Decision ID: 6680e0fd-8c90-4faa-97dd-9348fd3e0fbc
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
meldete sich am 2
8.
Oktober 2015
(Eingangsdatum)
mit ihrer Einzelfirma
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Aus
gleichskasse, zur An
erkennung und Registrierung als
Selbständig
erwerbende
im Haupterwerb mit Erwerbsaufnahme
im Juli 2015
an
(
Urk.
10/1)
. Mit Schreiben vom
28. Dezember 2015
teilte die Ausgleichskasse
X._
sowie
der
A._
GmbH, der
B._
AG
und
C._
(Einzel
person)
mit, dass das Begehren
von
X._
um Anerke
nnung als
Selb
ständigerwerbende
abgelehnt werde und
sowohl die
A._
GmbH als auch die
B._
AG
und
C._
(Einzelperson)
das an
X._
ausbezahlte Honorar als «
Arbeitnehmer
einkommen
»
mit ihrer Aus
gleichskasse abzurechnen
hätten
(
Urk.
10/9-12
). Nachdem
X._
am
5.
März 2016 diverse Unterlagen (Offerten,
Rechnungen
, Nachweis über Zah
lungseingänge, Ausgaben für Produkte sowie die eigene Visitenkarte) nach
ge
reicht hatte (
Urk.
10/17
),
erklärte
die Ausgleichskasse am
2
1.
April
2016
eine Teilanerkennung als
Selbständigerwerbende
für alle Aufträge, die
X._
dem End
kunden direkt in Rechnung gestellt hatte. Für ihre Tätigkeit für die
B._
AG sowie die
Z._
GmbH lehnte sie das Begehren hingegen ab (Urk. 10/20). Die Ausgleichskasse teilte den beiden Werbeagenturen (
B._
AG und
Z._
GmbH) mit, dass sie das Begehren von
X._
um Anerkennung als
Selbständigerwerbende
abgelehnt habe und wies gleichzeitig darauf hin, dass sie das an
X._
ausbezahlte Honorar als «Arbeitnehmereinkommen» mit ihrer Ausgleichskasse abzurechnen haben (
Urk.
10/21-22). Am
1.
Juli 2016 verfügte die Ausgleichskasse, dass das Gesuch um Anschluss und Registrierung als
Selbständigerwerbende
für diese beiden Auftragsverhältnisse abgewiesen werde (
Urk.
10/35-37).
Dagegen erhob
X._
mit Eingabe vom
24. August
2016 Einsprache (
Urk.
10/40
)
und erklärte auf Nachfrage der Ausgleichskasse die Ausgestaltung der Auftrags
verhältnisse mit der
B._
AG so
wie der
Z._
GmbH (Urk.
10/44)
. Mit Entscheid vom
3
0.
November
2017 wies die Ausgleichsk
asse die Einsprache ab (
Urk.
2
=
Urk.
10/47
).
2.
Dagegen erhob
X._
am
2
2.
Januar 2018 (
Urk.
1) sowie ergän
zend am 1
2.
Februar 2018
(
Urk.
7)
Beschwerde und be
antragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheids sowie die Anerkennung und Registrierung als
Selb
ständigerwerbende
. Mit Beschwerdeantwort vom
5.
März 2018
beantragte die Be
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9). M
it Verfügung vom
7.
März 2018 (
Urk.
11
)
wurde ein zweiter Schr
iftenwechsel angeordnet. Am 25.
Mai
2018 reichte die Beschwerdeführerin eine Replik ein, wobei sie an den bereits gestellten Rechts
begehren vollumfänglich festhielt (
Urk.
14) und weitere Rechnungen sowie Bestellbestätigungen zu den Akten legte (
Urk.
15/8-9). Die Beschwerdegegnerin reichte am
2.
Juli 2018 eine Duplik ein, in der sie weiterhin an ihrem
Einsprache
entscheid
festhielt und die Abweisung der Beschwerde bean
tragte (Urk. 18).
Aufgrund unterschiedlicher Aktenführung gegenüber dem Ge
richt und gegenüber der Beschwerdeführerin wurde mit Verfügung vom 13.
Juli
2018 ein weiterer Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
19), woraufhin die Besc
hwer
deführerin am 1
3.
September 2018 eine Triplik einreichte (
Urk.
22). Die Be
schwer
degegnerin verzichtete am
5.
Oktober 2018 auf das Einreichen einer
Qua
druplik
(
Urk.
24), was der Beschwerdeführerin am 8. Oktober 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
25). Am 1
8.
März 2019 wurden die
B._
AG, neu als
Y._
AG im Handelsregister eingetragen, (Beigeladene 1) und
die
Z._
GmbH (Beigeladene 2) als allfällige Arbeitgeber
innen
zum Prozess beigeladen (
Urk.
26), woraufhin die Bei
ge
ladene 2 am 3
0.
April 2019 eine Stel
lungnahme einreichte (
Urk.
28). Die Beige
ladene 1 liess sich nicht vernehmen, was sämtlichen Verfahrensbeteiligten am 23. Mai 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
29).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die sozialversicherungsrechtliche Beitragspflicht Erwerbstätiger richtet sich unter anderem danach, ob das in einem bestimmten Zeitraum erzielte Erwerbs
ein
kommen als solches aus selbständiger oder aus unselbständiger Erwerbs
tätigkeit zu qualifizieren ist (Art. 5 und 9
des
Bundes
gesetz
es
über die Alters-
und
Hinter
lassenenversicherung
[
AHVG
]
sowie Art. 6 ff.
der
Verordnung über die Alters- und
H
interlassenenversicherung
[AHVV]
). Nach Art. 5 Abs. 2 AHVG gilt als massgebender Lohn jedes Entgelt für in un
selbständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit; als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit gilt nach Art. 9 Abs. 1 AHVG jedes Einkommen, das nicht Ent
gelt für in unselbständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt.
Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im Einzelfall selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, nicht aufgrund der Rechtsnatur des
Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien. Entscheidend sind vielmehr die wirt
schaftlichen Gegebenheiten. Die zivilrechtlichen Verhältnisse vermögen dabei allenfalls gewisse Anhaltspunkte für die AHV-rechtliche Qualifikation zu bieten, ohne jedoch ausschlaggebend zu sein. Als unselbständig erwerbstätig ist im Allgemeinen zu betrachten, wer von einem Arbeitgeber in betriebs
wirtschaft
licher beziehungsweise arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist und kein spezifisches Unternehmerrisiko trägt.
Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen noch keine einheitlichen, schematisch anwendbaren Lösungen ableiten. Die Vielfalt der im wirtschaftlichen Leben anzutreffenden Sachverhalte zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellung einer erwerbstätigen Person jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zu Tage treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser Merkmale im konkreten Fall überwiegen (BGE 144 V 111 E. 4.2 mit Hinweisen).
1.2
Die beitragsrechtliche Unterscheidung des
Selbständigerwerbenden
vom
Unselb
ständigerwerbenden
beruht auf einer unabhängigen Begriffsbildung, die sich ins
besondere mit dem, was üblicherweise unter einem (
Un
-)Selbständigen verstan
den
werden mag, nicht zu decken braucht. In diesem Sinne ist bei einem Versi
cher
ten, der gleichzeitig mehrere Tätigkeiten ausübt, jedes Erwerbs
einkommen dahin
geh
end zu prüfen, ob es aus selbständiger oder unselbständiger Erwerbstätigkeit stammt, selbst wenn die Arbeiten für eine und dieselbe Firma vorgenommen werden (BGE 122 V 169 E. 3b; AHI-Praxis 1996 S. 241 f., je mit Hinweisen).
1.3
Charakteristische Merkmale einer selbständigen Erwerbstätigkeit sind
recht
spre
chungs
gemäss
die Tätigung erheblicher Investitionen, die Benützung eigener Ge
schäfts
räum
lichkeiten sowie die Beschäftigung von eigenem Personal (BGE 119 V 163 E. 3b). Das spezifische Unternehmerrisiko besteht dabei darin, dass unab
hängig vom Arbeitserfolg Kosten anfallen, die der Versicherte selber zu tragen hat (ZAK 1986 S. 333 E. 2d und S. 121 E. 2b). Für die Annahme selbständiger Erwerbs
tätigkeit spricht sodann die gleichzeitige Tätigkeit für mehrere Gesell
schaften in eigenem Namen, ohne indessen abhängig zu sein (ZAK 1982 S. 215). Massgebend ist dabei nicht die rechtliche Möglichkeit, Arbeiten von mehreren
Arbeitgebern anzu
nehmen, sondern die tatsächliche Ausgangslage (vgl. ZAK 1982
S. 186 E.
2b).
Von unselbständiger Erwerbstätigkeit ist auszugehen, wenn die für den Arbeits
vertrag typischen Merkmale vorliegen, das heisst wenn der Versicherte Dienst auf Zeit zu leisten hat, wirtschaftlich vom Arbeitgeber abhängig und während der Arbeitszeit auch in dessen Betrieb eingeordnet ist, praktisch also keine andere
Erwerbstätigkeit ausüben kann. Indizien dafür sind das Vorliegen eines bestim
mten Arbeitsplans, die Notwendigkeit, über den Stand der Arbeiten Bericht zu erstatten, sowie das
Angewiesensein
auf die Infrastruktur am Arbeitsort (ZAK 1986 S. 121 E. 2b, S. 333 E. 2d) oder - bei einer regelmässig ausgeübten Tätigkeit - darin, dass bei Dahinfallen des Erwerbsverhältnisses eine ähnliche Situation entsteht, wie dies beim Stellenverlust eines Arbeitnehmers der Fall ist. Die Abhängigkeit der eigenen Existenz vom persönlichen Arbeitserfolg ist praxis
ge
mäss nur dann als Risiko eines
Selbständigerwerbenden
zu werten, wenn beträch
tliche Investitionen zu tätigen oder Angestelltenlöhne zu bezahlen sind. Mit einem Arbeits- und Lohnausfall müssen alle jene Personen rechnen, die ihre beruf
liche Tätigkeit von Fall zu Fall ausüben und nicht in einem fest
entlöhnten
Arbeitsverhältnis stehen (BGE 119 V 163 E. 3b).
Gemäss der vom Bundesamt für Sozialversicherungen herausgegebenen Weglei
tung über den massgebenden Lohn in der AHV, IV und EO (
WML; in der seit
1.
Januar 2019 gültigen Fassung; vgl. zur Bedeutung von Verwaltungs
weisungen BGE 133 V 587 E. 6.1
) sind Merkmale für das Bestehen eines Unternehmerrisikos im Allgemeinen das Tätigen erheblicher Investitionen, die Verlusttragung, das Tragen des Inkasso- und Delkredererisikos, die Unkosten
tragung, das Handeln in eigenem Namen und auf eigene Rechnung, das Beschaffen von Aufträgen, die Beschäftigung von Personal sowie eigene Geschäftsräumlichkeiten (
Rz
. 101
9
). Das wirtschaftliche bzw. arbeits
organisatorische Abhängigkeitsverhältnis kommt demgegenüber in der Regel beim Vorhandensein der folgenden Gegebenheiten
zum Ausdruck: Weisungs
recht, Unterordnungsverhältnis, Pflicht zur persönli
ch
en Aufgabenerfüllung, Konkurrenzverbot, Präsenzpflicht (
Rz
. 10
20
).
1.4
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entschei
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben dar
stellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 133 V 587 E. 6.1; 133 V 257 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. BGE 133 II 305 E. 8.1).
1.5
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Ge
richt folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
2.
2.1
Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin von der Beschwerdegegnerin teilweise als
Selbständigerwerbende
anerkannt wurde.
Strittig und zu prüfen ist
einzig, ob die Beschwerdeführerin hinsichtlich ihrer Tätigkeit für die
Beigela
-
dene
1
so
wie die Beigeladene 2
beitragsrechtlich als selbständig oder unselb
stän
dig er
werbs
tätig zu qualifizieren ist
beziehungsweise ob die Beschwerdegegnerin es zu Recht abgelehnt hat,
die
Beschwerdeführer
in
insoweit als
Selbständig
er
werbende
zu anerkennen und zu registrieren.
2.2
Die Beschwerdegegnerin erwog in ihrem
Einspracheentscheid
vom 3
0.
November 2017 (
Urk.
2) sowie in ihrer Beschwerdeantwort vom
5.
März 2018 (
Urk.
9) im Wesentlichen, die Beschwerdeführerin sei im Zusammenhang mit ihrer
Tätigkeit für
die Beigeladene 1 sowie die Beigeladene 2
desha
lb als unselbständig Er
wer
bende
zu qualifizieren, weil
gestützt auf die eingereichten Rechnungen da
von aus
zu
gehen sei, dass die Beschwerde
führerin für ihre Auftraggeberinnen (Bei
ge
ladene 1 und Beigeladene 2) Foto
aufträge bei Dritten bzw. bei deren Kunden wahr
nehme und sowohl die Beigeladene 1 als auch die Beigeladene 2 als «Ver
mittlerpartei» mit den tatsächlichen Endkunden fungieren würden. Gegen
über den Endkunden trete die Beschwerdeführerin nicht in eigenem Namen auf und akquiriere die Aufträge auch nicht selber. Des Weiteren würde sie in Bezug auf die Bezahlung der Auftragshonorare durch die Endkunden auch kein Inkasso
risiko tragen. Überdies würden ihr die Spesen vergütet werden. Es erscheine nicht glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin gegenüber den beiden Werbeagenturen in keiner Weise weisungsgebunden oder in irgendeiner Art untergeordnet sei. Da sich ihre Arbeit im jeweiligen Gesamtprojekt der Werbe
agenturen einfüge und den Vorstellungen der Werbeagenturen entsprechen müsse, sei von einer Wei
sungs
gebundenheit gegenüber den Werbeagenturen sowie einer Eingliederung in deren Arbeits
organisation auszugehen. Ebenso werde sie sich im Rahmen der Projekt
aus
führung an die zeitlichen und örtlichen Vorgaben der Werbeagenturen halten müssen und könne somit nicht frei über ihre Arbeitseinsätze sowie ihre
Arbeits
orte entscheiden. Die Entscheidungsfreiheit der Beschwerdeführerin be
schränke sich darauf, allfällige Aufträge der Werbe
agenturen anzunehmen oder abzu
lehnen.
2.3
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin in ihrer ergänzenden Beschwer
de
begründung
vom 1
2.
Februar 2018 (
Urk.
7) im Wesentlichen vor, die Rech
nungs
stellung
an die Auftraggeberinnen
erfolge in ihrem Namen, ihrer Adresse und mit ihrem Logo. Für die Beurteilung des Kriteriums der Rechnungsstellung in eigenem Namen sei die Betreffzeile und allenfalls darin enthaltene Namen
der
Unternehmen
, für welche die Dienstleistungen erbracht worden seien,
nicht von Bedeutung. Die Merkmale für das Bestehen eines Unternehmerrisikos nach der Wegleitung über den massgebenden Lohn der AHV, IV und EO (WML) seien mit Ausnahme der Beschäftigung von Personal vollends erfüllt.
Sie verfüge über eigene Geschäftsräumlichkeiten und teure
Fotografie
utensilien
und trage Unkos
ten.
Merkmale für eine arbeitsorganisatorische Ab
häng
ig
keit der Beschwerde
führerin von der Beigeladenen 1 und der Beigeladenen 2
seien keine
erkennbar. In der Replik vom 25. Mai 2018 (
Urk.
14) wies die Beschwerde
führerin ausserdem darauf hin, dass sie die Aufträge nur aufgrund entsprechender Akquisitions
be
mühungen erteilt bekommen würde. Weiter trage sie das vollumfängliche In
kasso
risiko. Würden ihre Endkunden (die beiden Werbeagenturen) ihren Zah
lungs
ver
pflichtungen nicht nachkommen, trage sie
den
Verlust. Dass die angefallenen Auslagen im Zusammenhang mit der Ausführung der Tätigkeit dem Endkunden in Rechnung gestellt werden würden, stehe in keinerlei Widerspruch zum Status als
Selbständigerwerbende
. Im Übrigen könne von einem zivil
rechtlichen Wei
sungsrecht nicht ohne weiteres auf eine unselbständige Erwerbs
tätigkeit ge
schlossen werden. Die Tatsache, dass der Auftraggeber gegenüber dem Auftrag
nehmer auf ein auftragsrechtliches Weisungsrecht bestehe, sei daher nicht per se ein Indiz auf eine unselbständige Tätigkeit. Die Weisungen der Werbe
agenturen würden sich einzig auf den Inhalt des Auftrags und damit die foto
grafische Dienstleistung der Beschwerdeführerin beziehen, nicht jedoch auf andere Ele
mente wie wöchentliche Arbeitszeit, Verhalten am Arbeitsort, etc. Sie unterliege auch keiner Rapportierungspflicht, keinem Konkurrenzverbot und es würden weder Kündigungsfristen noch Arbeitspläne oder Präsenzzeiten bestehen.
2.4
In der Duplik vom
2.
Juli 2018 (
Urk.
18) präzisierte
die Beschwerdegegnerin, wesentlich sei, dass die Beschwerdeführerin die Aufträge bei den Kunden der beiden Werbe
agenturen ausführe. Diese Aufträge bei den Endkunden müsse die Beschwerdeführerin nicht selber akquirieren. Ebenso laufe die Rechnungsstellung über die Werbeagenturen. In Bezug auf diese Aufträge trage die Beschwerde
führerin entsprechend kein Inkasso- und Verlustrisiko. Die Werbeagenturen seien
auch zur Bezahlung ihres Honorars samt Unkosten verpflichtet, wenn sie die Ent
schädigung für die erbrachten Dienstleistungen bei
ihren
Endkunden nicht ein
brin
gen können. Analog verhalte es sich in einem Arbeitsverhältnis. Ferner müsse ein gewisses Abhängigkeits- und Unterordnungsverhältnis der Be
schwerde
führerin gegenüber den Werbeagenturen angenommen werden, seien diese doch als wesentliche Einkommensquelle anzusehen. Bei Dahinfallen dieses Erwerbsver
hältnisses treffe eine ähnliche Situation ein, wie dies beim Stellen
verlust eines Arbeitnehmers der Fall wäre.
2.5
Hiergegen wandte die Beschwerdeführerin in der Triplik vom 1
3.
September 2018 (
Urk.
22) ein, ihre Auftraggeber seien die Beigeladene 1 und die Beigeladene 2 und in diesen Zweiparteienvertragsverhältnisse tätige sie sehr wohl Akquisitions
bemühungen. Mit den Endkunden stehe sie nicht in einem Vertrags
verhältnis, weshalb sie diesen auch keine Rechnung stelle, sondern ihren Auftraggebern, den beiden Werbeagenturen. Im Übrigen sei die Tatsache, dass die Beschwerde
füh
rerin selber die erforderliche Infrastruktur und Arbeitsmittel beschaffe und jene nicht von den angeblichen Arbeitgebern (Beigeladene 1 und Beigeladene 2) zur Verfügung gestellt bekomme, ein klares Indiz für eine fehlende arbeits
organi
sa
torische Eingliederung und damit für eine selbständige Tätigkeit. Weiter sei auch die Vergütung, welche sie von den Werbeagenturen erhalte, nur für tatsächlich erbrachte Leistung geschuldet. Sei sie infolge Urlaubs, Krankheit oder Arztbe
suchen abwesend, so bestehe ihrerseits kein Ent
schädigungs
anspruch. Betreffend die beschwerdegegnerischen Ausführungen zum Abhängigkeits
ver
hältnis hielt die Beschwerdeführerin fest, dass sie rund 2/3 bis 4/5 ihres Ein
kommens nicht durch ihre Tätigkeit für die Beigeladene 1 und die Beigeladene 2, sondern durch sonstige fotografische Dienstleistungen generiere.
2.
6
Die Beigeladene 2 hob in ihrer Stellungnahme vom 3
0.
April 2019 (Urk. 28) her
vor, in ihrer Tätigkeit als Kommunikationsagentur für verschiedene Kunden seien sie gelegentlich auf neues Bildmaterial für unterschiedliche Zwecke ange
wiesen. Dafür würden sie auf Auftragsbasis mit einem Pool von Fotografinnen und Foto
grafen zusammenarbeiten. Das entspreche einem üblichen Vorgehen in ihrer Branche. Eine arbeitsorganisatorische Abhängigkeit zwischen ihnen und den be
auf
tragten Personen bestehe dabei nicht. Selbstverständlich werde Wert
darauf gelegt
, dass das Endprodukt ihren sowie den Wünschen und An
forderungen ihrer Kunden entspreche. Insofern würden sie diesbezüglich durch
aus auf den Rahmen des Auftrags beschränkte Anweisungen erteilen. Sie seien jedoch niemandem gegenüber verpflichtet, ein bestimmtes Auftrags
volumen sicher
zustellen und die Zusam
men
arbeit könne jederzeit ohne An
kündigung ein
ge
stellt werden. Sie wür
den weder Fotoausrüstung noch einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen. Des
Weiteren bestehe keine Präsenzpflicht und Ferienab
we
sen
heiten seien nicht mit
zuteilen. Sie würden auch keine Entschädigungen während Ausfällen bezahlen. Andererseits bestehe für die angefragte Person oder Firma auch keinerlei Ver
pflichtung, ihren Auftrag anzunehmen.
3.
Schriftliche Vereinbarungen
zwi
schen der Beschwerdeführerin und den beiden Werbeagenturen sind keine bekannt, weshalb für den rechtserheblichen Sach
verhalt auf die übereinstimmenden und seitens der Beschwerde
gegnerin nicht bestrittenen Ausführungen der Beschwerdeführerin sowie der Beigeladenen 2 (vgl. E. 2.5 hiervor) ab
zustellen ist. Danach wird die Beschwerdeführerin von der Beigeladenen 1 und der Beigeladenen 2
fallweise
engagiert und erbringt für diese foto
grafische Dienstleistun
gen bei deren Kunden (vgl. Urk. 7 S. 7,
Urk.
22 S. 4). Dabei steht es der Be
schwerdeführerin frei, die ihr angebotenen Projekte anzu
nehmen oder ab
zu
lehnen. Die Beschwerde
führerin übt ihre Tätigkeit nach den Vorgaben der Wer
be
agenturen aus und es obliegt ihr
,
die Aufträge termingerecht abzu
schliessen (vgl.
Urk.
7 S. 9,
Urk.
14 S. 7f.). De
r
Ort der Leistungs
erbringung wird von den Wer
be
agenturen bestimmt (vgl. Urk. 14 S. 5). Die notwendigen Hilfs
mittel respektive ihre Fotoausrüstung hat die Be
schwerde
führerin selber mit
zu
bringen (vgl.
Urk.
22 S. 5).
4.
4.1
Vorab festzuhalten ist, dass weder die
Tatsache, dass die Tätigkei
t von den Ver
tragsparteien als «
Auftragsverhältnis
»
verstanden wird (
Urk.
7 S. 7
), noch
der Um
stand,
dass die Beschwerdeführerin bei der Ausgleichskasse der SVA bereits als
Selbständig
erwerbende
für andere Aufträge
angeschlossen ist
(
Urk.
10/29)
, im vorliegenden Zusammen
hang präjudizierend
sind
. Vielmehr ist die Frage, ob selb
ständige oder un
selbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, in Bezug auf die konkrete Tätigkeit einzeln nach Massgabe der AHV-rechtlichen Kriterien (Unter
nehmer
risiko und Abhängigkeitsverhältnis; vgl.
E. 1.1
hiervor) zu beurteilen.
4.2
Was das Unternehmerrisiko betrifft,
ist dieses als beachtenswert einzustufen, musste die Beschwerdeführerin doch die für die Ausübung ihrer Tätigkeit not
wendige und kostspielige Ausrüstung selber beschaffen
(vgl.
Urk.
10/
17/17-22)
und damit erhebliche Investitionen tätigen
.
Zwar trat die Beschwerdeführerin im Verkehr mit den Unternehmen, für welche sie die von den Beigeladenen 1 und 2 in Auftrag gegebenen Dienstleistungen erbracht
hat
, nicht als selbständige Foto
grafin auf,
im Verhältnis zu ihren Auftraggebern (Beigeladene 1 und 2)
handelte sie jedoch in eigenem Namen und auf eigene Rechnung (vgl.
Urk.
10/17/2,
Urk. 10/17/4-5,
Urk.
10/17/11). Aus den vorliegenden Akten
ergeben
sich hin
sichtlich der Tätigkeit, der Entschädigung und Spesenabrechnung keinerlei Unter
schiede zu
den
übrigen Aufträgen
der Beschwerdeführerin
.
So wurden
nie
Spesen für Materialien in Rechnung gestellt und Reise-/Wegspesen jeweils separat pau
schal ausgewiesen (vgl.
Urk.
10/17/8
,
Urk.
10/17/10-11). Offerten stellte sie an die Beigeladene 2 (
Urk.
10/17/2) wie auch an Dritte (
Urk.
10/17/3).
Einziger Unter
schied ist, dass die Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit im Auftrag der Bei
ge
ladenen bei deren Kunden, zu welchen sie keine vertragliche Beziehung hält, aus
übt und entsprechend nicht von den
«Endkunden», sondern den
Beige
ladenen be
zahlt wird. Mithin bezieht sich das Delkredererisiko auf die Beige
ladenen und nicht deren Kunden.
Kommen die Beigeladenen 1 und 2 ihren finanziellen Ver
pflichtungen nicht nach, trägt die Beschwerdeführerin den Verlust.
In Bezug auf das Unternehmerrisiko
sind alle Fotoaufträge der Beschwerdeführerin gleich ein
zuschätzen.
4.3
Die
Beschwerdegegnerin verweist
darauf
, dass die Beschwerdeführerin gegenüber den beiden Werbeagenturen weisungsgebunden sei (vgl. E. 2.1)
.
Diesbezüglich ist zunächst festzustellen, dass eine gewisse auf unselbständige Erwerbstätigkeit hin
deutende (arbeitsorganisatorische) Abhängigkeit bzw. Integration in den Betrieb in
so
weit auszumachen ist, als
eine Präsenzpflicht
bei den Kunden der Werbe
agenturen
sowie die Pflicht, die Arbeiten vor Ort (beim Endkunden) aus
zuführen,
bestand
(vgl. E.
3)
.
In Bezug auf die zeitliche Ein
teilung ihrer Arbeit sowie der
örtlichen Verhältnisse ihrer Auftragserfüllung hatte die Beschwerde
führerin dam
it nur be
dingt Hand
lungs
spielraum.
Diesbezüglich ist allerdings festzuhalten, dass es in der Natur gewisser Auftragsverhältnisse liegt, dass die
Auf
trag
gebenden
den be
auftragten Personen ausführliche Anordnungen erteilen
(vgl. WML
Rz
. 1028), etwa in Bezug auf die Art, den Zeitpunkt und den Ort der Auftragserfüllung, ohne dass bereits deshalb beitragsrechtlich von unselb
ständiger Erwerbstätigkeit aus
zu
gehen wäre
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_930/2012 vom
6.
Juni 2013, E.
6.4 mit Hinweis auf
Art.
397
Abs.
1 des Schweizerischen
Obligationenrecht
s
)
.
In solchen Ver
hältnissen gewinnt das Element der Unterordnung seine Bedeutung erst dann, wenn es den Rahmen des für die betreffenden Verhältnisse üblichen Masses übersteigt
(vgl. WML
Rz
. 1028). Dies ist
vorliegend nicht der Fall, ist die Beschwerdeführerin
doch
auch
gegenüber anderen Auftraggebern in Bezug auf den Ort und die Zeit der Leistungserbringung weisungs
gebunden resp. nicht frei in der Bestimmung (
vgl.
Offerte zur Fotoreportage zivile Trauung,
Urk.
10/17/3).
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ist
es
nicht als Ausdruck eines Unterordnungsverhältnisses zu werten, dass die Beigeladenen der Beschwerde
füh
rerin bezüglich
Ort und Zeit der Leistun
gserbringung Anordnungen erteilen
. Es ist denn auch nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdegegnerin auch
nicht konkret dargetan, inwiefern die Weisungsgebundenheit der Beschwerde
füh
rerin im Übrigen inhaltlich und im Ausmass derart weitgehend wäre, dass daraus
ein Unterordnungsverhältnis resultierte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_930/2012
vom
6.
Juni 2013, E. 6.4).
Gegen ein Unterordnungsverhältnis spricht
vorliegend auch, dass die Be
schwerde
führerin über An
nahme oder Ablehnung der einzelnen Projekte - und somit auch über ihr Pensum - frei entscheiden
konnte
,
sowie die Tatsache, dass ihr keine Infrastruktur zur V
erfügung stand und sie ihre Hil
f
s
mittel respektive die Fotoausrüstung selber bereitzustellen hatte
. Alsdann ist etwa auch nicht ersichtlich, dass sie, was für unselbständige Erwerbstätigkeit
spre
chen würde, einem Konkurrenzverbot unterliegen würde. Vielmehr war sie im
gleichen Zeitraum auch für andere Auftraggeber tätig (vgl. etwa
Urk.
10/17/6-10),
was ebenfalls eher für eine selbständige Erwerbstätigkeit spricht. Im Übrigen exi
stiert z
wischen der Beschwer
de
führerin und den Beigeladenen 1 und 2 kein Rah
men
vertrag, mithin
besteht
seitens der Beschwerdeführerin auch kein An
spruch auf einen Mindesteinsatz oder ein
regelmässiges
Auftragsvolumen (vgl. dies
be
züglich auch E. 2.5 vorstehend).
4.4
In Bezug auf die von der Beschwerdegegnerin geltend gemachte
finanzielle
Ab
hängigkeit der Beschwerdeführerin von den beiden Werbeagenturen
(vgl. E. 2.3)
ergibt sich aus den Akten, dass eine solche lediglich im Jahr 2015 und damit zu Beginn der Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführerin als Fotografin bestand.
Im Jahre 2015
stellte sie laut Akten acht Aufträge in Rechnung
(vgl. Rechnungen Urk. 10/2/5-6,
Urk.
10/5/3-5,
Urk.
10/17/11 sowie Kontoauszug Urk.
10/5/2), da
von
fünf der Beigeladenen
1.
Im Jahr 2016 übernahm sie nur noch ein
en
Auftrag der Beigeladenen 1 (
Urk.
10/17/5) von total sechs in Rechnung gestellten Auf
trägen (
Urk.
10/17/5-10).
Dass die Beschwerdeführerin Aufträge der Beige
ladenen 2 in Rechnung stellte,
ist aufgrund der
Akten nicht
ersichtlich
.
Rechnerisch
ergibt sich im Jahr 201
5 ein Gesamtumsatz von rund Fr.
4'878.35, wovon
Fr.
4'243.
--
oder 87
%
dank
Aufträge
n
der Beigeladenen 1 erzielt
wurden
. Im Jahr 2016 betrug der Gesamtumsatz rund
Fr.
5'550.
--
,
da
von noch
Fr.
1'472.50 oder 26
%
infolge Aufträge der B
eigeladenen
1.
Hieraus ergibt sich zumindest tendenziell keine ökonomische Abhängigkeit.
4.5
Nach dem Gesagten
ergeben sich keine Gründe, weshalb die Einkünfte
aus Auf
trägen von
der Beigeladenen 1 und 2 von der Qualifikation als
Selbständig
er
werbende
auszunehmen sind
. D
ie Beschwerdeführerin
erscheint jedenfalls nicht eindeutig im Betrieb der Beigeladenen integriert, weshalb sie auch für die Ein
künfte der Beigeladenen 1 und 2 als
Selbständigerwerbende
zu qualifizieren ist. Im Übrigen ist es im Sinne der Rechtsprechung nach Möglichkeit zu ver
meiden, dass verschiedene Erwerbstätigkeiten für denselben Arbeit- oder Auf
trag
geber
oder dieselbe Tätigkeit für verschiedene Arbeit- oder Auftraggeber unter
schied
lich, teils als selbständige, teils als unselbständige Erwerbstätigkeit, qualifiziert werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_1029/2012 vom 2
7.
März 2013 E. 2.2 mit Hinweisen)
.
5.
Diese Erwägungen führen zur Gutheissung der Beschwerde mit der Folge, dass der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 3
0.
November 2017 aufzuheben und festzustellen ist, dass die Beschwerdeführerin für ihre Tätigkeit für die Bei
ge
ladenen 1 und 2 als selbständig Erwerbende zu gelten hat.
6
.
Ausgangsgemäss steht der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu, die gemäss
Art.
61
lit
. g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialver
siche
rungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit
sache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Baraus
lagen zu bemessen und vorliegend unter Berücksichti
gung dieser Grundsätze auf
Fr.
3’0
00.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen ist.