Decision ID: 160918d7-bbf6-5c79-ad97-404039963f20
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1975
geborene
und als Bauarbeiter tätige
X._
meldete
sich nach erfolgter Meldung zur Früherfassung (
Urk.
7/2)
unter Hinweis auf eine
im Mai 2020 erlittene
Knieverletzung rechts
und damit verbundene voll
ständige Arbeitsunfähigkeit am
2
0.
November
2020 bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invaliden
versicherung an (
Urk.
7/
9
).
Die IV-Stelle liess einen IK-Auszug erstellen (
Urk.
7/13),
erkundigte sich beim Arbeitgeber
(
Urk.
7/
15)
, holte
einen aktuellen Bericht des behandelnden Arztes (
Urk.
7/19) ein und zog die Akten des zustän
digen Unfallversicherers (
Urk.
7/16) bei.
Mit Vorbescheid vom 2
5.
Januar 2021 zeigte sie dem Versicherten an, sein Leistungsbegehren bereits vor Ablauf des Wartejahres zu beurteilen und mangels rentenbegründenden Invaliditätsgrad
es
abzuweisen (
Urk.
7/26). Hieran hielt sie mit Verfügung vom 8. März 2021 fest (
Urk.
2).
2.
Hiergegen liess
X._
, nunmehr vertreten durch Rechts
anwalt Dominique
Chopard
, am 2
3.
April 2021 Beschwerde erheben und bean
tragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien ihm die gesetz
lichen Versicherungsleistungen auszurichten (
Urk.
1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
Mai 2021 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6)
, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
2.
Juni 2021 (
Urk.
8) angezeigt wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestim
mun
gen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf
den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend fest
gestellt wurde (§ 26 Abs. 1
GSVGer
).
2.
2.1
Die B
eschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid dahingehend
, dass dem Beschwerdeführer - bei im Übrigen guter Prognose hinsichtlich bishe
riger Tätigkeit - zumindest eine angepasste Tätigkeit vollumfä
nglich zumutbar
sei. Damit könn
e das Leistungsgesuch des Beschwerdeführers bereits vor Ablauf der Wartezeit beurteilt werden; bei einem Invaliditätsgrad von 10
%
bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber
erachtete
der Beschwerdeführer
die angefochtene Verfügung als unhaltbar, sei es doch rechtswidrig, vor Ablauf des Wartejahres über einen Rentenanspruch zu entscheiden. Im Übrigen sei nicht erstellt, dass er in einer angepassten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig sei (
Urk.
1).
3.
3.1
Am 3
0.
Mai 2020 erlitt der Beschwerdeführer eine Verletzung am rechten Knie, als er auf einer Baustelle ausrutschte und stürzte (Unfallmeldung vom
2.
Juni 2020,
Urk.
7/
16/
105). Das MRT des rechten Kniegelenks visualisierte einen subtotalen Abriss der distalen
Quadrizepssehne
(Ur. 7/16/84), welche Verletzung am 1
0.
Juni 2020 operativ saniert wurde (Operationsbericht von
Dr.
med.
Y._
, Orthopädische Chirurgie FMH,
Spital Z._
, vom 10. Juni 2020, Urk. 7/16/83)
und eine vollständige Arbeitsunfähigkeit nach sich zog (vgl.
Urk.
7/16/74).
3.2
Dr.
Y._
hielt anlässlich der Verlaufskontrolle vom 2
7.
Oktober 2020 fest, es
bestünden
ein flüssiges Gangbild, reizlose Weichteile am rechten Kniegelenk
,
eine freie Beweglichkeit sowie ein durchgängiger Streckapparat. Der Patient sei grund
sätzlich zufrieden und für alltägliche Dinge wieder einsatzbereit. Die Physio
therapie sei fortzusetzen und der Beschwerdeführer habe sich in einem M
onat
wieder vorzustellen (
Urk.
7/16/22).
Mit ärztlichem Zeugnis vom 23. November 2020 hielt der behandelnde Orthopäde fest, der Beschwerdeführer sei zwischen
zeitlich ferienfähig, benötige indessen noch regelmässig Physiotherapie, welche auch im Ausland fortzusetzen sei. Ab dem
5.
Januar 2021 bestehe eine Arbeits
unfähigkeit von 50
%
(
Urk.
7/16/11).
3.3
Mit Bericht vom 1
2.
Januar 2021 (
Urk.
7/19) erklärte
Dr.
Y._
, der Beschwer
deführer sei mobil, wenngleich er für längere Strecken noch Gehstöcke verwende. E
r beklage
noch eine Schwäche der Streckmuskulatur im rechten Bein. Diesbe
züglich erfolge
weiterhin
Physiotherapie. Dementsprechend habe
der Beschwer
deführer
Probleme, schwere Lasten zu heben und zu tragen sowie Treppen oder Leitern zu steigen.
Hinsichtlich
des
Befunds hielt der Arzt fest, es bestehe ein normales Gangbild, eine reizlos verheilte Operationsnarbe über dem rechten Knie
gelenk sowie eine durchgängig geheilte
Quadrizepssehne
. Das Bein könne gestreckt und im Kniegelenk gut angehoben werde. Im Vergleich zur Gegenseite
bestehe noch eine deutliche Atrophie der
Quadrizepsmuskulatur
. Als Diagnose nannte
Dr.
Y._
eine eingeschränkte Kraft des Streckapparates am rechten Bein bei verheilter distaler
Quadrizepssehnen
-Naht am 1
0.
Juni 202
0.
In prog
nostischer Hinsicht sei davon auszugehen, dass die schwere Verletzung soweit ausheilen werde, dass schwere körperliche Arbeiten wi
e
der möglich sein würden. Aufgrund der körperlich anspruchsvollen Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer im Rahmen der Rehabilitation indessen genügend Zeit einzuräumen
. Ab Februar 2021 finde ein Arbeitsversuch mit einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
statt
(
Urk.
7/19/4-5).
Einer Eingliederung stünden noch funktionelle Einschränkungen der Kniegelenksfunktion und Kraft im rechten Bein entgegen
, wobei von einer problemlosen
Eingliederung im Verlauf auszugehen sei
(
Urk.
7/19/7).
4.
4.1
Ein Rentenanspruch kann erst dann entstehen, wenn während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich eine Arbeitsunfähigkeit von mindes
tens 40 % bestand und nach Ablauf dieses Jahres (kumulativ) eine Invalidität von mindestens 40 % gegeben ist (E. 1.3; vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts 8C_618/2021 vom 14. Dezember 2021 E. 4.2 mit Verweis auf BGE 121 V 264 E. 6b/cc). Als relevante Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG ist eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen, wobei die Wartezeit als eröffnet gilt, wenn eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % besteht (vgl.
AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005 E. 2.1.1 in
fine
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2012 vom 19. Juli 2012 E. 3.2 mit weiteren Hinwei
sen).
4.2
4.2.1
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestim
mung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheb
lichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (
Urteil des Bundes
gerichts 9C_351/2020 vom 21. September 2020 E. 3.1, insbesondere mit Hinweis auf
BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
4.2
.2
Der Grundsatz in Art. 17 Abs. 1 ATSG, wonach im Falle einer rechtskräftigen Rentenverfügung eine Sachverhaltsänderung nachgewiesen sein muss, damit eine neue Beurteilung erfolgen kann, bezieht sich primär auf dieje
nigen Fälle, in denen die Zusprechung einer Rente oder die Verneinung eines Rentenanspruchs auf der Ermittlung eines bestimmten Invaliditätsgrades basiert hat. Für die Revision einer bestehenden Rente ergibt sich dies bereits aus dem Wortlaut von Art. 17 Abs. 1 ATSG; für die Prüfung einer neuen Anmeldun
g nach rechtskräftiger Rentenab
weisung ergibt es sich daraus, dass das Bundesgericht hier bei der Festlegung der massgebenden Vergleichsbasis ebenfalls verlangt, dass eine umfassende Prüfung des Rentenanspruchs sta
ttgefunden hat, die
auch die Durchführung eines Ein
kommensvergleichs umfasst (vgl. BGE 130 V 71 E. 3.2.3).
Wenn der Rentenanspruch demgegenüber deshalb verneint worden ist, weil das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG noch nicht erfüllt war, ist das Erfordernis der Sachverhaltsänderung entsprechend zu modifizieren. So kann sich die mass
gebende Sachverhaltsänderung dort, wo das Wartejahr bei der Verneinung des Rentenanspruchs noch läuft, allein durch den weiteren Zeitablauf verwirklichen. Dort, wo der Rentenanspruch hingegen
wegen Wieder
erlangung der Arbeits
fähigkeit vor Ablauf des Wartejahres verneint worden ist, muss analog zur Recht
sprechung zur Änderung des Invaliditätsgrades nach Art. 17 Abs. 1 ATSG der Nachweis einer Sachverhaltsänderung verlangt werden, die über den blossen Zeitablauf hinausgeht. Insbesondere ist dort, wo keine Veränderungen ausserhalb der gesundheitlichen Situation zur Diskussion stehen, eine Veränderung im Gesundheitszustand als erforderlich zu erachten, damit der
Rentenanspruch erneut materiell - und alsdann voraussetzungslos - geprüft werden
kann.
4.3
Von den Parteien wird zu Recht nicht in Frage gestellt, dass mit dem Unfall
ereignis vom 3
0.
Mai 2020 das Wartejahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
l
it
. b IVG in Gang gesetzt wurde. Demzufolge war es
im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids vom
8.
März 2021
klarerweise
noch nicht erfüllt
(E. 4.1)
.
Angesichts des
vorste
hend Dargelegten
(E. 4.2)
müsste daher feststehen, dass der Beschwerdeführer vor Ablauf der Wartezeit seine Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit vollumfänglich
wieder
erlangte, was vorliegend indessen nicht
der Fall
ist.
Die Beschwerdegeg
nerin räumt
e
denn auch
ein,
der
Beschwerdeführer
sei
noch nicht in der Lage, seiner angestammten Tätigkeit
als Bauarbeiter
wieder
uneingeschränkt
nach
gehen zu können
. Dies steht
mit
der medizinischen Aktenlage in Einkl
ang, bestand gemäss Einschätzung von D
r.
Y._
im Januar 2021
doch noch eine kr
a
f
tbedingte Instabili
tät im rechten Kniegelenk (Urk.
7/19/
6
)
, welche dem Tragen schwerer Lasten und dem Besteigen von
Treppen sowie
Leitern
im Januar 2021 noch
hinderlich war
(E
.
3.3
)
.
Mithin
war die Möglichkeit, dass sich bis zum Ablauf
des Wartejahrs noch eine massgebliche Sachverhaltsänderung zutragen könnte
(E. 4.2
.2
)
, nicht
aus dem Weg geräumt
. Wenn auch eine antizipierte Schätzung der Invalidität grundsätzlich unzulässig ist und eine Verfügung, wonach ein Versicherter später nicht invalide sein werde, insoweit unwirksam bleibt (BGE 97 V 58),
könnte der Beschwerdeführer
im Rahmen eines neuen Leistungsgesuches
gegebenenfalls hinsichtlich Beginns
eines
Rentenanspruchs gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG
dennoch
ein
en
Nachteil
erleiden
.
Das
Vorgehen der Beschwerde
gegnerin
, vor Ablauf der Wartezeit einen Leistungsanspruch mangels renten
begründenden Invaliditätsgrades zu verneinen, verdient demzufolge keinen Schutz
.
Dass der Unfallversicherer eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
für
gegeben erachtete (
Urk.
7/16/14), vermag
nicht zu einer anderen Betrachtung zu führen.
Immerhin sei an dieser Stelle angemerkt, dass die bisherige Aktenlage einen Rentenanspruch nach Ablauf des Wartejahrs
per Ende
Mai 2021 als wenig wahr
scheinlich erscheinen lässt: So war der Beschwerdeführer bereits im Oktober 2020 wieder in der Lage, alltägliche Dinge zu verrichten sowie in die Ferien zu verrei
sen (E. 3.2)
,
und sollte ihm die angestammte Tätigkeit als Bauarbeiter gemäss prognostischer Einschätzung durch den Operateur
Dr.
Y._
nach Abschluss der Rehabilitation wieder möglich sein (E. 3.3).
Selbst wenn diese Prognose, was der Beschwerdeführer geltend zu machen scheint (
Urk.
1 S. 4), nicht eintreffen sollte,
fehlt
es
bislang
an Hinweisen für einen langandauernden Gesundheitsschaden, welcher einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit im Wege stünde.
Ob ein Rentenanspruch gestützt auf eine Restarbeitsfähigkeit in Verweisungstätigkeit zu verneinen ist, hat die Beschwerdegegnerin nach Ablauf der Wartezeit allenfalls mittels Einkommensvergleich
s
zu überprüfen
.
4.4
Zusammenfassend erweist sich damit der angefochtene Entscheid nicht als rech
tens, weshalb er aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen ist, damit diese nach Ablauf des
Wartejahr
s den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers prüfe. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Im vorliegenden Verfahren sind sie ermessensweise auf Fr.
600.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 210 E. 7.1, 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
5.2
Der
vertretene Beschwerdeführer
hat demnach
Anspruch auf eine Prozessent
schädigung
.
Diese ist gestützt auf
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 und 3
GSVGer
unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf
Fr.
1’
0
00.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.