Decision ID: 200e9b1e-058d-5b28-ba96-2173ea85fed5
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Am 12. Januar 2016 reichte die Organisation der Arbeitswelt
Y._ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) dem Staatssekretariat für
Bildung, Forschung und Innovation (SBFI; nachfolgend auch: Vorinstanz)
eine Änderung der Prüfungsordnung vom 9. September 2015 über die hö-
here Fachprüfung für KomplementärTherapeutinnen und Komplemen-
tärTherapeuten (nachfolgend: Prüfungsordnung) zur Genehmigung ein.
Mit der Änderung sollte die Prüfungsordnung um die Methode der Kinesio-
logie ergänzt werden. Das Gesuch um Genehmigung der Änderung der
Prüfungsordnung wurde am 26. Januar 2016 im Bundesblatt bekannt ge-
geben, wobei eine Einsprachefrist von 30 Tagen ansetzt wurde.
A.b Mit Eingabe vom 11. Februar 2016 erhob unter anderen der Verband
X._ (nachfolgend: Beschwerdeführer), ein Verein im Sinne von
Art. 60 Abs. 1 ZGB (zit. in E. 1.2), bei der Vorinstanz Einsprache gegen die
Genehmigung der Änderung der Prüfungsordnung.
A.c Mit Verfügung vom 9. März 2017 trat die Vorinstanz nicht auf die Ein-
sprache des Beschwerdeführers ein (Dispositiv Ziff. 3), genehmigte die Än-
derung der Prüfungsordnung (Dispositiv Ziff. 4) und entzog einer allfälligen
Beschwerde die aufschiebende Wirkung (Dispositiv Ziff. 5).
B.
B.a Gegen diesen (Nichteintretens-)Entscheid erhob der Beschwerdefüh-
rer am 7. April 2017 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und be-
antragte sinngemäss, die Verfügung vom 9. März 2017 sei aufzuheben und
die Vorinstanz sei anzuweisen, auf die Einsprache des Beschwerdeführers
einzutreten.
B.b Mit Urteil vom 12. Oktober 2017 (Verfahren B-2087/2017) hiess das
Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde gut und stellte fest, dass die
Vorinstanz auf die Einsprache des Beschwerdeführers vom 11. Februar
2016 einzutreten hat. Es hob den angefochtenen Entscheid der Vorinstanz
vom 9. März 2017 entsprechend auf und wies die Sache im Sinne der Er-
wägungen zum materiellen Entscheid an die Vorinstanz zurück.
C.
Mit Verfügung vom 14. März 2018 trat die Vorinstanz auf die Einsprache
des Beschwerdeführers ein und wies die Einsprache ab (Dispositiv Ziff. 1),
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genehmigte die Änderung der Prüfungsordnung im Sinne der Erwägungen
(Dispositiv Ziff. 2) und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschie-
bende Wirkung (Dispositiv Ziff. 3). Verfahrenskosten wurden dabei keine
erhoben (Dispositiv Ziff. 4).
Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, dass die Voraussetzungen
für eine Genehmigung – entgegen der Vorbringen des Beschwerdeführers
– vorliegend erfüllt seien. Insbesondere bestünde vorliegend ein öffentli-
ches Interesse an der Genehmigung der Änderung der Prüfungsordnung,
da hiermit die Kompetenzen der KomplementärTherapeuten vereinheitlicht
würden. Ein Konflikt mit anderen öffentlichen Interessen sei vorliegend
nicht gegeben.
D.
D.a Gegen diese Verfügung hat der Beschwerdeführer mit Eingabe vom
11. April 2018 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben und
beantragt, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen,
der Entscheid der Vorinstanz vom 14. März 2018 sei für ungültig zu erklä-
ren und die fragliche Änderung der Prüfungsordnung sei nicht zu genehmi-
gen.
Er macht geltend, dass die eingereichte Prüfungsordnung gegen die Be-
rufsbildungsverordnung (zit. in E. 2) verstossen würde und die Vorausset-
zungen für die Genehmigung der höheren Fachprüfungen nicht erfüllt
seien. Mit der beantragten Änderung werde die Kinesiologie unter Umge-
hung einer unabhängigen Überprüfung der Inhalte (Theorien, Praktiken,
Ausbildungen) eidgenössisch anerkannt. Kinesiologie sei jedoch ein Sam-
melname, welcher unterschiedliche Methoden umfasse, wobei grosse Teile
der Kinesiologie eine unabhängige, wissenschaftlich ausgewiesene und öf-
fentlich diskutierte Überprüfung nicht überstehen würden. Auch der Begriff
„Komplementärtherapie“ sei irreführend. Zudem fehlten ein öffentliches In-
teresse und der Bedarf an einem Beruf, wie er in der Prüfungsordnung vor-
gesehen sei. Mit der Änderung der Prüfungsordnung würden unseriöse In-
halte in das Gesundheitswesen eingeschleust werden. Die Ausbildung
würde keiner unabhängigen Kontrolle unterstehen und es fehle an einer
staatlichen Kontrolle der Inhalte der Prüfung. Schliesslich sei die Präsiden-
tin der Beschwerdegegnerin gleichzeitig auch Präsidentin des Verbandes
Kinesuisse, was eine unseriöse Aufgabenverteilung sei.
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Seite 4
D.b Mit Eingaben vom 19. und 20. April 2018 beantragen die Vorinstanz
und die Beschwerdegegnerin die Nichterteilung der aufschiebenden Wir-
kung bzw. den Verzicht auf die Wiederherstellung der aufschiebenden Wir-
kung. Die Beschwerdegegnerin nahm zudem auch materiell zur Be-
schwerde Stellung und beantragt die vollumfängliche Abweisung der Be-
schwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Be-
schwerdeführers.
D.c Mit Zwischenverfügung vom 26. April 2018 hat das Bundesverwal-
tungsgericht die aufschiebende Wirkung der Beschwerde gegen den Ent-
scheid der Vorinstanz vom 14. März 2018 wiederhergestellt.
D.d Mit Eingabe vom 30. April 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin er-
neut die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungs-
folgen zulasten des Beschwerdeführers und verweist im Übrigen auf ihre
Eingabe vom 20. April 2018.
D.e Mit unaufgeforderter Eingabe vom 14. Mai 2018 nimmt der Beschwer-
deführer zur Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 20. April 2018 Stel-
lung.
D.f Mit Stellungnahme vom 24. Mai 2018 beantragt die Vorinstanz die Ab-
weisung der Beschwerde.
D.g Mit Eingabe vom 28. Mai 2018 nimmt die Beschwerdegegnerin zur
Eingabe des Beschwerdeführers vom 14. Mai 2018 Stellung.
D.h Mit Eingabe vom 2. Juli 2018 nimmt der Beschwerdeführer zur Ein-
gabe der Vorinstanz vom 24. Mai 2018 sowie zur Eingabe der Beschwer-
degegnerin vom 28. Mai 2018 Stellung.
D.i Mit Eingabe vom 16. Juli 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin, es
sei ihr eine Frist von 30 Tagen zur Wahrnehmung ihres Replikrechts anzu-
setzen.
D.j Mit Eingabe vom 16. August 2018 verzichtet die Beschwerdegegnerin
auf eine Stellungnahme zur Eingabe des Beschwerdeführers vom 2. Juli
2018 und hält vollumfänglich an ihren bisherigen Ausführungen fest.
D.k Mit Eingabe vom 5. November 2018 nimmt der Beschwerdeführer zur
Beilage Nr. 7 zur Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 20. April 2018
Stellung.
B-2105/2018
Seite 5
Auf die erwähnten und weiteren Vorbringen der Parteien wird – soweit sie
sich für den Entscheid als rechtserheblich erweisen – in den nachfolgen-
den Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kog-
nition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und auf eine Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 7 VwVG [SR 172.021]).
1.1 Der Entscheid der Vorinstanz vom 14. März 2018 stellt eine Verfügung
i.S.v. Art. 5 VwVG dar. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG (SR 173.32) liegt
nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach zur Beurteilung der
vorliegenden Beschwerde zuständig (Art. 32 VGG e contrario sowie Art. 31
i.V.m. Art. 33 Bst. d VGG).
1.2 Der Beschwerdeführer, ein Verein im Sinne von Art. 60 Abs. 1 ZGB
(SR 210), hat als Verfügungsadressat am vorinstanzlichen Verfahren teil-
genommen und ist im vorliegenden Beschwerdeverfahren zur Beschwerde
legitimiert (Art. 48 VwVG; vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
B-2087/2017 vom 12. Oktober 2017). Die Beschwerde wurde zudem frist-
und formgerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG), der
verlangte Kostenvorschuss geleistet (Art. 63 Abs. 4 VwVG), und die übri-
gen Sachurteilsvoraussetzungen liegen ebenfalls vor (Art. 44 ff. VwVG).
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2.
2.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Berufsbildung vom
13. Dezember 2002 (Berufsbildungsgesetz [BGG], SR 412.10) ist die Be-
rufsbildung eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Kantonen und Organisa-
tionen der Arbeitswelt (Sozialpartner, Berufsverbände, andere zuständige
Organisationen und andere Anbieter der Berufsbildung; zur sog. Verbund-
aufgabe vgl. STEPHAN HÖRDEGEN, Aus- und Weiterbildung [Kapitel 17], in:
Biaggini/Häner/Saxer/Schott, Fachhandbuch Verwaltungsrecht, Zürich/Ba-
sel/Genf 2015, N 17.32). Sie streben ein genügendes Angebot im Bereich
der Berufsbildung, insbesondere in zukunftsfähigen Berufsfeldern an
(Abs. 1). Die Massnahmen des Bundes zielen darauf ab, die Initiative der
Kantone und der Organisationen der Arbeitswelt so weit als möglich mit
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Seite 6
finanziellen und anderen Mitteln zu fördern (Abs. 2). Zur Verwirklichung der
Ziele des Berufsbildungsgesetzes arbeiten die Kantone und die Organisa-
tionen der Arbeitswelt je unter sich sowie mit dem Bund zusammen
(Abs. 3).
2.2 Das Berufsbildungsgesetz regelt u.a. auch die höhere Berufsbildung
(Art. 2 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 26 ff. BBG). Die höhere Berufsbildung auf der
Tertiärstufe dient der Vermittlung und dem Erwerb der Qualifikationen, die
für die Ausübung einer anspruchs- oder einer verantwortungsvolleren Be-
rufstätigkeit erforderlich sind (Art. 26 Abs. 1 BGG). Sie kann einerseits
durch eine eidgenössische Berufsprüfung oder eine eidgenössische hö-
here Fachprüfung (Bst. a) oder andererseits durch eine eidgenössisch an-
erkannte Bildung an einer höheren Fachschule (Bst. b) erworben werden
(Art. 27 BBG).
2.3 Die eidgenössischen Berufsprüfungen und die eidgenössischen höhe-
ren Fachprüfungen setzen eine einschlägige berufliche Praxis und ein-
schlägiges Fachwissen voraus (Art. 28 Abs. 1 BBG). Sie stellen bildungs-
systematisch insoweit einen Sonderfall dar, als nicht der Weg zum Ab-
schluss, d.h. die Ausbildung und die Ausbildungsinhalte definiert und gere-
gelt sind, sondern nur die Prüfung zur Erreichung des Abschlusses (vgl.
Bundesrat, Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und In-
novation in den Jahren 2013–2016 vom 22. Februar 2012, BBl 2012 3137;
HÖRDEGEN, a.a.O., N 17.74).
Durchgeführt werden die eidgenössischen Berufsprüfungen und die eidge-
nössischen höheren Fachprüfungen von den zuständigen Organisationen
der Arbeitswelt in eigener Verantwortung (vgl. Bundesrat, Botschaft BBG
vom 6. September 2000, BBl 2000 5755; HÖRDEGEN, a.a.O., N 17.75). Sie
bilden für das Angebot und die Durchführung einer eidgenössischen Be-
rufsprüfung oder einer eidgenössischen höheren Fachprüfung eine Träger-
schaft (Art. 24 Abs. 2 der Verordnung über die Berufsbildung [Berufsbil-
dungsverordnung, BBV; SR 412.101]). Dabei ist den Organisationen, die
einen Bezug zur entsprechenden Prüfung aufweisen, die Möglichkeit ein-
zuräumen, der Trägerschaft beizutreten (Art. 24 Abs. 3 BBV).
2.4 Die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt regeln – im Rahmen
der Trägerschaft – die Zulassungsbedingungen, Lerninhalte, Qualifikati-
onsverfahren, Ausweise und Titel. Sie berücksichtigen dabei die anschlies-
senden Bildungsgänge. Die Vorschriften unterliegen der Genehmigung
durch das SBFI (Art. 28 Abs. 2 BBG i.V.m. Art. 26 BBV).
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Seite 7
Das SBFI genehmigt innerhalb einer Branche für eine spezielle Ausrich-
tung nur je eine eidgenössische Berufsprüfung und eine eidgenössische
höhere Fachprüfung (Art. 25 Abs. 1 BBV). Es prüft, ob: (a) ein öffentliches
Interesse besteht; (b) kein bildungspolitischer Konflikt oder Konflikt mit ei-
nem anderen öffentlichen Interesse besteht; (c) die Trägerschaft in der
Lage ist, ein längerfristiges gesamtschweizerisches Angebot zu gewähr-
leisten; (d) sich der Inhalt der Prüfung an den für diese Berufstätigkeiten
erforderlichen Qualifikationen orientiert; (e) der vorgesehene Titel klar,
nicht irreführend und von anderen Titeln unterscheidbar ist (Art. 25 Abs. 2
BBV). Das SBFI kann die Prüfung einer anderen Trägerschaft übertragen
oder die Genehmigung der Prüfungsordnung widerrufen, wenn eine Trä-
gerschaft trotz Mahnung die Prüfungsordnung nicht einhält (Art. 27 BBV).
2.5 Gestützt auf Art. 28 Abs. 2 BBG hat die Beschwerdegegnerin vorlie-
gend die Prüfungsordnung über die höhere Fachprüfung für Komplemen-
tärTherapeutinnen und Komplementärtheurapeuten (im Folgenden: Prü-
fungsordnung) erlassen, welche von der Vorinstanz am 9. September 2015
genehmigt worden ist. Damit wurde für Personen mit einschlägiger Berufs-
erfahrung die Möglichkeit geschaffen, eine höheren Fachprüfung HFP
KomplementärTherapie zu absolvieren und somit ein eidgenössisches Dip-
lom zu erwerben.
Die Prüfungsordnung definiert nicht nur den Zweck der höheren Fachprü-
fung HFP KomplementärTherapie und beschreibt das Berufsbild Komple-
mentärTherapeutin/KomplementärTherapeut, sondern sie hält insbeson-
dere auch fest, welche Methoden von der Beschwerdegegenerin als Me-
thoden der KomplementärTherapie anerkannt werden. So enthielt die Prü-
fungsordnung zum Zeitpunkt ihres Erlasses insgesamt fünf verschiedene,
von der Beschwerdegegnerin anerkannte Methoden (Shiatsu, Craniosa-
cral-Therapie, Ayurveda-Therapie, Eutonie, Yoga-Therapie), welche im
Laufe der Zeit durch entsprechende Änderungen der Prüfungsordnung
noch um weitere Methoden ergänzt wurden (vgl. die Änderungen der Prü-
fungsordnung vom 14. Januar 2016, vom 3. Oktober 2016, vom 4. Mai
2017 sowie die beantragte, aufgrund des vorliegenden Beschwerdeverfah-
rens jedoch noch nicht in Kraft getretene Änderung vom 22. März 2017).
Streitgegenstand bildet vorliegend nun eine solche Ergänzung der Prü-
fungsordnung um eine weitere Methode; nämlich um die Methode Kinesi-
ologie (vgl. sogleich E. 3).
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Seite 8
3.
Mit der angefochtenen Verfügung hat die Vorinstanz die von der Beschwer-
degegnerin beantragten Änderung der Prüfungsordnung vom 22. März
2017, mit welcher die Prüfungsordnung um die Methode der Kinesiologie
ergänzt und damit die Kinesiologie in das Berufsbild KomplementärThera-
pie aufgenommen werden soll, genehmigt und die Einsprache des Be-
schwerdeführers hiergegen abgewiesen (Dispositiv-Ziff. 1 und 2 der ange-
fochtenen Verfügung).
Der Beschwerdeführer seinerseits wendet sich gegen diese Genehmigung
und beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die bean-
tragte Änderung der Prüfungsordnung sei nicht zu genehmigen.
3.1 In prozessualer Hinsicht macht der Beschwerdeführer in seiner Be-
schwerde mehrfach geltend, die Vorinstanz sei nicht bzw. nur ungenügend
auf seine Einsprache eingetreten. Sie habe sich nicht – wie vom Bundes-
verwaltungsgericht gefordert – in materieller Hinsicht mit seinen Vorbringen
auseinandergesetzt. Insbesondere habe sich die Vorinstanz nicht mit sei-
nen inhaltlichen Ausführungen zur Methode der Kinesiologie und den dies-
bezüglich monierten Beanstandungen befasst. Damit rügt der nicht anwalt-
lich vertretene Beschwerdeführer zumindest sinngemäss eine Verletzung
der Begründungspflicht und damit des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2
BV; Art. 29 ff. VwVG).
3.1.1 Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs als persönlichkeitsbezogenes
Mitwirkungsrecht verlangt, dass die Behörde die Vorbringen des vom Ent-
scheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, sorgfäl-
tig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus
folgt die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begrün-
den (Art. 35 Abs. 1 VwVG). Der Bürger soll wissen, warum die Behörde
entgegen seinem Antrag entschieden hat. Die Begründung ermöglicht es
dem Betroffenen, die Rechtmässigkeit der Entscheidung zu überprüfen
und die Chancen einer Anfechtung zu beurteilen. Die Begründung eines
Entscheids muss so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenen-
falls sachgerecht anfechten kann (vgl. statt vieler BGE 126 I 97 E. 2b).
3.1.2 Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers ist die Vorinstanz
in der vorliegend angefochtenen Verfügung entsprechend dem Rückwei-
sungsentscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 12. Oktober 2017
(Verfahren B-2087/2017) auf die Einsprache des Beschwerdeführers in der
Sache eingetreten. Sie hat sich – wenn auch teilweise eher kursorisch –
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mit den materiellen Vorbringen des Beschwerdeführers auseinanderge-
setzt und ihren Entscheid so abgefasst, dass eine sachgerechte Anfech-
tung möglich war. Eine Verletzung der Begründungspflicht und damit des
rechtlichen Gehörs liegt demnach nicht vor. Eine andere, im Folgenden zu
prüfende Frage ist es hingegen, ob die Argumentation der Vorinstanz in
materiell-rechtlicher Hinsicht auch zu überzeugen vermag.
3.2 Unbestritten ist sodann, dass die Beschwerdegegnerin vorliegend als
zuständige Arbeitsorganisation die Trägerschaft i.S.v. Art. 28 BBG i.V.m.
Art. 24 BBV bildet, welcher es obliegt, die Zulassungsbedingungen, Lerni-
nhalte, Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel für die in Frage stehen-
den Prüfungsordnung zu regeln (Art. 28 Abs. 2 BBG). Zwar kritisiert der
Beschwerdeführer die Beschwerdegegnerin und ihre Rolle im Berufsbil-
dungsprozess in verschiedenster Hinsicht (vgl. E. 5.1 und 5.3). Er macht
jedoch nicht grundsätzlich geltend, dass die Trägerschaft vorliegend nicht
rechtmässig konstituiert worden wäre. Insbesondere bringt er nicht vor und
es ist auch nicht ersichtlich, dass ihm selbst oder anderen Organisationen,
die einen Bezug zur entsprechenden Prüfung aufweisen, nicht die Möglich-
keit eingeräumt worden wäre, der Trägerschaft beizutreten und sich damit
am Berufsbildungsprozess zu beteiligen (Art. 24 Abs. 3 BBV; vgl. hierzu
das Urteil des Bundesgerichts 2C_793/2016 vom 10. Februar 2017).
Der Beschwerdeführer macht jedoch geltend, dass die Voraussetzungen
von Art. 25 Abs. 2 BBV vorliegend nicht erfüllt seien, weshalb die
Vorinstanz die beantragte Änderung der Prüfungsordnung nicht hätte ge-
nehmigen dürfen. Seine Einwände sind daher im Folgenden im Einzelnen
zu prüfen.
4.
Der Beschwerdeführer rügt, dass die Voraussetzung des öffentlichen Inte-
resses vorliegend nicht gegeben sei.
Die Vorinstanz stütze sich zur Begründung des öffentlichen Interesses zu
Unrecht auf die Volkabstimmung über die Komplementärmedizin vom
17. Mai 2009. Dabei sei in dieser Abstimmung einzig über die Zukunft der
„Komplementärmedizin“, nicht hingegen über die „Komplementärtherapie“
abgestimmt worden. Komplementärmedizin stehe für universitäre Ausbil-
dungen und akademische Berufe, die Kinesiologie hingegen sei ein Kon-
glomerat von einerseits Sinnvollem und andererseits Scharlatanerie. Für
den Beruf „Komplementärtherapeut/Komplementärtherapeutin mit eidge-
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Seite 10
nössischem Diplom im Fach Kinesiologie müsse eine konkrete Bedarfsprü-
fung vorliegen und ein öffentliches Interesse nachgewiesen sein. Dies fehle
jedoch für die Kinesiologie. Die Berufsfeldanalyse, auf welche sich die Be-
schwerdegegner bzw. die Vorinstanz stütze, sei keine Inhaltsprüfung und
leide an methodischen und inhaltlichen Fehlern.
4.1 Eine Genehmigung durch die Vorinstanz setzt nach Art. 25 Abs. 2
Bst. a. BBV voraus, dass hieran bzw. an der zu genehmigenden Prüfung
ein öffentliches Interesse besteht. Beim Begriff des öffentlichen Interesses
handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, bei dessen Ausle-
gung der zuständigen Verwaltungsbehörde ein gewisser Beurteilungsspiel-
raum zukommt, sofern ihre besonderen Kenntnisse oder ihre Vertrautheit
mit den tatsächlichen Verhältnissen für die Auslegung bedeutsam sind (vgl.
statt vieler ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 7. Aufl. Zürich/St.Gallen 2016, §7 Rz. 463). Eine wich-
tige Rolle bei der Ermittlung des öffentlichen Interesses spielen die zahlrei-
chen Zielbestimmungen und Aufgabennormen der Bundesverfassung,
auch wenn gemeinhin kein Verfassungsvorbehalt für öffentliche Interessen
und auch kein positiver numerus clausus von zulässigen öffentlichen Inte-
ressen besteht (vgl. BGE 138 I 378 E. 8.3; statt vieler BENJAMIN SCHINDLER,
St. Galler Kommentar BV, 3. Aufl. 2014 [SG-Komm. BV], Art. 5 Rz. 43).
4.2 Nach dem auf den direkten Gegenentwurf zur Volksinitiative «Ja zur
Komplementärmedizin» zurückgehenden Art. 118a BV haben Bund und
Kantone im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für die Berücksichtigung der
Komplementärmedizin zu sorgen. Den Begriff der Komplementärmedizin
präzisiert die Verfassung dabei nicht. Dessen Konkretisierung obliegt viel-
mehr den zuständigen Organen in Bund und Kantonen. Diese verfügen
hierbei über einen erheblichen Beurteilungsspielraum. Im Allgemeinen wird
Komplementärmedizin jedoch als Oberbegriff für eine Vielzahl von Metho-
den verwendet, die für sich in Anspruch nehmen, die wissenschaftliche Me-
dizin («Schulmedizin») zu ergänzen oder eine Alternative dazu anzubieten
(vgl. GIOVANNI BIAGGINI, BV Kommentar, 2. Aufl. 2017, Art. 118a Rz. 3,
m.w.H.). Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers ist die „Kom-
plementärtherapie“ daher durchaus als Teil bzw. Unterbegriff des Oberbe-
griffs „Komplementärmedizin“ aufzufassen.
Art. 118a BV selbst begründet sodann ausdrücklich keine Kompetenzen,
weshalb er in Verbindung mit den in der Bundesverfassung enthaltenen
Kompetenz- und Aufgabennormen zu lesen ist (vgl. THOMAS GÄCHTER/STE-
PHANIE RENOLD-BURCH, SG Komm. BV, Art. 118a Rz. 2). So erlässt der
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Bund nach Art. 63 BV Vorschriften über die Berufsbildung. Dabei fördert er
ein breites und durchlässiges Angebot im Bereich der Berufsbildung
(Abs. 2). Entsprechend sieht auch Art. 3 BBG [„Ziele“] vor, dass das Be-
rufsbildungsgesetz die Durchlässigkeit zwischen verschiedenen Bildungs-
gängen und -formen innerhalb der Berufsbildung sowie zwischen der Be-
rufsbildung und den übrigen Bildungsbereichen (Bst d) sowie die Transpa-
renz des Berufsbildungssystems (Bst. e) fördert und entwickelt.
4.3 Die nicht universitären Gesundheitsberufe waren bzw. sind bis anhin
nicht einheitlich normiert und die diesbezügliche Zulassungspolitik der
Kantone ist sehr heterogen (vgl. UELI KIESER, in: St. Galler Kommentar zur
BV, Art. 118a Rz. 39; UELI KIESER/MARIAN NEDI, Komplementärmedizin:
Was legt Art. 118a BV fest?, in: hill 2013 Nr. 72, Rz. 42 ff.). Die Schaffung
von eidgenössisch anerkannten Diplomen für nicht-ärztliche Fachleute im
Bereich der Komplementärmedizin war denn auch ein zentrales Anliegen
des Initiativkomitees „Ja zur Komplementärmedizin“ (vgl. Broschüre des
Initiativkomitees „Ja zur Komplementärmedizin“ vom 8. Februar 2007,
S. 7). Vor diesem Hintergrund und im Einklang mit den genannten Verfas-
sungsgrundlagen besteht daher durchaus ein öffentliches Interesse daran,
die Kinesiologie in das Berufsbild KomplementärTherapie zu integrieren
und damit Ausbildungsstand, Arbeitsweise, Anforderungen und Kompeten-
zen der Kinesiologinnen und Kinesiologen einheitlich zu normieren (vgl.
auch den Bericht des Bundesrates vom 13. Mai 2015 in Erfüllung der Pos-
tulate 14.3094 und 14.3089 „Komplementärmedizin: Stand der Umsetzung
von Art. 118a der Bundesverfassung – Schwerpunkt: Leistungspflicht der
obligatorischen Krankenpflegeversicherung, insb. S. 8 f.; KIESER, a.a.O.,
Art. 118a Rz. 39). Dies nicht zuletzt auch im Hinblick auf die beiden öffent-
lichen Interessen und Ziele der Qualitätssicherung und des Patienten-
schutzes.
Was der Beschwerdeführer im Übrigen gegen das Vorliegen eines öffentli-
chen Interesses an der Genehmigung der Änderung der Prüfungsordnung
ausführt, mag nicht zu überzeugen. Einzig die Tatsache, dass nach der
Schätzung der Beschwerdegegnerin in ihrer Bedarfsanalyse „nur“ ein Drit-
tel der heute registrierten praktizierenden Kinesiologinnen und Kinesiolo-
gen bereit sein dürften, den Aufwand zum Erwerb eines eidgenössischen
Diploms auf sich zu nehmen, bedeutet – entgegen den Vorbringen des Be-
schwerdeführers – nämlich nicht, dass kein öffentliches Interesse daran
besteht, die Methode Kinesiologie in die Prüfungsordnung und damit in das
Berufsbild KomplementärTherapie aufzunehmen. Denn öffentliche Interes-
sen sind per definitionem Interessen der Allgemeinheit und dürfen nicht auf
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Seite 12
rein private Interessen Einzelner oder auf Sonderinteressen bestimmter
Gruppen reduziert werden (vgl. BIAGGINI, a.a.O., Art. 5 Rz. 15; ASTRID EPI-
NEY, SG-Komm. BV, Art. 5 Rz. 62 ff.). Gerade bei der Einführung von hö-
heren Qualifikationen dürfte es regelmässig der Fall sein, dass nicht alle
der hiervon betroffenen Berufsausübenden eine solche befürworten und/o-
der bereit sind, die damit verbundenen Kosten und den hierfür nötigen zeit-
lichen Aufwand auf sich zu nehmen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ge-
rade auch im Hinblick auf die Qualitätssicherung und die Patientensicher-
heit kein öffentliches Interesse an der Einführung solcher Qualifikationen
und damit an einer einheitlichen Regelung besteht.
Insgesamt ist daher mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass ein öffent-
liches Interesse an der Genehmigung der Änderung der Prüfungsordnung
besteht und die Voraussetzung von Art. 25 Abs. 1 Bst. a BBV vorliegend
entsprechend erfüllt ist.
5.
Der Beschwerdeführer erhebt ferner diverse weitere Rügen, mit welchen
er zumindest sinngemäss geltend macht, dass vorliegend ein bildungspo-
litischer Konflikt oder ein Konflikt mit einem anderen öffentlichen Interesse
bestehe und/oder dass der vorgesehene Titel irreführend sei.
5.1 So bringt der Beschwerdeführer vor, der Ausdruck „Komplementärthe-
rapie“ sei irreführend, da er etwas verspreche, was die Kinesiologie nicht
halten könne. Der Begriff „Kinesiologie“ sei ein Sammelname und werde
im Gesundheitswesen seit 100 Jahren im Sinne eines akademischen Fach-
gebietes verwendet. Eine unabhängige, fachlich kompetente Überprüfung
der kinesiologischen Inhalte und Verfahren habe nie stattgefunden. Die Be-
schwerdegegnerin anerkenne vorliegend ihre eigenen, von keiner unab-
hängigen Stelle jemals überprüften Zertifikate. Die Vorinstanz wiederum
stütze sich ohne weitere Prüfung auf die Methodenidentifikation der Be-
schwerdegegnerin bzw. von Kinesuisse und habe diese ungeprüft in die
Prüfungsordnung übernommen. Kinesuisse anerkenne jedoch bis heute
unseriöse kinesiologische Inhalte und auch an den von der Kinesuisse ak-
kreditierten Pilotschulen würden unseriöse Inhalte unterrichtet. Mit dem an-
gestrebten eidgenössischen Diplom würden unseriöse Inhalte, Methoden
und Diagnostikverfahren in das Berufsbildungssystem eingeschleust. De-
ren Aufnahme unter dem Namen „Komplementärtherapie“ würden eine
schwere Täuschung der Behörden und der nicht informierten Öffentlichkeit
darstellen. Die in Frage stehende Prüfungsordnung würde den Kinesiolo-
gen und Kinesiologinnen medizinische Diagnosen erlauben, was aufgrund
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Seite 13
der fehlenden ärztlichen Ausbildung eine Gefährdung der Patientensicher-
heit darstelle. Die Vorinstanz komme vorliegend ihrer Sorgfalts- und Kon-
trollpflicht nicht nach. Mehrere Schadensfälle würden beweisen, dass die
Methode der Kinesiologie so unterentwickelt sei, dass sie sich für eine eid-
genössiche Diplomierung verbiete.
5.2 Demgegenüber erklären die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin,
dass vorliegend kein Konflikt mit anderen öffentlichen Interessen bestehe
und dass weder der Titel noch die Methode Kinesiologie, wie sie im Rah-
men der höheren Fachprüfung verwendet würden, irreführend seien. Die
Vorinstanz orientiere sich im Rahmen des vorliegenden Genehmigungs-
verfahrens am Modell der Kinesiologie von Kinesuisse. Sie stütze sich da-
her sehr wohl auf eine bestehende und spezifisch beschriebene Methode.
Diese enthalte weder unseriöse noch irreführende Inhalte und benenne
insbesondere auch die Grenzen zur Schulmedizin klar.
5.3 Wie bereits ausgeführt, ist es nach dem eindeutigen Wortlaut von
Art. 28 Abs. 2 BBG sowie nach der Konzeption der Berufsbildungsgesetzes
insgesamt (vgl. E. 2.1) an der Beschwerdegegnerin als zuständiger
Arbeitsorganisation und Trägerschaft i.S.v. Art. 28 BBG i.V.m. Art. 24 BBV,
die Zulassungsbedingungen, Lerninhalte, Qualifikationsverfahren, Aus-
weise und Titel zu regeln. Die Vorinstanz hat diese Vorschriften einzig –
aber immerhin – zu genehmigen (Art. 25 BBV i.V.m. Art. 28 Abs. 3 BBG)
und dabei unter anderem zu prüfen, ob kein bildungspolitischer Konflikt
oder Konflikt mit einem anderen öffentlichen Interesse besteht (Art. 25
Abs. 1 Bst. b BBV) und ob der vorgesehene Titel klar, nicht irreführend und
von anderen Titeln unterscheidbar ist (Art. 25 Abs. 1 Bst. e BBV). Die
Vorinstanz ist damit – wie sie auch selber richtig ausführt – im Wesentli-
chen Steuerungs- und Aufsichtsinstanz. Grundlage der von ihr vorzuneh-
menden Prüfung und Genehmigung bilden notwendigerweise die von der
Beschwerdegegnerin nach Art. 28 Abs. 2 BBG erlassenen bzw. von ihr an-
erkannten und für die in Frage stehende höhere Fachprüfung einschlägi-
gen Vorschriften.
Der Beschwerdeführer wendet sich mit seinen Vorbringen vorliegend teil-
weise ganz grundsätzlich gegen die Stellung der Beschwerdegegnerin als
zuständige Arbeitsorganisation und Trägerschaft der in Frage stehenden
höheren Fachprüfung sowie insbesondere auch gegen die der Beschwer-
degegnerin hierbei zukommenden Regelungsbefugnisse. So etwa, indem
er ganz allgemein kritisiert, dass die Beschwerdegegnerin ihre eigenen,
von keiner „unabhängigen Stelle“ überprüften Zertifikate zur Vorausset-
zung für eine Höhere Fachprüfung mit eidgenössischem Diplom mache
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und dass die Vorinstanz sich zu Unrecht ohne weitere Prüfung auf die von
der Beschwerdegegnerin anerkennten Methodenidentifikation stütze (vgl.
E. 5.4.1). Für das Bundesverwaltungsgericht ist indes das dargelegte ge-
setzlich vorgesehene Berufsbildungssystem massgebend (Art. 190 BV).
Auf die diesbezüglichen Einwendungen des Beschwerdeführers ist daher
nicht weiter einzugehen.
Mit Blick auf die vom Beschwerdeführer kritisierten materiellen Regelungs-
befugnisse der Beschwerdegegnerin bleibt jedoch festzuhalten, dass das
Gesetz und die einschlägigen Ausführungsbestimmungen durchaus Vor-
gaben enthalten, die darauf zielen, dass die von der Trägerschaft erlasse-
nen Vorschriften in der hiervon betroffenen Arbeitswelt möglichst breit ab-
gestützt sind. So schreibt Art. 24 Abs. 3 BBV vor, dass allen Organisatio-
nen, die einen Bezug zur entsprechenden Prüfung aufweisen, die Möglich-
keit einzuräumen ist, der Trägerschaft beizutreten und in diesem Rahmen
an der Erarbeitung der materiellen Vorgaben mitzuwirken (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 2C_793/2016 vom 10. Februar 2017, insb. E. 5.10, wo-
nach die Vorinstanz im Rahmen ihrer Genehmigung zu prüfen hat, ob diese
Vorgaben eingehalten wurden, zumindest soweit deren Verletzung aus-
drücklich gerügt wird). Dabei hat die Trägerschaft die Rechte und Pflichten
der darin vertretenen Organisationen auf Grund ihrer Grösse und ihrer wirt-
schaftlichen Leistungsfähigkeit festzulegen (Art. 24 Abs. 4 BBV). Dass der
Beschwerdeführer sich vorliegend erfolglos um einen entsprechenden Bei-
tritt und um entsprechende Mitsprache bemüht hätte, ist aufgrund der dem
Bundesverwaltungsgericht vorliegenden Akten jedoch nicht ersichtlich und
macht er selbst denn auch nicht geltend (vgl. bereits E. 3.2). Das Einspra-
che- und das vorliegende Beschwerdeverfahren dienen jedoch nicht dazu,
diese im Rahmen des Berufsbildungsprozesses unterlassene Mitwirkung
nachzuholen und/oder die im Rahmen dieses Prozesses geltende Mitwir-
kungsbefugnisse und deren Gewichtung (Art. 24 Abs. 4 BBV) zu untergra-
ben.
5.4
5.4.1 Die Beschwerdegegnerin hat im Rahmen des Berufsbildungsprozes-
ses und gestützt auf Art. 28 Abs. 2 BBG die Prüfungsordnung über die hö-
here Fachprüfung für KomplementärTherapeutinnen und Komplemen-
tärtheurapeuten erlassen, welche mit der vorliegend in Frage stehenden
Änderung noch um die Methode der Kinesiologie ergänzt werden soll. Die
Prüfungsordnung definiert den Zweck der höheren Fachprüfung HFP Kom-
plementärTherapie und beschreibt detailliert das Berufsbild Komplemen-
tärTherapeutin/KomplementärTherapeut, d.h. das Arbeitsgebiet (Ziff. 1:
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Arbeitsgebiet, Berufstitel, Arbeitsfelder, Klientel), die beruflichen Grundla-
gen (Ziff. 2: Grundlagen der KomplementärTherapie, Methoden der Kom-
plementärTherapie), die Berufsausübung (Ziff 3: Handlungsbereiche, Kom-
petenzprofil, Kernkompetenzen, Unterstützende Kompetenzen; Anhang:
Handlungskompetenzen) sowie den Beitrag an Gesundheit und Gesell-
schaft (Ziff. 4). Zu den Methoden der Komplementärtherapie hält Ziff. 1.22
der Prüfungsordnung fest, dass die Beschwerdegegnerin Methoden an-
hand des Reglements zur Anerkennung von Methoden der Komplemen-
tärTherapie anerkennt. Dabei hat die Trägerschaft einer Methode im
Rahmen dieses Anerkennungsverfahrens darzulegen, dass ihre Methode
dem Berufsbild KomplementärTherapeutin/Komplementärtherapeut, den
Grundlagen der KomplementärTherapie und den Kriterien für die Anerken-
nung einer Methodenidentifikation entspricht.
Gestützt auf diese Grundlagen hat die Beschwerdegegnerin mit Bezug auf
die Kinesiologie sodann die Methodenidentifikation (METID) von Kinesu-
isse anerkannt. Die Methodenidentifikation definiert – wie die Vorinstanz zu
Recht ausführt – klar die Methode der Kinesiologie im Rahmen der Kom-
plementärtherapie und des eidgenössischen Abschlusses. Darüber hinaus
werden in der METID u.a. auch die Formen der Befunderhebung, das The-
rapiekonzept, die Grenzen der Methodenausübung und die Kontraindikati-
onen sowie der Bezug der Methode zur Alternativ- und Schulmedizin aus-
führlich dargelegt.
5.4.2 Der Beschwerdeführer bringt nun vorab in allgemeiner Weise vor,
dass die Verwendung des Begriffs „Kinesiologie“ in der Prüfungsordnung
irreführend sei, da der Begriff „Kinesiologie“ im Gesundheitswesen seit
100 Jahren im Sinne eines akademischen Fachgebiets der Rehabilitations-
wissenschaften verwendet werde. Auf die in der Methodenidentifikation
METID enthaltene und damit im Rahmen der Komplementärtherapie und
des eidgenössischen Abschlusses relevante Definition der Methode Kine-
siologie geht der Beschwerdeführer hingegen nicht ein. Insbesondere sub-
stantiiert der Beschwerdeführer nicht weiter und es ist auch nicht ersicht-
lich, weshalb bzw. inwiefern die konkret in der Methodenidentifikation ME-
TID enthaltene Definition der Methode Kinesiologie irreführend sein sollte.
Dabei ist – wie die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hinweist – in die-
sem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass Therapeuten sich bereits
heute für die Methode „Kinesiologie“ im Erfahrungsmedizinischen Register
EMR und der schweizerischen Stiftung für Komplementärmedizin ASCA
registrieren können und die Methode von den Zusatzversicherern als sol-
che auch vergütet wird (vgl. <http://www.emr.ch>  EMR-Therapiemetho-
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den; <http://www.asca.ch>  Gesundheitsmethoden). Vor diesem Hinter-
grund kann der Begriff „Kinesiologie“, wie er vorliegend in der Prüfungsord-
nung verwendet und in der METID definiert wird, nicht als irreführend qua-
lifiziert werden.
5.4.3 Was sodann die übrigen Vorbringen des Beschwerdeführers betrifft,
so zielen auch diese im Wesentlichen an der vorliegend konkret in Frage
stehenden Änderung der Prüfungsordnung bzw. den hierfür einschlägigen
Vorschriften vorbei. Insbesondere stehen die vom Beschwerdeführer an-
geführten Schadensfälle allesamt in keinem Zusammenhang mit der vor-
liegend zu beurteilenden eidgenössischen höheren Fachprüfung bzw. mit
der Methode der Kinesiologie, um welche die höhere Fachprüfung neu er-
gänzt werden soll. Ebenso weisen auch die vom Beschwerdeführer mo-
nierten unseriösen Inhalte der Kinesiologie keinen konkreten Bezug zur
Prüfungsordnung und zur Methode der Kinesiologie auf, wie sie in der Me-
thodenidentifikation METID beschrieben ist.
Zwar mag es insgesamt durchaus sein, dass es in der Kinesiologie – wie
in anderen medizinischen oder therapeutischen Berufsfeldern auch – frag-
würdige Entwicklungen gegeben hat und auch weiterhin noch geben mag.
Diese bilden vorliegend jedoch nicht Gegenstand der Genehmigung durch
die Vorinstanz (vgl. bereits E. 5.3). Zudem sprechen die von dem Be-
schwerdeführer vorgebrachten Bedenken betreffend unseriöse kinesiolo-
gische Inhalte ja vielmehr gerade dafür, auch die Kinesiologie in das Be-
rufsbild KomplementärTherapie aufzunehmen und dadurch Ausbildungs-
stand, Arbeitsweise, Anforderungen und Kompetenzen der Kinesiologin-
nen und Kinesiologen einheitlich zu normieren.
Sollte die Vorinstanz später sodann feststellen, dass die Trägerschaft bzw.
die Beschwerdegegnerin die – von ihr erlassene – Prüfungsordnung nicht
einhält, so hat sie als Aufsichtsinstanz weiterhin die Möglichkeit, die Ge-
nehmigung der Prüfungsordnung zu widerrufen oder die Prüfung einer an-
deren Trägerschaft zu übertragen (Art. 42 Abs. 2 BBG i.V.m. Art. 27 BBV).
5.4.4 Mit Blick auf die vom Beschwerdeführer monierte Diagnostik und die
„Anmassung medizinischer Diagnosen“ ist schliesslich festzuhalten, dass
die Methodenidentifikation insbesondere unter Ziff. 7.1.3, 7.3.2 und 7.3.3
klar die Grundsätze der Patientenbehandlung wie auch deren Grenzen be-
und umschreibt. Dabei wird insbesondere betont, dass die kinesiologische
Arbeit notwendige schul- und / oder alternativmedizinische Massnahmen
unterstützen, sie aber nicht ersetzen. Die Kinesiologinnen/Kinesiologen
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Seite 17
werden entsprechend u.a. auch verpflichtet, keine medizinische Diagnosen
zu stellen und auch keine Klienten in medizinischen Notfallsituationen zu
behandeln (METID Ziff. 7.1.3). Damit findet eine klare Begrenzung der
Handlungskompetenzen statt. Sodann müssen die Kinesiologinnen und Ki-
nesiologen sich nach der METID verpflichten, Substanzen nur dann aus-
zutesten und / oder zu empfehlen, wenn es sich um frei verkäufliche Pro-
dukte handelt oder wenn es sich um Nahrungsergänzungsmittel gemäss
Lebensmittelgesetz handelt (METID Ziff. 7.3.2). Arzneimittel der Katego-
rien A-D finden hingegen keine Anwendung in der komplementartherapeu-
tischen Kinesiologie (METID Ziff. 7.3.3).
Eine Gefährdung weiterer öffentlicher Interessen – insbesondere der Pati-
entensicherheit – liegt mit Bezug auf die beantragte Änderung der Prü-
fungsordnung und der dieser zugrundeliegenden Vorschriften daher nicht
vor. Vielmehr ist auch hier aufgrund des Dargelegten davon auszugehen,
dass eine einheitliche Normierung dieser Grundsätze zu einer Erhöhung
der Patientensicherheit führen dürfte, weshalb eine solche insgesamt im
öffentlichen Interesse liegt.
6.
Zusammenfassend erweisen sich die Vorbringen des Beschwerdeführers
vorliegend als unbegründet. Eine Verletzung von Bundesrecht, insbeson-
dere von Art. 25 BBV, liegt nicht vor. Die Beschwerde ist demnach abzu-
weisen.
7.
Entsprechend dem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer die Ver-
fahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1 ff. des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Spruchge-
bühr richtet sich nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der
Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien (Art. 63 Abs. 4bis VwVG
und Art. 2 Abs. 1 VGKE). Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 1'500.– festzu-
setzen und dem vom Beschwerdeführer bezahlten Kostenvorschuss von
Fr. 1'500.– zu entnehmen.
Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung zu-
zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 VGKE).
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8.
Dieser Entscheid kann mit Beschwerde an das Bundesgericht weitergezo-
gen werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).