Decision ID: 76e43736-6178-4639-950c-b203850995ca
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1958 geborene
X._
war
mit per 3
1.
Dezember 2013 gekün
dig
tem Arbeitsverhältnis
bei der
Y._
AG
angestellt
(
Arbeitgeberbe
schei
nigung
vom 1
2.
Dezember 2013,
Urk.
5/44), als er sich am
2
7.
November 2013 beim Regionalen A
rbeitsvermittlungszentrum (RAV)
zur Arbeitsvermittlung an
meldete
(Anme
l
debestätigung vom 2
7.
November 2013,
Urk.
5/
52
) und
ab
1.
Januar 2014
Arbeitslosenentschädi
gung
beantragte
(An
trag
vom
1.
Dezember 2013, Urk.
5/48).
Mit Verfügung vom 2
6.
Mai 2014 verneinte die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich einen Anspruch auf
Arbeitslosenent
schä
digung
, da
sich
X._
vorzeitig
habe
pensionieren
lassen
(Urk.
5/14). Die vom Versicherten am 2
5.
Juni 2014 erhobene Einsprache (
Urk.
5/
1
1) wies die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
mit
Einspracheent
scheid
vom 26.
September 2014 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 2
0.
Oktober 2014 Beschwerde und bean
tragte, es sei
ihm ab
1.
Januar 2014 Arbeitslosenentschädigung auszurichten
(
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Okto
ber
2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8), was dem Beschwer
deführer am 2
9.
Oktober 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 8 Abs. 1
lit
. e des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslo
senversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) hat Anspruch auf
Ar
beitslosenentschädigung
, wer die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist. Die Beitragszeit hat laut Art. 13 Abs. 1 AVIG erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist für die Beitragszeit während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat.
1.2
Art. 13 Abs. 3 AVIG räumt dem Bundesrat die Kompetenz ein, zur Verhinde
rung
eines ungerechtfertigten gleichzeitigen Bezugs von Altersleistungen der beruf
lichen Vorsorge und Arbeitslosenentschädigung die Anr
echnung von
Bei
trags
zeiten
vorzeitig pensionierter Personen abweichend von Art. 13 AVIG zu regeln. Gestützt auf diese Delegationsnorm ha
t der Bundesrat Art. 12 der Ver
ordnung
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolven
zentschädi
gung
(AVIV) erlassen.
1.3
Gemäss Art. 12 Abs. 1 AVIV wird
Versicherten
, die vor Erreichung des Renten
alters der AHV pensioniert worden sind, nur jene beitragspflichtige Beschäfti
gung
als Beitragszeit angerechnet, die sie nach der Pensionierung ausgeübt ha
ben.
Laut Abs. 2 dieser Bestimmung gilt Abs. 1 der Bestimmung nicht, wenn
der Ver
s
icherte
aus wirtschaftlichen Gründen oder aufgrund von zwingenden Re
gelung
en im Rahmen der beruflichen Vorsorge vorzeitig pensioniert wurde (
lit
. a) und wenn
er
einen Anspruch auf Altersleistungen erwirbt, der geringer ist als die Entschädigung, die ih
m
nach Art
ikel 22 AVIG zustünde (
lit
. b).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die
Anspruchsberechti
gung
des Beschwerdeführers ab dem
1.
Januar 2014 gestützt auf Art. 12 Abs. 1 AVIV zu Recht verneint hat oder ob Art. 12 Abs. 2 AVIV Anwendung findet.
2.2
Die Beschwerdegegnerin führt zur Begründung der Verneinung
der Anwendung von
Art.
12
Abs.
2 AVIV und somit eines Anspruchs auf
Arbeitslosenentschädi
gung
an, das Arbeitsverhältnis des Beschwerdeführers mit der
Y._
AG sei mittels Aufhebungsvertrag aufgelöst worden. Der Beschwerdeführer habe auf eine (mindestens
einstweilige
) Weiterbeschäftigung mit Unterstützungs- und
Be
ratungsleistungen
der Arbeit
geberin verzichtet. Er habe zudem auch einen Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber mit einer garantier
t
en einjährigen Be
schäf
tigung zu den bisherigen Konditionen abgelehnt. E
r
beziehe nunmehr eine R
ente der Pensionskasse der
Y._
Group
. Er hätte
somit
die
Möglichkeit gehabt
,
für eine gewisse Zeit Beratungsdienstleistungen in An
spruch
zu nehme
n
und auf dem internen Stellenmarkt bei seiner Arbeitgeberin zu reüssieren und somit seine Arbeitslosigkeit hinauszuzögern oder gar abzu
wen
den. Es liege vorliegend somit keine unfreiwillige Pensionierung vor, weshalb der Beschwerdeführer, welcher nach seiner Pensionierung keine Beiträge mehr ge
leistet habe, keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung habe (
Urk.
2).
2.3
Der Beschwerdeführer bringt hiergegen im Wesentlichen vor, er habe das Ar
beitsverhältnis nicht selbst aufgelöst. Seine Arbeitsstelle sei durch die Arbeitge
berin aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt worden. Von Freiwilligkeit könne keine Rede sein (
Urk.
5/11). Ein Arbeitskollege, dem gleichzeitig gekündigt wor
den sei, erhalte Arbeitslosenentschädigung. Von dem von der
Beschwerdegeg
nerin
genannten Arbeitgeber habe er
kürzlich
ein J
ob-Angebot erhalten;
es handle sich hierbei um eindeutiges Lohndumping. Ein Wechsel zum neuen Ar
beitgeber sei daher
gar nicht möglich gewesen (Urk.
1).
3.
3.1
Eine Anwendung von
Art.
12
Abs.
2 AVIV setzt voraus, dass die vorzeitige Pen
sionierung aufgrund objektiver, ausserhalb der Person des Versicherten liegen
der Umstände erfolgte, ohne dass dem Versicherten eine Alternative offen st
and
(Urteil des Bundesgerichts 8C_839/2009 vom 1
9.
Februar 20
10
E.
3.4).
Gemäss den
Angaben des Beschwerdeführers gab ihm die
Y._
AG
die Wahl
zwischen vorzeitiger Pensionierung, Neuanstellung beim neuen Arbeitgeber oder
viermonatige
r
interne
r
Beratung mit Stellenvermittlung
(Stellungnahme des Ver
sicherten vom 1
4.
April 2014,
Urk.
5/22).
Dem Beschwerdeführer wäre es somit offen gestanden, weiterzuarbeiten, wobei ihm für ein Jahr die gleichen Arbeits
bedingungen garantiert worden wären.
Nachdem das Reglement der
Vorsorge
ein
richtung
des Beschwerdeführers keine zwingende vorzeitige Pensio
nierung vorsieht (vgl.
Urk.
5/35)
,
ist der vorliegende Sachverhalt nicht unter die Aus
nah
me
bestimmung von
Art.
12
Abs.
2 AVIV zu subsumieren
. Hieran ändert auch
nichts, dass der Beschwerdeführer unfreiwillig nicht mehr in gleicher Stellung bei der
Y._
AG weiterarbeiten konnte.
3.2
Da der Beschwerdeführer nach der vorzeitigen Pensionierung keiner beitrags
pflichtigen Beschäftigung mehr nachgegangen ist, hat die Beschwerdegegnerin die Erfüllung der Beitragszeit und somit einen Anspruch auf
Arbeitslosenent
schädigung
zu Recht verneint.
Aus einem allfälligen Leistungsbezug eines ehe
ma
ligen Arbeitskollegen kann der Beschwerdeführer unabhängig davon, ob dieser
zu Recht oder zu Unrecht erfolgt, nichts zu seinen Gunsten ableiten (vgl. BGE
126 V 390 E.
6).
Die Beschwerde ist dementsprechend vollumfänglich ab
zuweisen.