Decision ID: 7379bbff-4def-40cc-ad72-f759d8f534b1
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1971
, meldete sich am
11. Januar 1999 erstmals
unter Hinweis auf
somatische B
eschwerden
infolge eines Unfalles
bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
11/16
). Die
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
verneinte mit Verfügung vom 7. Januar 2000
(Urk. 11/38)
bei einem Invaliditätsgrad von 23 % einen Rentenanspruch.
1.2
Am 9. Dezember 2008 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle an (Urk. 11/46). Die IV-Stelle
sprach ihm
aufgrund eines psy
chischen Gesundheitsschadens mit Verfügung vom 5. Mai 2010
bei einem
Inva
liditätsgrad
von
100 %
eine
ganze
Rente ab
1. Dezember 2007
zu (Urk.
11/77; Begründungsteil Urk. 11/68
).
1.3
Nach Eingang eines am
2. April
201
2
ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk.
11/91
; Zusatzfragen vom 29. Juni 2012, Urk. 11/96/5-7
) holte die IV-Stelle unter anderem bei
PD
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie,
ein
psychiatrisches
Gutachten ein, das am
5. April 2013
erstattet wurde (Urk.
11/101
).
Aufgrund eines anhal
tenden Kokaingebrauchs war eine Zuordnung der Psychopathologie nicht mög
lich (S. 14 f.). Mit Schreiben vom 11. November 2013 auferlegte die IV-Stelle
dem Versicherten eine Schadenminderungspflicht mit Drogenabstinenz von m
in
destens sechs Monaten und einer suchtspezifischen ambulanten psychiatri
schen Behandlung (Urk. 11/103).
Nachdem der Versicherte der auferlegten
Schaden
minderungspflicht
nach
ge
k
o
m
men war
(vgl. Urk. 11/117/4 unten), erstatte
te
PD Dr.
Y._
am 25. März 2015
erneut ein psychiatrisches Gutachten (Urk. 11/114
).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
11/118
; Urk.
11/124, Urk. 11/129
)
hob die IV-Stelle mit Verfügung vom
19. August 2015
die bisher ausgerichtete Rente auf (Urk.
11/130
= Urk. 2).
2.
Der
Versicherte erhob am
7. September 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
19. August 2015
(
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben und es seien ihm weiterhin die gesetzlichen Leistungen auszubezahlen. Eventuell sei ein Obergutachten einzuholen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle
verzichtete auf eine eigentliche Stellungnahme und
beantragte mit
Beschwerdeantwort vom
6. Oktober 2015
(Urk.
10
) die Abweisung der Be
schwerde
.
Mit Gerichtsverfügung vom
10. November 2015
wurden antragsgemäss (vgl. Urk.
1
S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und dem Beschwerde
führer die Bes
chwerdeantwort zugestellt (Urk. 12
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. Augus
t 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im
Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung
einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditätsbe
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon
aus, gestützt auf das psychiatrische Gutachten von
PD Dr.
Y._
vom 2
5.
März
2015 sei eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgewiesen. Aktuell sei lediglich noch ein Verdacht auf eine leichte soziale Phobie
diagnostiziert
(S. 2). Im Schreiben vom 3
0.
Juni 2015 der behandelnden Psychiaterin
Dr.
Z._
seien keine neuen medizinischen Sachverhalte genannt worden, wel
che nicht bereits im Gutachten von
PD Dr.
Y._
gewürdigt worden seien (S.
3 Mitte). Gesamthaft sei seit Mai
2014 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in ei
ner angepassten Tätigkeit auszugehen. Da gestützt auf den durchgeführten
Ein
kommensvergleich
keine Erwerbseinbusse mehr resultiere, sei die bisherige Rente aufzuheben (S. 3 oben).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1), gestützt auf die Berichte der behandelnden Psychiaterin
Dr.
Z._
sei weiterhin ein Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ausgewiesen. Insbesondere leide er nach wie vor an einer Persönlichkeitsstörung (S. 6
Ziff.
7). Zwischen der Beurteilung von
PD Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
bestünden erhebli
che Diskrepanzen.
Dr.
Z._
habe in ihrer Stellungnahme vom 3
0.
Juni 2015 zahlreiche Unvollkommenheiten und Ungereimtheiten aufgezeigt, welche das Gutachten in beachtlichem Ausmass in Zweifel ziehen würden (S.
7
Ziff.
9). Even
tuell sei daher durch das Gericht ein Obergutachten einzuholen (S.
9
Ziff.
18).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die bisher ausgerichtete ganze Rente zu Recht einstellte.
Dies ist anhand eines Vergleiches der medi
zinischen Aktenlage, wie sie sich vor Erlass der rentenzusprechenden Verfügung vom 5. Mai 2010 präsentierte, mit derjenigen vor Erlass der hier angefochtenen Verfügung zu prüfen (vgl. vorstehend E. 1.2).
3.
Die
Rentenzusprache
erfolgte aufgrund einer paranoiden Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.0) mit
schizotypischen
Anteilen sowie einer Anpassungsstörung mit Störung der Gefühle und des Sozialverhaltens (ICD-10 F43.25).
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
attestierte dem Be
schwerdeführer deshalb eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Bericht vom 15. Juni 2009, Urk. 11/60
Ziff.
1.1,
1.6
).
Zum objektiven Befund führte er aus (Ziff. 1.4 samt Zusatzblatt), der Beschwer
deführer sei allseits orientiert und bewusstseinsklar. Das formale Denken sei beschleunigt, zum Teil umständlich und weitschweifig, metaphorisch und sein Erleben sei eingeengt, dabei kohärent. Er sei misstrauisch. Im Kontakt komme es zu plötzlich auftretenden Ängsten (der Andere könne etwas
Schlechtes
denken und ihm dadurch schaden). Dies führe zu ungewöhnlichen Wahrnehmungsin
halten mit Illusionen, auch Ich-Störungen im Sinne von
Derealisations
- und Depersonalisations-Phänomenen. Es bestehe ein sozialer Rückzug, Ängste im sozialen Kontext mit körperlichen Symptomen wie Nervosität, Herzklopfen, Zittern und Schwitzen. Hinweise für eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung bestünden keine.
Weiter gab
Dr.
A._
an, die gesundheitliche Problematik des Beschwerdefüh
rers
führe zu Einschränkungen der Kontaktfähigkeit sowie des Realitätsbezuges verbunden mit sozialem Rückzug sowie in diesem Zusammenhang auftretenden Ängsten mit „Fluchttendenzen“. Der Beschwerdeführer habe eine äusserst ge
ringe allgemeine Belastbarkeit (Ziff. 1.7 samt Zusatzblatt).
4.
4.1
Seit der rentenzusprechenden Verfügung vom 5. Mai 2010 sind den Akten fol
gende Arztberichte zu entnehmen:
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im
Bericht vom 8. Oktober 2012 (Urk. 11/99) dieselben Diagnosen wie
Dr.
A._
(vorstehend E. 3).
Nach Einschätzung von
Dr.
Z._
h
ätt
en sich we
der der objektive Befund noch die Einschränkung auf die Arbeit
sf
ä
h
igkeit ver
ändert (Ziff. 1.4 und Ziff. 1.7).
Sie hielt weiter fest, dass seit dem 4. Januar 2011 keine psychiatrische Behandlung mehr stattfinde. Dies sei ihres Erachtens je
doch nicht durch eine fehlende Kooperation zu begründen, sondern sei
krank
heitsbedingt
(Ziff. 1.5).
4.2
Am 5. April 2013 wurde der Beschwerdeführer durch
PD
Dr.
Y._
psychia
trisch untersucht (gleichentags erstelltes Gutachten, Urk.
11/101
).
PD
Dr.
Y._
hielt fest, die Exploration gelinge nur ausgesprochen schwer. Der Beschwerdeführer sei sehr misstrauisch. Es habe zirka 30 Minuten benötigt, um ein Grundvertrauen herzustellen als Basis der Eröffnung der Exploration. Er habe offenbar grosse Ängste
, etwas über sich p
reiszugeben. Seine Antworten seien inhaltlich schwer verständlich und unzusammenhängend. Ein geordnetes Gespräch sei kaum möglich (S. 5
lit
. B.1). Er habe im Januar 2011 beschlossen, niemandem mehr zu vertrauen und „die Sache“ selber in die Hand zu nehmen. Er habe seither seinen Cannabiskonsum vollständig
zurückgefahren und den Kokaink
onsum v
on sieben Mal 5 g pro Woche auf
durchschnittlich einmal 5 g pro Woche (meist donnerstags)
reduziert. Es sei ihm zwar eine
Entwöhnungsbe
handlung
angeboten worden, er habe jedoch kein Vertrauen zu den Ärzten. Er könne sich absolut nicht vorstellen, in einer Klinik einen Entzug durchzuführen. Er schaffe den Entzug von alleine. Wenn er dazu gezwungen werde (von der Beschwerdegegnerin), dann bringe er sich um (S. 9).
Aktuell befinde er sich in keiner psychiatrischen Behandlung (S. 10 Ziff. 2.5).
PD
Dr.
Y._
führte aus, im psychopathologischen Befund fänden
sich vor allem Störungen des Affektes und des formalen und inhaltlichen Denkens. Bei anhal
tendem Drogenkonsum sei eine Zuordnung der Psychopathologie jedoch nicht möglich, weshalb die Vordiagnosen von
Dr.
A._
und
Dr.
Z._
weder bestä
tigt noch verworfen werd
en könnten. Es müsse zuvor ein Drogene
ntzug erfol
gen. Das Misstrauen des Beschwerdeführers sei als krankheitsimmanent zu se
hen, entweder als Folge der Suchtstörung oder einer Persönlichkeitsstörung. Es gäbe keine Hinweise auf ein
aggravierendes
oder simulierendes Verhalten. Grundsätzlich sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer an einer Drogenfreiheit interessiert sei. Die Zumutbarkeit einer
Schadenminderungs
pflich
t
sei krankheitsbedingt nicht ohne weiteres gegeben (S. 14 f.).
PD
Dr.
Y._
kam zum Schluss, es sei aufgrund
anhaltenden
Kokain
ge
brauchs
keine psychiatrische Diagnose feststellbar (S. 15
lit
. E.1).
4.3
Am 28. November
2013 nahm der Beschwerdeführer die Behandlung bei
Dr.
Z._
mit dem Fokus auf eine Drogenabstinenz
wieder auf
(Bericht vom 3. Februar 2014, Urk.
11/105
Ziff. 1.2 und 1.5).
Im Bericht vom 3. Juni 2014 (Urk. 11/106) hielt
Dr.
Z._
fest, der Beschwer
deführer habe eine Drogenabstinenz erreicht und diese habe erhalten werden können (Ziff. 1.
5
). Der nun sistierte
Kokainabusus
stelle aber nicht das primäre psychische Leiden dar. Die erreichte Abstinenz führe zu keiner Veränderung be
züglich Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.4 Prognose).
Dr.
Z._
stell
te weiter
hin die
selben Diagnosen wie in ihren früheren Berichten (vgl. Ziff. 1.1) und attestierte dem Beschwerdeführer weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6).
4.4
Am 25. März 2015 erstattete
PD Dr.
Y._
ein weiteres psychiatrisches Gutach
ten (Urk.
11/114
). Er stellte folgende Diagnosen (S. 42
lit
. E):
psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
Verdacht auf soziale Phobie (ICD-10 F40.1)
psychiatrische Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
psychische und Verhaltensstörung durch Kokain; gegenwärtig abstinent seit Januar 2014 (ICD-10 F14.20)
Befragt zum aktuellen psychiatrischen Beschwerdebild gab der Beschwerdefüh
rer an, er habe sich durch die Begutachtung im Jahr 2013 motiviert gefühlt, den Kokainentzug durchzuführen. Dies habe er umgesetzt. Zudem habe er ab
November 2013 wieder seine Psychiaterin
Dr.
Z._
aufgesucht. Er habe erkannt
, dass er sich zunächst selbst lieben müsse. Er glaube an die Elemente. Den
Dro
genentzug
habe er gemacht, weil ihm klar geworden sei, dass er ohne
den Ent
zug sterben würde (S. 33 unten). Er versuche nun vorsichtig wieder m
ehr mit
Menschen zu kommunizieren. Er habe wieder Freude am Leben und könne sich an der Natur erfreuen. Allerdings habe er auch weniger Geduld als früher und er sei innerlich unruhiger. Er habe einen beruflichen
Wiedereingliede
rungsversuch
unternommen und habe daher seit der letzten Begutachtung vor zwei Jahren
versucht
als Teppichleger zu arbeiten. Dies sei ihm nicht geglückt. Er schäme sich, über seine psychischen Probleme zu sprechen (S. 34 oben).
PD Dr.
Y._
hielt fest, aus gutachterlicher Sicht würden sich zahlreiche Diskre
panzen zu den Berichten von
Dr.
A._
und
Dr.
Z._
ergeben. In retro
spekti
ver Sicht seien die Symptome wie sozialer Rückzug, Ängste im sozialen Kon
takt, diverse somatische Symptome, Misstrauen und Missdeutungen auch teil
weise durch den damaligen chronischen Kokainkonsum induziert gewesen. Im aktuellen Psychostatus zeige er kein Misstrauen mehr auf. Ein sozialer Rückzug bestehe noch. Dass der Beschwerdeführer inzwischen eine Beziehung ein
gegan
gen sei und in einer Patch
work-Familienkonstellation leben könne, spreche ge
gen eine extreme
Paranoidität
. Auch spreche das Auftreten in der gutachterli
chen Exploration mit freundlicher Begrüssung des Berichterstatters und des Dolmetschers nicht für ein hohes Misstrauen.
Dies habe sich deutlich geändert im Vergleich zum Vorbefund vor zwei Jahren. Im aktuellen Gespräch hätten sich keine Auffälligkeiten im Sozialverhalten und im Denken ergeben, so dass die psychopathologischen Abnormitäten wohl zum überwiegenden Teil auf den chronischen Kokainkonsum zurückgeführt werden müss
t
en (S. 39 f.).
Zwischenzeitlich habe der Beschwerdeführer selbständig und objektiv nachge
wiesen (unangekündigte Drogenscreenings) einen Kokainentzug durchgeführt.
Seine finanziellen Angelegenheiten habe er mit Hilfe eines Sozialarbeiters gere
gelt. Er habe sich in eine erste Beziehung begeben und lebe seit Oktober mit dieser Frau und deren Kindern in einer Wohnung zusammen. Obschon die Ver
letzungen des Beschwerdeführers in einer vulnerablen Phase der
Persönlich
keits
bildung
nachvollziehbar eine paranoide Persönlichkeitsentwicklung ausge
löst haben könnten, spreche dennoch einiges gegen diese Diagnose. Der Be
schwer
de
führer habe in der Schweiz erfolgreich drei Schuljahre absolviert und eine Berufsausbildung mit Fähigkeitsausweis gemacht. Er habe neun Jahre im Beruf gearbeitet. Wenn auch der Unfall im Jahr 1998 ein Ereignis darstellen könne, welches psychodynamisch eingreifend gewesen sei, müsse konstatiert werden, dass die psychopathologische Symptomatik mit Misstrauen und weite
ren Auf
fälligkeiten zum Teil dem chronischen Kokainkonsum geschuldet gewe
sen sei. Die aktuelle Psychopathologie zeige Hinweise auf eine teilweise soziale Phobie. Diese sei jedoch nicht stark genug ausgeprägt, um dem Beschwerde
führer ein Leben in einer
Patchw
ork
f
amilie
zu verunmöglichen (S. 40 f.).
Zusammenfassend führte
PD Dr.
Y._
aus, dass er im Vergleich zu seinem
im April 2013 erhobenen
Psychostatus und
im Vergleich zur gesundheitlichen Situation, welche zur B
erentung
geführt hatte,
ein deutlich gebessertes psycho
pathologisches Bild mit minimen Einschränkungen im sozialen
Interaktions
vermögen
sehe. Es bestünden keine affektiv-depressiven Symptome. Eine Ängst
lichkeit habe nicht festgestellt werden können. Störungen des Denkens würden ebenso nicht vorliegen. Die Kriterien einer Persönlichkeitsstörung seien nicht vollständig erfüllt: Neigung zu ständigem Groll, Neigung Erlebtes zu ver
drehen, streitsüchtiges und beharrliches situationsunangemessenes Verhalten und häufiges ungerechtfertigtes Misstrauen gegen den Partner seien ebenfalls nicht er
füllt, genauso wenig wie die Tendenz zu überhöhtem Selbstwertgefühl (S. 41 Mitte
).
Aufgrund der gestellten Diagnosen würden
für
de
n
Beschwerdeführer qualita
tive Einschränkungen
bei der zumutbaren Arbeitstätig
keit
bestehen: Es seien keine Tätigkeiten durchführbar, in welchen interpersonelle Kontakte erforderlich seien. Er könne aber ansonsten
aus psychiatrischer Sicht
alle beruflichen Akti
vitäten vollschichtig ausüben. Die berufliche Wiedereingliederung solle bei lan
ger Abwesenheit vom Arbeitsmarkt schrittweise und behutsam erfolgen. Diese Einschätzung gelte seit spätestens dem Begutachtungszeitpunkt (S. 41 unten).
4.5
Am 30. Juni 2015 nahm
Dr.
Z._
zuhanden des Rechtsvertreters des Be
schwerdeführers nochmals zum Gesundheitszustand des Letzteren sowie zum Gutachten von
PD Dr.
Y._
Stellung
(Urk.
11/128
).
Aus Sicht von
Dr.
Z._
sei ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter
Ge
sundheitsschaden
nach wie vor ausgewiesen. Die Diagnose einer spezifischen Persönlichkeitsstörung, im vorliegenden Fall eine paranoide
Persönlichkeits
störung
mit
schizotypen
Anteilen, lege nahe, dass diese wahrscheinlich seit dem jungen Erwachsenenalter vorliege, aber noch längere Zeit kompensiert gewesen sein könne. Die
diagnostischen Kriterien der ICD-10 würden auf d
en Beschwer
deführer zutreffen: S
o bestehe ein „auffälliges Verhaltensmuster, das andauernd und gleichförmig“ sei, ebenfalls sei dieses „tiefgreifend und in vielen persönli
chen und sozialen Situationen eindeutig unpassend“. „Die Störungen beginnen immer in der Kindheit/Jugend und manifestieren sich auf Dauer im Erwachse
nenalter.“ „Die Störung führt zu einem deutlichen subjektiven Leiden, manch
mal jedoch erst im späteren Verlauf.“ „Die Störung ist meist mit deutlichen Ein
schränkungen der beruflichen und sozialen Leistungsfähigkeit verbunden.“ All diese genannten Kriterien würden auf den Beschwerdeführer zutreffen (S. 2 f. Ziff. 2a).
Dr.
Z._
hielt
weiter
fest, sie schätze den Beschwerdeführer nach wie vor als nicht arbeitsfähig ein (S. 3 Ziff. 5a/b). Psychosoziale Faktoren würden nur in geringem Masse einwirken. Entscheidend seien die psychischen Einschränkun
gen
,
v
or allem interaktionelle Störungen mit Antriebs-/Motivationsmangel ver
bunden mit sozialem Rückzug („Fluchttendenzen“, die als Kooperati
onsunwillen imponieren könnten). Sodann
gerate
er
schnell unter Stress (Überforderung) mit körperlichen Sympto
men (Schwitzen, Herzklopfen; S.
3 Ziff. 6).
Grundsätzlich könne sie den Schlussfolgerungen des Gutachters nicht folgen. Bezüglich Anamnese gebe es mehrfach deutliche abweichende Angaben zu den von ihr erhobenen Angaben. Im Gutachten werde die sc
hwierige Kindheit und
Jugend des Beschwerdeführers ausführlich dargestellt, jedoch
würden
kaum Be
züge
zum jetzigen Leiden hergestellt. Es werde argument
iert, dass der Be
schwerdeführer
in der Lage gewesen sei, hier die Ausbildung zu absolvieren und in seinem Beruf zu arbeiten. Dies sei aber auch möglich, wenn der Betroffene unter einer Persönlichkeitsstörung leide, die später
dekompensiere
. Wie in den diagnostischen Leitlinien der ICD-10 beschrieben, könn
t
en die Einschränkungen erst zu einem späteren Zeitraum auftreten.
Im Gutachten würden die psychischen Störungen über einen Kokaingebrauch erklärt, aber auch dieser werde nicht in den geschichtlichen Kontext des Be
troffenen eingeordnet. Der Beschwerdeführer habe ihr im Jahr 2010 von einem früheren
Kokainabusus
berichtet. Dieser habe ihn beruhigt und fokussiert. Dies sei als Versuch der „Selbstmedikation“ zu interpretieren, um mit den bestehen
den Beschwerden umgehen zu können. Seit Sistierung des Kokains hätten sich, anders als im Gutachten dargestellt, die Beschwerden nicht grundlegend verän
dert oder gebessert. Er beschreibe weiterhin eine Motivations- und Antriebslo
sigkeit, das Gefühl von Stress und Rückzugswunsch sowie rasche Überforderung in sozialen Belangen, die er deswegen eher meide. Er habe in den letzten Jahren zwar versucht, aktiver zu sein (beispielsweise Sport machen, auch seine Bezie
hung sei aus Sicht von
Dr.
Z._
als solchen Versuch einzuordnen), aber er merke, dass er am liebsten alleine sei und keinerlei Forderung aushalte. Der Beschwerdeführer habe anlässlich des ersten Gutachtenstermins verstanden, dass er die Rente verlieren werde, wenn er mit dem Drogenkonsum nicht auf
höre. Er habe geschlussfolgert, dass er die Rente behalten werde, wenn er den Gebrauch sistiere. Nun fühle er sich auch von
PD Dr.
Y._
belogen (S. 3 f. Ziff. 7).
Bezüglich der Diagnose einer paranoiden Persönlichkeitsstörung sei zwar anzu
merken, dass er jetzt mit einer Frau und einem ihrer Kinder zusammenlebe. Er habe zum Sohn, mit dem er sich gut verstehe, aber nur wenig Bezug bezie
hungsweise ziehe sich zu Haus
e viel zurück. Von einer Patchw
ork-Situation im gebräuchlichen Sinne sei nach Ansicht v
on
Dr.
Z._
nicht zu sprechen
.
Bezüglich der in den Vorberichten erwähnten Anpassungsstörung seit 2002, zu der
PD Dr.
Y._
in den Berichten keinen Bezug gefunden habe, sei festzuhal
ten, dass die beschriebene Symptomatik aufgrund des erlebten sozialen Ein
schnittes des Beschwerdeführers aus ihrer Sicht zu einer Anpassungsstörung geführt habe, die gemeinsam mit der vorbestehenden Persönlichkeitsstörung die beschriebenen psychischen Störungen und Einschränkungen mit Verlust der Arbeitsfähigkeit bewirkt habe (S. 4 Mitte).
PD Dr.
Y._
habe seine Einschätzung, dass die Störungen des Beschwer
de
füh
rers vor allem kokainbedingt seien, vor allem mit einer Veränderung des Ver
haltens des Beschwerdeführers in der Gutachtenssituation begründet. Er sei nicht mehr misstrauisch und so weiter. Sie habe den Beschwerdeführer in den letzten Jahren in sehr unterschiedlichen Situationen und psychischen „Zustän
den“ erlebt und wisse, dass es starke Schwankungen im Verhalten geben und er in bestimmten Situationen durchaus für kurze Zeit „angepasst funktionieren“ könne. Dahinter
seien
ihrer Ansicht nach aber seine Beschwerden und Ein
schränkungen bestehen
geblieben
. Die Kriterien einer spezifischen
Persönlich
keitsstörung
seien erfüllt (S. 4 unten). Ob es fast ausschliesslich paranoide
Muster seien, wie von ihr vertreten, darüber könne man sicher diskutieren.
Dif
fe
rentialdiagnostisch
sei von einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit para
noiden und schizoiden Anteilen zu sprechen. Es gebe nach ihrer Beobach
tung durchaus
schizotyp
anmutende Aspekte (S. 5 oben).
5.
5.1
Das psychiatrische Gutachten von
PD Dr.
Y._
(vorstehend E. 4.4)
beruht auf für die strittigen Belange umfassenden Untersuchungen und berücksichtigt die vo
m
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden in angemessener Weise. Sodann wurde es in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet und trägt der konkreten medizinischen Situation Rechnung.
Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet. Es ist für die Beantwortung der
Fragen umfassend und erfüllt die
praxisgemässen
Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.4
)
vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt wer
den kann.
5.2
Das
genannte
Gutachten ist insbesondere deswegen überzeugend, weil daraus die erhebliche Verbesserung im Vergleich zur Voruntersuchung vom April 2013
- und seit dem durchgeführten Drogenentzug -
deutlich wird.
So ist nicht nur der Umstand auffällig, dass der
Beschwerdeführer
nun offenba
r in einer Bezie
hung leben kann
, sondern auch dass
er
im Vergleich zur ersten Untersuchung
sozial
zugänglich
, nicht mehr misstrauisch und sogar fröhlich war. Die Befunde waren weitgehend normal und der
Beschwerdeführer
zeigte eine grosse
Intro
spektionsfähigkeit
. Dies lässt sich
- wie auch
PD Dr.
Y._
erklärte -
nur schwer mit einer paranoiden Persönlichkeitsstörung und der Anpassungsstörung ver
einbaren.
Insofern ist nachvollziehbar, dass
PD Dr.
Y._
die früheren Symp
tome vor allem als Folge der damaligen Suchtstörung einordnete und eben ge
rade nicht als Folge einer Persönlichkeitsstörung.
5.3
Demgegenüber beschrieb
Dr.
Z._
im Bericht vom 30. Juni 2015 zuhanden der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers vor allem die frühere Situation vor dem Drogenentzug.
Dr.
Z._
beschränkte sich auf
appellative
Kritik am Gut
achten, ohne eine eigene aktuelle Untersuchung des Beschwerdeführers durch
geführt zu haben
. Ihre Beurteilung entspricht daher nicht
den Anforderungen an einen Arztbericht (vorstehend E.
1.4)
.
Schliesslich zitierte sie zwar einzelne Kriterien aus den diagnostischen Leitlinien der ICD-10, welche zur Diagnose einer Anpassungsstörung führen. Jedoch stellt sie keinen Bezug zum Beschwer
deführer her. Dies im Gegensatz zu
PD Dr.
Y._
, der klar aufzeigte, welche Kriterien aufgrund welcher konkreten Umstände beim Beschwerdeführer gerade nicht erfüllt sind
(vorstehend E. 4.4)
. Sodann war nicht nur
PD Dr.
Y._
der Ansicht, dass die Fähigkeit des Beschwerdeführers, mit seiner Lebenspartnerin und deren Sohn zusammenleben zu können - wenn auch nicht so eng, wie dies möglicherweise andere Menschen tun würden - gegen eine paranoide
Persön
lichkeitsstörung
spricht.
Dieselbe Einschätzung wird nämlich auch durch
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienstes (RAD), im Vorfeld der zweiten Begutachtung
und nach er
folgreich durchgeführtem Drogenentzug
geteilt: Auch dieser erachte
t
e es bei der Art der bisher durch die behandelnden Psychiater diagnostizierten
Persönlich
keitsstörung
als „ungewöhnlich“, dass er zu seiner Lebenspartnerin gezogen sei (Stellungnahme vom 24. November 2014, Urk. 7/117/4 unten).
Im Übrigen erklärt sich der
abweichende Standpunkt wohl auch mit dem Unter
schied zwischen medizinischem Behandlungs- und
Abklärungsauftrag. Die von
Dr.
Z._
attestierte Arbeitsunfähigkeit ist auch aufgrund der Erfahrungs
tatsa
che
zu relativieren, dass behandelnde Arztpersonen mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer
Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc
).
Streitsache
n wie die vorliegende
zeig
en immer wieder
exemplarisch auf, dass - behandelnde und begutachtende - Psychiater, mit d
er gleichen Person als Pati
ent oder Explorand
in verschiedenen Zeitpunkten und Situationen konfron
tiert,
zu ganz unterschiedlichen Beurteilungen der psychischen Beeinträchtigun
gen und - invalidenversicherungsrechtlich en
tscheidend - deren Schweregrad
mit
samt
den sich daraus ergebenden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit ge
langen können
. Diese in der Natur der Sache begründete weitgehend fehlende
Validier
barkeit
("Reliabilit
ät") psychiatrischer Diagnosen
kann nicht automa
tisch zu Beweisweiterungen bei sich widersprechenden psychiatrischen Berich
ten und Exper
tisen führen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_661/2009 E. 3.2 vom 29. Septem
ber 2009
; vgl. auch
8C_
945
/200
9 vom 23. September 2010 E. 5 mit weiteren Hinweisen
)
.
5.4
Sodann
ist darauf hinzuweisen, dass
PD Dr.
Y._
nicht in Frage stellte, dass zu eine
m
früheren Zeitpunkt die Kriterien für die Diagnose einer
Persönlich
keits
störung
durchaus gegeben sein konnten.
Entgegen der Darstellung von
Dr.
Z._
stellte er in dieser Hinsicht sehr wohl einen Bezug zur schwierigen Kinder- und Jugendzeit des Beschwerdeführers her (Urk. 7/114/42 unten). Auch konstatierte er, dass aufgrund der aktuellen Psychopathologie Hinweise auf eine teilweise soziale Phobie gegeben sind (vorstehend E. 4.4). Aufgrund der
seit dem durchgeführten Drogenentzug eingetretenen
erheblichen Veränderungen des Gesundheitszustandes sowie auch im persönlich
en Umfeld des Beschwerdefüh
rers
ist
die
Einschätzung
des Gutachters
, dass die frühere psychopathologische Symptomatik mit Misstrauen und weiteren Auffälligkeiten wohl in erheblichem Teil dem früheren chronischen Drogenkonsum geschuldet war
, nachvollziehbar
.
Schliesslich zeigt der Umstand,
dass
d
er
Beschwerdeführer
fähig war, seinen Drogenkonsum selbständig und nachhaltig aufzugeben
, dass er
über sehr grosse Ressourcen verfügt
. Die
durch
die Drogenabstinenz
erzielte Verbesserung des Gesundheitszustandes ist aufgrund der erhobenen Befunde in den beiden Gut
achten und des umschriebenen Verhaltens des Beschwerdeführers anlässlich beider Gutachtenssituationen unverkennbar.
5.5
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt dahingehend erstellt, dass dem Beschwerdeführer
leidensangepasste Tätigkeiten zu 100 % zumutbar sind. Soweit der Beschwerdeführer verlangt, es seien weitere Abklärungen durchzu
führen, kann darauf in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (BGE 127 V 491 E. 1b S. 494 mit Hinweisen). Der
Gesundheitszustand und die medi
zinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind aufgrund der medizinischen Akten hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen wären keine neuen Er
kenntnisse zu erwarten.
6.
6.1
PD Dr.
Y._
erachtete sämtliche Tätigkeiten für zumutbar, in welchen keine interpersonellen Kontakte erforderlich seien (vorstehend E. 4.4).
Soweit der Beschwerdeführer die Realisierbarkeit des von
PD Dr.
Y._
als zumut
bar erachteten Belastungsprofils anzweifelt (Urk. 1 S. 8 Ziff. 14), ist ihm Folgendes entgegenzuhalten:
In einem ähnlich gelagerten Fall hielt das Bundesgericht fest, dass
Schwächen
von
Versicherten, welche sich vorwiegend im zwischenmenschlichen Bereich auswirken würden,
durch Arbeiten
ausserhalb
eines hierarchischen Umfeldes mit wenig beruflich-sozialen Kontakten Rechnung getragen werden
kann
. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht
massgebend
, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern ein
zig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen be
stünde (ausgeglichener Arbeitsmarkt,
Art.
16 ATSG). Der ausgeglichene Ar
beits
markt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und
Ar
beits
angebote
, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten d
es Arbeitgebers rechnen können
. Eine Unverwertbarkeit der
Restar
beits
fähigkeit
ist erst anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit nur in so ein
ge
schränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt prak
tisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durch
schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entspre
chen
den Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (
Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 5.11 mit Hinweisen).
Eine derartige Konstellation liegt mit Bezug auf den Beschwerdeführer nicht vor. Es ist daher davon auszugehen, dass
die ihm zumutbare
Restarbeits
fähig
keit
ver
wertbar ist und er
nicht
bloss
an einem geschützten Arbeitsplatz ein Ein
kom
men erzielen könnte.
Sollte der Beschwerdeführer Hilfeleistung bei der Arbeitssuche benötigen, kann er sich hierfür bei der Beschwerdegegnerin melden.
6.2
Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich (vgl.
Urk.
2 S.
2 f.) wird vom Beschwerdeführer nicht bestritten und ist nicht zu bean
standen.
6.3
Zusammenfassend erweist sich damit die Verfügung als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen
, infolge
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen, unter Hin
weis
auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgerichts (
GSVGer
), auf die Gerichtskasse zu nehmen.