Decision ID: 61c81b07-74be-4f32-8112-52c276f69a2c
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959, arbeitete von
2000 bis 2009 als Kioskverkäufer
bei der
Y._
(
Urk.
12/13,
Urk.
12/97 S. 14). Am
2.
Dezember
2003 meldete sich der Versicherte wegen
unter anderem
Herzproblemen, Schwin
del,
Schlaflosigkeit und Nervosität bei der Invalidenversicherung zum
Leis
tungs
bezug
an (
Urk.
12/3).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte Arztberichte (
Urk.
12/14,
Urk.
12/23/1-2), einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
12/13), einen Aus
zug
aus dem individuellen Konto des
Versicherten (IK-Auszug;
Urk.
12/7), sowie ein Gutachten (
Urk.
12/23/3-14) ein.
Mit Verfügung vom 18. Oktober 2005 (
Urk.
12/33) sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine halbe Rente, befristet bis 31. März 2005
,
zu. Dagegen erhob der Versicherte am 15. November 2005 Einsprache (
Urk.
12/34), welche mit
Ein
spracheentscheid
vom
2.
Dez
ember 2005 (
Urk.
12/40) abgewiesen wurde.
Gegen den
Einspracheentscheid
erhob der Versicherte am 4. Januar 2006 Be
schwer
de (
Urk.
12/41/3-4).
Das Gericht stellte dem Versicherten eine mögliche
reformatio
in
peius
in Aussicht, worauf das Verfahren mit
Verfügung vom 9. No
vember 2006 (
Urk.
12/49)
als
durch Rückzug der Beschwerde erledigt abge
schrieben
wurde
.
1.2
Am 24. November 2006 meldete sich der Versicherte wegen Depression,
Herz
problemen
und Schwindel erneut bei der Invalidenversicherung zum
Leistungs
bezug
an (
Urk.
12/50).
Die IV-Stelle stellte mit Vorbescheid vom
19.
Januar 2007 (
Urk.
12/54
=
Urk.
12/53
) die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Dagegen erhob der Versicherte am 26. Januar 2007 (
Urk.
12/56) Einwände. Die IV-Stelle holte daraufhin einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
12/58-59), Auszüge aus dem indivi
du
ellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
12/57;
Urk.
12/75) und ein Gutachten (
Urk.
12/66) ein. Nach Zustellung des Vorbescheid
s
(
Urk.
12/72) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 26. Mai 2008 (
Urk.
12/74) einen Anspruch des Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung.
1.3
Am 24. Juli 2012 meldet sich der Versicherte erneut bei der Invalidenver
siche
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
12/84-85).
Die IV-Stelle holte einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
12/89) sowie ein psychiatrisches Gutachten (
Urk.
12/97) ein. Nach durch
ge
führtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
12/100,
Urk.
12/101,
Urk.
12/104,
Urk.
12/107
,
Urk.
12/109,
Urk.
12/117) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung
vom 30. April 2013 einen
Rentena
nspruch des Versicherten (
Urk.
12/122 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 30. April 2013 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 3.
Jun
i 2013 (
Urk.
1) Beschwerde und beantragte, die Verfü
gung sei aufzuheben und es sei
ihm eine ordentliche IV-Rente zuzusprechen, eventuell sei die Vorin
stanz zu deren Berechnung anzuhalten (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 9. Juli
2013 (
Urk.
11) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 17. Juni 2013 (
Urk.
13) zur Kenntnis ge
bracht wurde
;
gleichzeitig wurde antragsgemäss (
Urk.
1 S. 2) die
unentgeltliche
Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Beschwerdeführer machte eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
6). Er begründete dies im Wesentlichen damit, dass die von ihm gestellten Zusatzfragen im Gutachten nicht beantwortet wor
den seien. Zudem hätte die Begutachtung nicht ohne einen Dolmetscher durch
geführt werden dürfen, da er mit der Beantwortung komplexer Fragen in Deutsch
überfordert gewesen sei. Er sei nicht in der Lage, sich in Deutsch genü
gend auszudrücken, was zu einer erheblichen Verzerrung der Befundaufnahme ge
führt habe (S. 4
Ziff.
7).
Diese Rügen der Verletzung des rechtlichen Gehörs sind – da formeller Natur – vorab zu prüfen.
1.2
Gemäss
Art.
29
Abs.
2 der Schweizerischen Bundesverfassung (BV) haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der
Sachaufklä
rung
, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mit
wirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört ins
besondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstel
lung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, er
hebli
che Beweise beizubringen, Einsicht in die Akt
en zu nehmen, mit erheb
li
chen Beweisanträgen gehört zu wer
den und an der Er
hebung wesentlicher Be
weise ent
weder mit
zuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern,
wenn dieses geeig
net ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 S. 370 mit Hinwei
sen).
Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des recht
lichen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die Anhörung im konkre
ten Fall für den Ausgang der materi
el
len Streitentscheidung von Bedeutung ist, d.h. die Be
hörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE 132 V 387 E. 5.1 S. 390; 127 V 431 E. 3d/
aa
S. 437).
Nach der Rechtsprechung kann eine
nicht besonders schwerwiegende
Ver
letzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die be
troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwer
de
instanz zu
äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechts
lage frei überprüfen kann (BGE
127 V 431 E. 3d/
aa
S. 437). Von einer Rückweisung der Sache an die Ver
waltung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beför
derlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E.
5.1 S. 390 mit Hinweis).
1.3
Den Akten ist zu entnehmen, dass dem Beschwerdeführer Gelegenheit gegeben wurde, Zusatzfragen zu stellen (
Urk.
12/92) und er diese
auch
eingereicht hat
(
Urk.
12/93).
Die Beschwerdegegnerin erachtete sie jedoch als
bereits
in ihrer
Fra
ge
s
tellung enthalten (Urk. 12/98 S. 3 Mitte), weshalb die
Zusatzfragen im Gutach
ten
(
Urk.
12/97)
nicht explizit beantwortet w
u
rden, was
d
er
Beschwerdeführer
mit seinen Einwänden
im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
bemängelt hat
(
Urk.
12/107). Beim Gutachter holte die Beschwerdegegnerin daraufhin eine Stell
ungnahme ein (
Urk.
12/109), in welcher dieser festhielt, durch die Begut
ach
tung seien die aktuellen Beschwerden des Beschwerdeführers nochmals aus
führlich angehört,
exploriert und validiert worden
(S. 3
Ziff.
4).
Das Bundesgericht hat - in Änderung einer früheren Rechtsprechung
–
festge
halten, es sei der versicherten Person „ein Anspruch einzuräumen, sich vor
gäng
ig zu den Gutachterfragen zu äussern“. Mithin würden „die IV-Stellen der versicherten Person künftig zusammen mit der verfügungsmässigen Anordnung der Begutachtung den vorgesehenen Katalog der Expertenfragen zur Stell
ung
nahme unterbreiten. Führt die damit eröffnete Mitwirkungsmöglichkeit der be
troffenen Person zu einer einzelfalladäquaten Fragestellung, so trägt dies im
Übrigen zur gutachtlichen Qualität wesentlich bei“ (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9). In späteren Entscheiden wurde unter Bezugnahme auf den genannten BGE aus
geführt, die IV-Stellen unterbreiteten „den vorgesehenen Katalog der Experten
fragen zur Stellungnahme“ (BGE 138 V 271 E. 1.1), beziehungsweise „dass der versicherten Person vorgängige Mitwirkungsrechte in dem Sinne zustehen, dass sie sich zu den Gutachterfragen äussern kann“ (BGE 138 V 318 E. 6.1.4). In den nicht amtlich publizierten Entscheiden hat das Bundesgericht überwiegend die eben genannte Formulierung verwendet; vereinzelt hat es auch ausgeführt, „die versicherte Person sei befugt, vorgängig zu den Gutachterfragen Stellung zu nehmen und entsprechende Ergänzungsfragen zu stellen“ (Urteile des Bundesge
richts 8C_888/2011, 8C_900/2011 vom 7. Mai 2012 E. 4.1.2, 8C_623/2011 vom 15. März 2012 E. 5.2, 9C_575/2011 vom 12. Oktober 2011 E. 4.2).
Aus den Vorgaben des Bundesgerichts ergibt sich ein Recht des Beschwerde
führers, zu den vorgesehenen Fragen Stellung zu nehmen, nicht aber ein gerich
t
lich durchsetzbarer Anspruch darauf, dass von ihm formulierte Zusatzfragen in jedem Fall den Gutachtern unterbreitet werden. Wohl ist es wünschenswert, all
fällige Stellungnahmen so zu berücksichtigen, dass ein allseits genehmer Frage
ka
talog resultiert. Wo dies jedoch nicht gelingt, bleibt es im Ermessen der
Be
schwerdegegnerin
, die von den Gutachtern zu beantwortenden Fragen ab
schliess
end zu formulieren, wie auch darüber zu entscheiden, zusätzliche Fragen ebenfalls den Gutachtern zu unterbreiten. Dass sie dabei keinen ungebührlich strengen Massstab anlege, ist zu wünschen; es ist aber offensichtlich nicht das bundesgerichtliche Konzept, sie als blosse automatische Weiterleitungsstelle von Zusatzfragen beliebiger Länge und Anzahl vorzusehen. Sie trägt die Verant
wor
tung für die Qualität der Fragestellung, zu welcher erheblich beiträgt, wenn das medizinische Problem in maximal 5 bis 6 Fragen übersetzt wird (Jörg
Jeger
, Gute Frage - schlechte Frage: Der Einfluss der Fragestellung auf das Gutachten, in: René Schaffhauser / Franz
Schlauri
, Sozialversicherungsrechtstagung 2009, St. Gallen 2010, S. 202 ff.). Kein Raum bleibt bei diesem Konzept allerdings für sozusagen kostenpflichtige Zusatzfragen. So wie es Sache der
Beschwerde
geg
nerin
ist, das Verwaltungsverfahren zu führen und in diesem Rahmen die Frage
stellung zu verantworten, so hat sie auch die entsprechenden Kosten zu tragen.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass das Vorgehen der
Beschwerde
geg
nerin
im konkreten Fall keinen im heutigen Zeitpunkt noch bestehenden be
zieh
ungsweise der Korrektur bedürftigen Mangel bewirkt hat, so dass die erho
bene
Rüge ins Leere geht.
Es liegt
sodann
nicht im
Verantwortungsbereich
der Beschwerdegegnerin,
zu be
urteilen, ob ein Dolmetscher
für eine Begutachtung
notwendig ist oder nicht.
Der entsprechende Entscheid obliegt dem Gutachter und ist ebenfalls
bei der
Be
weiswürdigung
zu ber
ücksichtigen
(vgl. SVR 2005 IV Nr. 12).
Damit geht dieser Einwand fehl und es liegt keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehörs vor.
1.4
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2
ATSG).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG)
sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent An
spruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.6
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird
nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu verge
wissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invaliditätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E.
1b mit Hinweisen). Stellt sie
fest, dass der Invaliditätsgrad
seit Erlass
der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weis
t sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die fest
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende In
validität
zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E.
3a, 109 V 108 E.
2b).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
be
ruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E.
1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 3
0.
April 2013 (
Urk.
2), gestützt auf die vorliegenden medizinischen Unterlagen und unter Würdigung des zusätzlich eingeholten Gutachtens von einem
seit der letzten Verfügung
unveränderte
n
Gesundheitszus
tand
aus
. Der Beschwerde
füh
rer sei in seiner angestammten Tätigkeit als Kioskverkäufer zu 50
%
arbeits
fähig. In einer angepassten Tätigkeit mit nur geringen Anforderungen an die Frustrations- und Stresstoleranz bestehe eine Arbeitsfähigkeit
(
richtig
: Arbeits
unfähigkeit)
von zirka 20-30
%
. Diese Arbeitsfähigkeit sei über all die Jahre
be
stehen geblieben und vom
Gutachten aus dem Jahre 2008 bestätigt worden.
Die von
den behandelnden Ärzten
des
Z._
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100
%
sei nicht nachvollziehbar
;
es handle
sich um einen stationären Gesundheitszustand und um keine relevante Ver
schlech
terung (S. 2).
2.2
Der Beschwerde
führer
wandte beschwerdeweise (
Urk.
1) ein, für die
Diagnose
stellung
sei auf die Stellungnahme der behandelnden Ärzte
des
Z._
abzustellen
(S. 3
Ziff.
5).
Den Schlussfolgerungen im Gutachten könne nicht gefolgt werden und
die Befunderhebung
entspreche nicht dem AMDP-System (S. 5
Ziff.
8). Die Feststellungen hinsichtlich des Herzklopfens, des Herzrasens und der Panik
störungen sowie der Arbeitsfähigkeit seien medizinisch nicht begründet (S. 5 f.
Ziff.
9). Das Ausmass der Depression sei diagnostisch nicht weiter festgelegt (S.
6
Ziff.
10). Sofern korrekterweise die Pan
ikstörung sowie die
somatoforme
au
to
nome
Funktionsstörung in die Beurteilung miteinbezogen würden, sei er seit dem
letzten Stellenverlust zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 7
Ziff.
12).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob seit der anspruchsverneinenden Verfügung vom 2
6.
Mai 2008 (
Urk.
12/74) eine erhebliche Veränderung des Gesund
heits
zustandes des Beschwerdeführers eingetreten ist und
gegebenenfalls, wie es sich mit einem allfälligen Rentenanspruch verhält
.
3.
3.1
Der rechtskräftigen Verfügung vom 2
6.
Mai 2008 (
Urk.
12/74) lag im Wesent
lichen das nachfolgende medizinische Gutachten zugrunde:
3.2
Am 1
9.
März 2008 erstattete
n
Dr.
med.
A._
, FMH Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
B._, Oberarzt
, und
Dr.
med.
C._
, FMH Pneumologie,
D._
, ihr polydisziplinäres Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
12/66).
Sie nannten folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 11
Ziff.
6.1):
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit impulsiven und narzisstischen Zügen (F61.0)
und als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 11
Ziff.
6.2):
Dysthymia
(F34.4)
somatoforme
autonome Funktionsstörung im Herz- und Kreislaufsystem (F45.30)
funktionelle Leistungsintoleranz
Adipositas (BMI 33)
Sie führten aus, das dauerhafte Empfinden, ungerecht und nachteilig behandelt zu werden, entspreche einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit impul
si
ven und narzisstischen Zügen. Zusammen mit der
Dysthymie
und einer
Panik
störung
(
bez
üglich der kardialen Erkrankung)
beeinträchtig
e
die Persönlichkeit des Beschwerdeführers seine Leistungsfähigkeit und Arbeitsfähigkeit durch eine
verminderte Stress- und Frustrationstoleranz. Aus kardialer und pulmonaler Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, es seien keine patho
logischen Befunde zu erheben. Die Limitierung der körperlichen Leistungs
fähig
keit ergebe sich am ehesten durch eine muskuläre
Dekonditionierung
(S. 11
f.
Ziff.
7.1).
Sie führten weiter aus, in der angestammten Tätigkeit als Kioskverkäufer be
stehe eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
, entsprechend 21 Stunden pro Woche
(S.
12
Ziff.
7.2). Medizinisch-
theoretisch bestehe in einer angepassten Tätigkeit in einem
entsprechenden Umfeld, mit
nur
geringen Anforderungen an die Frustrations- und Stresstoleranz
,
eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
, entsprechend 6 3⁄4 Stunden
.
Bezüglich der Realisierbarkeit eines derartigen Arbeitsplatzes würden sie emp
fehlen, die aktuelle Arbeitsfähigkeit von 50
%
als Kioskverkäufer oder
in
einer Tä
tigkeit mit ähnlichem Profil zu akzeptieren (S. 12
Ziff.
7.3). Aufgrund der
Akten und der Anamnese gingen sie davon aus, es liege seit mindestens Juli 2005
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor (S. 13
Ziff.
7.4).
4.
4.1
Für die Zeit nach der rechtskräftigen Verfügung vom 2
6.
Mai 2008 finden sich in den Akten die folgenden medizinischen Berichte und Gutachten:
4.2
In der vom Beschwerdeführer eingereichten Stellungnahme vom 2
5.
Juni 2012
(
Urk.
12/81 =
Urk.
12/83/1-3)
stellten
Dr.
phil.
klin
. psych.
E._
, Klini
sche
r Psychologe und Supervisor, und
med.
pract
.
F._
, FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie,
Z._
,
die
folgende
n
aktuelle
n
Diagnosen (S. 3
Ziff.
10):
rezidivierende depressive Störung, mittelgradige depressive Episode (F33.1)
Panikstörung (F41.0)
Zwangsstörung (F42.1)
Status nach
Sacral
-
Dermoid
-Operation am 2
1.
Januar 2003, instabile Narbe
Sie führten aus, der Beschwerdeführer sei
in Folge der
Kündigung im Jahr 2009
zu 100
%
arbeitsunfähig geworden (S. 2
Ziff.
1). Der Beschwerdeführer sei schwer
depressiv (Hamilton Depressionsskala
,
= 27), unter Einbezug aller Informationen sei die Depression jedoch mittelgradig (S. 2
Ziff.
8). Aufgrund der neuropsy
cho
logisch bestätigten Depression, der deutlich ausgeprägten Panikstörung sowie der Zwangsstörung bestehe heute eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Eine
Ar
beitstätigkeit sei dem Beschwerdeführer heute nicht mehr zuzumuten (S.
3
Ziff.
11).
4.3
Am 2
8.
September 2012 erstattete
Dr.
med
.
G._
,
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, sein psychiatrisches Gutachten im Auftrag der
Beschwerde
geg
nerin
(
Urk.
12/97).
Dr
.
G._
stützte sich auf die ihm überlassenen Akten (S. 1),
die A
ngab
en des Beschwerdeführers (S. 14 ff.), sowie die am 2
7.
September 201
2 erhobenen Befunde (S.
19 f.).
Er
nannte folgende Diagnosen (S. 20
Ziff.
5):
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit impulsiven und narzisstischen Zügen (F61.0)
anhaltende traurig-depressive Verstimmung, verbunden mit Gereiztheit,
Dünnhäutigkeit
, Impulsivität/Explosivität, Wut und Verbitterung
Differentialdiagnose (DD):
Dysthymie
(F34.1)
(DD): rezidivierende depressive Störung, anamnestisch mittelschwer, gegenwärtig fraglich mittelschwere Episode (F33.1)
(DD): depressive Anpassungsstörung bei psychosozialer Belastung (Stellenverlust, Kündigung, Arbeitslosigkeit, finanzielle Probleme, negativer Lebensbilanz, Verlust von Sozialstatus etc.
F43.21)
Zwangsstörung (F42.1)
Er führte aus, die Panikstörung könne beim Beschwerdeführer nicht nach
ge
wiesen werden.
Der Beschwerdeführer
habe seine Ängste zweifelsfrei als reaktiv auf bestimmte Ereignisse bezeichnet. Es gebe dafür immer einen Auslöser (S. 23 oben). Der Beschwerdeführer erfülle ebenso wenig die Kriterien für eine
soma
to
forme
autonome Funktionsstörung im kardiovaskulären System. Er habe ledig
lich
Angst, dass seinem Herz etwas Ernsthaftes zustossen könnte, wenn er ver
mehr
tes Herzklopfen beziehungsweise Herzrasen im Rahmen einer seiner häufi
gen Wut
anfälle habe. Diese Angst sei durch den Herzinfarkttod seines Bruders ver
stärkt (S. 23 Mitte).
Zusammenfassend
führte der Gutachter aus,
er
komme
zum Schluss, dass
sich
die verschiedenen psychiatrischen Diagnosen in der Kombination negativ auf die
aktuelle Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirk
t
en. Die kombinierte
Per
sönlichkeitsstörung
spiele eine entscheidende Rolle. Deswegen habe es subjek
tive Kränkungen gegeben, die zu Konflikten geführt
hätten, wodurch
es zu häufigen Stellenwechseln gekommen sei (S. 23 unten). Der Beschwerdeführer
sehe sich in der Rolle
des
Opfer
s
. Er wolle die negative Lebensbilanz nicht ak
zep
tieren und hadere ständig mit seiner desolaten Lebenssituation. Er zeige aber auch keine Motivation, etwas daran zu ändern, sondern verharre in seiner ge
kränkten und
dysphorisch
-reizbar-explosiven Verstimmung. In Bezug auf die Be
urteilung der Arbeitsfähigkeit spiele nicht nur ein „Nicht-Können“ eine Rolle, sondern vor allem auch ein „Nicht-Wollen“, was die seit Jahren andauernde
dys
phorische
Verstimmung des Beschwerdeführers erkläre. Wie man diese Ver
stimmung nach den ICD-Kriterien bezeichne, sei irrelevant und täusche darüber hinweg, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner subjektiv negativen
Lebens
bilanzierung
nicht mehr arbeiten wolle und sich verweigere, diesbezüglich ein aktives
Coping
-Verhalten zu entwickeln (S. 24 Mitte).
Der Beschwerdeführer sei aus den genannten Gründen in der aktuellen Ver
fassung im Kioskverkauf mit Kundenkontakten sicherlich zu mindestens 50
%
ar
beitsunfähig. In einer angepassten Tätigkeit im Umfeld mit nur geringeren An
forderungen an die Frustrations- und Stresstoleranz wäre er zwischen 70-80
%
arbeitsfähig (S. 25
Ziff.
7).
Dr.
G._
führte weiter aus, klinisch zeige sich in der heutigen Untersuchung in etwa das gleiche Zustandsbild wie
anlässlich der
D._
-
Begutachtung im Jahr 2008 und dementsprechend komme er zur gleichen Diagnosestellung und Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit. Die angebliche Verschlechterung des Gesundheits
zustandes bestehe nur zu einem geringen Anteil aus der traurig-depressiven Ver
stimmung aufgrund der negativen Lebensbilanzierung nach dem Verlust der Arbeitsstelle, Auslaufen der Arbeitslosengelder und Fürsorgebedürftigkeit (S. 26
Ziff.
9).
Dr.
G._
berichtet weiter, eine IV-relevante Verschlechterung sei nicht fest
stell
bar. Es habe über all die Jahre eine ungefähr gleich bleibende Arbeits
fähig
keit von zirka 50
%
in der angestammten Tätigkeit als Kioskverkäufer mit
Kun
denkontakt
bestanden und bestehe weiter. Seit seiner Kündigung bestehe objek
tiv
keine wesentliche Verschlechterung der psychischen Leiden mit
Krankheits
wert
, jedoch eine deutliche Zunahme der psychosozialen Belastungsfaktoren und de
ren negative Auswirkung auf die subjektive Befindlichkeit des Beschwerde
füh
rers. Objektiv könne heute weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit von zirka 50
%
sowohl
in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit ausge
gangen werden (S. 29
Ziff.
14a).
4.4
Med.
pract
.
H._
, Facharzt für Allgemeinmedizin, Regionalärztlicher Dienst (RAD), stellte in seiner Stellungnahme vom 1
1.
Oktober 2012 (
Urk.
12/98
S.
3
f.
) im Wesentlichen auf das Gutachten
von Dr
.
G._
ab. Gemäss dem Gut
achten handle es sich um eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (F61.0),
eine
an
haltende depressive Verstimmung
(Differentialdiagnose
:
Dysthymie
;
F34.1),
eine
rezidivierende depressive Störung gegenwärtig fraglich mittelschwer (F33.1),
eine
depressive Anpassungsstörung (F43.21), die
sich
in ihrer Kombination ne
gativ auf die aktuelle Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirk
t
en. Der Beschwerdeführer sei für die bisherige Tätigkeit wie auch für eine angepasste
Tätigkeit als Kioskverkäufer zu 50
%
arbeitsunfähig. Für eine angepasste Tätig
keit mit nur geringen Anforderungen an die Frustrations- und Stresstoleranz
betrage
die Arbeitsunfähigkeit 20-30
%
. Die Arbeitsunfähigkeit sei über all die Jahre gleich geblieben und sei bis auf weiteres gleich bleibend (S. 3 unten).
Die v
on den behandelnden Ärzten
des
Z._
beurteilte Verschlechterung des Ge
sund
heitszustandes mit Arbeitsunfähigkeit von 100
%
sei nicht nachvollziehbar. Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei stationär und eine wesentliche IV-relevante Verschlechterung sei nicht feststellbar, auch nicht seit der Kündi
gung der Arbeitsstelle im Jahr 200
9.
Der aktuelle Gesundheitszustand sei stabil. Eine wesentliche Verbesserung sei prognostisch mangels Motivation
für die
Be
handlung als eher gering zu werten (S. 4 oben). Auf das Gutachten könne abge
stellt werden, da die gezogenen Schlussfolgerungen nachvollziehbar seien. Es sei von keiner Verschlechterung des Gesundheitszustandes auszugehen (S. 4).
4.5
In der vom Beschwerdeführer erneut eingereichten Stellungnahme vom 1
8.
De
zem
ber 2012 (
Urk.
3/2 =
Urk.
12/106) zum Gutachten
nannten
die
Fachper
so
nen
des
Z._
folgende, aus ihrer Sicht, richtigen Diagnosen (S. 4
Ziff.
13):
rezidivierende depressive Störung mittelgradige Episode (F33.1)
somatoforme
autonome Funktionsstörung im kardiovaskulären System (F45.30)
Panikstörung (F41.0)
Zwangsstörung (F42.1)
Status nach
Sacral
-
Dermoid
-Operation am 2
1.
Januar 2003, instabile Narbe
In ihrer Stellungnahme erläuterten sie den psychiatrischen Befund (S. 3
Ziff.
11) und führten aus, es sei nicht nachvollziehbar, wieso der Beschwerdeführer als Kioskverkäufer aufgrund der erhöhten Kränkbarkeit und verminderten
Stressto
le
ranz
50
%
,
in einer angepassten Tätigkeit mit geringen Anforderungen an die Frustrations- und Stresstoleranz dann aber 80
%
arbeitsfähig sein soll
e
. Die An
forderungen als Kioskverkäufer seien minimal und an jeder anderen Stelle ge
fordert. Daher sei eine Arbeitsunfähigkeit als Kioskverkäufer auch für eine ange
passte Tätigkeit richtig. Beziehe man die Panikstörung sowie die
somatoforme
autnomome
Funktionsstörung aber mit ein, so sei der Beschwerdeführer faktisch seit 2009 zu 100
%
arbeitsunfähig. Die Panik und die Herzprobleme würden eine längerfristig geregelte Tätigkeit vollständig verhindern (S. 4
Ziff.
15).
5.
5.1
Zu prüfen ist vorliegend
, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der recht
s
kräftigen rentenablehnenden Verfügung vom 2
6.
Mai 2008 bis zum Zeitpunkt der Verfügung vom 3
0.
April 2013, welcher
rechtsprechungs
gemäss
die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet (BGE 130 V 68 E. 5.2.3, BGE 121 V 366 E. 1b mit Hinweis, vgl. auch BGE 129 V 4 E.
1.2), in einem
revisionsrelevanten
Ausmass verschlechtert hat.
5.2
Die
Verneinung des Rentenanspruchs
im Jahr 2008 erfolgte gemäss Verfügung vom 2
6.
Mai 2008 (
Urk.
12/74) gestützt auf
das
D._
-
Gutachten (vgl. E. 3.2).
Darin
wurde dem Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit eine Ar
beitsfähigkeit von 50
%
und in einem angepassten Umfeld mit nur geringen An
forderungen an die Frustrations- und Stresstoleranz eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
attestiert.
Der Beschwerdeführer
machte geltend
, sein psychischer Gesundheitszustand habe
sich seit der
V
erneinung des Rentenanspruchs
verschlechtert, dies aufgrund
seines
Stellenverlusts im Jahr 200
9, und verwies
auf die Diagnosestellung der
Z._
-Stellungnahme vom 2
5.
Juni 2012 (vgl. E. 4.2).
Dem Gutachten von
Dr.
G._
ist hingegen zu entnehmen, dass sich der Ge
sundheitszustand seit der Erstellung des
D._
-Gutachtens im Jahr 2008 und da
mit der erfolgten rentenabweisenden Verfügung nicht verschlechtert habe (vgl. E. 4.3).
5.3
Die Wür
digung der medizinischen Akten
e
rgibt, dass das Gutachten von
Dr.
G._
vom 2
8.
September 2012 (
vorstehend
Urk.
3
) für die Beantwortung der Fragen umfassend ist. Es beruht auf für die strittige
n Belange umfassenden und allseitigen Untersuchungen und berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden in angemessener Weise. Sodann wurde
es
in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt und trägt der konkre
ten medizinischen
Situation Rechnung
.
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Befundaufnahme sei mangel
haft
und nicht nachvollziehbar und auf die Schlussfolgerungen könne medizi
ni
sch nicht abgestellt werden, erweisen sich seine Vorbringen als
unbehelflich
. Das
Gutachten leuchte
t
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und
die vorgenommenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand und der Ar
beits
fähigkeit werden ausführlich begründet.
Dr.
G._
zeigte in nachvoll
zieh
barer Weise auf, dass sehr wohl ein psychisches Leiden mit Krankheitswert
(kom
binierte Persönlichkeitsstörung, reaktiv-depressive Symptomatik) besteht, aber dass auch vermehrt psychosoziale Faktoren hinzukommen.
Dr.
G._
machte darauf aufmerksam, der Beschwerdeführer zeige zwar mit 29-HAMD-Punkten sämtliche Symptome einer schweren Depression, dies sei im Vergleich zum klinischen Eindruck aber nicht nachvollziehbar. Es handle sich mehr um eine gut nachvollziehbare Traurigkeit angesichts des negativen Le
bens
laufs, jedoch um keine typische depressive Stimmungslage (S. 19 f.). Selbst in der
Z._
-Stellungnahme (
vorstehend
E. 4.2) habe man dem Beschwerdeführer eine
mittelschwere und nicht
eine – aufgrund der 27 HAMD-Punkte an sich an
gezeigte - schwere
Depression diagnostiziert. Dies lasse darauf hindeuten, dass die behandelnden Ärzte offenbar Zweifel
an der hohen Punktzahl gehabt hätten
(S. 20, S. 21 unten). Differentialdiagnostisch könne auch von einer
Dysthymie
und einer rezidivierenden depressiven Störung ausgegangen werden. Hinter meh
rere Punkte müsse man ein Fragezeichen setzen, da der Hauptaffekt des Be
schwerdeführers nicht die Depression, sondern die Wut sei (S. 21 f.). Die kom
binierte Persönlichkeitsstörung spiele nach wie vor eine entscheidende Rolle,
was sich jüngst im Stellenverlust
wiederspiegelte
. Der Beschwerdeführer sehe sich
stets in der Rolle
des
Opfer
s
mit einem dauerhaften Empfinden, ungerecht und nachteilig behandelt zu werden (S. 23 unten).
Das Gutachten erfüllt damit entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers die praxisgemässen Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.7) vollumfänglich, so dass für
die
Entscheidfindung
und insbesondere für die Beurteilung des Gesund
heits
zu
standes des Beschwerdeführers darauf abgestellt werden kann. Der medizi
ni
sche Sachverhalt erweist sich als hinreichend und klar und ist in diesem Sinne als er
stellt zu betrachten.
5.
4
D
er
dem
Z._
-Bericht
entnommene
Einwand des Beschwerdeführers, es sei nicht nachvollziehbar, wieso er als Kioskverkäufer aufgrund der erhöhten
Kränkbar
keit
und verminderten Stresstoleranz 50
%
,
in einer angepassten Tätigkeit mit ge
ringen Anforderungen an die Frustrations- und Stresstoleranz dann aber 80
%
arbeitsfähig sein soll, kann nicht gefolgt werden. Es ist nachvollziehbar und einleuchtend, dass bei einem Kioskverkauf mit Laufkundschaft die
Stress
to
le
ranz
bedeutet höher
sein muss
als bei einer weniger publikums
orientierten
und
fremd
bestimmten
Tätigkeit. Aus diesem Grund liegt hier die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers höher als in seiner angestammten Tätigkeit als
Kioskver
käufer
.
5.5
Weiter rügt
e
der Beschwerdeführer, es hätte ein Dolmetscher für die Begut
ach
tung hinzugezogen werden müssen. Der Beschwerdeführer ist 1988 in die
Schweiz
eingereist und lebt nun seit 24 Jahren in der Schweiz. Zuletzt hat er als Kioskverkäufer mit Kundenkontakt gearbeitet. Es kann somit davon ausge
gangen werden, dass der Beschwerdeführer über genügend Grundkenntnisse in Deutsch verfügt, um Fragen zu verstehen und auf Fragen adäquat antworten zu können, ansonsten hätte er kaum als
Kioskverkäufer arbeiten können
. Zudem war auch für die Begutachtung im Jahr 2008 kein Dolmetscher nötig und es ist daher nicht ersichtlich, aus welchen Gründen nun 4 Jahre später ein Dol
met
scher nötig sein sollte, zumal die Komplexität der Fragen bei einer Begut
ach
tung nicht zugenommen ha
ben dürfte
.
5.6
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich im Vergleich zur Einschätzung in
D._
-Gutachten im Jahr 2008 (vorstehend E.
3.2) in medizinischer Hinsicht keine
Änderungen ergeben haben und sich das Zustandsbild des Beschwer
de
führers nicht geändert hat. Das psychiatrische Gutachten von Dr.
G._
vom 28. September 2012 (vorstehend
E. 4.3) bestätigte im Wesentlichen die seinerzeitigen Fest
stellungen sowie die Arbeitsfähigkeit von 50
% im angestammter und von
80 % in angepasster Tätigkeit. Es ist somit sowohl in Bezug auf die Diagnosen wie auch in Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf dieses abzu
stellen
.
5.7
Aus medizinischer Sicht hat sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
nicht verschlechtert.
Die einzige Veränderung im Vergleich zur
letzten rechts
kräf
tigen Verfügung vom 2
6.
Mai 2008
besteht darin, dass
der Beschwerdeführer im
Jahr 2009 seine Stelle als Kioskverkäufer verloren hat. Dieser Stellenverlust bleibt
jedoch ohne Auswirkung auf die Invaliditätsbemessung, in deren Rahme
n für das
Valideneinkommen
wie schon in der Verfügung vom 26. Mai 2008 auf das zu
letzt erzielte
Einkommen als Kioskverkäufer
und für
das
Invalidenein
kommen
ebenfalls
wie im Jahr 2008 auf die Tabellenlöhne
abzustellen ist
, womit derselbe Invaliditätsgrad wie im Jahr 2008 resultiert.
Die Verfügung vom 3
0.
April 2013 erweist sich damit als rechtens, was zur Ab
weisung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, infolge bewilligter unentgeltlicher
Pro
zess
führung
jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hin
weis auf §16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).
6.2
Mit Honorarnote vom 2
7.
November 2013 (
Urk.
15) machte der unentgeltliche
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einen Aufwand von 7 Stunden und 30
Minuten sowie Barauslagen von
Fr.
77.-- geltend. Beim praxisgemässen
Stunden
ansatz
von
Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ist er somit mit
Fr.
1‘697.-- (in
klusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschä
digen
.