Decision ID: c64598f9-2f38-5829-8cde-99bf78b9c97b
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1966 geborene
X._
ist ausgebildete Primarschullehrerin und
war auf diesem Beruf seit 1990 erwerbstätig.
Am
1.
Oktober 2012 (Eingangsda
tum) meldete sie sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
unter Hinweis auf ein Burn-out
zum Leistungsbezug an (Urk.
6/5).
Diese tätigte in der Folge medizinische und erwerbliche Abklärungen und holte insbe
sondere die Akten des Versicherers der beruflichen Vorsorge ein (
Urk.
6/19, 6/36 und 6/49). Ab Januar 2013 unterstützte sie die Versicherte mit beruflichen
Mass
nahmen, insbesondere einem Job-Coaching, einer Laufbahnberatung und Mass
nahmen zum Arbeitsplatzerhalt. Im Mai 2014 wurden die beruflichen Massnah
men beendet, da die Versicherte wieder als arbeitsfähig erachtet wurde
,
sowie
aufgrund ihrer Neuanstellung als Lehrberaterin in Namibia per August 2014 (vgl.
Urk.
6/53 i.V.m.
Urk.
6/51 und 6/52).
1.2
Mit Schreiben vom 1
6.
Oktober 2014 liess die Versicherte der IV-Stelle mitteilen, dass sie einen Rückfall erlitten habe. Ihren Einsatz in Namibia habe sie aufgrund akuter psychischer Gründe nach wenigen Tagen bereits wieder ab
bre
chen müssen (
Urk.
6/57 sowie
Urk.
6/56). Die IV-Stelle tätigte in der Folge erneut medizinische Abklärungen und liess die Versicherte insbesondere medizinisch begutachten (Gutachten vom 1
8.
Februar 2017,
Urk.
6/80). Nach durchgeführtem Vorbe
scheidverfahren (Vorbescheid vom
6.
Juli 2017,
Urk.
6/85; Einwand vom 1
4.
Sep
tember 2017,
Urk.
6/88) wies sie das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 1
1.
Dezember 2017 ab (
Urk.
2 [=
Urk.
6/90]).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 2
6.
Januar 2018 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte,
es sei ihr eine Rente der Invalidenversicherung zuzuspre
chen. Mit Beschwerdeantwort vom
8.
März 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5)
, was der Beschwerdeführerin am 1
4.
März 2018 (
Urk.
7) mitgeteilt wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK
1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) damit, ihre Abklärungen hätten ergeben, dass keine IV-rechtlich relevante gesundheitli
che Einschränkung vorliege, welche einen Anspruch auf Leistungen der Invali
denversicherung begründen würde. Es liege ein schwankender Gesundheitszu
stand vor, der sich im Rahmen der Therapie jeweils bessere
womit
keine
Thera
pieresistenz
bestehe
. Die Beschwerdeführerin verfüge über genügend Fähigkeiten und sei in der Lage soziale Kontakte zu pflegen. In der Beschwerdeantwort vom
8.
März 2018 (
Urk.
5) führte die Beschwerdegegnerin ergänzend aus,
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine rezidivierende depressive Episode. Auch nach neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung sei bei leichten bis mittleren Depressionen ein besonderes Augenmerk auf die Frage der Thera
pierbarkeit zu legen.
Da vorliegend noch Therapieoptionen bestünden, sei
auf einen fehlenden Leidensdruck
zu schliessen
. Der Schweregrad der Störung errei
che nicht das erforderliche Ausmass, um sich invalidisierend auszuwirken. Die Beschwerdeführerin verfüge über ausreichend Ressourcen.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, sie sei seit 1991 als Primarlehrerin beim
Y._
angestellt. Seit 2003 würden rezidivierend depressive Episoden auftreten, wobei
im
2012
sie
aufgrund einer schweren Depression längere Zeit arbeitsunfähig gewesen sei.
Seit August 2015 sei sie unter Aufbietung aller Kräfte in einem Pensum von (aktuell) 56 % wieder
arbeitstätig, allerdings als Förderlehrerin und nicht als Klassenlehrerin. Die ein
geholten Gutachten der Beschwerdegegnerin sowie des Versicherers der berufli
chen Vorsorge kämen zum Schluss, dass bei ihr ein Gesundheitsschaden mit Aus
wirkung auf ihre Arbeitsfähigkeit vorliege. Bei
ihrem jetzigen Pensum von annä
h
e
r
nd 60 % sei sie psychisch kompensiert und eine Steigerung des Pensums sei mit einer erheblichen Rückfallgefahr verbunden. Diese Einschätzung sei auch vom RAD geteilt worden. Entgegen dieser Einschätzungen habe die Beschwerde
gegnerin das Leistungsbegehren abgewiesen und keinen invalidenversicherungs
rechtlich relevanten Gesundheitsschaden anerkannt. Ob eine Therapieresistenz vorliege oder nicht
,
sei nicht ausschlaggebend.
Für die Beurteilung der Arbeits
fähigkeit sei auf das eingeholte Gutachten abzustellen.
Falls das Gericht davon ausgehe, es bestünden noch Therapieoptionen, seien diese genau zu benennen und bis zu deren Abschluss das Rentenverfahren zu sistieren. Zwar verfüge sie über gewisse Ressourcen, da sie sonst auch gar nicht in der Lage gewesen wäre, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Eine Steigerung der Arbeitstätigkeit sei jedoch nicht möglich, ohne dass
sich das im Gutachten genannte R
ückfallrisiko verwirk
liche.
Ausserdem sei sie im privaten Bereich deutlich stärker eingeschränkt als es den rund 40 % im beruflichen Bereich entspreche, da sie ihre verbliebenen Kräfte im beruflichen Bereich einsetze. Mit ihrem aktuellen Pensum laufe sie am Limit.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin wurde am
7.
Dezember 2016 durch
Dr.
med.
Dr.
rer. nat. Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrisch begutachtet (Gutachten vom 1
8.
Februar 2017,
Urk.
6/80).
Dr.
Z._
fasste die bis zur Begutachtung der Beschwerdeführerin aktenkundigen Berichte zusam
men (
Urk.
6/80/2-6), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergege
ben werden.
3.2
Dr.
Z._
diagnostizierte bei der Beschwerdeführerin eine rezidivierende depressive Episode bei einem Status nach schwerer Episode mit psychotischen Symptomen
,
aktuell mit leichten Restsymptomen (ICD-10 F33.4)
, welche
Auswir
kung auf deren Arbeitsfähigkeit
habe
(
Urk.
6/80/11).
Die Beschwerdeführerin habe sich in der Untersuchung wach, bewusstseinsklar und allseits orientiert gezeigt. Hinweise auf Ängste, Zwänge, Denkstörungen, Sin
nestäuschungen
,
Ich-Störungen
oder Einschränkungen der Konzentration
hätten sich nicht ergeben.
Die Beschwerdeführerin habe angegeben, dass sie mit der Organisation von Aufgaben
M
ühe habe. Die Angstzustände hätten sich
gebessert
und ihre Stimmung sei ausgeglichener. Sie habe häufig Schuldgefühle und kriti
siere sich wegen ihrer Fehler. Ihr Antrieb sei leicht vermindert und sie ermüde bei der Arbeit schneller. Suizidgedanken habe sie lediglich während ihrer Hospitali
sation in der
A._
gehabt. Schlafstörungen bestünden nicht, aufgrund der Medikamente habe sie etwas zugenommen und ihre Libido sei vermindert (
Urk.
6/80/7-8).
Sie berichte
,
derzeit 16 Unterrichtsstunden pro Woche zu arbeiten, was einem 56 % Pensum entspreche. D
azu sei sie im Stande
, wenngleich sie merke, dass sie langsamer sei als früher. Im letzten Jahr habe sie 17 Stunden unterrichtet, was deutlich anstrengender gewesen sei. In ihrer Freizeit bastle sie, gehe ins Kino und stricke. Ausserdem kümmere sie sich um ihre zwei Katzen. Früher habe sie Stepp
tanz gemacht, vor rund 10 Jahren jedoch damit aufgehört. Sie habe eine gute Kollegin und ein befreundetes Paar, welche sie regelmässig treffe. Auch ihre bei
den Nichten würden eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen. Ihre Eltern seien gebrechlich geworden; sie sehe diese wöchentlich. Alle 1-2 Wochen gehe sie zu ihrer Psychiaterin (
Urk.
6/80/7).
3.3
1992
habe sich die Beschwerdeführerin
erstmals in psychotherapeutische Behandlung begeben, um Lebensprobleme zu verarbeiten. 1995-1997 habe nach einem Unfall mit Schleudertrauma erneut eine Behandlung stattgefunden. 2003
sei
die
Behandlung
erneut aufgenommen worden
, da die Beschwerdeführerin zu jenem Zeitpunkt mit der Übernahme der Schulleitung überfordert gewesen sei. Nach rund 6 bis 12 Monaten
habe sie dann ihr altes Leistungsniveau wieder erreicht
gehabt. Seither nehme sie
Antidepressiv
a ein, da bei deren Absetzung
erneut depressive Symptome auf
treten würden
. Ab November 2011 habe sich
trotzdem
erneut eine depressive Symptomatik entwickelt, welche 2012 zugenom
men habe. Ab Februar 2013 habe sie ihre Tätigkeit schrittweise wieder aufge
nommen. Anfangs 2014 sei es dann erneut zu einer Zustandsverschlechterung gekommen und im Sommer 2014 habe die Beschwerdeführerin einen geplanten Auslandseinsatz bereits nach wenigen Tagen wieder abbrechen müssen. Darauf
hin hätten stationäre und teilstationäre Behandlungen
in der
A._
stattgefunden und Ende 2014 ein stationärer Aufenthalt im
B._
mit anschlies
sender Therapie in der
C._
von Januar bis März 201
5.
Im April 2015 sei es unter Augmentation mit Lithium zu einer Zustandsverbesserung gekommen. Seit August 2015 sei sie
nun
wieder zu 60 % arbeitstätig. Ein zusätz
liches Arbeitsengagement
von
zehn Stunden
während einer einwöchigen Vertre
tung
habe sie zwar bewältigen können, habe sie aber an den Rand der Erschöp
fung gebracht.
Aktuell habe die Beschwerdeführerin
keine Angstzustände mehr und ihre Stim
mung sei ausgeglichen.
Sie gebe an, dass die
Konzentration
zwar noch immer
beeinträchtigt sei,
sie aber in der Lage
sei
,
ihre Administration, mit Ausnahme der Steuererklärung
,
wieder selbst zu machen.
Sie
arbeite
in
ein
em
Wochenpen
sum von 1
6 Unterrichtsstunden, was
einer
56%
igen Arbeitstätigkeit
entspreche
.
Mit diesem Pensum sei die Beschwerdeführerin psychisch kompensiert. Es liessen sich noch leichtgradige Restsymptome (rasche Ermüdbarkeit, leichte Verminde
rung des Antriebs, Tendenz zu Schuldgefühlen und Selbstzweifeln) einer rezidi
vierenden Depression finden, welche jedoch nicht die Kriterien einer depressiven Episode
erfüllen würden
(
Urk.
6/80/8-9).
3.4
Die Ausprägung und Schwere der Symptome der Depression seien in Überein
stimmung mit einem BDI-Score von 11 Punkten nur leichtgradig. Die Durchhal
tefähigkeit, die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben sowie die Fähigkeit zur Ausübung von Spontanaktivitäten seien eingeschränkt.
In der gutachterlichen Untersuchung hätten sich keine Hinweise auf akzentuierte Per
sönlichkeitsmerkmale ergeben. Wichtige Bezugspersonen für die Beschwerdefüh
rerin sei
en jene
ihre
r
Herkunftsfamilie. Ansonsten sei ihr soziales Umfeld relativ klein, vermutlich sei es krankheitsbedingt zu einem sozialen Rückzug gekommen. Die Beschwerdeführerin arbeite
für die
16 Unterrichtsstunden pro Woche an zwei ganzen und einem halben Tag. Abends komme sie zwischen 19.00 und 20.00
Uhr
nach Hause.
Als Hobbies
seien
Basteln, Kino und Stricken sowie
die
zwei Haus
katzen
anzuführen
. Nichtmedizinische Belastungsfaktoren seien nicht zu eruieren gewesen. Wichtige Ressourcen seien, dass die Beschwerdeführerin sich als umgänglichen Menschen schildere und kreative Freizeitbeschäftigungen ausübe. Die bisherige Therapie mit hochdosiertem Antidepressivum und Augmentation mit Lithium sowie psychotherapeutischer Behandlung erfolge adäquat und lege artis. In der Untersuchung hätten sich keine Diskrepanzen zwischen dem geschil
derten und gezeigten Verhalten gezeigt.
Die krankheitsbedingten Einschränkun
gen im privaten und beruflichen Bereich seien konsistent und plausibel. Nachdem die Beschwerdeführerin ab Mitte Mai zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei, habe sich ab April 2015 eine deutliche und nachhaltige Zustandsverbesserung einge
stellt. Die angestammte Tätigkeit als Klassenlehrerin überfordere die Beschwer
deführerin und wenn sie diese Tätigkeit ausübe, bestehe die Gefahr einer erneuten depressiven Dekompensation
, weshalb sie in der angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sei. Die jetzige Tätigkeit als Förderlehrerin stelle eine ange
passte
Tätigkeit dar.
Mit dem jetzigen Wochenpensum von 56 % sei die Beschwerdeführerin
psychisch
kompensiert
und dieses Pensum sei ihr zu
zumuten
. Aufgrund des bisherigen Krankheitsverlaufs mit rezidivierenden depressiven Epi
soden müsse auch weiterhin von einer eingeschränkten Belastbarkeit mit
eher
hohem Rückfallrisiko ausgegangen werden.
Eine Neubeurteilung mit möglicher
Steigerung des Arbeitspensums in kleinen Schritten werde in rund drei Jahren empfohlen (
Urk.
6/80/9-13).
4.
4.1
Das Gutachten von
Dr.
Z._
basiert auf umfassenden psychiatrischen Abklärungen und wurde in detaillierter Kenntnis d
er Vorakten erstellt (vgl. Urk.
6/80/2-6). Die Beschwerdeführerin konnte ihre Beschwerden gegenüber dem Gutachter schildern und wurde von diese
m
eingehend befragt (
Urk.
6/80/6-9).
Die geklagten Leiden wie die objektiven Befunde fanden im Rahmen der Feststellung der Diagnosen Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizin
i
scher Sicht resultierenden Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und erläutert wurden
. Mithin erfüllt das Gutachten die praxisgemässen
formellen
Kri
terien für eine beweiswerte
medizinische Expertise (vgl. E.
1.5), weshalb
grund
sätzlich
darauf ab
gestellt werden kann. Soweit
Dr.
Z._
jedoch aufgrund eines prognostischen Rückfallrisikos eine aktuelle Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit als ausgewiesen erachtet kann ihm, wie nachstehend
(E. 4.3)
auszuführen sein wird, nicht gefolgt werden.
4.2
Zu den gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung relevanten Standardindika
toren (vgl. E. 1.4) hielt
Dr.
Z._
fest, es bestünden lediglich leichte Symp
tome einer Depression (vgl. E. 3.4), was sich auch in seiner Diagnose einer rezidi
vierenden depressiven Störung mit leichten Restsymptomen widerspiegelt. Diese codiert er mit dem ICD-10 Code F.33.4,
dessen Beschreibung auf eine
remittierte
– und demnach derzeit nicht
bestehende
-
rezidivierende depressive Störung
lau
tet (vgl. E. 3.2)
.
Einer solchen Diagnose
entspricht auch der von der Beschwerde
führerin erreichte BDI-Score von 11 Punkten, w
elcher
lediglich einer minimalen – und noch keiner leichten – Depression entspricht.
Dass es sich um eine
n
sehr
leicht ausgeprägten Schweregrad der
Gesundheitsschädigung handelt, wieder
spiegelt sich sodann in den
kaum erhebbaren relevanten
Befunden (rasche Ermüd
barkeit, leichte Verminderung des Antriebs, Tendenz zu Schuldgefühlen und Selbstzweifeln, vgl. E. 3.3)
. Die bisherige psycho- und pharmakotherapeuti
sche Behandlung ist offensichtlich wirksam, da die Depression zwischenzeitlich remittiert und die Beschwerdeführerin auch wieder in der Lage ist zu arbeiten. Damit ist ein Behandlungserfolg ausgewiesen; eine Therapieresistenz liegt nicht vor. Komorbide Erkrankungen, welchen ressourcenhemmende Wirkung zuzu
rechnen wäre, ergeben sich aus den aufgelegten ärztlichen Berichten nicht.
Die Beschwerdeführerin übt kreati
ve Freizeitbeschäftigungen wie Basteln und S
tricken aus. Sie geht regelmässig ins Kino, trifft Freunde und kümmert sich um
ihre beiden Katzen (E. 3.2).
Ausserdem schilderte sie sich als unabhängigen Men
schen (E. 3.4).
Sie verfügt über eine
fundierte
Ausbildung und mehrjährige Berufserfahrung.
Dr.
Z._
konnte keine Hinweise auf akzentuierte Per
sönlichkeitsmerkmale feststellen (vgl. E. 3.4). All dies lässt auf vorhandene per
sönliche Ressourcen schliessen. Im sozialen Kontext ist von Relevanz, dass die Beschwerdeführerin gute Beziehungen zu ihrer Herkunftsfamilie (Eltern, Geschwister und Nichten) und regelmässig
en
Kontakt zu einer guten Freundin und einem befreundeten Paar
pflegt
(E. 3.2)
, was
– trotz des von
Dr.
Z._
beschriebenen
sozialen Rückzugs, vgl. E. 3.4
-
unterstützende soziale Ressourcen ausweist.
Die Beschwerdeführerin unterrichtet an drei Tagen pro Woche
(vgl. Urk.
6/80/11), daneben geht sie ihren Freizeitaktivitäten wie Basteln, Kino und Freunde treffen nach und besucht wöchentlich ihre Eltern. Andere Hobbies wie beispielsweise Stepptanz hatte sie bereits vor 10 Jahren – und damit vor der aktuellen Krankheitsepisode – aufgegeben (E. 3.2). Insgesamt weist die Beschwer
deführerin daher ein
recht
hohes Aktivitätsniveau
sowohl im beruflichen wie auch im privaten Bereich
aus. Sie befindet sich alle 1-2 Wochen in psychothera
peutischer Behandlung und nimmt Psychopharmaka ein (vgl.
Urk.
6/80/7), was
zwar
auf einen gewissen Leidensdruck schliessen lässt
,
alleine
aber noch keine Leistungseinschränkung zu begründen vermag.
Vor diesem Hintergrund ist erstellt dass
,
sofern die Beschwerdeführerin durch die geklagten Leiden in ihrer Leistungsfähigkeit tangiert sein sollte, sie über genü
gend Kompensationspotentiale (Ressourcen) verfügt, um einer funktionellen Ein
schränkung ihrer Leistungsfähigkeit entgegenzuwirken.
Dies gilt insbesondere und umso mehr, da bei der Beschwerdeführerin derzeit die Kriterien einer depres
siven Episode nicht erfüllt sind (vgl. E. 3.3). Wie die Prüfung der Standardindi
katoren zeigt,
ist derzeit keine invalidisierende Gesundheitsschädigung ausgewie
sen. Dies
steht auch nicht im Widerspruch zur
Einsch
ätzung
von Dr.
Z._
, beschreibt dieser die Beschwerdeführerin doch als derzeit psychisch kompensiert (E. 3.4).
4.3
Soweit
Dr.
Z._
jedoch anführt, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefüh
rerin sei aufgrund eines potentiellen Rückfallrisikos eingeschränkt (vgl. E: 3.4), kann ihm nicht gefolgt werden. Das Risiko einer erneuten psychischen Dekom
pensation bei Aufnahme respektive Aufstockung einer Erwerbstätigkeit vermag keine rentenbegründende Invalidität zu bewirken.
Drohende Invalidität ist im invalidenversicherungsrechtlichen Kontext lediglich im Zusammenhang mit Ein
g
liederungsmassnahmen beachtlich
(
Art. 8 IVG gewährt dem Versicherten bereits bei drohender Invalidität
,
was nach
Art.
1
novies
der Verordnung über die Invali
denversicherung
[
IVV
] dann
vorliegt, wenn der Eintritt der Erwerbsunfähigkeit
überwiegend wahrscheinlich ist
,
einen Anspruch auf Eingliederungsmassnah
men
)
.
Eine drohende Invalidität vermag jedoch keinen
Rentenanspruch nach
Art.
28 ff. IVG
zu begründen. Zudem wäre
die drohende Invalidität im vorliegen
den Fall nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ausgewiesen; das von
Dr.
Z._
beschriebene «eher hohe Rückfallrisiko» (vgl. E. 3.4) vermag diese Wahrscheinlichkeitsgrenze nicht zu erreichen. Auf die von
Dr.
Z._
for
mulierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 44 % kann daher nicht abgestellt werden.
4.4
Zusammenfassend liegen keine Gesundheitsschäden vor, welche geeignet wären, die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einem versiche
rungsrechtlich relevanten Mass zu beeinträchtigen. Es besteht demnach kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.
5.
Mit Blick auf die Erwägungen erweist sich die angefochtene Verfügung daher als rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen.
6.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Le
istungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Ko
sten werden nach dem Verfahrens
aufwand und
unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festg
e
legt
.
Die Kosten des Verfahrens sind vorliegend auf Fr. 600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).