Decision ID: 7abd909c-4b92-4ae8-a299-dbbf08990935
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964,
war
vom
1. Oktober 2015
bis 28. Februar 2017
bei der
Y._
AG als Projektmanager angestellt und dadurch bei der Helsana Unfall AG (nachfolgend: Helsana) obligatorisch unfallversichert, als er
gemäss Unfallmeldung vom
1
4.
Juli 2016
am 9. Juli 2016 in der Türkei beim Verlassen eines Katamarans
ins Leere trat und
den Rücken am Schwimmbootssteg
anschlug
, wobei er sich
an Rücken und linkem Oberarm verletzte (Urk. 7/K1
; Urk. 7/K6
S.
2 unten
). Die Helsana
anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte Leistungen
(Heilbehandlung und Taggeld;
vgl. Urk.
7/K21
; Urk. 21
).
Mit Verfügung vom 9. Juni 2017 (Urk. 7/K20) stellte die Helsana ihre Leistungen rückwirkend per Ende Februar 2017 ein. Die dagegen erhobene Einsprache des Ver
sicherten vom
10. Juli 2017 (Urk. 7/
K
30) wies sie mit Entscheid vom
7. Mai 2018 ab (Urk. 7/K40 = Urk. 2).
2.
2.1
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 7. Mai 2018 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 7. Juni 2018 Beschwerde und beantragte die Ausrichtung der gesetzlich ge
schuldeten Leistungen (Heilungskosten, Taggeld) ab dem 1. März 2017 (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 13. Juli 2018 schloss die Helsana auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 6).
2.2
Nachdem das Gericht zwei in den Akten fehlende medizinische Berichte einge
fordert hatte (vgl. Urk. 9; Urk. 10/1-2)
,
wurde die Beschwerdegegnerin mit Verfü
gung vom 16. August 2018 (Urk. 11) aufgefordert, dazu Stellung zu nehmen.
Die Beschwerdegegnerin
liess sich
am 5. September 2018
vernehmen
(Urk. 13)
.
In der Folge zog das Gericht mit Verfügung vom 20. September 2018 (Urk. 15) die
Akten der Invalidenversicherung bei (Urk. 18/1-35) und holte vom Beschwer
de
führer die medizinischen Akten über die Erstbehandlung in der Türkei (Daten-CD;
Urk. 20/3) sowie einen weiteren medizinischen Bericht (Urk. 20/2) ein.
Ferner reichte die Beschwerdegegnerin eine Aufstellung
über die erbrachten Leistungen
ein (Urk. 22).
2.3
Mit Eingaben vom 4. Dezember 2018 (Urk. 24) und 14. Januar 2019 (Urk. 27) nahmen die Parteien gemäss Aufforderung des Gerichts (vgl. Urk. 22 und Urk. 25) erneut Stellung
, wovon sie gegenseitig in Kenntnis gesetzt wurden (
Urk.
28)
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen
die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor
, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereig
net haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangs
be
stimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
9. Juli 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwen
dung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu.
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ei
n natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
wal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
lie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
wei
s
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3.2
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nach
ge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversi
che
rers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesund
heits
schadens darstellt.
1.4
Für die Beurteilung des Gesundheitszustandes und der rechtlichen Folgen sind Versicherungsträger und Gerichte auf Angaben ärztlicher Expertinnen und Ex
per
ten angewiesen. Diese Angaben bilden die ausschlaggebenden Beweismittel. Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be
weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Be
schwer
de
verfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte ihre Leistungen per 28. Februar 2017 mit der Be
gründung
(Urk. 2)
ein, gestützt auf die Einschätzung
ihres beratenden Arztes
sei
die dokumentierte Kontusion der Wirbelsäule ohne Hinweise für eine strukturelle
traumatisch bedingte Veränderung, weshalb
die beschriebenen Beschwerden medi
zinisch nicht zuordenbar seien
.
Es fehle ein unfallbedingtes somatisches Korrelat, weshalb eine Unfallkausalität per Ende Februar 2017 weder ausgewiesen noch begründbar sei (S. 5).
Keine der – näher ausgeführten – Kriterien seien erfüllt, um
eine Diskushernie oder
radikuläre
Symptomatik unfallbedingt begründen zu können
. Die natürliche Kausalität sei ab dem 1. März 2017 nicht mehr gegeben (S. 6).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer beschwerdeweise (Urk. 1) geltend, er sei vor dem Unfall völlig beschwerdefrei
gewesen
und seither vollständig arbeits
unfähig (S. 4).
Auf den Bericht des beratenden Arztes der Beschwerde
geg
nerin könne - näher ausgeführt - nicht abgestellt werden (S. 5 f.).
Die medizi
ni
sche Sachlage mit unterschiedlicher ärztlicher Beurteilung der Frage der Unfall
kausalität lasse den Schluss nicht zu, dass es sich bei den Beschwerden nicht um Unfallfolgen handle. Gegebenenfalls sei ein neues Gutachten zu dieser Frage in Auftrag zu geben (S. 10 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob
eine über den Zeitpunkt der erfolgten Leistungs
einstellung per 28. Februar 2017 (vgl. Urk. 7/K20) hinausgehende Leistungs
pflicht
der Beschwerdegegnerin besteht.
3.
3.1
Am 9. Juli 2016 stürzte der Beschwerdeführer beim Verlassen eines Katamarans rückwärts zwischen
den
Bootssteg und
d
ie
Yacht und verletzte sich dabei den Rücken (vgl. Urk. 7/K1). Die Erstbehandlung erfolgte i
m Spital
in der Türkei (vgl. Röntgenbilder; Urk. 20/1).
Am 14. Dezember 2016 wurde im Krankenhaus
Z._
(Deutschland) eine Magnetresonanztomographie (MRT) der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
durchge
führt. Mit Bericht vom 15. Dezember 2016 (Urk. 7/M1
= Urk. 7/M2
) gelangten die Ärzte zur Beurteilung, es bestehe kein Nachweis einer als traumatisch zu wer
tenden Veränderung der LWS oder der Bandscheibenfächer. Es sei eine mässig ausgeprägte, linksbetonte
Prot
rusion
L3/4 und L4/5 mit fraglichem Kontakt der Bandscheibe zur Nervenwurzel L3 links feststellbar (S. 1 f.).
3.2
Der Beschwerdeführer wurde am 22. Dezember 2016 im
Z
entrum
A._
(Deutschland) durch Dr.
B._
, Facharzt für Neurologie, untersucht. Dieser
berichtete gleichentags (Urk. 7/M3) von einer LWS-Prellung
am 19. Dezem
ber 2016 (richtig
:
9. Juli 2016
)
und eine
m
Verdacht auf Affektion der Vorderhornganglienzellen mit
Faszikulationen
des linken
Musculus
quadriceps
femoris
(S. 1).
Anamnestisch habe d
er Beschwerdeführer einen Katamaran zu Wasser gebracht und dabei eine Klemme gelöst, woraufhin die Yacht sich vom Steg gelöst habe. Der Beschwerdeführer sei daraufhin rückwärts mit dem Rücken auf den Steg gestürzt.
Dabei habe er sich ein leichtes Schädelhirntrauma ohne
Amnesie zugezogen. Mit starken lumbalen Rückenschmerzen sei er ins Kranken
haus gegangen. Das erstellte Röntgenbild habe indes keine Fraktur gezeigt. Nach ein bis zwei Wochen seien starke Muskelkrämpfe im linken Oberschenkel aufge
treten mit starken Schmerzen während 3-4 Wochen (S. 1). Neurologisch sei der Befund bis auf
Fa
sziku
lationen
im
Musculus
quadriceps
links unauffällig (S. 1 unten). Denkbar sei eine unfallbedingte Vorderhornläsion (S. 2 oben). Die vom Beschwerdeführer berichteten schmerzhaften Muskelkrämpfe hätten nicht näher zugeordnet werden können. Das MRT der LWS vom 19. Dezember 2016 (vgl. vorstehend E. 3.1) habe
Bandscheibenprotrusionen
gezeigt, jedoch keine sichere
for
aminale
Enge
. Es sei Physiotherapie zu empfehlen (S. 2).
3.3
Dr. C._
, Fachärztin für Neurologie, nannte mit Bericht vom 17. Januar 2017 (Urk. 7/M4) folgende Diagnosen:
-
l
eichtgradige chronische neurogene Veränderung des
Vastus
lateralis
links; Differentialdiagnose (DD): posttraumatisches Reizsyndrom?
-
MRI LWS vom 14. Dezember 2016: keine Frakturen, mässig ausge
prägte linksbetonte
Protrusion
L3/4 und L4/5 mit fraglichem Kontakt zur Nervenwurzel L3 links, keine Kompression
-
a
m 9. Juli 2016 heftiger Sturz mit Anschlag im Bereich der LWS
Klinisch und
nadelmyographisch
seien einige
Faszikulationen
im
Vastus
lateralis
links nachweisbar. Die Symptomatik habe nach einem Sturz auf den Rücken vor einem halben Jahr begonnen. Im aktuellen MRI-LWS sei keine eindeutige
neuro
foraminale
Kompression L3 oder L4 links feststellbar. Eine Reizung wäre aller
dings möglich. Im Moment sei die Symptomatik nicht gravierend und die Kraft gut (S. 2).
3.4
Am 27. Februar 2017 untersuchte Dr.
D._
, Facharzt für Anäs
the
siologie, Spital
E._
, den Beschwerdeführer und berichtete am 2. März 2017 (Urk. 7/M6). Er diagnostizierte eine Myalgie
M
usculus
v
astus
lateralis
lin
ks (S. 1 oben). Der Beschwerdeführer klage primär über Schmerzen im linken Oberschenkel. Diese würden durch krampfartige Kontraktionen des
Vastus
lateralis
links entstehen. Die Schmerzen seien am stärksten nachts und raubten dem Beschwerdeführer den Schla
f
. Wärmeanwendung reduziere den Schmerz komplett. Klinisch finde sich ein reizloses linkes Bein. Die Sensomotorik sei nicht beeinträchtigt und es bestünden keine neurologischen Ausfälle. Lumbal bestehe auf Höhe L3/4 eine leicht druckschmerzhafte Stelle bei jedoch komplett unauf
fälligen Befunden (
S. 1 Mitte). Es sei von einem i
solierten Er
eignis im Bereich des
Musculus
v
astus
lateralis
auszugehen (S. 1 unten).
3.5
Hausärztin Dr.
F._
, Fachärztin für Allgemeine
Innere
Medizin, beantwortete am 8. März 2017 Fragen der Beschwerdegegnerin (Urk. 7/M7).
Sie berichtete, der Beschwerdeführer leide an Dauerrückenschmerzen bei möglicher Wurzelaffektion
L3 bei störenden
Muskelfaszikulationen
am linken Oberschenkel, welche ein längeres Stehen und Sitzen verunmöglichten. Der Beschwerdeführer sei für seine angestammte Tätigkeit als Projektmanager geistig nicht beeinträch
tigt, jedoch habe er einen
Sitzjob
, welcher aktuell aufgrund seiner Beschwerden nicht durchführbar sei (S. 1).
3.6
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr.
G._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, gelangte am 24. Mai 2017 zur Beurtei
lung (Urk. 7/M9)
, der Kausalzusammenhang sei lediglich möglich. Die Kontusion der Wirbelsäule sei ohne Hinweise für eine strukturelle traumatisch bedingte Veränderung im durchgeführten MRI vom 14. Dezember 201
6.
Die beschriebenen Beschwerden seien medizinisch weder zuordenbar, noch ergäben sie ein soma
tisches Korrelat. Eine Notfallkonsultation habe nicht stattgefunden, sondern der Beschwerdeführer sei zur nicht notfallmässig vereinbarten MRI-Untersuchung aufgeboten worden. Weshalb sei unklar. Schliesslich fehle ein unfallbedingte
s somatisches Korrelat für die g
eklagten Beschwerden. Eine Unfallkausalität sei per Ende Februar 2017 weder ausgewiesen noch begründbar (S. 2).
3.7
Die Ärzte der
H._
berichteten am 14. Juli 2017 der Taggeldversicherung
des Beschwerdeführers
(Urk. 7/M13/10). Sie nannten die folgenden Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff.
3):
-
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom links (ICD-10 F54.4)
-
k
ein sensomotorisches Defizit
-
MRI LWS 12/2016: mehrsegmentale degenerative Veränderungen,
fora
minale
Enge auf Höhe L4/5 beidseits, keine Neurokompression, kein
Bone
Bruise
-
LWS Kontusion Juli 2016: anamnestisch keine Fraktur, Bildmaterial nicht interpretierbar bei ungenügender Qualität
-
rezidivierende Krämpfe und
Faszikulationen
Oberschenkel rechts
-
Ätiologie ungeklärt; DD:
posttraumatisches
Reizsyndrom,
My
op
athie
?
-
n
eurologische Untersuchung Januar 2017: leichtgradige chronische neu
rogene Veränderung des
Vastus
lateralis
links; neurographisch
Faszikulationen
im
Vastus
lateralis
nachweisbar
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei eine beidseitige
Coxarthrose
(Ziff. 3.1). Zur Arbeitsfähigkeit in einem anderen Arbeitsumfeld oder in einer an
gepassten Tätigkeit könne aktuell noch nichts gesagt werden (Ziff. 7.1f.); aktuell
bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 23. Juni bis 5. Juli 2017 (Ziff. 8).
3.8
Dr.
C._
(vgl. vorstehend E. 3.3) nannte in ihrem Bericht vom 9. September 2017
(Urk. 7/M13/2)
als Diagnose ein
radik
uläres
motorisches L4-Ausfall-Syndrom links mit diskreter, aber im Vergleich zu Januar 2017 deutlich zunehmender
Parese mit beginnender Atrophie des
Quadriceps
links mit klinisch und
nadel
my
o
graphisch
wiederholten
Faszikulationen
(S. 1). Sie führte aus, im Vergleich zu der
ersten Untersuchung im Januar 2017 spüre der Beschwerdeführer trotz fort
ge
setzter Physiotherapie mittlerweile eine eindeutige Schwäche im Ober
schen
kel links mit
Giving-way
im Bereich des linken Knies, sobald er das Bein mehr be
laste. Immer wieder bestünden Zuckungen im Bereich des linken Ober
schenkels, welche jetzt auch im Bereich der Hinterseite und nicht nur vorne aufträten (S. 1). Die klinischen und die bildgebenden Befunde hätten sich etwas verschlechtert (S. 2 unten). Ob der erlittene Unfall mit Sturz und Anschlag im Bereich der LWS im Juli 2016 für die aktuelle
radikuläre
L4-Problematik links urs
prünglich verant
wortlich sei, müsse
leider
offen gelassen
werden. Dafür spreche, dass der Be
schwerdeführer vor dem Sturz keinerlei LWS-Beschwerden gehabt habe, anderer
seits hätten sowohl die klinischen als auch die bildgebenden Befunde zwischen Januar 2017 und jetzt zugenommen. Allenfalls könne der Schlag als möglicher Auslöser einer gewissen Destabilisierung und als Trigger für die im we
iteren Ver
lauf entwickelten LWS-
Veränderungen gesehen werden (S. 2).
3
.9
Am 21. Dezember 2017 wurde der
Beschwerdeführer von Dr.
I._
, Facharzt für Neurochirurgie und
inter
ventionelle
Schmerztherapie, S
pital
J._
, untersucht. Mit Bericht vom gleichen Tag (Urk. 7/M12
= Urk. 20/2
) nannte er folgende Diagnosen:
-
r
adikuläres
motorisches L4-Ausfallsyndrom links mit progredienter Parese
-
p
ersistierendes
radikuläres
Reizsyndrom L4 links bei
-
b
reitbasiger
ins
Foramen
reichender
Protrusion
mit Kontakt zur Nerven
wurzel L4
-
r
adiologischer Ausschluss eines
Neurinoms
durch eine Kontrast
mittel
sequenz
-
Status nach heftigem Sturz mit Anschlag im Bereich der Lenden
wirbel
säule am 9. Juli 2016
Gemäss neurologischer Standortbestimmung vom 5. Dezember 2017 im Neuro
zentrum
K._
müssten die bestehenden Veränderungen als posttraumatische
Veränderungen
,
hervorgerufen durch den Sturz vom 9. Juli 2016
,
angesehen werden
(S. 1 Mitte). Aus seiner Sicht bleibe nur die Möglichkeit der sympto
ma
tischen Weiterbehandlung (S. 1 unten).
3.10
Dem von der Beschwerdegegnerin bei der Hausärztin Dr.
F._
am 29. Januar 201
8
eingeholten ärztliche
n
Zwischenbericht (Urk. 7/M13
/1
) lässt sich entneh
men, dass bei bekannter Diagnose (vgl. vorstehend E. 3.7)
beim Beschwerdeführer die körperlichen Beschwerden im Vordergrund ständen und es unklar sei, wann er seine bisherige Tätigkeit wiederaufnehmen könne (Ziff. 7; Ziff. 7.1).
3.11
Dr.
G._
nahm am 7. Februar 2018
nochmals Stellung (Urk. 7/M14). Er hielt an seiner vormaligen Beurteilung vom Mai 2017 (vorstehend E.
3.6
) fest und führte
ergänzend aus, beim ersten MRI vom 14. Dezember 2016 seien lediglich
Protru
sionen
L3/L4 und L4/L5 mit fraglichem Kontakt zur Nervenwurzel L3 links ohne Kompression dokumentiert. Demgegenüber sei im MRI der LWS vom 6. Septem
ber 2017 neu eine Diskushernie L4/L5 mit Irritation der Wurzel L4 (nicht L3) dokumentiert. Nach mehrmonatigem Verlauf h
ätten
sich nicht nur eine neue Symptomatik mit neuen MRI-Befunden entwickelt, sondern auch neue klinische Befunde. Nach dem Unfallereignis fehlten diese, weshalb unfallbedingt diese Ent
wicklung nicht erklärt werden könne. Um eine Diskushernie oder
radikuläre
Symp
tomatik unfallbedingt begründen zu können, müssten folgende Kriterien erfüllt sein: Unmittelbare
radikuläre
Symptomatik mit unmittelbar radiologisch
dokumentierbarer
korrespondierender
Diskopathie
und unmittelbar auftretende Arbeitsunfähigkeit. Keines dieser Kriterien sei vorhanden gewesen (S. 2).
3.12
Im Rahmen der Abklärung zur beruflichen Integration berichtete Dr.
I._
(vgl. vorstehend E. 3.9) am 13. März 2018 der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (Urk. 10/1). Er ergänzte seine früher gestellte Diagnose (vorstehend E. 3.9) um einen elektromyographischen Nachweis einer Schädigung der Nervenwurzel L3 und L4 (Ziff. 2.5). Zur medizinischen Situation hielt er fest, eine ausführliche neurologische Standortbestimmung inklusive Elektrophysio
lo
gie im Neurozentrum
K._
habe einen Nervenschaden der Nervenwurzeln L3 und L4 auf der linken Seite gezeigt, welcher als posttraumatisch zu sehen sei, da keine nennenswerte Wirbelsäulenpathologie vorliege (Ziff. 2.2).
3.1
3
3.1
3
.1
Am 9. April 2018 ers
tattete Dr.
L._
, Facharzt für Neurologie,
M._
,
sein im Rahmen einer
bidisziplinären
Begutachtung erstelltes neurologisches Gutach
ten (Urk. 10/2
= Urk. 18/35/7-21
). Diagnostisch äusserte er einen Verdacht auf ein
Crampus
Faszikulationssyndrom
, DD: Isaacs-Syndrom (S. 12 Ziff.
5).
Nach einem Unfall am 9. Juli 2016 bestünden anamnestisch weiterhin Rücken
schmer
zen und
insbesondere
schmerzhafte Verkrampfungen im Bereich der linken Ober
schenkelmuskulatur. Wiederholte neurologische Untersuchungen hätt
en eine Ab
schwächung des
Quadric
epssehnenreflexes
und
Faszikulationen
im
Musculus
vastus
lateralis
links gezeigt. Bildgebend sei keine Erklärung gefunden worden. Insbesondere ergäben sich keine Hinweise auf eine Affektion der Nervenwurzel L4 links (S. 12 Ziff. 6). Anlässlich der aktuellen Begutachtung klage der Be
schwer
deführer über fortbestehende Rückenschmerzen und wiederholte heftige Verkrampfungen im Bereich der linken Oberschenkelmuskulatur. Der klinisch
-
neurologische Untersuchungsbefund zeige eine leichte Muskelatrophie. Bei der Überprüfung der groben Kraft finde sich eine leichtgradige Parese, die sich in einer Schwierigkeit des Stuhlbesteigens linksseitig im Vergleich zur gesunden
rechten Seite zeige. Bei der Untersuchung im Liegen fänden sich keine sicheren Paresen (S. 12 Ziff. 6). Der
Quadri
c
epsreflex
links sei im
Vergleich
zur rechten
Seite abgeschwächt. Der übrige klinisch-neurologische Untersuchungsbefund stelle
sich regelrecht dar, es ergäben sich insbesondere keine Hinweise auf das Vorlie
gen einer Nervenwurzelkompression. Aus neurophysiologischer Sicht ergäben sich zum einen Hinweise auf das Vorliegen einer abnormen intramuskulären Erregbarkeit im
Musculus
vastus
lateralis
links mit dem Auftreten von
Myoky
mien
sowie auch Zeichen einer Polyneuropathie. Aus neurologischer Sicht liege ein letztlich ungeklärtes Krankheitsbild vor, welches verdachtsweise als
Crampus-Faszikulationssyndrom
, differenzialdiagnostisch als Neuromyotonie
,
eingeordnet werde könne (S. 12 f. Ziff. 6).
3.1
3
.2
M._
-Gutachter Dr.
N._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, nannte in seinem orthopädischen
Teilg
utachten vom 9. April 2018 (Urk. 18/35/25-38) als Diagnosen eine leicht
gra
dige Lumbalskoliose, ein leichtgradiges degeneratives LWS-Syndrom mit
Osteo
chondrose
und
Spondylarthrose
, eine beidseitige
Coxarthrose
sowie eine
Frozen
Shoulder
rechts (S. 10 Ziff. 4).
Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei be
gründet durch Rückenschmerzen im LWS-Bereich und Schmerzen, Missempfin
dungen und Krämpfen im linken Oberschenkel.
Die
Unfallfolgen vom 9. Juli 2016
seien
komplett abgeklungen. Es handle sich um eine LWS-Prellung mit Kontusion und Schürfung sowie Blutergüssen der Rückenstreckmuskulatur ohne dauerhafte Folgen. Leistungsmindernd wirke sich das degenerative LWS-Syndrom der drei untersten lumbalen Bewegungssegmente aus mit Belastungseinschränkung und einer Bewegungsstörung der LWS
endgradig
und einer Ausstrahlung zum linken Oberschenkel. Zeichen eines jetzt noch bestehenden Nervenwurzelreiz- oder Nerven
wurzelkompressionssyndroms fänden sich nicht. Dies stehe auch nicht im Widerspruch zu den zwei vorliegenden bildgebenden Untersuchungen der LWS (S. 10 f. Ziff. 5).
3.1
4
Die Ärzte des Universitätsspitals
O._
, Klinik für Neurologie, nannten in ihrem Bericht vom 20. Juni 2018 (Urk. 18/33) als Diagnose eine Lumbalgie mit
Faszikulationen
und schmerzhaften Krämpfen des linken Oberschenkels seit 2016 und eine
Frozen
Shoulder
rechts seit Januar 2018 (S. 1 f.). Anamnestisch führten sie unter anderem aus, der Beschwerdeführer habe am 9. Juli 2016 einen Unfall erlitten. Nach dem Sturz seien keine Lähmung oder Sensibilitätsstörung der unte
ren Extremitäten vorhanden gewesen, wohl aber massive, lokale Schmerzen. Ein Röntgen der LWS in der Türkei sei als unauffällig beurteilt worden
. Der Be
schwerdeführer sei noch für drei Monate in der Türkei geblieben. Während dieser Zeit sei keine Remission der Rückenschmerzen eingetreten, sondern nach zirka 10 Tagen seien Zuckungen und schmerzhafte Krämpfe
im
linken Oberschenkel
aufgetreten. Ähnliche Beschwerden, Myalgien oder Myotonie vor dem Unfall vom Juli 2016 seien verneint worden. Der Beschwerdeführer habe nicht seine Arbeits
tätigkeiten absolvieren können, ausser leichtere und administrative Funktionen. Im Oktober 2016 sei er aus der Türkei zurückgekehrt, zuerst nach Deutschland
.
I
m Dezember 2016 habe er einen erneuten Sturz aufgrund eines «Abknickens» des linke
n
Beins ohne Traumata erlitten (S. 2 Mitte). In Zusammenschau der klini
schen Untersuchung und der stattgehabten Abklärungen sei ein L4-Syndrom im Rahmen des Unfalles zu postulieren. Jedoch seien die ausgeprägte Krampf-Sympto
matik
und
die begleitende Muskelschwäche der Knieflexoren sowie der
Dorsiflexion
des linken Fusses untypisch (S. 5 unten).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die Einschätzung
ihres beratenden Arztes Dr.
G._
(vorstehend E. 3.6 und E. 3.11) davon aus, dass die
Kontusion der Wirbelsäule
keine
strukturelle traumatisch bedingte Veränderung
bewirkt
habe
, weshalb zum Zeitpunkt der verfügten Leistungseinstellung per Ende Februar
2017 keine Unfallfolgen mehr bestünden und für die gegenwärtigen beziehungs
weise neu hinzugekommenen Beschwerden keine Leistungspflicht bestehe.
Ein
medizinischer Aktenbericht als
Entscheidgrundlage
ist zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status
ergeben und diese Daten unbestritten sind; der Untersuchungsbefund muss lücken
los vorliegen, damit der Experte imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil des Bundesgerichts 8C_833/2009 vom 26. Januar 2010 E. 5.1 mit Hinweisen), was vorliegend der Fall ist. Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kann Beweiswert beigemessen werden,
sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
grün
det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärzt
lichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4).
Die Berichte von Dr.
G._
erfüllen die genannten Anforderungen an eine be
weis
kräftige medizinische Aktengrundlage
(vgl. vorstehend E. 1.4)
.
Der Umstand, dass der
beratende Arzt
keine eigene Untersuchung durchgeführt hat, vermag den Beweiswert seiner Beurteilung nicht zu schmälern, zumal es mit der Frage nach
der Unfallkausalität einen feststehenden medizinischen Sachverhalt zu erörtern galt, ohne dass zusätzliche Untersuchungen notwendig gewesen wären.
Praxisge
mäss
kann unter diesen Voraussetzungen auch ein reines Aktengutachten voll beweiswertig sein (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_325/2009 vom 23. September 2009 E. 3.4.1 mit H
inweisen). Aus den Ausführungen von Dr.
G._
ergibt sich denn auch, dass er über sämtliche für die Beurteilung der Unfallkausalität erforderlichen Unterlagen verfügte.
4.2
Dr.
G._
gelangte in seiner begründeten Beurteilung unter eigehender Würdi
gung der medizinisch
en Berichte zum Schluss, dass die am 14. Dezember 2016 erhobenen bildgebenden Befunde
keine Hinweise für eine strukturelle trauma
tisch bedingte Veränderung zeigten und die beschriebenen Beschwerden ohne somatisches Korrelat seien (vgl. vorstehend E. 3.6). Es sei weder eine unmittelbare
radikuläre
Symptomatik mit unmittelbar radiologisch
dokumentier
barer
korre
s
pondierender
Diskopat
h
ie
noch eine unmittelbar auftretende Arbeitsunfähigkeit
dokumentiert, weshalb die Kriterien zur Begründung einer unfallbedingten Diskus
hernie oder
radikuläre
n
Symptomatik nicht erfüllt seien (vgl. vorstehend E. 3.10).
Diese Beurteilung wird gestützt durch
den Umstand, wonach – nach anam
nes
tischer medizinischer Erhebung – anlässlich der Erstbehandlung im Spital in
der Türkei
(vgl. Röntgenbilder; Urk. 20/1) keine Frakturen und ein unauffälliger Be
fund erhoben worden war
en
(vgl. vorstehend E. 3.1; E. 3.1
4
)
. Abgesehen davon, dass erstaunt, dass das Unfallereignis erst fünf Tage später mit Bagatellunfall-Meldung vom 14. Juli 2016 (Urk. 7/K1) gemeldet wurde, fällt vorliegend auch ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer
erst ab 9. Dezember 2016 arbeitsunfähig geschrieben
worden war und bis dahin eine vollständige Arbeitsfähigkeit bestan
den hat, was sich einerseits aus den Monatsrapporten der ehemaligen Arbeit
geberin von Juli bis November 2016 (effektiv letzte
r
Arbeitstag war der 18. November 2016) ergibt (
Urk.
18/8/29-37) und andererseits dieser Umstand auch aus dem Schadeninspektoren-Bericht vom 17. Februar 2017 hervorgeht, wonach
d
er
Beschwerdeführer
nicht arbeitsunfähig gewesen sei, sondern in seiner Funktion als Supervisor habe weiterarbeiten können (Urk. 7/K6 S. 3 oben).
Eben
so erachtete der orthopädische
M._
-Gutachter die Unfallfolgen, bei welchen es sich um eine LWS-Prellung mit Kontusion und Schürfungen sowie Bluter
güssen der Rückenmuskulatur
handle,
als komplett abgeklungen und ohne dauer
hafte Folgen (vgl. vorstehend E. 3.1
3
.2
).
Weiter zeigten sich auch hinsichtlich der Schilderung
des Unfallhergangs
und der Heftigkeit
des Ereignisses
Ungereimtheiten.
So wurde in der Bagatellunfall-Mel
dung vom 14. Juli 2016 ein Schritt ins Leere genannt, welcher dann zum Sturz
und dem Anschlagen des Rückens am Schwimmbootssteg
ge
führt
habe
(Urk. 7/
K1).
Im
Schadeninspektoren-Bericht vom 17. Februar 2017 wurde eine Landung mit dem unteren Rücken auf die Kante des Stegs beschrieben, als
der Beschwer
de
führer
sich dort
habe
anlehnen w
ollen
(Urk. 7/K6 S. 2).
Im
M._
-Gutachten war dann von einem Aufprall des Rückens auf eine Schwimmplattform die Rede (Urk. 18/35/35). Sodann
wurde im Dezember
2016
ein weiterer Sturz erwähnt
(
«
Abnicken
des linken Beins»
;
vgl. vorstehend E. 3.1
4
)
und von der Arbeitgeberin wurde
rückwirkend
per 6. Dezember 2016 ein definitiver Unfall deklariert (Urk. 7/K3 S. 3). Ebenso wurde erst am 14. Dezember 2016 und damit rund fünf Monate nach dem Unfallereignis ein MRI erstellt (vgl. vorstehend E. 3.1).
Angesichts der fehlenden zeitnahen ärztlichen Angaben und d
en festgestellten unauffälligen Befunden stellt sich die Frage, ob das geschilderte Unfallereignis vom 9. Juli 2016
überhaupt
überwiegend wahrscheinlich natürlich kausal zu den Beschwerden zu sehen ist und den Kausalzusammenhang zu begründen vermag.
Zu Gunsten des Beschwerdeführers
hat die Beschwerdegegnerin indes Leistungen erbracht
. Gemäss
allgemeine
r
Erfahrungsregel
heilt eine
einfache Kontusion oder eine leichtgradige Stauchung der Wirbelsäule innerhalb
weniger Monate folgen
los ab, weshalb die Leistungseinstellung per Ende Februar 2017, mithin rund ein halbes Jahr nach dem Unfallereignis,
nicht zu beanstanden
ist. Zwar ist diese allgemeine Erfahrungsregel für sich allein genommen nicht geeignet, den erfor
der
lichen Nachweis für das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung des Unfalls zu erbringen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_677/2010 vom 16. Dezember 2010 E. 4.6; U 8/05 vom 12. April 2005 E. 4.2). Vorliegend ist jedoch die Geltung dieser abstrakten Regelung aus den vorgenannten Gründen nachvollziehbar dargetan.
4.3
Die
in der Gesamtschau gezogene
medizinische Schlussfolgerung vermögen die Berichte der behandelnden Ärzte nicht in Zweifel zu ziehen.
Namentlich gibt es keinen Arztbericht, der vor Dezember 2016 und unmittelbar nach dem Unfall
ereignis eine relevante Beeinträchtigung dokumentiert. Dies wird durch keinen der behandelnden Ärzte erklärt, weshalb nicht ersichtlich ist, weshalb
medizinisch dokumentierte
Symptome
erst im Dezember 2016 ohne weiteres Ereignis auftra
ten.
Darüber hinaus äusserte
M._
-Gutachter Dr.
L._
lediglich einen Ver
dacht auf ein
Crampus
Faszikulationssyndrom
,
stellte
mithin keine gesicherte Diagnose (vgl. vorstehend E. 3.12.1).
Auch
zeigt sich
gemäss Dr.
C._
das Unfallereignis im Juli 2016 für das im Zuge der Abklärungen aufgetretene
radikuläre
L4-Ausfallsyndrom nicht mit dem Be
weis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verantwortlich (vgl. vorstehend E. 3.8).
Denn ob der erlittene Unfall mit S
turz
und Anschlag im Bereich der Wirbel
säule für die aktuelle
radikuläre
L4-Problematik links ursprünglich verant
wortlich sei, könne
gemäss der Ärztin
nicht beantwortet werden. Daran vermag
auch die Qualifizierung durch Dr.
I._
nichts
zu
ändern, welcher die be
stehenden Veränderungen als posttraumatisch
qualifizierte
(vgl. vorstehend E. 3.9
).
Unter einem «posttraumatisch» verursachten Leiden sind nicht zwingend unfall
kausale, sondern eben erst nach dem Unfall entstandene Beschwerden zu ver
stehen. Der Begriff «posttraumatisch» wird im medizinischen Sprachgebrauch zwar häufig gleichbedeutend mit «unfallkausal» verwendet. Nach üblichem, allge
mein geläufigem Sprachverständnis wird der Ausdruck «
post
» oft aber doch auch mit der zeitlichen Abfolge – unter Ausschluss des Verhältnisses von Ursache und Wirkung – in Verbindung gebracht.
Demgegenüber
vermag die Beurteilung von Dr.
G._
hinsichtlich des zeitlichen Ablaufs und dem Hinweis, dass sich erst über ein Jahr nach dem Ereignis eine neue Symptomatik entwickelt habe, welche nicht auf das Ereignis vom Juli 2016 zurückgeführt werden könne,
mehr zu
über
zeugen (vorstehend E. 3.11). Dies
gilt
umso mehr,
da
auch
der
M._
-Gutachte
r
im
April 2018
gar keine
Hinweise auf eine Affektion der Nervenwurzel L4 links beziehungsweise das Vorliegen einer Nervenwurzelkompression
finden konnte
(vorstehend E. 3.12.1).
S
chliesslich vermag de
r
Beschwerdeführer
aus seiner
Feststellung,
wonach er vor dem Unfallereignis vom 9. Juli 2016 völlig beschwerdefrei gewesen sei
(Urk. 1 S. 4)
, beweisrechtlich
nichts zu seinen
Gunsten ableiten. Denn die
Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesund
heitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
5.
Nach dem Dargelegten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per Ende Februar 2017 eingestellt hat.
Da davon auszugehen ist, dass ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergeb
nis mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nichts änderten
– was zudem auch schon durch das für die IV-Stelle erstellte
M._
-Gutachten erstellt ist (vgl. vorstehend E. 3.12) -
, besteht für weitere Abklärungen keine Notwendigkeit (
anti
zipierte
Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1
Das Verfahren ist kostenlos.
6.2
Die Beschwerdegegnerin beantragte die
Zusprache
einer Prozessentschädigung (
Urk.
6 S. 2 oben).
Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde darf obsiegenden Behörden oder mit öffentlich
-
rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen in der Re
gel keine Parteientschädigung zugesprochen werden. In An
wen
du
ng dieser Bestim
mung hat das Bundesgericht der SUVA und den privaten UVG-Versiche
rern so
wie – von Sonderfällen abgesehen – den Krankenkassen keine Partei
entschädigungen zugesprochen, weil sie als Orga
nisa
tionen mit
öffentlich-rechtlichen
Aufgaben zu qua
lifizieren sind (BGE 112 V 356 E. 6 mit Hinweisen). Das hat grund
sätzlich auch für die Trägerinnen oder Versicherer der berufli
chen Vorsorge gemäss BVG zu gelten (BGE 128 V 124 E. 5b, 126 V 143 E. 4a, 118 V 158 E. 7, 117 V 349 E. 8 mit Hinweis).
Praxisgemäss ist der Beschwerdegegnerin daher keine Prozessentschädigung zuzu
sprechen.