Decision ID: eaf85730-7c15-475a-b12b-dc0839230161
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Mit Verfügung vom 2
4.
September 2009 sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
Y._
, geboren 1961, basierend auf einem Invaliditätsgrad von 50
%
mit Wirkung ab dem
1.
Juli 2009 eine halbe Invalidenrente in der Höhe von
Fr.
1'040.-- sowie akzessorische Kinderrenten für die beiden Töchter
Z._
, geboren 1992, und
X._
, geboren 1996, in der Höhe von
je
Fr.
416.-- zu (
Urk.
11/21). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, sprach ausserdem
ebenfalls mit Verfügung vom 24.
September 2009 der Tochter
X._
mit Wirkung ab dem
1.
Juli 2009 eine Waisenrente
(Vaterwaise)
von
Fr.
693.
--
zu (
Urk.
11/20).
Mit Verfü
gungen vom 2
4.
Januar 2011 erhöhte die IV-Stelle die Kinderrente für die Töchter mit Wirkung ab dem
1.
Januar 2011 auf
je
Fr.
423.-- pro Monat (Urk. 11/44). Mit Verfügung vom
5.
Juli 2011 erhöhte die Ausgleichskasse die Waisenrente für die Tochter
X._
mit Wirkung ab dem
1.
Januar 2011 auf
Fr.
705.-- pro Monat
(
Urk.
11/48)
. Am
3.
Juli 2015 teilte die Ausgleichskasse
Y._
mit, der Anspruch auf eine Kinderrente für die Tochter
X._
erlösche, da diese ihre Ausbildung im August 2015 beende. Die Kin
derrente werde deshalb im August 2015 letztmals ausbezahlt (
Urk.
11/77). Nachdem die Versicherte Bescheinigungen über
die
Ausbildung bzw. die aktuel
le berufliche Situation der Tochter
X._
eingereicht hatte (Urk.
11/83/1-5), richtete die
Ausgleichskasse
die Kinderrente weiterhin aus. Am 1. Januar 2016 stell
t
e sie
Y._
erneut die Einstellung der Zahlung der Kinderrente per Ende Februar 2016 in Aussicht, da
X._
die Ausbildung im Februar 2016 beende (
Urk.
11/89).
In der Folge wurden die Kinderrenten aber trotzdem bis zum 31. August 2016 weiter ausgerichtet. Mit Vorbescheid vom 3
0.
November 2016 teilte die IV-Stelle
Y._
mit, sie müsse die zu viel ausgerichtete
n
Kinderrenten für die Zeit vom
1.
März 2016 bis zum 3
1.
August 2016 von Fr. 2'574.-- (6 x
Fr.
429.--) zurückbezahlen (
Urk.
11/104). Nachdem gegen diesen Vorbescheid kein Einwand erhoben
worden war
, forder
t
e die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
6.
Januar 2017 von
Y._
den Betrag von Fr. 2'574.-- an zu viel bezahlten Kinderrenten für die Tochter
X._
zurück (
Urk.
11/107).
1.2
Am 2
6.
März 2015 (Datum des Posteingangs) meldete sich
X._
wegen eines seit Geburt bestehenden ADHS, für dessen Behandlung
die I
n
-
vali
denversicherung
bereits
v
erschiedene Leistungen erbracht hatte (vgl. Urk.
3/8-10), bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/1). Die Berufsberatung der IV-Stelle führte diverse Abklärungen über die
beruf
-
lichen
Eingliederungs
möglichkeiten der Versicherten durch (vgl. Ver
laufs
-
protokoll Berufsberatung vom
9.
März 2016,
Urk.
9/15).
Am
9.
März 2016 teilte die IV-Stelle
X._
mit, sie habe derzeit keinen Anspruch auf Kosten
gutsprache für erstmalige berufliche Ausbildung. Die Abklärungen hätten erge
ben, dass sie einen mehrmonatigen Kosmetiklehrgang an einer privaten Schule besuche, welchen sie privat finanziere (
Urk.
9/16).
Mit Schreiben vom 5.
Juli 2016 forderte die Ausgleichskasse
X._
auf, zur Belegung ihres weiteren Anspruchs auf die Waisenrente, einen Ausbildungsnachweis einzu
reichen (
Urk.
9/18). Mit Verfügung
en
vom 1.
September 2016 forderte sie
sowohl von
X._
als auch
von der
en
Mutter
Y._
den Betrag von
Fr.
4'284.
-- (
6 x
Fr.
714.--) an zu viel bezahlten Waisenrenten für die Zeit vom
1.
März bis zu 3
1.
August 2016 zurück (
Urk.
9/19
-20
).
Per 1.
Oktober
2016 trat
X._
ein auf ein Jahr befristetes Praktikum im Detailhandel beim
A._
mit einem Arbeitspensum von 100
%
und einem Bruttolohn von
Fr.
600.-- pro Monat an (
Urk.
9/
30
).
Mit Ver
fügung vom 2
5.
November 2016 wies die IV-Stelle den Anspruch von
X._
auf eine Kinderrente ab, da das von ihr ausgeübte Praktikum nicht als Ausbildung anerkannt werden könne (
Urk.
9/32). Die Versicherte reichte darauf neue Unterlagen ein, wonach sie vom 1
4.
November 2016 bis zum 1
6.
November 2017 bei der
B._
AG einen berufsbegleitenden Lehr
gang zur Kosmetikerin absolvierte (
Urk.
9/34).
Mit Verfügung vom 1
4.
Dezember 2016 lehnte die IV-Stelle den Anspruch auf eine Kinderrente erneut ab, da der Ausbildungsaufwand insgesamt nur 18 Stunden pro Woche betrage und sich die Versicherte somit nicht überwiegend dem Ausbildungsziel widme (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung
erhob
X._
am 1
3.
Januar 2017 Beschwerde mit dem Antrag, es sei ihr ab dem 1
4.
November 2016 eine Halb
waisenrente für die Dauer ihrer Ausbildung zur Kosmetikerin auszurichten (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
Februar 2017 ersuchte die Beschwer
degegnerin um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8)
, was der Beschwerdeführerin am 2
3.
Mai 2017 mitgeteilt wurde (
Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Der Einzelrichter

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
Männer und Frauen, denen eine Invalidenrente zusteht, haben in Anwendung von
Art.
35
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) für jedes Kind, das im Falle ihres Todes eine Waisenrente der Alters- und
Hinterlas
senenversicherung
beanspruchen könnte, Anspruch auf eine Kinderrente.
Anspruch auf eine Waisenrente haben nach
Art.
25
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG) Kinder, deren Vater oder Mutter gestorben ist. Der Anspruch auf die Waisenrente entsteht gemäss
Art.
25
Abs.
4 AHVG am ersten Tag des dem Tode des Vaters oder der Mutter folgenden Monats. Er erlischt mit der Vollendung des 1
8.
Altersjahres oder mit dem Tod der Waise.
Für Kinder, die noch in Ausbildung sind, dauert der Rentenanspruch nach Art. 25
Abs.
5 AHVG bis zu deren Abschluss, längstens aber bis zum vollen
deten 2
5.
Altersjahr. Der Bundesrat kann festlegen, was als Ausbildung gilt.
Zweck der Bestimmung über den Anspruch auf Waisenrente während der Aus
bildung ist die Förderung der beruflichen Ausbildung (
Kieser
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Alters- und
Hinterlassenen
versicherung
,
3.
Auflage 2012,
Art.
25
Rz
5). Das volljährige Kind eines invali
den Elternteils soll durch die Invalidität seines Vaters oder seiner Mutter in sei
nem beruflichen Weiterkommen nicht behindert sein (BGE 139 V 122 E. 4.3)
2.2
2.2.1
Der Bundesrat hatte von seiner Kompetenz, festzulegen, was als Ausbildung gilt, ursprünglich keinen Gebrauch gemacht. Auf den
1.
Januar 2011 hat er die Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV) um die
Art.
49
bis
und
Art.
49
ter
ergänzt. Grund für diese Ergänzung war gemäss den Erläuterungen des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) zu den Ände
rungen der AHVV auf den
1.
Januar 2011 (nachfolgend: BSV-Erläuterungen) die Zunahme unklarer Fälle. Angesichts der vielfältigen Ausbildungswege der jungen Leute sei nicht mehr immer eindeutig, ob sie sich in Ausbildung befin
den oder nicht. Unter anderem solle durch den Erlass von
Art.
49
bis
AHVV die Möglichkeit genutzt werden, Brückenangebote wie Motivationssemester und
Vorlehren als Ausbildung anzuerkennen (BGE 139 V 122 E. 3.2). Bei der Aus
bildung im Sinne von
Art.
49
bis
AHVV könne es sich um eine erstmalige Aus
bildung, eine Weiterbildung, eine Zusatz- oder eine Zweitausbildung handeln (Wegleitung des BSV über die Renten in der
Eidge-nössischen
Alters-, Hinter
lassenen- und Invalidenversicherung
[RWL],
Rz
3358).
2.2.2
Gemäss
Art.
49
bis
Abs.
1 AHVV ist ein Kind nunmehr in Ausbildung, wenn es sich auf der Grundlage eines ordnungsgemässen, rechtlich oder zumindest fak
tisch anerkannten Bildungsganges systematisch und zeitlich überwiegend ent
weder auf einen Berufsabschluss vorbereitet oder sich eine Allgemein
ausbildung erwirbt, die Grundlage bildet für den Erwerb verschiedener Berufe (
Abs.
1). Als in Ausbildung gilt ein Kind auch, wenn es Brückenangebote wahrnimmt wie Motivationssemester und Vorlehren sowie Au-pair- und Sprachaufenthalte, sofern sie einen Anteil Schulunterricht enthalten (
Abs.
2). Nicht als in Ausbil
dung gilt ein Kind, wenn es ein durchschnittliches monatliches Erwerbsein
kommen erzielt, das höher ist als die maximale volle Altersrente der AHV (
Abs.
3).
Nach
Art.
49
ter
AHVV ist mit einem Berufs- oder Schulabschluss die Ausbildung beendet (
Abs.
1). Die Ausbildung gilt auch als beendet, wenn sie abgebrochen oder unterbrochen wird oder wenn ein Anspruch auf eine Invalidenrente ent
steht (
Abs.
2). Nicht als Unterbrechung im Sinne von
Abs.
2 gelten die folgen
den Zeiten, sofern die Ausbildung unmittelbar danach fortgesetzt wird: a. übli
che unterrichtsfreie Zeiten und Ferien von längstens 4 Monaten; b. Militär- oder Zivildienst von längstens 5 Monaten; c. gesundheits- oder schwangerschaftsbe
dingte Unterbrüche von längstens 12 Monaten.
2.2.3
Unter den Begriff der Ausbildung fallen danach ordentliche Lehrverhältnisse sowie Tätigkeiten zum Erwerb von Vorkenntnissen für ein Lehrverhältnis, aber auch Kurs- und Schulbesuche, wenn sie der berufsbezogenen Vorbereitung auf eine Ausbildung oder späteren Berufsausübung dienen. Bei Kurs- und Schulbe
suchen sind Art der Lehranstalt und Ausbildungsziel unerheblich, soweit diese im Rahmen eines ordnungsgemässen, (faktisch oder rechtlich) anerkannten Lehrganges eine systematische Vorbereitung auf das jeweilige Ziel bieten. Danach gilt nur als Bestandteil der Ausbildung, wenn zwischen diesem und dem Berufsziel ein Zusammenhang besteht (BGE 140 V 314 E. 3.2).
2.2.4
Die systematische Vorbereitung auf ein Ausbildungsziel im Sinne von
Art.
49
bis
AHVV erfordert gemäss der Wegleitung des BSV über die Renten in der
Eidge-nössischen
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (RWL), dass das Kind die Ausbildung mit dem objektiv zumutbaren Einsatz betreibt, um sie innert nützlicher Frist abschliessen zu können. Während der Ausbildung muss
sich das Kind zeitlich überwiegend dem Ausbildungsziel widmen. Dies gilt nur dann als erfüllt, wenn der gesamte Ausbildungsaufwand (Lehre im Betrieb, Schulunterricht, Vorlesungen, Kurse, Vor- und Nachbereitung, Prüfungsvorbe
reitung, Selbststudium, Verfassen einer Diplomarbeit, Fernstudium etc.) mindes
tens 20 Stunden pro Woche ausmacht.
Der effektive Ausbildungsaufwand kann teilweise nur mittels Indizien, mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, eruiert werden. Dabei ist insbesondere auch auf Auskünfte des Ausbildungsanbieters über die durch
schnittlich aufzuwendende Zeit für die jeweilige Ausbildung abzustellen (RWL
Rz
3359). Wer wöchentlich nur eine geringe Anzahl Kurslektionen besucht (zum Beispiel 4 Lektionen abends) und daneben zur Hauptsache arbeitet (ohne Aus
bildungscharakter) oder auch gar keinem Erwerb nachgeht, vermag den erfor
derlichen überwiegenden Ausbildungsaufwand nur schwer nachzuweisen (RWL
Rz
3360). RWL
Rz
3360 nennt das folgende Beispiel: Eine bei der Abschlussprü
fung gescheiterte Lehrabgängerin, die im anschliessenden Jahr lediglich ein paar wenige Repetitionskurse belegt, befindet sich nicht mehr in Ausbildung, wenn es ihr nicht gelingt, einen überwiegenden Ausbildungsaufwand nachzu
weisen (vgl. auch BGE 140 V 314 E. 3.2).
2.2.5
Ein Praktikum wird als Ausbildung anerkannt, wenn es gesetzlich oder regle
mentarisch für die Zulassung zu einem Bildungsgang oder zu einer Prüfung vorausgesetzt ist, oder zum Erwerb eines Di
ploms oder eines Berufsabschlus
ses verlangt wird (RWL
Rz
3361). Sind die
se
Voraussetzungen nicht erfüllt, so wird ein Praktikum trotzdem als Ausbildung anerkannt, wenn es für eine bestimmte Ausbildung faktisch geboten ist und mit dem Antritt de
s Praktikums tatsächlich die Ab
sicht besteht, die angestrebte Ausbildung zu realisieren (BGE 139 V 209) und das Praktikum im betreffenden Betrieb höchstens e
in Jahr dauert (BGE 140 V 299).
Es wird nicht verlangt, dass
das Kind während eines Prakti
kums schuli
schen Unterricht besucht. Übt das Kind jedoch lediglich eine praktische Tätig
keit aus, um sich dabei einige Branchenkenntnisse und Fertigkeiten anzueignen, um die Anstellungschancen bei
schwieriger Beschäftigungssitua
tion zu verbes
sern oder um eine Berufswahl zu treffen, liegt keine Ausbildung vor (Beispiel: Praktikum in einer Filmproduktionsfirma ni
cht als Ausbildung anerkannt ge
mäss Urteil des Bundesgerichtes vom
1.
April 2008; 9C_223/2008)
(RWL
Rz
3362)
.
2.2.
6
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsg
ericht nicht verbindlich. Dieses
soll sie bei seiner Ent
scheidung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen
zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungs
weisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch inter
ne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rech
nung getragen (BGE 140 V 314 E. 3.3, 139 V 122 E. 3.3.4, je mit Hinweisen).
3.
Es ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen Verfü
gung vom 1
4.
Dezember 2016 (
Urk.
2) den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Kinderrente verneint hat. Über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Waisenrente liegt dagegen kein Entscheid vor und dieser bildet somit im vorliegenden Verfahren nicht Streitgegenstand.
Zu befinden ist vorliegend einzig über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Kinderrente der Invalidenversicherung.
4.
4.1
Es ist unstrittig und durch die Bestätigung der
B._
AG, Fachschule für Kosmetik vom 3
0.
November 2016 (
Urk.
9/34) belegt, dass die Beschwerde
führerin einen Lehrgang als Kosmetikerin vom 1
4.
November 2016 bis zum 1
6.
November 2017 besuchte bzw. sich zumindest dafür anmeldete und diesen zu besuchen beabsichtigte. Strittig ist dagegen die Frage, ob die Beschwerdefüh
rerin mit der Absolvierung dieses Kurses einen Aufwand von mindestens
20
Stunden pro Woche hatte und somit die Annahme getroffen werden kann, sie habe sich überwiegend dem Ausbildungsziel gewidmet (vgl. E. 2.2.4).
4.2
Die Beschwerdeführerin macht hierzu geltend, sie habe für die Ausbildung als Kosmetikerin einen Aufwand von weit mehr als 20 Stunden pro Woche. Mass
geblich sei dabei auch die Tatsache, dass sie an Einschränkungen, unter ande
rem einer ärztlich attestierten Lernschwäche leide. Gemäss Schulplan habe sie Lektionen von 15.
7
5 Stunden (2 x 3.75, 1 x 8.25) Wegen erschwertem Lernen und zusätzlichen Prüfungsvorbereitungen entstehe ihr sodann ein weiterer Aufwand von insgesamt 10 Stunden pro Woche
, so dass sie für ihre Ausbildung zur Kosmetikerin mindestens 25.75 Stunden pro Woche aufwenden müsse (
Urk.
1).
4.3
Demgegenüber führt die Beschwerdegegnerin aus, sie habe die Berufs- und Erwerbssituation der Beschwerdeführerin im Rahmen der Eingliederungs
beratung geprüft. Ein Gesundheitsschaden sei ausgewiesen. Für den von der Beschwerdeführerin angetretenen Kosmetiklehrgang habe sie aber eine Kosten
gutsprache abgewiesen
, nachdem die Beschwerdeführerin ausdrücklich auf eine
Unterstützung bei erstmaliger beruflicher Ausbildung verzichtet habe.
Die Beschwerdeführerin habe eine Bestätigung
der
B._
AG für die Teil
nahme am Lehrgang zur Kosmetikerin eingereicht.
Die Abklärungen bei der Schule hätten ergeben, dass neben den Unterrichtsstunden montags von 9 bis 17.15 Uhr sowie jeweils am Dienstag- und Donnerstagabend von 18.15 bis 22.00 Uhr ein zusätzlicher Arbeitsaufwand von durchschnittlich ca. 2 Stunden zu Hause anfalle (
act
. 9/36). Daraus resultiere ein Ausbildungsaufwand pro Woche von ca. 14 bis 18 Stunden und es könne ein Gesamtaufwand von 18 Stunden pro Woche angerechnet werden. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin falle kein zusätzlicher Aufwand für das Selbststudium an, weil keine Hausaufgaben erteilt würden (
act
. 8).
5.
5.1
Gemäss
der Bestätigung
der
B._
AG
vom 3
0.
November 2016 (Urk. 9/34) absolviert die Beschwerdeführerin vom 1
4.
November 2016 bis zum 16. November 2017 die Ausbildung zur Kosmetikerin und besucht die Schule jeweils am Dienstag- und am Donnerstagabend von 18.15 Uhr bis 22.00 Uhr und am Montag ganztags von 09.00 Uhr bis 17
.15 Uhr,
somit während 15.
75 Stunden pro Woche.
Zu
berücksichtigen ist sodann
der Umstand, dass die gesamte Ausbildung laut
den Angaben
der
B._
AG 920 Lektionen umfasst,
was mithin durchschnittlich 17.
7 Lektionen (920:52) bzw.
unter der
Annahme von 6 schulfreien Wochen 20 Lektionen
(920:46)
pro Woche ergibt.
5.2
Neben den Präsenzstunden in der Schule ist von einem zusätzlichen Aufwand für die Vor- und Nachbereitung auszugehen. Gemäss telefonischer Auskunft der
B._
AG vom 1
4.
Dezember 2016 (
Urk.
9/36) beträgt dieser rund zwei Stunden pro Woche, wobei keine Hausaufgaben erteilt werden.
Wie sich aus den Akten ergibt, bestehen bei der Beschwerdeführerin
ein ADHS bzw. eine
Lernschwäche, ein leicht unterdurchschnittliche
r
IQ, Planungsschwierigkeiten, verminderte kog
nitive Flexi
bilität sowie eine markante Beeinträchtigung der geteilten Aufmer
ksam
keit.
Gemäss verhaltensneuropsychologischer Untersu
chung vom 1
6.
Juli 2015 benötigt die Beschwerdeführerin gut strukturierte Arbeitsabläufe und ein wohlwollendes Umfeld, um im berufli
chen Alltag beste
hen zu können
(Urk.
9/15/2)
. Es ist damit ausgewiesen, dass die Beschwerdefüh
rerin einen erhöhten
zeitlichen
Aufwand
beim Erlernen von Schulstoff hat. Es scheint angemessen, zusätzlich zu den Schulstunden vo
n 15.
75 Stunden einen Aufwand von rund 6 Stunden pro Woche anzurechnen, so dass sich der gesam
te Aufwand auf rund 2
1.
75 Stunden pro Woche beläuft. D
ie erforderlichen 20 Stunden
werden
damit
übertroffen
.
Die Beschwerdeführerin hat sich
daher
in
einer Ausbil
dung befunden, die einen
Anspruch auf eine Kinderrente der Invali
den
versicherung
begründet.
6.
In Gutheissung der Beschwerde ist demnach die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1
4.
Dezember 2016 (
Urk.
2) aufzuheben, und es ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab dem 1
4.
November 2016 bis zum 1
6.
November 201
7
Anspruch auf ein
e
Kinderrente der Invaliden
versicherung hat, soweit sie
während
dieser Zeit
den Lehrgang zur Kosmetikerin mit Diplom Fachschule bei der
B._
AG besucht hat.
7.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende Partei kostenpflichtig. Die Kosten sind unabhängig vom Streitwert nach dem Ver
fah
rensaufwand festzulegen, vorliegend auf Fr. 600.-- anzusetzen und der unter
liegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.