Decision ID: ceffae1b-2295-4702-9e98-be61fda9d41e
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964
,
war seit 1996 bis im Dezember 2012 bei
ver
schiede
nen
Restaurants als Koch
erwerbstätig und bezog
zwischenzeitlich immer wieder
Arbeitslosentaggelder
(
Urk. 7/18/3, Urk. 7/31 und Urk. 7/83
)
.
S
eit 2010
war er als Objektchef (
Pensum
29 %)
– während der Arbeitslosigkeit im Zwischenverdienst –
bei der
Y._
AG angestellt
(Urk.
7/24/79, Urk.
7/141/4
). Im
Rahmen letzterer Tätigkeit erlitt er
im März
2013 einen Unfall
(Unfallmeldung vom 16. Mai 2013, Urk. 7/24/79)
, bei welchem er sich
eine distale
Bicepssehnen
ruptur
links sowie eine traumatische
Rotatoren
manschettenläsion
an der linken Schulter zuzog
(Urk. 7/
32/
26
)
.
Erstere wurde am 30. April 2013 im
Spital
Z._
operativ behandelt (offene
Refixation
mit
zwei
Mitek
G2
Ankern gemäss Operationsbericht vom 2. Mai 2013, Urk. 7/24/73).
Am
1
7.
Oktober 2013 (
Eingang
)
meldete
sich der Versicherte
unter Hinweis
auf
vorerwähnten
Unfall sowie auf einen Unfall im Jahr 2005
(Sturz mit Fahrrad
, AC
Gelenksluxation
Tossy
II rechts,
Urk. 7/88/
186,
248)
erstmals bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (Urk. 7/18).
Die IV-Stelle tätigte daraufhin berufliche (Urk. 7/31, 33, 43
) und
medizinische Abklärungen
(Urk. 7/32, 37, 45)
und zog insbesondere die Akten der Unfallversicherung bei
(Urk. 7/24, 39, 47, 50). Am 10. Februar 2014
erteilte
sie
dem Versicherten
Kostengutsprache für Frühinterventionsmassnahmen in Form
eines Ausbildungs
kurses (
«
A._
Masterlehrgang
»
, Urk.
7
/29, 30)
, welchen der Versicherte vom 24. bis 2
8.
Februar 2014 besuchte (Urk.
7
/57/2)
.
Im Rahmen der inter
institutionellen Zusammenarbeit (IIZ) zusammen mit dem Regionalen Arbeitsver
mittlungszentrum (RAV) Zürich
Eggbühlstrasse
sowie der Unfall
ver
sicherung (vgl. Integrationsplan des IIZ-Netzwerks des Kantons Zürich, Urk. 7/60) gewährte die IV-Stelle dem Versicherten
sodann
ab dem
24. November 2014
(vgl. Ver
laufsprotokoll Eingliederungsberatung, Urk. 7/63)
Arbeitsver
mittlung. Nachdem der Versicherte eine Teilzeitstelle als Koch im Restaurant
B._
in
C._
gefunden hatte,
wurde
die Arbeitsvermittlung mit Mitteilung vom 17. Mai 2016
auf Wunsch des Versicherten
abgeschlossen
(Urk. 7/62
).
Mit Verfügung vom 19. August 2016 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren des Versicherten ab (Invaliditätsgrad 6 %; Urk. 7/69).
Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Am
15. November
2017 (Eingang) meldete
sich der Versicherte unter Hinweis auf eine
n
am 8. November 2017 im
Spital Z._
erfolgte
n
operativen Ein
griff
an der rechten Schulter
erneut bei der IV-Stelle zum L
eistungsbezug an
(Urk. 7/75, 78). Nach Eingang diverser Arztzeugnisse und Arztberichte
(Urk. 7/84, 86, 89, 98, 104)
sowie
nach
Beizug
der Akten der Unfallversicherung
(Urk. 7/88, 93)
und
der Krankentaggeldv
ersicherung (Urk. 7/102), liess die IV-Stelle den Ver
sicherten am 16. Januar 2019 von
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie,
Regionalärztlicher Dienst (RAD),
orthopädisch untersuchen (Urk. 7/108). Auf Empfehlung von Dr.
D._
(vgl.
Urk.
7/108/8
)
holte die IV
-Stelle rund 8 Monate später bei den behandelnden Ärzten medizinische Berichte ein (Urk. 7/119
-121). Am 8. November 2019 teilte sie dem Versicherten mit, dass sie zur Klärung der Leistungsansprüche eine umfassende medizinische Untersuchung als notwendig erachte (Urk. 7/123). Das Gutachten in den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie und Psychiatrie wurde vom
Zentrum B._
am 23. April 2020 erstattet (Urk. 7/146). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 5. Juni 2020 [Urk. 7/150], Einwand vom 10. Juni 2020 [Urk. 7/151], ergänzter Einwand vom 17. August 2020 [Urk. 7/158]) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 11. Mai 2021
einen
Anspruch des Versicherten auf ein
e
Invalidenrente (Urk. 2 [= Urk. 7/161]).
2.
Dagegen
liess
der Versicherte am 10. Juni 2021 Beschwerde
erheben und bean
tragen
, die Verfügung der IV-Stelle sei aufzuheben, seine Arbeitsfähigkeit auf 0 % festzulegen und ihm sei eine ganze Rente ab 1. April 2017 auszubezahlen. Zudem sei ein polydisziplinäres Obergutachten einzuholen und ihm hierauf das rechtliche G
ehör zu gewähren
(Urk. 1
S. 2
). Die IV-Stelle schloss mit Beschwerde
antwort vom 12. August 2021 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 16. August 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8). Mit Eingabe vom 11. Januar 2022 liess der Beschwerdeführer seine Beschwerde unter Beilage von
vier weiteren
Arztberichten (Urk. 11/1-4) ergänzen (Urk. 10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind –
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
–
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. De
zember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraus
setzungen gemäss Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisions
gesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der ver
sicherten Person in einer für den Anspruch erheblich
en Weise geändert hat.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE
117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und her
nach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungs
pflicht auc
h dem Gericht (
Urteil des Bundesgerichts 9C_351/2020 vom 21. Sep
tember 2020 E. 3.1, insbesondere mit Hinweis auf
BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b
).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass dem Beschwerdeführer gemäss den durchgeführten medizinischen Abklärungen zwar die angestammte Tätigkeit als Koch nicht mehr möglich sei. Allerdings sei ihm eine angepasste Tätigkeit wie beispielsweise als Kontrolleur von R
einigungs
personal in einem 80 %-
Pensum zumutbar. In einer solchen Tätigkeit sei es ihm möglich, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen.
2.2
Der Beschwerdeführer
rügte demgegenüber zunächst eine Verletzung des rechtli
chen Gehörs, da die Beschwerdegegnerin seinen Einwand gegen den Vorbescheid überhaupt nicht gewürdigt habe. Weiter lässt er
im Wesentlich
en den Standpunkt vertreten,
a
uf das Gutachten des
E._
könne nicht abgestellt werden, da dieses
nicht
nachvollziehbar und willkürlich sei
.
So sei seinen
Beschwerden in beiden Armen
nicht genügend
Rechnung getragen worden.
Dasselbe gelte auch für seine Schlaflosigkeit, welche zu Antriebslosigkeit und Depression führe.
Unberücksich
tigt geblieben seien sodann auch seine Rückenbeschwerden
.
Überdies seien sowohl der internistische Gutachter als auch die orthopädische Gutachterin befangen
.
Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände sei er in jegli
chen Tätig
keiten arbeitsunfähig, was seine behandelnden Ärzte auch bestätigen würden
(Urk. 1)
.
3.
Vorab zu prüfen ist die Rüge des Beschwerdeführers, wonach die IV-Stelle das rechtliche Gehör verletzt haben soll (vgl. vorstehend E. 2.2). Diesbezüglich ist festzuhalten, dass
die IV-Stelle nach Eingang des Einwands des Beschwerde
führers das Dossier
ihre
m Regionalärztlichen Dienst zur Stellungnahme
vorlegte
(Urk. 7/160/2-3) und sich
in der Verfügung vom 11. M
ai 2021 mit den vom Beschwerdeführer erhobenen Einwänden
auseinandersetzte
. So führte sie aus,
dass der
Beschwerdeführer mit seinem Einwand
keine neuen medizinischen Tat
sachen hervorgebracht habe, sondern lediglich die subjektive Sicht des Rechts
vertreters zur medizinischen Situation des Beschwerdeführers
wiedergebe
, wes
halb sie
– gestützt auf die von ihr getätigten medizinischen Abklärungen –
an ihrem Entscheid festhalte (Urk. 2). Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, inwiefern sich die IV-Stelle bloss ungenügend mit den vorgebrachten Einwänden auseinandergesetzt und demzufolge das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt haben sollte, zumal sie
die Vorbringen
offensichtlich gehört, geprüft und in der
Entscheidfindung
berücksichtigt hat. Im Rahmen der Begründungspflicht ist es denn auch nicht erforderlich, dass sich die Behörde mit allen Parteistand
punkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken, so dass sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheides Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann (vgl. dazu BGE 136 I 229 E. 5.2; 134 I 83 E. 4.1). Dies war dem Beschwerdeführer offensichtlich möglich.
4
.
4
.1
Der Verfügung vom 1
9.
August 2016
lagen in medizinischer Hinsicht ins
beson
dere folgende Berichte zugrunde:
4
.1.1
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Chirurgie sowie für Allgemein
chirurgie und Traumatologie, nannte in seinem Bericht
vom 19. Februar 2014
folgende Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/32/6):
-
Rotatorenmanschettenläsion
rechts traumatisch vom 18.08.2005 mit/bei:
-
Status nach AC-Luxation II 2005 konservativ therapiert
-
Supraspinatus
I-Läsion
Goutallier
-Stadium 0
-
Articularseitige
Partialläsion
Infraspinatus
Goutallier
-Stadium 0
-
Tendinitis
calcarea
Infraspinatus
kleinvolumig
-
Verdacht auf pathologische, lange
Bicepssehne
-
Subacromiales
Impingement
, leicht symptomatische AC-Gelenks
arthrose
-
Traumatische
Rotatorenmanschettenläsion
Schulter links vom 24.03.2013 mit/bei:
-
Partialruptur lange
Bicepssehne
, SLAP-Grad III bis IV
-
PASTA-Läsion, evtl. Oberrandläsion
Subscapularis
-
Leichtes,
su
bacromiales
Impingement
, leichtgradige AC-Gelenks
arthrose
-
Status nach traumatischer distaler
Bicepssehnenruptur
links vom 24.03.2013
mit/bei:
-
Postoperativer Hypästhesie über dem ventralen Unterarm und
Thenar
links,
regredient
-
Status nach offener
Refixation
distaler
Biceps
mit 2 Mitek-G2-Ankern am 30.04.2013
-
Status nach Oberarm-
Combicast
und Physiotherapie
-
ad Physiotherapie Schulter rechts
Der Versicherte habe sich am 26. März 2013 notfallmässig im
Spital Z._
auf der Notfallpraxis vorgestellt und angegeben, dass ihm vor zwei Tagen bei der Arbeit eine schwere Maschine abgerutscht sei, wobei es plötzlich einen Knall im Arm gegeben habe. Er habe sofort keine Kraft mehr gehabt. Dann sei der Oberarm angeschwollen und er habe Schmerzen im Ober- und Unterarm bekommen.
Zufolge Dr.
F._
wurde
daraufhin
die linke Schulter konservativ therapiert und die distale
Bi
zepssehnenruptur
offen operiert
.
Im weiteren Verlauf habe der Versicherte Schulterbeschwerden rechts angegeben. Dies nach einem Velounfall im Jahr 200
5.
Damals sei lediglich eine AC-Luxation diagnostiziert worden. Bei der letzten Kontrolle Ende 2013 habe der Versicherte starke Schmerzen an der rechten Schulter,
regrediente
Schmerzen an der linken Schulter und keine Beschwerden am linken E
llenbogen
angegeben
. Zum Befund am Ellenbogen links hielt
Dr.
F._
folgendes fest: ROM vollumfänglich. Flexions- und
Supi
nationskraft
voll. Kraftentwicklung im
Medianus
voll. Volle Kraft in der Daumenflexion des Endgliedes.
Zum Befund an der rechten
Schulter
führte er sodann folgendes aus
: ROM vollumfänglich bis auf die Innenrotation 1
,
welche bis L3 geht. Aussenrotation 1 Kraft 4,
Jobe
-Test 3,
Belly
p
ress
-Test knapp
5.
Schmerzhafte
r
Untersuch.
Körperliche Einschränkungen bestünden an der rechten und der linken Schulter, kaum mehr am linken Ellenbogen. Geistige psychische Einschränkungen bestünden nicht.
Der Versicherte sei
für
seinen Controlling-Job
von Reinigungsmitarbeitern
zu 100 % arbeitsfähig.
Für schwere Arbeiten
, insbesondere Überkopfarbeiten,
sei er auf längere Sicht vollumfänglich arbeitsunfähig
(Urk. 7/32/6 f.).
4
.1.2
Im Mai 2014 führte
Dr.
D._
in seiner Stellungnahme aus, die von Dr.
F._
genannte vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit als Koch ab dem 26. März 2013 bis auf weiteres sei nachvollziehbar. Dasselbe gelte für die befristete vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit vom 25. März bis 18. August 2013 als Controller
von Reini
gungsmitarbeitern
. Das Belastungsprofil des Versicherten formulierte er wie folgt: Alle körperlich leichten Tätigkeiten ohne Überkopfarbeit, ohne Steigen auf Leitern und Gerüste und ohne Heben/Tragen von Lasten über 5 kg höher als Brusthöhe (Urk. 7/65/4).
Gestützt darauf ermittelte die Beschwerdegegnerin einen Invaliditätsgrad von 6 % (Urk. 7/64).
4
.2
4
.2.1
Im Rahmen der vorliegenden Neuanmeldung wurde am 23. April 2020 ein polydisziplinäres Gutachten durch das
E._
erstattet. Die Gutachter stellten darin folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/146/8):
-
Bewegungsunabhängige Schmerzen Schulter rechts bei
-
Status nach Motorradsturz 18.08.2005 mit AC-Luxation
Tossy
II rechts, primär konservativ therapiert
-
Posttraumatische AC-Gelenksarthrose
-
Supraspinatussehnenläsion
, proximale lange
Bicepssehnenläsion
2013
-
Status nach Infiltrationen mit Steroiden
subacromial
2017
-
Propioni
acnes
-Infektion 2017 mit
Gentamicin
und
Rimactan
für drei Monate behandelt
-
Schulterarthroskopie rechts,
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
(
S
upraspinatussehne
,
Bicepstenodese
)
Acromioplastik
und AC
Resektion Schulter rechts am 18.11.2017
-
Traumatische
Rotatorenmanschettenläsion
Schulter links am 24.03.2013 Partialruptur lange
Bicepssehne
, SLAP-Läsion, Pasta-Läsion (
Supra
spi
natus
)
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelschwere Episode (vorwiegend
dysphorisch
-agitierte Depression) (F33.1)
Daneben stellten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit (Urk. 7/146/9):
-
Traumatische distale
Bicepssehnenruptur
links am 24.03.2013 mit offener
Refixation
distaler
Biceps
mit
Mitek
G2-Ankern links am 30.04.2013
-
Chronisch-rezidivierendes
Lumbovertebralsyndrom
-
Arterielle Hypertonie, gemäss Akten
-
Hämorrhoidalleiden, gemäss Akten
4
.2.2
Von internistischer Seite lägen keine pathologischen Befunde vor. Gemäss Akten berichte die Hausärztin von einer arteriellen Hypertonie und von einem Hämorrhoidal
leiden. Eine
antihypertensive
Therapie werde nicht durchgeführt. Die aktuell gemessenen Blutdruckwerte seien an der oberen Grenze. Aufgrund der Anamnese und der Aktenlage bestünden keine Hinweise auf manifeste
hypertensive
Organschäden. Auch bezüglich des Hämorrhoidalleidens bestünden aktuell keine manifesten Probleme.
Aus internistischer Sicht bestehe in allen Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit
(Urk. 7/146/36 f.)
.
4
.2.3
Aus orthopädischer Sicht leide der Versicherte gemäss Aktenlage an der Folge eines Sturzes mit dem Motorrad am 1
8.
August 2005 auf die rechte Schulter. Dabei habe er sich eine AC-Luxation rechts Typ
Tossy
II zugezogen, die kon
servativ behandelt worden sei. In der Folge sei es zu einer AC-Gelenksarthrose gekommen und zu Beschwerden auch von Seiten einer
Supraspinatusläsion
und einer
Bicepssehnenproblematik
rechts, sodass eine
subacromiale
Infiltration im Bereich der rechten Schulter mit Steroid durchgeführt worden sei. Anlässlich dieser Inf
iltration sei es zu einem Infek
t mit
Propionibacterium
acnes
gekommen. Wegen persistierender Beschwerden sei
en
dann am 8. November 2017 eine
Rotatorenmanschettennaht
und eine AC-Resektion rechts vorgenommen worden. In den Gewebeproben sei ein
Propionibacterium
acnes
gefunden worden, sodass fast drei Monate Antibiotika habe verabreicht werden müssen. Die postoperative Rehabilitation habe sich so erheblich verzögert. Die Schmerzen sowie die Beweg
lichkeitseinschränkung seien geblieben. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sei keine schmerzfreie Schulter zu sehen. Auch die Belastbarkeit sei nicht gegeben und die Beweglichkeit sei erheblich eingeschränkt. Abduktion und Flexion seien lediglich bis 60° möglich. Tragen und Heben von Lasten sei im Bereich der rechten Schulter körperfern überhaupt nicht möglich. Von Seiten der linken Schulter liege ein Unfall vom 24. März 2013 vor. Damals sei dem Versicherten eine Maschine aus der Hand gerutscht und diese habe er mit dem linken Arm abfangen wollen. Es sei zu einer di
stalen
Bicepssehnenruptur
links sowie zu einer SLAP-Läsion,
einer
Supraspinatussehnenläsion
und einer
Subscapularisruptur
links
gekommen
. Die distale
Bicepssehne
links sei am 30. April 2013 operiert worden. Der
peri
- und postoperative Verlauf habe sich soweit regelrecht gestaltet. Es habe passager eine Sensibilitätsstörung im Bereich des linken Vorderarmes dokumentiert werden können. Die Beweglichkeit und Belastbarkeit des linken Ellbogens seien aber inzwischen wieder zurückgekehrt. Die Schulterbeschwerden links seien geblieben, vor allem mit einer eingeschränkten Kraft und Schmerzen beim Liegen auf der linken Schulter in der Nacht. Eine Operationsindikation sei eigentlich gegeben. Von einer Operation an der linken Schulter möchte sich der Versicherte aufgrund des schlechten
Verlaufs bei der rechten Schulter aber distanzieren (Urk. 7/146/46 f.).
Aus orthopädischer Sicht sei eine schwere körperliche Arbeit mit der rechten Schulter mit repetitiver Arbeit über
K
opf nicht möglich. Dasselbe gelte für das Tragen und Heben von Lasten über 10 kg. Demgegenüber seien alle körperlich leichten Tätigkeiten ohne Überkopfarbeit, ohne Steigen auf Leitern oder Gerüste, ohne Heben und Trag
e
n von Lasten von mehr als 5-10 kg über Brusthöhe zumutbar. Von Seiten der linken Schulter gelte das gleiche Profil. Dies gelte ab einem Jahr nach der Operation der rechten Schulter, demnach ab November 2018 (Urk. 7/146/47 f.).
4
.2.4
Gemäss psychiatrischem Gutachten berichte
te
der Versicherte zu seinem affekti
ven Befinden, dass er sich häufig nervös, innerlich angespannt, manchmal auch aggressiv und agitiert fühle. Er habe grösste Mühe zu akzeptieren, was ihm einerseits widerfahren sei und andererseits, dass man hier keine therapeutischen Optionen mehr erkennen könne. An laviert-depressiven Symptomen werde ein gestörter Schlaf geklagt. Auch der Appetit sei sehr mässig. Er fühle sich lustlos und habe seine Interessen verloren. Er habe sich auch stark zurückgezogen. Aus
ser spazieren und gelegentlich in warme Bäder gehen
,
habe
er keine Hobbys mehr. Objektiv sei der Versicherte so, wie er sich schildere. Er sei agitiert, nervös, ange
spannt, deutlich
dysphorisch
, mit klarer Ursache des Umstandes, dass es für ihn keine therapeutischen Optionen mehr gebe, dass man ihm nicht helfen könne, dass er diesem Schicksal ausgeliefert, ohnmächtig und hilflos sei. Damit, d
ass bei einem Prozent an Komplikationen bei diesem Schultereingriff ausgerechnet er solche erleide, könne er sich nicht abfinden. Während des Gespräches sei er zwischendurch auch weinerlich und bekomme Tränen in den Augen, dann sei er wieder eher
dysphorisch
, angespannt und agitiert. Die formalen Gedankengänge seien in sich kohärent und logisch. Es fänden sich keine Hinweise auf eine Psychose oder eine Konfabulation. Beim inhaltlichen Denken zeige sich eine ein
deutige Angst vor weiteren Krankheiten, einer Verschlimmerung seiner Schulter
problematik, aber auch eine Angst vor dem Tod. Sonstige inhaltliche Denk
störungen, Ich- oder Wahrnehmungsstörungen seien nicht vorhanden. Phobien seien nicht nachweisbar. Im Bereich der kognitiven Leistungsfähigkeit würden gelegentliche Konzentrationsstörungen geklagt, sonst aber
würden
subjektiv die Gedächtnisleistung und die Orientierungsfähigkeit als gut eingestuft. Objektiv sei der Versicherte auch örtlich, zeitlich und autopsychisch voll orientiert und bei klarem Bewusstsein. Erfragte Daten un
d Fakten würden ohne Probleme
e
kphoriert
. Es fänden sich im klinisch-psychiatrischen Status keinerlei Hinweise auf das Vorliegen einer organisch bedingten kognitiven Leistungseinbusse oder einer organischen Persönlichkeitsstörung (Urk. 7/146/52 f.).
Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte aufgrund seiner
dysphorisch
-agitierten depressiven Symptomatik, die ein mittelgradiges Ausmass erreiche, in seiner Funktionalität insgesamt leicht eingeschränkt. Gemäss der operationali
sierten Diagnostik depressiver Störungen nach ICD-10 bestehe eine depressive Grundstimmung, ein Verlust von Interessen und eine Freudlosigkeit. Damit seien mindestens zwei Hauptsymptome erfüllt. Weiter seien mehrere Nebensymptome vorhanden, wie Gefühle der Wertlosigkeit, eine ausgeprägte Agitiertheit mit negativen Zukunftsperspektiven, Schlafstörungen und ein Appetitverlust. Damit sei gemäss den genannten Kriterien von einer aktuell mittelgradigen depressiven Episode auszugehen. Aufgrund dieser agitierten Depression sei eine leichtgradige Einschränkung der Fähigkeiten zur Anpassung an Regeln und Routinen vorhan
den und ebenso eine leichtgradige Einschränkung der Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben. Auch im Bereich der Flexibilität und Umstellungs
fähigkeit bestehe eine leichte Einschränkung. Die fachlichen Kompetenzen könnten ohne weiteres angewendet werden. Auch das Urteils- und Entschei
dungsvermögen sei nicht beeinträchtigt. Hingegen seien die Durchhaltefähigkeit und die Selbstbehauptungsfähigkeit infolge der depressiven Symptomatik mittel
gradig eingeschränkt. Ebenso im mittleren Ausmass eingeschränkt sei die Kontaktfähigkeit zu Dritten und damit die Gruppen- und Teamfähigkeit. Die Fähigkeit zu innerfamiliären Beziehungen sei leicht eingeschränkt, ebenso die Fähigkeit zu ausserberuflichen Aktivitäten. Nicht eingeschränkt seien die Wege
fähigkeit und die Selbstpflegefähigkeit.
Insgesamt sei der Versicherte aus psychiatri
schen Gründen in seiner bisherigen Tätigkeit leichtgradig einge
schränkt. Da sich die psychiatrische Symptomatik in allen denkbaren Tätigkeiten gleich auswirke, sei er auch in angepasster Tätigkeit leichtgradig eingeschränkt (Urk. 7/146/55).
4
.2.5
Im Rahmen der interdisziplinären Konsensbeurteilung hielten die Gutachter fest, dass für die bisherige Tätigkeit als Koch aufgrund der Schulterproblematik von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Diese Tätigkeit beinhalte das Heben, Halten und Tragen von schweren Pfannen und Küchenmaterial. Es handle sich um eine eher hektische Tätigkeit, welche als schulterbelastend angesehen werden müsse. Auch psychiatrisch könne aufgrund der ausgeführten ver
minder
ten Funktionalität und psychischen Belastbarkeit eine leichte Ein
schränkung für diese Tätigkeit angegeben werden.
Für körperlich leichte, die Schultergelenke nicht belastende Tätigkeiten sei demgegenüber
seit November 2018
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit gegeben. Die leichte Einschränkung von 20 % ergebe sich aus rein psychiatrischen Gründen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe bei optimal körperlich adaptierten Tätigkeiten
aktuell eine leichtgradige Einschränkung auf
grund der gegenwärtigen agitiert-depressiven Symptomatik. Hier sei allerdings eine Psychotherapie indiziert mit einer Hinführung des Versicherten auf die Bereitschaft, sich mit seinem Handicap abzufinden. Allerdings habe der Versi
cherte hier aus transkulturellen Gründen Schwierig
keiten einen solchen Schritt zu akzeptieren. In diesem Sinne seien aber die therapeutischen Massnahmen auf psychiatrischer Ebene nicht ausgeschöpft. Diese seien auch zumutbar und im wohlverstandenen Eigeninteresse des Versicherten (Urk. 7/146/
8,
11).
5
.
5
.1
Das polydisziplinäre Gutachten des
E._
vom 23. April 2020 erging in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den relevanten
Vorakten
(Urk. 7/146/15-30) und den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden (Urk. 7/146/31 f, 41 f.,
49 f.) sowie gestützt auf die umfassenden und sorgfältigen fachärztlichen Unter
suchungen (Urk. 7/146/35 f., 43-45, 52 f.). Die medizinischen Überlegungen sowie die daraus gezogenen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar
und detailliert begründet (Urk. 7/146/9-11, 36 f., 46-48, 54 f.). Mithin erfüllt das Gut
achten die an eine beweiskräftige ärztliche Beurteilung gestellten Anforderungen (E. 1.5) vollumfänglich.
Dass der Neuanmeldung veränderte Befunde zugrunde lagen, wird von den Parteien zu recht nicht in Frage gestellt.
5
.2
Soweit der Beschwerdeführer
gegen die Beweiskraft des Gutachtens
vorbringt, die Gutachter hätten den von ihm geklagten Beschwerden in beiden Armen
unge
nü
gend
Rechnung getragen (vgl.
E.
2.2), vermag er damit nicht durch
zudringen.
So
befasste sich d
ie
orthopädische Gutachter
in
in
ihrer
versicherungs
medizinischen Beurteilung sowohl hinsichtlich der rechten als auch der linken Schulter aus
führlich mit
der Aktenlage sowie mit den anlässlich der Unter
suchung erhobenen Befunden (vgl.
E.
4
.2.3). I
nsbesondere
stellte sie erhebliche Einschränkungen der Belastbarkeit sowie der Beweglichkeit der rechten S
chulter fest und kam gestützt darauf zum nachvollziehbaren Schluss,
das körperferne Tragen und
das
Heben von Lasten mit dem rechten Arm
sei
en
nicht möglich
.
In Bezug auf den linken Arm
seien zwar die Beweglichkeit und Belastbarkeit im Ellenbogen inzwischen zurückgekehrt, demgegenüber seien die Schulter
beschwerden, vor allem mit eingeschränkter Kraft sowie Schmerzen beim Liegen auf der linken Schulter in der Nacht, geblieben
(Urk. 7/146/46 f.
, E.
4
.2.3
).
Die genannten
Einschränkungen fanden
denn
auch Eingang in
das Belast
barkeitsprofil respektive
die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers. So
attestierten ihm die Gutachter aus orthopädischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für schulterbelastende Tätigkeiten (repetitive Überkopf
tätigkeiten, Hebe- und
Tragelimite
für
körpernahe
Tätigkeiten
bis zur Horizontale
n
10 kg, über Schulterhöhe 5 kg; Urk. 7/146/8)
.
In körperlich leichten, die Schultergelenke nicht belastenden Tätigkeiten sei er
aus orthopädischer Sicht
demgegenüber
vollumfänglich arbeitsfähig (Urk.
7/146/47 f.).
Diese Einschätzung überzeugt.
5.3
Daran vermögen auch die beschwerdeweise eingereichten medizinischen Berichte nichts zu ändern. Diesbezüglich ist
zunächst festzuhalten, dass nach ständiger Rechtsprechung der Zeitraum bis zum Abschluss des Verwaltungsverfahrens – vor
liegend somit bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 11. Mai 2021 – Bezugsgrösse für den entscheidungsrelevanten Sachverhalt ist. Spätere Arztbe
richte sind dann in die Beurteilung miteinzubeziehen, soweit sie Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegebene Situation erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_361/2020 vom 26. Februar 2021 E.
3.3).
Die Berichte von Dr. med.
G._
, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 1
6.
und 1
7.
November 2021 (Urk. 11/3-4) beziehen sich ausschliesslich auf nach dem vorliegend mass
gebenden Beurteilungszeitraum durchgeführte Therapien und Konsultationen
und lassen damit keine Rück
schlüsse auf den im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegebenen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zu.
Bereits deshalb sind sie nicht geeignet, die Einschätzung der Gutachter in Zweifel zu ziehen.
Alsdann
ist auf
die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass
behandelnde Ärzte und Therapie
kräfte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungs
auftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauf
trag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arzt
personen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vor
behalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Derartige Aspekte vermochte de
r behandelnde
Ch
iropraktor
Dr.
H._
in seinem Bericht vom 8. Juni 2021
(Urk. 3/3)
in Bezug auf die Schulterbeschwerden
nicht
zu benennen
.
Sein Vorwurf, es seien keine aktuellen bildgebenden Untersuchungsbefunde der Schulter
erstellt worden, erweist sich
sodann
als aktenwidrig. So wurden am 11. März 2020 in der Radio
logie des
Spitals I._
neue Röntgenaufnahmen der Schulter angefer
tigt und
von der orthopädischen Gutachterin
im Rahmen
ihrer
medizinischen Beurteilung berücksichtigt (Urk. 7/146/45).
Damit vermag auch die Einschätzung von Dr.
H._
das von den Gutachtern formulierte Belastbarkeitsprofil und deren Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers au
s
somatischer Sicht
nicht
in Frage zu stellen.
5
.4
Dasselbe gilt auch in Bezug auf
die nach Ansicht des Beschwerdeführers unbe
rücksichtigt gebl
iebenen Rückenbeschwerden (vgl.
E.
2.2). Diesbezüglich
ist zunächst
festzuhalten
,
dass sich
bei der orthopädischen Untersuchung hin
sicht
lich des Rückens
ein weitgehend unauffälliger Befund ergab. So berichtete
die orthopädische
Gutachter
in
über einen Beckengeradstand sowie über eine im Lot stehende Wirbelsäule. Die Beweglichkeit der Halswirbel-, Brustwirbel- sowie Lendenwirbelsäule sei nicht wirklich eingeschränkt. Es bestehe etwas
Druck
dolenz
paravertebral lumbal rechts. Der Finger-Boden-Abstand betrage 0
cm. Beim Wiederaufrichten von tieflumbal würden keine
Schmerzen angegeben und es zeige sich keine wesentliche auslösbare Klopf- und
Druckdolenz
.
Zudem zeige sich keine
Druckdo
lenz
über dem ISG. Das Trendelenburg-Zeichen sei beidseits negativ. Der
Einbeinstand
sowie der Zehen- und Fersengang seien beidseits gut möglich (Urk. 7/146/43)
.
Hinweise auf
funktionelle Einschränkungen im Bereich der Wirbelsäule
bestanden somit nicht.
Einen
anderen
Schlus
s lassen auch die nach Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung ergangenen Berichte
von Dr.
H._
vom 8. Juni 2021 (Urk. 3/3) sowie von Dr. med.
J._
,
Facharzt FMH für Radiologie, vom 3. Juni 2021 (Urk. 3/4 = Urk. 11/1) nicht zu. So ist in Bezug auf die darin aufgeführten Befunde und Diagnosen hinsichtlich der Hals- und Lendenwirbelsäule darauf hinzuweisen, dass
grundsätzlich keine K
orrelation zwischen ärztlich
gestellter Diagnose und Arbeitsunfähigkeit besteht. Vielmehr ergibt sich letztere aus den vorhandenen – objektivierten oder plausi
bilisierten – Funktionseinschränkungen (Urteil des Bundesgerichts 9C_474/2017 vom 4. Oktober 2017 E. 4.1). Zu
beachten ist in diesem Zusammenhang
, dass auch bei Diagnosen betreffend den Rücken häufig keine Korrelation zur Arbeits
unfähigkeit besteht und selbst eine bildgebend ausgewiesene
Protrusion
nicht ausreichender Beweis für eine Arbeitsunfähigkeit ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_57/2015 vom 19. Mai 2015 E. 4.3).
Angesichts dieser Ausführungen erschliesst sich nicht, inwiefern
die von den Behandlern genannten Befunde ohne erhebliche Pathologien (minimale
Protrusion
, keine
Recessus
- oder
foraminale
Stenose, minimale entzündliche Endplattenreaktion, kein Zeichen der Akti
vierung, mögliche
foraminale
Bedrängung der rechten C7-Wurzel)
eine weiterge
hende Einschränkung in der Arbei
tsfähigkeit
als durch die Gutachter attestiert
resultieren sollte.
Ebenso wenig lässt der Bericht von Dr.
J._
vom 3. August 2021 auf eine höhere Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers schliessen, zumal
auch
die darin genannte Diagnose hinsichtlich des rechten Ellbogens (Urk. 11/2) keinen Rückschluss auf eine im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsver
fahrens eingeschränkte funktionelle Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
5
.5
Wenn der Beschwerdeführer sodann geltend macht, seine Schlaflosigkeit und die damit verbundene
Antriebslosigkeit und Depression seien bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt worden, verkennt er, dass der psychiatrische Gutachter
unter anderem
basierend darauf
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, diagnostizierte (vgl. E.
4
.2.4). Unter Berücksichtigung
von Konsistenz und Plausibilität (Urk. 7/146/54) und
in Würdigung der Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen des Beschwerdeführers (Urk. 7/146/55)
begründete er
sodann nachvollziehbar, weshalb und in
welchem Ausmass (20 %, vgl. E. 4
.2.5) der Beschwerdeführer in seinem funktionellen Leistungsvermögen eingeschränkt ist
. Damit trug er auch den Anforderungen in Bezug auf das strukturierte Beweisverfahren
(BGE 141 V 281)
hinreichend Rechnung
,
weshalb kein
Anlass
dafür besteht, von seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abzuweichen
.
5
.6
Schliesslich
ist
auch der
vom Beschwerdeführer erhobene Vorwurf der Befangen
heit der Gutachter
unbegründet
.
Z
u den Aufgaben des Gutachters gehört es nicht nur, den Befund anhand der Klinik zu überprüfen, sondern auch dessen Aus
wirkungen bei der Untersuchung und im Alltag substantiiert darzulegen. Dazu gehören insbesondere ebenfalls Angaben zum beobachteten Verhalten, Fest
stellungen über die Konsistenz der gemachten Angaben wie auch Hinweise, die zur Annahme von Aggravation führen könnten (Urteil des Bundesgerichts 8C_390/2017 vom 9. November 2017 E. 4.1 mit Hinweisen).
Vor diesem Hinter
grund ist
nicht ersichtlich, welche konkreten Passagen im
internistischen und orthopädischen
Gutachten aus objektiven Gründen den Anschein der Vorein
ge
nommenheit zu begründen vermöchten
. In den vom Beschwerdeführer konkret bezeichneten Textpassagen gaben die Gutachter jedenfalls lediglich ihre anläss
lich der Untersuchung gemachten Beobachtungen wieder
(Urk. 1 S. 30-32).
In Bezug auf die vom Beschwerdeführer bemängelte
Verwendung des Konjunktivs (Urk. 1 S. 29 und 31)
ist sodann darauf hinzuweisen, dass
die indirekte Rede bei der Wiedergabe von Angaben der Versicherten sowie aus den Akten
üblich ist.
Was der Beschwerdeführer über das Vorgenannte hinaus vortragen lässt, vermag ebenso wenig Zweifel am Gutachten zu begründen, genügt es jedenfalls nicht, bloss die eigene Einschätzung anstelle derjenigen der Gutachter zu setzen.
5
.7
Nach dem Gesagten sind keine Gr
ünde ersichtlich, welche an der Beweiskraft des polydisziplinären Gutachtens des
E._
vom 23. April 2020 zweifeln
liessen, wes
halb vollumfänglich darauf abgestellt werden kann.
Von
weiteren Abklärungen – insbesondere dem beantragten
polydisziplinären Obergutachten
(Urk. 1 S. 2)
–
ist kein
entscheidrelevanter
Aufschluss zu erwarten. Entsprechend ist im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung davon abzusehen (BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
Demnach ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer
in seiner angestammten Tätigkeit
als Koch vollum
fänglich arbeitsunfähig ist. I
n einer körperlich leichten, die Schultergelenke nicht belastenden Tätigkeit
ist er
demgegenüber
ab November 2018
zu 8
0 % arbeitsfä
hig
.
6
.
6
.1
Zu prüfen
bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerde
führers in erwerblicher
Hinsicht auswirkt.
6
.2
6
.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
6
.2.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
6
.2.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl.
BG
E
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, 3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäf
ti
gungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc).
6
.3
6
.3.1
Der Beschwerdeführer war, obwohl nach dem Unfallereignis vom März 2013 für die Tätigkeit als Koch eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres
attestiert worden war
(Urk. 7/53
/1
, 63
/1
), ab 2015
bis
zum operativen Eingriff
im November 2017 (Urk. 7/146/32 f.)
wieder als Koch beziehungsweise seinen Angaben zufolge als Küchenchef (Urk. 7/141/1)
im Restaurant
B._
,
in C._
,
tätig.
D
emgegenüber
gab
er die
seitens der medizinischen Fachkräfte als angepasst erachtete
über weite Strecken als Zwischenverdienst während der Arbeitslosigkeit ausgeübte
Tätigkeit
(Urk. 7/32/6 f. und Urk. 7/146/7 f.)
als Objektchef bei der
Y._
AG bereits per Ende April 2016
aus eigenem Antrieb
auf (Urk. 7/63/5
, vgl. auch Urk. 7/60/1, wonach der Beschwerdeführer bereit war, beim Finden einer Vollzeitstelle die Beschäftigung in der Reinigung aufzugeben
).
Es ist deshalb davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
auch im Gesundheitsfalle weiterhin
vollzeitlich
als Koch tätig wäre. Aller
dings ist darauf hinzuweisen, dass der vom Besc
hwerdeführer
zuletzt
erzielte Verdienst
im Restaurant
B._
je nach Arbeitsanfall schwankte (Urk. 7/63/5, Urk. 7/65/5
; vgl. auch IK-Auszug
[Urk. 7/83/3]
, wonach für Mai bis Dezember 2015 ein Betrag von rund Fr. 13'500.-- und für das Jahr 2016 ein Betrag von rund Fr. 34'400.-- abgerechnet wurden
)
, weshalb das
Validenein
kommen
nicht verlässlich anhand der tatsächlich erzielten Ein
künfte festgesetzt werden kann. Ebenso wenig rechtfertigt es sich, auf das vor dem Unfallereignis im März 2013 erzielte Einkommen abzustellen, war diese Beschäftigung doch per Dezember 2012 gekündigt (Urk. 7/31).
Gemäss bundesgerichtlicher Recht
sprechung sind daher statistische Werte wie die LSE heranzuziehen,
sofern dabei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren mitberücksichtigt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.3; Urteil des Bundesge
richts 8C_276/2021 vom 2. November 2021, E.
4.2).
Obwohl der Beschwerde
führer nicht über einen anerkannten Abschluss als Koch verfügt (Urk. 7/141),
ist aufgrund seiner
mehrjährigen
beruflichen
Erfahrung
zu seinen Gunsten
auf das standardisierte monatliche Einkommen für männliche Arbeitskräfte (LSE 2018, Tabelle TA1) im Bereich Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie (Ziffer 55-56) im Kompe
tenzniveau 2 von Fr. 4'334.-- abzustellen.
Aufgerechnet auf ein Jahresein
kommen sowie unter
Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2018 von
42.4
Stunden pro Woche (
vgl. Bundesamt für Statistik [BFS], Tabelle T 03.02.03.01.04.01, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Sektor Beherbergung und Gastronomie, I 55/56), ergibt sich ein
Validenein
kommen
von gerundet Fr. 55'128.-- (Fr. 4'334.
--
x
12 :
40 x 42.4).
Nachdem die Bemessung des
Valideneinkommens
gestützt auf statistische Werte
erfolgt
, erübrigt sich eine Auseinandersetzung mit dem Einwand des Beschwerde
führers, er habe aus invaliditätsfremden Gründen ein deutlich unterdurch
schnittliches Einkommen erzielt
(Urk. 1 S. 49)
.
6
.3.2
Weil
der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigk
eit nicht verwertet,
sind
auch
für die Berechnung des Invalideneinkommens Tabellenlöhne heranzuzieh
en. Gemäss gefestigter bundesgerichtlicher Rechtsprechung (vgl. etwa Urteil des Bun
desgerichts 8C_458/2017 vom 6. August 2018 E. 6.2.3) sowie unter Berück
sichtigung des Belastbarkeitsprofils, ist vorliegend
auf die Monatslöhne gemäss LSE 2018,
Tabelle TA1, Zeile «Total Privater Sektor», für Männer, Kompetenz
niveau 1, abzustellen. Unter Angleichung an die betriebsübliche Arbeits
zeit
von 41.7 Stunden (vgl.
BFS,
Tabelle T 03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
, TOTAL
) ergibt sich für ein Pensum von 80 % ein Betrag von gerundet Fr. 54'213.-- (Fr. 5'417.-- x
12 :
40 x 41.7 x 0.8).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 49) sind vorliegend keine Umstände ersichtlich, welche einen Abzug vom Tabellenlohn zu rechtfertigen vermögen. Rechtsprechungsgemäss ist der Umstand allein, dass nur noch leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungs
fähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_507/2020 vom 29. Oktober 2020 E. 3.3.3.2 mit Hinweisen). Wenn – wie vorliegend
–
von einer Tätigkeit im Kompetenzniveau 1 ausgegangen wird, rechtfertigen die fehlende berufliche Ausbildung und die gegebenen
Sprachkenntnisse ebenfalls keinen Tabellenl
ohnabzug (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_151/2020 vom 15. Juli 2020 E. 6.3.4 mit Hinweis).
Im Übrigen werden Hilfsarbeiten auf dem massgeben
den ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt (BGE 146 16 E. 7.2.1 mit Hinweisen).
6
.4
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr. 55'128.--
und einem Invalideneinkommen von Fr. 54'213.
--
ergibt sich eine Einkommenseinbusse von Fr.
915
.-- und damit
ein
rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von
2
%
(
Fr. 915.
--
:
Fr. 55'128.--
x 100 =
1.7
).
7
.
Zusammengefasst ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin einen Leistungsan
spruch des Beschwerdeführers im Ergebnis zu Recht verneint hat. Dies führt zu
r
Abweisung der Beschwerde.
8
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwer
de
führer aufzuerlegen.