Decision ID: 0a4a8d73-24e4-4f76-af9b-ca77053b1b53
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1957 geborene
X._
arbeitete von 1999 bis 2008 im
Y._
als Pflegehelferin
bei einem 100%-Pen
sum
und trat am 1. Juli 2008 eine
Vollzeit-
Stelle als Pflege-Mitarbeiterin bei der privaten Spitex-Firma
Z._
an, bei welcher Tätigkeit sie am 4. Juli 2008 einen Unfall erlitt und sich dabei das Knie brach (Urk. 8/3,
Urk.
8/11/2,
Urk. 8/20-21).
Die Zürich Versicherungsgesellschaft AG (nachfol
gend: „Zürich“) als zuständige Unfallversicherung trat auf den Schaden ein und übernahm die Kosten der Heilbehandlung und entrichtete Taggelder (Urk. 8/11).
Vom 4. bis 31. Juli 2008
(
Urk.
8/11/81)
und vom 14. bis 1
7
. August 2008
(
Urk.
8/11/83)
war die Versicherte in der Chirurgischen Klinik des Spitals
A._
und v
om 25. bis
26
. April 2010 in der
B._
hospitalisiert, wo am
26
. April 2010 eine Knie-
Totalarthroplastik
durchg
eführt wurde. A
nschliessend
weilte sie
bis am 7. Mai 2010 in der
C._
zur Rehabilitation (Urk. 8/13/17-18). Am 20. Dezember 2010 (Eingangsda
tum) meldete sich die Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/3).
In der Folge traf die IV-Stelle medizinis
che und erwerbliche Abklärungen
. Mit Verfügung vom 9. Juni 2011 stellte die
„
Zürich
“
die Leistungen für Heilbehandlung sowie die Taggelder per 1. Juni 2011 ein und sprach
X._
eine
Integritätsent
schädigung
von Fr. 25‘200.-- zu
(Urk. 8/27)
.
Mit Schlussbericht Case Manage
ment vom 7. Juli 2011 schloss die von der
„
Zürich
“
beauftragte
D._
ihr Betreuungsmandat ab
(Urk. 8/33)
. Am
28
.
Juli
20
1
1
been
dete
die IV-Stelle
die
Arbeitsvermittlung, da sich die Versicherte
aus
gesund
heitlich
en Gründen
nicht dazu in der Lage fühl
t
e
, irgendwelche Tätigkeiten aus
zuüben
(Urk. 8/38-39). Vom 5.
bis
22. Juli 20
11 absolvierte die Versicherte den Strategiekurs „IV-Bewerbungstechnik“ (Urk. 8/40). In der Folge holte die IV
Stelle aktuelle Arztberichte
ein (Urk. 8/42, Urk. 8/47-48) und liess
X._
durch die
E._
psychiatrisch-orthopädisch begutachten (
bidisziplinäres
E._
-Gutachten vom 12. Oktober 2012, Urk. 8/61)
. Am 24. April 2013 beantwortete
der beteiligte Gutachter,
Dr.
med.
F._
, Leitender Arzt Orthopädie und Traumatologie FMH, die von der IV
Stelle aufgeworfenen Rückfragen (Urk. 8/63 und Urk. 8/65). Mit Vorbescheid vom 10. Juli 2013 stellte die IV-Stelle
der Versicherten, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 32 %, die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (Urk. 8/69) und verfügte nach erhobenem Einwand vom 5. August 2013 (Urk. 8/70) am 6. November 2013 wie vorbeschieden (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 3. Januar
2014 Beschwerde und bean
tragte,
es sei ihr unter Aufhebung der Verfügung vom 6. November 2013 eine ganze
Invalidenrente zuzusprechen, eventuell sei
ein neues Gutachten einzuho
len; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1). Zudem ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes in der Person von Rechtsanwalt
Dr.
iur
. Rolf Schmid. Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 5. Februar 2014 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 8/1-79), was der Beschwerdeführerin am 28. Februar 2014 mitgeteilt wurde (Urk. 10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird - soweit erfor
derlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit
zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet die Verneinung
eines
Rentenanspruches gestützt auf das psychiatrisch-orthopädische
E._
-Gutachten vom 12. Oktober 2012 (Urk. 8/61) im Wesentlichen damit, dass der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit als Pflegehelferin
zwar nicht mehr möglich sei, ihr hin
gegen eine behinderungsangepasste Tätigkeit (eine körperlich leichte, wechsel
belastende Tätigkeit, welche hauptsächlich sitzend und ohne Trageleistungen ausgeübt werden kann, und nicht auf Leitern, Gerüsten und unebenen
Gelände ausgeführt werden muss)
- unter Berücksichtigung des erhöhten
Pausen
be
darfs
zu 75 % (ausgehend von einer Vollzeit-Stelle) zumutbar
sei
.
Die
Inva
liditätsbemessung
ergebe einen Invaliditätsgrad von 32 % (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber der Ansicht, auf das psychiatrisch-orthopädische
E._
-Gutachten vom 12. Oktober 2012, könne nicht abgestellt werden, da es
aufgrund der zeitlichen Distanz von 13⁄4
Jahren seit de
r gut
achterlichen Untersuchung
im Februar 2012 bis zum Verfügungserlass im November 2013 als überholt zu qualifizieren sei. Viel
mehr
sei auf den bei
liegenden Bericht
vom 17. Dezember 2013
(Urk. 3/6) von
Dr. med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH
, abzustellen, da dieser als aktuell behandelnder Psychiater die Entwicklung der Depression besser beurtei
len könne. So habe sich ihr psychischer Gesundheitszustand in den knapp zwei Jahren seit der psychiatrischen Begutachtung progredient entwickelt
.
D
ie im Gutachten
von 2012
diagnostizierte leichte depressive Episode mit Verdacht auf Persönlichkeitsakzentuierung mit
histrionischen
und narzisstischen Zügen habe
sich gemäss aktueller Einschätzung von
Dr.
G._
zwischenzeitlich insoweit erhärtet, dass
er ein
e rezidivierende mittelgradige b
is schwere depressive Epi
sode mit somatischen Symptomen auf dem Boden einer
Persönlichkeitsakzen
tuierung
mit
histrionischen
und narzisstischen Zügen
festgestellt habe
(
Urk.
1)
.
3.
3.1
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, stellte in ihrem Bericht vom 12. August 2010 (Urk. 8/2/4-5) die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatische
m Syndrom.
Deswegen sei die Beschwerdeführerin gegenwärtig zu 100 % arbeitsunfähig.
3.2
In ihrem Bericht vom 4. Januar 2011 (Urk. 8/10) zuhanden der
Beschwerde
gegne
rin
hielt
Dr.
H._
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Folgendes fest: rezidivierende depressive Störung, am 9. August 2010 eine mittelschwere depressive Episode mit somatischem Syn
drom (ICD-10: F 33.11), und zurzeit leichte depressive Episode (ICD-10: F 33.00), bestehend seit circa 200
8.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie einen Status nach Knie-
Totalarthroplastik
links mit
Tuberositasosteotomie
und
Proxi
malisierung
vom 26. April 2010 bei posttrau
matischer Gonarthrose lin
k
s mit Patella
baja
nach einem Unfall am Arbeitsplatz am 4. Juli 200
8.
Die Prognose sei jedenfalls gut. Aus psychiatrischer Sicht bestünden keine Probleme mehr. So habe sich die Beschwerdeführerin am 13. Dezember 2010 bei ihr gemeldet und berichtet, dass sie keine weitere psy
chiatrische Behandlung benötige und sie sich im März wieder melde. Sie sei Grossmutter geworden. Psychiatrisch bestehe keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit. Die
(allgemeine)
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin könne sie aber nicht mit Sicherheit einschätzen, weshalb sie eine Beurteilung durch
eine
MEDAS empfehle.
3.3
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, nannte in seinem Bericht vom 31. Januar 2011 (Urk. 8/12) zuhanden der Beschwerdegegnerin fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Status nach
Tibiakopf
-Luxations-Fraktur links (Juli 2008) mit Status
nach primärer Plattenosteosynthese
-
Status nach Metallentfernung am 16. Februar 2009
-
Status nach diagnostischer Knie-Arthroskopie und Knorpel-
Shaving
am
14. August 2009
-
Status nach Knie-
Totala
rthro
pl
astik
links mit
Tuberositasosteotomie
und
Proximalisierung
vom 26. April 201
0.
Von Juli 2008 bis 31. November 2010 sei die Beschwerdeführerin zu 100 % und seit dem 1. Dezember 2010 bis auf
Weiteres
zu 50 % arbeitsunfähig
gewesen
. Die maximale Gehstrecke sei auf circa 1 Kilometer beziehungsweise 10
Minuten limitiert. Ausserdem sei die Beschwerdeführerin beim in die Hocke gehen kör
perlich eingeschränkt. Die bisherige Tätigkeit als Schwesternhilfe im Pflegeberuf sei der Beschwerdeführerin wegen einer reduzierten Leistungsfähigkeit nicht mehr zumutbar, eine Belastungsanpassung sei notwendig. In einer
behinde
rungsangepassten
Tätigkeit sei dagegen ein volles Pensum möglich. Ab circa April 2011 könne mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit
im Umfang von vermutlich 75 %
gerechnet werden.
3.4
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
to
logie des Bewegungsapparates, von der
B._
ver
wies in seinem Bericht vom 2
1.
Februar 2011 (Urk. 8/13/6-7) zuhanden der
Beschwerde
gegnerin
bezüglich der Diagnosestellung auf die beiliegenden
Kon
sultationsberichte
(Urk. 8/13/8-23). Im Konsultationsbericht vom 12. November 2009 (Urk. 8/13/8-9) wurden folgende Diagnosen genannt:
-
posttraumatische Go
narthrose links bei Status nach
Tibikopfluxations
frak
tur
vom 4. Juli 2008
-
Status nach Platten- und Schraubenosteosynthese vom 14. Juli 2008
(Spital
K._
)
-
Status nach
Oste
o
synthesematerial
-Entfernung vom 16. Februar 2009
-
Status nach diagnostischer Knie-A
rthroskopie mit Knorpel-
Shaving
,
Spital
A._
am 14. August 2008).
Nach der Knie-
Totalarthroplastik
vom 26. April 2010 wurde im
Verlaufskon
troll-Bericht
vom 10. Juni 2010 (Urk. 8/13/1
9
-20) die Diagnose folgender
massen ergänzt: Status nach
Innex
Knie-
Totalarthroplastik
links mit
Tubero
s
itasosteotomie
und
Proximalisierung
vom 26.
April 2010 bei posttraumatischer Gonarthrose links mit Patella
baja
.
Aufgrund der muskulären Schwäche und der Restbeschwerden nach der Knie-Totalprothese links bei posttraumatischer Gonarthrose sei die Beschwerdeführe
rin im Pflegedienst nicht
beziehungsweise
nur angepasst einsatzfähig
, und zwar
a
ktuell zu 50 %, aber ohne schweres Heben (nicht mehr als 5 Kilogramm). Auf
grund der verminderten Leistungsfähigkeit sei ihr die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar. Eine Erhöhung der Einsatzfähigkeit sei anzunehmen, eine voll
ständige Wiederaufnahme der bisherigen beruflichen Tätigkeit im Pflegedienst sei jedoch fraglich und verlaufsabhängig
(
Urk.
8/13/7)
.
3
.5
Im
Arztz
eugnis vom 25. August 2011 (Urk. 8/42) stellte
Dr.
G._
zuhanden der Arbeitslosenkasse fest, dass sich die Beschwerdeführerin im
L._
in
psychiatrischer und psychotherapeutischer Therapie befinde. Zudem attestierte er der Beschwerdeführerin gemäss medizinischer
Gesamtbe
urteilung
somatisch/psychiatrisch, wie dies bereits seitens des langjährigen Hausarztes festgehalten worden sei,
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
.
3.6
Dr.
med.
M._
, Allgemeine Medizin FMH, führte in ihrem Bericht vom 13.
Oktober 2011 (Urk. 8/4
7
) zuhanden der Beschwerdegegnerin folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf:
-
rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F 33.11)
-
Status nach
Innex
Knie-
Totalarthropla
s
tik
links mit
Tubero
sitas
osteo
to
mie
und
Proximalisierung
vom 26. April 2010 bei posttrauma
tischer Gonarthrose links
-
Status nach
Tibiakopfluxationsfraktur
vom 4. Juli 2008
-
Status nach Plattenosteosynthese vom 14. Juli 2008
-
S
tatus nach
Osteosynthesemateria
l
-Entfernung vom 1
6.
Februar 2009
-
Status nach diagnostischer Kni
e
-A
rthroskopie mit Knorpel-
Shaving
vom 14. August 2009
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
M._
einen Sta
tus nach Appendektomie (circa 1970) und einen Status nach
Helicobacter
pylori
-Infekt mit
Eradikationstherapie
(circa 2000).
Die Beschwerdeführerin beklage sich über Rückenbeschwerden, Beinschmerzen, Schlaflosigkeit und Depression. Die Prognose sei schlecht
. So sei die Beschwerdeführerin für ihren früheren Beruf als Pflegerin zu 100 % arbeitsunfähig und es sei schwierig, einen Beruf zu nennen, den die Beschwerdeführerin noch ausführen könnte.
Die bis
herige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar. Und auch mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit beziehungsweise einer Erhö
hung der Einsatzfähigkeit könne nicht gerechnet werden.
3.7
Dr.
G._
hielt in seinem Bericht vom 6. November 2011 (Urk. 8/48) zuhanden der Beschwerdegegnerin als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende mittelgradige bis schwere depressive Episode mit somati
schen Symptomen (ICD-10: F 33.1-2) und eine anhaltende depressive Störung (ICD-10: F 34.1) fest. Die weitere somatische Diagnostik mit und ohne Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit ergebe sich gemäss zuweisendem Hausarzt.
Der ärztliche Befund zeige eine 54-jährige, altersentsprechend aussehende, durch
schnittlich gepflegte, bewusstseinsklare Frau in unauffälliger Haltung, adäquater Mimik und Motorik. Die Beschwerdeführerin, welche mit einer Krücke zum Gespräch komme, sei allseits orientiert. In der Kommunikation könne der Kontakt leicht hergestellt werden und die Beschwerdeführerin sei motiviert für
eine Zusammenarbeit. Der A
ugenkontakt werde hergestellt. Es
bestünden Konzentrations-, Merkfähigkeits- und Gedächtnisprobleme. Das for
male Denken sei umständlich
, grübelnd, eingeengt und inhalt
lich um ihre Probleme kreisend.
Ei
n affektiver Rapport
könne
hergestellt werden. Die Grundstimmung sei depressiv, ängstlich, nervös, bedrückt, verzweifelt, weiner
lich, innerlich unruhig, gelegentlich impulsiv. Es zeigten sich Existenz- und Zukunftsängste, Insuffizienzgefühle und undefinierbare Ängste. Gelegentliche Durchschlafstörungen.
Hingegen bestünden keine Hinweise auf Zwänge, Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen. Die Beschwerdeführerin sei lust- und interessenlos und ziehe sich sozial leicht zurück. Sie habe chronische Schmer
zen und passive Todeswünsche. Es bestünden dennoch keine Hinweise auf Eigen- oder Fremdgefährdung. In Anbetracht der bisherigen Erfahrungen mit der Beschwerdeführerin, der geschilderten Krankheitsanamnese beziehungsweise dem chronischen Verlauf sei zukünftig eher
v
on einer Langzeittherapie auszu
gehen, wobei die therapeutischen Fortschritte nur in kleinen Schritten zu errei
chen seien. Die Beschwerdeführerin sei in der Aufmerksamkeit und in der Kon
zent
rat
ion beeinträchtigt, vermindert belastbar, kaum leistungsfähig, blockiert und auf der Beziehungsebene kaum erreichbar. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht noch zumutbar, wobei der zeitliche Rahmen vom
Behand
lungsablauf
abhänge.
Die Beschwerdeführerin sei aktuell gemäss medizinischer Gesamtbeurteilung (psychiatrisch/somatisch) bis auf
Weiteres
zu 100 % arbeits
unfähig. Die Einschränkungen liessen sich
durch eine Anpassung der
antide
pressiven
Medikation und eine intensivierte Psychotherapie und d
as
Installieren einer Tagesstruktur
vermindern, wobei auch unter adäquater Behandlung mit einem längeren Genesungsprozess mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu rechnen sei.
3.8
Das psychiatrisch-orthopädische
E._
-Gutachten vom 12. Oktober 2012
(Urk. 8/61) nannte folgende Diagnosen aus
bidisziplinärer
Sicht mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Leichte depressive Episode (ICD-10: F 32.0)
2.
Verdacht auf Persönlichkeitsakzentuierung mit
histrionischen
und
narzissti
schen Zügen (ICD-10: Z 73.1)
3.
Status nach
Tibi
a
kopfluxation
s
fraktur
am 4. Juli 2008 (ICD-10: S 82.18)
4.
Status nach Plattenosteosynthese am 14. Juli 2008
5.
Status nach
Osteosynthesematerial
-Entfernung am 16. Februar 2009
6.
Status nach A
rthroskopie, intraartik
u
lärem
Débridement
,
Gelenklavage
am 14. August 2009
7.
Status nach Implantation einer Knie-
Totalendoprothese
links mit
Tu
bero
sitaso
steotomie
und
Pro
x
imalisierung
Knie links am 26. April 2010
.
Als weitere Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden ein Mangel an Tagesstruktur (ICD-10: Z 72.8) und Probleme mit Bezug auf die Wohnbedingungen oder die wirtschaftlichen Verhältnisse (ICD-10: Z 59.8) auf
geführt
(
Urk.
8/61/34)
.
Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung habe die Beschwerdeführerin als hauptsächliche Beschwerden Kniebeschwerden nach einem Sturz am 4. Juli 2008 nach nur viertägiger Beschäftigung bei einem ambulanten Pflegedienst sowie eine depressive Symptomatik mit Vergesslichkeit und Zukunftsängsten genannt. Durch den Unfall, der insgesamt 3 Operationen und eine
Knie-Endo
prothese
notwendig gemacht habe, habe die Beschwerdeführerin ihre Arbeit ver
loren und sei von ihrem Ehemann, der ihr Schulden hinterlassen habe, verlassen worden.
Dadurch sei die aktenanamnestisch anscheinend schon vorher
bestan
dene
angespannte finanzielle Situation weiter in den Vordergrund getreten und habe sich verschärft. Die Beschwerdeführerin beschreibe massive finanzielle Sorgen und den Umstand, dass sie sich selber durch ihre geringen finanziellen Mittel in ihrem sozialen Leben beeinträchtigt fühle und dass diese Position für sie inakzeptabel sei. In diesem Konflikt und in den Enttäuschungen, die sie von ihrem Mann und wohl auch
von ihrem sozialen Umfeld erfahren habe, wirke sie glaubhaft und gut spürbar
, nichtsdestotrotz ergäben sich verschiedene Diskre
panzen. Aktenanamnestisch sei beschrieben, dass der Beschwerdeführerin die vo
rletzte S
telle gekündigt worden sei, weil sie Kollegen und auch Patienten um Geld angegangen sei. Die Beschwerdeführerin schilder
e
dagegen, dass sie wegen ihres Ehemannes den Arbeitsplatz gewechselt habe. Des Weiteren finde sich aktenanamnestisch, dass sie zur Beerdigung ihrer Mutter gereist sei, an anderer Stelle schildere sie
dagegen
, dass sie mit ihrer Mutter telefoniere. Auch in der aktuellen Untersuchung ergäben sich Hinweise auf eine nicht schlüssige
Symp
tompräsentation
. In ihren Schilderungen gewinne man den Eindruck einer Symptomverdeutlichung. Nichtsdestotrotz bestehe eine depressive Stimmung mit verstärkten Ängsten, einer Vergesslich
keit und durch ihre geringen finanzi
ellen Mittel bei ihrer
histrionischen
und narzisstischen Persönlichkeitsstruktur ein sozialer Rückzug. Dieser sei aber nicht dergestalt, dass sie keine Kontakte mehr zu ihrem sozialen Umfeld pflegen würde.
Die Beschwerdeführerin habe weiterhin belastungsabhängige Schmerzen, sodass sie bis zu 2 Gramm
Dafalgan
nehme, wenn sie sich ausserhalb ihrer Wohnung bewege. Aus rein psychiatri
scher Sicht sei die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit als
Hilfs
pflegerin
zurzeit lediglich zu 80 % arbeitsfähig.
Die Diskrepanzen zu den früheren ärztlichen Beurteilungen von
Dr.
G._
vom 6. November 2011 (vgl. E
. 3.7) und von
Dr.
H._
(vgl. E.
3.1
2) seien per se kein Widerspruch, da affektiven Störungen eine wechselnde
Intensität inhärent sei. Die Arbeitsfähig
keit aus psy
chiatrischer Sicht (zeitliches A
usmass, körperliche Anforderung, Leistungsgrad) zeige sich Folgendermassen: Aufgrund der depressiven Sympto
matik sei die Beschwerdeführerin in ihrer Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sowie in ihrer Durchhaltefähigkeit leicht beeinträchtigt. Sie sei durch die depressive Symptomatik sowie ihre Persönlichkeitsakzentuierung in ihrer Stresstoleranz und emotionalen Belastbarkeit sowie vor allem hinsichtlich eines funktionellen Umgangs mit Konflikten beziehungsweise konflikthaft erlebten Beziehungskonstellationen eingeschränkt.
In ihrer angestammten Tätigkeit als Hilfspflegerin sei sie - sofern man die genannten Einschränkungen berücksich
tig
e
, also etwa der Beschwerdeführerin Rückzugsmöglichkeiten biete sowie zu starken Zeitdruck vermeide - aus rein psychiatrischer Sicht zu 80 % arbeitsfä
hi
g, sofern die fachpsychiatrische
und psychotherapeutische Behandlung wei
tergeführt werde. Dabei könne die effektive Leistungsfähigkeit je nach
Arbeits
umfeld
beziehungsweise -belastung nochmals um weitere 10 % reduziert sein. In einer Verweistätigkeit sei die Beschwerdeführerin ebenfalls zu 80 % arbeits
fähig
(Urk. 8/61/23-24)
.
Bei der
orthopädische
n
Untersuchung habe die Beschwerdeführerin eine Verbes
serung ihrer Beschwerdesituation nach der Knie-
Totalendoprothese
am 26. April 2010 insoweit umschrieben, als sie nun an Unterarmgehstöcken zusammenhän
gend gut zwei Stunden mobil sei und dabei 45 bis 60 Minuten stehen und gehen und über mehrere Stunden sitzen könne. Aus orthopäd
i
scher Erfahrung sei dies ein bekanntes Belastungsprofil nach
totalendoprothetische
m
Gelenks
ersatz
, da Kunstgelenke niemals in der Art zu belasten seien
,
wie natürliche Gelenke. Ausserdem wiesen diese neben einer Restbeschwerdesymp
t
omatik häu
fig auch eine gewisse Gehstreckenlimitierung und vor allem
B
elastungs
li
mi
tierung
auf. Insgesamt
solle man auch künstliche Gelenke nicht zu sehr auf Treppen, Leitern, beim Bergab- oder Bergauflaufen sowie auf unebenem Gelände als auch mit zu hohen Traglasten beanspruchen, um die natürlicher
weise schon eingeschränkte Lebensdauer von circa 15 Jahren nicht noch deut
lich zu reduzieren. Somit bestehe bei der Beschwerdeführerin eine bleibend ein
geschränkte Arbeitsfähigkeit von 100 % für schwere bis mittelschwere körperli
che Arbeiten.
Die durchaus mögliche 100%ige Arb
eitsfähigkeit nach künstli
chem G
elenks
ersatz für leichte körperliche A
rbeiten werde bei der Beschwerde
führeri
n beim Zustand nach multiplen Voroperationen, komplexer
Tibi
a
kopflu
xationsfraktur
mit nachfolgender
Ar
t
hr
o
fibrose
und
Proximalisierung
der
Tuberositas
tibiae
und daraus konsekutiv ableitbaren Beschwerden vor allem ventral im Bereich
des Streckapparates weiterhin limitiert, sodass in Zusam
menschau der Befunde, der klinischen Erfahrung und der radiologischen
Untersuchung bei der Beschwerdeführerin auch bei leichten körperlichen Arbeiten ein zusätzlicher Pausenbedarf resultiere, um die Beschwerden im erträglichen Rahmen zu belassen. Durch diesen erhöhten Pausenbedarf redu
ziere sich die Arbeitsfähigkeit für leichte körperliche Arbeiten und es resultiere entsprechend eine Arbeitsunfähigkeit von 25 % für leichte körperliche Arbeiten. Diese
Arbeitsfähigkeit
bestehe seit Mai 2011 (ein Jahr postoperativ nach Implantation der Knieprothese). Ansonsten seien die sehr akkurat dokumen
tierten Arbeitsunfähigkeitszeiten (
vom 4. Juli 2008 bis 8. April 2009 zu 100 %, vom 14. April bis 27. Juli 2009 zu 50 %, vom 1
4.
August 2009 bis 5. November 2010 zu 100 % und vom 1. Dezember 2010 bis 1
4.
April 2011 zu 50 %, vgl. S. 28
) realistisch und seit dem Unfall bis zum 30. April 2011 anzuwenden
(Urk. 8/61/31-32)
.
Aus
bidisziplinärer
Sicht sei die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen schwe
ren bis mittelschweren körperlichen Tätigkeit zu 100 % bleibend arbeitsunfähig. Durch einen erhöhten Pausenbedarf reduziere sich die
Arbeitsfähigkeit
für leichte körperliche A
rbeiten um 25
%, weshalb der Beschwerdeführerin eine Verweistätigkeit im Umfang von 75 % zumutbar sei. Ein eventueller Arbeits
platz solle dabei berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin zur Entlastung des Knies auf Unterarmstöcke angewiesen sei und somit keine Trageleistung erbringen könne oder diese nur im Stand
, zum Beispiel zum Einsortieren eines Kartons aus Stuhlhöhe bis über Kopf,
leisten könne und dass sie nicht auf unebenem Gelände, Treppen, Leitern tätig sein müsse. Des Weiteren solle die Arbeit wechselseitig belastend ohne Zwangshaltungen, hauptsächlich sitzend, teilweise stehend, gehend durchführbar sein. Eine
solche Arbeit sei sicherlich in keiner der von der Beschwerdeführerin durchgeführten Tätigkeiten zu finden. Es handle sich hierbei wahrscheinlich am ehesten um einen Arbeitsplatz vergleich
bar einer Tätigkeit, zum Beispiel an einer Telefonzentrale, einer Poststelle, an einer P
f
orte etc.
(
Urk.
8/61/35).
3.9
Dr.
F._
beantwortete mit Schreiben vom 24. April 2013 (Urk. 8/65) die von der Beschwerdegegnerin aufgeworfenen Rückfrage
n vom 4. April 2013 (Urk. 8/63)
:
Bei der Arbeitsunfähigkeit handle es sich um eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit für mittelschwere und schwere körperliche Arbeiten und entspre
chend um eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin als
Pflege
hilfe
im Pflegeheim. In einer angepassten Tätigkeit bestehe aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs eine Arbeitsfähigkeit von 75 %, womit eine Arbeitsun
fähigkeit von 25 % resultiere. Diese Arbeitsunfähigkeiten bestünden seit Mai 201
1.
Für alle Tätigkeiten, also auch für angepasste Tätigkeiten, bestehe bis April 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.10
Dr.
G._
hielt in seinem - mit der Beschwerdeschrift eingereichten - Bericht vom 17. Dezember 2013 (Urk. 3/6) zuhanden
von
Dr.
M._
als Diag
nose eine re
zidivierende mittelgradige bis s
chwere depressive Episode mit
(bekannten)
somatischen Symptomen auf dem Boden einer
Persönlichkeitsak
zentuierung
mit
histrionischen
und narzisstischen Zügen (ICD
10: F 33.1-2 und F 60.4) fest.
Die Beschwerdeführerin zeige eindeutig Symptome einer Depres
sion, die trotz Behandlung mit Antidepressiv
a
und psychiatrisch-psychothera
peutischer Gespräche keine Verbesserungselemente zeige. Im Gegenteil scheine sich die Symptomatik sowohl auf der somatischen als auch auf der psychischen Ebene zu
chronifizieren
. Bei bestehender depressiver Symptomatik scheine die Beschwerdeführerin in den letzten Monaten regrediert zu haben. So sei ihre Haltung sehr unsicher und sie
f
rage im Zusammenhang mit Bagatellen oft nach und orientiere sich dabei ganz an den anderen Personen. Natürlich wirke sich die belastende soziale Situation, in welcher sich die Beschwerdeführerin befinde, negativ aus. Es handle sich aber nicht um einen ursprünglichen (ursächlichen) Faktor in
der Entwicklung der Depression.
In psychisch-geistiger Hinsicht best
e
he
eine deutliche Beeinträchtigung der psychophysischen und psychosozialen Leistungsfähigkeit. Die Beschwerde
führerin sei grübelnd und
klagsam
. Sie berichte meist stereotyp über immer stärker werdende Schmerzen, Schlafstörungen, Insuffizienzgefühle und Ängste. Die Beschwerdeführerin habe negative, pessimistische Vorstellungen über die eigene Person und über andere Menschen entwickelt. Ihre Stimmung sei durch Selbstabwertung, Verzweiflung, Freudlosigkeit sowie
Unglücklichsein
charakte
risiert. Im Zentrum der Selbstwahrnehmung stünden die eigene Unzulänglich
keit, Wertlosigkeit und ein niedriges Selbstwertgefühl. Im Denken sei sie pessi
mistisch eingeengt, neige zu Schuldgefühlen und habe einen ausgeprägten Lei
desdruck.
Aus psychiatrischer Sicht führe die Depression zu einer Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit von 50 %, wobei sich diese durch die Schmerzstörung jedoch noch relevant erhöhe. Es sei auch nicht zu erwarten, dass sich ihre Arbeitsfähigkeit in der nächsten Zeit erhöhen werde.
Es sei zukünftig eher von einer Langzeittherapie auszugehen, wobei die therapeu
tischen Fortschritte nur in kleinen Schritten zu erreichen seien. Auf
grund
de
r
aktuellen, komplexen, somatischen und psychiatrischen
Beschwerde
bildes
sei lediglich eine schlechte Prognose möglich.
4
.
4.1
Das
bidisziplinäre
E._
-Gutachten vom 12. Oktober 2012 basiert auf einer umfas
senden psychiatrischen und orthopädischen Untersuchung und wurde in
Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Die Gutachter haben detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Zudem wurden die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dargelegt und die Schlussfolgerung nach
vollziehbar begründet. Dem
bidiszplinären
Gutachten kommt demnach grund
sätzlich volle Beweiskraft zu (vgl.
Erw
. 1.4).
4.2
Die
E._
-Gutachter stellten fest, dass der Gesundheitsschaden, welcher sich auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirkt, mit den dargelegten Diagnosen ausgewiesen ist. Sie führten jedoch schlüssig aus, dass diese psychi
atrischen und orthopädischen Diagnosen einer behinderungsangepassten Tätig
keit mit einem besonderen Anforderungsprofil, welches auf die geklagten Beschwerden abgestimmt ist (erhöhter Pausenbedarf sowie körperlich leichte Tätigkeiten), nicht entgegenstehen.
4.3
D
er Einwand der Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S. 3 ff.)
,
welcher sich hauptsäch
lich auf den Bericht von Dr.
G._
vom 17. Dezember 2013 (Urk. 3/6) stützt, vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Zu diesem im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten medizinischen Bericht ist zu bemerken, dass für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung
grundsätzlich
der Sachverhalt im Zeitpunkt des Verfügungserlasses m
assgebend ist (BGE 130 V 138 E
. 2.1).
Wie die Beschwerdeführerin richtig darlegt, besteht zwischen der gutachterli
chen Untersuchung im Februar 2012 und dem Verfügungserlass am 6. November 20
13 eine zeitliche Distanz von 1
3⁄4 Jahren (vgl. Urk. 1 S. 5). Diese Tatsache alleine
führt jedoch nicht dazu, dass nicht mehr auf das
E._
-Gutach
ten abgestellt werden darf. Vielmehr stellt sich die Frage, ob seit der psy
chiatrisch-orthopädischen Begutachtung durch die
E._
eine relevante und vor allem dauerhafte Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes mit entsprechendem Einfluss auf die Leistungsfähigkeit vorliegt.
Dr.
G._
hielt
in seinem Bericht vom 17. Dezember 2013 (Urk. 3/6), welcher zeitlich nahe zum Verfügungserlass am 6. November 2013 (Urk. 2) liegt, eine Verschlechte
rung sowie
Chronifizierung
der psychischen Krankheitssymptome der Beschwerde
führerin fest, dies vor allem in den letzten Monaten (vgl. Urk. 3/6 S. 3 unten)
. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der psychiatrische
E._
-Gutach
ter die Diskrepanzen seiner Beurteilung
zu denjenigen von Dr.
H._
und von
Dr.
G._
- indem die depressiven Episoden zwischen mittelgradig bis schwer
(im Jahre 2010) zu leicht (Januar 2011)
zu mittelgradig
(November 2011)
zu leicht
(
E._
-Gutachten: Oktober 2012)
diagnostisch änderten - damit erklärt
e
,
dass
dies per se kein Widerspruch sei, da affektiven Störungen eine wechselnde Intensität inhärent sei (Urk. 8/61 S. 24).
Entsprechend diesem Vorbehalt ist es durchaus möglich, dass sich die psychische Situation der Beschwerdeführerin entsprechend der Einschätzung von
Dr.
G._
vom Dezember 2013 ver
schlechtert hat, doch vermag er nicht mit der erforderlichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit darzulegen, dass es sich um eine dauerhafte und
damit
rele
vante Verschlechterung handelt.
Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass sich eventuell zwar eine Akzentu
ierung des psychischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführer
in
in den letzten Monaten vor dem Verfügungserlass im November 2013 ergeben hat, dass diese
jedoch
nicht zu einer veränderten Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit
ge
führt
hat
. Dies, da solche Veränderungen beziehungsweise wechselnde Intensitäten bei einer affektiven Störung normal sind
ent
sprechend der
Fest
stellung
des
psychiatrischen
E._
-Gutachters
-
und sich die vorliegend zu beurteilende Progredienz der depressiven Episode im üblichen Mass bewegt
, da
Dr.
G._
schon im November 2011 eine rezidivierende mittelgradige bis schwere Episode diagnostiziert hatte (vgl. E. 3.7) und sich diese bis ins Frühjahr 2012 (Begutachtungszeitpunkt) offensichtlich wieder gebessert hatte.
An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass die unterschiedliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht (der Gutachter bemisst sie mit 80 %, der behandelnde Arzt mit 50
%
) angesichts der vergleichsweise kleinen Differenz von 30 % bereits damit hinreichend erklärbar ist, dass behandelnde Ärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE
135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Schliesslich bleibt zu ergänzen, dass
die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Verfügungserlasses im Oktober/November 2013 in der Lage
war
, mehrere Wo
chen in die Ferien zu fahren (Urk. 1 S. 2-3 und Urk. 3/3-5), was
ebenfalls
gegen eine
relevant
verschlechtert
e
psychische Gesundheitssituation spricht.
4.4
Demnach
kann in antizipierter Beweiswürdigung
darauf
verzichtet werden
,
ein aktuelles Gutachten einzuholen
(BGE 127 V 491 E. 1b)
. Der Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind aufgrund der medizini
schen Akten - insbesondere des
bidisziplinären
Gutachtens - hinreichend abge
klärt.
4.5
Zusammenfassend
ist
aufgrund der überzeugenden Feststellungen im
E._
-Gut
achten vom 12. Oktober 2012 (Urk. 8/61) davon aus
zu
g
ehen
, dass der Beschwerdeführerin eine behinderungsangepasste Tätigkeit (körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit, welche hauptsächlich sitzend und ohne
Trage
leistungen
ausgeübt werden kann, und nicht auf Leitern, Gerüsten und unebe
nem Gelände ausgeführt werden muss) ab Mai 2011
- und damit vor dem frühestmöglichen Rentenbeginn (
Art.
29
Abs.
1 IVG) -
zu 75 % zumutbar ist.
5.
Die von der Beschwerdegegnerin verwendeten
Faktoren zur Bemessung der Invali
dität
wurden weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht bean
standet und es besteht angesichts des
deutlich
rentenausschliessenden
Invalidi
tätsgrades
auch kein Anlass für eine genauere Prüfung von Amtes wegen. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
Die Beschwerdeführerin ist darauf hinzuweisen, dass es ihr frei steht, im Falle einer dauerhaften und wesentlichen Verschlechterung ihres (psychischen) Gesund
heitszustandes bei der Beschwerdegegnerin eine Neuanmeldung zum Leistungsbezug einzureichen.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt der Anspruch des Beschwerdeführers auf Gewährung der unent
geltlichen Rechtspflege. Gemäss
Art.
61
lit
. a ATSG muss das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenlos sein. In Abweichung von diesem Grundsatz bestimmt
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG,
dass
das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig ist (Satz 1). Eine besondere Regelung der unentgeltlichen Rechtspflege wurde mit der erwähnten Änderung des IVG nicht statuiert, wes
halb grundsätzlich das kantonale Verfahrensrecht massgebend ist (
Art.
61 Satz 1 ATSG; Urteil des Bundesgerichts 8C_991/2008 vom
1.
April 2009 E.
3.1.1). Nach
Art.
61
lit
. f ATSG muss das Recht, sich verbeiständen zu lassen, im Ver
fahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht gewährleistet sein. Der Beschwerde führenden Person wird ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo die Verhältnisse es rechtfertigen. Nach
Art.
29
Abs.
3 der Bundesverfassung hat jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und deren Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege. Soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausser
dem Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand. Nach der Praxis sind die Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos erscheint sowie die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeiständung
notwendig oder doch geboten ist
(SVR
2009 UV Nr. 12 S. 49; Urteil des Bundesgerichts 8C_530/2008 vom 2
5.
Sep
t
ember 2008 E. 3 mit Hinweisen).
6
.2
Die Beschwerdeführerin wird gemäss Unterstützungsbestätigung vom 22. No
vember 2013 (Urk. 3/8) und Budget 2013 vom 17. September 2013
(Urk. 3/9)
von ihrer Wohngemeinde
N._
finanziell unterstützt. Mit Blick darauf ist sie im vorliegenden Verfahren bezogen auf den massgebenden Zeit
punkt als prozessual bedürftig zu qualifizieren. Da auch die weiteren Anspruchs
voraussetzungen (fehlende Aussichtslosigkeit und sachliche Notwen
digkeit der
Rechtsverbeiständung
) erfüllt sind, ist der Beschwerdeführerin in Bewilligung ihres Gesuchs vom 3. Januar 2014 (
Urk.
1 S. 2) Rechtsanwalt
Dr.
Schmid, Zürich, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Ver
fahren zu bestellen, und es ist ihr die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
6.
3
Die unentgeltliche Rechtsvertretung hat dem Gericht eine detaillierte Zusammen
stellung über ihren Zeitaufwand und ihre Barauslagen einzureichen; unterlässt sie dies, wird die Entschädigung vom Gericht nach Ermessen festge
setzt (
§
7
Abs.
2 in Verbindung mit
§
8 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht,
GebV
SVGer
). Unnötiger oder geringfügiger Aufwand wird ausserdem nicht entschä
digt (
§
7
Abs.
1 in Verbindung mit
§
8
GebV
SVGer
).
Mit Honorarnote vom
1
2.
Juni 2015
(
Urk.
1
1
) machte Rechtsanwalt
Dr.
Schmid
einen Aufwand von 6,25 Stunden so
wie Barauslagen in Höhe von Fr. 73.80
und damit insgesamt
Fr.
1‘429.70 (inklusive
Mehrwertsteuer
) geltend, was als ange
messen erscheint. Rechtsanwalt
Dr.
Schmid
ist daher
in diesem Umfang
aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
6
.4
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen sind (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG), sind auf
Fr.
600.-- anzu
setzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6
.5
Die
Beschwerdeführer
in
ist darauf hinzuweisen, dass
sie
zur Nachzahlung der Kosten für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald
sie
dazu in der Lage ist (
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).