Decision ID: 9ec007c5-16e3-4f59-8fc0-d12fcc86ce7d
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1953
,
verheiratet
, absolvierte die
Schule bis zur
Ober
stufe
in Algerien
und verfügt über keine
in der Schweiz
anerkannte
berufliche Ausbildung (Urk. 9/
6 S. 2 und S. 5
).
Sie
arbeitet seit
5
.
Januar
1998
als
Klein
kin
dererzieherin
bei
der
A._
(vgl.
Urk. 9/16
S. 1
). Bis
im
Mai 2015 war sie
in einem Pensum von
61
.
8
5 %
tätig (vgl. Urk. 9/
45
). Danach
war sie
vom 2
0.
bis zum 25.
Mai 2015
vorübergehend zu 100
%
und
danach
zu
50
%
krank
geschrieben
und arbeitete weiterhin
in reduzierterem Um
fang
(vgl. Urk. 9/7/
5, Urk. 9/7/7, Urk. 9/7/10-12
,
Urk. 9/16 S. 3
, Urk. 9/29/5, Urk. 9/29/7,
Urk. 9/29/10
).
Im Jahr
2017 erreichte sie das Rentenalter.
1.2
Am 9. Oktober 2015 (Urk. 9/6)
meldete sich
die
Versicherte bei der Invaliden
ver
sicherung unter Hinweis auf
Schmerzen im Knie bei längerer Belastung seit einem Unfallereignis
zum Leistungsbezug an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, tätigte in der Folge Abklärungen in erwerblicher sowie medizinischer Hinsicht
. Unter anderem
holte
sie
die Akten des Krankentaggeld
versicherers der Versicherten ein
und führte
am 2.
September 2016 (Urk. 9/34)
eine Haushaltsabklärung durch
.
Am
16. Juni 2016
(Urk. 9/
31
) wies
die IV-Stelle
das Gesuch um berufli
che Massnahmen ab und teilte der
Versicherten
mit, dass über den Rentenanspruch mit separater Verfügung entschieden werde.
Nach erfolgtem
Vorbescheidverfahren
(vgl. Urk. 9/
38
, Urk. 9/
39
und Urk. 9/
41
) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
24
. März 2017 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 8. Mai 2017 (Urk. 1) Beschwerde mit den Anträgen, es sei die Verfügung
der IV-Stelle
vom 24. März 2017 aufzuheben und ihr die ihr zustehende
n
gesetzlichen Leistungen beziehungsweise die ihr zustehende ganze Invalidenrente zuzusprechen. Zudem sei ein zweiter Schriften
wechsel anzuordnen, um eine Stellungnahme der IV-Stelle zu erwirken
,
und es sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren (S. 1).
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 21. Juni 2017 (Urk. 8) Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 17. Juli 2017 (Urk. 16) zur Kenntnis gebracht wurde. Mit selbiger Verfügung wurde
der
unver
tretenen
Beschwerdeführerin
zudem die unentgeltliche Prozessführung gewährt und mitgeteilt, dass das Gericht einen weiteren Schriftenwechsel als nicht erfor
derlich erachtet.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit
und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V
15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]
in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Auf
ga
ben
bereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgaben
bereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(
BGE
131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin legte in der angefochtenen Verfügung vom
24
. März 2017 (Urk. 2) dar, dass
der
Beschwerdeführer
in
eine angepasste Tätig
keit zu 100 %
zumutbar sei.
Bei einem
Erwerbsa
nteil von 67 % mit einer Ein
schränkung von 22.17 % und einem Anteil Haushaltsbereich von 33 % mit einer Einschränkung von 7
.
3 % resultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 17
.
26 % (S. 1 f.). Die Behinderung des Ehemannes sei im Abklärungsbericht berücksichtigt worden. Zudem generiere das Alter keinen leidensbedingten Abzug auf
ein
Einkommen. In ihrer Beschwerdeantwort vom 21. Juni 2017 (Urk. 8) führte sie ergänzend
aus, Hilfsarbeiten würden auf dem hypothetischen ausgegli
chenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt und das Alter wirke sich nicht lohnsenkend aus. Das fortgeschrittene Alter an sich sei sein invaliditätsfremder Faktor. Damit es zu
r
Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähig
keit führe, müssten daneben noch weitere, ungünstige persönliche und berufliche Gegebenheiten vorliegen
, welche vorliegend nicht ersichtlich seien
(S.
1
).
Die gemischte Methode finde Anwendung (S. 2).
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
stellte sich in
ihrer
Beschwerde vom
8
. Mai 2017 (Urk. 1) auf den Standpunkt,
dass
die Qualifikation
auf
72.15 % Erwerbstätigkeit und 27.85 % Haushalt angepasst werden
müsse
.
Zudem
kritisierte
sie den
Haushalts
abklärungsbericht in verschiedener Hinsicht (S. 2 f.).
Daneben sei die
ärztlicher
seits
attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit falsch. Zudem
bestritt sie
das errechnete Invalideneinkommen
(S. 3 f.).
Ferner
bemängelte sie die Anwendung der
gemischten Methode
.
Schliesslich seien ihre Gesundheits
schäden und die damit einhergehende Beeinträchtigung im Haushalts- und Erwerbsbereich unzureichend abgeklärt, beurteil
t
und bewertet worden (S. 4).
3.
3.1
Dr.
B._
, Orthopädie/Traumatologie des Bewegungsapparates FMH,
stellte in seinem Bericht vom 19. Mai 2015 (Urk. 9/7/14)
folgende Diagnose:
-
Knie
-
/Beinschmerzen beidseits
-
Rechts
peripatellär
und medial, ausstrahlend ins Schienbein, links eher lateral Ober- und Unterschenkel
-
Konventionell radiologisch wenig fortgeschrittene degenerative Verän
derungen
3.2
Am 27. August 2015 (Urk. 9/7/13) berichtete Dr.
B._
, bei beginnender Gonarthrose gehe es
der Beschwerdeführerin passabel. Die Arbeitsfähigkeit könne nicht über 50 % gesteigert werden. Wahrscheinlich werde eine Invalidenversiche
rungsabklärung notwendig, da die Beschwerdeführerin in den nächsten Monaten nicht über 50
%
arbeitsfähig sein werde. Sie könne nicht knien, sich bücken und länger als 20 Minuten ohne Pause stehen.
3.3
In ihrem undatierten Bericht (
Urk.
9/25;
letzte Kontrolle: 31. März 2016) führte
Dr.
C._
,
FMH Allgemeine Innere Medizin,
bei welcher sich die Beschwerdeführerin seit circa
drei
Jahren in Behandlung befand, aus, die Arbeits
fähigkeit könne sicher nicht gesteigert werden. Es bestehe seit Mai 2015 bis auf Weiteres eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit als Lehrerin/Kleinkinder
er
zieherin (S. 2).
3.4
Am
6
.
Mai
201
6
(Urk.
9
/
30
/
6)
berichtete Dr.
B._
,
die Beschwerdeführerin arbeite nach wie vor 50 %, was sie psychosozial über Wasser halte.
Sie habe aber nach wie vor belastungsabhängige Schmerzen und können mit den Knieschonern einigermassen Linderungen herbeiführen.
Im Spital
D._
wurde
von einer ope
rativen Sanierung ab
geraten
(
Femoropatellararthrose
mit minimal
subchondra
lem
Ödem, geringer Gelenkserguss, kleinste
Bakerzyste
links; manifeste
Femoro
patellararthrose
und manifeste
Femorotibialarthrose
bei weitgehend fehlendem Meniskus rechts, Urk. 9/30/9-10)
3.5
Dr.
E._
, Facharzt für Chirurgie,
vom
regional
en
ärztlichen Dienst
(
RAD
)
der Beschwerdegegnerin
führte in seine
r
Stellungnahme vom 16.
Juni 2016 (Urk. 9/35
S. 3 f.) aus,
als angepasste Tätigkeit könne eine überwiegend sitzend ausgeübte Tätigkeit mit leichter Wechselbelastung, teils sitzend, teils ebenerdig gehend, auch mit
gelegentlichem Heben und Tragen von Lasten bis 15 kg kör
pernah medizinisch-theoretisch weiterhin zugemutet werden (S. 3). Versiche
rungsmedizinisch bestehe bei einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in der ang
estamm
ten
Tätigkeit mit grosser Wahrscheinlichkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (S. 4).
4.
4.1
Die angefochtene Verfügung ist am 2
4.
März 2017 und somit vor dem Inkrafttre
ten der Verordnungsänderung
betreffend Festlegung des Invaliditäts
grades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode
am 1. Januar 2018 ergangen, weshalb die revidierten Bestimmungen noch nicht zur Anwendung gelangen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_462/2017 vom 30. Januar 2017 E. 5.3 mit Hinweisen). Nachfolgend wird daher auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen
. Es ist im Folgenden anhand der gemischten Methode der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich (Haushalt) festzulegen und de
r
Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung der Beschwerdeführerin zu bemessen
(vgl. E. 1.3).
4.2
Vorwegzuschicken ist, dass die Kritik der Beschwerdeführerin an der Anwendung der gemischten Methode im vorliegenden Fall nicht verfängt. Sie brachte vor, dass sie durch deren Anwendung als Frau und Mutter benachteiligt und folglich diskriminiert werde
,
und verwies dabei auf das
Urteil
des Europäischen Gerichts
hofes für Menschenrechte (EGMR) vom 2.
Februar 2016 in Sachen Di
Trizio
gegen die Schweiz
(vgl. Urk. 1 S. 4).
Dem Urteil lag der Fall einer Versicherten zugrunde, welche unter dem Status einer Vollerwerbstätigen eine Invalidenrente bean
spru
chen konnte, und diesen Anspruch allein aufgrund des Umstandes verlor, dass sie wegen der Geburt ihrer Kinder und der damit einhergehenden Reduktion des Erwerbspensums für die Invaliditätsbemessung neu als Teilerwerbstätige mit einem Aufg
abenbereich qualifiziert wurde.
In BGE 143 I 50 (ergangen zur Umsetzung des EGMR-Urteils vom 2. Februar 2016) sowie BGE 143 I 60 entschied das Bundesgericht, dass zwecks Herstellung eines konventionskonformen Zustandes in derartigen Konstellationen, in welchen allein familiäre Gründe (die Geburt von Kindern und die damit einhergehende Reduktion des Erwerbspensums) für einen Statuswechsel von
«
vollerwerbstätig
» zu
«
teilerwerbstätig mit Aufgabenbereich
»
sprechen, fortan auf die (allein darauf beruhende) revisionsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente (bzw. auf die Befristung der rückwirkend zugesprochenen Rente) im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG zu verzichten sei (vgl. BGE 143 V 77 E. 3.2.2 mit Hinweis;
BGE 144 I 103
E. 4.2 mit Hinweisen). Gleiches gilt laut der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wenn allein familiäre Grün
de für einen Statuswechsel von «
nichterwerbstätig
»
zu
«
teilerwerbstätig mit Aufgabenbereich
»
sprechen (BGE 144 I 21 E. 4.6).
In Fällen ausserhalb der beschriebenen Konstellation ist die Invalidität weiterhin nach dem bisherigen Berechnungsmodell der gemischten Methode zu bemessen (BGE 144 I 28 E. 4.4 und 4.5; Urteil des Bundesgerichts 8C_157/2017 vom 6. November 2017 E. 3.4 mit Hinweisen; IV-Rundschreiben Nr. 355 des Bundes
amtes für Sozialversicherungen [BSV] vom 31. Oktober 2016, aktualisiert per 26. Mai 2017, aufgehoben per 1. Januar 2018 [vgl. IV-Rundschreiben Nr. 37
2 des BSV vom 9. Januar 2018]).
Dies gilt insbesondere bei einer erstmaligen Zusprechung oder Verweigerung einer Rente an eine während des massgebenden Beurteilungszeitraums als teiler
werbstätig zu qualifizierende Person (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_157/2017 vom 6. November 2017 E. 3.5 mit Hinweisen), bei einer Rentenre
vision wegen erheblicher gesundheitlicher Verbesserung (Urteil des Bundesge
richts 8C_462/2017 vom 30. Januar 2018 E. 6) oder wenn die versicherte Person nicht aus familiär bedingten Gründen lediglich teilzeitlich arbeitet (Urteil des Bundesgerichts 8C_633/2015 vom 12. Februar 2016 E. 4.3) beziehungsweise schon vor dem Eintritt der Gesundheitsschädigung und der Geburt eines Kindes lediglich teilzeitlich gearbeitet hat (Urteil des Bundesgerichts 9C_525/2016 vom 15. März 2017 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_462/2017 vom 30. Januar 2018
E. 5.2 mit weiteren Hinweisen).
Vorliegend ist über eine erstmalige Zusprechung oder Verweigerung einer Rente zu befinden und zudem war die Beschwerdeführerin über Jahre
,
nachdem ihre Kinder volljährig und selbst erwerbstätig waren, immer noch
teil
erwerbstätig
sie
hätte also aufgrund ihrer familiären Situation wegen ihrer Kinder längst wieder eine volle Erwerbstätigkeit aufnehmen können,
was sie
jedoch unterlassen
hat
-
weshalb ihre
Invalidität nach dem bisherigen Berechnungsmodell der gemischten Methode zu bemessen
ist.
4.
3
Zunächst ist der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Haus
halt zu ermitteln (vgl. E. 1.3).
Die Beschwerdeführerin brachte vor,
ihr Arbeitspensum
habe
bei ihrer
Arbeitge
ber
in
entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin vor der gesundhei
tsbe
dingten Reduktion bei 72.15
% gelegen. Infolgedessen müsse die Festle
gung der Qualifikation zu 72.15 % Erwerbstätigkeit und 27.85
% Haushalt angepasst wer
den
. Sie stützte sich dabei auf eine eigens zusammengestellte Aufgliederung
mit 30.66
Wochenarbeitsstunden
(Urk. 1 S. 2)
.
Der Argumentation der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden
,
denn sie
übersieht
bei ihrer Kalkulation
, dass
sie während de
n
Semesterferien keine Arbeit leisten muss.
Zudem rechnete die Beschwerdeführerin in der von ihr erstellten Aufgliederung wohl ebenfalls
ihren Arbeitsweg mit ein (vgl. Urk. 9/34 S. 4).
Im Fragebogen für
Arbeitge
bende
gab die Arbeitgeberin an, dass die allgemeine Arbeitszeit im
Betrieb 40 Wochenstunden betrage
und die Beschwerde
führerin
bis zum Eintritt ihres Gesundheitsschadens 27 Wochenstunde
n gearbeitet
habe
(vgl. Urk. 9/16 S. 2). Dies entspr
icht
einem Pensum von 67.5 %. Aufgrund der unregelmässigen Arbeitseinsätze
während
der Semester
respektive ausbleibenden Arbeitseinsätzen während
den
Semesterferien wurde mit E-Mail vom 14.
März 2017 (Urk. 9/45) im Namen der Arbeitgeberin jedoch präzisiert, dass eine
100 %
Stelle einem Soll von zu leistenden 1'840 Jahresstunden entspricht und die Beschwerdeführerin
mit ihr eine Vereinbarung über 1'138 Jahresstunden hatte, was einem Pensum von 61.85 % entspricht.
D
avon ist auszugehen.
Es ergibt sich somit ein Anteil der Erwerbstätigkeit von 61.85 % und ein Anteil der Tätigkeit im Haushalt von 38.15 %.
4.
4
4.
4
.1
Im
nächsten Schritt ist für die Bestimmung der Invalidität i
m
Erwerbs
bereich ein Einkommensvergleich vorzunehmen (vgl. E. 1.3).
4.
4
.2
In ihrer angestammten Tätigkeit als Kleinkindererzieherin besteht eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. E. 3.2, E.
3.3
und E. 3.5).
Aus
den medizinischen Berich
ten
geht
hervor
, dass sich diese 50%ige Arbeitsfähigkeit
auf ein effektives 100
%
Pensum bezieht
und die Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführerin während eines laufenden Semesters betrifft
. So
schilderte
Dr.
C._
, dass eine wech
selbelastende Tätigkeit einen halben Tag und die bisherige Tätigkeit zu 50
% zu
mutbar und eigentlich mehr als vier Stunden nicht sinnvoll wären (vgl.
Urk. 9/25 S. 3 und S. 5).
4.
4
.3
Was die Arbeitsfähigkeit
-
in einer
über die 50%ige Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit
hinausgehenden
(vgl. E. 4.
4
.2) -
angepassten Verweistätigkeit angeht, ist v
orweg
zu prüfen
, ob der Beschwerdeführerin
eine solche
zumutbar
ist
.
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Fak
tor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgegliche
nen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteing
liederungspflicht nicht mehr zu
mutbar
ist
. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick au
f die Anforderungen der Verweis
tätigkeiten massge
bend sind (beispielsweise Art und Be
schaffenheit des Gesundheitsscha
dens und seiner Folgen; absehbarer Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlic
hkeitsstruktur, vorhandene Bega
bungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruf
licher Werdegang oder Anwendbar
keit von Berufserfahrung aus dem angestammt
en Bereich; vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_910/2015 vom 1
9.
Mai 2016 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
Die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit steht fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfest
stellung erlauben (BGE 138 V 457 E. 3.4).
Am 16
.
Juni 2016, als Dr.
E._
vo
m
RAD
eine Wahrscheinlichkeit einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit feststellte
(vgl. E. 3.5)
,
war die 195
3 geborene Beschwerde
führe
rin 6
3
jährig und hatte eine Aktivitätsdauer von
lediglich acht Monaten
bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters
vor sich gehabt. Sie verfügt über
k
eine
in der Schweiz anerkannte
Ausbildung
(Urk.
9
/
6
S. 2 und S. 5),
arbeitete
über 18
Jahre als Kleinkindererzieherin bei derselben Arbeitgeberin
(vgl. Urk.
9
/
16
)
und spricht kein Deutsch (vgl. Urk. 9/
34 S.
2)
.
Eine Gesamtwürdigung der für die Zumutbarkeitsfrage
im vorliegenden Fall massgebenden, objektiven und subjektiven Umstände ergibt somit, dass die der Beschwerdeführerin verbliebene Einsatzfähigkeit
in einem anderen Beruf als de
m
jenige
n
einer Kleinkindererzieherin
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit Blick auf ihr fortgeschrittenes Alter
realistischerweise
nicht mehr
nachgefragt
worden wäre
und ihr deren Verwertung
auch gestützt auf die Selbsteingliede
rungspflicht
nicht
mehr hätte
zugemutet werden
können
.
Damit kann offenblei
ben, ob mit Dr.
E._
s Stellungnahme vom 16. Juni 2016 (E. 3.5) eine genügende medizinische Grundlage für die Annahme einer 100%igen
Arbeitsfä
higkeit in
angepasste
r
T
ätigkeit vorliegt.
4.
4
.4
Nach dem Gesagten ist im Erwerbsbereich von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Kleinkindererzieherin auszugehen
,
womit ein
-
in der vorliegenden Konstellation mittels Prozentvergleich zu errechnende
r
-
Inva
liditätsgrad von 50 % im Erwerbsbereich vorliegt.
4.
5
4.
5
.1
Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltbereich ist festzuhalten, dass
d
ie von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Ein
schränkung im Haushalt dar
stellt
.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechen
den Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderun
gen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen
.
Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltsführung unter dem Gesichts
winkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (
Urteil des Bundesgerichts 9C_671/2017 vom
1
2.
Juli 2018
E. 4.2
).
4.
5
.2
Die Beschwerdeführerin kritisierte den mit Erhebung vom 2. September 2016 bei ihr zuhause
gleichentags
(Urk. 9/34) erstellten
Haushaltsbericht
in verschiedener Hinsicht. So brachte sie vor,
i
hre Einschränkungen im Haushalt
seien
massiv. Es werde nur berücksichtigt, dass sie gewisse Arbeiten verrichten könne. Dass sie diese allerdings nur unter Schmerzen erledige, werde ausser Acht gelassen. Ihr Knie schwelle an und das Gehen sei ihr nur noch unter Schmerzen möglich. Die Einschränkungen bestünden durchgehend und folglich bei der Haushaltsführung, bei der Ernährung, bei der Wohnungspflege, beim Einkauf und
bei
weiteren Besorgungen, bei der Wäsche und der Kleiderpflege sowie bei Verschiedenem. Dass unter diesen Punkten minimale oder gar keine Einschränkungen oder Behinderungen angenommen
würden, sei nicht nachvollziehbar. Ob ihre Tochter
ihr in sehr unregelmässigen Abständen zu Hilfe komme, sei irrelevant (Urk. 1 S.
2
f.).
4.
5
.3
Die Fachperson von
der Beschwerdegegnerin besuchte für ihren Haushaltsbericht die Beschwerdeführerin an ihrem Wo
hnort
und erstellte den
Bericht
in Kenntnis
der
Gesundheitsbeeinträchtigung (vgl. Urk. 9/34 S. 1 f.).
Sie erfasste die Wohn
verhältnis
se
bezüglich Wohnparteien (Ehemann), Liegenschaft (Mehrfamilien
haus, 3. Stockwerk, 5
.
5 Zimmer,
Schreberg
arten, Lift, Keller), Einrich
tung/Aus
rüstung (Parkett, Linoleum, Spannteppich, WC separat, Bad, Dusche, elektrische Küche, Geschirrspülautomat, Staubsauger, Bügeleisen, Tiefkühlfach in der Küche, Waschmaschine und Tumbler im Bad) und bezüglich der örtlichen Lage (Coop 5
7 Minuten zu Fuss, Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe, Beschwer
de
füh
rerin
anders als der Ehemann -
hat keinen Führerausweis
) im Detail (vgl.
S. 4
f.).
Sie
beschrieb
-
gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin
-
ein
gehend und nachvollziehbar die aufgrund de
ren
Gesundheitszustandes
bestehen
den Einschränkungen
respektive die
Tätigkeiten
, welche sie verrichtet,
in den einzel
nen Teilbereichen des Haushaltes
(
Haushaltsführung
,
Ernährung
,
Wohnungs
pflege, Einkauf und weitere Besorgungen, Wäsche und Kleiderp
flege
,
Betreuung von Kindern und anderen Familienangehörigen,
V
erschiedene
s
;
S. 6
8). Die Beschwerdeführerin
brachte
denn auch in ihrer Beschwerde nicht vor, inwiefern die im Haushaltsbericht dargelegten Einschränkungen falsch seien sollten
,
und kritisiert lediglich pauschal, ihr
e
Schmerzen würden zu wenig berücksichtigt. Was die
Einschränkungen des Ehemannes
angeht, geht aus dem Bericht hervor, dass dieser
seine rechte Hand/Arm aufgrund eines Arbeitsunfalles nur eingeschränkt benutzen kann, er aber
dennoch
einen eigenen Schrebergarten unterhält und ab und zu Gemüse nach Hause mitbringt (vgl. S. 3 und S. 5). Demnach erlaubt
es
ihm seine Einschränkung auch, der Beschwerdeführerin im Haushalt unter die Arme zu greifen
(vgl. zur Unterstützungspflicht BGE 133 V 504 E. 4.2)
.
Der Bericht
ist
plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzel
nen Einschränkungen
und steht
in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben.
Es ist darauf abzustellen.
4.
5
.4
Nach dem Gesagten
ist der Haushaltsbericht vom
2.
September 2016 (Urk. 9/34) beweiskräftig. Somit
ist
im
Haushalt
von einer
Einschränkung von 7.3 %
auszu
gehen
(vgl. S. 8)
.
4.
6
Zusammenfassend ergeben sich i
m Erwerbs- und Haushaltsbereich
die folgenden gewichteten Ein
schränkungen:
Bereich
(Erwerbstätigkeit,
ET; Haushaltstätigkeit HH)
Einschränkung
Invaliditätsgrad (Teilbereich)
Invaliditätsgrad (total)
ET
6
1.85
%
50
%
30.93
%
33.71
%
HH
38.15
%
7.3
%
2.78
%
ET 72.15 %
50 %
36.08 %
38.11 %
HH 27.85 %
7.3 %
2.03 %
Aus der tabellarischen Übersicht ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin - selbst wenn
zu ihren Gunsten
vo
n einem hypothetischen
Pensum von 72.15 % im Erwerbsbereich ausgegangen würde
-
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von
mindestens
40 % (vgl. E. 1.2)
vorliegt
. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5
.
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr. 800.-- festzu
setzen. Diese sind ausgangsgemäss
der
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, infolge der bewilligten unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen a
uf die Gerichtskasse zu nehmen.
Die Beschwerdeführerin
ist auf §
16
Abs.
4
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
(
GSVGer
)
hinzuweisen, wonach
sie
zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet
ist
sofern
sie
dazu in der Lage ist.