Decision ID: 7ae716d2-7962-4fdd-b37b-406b667fcdd1
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1974 geborene
X._
war
vom
1.
Juli 2008 bis 3
1.
März 2010 als Grup
penleiter Recherchen bei der
Y._
angestellt
(
Arbeitge
berbescheinigung
vom 2
8.
Juni 2010,
Urk.
13/7). Am 1
6.
Juni 2010
(Eingangs
datum gemäss Aktenverzeichnis)
meldete er sich bei der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an, wobei er als gesundheitliche Beeinträchtigung eine starke depressive Symptomatik mit Angstzuständen nannte (
Urk.
13/2). Die IV-Stelle liess in der Folge einen Aus
zug aus dem individuellen Kon
to erstellen (IK-Auszug vom 28.
Juni 2010,
Urk.
13/9),
holte Berichte von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, (Berich
t vom 2
8.
Juni 2010,
Urk.
13/8) von
PD
Dr.
phil.
A._
,
Psychotherapeutin SPV/FSP
,
(undatierter,
am
1
6.
Juli 2010 bei der IV-Stelle eingegangener
Bericht,
Urk.
13/10) sowie von
med.
pract
.
B._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, (Bericht vom 1
4.
Juli 2010,
Urk.
13/11)
ein
und gab beim
C._
ein orthopädisch-psychiatrisches Gutachten in Auftrag, welches am
1.
Juli 2011
von
Dr.
med.
D._
, Spezial
arzt FMH für Orthopädie, und
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiat
rie und Psychotherapie,
erstattet wurde (Urk.
13/2
6
)
. Nachdem die SWIC
A Gesundheitsorgan
isation, bei welcher
X._
krankentaggeldversichert war,
der IV-Stelle
ein Gutachten von
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
1.
Mai 2011
hatte zukommen lassen
(
Urk.
13/33/8-31), s
tellte die IV-Stelle dieses dem
C._
zur Stellungnahme zu (
Urk.
13/34).
Dr.
E._
nahm am 1
4.
November 2011 Stellung (
Urk.
13/36).
Am 2
5.
April 2012 auferlegte die IV-Stelle
X._
im Sinne seiner
Scha
denminderungspflicht
, sich einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behand
lung, einschliesslich Psychopharmak
o
therapie zu unterziehen und von Cannabis abstinent zu sein (
Urk.
13/51).
Mit Mitteilung vom
1
1.
Mai 2012
setzte
die IV-Stelle
X._
in Kenntnis
, dass er keinen Anspruch auf beruflich
e Mass
nahmen habe (
Urk.
13/54). Am 1
4.
September 2012 bestätigte
PD
Dr.
phil.
A._
zuhanden
der IV—Stelle, dass
X._
sich einer psychotherapeuti
schen Behandlung mit Psychopharmaka unterziehe und seit August 2011 anhaltend abstinent von Cannabis sei
,
und attestierte ihm eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
(
Urk.
13/64)
. Die IV-Stelle stellte daraufhin
mit Vorbescheid vom 2
6.
Oktober 2012 in Aussicht,
X._
ab
1.
Januar 2011 eine halbe Invali
denrente auszurichten (
Urk.
13/68
). Dagegen erhob die
Y._
, Pensionskasse, Einwand und beantragte, es sei der Beginn der Invaliden
rente vor dem
1.
Januar 2011 anzusetzen, eventualiter sei festzustellen, dass keine Invalidität bestehe (Einwand vom 2
2.
November 2012,
Urk.
13/75, und
ergänzende
Begründung vom 1
2.
Dezember 2012,
Urk.
13/80). Die IV-Stelle gab daraufhin bei PD
Dr.
med.
G._
, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychother
a
pie, ein
Gutachten in Auftrag (Mitteilung vom 1
8.
Februar 2013,
Urk.
13/83), welches am
8.
April 2013 erstattet wurde (
Urk.
13/87).
Nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(
Vorbescheid
vom 2
5.
November 2013,
Urk.
13/104
, und Einwand von
X._
vom 3
0.
November 2013, Urk.
13/107
,
bzw. vom 1
3.
Januar 2014,
Urk.
13/109
)
wies die IV-Stel
l
e mit Verfügung vom 2
8.
Februar 2014 das Leistungsbegehren von
X._
ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 2
6.
März 2014 Beschwerde und beantragte, es sei ihm mit Wirkung ab Januar 2011 eine Rente der Invalidenversicherung aus
zurichten. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Beiladung der Pensionskasse der
Y._
zum Verfahren, um Gewährung der unentgeltli
chen Prozessführung und um Bestellung von Rechtsanwältin Stephanie Schwarz als unentgeltliche Rechtsvertreterin (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
4.
Juni 2014 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
12). Mit Verfügung vom 1
2.
Juni 2014 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung gewährt und Rechtsanwältin Stephanie Schwarz als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt. Gleichzeitig wurde dem Beschwer
deführer die Beschwerdeantwort zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
14). Am
1
9.
August 2014
reichte die Beschwerdegegnerin Akten ein (
Urk.
15 und
Urk.
16/1-2), was dem Beschwerdeführer am
8.
September 2014 zur Kenntnis
gebracht wurde (
Urk.
17).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf Rentenleistun
gen der Beschwerdegegnerin hat.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
2.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.2.2
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in
Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
2.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.1
Dr.
Z._
nannte mit Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 2
8.
Juni 2010 als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
13/8)
:
Prellung Hinterkopf, Commotio cerebri, 1
8.
April 2007
p
osttraumatische Belastungsstörung im Verlauf (ICD-10 F43.1)
Commotio cerebri und Prellung link
e
Schulter am 2
1.
Januar 2008
Höhenminderung von C6, Differentialdiagnose ältere
Kompressions
frak
tur
durch
Hyperlordosierung
Beim Beschwerdeführer best
ünde
n
eine verminderte Belastbarkeit,
eine
rasch
e Erschöpfung der Konzentration sowie
Halswirbelsäulen-
und
Kopfschmerzen. Die angestammte Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer noch zumutbar, in wel
chem Umfang müsse
sicher
psychiatrisch
,
allenfalls auch
rheumatologisch genauer abgeklärt werden. Seine
s Erachtens sei physisch eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit mit einer mindestens
75%ige
n
Leistungsfähigkeit gegeben.
3.2
PD
Dr.
phil.
A._
führte
mit
undatier
tem Bericht
, welcher
am
1
6.
Juli 2010 bei
der Beschwerdegegnerin
eingi
n
g, als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit an
(
Urk.
13/10)
:
m
ittelschwere narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8)
schädlicher Gebrauch von
Cannab
in
oiden
(ICD-10 F12.1) seit 19-jährig
schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.20) seit 19-jährig
mittelschwere depressive Episode wegen chronischer Belastungssituation
Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar.
Der Beschwerdeführer sei vermin
dert leistungsfähig. Ab September 2010 könne mit einer
40- bis 50%igen Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
gerechnet werden. Die Prognose könne als ausreichend günstig beurteilt werden.
3.3
Med.
pract
.
B._
nannte
in ihrem
Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 1
4.
Juli 2010 als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
13/11)
:
mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F32.1) mindestens seit Januar 2010
n
arzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8)
schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.20)
seit 2009
schädlicher Gebrauch von Cannabis (ICD-10 F12.1)
seit 1994
Der Beschwerdeführer sei
vom
1.
Januar bis 3
0.
Juni 2010 zu 100
%
arbeitsunfä
hig gewesen. Es könne etwa ab August 2010 mit einer Wiederauf
nahme einer 100%igen Erwerbstätigkeit gerechnet werden.
3.4
Dr.
D._
und
Dr.
E._
vom
C._
diagnostizierten
in ihrem
Gutachten vom
1.
Juli 2011 mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
13/26/19)
:
mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom, bestehend seit mindestens Januar 2010 (ICD-10 F33.11)
Angst- und Panikstörung, bestehend seit mindestens Januar 2010 (ICD-10 F41.0)
narzisstische Persönlichkeitsstörung, bestehend seit Jahren (ICD-10 F60.8)
Zustand nach posttraumatischer Belast
ungsstörung, bestehend seit 18.
April 2007 (ICD-10 F43.1)
schädlicher Gebrauch von
Cannabinoiden
, bestehend seit etwa 1993 (ICD-10 F12.1)
Als Diagnose
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeiten nannten sie einen Status nach
Halswirbelsäulend
istorsion im April 2007 bei leichter linkskonvexer Skoliose.
Seit Januar 2010 bestehe als Bankangestellter bei voller Stundenpräsenz eine Arbeitsfähigkeit von 30
%
, da aufgrund der mittelgradigen depressiven Störung mit somatischem Syndrom, der Angst- und Panikstörung, dem
Z
ustand nach posttraumatischer Belastungsstörung und zugrunde liegender
Persönlichkeits
störung
die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, der Antrieb, die Interessen, die Motivation, die Kontaktfähigkeit und die Dauerbelastbarkeit beeinträchtigt seien. Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne erhöhte Verant
wortung und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung könnten gesamthaft bei voller Stundenpräsenz seit Januar 2010 zu 50
%
zugemutet werden (
Urk.
13/26/19-20)
.
3.5
Dr.
F._
führt
e
in
seinem zuhanden der
SWICA Gesundheitsorganisation
verfass
ten Gutachten vom 1
1.
Mai 2011 keine Diagnosen mit Auswirkung
en auf die Arbeitsfähigkeit an
.
Entsprechend attestierte
er
dem Beschwerdeführer auch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
13/33/30)
.
3.6
Dr.
E._
erklärte mit Stellungnahme vom 1
4.
November 2011 zum Gutach
ten von
Dr.
F._
(
Urk.
13/36)
, diese
s
sei
aufgrund der
eindeutig vorliegenden psychopathologischen Symptomen nicht nachvollziehbar. Es lägen eindeutig Symptome einer mittelgradigen depressiven Störung und einer Angst- und Panikstörung vor.
Es
l
ie
sse
n
sich
auch
eine narzisstische Persönlichkeitsstörung und ein wi
e
derholter Gebrauch von
Cannabinoiden
erheben.
Er halte
an
seiner
im
Gutachten vom
1.
Juni
(richtig: Juli)
201
1
festgehaltenen Einschätzung fest.
3.7
PD
Dr.
phil.
A._
berichtete der
SWICA Gesundheitsorganisation
am
20.
Dezember 2011 zusammen mit
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie. Sie hielten dabei als Diagnosen eine mittelgra
dige depressive Episode wegen chronischer Belastungssituation (ICD-10 F32.11) und eine mittelschwere narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8) fest. Der Beschwerdeführer möchte seine Tätigkeit als Sachbearbeiter nicht mehr aufnehmen. Er leide an schweren Konzentrationsstörungen, sei schnell erschöpft und
müde.
Momentan
arbeite er in einem Fitness-Zentrum.
Er
sei in dieser Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig
. Der Grund, weshalb er zurzeit nur eingeschränkt arbeitsfähig sei, seien seine schweren depressiven Verstimmungen
(
Urk.
13/39).
3.8
PD
Dr.
phil.
A._
teilte der Beschwerdegegnerin am 1
4.
September 2012 mit, der Beschwerdeführer absolviere seit dem
7.
Januar 2010 eine psychothera
peutische Behandlung
bei ihr
. Diese besuche
er
regelmässig. Er unterziehe sich se
it Juni 2012 eine
r
Psychopharmako
t
herapie mit dem Medikament
Depri
vita
. Seit August 2011 sei er anhaltend abstinent von Cannabis. Sie schätze die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
zurzeit auf 50
% (
Urk.
13/64).
3.9
PD
Dr.
G._
hielt in seinem Gutachten
vom 8.
April 2013 als Diagnose mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest
(
Urk.
13/87)
:
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0/F33.1)
bei zugrundeliegender depressiv-narzisstischer neurotischer Störung (ICD-10 F34.1/F48.9)
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er:
Status nach posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10 F43) (beste
hend zwischen April 2007 und Januar 2012)
Status nach Panikstörung (ICD-10 F41.0) (bestehend zwischen April 2007 und November 2012)
In der angestammten Tätigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht eine 65%ige Arbeitsfähigkeit. Allerdings
fühle
sich der Beschwerdeführer selbst nicht mehr in der Lage, in den Bankenbereich zurückzukehren, um dort eine Stelle anzu
nehmen, wie er sie früher innegehabt habe. Er verbinde die dortigen Arbeiten mit sehr viel Belastung und Druck, auch habe er dort tägliche Panikattacken und eine Exazerbation seiner depressiven Symptome erlebt, so dass dieser Berufsbereich für ihn persönlich nicht mehr in Frage komme. Aus neutraler fachärztlicher Sicht sei dies nachvollziehbar, denn eine Re-Exposition in einem solchen Rahmen würde einer gewissen Re-Traumatisierung gleichkommen. Daher sei die Angabe der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit, wenn hiermit die Arbeit in einer Bank gemeint sei, eine rein
t
heoretische. In einer
Verweistätigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht eine 65%ige Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
13/87/18)
.
Betreffend Verlauf der Arbeitsfähigkeit erklärte PD
Dr.
G._
,
e
s sei kaum mög
lich, die verschiedenen Zeiträume genau aufeinander abzustimmen und für den Zeitraum vor
seiner
Untersuchung eine vollumfänglich konklusive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vorzunehmen. Vor allem auch deshalb nicht, weil die ihm vorliegenden
Vorakten
aus psychiatrischer Sicht zum Teil zu doch sehr unter
schiedlichen Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit gelangt seien. So könne er mit einziger Sicherheit mitteilen, dass die von ihm attestiere Arbeitsfähigkeit ab dem Untersuchungszeitpunkt bestehe
(Urk. 13/87/19).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 2
8.
Februar 2014 davon aus, dass der Beschwerdeführer in der Arbeitsfähigkeit nicht ein
geschränk
t sei (
Urk.
2). Mit dieser Würdigung wich
sie
von den Einschätzungen der in ihrem Auftra
g begutachtenden Psychiater Dr.
E._
(E.
3.4 und E. 3.6) und
PD
Dr.
G._
(E. 3.9) ab. Dies ist grundsätzlich zulässig.
Sache der (begut
achtenden)
Mediziner
ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen
und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu
beschreiben
, das
heisst
mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der sub
jektiven Beschwerden die
Befunde
zu erheben und gestützt darauf die
Diagnose
zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und im Streitfall Gericht nicht kompetent sind. Bei der
Folgenab
schätzung
der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeits
fähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine
abschliessende
Beurteilungs
kompetenz
zu. Vielmehr
nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung
, das
heisst
sie gibt eine
Schätzung
ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet.
Schliesslich
sind die
ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage
für die juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person
noch zugemutet werden
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 mit Hinwei
sen).
Aus rechtlicher Sicht kann von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit abgewichen werden, ohne dass sie ihren Beweiswert verlöre. Darin liegt weder eine Geringschätzung der ärztlichen Beurteilung noch eine gerichtliche
Kompetenzanmassung
, sondern es ist notwendige Folge des rein juristischen Charakters der sozialversicherungsrechtlichen Begriffe Arbeits-/Erwerbsunfähigkeit und Invalidität (Urteil des Bundesgerichts 9C_106/2015 vom
1.
April 2015 E. 6.3).
4.2
4.2.1
Dr.
E._
diagnostizierte in seinem zusammen mit dem Orthopä
den Dr.
D._
verfassten Gutachten vom
1.
Juli 201
1
aus psychiatrischer Sicht eine
mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom, bestehend seit mindestens Januar 2010 (ICD-10 F33.11), eine Angst- und Panikstörung, beste
hend seit mindestens Januar 2010 (ICD-10 F41.0), eine narzisstische
Persönlich
keitsstörung
, bestehend seit Jahren (ICD-10 F60.8), einen Zustand nach post
traumatischer Belastungsstörung, bestehend seit 1
8.
April 2007 (ICD-10 F43.1) und einen schädlichen Gebrauch von
Cannabinoiden
, bestehend seit etwa 1993 (ICD-10 F12.1) und attestierte dem Beschwerdeführer aus rein psychiatrischer Sicht seit etwa Januar 2010 für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Teamleiter in einer Bank eine 30%ige und für eine angepasste Tätigkeit eine 50%ige Arbeits
fähigkeit
bei vollem Stundenpensum (
Urk.
8/26/14 und
Urk.
8/26/16;
vgl.
E.
3.4).
4.2.2
PD
Dr.
G._
erklärt
e
in seinem Gutachten
zu
der
von
Dr.
E._
– wie auch von
med.
pract
.
B._
(E. 3.3)
und PD
Dr.
phil.
A._
(E. 3.2 und E.
3.7)
-
diagnostizierten
narzisstischen Persönlichkeitsstörung, dass diese ni
e
gründlich diskutiert und begründet worden sei. Der Beschwerdeführer erfülle die Kriterien für eine narzisstische Persönlichkeitsstörung gemäss ICD-10 F60.8 kaum. Es brauche bei einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung immer auch einen gewissen querulatorischen, rechthaberischen Aspekt. Dieser fehle beim Beschwerdeführer.
Auch in seiner Untersuchung habe der Beschwerdeführer keinerlei interaktionelle Schwierigkeiten gezeigt, was auf jeden Fall vorgelegen hätte, würde es sich um eine regelrechte narzisstische Persönlichkeitsstörung handeln.
Es
ergäben sich
auch
weder aus den
Akten
noch aus den
Angaben des Bes
chwerdeführer
s
Hinweise, dass an den bisherigen Arbeitsstellen, auch nicht an der aktuellen, je irgendwelche interaktionellen Schwierigkeiten beziehungs
weise Probleme mit den Beziehungsgestaltungen
aufgetreten seien
. Dies seien gute Hinweise
darauf
, dass beim Beschwerdeführer keine Persönlichkeitsstörung vorliege. Der Beschwerdeführer könne auf
sublimiertere
Abwehrmechanismen zurückgreifen, als dies bei Persönlichkeitsstörungen der Fall wäre. Dies sei auch in seiner Unter
suchung deutlich geworden (Urk.
13/87/16). Diese Ausführungen von
PD
Dr.
G._
sind schlüssig und stimmen mit den Akten überein
, wurde die Diagnose narzisstische Persönlichkeitsstörung doch weder von
Dr.
E._
noch von med.
pract
.
B._
noch von PD
Dr.
phil.
A._
je begrün
det
.
4.2.3
Betreffend die von
Dr.
E._
weiter diagnostizierte Angst- und Panikstörung, bestehend seit mindes
tens Januar 2010 (ICD-10 F41.0)
fällt auf, dass weder die von Januar bis Juni 2010 den Beschwerdeführer behandelnde Psychiaterin
med.
pract
.
B._
(E. 3.3) noch die
Psychotherapeutin
PD
Dr.
phil.
A._
, welche den Beschwerdeführe
r
ab Dezember 2009 betreute, je eine entsprechende Diagnose
gestellt h
ab
en
(E. 3.2, E. 3.7 und E. 3.8)
.
Dr.
E._
begründete seine Diagnosen
nicht konkret
, sondern er führt
e
im Wesentlichen lediglich an, dass (seit dem Überfall) wiederholt auftretende Angst- und Panikattacken, gekenn
zeichnet durch Herzrasen, Zittern, Atemnot, Schweissausbrüchen und
Kribbel
parästhesien
bestünden (
Urk.
13/26/34). Es gilt denn auch zu beachten, dass
gemäss ICD-10 die Panikstörung nicht als Hauptdiagnose verwendet werden soll, wenn der Betroffene bei Beginn der Panikattacken an einer depressiven Störung leidet
(vgl. Weltgesundheitsorganisation, H.
Dilling
/W.
Mombour
/M. H. Schmidt, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F],
9.
Auflage 2014, S. 198).
Unter diesen Umständen sind die Panikattacken wahr
scheinlich sekundäre Folge der Depression.
Dr.
E._
diagnostizierte – wie dargelegt – eine mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
,
deren Beginn
er
wie auch
denjenigen der
Angst- und
Panik
störung
auf spätestens Januar 2010
festsetzte
.
Die Diagnose Angst- und
Panik
störung
ist daher nicht nachvollziehbar.
Dies gilt umso mehr, als diese Diagnose nicht auf objektiv-eigenen ärztlichen Feststellungen von
Dr.
E._
beruht.
4.2.4
Dr.
E._
führte unter den Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit
auch
einen
Zustand nach
p
osttraumatische
r
Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) bestehend seit 1
8.
April 2007
an. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb ein Zustand nach einer posttraumatischen Belastungsstörung die Arbeitsfähig
keit weiterhin einschränken soll, schliesst sich aus der Diagnose
doch
, dass
im Berichtszeitpunkt
keine entsprechende Erkrankung mehr vorl
ag
(vgl.
Urk.
13/87/18)
.
4.2.5
Betreffend die von
Dr.
E._
gestellte Diagnose mittelgradige depressive Stö
rung mit somatischen Syndrom (ICD-10 F33.11) gilt es zu beachten, dass
l
eichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
gelten
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2012 vom 2
9.
August 2012 E. 4.3.2)
und – wie das Bundesgericht wie
derholt erkannt hat – invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen (Urteil des Bundesgerichtes 9C_836/2014 vom 2
3.
März 2015 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die invalid
i
sierende Wirkung einer mit
telschweren depressiven Störung ist zwar nicht schlechthin auszuschliessen, indessen bedingt deren Annahme, dass es sich
um ein von allfälligen psychoso
zialen Belastungsfaktoren losgelöstes depressives Leiden handelt (Urteil des Bundesgerichtes 9C_651/2014 vom 23. Dezember 2014 E. 5.2 mit Hinweis; vgl. E. 2.2.2) und
dass ein
e
konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom 3. April 2014 E. 4.2).
Der Beschwerdeführer
war
von
Dezember 2009
bis Februar 2013
bei PD Dr.
phil.
A._
in Behandlung.
Danach wechselte er zu
I._
,
Fach
psychologe
für Psychotherapie SBAP.
Von Januar bis Juni 2010 liess er sich zudem von
med.
pract
.
B._
behandeln.
Der Beschwerdeführer wurde bisher einzig mit
Deprivita
(Johanniskraut
präparat
) behandelt (vgl.
Urk.
13/1
0,
Urk.
13/11,
Urk.
13/26/30,
Urk.
13/64,
Urk.
13
/
87/10
und
Urk.
13/
87
/19
).
Von einer konsequenten Depressionstherapie, die auf eine Ausschöpfung der thera
peutischen und medikamentösen Möglichkeiten und damit auf die Resistenz des Leidens schliessen liesse, kann bei der vom Beschwerdeführer gemachten Thera
pie, insbesondere angesichts
der ausschliesslichen medik
am
entösen Behandlung mit
Deprivita
,
nicht gesprochen werden (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 9C_917/2012 vom 1
4.
August 2012 E. 3.2).
Es gilt denn auch zu beachten, dass sich durch die psychotherapeutische Behandlung
offenbar
eine Besserung des Gesundheitszustandes eingestellt hat.
So erklärte der Beschwerdeführer anläss
lich der Begutachtung durch
PD
Dr.
G._
, in den letzten Jahren sei es
vorzu
immer etwas bergauf gegangen. Gefühle der Freude seien möglich, sie würden nicht all
zu lange anhalten
, doch immerhin seien sie wieder da
. Auch dauerten die depressiven Phasen nicht mehr so lange an wie früher, sondern vielleicht zwei bis drei Stunden am Stück. Sein Antrieb sei manchmal leicht beeinträch
tigt, nicht aber, wenn er arbeite
(
Urk.
13/87
/11
).
Hinzu kommt, dass die Feststellungen von
Dr.
E._
– wie auch diejenigen der behandelnden Ärzte und Ärztinnen (vgl. E. 4.5 und E. 4.6) – darauf schlies
sen lassen, dass das psychische Beschwerdebild wesentlich durch
invaliditäts
fremde
psychosoziale Umstände geprägt ist. So wies
Dr.
E._
– in Überein
stimmung mit den Angaben des Beschwerdeführers, wonach er sich im Januar 2010, als seine Frau ihn verlassen habe, sehr schlecht gefühlt und
Suizidgedan
ken
gehabt habe (
Urk.
13/26/11) - darauf hin, dass dieser die mittelgradige depressive Störung anfangs Januar 2010 bei zunehmenden exogenen Belastun
gen mit Partnerkonflikt, Trennung und inzwischen Scheidung sowie sozialen und finanziellen Belastungen entwickelt habe (
Urk.
8/26/14). Solche Faktoren vermögen medizinisch die Diagnose einer mittelschweren Depression, aber rechtlich keine Invalidität zu begründen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_917/2012 vom 1
4.
August 2013 E. 3.2).
Nach dem Gesagten ist die von
Dr.
E._
diagnostizierte mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
aus rechtlicher Sicht nicht als invalidisierend zu betrachten.
4.2.
6
Betreffend die von
Dr.
E._
ebenfalls
angeführte Diagnose
eines
schädliche
n Gebrauch
s
von
Cannabinoiden
, bestehend seit etwa 1993 (ICD-10 F12.1)
,
gilt es zu beachten,
dass g
emäss ständiger Rechtsprechung eine Drogensucht für sich
allein keine Invalidität
begründet
, sondern nur in Verbindung mit einem die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigenden geistigen, körperlichen oder psychischen Gesundheitsschaden mit Krankheitswert, der zur Sucht geführt hat oder als deren Folge eingetreten ist (BGE 102 V 167, 99 V 28 E. 2; AHI 2002 S. 30 E. 2a, 2001 S. 228 f. E. 2b; SVR 2001 IV Nr. 3 S. 7 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts
I
940/05 vom 10. März 2006 E. 2.1 mit Hinweisen). Daraus folgt nicht, dass die Auswirkungen einer Drogensucht, die ihrerseits auf einen Gesundheitsschaden zurückgeht, per se invaliditätsbegründend sind. Die zitierte Praxis setzt vielmehr den Grundsatz um, dass funktionelle Einschränkungen nur
anspruchsbegrün
dend
sein können, wenn sie sich als Folgen selbständiger
Gesundheitsschädi
gungen
darstellen (
Art.
6 ff. ATSG und
Art.
4
Abs.
1 IVG;
Urteil des Bundesge
richts 9C_856/2012 vom 19. August 2013
E. 2.2.1 mit Hinweisen auf
BGE 127 V 294
E. 5a und Urteil I 955/05 vom
6.
November 2006 E. 3.3.2).
Aus dem Gutachten von
Dr.
E._
geht – wie dargelegt – kein aus invalidenver
sicherungsrechtlicher Sicht die Erwerbsfähig
ke
it beeinträchtigender
Gesundheitsschaden her
vor
. Der von
Dr.
E._
angeführte schädliche
Gebrauch
von
Cannabinoiden
steht somit nicht in
Verbindung mit einem die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigenden geistigen, körperlichen oder psychischen Gesundheitsschaden mit Krankheitswert, der zur Sucht geführt hat oder als deren Folge eingetreten ist
, weshalb der Gebrauch der
Cannabinoide
ebenfalls keine invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit begründen kann.
4.2.7
Nachdem
Dr.
D._
auch aus orthopädischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit erheben konnte (vgl. E. 3.4), was weder vom Beschwerdeführer noch von der Beschwerdegegnerin in Frage gestellt
wurde
, geht aus dem Gut
achten der
Dres
.
E._
und
D._
vom
1.
Juli 2011 aus
invalidenversi
cherungsrechtlicher
Sicht kein die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender
Gesund
heitsschaden
hervor.
4.
3
PD
Dr.
G._
führte in seinem Gutachten vom
8.
April 2013 (E. 3.9) als einzige Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0/F33.1) bei zugrundeliegender depressiv-narzisstischer neurotischer Stö
rung (ICD-10 F34.1/F48.9) an. Betreffend d
iese Diagnose gilt das unter E.
4.
2.5
A
usgeführt
e
.
Bei einer depressiven „Episode“ handelt es sich im Übrigen
defini
tionsgemäss
um ein vorübergehendes Leiden, dem es aus rechtlicher Sicht am Krankheitscharakter fehlt. Daran ändert nichts, dass sie vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven Störung diagnostiziert ist. Dabei handelt
es
sich wohl um einen Befund, der seinerseits durch wiederholte depressive Episo
den charakterisiert ist. Die Besserung zwischen den Episoden ist jedoch im All
gemeinen vollständig (Urteil des Bundesgerichtes 9C_176/2011 vom 29. August 2011 E. 4.3).
Insbesondere auch die Angaben, welche der Beschwerdeführer selbst anlässlich der Begutachtung durch PD
Dr.
G._
gemacht hat, lassen nicht darauf schliessen, dass seit der Begutachtung durch
Dr.
E._
(Juni 2011) ein
anhal
tender mittelgradiger depressiver Zustand bestanden hat. Ausserdem
geht – auch - aus diesen Angaben hervor, dass das Beschwerdebild weiterhin massge
blich durch invaliditätsfremde psychosoziale Faktoren geprägt ist. Der Beschwerdeführer berichtete nämlich, dass er aktuell dadurch betroffen sei, dass sich seine zweite Ehefrau von ihm trennen werde, weil sie genug von seinen Problemen habe. Es sei ihm eine Zeitlang in seiner Grundstimmung doch besser gegangen, als er im Januar 2012 seine aktuelle Ehefrau kennengelernt habe. Dann habe aber die
Y._
im Herbst 2012 die ausstehenden Schulden wieder geltend gemacht, und es hätten dann die Probleme mit der Ehefrau begonnen, und seither gehe es ihm wieder schlechter (
Urk.
13/87/10).
Sodann wurde der Beschwerdeführer – wie erwähnt – auch im Zeitpunkt der Begutachtung durch PD
Dr.
G._
(März 2013) psychopharmakologisch bloss mit
Deprivita
behandelt. Dies, obwohl im Gutachten des
C._
vom
1.
Juli 2011 nebst einer konsequenten psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung eine ausreichend dosierte antidepressive Medikation empfohlen worden war (
Urk.
13/26/20).
Demnach geht auch aus dem Gutachten von PD
Dr.
G._
kein
invalidenversi
cherungsrechtlich
relevant
er Gesundheitsschaden hervor
.
4.4
Dr.
Z._
verwies in seinem Bericht vom 2
8.
Juni 2010 betreffend Arbeitsfähig
keit auf
vorzunehmende
psychiatrische und rheumatologische Untersuchung
en
. Er attestierte dem Beschwerdeführer jedoch keine Arbeitsunfä
higkeit (E. 3.1;
Urk.
13/8)
, weshalb aus seinem Bericht keine
invalidenversiche
rungsrechtlich
relevante Einschränkung der Erwerbsfähigkeit hervorgeht
.
4.5
4.5.1
PD
Dr.
phil.
A._
führte
in ihren Berichten (E. 3.2, E. 3.7 und E. 3.8) als
D
iagnosen mit Auswirkungen an
: mittelschwere narzisstische
Persönlichkeits
störung
(ICD-10 F60.8), schädlicher Gebrauch von
Cannab
in
oiden
(ICD-10 F12.1), schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.20) und mittelschwere depressive Episode wegen chronischer Belastungssituation
.
4.5.2
Wie dargelegt (E. 4.2.2) führte
PD
Dr.
G._
in schlüssiger W
ei
se aus, weshalb beim Beschwerdeführer keine Persönlichkeitsstörung vorlieg
t
.
Bei der Bericht
erstattung von PD
Dr.
Phil.
A._
fällt hinsichtlich Persönlichkeitsstörung auf, dass sie zwar die Diagnose mittelschwere narzisstische
Persönlichkeitsstö
rung
(ICD-10 F60.8) stellte, sie aber dem Beschwerdeführer
(zumindest) zunächst
trotzdem
eine günstige Prognose stellte (E. 3.2 und
Urk.
13/39
/3
)
.
4.5.3
Betreffend die Diagnose mittelschwere depressive Episode wegen chronischer Belastungssituation kann
grundsätzlich
auf das oben ausgeführt verwiesen wer
den (vgl. E. 4.2.5). Zusätzlich zu beachten gilt, dass gemäss Bericht von PD
Dr.
phil.
A._
und Dr.
H._
vom 2
0.
Dezember 2011 die Scheidung und Trennung von den Kindern und grosse finanzielle Schwierigkeiten Auslöser für die erneute
d
epressive Episode des Beschwerdeführers waren (
Urk.
13/39/2).
4.5.4
Hinsichtlich der Diagnosen schädlicher Gebrauch von
Cannab
in
oiden
(ICD-10 F12.1) und von Alkohol (ICD-10 F10.20) fällt auf, dass
PD
Dr.
phil.
A._
diese
Diagnose zwar im undatierten, am 1
6.
Juli 2010 bei der
Beschwerdegeg
nerin
eingegangen Bericht (E. 3.2), jedoch nicht mehr in
den
Berichten vom 2
0.
Dezember 2011 (E. 3.7) und vom 1
4.
September 2012 (E. 3.8) erwähnte. Hinsichtlich der invalidenversicherungsrechtlichen Würdigung dieser Leiden kann auf das oben
betreffend die Diagnose schädlicher Gebrauch von
Cannabi
noiden
ausgeführte
verwiesen werden (E. 4.2.6).
4.5.5
Nach dem Gesagten wird die Würdigung der Beschwerdegegnerin, dass der Beschwerdeführer aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist bzw. war, durch
die
Berichte von PD
Dr.
phil.
A._
nicht in Frage gestellt.
4.6
Med.
pract
.
B._
nannte mit Bericht vom 1
4.
Juli 2010 dieselben Diag
nosen wie PD
Dr.
phil.
A._
, wobei sie bei der mittelschweren depressiven Episode nicht anführte, dass diese wegen einer chronischen Belastungssituation bestehe (E. 3.3).
Med.
pract
.
B._
erklärte jedoch, dass eine depressive Entwicklung durch Verschuldung und „unstimmige Arbeit“ entstanden sei. Hierbei hand
elt es sich ebenfalls um psychosoziale
Faktor
en
. Es kann
im Übri
gen
betreffend sämtliche Diagnosen auf das oben
Ausgeführte
(E.
4.5) verwiesen werden,
wobei es anzufügen gilt, dass
m
ed.
pract
.
B._
dem Beschwerdeführer
nicht nur eine gute Prognose stell
t
e, sondern auch explizit auf den sekundären Krankheitsgewinn durch eine Berentung verwies (
Urk.
13/11/2).
4.7
Dr.
F._
konnte in seinem Gutachten vom1
1.
Mai 2011 keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers feststellen (E. 3.5). Sein Gutachten stellt daher die Würdigung der Beschwerdegegnerin, dass der Beschwerdeführer aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht zu 10
0
%
arbeitsfähig sei, nicht in Frage.
4.8
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin davon ausgegangen ist, dass der Beschwerdeführer aus
invalidenversicherungs
rechtlicher
Sicht nicht
massgeblich
in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
war und
ist. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.
Bei dieser Sachlage besteht kein Anlass, die
Stiftung Pensionskasse der
Y._
zum Verfahren beizuladen.
5.
5.1
D
a es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewährung der unentgelt
lichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.
2
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers,
Rechtsanwältin Stephanie Schwarz,
machte mit Honorarnote
vom 1
6.
September 2015
einen Aufwand von
11
Stunden
55 Minuten
und Barauslagen von
91.25
geltend (Urk.
18).
Dieser Aufwand erweist sich als angemessen.
Unter Berücksichtigung eines massgebenden Stundenansatzes von Fr. 200.-- für die bis 3
1.
Dezember 2014 getätigten Aufwendungen und eines Stundenansatzes von Fr. 220.
--
ab 1.
Januar 2015 ist Rechtsanwältin Stephanie Schwarz – wie beantragt – mit Fr. 2‘708.55
aus der
Gerichtskasse zu entschädigen
Fr. 2‘708.55
([
10,25
x Fr. 200.-- +
1,6667 x Fr. 2
2
0.-- +
Fr. 91.25] x 1,08)
.
5.
3
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4
des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsgericht
(
GSVGer
)
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Kosten für die unentgeltliche Rechtspflege
(unentgeltliche Prozessführung und unentgeltli
che Rechtsvertretung)
verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.