Decision ID: 59a637b4-f01d-5f50-8097-37faf00c587c
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A._, ein 1986 geborener albanischer Staatsangehöriger (nachfol-
gend: Beschwerdeführer bzw. Gesuchsteller) heiratete (...) 2015 eine
Schweizer Staatsangehörige. Aus der Ehe ging (...) 2016 ein Kind hervor.
Am 30. November 2016 reiste er in die Schweiz ein und am 28. Dezember
2016 erteilte ihm die Migrationsbehörde des Kantons Luzern eine Aufent-
haltsbewilligung zur Wohnsitznahme bei seiner Ehefrau und zur Aufnahme
einer Erwerbstätigkeit. Letztmals wurde diese Bewilligung bis zum 30. No-
vember 2018 verlängert (Akten der Vorinstanz [SEM-act.] 1/194 und 236).
B.
Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (...) (nachfolgend: KESB)
ordnete am 19. Februar 2019 für den Beschwerdeführer eine Begleitbei-
standschaft nach Art. 393 ZGB sowie eine Vertretungsbeistandschaft nach
Art. 394 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 395 Abs. 1 und Abs. 3 ZGB an (SEM-
act. 1/556 ff.).
C.
Im Verhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Ehefrau folgten
auf ein im Juni 2017 zufolge Rückzugs der Begehren abgeschriebenes
Scheidungsverfahren diverse Eheschutzmassnahmen. Im April 2020 be-
antragte die Ehefrau die Aufhebung des gemeinsamen Haushalts und die
Regelung der Trennungsmodalitäten (SEM-act. 32).
D.
Am 4. Juni 2020 ersuchte die Migrationsbehörde des Kantons Luzern die
Vorinstanz um Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
des Beschwerdeführers (SEM-act. 1/675). Die Vorinstanz verneinte sowohl
einen Anspruch, wie auch das Vorliegen eines Härtefalles in der Person
des Beschwerdeführers und stellte ihm die Verweigerung der Zustimmung
und die Wegweisung aus der Schweiz in Aussicht. Sie gewährte ihm am
20. August 2020 und über die eingesetzte Beiständin am 17. September
2020 sowie am 2. November 2020 rechtliches Gehör (SEM-act. 20, 25 und
27). Der Beschwerdeführer machte von der Möglichkeit einer Stellung-
nahme keinen Gebrauch.
E.
Vom 16. September 2020 bis zum 6. November 2020 befand sich der Be-
schwerdeführer im Strafvollzug (Akten der kantonalen Migrationsbehörde
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Luzern [LU-act.] 245). Per 1. Januar 2021 zog er vom Kanton Luzern in
den Kanton Aargau (SEM-act. 32).
F.
Mit Entscheid vom 26. Januar 2021 hob die KESB die Beistandschaft des
Beschwerdeführers per Ende Januar 2021 auf und stellte fest, das Amt der
Beiständin ende mit der Aufhebung der Massnahme von Gesetzes wegen
(LU-act. 276).
G.
Mit Verfügung vom 5. März 2021 verweigerte die Vorinstanz die Zustim-
mung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers
und wies ihn aus der Schweiz weg. Mit dem Vollzug der Wegweisung be-
auftragte die Vorinstanz die Migrationsbehörde des Kantons Luzern (SEM-
act. 30). Die Verfügung stellte sie am 9. März 2021 der (ehemaligen) Bei-
ständin zu (SEM-act. 31).
H.
Das pendente Eheschutzverfahren schrieb das Bezirksgericht (...) am
17. März 2021 zufolge Gesuchsrückzugs als erledigt ab (SEM-act. 32).
I.
Die Migrationsbehörde des Kantons Luzern wies den Beschwerdeführer in
einem Schreiben vom 6. Mai 2021 auf die Rechtskraft der vorinstanzlichen
Verfügung vom 5. März 2021 hin und forderte ihn auf, sich bei der Einwoh-
nerkontrolle abzumelden und die Schweiz bis spätestens am 17. Juni 2021
zu verlassen (LU-act. 275). Daraufhin gelangte der mittlerweile anwaltlich
vertretene Beschwerdeführer mit einer Eingabe vom 18. Mai 2021 an die
Vorinstanz. Er machte geltend, die Verfügung vom 5. März 2021 nie erhal-
ten zu haben und ersuchte um Wiederherstellung der Beschwerdefrist so-
wie um Erteilung der Zustimmung zur Verlängerung seiner Aufenthaltsbe-
willigung. Sollte dies «nur im Sinne einer Beschwerde möglich sein, wäre
das vorliegende Schreiben als Beschwerde entgegenzunehmen mit dem
Antrag, die Frist wiederherzustellen, die Zustimmung zur Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, eventualiter die Zustimmung zum Kan-
tonswechsel oder zur Neuerteilung zu erteilen». Die Vorinstanz übermit-
telte die Eingabe zuständigkeitshalber zur Prüfung und Behandlung an das
Bundesverwaltungsgericht (Akten des Bundesverwaltungsgerichts
[BVGer-act.] 1 und 2).
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J.
Am 11. Juni 2021 übermittelte die Vorinstanz dem Bundesverwaltungsge-
richt zwei Schreiben der Migrationsbehörde des Kantons Aargau, womit
diese den Beteiligten anzeigte, sie werde kein neuerliches Aufenthaltsbe-
willigungsverfahren einleiten, weil die Ehefrau mit dem Beschwerdeführer
nicht mehr zusammenleben wolle (BVGer-act. 9).
K.
Auf Nachfrage des Bundesverwaltungsgerichts hin bestätigte die ehema-
lige Beiständin in einem Schreiben vom 21. Juni 2021, die fragliche Verfü-
gung vom 5. März 2021 von der Vorinstanz erhalten und dem Beschwer-
deführer ausgehändigt zu haben. Nachdem die Beistandschaft per
31. Januar 2021 aufgehoben worden sei, habe man im Februar und März
2021 zunächst erfolglos versucht, den Beschwerdeführer zu einer Vorspra-
che aufzufordern, damit ihm Akten aus der Beistandschaft und inzwischen
noch eingegangene Post hätte übergeben werden können. Am 18. März
2021 sei er dann persönlich am Schalter vorbeigekommen und habe sor-
tierte, in einem Verzeichnis aufgeführte Dokumente – darunter auch die
vorinstanzliche Verfügung in einem separaten Couvert und «mit dem Hin-
weis auf zeitnahe notwendige Bearbeitung» – in Empfang genommen und
ein entsprechendes Übernahmeprotokoll unterzeichnet (BVGer-act. 11).
L.
Über das Ergebnis dieser gerichtlichen Abklärung ins Bild gesetzt, rügte
der Beschwerdeführer in einer Eingabe vom 16. August 2021 im Wesentli-
chen eine mangelhafte Eröffnung der Verfügung vom 5. März 2021 und
stellte sich auf den Standpunkt, die Beschwerde rechtzeitig erhoben zu ha-
ben. Eine allenfalls verpasste Frist sei wiederherzustellen. Auf die Be-
schwerde sei einzutreten und ihm sei die unentgeltliche Prozessführung
sowie die Einsetzung des mandatierten Rechtsvertreters als Rechtsbei-
stand zu gewähren. Schliesslich sei ihm Einsicht in die «relevanten» Ver-
fahrensakten der Vorinstanz zu gewähren, damit gegebenenfalls ergän-
zende Ausführungen erfolgen könnten (BVGer-act. 15).

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1. Vom SEM erlassene Verfügungen, welche die Verweigerung der Zu-
stimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Anordnung
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der Wegweisung zum Gegenstand haben, unterliegen der Beschwerde an
das Bundesverwaltungsgericht (Art. 31 ff. VGG i.V.m. Art. 5 VwVG). Diese
Zuständigkeit umfasst auch die Beurteilung von Gesuchen um Wiederher-
stellung von Fristen im Sinne von Art. 24 Abs. 1 VwVG (statt vieler: Urteil
des BVGer F-3864/2020 vom 5. November 2020 E. 1 m.H.).
1.2. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich gemäss
Art. 37 VGG nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt.
2.
Es ist von Amtes wegen zu prüfen, ob der Beschwerdeführer mit Eingabe
vom 18. Mai 2021 gegen die Verweigerung der Zustimmung zur Aufent-
haltsbewilligung und Wegweisung vom 5. März 2021 rechtzeitig Be-
schwerde erhob.
2.1. Eine Beschwerde ist innerhalb von 30 Tagen nach Eröffnung der Ver-
fügung einzureichen (Art. 50 Abs. 1 VwVG). Die Frist beginnt an dem auf
ihre Mitteilung folgenden Tage zu laufen (Art. 20 Abs. 1 VwVG). Eine Ver-
fügung gilt als mitgeteilt und zugestellt, wenn sie in den Machtbereich der
betreffenden Person gelangt, so dass diese sie zur Kenntnis nehmen kann.
Nicht erforderlich ist die tatsächliche Empfangs- oder Kenntnisnahme
(BGE 142 III 599 E. 2.4.1; 122 I 139 E. 1). Schriftliche Eingaben müssen
spätestens am letzten Tage der Frist der Behörde eingereicht oder zu de-
ren Handen der schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplo-
matischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 21
Abs. 1 VwVG).
2.2. Nach dem bereits Gesagten stellte die Vorinstanz ihre Verfügung vom
5. März 2021 am 9. März 2021 der ehemaligen Beiständin des Beschwer-
deführers zu. Der Beschwerdeführer nahm die Verfügung später am
18. März 2021 von der Beiständin im Rahmen einer abschliessenden Do-
kumentenübergabe nach Beendigung seines Erwachsenenschutzmanda-
tes entgegen. Die von ihm unterschriftlich quittierte Aushändigung der Ver-
fügung bestreitet er nicht. Zwar erfolgte die vorgängige Zustellung der Ver-
fügung an die Beiständin nach Abschluss ihres Vertretungsmandats (vgl.
oben Bst. F und G). Selbst wenn jedoch die Übermittlung an die vormalige
Beiständin vom 9. März 2021 mangelhaft gewesen wäre, so hat sie mit der
späteren Übergabe an den Beschwerdeführer am 18. März 2021 ihren
Zweck dennoch erreicht (BGE 122 I 97 E. 3a/aa; FELIX UHLMANN/ALE-
XANDRA SCHILLING-SCHWANK, in: Bernhard Waldmann/Philippe Weissen-
berger, Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016
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[nachfolgend: Praxiskommentar VwVG], Art. 38 N. 11). Zu Recht beruft sich
der Beschwerdeführer denn auch nicht auf eine Nichtigkeit der Verfügung
vom 5. März 2021 (BGE 132 I 249 E. 6).
2.3. Aus Gründen der Rechtssicherheit und nach dem Grundsatz von Treu
und Glauben darf der Fristenlauf nicht beliebig hinausgezögert werden
(BGE 134 V 306 E. 4.2). Gelangt eine Partei nach Zustellung der Verfügung
an eine Drittperson in den Besitz aller für die erfolgreiche Wahrung ihrer
Rechte wesentlichen Elemente und hat sie die Möglichkeit, von Dispositiv
und Begründung Kenntnis zu nehmen, beginnt die Rechtsmittelfrist zu lau-
fen (BGE 139 IV 228 E. 1.3; 102 Ib 91 E. 3; LORENZ KNEUBÜHLER/RAMONA
PEDRETTI, in: Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.],
Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2. Aufl.
2019 [nachfolgend: VwVG-Kommentar], Art. 38 N. 10).
2.4. Vorliegend ist nicht ersichtlich, inwiefern der Beschwerdeführer nach
Beendigung der Beistandschaft offensichtlich nicht imstande gewesen sein
soll, seine Interessen im hängigen Verfahren auf Verlängerung seiner Auf-
enthaltsbewilligung selber oder durch einen Anwalt zu wahren (vgl. ferner
BGE 132 I 1 E. 3.1 f.). Aufgrund von bereits früher gegen ihn durchgeführ-
ten Verwaltungs- und Gerichtsverfahren hatte der Beschwerdeführer be-
reits eine gewisse Erfahrung im Umgang mit Verwaltungs- und Strafbehör-
den sowie Gerichten. Seine Handlungsfähigkeit wurde mit der Errichtung
der Vertretungsbeistandschaft – soweit aus den Akten ersichtlich – nicht
eingeschränkt (vgl. Art. 394 ZGB). Dem Beschwerdeführer gelang es in di-
versen Verfahren einen Anwalt zu mandatieren. Seine Rüge, ihm hätte (in
analoger Anwendung von Art. 41 Abs. 1 BGG) im Zustimmungsverfahren
eine Vertretung oder ein Anwalt beigestellt werden müssen, zielt deshalb
ins Leere (vgl. BGE 146 IV 364 E. 1.2; Urteil des BGer 2E_2/2013 vom
30. Oktober 2014 E. 5.4.3; Urteil des BVGer A-6830/2017 vom 15. Januar
2019 E. 4). Letztlich kann es auch nicht angehen, sich unter Hinweis auf
fehlende Notwendigkeit einer Beistandschaft entledigen zu lassen und ei-
ner im Zustimmungsverfahren vorhandenen Rechtsvertretung das Mandat
zu entziehen, um dann zu rügen, es hätte im Verfahren vor der Vorinstanz
zur Wahrung der Verfahrensrechte ein (unentgeltlicher) Rechtsbeistand
eingesetzt werden müssen (SEM-act. 24; BVGer-act. 11, Beilage 1).
2.5. Bei Wahrung der nach den Umständen gebotenen Aufmerksamkeit
und Sorgfalt hätte der Beschwerdeführer die ihm am 18. März 2021 über-
gebene Verfügung vom 5. März 2021 daher – selbst wenn sie ihm (wovon
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aufgrund der Schilderung der ehemaligen Beiständin in ihrer Stellung-
nahme vom 21. Juni 2021 nicht auszugehen ist) nicht separat, sondern als
Teil eines grösseren Dossiers und ohne ausdrücklichen Hinweis auf ihre
Wesentlichkeit übergeben worden wäre – als solche erkennen und frist-
wahrende Schritte einleiten müssen. Daran vermag auch nichts zu ändern,
dass die Verfügung im Dokumentenverzeichnis des Übergabeprotokolls
vom 18. März 2021 unter der Rubrik «Diverses» nicht als solche, sondern
als «Schreiben SEM vom 05.03.2021» aufgeführt wurde. Erst am 18. Mai
2021 mandatierte der Beschwerdeführer einen (neuen) Rechtsvertreter.
Für seine zweimonatige Untätigkeit bis zum 18. Mai 2021 vermag der Be-
schwerdeführer keine stichhaltigen Gründe vorzubringen. Die Einreichung
einer Beschwerde hätte daher spätestens innert der Rechtsmittelfrist von
30 Tagen seit Inempfangnahme der Verfügung, respektive seit der Mög-
lichkeit zur vollumfänglichen Kenntnisnahme der Verfügung am 18. März
2021, das heisst bis zum 3. Mai 2021, erwartet werden können. Die frühes-
tens am 18. Mai 2021 der Schweizerischen Post übergebene Beschwerde
verdient deshalb keinen Rechtsschutz. Darauf ist nicht einzutreten.
2.6. Als unbegründet erweist sich schliesslich auch die Rüge des Be-
schwerdeführers, wonach die Vorinstanz ihre Verfügung nicht über die
KESB hätte eröffnen dürfen, zumal deren Vertretungsbeistandschaft inzwi-
schen erloschen sei. Die Beiständin hatte die Errichtung der Vertretungs-
beistandschaft der Vorinstanz unter Beilage ihrer Ernennungsurkunde so-
wohl am 19. Juni 2019, als auch am 7. September 2020 angezeigt und um
Zustellung sämtlicher Unterlagen an ihre Adresse gebeten (SEM-act. 18
und 22). Die Aufhebung der Massnahme wurde der Vorinstanz hingegen
von der KESB nicht mitgeteilt. Solange eine solche Mitteilung nicht erfolgte,
war die Vorinstanz gehalten, ihre Mitteilungen nach wie vor an diese Stelle
zu richten. In einem solchen Fall treten die Rechtswirkungen einer ord-
nungsgemässen Zustellung ein (vgl. Art. 11 Abs. 3 VwVG; Urteile des
BVGer A-481/2021 vom 9. August 2021 E. 4.2.3; A-6432/2012 vom
28. März 2013 E. 2.1.2; A-1410/2006 vom 17. März 2008 E. 5.2; Verwal-
tungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 2005 Nr. 31 E. 3b; RES NYFFENEG-
GER, VwVG-Kommentar, Art. 11 N. 27; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LO-
RENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht,
2. Aufl. 2013, Rz. 3.4a). Der hierfür beweispflichtige Beschwerdeführer be-
hauptet nicht, der Vorinstanz die Beendigung des Beistandsmandats per
Ende Januar 2021 angezeigt zu haben (Urteil A-481/2021 E. 4.2.3).
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Seite 8
3.
Zu prüfen bleibt das Gesuch vom 18. Mai 2021 um Wiederherstellung der
Beschwerdefrist gestützt auf Art. 24 Abs. 1 VwVG.
3.1. Eine versäumte (gesetzliche oder behördliche) Frist wird wiederherge-
stellt, wenn eine gesuchstellende Person oder deren Vertretung unver-
schuldeterweise abgehalten wurde, binnen Frist zu handeln, sie unter An-
gabe des Grundes innert 30 Tagen nach Wegfall des Hindernisses darum
ersucht und die versäumte Rechtshandlung nachholt (Art. 24 Abs. 1
VwVG).
3.2. Für die Verspätung, respektive die Untätigkeit seit dem 18. März 2021
führt der Beschwerdeführer keinerlei objektiven Gründe an, die ihn gegen
seinen Willen davon abgehalten hätten, fristgerecht zu handeln (PATRICIA
EGLI, Praxiskommentar VwVG, Art. 24 N. 13; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜH-
LER, Rz. 2.140). Subjektive Fristwiederherstellungsgründe sind anzuneh-
men, wenn die gesuchstellende Person zwar objektiv zu handeln in der
Lage wäre, aber untätig bleibt, weil sie die Situation infolge eines Irrtums
oder aufgrund mangelnder Kenntnisse nicht richtig einzuschätzen vermag,
ohne dass ihr eine Vernachlässigung der nach Treu und Glauben zumut-
baren Aufmerksamkeit vorgeworfen werden könnte (vgl. BGE 143 I 284
E. 1.3; Urteile des BVGer F-3864/2020 E. 2.2 m.H.; F-3662/2020 vom
23. Juli 2020; STEFAN VOGEL, VwVG-Kommentar, Art. 24 N. 12).
3.3. Entgegen seiner Behauptung war der Beschwerdeführer durchaus in
der Lage, seine Verfahrensrechte ohne Unterstützung wirksam wahrzu-
nehmen (vgl. oben E. 2). Bei Aufwendung gehöriger Sorgfalt wäre es ihm
möglich und zumutbar gewesen, die ihm von der Beiständin am 18. März
2021 übergebenen Unterlagen genau zu sichten, deren Tragweite zu er-
fassen und zeitnah eine (Rechts-) Vertretung zu mandatieren oder selbst
fristwahrend ein Rechtsmittel einzulegen. Das Fristversäumnis ist daher
nicht unverschuldet und die Voraussetzungen für eine Fristwiederherstel-
lung sind nicht erfüllt.
3.4. Das Fristwiederherstellungsgesuch vom 18. Mai 2021 ist abzuweisen,
soweit darauf eingetreten werden kann.
4.
Auf die verspätete Beschwerde vom 18. Mai 2021 ist nicht einzutreten. Oh-
nehin nicht Verfahrensgegenstand sind die Eventualbegehren auf Erteilung
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der Zustimmung zum Kantonswechsel und zur Neuerteilung einer Aufent-
haltsbewilligung. Das für den Eintretensfall gestellte Gesuch um Einsicht in
die gesamten relevanten Verfahrensakten der Vorinstanz vom 16. August
2021 ist mit diesem Ergebnis hinfällig geworden. Für eine Akteneinsicht ist
der Beschwerdeführer daher – soweit beim Ausgang des vorliegenden Ver-
fahrens noch aktuell – an die Vorinstanz zu verweisen.
5.
5.1. Das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege ist abzuweisen, da die gestellten Rechtsbegehren als
aussichtslos (zur Aussichtslosigkeit vgl. BGE 142 III 138 E. 5.1; 138 III 217
E. 2.2.4) zu betrachten waren und die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1
VwVG daher nicht erfüllt sind.
5.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 700.–
(Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2])
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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