Decision ID: 143af89b-4ee2-47d2-89de-e21645b9c3f9
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963 in Kosovo, verheiratet seit dem
6.
März 1986,
Mutter von fünf Kindern aus
dieser
Ehe (geboren 1987, 1988, 1990, 1991 und 1994
; zur ersten Ehe vgl.
Urk.
6/99/49
)
,
war nach ihrer Einreise in die Schweiz im Jahre 1995 als Hilfsarbeiterin mit Unterbrüchen an verschiedenen Stellen tätig, zuletzt
in der Zeit ab dem
5.
Februar 2001 bis
zum
1
3.
März 2009
(effektiv letzter Arbeitstag)
bei
A._
in Winterthur in einem 70%igen Pensum in der Pro
duktion und in der Reinigung
(
Urk.
6/3
,
Urk.
6/6; v
g
l. zum Sachverhalt im Fol
gen
den:
Urteil des Sozialversicherungsgerichts
IV.2012.00304
vom 2
8.
Oktober 2013,
Urk.
6/77).
A
m 1
4.
Dezember 2009
meldete sie sich
bei der Invalidenversicherung
zum Leis
tungsbezug an (
Urk.
6/3
).
Nach Abklärung der
erwerblichen und medizinischen Verhältnisse
verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend IV-Stelle)
,
mit
Verfü
gung vom
7.
Februar 2012 (
Urk.
6/53
)
mangels einer relevanten Beeinträchtigung des G
esundheitszustandes einen Leis
tungs
anspruch
der
Versicherten. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht mit dem unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Urteil IV.2012.00304 vom 2
8.
Oktober 2013 ab
(
Urk.
6/77).
Am
5.
Mai 2015 meldete sich die Versicherte bei der Invalidenversicherung erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 6/78). Die IV-Stelle klärte die medizinischen und beruflichen Verhältnisse ab und holte
beim Begutachtungszentrum B._
ein polydisziplinäres Gutachten
vom 2
1.
Dezember 2015 (
Urk.
6/99
)
s
owie – zur
näheren Prüfung der Qualifikation und der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit im Haushalt
– den
Haushalt
abklärung
sbericht vom 1
3.
April 2016
ein (
Urk.
6/103). Gestützt darauf
verneinte sie
nach durchgeführtem
Vo
rbescheid
verfahren
(
Urk.
6/106,
Urk.
6/108)
mit Verfügung vom
6.
Juli 2016 (
Urk.
2)
bei einem
Inva
liditätsgrad von
14
%
einen Anspruch der
Versicherten auf eine Invalidenrente
, ausgehend von
einem
70%igen Erwerbs- und
einem 30%igen Haushaltsanteil
.
2.
Dagegen liess die Versicherte am
7.
September 2016 Beschwerde erheben (Urk. 1) mit dem Antrag, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihr eine Invali
denrente
zuzuprechen
; eventualiter sei die Sache zwecks Einholung eines poly
disziplinären Gutachtens
an die IV-Stelle zurückzuweisen.
In formeller Hinsicht liess sie die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung beantragen. In der Beschwerdeantwort vom
2.
November 2016 (Urk. 5) schloss die IV-Ste
lle auf Abweisung der Beschwerde, was der Versicherten am
6.
Dezember 2016 mitgeteilt wurde (
Urk.
7)
. Mit Schreiben vom 3
0.
Mai 2018 zog die Versicherte
ihren Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung zurück (
Urk.
8).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit beziehungsweise - bei Versicherten, die vor der Beeinträchtigung ihrer Gesundheit nicht erwerbstätig waren - die Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgeset
zes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungsrechts; ATSG). Die Invali
dität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invali
denversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.1.2
Geht es um psychische Erkrankungen wie depressive Störungen leicht- bis mit
telgradiger Natur (
BGE 143 V 409 und 143 V 418)
, sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die - unter Berücksich
ti
gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompen
sa
tionspotentialen (Ressourcen) anderseits - erlauben, das tatsächlich erreichba
re Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und
E. 4.1
). Gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren
dabei
nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prü
fung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen ent
scheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrund
lagen
möglich ist (Urteile des Bundesgerichts 9C_790/2017 vom 24. Januar 2018 E. 2.1.1 und 9C_191/2017 vom 15. Februar 2018 E. 6.2.1-2)
.
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben im Aufgabenbe
reich tätig sind, wird die Invaliditä
t für diese Tätigkeit nach Art.
28a
Abs.
2 IVG fest
gelegt. Danach wird darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzu
legen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invali
ditätsbemessung).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung
über die Invalidenversicherung
I
VV
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegrün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungs
me
thode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungs
ver
gleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesund
heitliche Beeinträch
tigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Aus
mass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zuge
mutet wer
den könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbs
tätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeits
gerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E.
3.3 mit Hin
weisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und
die Vorbringen
der versicherten Person nach Mass
gabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypo
the
ti
sche Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs
tätig
keit ist der im Sozialversiche
rungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegen
den Wahrscheinlichkeit erforder
lich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren Invaliditätsbe
messungs
methode und damit der Beantwortung der entscheidenden Status
frage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothe
tische Willensentschei
dungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beein
trächtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden.
1.6
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Massgabe des
Art.
69
Abs.
2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil
des Bundesgerichts
9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Aus
nahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer ver
sicherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnis
sen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchti
gungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklä
rungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haus
halt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinwei
sen
).
1.7
Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung
ist dabei vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen
der Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünf
ti
ger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Ent
schä
di
gung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine
mög
lichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermög
lichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haus
haltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Fami
lienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditäts
bedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit ange
nommen werden, als die Aufga
ben, welche nicht mehr erfüllt werden können,
durch Drittpersonen gegen
Entlöhnung
oder durch Angehörige verrichtet werden
, denen dadurch nachgewiese
nermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung
entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbe
messung bei einer Hausfrau zu berück
sichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine ver
nünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleis
tungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminderungspflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder über
wälzt werden mit der Folge, dass gleich
sam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sic
h ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Aus
füh
rung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt
(BGE 133 V 504 E. 4.2
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_729/2009 vom 3
0.
Novem
ber 2009 E. 4.1-3).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Streitgegenstand bildet nicht die erstmalige Invaliditätsbemessung, sondern die erneute Ablehnung eines Rentenanspruchs nach der Neuanmeldung vom
5.
Mai 2015
. Zu prüfen ist daher analog einem Revisionsfall, ob sich der Gesundheits
zustand des Versicherten seit der anspruchsverneinenden Verfügung vom
7.
Feb
ruar 2012
bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom
6.
Juli
2016 in einem rentenbegründenden Ausmass verschlechtert hat. Die
Eintretensfrage
ist nicht zu prüfen, da die IV-Stelle auf die Neuanmeldung vom
5.
Mai 2015 einge
treten ist.
2.2
2.2.1
Die IV-Stelle
ermittelte in der
angefochtene
n
Verfügung
(
Urk.
2)
- ausgehend vom
B._
-Gutachten vom 2
1.
Dezember 2015, dem Haushaltabklärungsber
icht vom 1
3.
April 2016 sowie einem
Status der Versicherten mit einem
70%igen
Erwerbs
- und einem 30%igen
Haushaltsanteil
-
im Rahmen der gemischten Methode
ein
en
Invaliditätsg
rad von
14
%
.
2.2.2
Demgegenüber stellt sich die
Beschwerdeführer
in
auf den Standpunkt,
im
Gesundheitsfall hätte sie ihr Erwerbsp
ensum
spätestens
ab dem
Jahr 2012
auf 100
%
erhöht. Ihre im Haushaltabklärungsbericht vom 1
3.
April 2016 aufgeführ
ten Aussagen, wonach sie bei
guter
Gesundheit
weiterhin
in einem 70%igen Pen
sum erwerbstätig wäre, seien
von der Abklärungsperson
unrichtig protokolliert worden.
Die
in diesem Bericht
ermittelte Einschränkung im Haushalt von
14
%
sei
nicht haltbar.
Das
B._
-Gutachten vom 2
1.
Dezember 2015
sei
nicht beweiskräftig
.
Beim Einkommensvergleich
sei
ein Leidensabzug von 25
%
zu berücksichtigen.
3.
3.1
Die ursprüngliche Verfügung vom
7.
Februar
2012 (
Urk.
6/53) beruht
e
in psychi
scher Hinsicht
im Wesentlichen auf dem Gutachten von
Dr.
C._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
9.
Mai 2011
(
Urk.
6/
27/6-17
; mit ergänzender Stellungnahme vom 1
9.
November 2011,
Urk.
6/
48
). Darin stellte der Gutachter keine
Diag
nosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit
;
ohne
Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver
Reaktion, gemischt, bei chroni
schem Schmerzsyndrom und Problemen am Arbeitsplatz (ICD-10: F43.22, Z56)
. Gestützt
darauf
beurteilte das
Sozialversicherungsgericht die psychischen Störungen
mit
Urteil IV.2012.00304 vom 2
8.
Oktober 2013 als nicht invalidisierend (
Urk.
6/77 E. 4.2).
In somatischer Hinsicht
wird hinsichtlich der der ursprüngliche
n
Verfügung v
om
7.
Dezember 2012 zugrunde
liegenden medizinischen Akten – zur Vermeidung von Wiederholungen – auf das Urteil des Sozialversicherungsgericht
s
vom 2
8.
Oktober 2013 verwiesen
(
Urk.
6/77 E
.
3.1.1-3)
. Gestützt darauf ging das Sozialversicherungsgericht davon aus,
aufgrund der
moderaten
somatischen Befunde wäre der Versicherten
nach einer anfänglichen Arbeitsunfähigke
it in der Zeit ab März bis zum
6.
August 2009 wieder ihre
angestammte
Erwerbstätigkeit in einem 70%igen Pensum
möglich gewesen
(
Urk.
6/77 E. 4.1.1-2)
.
3.2
Die angefochtene Verfügung vom
6.
Juli 2016 (Urk. 2) basiert im Wesentlichen auf dem polydisziplinären
B._
-Gutachten vom 2
1.
Dezember 2015 (
Urk.
6/99).
Dieses b
eruht auf einer allgemeinmedizini
schen, rheumatologischen, neurolo
gischen, kardiologischen und psychiatrischen Unter
suchung vom
13., 16., 1
8.
und 3
0.
November sowie
vom
1.
Dezember 201
5.
Dabei diagnostizierte
n
die
Ärzte
(
Urk.
6/99/73-74)
eine c
hronische
Lumboischialgie
links mit fehlendem
Achilles
sehnenreflex (ASR)
links, vereinbar mit einer
radikulären
S
1 Symptomatik
, eine r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig maximal mittelgradige depres
sive
Episode (
ICH-10:
F 33.1) mit
einer
Selbstlimitierung
, einer
Regressionstendenz
, einem
Vermeidungsverhalten
und einer unspezifischen
, ängstliche
n
Fehlverar
beitung von Krankheiten und Symptomen
mit
beeindruckbaren Persönlichkeits
zügen
sowie eine a
rterielle Hypertonie
(
Erstdiagnose 2008
)
,
sonographisch
ohne Nierenarterienstenose (April 2014
)
,
bei
einem
Morbus Basedow
mit
zuletzt norm
wertigem
thyroid
stimulating
Hormon (
TSH
)
, bei einem
laborche
mischen
Aus
schluss anderer sekundärer
Hypertonieformen
, bei der Differentialdiagnose einer
essentiell
en
, sekundär
en
Adipositas, getrig
gert durch chronische Urtikaria mit einer
Medikamentenmalcompliance
, bei
rezidivierende
n
hypertensive
n
Reaktio
nen mit Schwindel
und Gangunsicherheit
, bei einem Echo (November
15: deut
liche exzentrische linksventrikuläre Hypertrophie mit leicht
eingeschränkter
Ejektionsfraktion [
EF
]
um 50%, dilatierter linker Vorhof, leichte
Mitral
insuffizienz
) sowie – ohne
Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit – ein chronisches
lumbo
spondylogenes
Schmerzsyndrom links mit im Vordergrund
stehender
Schmerzfehlverarbeitung, nicht einem
rheumatoiogischen
Krankheits
bild
ent
sprechend
en
funktionelle
n
Bewegungseinschränkungen, positive
n
Waddell
-Zeichen
,
positive
n Fibromyalgie-Dru
ckpunkte
n
und Kontrollpunkte
n und
nur initiale
n
, altersentsprechende
n
degenerative
n
Veränderungen an der Lendenwir
belsäule
, eine
muskuläre
D
ysbalance
am Schultergürtel beidseits,
Heberden
-Polyarthrosen an den Händen
, ein c
hronisches
Cervikalsyndrom
ohne sichere Hinweise für eine
cervikale
radikuläre
Symptomatik
, a
kzentuierte,
histrionische
, narzisstische Persönlichkeitszüge (
ICD-10:
Z
73.1)
, Adipositas und einen
Morbus Basedow
.
Gestützt darauf
kamen die Gutachter in ihrer
konsensualen
Gesamtbe
urteilung
zusammenfassend
zu
m
Schluss (Urk.
6/99/76 ff.), der Versicherten seien schwere und mittelschwere
körperliche
Tätigkeiten sowie Tätigkeiten, welche
ein
dauerndes Stehen, Sitzen oder Bücken erfordern würden, nicht
mehr
zumutbar.
Eine leidensangepasste
Tätigkeit
– das heisst
körperlich
leichte
Tätigkeiten, ins
besondere sitzende Tätigkeit
en
– seien der Beschwerdeführerin
fünf Stunden täg
lich zumutbar
, wobei eine stressfreie Arbeit ohne Schichtbetrieb und ohne Nacht
arbeit zu empfehlen
wäre und das
Heben
und Tragen von Lasten seit August 2014 auf fünf
kg beschränkt
sein sollte. Weiter
wiesen
die Gutachter
auf
Inkonsisten
zen
der Beschwerdeführerin bezüglich ihrer Angaben hin
(
Urk.
6/99/75,
Urk.
6/99/53
,
Urk.
6/99/43
).
4.
4.1
Mit dem
B._
-Gutachten vom 2
1.
Dezember 2015 (Urk. 6/99), auf das sich die Be
schwerdegegnerin in ihrem Entscheid stützte (Urk. 2), wurde eine umfassende Neu
beurteilung des zeitlich massgebenden Gesundheitszustandes vorgenommen. Es wurden darin sämtliche Beschwerden und die Anamnese mit den
Vorakten
berücksichtigt sowie die Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet darge
legt. Das Gutachten erfüllt
alle rechtsprechungsgemäss erfo
rderlichen Kriterien für beweis
kräftige ärztlich
e Entscheidungsgrundlagen (
BGE 13
4 V 231 E. 5.1).
4.2
Die Beschwerdef
ührerin wendet dagegen ein, die Beurteilungen von
Dr.
D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, und
von
Dr.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in deren Berichten vom 2
2.
Juni 2015 seien nicht angemessen gewürdigt worden. Diese Arztperso
nen würden
sie seit Jahren behandeln und könnten ihren Gesundheitszustand besser einschätzen als di
e
B._
-Gutachter
.
Bei diesem Einwand
verkennt
die Beschwerdeführerin
jedoch, dass es die unter
schiedliche Natur von Behandlungsauftrag d
er therapeutisch tätigen Fachp
erson einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits nicht zulässt, ein Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandeln
den Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschät
zungen gelangen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_276/2016 vom 1
9.
August 2016 E. 3.1.1)
.
Zudem wurden die
beiden Berichte
von
Dr.
E._
und
Dr.
D._
vom 2
2.
Juni 2015
(
Urk.
6/86/2-3), auf welche sich die Versicherte beruft,
im
B._
-Gutachten berücksichtigt
(
Urk.
6/99/19,
Urk.
6/99/21
). Abgesehen
davon
erweisen sich die
beiden jeweils nur aus
ein
paar wenigen Sätzen bestehenden
und damit offenkundig
den rechtsprechungsgemässen Anforderungen
nicht genügenden Arztberichte
als nicht beweiskräftig (
E. 1.8
). Weitere substantiierte Einwendungen gegen das
B._
-Gutachten brachte
die Beschwerdeführerin
nicht vor.
4.3
Auch d
urch die übrigen medizinischen Akten wird das
B._
-Gutachten nicht ernsthaft in Frage gestellt.
Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass sowohl in Bezug auf die Diagnosen wie auch in Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf das
B._
-
Gutachten vom
2
1.
Dezember 2015
abzustellen
und von einer 60%igen
Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit (im
oben umschriebenen Sinne; E.
3.2
)
im massgebenden Zeitraum
auszugehen ist.
Von weiteren Abklärungen
sind keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b).
5
.
5
.1
Der von der Beschwerdegegnerin veranlasste Haushaltabklärungsbericht
vom 1
3.
April 2016 (
Urk.
6/103)
erfüllt
formell die
von der Rechtsprechung formulier
ten Anforderungen
(vgl. E. 1.6
vorstehend)
. So wurde der Bericht von einer qua
lifizierten Person verfasst, die bei der Beschwerdeführerin zuhause war und somit Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnissen hatte. Ihre Beurteilung erfolgte gestützt auf ihre umfassenden Abklärungen der häuslichen Verhältnisse sowie unter Berücksichtigung der Angaben der Beschwerdeführerin. Des Weiteren wurde der
Haushaltabklärungsbericht
hinreichend sorgfältig und detailliert abge
fasst
.
5
.2
5
.2.1
Strittig
und zu prüfen ist zunächst die
Statusfrage
. Die Beschwerdeführerin bestritt in ihrer Beschwerde, sich auf ein Erwerbspensum im Gesundheitsfall von
7
0 % festgelegt zu haben, und brachte vor,
sie habe die
entsprechende Frage der Abklärungsperson nicht «herausgehört»
(
Urk.
1 S. 6)
.
Spätestens ab
2012, als das jüngste Kind volljährig
geworden
und sie 49jährig
gewesen sei
, hätte sie ein 100%iges Erwerbspensum ausgeübt.
5
.2.2
P
raxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbe
wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
5
.2.3
Im
Haushaltabklärungsbericht vom 1
3.
April 2016 (
Urk.
6/103
/4
)
wurden
fol
gende
Aussagen der Beschwerdeführerin protokolliert: «Sie
[die Versicherte] würde
auch heute bei guter Gesundheit weiterhin zu 70
%
arbeiten. Sie habe auch versucht, weiter bei
A._
zu arbeiten, was jedoch aufgrund der gesund
heitlichen Situation nicht möglich war. Sie habe sich einfach zu schlecht gefühlt». Es handelt sich um mehrere, in sich übereinstimmende klare Aussagen der Ver
sicherten.
Konkrete
Anhaltspunkte für irgendwelche Verständigungsprobleme lie
gen nicht vor.
Unter diesen Umständen
v
ermag der blosse
Einwand der Ver
sich
erten, sie habe die ihren protokollierten Aussagen
zugrunde
liegende
(n)
Frage(n) der Abklärungsperson nicht «herausgehört», nicht zu überzeugen. Dies gilt umso mehr, als bei
der
B._
-Begutachtung
erhebliche Inko
n
sistenzen der Versicherten bezüglich ihren Angaben festgestellt wurde
n, was unbestritten blieb
(
Urk.
6/99/43,
Urk.
6/99/53). In Anbetracht dieser Umstände
sind
die jetzigen Vorbringen
der Beschwerdeführerin
,
dass
sie
bei guter Gesundheit
spätestens
seit
dem Jahr 2012
voll erwerbstätig wäre, als von nachträglichen Überlegungen ver
sicherungsrechtli
cher Art beeinflusst zu werten
.
Auf
die
protokollierten
Aussagen ist als
«Aussage der ersten Stunde» abzustellen. Von weiteren Abklärungen sind keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b).
5
.2.4
In Übereinstimmung mit der Auffassung der Beschwerdegegnerin und deren Haushaltabklärungsbericht ist daher im massgebenden Zeitraum von einem 70%igen Erwerbs- und
einem
30%igen Haushaltspensum der Beschwerdeführerin auszugehen.
5
.3
5
.3.1
Was den
übrigen
Inhalt
des Haushalt
abklärungsbericht
s
vom 1
3.
April 2016
betrifft,
gibt es
entgegen der Auffassung der Versicherten keine Anhaltspunkte für das Vorliegen eines Widerspruchs zwischen der ermittelten Einschränkung im Haushalt von
14
%
und der ärztlichen Beurteilung.
Diesen Einwand hat die Beschwerdeführerin
auch
nicht näher substantiiert.
Das Gleiche gilt für
ihr
Vor
bringen,
gemäss
dem
Haushaltabklärungsbericht
würden
die erwachsenen Kinder im Haushalt überwiegend d
iejenigen Tätigkeiten erledigen
, die in einem Haushalt wirklich erled
igt werden müssten
.
Auch diesbezüglich bleibt unklar, was die Ver
sicherte konkret einwendet.
Jedenfalls bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass
die Abklärungsperson
im Rahmen der Schadenminderungspflicht die Mitwir
kungspflicht der beiden (damals) im Haushalt lebenden
Kinder
(
Tochter geboren 1990; Sohn geboren 1994) überspannt hätte.
Auch
diesbezüglich
erweist sich der
Haushaltab
klärungsbericht
als beweiskräftig
.
5
.3.2
Mangels weiterer Einwände ist der durch die Abklärungsperson in pflichtgemäs
ser Ermessensausübung erstellte Haushaltabklärungsbericht auch diesbezüglich zu bestätigen, womit sich die Einschränkung im Haushalt auf 1
3,6
%
beläuft.
6
.
6
.1
Nachdem wie schon bei der ursprünglichen Verfügung vom
7.
Februar 2012 wei
terhin vom bish
erigen Status der Versicherten
als teilerwerbstätige Hausfrau
mit einem 70%igen Erwer
bs- und
einem
30%igen Haushaltsanteil
auszugehen ist, ist die Bemessung der Invalidität mangels Vorliegen
s
einer «Di
Trizio
» ähnlichen Ausgangslage weiterhin nach dem Berechnungsmodell der gemischten Methode vorzunehmen (Rechtsprechung in Umsetzung des Urteils des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte [EGMR] i.S. Di
Trizio
vom
2.
Februar 2016; statt vieler Urteil des Bundesgerichts
8C_157/2017
vom
6.
November 2017 E. 3.5). Nach dieser Methode ermittelte die Beschwerdegegnerin
für das Jahr 2015
(
dem
Zeitpunkt ein
e
s möglichen Rentenbeginns)
im Rahmen der gemischten Methode
einen Invaliditätsgrad v
on gerundet 14
%
(
Urk.
6/105/7). Dabei ging sie gestützt auf die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik von einem
Validen
einkommen
für ein 70%-Pensum von
Fr.
36'481.-- aus. Das Invalideneinkommen setzte sie auf
Fr.
3'270.-- fest, wobei sie gestützt auf die medizinischen Akten von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausging (
Urk.
6/104 und 6/105/7). Dies ergab im erwerblichen Bereich einen Invaliditäts
grad von 14
%
(
Urk.
6/104), wodurch zusammen mit dem Invaliditätsgrad von 13,6
%
im Haushaltsbereich ein Gesamtinvaliditätsgrad von 14,08
%
resultierte (
Urk.
6/105/7). Da die angefochtene Verfügung vor dem
1.
Januar 2018 datiert, gelangt die neue Bemessungsmethode für Teilerwerbstätige gemäss
Art.
27
bis
Abs.
2 und 3 IVV noch nicht zur Anwendung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C:122/2018 vom 2
7.
August 2018 E. 4.5). Die Invaliditätsbemessung ist
auf
grund der Akten nicht zu beanstanden und
wird
von der
Beschwerdeführerin
, abgesehen vom Leidensabzug,
nicht
bestritten.
Sie bringt
lediglich
vor, es sei beim
Einkommensvergleich
ein
25%iger Leidensabzug
zu berücksichtigen.
6
.2
Wird das Invalideneinkommen
– wie vorliegend -
auf der Grundlage der Lohn
strukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) ermittelt, ist der ent
spre
chende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Ohne für jedes zur Anwendung gelangende Merkmal separat quantifizierte Abzüge vorzunehmen, ist der Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen (leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) unter
Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Der Abzug darf 25 Prozent nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2). Ob und in welcher Höhe statistische Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des Einzel
falles ab
(Urteil des Bundesgerichts 8C_579/2017 vom 11. Dezember 2017 E. 7.2 mit Hinweisen).
6
.3
Die
im Jahr 2015 52
jährig gewordene Beschwerdeführer
in
ist Schweizer
in
und kann eine leidensangepasste Tätigkeit noch zu
60
%
ausführen.
Die
Gegenstand
des Abzugs vom Tabellenlohn bildende Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chance
n für eine Anstellung bestehen, ist zu verneinen. Denn in Anbetracht des
genügend breiten Spektrum
s
an zumutbaren Verweisungstätigkeiten könn
t
en unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berück
sich
tigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen sind
. Davon kann aber im vorliegenden Fall nicht
gesprochen
wer
den. Selbst wenn man einen Leidensabzug von höchstens 10 % gewähren würde,
würde
daraus
im Rahmen der erwähnten gemischten Methode (
Urk.
2) immer noch ein
nicht rentenrelevanter Invaliditätsgrad
von deutlich unter 40
%
resul
tieren.
7
.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
8
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1'000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
700
.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwer
deführerin aufzuerlegen.