Decision ID: 0c7ae9d6-b35f-4fa3-a4f0-923cfffed5d9
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964,
war seit 1991 als diplomierte Pflegefachfrau im Pflegeze
ntrum
Y._
tätig
,
als sie sich
am
5.
März 2006
nach zahlreichen krankheitsbedingten Abwesenheiten
erstmals
unter Hinweis auf Rückenschmerzen
zum Bezug von IV-Leistungen
(Umschulungsmassnahmen)
an
meldete
(
Urk.
10/3)
.
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
übernahm in der Folge die Kosten
für
die Umschulung zur Arztgehilfin
sowie
für
ein anschliessendes Praktikum vom 2
1.
Februar 2008 bis 3
1.
Juli 2009
(
Urk.
10/24,
Urk.
10/28,
Urk.
10/29
,
Urk.
10/30
,
Urk.
10/49 und
Urk.
10/59
).
Aus dem nach Abschluss der Umschulung von der IV-Stelle erstellten Einkommensvergleich vom 3
0.
Juli 2009
resultierte
– ausgehend von einer
Arbeitsfähigkeit von 100
%
im um
geschulten Beruf als Arztgehilfin –
ein Invaliditätsgrad von 18
%
(Urk.
10/56).
Vom
1.
August 2009 bis
1.
März 2011 bezog
die Versicherte
Taggelder der Ar
beit
slosenversicherung (
Urk.
10/86)
,
vom 1
3.
Oktober 2010 bis 2
8.
Februar 2011
arbeitete sie
i
m Rahmen eines Einsatzprogramms des Regionalen Ar
beitsvermittlungszentrums (RAV)
im
S
pital Z
._
als
medizinische Praxisassistentin
(
Urk.
10/63,
Urk.
10/84 und
Urk.
10/89).
1.2
Am
1.
Februar 2011 meldete sich
X._
unter Hinweis auf Rückenschmerzen und Schmerzen in den Beinen und
Knien
und Nachreichung eines medizinischen Zeugnisses des behandelnden Rheumatologen
Dr.
m
ed.
A._
(
Urk.
10/67)
zum Rentenbezug an (
Urk.
10/63).
Die IV-Stelle holte Arbeitgeberberichte (
Urk.
10/75 und
Urk.
10/89), einen Arztbericht
bei Dr.
A._
(
Urk.
10/76) und Auszüge aus dem individuellen Konto der Versicherten (IK-Auszüge; Urk.
10/80,
Urk.
10/81 und
Urk.
10/90) ein.
Zudem veranlasste sie eine
medizinische
Abklärung bei der
Begutachtungsstelle
B._
(Urk. 10/92). Das Gut
achten wurde am 8.
März 2012 erstattet (
Urk.
10/94). Nach Einholung einer Stellungnahme bei ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD,
Urk.
10/95 S. 3 f.) stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 1
0.
April 2012
die
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
10/97).
Eine
Stellung
nahme von
Dr.
A._
zum Vorbescheid (
Urk.
10/98) veranlasste die IV-Stelle
,
erneut mit dem RAD Rücksprache zu nehmen (
Urk.
10/101). Mit Verfügung vom
8.
Juni 2012 hielt
sie schliesslich
an ihrem Vorbescheid fest und verfügte, dass kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung
bestehe
(
Urk.
2).
2.
Gegen die leistungsableh
n
ende Verfügung liess die Versicherte
,
vertreten durch den Rechtsdienst Integration Handicap
,
am
3.
Juli 2012 Beschwerde erheben (
Urk.
1)
und beantragen, die Verfügung vom
8.
Juni 2012 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin seien IV-Leistungen (berufliche Massnahmen/Rente) auszurichten. Zudem sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen und die Beschwerdegegnerin zur Tragung der Kosten- und Entschädigungsfolgen zu verpflichten (S. 2).
In ihrer Vernehmlassung vom
7.
September 2012 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9). Am 2
6.
Oktober 2012 erstattete die Beschwer
deführerin
ihre
Replik (
Urk.
13) und
am 1
5.
November 2012 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf
eine
Duplik (
Urk.
16)
, was der Beschwerdeführerin am 1
9.
November 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
17)
.
Mit Eingabe vom
3
0.
April 2013
(
Urk.
18)
reichte die Beschwerdeführerin ein
en
Bericht von
Dr.
A._
vom 1
1.
April 2013 (
Urk.
19)
ins Recht
und bemerkte dazu,
aus diesem
gehe hervor, dass sie den
a
nfang
s
November 2012 unternom
menen Arbeitsversuch (Erhöhung des Arbeitspensums in
der leidensangepassten
Tätigkeit von 50
%
auf 80
%
) aufgrund der Zunahme der Beschwerden im lum
balen Bereich sowie in den Kniegelenken beidseits nach rund vier Monaten de
finitiv habe abbrechen müssen (
Urk.
18). Die neue Eingabe und der Arztbericht wurden der Beschwerdegegnerin am
7.
Mai 2013 zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
20).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vor
zukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht (vgl. BGE 120 V 368 E. 6b, 117 V 275 E. 2b), wobei jedoch von der versicherten Person nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Be
rücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; ZAK 1989 S. 214 E. 1c).
1.3
Rechtsprechungsgemäss bewirkt Adipositas grundsätzlich keine zu Rentenleis
tungen berechtigende Invalidität, wenn sie nicht körperliche oder geistige Schä
den verursacht und nicht die Folge von solchen Schäden ist. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, muss sie unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalles dennoch als invalidisierend betrachtet werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durch zumutbare Gewichts
abnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit
beziehungsweise
der Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich zur Folge hat (Urteil des Bun
desgerichts 8C_74/2008 vom 2
2.
August 2008 E. 2.2
mit Hinweisen
)
.
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der rentenablehnenden Verfügung vom
8.
Juni
2012
mit Verweis auf das Gutachten
der
Begutachtungsstelle B._
vom
8.
März 2012
dafür
, dass
die objektivierbaren Befunde und Diagnosen zwar eine Minderung der Arbeitsfähigkeit
in der vor
der Umschulung ausgeübte
n
, schwere
n
,
mehrheitlich stehende
n
und gehende
n
und mit Lasten Heben verbundene
n
Tätigkeit als Krankenschwe
ster
zur Folge hätten
. Für die umgeschulte, gut angepasste Tätig
keit als medizinische Praxisassistentin seien die objektivierbaren Befunde, Be
schwerden und Diagnosen aber nicht als relevant einschränkend in der Ar
beits
fähigkeit zu taxieren.
Die noch bestehende gesundheitliche Einschränkung sei als reversible Folge der Adipositas und als reversible Folge der
Dekonditionierung
anzusehen
(
Urk.
2).
In der Vernehmlassung vertrat die Beschwerdegegnerin im Weiteren den Stand
punkt, rechtsprechungsgemäss bewirke die Adipositas grundsätzlich keine zu Rentenleistungen berechtigende Invalidität. Gemäss
B._
-Gutachten habe die Adipositas zwar zu den Beschwerden geführt, diese hätten sich mit dem bereits reduzierten Gewicht jedoch vermindert und sänken mit einer zusätzlichen Gewichtsreduktion weiter. Die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit könne mit der zumutbaren Massnahme der weiteren Gewichtsreduktion auf 100
%
ver
bessert werden (
Urk.
9).
2.2
Demgegenüber
machte
die
Beschwerdeführerin
geltend
,
sie
sei gestützt auf die Beurteilung
des behandelnden Rheumatologen
Dr.
A._
sowie
des begutach
tenden Orthopäden der
Begutachtungsstelle B._
seit Herbst 2010 selbst in einer angepassten Tätigkeit lediglich im Umfang von 50
%
arbeitsfähig und habe somit Anspruch auf Ausrichtung einer
Invalidenrente
. Ob, wann und inwiefern diese aufgrund einer allfälligen Verbesserung des Gesundheitszustandes reduziert werden könne,
wäre nach dem Standpunkt der Beschwerdeführerin
im Rahmen einer Rentenrevision zu prüfen (
Urk.
13
Ziff.
5
,
Urk.
18
).
3.
3.1
Im Bericht vom
3
0.
März 2011
nannte
Dr.
med.
A._
,
FMH
Inner
e Medizin, spez. Rheumatologie
(
Urk.
10/76)
,
die
nachfolgenden Diagnosen:
c
hronisches
cervico-lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
i
ntermittierend
lu
m
boradikuläres
Reizsyndrom S1 rechts
MRI-LWS 2000:
mediolaterale
Diskushernie L5/S1 rechts
MRI-HWS 2003: keine Hinweise für eine Diskushernie, degenerative Veränderungen
Wirbelsäulenfehlhaltung: lumbal Hyperlordose
Adipositas Grad III (BMI 41.6 kg/
m
2
)
a
rterielle Hypertonie
Status nach Ulcus
duodeni
2000
Kontrollgastrokopie
2003: unauffällig
Nikotinkonsum 20
py
Gonarthrosen
beidseits links mehr als rechts
Genu
valga
Wadenschmerzen, Fusssohlenschmerzen mit/bei
Genu
valgus
Senk- und Spreizfüsse
n
Status nach
laparoskopischem
Gastric-Sleeve
am 2
2.
Juni 2010 bei
morbidester Adipositas
e
ndoskopischem
Klipping
der Staplerna
h
tinsuffizienz am 1
2.
Juli 2010
u
nspezifische abdominelle Beschwerden seit dieser Zeit
h
ochgradiger Verdacht auf koronare Herzerkrankung
a
nteriore
Ischämiezone
Dr.
A._
führte aus, die Beschwerdeführerin habe durch die
laparoskopische
Gastric
-
Sleeve
-Operation ih
ren BMI von 50 auf 38
respektiv
ihr Gewicht von 117 kg auf 88.5 kg reduzieren können. Im Vordergrund stünden immer noch ihre Beschwerden seitens des Bewegungsapparates, wie auch die koronare Herz
erkrankung
. Zum Bewegungsapparat merkte er an, es finde sich eine Streckhaltung der Brustwirbelsäule mit vermehrter Lumbal
l
ordose. D
ie Wirbelsäule sei im Lot.
Es
bestehe
eine massive
Druckdolenz
und ein Hartspann paralumbal beidseits bei
Druckdolenzen
über den Lendenwirbelkörpern I–
V sowie über
dem
Trochanter
major
und
dem
Beckenkamm. Die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule sei in allen Richtungen leicht eingeschränkt.
Dr.
A._
berichtete weiter von
eine
r
massive
n
Krepitation und ein
em
Bewegungsschmerz bei Flexion/Ex
ten
sion beider Kniegelenke
und stellte fest,
der
Beschwerdeführerin seien leichte wechselseitige Tätigkeiten zu 50
%
möglich.
3.2
Die
Begutachtungsstelle B._
erstattete der IV-Stelle am
8.
März 2012 ein Gutachten
im
Fach
gebiet Orthopädie (
Urk.
10/94
/1-20
)
mit einer zusätzlichen
internistische
n
Beurteilung
vom 2
4.
Januar 2012 (vgl. Anhang
Urk.
10/94/21-28)
.
Im Gutachten werden folgende Diagnosen
mit
Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit)
festgehalten
(S. 15)
:
p
anvertebrales
und vor allem
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit/bei
über viele Jahre anhaltendem pathologischem Übergewicht mit einem BMI von ehe
mals 45.25 kg/m
2
, derzeit nach erfolgreichem
Gastric
-
Sleeve
-Eingriff 2010 aktueller BMI 30.5 kg/
m
2
kongenitalem partiellem Hypermobilitätssyndrom
rumpfmuskulärem Globaldefizit,
Dekonditionierungssyndrom
röntgenologisch fortgeschrittene
r
Osteochondrose
L5/S1,
mässiggrad
ig
auch L1/2 und L3/4, reaktive
r
Spondylose,
Spondylarthrose
beidseitige
Gonal
g
i
e
, ebenfalls durch langjähriges Übergewicht und statischer Fehlbelastung symptomatisch auffällig, röntgenologisch diskrete
Femoropatellararthrose
und
leichtgradige
mediale
Gonarthrose
, jeweils beidseits
An Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit werden im Gutachten aufgeführt:
rückläufige Adipositas mit einem derzeitigen BMI von 30.5 kg/
m
2
Hypertonie mit leichter
hypertensiver
Herzkrankheit
Status nach endoskopischem Clipping der Staplernaht-Insuffizienz (OP 22.06.2010) am 12.07.2010, aktuell beschwerdefrei
Der orthopädische Gutachter
,
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie,
stellte
fest, die bei der Beschwerdeführerin seit 10 Jahren be
kannten tieflumbalen Rückenschmerzen gingen wesentlich zu Lasten einer sich über viele Jahre
hinweg
erstreckenden morbiden Adipositas mit einem
im Jahr
2006 dokumentierten BMI von 45.25 kg/
m
2
.
Inzwisch
en habe nach einem er
folg
reichen
Gastric
-
Sleeve
-Eingriff vom 2
2.
Juni 2010 das Übergewicht bis auf einen BMI von 30.5 kg/
m
2
reduziert werden können
.
Die inzwischen manifesten und dem Lebensalter von 47 Jahren deutlich vorauseilenden fortgeschrittenen
osteochondrotischen
, spondylotischen und
spondylarthrotischen
Befunde der Lendenwirbelsäule
seien
Folgen der langjährig bestehenden Adipositas in Ver
bindung mit einer kongenit
alen Wirbelsäulenhypermobilität
. Ein gleichlauten
des Erklärungsmodel gelte auch – in abgeschwächter Form – für die beginnen
den beidseitigen
Kniegelenksarthrosebefunde
. Die Versicherte sei über die Notwendigkeit einer weiteren Gewichtsreduktion informiert und motiviert. Bei Wiederherstellung eines weitgehenden Normalgewichts sei davon auszugehen, dass die vormals bestehenden
lumbovertebralen
Schmerzsyndrome und eben
falls die bei
dseitigen
Gonalgien
spontan
weitgehend
regredierten
(S. 13).
Im Untersuchungszeitpunkt
sei die Beweglichkeit der Wirbelsäule und des Rump
fes
uneingeschränkt gewesen
. Es bestehe jedoch ein deutlich defizitäres Rumpfmuskelkorsett. Es hätten sich keine Hinweise für das Vorliegen eines
vertebragenen
Nervenwurzelkompressionssyndroms ergeben
(S. 12).
Derzeit finde bereits eine medizinische Trainingstherapie statt, diese könne intensiviert werden und sollte auch nach Erreichen des Normalgewichts rein präventiv mit dem Ziel der
Rekonditionierung
der Rumpfmuskulatur fortgeführt werden (S.
13).
Die Beschwerdeführerin berichtete dem Gutachter, sie übe
seit dem
1.
Juni 2011 nachmittags von
14.00/15.00 Uhr bis
18.00/19.00 Uhr eine Tätigkeit
als
Praxisassistentin in einem medizinischen Labor aus
und befinde sich
mit diesem 50%-Pensum am Limit (S. 8 und 12)
.
Im internistischen Teilgutachten stellte
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Innere Medizin FMH sowie Facharzt für Kardiologie FMH
,
fest, aus internistische
r
Sicht
bestehe kein Grund für eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in der gegenwärti
gen Tätigkeit als medizinische Praxisassisten
t
in in einem medizinisch-analyti
schen Labor. Somit bestehe seit etwa
1.
Januar 2011 eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
. Auch für eine ähnlich gelagerte, körperlich leichte, wechselbelastende Verweistätigkeit bestehe aus internistischer Sicht keine Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit (
Urk.
10/94
/21-28 S. 27).
Zusammenfassend stellte der Hauptgutachter fest, dass die die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden und zur Umschulung führenden Beschwerden im Bereich des Bewegungsapparates im Sinne über 10 Jahre bestehender
lumbover
t
ebraler
Schmerzsyndrome und beidseitiger
Gonalgien
besserungsfähig seien. Aus rein orthopädisch somatischer Sicht sei die Selbsteinschätzung der Versicherten, wo
nach
sie
mit einem 50%igen Beschäftigungsniveau in einem medizinischen La
bor ans Limit gekommen sei, nachvollziehbar. Die weitgehend
dekonditionierte
Rumpfmuskulatur benötige einen Zeitrahmen von sechs bis zwölf Monaten, um eine ausreichende statische Entlastung – Stützung und Führung der Wirbelsäule – zu gewährleisten. Prognostisch sollte annähernde Normalgewichtigkeit spä
testens nach Ablauf eines weiteren Jahres erreicht sein. Bei sodann erreichtem Normalgewicht und ausreichend
rekonditionierter
Skelettmuskulatur sollte die Steigerung der Arbeitsfähigkeit im Umschulungsberuf als medizinische Praxisgehilfin wieder bis 100
%
möglich sein. Die Fortsetzung der Gewichtsreduktion müsse im Sinne einer Schadenminderungspflicht verstanden werden (S. 13).
Somit bestehe
derzeit – bzw. seit
„
mindestens auf den Zeitpunkt nach der
Reha
b
ilitation nach dem chirurgischen
Eingriff vom Juni 2010, d
.
h
.
etwa
seit
Herbst 2010
(Beginn des
Integrationsprogramms)“
(S. 14)
–
,
eine Arbeitsfähig
keit auf einem 50%-Niveau bei Zugrundelegung des folgenden leidensangepassten Profils: Geeignet seien wechselbelastende, leichte und nur gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten ohne repetitive Bewegungsanforderungen an den Rumpf. Zu meiden seien Zwangshaltungen für die Wirbelsäule wie Arbeiten vornüber gebeugt stehend, kniend, hockend, kauernd. Langfristiges Stehen und Sitzen sei mit jeweils 30 Minuten limitiert. Das
Heben, Tragen und Bewegen von L
asten sei mit 15 kg limitiert (S. 13
f.
).
3.3
In seiner Stellungnahme vom
3.
April 2012
(
Urk.
10/95 S. 3 f.)
hielt der RAD-Arzt
Dr.
med.
E._
, Arzt für allgemeine
Medizin FMH, fest, die von den
G
utachtern aufgrund der Befunde angegebene 50%ige Arbeitsfähigkeit in der jetzigen Tätigkeit werde
zusätzlich
spezifiziert.
So
werde klar deklariert, dass durch eine weitere Gewichtsabnahme auf Normalgewicht und durch eine „
Rekonditionierung
“ innert eines Jahres von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit aus
zugehen sei
und somit festgehalten
, dass die noch bestehende Einschränkung als reversible Folge der Adipositas und als reversible Folge der „
Dekonditionierung
“ anzusehen sei. Dies
e seien beide
(Adipositas und
Dekonditionierung
) keine IV-relevanten Gründe für eine Arbeitsunfähigkeit. Somit könne versicherungstechnisch schon heute von der 100%igen Arbeitsfähigkeit für die ange
passte Tätigkeit ausgegangen werden. Eine Änderung der bisherigen Einschät
zung liege somit nicht vor.
3.4
Am 1
7.
April 2012 (
Urk.
10/99)
wandte
Dr.
A._
gegenüber
der IV-Stelle
ein
, der Schluss
,
dass die gesundheitlichen Einschränkungen als reversible Folgen der Adipositas und reversible Folgen der
Dekonditionierung
anzusehen seien, sei medizinisch nicht haltbar. Bei der Beschwerdeführerin bestünden die folgen
den Diagnosen:
Polyarthrosen
Gonarthrosen
beidseits, links mehr als rechts
Genu
valga
Neu: Senk-,
Spreizfüsse
c
hronisches
cervicolumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
intermi
ttierendes
lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 rechts
medio
laterale
Diskushernie L5/S1 rechts
Wirbelsäulenfehlhaltung/
-
fehlform
a
rterielle Hypertonie
h
ochgradiger Verdacht auf koronare Herzerkrankung
a
nteriore
Ischämiezone
Diese Diagn
osen könnten nicht als reversib
e
l
betrachtet werden und schränkten die Beschwerdeführerin in ihrer Erwerbsfähigkeit immer noch ein. Zusätzlich sei zu erwähnen, dass die Beschwerdeführerin trotz ihrer Beschwerden einer 50%igen Erwerbstätigkeit nachgehe.
3.5
Der RAD-Arzt
Dr.
E._
führte in seiner Stellungnahme (
Urk.
10/101 S. 1 f.) zu den Einwendungen
von
Dr.
A._
aus, es sei
nicht gesagt worden, dass die klar nachgewiesenen Diagnosen der lumbalen
Osteochondrose
, Spondylose und
Spondylarthrose
und die beginnende mediale
Gonarthrose
und die beginnende
Retropatellärarthrose
reversibel seien. Aber diese lösten nur eine qualitative Einschränkung aus, welche im vom orthopädischen Gutachter formulierten Belastungsprofil klar aufgeführt würden. Das heisse, diese objektivierbaren Befunde und Diagnosen lösten wohl eine Minderung der Arbeitsfähigkeit für die
vor der Umschulung ausgeübte, schwere
,
mehrheitlich stehende und gehende und mit Lasten Heben verbundene Tätigkeit als Krankenschwerster aus. Aber für die umgeschulte, gut angepasste Tätigkeit als medizinische Praxisassistentin seien d
ie objektivierbaren Befunde,
Beschwerden und Diagnose
n nicht als rele
vant einschränk
en
d
in der Arbeitsfähigkeit zu taxieren. Dass die Versicherte bis anhin nur
zu
50
%
arbeitsfähig gewesen sei,
sei
durch die noch – in gegenüber früher vermindertem Ausmass
– bestehenden
Restbeschwerden und die
Dekonditionierung
der Rumpfmuskulatur bedingt
. Eine gewisse qualitative Einschrän
kung durch die objektivierbaren Befunde werde anerkannt. Aber das Ausmass der Minderung der Restarbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit sei hauptsäch
lich durch die
Dekonditionierung
und die, durch weitere Gewichtsabnahme als rückläufig eingeschätzten, Beschwerden der Knie bedingt. Dies
seien aber
beide
s
Ursachen,
welche
IV-irrelevant seien.
4.
4.1
Unbestritten und aufgrund der Aktenlage ausgewiesen ist, dass
die
Beschwerde
führerin seit längerer Zeit
unter
R
ücken- und neu
auch
Kniebeschwerden
leidet
und deswegen i
n der
vor der Umschulung ausgeübte
n
, schwere
n
,
mehrheitlich stehende
n
und gehende
n
und mit Lasten Heben verbundene
n
Tätigkeit als dip
lomierten Pflegefachfrau
erheblich eingeschränkt
war und ist
.
Der
Umschulungsberuf als Arztgehilfin sowie die aktuelle Tätigkeit als Praxisassistentin in einem medizin
ischen Labor
sind demgegenüber nach einheitlicher Darstellung
beh
inderungsangepasste Tätigkeiten
(vgl. etwa
Urk.
10/94/1-20 S.
17).
Unstrittig ist
weiter
, dass
grundsätzlich
auf das unter Berücksichtigung der medizinischen
Vorakten
(S.
4
ff.), aktueller Röntgenaufnahmen (S. 11) und Laborwerte (S. 11) sowie gestützt auf eigene Befragung
en
und Untersuchung
en
in den
Fachgebie
t
en
Orthopädie (S. 7 ff.) und
innere Medizin
(S. 14 und 21 ff.) ergangene Gut
achten der
Begutachtungsstelle B._
abgestellt werden kann,
das
auch
den
rechtsprechungsgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer medi
zinischen Expertise entspricht
(vgl. E. 1.4)
.
In diesem Gutachten attestierte der
orthopädische Gutachter
der Beschwer
de
füh
rerin in
angepasster Tätigkeit
eine
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
von 50
%
und rech
nete erst innert Jahresfrist mit
Wiedererlangung einer
100%igen Ar
beitsfähig
keit
.
Er fügte erläuternd hinzu, a
llein die Gewichtsreduktion habe bei den be
reits manifest vorliegenden mehrsegmentalen degenerativen Wirbelsäulenschäden und der ebenfalls manifesten – wenn auch
geringgradig
ausgepräg
ten –
Gonarthrose
die Beschwerdeintensität bis dato nicht nachhaltig
bessern
kön
nen. Erst mit einem synchron
verlaufenden
Rekonditionierungseffekt
der ausge
prägt defizitären Rumpfmuskulatur sei mit einer Besserung der Rücken
schmer
zen zu rechnen
. Entsprechendes gelte für die gesamte Skelettmuskulatur und auch für die Bein- und
Quad
r
izepsmuskulatur
zur statischen Entlastung der Kniegelenke
(
Urk.
10/94/1-20 S. 18 f.)
.
Strittig ist
,
ob
der Beschwerdeführerin wegen dieser Einschränkungen ein Renten
anspruch zusteht.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stellte auf die Stellungnahme
n
des RAD-Arztes
Dr.
E._
ab
, wonach dem
B._
-Gutachten zu entnehmen sei
,
dass
die auch in angepasster Tätigkeit
noch bestehende
Einschränkung
als reversible Folge der Adiposita
s und als reversible Folge der
Dekonditionierung
anzusehen sei
. Versicherungsmedizinisch könne somit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für die angepasste Tätigkeit ausgegangen werden
(
Urk.
10/95 S. 4)
.
Das Ausmass der Minderung der Restarbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit werde hauptsäch
lich durch die
Dekonditionierung
und die, durch weitere Gewichtsabnahme als rückläufig eingeschätzten, Beschwerden der Knie bedingt
(
Urk.
10/101 S. 2)
.
Diese gestützt auf das
B._
-Gutachten und in Kenntnis der
Vorakten
abgege
bene Stellungnahme
des RAD-Arztes mit Facharzttitel in allgemeiner Medizin
ist begründet und einleuchtend. Sie ist angesichts des feststehenden medizini
schen Sachverhalts auch ohne eigene Untersuchungen genügend fundiert (vgl.
Art.
49
Abs.
2
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV,
und Urteil des Bundesgericht
s
I 1094/06 vom 1
4.
November 2007 E. 3.1.1)
und überzeugt vor
dem
Hintergrund der allgemeinen Schadenminderungspflicht sowie der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu
den invalidenversicherungsrechtlichen Folgen
adipositasbedingte
r
Beschwerden.
4.3
Im
Juni 2010
unterzog sich die Beschwerdeführerin
einem
Gas
tric
-
Sleeve
-Ein
griff. Es gelang
ihr dadurch erfolgreich, ihr
adipöses
Körpergewicht
massgeblich zu reduzieren
. Die belastungsbedingten Einschränkungen nahmen dementspre
chend ab und sind weiter im Abnehmen begriffen. Nicht synchron zur Gewichtsreduktion verlief nach Einschätzung des orthopädischen
B._
-Gut
achters der Aufbau der ausgeprägt defizitären Rumpfmuskulatur sowie der gesamten Skelettmuskulatur und der Bein- und
Quadrizepsmuskulatur
zur sta
tischen Entlastung der Kniegelenke.
Nach Erreichen des Normalgewichts sowie
Rekonditionierung
der Skelettmuskulatur
sollte die Beschwerdeführerin aber
auch nach Ansicht des
B._
-Gutachters
innert
Jahresfrist
ihr Pensum auf ein 100%-Niveau steigern können.
4.4
Die Beschwerdeführerin meldete sich am
1.
Februa
r 2011 zum Rentenbezug
an (
Urk.
10/63). Ein
allfälliger Rentenanspruch wäre
frühestens am
1.
August 2011 (
Art.
29
Abs.
1 IVG) und somit
knapp
ein Jahr nach Abschluss der Rehabilita
tion vom chirurgischen
Gastric
-
Sleeve
-Eingriff
(Herbst 2010) entstanden
.
Die Beschwerdeführerin hatte
mithin
berei
ts während
fast
eines Jahr
es
Zeit
für ein
Muskelaufbautraining
, was auch nach
Ein
schätzung des
B._
-
Gutachter
s –
der
von einem benötigten Zeitrahmen von sechs bis zwölf Monaten
ausging –
bei regelmässigem Training für den Wiederaufbau der Skelettmuskulatur
ausrei
chen
d
ist
.
Dass die Beschwerdeführerin
noch
im März
2012 – eineinhalb Jahre nach
der
Rehabilitation
vom
Gastric
-
Sleeve
-Eingriff
–
infolge
Dekonditionierung
unter Einschränkungen litt
,
kann somit
a
ngesichts der gebotenen Schaden
minderung
(dazu vorne E. 1.2)
keine zu Rentenleistungen berechtigende Invalidität begründen
.
4.5
Anzumerken bleibt
, dass der
Umstand, dass der
behandelnde Rheumatologe
der Beschwerdeführerin vorb
ehalt
los eine 50%ige
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
auch in angepasster Tätigkeit attestierte
,
die
Plausibilität
des Gutachtens sowie der Stel
lungnahme des RAD-Arztes nicht in Frage zu stellen vermag
,
zumal das
Enga
gement
von
Dr.
A._
bei der
Anmeldung zum Bez
ug einer Invalidenrente
und die
im Zeitpunkt der Arbeitslosigkeit
attestie
rte 100%ige Arbeitsfähigkeit ab
1.
August 2010
(
Urk.
10/86/5)
gewisse Zweifel an der für eine unabhängige Expertise notwendigen Distanz
zur Beschwerdeführerin aufkommen
lassen
.
4.6
An dieser Würdigung vermag auch
die
nach Verfügungserlass (vgl. BGE 129 V 1 E. 1.2) ergangene kurze Bestätigung von
Dr.
A._
nichts zu ändern, wonach er nach
einer per Ende 2012
in Angriff genommenen
Pensum
s
erhöhung
durch die
Beschwerdeführerin
auf 80
% aufgrund der Zunahme
ihrer
Beschwerden
einerseits im lumbalen Bereich,
andererseits vor allem der Kniegelenke beidseits, aber auch wegen
ihrer
zunehmenden Erschöpfung die Arbeitsunfähigkeit per 1
5.
April 2013 definitiv auf 50
%
habe festlegen müssen (
Urk.
19).
4.7
Da nach
dem Gesagten von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätig
keit aus
zugeh
en
ist
und die Tätigkeit als Arztgehilfin eine solche darstellt,
bleibt es beim
– unbestrittenen und zu keinen Bemerkungen Anlass gebenden – Einkommensvergleich der Beschwerdegegnerin nach Absch
luss der
gewährten
beruflichen Massnahmen
,
aus dem ein
Invaliditätsgrad von 18
%
resultierte
(
Urk.
10/56)
.
Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
5.
Nicht gefolgt werden kann dem Antrag der Beschwerdegegnerin
in der Beschwerdeantwort
, es sei der Beschwerdeführerin eine Schadenminderungspflicht aufzuerlegen
(
Urk.
9
Ziff.
3)
;
dies mit dem Hinweis, dass die
Kompetenz zur
Auferlegung einer Schadenminderungspflicht
bei
der
Verwaltung
liegt
.
6
.
6
.1
Die Beschwerdeführerin
hat in
ihrer
Beschwerdeschrift
unter Nachreichung diver
ser Belege
ein Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung
gestellt
(
Urk.
1
S.
2
,
Urk. 7
,
Urk. 8/1-11
).
Die
Voraussetzungen zur Bewillig
ung der unentgeltli
chen Prozess
führung gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) sind erfüllt.
Die Beschwerdeführerin wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen, wonach sie zur Nachzahlung der ihr erlassenen Gerichts
kosten verpflichtet werden kann, sobald sie dazu in der Lage ist.
6
.2
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
ist das Beschwerdeverfahren vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.--) auf Fr. 700.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerde
führerin aufzuerlegen, allerdings infolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.