Decision ID: a86c0b10-3fe9-46c8-8b0e-5bdd601ca9cb
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1986, war seit dem 5. Februar 2018 als People Consultant bei der
Y._
GmbH in
Z._
angestellt und damit bei der
GENERALI
Allgemeine Versicherungen AG (nachfolgend
Generali
) für Berufs- und Nichtberufsunfälle sowie Berufskrankheiten versichert, als ihm am 26. Februar 2021 beim Autofahren
unvermittelt
«
schwarz vor Augen» geworden sei,
er das Bewusstsein verloren habe und mit dem Auto kollidiert sei (vgl. Urk. 7/2; Urk. 7/32 S. 1 Ziff. 1). Der Versicherte war vom 26. Februar bis 1. März 2021 statio
när hospitalisiert, wobei unter anderem ein
Hochrasanztrauma
mit Schädel
hirntrauma und Distorsionstrauma der Halswirbelsäule (HWS), ein
synkopales
Ereignis sowie
eine dilatative Kardiomyopathie
diagnostiziert wurde
n
(vgl. Urk. 7/
1
5
.1-15.5
).
Mit Verfügung vom 18. Juni 2021 (Urk. 7/70) verneinte die
Generali
eine Leis
tungspflicht mangels Vorliegens eines Unfalles. Die dagegen von der Helsana Versicherungen AG (nachfolgend Helsana) erhobene Einsprache (Urk. 7/91) wies die
Generali
mit Einspracheentscheid vom 16. September 2021 (Urk. 2) ab.
2.
Die Helsana erhob am 18. Oktober 2021 Beschwerde gegen den Einspracheent
scheid vom 16. September 2021 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und die
Generali
sei zu verpflichten, für das Ereignis vom 26. Februar 2021 die gesetzlichen UVG-Leistungen zu erbringen (Urk. 1 S. 2).
Die
Generali
beantragte mit Beschwerdeantwort vom 23. November 2021 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 7. Dezember 2021 (Urk. 8) wurde der Versicherte zum Prozess beigeladen. Innert angesetzter Frist liess sich dieser nicht vernehmen, was den anderen Parteien mit Verfügung vom 21.
Februar 2022 (Urk. 10) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1).
1.2
Ein
Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwir
kungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis; vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_368
/2020 vom 17. September 2020 E. 4.2 mit Hinweisen).
Bei Schädigungen, die sich auf das Körperinnere beschränken, unterliegt der Nachweis eines Unfalls insofern strengen Anforderungen, als die unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzt werden muss; denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in einer äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen eine erhöhte Wahr
scheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (vgl. BGE 134 V 72 E. 4.3.2.1 und 99 V 136 E. 1, je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_589
/2021 vom 17. Dezember 2021 E. 5.4 mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass e
in Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen
ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohn
e dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E.
1b
, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E.
1b
, je mit Hinweisen).
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheits
schadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Ver
lauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später einge
stellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialver
sicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweis
last
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallver
sicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteile des Bundesgerichts
8C_600
/2021 vom 3. März 2022 E. 3.2 und
8C_669
/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2, je mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts
8C_589
/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.5
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf
der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E.
5a
).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts
8C_75
/2016 vom 18. April 2016 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.6
Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht hinreichend nachweis
baren Unfallfolgeschäden ist wie folgt zu differenzieren (BGE 127 V 102 E.
5b
/
bb
): Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der
HWS
, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung oder ein Schädelhirntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Recht
sprechung gemäss BGE 115 V 133 (sogenannte Psycho-Praxis) zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen, dass die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen (vgl. BGE 119 V 335 E. 1, 117 V 359 E.
4b
) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. In diesen Fällen ist die Beurteilung praxisgemäss ebenfalls unter dem Gesichtspunkt einer psychi
schen Fehlentwicklung nach Unfall vorzunehmen (BGE 127 V 102 E.
5b
/
bb
, 123 V 98 E.
2a
); andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 entwickelten und in BGE 134 V 109 präzisierten Regeln (sogenannte Schleudertrauma-Praxis). Ergibt sich, dass es an der Adäquanz fehlt, erübrigen sich auch Weiterungen zur natürlichen Kausalität (vgl. SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67; Urteil des Bundesgerichts
8C_70
/2009 vom 31. Juli 2009 E. 3).
1.7
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüberge
henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versi
cherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG;
BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen;
Urteil
des Bundesge
richts
8C_
527
/2020
vom 2.
November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen
). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts
8C_377
/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil
8C
_
674
/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.1
).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts
8C_
64
/2021
vom
14. April 2021 E. 3.2
mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3).
Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteile des Bundesgerichts
8C_682
/2021 vom 13. April 2022 E. 5.1 und
8C_604
/2021 vom 25. Januar 2022 E. 5.2, je mit Hinweisen).
1.
8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E.
3a
mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Ablehnung der Leistungspflicht
im
Wesentlichen damit, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine körperliche Fehlfunktion, mithin ein innerer Faktor, die Ursache für den Bewusstseinsverlust und die anschliessende Kollision des Fahrzeuges
mit der Leitplanke gewesen sei
.
Die Ursache der Kollision sei folglich ein körperinnerer Vorgang und kein äusserer Faktor gewesen, weshalb der Unfallbegriff nicht erfüllt sei.
Die Kollision des Fahrzeuges mit der Leitplanke, welche keine körperlichen Verletzungen verursacht habe, mache dies
e
nicht zum Unfall.
Der
Beigeladene
habe als Folge der Kollision
keine Verletzungen erlitten
. Neben dem erlittenen
Hochrasanz
trauma
, welches ohne körperliche Folgen geblieben sei, seien nur krankhafte
Befunde erhoben worden,
welche
mit dem Ereignis vom 26. Februar 2021 in keiner kausalen Beziehung stünden.
D
ie Beschwerden und die
nachfolgende
Arbeitsunfähigkeit seien durch die vorbestehende Herzproblematik verursac
ht
worden
.
Es fehle demnach
auch am natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden des Beigeladenen u
nd der Kollision des Fahrzeuges
(
vgl. Urk. 2
S. 4 ff.
; Urk. 6 S. 3 f.
).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf den Standpunkt,
das
Hochrasanztrauma
sei nicht ohne körperliche Folgen geblieben. Es sei zwar auch ein kurzer Bewusstseinsverlust fü
r das Unfallereignis ursächlich. J
edoch habe eine Kollision des Fahrzeuges mit
der
L
eitplanke stattgefunden. Dies stelle
zweifel
los ein Unfallereignis dar, welches
zu einem Schädelhirntrauma, zu einem
HWS-
Distorsionstrauma, zu Rissquetschwunden und zur Hospitalisation des Beigeladenen geführt
habe
.
Die im Bericht des
A._
erwähnten weiteren Diagnosen seien nicht der Grund für die Hospitali
sation gewesen.
Der Unfall sei die natürliche und adäquate Ursache der Prellungen, des Schädelhirntraumas und des HWS-Distorsionstraumas gewesen. Ohne die Kollision des
Fahrzeuges
mit der Leitplanke hätte der Beigeladene diese Gesundheitsschäden nicht erlitten und wäre nicht hospitalisiert worden. Entspre
chend ergebe sich eine Leistungspflicht der Unfallversicherung für die Folgen dieses Unfalles (vgl. Urk. 1 S. 3 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen
ist, ob die Beschwerdegegnerin einen Leistungsanspruch des Beigeladenen zu Recht verneint hat.
3.
3.1
Am 26. Februar 2021 erlitt der Beigeladene g
emäss Unfallmeldung vom 1. März 2021 (Urk. 7/2) einen
Unfall mit dem
Personenkraftwagen (
PKW
)
auf der
B._
autobahn
.
Es seien keine weiteren Beteiligten involviert gewesen (Ziff. 6). Als
verletzte
r
Körperteil
wird Schädel/Hirn
genannt
(Ziff. 9
).
3.2
Dem Einsatzprot
okoll der Stadt Zürich, Schutz &
Rettung
, vom 26. Februar 2021 (Urk. 7/33)
ist zu entnehmen, dass der Beigeladene mit dem
Personenwagen (
PW
)
auf
der
B._
autobahn
mit zirka 80
bis 100 km/h gefahren sei. Plötzlich sei
ihm schwarz vor Augen geworden, woraufhin er
seitlich in die linke Leitplanke geprallt
und zirka 50 Meter später zum Stehen gekommen
sei
. Die linke Autoseite sei kaputt gewesen. Der Beigeladene sei angeschnallt gewesen. Die Airbags seien ausgelöst worden. Das hintere Fahrzeug habe gestoppt und die Leute seien zur Hilfe geeilt. Der Beigeladene sei wach und ansprechbar gewesen. Er habe Schmer
zen (SZ) am Handgelenk bei einer Rissquetschwunde (
RQW
) rechts sowie Schwindel bei Schmerzen
an der
HWS paravertebral
beklagt
.
Der
Traum
acheck
sei
stabil
gewesen und es hätten k
eine neurologischen Auffälligkeiten
vorgelegen. Als Erstbefund
seien
ein regelmässiger Puls, freie Atemwege, eine unauffällige Spontanatmung, ein stabiler Kreislauf und ein unauffälliger neurologischer Befund bei einem
Glasgow
Coma
Score (
GCS
)
von 15 (4/5/6) er
hoben
worden
(S.
1).
Die gleichen Befunde wurden auch im Zeitpunkt der Übergabe festgehalten (S. 2).
3.3
Die Ärzte des
A._
gaben
im
Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma
vom 26. Februar 2021 (Urk. 7/56.1-56.3) an, dass der Unfallhergang durch den
Beigeladenen
nicht erinnerlich sei. Es
lägen
keine Anhaltspunkte für Bewusstlosigkeit
vor
(S. 1 Ziff.
2a
, Ziff.
2c
). Als Beschwerden w
ürden
Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit a
ngegeben
(S. 2 Ziff. 4).
Der
GCS
betrage
15 (S. 3 Ziff. 6 lit. d). Äussere Verletzungen
lägen nicht vor
(S. 3 Ziff. 6 lit. f).
Die CT-
Traumaspirale
sei ohne Befund.
Als Diagnose
wurde
Folgendes angegeben: Nackenbeschwerden mit Schmerz, S
teifigkeitsgefühl
oder nur Schmerzhaftigkeit, keine somatischen Befunde, normale Beweglichkeit (
Grad I,
S. 3 Ziff. 7). Eine A
rbeitsunfähigkeit liege
für die Zeit vom 26. Februar bis 5.
März 2021
vor
(S. 3 Ziff. 9).
3.4
V
om 26. Februar bis 1. März 2021
war der Beigeladene
im
A._
hospitalisiert (vgl. Austrittsbericht vo
m 2. März 2021, Urk. 7/15.1-15.5
). Dabei konnten die Ärzte die folgenden – hier gekürzt aufgeführten – Diagnosen stellen (S. 1 f.):
-
Hochrasanztrauma
am 26. Februar 2021 mit/bei:
-
Schädelhirntrauma
-
HWS
-Distorsionstrauma
-
extended
Focused
Assessment
with
Sonography
for
Trauma (
e
FAST
)
unauffällig
-
Traumaspirale
: Schädel keine Fr
aktur, Blutung, HWS frei,
thorak
oab
dominal
kein Pneumothorax, kein Pleuraerguss, keine freie Flüssigkeit
-
Röntgen Handgelenk rechts: keine Fraktur
-
s
ynkopales
Ereignis am 26. Februar 2021
-
am ehesten (
a
.e
.
)
kardiovaskulärer Genese
-
d
ilatative Kardiomyopathie mit normalisierter
linksventrikulärer Ejekti
onsfraktion (LVEF;
Erstdiagnose, ED, 2008)
-
r
ezidivierende Entzündungszustände unklarer Ätiologie
-
Laryngitis
posterior
(ED Oktober 2020)
-
Abdominalschmerzen
unklarer Ätiologie (Juli 2014)
-
leichte Schallleitungsstörung rechts
-
Neurodermitis
-
viraler Infekt der oberen Atemwege
Der Beigeladene sei fremdanamnestisch mit zirka 80 bis 100 km/h in die linke Leitplanke gefahren und etwa 50 Meter darauf zum Stillstand gekommen.
Am Unfallort habe es keine Bremsspuren gegeben. Die Airbags seien aufgegangen. Der Beigeladene sei gemäss der Rettung bei Bewusstsein mit einem
GCS
von 15 adäquat ansprechbar gewesen. Der Unfallhergang sei für den Beigeladenen nicht erinnerlich. Es sei ebenfalls unklar, ob er vor dem Unfall synkopiert sei (S. 3). Es
lägen
keine röntgenradiologische
n
Traumafolgen
vor
.
Die erfolgte ne
urologische und kardiologische Mitbeurteilung
habe am
ehesten eine kardiovaskuläre Synkope
als
ursächlich gezeigt. Eine
epileptogene
Episode sei zwar nicht auszu
schliessen, aber weniger wahrscheinlich.
Es sei erst kürzlich eine Umstellung der kardiogenen Medikation erfolgt, sodass dies dazu beigetragen haben könne.
Der Beigeladene sei zur tel
e
metrischen sowie
GCS
-Überwachung auf die
traumatolo
gische
Normalstation aufgenommen worden. Der stationäre Aufenthalt habe sich unauffällig präsentiert. Der Beigeladene sei zügig analgetisch kompensiert gewesen und habe auch nach Berücksichtigung des
GCS
-Schemas im Verlauf suffizient mobilisiert werden können.
Nach unauffälliger k
ardialer sowie
GCS
-Überwachung und
Rückumstellung auf die vorherig
e
Dosierung der kardialen Medikation habe der Beigeladene mit weiterführender ambulanter Anbindung im Rahmen eines elektiven Holter-
EKG
`
s
in gutem Allgemeinzustand entlassen werden können. Der Beigeladene sei vom 26. Februar bis 5. März 2021 vollständig arbeitsunfähig (S. 4).
3.5
Der Verfügung der Kantonspolizei Zürich betreffend Verkehrsunfall mit Körper
verletzung vom 8. März 2021 (Urk. 7/50) sind
unter anderem
die Aussagen der beiden Auskunftspersonen zu entnehmen.
C._
führte aus,
dass das vordere Fahrzeug
zunächst
völlig normal und unauffällig gefahren sei. Plötzlich sei
es
nach links ausgeschert und
habe
mit der Mittelleitplanke kollidiert. Zu diesem Zeitpunkt sei sie mit zirka 80 km/h und zirka 30 Meter Abstand zum Unfallfahrzeug gefahren. D
essen
Geschwindigkeit
sei etwa gleich gewesen.
Es sei ihr nichts Aussergewöhnliches aufgefallen.
Sie habe auch kein Bremslicht wahr
genommen.
Nach der Kollision habe sie auf dem Pannenstreifen angehalten und den Notruf gewählt
(vgl. Urk. 7/50.3
).
D._
gab an, dass sie nicht auf den Verkehr geachtet habe. Plötz
lich habe ihre Mutter
au
s
gerufen, worauf
hin
sie sofort nach vorne geschaut habe.
Sie habe dann gesehen, wie das vordere Fahrzeug an der Leitplanke entlang geschleift sei. Zur Geschwindigkeit, dem Abstand oder den Bremslichtern könne sie nichts aussagen. Sie habe den Moment, als das Fahrzeug links in die Leit
planke ausgeschert sei, nicht gesehen. Vor der Kollision sei ihr ebenfalls nichts aufgefallen. Sie
hätten nach der Kollision auf dem
Pannenstreifen
angehalten
. Ihre Mutter habe den
Notruf alarmiert und sie sei zum Unfallfahrzeug gelaufen. Sie
habe die Beifahrertüre geöffnet und mit dem Lenker gesprochen. Er habe
zu ihr
gesagt, dass
ihm schummrig sei und
er
ausser an der rechten Hand keine Schmerzen verspüre. Auch habe er gesagt,
dass ihm plötzlich schwarz vor Aug
en geworden sei und sie nun zu z
weit hier sitzen würden
(vgl. Urk. 7/50.3 f.
).
Der Beigeladene äusserte sich a
nlässlich der Einvernahme zur Sache dahinge
hend, dass er im einspurigen Bereich
mit zirka 80 bis 100 km/h und genügend Abstand hinter einem Lastwagen gefahren sei. Es sei ihm unvermittelt schwarz vor Aug
en geworden. Er könne sich als N
ächstes daran erinnern, dass eine Frau an die Beifahrertür geklopft habe. An den Unfallhergang könne er sich nicht erinnern. In dieser Form sei ihm noch nie schwarz vor Augen geworden.
Er habe eine verminderte Pumpfunktion im Herzen und nehme deshalb Medikamente ein. Am 26. Februar 2021 habe er die Medikation umgestellt. Es könne sei
n
, dass es deshalb zu diesem Blackout gekommen sei. Er habe sich gut und beschwerdefrei gefühlt.
Er habe sich
nicht müde gefühlt. Er vermute, dass sich der Verkehrsunfall aufgrund der gesteigerten Medikation ereignet habe.
D
ie Dosierung
sei
anschlies
send
wieder gesenkt worden (
vgl. Urk. 7/50.10-50.13
).
3.6
In dem am 30. März 2021 ausgefüllten Fragebogen (Urk. 7/32) beschrieb der Beigeladene den Unfallhergang dahingehend, dass ihm beim Autofahren unver
mittelt «schwarz vor Augen» geworden sei, er scheinbar das Bewusstsein verloren habe und mit dem Auto kollidiert sei (S. 1 Ziff. 1). Er sei Fahrer des Fahrzeuges gewesen (S. 2 Ziff. 5). Andere Fahrzeuge seien nicht am Unfall beteiligt gewesen (S. 2 Ziff. 10). Es sei ein Polizeibericht erstell
t worden. Es
gebe
Zeugen
, welche ihm jedoch nicht
bekannt seien (S. 3 Ziff. 14-15). Er habe Schürfungen an der Hand, ein HWS-Trauma sowie Kopf-, Nacken- und Halsschmerzen/-verspan
nungen erlitten (S. 3 Ziff. 16).
Eine vollständige Arbeitsunfähigkeit sei für die Zeit vom 26. Februar bis 11. April 2021 a
ttestiert
worden
. Es sei noch nicht zu einer Wiederaufnahme der Arbeit gekommen beziehungswei
se
es
sei diese noch nicht geplant
(S. 4 Ziff. 17). Er
befinde sich
noch in medizinisc
her Behandlung (S. 4 Ziff. 18).
3.7
Der Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft See/Oberland
des Kantons Zürich
vom 11. Mai 2021 (Urk. 7/84) ist unter anderem zu entnehmen, dass gemäss
dem
Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin vom 15. März 2021 die Auswertung der Blut- und Urinprobe keinerlei Anhaltspunkte auf Substanzen
(Alkohol und/oder Betäubungsmittel)
ergeben habe, welche die Fahrfähigkeit beeinträchtigt haben könnte
n
. Es seien
aber
mehrere Medikamentenwirkstoffe nachgewiesen worden. Es sei durchaus möglich, dass es aufgrund der erhöhten Medikamentendosis zu einem Blutdruckabfall gekommen sei, welcher wiederum
zu einer Synkope (plötzlich einsetzende, kurze Bewusstlosigkeit)
geführt habe
n könnte
.
Eine Übermüdung könne a
ufgrund der Angaben zur letzten Schlafphase ausgeschlossen werden. Eine abschliessende Beurteilung
sei nicht möglich
(S. 2 Ziff. 3).
Die Staatsanwaltschaft ging
in der Folge
davon aus, dass der Selbstunfall aufgrund eines kurzzeitigen Bewusstseinsverlusts («Blackout») beim Beigeladenen verursacht worden sei. In subjektiver Hinsicht sei nicht erstellt, dass er diesen Bewusstseinsverlust habe vorhersehen können, insbesondere da die Dosiserhö
hung der Medikamente durch den Kardiologen verschrieben worden sei. Es sei davon auszugehen, dass der Beigeladene überraschend und ohne Möglichkeit einer zeitnahen Reaktion von einem gesundheitlichen Problem ereilt worden sei, welches den Kontrollverlust zur Folge gehabt habe. Die Strafunter
suchung wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand sei daher einzustellen (S. 2 Ziff. 4).
3.8
Am 2.
Juli
2021 beantwortete
die
E._
AG die durch die Beschwerde
gegnerin gestellten Fragen dahingehend, dass
am 26. Februar 2021 ein Verkehrs
unfall bei dilatativer Kardiomyopathie erfolgt sei und der Beigeladene ein
Hoch
rasanztrauma
mit Schädelhirntrauma, HWS-Distorsion und
synkopalem
Ereignis erlitten habe. Der Beigeladene habe ein physisches (HWS, Schädelhirn) sowie ein psychisches Trauma erlitten.
Durch die Heilbehandlung der letzten zwei Monate habe ein Fortschritt erzielt werden können und es finde eine stufenweise Wieder
eingliederung in den Arbeitsprozess statt.
Eine weitere Heilbehandlung in Form von Physiotherapie und Psychotherapie sei noch notwendig, zweckmässig und geeignet,
um
den Gesundheitszustand namhaft und effektiv zu verbessern.
Eine
Wiederaufnahme der Arbeit im Pensum von 100 % sei im Sommer 2021 geplant (vgl. Urk. 7/88 S. 1 f.).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte
ihre Leistungspflicht
mit der Begründung,
dass ein körperinnerer Vorgang ursächlich für die Kollision gewesen sei,
weshalb es am erforderlichen ungewöhnlichen äusseren Faktor fehle
. Ausserdem fehle es am natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden des Beigeladenen und der Kollision des Fahrzeuges
(vgl. Urk. 2 S. 4 ff.
; Urk.
6 S. 2 ff.
).
Dieser Ans
icht kann nicht gefolgt werden.
4.2
Es ist
der Beschwerdegegnerin
zwar
insoweit zuzustimmen, dass
gestützt auf die Schilderungen des
Geschehensablaufes
(vorstehend E. 3.2, E. 3.5-3.6
)
sowie
der ärztlichen Beurteilung
en
(vorstehend E. 3.4; E. 3.7
)
eine Synkope
und damit ein körperinnerer Vorgang
überwiegend wahrscheinlich ursächlich für den Bewusst
seinsverlust und die darauffolgende Kollision des Fah
rzeuges mit der Leitplanke
war
, auch wenn dies nicht abschliessend beurteilt werden konnte
.
Dies wird von der Beschwerdeführerin denn auch
grundsätzlich
nicht bestritten.
Die Kollision
des
Fahrzeuges mit der Leitplanke stellt
nichtsdestotrotz
ein
en
ungewöhnlichen äusseren
Faktor dar
,
wirkten dabei äussere, vom menschlichen Körper unabhän
gige Kräfte auf diesen ein, welche offensichtlich den
Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen
überschreiten
(vorstehend E. 1.3).
So bleibt das Kollidieren mit der Leitplanke auch im Lebensbereich des Autofahrens als isoliert zu betrachtendes Ereignis offensichtlich ungewöhnlich.
Zu ergänzen ist
, dass der Beigeladene nach eigenen Angaben noch nie zuvor eine
Synkope respektive ein solches Black-out erlitten hat (vgl. 7/50.10-50.13 S. 2 Ziff. 5
), weshalb
auch
nicht davon ausgegangen werden kann, dass weitere Beeinträchti
gungen beim
in Form von Herzbeschwerden
bestehenden Vorzustand gewisser
massen alltäglich sind
(vgl.
hierzu Kieser, ATSG-Kommentar, 4. vollständig revidierte Auflage, Zürich/Basel/Genf 2020
, Rz 49 ff. zu Art. 4)
.
Entsprechend ist das
Geschehen
vom 26. Februar 2021 als Unfall
ereignis
im Sinne des Gesetzes zu qualifizieren.
4.3
Massgebend für die Beurteilung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin bleibt,
auf welche Ursache
– Synkope oder Kollision mit der Leitplanke
-
die ein
getretene gesundheitliche Beeinträchtigung zurückzuführen ist. Mithin stellt sich die Kau
salitätsfrage
, wobei entscheidend ist, ob eine Teilursächlichkeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit besteht
(vorstehend E. 1.4-1.7
;
vgl. zum Ganzen Kieser, a.a.O., Rz 51 zu Art. 4;
vgl. auch BGE 142 V 435 E. 3
und Urteil des Bundesgerichts
8C_437
/2018 vom 20. Mai 2019 E. 4.6
)
.
Die Ärzte des
A._
tätigten eingehende Untersuchungen des Beigeladenen, wobei sich röntgenradiologisch keine Traumafolgen zeigten.
Es lagen keine Frakturen oder Hinweise auf traumatische Organ- oder Weichteilläsionen vor. Auch waren abgesehen von einer Prellmarke am rechten Handgelenk keine Prellmarken oder Häma
tome ersichtlich (vgl. Urk. 7/15.1-15.5
S.
3 f.
). Insgesamt konnten somit keine organischen Gesundheitsschädigungen objektiviert werden, welche in einem Zusammenhang mit der Kollision
und damit mit dem Unfallereignis
standen
.
En
tsprechend erhoben die Ärzte des
A._
auch überwiegend Diagnosen, die unbestrittenermassen
nicht kausal auf das
Kollisionsereignis
zurückzuführen sind
(
synkopales
Ereignis, dilatative Kardiomyopathie, rezidivierende Entzün
dungszu
stände et
cetera
, vgl. Urk. 7/15.1-15.5
S. 1 f.).
Allerdings wurden b
eim Beigeladenen
auch
ein
leichtes
Schädelhirntrauma
sowie
ein HWS-Distorsionstrauma diagnostiziert; dies aufgrund der
g
eklagten Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit
bei einem
GCS
von 15
(vgl.
Urk. 7/15.1-15.5 S. 1 ff.;
Urk. 7/56
.1-56.3 S. 2 f.
). Diese Diagnosen
waren
denn auch
ausschlaggebend für die stationäre Hospitalisation des Beigeladenen auf der traumatologischen Normal
station des
A._
, wurde er doch zur tel
e
metrischen sowie
GCS
-Überwachung auf
genommen. Unerheblich ist, dass
während des Spitalaufenthalts
nebst der Überwachung aufgrund des diagnostizierten Schädelhirntraumas auch
eine kar
diologische sowie neurologische Mitbeurteilung bei nicht klarer Ursache des Unfalles erfolgte. Beim Spitala
ustritt erfolgte
sodann aus traumatologischer Sicht
auch die Empfehlung einer körp
erlichen und audiovisuellen Scho
nung während der nächsten fünf Tage sowie die Aufforderung zur sofortigen ärztlichen Abklä
rung bei zunehmenden Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Seh- o
der Hörstörungen (vgl. Urk. 7/15.1-15.5
S. 4).
Das nachvollziehbar diagnosti
zierte
leichte
Schädelhirntrauma
respektive dessen Beschwerden stehen
zweifelsfrei im Zusammenhang mit der Kollision des Fahrzeuges an der Leitplanke
. Es liegen keine Anhaltspunkte vor, wonach der
sofort danach
g
eklagte
Schwindel, die Übelkeit oder die Kopfschmerzen auf einer anderen Ursache gründen.
Die
zuvor höchstwahrscheinlich erlittene
Synkope ist hierfür nicht
direkt
ursächlich, weshalb sich die Bedeutung des krankhaften Zustandes diesbezüglich lediglich in der Ermöglichung der Kollision
erschöpft (vgl. BGE 102 V 131)
und eines von mehreren Gliedern der Kausalkette darstellt
. Der Beigeladene hätte ohne die Kollision des Fahrzeuges mit der Leitplanke kein Schädelhirntrauma erlitten und wäre nicht stationär hospitalisiert worden. Das Unfallereignis kann demnach nicht weggedacht werden, ohne dass auch diese gesundheitliche Störung entfiele (vorstehend E. 1.
4
).
Entsprechend ist der natürliche Kausalzusammenhang zwi
schen dem Unfallereignis vom 26. Februar 2021 und dem erlittenen Schädelhirn
trauma
respektive den damit zusammenhängenden Beschwerden
zu bejahen.
Soweit es sich um organisch ausgewiesene Unfallfolgen handelt, ist auch der adäquate Kausalzusammenhang gegeben (vgl. vorstehend E. 1.5); mithin trifft die Beschwerdegegnerin dafür grundsätzlich eine Leistungspflicht.
4.4
E
ine abschliessende Beurteilung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin
ist anhand der vorliegenden Akten
allerdings nicht möglich. So erweist sich
die Aktenlage im Hinblick auf
d
ie
Beurteilung
des Zeitpunkts des Fallabschlusses und
der Adäquanz der organisch nicht hinreichend nachweisbaren Unfallfolge
schäden als unzulänglich. Die Adäquanzfrage ist im Zeitpunkt des Fallabschlusses zu prüfen, nämlich dann, wenn von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann
.
Auch wenn es sich hierbei um eine Rechtsfrage
handelt, bild
et
Grundlage für diese Beurteilung in erste Linie die ärztlichen Aus
künfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankhei
tsentwicklung (vorstehend E. 1.7).
Solche nachvollziehbare und plausible ärztliche Auskünfte
liegen nicht in den Akte
n.
Insbesondere fehlen nähere Angaben zum vorliegenden Beschwerdebild, welche die bei der Prüfung der Adäquanzfrage entscheidende Abgrenzung zwi
schen Schleudertrauma- und Psychopraxis ermöglichen würden
(vgl. E. 1.6)
, sowie Angaben dazu,
ab welchem Zeitpunkt
keine namhafte Verbesserungsmög
lichkeit mehr vorlag.
Die Angaben im Bericht der
E._
AG (vorstehend E. 3.8) erweisen sich hierfür als nicht genügend
, zumal weder klar ist,
wer die Ein
schätzung vornahm und
ob es sich um eine fachärztliche Einschätzung handelt, noch in welchem Umfang eine
Steigerung der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit
zu erwarten
war
noch welche Beschwerden im Vordergrund standen
. F
estzu
halten
ist
,
dass sich die Behandlung
des Beigeladenen
nach dem Spitalaustritt
nicht einzig auf die kardiologische Problematik beschränkte, wie dies die Beschwerde
gegnerin behauptete (vgl. Urk. 2 S. 5 unten). Nach dem Ereignis wurde Physio
therapie verordnet, wobei sowohl den Physiotherapie-Verordnungen als auch den entsprechenden Rechnungen als Diagnose ein S
tatus nach
Hochrasanztrauma
(Schädelhirntrauma
, HWS-Distorsionstrauma, Thoraxschmerzen, muskuläre Ver
spannungen) zu entnehmen ist (vgl. Urk. 7/34-35; Urk. 7/60-61; Urk. 7/67
-68; Urk. 7/78-79; Urk. 7/81-82
). Soweit sich die Beschwerdegegnerin überdies auf den Standpunkt stellte, dass die nachfolgende Arbeitsunfähigkeit durch die vor
bestehende Herzproblematik bedingt gewesen sei (vgl. Urk. 2 S. 6 oben; Urk. 6 S.
2), lässt sich dies anhand der vorliegenden Akten nicht
erkennen
. Vielmehr ist in den ärztlichen Zeugnissen als Grund der Arbeitsunfähigkeit
einzig
«Unfall» ver
merkt, wogegen ein kardiologisches Leiden in keiner Weise erwähnt wird (vgl. Urk. 7/13-14; Urk. 7/46-48; Urk
. 7/52-53; Urk. 7/59; Urk. 7/66
).
In welchem Zeit
punkt vorliegend aus ärztlicher Sicht keine namhafte Besserung des Gesundheits
zustandes des Beigelad
enen mehr erreicht werden kann
, ergibt sich gestützt auf die vorhandenen Akten nicht. Entsprechend kann der Zeitpunkt des Fallabschlus
ses nicht eruiert und
auch
die Beurteilung der Adäquanz nicht vorgenommen werden
, zu welchen Fragen sich die Beschwerde
gegnerin im Übrigen auch nicht äusserte
. Hierfür ist die Sache an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen.
4.5
Nach dem Gesagten ist somit festzuhalten, dass
die am 26. Februar 2021 erfolgte Kollision des Fahrzeuges des Beigeladenen mit der Leitplanke als Unfallereignis zu qualifizieren ist. Beim jetzigen Erkenntnisstand kann jedoch nicht abschlies
send über
den adäquaten Kausalzusammenhang
der
organisch nicht nachweis
baren
gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beigeladenen
sowie über die Dauer der Leistungspflicht
entschieden werden.
Der angefochtene Einspracheentscheid ist daher aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach ergänzender Abklärung eine neue Beurteilung vornehme und hernach über ihre Leistungspflicht neu ver
füge. In diesem Sinne i
st die Beschwerde gutzuheissen.
5.
Im sozialversicherungsrechtlichen Verfahren darf obsiegenden Behörden oder mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen in der Regel keine Par
teientschädigung zugesprochen werden. In Anwendung dieses Grundsatzes hat das Bundesgericht der Suva und den privaten UVG-Versicherern sowie – von Sonderfällen abgesehen – den Krankenkassen keine Parteientschädigungen zuge
sprochen, weil sie als Organisationen mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben zu qualifizieren sind (vgl. BGE 126 V 143 E.
4a
; Urteil des Bundesgerichts
8C_780
/2016 vom 24. März 2017 E. 9.2, je mit Hinweis).
Der Beschwerdeführerin ist daher – trotz entsprechendem Antrag (vgl. Urk. 1 S.
2)
– keine Parteientschädigung zuzusprechen.