Decision ID: af1e179c-6ba8-482f-9754-54060504a3f4
Year: 2014
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt massgebend. Der Bericht des Universitätsspitals Zürich finde
von vornherein keine Beachtung, weshalb das Verfahren nicht zu
sistieren sei. Die ärztlichen Beurteilungen würden alle übereinstimmend
zum Schluss kommen, dass der Beschwerdeführer in einer körperlich
leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit trotz seiner
gesundheitlichen Beschwerden zu 100 % arbeitsfähig sei. Die
angefochtene Verfügung und der darin vorgenommene
Einkommensvergleich seien folglich nicht zu beanstanden.
7. In der Folge sistierte der Instruktionsrichter das Verfahren wegen des
bereits für Januar/Februar 2014 in Aussicht gestellten Berichts des
Universitätsspitals Zürich zunächst bis Ende Februar, schliesslich bis
Ende März 2014.
8. Am 28. März 2014 reichte der Beschwerdeführer das Gutachten des
Universitätsspitals Zürich vom 25. Februar 2014 ein und führte dazu aus,
dieses bestätige, dass er in seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr
arbeitsfähig sei. In einer behinderungsgeeigneten Arbeit könne er zu
80 % arbeiten, wobei er gemäss gutachterlicher Einschätzung innert
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6 Monaten wieder voll leistungsfähig sein sollte. Ausgehend von einem
Tabellenlohn des Anforderungsniveaus 4 und einem Leidensabzug von
15 % betrage das hypothetische Valideneinkommen (recte:
Invalideneinkommen) bei einer 80%igen Arbeitsfähigkeit Fr. 42‘852.--,
womit der Invaliditätsgrad jedoch weniger als 40 % betrage. Es wäre ein
Leidensabzug von 25 % erforderlich, um den Invaliditätsgrad über 40 %
steigen zulassen. Auch nach Auffassung der Gutachter, werde der
Beschwerdeführer aufgrund seines Alters und seiner Beschwerden
grosse Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt haben. Es liesse sich
deshalb zumindest eine zeitlich befristete Viertelsrente von August 2013
bis Februar oder März 2014 rechtfertigen. Eine Befristung sei aber nur
dann vorzunehmen, falls sich die gutachterlichen Prognosen
bewahrheiten würden und in den nächsten Monaten tatsächlich eine
Besserung eintreten sollte. Er fühle sich in subjektiver Hinsicht völlig
arbeitsunfähig und erachte eine Besserung für nicht möglich, weshalb er
an seinem ursprünglichen Beschwerdeantrag festhalte.
9. Am 9. April 2014 wiederholte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen
ihre Ausführungen. Zum eingereichten Gutachten des Universitätsspitals
Zürich führte sie aus, dass der Beschwerdeführer daraus nichts zu seinen
Gunsten ableiten könne. Die Empfehlung, aufgrund der langen Absenz
von einer Arbeit sei bei einem Wiedereinstieg allenfalls gestaffelt in ein
Vollzeitpensum zurückzukehren, beginnend mit 60 %, sei nicht aus
medizinischen Gründen, sondern aus sozialen und demnach
invaliditätsfremden Gründen erfolgt. Demnach sei der Beschwerdeführer
in einer behinderungsgeeigneten (körperlich leichten,
wechselbelastenden) Tätigkeit ab dem 1. August 2013 mindestens zu
80 % arbeitsfähig, wobei eine zumutbare Verwertbarkeit auf dem
Arbeitsmarkt ohne weiteres zu bejahen sei. Ausgehend von einer
80%igen Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten wechselbelastenden
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Tätigkeit und unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung würde selbst
bei einem aus ihrer Sicht viel zu hohen Leidensabzug von 15 % lediglich
ein Invaliditätsgrad von 34.9 % resultieren. Damit sei die angefochtene
Verfügung im Resultat nicht zu beanstanden und die Beschwerde deshalb
abzuweisen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die
Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 28. Oktober 2013.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist aufgrund von
Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(IVG; SR 831.20) i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) vorliegend zur Beurteilung
der erhobenen Beschwerde sachlich und örtlich zuständig. Als
Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer beschwert und damit zur
Beschwerde legitimiert. Auf die am 15. November 2013 eingereichte und
am 4. Dezember 2013 innert erstreckter Frist nachgebesserte
Beschwerde ist einzutreten. Strittig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die
Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu
Recht verneint hat.
2. a) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen
Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] und Art. 4 IVG). Anspruch
auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder
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herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres
ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 %
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b), und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Dabei besteht bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze
Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades
wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte
Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Für die
Festsetzung des Invaliditätsgrades kommt es damit primär auf die
wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische
Arbeitsunfähigkeit an (BGE 132 V 393 E.2.1; PVG 2005 Nr. 11, 1982
Nr. 80).
b) Gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG nimmt der Versicherungsträger die
notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die
erforderlichen Auskünfte ein. Um den Invaliditätsgrad nach Art. 16 ATSG
ermitteln zu können, sind die Verwaltung und im Beschwerdefall das
Gericht auf Unterlagen angewiesen, in denen der Gesundheitszustand
der versicherten Person beurteilt und dazu Stellung genommen wird, in
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit die versicherte Person
arbeitsunfähig ist. Diese Auskünfte und Befunde sind im Weiteren eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche beruflichen
Tätigkeiten einer versicherten Person noch zugemutet werden können
- 8 -
(BGE 125 V 256 E.4; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
vom 6. Mai 2003, I 640/02 E.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtend ist und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet
sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten
(BGE 125 V 351 E.3a; MEYER ULRICH, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung [IVG], 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2010, Art. 28a
S. 351 ff.; vgl. auch KIESER UELI, ATSG-Kommentar, 2. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 44 Rz. 32). Nach der Rechtsprechung kann
bei der Beweiswürdigung allerdings auf gewisse Richtlinien abgestellt
werden. So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten
Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen
Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zulässigkeit der Expertise sprechen (BGE
137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). In Bezug auf Berichte von
Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung
tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten
aussagen (BGE 125 V 351 E.3b/cc).
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c) Nach Art. 59 Abs. 2bis IVG stehen den IV-Stellen die Regionalen
Ärztlichen Dienste (RAD) zur Beurteilung der medizinischen
Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Diese setzen
die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende
funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare
Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Dabei
sind sie in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig.
Die IV-Stelle kann damit bei der Beurteilung der medizinischen
Anspruchsvoraussetzungen auf eigene medizinische Fachpersonen
zurückgreifen. Diese sollen aufgrund ihrer speziellen
versicherungsmedizinischen Kenntnisse für die Bestimmung der für die
Invalidenversicherung massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der
Versicherten verantwortlich sein. Damit soll eine konsequente Trennung
der Zuständigkeit zwischen behandelnden Ärzten (Heilbehandlung) und
Sozialversicherung (Bestimmung der Auswirkungen des
Gesundheitsschadens) geschaffen werden. Der RAD-Arzt bezeichnet die
zumutbaren Tätigkeiten und die unzumutbaren Funktionen unter Angabe
einer allfälligen medizinisch begründeten zeitlichen Schonung. Damit soll
im Hinblick auf eine erfolgreiche Eingliederung eine objektivere
Feststellung der massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der
Versicherten ermöglicht werden. Gestützt auf die Angaben des RAD hat
die IV-Stelle zu beurteilen, was einer versicherten Person aus objektiver
Sicht noch zumutbar ist und was nicht (Urteil des Bundesgerichts
9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E.4.2 m.w.H.). Dabei müssen die
Stellungnahmen des RAD-Arztes aber ebenfalls den allgemeinen
beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht genügen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E.4.3.1).
3. a) Der Beschwerdeführer machte in der IV-Anmeldung folgende
gesundheitliche Beeinträchtigung geltend: Status nach Läsion
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Rotatorenmanschette mit Ruptur Supraspinatussehne rechts,
Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in Kopf und Beine beidseitig,
Schulterschmerzen links (Überbelastung) und Bluthochdruck. Die
Beeinträchtigung bestehe seit einem Unfall vor drei Jahren an der
Schulter rechts und einer Krankheit vor ca. drei Jahren (IV-act. 11).
Anlässlich eines Erstgesprächs mit der Beschwerdegegnerin am
19. Oktober 2012 führte der Beschwerdeführer zu den Beschwerden aus:
Status nach Unfall an der rechten Schulter vor ca. 3 Jahren. Aufgrund der
Entlastung der rechten Schulter habe er nun die linke Schulter
überbelastet. Hinzu kämen Abnützungen am Rücken mit
Schmerzausstrahlungen in Beine und Nacken, Kopfschmerzen und hoher
Blutdruck. Die Schulterbeschwerden rechts und die Rückenbeschwerden
seien das Hauptproblem. Er könne vor Schmerzen kaum schlafen.
Gemessen an einer Skala von 1 bis 10 leide er an einem Dauerschmerz
von Stufe 8. Die Schmerzen würden nur beim Spazieren etwas geringer.
Dr. med. C._ habe ihm und der Arbeitgeberin bereits mitgeteilt, dass
er die bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben könne (IV-act. 13, S. 2).
b) Die Beschwerdegegnerin verneinte mit Verfügung vom 28. Oktober 2013
einen Rentenanspruch mit der Begründung, dass der Beschwerdeführer
aus ärztlicher Sicht eine leichte bis maximal mittelschere,
wechselbelastende Tätigkeit zu 100 % ausüben könne, womit ein
rentenausschliessendes Einkommen erzielbar sei. Das
Leistungsbegehren wurde deshalb abgewiesen (IV-act. 55).
c) Um zu prüfen, ob das Leistungsbegehren zu Recht abgewiesen wurde,
gilt es zunächst, die medizinischen Akten in Bezug auf die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit in den wesentlichen Punkten wiederzugeben:
 Der behandelnde Arzt, Dr. med. C._, attestierte dem Beschwerdeführer seit
dem 16. August 2012 wiederholt eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 2, 21, 24,
- 11 -
S. 2). Am 22. November 2012 führte er im Formular zuhanden der
Beschwerdegegnerin mit Verweisung auf die von Dr. med. D._, Facharzt für
Radiologie eines MRI-Instituts, am 28. August 2012 durchgeführte MRI-
Untersuchung aus, der Beschwerdeführer leide an chronisch rezidivierenden
Rückenschmerzen, an einem akuten Lumbovertebralsyndrom, an multisegmentalen
degenerativen Veränderungen, an kleineren Diskushernien ohne
Neurokompressionen. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
erwähnte er die Supraspinatussehnenruptur rechts von Mitte 2009 und die arterielle
Hypertonie. Eine Prognose sei angesichts des protrahierten Verlaufes schwierig. Die
bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar. Wann mit einer
Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit gerechnet werden könne, sei unklar. Zur
Frage, welche Arbeiten unter Berücksichtigung der gesundheitlichen
Einschränkungen in behinderungsangepasster Tätigkeit noch zumutbar seien,
kreuzte er an: wechselbelastende Tätigkeit, ja, nicht ganztags; vorwiegend im Gehen
ausgeübte Tätigkeiten (unebenes Gelände?), ja, nicht ganztags; auf Leitern/Gerüste
steigen, ja, nicht ganztags; Treppen steigen, ja, nicht ganztags. Die übrigen
Tätigkeiten wurden verneint. Das Konzentrations- und Auffassungsvermögen sowie
die Anpassungsfähigkeit würden uneingeschränkt bestehen, die Belastbarkeit sei
eingeschränkt. Die Fahrtauglichkeit sei gegeben (IV-act. 24, S. 1–5).
 Nach Überweisung durch Dr. med. C._ führte Dr. med. B._, Fachärztin für
Innere Medizin und Rheumatologie, in ihrem Bericht vom 18. Oktober 2012 –
gestützt auf die Diagnosen: (1.) Chronisches cervical und lumbal betontes
Panvertebralsyndrom, Tendenz zu Generalisation, degenerative
Wirbelsäulenveränderungen, ausgeprägter muskulärer Hypertonus und muskuläre
Dysbalance; (2.) Periarthropathia humeroscapularis rechts bei
Rotatorenmanschettenruptur rechts, Status nach Unfall 2009; (3.) Hypertonie – aus,
dass der Beschwerdeführer wahrscheinlich auf Dauer nicht mehr arbeitsfähig für die
bisherige, schwere Tätigkeit sei. Leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in
Wechselbelastung seien jedoch grundsätzlich möglich (IV-act. 24, S. 8–10).
 Die am 12. November 2012 nach Überweisung durch Dr. med. C._
durchgeführte Computertomographie im Bereich Thorax und Oberbauch von
Dr. med. D._ ergab, soweit aus den Akten ersichtlich, keine Diagnose mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 24, S. 11–13).
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 Der RAD-Arzt, Dr. med. E._, hielt am 7. Dezember 2012 gestützt auf die
Aktenlage fest, dass die Beurteilung von Dr. med. B._ vom 18. Oktober 2012,
wonach dem Beschwerdeführer maximal mittelschwere Tätigkeiten zumutbar seien,
nachvollziehbar sei. Der Beschwerdeführer sei deshalb in einer maximal
mittelschweren wechselbelastenden körperlichen Tätigkeit arbeitsfähig (IV-act. 56,
S. 8).
 Am 7. Februar 2013 bestätigte Dr. med. C._ gegenüber der
Beschwerdegegnerin die gestellten Diagnosen und führte erneut aus, dass eine
adaptierte Tätigkeit sicher zumutbar sei (IV-act. 36).
 Am 8. Mai 2013 teilte Dr. med. C._ der Beschwerdegegnerin auf Anfrage im
Zusammenhang mit Eingliederungsmassnahmen telefonisch mit, dass der
Beschwerdeführer zurzeit auch in einer angepassten Tätigkeit nicht arbeitsfähig sei
(IV-act. 47, S. 4). Sodann führte er am 20. Mai 2013 in einem Schreiben zuhanden
des Krankenversicherers aus, dass der Beschwerdeführer aufgrund der
präsentierten momentanen Beschwerden die Eingliederungsmassnahmen der IV
nicht wahrnehmen könne (IV-act. 45).
d) Der RAD-Arzt bejahte aufgrund der Aktenlage die Zumutbarkeit einer
maximal mittelschweren wechselbelastenden körperlichen Tätigkeit (IV-
act. 56, S. 8). Seine Beurteilung erfolgte in Kenntnis sämtlicher bis dahin
vorliegenden medizinischen Akten und ist aus Sicht des Gerichts
schlüssig und nachvollziehbar. Daran vermag auch die telefonische
Aussage von Dr. med. C._ vom 8. Mai 2013 nichts zu ändern,
wonach der Beschwerdeführer auch in angepasster Tätigkeit nicht
arbeitsfähig sei (vgl. IV-act. 47, S. 4). Diese Aussage erfolgte im
Zusammenhang mit den Eingliederungsmassnahmen und erscheint im
Hinblick auf deren Einstellung erfolgt zu sein, denn sie steht auch im
Widerspruch zu seinen bisherigen Ausführungen. So bestätigte Dr. med.
C._ sowohl am 22. November 2012 (IV-act. 24, S. 1–5), als auch am
7. Februar 2013 (IV-act. 36), dass eine adaptierte Tätigkeit zumutbar sei.
Aufgrund dessen und aufgrund der anerkannten Regeln der
Beweiswürdigung, wonach der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen
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ist, dass behandelnde Ärzte im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer
Patienten aussagen (vgl. dazu vorne E.2b), konnte der RAD-Arzt trotz
dieser telefonischen Aussage vom 8. Mai 2013 eine Arbeitsfähigkeit in
adaptierter Tätigkeit annehmen.
e) Diese Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wird schliesslich auch durch das
vom Beschwerdeführer im Verlauf des Verfahrens eingereichte Gutachten
des Universitätsspitals Zürich vom 25. Februar 2014 gestützt. Gemäss
diesem Gutachten ist der Beschwerdeführer für eine angepasste
mindestens leichte, wahrscheinlich auch für eine leichte bis mittelschwere
Tätigkeit (Hantieren von Lasten selten bis 15 kg) aufgrund der erhobenen
Befunde ganztags arbeitsfähig. Bei ausgeprägter Dekonditionierung
sowie myofaszialen Befunden lasse sich allenfalls eine
Leistungsminderung von maximal 20 % infolge sich im Tagesverlauf
kumulierender Beschwerden attestieren. Bei optimaler Kooperations- und
Leistungsbereitschaft könne der Beschwerdeführer durch adäquate
therapeutische Massnahmen jedoch innerhalb von 6 Monaten wieder eine
volle Leistungsfähigkeit in einer solchen Tätigkeit erreichen. Hinzuweisen
ist aber darauf, dass betreffend die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
aufgrund beobachteter erheblicher Selbstlimitierung und Inkonsistenz die
Resultate der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit für die
Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit für die Gutachter nicht
verwertbar waren. So halten sie abschliessend fest, dass die beobachtete
Leistungsfähigkeit zwar einer leichten Tätigkeit entspreche, hinsichtlich
der Zumutbarkeit aufgrund der Symptomausweitungen jedoch von einer
höheren Belastbarkeit auszugehen sei.
Damit bestätigt das Gutachten des Universitätsspitals Zürich im
Wesentlichen die Vorakten. Übereinstimmend gehen sämtliche
untersuchenden Ärzte von der Zumutbarkeit mindestens einer leichten,
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wahrscheinlich auch einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit aus,
gemäss Gutachter des Universitätsspitals Zürich allerdings vorläufig
eingeschränkt im Umfang von 80 %. Diese Reduktion rechtfertigten die
Gutachter mit kumulierenden Beschwerden, womit sie nicht aus sozial
bedingten und deshalb IV-fremden Gründen erfolgte. Ob sich die
Arbeitsfähigkeit allenfalls innerhalb einer bestimmten Zeit erhöhen könnte,
wie dies die Gutachter erwarten, spielt für die Beurteilung der
vorliegenden Streitsache keine Rolle, weil es sich dabei um einen
Sachverhalt handeln würde, der sich allfällig erst nach dem
Verfügungszeitpunkt verwirklichen würde.
f) Nach übereinstimmender medizinischer Feststellung ist der
Beschwerdeführer damit in einer adaptierten Tätigkeit (leichte bis maximal
mittelschwere Tätigkeit in Wechselbelastung) arbeitsfähig. Ob die
Arbeitsfähigkeit lediglich im Umfang von 80 % besteht, ist, wie
nachfolgend zu zeigen sein wird, nicht weiter relevant. Der Sachverhalt
wurde damit genügend abgeklärt, weshalb sich die beantragte
Rückweisung zur nochmaligen Beurteilung sowie die Anordnung eines
gerichtlich-medizinischen Gutachtens erübrigen. Ob die bisherige
Tätigkeit als leichte bis mittelschwere Tätigkeit zu qualifizieren ist, wie
dies die Arbeitgeberin im Formular für Arbeitgebende angegeben hatte
(vgl. IV-act. 27), und damit eine eigentlich adaptierte Tätigkeit darstellt, ist
zumindest zu bezweifeln. Anlässlich einer Besprechung zwischen der
ehemaligen Arbeitgeberin, dem Beschwerdeführer und der
Beschwerdegegnerin soll sich gemäss Verlaufsprotokoll der
Beschwerdegegnerin nämlich herausgestellt haben, dass die
Arbeitgeberin den Fragebogen falsch ausgefüllt habe und der
Beschwerdeführer Platten von 50 bis 70 kg in einem Rhythmus von ca. 10
Min. alleine auf die Maschine drehen musste, was als schwere Arbeit zu
bezeichnen wäre. Wie es sich damit verhält, kann aber ebenfalls offen
- 15 -
gelassen werden, weil der Beschwerdeführer unabhängig davon in der
Lage ist, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen.
4. a) Ein Anspruch auf eine IV-Rente besteht ab einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 %. Dabei wird der Invaliditätsgrad aufgrund eines
Einkommensvergleichs zwischen dem Valideneinkommen und dem
Invalideneinkommen bestimmt. Wird das Invalideneinkommen auf der
Grundlage von statistischen Durchschnittswerten – wie vorliegend
gestützt auf die Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) des
Bundesamts für Statistik – ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert
allenfalls durch einen leidensbedingten Abzug von maximal 25 % zu
reduzieren (sogenannter Leidensabzug), um der Tatsache Rechnung zu
tragen, dass gewisse Merkmale Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben
können und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die
verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann
(BGE 126 V 75 E.5b/aa; Urteil des Bundesgerichts 9C_708/2009 vom
19. November 2009 E.2.1.1). Ob und in welchem Ausmass die
Tabellenlöhne für die Ermittlung des Invalideneinkommens herabzusetzen
sind, hängt von allen persönlichen und beruflichen Umständen des
konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter,
Dienstjahre, Nationalität, Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad;
BGE 126 V 75; 134 V 322 E.5.2). Nach bundesgerichtlicher
Rechtsprechung kommt ein Leidensabzug zudem bei Männern, welche
gesundheitlich bedingt lediglich noch teilzeitlich erwerbstätig sein können,
in Frage. Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass bei
Männern statistisch gesehen Teilzeitarbeit vergleichsweise weniger gut
entlöhnt wird als eine Vollzeittätigkeit (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_40/2011 vom 1. April 2011 E.2.3.1 m.w.H.; anders dagegen bei den
Frauen: Urteil des Bundesgerichts 9C_382/2007 vom 13. November 2007
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E.6.2). Der Leidensabzug ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und auf
maximal 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 75 E.5b/bb und 5b/cc; 134 V
322 E.5.2).
b) Im konkreten Fall ging die Beschwerdegegnerin für die Berechnung des
Valideneinkommens von einem durchschnittlichen Einkommen in den
Jahren 2008–2011 aus, weil das Einkommen jeweils aufgrund von
Schichtzulagen schwankte. Daraus errechnete sie ein Valideneinkommen
von Fr. 65‘827.70. Dies ist weder bestritten, noch zu beanstanden. In
Bezug auf das Invalideneinkommen ist ebenfalls unbestritten, dass auf
die Tabellenlöhne der Schweizerische Lohnstrukturerhebung des
Bundesamts für Statistik (LSE 2010) abzustellen ist. Die
Beschwerdegegnerin hat den Durchschnittslohn für einfache und
repetitive Arbeiten und somit das tiefste Anforderungsniveau 4 für Männer
heranzogen, und diesen entsprechend aufindexiert. Damit errechnete sie
– ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit – ein
Invalideneinkommen von Fr. 63'017.85. Einen Leidensabzug gewährte sie
nicht. Der Beschwerdeführer beruft sich jedoch auf das Gutachten des
Universitätsspitals Zürich und macht eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit
im Umfang von 80 % geltend und verlangt zusätzlich einen
Leidensabzug/Schwerarbeiterabzug von 15 %. Zur Begründung macht er
sinngemäss geltend, dass er aufgrund seines Alters und seiner
Beschwerden grosse Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt haben dürfte.
Für einen rentenbegründenden Invaliditätsgrad benötige er einen
Leidensabzug von 25 %.
c) Ausgehend vom errechneten Invalideneinkommen von Fr. 63‘017.85
könnte der Beschwerdeführer im Verhältnis zum Valideneinkommen von
Fr. 65'827.70 selbst bei einer 80%igen Arbeitsfähigkeit ein
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rentenausschliessendes Einkommen von Fr. 50'414.30 erzielen. Der
Beschwerdeführer verlangt jedoch zusätzlich einen Leidensabzug.
Aufgrund seines Alters dürfte der 57-jährige Beschwerdeführer zwar auf
dem Arbeitsmarkt gewisse Schwierigkeiten haben, jedoch rechtfertigt sein
Alter noch keinen Leidensabzug. Ein möglicher Abzug wegen leichter
Tätigkeit ist vorliegend wohl ebenfalls nicht angebracht. Zwar entsprach
die im Rahmen der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit durch
das Universitätsspital Zürich beobachtete Leistungsfähigkeit einer leichten
Tätigkeit. Die Resultate der Evaluation konnten jedoch aufgrund der
beobachteten erheblichen Selbstlimitierung und Inkonsistenz für die
Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nicht verwertet werden.
Gemäss den Gutachtern des Universitätsspitals Zürich ist aufgrund der
Symptomausweitung von einer höheren Belastbarkeit auszugehen. Damit
verbliebe ein möglicher und denkbarer Abzug aufgrund von
unterdurchschnittlichen Löhnen bei einer teilzeitlichen Erwerbsfähigkeit.
Eine dauernd auf 80 % beschränkte Arbeitsfähigkeit würde einen
Leidensabzug im Umfang von höchstens 10–15 % rechtfertigen.
Ausgehend vom errechneten Invalideneinkommen von Fr. 63‘017.85,
reduziert auf eine 80%ige Arbeitsfähigkeit und nach Abzug eines maximal
zu gewährenden Leidensabzugs von 15 % würde ein
Invalideneinkommen von Fr. 42‘852.10 resultieren. Im Verhältnis zum
Valideneinkommen von Fr. 65‘827.70 ergäbe sich daraus ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad von lediglich 35 %. Ob vorliegend ein
Leidensabzug im Umfang von 15 % hätte gewährt werden müssen, kann
damit offen bleiben. Die Beschwerdegegnerin hat den Rentenanspruch im
Ergebnis auf jeden Fall zu Recht verneint. Eine Aufhebung der
angefochtenen Verfügung oder eine Rückweisung zur nochmaligen
Beurteilung und zu neuem Entscheid erübrigt sich damit.
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5. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei
Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen
vor dem kantonalen Versicherungsgericht abweichend von Art. 61 lit. a
ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.--
festgelegt. Vorliegend erscheint ein Kostenansatz von Fr. 700.--
angemessen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens gehen die
Kosten im Sinne von Art. 73 VRG zulasten des unterliegenden
Beschwerdeführers. Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat keinen
Anspruch auf eine aussergerichtliche Entschädigung (Art. 61 lit. g ATSG e
contrario).