Decision ID: 70c4e81b-ddb4-51f1-8e9b-4fd85acd62cd
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Das Begehren des 1961 geborenen
X._
vom
2
7.
Januar 2011 (Eingangsdatum
,
Urk.
11/2
)
um Ausrichtung von Leistungen der Invali
denversicherung wurde von der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 2
3.
Oktober 2014
(
Urk.
2)
abgewiesen.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 2
4.
November 2014 Beschwerde und bean
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen und nach Durchführung der Abklärungen
sei ein neuer
Rentenentscheid zu erlassen. Eventualiter sei ihm von Juli 2010 bis Ende April 2012 eine vorübergehende volle Rente zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um unentgeltliche Prozessführung und Bestellung von Rechtsanwältin Renate
Vitelli-Jucker
als unentgeltliche
Rechtsbeiständin
(
Urk.
1). Mit
Beschwerdeant
wort
vom 1
2.
Januar 2015 (
Urk.
10 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
11/1-117) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 1
3.
Januar 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) ist für die Beurteilung von Beschwerden das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem die versicherte Person oder der Beschwerde führende Dritte zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. In Abweichung von Art. 58 Abs. 1 ATSG entscheidet nach Art. 69 Abs. 1
lit
. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) das Versicherungsgericht am Ort der IV-Stel
le über Beschwerden gegen Verfü
gungen der kantonalen IV-Stellen.
Die Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zur
Beurteilung der vorliegenden Be
schwerde ist gestützt auf Art. 69 Abs. 1
lit
. a IVG zu bejahen, da eine von der IV-Stelle Zürich erlassene Verfügung angefochten ist (vgl. dazu etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_65/2011 vom 5. August 2011).
2.
Die örtliche Zuständigkeit der IV-Stellen bestimmt sich nach Art. 55 IVG. Danach ist in der Regel die IV-Stelle zuständig, in deren Kantonsgebiet die ver
sicherte Person im Zeitpunkt der Anmeldung ihren Wohnsitz hat.
Für Versicherte, die ihren Wohnsitz im Ausland haben, jedoch in der Schweiz als Grenzgänger erwerbstätig sind, ist für die Entgegennahme und Prüfung der Anmeldung jene IV-Stelle zuständig, in deren Tätigkeitsgebiet der Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit ausübt. Dies gilt auch für ehemalige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren ordentlichen Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben und der Gesundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht. Die Verfügungen werden von der IV-Stelle für Versi
cherte im Ausland erlassen (Art. 40 Abs. 2 der Verordnung über die Invaliden
versicherung; IVV).
Verlegt eine versicherte Person während des Verfahrens ihren Wohnsitz ins Aus
land, so geht die Zuständigkeit auf die IV-Stelle für Versicherte im Ausland über (Art. 40 Abs. 2
quater
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV).
Für Versicherte, die ihren Wohnsitz im Ausland, jedoch ihren gewöhnlichen Aufenthalt gemäss Art. 13 Abs. 2 ATSG in der Schweiz haben, ist jene IV-Stelle zuständig, in deren Tätigkeitsgebiet die versicherte Person ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat. Gibt die versicherte Person während des Verfahrens ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz auf, so geht die Zuständigkeit auf die IV-Stelle für Versicherte im Ausland über (Art. 40 Abs. 2
bis
IVV).
3.
Der Beschwerdeführer führte im Ressourcengespräch vom 1
7.
Februar 2011 aus, dass er im Juni 2010 wieder in die Schweiz gekommen sei. Normalerweise habe er eine kleine Wohnung im Kanton
Y._
gehabt. Er habe sich allerdings nicht anmelden können, da es geheissen habe, er müsse zuerst arbeiten und dann könne er sich erst anmelden. Da er jedoch seit dem 1
9.
Juli 2010 vollum
fänglich arbeitsunfähig sei, habe er sich gar nicht mehr angemeldet, sondern sei wieder nach
Z._
zurückgegangen (
Urk.
11/9).
Entsprechend gab der Beschwerdeführer jeweils
A._
,
Z._
, als Wohn
sitz an (vgl.
Urk.
11/2). Gemäss den genannten
Verordnungsbestimmun
gen
(E. 2) war im Verfügungszeitpunkt somit
nicht
die Beschwerdegegnerin, sondern die IV-Stelle für Versicherte im Ausland örtlich zuständig.
Dementsprechend ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die Verfü
gung vom 2
3.
Oktober 2014 wegen Unzuständigkeit der entscheidenden Behörde aufzuheben ist und die Akten nach Eintritt der Rechtskraft des vorlie
genden Urteils an die zuständige IV-Stelle für Versicherte im Ausland zu über
weisen sind, damit diese verfüge.
4.
4.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 200.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird damit gegenstandslos.
4.2
Die Beschwerdegegnerin ist zu verpflichten, dem vertretenen Beschwerdeführer eine angemessene Parteientschädigung zu bezahlen (Art. 61
lit
. g ATSG in Ver
bindung mit § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
). Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
1‘9
00.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung wird damit gegenstandslos.