndrom (ICD-10: M96.1) (IV-act.3/18)
 Chronische Gastritis, nicht näher bezeichnet (ICD-10: K29.6); Rü-
ckenmarkkompression, nicht näher bezeichnet (ICD-10: G95.2);
Prostatahyperplasie (ICD-10: N40) (IV-act. 3/5, 3/16, 3/17, 3/36)
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 Sonstige andauernde Persönlichkeitsänderungen (ICD-10: F62.8) (IV-
act. 3/16, 3/17)
Es ist davon auszugehen, dass diese Diagnosen bei der Beurteilung durch
den RAD ebenfalls berücksichtigt wurden. Die IVSTA berechnete gestützt
auf dessen Einschätzung eine Erwerbseinbusse von 36% (IV-act. 21). Aus-
gehend von der Lohnstrukturerhebung (LSE) 2010 ermittelte sie ein hypo-
thetisches Valideneinkommen von Fr. 5‘753.57 (Baugewerbe, sonstiges
Ausbaugewerbe [43], Anforderungsniveau 3 [Berufs- und Fachkenntnisse
vorausgesetzt], Männer: Fr. 5‘559.- bei 40 Wochenarbeitsstunden, hoch-
gerechnet auf die branchenübliche Wochenarbeitszeit von 41.4 Stunden)
und ein Invalideneinkommen von Fr. 3‘659.59 (Durchschnitt aus den Bran-
chen sonstige persönliche Dienstleistungen [96], Detailhandel [47], Wirt-
schaftliche Dienstleistungen für Unternehmen [82], Anforderungsniveau 4
[einfache und repetitive Tätigkeiten], Männer, hochgerechnet auf die übli-
che Wochenarbeitszeit im Tertiärsektor von 41.7 Stunden = Fr. 4‘574.49,
unter zusätzlicher Berücksichtigung eines Abzugs von 20% zufolge der
persönlichen und beruflichen Umstände, insbesondere der Funktionsein-
schränkungen, dem Alter und dem Fehlen einer Ausbildung).
5.2 Mit der Neuanmeldung und dem Einwand gegen den Vorbescheid wur-
den diverse medizinische Berichte eingereicht, darunter acht, die zwischen
Juli 2013 und Mai 2015 verfasst wurden. Auf die Berichte aus den Jahren
2006 bis Juni 2013 ist vorliegend nicht einzugehen, da für die Neubeurtei-
lung lediglich der medizinische Sachverhalt ab Erlass der Erstverfügung
massgeblich ist (vgl. vorne E. 1.3).
Den Berichten von Dr. F._ vom 5. Juli 2013 (IV-act. 75), Dr.
B._ vom 18. Dezember 2013 (IV-act. 33), Dr. D._ vom 11.
Oktober 2013, 21. Februar 2014 und 21. März 2014 (IV-act. 31-32, 34), Dr.
E._ vom 29. April 2014 (IV-act. 30), Dr. G._ vom 12. Mai
2015 (IV-act. 83/1-3) und Dr. H._ vom 15. Mai 2015 (IV-act. 83/3)
sind zusammengefasst folgende Diagnosen und Ausführungen zu entneh-
men:
 Zervikaler Bandscheibenschaden mit Radikulopathie (ICD-10:
M50.1): Durchgeführt wurde eine stationäre medizinische Rehabilitation.
Derzeit gebe es keine Indikationen für eine dringende operative Behand-
lungsmethode für die Halswirbelsäule. Therapiert werde mit Schonung
und einer peroralen analgetischen Salbe. Dauerhaft seien jegliche Körper-
belastungen zu meiden, besonders das Heben von schweren Lasten.
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Empfohlen werde, regelmässig ambulante physikalische Therapien durch-
zuführen (IV-act. 33, vgl. auch IV-act. 30).
 Lumbale und sonstige Bandscheibenschäden mit Myelopathie (ICD-
10: M51.0), Zervikobrachial-Syndrom (ICD-10: M53.1): Die Schmerzen
seien überwiegend mechanischer Natur. Klinischer Status: Selbständig
beweglich, er schont diskret beim Gehen das rechte Bein, die Hocke kann
er zur Hälfte ausführen, die Hals- und lumbale Lordose sind reduziert. Die
paravertebrale Muskulatur ist etwas angespannt, die Bewegungen sind in
beiden Segmenten reduziert, in terminaler Stufe. Das Lasègue-Zeichen
und der Ausstreck-Test für N. femoralis seien negativ. Die Tests bzgl. der
Irritationen der SI-Gelenke fielen negativ aus. Hüftgelenke mit halber Ro-
tation. In den anderen Gelenkbereichen erfolgten Bewegungen in vollem
Umfang. Die grobe Muskelkraft liege bei allen Gliedmassen im Normal-
wertbereich, die myotatischen Reflexe seien symmetrisch. Es werde eine
physikalische Therapie empfohlen (Schwimmen, manuelle Gymnastik,
Koordinations- und Gleichgewichtstraining, Suspensionsübungen, TENS
[transkutane elektrische Nervenstimulation] für die paravertebrale Musku-
latur - zervikal und lumbal) (IV-act. 32, 34, vgl. auch IV-act. 30).
Nach durchgeführter Physiotherapie teilweise Wiederkehr der Schmerzen
in den betroffenen Regionen der Halswirbelsäule und in der lumbosakra-
len Wirbelsäule. Die Muskeltrophik verbessere sich (IV-act. 31).
Die Lendenwirbelsäule sei palpatorisch schmerzempfindlich, PVM sei ver-
spannt. Lasègue beidseitig positiv bei 50 Grad. Rotationen in der linken
Hüfte eingeschränkt und schmerzhaft. Bewegungen der Halswirbelsäule
reduziert und schmerzhaft. Grobmotorik in beiden Händen geschwächt.
Keine Indikation für eine chirurgische Behandlung der Halswirbelsäule o-
der einen operativen Eingriff an der Lendenwirbelsäule. Mit regelmässiger
Physiotherapie solle die funktionale Kapazität der Wirbelsäule erhalten
werden (IV-act. 83).
 Lumboischialgie (ICD-10: M54.4); Postlaminektomiesyndrom (ICD-
10: M96.1); Sonstige Krankheiten des Muskel-Skelett-Syndroms
nach medizinischen Massnahmen (ICD-10: M96.8); Lumbale und
sonstige Bandscheibenschäden mit Radikulopathie (ICD-10: M51.1);
Spondylose (ICD-10: M47.-); Prostatahyperplasie (ICD-10: N40): Es
handle sich um einen Versicherten mit langjährigen schmerzhaften ver-
tebralen Syndromen, basierend auf degenerativen Veränderungen der
Wirbelsäule. In den Jahren 2008 und 2009 seien Operationen im Bereich
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der lumbosakralen Wirbelsäule durchgeführt worden, zurück geblieben
seien konstant anwesende Schmerzen im Bereich der lumbosakralen Wir-
belsäule, bei minimaler Beweglichkeit und betonter radikulärer Sympto-
matik, ohne neurologische Defizite. Das MRT der lumbosakralen Wirbel-
säule (12.12.2012) zeige eine breite grundlegende dorsale Protrusion des
l.-V.-Diskus mit Ausdehnung in beide neuralen Foramina und in die late-
ralen Rezessus im Niveau L4-L5 und L5-S1. Es bestehe auch ein
schmerzhaftes Zervikobrachial-Syndrom mit ausgeprägten Parästhesien
in den Armen, besonders in den Händen bei noch erhaltener grober mo-
torischer Kraft. Das MRT der Halswirbelsäule vom 08.05.2013 zeige poly-
tope spondylosisch-degenerative Veränderungen bei einer Diskusprotru-
sion im Niveau C6-C7 (IV-act. 30, vgl. auch IV-act. 75 und 83).
5.3 Der medizinische Dienst hielt am 24. Januar 2015 (IV-act. 42) fest, in
den aktuellen medizinischen Dokumenten fänden sich die bereits bekann-
ten Diagnosen ohne Hinweise auf neue funktionelle Einschränkungen und
keine relevanten bisher nicht bekannten Probleme. Der Versicherte sei in
seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig, eine angepasste
Verweistätigkeit sei aber weiterhin vollzeitig zumutbar. Am 12. Juli 2015 (IV-
act. 85) stellte der medizinische Dienst hinsichtlich der mit dem Einwand
eingereichten medizinischen Berichte fest, den neueren, übersetzten und
den lateinischen Begriffen in den älteren, nicht übersetzten Dokumenten
seien ebenfalls keine neuen, bisher nicht bekannte Probleme zu entneh-
men. Damit bleibe es bei der Schlussfolgerung vom 24. Januar 2015.
5.4 Die Vorinstanz begründete den abweisenden Entscheid insbesondere
damit, dass die Entscheide ausländischer Sozialversicherungen für die
schweizerische Invalidenversicherung nicht bindend seien. Die Invalidität
bemesse sich nach schweizerischem Recht nicht nur aufgrund der gesund-
heitlichen Beeinträchtigung als solche. Massgebend seien die Auswirkun-
gen der Beeinträchtigung auf die Erwerbsfähigkeit. Faktoren wie das Alter,
eine mangelnde Ausbildung, der Wohnsitz oder lokale wirtschaftliche Situ-
ation seien keine zusätzlichen Umstände, welche das Ausmass der Invali-
dität beeinflussen würden. Aus den Akten gehe hervor, dass Gesundheits-
beeinträchtigungen mit folgenden Einschränkungen bestehen würden:
Chronische Rückenschmerzen im Bereich der Lenden- und Halswirbel-
säule bei degenerativen Veränderungen und Zustand nach zweimaliger
Operation im Bereich der Lendenwirbelsäule. Das bedeute, dass selbstän-
dige Vollzeitarbeit mit Verantwortung, in Gruppen oder individuell mit kur-
zen Wegstrecken und Pausenunterbrüchen möglich sei. Hingegen seien
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schwere Arbeiten bei Kälte, Nässe und anderen extremen Witterungsein-
flüssen in gefährlichem Gelände, Arbeiten unter Stress, die eine übermäs-
sige Belastung durch Drehen und Beugen des Oberkörpers erforderten,
Arbeiten mit repetitivem Bücken und Verharren in Zwangshaltung, sowie
Tätigkeiten, die die regelmässige Benutzung von Treppen und Leitern er-
forderten, nicht möglich. Ab dem 13. Juni 2010 betrage die Arbeitsunfähig-
keit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit 100%, jene in einer dem Gesund-
heitszustand angepassten Tätigkeit betrage 0%, bei einer Erwerbsein-
busse von 36%. Es liege somit keine Invalidität vor, die einen Rentenan-
spruch zu begründen vermöge. Die mit dem Einwand gegen den Vorbe-
scheid eingereichten medizinischen Unterlagen vermöchten an dieser Ein-
schätzung nichts zu ändern. In den aktuellen medizinischen Dokumenten
würden die bereits bekannten Diagnosen gestellt, ohne Hinweise auf neue
funktionelle Einschränkungen. Relevante, bisher nicht bekannte Probleme,
würden nicht erwähnt. Somit seien die Voraussetzungen für die Gewäh-
rung einer Invalidenrente auch nach dem Datum der eingangs erwähnten
Verfügung nicht erfüllt.
Auf Beschwerdeebene führte die IVSTA ergänzend aus, der RAD (recte:
der medizinische Dienst) habe gestützt auf die umfangreichen, mit dem
neuerlichen Leistungsgesuch eingereichten medizinischen Unterlagen, die
teils aus der Zeit vor der ersten abweisenden Verfügung stammten, zu-
nächst die der ersten Verfügung zugrunde liegende Beurteilung als zutref-
fend bestätigt. Anschliessend habe er festgehalten, dass aktuell in Bezug
auf den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit ein unveränderter Zu-
stand festzustellen sei, da die relevanten Diagnosen die gleichen geblie-
ben seien, und keine neuen funktionellen Einschränkungen oder relevan-
ten Probleme geschildert würden.
5.5 Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, aus seinem Einwand ge-
gen den Vorbescheid gehe hervor, weshalb die Voraussetzungen für eine
Rente erfüllt seien. Dem Einwand und der Eingabe vom 21. Mai 2015 habe
er umfangreiche medizinische Unterlagen beigelegt, aus denen sich eine
Erwerbseinbusse von mindestens 70% ergebe. Die Beurteilung des RAD
(recte: des medizinischen Dienstes) und der IVSTA könne nicht akzeptiert
werden. Er befinde sich seit mehreren Jahren in bekannten kroatischen
Kliniken und Spitälern beziehungsweise allseits anerkannten Spezialärzten
in Behandlung. Aus deren Befunden und denjenigen der Hausärztin Dr.
H._ sowie den Befunden des kroatischen Versicherungsträgers er-
gebe sich eine ganz andere Schlussfolgerung als diejenige der RAD-Ärzte.
In der Beurteilung vom 12. Juli 2015 habe der RAD nicht angegeben, auf
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welche Unterlagen nach dem 9. April 2013 er sich beziehe, und weshalb er
nicht die Übersetzung der ganzen medizinischen Dokumentation auf
Deutsch verlangt habe. Im Weiteren werde nicht begründet, weshalb der
RAD der Meinung sei, dass er in angepassten Tätigkeiten zu 100% arbeits-
fähig sei.
6.
6.1 Die formellen Einwände des Beschwerdeführers gegen die Erstellung
des medizinischen Sachverhalts durch die Vorinstanz erweisen sich als un-
begründet. Aus der Stellungnahme des medizinischen Dienstes vom
12. Juli 2015 (IV-act. 85) ergibt sich, dass sich die Einschätzung auf die im
Rahmen des Vorbescheidverfahrens beigebrachten Berichte bezieht (IV-
act. 50, 55). Auf die Einholung einer Übersetzung aller eingereichten Be-
richte hat die IVSTA zu Recht verzichtet; die für den vorliegend zu beurtei-
lenden Zeitraum massgeblichen wurden hingegen allesamt übersetzt (vgl.
IV-act. 30-34, 75, 83). Auch betreffend die im Beschwerdeverfahren ins
Recht gelegten Arztberichte wurden durch das Gericht Übersetzungen ein-
geholt (vgl. act. 10 und 18).
6.2 Vorliegend ebenfalls zu berücksichtigen sind die erst im Verlauf des
Beschwerdeverfahrens eingereichten, vor dem Erlass der angefochtenen
Verfügung vom 4. September 2015 entstandenen medizinischen Berichte,
bei denen es sich um unechte Noven handelt. Es sind dies die Rapporte
von Dr. I._ vom 2. Juni 2015, Dr. B._ vom 11. Juni 2015, Dr.
J._ vom 23. Juni 2015, sowie Dr. K._ und L._ vom
25. August 2015 (act. 10), welche folgende Diagnosen stellen:
 Koxarthrose (ICD-10: M16.-): Patient klage über Schmerzen in der linken
Hüfte, die seit einigen Monaten andauerten. Status: Selbständig ohne Hil-
fen, mobil, beim Gehen leichtes Hinken, komisch begrenzte terminale
Drehbarkeit unter Schmerzen im Bereich der linken Hüfte. Das RTG des
Hüftbeckens zeige beginnende beidseitige arthrotische Veränderungen.
Bis jetzt sei keine operative Behandlung indiziert. Empfohlen werde die
Durchführung physiotherapeutischer Massnahmen (act. 10/4).
 Sonstige Bandscheibenschäden (ICD-10: M50.-): Verschlechterung ei-
nes lokalen Lumbalsyndroms – Hexenschusses. Patient gebe Ausstrah-
lung des Schmerzes entlang des rechtens Beines an (act. 10/2).
 Zervikaler Bandscheibenschaden mit Radikulopathie (M50.1):
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Nebendiagnosen Coxarthrosis bilateralis; Syndroma cervicobrachiale;
Spondylosis cervicalis; Syndroma lumbosacrale; Spondylosis lumbalis;
Spondylosis, Spondylarthrosis et protrusio disci intervertebralis C III-C IV,
C IV-C V, C V-C VI, C VI-C VII
Der Patient beklage Verschlimmerung der Schmerzen in der Hals- und
Lendenwirbelsäule. Schmerzen strahlten in Schultern und linke Hüfte aus.
Erhöhter Tonus der paravertebralen Muskulatur der Halswirbelsäule, bei
palpierbarer Schmerzhaftigkeit und begrenzter Drehbarkeit. Händedruck
symmetrisch. Zeigt Hypästhesien im Bereich des Dermatoms C6 rechts.
Erhöhter Tonus der paravertrebralen Muskulatur der Lendenwirbelsäule,
bei palpierbarer Schmerzhaftigkeit und begrenzter Dehnbarkeit (act. 10/3).
 Dr. K._ und L._ hielten fest, die neurographische Analyse
vom 25. August 2015 der peripheren Nerven der Arme und Beine zeige
ein Fehlen der sonsorischen Leitfähigkeit des n. medinus und des n.ularis
links sowie ein polyphasisches Muster, eine Verringerung der Amplitude
des n. peornus profundus links bei beidseitig sporadischer verlängerter F-
Antwort bei erhaltener Leitgeschwindigkeit. Die EMNG (Elektroneuromyo-
graphie) der Arme und Beine zeige Anzeichen einer chronischen schwe-
ren Läsion C7 links sowie C8 und Th1 beidseitig bei Leitungsstörungen
(jetzt der sensorischen Faser) des n. medianus und des n. ulnaris links an
den dazugehörenden Myotomen im Zusammenhang mit der radikulären
Läsion. Bemerkbar seien Anzeichen einer schweren beidseitigen radiku-
lären Läsion an L5 und S1 bei Leitungsstörungen des n. peorneus profun-
dus beidseitig an den dazugehörenden Myotomen im Zusammenhang mit
der radikulären Läsion (act. 10/5-6).
6.3 Aus den zwischen Juli 2013 und der angefochtenen Verfügung datie-
renden medizinischen Berichten ergibt sich keine massgebliche Verände-
rung der Befunde und Diagnosen. Vielmehr werden darin im Wesentlichen
die bereits bekannten Erkrankungen des Beschwerdeführers, vornehmlich
jene der Wirbelsäule und des Rückens, beschrieben. Eine wesentliche Ver-
schlechterung seines Gesundheitszustands lässt sich nicht ableiten. In die-
sem Zusammenhang besteht aufgrund des erstellten Sachverhalts kein
Raum für eine Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung im Sinne
des Eventualantrags. Am 5. Dezember 2015 (Beilage zu act. 12) stellte
auch der medizinische Dienst fest, die beginnende Coxarthrose habe keine
Auswirkung auf die Arbeitsunfähigkeit und führte im Übrigen aus, den ein-
gereichten Berichten seien die bereits bekannten Diagnosen zu entneh-
men. Die in den medizinischen Dokumenten übereinstimmend erwähnten
Beschwerden mit wiederholten Schmerzepisoden sowie Störungen der
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Sensibilität und Bewegungseinschränkung in den Beinen würden nicht in
Zweifel gezogen. Ihnen werde in den in Frage stehenden Tätigkeiten mit
der Bestimmung von Funktionseinschränkungen Rechnung getragen.
Soweit durch Dr. E._ eine Arbeitsunfähigkeit von 70% angespro-
chen wird (vgl. IV-act. 30), ist diese Einschätzung für die IVSTA nicht ver-
bindlich. Nach schweizerischem Recht wird zwischen der Arbeitsunfähig-
keit in der angestammten und jener in einer den medizinischen Einschrän-
kungen angepassten Tätigkeiten zu unterscheiden. Gemäss der nachvoll-
ziehbaren Beurteilung des medizinischen Dienstes vom 24. Januar und
12. Juli 2015 (IV-act. 42 und 85) ist der Versicherte in seiner angestammten
Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig, eine angepasste Verweistätigkeit ist je-
doch als vollzeitig zumutbar einzustufen. Diese Einschätzung stützt sich
insbesondere darauf, dass keine Veränderung des Gesundheitszustands
des Beschwerdeführers seit dem 24. Juni 2013 ersichtlich ist, und damals
eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit festgestellt wurde,
welche Einschätzung rechtskräftig ist.
6.4 Die weiteren durch den Beschwerdeführer mit der Beschwerde und im
Laufe des Beschwerdeverfahrens beigebrachten Arztberichte datieren
nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung. Diese echten Noven sind
im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht zu würdigen. Nach Einschät-
zung der Vorinstanz ergeben sich daraus ebenfalls keine relevanten Ver-
änderungen (vgl. act. 12 und 22). Damit besteht kein Anlass für eine Neu-
beurteilung, weshalb darauf verzichtet werden kann, diese zur weiteren
Prüfung erneut an die IVSTA zu übermitteln.
6.5 Die Vorinstanz bezieht sich zur Begründung im Wesentlichen auf die
Verfügung vom 24. Juni 2013 und geht – zu Recht – von einer unveränder-
ten Situation und folglich einem unveränderten Invaliditätsgrad aus. Bei
dieser Sachlage wäre gestützt auf Art. 87 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2
IVV ein Nichteintretensentscheid zu erlassen gewesen, wie dies mit Vor-
bescheid vom 4. Februar 2015 angekündigt wurde. Nachdem dem Be-
schwerdeführer durch das Eintreten indes kein Nachteil erwachsen ist,
kann der vorinstanzliche Entscheid geschützt werden.
Hinsichtlich der Berechnung des Invaliditätsgrad stellte die Vorinstanz auf
die Einschätzung vom 17. April 2013 ab (IV-act. 21). Diese erweist sich
auch für den Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung als zu-
treffend. Ausgehend von der LSE 2014 ergibt sich ein hypothetisches Vali-
deneinkommen von Fr. 6‘076.26 (Baugewerbe [43], Kompetenzniveau 2,
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Männer: Fr. 5‘885.- bei 40 Wochenarbeitsstunden, hochgerechnet auf die
branchenübliche Wochenarbeitszeit von 41.3 Stunden) und ein Invaliden-
einkommen von Fr. 3‘840.- (Durchschnitt aus den Branchen Detailhandel
[47] und Wirtschaftliche Dienstleistungen für Unternehmen [82], Kompe-
tenzniveau 1, Männer [unter Nichtberücksichtigung der Branche sonstige
persönliche Dienstleistungen (96) mangels repräsentativer Daten], hoch-
gerechnet auf die übliche Wochenarbeitszeit im Tertiärsektor von 41.7
Stunden = Fr. 4‘800.-, unter zusätzlicher Berücksichtigung eines Abzugs
von 20%). Daraus ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 36.80%.
Zusammenfassend hat die IVSTA richtigerweise festgestellt, dass die Vo-
raussetzungen zur Gewährung einer Invalidenrente nicht erfüllt sind. Die
Rügen des Beschwerdeführers dringen nach dem Gesagten nicht durch,
weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
7.1 Der Beschwerdeführer hat als unterliegende Partei die Verfahrenskos-
ten zu tragen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG), welche auf Fr. 400.- festzusetzen
sind (Art. 63 Abs. 4bis VwVG sowie Art. 1, 2 und 4 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Zur Begleichung dieses Be-
trags wird der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss verwendet.
7.2 Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e
contrario). Der obsiegenden Vorinstanz als Bundesbehörde ist ebenfalls
keine Entschädigung auszurichten (vgl. Art. 7 Abs. 3 VGKE).
(Dispositiv: nächste Seite)
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