Decision ID: a9d5ab44-d6d2-4e36-8384-60fbaa4d648b
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962, übte nach Schulabschluss (mit Besuch
des
Gymna
siums ohne Maturaabschluss und einer Musikausbildung) verschiedene Tätig
keiten aus, unter anderem
arbeitete er
mehrere Jahre auf einer Schiffsagentur,
gegen Ende
in einer Leitungsposition (
Urk. 7/1,
Urk. 7/126/2, Urk.
7/
30/1,
Urk. 7/114). In der Zeit
ab 16. September 1988 bis zum 30. November 2006 (effektiv letzter Arbeitstag)
war er
als Flight
Attendant
bei der
Y._
tätig
, zuletzt in einem Teilzeitpensum, wobei das Arbeitsverhältnis vom Versicherten aufgelöst wurde
(Urk. 7/7
, Urk. 7/70
).
Am 23. Mai 2008 meldete er sich wegen psychischer Probleme bei der Sozial-versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1).
Die IV-Stelle klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab und holte unter anderem ein Gutachten
von
Dr.
med.
A._
von der
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 30. April 2009 (mit
einer Ergänzung vom
23. Juli 2012
; Urk. 7/20, Urk. 7/
100
)
,
einen Abklärungsbericht
Haushalt vom 27. Oktober 2009 (Urk. 7/28)
sowie ein weite
res Gutachten von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, vom 27. April 2013 (mit
einer Ergänzung vom 18. November 2013
)
ein (Urk. 7/126, U
rk. 7/
144). Die Beschwerde des Versicherten gegen eine Zwischen
-
verfügung der IV-Stelle vom 10. April 2013
,
mit welcher
das
Gesuch des Versicherten vom 9. Januar 2013 um Kostenübernahmen für die Berichte von
Dr.
med. D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie
, vom 19./20. Oktober 2012 im Umfang von Fr. 2‘4
81
.-
-
abgewiesen
worden war
(Urk. 7/121, Urk. 7/125)
,
hiess das Sozialversicherungsgericht mit dem unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Urteil IV.2013.00442 vom
31. März 2014 in dem Sinne gut, dass
es
die angefochtene Verfügung aufhob und di
e Sache an die IV-Stelle zurückw
ies, damit
sie zusammen mit dem
Leis
tungsentscheid
über die Vergütung der Kosten befinde
(Urk. 7/166).
Nach
Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 7/157) sprach
die IV-Stelle
dem Versicherten m
it Verfügung vom 3. Juni 2014
(Urk. 2)
bei einem
Invaliditäts
grad
von 90
%
für die Zeit ab 1.
April 2010
eine ganze Invalidenrente zu.
Über die Vergütung der Kosten für die Berichte von
Dr.
D._
befand sie nicht.
2.
Dagegen liess der Versicherte am 4. Juli 2014 Beschwerde erheben (Urk. 1) mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei insoweit
abzuändern
, als ihm bereits ab 1. Oktober 2008 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen sei; im Weiteren seien ihm die Kosten für die Berichte des behandelnden Psychia
ters
Dr.
D._
im Umfang
von Fr. 3‘381
.-
-
zu ersetzen. In der Vernehmlas
sung vom 1
2.
September 2014 (Urk. 6) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Die mit Verfügung des Sozialversicherungsgerichts vom 17. Juni 2015
(Urk. 9)
beigeladene
Y._
Vorsorges
tiftung für das Kabinenpersonal
reichte am 19. August 2015
eine Stellungnahme ein
(Urk. 11-12) und die
eben
falls
beigeladene Allgemeine Pensionskasse der
Z._
liess sich
am 18. Au
gust 2015
vernehmen
(Urk. 14-15)
. Am 24.
und 31
. August 2015 reichte die
Y._
Vorsorgestiftung für das Kabinenpersonal weitere
Unterlagen
ein
(Urk. 16-19).
Dazu nahmen die Allgemeine Pensionskasse der
Z._
- a
uf Verfü
gung des Sozialversicherungsgerichts vom 6. November 2015 hin
(Urk. 20)
- am 16. November 2015 (Urk.
22), der Versicherte am 15. Januar 2016
(Urk. 26) und die IV-Stelle am 17. Februar 2016 (Urk. 28) Stellung. Dabei beantragte die IV-Stelle neu, die Sache sei zwecks weiterer Abklärungen an sie zurückzuweisen (Urk. 28). Mit Verfügung
des Sozialversicherungsgericht
s
vom 27. Mai 2016
wurde
n
die
Parteien
von den verschiedenen Eingaben
, soweit dies noch nicht erfolgt war
,
in Kenntnis gesetzt
(Urk. 29). Mit Beschluss vom 13. Juli 2016
(Urk. 30)
gab das Sozialversicherungsgericht dem Versicherten
im Hinblick auf eine im Ergebnis
mögliche Schlechterstellung bei Rückweisung der Sache zu weite
ren A
b
klärungen Gelegenheit zu einer Stellungnahme respektive einem Beschwerderückzug (Urk. 30). Dazu nahm der Versicherte
am
1
2.
September 2016 Stellung (
Urk.
33-34). Davon wurden
die übrigen Parteien mit Mitteilung vom 29. September 2016 in Kenntnis gesetzt (
Urk.
35).
Auf die Ausführungen in den einzelnen Rechtsschriften und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
In der angefochtenen Verfügung vom 3. Juni 2014 (
Urk.
2) hat die
Beschwerde
gegnerin
nur den Rentenanspruch des Beschwerdeführers beurteilt
und weder über die Übernahme der Kosten für die Berichte von
Dr.
D._
vom 19./20. Oktober 2012 entschieden noch über die Vergütung des neu
einge
-
reich
ten Berichts vom 30. Juni 2016 (
Urk.
7/170), für den
Dr.
D._
Fr. 900.-
-
in Rechnung stellte (
Urk.
7/171)
. Diese Streitfrage gehört somit nicht zum Anfechtungsgegenstand, weshalb insoweit
auf die Beschwerde
nicht einzutreten ist.
2
.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht
als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu
verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als ange
nommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der ver
sicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2
.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente,
b
ei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2
.3
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne
Gesundheitsscha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
IVV).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
). Ist jedoch anzuneh
men, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Be
einträchtigung teiler
werbstätig
ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 e
contra
rio
). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV).
2
.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
3
.
Die IV-Stelle begründet
e
die angefochtene Verfügung
damit, ausgehend vom Gutachten von
Dr.
A._
vom 3
0.
A
pril 2009 sei dem Versicherten
zunächst eine leidensangepasste Tätigkeit
zu
100
%
zumutbar gewesen, woraus im Rah
men eines Einkommensvergleichs ein Invaliditätsgrad von 30
%
resultiere. Die im Gutachten von
Dr.
C._
vom 2
7.
April 2013 festgelegte
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepasste Tätigkeit
von
0 bis 30
%
könne
erst
für
die Zeit
ab
April 2010
angenommen werden
. Daraus resultiere
für die Zeit
ab
April 2010 im Rahmen eines
Einkommenvergleichs
ein Invaliditätsgrad von 90
%
.
Demgegenüber stellt sich der Beschwerdeführer
zusammengefasst
auf den Stand
punkt
(
Urk.
1)
,
gemäss dem Gutachten von
Dr.
C._
und der Beurteilung des behandelnden Psychiaters
Dr.
D._
sei er seit dem Jahr 2006 im angestammten Beruf zu 100
%
arbeitsunfähig; in einer leiden
sangepassten Tätigkeit verbleib
e ihm eine Restarbeitsfähigkeit von 15
%
, was
für die Zeit
ab dem
1.
Oktober 2008 zu einem Anspruch auf eine ganze Invalidenrente führe.
4
.
4
.1
Im Gutachten vom 3
0.
April 2009 (
Urk.
7/20; Ergänzung vom
2
3.
Juli 2012,
Urk.
7/100
) diagnostizierte
Dr.
A._
, welcher den Versicherten am 1
4.
April 2009 untersucht hat
te
,
eine rezidivierende
depressive Störung
bei einer gegen
wärtig leichten Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10: F33.01) sowie einen Verdacht auf Akzentuierung der narzisstischen
Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z 7
3.1)
bei
der Differentialdiagnose einer narzisstischen
Persönlichkeitsstö
rung
(ICD-10: F60.8). Zur Arbeitsfähigkeit gab der Gutachter an, für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Flugbegleiter sei der Beschwerdeführer seit dem
1.
Dezember 2006 zu 100
%
arbeitsunfähig
.
In einer leidensangepassten Tätig
keit sei er seit April 2009 zu 100
%
arbeitsfähig. Weiter führte der
Arzt
aus, die Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf sei auf eine reduzierte psychische Belastbarkeit beziehungsweise eine reduzierte Flexibilität, eine reduzierte Stresstoleranz/Frustrationstoleranz und eine reduzierte Fähigkeit, mit den Kun
den umzugehen, zurückzuführen. In einem kleinen Team oder für Tätigkeiten ohne sehr grosse Anforderungen an die Flexibilität sowie
die
regelmässige Arbeitszeit sei er jedoch zu 100
%
arbeitsfähig. Für die
se
100%ige Arbeitsfähig
keit spreche
die
erhaltene Konzentrationsfähigkeit, die erhaltene Auffassungs
-
fä
higkeit
, der normale Antrieb
und
die erhaltene Urteilsfähigkeit
des
Ver
-
sicherten
.
4
.2
Dr.
C._
, welcher den Beschwerdeführer am 1
5.
April 20
1
3 untersucht hat
te
, diagnostizierte in seinem Gutachten vom 2
7.
April 2013 (
Urk.
7/126; Ergänzung vom 1
8.
November 2013,
Urk.
7/144) chronisch rezidivierende depressive Pha
se
n
, teils schweren Grades (ICD-10: F33.2),
eine
Panikstörung (ICD-10: F41.0), eine chronische
Benzodiazepinabhängigkeit
(ICD-10: F13.24) und eine schwere emotional instabile Persönlichkeitsstörung,
Bo
r
derline
Typ, mit einer schweren Selbstwertproblematik (ICD-10: F60.31). Zur
Arbeitsfähigkeit
gab er an
,
in der angestammten Tätigkeit als Flight
Attendant
bestätige er mit grosser Wahr
scheinlichkeit eine seit Dezember 2006 bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit
des Beschwerdeführers
.
Dessen
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit habe in diesem Zeitraum zwischen 0 und
höchstens
30
%
geschwankt. Das psychische Belastungsprofil sei für eine solche Tätigkeit jedoch erheblich eingeschränkt, indem der Beschwerdeführer einem Angestelltenverhältnis und einer Teamarbei
t heute kaum mehr gewachsen sei
.
5.
5
.1
Gemäss
dem
von der Beigeladenen 1 am 3
1.
August 2015 eingereichten Auszug aus der NZZ am Sonntag
vom 3
0.
August 2015 (
Urk.
19/1
)
gab der Beschwer
deführer
der Zeitung
als Kreu
z
fahrtexperte ein Interview.
Im Zusammenhang mit diesem Interview wird
die
berufliche Tätigkeit des Versicherten
in der
NZZ am Sonntag folgendermassen umschrieben
: Der Beschwerdeführer „ist seit gut 30 Jahren mit der Hochseetouristik verbunden. Neben seiner journalistischen Tätigkeit ist er unabhängiger Berater u
nd Kommun
i
k
ationscoach in den Berei
chen Branding, Benchmarking, Design und Unternehmenskommunikat
i
on. Er erstellt Marktanalysen und Schiffsbewertungen für die i
nternationale touris
tische Fach
- und
W
irtschaftspresse her, moderiert
regelmässig an Fachmessen
und
Tagungen. Ausserdem ist
er
als
Dozent an diversen Hochschulen sowie
als
Experte für Radio- und TV-Stationen tätig“. Weiter wird
in
der
Zeitung auf eine
Mitautor
en
schaft
des Beschwerdeführer
s
bei der Herstellung eines
im Jahr 2015 erschienen Kreuzfahrt-Guide
s
hingewiesen.
In
den
von der Beigeladenen
1 ein
gereichten
LinkedIn
-
und XING-Auszügen
sind
sodann unter dem Titel „Berufs
erfahrung“
respektive
„berufliche Laufbahn“ verschiedene Tätigkeiten
des Ver
sicherten
mit den jeweils zugehörigen zeitlichen Angaben
aufgeführt (
Urk.
19/2-3). So
wird darin
zum Beispiel angegeben, der Beschwerdeführer
habe in der Zeit
ab
November 1987 während 27 Jahren und
ze
h
n
Monaten
folgende Tätigkeiten aus
ge
übt
: „Managing Direktor/Cruise Analyst/International Maritim Trade Journalist (Print, TV, Radio)“. Die Ausübung
all dieser
Tätigkei
ten wurde
vom
Versicherten
nicht substantiiert bestritten (
Urk.
16-19 in Ver
bindung mit
Urk.
26,
Urk.
27/4,
Urk.
33).
5
.2
Der Beschwerdeführer entfaltete somit eine breite Tätigkeit als Journalist, Experte, Autor
sowie in weitere
n, in den erwähnten Belegen aufgeführten
Funktionen und Bereichen.
Insgesamt erst
reck
t
en
sich
diese Tätigkeiten
über den gesamten massgebenden Zeitraum
, inklusive desjenigen,
in dem
der Ver
sicherte
als
Flight
Atten
dant
tätig war
.
Aufgrund dieser Aktenlage besteht jedoch
ein diametraler
und nicht auflösbarer
Widerspruch zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
durch
Dr.
C._
in dessen Gutachten. Denn es ist
unter diesen Umständen schlechthin nicht
nachvollziehbar
, weshalb der Versicherte selbst in einer leidensangepassten Tätigkeit lediglich
zu höchstens
30
%
arbeitsfähig sein soll.
Auf das
Gutachten von
Dr.
C._
(
mit dessen Ergänzung vom 1
8.
Novem
-
ber
2013)
kann
daher
nicht abgestellt werden
.
Im bloss knappen Gutachten von
Dr.
A._
wurden diese Tätigkeiten des Ver
sicherten ebenfalls nicht oder jedenfalls nicht
rechtsgenüglich
berücksichtigt. Soweit
Dr.
A._
von einer eingeschränkten Arbeitsfähig
keit
des Versicherten ausging
,
mangelt es
damit ebenfalls
an
eine
r
vollständige
n
und schlüssig nach
vollziehbare
n
Grundlage,
weshalb
auch auf dieses Gutachten
(
zusammen
mit
dessen
Ergänzung vom 2
3.
Juli 2012)
nicht abgestellt werden kann.
Aus den verschiedenen Berichten von
Dr.
D._
, welcher den Versicher
ten seit dem 2
6.
August 2010 behandelt (
Urk.
1,
Urk.
3,
Urk.
7/45)
,
kann de
r
Versicherte nichts zu
seinen
Gunsten ableiten, zumal wegen der unterschied
lichen Natur von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag Berichte der behan
delnden Ärzte aufgrund deren auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten praxisgemäss zurückhaltend zu gewichten sind (BGE 125 V 351
E. 3b/cc).
Dies gilt umso mehr, als
Dr.
D._
in seinen Berichten nicht
rechtsgenüglich
unterscheidet zwischen
der Funktion eines beurteilenden Arztes
und
derjenigen
eines
blossen
Interessenvertreters (vergleiche als
Beispiel sein Bericht
vom 2
9.
August 2016,
Urk.
34/3). Daher
haben seine Berichte
keinen Beweiswert
.
5
.
3
Nach dem Gesagten ist der Sachverhalt in wesentlichen Teilen ungeklärt.
Wei
tere Abklärungen sind daher notwendig
. In
Übereinstimmung mit dem Antrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
28)
ist die
Sache
daher
an
diese
zurückzuweisen, damit sie das gesamte, oben erwähnte Tätigkeitsfeld respektive
Tätigkeitsspek
-
t
rum
des Versicherten im massgebenden Zeitraum (inklusive
des Zeitraums, als er
als Flight
Attendant
tätig war
) detailliert abklärt und, soweit erforderlich, weitere Abklärungen vornimmt (etwa bezüglich des Status des Versicherte).
H
ernach
wird sie
gestützt darauf
eine psychiatrische Begutachtung zu veran
lasse
n
haben. Diese wird sich für den gesamten massgebenden Zeitraum zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der angestammten und einer
leidens
angepassten
Tätigkeit zu äussern haben
.
Sodann
hat die Beschwerdegegnerin über den
Rentenanspruch
des Beschwerdeführers neu zu verfügen
, wobei sie auch zu prüfen und zu begründen haben wird, ob der Beschwerdeführer als voll erwerbstätig oder als teilerwerbstätig, wie sich aus dem
Haushaltabklärungs
bericht
ergab (
Urk.
7/28/4), zu qualifizieren ist.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit auf sie einzutreten ist.
6.
6.1
A
usgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten von
Fr.
600
.-- zulasten der IV
-
Stelle
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), der Umfang des Nichteintretens auf die Beschwerde rechtfertigt keine andere Kostenverteilung.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die
Verwal-tung
zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen). Eine Reduktion der
Prozessent
schädigung
ist trotz des teilweisen Nichteintretens nicht gerechtfertigt, da nicht ersichtlich
ist
, dass der entsprechende Antrag beim Verfassen der Beschwerde
schrift einen Mehraufwand verursachte. Die Prozessentschädigung ist nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das
Sozialversi
cherungsgericht
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streit
sache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den
Bar
auslagen
festzusetzen. Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist dem Be
schwerdeführer eine Prozessentschädigung von Fr.
2‘200
.-- (inkl. Mehrwert
steuer und Barauslagen) zuzusprechen.