Decision ID: 5a936df5-48c7-454d-8490-7c22d7f4de1e
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1969 geborene
X._
liess der Suva mit Schadenmeldung UVG vom 2
2.
November 2008 mitteilen,
dass er seit dem
1.
Oktober 2007 als Vorarbeiter bei der
Y._
GmbH angestellt sei und am 2
0.
Oktober 2008 bei einem Autounfall eine Schädigung der Halswirbelsäule erlitten habe. Zuvor hatte er sich am 13. No
vember 2007 bei einem Sturz von einer Leiter eine Beckenkontusion links zuge
zogen. Nach Wiedererlangung der 100%igen Arbeitsfähigkeit und Arbeitsauf
nahme am 1
9.
März 2008 beziehungsweise
8.
Juni 2009 wurden die diesbezügli
chen Verfahren formlos abgeschlossen (vgl. Urk. 11/1-26, insbesondere
Urk.
11/4 und
Urk.
11/22).
Gemäss Unfallmeldung vom
4.
Januar 2011 zog sich der Versicherte zudem bei einem am 26. November 2010 erlittenen Ereignis eine Schwellung des rechten Mittelfusses zu. Das Verfahren ist nach wie vor bei der Suva hängig (vgl. Urk. 9/
1-217, insbesondere
Urk.
9/1,
Urk.
9/20 und
Urk.
9/217). Weiter erlitt der Versi
cherte am 1
7.
Oktober 2011 eine Prellung am Ellbogen rechts. Mit rechtskräftiger Verfügung vom
3.
August 2017 verneinte die Suva ihre diesbezügliche Leistungs
pflicht mit der Begründung, ein Arbeitsverhältnis zwischen dem Versicherten und der
Y._
GmbH sei nicht nachgewiesen (vgl. Urk. 10/1-112, insbesondere
Urk.
10/1 und
Urk.
10/94).
1.2
Mit
Schadenmeldung UVG
vom 1
0.
April 2014
liess der Versicherte der Suva
mitteilen, dass er
seit dem
1.
April 2014 bei der
Z._
GmbH zu 100
%
als Schaler angestellt sei und sich am
2.
April 2014 durch einen Sturz von einer Leiter einen Schädelbruch
zugezogen habe (Urk
.
8/2
). Das Zentrum für Intensivmed
izi
n des Kantonsspitals
A._
stellte in seinem Verlegungsbericht vom 3
0.
April 2014 (
Urk.
8/19) unter anderem die Diagnosen eines schweren
Schädelhirn
-
sowie eines
Thoraxtraumas
. Mit Verfügung vom 2
7.
Juli 2017 verneinte die Suva ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem Unfall vom
2.
April 2014
mit der Begründung, der Versicherte sei zur Zeit des Unfalls nicht Arbeitnehmer
der
Z._
GmbH und damit auch nicht obligatorisch unfallversichert gewesen (Urk. 8/196
). Die vom Versicherten gegen diesen Entscheid erhobene Einsprache vom 1
2.
September 2017,
ergänzt am 13.
Dezember 2017 (
Urk.
8/200 und
Urk.
8/214)
,
wies die Suva am 2
6.
Juni
2018 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 2
8.
August 2018 Beschwerde (
Urk.
1) und be
antragte, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und es sei die Vorinstanz zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen und insbesondere im Zusammenhang mit dem Schadenfall vom
2.
April 2014 Taggelder beziehungs
weise eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung auszurichten sowie die Heilbehandlungskosten zu übernehmen. Am 2
3.
Oktober 2018 beantragte die Suva, die Beschwerde sei abzuweisen (Urk. 7). Mit Replik vom 1
1.
Februar 2019 (
Urk.
1
5
) hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest. Mit Eingabe vom 1
2.
März 2019 teilte die Beschwerdegegnerin mit, dass sie auf das Einreichen einer Duplik verzichte (
Urk.
1
8
), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
4.
März 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 1
9
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2.
April 2014 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach
Art.
1a
Abs.
1
UVG
sind die in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmer, einschliesslich der Heimarbeiter, Lehrlinge, Praktikanten, Volontäre sowie der in Lehr- oder Invalidenwerkstätten tätigen Personen, obligatorisch nach den Be
stimmungen des UVG versichert.
1.3
Das UVG umschreibt den Begriff des Arbeitnehme
rs, an den es für die Unterstel
lung unter die obligatorische Versicherung anknüpft, nicht. Die Rechtsprechung hat im Sinne leitender Grundsätze als Arbeitnehmer gemäss UVG bezeichnet, wer um des Erwerbes oder der Ausbildung willen für einen Arbeitgeber, mehr oder weniger untergeordnet, dauernd oder vorübergehend tätig ist, ohne
hiebei
ein eigenes wirtschaftliches Risiko tragen zu müssen. Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen noch keine einheitlichen, schematisch anwendbaren Lösun
gen ableiten. Die Arbeitnehmereigenschaf
t ist daher jeweils unter Würdi
gung der gesamten Umstände des Einzelfalls zu beurteilen. Im Regelfall besteht zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein Arbeitsvertrag gemäss
Art.
319 ff. des Obliga
tionenrechts (OR) oder ein öffentlich
-rechtliches Anstellungsverhält
nis. Sind sol
che Rechtsverhältnisse gegeben, besteht kaum Zweifel, dass es sich um einen Ar
beitnehmer gemäss UVG hand
elt. Das Vorhandensein eines Ar
beitsvertrages ist jedoch nicht Voraussetzung für die Versicherteneigenschaft gemäss
Art.
1a
Abs.
1 UVG. Liegt weder ein Arbeitsvertrag noch ein öffentlich-rechtliches An
stellungsverhältnis vor, ist unter Würdigung der wirtschaftlichen Umstände in ihrer Gesamtheit zu beurteilen, ob die Arbeitnehmereigenschaft gegeben ist. Da
bei ist zu beachten, dass das UVG im Interesse eines umfassenden
Versiche
rungsschutzes auch Per
sonen einschliesst, deren Tätigkeit mangels Erwerbsab
sicht nicht als Arbeitnehmertätigkeit
einzustufen wäre, wie beispiels
weise Volon
tärverhältnisse, bei welchen der für
ein eigentliches Arbeitsverhält
nis typische Lohn in der Regel weder verein
bart noch üblich ist. Wo die un
selbständige Tätig
keit ihrer Natur nach nicht
auf die Erzielung eines Einkom
mens, sondern auf Ausbildung gerichtet ist, kann eine Lohnabrede somit kein ausschlaggebendes Kriterium für oder gegen den Unfallversicherungsschutz sein. Von der obligato
rischen Unfallversicherung werden somit auch Tätigkeiten erfasst, die die
Be
griffsmerkmale des Arbeitneh
mers nicht
vollumfänglich erfül
len. Der Begriff des Arbeitnehmers gemäss
Art.
1a
Abs.
1 UVG ist damit weiter als im Arbeitsver
tragsrecht (BGE 141 V 313 E. 2.1 mit Hinweisen).
1.4
1.4.1
Für die am 1. Januar 1998 in Kraft getretene Revision der UVV
bildete die Ver
besserung der Koordination mit ande
ren
Sozialversicherungen, namentlich bei der Umschreibung des Arbeitnehmerbegriffs, eine wesentliche Zielsetzung (RKUV 1998 S. 71, BGE 130 V 556 E. 3.4.1). Das Ziel einer verbesserten Koordi
nation des Rechts der verschiedenen Sozialversicherungen wurde auch mit der Schaf
fung des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversiche
rungs
rechts (ATSG) verfolgt (BGE 130 V 344 E. 2.2). Unter diesen Prämissen rechtfertigt
es sich, die vom Bundesgericht in der Arbeitslosenversicherung entwickelte Pra
xis zum Nachweis einer tatsäch
lich ausgeübten Arbeitnehmertä
tigkeit ebenfalls für den Bereich der Unfallversi
che
rung heranzuziehen.
1.4.2
Für die Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenentschädigung ist unter ande
rem erforderlich, dass innerhalb der Rahmenfrist für die Beitragszeit eine bei
trags
pflichtige Beschäftigung
rechtsgenüglich
dargetan ist (Art. 13 Abs. 1 des Bundes
gesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol
venzent
schädigung [AVIG]). Nach der Rechtsprechung ist die Ausübung einer an sich beitragspflichtigen Beschäftigung nur Beitragszeiten bildend, wenn und soweit
hiefür
effektiv ein Lohn ausbezahlt wird. Mit dem Erfordernis des Nach
weises effektiver Lohnzahlung sollen und können Missbräuche im Sinne fiktiver Lohn
vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer verhindert wer
den. Als Beweis für den tatsächlichen Lohnfluss genügen dabei Belege über ent
sprechende Zahlungen auf ein auf den Namen des Arbeitnehmers lautendes Post-
oder Bank
konto; bei behaupteter Barauszahlung fallen Lohnquittungen und Aus
künfte von ehemaligen Mitarbeitern (allenfalls in Form von Zeugen
aus
sagen) in Betracht. Höchstens Ind
izi
en für tatsächliche Lohnzahlung bilden Ar
beitgeberbescheini
gungen, vom Arbeitnehmer unterzeichnete Lohnabrech
nungen und Steuererklä
rungen sowie Eintragungen im individuellen Konto. In der Regel ist auf die Ein
tragungen in den Lohnlisten abzustellen, die bis zum Beweis des Gegenteils als richtig gelten (Urteil des Bundesgerichts U 294/99 vom 16. Februar 2001 E. 4b mit Hinweis).
Gelingt der anspruchsberechtigten Person der Nachweis des tatsächlichen Lohn
bezugs nicht, erfolgte namentlich keine regelmässige Überweisung auf ein auf ihren Namen lautendes Post- oder Bankkonto, wird sie bei Verneinung des An
spruchsmerkmals der erfüllten (Mindest-)Beitragszeit nach Art. 8 Abs. 1
lit
. e AVIG
in Verbindung mit Art. 13 Abs. 1 AVIG im Ergebnis so gestellt, wie wenn sie gänzlich auf ein Arbeitsentgelt verzichtet hätte. Ein Lohnverzicht ist indes
sen nicht leichthin anzunehmen. Die Form der Lohnzahlung ist grundsätzlich frei, auch wenn
Geldlohn
regelmässig entweder bar ausbezahlt oder auf ein vom Ar
beitnehmer angegebenes Postcheck- oder Bankkonto überwiesen wird.
Massgebend ist somit, ob die ausgeübte Tätigkeit genügend überprüfbar ist. Dem Nachweis tatsächlicher Lohnzahlung kommt dabei zwar nicht der Sinn ei
ner selb
ständigen Anspruchsvoraussetzung zu, jedoch derjenige eines bedeut
samen, in kritischen Fällen unter Umständen ausschlaggebenden Indizes (ARV 2007 S. 45 E. 2.2). Die höchstrichterliche Rechtsprechung hat zur Ermittlung des
versicherten Verdienstes in der Arbeitslosenversicherung, wo Art. 23 Abs. 1 AVIG
ebenfalls auf den im Sinne der AHV-Gesetzgebung massgebenden Lohn ver
weist, erwogen,
dass nicht unbesehen auf den vertraglich vereinbarten Lohn abgestellt werden könne, sondern grundsätzlich von den tatsächlichen Lohnbe
zügen und nicht von (höheren) vertraglichen Abmachungen auszugehen sei. Von dieser Regelung ist nur dort abzuweichen, wo ein Missbrauch im Sinne der Vereinbarung fiktiver Löhne, welche in Wirklichkeit nicht zur Auszahlung ge
langt sind, praktisch aus
geschlossen werden kann (BGE 128 V 189 E. 3a/
aa
, SVR 2007 BVG Nr. 43
S. 154). Dabei ist die unter objektivem Gesichtswinkel zu bejahende Missbrauchs
gefahr entscheidend und nicht von Bedeutung, ob sub
jektiv die Absicht einer Gesetzesumgehung bestand oder zumindest eine solche in Kauf genommen wurde (Urteil des Bundesgerichts C 161/04 vom 29. Juli 2005 E. 3.1).
Die Beweislast dafür, dass die Löhne tatsächlich bezahlt worden sind, obliegt d
er
versicherten Person (Urteil des Bundesgerichts C 5/06 vom 28. März 2006 E. 2-3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) damit, dass der Beschwerdeführer gemäss den Erstangaben der Beteiligten auf der Bau
stel
le,
auf welcher d
er Beschwerdeführer verunfallte,
in einem Akkord- oder Un
terakkordvertrag tätig gewesen sei. Unter einem (Unter)Akkordvertrag sei nach allgemeinem Sprachgebrauch eine Vergabe oder Weitergabe von Arbeiten an selbständig erwerbstätige Personen oder Unternehmen zu verstehen. Anweisun
gen habe
d
er
Beschwerdeführer von den Angestellten der
B._
AG
er
halten und nicht etwa von
C._
, Geschäftsführer der
Z._
GmbH. Ein Unterordnungsverhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und der
Z._
GmbH sei nicht zu erkennen (S. 6). Zudem gebe es verschiedene - näher darge
legte - Ungereimtheiten in Bezug auf die angebliche Anstellung des Beschwerde
führers bei der
Z._
GmbH. Ein Arbeitsverhältnis sei nicht nachgewiesen, wes
halb für das Unfallereignis vom 2. April 2014 keine Versicherungsdeckung be
stehe (S. 6-8).
In ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
7
) hielt sie ergänzend fest, es sei unbestritten, dass die
B._
AG mit der
Z._
GmbH einen Subunternehmervertrag abgeschlossen habe. Umstritten sei aber, ob der Beschwerdeführer als
Selbstän
digerwerbender
oder als Angestellter der
Z._
GmbH auf der Baustelle gewesen sei. Insbesondere die Angabe von
C._
, der Beschwerdeführer sei auf der Baustelle mit einem Unterakkord-Vertrag angestellt, bringe klar zum Aus
druck, dass er als
Selbständigerwerbender
tätig gewesen sei (S. 3-5).
Im Übrigen würden keinerlei Belege existieren, dass ein Lohn tatsächlich ausbezahlt worden sei (S. 6-7).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
die
B._
AG habe mit der
Z._
GmbH einen Subunternehmervertrag ge
schlossen. Aufgrund dieses Vertrages habe die
Z._
GmbH Angestellte - so den Beschwerdeführer - auf die Baustelle zu entsenden.
D._
(Chef-Polier)
und
E._
(Polier)
seien seitens der
B._
AG auf der Baustelle gewesen
.
Letzterer
habe angegeben, der Beschwerdeführer sei seines Wissens im Unterakkord angestellt. Er -
E._
- arbeite seit zwei Tagen mit
ihm
zu
sammen und gebe ihm auf der Baustelle die Aufträge.
Der Beschwerdeführer
wisse im Prinzip genau, was er zu tun habe, man müsse ihm dies nicht jedes Mal er
klären (S. 5-6). Bei
E._ und D._
handle es sich um juristische Laien, welche kaum über die Vertragsverhältnisse zwischen der
B._
AG, der
Z._
GmbH und dem Beschwerdeführer im Bild gewesen seien. Dass die
Z._
GmbH
Unterakkordant
gewesen sei und nicht der Beschwerdeführer
,
hät
ten sie wohl nicht gewusst (S. 6). Auch aus weiteren - näher dargelegten - Grün
den sei erstellt, dass der Beschwerdeführer ab
1.
April 2014
Arbeitnehmer
der
Z._
GmbH gewesen sei (S. 8-14).
Im Laufe des Verfahrens hielt er ergänzend fest (
Urk.
1
5
), nicht
C._
, sondern die den
R
apport ausstellende Pol
izi
stin habe
von einem
Unterakkord-Vertrag
gesprochen
. Gleichzeitig sei aber auch
sie
davon ausgegangen, dass
C._
der Arbeitgeber des Beschwerdeführers sei (S. 3-4). Die Lohn
zahlung sei in bar an die Ehefrau des Beschwerdeführers erfolgt (S. 6).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer im Zeitpunkt de
s
Unfalls vom
2.
April 2014
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. E. 1.4
hievor
) Arbeitnehmer der
Z._
GmbH und damit bei der Beschwerdegeg
nerin gegen die Folgen de
s
fraglichen
Unf
a
ll
s
versichert war
.
3.2
Der Beschwerdeführer und die
Z._
GmbH schlossen am 2
8.
März 2014 einen Arbeitsvertrag (
Urk.
8/27/3-5). Zwar trifft zu, dass darauf fälschlicherweise die Sozialversicherungsnummer und Adresse der
damals in Trennung lebenden
Ehe
frau des Beschwerdeführers statt d
ie
entsprechenden Informationen des Be
schwerdeführers aufgeführt sind, doch dürfte es sich dabei um ein Versehen han
deln. Jedenfalls kann daraus nicht auf ein fingiertes Vertragsverhältnis geschlos
sen werden. Im Lohnblatt vom 3
1.
Mai 2014 (
Urk.
8/45/8) wurden die Angaben denn auch bereits korrigiert. Auch der Umstand, dass die Unterschrift des Be
schwerdeführers im Arbeitsvertrag nicht exakt übereinstimmt mit derjenigen auf and
eren Dokumenten (vgl. etwa Urk.
10/2/1,
Urk.
10/42/26 und
Urk.
10/42/37),
lässt nicht darauf schliessen, dass der Arbeitsvertrag erst nach dem Unfall unter
zeichnet wurde, kann sich doch eine Unterschrift im Laufe der Jahre verändern. Dass der Beschwerdeführer absichtlich vorgegeben hat, das Anmeldeformular bei der
Berufsvorsorgeversicherung
nicht unterzeichnen zu können
(vgl. Urk.
8/27/8)
, um eine allfällige Beschuldigung, er habe den Arbeitsvertrag erst nach seinem Unfall unterzeichnet, entkräften zu können
-
wie dies die Beschwer
degegnerin annimmt
(vgl.
Urk.
2 S. 6) -
ist wenig plausibel.
3.3
Die
B._
AG und die
Z._
GmbH schlossen im Juli 2013 einen Subun
ternehmervertrag (
Urk.
8/14/23-28). Gemäss dessen Ziffer 7.5 hat die
Z._
GmbH die ihr übertragenen Arbeiten selbst auszuführen. Eine Weitergabe der Ar
beiten bedarf der ausdrücklichen, schriftlichen Genehmigung (Urk. 8/14/24). Eine solche liegt nicht bei den Akten. Es ist davon auszugehen, dass die
Z._
GmbH sich an die Abmachungen im Subunternehmervertrag hielt, was
dafür spricht
, dass der von ihr auf die Baustelle gesandte Beschwerdeführer als Arbeitnehmer und nicht als selbständiger Subsubunternehmer tätig war.
Es ist namentlich nicht erkennbar, welchen Vorteil die
Z._
GmbH aus der Missachtung dieser Ver
tragsbestimmung für sich hätte ableiten können, welcher es wert gewesen wäre, das Risiko einer Auseinandersetzung mit der Auftraggeberin einzugehen. Die (finanziellen) Verpflichtungen als Arbeitgeber konnten ohne Weiteres beim Stundenansatz einberechnet werden.
Der Beschwerdeführer und die
Z._
GmbH vereinbarten im Arbeitsvertrag vom 2
8.
März 2014
(
Urk.
8/27/3-5)
einen Stundenlohn von
Fr.
34.40 (zuzüglich Ferien- und Feiertagsentschädigung und 1
3.
Monatslohn) und einen Arbeitsan
tritt auf den 1. April 201
4.
Ab diesem Zeitpunkt war der Beschwerdeführer denn auch bis zu seinem
am Folgetag erlittenen
Unfall auf der Baustelle der
B._
AG als Schaler tätig. Dies gab der Polier der
B._
AG in der Einver
nahme zum Arbeitsunfall zu Protokoll (
Urk.
8/14/8) und wurde auch von der
B._
AG im Wochenarbeitsrapport (
Urk.
8/27/6) bestätigt.
Aus den Aussagen in der Einvernahme des Poliers der
B._
AG (Urk. 8/14/7-9), wonach der Beschwerdeführer auf der Baustelle in einem Unter
akkordvertrag angestellt gewesen sei, ziehen die Parteien divergierende Schlüsse. Beim Polier der
B._
AG dürfte es sich jedoch um einen juristischen Laien handeln. Er sagte aus, dass
C._
der «richtige Chef» des Be
schwerdeführers und der Beschwerdeführer seines Wissens auf der Baustelle im Unterakkord angestellt sei. Aus diesen Aussagen kann
aber
weder auf ein selb
ständiges noch auf ein unselbständiges Arbeitsverhältnis geschlossen werden. Denn es ist nicht davon auszugehen, dass sich der Polier beim Beschwerdeführer erkundigt hat, ob
C._
sein Arbeit- oder Auftraggeber ist und ob er auf der Baustelle im
Anstellungsverhältnis oder auf eigene Rechnung tätig ist. Seinen Laienauskünften kommt nicht eine solche Aussagekraft zu, wie die Par
teien dies annehmen. Es kann deshalb darauf verzichtet werden, seine Antworten
weiter zu analysieren
.
Dasselbe gilt für die Auskunft des Chef-Poliers (
Urk.
8/14/4).
Dass
C._
ausgesagt haben soll, der Beschwerdeführer sei auf der Baustelle mit einem Unterakkord-Vertrag angestellt, ergibt sich so aus den Akten
im Übrigen
nicht (vgl.
Urk.
8/14/4).
Die
B._
AG bestätigte am 1
2.
Juni 2014, dass der Beschwerdeführer am
1.
und
2.
April 2014 während je 9 Stunden auf der Baustelle tätig war (
Urk.
8/27/6 und
Urk.
8/43).
Dies sagt aber nichts darüber aus, ob er als Auftrags- oder Arbeitnehmer der
Z._
GmbH auf der Baustelle arbeitete. Es erübrigt sich deshalb, darauf einzugehen, ob er am Unfalltag (Unfall um 14 Uhr) nun wohl 6 oder 9 Stunden gearbeitet hat. Aus demselben Grund ist unerheblich, weshalb die
B._
AG diese Bestätigung erst am 1
2.
Juni 2014 unterzeichnet hat.
3.4
Die Beschwerdegegnerin machte verschiedene Ungereimtheiten geltend, aufgrund welcher von einer selbständigen Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers auszu
gehen sei. Hierzu ist festzuhalten, dass zwar vorliegend der Lohnfluss nicht nach
gewiesen ist und die Anmeldung bei der
Berufsvorsorgeversicherung
erst nach
träglich erfolgte (vgl.
Urk.
8/
27/8).
Es ist jedoch zu beachten
, dass der Beschwer
deführer bereits an seinem zweiten Arbeitstag verunfallte. Dass bis zu diesem Zeitpunkt die administrativen Belange noch nicht abgeschlossen waren und auch noch kein Lohn ausbezahlt wurde, ist nachvollziehbar und lässt nicht auf ein fingiertes Arbeitsverhältnis schliessen. Die
Z._
GmbH teilte der Beschwerde
gegnerin zudem am
2.
Juli 2014 mit, keinen Nachweis der Anmeldung bei der AHV erbringen zu können, da die Mitarbeiter nicht einzeln, sondern erst am Ende eines Jahres zusammen angemeldet würden
(
Urk.
8/
27/1
)
. Dies
klingt überzeu
gend
. Die zuständige
Berufsvorsorgeversicherung
hat den Beschwerdeführer im Übrigen per
1.
April 2014 versichert (
Urk.
8/190/6).
Dass die
Z._
GmbH ihren Mitwirkungs- und Arbeitgeberpflichten nur bedingt nachgekommen ist, kann nicht dem
Beschwerdeführer
angelastet werden.
So sprechen
die fehlenden Buchhaltungsunterlagen, die rückdatierte Lohnabrech
nung sowie
die fehlenden Einträge im IK-Auszug
(vgl. dazu
Urk.
2 S.
7)
nicht per se gegen eine Anstellung des Beschwerdeführers, sondern vielmehr für eine Un
genauigkeit seitens der
Z._
GmbH im Umgang mit betrieblichen Dokumenten
.
In diesem Zusammenhang
ist aber
darauf hinzuweisen, dass der von der
Z._
GmbH an die SVA Zürich gemeldete
beitragspflichtige Lohn
(Urk.
8/179/1) über
ein
stimmt
mit
dem
Lohnblatt vom 3
1.
Mai 2014 (
Urk.
8/45/8) und dem Jahres
lohnausweis (
Urk.
8/189/15)
. Der Beschwerdeführer hat denn auch in seiner Steu
ererklärung ein Einkommen in diesem Umfang deklariert (Urk.
8/190/15). Dies
bezügliche Ungereimtheiten sind keine auszumachen.
3.5
Schliesslich wies die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass im Austrittsbericht der Rehaklinik
F._
(
Urk.
8/34/6) die Arbeitstätigkeit des Beschwerdeführers als Bauarbeiter nicht erwähnt wurde. Daraus kann aber entgegen ihren Ausführun
gen nicht geschlossen werden, dass
d
er
Beschwerdeführer
die entsprechende Be
rufserfahrung absichtlich verheimlichte, um gegen das Bestehen einer selbstän
digen Erwerbstätigkeit argumentieren zu können. Genauso spräche eine fehlende Berufserfahrung nämlich auch gegen ein Anstellungsverhältnis, würde die
Z._
GmbH doch kaum das Risiko eingehen, einen Mitarbeiter ohne Berufserfahrung bereits ab dem ersten Arbeitstag unbeaufsichtigt auf einer neuen Baustelle ein
zusetzen. Die fehlenden Angaben im Austrittsbericht lassen keine Schlüsse in Be
zug auf die vorliegend strittige Frage der Arbeitnehmereigenschaft des Beschwer
deführers zu. In Bezug auf den Bericht der Rehaklinik
F._
ist im Übrigen festzuhalten, dass darin eine Anstellung ab
1.
April 2014 erwähnt wird, was gegen eine selbständige Erwerbstätigkeit spricht (
Urk.
8/34/12).
3.6
Unter Würdigung all
der genannten
Umstände ist
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
davon auszugehen
, dass
der Beschwerdeführer ab dem
1.
April 2014 Arbeitnehmer der
Z._
GmbH war.
Die Beschwerdegegnerin ist somit für den
von ihm
am
2.
April 2014 erlittenen Unfall leistungspflichtig. Über den Um
fang ihrer Leistungspflicht - insbesondere in Bezug auf die allfällige
Zusprache
einer Invalidenrente und einer
Integritätsentschädigung - hat s
ie im angefochte
nen Entscheid nicht befunden. Der angefochtene Entscheid ist deshalb aufzuhe
ben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit
sie
- sofern erforderlich - weitere diesbezügliche Abklärungen tätige und anschliessend über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu entscheide.
4
.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57). Dem Beschwerdeführer steht ausgangsgemäss eine Prozessent
schädigung zu, welche vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeit
aufwand und den Barauslagen festgesetzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3
des
Gesetz
es
über
das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Ent
sprechend ist ihm eine Pro
zessentschädigung
von Fr.
2
‘
9
00.-- (inkl. Bar
auslagen
und
MWSt
) auszurichten.