Decision ID: ece41e8e-ed34-4179-975e-04245aa26de6
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, wurde von der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-S
telle,
mit Verfügungen vom 13. Juli 2016 rückwirkend ab
1.
Mai 2012 bei einem Invaliditätsgrad von 59
%
eine halbe Rente zugesprochen (
Urk.
8/117-118).
Am 1
2.
September 2016 meldete sich die Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Zusatzleistungen zur AHV/IV, zum Bezug v
on Zusatzleistungen an
.
Mit Verfügung vom
9.
März 2017 (
Urk.
8/46) sprach
ihr
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Zusatz
leistungen zur AHV/IV
,
mit Wirkung ab dem
1.
März 2014 Zusatzleistungen zu, wobei ein jährlicher Mietzins von
Fr.
4'950.
—(
Fr.
412.50 pro Monat)
und ab dem
1.
Juli 2015 ein hypothetisches Erwerbseinkommen von
Fr.
19'290.-- berücksich
tigt wurden
(vgl.
Urk.
8/48-54)
.
Die dagegen von der Versicherten am
7.
April 2017 erhobene Einsprache (
Urk.
8/22) hiess die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Zusatzleistungen zur AHV/IV, mit
Einspracheentscheid
vom 1
8.
August 2017 teilweise gut, indem Mietkosten von
Fr.
800.-- pro Monat be
rücksichtigt wurden (
Urk.
8/11 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 2
1.
September 2017 Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 1
8.
August 2017 (
Urk.
2) und beantragte, dieser sei zum Teil auf
zuheben und es sei von der
Anrechnung
eines hypothetischen Einkommens ab
zusehen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Oktober 2017 beantragte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Zusatzleistungen zur AHV/IV, die Beschwerde sei abzuweisen. Mit Gerichtsverfüg
ung vom 2
0.
November 2017 wurde
antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Rechtsvertretung be
willigt und der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
12). Am 1
9.
April 2018 (
Urk.
14) und am
7.
November 2018 (
Urk.
18) reichte die Be
schwerdeführerin weitere medizinische Unterlagen (
Urk.
15/1-3,
Urk.
19) ein, welche der Beschwerdegegnerin am 2
4.
April 2018 und am 1
5.
November 2018 zur Kenntnisnahme zugestellt wurden (
Urk.
16,
Urk.
20).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
Ergänzungsleistungen zur Alters-
, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) haben Personen Anspruch auf Ergänzungsleistungen, wenn sie die Voraussetzungen nach Art. 4-6 ELG erfüllen.
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
1.2
Die anrechenbaren Einnahmen werden nach Art. 11 ELG ermittelt. Als Einkom
men anzurechnen sind danach unter anderem auch Einkünfte und Vermögens
werte, auf die verzichtet worden ist (Art. 11 Abs. 1
lit
. g ELG). Eine solche Ver
zichtshandlung nach dem Gesetz liegt
rechtsprechungsgemäss
vor, wenn die ver
sicherte Person ohne rechtliche Verpflichtung und ohne adäquate Gegenleistung auf Vermögen verzichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte Ein
künfte und Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch macht bzw. ihre Rechte nicht durchsetzt oder wenn sie aus von ihr zu verantwortenden Grün
den von der Ausübung einer möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (
BGE 121 V 204
E. 4a; AHI 2001 S. 133 E. 1b, je mit Hinweisen; Urteil des Bun
desgerichts P 51/03 vom 22. März 2004 E. 2.2).
1.3
Nach Art. 14a Abs. 2 der Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV) ist bei
Teilinvalid
en das Ein
kommen aus einer zumutbaren Erwerbstätigkeit als
Erwerbseinkommen
anzu
rechnen, wobei für noch nicht sechzigjährige Versicherte bei einem Invaliditäts
grad von 50 bis unter 60 Prozent der Höchstbetrag für den Lebensbedarf von Alleinstehenden nach Art. 10 Abs. 1
lit
. a Ziff. 1 ELG als anzurechnendes Min
desteinkommen gilt (
lit
. b in Verbindung mit
lit
. a von Art. 14a Abs. 2 ELV).
Damit wird bei Nichterreichen dieses Grenzbetrages die Vermutung eines freiwil
ligen Verzichts auf Erwerbseinkünfte statuiert (Urteil des Bundesgerichts 9C_190/2009 und 9C_191/2009 vom 11. Mai 20
09 E. 3.2).
1.4
Nach der Rechtsprechung kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass es der
teilinvalid
en
versicherten Person vermutungsweise möglich und zumutbar ist, im Rahmen ihres von den Invalidenversicherungs-Organen festgestellten ver
bliebenen Leistungsvermögens die in Art. 14a ELV festgelegten Grenzbeträge zu erzielen. Dies hat eine Umkehr der objektiven Beweislast zur Folge, indem bei unbewiesen gebliebener Unmöglichkeit, dieses Arbeitsvermögen zu verwerten, das dem Invaliditätsgrad der versicherten Person entsprechende Erwerbseinkom
men angerechnet
wird (Urteil
des Bundesgerichts P 35/06 vom 9. Oktober 2007 E. 2.1
mit Hinweisen
).
Diese gesetzliche Vermutung kann durch den Nachweis, dass invaliditätsfremde Gründe wie Alter, mangelhafte Ausbildung und Sprachkenntnisse, persönliche Umstände oder die Arbeitsmarktsituation die Verwertung der Resterwerbsfähig
keit
übermässig
erschweren oder verunmöglichen, widerlegt werden.
Massgebend
für die Berechnung der Ergänzungsleistungen ist daher das
hypothetisch
e Ein
kommen, das die versicherte Person tatsächlich realisieren könnte (BGE 141 V 343 E. 3.2, 140 V 267 E. 2.2 je mit Hinweisen)
. Die Vermutung eines Einkom
mensverzichts kann widerlegt werden, indem die versicherte Person intensive Be
mühungen um
ihrem Leistungsprofil
entsprechende Arbeitsstellen nachweist (
Carigiet
/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, 2. Aufl., 2009, S. 154 und S. 156; Urteil des Bundesgerichts 9C_190/2009 und 9C_191/2009 vom 11. Mai 2009 E. 4.5).
1.5
Nach der Rechtsprechung ist es nicht Sache der für die Festsetzung der Ergän
zungsleistungen zuständigen Organe, den nach
Massgabe
der invalidenversiche
rungsrechtlich relevanten Erwerbsunfähigkeit ermittelten Invaliditätsgrad zu überprüfen. Abgesehen davon, dass die Durchführungsstellen der EL nicht über die fachlichen Voraussetzungen für eine selbständige Beurteilung der Invalidität verfügen, gilt es zu vermeiden, dass der gleiche Sachverhalt unter denselben Ge
sichtspunkten von verschiedenen Instanzen unterschiedlich beurteilt wird. Die EL-Organe und das Sozialversicherungsgericht haben sich mit Bezug auf die in
validitätsbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit grundsätzlich an die In
validitätsbemessung durch die Invalidenversicherung zu halten (Urteil des Bun
desgerichts 9C_680/2016 vom 14. Juni 2017 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Anrechnung eines
hypothetisch
en Ein
kommens im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) damit, dass
gemäss
der Verfügung der Invaliden
versicherung vom 2
6.
August 2013
der Invaliditätsgrad 50
%
betrage und die EL-Organe an die Einschätzung der IV-Stelle gebunden seien. Die eingereichten Arztzeugnisse zeigten
seit Erlass der IV-Verfügung
keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes
der Beschwerdeführerin. So
mit müsse davon ausgegangen werden, dass sie ein Erwerbseinkommen erzielen könnte,
weshalb die Anrechnung des Betrages für Teilinvalide in der Höhe von
Fr.
19‘290.-- korrekt sei (S. 2 f.
Ziff.
3).
In Bezug auf die Mietkosten sei die Ein
sprache
gutzuheissen
(S. 3
Ziff.
4).
2.2
D
agegen
machte die Beschwerdeführerin
in ihrer Beschwerde
(Urk. 1) geltend,
die Beschwerdegegnerin habe
ohne Vorwarnung in den EL-Verfügungen ein hypo
thetisches Einkommen von
Fr.
19‘290.-- festgesetzt
. Sie sei nicht darauf hinge
wiesen worden, dass mit einem hypothetischen Einkommen gerechnet werden müsse, und dass dessen
Anrechnung
vermieden werden könne, zum Beispiel durch die Aufnahme von ausreichenden Arbeitsbemühungen (S. 3
Ziff.
1).
Rück
wirkend dürfe sowieso
für die Zeit ab Mai 2015 bis zum Erlass der Verfügung vom
9.
März 2017 kein hypothetisches Einkommen eingesetzt werden. Dies
verstosse
auch gegen Treu und Glauben (S. 3
Ziff.
2). Sie sei nie darauf aufmerk
sam gemacht worden, dass ihre Arbeitsunfähigkeitszeugnisse nicht akzeptiert würden und sie entsprechende Arbeitsbemühungen für eine 41%-Stelle nachzu
weisen hätte. Sie sei, wie aus den Arbeitsunfähigkeitszeugnissen hervorgehe, an
dauernd zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 4
Ziff.
3). Zudem sei bekannt, dass eine Selbstintegration in den Arbeitsmarkt im Alter von 56 Jahren, insbesondere bei
handicapierten
Personen, schwierig sei (S. 4 f.
Ziff.
4). Es sei unzutreffend, dass die Beschwerdegegnerin an den Entscheid der IV-Stelle gebunden sei, zumal die Berechnung des IV-Grades eine rein theoretisch
e Überlegung sei (S. 5
Ziff.
5).
Abgesehen davon sei auch das unterstellte Einkommen im Eventualfall zu hoch. Es sei maximal von einem Betrag von
Fr.
5‘048.-- pro Jahr auszugehen (S. 5 f.
Ziff.
6).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin ab dem 1. Juli 2015 zu Recht ein
hypothetisch
es Einkommen von jährlich Fr. 19'290.-- angerechnet hat.
3.2
Die Beschwerdeführerin machte
im Wesentlichen
geltend, es liege
eine andau
er
nde
100%ige Arbeitsunfähigkeit vor, welche einer Arbeitsaufnahme entgegen
stehe (vgl.
vorstehend E. 2.2
).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist die Beschwerdegegnerin bei der
Beurteilung der invalidität
sbedingten Beeinträchtigung
an die Invaliditätsbemes
sung der IV-Stelle gebunden (
vgl.
vorstehend E. 1.5).
Demnach ist grundsätzlich davon auszugehen, dass entsprechend de
n
Verfügung
en
der IV-Stelle vom 1
3.
Juli 2016 (
Urk.
8/116-117) seit Ablauf des Wartejahres per März 2011 in der angestammten Tätigkeit
der Beschwerdeführerin
keine Arbeitsfähigkeit
mehr
be
steht, ihr jedoch eine
behinderungsangepasste Tätigkeit im Umfang von 50
%
zumutba
r ist, woraus nach vorgenommenem
Einkommensvergleich ein Inval
idi
tätsgrad von 59
%
resultiert
.
Gemäss
dem Feststellungsblatt der IV-Stelle
(vgl.
Urk.
8/208)
,
resultierte die 50%ige Arbeitsunfähigkeit
der Beschwerdeführerin
in einer angepassten Tätigkeit aufgrund der von
med.
pract
. Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, in seinem Gutachten vom
5.
August 2013 (
Urk.
8/219) diagnostizier
ten mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom
(ICD-10 F32.11) sowie
einer erschwerten Schmerzverarbeitung
(ICD-10 F54) mit/bei
lum
boradikulärem
Irritationssyndrom nach Treppensturz mit Rücken-/
Steisskontu
sion
im März 2010 sowie massivem Paarkonflikt mit berichteter ehelicher Gewalt
. In somatischer Hinsicht wurde nach in der
Z._
im November 2012 durchgeführter Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) davon aus
gegangen, dass
der Beschwerdeführerin
eine mittels
chwere wechselbelastende Arbeit
ohne wiederholtes Bücken und ohne wirbelsäulenbe
lastende Zwangshal
tungen ganztäg
ig zumutbar sei
(vgl.
Urk.
8/232/1-12
).
I
m Rahmen des Beschwerdeverfahrens
reichte
die
Beschwerdeführerin Berichte
des
sie
seit dem 2
6.
Januar 2016 behandelnden
med
.
pract
. A._
,
Ps
ychiatrische
Dienste
B._
, vom 1
0.
Januar 2018 (
Urk.
15/1) so
wie vom
5.
November 2018 (
Urk.
19)
ein
, wonach sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit
mehr gegeben sei.
Hierbei
handelt es sich jedoch
lediglich um eine andere Einschätzung
desselben Sachverhaltes. So
befand
med.
pract
.
A._
sämtliche von ihm ergänzend
zu jenen von
med.
pract
.
Y._
in seinem Gutachten vom
5.
August 2013 (vgl.
Urk.
8/219)
genannten psychiatrischen Diagnosen als bereits vor dessen Begut
achtung bestehend. Namentlich diagnostizierte
med
.
pract
.
A._
eine seit min
destens 1993 bestehende, aktuell unter
neuroleptischer
Medikation remittierte, paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0), und eine seit 2010 bestehende rezidi
vierende psychogene Hyperventilation mit neuromuskulärer Symptomatik (ICD-10 F 45.33).
Soweit ersichtlich wurde aufgrund der Berichte von
med.
pract
.
A._
sowie
der von ihm ausgestellten Arbeitsunfähigkeitszeugnisse
(vgl.
Urk.
8/27
,
Urk.
8/62
), welche seit dem
1.
Januar 2016 durchgehend eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin bestätigten,
von Seiten der IV-Stelle keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
angenommen
respektive
keine Anpassung
des Invaliditätsgrades vorgenommen.
Es bleibt demnach bei der von der IV-Stelle festgelegten Arbeitsfähigkeit in an
gepasster Tätigkeit von 50
%
sowie dem resultierenden Invaliditätsgrad von 59
%
.
Demnach greift vorliegend grundsätzlich
die gesetzliche Vermutung eines Einkommensverzichtes.
3.3
Die Beschwerdeführerin brachte als Gründe, die
der
Verwertung
ihrer
verbleiben
den Erwerbsfähigkeit entgegenstünden
,
ihr Alter vor
.
Da
sie jedoch
die Alters
schwelle
von 60 Jahren
noch nicht erreicht hat,
greift die Vermutung
von
Art.
14 a
Abs.
2 ELV, wonach
es
teilinvaliden
versicherten Personen möglich und zumut
bar ist, im Rahmen ihres von Seiten der Invalidenversicherung festgestellten Leis
tungsvermögens, die festgelegten Grenzbeträge zu
erreichen
.
Die Beschwerdefüh
rerin hat keinerlei Nachweis dafür erbracht, dass sie wegen ihres Alters und ihrer Beeinträchtigung keine Arbeitsstelle findet. Wie ausgeführt, hätte dies mit erfolg
losen Stellenbemühungen nachgewiesen werde
n müssen (vgl. vorstehend E. 1.4
).
Ihr diesbezügliches Vorbringen, dass sie, da sie nicht gewusst habe, dass ein hy
pothetisches Erwerbseinkommen angerechnet werde, folglich
auch
keine Stellen
bemühungen vorgenommen h
ab
e, weshalb das Vorgehen der Beschwerdegegne
rin treuwidrig sei (vgl. vorstehend E. 2.2)
,
überzeugt nicht
.
Spätestens seit dem am 2
6.
August 2013 ergangenen Vorbescheid der IV-Stelle (vgl.
Urk.
8/207) wusste die Beschwerdeführerin, dass grundsätzlich davon ausgegangen wird, dass eine Restarbeitsfähigkeit im Umfang von 50
%
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit besteht.
Grundsätzlich ist eine
versicherte Person
im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht spätestens ab der Anmeldung bei den Sozialversiche
rungen
gehalten,
alles ihr Zumutbare zu unternehmen, um das verbleibende Ar
beitsvermögen zu verwerten
. Auch ohne Androhung der Anrechnung eines hy
pothetische
n
Einkommens wäre die Beschwerdeführerin gehalten gewesen, sich um die Verwertbarkeit ihrer Restarbeitsfähigkeit zu bemühen.
Da die Beschwerdeführerin keiner Erwerbstätigkeit im Rahmen der ihr verblei
benden Restarbeitsfähigkeit nachgeht, und sie auch nicht mittels getätigten er
folglosen Stellenbemühungen nachweisen konnte, dass invaliditätsfremde Gründe der Verwertbarkeit ihrer Restarbeitsfähigkeit entgegenstehen, erweist sich grundsätzlich die von der Beschwerdegegnerin
gemäss
Art.
14a
Abs.
2
lit
. b ELV vorgenommene Anrechnung des Höchstbetrages für den Lebensbedarf
gemäss
Art.
10
Abs.
1
lit
. a
Ziff.
1 ELG
im Umfang von
Fr.
19‘290.-- als rechtens.
3.4
Strittig und zu prüfen bleibt weiter der Zeitpunkt der Anrechnung des hypothe
tischen Erwerbseinkommens. Die Beschwerdeführerin machte diesbezüglich gel
tend, dass die rückwirkende Anrechnung und generell die Anrechnung eines hy
pothetischen Erwerbseinkommens ohne zureichende Ankündigung unzulässig seien (vgl. vorstehend E. 2.1).
Art. 14a Abs. 2
lit
. b
ELV sieht die Anrechnung eines Mindesteinkommens bei
Teilinvalid
ität bezogen auf
den
massgeblichen
Zeitabschnitt
der
Teilinvalid
ität vor
. Weder nach dem Wortlaut noch nach Sinn und Zweck der Bestimmung ist die Anrechnung eines Mindesteinkommens auf die Zukunft beschränkt
. Einer rückwirkenden Anrechnung steht demnach nichts entgegen.
Zudem steht es den EL-Behörden frei, bei einer
teilinvaliden
Person von Beginn an ein hypothetisches Einkommen anzurechnen (vgl.
Carigiet
/Koch,
a.a.O
.
, S. 15
5). So gelangt
Art.
25
Abs.
4 ELV, wonach bei der Herabsetzung einer lau
fenden Ergänzungsleistung infolge der Anrechnung eines
Mindesteinkommens nach
Art.
14
a
Abs.
2 und 14b
ELV
die Wirksamkeit erst nach einer Frist von sechs Monaten eintritt, vorliegend nicht zur Anwendung.
Weiter
sieht
auch
die Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (WEL; gültig ab 1. April 2011) vor, dass die Frist von sechs Monaten nicht für Fälle gilt, in denen Ergänzungsleistungen rückwirkend zugesprochen werden (WEL
Rz
3424.11).
Diese Weisung bezieht sich auf die Randziffer 4130.05 respek
tive auf Art. 25 Abs. 4 ELV, wonach die (vom EL-Organ) verfügte Herabsetzung einer laufenden Ergänzungsleistung infolge der Anrechnung eines Mindestein
kommens nach den Art. 14a Abs. 2 und 14b erst sechs Monate nach Zustellung der entsprechenden Verfügung wirksam wird. Wird - wie hier - im Zeitpunkt der strittigen ZL-Verfügung noch keine jährliche EL ausgerichtet, die herabgesetzt wurde respektive werden könnte, fällt die Anwendung von Art. 25 Abs. 4 ELV nicht in Betracht.
3.5
Aufgrund des Gesagte
n
ist die ab
1.
Juli 2015 von der Beschwerdegegnerin vor
genommene Anrechnung eines
hypothetisch
en
Mindesteinkommens
in der Höhe von
Fr.
19‘290.--
nicht
zu beanstanden.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
4
.
Mit Gerichtsverfügung vom
20
.
November 2017 wurde der
unentgeltliche Rechts
vertreter
der Beschwerdeführerin
unter anderem darauf aufmerksam gemacht, dass
er seine
Honorarnote
einreichen kann, eine solche im Unterlassungsfall sei
tens des Gerichts nicht eingefordert und die Entschädigung nach Ermessen fest
gesetzt wird (vgl. Urk. 12). Bis dato reichte Rechtsanw
alt
Daniel Ehrenzeller
keine
Honorarnote
ein, weshalb
er
, unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsa
che und der Schwierigkeit des Prozesses und beim
massgebenden
Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzügl
ich Mehrwertsteuer), mit Fr. 2'4
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist.