Decision ID: 6825ad45-9977-4523-a1e4-9968cf812275
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
am
6.
Juli
1955, arbeitete seit
5.
Juni
1992
für die
Y._
GmbH
und
war bei
Personalvorsorge
Y._
(folgend Vorsorgeeinrichtung)
vorsorgeversichert
,
als er am 1
5.
März
2018 einen U
nfall erlitt und arbeitsunfähig wurde (vgl.
Urk.
1 S. 2).
Am 1
3.
August 2018 meldete er sich bei
Eidge
nössische
n
Invalidenversicherung an, die
ihm nach Ablauf des Wartejahrs bei einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit und einem Invaliditätsgrad von 100
%
ab
1.
März 2019 eine ganze Rente zu
sprach
(
Urk.
2/2). Am 1
9.
Mai 2020 teilte die Vorsorgeeinrichtung dem Versicherten mit, dass
nach Beendigung der vertraglichen
S
alärzahlungen
bzw. nach
Aus
schöpfung
der Taggelder aus der Krankentaggeldversicherung ihre Leistungs
pflicht per 2
5.
Juli
2020
beginne
und er a
b diesem Datum Anspruch auf eine ganze I
nvalidenrente von monatlich Fr.
2'240.20
respektive
jährlich
Fr.
26'882.40
habe
(
Urk.
2/3)
.
In
der Folge gelangte der Versicherte an die Vorsorgeei
nrichtung und fragte
an,
weshalb die
jährliche Invalidenrente nicht F
r.
28'413.--
betrage, wie dies im
per
1.
Januar 2020 ausgestellten
V
ersicherungsausweis
festgehalten sei
(vgl. Schreiben der Beklagten vom
2
5.
Mai 2020
[
Urk.
2/4
]).
In der darauf
folgenden Korrespondenz konnte keine Einigung erzielt werden
(vgl.
Urk.
10/4,
Urk.
10/5,
Urk.
10/6,
Urk.
10/7 und
Urk.
10/8).
2.
Am 2
8.
Oktober 2020 erhob der
Versicherte Klage
gegen die Personalvorsorge
Y._
mit folgenden Anträgen:
«1.
Die Beklagte sei anzuweisen, dem Kläger mit Wirkung ab dem
1.
August
2020 eine Rente von
Fr.
2'370.10 pro Monat zu bezahlen;
2.
Eventualiter: Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger die Differenz
zwischen seinem Alters
s
parguthaben gemäss Sparplan «Standard» und
demjenigen gemäss Sparplan «plus» in der Höhe von geschätzten
Fr. 26'000
.--
zuzüglich dem gesetzlichen Verzugszins seit dem
2
0.
August 2020 zu bezahlen;
3.
Subeventualiter
: Die Streitsache sei an die Beklagte zu neuer Berechnung
der Ansprüche des Klägers zurückzuweisen,
unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen.»
Mit Klageantwort vom 1
5.
Februar 2021
schloss die Beklagte
auf Abweisung der Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers (
Urk.
9). Mit Replik vom
2.
März 2021 (
Urk.
13) hielt der Kläger und
mit
Duplik vom 1
8.
Juni
2021 (
Urk.
18) die Beklagte an ihren Anträ
g
en
fest
.
A
m 2
5.
Juni 2021 wurde
der Schriftenwechsel geschlossen
(
Urk.
19
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Kläger
brachte im We
sentlichen vor (
Urk.
1 S. 3
),
er
sei
am
6.
Juli 1955 geboren
und habe damit
das reglementarische Rücktrittsalter vor dem
Datum vom
2
5.
Juli 2020
er
r
eicht, welches
die Beklagte als Beginn der Leistungspflicht für eine Invalidenrente festgesetzt habe. Mit Erreichen des reglementarischen Rück
trittsalters entfalle damit die Voraussetzung für die Zusprechung einer Pensions
kassen-Invalidenrente und er habe Anspruch auf eine Altersrente, deren Berechnung auf dem Sparplan «plus» beruhe. Dazu habe er am 1
3.
Juli 2020 von
der Beklagen
eine «Austrittsabrechnung» erhalten, die ein Alterssparguthaben von
Fr.
482'050.60 ausweise
. Bei einem
Umwandlungssatz von 5,9
%
ergebe dies
eine
Altersrente von
Fr.
2'370.10.
Auch
im Falle einer
Berechnung der Höhe
d
er
Invalidenrente
sei
nicht
auf
die Altersgutschriften
gemäss Standardplan
abzustellen, sondern
zu
berücksichtigen
,
das
s
er
vor Eintritt des Invaliditätsfalles
im Rahmen des Sparplans «plus» höhere Beiträge Zwecks Erwerbs einer höheren Rente
entrichtet
und damit effektiv
ein
höhere
s
G
uthaben
erzielt
habe. Bei einem anderen Ergebnis wäre die Beklagte zu seinen Lasten ungerechtfertigt bereichert. Die Differenz zwischen dem
geäufneten
Sparkapital gemäss Sparplan «Plus» und demjenigen des Sparplans «Standard» wären ihm
diesfalls
zurückzuerstatten und dies dürfte etwa dem Betrag
von rund
Fr.
26'000.-
- entsprechen. Mi
t der Wahl des Sparplans «Plus»
habe er höhere Beitragszahlungen als bei der Wahl des Sparplans «Standard» geleistet und somit ein wohlerworbenes Recht auf eine höhere Rente erworben
, welches
ihm nicht entzogen werden
dürfe
(S. 3 f
.
).
In der Replik führte er aus
(
Urk.
13
S. 4
)
,
die Beklagte habe telefonisch erklärt, dass bis zum Einsetzen der Altersrente auf eine
Invalidenrente hätte verzichtet werden
können
und
dann von der im Vergleich zur Invalidenrente höher
en Altersrente hätte profitiert werden
können. Über eine allfällige Wahlmöglichkeit sei
er
jedoch nie informiert oder gar beraten
worden
und
die Beklagte
habe dadurch
ihre Informationspflicht verletz
t, was nicht zu seinen Lasten gehen dürfe.
1.2
Die Beklagte führte demgegen
über aus (
Urk.
9
S. 7 f.
),
da die IV rückwirkend ab
1.
März 2019 dem Kläger eine ganze Invalidenrente zugesprochen habe, sei
das
Vorsorgereglement gültig ab
1.
Januar 2019 anwendbar. Der Invaliditätsbegriff
werde darin identisch zum Wortlaut der Bestimmung in
Art.
23
des
Bundesge
setz
es
über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG)
definiert.
Zur Begründung des Rentenanspruchs
im obligatorisch
en
wie über
obligatorischen Bereich
sei damit
der Ein
tritt der Invalidität relevant,
während der effektive Beginn der Rentenzahlungen
ohne Bedeutung sei. Da
vom Kläger
zum Zeitpunkt des Eintrittes der Invalidität im März 2019 das reglementarische Rücktrittsalter noch nicht erreicht gewesen sei, stehe
ihm
per 1.
März 2019
eine
Invalidenrente der
beruflichen Vorsorge
zu.
Die
se
Invalidenrente
sei im vor
liegenden Fall
vom
geäufneten
Altersguthaben
des Klägers abhängig und damit handle
es sich
reglementarisch
um eine lebenslänglich ausgestattete Invaliden
rente
. D
em Kläger stehe daher kein Anspruch auf eine Altersrente zu.
Die
Berechnung der dem Kläger zustehenden vollen Invalidenrente sei
reglementskonform
erfolgt (S. 10 f.). Dabei sei vo
m
effektiv
geäufneten
Alters
guthaben per 2
8.
Februar 2019 ausgegangen und dieses dann bis zum
Zeitpunkt des Altersrücktritts mittels
projizierte
n
Altersguts
chriften gemäss Plan «Standard»
hochgerechnet worden.
Dies
entspreche
der
vom
Kläger beschrieben
en
und von ihm als korrekt erachtet
en Vorgehensweise
. Eine Differenz
zwischen dem
geäuf
neten
Sparkapital gemäss Sparplan «Plus» und demj
enigen des Sparplans «Standard»
gebe es somit nicht und die Beklagte
sei damit
auch in keiner Weise zu Lasten des Klägers bereichert.
In der Duplik führte die Beklagte aus (
Urk.
18 S. 8),
die Informationspflicht nach
BVG
umfasse die
üblichen
jährlichen Informationspflichten der Beklagten gegen
über ihren
Versicherten. Diesen
Pflichten
sei
sie durch Zustell
ung und
Aushändi
g
ung des Vorsorgereglements inklusive
Vorsorgeplan sowie des Versicherungs
ausweises
nachgekommen
. Eine Beratungspflicht
sei
hingegen
nicht vorgesehen. E
s sei auch fraglich, ob es zulässig
wäre, auf Leistungen der beruflichen Vorsorge (en
dgültig) zu verzic
hten
.
Zudem sei weder im Gesetz noch im Reglement e
in Wahlrecht zwischen einer Invalidenleistung oder einer Altersleistung vorgesehen.
Der Kläger habe auch keine
Beweise wie
Telefonnotiz oder de
rgleichen
als Beleg für das
angeblic
he Telefongespräch ins Recht gelegt und eine
r
Auskunft einer Sachbearbeiterin im Widerspruch zu Gesetz und Reglement gegenüber einer rechtskundigen Vertretung könnte auch keine Rechtsverbindlichkeit zukommen.
2.
2.1
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23 Abs. 1
BVG
Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach Art. 24 Abs. 1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist.
2.2
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilun
gen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeein
richtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
Art.
73
ter
der
Verordnung
über die Invalidenver
sicherung, IVV
) einbezogen und ihr die
Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen).
Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
2.3
Nach
Art.
26
Abs.
1
BVG
beginnt der Anspruch auf Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge mit der Entstehung des Anspruchs auf eine Rente der Invalidenversicherung nach
Art.
29
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
. Der Vorsorgefall Invalidität tritt nicht mit der ihr
zugrunde liegenden
Arbeitsunfähigkeit, sondern mit Beginn des Anspruchs auf eine Invalidenleistung ein (BGE 142 V 419 E. 4.3.1, 134 V 28 E. 3.4.2).
Die Vorsorgeeinrichtung kann in ihren reglementarischen Bestimmungen vor
sehen, dass der Anspruch aufgeschoben wird, solange der Versicherte den vollen Lohn erhält (
Art.
26
Abs.
2
BVG
)
.
Art.
26 der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2) ermächtigt die Vorsor
geeinrichtung dazu, den Anspruch auf Invalidenleistungen bis zur Erschöpfung des Taggeldanspruchs aufzuschieben, wenn die versicherte Person anstelle des vollen Lohnes Taggelder der Krankenversicherung erhält, die mindestens 80
%
des entgangenen Lohnes betragen, und die Taggeldversicherung vom Arbeitgeber mindestens zur Hälfte mitfinanziert wurde.
Für den obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge sieht
Art.
26
Abs.
3 Satz 1 BVG vor, dass der Anspruch auf Invalidenleistungen mit dem Tode des Anspruchsberechtigten oder mit dem Wegfall der Invalidität erlischt. Im Gegen
satz zur Rente der Invalidenversicherung ist demnach die BVG-Invalidenrente eine Leistung auf Lebenszeit; sie wird nicht durch die BVG-Altersrente abgelöst, wenn der Bezüger das gesetzliche Rücktrittsalter (
Art.
13
Abs.
1 BVG) erreicht (BGE 118 V 100; vgl. auch BGE 123 V 122 E. 3).
2.4
Gemäss
Ziffer
24.1
lit
. a des Vorsorgereglements der Beklagte
n
(gültig ab
1.
Januar 2019
[
Urk.
10/1]) haben Versicherte Anspruch auf eine Invalidenrente bei Vorliegen von Invalidität, sofern sie im Sinne der IV zu mindestens 40 Prozent invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren.
Nach
Ziffer
24.3 des Vorsorgereglements
besteht der Anspruch auf Leistungen infolge Invalidität frühestens, wenn eine solche im Sinne der IV vorliegt und der Anspruch auf Lohn bzw. Lohnersatzleistungen (sofern der Arbeitgeber mindes
tens die Hälfte der Prämien bezahlt hat und der Lohnersatz mindestens 80
% des entgangenen Lohnes beträgt) erschöpft ist. Besteht aus besonderen Gründen ein Anspruch bereits vor diesem Datum, so werden nur die Mindestleistungen gemäss BVG erbracht.
Der Anspruch erlischt, wenn die Invalidität wegfällt oder wenn der Rentenbe
züger stirbt. Ist gemäss Anhang
(vgl.
Urk.
10/3)
eine Invalidenrente oder
sind
Teile davon nicht vom Altersguthaben abhängig, sondern vom versicherten Lohn, erlischt der Anspruch auf diese vom Lohn abhängige Leistung, wenn das Rücktrittsalter erreicht wird (
Ziffer
24.6 des Vorsorgereglements).
2.5
Anspruch auf Altersleistungen haben Männer, die das 6
5.
Altersjahr zurückgelegt haben (
Art.
13
Abs.
1
lit
. a BVG). Die reglementarischen Bestimmungen der Vorsorgeeinrichtung können abweichend davon vorsehen, dass der Anspruch auf Altersleistungen mit der Beendigung der Erwerbstätigkeit entsteht (
Art.
13
Abs.
2 Satz 1 BVG). Ziffer
4 des massgeblichen Reglements in Verbindung mit Ziffer 3 des Vorsorgereglements Anhang-Vorsorgeplan Firmengruppe 1 (
gemäss
Ziffer 2.
2.
des Vorsorgereglements
integrierender Bestandteil desselben
)
, gültig ab
1.
Januar 2019,
sieht vor, dass das Rücktrittsalter am Monatsersten nach Voll
endung des 6
5.
Altersjahrs erreicht wird. Das Mindestalter für den vorzeitigen Altersrücktritt beträgt 58 Jahre.
3.
3
.1
3.1.1
Unbestritten und aufgrund der Aktenlage erstellt
ist
, dass de
r
Kläger aufgrund eines Unfalls vom 1
5.
März 2018 und damit einhergehende
r
Arbeits
- und Erwerbs
unfähigkeit a
m
1.
März 2019
Anspruch auf
eine ganze Rente
der Invali
denversicherung erwarb und ihm ab diesem Zeitpunkt eine IV-Rente
ausgerichtet w
ird
(
Urk.
2/2).
D
ie Beklagte
wurde
ins Verfahren der Eidgenössische
n
Invaliden
versicherung einbezogen und
hat
ihre Leistungspflicht als im Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit (1
5.
März 2018) zuständige Vorsorgeeinrichtung anerkannt (vgl.
Urk.
2/3).
Strittig ist indes, ob der Kläger Anspruch auf eine
(höhere)
Altersrente hat
,
nachdem die Beklagte den Beginn der Invalidenrente aus der beruflichen Vorsorge per 2
5.
Juli 2020 mitgeteilt hat und der am
6.
Juli 1955 geborene Versicherte geltend macht,
er habe
das reglementarische Rücktrittsalter in diesem Zei
tpunkt bereits erreicht
.
3.1.2
Der Beklagten ist darin zu folgen, dass
der Entscheid der Eidgenössischen Invalidenversicherung für sie
hinsichtlich Eintritt Arbeitsunfähigkeit, Invalidi
tätsgrad und
Invalidi
t
ätseintritt
bindend
ist
, nachdem sie ins Verfahren
einbezogen
wurde und keine Anhaltspunkte vorliegen, welche die invaliden
versiche
rungsrechtliche Betrachtungsweise als offensichtlich unhaltbar erscheinen lassen
(vgl. E. 2.2 hiervor)
. Zutreffend
ist auch
, dass
die
se
Bindungs
w
irkung
, da
im
Reglement
der Beklagten
vom gleichen
Invaliditätsbegriff wie
in
Art.
23 BVG
ausgegangen wird
,
sich
auch
auf
die Leistungen im
Über
obligat
orium
erstreckt
.
Damit trat der Vorsorgefall Invalidität am 1
5.
März 2019 ein, ein Jahr nachdem der Kläger ununterbrochen arbeitsunfähig war und damit das Wartejahr nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
erfüllte, und erwarb er zu diesem Zeitpunkt grundsätzlich einen
materiellrechtlichen
Anspruch auf Invaliden
leistungen der beruflichen Vorsorge.
D
aran ändert nicht
s
, dass
die Beklagte im
Schreiben
vom 1
9.
Mai 2020 (
Urk.
2/3)
ausführte,
dass die Invalidenrente aus der beruflichen Vorsorge
erst
nach Beendigung der vertraglichen Salär-Zahlungen bzw. Ausschöpfung der Tag
gelder aus der Kra
nkentaggeldversicherung per 24.
Juli 2020
zur Ausrichtung
gelange. D
enn mit dem
Aufschub
der
Invalidenleistungen
,
solange der
Anspruch auf Lohn bzw. Lohnersatzleistungen
besteht, hat sie lediglich von der ihr nach
Art.
26
Abs.
2 BVG und
Art.
26 BVV 2 eingeräumten Befugnis Gebrauch gemacht und den Beginn ihrer Renten
zahlungen bis zur Ausschöpfung der Taggelder aus der Krankenversicherung hinausgeschoben
(
vgl.
E. 2.3
hiervor
).
Aus
Ziffer
24.3 des Vorsorgereglements
ergibt sich sodann, dass die Invalidenrente
aus besonde
ren Gründen
vor Ausschöpfung solcher L
eistungen gewährt werden
kann
.
Eine derartige vorgezogene Rentenausrichtung ist aber nur möglich, wenn der
materiell
rechtliche
Rentenanspr
uch eben bereits entstanden ist (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts
9C_502/2007
vom 2
2.
April 2008
E. 3.2).
Da
der Vorsorgefall Invalidität
im März 2019
eingetreten ist und der Kläger
das reglementarische Rücktrittsalter
zu diesem Zeitpunkt
noch nicht erreicht
hatte
(E. 2.5)
, hat die Beklagte
dem Kläger
zur Recht
eine Invalidenrente
und keine Alters
rente
der beruflichen Vorsorge
gewährt
.
3.2
3.2.1
Der
Kläger
moniert
e
weiter
, dass er gemä
ss Versicherungsausweis per 31.
Dezem
ber 2019 ein Altersguthaben von
Fr.
474
’
199
.--
habe, ihm aber die Versiche
rungsleistungen nur aufgrund eines Altersguthaben
s
von
Fr.
438'202
.--
ausgerichtet würden
, wobei ihm
die Differenz herauszugegeben sei
(vgl.
Urk.
10/7)
.
Zudem
machte er geltend, dass
die Beklagte
bei ihrer Berechnung
auch
nur die Altersgutschriften des Sta
ndard-Sparplans berücksichtigt
habe und er v
or
Eintritt der Invalidität
im Rahmen des Sparplans «plus» höhere Beiträge Zwecks Erwerbs einer höheren Rente und damit effektiv ein höheres Guthaben
geäufnet
habe
(
Urk.
1 S. 4).
3.2.2
Die Invalidenrente wird gemäss
Art.
24 BVG nach dem gleichen Umwandlungs
satz berechnet wie die Altersrente im 6
5.
Altersjahr (
Abs.
2). Das der Berechnung zu Grunde liegende Altersguthaben besteht aus (a) dem Altersguthaben,
das
die versicherte Person bis zum Beginn des Anspruches auf die Invalidenrente erworben hat und (b) der Summe der Altersgutschriften für die bis zum ordentlichen Rentenalter fehlenden Jahre, ohne Zinsen (
Abs.
3). Diese Altersgut
schriften werden auf dem koordinierten Lohn der versicherten Person während ihres letzten Versicherungsjahres in der Vorsorgeeinrichtung berechnet (
Abs.
4).
3.2.3
Das Vorsorgereglement verweist hinsichtlich der Höhe der jährlichen Vollinvali
denrente auf den Anhang (Ziffer 24.5). Ziffer
7.3 des Vorsorgereglements Anhang-Vorsorgeplan (gültig ab
1.
Januar 2019 [10/3]) bestimmt
unter dem Titel Invaliditätsleistungen (Basis)
: Die jährliche Vollinvalidenrente bemisst sich nach dem bis zur Vollendung des 6
5.
Altersjahrs (Männer) bzw. bis zur Vollendung des 6
4.
Altersjahrs (Frauen) projizierten Altersguthaben
(Abs.1)
.
Das projizierte Altersguthaben besteht aus dem bei Invaliditätsbeginn gemäss IV-Verfügung vorhandenen Altersguthaben, zuzüglich der aufgrund des gültigen versicherten Lohnes 1 und des Standardplanes berechneten Altersgutschriften für die bis zur Vollendung des 6
5.
Altersjahrs (Männer) bzw. bis zur Vollendung des 6
4.
Alters
jahrs (Frauen) fehlenden Jahre, beides samt Zinsen (vom Stiftungsrat festgelegter Projektionszinssatz) für die bis zur Vollendung des 6
5.
Altersjahrs (Männer) bzw. bis zur Vollendung des 6
4.
Altersjahrs (Frauen) fehlenden Jahre. Unabhängig davon, welchen Sparplan ein Versicherter gewählt hat, gelangen für die Berech
nung der Höhe der Invalidenrente immer die Altersgutschriften des Standardplans zur Anwendung
(
Abs.
2)
.
Die Umrechnung des projizierten Altersguthabens in die Invalidenrente erfolgt mit einem Umwandlungssatz in der Höhe von 5.9
%
(
Abs.
3)
.
3.2.4
Gemäss
Art.
14
BVV 2
, muss die Vorsorgeeinrichtung das Alterskonto eines Invaliden, dem sie eine Rente ausrichtet, für den Fall eines Wiedereintrittes in das Erwerbsleben bis zum Rentenalter weiterführen (
Abs.
1). Das Altersguthaben des Invaliden ist zu verzinsen (
Abs.
2) und der koordinierte Lohn während des letzten Versicherungsjahres (
Art.
18 BVV 2) dient als Berechnungsgrundlage für die Altersgutschriften während der Invalidität (
Abs.
3). Erlischt der Anspruch auf eine Invalidenrente, weil der Versicherte nicht mehr invalid ist, so hat er Anspruch auf eine Freizügigkeitsleistung in der Höhe seines weitergeführten Altersgut
habens (
Abs.
4).
3.2.
5
Gemäss dem Versicherungsausweis per
1.
Januar 2020 (
Urk.
10/2) betrug das Altersguthaben des Klägers per
1.
Januar 2019
Fr.
431'002.7
0.
Im
Schreiben vom
4.
August 2020 (
Urk.
10/6) wie auch vom
1
0.
September 2020 (
Urk.
10/8)
hielt die Klägerin
ein
Guthaben
des Klägers
per 28.
Februar 2019
von
Fr.
438'202.20
fest
.
Die Differenz von Fr. 7'199.50 (438'202.20 - 431'002.70) erklärt sich aus der
Äufnung
der Gutschriften
für
die beiden
Monate Januar und Februar 2019
, die
z
weizwölftel der Differenz der für da
s
ganze Jahr aufgeführte
n Guthaben
(vgl. 2/5)
entspr
echen
(
[
474'199.70 - 431'002.70
]
:
12
x 2
).
Mit Eintritt des
Vorsorge
fall
es
Invalidität im März 2019
wurden
die
am 2
8.
Februar 2019
vorhandenen
Altersguthaben
von
Fr.
438'202.20
(
Art.
24
Abs.
2
lit
. a BVG)
nach dem Plan
Standard und unter Berücksichtigung eines Zinses von 1
%
bis
zum
1.
August
2020, dem
Zeitpunkt
indem der Versicherte
das 65.
Altersjahr vollendete
,
hoch
gerechnet
(
Art.
24
Abs.
2
lit
. b BVG und
E.
4.2.3
)
und
wurde
so
das
massgebende Guthaben
von
Fr.
455'642.55
ermittelt. B
ei einem Umwand
lungs
satz von 5.9
%
resultiert
daraus
die jährliche Invalidenrente von
Fr.
26'882.91 (vgl. auch
Urk.
9 S. 11)
.
D
ie
Berechnung
der Invalidenleistungen erfolgte
damit
gesetzmässig und
reglement
skonform
. Daran ändert auch nicht, dass im Versicherungsausweis (
Urk.
10/2)
dem Kläger
ein
(proj
i
ziertes)
Altersguthaben per Ende 2019 von Fr.
474'199.70
bescheinigt wurde
, womit der Verpflichtung nachgelebt wurde,
das
Alterskonto für den Fall d
es Wiedereintrittes in
das Erwerbsleben bis zum Renten
alter
(
fiktiv
)
weiter
zu
führen
. Dabei hätte für den Kläger lediglich
im Falle, dass
seine
Invalidenrente
erloschen wäre
, weil
er
ni
cht mehr invalid war, ein
Anspruch auf eine Freizüg
igkeitsleistung in der Höhe d
es
fiktiv
weitergeführten Altersguthabens
bestanden
(E. 3.2.
4
).
Indes hat der Kläger
seine Erwerbsfähigkeit nicht wieder
erlangt
,
weshalb ihm im Rentenalter die
lebenslängliche Invaliden
rente zu
st
eht
, w
as ein
Anspruch auf
die
in Anwendung von
Art.
14 BV
V 2
berechnete
n
Altersgutschriften ausschliesst (vgl. BGE 127 V 309 E. 2c)
.
Die fiktive
Äufnung
des Altersguthabens entspricht denn auch nicht dem Betrag effektiv bezahlter Beiträge auf dem koordinierten Lohn (
Art.
8 BVG), zumal Unfall
-
oder Krankentaggelder
nicht
massgebende
n
Lohn nach dem Bundesgesetz über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG) darstellen
(
Art.
7
Abs.
2 BVG in Verbindung mit
Art.
5
Abs.
2 AHVG und
Art.
6
Abs.
2
lit
. b der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
[AHVV]) bzw. der koordinierte Lohn nur bei vorübergehenden Senkungen infolge Krankheit oder Unfall und für die Dauer der Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers Gültigkeit behält (
Art.
8 BVG).
Eine
«
Bereicherung
»
der Beklagten im Umfang von effektiv bezahlten Beiträge
n
nach dem
1.
März 2019, das heisst nach Eintreten der
zur Beitrags
befreiung führenden
Invalidität, besteht entgegen den Vorbringen des Klägers nicht.
Die Berechnungen der Invalidenleistungen durch die Beklagte sind somit nicht zu beanstanden und geben auch keinen Anlass für weitere Abklärungen
.
3.
3
3.3.1
Im Verfahren berief
sich der Kläger auf den
Vertrauensschutz bzw.
auf eine
Verletzung der Informa
tionspflicht durch die Beklagte, da er
bis zum Einsetzen der Altersrente auf eine
Invalidenrente hätte verzichten
und von der
höheren Alt
ersrente hätte profitieren können, jedoch über diese
Wahlmöglichkeit nie informiert
worden sei (vgl. E. 1.2 hiervor).
3.3.2
Die Informationspflichten der Vorsorgeeinrichtungen sind in
Art.
86b
BVG
geregelt und gelten kraft
Art.
49
Abs.
2
Ziff.
26 BVG auch im Bereich der weiter
gehenden beruflichen Vorsorge. Nach
Art.
86b
Abs.
1 BVG muss die Vorsorge
einrichtung ihre Versicherten jährlich in geeigneter Form über die Leistungs
ansprüche, den koordinierten Lohn, den Beitragssatz, das Altersguthaben, die Organisation und Finanzierung sowie über die Mitglieder des paritätisch besetzten Organs nach Artikel 51 informieren. Zu den Leistungsansprüchen gehören alle gesetzlichen und reglementarischen Leistungen bei einem Austritt aus der Vorsorgeeinrichtung sowie beim Eintritt eines Versicherungsfalles (Alter, Invalidität, Tod; BGE 136 V 331 E. 4.2). Auf Anfrage hin sind den Versicherten Jahresrechnung und Jahresbericht auszuhändigen sowie Informationen über Kapitalertrag, Risikoverlauf, Verwaltungskosten, Deckungskapitalberechnung und Deckungsgrad abzugeben (
Art.
86b
Abs.
2 BVG).
Reglementarisch sind die Informationspflichten in Ziffer 11 geregelt.
3.3.3
Der Kläger vermag ausser
einem angeblichen Telefonat
mit der Beklagten nichts Substanzielles vorzubringen oder eine gesetzliche oder reglementarische Grund
lage anzugeben, aus der sich eine
Wahlmöglichkeit
ergibt, wonach,
nachdem das
Risiko
Invalidität
bereits eingetreten ist
,
zugunsten ein
er
(unter der Voraus
setzung fortgesetzter Erwerbstätigkeit)
höheren
später auszurichtenden
Alters
rente auf die Invalidenle
istungen verzichtet werden kann.
Eine solche Wahlmög
lichkeit wi
derspricht
auch der
gesetzlich
en
und
reglementarisch
en
Konzeption
,
wonach die BVG-Invalidenrente eine Leistung auf Lebenszeit ist, die nicht durch d
ie BVG-Altersrente abgelöst
wird
(vgl. E. 2
.
3 und E. 2.4 hiervor)
.
Es leuchtet auch in keiner Weise ein, wie ein Verzicht auf Invalidenleistungen
bei fehlender Erwerbsfähigkeit
zu einer höheren Altersrente führen könnte. Die Folgen einer möglichen Falschauskunft oder fehlenden Beratung nach dem in
Art.
9 der Bundesverfassung verankerten Grundsatzes von Treu und Glauben (vgl. hierzu:
BGE 143 V 95 E. 3.6.2, 131 V 472 E. 5; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_132/2019 vom
3.
Juli 2019 E. 6.3 mit Hinweisen
) kommen daher zum Vornherein nicht zum Tragen.
Somit
kann
der Kläger
auch in dieser Hinsicht nichts zu
seinen
Gunsten
her
leiten
und die
Klage erweist sich insgesamt als unbegründet
. Dies führt zur Abweisung der Klage.
4.
Art.
73
Abs.
2 BVG schliesst einen Anspruch der obsiegenden Versicherungs
trägerin auf eine Prozessentschädigung zwar nicht aus. Indes wird im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde obsiegenden Behörden oder mit
öffentlich
rechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen wie UVG-Versicherern oder Krankenkassen - ausser bei einem als mutwillig zu qualifizierenden Verhalten der Gegenpartei - in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen. Das hat auch für Träger der beruflichen Vorsorge gemäss BVG zu gelten (vgl. BGE 112 V 356 E. 6 und BGE 128 V 124 E. 5b je mit Hinweisen). Es besteht kein Grund, bei der obsiegenden Beklagten - trotz ihres entsprechenden Antrages - anders zu verfahren.