Decision ID: 60cd5c48-c295-4c7d-b9ea-c5192c2b96e9
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1986 geborene
X._
meldete sich am
24. April 2019
(Eingangs
datum) unter Hinweis auf
psychische Beschwerden
bei der Sozialversicherungs
an
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungs
bezug an (
Urk.
11/8
). Die IV
Stelle tätigte daraufhin beruflich-erwerb
liche sowie medizinische Abklärun
gen
und zog die Akten des Krankentaggeldversicherers
Elipslife
,
Elips
Versi
cherungen AG,
bei (
Urk.
11/28
).
Am 2
1.
August
2020 wurde
der Versicherten
mittels Vorbe
scheid die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht gestellt (
Urk.
11/32
)
.
Nach erhobenem Einwand (
Urk.
11/49
)
wurden weitere Abklärungen getätigt und
schliesslich
mit Verfügung vom 8. Juni 2021
ein
Anspruch auf IV-Leistungen
verneint
(
Urk.
2 =
Urk.
11/69
)
.
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 9. Juli 2021 Beschwerde beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich und beantragte, es sei die ange
fochtene Verfügung vom 8. Juni 2021 aufzuheben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen. Zudem seien die Kosten des
– noch nachzureichenden –
medizinischen Verlaufsberichtes von
med.
pract
.
Y._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
in Anwen
dung von Art. 45 Abs.
1 ATSG der IV-Stelle aufzuerlegen (
Urk.
1 S. 1).
Am 14. Juli 2021
reichte
die Beschwerdeführerin
den
angekündigten
Verlaufsbericht
ein
(
Urk.
7, 8).
Mit Beschwer
de
antwort vom 10
. September 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin die Ab
weisung der Be
schwerde (
Urk.
10
), was der Beschwer
de
führerin mit Verfügung vom 14. September 2021 angezeigt wurde (
Urk.
12
).
Am 8. April 2022
legte
die Beschwerdeführerin einen weiteren Bericht des Kantonsspitals
Z._
auf
(Urk. 13 und14).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
–
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
–
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Ar
t. 28 Abs. 1 IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
1.4
.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1).
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diag
nostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungs
grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2
; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
1.4.3
Zur Annahme einer Invalidität aus psychischen Gründen bedarf es in jedem Fall eines medizinischen Substrats, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird
und nachgewiesenermassen die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Bestimmen psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren das Krankheitsgeschehen mit, dürfen die Beeinträchtigungen nicht einzig von den belastenden invaliditätsfremden Fak
to
ren herrühren, sondern das Beschwerdebild hat davon psychiatrisch zu unter
scheidende Befunde zu umfassen. Solche von der soziokulturellen oder psy
cho
sozialen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselb
ständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018 vom 21. November 2018 E. 2.2).
Somit sind psychosoziale und soziokulturelle Faktoren nur mittelbar invaliditäts
begründend, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden Folgen des Gesundheitsschadens beeinflussen. Zeitigen soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen, bleiben sie bei der Beurteilung der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeklammert (Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2018 vom 22. März 2019 E. 3). In einer versi
cherungsmedizinischen Begutachtung, welche sich nach den normativen Vorga
ben der Rechtsprechung orientiert, ist es daher nicht nur zulässig, sondern sogar geboten, solche invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanten Umstände auf
zuzeigen und gegebenenfalls bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auszu
klammern (Urteil des Bundesgerichts 9C_740/2018 vom 7. Mai 2019 E. 5.2.1).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Ent
scheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festge
stellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechts
mittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog,
dass die Beschwerdeführerin
bei
Intensivierung der Therapie und Wegfall der schwierigen, invaliditätsfremden Lebensumstände eine volle Arbeitsfähigkeit erreichen könne
. Die Diagnose
einer
posttraumati
schen Belastungsstörung
sei
nur teilweise
nachvollziehbar und die ausgewiesenen Einschränkungen beträfen nicht alle Lebensbereiche gleichmässig. Insbesondere seien der Beschwerdeführerin die besonders aufwändige Betreuung ihrer Kinder sowie die Arbeit im Haushalt nach wie vor möglich. Aus
rheumatologischer
und kardiologischer
Sicht
bestehe
ebenfalls keine Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte demgegen
über im Wesentlichen vor,
dass s
ie an
einer
postt
raumatischen Belastungsstörung
mit ausgeprägter Angst- und Panik
störung sowie einer rezidivierenden depressiven Störung und seit Dezember 2019 unter anderem an
einer
Perikarditis mit rezidivierendem
Perikarderguss
unklarer Genese
leide
,
einhergehend mit einem psychophysischen Erschöpfungszustand
bei (aufgrund Kinderbetreuungsverantwortung) fehlender
Möglich
keit
einer psy
chosomatischen Rehabilitation.
Die IV-Stelle habe den
medizinischen
Sachverhalt
nur ungenügend abgeklärt. Insbesondere habe sie entgegen der Empfehlung des Hausarztes keinen Verlaufsbericht bei
der behandelnden Psychiaterin
med.
pract
.
Y._
eingeholt,
obwohl
zwischen dem
Bericht
des Regionalen Ärztlichen Diens
tes (RAD)
,
denjenigen der
Vertrauensärzte der Krankentaggeldversicherung und den aktenkundigen Berichten
von med.
pract
.
Y._
bei multiplen Symptomen Differenzen b
estä
nden
. Diese beruhten
offensichtlich
nicht
auf unterschiedlichen versicherungsmedizinischen Prämissen, sondern auf der ungenügend abgeklärten komplexen gesundheitlichen Beeinträchtigung mit komplexer
Traumafolgestö
rung
verschiedener medizinischer Disziplinen sowie im Einzelnen ungeklärten schwierigen Abgrenzungen versicherter Zustände von allenfalls, aber nicht aus
schliesslich, invaliditätsfremden Faktoren
.
A
ufgrund
der
periodisc
hen ausgepräg
ten
Perikardschübe
in Kombination mit dem psychiatrischen Beschwerdebild
sei
aus medizinischer Sicht
zudem
erstellt, dass
die
Be
schwerdeführerin
regelmässig während mindestens fünf bis zehn Tagen infolge notfallmässiger Hospitalisierung und rein somatisch krankheitsbedingter Leistungsminderung voll arbeitsunfähig sei. In den bis zu zehn Tagen vor der Hospitalisierung sei sie erwiesenermassen in ihrer Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigt und vermöchte ihren beruflichen Verpflichtungen
in dieser Zeit trotz zumutbarer Anstrengung
nicht nachzukom
men (
Urk.
1).
3.
3.1
Med.
pract
.
Y._
berichtete am
16.
Juni 2019 (
Urk.
11/28/53 ff.)
, 8.
September 2019 (
Urk.
11/22)
, 10.
November 2019 (
Urk.
11/28/25 ff.)
, 19.
Februar 2020 (
Urk.
11/26)
sowie
am
12. April 2020 (
Urk.
11/58)
über die sich
seit dem
3.
Dezember 2018
bei ihr in wöchentlicher
bis zweiwöchentlicher
psychothera
peutischer Behandlung
befindende Beschwerdeführerin. Sie stellte die
psychiat
rischen
Diagnosen
eine
r
posttraumatischen Belastungsstörung
(ICD-10 F43.1) mit
ausgeprägter Angst- und Panikstörung
(ICD-10 F41
),
einer rezidivierenden
depres
siven
Störung
,
unterschiedlicher Ausprägung
(ICD-10 F33.1
1
, F33.21
)
sowie
eines
psychophysischen Erschöpfungszustand
es
(ICD-10 Z73)
,
nannte
einen Status nach negativen Kindheitserfahrungen (ICD-10 Z61 ff.) und Status nach Missbrauch durch Ehemann (ICD-10 T74.1)
und attestierte eine vollumfängliche Arbeits
unfä
h
igkeit
für den erste
n Arbeitsmarkt
.
Med.
pract
.
Y._
schilderte, dass die Beschwerdeführerin von ihren Eltern
Gewalt und Erniedrigung und nur
wenig Zuwendung
erfahren
und eine schwierige Ehe mit physischer und psychischer Misshandlung durchlebt habe. Sie habe sich schliesslich von ihrem Ehemann getrennt und sei eine Beziehung mit einem Arbeitskollegen eingegangen.
Am 5. Dezember 2018 habe der
Ehemann den jetzigen Partner zusammengeschlagen, woraufhin bei der Beschwerdeführerin Symptome einer Belastungsstörung auf
getreten seien, die nach wie vor anhalten würden.
Sie leide
unter Angst und Panikattacken, Schlafstörungen,
Albträumen,
Flashbacks,
einer depressiven
Symp
tomatik und einer starken
Se
l
b
stwertproblematik. Sie sei auch völlig erschöpft, da ihre
Tochter sehr verhaltensauffällig sei und ihr Sohn unter psychi
schen Problemen leide
. Immer wieder sei s
ie zudem sch
ädlichen Kontaktaufnah
men
und Bedrohungen
durch ihren
Ehe
mann ausgeliefert, was ihre Angstsymp
tomatik verstärke und die Behandlung
ersc
hwere. Die Beschwerdeführerin leide auch unter
ständigem
Gedankenkreisen und stressbedingten kognitiven Beein
trächtigungen.
Eine stationäre Behandlung wäre
wünschenswert
, da die Beschwerdeführerin dringend Erholung und Abstand brauche. Dies sei aber durch die fehlende Kinderbetreuung nicht möglich.
3.2
Am 17. Juli 2020 erstellte
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
,
zuhanden des Krankentaggeldversicherers ein psychiat
risches Gutachten (
Urk.
11/58/30
ff.). Darin
hielt er fest, dass der psychopatholo
gische Befund durch eine leichte Verschiebung der Stimmungslage zum depres
siven Pol gekennzeichnet sei. Die affektive Auslenkbarkeit sei mittelgradig eingeschränkt. Im Affekt
wirke
die Beschwerdeführerin deutlich aufgewühlt. Ihr Auftreten sei
klagsam
, der Ton freundlich. Sie
spreche
nur teilweise mit fester Stimme, zwischendurch
breche
sie wiederholt in Tränen
aus
. Sie sei weitgehend in der Lage, Blickkontakt zu halten. Psychomotorisch
wirke
sie leicht agitiert. Die kognitiven Funktionen wie Konzentration, Auffassung, Merkfähigkeit und Erin
nerung se
ien im Rahmen des Gesprächs
am früheren Vormittag intakt. Die gedankliche Umstellung bei Themenwechsel
gelinge
prompt. Der Gesprächsver
lauf sei flüssig.
Im äusseren Erscheinen sei die mitteilsame Beschwerdeführerin, die mit ihrem Personenwagen zum Termin angereist sei, gepflegt. Das formale Denken sei über weite Strecken ausschweifend und teilweise erheblich unstruk
turiert, dennoch gesamthaft nachvollziehbar. Das inhaltliche Denken sei im Rahmen der Evaluation anlassbezogen auf die Schilderung vo
n Biographie und Beschwerdeentw
icklung gerichtet. Vorherrschend seien dabei ausführliche Dar
legungen traumatisierender Lebensereignisse. Die Beschwerdeführerin
berichte
über Nachhallerinnerungen, Ängste und Albträume im Zusammenhang mit entsprechenden Erlebnissen. Zeichen psychotischen Denkens, Erlebens, Wahr
neh
mens oder Verhaltens
fänden
sich nicht. Hinweise auf Eigen- oder Fremd
gefähr
dung
lägen
ebenfalls nicht vor. Diagnostisch handle es sich um eine rezidi
vie
rende depressive Störung, zuletzt
eine mittelgradige Episode (ICD-
10 F33.1), die gegenwärtig noch leicht ausgeprägt sei. Weiterhin im Vordergrund stehe eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1).
Die attestierte Arbeitsunfä
higkeit sei vo
r
läufig weiterhin ausgewiesen. Als nächstes solle nun eine stationäre Klinikbehandlung erfolgen, wie sie
von der Beschwerdeführerin und med.
pract
.
Y._
besprochen worden sei.
3.3
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom RAD
der Beschwerdegegnerin
nahm am 22. Juli 2020
Stellung zu den Berichten von med.
pract
.
Y._
. Sie führte aus, dass aus den
Untersuchungsbefund
en
der behandelnden Psychiaterin
nachvollziehbare Beschwerden (Schlafstörungen mit Albträumen, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Ängste und Panikatta
cken) hervorgehen würden.
Auch würden Symptome wie Gedankenkreisen, stän
dig hoher Angstpegel, Reizbarkeit, Schuldgefühle, vermindertes Selbstwertgefühl, affektive Depressivität (
die Beschwerdeführerin
könne sich aber noch freuen), sozial
er
Rückzug durch Erschöpfung und mangelndes Vertrauen beschrieben. Der verminderte Antrieb könne überwunden werden, um die Aufgaben mit Betreuung und Haushalt zu erledigen.
Die Diagnose der posttraumatischen Belastungsstö
rung könne teilweise durch die genannte Symptomatik nachvollzogen werden, ebenfalls das ständige Gefühl von Angst und Panikattacken. Es werde jedoch durchgehend eine noch real be
stehende Bedrohung durch den
Ehemann beschrie
ben. Es bestehe eine Überschneidung von einer nicht krankheitsbedingten Symp
tomatik und einer gegebenenfalls durch eine psychische Erkrankung ausgelösten Sym
ptomatik. Seit ihrem Bericht vom
Juni 2019 sehe
med.
pract
.
Y._
eine Inten
sivierung der Therapie, eine stationäre psychiatrische oder psychosomati
sche Behandlung
,
als indiziert an. Dies könne aufgrund der psychosozialen Belas
tungen
jedoch
nicht durchgeführt werden. Eine spezifische Therapie sei zudem nicht aussichtsreich unter der laufenden Bedrohung. Hierbei handle es sich um IV-fremde Gründe. Die funktionellen Leistungseinschränkungen beträfen nicht alle Lebensbereiche gleichmässig. Trotz der erheblichen psychosozialen Belastun
gen, denen die Beschwerdeführerin ausgesetzt sei, könne sie die beson
ders auf
wän
dige Betreuung ihrer Kinder und die Arbeit im Haushalt leisten. Medizin
theoretisch könne durch leitliniengerechte Therapie und bei bereits teil
remittierter Symptomatik überwiegend wahrscheinlich wieder die volle Arbeits
fähigkeit erreicht werden. Zusammenfassend sei aus versicherungsmedizinischer Sicht kein dauerhafter G
esundheitsschaden ausgewiesen
(
Urk.
11/31/4 ff.).
3.4
Mit Bericht vom 26. Oktober 2020
(
Urk.
11/53/8 ff.) verwies der Hausarzt Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für
Allgemeine
Innere Medizin, unter
Bezugnahme auf die beigelegten
Berichte des
Kantonsspitals Z._ und dem
Zentrum für Adipositas- und Stoffwechselmedizin
D._
GmbH
(
Urk.
11/53/10 ff.)
, auf folgende Diagnosen:
-
Rezidivierende Entzündungszus
tände mit fo
r
m
al
Polyserositis
(rezidivie
rende Perikarditis,
Pleuraerguss
und
per
i
hepatisch
ebenfalls wenig Flüs
sigkeit) weiterhin unklarer Ätiologie
-
Perikarditis mit rezidivierendem
Perikarderguss
, EM 12/2019
-
Cholezystolithiasis
ohne Cholestase, ED 08.10.2020
-
Passagere Oberbauchschmerzen rechtsseitig, EM 21.09.2020
-
St.n
.
laparoskopischem
proximalem Magenbypass 22.07.2013 (KSSG)
-
Anpassungsstörung bei psychosozialer Belastungssituation
-
Chronifizierte
Angststörung
-
Chronisch venöse Insuffizienz
Er wies darauf hin, dass zu der chronischen Angststörung und diversen Folgeer
krankungen der bariatrischen Operation nun eine rezidivierende Perikarditis hinzu
gekommen sei. Diese medizinische Diagnose sei im Oktober potential lebens
bedrohlich gewesen und sei aktuell immer noch in Abklärung. Aufgrund der
Hospitalisationen
und der persistierenden Beschwerden sei eine Arbeitsfähig
keit auch aus somatischer Sicht in den nächsten drei Monaten sehr unwahr
scheinlich. Durch die medizinischen Ereignisse sei eine zusätzliche Traumatisie
rung der Beschwerdeführerin erfolgt, so dass auch mittelfristig mit einer starken psychischen Einschränkung aber auch Einschränkung der somatischen Leistungs
fähigkeit zu rechnen sei
. Auch seien die abdominalen Schmerzen bei Dumping-Syndrom nicht dermassen stabil, dass eine körperliche Tätigkeit (wie
Coiffeuse
oder Verkauf) in Frage käme
.
3.5
Am 6. Mai 2021
stellte
RAD
-Arzt
D
r.
med.
E._
, Facharzt für Rheuma
tologie, Physikalische Medizin & Rehabilitation und
Allgemeine
Innere Medizin,
fest, dass g
emäss
der aktuellen
A
kten
lage
kei
n
e
Ergänzun
g der RAD-Stellung
nahme vom 22.
Juli 2020 erforderlich
sei
. Ein Konsilium Rheuma
F._
habe nicht stattgefunden, aber es liege eine Stellu
ngnahme der Rheu
matologie des
Kantonsspitals Z._
vor, welche keine rheumatologisch-entzündliche Diagnose festhalte. Die
Arbeitsfähigkeit aus kardiologischer Sicht sei von der Kardiolog
ie des
Spitals G._
am 11.
Dezember 2020 affirmativ als nicht eingeschränkt doku
mentiert worden. A
us psychiatri
scher Sicht würden sich keine neuen Anhalts
punkte erg
eben, es best
ehe
diesbezüglich
kein dauernde
r
Ge
sundheits
schaden
(
Urk.
11/67/4).
4.
4.1
Gestützt auf die aktenkundigen medizinischen Berichte ist das Vorliegen eines psychiatrischen Leidens mit Krankheitswert nicht auszuschliessen. So berichtete die seit dem
3.
Dezember 2018 behandelnde Ärztin, med.
pract
.
Y._
, in ver
schiedenen Berichten von einer grossen Erschöpfungssymptomatik, kognitiven und affektiven Einschränkungen
sowie einem hohen Angstpegel und
stellte die Diagnosen einer
posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS)
mit ausgeprägter Ang
st- und Panikstörung sowie eine
r
depressiven Störung
wechselnder
Ausprä
gung
. Dr.
A._
erhob
eben
falls einen Befund
,
den
er als
eine sich im Abklingen befindliche
Depression bei posttraumatischer Belastungsstörung
interpretierte
. Beide Fachärzte attestierten der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit.
4.2
Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen Verfügung
demgegen
über
eine erhebliche gesundheitliche Einschränkung, die sich längerfris
tig auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
auswirke
. Zur Begründung führte sie –
gestützt auf die Stellungnahme
der
RAD-Ärztin Dr.
B._
vom 22. Jul
i 2020 – aus,
dass mit einer intensivierten Therapie sowie dem Wegfall der schwie
rigen
,
invaliditätsfremden Lebensumstände eine volle Arbeitsfähigkeit
erreicht werden könne
(
Urk.
2).
4.3
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass
die Therapierbarkeit eines Leidens dem Eintritt einer rentenbegründenden Invalidität nicht absolut ent
gegensteht.
Gestützt auf die vorliegenden Akten ist
zudem
von langjährigen Psychotherapiebesuchen bei einer Fachärztin auszugehen
, womit ein Leidensdruck – trotz der
zumindest nicht regelmässigen
Einnahme von Psychopharmaka
und dem bisherigen Fehlen einer stationären Behandlung
– nicht zum Vornherein verneint werden kann.
Auch räumte Dr.
B._
ein, dass die Diagnose der posttraumatischen Belastungs
störung teilweise durch die genannte Symptomatik nachvollzogen werden könne, ebenfalls das ständige Gefühl von Angst und Panik.
Dabei
legte
sie
allerdings nicht
nachvollziehbar
dar
,
weshalb sie die von der behandelnden Ärztin gestellten Diagnosen
schliesslich doch
verneint
e
. Ihr Hinweis, wonach eine noch real be
ste
hende Bedrohung durch den
Ehemann beschrieben werde, womit eine Über
schneidung einer nicht krankheitsbedingten Symptomatik und einer gegebenen
falls durch eine psychische Erkrankung ausgelösten Symptomatik bestehe
, mag zwar zutreffen, sagt im Ergebnis aber nichts darüber aus, ob vorliegend eine psychische Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gegeben ist.
Dies
bezüglich ist
namentlich
darauf hinzuweisen, dass beim Vorliegen von psycho
sozialen und soziokulturellen Faktoren – vorliegend
bestehen
neben der
schwie
rigen Situation mit dem Ehe
mann
auch erhebliche
Belastungen mit den Kindern
– eingehend zu prüfen ist, ob diese
direkt oder nur mittelbar negative funktionelle Folgen zeitigen, insbesondere ob
von der psychosozialen Belastungs
situation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit bestehen
(vg
l
. E. 1.4.3
)
.
Zu dieser Abgrenzung
äusserte sich der RAD nicht
näher
.
Damit
ist ein invaliden
versicherungs
rechtlich relevanter Gesundheitsschaden entgegen der Auf
fassung der Beschwerdegegnerin gestützt auf die derzeitige Aktenlage nicht
ohne weiteres
aus
zuschliessen.
4.4
Ob die Anspruchsvoraussetzungen für Leistungen der Invalidenversicherung er
füllt sind, lässt sich aber gestützt auf die medizinischen Berichte nicht abschli
es
send beurteilen:
I
nsbesondere i
n Bezug auf die
diagnostizierte
PTBS ist festzuhalten
, dass d
ie Her
leitung und Begründung d
ies
er Diagnose einer besonderen Achtsamkeit
bedarf
. Dies gilt
namentlich
für das Belastungskriterium, mithin das auslösende Trauma.
Weiter
erfordert die Latenzzeit zwischen initialer Belastung und Auftreten der Störung eine eingehende Prüfung. Diese beträgt nach ICD-10 wenige Wochen, bis (sechs) Monate. Besondere Begründung braucht es dabei in jenen Fällen, in denen ganz ausnahmsweise aus bestimmten Gründen ein späterer Beginn berück
sichtigt werden soll (
BGE 142 V 342
E. 5.2.2
). Bei der Folgenabschätzung einer PTBS auf das Leistungsvermögen bzw. die Arbeitsfähigkeit ist
sodann
ein "kon
sistenter
Nachweis" mittels "sorgfältiger Plausibilitätsprüfung" im Rahmen eines strukturierten Beweisverfahrens unter Verwendung der Standardindikatoren notwendig (
BGE 142 V 342
E. 5.2.3
; vgl. auch
Urteil des Bundesgerichts 9C_548/2019 vom 16. Januar 2019 E. 6.3.1
).
Diesen von der Rechtsprechung formulierten Anforderungen vermögen die aktenkundigen Berichte hinsichtlich der Diagnose einer PTBS offensichtlich nicht zu genügen, was einer abschliessen
den Beurteilung entgegensteht.
Hinsichtlich der weiteren Diagnose der rezidivierend
en depressiven Störung, von Dr.
A._
am 17. Juli 2020 nur noch in einer leichtgradigen Ausprägung bestä
tigt,
ist
zu berücksichtigen, dass
sich
e
ine leicht- bis mittelgradige depressive Störung ohne nennenswerte Interferenzen durch psychiatrische Komorbiditäten im Allgemeinen nicht als schwere psychische Krankheit definieren
lässt
(
BGE 148 V 49
E. 6.2.2 mit Hinweis).
Ähnliche
Überlegungen
drängen sich auch bei der
–
allerdings im Zusammenhang mit der PTBS gestellten
–
Panikstörung
auf
.
Zusammengefasst
kann die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
mangels verlässlicher Angaben zu
ihrem
Gesundheitszustand aus psychiatrischer Sicht nicht abschliessend beurteilt werden, weshalb hierzu weitere Abklärungen zu tätigen sind.
4.5
Was die gesundheitliche Situation in somatischer Hinsicht betrifft, so ist darauf hinzuweisen, dass
die behandelnden
Fachä
rzte
am
Kantonsspital Z._
bezüglich der rezidivie
renden
Perikardergüsse
soweit aktenkundig lediglich im Z
usammenhang mit
den erfolgten
H
ospitalisationen
eine
vorübergehende
Einschränkung der Arbeits
fähigkeit attestierten
(
Urk.
3/1/2, 11/53/31 ff., 11/62)
.
Im Bericht vom 14. Juni 2021 wurde die Ursache als am ehesten autoimmun
umschrieben
und
eine erneute
Cholchicintherapie
für sechs Monate sowie Voltaren nach Bedarf empfohlen
(
vgl.
Urk.
3/1/2).
Aufgrund der
jeweils
lediglich
für eine kurze Zeitdauer attestierten
Arbeitsunfähigkeit
en
– auch
PD
Dr.
med.
Dr.
sc. nat
.
H._
, Facharzt für Kardiologie und Allgemeine Innere Medizin,
attestierte in seinem
Bericht vom 11. Dezember 2020
(
Urk.
11/
55
)
aus kardiologischer Sicht bei fehlendem Erguss
keine Arbeitsunfähigkeit –
ist zwar anzunehmen
, dass die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Perikarditis grundsätzlich vollumfänglich arbeitsfähig ist. Da
gemäss dem Bericht
des
Kantonsspitals Z._
vom 14. Juni 2021
(
Urk.
3/1/2)
jedoch noch Resultate ausstanden, welche in einer nachfolgenden kardiologischen Sprech
stunde erörtert werden sollten
,
werden die Akten in dieser Hinsicht zu vervoll
ständigen und gegebenenfalls weitere Abklärungen zu tätigen sein.
4.6
Zusammenfassend ist es bei der aktuellen medizinischen Aktenlage nicht mög
lich, mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit die funktionelle Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
abschliessend
zu beurteilen. Damit erweist sich der medizinische Sachverhalt
sowohl
in psychiat
rischer
als auch in somatischer
Hinsicht als ergän
zungsbedürftig. Die
angefoch
tene Verfügung vom 8. Juni
2021 ist demnach aufzuheben und die Sache zur Durchführung
weiterer
Abklärung
en
und zu neuem Entscheid über den Leis
tungsanspruch der Beschwerdeführerin an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei
sen. Je nach Resultat der medizinischen Abklärung
en
wird auch die Statusfrage zu klären und zu prüfen sein, in welchem Pensum die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall tätig wäre.
5.
5.1
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Im vorliegenden Verfahren sind sie ermessensweise auf Fr.
600.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 210 E. 7.1, 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
5.2
Die vertretene Beschwerdeführerin
hat demnach Anspruch auf eine Prozessent
schädigung
. Diese ist gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierig
keit des Prozesses auf Fr. 1‘5
00
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind die Kosten eines von einer ver
sicherten Person veranlassten Gutachtens beziehungsweise Arztberichtes vom Versicherungsträger dann zu übernehmen, wenn sich der medizinische Sachver
halt erst aufgrund des neu bei
gebrachten Untersuchungsergebnisses schlüssig feststellen lässt und dem
Versicherungsträger
insoweit eine Verletzung der ihm im Rahmen des Untersuchungs
grundsatzes obliegenden Pflicht zur
rechtsgenüg
lichen
Sachverhaltsabklärung vorzuwerfen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_62/
2016 vom 7. Juli 2016 E. 6.1 mit Hinweisen). Dies ist vorliegend nicht der Fall.
Bereits gestützt auf die im Verfügungszeitpunkt aktenkundigen medizini
schen Berichte war offenkundig, dass der medizinische Sachverhalt nicht genü
gend abge
klärt
worden
war: So lagen
einerseits
diverse ausführliche Berichte von med.
pract
.
Y._
vor, welche
– weiter zu prüfende –
Hinweise auf das Vorliegen einer psychiatrischen Erkrankung enthielten und auch von Seiten des Vertrau
ensarztes des Krankentaggeldversicherers bestätigt wurden.
Andererseits
ver
neinte der RAD das Bestehen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens, ohne sich im Detail mit den
im Raume stehenden
Befunden und Diagnosen auseinan
derzusetzen und nachvollziehbar zu begründen, weshalb
aus seiner Sicht
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gegeben sei.
Mithin drängten sich
bereits im Zeitpunkt des Vor
bescheides beziehungsweise der Verfügung weitere Abklärun
gen seitens der IV-Stelle
auf, weshalb
die
Einholung eines Verlaufsberichtes bei
med.
pract
.
Y._
unter diesen Umständen weder erforderlich noch zielführend
war und aus
diesem
auch
keine neuen Erkenntnisse
im Hinblick auf die
Beurtei
lung des vorliegenden Falles hervor
gingen
. Eine Auferlegung der Kosten an die Beschwer
degegnerin fällt daher ausser Betracht.