Decision ID: dc4fab91-3642-40a6-8c4c-edfa4b0796c5
Year: 2018
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_004
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverständigen sei entbehrlich, da der rechtlich erhebliche Sachverhalt
genügend abgeklärt sei und weitere Erhebungen am Beweisergebnis
nichts zu ändern vermöchten.
7. Am 23. Januar 2018 hielten die Beschwerdeführer replicando an ihrem
Antrag fest. Ergänzend zur Begründung in der Beschwerde führten sie
noch aus, dass es sich bei den aufgeführten Vergleichsobjekten um
- 4 -
Wohnungen handle, die mit den höchsten Mietpreisen ausgeschrieben
gewesen seien, weshalb die eingereichten Inserate durchaus tauglich
seien, einen Hinweis auf die Marktsituation im Bereich der ganzjährlich
vermieteten Wohnungen zu geben. Vor diesem Hintergrund erscheine
eine Monatsmiete von Fr. 3'400.-- klarerweise als nicht marktkonform.
Das Schätzungsamt habe mit der Bewertung aus dem Jahr 2013 die
heutige Marktsituation, wonach die Jahresmieten heute eher sinkende
Tendenz aufwiesen, nicht beachtet bzw. nicht beachten können. Im
Übrigen seien vom Schätzungsamt im Wesentlichen Vergleichsmieten
herangezogen worden, welche mit einer Ausnahme zwischen Fr. 2'200.--
und Fr. 2'890.-- gelegen hätten. Unter Berücksichtigung der heutigen
Marktsituation erscheine daher ein monatlicher Mietwert von Fr. 2'500.--
als angemessen.
8. Am 2. Februar 2018 hielt die Beschwerdegegnerin duplicando an ihrem
Antrag fest und wies darauf hin, dass sich eine Monatsmiete von
Fr. 3'400.-- auch unter Berücksichtigung von zwei weiteren
Vergleichsobjekten als marktkonform erweise. Eine amtliche Schätzung
weise eine erhöhte Beweiskraft für die darin enthaltenen Tatsachen auf
und es sei nicht ohne triftigen Grund davon abzuweichen. Vorliegend
bestehe kein Grund für eine Abweichung.
9. Mit Triplik vom 8. bzw. 12. Februar 2018 führten die Beschwerdeführer in
Bezug auf die von der Beschwerdegegnerin eingereichten zwei Internet-
Inserate noch aus, dass die betreffenden Wohnungen zwar zu den
angegebenen Mietpreisen ausgeschrieben, bis heute aber noch nicht
vermietet worden seien. Der zuständige Immobilienvermittler glaube nicht,
dass diese Wohnungen zu den inserierten Preisen vermietet werden
könnten. Zudem habe er bestätigt, dass die Mieten in den letzten Jahren
rückläufig gewesen seien und bei Wohnungen im oberen Preissegment
ein Preisdruck bestehe. Seiner Ansicht nach seien die Schätzungen für
die Festlegung der Eigenmietwerte zu einem Zeitpunkt vorgenommen
- 5 -
worden, zu welchem die Mietpreise auf einem Höchststand gewesen
seien, weshalb die Eigenmietwerte generell bald wieder nach unten
korrigiert werden müssten. Bei Bedarf sei der zuständige
Immobilienvermittler als Zeuge einzuvernehmen.
10. Am 20. Februar 2018 führte die Beschwerdegegnerin quadruplicando
noch aus, dass nicht ersichtlich sei, weshalb eine Wohnung zu einem
bestimmten Mietpreis ausgeschrieben werden sollte, wenn erwartet
werde, dass sie nicht zu diesem Preis vermietet werden könne. Es stehe
den Beschwerdeführern frei, für künftige Steuerperioden eine neue
Schätzung zu beantragen, um den tieferen Eigenmietwert zu belegen.
11. Am 12. März 2018 reichten die Beschwerdeführer eine weitere
Stellungnahme ein, ohne wesentlich Neues vorzubringen.
12. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 22. März 2018
unter Verweis auf die von ihr eingereichten Rechtsschriften auf eine
weitere Stellungnahme.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und
im angefochtenen Einspracheentscheid betreffend Kantons- und
Gemeindesteuern 2016 vom 1. Dezember 2017 sowie auf die
eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) entscheidet das
Verwaltungsgericht in einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert
Fr. 5'000.-- nicht überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben
- 6 -
ist. Das vorliegende verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren betrifft
die Steuerperiode 2016, für welche die Beschwerdeführer mit
Veranlagungsverfügung vom 1. November 2017 zur Zahlung von
Fr. 4'627.-- an Kantonssteuern und Fr. 5'691.-- an Gemeindesteuern,
insgesamt somit Fr. 10'318.--, verpflichtet wurden. Würde der von den
Beschwerdeführern beantragte Eigenmietwert von Fr. 30'000.--
berücksichtigt werden, läge der zu bezahlende Steuerbetrag bei
gesamthaft Fr. 8'073.-- (Fr. 3'544.-- an Kantonssteuern, Fr. 4'529.-- an
Gemeindesteuern). Aus der Differenz der genannten Steuerbeträge
resultiert ein Streitwert von Fr. 2'245.--. Da dieser unter Fr. 5'000.-- liegt
und die vorliegende Streitsache nicht in Fünferbesetzung zu entscheiden
ist, ist die Zuständigkeit des Einzelrichters gegeben.
2. a) Anfechtungsobjekt des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfahrens bildet der Einspracheentscheid vom 1. Dezember
2017 betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2016, mit welchem die
Beschwerdegegnerin die Einsprache der heutigen Beschwerdeführer vom
30. November 2017 abgewiesen und gleichzeitig den Eigenmietwert der
5.5-Zimmerwohnung in X._ von Fr. 40'800.-- (inkl. Hobbyraum)
entsprechend der amtlichen Schätzung vom 23. September 2013
bestätigt hat. Ein solcher Entscheid kann mit Beschwerde an das
Verwaltungsgericht weitergezogen werden (vgl. Art. 50 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der
Kantone und Gemeinden [StHG; SR 642.14] i.V.m. Art. 139 Abs. 1 des
Steuergesetzes für den Kanton Graubünden [StG; BR 720.00] und Art. 29
Abs. 2 des Gesetzes über die Gemeinde- und Kirchensteuern [GKStG;
BR 720.200]). Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes
ergibt sich aus Art. 49 Abs. 1 lit. b VRG, wonach das Verwaltungsgericht
Beschwerden gegen Entscheide von Dienststellen der kantonalen
Verwaltung und von unselbständigen Anstalten des kantonalen Rechts
beurteilt, soweit das kantonale Recht den direkten Weiterzug vorsieht,
was hier − wie gesehen (vgl. Art. 139 Abs. 1 StG) − der Fall ist.
- 7 -
Demzufolge fällt die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde in die
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden. Als
formelle und materielle Adressaten des angefochtenen
Einspracheentscheids sind die Beschwerdeführer berührt und weisen ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf (vgl. Art. 50 VRG).
Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist
demnach einzutreten.
b) Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin für die
Festlegung des Eigenmietwerts der in der Gemeinde X._ gelegenen
5.5-Zimmerwohnung zu Recht auf den Wert gemäss amtlicher Schätzung
vom 23. September 2013 von Fr. 40'800.-- abgestellt hat oder ob der von
den Beschwerdeführern geltend gemachte Wert von Fr. 30'000.--
massgebend ist.
3. Natürliche Personen sind kraft persönlicher Zugehörigkeit unbeschränkt
steuerpflichtig, wenn sie im Kanton ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder
Aufenthalt haben (Art. 3 Abs. 1 StHG i.V.m. Art. 6 Abs. 1 StG). Natürliche
Personen, die im Kanton weder einen Wohnsitz noch einen Aufenthalt
haben, sind kraft wirtschaftlicher Zugehörigkeit beschränkt steuerpflichtig,
wenn sie an Grundstücken im Kanton Eigentum haben (Art. 4 Abs. 1
StHG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 lit. c StG). Wer im Kanton nur für einen Teil des
Einkommens und Vermögens steuerpflichtig ist, entrichtet die Steuern für
die im Kanton steuerbaren Werte nach dem Steuersatz, der seinem
gesamten Einkommen und Vermögen entspricht (Art. 9 Abs. 1 StG).
Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin B._ in der
Gemeinde X._ eine Eigentumswohnung (Parzelle 1492, StWE-
Nr. 52275, 5.5-Zimmerwohnung inkl. Hobbyraum und drei
Autoabstellplätze) besitzt und damit − zusammen mit ihrem Ehegatten −
im Kanton Graubünden sowie in der Gemeinde X._ bezüglich der
Kantons- und Gemeindesteuern der beschränkten Steuerpflicht
untersteht.
- 8 -
4. a) Gemäss Art. 7 Abs. 1 StHG unterliegen alle wiederkehrenden und
einmaligen Einkünfte, insbesondere solche aus unselbständiger und
selbständiger Erwerbstätigkeit, aus Vermögensertrag, eingeschlossen die
Eigennutzung von Grundstücken, aus Vorsorgeeinrichtungen sowie aus
Leibrenten der Einkommenssteuer. Diese Regelung schreibt den
Kantonen die Besteuerung des Eigenmietwertes von Grundstücken
ausdrücklich vor. Als Grundlage der Wertfestsetzung der Eigenmiete
gemäss Art. 7 Abs. 1 StHG gilt der Marktwert (REICH/WEIDMANN, in:
ZWEIFEL/BEUSCH [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht,
Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone
und Gemeinden [StHG], 3. Aufl., Basel 2017, Art. 7 Rz. 42 ff.).
b) Gemäss Art. 22 Abs. 1 StG sind Erträge aus unbeweglichem Vermögen,
insbesondere Einkünfte aus Vermietung, Verpachtung, Nutzniessung
oder sonstiger Nutzung (lit. a) sowie der Mietwert von Gebäuden oder
Gebäudeteilen, die sich der Steuerpflichtige kraft Eigentums oder eines
Nutzungsrechtes für den Eigengebrauch zur Verfügung hält (lit. b),
steuerbar. Die Besteuerung des Mietwertes einer Wohnung, die der
Steuerpflichtige als Eigentümer im Sinne von lit. b der erwähnten
Bestimmung selbst bewohnt oder die ihm zumindest zur jederzeitigen
freien Verfügung steht (Eigengebrauch), entspricht dem Grundsatz der
rechtsgleichen Behandlung der Wohnungseigentümer einerseits und der
Mieter anderseits. Massgebend für die Bemessung des anzurechnenden
Eigenmietwertes ist dabei grundsätzlich der objektive Marktwert der
Liegenschaftsnutzung, d.h. der Mietzins, den der Steuerpflichtige bei der
Vermietung von einem Dritten erhalten könnte (Art. 22 Abs. 2 StG). Die
Besteuerung des Eigenmietwerts basiert im Kanton Graubünden auf den
amtlichen Schätzungen. Der amtlich geschätzte Eigenmietwert beruht in
der Regel auf der Vergleichsmethode. Mit den Schätzungen wird auf
Grund von Vergleichsobjekten in der engeren Umgebung der
Eigenmietwert ermittelt, der bei einer Drittvermietung erzielt werden
- 9 -
könnte (Urteil des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden [VGU]
A 16 37 vom 3. März 2017 E.4c). Die Werte der rechtskräftigen amtlichen
Schätzungen sind gemäss konstanter Praxis des Verwaltungsgerichtes
des Kantons Graubünden grundsätzlich für die Steuerbehörden
verbindlich (vgl. VGU A 15 21 vom 22. März 2017 E.4a, A 15 13 vom
19. Januar 2016 E.2c, A 13 59 vom 4. März 2014 E.3c, A 10 29 vom
23. April 2010 E.2, A 07 44 vom 22. Januar 2008 E.2, A 04 52 vom
19. Oktober 2004 E.2, A 01 25 vom 10. Juli 2001 E.2c; PVG 2002 Nr. 24,
2000 Nr. 47, 1997 Nr. 37). Dies hat − wie nachstehend dargestellt − auch
im vorliegenden Fall zu gelten. Wenn jemand die amtliche Schätzung −
wie vorliegend die amtliche Revisionsschätzung vom 23. September 2013
− akzeptiert, ohne diese anzufechten, kann er später in einem anderen
Verfahren die Korrektheit derselben nicht mehr anfechten. Dies
widerspräche dem aus Art. 5 Abs. 3 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) fliessenden Grundsatz
von Treu und Glauben, welcher widersprüchliches und
rechtsmissbräuchliches Verhalten verbietet. Wenn Grundeigentümer mit
den amtlich geschätzten Werten ihrer Grundstücke nicht einverstanden
sind, haben sie die amtliche Schätzung somit direkt mittels Einsprache
beim Amt für Immobilienbewertung anzufechten (vgl. Art. 19 des
Gesetzes über die amtlichen Immobilienbewertungen [IBG; BR 850.100]),
wobei der Einspracheentscheid des Amtes für Immobilienbewertung
gemäss Art. 20 IBG innert 30 Tagen mittels Beschwerde beim
Verwaltungsgericht angefochten werden kann. Wird die amtliche
Schätzung akzeptiert, können die Grundeigentümer die Korrektheit
derselben später nicht mehr anfechten. Indes steht es einer Partei −
insbesondere dann, wenn die 30-tägige Einsprachefrist bezüglich der
amtlichen Schätzung von Art. 19 Abs. 1 IBG verpasst wurde − frei,
jederzeit eine neue amtliche Schätzung zu verlangen (vgl. Art. 12 IBG)
oder den Gegenbeweis zu den Werten der amtlichen Schätzung auf
andere Weise zu erbringen.
- 10 -
5. a) Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin für die Veranlagung der
Kantons- und Gemeindesteuern 2016 bzw. für die Bestimmung des
Eigenmietwerts der sich im Eigentum der Beschwerdeführerin B._
befindlichen 5.5-Zimmerwohnung in der Gemeinde X._ auf die
amtliche Revisionsschätzung vom 23. September 2013 abgestellt,
wonach der Eigenmietwert der fraglichen Wohnung Fr. 40'800.-- (inkl.
Hobbyraum) beträgt. Die Revisionsschätzung vom 23. September 2013
wurde von den heutigen Beschwerdeführern im Zeitpunkt des Erlasses
derselben nicht angefochten und erwuchs somit unangefochten in
Rechtskraft. Dementsprechend können aber die Beschwerdeführer im
vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren betreffend
Kantons- und Gemeindesteuern 2016 die Korrektheit der Werte der
Revisionsschätzung vom 23. September 2013 grundsätzlich nicht mehr
anfechten. Vielmehr hätten sie hierzu − wie gesehen − direkt die amtliche
Schätzung beim damaligen Amt für Schätzungswesen anfechten müssen,
was sie aber nicht getan haben. Die Folgen dieses Untätigbleibens
müssen sich die Beschwerdeführer zum eigenen Nachteil anrechnen
lassen. Vor diesem Hintergrund zielen die von den Beschwerdeführern im
vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren getätigten
Ausführungen, wonach vom Schätzungsamt anlässlich der
Revisionsschätzung im Jahr 2013 im Wesentlichen Vergleichsmieten
herangezogen worden seien, welche mit einer Ausnahme zwischen
Fr. 2'200.-- und Fr. 2'890.-- gelegen hätten und sich der geschätzte
Eigenmietwert von Fr. 40'800.-- bzw. Fr. 3'400.-- pro Monat daher als
nicht realistisch erweise (vgl. Replik vom 23. Januar 2018 S. 2), ins Leere.
Vielmehr hätten diese Vorbringen nach dem vorstehend Gesagten bereits
in einem Beschwerdeverfahren betreffend die amtliche
Revisionsschätzung (vgl. Art. 13 des damaligen Gesetzes über die
amtlichen Schätzungen [aSchG; BR 850.100]) vorgebracht werden
müssen, was die Beschwerdeführer indes unterlassen haben. Vor diesem
Hintergrund hat die Beschwerdegegnerin hinsichtlich der Bestimmung des
Eigenmietwerts der sich im Eigentum der Beschwerdeführerin B._
- 11 -
befindlichen, in der Gemeinde X._ gelegenen 5.5-Zimmer-wohnung
zu Recht auf die amtliche Revisionsschätzung vom 23. September 2013
abgestellt und den Eigenmietwert auf Fr. 40'800.-- (inkl. Hobbyraum)
veranlagt. Was die Beschwerdeführer dagegen vorbringen, vermag − wie
nachstehend dargestellt − nicht zu überzeugen.
b) Zum einen machen die Beschwerdeführer geltend, dass der Markt bei der
Vermietung von Wohnungen in der Gemeinde X._ auf Jahresbasis
rückläufig sei und der entsprechende Leerstand steigende Tendenz
aufweise, weshalb ein Mietzins von Fr. 3'400.-- pro Monat nicht erzielbar
sei. Die eingereichten Inserate vergleichbarer Wohnungen zeigten die
Marktsituation im Bereich der ganzjährlich vermieteten Wohnungen. Die
Besteuerung eines über der erzielbaren Marktmiete liegenden
Eigenmietwerts von Fr. 40'800.-- sei willkürlich. Dazu gilt es zunächst
festzuhalten, dass es den Beschwerdeführern zwar − wie gesehen − offen
steht, den Gegenbeweis zu den Werten der amtlichen Schätzung auch
ausserhalb des eigentlichen Schätzungsverfahrens bzw. nachdem die
entsprechende amtliche Schätzung in Rechtskraft erwachsen ist,
entweder mittels einer neuen amtlichen Schätzung oder auf andere Weise
zu erbringen (vgl. vorstehend E.4b in fine). Keinesfalls reicht es aber aus,
Inserate anderer Wohnungen in derselben und benachbarter Gemeinden
einzureichen und zu behaupten, dass es sich bei den fraglichen Objekten
um vergleichbare Objekte handle, ohne darzulegen, inwiefern diese
Wohnungen mit dem vorliegend interessierenden Objekt vergleichbar sein
sollen. Dies zumal es sich bei den meisten der von den
Beschwerdeführern erwähnten Vergleichsobjekten um 4.5-
Zimmerwohnungen handelt, während es sich bei der
beschwerdeführerischen Eigentumswohnung um eine grosse 5.5-
Zimmerwohnung mit 187 m2 und gehobenem Standard für höchste
Ansprüche handelt. Des Weiteren haben die Beschwerdeführer auch ihre
Behauptung, wonach der Markt bei der Vermietung von Wohnungen in
X._ auf Jahresbasis rückläufig sei und der entsprechende Leerstand
- 12 -
steigende Tendenz aufweise, weder im Einspracheverfahren noch im
vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren mittels
Beweisen belegt. Und schliesslich hat die Beschwerdegegnerin
duplicando ihrerseits Inserate zweier zu vermietender Wohnungen in der
Gemeinde X._ eingereicht, welche bezüglich Wohnfläche und
Ausbaustandard wohl eher mit der beschwerdeführerischen
Eigentumswohnung vergleichbar sind und welche die Rechtmässigkeit
des amtlich geschätzten Eigenmietwerts der beschwerdeführerischen
Liegenschaft von Fr. 40'800.-- bekräftigen. Dementsprechend vermögen
aber weder die von den Beschwerdeführern eingereichten
Wohnungsinserate noch die unbelegt gebliebene beschwerdeführerische
Behauptung, wonach der Markt bei der Vermietung von Wohnungen in
der Gemeinde X._ auf Jahresbasis rückläufig sei und der
entsprechende Leerstand steigende Tendenz aufweise, den
Eigenmietwert der fraglichen 5.5-Zimmerwohnung von Fr. 40'800.--
gemäss amtlicher Revisionsschätzung vom 23. September 2013 in
Zweifel zu ziehen. Folglich hat die Beschwerdegegnerin hinsichtlich
Bestimmung des Eigenmietwerts der betreffenden Liegenschaft zu Recht
auf die amtliche Revisionsschätzung vom 23. September 2013 abgestellt.
c) Zum anderen bringen die Beschwerdeführer vor, dass das damalige Amt
für Schätzungswesen mit der Bewertung aus dem Jahr 2013 die heutige
Marktsituation, wonach die Jahresmieten heute eher sinkende Tendenz
aufwiesen, nicht beachtet habe bzw. gar nicht habe beachten können.
Daher sei von der amtlichen Schätzung abzuweichen oder ein Gutachten
eines unabhängigen Sachverständigen einzuholen. Auch diese
Argumentation zielt − wie nachstehend dargestellt − ins Leere. Gemäss
ständiger Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtes des Kantons
Graubünden weist eine amtliche Schätzung eine erhöhte Beweiskraft für
die darin enthaltenen Tatsachen auf, weshalb nicht ohne triftigen Grund
davon abzuweichen ist. Dies gilt umso mehr, je neuer die amtliche
Schätzung ist (VGU A 15 25 vom 24. September 2015 E.2c). Vorliegend
- 13 -
stützt sich die Beschwerdegegnerin für die Veranlagung der Kantons- und
Gemeindesteuern 2016 − wie gesehen − auf die amtliche
Revisionsschätzung vom 23. September 2013 und damit auf eine
durchaus zeitnahe Schätzung. Vor diesem Hintergrund bestand für die
Beschwerdegegnerin kein Anlass, von den Werten gemäss der amtlichen
Schätzung abzuweichen. Aus demselben Grund besteht im Übrigen auch
von Seiten des streitberufenen Gerichtes kein Anlass, das von den
Beschwerdeführern beantragte Gutachten eines unabhängigen
Sachverständigen einzuholen oder den von den Beschwerdeführern
offerierten Immobilienvermittler als Zeuge zur Frage der heutigen
Marktsituation einzuvernehmen, weshalb die entsprechenden
Beweisanträge abzuweisen sind. Wenn die Beschwerdeführer der
Auffassung sind, dass sich die heutige Marktsituation nicht mehr mit
derjenigen im Zeitpunkt der Schätzung, mithin im September 2013,
vergleichen lasse, wäre es vielmehr an ihnen gelegen, gemäss Art. 12
IBG eine neue amtliche Bewertung ihrer Liegenschaft zu beantragen oder
aber den Gegenbeweis zu den Werten der amtlichen Schätzung auf
andere Weise zu erbringen. Die Beschwerdeführer haben indes weder
das eine noch das andere getan. Vielmehr haben sie es auch im
vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren damit
bewenden lassen, zu behaupten, dass sich die heutige Marktsituation mit
tendenziell sinkenden Jahresmieten nicht mehr mit jener im Jahr 2013
vergleichen lasse, ohne diese Behauptung mit Beweisen zu untermauern.
Damit haben die Beschwerdeführer aber den ihnen obliegenden
Gegenbeweis zu den Werten der amtlichen Schätzung vom
23. September 2013 nicht erbracht.
6. a) Zusammenfassend lässt sich nach dem vorstehend Gesagten festhalten,
dass die Beschwerdeführer den Gegenbeweis zu den Werten der
amtlichen Schätzung vom 23. September 2013 weder im
Einspracheverfahren noch im vorliegenden verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfahren erbracht haben. Dementsprechend hat aber die
- 14 -
Beschwerdegegnerin für die Veranlagung der Kantons- und
Gemeindesteuern 2016 zu Recht auf den Eigenmietwert gemäss
amtlicher Revisionsschätzung vom 23. September 2013 in der Höhe von
Fr. 40'800.-- abgestellt. Der angefochtene Einspracheentscheid vom
1. Dezember 2017 erweist sich somit als rechtens, was zur Bestätigung
desselben und zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
Selbstverständlich steht es den Beschwerdeführern trotz des Ausgangs
des vorliegenden Verfahrens frei, für künftige Steuerperioden schriftlich
eine neue Schätzung im Sinne von Art. 12 IBG zu beantragen, um den
von ihnen behaupteten, tieferen Eigenmietwert ihrer Liegenschaft zu
belegen.
b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten in der
Höhe von Fr. 1'000.-- gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG unter solidarischer
Haftung zulasten der Beschwerdeführer. Bund, Kanton und Gemeinden
sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen wird
gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel keine Parteientschädigung
zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen.
Davon abzuweichen, besteht vorliegend kein Anlass, weshalb der
obsiegenden Beschwerdegegnerin keine Parteientschädigung zusteht.