Decision ID: 06578666-fee4-4ec1-9322-3823bffb1484
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1980,
reiste
im Jahr 199
4
vo
n
Kosovo in die Schweiz ein (
Urk
.
7/I/480/4
). Nach dem 10. Schuljahr begann er ein Bet
riebspraktikum bei der Stadt Y._
, welches er nicht beendete
(
Urk
.
7/I/146/1, Urk. 7/I/480/70
). Seit dem
19. Oktober 1
998
war er
bei der
Personalvermittlung Z._
AG als Hilfs
arbeiter angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Am
25. Oktober 1998 verletzte s
ich der Versicherte beim Tischf
ussballspielen am rechten Dau
men (Urk. 7/
III
b
/3
-4
).
I
n der Folge wurde
n
a
m 30. Oktober 1998
eine Revision des Ligamentum
collaterale
radiale rechts sowie eine temporäre
Arthrodese
des rechten Daumengrundgelenks vorge
nommen
(Urk. 7/
III
b
/6)
und 2001 erfolgte eine
osteosynthetische
Versorgung der
Daumenf
raktur (Urk.
7/I
/
378 S
.
2)
.
Die Suva übernahm laut Mitteilung vom 2
9.
November 2007 weitere Leistungen im Rahmen eines Rückfalles (
Urk.
7/
IIIa
/2, vgl. auch
Urk.
7/
IIIa
/73).
1.2
Seit dem 7. Juni 2011 war
d
er
Versicherte
bei der
A._
GmbH als Flachdachmitarbeiter angestellt, als er am 9. Juni 2011 von der Leiter abrutschte und sich das linke Bein verletzte (Urk. 7/I/1). A
b dem 29. August und anhaltend ab dem 21. November 2011 war er zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 7/I/8, Urk. 7/I/53).
Es wurde eine
komplexe Läsion des
Innenmeniskushinterhorns
mit partieller Dislokation eines Fragmentes in die
Interkondylärregion
diagnostiziert (Urk. 7/I/14)
. Am
31. August 2011
erfolgte
eine
Kniegelenksarthroskopie
(Urk. 7/I/19).
Vom 2. April bis 30. September
beziehungsweise bis Dezember
2012 war der Ve
rsicherte für die B._
GmbH
als Lüftungsmonteur
tätig (Urk. 7/I/256/12
, Urk. 7/I/146/2
),
als
er
ab
Oktober 2012 wieder zu 100 % arbeits
unfähig war (Urk. 7/I/238/1).
Im Mai 2012 hatte der Versicherte überdies
die
C._
GmbH gegründet
, wo er zwei bis drei Tage pro Monat
tätig war
(Urk. 7/I/
146/2).
Es folgten zwei weitere Operationen am linken Knie
a
m
1
6
. Mai 2013
und
am
2. Mai 2014
(
Urk. 7/I/
135, Urk. 7/I/193).
1.3
Ab dem 1. April 2015 nahm der Versicherte eine Arbeit zu 100 %
in der Galva
nik-Werkstatt
der
D._ AG
auf
(
Urk.
7/I/270/1
, Urk. 7/I/278/2
).
Ab November 2015 begab
er
sich im Rahmen eines Rückfalles
wege
n
der
beim Unfall im Jahr 2011 zugezogenen
Knieverletzung
wieder in ärztliche Behandlung und es wurde
ihm
erneut
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 7/I/291, Urk. 7/I/338/2).
Die
D._ AG
kündigte das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten am 29. März 2016 auf den 31. Mai 2016 (Urk. 7/I/320/2).
Am 2
1
. April 2017 erfolgte eine
weitere
Operation am linken Knie (Urk. 7/I/378
/2
).
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
sprach
dem Versi
cherten mit Verfügung vom 3. November 2015 eine befristete ganze Rente vom 1. Juni bis 31. Oktober 2014 zu (Urk. 7/I/289).
1.4
Am 13. März 2017 stürzte der Versicherte beim Treppensteigen auf die rechte Hand (Urk. 7/
IV/1)
und
litt
fortan
an
persistierende
n
Schmerzen im
bereits
operativ versorgten
rechten Daumen (Urk.
7/IV/7,
Urk.
7/IV/
19-
20)
.
1.5
Gestützt auf die kreisärztliche Untersuchung vom 17. Juli 2017 (Urk. 7/I/399) sprach die Suva dem Versicherten mit Verfügung vom 23. August 2017 aufgrund der Unfälle aus den Jahren 1998 und 2011 eine Invalidenrente von monatlich Fr. 517.50 ab dem 1. September 2017, basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 13 % zu. Die Voraussetzungen für eine Integritätsentschädigung verneinte sie gleichermassen wie ihre Leistungspflicht in Bezug auf psychische Beschwer
den, dies mangels eines adäquaten Kausalzusammenhangs zum mittelschweren Unfallereignis (Urk. 7/I/413; vgl. dazu den Bericht vom 26. Juli 2017 des seit Juni 2016 behandelnden
eidg
.
dipl.
Arzt
E._, Praktischer Arzt,
betreffend eine schwere depressive Episode [Urk. 7/I/402/3]).
Diese
Verfügung
erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.
6
Gemäss Schadenmeldung vom
7.
November 2017 arbeitete der Versicherte seit dem 3
0.
Oktober 2017 (vgl. indes die Angabe in der Schadenmeldung vom 10. März 2018 mit Datum der Anstellung am
1.
August 2017,
Urk.
7/II/3) zu 100 % bei der von ihm geführten
C._
GmbH, als er am 31. Oktober 2017 beim Laufen auf einer Gerüsttreppe abrutschte und sich nach eigenen Angaben je eine Schwellung im rechten und linken Meniskus zuzog (Urk. 7/V/1
2). Ab dem 1. November 2017 war er zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 7/V/34). Die Suva verneinte am 20. Februar 2018 ihre Leistungspflicht mangels eines Kausalzusammenhang
s
der Kniebeschwerden zum gemeldeten Ereignis (Urk. 7/V/35).
Mit Schreiben vom 1. März 2018 schloss
sie auch
den Unfall vom 13. März 2017 folgenlos ab, da es sich bloss um eine vorübergehende Verschlimmerung mit Bezug auf das Unfallereignis aus dem Jahr 1998 gehandelt habe (Urk. 7/IV/30, Urk. 7/IV/24/1).
1.
7
Am 10. März 2018 liess der Versicherte
wiederum
als Angestellter der
C._
GmbH
einen weiteren Unfall vom 24. Februar 2018 melden
;
er sei
im Treppenhaus gestürzt
und
habe
sich eine Schürfung am rechten Finger, eine Quetschung am linken Finger und eine Schwellung an beiden Knien zuge
zogen (Urk. 7/II/3).
D
ie Suva
stellte
ihre
zunächst erbrachten
Leistungen
mit Mitteilung vom
25. April 2018 per 2. Mai 2018 ein (Urk. 7/II/
19-
20)
,
überdachte diese Auffassung jedoch im Schreiben vom 2
1.
August 2018 (
Urk.
7/II/63) und
richtete in der Folge weitere Leistungen aus; s
ie behandelte
die Beschwerden am linken Knie als Rückfall zum Unfall aus dem Jahr 2011
und die Beschwerden am rechten Daumen als Rückfall zum Unfall aus dem Jahr 199
8.
Betreffend den linken Daumen erbrachte sie sodann weitere Leistungen im Rahmen des Unfalles vom 24. Februar 2018 (Urk. 7/I/
440/1
).
1.8
Am 6. August 2019
er
ging das von der Invalidenversicherung angeordnete poly
diszi
plinäre Gutachten der MEDAS F._
in den
Fachbereichen
Psychiatrie, Orthopädie, Neurologie
sowie Allgemeine Innere Medizin
(Urk. 7/I/480
/1-2
).
Am
4. November 2019
nahm die Kreisärztin dazu Stellung
(Urk. 7/
I/482/3).
Mit Schreiben vom 27. November 2019
kündigte
die Suva
die Einstellung
ihre
r
Leistungen aus den beiden Rückf
ä
llen
zu den
Unfälle
n
aus den Jahren
1998 und 2011
per
1.
Dezember 2019
an
(Urk. 7/I/487
/
2 f.). Mit Verfügung vom 11. Dezember 2019 teilte sie dem Versicherten
gestützt auf das MEDAS-Gutachten
mit, dass die bisherige Rente von 13 % nicht revidiert werde
, da die Erheblichkeit für eine Rentenanpassung nicht erreicht werde (Urk.
7/
I
/
496
)
.
Dagegen erhob d
er Versicherte am 27. Januar 2020
Einsprache
,
die er
am 30. Juni 2020
ergänzte
,
und
reichte
weitere
Arztb
erichte
ein
(Urk. 7/I/503, Urk.
7/I/520
-522
).
Am
8.
März 2021 nahm die Kreisärztin
nochmals
Stellung (Urk. 7/I/540).
Mit Einspracheentscheid vom 9. April 2021
wies die Suva die Einsprache
des Versicherten
ab
(Urk. 7/I/541 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 12. Mai 2021 Beschwerde und beantragte, es sei der Einspracheentscheid der Suva vom 9. April 2021 aufzuheben und es sei ihm gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 22 % eine entsprechende Rente
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
auszurichten (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 24. Juni 2021 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Dies wurde dem Beschwerdeführer am 29. Juni 2021 mitgeteilt (Urk. 8).
Das Gericht nahm sodann von Amtes wegen de
n
Auszug aus dem Handelsregister des Kantons Zürich vom
1.
Juli 2022 betreffend die
C._
GmbH als
Urk.
9
und
die
Aus
züge
aus dem individuellen Konto des Versicherten aus den Akten des parallel laufenden Verfahrens IV.2020.00685
(dort
Urk.
7
/
19
,
Urk.
7
/81,
Urk.
7
/107)
als Urk.
1
0/1-3
zu den Akten.
3.
Die
IV
-Stelle verneinte mit Verfügung vom
7.
September 2020
einen Leistungs
anspruch des
Beschwerdeführers
. Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde, welche Gegenstand des Verfahrens IV.
2020.00685
bildet,
wird
eben
falls
mit Urteil
des
heutigen Datums
entschieden.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des UVG und der Verord
nung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
D
ie
den hier
zu beurteilende
n
Rückfällen zu Grunde liegenden
Unf
älle haben sich
in den Jahren 1998 und 2011
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbe
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
1.
3
Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des
Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
benem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung; dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähig
keit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Hinge
gen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen und E. 6.1). Entsprechend ist gegebenenfalls nicht nur der natürliche Kausalzu
sammenhang, sondern auch dessen Adäquanz für die Zukunft neu zu prüfen, wobei die im Zeitpunkt der erwogenen revisionsweisen Leistungsanpassung gegebenen tatsächlichen Verhältnisse massgebend sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_248/2017 vom 24. Mai 2018 E. 3.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und – sofern Anhaltspunkte für eine Verände
rung der erwerblichen Auswirkungen einer Gesundheitsschädigung bestehen – Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 134 V 131 E. 3, 133 V 108 E. 5.3.1 und E. 5.4).
Bei den prozentgenauen Renten nach UVG wird eine erhebliche Änderung ange
nommen, wenn sich der Invaliditätsgrad um 5
%
ändert (BGE 133 V 545 E. 6.2, Urteil des Bundesgerichts 8C_
475/2016 vom
4.
Oktober 2016 E.
2.3.3.2).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Einspracheentscheid
(
Urk.
2)
, ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und
den Unfällen vom 9. Juni 2011 sowie 13. März 2017 sei rechtskräftig verneint worden. Auch
mit Bezug auf die
weiteren aktenkundigen Unfälle sei ein solcher Kausalzusammenhang nicht gegeben.
Ferner seien die Unfälle
vom
1
3.
März und 3
1.
Oktober 2017 sowie vom 2
4.
Februar 2018 folgenlos abgeschlossen worden.
Massgebend mit Blick auf die Rentenrevision seien allein die Unfälle vom 25. Ok
tober 1998 und 9. Juni 2011, welche das linke Knie respektive den rechten Daumen betroffen hätten. Die erhobenen Befunde sowie das MEDAS-Gutachten liessen keine relevante Verschlechterung erkennen. Somit sei kein Revisionsgrund gegeben. Selbst wenn die Zumutbarkeitsbeurteilung der MEDAS-Gutachter als erhebliche Veränderung
der Auswirkungen
eines an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes gedeutet würde, ergebe sich keine höhere Rente. Es
wäre
unabhängig von der seinerzeitigen Berechnung ein neuer Einkommensvergleich vorzunehmen.
Für das Invalideneinkommen seien die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturer
hebungen (LSE), Kompetenzniveau 2, heranzuziehen. Aufgrund der MEDAS-Beurteilung könne eine Leistungsminderung von 10 % anerkannt werden (S. 6). Weitere lohnsenkende Faktoren seien nicht ersichtlich. Für das Validenein
kommen sei ebenfalls auf die LSE-Tabellenlöhne abzustellen.
Bei einer Leistungs
minderung von maximal 10
%
aufgrund vermehrter Pausen
resultiere eine Erwerbseinbusse von 14 %. Somit liege keine erhebliche Veränderung vor, weshalb es bei der laufenden Rente
(von 13
%
)
bleibe (S.
6 f.
).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt
(
Urk.
1)
, seine Schmerzproblematik im linken Knie habe zugenommen. Durch diese Inten
sivierung und auch unter Berücksichtigung der neuropathischen Schmerzen am rechten Daumen sei von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit
mit einer um 10 % reduzierten Leistungsfähigkeit
bei einem ganztägigen Pensum auszugehen.
Früher sei die Beschwerdegegnerin
von
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ausgegangen, was einen Invaliditätsgrad von 13
%
ergeben habe. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 90
%
ergebe sich ein Invaliditäts
grad von 22 %
respektive 24 % (S. 5)
.
Bei der Berechnung des Invalidenein
kommens sei nicht das Kompetenzniveau 2 heranzuziehen, da er in einer ange
passten Tätigkeit überhaupt keine Erfahrungen und Fähigkeiten auszuweisen habe und ihm das erforderliche «
know
how
» und der notwendige Sachverstand fehl
t
e
n
(S. 6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob sich seit der Festsetzung des Invaliditätsgrades
mit Verfügung vom 23. August 2017 (Urk. 7/I/414)
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ergeben hat, die zu eine
r erheblichen Änderung des
Inva
liditätsgrad
es
führt.
3.
3.1
Der rentenzusprechenden Verfügung vom 23. August 2017
(
Urk.
7/I/413)
lag die folgende
Sachlage
zugrunde:
3.2
Beim
Unfall
a
m 23. Oktober 1998
verletzte
sich der Beschwerdeführer am rech
ten Daumen (Urk. 7/
III
b
/3). Aufgrund des diagnostizierten Distorsionstraumas links (richtig: rechts) mit
dorso
-volarer und radialer Instabilität wurde am 3
0
. Oktober 1998 eine Revision des Ligamentum
collaterale
radiale rechts sowie eine tempo
räre
Arthrodese
des rechten Daumengrundgelenks du
rchgeführt (Urk. 7/
III
b
/6).
Am 16. Mai 2008
folgte aufgrund einer posttraumatischen Grundgelenksarthrose des rechten Daumengelenks sowie einer subkapitalen metakarpalen V-Köpfchen
fraktur rechts eine erneute
Arthrodese
des rechten Daumengrundgelenks (Urk.
7/
III
a
/40/1). Das
Osteosynthesematerial
wurde am 19. Juni 2009 operativ entfernt, wobei auch eine
Tenolyse
erfolgte (Urk. 7/
IIIa
/45/1).
3.3
Am 9. Juni 2011 rutschte der Beschwerdeführer
von einer Leiter aus (Urk. 7/I/1). Das am 17. August 2011 erstellte MRI wies eine komplexe Läsion des linken Innenmeniskus-
Hinterhorns
mit partieller Dislokation eines Fragmentes in die
Interkondylärregion
sowie einen Reizerguss im Kniegelenk aus (Urk. 7/I/14). In der Folge unterzog sich der Beschwerdeführer am 29. August 2011 einer Knie
gelenksarthroskopie links mit partieller medialer Meniskektomie im
Hinterhorn
bereich
sowie einer
Plicaresektion
(Urk. 7/I/19/1).
Bei
persistierende
n
Kniebe
schwerden (Urk. 7/I/43/1)
wurden eine medial betonte posttraumatische Gonarth
rose
i
m linken Knie bei einer
Chondropathie
Grad II
femorotibial
medial sowie eine
Varusbeinachse
diagnostiziert
; a
m 16. Mai 2013 erfolgte deswegen eine erneute Arthroskopie des linken Knies, eine Nachresektion des medialen Meniskus sowie eine
Tibiakopfvalgisationsosteotomie
(Urk. 7/I/135/1). Aufgrund der nach wie vor anhaltenden Knieschmerzen erfolgte schliesslich am 2. Mai 2014 ein
weiterer Eingriff
(bilanzierende Arthroskopie),
in dessen Rahmen
die
Tomofix
-Platte medial wieder entfernt wurde (Urk. 7/I/193/1).
Der Verlauf gestaltete sich
komplikationslos
(Urk. 7/I/194/2) und der Beschwerdeführer war ab dem 1. April 2015 wieder zu
(laut eigener Aussage mehr als)
100 % erwerbstätig (Urk. 7/I/270/1, Urk. 7/I/278/2).
3.4
A
b dem 30
. November 201
5
war der Beschwerdeführer wieder zu 100 % arbeits
unfähig (Urk. 7/I/
290-291,
Urk.
7/I/
300
-301
) und
er
begab sich im Rahmen eines Rückfalles zum Unfall vom 9. Juni 2011
wieder in ärztliche Behandlung. B
ild
gebend
wurden
eine aktivierte mediale Gonarthrose links sowie eine
Gonalgie
rechts nachgewiesen (Urk. 7/I/311/1). Die Behandler der Universitätsklinik
G._
, Abteilung Kniechirurgie, berichteten
am 1. September 2016
, es bestehe aktuell
kein intraartikuläres Problem als Ursache der Beschwerden am linken Kniegelenk. Vielmehr würden diese am ehesten durch eine Neuralgie des
Ramus
infrapatellaris
ausgelöst (Urk. 7/I/345/2). Am 21. April 2017 unterzog sich der Beschwerdeführer einer Neurotomie und einer Rückkürzung des
Ramus
infra
pa
tellaris
des
Nervus
saphenus
im linken Knie (Urk. 7/I/379/2).
3.5
Am 13. März 2017 stürzte der Beschwerdeführer beim Treppenlaufen auf die rechte Hand
(Urk. 7/IV/1)
, wobei das Röntgenbild vom 1
5.
März 2017 keine frischen
ossären
Läsionen
zur Darstellung brachte
(
Urk.
7/IV/7).
Am 17. Juli 2017 berichteten die Behandler der
Klinik H._
über unklare Schmerzen am rechten Daumen (Urk. 7/IV/20/2). Im Vordergrund stünden die Schmerzen
ulnar
seits
auf der Höhe der durchgeführten
Grundgelenksarthrodese
. Momentan bestünden keine Hinweise auf das Vorliegen eines
Complex
Regional
Pain
Syndrome
s
(CRPS) und die neurographischen Untersuchungen lägen alle im Normbereich. Da anzunehmen sei, dass es sich am ehesten um funktionelle Beschwerden handle, sei dem Beschwerdeführer eine Infiltration angeboten worden, welche dieser abgelehnt habe. Es seien keine weiteren Kontrollen vorge
sehen (Urk. 7/IV/20/2).
3.6
Am 17. Juli 20
17 wurde der Beschwerdeführer durch den
Kreisarzt Prof. Dr.
med. I._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
untersucht. Dieser
nannte
in seiner Beurteilung vom 21. Juli 2017
als
Diagnosen unklare Schmerzen am rechten Daumen
(
bei Zustand nach
Grundgelenksarthrodese
vom 16. Mai 2008 sowie
bei Zuständen nach
Osteosynthesematerialentfernung
und
Tenolyse
vom 19. Juni 2009
;
Unfall vom 25. Oktober 1998) und unklare Beschwerden im linken Kniegelenk
(
bei
Tibiavalgisationsosteotomie
medial vom Mai 2013 und bilanzie
render Arthroskopie des linken Kniegelenks vom Mai 2015 mit Entfernung der
Tomofix
-Platte
;
Unfall vom 9. Juni 2011, Urk. 7/I/399/6). Dazu ergänzte er, die Funktionseinschränkungen hätten sich im Vergleich zur aktuellen Untersuchung nicht mehr relevant unterschieden, sodass vom medizinischen Endzustand aus
zugehen sei. Auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt
seien leichte bis zeitweise
mittelschwere Tätigkeiten ganztags möglich.
Auszuschliessen seien ausschliess
lich stehende und gehende Arbeiten,
häufiges Knien und Hocken, Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, repetitive Belastungen sowie Stoss- und Vibrationsbelas
tungen der rechten oberen Extremität (Urk. 7/I/399/6). Die Voraussetzungen für eine Integritätsentschädigung lägen weder für den rechten Daumen noch
für
das linke Kniegelenk vor (Urk. 7/I/399/7). Bezüglich der subjektiv starken Beschwer
den sei aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht sicher, was die Ursache der Schmerzen sei. Die behandelnden Ärzte hätten dies zumindest für die Daumen
schmerzen rechts entsprechend dokumentiert (Urk. 7/I/399/6).
3.7
Am 26. Juli 2017 berichtete der seit dem 1. Juni 2016 behandelnde
e
idg
.
dipl.
Arzt
E._
, der Beschwerdeführer leide an einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome
. Er kritisierte die seitens der Suva am 2
4.
Juli 2017 in Aussicht gestellte Einstellung der Taggelder per 3
1.
August 2017 als verfrüht und fügte an, der Kreisarzt definiere den «medizinischen Zustand» offensichtlich nach seinem Gusto
(ICD-10 F32.2, Urk. 7/I/402/
2-
3).
Am 1
0.
August 2017 hielt der Kreisarzt Prof.
Dr.
I._
fest, das Unfallereignis vom 1
3.
März 2017 habe zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der Beschwer
den am rechten Daumen geführt. Der Status quo sine sei drei Wochen nach dem Unfall erreicht gewesen (
Urk.
7/IV/24/1). Die Beschwerdegegnerin stellte
darauf
hin
ihre Leistungen für den Unfall vom 1
3.
März 2017 in der Folge mit Schreiben vom
1.
März 2018 ein (
Urk.
7/IV/30).
3.
8
Gestützt auf die dargelegten medizinischen Unterlagen sprach d
ie Beschwerde
gegnerin dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 23. August 2017 für die Unfälle vom 25. Oktober 1998 und 9. Juni 2011
eine Invalidenrente ab dem 1. September 2017, basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 13 %
,
zu
. Die Ermittlung des Invaliditätsgrades beruhte darauf, dass ausschliesslich stehende Tätigkeiten wie die
angestammte
Tätigkeit als Flachdacharbeiter wegen der Unfallfolgen am linken Knie nicht mehr ausgeübt werden könnten. Körperlich leichte bis zeitweise mittelschwere Tätigkeiten seien ganztags zumutbar, dies ohne ausschliessliches Stehen oder Gehen sowie ohne häufiges Knien und Hocken respektive Begehen von Leitern und Gerüsten. Wegen der Unfallfolgen am rechten Daumen seien keine Arbeiten mit Stoss- respektive Vibrationsbe
las
tungen in Bezug auf die rechte obere
Extremität
zumutbar
(Urk. 7/I/414).
4.
4.1
Im Nachgang zur Verfügung vom 2
3. August 2017 ergingen die
folgenden
Arzt
b
erichte:
4.
2
Am 10. März 2018 meldete
die
C._
GmbH der Beschwerdegegnerin
,
d
er
Beschwerdeführer
sei am 24. Februar 2018 im Treppenhaus gestürzt und habe sich den linken und rechten Finger sowie das
linke und rechte
Knie verletzt (Urk. 7/II/3). Die Beschwerdegegnerin
übernahm die Leistungen für die medizi
nischen Behandlungen im Rahmen eines neuen Unfalles betreffend den linken Daumen und auch als Rückfall zu den Unfällen vom 25. Oktober 1998 und 9. Juni 2011 (Urk. 7/I/440/1). Am 26. März 2018 berichteten die Behandler der
Klinik H._
, der Beschwerdeführer habe bei bekannter medialer horizon
taler
Meniskushinterhornläsion
rechts progrediente Beschwerden. In dem zuletzt
durchgeführten MRI beider Knie vom 6. Februar 2018 habe sich diese Läsion im Vergleich zu den Voruntersuchungen von 2013 weitgehend unverändert gezeigt (Urk. 7/I/434/1).
4.3
Die Behandler der Universitätsklinik
G._
, Abteilung Kniechirurgie, nannten in ihrem Bericht vom 26. Februar 2019 als Diagnosen chronische Knieschmerzen links und rechts, Restbeschwerden bei Status nach Daumendistorsion links vom 24. Februar 2018 sowie ein neuropathisches Schmerzsyndrom am rechten Daumen (Urk. 7/I/480/55 f.). Der Beschwerdeführer berichte von progressiven Schmerzen am linken Knie seit einigen Monaten. Die MRI-Bildgebung zeige keine neue Pathologie im Vergleich zum letzten MRI vom August 201
7.
Aus orthopä
discher Sicht könne keine chirurgische Intervention angeboten werden, welche die aktuelle Situation verbessere. Es könne lediglich eine adaptierte Schmerzthe
rapie angeboten werden. Begleitend sei sicherlich eine psychologische Betreuung sinnvoll. Eine erneute Verlaufskontrolle sei nicht geplant (Urk. 7/I/480/56).
4.4
Nachdem ein Rehabilitationsaufen
thalt in der Rehaklinik J._
wegen wieder
holter Gewaltankündigungen und fehlender Eigeninitiative
bei den Therapien
nach wenigen Tagen
hatte
abgebrochen werden
müssen
(Austrittsbericht vom 2
8.
September 2018,
Urk.
7/I/446), begab sich der B
eschwerdeführer vom 1.
bis 2
6.
Oktober 2018 in stationäre Behandlung in
der
K._
AG. Dort wurde im Bericht vom 5. Dezember 2018 die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode gestellt (ICD-10 F32.1, Urk. 7/I/447/1).
4.
5
Am
6. August 2019 erging das interdiszi
plinäre Gutachten der MEDAS F._
(Urk. 7/I/480). Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die
Sachverständigen
in der Konsensbeurteilung
eine Gonarthrose des linken Kniegelenks, bei Zustand nach Verletzungsfolgen im August
(richtig: Juni)
2011
mit nachfolgenden drei operativen Eingriffen,
neurologisch jedoch ohne Hinweis auf einen neuropathischen Schmerz
; im Weiteren nannten sie
eine
Gonalgie
rechts sowie ein chronisches Schmerzsyndrom des rechten Daumens (Urk. 7/I/480/8).
Anderen Diagnosen schrieben sie keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
zu, etwa den
belastungsabhängige
n
Restbeschwerden des linken Daumens
(
nach einer Distorsion am 24. Februar 2018
)
, eine
r
deutliche
n
Fehl
haltung der Wirbelsäule mit ausgeprägter muskulärer
Dysbalance
bei Selbstlimi
tierung, eine
r
Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73.1) und
der
Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10 F68.0, hochgradig
aggravatorisches
Verhalten
;
Urk. 7/I/480/9).
Dazu
führten
sie
aus
, der Beschwerdeführer sei in der Lage, leichte bis
mittel
schwere
Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Gewichten mit Belastungsspitzen
von zirka 15 Kilogramm in temperierten Räumen im Wechsel zwischen Gehen und Stehen zu verrichten. Vermieden werden sollten Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Gewichten über 15 Kilogramm ausserhalb des Körperlotes, kniende und hockende Tätigkeiten, ruckartige Bewegungen, das Besteigen von Leitern und Gerüsten sowie das Gehen auf unebenem Gelände. Der Beschwerdeführer solle keiner Kälte
-, Nässe-
,
und Zugluftexposition ausgesetzt werden. Spezielle Fein
arbeiten, die eine Vollfunktionsfähigkeit des rechten Daumens erforderten, seien zu vermeiden.
Es könne keine depressive Störung objektiviert werden; vielmehr sei von einem
aggravatorischen
Verhalten
auszugehen
, welches als Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen zu qualifizieren sei.
Aus psychiatrischer Sicht ergäben sich keine relevanten Störungen (Urk. 7/I/480/
8-
10
).
A
ufgrund der orthopädischen Diagnosen seien körperlich schwere Arbeiten, wie wohl in den zuletzt ausgeübten Tätigkeiten im Baubereich
,
nicht mehr zumutbar. Dies gelte wahrscheinlich auch retrospektiv seit Juni 201
6.
In einer ideal leidens
adaptierten Tätigkeit sei jedoch eine ganztägige Arbeitsfähigkeit medizinisch zumutbar. Es könne lediglich eine leichte Leistungsminderung von 10 % für vermehrte Pausen
anerkannt werden
. Da
die erheblich
aggravatorischen
Verhal
tensauffälligkeiten mit hoher Wahrscheinlichkeit
auch in der Vergangenheit vorgelegen hätten, seien die früheren aktenkundigen versicherungsmedizinischen Beurteilungen, insbesondere
jene
aus psychiatrischer Sicht, nicht hinreichend valide verwertbar (Urk. 7/I/480/11).
4.
6
In ihrer kreisärztlichen Stellungnahme vom 4. November 2019 führte med.
pract
.
L._
, Fachärztin für Anästhesiologie,
aus, das Zumutbarkeits
profil des Gutachtens der Invalidenversicherung sei gut und könne übernommen werden.
Seit der kreisärztlichen Untersuchung vom 2
1.
(richtig:
17.
)
Juli 2017 habe sich das Zumutbarkeitsprofil nicht erheblich verschlechtert.
Laut Gutachten könne aufgrund der vermehrten Pausen eine Leistungsminderung von 10 % anerkannt werden. Insofern sei von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Eine wesentliche Verbesserung der aktuellen Zumutbarkeit sei nicht mehr zu erwarten
(
Urk. 7/I/
482/3).
4.
7
Aufgrund der persistierenden Beschwerden unterzog sich der Beschwerdeführer
am 2
7.
Mai 2020
einer Infiltrationsserie im Schmerzambulatorium des Universi
tätsspitals M._
, Institut für Anästhesiologie (Urk. 7/I/536 ff.). Die
Behandlerin
kam
in ihrem Bericht vom 9. Juni 2020
zum Schluss, dass aus ihrer Sicht mehrere Rami
infrapatellaris
existieren könnten, welche die
beidseitigen Knies
chmerzen des Beschwerdeführers erklärten. Es
fänden
eine erneute Abklä
rung und Vorbesprechung statt (Urk. 7/I/538/2).
4.
8
Diese Berichte
des M._
unterbreitete
die Beschwerdegegnerin ihrer Kreisärztin med.
pract
.
L._
(
Urk.
7/I/539). Diese verneinte a
m 8. März 2021
die
Frage, ob allfällige Schädigungen im rechten Knie mindestens mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit auf dessen Fehlbelastung zufolge der unfallbedingten Schädigung am linken Knie zurückzuführen seien (Urk. 7/I/
540/1)
. Dazu führte sie in ihrer Aktenbeurteilung
unter Hinweis auf die einschlägige Literatur
aus, der überwie
gend wahrscheinliche Zusammenhang zwischen der Problematik des linken und des rechten Kniegelenks könne nicht sicher hergestellt werden
(Urk. 7/I/540/2).
Die Frage, ob die Berichte
des M._
auf
eine Verschlechterung der unfallbedingten Folgen am
linken
Knie und am rechten Daumen im Vergleich zur kreisärztlichen Untersuchung vom 21.
(richtig: 17.)
Juli 2017
hinwiesen
,
beantwortete
sie
eben
falls abschlägig
. In den Berichten seien die bekannten chronischen Schmerzen beschrieben worden. Eine wesentliche Veränderung der Beschwerden im Vergleich zum Gutachten der Invalidenversicherung oder der kreisärztlichen Untersuchung von 2017 l
asse
sich nicht erkennen. Sowohl bei der kreisärztlichen Untersuchung von 2017 als auch im Gutachten von 2019 seien bei anamnes
ti
schen Angaben starke invalidisierende Schmerzen und starke Funktionsein
schränkungen dokumentiert worden (Urk. 7/I/540/2 f.). In den
(teilweise unleser
lichen)
Berichten des Schmerzambulatoriums des
M._
von Mai bis Juni 2020
(
Urk.
7/1/521-522)
und im
Notfallbericht des Spitals N._
vom 4. Mai 2020
(
Urk.
7/I/51
9)
sei die gleiche, schon seit Jahren bestehende Schmerzproblematik beschrieben.
Es ergebe sich keine Verschlechterung der Problematik des linken Kniegelenks und des rechten Daumens im Vergleich mit dem Gutachten der Invalidenver
sicherung und der kreisärztlichen Untersuchung von 201
7.
Im Vergleich zum Gutachten der Invalidenversicherung, insbesondere unter Berücksichtigung der Angaben der Schmerzintensität durch den Beschwerdeführer, seien die aktuellen Beschwerden etwas weniger ausgeprägt (Urk. 7/I/540/3).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin legte korrekt dar, dass mit Blick auf die vorliegende Rentenrevision einzig die Unfälle vom 25. Oktober 1998 sowie vom 9. Juni 2011, welche den rechten Daumen sowie das linke Knie betrafen, massgebend sind
(vgl. dazu auch vorstehend
E.
3.7)
.
Betreffend die Kniebeschwerden rechts hielt der Kreisarzt
bereits
anlässlich seiner Untersuchung vom 18. November 2014 fest, dass diese nicht in einem Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 9. Juni 2011
stünden
(Urk. 7/I/244/5).
Dies bestätigte die Kreisärztin in ihrer
Beurteilung vom 8. März 2021
unter
Berücksichtigung
der seither stattgehabten Ereignisse
. Sie
wies dabei in überzeugender Weise darauf hin, dass die Verände
rungen im rechten Innenmeniskus
degenerativer Natur sind
und ein
Zusammen
hang
zwischen den Kniebeschwerden rechts zu jenen links nicht sicher hergestellt werden könne
(Urk. 7/I/540/1 ff.).
Abweichende medizinische Einschätzungen sind den Akten nicht zu entnehmen.
Betreffend die Beschwerden am
- beim Ereignis vom 2
4.
Februar 2018 verletzten -
linken Daumen
gelangte die Kreisärztin in ihrer Aktenbeurteilung vom 4. November 2019 zum Schluss,
dass
der Status quo sine spätestens drei Monate nach dem Unfallereignis erreicht gewesen
sei
(Urk. 7/II/163/1)
. Dar
aufhin
stellte
die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen mit Schreiben vom 27. November 2019
ab
2.
Dezember 2019
ein
mit der Begründung, der
Zustand
,
wie er sich ohne Unfall vom 2
4.
Februar 2018 dargestellt
hätte
, sei späte
ste
ns seit
dem 2
4.
Mai 2018
erreicht
(Urk. 7/II/172)
. Gegen diesen
formlos mitgeteilten Entscheid
oppo
nierte der rechtskundig vertretene Beschwerdeführer innert Jahresfrist nicht
(vgl. dazu
Urteil des Bundesgerichts 8C_94/2019 vom 1
1.
Juni 2019 E. 4.1
)
. Insbeson
dere wandte
er
sich in seiner Einsprache vom 27. Januar 2020 ausdrücklich
nur gegen die Verfügung vom 11.
Dezember 2019 betreffend Rentenrevision (
Urk.
7/I/503) und machte in der
Einspracheergänzung
vom 3
0.
Juni 2020 zwar eine Verschlechterung am linken Daumen geltend (Urk. 7/I/520),
beschwerde
weise bestritt er die diesbezügliche Verneinung der Unfallkausalität und der weiteren Leistungspflicht nicht
(
Urk.
1
).
Vor
diesem Hintergrund hat d
as Schrei
ben
der Beschwerdegegnerin betreffend
die folgenlose Erledigung des Ereignisses vom 2
4.
Februar 2018
rechtliche Wirksamkeit
erlangt
, wie wenn e
s
zulässiger
weise im Rahmen von Art.
51
Abs.
1 ATSG ergangen wäre (BGE 134 V 145 Regeste, E. 5.3.2 und E. 5.4; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_536/2017 vom
5.
März 2018 E. 3.4 mit Hinweisen).
Betreffend die Beschwerden am linken Daumen
und dem rechten Knie
hat es damit sein Bewenden.
Zudem verneinte die Beschwerdegegnerin die adäquate Kausalität zwischen den psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers und den Unfällen vom 25. Oktober 1998 und 9. Juni 2011 in ihrer Verfügung vom 23. August 2017 rechtskräftig (Urk. 7/1/414/3).
In Bezug auf die
im Nachgang zum Aufenthalt in der
K._
im Oktober 2018
diagnostizierte
mittelgradige depressive Episode
- welche der praktische Arzt
E._
sogar als schwer fasste (vor
stehend E. 3.7) -
ist festzuhalten, dass es sich b
ei den
späteren
Unfallereignissen
vom 13. März 2017 (Sturz beim Treppenlaufen auf die rechte Hand mit nachfol
genden Schmerzen am rechten Daumen, Urk. 7/IV/1, Urk. 7/IV/20/1), vom 31. Oktober 2017
(Sturz/Abrutschen beim Laufen auf der Gerüsttreppe, Verlet
zung des rechten und linken Knies sowie des rechten Daumens, Urk. 7/V/1/2), vom 24. Februar 2018 (Sturz im Treppenhaus, Verletzung des rechten und linken Daumens sowie des rechten und linken Knies, Urk. 7/II/3)
zweifelsfrei und unbe
strittenermassen
um
leichte
Unfälle im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung
handelt
(
vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3, U 145/02 vom 2. Dezember 2002 E. 3.2, 8C_897/2009 vom 21. Januar 2010 E. 5.2).
Bei leichten
Unfällen kann
der adäquate Kausalzu
sammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebens
erfahrung
,
aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse ohne auf
wendige Abklärungen im psychischen Bereich davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheits
schaden zu verursachen (vgl. BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
Nach dem Gesagten ist damit der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den psychi
schen Beschwerden des Beschwerdeführers und den
besagten
Unfällen ohne Weiteres zu verneinen
, was unbestritten blieb
.
5.2
Der Be
schwerdeführer bringt
mit Bezug auf das Vorliegen eines
Revisionsgrundes
vor, die Schmerzproblematik am linken Knie habe zugenommen. Durch die Intensivierung derselben sei es zu einer zunehmenden Leistungseinschränkung gekommen, weshalb auch unter Berücksichtigung der neuropathischen Schmerz
problematik am rechten Daumen von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit
mit
einer um 10
%
reduzierten Leistungsfähigkeit
auszugehen sei (Urk. 1 S. 5).
Das MEDAS-Gutachten erfüllt die formalen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise (vgl. E. 1.
4
vorstehend)
.
Die Gutachter legten überzeugend dar, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Gonarthrose des linken Kniegelenks, der
Gonalgie
rechts sowie des chronischen Schmerzsyndroms des rechten Daumens in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist und er dadurch
seine bisherige Tätig
keit im Baubereich nicht mehr ausüben kann (Urk
. 7/I/480/
8
f. und 11). Hingegen
erachteten sie
aus
orthopädischer Sicht
mit überzeugender Begründung
eine
körperlich
angepasste Tätigkeit
, ganztägig ausgeführt, mit einer dabei leichten Leistungsminderung im Umfang von maximal 10
%
für allfällige vermehrte Pausen
,
f
ür
zumutbar
(Urk. 7/I/480/8 f.)
. D
ies
erweist sich
mit Blick auf die Ausführungen des begutachtenden Orthopäden
als plausibel
, der am rechten Daumen
ausser
der
Arthrodese
im Grundgelenk kein
en
wesentliche
n
Befund
zu
objektivier
en vermochte
.
Weiter sprach er von pathologischen Veränderungen des linken
Kniegelenk
s
. Der
Beschwerdeführer
war
aber immerhin in der Lage, das Kniegelenk auf der Liege voll zu strecken
,
und auch im Sitzen konnte er das
linke Knie über 90 Grad beugen.
Ausserdem
objektivierte
der Gutachter eine seitengleiche Muskulatur, welche nicht auf eine Schonung hinwies (Urk. 7/I/480/102).
Angesichts dieser geringen somatischen Befunde
leuchtet die Schlussfolgerung des orthopädischen Gutachters ein, wonach der Beschwerdeführer in einer – näher definierten – leichten bis mittelschweren Tätigkeit eine
erhebliche
Rest
arbeitsfähigkeit aufweis
e
(Urk. 7/I/480/9 und 103).
Ob
es sich bei der
im MEDAS-Gutachten festgehaltene
n
, um 10
%
reduzierte
n
Leistungsfähigkeit
im Vergleich zur rentenzusprechenden Verfügung vom 23. August 2017
um
eine
wesentliche Änderung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG
handelt
, oder ob es sich lediglich um eine
–
im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtliche
–
andere
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts handelt (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen), kann vorliegend dahingestellt bleiben
, wie sich aus dem Folgenden ergibt
.
Immerhin ist anzumerken, dass
die Zumutbarkeitsbeurteilung
de
s
MEDAS-Gutachtens auch
degenerative, mithin
unfallfremde Beschwerden, wie die
Gonalgie
rechts
berücksichtigte
(Urk. 7/I/480/8).
Selbst wenn zugunsten des Beschwerdeführers davon ausgegangen würde, dass er
keine 100%ige, sondern
nurmehr
eine
90%ige Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit
aufweist
und damit ein Revisionsgrund gegeben wäre
, würde sich am Ergebnis nichts ändern
.
6.
6.1
Bei
Vorliegen eines Revisionsgrundes können
praxisgemäss
im Revisionsver
fahren
alle
Element
e
der Anspruchsberechtigung frei überprüft werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_125/2012 vom 10. Oktober 2012 E. 2.2
und vorstehend E. 1.3
). Im Folgenden ist daher – ohne Bindung an frühere
Invaliditätsschätzungen
– ein neuer Einkommensvergleich vorzunehmen.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der
LSE
berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art. 28a). Dabei sind grundsätzlich die im Verfü
gungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3).
6.2
Zunächst ist festzuhalten, dass der Unfallversicherer
rechtsprechungsgemäss
nicht an die Invaliditätsschätzung der Invalidenversicherung
gebunden ist (BGE 133 V 549 E. 6.2, 131 V 362 E.
2.2.1). Vielmehr haben die IV-Stellen und die Unfallversicherer die Invaliditätsbemessung selbständig vorzunehmen und dürfen sich nicht ohne eigene Prüfung mit der Übernahme des Invaliditätsgrades des jeweils anderen Versicherers begnügen (BGE 133 V 549 E. 6.1 mit Hinweis).
Soweit der Beschwerdeführer daher darauf verweist, die Invalidenversicherung gehe in ihrer Verfügung vom 7. September 2020 von einem Valideneinkommen von Fr. 79'654.-- aus (Urk. 1 S. 5), kann er daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Anlässlich der Verfügung vom 23. August 2017 ermittelte die Beschwerdegeg
nerin das Valideneinkommen gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE
2014
, TA1,
Ziff.
41-43, Baugewerbe, Kompetenzniveau
2.
Der Verfügung ist zu entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer damals in das Kompetenz
niveau 2 einreihte, weil er – zwar erst
nach dem Unfall – eine eigene GmbH gegründet hatte und damit möglicherweise ein höheres Einkommen generiert hätte als
mit
Temporärarbeit
.
So errechnete sie ein Valideneink
ommen von Fr. 74'508.-- (Urk. 7/I/414/3).
6.3
D
er Beschwerdeführer
hat
keine
B
erufsa
usbildung abgeschlossen (Urk. 7/I/146/1) und
führte
vorwiegend temporäre Tätigkeiten im Baubereich au
s
, wie beispiels
weise bei der
D._ AG
und bei der
A._
GmbH
(Urk. 7/I/480/
93, Urk. 7/I/238/2).
Unter Berücksichtigung der seit August
beziehungsweise Oktober
2017
angeblich
innegehabten 100%igen Anstellung
(
Urk.
7/II/3,
Urk.
7/V/1-2)
in
der
C._
AG ist davon auszugehen, dass er die früheren
Tätigkeiten
zu Gunsten seines eigenen
, bereits im Jahr 2012 gegründeten
Betriebes aufge
geben hätte.
Aus den beigezogenen IK-
Auszügen
geht hervor, dass die vom Beschwerdeführer geführte
C._
GmbH
Fr.
42'600.-- (2013) und
Fr.
18'000.-- (2014 und 2015; vgl. IK Auszüge vom 2
0.
August 2018 und 1
8.
November 2019,
Urk.
10/2
3
)
abgerechnet hat. Für die folgenden Jahre sind indes keine Einkom
men mehr verzeichnet, was im Einklang steht mit der Aussage des Beschwerde
führers am 1
6.
April 2019 gegenüber dem begutachtenden Psychiater der MEDAS, er habe bis 2015 gearbeitet
(
Urk.
8/104/70). Dies steht jedoch im Wider
spruch zu den Angaben in den Unfallmeldungen, wonach der Beschwerdeführer noch im Jahr 2018 in seiner
C._
GmbH zu 100
%
tätig gewesen sein soll.
Es bestehen daher erhebliche Zweifel an der tatsächlichen Einkommenssituation des Beschwerdeführers während der Jahre bis zum allfälligen
Revisionszeitpunkt
im Jahr 201
9.
Vor diesem Hintergrund rechtfertigt sich, das massgebende Vali
deneinkommen gestützt auf die LSE festzusetzen (Urteil des Bundesgerichts 8C_126/2015 vom 1
8.
Juni 2015 E. 4.2.3.2).
Entgegen dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin kann jedoch nicht auf das Kompetenzniveau 2 abgestellt werden.
Gemäss höchstrichterlicher Rechtspre
chung ist dafür erforderlich, dass die versicherte Person über besondere Fertig
keiten und Kenntnisse verfügt (Urteil des Bundesgerichts 8C_737/2020 vom 23. Juli 2021 E. 5.2). Solche sieht die Beschwerdegegnerin vor allem in der potentiell erfolgreichen Selbständigkeit des Beschwerdeführers (Urk. 6 S. 3).
Dem Handelsregisterauszug ist zu entnehmen, dass
der Beschwerdeführer
die
C._
GmbH am 21. März 2012 g
egründet
hatte und diese
am 12. Februar 2019
infolge Konkurses
aufgelöst wurde
(
Urk.
9)
.
Der Beschwerdeführer selbst hatte anlässlich der Besprechung mit der Beschwerdegegnerin vom 7. November 2014 ausgeführt, grundsätzlich sei es seine Idee gewesen, die
C._
GmbH
sukzessive auszubauen. Es sei sein Ziel gewesen, irgendwann derart viele Aufträge zu haben, dass er zu 100 % in seiner eigenen Gesellschaft hätte arbeiten können (Urk. 7/I/238/2).
Diese Aussagen erweisen sich zum einen als sehr vage. Zum anderen erklärte er auch,
er habe
weder einen genauen Zeitraum für
den
Ausbau der Gesellschaft noch einen Businessplan
erstellt.
E
r
konnte
auch nicht sagen, ob es ihm tatsächlich gelungen wäre, zu 100 % bei der
C._
GmbH
tätig zu sein (Urk. 7/I/238/2). Die Bilanz der
C._
GmbH
wies zudem
bereits
per 31. Dezember 2013 einen Verlust auf (Urk.
7/I/
255/9).
Obschon der Beschwerdeführer gemäss den aufliegenden Unfallmeldungen (etwa
Urk.
7/II/3,
Urk.
7/V/1-2) seit August oder Oktober 2017 zu 100
%
bei der
C._
GmbH gearbeitet haben soll, wurden gemäss IK-Auszug
seit 2016
keine Einkommen
mehr
verabgabt
(
Urk.
1
0/
2
).
Von einer erfolgreichen Selbständigkeit, welche die Anwendung von Kompetenz
niveau 2 rechtfertigen würde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_737/2020 vom 23. Juli 2021 E. 5.2 mit Hinweis)
,
kann
unter den gegebenen Umständen und in Anbetracht der unbelegten Einkommenslage im eigenen Betrieb
nicht die
Rede
sein.
Daher ist für die Ermittlung des Valideneinkommens das Kompetenz
niveau 1 heranzuziehen.
Damit beträgt das jährliche
E
ink
ommen Fr. 66'096.-- (Fr. 5'508.--
x 12, LSE 2016 TA1, Kompetenzniveau 1,
Ziff.
41-43 [Baugewerbe]). Bei einer durchschnittlichen wöchentlichen Betriebsarbeitszeit
im Baugewerbe
von 41.3
Stunden (betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen,
T.03.02.03.01.04.01) und ange
passt an die Nominallohnentwicklung von 2016
bis
2019
(Bundesamt für Statis
tik, T39, Männer)
ergibt sich ein jährliches Valideneinkommen von Fr. 69'463.-- (Fr. 66'096.-- / 40 x 41.3 / 2239 Punkte [2016] x 2279 Punkte [2019]).
6.
4
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
). Übt eine versicherte Person nach Eintritt eines unfallbedingten Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aus, so dass bei der Bestimmung des Invaliden
einkommens nicht von dem mit der aktuellen erwerblichen Betätigung erzielten Verdienst ausgegangen werden kann, können nach der Rechtsprechung bei der Invaliditätsbemessung die Tabellenlöhne
gemäss
LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1).
Da
die Einkommenssituation des
Beschwerdeführer
s
seit 2015
nicht
hinreichend aktenkundig
ist (
Urk.
10
/1-3, vgl. vorstehend E.
6.3)
,
rechtfertigt sich,
auch
für
das Invalideneinkommen die Tabellenlöhne der LSE 2016
heranzuziehen
.
Allein d
as von der Be
schwerdegegnerin angeführte
handwerkliche Geschick des Beschwerdeführers
(Urk. 6
S. 3)
vermag das Abstellen auf Kompetenzniveau 2 nicht zu rechtfertigen
. Denn
gemäss dem Belastungsprofil des MEDAS-Gutachtens sind insbesondere die bisherigen schweren Arbeiten auf dem Bau, in denen der Beschwerdeführer sein
e
handwerkliche
n
Fähigkeiten
einsetzen
konnte
, nicht mehr möglich (Urk. 7/I/480/11). Daher ist bei der Bestimmung des Invali
deneinkommens auf das Total aller Hilfsarbeiten im Kompetenzniveau 1 abzu
stellen.
Angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden in allen Wirtschaftsabteilungen sowie an die Nominallohnentwicklung
ergibt sich ein
Jahrese
inkommen von Fr.
67'997.--
(Fr. 5'340.-- x 12 / 40 x 41.7 / 2239 x 2279)
respektive
von
Fr. 61'197.-
- unter Berücksicht
ig
ung der
ärztlicherseits
disku
tierte
n
Leistungsminderung von maximal 10
%
für vermehrte Pausen bei einer ganztägigen Ausführung
(Fr. 67'997.-- x 0.9
; vgl. dagegen: Urteil des Bundes
gerichts 9C_421/2017 vom
19. September 2017 E. 2.1.1 mit Hinweisen
).
Für
weitere Abzüge von diesem Durchschnittslohn besteht bei dieser Sachlage kein Anlass
, was der Beschwerdeführer denn auch nicht geltend machte
.
6.
5
Wird das Valideneinkommen dem Invalideneinkommen
gegenüber gestellt
,
resultiert
ein invaliditätsbedingter Minderverdienst von Fr. 8'266.--
(
Fr.
69'463.-- ./.
Fr.
61'197.--)
, was einen Invaliditätsgrad von gerundet 12 % ergibt (
zum Runden: BGE 130 V 121). Damit liegt keine erhebliche Änderung des Invalidi
tätsgrades vor (vgl. E. 1.2 hiervor). Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.