Decision ID: aa67e327-c070-4a73-b942-d62ccfa61508
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
67
,
arbeitete seit Januar 2001 bis
zum 3
0.
Juni 2010
als Hausdienstmitarbeiterin beim
Z._
(Urk. 8/2, Urk. 8/5, Urk
. 8/11
,
Urk. 8/65 S. 5 oben
).
Am
30
.
September
200
9
(Urk. 8/2)
meldete
sie
sich
erstmals
unter Hinweis auf Arm- und Schulterprobleme
sowie eine Neurose
zum B
ezug von IV-Leistungen an
. Die
Sozial
ver
si
che
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte die medi
zinischen
und beruflichen Verhält
nisse ab
. Am 2
4.
März 2010 (Urk. 8/28) leis
tete sie Kostengutsprache für
e
ine
ergonomische
Arbeits
platz
ab
klärung
. Am 3
1.
März 2010 (Urk. 8/29) teilte
sie der Versicherten zu
dem mit, dass
ihr Beratung und Unterstützung beim Erhalt ihres der
zeitigen Arbeitsplatzes gewährt werde.
Mit Mitteilung vom
8.
Juli 2010 (Urk. 8/35) gewährte sie der Versicherten Beratung und Unt
erstützung bei der
Stellen
suche
.
Am 2
0.
Februar 2012 (Urk. 8/54) veranlasste sie sodann eine ambulante rheu
matologische Abklärung
inklusive
Evaluation der funktionellen Leistungs
fähig
keit (EFL)
bei der
A._
(Gutachten vom
1
7.
Juli 2012, Urk. 8/65)
. Nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/70) wies sie das
Leistungs
be
gehren
mit Verfügung vom
2
5.
September 2012
(Urk.
8
/
73
) mit der Be
gründung ab, dass
weder eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von min
destens 40
%
während e
ines Jahres noch eine andauernde
rentenbegründende
Er
werbs
einbusse
vorlägen.
1.2
Am
11
.
Oktober 2012
(Urk. 8/74
)
meldete sich
X._
mittels Bericht von PD
Dr.
med.
B._
, Spezialarzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilita
t
ion, speziell Rheumatologie, unter
Hinweis
auf
Hand- und Kniebeschwerden
er
neut zum
Leistungs
bezug an
(vgl. dazu auch Urk. 8/75)
.
Die IV-Stelle
for
derte
PD
Dr.
B._
am 1
3.
November 2012 (Urk. 8/77)
dazu
auf, sich zum
A._
Gutachten und
zu
allfälligen Diskrepanzen zu äussern beziehungsweise eine Ver
schlechte
rung auf
zuzeigen und zu begründen sowie explizit zur Arbeits
fähig
keit in einer optimal behinderungsangepassten Tätigkeit Stellung zu nehmen. Am 17. Dezember 2012 (Urk. 8/79) kam
PD
Dr.
B._
dieser Aufforderung nach, indem
er
auf den Be
richt vom 1
1.
Oktober 2012
verwies
.
Mit Vorbescheid vom 1
0.
Januar 2013 (Urk. 8/81)
stellte die IV-Stelle der Versicherten die Ablehnung des
Leistungs
begehrens
in Aussicht. Nach Prüfung der
Einwände und der eingereichten Unterlagen
(Urk. 8/85, Urk. 8/90-
97)
holte sie einen medizini
schen Bericht von
Dr.
med.
C._
,
Facharzt für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin (Urk. 8/105)
, ein
und
verneinte
hernach
mit Ver
fü
gung vom
23
. Mai
201
3
(Urk. 2)
den Anspruch auf eine Rente
.
2.
Dagegen
erhob die Versicherte am
1
2.
Juni 2013
(Urk. 1)
Beschwerde
und
be
an
tragte, die angefochtene Verfügung sei auf
zu
heben und es seien ihr die ge
setz
li
chen Leistungen zuzusprechen. Eventualiter seien ergänzende medizinische Ab
klärungen anzuordnen.
Die Beschwerdegegnerin
schloss
in ihrer
Beschwer
de
antwort
vom
9.
August 2013
(
Urk. 7
)
auf A
bweisung der Beschwerde, was der
Beschwerdeführer
in
am
1
3
.
August
201
3
(Urk.
9
)
zur
Kenntnis gebracht wurde
.
3.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akten wird, sofern für die
Ent
scheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente, eine
Hilflosenentschädigung
oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen
Assistenzbei
trag
entsteht, verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraus
setzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades oder der Hilflosigkeit auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 117 V 198 E. 3a,
130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen
; ferner BGE 133 V 108 E. 5.2
). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad oder die Hilflosigkeit oder der Hilfebedarf seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine
anspruchsbegrün
dende
Invalidität oder Hilflosigkeit oder einen anspruchsbegründenden
Hilfebe
darf
zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.
1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung vom
23
. Ma
i 201
3
(Urk. 2) auf den Standpunkt,
die medizinischen Abklärungen hät
ten keine neuen Tatsachen hervorgebracht, die belegen würden, dass sich der
Ge
sund
heitszustand der Beschwerdeführerin sei
t der
leistungsabweisenden
Ver
fügung vom 25.
September 2012 verändert habe. Die Beschwerdeführerin sei in ihrer ange
stammten Tätigkeit im Hausdienst wie auch in einer angepassten Tätigkeit
zu 75
%
arbeitsfähig
. Weder liege eine
durchschnittliche Arbeitsunfä
higkeit von min
destens 40
% während eines Jahres
vor noch resultiere
eine andauernde
renten
begründende
Erwerbseinbusse
.
Weitere Abklärungen seien nicht nötig.
2.
2
Dagegen machte die
Beschwerdeführer
in
gestützt auf die Berichte von PD
Dr.
B._
vom 1
1.
Oktober und 1
7.
Dezember 2012 (E. 3.2.1
hievor
)
geltend
(Urk. 1 S. 7
Ziff.
3.1 ff.)
,
ihr
Ge
sund
heitszustand habe sich seit der letzten
Ver
fügung
vom
2
5.
September 2012 verschlechtert, zumal nebst den Einschrän
kungen in beiden H
ä
nden auch noch Kniebeschwerden hinzugekommen seien, so dass nur
noch eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
in einer
leidens
ange
passten
Tätigkeit möglich sei.
D
ie Beschwerdeführerin
wies
ferner
darauf hin, dass der Regionale Ärztliche Dienst (RAD)
-
obwohl er
in seiner Stellungnahme vom 2
2.
Oktober 2012
festgehalten habe, dass aufgrund des recht kurz ge
haltenen Attestes eine Beurteilung der Arb
eitsfähigkeit nicht möglich sei -
keine weiteren medizini
schen Abklärungen
mehr getätigt habe und machte eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes geltend.
3.
3.1
Die rentenablehnende Verfügung vom
2
5.
September 2012 (Urk. 8/73)
erfolgte gestützt auf das
A._
-
Gutachten vom 1
7.
Juli 2012 (Urk. 8/65)
mit
folgende
n
Diagnosen
(S. 9)
:
Klinisch
Metacarpophalangealgelenk
(
MCP
)
II-Arthritis links (gemäss
D._
auch beider Hände
)
im Rahmen einer undifferenzierten Kollagenose (Differentialdiagnose: beginnende Sklerodermie)
Status nach
Sesamoidektomie
radiales MP II
links am 2
4.
April 2009
Aktenanamnestisch
mässiggradiges
postoperatives
Komplexes Regionale
s
Schmerzsyndrom (
CRPS
)
in der
Hand links, klinisch aktuell nicht vorhan
den
Chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits bei/mit:
Wirbelsäulenfehlform (mässige
r
Rundrücken, protrahierte Kopfhaltung)
muskulärer Insuffizienz der Rücken- und Schultergürtelmuskulatur
Anamnestisch leichtes
Impingement
Schulter links (
D._
Juni 2012)
Als Nebendiagnosen nannten sie eine
Migraine
accompagn
ée
,
anamnestisch eine
Psoriasis, anamnestisch
einen
Status nach einer
Nasen
bein
fraktur
im April
2010 und anamnestisch
einen
Status nach einer
Nieren
stein
problematik
rechts sei
t
zirka 2000
(S
.
9).
Die
A._
-Gutachter hielten in den Schlussfolgerungen gemäss der
EFL
fest
(S. 9 f.
Ziff.
4.1.1)
, das arbeitsbezogene relevante Problem be
stehe in einer vermin
derten Belastungstoleranz der beiden
Zeige
finger
grund
gelenk
e
(MCP). In den Tests habe ein Schonverhalten be
obachtet werden können (Zeigefinger würden beim Greifen nicht eingesetzt und häufig gestreckt ge
halten). Es hätten sich jedoch auch Inkonsistenzen vor allem bei der
Hand
kraft
und beim ein
händigen Tragen gezeigt. In un
beobachteten Momenten habe die Be
schwerde
führerin die Zeigefinger auch zum Greifen eingesetzt. Die
Leistungs
bereitschaft
beur
teilten sie als
fraglich. Die Kon
s
istenz bei den Tests sei schlecht gewesen. Während der statischen Tests kön
ne eine diskret verminderte
Kraft
ausdauer
der
Rumpfmus
kulatur
objektiviert wer
den. Infolge der
Symptom
aus
weitung
und Inkonsistenz könne man davon aus
gehen, dass die Belast
bar
keit bei guter
Leistungsbereit
schaft
vor allem bei der Handkraft und dem ein
hän
digen Tragen links höher liege.
In der medizinischen
Stellungnahme zur
Arbeitsfähigkeit führten sie ferner aus
(S. 10 f.
Ziff.
5.1)
, die angestammte Tätigkei
t im Hausdienst, bei der sie 9
Stunden pro
Tag habe arbeiten und putzen und dabei mehrere Maschinen habe ziehen und stossen müssen, sei als mittelschwer zu taxieren. Aus anam
nestischer, klinischer und radiologischer Sicht (ohne Usuren und Erosionen) sowie aufgrund der EFL-Resultate, bei der die Beschwerdeführerin etwas zu ver
deutlichend den Zeige
finger eingesetzt habe, s
e
i
diese Tätigkeit als durch
aus durchführbar zu erachten. Die rheumatologische Abklärung am
D._
habe der
zeit
„
eine
remitten
te
Krankheits-„Aktivität“ und auch kei
nerlei
Gelenk
destruktionen
im Rahmen der festgestellten rheuma
tolo
gischen Erkrankung
“
ge
zeigt, die konkret gegen diese mittelschwere Tätig
keit sprechen könnten. Unter Be
rück
sichtigung
dessen
, dass aus
Gelenk
schutz
gründen
maxi
mal eine mittelschwere Be
lastung erfolgen sollte, die im Rahmen der beschriebenen Tätigkeit zwar nicht über
schritten werde
,
und einer theoretisch mög
lichen, kumulativen
Gelenks
irritation
bei ganztägiger, mittel
sch
w
ere
r
Belastung werde die Beschwerde
führerin für die angestammte Tätig
keit ganztags mit über den Tag verteilten Pausen von zwei Stunden als
zu
75
%
arbeits
fähig be
trachtet.
Auch für eine anderweitige, mittelschwere Tätigkeit
(unter Berücksichtigung der Ein
schränkungen) sei
die Beschwerdeführerin ganztags
mit vermehrten Pause
n von zwei Stunden
leistungs
fähig
und somit zu 75
%
arbeitsfähig (S. 11 Ziff.
5.2).
Die derzeitige Tätigkeit als Küchengehilfin im
E._
, welche als voll
kom
men adaptiert mit lediglich
sehr geringer Gewichtsbelastung und
sehr geringer
Gelenks
belastung
zu qualifizieren sei, sei der Beschwerdeführerin medi
zinisch-theoretisch ganztags und ohne Pausen zumutbar, dies auch unter
Mit
ein
bezug
der von ihr subjektiv beklagten Beschwerden (S. 11
Ziff.
5.2).
3.2
3.2.1
Im
Rahmen der Neuanmeldung vom 1
1.
Oktober 2012 (Urk. 8/74
, vgl. dazu auch Urk. 8/79
) führte
PD
Dr.
B._
mit Schreiben
gleichen Datums aus,
die Beschwerdeführerin sei seit 2010 bei ihm in Behandlung. Bis
2009 habe sie
zu
100
% gearbeitet. Aufgrund
krank
heits
be
dingter
Probleme, zuerst der linken Hand, dann der rechten Hand und neu
erdings auch des linken Knies sei sie nur noch reduziert arbeitsfähig; zurzeit arbeite sie in einem 50%-Pensum. Eine Stei
gerung in ihrer Arbeit sei aus medizinischer Sicht nicht möglich. Bei früheren, höheren Arbeitsgraden als 50 % habe man gesehen, dass
es
in den Händen immer wieder
zu
deutliche
n
Schmerzen und Ent
zündungen
g
ekommen
sei
. Die
Arbeits
ein
busse
erachte er als
krank
heitsbedingt
.
Am 1
7.
Dezember 2012 (Urk. 8/79) hielt PD
Dr.
B._
fest, dass er dem Bericht vom 1
1.
Oktober 2012 nichts mehr
hin
zuzufügen habe.
3.2.2
RAD-Arzt
Dr.
med.
F._
, praktischer Arzt FMH, zertifizierter medizini
scher Gutachter (SIM), Vertrauensarzt (SGV), hielt in seiner
versicherungs
medi
zinischen
Einschätzung
vom 2
2.
Oktober 2012 (Urk. 8/101 S. 2) fest, aufgrund des recht kurz
gehaltenen Attests (
von
PD
Dr.
B._
) sei eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
insbesondere darum
nicht möglich, weil keine objektivierbaren und reproduzierbaren Angaben zu den funktionellen Defiziten gemacht worden seien.
3.2.3
RAD-Arzt
Dr.
F._
hielt in seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung vom
4.
Januar 2013 (Urk. 8/80 S. 2 f.) fest, nach erneuter Würdigung der vor
liegenden Akten seien die Ausführungen
über
Ressourcen und Defizite sowie die Einschätzung der Arbe
itsfähigkeit im Gutachten des
A._
plausibel. Da keine begründeten Argumente vorgebracht worden seien, die jene Einschätzung wider
legten, sei an dieser Einschätzung festzuhalten.
3.2.
4
Am 2
0.
März
2013 (
Urk. 8/105
/5-6
)
äusserte
Dr.
C._
d
en Verdacht auf
eine
beginnende
seronegative
Arthritis (Differentialdiagnose Psoriasis
Arthropathie
) und diagnostizierte einen Status nach einer
Sesamoidektomie
radial des MC II links am 2
4.
April 2
009 sowie
ein
intermittierendes
cerv
ikospondylogenes
Syn
drom li
nks.
In seiner Beurteilung führte er aus, die Beschwerdeführerin leide gemäss eige
nen Angaben seit 2006 an Schmerzen im Bereiche des MCP II links sowie seit Spätsommer 2011 auch im MCP II rechts. Seit Herbst 2012 bestünden zu
dem intermittierend linksseitige Knieschmerzen. Aufgrund der anam
nestischen An
gaben
und
der auswärtigen radiologischen Abklärungen und
Labor
unter
su
chungen
bei
Dr.
B._
dürften die Beschwerden auf einer milden
sero
negativen
rheumatoiden Arthritis (
Oligoarthritis
) beruhen, wobei die Be
schwer
den durch die aktuelle Therapie mit Prednison und Olfen günstig beein
flusst wür
den. Differentialdiagnostisch komme eine Psoriasis
Ar
t
hropathie
als Ur
sache der Beschwerden in Frage.
Aufgrund der geschilderten Beschwerdeursachen sei mit einem lang
an
dauernden respektive chronischen Verlauf zu rechnen.
Im Bericht vom 1
1.
April 2013 (Urk. 8/105/1-4) hielt er ergänzend fest, die Be
schwerde
führerin
habe
sich bei ihm für eine medizinische Second-Opinion gemeldet. Dabei sei die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit nicht zur Diskussion ge
stan
den; diese sei anamnestisch in einem Gutachten beurteilt worden. Bei Unklar
heiten müsste das Gutachten wiederholt werden.
3.2.5
RAD-Arzt
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie, hielt am
8.
Mai 2013 (Urk. 8/109 S. 5) fest, zusammenfassend seien weder dem Bericht von
Dr.
C._
noch demjenigen von PD
Dr.
B._
neue, nicht schon bekannte medizinische Informationen/Befunde/Tatsachen zu entnehmen gewe
sen, weshalb an den RAD-Stellungnahmen vom
4.
Januar 2013 und 2
2.
Oktober 2012 festgehalten werde.
4.
4.1
Mit Verfügung
vom 23. Mai 2013 (Urk
. 2) verneinte die IV-Stelle den An
spruch auf eine
Invalidenrente.
Auf die Neuanmeldung der
Beschwerdeführerin vom 11. Oktober 201
2
(Urk. 8/74)
war
die Verwaltung
demnach eingetreten,
womit sich die richterliche Be
ur
teilung der
Ein
tretensfrage
erübrigt (
vgl.
BGE 109 V 108 E. 2b).
In Frage steht vorliegend, ob sich
der Invaliditätsgrad
bis
zum
2
3.
Mai 2013
auf
grund
eines im Vergleich zu den Ver
hält
nis
sen im Zeitpunkt
des Erlasses der rent
enabweisenden Verfügung vom 25.
September 2012
veränderten Ge
sund
heits
zustandes
(Urk. 8
/73) in
mass
geb
l
icher Weise ver
schlechtert hat be
ziehungs
weise ob die von der Beschwerdeführerin glaubhaft gemachte Ver
änderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich
und in
anspruchsbegründen
dem
Ausmass
eingetreten ist.
4.2
4.2.1
Dr.
B._
und
Dr.
C._
berichteten am 1
1.
Oktober 2012 (E. 3.2.1
hievor
) respek
tive am 2
0.
März 2013 (E. 3.2.5
hievor
)
und damit noch vor Erlass der angefochtenen Verfügung
von linksseitigen
Knie
be
schwer
den
seit Herbst 201
2. Dr.
C._
äusserte zudem den Verdacht auf eine beginnende
seronegative
Arthritis
(
Oligoarthritis
) und
Dr.
B._
attestierte der Beschwerdeführerin auf
grund der Beschwerden in der linken und rechten Hand und den
neuerdings aufgetretenen linksseitigen
Knie
be
schwer
den
e
ine
nur noch
50%ige
Arbeitsfä
higkeit.
Diese
Knie
be
schwerden
sind
im Vergleich zum
A._
-Gutachten vom 1
7.
Juli 2012
(E. 3.1
hievor
)
, welches auf Untersuchungen im Mai 2012 beruhte, neu
und werden vom mass
geblichen Beurteilungszeitraum der angefochtenen Verfügung vom 2
3.
Mai 2013 (Urk. 2) erfasst.
4.2.2
Der massgebende Sachverhalt wurde in materieller Hinsicht indes nicht hinrei
chend abgeklärt.
Im Rahmen der Neuanmeldung
stellte
die Beschwerd
egegnerin dem be
handelnden
PD
Dr.
B._
nach Eingang des Berichtes vom 1
1.
Oktober
2012 (E.
3.2.1
hievor
) zwar Ergänzungsfragen, indem sie letzteren aufforderte, all
fällige Dis
krepanzen zum
A._
-Gutachten
beziehungsweise
eine Verschlech
terung auf
zuzeigen und zu begründen sowie explizit zur Arbeitsfähigkeit in
einer optimal
be
hin
derungs
angepassten
Tätigkeit Stellung zu nehmen
(Urk. 8/77)
;
zudem
holte
sie
einen medizinischen Bericht von
Dr.
C._
(E. 3.2.5
hievor
) ein
. D
iese im Rahmen
des
Neu
anmeldung
sverfahrens
eingegangenen medizinischen Berichte der die Be
schwerde
führerin behandelnden Ärzte
vermö
gen
die
praxis
gemässen
An
for
derungen an den Beweiswert einer
Expertise (E. 1.4
hievor
)
jedoch
nicht zu erfüllen
. Was den Be
richt des be
handelnden
PD
Dr.
B._
anbelangt ist festzuhalten, dass dieser nicht um
fas
send ist, erschöpft er sich doch in ein paar Zeilen
und beantwortet die Frage der Arbeits
fähigkeit in
behin
derungsangepasster
Tätigkeit nicht. Ferner leuchten die Schluss
folge
rungen – bei insgesamt fehlender Darlegung der medizinischen Zusam
men
hänge – nicht ein beziehungsweise können diese nicht prüfend nach
voll
zogen wer
den. Dass aufgrund des recht kurz gehaltenen Attestes eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht möglich sei, insbesondere weil keine objektivierbaren und reproduzierbaren Angaben zu funktionellen Defiziten gemacht worden seien, hielt denn auch RAD-Arzt
Dr.
F._
in seiner Stellungnahme vom 2
2.
Oktober 2012 (E. 3.2.2
hievor
) fest.
Im Weiteren nicht abgestellt werden kann auf
die Einschätzung
von
Dr.
C._
(E. 3.2.5
hievor
), da
sich der
Bericht
nicht zur
Arbeits
fähig
keit äussert
.
Wenn sich nun die Beschwerdegegnerin
mit dem RAD –
namentlich
trotz neu aufgetretener linksseitigen Kniebeschwerden - auf den Standpunkt stellt, dass keine be
gründeten Argumente vorgebracht worden seien, die die Einschätzung der
A._
-Gutachter widerlegten
und den Berichten von
Dr.
C._
und
PD
Dr.
B._
keine neuen nicht schon bekannte
n
med
izinische
n
Informa
tionen/Befunde
/Tatsachen zu entnehmen gewesen seien (E. 3.2.3
hievor
, E. 3.2.5
hievor
), kann ihr nicht gefolgt werden
.
Jedenfalls wären
weitere medizinische (verwaltungsinterne oder –externe) und erwerbliche Abklärungen
zu tätigen gewesen, um
die Frage
, ob die glaubhaft
gemachte
Veränderung der Verhält
nisse
auch tatsächlich eingetreten ist beziehungsweise die festgestellte Verän
derung genügt, um nun eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, abschliessend beantworten zu können
.
4.
3
Die ange
fochtene Ver
fügung ist
somit
aufzuheben und die Sache an die
Be
schwer
de
gegne
rin
zu
rück
zuweisen, damit sie weitere medizinisch-rheumatolo
gische (
ver
waltungs
interne
oder –externe) sowi
e erwerbliche Abklärungen tätig
e
und über
den
Renten
anspruch neu verfüg
e
.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 700.-- festzulegen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
5.2
Bei diese
m Ausgang des Verfahrens hat die
Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung, welche unabhängig vom Streitwert nach der Be
deutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird (§ 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht) und vorliegend
auf Fr. 1‘
3
00.--
(inklusive Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen ist.