Decision ID: 18949805-14ca-47ca-9334-165d9886ea60
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967, ist gelernte Rechtsanwaltsgehilfin (vgl.
Urk.
8/2
Ziff.
5.3)
und war
als Serviceangestellte, Pflegehelferin sowie
zuletzt als Sachbe
arbeiterin Rechnungswesen tätig (
Urk.
8/35
;
Urk.
8/48/
2-
3
).
Am 1
3.
Mai 2016 meldete sie sich wegen Knie-, Schulter- und Ellbogenbeschwerden
bei der Inva
lidenversicherung an (
Urk.
8/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen
und holte ein
bidisziplinäres
Gutachten ein, welches am 2
3.
Juni 2017 erstattet wurde (
Urk.
8/49;
Urk.
8/45;
Urk.
8/47). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/57
;
Urk.
8/68) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
1.
März 2018 einen Rentenanspruch der Versicherten (
Urk.
8/71 =
Urk.
2).
2.
Am 1
3.
April 2018 erhob die Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung vom
1.
März 2018 und beantragte deren Aufhebung sowie die Rückweisung der Sache zur erneuten Abklärung und zum neuen Entscheid, eventuell die
Zusprache
einer Rente beziehungsweise beruflicher Eingliederungsmassnahmen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
Mai 2018 (
Urk.
7) beantragte die Beschwerdegegne
r
in die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
4.
Juni 2018 mitgeteilt wurde. Gleichzeitig wurde ihr antragsgemäss (
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
9). Mit Replik vom
5.
September 2018 (
Urk.
13) hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest und reichte weitere Arztberichte
und Unterlagen
ein (
Urk.
14/1-4). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einrei
chung einer Duplik (
Urk.
17). Am
3.
Oktober 2018 (
Urk.
18) reichte die Beschwer
deführerin einen
weiteren
Arztbericht (
Urk.
19)
ein. Die Schriften wurden den Parteien am
4.
Oktober 2018 zugestellt (
Urk.
20).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Erwerbsunfähigkeit ist gemäss
Art.
7
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
der durch Beeinträchtigung der kör
perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumut
barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Abs.
1). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähig
keit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab
zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Jan
uar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
In seinem
zur Publikation vorgesehenen Urteil
9C_724/2018 vom 1
1.
Juli 2019
hat das
Bundesgericht seine Rechtsprechung bezüglich des Anspruchs auf Leis
tungen der Invalidenversicherung bei Vorliegen einer Suchterkrankung
geändert und festgehalten, dass
wie bei allen anderen psychischen Erkrankungen anhand eines strukturierten Beweisverfahrens abzuklären
ist
, ob sich eine fachärztlich diagnostizierte Suchtmittelabhängigkeit auf die Arbeitsfähigkeit d
er betroffenen Person auswirkt.
1.5
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
Übergangsrechtlich ist bedeutsam, dass die vor der Rechtsprechungsänderung eingeholten Gutachten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im kon
kreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten – allenfalls zusammen mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung anhand der mass
geblichen Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 5.2.2 und 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) wie folgt: Die Beschwerdeführerin sei in ihrer Tätigkeit als Pflegehelferin seit März 2014 eingesch
ränkt. Aufgrund der Anmeldung im Mai 2016
seien Rentenleistun
gen ab November 2016 zu prüfen. Die Abklärungen hätten ergeben, dass keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die mittel- oder langfristige Arbeits
fähigkeit ausgewiesen sei. Aus rheumatologischer Sicht bestünden Einschränkun
gen. In körperlich wechselbelastenden Tätigkeiten
, überwiegend sitzend, teils ebenerdig gehend oder stehend ausgeführt und mit vereinzeltem Tragen von leichten Lasten bis 10 kg bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 1). Neurolo
gische Gesundheitsschäden lägen nicht vor. Die psychiatrischen Leiden hätten aus versicherungsrechtlicher Sicht keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
. Es werde eine längere Alkoholabstinenz empfohlen. Die psychiatrischen Leiden könnten auch eine Folge der Suchtproblematik sein. Der Einkommensvergleich ergebe einen Invaliditätsgrad von 11
%
(S. 2 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte geltend (
Urk.
1),
der psychiatrische Gutachter habe nicht beantwortet, ob die rezidivierende depressive Störung Folge der Per
sönlichkeitsproblematik oder einer Suchtproblematik sei, er erachte zuerst eine anhaltende Abstinenz als notwendig. Somit hätte die Beschwerdegegnerin eine
Schadenminderungspflicht auferlegen und eine Verlaufsbegutachtung veranlas
sen müssen, bevor sie einen Anspruch verneine. Die Sucht sei zu wenig abgeklärt (S. 4-5). Aus näher dargelegten Gründen könne auch auf das rheumatologische Teilgutachten nicht abgestellt werden. Es sei eine neurologische Begutachtung notwendig (S. 6).
Von ihrer behandelnden Ärztin werde eine 50%ige Arbeitsfä
higkeit attestiert, wobei auch in einer angepassten Tätigkeit keine höhere Arbeits
fähigkeit anzunehmen sei. Weiter sei ein Abzug vom Tabellenlohn in Höhe von 20
%
angezeigt (S. 7). Das Valideneinkommen sei zudem zu tief festgesetzt (S. 8).
Replizierend (
Urk.
13) hielt die Beschwerdeführerin fest, sie habe ab 1
1.
Juli 2018 vorerst für drei Monate eine tagesklinische Behandlung begonnen und sei
gegen
wärtig
abstinent. Ob die frühere Sucht von Krankheit ausgelöst worden sei, sei weiterhin unklar (S. 2).
2.3
Streitig und zu prüfen sind die Arbeitsfähigkeit und der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin.
3.
3.1
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Hausarzt der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
8/2
Ziff.
6.3)
, stellte mit Bericht vom 2
7.
Juni 2016 (
Urk.
8/17/6-8) folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende teils schwere depressive Episoden seit 1995 (ICD-10 F33.1)
-
chronifiziertes Schmerzsyndrom mit
-
panvertebralem Schmerzsyndrom
-
Knieschmerzen bei Status nach Knieverletzung und
Pangonarthrose
rechts
-
Status nach
Rotatorenmanschettenläsion
mit anhaltenden Beschwer
den
-
Rezidiv eines Tennisellbogens rechts bei Status nach
Denervation
-
rezidivierender Alkoholabusus (aktuell wahrscheinlich trocken; ICD-10 F10.26)
In der zuletzt ausgeführten Tätigkeit als Pflegehelferin sei die Beschwerdeführerin seit
2.
M
ai 2016 zu 100
%
arbeitsunfähig. F
rühere Arbeitsunfähigkeiten s
eien bei ihm nicht dokumentiert;
er behandle die Patientin seit
6.
Februar 2016 (
Ziff.
1.6,
Ziff.
1.2). Die Wiederaufnahme einer Tätigkeit werde von der Psychiaterin fest
gelegt, sicherlich anfänglich mit einem kleinen Pensum (
Ziff.
1.9).
3.2
Die Ärztinnen der
Z._
,
A._
, stellten mit Bericht vom
2.
September 2016 (
Urk.
8/24
/4
-9) folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode
(ICD-10 F33.0), teilremittiert
-
psychische Verhaltensstörung durch Alkohol, schädlicher Gebrauch
(ICD-10 F10.1), DD: Abhängigkeitssyndrom, episodischer Substanzgebrauch (ICD-10 F10.26)
-
psychische Verhaltensstörung durch Tabak, Abhängigkeitssyndrom
(ICD-10 F17.2)
-
Probleme durch negative Kindheitserlebnisse (ICD-10 Z61)
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge vom emotional-instabilen und impulsi
ven Typ (ICD-10 Z73.1)
-
anamnestisch Status nach fraglicher Essstörung mit induziertem Erbre
chen
Die Beschwerdeführerin habe sich vom
2.
Mai bis
5.
August 2016
in teilstationä
rer tagesklinischer Behandlung befunden (
Ziff.
1.3). Aufgrund einer deutlichen Tendenz zur Bagatellisierung seien die Kriterien einer Suchterkrankung aktuell schwer eruierbar (
Ziff.
1.4). Aktuell sei die depressive Symptomatik weitgehend remittiert. Die
noch vorhandenen psychischen Einschränkungen würden durch die Persönlichkeitsstruktur in der Beziehungsgestaltung und in der Spannungs- und Emotionsregulation entstehen und gingen mit ausgeprägten Stimmungs
schwankungen und vor allem depressiven Einbrüchen einher. Mit Unterstützung habe die Beschwerdeführerin eine Alkoholabstinenz erreicht (
Ziff.
1.4). Vom
1.
Juni bis 1
7.
August 2016 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
1.6).
Eine behinderungsangepasste Tätigkeit wäre ab sofort mit einem Belastungsprofil von zwei Stunden täglich möglich (
Ziff.
1.7).
3.3
Prof.
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie sowie für Neurologie, erstattete sein psychiatrisches
Teil
gutachten
(Urk. 8/45)
am 1
9.
Mai 2017 unter Berücksichtigung der Akten, Erhebung der Anamnese und Durchführung einer eigenen Untersuchung und stellte keine psy
chiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die folgenden Diag
nosen hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 40):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
-
Störungen durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom, episodischer Substanz
gebrauch (ICD-10 F10.26)
-
Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73.1)
-
Probleme in Verbindung mit ökonomischen Verhältnissen (Schulden; ICD-10 Z59)
-
Probleme in Verbindung mit Arbeitslosigkeit (ICD-10 Z56)
-
sonstige näher bezeichnete Probleme verbunden mit der sozialen Umge
bung (juristische Auseinandersetzungen, ICD-10 Z 60.8)
Prof.
B._
hielt
fest, es liege keine Verdeutlichung, Aggravation oder Simu
lation vor.
Die Beschwerdeführerin sei bezüglich ihrer Substanzanamnese nicht offen gewesen; sie habe einen objektiv nachweisbaren Alkoholkonsum ver
schwiegen und ihre Alkoholabhängigkeitsstörung sehr stark dissimuliert. Ihre Angaben von Abstinenz und die laborchemischen Werte hätten extrem divergiert. Während sie angegeben habe, trocken zu sein, sei das Screening hochgradig positiv gewesen. Aus gutachterlicher Sicht liege eine Suchtproblematik vor (S. 37). Die Suchtproblematik gewinne einen führenden Stellenwert in der Psycho
pathologie der Beschwerdeführerin. Die objektiven Parameter zeigten einen anhaltenden Alkoholkonsum mit schädlichen Auswirkungen an. Es sei in der Gesamtkonstellation daher trotz anderer Angaben der Explorandin von einem fortgesetzten Alkoholgebrauch auszugehen. Aufgrund der Verleugnung und Bagatellisierung seien
keine verlässlichen Angaben zu erhalten, um die Kriterien für eine Abhängigkeitserkrankung zu überprüfen. Die Gesamtkonstellation der objektiven Parameter,
die hereditäre Belastung mit Suchterkrankungen, der mehrfache Verlust des Führerscheins wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss und weitere juristische Auseinandersetzungen in diesem Zusammenhang liessen eine derartige Störung mit hoher Wahrscheinlichkeit annehmen. Im aktuellen Unter
such sei die Stimmung indifferent gewesen und
es
könne von einer Remission einer rezidivierenden depressiven Störung ausgegangen werden. Ob diese Störung Folge der Suchterkrankung oder einer möglicherweise bestehenden Persönlich
keitsproblematik sei, könne nicht gesagt werden. Zur Beurteilung sei eine anhal
tende Abstinenz erforderlich (S. 38).
Da die Suchtproblematik damit einen zent
ralen Stellenwert in der Psychopathologie der Versicherten einnehme, sei eine Abstinenz zu empfehlen. Da jedoch gegenwärtig die sonstig vorliegenden psy
chischen Störungen zu keiner mittel- und langfristigen Arbeitsunfähigkeit führen würden, erscheine die Auferlegung einer Schadenminderungspflicht aus psychi
atrischer Sicht nicht als zielführend (S. 39). Aus psychiatrisch-gutachterlicher Sicht sei infolge der psychiatrischen Störungsbilder seit Antragstellung und anhaltend von keinen
handicapierenden
Fähigkeitsstörungen auszugehen, welche die mittel- und langfristige Arbeitsfähigkeit um 20
%
und mehr einschränken würden (S. 41).
3.4
Dr.
C._
, Fachärztin für Innere Medizin, speziell Rheumaerkran
kungen, stellte in ihrem am 2
3.
Juni 2017 unter Berücksichtigung der Akten, Erhebung der Anamnese und Durchführung einer eigenen Untersuchung erstat
teten Teilgutachten (
Urk.
8/47) folgende rheumatologische Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 53):
-
verminderte Belastbarkeit und intermittierende Schmerzen beider Knie bei
-
Status nach
Osteochondrosis
dissecans
beider Knie etwa 1980 mit
-
zweimaligen offenen Operationen (Gelenksrevision) am rechten Knie etwa 1980 und 1982 und
-
einmaliger offener Gelenkrevision am linken Knie etwa 1982 und
-
arthroskopischer Behandlung des rechten Knies am
6.
März 2014 und
-
Pan-Gonarthrose mit Irregularitäten des medialen
Femurkondylus
bei Status nach
Osteochondrosis
dissecans
mit weitgehend intakten Knie
binnenstrukturen
-
aktuell: in Ruhe schmerzfrei
-
verminderte Belastbarkeit und intermittierende Schmerzen der Lenden
wirbelsäule (LWS) bei
-
leichten degenerativen Veränderungen und mit möglicher leichter
foraminaler
Einengung L4/L5 und möglicher Irritation der Nervenwur
zel L4 rechts
-
ohne
radikuläre
Zeichen
-
aktuell: in Ruhe schmerzfrei
Die folgenden Diagnosen hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 53):
-
Nikotin-Abusus
-
übermässiger Alkohol-Konsum mit
-
Nachweis eines starken chronischen Alkohol-Konsums in der Periode von Ende Januar bis Ende Mai 2017 in der Haaranalyse
-
dagegen Alkohol-Abstinenz in der Periode von Juni bis November 2016 gemäss der Haaranalyse und
-
mehrfache
n
Entzüge des Führerausweises wegen Fahrens in angetrun
kenem Zustand
-
Status nach Hepatitis-C-Infektion mit unbekanntem Infektionsdatum
-
Status nach Verletzung des linken Vorfusses am
7.
März 2016 mit Frak
turen und konservativer Therapie
-
Status nach Distorsion des rechten Oberen Sprunggelenks (OSG) am 1
6.
Mai 2017
-
Status nach Sturz auf die linke Schulter etwa Januar 2015 mit
Insertions
tendinose
der
Supraspinatussehne
mit geringer Partialruptur,
SLAP-Läsion und Verdacht auf freien Gelenkkörper
-
Status nach operativer
Denervation
am 1
2.
Februar 2004 wegen
Epicon
dylitis
des linken Ellbogens bei Status nach Fraktur 1972
-
Status nach Mamma-Reduktionsplastik beidseits am 12. November 2008 mit postoperativem Hämatom rechts
Am Untersuchungstag sei es der Beschwerdeführerin schlechter als sonst gegan
gen, weil sie schlecht geschlafen habe. Dennoch sei sie an diesem Tag schmerzfrei gewesen. Sie berichte, dass sie oft, vor allem bei Belastung, Schmerzen in den Knien und der LWS habe. Es falle auf, dass sie keine Schulterschmerzen angebe (S. 54 oben).
Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei zu 100
%
zumutbar (S. 55). Die Einschränkungen ergäben sich durch die limitierte Funktion beider Knie und der LWS. Sie könne Lasten bis zu 10 kg hantieren. Die angestammten
Bürot
ätigkeiten wie Sachbearbeiter
in, Mitarbeiterin Personalwesen oder
Arbeit in der Buchhaltung
könne sie uneingeschränkt zu 100
%
ausüben. Als Serviceange
stellte könne sie ebenfalls zu 100
%
arbeiten, sofern sie dabei keine Lasten über 10 kg hantieren müsse. Die
Tätigkeit als Pflegehelferin sei hingegen nicht ange
passt, da dabei häufig schwere Lasten zu bewegen seien
(S. 57)
.
3.5
In der
bidisziplinären
Zusammenfassung vom 2
3.
Juni 2017 (
Urk.
8/49) wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgelegt:
-
keine psychiatrische Diagnose
-
verminderte Belastbarkeit und intermittierende Schmerzen beider Knie bei
-
Status
nach
Osteochondrosis
dissecans
beider Knie
etwa 1980 mit
-
zweimaligen offenen Operationen (Gelenksrevision) am rechten Knie etwa 1980 und 1982 und
-
einmaliger offener Gelenkrevision am linken Knie etwa 1982 und
-
arthroskopischer Behandlung des rechten Knies am
6.
März 2014 und
-
Pan-Gonarthrose mit Irregularitäten des medialen
Femurkondylus
bei Status nach
Osteochondrosis
dissecans
mit weitgehend intakten Knie
binnenstrukturen
-
aktuell: in Ruhe schmerzfrei
-
verminderte Belastbarkeit und intermittierende Schmerzen der Lenden
wirbelsäule (LWS) bei
-
leichten degenerativen Veränderungen und mit möglicher leichter
foraminaler
Einengung L4/L5 und möglicher Irritation der Nervenwur
zel L4 rechts
-
ohne
radikuläre
Zeichen
-
aktuell: in Ruhe schmerzfrei
Die Beschwerdeführerin benötige eine Knie- und LWS-schonende Tätigkeit. Dabei könne sie bis zu 10 kg hantieren. Die angestammten Bürotätigkeiten könne sie uneingeschränkt zu 100
%
ausüben. In angepassten Tätigkeiten habe nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden
.
3.6
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte mit Bericht vom
9.
Oktober 2017 (
Urk.
8/67/2-3) aus, die Beschwerdeführerin leide vor allem an einem chronischen Schmerzsyndrom mit wechselnder Symptomatik. Einerseits seien klare Ursachen zu erkennen, andererseits seien die Schmerzen so wechselhaft, dass wahrscheinlich nicht allein eine somatische Ursache in Frage komme. Arbeiten in einer angepassten Umgebung schienen zu 50
%
möglich zu sein.
3.7
Dr.
med.
E._
,
A._
, hielt mit Stel
lungnahme vom
2.
November 2017 (
Urk.
19) fest,
die Beschwerdeführerin leide vordergründig an einer
Borderline
-Persönlichkeitsstörung.
Sie sei durch ihre Stimmungsschwankungen, depressive
n
Episoden, die Suchterkrankung und ihre Tendenz zu Streitereien und Konflikten sowie ihre soziale Isolation beeinträchtigt. Es bestehe eine Beeinträchtigung der
Erwerbsfähigkeit und der Fähigkeit zur All
tagsbewältigung, die aus psychiatrischer Sicht
bis zu
50
%
betrage. Die Behand
lung fokussiere gegenwärtig auf die emotionale Stabilisierung, das Erlernen von Strategien zur Stressbewältigung und Spannungsregulation
sowie auf die Alko
holabstinenz
.
3.8
Dr.
med.
F._
,
G._
, stellte mit Eintrittsbericht vom 1
0.
Juli 2018 (
Urk.
14/3) folgende Diagnosen (S. 1):
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, Abhängigkeitssyn
drom (ICD-10 F10.2)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
aktenanamnestisch: emotional instabile Persönlichkeitsstörung, impulsi
ver Typ (ICD-10 F60.3)
Die Indikation für das Therapieprogramm sei gegeben.
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei nicht Bestandteil der therapeutischen Behandlung (S. 2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Rentenanspruch der Beschwerdeführe
rin gestützt auf das
bidisziplinäre
Gutachten von Prof.
B._
und
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.3-5
) und ging deshalb davon aus, dass
keine psychiatri
sche Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorlieg
e
und dass die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig
sei
.
4.2
Dr.
C._
erstattete ihr Teilgutachten
(vorstehend E. 3.4)
unter Berücksichti
gung aller Akten, genauer Erhebung der Anamnese und Durchführung einer eigenen Untersuchung.
Sie stellte fest, dass aktuell in Ruhe eine Schmerzfreiheit bezüglich der Knie- und LWS-Beschwerden bestehe, und dass die Beschwerde
führerin bezüglich der Schulter keine Schmerzen angegeben habe. Den Ein
schränkungen
und den sich bei Belastung einstellenden Schmerzen in Knie und Rücken trug
Dr.
C._
mit dem auf die Behinderung zugeschnittenen Belas
tungsprofil ausreichend Rechnung. Insgesamt wurde die behinderungsangepasste Arbeitsfähigkeit von 100
%
nachvollziehbar begründet, wesh
alb darauf abzustel
len ist. Der Bericht vo
n
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.6
) vermag die Beurteilung durch
Dr.
C._
nicht zu entkräften, da seine Einschätzung einer bloss 50%igen Arbeitsfähigkeit nicht genügend begründet wurde.
Dem
im Beschwer
deverfahren eingereichten neurologischen Bericht vom
4.
Mai 2018
(
Urk.
14/2) sind keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit zu entnehmen, zudem wurde empfohlen, lediglich den weiteren Spontanverlauf abzuwarten, was nicht auf eine langdau
ernde relevante Erkrankung hinweist.
Somit besteht in somatischer Hinsicht kein weiterer Abklärungsbedarf.
4.3
Es stellen sich jedoch in psychiatrischer Hinsicht Fragen.
Prof
.
B._
legte in seinem Teilgutachten
(vorstehend E. 3.3
)
dar,
dass die
Suchtproblematik eine füh
rende Stellung in der Psychopathologie der Beschwerdeführerin einnehme und dass die objektiven Parameter einen anhaltenden Alkoholkonsum mit schädlichen Auswirkungen belegten. Obwohl die Beschwerdeführerin dies
verneint
habe, sei von anhaltendem Konsum auszugehen
. Aufgrund der Verleugnung und Bagatel
lisierung seien keine verlässlichen Angaben zu erhalten, um die Kriterien für eine Abhängigkeitserkrankung zu überprüfen. Zwar sei die rezidivierende depressive Störung derzeit remittiert gewesen. Ob diese Störung Folge der Suchterkrankung oder einer möglicherweise bestehenden Persönlichkeitsproblematik sei, könne
jedoch
nicht gesagt werden
.
Somit ist eine Suchterkrankung zu prüfen, wobei davon auszugehen ist, dass diese anhält, wurde im Bericht des
G._
vom Juli 2018
(vorstehend E. 3.8
) doch nebst der gegenwärtig mittel
gradigen depressiven Episode eine psychische und Verhaltensstörung durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom, diagnostiziert.
Prof.
B._
handelte die von der Rechtsprechung geforderten In
dikatoren (vgl. vorstehend E. 1.5
) in seinem Gutachten eher knapp ab (vgl. S. 36 unten f.). Ins
besondere bezog er sich dabei nicht auf die Suchterkrankung, wie dies gemäss
der neuesten
und auch auf
bereits
hängige Verfahren anwendbaren
Rechtspre
chung d
es Bundesgerichts gefordert ist,
sondern ging vielmehr
- der damaligen Rechtslage, welche zwischen primärer und sekundärer Sucht unterschied, folgend - von einer nicht invalidisierenden Wirkung der Suchterkrankung aus.
Ob und wie sich diese auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirkt, kann deshalb nicht beurteilt werden. Auch den anderen
fachärztlichen Berichten
ist bezüglich der Standardindikatoren nichts Hilfreiches zu entnehmen.
Damit fehlt es an der Grundlage für einen Entscheid.
5.
5.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des
Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der ent
scheidrelevante Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
5.2
Nach dem Gesagten wurde vorliegend der psychiatrische Sachverhalt zu wenig abgeklärt. Es ist deshalb angezeigt, die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen, damit sie ein den praxisgemässen Anforderungen entsprechendes psy
chiatrisches Gutachten einhole und hernach über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin erneut entscheide.
Dabei
we
rd
en
auch die Zumutbarkeit
und Erfolgsaussichten
einer konsequenten Therapie mit zu berücksichtigen
und
deren Durchführung
allenfalls mittels Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
zu fordern
sein.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene Verfügung aufzuheben.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdegeg
ner
in aufzuerlegen
.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Nach Einsicht in die Honorarnote vom
1
6.
Oktober 2018 (
Urk.
22/1-2) hat die Beschwerdegegnerin die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführe
rin, Rechtsanwältin Stephanie Schwarz, Winterthur, mit
Fr.
3'437.05 zu entschä
digen.