Decision ID: e8e5ba40-02fe-53b5-ac84-c786e6164559
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a. Die Beschwerdeführenden – afghanische Staatsangehörige – suchten
am 7. Februar 2022 in der Schweiz um Asyl nach.
A.b. Ein Abgleich mit dem zentralen Visa-Informationssystem (CS-VIS)
ergab, dass den Beschwerdeführenden von Portugal ein vom 13. Oktober
2021 bis zum 25. Januar 2022 (Ehemann) beziehungsweise vom 25. No-
vember 2021 bis zum 9. März 2022 (Ehefrau) gültiges Visum ausgestellt
worden war.
Ausserdem ergab ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Daten-
bank (Zentraleinheit Eurodac), dass die Beschwerdeführenden am 21. De-
zember 2021 in Portugal Asylgesuche eingereicht hatten.
A.c.
A.c.a. Im Rahmen des Dublin-Gesprächs vom 14. Februar 2022 (Akten der
Vorinstanz [SEM-act.] 19/3) gab der Beschwerdeführer an, er habe Afgha-
nistan am 3. Oktober 2021 verlassen. Seine Ehefrau und sein Kind seien
ihm später nach D._ nachgereist. Sie hätten sich anschliessend 1-
1,5 Monate in D._ aufgehalten, bevor sie nach Portugal weiterge-
reist seien, wo sie am 13. Dezember 2021 angekommen seien. In Portugal
hätten sie sich bis zum 5. Februar 2022 aufgehalten. Sie seien einem
Camp zugewiesen worden und hätten ein Zimmer erhalten. Die Bedingun-
gen seien schlecht gewesen, sie hätten diese aber aushalten müssen. Am
5. Februar 2022 hätten sie sich mit einem Bus in die Schweiz begeben, wo
sie am 7. Februar 2022 illegal eingereist seien.
A.c.b. Anlässlich des ihm von der Vorinstanz gleichzeitig gewährten recht-
lichen Gehörs zur Zuständigkeit Portugals für die Durchführung des Asyl-
und Wegweisungsverfahrens beziehungsweise zur Wegweisung dorthin
und zu einem Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG (SR 142.31) machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen gel-
tend, er sei in die Schweiz gekommen, um sein Leben zu retten. Er bitte
die Schweizer Behörden, auf ein Dublin-Verfahren zu verzichten. In Portu-
gal habe sich niemand um ihn gekümmert und er habe keinerlei Unterstüt-
zung erhalten. Er habe nicht einmal eine Rechtsvertretung oder einen Dol-
metscher gehabt. Das Einzige, was er dort erhalten habe, sei Sicherheit
gewesen. Er und seine Familie hätten in Portugal von einer Organisation
namens E._ 50 Euro pro Person bekommen. Man habe ihnen ge-
sagt, dass sie mit diesen 150 Euro ihr Leben selbst bestreiten müssten.
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Sie hätten damit Lebensmittel gekauft und bei Bedarf auch die medizini-
sche Versorgung finanzieren müssen. Dies sei mit diesem Betrag aber un-
möglich. Sie hätten ihre eigenen Kochutensilien wie Geschirr, Töpfe und
eine kleine Herdplatte gehabt. Der Sicherheitsdienst im Camp habe ihnen
aber alles weggenommen. Sie hätten zudem während des gesamten Auf-
enthalts in Portugal nur einmal Fleisch essen können. Ansonsten hätten
sie sich von Brot und Tee ernähren müssen, da sie für mehr keine finanzi-
ellen Mittel gehabt hätten. Er habe versucht, Arbeit zu finden. Man habe
ihm gesagt, dass Flüchtlinge wie er ohne Sprachkenntnisse in Portugal
keine Arbeit zu einem normalen Lohn finden würden. Da er und seine Fa-
milie in Portugal keine Zukunft und keine Hoffnung gesehen hätten, seien
sie in die Schweiz gekommen. Hier gebe es die bekanntesten Menschen-
rechtsorganisationen und es werde einem geholfen.
Auf allfällige Wegweisungshindernisse hinsichtlich des Kindes angespro-
chen, gab der Beschwerdeführer an, die erhaltenen 150 Euro hätten nicht
ausgereicht, um für den Sohn sorgen zu können. Dieser sei viermal krank
gewesen, einmal davon schwer. Die Arztrechnung habe 37 Euro betragen,
er habe aber nur 25 Euro gehabt. Der Arzt habe dann 5 Euro erlassen und
weniger Medikamente verschrieben, damit er habe zahlen können. Diese
Situation sei sehr schwierig gewesen.
A.d.
A.d.a. Beim Dublin-Gespräch vom 14. Februar 2022 (SEM-act. 20/2) be-
stätigte die Beschwerdeführerin die Angaben ihres Ehemannes zum Rei-
seweg in die Schweiz und führte aus, dass sie und ihr Kind Afghanistan am
12. November 2021 verlassen hätten und ihrem Ehemann/Vater nach
D._ nachgereist seien.
A.d.b. Im Rahmen des ihr von der Vorinstanz gleichzeitig gewährten recht-
lichen Gehörs zur Zuständigkeit Portugals für die Durchführung des Asyl-
und Wegweisungsverfahrens beziehungsweise zur Wegweisung dorthin
und zu einem Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG erklärte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen, in Portugal habe
sie keinerlei Unterstützung erhalten. Man habe ihr keinen Dolmetscher und
auch keine Rechtsvertretung zur Seite gestellt. Wenn sie versucht habe,
sich auf Englisch zu verständigen, habe man sie nicht verstanden oder
nicht verstehen wollen. Sie hätten 150 Euro bekommen und davon Lebens-
mittel, Kleidung und medizinische Versorgung finanzieren sollen, was aber
nicht gereicht habe. Das Zimmer, in dem sie sich aufgehalten hätten, sei
kalt gewesen und man habe es nicht heizen können. Sie sei deshalb mehr-
mals krank geworden. Ihr Sohn sei 3-4 Mal krank gewesen und sie seien
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zum Arzt gegangen. Die Arztrechnung habe 37 Euro betragen, doch sie
hätten nur 25 Euro gehabt. Glücklicherweise hätten sie noch Paracetamol
aus Afghanistan bei sich gehabt. Das habe ihrem Sohn das Leben gerettet.
In Afghanistan hätten sie ein gutes Leben geführt, bevor die Taliban die
Macht übernommen hätten. Es sei ihnen gut gegangen und sie hätten ge-
nug an Essen gehabt.
B.
Gestützt auf die Aussagen der Beschwerdeführenden und die im CS-VIS
registrierten portugiesischen Visa ersuchte das SEM am 15. Februar 2022
die portugiesischen Behörden um Übernahme im Sinne von Art. 12 Abs. 4
der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des
Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur
Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-
staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-
trags auf internationalen Schutz zuständig ist (Neufassung), ABl. L 180/31
vom 29.6.2013 (nachfolgend: Dublin-III-VO) betreffend den Ehemann res-
pektive Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO betreffend die Ehefrau und das Kind.
Die portugiesischen Behörden stimmten diesem Ersuchen am 23. Februar
2022 gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO zu.
C.
Mit Verfügung vom 24. Februar 2022 – eröffnet am 28. Februar 2022 (vgl.
Empfangsbestätigung [SEM-act. 30/14]) – trat das SEM in Anwendung von
Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführen-
den vom 7. Februar 2022 nicht ein, verfügte die Wegweisung nach Portu-
gal, forderte die Beschwerdeführenden – unter Androhung von Zwangsmit-
teln im Unterlassungsfall – auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Be-
schwerdefrist zu verlassen, beauftragte den Kanton F._ mit dem
Vollzug der Wegweisung, händigte den Beschwerdeführenden die editi-
onspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus und stellte fest, eine all-
fällige Beschwerde gegen die Verfügung habe keine aufschiebende Wir-
kung.
D.
Mit Eingabe vom 2. März 2022 (Poststempel) erhoben die Beschwerdefüh-
renden beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragten, es
sei der Entscheid des SEM vom 24. Februar 2022 aufzuheben und das
Asylgesuch vom SEM in der Schweiz prüfen zu lassen. Im Weiteren er-
suchten sie um Erteilung der aufschiebenden Wirkung, um unentgeltliche
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Rechtspflege wegen Mittellosigkeit und um Verzicht auf die Erhebung ei-
nes Kostenvorschusses.
E.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
3. März 2022 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG).
F.
Der zuständige Instruktionsrichter setzte am 4. März 2022 gestützt auf
Art. 56 VwVG den Vollzug der Überstellung per sofort einstweilen aus.
G.
Mit einer weiteren als «Beschwerde» bezeichneten Eingabe vom 6. März
2022 (Poststempel vom 7. März 2022) beantragten die Beschwerdeführen-
den dem Gericht, es sei die Verfügung der Vorinstanz vom 24. Februar
2022 vollumfänglich aufzuheben. Auf ihre Asylgesuche sei einzutreten.
Eventualiter sei die Verfügung der Vorinstanz vom 24. Februar 2022 voll-
umfänglich aufzuheben und die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Der Beschwerde sei aufschiebende Wirkung
zu erteilen und die kantonalen Behörden seien entsprechend anzuweisen.
Es sei zufolge Mittellosigkeit Kostenbefreiung zu gewähren und auf einen
Kostenvorschuss zu verzichten.
Diese Eingabe wird als Beschwerdeergänzung entgegengenommen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1. Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend –
endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
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1.3. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz
teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt,
haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise
Änderung und sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist-
und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 108
Abs. 3 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
2.1. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2.2. Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
2.3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs-
weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Vorlie-
gend handelt es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche,
weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2
AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf einen Schriften-
wechsel verzichtet.
3.
3.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen
Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO.
Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die
Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-
fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt
hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2).
3.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als
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zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-
ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat
erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).
Im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) sind
die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Situation
im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals einen Antrag in einem Mit-
gliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Im Rah-
men eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) findet demge-
genüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel
III statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.).
3.3. Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zu-
ständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die
Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für
Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei-
sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-
lung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen
Union (2012/C 326/02, nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich brin-
gen, ist zu prüfen, ob aufgrund dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat
als zuständig bestimmt werden kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als
zuständig bestimmt werden, wird der die Zuständigkeit prüfende Mitglied-
staat zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO).
Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-
schliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staaten-
losen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er
nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung
zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO). Dieses sogenannte
Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der Asylver-
ordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert und
das SEM kann das Asylgesuch gemäss dieser Bestimmung "aus humani-
tären Gründen" auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO
ein anderer Staat zuständig wäre. Stehen völkerrechtliche Vollzugshinder-
nisse einer Überstellung entgegen, ist ein Selbsteintritt zwingend.
4.
4.1. In der Rechtsmitteleingabe vom 2. März 2022 macht der Beschwerde-
führer im Wesentlichen geltend, er und seine Familie hofften, dass die Be-
schwerde sie ihrem Traum von einem Leben in der Schweiz näherbringen
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werde. In Afghanistan sei er wegen seiner Zugehörigkeit zur Ethnie der
Hazara und zur Religion der Schiiten verurteilt worden. Er sei nach Europa
geflüchtet, weil er Menschlichkeit, Brüderlichkeit und Gleichheit erleben
und seiner Familie eine gute Zukunft und ein schönes Leben bieten
möchte. In Portugal sei er von derselben ethnischen und religiösen Gruppe
belästigt worden, welche ihn in Afghanistan mit dem Tod bedroht habe. Die
Paschtunen hätten in der Heimat sein Haus angegriffen und ihn verletzt. Er
habe sich sodann nach G._ begeben. Dort sei wegen der Über-
nahme der Taliban alles zerstört worden. Während eines Monats habe er
sich versteckt im Haus eines Freundes aufgehalten. Durch ein Evakuie-
rungsprogramm sei er sodann nach D._ und anschliessend nach
Portugal gebracht worden.
Die ihm und seiner Familie in Portugal von den Paschtunen entgegenge-
brachte Härte habe dazu geführt, dass er nirgends ohne seine Ehefrau und
sein Kind habe hingehen können. Sie seien verbal beleidigt worden. Aus-
serdem sei das Kind von den Kindern der Paschtunen verletzt worden. Er
habe die Polizei mangels klarer Gründe und Beweise nicht kontaktieren
können. Wenn er einen der Polizei übergeben hätte, wäre er von den an-
deren getötet worden. Die einzige Möglichkeit für ein ruhiges und sicheres
Leben habe darin bestanden, Portugal zu verlassen. Leider habe er dies
beim rechtlichen Gehör gegenüber dem per Telefon zugeschalteten Dol-
metscher nicht ausdrücken können. Er habe sich davor gefürchtet, dass es
sich bei diesem Dari sprechenden Dolmetscher um einen Paschtunen oder
Sunniten handeln könnte und er und seine Familie auch hier in Gefahr sein
würden. Er habe später seiner Rechtsvertretung geschrieben und das
Thema ansprechen wollen. Vor Erlass der angefochtenen Verfügung habe
er die Rechtsvertretung jedoch nicht mehr gesehen.
Das Recht zu wählen, wo man leben möchte, sei ein grundlegendes Men-
schenrecht. Er hoffe, dass dieses Recht ihm und seiner Familie gewährt
werde. Sie möchten menschenwürdig leben. Er sei sicher, dass sie früher
oder später umgebracht würden, sollten sie nach Portugal zurückkehren.
Auch die Taliban in Afghanistan seien hinter ihm her, um ihn zu töten. Er
sei in die Schweiz geflüchtet, weil sie als einziges Land einen sicheren
Platz für alle ethnisch, religiös und auf andere Weise unterdrückten Opfer
biete.
4.2. Mit Eingabe vom 6. März 2022 bringen die Beschwerdeführenden in
Ergänzung zur Beschwerde vom 2. März 2022 namentlich vor, dass – an-
ders als in der angefochtenen Verfügung – tatsächlich zu prüfen sei, ob
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sich die Anwendung der humanitären Klausel aufdränge und ob eine Rück-
führung nach Portugal eine Verletzung des Völkerrechts zur Folge hätte
(insb. Art. 3 EMRK bzw. Art. 3 UN-Anti-Folterkonvention). Der UN-Aus-
schuss gegen Folter habe in seinen Abschliessenden Beobachtungen zum
kombinierten fünften und sechsten periodischen Bericht Portugals die Zu-
stände in diesem Land gerügt. So sei zum Beispiel die Überbelegung des
Empfangszentrums, wo Asylsuchende im Zulassungsverfahren (admissibi-
lity phase) untergebracht würden, kritisiert worden.
Die Beschwerdeführenden betonen weiter, dass sie in Portugal aufgrund
ihrer Zugehörigkeit zu den Hazara verfolgt worden seien. Zudem würden
sie an gesundheitlichen Problemen leiden. In Portugal sei ihnen der Zu-
gang zu medizinischer Versorgung faktisch verwehrt worden, weil sie nicht
genügend Geld gehabt hätten, um die Leistungen zu bezahlen. Die
Schweiz sei deshalb aus humanitären Gründen gehalten, sie nicht an den
als zuständig bestimmten Mitgliedstaat Portugal zu überstellen, sondern
gemäss Art. 17 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 selber ein Asyl-
verfahren durchzuführen.
Die Vorinstanz habe wichtige Tatsachen, welche eine Zuständigkeit der
Schweizer Behörden begründeten, nicht näher abgeklärt. Insbesondere sei
nicht hinreichend abgeklärt worden, ob sie bei einer Rückkehr nach Portu-
gal nicht in eine (medizinische) Notlage gerieten, was einen Verstoss ge-
gen die EMRK darstellen würde. Es hätte geprüft werden müssen, ob eine
Rückführung zulässig sei oder ob nicht ein Selbsteintritt notwendig sei, um
sie vor einer drohenden Notlage zu schützen. Dementsprechend sei die
Sache eventualiter an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese weitere
Abklärungen vornehme und sich mit der Zuständigkeit der Schweiz zur
Durchführung des Asylverfahrens beschäftige.
Die Vorinstanz habe die individuelle Gefährdung nicht berücksichtigt und
damit das rechtliche Gehör verletzt.
5.
Gestützt auf die Aussagen der Beschwerdeführenden und die im CS-VIS
registrierten portugiesischen Visa ersuchte das SEM die portugiesischen
Behörden am 15. Februar 2022 um Übernahme der Beschwerdeführenden
im Sinne von Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO (Ehemann) respektive Art. 12
Abs. 2 Dublin-III-VO (Ehefrau/Kind). Die portugiesischen Behörden stimm-
ten dem Ersuchen am 23. Februar 2022 gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dub-
lin-III-VO zu. Vor diesem Hintergrund ist die grundsätzliche Zuständigkeit
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Portugals für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens ge-
geben.
Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, sind die dargelegten Vorbrin-
gen nicht geeignet, an dieser Zuständigkeit etwas zu ändern. Sie begrün-
den auch keinen Anlass zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der
Schweiz (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO, Art. 29a Abs. 3 AsylV 1).
6.
6.1. Das Bundesverwaltungsgericht geht trotz der in der Beschwerdeer-
gänzung geäusserten Kritik nicht davon aus, dass das Asylverfahren und
die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Portugal systemische
Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 zweiter Satz Dublin-III-VO auf-
weisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Be-
handlung gemäss Art. 4 der EU-Grundrechtecharta mit sich bringen wür-
den (vgl. etwa Urteile des BVGer F-465/2022 vom 4. Februar 2022 E. 7;
D-5339/2021 vom 15. Dezember 2021; D-5341/2021 vom 15. Dezember
2021 und F-3755/2021 vom 1. September 2021 E. 6). So ist Portugal Sig-
natarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 ge-
gen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Be-
handlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des
Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) und kommt
seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen nach. Im Weite-
ren darf davon ausgegangen werden, dieser Staat anerkenne und schütze
die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des Europäi-
schen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu ge-
meinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des interna-
tionalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom
26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen,
die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben.
6.2. Die Beschwerdeführenden haben – schon angesichts der konkreten
Wiederaufnahme-Zusicherung Portugals – kein konkretes und ernsthaftes
Risiko dargetan, die portugiesischen Behörden würden sich weigern, sie
aufzunehmen und in der Folge ihr weiteres Verfahren unter Einhaltung der
Regeln der erwähnten Richtlinien durchzuführen. Den Akten sind auch
keine Gründe für die Annahme zu entnehmen, Portugal werde in ihrem Fall
den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und sie zur Ausreise in
ein Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr laufen
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würden, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Die Be-
schwerdeführenden haben ebenso wenig dargetan, die sie bei einer Rück-
führung erwartenden Bedingungen in Portugal seien derart schlecht, dass
sie zu einer Verletzung von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK
oder Art. 3 FoK führen könnten. Für die Annahme, Portugal würde den Be-
schwerdeführenden dauerhaft die ihnen gemäss Aufnahmerichtlinie zu-
stehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten, gibt es keine kon-
kreten Hinweise. Portugal hat denn auch gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b
Dublin-III-VO seine Zuständigkeit für die Prüfung ihrer Asylgesuche erklärt
(vgl. SEM-act. 28/2 und 29/2). Da die Beschwerdeführenden in Portugal
als Asylsuchende registriert sind, können sie sich an die zuständigen Be-
hörden wenden, um eine Unterkunft zu erhalten. Bei einer allfälligen vo-
rübergehenden Einschränkung steht es ihnen offen, die ihnen zustehen-
den Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einzufordern (vgl. Art. 26
Aufnahmerichtlinie). Es sind keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersicht-
lich, die Beschwerdeführenden gerieten im Falle einer Wegweisung nach
Portugal wegen der dortigen Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle
Notlage. Sie haben die Möglichkeit, bei allfälligen Schwierigkeiten die dafür
zuständigen Behörden beziehungsweise die vor Ort tätigen karitativen Or-
ganisationen zu kontaktieren. Zudem steht es ihnen offen, sich bei allfälli-
gen Problemen bei der Unterbringung oder beim Zugang zum Asylverfah-
ren an die zuständigen portugiesischen Justizbehörden zu wenden.
Ebenso können sie an die zuständigen Stellen gelangen, sollten sie sich
von den portugiesischen Behörden in anderer Weise ungerecht oder
rechtswidrig behandelt fühlen. Ihre Asylgründe können die Beschwerdefüh-
renden bei den für ihr Asyl- und Wegweisungsverfahren zuständigen por-
tugiesischen Behörden vorbringen.
Vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer gemäss den Ausführun-
gen auf Beschwerdeebene der Überzeugung ist, er und seine Familie wür-
den bei einer Rückkehr nach Portugal getötet, wäre es ihm und seiner Ehe-
frau zuzumuten gewesen, bereits bei der ersten sich ihnen bietenden Ge-
legenheit auf diesen Umstand und namentlich auf die in Portugal angeblich
bereits erlittenen Behelligungen seitens Paschtunen hinzuweisen. Die Ar-
gumentation, der Beschwerdeführer habe sich davor gefürchtet, dass er
und seine Familie wegen des am Dublin-Gespräch teilnehmenden Dolmet-
schers auch in der Schweiz in Gefahr sein könnten, muss nach dem Ge-
sagten als unbehelfliche Schutzbehauptung zurückgewiesen werden. Por-
tugal verfügt über eine funktionierende Polizeibehörde, die sowohl als
schutzwillig wie auch als schutzfähig gilt. Sollten die Beschwerdeführenden
sich in Portugal vor Übergriffen durch Drittpersonen fürchten oder sogar
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solche erleiden, so steht es ihnen frei, sich an die zuständigen staatlichen
Stellen zu wenden.
6.3. Unter den genannten Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2
Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt. Es sind ferner auch keine individuellen
völkerrechtlichen Überstellungshindernisse gegeben.
7.
7.1. Im Rahmen der Dublin-Gespräche vom 14. Februar 2022 wurden die
Beschwerdeführenden auch zum medizinischen Sachverhalt befragt:
Der Beschwerdeführer machte diesbezüglich geltend, er sei krank gewe-
sen und habe seit seiner Ausreise aus Afghanistan insgesamt drei Kilo-
gramm Gewicht verloren. Auf Nachfrage hin gab er an, heute leide er noch
an Knieschmerzen, welche durch Kälte verstärkt würden. Das Zimmer in
Portugal sei sehr kalt gewesen und er habe dieses nicht heizen können.
Der Sohn sei deshalb krank geworden und habe davon auch heute noch
eine verstopfte Nase. Vom Arzt in der Schweiz hätten sie Tropfen erhalten.
Zudem habe der Sohn Probleme beim Wasserlösen und beim Stuhlgang.
Der Arzt habe gesagt, dass seine Ernährung angepasst werden sollte, zum
Beispiel mit Suppennahrung. Es sei ihnen in Portugal aber nicht möglich,
die Ernährung dementsprechend umzustellen. Im Weiteren gab der Be-
schwerdeführer an, das Immunsystem des Sohnes sei sonst gut, er habe
jedoch das Gefühl, dass er öfters warm und fiebrig sei. Der Beschwerde-
führer wurde an die Pflege verwiesen.
Die Beschwerdeführerin erklärte, es gehe ihr heute viel besser. In Portugal
habe sie starke Bauch- und Rückenschmerzen gehabt. Das Zimmer sei
kalt und von Schimmel befallen gewesen. Sie sei höchstwahrscheinlich da-
von krank geworden. Obwohl sie in Portugal ihre Bauch- und Rücken-
schmerzen gemeldet habe, habe man ihr nicht geholfen und gesagt, dass
diese Schmerzen normal seien. Seit sie in der Schweiz sei, habe sie nur
noch gelegentlich Schmerzen.
7.2. Weder im vorinstanzlichen Verfahren noch auf Beschwerdeebene wur-
den medizinische Unterlagen eingereicht. Mit den geltend gemachten ge-
sundheitlichen Beeinträchtigungen vermögen die Beschwerdeführenden
nicht nachzuweisen, dass eine Überstellung nach Portugal ihre Gesundheit
ernsthaft gefährden würde. Es ist deshalb davon auszugehen, eine Über-
stellung stelle keine Verletzung von Art. 3 EMRK dar. Portugal verfügt über
eine ausreichende medizinische Infrastruktur (vgl. etwa Urteil F-465/2022
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Seite 13
E. 8.4), weshalb sich die Beschwerdeführenden im Bedarfsfall an das dafür
zuständige Fachpersonal wenden können.
8.
Das SEM führte in der angefochtenen Verfügung aus, in Würdigung der
Akten und der von den Beschwerdeführenden geäusserten Umstände be-
stünden keine Gründe, die die Schweiz veranlassen würden, die Souverä-
nitätsklausel anzuwenden. Es hat diesen Umständen Rechnung getragen
und sich mit der Situation der Beschwerdeführenden, auch in medizini-
scher Hinsicht, hinreichend auseinandergesetzt (vgl. SEM-act. 30/14, S. 5-
7). Vor diesem Hintergrund läuft sowohl der Vorhalt, wonach die Vorinstanz
wichtige Tatsachen, welche die Zuständigkeit der Schweiz begründen wür-
den, nicht näher abgeklärt habe, als auch die Rüge der Verletzung des
rechtlichen Gehörs ins Leere. Die Begründung der angefochtenen Verfü-
gung ermöglichte den Beschwerdeführenden denn auch eine sachge-
rechte Anfechtung, wie die Beschwerde und deren Ergänzung zeigen. Für
eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung besteht
demnach kein Anlass. Der entsprechende Eventualantrag ist abzuweisen.
9.
Mit ihrer Begründung vermögen die Beschwerdeführenden insgesamt nicht
das gewünschte Verfahrensziel – die Behandlung ihrer Asylgesuche in der
Schweiz – zu erreichen, zumal die Dublin-III-Verordnung den Schutzsu-
chenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selbst
auszuwählen. In ihrem Fall sind ebenso keine Gründe ersichtlich, welche
die Vorinstanz zu einem Selbsteintritt gemäss Art. 17 Dublin-III-VO bezie-
hungsweise Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 hätten verpflichten können (vgl. BVGE
2015/9 E. 8).
10.
Die Vorinstanz ist nach dem Gesagten zu Recht auf die Asylgesuche der
Beschwerdeführenden nicht eingetreten und hat ihre Wegweisung verfügt
(vgl. Art. 31a Abs. 1 Bst. b und Art. 44 AsylG). Die Beschwerde ist folglich
abzuweisen.
11.
Mit dem vorliegenden Urteil in der Hauptsache sind die Gesuche um Ertei-
lung der aufschiebenden Wirkung und um Verzicht auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.
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12.
Der am 4. März 2022 angeordnete Vollzugsstopp fällt mit vorliegendem Ur-
teil dahin und die Vorinstanz hat den Beschwerdeführenden eine neue Frist
zur Ausreise anzusetzen.
13.
13.1. Die Beschwerde war – wie sich aus den oben stehenden Erwägun-
gen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen, weshalb das Gesuch um un-
entgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG unbesehen
der geltend gemachten Bedürftigkeit abzuweisen ist.
13.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 750.–
(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2])
den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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