Decision ID: 6e3604e5-6a2b-5136-b976-ce77eb1b7879
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat seinen Angaben zu-
folge am 22. Februar 2016 und flog von Colombo nach Dubai. Mit einem
Schiff sei er nach Iran gereist und über die Türkei und Ungarn sowie wei-
tere unbekannte Länder am 1. Juni 2016 in die Schweiz eingereist. Glei-
chentags stellte er im damaligen Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ)
B._ ein Asylgesuch.
B.
Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 8. Juni 2016 trug der Be-
schwerdeführer im Wesentlichen vor, er sei im Ort C._ in
D._ mit seinen Eltern und (...) Schwestern aufgewachsen. Er habe
die Schule bis zur 10. Klasse besucht. Von 2010 bis 2012 habe er bei ei-
nem Onkel mütterlicherseits in E._ gelebt. Ab 2012 bis zur Ausreise
sei er wieder bei seinen Eltern in C._ wohnhaft gewesen. Im De-
zember 2015 sei er mutmasslich von der sri-lankischen Armee (SLA) ent-
führt worden. Nach fünf Tagen sei er wieder freigelassen worden. Am 2.
Januar 2016 sei er auf seinem Motorrad in F._ angehalten worden.
Die SLA habe seine Identitätskarte und sein Motorrad beschlagnahmt und
ihn aufgefordert, sich umgehend in einem Camp zu melden, da der Ehe-
mann der Schwester Mitglied der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE)
gewesen sei. Er sei der Aufforderung jedoch nicht nachgekommen. Er
habe sich danach bei einer Tante in C._ versteckt gehalten. Dane-
ben habe er im Jahr 2015 für die Tamil National Alliance (TNA) Plakate
aufgehängt, deswegen jedoch keine Probleme gehabt.
C.
Am 9. August 2018 führte der Beschwerdeführer im Rahmen der Anhörung
zu den Asylgründen aus, dass er an der BzP vor dem mit einem singhale-
sischen Akzent sprechenden Dolmetscher Angst gehabt und deshalb nicht
alle Asylgründe genannt habe. Er fügte als Ausreisegrund an, er habe von
2011 bis 2014 für einen Freund seines Schwagers namens G._ Auf-
träge erfüllt. Es sei ein Bankkonto auf seinen Namen eröffnet worden. Er
habe jeweils Geld vom Konto abgehoben und verschiedenen Personen,
welche angeblich ehemalige LTTE-Kämpfer gewesen seien, übergeben.
Später hätten ihm die Behörden vorgeworfen, dass das Geld von den Per-
sonen für den Wiederaufbau der LTTE verwendet worden sei. Im Jahr 2013
sei er einmal zusammen mit seinem Vater über die Aktivitäten seines Va-
ters befragt worden. Im Jahr 2014 sei G._ verschwunden, weshalb
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er mit den Finanzaktivitäten aufgehört habe. Das Geld befinde sich nach
wie vor auf dem Konto. Im Jahr 2015 sei er von Angehörigen der Terrorist
Investigation Division (TID) entführt worden und während fünf Tagen im
(...)-Camp festgehalten worden. Es seien ihm Fotos verschiedener Perso-
nen gezeigt worden, unter anderem auch von G._, und man habe
von ihm wissen wollen, ob er die Personen kenne, was er verneint habe.
Nachdem sein Vater ein Lösegeld bezahlt habe, sei er freigelassen wor-
den. Er habe sich danach bei einem Priester aufgehalten. Etwa 15 bis 20
Tage später sei er auf seinem Motorrad in F._ angehalten worden.
Angehörige der Armee hätten sein Motorrad und seine Identitätskarte be-
schlagnahmt, da sie eine festgenommene Person damit hätten transportie-
ren wollen. Er sei aufgefordert worden, sich umgehend in einem Camp in
H._ zu melden. Zudem habe er von der TID eine Vorladung erhal-
ten, weshalb er schliesslich entschieden habe, Sri Lanka zu verlassen.
Etwa einen Monat nach seiner Ankunft in der Schweiz sei sein Vater verhört
und gefoltert worden. Er sei später aufgrund der Verletzungen gestorben.
Der Vater sei ebenfalls Anhänger der LTTE gewesen. Er habe 20 Jahre
lang, bis 2005, in I._ [europäischer Staat] gelebt und Hilfeleistungen
für die LTTE unternommen. Er habe die Organisation finanziell unterstützt.
Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte er folgende Unterlagen zu
den Akten: seinen Führschein, eine Kopie seiner Identitätskarte mit einem
Stempel der Behörden versehen, eine Übersetzung seiner Geburtsur-
kunde, eine beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde seines Vaters inklusive
Übersetzung, eine Übersetzung der Geburtsurkunde seiner Mutter, Über-
setzungen des Familienbüchleins seiner Familie und der Familie seiner
Schwester, Übersetzungen der Ehescheine der Eltern und seiner Schwes-
ter, Übersetzungen der Geburtsurkunden der Schwester und ihrer Kinder,
eine Vorladung der sri-lankischen Polizei (Sri Lanka Police – Message
Form), ein Arztzeugnis, ein Schreiben der Church of (...), ein Schreiben
eines Mitglieds des Northern Provincial Councils D._, zwei Fotos
seines Vaters im Spital, ein Foto seiner Mutter und ein Foto seiner Schwes-
ter mit deren (...) Kindern sowie eine Todesbescheinigung des Vaters.
D.
Mit Verfügung vom 11. November 2019 (eröffnet am 14. November 2019)
lehnte das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete
seine Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an.
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E.
Mit Beschwerde vom 16. Dezember 2019 beantragte der Beschwerdefüh-
rer, die Verfügung des SEM sei aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft
anzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren; eventualiter sei die Unzulässig-
keit und/oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und
eine vorläufige Aufnahme anzuordnen; subeventualiter sei die Sache zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher
Hinsicht sei die unentgeltliche Prozessführung inklusive Verzicht auf die
Erhebung eines Kostenvorschusses zu gewähren und ein amtlicher
Rechtsbeistand beizuordnen. Zudem seien die Asylakten des Neffen des
Beschwerdeführers, J._ (N [...]), beizuziehen.
Als Beschwerdebeilagen wurde ein Schreiben der Mutter des Beschwer-
deführers vom 17. Oktober 2018 an die Human Rights Commission of Sri
Lanka inklusive Übersetzung sowie eine Bestätigung der Kommission über
den Erhalt des Schreibens, verschiedene Medienartikel über die Lage in
Sri Lanka und eine Sozialhilfebestätigung eingereicht.
F.
Mit Verfügung vom 20. Dezember 2019 hielt die Instruktionsrichterin fest,
der Beschwerdeführer könne den Entscheid in der Schweiz abwarten.
G.
Mit Instruktionsverfügung vom 8. Januar 2020 hiess die Instruktionsrichte-
rin das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung gut, verzichtete auf die
Erhebung eines Kostenvorschusses und ordnete den mandatierten
Rechtsvertreter als amtlichen Rechtsbeistand bei.
H.
Mit Vernehmlassung vom 10. Juni 2021 hielt das SEM an seiner Verfügung
fest.
I.
Am 20. Juli 2021 replizierte der Beschwerdeführer und reichte weitere Be-
richte über die aktuelle Lage in Sri Lanka sowie eine Honorarnote ein.
J.
Gemäss Mitteilung des Migrationsamtes K._ vom 4. November
2021 hat der Beschwerdeführer am (...) 2021 geheiratet. Am (...) 2021
wurde ihm eine Aufenthaltsbewilligung ausgestellt.
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel, so auch vorliegend, endgültig
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das
AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten
(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht
(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108
Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
1.5 In der Beschwerde wird beantragt, die Akten des Neffen des Beschwer-
deführers, J._ (N [...]), als Verweiserdossier beizuziehen. Das Bun-
desverwaltungsgericht hat die Akten des Neffen antragsgemäss beigezo-
gen. Da bis heute keine Vollmacht des Neffen zugunsten des Beschwer-
deführers eingereicht wurde, kann dem Beschwerdeführer keine Einsicht
in die Asylakten seines Neffen gewährt werden. Wie bereits das SEM in
seiner Vernehmlassung vom 10. Juni 2021 festgehalten hat, können ohne
Vorliegen einer Vollmacht keine konkreten Aussagen des Neffen dem Be-
schwerdeführe dargelegt werden. Die Einschätzung des SEM, wonach die
Aussagen des Neffen zu keiner anderen Beurteilung der Gefährdungslage
des Beschwerdeführers führen, ist nach Konsultation der Akten des Neffen
zu stützen. Ergänzend kann festgehalten werden, dass zum Zeitpunkt der
Ausreise des Beschwerdeführers im Jahr 2016 der Neffe (...) Jahre alt war.
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Insofern sind seine Aussagen, was sich vor der Ausreise des Beschwerde-
führers ereignet habe, angesichts seines damals noch sehr jungen Alters
für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschwerdefüh-
rers nicht ausschlaggebend.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, wel-
che vorab zu beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassa-
tion der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der Beschwerdeführer
moniert, das SEM habe den Sachverhalt nicht vollständig und richtig abge-
klärt und mithin sein rechtliches Gehör verletzt.
3.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt
wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3 BVGE
2009/35 E. 6.4.1 mit Hinweisen). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die
Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prü-
fen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht
erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten ein-
lässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wi-
derlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2).
Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen
Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachver-
haltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sach-
verhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind;
unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen
Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Ver-
waltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl.,
2013, Rz. 1043).
3.3 Der Beschwerdeführer rügt, zwischen den Befragungen und den Ereig-
nissen in Sri Lanka seien zum Teil mehrere Jahre vergangen und es ent-
spreche nicht der kognitiven Fähigkeit einer Person, sich rund drei Jahre
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nach den Vorfällen noch an genaue Details erinnern zu können (Be-
schwerde II, B, BS 4, Bst. c). Bei prägenden Erlebnissen kann indes erwar-
tet werden, dass man diese auch nach einigen Jahren noch erlebnisbasiert
wiedergeben kann, insbesondere wenn es sich um einschneidende Ereig-
nisse handelt, welche gar zum Verlassen des Heimatstaates geführt hät-
ten. Aufgrund des zeitlichen Zurückliegens der Asylvorbringen kann vorlie-
gend nicht auf die Notwendigkeit eines herabgesetzten Massstabs an die
Glaubhaftigkeit geschlossen werden.
3.4 Der Beschwerdeführer moniert, der Asylentscheid sei nicht von der be-
fragenden Person verfasst worden. Dabei würden wichtige subjektive Ein-
drücke des Befragers verloren gehen (Beschwerde II, B, BS4, Bst. c). Der
Beschwerdeführer erblickt in diesem Vorgehen des SEM eine fehlerhafte
Sachverhaltsermittlung, welche zu einer Gehörsverletzung geführt habe.
Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Grundsätzlich ist es zwar
durchaus sinnvoll, dass der Asylentscheid von derselben Person gefällt
wird, welche die Anhörung durchgeführt hat; in der Praxis ist dies aber aus
unterschiedlichen Gründen teilweise nicht praktikabel und teilweise auch
nicht im Interesse der gesuchstellenden Person. Ein entsprechender An-
spruch steht ihr jedenfalls nicht zu. Der Umstand, dass der Asylentscheid
nicht von derjenigen Person redigiert wurde, welche den Beschwerdefüh-
rer befragt hatte, stellt jedenfalls keine Verletzung des Gehörsanspruchs
dar (vgl. hierzu auch D-6513/2019 vom 1. Juli 2021 E.4.3).
3.5 Der Beschwerdeführer rügt ferner, seine Aussagen seien nicht ernst-
haft und rechtsgenüglich geprüft worden (Beschwerde II, B, BS4, Bst. c).
Die Vorinstanz habe sich auf beliebige Ausschnitte der Anhörung bezogen
und behauptet, der Beschwerdeführer habe nicht glaubhaft ausgesagt.
Das SEM habe das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt, da
es seine Vorbringen nicht ernsthaft und korrekt geprüft habe (Beschwerde
II, B, BS4, Bst. m). Das SEM hat sich in der Verfügung umfassend mit den
Vorbringen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt und ausführlich
abgehandelt, inwiefern die Vorbringen nicht glaubhaft geworden seien. Aus
den Akten ergeben sich keine Hinweise, wonach die Vorbringen des Be-
schwerdeführers nicht ernsthaft geprüft worden seien oder die Verfügung
nicht ausreichend begründet wäre.
3.6 In der Beschwerde wird weiter in formeller Hinsicht gerügt, das SEM
habe den Sachverhalt falsch und unvollständig festgestellt, indem es die
Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers verneint habe. Der
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Beschwerdeführer vermengt in der Folge mit seiner Kritik an der Einschät-
zung des SEM die Frage der Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts mit der Frage der rechtlichen Würdigung der Sache. Dass der Be-
schwerdeführer mit der Einschätzung des SEM, aus seinen Aussagen und
den eingereichten Beweismitteln ergebe sich keine glaubhafte Verfolgung,
nicht einverstanden ist, vermag weder eine Verletzung der Untersuchungs-
pflicht noch eine unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachver-
halts seitens des SEM zu begründen. Die Würdigung der Parteivorbringen
stellt eine Frage des materiellen Rechts dar. Ob der Einschätzung des SEM
zu folgen ist, ist nunmehr Gegenstand des vorliegenden Beschwerdever-
fahrens und der materiellen Erwägungen.
3.7 Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die formellen Rügen unbegrün-
det sind. Es besteht weder Bedarf an weiteren Sachverhaltsabklärungen
noch sonst ein Anlass zur Rückweisung der Sache an die Vorinstanz.
4.
4.1
4.1.1 Die Vorinstanz gelangte in der angefochtenen Verfügung zum
Schluss, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei zunächst ent-
führt und später angehalten und aufgefordert worden, sich in einem Camp
der SLA zu melden, nicht glaubhaft geworden seien. Seine Vorbringen hät-
ten sich zwischen der BzP und der Anhörung in Kernelementen unterschie-
den. An der BzP habe er angegeben, er sei entführt worden, später habe
man sein Motorrad und seine Identitätskarte beschlagnahmt und ihn nach
seinem Schwager, welcher bei den LTTE gewesen sei, gefragt. Weitere
Probleme mit den Behörden oder sonstige politische Aktivitäten habe er
keine geltend gemacht. An der Anhörung habe er dann Asylgründe ge-
nannt, welche er an der BzP mit keinem Wort erwähnt habe. Er habe aus-
geführt, sich aktiv im Bereich der Finanzierung von LTTE-Kämpfern betätigt
zu haben, was die Grundlage seiner Probleme in der Heimat gewesen sei.
Er habe ferner vorgebracht, noch über Geld zu verfügen, welches für ehe-
malige LTTE-Kämpfer bestimmt gewesen sei. Seine Begründung, er habe
an der BzP aus Angst vor dem Dolmetscher nicht seine wesentlichen Aus-
reisegründe genannt, sei nicht nachvollziehbar. Es gebe keine Hinweise im
BzP-Protokoll, dass es bei der Übersetzung durch den tamilischen Dolmet-
scher Probleme gegeben hätte oder betreffend diesen ein Misstrauen be-
standen hätte. Es erscheine unglaubhaft, dass andere Personen im EVZ
ihn vor diesem Dolmetscher gewarnt hätten, zumal er bis zum Beginn der
Befragung nicht gewusst habe, wer von den zahlreichen Dolmetschern an
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der Befragung anwesend sein werde. Zudem sei ihm zu Beginn der Befra-
gung erklärt worden, dass der Dolmetscher neutral und unparteiisch sei,
einer Verschwiegenheitspflicht unterstehe, keine eigenen Fragen stelle
und keinen Einfluss auf den Entscheid habe. Hätte er tatsächlich ein der-
artiges Misstrauen dem Dolmetscher gegenüber gehabt, wäre zu erwarten
gewesen, dass er dies dem Sachbearbeiter des SEM mitgeteilt oder nach
der Befragung auf schriftlichem Weg beim SEM aktenkundig gemacht
hätte. Dass er zwei Jahre damit zugewartet und sein Misstrauen erst an
der Anhörung geäussert habe, lasse darauf schliessen, dass er seine Asyl-
gründe «ausgebaut» habe, um sich im Asylverfahren einen Vorteil zu ver-
schaffen. Zudem sei ihm das BzP-Protokoll rückübersetzt worden und er
habe seine dortigen Aussagen schriftlich unterzeichnet. Er müsse sich des-
halb auf die Aussagen behaften lassen.
Abgesehen davon, dass die in der Anhörung vorgebrachten Asylgründe als
nachgeschoben zu qualifizieren seien, seien die Angaben unsubstantiiert
und oberflächlich ausgefallen. Seine Angabe, er habe für einen Freund sei-
nes Schwagers Geldübergaben im Auftrag der LTTE gemacht, seien ein-
silbig und detailarm gewesen und hätten kaum spezifische Kenntnisse o-
der Wissen beinhaltet. Obwohl mehrere Fragen über diese Tätigkeit ge-
stellt worden seien, sei aus seinen Erzählungen nicht spürbar geworden,
dass er die Vorfälle erlebt und die Handlungen selber unternommen habe.
Ferner erscheine in diesem Zusammenhang unrealistisch, dass man ihm
ab dem Jahr 2011, als damals (...)-jährigen Jugendlichen, derartige Aufga-
ben und logistische und finanzielle Verantwortung übertragen hätte, durch
einen Bekannten des Schwagers, welcher zwei Jahre zuvor bereits ver-
schwunden sei. Auch sei nicht nachvollziehbar, dass es kaum Kontrollme-
chanismen oder weitere vorgesetzte Personen gegeben habe. Zudem sei
unrealistisch, dass nach dem Verschwinden von G._ sich niemand
mehr um die vorhandenen finanziellen Mittel gekümmert habe und das
Geld einfach auf seinem Konto verblieben wäre, ohne dass eine Ersatz-
person die Funktion von G._ übernommen hätte. Im Laufe der An-
hörung habe er dann angegeben, er sei schon von LTTE-Personen auf das
Geld angesprochen worden, wobei er diese Kontaktaufnahmen in Aus-
mass und Anzahl immer mehr gesteigert habe. Zunächst habe er von einer
Person, welche ihn angesprochen beziehungsweise ihm geschrieben
habe, gesprochen, dann von mehreren bis hin zu 25 Personen, welche ihn
kontaktiert hätten, auch in der Schweiz. Diese Angaben würden unrealis-
tisch und den gestellten Fragen angepasst erscheinen. Warum er trotz die-
ses angeblichen Druckes das Geld bei sich behalten habe, ohne dass er
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über eine spezielle Funktion bei den LTTE verfüge, sei nicht nachvollzieh-
bar.
Auch weitere Unglaubhaftigkeitselemente seien ersichtlich. So habe er die
Chronologie der Ereignisse nicht konsistent angegeben. An der BzP habe
er gesagt, er sei für fünf Tage entführt worden. Später sei das Motorrad und
der Ausweis beschlagnahmt worden. Er habe verneint, dass es zu weiteren
Vorfällen gekommen sei. In der Anhörung habe er angegeben, man habe
ihn wegen dieser Tätigkeiten befragen wollen. Sein Vater sei jedoch ge-
kommen und man habe den Vater befragt, weshalb er selbst in Ruhe ge-
lassen worden sei. Später habe er, im Widerspruch dazu, angegeben, nach
seiner Rückkehr nach D._ im Jahr 2012 immer wieder befragt wor-
den zu sein. Auf die Frage, wann er zum ersten Mal befragt worden sei, sei
er ausgewichen und habe angegeben, im Jahr 2013 sei sein Vater einmal
befragt worden. Auf eine weitere Nachfrage habe er gesagt, er sei einmal
intensiv befragt und gefoltert worden. Dann habe er wiederum angegeben,
dass er nur einmal und noch ein weiteres Mal mit seinem Vater kurz befragt
worden sei. Er habe damit den Widerspruch, dass er «immer wieder» be-
fragt worden sei, nicht erklären können. Ferner habe er erklärt, es sei bei
den Befragungen des Vaters um dessen Tätigkeiten gegangen, und nicht
– wie zuvor behauptet – um seine eigenen Tätigkeiten. Dadurch hätten sich
weitere Ungereimtheiten betreffend das Interesse der Behörden an ihm
und die Intensität der angeblichen Gefahrenlage ergeben.
An der BzP habe er auch den Vorladungsbrief der TID mit keinem Wort
erwähnt. Diese Angabe hätte er jedoch machen können, auch ohne seine
LTTE-Aktivität aufgrund des angeblichen Misstrauens gegenüber dem Dol-
metscher offenlegen zu müssen. Wäre diese Vorladung in Zusammenhang
mit seinen LTTE-Aktivitäten gestanden, wäre dieser eine erhebliche Wich-
tigkeit zugekommen. Dass er diese an der BzP nicht erwähnt habe, deute
darauf hin, dass er der Vorladung selber keine Relevanz beigemessen
habe, was wiederum ein Hinweis dafür sei, dass – sollte die Vorladung tat-
sächlich erfolgt sein – diese nichts mit seinen angeblichen Problemen zu
tun habe, sondern in einem anderen Kontext ausgestellt worden sei.
Hinsichtlich seiner Ausführungen zur angeblichen Entführung sei festzu-
stellen, dass er diese zwar umfangreich geschildert habe, die Angaben in-
des mehrheitlich emotionslos und ohne Tiefe geblieben seien. Seine Aus-
sagen würden zudem einstudiert wirken und würden sich wie eine Anei-
nanderreihung von Handlungen lesen, bei welcher er jedoch nicht als Be-
teiligter im Zentrum des Geschehens gestanden sei. Wichtige Ereignisse
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seien von ihm in einem Satz abgeschlossen und nicht näher erklärt wor-
den. Es habe in seinen Erzählungen mehrere Sequenzen gegeben, in wel-
chen er zwar die nächste Handlung aufgezählt habe, jedoch die Angaben
zur Zeit dazwischen, seine Beteiligung, Interaktionen, Emotionen, Ängste
oder Gedankengänge fehlten. Es habe in seinen Beschreibungen zwar
auch Aussagen gegeben, welche als glaubhaft erachtet werden könnten
und Detailangaben enthalten würden, insgesamt erscheine der Vorfall auf-
grund der Art und Weise, wie er ihn dargelegt habe, indes unglaubhaft.
Zudem seien seine Tätigkeiten im Finanzbereich nicht glaubhaft geworden,
weshalb auch die Entführung und die erfolgten Befragungen und Vorwürfe
sich nicht so wie beschrieben hätten ereignen können. Ein weiterer Wider-
spruch sei darin zu erblicken, dass er zunächst angegeben habe, die Ent-
führung habe sich gegen Abend ereignet, während er später angegeben
habe, diese sei nach dem Mittagessen gegen 14 Uhr erfolgt. Zudem habe
er nicht angeben können, von wem er entführt worden sei. An der BzP habe
er gesagt, er sei vermutlich von der sri-lankischen Armee entführt worden.
An der Anhörung sei er sich sicher gewesen, dass die Entführung von TID-
Angehörigen durchgeführt worden sei. Kurz danach habe er zu Protokoll
gegeben, dass er sich nicht sicher sei, von wem er entführt worden sei.
Auch betreffend den Vorfall, als er auf dem Motorrad angehalten worden
sei, bestünden Ungaubhaftigkeitselemente. An der BzP habe er gesagt,
man habe sein Motorrad und den Ausweis beschlagnahmt, da sein Schwa-
ger bei den LTTE gewesen sei und er nach diesem befragt worden sei. An
der Anhörung habe er hingegen gesagt, er wisse nicht, weshalb es zur Be-
schlagnahmung gekommen sei. Dass man ihn nach seinem Schwager ge-
fragt habe, habe er nicht mehr erwähnt. Zudem mute es unrealistisch an,
dass man ihn im Januar 2016 nach dem Schwager, welcher bereits im Jahr
2009 verschwunden sei, befragt habe. Ferner habe er an der BzP gesagt,
man habe neben seiner Identitätskarte auch seinen Führerschein be-
schlagnahmt. An der Anhörung habe er dies bestritten. Auch gebe es Un-
gereimtheiten hinsichtlich seines Aufenthalts nach dem Vorfall mit dem Mo-
torrad. An der Anhörung habe er gesagt, er habe sich danach während
etwa eines Monates bei einem Priester aufgehalten und sei nur einige Male
nach C._ zurückgekehrt. An der BzP habe er den Priester nicht er-
wähnt, sondern habe gesagt, er habe sich bei seinen Eltern beziehungs-
weise, in Widerspruch dazu, bei einer Tante aufgehalten. Widersprüchlich
seien an der Anhörung ferner die Aussagen betreffend seine kurzen Besu-
che in C._ während des Aufenthalts beim Priester ausgefallen. Hin-
zukommend habe er an der BzP gesagt, sein Pass sei bei einem Schlepper
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in Dubai geblieben, wohingegen er an der Anhörung angegeben habe, er
habe den Pass einem Schlepper in der Türkei übergeben.
Des Weiteren bestünden Ungereimtheiten in Zusammenhang mit der ein-
gereichten Vorladung der TID, welche Zweifel an deren Authentizität auf-
kommen liessen. Es handle sich bei dem eingereichten Dokument offen-
sichtlich um ein behördeninternes Schreiben, in welchem die TID in Co-
lombo den Polizeiposten in F._ auffordere, den Beschwerdeführer
vorzuladen. Sollte dies nicht möglich sein, solle man ihn verhaften. Dies
deute auf eine interne Anweisung und nicht auf ein offizielles Vorladungs-
schreiben hin. Es sei zweifelhaft, dass die Vorladung ihm per Post zuge-
stellt worden sei, obwohl es sich um ein internes Dokument mit einer Fest-
nahmeaufforderung handle. Neben weiteren Ungereimtheiten sei die Vor-
ladung von der Terrorismus-Behörde in Colombo ausgestellt worden, je-
doch auf einem Formular der sri-lankischen Polizei. Hinzukommend habe
er die Vorladung an der BzP nicht erwähnt, was er an der Anhörung damit
erklärt habe, dass er Angst gehabt habe, seine Eltern würden in der Heimat
deswegen Probleme erhalten. Er habe auch angegeben, dass sein Vater
aufgrund seines Fernbleibens etwa im Juli 2016 verhört und gefoltert wor-
den sei, weswegen er später, etwa im April 2018, verstorben sei. Warum
der Tod im April 2018 im Zusammenhang mit dem fast zwei Jahre zurück-
liegenden Verhör stehe, erschliesse sich nicht. Zudem sei auf dem Todes-
schein des Vaters der Dezember 2017 als Todeszeitpunkt vermerkt.
Zusammenfassend gebe es erhebliche Unglaubhaftigkeitselemete in sei-
nen Vorbringen, weshalb das Schreiben des Priesters und des Mitglieds
des Provincial Council als reine Gefälligkeitsschreiben einzustufen seien.
Das Arztzeugnis bestätige zwar, dass er in einer Klinik behandelt worden
sei, wobei es im Dokument Datenfehler gebe und der Grund der Verletzung
im Vergleich zu seinen Aussagen unterschiedlich ausfalle. Auch die einge-
reichten Fotos vermöchten seine Asylgründe nicht zu belegen.
4.1.2 Die Vorinstanz führte ferner aus, dass keine Risikofaktoren ersichtlich
seien, welche eine begründete Furcht vor asylrelevanter Verfolgung bei ei-
ner Rückkehr nach Sri Lanka begründen könnten. Er sei vor seiner Aus-
reise keinen asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewe-
sen. Nach Kriegsende habe er noch sieben Jahre in seinem Heimatstaat
gelebt. Er habe angegeben, dass ein Schwager Mitglied der LTTE gewe-
sen sei. Die in diesem Zusammenhang erfolgten Probleme seien indes
nicht glaubhaft geworden. Sein Vater sei Sympathisant der LTTE gewesen,
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er habe diesbezüglich jedoch keine Verfolgungsmassnahmen geltend ge-
macht. Er habe zudem Probleme genannt, derentwegen er das Wohnhaus
von 2010 bis 2012 habe verlassen müssen. Er habe diese Probleme zwar
nicht spezifiziert, aber auch nicht als Asylgrund oder Wegweisungsvoll-
zugshindernis genannt. Er habe ab dem Jahr 2012 wieder zu Hause gelebt
und habe sich auch einen Führerschein ausstellen lassen können. Auf-
grund der Aktenlage sei nicht ersichtlich, weshalb er bei einer Rückkehr
nach Sri Lanka nunmehr in den Fokus der Behörden geraten und in asyl-
relevanter Weise verfolgt werden sollte.
4.2 In der Beschwerde wird moniert, dass die Vorinstanz mit ihrer Argu-
mentation bezüglich des während der BzP anwesenden Dolmetschers ver-
kenne, dass die Zurückhaltung, eine behördliche Zusammensetzung in
Frage zu stellen, kulturell bedingt sei. Die Möglichkeit, ein Ausstandsge-
such vorzubringen, existiere in Sri Lanka nicht. Das damalige Misstrauen
gegenüber den Behörden könne dem Beschwerdeführer nicht vorgeworfen
werden. Erst nachdem er sich in der Schweiz eingelebt habe, habe er ver-
standen, dass das Schweizer System rechtsstaatlich sei. Des Weiteren
verkenne die Vorinstanz, wenn sie behaupte, dass es unrealistisch sei, ei-
nem (...)-jährigen Jugendlichen eine derartige finanzielle Verantwortung zu
übertragen, dass die LTTE gerade am Ende des Bürgerkrieges auch Ju-
gendliche für Unterstützungsleistungen rekrutiert hätten. G._ habe
den Beschwerdeführer ausgewählt, da er aus einer LTTE-Familie stamme.
Ausserdem sei es unauffälliger, einen Jugendlichen für Geldtransporte zu
engagieren, da er zu jung sei, um in den Bürgerkrieg involviert gewesen zu
sein. Der Beschwerdeführer habe sich nicht konkret an die Personen oder
spezifischen Orte erinnern können, da es schlichtweg zu viele gewesen
seien. Er habe etwa 200 bis 300 Personen Geld übergeben, zu welchen er
keine persönliche Beziehung gehabt habe. Entgegen den Ausführungen
der Vorinstanz habe der Beschwerdeführer auch von Anfang an gesagt,
dass sich mehr als eine Person bei ihm aufgrund des Geldes gemeldet
habe. Er habe jedoch nicht gewusst, welche Personen Verbündete von
G._ gewesen seien und wem er habe trauen können, weshalb er
sich als unwissend dargestellt habe.
An der BzP habe der Beschwerdeführer sich nicht getraut, alle Asylgründe
offenzulegen. Die Anwesenheit des singhalesischen Dolmetschers habe
ihn sehr verunsichert. Deshalb habe er auch als Grund für die Anhaltung
die LTTE-Vergangenheit seines Schwagers genannt und nicht seine ei-
gene Unterstützung für die LTTE offengelegt. Auch die Vorladung der TID
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Seite 14
habe er aufgrund des Misstrauens nicht nennen können. Entgegen der An-
sicht des SEM habe sich der Beschwerdeführer aufgrund der Vorladung
verstecken müssen und habe sich bis zur Ausreise nicht mehr getraut, in
seinem Elternhaus zu übernachten. Es handle sich wohl um einen Über-
setzungsfehler, dass protokolliert worden sei, er sei immer wieder befragt
worden. Tatsächlich sei er nur einmal mit seinem Vater befragt worden.
In Bezug auf die Schilderungen des Beschwerdeführers über seine Entfüh-
rung, welche das SEM als eine Aneinanderreihung von Handlungen gese-
hen habe, sei festzuhalten, dass es vom Dolmetscher und weniger vom
Beschwerdeführer abhänge, in welcher Manier der Vorfall geschildert
werde. Zudem widerspreche sich die Vorinstanz, wenn sie einerseits ge-
wisse Beschreibungen als detailreich und glaubhaft erachte, andererseits
aber die Erzählung aufgrund ihrer Art und Weise als nicht glaubhaft ein-
stufe. Jedenfalls seien die Schilderungen – obwohl er die Erinnerung an
die Entführung und Folterung verdrängt habe – detailliert und schlüssig
ausgefallen, was ohne persönlichen Erlebnishintergrund in dieser Weise
nicht möglich wäre. Das SEM habe den Massstab der Glaubhaftigkeit nicht
korrekt angewandt. Es müsse berücksichtigt werden, dass der Beschwer-
deführer an einem Trauma leide. Vorliegend sei nicht ausschlaggebend,
dass es sich bei der Kopie der Vorladung möglicherweise um ein internes
Dokument handle. Hätte der Beschwerdeführer eine Vorladung fälschen
wollen, hätte er sich sicherlich nicht die Mühe gemacht, ein Dokument auf
Singhalesisch über einen internen Auftrag zu verfassen. Die Anzeige der
Mutter bei der Human Rights Comission of Sri Lanka zeige, dass der Be-
schwerdeführer immer noch verfolgt werde. Ferner sei festzuhalten, dass
nun auch der Neffe des Beschwerdeführers in der Schweiz sei. Als Ge-
suchsgründe habe er vorgebracht, dass er aufgrund seines Vaters und sei-
nes Onkels, des Beschwerdeführers, bedroht worden sei. Seiner Befra-
gung sei zudem zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer inhaftiert wor-
den sei.
In der Beschwerde wurde weiter unter Verweis auf diverse Quellen ausge-
führt, dass sich seit der Machtübernahme der Gebrüder Rajapaksa im No-
vember 2019 die Situation für LTTE-Unterstützer verschlechtert habe. Der
Beschwerdeführer würde bei einer Rückkehr nach Sri Lanka am Flughafen
ausführlich zu seinem Hintergrund befragt werden. Er sei vom Staat bereits
im Jahr 2011 registriert worden, sei damals jedoch untergetaucht. Perso-
nen mit dem Profil des Beschwerdeführers seien gemäss Ansicht des Staa-
tes eine Gefahr, da sie sich am Wiederaufbau einer Unabhängigkeitsbe-
E-6686/2019
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wegung beteiligen könnten. Hinzukommend seien die Behörden am Be-
schwerdeführer interessiert, da sie über ihn wertvolle Informationen über
ehemalige LTTE-Personen erlangen könnten. Insbesondere auch durch
seine Teilnahmen an LTTE-Kundgebungen im Ausland sehe sich die sri-
lankische Behörde in ihrer Auffassung bestätigt. Mit seiner Vorgeschichte
und seinem mehrjährigen Auslandsaufenthalt sei er nun bei einer Rück-
reise einer konkreten Folter- und Todesgefahr ausgesetzt. Insbesondere
seit der Machtübernahme von Gotabaya Rajapaksa liege der Fokus auf
rückkehrenden, abgewiesenen Asylsuchenden.
4.3 In seiner Vernehmlassung führte das SEM in Bezug auf das vorge-
brachte Misstrauen gegenüber dem Dolmetscher aus, dass der Beschwer-
deführer angeblich schon vor seiner BzP Ratschläge von Landsleuten er-
halten habe. Mitglieder der tamilischen Diaspora hätten ihm deshalb si-
cherlich nach der BzP weitere Möglichkeiten, wie er mit der Situation hätte
umgehen können, aufzeigen oder Institutionen angeben können. Es sei
nicht erklärbar, dass der Beschwerdeführer das SEM nach der BzP nicht
zeitnah über seine Ängste informiert und über seine angeblichen Asyl-
gründe orientiert hätte. Weitere Ungereimtheiten seien zudem anzufügen.
Der Beschwerdeführer habe an der Anhörung angegeben, er wisse nichts
über den Gesamtbetrag der LTTE-Gelder auf seinem Bankkonto. Zu einem
späteren Zeitpunkt habe er ausgeführt, dass sich 250 Millionen sri-lanki-
sche Rupien (LKR) auf seinem Konto befänden. Diesen Betrag habe er
anlässlich der Rückübersetzung auf 25 Millionen LKR korrigiert, was der-
zeit rund Fr. 110'000.- entspreche. Seine Angaben seien somit auch in die-
sem Punkt nicht konsistent. Auch habe er unterschiedliche Angaben zur
Anzahl der Bankkonten gemacht und bis anhin keine Unterlagen bezüglich
der Konten beibringen können.
Des Weiteren hielt die Vorinstanz fest, dass die Beschreibung einer Situa-
tion durch Gesuchsteller sowohl Glaubhaftigkeits- wie auch Unglaubhaftig-
keitselemente beinhalten könne. Würden bei einer Gesamtbeurteilung
schliesslich die Elemente, welche gegen die Glaubhaftigkeit der Vorbrin-
gen sprächen, überwiegen – wie es sich im Fall des Beschwerdeführers
verhalte –, könne davon ausgegangen werden, dass sich der Vorfall nicht
wie angegeben ereignet habe, auch wenn gewisse Realkennzeichen er-
sichtlich seien.
In Bezug auf die auf Beschwerdeebene eingereichte Anzeige der Mutter
bei der Human Rights Commission sei festzuhalten, dass dieser kein Be-
E-6686/2019
Seite 16
weiswert zukomme. Es handle sich um eine Bestätigung, dass die subjek-
tiven Aussagen der Mutter, welche weder überprüft würden noch den tat-
sächlichen Gegebenheiten entsprechen müssten, aufgenommen worden
seien. Die Informationen an die Kommission hätten von der Familie des
Beschwerdeführers somit auch konstruiert werden können. Dafür spreche
auch, dass dem SEM keine zeitnahe Mitteilung der Anzeige vom Oktober
2018 gemacht worden sei. Diese sei erst mit der Beschwerde vom Dezem-
ber 2019 eingereicht worden.
Hinsichtlich des Neffen des Beschwerdeführers sei festzustellen, dass
keine Vollmacht des Neffen zugunsten des Beschwerdeführers oder seines
Rechtsvertreters vorliege. Aufgrund dessen könne das SEM im Rahmen
der Vernehmlassung sich nicht konkret zu dessen Fall äussern. Aus den
Asylakten des Neffen würden sich indes keine Anhaltspunkte ergeben, wel-
che die Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers stützen
könnten. Insgesamt seien die Vorbringen unglaubhaft, weshalb davon aus-
zugehen sei, dass er seine Heimat nicht aufgrund der angeblichen Gefähr-
dungslage verlassen habe. Es würden auch keine sonstigen Risikofaktoren
vorliegen. Auch die am 16. November 2019 erfolgte Präsidentschaftswahl
und die Terroranschläge von April 2019 könnten an dieser Einschätzung
nichts ändern. Der pauschale Hinweis auf politische Entwicklungen reiche
nicht aus, um eine persönliche Gefährdung aufzuzeigen. Ein persönlicher
Bezug des Beschwerdeführers zu den Ereignissen sei nicht erkennbar.
4.4 Der Beschwerdeführer replizierte, dass der Dolmetscher einen deutlich
erkennbaren singhalesischen Akzent gehabt habe. Damit hätten sich die
Warnungen der anderen tamilischen Asylsuchenden bewahrheitet. Es sei
nachvollziehbar, dass dadurch beim Beschwerdeführer ein Misstrauen ge-
genüber der Institution SEM entstanden sei. Er sei überzeugt gewesen,
dass die Einflusssphäre der sri-lankischen Behörden bis ins Asylverfahren
in der Schweiz reiche. Es sei somit nachvollziehbar, dass er Angst gehabt
habe, seine Verbindungen zu den LTTE zu äussern. Zu den unterschiedli-
chen Angaben zum Kontostand sei festzuhalten, dass sich die vom SEM
referenzierte Angabe betreffend den Kontostand auf den jeweiligen Be-
zugsbetrag bezogen habe, weshalb nicht klar sei, ob die entsprechende
Antwort richtig übersetzt worden sei. Dass er sodann den aktuellen Betrag
habe nennen können, nicht jedoch die Gesamtsumme, die sich über die
ganze Dauer auf diesem Konto befunden habe, stelle gar keinen Wider-
spruch dar. Seine Korrektur während der Rückübersetzung bekräftige viel-
mehr die Glaubhaftigkeit. Dasselbe gelte für seine Angabe betreffend die
E-6686/2019
Seite 17
Anzahl der Konten. Eine lügende Person würde eine Selbstkorrektur ver-
meiden, um den gewünschten Eindruck der Glaubwürdigkeit nicht zu ge-
fährden. Zudem erscheine es wenig plausibel, dass er lediglich mit der
Steigerung der Anzahl der Konten versuche, die Vorfälle intensiver darzu-
stellen. Er habe im Übrigen keine Dokumente beibringen können, da seine
Familie versuche, jede Verbindung zu diesen Konten zu vermeiden. Zudem
könne davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer als blos-
ser «Geldbote» über gar keinen Zugang zu den entsprechenden Doku-
menten verfüge.
In Bezug auf die Glaubhaftigkeit der Entführung sei daran festzuhalten,
dass sich in den Schilderungen zahlreiche Realkennzeichen befänden. Es
sei fragwürdig, dass das SEM daran festhalte, dass die Tätigkeiten des
Beschwerdeführers als «Geldbote» in ihrer Gesamtheit nicht glaubhaft
seien. Besonders stossend sei, dass der eingereichten Bestätigung der
Human Rights Commission jegliche Beweiskraft abgesprochen werde, da
es sich angeblich um nicht belegte, subjektive Aussagen der Mutter handle.
Das seien reine Spekulationen des SEM. Es sei unplausibel, dass die Fa-
milie diese Informationen gegenüber der Kommission konstruiert habe. Die
Originalität des Dokuments sei vom SEM nicht bestritten worden. Es sei
kaum denkbar, dass die Institution im Oktober 2018, ein Jahr vor dem ne-
gativen Asylentscheid, das Dokument erstellt habe, mit dem Ziel, dem Ent-
scheid schliesslich entgegenwirken zu können.
Zu den Ausführungen des SEM betreffend den Neffen des Beschwerde-
führers sei festzuhalten, dass er diese nicht widerlegen könne, da das SEM
keine konkreten Informationen zu dessen Aussagen darlegen wolle oder
könne. Es erscheine jedoch unwahrscheinlich, dass sich aus dessen Akten
keine Anhaltspunkte ergäben, welche die Glaubhaftigkeit der Vorbringen
des Beschwerdeführers stützen könnten. Ohne die entsprechenden Aus-
sagen (des Neffen) zu kennen, sei es dem Beschwerdeführer nicht mög-
lich, zu diesem Punkt wirksam Stellung zu nehmen, was eine Verletzung
des rechtlichen Gehörs darstelle.
Unter Verweis auf diverse Berichte führte der Beschwerdeführer die neus-
ten Entwicklungen der Gefährdungslage in Sri Lanka aus und hielt fest,
dass sich die Sicherheits- und Menschenrechtslage in Sri Lanka für Perso-
nen mit dem Profil des Beschwerdeführers stetig verschlechtere. Eine Neu-
beurteilung der jüngsten Entwicklungen durch das SEM und das Gericht
sei angezeigt.
E-6686/2019
Seite 18
5.
5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
6.
Nach Durchsicht der Akten gelangt das Gericht zum Schluss, dass die aus-
führlichen Erwägungen des SEM im Ergebnis zu bestätigen sind.
6.1 Zunächst ist festzuhalten, dass aufgrund des Umstandes, dass der Be-
schwerdeführer an der BzP seine angebliche Tätigkeit für die LTTE nicht
genannt und somit seine wesentlichen Asylgründe erst über zwei Jahre
nach seiner Einreise in die Schweiz vorgebracht hat, bereits erhebliche
Zweifel an seinen Vorbringen bestehen. Seine Erklärung, er habe dem an
der BzP anwesenden Dolmetscher gegenüber ein Misstrauen gehegt
(SEM Akte A19, F4 ff.), kann nicht gehört werden. Das SEM hat hierzu zu
Recht ausgeführt, dass der Beschwerdeführer – sollte er tatsächlich dem
tamilisch sprechenden Dolmetscher ein derartiges Misstrauen entgegen-
gebracht haben – spätestens nach der BzP die Möglichkeit gehabt hätte,
dieses Misstrauen dem SEM gegenüber darzutun und seine wesentlichen
Asylvorbringen dem SEM im Nachhinein zur Kenntnis zu bringen. Der Be-
schwerdeführer hat indes bis zu seiner Anhörung im August 2018, mithin
zwei Jahre nach der BzP, in keiner Weise kundgetan, dass es ihm nicht
möglich gewesen wäre, an der BzP seine wesentlichen Asylgründe vorzu-
tragen. Der in der Beschwerde vorgebrachte Einwand, der Beschwerde-
führer habe kulturell bedingt die behördliche Zusammensetzung nicht in
Frage gestellt und erst später verstanden, dass das Schweizer System
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Seite 19
rechtsstaatlich sei (Beschwerde II, B. BS.4, Bst. d), vermag seine zweijäh-
rige Untätigkeit nicht überzeugend zu begründen und ist als Schutzbe-
hauptung zu verstehen.
6.2 Hinzukommend blieben seine Aussagen zu seinen Tätigkeiten für die
LTTE an der Anhörung vage. Beispielsweise waren seine Antworten, wie
er die Aufträge zur Übergabe von Geld erhalten habe (SEM Akte A19, F59
f.) wie auch seine Ausführungen zur Vorgehensweise (a.a.O., F64 ff.) äus-
serst knapp. Auch seine Ausführungen, wem er das Geld übergeben habe,
blieben oberflächlich und liessen jegliche erlebnisgeprägten Schilderungen
vermissen (a.a.O., F68 ff.). Die Erklärung in der Beschwerde, er habe sich
nicht an die Personen oder an spezifische Orte erinnern können, da er etwa
200 bis 300 Personen Geld übergeben habe (Beschwerde II, B, BS4, Bst.
e), leuchtet nicht ein. Es wäre zu erwarten gewesen, dass er bei einer sol-
chen Vielzahl an Geldübergaben detailliert und erlebnisgeprägt von diesen
hätte berichten können. Ferner fällt auf, dass er die Tätigkeit einerseits als
sehr gefährlich einstufte, andererseits jedoch nichts zu seinem Schutz un-
ternommen habe und hierzu ausweichend antwortete (SEM Akte A19, F73
ff.). Das SEM hat zudem zu Recht festgestellt, dass es realitätsfremd er-
scheint, dass G._ im Jahr 2014 verschwunden sei und seither das
Geld auf dem Konto des Beschwerdeführers verblieben wäre, ohne dass
er konkrete weitere Instruktionen erhalten hätte, was er mit dem Geld tun
solle. Seine Ausführungen über die Personen, welche sich nach dem Ver-
schwinden von G._ bei ihm gemeldet hätten, sind kaum nachvoll-
ziehbar (a.a.O., F144 ff.). Dass sich das Geld nach wie vor, mithin sieben
Jahre nach dem Verschwinden von G._ und seiner letzten Geld-
übergabe, in seinem Besitz befinde, ohne dass er deswegen durch die
LTTE kontaktiert worden wäre, überzeugt nicht. Die vorgebrachten Aktivi-
täten des Beschwerdeführers für die LTTE sind somit äusserst zweifelhaft.
6.3 Dadurch fehlt es dem Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe auf-
grund seiner Tätigkeiten für die LTTE Probleme mit den Behörden gehabt,
an einer Grundlage. Hinzu kommt, dass seine Ausführungen über die kon-
kreten Probleme ebenfalls oberflächlich und teilweise widersprüchlich aus-
gefallen sind. An der BzP nannte er abgesehen von der Entführung und
dem Vorfall mit der Beschlagnahmung des Motorrads keine weiteren
Schwierigkeiten mit den Behörden (SEM Akte A4, Ziff. 7.01). An der Anhö-
rung führte er dann zunächst – in überaus knapper und oberflächlicher
Weise – aus, er sei einmal intensiv befragt und gefoltert worden (SEM Akte
A14, F85), ein weiteres Mal sei er im Jahr 2013 mit seinem Vater zusam-
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Seite 20
men befragt worden (a.a.O., F86). Diese Befragung sei aber in Zusammen-
hang mit den Aktivitäten des Vaters gestanden (a.a.O., F90). Inwiefern und
wie oft er selber aufgrund seiner Tätigkeiten befragt worden sei, wird nicht
deutlich. Auch erstaunt, dass der Beschwerdeführer die Vorladung der TID
beziehungsweise der Polizei (Sri Lanka Police – Message Form) an der
BzP nicht genannt hat. Das SEM hat zu Recht ausgeführt, dass er trotz
des Misstrauens gegenüber dem Dolmetscher diese hätte nennen können,
ohne seine angebliche Verbindung zu den LTTE offenlegen zu müssen.
Die in der Beschwerde vorgebrachte Begründung, er habe die Aufmerk-
samkeit nicht auf sich lenken und den Dolmetscher nicht auf die Vorladung
aufmerksam machen wollen (Beschwerde II, B, BS4, Bst. h), überzeugt
wiederum nicht. Die Vorladung hätte er auch ohne Angabe eines Grundes,
weshalb man ihn verhören wolle, nennen können. Zudem ergeben sich aus
der Vorladung Unklarheiten. Zwar ist entgegen den Ausführungen des
SEM (siehe E.4.1.1) festzuhalten, dass eine Police Message Form durch-
aus als Vorladung verwendet werden kann und die Einschätzung, es
handle sich lediglich um ein behördeninternes Dokument, sich nicht auf-
rechterhalten lässt (vgl. Entscheid E-3615/2020 vom 18. Mai 2021 E.
6.5.2). In Zusammenhang mit den unglaubhaften Aussagen des Beschwer-
deführers über seine Asylvorbringen und insbesondere auch aufgrund des
Umstands, dass er die Vorladung an der BzP nicht erwähnte und erst an
der Anhörung einreichte, obwohl die Vorladung vom 25. Januar 2016 da-
tiert, sind jedoch auch gemäss Ansicht des Gerichts Zweifel an deren Au-
thentizität anzubringen. Zudem fällt auf, dass er auf die Frage, wer ihm die
Vorladung ausgehändigt habe, ausweichend antwortete, er könne das Do-
kument nicht lesen. Er glaube, er habe die Vorladung von der TID per Post
erhalten (SEM Akte A19, F125). Es wäre indes zu erwarten gewesen, dass
er genau über den Inhalt und die Zustellung eines solchen wichtigen Do-
kuments informiert wäre. Hinzukommend hat das SEM zu Recht festgehal-
ten, dass die Angabe des Beschwerdeführers, sein Vater sei aufgrund sei-
nes Fernbleibens verhört und verhaftet worden und schliesslich gestorben,
nicht überzeugen. Der auf dem Todesschein notierte Todeszeitpunkt des
Vaters stimmt nicht mit den Aussagen des Beschwerdeführers überein (vgl.
E.4.1.1).
6.4 Des Weiteren fällt auf, dass der Beschwerdeführer seinen Angaben zu-
folge mit seinem Reisepass ausgereist sei (SEM Akte A19, F14 ff., F157).
Dies lässt ebenfalls nicht darauf schliessen, dass ein erhebliches behörd-
liches Interesse an ihm bestand. Zudem hat er gemäss seinen Angaben
den Pass im Jahr 2013 und im selben Jahr auch den Führerschein ausstel-
len lassen (vgl. SEM Akte A4 Ziff. 4.02; A20 Bm 8), was ebenfalls nicht
E-6686/2019
Seite 21
dafür spricht, dass er zum damaligen Zeitpunkt Probleme mit den Behör-
den gehabt hätte.
6.5 Dem Beschwerdeführer ist zwar insofern beizustimmen, dass er über
die Entführung vergleichsweise detailliert und ausführlich berichtete, was
auch vom SEM anerkannt wurde. Dass das SEM dabei widersprüchlich
argumentiert habe, indem ihm gewisse Realkennzeichen in seinen Aussa-
gen zugestanden wurden, trifft nicht zu (Beschwerde II, B, BS4, Bst. i und
BS5, Bst. f). Vielmehr hat das SEM sowohl die positiven als auch die ne-
gativen Elemente in der Beurteilung berücksichtigt, was für eine ausgewo-
gene und korrekte Glaubhaftigkeitsprüfung spricht. Auch das Gericht ge-
langt zum Schluss, dass der Beschwerdeführer die Entführung im Ver-
gleich mit seinen anderen Aussagen detaillierter geschildert hat (SEM Akte
A19, F94) und durchaus auch einige Realkennzeichen ersichtlich sind. Da-
raus kann jedoch noch nicht auf die Flüchtlingseigenschaft des Beschwer-
deführers geschlossen werden. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelun-
gen ist, den angeblichen Grund für seine Entführung – seine Aktivitäten für
die LTTE – glaubhaft zu machen, fehlt es der Entführung bereits an einer
plausiblen Grundlage. Zudem hat die Vorinstanz auch zutreffend festge-
halten, dass sich trotz einiger Realkennzeichen auch Ungereimtheiten in
seinen Schilderungen über die Entführung ergeben. Insbesondere fällt ins
Gewicht, dass er an der BzP angab, er sei vermutlich von der SLA entführt
worden (SEM Akte A4, Ziff. 7.01), während er an der Anhörung die TID als
Entführer angab (SEM Akte A19, F95). Seine Erklärung, er habe die SLA,
TID und CID nicht richtig unterscheiden können und sei zudem an der BzP
unter Schock gestanden, weshalb er sich nicht richtig habe konzentrieren
können (a.a.O., F162), ist als Schutzbehauptung einzustufen. Auch der
weitere Kontext der Entführung beinhaltet Ungereimtheiten, insbesondere
sind seine Aussagen über seinen nachfolgenden Aufenthaltsort – wie vom
SEM ausführlich festgehalten (vgl. E.4.1.1) – widersprüchlich.
6.6 Zum Vorfall, bei welchem er auf dem Motorrad angehalten worden sei,
ist anzumerken, dass der Beschwerdeführer angab, man habe das Motor-
rad beschlagnahmt, um einen Gefangenen transportieren zu können (SEM
Akten A4, Ziff. 7.01; A19, F113). Sollte der Vorfall tatsächlich stattgefunden
haben, ist seinen Aussagen somit zu entnehmen, dass es sich nicht um
eine politisch motivierte Beschlagnahmung gehandelt habe.
6.7 Auch die übrigen eingereichten Beweismittel vermögen seine Vorbrin-
gen nicht zu belegen. Das Schreiben der «Human Rights Commission of
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Seite 22
Sri Lanka» vom 17. Oktober 2018 ist nicht geeignet, die vorgebrachte Ver-
folgung glaubhaft zu machen. Wie vom SEM zutreffend festgehalten, gibt
das Dokument zwar die Aussagen der Mutter des Beschwerdeführers wie-
der, kann aber den Inhalt dieser Aussagen nicht belegen. Zudem scheint
fraglich, weshalb der Beschwerdeführer das Dokument, welches vom 17.
Oktober 2018 datiert, erst mit der Beschwerde vom 16. Dezember 2019
eingereicht hat. Schliesslich sind auch die Schreiben eines Priesters der
«Church of (...)» und eines Mitglieds des Northern Provincial Councils nicht
geeignet, die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers glaubhaft zu
machen, und sind als Gefälligkeitsschreiben einzustufen. Insbesondere hat
der Beschwerdeführer in keiner Weise ausgeführt, inwiefern er das Mitglied
des Northern Provincial Councils kenne und dieser über seine konkreten
Probleme informiert sei. Das Schreiben des Priesters enthält wiederum kei-
nerlei konkrete Informationen, weshalb das Leben des Beschwerdeführers
in Sri Lanka in Gefahr wäre; dass der Beschwerdeführer sich angeblich bei
jenem Priester während längerer Zeit versteckt aufgehalten habe (vgl.
SEM Akte A19 F 104), wird im Schreiben überhaupt nicht erwähnt. In Be-
zug auf den eingereichten Arztbericht ist zudem festzustellen, dass dieser
ebenfalls kaum Beweiswert aufweist. Der Bericht wurde über anderthalb
Jahre, nachdem der Beschwerdeführer sich beim Arzt habe behandeln las-
sen, und auf Bitte der Mutter ausgestellt. Der Bericht weist zudem inhaltli-
che Fehler auf, indem notiert wurde, der Beschwerdeführer sei am 30. Juni
1995 aus der Klinik entlassen worden. Ohnehin vermag der Arztbericht die
Aussagen des Beschwerdeführers nicht zu stützen, da lediglich festgehal-
ten wird, er sei am 15. Dezember 2015 in der Klinik erschienen, da er von
einer unbekannten Gang angegriffen worden sei.
6.8 Insgesamt ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, seine Tätig-
keit für die LTTE und die daraus resultierenden Probleme glaubhaft zu ma-
chen.
7.
Nach dem Gesagten erfüllte der Beschwerdeführer im Zeitpunkt seiner
Ausreise die Flüchtlingseigenschaft nicht. Es bleibt zu prüfen, ob er zum-
heutigen Zeitpunkt bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher
Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu be-
fürchten hat, weshalb die Flüchtlingseigenschaft in Sinne von Nachflucht-
gründen festzustellen wäre.
7.1 Das SEM hielt unter Verweis auf die bundesverwaltungsgerichtliche
Rechtsprechung in der ablehnenden Verfügung im Ergebnis treffend fest,
E-6686/2019
Seite 23
dass dem Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka keine
flüchtlingsrelevante Gefahr drohe. Im Zusammenhang mit der Rückkehr
nach Sri Lanka hielt das Bundesverwaltungsgericht im Referenzurteil
E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 fest, bestimmte Risikofaktoren (Eintrag in
die „Stop-List“, Verbindung zu den LTTE und exilpolitische Aktivitäten)
seien als stark risikobegründend zu qualifizieren, da sie bei einer Rückkehr
ins Heimatland bereits für sich alleine genommen zur Bejahung einer be-
gründeten Furcht führen könnten. Demgegenüber würden das Fehlen or-
dentlicher Identitätsdokumente, eine zwangsweise respektive durch die In-
ternationale Organisation für Migration (IOM) begleitete Rückführung so-
wie gut sichtbare Narben schwach risikobegründende Faktoren darstellen.
Dies bedeute, dass diese in der Regel für sich alleine genommen keine
relevante Furcht vor ernsthaften Nachteilen zu begründen vermöchten.
Jegliche glaubhaft gemachten Risikofaktoren seien in einer Gesamtschau
und in ihrer Wechselwirkung sowie unter Berücksichtigung der konkreten
Umstände in einer Einzelfallprüfung zu berücksichtigen, mit dem Ziel, zu
erwägen, ob mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich
relevante Verfolgung bejaht werden müsse (vgl. a.a.O. E. 8.5.5).
An dieser Einschätzung vermag die aktuelle – zwar als volatil zu bezeich-
nende – Lage in Sri Lanka nichts zu ändern. Das Bundesverwaltungsge-
richt ist sich der Veränderungen in Sri Lanka bewusst, beobachtet die Ent-
wicklungen aufmerksam und berücksichtigt diese bei seiner Entscheidfin-
dung. Es gibt zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme, dass
seit dem Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv
einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. Unter diesen Umständen ist im
Einzelfall zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Perso-
nen zur Präsidentschaftswahl respektive deren Folgen besteht.
7.2 Eine Gefährdung aufgrund solcher Risikofaktoren ist vorliegend zu ver-
neinen. Aufgrund der Unglaubhaftigkeit der Vorfluchtgründe ist nicht davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer vor seiner Ausreise im Fokus der
Behörden gestanden hat. Für die Annahme, dass sich dies im Falle einer
Rückkehr ändern könnte, besteht kein Anlass. Die im Beschwerdeverfah-
ren genannten exilpolitischen Tätigkeiten sind nicht weiter ausgeführt wor-
den (Beschwerde II, B, BS7, Bst. b.), weshalb nicht davon auszugehen ist,
dass diese geeignet wären, ein Risikoprofil des Beschwerdeführers zu be-
gründen, zumal er an der Anhörung noch angab, nicht exilpolitisch tätig zu
sein (SEM Akte A19, F169). Es sind den Akten keine konkreten Hinweise
zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr ins Heimat-
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Seite 24
land von den sri-lankischen Behörden verdächtigt würde, sich während sei-
nes längeren Aufenthalts in der Schweiz exponiert exilpolitisch betätigt zu
haben und damit ein Wiederaufleben der LTTE anzustreben. Die tamilische
Ethnie des Beschwerdeführers vermag ebenfalls kein flüchtlingsrechtliches
Risikoprofil im oben beschriebenen Sinne zu begründen. Es ist folglich
nicht anzunehmen, dass der Beschwerdeführer von der sri-lankischen Re-
gierung zu jener Gruppe gezählt wird, die bestrebt ist, den tamilischen Se-
paratismus wiederaufleben zu lassen, und so eine Gefahr für den sri-lanki-
schen Einheitsstaat darstellt und bei einer Rückkehr folglich gefährdet sein
könnte. Die in der Beschwerde und Replik ausgeführte aktuelle Lage in Sri
Lanka vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern, da sich daraus
nach dem Gesagten keine persönliche Gefährdungslage des Beschwerde-
führers ableiten lässt.
7.3 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, was
geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest
glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch zu Recht abge-
lehnt.
8.
8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
8.2 Gemäss Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999
(AsylV 1, SR 142.311) wird die Wegweisung aus der Schweiz nicht verfügt,
wenn die asylsuchende Person im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder
Niederlassungsbewilligung ist. Der Beschwerdeführer verfügt nach der
Eheschliessung mit einer Ausländerin, welche über eine Niederlassungs-
bewilligung verfügt, über eine gültige Aufenthaltsbewilligung (B-Bewilli-
gung). Mit Erteilung der B-Bewilligung ist die früher durch das SEM ver-
fügte Wegweisung ohne Weiteres dahingefallen. Damit ist das Beschwer-
deverfahren im Wegweisungs- und Vollzugspunkt infolge Wegfall des An-
fechtungsobjekts (Dispositivziffern 3, 4 und 5 der angefochtenen Verfü-
gung) gegenstandslos geworden (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4 mit Verweis
auf Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2001 Nr. 21 E. 11c).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
E-6686/2019
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Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig
sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüg-
lich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit
sie nicht, die Frage der angeordneten Wegweisung als solcher und deren
Vollzug betreffend, als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist.
10.
10.1 Die unterliegende Partei hat in der Regel die Kosten des Verfahrens
zu tragen. Unterliegt sie nur teilweise, so werden die Verfahrenskosten er-
mässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Bei Gegenstandslosigkeit des Verfahrens
werden die Verfahrenskosten aufgrund der Sachlage vor dem Eintritt des
Erledigungsgrunds festgelegt, sofern die Gegenstandslosigkeit – wie vor-
liegend – ohne prozessuales Zutun der Parteien erfolgte (Art. 5 des Reg-
lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
10.2 Die Frage, ob der im Asylpunkt unterlegene Beschwerdeführer auch
die Verfahrenskosten infolge Gegenstandslosigkeit der Beschwerde im
Wegweisungs- und Vollzugspunkt zu tragen hätte, ist vorliegend nicht zu
klären. Mit Zwischenverfügung vom 8. Januar 2020 wurde das Gesuch um
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gutgeheissen. Dem Be-
schwerdeführer sind deshalb keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.
10.3 Die Parteientschädigung betreffend ist diese Regelung analog anzu-
wenden (Art. 15 VGKE). Gestützt auf Art. 5 VGKE ist vorliegend keine Par-
tentschädigung zulasten des SEM zuzusprechen, da vor Eintritt der Ge-
genstandslosigkeit die Beschwerde bezüglich der Anordnung der Wegwei-
sung und des Wegweisungsvollzugs abzuweisen gewesen wäre.
11.
Infolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist dem eingesetzten
Rechtsvertreter Rajeevan Linganathan, Rechtsanwalt, ein amtliches Hono-
rar zu entrichten. Die Kostennote vom 20. Juli 2021 weist einen Aufwand
von 16.6 Stunden bei einem Stundenansatz von Fr. 250.– sowie Auslagen
von Fr. 149.60 aus. Der verlangte Stundenansatz ist mit Verweis auf die
Zwischenverfügung vom 8. Januar 2020 auf Fr. 220.– zu kürzen. Der gel-
tend gemachte zeitliche Aufwand erscheint im Vergleich zu ähnlich gela-
gerten Fällen als überhöht und ist auf 12 Stunden zu kürzen. Gestützt auf
die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9-13 VGKE) ist
dem Rechtsbeistand zu Lasten des Bundesverwaltungsgerichts deshalb
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ein Honorar von insgesamt Fr. 3005.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer-
zuschlag) auszurichten.
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