Decision ID: 02c50bb8-ecd5-45e1-a164-e011f9e4ddb9
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1961, war seit dem 22. April 2002 bei der Y._ (Urk. 8/A1) als Neuropsychologin (vgl. Urk. 8/A3) tätig und über diese bei der
AXA Versicherungen AG
, Winterthur (AXA), gemäss dem Bundesgesetz über die Unfall
versi
cherung (UVG) gegen Un
fälle, unfallähnliche Körperschä
digun
gen und Berufs
krankheiten ver
sichert (Urk. 8/A1), als sie am 2. Januar 2015 als Skifahrerin auf der Skipiste von einem skifahrenden Kind angefahren wurde und stürzte (Urk. 8/A5). Anschlies
send litt sie unter Kopfschmerzen und Übelkeit (Urk. 8/M3). Die AXA liess die Versicherte begutachten (Gutachten von Dr. med. Z._ vom 9. Dezember 2015; Urk. 8/M8) und holte bei einem beratenden Arzt eine auf Grund der Akten ver
fasste Stellung
nahme (Stellungnahme von Dr. med. A._ vom 6. Januar 2016; Urk. 8/M9) ein. Mit Verfügung vom 10. Februar 2016 (Urk. 8/A23) stellte sie die Versicherungs
leistungen per
31. Januar 2016 mangels eines natürlichen Kausalzusammen
hangs zwischen den
nach diesem Zeitpunkt bestehenden Be
schwerden und dem versicherten Unfall
er
eignis ein. Die von der Versicherten am 4. März 2016 dagegen erhobene Einsprache (Urk. 8/A28) wies die AXA mit Ent
scheid vom 27. Mai 2016 (Urk. 8/A33) ab.
Mit dem in Rechtskraft erwachsenen Urteil vom 18. August 2017 (Prozess Nr. UV.2016.00148; Urk. 8/A34) hob das hiesige Gericht in Gutheissung der von der Versicherten am 15. Juni 2016 gegen den Einspracheentscheid vom 27. Mai 2016 erhobenen Beschwerde den angefochtenen Einspracheentscheid auf und wies die Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs der Versicherten und zu neuer Ent
scheidung an die AXA zurück.
1.2
In Nachachtung des Urteils vom 18. August 2017 gewährte die AXA der Versi
cherten am 9. Oktober 2017 (Urk. 8/A35) Einsicht in das Gutachten vom 9. Dezember 2015 (Urk. 8/M8). Dazu nahm die Versicherte am 20. Oktober 2017 Stellung (Urk. A36). Mit Verfügung vom 30. Oktober 2017 (Urk. 8/A39) stellte die AXA die Versicherungs
leistungen erneut per
31. Januar 2016 mangels eines na
türlichen Kausalzusammen
hangs zwischen den
nach diesem Zeitpunkt bestehen
den Beschwerden und dem versicherten Unfall
er
eignis ein. Gegen die Verfügung vom 30. Oktober 2017 erhob die Versicherte am 12. November 2017 Einsprache (Urk. 8/A43), worauf die AXA der Versicherten am 14. November 2017 (Urk. 8/A42) Einsicht in die Stellungnahme ihres beratenden Arztes (Dr. A._) vom 7. November 2017 (Urk. 8/M10) gewährte. Mit Entscheid vom 8. Mai 2018 (Urk. 8/A48 = Urk. 2) wies die AXA die von der Versicherten gegen die Verfügung vom 30. Oktober 2017 erhobene Einsprache ab.
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 8. Mai 2018 (Urk. 2) erhob die Ver
si
cherte am 23. Mai 2018 (Datum des Poststempels) Be
schwerde und beantragte, dieser sei aufzuheben, es sei ihr ein Taggeld für eine Arbeitsunfähigkeit von 58 Wochen, bemessen anhand eines Jahresverdienstes von Fr. 19‘500.--, zuzüglich Zins von 5 %, zuzusprechen; es sei die AXA zu verpflichten, ihr einen Betrag in der Höhe eines Vergleichsvorschlages des Haftpflichtversicherers des Unfallverursa
chers im Betrag von Euro 750.-- zu bezahlen, zuzüglich Zins von 5 % seit 2. Januar 2015; und es sei die Beurteilung von Dr. A._ vom 6. Januar 2016 aus dem Recht zu weisen, weil diese nicht der deutschen Leitlinie «Begutachtung nach gedecktem Schädel-Hirntrauma» entspräche (Urk. 1 S. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 15. August 2018 (Urk. 7) beantragte die AXA, die Be
schwerde sei abzuweisen (Urk. 7 S. 3), wovon der Beschwerdeführerin am 17. Oktober 2018 Kenntnis gegeben wurde (Urk. 11).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 be
ziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 2. Januar 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 1a
UVG
sind die in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmer obliga
torisch versichert. Die Versicherung beginnt an dem Tag, an dem der Arbeitneh
mer aufgrund der Anstellung die Arbeit antritt oder hätte antreten sollen, in je
dem Falle aber im Zeitpunkt, da er sich auf den Weg zur Arbeit begibt (Art. 3 Abs. 1 UVG), und sie endet mit dem 30. Tag nach dem Tage, an dem der Anspruch auf mindestens den halben Lohn aufhört (Art. 3 Abs. 2 UVG).
1.3
Gemäss Art. 1 UVV gilt als
Arbeitnehmer nach
Art.
1a
Abs.
1
UVG
, wer eine un
selbstständige Erwerbstätigkeit im Sinne der Bundesgesetzgebung über die Al
ters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) ausübt.
Die Rechtsprechung hat im Sinne leitender Grundsätze als Arbeitnehmer gemäss UVG bezeichnet, wer um des Erwerbes oder der Ausbildung willen für einen Arbeitgeber, mehr oder weni
ger untergeordnet, dauernd oder vorübergehend tätig ist, ohne hiebei ein eigenes wirtschaftliches Risiko tragen zu müssen (BGE 115 V 55 E. 2d; Urteil des Bun
desgerichts 8C_503/2011 vom 8. November 2011 E. 3.4).
Im Regelfall besteht zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein Arbeitsvertrag gemäss
Art.
319 ff.
des Obligationenrechts (
OR
)
oder ein öffentlich-rechtliches Anstellungsverhältnis. Sind solche Rechtsverhältnisse gegeben, besteht kaum Zweifel, dass es sich um einen Arbeitnehmer gemäss UVG handelt. Das Vorhandensein eines Arbeitsver
trages ist jedoch nicht Voraussetzung für die Versicherteneigenschaft gemäss
Art.
1a
Abs.
1 UVG. Liegt weder ein Arbeitsvertrag noch ein öffentlich-rechtli
ches Anstellungsverhältnis vor, ist unter Würdigung der wirtschaftlichen Um
stände in ihrer Gesamtheit zu beurteilen, ob die Arbeitnehmereigenschaft gege
ben ist. Dabei ist zu beachten, dass das UVG im Interesse eines umfassenden Versicherungsschutzes auch Personen einschliesst, deren Tätigkeit mangels Er
werbsabsicht nicht als Arbeitnehmertätigkeit einzustufen wäre, wie beispielsweise Volontärverhältnisse, bei welchen der für ein eigentliches Arbeitsverhältnis typi
sche Lohn in der Regel weder vereinbart noch üblich ist (BGE 124
V 301 E. 1; Urteil des Bundesgerichts 8C_183/2014 vom 22. September 2014 E. 7.2
).
1.4
Gemäss Art. 77 Abs. 1 UVG erbringt bei Berufsunfällen derjenige Versicherer die Leistungen, bei dem die Versicherung zur Zeit des Unfalles bestanden hat. Bei Nichtberufsunfällen erbringt derjenige Versicherer die Leistungen, bei dem der Verunfallte zuletzt auch gegen Berufsunfälle versichert war (Art. 77 Abs. 2 UVG). Erleidet ein Versicherter, der bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt ist, einen Be
rufsunfall, so ist der Versicherer jenes Arbeitgebers leistungspflichtig, in dessen Dienst der Versicherte verunfallt ist (Art. 99 Abs. 1 UVV). Diesfalls müssen gleichzeitig die Voraussetzungen für den Berufsunfall nach Art. 7 Abs. 1 UVG erfüllt sein.
1.5
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wie
dererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit,
mithin im Zeitpunkt der vollen Wieder
erlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (Art.
16 Abs.
1 und 2 UVG
in Verbindung mit
Art.
6 ATSG; BGE
137 V 199 E.
2.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2.
Dezember 2014 E.
3),
mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG).
1.6
Gemäss Art. 15 UVG werden Taggelder und Renten nach dem versicherten Ver
dienst bemessen (Abs. 1). Als versicherter Verdienst gilt für die Bemessung der Taggelder der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn, für die Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn (Abs. 2).
1.7
War eine versicherte Person vor dem Unfall bei mehr als einem Arbeitgeber tätig, so ist nach Art. 23 Abs. 5 UVV der Gesamtlohn
aus allen Arbeitsverhältnissen
massgebend
, unabhängig davon, ob diese Arbeitsverhältnisse eine Deckung nur bei Berufsunfällen oder auch bei Nichtberufsunfällen begründet haben
.
1.8
Arbeitsunfähigkeit ist gemäss Art. 6 ATSG die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil
weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt.
1.9
Der Taggeldanspruch knüpft, wie sich aus dem Wortlaut von Art. 16 Abs. 1 UVG ergibt, an das während der Versicherungsunterstellung eingetretene Risiko (Un
fall, unfallähnliche Körperschädigung, Berufskrankheit; Art. 6 Abs. 1 und 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 UVV) sowie die daraus entstehende Arbeitsunfähigkeit an und ist, auch was die Bemessung der Höhe des Taggeldes betrifft, abstrakt und vergangenheitsorientiert. Ein weiteres Leistungserfordernis besteht, wenn in der Bestimmung auch nicht ausdrücklich erwähnt, im Vorliegen eines wirtschaftli
chen Schadens. Mit dem Taggeld wird die aus der Arbeitsunfähigkeit resultie
rende Erwerbseinbusse kompensiert, weshalb eine versicherte Person, die auf Grund der Unfallfolgen zwar (medizinisch-theoretisch) in der Arbeitsfähigkeit be
einträchtigt ist, jedoch keine Verdiensteinbusse erleidet, grundsätzlich nicht an
spruchsberechtigt ist (BGE 134 V 392 E. 5.3. BGE 130 V 35 E. 3.3-3.5; Urteil des Bundesgerichts 4A_348/2007 vom 19. Dezember 2007, E. 3.3.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Einspracheentscheid vom 8. Mai 2018 (Urk. 2) davon aus, dass ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf Versi
cherungsleistungen mangels eines natürlichen und adäquaten Kausalzusammen
hangs zwischen dem Ereignis vom 2. Januar 2015 und den geklagten Beschwer
den per 31. Januar 2016 zu verneinen sei. Da auf Grund der medizinischen Akten ein Taggeldanspruch für die Zeit nach dem 9. Januar 2015 nicht ausgewiesen und die Ausübung einer Nebentätigkeit für die Zeit ab 4. Januar 2015 nicht erstellt sei, sei ein Anspruch auf Taggeldleistungen für eine Nebentätigkeit zu verneinen. Ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Ausgleichszahlung im Umfang eines Vergleichsvorschlages des Haftpflichtversicherers des Unfallverursachers, der Gothaer Versicherung, im Betrag von Euro 750.-- sei zu verneinen, da es sich hierbei nicht um eine Leistung der obligatorischen Unfallversicherung handle (S. 10).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt hiegegen vor, dass sie zwar ihre Haupterwerbstä
tigkeit bei der Y._ im Umfang eines Arbeits
pensums von 50 % habe ausüben können, dass sie indes auf Grund der Unfall
folgen, insbesondere der kognitiven Einschränkungen, eine Nebenerwerbs
tätig
keit im Umfang eines Arbeitspensums von 20 % bei Dr. med. B._ nicht wie vorgesehen im Januar 2015 habe aufnehmen können. Infolgedessen sei sie hinsichtlich der erwähnten Nebenerwerbstätigkeit während einer Zeit von 58 Wo
chen arbeitsunfähig gewesen und habe einen entsprechenden Verdienstausfall erlitten, weshalb diesbezüglich ein Taggeldanspruch ausgewiesen sei (Urk. 1 S. 4). Da der deutsche Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers, die Gothaer Ver
sicherung, ihr vergleichsweise Zahlung eines Betrages von Euro 750.-- (als Scha
denersatz) zugesagt habe, und da die Beschwerdegegnerin an die Stelle der Gothaer Versicherung getreten sei, sei ein Anspruch auf eine Ausgleichszahlung in diesem Umfang gegenüber der Beschwerdegegnerin ausgewiesen (Urk. 1 S. 5).
2.3
Die Beschwerdeführerin beantragt beschwerdeweise die Entrichtung eines Tag
gelds für eine Arbeitsunfähigkeit in einer Nebenerwerbs
tätigkeit bei Dr. med. Karen B._ sowie eine Ausgleichszahlung für Ansprüche gegen den Haft
pflichtversicherer des Unfallverursachers. Nicht (mehr) umstritten sind vorliegend indes die Fragen nach einer Arbeitsunfähigkeit und einem Taggeldanspruch in der Haupterwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin bei der Y._ auf Grund des Unfallereignisses vom 2. Januar 2015.
2.4
Streitig und zu prüfen sind im Folgenden daher die Ansprüche der Beschwerde
führerin auf ein Taggeld
für eine Arbeitsunfähigkeit in
einer Tätigkeit
bei
Dr. med. B._
auf Grund des Unfallereignisses vom 2. Januar 2015
so
wie
auf
eine Ausgleichszahlung für Ansprüche gegen den Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers.
3.
3.1
Gemäss der von der Y._ verfassten Unfall
meldung vom 7. Januar 2015 (Urk. 8/A1) sei die Beschwerdeführerin zum Zeit
punkt des Unfalls vom 3. (richtig: 2.) Januar 2015 seit dem 22. April 2002 im Umfang eines Beschäftigungsgrades von 50 % tätig gewesen. In Bezug auf die Frage nach weiteren Arbeitgebern enthält die Unfallmeldung keine Angaben.
3.2
Mit Stellungnahme vom 19. Januar 2015 gab die Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin an, dass sie neben der Y._ bei keinem weiteren Arbeitgeber angestellt sei (Urk. 8/A4).
3.3
In ihrer Stellungnahme zum Unfallereignis vom 16. September 2016 (Eingangs
datum; Urk. 8/A5) führte die Beschwerdeführerin aus, dass sich der Unfall am 2. Januar 2015 zugetragen habe, dass die unfallbedingte ärztliche Behandlung, soweit beurteilbar, zwischenzeitlich abgeschlossen worden sei, und dass sie seit dem 8. Januar 2015 zu 50 % arbeite.
3.4
Gemäss einer Aktennotiz der Beschwerdegegnerin vom 18. Februar 2016 (Urk. 8/A27) habe ihr die Beschwerdeführerin gleichentags telefonisch mitgeteilt, dass sie im Rahmen einer zweiten Arbeitsstelle beschäftigt sei, und dass sie diese Tätigkeit auf Grund des Unfalls nicht mehr ausüben könne, worauf ihr die Be
schwerdegegnerin empfohlen habe, die diesbezüglichen Unterlagen einzureichen.
3.5
In ihrer Einsprache vom 4. März 2016 (Urk. 8/A28) gegen die Verfügung von 10. Februar 2016 führte die Beschwerdeführerin aus, dass sie vor dem Unfall vom 2. Januar 2015 bereits einen mündlichen (Arbeits-)Vertrag mit Frau Dr. med. B._, Praxis für Verhaltensneurologie, Zürich, für eine Tätigkeit als Neuropsychologin bei dieser im Umfang eines Arbeitspensums von 20 % verein
bart habe, dass der Beginn dieser Tätigkeit infolge des Unfalls vom 2. Januar 2015 verzögert worden sei, und dass sie die Tätigkeit bei Dr. B._ erst am 26. März 2016 habe antreten können. Auf Grund der Folgen des Unfalls vom 2. Januar 2015 sei ihr eine Arbeitsbelastung im Rahmen eines Arbeitspensums von insgesamt 70 % jedoch zu viel gewesen, weshalb sie die Tätigkeit bei Dr. B._ wieder habe aufgeben müssen. Ob sie gegenwärtig Erwerbstätig
keiten im Umfang eines Arbeitspensums von insgesamt 70 % ausüben könnte, könne sie nicht beurteilen, da sie gegenwärtig lediglich im Umfang eines Arbeits
pensums von 50 % arbeite. Diese Frage müsse eine neuropsychologische Fach
person beantworten (S. 2).
3.6
Am 25. März 2016 (Urk. 8/A30) teilte die Beschwerdeführerin der Beschwerde
gegnerin mit, dass sie die Arbeit bei Dr. B._ im Januar 2015 hätte aufnehmen sollen, dass ihr dies auf Grund der Folgen des Unfalls vom 2. Januar 2015 bezie
hungsweise auf Grund des dabei erlittenen Schädelhirntraumas nicht möglich gewesen sei, und reichte der Beschwerdegegenerin den Lohnausweis von Dr. B._ für das Jahr 2015 vom 10. März 2016 (Urk. 8/A30/1) ein.
Gemäss dem Lohnausweis 2015 von Dr. med. B._, Zürich (Urk. 8/A30/1), vom 10. März 2016 war die Beschwerdeführerin in der Zeit vom 1. April bis 30. Juni 2015 bei ihr beschäftigt. Dabei erzielte sie einen Verdienst beziehungsweise einen Bruttolohn von insgesamt Fr. 4'800.--.
3.7
Beschwerdeweise macht die Beschwerdeführerin geltend, dass auf Grund des ihr von Dr. B._ ausgestellten Lohnausweises erwiesen sei, dass sie während drei Monaten als Neuropsychologin bei Dr. B._ angestellt gewesen sei, und dass es sich deshalb bei den Ausführungen der Beschwerdegegnerin (im angefochte
nen Einspracheentscheid), wonach es sich bei ihrer Tätigkeit bei Dr. B._ um eine hypothetische Anstellung gehandelt habe, um eine willkürliche Behauptung beziehungsweise Beweiswürdigung gehandelt habe (Urk. 1 S. 5).
4.
4.1
Vorliegend
enthalten die Vorbringen der Beschwerdeführerin, welche einerseits am 19. Januar 2015 geltend machte, dass sie neben der Tätigkeit bei der Y._ keine weitere Erwerbstätigkeit ausübe (vorste
hend E. 3.2), und welche andererseits am 4.
März 2016 (vorstehend E. 3.5)
angab
,
dass sie
bereits vor dem Unfall vom
2.
Januar 2015 einen mündlichen (Arbeits-)vertrag mit
Dr. B._
mit
Arbeitsantritt
im Januar 2015 geschlossen habe,
zur Frage nach der Ausübung einer Nebentätigkeit bei Dr. B._ zum Unfallzeit
punkt wesentliche
Widersprüche
. Dieser Umstand spricht gegen die
Glaubhaf
tigkeit
ihrer
Aussagen (vgl. BGE 128 I 81 E. 2).
4.2
Sodann stellt der von Dr. B._ der Beschwerdeführerin für das Jahr 2015 aus
gestellt Lohnausweis
vom 1
0.
März 2016
(vorstehend E. 3.6), wonach die Be
schwerdeführerin
vom
1.
April bis 3
0.
Juni 2015 bei
Dr. B._
angestellt ge
wesen sei, ein gewichtiges Indiz gegen deren Vorbringen vom 4. März 2016 (vor
stehend E. 3.4) und vom 25. März 2016 (vorstehend E. 3.5), wonach sie auf Grund eines mündlichen Arbeitsvertrages bereits zum Unfallzeitpunkt vom 2. Januar 2015 bei Dr. B._ beschäftigt gewesen sei, dar.
4.3
Diesbezüglich gilt es zudem zu berücksichtigen, dass die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die «Aussagen der ersten Stunde» ab
stellen, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späte
ren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis). Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im Laufe der Zeit ändert, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, meistens ein grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers (BGE 121 V 45 E. 2a mit Hinweisen). Der Grundsatz, wonach die ersten Aussagen nach einem schädigenden Ereignis in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, stellt eine im Rahmen der freien Beweiswürdigung zu berücksichtigende Entscheidungshilfe dar. Sie kann indes nur zur Anwendung gelangen, wenn von zusätzlichen Ab
klärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (RKUV 2004 Nr. U 524 S. 546 f., Urteile des Bundesgerichts U 236/03 vom 19. Mai 2004 E. 3.3.4; 8C_637/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 3.2: 8C_648/2013 vom 18. Februar 2014 E. 3.2 und 8C_696/2013 vom 14. November 2013 E. 2).
4.3
Die nachträglichen Ausführungen der Beschwerdeführerin, welche erstmals am 18. Februar 2016 (vorstehend E. 3.4) und mithin nach Erlass der leistungsver
neinenden Verfügung vom 10. Februar 2016 (Urk. 8/A23) - vorbrachte, eine wei
tere Erwerbstätigkeit auszuüben, und welche erstmals am 4. März 2016 (vorste
hend E. 3.5) angab, bereits vor dem Unfall vom 2. Januar 2015 einen mündlichen (Arbeits-)vertrag mit Dr. B._ mit Arbeitsantritt im Januar 2015 vereinbart zu haben, kommt in beweismässiger Hinsicht daher ein geringeres Gewicht zu. Dem
gegenüber hat die Beschwerdeführerin ihre Stellungnahme vom 19. Januar 2015 (vorstehend E. 3.2), wonach sie neben der Tätigkeit bei der Y._ keine weitere Erwerbstätigkeit ausübe,
verhältnismässig kurze Zeit nach dem
Unfalle
reignis vom
2. Januar 2015
verfasst, weshalb die darin enthaltenen Angaben beweismässig als spontane Aussagen der ersten Stunde zu werten sind. Es kommt diesen Angaben daher ein vorrangiger Beweis
wert zu. Sodann stimmen
diese Angaben inhaltlich mit den Angaben im
Lohn
ausweis
von Dr. B._
vom 1
0.
März 2016 (vorstehend E.
3.6
)
überein
, wonach
die Beschwerdeführer die Tätigkeit bei Dr. B._ erst am 1.
April 2015
aufge
nommen habe.
4.4
In Würdigung der gesamten Umstände ist die Ausübung einer Erwerbstätigkeit durch die Beschwerdeführerin im Rahmen einer Nebenbeschäftigung bei Dr. B._ zum Zeitpunkt des Unfallereignisses vom 2. Januar 2015 nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt.
4.5
Die weiteren Einwendungen der Beschwerdeführerin vermögen an d
iesem Ergeb
nis nichts zu ändern. Da von
ergänzenden Beweismassnahmen
diesbezüglich keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, ist daher davon
abzusehen (antizi
pierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d)
.
5.
5.1
Nach Gesagtem fehlte es der Beschwerdeführerin zum Unfallzeitpunkt vom 2. Januar 2015 in Bezug auf die Tätigkeit bei Dr. B._ an einer Arbeitneh
mereigenschaft im Sinne von Art. 1a Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 1 UVV. Zum Unfallzeitpunkt war die Beschwerdeführerin für die Tätigkeit bei Dr. B._ daher nicht obligatorisch gemäss dem UVG versichert.
5.2
Da
sodann
, wie hievor dargelegt
(vorstehend E. 1.9)
,
das Taggeld im Sinne von Art. 16 Abs. 1 UVG
abstrak
t und vergangenheitsorientiert sowie - abgesehen von
Sonderfälle
n
(
Art.
15
Abs.
3 Satz 3 UVG
in Verbindung mit Art. 23 UVV) - grund
sätzlich
nach Massgabe des vor dem Unfall erzielten und nicht auf der Grundlage des entgangenen Verdienstes bemessen wird (
Art.
17
Abs. 1 UVG und Art. 22 Abs. 3 UVV), ist demzufolge ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf ein Tag
geld für eine
Arbeitsunfähigkeit
in der erst nach dem Unfallereignis vom 2. Januar 2015 aufgenommenen Neben
erwerbstätigkeit bei Dr. B._
zu ver
neinen.
6.
Da die Beschwerdeführerin zum Unfallzeitpunkt (noch) nicht bei Dr. B._ er
werbstätig und deshalb für diese Tätigkeit zum Unfallzeitpunkt nicht obligato
risch gemäss dem UVG versichert war, und da die
Frage
n nach einem Taggeld
anspruch für eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit
in der Haupterwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin bei der
Y._
bezie
hungsweise der Einstellung der diesbezüglichen Taggeldleistungen per 31. Januar 2016 in vorliegendem Verfahren nicht (mehr) streitig sind (vorstehend E. 2.3), ist ein schutzwürdiges Interesse (Art. 59 ATSG) der Beschwerdeführerin an einer Feststellung, dass das Aktengutachten von Dr. med. A._, Facharzt für Neurologie, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, vom 6. Januar 2016 (Urk. 8/M9) nicht der deutschen Leitlinie «Begutachtung nach gedecktem Schädel-Hirntrauma» entspreche, beziehungsweise an einem Aus-dem-Recht-Weisen dieses Aktengutachtens zu verneinen. Denn es besteht kein Anspruch auf die Feststellung rein theoretischer oder abstrakter Rechtsfragen ohne Bezug zum Streitgegenstand (BGE 136 II 101 E. 1.1 und 135 I 79 E. 1.1). Daher ist in diesem Punkt auf die Beschwerde mangels eines schutzwürdigen Interesses nicht einzu
treten.
7.
7.1
Zu prüfen bleibt der streitige Anspruch
auf eine Ausgleichszahlung für Ansprüche gegen den Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers
im Betrag von Euro 750.
.
7.2
Gemäss Art. 72 Abs. 1 ATSG tritt der Versicherungsträger gegenüber einem Drit
ten, der für den Versicherungsfall haftet, im Zeitpunkt des Ereignisses bis auf die Höhe der gesetzlichen Leistungen in die Ansprüche der versicherten Person und ihrer Hinterlassenen ein. In Abs. 4 dieser Bestimmung ist geregelt, dass ein direk
tes Forderungsrecht der geschädigten Person gegenüber dem Haftpflicht
versiche
rer auch dem in ihre Rechte eingetretenen Versicherungsträger zusteht.
7.3
Art. 73 ATSG bestimmt, dass die Ansprüche der versicherten Person und ihrer Hinterlassenen nur so weit auf den Versicherungsträger übergehen, als dessen Leistungen zusammen mit dem vom Dritten für den gleichen Zeitraum geschul
deten Ersatz den entsprechenden Schaden übersteigen (Abs. 1), dass die Ansprü
che, die nicht auf den Versicherungsträger übergehen, der versicherten Person und ihren Hinterlassenen gewahrt bleiben, und dass, wenn nur ein Teil des vom Dritten geschuldeten Ersatzes eingebracht werden, daraus zuerst die Ansprüche der versicherten Person und ihrer Hinterlassenen zu befriedigen sind (Abs. 3).
7.4
Mit der Subrogation
gemäss Art. 72 Abs. 1 ATSG
entsteht kein neuer, selbststän
diger Anspruch
der Sozialversicherung
. Vielmehr
tritt die Sozialversicherung im Zeitpunkt des Ereignisses bis auf die Höhe der gesetzlichen Leistungen in die Ansprüche der Geschädigten ein
und
übernimmt durch Legalzession den Haft
pflichtanspruch des Geschädigten mit allen damit
verbundenen Vor- und Nach
teilen, wobei die
Rechtsposition des Haftpflichtigen durch die Subrogation grund
sätzlich unberührt
bleibt
(BGE 124 III 222 E. 3; BGE 124 V 174 E. 3b).
Sofern der
Schaden durch diese Leistungen
der Sozialversicherungen
nicht voll abgedeckt wird, führt dies zu einer Aufteilung des Gesamtschadens in eine Direktschadens
forderung und eine Regressforderung (
Urteil des Bundesgerichts 4A_254/2017 vom 9. April 2018 E. 2.3;
BGE 143 III 79 E. 6.1.3.1; 124 III 222 E. 3).
7.5
Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin den Haftpflichtversi
cherer des Unfallverursachers, die Gothaer Allgemeine Versicherung AG, Bundes
republik Deutschland, mit Schreiben vom 1. Juni 2015 aufforderte, ihr einen Be
trag von insgesamt Fr. 5'508.25 für Taggeldleistungen und Heilbehandlungskos
ten, welche auf Grund des Unfalls der Beschwerdeführerin vom 2. Januar 2015 bisher angefallen seien, zu bezahlen.
7.6
Im Umfang der
Subrogation
gemäss Art. 72 Abs. 1 ATSG ist der Haftpflichtan
spruch der Beschwerdeführerin daher durch Legalzession auf die Beschwerdegeg
nerin übergegangen. Diesbezüglich sind Ansprüche der Beschwerdeführerin ge
genüber der Beschwerdegegnerin auf eine Ausgleichszahlung ausgeschlossen.
Im Übrigen ist, falls der
Schaden durch
die
Leistungen
der Beschwerdegegnerin
nicht voll abgedeckt
sein sollte
,
das Bestehen
eine
r
Direktschadensforderung
ge
genüber dem Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers nicht auszuschliessen. Die Beurteilung dieser Zivilforderungen fällt indes in die Zuständigkeit der Zivil
gerichte (vgl. § 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer).
Demzufolge ist die Beschwerde, soweit auf sie einzutreten ist, auch in diesem Punkt abzuweisen.