Decision ID: a63bedb1-16c6-52a6-a36c-95bcb2dc801f
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A. Die Beschwerdeführerin verliess eigenen Angaben zufolge Äthiopien im Jahre 2007 und reiste in den Libanon, wo sie zirka zehn Monate als Haushälterin gearbeitet habe. Von da gelangte sie am 5. Juli 2008 in die Schweiz, wo sie am 15. August 2008 im Empfangs- und  (EVZ) Z._ ein Asylgesuch stellte. Auf dem Personalienblatt gab sie den Namen C._, geboren (...) an. Am 8. September 2008 wurde sie im Transitzentrum (TZ) Y._ zu ihren Asylgründen befragt und gab dabei die Personalien D._, geboren (...) (äthiopisches Datum [...]) an. Die Beschwerdeführerin reichte keine Identitätspapiere zu den Akten, gab aber an, sie besitze einen Pass mit einem Visum für die Schweiz und den Libanon und eine Identitätskarte, welche sich einerseits bei ihrer Arbeitgeberin und andererseits bei ihrer Tante in Addis Abeba befänden.
Zur Begründung ihres Gesuches machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, ihr Stiefvater habe im Jahre 1999 (äthiopische Zeitrechnung) ihre Ehe mit einem älteren Mann arrangiert. Sie sei  nicht einverstanden gewesen und habe Selbstmord begehen . Ihre Tante aus Addis Abeba sei mit der Ehe auch nicht  gewesen und habe ihr an der Hochzeit Geld gegeben, um nach Addis Abeba zu reisen. Nach ihrem Verschwinden hätten ihr Stiefvater und ihr Mann sie umbringen wollen. Nachdem ihre Tante sie habe  lassen, habe sie ihre Ausreise nach Beirut organisiert. In Beirut sei sie mehrmals vom Mann ihrer Arbeitgeberin vergewaltigt worden. Die Arbeitgeberin habe sie beschuldigt, ihn verführt zu haben, sie geschlagen, ihr nichts mehr zu Essen gegeben, sie eingesperrt und nach drei Monaten nicht mehr bezahlt. Als sie mit ihr in die Schweiz gekommen sei, sei es noch schlimmer geworden und sie habe keinen Lohn mehr bekommen. Aus lauter Erschöpfung habe sie nicht mehr urinieren können. Weil sie deswegen nicht zum Arzt habe gehen dürfen, habe sie sich abgesetzt.
B. Gemäss den Akten hielt sich die Beschwerdeführerin seit dem 5. Juli 2008 mit einem Schweizer Visum bei der Familie ihrer  auf und verschwand am 26. Juli 2008. Am nächsten Tag  der Schwiegersohn der Arbeitgeberin eine Vermisstenanzeige bei der Polizei. Im Laufe des Ermittlungsverfahrens wurde ein äthiopischer Pass und eine libanesische Aufenthaltsgenehmigung mit den
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Personalien A._, geboren (...) abgegeben, ein DNA-Profil der Beschwerdeführerin erstellt und am 4. September 2008 eine Befragung durch die kantonalen Ermittlungsbehörden durchgeführt.
C.
C.a Am 8. September 2008 wurde der Beschwerdeführerin im  mit Art. 32 Abs. 2 lit. b des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) das rechtliche Gehör zu den unterschiedlichen Identitätsangaben gewährt. Auf die Frage, wieso sie sich beim  unter einem anderen Namen und Geburtsdatum gemeldet habe, antwortete die Beschwerdeführerin, ihre Tante habe für den Pass ein falsches Geburtsdatum angegeben. Auf die unterschiedlichen  in der EVZ Z._ und dem TZ Y._ aufmerksam gemacht, gab die Beschwerdeführerin an, sie habe als Geburtsdatum den (...) angegeben und das Formular nicht selber ausgefüllt, da sie nicht lesen könne. Zu ihrem Verbleiben zwischen dem 26. Juli 2008 und dem 15. August 2008, gab sie an, sie habe sich drei Wochen lang bei einer Frau, welche sie nach ihrem Verschwinden kennengelernt habe, versteckt und von ihr auch Medikamente wegen ihrer Probleme mit dem Urinieren erhalten.
C.b Am 12. September 2008 stellte das BFM dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zwecks allfälliger Stellungnahme zum gewährten rechtlichen Gehör bezüglich Verwendung einer anderen Identität eine Kopie des Protokolls der Anhörung zu. Am 24. September 2008 liess der Rechtsvertreter dem BFM einen Zeitungsartikel über das tragische Schicksal zahlreicher Hausangestellter im Libanon zukommen.
D. Mit Verfügung vom 6. Oktober 2008 – versandt am 7. Oktober 2008 – trat das BFM in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 lit. b AsylG nicht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ein, ordnete deren  aus der Schweiz an und verpflichtete den Kanton X._, die Wegweisung zu vollziehen.
E. Mit Eingabe vom 15. Oktober 2008 erhob die Beschwerdeführerin – handelnd durch ihren Rechtsvertreter – gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte die Aufhebung der Verfügung und die Rückweisung an die Vorinstanz zur  beziehungsweise materiellen Prüfung. In formeller Hinsicht er-
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suchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie um  auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.
F. Mit Verfügung vom 21. Oktober 2008 verzichtete die zuständige  auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, lehnte das Gesuch um unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG ab und hiess das Gesuch um unentgeltlichen  im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut. Gleichzeitig wurden die  dem BFM zur Vernehmlassung zugestellt.
G. Am 29. Oktober 2008 wurde die Beschwerdeführerin für die Dauer des Verfahrens dem Kanton X._ zugewiesen.
H. Mit Schreiben vom 30. Oktober 2008 reichte die Beschwerdeführerin beim Bundesverwaltungsgericht eine gemäss ihren Angaben neu  äthiopische Identitätskarte zu den Akten, welche sie mit Hilfe von Bekannten in Äthiopien habe beschaffen können. Sie laute auf den Namen E._, geboren nach äthiopischem Kalender am (...) und entspreche somit ihren im Asylverfahren angegebenen Personalien. Damit liege ein Beweismittel dafür vor, dass sie im Rahmen des Asylverfahrens zu keinem Zeitpunkt versucht habe, über ihre wahre Identität hinwegzutäuschen. Am 5. November 2008 wurde eine Übersetzung der Identitätskarte nachgereicht, wonach diese auf die Personalien B._, geboren (...) laute. Die Dokumente wurden dem BFM zugestellt, mit dem Hinweis, diese bei ihrer Vernehmlassung zu berücksichtigen.
I. In seiner Vernehmlassung vom 17. November 2008 hielt das BFM an der Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.
J. Mit Schreiben vom 2. Dezember 2008 nahm die Beschwerdeführerin zur Vernehmlassung des BFM Stellung.
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das  Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine  des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das  ist daher zuständig für die Beurteilung der  Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht. Die  ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung. Die Beschwerdeführerin ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. Bei der Beurteilung von Beschwerden gegen  des BFM beschränkt sich die Beschwerdeinstanz nach konstanter Rechtsprechung der vormaligen Schweizerischen  (ARK), welche diesbezüglich auch für das  Geltung hat, auf die Überprüfung der Frage, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist. Die  des Bundesverwaltungsgerichts ist somit darauf be-schränkt, im Fall der Begründetheit des Rechtsmittels die angefochtene  aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die  zurückgehen zu lassen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.). Lediglich betreffend die verfügte Wegweisung und deren Vollzug hat das Bundesverwaltungsgericht volle Kognition, weil diese Punkte vom BFM bereits materiell geprüft wurden.
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4. Gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG wird auf ein Asylgesuch nicht eingetreten, wenn Asylsuchende die Behörden über ihre Identität  und diese Täuschung aufgrund der Ergebnisse einer  Behandlung oder anderer Beweismittel feststeht. Gestützt auf Art. 1 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) umfasst der Begriff der Identität im Rahmen des AsylG und der AsylV 1 Namen, Vornamen, Staatsangehörigkeit, Ethnie, Geburtsdatum, Geburtsort und .
5.
5.1 In seinem Entscheid vom 6. Oktober 2008 führte das BFM im  aus, die Beschwerdeführerin habe Äthiopien und später den Libanon mit einem ihr zustehenden Reisepass lautend auf die Identität A._, geboren (...), Äthiopien verlassen. Unter Verwendung dieses Passes habe sie ein Schweizer Visum erhalten, mit dem sie am 5. Juli 2008 in die Schweiz eingereist sei. Ihr Asylgesuch habe sie hingegen unter der Identität C._, geboren (...) beziehungsweise D._, geboren (...), Äthiopien eingereicht. Für diese Identität lägen keine Ausweisdokumente vor. Die Erklärung anlässlich des rechtlichen Gehörs, wonach ihre Tante für den Pass ein falsches  angegeben habe, sei als blosse Schutzbehauptung  und könne ihr nicht geglaubt werden. Aufgrunddessen stehe fest, dass sie die Behörden im Rahmen des Asylverfahrens über ihre Identität getäuscht habe.
5.2 In ihrer Beschwerde vom 15. Oktober 2008 führte die  unter Verweis auf EMARK 2003 Nr. 27 aus, die Schwelle für das Vorliegen einer Täuschung sei hoch anzusetzen. Die Vorinstanz bewerte den Umstand, dass die im Asylverfahren geltend gemachte Identität nicht mit jener der Reisepapiere übereinstimme, lapidar als Täuschung, ohne näher auf ihre im Rahmen der Befragung genannten Gründe einzugehen. Diese Erwägungen würden in keiner Weise den Anforderungen von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG genügen. Es sei nicht ersichtlich, welches Interesse sie an einer Täuschung gehabt haben sollte. Die Bestimmung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG ziele in erster Linie darauf ab, zu verhindern, dass Personen unter Vorspiegelung  falschen Identität unrechtmässigerweise Asyl erhielten. Zumeist handle es sich hier um Fälle, in denen fälschlicherweise geltend  werde, einer bestimmten sozialen, kulturellen oder politischen
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Gruppe anzugehören, die in einem bestimmten Land einer  Verfolgung ausgesetzt seien. Sie gebe nicht an, aus einem  Land als Äthiopien zu stammen und Mitglied einer bestimmten Gruppe zu sein, die in diesem Land verfolgt werde. Ausserdem habe sie im Rahmen des Asylverfahrens nie verschiedene Angaben zu ihrer Identität gemacht und habe ihr Asylgesuch mit ihrem richtigen Namen und nicht mit der von der Tante aufgezwungenen Identität stellen . Der Name im Reisepass unterscheide sich nur geringfügig von den zu Protokoll gegebenen Namen. Abgesehen vom Zusatz des  des Grossvaters väterlicherseits (F._) seien die Angaben beinahe identisch (G._ beziehungsweise D._). Dabei sei anzumerken, dass es sich beim Namen H._ um eine in Äthiopien allgemein bekannte Kurzform des Vornamens I._ handle. J._ schliesslich sei der Name ihres Vaters. Die geringfügigen Abweichungen in den Identitätsangaben (C._, geboren [...] beziehungsweise D._, geboren [...]) seien einerseits auf ihren Analphabetismus und andererseits auf die Verwendung des äthiopischem Kalenders zurückzuführen. Für das Ausfüllen des Personalienblattes im EVZ Z._ habe sie einen Asylsuchenden aus Äthiopien um Hilfe beten müssen, welcher das von ihr nach äthiopischem Kalender angegebene Datum – welches sie im Übrigen auch an der Befragung angegeben habe – falsch umgerechnet habe, was den Unterschied zum während der Befragung protokollierten Datum erkläre. Ihre Antwort, sie habe stets das Datum nach äthiopischem Kalender angegeben, sei demnach durchaus aussagekräftig. Zudem habe es die Vorinstanz unterlassen, ihr Alter zum Beispiel mittels Knochenalteranalyse zu ermitteln und verletze damit ihre Untersuchungspflicht. Von einer soliden Beweislage, die klar auf eine Täuschung hindeute, könne keine Rede sein.
5.3 In seiner Vernehmlassung vom 17. November 2008 hielt das BFM den Ausführungen der Beschwerdeführerin entgegen, dass  Namen dreiteilig seien und sich aus dem Namen der Person, dem Namen ihres Vaters und demjenigen ihres Grossvaters  zusammensetzen würden. Entsprechend sei auch der  der Beschwerdeführerin ausgestellt worden. Inwiefern diese  der Identität „von der Tante aufgezwungen“ worden sein solle, sei nicht nachvollziehbar, handle es sich ja um den vollständigen richtigen Namen der Beschwerdeführerin. Zudem sei nicht nachvollziehbar, wieso die Tante einerseits eine Vergewaltigung organisiert haben solle und andererseits erhebliche Umtriebe in Kauf
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nehme, indem sie der Beschwerdeführerin einen Pass „mit falschem Geburtsdatum“ beschaffe, „um ihr ein höheres Alter bescheinigen zu lassen und damit ihre Ausreise in den Libanon zu ermöglichen“. Für den Einwand, sie habe das Personlienblatt nicht selber ausgefüllt, sondern einen Asylsuchenden aus Äthiopien um Hilfe bitten müssen, gebe es ausser den Angaben der Beschwerdeführerin keinen Hinweis. Gegen diese Version spreche der auf dem Personalienblatt vermerkte Hinweis, dass es selbst ausgefüllt worden sei. Die Abweichungen bei den Identitätsangaben seien erheblich: (...) beziehungsweise (...). Die von der Beschwerdeführerin in ihrer Abwesenheit in Äthiopien ausgestellte und nachträglich eingereichte Identitätskarte enthalte als Geburtsort W._ und nicht wie von ihr angegeben V._. Angesichts der Umstände der Beschaffung und dem Vorliegen eines authentischen Reisepasses sei die nachgereichte Identitätskarte zudem nicht als „praktisch fälschungssicher“ einzustufen.
5.4 In ihrer Replik hielt die Beschwerdeführerin fest, sie wisse nicht aus welchen Motiven ihre Tante gehandelt habe. Diese Unkenntnis könne ihr jedoch nicht zum Vorwurf gemacht werden, da das Verhalten ihrer Tante nicht in ihrem Einfluss- beziehungsweise  liege. Zum Ausfüllen des Personalienblattes sei in Erinnerung zu rufen, dass sie Analphabetin sei und es deshalb durchaus plausibel sei, dass sie auf Hilfe angewiesen gewesen sei und den Passus,  sie das Blatt selbstständig ausgefüllt habe, nicht verstanden habe. Schliesslich sei festzustellen, dass die Abweichung der Daten nicht so erheblich sei. Betreffend der angeblichen Abweichung des  Geburtsortes gebe es eine plausible Erklärung. W._ sei ein Dorf in V._, der nächst grösseren Verwaltungseinheit.
6.
6.1 Gemäss EMARK 2003 Nr. 27 obliegt der Nachweis der  im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG der Behörde und es sind hohe Anforderungen an das Beweismass zu stellen, geht man doch im Falle der Identitätstäuschung ohne Befragung vom  der Flüchtlingseigenschaft aus. So kann nur dann vom  einer Identitätstäuschung im Sinne der genannten  ausgegangen werden, wenn dies aufgrund der  Beweismittel – wie beispielsweise Herkunftsanalysen der  LINGUA, sichergestellten Ausweispapieren, Zeugenaussa-
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gen oder Eingeständnissen der asylsuchenden Person – ohne  Zweifel feststeht.
6.2 Im vorliegenden Fall steht eine Identitätstäuschung der  Asylbehörden entgegen der Ansicht des BFM nicht ohne  Zweifel fest.
6.3 Es liegen zwei Identitätspapiere der Beschwerdeführerin vor,  abweichende Angaben zu ihren Personalien enthalten. So steht im Pass der Name A._ und das Geburtsdatum (...) und in der Identitätskarte der Name B._ und das Geburtsdatum (...). Die Echtheit des Passes wird von keiner Partei bestritten. Im  mit der Identitätskarte hält das BFM zwar fest, sie sei nicht als „praktisch fälschungssicher“ zu bezeichnen, wies dabei aber auch nicht auf objektive Fälschungsmerkmale hin. Entgegen der Ansicht des BFM, scheint die Erklärung der Beschwerdeführerin für die  Geburtsdaten im Pass und in der Identitätskarte, unabhängig davon, ob ihre Fluchtgründe ansonsten als glaubhaft zu betrachten sind, nicht unplausibel. So ist durchaus nachvollziehbar, dass sie sich im Pass für den Arbeitsantritt im Libanon älter machen liess, war sie doch am 4. September 2007, als sie gemäss Stempel in ihrem Pass in den Libanon einreiste, gemäss Angaben in der Identitätskarte erst (...) Jahre alt. Dass solche Veränderungen der Identität zur Ermöglichung des Arbeitsantritts im Ausland vorkommen, ergibt sich aus  Länderberichten. Auch die abweichenden Geburtsorte vermag die Beschwerdeführerin durchaus plausibel zu erklären, indem sie angibt, die Namen würden sich nicht widersprechen sondern ergänzen, denn V._ sei die nächst grössere Verwaltungseinheit von W._. Insgesamt ist diesen Erwägungen gemäss eine Täuschung nicht mehr ohne vernünftige Zweifel nachgewiesen. Unter den gegebenen Umständen könnte nur von einer Identitätstäuschung ausgegangen werden, wenn die Echtheit der nachgereichten Identitätskarte durch eine erkennungsdienstliche Behandlung widerlegt werden könnte. Dies ist vorliegend jedoch nicht der Fall und aus der Identitätskarte ergeben sich auch keine Fälschungsmerkmale.
6.4 Daran vermag auch die Tatsache, dass in Bezug auf den  unvollständige Angaben gemacht wurden und das Geburtsdatum variiert, nichts zu ändern. In Bezug auf das Geburtsdatum ist , dass die Umrechnung vom äthiopischen zum europäischen Kalender regelmässig zu unterschiedlichen Daten führt. In diesem Zu-
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sammenhang ist auch festzustellen, dass die Beschwerdeführerin  den Akten tatsächlich Analphabetin sein dürfte, weshalb sich  Fragen zum selbständig ausgefüllten Personalienblatt stellen. Gemäss BFM bestehen äthiopische Namen aus dem Namen der  (K._ oder I._ oder H._), dem Namen des Vaters (J._) und dem Namen des Grossvaters väterlicherseits (F._). Im Asylverfahren gab die Beschwerdeführerin den Namen D._ beziehungsweise C._ an. Es ist durchaus nachvollziehbar, dass sie den dreiteiligen Namen nicht ganz  angab, dürfte dies doch im Alltag regelmässig stattfinden.  von einer Täuschung auszugehen, lässt sich nicht . In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin bereits anlässlich der Befragung an der  auf ihr Visum für die Schweiz, die Umstände ihrer Einreise und den bei der Arbeitgeberin verbliebenen Pass hinwies, was deutlich gegen eine versuchte Identitätstäuschung spricht.
6.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Nachweis der  spätestens mit dem Vorliegen der Identitätskarte, deren Echtheit bisher nicht durch erkennungsdienstliche Behandlung oder andere Beweismittel widerlegt wurde, nicht mehr Bestand haben kann. Die Vorinstanz ist somit bei der gegebenen Aktenlage auf das  zu Unrecht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG nicht .
7. Die Beschwerde ist wegen Verletzung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG gutzuheissen und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz .
8. Beim vorliegenden Verfahrensausgang sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG).
9. Der Beschwerdeführerin ist angesichts des Obsiegens im  in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG eine  für die ihr erwachsenen notwendigen Vertretungskosten zuzusprechen (vgl. Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte keine Kostennote ein. Der notwendige Vertretungsaufwand
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lässt sich aufgrund der Aktenlage hinreichend zuverlässig abschätzen, weshalb die von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung unter Berücksichtigung der massgebenden Berechnungsfaktoren von Amtes wegen auf Fr. 600.- festzusetzen ist (Art. 14 Abs. 2 VGKE).
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