Decision ID: 7718a18a-7322-402e-a0fe-e0970e3b7375
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1973, war seit Juni 2016 als Hilfsgipser bei der
Y._
AG in
Z._
angestellt und über diese bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert,
als er sich am
7.
November 2016 auf einer Baustelle einen Finger der linken Hand
einklemmte
und v
erletzte
(
Urk.
8/1
Ziff.
1-4, 6 und 9). Die Suva richtete für die Folgen des Ereignisses die gesetz
lichen Leistungen aus (
Urk.
8/
4
).
Mit Verfügung vom 1
4.
Juni 2019 (
Urk.
8/246) sprach die Suva dem Versicherten ab dem
1.
August 2019 eine Invalidenrente bei
einem
Invaliditätsgrad
von 15 % und eine Integritätsentschädigung
von 17.5
%
zu
. Die vom Versicherten am
2.
Juli 2019
(
Urk.
8/256
/1-2
)
dagegen erhobene Einsprache hiess die Suva
nach Einholung eines polydisziplinären Gutachtens (
Urk.
8/320)
mit Entscheid vom 1
7.
Februar 2021 (
Urk.
8/335 =
Urk.
2) dahingehend teilweise gut, als sie
die Invalidenrente
entsprechend einem
Invaliditätsgrad
von 21
%
und die
Integri
tätsentschädigung
auf
37.5
%
erhöhte
. Im Übrigen wurde die Einsprache abgewiesen
(S. 10 Dispositiv
Ziff.
1).
2.
Der Versicherte erhob am
1
8.
März 2021
Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom 1
7.
Februar 2021 (
Urk.
2) und beantragte,
dieser sowie die zugrunde
liegende Verfügung vom 1
4.
Juni 2019 seien aufzuheben und es sei die Suva zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Insbesondere seien eine Invalidenrente von 100
%
und eine Integritätsentschädigung von 80
%
zu erbringen und es seien sämtliche Heilbehandlungskosten weiterhin zu überneh
men (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-2 oben).
Die
Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Mai 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7 S. 2 oben). Dies wurde dem Beschwerdeführer am 1
4.
Juni 2021 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beu
rteilende Unfall hat sich am
7.
November 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) fest,
g
emäss dem Gutachten
des
Universitätsspitals
A._
,
B._-Gutachtenzentrum
,
vom 3
0.
November 2020
bestehe als Gesundheitsschaden
ein
Chronic
Regional
Pain
Syndrome (
CRPS
)
Typ 1
, das
überwiegend
wahrscheinlich als unfallkausal zu bewerten
sei
.
Aktuell bestünden eine
ausgeprägte Hyperalgesie, troph
ische Störungen, eine
Allodynie
,
eine deutliche Bewegungseinschränkung der
linken Hand,
eine teilweise
dystone
Bewegungskomponente sowie ein Ruhetremor links. Aus psychiatrischer Sicht
sei
zudem
eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
festgestellt worden
, welche die Schmerzwahrnehmung und den Umgang mit den soma
tischen Einschränkungen stark negativ beeinflusse
(S. 4 E. 2 Mitte).
Gemäss den Gutachtern sei die erhebliche Symptomausweitung im Rahmen der
psychiat
rischen
Diag
nose einzuordnen (S. 5
Ziff.
2).
Die Beschwerdegegnerin prüfte
die Adäquanz
nach
BGE 115 V 133
, wobei sie von
einem mittelschweren
Unfall
an der Grenze zu einem leichten aus
ging
(S. 5
f.
E. 4.1
und 4.2
).
Sie verneinte eine
besondere
Eindrücklichkeit
oder
besondere B
egleitumstände
des Unfalles
. Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfall
folgen erheblich verschlimmert hätte
, sei ebenfalls nicht gegeben. Das Kriterium einer
schwere
n
oder besondere
n
Art der erlittenen Verletzung
en
sei knapp nicht erfüllt
. Eine solche sei bei einem Arbeiter angenommen worden, der beim Fräsen drei Finger verloren habe
. Der Heilungsverlauf sei
sodann
nicht als schwierig oder ungewöhnlich lang zu bezeichnen
und auch nicht mit erheblichen Komplikatio
nen verbunden gewesen
. Das Auftreten eines CRPS sei
bei solchen Verletzungen
nicht als aussergewöhnlich zu bezeichnen
(S. 6 E. 4.2 oben).
Das Kriterium einer ungewöhnlich lang
dauernden ärztlichen Behandlung sei ebenfalls nicht gegeben. Dabei sei zu beachten, dass die Schmerzen nur teilwei
se organisch zu erklären seien
und die massive Ausweitung in den ganzen linken Arm
, die Schulter und den Kopf
psychischer Natur sei. Der Umstand, dass die Psyche namhaft an den
Beschwerden beteiligt sei, müsse ausser Acht gelassen werden
. Von Bedeutung seien die Art und Intensität der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit eine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten sei. Manual
-
therapeutische Massnahmen zur Erhaltung des Zustandes genügten den Anforderungen nicht
(S. 6 E. 4.2 Mitte). Das Kriterium körperlicher Dauerschmer
zen sei erfüllt. Ob der erforderliche Grad und die Dauer der physischen Arbeits
unfähigkeit gegeben sei, müsse nicht abschliessend beurteilt werden. D
ie Beschwerdegegnerin verneinte daher
einen
adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den psychischen B
eschwerden
(S. 6 E. 4.2 unten).
Da von weiteren medizinischen Massnahmen keine namhafte Verbesserung des unfallbedingten Gesundheitsschadens zu erwarten seien,
sei
die Einstellung der vorübergehenden Leistungen
zu Recht erfolgt
(S. 6 f. E. 5).
Die Beschwerdegegnerin
stellte
für die Invaliditätsbemessung darauf ab
, dass der Beschwerdeführer
vom somatischer Seite
als
Einhänder
zu betrachten sei
und in einer angepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. Bei
einem
Valideneinkommen
von
Fr.
63'700.-- und einem nach Abzug vom Tabellenlohn von 25
%
ermittelte Invalideneinkommen
von
Fr.
50'085.--
wies sie einen
Invaliditätsgrad von neu 21
%
aus
(S. 7 E. 5.1).
Zudem erhöhte sie die Integri
tätsentschädigung
gemäss der Beurteilung durch die
B._
-Gutachter auf
37.5
%
, wobei sie dem Umstand Rechnung trug, dass ein wesentlicher Teil der chronischen Schmerzen durch die psychiatrische Komorbidität zumindest mit
moduliert sei
, wobei eine Integritätsentschädigung von 45-50
%
(Vollbild, somatisch) auch nicht begründet werden könne
(S. 8 f. E 5.2.2
und 5.2.3
).
2.2
De
r Beschwerdeführer brachte vor,
der
adäquate Kausalzusammenhang sei offen
sichtlich gegeben (
Urk.
1 S. 8
Ziff.
5.1). Die Beschwerdegegnerin
habe
bezüglich des Kriteriums der besonderen Art der Verletzung
nur geprüft, ob die Verletzung am Finger geeignet gewesen sei, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen. Dies sei zu kurz gegriffen. Vielmehr sei auch das CRPS als Komplikation nach der Operation in die Beurteilung einzubeziehen
. Wie auch bei anderen chronischen Schmerzsyndromen sei beim CRPS, insbesondere bei einer
Chronifizierung
, davon auszugehen, dass sie eine Erkrankung mit potentiell schwerwiegender funktio
neller und psychosozialer Beeinträchtigung darstelle
(S. 9
Ziff.
5.2.2 unten).
Ein
chronifiziertes
CRPS, das zur Folge habe, dass der ganze linke Arm nicht mehr eingesetzt werden könne, könne
sodann
keineswegs a
ls normales
Risi
ko einer Fingerv
erletzung bezeichnet werden. Vielmehr handle es sich um eine äusserst erhebliche Komplikation. Das Schmerzsyndrom sei daher sehr wohl zu beachten (S. 10
Ziff.
5.2.3 Mitte).
Bezüglich des Heilverlaufes hätten immer wieder neue Behandlungen stattgefun
den, teilweise aufgrund neu aufgetretener gesundheitlicher Beeinträchtigungen. Bis zur Diagnose eines CRPS habe es zudem mehr als ein Jahr gedauert (S. 10
Ziff.
5.2.3 unten). Es müsse von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung mit erheblichen Komplikationen gesprochen werden (S. 11 Mitte).
Zusammenfassend seien die psychischen Folgen als adäquat kausal zum Unfall vom
7.
November 2016 anzuerkennen (S. 12
Ziff.
5.2.6).
Nach dem Gutachten de
r
B._
sei die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt als aktuell nicht verwertbar anzuerkennen. Der Beschwerde
führer habe daher Anrecht auf eine Invalidenrente
bei
einem Invaliditätsgrad von 100
%
(S. 12
Ziff.
5.3 Mitte).
Aufgrund seiner fehlenden Deutschkenntnisse wäre er auch künftig in einem
Tieflohnbereich tätig gewesen, so dass eine
Parallelisie
rung von Validen- und
Invalideneinkommen vorzunehmen wäre
, sofern nicht ohnehin von einer Vollinvalidität ausgegangen werde
(S. 13
Ziff.
5.3). Weiter werde eine Integritätsentschädigung in der Höhe von 80
%
respektive von
Fr.
118'560.-- gefordert (S. 13
Ziff.
5.4).
2.3
Die Beschwerdegegnerin führte in der Vernehmlassung
vom 1
1.
Mai 2021
ergän
zend aus,
bei der Prüfung der Adäquanz sei das CRPS als komplexes regionales Schmerzsyndrom beim Kriterium der
Dauerbeschwerden zu beurteilen und nicht
unter demjenigen
der besonderen Art der Verletzung. Nach der bundesgericht
lichen Rechtsprechung seien neuropathische Schmerzen als körperliche Dauer
schmerzen zu berücksichtigen. Zudem sei nicht erstellt, dass ein CRPS geeignet sei, psychische Fehlentwicklungen auszulösen (
Urk.
7 S 3 f.
Ziff.
6.3). Eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung sei nicht gegeben
.
Nach dem Gutachten des
B._
fehle es bezüglich der Ausweitung der beklagten Schmerzen auf den gesamten linken Arm, die linke Schulter, die linke Leiste und das linke Bein an einem unfallbedingten organischen Korrelat, was auch auf die Kopfschmerzen zutreffe. Die Folgen der organisch nicht hinreichend nachweis
baren psychischen Beschwerden dürften nicht in die Beurteilung des Kriteriums einer ungewöhnlich langen Dauer einbezogen werden (S. 4
Ziff.
6.4 Mitte). Die sich ab Mitte 2018 abzeichnende Ausweitung der Beschwerden und de
r
en Behandlung könnten daher nicht berücksichtigt werden (S. 4
Ziff.
6.4 unten).
Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten Beschwerden dürfe
sodann
nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen geschlossen werden (S. 5
Ziff.
6.5).
2.4
Strittig
ist zunächst,
ob die Beschwerdegegnerin den F
all zu Recht abgeschlossen hat
beziehungsweise, ob gegebenenfalls weiterhin
Heilbehandlungskosten geschuldet sind.
Des Weiteren
ist
über
die Höhe
des Rentenanspruches und der Integritätsentschädigung
zu entscheiden.
3.
3.1
In der Schadensmeldung vom
7.
November 2016 wurde zum Unfallhergang vom gleichen Tag angegeben, der Beschwerdeführer habe auf einer Baustelle eine Türe in
eine
Mulde werfen wollen und sich
dabei
den Finger der linken Hand einge
klemmt und verletzt (
Urk.
8/1
Ziff.
4, 6 und 9).
3.2
Die Ärzte des Spitals
C._
stellten im Bericht vom
7.
November 2016 (
Urk.
8/16)
über die Erstbehandlung
die
Diagnose dislozierte Längsfraktur End
phalanx
Dig
. IV der linken Hand mit Nagelbett-Läsion vom
7.
November 2016 (S. 1 oben). Zur Anamnese wurde ausgeführt, der Patient habe bei der Arbeit eine Tür getragen, die abgerutscht und auf seinen Finger gefallen sei. Es habe stark geblutet und er verspüre eine Sensibilitätsminderung am
palmaren
Endglied
(S. 1 unten).
3.3
Die Ärzte des Spitals
C._
stellten i
m Bericht vom
5.
April 2017 (
Urk.
8/31) über die Sprechstunde vom gleichen Tag folgende Diagnose (S. 1):
Allodynie
En
d
glied
Dig
. IV Hand links bei
-
Status nach dislozierter Längstrümmerfraktur mit intraartikulärem Ausläufer Endphalanx
Dig
. IV Hand links vom
7.
November 2016
-
Nagelbettrevision gleichentags auf der Notallstation
-
CT vom 1
6.
März 2017: Endphalanx
Dig
. IV mit vertikalem Substanz
defek
t, ausgesprengtem
palmarem
Fragment und Achsendeviation nach dorsal
-
stabile
ossäre
Verhältnisse gemäss dynamischer Kontrolle am
5.
April 2017
Die Ärzte
des Spitals
C._
führten aus
,
es bestünden reizlose Weichteilverhält
nisse und eine ausgeprägte Überempfindlichkeit des gesamten Endgliedes von
Dig
. IV der linken Hand. B
ei einer stabilen
ossären
Situation bestehe eine ausgeprägte
Allodynie
, welche den Einsatz des F
ingers im Alltag verunmögliche
(S. 1 f.).
3.4
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Neurochirurgie, Suva-Kreisärztin
, berichtete am
2
5.
August 2017 (
Urk.
8/55) über di
e Untersuchung vom gleichen Tag. Sie
führte aus
, der Beschwerdeführer habe angegeben, dass mittlerweile die ganze linke Hand schmerze und ein Ziehen in den linken Unterarm
bestehe
. Die Schmer
zen seien sowohl in Ruhe als auch bei Bewegung vorhanden. Der Nachtschlaf sei gestört. Die Schmerzen bestünden seit dem Unfall. Allerdings sei es vor vier bis fünf Monaten deutlich schlechter geworden
. Seit
dann habe er auch Probleme, die Finger zu bewegen
(S. 3 oben).
Dr.
D._
nannte als Diagnosen ausgeprägte Restbeschwerden und eine Bewegungseinschränkung des linken Ringfingers mit/bei einem Status nach dislozierter Längsfraktur Endphala
nx
Dig
. IV mit Nagelbettläsion
an der linken Hand und einem Status nach
Débridement
, Nagel
bettrevision und Eigen
nagel-
Refixation
vom
7.
November 2016 (S. 4 Mitte).
Seit vier bis fünf Monaten bestünden zunehmende Beschwerden im Bereich des linken Ringfingers und der linken Hand. Im CT
der linken Hand
vom März 2017 zeige sich eine deutliche Deformation der Endphalanx mit
einem
Defekt bei einem Status nach
Endphalanxfraktur
. In der aktuellen Untersuchung
hätten sich
eine Hyperästhesie im Bereich der gesamten linken Hand, eine
Allodynie
im Ber
eich der Ringfingerkuppe sowie eine deutliche Bewegungseinschränkung der Fing
er drei bis fünf links gezeigt (S. 4 unten).
Der Beschwerdeführer sei derzeit im Spital
C._
in schmerztherapeut
ischer Behandlung. Vorliegend sei eine handchirur
gische Zweitmeinung gerechtfertigt. Für die Tätigkeit als Hilfsgipser sei weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
gegeben. Eine Prognose, wann die ange
stammte Tätigkeit wiederaufgenommen werden könne, sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich
. Es sollten die weiteren Abklärungen abgewartet werden
(S. 4 f.).
3.5
Dr.
med.
E._
, Facharzt für N
eurologie
, Leitender Arzt, Spital
C._
, stellte im Bericht vom 1
2.
September 2017 (
Urk.
8/77/2-3)
neu die Diagnosen neuropathische Schmerzen/Hyperästhesie/Bewegungs
einschränkung mit
Punc
tu
m
maximum
Endglied
und DIP-Gelenk
Dig
. IV Hand links bei einem Reizsyndrom von
N.
ulnaris
links und einer zentralen Schmerzsensibilisierung
(S. 1 Mitte).
Dr.
E._
gab an
, bei der Untersuchung sei eine schwere
Allodynie
von
Dig
. V, IV und III links sowie der angrenzenden Fläche von Palma und
Dorsum
manus
und den
ulnaren
Unterarm einbeziehend festgestellt worden. Zudem bestehe eine Hyperhidrose dieser Finger
mit
puctum
maximum
von
Dig
. IV. Hier bestehe zudem
eine H
ypot
rophie des Fingers und eine livide Verfärbung. Die passive Beweglichkeit des DIP von
Dig
. III sei schmerzbedingt ebenfalls stark eingeschränkt
. Weiter liege eine angedeutete Schwanenhals-Fehlstellung des Zeigefingers vor
(S. 1 unten).
3.6
Dr.
med.
F._
, Oberarzt, und
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Chirurgie, Spital
C._
, Handchirurgie,
berichteten am
2.
Oktober 2017 (
Urk.
8/86/3-5) über die stationäre Behandlung des Beschwerdeführers
im Spital
C._
vom
2.
bis
6.
Oktober 201
7.
Sie
nannten neu als
Diagnose
n
ein
CRPS Typ I sowie
eine
zentrale Schmerzsensibilisier
ung der linken Hand (S. 1 oben).
Vom
2.
b
is
6.
Oktober 2017 sei eine intensive ergotherapeutische Behandlung erfolgt. Diese sei weiterzuführen (S. 1 unten).
3.7
Dr.
D._
nannte im Bericht vom 2
3.
März 2018 (
Urk.
8/125) über die kreisärzt
liche Untersuchung vom
2
2.
März 2018
als Diagnosen
(S. 6 oben):
chronisches regionales Schmerzsyndrom (CRPS) mit/bei:
-
Status nach dislozierter Längsfraktur Endphalanx
Dig
. IV mit Nagel
bettläsion an der linken Hand
-
Status nach
Débridement
, Nagelbettrevision und Eigennagel-
Refixation
Der
rechtshändige
Beschwerdeführer habe i
n der aktuellen
klinischen
Unter
suchung
das proximale und distale
Interphalangealgelenk
des linken Mittel-, Ring- und Kleinfingers nicht aktiv ansteuern können. Eine minimale Flexion im Grundgelenk der
Dig
. III-V links sei möglich. Die
Allodynie
habe sich vom Ring
finger auf den Mittel- und Kleinfinger ausgedehnt und es zeige sich eine Glanz
haut im Bereich des linken Mittel-, Ring- und Kleinfingers.
Neben der bekannten
Allodynie
und der Bewegungseinschränkung mit teilweise
dystoner
Komponente
hätten sich trophische Störungen sowie eine
Hautkoloritverfärbung
während einer Schmerzattacke gezeigt. Ein
Sulcus
-
unlaris
-Syndr
o
m sei ausgeschlossen worden.
Die Budapest-Kriterien zur Diagnose eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms (CRPS) seien erfüllt.
Eine Rückkehr in die angestammte Tätig
keit des Beschwerdeführers als Hilfsgipser sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar (S. 6 unten).
3.8
Die Ärzte der Universitätsklinik
H._
, Rheumatologie, Physikalische Medizin,
gaben
im
Bericht vom 1
1.
Oktober 2018 (
Urk.
8/195)
an
, es bestehe ein ausge
prägtes CRPS der linken Hand mit eindrücklichen dystrophen Veränderungen, insbesondere bei
Dig
. II und III, sowie einer progredienten Schmerzausweitung, aktuell bis
thorako
-abdominal linksseitig.
Es bestünden eher zunehmende Beschwerden mit den beschriebenen eindrücklichen Befunden.
Prognosti
sch bestehe ein ungünstiges CRPS
mit deutlich eingeschränkter Funktionsfähigkeit und stärksten Schmerzen. Funktionell liege eine
Einhändigkeit
links vor (S. 3 unten). Die therapeutischen Massnahmen seien mehrheitlich ausgeschöpft. Die Weiterführung der Ergotherapie sei zur Stabilisierung des aktuellen Beschwer
deniveaus wichtig (S. 4 oben).
3
.9
Dr.
D._
führte im Bericht vom
5.
Dezember 2018
(
Urk.
8/202)
über die
kreisärzt
liche
Untersuchung vom
3.
Dezember 2018
aus, tendenziell habe sich
eine Ausweitung der Schmerzsituation auf den gesamten linken Arm und die linke Schulter gezeigt, was sich mit den vorliegenden Berichten decke
. Seit dem Beginn der therapeutischen Massnahmen sei es im Hinblick auf das CRPS weder unter Ergotherapie, einer medikamentösen Behandlung noch unter
interventionellen
Massnahmen zu einer wesentlichen Besserung der Beschwerdesituation gekom
men
(S. 8 oben).
Die Arbeit als Hilfsgipser sei dem Beschwerdeführer aufgrund der aktuellen Beschwerden im Rahmen des CRPS nicht mehr zumutbar. Um die Leistungsfähig
keit zu evaluieren, werde eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit im Rahmen eines Assessments empfohlen. Die Schmerzmedikation sei unfallbedingt weiterhin durch den Unfallversicherer zu übernehmen. Die geschilderten Kopf
schmerzen
und die dafür benötigte
Medikation sei nicht überwiegend wahrscheinlich als Unfallfolge anzusehen (S. 8 unten).
3.10
Dem Bericht vom
5.
Dezember
2018 ist eine medizinische Beurteilung von
Dr.
D._
vom
4.
Dezember 2018 (
Urk.
8/203)
zur Schätzung des I
ntegritätsscha
den
s
beigelegt
.
Die Kreisärztin
gab darin an
, der
Beschwerdeführer leide unter einer extrem
en Berührungsempfindlichkeit der
linken
Mittel-, Ring- und Klein
f
inger
und unter einer erheblichen
Einschränkung der Beweglichkeit dieser Finger
,
die im Alltag nicht eingesetzt werden könn
t
en.
Dr.
D._
schätzte den Integritätsschaden für einfache oder kombinierte Finger-, Hand- und Armverluste
(Tabelle 3 Position 39)
auf 17.5
%
.
3.11
Die Ärzte der Rehaklinik
I._
erstatteten am 2
8.
März 2019 (
Urk.
8/224) einen Bericht zur Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL). Die Tests fanden am 2
0.
und 2
1.
März 2019 statt (S. 1).
Die Ärzte der Rehaklinik
I._
führten in ihrer
Beurteilung aus, das CRPS präsentiere sich
in Form einer
ausgeprägten Schmerzsymptomatik mit Ausstrah
lung in die linke Körperhälfte und die linke Leiste.
Die linke Hand werde mittels einer Schiene
für die
Finger II-V und einer Beugeschiene von
Dig
. II komplett ruhiggestellt.
Die Schienen würden
Tag
und Nacht getragen.
Aufgrund der Immobilisierung
bestehe
eine Atrophie der linken Hand.
Zudem werde der gesamte linke Arm vom Patienten kaum noch eingesetzt, weshalb es bereits zu einer Bewegungseinschränkung im Ellenbogen und der Schulter gekommen sei. Die angegebene Schmerzausstrahlung
in
nahezu
die
gesamte linke
Körperfläche sei klinisch nicht plausibel.
Die linke obere Extremität soll
e vermehrt eingesetzt werden, um weitere Folgeeinschränkungen zu vermeiden
. Dies sei besonders wichtig, da es jederzeit zu einer Verbesserung der Symptomatik kommen könne. Weiter bestehe keine Indikation, die Schienenversorgung dauerhaft zu tragen, und es sei die regelmässige Einnahme von Opiaten zu reduzieren
. Die linke obere Extremität könne für Halte- und Stützzwecke eingesetzt werden
(S. 6 unten).
Infolge der beobachteten erheblichen Symptomausweitung seien die Resultate der physischen Leistungstests
nicht verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem
Effort
eine bessere als die gezeigte Leistung möglich sei. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden aus somatischer Sicht nur ungenügend erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich daher primär auf medizinisch-theore
tische
Überlegungen
unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests.
Die berufliche Tätigkeit als Hilfsgipser sei aktuell nicht zumutbar. Da es sich um eine schwere
bimanuelle
Tätigkeit handle, seien die Anforderungen zu hoch. Eine leichte Arbeit sei dagegen ganztags zumutbar (S. 7 unten).
3.12
Dr.
G._
, Spital
C._
, gab
in der
Stellungnahme vom 2
4.
September 2019 (
Urk.
8/306/3-4) an,
im Verlauf der Behandlung habe sich kontinuierlich, glaub
haft und nachvollziehbar eine Ausweitung der schmerzhaften Areale der linken oberen Extremität und der linken Körperhälfte gezeigt. Trotz intensiver Behand
lung sei es zur Ausweitung des Schmerzgeschehens
gekommen
(S. 1 oben).
3.13
Dr.
med.
J._
, Fachärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie,
führte im
Bericht vom
2
4.
September 2019 (
Urk.
8/306/5-6)
aus,
der Patient sei seit dem
9.
Juli 2019
in
psychotherapeutischer Behandlung (S. 1 oben).
Er
habe seine Familie
nach K._
schicken müssen, weil er sie finanziell nicht
mehr unterstützen könne
.
Seit
August 2019
sei er
auf
Sozialhilfe angewie
sen. Er sei sehr deprimiert und habe existenzielle Ä
ngste (S. 1 unten).
Es bestehe ein depressives Syndrom mit einer Antriebshemmung, einer verlangsamten Psychomotorik, eingeengtem Denk
en
, negativ
gefärbten
Gedanken, einer gedrückten Grundstimmung und einer eingeengten affektiven Resonanz.
Produk
tiv-psychotische Phänomene bestünden nicht.
Der Patient habe
zudem
suizidale Gedanken, jedoch ohne suizidale Handlung
en
. Dies aus
einem
Verantwortungs
gefühl gegenüber seiner Familie.
Er hinterlasse einen sehr unsicheren, leidens
geplagten und deprimierten Eindruck (S. 2 oben).
Dr.
J._
stellte folgende Diagnosen (S. 2 Mitte):
-
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2)
-
Kontaktanlässe mit Bezug auf das Berufsleben (ICD-10 Z56)
-
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei
der Lebensbewältigung
(ICD-10 Z
73)
-
CRPS
Eine psychotherapeutische Behandlung sei indiziert, um eine Tagesstruktur zu stabilisieren, Ressourcen und Ziele zu erarbeiten und eine weitere
Chronifizierung
der depressiven Symptomatik zu vermeiden (S. 2 unten).
3.14
Dr.
J._
gab im Bericht vom
6.
April 2020 (
Urk.
8/298/1-4) an, aufgrund des schweren depressiven Zustandes
und im Zusammenhang mit den starken Schmerzen, den trophischen Veränderungen und den Einschränkungen der linken Hand sei aktuell nicht absehbar, ab wann und inwieweit eine Arbeitsfähigkeit attestiert werden könne (S. 4 unten).
3.15
3.15
.1
Die Gutachter de
r
B._
erstatteten am 3
0.
November 2020 (
Urk.
8/320) im Auftrag der Beschwerdegegnerin ein polydisziplinäres Gutachten.
Es
beruht auf den fachärztlichen Untersuchungen durch
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
M._
, Facharzt für C
hirur
gie
und für Plastische,
Rekonstruktive
und Ästhetische Chirurgie,
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
O._
, Assistenzarzt, und PD
Dr.
med. et phil.
P._
, Facharzt für Neurologie,
sowie den
den
Gutachtern zur Verfügung
Akten
(S. 4
Ziff.
2).
Die Gutachter führten im Hauptgutachten
zur
Anamnese aus, aktuell bestünden ständige brennende Schmerzen in der linken Hand. Diese
strahlten
ulnar
bis zum Ellenb
ogen und zum Oberarm aus
. Es bestehe eine Schwellung und eine farbliche Veränderung der Hand rot und bläulich. Im Nacken habe der Beschwerdeführer ebenfalls ausgeprägte Schmerzen
,
seitlich
links
über die ganze Schulter nac
h dorsal und
in
das Schulterblatt ausstrahlend
und nach vorne bis in die Herz
gegend ziehend
. Die Schmerzen hätten die letzten zweieinhalb Jahre immer mehr
zugenommen
(S. 6
f.
).
Medikamente oder Therapien hätten keinen wirklichen oder nachhaltigen Effekt
gehabt
. Vom Nacken her habe er häufig
in den Kopf ausstrahlende Schmerzen von migräneartigem Charakter, die teils mit Erbrechen verbunden seien
.
Eine somatische Behandlung erfolgte aktuell nicht
(S. 7 oben).
Der Beschwerdeführer habe schon
vor dem Unfall an gelegentlichen Migräne-Attacken gelitten, die alle paar Monate vorgekommen seien (S. 8 oben).
Der Explorand habe während der internistischen Untersuchung schmerzgeplagt gewirkt, ohne dass dies demonstrativ imponiert habe
. Der linke Arm werde konsequent geschont
. Das
Ent
- und Ankleiden geschehe einhändig mit rechts
(S. 9
Ziff.
3.2).
3.15
.2
Im psychiatrischen Teilgutachten (
Urk.
8/320/39-52)
wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer sei seit Juli 2019
in psychotherapeutischer
Behandlung. Die delegierte Psychotherapie finde
in italienischer Sprache statt und
erfolge zurzeit alle drei Wochen (S. 6 oben).
Für
die Gesprächssituation relevante
Aufmerksam
keits
- und Gedächtnisdefizite
seien nicht beobachtet worden
(S. 7
Ziff.
4.3 oben). Es bestehe eine depressive Mimik und eine sehr verhalt
ene Psychomotorik (S. 8 Mitte).
Gutachter
Dr.
N._
nannte als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2), Erstdiagnose Juli 2019, mit Mitmodulation der Schmerzwahrnehmung durch die depressive
Symptomatik.
Eine Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellte der Gutachter nicht (S. 10
Ziff.
6.1 und 6.2).
Dr.
J._
habe im Bericht vom 2
4.
September 2019 ein schweres depressives Syndrom beschrieben mit einer Antriebshemmung, einer verlangsamten Psychomotorik, eingeengtem Denken, einer gedrückten Grundstimmung und einer eingeengten affektiven Resonanz. Weiter bestünden suizidale Gedanken ohne Handlungsdruck. Nach der psychiat
rischen Untersuchung könne ebenfalls eine schwere depressive Episode
diagnos
tiziert
werden. Der Beschwerdeführer zeige eine de
utl
iche depressive Verstimmung,
eine ausgeprägte
Anhedonie
, eine Antriebsstörung, den
Verlust der Motivation und es bestehe der wiederkehrende Wunsch zu sterben.
Weiter sei die Müdigkeit
stark erhöht,
das Selbstvertrauen reduziert
und es bestünden
Ein- und Durchschlafstörungen
(S. 11 Mitte).
Nach dem
Mini-ICF-APP
bestehe bei
der Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routine
eine mittelschwere Einschränkung.
D
er Beschwerdeführer
halte sich
aus Pflichtbewusstsein noch an Minimalstrukturen.
Bei der Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben bestehe eine schwere Einschränkung. Die Hoffnungslosigkeit des Beschwerdeführers sei raumgreifend und verhindere die Entwicklung
von Strategien
. Die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit
sei
en
ebenfalls schwer eingeschränkt.
Bei
der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit bestehe eine mittelschwere Einschränkung
. Es handle sich um eine starke depres
sive Einfärbung ohne Hoffnung.
Bei der Durchhaltefähigkeit liege eine schwere Einschränkung vor.
Die Selbstbehauptungsfähigkeit sei
ebenfalls
schwer einge
schränkt.
Es sei von einem stark reduzierten
Selbstwertgefühl
auszugehen
. Spontanaktivitäten seien kaum mehr möglich. Es bestehe ein ausgeprägter sozialer Rückzug
(S. 12 oben).
Der berufliche und private Bereich sei im gleichen Ausmass eingeschränkt
(S. 12
Ziff.
7.3).
Der Beschwerdeführer sei aus psychiatrischer Sicht mit der aktuell schweren depressiven Symptomatik im ersten und aktuell auch im geschützten Arbeits
markt nicht arbeitsfähig. Die Arbeitsfähigkeit sei sicher seit Juli 2019 vollständig aufgehoben
. Der Verlauf vom Unfall bis Juli 2019 lasse sich nicht rekonstruieren
(S. 13
Ziff.
8.2).
Die aktuelle Behandlung sei weiterzuführen. Eine stationäre Behandlung sei indiziert.
Dies
könne zu einer
Verbesserung des klinischen Zustandsbildes führen (S. 13
Ziff.
8.3).
3.15
.3
Dr.
O._
und PD
Dr.
P._
stellten
im
neurologischen Teilgutachten (
Urk.
8/320/53-69) die Diagnose chronisches CRPS der linken Hand, Erstmani
festation zirka Anfang 2017 bei Status nach Riss-Quetschverletzung mit dislozierter, intraartikulärer Fraktur Endphalanx
Dig
. IV Hand links vom
7.
November 2016 mit Status nach
Débride
ment
, Nagelbett-Revision mit Ei
gen
nagel-
Refixation
. Die Budapest-Kriterien seien erfüllt
(S. 11
Ziff.
6.1 oben).
Anfang 2017 habe sich langsam ein Schmerzsyndrom im Bereich der
ulnaren
linken Hand entwickelt
. Dieses weise anamnestisch eine Hyperästhesie und
eine
Allodynie
auf sowie begleitende motorische Erscheinungen im Sinne einer Beweglichkeitseinschränkung mit Tremor, trophischen Veränderungen, einem Ödem und Unregelmässigkeiten der Hautfarbe, der Temperatur, der
Trophik
und der Schweisssekretion
(S. 11
Ziff.
7.1 unten). Der Explorand sei aufgrund
des im Vordergrund stehenden
chronifizierten
CRPS mit Syndrom-Ausweitung inklusive
einer
Allodynie
und
einer
Cephalgie
für sämtliche Tätigkeiten erheblich einge
schränkt. Dies bei funktioneller
Einhändigkeit
und
einem ausgeprägten
Schmerzsyndrom mit
einem daraus resultierenden
stä
ndigen
Bedarf an Positions
wechsel
n
und
einer reduzierten
Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit (S. 14
Ziff.
7.2). Aus rein neurologischer Sicht werde der Explorand aufgrund des CRPS und der dadurch bedingten funktionellen
Einhändigkeit
für die angestammte, körperlich schwere und
bimanuelle
Tätigkeit als 100
%
arbeitsunfähig erachtet. Die Einschätzung gelte spätestens seit der Erstmanifestation des CRPS
, welc
hes für das erste Semester 2017
präzisiert werden könne
. Faktisch gelte die Arbeits
unfähigkeit jedoch schon ab dem Unfalldatum
bei bis zur Diagnose des CRPS nicht möglicher Arbeitsfähigkeit
(S. 15
Ziff.
8.1). Hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit sei der Explorand au
s
neurologischer Sicht grundsätzlich für einhändige Tätigkeiten einsetzbar. Für eine berufliche Eingliederung bestehe jedoch eine erhebliche Erschwernis aufgrund
fehlender
Berufsbildung und Sprachkenntnisse und
der
reaktiven psychiatrischen Komorbidität (S. 15
Ziff.
8.2).
3.15
.4
Dr.
M._
nannte im handchirurgischen Teilgutachten (
Urk.
8/320/70-81) als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8
Ziff.
6.1):
-
Status nach dislozierter, intraartikulärer Fraktur Endphalanx
Dig
. IV Hand links mit Riss-Quetschwunde und Nagelbettläsion vom
7.
November 2016
-
im Verlauf
CRPS I Hand links mit Ausstrahlung
thorako
-abdominal (Erst
diagnose mindestens August 2017)
Der Explorand könne sich auch mit dem linken Vorderarm nicht wesentlich betätigen,
da
die entsprechenden Kräfte via die Hand nicht umgesetzt werden könnten. Die Einschätzung durch die Ärzte der Rehaklinik
I._
werde geteilt, ausser, dass die Hand nicht in relevanter Weise als Hilfshand eingesetzt werden könne. Der Explorand sei
daher bezüglich der dominanten rechten Hand
als
Einhänder
zu beurteilen (S. 10
Ziff.
7.2).
3.15
.5
Die Gutachter stellten in der Gesamtbeurteilung folgende
unfallkaus
a
le
Diagno
sen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 12 Mitte):
-
CRPS linke Hand, Erstmanifestation zirka Anfang 2017
-
Status nach Riss-Quetschverletzung mit dislozierter, intraartikulärer Fraktur Endphalanx
Dig
. IV Hand links vom
7.
November 2016
-
Budapest-Kriterien erfüllt
-
Status nach multiplen erfolglosen medikamentösen und nicht-medika
mentösen therapeutischen Ansätzen
-
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2)
-
Erstdiagnose Juli 2019
-
Mitmodulation der Schmerzwahrnehmung durch die depressive Symp
tomatik mit
-
progredientem Verlauf mit Schmerzausweitung ge
samter linker Arm, Nacken
und Bein links
-
hochfrequente
r
episodische
r
Cephalgie
(zirka 10-15 Episoden monatlich), am ehesten multifaktorieller Genese
Unfallfremde Diagnosen bestünden nicht (S. 12 unten).
Der Beschwerdeführer habe
sich beim Unfal
l vom
7.
November den Finger des
Dig
. IV der linken Hand eingeklemmt und verletzt (S. 10
Ziff.
4.1 oben). Fünf Monate
danach
sei
eine ausgeprägte Schmer
zempfindlichkeit des Ringfingerendglieds
mit einer
Allodynie
festgestellt
worden
.
Im weiteren Verlauf
sei
bei zunehmenden Beschwerden und einer Funktionseinschränkung der linken Hand ein CRPS Typ I diagnostiziert worden (S. 10
Ziff.
4.1 Mitte). Die Budapest-Kriterien zur Diagnose eines CRPS könnten retrospektiv bis mindestens August 2017 zurückverfolgt und bestätigt werden (S 10
Ziff.
4.1 unten).
Es bestünden weiterhin
eine ausgeprägte Hyper
algesie, trophische Störungen, eine
Allodynie
und eine deutliche Bewegungs
einschränkung der linken Hand. Gegenüber der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit seien neu eine teilweise
dystone
Bewegungskomponente sowie ein Ruhetremor links aufgetrete
n (
S. 11 oben). Es bestehe eine
Symptomauswei
tung
der
geklagten
Schmer
zen
in den
gesamten linken Arm,
die linke Schulter
sowie in die linke Leiste und das
linke
Bein
. Für die Ausweitung fehle es an einem organischen Korrelat. Die erhebliche Sympt
omausweitung sei
aber
zwanglos im Rahmen der von psychiatrischer Seite bestehenden Diagnosen einzuordnen
(S. 11 unten).
Die festgestellte schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome beeinflusse stark negativ die Schmerzwahrnehmung und den Umgang mit den somatischen Einschränkungen. Bezüglich der geklagten Kopfschmerzen resultiere aus neurologischer Sicht keine eigenständige Einschränkung (S. 12 oben).
Die schwere Depression stehe in einem überwiegend wahrscheinlichen natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis (S. 14
Ziff.
4.1).
Die angestammte Tätigkeit als Hilfsgipser sei aufgrund der Beschwerden im Rahmen des CRPS bleibend nicht mehr zumutbar. Es bestehe eine funktionelle
Einhändigkeit
rechts. Der Explorand wäre somatisch voll einsetzbar. Aus psychiatrischer Sicht bestehe jedoch
derzeit
für jede Tätigkeit auf dem ersten Arbeits
markt eine volle Arbeitsunfähigkeit.
Aufgrund der therapieresistenten Beschwerden im Rahmen des CRPS sei zirka dreieinhalb Jahre nach dem Unfall
ereignis aus somatischer Sicht vom Erreichen des Endzustandes auszugehen. Aus psychiatrischer Sicht könne der Endzustand noch nicht beurteilt werden (S. 13 oben). Die Gutachter des
B._
schätzten den Integritätsschaden
sodann
auf 37.5
%
(S. 13 oben).
Aus organischer Sicht seien alle verfügbaren
M
assnahmen versucht worden, die als Behandlungsoptionen anerkannt seien, ohne dass eine Verbesserung erzielt worden sei.
Es bestünden somit keine Massnahmen, welche das CRPS beziehungs
weise die Leistungsfähigkeit des Exploranden relevant verbessern könnten. Somatisch sei folglich der
Endzustand erreicht (S. 14
Ziff.
5.1). Aus psychiat
rischer Sicht könne eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes
hinsichtlich der
Arbeitsfähigkeit noch nicht ausgeschlossen werden
. So bestehe die Möglichkeit eines stationären Aufenthaltes in einem spezialisierten Schmerz
zentrum
mit Fokus auf Erlernen von Coping-Strategien und Optimierung der antidepressiven Therapie
(S. 15
Ziff.
5.2).
4.
4.1
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG;
BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen;
Urteil
des Bundes
gerichts
8C_
527/2020
vom 2.
November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen
). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
674/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.1
).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_
64/2021
vom
14. April 2021 E. 3.2
mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3).
Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2021 vom 25. Januar 2022 E. 5.2 und 8C_44/2021 vom 5. März 2021 E. 5.2, je mit Hinweisen).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu werden, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheit
liche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditäts
bemessung der
Unfallversicherung
gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfallversicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht
s
8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
4.2
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem
Risi
ko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133
E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei
– ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorge
nommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
4.3
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamt
würdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezo
gene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
4.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Dieses Beweisverfahren kommt auch im Bereich des UVG sinngemäss zur Anwendung, wenn zwischen dem Unfall und den psychischen Beschwerden ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (Urteile des
Bundes
gerichts 8C_181/2019 vom
2.
Mai 2019 E. 5.2 und 8C_261/2019 vom
8.
Juli 2019 E. 4.3.1; BGE 141 V 574
).
4.5
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
4.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5.
5.1
Die behandelnden Ärzte
und Kreisärztin
Dr.
D._
beschrieben im
Verlauf
nach
dem Unfall
vom
7.
November 2016
eine Ausweitung der Beschwerden
der
linken Hand
.
Schliesslich wurde
ein
CRPS Typ I
diagnostiziert
(
vgl.
E. 3.3-
3.7
hiervor)
.
Die Ärzte der Rehaklinik
I._
kamen gestützt auf die Evaluation der funk
tionellen Leistungsfähigkeit zur Einschätzung, dass die angestammte körperlich schwere Arbeit
als Hilfsgipser
nicht
mehr
möglich ist. Für eine angepasste leichte Arbeit attestierten sie
jedoch
eine Arbeitsfähigkeit von 100
% (E. 3.11).
Die Gutachter de
r
B._
nannten
als
unfallkausale
Diagnosen mit Einfluss auf die A
rbeitsfähigkeit
ein CRPS der linken Hand (Erstmanifestation Anfang 2017) und eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
. Die Gutachter attestierten für die angestammte Tätigkeit und eine behinderungsangepasste Tätigkeit derzeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
vorstehend
E.
3.15.5
).
5.2
Das Gutachten de
r
B._
vom 3
0.
November 2020 erweist sich für die streitigen Belange als umfassend. Es beruht sodann auf den erforderlichen polydisziplinären Untersuchungen, berücksic
htigt die geklagten Beschwerden,
erfolgte in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den relevanten
Vorakten
und vermag auch in der medizinischen Beurteilung und den Schlussfolgerungen der Gutachter zu über
zeugen
. Das Gutachten erweist sich daher als beweistauglich
(E. 4.
6
)
.
Nachfolgend ist auf das
B._
-Gutachten und nicht auf die abweichende Beurtei
lung durch die Ärzte der Rehaklinik
I._
abzustellen.
Die
B._
-Gutachter
legte eingehend
und schlüssig
dar, dass aufgrund der Diagnose einer schweren depressiven Episode aus psychiatrischer Sicht auch in einer angepassten Tätigkeit
keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr
besteh
t (E. 3.15.5 hiervor). Die Ärzte der Rehaklinik
I._
berücksichtigen die psychiatrisch bedingte Einschränkung
der Leistungsfähigkeit
in der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit dagegen naturgemäss nicht.
5.3
Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den
bestehenden
Beschwerden und dem Unfall vom
7.
November
2016 ist unbestritten gegeben.
Die Beschwerdegegnerin schloss
den Fall mit Verfügung vom 1
4.
Juni 2019 per
1.
August 2019 ab (
Urk.
8/246 S. 3 Mitte).
Nach der Beurteilung durch die Gutachter de
r
B._
ist
hinsichtlich der
somatischen Behandlung
der Endzustand als erreicht anzusehen
.
Aus psychiatrischer S
icht
hielten die Gutachter
im Hinblick auf die Fortsetzung
der
psychotherapeutischen
Behandlung
und einer möglichen stationären Behandlung
eine
Ver
besserung der Arbeitsfähigkeit
jedoch
noch
als
möglich
(E. 3.15.5).
Dabei ist jedoch festzuhalten, dass eine namhafte Besserung nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der unfallbedingt beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit zu bestimmen ist; mithin muss die Heilbehandlung ins Gewicht fallen (vgl. vorstehend E. 4.1). Zwar wies der psychiatrische Gutachter darauf hin, dass
eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit noch nicht ausge
schlossen werden könne. So bestehe die Möglichkeit eines stationären Aufent
haltes in einem spezialisierten Schmerzzentrum mit Fokus auf Erlernen von Coping-Strategien und Optimierung der antidepressiven Therapie
(vgl. vorstehend E. 3.15.5). Bei einer vollen Arbeitsunfähigkeit auch im geschützten Rahmen ist jedoch auch beim Erlernen von Coping-Strategien und Optimierung der antidepressiven Therapie keine namhafte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten, weshalb
ein Fallabschluss auch in psychischer Hinsicht nicht zu beanstanden ist.
Die
Kosten der psychotherapeutischen Behandlung
sind
gegebe
nenfalls weiterhin
durch den U
nfallversicherer
im Rahmen von
Art.
21 UVG
zu übernehmen
.
Sowohl die Frage des Fallabschlusses hinsichtlich der psychischen Beschwerden als auch die Frage einer Übernahme von Heilbehandlungskosten stellt sich jedoch nur, wenn
die Adäquanz zu
bejahen
ist.
Dabei ist unbestritten, dass vorliegend die Adäquanz gemäss BGE 115 V 133 zu prüfen ist (vgl. vorstehend E. 4.2; «Psycho-Praxis).
5.4
In einem vergleichbaren Fall klemmte sich der V
ersicherte den Mittelfinger der linken Hand in der
Autotüre
seines Fahrzeugs ein, was die Endgliedamputation des
Dig
. III der linken Hand zur Folge hatte. Das Ereignis wurde als mittlerer Unfall an der Grenze zu den leichten Unfällen bewertet (U
rteil des Bundesgerichts 8C_647/
2018 vom 1
6.
Januar 2019 E. 5.1). Vorliegend klemmte
sich der Beschwerdeführer am
7.
November 2016 den
Ringfinger der linken Hand ein, wobei er sich
eine dislozierte Längsfraktur Endphalanx
Dig
. IV der linken Hand mit einer Nagelbett-Läsion
zuzog
(E. 3.1 und 3.2).
Es ist daher
ebenfalls
von einem mittleren Unfall an der Grenze zu den leichten Unfällen auszugehen.
Besonders dramatische
Begleitumstände oder eine besondere
Eindrücklichkeit des Unfalles
liegen nicht vor.
Weiter fehlt es an
der
Schwere oder
einer
besonderen Art der Verletzung.
Namentlich war die erlittene
Verletzung
nicht
per se geeignet, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen.
Das
CRPS entwickelte sich
erst im Verlauf des Jahres 2017
(vgl. E. 3.5 und 3.6)
.
Das Krankheitsbild
kann daher nicht als
beim Unfall erlittene Verletzung berücksichtigt werden.
Das Kriterium der
ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung
ist
dagegen
als erfüllt anzusehen
.
D
ass
im Wesentlichen nur
organisch nicht hinreichend nachweisbare psychische Beschwerden
vorliegen würden
(vgl.
Urk.
2 S. 6 E. 4.2 Mitte),
lässt
sich beim Beschwerdebild eines CRPS
nicht derart
eindeutig sagen
, wie die Beschwerdegegnerin geltend machte
.
Dr.
G._
bestätigte in der Stellungnahme vom 2
4.
September 2019
zudem
, dass sich der Beschwerdeführer
in der Vergangenheit
einer
intensiven Behandlung unterzog
(E. 3.12 hiervor)
, wobei er sämtliche
in Frage kommenden
Behandlungsoptionen nutzte.
Die
lang
jährige
medizinische Behandlung ist
zudem
ausreichend
dokumentiert. Das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen ist nach den medizinischen Akten
in erheblicher Weise erfüllt,
nachdem der
Beschwerdeführer im Verlauf
nach dem Unfall
über stetig zunehmende S
chmerzen der linken Hand mit Ausweitung in die gesamte linke Körperhälfte klagte (vgl. E. 3.4 und 3.8).
Eine ärzt
liche Fehl
behandlung liegt nicht vor.
Entgegen der Beschwerdegegnerin ist von einem schwierigen Heilungsverlauf auszugehen.
Das
CRPS
ist
zudem
als
erhebliche Komplikation zu bewerten.
Dass ein solches Krankheitsbild
nichts Aussergewöhnliches sei
, wie die Beschwerde
gegnerin geltend machte
(
Urk.
2 S. 6 E. 4.2 oben), lässt sich
dagegen
nicht sagen. Das Kriterium ist sodann in erheblicher Weise erfüllt.
Des Weiteren ist auch von einer langen Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit auszugehen, nachdem der Beschwerdeführer
seine Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf
als Hilfsgipser
nach dem Unfall
nicht wiedererlangen konnte
.
Vorliegend sind
somit
die Kriterien der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung,
körperlicher
Dauerschmerzen, eines schwierigen Heilungsverlaufs mit erheblichen Komplikationen und einer langen Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit erfüllt. Die Kriterien der ungewöhnlich langen Dauer der Behandlung und der körperlichen Dauerschmerzen sind sodann
in erheblichem Masse erfüllt
. Da vier von sieben Kriterien erfüllt
sind
, sind
die Voraussetzungen eines adäquaten
Kausalzusammenhan
gs
zwischen dem Unfall und den noch bestehenden
psychischen Beschwerden gegeben.
5.5
Nachfolgend sind
deshalb
die sogenannten Standardindikatoren
(vgl. vorstehend E.
4.5
)
zu prüfen.
Gutachter
Dr.
N._
stellte aus psychiatrischer S
icht
die Diagnose einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome mit Mitmodulation der Schmerzwahrnehmung durch die depressive Symptomatik.
Der Gutachter beschrieb als Befund eine deutliche depressive Verstimmung, eine ausgeprägte
Anhedonie
, eine Antriebsstörung, den Verlust der M
otivation,
eine stark erhöhte M
üdigkeit,
ein reduziertes Selbstvertrauen
sowie Ein- und Durchschlafstörungen
. Bei der Prüfung des Mini-ICF-APP wurden
zudem teils
schwere Einschränkungen etwa hinsichtlich der Fähigkeit zur Planung
und Strukturierung von Aufgaben,
der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit
oder der Selbstbehauptungsfähigkeit
festgestellt
.
Bei weiteren Kriterien wie der Anpassung an Regeln und Routine und der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit
wurden mittelschwere Einschränkung
en
beschrieben
(E. 3.15.2 hiervor).
Die diagnoserelevanten Befunde erweisen sich somit als eher schwerwiegend ausgeprägt.
Die
bisherige
intensive somatische
und
psychotherapeutische Behandlung
führte
bislang
zu keiner
nennenswerte
n
Besserung des Beschwerdebildes. Es ist daher
aktuell
von einer Behandlungsresistenz
trotz Inanspruchnahme der in Frage kommenden Behandlungsmöglichkeiten
auszugehen.
Das Beschwerdebild eines CRPS
ist zudem
erschwerend
im Sinne einer
Komorbidität zu berücksichtigen.
Der Komplex «Gesundheitsschädigung» erweist sich
somit als schwerwiegend
ausgeprägt.
Der Beschwerdeführer verfügt sodann über keine nennenswerten Ressourcen
, auf welche
er im Hinblick auf den Umgang mit dem Schmerzsyndrom
zurückgreifen
könnte
, und es besteht ein
ausgeprägter
sozialer Rückzug
(vor
stehend E. 3.15.2)
.
Gutachter
Dr.
N._
bestätigten
überdies
, dass der Beschwerdeführer in sämtlichen Lebensbereichen gleichmässig in seiner Leistu
ngsfähigkeit eingeschränkt ist (E. 3.15.2)
. Zudem ist von
ein
em
e
rheblichen
Leidensdruck
auszugehen
.
Die Prüfung der Kategorie «Konsistenz» führt daher
nicht zu einer abweichenden Beurteilung der
durch die
B._
-Gutachter
attestier
ten Arbeitsunfähigkeit.
Auch n
ach der Prüfu
ng der Standardindikatoren ist
für die angestammte und eine behinderungsangepasste Tätigkeit von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
Zusammenfassen
d
liegt zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfall
ereignis ein adäquater Kausalzusammenhang vor.
Der Fallabschluss ist, wie dargelegt, auch unter diesem Gesichtspunkt nicht zu beanstanden.
6.
6.1
Nach dem Gesagten ist somit das Folgende festzuhalten: Auch die Adäquanz der psychischen Beschwerden ist zu bejahen. Der Beschwerdeführer ist aufgrund der unfallkausalen somatischen und psychischen Beeinträchtigung in der angestammten und in angepassten Tätigkeiten voll arbeitsunfähig. Bei einer vollen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und einer angepassten und Tätigkeit ist von Vollinvalidität auszugehen, womit eine Prüfung der Vergleichs
einkommen entfällt.
6.2
Der angefochtene
Einspracheentscheid
ist
somit
in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben mit der Feststellung,
dass
der Beschwerdeführer als Vollinvalider zu beurteilen ist
.
Da die Invalidenversicherung mit Vorbescheid vom
8.
April 2021 (
Urk.
8/363) die
Zusprache
einer ganzen Rente in Aussicht stellte, ist die Sache zur Festsetzung der Komplementärrente an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen (
Art.
20
Abs.
2 UVG).
Die Sache ist sodann an die Beschwerdegegnerin zur Neufestsetzung der Integritätsentschädigung
unter Berücksichtigung der unfallkausalen psychischen Beeinträchtigung
zurückzuweisen. Die psychothera
peutische Behandlung ist
als Heilbehandlung
nach Massgabe von
Art.
21 UVG
weiterhin durch die Beschwerdegegnerin zu übernehmen
.
7
.
Dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer steht ausgangsgemäss
eine
Prozessentschädigung
zu, welche in Anwendung der einschlägigen Kriterien (
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
;
Art.
61
lit
. g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversic
he
rungsrechts, ATSG)
ermessensweise
auf
Fr.
2'5
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.