Decision ID: 028473c2-7300-58d6-8953-30be33a8a997
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1985
, war
zuletzt tätig als Zimmerfrau im Hotel
Y._
und in dieser Eigenschaft gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle bei der SWICA Versicherungen AG (folgend: SWICA) versichert. Am 1
5.
Juni 2013 wurde der SWICA mitgeteilt, dass die Versicherte am 2
8.
Mai 2013 beim Aus
wechseln einer Deckenlampe vom Stuhl gefallen sei (
Urk.
7/1). Der erstbehan
delnde Arzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Medizin,
untersuchte die Versicherte am 2
8.
Mai 2013 und diagnostizierte eine starke Handgelenkstau
chung rechts und verordnete Analgetika und Ruhigstellung (
Urk.
7/12). Die SWICA trat auf den Schaden ein und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (
Urk.
7/2).
Dr.
Z._
attestierte der Versicherten vom 2
8.
Mai bis zum 2
3.
Juni 2013 eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit, ab dem 2
4.
Juni 2013 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit und eine volle Arbeitsfähigkeit ab dem
8.
Juli 2013 (
Urk.
7/3). Die SWICA schloss den Fall per
7.
Juli 2013 ab (
Urk.
7/4). Die Versicherte rief am 2
8.
August 2013 an und teilte mit, dass die Verletzung immer noch nicht verheilt sei, woraufhin die SWICA weitere Abklärungen
veranlasste und wiederum Leis
tungen ausrichtete (vgl.
Urk.
7/91;
Urk.
7/105).
Nach Einholen diverser
ärztlicher
Berichte und Beurteilungen verfügte die SWICA am
5.
Oktober 2016 den Leistungsabschluss per
9.
Juli 2013 (
Urk.
7/263). Die von der Versicherten hiergegen erhobene Einsprache vom
7.
November 2016 (
Urk.
7/267) wies die SWICA mit
Einspracheentscheid
vom 2
2.
März 2017 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 2
4.
April 2017 Beschwerde und beantragte, der
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und es seien ihr aus dem Unfallereignis vom 2
8.
Mai 2013 über den
9.
Juli 2013 hinaus die gesetzlichen Leistungen zu erbringen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
Mai 2017 schloss die
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/1-279), worüber die Beschwerdeführerin am 2
3.
Mai 2017 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im Wesentlichen dafür
(
Urk.
2 und
Urk.
6)
, dass
gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Handchirurgie,
die Beschwerdeführerin den Sturz mit dem rechten Unterarm abgefangen habe, so dass dieser Unfallmechanismus eine direkte Krafteinwirkung und damit eine Läsion des
trianguläre
n
fibrokartilaginäre
n
Komplex
es (
TFCC
)
ausschliesse. Diese Beurteilung decke sich grundsätzlich auch mit der von
Dr.
med.
B._
, Fach
arzt für Chirurgie, spezialisiert Handchirurgie, der festgehalten habe, dass bezüg
lich der Unfallkausalität Beweislosigkeit vorliege. Allerdings habe er die Beschwerdeführerin nicht zum Ereignis befragt und sei von einem Sturz aus dem Bett ausgegangen, was offensichtlich falsch sei.
Auch bestehe bei der Beschwer
deführerin eine anlagebedingte Überlänge der
Ulna
, welche zu einer dauernden Druckbelastung führe, so dass chronische Handgelenkssch
merzen und Verletzun
gen des
TFCC
entstünden.
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Chirurgie, spezialisiert Handchirurgie,
gehe in seinem Aktengutachten ebenfalls von einem Sturz vom Bett auf die Hand aus und habe seine Einschätzung auf teilweise fehlerhafte Akten gestützt, so dass seine Beurteilung nicht aussagekräftig sei.
Die Beschwerdeführerin bestreite dar
über hinaus nicht, bereits vor dem Unfall starke Schmerzen am rechten Handge
lenk gehabt zu haben. Sie behaupte auch nicht, die Bilder seien falsch und sie hätte nicht den Sturz mit dem rechten Unterarm abgefangen. Selbst wenn also eine Diskusverletzung vorliege, die erst im Juli 2014 und damit über ein Jahr nach dem vorliegend interessierenden Unfallereignis diagnostiziert worden sei, wäre diese wahrscheinlich durch die vorbestehende
Ulna
-Plus-Variante verur
sacht worden. Über eine allfällige Sorgfaltspflichtverletzung beim operativen Ein
griff brauche vorliegend nicht entschieden zu werden, da die Operation zur Behandlung der
Ulna
-Plus-Variante vorgesehen gewesen sei, was in keinem Zusammenhang zum Unfall stehe.
1.2
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber vor
(
Urk.
1)
, dass
nicht auf die Beurteilung von
Dr.
A._
, sondern auf die Einschätzung von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie
,
abzustellen sei. Bei der Beschwerdeführerin liege eine ana
tomische Normvariante mit
ulnarer
Überlänge vor, aufgrund derer die biomecha
nische Belastbarkeit verändert sei.
Es gebe
keinen Beweis, dass die Beschwerde
führerin lediglich flach auf den Unterarm aufgeprallt sei. Auch entspreche die von
Dr.
A._
markierte Lokalisation in einer Beispiel-Aufnahme nicht der auf
fällig strukturellen Veränderung im Diskusbereich der Beschwerdeführerin.
Dr.
D._
habe
zusammen mit einem Radiologen die Beurteilung von
Dr.
A._
analysiert und nachgewiesen, dass die Einschätzung von
Dr.
A._
nicht nach
vollziehbar sei. Damit sei die Behauptung von
Dr.
A._
, es liege ein degenera
tiver Vorzustand und nicht eine traumatische Verletzung vor, radiologisch widerlegt. Demnach sei von einer richtungsgebenden Verschlimmerung auszuge
hen. So komme auch
Dr.
C._
zum Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit, dass heute noch posttraumatische Beschwerden bestünden, deutlich höher sei als die Ursache durch ein entzündliches rheumatisch
es Geschehen. Entsprechend dränge
sich die Einholung eines unabhängigen Gutachtens auf, um die Unfallkausalität abschliessend zu beurteilen.
2.
2.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2
8.
Mai 2013
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis
zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsauf
hebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36
Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
2.4
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
2.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
3.
Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen folgendermassen:
3.1
Die Erstbehandlung fand am 2
8.
Mai 2013 bei
Dr.
Z._
statt. Zum Unfallher
gang hielt dieser fest, dass die Beschwerdeführerin beim Wechseln einer Lampe vom Hocker gestürzt und auf die rechte Hand gefallen sei. Er diagnostizierte eine starke Handgelenksstauchung rechts und attestierte eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 2
8.
Mai bis zum 2
3.
Juni 2013, eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vom 2
4.
Juni bis zum
8.
Juli 2013 und eine volle Arbeitsfähigkeit ab dem 1
0.
Juli 2013 (
Urk.
7/12).
3.2
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, spezialisiert Handchirurgie,
erstat
tete im Auftrag
der Beschwerdegegnerin am
1.
November 2013
Bericht über die spezialärztliche Untersuchung der Beschwerdeführerin vom
1.
November 2013
(
Urk.
7/17). Er diagnostizierte einen
ulnarseitigen
TFCC-Ausriss rechts und kon
statierte, dass aufgrund der persistierenden
ulnaren
Handgelenksschmerzen bei Status nach Hyperextensionstrauma mit Rotationskomponente rechts nun eine MRI-Untersuchung durchgeführt worden sei mit der Diagnose einer
ulnarseitigen
TFCC-Läsion. Diese Läsion sollte möglichst schnell operiert werden. Die Prognose
sei bei den
ulnarseitigen
TFCC-Läsionen gut, allerding müsse mit einer dreimo
natigen postoperativen Arbeitsunfähigkeit gerechnet werden.
3.3
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Handchirurgie und Allgemeine Chirurgie, hielt in ihrem Bericht vom
8.
November 2013 fest, dass bei der Beschwerdefüh
rerin eine posttraumatische TFC-Läsion bei
Ulnaüberlänge
und dorsaler Subluxa
tion der distalen
Ulna
in der klinischen Untersuchung bestehe. Im MRI bestehe der Verdacht auf einen Abriss des TFC, wobei die MRI-Bilder für sie nicht bewei
send seien. Es gebe verschiedene gangbare Therapiekonzepte: der konservative Weg würde im Versuch einer Steroidinfiltration mit anschliessendem Kraftaufbau der handgelenksnahen Muskulatur bestehen. Sollte dies nicht gelingen, müsste ihres Erachtens an Stelle einer TFC-
Reinsertion
auch die
Ulnaverkürzungsosteo
tomie
in Erwägung gezogen werden bei
Ul
na
plus Variante und Instabili
tät des
Ulnaköpfchens
. Diese Probleme würden durch die reine
Reinsertion
des TFC nicht gelöst. Sie erachte es aber als durchaus möglich, dass die Beschwerdeführerin auch nach einer ausschliesslichen TFC-
Reinsertion
, wie von
Dr.
E._
vorge
schlagen, schmerzfrei werde. Sie habe die verschiedenen therapeutischen Optio
nen mit der Beschwerdeführerin besprochen. Diese tendiere zu
Dr.
E._s
Vor
schlag und werde sich in seine Behandlung begeben zwecks baldmöglichstem operativen Vorgehen. Sie sei weiterhin vollumfänglich arbeitsunfähig (
Urk.
7/23).
3.4
Am 2
8.
November 2013 führte
Dr.
E._
eine
ulnarseitige
TFCC-
Reinsertion
rechts durch
(Operationsbericht vom 2
8.
November 2013,
Urk.
7/24).
Dr.
E._
konstatierte am
2.
Mai 2014, dass sich die Schmerzen in der Verlaufskontrolle vom 1
4.
April 2014 im Vergleich zur Voruntersuchung stark gebessert hätten, sodass eine 50%ige Arbeitsaufnahme geplant gewesen wäre. Die Beschwerdefüh
rerin habe sich am 2
8.
April 2014 wegen einer schmerzhaften Schwellung der ganzen Han
d
sowie diffusen Schmerzen nicht nur im distalen
Radioulnargelenk
gemeldet. Momentan scheine es sich um eine leicht dystrophe Reaktion zu han
deln. Er habe deshalb mit peroralen Steroiden begonnen sowie mit einem lokalen antirheumatischen Spray. Eine Kontrolle werde er in einer Woche durchführen, die Arbeitsaufnahme müsse deshalb verschoben werden (
Urk.
7/50).
Aufgrund des schwierigen Heilverlaufes überwies
Dr.
E._
die Beschwerdeführerin am 2
6.
Mai 2014 zur Beurteilung und allfälligen Therapie an die Rheumatologie der
G._
(
Urk.
7/61).
3.5
3.5.1
PD
Dr.
med.
H._
, Chefarzt der Rheumatologie der
G._
,
untersuchte die Beschwerdeführerin erstmals am
2.
Juni 2014 (
Urk.
7/70). In der Folge wurde am
9.
Juli 2014 ein
Arthro
-MRI der rechten Hand durchgeführt, wobei eine Ruptur der TFCC-Rekonstruktion festgestellt wurde. Darüber hinaus lägen Zeichen der
Instabilität im distalen
Radioulnargelenk
mit dorsaler Sublu
xationsstellung im distalen
Radioulnargelenk
sowie
Ulnaversatz
des
Carpus
vor. In der Kontinuität sei ein dorsaler und
palmarer
skapholunärer
Bandapparat dor
sal und
palmar
mit scheinbarer Diastase
skapholunär
erhalten. Es bestehe eine Luxation der ECU-Sehne sowie eine
Synovitis
im distalen
Radioulnargelenk
,
radiocarpal
sowie
mediocarpal
und ein Knochenmarksödem, gut vereinbar mit einer Arthritis (
Urk.
7/78).
Dr.
H._
überwies die Beschwerdeführerin entspre
chend an die Handchirurgie (
Urk.
7/83).
3.5.2
Am 1
8.
September 2014 erfolgte eine
Synovialektomie
und multiple
Biopsieent
nahme
ulnocarpal
am rechten Handgelenk durch einen
palmaren
Zugang, da nach der ersten Operation eine Schmerzhaftigkeit und
Schwellung
ulno
karpal
persistiert habe (Operationsbericht vom 1
8.
September 2014,
Urk.
7/102). Im Aus
trittsbericht vom 1
9.
September 2014 hielten die Ärzte der Orthopädie der
G._
einen Verdacht auf einen
Lowgrade
Infekt
ulnokarpal
bei Status nach TFCC-
Refixation
extern am rechten Handgelenk fest (
Urk.
7/106).
Dr.
H._
diagnostizierte im Sprechstundenbericht vom 1
6.
Oktober 2014
eine
Monarthritis
am rechten Handgelenk, d
ominant, bisher nicht zuorden
bar (
Urk.
7/114). Er führte aus, dass in der Zwischenzeit ein Prednison-Stoss durch
geführt worden sei, worauf die Beschwerdeführerin gut angesprochen habe. Sie würden nun eine
Methotrexat
-Verabreichung in die Wege leiten. Die Beschwer
deführerin sei weiterhin vollumfänglich arbeitsunfähig.
3.5.3
Am 1
8.
März 2015 nahm
Dr.
H._
gegenüber der Beschwerdegegnerin Stel
lung und führte aus, dass zum einen eine
Reruptur
nach TFCC-Rekonstruktion vom 2
8.
November 2013 bestehe, welche als unfallkausal anzusehen sei. Daneben bestehe eine
Monarthritis
des rechten Handgelenkes, welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr auf den Sturz vom 2
8.
Mai 2013 zurückzuführen sei. Bisherige ausführliche Abklärungen zeigten keine Anhaltspunkte für ein
Infektgeschehen
. Unter aktueller
Methotrexat
-Verabreichung und einer kürzlich durchgeführten intraartikulären Steroidinfiltration bestehe ein günstiger Verlauf. Geplant sei nun eine allfällige Ergänzung der Basismedikation und im Verlauf eine erneute Vorstellung bei den Kollegen des Handteams (
Urk.
7/147).
3.5.4
Im Verlauf der Behandlung an der
G._
entwickelte sich die initiale
Monarthritis
des rechten Handgelenkes zu einer
Oligoarthritis
der rechten Hand, welche ungenügend auf
Methotrexat
ansprach. Daher ersuchten die behandeln
den Ärz
te der
G._
um eine Kostengutsprache für den TNF-Alpha-Hemmer Enbrel 50mg/Woche (Schreiben vom
7.
Mai 2015,
Urk.
7/152). Die Kran
kenkasse erteilte die Kostengutsprache (Bericht vom 1
5.
Juli 2015,
Urk.
7/171).
3.5.
5
Dr.
med.
C._
(folgend:
Dr.
C._
)
, Oberärztin der Rheumatologie der
G._
, hielt in ihrem Bericht vom 1
9.
August 2015 fest, dass die Beschwerdeführerin vier Wochen nach Beginn der Enbrel-Therapie
berichte, dass sie jeweils am Tag nach der Enbrel Spritze unter Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen leide. Die Schmerzen am Ha
ndgelenk seien unverändert.
Dr.
C._
passte die Therapie entsprechend an (
Urk.
7/176).
3.6
Dr.
B._
erstatte
te
zuhanden der Beschwerdegegnerin seine spezialärztliche Beurteilung am
2.
September 2015 (
Urk.
7/179).
Er führte aus, dass
sich vorlie
gend hauptsächlich die Frage stelle, ob ein postoperativer Low-grade-Infekt und damit eine Unfallkausalität oder aber eine zwar postoperativ aufgetretene, aber
koinzidenzielle
und unfallfremde rheumatoid-entzündliche Erkrankung vorliege.
Zusammenfassend sei es ihm bei der vorliegenden Aktenlage nicht möglich, die Frage «entzündliches oder infektiöses Geschehen» sicher oder mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu beantworten.
Insofern widerspreche er dem Bericht vom 1
2.
Mai
2015,
in dem
Dr.
C._
die
Oligoarthritis
an der rechten Hand mit dem Zusatz
«EM (Erstmanifestation) 05/2013» versehe
n habe
(vgl.
Urk.
7/153)
. Am 2
8.
Mai 2013
habe die Beschwer
deführerin
die unbestrittene traumatische Schädigung des rechten Handgelenks
erlitten
, nicht die Erstmanifestation einer entzündlichen Gelenkerkrankung. Die Differenzierung der Ursache
des gegenwärtigen Zustandes sei
wie bereits gesagt wichtig für das weitere therapeutische Vorgehen. Bei der ausgeprägten radiocar
palen,
midcarpalen
und
ca
rpometacarpalen
Destruktion müsse
man der
Beschwerdeführerin
eine
Handgelenkspanarthrodese
mit Aufgabe der Beweglich
keit zu Gunsten der Schmerzlinderung empfehlen. Zusätzlich
mü
ss
e
das distale
Radioulnargelenk
stabilisiert respektive reseziert werden,
z
.B. mittels
Sauve-Kapandji
- oder
Darrach
-Verfahren. Eine
ledigliche
Hemiresektion
des
Ulnakopfes
sei
bei dem prominenten Dorsalstand ungeeignet, die Strecksehnen der
ulnaren
Finger wären danach weiterhin gefährdet. Die genannten Eingriffe bedeute
te
n die Implantation von
Fremdmaterial. Dieses verbiete
sich bei einem
schwelenden Infekt. Insofern mü
ss
e
man vorgängig eine erneute Revis
ion des distalen
Radi
oulnargelen
ks
, des
Carpus
wie auch
carpometacarpal
als Versuch einer erneuten
Keimgewinn
ung empfehlen. Eine Fremdkörperimplantation sollte bei Gelingen des Keimnachweises erst nach einer adäquaten Antibiotikath
erapie angegangen werden. Finde
man dageg
en keinen
Infekthinweis
oder trä
ten arthritische S
ymp
tome auch an anderen Gelenkgru
ppen auf, k
ö
nn
e man von einer
inflamm
atori
schen
Polyarthritis
ausgehen.
3.7
3.7.1
Dr.
A._
erstattete am
5.
Dezember 2015 das von der Beschwerdegegnerin ein
geholte Gutachten (
Urk.
7/205).
Er konstatierte, dass der Röntgenbefund und die vor dem Unfall aufgetretenen Beschwerden im rechten Handgelenk darauf hin
wiesen, dass bereits vor dem Unfall ein degenerativer Schaden im Bereiche des TFCC vorgelegen habe. Eine überlange
Ulna
drücke auf den TFCC/
Discus
articu
laris
(
Impingement
) und führe bei entsprechender jahrelanger Belastung zu einer Beschädigung desselben. Diese Belastung sei bei der Beschwerdeführerin durch ihre Tätigkeit in der Pflege und im Zimmerdienst eines Hotels gegeben. Diese Arbeiten verlangten häufig eine belastete Drehbewegung der Hand. Der MRI-Befund sei eher mit einem chronisch degenerativen Schaden als mit einer akuten Verletzung in Einklang zu bringen.
Der von der Beschwerdeführerin beschriebene Unfallmechanismus schliesse eine direkte Krafteinwirkung auf den TFCC aus. Die Kraft des Sturzes werde nach ihren Angaben seitlich von der ganzen Länge des Unterarms aufgefangen. Die angebo
rene Überlänge der
Ulna
, die bereits vor dem Unfall aufgetretenen Beschwerden und der Unfallmechanismus wiesen darauf hin, dass der Unfall vom 2
8.
Mai 2013 nur sehr wenig, möglicherweise gar nichts, zur Läsion des TFCC beigetragen habe.
3.7.2
Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin führte
Dr.
A._
am
7.
Dezember 2015 präzisierend aus, dass die heutigen Beschwerden der Beschwerdeführerin mit allergrösster Wahrscheinlichkeit ausschliesslich durch die Operation und die daraus resultierenden Komplikationen begründet
seien
. Unter Berücksichtigung der vorbestehenden Beschwerden, des Unfallmechanismus und des MRI-Befundes könne man davon ausgehen, dass dieser Unfall keine Mitursache der vom Opera
teur vorgefundenen TFCC-Verletzung darstelle. Mit grösster Wahrscheinlichkeit seien diese Schäden am TFCC rein degenerativer Natur und durch den
Ulnavor
schub
bedingt.
Ein
wichtiges Argument bei dieser Überlegung seien die Akten der Hausärztin.
Diese würden jedoch noch auf längere Zeit vom
Staatsanwalt blo
ckiert sein. Wa
nn der Vorzustand wieder erreicht worden sei, sei aus den Akten nicht leicht zu erkennen, da eine Überlagerung mit dem schon vorbestehenden TFCC-Schaden und einer möglichen Tendovaginitis vorliege. Er gehe von maxi
mal 6 Wochen aus, welche für die Erholung der Kontusion der Unterarm- und Handkante notwendig gewesen seien. Die Indikation zur Operation, die ungenü
gende Aufklärung und die fehlende
Ulnaverkürzung
beim Eingriff stellten seines Erachtens eine Verletzung der Sorgfaltspflicht dar (
Urk.
7/206).
3.8
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie und Vertrauensarzt der Rechts
schutzversicherung, führte in seinem E-Mail vom
7.
Januar 2016
(Urk. 7/221)
aus, dass die Argumente, mit denen
Dr.
A._
die Kausalität als nur sehr wenig, möglicherweise nicht vorhanden, einschätze, aus versicherungsmedizin
i
scher
Sicht nur zum Teil nachvollziehbar seien. Der Unfall könne sehr wohl die Verlet
zung vom TFCC im Handgelenk verursacht haben, gerade wegen der
Überlänge der
Ulna
, z.B. durch eine Hebelkrafteinwirkung beim Aufprall am Boden.
Dr.
A._
weise auf unterschiedliche
Beurteilung
en des MRI Befundes durch drei Kollegen hin. Damit sei
dieser Sachverhalt nicht eindeutig abgeklärt.
Es fehle
eine neutrale radiologische Abklärung der radiologischen Aufnahmen direkt nach dem Unfall sowie der ersten MRI-Untersuchung, um eindeutig feststellen zu können, ob hier Nachweise oder Hinweise auf eine frische Verletzung im Bereich des Handgelenks in Folge des Sturze
reignisses vom 28.05.2013 vorlä
gen oder nicht.
Seine Idee habe er bereits
am Telefon mitgeteilt: In Zusammenarbeit mit der Rechtschutzversicherung Helsana und Frau
I._
könnte
er
eine neutrale r
adi
ologische
Nachbefundung
bei s
einem Netzwerkpartner PD
Dr.
J._
, Facharzt für Radiologie,
veranlassen. Dazu brä
uchten
sie
jedoch die entsprechenden Aufnah
men und
eine Fristerstreckung
, damit ausreichend
Zeit bestehe
für eine sorgfäl
tige Abklärung.
Für die Abklärung ei
nes unfallbedingten Schadens brä
uch
t
en
sie die
Röntgenauf
nahm
en
des rechten
Handgelenk
es
vom 2
8.
Mai 2013 (
Dr.
Z._
, Zürich) und
vom 1
1.
Juni
2013 (
Dr.
K._
) sowie
die MRI Aufnahme vom 1
8.
September
2013 (
L._
).
3.9
Dr.
med.
M._
, Oberarzt Handchirurgie der
G._
, hielt in seinem Sprechstundebericht vom 2
7.
Januar 2016 folgende Diagnosen fest (
Urk.
7/236):
-
Karpaler Kollaps und fortgeschrittene Gelenkdestruktion bei
-
Oligoarthritis
H
and und Fingergelenke rechts (Erstmanifestation
05/2013)
-
differentialdiagnostisch
seronegative
rheumatoide Arthritis (RA)
,
Pso
riasisarthritis
-
Erstmanifestation nach Sturz am 2
8.
Mai
2013
-
Subluxiertes DRUG bei:
-
Status nach
T
FCC-
Refixation
rechts vom 2
8.
November
2013 (
Dr.
E._
)
Ber
eits im MRI vom März 2015 hätten
sich der karpale Kollaps mit Verlust der Gelenkfläche
und auch
bereits
arthrotische
Veränderungen im
mediokarpalen
Gelenkspalt
gezeigt
. Durch die
dorsale Subluxation im DRUG sei
es zudem zu einer fehlenden
ulnaren
Abstützung gekommen, was den
ulnaren
Shift
des
Car
pus
erkläre
. Trotz des jungen Alters der
Beschwerdeführerin seien
hier leider nur noch Rückzugsoperationen möglich. Bezüglich des
Carpus
wäre hier eine
Total
arthrodese
des Handgelenkes indiziert. Bezüglich des
DRUG's
entweder Operation nach
Sauve
Kapandji
oder
Resektionsarthroplastik
. Für die
Beschwerdeführerin sei
diese Eröffnung heute verständlicherweise schockierend.
Gleichzeitig bestehe
im Moment auch noch eine gute Beweglichkeit, was den Entscheid zu einem der
artig
en Vorgehen zusätzlich erschwere. Sie seien
so verblieben, dass sie versuch
e,
die Handgelenksmanschette vermehrt einzusetzen um zu schauen
,
inwieweit für sie hier eine zumindest to
lerierbare Situation gegeben sei. Sie werde
die Situation auch nochmals mit Frau
Dr.
C._
von der Rheumatologie besprechen. Sollte
sie
dann für das vorgeschlagene Procedere bereit sein, würde sie sich wieder mel
den.
3.10
Am 1
0.
Februar 2016 erstatteten
Dr.
J._
und
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Radiologie, den
Befundungsauftrag
zu
Handen
der Rechtsschutzversicherung der Beschwerdeführerin (
Urk.
7/241).
Zum Vorliegen einer frischen Verletzung führten sie aus, dass d
ie
dorsale Sublu
xation der
Ulna
auf den initialen posttraumatischen konventionellen Röntgenbil
der nachweisbar
sei und
nicht einer Anlagevariante
entspreche
. Die dorsalseitige Ablösung des Diskus
carpiulnaris
im Bereich der
Fovea
capitis
ulnae
sowie am Apex des
Prozessus
styloideus
ulnae
mit kombinierter Verletzung des dorsalen Zügels des Li
gamentum
radioulnaris
entspreche einer Veränderung nach Palmer IB und sei
sehr typisch für eine posttraumatisch bedingte Läsion.
Auf die Frage, ob vorbestehende Veränderungen vorlägen, konstatierten sie,
dass
eine
Ulnaplusvariante
vor
liege
, die anlagebedingt
sei
. Der Abstand der radialen zur
ulnaren
Gelenkf
läche betrage
c
a. 4-5 mm. Diese Veränderung sei
auf den Unfallbildern und später im Seitenvergleich dokumentiert. Die MRT Untersuchun
gen dokumentier
t
en eine intakte Abbildung des Diskus
carpiulnaris
im Bereich des Zentrums des Diskus und im Bereich der radialen Insertion, sodass hier keine Hinweise für eine degenerativ bedingt
e Diskusläsion vorlä
gen. Die disk
reten, oberflächlichen
knorpelul
zerativen
Veränderunge
n im Bereich des Os
lunatum
seien im Rahmen der
Ulnaplus
-
Variante als degener
ative Veränderungen einzu
ordnen. Ansonsten fänden sich keine
arthrotisc
hen
Veränderungen im Rahmen der Anlagevariante.
3.11
Dr.
A._
nahm am 2
2.
September 2016 erneut zuhanden der Beschwerdegeg
nerin Stellung
(
Urk.
7/260)
. Er führte aus, dass ein Unfallereignis geeignet sein müsse, einen ihm zur Last gelegten Schaden zu verursachen. Dies sei vorliegend nicht der Fall. Die Beschwerdeführerin sei nach ihren eigenen Angaben und in seiner Praxis ausgeführten Demonstration auf den im Ellenbogen gebeugten rechten Unterarm gefallen.
Ein solcher Sturzmechanismus kö
nn
e
auf keinen Fall eine Schädigung des TFCC verursachen. Für
eine Schädigung des TFCC brauche
es zwingend eine axiale Krafteinwirkung auf das Handgelenk.
Er erlaube sich mit einem
Bild eines stürzenden Fahrradfahrers den Unterschied zwischen diesen bei
den Verletzungsmechanismen zu veranschaulichen.
Die rechte
Hand des Fahrradfahrers erleide
eine axiale Krafteinwirkung auf das Handgelenk. Diese könnte eine Läsion des TFCC zur Folge haben.
Auf der linken Seite hingegen falle
der Fahrradfahrer auf den g
ebeugten Unterarm. Hier entstehe
beim Unfall keine Kraftkomponente die auf den TFCC wirken könnte. Der Unfall
der Beschwerdeführerin sei
vom Unfallmechanismus her nicht geeignet
gewesen,
irgendeine Verschlimmerung eines Vorzustandes im Handgelenk zu bewirken.
Des Weiteren sei festzuhalten, dass dort
,
wo der
TFCC am
Processus
styloideus
ulnae
fixiert
sei,
in sehr unterschiedlicher Gr
ö
sse und Ausbildung Aussackungen vorhanden
seien
, welcher als «
recess
us
prästyloidalis
» bezeichnet we
rd
e
.
Die Kom
plexität dieser Aussackungen habe
die europäische Gesellschaft für
muskuloske
lettale
Radiologie dazu veranlasst
,
im Jahre 2013 in einer ausführlichen Arbeit festzuhalten, welche
Kontrastmitteldurchtritte
im Bereiche des TFCC einem nor
malen
recessus
prästyloidalis
entsprä
chen und
deshalb nicht pathologisch seien
. Für den vorliegenden Fall
sei
dies deshalb relevant, weil die von Herrn
Dr.
Grieder
beobachtete eindeutige Unterbrechung des
Discus
mit allergrösster Wahrschein
lichkeit einem
recessus
prästyloidalis
entspre
ch
e, wenn man das MRI Bild der Beschwerdeführerin mit einem Bild aus der erwähnten Arbeit vergleiche, auf wel
chem
eine der vielen möglichen Varianten des
recessu
s
prästyloidalis
dargestellt sei
.
Es bestehe
also nicht nur theoretisch die Möglichkeit, dass es sich bei dem Röntgenbefund bei
der Beschwerdeführerin
um einen nicht pathologisch
en
reces
sus
prästyloidalis
hand
l
e
. Auch d
ie Möglichkeit, dass Herr
Dr.
E._
bei der Ope
ration einen solchen
recessus
vernäht habe
,
sei
nicht von der Hand zu weisen.
3.12
Dr.
C._
hielt in seiner vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eingeholten
B
eurteilung vom 1
9.
Oktober 2016 fest
(
Urk.
7/267)
, dass, w
ie schon
Dr.
B._
in seinem Gutachten festgestellt ha
be,
die Differenzierung zwischen unfallkausa
len Beschwerden und einer nicht unfallbedingten entzündlichen rheumatologi
schen Affektion bisher nicht möglich gewesen
sei
. Beim Durchlesen der inzwi
schen eingetroffenen (noch ni
cht vollständigen) Akten spreche
der Verlauf mit höherer Wahrscheinlichkeit für ein posttraumatisches Geschehen mit Komplika
tionen. Die
unfallkausalen Beschwerden seien
erheblicher Natur und falls nicht behandelt dauernder Natur.
Die heutigen Röntgenbilder sprä
chen eher für eine Low grade Infektion und eventuell auch für eine posttraumatische Schädigung des Os
iunatums
.
Bei der
Poliarthritis
stelle
sich die
ossäre
Zerstörung in der Regel anders dar als in den vorliegenden Röntgenbildern
.
Zu dem Bericht von Herrn
Dr.
A._
möchte er
erwähnen, dass in allen Unter
lagen von allen behandelnden Ärzten von einem Hyperextensionstrauma des H
andgelenkes rechts gesprochen
werde. Auch ihm habe die Beschwerdeführerin mitgeteilt, dass sie auf die rechte Hand (und nicht auf den Vorderarm) gestürzt
sei. Rein von der Wahrscheinlichkeit
her gesehen
, habe sie sich bei einem Sturz vom Bett eher mit der Hand abgestützt als mit dem Vorderarm Ellbogen.
Mit der Beurteilung von
Dr.
A._
, dass es sich bei dem MRI-Ä
nderungen um einen
prästyloidalen
Rezessus
gehandelt habe und nicht um eine Läsion des
Fib
rocartilago
triangularis
, sei er
gar nicht einverstanden. In den be
igelegten MRI-Bildern vergleiche
er verschiedene Situationen. Beim Bild mit dem sogenan
nten
prästyloidalen
Rezessus
sei
das
Ulnastyloid
nicht zu sehen. Bei diesem Bild
handle
es sich höchstwahrscheinlich um einen
prästyloidalen
Rezessus
. Bei dem daneben angezeigten Bild
der Beschwerdeführerin
sei
das
Ulnastyloid
deutlich zu sehen, auch der tiefe Abriss des
Fibrocartilago
triangularis
sei
deutlich
sichtbar. Diese
Veränderung sei eindeu
tig unfallbedingt. Dafür spreche
auch im Verlauf die pro
grediente Subluxation der Elle nach dorsal.
Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich heute um post
traumatische Beschwerden handle
,
sei
deutlich höher als die Ursache durch ein entzündliches rheumatologi
sches Geschehen. Die durch
Dr.
A._
gestellte Diagnose eines
Rezessus
präs
ty
loidalis
der
Ulna
verwerfe er
mit eindeutiger Sicherheit
,
da er verschiedene MRI-Bilder
miteinander vergleiche
. Bei
der Beschwerdeführerin handle
es sich eindeu
tig nicht um einen
Rezessus
prästyloidalis
, sondern um einen Abriss der tiefen Portion des
Fibrocartilago
triangularis
. Er
empfehle ein erneutes Gutachten durch einen versierten handchirurgischen Gutachter
ergänzt mit einem rheumatologi
schen Gutachten
zu beantragen
.
4.
Strittig und zu prüfen ist, ob der Unfall vom 2
8.
Mai 2013
die Beschwerden aus
lösen konnte und falls ja, ob die
weiterhin bestehenden Beschwerden
noch unfallkausal sind oder ob
und wann
der Zustand quo sine
vel
ante erreicht wurde.
4.1
Wesentlich für die Beurteilung der Unfallkausalität erweist sich der Unfallher
gang.
Dazu wurde in der Unfallmeldung vermerkt, dass die Beschwerdeführerin beim Auswechseln einer Deckenlampe vom Stuhl gefallen sei (
Urk.
7/1).
Der erstbehandelnde Arzt
Dr.
Z._
notierte in seinem Bericht über die Erstbe
handlung am 2
8.
Mai 2013, dass die Beschwerdeführerin beim Wechsel einer Lampe vom Hocker gestü
r
zt und auf die rechte Hand gefallen sei (
Urk.
7/12).
Dr.
E._
hielt in seinem Bericht vom
1.
November 2013 hingegen fest, dass die Beschwerdeführerin während der Arbeit als Hotelangestellte eine Glühbirne aus
wechseln wollte und deshalb auf ein Zimmerbett gestiegen sei. Dort habe sie das Gleichgewicht verloren und sei vom Bett auf den Boden gefallen und auf dem
rechten Handgelenk gelandet. Dadurch sei es zu einem Extensionstrauma des Handgelenks mit gleichzeitiger Rotationskomponente gekommen (
Urk.
7/17).
Im Bericht vom
8.
November 2013 führte
Dr.
F._
aus, dass die Beschwer
deführerin auf ein Bett gestiegen sei um eine Birne auszuwechseln, wobei sie das Gleichgewicht verloren habe, auf den Boden gestürzt und auf dem rechten, extendierten Handgelenk gelandet sei (
Urk.
7/23).
Dr.
B._
konstatierte i
m Gutachten vom
2.
September 2015, dass die Beschwerdeführerin bei einem Arbeitsunfall auf die rechte Hand gestürzt sei. Sie habe versucht, eine Glühbirne zu wechseln, sei dafür auf ein Bett gestiegen und hätte das Gleichgewicht verloren. Die Akten beschrieben einen Unfallmechanis
mus mit Sturz auf die extendierte rechte Hand mit Rotationskomponente (
Urk.
7/179/2).
Anlässlich der klinischen Untersuchung
vom 2
6.
November 2015
befragte
Dr.
A._
die Beschwerdeführerin genau zum Unfallhergang
(
Urk.
7/205)
. Die Beschwerdeführerin schildere, dass sie eine defekte Birne in einer Deckenlampe ausgewechselt habe. Dazu sei sie auf einen Stuhl gestiegen. Beim Herabsteigen von diesem Stuhl sei ihr rechter Fuss nach hinten weggerutscht und sie sei nach vorne gestürzt. Den Sturz habe sie mit dem rechten Unterarm abgefangen. Dabei sei der Unterarm im Ellenbogen um 90
%
angewinkelt gewesen.
Den Fall habe sie mit der kompletten Längsseite des Unterarms abgefangen. Einen axialen Sturz auf das Handgelenk, wie in den bisherigen Berichten beschrieben, schliesse die Beschwerdeführerin aus.
Dr.
D._
hielt in seinem E-Mail vom
7.
Januar 2016 fest, dass der Unfall sehr wohl die Verletzung vom TFCC im Handgelenk verursacht haben könne, gerade wegen der Überlänge der
Ulna
z.B. durch eine Hebelkrafteinwirkung beim Auf
prall am Boden (
Urk.
7/221).
Dr.
C._
führte im Bericht vom 1
9.
Oktober 2016 aus, dass in allen Unterlagen der behandelnden Ärzte von einem Hyperextensionstrauma des Handgelenks rechts gesprochen werde. Auch ihm habe die Beschwerdeführerin mitgeteilt, dass sie auf die rechte Hand (und nicht auf den Vorderarm) gestürzt sei. Rein von der Wahrscheinlichkeit
her gesehen
, habe sie sich bei einem Sturz vom Bett eher mit der Hand abgestützt als mit dem Vorderarm Ellbogen (
Urk.
7/267).
4.2
4.2.1
Dr.
A._
hat die Beschwerdeführerin
ausführlich zum Unfallhergang befragt und sich diesen demonstrieren
lassen, was er auch fotografisch festhielt
. Dabei führte die Beschwerdeführerin aus, dass sie auf einen Stuhl gestiegen und beim Herabsteigen von diesem Stuhl nach vorne gestürzt sei
(vgl. E. 4.1)
Dr.
A._
dokumentierte mittels Fotografien, wie die Beschwerdeführerin den Sturz vorzeigte
. Er hielt fest, dass die Beschwerdeführerin einen axialen Sturz auf das Handgelenk, wie in den bisherigen Berichten beschrieben, definitiv aus
schliesse (
Urk.
7/207/2).
Beschwerdeweise wird diese Schilderung nicht in Frage gestellt, sondern bloss angemerkt, sie könnte möglicherweise zuerst mit dem Handrücken auf den Boden aufgeprallt sein (Urk. 1 S. 7).
In der Folge legte
Dr.
A._
plausibel und nachvollziehbar dar, dass der von der Beschwerdefüh
rerin geschilderte und vorgezeigte Unfallhergang
nicht überwiegend wahrschein
lich
eine
Schädigung des TFCC verursachen konnte.
4.2.2
Dass der von
Dr.
A._
dokumentierte Unfallhergang den Gesundheitsschaden nicht bewirken konnte,
wird auch seitens der behandelnden Ärzte bzw. durch die weiteren ärztlichen Beurteilungen nicht in Abrede gestellt: So hielt
Dr.
D._
dafür, dass der Unfall z.B. durch eine Hebelkrafteinwirkung die Verletzung vom TFCC verursacht haben kann – allerdings ist eine Hebelkrafteinwirkung im von der Beschwerdeführerin geschilderten Ablauf nicht möglich.
Dr.
C._
hielt dafür, dass die Beschwerdeführerin sich bei einem Sturz vom Bett eher mit der Hand abgestützt hätte als mit dem Vorderarm Ellbogen – dies wurde allerdings von der Beschwerdeführerin selbst nicht entspre
chend dargelegt und
vorgezeigt
sondern sogar definitiv ausgeschlossen.
Auch die Einschätzung von
Dr.
J._
und
Dr.
N._
, wonach eine Veränderung nach Palmer IB sehr typisch sei für eine posttraumatisch bedingte Läsion vermag die Ausführungen von
Dr.
A._
nicht zu entkräften, da dies eine posttraumati
sche Läsion zwar möglich, aber nicht überwiegend wahrscheinlich erscheinen lässt
(vgl. E.
3
.
10).
4.
2.
3
Hinzu kommt, dass bei der Beschwerdeführerin unbestrittenermassen eine über
lange
Ulna
vorbestand, welche – gestützt auf das Gutachten von
Dr.
A._
– auf den TFCC/
Discus
articularis
drückt und bei entsprechender jahrelanger Belastung bei Pflegetätigkeiten und einer Tätigkeit im Zim
m
erdienst zu einer Beschädigung dessen führen kann (vgl. E. 3.7.1).
4.2.4
Die Beschwerdeführerin machte gegen die Beweiskräftigkeit der Berichte von
Dr.
A._
des Weiteren geltend, dass er sich widerspreche, indem er festgehalten habe, dass es sich beim Röntgenbefund um einen nicht pathologischen
Rezessus
prästyloidalis
handle (
Urk.
1 S. 8). Dem ist entgegenzuhalten, dass
Dr.
A._
lediglich festhält, dass die Möglichkeit bestehe, dass es sich beim Röntgenbefund um einen nicht pathologischen
recessus
prästyloidalis
handle und auch die Mög
lichkeit bestehe, dass
Dr.
E._
einen solchen vernäht habe (
Urk.
7/260). Aller
dings kann offen bleiben ob ein operationsbedürftiger Gesundheitsschaden vor
lag oder es sich um einen nicht pathologischen
recessus
prästyloidalis
handelt,
da das Unfallereignis – wie bereits gezeigt – ohnehin nicht geeignet ge
wesen ist, einen
operationsbedürftigen Gesundheitsschaden zu bewirken.
4.2.5
Zusammenfassend
erfüllen die Beurteilungen von
Dr.
A._
sämtliche rechtspre
chungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entsch
ei
dungsgrundlagen (vgl. E. 2.5):
Sie beruhen
auf fachärztlichen Untersuchungen durch
Dr.
A._
und wurde
n
in Ke
nntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben.
Dr.
A._
würdigt die vorha
ndenen Arztberichte sorgfältig und ausführlich.
Sie berücksichtigen
die von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden und set
zen
sich mit diesen hinreichend auseinander.
4.3
De
r von der Beschwerdeführerin vorgezeigte Unfallhergang
ist damit
nicht über
wiegend wahrscheinlich geeignet,
einen operationsbedürftigen Ge
sundheitsscha
den zu verursachen.
Der Fallabschluss per
9.
Juli 2013
ist unter Berücksichtigung des
Behandlungs
abschluss
es
durch
Dr.
Z._
(
Urk.
7/12, E. 3.1)
und der Einschätzung von
Dr.
A._
, welcher von maximal 6 Wochen für die Erholung der Kontusion der Unterarm- und Handkante ausging (
Urk.
7/206)
,
entsprechend
nicht zu beanstan
den.
Der
Einspracheentscheid
erweist sich damit als rechtens und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
5.
Das Verfahren ist kostenlos.