Decision ID: 9c586e71-aabd-5599-93c6-036993fbb3e6
Year: 2011
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die
Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird
(Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufge-
zeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es
das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-
prüfen (Art. 32-35a AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerde-
instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl-
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durchfüh-
rung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig
ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),
dass sich die Schweiz mit der Umsetzung des Dublin-Assoziierungs-
abkommens verpflichtet hat, die Dublin-II-VO anzuwenden,
dass das Bundesamt die italienischen Behörden am 22. Juli 2011 um
Übernahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 9 Abs. 4 Dublin-II-VO
ersuchte,
dass die italienischen Behörden zum Ersuchen des Bundesamtes um
Übernahme des Beschwerdeführers innert der festgelegten Frist keine
Stellung genommen haben und somit in Anwendung von Art. 18 Abs. 7
Dublin-II-VO die Zuständigkeit, das Asyl- und Wegweisungsverfahren
durchzuführen, am 23. September 2011 an Italien übergegangen ist,
dass die italienischen Behörden dem Ersuchen nachträglich mit Schrei-
ben vom 4. November 2011 ausdrücklich zustimmten,
dass der Beschwerdeführer somit – wie vom BFM in der angefochtenen
Verfügung zu Recht und mit zutreffender Begründung festgestellt – in ei-
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nen Drittstaat (vorliegend Italien) ausreisen kann, welcher für die Prüfung
seines Asylantrages staatsvertraglich zuständig ist,
dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe unter anderem geltend
macht, die Vorinstanz habe ihre Begründungspflicht verletzt,
dass das Gericht dazu festhält, dass schriftliche Verfügungen als solche
zu bezeichnen, zu begründen und mit einer Rechtsmittelbelehrung zu
versehen sind (Art. 35 Abs. 1 VwVG),
dass die Begründung eines Entscheids so abgefasst werden muss, dass
ihn der Betroffene gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann (BVGE
2007/30 E. 5.6),
dass in diesem Sinne wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden
müssen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche
sich ihr Entscheid stützt,
dass die angefochtene Verfügung diesen Anforderungen an die Begrün-
dungspflicht standhält,
dass insbesondere zu berücksichtigen ist, dass es sich vorliegend um ein
Dublin-Verfahren handelt, bei welchem es einerseits einzig um die Zu-
ständigkeit zur Durchführung des Asylverfahrens geht und anderseits kein
grosser Ermessensspielraum für die entscheidende Behörde besteht,
dass diese sich sodann nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Be-
hauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss, viel-
mehr sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte be-
schränken kann (BGE 126 I 102 f. E. 2b.),
dass für das Bundesverwaltungsgericht insgesamt auch keine Gründe er-
sichtlich sind, welche das Bundesamt zur Ausübung des Selbsteintritts-
rechts der Schweiz (Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO) hätten veranlassen sollen,
dass Italien unter anderem Signatarstaat der FK, der EMRK und der Fok
ist, und keine Hinweise dafür bestehen, dieses Land würde sich nicht an
die massgebenden völkerrechtlichen Bestimmungen, insbesondere an
das Rückschiebungsverbot oder die einschlägigen Normen der EMRK,
halten,
dass zwar das italienische Fürsorgesystem für Asylsuchende in der Kritik
steht, in den Aufenthalts- und Verfahrensbedingungen für Personen, wel-
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che sich im Rahmen eines Asylverfahrens in Italien aufhalten, indessen
insgesamt kein Vollzugshindernis zu erkennen ist,
dass nach Kenntnis des Bundesverwaltungsgerichts Dublin-Rückkehren-
de und verletzliche Personen bezüglich Unterbringung von den italieni-
schen Behörden bevorzugt behandelt werden und sich – neben den
staatlichen Strukturen – auch zahlreiche private Hilfsorganisationen der
Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen,
dass die geltend gemachten medizinischen Probleme auch in Italien be-
handelt werden können,
dass das BFM nach dem Gesagten zu Recht in Anwendung von Art. 34
Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht
eingetreten ist,
dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung
aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), wobei in Verfahren
nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach der Zulässigkeit und
Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs regelmässig bereits Vorausset-
zung (und nicht erst Regelfolge) des Nichteintretensentscheides und
deshalb vorliegend nicht zu prüfen ist,
dass sich die Frage nach der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in
Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht unter dem Aspekt von
Art. 83 Abs. 1 und 4 AuG stellt, sondern allenfalls vor der Prüfung des
Nichteintretens im Rahmen der Ausübung des Selbsteintrittsrechts (Art. 3
Abs. 2 Dublin-II-VO i.V.m. Art. 29a Abs. 3 AsylV) oder gegebenenfalls
– falls sich Familienmitglieder in verschiedenen Dublin-Mitgliedstaaten
befinden und allenfalls zusammengeführt werden sollen – bei der Aus-
übung der so genannten Humanitären Klausel (Art. 15 Dublin-II-VO),
dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der
Wegweisung zu bestätigen ist,
dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, darzutun, inwiefern
die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen
Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist
(Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,
dass mit dem Entscheid in der Hauptsache ohne vorgängige Instruktion
die Anträge, es seien der Beschwerde im Sinne einer vorsorglichen
Massnahme die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbe-
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hörden seien anzuweisen, von Vollzugshandlungen abzusehen, gegen-
standslos wird,
dass sich die gestellten Rechtsbegehren aufgrund vorstehender Erwä-
gungen als aussichtslos erweisen, weshalb unbesehen der allenfalls be-
stehenden Bedürftigkeit der Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen und bei die-
sem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 16 Abs. 1
Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 VGKE) dem Beschwerdeführer aufzuerle-
gen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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