Decision ID: 5dca7ee6-c8dc-46d1-bc77-2082c907936a
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, gebo
ren 1963, reiste im Januar 1985 von Bosnien in die Schweiz ein (Urk. 8/2). Zuletzt, das heisst ab 20. November 2000
,
war sie als Mitarbeiterin in einem Personalrestaurant tätig, ab 12. August 2009 in einem reduzierten Pen
sum von 50 %, wobei ihr die Arbeitgeberin am 20. Oktober 2016 per Ende Januar 2017 kündigte (Arbeitgeberberichte der
Y._
GmbH
vom 14. Januar 2010, Urk. 8/11, und vom 20. September 2016, Urk. 8/63; Kündigung der
Y._
GmbH
vom 20. Oktober 2016, Urk. 8/80/49).
Am 26. November 2009 meldete sich die Versicherte bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
zum Rentenbezug an (Urk.
8
/2). Die IV-Stell
e klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab und veranlasste eine B
egutachtung durch Dr. med. Z._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheu
maerkrankungen (Gutachten vom 6. Mai 2011, Urk. 8/32). Am 30. August 2011 teilte sie der Versicherten mit, die Arbeitsplatzerhaltung sei erfolgreich abge
schlossen (Urk. 8/34). Mit der unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Verfü
gung vom 17. Oktober 2011 verneinte sie mangels eines relevanten Gesundheits
schadens einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente (Urk. 8/42).
1.2
Am 20. August 2016 meldete sich die Versicherte bei der Invalidenversicherung erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 8/49). Die IV-Stelle klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab und holte ein zuhanden der
Allianz Suisse, Versicherungs-Gesells
chaft AG, dem Krankentaggeldversicherer der Versicherten, erstelltes polydisziplinäres Gutachten des
A._
vom
13. April 2017 ein (Urk. 8/85/5). Gestützt darauf verneinte sie mit Verfügung vom 19. September 2017 (Urk. 8/42) bei einem Inva
liditätsgrad von 10 % einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente. Die dagegen am 9. April 2018 erhobene Beschwerde (Urk. 8/114/3 ff.) hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 10. Juli 2019
im Verfahren IV.2017.01149
in dem Sinne gut, dass die
Sache an die IV-Stelle zu
rückgewiesen wurde, damit diese nach erfolgten Abklärungen über den Renten
anspruch der Versich
erten neu verfüge (Urk. 8/117).
1.3
In Umsetzung dieses Urteils holte die IV-Stelle unter anderem ein polydiszi
plinä
res Gutachten bei der Medizinischen
Abklärungsstelle B._
(nach
folgend: MEDAS) vom 12. August 2020 ein (Urk. 8/140).
Mit Vorbescheid vom 3. November 2020 kündigte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens an (Urk. 8/142). Dagegen erhob die Versicherte am 1. Dezem
ber 2020 (Urk. 8/143), ergänzt am 20. Januar 2021 (Urk. 8/145)
,
Einwand.
Mit
Verfügung vom 5. Februar 2021 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 28 % (Urk. 8/149 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 3. März 2021 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 5. Februar 2021 sei aufzuheben und es sei ihr a
b
dem 1. April
2017 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). Ihrer
Beschwerde legte sie Berichte der
C._ AG
, der
Klinik D._
,
des
Universitätsspitals E._
sowie ihrer Hausärztin
,
Dr. med. F._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, bei (Urk. 3/4-7). Die Be
schwerde
gegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 6. Mai 2020 (richtig: 2021) auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Dies wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 11. Mai 2021 zur Kenntnis gebracht (Urk. 9).
Mit Eingabe vom 24. Juni 2021 reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren Bericht ihrer Haus
ärztin Dr.
F._
vom 22. Juni 2021 ein (Urk. 10, Urk. 11).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG)
.
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invali
denversicherung, IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
1.4
Anlass zur Rentenrevision
im Sinne von Art. 17 ATSG
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die ge
eignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszu
standes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesund
heitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3).
Ferner kann ein Revisions
grund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen).
Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich ge
bliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE
141
V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Ein
schätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se,
um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen
; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinwei
sen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen
.
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, die Beschwer
deführerin sei gemäss
dem MEDAS-
Gutachten seit dem 7. April 2016 in ihrer bisherigen Tätigkeit als Mitarbeiterin im Personalrestaurant zu 100 % einge
schränkt (Urk. 2 S. 1 f.). Nach Ablauf des Wartejahres bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Nach durchgeführtem Einkom
mens
vergleich ergebe sich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 28 % (Urk. 2 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, sie
leide
an zahlreichen somatisch nachvollziehbaren Beschwerden (Urk. 1 S. 8).
Das vom Orthopäden erstellte Arbeitsprofil gehe viel zu weit (Urk. 1 S. 11). Insgesamt sei klar, dass sie weder mit der rechten noch mit der linken Hand eine Tätigkeit ausüben könne. Die beiden Schultern und die beachtlichen Beschwerden der Hals
wirbelsäule (HWS) beeinträchtigten ihre Arbeitsfähigkeit noch zusätzlich (Urk. 1 S. 12 f.).
Das neurologische Restarbeitsfähigkeitsprofil sei ebenfalls nur schwer zu erfüllen. Insgesamt überzeuge, dass so keine
Arbeitstätigkeit
mehr möglich sei, nicht einmal in einem Nischenbereich
(Urk. 1 S. 13). Sodann sei ihr der maximale leidensbedingte Abzug
auf dem Invalideneinkommen
zu gewähren (Urk. 1 S. 14).
2.3
Vorliegend ist noch immer die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom
20. August 2016
zu beurteilen (Urk. 8/49). Es ist daher zu prüfen, ob seit der Verfügung vom 17. Oktober 2011, mit welcher ein Anspruch auf eine Invaliden
rente verneint worden war (Urk. 8/42),
bis zur
angefochtenen Verfügung vom 5. Februar 2021 (Urk. 2) eine invalidenversicherungsrechtli
ch massgebliche Ver
än
derung des Gesundheitszustandes
eingetreten ist, so dass nunmehr ein An
spruch auf eine
Invalidenrente
besteht.
3.
Der rentenverneinenden Verfügung vom 17. Oktober 2011 (Urk. 8/42) lag im Wes
entlichen das Gutachten von Dr.
Z._
vom 6. Mai 2011 zugrunde.
Dieses beruhte auf
der
allgemein-internistischen und rheumatologischen Unter
suchung vom 2. Mai 2011 (Urk.
8
/32/1). Dabei nannte Dr.
Z._
in seinem Gut
achten vom 6. Mai 2011 keine Diagnosen mit langdauernder Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit. Ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit nannte er folgende Diagnosen
(Urk.
8
/32/7)
:
-
chronisches, generali
siertes Schmerzsyndrom bei einer nicht ausrei
chen
den somatischen Abstützbar
keit, bei einem primären Fibromyalgie-Syn
drom, betont im Bereich der oberen Körper
hälfte, bei
Panalgie
, diffusen Druckschmerzangaben, Polyarthralgien, bei einem
Panvertebralsyndrom
sowie bei multiplen Beschwerden (wie Schlaf
stö
rungen, Müdigkeit, Schmerzen im Bauchraum
)
-
z
ervik
al- und lumbal betontes
Panvertebralsyndrom
ohne ein
radikuläres
Reiz- oder Ausfallsyndrom bei einer möglichen Instabilität des
Iliosa
kral
gelenks
-
hypermobiler Gelenkscharakter
-
Schulteroperation rechts (am 6. Mai 2009) mit einer
Akro
mio
plastik
, einer
Akromioklavikular
(AC)-Gelenksresektion, einer Tenotomie der lange
n
Bizepssehne
und einer
arthroskopischen
Supraspinatussehnen
-Rekon
struktion wegen einer
transmuralen
Supraspinatussehnenruptur
rechts mit Instabilität und einer Degeneration der langen
Bizepssehne
sowie bei einer AC-Gelenksarthrose
-
anamnestisches Reizmagen-Syndrom
-
arterielle Hypertonie sowie Verdacht auf eine subklinische Hypothyreose
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit gab der Gutachter aus somatisch-rheumato
lo
gischer Sicht an (Urk.
8
/32/16), die
Beschwerdeführerin
sei in ihrer angestam
mten Tätigkeit ab dem 6. Mai 2009 zu 100 % und ab 12. August 2009 zu 50 % arbeits
unfähig gewesen. Seit dem 9. September 2009 bestehe in der angestammten Tätigkeit keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit
mehr (Urk. 8/32/16)
.
4.
4.1
Das hiesige Gericht erwog im
Urteil vom 10. Juli
2019
im Verfahren IV.2017.01149
, dass auf das
A._
-Gutachten, auf welches sich die Be
schwerde
gegnerin in der rentenabweisenden Verfügung vom
19. September 2017 abge
stützt hatte (Urk. 8/101), nicht abgestellt werden
könne
. Insbesondere seien bei der
A._
-Begutachtung die medizinischen
Vorakten
bloss teilweise berück
sichtigt worden
, weshalb deutliche Lücken bezüglich der Kenntnis der medizi
nischen
Vorakten
vorl
ägen
(Urk. 8/117/7). Das
A._
-Gutachten spreche sich zu
dem nicht darüber aus, inwiefern im Vergleich zur früheren Beurteilung eine Ver
änderung des Gesundheitszustandes eingetreten sei, weshalb ihm grundsätzlich
kein genü
gender Beweiswert zukomme (Urk. 8/117/7 f.).
Zudem könne dem
A._
-Gut
ach
ten in somatischer Hinsicht keine einleuchtende und umfassende Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge entnommen werden, was sich auch darin zeige, dass es bezüglich der Befunderhebung, der Beurteilung und der Auseinander
setzung mit anderen medizinischen Berichten zu knapp sei und daher nicht zu überzeugen vermöge
. Aufgrund dieser Mängel erfülle das
A._
-Gutachten die
rechtsprechungsgemässen Anforderungen an ein beweiskräftiges Gutachten
nicht
. Damit liessen sich aufgrund der gegenwärtigen Aktenlage die Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin auf die Arbeitsfähig
keit nicht hinreichend beurteilen. Die Sache sei daher an die Beschwer
de
gegnerin zurückzuweisen, damit sie die von der Beschwerdeführerin geltend
gemachte Ver
schlechterung und Zunahme der Beschwerden und namentlich deren
Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit im massgebenden Zeitraum umfassend abkläre (Urk. 8/117/8).
4.2
4.2.1
Nach der
Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom
20. August 2016 (Urk. 8/49
)
holte die Beschwerdegegnerin
neben dem zu
Handen
des Krankentaggeld
ver
sicherers verfassten
A._
-Gutachten vom 13. April 2017 (Urk. 8/85/5-42
)
insbe
sondere die folgenden Berichte ein:
4.2.2
Dem
Bericht
der
C._
AG
vom
29. Juli
2016 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin sich
am 7. April 2016
aufgrund einer zentralen Läsion des triangulären
f
i
brokartilaginären
Komplex
es
(TFCC) links
einer diagnostische
n
Arthroskopie am linken Handgelenk, einer ausgedehnten
Synovektomie
ulno
car
pal
sowie einem
Débridement
des TFCC
mit
Kortisoninfiltration
unterzog. Zudem wurde aufgrund einer symptomatischen
Rhizarthrose
eine Resektions-
Suspen
sions
-
Arthroplastik
des linken Daumensatte
l
gelenks vorgenommen (
Urk. 8/43/1, vgl. auch
Urk. 8/140/15,).
D
ie
behandelnde Dr. med. G._
,
Fachärztin für Chirurgie und Hand
chirurgie,
von der
C._
AG
nannte
im
Bericht vom 15. September 2016 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit neben der
erwähnten
TFCC-Läsion sowie der
Rhizarthrose
links auch eine
Pisotriquetralarthrose
links, einen Bandscheibenvorfall der HWS, eine beidseitige
Coxarthrose
sowie den Zustand nach einer Schulteroperation rechts. Die Beschwerdeführerin leide seit fünf Jahren an Schmerzen am linken Daumen bei Belastung und Bewegung.
Seit einem Sturz vor einem Jahr habe sie auch ellenseit
i
ge Schmerzen am Handgelenk bei Belastung und Bewegung.
Der Verlauf nach der Operation am 7. April 2016 habe sich unauffällig und mit regelrechter Rekonvaleszenz präsentiert. Aktuell
leide
die Beschwerdeführerin
an
Schmerzen an beiden Händen bei Belastung sowie
an
eine
r
ausgeprägte
n
Kraftminderung beidseits (Urk. 8/61/6).
Sie
sei seit dem 7. April 2016 zu 100 % arbeitsunfähig in ihrer bisherigen Tätigkeit als Küchenangestellte. Auch eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei aktuell nicht möglich (Urk. 8/61/7).
In ihrem
späteren
Bericht vom 6. Juli 2017 wies Dr.
G._
zudem auf eine fortgeschrittene Arthrose des rechten Zeigefinger-Endgelenks hin
(Urk. 8/93/1).
Bei zunehmender Schmerzsymptomatik sei entweder eine Kortison-Infiltration
oder
eine Operation im Sinne einer Gelenksversteifung möglich (Urk. 8/93/2).
4.2.3
Der
ehemalige
Hausarzt
der Besc
hwerdeführerin, Dr. med. H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, befand am 13. Oktober 2016, die Be
schwerdeführerin sei durch die fehlende Funktion der linken Hand eingeschränkt.
Es bestehe eine Kraftlosigkeit.
Gegenstände wie Geschirr würden oft fallen ge
lassen und die Einsatzfähigkeit sei auch
bei sitzenden
Tätigkeiten durch das
Zervikalsyndrom
sowie die
rechtsseitigen
Schulterschmerzen beschränkt. Hinzu kämen noch die Depression sowie Gleichgewichtsstörungen mit Falltendenz, die wahrscheinlich mit dem
Zervikalsyndrom
zusammenhingen. Dadurch könne
die Beschwerdeführerin
ihre Arbeit nicht ausführen. Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar (Urk. 8/69/7). Auch eine adaptierte Tätigkeit sei nicht möglich (Urk. 8/69/8).
4.2.4
Die
Fachleute
des
Zentrums I._
, in dem sich die Beschwer
deführerin seit dem 27. März 2018 zur ambulanten psychiatrischen Behandlung befand,
nannten
in ihrem Bericht vom 28. Oktober 2019 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
aus psychiatrischer Sicht
unter anderem eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.
1
)
,
sowie eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS, ICD-10 F41.1, Urk. 8/12
6
/8). Dazu
führten
sie
aus
, die Beschwerdeführerin sei aus psy
chiatrischer Sicht durch den eingeschränkten Antrieb, Ängste, sorgenvolles Grübeln sowie eine verminderte Konzentrations- und Merkfähigkeit in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Es sei ihr unmöglich, sich länger auf eine Aufgabe zu konzentrieren
,
und sie verfüge nur über eine kurze Aufmerksamkeitsspanne (Urk. 8/126/9). Die Beschwerdeführerin sei seit dem 17. April 2016 zu 100 % arbeitsunfähig in allen Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt (Urk. 8/126/7).
4.2.
5
Die behandelnden Ärzte der
Klinik D._
,
M
uskulo
-
S
kelettal Zentrum
, Ortho
pädie obere Extremitäten,
diagnostizierten in ihrem Bericht vom 6. April 2018 unter anderem eine Re-Ruptur der
Supraspinatussehne
rechts sowie eine begin
nende
Omarthrose
(Urk. 3/5 S. 1). Es werde ein konservatives Vorgehen emp
fohlen. In
ihrem angestammten Beruf als Küchenhilfe sei die Beschwerdeführerin sicherlich nicht mehr arbeitsfähig. Auch die begonnenen stufenweisen Anpas
sungen in ihrer Arbeit seien nicht mehr möglich (Urk. 3/5 S. 2).
4.2.
6
Die
seit 1. Juni 2019 behandelnde
Hausärztin, Dr.
F._
,
hielt am 23. Oktober 2019 fest, die Beschwerd
eführerin sei in keiner T
ätigkeit arbeitsfähig. Es könne diesbezüglich auch keine Verbesserung erzielt werden (Urk. 3/7 S.
4
). Im Rahmen des
chronifizierten
generalisierten Schmerzsyndroms zeige die Beschwerdefüh
rerin schmerzbedingte Funktionseinschränkungen sowohl der oberen als auch der unteren Extremität, welche repetitive Arbeiten, das Heben und Tragen von Ge
wichten, Überkopfarbeiten,
wechselbelastende
Tätigkeiten, Treppensteigen und das
Arbeiten am Computer oder in der Produktion aufgrund von wiederholten
Schmerz
exazerbationen
verhinderten. Erschweren
d
kämen eine Bewegungsein
schränkung und resultierende Schmerzen im Bereich der HWS und des Schulter-/Nackengürtels mit Ausstrahlung in die obere Extremität und den Rücken hinzu.
Ferner leide die Beschwerdeführerin an einem
lumbospondylogenen
Schmerz
syndrom. Die Funktionalität im Alltag sei schmerzbedingt auf ein Minimum reduziert, so dass die Beschwerdeführerin auch einfache Haushaltstätigkeiten nur unter Mithilfe verrichten könne. Die
Restless
-
Legs
-Problematik störe die Nacht
ruhe und sei ebenfalls limitierend. Des Weiteren
bestehe
die rezidivierende de
pressive Störung (Urk. 3/7 S.
5
).
4.2.7
Am 12. August 2020 erstatteten die Experten der MEDAS ihr polydisziplinäres Gutachten in den Fachdisziplinen Orthopädie, Psychiatrie, Allgemeinmedizin und Neurologie (Urk. 8/140). Im interdisziplinären Konsens nannten sie dabei folgen
de Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/140/6):
-
Verminderte Schulterbelastbarkeit und schmerzhafte Funktionsein
schrän
kung beidseits bei/mit:
-
Status nach Schulterarthroskopie mit
Akromioplastik
, AC-Gelenks
re
sektion, Tenotomie der
Bizepssehne
und
Supraspinatussehnenre
kon
struktion
rechts am 6. Mai 2009
-
b
eginnende
r
Omarthrose
und subtotale
r
Re-Ruptur der
Supraspinatus
sehne
bei Degeneration der
Subscapularissehne
und des
Infraspinatus
ohne Ruptur, ohne Indikation einer Operation
-
Supraspinatusläsion
und Verdacht auf
Pulley
-Läsion links (neu dia
gnostiziert)
-
Eingeschränkte Belastbarkeit der linken Hand bei/mit:
-
Status nach diagnostischer Arthroskopie am linken Handgelenk, aus
gedehnter
Synovektomie
ulnocarpal
und
Débridement
des TFCC am 7. April 2016 mit Resektions-Suspensions-
Arthroplastik
bei radialer, zentraler TFCC-Läsion links sowie einer Lockerung der
ulnaren
Auf
hängung
-
s
ymptomatischer
Rhizarthrose
links, Stadium III nach Eaton/
Littler
-
d
egenerative
n
Handgelenksveränderungen
Demgegenüber seien die folgenden Diagnosen ohne leistungsmindernde Wirkung (Urk. 8/140/7):
-
z
ervikospondylogenes
Schmerzsyndrom mit degenerativen Verände
rung
en
mit radiologischer Beein
trächtigung der Wurzel C4 links,
C5 und C6 rechts, ohne
radikuläre
Zeichen
-
l
umbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei wenig degenerativen Verände
rungen L4/5 und L5/S1 und ohne
radikuläre
Zeichen
-
b
eginnende
Coxarthrose
beidseits
-
Spreizfüsse beidseits,
Hal
lux
valgus
links und Morton II/III
und III/IV rechts
-
Prä-Adipositas (Body-Mass-Index [BMI] von 27.2
)
-
a
rterielle Hypertonie, behandelt, anamnestisch schwierig
-
Status nach Pneumonie rechter Oberlappen im Juni 2012
-
Status nach Entfernung eines kleinen Polypen
-
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung
(ICD-10
Z73), leichte Akzentuierung von Persönlichkeitszügen, stellen
weise Burn-Out, körperliche und psychische Belastungen, teilweise Mangel
an Entspannung oder Freizeit sowie sozialer Rollenkonflikt und Stress
-
Multilokuläres
chronisches Schmerzsyndrom teilweise mit somatischen Schwerpunkten und mit zusätzlich auch bestehender leichter zentraler Hyperalgesie
-
Leichte
Metatarsalgie
rechts für
Ramus
digitorum
II und III des R.
plantaris
med. des
Nervus
tibialis
, ohne sensible u
nd vaskuläre Defizitsymp
to
matik/
Komplikation
-
p
rimäre episodische Migräne, bislang nicht
diagnostiziert
, teilweise mit leicht
ophthalmischer
Aura mit wahrscheinlich gelegentlich vestibulären Migräneäquivalenten
-
Restless
-
Legs
-Syndrom mit assoziierter Schlafstörung, unter
Pregabalin
aktuell gebessert
Dazu führten
die Gutachter
aus, aus orthopädischer Sicht bestehe aufgrund der
muskuloskelettalen
Diagnosen das folgende Zumutbarkeitsprofil:
Das Heben und Tragen von schweren Lasten von mehr als 5 kg beidseits sei nicht mehr zumutbar wie auch Arbeiten in Zwangspositionen des Kopfes und des Rumpfes und in gebückter Position. Arbeiten mit grobmotorischer Funktion der linken Hand seien nicht mehr zumutbar wie auch repetitive Überkopfarbeiten links. Arbeiten mit langen Hebelarmen und repetitiven
Umwendbewegungen
links seien nicht mehr zumutbar wie auch Arbeiten verbunden mit Gehen auf unebenem Grund. Aus
neurologischer Sicht seien alle Diagnosen behandelbar. Das neurologische Zu
mutbarkeitsprofil gehe nicht über das orthopädische hinaus. Aus allgemein-inter
nistischer Sicht bestünden keine Funktionsstörungen. Die Ressourcen seien nicht beeinträchtigt (Urk. 8/140/7). Im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung hätten sich bei der Beschwerdeführerin allenfalls Hinweise auf eine zeitweise Überforderung im privaten, möglicherweise auch im beruflichen Bereich ergeben, die allenfalls mit Anpassungsproblemen im Sinne eines sogenannten Burn-Outs oder zeitweise bestehenden Erschöpfungsgefühlen vereinbar seien. Bei der Be
schwer
deführerin sei jedoch weder aktuell noch retrospektiv von einer relevanten affektiven Störung oder einer
PTBS
auszugehen.
Die bisherige Tätigkeit als Küchenangestellte
sei aus orthopädischer und neuro
logischer Sicht nicht mehr zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 80 % (ganztags mit leichter Leistungsminderung, Urk. 8/140
/8).
Es sei schwierig, den Verlauf der Arbeitsfähigkeit seit September 2009 zu beurteilen. Erfahrungsgemäss fänden die
Entwicklungen
der Handpro
b
lematik links und der Schulterproblematik rechts über einige Jahre statt. Der Gesundheitszustand habe sich seit 2008 sukzessive verschlechtert
und sicherlich verstärkt seit 2016
.
Die volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit habe spätestens seit April 2017 bestanden. Prinzipiell könne die Arbeitsun
fähig
keit aber auch schon ab dem Datum der Operation der linken Hand vom 6. April 2016 postuliert werden.
Sicherlich habe nach jeder Operation auch in einer Verweistätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit für die Dauer von jeweils drei bis vier Monaten bestanden.
Ansonsten gelte betreffend eine behinderungsangepasste Tätigkeit die Arbeitsfähigkeit
von 80 % gemäss Zumutbarkeitsprofi
l
. Aus psy
chiatrischer Sicht liessen sich retrospektiv keine validen Hinweise für eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit objektivieren
(Urk. 8/140/9).
4.2.8
Die
Ärzte
des E._
, Interdisziplinäres Zentrum für Schwindel und neurologische Sehstörungen, stellten mit Bericht vom 16. Februar 2021 unter anderem die Ver
dachtsdiagnose eines rezidivierenden benignen paroxysmalen Lagerungsschwin
dels seit 2017 sowie einer Migräne ohne Aura seit dem Jugendalter (Urk. 3/6 S. 1). Der Lagerungsschwindel sei aktuell in Remission. Betreffend die Migräne w
urden
sowohl eine medikamentöse als auch eine nicht-medikamentöse Prophylaxe empfohlen (Urk. 3/6 S. 3).
5.
5.1
A
ufgrund
der Akten
ist
ausgewiesen und zwischen den Parteien
unbestritten
, dass ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG vorliegt. Die MEDAS-Gutachter hielten dazu insbesondere fest, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit dem Jahr 2008 sukzessive
und
sicherlich verstärkt seit dem Jahr 2016
verschlechtert
(Urk. 8/140/9).
Damit liegt eine
seit der erstmaligen Leis
tungsabweisung mit Verfügung vom 17. Oktober 2011 (Urk. 8/42)
, als
das Vorliegen von
die Arbeitsfähigkeit
be
einträchtigenden Diagnosen (Urk.
8/32/16) un
d demzufolge eines Gesundheitsschadens verneint wurden,
wesentliche Ände
rung vor, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad zu beeinflussen. Der Rentenan
spruch ist daher
nachfolgend
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3).
Dabei ist ebenfalls
ausgewiesen und
unbestritten, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Restaurant-Mitarbeiterin
jedenfalls seit April 2017
beziehungsweise bereits
seit
der Handoperation vom
7. April 2016 nicht mehr arbeitsfähig ist (Urk. 2 S. 1 f., Urk. 1 S. 5
, Urk. 8/140/
9
). Die Beschwer
de
gegnerin vertrat hingegen in ihrer rentenabweisenden Verfügung vom 5. Februar 2021 gestützt auf das MEDAS-Gutachten die Auffassung, die Beschwerdeführerin sei trotz ihrer gesundheitlichen Einschränkungen in einer adaptierten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig (Urk. 2 S. 1). Die Beschwerdeführer
in vertritt
diesbezüglich
die Auffassung, es bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr (Urk. 1 S. 13).
Nachfol
gend ist daher auf den Beweiswert des Gutachtens einzugehen.
5.2
Die Gutachter legten im interdisziplinären Konsens dar, dass die Beschwer
de
führerin einzig aus orthopädischer Sicht
in einer adaptierten Tätigkeit zu 20 % eingeschränkt ist
, während sie in den anderen Fachgebieten keine leistungs
min
dernde
n
Einschränkung
en
in einer behinderungsgerechten Tätigkeit
sahen
(Urk. 8/140/7 f., Urk. 8/140/71).
Die Beschwerdeführerin kritisiert das ortho
pädische Belastungsprofil und
findet, dieses gehe viel zu weit (Urk. 1 S. 11).
Die orthopädische Gutachterin
führte aus
, dass
bei der
Beschwerdeführerin multiple Probleme des Bewegungsapparates
mit
einer
Rotatorenmanschettenruptur
links, einer Re-Ruptur
der
Rotatorenman
schette
rechts sowie einer Minderbelastung der linken Hand in Kombination mit einer
radi
oulnaren
Handgelenksproblematik, einer TFCC-Problematik und einer
Rhizarthrose
bestehe
n
(Urk.
8/140/69
).
Entgegen der Ansicht der Beschwerde
füh
rerin
(Urk. 1 S. 12)
bezog die
Gutachter
in
auch
die Re-Ruptur der
Supra
spinatus
sehne
der
Rotatorenmanschette
an der rechten Schulter
in ihre Beurteilung mit
ein, indem sie
eine
beidseitig
verminderte Schulterbelastbarkeit mit schmerz
haften Funktionseinschränkungen
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
festhielt (Urk. 8/140/67).
Auch im definierten Belastungsprofil findet die verminderte Schulterbelastbarkeit Niederschlag, denn die orthopädische Gutach
terin
stellte
insbesondere fest, das Tragen von schweren Lasten von mehr als 5 kg beidseits sei der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar (Urk. 8/140/71).
Demgegenüber erscheint die Beurteilung der
Klinik D._
vom 6. April 2018, wonach die Beschwerdeführerin aufgrund der Re-Ruptur der
Supraspinatussehne
keine Anpassungen mehr in ihrer Arbeit vornehmen könne (Urk. 3/5 S. 2), vor diesem Hintergrund zu pauschal
, zumal die Ärzte auch nicht weiter begründeten, welche Anpassungen die Beschwerdeführerin vorgenommen
habe
und weshalb diese nicht mehr möglich
seien
.
Ferner trifft es zwar zu
, dass die orthopädische Gut
achterin die von Dr.
G._
im Bericht vom 6. Juli 2017 erwähnte fortge
schrittene Arthrose des rechten Zeigefinger-Endgelenks nic
h
t erwähnte (Urk. 8/93/
1). Allerdings
empfahl auch Dr.
G._
deswegen keine direkten medi
zinischen Sofortmassnahmen, sondern erwog eine
Kortison-Infiltration
oder
eine Operation im Sinne einer Gelenksversteifung
lediglich für den Fall einer zu
neh
menden Schmerzsymptomatik
(Urk. 8/93/2).
Dass aber die rechte Hand gebrauchs
unfähig wäre, wie die Beschwerdeführerin behauptet (Urk. 1 S. 9), erwähnt
e
Dr.
G._
nicht (Urk. 8/93/2). Ferner ergibt sich aus den Akten auch kein Hinweis darauf, dass
die
Beschwerden hinsichtlich des rechten Zeigefingers
in der Zwischenzeit
zugenommen hätten. So erwähnte
die Beschwerdeführerin
weder anlässlich der neurologischen noch der orthopädischen Begutachtung Schmerzen am rechten Zeigefinger (Urk. 8/140/59 f., Urk. 8/140/120).
Auch in
die
Diagnose
liste der Fachleute des J._
vom 28. Oktober 2019
,
die neben psychiatrischen auch somatische Leiden umfasst
(Urk. 8/126/8-9)
,
fand die Problematik am Zeige
finger keinen Eingang.
Auch der Bericht
des damaligen Hausarztes
Dr.
H._
vom 13. Oktober 2016 (Urk. 8/69/6-11) vermag die Einschätzung der orthopädischen Gutachterin nicht in Zweifel zu ziehen
, da er die von ihm postulierte Arbeitsunfähigkeit in einer Verweistätigkeit nicht
näher
begründete
.
Zudem
berücksichtigte die Gut
achterin sowohl die Schulterschmerzen als auch das
z
ervikospondylogene
Schmerzsyndrom (Urk. 8/140/6 f.). Die Ansicht von Dr.
H._
, wonach die Einsatzfähigkeit der Beschwerdeführerin dadurch auch
bei sitzenden
Tätigkeiten eingeschränkt sei (Urk. 8/140/7),
ist nicht
einleuchtend
und
sie
widerspricht
dem definierten
Belastungsprofil im Übrigen
auch
nicht. Denn
die Gutachterin emp
fahl
ihrerseits
Arbeiten
ohne
Zwangspositionen des Kopfes sowie des Rumpfes (Urk. 8/140/7).
Was die Halswirbelsäulenbeschwerden anbelangt, so stellte die orthopädische Gutachterin aufgrund der MRI-Untersuchungen zwar degenerative Veränderun
gen mit
einer
Beeinträchtigung der Nervenwurzel
n
C4 links, C5 und C6 rechts fest (Urk. 8/140/66). Sofern die Beschwerdeführerin daraus allerdings ableitet, eine Arbeitstätigkeit sei ihr gänzlich unmöglich (Urk. 1 S. 11), geht sie fehl. D
enn
die Gutachter
legten im interdisziplinären Konsens schlüssig dar, dass die Nacken
schmerzen nicht durch die degenerativen HWS-Veränderungen verursacht werden,
sondern im Rahmen der bisher noch nicht diagnostizierten Migräne zu verstehen sind. Dabei wiesen sie insbesondere darauf hin, dass die von der Beschwerde
führerin beschriebenen starken Nackenschmerzen
einem
proximal den Nacken betreffenden
Hinterkopfschmerz
entsprechen und deshalb als Migräneäquivalen
t
zu werten sind (Urk. 8/140/5).
Ihre Folgerung, wonach
der
subjektiv stark beein
trächtigende Anteil der Nackenschmerzen der bislang nicht erkannten Migräne zuzuschreiben ist
, überzeugt daher. Die Gutachter wiesen
in diesem Zusam
men
hang
ausdrü
cklich auf die Möglichkeit einer Therapie
der Migräne hin, welche bislang mangels entsprechender Diagnose noch nicht spezifisch erfolgen konnte (Urk. 8/140/5).
Aufgrund dessen erweist es sich auch als einleuchtend, dass die Gutachter der Migräne keine leistungsmindernde Wirkung beimassen (Urk. 8/140/7).
Di
e Hausärztin
wies zwar
in ihrem Bericht vom 22. Juni 2021 darauf hin,
dass
mittlerweile eine Therapie mit
Triptanen
in Erwägung gezogen worden
sei, welche jedoch
aufgrund des kardialen Risikoprofiles nicht
habe
durchgeführt
werden können
(Urk. 11).
Damit vermag sie jedoch die gutach
ter
liche Einschätzung nicht in Zweifel zu ziehen, zumal sie auch nicht aufzeigte, dass sämtliche wirksamen Therapien – wie beispielsweise die von den Gutachtern empfohlenen Betablocker
oder die laut Bericht ausgebauten analgetischen Optio
nen
– für die Beschwerdeführerin unzumutbar wären
.
Im Übrigen gab die Be
schwerdeführerin selbst an,
sie habe noch zirka zwei bis dreimal pro Monat starke Migräneepisoden, meist zirka drei Tage lang. Sie habe aber selbst früher, als die Migräneepisoden noch häufiger gewesen seien, gearbeitet (Urk. 8/140/122).
Die
leichteren
,
kaudalen Nackenschmerzen
betrachteten
die Gutachter
mit
ausführ
licher
und plausibler
Begründung und
mangels
radikulärer
Reiz- oder Defizit
symptomatik
zu den Schultern als
nicht ursächlich für eine Arbeit
sunfähigkeit (Urk. 8/140/5 f.).
Dies bestätigte auch
die Beschwerdeführerin in der neurologi
schen Begutachtung
mit ihrer Erklärung
, der dumpfe Nackenschmerz sei leichter und
es
sei vor allem der
Hinterkopfschmerz
schlimm (Urk. 8/140/122).
Der
neurologische Gutachter
beurteilte sodann die Schwindelproblematik als ein
migräneassoziierte
s
Begleitsymptom (Migräneschwindel, Urk. 8/140/12). Dem widerspricht auch der Bericht des Interdisziplinären Zentrums für Schwindel und
ne
urologische Sehstörungen des E._
vom 16. Februar 2021
nicht. Die
dortigen
Ärzte zogen im Rahmen der von ihnen geäusserten
Verdachtsdiagnose eines rezi
divierenden benignen paroxysmalen Lagerungsschwindels
–
wobei eine Ver
dachtsdiagnose
zur Anerkennung eines invalidisierenden Gesundheitsschadens
von vornherein
nicht ausreicht
(Urteil des Bundesgerichts 9C_445/2020 vom 19.
Oktober 2020 E.
4.2.2) -
ebenfalls eine zusätzliche
migräniforme
und
zervi
-
kogene
Komponente
in Betracht
(Urk. 3/6 S. 1).
Inwiefern diese
Schwindelbe
schwerden
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin haben sollten, ergibt sich jed
och auch aus dem Bericht des E._
nicht.
Die Ärzte des E._
erhoben in
ihrer
vestibulären Untersuchung
normale
Befunde und
erkannten in der Untersuchung denn auch keine Hinweise
auf
einen Drehschwindel (Urk. 3/6 S. 3).
Die ORL-Abklärung im E._
ist daher nicht geeignet,
Zweifel am Gutachten
zu erwecken
.
5.3
Des Weiteren
hielt
die Beschwerdeführerin das psychiatrische Teilgutachten
als nicht nachvollziehbar
(Urk. 1 S. 13). Der psychiatrische Gutachter
nannte
nach ausführlicher Untersuchung der Beschwerdeführerin
die Diagnose
«
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung
»
(ICD-10 Z73, Urk. 8/140/96). Hingegen
erkannte
er
k
eine relevante affektive Störung oder eine PTBS (Urk. 8/140/95)
und schätzte die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht
aktuell und retrospektiv
auf 100 % (Urk. 8/140/98
f.
)
.
Dies steht im Einklang mit der Rechtsprechung, wonach eine Diagnose mit
Z-Kodierung nicht unter den Begriff der invalidenversicherungsrechtlich erheb
lichen Gesundhe
itsbeeinträchtigung fällt (Urteil des Bundesgerichts 8C_699/2018 vom 28. August 2019 E.
4.2.2).
Bei der Diagnostik
gilt es
ferner
zu berücksichtigen,
dass
die
psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann.
D
em begutachtenden Psychiater
bleibt
praktisch immer ein gewisser Spielraum, inner
halb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts
8C_720/2020 vom 8. Januar 2021 E. 4.2 und 5.2.1
).
Die
genannte
Diagnose erweist sich
aufgrund
des anlässlich der
psychiatrischen
Exploration erhobenen Befundes als einleuchtend. Denn
der psychiatrische Gut
achter
konnte
weder eine
depressive oder
maniforme
Grundstimmung
noch
eine affektive Labilität feststellen (Urk. 8/140/94).
Gegen eine
beeinträchtigende
affek
tive Störung
spricht
zudem
die
niedrige
Therapie
frequenz
. Die Beschwerde
füh
rerin nimmt einmal
im Monat
eine psychothe
rapeutische Behandlung im Zentrum I._
bei
der Psychologin
lic
. phil.
K._
wa
h
r
(Urk.
8/126/7)
. Dr.
med. L._
,
Spezialarzt
für Psychiatrie und Psychothe
rapie,
sucht sie
gemäss ihren Angaben
vor allem auf, um sich von ihm Medi
ka
mente
verordnen
zu lassen
(Urk.
8/140/87, Urk.
8/140/89).
Des Weiteren verneinte der Gutachter die Diagnose einer PTBS überzeugend unter Hinweis auf die fehlende
n
Symptome wie beispielsweise Flashbacks, unberechen
bare Gefühlsreaktionen oder Schreckhaftigkeit. Auch die Beschwerdeführerin selbst erklärte, ihre Ein- und Durchschlafstörungen seien erst später durch die Sorgen aufgetreten (Urk. 8/140/88)
.
Im
Bericht
des Zentrums I._
, worin von einer
PTBS
die Rede war (Urk. 7/126/8), fehlt es an einer
Herleitung und Begründung der Diagnose
und insbesondere an der Schilderung eines
auslösende
n
Trauma
s
.
Ein
e PTBS
ist daher nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt.
Es trifft sodann nicht zu, dass der psychiatrische Teilgutachter die somatischen Beschwerden ausblendete, wie
die Beschwerdeführerin
vorbringt (Urk. 1 S. 13). Im Gegenteil setzte er sich damit auseinander und befand, diese seien nicht auf eine psychische Ursache zurückzuführen (Urk. 8/140/96).
Dies korreliert mit dem orthopädischen Gutachten, wonach die radiologischen Befunde die Beschwerden der Beschwerdeführerin
erklären
,
und auch der neurologische Teilgutachter erhob somatische Korrelate
zu den Befunden
(Urk. 8/140/69, Urk. 8/140/128 ff.).
Dem psychiatrischen Gutachten kann der Beweiswert
auch
nicht
deshalb
abge
sprochen werden, weil
der Sachverständige
die
Angaben der Beschwerdeführerin
nicht für konsisten
t
und plau
sibel erachtete (Urk. 8/140/97), denn es
ist gerade
seine
Aufgabe
,
sich
im Rahmen der
Indikatorenprüfung
zur
Konsistenz zu
äussern
.
Auch wenn die Hausärztin in ihrem Bericht vom 22. Juni 2021 angab, es habe klinisch zu keiner Zeit Hinweise gegeben, dass die Beschwerdeführerin ihre Medi
kamente nicht einnehme (Urk. 11), vermag dies die gutachterliche Einschätzung nicht umzustossen. Zum einen
stellte der psychiatrische Gutachter die Konsistenz der
Ausführungen der
Beschwerdeführerin
nicht durchwegs in Frage
, sondern
hielt
vielmehr
fest, dass die Beschwerdeführerin einen Teil der verordneten Medi
kamente regelmässig einnehme und ihre Therapie regelmässig wahrnehme
(Urk. 8/140/97).
Zum anderen begründete
der psychiatrische Gutachter seine Schlussfolgerung, die geklagten Symptome und Funktionseinbusse
n
seien nicht konsistent und plausibel
, im Übrigen
auch mit Verweis auf die orthopädische
Begutachtung. Dort erwähnte die Beschwerdeführerin,
sie könne lediglich 15
Minu
ten sitzen, bevor sie die Position wechseln müsse (Urk. 8/140/60)
.
Im Widerspruch dazu
konnte sie
ihre Position
dann aber während der 1.15 Stunden dauernden Befragung
halten und musste sie
kein einziges Mal
wechseln
(Urk. 8/140/63)
Vor diesem Hintergrund erweist sich auch das psychiatrische Teilgutachten als
schlüssig.
5.4
Zusammenfassend
erfüllt das MEDAS-Gutachten die Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche Expertise (vgl. E. 1.5 hiervor)
, so dass darauf abzustellen ist
. Es
ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwer
deführerin
zu 80 % arbeitsfähig ist
in einer adaptierten Tätigkeit ohne Heben und Tragen von schweren Lasten beidseits von mehr als 5 kg, ohne Arbeiten in Zwangspositionen des Kopfes und des Rumpfes und in gebückter Position, ohne Arbeiten mit grobmotorischer Funktion der linken Hand, ohne repetitive Über
kopfarbeiten links
, ohne Hantieren mit langen Hebelarmen und repetitiven Über
kopfbewegungen links sowie
ohne
Arbeiten verbunden mit Stehen und Gehen auf unebenem Grund.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad korrekt ermit
telt hat.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommens
ver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
ver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
Der
frühest
mögliche Rentenbeginn liegt vorliegend im Jahr 2017, nachdem sich die Beschwerdeführerin am 20. August 2016 erneut bei der Beschwerdegegnerin angemeldet hat (
Art
. 29 Abs. 1 und 3 IVG
, vgl. zur Karenzfrist bei einer
Neu
an
meldung
BGE 142 V 547 E. 3).
Es darf angenommen werden, dass d
as Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG
am
7. April 2017 bestanden
war
,
da die Gutachter prinzipiell davon ausgingen,
die Beschwerdeführerin
sei
seit dem
7. April 2016
zu 100 % arbeitsunfähig in ihrer angestammten Tätigkeit
(vgl. E. 5.1 hiervor).
6.2
Die Beschwerdegegnerin stellte für das
Valideneinkommen
auf den
mit einem Pensum von 50 % erzielten
Durchschnittsverdienst
der
Jahre 2013-2015 bei der
Y._
GmbH
ab
(vgl.
auch den IK-Auszug Urk.
8/
55/3)
. Angepasst an
die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2017
(vgl. Bundesamt für Statistik, Ent
wicklung der Nominallöhne, Tabelle T 39, Frauen)
errechnete sie
ein Einkommen von
Fr. 60'670.-- in einem
im Gesundheitsfall ausgeübten
100 %-Pensum
(Urk. 8/86). Dies blieb seitens der Beschwerdeführerin unbestritten und ist
nicht zu beanstanden.
6.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Die Beschwerdeführerin ging nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit in der ange
stam
mten Tätigkeit keiner Arbeit mehr nach, weshalb auf die Tabellenlöhne ge
mäss LSE abzustellen ist.
In Anbetracht des
frühest
möglichen Rentenbeginns im Jahr 2017
ist
r
echtsprechungsgemäss
der Lohn
von
Frauen
von Fr. 4'
3
63.--
(LSE
201
6
,
TA1_tirage_skill_level
, Total
)
in einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art
(Kompetenzniveau
1)
heranzuziehen, sodass
–
angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr
2017
(vgl. Tabelle T 03.02.03.01.04.01,
betriebsübliche
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen)
sowie an die Nominallohnentwicklung
von 0.4 %
(vgl. Tabelle T 39)
–
in ange
passter Tätigkeit ein Invalideneinkommen von Fr. 54'
799
.-- resultiert (Fr. 4’3
63
.--
x 12
/
40 x 41.7
x 1.004
)
respektive Fr. 43'
840
.-- i
m
zumutbaren 80 %-Pensum
.
6.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund
dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch
auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnitt
lichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht auto
matisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflicht
ge
mässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Recht
sprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalidenein
kom
men, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsar
beitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137
V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwer
deinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
Sofern die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer psychischen Einschränkungen einen
Leidensabzug fordert (Urk. 1 S. 15), kann ihr nicht gefolgt werden, da sie gemäss beweiskräftigem MEDAS-Gutachten aus psychiatrischer Sicht voll arbeitsfähig ist (Urk. 8/140/98).
Auch der
durchaus
langen Betriebszugehörigkeit der
von 2000-2017
bei der
Y._
GmbH
angestellten Beschwerdeführerin (vgl. 8/11/2, Urk. 8/80/49)
ist
im Rahmen des vorliegend
für leidensangepasste Tätigkeiten
in Frage kommenden Kompetenzniveaus 1 keine relevante Bedeutung
beizumessen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_874/2014 vom 2. September 2015 E. 3.3.2).
Das Alter der 1963 geborenen Beschwerdeführerin vermag ebenfalls keinen Leidens
abzug zu begründen, da Hilfsarbeiten
auf dem massgeblichen hypothetischen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.4.4 mit Hinweis)
.
Festzu
halten ist jedoch auch, dass
die Beschwerdeführerin an Funktionsein
schrän
kungen beider Schultern sowie einer eingeschränkten Belas
tbarkeit der linken Hand leidet
(Urk. 8/140/6)
.
Zudem muss eine Arbeit für sie wechselbelastend (ohne Arbeiten in Zwangspositionen des Kopfes und des Rumpfes) sein und es ist ihr zudem nicht möglich, auf unebenem Grund zu gehen. Dadurch ist ihr die
erwerbliche Verwertung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit an einem konkreten
Arbeitsplatz verglichen mit einer gesunden Versicherten erschwert.
Die Beschwer
deführerin ist demnach selbst im Rahmen leichter körperlicher Tätigkeiten
über die 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hinaus
in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt, was
ermessensweise
einen Abzug
von 15 %
auf dem Invaliden
einkommen rechtfertigt
.
Insbesondere gehen die Einschränkungen der Beschwer
deführerin nicht so weit wie beispielsweise im Urteil des Bundesgerichts 8C_744/2017
vom 14. Mai 2018
, in welche
m
das Bundesgericht von einer fak
tischen
Einhändigkeit
sowie erheblichen Einschränkungen
des Versicherten an beiden oberen Extremitäten
ausgegangen war und dementsprechend einen Lei
dens
abzug von 20 % gewährt hatte (E. 5.2).
Zu bemerken bleibt, dass das
Bun
des
gericht b
ei vergleichbarer Ausgangslage die Vornahme eines leidensbedingten Abzugs
auch
schon als ungerechtfertigt erachtet
hat
(v
gl. Urteile 8C_495/2019 vom 11.
Dezember 2019 E. 4.2.2, 8C_174/2019 vom 9. Juli 2019 E. 5.2
).
6.5
Unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von
15
% ergibt sich
somit
per
2017
ein Invalideneinkommen von Fr.
37'
264.
-- (Fr. 43'
840
.-- x 0.85)
in
einer
der Beschwerdeführerin zumutbaren leidensan
gepassten Tätigkeit in einem 80
%-Pensum
.
7
.
7
.1
Die Beschwerdeführerin bestreitet die Verwertbarkeit ihrer Restarbeitsfähigkeit unter Hinweis auf ihre gesundheitlichen Einschränkungen
(Urk. 1 S.
13
)
.
Dies
bezüglich
gilt es zu berücksichtigen
,
dass der zu unterstellende ausgeglichene Arbeitsmarkt nach ständiger Rechtsprechung durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften gekennzeichnet ist und einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten aufweist (BGE 110 V 273 E. 4b). Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraus
setzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (Urteil des Bundes
gerichts 8C_113/2016 vom 6. Juli 2016 E. 4.3
mit Hinweisen). Wohl trifft
es
zu, dass nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten
ausgegangen werden darf. Indessen umfasst der ausgeglichene Arbeitsmarkt
auch sogenannte Nischen
arbeitsplätze, also Stellenangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen
Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil
des Bundesgerichts
8C_434/2017 vom 3. Januar 2018, E. 7.2.1
mit Hinweisen).
7.2
Zwar ist
die
Beschwerdeführer
in
in qualitativer Hinsicht
nicht unwesentlich
in der Verwertung
ihrer
Restarbeitsfähigkeit
eingeschränkt. Das Belastungsprofil ist jedoch nicht derart eng formuliert, dass es der Beschwerdeführerin nicht möglich wäre, diese auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten.
Zu denken ist insbesondere an leichte Prüf-, Überwachungs-
,
und Kontroll
arbeiten
(Urteil des Bundesgerichts 8C_599/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 5.1)
.
Eine Unverwert
barkeit der Restarbeitsfähigkeit bejahte das Bundesgericht beispielsweise bei einer faktisch tauben Versicherten, die an mehreren Geburtsgebrechen und an einer Depression litt (Urteil des Bundesgerichts 8C_652/2014 vom 9. Januar
2015 E. 3.2.3) oder bei einer Restarbeitsfähigkeit von 20 %, mit einer Leistungsmin
derung von 40 % (Urteil des Bundesgerichts 9C_446/2012 vom 16. November
2012 E. 3).
Derartige Einschränkungen liegen bei der Beschwerdeführerin nicht vor
.
Im Lichte
dieser
relativ
hohen Hürden,
welche das Bundesgericht
für
die Unver
wertbarkeit der Restarbeitsfähigk
eit stellt,
ist
daher
vorliegend
von der Ver
wert
barkeit der Restarbeitsfähigkeit auszugehen.
7.3
Nach dem Gesagten ist für den Einkommensvergleich von einem
Validenein
kom
men
von
Fr. 60’670
.--
und einem Invalideneinkommen von
Fr. 37’
264
.
--
auszu
gehen, womit sich
eine Erwerbseinbusse von Fr.
23’4
06
.
--
und
damit
ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von
gerundet
39
%
ergibt (Fr.
23’4
06
.--
x 100 / Fr. 60'670.--
;
zur Rundung
vgl.
BGE 130 V 121 E. 3.2).
Dies führt zur Ab
wei
sung der Beschwerde.
8.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
in Verbindung mit Art. 61
lit
.
f
bis
ATSG
(in der seit 1. Januar 2021 in Kraft stehenden Fassung, vgl. Art. 83 ATSG)
ist das Be
schwerdeverfahren bei Streitigkeiten
über Leistungen der Invalidenversicherung
vor dem kantonalen Versicherungsgericht
kostenpflichtig.
Die Kosten
sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.
--
zu
bemessen und sind vorliegend auf Fr. 800.
--
fest
zusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.