Decision ID: a0f3b59e-39ce-4bd5-b754-1d16c2879cd7
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1980, war zuletzt vom 6. Dezember 2012 bis am 25. Januar 2015 bei der Y._ AG, temporär als Hilfs
bodenleger tätig (vgl. Urk. 7/6 Ziff. 5.4, Urk. 7/18)
.
Unter Hinweis auf eine Depression meldete sich
der Versicherte
am 19. August 2015 bei der Invali
den
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/6 Ziff. 6.2). Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten des Krankentaggeldversicherers bei (Urk. 7/14, Urk. 7/42) und verneinte nach durchgeführtem Vorbescheidver
fah
ren (Urk. 7/30; Urk. 7/34) mit Verfügung vom 23. Mai 2016 einen An
spruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 7/37 = Urk. 2).
2.
Der
Versicherte erhob am 23. Juni 2016
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 23. Mai 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben, und es sei
fest
zustellen, dass er Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung habe
. Weiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 29. August 2016 (Urk. 6
) die Abweisung der Beschwerde. Am 27. September 2016 (Urk. 11) reichte der Beschwerdeführer weitere medizinische Berichte (Urk. 12/1-2) ein.
Mit Gerichtsverfügung vom 25. Oktober 2016 wurde antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und dem Beschwer
de
führer die Beschwerdeantwort und der Beschwerdegegnerin die Eingaben des Beschwerdeführers zugestellt (Urk. 13). Am 2. November 2016 (Urk. 15)
reichte der Beschwerdeführer zwei ärztliche Zeugnisse (Urk. 16/1-2) ein, welche
der Beschwerdegegnerin am 14. November 2016 zur Kenntnisnahme zu
gestellt wurden (Urk. 17). Drei medizinische Berichte neueren Datums
(Urk. 19/1-3) wurden sodann mit Eingabe des Beschwerdeführers vom 24. Ma
i 2017 eingereicht (Urk. 18).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliess
lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbin
dung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundes
ge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeits
fähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (Urk. 2) damit, dass kein medizinischer
Sachverhalt beschrieben worden
sei
, welcher in der Art und Schwere die Voraussetzungen g
emäss Art. 8 ATSG erfülle
. Es führten vor
allem psychosoziale Faktoren zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, welche von der Invalidenversicherung nicht zu berücksichtigen seien
(S.
1). Es sei kein Gesundheitsschaden ausgewiesen, welcher voraussichtlich bleibend
sei
oder über längere Zeit andauern w
e
rde. Es bestehe da
her
kein Anspruch auf Leistu
ngen der Invalidenversicherung
(S. 2).
Aufgrund der beschriebenen Be
funde sei die im Bericht der Klinik Z._ vom 3. März 2016 diag
nos
tizierte schwere depressive Episode nicht nachvollziehbar. Zudem sei a
m 2
8. Juni 2016 im Gutachten des
Kranken
versicherers
lediglich noch eine leichtgradige depres
s
ive Episode diagnostiziert
worden. Es fehle somit ein
deu
tig an der vorausgesetzten Schwere (Urk. 6 S. 1 f.)
.
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer geltend, e
r sei aufgrund eines depressiven Leidens seit Januar 2015 zu 100
%
arbeitsunfähig
(Urk. 1 S. 3
Ziff. 1). Die Behauptung, es lägen psychosoziale Belastungsfaktoren vor, werde
bestritten und sei nicht begründet
(S. 5 Ziff. 8)
.
Bei der von der Beschwer
degegnerin beigezogenen Ärztin des
R
egionalen Ärztlichen
D
ienstes (RAD) habe es sich um keine Fachärztin
für
Psychiatrie
und Psychotherapie gehan
delt,
und
auf ihre Einschätzung
könne nicht abgestellt werden
(S. 6 Ziff. 9)
. Wiedereingliederungsmassnahmen seien in die Wege zu leiten. Er habe auch
Rückenschmerzen; entsprechende Berichte würden nachgereicht (S. 6 Ziff. 10
)
.
2.3
Strittig und z
u prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers
auf Leis
tung
en der Invalidenversicherung.
3.
3.1
Dr. med. A._, Facharzt für Psychiatrie und für Psychotherapie, nannte in seinem Bericht vom 19. August 2015 (Urk. 7/4/1-2) als Diagnose
eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1). Dr.
A._
führte aus, sei
t dem 7. April 2015 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Ziff. 6). Es habe vom 18. Mai bis 17. Juli 2015 eine teilstationäre Behandlung in der Tages
klinik der B._ stattgefunden (Ziff. 2). Der Beschwerdeführer leide an Erschöpfung, an eingeschränkter Kon
zentration und an Grübeln. Die Prognose sei gut (Ziff. 3).
3.2
Die Fachpersonen der B._ nannten in ihrem Bericht vom 9.
S
eptember 2015 (Urk. 7/33/14-16) als
Diagnose eine leichtgradige depressive Episode
(ICD-10 F32.0)
.
Der Beschwerdeführer sei vom 18. Mai bis 17. Juli 2015 bei ihnen in Be
hand
lung gewesen (S. 1). Er sei zum ersten Mal in tagesklinischer Behand
lung gewesen mit einer leicht bis mittelgradig depressiven Episode, einher
gehend mit Ein- und Durchschlafstörungen, anhaltender gedrückter Stimm
ung und reduzierten Vitalgefühlen im Zusammenhang mit Existenzängsten und Überlastung durch temporäre Arbeitsverhältnisse. Er sei ein freundlicher, sympathischer, introspektiver, geselliger und gut aussehender Mann. Seine Ressourcen seien Velofahren und Familienausflüge (S. 1). Die Fachpersonen hielten fest, ein zeitnaher Wiedereinstieg in die Arbeit, wenn möglich mit schrittweise steigendem Pensum, sei zu empfehlen (S. 2 oben).
Die Fachpersonen führten aus, Themen in der Behandlung seien gewesen, eine geeignete Tagesstruktur zu entwickeln und seine Einschlafproblematik sowie seine reduzierten Vitalgefühle und den beeinträchtigten Antrieb zu ver
bessern. Seine depressive Symptomatik habe sich im Verlauf der Behand
lung sukzessive stabilisiert und verbessert. Im weiteren Verlauf sei das Zu
stands
bild aufgrund verschiedener Belastungsfaktoren (Tod eines Familien
an
gehörigen, gravierender finanzieller Verlust) stagniert (S. 2 unten).
3.3
Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Pharmazeutische Medizin, nannte in seinem am 19. September 2015 zu Handen des Krankentaggeldversicherers erstellten psychiatrischen Gutachten (Urk. 7/14/2-5) als Diagnose eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), die weiterhin floride sei. Hinweise auf eine affektive Erkrankung mit episodenartigem Verlauf einer Depression beziehungsweise einer bipolaren Störung hätten sich in der Vorgeschichte nicht gefunden. Reaktive bezieh
ungsweise äussere Einflüsse, welche die Depression begünstigen könnten, lägen nach seiner Kenntnis ebenfalls nicht vor (S. 3 unten).
Dr. C._ führte aus, dem Beschwerdeführer, welcher über ein Temporär-
Büro als Hilfsarbeiter im Bereich Unterlagsböden angestellt gewesen sei, werde
seit Ende Januar beziehungsweise März 2015 eine Arbeitsunfähigkeit attes
tiert. Der Arbeitsdispens sei angesichts einer floriden depressiven Episode aktuell ausgewiesen. Dr. C._ hielt fest, er könne den Verlauf im jetzigen Zeitpunkt noch nicht skizzieren, so dass er pragmatisch vorschlage, von einer weiteren Arbeitsunfähigkeit des Versicherten für weitere drei Monate, mithin also bis Mitte Dezember 2015 auszugehen. Er empfehle etwa Mitte November einen Verlaufsbericht bei Dr. A._ einzuholen. Die Prognose bei einer mittelgradigen depressiven Episode sei unter sachgerechter Behandlung als prinzipiell günstig zu bewerten und es sei grundsätzlich davon auszugehen, dass eine solche Erkrankung innerhalb weniger Monate deutlich rückläufig sei (S. 4).
Der Versicherte habe angegeben, dass sein psychischer Gesundheitszustand seit rund zwei Monaten praktisch unverändert sei. Weiterhin sei der Nacht
schlaf unterbrochen und tagsüber sei er müde. Ausserdem beklage er eine Ver
gesslichkeit. Im Zuge seiner Depression habe er nichts Positives mehr gesehen. Inzwischen habe er wieder damit begonnen, mit seiner Familie nach draussen zu gehen und sich mit seinen beiden Söhnen zu beschäftigen. Um sich besser konzentrieren zu können, habe er mit Bücherlektüre begonnen. Er habe sich in der Bibliothek albanische Literatur besorgt und versuche diese zu lesen (S. 2 unten f.).
Dr. C._ hielt fest, der psychopathologische Befund sei zum Zeitpunkt der
Evaluation durch eine leichte bis mittelgradige Verschiebung der Stimm
un
gs
lage zum depressiven Pol gekennzeichnet gewesen. Die affektive Auslenkbar
keit sei leicht eingeschränkt gewesen (S. 3 oben).
3.4
Hausarzt
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
nannte in seinem Bericht vom 2. Oktober 2015 (Urk. 7/16/1) als Diagnose ein
e depressive Störung. Der Patient leide an einer psychischen Erkrankung (de
pressive Störung?) und werde psychotherapeutisch durch Dr. A._ behandelt. Die Arbeitsfähigkeit werde durch die psychische Erkrankung beeinflusst, und die Beurteilung erfolge durch den behandelnden Psychiater. Dr. D._
führte aus, aus somatischer Sicht ergäben sich keine Einschränkungen der Arbeits
fähigkeit
.
3.5
Die Ärzte der Psychiatrischen Klinik Z._, Spital E._ Psychiatrische Dienste, stellten in ihrem Bericht vom 3. März 2016 (Urk. 7/23) folgende Diagnosen (S. 1):
-
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2)
-
sonstige spezifische Persönlichkeitsstörungen (ICD-10 F60.8)
Die Ärzte führten aus, der Beschwerdeführer sei vom 13. Januar bis 4. März 2016 bei ihnen in der Klinik gewesen (S. 1). Er sei aufgrund der depressiven Symptomatik zur stationären Aufnahme gekommen und habe erklärt, an Schlaf
störungen und Angstzuständen zu leiden. In den therapeutischen Ge
sprächen sei der Versuch gescheitert, teilweise ein therapeutisches Verhältnis aufzubauen. Er habe nach der Aufnahme ständig angegeben, dass sich sein psychischer Zustand verschlechtert habe. Aufgrund von Nebenwirkungen (Libidoverlust) sei Cymbalta abgesetzt worden. Es sei eine Venlafaxin-Ein
stellung versucht worden, der Patient habe sich jedoch negativ über die Ein
nahme geäussert und gesagt, dass die Nebenwirkungen weiter präsent seien und er keine Verbesserung verspüre. Um die Schlafqualität zu verbessern sei eine Erhöhung des Trittico versucht worden, doch auch hier habe der Patient angegeben, es helfe nichts.
Hinsichtlich der Albträume habe er erklärt, dass diese im Zusammenhang mit der Depression aufgetreten seien.
Obwohl er im
Kosovo
schlechte Zeiten erlebt habe, habe der Patient angegeben, dass er nicht traumatisiert sei und den Krieg quasi nur erlebt habe, weil der Vater und ein Onkel eine Inva
li
den
rente erhalten hätten, da diese im Krieg schwer verletzt worden seien
(S. 2 f. unten).
In den Therapiegruppen habe sich der Patient oftmals nicht beteiligt, sich im Gespräch passiv gegeben und desinteressiert gewirkt. Er habe sich immer wieder in die Rolle eines besonderen Aussenseiters platziert, für den alle üblichen Regeln nicht gälten.
Der Patient habe angegeben, dass er wünsche, dass eine Entscheidung über seine Entlassung getroffen werde. Es sei ihm erklärt worden, dass er diese Ent
scheidung treffen müsse, da sie von seiner Therapiemotivation hinsicht
lich der narzisstischen Persönlichkeitsstörung abhänge, und er habe sich dann
für eine Entlassung am 4. März 2016 entschieden. Die Ärzte führten aus, der Beschwerdeführer sei für die ganze Dauer des Aufenthaltes und bis zum 8. März 2016 arbeitsunfähig (S. 3 Mitte).
3.6
Dr. A._ nannte in seinem Bericht vom 16. März 2016 (Urk. 7/25)
als Diagnose eine seit Januar 2015 bestehende m
ittelgradige depressive Episode
; ICD-10 F32
.1
(Ziff. 1.2)
.
Wegen der Verschlechterung der Depressivität mit Konzentrationsstörungen, Rückzug und Traurigkeit sei vom 13. Januar bis 4. März 2016 eine stationäre Behandlung in der Psychiatrischen Klinik Z._ in der Abteilung für transkulturelle Psychotherapie erfolgt. Leider sei keine Besserung der Symptomatik durch die stationäre Behandlung eingetreten (Ziff. 1.3). Der Beschwerdeführer sei seit dem 7. April 2015 bei ihm in Behandlung und die letzte Kontrolle sei am 16. März 2016 erfolgt (Ziff. 3.1). Derzeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit (Ziff. 2). Ab Mai 2016 erscheine ein Wiedereingliederungsversuch möglich und sinnvoll, damit der Kontakt zum Arbeitsleben und zu geregelter Tätigkeit nicht verloren gehe (Ziff. 4.2; vgl. auch Urk. 7/27 sowie Urk. 7/33/8-11).
3.7
Dipl.-Med.
G._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin sowie für Prävention und Gesundheitswesen,
RAD
,
führte in ihrer Stellungnahme vom 8. April 2016 (Urk. 7/29/4) aus, aus versicherungsmedizinisch-theore
ti
scher Sicht könne das Vorliegen einer mittelschweren bis schweren depres
si
ven Episode nicht nachvollzogen werden. Die Kriterien für das Vorliegen einer derartigen psychischen Erkrankung seien nicht erfüllt. Der Kunde verfüge über positive Ressourcen, könne sich mit seinen Söhnen beschäftigen und habe begonnen, Bücher zu lesen (Gutachten Dr. C._ vom 19. Septem
ber 2015). Derartige Aktivitäten seien mit einer (mittelschweren) Depression nicht vereinbar.
Der Aufenthalt in
Z._
könne nicht als gelungen bezeichnet werde
n. Hinzuweisen sei auf den Umstand, dass das Medikament Cymbalta wegen Libidoverlust habe abgesetzt werden müssen, was den Rückschluss zulasse, dass eine solche bei Eintritt in die Klinik noch vorhanden gewesen sei. Auch dieser Umstand spreche gegen das Vorliegen einer Depression. Das Verhalten des Kunden während des Klinikaufenthaltes sei gekennzeichnet gewesen durch ablehnendes Verhalten und durch eine Aussenseiterrolle, auch seien
Aggressionen beschrieben worden. Zusammenfassend könne ein Gesund
heits
schaden, welcher sich längerfristig auf die Arbeitsfähigkeit in der ange
stam
m
ten Tätigkeit auswirke, nicht festgestellt werden. Psychosoziale Fakto
ren seien vordergründig.
3.8
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, nannte in seinem Bericht vom 2
2.
Juni 2016 (
Urk.
10/6) als Diagnose ein cervikoradikuläres Reizsyndrom rechts ohne sensomotorisches Defizit bei rechts paramedian bis foraminal reichender Diskushernie und
eine
zurzeit kompensierte depressive Störung (S.
1 oben). Zur Anamnese führte
Dr. H._
aus, der Beschwerdeführer leide seit Jahren an rezidivierenden Lumbalgien nach Überlastung als Mitarbeiter einer Unterlagsbodenfirma. Im Jahr 2007 seien erstmals Nacken/Schulterschmerzen mit Ausstr
ahlung in das rechte Handgelenk
aufgetreten. Der Beschwerdeführer sei ihm vom Hausarzt zugewiesen worden wegen zervikothorakalen Schmerzen und Verdacht auf eine Diskushernie, nachdem Physiotherapie und medikamentöse Unterstütz
ung wenig Erfolg
e
gezeigt hätten
(S. 1 Mitte).
Dr. H._ hielt fest
, langfristig dürfte der Patient nur körperlich leichte Arbeiten ausführen, was er jedoch bezweifle und auf seine Depression hin
weise. Der Patient sei wahrscheinlich noch für zwei bis drei Monate zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 2).
3.9
Dr. med. I._, Facharzt für Psychiatrie und für Psychotherapie, erstattete am 28. Juni 2016 sein psychiatrisches Gutachten zuhanden des
Krankentaggeldversicherers (Urk. 7/42/4-24). Er konnte nach Begutachtung des
Beschwerdeführers am 13. Juni 2016 keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nennen (S. 1 und S. 19 Ziff. 6). Als Diagnose ohne Ein
fluss
auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine leichtgradige depressive Episode; ICD-10
F32.0 (S. 19 Ziff. 7).
Dr.
I._
führte aus, als Hilfsarbeiter im Bereich Unterlagsböden bestehe
aus psychiatrischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ab dem Untersuch
ungsdatum vom 13. Juni 2016, welches auch für eine Verweistätigkeit gelte (S. 20 Ziff. 10). Da zum jetzigen Zeitpunkt maximal noch eine leichtgradige
depressive Episode zu diagnostizieren sei, sei der Gesundheitszustand als aus
reichend stabil zu bezeichnen. Eine namhafte Besserung des Gesundheits
zu
standes sei daher nicht zu erwarten. Es sei jedoch davon auszugehen, dass sich der Zustand der versicherten Person weiterhin stabilisieren werde (S. 20 Ziff. 9).
Laut Angaben des Beschwerdeführers im Rahmen der Erhebung der Sozial
anamnese/Biographie habe er 1987 für acht Jahre die Grundschule bis 1995 im Kosovo besucht und anschliessend von 1995 bis 1998 das Gymnasium. Er habe jedoch aufgrund des Krieges keinen Abschluss absolvieren können. Von April 1998 bis Juni 1999 habe er Militärdienst geleistet, sei dabei jedoch im eigenen Dorf geblieben
und nie mit dem Kriegsgeschehen oder mit Toten in Kontakt geraten
. Im Jahre 2000 habe er das Gymnasium mit Abschluss Abitur beendet. 2004 sei er in die Schweiz eingereist. Zunächst habe er nicht gearbeitet, im April 2005 dann als Maschinist für Unterlagsböden bis 2008
und daraufhin als Hilfsbodenleger bis 2011. Wegen Arbeitsmangel habe er im
April 2012 die Kündigung erhalten. Seither sei er in temporärer Anstellung gewesen, ihm sei im September oder Oktober 2015 aufgrund von Krankheit gekündigt worden (S. 8 Ziff. 3.4).
Dr. I._ führte aus, der Beschwerdeführer leide seit Anfang Januar 2015 an einer depressiven Episode. Bei der Begutachtung durch Dr. C._ im September 2015 habe eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) diagnostiziert werden können, bei guter Prognose. Im Widerspruch dazu stehe die Diagnose vom Spital E._, Psychiatrischer Dienst, nach statio
närem Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 13. Januar bis 4. März 2016, wo eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome sowie eine sonstige spezifische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden seien. Auf die Persönlichkeitsstörung sei in dem Verlaufsbericht nicht näher einge
gang
en worden. Während der jetzigen Untersuchung hätten sich keine Hin
weise für eine Persönlichkeitsstörung gezeigt, und die schwere depressive Episode sei überhaupt nicht nachvollziehbar. Auffallend sei auch, dass die anti
depressive Medikamentation nicht habe optimiert eingesetzt werden können, da der Versicherte immer wieder über unerwünschte Nebenwirkungen und mangelnde Wirkung berichtet habe, was so primär nicht nachvollziehbar sei. Im massiven Widerspruch zu der schweren depressiven Episode stehe, dass es der Beschwerdeführer kurz vor dem stationären Aufenthalt auch noch ge
schafft habe, die Eltern im Kosovo zu besuchen.
Dr. I._ hielt fest, während der jetzigen Begutachtung hätten sich keine Hinweise für eine depressive Symptomatik gezeigt, sodass hier maxi
mal noch von einer leichten depressiven Episode ausgegangen werden könne.
Diese Besserung sei auch ohne Medikation eingetreten, sodass eine weitere medikamentöse Therapie eine Stabilisierung erbringen könne, jedoch auch nicht unbedingt notwendig sei (S. 19 f. Ziff. 8).
3.10
Erst nach Verfügungserlass vom 23. Mai 2016 (Urk. 2) reichte der Versicherte im Beschwerdeverfahren ärztliche Berichte neueren Datums ein: Dabei gibt der Bericht der B._ vom 5. September 2016 (Urk. 12/1) Auskunft über das Vorgespräch mit lic. phil J._, Therapeutische Leiterin
der Klinik
K._, vom 2. September 2016 und die gestellten Diagnosen einer mittel
gradigen bis schweren depressiven Episode und eines Verdachts auf eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Im Austrittsbericht der B._ vom 10. Mai 2017 (Urk. 19/1) betreffend den stationären Aufenthalt in der Klinik K._ vom 20. Oktober 2016 bis 19. Januar 2017 nannten lic. phil. J._ und lic. phil. L._, Psychologe, die Diagnosen einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer mittelgradigen depressiven Episode. Während der gesamten Hospitalisation sei eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit bis 31. Januar 2017 attestiert worden. In den Berichten des M._ vom 2. und 22. März 2017 (Urk. 19/2-3) wurde sodann die Diagnose von cervikothorakalen Schmerzen rechtsbetont mit einer im MRI vom 14. Juni 2016 festgestellten grossen paramedianen bis foraminalen Diskushernie C6/7 in der jeweiligen Untersuchung ohne Anhaltspunkte für Radikulopathie sowie ohne Hinweise auf eine manifeste Radikulopathie mittels Elektroneuro
myo
graphie (ENMG) vom 8. März 2017 gestellt (vgl. auch die nicht weiter aussagekräftigen ärztlichen Zeugnisse betreffend Arbeitsunfähigkeit vom 12. Oktober und 26. Oktober 2016, Urk. 16/1-2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die Einschätzung der RAD-Ärztin
Dipl.-Med. G._ vom April 2016 (vgl. vorstehend E. 3.7) davon aus, dass beim Beschwerdeführer kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege (vgl. vorstehend E. 2.1).
4.2
Eine psychisch bedingte Invalidität im Sinne des Gesetzes liegt nur dann vor, wenn ein psychisches Leiden mit Krankheitswert fachärztlich ausgewiesen ist und es der betroffenen Person trotz Aufbietung allen guten Willens, die ver
bleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, wegen ihrer Beschwerden nicht zuzumuten ist, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, wobei das Mass des Forderbaren weitgehend objektiv bestimmt wird (BGE 130 V 352 f. E. 2.2.1, 131 V 49).
Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbs
unfähigkeit, als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeits
fähig
keit sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (vgl. vorstehend E. 1.2).
Weiter ist zu beachten, dass es gemäss Rechtsprechung in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beeinträchtigungen keineswegs allein Sache der mit dem konkreten Einzelfall gutachtlich befassten Arztpersonen ist, selber abschlies
send und für die rechtsanwendende Stelle verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu einer andauernden oder vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit in bestimmter Höhe und Ausprägung führt. Vielmehr hat die rechtsanwendende Instanz die ärztliche Stellungnahme zur Arbeitsfähig
keit auf ihre beweisrechtlich erforderliche Schlüssigkeit hin zu überprüfen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2-3.3).
4.3
Auf die Einschätzung der RAD-Ärztin Dipl.-Med. G._ vom April 2016 kann, obwohl es sich - wie der Beschwerdeführer zutreffend bemängelte -nicht um eine Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie handelt (vgl. vorstehend E. 2.2), in Anbetracht der Aktenlage abgestellt werden.
So ist hinsichtlich der
von den Fachpersonen der B._ im September 2015 (vgl. vorstehend E. 3.2) nach Behandlung des Beschwerdeführers von Mitte Mai bis Mitte Juli 2015 diagnostizierten leichtgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.0) und der vom behandelnden Psychiater Dr. A._ (vgl. vor
stehend E. 3.1 und E. 3.6) durchwegs diagnostizierten mittelgradigen depres
si
ven Episode (ICD-10 F32.1), welche auch von Dr. C._ im September 2015
(vgl. vorstehend E. 3.3) bestätigt wurde, darauf hinzuweisen, dass das Bun
des
gericht
festgehalten hat, dass
depressive
Störungen von leicht bis mitte
l
gra
dig
depressive
r
Natur, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episo
disch, einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht fallen, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sind (statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3).
Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfah
rung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut angehbar sind – gesetz
lich verlangten Konstellation ist den normativen Anforderungen des Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (BGE 141 V 281 E. 3.7.1 bis 3.7.3).
Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und statio
nären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nach
hal
tig ausgeschöpft wurden (BGE 140 V 193 E. 3.3; 137 V 64 E. 5.2).
Von einem kooperativen Verhalten des Beschwerdeführers kann, wie im Bericht der Ärzte der Klinik Z._ vom März 2016 (vgl. vorstehend E. 3.5) beschrieben wurde, im massgebenden Zeitraum bis zum Erlass der
Verfügung vom 23. Mai 2016 (Urk. 2) nicht gesprochen werden. Dennoch tra
t, wie Dr. I._ in seinem Gutachten vom Juni 2016 (
welches zwar kurz nach Erlass der Verfügung erstellt wurde, indes aufgrund der zeitlichen Nähe der Begutachtung vom 13. Juni 2016 zum Verfügungserlass vom 23. Mai 2016 durchaus geeignet ist, Auskunft über den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im massgeblichen Zeitraum bis zum Erlass der Verfügung zu geben [BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b; BGE 99 V 98 E. 4 mit Hinweisen];
vgl. vorstehend E. 3.9) bestätigte, eine Verbesserung und Stabilisierung des Gesundheitszu
standes ein, welches zwar kurz nach Erlass der Verfügung erstellt wurde, indes aufgrund der zeitlichen Nähe der Begutachtung vom 13. Juni 2016 zum Verfügungserlass vom 23. Mai 2016 durchaus geeignet ist, Auskunft über den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im massgeblichen Zeit
raum bis zum Erlass der Verfügung zu geben [BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b; BGE 99 V 98 E. 4 mit Hinweisen];
Wie Dr. I._ zutreffend festhielt, kann der Diagnostik
der Ärzte der Klinik
Z._ nicht gefolgt werden
. So entbehrt der Bericht einer
objektiven Befunderhebung und ohne wesentliche Kenntnis der Vorge
schich
te und allein
aus der
Tatsache
heraus
, dass
sich
der Beschwerdeführer bei den Therapien passiv
und abweisend
verhielt
,
wurde auf eine Persönlichkeits
störung und aufgrund seiner Angaben, dass es i
hm
schlecht gehe
,
auf eine
schwere
depressive Episode
ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2)
ge
schlossen.
Im massiven Widerspruch zum Vorliegen einer schweren depressi
ven Erkrankung steht, wie Dr. I._ ausführte, auch der Umstand, dass es dem Beschwerdeführer kurz vor Klinikeintritt möglich war, seine Eltern im Kosovo zu besuchen.
Dem Bericht der Ärzte der Klinik Z._ lässt sich jedoch entnehmen, dass der Beschwerdeführer angegeben hatte, er sei im Krieg nicht trauma
tisiert worden. Gleiches
bestätigte
er
auch anlässlich der Begutachtung bei
Dr. I._
im Ju
ni 2016
, als er ausführte, er habe bis Juni 1999 Militär
dienst geleistet, sei dabei jedoch im eigenen Dorf geblieben und nie mit dem Kriegsgeschehen oder mit Toten in Kontakt geraten.
Widersprüchlich erschei
nen daher seine Aussagen im Rahmen des Vorgesprächs am Ambulatorium für Traumafolgestörungen am 2. September 2016 sowie während des statio
nären Aufenthalts vom 20. Oktober 2016 bis 19. Januar 2017 (vgl. Urk. 12/1, Urk. 19/1). Abgesehen davon,
dass
in diesem Verfahren
lediglich der Sach
ver
halt bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung v
om 23. Mai 2016 beur
teilt wird (vgl. oben) und die Diagnose PTBS nicht von einem Facharzt gestellt wurde, stellt sich die Frage, ob eine allfällige posttraumatische Belas
tungs
störung angesichts
der Praxis des Bundesgerichtes
, wonach die Diag
nose
nur gestellt werden
kann
, wenn die Symptomatik innerhalb von sechs
Monaten nach einem belastenden Ereignis aufgetreten ist (vgl. Urteile des Bun
desgerichts 8C_242/2007 vom 20. Februar 2008 E. 2.3.3 sowie I 750/2006
vom 22. Au
gust 2007 E.
3.2.1)
und die Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 auch auf eine posttraumatische Belastungsstörung anwendbar ist (BGE 142 V 342), invalidenversicherungsrechtlich überhaupt relevant ist.
Aus den Akten und den eigenen Angaben des Beschwerdeführers
sind zumindest keine inner
halb eines halben Jahres seit der Einr
eise in die Schweiz im Jahr 2004
aufgetretene Symptome bekannt. Diese Fragen können in vorliegendem Verfahren letztlich offen bleiben.
Aufgrund des Gesagten ist demnach davon auszugehen, dass im massgeb
li
chen Zeitraum bis 23. Mai 2016 in psychischer Hinsicht kein invalidi
sie
render Gesundheitsschaden vorliegt.
4.4
In somatischer Hinsicht liess sich der Beschwerdeführer nach ergangener leistungsanspruchsverneinender Verfügung von seinem Hausarzt Dr. D._ an Dr. H._ überweisen. Der Bericht von Dr. H._ vom Juni 2016 (vgl. vorstehend E. 3.8) lässt jedoch auf keine weitergehenden Einschrän
kungen der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers schliessen. So steht die dort wiedergegebene Anamnese im Widerspruch zu den Ausführungen von Dr. D._ im Oktober 2015, wonach sich aus somatischer Sicht keine Ein
schrän
kungen der Arbeitsfähigkeit ergäben. Auch im Rahmen der Anmeldung zum Leistungsbezug war nur vor einem depressiven Leiden die Rede (vgl. Urk. 7/6 Ziff. 6.2). Eine allfällige Verschlechterung in somatischer Hinsicht gestützt auf die neu eingereichten Berichte (Urk. 19/2-3) ist im vorliegenden Verfah
ren sodann ebenfalls nicht zu prüfen (vgl. BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hin
weis; BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b; BGE 99 V 98 E. 4 mit
Hin
weisen). Angesichts der erwähnten myofaszialen Schmerzen (Urk. 19/2 S.
2
, Urk. 19/3 S. 1) erscheint ein invalidisierender somatischer Gesundheits
schaden allerdings als fraglich.
4.5
Aufgrund des Gesagten ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses weder in somatischer noch in psychischer Hinsicht ein invalidisierender Gesundheits
schaden ausgewiesen war.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Ab
wei
sung der Beschwerde führt.
5.
5.1.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.
--
anzu
setzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterlie
gen
den Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.2
Aufgrund eines kanzleitechnischen Versehens
wurde
mit Gerichtsverfügung vom 25. Oktober 2016 (Urk. 13) lediglich das Gesuch des Beschwerdeführers vom 23. Juni 2016 um unentgeltliche Prozessführung (Urk. 1 S. 2) bewilligt.
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewil
ligung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche Ver
beiständung notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Da der vorliegende Prozess nicht als von vornherein aussichtslos bez
eichnet werden kann und der Beschwerdeführer
bedürftig ist (vgl. Urk.
9 und Urk. 10/2),
und zudem die anwaltliche Verbeiständung notwendig, ist Advo
katin Karin Wüthrich, Rechtsdienst Procap Schweiz, Olten, als unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers zu bestellen und angesichts der Bedeu
tung der Streitsache und des Schwierigkeitsgrads des Prozesses mit Fr. 1‘700.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichts
kasse zu entschädigen.
Der Beschwerdeführer wird auf
§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht (GSVGer
) aufmerksam gemacht.