Decision ID: 6f45df4b-3d00-5c9d-a8cb-d80572fd2f13
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Gemäss Handelsregisteramt des Kantons (...) wurde am 16. September
2019 der Konkurs über die B._ GmbH mit Sitz in (...) eröffnet und
die Gesellschaft wurde aufgelöst. Die Gesellschaft hinterlässt dabei auch
offene Rechnungen betreffend leistungsabhängige Schwerverkehrsabga-
ben (LSVA). Dies unter anderem aufgrund der von ihr eingesetzten beiden
Sattelanhänger mit Kontrollschild (...) (Stammnummer [...]) sowie (...)
(Stammnummer [...]). Die ausstehenden Beträge im Zusammenhang mit
dem erstgenannten Sattelanhänger belaufen sich auf Fr. 7'314.15 (Periode
Juni 2018, Rechnung Nr. [...]), Fr. 5'784.10 (Periode November 2018,
Rechnung Nr. [...]) sowie Fr. 4'849.05 (Periode Dezember 2018, Rechnung
Nr. [...]). Im Zusammenhang mit dem zweitgenannten Sattelanhänger be-
trägt die Forderung der Eidgenössischen Zollverwaltung (nachfolgend
auch: EZV) Fr. 469.60 (Periode November 2018, Rechnung Nr. [...]). Ins-
gesamt betragen die noch zu bezahlenden LSVA betreffend diese beiden
Sattelanhänger somit Fr. 18’416.90.
B.
Mit Schreiben vom 4. Oktober 2019 wurde die A._ GmbH mit Sitz
in (...), auf welche die beiden vorgenannten Sattelanhänger im relevanten
Zeitraum eingelöst waren, von der EZV über die noch offenen LSVA der
B._ GmbH in der Höhe von Fr. 18'416.90 informiert sowie darüber
in Kenntnis gesetzt, dass dieser Betrag nun von der A._ GmbH auf-
grund solidarischer Haftung eingefordert werde.
C.
In ihrem Schreiben vom 10. Oktober 2019 bestritt die A._ GmbH die
Haftung für die gesamte, von der EZV geforderte Summe.
D.
Mit Verfügung vom 5. Dezember 2019 erklärte die EZV die A._
GmbH solidarisch haftbar für die von der B._ GmbH verwendeten
Sattelanhänger mit den Stammnummern (...) ([...]) und (...) ([...]) (Dispo-
sitiv Ziff. 1). Die anteilsmässige Abgabe betrage Fr. 18'416.90, wobei dieser
Betrag innerhalb von 30 Tagen zu bezahlen sei (Dispositiv Ziff. 2).
E.
Mit Eingabe vom 9. Dezember 2019 erhebt die A._ GmbH (nachfol-
gend auch: Beschwerdeführerin) Beschwerde an das Bundesverwaltungs-
gericht. Unter anderem macht die Beschwerdeführerin auch Ausführungen
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zum Zahlungsplan, welcher von der Oberzolldirektion (nachfolgend auch:
OZD) mit der B._ GmbH vereinbart worden sei.
F.
Mit Zwischenverfügung vom 18. Dezember 2019 wurde die Beschwerde-
führerin vom Gericht aufgefordert, innert der noch laufenden Beschwerde-
frist ein Begehren sowie eine genügende Begründung nachzureichen. Die
Beschwerdeführerin wurde zudem darauf hingewiesen, dass ein Zahlungs-
plan oder eine Abzahlungsvereinbarung nicht Thema der angefochtenen
Verfügung gewesen ist und dass insofern nicht auf die Beschwerde einge-
treten werden könnte.
G.
Mit Eingabe vom 6. Januar 2020 beantragt die Beschwerdeführerin, die
Verfügung vom 5. Dezember 2019 sei aufzuheben; unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen. Die Beschwerdeführerin führt aus, sie sei Eigentüme-
rin der zwei fraglichen Anhänger mit den Kontrollschildern (...) sowie (...).
Diese zwei Anhänger habe sie der B._ GmbH vom Sommer 2017
bis Mitte 2019 zur freien Verfügung gestellt. Die B._ GmbH habe
während diesen Monaten für sich Umsatz erzielt sowie auch die anfallen-
den Kosten getragen. Diese habe die Verfügungsgewalt über die Auflieger
nach Art. 78 der Verordnung vom 27. Oktober 1976 über die Zulassung von
Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr (Verkehrszulassungsver-
ordnung, VZV, SR 741.51) gehabt und sei damit Halterin gewesen. Die Be-
schwerdeführerin sei also im relevanten Zeitraum nicht Halterin der Anhä-
nger im Sinn von Art. 36 Abs. 1 Bst. b der Verordnung über eine leistungs-
abhängige Schwerverkehrsabgabe vom 6. März 2000 (Schwerverkehrsab-
gabeverordnung, SVAV, SR 641.811) gewesen, sondern nur Eigentümerin.
Weiter wird Verfassungswidrigkeit bzw. eine ungenügende gesetzliche
Grundlage gerügt. Überdies sei die Beschwerdeführerin nicht über die er-
folglose Mahnung der B._ GmbH durch die EZV informiert worden.
Bereits im Frühjahr 2019 habe sich die Beschwerdeführerin bei der zustän-
digen Behörde telefonisch über das Zahlungsverhalten der B._
GmbH erkundigt. Daraufhin sei ihr mitgeteilt worden, dass keine Massnah-
men notwendig seien. Darüber hinaus wird die Edition weiterer Unterlagen
zu den Zahlungsproblemen der B._ GmbH von der EZV sowie eine
Zeugeneinvernahme beantragt.
H.
Die EZV (nachfolgend auch: Vorinstanz) stellt in ihrer Vernehmlassung vom
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12. Februar 2020 den Antrag auf Abweisung der Beschwerde unter Kos-
tenfolge. Zusätzlich reicht sie die Verfahrensakten ein, unter anderem auch
die von der Beschwerdeführerin verlangten Unterlagen.
I.
Auf die einzelnen Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die vorhande-
nen Akten wird – soweit entscheidrelevant – in den folgenden Erwägungen
eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Verfügungen der Vorinstanz betreffend die leistungsabhängige
Schwerverkehrsabgabe (LSVA), die keine erstinstanzlichen Veranlagungs-
verfügungen sind, können gemäss Art. 23 Abs. 4 des Schwerverkehrsab-
gabegesetzes vom 19. Dezember 1997 (SVAG, SR 641.81) i.V.m. Art. 31 ff.
des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32)
beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden. Das Verfahren vor
dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem Verwaltungsverfah-
rensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), soweit das
VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).
Gemäss Rechtsprechung sind Verfügungen, mit denen die EZV jemanden
als solidarisch haftende Person ins Recht fasst, nicht als «erstinstanzliche
Veranlagungsverfügung» im Sinne von Art. 23 Abs. 3 SVAG zu betrachten.
Sie sind demzufolge in Anwendung von Art. 23 Abs. 4 SVAG i.V.m.
Art. 31 ff. VwVG direkt beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (Urteile
des BVGer A-6851/2015 vom 1. November 2016 E. 1.1 und A-4691/2013
vom 30. Januar 2014 E. 1.1). Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zur
Behandlung der vorliegenden Beschwerde gegen die Verfügung vom
5. Dezember 2019 sachlich und funktional zuständig.
1.2 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der
Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teil-
nahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt
ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung
hat. Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin der angefochtenen Haf-
tungsverfügung vom 5. Dezember 2019 zur Beschwerde legitimiert (Art. 48
VwVG).
http://links.weblaw.ch/BVGer-A-6851/2015 http://links.weblaw.ch/BVGer-A-4691/2013
A-6529/2019
Seite 5
1.3 Soweit die Vorbringen der Beschwerdeführerin einen Zahlungsplan
oder eine Abzahlungsvereinbarung zwischen der B._ GmbH und
der Zollverwaltung betreffen, kann darauf (wie bereits mit Zwischenverfü-
gung vom 18. Dezember 2019 festgehalten) nicht eingetreten werden, da
diese nicht Thema der angefochtenen Verfügung sind. Abgesehen davon
ist auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde gegen die ange-
fochtene Haftungsverfügung vom 5. Dezember 2019 (Art. 50 Abs. 1 und
Art. 52 Abs. 1 VwVG) einzutreten.
2.
2.1 Gemäss Art. 1 SVAG bezweckt die LSVA, dass der Schwerverkehr die
ihm zurechenbaren Wegkosten und Kosten zulasten der Allgemeinheit
langfristig deckt, soweit er für diese nicht bereits durch andere Leistungen
oder Abgaben aufkommt (Abs. 1); zudem soll die Abgabe einen Beitrag
dazu leisten, dass die Rahmenbedingungen der Schiene im Transport-
markt verbessert und die Güter vermehrt mit der Bahn befördert werden
(Abs. 2). Abgabeobjekt ist die Benützung der öffentlichen Strassen durch
die in- und ausländischen schweren Motorfahrzeuge und Anhänger für den
Güter- und Personentransport (vgl. Art. 2 und 3 SVAG). Die Abgabe be-
misst sich gemäss Art. 6 Abs. 1 SVAG grundsätzlich nach dem höchstzu-
lässigen Gesamtgewicht des Fahrzeugs und den gefahrenen Kilometern,
wobei sie laut Abs. 3 zusätzlich emissions- oder verbrauchsabhängig erho-
ben werden kann.
2.2 Abgabepflichtig für die LSVA ist gemäss Art. 5 Abs. 1 SVAG die Halterin
oder der Halter, bei ausländischen Fahrzeugen zusätzlich die Fahrzeug-
führerin oder der Fahrzeugführer.
Führt das Motorfahrzeug einen Anhänger mit, so muss gemäss Art. 17
Abs. 1 SVAV die Fahrzeugführerin oder der Fahrzeugführer alle erforderli-
chen Angaben am Erfassungsgerät deklarieren. Die Abgabe für mitge-
führte Anhänger ist sodann von der Halterin oder vom Halter des Zugfahr-
zeugs zu deklarieren und zu bezahlen (Art. 17 Abs. 3 SVAV).
Subjektiv abgabepflichtig (wenn auch gemäss Art. 17 Abs. 3 SVAV nicht
deklarations- und [primär] zahlungspflichtig) betreffend die auf den An-
hänger entfallende Abgabe ist gestützt auf Art. 5 Abs. 1 SVAG die Halterin
bzw. der Halter des Anhängers (vgl. etwa Urteile des BVGer A-8057/2010
vom 6. September 2011 E. 2.2.2, A-3868/2007 vom 28. September 2007
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E. 2.1, A-1749/2006 vom 11. Mai 2007 E. 2.1, A-6299/2013 vom 24. Sep-
tember 2014 E. 2.2; siehe auch Urteil des BGer 2C_641/2007 vom 25. April
2008 E. 3.3).
Wenn aus irgendeinem Grund die deklarations- und (primär) zahlungs-
pflichtige Halterin bzw. der deklarations- und (primär) zahlungspflichtige
Halter des Zugfahrzeugs ihren bzw. seinen Obliegenheiten nicht nach-
kommt, kann deshalb die Abgabe von der Halterin oder vom Halter des
Anhängers bereits gestützt auf Art. 3 sowie Art. 5 Abs. 1 SVAG eingefordert
werden (vgl. Urteile des BVGer A-3868/2007 vom 28. September 2007
E. 2.2, A-1749/2006 vom 11. Mai 2007 E. 2.1).
Überdies ist der Bundesrat ermächtigt, neben der Halterin oder dem Halter
weitere Personen solidarisch haftbar zu erklären (Art. 5 Abs. 2 SVAG). Von
dieser Kompetenz hat er in Art. 36 ff. SVAV Gebrauch gemacht.
So statuiert Art. 36 Abs. 1 Bst. b SVAV, dass neben der Halterin oder dem
Halter für die Abgabe sowie für allfällige Zinsen und Gebühren die Halterin
bzw. der Halter eines Anhängers solidarisch haftbar ist, wenn die Halterin
oder der Halter des Zugfahrzeugs zahlungsunfähig ist oder erfolglos ge-
mahnt wurde: im Umfang des Gesamtgewichts des Anhängers für die mit
diesem zurückgelegten Kilometer.
Diese Haftung der Halterin oder des Halters des Anhängers (gestützt auf
Art. 5 Abs. 1 SVAG sowie Art. 5 Abs. 2 SVAG i.V.m. Art. 36 Abs. 1 Bst. b
SVAV) wurde in der Rechtsprechung grundsätzlich als gesetzes- und ver-
fassungskonform, so insbesondere dem Legalitätsprinzip genügend, er-
achtet (vgl. Urteil des BGer 2C_641/2007 vom 25. April 2008 E. 3.3; siehe
auch Urteil des BVGer A-6299/2013 vom 24. September 2014 E. 2.3).
2.3 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts wird der Begriff der
Halterin bzw. des Halters gemäss Art. 5 Abs. 1 SVAG gleich interpretiert
wie im Strassenverkehrsrecht: Es besteht gemäss Bundesgericht kein An-
lass, für die Erhebung der Schwerverkehrsabgabe auf einen anderen als
den üblichen, in Art. 78 VZV umschriebenen und in der bundesgerichtli-
chen Rechtsprechung konkretisierten Halterbegriff abzustellen (vgl. Urteil
des BGer 2C_641/2007 vom 25. April 2008 E. 3.2). Halterin oder Halter im
Sinne des Strassenverkehrsrechts ist nach konstanter Rechtsprechung
nicht notwendigerweise die Eigentümerin oder der Eigentümer des Fahr-
zeugs oder wer formell im Fahrzeugausweis eingetragen ist, sondern die-
oder derjenige, auf deren bzw. dessen eigene Rechnung und Gefahr der
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Betrieb des Fahrzeugs erfolgt und wer zugleich über dieses und allenfalls
über die zum Betrieb erforderlichen Personen die tatsächliche, unmittel-
bare Verfügung besitzt (vgl. etwa BGE 129 III 102 E. 2, Urteile des BGer
2C_94/2018 vom 15. Juni 2018 E. 4.3.1, 2C_641/2007 vom 25. April 2008
E. 2.3 m.w.H.; siehe auch Urteil des BVGer A-2703/2017 vom 18. Dezem-
ber 2018 E. 3.1). Demgegenüber betrachtete das Bundesverwaltungsge-
richt in diversen Urteilen diejenige Person als Halterin im Sinn von Art. 5
Abs. 1 SVAG bzw. Art. 36 Abs. 1 Bst. b SVAV auf deren Namen das Fahr-
zeug oder der Anhänger immatrikuliert ist (vgl. etwa Urteile des BVGer
A-5446/2016 vom 23. Mai 2018 E. 5.2.2, A-2644/2015 vom 8. Januar 2016
E. 3.2, A-3868/2007 vom 28. September 2007 E. 2.2.1).
2.4
2.4.1 Art. 36 Abs. 1bis SVAV statuiert weitere solidarische Haftungen. So
sind gemäss dieser Regelung neben der Halterin oder dem Halter für die
leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe sowie für in diesem Zusam-
menhang anfallende allfällige Zinsen und Gebühren unter Vorbehalt der
Art. 36a und 36b SVAV (vgl. dazu E. 2.4.2 sogleich) die folgenden Perso-
nen solidarisch haftbar:
- Gemäss Art. 36 Abs. 1bis Bst. a SVAV die Eigentümerin oder der Eigen-
tümer, die Vermieterin oder der Vermieter, die Leasinggeberin oder der
Leasinggeber eines Zugfahrzeugs, wenn dessen Halterin oder Halter
zahlungsunfähig ist oder erfolglos gemahnt wurde: im Umfang des Ge-
samtgewichts des Zugfahrzeugs für die mit diesem zurückgelegten Ki-
lometer.
- Gemäss Art. 36 Abs. 1bis Bst. b SVAV die Eigentümerin oder der Eigen-
tümer, die Vermieterin oder der Vermieter, die Leasinggeberin oder der
Leasinggeber eines Anhängers, wenn dessen Halterin oder Halter zah-
lungsunfähig ist oder erfolglos gemahnt wurde: im Umfang des Ge-
samtgewichts des Anhängers für die mit diesem zurückgelegten Kilo-
meter.
2.4.2 Gemäss Art. 36a Abs. 1 SVAV («Anfrage bei der EZV») kann die nach
Art. 36 Abs. 1bis SVAV solidarisch haftbare Person, die einer Drittperson ein
Zugfahrzeug oder einen Anhänger zum Gebrauch überlassen will, bei Ver-
tragsabschluss bei der EZV anfragen, ob die Drittperson (Vertragspartei)
oder die Halterin oder der Halter des Fahrzeugs (falls es sich nicht um die-
selbe Person handelt) zahlungsunfähig ist oder erfolglos gemahnt wurde.
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Gemäss Art. 36a Abs. 2 SVAV hat eine solche Anfrage die Personalien und
die Adresse der Vertragspartei sowie gegebenenfalls der Halterin oder des
Halters (Bst. a), die Angaben zum Fahrzeug (Bst. b) und die schriftliche
Einwilligung der Vertragspartei beziehungsweise der Halterin oder des Hal-
ters in die Auskunftserteilung zu enthalten (Bst. c).
Falls die Vertragspartei oder gegebenenfalls die Halterin bzw. der Halter
zahlungsunfähig ist oder erfolglos gemahnt wurde, weist die EZV in ihrer
Antwort die anfragende Person darauf hin, dass sie mit Vertragsabschluss
solidarisch haftbar wird für die von diesem Zeitpunkt an geschuldeten Ab-
gaben sowie allfällige Zinsen und Gebühren für das Fahrzeug (Art. 36a
Abs. 3 SVAV).
Art. 36b SVAV regelt unter dem Titel «spätere Mitteilung der EZV» was
folgt:
«Stellt die EZV nach Inverkehrsetzung des Fahrzeugs nach Artikel 36a Ab-
satz 2 Buchstabe b fest, dass die Halterin oder der Halter zahlungsunfähig
ist oder erfolglos gemahnt wurde, und erwägt sie, die nach Artikel 36 Ab-
satz 1bis solidarisch haftbare Person der Solidarhaftung zu unterstellen, so
teilt sie dieser Person schriftlich mit, dass sie für künftige Abgaben sowie
für allfällige Zinsen und Gebühren für das Fahrzeug solidarisch haftet,
wenn:
a. sie den Vertrag nicht innerhalb von 60 Tagen kündigt; oder
b. alle ausstehenden Abgaben und allfällige Zinsen und Gebühren für
das Fahrzeug nicht innerhalb von 60 Tagen vollständig bezahlt werden.»
Für die Anwendung dieser Bestimmung wird also vorausgesetzt, dass das
Fahrzeug, für welches eine solidarische Haftung droht, zuvor Gegenstand
einer Anfrage der solidarisch haftbaren Person gemäss Art. 36a SVAV war
(vgl. Urteil des BVGer A-8057/2010 vom 6. September 2011 E. 3.2.3).
2.4.3 Demzufolge unterscheiden Art. 36a und Art. 36b SVAV unter dem hier
fraglichen Gesichtswinkel grundsätzlich zwei Konstellationen (vgl. zum
Ganzen: Urteil des BVGer A-8057/2010 vom 6. September 2011 E. 3.2.4):
- Tätigt die solidarisch haftbare Person vor Abschluss des Vertrages über
die Gebrauchsüberlassung des Fahrzeugs bei der EZV eine Anfrage
über die Zahlungsfähigkeit der Vertragspartei (bzw. der Halterin oder
des Halters des Fahrzeugs) und verneint die EZV in ihrer Antwort das
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Bestehen von Zahlungsschwierigkeiten, ist die anfragende Person
(vorläufig) von ihrer Solidarhaftung befreit. Wird die Halterin oder der
Halter des Fahrzeugs später zahlungsunfähig oder erfolglos gemahnt,
teilt dies die EZV von sich aus der solidarisch haftbaren Person mit.
Wenn diese in der Folge den Vertrag nicht innert 60 Tagen kündigt oder
die ausstehenden Abgaben, inkl. allfälliger Zinsen und Gebühren, in-
nert gleicher Frist vollständig bezahlt, haftet sie für die künftigen das
Fahrzeug betreffende Abgaben.
- Tätigt die solidarisch haftbare Person jedoch keine solche vorgängige
Anfrage, scheidet die Möglichkeit einer späteren Benachrichtigung
durch die EZV über allfällige Zahlungsschwierigkeiten der Halterin oder
des Halters demgegenüber von vornherein aus. Die solidarisch haft-
bare Person haftet diesfalls für sämtliche seit Vertragsabschluss für das
Fahrzeug geschuldeten Abgaben sowie allfällige Zinsen und Gebüh-
ren.
2.4.4 Diese Haftung gestützt auf Art. 36 Abs. 1bis und Art. 36a sowie
Art. 36b SVAV wurde in der Rechtsprechung ebenfalls als grundsätzlich
gesetzes- und verfassungskonform, so insbesondere dem Legalitätsprin-
zip genügend, erachtet (BVGE 2013/26 E. 2.2, auch veröffentlicht in: Archiv
für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 82 S. 323 ff.; Urteil des BVGer
A-8057/2010 vom 6. September 2011 E. 3.1).
2.5 Aus dem verfassungsrechtlichen Legalitätsprinzip (Art. 5 Abs. 1 BV
[SR 101]) folgt, dass Abgaben in rechtssatzmässiger Form festgelegt sein
müssen, so dass den rechtsanwendenden Behörden kein übermässiger
Spielraum verbleibt und die möglichen Abgabepflichten voraussehbar und
rechtsgleich sind (vgl. Art. 164 Abs. 1 Bst. d und Art. 127 Abs. 1 BV; BGE
131 II 735 E. 3.2 m.w.H.). Delegiert das Gesetz die Kompetenz zur rechts-
satzmässigen Festlegung einer Abgabe an den Verordnungsgeber, so
muss es zumindest den Kreis der Abgabepflichtigen, den Gegenstand und
die Bemessungsgrundlagen selbst festlegen (BGE 132 II 371 E. 2.1, 131 II
735 E. 3.2; Urteil des BGer 2C_123/2009 vom 1. Oktober 2009 E. 5.1; zum
Ganzen: Urteil des BVGer A-8057/2010 vom 6. September 2011 E. 1.3.1).
2.6 Der grundrechtliche Anspruch auf Vertrauensschutz ist in Art. 9 BV ver-
ankert und leitet sich aus dem allgemeinen Rechtsgrundsatz von Treu und
Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) ab. Er bezweckt, die Privaten in ihrem berech-
tigten Vertrauen in behördliche Zusicherungen oder in anderes, bestimmte
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Seite 10
Erwartungen begründendes Verhalten der Behörden zu schützen. Das Ver-
trauensprinzip verbietet insbesondere ein widersprüchliches Verhalten der
Verwaltungsbehörden gegenüber den Privaten. Ein solches liegt dann vor,
wenn ein einmal in einer bestimmten Angelegenheit eingenommener
Standpunkt ohne sachlichen Grund gewechselt wird (vgl. anstelle vieler:
BGE 138 I 49 E. 8.3.1; Urteil des BGer 1C_153/2015 vom 23. April 2015
E. 4; Urteil des BVGer C-1854/2017 vom 24. Oktober 2018 E. 5.3). Zum
Tragen kommt der Vertrauensschutz resp. das Verbot widersprüchlichen
Verhaltens insbesondere im Zusammenhang mit behördlichen Auskünften.
Unrichtige individuelle Zusicherungen oder Auskünfte können dann
Rechtswirkungen entfalten, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind.
Zunächst bedarf es einer Vertrauensgrundlage, die beim Betroffenen be-
stimmte Erwartungen weckt. Dies kann durch einen Rechtsakt oder durch
eine Handlung eines staatlichen Organs geschehen, wobei dieses in der
Sache zuständig sein muss und in einer konkreten Situation bezüglich be-
stimmter Personen handelt. Weiter wird verlangt, dass der Betroffene be-
rechtigterweise auf diese Grundlage vertrauen durfte, d.h. die Unrichtigkeit
der Auskunft nicht ohne weiteres erkennen konnte, und dass er im Ver-
trauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen oder unter-
lassen hat, die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht oder nachgeholt
werden können. Schliesslich dürfen der Berufung auf den Vertrauens-
schutz sowie auf das Verbot widersprüchlichen Handelns keine überwie-
genden öffentlichen Interessen entgegenstehen. Sind die erwähnten Vo-
raussetzungen erfüllt, bleibt die Behörde an die Vertrauensgrundlage ge-
bunden oder der Vertrauende ist für die erlittenen Nachteile zu entschädi-
gen (vgl. etwa BGE 137 I 69 E. 2.5.1, 131 II 627 E. 6.1, 129 I 161 E. 4.1;
Urteile des BVGer C-1854/2017 vom 24. Oktober 2018 E. 5.3,
A-4990/2013 vom 20. März 2014 E. 3.1 m.w.H.).
3.
Im vorliegenden Fall ist strittig, ob die Beschwerdeführerin in der angefoch-
tenen Verfügung der Vorinstanz vom 5. Dezember 2019 zu Recht für die
noch ausstehende LSVA betreffend ihre Sattelanhänger als solidarisch
haftbar erklärt wird. Die Vorinstanz hat in der Verfügung die Beschwerde-
führerin gestützt auf Art. 36 Abs. 1 Bst. b SVAV, also als Halterin der An-
hänger, in die Pflicht genommen. In der Vernehmlassung ergänzt sie, dass
auch die Solidarhaftung des Eigentümers des Anhängers nach Art. 36
Abs. 1bis Bst. b SVAV zur Anwendung gelangen würde. Die Beschwerde-
führerin ist zwar (unbestrittenermassen) Eigentümerin der Anhänger, aber
die Transporte mit ihren Anhängern wurden von einer anderen Gesellschaft
(der B._ GmbH) durchgeführt. Im Nachfolgenden ist auf die von der
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Beschwerdeführerin vorgebrachten Argumente einzugehen, weswegen die
Verfügung der Vorinstanz aufzuheben sei.
3.1 Zunächst rügt die Beschwerdeführerin die Verfassungswidrigkeit von
«Art. 5 Abs. 2 VSVG» (womit offenkundig Art. 5 Abs. 2 SVAG gemeint ist),
weil der formelle Gesetzgeber (Parlament) und nicht das Vollzugsorgan
(Bundesrat) über die Zahlungspflichtigen zu entscheiden habe. Dies führe
«zur Verfassungswidrigkeit der vom Bundesrat in der SVAV genannten wei-
teren Personen».
Soweit die Verfassungswidrigkeit von Art. 5 Abs. 2 SVAG gerügt wird, ist
vorab festzuhalten, dass es sich um die Prüfung eines Bundesgesetzes
handelt und Bundesgesetze gemäss Art. 190 BV für das Bundesgericht
und die anderen rechtsanwendenden Behörden verbindlich sind.
Vorliegend wird der Bundesrat in Art. 5 Abs. 2 SVAG (welcher, wie erwähnt,
gemäss Art. 190 BV vom Bundesverwaltungsgericht anzuwenden ist) aus-
drücklich ermächtigt, neben einer primär als Halterin oder Halter ins Recht
gefassten Person auch noch andere Personen solidarisch haftbar zu erklä-
ren. Eine solche gesetzliche Delegation und der damit einhergehende Er-
messenspielraum des Bundesrats für die Regelung der Solidarhaftung ist
nicht zu beanstanden. So wurde die Rechtmässigkeit der Haftbarkeit der
Halterin oder des Halters eines Anhängers, wenn die Halterin oder der Hal-
ter des Zugfahrzeugs zahlungsunfähig ist (Art. 36 Abs. 1 Bst. b SVAV),
auch bereits vom Bundesgericht bestätigt (vgl. Urteil des BGer
2C_641/2007 vom 25. April 2008 E. 3.3 sowie vorne E. 2.2, letzter Absatz).
Ebenso wurde die Haftung gestützt auf Art. 36 Abs. 1bis und Art. 36a und
Art. 36b SVAV in der Rechtsprechung als verfassungsmässig beurteilt (vgl.
vorne E. 2.4.4). Es ist nicht ersichtlich, inwiefern der Bundesrat durch die
Bestimmungen zur Solidarhaftung den Rahmen der ihm im Gesetz dele-
gierten Kompetenzen nicht hätte wahrnehmen dürfen, offensichtlich
sprengt oder die Verordnungsbestimmungen aus anderen Gründen geset-
zes- oder verfassungswidrig wären; ein Verstoss gegen das Legalitätsprin-
zip liegt nicht vor (vgl. zum Legalitätsprinzip vorne E. 2.5 sowie zum Gan-
zen: Urteil des BGer 2C_641/2007 vom 25. April 2008 E. 3.3; Urteile des
BVGer A-6299/2013 vom 24. September 2014 E. 2.3, A-8057/2010 vom
6. September 2011 E 3.1).
Die Rüge der Verfassungswidrigkeit, welche im Übrigen nicht weiter be-
gründet wird, dringt somit nicht durch.
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Seite 12
3.2 Die Vorinstanz hat in der Verfügung die Beschwerdeführerin gestützt
auf Art. 36 Abs. 1 Bst. b SVAV, also als Halterin der Anhänger, in die Pflicht
genommen. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob dies rechtens ist.
Die Beschwerdeführerin bringt diesbezüglich vor, dass eine Solidarhaftung
nach Art. 36 Abs. 1 Bst. b SVAV nicht zur Anwendung komme, weil sie
während der massgeblichen Zeit nicht Halterin der Anhänger gewesen sei.
Halterin der beiden Anhänger sei von Sommer 2017 bis Mitte 2019 die
B._ GmbH gewesen, welche während dieser Zeit die tatsächliche
und dauernde Verfügungsgewalt über die Anhänger nach Art. 78 VZV be-
sessen habe.
Es ist unbestritten, dass die Kontrollschilder der beiden Anhänger im rele-
vanten Zeitraum (betreffend Sattelanhänger [...]: 1. bis 30. Juni 2018, 1.
bis 30. November 2018 sowie 1. bis 21. Dezember 2018; betreffend Sat-
telanhänger [...]: 1. bis 30. November 2018) auf die Beschwerdeführerin
immatrikuliert waren und diese auch Eigentümerin der auf ihren Namen
zugelassenen Fahrzeuge war. Nach der Rechtsprechung des Bundesge-
richts kommt der Immatrikulation aber keine ausschliessliche Bedeutung
zu. Entscheidend ist vielmehr, ob der Betrieb des Fahrzeugs auf eigene
Rechnung und Gefahr der Beschwerdeführerin erfolgte und sie zugleich
über die Anhänger und allenfalls über die zum Betrieb erforderlichen Per-
sonen die tatsächliche, unmittelbare Verfügung besass (vgl. dazu vorne E.
2.3). Es bestehen zwar zumindest Indizien, dass die B._ GmbH in
diesem Sinn Halterin der Anhänger gewesen sein könnte, so namentlich
der lange Zeitraum der Nutzung durch diese. Gemäss Angaben der Be-
schwerdeführerin habe sie ab Sommer 2017 bis Sommer 2019 mit der
B._ GmbH zusammengearbeitet. Sie habe dabei die zwei Anhä-
nger der B._ GmbH während über 24 Monaten zur freien Verfügung
gestellt. Mit diesen Anhängern habe die B._ GmbH gearbeitet und
sowohl Umsatz erzielt als auch die angefallenen Kosten getragen (vgl. Be-
schwerdeergänzung vom 6. Januar 2020, S. 1). Gegenüber der Vorinstanz
äusserte sich die B._ GmbH in einer E-Mail vom 21. November
2018 betreffend noch zu begleichende Rechnungen dahingehend, dass sie
seit September 2017 als «Vertragsfahrer» bei der Beschwerdeführerin tätig
sei.
Insgesamt ist jedoch der Sachverhalt im Hinblick auf die Frage, ob die Ver-
wendung durch die B._ GmbH in genügendem Ausmass erfolgte,
um deren Stellung als Halterin gemäss Art. 78 VZV bzw. Art. 5 Abs. 1 SVAG
(und im in E. 2.3 dargelegten Sinn) zu begründen, nicht genügend erstellt.
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Die Vorinstanz hat diesbezüglich (weil sie von einem rein formellen Halter-
begriff ausgeht) keine Untersuchung vorgenommen und es kann mangels
genügender Unterlagen (namentlich bezüglich der Art der Vertragsverhält-
nisse zwischen der Beschwerdeführerin und der B._ GmbH) vorlie-
gend keine materielle Prüfung des Halters bzw. der Halterin im Sinn von
Art. 5 Abs. 1 SVAG und Art. 36 Abs. 1 Bst. b SVAV vorgenommen werden.
Diese Frage kann im hier zu beurteilenden Fall jedoch offengelassen wer-
den, weil die Beschwerdeführerin, wie sogleich zu sehen sein wird, ohne-
hin gestützt auf Art. 36 Abs. 1bis Bst. b SVAV als Eigentümerin der Anhänger
solidarisch haftet.
Entsprechend kann in diesem Zusammenhang auch auf die beantragte
Zeugenbefragung in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. dazu etwa BGE
131 I 153 E. 3; Urteile des BVGer A-714/2018 vom 23. Januar 2019 E. 2.3,
A-1746/2016 vom 17. Januar 2017 E. 1.5.5, A-5216/2014 vom 23. April
2015 E. 1.5.4) verzichtet werden.
3.3 Im Folgenden ist somit auf die Solidarhaftung der Eigentümerin bzw.
des Eigentümers des Anhängers nach Art. 36 Abs. 1bis Bst. b SVAV einzu-
gehen.
3.3.1 Die Beschwerdeführerin führt in ihrer Eingabe vom 6. Januar 2020
aus, dass eine Solidarhaftung nach Art. 36 Abs. 1bis Bst. b SVAV als Eigen-
tümerin zwar in Frage käme, aber daran scheitere, dass die formellen Vo-
raussetzungen von Art. 36b SVAV nicht eingehalten worden seien. Sie sei
nämlich nach erfolgloser Mahnung der B._ GmbH durch die Zollbe-
hörden nicht informiert worden. Zudem hätte sie die Vorinstanz aufgrund
der Schadenminderungspflicht sofort über den Zahlungsverzug der
B._ GmbH informieren müssen. Das unverhältnismässig lange Zu-
warten der Zollbehörden widerspreche Treu und Glauben, was zu einer
Verwirkung der Solidaransprüche führe (S. 3 der Eingabe). An anderer
Stelle (S. 2 der Eingabe) erwähnt die Beschwerdeführerin, dass sie sich
bereits im Frühjahr 2019 telefonisch bei der Zollbehörde über das Zah-
lungsverhalten der vorgenannten Gesellschaft erkundigt habe. Es sei ihr
daraufhin mitgeteilt worden, dass keine Massnahmen notwendig seien.
3.3.2 Diese Vorbringen der Beschwerdeführerin sind unter zweierlei As-
pekten zu prüfen, zunächst in Bezug auf Art. 36 Abs. 1bis Bst. b und Art. 36a
und Art. 36b SVAV (E. 3.3.3) und alsdann unter dem Gesichtspunkt des
allgemeinen Prinzips des Vertrauensschutzes (E. 3.4).
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3.3.3 Nachdem die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen Eigentüme-
rin der fraglichen Anhänger war und ist, ist diese Voraussetzung von Art. 36
Abs. 1bis Bst. b SVAV erfüllt. Die Möglichkeit nach Art. 36b SVAV, die dro-
hende Solidarhaftung gestützt auf Art. 36 Abs. 1bis Bst. b SVAV als Eigen-
tümerin abzuwenden, setzt eine vorgängige Anfrage der solidarisch haft-
baren Person bei der Zollverwaltung gemäss Art. 36a SVAV voraus (vgl.
vorne E. 2.4.1 ff.). Eine solche Anfrage bei der Zollverwaltung vermag die
Beschwerdeführerin jedoch nicht zu belegen. Sie bringt lediglich vor, sie
habe sich im Frühjahr 2019 telefonisch bei der zuständigen Behörde infor-
miert und es sei ihr mitgeteilt worden, dass keine Massnahmen empfohlen
würden. Diese vorgebrachte telefonische Anfrage der Beschwerdeführerin
bleibt jedoch unbelegt. Selbst wenn diese Anfrage tatsächlich stattgefun-
den haben sollte, so erfolgte sie nicht – wie von Art. 36a Abs. 1 SVAV vo-
rausgesetzt – bei Vertragsschluss mit der B._ GmbH, welcher ge-
mäss ihren eigenen Angaben im Sommer 2017 stattgefunden haben
müsste, sondern erst viel später, nämlich im Frühjahr 2019. Eine Anfrage
im Sinn von Art. 36a SVAV kann, wie vorstehend dargelegt, nur für künftige
LSVA befreiende Wirkung haben (vgl. insb. E. 2.4.3). Die (angebliche) An-
frage vom Frühjahr 2019 kann somit für die hier strittigen Abgaben aus vo-
rangehenden Perioden ohnehin nicht von der Solidarhaftung befreien. Des
Weiteren wären auch die formellen Anforderungen an eine solche Anfrage
bei der Zollverwaltung (vgl. dazu vorne E. 2.4.2) nicht erfüllt. Da es vorlie-
gend somit an einer rechtmässig und rechtzeitig gestellten Anfrage an die
EZV fehlt, war auch keine spätere Mitteilung der EZV gemäss Art. 36b
SVAV erforderlich (vgl. vorne E. 2.4.2). Zusammengefasst kann sich die
Beschwerdeführerin nicht mit Erfolg auf Art. 36a und Art. 36b SVAV beru-
fen. Ihre Solidarhaftung gestützt auf Art. 36 Abs. 1bis Bst. b SVAV ist somit
zu bejahen.
3.4 Ebenso wenig vermag die Beschwerdeführerin mit ihren Vorbringen
gestützt auf das von ihr angerufene Vertrauensprinzip (vgl. E. 3.3.1) etwas
zu ihren Gunsten abzuleiten. Dies zum einen, weil eine «Auskunft» oder
«Zusicherung» der Zollverwaltung (nämlich das angebliche Telefonat im
Frühling 2019) nicht belegt ist. Zum anderen wäre die Auskunft, sofern sie
denn tatsächlich erfolgt wäre, erst nach der bereits entstandenen Abgabe-
forderung abgegeben worden (vgl. dazu bereits E. 3.3.3). Es ist somit nicht
ersichtlich, inwiefern im Vertrauen auf die (angebliche) Auskunft von der
Beschwerdeführerin Dispositionen getroffen oder Unterlassen worden wä-
ren, welche für die hier relevante (bereits vor der angeblichen Auskunft ent-
standene) Abgabenforderung eine Rolle spielen könnten. Die Vorausset-
zungen des Vertrauensprinzips sind somit nicht erfüllt (vgl. E. 2.6).
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3.5 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die EZV unterliege ei-
ner Schadenminderungspflicht, welche sie vorliegend verletzt haben soll,
so handelt es sich um eine Frage, die nicht im vorliegenden Verfahren zu
klären ist (vgl. dazu Urteil des BVGer A-5281/2018 vom 15. Juli 2019
E. 4.3.4).
Auch soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, dass die Zollverwaltung
den Leasinggeber des Zugfahrzeugs nicht entsprechend über die LSVA-
Ausstände orientiert habe, so ändert dies an ihrer eigenen Solidarhaftung
nichts und ist im Übrigen auch nicht Gegenstand der angefochtenen Ver-
fügung (vgl. dazu vorne E. 1.3).
3.6 In quantitativer Hinsicht blieben die Haftungsbeträge unbestritten, wes-
halb darauf nicht weiter einzugehen ist.
3.7 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz die Beschwerde-
führerin zu Recht für die von der B._ GmbH geschuldete LSVA in
der Höhe von Fr. 18'416.90 (Haftungsbetrag) als solidarisch haftbar erklärt
hat. Die Beschwerde gegen die Haftungsverfügung vom 5. Dezember 2019
ist demzufolge abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
4.
4.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin nach
Art. 63 Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten zu tragen. Diese Kosten werden
nach Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR
173.320.2) auf Fr. 2'800.-- festgesetzt. Der geleistete Kostenvorschuss in
gleicher Höhe ist für die Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.
4.2 Angesichts ihres Unterliegens steht der Beschwerdeführerin keine Par-
teientschädigung zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VGKE e
contrario).
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