Decision ID: be888d95-f9df-4346-9ef4-02dc15efccc8
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1958, ist gelernte Konditorin/Confiseu
rin. Ab 1990 war sie als Texterfasserin tätig (Urk. 7/2/1, Urk. 7/8/3). Wegen Rücken
beschwerden (Urk. 7/8/5) bezog sie vom 1. November 1992 bis 31. März 1994 eine ganze und anschliessend bis 30. Juni 1996 eine halbe Invaliden
rente (Urk. 7/34-39). Da sie per 1. Juli 1996 eine vollzeitliche
Erwerbstätig
keit als
Filialleiterin eines Schuhge
schäftes
aufnehmen
konnte (Urk. 7/40), hob die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, die Rente mit Verfügung vom 23. Oktober 1996 auf Ende November 1996 auf (Urk. 7/47; vgl. auch Urk. 7/37).
1.2
Die Versicherte war infolge einer Knieverletzung, welche sie sich am 21. Ja
nuar 2000 beim Tennisspielen zugezogen hatte, zunächst vollständig und danach in wechselndem Umfang arbeitsunfähig. Der zuständige Unfall
ver
sicherer richtete unter anderem Taggeldleistungen aus (Urk. 7/66/72-86, Urk. 7/68). Das Arbeitsverhältnis mit dem Schuhgeschäft wurde auf den 31. Dezember 2000 aufgelöst (Urk.
7/68/1). In der Folge war die Versicherte als
selbständige Marktfahrerin tätig (
Urk.
7/56/4, Urk.
7/102/2,
Urk.
7/124). Am 2
0.
März 2002 meldete sie sich unter Hinweis auf die Unfallfolgen erneut bei der IV-Stelle zum Rentenbezug an (
Urk.
7/56). Ab April 2003 führte sie zusammen mit ihrem Ehemann ein Restaurant (Urk.
7/102/2,
Urk.
7/124). Gestützt auf die getroffenen
beruflichen und medizinischen Abklärungen (Urk. 7/127, Urk. 7/130) sprach ihr die IV-Stelle mit Verfügungen vom 20. Januar und 10. Februar 2005 ab 1. Mai 2001 eine ganze Rente sowie ab 1. Januar 2004 auf Basis eines Invaliditätsgrades von 67 % eine Dreivier
telsrente zu, befristet bis zum 31. Mai 2004 (Urk. 7/133, Urk. 7/143-144, Urk. 7/148). Auf Einsprache der Versicherten hin (Urk. 7/147) hielt die IV
Stelle mit Einspracheentscheid vom 21. Juli 2005 an ihrer Beurteilung fest (Urk. 7/156). Dagegen erhob die Versicherte beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Beschwerde (Urk. 7/157). Dieses hiess die Beschwerde mit dem Urteil IV.2005.00848 vom 30. April 2007 in dem Sinne gut, dass es die Sache zur weiteren Abklärung des Rentenanspruchs ab dem 1. Januar 2004 an die IV-Stelle zurückwies (Urk. 7/163).
1.3
In der Folge liess die IV-Stelle die Versicherte durch Dr. med. Y._, Fach
arzt für Rheumatologie und Innere Medizin, begutachten. Gestützt auf das Gutachten vom 28. März 2008 (Urk. 7/171) und dessen Ergänzung vom 2. Juni 2008 (Urk. 7/173) gelangte sie zur Beurteilung, dass die Versicherte ab Januar 2004 in leidensangepassten Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig sei, und sprach ihr mit Verfügung vom 18. Dezember 2008 nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (Urk. 7/178, Urk. 7/181-182, Urk. 7/187) ab Januar 2004 befristet bis Ende April 2004 eine Dreiviertelsrente zu. Gleich
zeitig hielt sie fest, die für den Monat Mai 2004 bereits ausgerichtete Drei
viertelsrente werde nicht zurückgefordert (Urk. 7/188). Auch diese Verfügung focht die Versicherte beim Sozialversicherungsgericht mit Beschwerde an (Urk. 7/190). Mit dem Urteil IV.2009.00085 vom 29. Oktober 2010 wies das Gericht die Beschwerde ab (Urk. 7/202).
1.4
Bereits am 17. September 2010 hatte sich die Versicherte,
welche damals mit einem Beschäftigungspensum von 30-50
%
im Restaurant ihres Ehemanns arbeitete, unter Hinweis auf Beschwerden im linken Bein und Fuss sowie Rückenbeschwerden seit dem Einsatz einer Knietotalprothese am 1
1.
Februar
2009 erneut zum Rentenbezug angemeldet (Urk. 7/195; vgl. auch Urk. 7/200/18-19). Die IV-Stelle forderte die Versicherte auf, ihr aktuelle ärztliche Verlaufsberichte einzureichen (Urk. 7/198), und stellte ihr gestützt darauf (Urk. 7/199-201, Urk. 7/203) mit Vorbescheid vom 13. April 2011 das Nichteintreten auf ihre Neuanmeldung in Aussicht, da damit keine wesentli
che Sachverhaltsänderung seit Erlass der Verfügung vom 18. Dezember glaubhaft gemacht worden sei (Urk. 7/205). Am 17. Mai 2011 erhob die Ver
sicherte dagegen Einwand (Urk. 7/207). Gleichzeitig reichte sie das vom Unfallversicherer, welcher im Zusammenhang mit dem Einsatz der Knietotal
prothese links unter dem Titel eines Rückfalls Leistungen erbracht hatte (Urk. 7/212/3-4), eingeholte Gutachten des Dr. med. Z._, Facharzt für orthopädische Chirurgie, vom 18. Oktober 2010 (Urk. 7/206) ein. Die IV
Stelle zog daraufhin die Akten des Unfallversicherers bei (Urk. 7/212; vgl. auch Urk. 7/230) und gab in der A._ AG eine rheumatologisch-orthopädische Begutachtung mit zusätzlicher Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit in Auftrag (Urk. 7/214-215). Nach Erhalt des Gutachtens vom 21. Februar 2012 (Urk. 7/220, Urk. 7/222) setzte sie der Versicherten Frist an, um dazu Stellung zu nehmen (Urk. 7/233).
Nachdem das Restaurant ihres Ehemanns verkauft worden war, arbeitete die Versicherte ab
1.
September 2012 im
B._
mit einem Beschäftigungsgrad von 60
%
als Mitarbeiterin Gästebe
treuung (
Urk.
7
/260, Urk. 7/248/33, Urk. 7/282/3-4). In ihrer Stellungnahme vom 15. Oktober 2012 erhob sie Einwände gegen die Beurteilung der Gut
achter des A._, dass sie in einer leidensangepassten Tätigkeit ganztags arbeitsfähig sei (Urk. 7/220/18), und wies darauf hin, dass sie sich im April und Juni 2012 weiteren operativen Eingriffen (bezüglich des Meniskus im rechten Knie sowie im Bereich des rechten Sprunggelenks) habe unterziehen müssen (Urk. 7/235).
In der Folge holte die IV-Stelle das polydisziplinäre (internistisch-neurolo
gisch-orthopädisch-psychiatrische) Gutachten der MEDAS C._ vom 5. August 2013 ein (Urk. 7/248). Die Gutachter attestierten der Versicherten einen unveränderten Gesundheitszustand seit Erlass der Verfügung vom Dezember 2008 sowie eine Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten von 75-80 % (Urk. 7/248/43). Die Versicherte machte in ihrer Stellungnahme vom 14. Oktober 2013 geltend, das polydisziplinäre Gutachten leide an gra
vieren
den Mängeln (Urk. 7/253). Am 9. Januar 2014 nahm die MEDAS C._ zu den Vorwürfen der Versicherten Stellung (Urk. 7/258). Mit neuem Vor
bescheid vom 21. März 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Zusprechung einer Viertelsrente ab 1. März 2011 in Aussicht (Urk. 7/266). Am 30. April sowie am 5. Juni 2014 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass sich im Zusammenhang mit ihrer Psoriasis-Erkrankung und dem Einsatz einer Knieprothese rechts weitere Komplikationen ergeben hätten und sie deshalb bis 12. Mai 2014 zu 100 % krank geschrieben gewesen sei (Urk. 7/268, Urk. 7/273). Daraufhin holte die IV-Stelle bei den behandelnden Dermatologen Verlaufsberichte ein (Urk. 7/275, Urk. 7/299), zog das vom Berufsvorsorgeversicherer in Auftrag gegebene Gutachten von Dr. med. D._, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie vom E._, vom 13. September 2014 (Urk. 7/282) bei und liess diese Berichte durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) versicherungsmedi
zinisch würdigen (Urk. 7/301/2-4). Der Arbeitgeber kündigte der Versicherten das Arbeitsverhältnis auf Ende Oktober 2014 (Urk. 7/278). Mit neuem Vor
bescheid vom 21. April 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Ablehnung ihres Rentenbegehrens aufgrund des ermittelten Invaliditäts
grades von 0 % in Aussicht Urk. 7/302). Nachdem die Versicherte am 22. Mai 2015 dagegen Einwand erhoben hatte (Urk. 7/312), erliess die IV-Stelle die Verfü
gung vom 16. Juli 2015, mit welcher sie das Bestehen eines Rentenanspruchs verneinte (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Radek Janis, mit Eingabe vom 20. August 2015 Beschwerde und beantragte, es sei ihr ab September 2011 eine halbe Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von mindestens 50 % und ab Oktober 2013 bis August 2014 eine ganze Rente zuzusprechen; eventualiter sei die Vorinstanz zu verpflichten, auf eigene Kosten eine medizinische Abklärung zu veranlassen und anschlies
send einen neuen Vorbescheid zu erlassen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeant
wort vom 24. September 2015 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Drei
viertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Validen
einkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog.
allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Der Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung
des Leistungsanspruchs nach Art.
29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (
Abs.
1). Die Rente wird vom Beginn des Monats an aus
bezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Abs.
3).
1.5
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert wor
den und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invalidi
tätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Anlass zur Rentenrevision
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Ver
hältnissen, die geeignet ist, den Invalidi
tätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu
standes erheblich verändert haben (BGE
130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
Eine Verän
derung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswir
kun
gen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkun
gen eines im Wesentlichen unverändert gebliebe
nen Gesundheitszustandes auf die Arbeits
fähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechts
konformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditäts
bemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesge
richts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die Abweisung des Rentenbegehrens damit, der Beschwerdeführerin seien vorwiegend sitzend ausgeübte leidensangepasste Tätigkeiten seit Januar 2004 vollumfänglich zumutbar gewesen. Dies habe das Sozialversicherungsgericht mit dem Urteil vom 29. Oktober 2010 bestä
tigt. Nachdem ihr am 31. Oktober 2013 eine Knie-Totalprothese im rechten Kniegelenk implantiert worden sei, sei ihr keine leidensangepasste Tätigkeit mehr zumutbar gewesen. Seit 18. Februar 2014 sei sie wegen einer aktiven Psoriasis in dermatologischer Behandlung. Gemäss Bericht des dermatologi
schen Ambulatoriums des Stadtspitals F._ vom 2. Juni 2014 sei ihr anlässlich der dermatologischen Verlaufskontrolle vom 26. Mai 2014 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste, sitzende Tätigkeiten, bei welchen die Hände keinen Irritationen ausgesetzt seien und welche keinen Kunden
kontakt erforderten, attestiert worden. Darauf könne abgestellt werden. Dr. D._ habe in seinem Gutachten vom 13. September 2014 angege
ben, dass sich die durch die Psoriasis bedingten Veränderungen an beiden Händen und Füssen seiner fachärztlichen Kompetenz entziehen würden. Des
halb könne auf seine abweichende Beurteilung der Auswirkung der Psoriasis auf die Arbeitsfähigkeit nicht abgestellt werden. Gesamthaft betrachtet sei daher wieder vom Bestehen einer vollständigen Arbeits
fähig
keit in einer optimal leidensangepassten Tätigkeit auszugehen. Ab Mai 2014 bestehe keine Erwerbseinbusse mehr. Der Einkommensvergleich ergebe folglich einen Inva
liditätsgrad von 0 %. Selbst wenn aufgrund der durch die Psoriasis bewirkten Veränderungen an beiden Händen und Füssen von Einschränkungen ausge
gangen werde, welche mit einem maximalen leidens
bedingten Abzug von 25 % vom gestützt auf die Schweizerische Lohn
struktur
erhebung ermittelten Invalideneinkommen zu berücksichtigen seien, resultiere kein rentenbegrün
dender Invaliditätsgrad von mindestens 40 % (Urk. 2; vgl. auch Urk. 6).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt sich dagegen auf den Standpunkt, sie habe Anspruch auf eine halbe Invalidenrente von September 2011 bis September 2013 auf Basis eines Invaliditätsgrads von mindestens 50 % sowie auf eine ganze Rente von Oktober 2013 bis August 2014. Sie habe ihr Leistungsge
such am 22. September 2010 gestellt, weshalb ein allfälliger Leistungsan
spruch nach Ablauf des Wartejahres im September 2011 beginne. Gemäss dem Gutachten des Orthopäden Dr. Z._ vom 18. Oktober 2010 sei eine Arbeitstätigkeit mit einem Beschäftigungsgrad von mehr als 50 % nicht realistisch. Im A._-Gutachten vom 21. Februar 2012 werde zudem belegt, dass sie unter vielschichtigen Beschwerden leide, wobei bereits zu diesem Zeitpunkt eine Psoriasis vulgaris dokumentiert worden sei. Die Summe ihrer Beeinträchtigungen habe bereits damals zu einer höheren Arbeitsunfähigkeit geführt als derjenigen, welche von Dr. Z._ aus rein orthopädischer Sicht veranschlagt worden sei. Spätestens ab Oktober 2013 habe sich die Psoriasis derartig verschlimmert, dass sie fortan nicht mehr arbeitsfähig gewesen sei. Dies werde durch die Berichte der behandelnden Ärzte der G._ Klinik, die Berichte vom Januar sowie vom 13. Mai 2015 der Ärzte des dermatologischen Ambulatoriums des Stadtspitals F._ sowie die Berichte und Zeugnisse von Dr. med. H._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, belegt. Da sie ab September 2014 eine den Bezug einer Invaliden
rente ausschliessende Witwenrente erhalte, bestehe der Rentenanspruch bis und mit August 2014. Im Übrigen verhalte sich die IV-Stelle widersprüchlich: Zunächst habe sie ihr mit Vorbescheid vom 21. März 2014 die Zusprechung einer Viertelsrente in Aussicht gestellt. Diese Beurteilung habe sie nach dem Beizug des Gutachtens von Dr. D._ und der Verlaufsberichte der behandelnden Dermatologen, welche ihr jeweils eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit auch in leidensangepassten Tätigkeiten attestiert hätten, zu ihren Ungunsten revidiert. Dabei habe sie einzig auf die anderslautende, nicht nachvollziehbare Einschätzung des RAD abgestellt. Für den Fall, dass das Gericht die beantragten Leistungen gestützt auf die vorliegenden Akten nicht zusprechen könne, sei die IV-Stelle zu verpflichten, die nötigen weiteren medizinischen Abklärungen vorzunehmen. Eine Viel
zahl überzeugender medizinischer Berichte würden ihr eine vollständige Arbeits
unfähigkeit bescheinigen. Die Gegenmeinung des RAD beruhe dem
gegen
über nicht auf einer persönlichen ärztlichen Untersuchung und sei mit Blick auf die vor
liegenden medizinischen Akten nicht nachvollziehbar. Deshalb sei die IV
Stelle ihrer Abklärungspflicht nicht hinreichend nachge
kommen (Urk. 1).
3.
3.1
In seinem rechtskräftigen Urteil IV.2009.00085 vom 29. Oktober 2010 gelangte das Gericht gestützt auf das Gutachten des Rheumatologen Dr. Y._ vom 28. März 2008 (Urk. 7/171) und dessen Ergänzung vom 2. Juni 2008 (Urk. 7/173) zur Schlussfolgerung, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit ab Januar 2004 hauptsächlich durch ihre Kniebe
schwerden eingeschränkt war, welche eine vorwiegend sitzende Tätigkeit erfor
derlich machten; den Schulter- und Rückenbeschwerden konnte mit der Vermeidung von monotonen und stereotypen Arbeitshaltungen, von Über
kopfarbeiten sowie des Hebens und Tragens von Lasten ausreichend Rechnung getragen werden; zumutbar waren leichte Produktionsarbeiten, admi
nistrative Arbeiten oder Überwachungstätigkeiten im Rahmen eines 100%-
Pensums. In der angestammten Tätigkeit im Restaurant ihres Ehe
gatten, welche in administrativen Arbeiten und dem gelegentlichen Aus
helfen am Buffet bestand, war die Beschwerdeführerin zu 50
%
arbeitsfähig (
Urk.
7/2
02/8-10).
Dem Gutachten von Dr. Y._ vom 28. März 2008 sind folgende Diagnosen zu entnehmen: Gonarthrose links bei Status nach Distorsion im Januar 2000, Meniskusnaht medial im Mai 2000, Teilmeniskektomie medial und Knorpels
having im August 2000, Restmeniskektomie medial und Knorpeldébridement im Januar 2001, Valgisationsosteotomie im Mai 2001, Knorpeldébridement und Osteosynthesematerialentfernung im November 2001; Periarthropathia humeroscapularis calcarea links; ein leichtes rezidivierendes Zervikalsyn
drom; ein leichtes lumbovertebrales Syndrom; eine beginnende Heber
denarthrose; ein medialer Knieschmerz links, differentialdiagnostisch eine Meniskopathie (Urk. 7/171/6). Laut Beurteilung von Dr. Y._ limitierte pri
mär die posttraumatische Gonarthrose links die Arbeitsfähigkeit. Der Zustand sei aktuell noch kompensiert, das Gelenk sei nicht überwärmt und enthalte keinen Erguss. Eine im Verlauf der letzten vier Jahre eingetretene relevante Verschlechterung des Wirbelsäulenbefundes sei nicht ausgewiesen. Die leichte Wirbelsäulenfehlform führe zu einer etwas verminderten Belastbarkeit des Achsenskeletts und erfordere zum Erhalt der Beschwerdefreiheit regel
mässige körperliche Aktivität und die Vermeidung von bewegungs
stereotypen oder haltungsmonotonen Tätigkeiten im Alltag und bei der
Arbeit. Die aktuelle Tätigkeit, also das Versehen administrativer Arbeiten und das gelegentliche Aushelfen im Buffet im gemeinsamen Restaurantbetrieb mit ihrem Mann, sei der Beschwerdeführerin zu 50
%
zumutbar. In einer behinderungsangepassten, hauptsächlich sitzend ausgeübten körperlich
leichten und gelegentlich mittelschweren wechselbelastenden Arbeit ohne Über
kopfarbeiten sei sie ab 1. Januar 2004 zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 7/171/8-9, Urk. 7/173).
Das Sozialversicherungsgericht stellte auch auf den von der IV-Stelle vorge
nommenen Einkommensvergleich, welcher zu einem Invaliditätsgrad von 29 % führte, ab und bestätigte deshalb die Verfügung der IV-Stelle vom 18. Dezember 2008, wonach die laufende Dreiviertelsrente wegen einer gesundheitlichen Verbesserung im Januar 2004 auf Ende April 2004 aufge
hoben wurde (Urk. 7/202/10-12).
3.2
3.2.1
Den Akten ist Folgendes über die gesundheitliche Entwicklung nach der Begut
achtung durch Dr. Y._ zu entnehmen:
3.2.2
Wegen der zunehmend symptomatisch werdenden linksseitigen Gonarthrose wurde der Beschwerdeführerin am 11. Februar 2009 durch den orthopädi
schen Chirurgen Dr. H._ im linken Knie eine Totalprothese eingesetzt (Urk. 7/200/18-19). Im weiteren Verlauf traten Beschwerden im Unter
schenkel und in den Zehen links auf (Urk. 7/200/10). Nachdem die weiteren Abklärungen ergeben hatten, dass die Beschwerdeführerin an einem Morton
neurom intermetatarsal II/III und III/IV litt, erfolgte am 28. April 2010 ein weiterer operativer Eingriff mit Exzision des Mortonneuroms (Urk. 7/200/8-9, Urk. 7/206/2).
3.2.3
Am 19. September 2010 wurde die Beschwerdeführerin im Auftrag des Unfall
versicherers durch den orthopädischen Chirurgen Dr. Z._ begut
achtet. Dr. Z._ diagnostizierte zunächst einen Status nach Arthrotomie Knie links 1983, nach Distorsion des linken Knies am 21. Januar 2000 und mehreren Arthroskopien und einer Tibiakopf-Osteotomie sowie nach einer Knietotalendoprothese links am 11. Februar 2009. Weiter diagnostizierte er einen Status nach arthroskopischer Teilmeniskektomie im rechten Knie, nach Operation von Mortonneuromen am 28. April 2010 und nach Distorsionen des Rückfusses beidseits. Als weitere Diagnosen erwähnte er diverse Allergien und rezidivierende Rückenbeschwerden bei Dis
kusprotrusionen ohne relevante Veränderung seit Februar 2010, einer kleinen Retrolisthesis L5 und einem Wirbelhämangiom im Segment LWK 3. Laut Beurteilung von Dr. Z._ führte die unfallbedingte Problematik im linken Knie dazu, dass die Beschwerdeführerin keine Leitern steigen, nicht in die Hocke gehen und knien konnte sowie eine leicht eingeschränkte Gehleistung und Sitzzeit aufwies. Eine leidensangepasste Tätigkeit sei ihr im Rahmen eines 75%-Pensums zumutbar. Unter Berücksichtigung der übrigen Beeinträchtigungen erscheine eine Arbeitsfähigkeit von mehr als 50 % nicht als realistisch (Urk. 7/206/5-6).
3.2.4
Am 30./31. Januar 2012 wurde die Beschwerdeführerin im Auftrag der IV
Stelle im A._ durch Dr. med. I._, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, untersucht mit zusätzlicher Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL). Dem Gutachten vom 21. Februar 2012 sind folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen: Ein anamnestisch bestehendes chronisches lumbospondylogenes Syndrom links mit minimen degenerativen Verände
rungen und einer Wirbelsäulenfehlhaltung und –form; ein rezidivierendes Zervikovertebralsyndrom mit wahrscheinlich degenerativen Veränderungen mit Einschränkung der Rotation und Seitneigung, anamnestisch angeblich bei Status nach einem vor rund 17-18 Jahren erlittenen HWS-Trauma; ein Status nach Totalprothesen-Implantation links am 11. Februar 2009 bei/mit Gonarthrose links, einem Status nach Distorsion am 21. Januar 2000 mit anschliessend mehreren Kniearthroskopien, einer Valgisationsosteotomie sowie einem Knorpeldébridement und einer Osteosynthesematerialentfernung im Jahr 2001;
eine unklare Sensibilitätsstörung im Bereich des Unter
schenkels links; ein medialer Knieschmerz
r
echts, differentialdiagnostisch eine beginnende mediale Gonarthrose rechts beziehungsweise eine Menisko
pathie; eine Periarthropathia humeroscapularis calcarea links mit subjektiver Bewegungseinschränkung; ein Status nach Operation von Morton-Neuromen II/III, III/IV links am 2
8.
April 2010; ein Status nach wiederholter Sprungge
lenksdistorsion rechts 2002; beginnende Heberdenarthrosen; eine Psoriasis vulgaris ohne Hinweise für eine Psoriasisarthropathie. Laut Beurteilung von
Dr.
I._
sei in keinem der verschiedenen gesundheitlichen Problem
bereiche eine verifizierbare Verschlechterung eingetreten. Auffällig sei das weinerliche Verhalten der Beschwerdeführerin gewesen. Es habe eine Diskre
panz zwischen Leidensdruck und den objektiven Befunden beobachtet wer
den können. Gemäss
der Gutachterin
bestand eine verminderte Belastungs
toleranz hauptsächlich im Bereich des rechten Knies, der linken Schulter sowie der Lendenwirbelsäule. Wegen des künstlichen Kniegelenks könne das linke Knie ferner nicht maximal gebeugt werden. Deshalb könne
die Beschwerdeführerin
nicht in die Hocke gehen und sei
beim
Kriechen und Knien vermindert belastbar. Weiter hätten eine verminderte Belastbarkeit der Rumpfmuskulatur sowie eine verminderte Beinkraft vor allem links objekti
viert werden können. Dadurch sei die Beschwerdeführerin in statischen Posi
tionen wie vorgeneigte
m
Stehen und Sitzen sowie im Besteigen von Treppen und Leitern eingeschränkt.
Die bisherige Tätigkeit als Mitarbeiterin im Büro und Buffet im Restaurant ihres Mannes sei der Beschwerdeführerin ganztags mit vermehrten Pausen von 1,5-2 Stunden zumutbar, entsprechend einer Leistung von 75-80 %.
In einer leichten bis mittelschweren, wechselbelasten
den Arbeit, welche ihren Einschränkungen Rechnung trage, sei sie ganztags arbeitsfähig (Urk.
7/220/16-19).
3.2.5
Am 19. April 2012 führte Dr. H._ wegen Beschwerden aufgrund einer medialen Meniskusläsion bei beginnender Gonarthrose im rechten Knie eine Arthroskopie mit partieller Meniskektomie durch. Am 20. Juni 2012 erfolgte wegen anhaltender Beschwerden im rechten oberen Sprunggelenk (OSG) durch den gleichen Operateur eine Arthroskopie mit Gelenkdébridement und lateraler Bandplastik (Urk. 3/3 S. 3 f. und 5 f.; Urk. 7/248/31-32; Urk. 7/248/56).
3.2.6
Am 28. Februar, 1. März, 5. März sowie 26. März 2013 wurde die Beschwer
de
führerin in der MEDAS C._ polydisziplinär (internistisch-neu
rologisch-orthopädisch-psychiatrisch) begutachtet. Dem Gutachten vom 5. August 2013 sind als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Status nach Kniegelenkstotalprothese links (2009), eine beginnende Gon
arthrose rechts, eine posttraumatische Arthrose OSG rechts sowie ein Status nach Mortonneurom D2/3/4 links mit Exstirpation im Jahr 2010 mit residu
alem lokalem Belastungsschmerz im Vorfuss links zu entnehmen. Ohne Rele
vanz für die Arbeitsfähigkeit sind laut den Gutachtern die Diagnosen einer residualen leichtgradigen sensomotorischen Störsymptomatik des Nervus peroneus links bei Status nach totaler Endoprothese (TEP) des linken Knies mit Affektion des Nervus saphenus und der Rami cutanei laterales und medi
ales des Nervus suralis, eines rezidivierenden Zervikalsyndroms, einer Peri
arthropathia humeroscapularis links, eines rezidivierenden Lumbovertebral
syndroms, einer
Psoriasis sowie
eines leichten, aber zunehmenden Karpal
tunnelsyndroms links, bezüglich welchem sich eine Operation eher empfehle. Die Gutachter hielten sodann fest, es hätten sich keine Befunde ergeben, wel
che eine seit der letzten Rentenverfügung vom 28. Dezember 2008 eingetre
tene relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes beziehungsweise der Funktionsstörungen begründen könnten. Die angestammte Tätigkeit als Mitarbeiterin in einem Kiosk eines Seniorenheimes sei schmerzbedingt wegen der Knieleiden beidseits, der Morton-Metatarsalgie links und der posttrauma
tischen Arthrose im OSG rechts
reduziert mit einer Arbeitsfähigkeit von 60
%
möglich
(und werde derzeit auch in diesem Umfang ausgeführt). In über
wiegend sitzenden oder den linken Fuss nicht dauerhaft belastenden, körper
lich leichten bis mittelschweren Verweistätigkeiten sei die Beschwerdeführe
rin medizinisch-theoretisch zu 75-80 % arbeitsfähig. Diese Bewertung gelte seit 2008 (Urk. 7/248/41-43).
In der Stellungnahme vom 9. Januar 2014 zur von der Beschwerdeführerin am 14. Oktober 2013 gegen das MEDAS-Gutachten vorgebrachten Kritik (Urk. 7/253) hielten die MEDAS-Gutachter fest, die Behauptung der Beschwerdeführerin, ihr Hausarzt Dr. med. J._ habe ihr Blut getestet und der Befund habe zur Diagnose einer Psoriasisarthritis gepasst, sei unzu
treffend. Typische Laborwerte für eine Psoriasisarthritis existierten nicht. Für die Diagnose müssten vielmehr lokale entzündliche Veränderungen vor
liegen. Solche seien anlässlich der gutachterlichen Untersuchungen nicht festgestellt worden und auch nicht in den Berichten der behandelnden Ärzte dokumentiert. Selbst wenn vom Bestehen einer subklinischen Psoriasisarthri
tis ausgegangen werde, sei von Bedeutung, dass diese medikamentös behan
delbar wäre und sich daraus, zumal in einem Anfangsstadium, keine versi
cherungsmedizinischen Konsequenzen ergäben. Auch ein aufgrund der Vorwürfe geführtes eingehendes Fachgespräch mit einem rheumatologischen Kollegen habe nichts anderes ergeben, weshalb die Diagnose einer Psoriasis
arthropathie auch im Nachhinein nicht gestellt werden könne. Ferner sei die internistische Anamnese entgegen dem Vorwurf der Beschwerdeführerin nicht mangelhaft, und es seien nicht nur ihre Schmerzen in den Kniegelen
ken geschildert worden. So seien im internistischen Teilgutachten auch Pso
riasisherde an beiden Händen beschrieben worden (Urk. 7/258).
3.2.7
Aufgrund der zunehmenden Beschwerden im rechten Kniegelenk wurde der Beschwerdeführerin am 31. Oktober 2013 im Rahmen eines weiteren operati
ven Eingriffs auch im rechten Knie eine Totalprothese eingesetzt (Urk.
3/3 S.
7 f.
; vgl. auch Urk. 7/282/4
). Der Operateur
Dr. H._
bescheinigte der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 3
0.
Oktober 2013 bis 1
2.
Mai 2014 (
Urk.
3/4).
Gemäss Bericht vom 2. Juni 2014 behandelten Dr. med. K._ und Dr. med. L._ vom dermatologischen Ambulatorium des Stadtspitals F._ die Beschwerdeführerin seit dem 18. Februar 2014. Die letzte Kon
trolle erfolgte am 26. Mai 2014. Laut den Ärzten litt sie seit mehreren Jahren an einer
palmoplantaren Psoriasis
. Die bisherige Therapie mit Lokalsteroiden, PUVA sowie Toctino habe keine zufriedenstellenden Ergebnisse erbracht, weshalb am 30. April 2014 eine Therapie mit Methotrexat begonnen worden sei. Aktuell zeigten sich stark schuppende Hände und Füsse. Palmar und plantar bestünden erythematöse hyperkeratotische Plaques mit vereinzelt Rhagaden und bei den Ellenbogen dorsal hyperkeratotisch grob lamelar-schuppende Plaques. Zudem habe die Beschwerdeführerin wegen der entste
henden Risse Schmerzen. In der angestammten Tätigkeit als Gastgewerbean
gestellte sei sie ab dem 18. Februar 2014 vollständig arbeitsunfähig, da kein Wasserkontakt möglich sei, die offenen Stellen an den Händen unhygienisch seien und die Beschwerdeführerin Schmerzen habe. Die Prognose beziehungs
weise eine allfällige erneute Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sei abhängig vom Ansprechen dieser Therapie. Eine behinderungs
angepasste Tätigkeit, in welcher die Hände nicht benötigt würden, sei ihr zu 100 % möglich (Urk. 7/275).
Am 30. Juni 2014 begutachtete Dr. med. D._ die Beschwerdeführerin im Auftrag des Berufsvorsorgeversicherers orthopädisch-chirurgisch. Aus der Expertise vom 13. September 2014 ergibt sich, dass die Versicherte dem Gut
achter angab, ihr rechtes Knie scheine instabil zu sein. Sie könne insbeson
dere auf unebenem Gelände und bergabwärts nicht gehen. Das Knie schwelle am Abend
etwas an. Des Weiteren hätten die durch die Psoriasis verursach
ten Beschwerden in beiden Füssen und Händen seit August 2013 zuge
nommen. Sie müsse ihre Hände und Füsse drei bis fünf Mal am Tag mit einer fetthaltigen Creme einreiben, wobei sie alle zwei Tage eine kortikoidhaltige Creme benutze. Aufgrund der psoriatischen Veränderungen an den Händen sei sie auf das
T
ragen von Handschuhen angewiesen. An den Füssen trage sie ständig Verbände.
Dr. D._ diagnostizierte aufgrund seiner Untersu
chungsbefunde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Implantation einer Totalendoprothese im rechten Kniegelenk am 31. Oktober 2013 sowie eine Psoriasis mit Hautveränderungen insbesondere an beiden Füssen und Händen. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit erwähnte der Gutachter einen Status nach Implantation einer Totalen
doprothese im linken Kniegelenk am 11. Februar 2009, eine Adipositas Grad I, eine chronische Lumbago bei Spondylarthrose sowie eine Arthrose im rechten OSG. In der abschliessenden Beurteilung hielt Dr. D._ fest,
die von der Beschwerdeführerin geschilderten Beein
trächtigungen im rechten Knie seien glaubhaft und würden durch die Untersuchungsbefunde bestätigt. Unter alleiniger Berücksichtigung der Beeinträchtigungen im rechten Knie wäre sie zumindest in einem Teilzeitpensum arbeitsfähig. Zwar lägen die Veränderungen in den Händen und Füssen nicht in seinem fachärztlichen
Spezialbereich. Es sei für ihn aber offensichtlich, dass die zurzeit aktive Psoriasis mit offenen Wunden die Arbeit in der angestammten Tätigkeit als Mit
arbeiterin in der Gästebetreuung beziehungsweise Gastronomie verun
mögli
che. Aus seiner Sicht seien der Beschwerdeführerin wegen der Beein
trächti
gungen in den Händen und Füssen zurzeit auch keine angepass
ten Tätig
keiten zumutbar.
Seines Erachtens müsse nicht zusätzlich noch ein derma
tologisches Gutachten eingeholt werden (
Urk.
7/282).
Wegen der anhaltenden Beschwerden im rechten Knie nach der Operation vom 31. Oktober 2013 wurde die Beschwerdeführerin ab 17. Juli 2014 von den Ärzten der G._ Klinik, Orthopädie untere Extremitäten, behandelt. Ihrem Bericht über die Konsultation vom 17. Juli 2014 ist zu entnehmen, dass das linke Knie kompensiert war, die Beschwerdeführerin aber wegen den Beschwerden im rechten Knie in ihrer letzten Tätigkeit im Gastgewerbe zu 100 % arbeitsunfähig war. Die Beschwerdeführerin gab den Ärzten an, seit der Operation nie mehr beschwerdefrei gewesen zu sein, wobei sie jeden Tag und fast jede Nacht Schmerzen an der Innen- und Aussenseite des rechten Knies habe (Urk. 3/5 S. 1 f.). Eine Kniepunktion vom 31. Juli 2014 (Urk. 3/5 S. 3) ergab keine auffälligen Befunde. Die Ärzte der G._ Klinik ver
zichteten vorerst auf eine erneute operative Intervention, zumal aus ihrer Sicht eine Nickelallergie sowie die mit Methotrexat therapierte Psoriasis einen solchen Eingriff erschweren würden.
Im Verlaufsbericht vom 28.
August 2014 attestierten sie der Beschwerdeführerin weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für Arbeiten im Service (
Urk. 3/5 S. 5 f., Urk. 3/6; vgl. auch Urk. 7/294/12).
Am 3. Februar 2015 reichten die behandelnden Ärzte des dermatologischen Ambulatoriums des Stadtspitals F._ der IV-Stelle einen Verlaufsbericht ein (vgl. Urk. 7/301/3). Darin hielten sie fest, die Therapie mit Humira sei erfolglos gewesen, weshalb nun eine Therapie mit PUVA und Lokalsteroiden durchgeführt werde. Die Ärzte hofften, baldmöglichst eine wirksame immunsuppressive Therapie zu finden, unter welcher die Psoriasis abheile oder sich der Hautzustand zumindest deutlich verbessere, so dass die Beschwerdeführerin wieder arbeitsfähig werde. In der angestammten Tätig
keit im Gastgewerbe sei sie nach wie vor zu 100 % arbeitsunfähig. Eine angepasste Tätigkeit wäre eine sitzende Arbeit, welche die Hände keinen Irritationen aussetze. Zudem sei aktuell kein Kundenkontakt möglich. Die Beschwerdeführerin sei sehr motiviert, zu arbeiten (Urk. 7/299; vgl. auch Urk. 3/7, Urk. 3/9, Urk. 7/294/13).
Am 5. Februar 2015 attestierten die Orthopäden der G._ Klinik der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 3/6).
3.2.8
Dr. M._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie vom Regionalen Ärztli
chen Dienst (RAD) der IV-Stelle, nahm am 1
4.
März 2015 eine versi
cherungsmedizinische Würdigung der Berichte des
dermatologischen Ambu
latoriums des Stadtspitals F._ vor. Er gelangte zur Beurteilung, dass gestützt auf diese Berichte ab Beginn der dermatologischen
?
ehandlung am 18. Februar 2014 von einer gesundheitlichen Verschlechterung ausgegangen werden könne, welche eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätig
keiten bewirkt habe. Seit der dermatologischen Kontrolle vom 26. Mai 2014 sei sie in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit im Gastgewerbe nach wie vor zu 100 % arbeitsunfähig. In einer körperlich leichten, wechselbelastenden, mehrheitlich sitzenden Tätigkeit ohne Arbeiten, welche die Hände Irrita
tionen aussetzen würden, sei sie hingegen zu 100 % arbeitsfähig, wobei das Gehen in unebenem Gelände, auf Leitern und Gerüsten, kniende, kauernde und hockende Körperstellungen, sowie jegliche Kundenkontakte zu vermei
den seien und nur seltenes Treppensteigen zumutbar sei. Weitere medizi
nische Abklärungen seien nicht nötig (Urk. 7/301/4; vgl. auch Urk. 7/301/6, Urk. 7/316/2).
4.
4.1
Zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Verneinung eines Rentenanspruchs ab Mai 2004 mit Verfügung vom 18. Dezember 2008 (Urk. 7/188), bestätigt durch das in Rechtskraft erwach
sene Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2009.00085 vom 2
9.
Oktober 2010 (Urk. 7/202), wesentlich verändert hat.
4.2
4.2.1
Das
polydisziplinäre
Gutachten der MEDAS
C._ vom 5. August 2013 und dessen Ergänzung vom 9. Januar 2014 (Urk. 7/258) berücksichtigt die geklagten Beschwerden (Urk. 7/248/39-41), wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben (Urk. 7/248/4-36), leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und enthält begründete Schlussfolgerungen (Urk. 7/248/39-43), weshalb ihm grundsätzlich volle Beweiskraft zukommt (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Die Gutachter legten
darin
überzeugend dar, dass sich der Gesundheitszu
stand beziehungsweise dessen Auswirkung auf das funktionelle Leistungs
vermögen
und die Arbeitsfähigkeit
aus polydisziplinärer Sicht
im Zeitraum von
2008
bis zur Begutachtung im Februar/März 2013
nicht wesentlich ver
ändert hat.
Auf der einen Seite waren das linke Knie und die Rückenprob
leme in der Zwischenzeit praktisch beschwerdefrei geworden, auf der ande
ren Seite machte sich am rechten Knie eine beginnende Gonarthrose bemerkbar (Urk. 7/248/41-43).
Dr.
I._
vom
A._
beurteilte
die Arbeits
fähigkeit in ihrem Gutachten vom 21. Februar 2012 nach Durchfü
hrung einer EFL etwas optimistischer als die MEDAS-Gutachter, schloss aber ebenfalls wie diese, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht verschlechtert habe (Urk. 7/220/16-19).
Zwar attestierten die MEDAS-Gut
achter der Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Verweistätig
keit eine Restarbeitsfähigkeit von 75-80
%
seit 2008
(Urk. 7/248/43)
und beurteilten insofern den
laut ihrer Beurteilung
gleich gebliebenen Gesund
heitszustand anders als
Dr. Y._
, welcher in seinem Gutachten vom 2
8.
März 2008 (
Urk.
7/171) und dessen Ergänzung vom 2. Juni 2008 (Urk. 7/173) noch eine vollzeitliche Arbeitsfähigkeit in einer leidensange
passten Tätigkeit bescheinigt hatte. Dies vermag
nach dem Gesagten aber
an der Beweiskraft der Beurteilung der MEDAS-Gutachter, dass sich der Gesundheitszustand beziehungsweise dessen Auswirkung auf das funk
tionelle Leistungsvermögen
in der Zeit von
2008
bis zur Begutachtung grundsätzlich
nicht relevant
v
erschlechtert hat, nichts zu ändern
.
Dr. I._ vom A._ ging in ihrem Gutachten vom 21. Februar 2012 nicht davon aus, dass die Beschwerdeführerin an einer Psoriasisarthropathie litt. Ferner fehlen in ihrem Gutachten Hinweise darauf, dass die bei den Diagnosen aufgeführte Psoriasis sich im damaligen Zustand erheblich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkte (Urk. 7/220/17-19). Die MEDAS-Gutachter legten in ihrer ausführlichen ergänzenden Stellungnahme vom 9. Januar 2014 nach Rücksprache mit einem Rheumatologen dar, dass weder gestützt auf die kli
nischen Untersuchungsbefunde noch die Aktenlage eine Psoriasis Arthritis habe diagnostiziert werden können. Selbst wenn eine subklinische beziehungsweise bereits klinisch manifeste Psoriasis Arthritis vorläge, befände sich diese in einem Anfangsstadium, weshalb sich daraus keine ver
sicherungsmedizinischen Konsequenzen ergäben (Urk. 7/258/2-3). Gestützt auf diese
?
eurteilungen steht fest, dass sich die Psoriasis anlässlich der MEDAS-Begutachtung im Februar/März 2013 (noch) nicht in relevanter Weise auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit auswirkte.
4.2.2
Zu beachten ist indessen Folgendes:
Die MEDAS-Gutachter hielten fest, der Verlauf nach den
diversen
Operationen sei jeweils
k
omplikationslos gewesen und habe zu einer eher kurzen Arbeitsunfähigkeit geführt (
Urk.
7/248/41
)
.
Bezüglich der Operationen vom 1
4.
April 2012 (Arthroskopie mit partieller Meniskektomie) und 2
0.
Juni 2012 (Arthroskopie mit Gelenkd
é
bridement und lateraler Bandplastik im rechten OSG;
Urk.
3/3 S. 3 f. und 5 f.; Urk.
7/248/31-32;
Urk.
7/248/56), welche nach der Neuanmeldung bei der IV-Stelle vom 1
7.
September 2010 erfolgt waren, lassen sich aber weder dem Gutachten noch den übrigen Akten (vgl.
etwa
Urk.
7/212
, Urk. 7/220/18
) Hinweise über den Umfang und die Dauer der Arbeitsunfähigkeit im Vorfeld und während der nötigen Rekonvaleszenz nach den Operationen entnehmen. Erfahrungsgemäss können Operationen wegen der danach noch instabilen gesundheitlichen Situation teilweise monatelange Zeiten vollständiger oder teilweiser Arbeitsunfähigkeit zur Rekonvaleszenz zur Folge haben
, wobei unter Umständen auch kürzerdauernde Arbeitsunfähigkeiten zur Entstehung eines befristeten Rentenanspruchs führen können
. Deshalb besteht diesbe
züglich weiterer Abklärungsbedarf.
In diesem Zusammenhang bleibt noch auf Folgendes hinzuweisen: Dr. Z._ beurteilte die Arbeitsfähigkeit aufgrund seiner gut
achter
lichen Unter
suchung vom 19. September 2010
vergleichsweise pessimistisch, indem er unter Berücksichtigung sämtlicher Beein
trächti
gungen eine Arbeits
fähigkeit von mehr als 50 % nicht als realistisch erachtete (Urk. 7/206/5-6). Die Diver
genz dieser Beurteilung zu denjenigen der MEDAS-Gutachter und von Dr. I._ vom A._ relativiert sich jedoch, wenn bedacht wird, dass sich die Beschwerdeführerin anlässlich dieser Begutachtung möglicherweise noch in der Rekonvaleszenzphase nach der Operation von Mortonneuromen am 28. April 2010 befand (Urk. 7/200/8-9, Urk.
7/206/2). Jedenfalls ist das Gut
achten von
Dr. Z._
, welches hauptsächlich auf die unfallbedingte Beeinträchtigung des linken Knies fokussiert ist, nicht geeignet, die grund
sätzliche Beweiskraft der umfassenden Beurteilungen der MEDAS-Gutachter und von
Dr.
I._
, welche zudem auf einer EFL beruht, zu erschüttern.
4.2.3
Den Berichten vom 2. Juni 2014 sowie vom 3. Februar 2015 der behan
deln
den Dermatologen des Stadtspitals F._ ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin die Ärzte erstmals im Februar 2014 aufsuchte, nachdem bei ihr neu hyperkeratotische Plaques mit Rhagaden aufgetreten waren (Urk. 3/7, Urk. 7/275). Die Dermatologen hielten die Beschwerdeführerin zwar ab 18. Februar 2014 für vollständig arbeitsunfähig in der ange
stamm
ten Tätigkeit im Gastgewerbe, attestierten ihr aber in ihrem Bericht vom 2. Juni 2014 eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer leidensan
gepassten Tätigkeit, in welcher die Hände nicht benötigt würden. Die letzte
Kontrolle vor Erstellung des Berichts erfolgte am 2
6.
Mai 2014 (Urk.
7/275/1
3). Im zweiten Bericht vom 3. Februar 2015 hielten sie fest, dem Leiden angepasst wäre eine sitzende Tätigkeit, welche die Hände keinen Irritationen aussetze und keinen Kundenkontakt erfordere (Urk. 7/275/3, Urk. 7/299/1-2). Der Umfang der Arbeitsfähigkeit in einer solchen Tätigkeit wird im zweiten Bericht aber nicht eindeutig angegeben (Urk. 7/299/1). Wie Dr. M._ vom RAD in seiner versicherungsmedizinischen Stellung
nahme vom 14. März 2015 einzig gestützt auf die Berichte der Dermatologen zur Beur
teilung gelangte, die Beschwerdeführerin sei ab 18. Februar 2014 in sämtli
chen Tätigkeiten vollumfänglich arbeitsunfähig gewesen und ab 26. Mai 2014 in einer leidensangepassten Tätigkeit wieder zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 7/301/4), ist nicht nachvollziehbar. Dr. D._, welcher nicht Der
matologe ist, ging sodann gestützt auf seine gutachterliche Untersuchung vom 30. Juni 2014 wegen der aktiven Psoriasis mit offenen Wunden davon aus, dass die Beschwerdeführerin damals auch in leidensangepassten Tätig
keiten vollständig arbeitsunfähig war (Urk. 7/282). Damit liegen wider
sprüchliche beziehungsweise unzureichende medizinische Stellungnahmen zur Auswirkung der Psoriasis auf die Arbeitsfähigkeit vor. Die wegen der Psoriasis ab spätestens Anfang 2014 resultierende Einschränkung der Arbeits
fähigkeit in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht lässt sich nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bestimmen. Auch hier sind weitere Abklärungen nötig.
4.2.4
Schliesslich lässt sich gestützt auf die Akten die Arbeitsfähigkeit im Vorfeld und nach dem operativen Einsatz einer Totalprothese im rechten Knie am 3
1.
Oktober 2013 (
Urk.
3/3 S. 7 f.; vgl. auch
Urk.
7/282/4) nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit bestimmen.
Da der Operateur Dr. H._
der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 3
0.
Oktober 2013 bis 1
2.
Mai 2014 bescheinigt
e
(
Urk.
3/4) und auch die Ärzte der
G._
Klinik, Orthopädie Untere Extremitäten, am 2
8.
August 2014 und am
5.
Februar 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierten (
Urk.
3/5 S. 6 und
Urk.
3/6), bestehen Indizien für eine wesentliche, allenfalls nur vorüber
gehende Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit. Die behandelnden Ärzte nahmen aber soweit ersichtlich nur zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit im Gastgewerbe Stellung (
Urk.
3/4,
Urk.
3/5 S. 6,
Urk.
3/6); unklar ist, ob, inwiefern und in welchen Zeiträumen die Beschwer
deführerin im Vorfeld und nach der Operation vom
5.
August 2013 auch in leidensangepassten Verweisungstätigkeiten arbeitsunfähig war. Die IV-Stelle liess diese Frage nicht durch ihren RAD beurteilen. Dem Gutachten von
Dr. D._
lässt sich
diesbezüglich
auch nichts Erhellendes entnehmen, da dieser Arzt die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der Beein
trächtigung des rechten Knies nicht genau festlegte (
Urk.
7/282). Auch bezüglich der Arbeitsfähigkeit im Vorfeld und nach der Operation vom
5.
August 2013 besteht folglich weiterer Abklärungsbedarf.
5.
5.1
Aufgrund der Gutachten von
Dr. Y._
vom 2
8.
März 2008 und der MEDAS
C._
vom
5.
August 2013 steht fest, dass die Beschwerdeführerin in
ihrer
angestammten Tätigkeit, welche teilweise stehend versehen wurde, wegen der Knieprobleme seit mindestens 2008 durchgehend zu mindestens 40
%
AUF war.
Damit ist die erste Voraussetzung für die Entstehung eines Rentenan
spruchs, eine durchschnittlich mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres (Art. 28 Abs. 1 lit. b), erfüllt.
Folglich hat die Beschwerdeführerin frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der Neuanmeldung zum Rentenbezug vom 1
7.
März 2010 (
Urk.
7/195) Anspruch auf eine Invalidenrente, falls und soweit eine Erwerbsunfähigkeit beziehungs
weise Invalidität von
mindestens
40
%
bestanden hat (vgl. E. 1.2 und 1.4).
5.2
Zur Prüfung, ob und in welchen Zeiträumen nach der erneuten Anmeldung zum Leistungsbezug ein Rentenanspruch - allenfalls in mehrere Phasen auf
geteilt und befristet
-
entstanden ist, müssen die in E. 4.2.2-4 genannten Unklarheiten bezüglich der zumutbaren Arbeitsfähigkeit in der angestamm
ten Tätigkeit und in leidensangepassten Verweisungstätigkeiten vor und nach den Operationen vom 1
4.
April und 2
0.
Juni 2012 sowie 3
1.
Oktober 2013 sowie infolge der spätestens Anfang 2014 erfolgten Verschlimmerung der Psoriasis geklärt werden. Die Sache ist hierzu an die IV-Stelle zurückzuwei
sen, damit sie die noch offenen Punkte durch geeignete Fachärzte (ab-)klären lasse, wobei die beauftragten Ärzte ihre Schlussfolgerungen unter Berück
sichtigung aller verfügbaren medizinischen Berichte und Atteste, welche in den relevanten Zeiträumen erstellt wurden und die zu beurteilenden Beein
trächtigungen anbelangen, zu treffen haben werden. Unter Umständen wird die IV-Stelle also zunächst ihre Akten durch den Beizug weiterer echtzeitli
cher Zeugnisse der behandelnden Ärzte zu ergänzen haben, soweit solche erhältlich gemacht werden können.
Speziell was die dermatologische Prob
lematik angeht, wird von den Ärzten genau dazu Stellung zu nehmen sein, welche leidensangepassten Tätigkeiten/Funktionen medizinisch-theoretisch noch möglich sind, wobei die IV-Stelle zusätzlich zu prüfen haben wird, ob solche Tätigkeiten auf dem massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. vorstehend E. 1.1) nachgefragt werden.
Bei der Anordnung der weiteren Abklärungen wird die IV-Stelle auch zu berücksichtigen haben, dass die Beschwerdeführerin seit dem Bezug einer Witwenrente der Alter-, und Hin
terlassenenversicherung – laut ihren Angaben ab September 2014 (
Urk.
1 S.
7) - ohnehin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat, sofern diese höher ist als die Witwenrente (
Art.
43
Abs.
1 IVG). In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Ausgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten von Fr. 900.-- zulasten der unterliegenden IV-Stelle (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb dervertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Die Prozessentschädigung ist
nach § 34 Abs. 1 GSVGer ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer).
Unter
Berücksichtigung dieser Kriterien
ist
die Prozessentschädigung
der Beschwerdeführerin
ermessensweise auf
Fr. 2‘7
00.
-- (inkl. Barauslagen und MWSt)
festzusetzen.