Decision ID: b112ec1d-c38d-4a8d-a91a-7f8be23a43ba
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Der aus der B._ stammende Beschwerdeführer ersuchte erst-
mals am (...) in der Schweiz um Asyl. Er machte im Wesentlichen geltend,
der Tod seines Vaters – (Nennung Grund des Todes) – habe ihn gegen das
Militär aufgebracht. In der Folge habe er im Zeitraum (...) bis (...) als Sym-
pathisant einer Jugendorganisation der (C._) an gegen das Militär
gerichteten Demonstrationen teilgenommen und dabei Plakate hochgehal-
ten. Zuletzt habe er am (Nennung Zeitpunkt) an einer von (Nennung Per-
son) organisierten Kundgebung teilgenommen und dabei mit anderen Teil-
nehmern kleine Steine gegen das in D._ gelegene Militärcamp ge-
worfen. Es sei in der Folge zu vielen Verhaftungen gekommen. So seien
auch zwei seiner Freunde gefasst worden und seitdem verschwunden. Als
Folge der Teilnahme an der letzten Demonstration vom (...) sei er in der
Nähe seines Wohnortes von (...) Soldaten in Zivil, welche sich als Beamte
des E._ ausgegeben hätten, kontrolliert worden. Die Soldaten hät-
ten ihm seine Identitätskarte abgenommen und ihn angewiesen, diese bald
im Camp in D._ abzuholen. Aus Angst vor den Sicherheitsbeamten
habe er dies jedoch nicht getan. Anlässlich einer Fahrzeugkontrolle im
(Nennung Zeitpunkt) hätten ihn Sicherheitsbeamte aus diesem Grund bru-
tal zusammengeschlagen und, nachdem viele Leute hinzugekommen
seien, verletzt liegenlassen. Infolge der erlittenen Verletzungen sei er (Nen-
nung Dauer) hospitalisiert gewesen und anschliessend nach Hause zu-
rückgekehrt. Seine (Nennung Verwandte) habe ihn aus Sicherheitsgrün-
den zu (Nennung Person) gebracht, wo er sich etwa (Nennung Dauer) auf-
gehalten habe, bevor er erst einige Zeit in (Nennung Örtlichkeit) und dann
nach F._ gegangen und von dort im (Nennung Zeitpunkt) aus seiner
Heimat ausgereist sei.
A.b Das SEM lehnte mit Verfügung vom 27. November 2018 das Asylge-
such des Beschwerdeführers ab, verfügte seine Wegweisung aus der
Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. Das Bundesverwal-
tungsgericht wies die dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil
D-7426/2018 vom 14. Februar 2019 ab. Zur Begründung führte es an, die
Asylvorbringen des Beschwerdeführers seien als unglaubhaft zu bewerten.
Da der Beschwerdeführer selber keine aktuelle Verbindung zu den
G._ aufweise, eine Reflexverfolgung nicht vorliege und sein exilpo-
litisches Wirken als niederschwellig zu beurteilen sei und auch sonst keine
stichhaltigen Gründe zur Annahme vorlägen, dass er einer Risikogruppe
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zuzurechnen sei, seien keine massgeblichen Hinweise dafür ersichtlich,
dass er ins Visier der sri-lankischen Behörden geraten könnte.
B.
B.a Am 26. März 2019 reichte der Beschwerdeführer beim SEM eine als
"neues Asylgesuch" betitelte Eingabe ein. Er machte geltend, seinen Eltern
sei eine Vorladung vom (...) ausgehändigt worden, wonach er und sein
(Nennung Verwandter) am (Nennung Zeitpunkt) beim E._ in
F._ erscheinen müssten, ansonsten ein Haftbefehl auf sie ausge-
stellt werde. Sodann gehe aus dem (Nennung Beweismittel) hervor, dass
er seit (...) dessen Mitglied sei. Er habe sich im Rahmen seiner Arbeit für
das H._ exponiert und sei klar identifizierbar. Ferner führe die poli-
tische Lage in Sri Lanka seit der Ernennung Mahinda Rajapaksas im Ok-
tober 2018 als Premierminister zu einer deutlich erhöhten Verfolgungsge-
fahr gegenüber Risikogruppen. Die Lageeinschätzung im Lagebild des
SEM von Mitte 2016 müsse revidiert werden.
B.b Das SEM überwies diese Eingabe mit Schreiben vom 8. April 2019 an
das Bundesverwaltungsgericht im Hinblick auf die Prüfung als Revisions-
gesuch gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-7426/2018
vom 14. Februar 2019. Das Bundesverwaltungsgericht behandelte die Sa-
che als Revisionsgesuch und wies dieses mit Urteil D-1665/2019 vom
8. Juli 2019 ab, soweit es darauf eintrat.
C.
Mit einer als "neues Asylgesuch" betitelten Eingabe vom 3. Mai 2021 ge-
langte der Beschwerdeführer erneut an das SEM. Er machte seine Teil-
nahme an einer durch das H._ organisierten Gedenkfeierlichkeit in
I._ am (...), an welcher er ohne sein Wissen fotografiert worden sei,
geltend. Das Foto, auf welchem er eindeutig identifizierbar sei und
G._-Symbolik enthalte, sei am folgenden Tag in der (...) Zeitung
J._ publiziert worden. Gleichentags hätten die sri-lankischen Be-
hörden eine Suche nach ihm eingeleitet und seine (Nennung Verwandte)
bedroht. Seine (Nennung Verwandte) habe im beigelegten Schreiben vom
(...) (Nennung Personen) aufgeführt, welche diesen Vorfall bezeugen könn-
ten. Das Vorbringen werde auch durch die (Nennung Beweismittel) vom
(...) untermauert, worin ihm (Nennung Vorhaltung) vorgeworfen werde. Da-
bei handle es sich um falsche Anschuldigungen, um ihn bei einer Rückkehr
verhaften zu können. Es bestehe daher ein aktuelles Interesse an seiner
Festnahme. Zudem habe er am (...) bei den Vorbereitungen für die De-
monstration in I._ vor (Nennung Örtlichkeit) geholfen und auch an
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dieser teilgenommen. Über diese Kundgebung sei in sri-lankischen Medien
eingehend berichtet und entsprechende Fotos und Videos, auf welchen er
erkennbar sei, in den sozialen Medien – so auch über sein Facebook-Pro-
fil – verbreitet worden. Aufgrund seiner Aktivitäten erfülle er den Straftatbe-
stand des erweiterten Prevention of Terrorism Act (PTA), weshalb er mit
Verhaftung und langjähriger Haft rechnen müsse. Zudem zähle er zur
Gruppe der Rückkehrer, die nach längerer Zeit aus einem "Risikoland" für
eine Radikalisierung im Sinne des tamilischen Separatismus nach Sri
Lanka zurückkehrten.
Dem Gesuch lagen bei: (Aufzählung Beweismittel).
D.
Mit Verfügung vom 22. Juni 2021 wies das SEM das Mehrfachgesuch ab,
ordnete die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie
den Wegweisungsvollzug an und erhob eine Gebühr von Fr. 600.–.
E.
Mit Eingabe vom 30. Juli 2021 erhob der Beschwerdeführer gegen diesen
Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragte, es
sei die angefochtene Verfügung wegen der Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör, eventuell wegen der Verletzung der Begründungspflicht,
eventuell zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserhebli-
chen Sachverhalts aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an
die Vorinstanz zurückzuweisen, eventuell sei seine Flüchtlingseigenschaft
festzustellen und ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren, eventuell sei die
Verfügung aufzuheben und die Unzulässigkeit oder zumindest die Unzu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen.
In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei der Spruchkörper
bekanntzugeben und zu bestätigen, dass dieser zufällig ausgewählt wor-
den sei, andernfalls seien die objektiven Kriterien für die Auswahl des
Spruchkörpers bekanntzugeben. Dazu sei ihm Einsicht in die Datei der
Software des Bundesverwaltungsgerichts zu gewähren, mit welcher diese
Auswahl nach Eingang der Beschwerde kreiert worden sei und es sei of-
fenzulegen, wer diese Auswahl getroffen habe.
Der Beschwerde lag (Nennung Beweismittel) bei.
F.
Mit Zwischenverfügung vom 17. August 2021 teilte die Instruktionsrichterin
dem Beschwerdeführer den Spruchkörper mit, und forderte ihn gleichzeitig
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auf, bis zum 1. September 2021 einen Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– zu
leisten.
G.
Mit Eingabe vom 1. September 2021 ersuchte der Beschwerdeführer so-
wohl um Befreiung von der Bezahlung der Verfahrenskosten und um Ver-
zicht auf die Leistung des Kostenvorschusses, eventualiter um Ansetzung
einer Nachfrist zur Bezahlung des Kostenvorschusses und Reduktion des-
selben auf einen Betrag von Fr. 750.–.
Beigelegt war (Nennung Beweismittel).
H.
Mit Zwischenverfügung vom 10. September 2021 hiess die Instruktions-
richterin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
gut und verzichtete wiedererwägungsweise auf die Erhebung eines Kos-
tenvorschusses.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel - wie auch vorliegend -
endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]).
1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-
rung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutre-
ten.
1.3 Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der
Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (vgl. Art. 21
Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen
auf die Durchführung des Schriftenwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1
AsylG).
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
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richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 Dem Rechtsvertreter wurde mit Zwischenverfügung vom 17. August
2021 der Spruchkörper antragsgemäss mitgeteilt. Aufgrund des Ausschei-
dens aus dem Gericht und des Abteilungswechsels setzt sich der Spruch-
körper zum Urteilszeitpunkt gemäss Rubrum dieses Urteils zusammen.
3.2 Hinsichtlich der Bildung des Spruchkörpers kann dem Beschwerdefüh-
rer mitgeteilt werden, dass diese mit Hilfe eines EDV-basierten Zuteilungs-
systems erfolgte und keine manuellen Ergänzungen notwendig waren.
3.3 Der Antrag auf Einsicht in die Software oder in entsprechende Auszüge
betreffend die Spruchkörperbildung ist abzuweisen (vgl. Koordinationsur-
teil des BVGer D-3946/2020 vom 21. April 2022 E. 4.5 m.w.H.).
4.
4.1 In der Beschwerde werden formelle Rügen erhoben, welche vorab zu
beurteilen sind. So rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs und der Begründungspflicht, eine unzureichende und willkür-
liche Beweiswürdigung sowie eine unvollständige und unrichtige Sachver-
haltsfeststellung.
4.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt
wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE
2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-
hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer
Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist,
dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei-
nandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl.
BGE 143 III 65 E. 5.2).
Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen
Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachver-
haltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sach-
verhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind;
unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen
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Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal-
tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., 2013,
Rz. 1043).
4.3 Der Beschwerdeführer kritisiert, das SEM habe sich nicht konkret mit
der Problematik rund um die Erweiterung der willkürlichen PTA-Gesetzge-
bung auseinandergesetzt und die diesbezüglich eingereichten Beweismit-
tel nicht behandelt. Auch die Nichtwürdigung und Nichtberücksichtigung
von aktuellen Länderinformationen – so insbesondere des UNO-Berichts
vom 9. Februar 2021 – sowie die fehlende Gesamtwürdigung in der ange-
fochtenen Verfügung seien willkürlich und rechtsfehlerhaft und würden sei-
nen Anspruch auf rechtliches Gehör sowie die Begründungspflicht verlet-
zen. Damit habe das SEM auch den rechtserheblichen Sachverhalt unvoll-
ständig und unrichtig festgestellt.
Aufgrund der Aktenlage ist nicht ersichtlich, inwieweit die Vorinstanz ihre
Begründungspflicht verletzt beziehungsweise eine unvollständige oder un-
richtige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts vorgenommen ha-
ben sollte. Eine Verletzung der Begründungspflicht als Teilgehalt des recht-
lichen Gehörs  welche es aufgrund der Ausgestaltung der Begründung
dem Betroffenen ermöglichen soll, den Entscheid sachgerecht anzufech-
ten, was nur der Fall ist, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die
Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen
können (vgl. BVGE 2011/37 E. 5.4.1; BVGE 2008/47 E. 3.2)  liegt nicht
vor. Die Vorinstanz hat nachvollziehbar und hinreichend differenziert auf-
gezeigt, von welchen Überlegungen sie sich leiten liess. Entgegen der in
der Beschwerde vertretenen Auffassung hat sie sich mit sämtlichen neuen
Vorbringen (insbesondere auch mit der aktuellen Lage in Sri Lanka und der
kürzlich erfolgten Erweiterung des PTA) auseinandergesetzt und ist zum
Schluss gekommen, dass der Beschwerdeführer aus seinen diesbezügli-
chen Vorbringen keine Gefährdung abzuleiten vermöge. Allein aus dem
Umstand, dass das SEM die im Gesuch neu geltend gemachten Sachvor-
bringen nicht so beurteilt wie vom Beschwerdeführer gewünscht, lässt sich
weder auf eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung noch auf eine Verlet-
zung des rechtlichen Gehörs, namentlich der Begründungspflicht, schlies-
sen. Vielmehr handelt sich dabei um eine materielle Frage. Des Weiteren
wurde das bereits rechtskräftige beurteilte Profil des Beschwerdeführers
von der Vorinstanz entgegen den Ausführungen in der Beschwerde in die
Beurteilung der neuen Vorbringen miteinbezogen, weshalb sich der Vor-
wurf der fehlenden Gesamtwürdigung bereits aus diesem Grund als un-
behelflich erweist. Schliesslich zeigt die ausführliche Beschwerdeeingabe
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deutlich auf, dass eine sachgerechte Anfechtung des Entscheids der Vor-
instanz ohne Weiteres möglich war.
4.4 Sodann erweist sich auch die Rüge, der rechtserhebliche Sachverhalt
sei nicht vollständig und richtig abgeklärt worden, als unbegründet. Vorweg
ist zu bemerken, dass die in der Beschwerde gemachten Ausführungen
(vgl. S. 5 Ziff. 3.1 und S. 17 Ziff. 5.2), wonach das SEM bereits im Asylge-
such vom 3. Mai 2021 auf den OHCHR-Bericht vom 9. Februar 2021 auf-
merksam gemacht und dieser Bericht der Vorinstanz zugestellt worden sei,
so nicht zutreffen. Weder wurde der fragliche Bericht im Gesuch explizit
erwähnt noch dem SEM als Beilage zugestellt. Erwähnung findet dieser
Bericht erst in der Gesuchsbeilage 16 (S. 3 f.) respektive in der vom
Rechtsvertreter erstellten Bilanz zu den politischen und menschenrechtli-
chen Entwicklungen in Sri Lanka vom 4. April 2021. Unbesehen davon be-
zog sich das SEM in der angefochtenen Verfügung explizit auf diesen Be-
richt vom 4. April 2021 und die darin enthaltenen Ausführungen (vgl. SEM
act. 1095434-7/15 [nachfolgend: act. 7], Ziff. 1.2, S. 9 f.). Aus der ange-
fochtenen Verfügung ergibt sich zudem, dass sich das SEM mit den weite-
ren eingereichten Unterlagen und wesentlichen Vorbringen auseinander-
gesetzt und damit den Sachverhalt vollständig festgestellt hat (vgl. act. 7,
S. 6 ff.).
4.5 Die formellen Rügen erweisen sich aufgrund dieser Sachlage als un-
begründet. Es besteht keine Veranlassung, die Sache aus formellen Grün-
den aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die diesbezügli-
chen Rechtsbegehren sind somit abzuweisen.
5.
5.1 Der Beschwerdeführer stellt für den Fall einer materiellen Beurteilung
seiner Beschwerde durch das Bundesverwaltungsgericht drei Beweisan-
träge: Er sei erneut anzuhören, das SEM sei anzuweisen, eine tatsächli-
che, konkrete und umfassende Auseinandersetzung mit den eingereichten
Beweismitteln vorzunehmen und es sei bezüglich der Beweismittel 8 und
9 des Mehrfachgesuchs eine Botschaftsabklärung durchzuführen und es
seien seine (Nennung Verwandte) und die im Beweismittel 8 angeführten
Zeugen zu befragen.
5.2 Da der Sachverhalt als hinreichend erstellt zu erachten ist, sind die An-
träge auf eine erneute Anhörung des Beschwerdeführers sowie auf Ertei-
lung einer Anweisung an das SEM zwecks umfassender Auseinanderset-
zung mit den eingereichten Beweismitteln abzuweisen. Im Übrigen besteht
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im Rahmen eines Mehrfachgesuches kein Anspruch auf eine erneute An-
hörung (vgl. BVGE 2014/39 E. 4.3). Ausserdem besteht für das Gericht
keine Notwendigkeit für die eventuelle Anordnung von mehreren Zeugen-
einvernahmen in der Heimat des Beschwerdeführers, zumal er auf Be-
schwerdeebene mit der Einreichung einer Beschwerdeschrift, der ein aus-
führlicher, knapp 80-seitiger Bericht seines Rechtsvertreters beilag, Gele-
genheit hatte, seine Sachverhaltsdarstellung und Beweisanerbieten schrift-
lich einzubringen. Ohnehin gilt gemäss Art. 14 VwVG für das Verwaltungs-
beschwerdeverfahren der Grundsatz der Subsidiarität des Zeugenbewei-
ses, weshalb alle anderen Beweismittel erhoben worden sein müssen, be-
vor auf einen Zeugenbeweis zurückgegriffen werden kann (vgl. PHILIPP
WEISSENBERGER/ASTRID HIRZEL, in: Waldmann/Weissenberger (Hrsg.),
Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, N 20 und N 104 ff. zu Art. 14). Dem
entsprechenden Antrag ist demnach ebenfalls nicht stattzugeben.
6.
6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungs-
gericht hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in
verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Da-
rauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, BVGE 2012/5
E. 2.2).
6.3 Subjektive Nachfluchtgründe sind dann anzunehmen, wenn eine asyl-
suchende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat- oder Herkunfts-
staat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfolgung im
Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Wesentlich ist, ob die heimatli-
chen Behörden das Verhalten des Asylsuchenden als staatsfeindlich ein-
stufen und dieser deswegen bei einer Rückkehr eine Verfolgung befürch-
ten muss. Personen mit subjektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar kein
Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (Art. 54 AsylG;
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vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1; Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei-
zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 16 E. 5a m.w.H.).
7.
7.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres Entscheids an, bezüglich
des vorgebrachten intensivierten exilpolitischen Engagements – (Nennung
Aktivitäten) – sei festzuhalten, dass sowohl im Asylentscheid des SEM vom
27. November 2018 als auch im Beschwerdeurteil des Bundesverwal-
tungsgerichts D-7426/2018 vom 14. Februar 2019 angeführt worden sei,
der Beschwerdeführer weise keinerlei Verbindungen zu den G._
auf, er habe weder massgebliche politische Tätigkeiten ausgeübt noch
Probleme mit den sri-lankischen Behörden gehabt, wobei seine Vorflucht-
gründe als unglaubhaft qualifiziert worden seien. Zudem sei das bisherige
exilpolitische Wirken als niederschwellig beurteilt und ausgeschlossen wor-
den, dass er deswegen ins Visier der sri-lankischen Behörden geraten sei.
Überdies habe er in seinem Mehrfachgesuch vom 3. Mai 2021 keine Erklä-
rung vorgebracht, weshalb er mehr als (Nennung Dauer) zugewartet habe,
um die behördliche Suche vom (...) (Nennung Grund der Suche) und die
(Nennung Beweismittel) geltend zu machen, was umso erstaunlicher sei,
als er von einem spezialisierten Rechtsanwalt vertreten werde. Aus den
angeführten Aktivitäten gehe zudem nicht hervor, dass er dadurch die Ide-
ologie des tamilischen Separatismus in herausragender Weise verbreitet
habe. Er vermöge angesichts der in diesem Zusammenhang gemachten
oberflächlichen Ausführungen respektive den eingereichten Beweismitteln
nicht glaubhaft zu machen, dass er bei den erwähnten Veranstaltungen
eine führende Rolle innegehabt habe respektive sich in irgendeiner Weise
exponiert hätte. Es deute nichts darauf hin, dass die sri-lankischen Behör-
den Kenntnis von seinen Demonstrationsteilnahmen hätten. Auf allen Fo-
tos – so auch denjenigen, die ihn anlässlich der (Nennung Veranstaltung)
zeigten und auf weiteren Kanälen veröffentlicht worden seien – sei er kaum
erkennbar, da er eine Maske trage und von anderen Demonstranten um-
ringt sei. Die Artikel in der Zeitung (...), die (Nennung Inhalt) betreffen wür-
den, seien infolge ihres allgemeinen Inhalts und des fehlenden Bezugs zu
seiner Person nicht beweiskräftig. Wohl sei der Beschwerdeführer auf den
beiden veröffentlichten Fotos bei der (Nennung Veranstaltung) in der Zei-
tung J._ vom (...) abgebildet; jedoch enthalte der Kommentar unter
den Bildern keinen Hinweis auf seine Identität und diejenige der anderen
Demonstranten. Das Schreiben seiner (Nennung Verwandte) vom (...) und
(Nennung Beweismittel) seien lediglich als leicht manipulierbare Kopien
eingereicht worden, weshalb ihnen schon deshalb bloss ein eingeschränk-
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Seite 11
ter Beweiswert zukomme. Zudem sei das Schreiben der (Nennung Ver-
wandte) angesichts der Gefahr einer Absprache mit derselben und des
Umstands, dass nicht nachvollziehbar sei, wie die sri-lankischen Behörden
ihn aufgrund des Fotos hätten identifizieren können, sowie wegen Wider-
sprüchen bezüglich der die (Nennung Verwandte) aufsuchenden Personen
nicht geeignet zu belegen, er stehe nun im Visier der sri-lankischen Behör-
den. Auch die (Nennung Beweismittel) sei nicht beweiskräftig, da nicht er-
sichtlich sei, weshalb ihn die Armee am (...) hätte nach K._ vorladen
wollen, obwohl die Behörden gewusst hätten, dass er sich im (Nennung
Zeitpunkt) an einer (Nennung Veranstaltung) in der Schweiz beteiligt habe.
Auf den Fotos, die ihn anlässlich der (Nennung Veranstaltung) zeigten, sei
sodann ersichtlich, dass er dort keine besondere Rolle innegehabt habe,
welche die Aufmerksamkeit der Behörden auf ihn gelenkt haben könnte.
Die in den sozialen Medien veröffentlichten Fotos und Posts würden eben-
falls nicht ausreichen, um ihn als Gefahr für die Einheit des Staates oder
als Person, welche die Ideologie des tamilischen Separatismus in heraus-
ragender Weise verbreite, erscheinen zu lassen. Eine begründete Furcht
vor künftiger Verfolgung sei daher zu verneinen.
Schliesslich stehe die angeführte Verschlechterung der Menschenrechts-
und Sicherheitslage in Sri Lanka seit der Präsidentenwahl im November
2019, mithin seit Erlass des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts
D-7426/2018 vom 14. Februar 2019, in keinem Zusammenhang zur Per-
son des Beschwerdeführers. Es reiche nicht aus, pauschal auf politische
Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit oder mögliche Zukunftsszena-
rien zu verweisen. Den im Gesuch beiliegenden Berichten zur allgemeinen
Lage in Sri Lanka fehle es an persönlichem Bezug.
7.2 Der Beschwerdeführer entgegnet in seiner Rechtsmitteleingabe –
nebst der Wiederholung seiner bisherigen Vorbringen –, die neu vorge-
brachten Fluchtgründe würden sehr wohl zu einer verstärkten Gefährdung
seinerseits führen. Es gelte anzuerkennen, dass die willkürliche Erweite-
rung des PTA und der darin enthaltene "Radikalisierungstatbestand" einen
neuen "Risikofaktor" darstelle, um Personen wie ihn bei einer Rückkehr
umgehend zu verhaften und zu foltern. Durch sein individuelles Hervortun
an der (Nennung Veranstaltung) in I._ und in den sozialen Medien
sei er der massiv gestiegenen Gefahr ausgesetzt, in Sri Lanka asylrelevant
verfolgt zu werden. Der von seinem Rechtsvertreter erstellte Länderbericht
(Stand: 4. Juni 2021) widerlege das Lagebild und die Einschätzung des
SEM. Dementsprechend würden zufolge des eingereichten UNO-Berichts
vom 9. Februar 2021 die Mitgliedstaaten der UNO – darunter auch die
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Seite 12
Schweiz – aufgefordert, die Asylpraxis in Bezug auf Sri Lanka zu überprü-
fen.
8.
8.1 Der Beschwerdeführer vermag aus seinem weitergeführten exilpoliti-
schen Engagement auch unter Berücksichtigung der Erweiterung des PTA
keine objektiven Anzeichen für eine begründete Furcht vor einer Verfol-
gung durch die sri-lankischen Behörden abzuleiten. Exilpolitische Aktivitä-
ten können zwar flüchtlingsrechtlich relevant sein, insbesondere, wenn der
betroffenen Person seitens der sri-lankischen Behörden ein überzeugter
Aktivismus mit dem Ziel der Wiederbelebung des tamilischen Separatis-
mus zugeschrieben wird (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 vom
15. Juli 2016 E. 8.5.4). Hinsichtlich der geltend gemachten Teilnahmen an
(Nennung Veranstaltungen) sowie bezüglich seines Auftritts im Internet (...)
ist mit der Vorinstanz erneut darauf hinzuweisen, dass die Identität des Be-
schwerdeführers kaum feststellbar sein dürfte, zumal er auf den allermeis-
ten Fotos aufgrund der Maske oder der Entfernung zur fotografierenden
Person nicht oder kaum zu erkennen ist, unter den veröffentlichten Fotos
keine Namen vermerkt sind und er auf Facebook offensichtlich unter einem
Pseudonym registriert ist (vgl. Gesuchsbeilagen 1, 6-7, 10-15). Und selbst
wenn seine Identität erstellt wäre, ist das persönliche Engagement des Be-
schwerdeführers, wie die Vorinstanz gut begründet dargelegt hat, als zu
gering einzustufen, als dass er als Gefahr für den Einheitsstaat Sri Lanka
wahrgenommen werden könnte. Dass er die Aufmerksamkeit der heimatli-
chen Behörden auf sich zu ziehen vermöchte, vermag der Beschwerdefüh-
rer auch mit einzelnen Facebook-Posts, auf denen einzelne Fotos seiner
(Nennung Teilnahme an Veranstaltungen) zu ersehen sind, nicht darzule-
gen. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass die heimatlichen Behör-
den Aktivitäten in den sozialen Medien beobachten und es zu Verhaftungen
von in den sozialen Medien aktiven Personen kam. Der Beschwerdeführer
vermag nicht überzeugend aufzuzeigen, dass er sich durch seine Teil-
nahme am (Nennung Veranstaltungen) nun derart exponiert haben soll,
dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka Furcht vor einer asylrelevanten
Verfolgung haben müsste. Das SEM hat im angefochtenen Entscheid in
überzeugender Weise dargelegt, weshalb das zum Beleg einer begründe-
ten Furcht eingereichte Schreiben der (Nennung Verwandte) des Be-
schwerdeführers sowie (Nennung Beweismittel) nicht beweiskräftig sind.
Die entsprechenden Schlussfolgerungen sind vollumfänglich zu bestäti-
gen. Der Beschwerdeführer vermag diesen Ausführungen in materieller
Hinsicht nichts Substanzielles entgegenzuhalten, beschränkt er sich in sei-
ner Rechtsmitteleingabe doch darauf, formelle Rügen zu erheben, die sich
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jedoch als unbegründet erwiesen haben (vgl. E. 4 vorh.). Aus der (Nen-
nung Beweismittel) ist überdies zu ersehen, dass dem Beschwerdeführer
bereits zu einem früheren Zeitpunkt und aus dem gleichen Grund mehrere
Vorladungen zugestellt worden sein sollen (...) (vgl. Gesuchsbeilage 9,
3. Abschnitt). Diesbezüglich erstaunt, dass sich der Beschwerdeführer bis-
lang – so auch noch in seinem Mehrfachgesuch vom 3. Mai 2021 – nicht
veranlasst sah, die angeblichen Vorladungen der (Nennung Behörde) je-
mals zu erwähnen.
8.2 Die weitere Prüfung der Akten ergibt, dass die Vorinstanz zu Recht ein
massgebliches Risikoprofil beziehungsweise einen konkreten Bezug der
geltend gemachten politischen und menschenrechtlichen Entwicklungen in
Sri Lanka zur Person des Beschwerdeführers verneinte (vgl. Gesuchsbei-
lagen 2-5). Dasselbe gilt bezüglich des aktualisierten Länderberichts vom
4. Juni 2021 – und mithin auch für den darin erwähnten OHCHR-Bericht
vom 9. Februar 2021 (vgl. Gesuchsbeilage 16) –, zumal der Beschwerde-
führer hinsichtlich der zwischenzeitlichen Entwicklungen ebenfalls keinen
konkreten Bezug zu seinen Vorbringen aufzeigt. Nach dem Gesagten ver-
mag der Beschwerdeführer auch nicht konkret darzutun, inwiefern die Er-
weiterung des PTA für ihn eine massgebliche Verschärfung des Risikos
darstellen sollte, zumal er vor der Ausreise weder politische Tätigkeiten
noch Probleme mit den sri-lankischen Sicherheitskräften glaubhaft zu ma-
chen vermochte, selbst nie G._-Verbindungen hatte und im Zeit-
punkt seiner Ausreise im Jahr (...) nicht im Fokus der Behörden stand. Da-
ran vermag auch die Rückkehr aus der Schweiz nach einem (Nennung
Dauer) Aufenthalt nichts zu ändern. Dass sämtliche tamilischen Rückkeh-
rer aus der Schweiz einer Gefährdung ausgesetzt wären, ergibt sich jeden-
falls aus den eingereichten Unterlagen nicht.
8.3 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, was
geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder glaubhaft
zu machen. Die Vorinstanz hat sein Mehrfachgesuch zu Recht abgelehnt.
9.
Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug
an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44
AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (BVGE
2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
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10.
Die Vorinstanz hat im Weiteren den Wegweisungsvollzug zu Recht als zu-
lässig, zumutbar und möglich erkannt. Zur Vermeidung von Wiederholun-
gen kann hierzu vollumfänglich auf die zu bestätigenden Ausführungen des
SEM in der angefochtenen Verfügung (vgl. S. 10 ff.) verwiesen werden,
ebenso auf die umfassenden Erwägungen im vorangegangenen Be-
schwerdeurteil D-7426/2018 vom 14. Februar 2019, dessen Erörterungen
in E. 11 f. grundsätzlich nach wie vor Gültigkeit beanspruchen und sich ins-
besondere auch mit der Frage des Vorliegens eines "real risk" auseinan-
dersetzen. An den vom SEM zutreffend gewonnenen Erkenntnissen die
PTA-Erweiterung und die zurzeit in Teilen Sri Lankas herrschende ange-
spannte Lage (Regierungs-, Wirtschafts- und Finanzkrise sowie teilweise
gewaltsame Proteste gegen steigende Preise für Verbrauchsgüter und ge-
gen Engpässe vorab bei der Treibstoffversorgung) grundsätzlich nichts zu
ändern, zumal die Krise die ganze sri-lankische Bevölkerung betrifft und
keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht (vgl. bspw. Urteile des BVGer
E-3089/2020 vom 23. September 2022 E. 9.2.3 ff. und E-1723/2022 vom
1. Juni 2022 E. 9.3).
Der Vollzug der Wegweisung ist nach dem Gesagten als zulässig, zumut-
bar und möglich zu bezeichnen. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme
fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
11.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
12.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dem Beschwerdeführer die
Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 VwVG). Da das Gesuch um Ge-
währung der unentgeltlichen Prozessführung mit Zwischenverfügung vom
10. September 2021 gutgeheissen wurde und den Akten keine Hinweise
auf eine Veränderung seiner finanziellen Verhältnisse zu entnehmen sind,
ist von einer Kostenauflage abzusehen.
(Dispositiv nächste Seite)
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