Decision ID: 2304fdcb-97d2-5ffd-8c40-d8096b971b34
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, war im Rahmen eines teilzeitlichen Arbeits
verhältnisses
auf Ab
ruf
seit dem
1.
August 1999
als Hilfsarbeiterin bei
der
Y._
AG, tätig
(
Urk.
7/3),
als sie
am
10. Februar 2001
als Beifahrerin
an einer Auffahrkollision beteiligt
war (
Urk.
7/6/164)
, und sich anschliessend
unter Hinweis auf
die Folgen
einer dabei
erlittenen Distorsion der Halswirbelsäule (HWS;
Urk.
7/1
Ziff.
7
.2)
am
5.
März 2002
bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug anmeldete
.
Nach
Anordnung einer psychiatrischen Begutachtung (Gutach
ten vom 2
0.
Oktober 2003;
Urk.
7/27)
sowie einer Abklärung an Ort und Stelle
(
Bericht über die Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt
vom
6.
M
a
i
2003;
Urk.
7/20)
stellte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
mit Verfügungen vom
2.
Dezember 2004 (
Urk.
7/33,
Urk.
7/34 und Urk. 7/31) einen Invaliditätsgrad von 65
%
fest und sprach der Versicherten für die Zeit vom
1.
Februar 2002 bis 3
1.
Dezember 2003 eine halbe Rente und für die Zeit ab
1.
Januar 2004 eine Dreiviertelrente
, zuzüglich einer
Zusatzrente,
zu.
Dabei qualifizierte sie die Versicherte als zu 80
%
im Haushalt
T
ätige und zu 20
%
E
rwerbstätige.
1.2
Nachdem die Versicherte gegen die Verfügungen vom
2.
Dezember 2004 Einspra
che erhoben hatte (
Urk.
7/37,
Urk.
7/41), wies die IV-Stelle die Einsprache mit Entscheid vom 3
1.
Januar 2005 (
Urk.
7/46) ab.
Nachdem die Versicherte gegen den
Einspracheentscheid
vom 3
1.
Januar 2005 am 2
8.
Februar 2005
beim hiesi
gen Gericht
Beschwerde erhoben hatte (
Urk.
7/48/1-4)
,
stellte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
9.
März 2005 (
Urk.
7/52) einen unveränderten Invaliditätsgrad von 65 % fest und verneinte einen Anspruch der Versicherten auf eine revisions
weise Erhöhung der Rente, wogegen die Versicherte am 3
1.
März 2005 Einsprache erhob (Urk. 7/53).
Mit Verfügung
vom 1
7.
Mai 2005 (Urk.
7/64) stelle die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 70
%
(richtig: 79
%
vgl.
Urk.
7/
59-
60)
fest, sprach der Versicherten für die Zeit ab
1.
Februar 2002 eine ganze Rente
, zuzüg
lich einer Zusatzrente,
zu und hob den
Einspracheentscheid
vom 3
1.
Januar 2005
wiedererwägungsweise auf, worauf das hiesige Gericht mit Entscheid vom 2
4.
Mai 2005 (Prozess Nr. IV.2005.00263;
Urk.
7/65) das Beschwerde
verfahren als gegenstandslos geworden abschrieb.
1.3
Nach Eingang des von der
Versicherten
am
2
5.
April 2007
ausgefüllten Revi
sionsfragebogens (
Urk.
7/69
) holte die IV-Stelle
bei einem die Versicherte behan
delnden Arzt
einen Bericht (
Urk.
7/70/7
)
ein
und stellte mit Mitteilung vom
1
6.
Juli 2007
(
Urk.
7/74
)
einen unveränderten Anspruch der
Versicherten auf eine ganze Rente bei einem unveränderten Invaliditätsgrad von
79
%
fest.
1.4
Nach Eingang des von der Versicherten
am
3
0.
Juli 2010
ausgefüllten Revisions
fragebogens (
Urk.
7/78
) holte die IV-Stelle
erneut bei einem die Versicherte be
handelnden Arzt
einen Bericht (
Urk.
7/80/6
)
ein
und stellte mit Mitteilung vom
1
9.
August 2010
(
Urk.
7
/82
)
einen unveränderten Anspruch der
Versicherten auf eine ganze Rente bei einem unveränderten Invaliditätsgrad von
79
%
fest.
1.5
Nach Eingang des von der Versicherten am
2
1.
Oktober 2015
ausgefüllten Revi
sionsfragebogens (
Urk.
7
/83
)
liess die IV-Stelle die Versicherte polydis
ziplinär be
gutachten (Gutachten vom 2
3.
August 2018;
Urk.
7/95/2-55) und führte eine
Ab
klärung an Ort und Stelle
durch
(Bericht über die Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vom
2
5.
Januar 2017;
Urk.
7/97
)
.
Mit Vor
bescheid vom 2
3.
Februar 2017 stellte die IV-Stelle de
r
Versicherten die Einstel
lung der bisher ausgerichteten ganzen Rente in Aussicht (
Urk.
7/100). Dagegen erhob die Versicherte am
9.
März (
Urk.
7/103) beziehungsweise 2
8.
April 2017 (
Urk.
7/107) Einwendungen. Mit Mitteilung vom
5.
Juli 2017 (
Urk.
7/114) stellte die IV-Stelle fest, dass eine Wiedereingliederung zurzeit nicht möglich sei und schloss die Eingliederungsberatung ab. Mit Vorbescheid
vom 1
7.
Januar 2018 (
Urk.
7/129)
hob die IV-Stelle den Vorbescheid vom 2
3.
Februar 2017 wiederer
wägungsweise auf und stellte der Versicherten eine Herabsetzung der bisherigen ganzen Rente auf eine
Viertelrente
in Aussicht (
Urk.
7/129), wogegen die Versi
cherte am 2
9.
Januar 2018 Einwand erhob (Urk. 7/130).
Mit Verfügung vom 2
1.
März 2018 (
Urk.
7/139-140 =
Urk.
2) stell
t
e die IV-Stelle einen Invaliditäts
grad von 40
%
fest und setzte die der Versicherten bisher ausgerichtete ganze Rente per
1.
Mai 2018 auf eine Viertelrente herab.
2.
Gegen die Verfügung vom
2
1.
März
2018 (
Urk.
2
) erhob
die
Ver
si
cherte
mit Ein
gabe vom
2
4.
April
2018 (Urk. 1) Beschwerde
und beantragte
, diese
sei auf
zuhe
ben und es sei
ihr
mindestens eine Dreiviertelrente bei einem Invaliditätsgrad von 60
%
zuzusprechen
, eventuell sei eine erneute polydisziplinäre Begutachtung an
zuordnen und über
den
Rentenanspruch
neu zu
entscheiden
(S
.
2).
Mit Beschwerdeantwort vom
3
0.
Mai
2018 (Urk. 6)
beantragte
die
IV-Stelle
die Ab
weisung der Beschwerde. Mit Replik vom 2
2.
Juni 2018 (
Urk.
9) hielt die Beschwer
deführerin an ihrem beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren fest.
Mit Eingabe vom
5.
Juli 2018 (Urk. 15
)
verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik, worauf die Beschwerdeführerin mit Eingaben vom
7.
Juni 2019 (
Urk.
18) und
vom
2.
Juli 2019 (
Urk.
22)
ergänzend zum V
erfahren Stellung nahm. Die
Beschwerde
gegnerin verzichtete
auf eine Stellungnahme
(vgl.
Urk.
20).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (IVV)
per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstätigen Versicherten nach der ge
mischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf
die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Auf
gabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teiler
werbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. a IVV) und die pro
zentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Be
tätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die ver
sicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3 lit. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung
zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Da
bei braucht es sich nicht u
m eine formelle Verfügung (Art.
49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Re
visionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit. f IVV auf dem W
eg der blossen Mittei
lung (Art. 51 ATSG), ist im darauf
folgenden Revisionsverfahren zeitlich zu ver
gleichender Ausgangs
sachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bun
desgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E.
3.1.2 unter Hin
weis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 201
3 E.
3.1.2).
1.6
Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, oder eine Verminderung der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu be
rücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne we
sentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiter
hin andauern wird.
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Leistungs
anpassung in der Regel erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der Änderung vorzunehmen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5.3; vgl. ZAK 1984 S. 134; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_32/2015 vom 10. September 2015 E. 4.1 und I 583/05 vom 15. März 2006 E. 2.3.2 ̧ je mit Hinweisen).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 2
1.
März 2018 (Urk. 2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden im Umfang von 50
%
einer Erwerbstätigkeit nachgehen und im restlichen Um
fang von 50
%
im anerkannten Aufgabenbereich des Haushalts tätig wäre, und dass ihr gemäss dem
Z._
-Gutachten vom Mai 2016 sei
t
dem Begutachtungs
zeitpunkt
die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit
im Umfang
eines Arbeitspensums von 50
%
zuzumuten gewesen sei, weshalb ab
1.
Mai 2018 ein Anspruch auf ein Viertelrente ausgewiesen sei.
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte
hiegegen
vor, dass
sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung nicht hinreichend mit ihren gegen den Vorbe
scheid erhobenen Einwendungen befasst habe, und dass sie damit ihrer Begrün
dungspflicht nicht nachgekommen sei und
damit ihren
Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt habe (
Urk.
1 S. 2).
Da ihr Ehegatte neben der schon vorher beste
henden Krebserkrankung im Gesicht zwischenzeitlich zusätzlich unter einem me
tastasierenden Prostatakrebsleiden leide und deswegen nicht mehr arbeitsfähig sei, und da zwischenzeitlich auch ihr erwachsener Sohn unter einer schweren metastasierenden Krebserkrankung leide, wäre sie bei Gesundheit aus finanziellen Gründen darauf angewiesen, eine Erwerbstätigkeit im vollzeitlichen Umfang aus
zuüben
, weshalb sie als vollzeitlich Erwerbstätige zu qualifizieren sei. Selbst wenn sie nicht als Erwerbstätige im vollzeitlichen Umfang zu qualifizieren sein sollte, sei eine erneute Haushaltsabklärung vorzunehmen, da ihr Ehegatte auf Grund seiner Krebserkrankung ihr nicht mehr in der Haushaltführung beistehen könne
(
Urk.
1 S. 3).
Sodann habe sich ihr psychischer Gesundheitszustand
seit
der
Z._
-
Begutachtung verschlechtert, da sich ihre Depressivität auf Grund der Ver
schlechterung der Krebserkrankungen ihres Ehegattens und ihres Sohnes ver
stärkt habe (
Urk.
1 S. 4).
3.
3.1
Vor Erlass
der
ursprünglichen Rentenverfügung
vom 1
7.
Mai 2005 (Urk. 7/64)
, womit der Beschwerdeführerin
für die Zeit ab
1.
Februar 2002
eine ganze Rente zugesprochen wurde
und womit gemäss dem Wortlaut
der
Verfügung
ein
Invali
ditätsgrad von 70
%
festgestellt wurde, stellte die Beschwerdegegnerin im Fest
stellungsblatt vom 2
2.
April 2005 (
Urk.
7/59) einen Invaliditätsgrad von 78.5 % fest. In der Mitteilung des Beschlusses vom 2
2.
April 2005 (
Urk.
7/60), worin die Beschwerdegegnerin die Ausgleichskasse anwies, die Geldleistung zu berechnen sowie die Verfügung zu erstellen und zu versenden, stellte die Beschwerdegegne
rin denn auch einen (gerundeten) Invaliditätsgrad von 79
%
fest. Beim Wortlaut der Verfügung vom
1
7.
Mai 2005 (Urk. 7/64)
, wonach der Invaliditätsgrad ledig
lich 70
%
betrage, handelt es sich daher um einen
offensichtlichen
Verschrieb
beziehungsweise um einen Tippfehler
, der
jederzeit formlos
berichtigt
werden kann (vgl. BGE 99 V 62
und Urteil des Bundesgerichts 9C_301/2015 vom 2
7.
Mai 2015).
Es sollte
darin heissen, dass der
Invaliditätsgrad 79
%
betrage
.
3.2
Anschliessend hat die Beschwerdegegnerin
mit Mitteilungen vom 1
6.
Juli 2007
(
Urk.
7/74
)
und
vom 1
9.
August 2010 (
Urk.
7/82) bei einem unveränderten Inva
liditätsgrad von 79
%
einen unveränderten Anspruch der
Beschwerde
führerin
auf eine ganze Rente
bestätigt. Den Mitteilungen
vom 1
6.
Juli 2007 und vom 1
9.
Au
gust 2010
gingen indes
keine materielle
n
Prüfung
en
mit rechtskonformer Sach
verhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditäts
bemessung voraus.
Den ei
nerseits beruhten sie
lediglich
auf
äusser
s
t
knapp formulierte
n
, formularartige
n
Be
richt
e
n
des behandelnden Arztes
,
Dr.
med.
A._
,
vom
1
1.
Mai 2007
(
Urk.
7/70/7)
beziehungsweise vom 1
2.
August 2010 (
Urk.
7/80/6)
. Andererseits
ist den Feststellungsblättern zu entnehmen, dass keine weiteren Beweismittel ge
würdigt oder erhoben wurden, und dass insbesondere keine Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes der Beschwerdegegnerin (RAD) eingeholt wurden. Während das Feststellungsblatt vom 1
6.
Juli 2007 (
Urk.
7/73) keinen Einkom
mensvergleich enthält
, unterscheidet sich der im Feststellungsblatt vom
1
9.
Au
gust 2010 (
Urk.
7/81) enthaltene von dem der
ursprünglichen Rentenverfügung
vom 1
7.
Mai 2005
zugrundeliegenden
Einkommensvergleich
(vgl.
Urk.
7/59) le
diglich durch eine Aufrechnung des
Valideneinkommens
anhand der seitherigen Nominallohnentwicklung
.
3.3
Unter diesen Umständen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
9C_599/2016 vom 2
9.
März 2017
E. 5.3) ist für
eine Rentenrevision im Sinne von
Art. 17 Abs. 1 ATSG
die Entwick
lung des anspruchs
relevanten Sachverhalts
im
Vergleichszeit
raum
seit
Erlass der
ursprünglichen Rentenverfügung vom 1
7.
Mai 2005 (Urk.
7/64)
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung
vom 2
1.
März 2018 (Urk.
2)
massgebend.
4.
4.1
Vorerst gilt es die gerügte Verletzung des rechtlichen Gehörs (
Urk.
1 S. 2) zu prüfen.
4.2
Die Parteien haben nach
Art.
29
Abs.
2 der Bundesverfassung (BV) und
Art.
42 Satz 1 ATSG Anspruch auf rechtliches Gehör; sie müssen nicht angehört werden vor Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind (
Art.
42 Satz 2 ATSG; BGE 134 V 97 E. 2.8.1). Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist von Amtes wegen zu überprüfen (
Art.
29
Abs.
2 BV; Urteil des Bundesgerichts H 4/05 vom 1
9.
April 2005 E. 2).
Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des rechtlichen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die Anhörung im konkreten Fall für den
Ausgang der materi
el
len Streitentscheidung von Bedeutung ist, das heisst die Be
hörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE 132 V 387 E. 5.1; 127 V 431 E. 3d/
aa
).
4.3
Vorbehalten sind
rechtsprechungsgemäss Fälle, in denen die
Gehörsv
erletzung nicht besonders schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die betroffene Per
son die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die so
wohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Die Heilung eines – allfälligen – Mangels soll aber die Ausnahme bleiben (BGE 135 I 279
E.
2.6.1, 125 V 368 E. 4c/
aa
, 124 V 183 E. 4a). Von einer Rückweisung der Sache ist aber selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs ab
zusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhö
rung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderlichen
Be
urteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 136 V 117 E. 4.2.2.2 mit Hinweisen).
4.4
Wesentlicher Bestandteil des verfassungsrechtlichen Gehörsanspruchs ist die Be
gründungspflicht. Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und es den Betroffenen ermöglichen, die Verfügung gege
benenfalls sachgerecht anzufechten. Die Begründungspflicht bedeutet nicht, dass sich die Behörde mit jedem einzelnen Vorbringen und jedem einzelnen Akten
stück ausdrücklich auseinandersetzen muss. Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt insbesondere, dass
die rechtserheblichen Vorbringen
der Parteien ange
hört und berücksichtigt werden (BGE 124 I 241 E. 2). Die Begründung muss kurz die Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich die Verfügung stützt. Nicht erforderlich ist hingegen, dass sich die Ver
fügung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes ein
zelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 I 97 E. 2b und 124 V 180 E. 1a). Es genügt, wenn die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht ange
fochten werden kann (BGE 130 II 530 E. 4.3, 129 I 232 E. 3.2, 124 V 180 E. 1a; Urteil des Bundesgerichts 8C_511/2007 vom 2
2.
November 2007 E. 4.2.2). Dem
gegenüber darf sich die Behörde nicht damit begnügen, die von der betroffenen Person vorgebrachten
entscheidwesentlichen
Einwände tatsächlich zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen; sie hat ihre Überlegungen der betroffenen Person ge
genüber auch namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich mit den
entscheid
wesentlichen
Einwänden auseinanderzusetzen oder aber zumindest die Gründe
anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (Ur
teil des Bundesgerichts B 61/00 vom 2
6.
September 2001 E. 3b; BGE 124 V 180 E. 2b).
5.
5.1
D
ie Beschwerdegegnerin
nahm
im Vorbescheid v
om
1
7.
Januar 2018
(
Urk.
7/129
S.
2)
zum Einwand der
Beschw
erdeführerin
folgendermassen Stellung
: «
Mit Ihrem Einwand vom 1
0.
März 2017 haben Sie die Weiterausrichtung der bisherigen Rente beantragt. Die Angaben der
B._
lassen eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Vergleich zum psychiatrischen Teilgutachten der
C._
vom
1.
Juli 2016 nicht nachvollziehen. Die
B._
stellt in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf die psychosozialen Belastungsfaktoren ab. Diese können bei der Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit nicht berücksichtigt werden. Es liegt somit eine andere Bewertung des gleichen medizinischen Sachverhaltes vor. Eine erneute Haushaltsabklärung ist nicht angezeigt. Die Erkrankung des Ehemannes war uns bereits bekannt. Jedoch sind gemäss den Arztberichten keine Einschrän
kungen für die Mithilfe im Haushalt ausgewiesen. Daher halten wir weiterhin an unserer medizinischen Einschätzung fest.
»
.
5.2
Im Rahmen
der
Einwände
vom 2
9.
Januar 2018 (
Urk.
7/130) und vom 1
6.
März 2018 (
Urk.
7/135)
gegen den Vorbescheid vom
1
7.
Januar 2018
machte die Be
schwerdeführerin geltend, dass
ihr
einzige
r
Sohn
in der Zwischenzeit
auch
an Krebs erkrankt sei, und dass
sie
dadurch schwer
betroffen
und beeinträchtigt
sei, und dass das
B._
in einem noch einzureichenden Bericht dazu
werde
Stellung nehmen
.
5.3
In der angefochtenen Verfügung vom
2
1.
März
2018 (
Urk.
2) führte die Be
schwerdegegnerin aus,
dass die
B._
in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf die psychosozialen Belastungsfaktoren ab
gestellt habe, welche
bei der Einschät
zung der Arbeitsunfähigkeit nicht
zu berücksichtigen seien
. Es liege
daher
eine andere Bewertung
eines
gleichen medizinischen Sachverhaltes vor. Eine erneute Haushaltsabklärung
sei nicht angezeigt, da ihr d
ie Erk
rankung des Ehegattens der Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt
bereits
bekannt
gewesen
sei
, und dass
Einschränkungen
in der
Mithilfe im Haushält
nicht
ausgewiesen
sei
en
(S. 2). Es sei sodann nachvollziehbar und verständlich, dass die Beschwerdeführerin durch die Erkrankung ihres Sohnes schwer betroffen sei.
Auf Grund der Eingabe der Beschwerdeführerin vom
1
6.
März 2018
sei sodann davon auszugehen, dass es sich bei den geltend gemachten Beeinträchtigungen durch die Krankheiten des
Ehegatten
s
und des Sohnes
um psychoso
ziale Belastungsfaktoren handle
,
welche nicht zu berücksichtigen seien (S. 3)
5.4
Nach Gesagtem steht fest, dass sich die
Beschwerdegegnerin
in der
angefochtenen
Verfügung
einlässlich mit den
anlässlich des
Vorbescheidverfahrens
erhobenen
Vorbringen
der
Beschwerdeführer
in
befasst
hat
und sich insgesamt in genügender Weise damit auseinandergesetzt
hat
. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtli
ches Gehör ist darin nicht zu erblicken. Die Begründungspflicht verlangt denn auch nicht, dass sich die Behörde mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzt (BGE 129 I 232 E. 3.2, 126 I 97 E.
2b, 124 V 180 E. 1a; Urteil des Bundesgerichts B 61/00 vom 2
6.
September 2001 E.
3b).
6.
6.1
Die Beurteilung einer Erwerbsunfähigkeit nach
Art.
7 Abs. 2 ATSG richtet sich ausschliesslich nach den gesundheitlichen Beeinträchtigungen, was auch im Re
visionsfall (
Art.
17 Abs. 1 ATSG) gilt; nicht gesundheitlich bedingte Eingliede
rungshindernisse haben daher bei der Invaliditätsbemessung auch im Revisions
zusammenhang ausser Acht zu bleiben. Daher geht die ständige Rechtsprechung vom Regelfall aus, der darin besteht, dass eine medizinisch attestierte Verbes
se
rung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist. Dennoch hat die Rechtsprechung in ganz besonderen Ausnah
me
fällen nach langjährigem Rentenbezug trotz medizinisch (wieder) ausge
wie
sener Leistungsfähigkeit vorderhand weiterhin eine Rente zugesprochen, bis mit Hilfe medizinisch-rehabilitativer und/oder beruflich-erwerblicher Massnah
men das theoretische Leistungspotential ausgeschöpft werden kann (Urteil des Bun
desge
richts 9C_163/2009 vom 1
0.
September 2010 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
6
.2
Nach der Rechtsprechung (nicht in BGE 139 V 442
publ
. E. 5.2 des Urteils des Bundesgerichts 8C_324/2013
vom 2
9.
August 2013
) sind
Ausnahmen vom Re
gelfall der Selbstein
gliederung
in Anlehnung an
lit.
a Abs. 4
der Schlussbestim
mungen zur Änderung des IVG vom 1
8.
März 2011 (
SchlB
IVG
)
grund
sätzlich auf Sachverhalte zu beschränken, in denen die revisions- oder wieder
erwägungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der IV-Rente eine versicherte Person trifft, die das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat.
Bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, sind
daher
nach mindestens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt haben, praxisgemäss in der Regel vorgängig Mass
nahmen zur Eingliederung durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das medizi
nisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstren
gung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten (
zur Publikation vorgesehenes
U
rteil
des Bundesgerichts
8C_494/2018 vom
6.
Juni 2019 E. 5.1 mit Hinweisen)
.
Die Übernahme dieser beiden Abgrenzungskriterien
von lit. a Abs. 4
SchlB
IVG
bedeutet indes nicht, dass die darunter fallenden versicherten Personen im
revi
sions
- (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) oder wiedererwägungsrechtlichen (
Art.
53
Abs.
2 ATSG) Kontext einen Besitzstandsanspruch geltend machen könnten; es wird ihnen lediglich zugestanden, dass - von Ausnahmen abgesehen - aufgrund des fortgeschrittenen Alters oder einer langen Rentendauer die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist
(Urteile des Bundesgerichts 9C_367/2
011 vom 1
0.
Au
gust 2011 E. 3.3
und 9C_228/2010 vom 2
6.
April 2011 E. 3
.5
).
6
.3
Ausnahmen vo
n der
diesfalls
grundsätzlich vermutungsweise
anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbsteingliederung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzu
führen ist (Urteil
des Bundesgerichts
9C
_819/2014 vom 1
9.
Juni 2015 E.
4 mit Hinweisen), wenn die versicherte Person besonders agil, gewandt und im gesell
schaftlichen Leben integriert ist (Urteil
des Bundesgerichts
9C_68/2011 vom 1
6.
Mai 2011 E. 3.3) oder wenn sie über besonders breite Ausbildungen und Be
rufserfahrungen verfügt (Urteil
des Bundesgerichts
8C_39/2012 vom 2
4.
April 2012 E. 5.2). Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zu
lassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Ar
beitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren (
Urteil des Bundesgerichts
9C_183/2015
vom 1
9.
August 2015
E. 5). Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (
zur Publikation vor
gesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_494/2018 vom
6.
Juni 2019 E. 5.1 mit Hinweisen
)
.
6.4
Nach der Rechtsprechung darf bei fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit, das heisst wenn die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben ist, die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wie
der-) Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und
Bedenkzeitverfah
rens
nach
Art.
21
Abs.
4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden (Urteile des Bundesgerichts 9C_317/2017 vom 1
9.
Juni 2017 E. 3.1, 8C_19/ 2016 vom
4.
April 2016 E. 5.2.3, und 9C_231/2015 vom
7.
September 2015 E. 4.2).
7.
7.1
Die am
4.
Mai 1960
geborene Beschwerdeführer
in
(Urk.
7/2 S. 1
)
hatte
zum Zeit
punkt
des
Erlass
es
der angefochtenen
,
rentenherabsetzenden Verfügung vom
2
1.
März 2018
(Urk. 2)
das 5
7.
Altersjahr bereits überschritten
und bezog
zu die
sem Zeitpunkt bereits
seit dem
1.
Februar 2002
und mithin seit rund 16 Jahren
eine ganze Rente
.
Die Beschwerdeführerin erfüllt daher die erwähnten, von der Rechtsprechung stipulierten Voraussetzungen
für die Annahme einer Ausnahme
vom Regelfall der Selbsteingliederung
(vorstehend E.
6.2
)
,
weshalb auf Grund
des
fortgeschrittenen Alters
der Beschwerdeführerin sowie
der langen Rentenbezugs
dauer
bei langdauernder
Absenz
vom
Arbeitsmarkt zu vermuten ist, dass der Be
schwerdeführerin
bei einer Rentenherabsetzung
eine
Selbsteingliederung grund
sätzlich nicht mehr zuzumuten
war
.
7.2
Hinreichend
konkrete Anhaltspunkte
für einen Ausnahmefall im Sinne der Recht
sprechung (vorstehend E.
6.3
), welche den Schluss zuliessen, dass
der Beschwer
deführerin
trotz ihres fortgeschrittenen Alters und der langen Rentenbezugsdauer eine Eingliederung in das Erwerbsleben ohne Hilfestellung beziehungsweise ohne die vorgängige Durchführung befähigender beruflicher Massnahmen zuzumuten wäre, lassen sich den Akten nicht entnehmen. Denn vorliegend war weder die
langjährige Abstinenz
der Beschwerdeführerin
vom Arbeitsmarkt auf invalidi
tätsfremde Gründe zurückzuführen, noch erscheint
die Beschwerdeführerin
als
besonders agil und gewandt sowie im gesellschaftlichen Leben integriert, noch verfügt
die Beschwerdeführerin
, welche nach der obligatorischen Schulzeit keine berufliche Ausbildung absolvierte und bisher ausschliesslich als Hilfsarbeiterin tätig war (vgl.
Urk.
7/6/33 und
Urk.
7/16/14), über
besonders breite Ausbildun
gen und Berufserfahrungen
.
Mangels konkreter Anhaltspunkte, welche den Schluss zuliessen, dass sich die Beschwerdeführerin trotz ihres fortgeschrittenen Alters von über 57 Jahren und einer Absenz vom Arbeitsmarkt während
rund
16 Jahren ohne Hilfestellung wieder in den Arbeitsmarkt integrieren könnte, war die Beschwerdegegnerin daher grundsätzlich verpflichtet, vor einer
Rentenherabset
zung
Abklärungen
in Bezug auf eine Integration der Beschwerdeführerin in den Arbeitsmarkt
durchzuführen
beziehungsweise entsprechende befähigende Mass
nahmen
anzuordnen
.
8.
8.1
Zu prüfen ist im Folgenden, ob die Beschwerdegegnerin die Selbsteingliederungs
fähigkeit beziehungsweise den Eingliederungsbedarf der Beschwerdeführerin und die Durchführung allfälliger Eingliederungs
massnahmen hinreichend geprüft hat.
8.2
Die Beschwerdegegnerin hat
sich
in der angefochtenen Verfügung vom 2
1.
März 2018 (
Urk.
2)
mit der erwähnten Rechtsprechung zur Selbsteingliederung von versicherten Personen, die bei Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente das 5
5.
Altersjahr vollendet haben oder die eine Rentenbezugsdauer von mindes
tens 15 Jahren aufweisen (vors
t
ehend E.
6.2 f.
), nicht auseinandergesetzt. Auch den Feststellungsblättern (
Urk.
7/99,
Urk.
7/128 und
Urk.
7/136) sind keine Hin
weise zu entnehmen, dass
sich
die
Beschwerdegegnerin
vor Erlass
der angefoch
tenen Verfügung
hinsichtlich der Herabsetzung
der Rente
mit dieser Rechtspre
chung befasst hätte
. Die Beschwerdegegnerin hat indes vor Erlass der angefoch
tenen Verfügung eine Eingliederungsberatung durchgeführt (
Urk.
7/115) und mit Mitteilung vom
5.
Juli 2017 (
Urk.
7/114) festgestellt, dass auf Grund des gegen
wärtigen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin zurzeit keine Eingliede
rungs
massnahmen möglich seien
,
und infolgedessen die Ein
gliederungs
beratung abgeschlossen (S. 2).
8.3
Diesbezüglich gilt es zu beachten, dass bei
versicherten
Personen, deren Rente
nach mindestens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder
nach Zurücklegen des
5
5.
Altersjahr
es
revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll,
das Er
gebnis der Abklärungen
,
ob Eingliederungsbedarf besteht und inwiefern oder eine Selbsteingliederung zumutbar ist
,
einzig für den Zeitpunkt der Rentenherabset
zung oder -aufhebung von Bedeutung
ist
,
und dass diesbezüglich
allenfalls durchzuführende berufliche Massnahmen keine Rolle spielen.
Aus diesem Grunde
stellt
die Eingliederungsfrage im streitgegenständlichen Sinne
einen
Teilaspekt des Rechtsverhältnisses
der
Zusprache
, Herabsetzung oder Aufhebung der Rente
dar
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2017 E. 3.2.1;
BGE 125
V 413 E. 2b und 2d).
Eine
unrichtige oder unvollständige oder sogar
eine
gänzlich unterbliebene Abklärung des Eingliederungsbedarfs
beziehungsweise
der (objektiven und sub
jektiven) Selbsteingliederungsfähigkeit der versicherten Person
kann daher
ledig
lich durch Anfechtung der rentenherabsetzenden oder
aufhebenden Verfügung beanstandet werden.
Diese Frage ist losgelöst von einem allfälligen Anspruch
auf
berufliche
Massnahmen
zu prüfen
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_543/201
7 E.
3.2.2).
8
.4
Demzufolge steht die im
formlosen Verfahren gemäss
Art.
51
Abs.
1 ATSG er
gangenen
Mitteilung
vom
5.
Juli 2017 (
Urk.
7/114)
, worin festgestellt wurde, dass
Eingliederungsmassnahmen
zurzeit nicht
möglich seien und
worin
die Eingliede
rungsberatung abgeschlossen
wurde, einer Prüfung des Eingliederungsbedarfs beziehungsweise der Selbsteingliederungsfähigkeit der Beschwerdeführerin i
m
vorliegende
n
Verfahren
grundsätzlich
nicht entgegen.
9.
9.1
Die Ärzte der C._
, untersuchten die Beschwerdeführerin am 1
8.
und 1
9.
Mai 2016 internis
tisch, rheumatologisch und psychiatrisch und stellten in ihrem polydisziplinären Gutachten vom 2
3.
August 2016 (
Urk.
7/95/2-55) die folgenden, die Arbeitsfä
higkeit beeinträchtigenden Diagnosen (S. 7):
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
-
im Rahmen des generalisierten Schmerzsyndroms
-
bei Status nach somatoformer autonomer Funktionsstörung des unte
ren
Gastrointestinaltraktes
-
chronifiziertes
, generalisiertes Schmerzsyndrom mit fokalen Akzentuie
rungen mit/bei:
-
chronischem
lumbospondylogenem
Schmerzsyndrom rechts mehr als links, ohne Wurzelreizungszeichen
mit/bei:
-
klinisch fast freier Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule (LWS) mit radiologisch schwerer monosegmentärer Osteochondrose L5/S1
-
chronischem
zervikovertebralen
Schmerzsyndrom mit okzipitalen Kopfschmerzen
mit/bei:
-
klinisch leicht eingeschränkte
r
Beweglichkeit
der Halswirbelsäule (
HWS
)
in
Reklination
-
radiologisch mä
ssige
n
mehrsegmentale
n
Osteochondrosen
C4-C7
und
leichte
r
Retrolisthesis
von HWK3
-
r
ezidivierende depressive Störung, derzeitig weitgehend remittiert
:
-
unter hausärztliche
r Behandlung mit Antidepressiva und
in Wechsel
wirkung mit
der chronischen Schmerzstörung
Die Gutachter stellten eine Arbeitsfähigkeit
i
n einer angepassten Tätigkeit
von insgesamt 50
%
fest, wobei es sich bei einer angepassten Tätigkeit
in
psychiatri
scher
Hinsicht
um eine Tätigkeit mit
klar zugewiesene
n
Kompetenzen und Auf
gabenbereiche
n
mit festen Arbeitszeiten
handle, um
eine
r
Ü
berforderung
der Be
schwerdeführerin
entgegenzuwirken. Aus rheumato
logischer Sicht
handle es sich bei einer angepassten Tätigkeit um
eine körperlich leichte
bis
selten mittelschwer
e Tätigkeit,
mit einem
Traglimit
e
von 7
bis
selten 12
Kilogramm, ohne Überkopf
arbeiten, ohne gebückt und
kauernd zu verrichtende
Arbeiten
,
ohne ausschliess
lich stehende
oder gehende
Arbeiten
sowie
ohne Arbeiten
mit der Notwendigkeit zum wiederholten Rotieren des Oberkörpers
.
Es sei davon auszugehen, dass be
rufliche
Wiedereingliederungsmassnahmen
zu einer
Verbesserung des
psychi
schen
Gesundheitszustandes
beitragen könn
ten (S. 11). Prognostisch
sei
mit einer Eingliederung in die freie Wirtschaft an einer Arbeitsstelle in angepasster Tätig
keit
zu rechnen, wobei auf Grund
der
langjährigen Arbeitskarenz
der Beschwer
deführerin
zunächst eine stufenweise Wiedereingliederung über mehrere Wochen
bis
zum Erreichen
des
zumutbaren
Arbeitspensum
s
von 50
%
erfolgen sollte (S.
12).
Der psychiatrische Gutachter der
C._
stellte in seinem Teilgutachten vom
1.
Juli 2016 (
Urk.
7/95/29-42)
eine
ausgeprägte Beschwerdeverdeutlichung bis Aggra
vation
fest und erwähnte, dass er in der Beurteilung
der
Arbeits
fähigkeit aus psy
chiatrischer Sicht
, welche eine Arbeitsunfähigkeit
von 50
%
ergeben habe, die festgestellte
Verhaltensverdeutlichung bis hin zur Aggravation
mit
berücksichtigt habe (S. 12).
9.2
Nachdem die Beschwerdeführerin gegen den Vorbescheid vom 2
3.
Februar 2017 (
Urk.
7/100), womit
ihr
die Beschwerdegeg
nerin die Einstellung der Rente
in Aus
sicht gestellt hatte, Einwand erhoben hatte (
Urk.
7/107),
führte die Beschwerde
gegnerin im
Vorbescheidverfahren
eine Eingliederungsberatung durch. Anläss
lich des Erstgesprächs vom
8.
Juni 2017 teilte die Beschwerdeführerin der
Ein
gliederungsberaterin der
Beschwerdegegnerin mit, dass ihr Ehegatte an einer schweren Form eines Prostatakarzinoms erkrankt sei,
weshalb er
auf eine Unter
stützung
und Hilfe
durch
sie im Alltag
angewiesen sei, und
weshalb er sie nicht mehr
in der Haushaltführung unterstützen könne.
Anlässlich dieses Gesprächs vereinbarten die Parteien
, dass
sich
die Beschwerdeführerin bei ihrem behandeln
den Arzt
erkundigen werde
, ob
sie an
eine
r
Potentialabklärung
teilnehmen könne
oder nicht,
und dass sie
, falls dies nicht möglich sein sollte, der Beschwerdegeg
nerin
bis
spätestens am
3.
Juli 2017
diesbezüglich ein
Arztzeugnis
einreichen werde
(Urk. 7/115 S. 4 f.)
.
9.3
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
erwähnte in seiner Stellungnahme vom
4.
Juli 2017 (
Urk.
7/110), dass der Ehegatte der Be
schwerdeführerin unter einem metastasierenden Prostatakarzinom, einem Plat
tenepithelkarzinom, einem Diabetes mellitus, einer arteriellen Hypertonie und un
ter einer depressiven Störung leide, und dass er deswegen auf
den Beistand der Beschwerdeführerin im Sinne einer Begleitung
bei Arztkonsultationen
und zu Hause
sowie
im Sinne einer
Unterstützung bei der Einnahme von Medikamenten, beim Einhalten von Terminen und beim Herstellen sozialer Kontakte angewiesen sei, und dass
eine Teilnahme der Beschwerdeführerin an
Wiedereingliederung
s
massnahmen deswegen
gegenwärtig nicht möglich sei.
9.4
Die Beschwerdeführerin nahm in ihrer Stellungnahme vom
4.
Juli 2017
(Urk. 7/112)
zu der gleichentags verfassten Stellungnahme von
Dr.
A._
Stellung und führte darin aus, dass ihr Ehegatte auf
ihren Beistand
im Alltag angewiesen
sei
, und dass ihr eine
Teilnahme an einer Eingliederungsmassnahme
gegenwärtig
aus diesem Grunde nicht möglich sei,
weshalb
sie um
eine
Sistierung der Wieder
eingliederung
smassnahmen
bis auf Weiteres
ersuche
.
9.5
In der Folge stellte die Beschwerdegegnerin
mit
Mitteilung vom
5.
Juli 2017 (Urk.
7/114) fest, dass die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen gegen
wärtig auf Grund des Gesundheitszustandes der Beschw
erdeführerin nicht mög
lich sei
und schloss die Eingliederungsberatung ab (S. 2).
10.
10.1
Obwohl der psychiatrische Teilgutachter der
C._
eine Beschwerdeverdeutlichung bis hin zur Aggravation feststellte (vorstehend E.
9.1
), darf aus einer
Krankheits
überzeugung allein nicht ohne Weiteres auf die Aussichtslosigkeit von Einglie
derungsmassnahmen geschlossen werden, da solche durchaus geeignet sein kön
nen, den Eingliederungswillen zu fördern (Urteil
e des Bundesgerichts
9C_3
17/2017 vom 1
9.
Juni 2017 E. 3.3.2 und
8C_446/20
14 vom 1
2.
Januar 2015 E.
4.2.3). In diesem Sinne äusserten sich denn auch
die Gutachter des
C._
, indem sie feststellten, dass
berufliche Wiedereingliederungs
massnahmen zu einer Ver
besserung des psychischen Gesundheitszustandes
der Beschwerdeführerin
beitra
gen könnten
, insbesondere unter dem Aspekt der Tagesstrukturierung und der Verbesserung des Selbstwirksamkeitserlebens
(vorstehend E.
9.1
), und indem sie davon ausgingen, dass
keine Behandlungsresistenz
bestehe
(
vgl.
Urk. 7
/95/29-42
S. 1
3
)
. Diese Umstände sprechen gegen
die Annahme eines fehlenden Eingliede
rungswillens der Beschwerdeführerin
aus invaliditätsfremden Gründen.
10.2
Der Stellungnahme von
Dr.
A._
vom
4.
Juli 2017 (
vorstehend E.
9.3
)
ist sodann zu entnehmen
, dass der Ehegatte der Beschwerdeführerin
an Krebs
l
eide
und
dadurch
nicht unerheblich
in seiner Gesundheit
beeinträchtigt
sei
. Aus diesem Grunde sei er zu Hause
sowie
insbesondere
bei Arztkonsultationen
auf die Be
gleitung
durch die Beschwerdeführerin
sowie auf
deren
Unterstützung bei der Einnahme von Medikamenten, beim Einhalten von Terminen und beim Herstellen so
zialer Kontakte angewiesen
gewesen, weshalb
die Beschwerdeführerin
gegen
wärtig
an allfälligen Eingliederungsmassnahmen
nicht
habe
teilnehmen
können
.
10.3
Gestützt auf die
Stellungnahme von
Dr.
A._
vom
4.
Juli 2017 (vorstehend E.
9.3
)
ist nicht daran zu
zweifeln, dass der Ehegatte der Beschwerdeführerin
aus ge
sundheitlichen Gründen auf
den Beistand der Beschwerdeführerin im Sinne einer Begleitung und
Unterstützung
im Alltag
angewiesen war.
Im Übrigen war die
Beschwerdeführerin
in
Nachachtung der
eherechtliche
n Beistands
pflicht (
Art.
159
Abs.
3
ZGB; vgl.
BGE 125 V 221 E.
3d/
aa
) grundsätzlich verpflichtet,
ihrem Ehe
gatten beizustehen.
Die Beschwerdeführerin
hätte indes
zumindest mittelfristig ohne Weiteres andere Person
en
, beispielsweise Familienangehörige
oder Mitar
beitende einer
Hauspflege- oder
Spitexorganisation
,
mit der Betreuung
ihres Ehe
gattens
beauftragen können.
Zumindest kurzfristig
- bis zur Übernahme der Be
treuung ihres Ehegatten durch eine Fremdbetreuung -
erscheint es jedoch als nachvollziehbar
, dass die Beschwerdeführerin
auf Grund einer fehlenden Vertre
tung in der
Betreuung ihres nachweislich in erheblichem Umfang gesundheitlich beeinträchtigten Ehegattens
vorübergehend
an der Teilnahme
an
Eingliederungs
massnahmen
verhindert
war.
Zumindest
während der Zeit, als noch keine alter
native Betreuungsmöglichkeit
ihres Ehegattens
bestand
, kann
in der fehlenden Bereitschaft der Beschwerdeführerin
,
an Eingliederungs
massnahmen teilzuneh
men
,
jedenfalls
kein Indiz für
eine
grundsätzlich fehlende Motivation
der Be
schwerdeführerin
, wieder erwerblich tätig zu sein, erblickt werden.
10.4
Des Weiteren gilt es zu beachten, dass die Beschwerdeführerin eine Teilnahme an Eingliederungsmassnahmen beziehungsweise an
einer
vorerst in Aussicht ge
nommenen
Potentialabklärung (
Urk.
7/
115 S. 4)
nicht grundsätzlich verweigerte. Die Beschwerdeführerin machte
lediglich geltend,
dass sie
auf Grund der Betreu
ung ihres Ehegattens gegenwärtig nicht an Eingliederungsmassnahmen teilneh
men
könne
(vgl.
Urk.
7/113 und
Urk.
7/116).
Der vorliegende Sachverhalt unter
scheidet sich daher erheblich von demjenigen, welcher dem
Urteil des Bundesge
richts
9C_231/2015 vom
7.
September 2015
zu Grunde lag. Darin wurde
eine subjektive Eingliederungsfähigkeit verneint
, weil
sich die versicherte Person
wie
derholt und sehr dezidiert zur Frage der Wiedereingliederung geäussert
und g
e
genüber der Verwaltung angegeben
habe
,
dass sie
nicht mehr arbeiten
könne
,
dass
sie in ihrem Leben
genug gemacht
habe, dass sie mit der IV-Rente
weiterle
ben
wolle, dass sie
mit dem Gedanken Arbeit abgeschlossen
habe und dass sie sich
nicht mehr mit Hilfsarbeiten abgeben
wolle. Der
fehlenden Motivation zur Reintegration
lag daher
nicht primär eine subjektive Krankheitsüberzeugung zu
G
runde, sondern vielmehr die Ansicht, im Leben genug gemacht zu haben
bezie
hungsweise
der Widerwille, eine
ihrer
Ausbildung nicht adäquate Hilfsarbeit zu verrichten. Mit anderen Worten
lagen
keine (überhöhten) gesundheitsbezogenen Bedenken vor, welchen mit dem Angebot von beruflichen Massnahmen ange
messen begegnet werden kann
(E. 4.2).
Ein damit vergleichbarer Sachverhalt liegt hier offensichtlich nicht vor.
10.5
In Würdigung der gesamten Umstände
lässt sich vorliegend auf Grund der
Indi
zien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf
ein Fehlen der subjektiven Eingliederungsbereitschaft
der Beschwerdeführerin
schliessen.
Kann somit die
subjektive Eingliederungsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht
mit dem mass
gebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
verneint werden, durfte die Beschwerdegegnerin bei fehlenden Umständen
für die Annahme eines genügenden
Selbsteingliederungspotenzial
s
(vorstehend E.
7.2)
die
Beschwerde
führerin
nicht
wegen fehlender subjektiver Eingliederungs
fähigkeit auf den Weg de
r Selbsteingliederung
verweisen
.
1
1.
11
.1
Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behand
lung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb
das
ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leis
tungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 21 Abs. 4 ATSG; Urteil des Bun
desgerichts 9C_497/2013 vom 30. November 2013 E. 3.2.2).
11
.2
Nach Gesagtem wäre die Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesen, vor einer Herabsetzung der Rente ein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
durchzuführen. Da
bei hätte sie die Beschwerdeführerin auffordern müssen, eine alternative Betreu
ung ihres Ehegattens in die Wege zu leiten
und anschliessend an den vorgesehe
nen beruflichen Abklärungs- und Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen.
Erst nach einem erfolglos
durchgeführten Mahn- und
Bedenk
zeit
verfahren
wäre die Beschwerdegegnerin berechtigt gewesen, eine Renten-herabsetzung zu verfügen
(Urteile des Bundesgerichts 8C_19/2016 vom
4.
April 2016 E. 5.2.3, 9C_412/2014 vom 2
0.
Oktober 2014 E. 3.3
und 9C_183/2015 vom 1
9.
August 2015 E. 5)
. Folg
lich
ist davon auszuge
hen, dass es der
Be
schwerdeführer
in
an der Fähigkeit fehlt,
ihre
allenfalls ver
bleibende Leistungsfähigkeit ohne
befähigende Massnahmen
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt auszuschöpfen.
Dies führt im Ergebnis zur Gutheissung der Beschwerde mit der Feststellung, dass
die
Beschwerdeführer
in
einstweilen weiterhin Anrecht auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat.
12
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
tonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichti
gung des gesetz
li
chen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
8
00.-- fest
zusetzen und aus
gangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
13
.
13.1
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Für unnötigen oder geringfügigen Aufwand einer Partei wird keine Prozessent
schädigung zugesprochen (
§
8
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht,
GebV
SVGer).
13.2
Dem sich bei den Akten befindenden Tätig
keitsnachweis von Rechtsanwalt
Dr.
Kreso
Glavas
vom
2.
Juli 2019 (
Urk.
23
) ist
ein
geltend gemachte
r
zeitliche
r
Aufwand von insgesamt
11.68
Stunden
zu entnehmen. Dieser
erschein
t
in Be
rücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
als angemessen.
Bei einem gerichtsüblichen Stundensatz von
Fr.
220
.
-- und gel
tend gemachten Barauslagen von 4
%
(
Fr.
102.80) hat die obsiegende Beschwer
deführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung von
Fr.
2'878.15 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).