Decision ID: 11b13ed3-7822-5399-a31f-6d12b395c84a
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer, ein 1976 geborener, armenischer Staatsangehöri-
ger, reiste am 19. Mai 2009 zwecks Eheschliessung in die Schweiz ein. Am
11. Juli 2009 heiratete er eine Landsfrau (geb. 1974), die auch über das
Schweizer Bürgerrecht verfügt. Infolgedessen wurde ihm eine Aufenthalts-
bewilligung erteilt. Das Ehepaar hat eine Tochter (geb. 2010) und einen
Sohn (geb. 2014). Die Ehefrau des Beschwerdeführers hat ausserdem
zwei Söhne aus erster Ehe (geb. [...]; vgl. Akten der Dienststelle für Bevöl-
kerung und Migration des Kantons Wallis [kant.-act.] 14, 44, 366).
B.
Während seines Aufenthalts in der Schweiz trat der Beschwerdeführer
mehrmals strafrechtlich in Erscheinung und erwirkte folgende Verurteilun-
gen:
– Strafbefehl des Juge d’instruction de l’arrondissement de La Côte
Morges vom 25. September 2009: Geldstrafe von zehn Tagessätzen
wegen Diebstahls (Akten der Vorinstanz [SEM act.] 3/17-18),
– Urteil des Untersuchungsrichteramts Oberwallis Visp vom 1. Dezember
2010: Geldstrafe von 100 Tagessätzen und Busse von Fr. 1‘000.- we-
gen Hehlerei, mehrfachen geringfügigen Diebstahls, Fahrens in fahr-
unfähigem Zustand, versuchter Vereitelung einer Massnahme zur Fest-
stellung der Fahrunfähigkeit, Verletzung der Verkehrsregeln und Tät-
lichkeit (SEM act. 3/19-26),
– Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis vom 4. Februar
2011: Geldstrafe von 15 Tagessätzen wegen Diebstahls (SEM act.
3/27-28).
C.
Aufgrund seines strafrechtlichen Verhaltens wurde der Beschwerdeführer
am 19. April 2011 von der Dienststelle für Bevölkerung und Migration des
Kantons Wallis (DBM) ausländerrechtlich verwarnt (SEM act. 3/29).
D.
Mit Urteil des Tribunal correctionnel des Kantons Genf vom 4. Oktober
2013 wurde der Beschwerdeführer alsdann wegen qualifizierten Raubs,
Hausfriedensbruchs und Drohung zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren
und sechs Monaten verurteilt. In zweiter Instanz wurde die Freiheitsstrafe
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auf vier Jahre reduziert (vgl. Urteil Cour de Justice des Kantons Genf vom
21. Mai 2014 [SEM act. 3/41-63], letztinstanzlich bestätigt durch Urteil des
BGer 6B_680/2014 vom 20. Januar 2015).
E.
Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs durch die DBM am 16. Dezem-
ber 2013 verfügte die kantonale Behörde am 22. Oktober 2015 die Nicht-
verlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und
seine Wegweisung aus der Schweiz (kant.-act. 170). Eine dagegen erho-
bene Beschwerde wies das Kantonsgericht Wallis am 9. Juni 2017 ab
(SEM act. 3/95-115). Schliesslich gelangte der Beschwerdeführer an das
Bundesgericht, das seine Beschwerde mit Urteil 2C_626/2017 vom 12. Ja-
nuar 2018 abwies (SEM act. 2/5-16).
F.
Nachdem der Beschwerdeführer am 8. Juli 2017 bedingt aus dem Straf-
vollzug entlassen worden war, verliess er die Schweiz am 24. Februar 2018
(SEM act. 3/116 und 3/126).
G.
Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz und an-
schliessender Stellungnahme durch den Beschwerdeführer (SEM act.
5/132-134; act. 10/166-184), verfügte das SEM gegen den Beschwerde-
führer am 30. Mai 2018 ein zehnjähriges Einreiseverbot und ordnete die
Ausschreibung der Massnahme im Schengener Informationssystem (SIS
II) an. Gleichzeitig entzog es einer allfälligen Beschwerde vorsorglich die
aufschiebende Wirkung (SEM act. 11/189).
H.
Gegen die vorgenannte Verfügung erhob der Beschwerdeführer am
25. Juli 2018 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht (Akten des
Bundesverwaltungsgerichts [BVGer act.] 1). Er beantragte die Gutheis-
sung der Beschwerde und die Aufhebung der vorgenannten Verfügung;
eventualiter die Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz zur er-
neuten Prüfung. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege samt Rechtsverbeiständung.
I.
Mit Zwischenverfügung vom 10. Oktober 2018 hiess das Bundesverwal-
tungsgericht das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
samt Rechtsverbeiständung gut (BVGer act. 6).
F-4301/2018
Seite 4
J.
Mit Vernehmlassung vom 26. Oktober 2018 beantragte die Vorinstanz die
Abweisung der Beschwerde (BVGer act. 7). Eine Kopie der vorinstanzli-
chen Stellungnahme wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
30. Oktober 2018 zugestellt (BVGer act. 8).
K.
Die unterzeichnende Richterin hat vorliegendes Verfahren anfangs De-
zember 2018 übernommen, nachdem der vormals zuständige Richter aus
dem Gericht ausgetreten ist.
L.
Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-
gen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Entscheide des SEM betreffend Einreiseverbote sind mit Beschwerde
beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (Art. 31 ff. VGG i.V.m. Art. 5
VwVG). Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit
das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).
1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde le-
gitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).
1.3 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Ange-
legenheit endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).
2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann vorliegend die
Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Miss-
brauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit gerügt wer-
den (vgl. Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bun-
desrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht
an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Beschwerde
auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder
F-4301/2018
Seite 5
abweisen. Massgeblich ist grundsätzlich die Sachlage im Zeitpunkt seines
Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.).
3.
3.1 Der Beschwerdeführer macht vorerst in formeller Hinsicht im Wesent-
lichen geltend, die vorinstanzliche Verfügung vom 30. Mai 2018 enthalte in
Bezug auf die Dauer des Einreiseverbots keine qualifizierte Begründung,
weshalb die grundsätzliche „Maximalstrafe“ von 5 Jahren um 100% erhöht
worden sei. Die Ausführungen des SEM zu seiner Verurteilung vom 21. Mai
2014 würden diese verlangte, qualifizierte Begründung nicht liefern. Weiter
genüge auch die Interessenabwägung im Zusammenhang mit Art. 8 EMRK
nicht für eine hinreichende Begründung. Die Vorinstanz hätte sich im Hin-
blick auf die bei über fünfjährigen Einreiseverboten verlangte Gefährdung
besonders hochwertiger Rechtsgüter mit den konkreten Taten und den ver-
letzten Rechtsgütern eingehend auseinandersetzen müssen. Der Be-
schwerdeführer habe mehrheitlich das Rechtsgut „Vermögen“ verletzt und
lediglich einmal (beim Raub) die körperliche Unversehrtheit. Mit Blick auf
die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach über fünfjährige Einreise-
verbote nur bei Taten gegen Leib und Leben oder bei Verbrechen gegen
die Menschlichkeit oder bei organisierter Kriminalität ausgesprochen wer-
den dürften, sei es für den Beschwerdeführer schlicht nicht nachvollzieh-
bar, weshalb er ein 10-jähriges Einreiseverbot erhalten habe. Das SEM
hätte eine Gefährdungsprognose erstellen und nachvollziehbar darlegen
müssen, weshalb vorliegend von einer aktuellen und schwerwiegenden
Gefahr auszugehen sei. Da sich die Vorinstanz nicht mit diesen Punkten
auseinandergesetzt habe, habe sie den Anspruch des Beschwerdeführers
auf rechtliches Gehör verletzt. Der Entscheid des SEM sei damit ungenü-
gend begründet worden (vgl. Beschwerde, IV Pkt. 2.1 ff.).
3.2 Vorerst ist auf die Rüge des Beschwerdeführers einzugehen, die Vor-
instanz habe die Begründungspflicht verletzt.
3.2.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst eine Anzahl verschiede-
ner verfassungsrechtlicher Garantien (vgl. etwa MICHELE ALBERTINI, Der
verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsver-
fahren des modernen Staates, 2000, S 202 ff., MÜLLER/SCHEFER, Grund-
rechte in der Schweiz, 4. Aufl., 2008, 846 ff.). Eine davon ist die Begrün-
dungspflicht (Art. 35 VwVG), die der rationalen und transparenten Ent-
scheidfindung der Behörden dient und die Betroffenen in die Lage verset-
zen soll, den Entscheid sachgerecht anzufechten. Die Behörde hat daher
F-4301/2018
Seite 6
kurz die wesentlichen Überlegungen zu nennen, von denen sie sich leiten
liess und auf die sie ihren Entscheid stützt. Je weiter der Entscheidungs-
spielraum, je komplexer die Sach- und Rechtslage und je schwerwiegen-
der der Eingriff in die Rechtsstellung der betroffenen Person, desto höhere
Anforderungen sind an die Begründung zu stellen (vgl. zum Ganzen BGE
137 II 266 E. 3.2; 136 I 229 E. 5.2; BVGE 2012/24 E. 3.2;
KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-
pflege des Bundes, 3. Aufl., 2013, N 629 ff.).
3.2.2 Wie bereits der Beschwerdeführer geltend macht, hat das SEM ge-
mäss bundesverwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung bei einem Einreise-
verbot von mehr als fünf Jahren Dauer eine Gefährdungsprognose zu er-
stellen und nachvollziehbar darzulegen, weshalb von einer aktuellen und
schwerwiegenden Gefahr auszugehen ist (vgl. Urteil des BVGer
C- 4898/2012 vom 1. Mai 2014 E. 3.3). Die vorinstanzliche Verfügung vom
30. Mai 2018 genügt in dieser Hinsicht den vorgenannten Anforderungen.
Das SEM führte vorerst die in der Schweiz erwirkten Verurteilungen des
Beschwerdeführers auf. Im Hinblick auf die der Verurteilung vom 21. Mai
2014 zugrunde liegenden Straftatbestände (Raub, Hausfriedensbruch und
Drohung) gab es überdies die Ausführungen der strafurteilenden Behörde
zum Verschulden wieder, wobei dieses als schwer eingestuft wurde. Auf-
grund der Argumentation mit der Schwere der Delinquenz und dem Um-
stand, dass der Beschwerdeführer anlässlich seines Aufenthaltes in der
Schweiz mehrmals strafrechtlich in Erscheinung trat (worauf das SEM aus-
drücklich verwies), war es für den Beschwerdeführer ohne weiteres er-
kennbar, aus welchen Gründen das SEM von einer qualifizierten Gefähr-
dung ausging. Auch hätte ihm bewusst sein sollen, dass er (im Hinblick auf
die letzte Verurteilung) in einem Bereich delinquierte, der sich gegen hoch-
wertige Rechtsgüter richtete, worauf er bereits im Verfahren betreffend
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung hingewiesen wurde (vgl. Ur-
teil des BGer 2C_626/2017 vom 12. Januar 2018 E. 4.2). Das SEM setzte
sich überdies ausreichend mit der familiären Situation des Beschwerdefüh-
rers auseinander (Schweizer Ehefrau und zwei Kinder leben in der
Schweiz; [...]-Erkrankung des Sohnes) und setzte die Dauer der Fernhal-
temassnahme unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände auf 10 Jahre
fest. Unter den dargestellten Umständen war für den Beschwerdeführer
durchaus ersichtlich, von welchen Motiven sich das SEM bei seinem Ent-
scheid leiten liess. Damit ist das SEM seiner Prüfungs- und Begründungs-
pflicht hinreichend nachgekommen.
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Seite 7
3.3 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Rüge des Be-
schwerdeführers als unbegründet zurückzuweisen ist.
4.
Am 1. Januar 2019 hat das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und
Ausländer vom 16. Dezember 2005 eine Teilrevision und Namensände-
rung erfahren (Änderung des AuG vom 16. Dezember 2016, AS 2018
3171). Das AuG heisst neu Bundesgesetz über die Ausländerinnen und
Ausländer und über die Integration vom 16. Dezember 2005 (AIG). Gleich-
zeitig sind die Änderungen der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und
Erwerbstätigkeit vom 15. August 2018 (AS 2018 3173) in Kraft getreten. Im
Folgenden wird die neue Bezeichnung verwendet. Da sich an den einschlä-
gigen Gesetzesbestimmungen inhaltlich nichts geändert hat, erübrigen
sich weitere Bemerkungen zur erwähnten Teilrevision (vgl. stattdessen Ur-
teil des BVGer F-1186/2018 vom 10. Januar 2019 E. 2).
5.
5.1 Das SEM verfügt Einreiseverbote gegenüber Ausländerinnen und Aus-
ländern, die gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz
oder im Ausland verstossen haben oder diese gefährden (Art. 67 Abs. 2
Bst. a AIG). Das Einreiseverbot wird nach Art. 67 Abs. 3 erster Satz AIG
grundsätzlich für eine Dauer von höchstens fünf Jahren verfügt. Es kann
für eine längere Dauer angeordnet werden, wenn der Betroffene eine
schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellt
(Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AIG). Aus humanitären oder anderen wichtigen
Gründen kann von der Verhängung eines Einreiseverbots abgesehen oder
ein Einreiseverbot vollständig oder vorübergehend aufgehoben werden
(Art. 67 Abs. 5 AIG). Ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ord-
nung liegt unter anderem vor, wenn gesetzliche Vorschriften oder behörd-
liche Verfügungen missachtet werden (vgl. Art. 77a Abs. 1 Bst. a der Ver-
ordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbs-
tätigkeit [VZAE, SR 142.201]).
5.2 Der Beschwerdeführer trat in der Schweiz mehrmals strafrechtlich in
Erscheinung (vgl. Sachverhalt Bst. B) und wurde zuletzt vom Tribunal cor-
rectionnel des Kantons Genf mit Entscheid vom 4. Oktober 2013 wegen
qualifizierten Raubs, Hausfriedensbruchs und Drohung zu einer Freiheits-
strafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt, wobei die Freiheits-
strafe in zweiter Instanz auf vier Jahre reduziert wurde (vgl. Urteil des Cour
de Justice des Kantons Genf vom 21. Mai 2014; letztinstanzlich bestätigt
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Seite 8
durch Urteil des BGer 6B_680/2014 vom 20. Januar 2015). Damit hat der
Beschwerdeführer zweifellos gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung
im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG verstossen. Eine Voraussetzung für
den Erlass eines Einreiseverbots liegt somit vor.
6.
6.1 Weiter gilt es nachfolgend zu prüfen, ob vom Beschwerdeführer eine
schwere Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung nach Art. 67
Abs. 3 zweiter Satz AIG ausgeht, welche die Anordnung eines über fünf
Jahre dauernden Einreiseverbots erlaubt.
6.2 Eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ord-
nung im Sinne von Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AIG setzt eine qualifizierte
Gefährdungslage voraus. Sie darf nicht leichthin angenommen werden und
kann sich beispielsweise aus der Hochwertigkeit der deliktisch bedrohten
Rechtsgüter (insbesondere Leib und Leben, körperliche und sexuelle In-
tegrität, Gesundheit), aus der Zugehörigkeit der Tat zur Schwerkriminalität
mit grenzüberschreitendem Charakter (z.B. Terrorismus, Menschen- und
Drogenhandel, organisierte Kriminalität), aus der mehrfachen Begehung –
unter Berücksichtigung einer allfälligen Zunahme der Schwere der Delikte
– oder aus der Abwesenheit einer günstigen Prognose ergeben. Die zu
befürchtenden Delikte müssen einzeln oder in ihrer Summe das Potenzial
haben, eine aktuelle und schwerwiegende Gefahr zu begründen (BGE 139
II 121 E. 6.3; BVGE 2014/20 E. 5.2; je m.H.). Die Verneinung des Vorlie-
gens einer schwerwiegenden Gefährdung ist erst nach einer längerfristigen
Bewährung der straffällig gewordenen Person in Freiheit möglich (BVGE
2014/20 E. 5.4 m.H.). Bei schweren Straftaten muss zum Schutz der Öf-
fentlichkeit ausländerrechtlich selbst ein geringes Restrisiko weiterer Be-
einträchtigungen der dadurch gefährdeten Rechtsgüter (Gesundheit, Leib
und Leben usw.) nicht in Kauf genommen werden (vgl. BGE 139 I 31
E. 2.3.2 m.H.).
6.3 Die Vorinstanz geht in ihrer Verfügung vom 30. Mai 2018 aufgrund der
Schwere der mit Strafentscheid vom 21. Mai 2014 abgeurteilten Delikte
und des Umstands, dass der Beschwerdeführer mehrmals strafrechtlich in
Erscheinung trat von einer schwerwiegenden Gefährdung der öffentlichen
Sicherheit und Ordnung aus.
6.4 Der Beschwerdeführer hält dem mit Verweis auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung (Urteil des BGer 2C_270/2015 vom 6. August 2015
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Seite 9
E. 4.3) entgegen, er habe ein einziges Delikt (mit)verübt, welches die kör-
perliche Unversehrtheit betreffe. Aus diesen Gründen hätte keine über fünf-
jährige Fernhaltemassnahme verfügt werden dürfen. Hinzu komme, dass
eine spezifische Gefährdungsprognose zu erstellen und nachvollziehbar
zu begründen sei. Eine solche Prognose habe die Vorinstanz nicht erstellt
(Beschwerde, IV Pkt. 3.3).
6.5 Den Ausführungen des Beschwerdeführers gilt es zu entgegnen, dass
er seit Beginn seines Aufenthaltes in der Schweiz im Jahr 2009 – wie be-
reits erwähnt – innert kurzer Zeit mehrmals strafrechtlich in Erscheinung
trat, wobei er sich auch von der ausländerrechtlichen Verwarnung vom
19. April 2011 (SEM act. 3/29) und den ergangenen strafrechtlichen Sank-
tionen nicht beeindrucken liess. Stattdessen setzte er sein delinquentes
Verhalten fort und erwirkte schliesslich eine Verurteilung zu einer vierjähri-
gen Freiheitsstrafe wegen qualifizierten Raubs, Hausfriedensbruchs und
Drohung. Dies, weil der Beschwerdeführer am 25. Januar 2012 einen
Raubüberfall beging, wobei er erhebliche Gewalt ausübte und das Opfer
mit dem Tod bedrohte (SEM act. 3/102-104). Die strafurteilende Behörde
stufte das Verschulden im Zusammenhang mit der Tat denn auch als
schwer ein. So habe der Beschwerdeführer zusammen mit einem Mittäter
die Tat mit Entschlossenheit geplant und bei deren Begehung Gewalt an-
gewandt; überdies seien sie sehr skrupellos vorgegangen. Sie hätten aus
Profitgier und aus rein egoistischen Motiven gehandelt (vgl. E. 4.2.1 des
Strafurteils des Cour de Justice des Kantons Genf vom 21. Mai 2014 [SEM
act. 3/46]). In Anbetracht der mehrfachen Delinquenz und der zunehmen-
den Schwere des deliktischen Verhaltens des Beschwerdeführers – die
strafurteilende Behörde sprach in ihrem Entscheid vom 21. Mai 2014 von
einer beunruhigenden Eskalation der Tatschwere (SEM act. 3/45) –, dem
Umstand, dass sich der Raub als Gewaltdelikt gegen hochwertige Rechts-
güter richtete und sich der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang
ein schweres Verschulden anrechnen lassen musste, kann kein Zweifel
bestehen, dass von ihm eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche
Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 3 AIG ausgeht. Weitere
Ausführungen zur Gefahrenprognose erübrigen sich damit (vgl. dazu auch
E. 3.2.2).
6.6 Dem Umstand, dass der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2012 nicht
mehr strafrechtlich in Erscheinung getreten ist, wurde bereits im Verfahren
betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung keine ausschlag-
gebende Bedeutung zugemessen (vgl. Urteil des BGer 2C_626/2017 vom
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Seite 10
12. Januar 2018 E. 4.3). Für die Berechnung der Dauer des klaglosen Ver-
haltens ist vorliegend vielmehr auf den Zeitpunkt der Entlassung aus dem
Strafvollzug abzustellen (vgl. BVGE 2014/20 E. 5.4 m.H.), mithin der 8. Juli
2017. Gemäss den Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe lebe der Be-
schwerdeführer, nachdem er die Schweiz am 24. Februar 2018 verlassen
habe, in Armenien bei seinen Eltern und gehe keiner Erwerbstätigkeit nach
(Beschwerde, III Pkt. 3 und Pkt. 5). Weitere Angaben zu seinem Umfeld im
Heimatland sind der Rechtsmitteleingabe nicht zu entnehmen. Auch ein
aktueller Strafregisterauszug ist nicht eingereicht worden. Der Zeitablauf
bemisst sich – selbst bei Annahme des klaglosen Verhaltens – als zu kurz,
als dass es sich rechtfertigen würde, von einer grundsätzlichen persönli-
chen Wandlung auszugehen.
6.7 Als Zwischenergebnis ist – entgegen der Auffassung des Rechtsver-
treters – festzustellen, dass der Beschwerdeführer zum heutigen Zeitpunkt
den qualifizierten Fernhaltegrund einer schwerwiegenden Gefährdung der
öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 3 zweiter
Satz AIG erfüllt. Das gegen ihn verhängte Einreiseverbot darf damit die
Dauer von fünf Jahren überschreiten.
7.
7.1 Zu prüfen bleibt, ob das zehnjährige Einreiseverbot in richtiger Aus-
übung des Ermessens ergangen und dessen Dauer angemessen ist. Der
Grundsatz der Verhältnismässigkeit steht dabei im Vordergrund. Unter die-
sem Gesichtspunkt ist eine wertende Abwägung vorzunehmen zwischen
dem öffentlichen Interesse an der Fernhaltemassnahme einerseits und den
dadurch beeinträchtigten privaten Interessen des Betroffenen andererseits
(BVGE 2016/33 E. 9.2 m.H.). Die Stellung der verletzten oder gefährdeten
Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Verhaltens und die
persönlichen Verhältnisse des Verfügungsbelasteten bilden dabei den Aus-
gangspunkt der Überlegungen (BVGE 2014/20 E. 8.1 m.H.; vgl. ferner
HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016,
Rz. 555 ff.).
7.2 Das Einreiseverbot soll in seiner spezialpräventiven Wirkung weitere
Straftaten des Beschwerdeführers in der Schweiz – und im Schengen-
Raum – verhindern und ihn dazu anhalten, bei einer allfälligen künftigen
Wiedereinreise zu Besuchszwecken keine weiteren Verstösse gegen die
öffentliche Sicherheit und Ordnung zu begehen. In generalpräventiver
Sicht soll die öffentliche Sicherheit und Ordnung durch eine konsequente
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Seite 11
Massnahmenpraxis geschützt werden (vgl. BVGE 2014/20 E. 8.2 m.H.).
Angesichts dessen, sowie der vom Beschwerdeführer ausgehenden
schwerwiegenden Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, ist
von einem erheblichen öffentlichen Fernhalteinteresse auszugehen.
7.3 Den öffentlichen Interessen stellt der Beschwerdeführer sein privates
Interesse an persönlichen Kontakten zu seiner in der Schweiz lebenden
und eingebürgerten Ehefrau und den zwei minderjährigen Kindern entge-
gen. Der Sohn leide an [...] und benötige wesentlich mehr Betreuung als
ein durchschnittliches Kind. Diese Betreuung habe mit Blick auf das Kin-
deswohl und insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung des Kindes
durch die Eltern zu erfolgen, was nicht möglich sei, da die Kindsmutter ei-
ner Erwerbstätigkeit nachgehen müsse. Aus diesem Grund sei der Sohn
zwingend auf den Vater angewiesen, was auch in medizinischer Hinsicht
bestätigt worden sei. Die Trennung vom Vater könne für das Kind eine
Stress- bzw. Notsituation auslösen. Dieser Stress werde im Vergleich zu
Kindern ohne [...] in einem wesentlich erhöhten Ausmass präsentiert. Die
von der Vorinstanz vorgeschlagene telefonische oder audiovisuelle Kom-
munikation vermöge dem Bedürfnis des Sohnes keineswegs gerecht zu
werden und sei keine hinnehmbare Alternative. Da im Zusammenhang mit
nahen Familienangehörigen regelmässig Suspensionsverfügungen erlas-
sen würden, sei das Einreiseverbot nur bedingt geeignet, die öffentliche
Sicherheit und Ordnung zu wahren. Aus diesem Grund könne das Inte-
resse auch nicht mehr so hoch sein; jedenfalls könne es nicht höher als
das private Interesse des Beschwerdeführers gewichtet werden. Andern-
falls dürften keine Suspensionsverfügungen erlassen werden (Beschwer-
de, IV Pkt 4.2 und Pkt 4.3).
7.4 Der Beschwerdeführer verkennt bei seiner Argumentation, dass er in
der Schweiz nicht mehr im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung ist. Diesbe-
züglich verfügte die DBM am 22. Oktober 2015 die Nichtverlängerung. Der
Entscheid wurde letztinstanzlich durch das Bundesgericht bestätigt (vgl.
Sachverhalt Bst. E). In diesem Sinn erweist sich auch der Hinweis auf das
Urteil des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) vom
16. April 2013 in Sachen Udeh gegen die Schweiz (Nr. 12020/09) als un-
behelflich, geht es doch in diesem Entscheid um die Beurteilung eines Blei-
berechts in der Schweiz, welches vorliegend gerade nicht Verfahrensge-
genstand ist.
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Seite 12
7.5 Ein dauerhafter Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Schweiz und
die damit verbundene konstante Betreuung des Kindes durch den Kinds-
vater stehen somit ausser Frage. Der durch Art. 8 EMRK und Art. 13 BV
geschützten Garantie des Familienlebens kommt bei der vorliegenden Be-
urteilung nur so weit Bedeutung zu, als das Einreiseverbot das durch das
fehlende Aufenthaltsrecht ohnehin auf kurzzeitige Besuche beschränkte
Familienleben zusätzlich erschwert. Die Fernhaltemassnahme stellt damit
einen administrativen Mehraufwand dar, da für Besuche in der Schweiz –
wie dem Beschwerdeführer bekannt – vorgängig um die Aussetzung des
Einreiseverbots ersucht werden muss (Art. 67 Abs. 5 AIG). Entgegen dem
Vorbringen des Beschwerdeführers stellt die Suspension eines Einreise-
verbots – die nur bei wichtigen Gründen und nur für einen klar begrenzten
Zeitraum gewährt wird – auch den Zweck der Fernhaltemassnahme nicht
in Frage, sondern dient im Zusammenhang mit der Pflege von familiären
Beziehungen der Wahrung der Verhältnismässigkeit (vgl. Urteil des BVGer
C-7261/2014 vom 23. September 2015 E. 4.4 m.H.). Zudem herrscht be-
züglich der Gewährung von Suspensionen eine restriktive Praxis. In die-
sem Sinn lehnte das SEM das Gesuch des Beschwerdeführers um Sus-
pendierung des Einreiseverbots mit Schreiben vom 13. Februar 2019 ab
und verwies dabei unter anderem auf die noch überwiegenden öffentlichen
Interessen gegenüber den privaten Interessen an einem Besuchsaufent-
halt in der Schweiz (BVGer act. 11).
7.6 Der Beschwerdeführer, der sich im Übrigen weder von seiner Ehe noch
der Geburt seines ersten Kindes am 20. August 2010 von weiterem delin-
quentem Verhalten abhalten liess, hat es somit grundsätzlich hinzuneh-
men, dass der Kontakt bis auf weiteres vor allem mit modernen Kommuni-
kationsmitteln aufrecht zu erhalten ist. Zudem kann ihn seine Familie in
Armenien besuchen. Damit ist ein gewisses Mass an Familienleben ge-
währleistet, bei dem auch das Kindeswohl gebührend berücksichtigt wird
(vgl. dazu Urteil des BVGer F-4029/2016 vom 22. März 2017 E. 7.2.2 in
fine m.H.). Insbesondere kann so noch ein (minimaler) persönlicher Kon-
takt zu den Kindern aufrechterhalten werden, der im Übrigen bereits im
Rahmen des Strafvollzugs nur stark eingeschränkt gepflegt werden
konnte.
7.7 Trotzdem verkennt das Bundesverwaltungsgericht nicht, dass durch
die vorliegende Fernhaltemassnahme das Familienleben zusätzlich beein-
trächtigt wird. Im vorliegenden Fall kommt im Zusammenhang mit der
Pflege familiärer Kontakte erschwerend hinzu, dass der Sohn des Be-
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Seite 13
schwerdeführers an [...] leidet (vgl. undatierter Bericht „professional O-
pinion“ und ambulanter Abklärungsbericht vom 23. Oktober 2017 [BVGer
act. 1]). Eine wertende Gewichtung der sich gegenüberstehenden öffentli-
chen und privaten Interessen führt das Bundesverwaltungsgericht zum Er-
gebnis, dass das gegen den Beschwerdeführer verhängte Einreiseverbot
dem Grundsatz nach zu bestätigen ist. Die von der Vorinstanz auf zehn
Jahre begrenzte Dauer der Massnahme erscheint hingegen in Anbetracht
der familiären Beziehungen des Beschwerdeführers, die als gefestigt ein-
zustufen sind (wobei es an dieser Stelle auch die [...]-Erkrankung des Soh-
nes zu berücksichtigen gilt) als unverhältnismässig. Das Bundesverwal-
tungsgericht erachtet es mit diesen Ausführungen als angezeigt, das Ein-
reiseverbot auf acht Jahre zu befristen. Damit wird den auf dem Spiel ste-
henden öffentlichen und privaten Interessen hinreichend Rechnung getra-
gen.
8.
8.1 Wird gegen eine Person, die nicht die Staatsangehörigkeit eines Mit-
gliedstaats der Europäischen Union oder der Europäischen Freihandelsas-
soziation besitzt, ein Einreiseverbot verhängt, so wird sie nach Massgabe
der Bedeutung des Falles im Schengener Informationssystem (SIS II) zur
Einreiseverweigerung ausgeschrieben (vgl. Art 21 und 24 der Verordnung
[EG] Nr. 1987/2006 vom 20. Dezember 2006 über die Einrichtung, den Be-
trieb und die Nutzung des Schengener Informationssystems der zweiten
Generation, Abl. L 381/4 vom 28. Dezember 2006).
8.2 Die mit Verfügung vom 30. Mai 2018 bewirkte Ausschreibung des Be-
schwerdeführers im SIS II ist deshalb gemäss obiger Ausführungen eben-
falls auf acht Jahre zu befristen.
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht verletzt (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher teilweise
gutzuheissen und das Einreiseverbot bis zum 29. Mai 2026 zu befristen.
10.
10.1 Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wären dem Beschwer-
deführer grundsätzlich die ermässigten Verfahrenskosten aufzuerlegen
(vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Da ihm indessen
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mit Zwischenverfügung vom 10. Oktober 2018 die unentgeltliche Verfah-
rensführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde (vgl. BVGer
act. 6), sind vorliegend keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63
Abs. 1 und 2 VwVG).
10.2 Für die dem Beschwerdeführer erwachsenen notwendigen Kosten ist
ihm im Umfang des Obsiegens eine Parteientschädigung zulasten der
Vorinstanz zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 und Abs. 2 VwVG). Für den
darüber hinausgehenden Aufwand ist der mit Zwischenverfügung vom
10. Oktober 2018 als amtlicher Anwalt eingesetzte Rechtsvertreter aus der
Gerichtskasse zu entschädigen (vgl. Art. 12 VGKE). Das Gericht setzt die
Parteientschädigung und die Entschädigung für die amtlich bestellten An-
wältinnen und Anwälte auf Grund der Kostennote fest. Wird keine Kosten-
note eingereicht, so setzt das Gericht die Entschädigung auf Grund der
Akten fest (Art. 14 Abs. 2 VGKE). In Berücksichtigung des Umfanges und
der Notwendigkeit der Eingaben, der Schwierigkeit der Streitsache in recht-
licher und tatsächlicher Hinsicht sowie der aktenkundigen Bemühungen ist
das Honorar nach Massgabe der einschlägigen Bestimmungen auf
Fr. 2‘000.- (inkl. Auslagen) festzusetzen (vgl. Art. 65 Abs. 2 und 3 VwVG
i.V.m. Art. 9 ff. VGKE). Vom genannten Betrag entfallen Fr. 400.- auf die
Parteientschädigung, die zulasten der Vorinstanz geht, und Fr. 1‘600.- auf
das amtliche Honorar, das zulasten der Gerichtskasse geht. Gelangt der
Beschwerdeführer später zu hinreichenden Mitteln, so hat er dem Gericht
das amtliche Honorar zu vergüten (vgl. Art. 65 Abs. 4 VwVG).
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