Decision ID: 77bfa0ae-dc59-4493-ad1b-db7e6550171a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1960 geborene
X._
reiste
1992 in die Schweiz
ein
und war vom
1.
April 1995 bis März
2014
als Pflegehelfer am
Y._
in der Sterilisierungsabteilung angestellt (
Urk.
10/12;
Urk.
10/26/7-17 S.
6;
Urk.
10/52
S.
1). Am 2
6.
Dezember 2013 (
Urk.
10/2) meldete er sich unter Hin
weis auf „Leere im Kopf“ sowie Depression seit September 2013, wobei die Beschwerden seit ungefähr 20 Jahren, aber in de
n letzten fünf Jahren verstärkt
bestünden, bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (Berufliche Integration/Rente) an. Die IV-Stelle zog medi
zinische Berichte, Berufsunterlagen und Akten der beruflichen Vorsorge bei, führte ein Standortgespräch durch (
Urk.
10/6) und gab eine polydisziplinäre
Be
gutacht
ung bei der
Z._
in Auftrag. Das Gutachten wurde am 2
8.
April 2015 (
Urk.
10/41) erstattet. Mit Vorbescheid vom 2
6.
Mai 2015 (
Urk.
10/45) stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht.
1.2
Dagegen erhob die Personalvorsorge des Kantons Zürich (BVK) am
8.
Juni 2015 (
Urk.
10/53) Einwand unter Beilage
eines Gutachtens von Dr. med.
A._
, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, spez. Herz und Kreislaufkrankheiten, vom 6. März 2014 (Urk. 10/52/1-13) sowie
zweier Gutachten
von Oberärztin
Dr.
med.
B._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie
sowie Fachärztin für Psychiatrie
C._
von der
D._
vom 2
1.
Mai und
3.
Juli 2014 (
Urk.
10/52/14-
24 und Urk. 10/52/25-30
). Mit Schrei
ben vom 1
6.
Juni 2015 (
Urk.
10/54) stellte
der Versicherte
ein
Frister
streck
ungs
gesuch
für eine Stellungnahme zum Vorbescheid, welche
s
bewilligt wurde (Urk.
10/55)
.
Nach Eingang eines Berichtes des behandelnden Psychiaters
(Urk.
10/58)
nahmen die
Z._
-Gutachter a
m 1
0.
Februar 2016 (
Urk.
10/65) zu
den
neu aufgelegten medizinischen Akten
der BVK-Vertrauensärztin
Stellung, was der BVK mit Schreiben vom 2
2.
Februar 2016 (
Urk.
10/66) zur
Kenntnis gebracht
wurde. Am 1
1.
Mai 2016 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am
1.
Juni 2016 (
Urk.
1) Beschwerde, welche sein Rechtsvertreter mit Eingabe vom
9.
Juni 2016 (
Urk.
4) verbesserte, und beantragte, es sei die Verfügung vom 1
1.
Mai 2016 aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen im Zu
sammen
hang mit seiner Erkrankung zu erbringen. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen zur Vornahme weiterer Abklärungen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Anordnung eines zweiten
Schriften
wechsels
(S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
Juli 2016 (
Urk.
9) schloss die
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 1
6.
Novem
ber 2016 (
Urk.
14) hielt der Beschwerdeführer unter Beilage von neuen Berich
ten (
Urk.
15/1-2) an seinen Anträgen fest. Mit Schreiben vom
2.
Dezember 2016 (
Urk.
17) verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen einer Duplik. Mit Eingabe vom selben Datum ersuchte der Beschwerdeführer nachträglich - für die Bemühungen im Zusammenhang mit der Replik - um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung von Rechtsanwalt
lic
.
iur
. Kaspar Gehring als unentgeltlichen Rechtsvertreter (
Urk.
18
). Mit Schreiben vom 2
2.
Dezember
2016 (
Urk.
21) legte der Beschwerdeführer einen weiteren medizi
nischen Bericht des behandelnden
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
zu den Akten (
Urk.
22) und äusserte sich erneut. Mit Schrei
ben vom 1
6.
Januar 2017 (
Urk.
24) verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen einer Stellungnahme.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich auf den Standpunkt, aus
versicherungs
medi
zinischer
Sicht bestehe keine durch einen nachweisbaren
Gesundheits
schaden
verursachte langdauernde Arbeitsunfähigkeit. Die vorliegende
Gesund
heits
be
einträchtigung
begründe keine Erwerbsunfähigkeit. Die Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit als Pfleg
e
helfer sei wieder vollumfänglich (zu 100
%
) zumutbar. Auf aktive Stellenvermittlung bestehe nur Anspruch, wenn bei der Stellensuche eine gesundheitliche Einschränkung bestehe, was vorlie
gend nicht der Fall sei, womit das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zuständig sei (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, das
Z._
-Gutachten lasse bei näherer Betrachtung Tiefe, Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit ver
missen, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne. Aufgrund
der sorgfäl
tigen und gewissenhaften Einschätzung sowohl seines Psychiater
s
wie auch der begutachtenden Ärztinnen der
D._
sei davon auszugehen, dass er seine Arbeits
fähigkeit (sowohl in der angestammten als auch in einer
leidensan
ge
passten
Tätigkeit) nicht mehr erlangen werde (
Urk.
4
S. 7 f. und
Urk.
14).
In seinem Schreiben vom 2
2.
Dezember 2016 (
Urk.
21) wies er darauf hin, dass von der
Z._
-
Gutachterstelle keine ergebnisoffene, neutrale Begutachtung
erwartet werden könne. Aus objektiver Sicht wecke das Institut erhebliche Zweifel
an der Unvoreingenommenheit; damit sei zumindest der Ans
chein von Befangenheit erweckt
.
3.
3.1
Dr.
med.
F._
, FMH Innere Medizin, bei welcher der Beschwerdeführer seit
2.
Oktober 2000 in Behandlung ist, gab in ihrem Bericht vom
3.
Februar 2014 (
Urk.
10/11/1-4) die Diagnosen mittelschwere,
chronifizierte
Depression und episodischer
Spannungskopfschmerz mit
migräni
formen
Exazerbationen an. Sie hielt weiter fest, dass in der angestammten Tätigkeit (Sterilisation im
Y._
) aktuell keine Arbeitsfähigkeit vorliege. Die Stelle sei vom Arbeitgeber gekündigt worden.
3.2
BVK
-
Vertrauensarzt
Dr.
A._
, nannte in seinem Gutachten vom
6.
März 2014 (
Urk.
10/52/1-13) folgende Diagnosen
(S. 12)
:
-
Langjährig vorbestehend, rezidivierend auftretende Episoden einer mittel
schweren Depression
-
Verminderte Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfunktion, Defizite in der Aufmerksamkeitsverschiebung
-
Vermindertes Selbstwert
gefühl, negative/pessimistische
Zukunfts
pers
pek
tiven
-
Schlafstörungen kombiniert mit einem somatischen Syndrom,
Inte
res
sens
verlust
, reduzierte emotionale Reagibilität, psychomotorische Hemmung
-
Seit langem anhaltend, vorbestehende Kopfschmerzen, teilweise
anfalls
artig
verstärkt, Differentialdiagnose: episodische Spannungskopf
schmer
zen mit
migräniformen
Exazerbationen
Er schilderte, dem Beschwerdeführer sei letzten September gekündigt und er sei sofort freigestellt worden. Auf Jobsuche sei er nicht. Zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, dass sich zum jetzigen Zeitpunkt kein Hinweis für das Vorliegen einer Berufsunfähigkeit finde
(S. 12)
.
3.3
Im Bericht vom 3
1.
März 2014 (
Urk.
10/21 ) des zuständigen Arztes, von der Neuroimmunologie, Klinik für Neurologie
,
Y._
, wurde
bei der Diagnose eines Verdachts auf
d
epressive
S
törung sowie Spannungskopfschmerzen
eine 50%ige
(mit zunehmender Anforderungen an Flexibilität und Fehlermeidung) bis 80%ige
Arbeitsfähigkeit in einer Tätigkeit, welche viel Routineleistungen und wenig Fehlerkontrolle seitens des Beschwerdeführers verlange, bescheinigt.
3.4
3.4.1
Dr.
B._
und Fachärztin
C._
an der
D._
führten
zu Händen der BVK
in ihrem Gutachten vom 2
1.
Mai 2014 (
Urk.
10/52/14-24) die folgenden Diagnosen aus (S. 10):
-
Verdacht auf rezidivierende depressive Störung, atypischer Verlauf, gegen
wärtig leichte Episode
-
Verdacht auf dissoziative Störung
-
Verdacht auf Persönlichkeitsstörung mit vor allem passiv-aggressiven Anteilen
Die Ärztinnen äusserten sich wie folgt: Beim Beschwerdeführer bestehe eine 100%ige Berufsunfähigkeit. Es bestünden schwere Beeinträchtigungen in Bezug auf Anpassung an Regeln und Routinen, Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, die Selbstbehauptungsfähigkeit, in der Kon
taktfähigkeit zu Dritten und in der Gruppenfähigkeit. Mittelgradige Ein
schränkungen bestünden in Bezug auf Planung und Strukturierung von Auf
gaben, der Anwendung sachlicher Kompetenzen und
leichte bis keine Ein
schrän
kungen
in Bezug auf die Aufrechterhaltung familiärer Beziehungen, von Spontanaktivitäten und Selbstpflege. Bezüglich der Verkehrsfähigkeit bestünden mittelgradige Einschränkungen, da der Beschwerdeführer nicht mehr in der Lage sei, ein Auto zu führen, jedoch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ver
schiedenen Orten gelange (S. 9).
Weiter führten sie aus, in der bisherigen Tätigkeit als Sterilisationsassistent sei eine Verminderung des Arbeitspensums nicht möglich. Die Symptomatik sei zu gravierend, als dass der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit weiter beschäftigt werden könne. Eine angepasste Tätigkeit würde mit einem geringen Leistungs- und Zeitdruck, einem tiefen Verantwortungsbereich bei der Mög
lichkeit, trotzdem Entscheidungen selbständig zu treffen, einer hohen
Fehler
toleranz
seitens des Arbeitgebers, einem geringen Mass an Flexibilität sowie einem wohlwollenden oder kleinen Team oder gar Einzelarbeiten einhergehen. Aufgrund der unzureichenden Deutschkenntnisse fielen Aufgaben im admini
strativen Bereich aus. Auch Tätigkeiten als Kurier könnten aufgrund der Un
fähigkeit, ein eigenes Fahrzeug zu führen, ausgeschlossen werden. Die restlich bestehenden Möglichkeiten kämen der Tätigkeit an einem geschützten Arbeits
platz gleich. Insofern sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer zukünf
tig allenfalls Tätigkeiten im geschützten Rahmen durchführen könne (S. 10). Sie empfahlen eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung. Es sei jedoch davon auszugehen, dass eine solche nur insuffizient sein werde. Für die Opti
mierung der medikamentösen Behandlung sei eine psychiatrische Anbindung jedoch sinnvoll (S. 11).
3.4.2
In ihrem ergänzenden Gutachten vom
3.
Juli 2014 (
Urk.
10/52/25-30) änderten
d
ie
D._
-Ärztinnen
ihre eineinhalb Monate zuvor gestellten Diagnosen
wie folgt
(S. 3 bzw. S. 5):
-
Dissoziative Amnesie (ICD-10 F44.0)
-
Persönlichkeitsstörung mit vor allem passiv-aggressiven Anteilen (ICD-10
F60.8)
-
Differentialdiagnose andauernde Persönlichkeitsveränderung nach
Extrem
be
lastung
(ICD-10 F62.0)
-
Verdacht auf rezidivierende depressive Störung, atypischer Verlauf (ICD-10 F33.8)
Sie gaben an, die geschilderten Symptome mit Erinnerungslücken, Fehlhand
lungen und Verlust des Bezuges zum Hier und Jetzt bestätigten das Vorliegen einer dissoziativen Amnesie. Dabei handle es sich um eine Störung mit Erinn
e
rungsverlust für
zurückliegende Ereignisse
. Oft gehe diese Erkrankung mit Ratlosigkeit und aufmerksamkeitssuchendem Verhalten einher. Objektiv seien für die Entstehung der dissoziativen Störung vor allem die Gefängnisstrafe an sich mit unmittelbarer Konfrontation mit Folter und Tod und die
Fluchter
lebnisse
plausibel. Auch die beschriebenen Persönlichkeitszüge liessen sich in der Nachexploration in Anwesenheit der Dolmetscherin noch einmal deutlicher beobachten und explorieren. Es fehle anhaltend ein Krankheitsgefühl für eine psychiatrische Erkrankung, wofür auch die nur zweimalige Inanspruchnahme eines Psychiaters spreche. Zu diskutieren sei allenfalls das Vorliegen einer an
dauernden Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung mit in der Folge
fehlender Anpassungsfähigkeit, Rückzugstendenzen, erhöhtem Misstrauen gegen
über anderen und affektiver Beteiligung im Sinne von Hoffnungslosigkeit und gesteigerter Reizbarkeit. Bei der Tendenz zur Bagatellisierung habe diesbezüg
lich jedoch keine genaue Abgrenzung erfolgen können. Welches der beschrie
benen Krankheitsbilder auch vorliege; beide würden zu nachhaltig schweren Beeinträchtigungen in zwischenmenschlichen, sozialen und beruflichen Situa
tio
nen und auch zu affektiven Störungen führen, wie depressive Episoden, welche fremdanamnestisch beschrieben worden seien (S.
3 f.
).
3.5
3.5.1
Die Ärzte der
Z._
schilderten in ihrem polydisziplinären Gutachten vom 28. April 2015 (Urk. 10/41) in internistischer Hinsicht ein geklagtes Auftreten von Phasen, in denen das Sehvermögen beeinträchtigt sei, ohne Bewusstlosigkeit. Bei der körperlichen Untersuchung habe sich ein unauffälliger Befund gezeigt und aktenkundig seien auch keine namhaften internistischen Erkrankungen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beschrieben (S. 9).
3.5.2
Anlässlich der neurologischen Untersuchung klagte der Beschwerdeführer über chronische
Cephalgien
mit
geringgradiger
Ausprägung, ein wesentlicher
Anal
getikabedarf
bestehe nicht. Der erhobene klinische Befund sei ohne Anhalt für eine behinderungsrelevante Läsion am zentralen oder peripheren Nervensystem. Anhaltspunkte für eine Migräne bestünden keine. Die berichteten episodischen Bewusstseinsstörungen seien nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit einem
zerebralen Anfallsleiden zuzuordnen. Eine die Arbeitsfähigkeit mindernde Beein
trächtigung könne nicht attestiert werden (S. 14 f.).
3.5.3
Im psychiatrischen Fachgebiet berichtete der zuständige Gutachter über geschil
derte Abwesenheitszustände, in denen der Beschwerdeführer seine Umwelt kaum
registriere und nicht reaktionsfähig sei. Im Befund fielen eine affektive Ver
flachung und eine deutliche, auch psychomotorisch sichtbare innere Anspann
ung auf. Weiter auffällig sei die emotionale Verflachung, insbesondere bei der Exploration traumatisierender Lebensereignisse. Der Beschwerdeführer berichte schlüssig über eine Verfolgung, Inhaftierung und über Misshandlungen unter lebensbedrohlichen Umständen im Herkunftsland. Die Ereignisse seien nach Art und Schweregrad geeignet, eine posttraumatische Belastungsstörung zu begrün
den. Auffällig sei hier auch eine erhebliche Dissimulation des Beschwerde
füh
rers, die als Vermeidungsverhalten
aversiver
Reize (in Form von Erinnerungen) verstanden werden könnten. Weiter wegweisend sei die emotionale Abstump
fung bei gleichzeitiger deutlicher innerer Angespanntheit. Typische Phänomene pathologischen Wiedererinnerns (Flashbacks und Intrusionen) liessen sich hin
ge
gen nicht erfragen (S. 20 f.).
Aufgrund der Erkrankung sei eine qualitative Beeinträchtigung der Arbeits
fähig
keit nachvollziehbar. So schieden Arbeiten, die ein hohes Mass an Verant
wortung, Aufmerksamkeit und unbeeinträchtigter Leistungsfähigkeit erforder
ten,
aus. Auch seien Fahr-, Steuer- und Regeltätigkeiten sowie weitere Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an Konzentration und Aufmerksamkeit sowie Tätig
keiten mit Absturzgefahr als nicht leidensgerecht zu betrachten. In einfachen Arbeiten (zum Beispiel in Stationssekretariaten, in einfachen
Organisationstätig
keiten
oder in Tätigkeiten ausserhalb des unmittelbaren
Krankenversor
gungs
bereichs
) sei jedoch von einer zu 100 % gegebenen Arbeitsfähigkeit auszu
gehen, was mittels einer Anpassung beim letzten Arbeitgeber bereits realisiert gewesen sei. Die Häufigkeit und Dauer der dissoziativen Episoden sei gering, so dass hier auch keine zusätzliche namhafte Beeinträchtigung resultieren könne. Eine gravierende Depressivität bestehe nicht, was ebenfalls für eine erhalten Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit spreche (S. 21).
3.5.4
Im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung gab der Beschwerdeführer anamnestisch keine kognitiven Störungen an. Im klinischen Befund zeigte sich keine kognitive Auffälligkeit. Der zuständige Gutachter verneinte das Vorliegen von Hinweisen für eine hirnorganisch bedingte Leistungsminderung mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 30).
3.5.5
Die Gutachter diagnostizierten zusammenfassend dissoziative
Abwesenheitszu
stände
im Rahmen einer
chronifizierten
posttraumatischen Belastungsstörung und attestierten eine vollumfänglich Arbeitsfähigkeit sowohl in der zuletzt ausgeübten als auch einer leidensangepassten Tätigkeit (S. 31), wobei aufgrund der posttraumatischen Belastungsstörung mit assoziierten seltenen und kurzen dissoziativen Zuständen Arbeiten im Bereich der Patientenversorgung oder mit höherer Verantwortung vorerst als ungeeignet anzusehen und zu vermeiden seien (S. 30).
3.6
Der
behandelnde
Psychiater
Dr.
E._
äusserte sich in seinem Bericht vom 1
1.
Septem
ber 2015 (
Urk.
10/58/1-5)
unter anderem
zum aktuellen Verlauf seit April 2010 (bisher zehn Konsultationen) wie folgt
(S. 4)
: Es bestehe eine leichte Verbesserung der Intensität der depressiven Symptomatik. Der Beschwerde
füh
rer sei weniger bedrückt, die Konzentration und Aufmerksamkeit seien ver
bessert. Psychotherapeutisch handle es sich um ein sehr schwer angehbares Zustandsbild. Der Beschwerdeführer erinnere sich mühsam; es bestehe der Ein
druck, sich mit der „
Traumaproblematik
“ (Folter im Gefängnis und Fluchtzeit) aktuell nicht mehr auseinandersetzen zu wollen. Es habe eine Besprechung der Einschränkungen im Alltag und über den Umgang mit denselben, sowie Belas
tungen (Ehe) und Alltagssorgen stattgefunden.
Unter „aktuelle Beurteilung der Arbeitsfähigkeit“ führte er aus, die Folgen der Krankheitsbilder (dissoziative Störung aufgrund einer hinreichend wahrschein
lichen
p
osttraumatischen Belastungsstörung) seien im Alltag
weit
erheblicher als im Gutachten dargestellt. Der Arbeitsweg stelle zusätzlich ein ernsthaftes Hindernis dar - es sei denn, die Stelle wäre so einfach erreichbar, wie beispiels
weise seine Praxis (öffentliche Verkehrsmittel vor der Türe) oder der Beschwer
de
führer werde begleitet oder könnte ein Taxi benützen. Er (
Dr.
E._
) halte es für fraglich, ob die Einschränkung der Zuverlässigkeit des Beschwerdeführers einem Arbeitgeber im privaten Arbeitsmarkt zumutbar erscheine. Der frühere
Arbeitgeber habe immerhin schon versucht, ihn per Anpassen des Arbeitsplatzes in Anstellung zu halten und habe die Kündigung auch klar mit diesen gesund
heitlichen Einschränkungen begründet. Hier komme es im Gutachten zu einem Umkehrschluss. Es bleibe unklar, warum der Arbeitgeber den Beschwerdeführer entlassen habe, wenn eine volle Arbeitsfähigkeit für einfache Arbeiten mit den erwähnten Einschränkungen best
eh
e. Es sei von einer vollständigen Arbeitsun
fähigkeit auszugehen. Realistisch wäre, sofern die Anreise entsprechend orga
ni
sier
bar wäre, eine Anstellung an einem geschützten Arbeitsplatz, dort aber mit einem vollen Zeitpensum (S.
4 f.
).
3.7
Die
Z._
-Gutachter hielten in ihrer Stellungnahme vom 1
0.
Februar 2016 (
Urk.
10/65) - nachdem sie sich eingehend mit den ihnen vorgelegten medi
zinischen Unterlagen auseinandergesetzt hatten - an ihren Ausführungen im Gutachten vom 2
8.
April 2015 (E. 3.5
hievor
) fest. An ihrem früheren Gutachten ergebe sich keine Änderung. Die vorgelegten neuen Dokumente würden vielmehr ihre Einschätzung bestätigen (S. 5).
3.8
Dr.
E._
hielt in seinem
im
Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht vom 1
5.
September 2016 (
Urk.
15/1) fest, dass er die Arbeitsfähigkeit auch in angepasstem privatwirtschaftlichen Rahmen als äusserst - und die Fähigkeit
,
seine Grundbedürfnisse abzudecken (wie Einkauf, Haushalt, medizinische Betreu
ung, aber auch Sozialkontakte) für deutlich - eingeschränkt halte.
Er führte aus, die Häufigkeit der Dissoziationen von etwa einmal wöchentlich nebst unbe
merkten Episoden sowie die Art der Beeinträchtigung erforderten eine beauf
sichtigende Umgebung wie sie eine geschützte Werkstätte, jedoch kaum ein privatwirtschaftlicher Arbeitsplatz bieten könne. Die Arbeitsleistung sei zudem deutlich beeinträchtigt durch Schwerfälligkeit in der Auffassungsgabe (S. 1).
Dr.
E._
empfahl eine gutachterliche Abklärung der Symptomatik und Arbeits
fähigkeit in halb- bis stationärem Rahmen in einer spezialisierten Institution.
4.
4.1
Das
Z._
-Gutachten
äussert sich umfassend zu den Gesundheitsstö
rungen und deren Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit. Es basiert auf einer ein
geh
enden,
unter
Beizug
einer Übersetzerin d
urchgeführten (Urk. 10/41 S. 1)
poly
dis
ziplinären
Untersuchung, berück
sichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und erging
in Kenntnis der medi
zinischen
Vorakten
(Urk. 10/41 S. 2 ff.). Mit diesen setzten sich die Experten detailliert auseinan
der (Urk. 10/41 S. 31 ff.
;
Urk.
10/65
). Ihre Teilgutachten wie auch die Konsensbeurteilung leuch
ten in der Darlegung der medizinischen Situation und Zusammenhänge
ein. Demgemäss sind auch die Schlussfolgerungen der Ärzte in einer Weise begründet, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann.
Die Gutachter legten in nachvollziehbarer Weise dar, dass die Hauptproblematik des Beschwerdeführers in den dissoziativen Zuständen besteht, diese aber ledig
lich etwa wöchentlich auftreten und deshalb die Arbeitsfähigkeit nicht mass
geblich einschränken. Angesichts der geschilderten psychischen Auffälligkeiten mit den thematisierten Abwesenheitszuständen, der affektiven und emotionalen Verflachung bei innerer Anspannung sowie der Dissimulation leuchtet sodann ein, dass für den Beschwerdeführer Arbeiten mit hohem Mass an Verant
wor
tung, Aufmerksamkeit und unbeeinträchtigter Leistungsfähigkeit ungeeignet sind,
indessen einfache Arbeiten vollumfänglich zumutbar sind.
Der bescheinigten vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit steht denn auch der Tages
ablauf des Beschwerdeführers nicht entgegen, welcher sich wie folgt gestaltet: Am Morgen steht er jeweils um 6.30 Uhr auf und bereitet das Frühstück für seine Söhne vor.
Danach
geht er joggen oder für ein bis zwei Stunden spazieren –
teilweise auch mit seiner Familie beziehungsweise den Kindern (Urk. 10/6 S. 3)
- und später einkaufen. Um 11.00 Uhr ist er wieder zu Hause und kocht für die Ehefrau und Söhne, um dann um 12.00 Uhr gemeinsam Mittag zu essen. Da
nach erledigt er Hausarbeiten und geht wieder nach draussen spazie
ren/joggen (auf den
G._
und wieder zurück). Dass sich der Beschwerdeführer täglich und somit sehr häufig draussen in der Natur bewegt, wird auch durch die Fest
stellung des neurologischen Teilgutachters bestätigt. Dieser schloss aufgrund des
gesamte
n
Habitus des Beschwerdef
ührers (deutlich
beschwielte
Hände und Füsse, multiplen kleinen frischeren Verletzungsspuren im Bereich der Unter
schenkel und Füsse, sonn
en
gebräuntes Integument
) auf eine recht rege phy
sische Aktivität
(
Urk. 10/41
S. 14).
Auch zuhause macht der Beschwerdeführer täglich Gymnastik. Überdies kocht er abends mit seiner Ehefrau oder allein, sitzt
am Computer, hört Musik (klassische sowie Liebeslieder) und geht schliesslich u
m
22.00/22.30 Uhr schlafen (Urk. 10/41 S. 6 f. und S. 23, vgl. auch Urk. 10/52/14-24
S. 6). Zudem verfügt er über einen intakten Freundeskreis (Urk. 10/41 S. 7 und S. 18).
Entsprechend verwiesen die Gutachter in anamnestischer Hinsicht darauf, dass der Beschwerdeführer trotz seiner früheren traumatischen Erlebnisse (Ver
schlep
pung des Vaters, Umerziehungslager, 1989 Haft, Flucht, Misshandlung; Urk.
10/41
S.
17 ff.) während mehr als 25 Jahren keine Anzeichen für ent
sprechende Beeinträchtigungen gezeigt hat. Im Gegenteil verzeichnete der Be
schwerdeführer seit seiner Ankunft in die Schweiz im Jahr 1992
bis
ins
Jahr
201
3
einen erfolgreichen privaten und beruflich
en Werdegang. Eine regelmässi
ge
p
sychotherapeutische Behandlung fand nicht statt.
Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände, namentlich auch des vollständig unauffälligen und intakten Tagesablaufes, erscheinen die Schlussfolgerungen der
Z._
-Gutachter als schlüssig, weshalb grundsätzlich darauf abzustellen ist. Von einer Befangenheit kann keine Rede sein (vgl. den diesbezüglichen Vor
halt des Beschwerdeführers, Urk. 14 S. 12 f.). Die Äusserungen der Gutachter sind
allesamt objektiv ausgefallen und die Kritik des Beschwerdeführers in Be
zug auf den geschilderten Teint (Bräunung als Hinweis auf eine aktive Frei
zeitgestaltung im Freien, Urk.
14 S.
9 und Urk.
10/41 S.
11) ist insofern irre
levant, als der Tagesablauf aufgrund seiner eigenen Angaben hinreichend erstellt ist und dieser gerade als auch mit sportlichen Aktivitäten ausgefüllt erscheint.
4.2
Die
D._
-Gutachterinnen gingen zuerst auch von einer intakten Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus, bei praktisch identischen (wie von den
Z._
-Gutachtern formulierten) qualitativen Einschränkungen (geringer
Leis
tungs
- und Zeitdruck, wenig Verantwortung, Fehlertoleranz). Ihr Hinweis, dass
aufgrund unzureichender Deutschkenntnisse administrative Arbeiten nicht mög
lich seien und mangels Fahrtüchtigkeit keine Kurierarbeiten in Frage kämen (E.
3.4.1), beschlägt im erstgenannten Punkt keine medizinische, sondern eine erwerbliche Frage. Dass beim genannten Profil
nurmehr
Arbeiten im geschütz
ten Rahmen denkbar sind, trifft jedenfalls nicht zu, denn der ausgeglichene Arbeitsmarkt stellt entsprechende Tätigkeiten zur Verfügung.
Auffallend ist, dass die nämlichen Gutachterinnen sechs Wochen später keine Verdachtsdiagnosen mehr stellten (wie im ersten Gutachten), sondern sich deren nun sicher waren und neu ergänzend eine Persönlichkeitsveränderung nach
Extrem
belastung
diagnostizierten. Allerdings liessen sie eine verlässliche Begrün
dung
hierfür vermissen und legten beispielsweise nicht dar, welche Umstände zum Krankheitsausbruch Jahrzehnte nach den traumatisierenden Erlebnissen führ
ten. Wesentlich ist indessen, dass die Gutachterinnen ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bestätigten und damit unverändert von einer erhaltenen Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgingen.
4.3
Der behandelnde Dr.
E._
ging dagegen von einer vollumfänglichen Arbeits
unfähigkeit (im ersten Arbeitsmarkt) aus und begründete dies hauptsächlich mit dem Umstand, dass der Beschwerdeführer an der letzten Arbeitsstelle entlassen worden sei. In medizinischer Hinsicht verwies er auf die bekannte dissoziative Störung, schloss aber auf erheblichere Folgen, als sie die
Z._
-Gutachter annah
men. So betonte er die mangelnde Zuverlässigkeit des Beschwerdeführers
und befand
diesen
einem Arbeitgeber - bei an sich intakter Arbeitsfähigkeit - als nicht zumutbar (E. 3.6). In seiner letzten Stellungnahme bestätigte er die von den
Z._
-Gutachtern beschriebene Anfallsfrequenz (einmal wöchentlich) und relativierte damit die faktischen Auswirkungen der dissoziativen Störungen im Alltag. Auch er begründete die attestierte vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit mit dem Umstand, dass ein privatwirtschaftlicher Arbeitsplatz die erforderliche Aufsicht nicht bieten könne, und damit mit erwerblichen Aspekten (E 3.8). Hieraus ergibt sich, dass der Beschwerdeführer auch nach der Ansicht Dr.
E._
‘ in angepasster Tätigkeit
arbeitsfähig
ist. Ob die Arbeitsfähigkeit auch verwertbar ist, beschlägt die erwerbliche Seite der Invaliditätsbemessung und hat nicht durch die
Ärzte
entschieden zu werden.
Soweit Dr.
E._
sodann eine
Zunahme der
(nicht im Vordergrund stehenden)
Intensität der Depression mit psychosozialen und soziokulturellen Faktoren (Trauer um Wegzug der Söhne und Umzug in kleinere Wohnung) begründet
e
,
ist zu bemerken, dass solche Ursachen rechtsprechungsgemäss
grundsätzlich
als
nicht
geeignet angesehen werden, eine
invalidisierend
e
Erkrankung auszulösen
(BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E.
2).
Auch der Bericht der Sozialberaterin der
H._
vom 9. Juni 2016 (Urk.
15/2 und Urk. 14 S.
6 unten) erhellt, dass die Problematik des Be
schwerdeführers wesentlich durch die veränderte Wohnsituation samt gering
e
re
r Betreuung durch seine Söhne begründet ist, w
as
er offenkundig als psy
cho
soziale Belastung empfindet.
4.4
Zusammenfassend ist der Sachverhalt als in dem Sinne erstellt zu erachten, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit (keine Arbeiten im Bereich der Patientenversorgung oder mit höherer Verantwortung) vollumfänglich arbeitsfähig ist. Von weiteren Abklärungen sind keine weiteren Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist
(
antizipierte
Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
5.
Der Beschwerdeführer machte geltend, die Beschwerdegegnerin habe keine weiteren Abklärungen, etwa durch einen Einkommensvergleich, vorgenommen und auch nicht überprüft, ob eine mit seinen Einschränkungen und Fähigkeiten korrespondierende Stelle existiere (
Urk.
4 S. 11 f. und
Urk.
14 S. 13 f.).
Hierzu ergibt sich, dass der Beschwerdeführer seine bisherige (zuletzt ange
passte) Tätigkeit - aus medizinisch-theoretischer Sicht - nach wie vor ausüben kann. Damit erübrigt sich ein Einkommensvergleich. Wollte man die Einschrän
kungen mit den Ärztinnen der
D._
und Dr.
E._
etwas weiter fassen (ver
minderte Auffassungsgabe, kein Leistungsdruck möglich, wenig Verantwortung) und gar die bisherige Tätigkeit als unzumutbar ansehen, ergäbe der
Ein
kommensvergleich
folgendes: Dem
Valideneinkommen
von Fr. 67‘130.-- (Wert 2014 [
frühest
möglicher Rentenbeginn] entsprechend dem letzten Einkommen, Urk. 10/12 S. 1) stünde ein Invalideneinkommen von Fr. 59‘524.-- (LSE 2012
Tabelle TA1, Löhne für Männer im Kompetenzniveau 1 = Fr. 5‘210.-- / 40 x 41
.7
[Durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit, Betriebsübliche Arbeitszeit, Bundes
amt für Statistik] / 101.8 x 103.3 [Nominallohnentwicklung Männer, Bundesamt für Statistik Tabelle 1.10] x 12 x 0.9 [denkbarer Abzug vom Tabellenlohn von
10
%]) gegenüber, was einem Invaliditätsgrad von 11 % entspräche, bei wel
ch
em kein Anrecht auf eine Rente der Invalidenversicherung besteht.
Die Beschwerdegegnerin hat sodann nicht die Existenz konkreter passender Arbeits
stellen nachzuweisen (vgl. den entsprechenden Vorhalt des Beschwerde
führers, Urk.
14 S.
14). Rechtsprechungsgemäss sind
die Anforderungen an die Umschreibung der noch zumutbaren Tätigkeiten nicht gross, und die Verwal
tung
hat
im Rahmen des Einkommensvergleichs keine konkreten Arbeitsstellen
nachzuweisen, sondern es wird vielmehr von einem ausgeglichenen Arbeits
markt
ausgegangen (Urteil des Bundesgerichts 8C_293/2016 vom 11. Juli 2016 E.
4.2 mit Hinweis auf SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203 E. 5.1, 9C_830/2007). Die Ver
waltung
hatte demnach
nicht zu prüfen, ob der Beschwerdeführer tatsächlich eine entsprechende Arbeitsstelle erhäl
t oder erhalten kann. Es reicht
aus, dass solche auf dem Arbeitsmarkt vorhanden und nicht bloss theo
retischer Natur sind (vgl. etwa
Urteil
des Bundesgerichts
8C_589/2008 vom 5.
Februar 2009 E.
5.2 mit weiteren Hinweisen).
Vorliegend bestehen
nur bedingt ins Gewicht fallende
Einschränkungen, weshalb vom Vorliegen passender Stellen auf dem aus
geglichenen Arbeitsmarkt auszu
gehen ist
.
6
.
6
.1
Der Beschwerdeführer hat
mit Schreiben vom
2.
Dezember 2016 (
Urk.
18)
unter Beilage einer
Bestäti
gung betreffend Bezug von Sozialhilfe
(
Urk.
19)
nachträg
lich ein Gesuch um unentgeltliche
Prozessführung
und Bestellung eines unent
geltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt Kaspar Gehring
gestellt
.
Auch wenn d
as Gesuch jederzeit bis zur Erledigung des Prozesses ge
stellt werden
kann
, wird es nach Praxis des hiesigen Gerichts nicht rückwirkend genehmigt,
sondern erst ab dem Zeitpunkt der Gesuchstellung (
vgl. auch
Christian Zünd/Brigitte Pfiffner
Rauber
(Hrsg.),
GSVGer
-Kommentar, 2.
Aufl. 2009
, N 11 zu § 16).
Für die Zeit vor der Gesuchstellung (respektive vor der
Unterstützungsbestätigung der
H._
vom 23. November 2016, Urk.
19) ist die Bedürftigkeit denn auch nicht ausgewiesen, zumal der Rechtsvertreter wohl kaum ohne Kostenvorschuss tätig geworden ist und sich nicht über die
diesbezüglichen Verhältnisse aussprach. Hernach sind die Voraussetzungen erfüllt
, weshalb dem Beschwerdeführer ab diesem Zeitpunkt die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und ihm Rechtsanwalt Kaspar Gehring als unent
geltlicher Rechtsvertreter zu bestellen ist.
6
.2
Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, infolge bewilligter unentgeltlicher
Prozess
führung
jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.3
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss § 8 in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der seit 1. Juli 2011 in Kraft stehenden Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Kaspar Gehring, machte mit Honorarnote vom 12. Juli 2017 (Urk. 25) nach Einreichung der Beschwerdeschrift, mithin im Rahmen der Arbeiten ab der Erstellung der Replik, einen nur rudimentär und nicht detailliert dargelegten Aufwand von 16.8 Stunden geltend, was als überhöht erscheint, namentlich aufgrund des
Um
standes, dass die Akten bekannt waren (mit Ausnahme von drei offenbar erst
nachträglich in die Akten der Beschwerdegegnerin aufgenommenen
Arztbe
richte
, Urk. 4 S. 6 f.). Namentlich erscheint ein auf Aufwand von 13.3 Stunden für die 15 Seiten umfassende Replik als überhöht.
Angesichts des Umfangs dieser Rechtsschrift, der zu studierenden ergänzenden Akten, der weiteren Eingaben, namentlich den Aufwendungen im Zusammen
hang mit dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträge ist die Entschädigung von Rechtsanwalt Kaspar Gehring auf Fr. 2‘200.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.