Decision ID: 4644ba89-bf7b-5a3f-bfa6-ed736818d7a0
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer ersuchte am 24. Februar 2021 in der Schweiz
um Asyl (Akten der Vorinstanz [SEM-act.] 1). Ein anschliessender Abgleich
seiner Fingerabdrücke mit der Eurodac-Datenbank ergab, dass er am
15. Februar 2021 in Spanien registriert worden war (SEM-act. 8).
A.b Die spanischen Behörden hiessen das Gesuch um Übernahme des
Beschwerdeführers gestützt auf Art. 13 Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr.
604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013
zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitglied-
staats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder
Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen
Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO), am 12. März 2021 gut
(SEM-act. 19).
B.
Anlässlich des Dublin-Gesprächs vom 22. März 2021 führte der Beschwer-
deführer aus, er habe Syrien bereits im Jahr 2013 verlassen und sich über
Libyen und den Sudan nach Algerien begeben. Von dort aus sei er im Feb-
ruar 2021 illegal nach Spanien gereist. Anschliessend sei er über Frank-
reich in die Schweiz gelangt.
Die Vorinstanz gewährte ihm das rechtliche Gehör zu einem allfälligen
Nichteintretensentscheid und der Möglichkeit der Überstellung nach Spa-
nien, dessen Zuständigkeit für die Behandlung des Asylgesuchs grund-
sätzlich in Frage komme. Der Beschwerdeführer machte geltend, er wolle
nicht nach Spanien zurückkehren. Flüchtlinge würden dort sehr schlecht
behandelt und nicht vom Staat unterstützt. Er selbst sei bei seiner Ankunft
von der Küstenwache schlecht behandelt worden.
Auf die Frage nach allfälligen gesundheitlichen Beeinträchtigungen erklärte
er gleichenorts, wegen eines medizinischen Fehlers in Algerien habe er
gesundheitliche Probleme. Nachdem er eine Spritze in den Rücken bekom-
men habe, sei er beim Versuch aufzustehen auf die Seite gekippt. Sein
Kopf und seine Augen seien entzündet. Er nehme deswegen Schmerzmit-
tel ein, damit er in der Nacht schlafen könne. Aufgrund seiner Erlebnisse in
Libyen gehe es ihm psychisch schlecht (SEM-act. 23).
C.
Wegen der angegebenen gesundheitlichen Probleme unterzog sich der
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Beschwerdeführer am 12. März 2021 sowie am 22. März 2021 einer ärztli-
chen Konsultation. Anlässlich der zweiten Konsultation wurde eine Anmel-
dung für ein Schädel-MRI in Auftrag gegeben (SEM-act. 22, 25 und 26).
D.
Mit Verfügung vom 23. März 2021 (eröffnet am 24. März 2021) trat die Vo-
rinstanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete
dessen Wegweisung nach Spanien an und forderte ihn auf, die Schweiz
am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Zudem stellte sie
fest, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine auf-
schiebende Wirkung zu (SEM-act. 27).
E.
Am 24. März 2021 legte die Rechtsvertretung das Mandat nieder (SEM-
act. 29).
F.
Gegen den Nichteintretensentscheid gelangte der Beschwerdeführer mit
Rechtsmitteleingabe vom 30. März 2021 (Poststempel) an das Bundesver-
waltungsgericht. Er beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuhe-
ben und die Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten und
ein nationales Asylverfahren zu eröffnen. Eventualiter sei sie anzuweisen,
sich gestützt auf Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999
(AsylV1, SR 142.311) für das vorliegende Asylverfahren für zuständig zu
erklären. Subeventualiter sei die Sache wegen Verletzung des rechtlichen
Gehörs an die Vorinstanz zurückzuweisen. Ferner sei im Sinne vorsorgli-
cher Massnahmen der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen
und seien die Vollzugsbehörden anzuweisen, von einer Überstellung nach
Spanien abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die vorlie-
gende Beschwerde entschieden habe. Zudem ersuchte er um Gewährung
der unentgeltlichen Prozessführung sowie um Verzicht auf die Erhebung
eines Kostenvorschusses (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-
act.] 1).
G.
Am 31. März 2021 lagen dem Bundesverwaltungsgericht die vorinstanzli-
chen Akten in elektronischer Form vor und setzte die Instruktionsrichterin
den Vollzug der Überstellung einstweilen aus (BVGer-act. 2)
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.2. Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die üb-
rigen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG],
Frist [Art. 108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 VwVG]) sind offensichtlich
erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten.
1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2.
Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu zeigen ist – als offen-
sichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zustän-
digkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer
zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schrif-
tenwechsels und mit summarischer Begründung, zu behandeln ist
(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
3.
3.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-
weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG).
3.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch
Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-
gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals
ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).
3.3. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, illegal nach Spanien eingereist
zu sein. Die spanischen Behörden hiessen das Gesuch um Aufnahme
(take charge) gestützt auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO am 12. März 2021
gut. Die Zuständigkeit Spaniens ist somit grundsätzlich gegeben.
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3.4. Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller an den zunächst als
zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es wesentliche
Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-
bedingungen für Antragsteller in diesem Mitgliedstaat systemische
Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder
entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grundrechte-
charta mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mitglied-
staat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um festzu-
stellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden kann.
Kann keine Überstellung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund der
Kriterien des Kapitels III bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten Mit-
gliedstaat, in dem der Antrag gestellt wurde, vorgenommen werden, so wird
der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat der zuständige Mitgliedstaat
(Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO).
3.5. Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO
beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-
tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn
er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-
fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-
nannte Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der
Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert
und das SEM kann das Asylgesuch gemäss dieser Bestimmung «aus hu-
manitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-
VO ein anderer Staat zuständig wäre. Liegen individuelle völkerrechtliche
Überstellungshindernisse vor, ist der Selbsteintritt zwingend (vgl. BVGE
2015/9 E. 8.2.1).
4.
4.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, die allgemeine Situation für
Flüchtlinge präsentiere sich in Spanien als kritisch und die Lebensbedin-
gungen in den Unterkünften seien ungenügend. Entgegen der Auffassung
des SEM bestünden systemische Mängel im spanischen Asylverfahren.
4.2. Das Bundesverwaltungsgericht geht in ständiger Rechtsprechung da-
von aus, dass das Asylverfahren in Spanien keine systemischen Schwach-
stellen im Sinn von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO aufweist (vgl. anstelle vieler
Urteil des BVGer F-5572/2020 vom 13. November 2020 S. 6). Diese Ein-
schätzung vermag der Beschwerdeführer mit seinem Hinweis auf die von
ihm ausgestandene Haft, über deren Ursachen er sich nicht äusserte, nicht
in Frage zu stellen. Es dürfte jedoch davon auszugehen sein, dass sie im
Zusammenhang mit der illegalen Einreise nach Spanien erfolgt ist. Unter
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diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO nicht
gerechtfertigt.
5.
Nachfolgend ist zu prüfen, ob – wie beantragt – das Selbsteintrittsrecht
nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO, konkretisiert in Art. 29a Abs. 3
AsylV1, auszuüben ist.
5.1. Der Beschwerdeführer trägt vor, bei einer Überstellung nach Spanien
bestehe die Gefahr, dass er dort einen negativen Asylentscheid erhalte und
nach Syrien zurückgeschickt werde. Zudem seien Asylsuchende in Spa-
nien immer wieder Opfer von rassistischen Anfeindungen durch die Bevöl-
kerung oder gar von Diskriminierungen durch die Polizei.
Hierzu gilt es vorweg anzumerken, dass es dem Beschwerdeführer nach
erfolgter Überstellung in Spanien offensteht, dort um Asyl nachzusuchen
und damit Zugang zu den asylrechtlichen Aufnahmestrukturen zu erhalten.
Er hat in diesem Zusammenhang kein konkretes und ernsthaftes Risiko
dargetan, dass die dortigen Behörden sich weigern würden, ihn aufzuneh-
men und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Re-
geln der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates
2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuer-
kennung und Aberkennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrens-
richtlinie) und der Respektierung des Grundsatzes des Non-Refoulement
zu prüfen. Zwar kann die Vermutung, wonach Spanien seine völkerrechtli-
chen Verpflichtungen einhält, im Einzelfall widerlegt werden. Dafür braucht
es aber konkrete Indizien, die gegebenenfalls vom Betroffenen glaubhaft
darzutun sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.; Urteil des BVGer D-5698/2017
vom 6. März 2018 E. 5.3.1). Dies gelingt dem Beschwerdeführer, der in
Spanien gar nicht erst um Asyl nachgesucht hat, mit seinen Hinweisen auf
nicht auf den Einzelfall Bezug nehmende Berichte indes nicht.
5.2. Des Weiteren gibt es auch keine Hinweise für die Annahme, Spanien
würde dem Beschwerdeführer dauerhaft die ihm gemäss der Richtlinie des
Europäischen Parlaments und des Rates 2013/33/EU vom 26. Juni 2013
zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internati-
onalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) zustehenden minima-
len Lebensbedingungen vorenthalten. Bei einer allfälligen vorübergehen-
den Einschränkung könnte er sich nötigenfalls an die spanischen Behör-
den wenden und die ihm zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem
Rechtsweg einfordern (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie). Bei Spanien han-
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delt es sich um einen Rechtsstaat mit funktionierendem Justizsystem. So-
dann verfügt das Land über eine Polizeibehörde, die sowohl als schutzwil-
lig als auch als schutzfähig gilt und deren Hilfe der Beschwerdeführer im
Falle einer tatsächlichen Bedrohung durch Dritte (beispielsweise rassisti-
sche Übergriffe) in Anspruch nehmen könnte (vgl. dazu etwa Urteil des
BVGer F-22/2021 vom 11. Januar 2021 E. 4.2). Sollte er sich von einem
Polizeibeamten ungerecht behandelt fühlen, steht es ihm offen, sich an die
nächsthöhere Stelle zu wenden. Für das beantragte Einholen individueller
Garantien hinsichtlich einer späteren Unterbringung besteht folglich kein
Anlass.
5.3. Was den medizinischen Sachverhalt anbelangt, so kann eine zwangs-
weise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen nur
ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen. Eine vom
EGMR definierte Konstellation betrifft Schwerkranke, die durch die Ab-
schiebung – mangels angemessener medizinischer Behandlung im Ziel-
staat – mit einem realen Risiko konfrontiert würden, einer ernsten, raschen
und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands
ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen
Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des EGMR
Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10,
§§ 180–193 m.w.H.).
5.3.1. Ein solche Situation liegt nicht vor. Insbesondere findet die Behaup-
tung des Beschwerdeführers, er sei in Syrien gefoltert worden, in den Akten
keine Stütze. Gemäss den amtlichen Formularen F2 («Zuweisung zur me-
dizinischen Abklärung») vom 12. März 2021 sowie vom 22. März 2021 wur-
den beim Beschwerdeführer sonstige Kopfschmerzsyndrome (unklares
Druckgefühl im Kopf und an den Augen), Schlafstörungen, verschiedene
Vitaminmängel sowie Folsäuremangel diagnostiziert. Da er zudem über
Zahnschmerzen klagte, wurde ein Zahnarzttermin angefragt. Ihm wurden
verschiedene Medikamente verschrieben und eine Anmeldung für ein
Schädel-MRI in Auftrag gegeben. Der Anmeldung ist zu entnehmen, dass
er bereits im Ausland einmal untersucht und eine Entzündung zwischen
den Augen festgestellt worden ist (SEM-act. 22, 25 und 26).
5.3.2. Aufgrund der Diagnose ergibt sich, dass sich der Beschwerdeführer
nicht zwingend in der Schweiz aufhalten muss. Vielmehr ist eine adäquate
Behandlung der Leiden auch in Spanien möglich. Dementsprechend ge-
lingt es ihm nicht, nachzuweisen, dass er nicht reisefähig sei oder eine
Überstellung nach Spanien seine Gesundheit ernsthaft gefährden würde.
Für das beantragte Einholen individueller Garantien besteht kein Anlass.
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5.3.3. Zu keinem anderem Ergebnis führt die Tatsache, dass die Vorinstanz
keine Abklärungen der psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers
veranlasst und die Ergebnisse der MRI-Untersuchung nicht abgewartet
hat. Wie vorstehend ausgeführt, unterzog sich der Beschwerdeführer we-
gen seiner gesundheitlichen Probleme ärztlichen Konsultationen und
wurde medizinisch versorgt. Seine physischen Beschwerden waren mithin
bekannt. Er verzichtete jedoch darauf, sich wegen seiner geltend gemach-
ten psychischen Probleme in Behandlung zu begeben. Zudem geht aus
den eingereichten ärztlichen Berichten hervor, dass er dort zwar seine
Zahnschmerzen erwähnte, nicht hingegen allfällige psychische Probleme
oder einen entsprechenden Behandlungswunsch. In Bezug auf das Vorlie-
gen einer schwerwiegenden Erkrankung wären von weiteren medizini-
schen Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten gewesen (zur
antizipierten Beweiswürdigung vgl. BGE 141 I 60 E. 3.3; 136 I 229 E. 5.3).
Es ist somit nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz diesbezüglich keine
weiteren Vorkehren getroffen hat. Die Rügen der unvollständigen Sachver-
haltsfeststellung sowie der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes
durch die Vorinstanz sind daher unbegründet. Der Subeventualantrag auf
Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ist abzuweisen.
5.3.4. Im Übrigen verfügt Spanien über eine ausreichende medizinische
Infrastruktur. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, den Antragstellern die
erforderliche medizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung
und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schwe-
ren psychischen Störungen umfasst, zugänglich zu machen (Art. 19 Abs. 1
Aufnahmerichtlinie); den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen ist
die erforderliche medizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich nötigen-
falls einer geeigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren (Art. 19
Abs. 2 Aufnahmerichtlinie). Es liegen keine Hinweise vor, wonach Spanien
dem Beschwerdeführer eine adäquate medizinische Behandlung verwei-
gern würde.
5.3.5. Festzuhalten gilt ferner, dass die schweizerischen Behörden, die mit
dem Vollzug der angefochtenen Verfügung beauftragt sind, den medizini-
schen Umständen bei der Bestimmung der konkreten Modalitäten der
Überstellung des Beschwerdeführers Rechnung tragen und die spani-
schen Behörden vorgängig in geeigneter Weise über die spezifischen me-
dizinischen Umstände informieren (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO). Bei Bedarf
kann dem Beschwerdeführer zur Sicherstellung einer lückenlosen Behand-
lung für die erste Zeit eine Reservemedikation mitgegeben werden.
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5.3.6. Mit Blick auf die vom Beschwerdeführer angesprochene Situation für
Asylsuchende in Spanien während der Covid-19-Pandemie ist der Voll-
ständigkeit halber zu ergänzen, dass die Vorinstanz die pandemische Lage
und deren Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung im Destinations-
land im Rahmen des Vollzugs berücksichtigt (bezogen auf Spanien vgl.
beispielsweise Urteile des BVGer F-1889/2020 vom 19. August 2020
E. 4.3.2 oder D-3849/2020 vom 19. August 2020 S. 9). Allfällige Verzöge-
rungen bei der Überstellung wegen Covid-19 stellen lediglich temporäre
Vollzugshindernisse dar und vermögen am Ausgang des vorliegenden Ver-
fahrens nichts zu ändern (vgl. Urteile des BVGer F-3004/2020 vom 17. Juni
2020 E. 7.5 oder F-2489/2020 vom 3. Juni 2020 E. 6.3 m.H.).
6.
Somit liegt kein Grund für die Anwendung der Ermessensklausel von
Art. 17 Dublin-III-VO oder von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 vor. Spanien bleibt
zuständiger Mitgliedstaat gemäss Art. 13 Dublin-III-VO. Die Vorinstanz ist
demnach zu Recht gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asyl-
gesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat die Überstellung
nach Spanien angeordnet.
7.
Die Beschwerde ist aus den dargelegten Gründen abzuweisen.
7.1. Mit dem vorliegenden Urteil fällt der am 31. März 2021 angeordnete
Vollzugsstopp dahin. Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wir-
kung der Beschwerde ist gegenstandslos geworden.
7.2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art.
65 Abs. 1 VwVG) ist abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vor-
stehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind. Die
Verfahrenskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs.
1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
8.
Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
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