Decision ID: ef69beca-076a-460c-80a5-030ba0f328c6
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1977
und
ausgebildeter
Maschinenzeichner (Urk. 6/2/1),
war
z
uletzt ab
1. November 2009
– zunächst
als Senior System Engineer
und
ab 1. Juli 2010 als Leiter IT & Support
–
bei
der
Y._
AG
angestellt.
Dieses Arbeitsverhältnis löste
er
am 26. Oktober 2011 per
Ende
Feb
ruar 2012
auf
(Urk. 6/2/2
, Urk. 6/18
)
.
Am 17. Juli 2012 meldete er sich
unter Hinweis auf
Schmerzen im Bere
ich der Lendenwirbel (L4)
, zunehmend seit Feb
ruar 2010,
und eine seit 10. Februar 2012 bestehende Arbeitsunfähigkeit
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/3).
Nach einem
Standort
gespräch
(Urk. 6/10) teilte ihm d
ie Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
am 16. August 2012 (Urk. 6/14) mit,
berufliche Eingliede
rungsmassnahmen seien
aufgrund des Gesundheitszustandes nicht möglich. Im Rahmen der
daran anschliessenden
Rentenprüfung
zog
die IV-Stelle
unter anderem
Akten des Krankentaggeldversicherers
bei
, beinhaltend ein von diesem veranlasstes Gutachten von Dr. med.
Z._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, und Dr. med.
A._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 30. Oktober 2012 (Urk. 6/29/31-92)
samt ergänzender Stellungnahme vom 18. Januar 2013 (Urk. 6/34/82-86)
.
Überdies
gab sie
beim
B._
ein
bidiszipli
näres
Gutachten in Auftrag, welches am
2. Oktober 2013
durch PD Dr. med.
C._
, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation / Rheumatologie, und Dr. med.
D._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Chefarzt Klinik
E._
,
erstattet
wurde
(Urk. 6/38/21-
30
; vgl. auch psychiatrisches Teilgutachten vom 14. März 2013
[
Urk.
6/32
] und
Bericht betreffend
Evaluation der
arbeitsbezoge
nen
funkti
onellen Leistungsfähigkeit [EFL,
Urk. 6/38/31-
41]
)
.
N
ach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
6/42, Urk. 6/47)
verneinte die IV-Stelle
mit
Verfügung vom 14. April 2014 (Urk. 2)
einen Leistungsanspruch des Versicher
ten.
2.
Hiergegen erhob
X._
am 27. Mai 2014 Beschwerde mit folgen
dem Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2):
„1.
Die Verfügung der IV-Stelle Zürich vom 14. April 2014 sei vollumfäng
lich aufzuheben.
2.
a) Die Beschwerdesache sei zur Einleitung eines Mahn- und
Bedenkzeit
verfahrens
nach Art. 43 Abs. 3 ATSG zwecks Umsetzung der gutachter
li
chen therapeutischen Empfehlungen, zur Durchführung eines
Einkom
mensvergleichs
, zur Ermittlung eines IV-Grades und zur Neuabklärung an die IV-Stelle Zürich zurückzuweisen.
b) Eventualiter: Es sei ein
bidisziplinäres
Gerichtsgutachten den Fall des Versicherten betreffend zu erstellen, dies unter Einbezug der rheumato
logischen und psychiatrischen Fachrichtung.
c)
Subeventualiter
: Es seien dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leis
tungen nach Massgabe einer Erwerbsunfähigkeit von mindestens 40 % (inkl. berufliche Massnahmen) zzgl. einem Verzugszins zu 5 % ab wann rechtens auszurichten.
3.
Es sei eine öffentliche Gerichtsverhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK mit Publikums- und Presseanwesenheit durchzuführen.
4.
Vor der Eröffnung des materiellen Endentscheides sei dem unterzeich
ne
ten Rechtsanwalt Gelegenheit zur Einreichung einer detaillierten
Kos
tennote
zur Geltendmachung einer Parteientschädigung zu geben (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV).
5.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerde
gegnerin
.“
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 3. Juli 2014 (Urk. 5) auf Abweisung der Beschwerde,
wovon
dem Beschwerdeführer am 7. Juli 2014 Kenntnis
gegeben
wurde (Urk. 7).
Mit Eingabe vom 10. Dezember 2014 stellte der Beschwerdeführer folgende Anträge (Urk. 10 S. 1-3):
„1.
Dem Verwaltungsgutacht
er der IV, Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, seien durch das angerufene Gericht folgende Fragen zur klärenden schriftlichen Beantwortung zu unterbreiten:
1.
Beurteilen Sie die von der IV-Stelle angesprochene Selbstlimitierung des Versicherten als pathologische Folge seiner Erkrankung oder handelt es sich hier um ein krankheitsfremdes Erscheinungsbild?
2.
Wie beurteilen Sie die Kritik des Rechtsdienstes der IV-Stelle Zürich, wonach die
in Ihrem Gutachten unter „Ziff.
4.2"
aufgeführten
test
psychologischen
Befunde aufgrund der angeblich verschiedentlich festgestellten fraglichen Leistungsbereitschaft und
Selbstlimitierun
gen
nicht nachvollziehbar erläutert seien?
3.
Wie beurteilen Sie die Kritik des Rechtsdienstes der IV-Stelle Zürich, wonach die von Ihnen abgeleitete vollständige Arbeitsunfähigkeit „weder aufgrund der Diagnosen noch aufgrund der festgehaltenen psychopathologischen Befundungen" nachvollziehbar
sei?
4.
Wie beurteilen Sie das psychiatrisc
he Gutachten von Dr.
A._
vom
30.
Oktober 2012?
2.
Es sei die beiliegende fachärztliche Stellungnah
me von Dr. med.
F._
, Facharzt für Neurologie und Neurochirurgie, Leiter Gutachtenzentrum
G._
, vom 30.
September 2014 als Urkunde 2 zu den Akten zu nehmen und zum Beweis zuzulassen.
3.
Es sei der Bericht
der
H._
vom 5.
November 2014 in Kopie als Urkunde
3 zu den Akten zu nehmen und zum Beweis zuzulas
sen.
4.
Es sei die anonymisierte Verfügung des Versicherungsgerichts des Kan
tons
I._
vom 5. November 201
4 in Kopie als Urkunde
4 zu den Akten zu nehmen und zum Beweis zuzulassen.
5.
Es sei die anonymisierte Verfügung des Versicherungsgerichts des Kan
tons
I._
vom 14.
Nov
ember 2014 in Kopie als Urkunde
5 zu den Akten zu nehmen und zum Beweis zuzulassen.
6.
Es sei die anonymisierte Stellungnahme des
J._
vom 13. November 2014 in Kopie als Urkunde 6 zu den Akten zu nehmen und zum Beweis zuzulassen.
7.
Es sei die anonymisierte Verfügung des Versicherungsgerichts des Kan
tons
I._
vom 3.
Dez
ember 2014 in Kopie als Urkunde
7 zu den Akten zu nehmen und zum Beweis zuzulassen.
8.
Es sei das anonymisierte Schreiben des Versicherungsgerichts des Kan
tons
I._
vom 3. Dezember 2014 an die
K._
-Gutachterstelle in Kopie als Urkunde 8 zu den Akten zu nehmen und zum Beweis zuzulas
sen.
9.
Es sei eine interdisziplinäre, gerichtliche Begutachtung des Versicherten unter Einbezug der psychiatrischen, neurologischen, neuropsychologi
schen und rheumatologischen Fachrichtung durchzuführen.
10.
Die Beschwerde sei gutzuheissen.
11.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerde
gegnerin
.“
Diese Eingabe sowie die damit eingereichten Unterlagen (Urk. 11/1-2
,
Urk. 12/1-5) wurden der Beschwerdegegnerin am 12. Januar 2016 (Urk. 13) zur Kenntnis gebracht.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
de
s
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2
.
2
.
1
A
m 18.
Januar 2013 wurde d
as
vom Krankentaggeldversicherer veranlasste
Gut
achten
der
Dr
es
.
Z._
und
A._
(vgl. versicherungsmedizinische Stel
lungnahme
n
je
vom 30. Oktober 2012 [
Urk. 6/39/31-64
und
Urk. 6/29/65-88
]
)
, vom 30. Oktober 2012
zu den
Akten
der Beschwerdegegnerin
gereicht. Die bei
den Sachverständigen formulierten i
n
ihrer
versicherungsmedizinischen
Kon
sensbeur
teilung
(Urk. 6/29/89-92)
keine
Diagnosen
mit Auswirku
ng auf die Arbeitsfähigkeit
. Den folgenden Diagnosen
massen
sie
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
bei
(Urk. 6/29/89):
C
hronisches therapie
re
fraktäres
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit in
termittierender
pseudoradikulärer
Symptomatik beidseits
(ICD-10 M54.5)
mit/bei
Fehlhaltung
ausgeprägter
myostatischer
Insuffizienz/muskulärer
Dekonditionie
rung
lumbosacraler
Übergangsstörung (
Sacralisation
von LWK5) und ini
tia
ler degenerativer Veränderung des Facettengelenks LWK4/SWK1 rechts
ohne weiteres strukturell-pathologisches Korrelat
(
A
ktenanamnestisch
)
depressive Episode, gegenwärtig weitgehend remit
tiert (
ICD-10
F32.4) mit geringe
r Restsymptomatik,
differential
diagnos
tisch
bei chronischer Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (
ICD-10
F45.41)
Die
Gutachter
erwogen, zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten bestehe
aus interdisziplinärer versicherungsmedizinischer Sicht kein Gesundheitsschaden, welcher
bezogen auf die zuletzt ausgeü
bte Tätigkeit als Informatiker –
gemäss Arbeitsanamnese handle es sich hierbei um eine leichte Tätigkeit, welche sowoh
l im Sitzen als auch im Stehen (
es sei ein Steh
pult vorhanden gewesen
)
auszuüben gewesen sei; zudem sei der Beschw
erde
führer viel umher
gegangen (
vgl. Urk. 6/29/41 oben)
–
eine dauerhafte Limitie
rung der Arbeitsfähigkeit
begründen könnte. Auch in allfälligen
Verweistätig
keiten
sei der Beschwerdeführer gemäss seinem allgemeinen Leistungsspektrum uneingeschränkt arbeitsfähig. Eine körperlich schwere Arbeit sei ihm medizi
nisch hingegen schon aus konstitutionellen Gründen nicht zumutbar (Urk. 6/29/90).
An dieser Einschätzung hielten die
Dres
.
Z._
und
A._
in ihrer ergän
zenden Stellungnahme vom 18. Januar 2013 (Urk. 6/34/82-86)
nach Einsicht insbesondere in den Bericht von PD Dr. med.
L._
,
Leiter der
Konsiliar-Liaisonpsychiatrie
, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
M._
, vom 3. Dezember 2012 (Urk.
6/34/78-79
) fest.
2
.
2
Nach Untersuchungen vom 28. Februar und 11./12. März 2013 erging am 2. Oktober 2013 das
von der Beschwerdegegnerin am 15. Januar 2013 (Urk. 6/28) in Auftrag gegebene
B._
-Gutachten
(Urk
. 6/38/21-
30
;
vgl.
auch
psychiatrisches Teilgutachten vom 14. März 2013 [Urk. 6/32] und
Bericht betreffend
EFL
[
Urk. 6/38/31-41
]
)
.
Darin
stellten PD Dr.
C._
und Dr.
D._
folgende
Diagnosen
(
S. 6):
Diagnosen m
i
t Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Chronisches unspezifisches
lumbovertebrales
Syndrom
leichte Segmentdegenerationen L3-L5
Haltungsinsuffizienz und wahrscheinlich sekundäre muskuläre
Dysba
lance
funktionell wahrscheinliche segmentale Mikroinstabilität
lumbosakrale
Übergangsanomalität
A
ktuell leichte depressive Episode mit somatischen Symptomen, einher
ge
hend mit psychophysischer Erschöpfung (ICD-10 F32.01, Z73.0)
Generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD
-10 F45.4)
Diagnosen o
hne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Dysfunktionelles
Krankheitsverhalten
Anamnestisch Status nach Appendektomie und wahrscheinlich bereits psychophysische Überlastung 2007 und 2008
Akzentuierung der ängstlich-zwanghaften Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
DD: ängstlich-zwanghafte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0)
Im Rahmen der medizinischen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hielten die Gut
achter fest, gemäss Angaben des Beschwerdeführers habe die angestammte Tätigkeit aus zirka 50 % Arbeiten am Server und Installationsarbeiten sowie 50 % eigentliche PC-Arbeit bestanden. Aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht lägen aufgrund der gezeigten Leistung wie auch der strukturellen Verän
derungen unter Mitberücksichtigung der muskulären Insuffizienz einzig bei der Arbeit am Server Einschränkungen vor entsprechend einer medizinisch-theore
tischen Arbeitsfähigkeit von 75
%, wogegen dem Beschwerdeführer eine
knapp mittelschwere, wechselpositio
nierende Tätigkeit
ganztags zumutbar sei. Indes bestehe aus psychiatrischer Sicht unter Berücksichtigung der psychiatrischen Beurteilung, jedoch auch der überschneidenden Schmerzproblematik mit unge
nügender Bewältigung und auf dem Boden der psychiatrischen Diagnosen erklärbaren chronischen Schmerzproblematik mit sehr auffälligem Verhalten und sozialem Rückzug eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % sowohl für die ange
stammte als auch für eine angepasste Tätigkeit (S. 7 f. Ziff. 5.1 und 5.2).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen Verfügung
(Urk. 2)
einen Leistungsanspruch des Beschwerdeführers, obwohl sich der regionale ärztliche Dienst (RAD
; Stellungnahme
von Dr. med.
N._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
vom 2. November 2013
[
Urk
. 6/40/4-5])
– allerdings ohne Auseinandersetzung
mit
der Expertise der
Dres
.
Z._
und
A._
–
für ein Abstellen auf
das
B._
-Gutachten
ausgesprochen hatte. Der
abschlägige Entscheid
der Beschwerdegegnerin
gründet
auf einer Stellungnahme der Sach
bearbeitung
vom 5. November 2013 (Urk. 6/40/5-6)
, wonach bei der EFL min
destens zum Teil eine erhebliche Selbstlimitierung sowie auch gewisse Inkon
sistenzen bestanden hätten, welche aufgrund der strukturellen Voraussetzungen nicht erklärt werden könn
t
en und als bewusstseinsferne Selbstlimitierungen einzuschätzen seien. Die „AF angestammt“ sei aus rein körperlicher Sicht mög
lich. Den Sachverständigen der
B._
und der Klinik
E._
hätten die vom Krankentaggeldversicherer eingeholten (Teil-)Gutachten nicht vorgelegen. Aus versicherungsmedizinischer Sicht liege ein „
Päusbonog
“ vor, die IV-Leistungen könnten abg
e
wiesen werden.
In der angefochtenen Verfügung
vom 14. April 2014
(Urk. 2)
führte die
Beschwer
degegnerin
aus
, der Beschwerdeführer leide an organisch nicht erklär
baren Schmerzzuständen mit depressiven Episoden und sei deshalb in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Aufgrund dieses Leidens sei die Überwindbarkeit der gesundheitlichen Beeinträchtigungen geprüft worden. Die Abklärungen hätten ergeben, dass keine Anhaltspunkte für eine psychiatrische Komorbidität oder sonstige schwere Funktionseinschränkungen vorlägen. Der Beschwerde
führer habe Kontakt mit Eltern und Bruder und sei in der Lage, einkaufen zu gehen, im Internet zu surfen und auch seinem Hobby, dem Fotografieren, nach
zugehen. Ein sozialer Rückzug sei deshalb nicht ausgewiesen.
Sodann
bestün
den weitere Behandlungsmöglichkeiten. Das Leiden sei damit überwindbar und es bestehe kein Leistungsanspruch.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 3. Juli 2014 (Urk. 5)
stellte sich
die
Beschwer
degegnerin
unter Hinweis
auf das vom Krankentaggeldversicherer eingeholte Gutachten der
Dres
.
Z._
und
A._
vom 30. Oktober 2012 und deren ergänzende Ausführungen vom 18. Januar 2013
auf den Standpunkt, es liege aus gesamtmedizinischer Sicht kein Gesundheitsschaden vor, welcher
versiche
rungsmedizinisch
betrachtet
bezogen auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Informatiker
eine dauerhafte Limitierung der Arbeitsfähigkeit
zu
begründe
n vermöge
.
Das von ihr veranlasste rheumatologisch-psychiatrische
B._
-Gut
achten vermöge hieran nichts zu ändern. Namentlich könne
die von Dr.
D._
aus psychiatrischer
Sicht attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit weder aufgrund der aufgeführten Diagnosen noch der in Ziff. 4.1 des Gutachtens festgehaltenen psychopathologischen Befunde nachvollzogen werden. Ausserdem wären
– so die Beschwerdegegnerin –
die
im Gutachten
unter Ziff. 4.2 aufgeführten
test
psychologischen
Befunde aufgrund der verschiedentlich festgestellten fraglichen Leistungsbereitschaft und Selbstlimitierungen kritisch zu durchleuchten gewe
sen. Dr.
D._
sei offensichtlich auch nicht in der Lage gewesen, eine abschliessende Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit in einer dem Leiden ange
passten Tätig
keit abzugeben (vgl. Gutachten Ziff
. 7.4). Entsprechend könne auf sein Teilgutachten und die
darauf basierende
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Gesamtgutachten nicht abgestellt werden.
3.2
Mit de
r
vom Krankentaggeldversicherer zu den IV-Akten gereichten
Expertise
der
Dres
.
Z._
und
A._
vom 30. Oktober 2012
(samt Ergänzung vom
18. Januar 2013)
einerseits und de
m
von der Beschwerdegegnerin
in Auftrag gegebenen
B._
-Gutachten
von PD Dr.
C._
und Dr.
D._
vom
2. Oktober 2013
andererseits
liegen sowohl in diagnostischer Hinsicht als auch mit Bezug auf
die Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeitsfähig
keit
diskrepante ärztliche Einschätzungen vor.
Es wurde von der
Beschwerde
gegnerin
nicht nachvollziehbar aufgezeigt und ist anhand der Akten nicht ersichtlich, weshalb vom
B._
-Gutachten abzuweichen ist und das Gutachten der
Dres
.
Z._
und
A._
als einziges überzeugt.
Während sich die
letzte
re
n
in ihrer Expertise
vom 30. Oktober 2012
naturgemäss nicht mit dem erst ein knappes Jahr später ergangenen
B._
-Gutachten vom
2. Oktober 2013
ausei
nandersetzen konnten, hat die Beschwerdegegnerin es offenbar versäumt, das
ihr am
18.
Januar 2013
vom
Krankentaggeldversicherer überlassene Gutachten der
Dres
.
Z._
und
A._
den von ihr
unmittelbar davor
(
15. Januar 2013
)
bestellten
B._
-Sachverständigen nachzureichen. Entsprechend fehlt es – wie die Beschwerdegegnerin selber
einräumte
(vgl. E. 3.1 hiervor) – auch dem
B._
-Gutachten an einer Auseinandersetzung mit
der
Beurteilung
der
Dres
.
Z._
und
A._
, weshalb es an einem nicht überwindbaren Mangel leidet.
Bei der gegebenen Ausgangslage, bei welcher sich zwei psychiatrische Einschät
zungen gegenüberstehen und sich in wesentlichen
Aspekten
, namentlich auch in den Diagnosen, widersprechen, durfte die Beschwerdegegnerin in Anwen
dung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) nicht ohne klärendes Obergutachten einseitig auf die Einschätzung der
Dres
.
Z._
und
A._
abstellen.
Mithin verbietet sich bei dieser widersprüchlichen medizinischen Aktenlage
ihr
Schluss
, der Beschwerdeführer sei an einem (überwindbaren)
p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
syndromale
n
Beschwerdebild
ohne nach
weisbare organische Grundlage
erkrankt beziehungsweise es liege kein
versi
che
rungs
medizinisch
bedeutsamer Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die angestammte Tätigkeit vor
(vgl. E. 3.1 hiervor)
.
3.3
Angesichts dessen, dass
es
die Beschwerdegegnerin
im Verwaltungsverfahren bei den bestehenden
Diskrepanzen hinsichtlich des medizinischen Sachverhaltes bewenden liess
beziehungsweise
sie
die
entscheidrelevanten
Fragen bisher nicht
ernsthaft
zu erhellen
versuchte
, rechtfertigt es sich
im Lichte der
bundesgericht
lichen
Rechtsprechung
(BGE
137 V 210 E.
4.4.1.4) nicht, bereits zu diesem Zei
tpunkt der Abklärungen – wie vom
Beschwerdeführ
er
beantra
gt (Urk.
1 S. 2
Ziff. 2b
, Urk.
10
S.
3 Ziff. 9
) – ein gerichtliches Obergutachten einzuholen.
Vielmehr ist die Sache unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom
14. April 2014
(Urk.
2) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie
entsprechend verfahre
und hernach über den Leistungsanspruch des Beschwer
deführers neu verfüge.
Vorzugsweise wird sie bei einer unabhängigen, nicht mit
der Sache vorbefassten Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) ein
poly
disziplinäres
Gutachten einholen, welches sich
namentlich
auch gebührend mit den relevanten medizinischen
Vorakten
(vgl. auch Urk. 11
/1-2
) einschliesslich der Ergebnisse der EFL auseinandersetzt. Gegebenenfalls – bei Vorliegen einer
anhaltende
n
somatoforme
n
Schmerzstörung
respektive eines damit
vergleich
bare
n psychosomatischen Leidens – hat
das Gutachten
auch eine
hinreichende
Grund
lage zu liefern
,
welche
eine
schlüssige
Beurteilung
entsprechend dem
–
nach Massgabe der geänderten Rechtsprechung
erforderlichen
–
strukturierten Beweisverfahren
(
Prüfung der
Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 E.
4.3.1-4.4.2
)
erlauben würde
.
In diesem Sinne ist die Beschwerde
gutzuheis
sen.
3.3
Vor Vorliegen der
entscheidrelevanten
medizinischen
Grundlagen erscheint die Durchführung einer
öffentlichen
Verhandlung (Urk. 1 S. 2 Ziff. 3
; vgl.
dazu
auch Urk. 9
) prozessökonomisch nicht sinnvoll
, weshalb davon abzusehen ist
.
4
.
4
.1
Die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung gilt rechtsprechungsgemäss für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als vollständiges Obsiegen, unabhängig davon, ob sie beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder im Eventualantrag gestellt wur
de (BGE 141 V 281 E. 11.1, 137
V 210 E. 7.1, 137 V 57 E. 2.2).
4
.2
Die
Gerichtskosten
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr.
7
00.-- festzusetzen und entsprechend
dem Verfahrensa
usgang der Beschwerdegegnerin aufzu
erlege
n.
4.3
Aufgrund
seines
Obsiegens steht dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer sodann gestützt auf
Art.
61
lit
.
g ATSG und §
34 Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) eine Parteientschädigung zu. Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens
bemessen (§
34 Abs.
3
GSVGer
).
Wird eine Parteientschädigung beansprucht, reicht die Partei dem Gericht vor dem Endentscheid eine detaillierte Zusammenstellung über
ihren Zeitaufwand und ihre Barauslagen ein. Im Unterlassungsfall setzt
das Gericht die Entschädigung nach Ermessen fest
(§ 7 Abs. 2
der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]).
Nachdem
Rechtsanwalt Dr. Rémy
Wyssmann
keine
Aufwandzusammenstellung
eingereicht
hat
(vgl. dazu Urk. 1 S. 2 Ziff. 4)
– einer
entsprechenden
Aufforde
rung
durch das Gericht
bedarf es nicht
–
,
ist
die Parteie
ntschädigung
in Anwendung der obgenannten Kriterien und
des gerichtsü
blichen
Stundenansat
zes
von Fr. 200.-- für bis zum 31.
Dezember 2014 ang
efallene Bemühungen und von Fr. 220.-- für solche ab 1.
Januar 2015 (jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer)
ermessensweise auf Fr.
2‘100
.--
(inklusive Barauslagen u
nd Mehrwertsteuer) festzusetzen
.