Decision ID: 90871f9a-4f74-5737-b6c6-0176525b7f32
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der
19
66
geborene
X._
war
seit dem 23. Mai 2005 bei der
Y._
AG als Filialleiter
angestellt
und dadurch bei der Allianz Suisse
Versi
cherung
s
-Gesellschaft
(in der Folge: Allianz)
obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen
sowie von Berufskrankheiten
versichert, als
er
am
25. September 2010
als Lenker eines Perso
nenwagens in einen Auffahrun
fall verwickelt
wurde
(Unfallmeldung vom
27. September 2010
,
Urk.
10/5
).
Die Erstbehandlung erfolgte noch gleichentags im Spital
Z._
in
A._
,
wo die Ärzte eine HWS-Distorsion zweiten Grades
diagnostizierte
n
(Urk.
10/3-4
). Die
Allianz
erbrachte in der Folge die gesetzlichen Versicherungsleistungen.
Am
7. Juli 2011
meldete die Arbeitgeberin einen Rückfall zum Unfall vom 25. September 2010
(Urk. 10/27), nachdem dem Versicherten ab jenem Tag eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
worden war
(Urk. 10/26).
Mit Verfügung vom
28. September 2011
stellte die Allianz die Versicherungsleistungen
man
gels natürlicher Kausalität
der ab 7. Juli 2011 aufgetretenen Beschwerden zum Unfall vom 25. September 2010
per 1. Dezember 2010
ein
(
Urk.
10/50)
.
Hierge
gen erhob die Helsana Versicherungen AG als Krankenversicherer von
X._
mit Eingabe vom 21. Oktober 2011 Einsprache (Urk. 10/55).
Ebenso liess der Versicherte am
2.
November 2011 unter Beilage von
Arztbe
richten
(Urk. 10/56-60) Einsprache erheben (Urk. 10/61)
. In der Folge holte die Allianz bei den behandelnden Ärzten weitere Auskünfte ein (Urk. 10/65 ff.)
und wies die Einsprachen
mit
Einsprache
e
ntscheid
vom 5.
September 2012 insbe
sondere unter Verneinung der adäquaten Kausalität ab (Urk. 10/89 = Urk. 2).
2.
Gegen
den
Eins
prachee
ntscheid
der Allianz vom 5. September 2012
erhob
der
Versicherte am
8. Oktober 2012
Beschwerde
und beantragte, der angefochtene E
ntscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, für das Schadensereignis vom 25. September 2010 die entsprechenden gesetzlich geschuldeten Versicherungsleistungen ab 1. Dezember 2010 beziehungsweise ab 7. Juli 201
1
weiterhin
zu
ent
richten, eventualiter sei die Sache zur weiteren medizin
isch-psychiatrischen Abklärung
an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen. In prozessualer Hinsicht beantragte er die unentgeltliche
Rechtsvertre
tung
durch Rechtsanwalt
Dr.
Thomas
Hiestand
, Zürich (Urk. 1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin
schloss mit
Beschwerdeantwort
vom
13. Dezember 2012
auf Abweisung der Beschwerde
(Urk. 9)
. Mit Gerichtsverfügung vom
25. Januar 2013
wurde
das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung bewilligt und die
Beschwerdeantwort wurde dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht
(
Urk.
12
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistun
gen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.2
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11
der Verordnung über die Unfallversicherung; UVV
). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krank
heit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.3
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes
Unfaller
eignis
an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallver
sicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen
Gesund
heitsschädigung
ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
1.4
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörun
gen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu beto
nen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürli
chen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
Da die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können, kann der Unfallversicherer bei der Leistungspflicht gemäss Art. 11 UVV für Rückfälle und Spätfolgen nicht auf der Anerkennung des natürlichen Kausalzusammenhanges beim Grundfall behaftet werden. Vielmehr obliegt es der versicherten Person, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge postulierten Beschwerdebild und dem Unfall nachzu
weisen. Nur wenn die Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungspflicht des Unfallversicherers. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis eines natürlichen Kausalzusammenhanges zu stellen. Im Falle der Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicher
ten Person aus, die aus dem unbewiesen gebliebenen natürlichen Kausalzusam
menhang als anspruchsbegründender Tatsache Rechte ableiten will (Urteil des Bundesgerichts U 16
3/04 vom 8.
Oktober 2004, E. 3.2 mit Hinweisen).
1.
5
Die Beurteilung des adäquaten Kausal
zusammenhangs zwischen einem Un
fall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtspre
chung des Bundesge
richts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Stö
rungen nach einem Unfall entwickelt worden ist
(vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bezie
hungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher
Beein
-
träch
tigung
bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Krite
rien in die Beurteilung mit einzubeziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun
desgericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Be
urteilung des ad
äquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehl
entwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzie
rung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als orga
nischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109 ff.; RKUV 2001 Nr. U 442
S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf den Standpunkt,
dass die ab 7. Juli 2011 aufgetretenen Beschwerden unter dem Aspekt eines Rückfalls zu prüfen seien (Urk. 2 S. 6)
.
Sie verneinte die Adäquanz der beim Fallabschluss noch vorhandenen Beschwerden in Anwendung der Schleudertrauma-Praxis
sowie ausgehend von einem Unfall höchstens im mitt
leren Bereich im engeren Sinn
e
,
und schloss daraus, dass auch die
erst am 7.
Juli 2011 aufgetretenen Beschwerden nicht in einem adäquaten Kausalzu
sammenhang zum Unfall vom 25. September 2010 st
ehen könnten
(Urk. 2
S. 11-13).
In der Beschwerdeantwort
legte
die Beschwerdegegnerin
unter Bezug
nahme auf die Beschwerdeschrift
zudem
dar,
dass
der Fallabschluss nicht ver
früht erfolgt und
auch d
eshalb die Adäquanz zu verneinen sei (Urk. 9).
2.2
Der Beschwerdeführer wandte dagegen im Wesentlichen ein,
rückwirkend sei ersichtlich, dass
stets
Brückensymptome, insbesondere psychischer Art, bestan
den hätten
, weshalb die
im Jahr 2011 vorhandenen
Leiden zum Grundfall gehörten und als durch den Unfall vom 25. September 2010 verursacht zu
betrachten seien
(Urk. 1 S. 4
ff.
).
Der Fallabschluss per 1. Dezember 2
010 sei verfrüht erfolgt
(Urk. 1 S. 5). Es habe sich um einen mittelschweren Unfall ge
handelt, wobei
sechs der sieben Kriterien
erfüllt
seien
.
Somit sei der adäquate Kausalzusammenhang zu bejahen (Urk. 1 S. 6).
3.
3.1
Am
25. September 2010
hielt
der Beschwerdeführer
mit seinem Personenwagen an, da das vor ihm fahrende Fahrzeug wegen grossen Verkehrsaufkommens circa 100 Meter vor einer Kreuzung anhalten musste. Die Lenkerin des folgen
den Fahrzeugs fuhr auf das Fahrzeug des Beschwerdeführers auf, wobei letzteres in das vor ihm stehende F
ahrzeug geschoben wurde (Urk. 10/1).
Der Beschwerdeführer wurde in der Folge notfallmässig mit der Ambulanz ins Spital
Z._
in
A._
eingeliefert, wo eine HWS-Distorsion diagnosti
ziert wurde. Die erstbehandelnden Ärzte attestierten ihm eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit bis zum 27. September 2010 (Urk. 10/4).
Dem gleichentags ausge
füllten
Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nach
kranio
-zervikalem Beschleunigungstrauma ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
angege
ben hatte, sofort nach dem Unfall an Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel und Übelkeit gelitten zu haben (Urk. 10/3,
Ziff.
4
).
Die bildgebenden Untersu
chungen des Schädels und der Halswirbelsäule hätten weder Frakturen noch Blutungen zu Tage gefördert (Urk. 10/3,
Ziff.
6).
3.2
Am 4. Oktober 2010 verordnete die Hausärztin
Dr.
med.
B._
,
Fach
ärztin
für Allgemeine Innere Medizin, dem Beschwerdeführer
neun Be
handlungen Physiotherapie (Urk. 10/8).
In ihrem Bericht vom 20. Oktober 2010 nannte sie nebst der HWS-Distorsion die Diagnose einer
commotio
cerebri. Weiter beschrieb sie einen komplikationslosen Verlauf mit persistierenden Schmerzen bei Bewegung (Urk. 10/16). Im Unfallschein gab sie ab dem
Unfall
datum
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, hernach ab 25. Oktober 2010 noch eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit an (Urk. 10/15).
3.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Medizin,
gab am 29.
Oktober 2010 an, er sei vom Beschwerdeführer einmalig am 27. September 2010 konsultiert worden und er habe ihm
HerbaChaud
Wärmepflaster ver
schrieben (Urk. 10/18).
3.
4
Die
MRI
-Untersuchung
des Schädels
vom
2.
November 2010
ergab keine
Hin
weise für
postkontusionelle
Veränderungen. Ebenso
zeigte
das MRI der
Halswir
belsäule
einen
unauffälligen
Befund, ohne Hinweise für eine
Discuspathologie
, mit einem
normalen
Befund des
Myelons
sowie ohne
postkontusionelle
Verän
derungen im Bereiche des Knochenmarks der einzelnen Wirbelkörper (Urk. 10/19).
3.5
Am 29. November 2010 verordnete
Dr.
B._
erneut neun Physiothera
pie-Behandlungen wegen eines
Zervikalsyndroms
(Urk. 10/23). Ab 1. November 2010 attestierte sie dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und ab dem 1
2.
November 2010 eine 50%ige (Urk. 10/22).
Dr.
C._
und
Dr.
B._
gaben auf dem Unfallschein vom 14. Dezember 201
0
an, die ärztliche Behandlung sei am 3. Dezember 2010 abgeschlossen worden und der Beschwerdeführer sei seit
dem 1. Dezember 2010
wieder vollumfänglich arbeitsfähig (Urk. 10/24).
3.
6
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Neurologie, untersuchte den Beschwerdeführer am 26. November 2010 und erstattete gestützt auf diese Un
tersuchung sowie auf die vorhandenen Akten am 23. Dezember 2010 ihr Gut
achten. Der Beschwerdeführer hatte ihr berichtet, sein Hauptproblem seien die Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule sowie der linken Schulter (Urk. 10/25 S. 3). Bei neurologisch intakten Hirnnerven,
cervikal
wenig verspannter Mus
kulatur, links sehr verspannter Schultermuskulatur und eingeschränkter Beweg
lichkeit der Halswirbelsäule sowie der linken Schulter diagnostizierte
Dr.
D._
einen Status nach Distorsionstrauma der Halswirbelsäule (ICD-10: S13.4),
eine
Periarthropathia
humeroscapularis
(ICD-10: M75.0), eine Hyperto
nie (ICD-10: I10.1) sowie einen
Nikotinabusus
(ICD-10:
F17.1; Urk. 10/25
S. 4 f.). Sie führte aus, der Medikamentenstatus habe ergeben, dass der Beschwerde
führer die verordnete Medikation nur unregelmässig einnehme, das Paracetamol habe nicht nachgewiesen werden können. Unter Berücksichtigung dessen, dass es beim Unfall nicht zu gravierenden Verletzungen im Bereiche des Schädels und der Halswirbelsäule gekommen sei, sowie dessen, dass eine regel
mässige Medikamenteneinnahme offen
sichtlich
nicht mehr notwendig sei,
sei sie der Ansicht, dass
seit dem 1. Dezember 2010 eine 50%ige Arbeitsunfähig
keit
bestehe
und
dass dem Beschwerdeführer die Arbeitsaufnahme
ab dem 1. Januar 2011 wieder vollumfänglich zuzumuten
sei
. In der Zwischenzeit sei aktive Phy
siotherapie dringendst notwendig, allenfalls auch eine
Cortisoninjektion
im Bereiche der linken Schulter
. Mit Spätfolgen sei aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zu rechnen. Im Bereiche der Halswirbelsäule sei kernspintomographisch keine Diskuspathologie vorhanden
. Physikalische Therapie und allenfalls Medi
kation seien bis Ende Januar 2011 erforderlich. Invalidität bestehe keine
(Urk. 10/
25 S. 5 f
.).
4.
4.1
Am 7. Juli 2011 meldete die Arbeitgeberin einen Rückfall zum Ereignis vom 25. September 2010 (Urk. 10/27). Der Beschwerdeführer gab im Frageblatt betreffend Rückfall am 29. August 2011 an, seit dem 7. Juli 2011 leide er wie
der an Schmerzen (Urk. 10/37).
Dr.
B._
attestierte dem Beschwerde
führer in der Folge ab 7. Juli 2011 und
bis auf
Weiteres
wieder
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 10/
26) und
verordnete
ihm am 11. Juli 2011
sowie ein zweites Mal am 15. August 2011
unter Hinweis auf ein
Zervikalsyndrom
mit Ausstrahlung in den Arm wiederum
je
neun Physiotherapie-Behandlungen (Urk. 10/29
, Urk. 10/34
).
Physiotherapeutische Behandlungen fanden sodann bis am 29. Dezember 2011 statt (Urk. 10/88 S. 3).
In ihrem Bericht vom 13. Juli 2011 gab
Dr.
B._
an, es liege ein Rückfall vor, der Beschwer
deführer leide an Kopf- und Nackenschmerzen und die Behandlung sei noch nicht abgeschlossen (Urk. 10/30).
In Bezug auf die Nierenarterienstenose teilte sie
am 10. November 2011
zuhanden der Krankentaggeld-Versicherung mit, der Beschwerdeführer sei vom 8. August 2011 bis zum 30. September 2011 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Hinsichtlich der Auswirkungen
psychischer
Beschwerden verwies sie auf
Dr.
med.
E._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
(Urk. 10/62).
Weiter führte sie am 18. Januar 2012 aus, vom 7. Juli bis am 7. August 2011 sei der Beschwerdeführer wegen
unfallbe
dingter
Schmerzen bei ihr in Behandlung gewesen (Urk. 10/69).
4.2
Ab dem 20. Juli 2011 wurde der Beschwerdeführer im Hinblick auf eine sekun
där bedingte arterielle Hypertonie abgeklärt. Die MR-Angiographie der
Nieren
arterien
ergab
den Befund
eine
r
Nierenarterienstenose rechts (Bericht der Klinik
F._
,
G._
, vom 1
2.
August 2011, Urk. 10/32).
Ab dem 8.
August 2011 konnte der Beschwerdeführer
gemäss Arztzeugnis von
Dr.
B._
infolgedessen
krankheitshalber nicht mehr arbeiten (Urk. 10/42
-43
, Urk. 10/40).
4.3
Am 1
2.
September 2011 führte
Dr.
D._
in ihrer Stellungnahme aus, die schon länger bekannte Hypertonie habe auf eine Nierenarterienstenose zurückgeführt werden können. Diese sei am 1. September 2011 operativ behan
delt worden, wobei auch gemäss Auskunft von
Dr.
B._
kein Zusam
menhang zum Unfall bestehe. Aufgrund der Aktenlage fänden sich keine zu
reichenden Hinweise
für
einen Rückfall zum Unfall vom 25. September 2010. Die vom Beschwerdeführer selbst gemachten Angaben seien sehr allgemein gehalten und könnten nicht im Sinne ein
e
s Rückfalls zum Unfall interpretiert werden (Urk. 10/44 S. 2).
Insgesamt fänden sich keine Hinweise in Bezug auf Beschwerden, die dem Unfall zugeordnet werden könnten (Urk. 10/44 S. 3).
4.
4
Dr.
E._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, hielt in seinem ärztli
chen Zeugnis vom 3. Oktober 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit mit Beginn gemäss
den Angaben
der Hausärztin fest (Urk. 10/54).
In seinem Bericht vom 23. Oktober 2011 nannte er die Diagnose einer
nichtorga
nischen
Insomnie im Rahmen einer psychogenen Anpassungsstörung mit vor
wiegender Beeinträc
htigung
von anderen Gefühlen und drohendem Verlust der Impulskontrolle bei akzentuierten paranoiden Persönlichkeitszügen (ICD-10: F
51.0, F43.2 und Z73.1
).
Die psychischen Probleme bestünden seit dem Unfall.
Seither klage der Beschwerdeführer über Schmerzen im Hinterkopf, im Nacken sowie im Schulterbereich links. I
n
psychiatrischer
Behandlung befinde er sich seit dem 3. Oktober 2011, weshalb noch keine verlässliche Prognose möglich sei. Zurzeit finde eine
supportive
Einzelpsychotherapie, eine Behandlung mit Psychopharmaka und eine delegierte verhaltenstherapeutisch orientierte Psy
chotherapie statt
(Urk. 10/57 S.
3). Die Weiterführung dieser
Behandlungsmass
nahmen
sei angezeigt (Urk. 10/57 S. 4).
Die Arbeitsunfähigkeit betrage bis auf
Weiteres
100
%
(Urk. 10/58 S. 2).
Am 29. November 2011 verlängerte
Dr.
E._
das Arbeitsunfähigkeitszeugnis bis Ende 2011 (Urk. 10/65)
und her
nach bis auf
Weiteres
(Urk. 10/66)
.
Am 8. Januar 2012 hielt er die Weiterfüh
rung der psychiatrischen Behandlung
für
angezeigt und stellte prognostisch in Aussicht, dass der Beschwerdeführer nach Besserung wieder eine mit der letzten Arbeitstätigkeit vergleichbare Arbeit aufnehmen könne. Zuhanden der
Kran
kentaggeld-Versicherung
gab er als Ursache der Arbeitsunfähigkeit Krankheit an und verwies einerseits auf seinen Bericht, in welchem er das Bestehen der psychischen Probleme seit dem Unfall festhielt, und führte andererseits aus, die Symptome bestünden zumindest seit Behandlungsbeginn (Urk. 10/70).
4.5
Am 19. Oktober 2011 wurde der Beschwerdeführer von
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Neurologie, untersucht, welcher die Diagnose eines posttraumati
schen,
cervicocephalen
Schmerzsyndroms bei Status nach
Beschleunigungs
trauma
der Halswirbelsäule am 25. September 2010 stellte (Urk. 10/56 S. 1). Als neurologische Befunde nannte er eine schmerzbedingte
Bewegungseinschrän
kung
der Halswirbelsäule mit
palpatorisch
verdickter und
druckdolenter
Na
cken- und Schultermuskulatur
. Er gelangte zum Schluss, dass noch immer ein deutliches
cervicocephales
Beschwerdebild bestehe, wobei nicht von einer Ver
letzung am Nervensystem auszugehen sei, sondern das Beschwerdebild
weich
teilbedingt
sei beziehungsweise infolge der passiven Überdehnung bestehe. Der Beschwerdeführer benötige weiterhin regelmässig Physiotherapie und Analge
tika in Reserve (Urk. 10/56 S. 2 f.).
5.
5.1
Beschwerdeführer und Beschwerdegegnerin sind sich uneinig darüber, ob die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die ab dem 7. Juli 2011 erneut geklagten Beschwerden unter dem Aspekt eines Rückfalls oder im Rahmen des Grundfalls zu prüfen seien (Urk. 1 S. 3-5; Urk. 2
S. 5-6).
5.2
Der Fallabschluss hat in Form einer Verfügung zu erfolgen, wenn und solange die (weitere) Erbringung erheblicher Leistungen zur Diskussion steht (BGE 132 V 412 E. 4; Art. 124 UVV). Standen zu einem bestimmten Zeitpunkt indessen keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein Rückfall
im Sinne von Art. 11
U
VV
auch vorliegen, ohne dass der versicherten Person mitgeteilt wurde, der Versicherer schliesse den Fall ab und stelle seine Leistungen ein. In dieser Konstellation ist entscheidend, ob zum damaligen Zeitpunkt davon ausgegan
gen werden konnte, es werde keine Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeits
unfähigkeit mehr auftreten. Dies ist im Rahmen einer ex-ante-Betrachtung un
ter Berücksichtigung der konkreten Umstände zu beurteilen. Dabei kommt der Art der Verletzung und dem bisherigen Verlauf eine entscheidende Rolle zu: Lag ein vergleichsweise harmloser Unfall mit günstigem Heilungsverlauf vor, welcher nur während relativ kurzer Zeit einen Anspruch auf Leistungen begründete, wird tendenziell eher von einem stillschweigend erfolgten Ab
schluss auszugehen sein als nach einem kompliziert verlaufenen Heilungspro
zess. Andererseits ist der Leistungsanspruch unter dem Aspekt des Grundfalls und nicht unter demjenigen eines Rückfalls zu prüfen, wenn die versicherte Person während der leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach dem Unfall auf
getretenen Beschwerden gelitten hat beziehungsweise wenn Brückensymptome gegeben sind, die das Geschehen über das betreffende Intervall hinweg als Ein
heit kennzeichnen (Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_102/2008 vom 26. September 2008,
E.
4.1
,
8C_947/2009
vom 18. März 2010, E. 2.2,
8C_185/2008 vom
17.
Dezember
2008
, E. 4.3, und 8C_433/2007 vom 26. August 2008, E. 2.3, je mit Hinweisen).
5.3
Der Beschwerdeführer war ab dem 1. Dezember 2010 selbst nach hausärztlicher Einschätzung wieder vollumfänglich arbeitsfähig und die ärztliche Behandlung der Unfallfolgen endete am 3. Dezember 2010 (Urk. 10/24). Insbesondere fanden nach dem 3. Dezember 2010 auch keine physiotherapeutischen Behandlungen mehr statt (Urk. 10/88 S. 3)
, obwohl solche noch
verordnet
gewesen wären (Urk. 10/
23
)
.
Zudem
lag es nahe
, da der Beschwerdeführer nicht mehr regel
mässig Schmerzmittel einnahm
Urk. 10/25 S. 5
), dass keine wesentlichen
un
fallbedingten
Schmerzen oder Einschränkungen mehr bestanden.
Der Beschwer
deführer litt nach eigenen Angaben erst ab dem 7. Juli 2011 wieder an Schmer
zen (Urk. 10/37).
N
ach dem Unfall
litt er
ausschliesslich an typischen
Schleu
dertrauma-Folgen
wie
Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel und Übelkeit
(Urk. 10/
3, 4.
) und
er
bezog nur während etwas mehr als zwei Monaten medizi
nische Leistungen.
Aus damaliger Sicht bestanden keinerlei A
nhaltspunkte dafür, dass erneut
eine Behandlungsbedürftigkeit oder eine weitere Arbeitsunfä
higkeit
auftreten
werde
.
Ex ante war auch nicht ersichtlich, dass psychische Beeinträchtigungen zu einer Behandlungsbedürftigkeit oder Arbeitsunfähigkeit führen könnten. E
in Fallabschluss
ist
zulässig, sobald
von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung
k
eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes
mehr
erwartet werden kann
(
BGE 134 V 109
E. 4.1)
.
Dies war der Fall, da der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit dem Unfall keine weitere ärztliche Behandlung mehr in Anspruch nahm und wieder vollumfänglich arbeitsfähig war.
Der
Fallabschluss per 1. Dezember 2010 war
somit
nicht verfrüht
und konnte mangels zur Diskussion stehender Leistungspflichten stillschweigend erfolgen
.
In der Zeit zwischen dem 3. Dezember 2010
und der Rückfallmeldung vom 7.
Juli 2011 war der Beschwerdeführer einzig wegen seines hohen Blutdrucks in Behandlung (Urk. 10/69).
Der Bluthockdruck kommt
jedoch
nicht als
Brücken
symptom
in Frage, da er nicht unfallbedingt, sondern
renovaskulär
infolge einer Nierenarterienstenose auftrat (Urk. 10/32) und im Übrigen schon
im
Jahr 2000
die ersten Symptome aufgetreten waren
(Urk. 10/62).
Aus all diesen Gründen ist der Grundfall als rechtmässig abgeschlossen zu betrachten und die ab dem 7. Juli 2011 aufgetretenen Beschwerden sind unter dem Aspekt eines Rückfalls zu sehen.
6.
6.1
D
a der Beschwerdeführer in der Folge wieder zu 100
%
arbeitete und keine medi
zinischen Leistungen mehr in Anspruch nahm, stellte sich die Frage nach der Adäquanz damals nicht.
Zum Zeitpunkt der Rückfallmeldung vom 7. Juli 2011 hatte die Beschwerdegegnerin hingegen zu prüfen, ob sie weiter
leistungs
pflichtig
war respektive
ob die
nun geklagten Beschwerden
einen natürlichen und adäquaten Kausal
zusammenhang
mit dem
Unfall aufw
ei
sen.
6
.2
Die
nach dem Unfallereignis vom
25. September 2010
durchgeführten
bildgeben
den
Untersuchung
en des Schädels und
der Halswirbelsäule
zeigten weder Frakturen noch Blutungen und die neurologische Untersuchung ergab normale Befunde (Urk. 10/3, 6.).
Auch mittels der MRI-Untersuchung des Schä
dels und der Halswirbelsäule vom
2.
November 2010 wurden normale Befunde erhoben (Urk. 10/19).
Sodann
erhob
Dr.
D._
bei ihrer Untersuchung vom 26. November 2010 einen normalen neurologischen Status
und stellte ein
zig
an der Halswirbelsäule ein
e
verspannte Muskulatur sowie eine Einschrän
kung der Beweglichkeit
fest
(Urk. 10/25 S. 4), hingegen war
kernspintomogra
phisch
keine Diskuspathologie
feststellbar
(S. 6).
Auch Dr.
H._
legte
in sei
nem Untersuchungsbericht vom 21. Oktober 2011
keine objektivierbaren struk
turellen Veränderungen dar und verneinte neurologische Ausfälle (Urk.
10/56
S.
2
).
Die beschriebenen klinisch erhobenen Befunde wie Verhärtungen und Verspan
nungen der Muskulatur,
Druckdolenz
und Einschränkungen der HWS-Beweg
lichkeit können rechtsprechungsgemäss für sich allein nicht als klar ausgewie
senes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden (Urteil des Bun
desgerichts 8C_721/2008 vom 24. April 2009, E. 4.2 mit Hinweisen).
Ebenso wenig
gelten die
den
gestellten Diagnosen eines
cervicocephalen
Schmerzsyn
drom
s
und eines
Zervikalsyndroms
zugrunde liegenden Beschwerden
als objek
tivierbar (Urteile des Bundesgerichts 8C_498/2007 vom 28. Dezember 2007,
E.
4
.2 und 8C_446
/2007 vom 28. Dezember 2007, E.
5.2
mit Hinweis
).
Aufgrund der geschilderten Aktenlage bestehen
somit
keine hinreichend erstell
ten Anhaltspunkte für organisch nachweisbare Unfallfolgen.
Das Fehlen von organisch nachweisbaren Unfallfolgen schliesst das Bestehen eines Kausalzu
sammenhanges indessen noch nicht aus.
6.3
D
er Beschwerdeführer
hat
als Folge des Auffahrunfalls vom 25. September 2010 unbestrittenermassen ein Schleudertrau
ma der Halswirbelsäule erlitten
und wies von Anfang an zumindest teilweise das dafür typische Beschwerdebild auf
. D
a die Folgen des Schleudertraumas im Vergleich zu den psychischen Beschwerden nicht im Hintergrund stehen,
zumal zu den typischen nach einem
Schleuder
trauma
auftretenden Beschwerden auch
Reizbarkei
t, Affektlabilität, Depression oder
Wesensveränderung
gehören (vgl. vorstehende E. 1.
4
)
,
und mit Blick da
rauf, dass
die Rückfallmeldung vom 7. Juli 2011 (Urk. 10/27) auf einer wegen Kopf- und Nackenschmerzen attestierten Arbeitsunfähigkeit (vgl. das
Arztzeug
nis
UVG von
Dr.
B._
vom 13. Juli 2011, Urk. 10/30) basierte
und der Beschwerdeführer sich erst im Oktober 2011 überhaupt in psychiatrische Behandlung begab (Urk. 10/58 S. 1)
,
ist die für die Leistungspflicht des
Unfall
versicherers
vorausgesetzte adäquate Kausalität zwischen dem
Unfaller
eignis
und
den zum Zeitpunkt der Rückfallmeldung vorhandenen gesundheitlichen Beschwerden
gestützt auf die Rechtsprechung zu den Unfallfolgen bei
Schleu
dertrauma
der Halswirbelsäule zu prüfen.
Dabei ist auf eine Differenzierung
zwischen physischen und psychischen Komponenten zu verzichten (vgl. dazu die vorstehende E. 1.
5
).
6.4
Die Beschwerdegegnerin stufte den Unfall
als mittleres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten, höchstens jedoch als mittleres Ereignis im engeren Sinne ein (Urk.
2), wobei
sich
der Beschwerdeführer mit der
Qualifikation als mittel
schwerer
Unfall einverstanden
erklär
te
(Urk. 1 S. 5
Ziff.
2.b).
Massgebend für die Unfallschwere ist der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften
.
Rechtsprechungsgemäss werden einfache
Auffahr
kolli
sionen
auf ein haltendes Fahrzeug regelmässig dem Grenzbereich zu d
en leich
ten Unfällen zugeordnet
(
Urteil
des Bundesgerichts
8C_310/2010 vom 29.
Juli 2010
,
E. 7.1
).
Eine andere Beurteilung drängt sich auch vorliegend nicht auf.
Bei sämtlichen von der Schwere her im mittleren Bereich anzusiedelnden Un
fällen
genügt
das ausgeprägte Erfüllen eines Kriteriums, damit ein Kausalzu
sammenhang als adäquat beurteilt wird. Allerdings wird das ausgeprägte Erfül
len eines Kriteriums vom Bundesgericht nur mit grösster Zurückhaltung ange
nommen. Bei mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den leichten Ereig
nissen müssen alternativ vier der massgeblichen Kriterien erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann, bei den mittelschweren Unfällen im engeren Sinne deren drei (
Rumo-Jungo
/Holzer, a.a.O., S. 63-65)
.
6.5
6.5.1
Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklich
keit des Unfalls vorliegen, ist objektiv
zu beurteilen. Zu beachten ist
, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, wel
che somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (
Rumo-Jungo
/Holzer, a.a.O., S. 69 mit Hinweisen).
Der in Frage stehende Unfall hat sich
in diesem Sinne
weder unter
besonders dramatischen Begleit
umständen ereignet noch war er objekti
v betrachtet von besonderer Ein
drücklichkeit. Viel
mehr handelte es sich um einen
mehr oder weniger
alltäglichen Auffahrunfall.
D
ie Tatsache, d
ass das Ereignis für den Beschwerdeführer subjektiv von erhebli
cher Dramat
ik war (vgl. Urk. 1 S. 5, Ziff.
2.c), vermag dieses Kriterium nicht zu erfüllen.
6
.
5
.2
Der Beschwerdeführer hat auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art erlitten.
Die Diagnose einer HWS-Distorsion genügt für sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung. Es bedarf
hiezu
einer besonderen Schwere der für diese Verletzung typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_735/2009 vom
2.
November 2009
, E. 7.3
mit Hinweis
; BGE 134 V 109 E. 10.2.2
).
Eine solche wird jedoch weder geltend gemacht noch ist sie dokumentiert (Urk.
10/3,
Ziff.
2b
). Auch zog sich der Beschwerdeführer beim Unfall keine andere gravie
rende Verletzung zu
(vgl. Urk. 10/
4), sodass dieses Kriterium zu verneinen ist
.
6.5
.3
B
ehandelt wurde der Beschwerdeführer mittels
Schmerzmitteln sowie Physio
therapie, wobei die Behandlung am 3. Dezember 2010 endete
(Urk. 10/24).
In der Zeit zwischen dem 3. Dezember 2010 und der Rückfallmeldung vom 7. Juli 2011 war der Beschwerdeführer einzig wegen seines hohen Blutdrucks in Behandlung (Urk. 10/69)
. Die
unfallbedingt
durchgeführten Behandlungen lagen ohne weiteres im Rahmen dessen, was nach einem Schleudertrauma üblich ist, und stellen keine fortgesetzt spezifische oder belastende ärztliche Behandlung dar.
Hinzu kommt, dass die getroffenen Massnahmen (Schmerzmitteleinnahme und Physiotherapie)
nach der Rechtsprechung
klarerweise
nicht als mit beson
deren Belastungen verbunden zu bezeichnen
sind (Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_174/2011 vom 1. Juni 2011, E. 2.4 mit Hinweisen
und
8C_178/2007
vom 15. Mai 2008, E. 4.4.3
).
Die bis zur Rückfallmeldung im Zusammenhang mit dem Unfall vom 25. September 2010 erfolgte ärztliche Behandlung ist eindeutig nicht als belastend und mit einer erheblichen zusätzlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität zu beurteilen
.
6.5
.4
Bezüglich des Kriteriums der erheblichen Beschwerden ist zu berücksichtigen, dass
d
ie üblicherweise mit Schleudertraumen verbundenen Beschwerden
nicht
genügen, um das Kriterium bejahen zu können, ansonsten es bei jeder solchen Verletzung bejaht werden müsste und damit keine Bedeutung als
Differenzie
rungsmerkmal
mehr hätte (Urteil des Bundesgerichts 8C_46/2011 vom 18. April 2011, E. 5.2.2).
Der Beschwerdeführer macht geltend, er leide nebst den durch das
Schleuder
trauma
bedingten Schmerzen auch an psychischen Beeinträchtigungen (Urk. 1 S. 5 f.,
Ziff.
2.e).
Adäquanzrelevant können nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehen
de erhebliche Beschwerden sein (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Nachweislich wegen psychischen
Beschwerden in Behandlung steht der Beschwerdeführer erst seit Oktober 2011 (vgl. Urk. 10/58 S. 1). Offen ist hingegen, ob er gegebenenfalls bereits im Zeit
raum vom Unfall bis zum Abschluss des Grundfalles Ende 2010 an psychischen Beschwerden gelitten hat.
Dr.
E._
erwähnte zwar, die psychische Beeinträch
tigung bestehe seit dem Unfall (Urk. 10/58 S. 1), verlässliche Angaben konnte er aber erst für die
Zeit
nach Aufnahme der Behandlung durch ihn im Oktober 2011 machen, weswegen er schliesslich festhielt, die Symptome bestünden zumindest seit Behandlungsbeginn (Urk. 10/70). Für den relevanten Zeitraum bis Ende 2010 sind psychische Beeinträchtigungen nicht mit überwiegender Wahrschein
lichkeit ausgewiesen, weswegen das Kriterium der erheblichen Beschwerden unter dem Gesichtspunkt psychischer Beeinträchtigungen nicht bejaht werden kann.
6.
5
.5
Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, liegt unbestrittenermassen nicht vor. Der Beschwerdeführer bringt
indes
vor,
es sei in dem Sinne von einem Mangel auszugehen, als den psychischen Problemen sowie der Medikamentenunverträglichkeit keine hinreichende Beachtung geschenkt worden sei (Urk. 1 S. 6,
Ziff.
2.f).
Dass keine psychothera
peutischen Massnahmen ergriffen wurden, kann nicht als Fehlbehandlung gewertet werden, zumal der Beschwerdeführer
bis zum Abschluss des Grund
-
fal
les
nicht über psychische Probleme geklagt hatte
(vgl. Urk. 10/25 S. 3-4)
und
es
nicht erstellt ist, dass er vor Oktober 2011 an
psychischen Problemen litt
(vgl. vorstehende E.
6.5
.4).
Aufgrund der Akten ist zudem nicht erstellt, dass durch die
behauptete
Unterlassung weiterer
ärztlicher Massnahmen
in Bezug auf
eine
Schmerzmittelunverträglichkeit
die Unfallfolgen erheblich verschlim
mert w
or
den wären
. Somit
sind diese geltend gemachten Unterlassungen
nicht als
Fehl
behandlung
im Sinne des einschlägigen Adäquanzkriteriums zu be
trachten
.
6.5
.6
Das Kriterium
„
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen
“
setzt voraus, dass besondere Gründe die Heilung beeinträchtigt haben
(Urteil des Bundesgerichts
8C_178/2007
vom 15. Mai 2008, E. 4.4.5 mit Hinweisen
). Solche Gründe sind hier nicht ersichtlich
.
Die Dauer von über zwei Monaten bis zur Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit kann entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S. 6
Ziff.
2.g) nicht als lange respektive als er
heblich unter dem Gesichtspunkt eines schwierigen Heilungsverlaufs einge
stuft werden. Das Kriterium ist eindeutig nicht erfüllt.
6.5
.7
Schliesslich verbleibt zu prüfen, ob eine erheblic
he Arbeitsunfähigkeit
vorlag
trotz aus
gewiesener Anstrengungen
,
diese zu überwinden. Dabei geht es um die Erheblichkeit der Arbeitsunfähigkeit als solc
he, die zu überwinden die versi
cherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Es muss der Wille der versicherten Person erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung
raschmög
lichst
wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengun
gen können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten mani
festieren. Weiter zu berücksichtigen ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen
Therapiemassnah
men
. Ebenfalls ins Gewicht fallen können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss in erheblichem Mass arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann dieses Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7).
Die Arbeitsunfähigkeit nach dem Auffahrunfall vom 25. September 2010 dau
erte insgesamt nicht lange. Nach dem Unfall bestand gemäss der hausärztlichen Beurteilung bis rund Mitte November 2010 eine volle und hernach eine Arbeits
unfähigkeit von 50 % (Urk. 10/24). Die Gutachterin Dr.
D._
attestierte bis Ende November 2010 ebenfalls eine vollständige und hernach bis Ende Dezember eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
. Ab 1. Januar 2011 bestand wieder eine volle Arbeitsfähigkeit (Urk. 10/25 S. 6
Ziff.
5). Die nach dem Unfall unter
nommenen therapeutischen Anstrengungen (medikamentöse und physiothera
peutische Behandlung) zeitigten mit anderen Worten bald die gewünschte Wir
kung (vgl.
Urk.
10/4,
Urk.
10/8,
Urk.
10/18,
Urk.
10/23, Urk. 10/25 S. 5 f
.
), so dass der Beschwerdeführer, jedenfalls bezogen auf die Unfallfolgen, die Arbeit im Januar 2011 wieder ohne Einschränkung aufnehmen konnte. Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen diese zu überwinden, ist demnach nicht erfüllt
.
6.5
.8
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass von den sieben relevanten Kriterien
keines
erfüllt
ist
. Zur Bejahung der Adäquanz allfälliger noch vorhandener
un
fallbedingter
Beschwerden genügt dies
selbst
bei einem mittelschweren Unfall im
engeren Sinn
nicht. Damit fehlt es an der Adäquanz eines Kausalzusammen
hangs zwischen dem Unfallereignis vom
25.
September 2010
und den
zum Zeit
punkt der Rückfallmeldung
geklagten, organisch nicht hinreichend nachweis
baren Beschwerden.
In
folgedessen stehen dem Beschwerdeführer
für die Zeit nach dem Fallabschluss per
1.
Dezember 2010
keine Leistungen
der Unfallversi
che
rung mehr zu
.
Die Beschwerdegegnerin hat die Leistungspflicht für die mit der Rückfallmeldung geklagten gesundheitlichen Beschwerden demgemäss zu
Recht verneint. Bei dieser Sachlage haben nicht weitere Abklärungen zu erfol
gen (vgl.
Urk.
1 S. 2), sondern es ist die Beschwerde abzuweisen.
7
.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete am 12. Mai 2014 telefonisch auf das Einreichen einer Kostennote und bat um ermessensweise Festsetzung seiner Entschädigung (Urk. 15). Nach
§
34
Abs.
3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, je
doch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien ist der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers für seine Bemü
hungen und Barauslagen mit
Fr.
2‘100.-- (Mehrwertsteuer inbegriffen) aus der Gerichtskasse zu entschädigen,
dies unter Hinweis auf die Nachzahlungspflicht gemäss
§
16
Abs.
4
GSVGer
.