Decision ID: f8c809fb-4148-4768-87e0-1a5fdcb0b0d6
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1969 geborene
X._
war seit
1.
April 1996 als Verwaltungs
mit
arbeiterin beim
Amt
Y._
des Kantons Zürich tätig (
Urk.
11/16/1 f.). Am 1
7.
Oktober 2016 (Eingangsdatum) meldete sie sich unter Hinweis auf
eine
Depression, grosse Angstzu
stände und Versagensängste
sowie Einschlafstö
run
gen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
11/4).
Die IV-Stelle tätigte Abklä
rungen in medizinischer
(
Urk.
11/19, 11/27, 11/50, 11/61, 11/69, 11/74, 11/75
)
und beruflich-erwerblicher Hinsicht
(
Urk.
11/13,
11/16).
Mit Mitteilung vom
3.
August 2017 erteilte s
ie
im Rahmen einer Frühinterventionsmassnahme
Kos
ten
gutsprache für ein Belastbarkeitstraining vom 1
8.
September bis 2
2.
Dezember 2017 (
Urk.
11/34). Am 2
1.
Dezember 2017
teilte die IV-Stelle mit, auch die Kosten für ein anschliessendes Aufbautraining vom
3.
Januar bis 2
9.
Juni 2018 zu über
nehmen (
Urk.
11/43). Mit Verfügung vom 2
3.
Januar 2018 sprach die IV-Stelle der Versicherten ein Taggeld für die Dauer des Aufbautrainings zu (
Urk.
11/47).
Das Anstellungsverhältnis der Beschwerdeführerin beim
Amt Y._
wurde per Ende März 2018
aufgelöst
(
Urk.
11/38/2 f.).
Mit Mitteilung vom 2
8.
Juni 2018 hielt die IV-Stelle fest, dass das Aufbautraining abgeschlossen sei und nun ein Rentenanspruch geprüft werde (
Urk.
11/65). Am
5.
Oktober 2018 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie eine psychiatrische und neuro
psychologische Begutachtu
ng für notwendig erachte
(
Urk.
11/80). Das Gutachten der
Z._
erging am 1
0.
Januar 2019 (
Urk.
11/85). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
11/93, 11/94,
11/119) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
7.
Juni 2019 einen Leistungs
anspruch (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess die Versicherte mit Eingabe vom
8.
August 2019 Beschwerde erhe
ben
(
Urk.
1)
und beantragen
, die Verfügung vom 1
7.
Juni 2019 sei aufzuheben und es sei ihr eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventualiter seien ihr berufliche Massnahmen zu gewähren (
Urk.
1 S. 2). In prozessualer Hin
sicht beantragte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Claudia
Bretscher
,
die Durchführung eines
zweiten Schriftenwechsel
s
, da sie noch keine Einsicht in die IV-Akten habe nehmen können (
Urk.
1 S. 3 f.).
Mit Verfügung vom 1
3.
August 2019
(vgl. Protokoll)
setzte das Gericht der Be
schwerdeführerin eine 10-tägige Frist zur Beschwerdeergänzung
an
(
Urk.
5). Mit Eingabe vom 2
3.
August 2019 (
Urk.
7) präzisierte die Beschwerdeführerin ihre Anträge. So sei ihr eine halbe Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten anzuordnen (
Urk.
7 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
September 2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10). Dies wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 3
0.
September 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
12).
Auf
die Vorbringen
der Parteien wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nach
folgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nen
falls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen
sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a
).
1.6
Wie in BGE 145 V 361 dargelegt, ist in allen Fällen durch die Verwaltung bezie
hungsweise das Gericht zu prüfen, ob und inwieweit die ärztlichen Experten ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren (Beweisthemen) hinreichend und nachvollziehbar begründet haben. Dazu ist erfor
derlich, dass die Sachverständigen den Bogen schlagen zum vorausgehenden medizinisch-psychiatrischen Gutachtensteil (mit Aktenauszug, Anamnese, Befun
den, Diagnosen usw.), das heisst sie haben im Einzelnen Bezug zu nehmen auf die in ihre Kompetenz fallenden erhobenen medizinisch-psychiatrischen Ergeb
nisse fachgerechter klinischer Prüfung und Exploration. Ärztlicherseits ist also
substanziiert
darzulegen, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und die psychischen Res
sourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht zu schmälern vermögen. Der psychiatrische Sachverständige hat darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, und zwar - zu Vergleichs-, Plausibilisierungs- und Kontrollzwecken - unter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, familiären und sozialen Aktivitäten der rentenansprechenden Person (E. 4.3
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom 1
7.
Juni 2019
(
Urk.
2)
da
mit
,
es stehe
gemäss den Abklärungen fest
, dass die Beschwerde
führerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Verwaltungsmitarbeiterin im Um
fang von 72
%
arbeitsfähig sei und damit
seit
Ablauf des Wartejahres eine 28%ige Arbeitsunfähigkeit vorläge. Der IV-Grad
lieg
e
somit unter 40
%
, weshalb die Be
schwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung habe
. Weitere berufliche Massnahmen würden die Arbeitsfähigkeit aus medizinischer S
icht nicht verbessern, weshalb ihr
auch keine beruflichen Massnahmen
zu
ge
währen
seien
(
Urk.
2 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte
in ihrer Beschwerde
ergänzung
vom 2
3.
August 2019 (
Urk.
7
)
dagegen vor, dass nicht auf das
Z._
-Gutachten vom 1
0.
Januar 2019 abge
stellt werden könne, da
gemäss der behandelnden Psychologin und dem Gutachten zuhanden der Pensionskasse eine krankheitswertige kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich vermeidenden und dependenten Zügen vor
läge und nicht
,
wie im
Z._
-Gutachten diagnostiziert
,
lediglich eine Persön
lich
keitsakzentuierung
(
Urk.
7 S. 6)
.
Die behandelnden Ärzte würden nach
vollziehbar aufzeigen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten sowie in einer
angepassten Tätigkeit eingeschränkt
er
sei
, als die Beschwerdegegnerin ann
ehme
. Die Gutachter
der
Z._
hätten insbesondere die Berichte der behan
delnden Ärzte und die Abklärungsberichte der beruflichen Eingliederungsstelle berücksichtigen müssen, da diese die langandauernden Einschränkungen der Be
schwerdeführerin und die wohlwollenden Umstände ihres früheren Arbeitsplatzes aufzeigen würden (
Urk.
7 S. 9).
Die Beschwerdeführerin sei
angestammt und
angepasst zu höchsten 49
%
arbeitsfähig, weshalb ihr eine halbe Rente zustehe (
Urk.
7 S. 9).
2.3
Strittig und zu prüfen
ist
der
Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin und in diesem Zusammenhang die Frage nach der Arbeitsfähigkeit
.
Hingegen ist auf den Antrag betreffend berufliche Massnahmen nicht einzutreten, nachdem die Beschwerdeführerin weder in der Beschwerde vom
8.
August 2019 (
Urk.
1)
noch in der Beschwerdeergänzung vom
2
3.
August 2019 (
Urk.
7)
dar
legte, aus welchen Gründen berufliche Massnahmen
bea
n
trag
t wurden.
Wie
in der Verfügung vom 1
3.
August 2019
angedroht
(
Urk.
5)
,
tritt das Gericht gemäss
Art.
18
Abs.
2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) mangels
Begründung somit nicht auf das Begehren betreffend berufliche Massnahmen ein.
3.
3.1
Im neuro- und verhaltenspsychologischen Untersuchungsbericht vom 2
7.
Januar 2017
(
Urk.
11/19/9 ff.)
hielten lic. phil.
A._
, Neuropsychologin, und
Dr.
med.
B._
, Verhaltensneurologin, fest, dass
sich
bei der Beschwerde
führerin
alters- und bildungsadaptiert formal leichte bis zum Teil mittelschwere kognitive Minderleistungen mit im Vordergrund stehenden Störungen der höhe
ren Frontalhirnfunktion
gezeigt hätten
. Aufgrund des allgemeinen kognitiven Leistungsniveaus im unteren Normbereich sei anzunehmen, dass die Beschwerde
führer
in die bestehenden Defizite nicht
vollständig zu kompensieren beziehungs
weise auszugleichen verm
öge
respektive dass sie wenige Fertigkeiten
besitz
e,
um erhöhte Anforderungen (besonders planerische und organisatorische Prozesse) zu bewältigen.
Eine der kognitiven und psychischen Belastbarkeit angepasste Tätig
keit mit geringeren kognitiven Anforderungen
,
zum Beispiel als Büroangestellte mit Ausführung einfacherer und routinierter Arbeitsschritte
,
soll
t
e jedoch aus neuropsychologischer Sicht prinzipiell möglich sein
. U
nter Berücksichtigung der Gesamtsituation (Verhaltenssymptome, psychiatrische Problematik, erhebliche Belastungssituation)
dürfe sich
eine Stellensuche und Anstellung in der freien Wirtschaft
jedoch
als deutlich erschwert gestalten (
Urk.
11/19/11).
3.2
Dr.
med. univ.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, und lic. phil.
D._
, Fachpsychologin für
Psychotherapie
FSP,
stellten
im Be
richt vom
8.
März 2017 folgende Diagnosen
(
Urk.
11/19/1)
:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Epis
ode, bestehend seit circa 2008 (ICD-10
F33.1
)
-
Burnout-Synd
rom, bestehend seit circa 2008 (ICD-10
Z73.0
)
-
Akzentuierte Persönlichkeitszüge mit ängstlich-vermei
denden und abhä
n
gigen Anteilen (ICD-10
Z73.1
)
-
Probleme in Verbindung mit Berufs
tätigkeit und Arbeitslosigkeit (ICD-10
Z56
)
Die Beschwerdeführerin stehe seit 2008 in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung aufgrund eines depressiv-ängstlichen Zustandsbilds, welches aus einer anhaltenden beruflichen Überforderung resultiere. Infolge eines Abtei
lungs
wechsels im Juni 2016 habe die Beschwerdeführerin erneut starke Versagen
s
ängste und Leistungsblockaden e
ntwickelt, da sie sich kognitiv und emotional von den neuen Arbeitsinhalten und der erhöhten Arbeitsmenge überfordert gefühlt habe (
Urk.
11/19/2).
Es bestünden arbeitsbezogene Beeinträchtigungen in Form eines Burnout-Syndroms mit Erschöpfungszuständen, Niedergeschlagen
heit, Gedankenkreisen, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit sowie Schlaf
stö
rungen und Magen-Darm-Problemen, welche schliesslich in ein depressiv
es Zustandsbild geführt hätten. Die Beschwerdeführerin zeige eine ängstlich-ver
meidende Persönlichkeitsstruktur, die geprägt sei von Selbstzweifeln und Versa
gensängsten im Arbeitsbereich (
Urk.
11/19/2).
Die bisherige Tätigkeit als Sachbearbeiterin in der Scanning-Abteilung des
kan
tonalen
Amtes
Y._
sei nicht mehr zumutbar, da die Beschwerdeführerin mit den neuen Aufgaben und
dem
Arbeitsvolumen
in dieser Abteilung anhaltend über
fordert und daher eine fortlaufende psychische Verschlechterung sehr wahr
schein
lich sei. Im Bericht wurde daher eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit vom
7.
Juli 2016 bis auf Weiteres attestiert (
Urk.
11
/19/4).
Bei aus
r
eichender Remission der depressiven Symptomatik sei die Aufnahme einer angepassten Tätigkeit angezeigt, welche wenig komplex und eher repetitiv strukturiert sein
sollte
und
bei der
nur ein geringer Zeitdruck bestehe. Es könne mit einer Arbeitsfähigkeit von 20
%
gerechnet werden, ab wann sei jedoch noch nicht abschätzbar (
Urk.
11/19/5).
3.3
In seinem im Auftrag der BVK erstellten
psychiatrischen Gutachten vom 2
9.
Mai 2017
(
Urk.
11/24)
stellte
Dr.
med.
E._
, Spezialarzt FMH für Psychia
trie und Psychotherapie
,
folgende Diagnosen
(
Urk.
11/24/7)
:
-
Rezidivierende depressive Störung, mittelgradig
bis leicht (ICD-10
F33.1/F33.0
)
-
Ängstlich verm
eidende Persönlichkeitsstörung (ICD-10
F60.6
)
-
Probleme in
Verbindung mit Berufstätigkeit (ICD-10
Z56
)
-
Leichte kognitive Störungen unklarer Ä
tiologie
(ICD-10
F06.7
)
Durch die Kombination der depressiven Störung mit rascher Erschöpfbarkeit, Überforderung, Verunsicherung und Verängstigung, der Persönlichkeitsstörung mit Versagensängsten und Blockaden und der leichten kognitiven Beeinträcht
i
gungen, durch welche sie kaum fähig sei, Neues aufzunehmen, eine verminderte Konzentrationsfähigkeit für komplexere Zusammenhänge
und geteilte Aufmerk
sam
keit
, sei die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für ihre bisherige Arbeitsstelle, auch aufgrund des über die Jahre schwer gestörten Verhältnisses zu ihrem Arbeitsort, weiterhin voll eingeschränkt. Ein Wiedereinstieg am bisherigen Arbeitsort würde demnach zu einem sofortigen Wiederaufflammen der ganzen depressiven Symptomatik und der Blockaden
sowie der Ängste
führen.
Dr.
E._
hielt fest, dass es ungewiss sei, ob sich daraus eine andauernde Berufsunfähigkeit für den Bürobereich ergeben würde
.
Längerfristig ins Auge zu
fassen seien einfache,
routinemässige Bürotätigkeiten;
ein wohlwollendes Arbeit
s
umfeld sei wünschenswert (
Urk.
11/24/9).
3.4
Mit Bericht vom 2
5.
Januar 2018 hielten lic. phil.
D._
und
Dr.
C._
sodann
folgende Diagnosen fest
(
Urk.
11/50/1)
:
-
Ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung (sei
t dem jungen Erwach
se
nenalter, ICD-10
F60.6
)
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärti
g remittiert (seit 2008, ICD-10
F33.4)
-
Leichte kognitive Störung unk
larer Ätiologie (ICD-10
F06.7
)
-
Status nach Burnout-Syndrom (ICD-10
Z73.0
)
-
Probleme in Verbindung mit Berufs
tätigkeit und Arbeitslosigkeit (ICD-10
Z56
)
Der Umfang der Belastbarkeit werde im Rahmen eines Belastbarkeits- und Auf
bautrainings bei der
F._
konkret fest
gestellt. Aktuell arbeite die Beschwerdeführerin fünf Stunden pro Tag und es zeige sich hierbei eine erhöhte mentale Erschöpfbarkeit und eine verminderte psychische Belastbarkeit (
Urk.
11/50/5).
Am
9.
Mai 2018 bestätigten die Behandler die
oben
genannten Diagnosen
und hielten fest, dass eine Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt nicht gegeben sei (
Urk.
11/61).
3.
5
Die Beschwerdeführerin wurde
in der
Z._
am 2
0.
November und 1
4.
Dezember 2018
psychiatrisch und am 1
6.
November 2018 neuropsychologisch begutachtet.
3.
5
.1
Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung
durch
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie und Facharzt FMH für Neurologie,
habe
die Beschwerdeführerin von Zukunftsängsten und finanziellen Sor
gen
berichtet
. Es bestünden weiter Einschlafstörungen, Spannungskopf
schmer
zen, wiederkehrende Diarrhöen und Konzentrationsschwierigkeiten. Die Be
schwer
den hätten sich 2004 aufgrund einer Reorganisation innerhalb des kantonalen
Amtes
Y._
erstmals in stärkere
r
Ausprägung manifestiert. Sie sei an ihrem neuen Arbeitsplatz überfordert gewesen und habe ein Burn-Out entwickelt
. 2007 sei eine Mobbing-Situation hinzugekommen. Die Mobbing-Erfah
rung sowie die Überforderung mit dem Computersystem am neuen Arbeits
pl
a
tz hätten zu einer Reduktion der Selbstsicherheit und des Selbstvertrauens geführt (
Urk.
11/85/9).
Die psychopathologischen Befunde seien gemäss den Kriterien des AMDP-Systems erhoben worden (
Urk.
11/85/15). Im Vorderg
rund des psychischen Be
schwerde
bildes sei ein diskret depressiv ausgelenktes Stimmungsbild begleitet
von einer leichten Hoffnungslosigkeit und Affektlabilität gestanden. Weiter hätten
sich diskrete existenzielle Zukunftsängste sowie leichte formale Denkstörungen in Form einer Grübelneigung, Umständlichkeit und monothematischer Einengung gezeigt. Die Beschwerdepräsentation und -schilderung habe dabei zeitweise verdeutlichend und
histrionisch
gewirkt (
Urk.
11/85/17).
Im Rahmen der strukturierten und standardisierten diagnostischen Verfahren
habe
die Beschwerdeführerin zunächst ihre Beschwerden anhand eines Selbst
beurteilungsfragebogens subjektiv einschätzen
können
. Diese Selbsteinschätzung
sei
anschliessend
kriteriengeleitet
überprüft
worden
, wobei sich gezeigt habe, dass bei der Beschwerdeführerin lediglich eines von mindestens fünf erforderlichen Kriterien für die Diagnosestellung einer leichten depressiven Episode gegeben sei
. Somit erreiche der Ausprägungsgrad des Beschwerdebildes nicht das Ausmass einer leichten oder
höhergradigen
depressiven Episode. Aufgrund der vordiag
nostizierten rezidivierenden depressiven Störung ging der
Fachg
utachter
jedoch
von einer gegenwärtig remittierten oder teilremittierten depressiven Störung
aus, was
weitgehend mit der von den Behandlern zuletzt diagnostizierten Störung übereinstimmen
würde
. Die im Rahmen der letzten psychiatrischen Begutachtung vom 2
5.
Mai 2017 durch
Dr.
E._
diagnostizierte rezidivierende depres
sive Störung leichter bis mittelgradiger Ausprägung k
önne jedoch
nicht bestätigt werden (
Urk.
11/85/18 f.).
Weiter sei
en
vor dem Hintergrund der vordiagnostizierten Persönlichkeitsak
zen
tuierung beziehungsweise Persönlichkeitsstörung die Charaktereigenschaften der
Versicherten anhand des SKID-II überprüft worden. Die Befunde des SKID-II-Screening-Fragebogens sowie das anschliessende strukturierte Interview hätten gezeigt, dass die Beschwerdeführerin in Bezug auf sämtliche Persönlichkeits
störungen nicht genügend
diagnostische Kriterien erfüll
e, um eine entsprechende Störung von Krankheitswert zu diagnostizieren. Die Punktewerte in Bezug auf die selbstunsichere und dependente Persönlichkeitsstörung seien jedoch in einem relativ hohen, aber noch
subsyndromalen
Bereich gelegen. Es sei deshalb vom Vorliegen einer Persönlichkeitsakzentuierung mit selbstunsicheren und depen
den
ten Zügen au
s
zugehen, was grundsätzlich mit der
im Bericht vom
8.
März 2017 durch die Behandler
vordiagnostizierten Persönlichkeitsakzentuierung mit ängstlich-vermeidenden Zügen übereinstimmen würde (
Urk.
11/85/19).
3.
5
.2
Die Beschwerdeführerin wurde zudem von
Dr.
phil. H._
, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, neuropsychologisch untersucht.
Während der Abklärung sowie im Gespräch seien dabei insbesondere leichte Aufmerksamkeitsprobleme und eine depressive Symptomatik mit gedrückter Stimmungslage, Affektarmut, Affektlabilität und
Klagsamkeit
aufgefallen (
Urk.
11/85/45).
Dr.
H._
führte aus, dass sich im Rahmen der Begutachtung bei der Beschwerdeführerin
leichte
Einschränkungen
attentionaler
, exekutiver, mnestischer und visuell-räumlicher Fähigkeiten
gezeigt hätten.
Der allgemeine Intelligenztest sei leicht unterdurch
schnittlich ausgefallen (IQ=76), habe aber nicht den Bereich einer Intelligenz
minderung erreicht, von welcher erst ab einem IQ von weniger als 70 die Rede
sei
(
Urk.
11/85/48). Die leicht unterdurchschnittliche Intelligenz sei gut vereinbar mit der leichten kognitiven Störung und lasse sich
ätiopathogenetisch
und diag
nostisch wiederum gut im Rahmen einer Entwicklungsstörung sch
ulischer Fertig
keiten einordnen (
Urk.
11/85/49).
3.
5
.3
Im
Rahmen der Konsensbeurteilung
wurden folgende Diagnosen gestellt
, welche für sich alleine keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
hätten
(
Urk.
11/85/57)
:
-
Leichte kognitive Störung bei leicht unterdurchschnittlicher Intelligenz (IQ von 76) –
ätiopathogenetisch
wahrscheinlich hauptsächlich im Rahmen einer Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten einzuordnen (ICD-10 F81.8), in geringen Anteilen möglicherweise auch mitbedingt durch eine Niedrig-Dosis-Abhängigkeit von Sedativa und Hypnotika (ICD-10 F13.81)
-
Persönlichkeitsakzentuierung mit selbstunsicheren und dependenten Zügen (ICD-10 Z73.1)
-
Status nach Burnout-Syndrom in den Jahren 2004 und 2005 (ICD-10 Z73.0)
-
Status nach Mobbing-Situation im 2007 (Probleme in Ver
b
indung mit der Berufstätigkeit (
ICD-10 Z56)
-
Rezidivierende depressive Störung seit circa 2008, gegenwärtig teilre
mittiert (ICD-10 F33.4)
-
Niedrig-Dosis-Abhängigkeit von Sedativa und Hypnotika (Low Dose
Dependence
S
yn
drom, ICD-10 F13.81)
Die
Gutachter
hielten in der Konsensbeurteilung
fest, dass sich aufgrund von
Wechselwirkungen der genannten Diagnosen geringe Einschränkungen der
Funk
tions
- und Arbeitsfähigkeit ergeben würden.
Aufgrund der leicht unter
durch
schnittlichen Intelligenz und der Persönlichkeitsakzentuierung mit selbst
unsi
cheren und dependenten Zügen besitze die Beschwerdeführerin vergleichs
weise wenig intellektuelle und psychische Ressourcen im Umgang mit belastenden Lebenssituationen
(
Urk.
11/85/57)
.
Betreffend die Konsistenz hielten die Gutachter fest, dass sich gewisse Diskre
panzen zwischen den von der Beschwerdeführerin subjektiv erlebten Beschwer
den und ihrem Aktivitätsniveau im Alltag gezeigt hätten. So sei insbesondere im Rahmen der mehrstündigen Abklärungen keine offensichtliche oder relevante Müdigkeit erkennbar gewesen
,
obschon Müdigkeit von der Beschwerdeführerin mehrfach beklagt und hervorgehoben worden sei.
Sie hätten den Eindruck einer
leicht
histrionischen
sowie verdeutlichenden Beschwerdeschilderung gewonnen.
Die Gutachter hätten ferner
den Eindruck gewonnen, dass die Beschwerdeführerin auf die Rahmenbedingungen und Vorzüge ihrer Arbeitstätigkeit im geschützten Rahmen der
F._
eingeengt
gewesen sei
. Es sei dabei aufgrund der nur gering ausgeprägten psychischen Symptome sc
hwer nachvollziehbar, wes
halb
das
in den Jahren 2004 und 2005 erlittene Burnout oder die Mobbing
situation im 2007 sich aktuell weiterhin nachteilig auf die Funktions- und Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirken sollte
n
, wovon
diese
in ihrem subjektiven Krankheits
verständnis
überzeugt sei. Die Beschwerdeführerin habe zudem die Überzeugung vertreten, dass im primären Arbeitsmarkt ohnehin keine verständnisvollen Vorgesetzten
existierten
, weshalb eine Integration in den
selben
aus ihrer Sicht grundsätzlich nicht möglich sei.
Eine bewusstseinsnahe Aggravation oder Simulation habe jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit ausge
schlossen werden können
(
Urk.
11/85/62 f.)
.
Bezüglich die Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, dass d
er
Beschwerde
führerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als kaufmännische Angestellte ein Pensum von 80
%
zuz
mutbar
sei, wobei eine Leistungseinschränkung von 10
%
aufgrund der leichten kognitiven Störung bei leicht unterdurchschnittlicher Intelligenz bestehe. Die Arbeitsfähigkeit betrage in der bisherigen Tätigkeit daher 72
%
. Diese Einschränkung der Leistungskomponente bestehe dabei mit Wahr
scheinlichkeit seit jeher
;
die Einschränkung der zumutbaren Präsenzzeit stehe im
Zusammenhang mit der rezidivierenden depressiven Störung seit 2008 in Wechselwirkung mit der Persönlichkeitsakzentuierung (
Urk.
11/85/63).
In einer angepassten Tätigkeit mit vergleichsweise geringe
n
Anforderungen an die kognitiven Fähigkeiten, mit Aufgaben und Arbeit
sschritten mit stark repetitivem
Charakter und geringem Leistungsdruck sowie eine
m
wohlwollenden Umgang mit der Beschwerdeführerin durch Vorgesetzte und d
as
Team sei ein Pensum vom 80
%
möglich
ohne
Einschränkung der Leistung
sfähigkeit
(
Urk.
11/85/64).
3
.6
Mit Schreiben vom 1
0.
April 2019
(
Urk.
11/120)
hielten lic. phil.
D._
und
Dr.
C._
fest, dass sie mit der Diagnose einer Persönlichkeitsakzentuierung gemäss Gutachten vom 1
0.
Januar 2019
nicht
übereinstimmen würden. So liege gemäss ihrer psychiatrischen Einschätzung eine krankheitswertige kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich vermeidenden und dependenten Zügen
(ICD-10 F61.0) vor
(
Urk.
11/120/2)
.
Die psychiatrische Persönlichkeitsstörungs-Diagnostik im Gutachten beruhe vorwiegend auf den Ergebnissen des struktu
rierten Interviews SKID-II
,
wobei kritisch zu beurteilen sei, dass der klinische Eindruck beziehungsweise interaktionelle Auffälligkeiten über den
Z
eitraum von mehreren Jahren nicht angemessen berücksichtigt worden sei
en
(
Urk.
1
1/120/2).
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit hielten lic. phil.
D._
und
Dr.
C._
fest, dass die Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Verwaltungsmitarbeiterin mit wenig komplexen und repetitiven Arbeiten in einem wohlwollenden Umfeld und mit angemessenen Zeit- und Leistungsdruck bereits wesentliche Elemente eines ange
passten Arbeitsplatzes aufgewiesen habe. Als zumutbare Obergrenze des Arbeits
pensums als Büroangestellte gingen die Behandler von 70
%
aus, wobei
dabei
eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit im Umfang von 30
%
vorliege. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Büro
angestellte betrage daher 49
%
(
Urk.
11/120/2 f.).
Dieselbe Einschätzung gelte für angepasste
Tätigkeit
en
mit geringen kognitiven Anforderungen, stark repetitiven Arbeiten, geringe
m
Leistungsdruck und wohl
wollen
den Vorgesetzten und Team (
Urk.
11/120/3 f.).
3.
7
Am
7.
Mai 2019 wurde bei der Beschwerdeführerin aufgrund einer Sehnenschei
denentzündung eine ambulante operative Ringbandspaltung
Dig
II an
der linken Hand durchgeführt (
Urk.
11/124)
,
worauf am
1
2.
Juni 2019
die
selbe Operation an der
rechten Hand
folgte (
Urk.
11/140)
.
Nach beiden Operationen
wurde fest
ge
halten, dass eine sofortige Mobilisation des Fingers erwünscht und gestattet
sei
(
Urk.
11/124/2,
11/140/2).
4.
4.1
Beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom
1
7.
Juni 2019 (
Urk.
2)
stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das Gutachten vom
1
0.
Januar 2019
, wonach die Beschwerdeführerin
in ihrer angestammten Tätigkeit als Verwaltungsmit
arbei
terin zu 72
%
arbeitsfähig ist.
4.2
Das Gutachten der
Z._
vom 1
0.
Januar 2019 beruht auf den erforderlichen fachärztlichen Untersuchungen und wurde in Kenntnis und Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben (
Urk.
11/85/
49 f.
). Die Gutachter
erhoben
detaillierte Befunde (
Urk.
11/85/
15-21,
Urk.
11/85/44-48
),
berücksichtigten
die geklagten Beschwerden und
setzten
si
ch mit diesen auseinander
(
Urk.
11/85/9
f
.
,
Urk.
11/85/41 f.)
.
Die Beurteilung erfolgte im Konsens beider Gutachter
und es wurden insbesondere
auch
die Wechselwirkungen zwischen den Diagnosen be
achtet und dargelegt
(
Urk.
11/85/24,
11/85/57 f.)
.
Die
Experten
begründeten
so
dann
ihre Arbeitsunfähigkeitsein
schätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren (vg
l. hierzu BGE 145 V 361) hinrei
chend und nachvollziehbar (
Urk.
11/85/58-63
)
,
setzten
sich eingehend mit den vorangegangenen medizini
schen
Beurteilungen
auseinander
und
begründeten
ihre davon abweichende Ein
schätzung (
Urk.
11/
85/18-21,
11/85
/49 f.
).
Das Gut
achten erfüllt demnach grund
sätzlich die
rechtsprechungsgemässen Anforderun
gen an beweisk
räftige ärztliche Entschei
dungs
grundlagen (vgl. E.
1.
5
).
4.3
Die Beschwerdeführerin
wendet dagegen ein
, dass
eine Persönlichkeitsstörung und nicht lediglich eine Persönlichkeitsakzentuierung
vorliege
. Sie führte aus,
es
sei nicht nachvollziehbar
, dass die Gutachter entgegen alle
n
in den Akten
liegenden
Berichte und ohne Berücksichtigung der
abweichenden Beurteilung der
behandelnden Ärzte sowie der
Vorbehandlerin
Dr.
phil.
I._
, bei welcher die Beschwerdeführerin von 2008 bis 2014 in Behandlung gewesen sei, zum Schluss gekommen seien, dass lediglich eine Persönlichkeitsakzentuierung
und
keine Persönlichkeitsstörung vorliege (
Urk.
7/7 f.).
Entgegen
den Ausführungen der Beschwerdeführerin fand der Bericht der
Vor
behandlerin
Dr.
phil.
I._
vom
2.
November 2012
im
Z._
-Gutachten
Berück
sichtigung (
Urk.
11/85/4) und der psychiatrische Gutachter setzte sich mit der Vordiagnose einer Persönlichkeitsstörung
explizit
auseinander
(
Urk.
11/85/19).
Dr.
G._
begründete seinen Schluss auf das Vorliegen (lediglich) einer Persönlichkeitsakzentuierung sodann in nachvollziehbarer Weise gestützt auf ein strukturiertes klinisches Interview (SKID-II) und unter Bezugnahme auf die diagnostischen Kriterien (
Urk.
11/85/19). Im Gegensatz dazu findet sich weder im Gutachten von
Dr.
E._
(
Urk.
11/24) noch im Bericht von
Dr.
phil.
I._
vom
2.
November 2012 (
Urk.
8/3) oder dem Bericht von
Dr.
C._
und lic. phil.
D._
vom 2
5.
Januar 2018 (
Urk.
11/50) eine diagnostische Herleitung der diagnostizierten Persönlichkeitsstörung unter Darlegung der in der einschlägigen Literatur geforderten diagnostischen Kriterien (
vgl. Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien,
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], 1
0.
Aufl.
2015, S.
282).
So führte
Dr.
G._
auch
nachvollziehbar
aus, dass er mit der Diagnose einer Persönlichkeitsakzentuierung, wie auch von den Behandlern
lic. phil.
D._
und
Dr.
C._
noch im Bericht vom
8.
März 2017 (vgl. E. 3.2)
diagnostiziert
, übereinstimme.
Lic
. phil.
D._
und
Dr.
C._
diagnostizierten denn auch
erstmals am 2
5.
Januar 2018 eine Persönlichkeitsstörung
(vgl. E. 3.4)
, nachdem diese Diagnose im Gutachten vom 2
9.
Mai 2017 durch
Dr.
E._
gestellt worden war
(vgl. E. 3.3)
.
Die Beschwerdeführerin stand
folglich fast zwei
Jahre (seit Juli 2015,
Urk.
11/19/1) in
deren
Behandlung, ohne dass
diese
eine Per
sönlichkeitsstörung
erkannt hätten, was deren Diagnosestellung und die im Be
richt vom 1
0.
April 2019 behauptete Grundlage derselben (
Urk.
11/120/2) mass
geblich in Zweifel zieht
.
Im Bericht vom 2
5.
Januar 2018 finden sich sodann auch keine Ausführungen
zur v
eränderten Diagnosestellung.
In Bezug auf Berichte
von
behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist
de
nn auch
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
A
nzufügen
is
t
zudem
, dass eine
psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen
kann
.
Die psychiatrische Exploration eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpreta
tionen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte - wie hier
(E.
1.6
) - lege artis vorgegangen ist (Urteile
des Bundesgerichts
8C_629/2017 vom 2
9.
Dezember 2017 E. 4.3 und 9C_77/2015 vom 2
7.
März 2015 E. 5.4, je mit Hinweisen).
Was die Diskrepanz der gutachterlichen Einschätzung der Leistungsfähigkeit zur gezeigten Leistungsfähigkeit im Rahmen der beruflichen Abklärung in der
F._
, wo eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt als nicht möglich erachtet wurde (
Urk.
11/62), anbelangt, gilt Folgendes:
Grundsätzlich
ob
liegt die abschliessende Beurteilung der sich aus einem Gesund
heitsschaden ergebenden funktionellen Leistungsfähigkeit in der Hauptsache dem Arzt oder der Ärztin, nicht den Fachleuten der Berufsberatung/beruflichen Ein
gliederung. Mit Blick auf die rechtsprechungsgemäss enge, sich gegenseitig ergän
zende Zusammenarbeit zwischen der Ärzteschaft und der Berufsberatung ist jedoch einer konkret leistungsorientierten beruflichen Abklärung nicht
jegliche Aussagekraft für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit abzusprechen. Steht eine medizinische Einschätzung der Leistungsfähigkeit in offensichtlicher und erheblicher Diskrepanz zu einer Leistung, wie sie während einer ausführ
lichen beruflichen Abklärung bei einwandfreiem Arbeitsverhalten/-einsatz der versicherten Person effektiv realisiert wurde und gemäss Einschätzung der Be
rufsfachleute objektiv realisierbar ist, vermag dies ernsthafte Zweifel an den ärztlichen Annahmen zu begründen und ist das Einholen einer klärenden medi
zinischen Stellungnahme grundsätzlich unabdingbar (Urteile des Bundesgerichts 8C_661/2019 vom 2
3.
Januar 2020 E. 4.2 und 8C_48/2018 vom 2
7.
Juni 2018 E.
4.3.1; vgl. auch BGE 140 V 193 E. 3.2). Zur Ausräumung allfälliger Zweifel nahmen die zuständigen Fachpersonen der
Z._
denn auch
am 1
4.
Dezember 2018 telefonisch Rücksprache mit den zuständigen Fachpersonen der
F._
(
Urk.
11/85/22 f.) und schlossen nachvollziehbar darauf, dass die Präsenzzeit im Rahmen des Aufbautrainings im Wesentlichen auf Wunsch der Beschwerdefüh
rerin und nicht gesundheitlich bedingt schrittweise auf 40
%
reduziert worden sei, weshalb die Ergebnisse der beruflichen Eingliederung/Abklärung der festgestellten medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit nicht entgegen stünden (
Urk.
11/85/16).
4.
4
Wie bereits dargelegt (E. 4.2) ist a
ufgrund der
im Gutachten vom 1
0.
Januar 2019
erhobenen objektiven Befunde im Kontext mit den
darin erläuterten
psychischen Ressourcen (
Urk.
11/85/29-32
, 11/85/51 f., 11/85/61 f.)
nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit teilweise eingeschränkt ist
, obschon die Gutachter den einzelnen Diagnosen unabhängig voneinander keine Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
beigemess
en haben (
Urk.
11/85/57).
So ist der leichten kognitiven Störung bei leicht unterdurchschnittlicher Intelli
genz mit einem IQ von 76 rechtsprechungsgemäss
keine relevante Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit beizumessen.
Nach konstanter Rechtsprechung wird
nämlich
bei einem IQ von 70 und mehr ein invalidenversicherungsrechtlich massgeblicher Gesundheitsschaden verneint. Demgegenüber führt ein IQ unterhalb dieses Werts in der Regel zu einer relevanten verminderten Arbeitsfähigkeit. Auch
diesfalls
ist jedoch stets eine objektive Beschreibung der Auswirkungen der festgestellten Intelligenzminderung der versicherten Person auf ihr Verhalten, die berufliche Tätigkeit, die normalen Verrichtungen des täglichen Lebens und das soziale Umfeld erforderlich. Zudem kommt es nicht nur auf die Höhe des IQ an, sondern ist immer der Gesamtheit der gesundheitlichen Beeinträchtigungen Rechnung zu tragen (Urteile
des Bundesgerichts
9C_601/2017 vom
7.
Januar 2020 E. 3.5.5
;
8C_608/2018 vom 1
1.
Februar 2019 E. 5.2; 9C_291/2017 vom 2
0.
September 201
8 E. 8.2).
Da bei der Beschwerdeführerin diese
leicht unterdurchschnittliche Intelligenz
in Wechselwirkung mit einer Persönlichkeitsakzentuierung mit selbstunsicheren und dependenten Zügen steht, ist jedoch wie von den Gutachtern nachvollziehbar dargelegt (
Urk.
11/85/57), davon auszugehen, dass
si
e über wenige Ressourcen im Umgang mit belastenden Lebenssituationen verfügt.
Zwar ist b
etreffend die Persönlichkeitsakzentuierung selbst anzumerken, dass es sich dabei um eine Diagnose mit
sogenannter
Z-Kodierung handelt und sie deshalb rechtspre
chungs
gemäss
ebenfalls
nicht als invalidisierender Gesundheitsschaden einzustufen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_302/2011 vom 2
0.
September 2011 E. 2.3). Um
aber den
reduzierten Ressourcen der Beschwerdeführerin Rechnung zu tragen und eine erneute
Exarzerbation
der aktuell zumindest teilremittierten depressiven Symptomatik zu verhindern, ist gemäss den
nachvollziehbaren
Empfehlungen der Gutachter (
Urk.
11/85/62) von einer Reduktion der zumutbaren Präsenzzeit von 20
%
sowohl in angestammter wie auch in einer angepassten Tätigkeit auszu
gehen. Ebenfalls nachvollziehbar ist eine Leistungseinschränkung von 10
%
in der angestammten Tätigkeit als Verwaltungsmitarbeiterin aufgrund der leich
t
en
kognitiven Störung
(
Urk.
11/85/63).
4.5
Zusammenfassend erweist sich das Gutachten vom 1
0.
Januar 2010
auch im Lichte der normativen Vorgaben (vgl. E. 1.6)
als voll beweiskräftig und es kann auf die darin festgehaltene Arbeitsunfähigkeit von 72
%
in der angestammten und 80
%
in einer angepassten Tätigkeit abgestellt werden
.
Von weiteren Ab
klärungen, wie von der Beschwerdeführerin gefordert, sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen) zu verzichten ist.
5.
5.1
Der Umstand
, dass der Beschwerdeführerin ein Arbeitsplatz mit einem wohl
wollen
den Umgang durch Vorgesetzte und Teammitglieder entgegenkommen
würde
, spricht
sodann
nicht
gegen eine
Verwertbarkeit
dieser Restarbeits
fähig
keit
.
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst
entgegen der Auffassung der Be
schwerdeführerin (Urk. 11/85/63) auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen
- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Ent
ge
genkommen von Seiten d
es Arbeitgebers rechnen können
(vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
5.2
Da die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit noch zu 72
%
arbeit
s
fähig ist
und in einer der angestammten Bürotätigkeit vergleichbaren Tätigkeit am besten eingegliedert wäre, erübrigt sich der
ordentliche Einkommens
vergleich,
darf doch
für das Validen- und das Invalideneinkommen dieselbe Bemessungs
grundlage herangezogen werden (vgl. Urteile
des Bundesgerichts 8C_463/2012 vom 3.
August
2012 E.
4.2,
8C_755/2009 vom 8.
Januar 2010 E.
4.3.2 und 8C_489/2007 vom 28. Dezember 2007 E. 4.2).
Die Arbeitsunfähigkeit von 28
%
in der angestammten Tätigkeit entspricht
somit
dem Invaliditätsgrad
, was
einem Rentenanspruch entgegensteht
. Die Beschwerde ist damit abzuweisen
, soweit darauf einzutreten ist
.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.