Decision ID: 382c6cab-0d7c-4260-86d1-4d0177e77b44
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969,
erlitt am 3
0.
Juni 1996 einen Auffahrunfall (vgl.
Urk.
7/91/49) und
meldete sich am 1
2.
Februar
1998
bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/5). Die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfügungen vom 1
4.
Januar 2000 eine befristete ganze Rente vo
n
Juli 1997 bis März 1999 und ab April 1999 eine halbe Rente zu (
Urk.
7/73).
M
it Verfügung vom 2
7.
August
2001
sprach sie ihm
ab
J
uni 2000 eine ganze Rente zu (
Urk.
7
/112
).
Am
5.
August 2003 (
Urk.
7/141)
und am
2.
Februar 2007 (
Urk.
7/157) teilte sie ihm mit, sein Rentenanspruch sei unverändert.
1.2
Nach Eingang eines von den Ärzten des
I
nstitut
s
Y._
am 1
6.
September 2013 erstatteten
polydisziplinäre
n Gutachtens
(
Urk.
7/192)
hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
8.
März 2015 die bisher ausgerichtete Rente auf (
Urk.
7/224
)
.
In Gutheissung der
dagegen vom
Versicherte
n
am
4.
Mai 2015
erhobene
n
Beschwerde
(
Urk.
7/227/
3
-11
)
wies
das
hiesige Gericht mit Urteil vom
1
2.
August 2015 im Verfahren Nr. IV.2015.00480 (
Urk.
7/238) die Sache an die IV-Stelle zurück, um
die Verwertbarkeit der wiedergewonnenen Arbeitsfähigkeit zu prüfen und die nach den konkreten Umständen sich als unerlässlich heraus
stellenden Eingliederungsmassnahmen an die Hand zu nehmen, sofern und soweit deren Voraussetzungen erfüllt
seien (S. 8 E. 3.6)
.
Nach Gewährung von beruflichen Massnahmen (vgl.
Urk.
7/241) und weiteren Vorkehren (vgl.
Urk.
7/
273-303
) sowie durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/308,
Urk.
7/312,
Urk.
7/316) stellte die IV-Stelle die bisher ausgerichtete Rente mit Verfügung vom
2.
August 2018 ein (
Urk.
7/322; vgl.
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 1
4.
September 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom
2.
August 2018 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und die Sache sei zwecks medizinischer Verlaufsbegutachtung und allfälliger Durchführung beruflicher Massnahmen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2 oben
Ziff.
1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
Oktober 2018 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
6.
Oktober 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8). Dieser reichte sodann einen weiteren Arzt
bericht ein (
Urk.
10), welcher der Beschwerdegegnerin am
5.
November 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
11).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Der Nachweis der Invalidität im Rechtssinn setzt eine gesundheitlich bedingte, erhebliche und evidente, dauerhafte sowie objektivierbare Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus
.
Bezogen auf die Diagnose einer Migräne hat das Bundesgericht unter anderem ausgeführt
(BGE 140 V 290 E. 3.3.1)
: «Grundsätzlich können sowohl objektivierbare wie auch medizinisch nicht oder nicht klar fassbare Beschwerdebilder die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit beein
trächtigen und somit einen Rentenanspruch begründen. Entweder müssen die subjektiven Beschwerdeangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüs
sig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sein oder es ist bei unklaren Beschwerdebildern (...) zu prüfen, ob das Leiden grundsätzlich invalidisierend sein kann (...). Sowohl bei Leiden, deren Ursache bekannt oder (bildgebend) zu objek
tivieren ist, als auch bei Beschwerden mit unklarer Ätiologie und Kausalität ver
mögen die subjektiven Angaben der versicherten Person eine invalidenversiche
rungsrechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit jedenfalls nicht ohne Weiteres
rechtsgenüglich
nachzuweisen, sondern es hat stets eine sorgfältige Plausibili
tätsprüfung der geltend gemachten Funktionseinschränkungen zu erfolgen. Andernfalls wäre eine rechtsgleiche Beurteilung der Rentenansprüche nicht mehr
gewährleistet (...). Darüber hinaus hätten es die Versicherten - deren Anmeldung bei der Invalidenversicherung ja gerade bezweckt, eine Versicherungsleistung zu erhalten (...) - weitgehend in der Hand, über ihre Anspruchsberechtigung zu ent
scheiden, was nicht angeht
.»
Im Zusammenhang mit einem sogenannten
Cluster-Kopfschmerz
betonte das Bundesgericht, dass es sich um ein organisches und
grundsätzlich auch objekti
vierbares Leiden
handle, w
obei sein Nachweis in erster Linie empirisch-klinisch sowie anamnestisch und nicht etwa bildgebend und/oder apparativ zu erbringen
sei
. Dies
spreche
gegen die Notwendigkeit der Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach Massgabe der einschlägigen Indikatoren.
Jedoch könne
auch bei diesem Leiden ein Rentenan
spruch nur anerkannt werden
, wenn nebst dem Vorliegen des Gesundheitsschadens auch seine Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit im Rahmen einer nachvollziehbaren fachärztlichen Beurteilung schlüssig aufgezeigt w
ü
rden. Das bedeute, dass schon die Herleitung und Begründung der Diagnose besonderes Augenmerk bedürf
t
en. Die Symptome und ihre Auswirkungen
seien
möglichst genau und umfassend zu erheben und die entsprechenden Befunde zu dokumentieren, insbesondere auch, was deren Häufigkeit und Ausprägung über einen l
ängeren Verlauf hinweg anbelange
. Dabei
sei
im Bedarfsfall, soweit nicht schon durch die medizinischen Akten dokumentiert oder durch eigene Beobachtung gesichert, auf fremdanamnestische Angaben zurückzugreifen.
Hinsichtlich der
Auswirkungen der Störung auf das Leistungsve
rmögen und die Arbeitsfähigkeit
,
bedürfe es
des konsistenten Nach
weises mittels einer sorgfältigen Plausibilitätsprüfung
(Urteil des Bundesgerichts 8C_350/2017 vom 3
0.
November 2017 E. 5.4).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
4
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
1.
5
Gemäss
Art.
7
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit zu verringern und den Eintritt einer Invali
dität zu verhindern. Sie muss an allen zumutbaren Massnahmen, die zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben dienen, aktiv teilnehmen, so unter anderem an Massnahmen beruflicher Art (
Art.
7
Abs.
2
lit
. c
IVG).
1.
6
Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behand
lung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht
aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leis
tungen
vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher
schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine
angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungs
massnahmen,
die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar
(
Art.
21
Abs.
4 ATSG)
.
1.7
Die Leistungen können gemäss
Art.
7b IVG nach
Art.
21
Abs.
4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach
Art.
7
IVG
oder nach
Art.
43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (
Abs.
1).
Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (
Abs.
3).
1.8
Rentenbezügerinnen und -bezüger sind nicht nur berechtigt, sondern auch ver
pflichtet
, an zumutbaren Massnahmen aktiv teilzunehmen. Gestützt auf
Art.
7
Abs.
2
lit
. e IVG geht es in einem umfassenden Sinn um die Wiedereinglie
derung mittels entsprechender Massnahmen (BGE 145 V 2 E. 4.3.1).
1.9
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, der Beschwerdeführer, dem sie verschiedentlich berufliche Wiedereingliede
rungsmassnahmen angeboten habe, habe seine Mitwirkungspflicht schuldhaft verletzt und es sei androhungsgemäss davon auszugehen, dass er seine Arbeits
fähigkeit verwerten könne (S. 2 Mitte). Eine Verschlechterung des Gesundheits
zustandes im Vergleich zum
Y._
-Gutachten von 2013 sei nicht ausgewiesen
(S.
2 unten).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), das
Y._
-Gutachten von 2013 weise sowohl hinsichtlich der neurologischen (S. 4 ff.
Ziff.
6a) als auch der psychiatrischen (S. 7 f. 7
Ziff.
6b) Einschätzung bestimmte Mängel auf (S. 12). Die einzige gewährte Eingliederungsmassnahme sei eine berufliche Poten
z
ialanalyse (S. 14 f.
Ziff.
14b), und dass er keine Bereitschaftser
klärung eingereicht habe, sei zu bezweifeln (
S.
15 ff.
Ziff.
14c).
2.3
Strittig und zu prüfen ist,
wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers verhält, ob diese Frage gestützt auf das
Y._
-Gutachten beantwortet wer
den kann sowie bejahendenfalls,
ob die Beschwerdegegnerin eine hinreichende Eingliederungsunterstützung erbracht hat
.
3.
3.1
Am 1
6.
März 1999 erstatteten die Ärzte der MEDAS
Z._
ein Gutachten im Auftrag
der Suva
(
Urk.
7/43). Sie nannten die folgenden Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit (S. 20
Ziff.
4.1):
c
hronisches
zerviko-zephales
Syndrom im Anschluss an einen HWS-Be
-
schleunigungsmechanismus
(klassischer Heckaufprall-Unfall vom 3
0.
Juni 1996) mit/bei
-
gemischten, intermittierend mehrmals wöchentlich auftretenden Kopf
schmerzen vom Spannungstyp mit zeitweisem Übergang in eine Migräne ohne Aura
-
Fehlhaltung/
Fehlform
der Halswirbelsäule (HWS; vermehrte Lordose im unteren Bereich, vermehrte Streckhaltung im oberen Bereich =
Kopf
protraktion
)
-
Persönlichkeitsstörung
, zum Teil
vorbestehend, durch den Unfall akzen
tuiert im
Sinne einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeit mit anankas
tischen
Zügen
-
Status nach
Behandlung von Zwangsstörungen 1993 und 1995
Zur Arbeitsfähigkeit führten sie aus, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als techni
scher Aussendienst-Mitarbeiter sei dem Versicherten zu 50
%
zumutbar. Limitie
rend wirkten sich vorwiegend die psychiatrischen Befunde, leicht auch die neu
rologische Diagnose, aus (S. 21
Ziff.
5.1). Auch sämtliche anderen vergleichbaren Tätigkeiten seien ihm aktuell zu 50
%
zumutbar. Er könne alle leichten bis mit
telschweren Tätigkeiten ausüben, speziell wenn sie mit dem erlernten Beruf in der Elektronik/Elektromontage in Verbindung stünden (S. 21
Ziff.
5.2). Die Arbeits
fähigkeit könne durch medizinische und anderweitig stützende Massnahmen in absehbarer Zeit auf über 50
%
hinaus gesteigert werden (S. 21
Ziff.
5.3).
3.2
Im psychiatrischen Teilgutachten (
Urk.
7/43/53-79) wurden als vor dem Unfall bestehende Diagnosen eine Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8) und
anamnes
tisch bekannte psychiatrische und medikamentöse Behandlung von Episoden mit Zwangsstörungen (ICD-10 F42.1) genannt (S. 23
Ziff.
4). Aufgrund der fehlenden Unterlagen seien keine sicheren Aussagen zur Arbeitsfähigkeit (vgl. S. 1
Ziff.
5
) möglich. Es gebe aber Hinweise, dass der Explorand in seiner Arbeitsfähig
keit aus
psychischen Gründen eingeschränkt sei (S. 23
Ziff.
5). Aus psychiatri
scher Sicht seien keine sicheren Angaben zu Leistungseinbussen (vgl. S. 43
Ziff.
3) und zu einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit (vgl. S. 4
Ziff.
11) zu machen (S. 25
Ziff.
3, S. 27
Ziff.
11).
3.
3
Mit Verfügungen vom 1
4.
Januar 2000 sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine ganze Rente von Juli 1997 bis März 1999 (
Urk.
7/73/1-2) und eine halbe Rente ab April 1999 (
Urk.
7/73/3-4) zu.
Mit Mitteilung vom 1
8.
August 2000 bestätigte sie den Anspruch auf eine halbe Rente (
Urk.
7/86).
3.4
Die Suva sprach dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
9.
Oktober 2000 ab September 2000 eine Invalidenrente entsprechend einer Erwerbseinbusse von 2
0
% zu (
Urk.
7/91/1-4).
3.5
Im Bericht vom
4.
April 2000 (
Urk.
7/79) über die vom
3.
Januar bis 3
1.
März 2000 erfolgte berufliche Abklärung (S. 1
Ziff.
2) wurde unter andere
m
ausgeführt, der Beschwerdeführer habe bei leichten Tätigkeiten durchschnittlich 35
%
Leis
tung erreicht. Es werde geschätzt, dass eine Leistung von 50
%
halbtags möglich sein sollte (S. 5
Ziff.
11).
Gemäss Feststellungsblatt vom 1
3.
Juni 2001 entschied sich die Beschwerdegegnerin
zur
Übernahme der bei der
berufliche
n
Abklärung
«festgestellten
Erwerbsunfähigkeit von 75
%
» (Urk.
7/103).
Mit Verfügung vom 2
7.
August 2001 sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine ganze Rente ab Juni 2000 zu (
Urk.
7/112 =
Urk.
7/113).
3.6
Am
3.
Juli 2003 erstatteten die Ärzte der MEDAS
Z._
ein weiteres Gutachten, nunmehr im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/139/1-17). Sie nannten die folgenden Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutba
ren Arbeitsfähigkeit (S. 15
Ziff.
4.1):
-
posttraumatische therapieresistente Migräne ohne Aura bei
-
Status nach HWS-Beschleunigungstrauma Juni 1996
-
Persönlichkeitsstörung (Ängstlichkeit, Unsicherheit, Zwanghaftigkeit)
-
Status nach Behandlung von Zwangsstörungen 1993 und 1995
Zur Arbeitsfähigkeit führten sie aus, die angestammte Tätigkeit als Aussendienst
mitarbeiter sei dem Versicherten, wie auch jede andere in Frage kommende berufliche Tätigkeit, lediglich noch zu 25
%
der Norm zumutbar; limitierend wirkten sich vor allem die neurologischen Befunde (posttraumatische Migräne, therapieresistent) aus (S. 16
Ziff.
5.1).
3.7
Im Rahmen der MEDAS-Begutachtung wurde durch den Leiter der Beruflichen Abklärungsstätte
A._
auch ein
berufsberaterisches
Gespräch geführt, worüber dieser am 2
0.
Januar 2003 berichtete (
Urk.
7/139/35-36).
Er führte unter andere
m
aus, der Beschwerdeführer habe sich gemäss eigenen Angaben in der Zwischenzeit mit seiner Situation arrangiert. Er stre
be nun eine volle Berentung an
(S. 1 Mitte).
Einer Umschulungsmassnahme wäre wenig Erfolg beschieden, da ein Zielkonflikt bestehe zwischen der angestrebten finanziellen Absicherung mit der damit ein
hergehenden Beruhigung der Lebenssituation einerseits und der beruflichen Neu
orientierung andererseits, welche
Effort
und Leistungsorientierung verlange (S. 1 f.). Dem Ziel der Berentung nachlebend, sei der Beschwerdeführer zum passiven Abwarten und allfälligen Versagen bei gestellten Anforderungen gezwungen; je besser und überzeugender er seine Beschwerden belegen könne, desto umfang
reicher werde die finanzielle Leistung (S. 2 oben).
3.8
Am
5.
August 2003 (
Urk.
7/141)
und am
2.
Februar 2007 (
Urk.
7/157) teilte
d
ie
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer m
it, sein Rentenanspruch sei unver
ändert.
4.
4.1
Am 1
6.
September 2013 erstatteten die Ärzte des
Y._
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/192/2-24). Sie stützten sich auf die ihnen über
lassenen Akten (S. 3 ff.), die Angaben des Beschwerdeführers (S. 6 f.) und die von ihnen am
8.
und 1
0.
Juli 2013 (vgl. S. 1 Mitte) erhobenen allgemeininternisti
schen
(S. 6 f.), psychiatrischen (S. 8 ff.), orthopädischen (S. 12 ff.) und neurolo
gischen (S. 17 ff.) Befunde.
4.2
Die Gutachter nannten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 20
Ziff.
5
.1). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nann
ten sie (S. 20
Ziff.
5
.2):
-
multifaktorielles Kopfschmerzsyndrom
-
mit Migräne- und funktioneller Komponente sowie Status nach HWS-Distorsionstrauma mit vormaligem
zervikozephalen
Syndrom 1996
-
radiologisch unauffälliger Befund d
er Halswirbelsäule (Röntgen 23.
Dezember 1998 und 1
7.
Januar 2003 sowie MRI 2
3.
Mai 1997)
-
praktisch freie Beweglichkeit der Halswirbelsäule
-
Persönlichkeit mit anankastischen und ängstlich-vermeidenden Zügen (ICD-10 Z73.1)
-
Adipositas, BMI 31 kg/m
2
4.3
Im Gutachten wurde unter anderem ausgeführt, der Explorand erachte als Haupt
problem chronisch-rezidivierende Kopfschmerzen, an welchen er seit 1996 zirka 4 bis 6 Mal - beziehungsweise 5 bis 6 Mal (S. 8 oben) - pro Monat während jeweils 1 bis 3 Tagen leide (S. 6
Ziff.
3.1.1). Wegen seiner häufigen Kopfschmer
zen
lebe er alleine in einer 2-Zimmerwohnung, wo er sich zurückziehen könne. Die Mutter seiner 2009 geborenen Tochter sei aber noch immer seine Partnerin, der Kontakt sei sehr eng, ausser wenn er Kopfschmerzen habe. Den Haushalt erledige er ohne fremde Hilfe. Den Tag verbringe er mehrheitlich mit seiner Toch
ter zusammen. Er verbringe viel Zeit draussen, gehe regelmässig Velo fahren und schwimmen (S. 6
Ziff.
3.1.2). Er pflege seinen Bekanntenkreis, erledige gerne sei
nen Haushalt. Ferien habe er letztmals 2005 auf den Philippinen verbracht und für das laufende Jahr
sei dies wieder
geplant. Er sei allein mit dem Auto zur Untersuchung angereist (S. 9 Mitte).
4.4
Aus internistischer Sicht wurde eine Adipositas diagnostiziert und keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit festgehalten (S. 7
Ziff.
3.3-4).
Aus orthopädischer Sicht wurde keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit gestellt (S. 15
Ziff.
4.2.3
lit
. a). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden genannt (S. 15
Ziff.
4.2.3
lit
. b):
-
chronisch rezidivierende Kopfschmerzen
-
Status nach HWS-Distorsionstrauma im Rahmen einer Heckauffahrkol
lision am 3
0.
Juni 1996
-
anamnestisch praktisch fehlender Leidensdruck zervikal
-
radiologisch unauffälliger Befund der Halswirbelsäule (Röntgen 2
3.
Dezember 1998 und 1
7.
Januar 2003 sowie MRI 2
3.
Mai 1997)
-
praktisch freie Beweglichkeit der Halswirbelsäule
4.5
Aus psychiatrischer Sicht wurde ausgeführt, es hätten keine psychopathologi
schen Befunde für die Diagnose einer psychischen Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erhoben werden können und der Explorand sei auch nicht in entsprechender Behandlung. Die Kopfschmerzproblematik müsse vor allem aus neurologischer Sicht beurteilt werden. Soweit sie sich nicht durch die somatischen Befunde objektivieren liessen, müsse auch von einer psychischen Überlagerung im Sinne einer Schmerzverarbeitungsstörung ausgegangen werden. Es bestünden etwas zwanghafte, ängstliche Persönlichkeitszüge, doch könne die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht gestellt werden, vor allem auch aufgrund des Verlaufs mit vor der Erkrankung normaler Soziali
sation und voller Leistungsfähigkeit. Affektive Symptome seien gegenwärtig nicht genügend ausgeprägt für die Diagnose einer depressiven Störung oder einer Angststörung (S. 10
Ziff.
4.1.3).
Er sei bei der heutigen Untersuchung überzeugt, wegen Migränekopfschmerzen nicht arbeiten zu können. Die Prognose sei aufgrund des chronischen Verlaufs und der deutlich ausgeprägten Krankheits- und Behinderungsüberzeugung ungünstig (S. 10 f.). Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 11
Ziff.
4.1.4).
Die 1999 gestellte Diagnose einer Persönlichkeitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit könne aufgrund der heutigen Untersuchung nicht mehr bestätigt werden (S. 11 f.).
4.6
Aus neurologischer Sicht wurden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und folgende Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit gestellt (S. 19
Ziff.
4.3.3):
-
multifaktorielles Kopfschmerzsyndrom (mit Migräne- und funktioneller Komponente sowie Status nach HWS-Distorsionstrauma) mit vormaligem
zervikozephalen
Syndrom 1996
Die aktuelle neurologische Untersuchung falle völlig regelrecht aus. Es finde sich ein 44-jähriger gesunder Mann, der auch entsprechend seiner Ausbildung kogni
tive Leistungen aufweise. Aufgrund der aktuellen Untersuchung sei eine funkti
onelle bewusstseinsnahe Überlagerung der Kopfschmerzen sehr wahrscheinlich (S. 19
Ziff.
4.3.4).
Eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei aus neurologischer Sicht nicht gegeben. Punktuell möge an Tagen der Migräne eine Arbeitsunfähigkeit bestehen. Bei einer entsprechenden Häufung seien aber hier die therapeutischen
Optionen nicht erschöpft. Körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten könn
ten ganztägig verrichtet werden, ungünstig seien Tätigkeiten mit Nachtschichten (S. 19 f.
Ziff.
4.3.5).
4.7
Aus polydisziplinärer Sicht könne eine uneingeschränkte Leistungsfähigkeit in fast sämtlichen Erwerbstätigkeiten (ohne Nachtschichten) festgestellt werden (S.
21 Mitte). Eine
retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei schwierig, die vorliegende Beurteilung gelte daher sicher ab der Untersuchung im Juli 2013 (S. 21
Ziff.
6.3).
4.8
In einer Stellungnahme vom 1
2.
Mai 2014 (
Urk.
7/207) zu von der Rechtsvertre
tung des Beschwerdeführers erhobenen Einwänden führte
n
die Gutachter unter anderem aus, bei der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung müsse vor allem auch der Längsverlauf und nicht nur der Querschnittsbefund beachtet werden. Eine Persönlichkeitsstörung entwickle sich seit Kindheit und manifestiere sich im jun
gen Erwachsenenalter auf Dauer. Der Schweregrad sei dann im Verlauf mehr oder weniger gleich. Dem Exploranden sei es aber früher möglich gewesen, mit voller Leistung zu arbeiten, so auch während 6 Jahren Ende 1989 bis Mitte der
19
90er Jahre als Servicetechniker. Dies spreche vor allem auch gegen das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1).
Der Einwand der Rechtsvertretung, dass das psychiatrische Untersuchungsge
spräch mit 3⁄4 Stunden zu wenig lang gedauert habe, könne auch nicht geltend gemacht werden, um das Gutachten in Frage zu stellen, denn lediglich mit einem 3⁄4-stündigen Gespräch sei die psychiatrische Begutachtung längst nicht gemacht. Diese setze vor allem auch ein eingehendes Aktenstudium voraus, wo es dann vor allem eben auch um den Längsverlauf und nicht den Querschnittsbefund gehe. Ferner werde jedes Gespräch erst dann beendet, wenn die versicherte Person bestätige, dass alles gesagt worden und nichts mehr beizufügen sei (S. 1 f.).
5.
5.1
Am 1
2.
August 2014 erstattete Prof.
Dr.
med.
B._
eine sogenannte psychiatrische Standortbestimmung zuhanden der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers (
Urk.
7/218). Er führte unter anderem aus, der Patient
klage
über anhaltende Schmerzzustände im Nacken und Kopfbereich, die 4-6 Mal im Monat aufträten und mit Augenflimmern und Schwindelzuständen einhergingen. Er könne sich dann auf nichts mehr konzentrieren und empfinde die Welt um ihn herum fremd und verändert. Seit Ende 2014 erlebe er aufgrund seiner Beschwer
den eine
Krisensituation in der Partnerschaft zu seiner Freundin und es sei im Frühjahr zur Trennung in der Beziehung gekommen (S. 1
Ziff.
2).
Der Patient werde kontinuierlich hausärztlich unter Einbeziehung umfangreicher analgetischer Medikation behandelt. Die Schmerzentwicklung habe sich in den letzten Jahren deutlich chronifiziert und zeige sich eingebettet in die gesamten psychosozialen Bezüge des Patienten. Bislang finde keine koordiniert durchge
führte therapeutische und berufliche Eingliederung statt. Zurzeit dürfe dem Pati
enten, der aufgrund seiner emotionalen Persönlichkeitsstörung nicht aus eigener willentlich zu steuernden Kraft eine berufliche Selbsteingliederung zu leisten imstande sei, nicht zugemutet werden, die wirtschaftlichen Konsequenzen aus der aktuellen Rentenrevision ohne qualifizierte therapeutische und berufliche Integ
rationsleistung seitens der IV allein zu tragen. Die Prognose erschein
e
im Wesent
lichen unsicher (S. 2
Ziff.
4).
Als Diagnosen nannten Prof.
B._
einen Status
migrainicus
nach Auffahr
unfall, eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.31) und eine undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1), wobei er bei den beiden letztgenannten lediglich die ICD-10-Codierung anführte (S. 1
Ziff.
3).
Die Arbeitsfähigkeit bezifferte Prof.
B._
mit 50
%
in der angestammten Tätigkeit als Elektromonteur, dies unter der Voraussetzung einer professionell durchgeführten beruflichen Eingliederungshilfe, die unabdingbar erscheine nach der langjährigen Absenz vom Arbeitsmarkt. Zu achten sei darüber hinaus auf eine wertschätzende Arbeitsplatzatmosphäre und die Möglichkeit zu selbstgewählten kurzzeitigen Pausen. Bei gelingender beruflicher Eingliederung erscheine die mit
telfristige Erhöhung des Pensums auf 75
%
durchaus erreichbar (S. 2
Ziff.
5). Gleiches gelte für die Arbeitsfähigkeit in anderer Tätigkeit (S. 2
Ziff.
6).
Das deutlich chronifizierte psychosomatisch orientierte Schmerzsyndrom sei durch eine psychosoziale Belastungssituation überlagert, die sich in Partnerkon
flikten manifestiere und in Verbindung mit der bestehenden emotionalen Persön
lichkeitsstörung des Versicherten das Beschwerdebild verschärfe (S. 2
Ziff.
7). Angeraten werde die Etablierung einer konsequent eingliederungsorientierten, kontinuierlich durchgeführten ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung (S. 2
Ziff.
8).
5.2
In einer p
s
ychiatrischen Kurzbeurteilung vom 1
3.
Oktober 2015 (
Urk.
7/247/2) führte Prof.
B._
aus, das somatische und psychische Beschwerdebild habe sich zwischenzeitlich nicht wesentlich gebessert. Es seien inzwischen intensive Anstrengungen unternommen worden, um den Patienten beruflich einzugliedern,
so unter anderem ein durch die IV begleitetes Integrationsprogramm, das inzwi
schen aufgrund des mangelnden Durchhaltevermögens des Patienten wieder ein
gestellt worden sei.
5.3
Am
6.
Juni 2016 berichtete
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Anästhesiologie, über ihre Untersuchung vom
1.
Juni 2016 (
Urk.
7/296). Sie nannte folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
chronische Migräne mit Aura
-
Status nach HWS-Schleudertrauma 1996
Sie führte unter anderem aus, da
s
a
ktuelle Hauptproblem sei
die
IV-Revision
. Eine
berufliche Integration nach 20 Jahren Arbeitslosigkeit sei äusserst schwierig und würde zu Überforderung führen, so hoffe
der Beschwerdeführer, seine
Rente zu behalten. In einer solchen Situation seien Therap
i
en
meist
erfolglos, da
ein Zustand mit
weniger Kopfschmerzen zu einer Rentenkürzung
führen und daraus eine
neue berufliche Lebenssituation
entstehen
würde
(S. 1 f.).
5.4
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte im Bericht vom 2
7.
April 2017 (
Urk.
7/291) aus, er behandle den Beschwerdeführer seit April 2003 (
Ziff.
1.2), und nannte folgende Diagnosen (
Ziff.
1.1):
-
Status nach HWS-Distorsionstrauma 1996
-
chronische therapieresistente Migräne mit Aura seit dem Unfall 1996, Migräneattacken 4-6 Mal pro Monat jeweils 1-3 Tage lang, während die
ser Tage bettlägerig, keine Arbeitsfähigkeit möglich
Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit 3
0.
Juni 1996 (
Ziff.
1.6).
Aufgrund der regelmässig auftretenden Mi
g
räneattacken und anschliessend star
ker Müdigkeit bestünden hauptsächlich ein starkes Konzentrationsdefizit sowie allgemeine Müdigkeit. In migränefreien Episoden sei der Patient nahezu voll leis
tungsfähig (
Ziff.
1.6).
5.5
Am
2.
Mai 2017 berichteten
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie, und
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Neurologie und Leiter Kopfschmerzzentrum
G._
, über ihre gleichentags erfolgte Untersuchung (
Urk.
7/292/6-10). Als Kopfwehdiagnosen nannten sie eine Migräne ohne Aura, als andere Diagnose einen Zustand nach Autounfall 1996 mit HWS-Trauma (S. 1 Mitte). Sie führten unter anderem aus, die neurologische Untersuchung habe keine wegweisenden Hinweise auf eine symptomatische Genese ergeben. Auch die Zusatzdiagnostik mit MRI und Routinelabor hätten keinen Anhalt für ein zugrundeliegendes Geschehen erbracht. Insgesamt bestehe eine schwere psychosoziale Belastung
i
m Rahmen der
ungelösten IV-Rentensituation mit pendentem Rechtsstreit bei nun 20-jähriger Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und
frustranen
Bewerbungsversu
chen im Rahmen eines Integrationsversuchs (S. 3 oben).
Im Bericht vom
5.
Mai 2017 (
Urk.
7/292/1-4) führten sie aus, während der Atta
cken sei der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsunfähig, dies an bis zu 18 Tagen pro Monat (
Ziff.
1.7).
5.6
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Beurteilung vom
4.
September 2017 (
Urk.
7/317 S. 5 f.) aus, es würden in den neueren Berichten keine anderen Diagnosen als die im
Y._
-Gutachten gestellten genannt (S. 6
Ziff.
2). Bei der attestierten Arbeitsunfähigkeit handle es sich um eine andere Beurteilung ders
elben medizinischen Tatsachen (S
.
6
Ziff.
3).
5.7
Dr.
E._
(vorstehend E. 5.5) führte im Bericht vom
7.
August 2018 (
Urk.
3) aus, seit der letzten Visite am 1
3.
Februar 2018 habe sich die Kopfwehsituation unverändert dargestellt (S. 1 Mitte). Trotz medikamentöser und nicht-medika
mentöser Therapieversuche bestehe weiterhin glaubhaft eine therapieresistente schwere Migräne mit mehrtägigen Attacken und einer Migränefrequenz bis maximal 18 Tage pro Monat (S. 1 unten).
In seinem Bericht vom 1
5.
Oktober 2019 (
Urk.
10) führte
Dr.
E._
aus, leider habe der Patient auch auf näher bezeichnete neue Therapieverfahren nicht ange
sprochen, so dass auch diese keine Entlastung hinsichtlich seiner Migräne bräch
ten, und es entwickle sich eine mittelschwere depressive Symptomatik, zu welcher Unsicherheit bezüglich des sozialen Status, finanzielle Not und - nach elterlicher Trennung - die Sorge vor einem möglichen Verlust häufiger Kontakte zu seiner Tochter aufgrund seiner bedrohten Wohnsituation erheblich beitrügen.
6.
6.
1
Am 1
6.
Juli 2015 erteilte die Beschwerdegegnerin Kostengutsprache für eine vom 3
1.
August bis 2
5.
September 2015 dauernde berufliche Abklärung (
Urk.
7/235).
Gemäss Schlussbericht vom
2.
Oktober 2015 (
Urk.
7/240) erfolgte
eine
Potenzial
erhebung mit einer Präsenzzeit von 3 h pro Tag, jeweils von 09.00 bis 12.00 Uhr (S. 1
Ziff.
3). Der Beschwerdeführer fehlte an 13 von 20 Massnahme
tage
n ent
schuldigt (Arztzeugnis) und an deren 3 unentschuldigt. Anwesend war
er
in jeder
W
oche einmal, wobei er um 09.45, um 09.30, um 09.25 und um 09.15
Uhr
erschien (S. 2).
Im Bericht wurde ausgeführt, er
habe von Beginn an
einen
energielosen, belaste
ten
und antriebslosen
Eindruck gemacht
und habe
über unterschiedliche körper
liche Symptome berichtet und zudem über diverse Belastungen im psychosozialen Bereich
, namentlich finanzielle Ängste und einen
Sorgerechtsstreit um
seine
Tochter
(S. 2
Ziff.
5
).
Er habe in seiner jetzigen Situation sehr verhaftet gewirkt beziehungsweise einen hilflosen Eindruck gemacht. Er habe psychisch und phy
sisch einen stark belasteten Eindruck gemacht (S. 3 Mitte). Es sei ihm nicht mög
lich
gewesen,
einen Test ab
zu
schliessen
(S. 3
Ziff.
6a)
. Daher könne keine Aussage in Bezug auf das Arbeitsverhalten gemacht werden
(S.
3
Ziff.
6b)
.
Aufgrund der fehlenden Konstanz sowie der Migräne könne m
omentan von keiner
Arbeits-
und Leistungsfähigkeit ausgegangen werden
(S. 4)
.
Mit Mitteilung vom
7.
Oktober 2015 (
Urk.
7/241) wurde die Arbeitsvermittlung abgeschlossen und zur Begründung angeführt, der Beschwerdeführer fühle sich subjektiv nicht in der Lage, in ausreichendem Mass an Eingliederungsmassnah
men teilzunehmen (S. 1).
6.
2
Im Gespräch zur Abklärung der beruflichen Situation, das - nachdem der Beschwerdeführer einen ersten Termin kurzfristig abgesagt hatte (vgl.
Urk.
7/274) - am
8.
März 2016 stattfand, teilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdefüh
rer mit, dass sie erwarte, dass er an den angebotenen Massnahmen zur Wieder
eingliederung motiviert teilnehme. Wenn er nicht teilnehme oder seiner Mitwir
kungspflicht nicht genügend nachkomme, werde die Rente ohne weitere Einglie
derungsmassnahmen unverzüglich eingestellt werden (
Urk.
7/275 S. 2
Ziff.
5). Gleichzeitig wurde ihm der Vorbescheid eröffnet, mit welchem in Aussicht gestellt wurde, dass die Rente mit Abschluss der beruflichen Massnahmen eingestellt werde (
Urk.
7/276).
Dagegen erhob der Beschwerdeführer am
8.
März 2016 und am 1
8.
Mai 2016 Einwände (
Urk.
7/277,
Urk.
7/282).
6.
3
Mit Schreiben vom
2.
Oktober 2017 (
Urk.
7/301
=
Urk.
7/305
) führte die Beschwerdegegnerin aus, die Prüfung der medizinischen Unterlagen habe keine relevante Verschlechterung seit der Begutachtung im Juli 2013 ergeben (S. 2 oben). Sie wies den Beschwerdeführer - unter Hinweis auf
Art.
21
Abs.
4 ATSG sowie
Art.
7, 7a und 7b IVG - auf seine Mitwirkungspflicht
hin (S. 2
) und forderte ihn auf, innert Frist eine Bereitschaftserklärung zu unterschreiben; andernfalls würden die Eingliederungsbemühungen eingestellt und von der Arbeitsfähigkeit gemäss
Y._
-Gutachten ausgegangen (S. 2 unten).
Dagegen wandte der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 2
3.
Oktober 2017 (
Urk.
7/303) ein, die ihn behandelnden Neurologen statuierten eine migränebe
dingte monatliche Arbeitsunfähigkeit von 18 Tagen (S. 1 unten). Es sei eine Ver
laufsbegutachtung angezeigt (S. 2).
6.
4
Mit Vorbescheid vom 2
4.
Januar 2018 (
Urk.
7/308)
führte die Beschwerdegegne
rin unter anderem aus, der Beschwerdeführer habe noch immer keine
unterschrie
bene
Bereitschaftserklärung
abgegeben
(S. 2 Mitte). Damit habe er seine Mitwir
kungspflicht, auf welche er mit Schreiben vom
2.
Oktober 2017 in
rechtsgenüg
licher
Weise hingewiesen worden sei, schuldhaft verletzt, weshalb androhungs
gemäss von einer vollen verwertbaren Arbeitsfähigkeit auszugehen sei (S. 3 unten).
7.
7.1
Beschwerdeweise wurde
n
näher genannte Mängel der neurologischen und der psychiatrischen Einschätzung im
Y._
-Gutachten geltend gemacht (vorstehend E. 2.2).
7.2
Bezüglich der neurologischen Beurteilung wurde auf
die in den
Vorakten
wieder
gegebenen Angaben des Beschwerdeführers zur Frequenz und Intensität der Kopfschmerzanfälle und die mit diesen begründeten Ausführungen zur Arbeits
fähigkeit hingewiesen (
Urk.
1 S. 4 f.) und geltend gemacht, die Vermutung des
Y._
-Gutachters, eine bewusstseinsnahe funktionelle Überlagerung der Kopf
schmerzen sei sehr wahrscheinlich, sei «nicht neurologisch untermauert» (S. 5 f.).
Dem kann nicht gefolgt werden. Aus dem Gutachten (
Urk.
7/192/2-24) ergibt sich, dass der neurologische Gutachter einen vollständigen neurologischen Status erhoben hat (S. 18 f.
Ziff.
4.3.2). Gestützt darauf ist er - mangels relevanter Befunde - zum Schluss gelangt, die neurologische Untersuchung falle völlig regelrecht aus und es finde sich ein gesunder Mann mit seiner Ausbildung ent
sprechenden kognitiven Leistungen (S. 19
Ziff.
4.3.
4
am Ende). Dass er vor diesem Hintergrund - im Unterschied zu früheren Beurteilungen - die Angaben des Beschwerdeführers zu Frequenz und Intensität der Kopfwehanfälle nicht einfach unbesehen übernommen hat, ist durchaus folgerichtig. Es ist überdies kongruent mit der schon 2003 getroffenen
berufsberaterischen
Feststellung, der Beschwer
deführer strebe nun eine volle Berentung an
,
und
sei,
dem
Ziel
der Berentung nachlebend
,
zum passiven Abwarten und allfälligen Versagen bei gestellten Anforderungen gezwungen
. J
e besser und überzeugender er seine Beschwerden belegen könne, desto umfangreicher werde die finanzielle Leistung (vorstehend E. 3.7).
Vergleichbares gilt für die 2016 getroffene ärztliche Feststellung,
der Beschwerdeführer hoffe, seine Rente zu behalten
, und i
n einer solchen Situation seien Therapien meist erfolglos, da ein Zustand mit weniger Kopfschmerzen zu einer Rentenkürzung führen
würde (vorstehend E. 5.3).
7.3
In psychiatrischer Hinsicht wurde in der Beschwerde (
Urk.
1) auf die als ungenü
gend eingestufte Dauer des Explorationsgesprächs hingewiesen (S. 7
lit
. b). Dem ist - nebst der ergänzenden gutachterlichen Stellungnahme (vorstehend E. 4.8) - entgegenzuhalten, dass
es in erster Linie darauf an
kommt, ob eine
Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist
und die
Untersuchungsdauer
grundsätzlich nicht entscheidend
ist (vgl.
Urteil des Bundesgericht
s
9C_777/2015 vom 1
2.
Mai 2016
E. 4.2.2).
Ferner bemängelt
e der Beschwerdeführer
, dass der psychiatrische Gutachter das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung verneint habe (S. 7 f.). Immerhin sei er 1993 und 1995 wegen Zwangsstörungen behandelt worden und Prof.
B._
habe 2014 eine solche bestätigt (S. 8). Dem 1999 erstatteten psychiatrischen Teil
gutachten (
Urk.
7/43/53-79) ist dazu
zu
entnehmen, dass der Beschwerdeführer in seinen anamnestischen Angaben nichts dergleichen erwähnte (S. 9 f.), sondern angab, er sei bis zum Unfall von 1996 psychisch immer stabil gewesen (S. 11 oben). Der Gutachter brachte sodann in Erfahrung, dass der Beschwerdeführer 1993/1994 während 8 Monaten 12 x in psychotherapeutischer Behandlung war, worauf sich die Symptomatik (Kontrollzwänge) ohne medikamentöse Behandlung gebessert habe (S. 14 Mitte). Ferner berichtete der Hausarzt, er habe ihn von Januar bis Mai
1995
wegen Zwangssymptomen medikamentös behandelt (S. 13). Im Arztbericht vom
2.
Mai 1998 (
Urk.
7/11) vermerkte der Hausarzt,
vor dem Unfall hätten «psychische Probleme in Form von leichter Zwangsneurose» bestanden (
Ziff.
2).
Ob eine Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60) zu diagnostizieren sei, ist eine aus
schliesslich fachmedizinische Frage. Dazu hat der
Y._
-Gutachter begründet Stel
lung genommen (vorstehend E. 4.8) und dargelegt, dass sich mit Blick auf die Erwerbsbiografie des Beschwerdeführers eine solche Diagnose nicht stellen lasse, jedenfalls nicht eine solche mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Damit stimmt überein, dass weder behauptet wurde noch aus den Akten ersichtlich wäre, dass im Zusammenhang mit den beiden genannten - wenn auch vom Beschwer
deführer selber anamnestisch nicht einmal berichteten - Behandlungsphasen eine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden wäre.
7.4
Nach dem Gesagten erweisen sich die gegenüber dem
Y._
-Gutachten ins Feld geführten Kritikpunkte als nicht stichhaltig. Vielmehr erweist sich, dass es die praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.9) vollumfänglich erfüllt, so dass darauf abzustellen ist.
Dies auch vor dem Hintergrund der vom Bundesgericht im Zusammenhang mit Kopfschmerzproblematiken genannten Anforderungen (vor
stehend 1.2).
Im Gutachten wurde ausgeführt, punktuell
mög
e
an Tagen der Migräne eine
Arbeitsunfähigkeit
bestehen. Damit eine solche Arbeitsunfähigkeit anspruchsbe
gründend sein könnte, müssten die
entsprechenden Tage regelmässig einen Anteil von 40
%
erreichen, mithin rund 12 Kalendertage oder rund 9 Arbeitstage betra
gen. Der Nachweis, dass dies der Fall wäre, ist nicht erbracht. Eine genauere
Quantifizierung der allfälligen Arbeitsunfähigkeit unterhalb der Erheblichkeits
schwelle von 40
%
erweist sich damit als entbehrlich.
7.5
Schliesslich ist in Übereinstimmung
mit
der RAD-Beurteilung (vorstehend E. 5.
6) festzuhalten, dass die nach
dem Gutachten erstatteten Berichte keine Anhalts
punkte bieten, die vom Gutachten abzuweichen gebieten würden. Denjenigen von Prof.
B._
(vorstehend E. 5.1 f.) fehlt
- nebst einer im
Medizinalberuferegister
eingetragenen fachärztlichen Qualifikation des Verfassers -
die hinreichende Fun
dierung durch nach
vollziehbar dargelegte Befunde. Den Beurteilungen durch sowohl den Hausarzt (vorstehend E. 5.4) als auch die behandelnden Neurologen (vorstehend E. 5.5 und 5.7) lag die vom Beschwerdeführer angegebene, jedoch - wie dargelegt - nicht weiter belegte Anzahl von Tagen mit Migräne zugrunde, was aus bereits angeführten Gründen nicht ausreicht, um ihnen folgen zu kön
nen. In einem weiteren Bericht (vorstehend E. 5.3) wurde
schliesslich
die Prognose allfälliger Therapien als schlecht beurteilt, weil ein Zustand mit weniger Kopf
schmerzen zu Kürzungen der Rente führen würde, die der Beschwerdeführer behalten wolle, was mit der gutachterlichen Einschätzung vereinbar ist und somit ebenfalls nicht gegen ihre Schlüssigkeit spricht.
7.6
Gemäss dem als beweiskräftig erkannten Gutachten (vorstehend E. 7.4) waren 2013 lediglich Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu stellen, nämlich ein multifaktorielles Kopfschmerzsyndrom mit Migräne- und funktionel
ler Komponente, näher umschriebene akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) und eine Adipositas (vorstehend E. 4.2). Die
s
stellt eine erhebliche Ände
rung dar im Vergleich mit der gutachterlichen Beurteilung im Jahr 1999 (vorste
hend E. 3.1), als gemischte Kopfschmerzen vom Spannungstyp mit zeitweisem Übergang in eine Migräne ohne Aura und eine Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8) diagnostiziert und eine (der Steigerung zugängliche) Arbeitsfähigkeit von 50
%
attestiert wurde,
wie auch
im Vergleich mit der gutachterlichen Beurteilung im Jahr 2003 (vorstehend E. 3.6), als eine therapieresistente Migräne ohne Aura und eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert und eine Arbeitsfähigkeit von 25
%
attestiert wurde.
Damit steht fest, dass im Vergleich zum Sachverhalt bezüglich der
Leistungszu
sprache
im Jahr 2000 und deren Bestätigung im Jahr 2003 eine revisionsrelevante Veränderung (vgl. vorstehend E. 1.3) eingetreten ist.
7.7
Die von der Beschwerdegegnerin eingeholten Beurteilungen, namentlich das
Y._
-Gutachten von 2013, bilden eine hinreichende Grundlage für die Feststellung der
Beschwerdegegnerin, dass seit der Begutachtung von eine
r
weitegehend uneinge
schränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen ist (vgl. vorstehend E. 4.7) beziehungs
weise dass die einzelnen Tage
von migränebedingter Arbeitsunfähigkeit jeden
falls nicht in der Häufigkeit ausgewiesen sind, die erforderlich wäre, um eine Einschränkung von mindestens 40
%
anzunehmen (vorstehend E. 7.4).
Demnach hat die Beschwerdegegnerin einen fortgesetzten Rentenanspruch zu Recht verneint.
8.
8.1
Im Zeitpunkt der erstmals am 1
8.
März 2015 erfolgten Rentenaufhebung bezog der Beschwerdeführer seit Juli 1997 eine (seit Juni 2000 ganze) Rente. Dement
sprechend war - wie im Rückweisungsurteil vom 1
2.
August 2015 näher ausge
führt - die Beschwerdegegnerin gehalten, ihn bei der Verwertung der wieder anzunehmenden Arbeitsfähigkeit zu unterstützen.
8.2
Zwar hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer nicht, wie in der ange
fochtenen Verfügung ausgeführt, «verschiedentlich» berufliche Massnahmen zur Wiedereingliederung angeboten (
Urk.
2 S. 2 Mitte). Aber sie hat eine Potenzial
analyse veranlasst, die im September 2015 stattfand
. Die Präsenz des Beschwer
deführers beschränkte sich dabei auf je einen Tag in jeder der vier Abklärungs
wochen, weshalb nur
in
sehr eingeschränkt
er Weise
Schlus
sfolgerungen möglich waren (vorstehend E. 6.1).
Diesen Eingliederungsversuch schloss die Beschwerdegegnerin im Oktober 2015 mit der Begründung ab, der Beschwerdeführer fühle sich subjektiv zu einer Teil
nahme nicht in der Lage (
Urk.
7/241). Dass dies zutraf, ist hinreichend belegt, so dass der im Oktober 2015 erfolgte Abschluss nicht zu beanstanden ist.
8.3
Die Beschwerdegegnerin unternahm in der Folge weitere Versuche, den Beschwerdeführer zu einer Teilnahme an Eingliederungsmassnahmen zu bewe
gen, nämlich im Rahmen des im März 2016 geführten Gesprächs und mittels des dabei eröffneten Vorbescheids. Der Beschwerdeführer beschränkte sich
sodann auf
schriftliche Einwände zum Vorbescheid (vorstehend E. 6.2).
8.4
Im Oktober 2017 eröffnete die Beschwerdegegnerin schliesslich das förmliche Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
(vorstehend E. 1.6)
und setzte dem Beschwerde
führer eine Frist, um eine Bereitschaftserklärung zu unterzeichnen
, andernfalls werde von der Arbeitsfähigkeit gemäss
Y._
-Gutachten ausgegangen
. Daraufhin
machte dieser geltend, gemäss den ihn behandelnden Neurologen sei er in erheb
lichem Umfang arbeitsunfähig (vorstehend E. 6.3).
Nach Lage der Akten befand sich bis zum Verfügungserlass keine vom Beschwer
deführer unterzeichnete Bereitschaftserklärung bei der Beschwerdegegnerin. Dies wurde vom Beschwerdeführer denn auch nicht substantiiert bestritten: Er machte geltend
(
Urk.
1)
,
dass er die Bereitschaftserklärung nicht abgeschickt haben sollte, sei sehr unwahrscheinlich (S. 15 unten), denn
er habe seiner Rechtsvertretung am 3
0.
Oktober 2017 bestätigt, dass er eine solche abgeschickt habe; allerdings könne bei der Postzustellung manchmal auch etwas schief laufen (S. 16).
Spätestens mit Erhalt des Vorbescheids vom 2
4.
Januar 2018 (
Urk.
7/308) hätte der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer erkennen können, dass - ob nun von ihm abgeschickt oder nicht - der Beschwerdegegnerin keine unterzeichnete Bereitschaftserklärung vorlag. Es wäre ihm damit möglich gewesen, jedenfalls in diesem Zeitpunkt eine solche Erklärung - noch einmal oder erstmals - einzu
reichen, was er unterlassen hat.
8.5
Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer den ihm gemachten Auflagen nicht nachgekommen ist, so dass die Beschwerdegegnerin zu Recht die angedrohten Säumnisfolgen hat eintreten lassen und angesichts der anzunehmenden Arbeits
fähigkeit die bisher ausgerichtete Rente aufgehoben hat.
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
9.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 900.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.