Decision ID: 1d0ebb3b-bbde-5f14-be6f-1f6d5ecc14f5
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer suchte am 30. Juli 2019 in der Schweiz um Asyl
nach und wurde in der Folge dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region
(...) zugewiesen.
Anlässlich der Personalienaufnahme (PA) vom 8. August 2019 und der An-
hörungen vom 30. August 2019 und 4. Oktober 2019 brachte er zu seinem
persönlichen Hintergrund und zur Begründung seines Asylgesuchs im We-
sentlichen vor, er sei sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie
und stamme aus B._ (Distrikt C._, Nordprovinz). In den
1990er Jahren seien seine (...) sowie (...) für die LTTE (Liberation Tigers
of Tamil Eelam) tätig gewesen. Ab dem Jahr 2006 habe sodann sein (...)
die LTTE unterstützt und sei nach einer einwöchigen Inhaftierung durch
das CID (Criminal Investigation Department) im Jahr 2013/2014 aus Sri
Lanka geflohen. Von Dezember 2018 bis April 2019 habe er im Auftrag sei-
nes mittlerweile in D._ lebenden (...) rund fünf Mal kleinere Geld-
beträge (je 10'000 Sri-Lanka-Rupien [entspricht knapp 50 Franken]) an
sechs ehemalige LTTE-Mitglieder beziehungsweise deren Familienange-
hörige verteilt. In der Folge hätten ihn Angehörige des CID am 5. Mai 2019
und 6. Mai 2019 vergebens bei seiner Familie zu Hause gesucht und beide
Male zu einer Befragung auf den Polizeiposten vorgeladen. Da er diesen
Vorladungen keine Folge geleistet habe, sei er am Abend des 6. Mai 2019
von Angehörigen des CID auf offener Strasse festgenommen und auf den
Polizeiposten mitgenommen worden, wo man ihn unter Anwendung mas-
siver Gewalt rund drei bis vier Stunden zur Herkunft und Verteilung des
Geldes verhört und mit dem Vorwurf konfrontiert habe, den Wiederaufbau
der LTTE zu unterstützen, bis er schliesslich betreffend die Herkunft und
die Verteilung des Geldes wahrheitsgemäss ausgesagt habe. Am folgen-
den Morgen sei er sodann unter der Auflage, seinen Heimatort nicht zu
verlassen und zukünftigen behördlichen Vorladungen nachzukommen, mit
der Hilfe seines (...) freigelassen worden. Ungefähr eine Woche nach sei-
ner Freilassung habe er erneut einer behördlichen Vorladung keine Folge
geleistet und sei zur Sicherheit bei einem (...) in derselben Nachbarschaft
untergekommen. Am darauffolgenden Tag sei er von einem Angehörigen
des CID auf der Strasse angehalten und mit einer Waffe bedroht worden,
wobei er habe flüchten können und im Anschluss bei seiner (...) in
E._ (Distrikt C._, Nordprovinz) untergetaucht sei. Gleichen-
tags hätten ihn Angehörige des CID bei seiner Familie zu Hause gesucht
und eine Hausdurchsuchung vorgenommen, im Rahmen derer persönliche
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Gegenstände – unter anderem Märtyrerporträts (...) und des LTTE-Führers
– konfisziert worden seien. Sodann hätten Angehörige des CID seinen (...)
kurzzeitig auf den Polizeiposten mitgenommen und dort über seinen Auf-
enthaltsort befragt. Nachdem ihn die heimatlichen Behörden auch bei sei-
ner (...) gesucht hätten, habe er Sri Lanka am 21. Juni 2019 auf dem Luft-
weg – mit der Hilfe eines Schleppers und mit Reisepapieren auf seinen
Namen lautend – verlassen. Nach der Ausreise hätten sich die heimatli-
chen Behörden wiederum bei seiner Familie zu Hause nach seinem Ver-
bleib erkundigt und auf den Strassen seines Wohnortes nach ihm Aus-
schau gehalten.
Zum Nachweis seiner Identität reichte er seine sri-lankische Identitätskarte
(im Original), seine Geburtsurkunde sowie seinen Führerschein (jeweils in
Kopie) zu den Akten.
A.b Mit Verfügung vom 15. Oktober 2019 stellte das SEM fest, der Be-
schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylge-
such ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Voll-
zug an.
A.c Die dagegen am 24. Oktober 2019 erhobene Beschwerde hiess das
Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-5585/2019 vom 5. November 2019
insofern gut, als es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache zur
Behebung des festgestellten Mangels (Verletzung der Begründungspflicht
respektive allgemein des rechtlichen Gehörs) sowie zur Neubeurteilung an
das SEM zurückwies.
B.
In der Folge nahm das SEM das erstinstanzliche Verfahren wieder auf und
wies den Beschwerdeführer am 13. November 2019 dem erweiterten Ver-
fahren zu.
C.
C.a Am 24. August 2020 liess der Beschwerdeführer beim SEM eine «Po-
lice Message Form» der TID F._ an das TID G._ vom 1. Juli
2020, wonach er sich am 10. Juli 2020 bei letzterem hätte melden sollen,
zu den Akten reichen (in Kopie und inklusive deutscher Übersetzung).
C.b Am 15. Dezember 2020 reichte der Beschwerdeführer das entspre-
chende Original ins Recht.
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D.
Mit Verfügung vom 12. Februar 2021 (eröffnet am 15. Februar 2021) stellte
das SEM erneut fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-
schaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der
Schweiz und ordnete den Vollzug an. Gleichzeitig entzog es einer allfälli-
gen Beschwerde die aufschiebende Wirkung.
E.
Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe der
rubrizierten Rechtsvertreterin vom 17. März 2021 (Datum des Poststem-
pels) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die an-
gefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm unter Zuerkennung der
Flüchtlingseigenschaft Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässig-
keit respektive Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen
und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Subeventualiter sei die Sache
zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrecht-
licher Hinsicht ersuchte er um Wiederherstellung der aufschiebenden Wir-
kung der Beschwerde und um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-
rung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie
um Beiordnung seiner Rechtsvertreterin als amtlichen Rechtsbeistand.
Der Beschwerde lag eine Kopie der angefochtenen Verfügung, eine Voll-
macht vom 16. Oktober 2019 sowie eine Kostennote der Rechtsvertreterin
vom 17. März 2021 bei.
F.
Am 18. März 2021 reichte der Beschwerdeführer eine Fürsorgeabhängig-
keitsbestätigung vom 17. März 2021 nach.
G.
Mit Instruktionsverfügung vom 30. März 2021 stellte der Instruktionsrichter
fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der
Schweiz abwarten, und stellte – unabhängig von ihren Erfolgsaussichten –
die aufschiebende Wirkung der Beschwerde gestützt auf Art. 55 Abs. 3
VwVG wieder her.
H.
Mit Zwischenverfügung vom 29. April 2021 wies der Instruktionsrichter so-
dann die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
amtlichen Rechtsverbeiständung ab und forderte den Beschwerdeführer
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unter Androhung des Nichteintretens im Säumnisfall auf, bis zum 14. Mai
2021 einen Kostenvorschuss von Fr. 750.– zu leisten.
I.
Am 12. Mai 2021 ging der Kostenvorschuss fristgerecht beim Bundesver-
waltungsgericht ein.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-
den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet
des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d
Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der Beschwerdeführer ist als Ver-
fügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf
die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108
Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachstehend aufgezeigt –
als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zu-
ständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG),
ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln
(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
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4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsge-
richt hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in ver-
schiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf
kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.).
5.
5.1 Die Vorinstanz gelangte in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen
an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG stand.
Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, die Ausführungen des Be-
schwerdeführers rund um die geltend gemachten Behelligungen seitens
des CID (Verhör mitsamt Folter, Haft sowie anhaltende behördliche Suche
nach der Freilassung bis zur Ausreise) seien in wesentlichen Punkten zu
wenig konkret, detailliert und differenziert dargelegt worden und vermittel-
ten den Eindruck, der Beschwerdeführer habe das Geschilderte nicht
selbst erlebt. So habe er hinsichtlich des Verhörs zusammengefasst zu
Protokoll gegeben, der CID-Beamte habe ihn gleich zu Beginn mit der of-
fenen Hand ins Gesicht geschlagen und ihn danach zur Herkunft des Gel-
des befragt. Er habe dies vorerst verschwiegen, weshalb man ihn erst im
Stehen und danach auf dem Boden liegend mit einem Holzstock verprügelt
habe. Irgendwann habe er die Schläge nicht mehr ausgehalten und die
Wahrheit gesagt, worüber ein Protokoll erstellt worden sei, welches er un-
terzeichnet habe. Zwar habe er in der zweiten Anhörung einige zusätzliche
Details genannt, wie beispielsweise den Rang des CID-Beamten, die An-
zahl Schläge und den Umstand, dass er sich habe hinknien müssen. Diese
Ergänzungen würden aber weder in qualitativer noch in quantitativer Hin-
sicht dem zu erwarteten Detailreichtum einer lebensnahen Schilderung von
tatsächlich Erlebtem entsprechen. So wäre zu erwarten gewesen, dass der
Bericht eines rund dreistündigen Verhörs eine Reihe weiterer Einzelheiten
zu den entsprechenden Interaktionen der Beteiligten, zu Veränderungen
im Verhalten der Beamten und auch zum Wandel der eigenen physischen
und psychischen Verfassung beinhaltet hätte. Bis auf die Aussage, dass er
Angst gehabt und die Misshandlungen nicht mehr ausgehalten habe, fehle
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es seinem Bericht gänzlich an der zu erwartenden persönlichen Betroffen-
heit. Auch seine Schilderungen betreffend die Inhaftierung im Anschluss an
das Verhör beschränkten sich auf einige wenige Handlungsabläufe. So
habe er zusammengefasst angegeben, die Nacht auf dem Polizeiposten
verbracht und mehrmals nach seiner Entlassung gefragt zu haben, bis ihn
sein (...) am folgenden Morgen abgeholt habe. Auffällig sei insbesondere,
dass seine diesbezüglichen Schilderungen keinen Bezug zu den angeblich
während des Verhörs erlittenen schweren Misshandlungen aufwiesen.
Darüber hinaus sei festzustellen, dass sein Bericht über das Verhör und
die Haft in beiden Anhörungen fast identisch ausgefallen sei, sowohl hin-
sichtlich des Inhalts, der Länge als auch der Struktur der Erzählung, was
auf einen auswendig gelernten Sachverhalt schliessen lasse. Schliesslich
werfe auch sein Verhalten nach der Freilassung Fragen auf. Vor dem Hin-
tergrund, dass angeblich weiterhin schwere Vorwürfe gegen ihn bestanden
hätten, erstaune es, dass er keinerlei Sicherheitsvorkehrungen getroffen
habe. Namentlich habe er darauf verzichtet, die ihn belastenden Gegen-
stände zu entfernen, und habe sich erst bei einer erneuten Vorladung zu
einem (...) begeben. Nach dem Gesagten sei das Vorbringen, dass ihm
ernsthaft der Wiederaufbau der LTTE vorgeworfen und er deshalb schwer
misshandelt und intensiv verfolgt worden sei, als unglaubhaft zu qualifizie-
ren. An dieser Einschätzung vermöge auch die eingereichte «Police Mes-
sage Form» vom 1. Juli 2020 nichts zu ändern, zumal dieser angesichts
der leichten Käuflichkeit und Fälschbarkeit solcher Dokumente nur ein be-
schränkter Beweiswert zukomme.
Aus seinen Aussagen gehe allerdings hervor, dass er mehrfach von den
heimatlichen Behörden zu Einvernahmen vorgeladen worden sei, denen er
keine Folge geleistet habe. In der Konsequenz sei er schliesslich zwecks
Einvernahme festgenommen worden, wobei man ihn geschlagen habe.
Nach seiner Freilassung habe er erneut behördlichen Vorladungen keine
Folge geleistet, weshalb ihn ein Beamter mit vorgehaltener Waffe habe
festnehmen wollen. Das teils einschüchternde Vorgehen der sri-lankischen
Behörden gegenüber der tamilischen Bevölkerung werde in keiner Weise
gutgeheissen. Betreffend die vom Beschwerdeführer geltend gemachten
Nachteile sei jedoch festzuhalten, dass diese keine flüchtlingsrechtlich re-
levante Verfolgung darstellten. An dieser Einschätzung vermöge auch
nichts zu ändern, dass ihn ein Beamter bei der Festnahme mit offener Hand
ins Gesicht geschlagen habe. Hierfür fehle es den geltend gemachten Um-
ständen an der nötigen Intensität. Dasselbe gelte auch für die Bedrohung
mit einer Waffe durch einen Beamten, zumal er in dieser Situation versucht
habe zu fliehen. Weiter sei nicht erkennbar, wie eine einmalige Festnahme
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und ein weiterer Festnahmeversuch einen unerträglichen psychischen
Druck bewirkt hätten. So habe er sich nach der Freilassung und trotz er-
neuter Vorladung wie gewohnt am Treffpunkt seiner Freunde an einer
Strassenkreuzung aufgehalten. Auch der Umstand, dass er einen Monat
bei seiner (...) untergetaucht sei, vermöge alleine keinen unerträglichen
psychischen Druck zu begründen. Vor diesem Hintergrund könne auf eine
abschliessende Beurteilung der Glaubhaftigkeit verzichtet werden.
Im Zusammenhang mit der Prüfung, ob der Beschwerdeführer im Falle der
Rückkehr nach Sri Lanka begründete Furcht vor künftigen Verfolgungs-
massnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG haben muss, stellte die Vorinstanz
mit Blick auf die vom Bundesverwaltungsgericht im Urteil E-1866/2015 vom
15. Juli 2016 festgelegten Risikofaktoren fest, der Beschwerdeführer habe
nicht nachweisen oder zumindest glaubhaft machen können, vor seiner
Ausreise flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsmassnahmen ausge-
setzt gewesen zu sein. Allfällige, im Zeitpunkt der Ausreise bestandene Ri-
sikofaktoren (insbesondere LTTE-Mitgliedschaft einzelner Verwandten
[{...}, {...} sowie {...}]) hätten folglich kein Verfolgungsinteresse auszulösen
vermocht. Aufgrund der Aktenlage sei nicht ersichtlich, weshalb der Be-
schwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nunmehr in den Fokus
der Behörden geraten und in asylrelevanter Weise verfolgt werden sollte.
An dieser Einschätzung vermöge auch der Regierungswechsel vom
16. November 2019 nichts zu ändern. Es sei zwar festzustellen, dass mit
der Wahl von Gotabaya Rajapaksa zum Präsidenten sowie ersten Anzei-
chen der Zunahme von Überwachungsaktivitäten Befürchtungen von mehr
Repression und Überwachung von Menschenrechtsaktivisten, Journalis-
ten, Oppositionellen, regierungskritischen Personen und Minderheiten ein-
hergingen. Dennoch gebe es zum jetzigen Zeitpunkt keinen Anlass zur An-
nahme, dass ganze Volksgruppen unter Präsident Gotabaya Rajapaksa
kollektiv einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. Voraussetzung für die
Annahme einer Verfolgungsgefahr aufgrund der Präsidentschaftswahlen
vom 16. November 2019 sei ein persönlicher Bezug der asylsuchenden
Person zu eben diesem Ereignis respektive dessen Folgen. Im vorliegen-
den Fall seien den Akten indessen keine Hinweise auf eine Verschärfung
der persönlichen Situation des Beschwerdeführers aufgrund dieses Ereig-
nisses zu entnehmen. Somit bestehe kein begründeter Anlass zur An-
nahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevanten Verfolgungsmass-
nahmen ausgesetzt sein werde.
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5.2 In der Rechtsmitteleingabe wird eine Verletzung von Art. 7 AsylG sowie
Art. 3 AsylG gerügt. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz habe der Be-
schwerdeführer die Verfolgung glaubhaft dargelegt und erfülle die Voraus-
setzungen zur Anerkennung als Flüchtling.
Zur Begründung wird – unter Wiederholung des Sachverhalts – im Wesent-
lichen geltend gemacht, der Beschwerdeführer habe ein schlüssiges und
detailreiches Bild seiner Verfolgung aufgezeigt, indem er spontan Details
genannt habe, die kaum jemand nennen würde, der eine solche Situation
nicht selbst durchlebt habe. Ferner sei er im Rahmen der Beschwerdebe-
sprechung mit seiner Rechtsvertreterin im Stande gewesen, weitere De-
tails zu seinem Verhör, der Haft und der Zeit nach der Freilassung anzuge-
ben, die mit dem bereits Gesagten in sich schlüssig und plausibel seien.
Aus den Akten gehe sodann deutlich hervor, dass der Beschwerdeführer
nach der Freilassung intensiv gesucht worden sei. Der Umstand, dass er
zwischen der Freilassung und der erneuten Vorladung keine Vorsichts-
massnahmen getroffen habe, sei auf seine schlechte psychische und phy-
sische Verfassung infolge der Haft zurückzuführen und spreche keines-
wegs gegen die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen. Weiter habe er die er-
wähnten persönlichen Gegenstände schon lange besessen und nicht ge-
ahnt, dass sie ihm noch Probleme bereiten könnten. Schliesslich sei darauf
hinzuweisen, dass er in den Anhörungen ständig angehalten worden sei,
sich kurz zu fassen, und darüber hinaus in schlechter psychischer Verfas-
sung gewesen sei, was bei der Bewertung seiner Aussagen berücksichtigt
werden müsse.
Weiter sei die Argumentation der Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer
einzig deshalb behördlich gesucht worden sei, weil er behördlichen Vorla-
dungen keine Folge geleistet habe, unhaltbar. So gehe aus dem Bericht
der Schweizerischen Flüchtlingshilfe «Sri Lanka: Aktuelle politische Situa-
tion, Überwachung der Diaspora, Geldsammeln im Ausland für Kriegsop-
fer» vom 10. April 2020 hervor, dass Geldsammelaktivitäten im Ausland
von den heimatlichen Behörden als Versuch gesehen würden, die LTTE
wiederzubeleben. Dementsprechend sei er von den heimatlichen Behör-
den gefoltert und intensiv gesucht worden, was klar eine asylrelevante Ver-
folgung darstelle. Der Umstand, dass er sich mit seinen Freunden an ihrem
üblichen Ort aufgehalten habe, spreche sodann nicht gegen einen uner-
träglichen psychischen Druck. Der Kontakt mit Freunden sei gerade eine
Strategie, mit einer solchen Situation umzugehen. Zudem sei ihm der Ernst
der Lage erst in vollem Umfang bewusst geworden, als er mit einer Waffe
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bedroht worden sei. Anschliessend habe er das Haus seiner (...) bis zur
Ausreise auch nicht mehr verlassen.
Im Zusammenhang mit der Frage, ob er über ein Risikoprofil verfüge, auf-
grund dessen er begründete Furcht vor künftiger Verfolgung habe, bringt
der Beschwerdeführer vor, gleich mehrere Risikofaktoren zu erfüllen. Er
habe glaubhaft machen können, infolge des Vorwurfs des Wiederaufbaus
der LTTE bereits inhaftiert gewesen zu sein und sich anschliessend dem
Zugriff der Behörden entzogen zu haben. Ausserdem habe sein (...) die
LTTE unterstützt und sei aus dem Land geflüchtet, was den Behörden
ebenfalls bekannt sei. Darüber hinaus habe sich seine Gefährdungslage
seit den Wahlen im November 2019 massiv verschärft, was die Vorinstanz
unberücksichtigt gelassen habe. Dasselbe gelte für die Entführung einer
Angestellten der Schweizer Botschaft in Colombo durch Unbekannte.
6.
6.1 In der Beschwerde werden formelle Rügen erhoben, welche vorab zu
beurteilen sind, da sie gegebenenfalls geeignet sind, eine Kassation der
vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der Beschwerdeführer wirft der
Vorinstanz eine Verletzung der Begründungspflicht (respektive allgemein
des Anspruchs auf rechtliches Gehör) sowie die unrichtige und unvollstän-
dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts vor.
6.2 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz beschränke sich erneut da-
rauf, seine Vorbringen pauschal als unglaubhaft abzutun. Die Begrün-
dungspflicht sei daher nach wie vor als verletzt zu betrachten. Die Rüge ist
unbegründet. Mit dem Kassationsurteil D-5585/2019 vom 5. November
2019 wurde darauf erkannt, die Vorinstanz wäre gehalten gewesen, sich
mit den Vorbringen des Beschwerdeführers hinreichend auseinanderzuset-
zen. In der neu ergangenen und vorliegend angefochtenen Verfügung vom
12. Februar 2021 ist die Vorinstanz dieser Aufforderung nachgekommen,
indem sie die Überlegungen, von denen sie sich hat leiten lassen und auf
die sie ihren Entscheid stützt, in der angefochtenen Verfügung nachvoll-
ziehbar und hinreichend differenziert aufgezeigt hat (vgl. Verfügung des
SEM vom 12. Februar 2021, Ziff. II). Eine sachgerechte Anfechtung war
denn auch möglich, wie die vorliegende Beschwerde zeigt. Eine Verletzung
der Begründungspflicht ist demnach zu verneinen.
6.3 Der Beschwerdeführer bringt ferner vor, die Vorinstanz wäre ange-
sichts seiner detailreichen Schilderung gehalten gewesen, nach der Rück-
weisung weitere Untersuchungshandlungen vorzunehmen. Die Rüge ist
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ebenso unbegründet. Die Vorinstanz hatte weder gestützt auf das Kassa-
tionsurteil noch aufgrund der Vorbringen Anlass, weitere Abklärungen vor-
zunehmen. Der Beschwerdeführer vermengt dabei die sich aus dem Un-
tersuchungsgrundsatz ergebende Frage der Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhaltes mit derjenigen der rechtlichen Würdigung der Sache,
welche die materielle Entscheidung über die vorgebrachten Asyl- und Weg-
weisungsgründe betrifft, weshalb diesbezüglich auf die nachfolgenden Er-
wägungen zu verweisen ist. Alleine der Umstand, dass der Beschwerde-
führer die Auffassung und Schlussfolgerungen der Vorinstanz nicht teilt,
stellt mithin keine unrichtige beziehungsweise unvollständige Sachver-
haltsfeststellung dar.
6.4 Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, die angefochtene
Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an die Vor-
instanz zurückzuweisen. Das entsprechende Subeventualbegehren ist ab-
zuweisen.
7.
7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten so-
dann in materieller Hinsicht zum Schluss, dass die Vorinstanz in ihren Er-
wägungen zutreffend festgehalten hat, die Vorbringen des Beschwerdefüh-
rers würden den Anforderungen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7
AsylG respektive an die Asylrelevanz gemäss Art. 3 AsylG nicht genügen.
Auf die betreffenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung (vgl.
die Zusammenfassung der entsprechenden Erwägungen in E. 5.1 des vor-
liegenden Urteils) kann mit den nachfolgenden Ergänzungen verwiesen
werden. Die Ausführungen auf Beschwerdeebene vermögen zu keiner an-
deren Betrachtungsweise zu führen.
7.2 Zunächst ist festzuhalten, dass die Schilderungen des Beschwerdefüh-
rers zur Verteilung des Geldes – dem Auslöser für seine geltend gemach-
ten Probleme – sehr allgemein und oberflächlich und ohne markante De-
tails ausgefallen sind. Auch auf (mehrmalige) Nachfrage vermochte er
seine Ausführungen nicht zu präzisieren (vgl. A14 F73, F81-90; A17 F33,
F45-47). Die Nachfrage, ob es anlässlich des Geldverteilens ein besonde-
res Ereignis oder Gespräch gegeben habe, welches ihm besonders in Er-
innerung geblieben sei, beantwortete er beispielsweise einzig dahinge-
hend, dass sich nichts Besonderes zugetragen habe (vgl. A17 F46).
Dadurch ergeben sich erste Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Darstel-
lung.
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Seite 12
Darüber hinaus ist der Vorinstanz darin beizupflichten, dass die Vorbringen
des Beschwerdeführers rund um die geltend gemachten Behelligungen
seitens des CID (Verhör mitsamt Folter, Haft sowie anhaltende behördliche
Suche nach der Freilassung bis zur Ausreise) in den wesentlichen Punkten
den Anforderungen an das reduzierte Beweismass des Glaubhaftmachens
nicht standhalten. Der Einwand auf Beschwerdeebene, er habe hierzu
zahlreiche Angaben gemacht, bietet für sich alleine noch kein Indiz für die
Glaubhaftigkeit der Vorbringen, zumal die gemachten Angaben die erfor-
derliche Substanz vermissen lassen und mithin – entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers – nicht als Realkennzeichen taxiert werden können
(vgl. A14 F141-144, F148-164, F202-205, F210-211, F228-231; A17 F54,
F56, F63-72, F77-81). Zur Vermeidung von Wiederholungen kann diesbe-
züglich auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden. Ferner ist
der Einwand in der Beschwerde, der Beschwerdeführer sei anlässlich der
Beschwerdebesprechung in der Lage gewesen, ein umfassendes Bild sei-
ner Verfolgung zu zeichnen, offensichtlich nicht stichhaltig, zumal die Dar-
legung des wesentlichen Sachverhalts grundsätzlich im Verantwortungs-
bereich der asylsuchenden Person liegt. Der Beschwerdeführer hat im
vorinstanzlichen Verfahren im Rahmen der Anhörungen die Möglichkeit ge-
habt, sich umfassend – auch in einem freien Bericht (vgl. A14 F68) – zu
seinen Asylgründen zu äussern. Auch der Einwand des Beschwerdefüh-
rers, die vagen Schilderungen seien darauf zurückzuführen, dass er in den
Anhörungen ständig angehalten worden sei, sich kurz zu fassen, vermö-
gen das Gericht nicht zu überzeugen, zumal er die Richtigkeit und Vollstän-
digkeit der Protokolle anlässlich der Rückübersetzungen unterschriftlich
bestätigte und ersteres ergänzen liess (vgl. A14 S. 33; A17 S. 15).
Schliesslich ist das nicht weiter belegte Vorbringen, er sei anlässlich der
Anhörungen in schlechter psychischer Verfassung gewesen, weshalb er
Mühe gehabt habe, seine Situation präzis darzulegen, als unbehelflich zu
erachten, zumal nach Durchsicht der Anhörungsprotokolle nicht der Ein-
druck entsteht, der Beschwerdeführer sei an den Anhörungen nicht in der
Lage gewesen, die ihm gestellten Fragen zu beantworten, und auch die
damals anwesende Rechtsvertretung keine Anmerkungen machte.
Entgegen den Beschwerdeausführungen hat die Vorinstanz sodann zu
Recht festgehalten, es widerspreche der allgemeinen Erfahrung und Logik
des Handelns, dass der Beschwerdeführer trotz angeblicher Behelligungen
durch das CID in der Zeit nach der Freilassung und vor dem Festnahme-
versuch keine Vorsichtsmassnahmen getroffen habe. Ein solches Verhal-
ten entspricht offensichtlich nicht einer an Leib und Leben bedrohten Per-
son. Der Einwand des Beschwerdeführers, dieser Umstand sei auf seine
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schlechte physische und psychische Verfassung zurückzuführen, vermag
nicht zu überzeugen. Ferner spricht gegen ein konkretes Verfolgungsinte-
resse seitens der sri-lankischen Behörden, dass der Beschwerdeführer
trotz angeblicher Behelligungen durch das CID im Juni 2019 mit Reisepa-
pieren auf seinen Namen lautend hat ausreisen können (vgl. A11 Ziff. 5.01;
A14 F59-60, F288). Der Einwand des Beschwerdeführers, es sei ohne
Weiteres möglich, das Land mit der Hilfe eines Schleppers zu verlassen
(vgl. A11 Ziff. 5.01; A14 F59), kann mit Blick auf die Gesamtumstände nicht
gehört werden.
Nach dem Gesagten ist das pauschale Vorbringen, die Behörden hätten
ihn nach seiner Ausreise im Juni 2019 bei seiner Familie zu Hause gesucht
und auf den Strassen seines Wohnortes nach ihm Ausschau gehalten (vgl.
A14 F274-276; A17 F4-15), als blosse Schutzbehauptung zu werten. Da-
ran vermag – wie die Vorinstanz mit zutreffender Begründung zu Recht
festgehalten hat – auch die im vorinstanzlichen Verfahren eingereichte
«Police Message Form» vom 1. Juli 2020 nichts zu ändern. Darüber hinaus
erscheint es wohl wenig plausibel, dass gegen den Beschwerdeführer erst
am 1. Juli 2020, mithin ein Jahr nach seiner Ausreise aus dem Heimatland,
eine solche ausgestellt worden sein soll.
Somit ist im Sinne eines Zwischenergebnisses festzuhalten, dass die
Fluchtvorbringen des Beschwerdeführers als nicht glaubhaft zu erachten
sind, weshalb ihre Asylrelevanz nicht zu prüfen ist. Auf die in diesem Zu-
sammenhang erfolgten Erwägungen der Vorinstanz und des Beschwerde-
führers ist deshalb nicht näher einzugehen.
7.3 Weiter ergibt sich – entgegen der auf Beschwerdeebene vertretenen
Ansicht – auch unter Berücksichtigung allfälliger Risikofaktoren im Hinblick
auf die Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka nicht mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich relevante Gefähr-
dung beziehungsweise eine im heutigen Zeitpunkt begründete Furcht vor
künftiger Verfolgung (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes E-1866/
2015 vom 15. Juli 2016 [als Referenzurteil publiziert], E. 8.5.5). Wie soeben
dargelegt, konnte der Beschwerdeführer keine asylrelevante Verfolgung
vor seiner Ausreise glaubhaft machen. Ferner lässt sich auch im Kontext
seiner Vorbringen zu den LTTE-Verbindungen seines (...) (vgl. A14 F98-
100, F252) kein Verfolgungsinteresse erkennen; dies gilt umso mehr als er
nicht geltend macht, vor seiner Ausreise alleine aufgrund dieser Verbindun-
gen Nachteile erlitten zu haben (vgl. A14 F254-255). Dasselbe gilt im Übri-
gen auch hinsichtlich der LTTE-Verbindungen seiner (...) und seinen (...)
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(vgl. A14 F102-105, F249-251). Alleine aus der tamilischen Ethnie, der
Asylgesuchseinreichung in der Schweiz und der nunmehr zweijährigen
Landesabwesenheit kann er keine Gefährdung seiner Person ableiten.
7.4 Die Vorinstanz hat sodann – entgegen den Vorbringen auf Beschwer-
deebene – mit zutreffender Begründung einen konkreten Fallbezug im
Kontext der veränderten Sicherheitslage in Sri Lanka, namentlich seit dem
Regierungs- und damit verbundenen Machtwechsel, verneint. Dasselbe
gilt im Übrigen hinsichtlich der Entführung einer Angestellten der Schweizer
Botschaft in Colombo am 25. November 2019. Gemäss Auskunft der
Schweizerischen Botschaft sind im Zusammenhang mit der Entführung der
Botschaftsmitarbeiterin keine Informationen in Bezug auf Einzelpersonen
– mithin auch nicht betreffend den Beschwerdeführer – an die sri-lanki-
schen Behörden gelangt, so dass keine Anhaltspunkte auf eine erhöhte
Gefährdungssituation hinweisen.
7.5 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Vorinstanz die
Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein
Asylgesuch folgerichtig abgelehnt hat.
8.
Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus
der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt.
Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-
haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl.
BVGE 2013/37 E. 4.4; BVGE 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die Wegweisung
wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet.
9.
9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
9.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-
rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin
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oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-
gegenstehen.
9.2.1 Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist
– wie von der Vorinstanz zutreffend festgehalten – das flüchtlingsrechtliche
Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5
AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich viel-
mehr nach den allgemeinen verfassungs- und völkerrechtlichen Bestim-
mungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezem-
ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder ernied-
rigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK).
9.2.2 Sodann ergeben sich – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz und
entgegen der auf Beschwerdeebene vertretenen Ansicht – weder aus den
Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte da-
für, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit
beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK
verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis
des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener
des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im
Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen
würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008,
Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.).
Der EGMR hat sich wiederholt mit der Gefährdungssituation von Tamilen
auseinandergesetzt, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zu-
rückkehren müssen (vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom
19. September 2013, Beschwerde Nr. 10466/11; T.N. gegen Dänemark, Ur-
teil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 20594/08; P.K. gegen Däne-
mark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 54705/08; N.A. gegen
Grossbritannien, Urteil vom 17. Juli 2008, Beschwerde Nr. 25904/07). Da-
bei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in genereller Weise davon aus-
zugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Be-
handlung. Vielmehr müssten im Rahmen der Beurteilung, ob Betroffene
ernsthafte Gründe für die Befürchtung hätten, die Behörden hätten an ihrer
Festnahme und weitergehenden Befragung ein Interesse, verschiedene
Aspekte beziehungsweise persönliche Risikofaktoren in Betracht gezogen
werden (vgl. EGMR, T.N. gegen Dänemark, a.a.O, § 94).
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Nachdem der Beschwerdeführer nicht darzutun vermochte, dass er be-
fürchten müsse, bei einer Rückkehr ins Heimatland die Aufmerksamkeit
der sri-lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Aus-
mass auf sich zu ziehen, bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, ihm
würde aus demselben Grund eine menschenrechtswidrige Behandlung
drohen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt
den Wegweisungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen (vgl. dazu
BVGE 2011/24 E. 10.4 und das weiterhin einschlägige Referenzur-
teil E-1866/2015 E. 12.2). Dies gilt auch unter Berücksichtigung der Ergeb-
nisse der Präsidentschaftswahlen von November 2019 sowie des diploma-
tischen Konflikts zwischen der Schweizer Botschaft und den sri-lankischen
Behörden (vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-6447/2019 vom 29. März
2021 E. 7.1.3). Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung so-
wohl im Sinne der landes- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen
zulässig.
9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
9.3.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und
den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka
weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt; dies gilt auch unter
Berücksichtigung der (sicherheits-)politischen Ereignisse in den vergange-
nen Jahren (vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-6447/2019 vom 29. März
2021 E. 7.2.1 m.w.H.). Gemäss nach wie vor gültiger Rechtsprechung ist
der Wegweisungsvollzug in die Ost- und Nordprovinz weiterhin zumutbar,
wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere
Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes so-
wie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) be-
jaht werden kann (vgl. Referenzurteile E-1866/2015 vom 15. Juli 2016
E. 13.2 und D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5).
9.3.2 Der Beschwerdeführer stammt aus B._, wo er – mit Aus-
nahme seines Aufenthaltes in E._ (beides Distrikt C._,
Nordprovinz) – von Geburt bis zur Ausreise lebte (vgl. A14 F25-32, F50).
Der Vollzug in diese Provinz ist im Lichte der Rechtsprechung grundsätz-
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lich zumutbar. Im vorliegenden Fall sprechen sodann – wie in Übereinstim-
mung mit der Vorinstanz festzustellen ist – keine individuellen Gründe ge-
gen einen Wegweisungsvollzug. Nach wie vor leben mehrere Familienmit-
glieder des Beschwerdeführers in Sri Lanka ([...], [...] und [...] [vgl. A14 F36,
F39]), welche ihn bei einer Rückkehr und Wiedereingliederung in den Alltag
in Sri Lanka unterstützen und ihm eine gesicherte Wohnsituation bieten
können. Ferner hat er in seinem Heimatland eine höhere Schule abge-
schlossen (vgl. A14 F8-12), eine Ausbildung als (...) absolviert (vgl. A14
F13-16) und daneben auch Arbeitserfahrungen im (...) und in der (...) ge-
sammelt (vgl. A14 F17-20), was ihm beim Aufbau einer neuen wirtschaftli-
chen Existenz entgegenkommen wird. Sodann konnte der Beschwerdefüh-
rer vor seiner Ausreise von der finanziellen Unterstützung seiner (...) leben
(vgl. A14 F47, F63). Bei einer Rückkehr ist davon auszugehen, dass dies
– zumindest für die erste Zeit – auch weiterhin der Fall sein dürfte. Beson-
dere Umstände, aufgrund derer von einer Existenzbedrohung ausgegan-
gen werden müsste, sind vorliegend keine ersichtlich. An dieser Einschät-
zung vermögen auch die geltend gemachten psychischen Probleme nichts
zu ändern, zumal diese – wie bereits erwähnt – unbelegt geblieben sind.
Im Übrigen sind in Sri Lanka bei psychischen Erkrankungen sowohl statio-
näre als auch ambulante Betreuungsmöglichkeiten verfügbar (vgl. hierzu
Urteil des BVGer E-3385/2020 vom 8. März 2021, E. 7.4.3 m.w.H.). Nach
dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumut-
bar.
9.4 Ferner obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen Ver-
tretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedoku-
mente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
9.5 Schliesslich steht auch die Covid-19-Pandemie dem Wegweisungsvoll-
zug nicht entgegen. Dabei handelt es sich – wenn überhaupt – um ein tem-
poräres Vollzugshindernis, welchem im Rahmen der Vollzugsmodalitäten
durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tragen ist, indem etwa der
Zeitpunkt des Vollzugs der Situation im Heimatland angepasst wird (vgl.
Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommis-
sion [EMARK] 1995 Nr. 14 E. 8d und e).
9.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
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10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen.
11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Begleichung der
Verfahrenskosten zu verwenden.
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