Decision ID: 191cd104-766e-424e-a3bb-4cb8e527990d
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rudolf Sutter, Toggenburgerstrasse 24, 9500 Wil,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente (wiedererwägungsweise Einstellung)
Sachverhalt:
A.
A._ meldete sich am 23./31. Mai 2001 zum Bezug von Leistungen der IV an und
beantragte namentlich eine Rente. Sie, Mutter von zwei Kindern, sei als
Küchenangestellte in einem Alters- und Pflegeheim tätig. Seit November 1999 sei es zu
Schmerzen und langen Arbeitsausfällen gekommen (act. 1). Der Arbeit
geberbescheinigung (act. 3) war zu entnehmen, dass sie seit 1993 (ab 1995 zu 60 %)
angestellt war. Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, gab im Arztbericht vom
19. Juni 2001 (act. 2) an, es lägen als Hauptdiagnosen ein chronisches unspezifisches
lumbovertebrales, pseudoradikuläres Schmerzsyndrom bei ausgeprägter Osteochon
drose L5/S1, Spondylosen L5/S1, Fehlform mit Schulterhochstand rechts und thora
kolumbaler Skoliose sowie ein Verdacht auf laterale Meniskusläsion rechts vor. Der Arzt
bescheinigte diverse Phasen von Arbeitsunfähigkeit von 100 % und 50 % ab Mai 2000
(ohne Unterbruch im Sinn von Art. 29 IVV ab 10. April 2001). Der Versicherten sei die
bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar. Auch bei Tätigkeit im Sitzen ohne Möglichkeit
des Positionswechsels habe die Versicherte vermehrte Schmerzen; eine Arbeit, bei
welcher sie schmerzfrei wäre, könne er sich nicht vorstellen. Die Führung des Haus
haltes sei möglich. Beigelegt war unter anderem ein Bericht des Fachbereichs
Rheumatologie und Rehabilitation des Departements Innere Medizin am Kantonsspital
St. Gallen vom 18. Dezember 2000, wonach ein chronisches unspezifisches
lumbovertebrales, pseudoradikuläres Schmerzsyndrom mit Spondylosen ausgeprägt
L5/S1 bds., ISG-Dysfunktion rechts und muskulärer Dysbalance vorliege. Die
Versicherte sei vom 8. November bis 8. Dezember 2000 voll arbeitsunfähig gewesen.
Bei Wiederaufnahme der Arbeit sei eine Reduktion der maximalen Arbeitsgewichte auf
nicht mehr als 15 kg zu empfehlen (act. 2-8 ff.). Bei einer Abklärung an Ort und Stelle
vom 9. November 2001 (act. 7) wurde im Haushalt (der einen Anteil von 40 %
ausmache) eine Einschränkung von 15.25 % festgestellt. Dr. B._ erklärte in einem
Verlaufsbericht vom 28./29. Dezember 2001 (act. 8), es sei seit einigen Monaten eine
ter
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depressive Entwicklung dazugekommen. Der Ehemann der Versicherten habe sich
entschieden, ein eigenes Speiserestaurant zu übernehmen, nachdem am früheren
Arbeitsplatz Konflikte aufgetreten seien. Die Versicherte befürchte finanzielle
Schwierigkeiten und ihre Überforderung wegen der angeschlagenen Gesundheit. Eine
zusätzliche Belastung habe eine Abortkurettage vom Oktober 2001 wegen eines
Spontanaborts dargestellt. Die Versicherte vermöge den Haushalt zu führen.
Möglicherweise könne sie auch im eigenen Restaurant leichte Arbeiten übernehmen.
Sie könne aber während der Tätigkeit nicht die volle Leistung erbringen. In der Folge
fand am 9. April 2002 (act. 10) eine weitere Abklärung an Ort und Stelle statt. Die
Versicherte sei als Vollerwerbstätige im familieneigenen Betrieb zu qualifizieren
(Arbeitszeit ohne gesundheitliche Einschränkungen mindestens 50 Stunden pro
Woche). Sie übernehme die Funktion als Küchenhilfe, und zwar an zweimal zwei
Stunden pro Tag (bei offenbar sechs Tagen und Fr. 20.-- Ansatz entsprechend einem
Lohn von Fr. 23'040.--), und ungefähr eine Stunde pro Tag bzw. drei Stunden pro
Woche Führungsaufgaben (Administratives, Einkauf, Vertreterbesuche; bei einem
Stundenansatz von Fr. 30.-- entsprechend Fr. 4'320.--). Ohne gesundheitliche
Beeinträchtigung wäre sie hingegen pro Tag an acht Stunden als Köchin tätig, was bei
einem Monatslohn von Fr. 4'200.-- (mal 12.5) einem Jahreseinkommen von
Fr. 52'500.-- entspreche. Dazu kämen drei Stunden Administratives/Einkauf pro
Woche, was ein zusätzliches Valideneinkommen von Fr. 4'320.-- pro Jahr ausmachen
würde. Der Ausfall mache daher erwerblich gewichtet 52 % aus (Valideneinkommen
Fr. 56'820.--, Invalideneinkommen Fr. 27'360.--). - Am 22. August 2002 (act. 18 f.)
sprach die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten
ab 1. April 2002 eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 52 % zu. Die
Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Auf den Vorbescheid hin hatte die
Versicherte allerdings eingewendet, sie habe Tag und Nacht anhaltende
Rückenschmerzen, nehme täglich Medikamente ein und lasse sich bei Bedarf eine
Schmerzspritze geben. Sie helfe im Restaurant und könne den Haushalt nur mit Mühe
und über die ganze Woche verteilt bewältigen (act. 15).
B.
B.a Am 1. März 2006 (act. 20) beantragte die Versicherte eine Erhöhung des
Rentenanspruchs (ganze Rente). Weil sie den Tag nur noch mit Medikamenten habe
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bewältigen können, habe ihr Ehemann das Restaurant auf Ende Dezember 2005 aufge
geben. Im Fragebogen für die Revision gab die Versicherte am 15. März 2006 an, ihr
Zustand habe sich seit 2003 verschlimmert. - Dr. B._ erklärte im Arztbericht vom
4. April 2006 (act. 24), der Zustand sei stationär und die Diagnose habe sich nicht
geändert, auch nicht die Arbeitsfähigkeit. Die Versicherte habe immer wieder starke
Rückenschmerzen bekommen, deshalb habe das Ehepaar das Restaurant aufgegeben.
Der Ehemann führe nun eine Bar, die erst am späten Nachmittag öffne. Die Versicherte
arbeite im Haushalt und mache einige Büroarbeiten für den Ehemann. Sie könne nun
mit den Schmerzen umgehen, immer wieder abliegen und Pausen machen. Die Univer
sitätsklinik Balgrist hatte in dem beigelegten Bericht vom 15. April 2003 (act. 24-4 f.)
erklärt, es bestehe zurzeit eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. - Bei einer weiteren Ab
klärung an Ort und Stelle vom 13. Juli 2006 (act. 35) wurde angegeben, die Versicherte
wäre ohne Gesundheitsschaden zu 60 % erwerbstätig. Bei der Tätigkeit im Haushalt
wurde eine Einschränkung von 14.14 % ermittelt. - Der Regionale Ärztliche Dienst
(RAD) der Invalidenversicherung liess am 9. Oktober 2006 von der Universitätsklinik
Balgrist, wo die Versicherte eine Verlaufskontrolle gehabt hatte, einen Bericht einholen.
Die Klinik teilte am 2. November 2006 (act. 38) mit, es bestehe eine Lumboischialgie
beidseits mit Osteochondrose L5/S1, Segmentdegeneration L4/5, L5/S1 und idiopathi
scher Skoliose. Befundmässig sei der Zustand stationär geblieben. Die Fragen könnten
aber aufgrund der einmaligen Vorstellung in der Sprechstunde nicht ausreichend be
antwortet werden. - Daraufhin wurde im November 2006 eine orthopädische Begut
achtung in Auftrag gegeben.
B.b Am 14. Mai 2007 (act. 44) füllte die Versicherte ein neues Anmeldeformular aus
und gab darin an, sie leide an verstärkten Rückenschmerzen und habe im Oktober und
Dezember 2006 und im März 2007 eine Infiltration gehabt. Seit etwa zehn Monaten
seien psychische Probleme aufgetreten, seit etwa einem halben Jahr Durchschlaf
störungen und Depressionen. Sie suche seit September 2006 die Physiotherapie und
den Chiropraktiker und seit Februar 2007 eine Psychotherapie auf.
B.c Am 4. Juli 2007 erstattete Dr. med. C._, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie
FMH, das Gutachten (act. 51). Es lägen eine idiopathische rechtskonvexe
Torsionsskoliose der Brustwirbelsäule und eine "linkskonvexe Torsionsskoliose der
Lendenwirbelsäule mit mässiger Degeneration der Bandscheibe L5/S1 sowie geringer
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L4/5 und kleiner linksforaminaler Diskushernienkomponente ohne Kompression der
Nervenwurzel L4 links" und eine leichte Spondylarthrose L4 bis S1 vor, ausserdem eine
Depression. Die Rückenschmerzen seien grösstenteils erklärbar. Körperlich schwere
Arbeiten in kalter und feuchter Umgebung, die vorwiegend sitzend oder stehend und
gehend ausgeübt werden müssten und die mit häufigen unphysiologischen, speziell
inklinierten und reklinierten Körperhaltungen und dem regelmässigen Heben und
Tragen von Gegenständen über 10 kg einhergingen, seien nicht mehr vollumfänglich
zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit als Serviceangestellte betrage bei voller Stundenpräsenz
ca. 50 %. Im Haushalt sei die Versicherte bei voller Stundenpräsenz zu ca. 20 %
eingeschränkt. Körperlich leichte (adaptierte) Tätigkeiten seien bei voller
Stundenpräsenz ebenfalls zu ca. 80 % zumutbar.
B.d Der RAD hielt am 13. Juli 2007 dafür, die Diagnose einer Depression sollte
fachärztlich psychiatrisch beurteilt werden. - Dr. med. D._, Fachärztin für Psychiatrie
und Psychotherapie, benannte in ihrem Gutachten vom 30. Oktober 2007 (act. 60) als
Diagnose eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion, wobei die
Depression den Schweregrad einer mittelgradigen depressiven Episode mit soma
tischem Syndrom habe. Möglicherweise bestehe auch eine Persönlichkeitsänderung
bei chronischem Schmerzsyndrom. Die psychiatrische Störung bestehe seit ca. einem
Jahr. Aufgrund der depressiven Beeinträchtigung sei die Versicherte zurzeit (seit ca.
Anfang 2007) für alle Tätigkeiten zu mindestens 70 % arbeitsunfähig. Der
Gesundheitszustand sei nicht stabil und behandlungsbedürftig.
B.e Auf Anraten des RAD vom 15. November/6. Dezember 2007 (act. 65) forderte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die Versicherte am 13. Mai 2008 (act. 63) auf, sich
in fachärztlich psychiatrische Behandlung zu begeben.- Der behandelnde nichtärztliche
Psychotherapeut setzte die IV-Stelle daraufhin am 22. Mai 2008 (act. 64) darüber in
Kenntnis, dass er die Versicherte bei Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, angemeldet habe.
B.f Dr. E._ berichtete am 1. Oktober 2008 (act. 68), es liege eine mittelgradig ausge
prägte depressive Störung vor. Die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten nicht mehr
zumutbar, eine andere Tätigkeit an vier Stunden pro Tag. Aktuell sei keine Arbeit zu
mutbar. Seit ca. zwei Monaten sei eine medikamentöse antidepressive Therapie einge
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setzt worden. - In einem Verlaufsbericht vom 28. Februar 2009 (act. 74) gab Dr. E._
bekannt, der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich verbessert. Es liege
aktuell eine leichtgradig ausgeprägte depressive Störung vor. Der Versicherten sei aber
weder die bisherige noch eine andere Arbeit zumutbar. Die Leistungsfähigkeit sei zu 20
bis 30 % durch die Depression und zu 50 % durch das Rückenleiden eingeschränkt.
Die Besserung sei noch nicht stabil und eine zusätzliche Belastung würde
wahrscheinlich zu einer Verschlechterung führen. - Auf Anfrage erstellte Dr. E._ am
23. Juli 2009 (act. 82) einen weiteren Verlaufsbericht. Der Gesundheitszustand der
Versicherten sei stationär geblieben. Die Frequenz der psychiatrisch-
psychotherapeutischen Begleitung habe reduziert werden können. Es sei noch kein
stabiler Zustand eingetreten; eine längerfristige Behandlung könnte zu einer weiteren
Verbesserung führen.
B.g Der RAD beurteilte den Zustand der Versicherten als stabil und die Arbeitsfähigkeit
in adaptierter Tätigkeit ab Januar 2009 mit 70 % (act. 83).
B.h Am 28. Januar 2010 fand erneut eine Abklärung an Ort und Stelle statt (act. 88).
Die Versicherte habe angegeben, es gehe ihr weder besser noch schlechter. Sie
habe immer noch permanent Schmerzen. Aktuell stehe für sie allerdings die schlechte
psychische Verfassung fast im Vordergrund. Es sei ein ständiges Auf und Ab. Bei einer
notfallmässigen Hospitalisation habe man 44 Gallensteine gefunden. Ihr Ehemann habe
zwischenzeitlich den Betrieb der Bar aufgegeben und arbeite nun zu 100 % als Ange
stellter. Was ihre Einschränkungen bei der Haushalttätigkeit betreffe, habe sich nichts
verändert. Die Einschränkungen seien über den ganzen Zeitraum hinweg dieselben
geblieben. - In einer Stellungnahme vom 22. Februar 2010 (act. 88-5) wandte die
Versicherte ein, die psychische Verfassung stehe nicht im Vordergrund; die Rücken
schmerzen bestünden schon länger. Ende Juli 2009 sei sie notfallmässig ins Spital ein
gewiesen worden, weil sie wegen der Infiltrationen die MST-Tabletten abgesetzt und
deswegen Entzugserscheinungen erlitten habe. Mitte Dezember 2009 sei sie wegen
Gallensteinen (Nebenwirkungen der MST) operiert worden. Zurzeit nehme sie wegen
der Infiltrationen keine Schmerztabletten. Sie habe drei Jahre die Oberstufe besucht.
Als vollerwerbstätige Küchenhilfe bei ihrem Ehemann habe sie nie gearbeitet. Dieser
habe den Betrieb aufgegeben, weil er einen (auswärtigen) G._ habe einstellen
müssen, da sie selber gesundheitliche Probleme gehabt habe.
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B.i Am 29. April 2010 (act. 91) teilte die Universitätsklinik Balgrist dem RAD mit, es be
stünden eine Segmentdegeneration L5/S1 mehr als L4/5 und eine idiopathische
Skoliose. Die Versicherte leide an Schmerzen, die durch die degenerativen Ver
änderungen in den Segmenten L4/5 und L5/S1 bedingt seien. Die letzte Infiltration
habe keinerlei Beschwerdebesserung gebracht. Im MRI vom Februar 2010 sehe man
ein Vakuumphänomen, das auch eine Ursache der starken Beschwerden sein könnte.
Zur weiteren Diagnostik sei eine Diskographie L5/S1 zu empfehlen und auf den 17. Mai
2010 vorgesehen. Allenfalls wäre dann eine Spondylodese L5/S1 ins Auge zu fassen.
B.j Am 26. Mai 2010 (act. 94 f.) stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der
Versicherten die Einstellung der Rente in Aussicht, da lediglich noch ein Invaliditätsgrad
von 24 % bestehe. Im Erwerbsteil von 60 % mache die Einschränkung 30 % aus, im
Haushaltteil 14.14 %. - Die Versicherte wandte dagegen am 25. Juni 2010 (act. 99) ein,
sie habe seit zehn Jahren andauernd (24 Stunden) Schmerzen. In den vier Jahren des
Anpassungsverfahrens seien das einzige, kurzzeitig etwas Lindernde die Infiltration und
das Schonen des Rückens gewesen. Hätte sie keine Schmerzen, wäre sie schon lange
zu 100 % erwerbstätig. Der Inhalt des Abklärungsberichts stimme nicht mit ihrer Aus
sage überein. - In einem weiteren Einwand vom 30. Juni 2010 (act. 100) liess die Ver
sicherte durch ihre Rechtsschutzversicherung die Zusprechung weiterhin einer halben
Rente beantragen, eventualiter seien weitere Abklärungen zu treffen. Die Aussage von
Dr. E._ widerspreche der Stellungnahme des RAD vollständig. Die Verwaltung be
gründe die Abweichung nicht. Ohne Begründung werde auch in den Abklärungsbe
richten nicht berücksichtigt, dass die Versicherte den Haushalt nur verlangsamt und mit
Pausen erledigen könne. Die Ärzte und Gutachten würden für den Haushalt von einer
Einschränkung von 20 bis 30 % ausgehen. Beim Einkommensvergleich seien beide
Einkommen neu zu berechnen. Das angerechnete Invalideneinkommen könne die Ver
sicherte nicht erreichen. Sie sei seit knapp zehn Jahren nicht mehr ins Erwerbsleben
integriert gewesen. Es sei nicht davon auszugehen, dass sie eingestellt würde. Falls
doch, habe sie mit Anfangslöhnen zu rechnen. Ein Leidensabzug sei zu Unrecht nicht
gemacht worden. Weshalb die Verwaltung vom früher rechtskräftig festgesetzten
Valideneinkommen abgewichen sei, sei nicht ersichtlich. Das vom Ehepaar geführte
Restaurant hätte im Übrigen ohne Gesundheitsschaden der Versicherten einen
grösseren Gewinn abgeworfen.
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B.k Der RAD hielt am 14. Juli 2010 (act. 101) fest, es sei richtig gewesen, für die
orthopädische Seite auf die Beurteilung von Dr. C._ und nicht auf diejenige von
Dr. E._ abzustellen. Orthopädische und psychiatrische Arbeitsunfähigkeit seien nicht
zu addieren, auch deshalb nicht, weil aufgrund des Berichts von Dr. E._ vom 23. Juli
2009 genauso gut von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % ausgegangen werden könnte.
Für eine weitere medizinische Abklärung gebe es keinen Grund.
B.l Mit Verfügung vom 19. Juli 2010 (act. 102) stellte die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle des Kantons St. Gallen die Rente auf Ende August 2010 anpassungsweise
ein.
B.m Die gegen diese Verfügung gerichtete Beschwerde vom 7. September 2010
(act. 107-2 ff.) mit dem Hauptantrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
der Versicherten sei ab 1. März 2006 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen, hiess
das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 9. März 2011
(act. 122) gut, hob die angefochtene Verfügung auf und wies die Sache zu

Considerations:
ergänzenden Abklärungen im Sinn der Erwägungen und entsprechender neuer
Verfügung an die IV-Stelle zurück. In der Begründung wurde festgehalten, die ab
Januar 2007 eingetretene, länger als drei Monate anhaltende Verschlechterung des
Gesundheitszustands mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätte zunächst als
Anpassungsgrund bei der Rente berücksichtigt werden müssen und es sei (infolge
einer ab Februar 2009 beschriebenen Verbesserung des Zustands, nach welcher
aufgrund der vorhandenen Aktenlage weder eine volle Arbeitsunfähigkeit noch eine
Arbeitsunfähigkeit von 30 % ausreichend wahrscheinlich erscheine) abzuklären, ob und
gegebenenfalls inwiefern erneut eine Rentenanpassung zu erfolgen habe (allenfalls bei
einer Änderung der hypothetischen Betätigungsverhältnisse, was auch noch
abzuklären sei). Die IV-Stelle hatte die Abweisung der Beschwerde beantragt und
dargelegt, die Versicherte sei psychiatrisch gesehen voll arbeitsfähig. Die Verfügung
vom 22. August 2002 sei zweifellos unrichtig und der Rentenanspruch sei nach
Art. 88 Abs. 1 lit. c IVV aufzuheben.
B.n In der Folge richtete die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die eingestellten
Rentenzahlungen (nach einer rechtlichen Stellungnahme vom 12. Mai 2011, act. 125)
wieder aus (act. 128) und gab eine medizinische Begutachtung in Auftrag (act. 131). Die
bis
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MEDAS Ostschweiz hielt in ihrem Gutachten vom 16. Februar 2012 (act. 133) als
Hauptdiagnosen fest:
- Minderbelastbarkeit des Achsenorgans mit/bei
- idiopathischer rechtskonvexer Torsionsskoliose der BWS und linkskonvexer
Torsionsskoliose der LWS
- fortgeschrittener Osteochondrose LWK5/SWK1 mit Spondylarthrose beidseits,
diskret ausgeprägt auch im Segment LWK4/5
- hochgradiger muskulärer Dysbalance/Dekonditionierung
- Status nach Kryorhizotomie der Rami dorsali L3, L4, L5 und S1 am 30.06.2010
- ohne subjektiv positive Wirkung
- Status nach wiederholten Facettengelenksinfiltrationen LWK4/5 und LWK4/SWK1
beidseits seit mindestens 2006
- zuletzt am 18.07.2001
- mit nur unbefriedigender subjektiver Effektivität
- chronischem Panvertebralsyndrom mit pseudoradikulärer Symptomatik rechts >
links
- Depressive Störung mittleren Grades mit somatischem Syndrom mit/bei
- V. a. Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom.
Als Nebendiagnosen wurden (verkürzt wiedergegeben) ein chronisch rezidivierendes
cervicocephales Schmerzsyndrom mit pseudoradikulärer Symptomatik, eine
Omarthralgie links und eine chronisch rezidivierende Arthralgie des rechten
Kiefergelenks bezeichnet. Der psychiatrische Gutachter attestierte unter
Berücksichtigung ausschliesslich seines Fachs eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
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für den Erwerbsbereich von 50 %. Rheumatologisch-orthopädisch wurde eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 20 % festgestellt. Polydisziplinär wurde für den
rein psychiatrischen Aspekt von einer Arbeitsunfähigkeit von 70 % berichtet
(act. 133-39 7.2.3), insgesamt von einer Arbeitsunfähigkeit von 30 % (7.2.4) bzw. von
einer solchen von 70 %. Somatische und psychiatrische Einschränkungen würden sich
nicht additiv verhalten (act. 133-40 8.2.1). Eine Veränderung (insbesondere
Verschlechterung) seit Beginn 2007 sei aus interdisziplinärer Sicht nicht ausgewiesen
(act. 133-41 9.1).
B.o Der RAD befürwortete das Abstellen auf eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % im
Erwerb und von 20 % im Haushalt (act. 134). Rechtlich wurde erwogen (act. 135), es
sei aus somatischer Sicht von einer Arbeitsunfähigkeit von 20 % auszugehen, während
psychiatrisch keine invalidisierende Erkrankung vorliege. Die mittelgradige depressive
Störung mit somatischem Syndrom leite sich aus der Schmerzstörung ab und stelle
keine Komorbidität dar. Es passe auch ins Bild, dass die Versicherte die verordneten
Antidepressiva nicht regelmässig wie verordnet einnehme. Es lägen auch keine
Foerster'schen Kriterien vor.
B.p Am 24. April 2012 (act. 137 f.) erging ein Vorbescheid, wonach die Verfügung vom
22. August 2002 in Wiedererwägung gezogen und rückwirkend aufgehoben werde. Die
Rente werde nach Zustellung der Verfügung auf das Ende des folgenden Monats auf
gehoben und auf eine Rückforderung werde ausnahmsweise verzichtet.
B.q Die Versicherte liess am 8. Mai 2012 (act. 139) einwenden, es verstosse gegen den
Grundsatz "ne bis in idem" und gegen die Weisungen des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen, wenn die IV-Stelle erneut die ursprüngliche Verfügung von 2002
aufhebe. Es sei eine Klarstellung des MEDAS-Gutachtens zu verlangen. Zumindest
vorübergehend habe eine Rentenerhöhung zu erfolgen.
B.r Am 11. Mai 2012 (IV-act. 141) verfügte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle im
Sinn ihres Vorbescheids vom 24. April 2012 (d.h. Einstellung der halben Rente auf Ende
Juni 2012). Die Einwände gegen das MEDAS-Gutachten seien nicht von Relevanz, weil
aus psychiatrischer Sicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Die Aus
sagen zur rein körperlich bedingten Arbeitsfähigkeit seien klar. Mit der Wiedererwägung
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habe sich das Versicherungsgericht nicht auseinander gesetzt; sie sei möglich. Der Ab
klärungsgrundsatz sei damals nicht eingehalten und bei der Invaliditätsbemessung sei
auf die eher summarisch ermittelte Arbeitsfähigkeit abgestellt worden. Die Anpassung
erfolge für die Zukunft. Es habe sich ergeben, dass die Versicherte zu 80 %
arbeitsfähig sei. Der Invaliditätsgrad betrage 32 %.
C.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Rudolf Sutter für
die Betroffene am 4. Juni 2012 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der Be
schwerdeführerin beantragt unter anderem, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei rückwirkend ab 1. März 2006 eine ganze,
eventuell eine Dreiviertelsrente zuzusprechen, subeventuell sei die Sache zur
Durchführung weiterer Abklärungen bezüglich der hypothetischen
Betätigungsverhältnisse an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eine
Wiedererwägungsverfügung sei aus mehreren Gründen unhaltbar: Einerseits deshalb,
weil die Beschwerdegegnerin damit in der gleichen Sache nochmals mit den gleichen
Argumenten vorgehe, wie sie es bereits im vorgängigen Gerichtsverfahren getan habe.
Zum andern sei anzunehmen, dass das Versicherungsgericht zum Schluss gekommen
sei, die Voraussetzungen einer Wiedererwägung seien klar nicht erfüllt, weshalb es die
Verfügung nur als Anpassungsverfügung geprüft habe. Die Beschwerdegegnerin habe
ferner der verbindlichen Anweisung des Versicherungsgerichts nicht entsprochen,
Abklärungen vorzunehmen und anschliessend eine Anpassungsverfügung zu erlassen.
Sie habe auch die hypothetischen Betätigungsverhältnisse nicht abgeklärt und keine
Gesamtbeurteilung vorgenommen. Den Ergebnissen der medizinischen Abklärung
trage die erlassene Verfügung nicht Rechnung. Dass bei Erlass der ursprünglichen
Verfügung der Abklärungsgrundsatz nicht eingehalten worden sein sollte, sei weder
nachgewiesen noch zutreffend. Die rechtlichen Bestimmungen seien korrekt
angewendet worden. Die Abklärungen seien damals - was im Ermessen der Verwaltung
gelegen habe - für ausreichend betrachtet worden, da auf das zumutbarerweise (also in
einer adaptierten Tätigkeit) erzielbare Einkommen abgestellt worden sei. Das Ergebnis
sei aus aktueller Sicht nicht zu beanstanden. Von einer zweifellos unrichtigen
Verfügung könne keine Rede sein.
D.
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In ihrer Beschwerdeantwort vom 4. Juli 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin unter
anderem die Abweisung der Beschwerde. In der Beschwerdeantwort zu der im
früheren Gerichtsverfahren strittigen Anpassungsverfügung vom 19. Juli 2010 habe sie
lediglich darauf hingewiesen, dass diese Verfügung mit der substituierten Begründung
der Wiedererwägung der ursprünglichen Verfügung vom 22. August 2002 geschützt
werden könnte. Das Versicherungsgericht habe sich mit der Frage der
Wiedererwägung dann nicht auseinander gesetzt. Das Kantonsspital St. Gallen habe
der Beschwerdeführerin im Dezember 2000 eine volle Arbeitsunfähigkeit nur für einen
Monat attestiert und sei davon ausgegangen, dass sie danach wieder erwerbstätig sei.
Der Hausarzt dagegen habe zunächst im Juni 2001 eine volle Arbeitsunfähigkeit
angenommen. Im Dezember 2001 habe er leichte Tätigkeiten im Restaurant des
Ehegatten und Überwachungsfunktionen für zumutbar gehalten, ohne aber eine
prozentuale Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben zu haben. Bei diesen
widersprüchlichen medizinischen Akten wären weitere Abklärungen zwingend
erforderlich gewesen. Die ursprüngliche Verfügung sei auch deswegen rechtsfehlerhaft
gewesen, weil das Invalideneinkommen aufgrund einer adaptierten Tätigkeit bei
ausgeglichenem Arbeitsmarkt hätte bestimmt werden müssen. Im Rahmen des
zulässigen Ermessens sei die Bestimmung des Invaliditätsgrads nicht gewesen. Dass
eine Verfügung auch im Ergebnis eine Rechtsfehlerhaftigkeit aufweise, sei für eine
Wiedererwägung nicht erforderlich. In der ursprünglichen Verfügung sei ein
Einkommensvergleich vorgenommen worden. Das sei sachgerecht gewesen und sei es
bis anhin geblieben. Selbst wenn aber eine Erwerbstätigkeit von nur 60 % (wie im
Abklärungsbericht vom August 2006 angegeben) anzunehmen wäre, ergäbe sich kein
Rentenanspruch. Abklärungen erübrigten sich. Bei der Beschwerdeführerin beruhe die
präsentierte Symptomatik ausgeprägt auf einer Aggravation oder ähnlichen
Konstellationen. Dem MEDAS-Gutachten komme bezüglich der Diagnosen und
Befunde volle Beweiskraft zu. Auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung im somatischen
Bereich sei schlüssig. Die festgesetzte psychiatrische Arbeitsfähigkeit von lediglich
50 % stehe dagegen nicht im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesgerichts.
Die diagnostizierte mittelgradige depressive Störung sei eine reaktive
Begleiterscheinung zur Schmerzstörung und also keine Komorbidität und kein
verselbständigter pathologischer Gesundheitsschaden. Dass das verordnete
Antidepressivum unter der therapeutischen Wirksamkeit vorgefunden worden sei,
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spreche dafür, dass die Beschwerdeführerin sich selbst nicht als besonders depressiv
oder sonstwie psychisch beeinträchtigt erlebe. Es würden im Wesentlichen einzig
ätiologisch-pathogenetisch unerklärliche syndromale Leidenszustände beschrieben,
denen infolge fehlender Objektivierbarkeit keine invalidisierende Wirkung zukomme. Es
seien auch keine Komorbidität oder damit vergleichbare Faktoren in der notwendigen
Intensität gegeben, die eine ansonsten zumutbare Willensanstrengung für die
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit aus psychischen Gründen behindern könnten. Aus
psychischen Gründen sei die Beschwerdeführerin daher voll arbeitsfähig, aus
somatischen zu 80 %. Seit Januar 2007 habe sich der Gesundheitszustand nicht
verschlechtert. Es gebe auch keine Anhaltspunkte dafür, dass dies bis Ende 2006 der
Fall gewesen wäre. Die Beschwerdeführerin hätte zu keiner Zeit einen Rentenanspruch
gehabt. Bei einem vollen Pensum hätte die Beschwerdeführerin im Jahr 2001
umgerechnet ein Jahreseinkommen von Fr. 47'107.-- verdient. Der zutreffende
Tabellenlohn für 2001 betrage Fr. 46'911.--. Mit einem Abzug von 10 %, weil nur noch
leichte Hilfstätigkeiten möglich seien, ergebe sich ein Invalideneinkommen von
Fr. 33'776.--. Der Invaliditätsgrad mache 28 % aus. Auch im
Wiedererwägungsverfahren sei die Einstellung nicht rückwirkend vorzunehmen.
E.
Am 20. August 2012 hat der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin auf die Erstattung
einer Replik verzichtet.
F.
In der angeforderten Erläuterung zum MEDAS-Gutachten vom 14. Dezember 2012 gab
die MEDAS bekannt, interdisziplinär sei von einer Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin in einer umschriebenen Voraussetzungen entsprechenden adaptierten Tätigkeit
von 50 % auszugehen. Die somatischen und die psychischen Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit würden sich dabei nicht additiv verhalten. Aus somatischer Sicht habe
sich seit Beginn des Jahres 2007 keine Veränderung ergeben. Hingegen habe sich die
Diagnosestellung aus psychiatrischer Sicht seit der Begutachtung vom Oktober 2007
geändert, weil die Kriterien einer somatoformen Schmerzstörung nicht erfüllt würden.
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Die Beschwerdeführerin sei aber nach wie vor mittelgradig depressiv und eine Persön
lichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom könne bestätigt werden.
G.
Stellungnahmen der Parteien sind nicht eingegangen, hingegen hat der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin am 28. Januar 2013 einen Bericht der Neurochirurgie am
Kantonsspital St. Gallen vom 8. Januar 2013 eingereicht. Darin werde ausgeführt, dass
es nicht nachvollziehbar sei, weshalb die Invalidenversicherung bei dieser klaren
Situation die Berentung entzogen habe. Es sei mit oder ohne die stattgehabte
Operation völlig illusorisch, dass die Beschwerdeführerin angesichts ihrer Fehlstellung
und der daraus resultierenden degenerativen Veränderungen der unteren LWS je auch
nur gering körperlich belastende Arbeit ausführen könnte. Im besten Fall wäre eine Teil
arbeitsfähigkeit in einem körperlich nicht belastenden Beruf mit der Möglichkeit des
Wechsels der Körperposition denkbar. Auch das sei jedoch zurzeit noch nicht möglich.
Eine volle Berentung sei im Moment absolut indiziert. Dem beigelegten Bericht lässt
sich entnehmen, dass ein St. n. Spondylodese vorliege und der ambulante Untersuch
eine Halbjahreskontrolle nach der Spondylodese gewesen sei. Des Weiteren hat der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin einen Bericht eines Röntgeninstituts vom
10. Januar 2013 über ein MRT des rechten Kniegelenks von jenem Tag eingereicht,
wodurch der Verdacht auf eine vernarbte Läsion des medialen Meniskushinterhorns
und ein deutlicher Reizzustand peripher des medialen Kollateralbands im Sinn einer
medialen Synovitis erhoben worden waren. In einem weiteren Arztbericht vom
26. September 2011 hatte Dr. med. Dr. med. dent. F._ (nach Anamneseerhebung
über zwei Jahre dauernder Schmerzen in der rechten Gesichtshälfte und am rechten
Ohr) eine Myoarthropathie des rechten Kiefergelenks auf dem Boden einer muskulären
Hyperaktivität und Parafunktion Bruxismus sowie anteriorer Diskusluxation beidseits
mit Reposition diagnostiziert. Gemäss diagnostischer Beurteilung von Dr. med. G._,
Facharzt für Neurologie FMH, vom 14. Januar 2013 lag der Verdacht auf einen
idiopathischen/atypischen Gesichtsschmerz vor.
H.
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Am 21. Februar 2013 sind die Parteien darauf hingewiesen worden, dass das Gericht
die angefochtene Wiedererwägungsverfügung mit dem Dispositiv einer Aufhebung der
Rente für die Zukunft allenfalls auch unter dem (die Begründung substituierenden)
anpassungsrechtlichen Aspekt prüfen könnte. - Der Rechtsvertreter der Beschwerde
führerin hat in seiner Stellungnahme vom 13. März 2013 für nachgewiesen gehalten,
dass die Beschwerdeführerin zu mindestens 70 % erwerbsunfähig sei. Aus diesem
Grund habe sie am 1. März 2006 das Gesuch um Erhöhung der bisherigen halben auf
eine ganze Rente gestellt. Die Arbeitsunfähigkeit von 70 % habe die MEDAS bestätigt.
Ausserdem habe die Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen am 8. Januar 2013
festgehalten, zurzeit sei auch nicht eine Teilarbeitsfähigkeit möglich. - Die Beschwerde
gegnerin hat sich innert Frist nicht vernehmen lassen.
Erwägungen:
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung vom 11. Mai 2012 hat die Beschwerdegegnerin
die ursprüngliche, eine halbe Rente zusprechende Verfügung vom 22. August 2002 in
Wiedererwägung gezogen und den Rentenanspruch mit dieser Begründung (d.h. weil
noch nie ein Anspruch bestanden habe) für die Zukunft aufgehoben.
1.2 Der Sachverhalt, der mit der nach Inkrafttreten der 5. IV-Revision vom 1. Januar
2008 erlassenen Verfügung zu beurteilen war, reicht in eine Zeit vor dieser
Gesetzesrevision zurück. Die Rechtslage bezüglich der Invaliditätsbemessung ist
indessen unverändert geblieben. Eine Wiedererwägung der Verfügung vom 22. August
2002 ex tunc beträfe allerdings auch die bis 31. Dezember 2003 gültig gewesenen
Rentenabstufungen.
2.
Die Beschwerdeführerin bezieht gemäss der formell rechtskräftigen Verfügung vom
22. August 2002 eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 52 %. Die in einem
ersten Gerichtsverfahren strittig gewesene Anpassungsverfügung vom 19. Juli 2010
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war als unzutreffend aufgehoben und die Sache zur Abklärung zurückgewiesen
worden. Eine Wiedererwägung der ursprünglichen Verfügung war damals nicht verfügt
worden und stand daher auch nicht in Frage. Sie hätte (gemäss damaliger
Beschwerdeantwort) lediglich - die Begründung substituierend - zur Stützung des
Anpassungsdispositivs (Rentenaufhebung ab 1. September 2010) dienen sollen.
Vorliegend ist nun wie erwähnt eine Wiedererwägungsverfügung strittig. Für deren
Rechtmässigkeit ist vorausgesetzt, dass sich die Verfügung vom 22. August 2002 als
zweifellos unrichtig erweist. Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger
auf formell rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen,
wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher
Bedeutung ist. Die Wiedererwägung fällt nur in Betracht, wenn es um die Korrektur
grober Fehler der Verwaltung geht. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein
vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein
einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - denkbar.
Zurückhaltung ist bei der Annahme zweifelloser Unrichtigkeit stets dann geboten, wenn
der Wiedererwägungsgrund eine materielle Anspruchsvoraussetzung betrifft, deren
Beurteilung massgeblich auf Schätzungen oder Beweiswürdigung und damit auf
Elementen beruht, die notwendigerweise Ermessenszüge aufweisen. Eine vor dem
Hintergrund der seinerzeitigen Rechtspraxis vertretbare Beurteilung der
(invaliditätsmässigen) Anspruchsvoraussetzungen kann nicht zweifellos unrichtig sein
(Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 30. Oktober 2012, 9C_396/12;
vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S Q. vom 17. August 2009, 8C_1012/08). Die ur
sprüngliche Verfügung basierte auf einem erwerblich gewichteten
Betätigungsvergleich, bei welchem davon ausgegangen worden war, dass der
Beschwerdeführerin leichte Tätigkeiten im Restaurantbetrieb des Ehemannes noch
zumutbar waren. Eine offenkundige Unrichtigkeit der Bemessung ist nicht festzustellen.
Insbesondere war schon im Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 9. März 2011 erkannt worden, dass auch das psychiatrische Leiden der
Beschwerdeführerin invaliditätsrelevant ist. Selbst wenn die Voraussetzungen einer
Wiedererwägung aber erfüllt wären, könnte eine Wiedererwägung die vorliegend
angefochtene Verfügung nicht rechtfertigen. Das ergibt sich aus dem Folgenden
(insbesondere E. 3.5 f. und E. 6.3).
3.
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3.1 Wie im Gerichtsentscheid vom 9. März 2011 betreffend Anpassung festgehalten,
ist davon auszugehen, dass ab Januar 2007 eine Verschlechterung des Gesundheits
zustandes der Beschwerdeführerin aus psychischen Gründen ausgewiesen ist, welche
wesentliche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hatte und länger als drei Monate
andauerte, während es im massgeblichen Zeitablauf keine Hinweise auf eine Ver
besserung des somatischen Leidens gibt. Die damals (zum Beweiswert des echtzeit
lichen Gutachtens vgl. auch unten E. 5.2) psychiatrisch begutachtende Fachärztin hatte
nämlich im Oktober 2007 das Vorliegen einer Anpassungsstörung mit längerer de
pressiver Reaktion seit ca. Oktober 2006 festgestellt und der Beschwerdeführerin
ab etwa Beginn des Jahres 2007 für alle Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von
mindestens 70 % attestiert. Eine ausserhäusliche Tätigkeit sei kaum vorstellbar. Im
Ergebnis hat sie damit für eine ausserhäusliche Erwerbstätigkeit eine volle Arbeitsun
fähigkeit befürwortet. Auch aus dem Arztbericht von Dr. E._ vom Oktober 2008 ist
insgesamt zu schliessen, dass - aufgrund einer mittelgradig ausgeprägten depressiven
Störung - keine Arbeitsfähigkeit bestand (obwohl missverständlicherweise an einer
Stelle eine zeitliche Arbeitsfähigkeit von vier Stunden mit verminderter Leistungsfähig
keit beschrieben wurde). Schon der mit der orthopädischen Begutachtung beauftragte
Dr. C._ hatte die "Depression" im Übrigen festgestellt.
3.2 Es ist - wie bereits im Entscheid vom 9. März 2011 erwogen - nicht anzunehmen,
dass die von den beiden Fachärzten der Psychiatrie bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten
nicht zuträfen, weil die diagnostizierten hierfür ursächlichen Leiden nicht invalidisierend
seien. Es handelt sich nach der Aktenlage einerseits nicht um lediglich kurzfristig
vorübergehende, leichte depressive Episoden und damit nicht um ein labiles psychi
sches Leiden, das nach der Rechtsprechung (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Ver
sicherungsgerichts i/S B. vom 21. Dezember 2006, I 138/06) nur ausnahmsweise inva
lidisierend ist. Anderseits besteht weder ein Sachverhalt mit einer (rein) psychiatrischen
Erklärbarkeit einer Schmerzsymptomatik bei weitgehendem Fehlen eines somatischen
Befundes (wo die Rechtsprechung Kriterien formuliert hat, um zu entscheiden,
inwiefern eine versicherte Person über psychische Ressourcen verfügt, die es ihr
erlauben, mit den Schmerzen umzugehen und trotzdem zu arbeiten, vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S M. vom 29. Juli 2008, 9C_830/07; BGE 130 V 352) noch
ein solcher mit psychosozialen Belastungen ohne eigentliche fachärztlich psychiatrisch
fassbare Befunde, also kein Sachverhalt ohne invalidisierenden psychischen
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Gesundheitsschaden, zu welchen Tatbeständen die Rechtsprechung festhält, dass sie
für eine sozialversicherungsrechtliche Leistungsbegründung nicht genügen (vgl. BGE
127 V 294).
3.3 Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass eine depressive Störung für sich - wie
vorliegend diagnostiziert - gemäss dem Bundesgericht im Grundsatz keinen
pathogenetisch (ätiologisch) unklaren syndromalen Zustand darstellt, bei welchem
seine Rechtsprechung zu den somatoformen Schmerzstörungen zur Anwendung
gelangen würde (Bundesgerichtsentscheid i/S M. vom 20. September 2011, 8C_302/11
E. 2.4). Das soll aber offenbar nur gelten, wenn die attestierte Arbeitsunfähigkeit im
Wesentlichen lediglich auf dem depressiven Leiden beruht (vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S H. vom 17. Januar 2013, 9C_521/12 E. 4.1), hingegen
nicht, wenn dieses nicht Haupt- bzw. nicht ursprüngliche Ursache der
Arbeitsunfähigkeit ist. Durch welche verschiedenen Ursachen ein fachärztlich
diagnostiziertes Leiden hervorgerufen und gefördert wurde, kann indessen nicht von
Bedeutung sein, sofern nur feststeht, dass (am Ende) ein medizinischer Befund mit
Krankheitswert und Auswirkungen auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit vorliegt. Weshalb
diese Auswirkungen rechtlich nicht (bzw. nur unter einschränkenden Voraussetzungen)
relevant sein sollten, wenn nicht nur (bzw. nicht im Wesentlichen) die depressive
Störung die Arbeitsunfähigkeit bewirkt, sondern die Arbeitsunfähigkeit auch noch durch
ein somatisches Leiden (und durch die als Reaktion auf dieses auftretende depressive
Störung) herabgesetzt wird, erscheint nicht nachvollziehbar. Die einschränkenden
Voraussetzungen einer rechtlichen Beachtlichkeit der Arbeitsunfähigkeit sind für
Leidenszustände (Schmerzleiden) entwickelt worden,
für welche kein organisches Korrelat vorliegt (Bundesgerichtsentscheid 9C_521/12
E. 4.2). - Hier liegt wie erwähnt kein solcher Sachverhalt vor: Dr. C._ hatte festge
halten, die Rückenschmerzen der Beschwerdeführerin seien grösstenteils erklärbar
(act. 51-5). Die Universitätsklinik Balgrist erklärte im Bericht vom 4. Mai 2007, die Be
schwerden seien sicher durch die Spondylarthrose L4/5 und L5/S1 erklärt
(act. 133-11), in einem (allerdings um einiges jüngeren) Bericht vom 29. April 2010
ebenfalls, die Beschwerdeführerin leide an Schmerzen, bedingt durch die
degenerativen Veränderungen in den Segmenten L4/5 und L5/S1. Während bis anhin
die Infiltrationen jeweils eine gute Beschwerdebesserung erbracht hätten, sei dies bei
der letzten Infiltration nicht mehr der Fall gewesen. Im MRI vom Februar 2010 sehe
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man ein Vakuumphänomen bei stark degenerierter Bandscheibe L5/S1, das auch eine
Ursache der starken Beschwerden sein könnte. Zur weiteren Diagnostik wurde eine
Diskographie empfohlen. Sollte diese entsprechend ausfallen, wäre eine Spondylodese
L5/S1 ins Auge zu fassen (act. 91). Sind die Schmerzen durch die orthopädischen
Befunde weitgehend (oder ganz) erklärbar, stellt sich die Frage deren Überwindbarkeit
höchstens unter dem Blickwinkel möglicher wirksamer orthopädisch-therapeutischer
Massnahmen. Kommt zum somatischen Leiden eine depressive Störung, kann sie
unter solchen Umständen durchaus eine rechtlich relevante zusätzliche Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit bewirken, wenn die Störung fachärztlich diagnostiziert ist und ihr
nachvollziehbar eine solche Einschränkung zugeordnet wird. Hiervon ist vorliegend
auszugehen. Im psychiatrischen Gutachten vom Oktober 2007 war im Übrigen
ausdrücklich festgehalten worden, die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung
könne ausgeschlossen werden.
3.4 Angesichts der oben genannten Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin von
100 % bestand damals (ab Januar 2007) eine Erwerbsunfähigkeit, die zu einer ganzen
Rente berechtigte. Denn es kann - obwohl die angeordneten Abklärungen hierzu unter
lassen wurden - der übereinstimmenden Auffassung der Parteien gefolgt und mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass die Beschwerdeführerin (für
die damalige Zeit, weiterhin; auch bei Änderung der Methode) als vollzeitlich Erwerbs
tätige zu betrachten ist. Nach Art. 88a Abs. 2 IVV ist eine anspruchsbeeinflussende
Änderung bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, sobald
sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat. Drei Monate nach
der Verschlechterung, somit ab 1. Mai 2007, bestand daher Anspruch auf eine ganze
Rente. Art. 88 Abs. 1 lit. a IVV erfordert keinen späteren Zeitpunkt, da die
Beschwerdeführerin die Erhöhung bereits im März 2006 (mit weiterer
Verschlechterungsanzeige im Mai 2007) beantragt hatte.
3.5 Wie schon im früheren Gerichtsentscheid im Grundsatz festgehalten, war die
damals strittige Anpassungsverfügung diesbezüglich unzutreffend. Nach Erlass der
ursprünglichen Verfügung sind rentenrelevante Veränderungen im Sachverhalt ein
getreten. Diese betrafen die gesundheitliche wie die erwerbliche Situation und be
wirkten einerseits eine Zunahme der Arbeitsunfähigkeit (aus psychischen Gründen) und
andererseits die Massgeblichkeit des Einkommensvergleichs (anstelle des früheren
bis
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erwerblich gewichteten Betätigungsvergleichs, der ausserordentlichen Methode). Was
die psychiatrisch begründete Arbeitsunfähigkeit betrifft, war schon im Entscheid vom
März 2011 erkannt worden, dass auch sie relevant ist. Die diesbezügliche Begründung
der Wiedererwägung ist nicht stichhaltig. Da sich im Zeitablauf ab 2007 in jeder
relevanten (und von der vorgebrachten Wiedererwägungsbegründung betroffenen)
Hinsicht Veränderungen des Sachverhalts ergeben haben, die durch eine Anpassung
zu berücksichtigen sind, könnte sich die Wiedererwägung der ursprünglichen
Verfügung vorliegend von vornherein lediglich auf die Phase bis 2006 beziehen. Eine
Rückforderung liegt allerdings nicht im Streit (und nach der bundesgerichtlichen Recht
sprechung ist im Übrigen auch bei einer Wiedererwägung nur ex nunc ein rechts
konformer Zustand herzustellen; Bundesgerichtsurteile i/S D. vom 1. April 2011,
8C_947/10, und i/S M. vom 22. Juli 2010, 8C_920/09, mit Hinweis).
3.6 Die angefochtene Wiedererwägungsverfügung ist demnach als solche nicht zu
rechtfertigen. Stattdessen hätte die Beschwerdegegnerin das Anpassungsverfahren,
das mit der Verfügung vom 19. Juli 2010 abgeschlossen werden sollte und das Gegen
stand des gerichtlichen Entscheids vom 9. März 2011 war, nach der Rückweisung
weiterzuführen und verfügungsweise abzuschliessen gehabt. Es kann aus prozess
ökonomischen Gründen auch über die (die Begründung der angefochtenen Verfügung
substituierenden) Anpassungsgründe bzw. die erforderlichen Anpassungen
entschieden werden.
4.
4.1 Im genannten Anpassungsverfahren war offen geblieben, welches die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nach der Verbesserung des (psychischen)
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin vom Februar 2009, die Dr. E._
feststellen konnte, war. Nach der Rückweisung zur Klärung dieses Aspekts (unter
Mitberücksichtigung der Feststellungen der Universitätsklinik Balgrist vom Februar
bzw. April 2010) veranlasste die Beschwerdegegnerin eine Begutachtung. Gemäss
dem MEDAS-Gutachten vom 16. Februar 2012 wurden eine Minderbelastbarkeit des
Achsenorgans und eine depressive Störung mittleren Grades mit somatischem
Syndrom mit/bei V. a. Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom
diagnostiziert. Die Begutachtung umfasste eine Abklärung unter dem Aspekt
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Physikalischer Medizin und ein psychiatrisches Konsilium. Diverse
Untersuchungsbefunde wurden erhoben (Labor, Röntgen, PACT-Test). Die Vorakten
wurden ergänzt und zur Kenntnis genommen; die Gutachter setzten sich mit ihnen
auseinander.
4.2 In somatischer Hinsicht wurde dabei etwa dargelegt, gemäss der Universitätsklinik
Balgrist (wohl: vom 7. September 2011) sei es nach dem beurteilten MRI vom 19. Feb
ruar 2010 im Vergleich zur kernspintomographischen Voruntersuchung vom September
2006 zu einer Zunahme der Skoliose gekommen, gemäss einem andern Bericht der
selben Klinik vom 27. April 2010 über eine konventionelle Verlaufskontrolle sei
hingegen festgestellt worden, der Befund der Wirbelsäule sei unverändert. Eine
Progredienz (wohl bezogen auf die Skoliose) könne aufgrund der eigenen
vergleichenden Betrachtung nicht nachvollzogen werden; es habe sich überwiegend
wahrscheinlich um Messfehler gehandelt. Auch die Neurochirurgie am Kantonsspital
St. Gallen habe in einem Verlaufs-MRI der LWS vom 30. März 2011 keine wesentliche
Progredienz der radiologischen Veränderungen feststellen können (act. 133-27 f.). Zu
dieser MEDAS-Schlussfolgerung ist allerdings zu erwähnen, dass die Neurochirurgie
am Kantonsspital St. Gallen am 15. Juni 2010 (gemäss act. 133-9) immerhin bezogen
auf den Zeitraum von 2003 bis Januar 2010 (und wenn auch wohl nicht zur Skoliose)
erklärt hatte, der Verlauf gemäss MRI der LWS zeige eine Progredienz der
Osteochondrose L5/S1 und eine beginnende Bandscheibenprotrusion L4/5. Die
Bandscheibe L5/S1 sei schwerst degeneriert. Es zeigten sich aktive
Osteochondrosezeichen im MRI. Die vorgeschlagene Diskographie, die für ein enges
Diskalfach L5/S1 technisch auch schwierig sei, sei nicht unbedingt nötig. Auch im
Bericht vom 7. September 2011 ist von einer zunehmenden Osteochondrosis
intervertebralis LWK/SWK1 mit subtotalem Diskusprolaps und geringer breitbasiger
zirkumferenzieller Diskushernie ohne Beeinträchtigung neuraler Strukturen berichtet
worden. Gemäss dem Bericht der Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom
23. März 2011 waren ausserdem Mitte Februar 2011 neue Schmerzen am cerviko
thorakalen Übergang und Ausstrahlung und den linken Arm dazugekommen
(act. 133-12 und 133-16). Die MEDAS hat diese abgebildeten Befunde berücksichtigt;
nach ihrer Einschätzung sind die Schmerzen im caudalen Nacken, die
Kribbelparästhesien und Taubheitsgefühle jedoch ohne Auslöser. Im MRI vom 30. März
2011 werde zwar eine Diskusprotrusion HWK5/6 und HWK6/7 beschrieben, eine
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Affektion neuraler Strukturen habe jedoch nicht nachgewiesen werden können. In der
neurologischen Untersuchung hätten sich keine Hinweise auf eine (floride)
neuroradikuläre Symptomatik gezeigt (act. 133-27). Das cervicocephale
Schmerzsyndrom wurde als Nebendiagnose erfasst. Ein eigentliches fachärztlich-
neurologisches Konsilium hat jedoch nicht stattgefunden. Nach der rheumatologischen
Beurteilung der MEDAS hat des Weiteren z.B. bei der Rumpfinklination eine
Verdeutlichungstendenz imponiert (act. 133-26). Es ist nach dieser Beurteilung
konsekutiv zu Schonverhalten mit teilweisen Immobilisationen und Entwicklung bzw.
Zunahme der muskulären Dysbalance/Insuffizienz/Dekonditionierung gekommen
(act. 133-26). Diese stehe im Vordergrund, während sich die geklagten Beschwerden
nur zu einem Teil aus den strukturellen Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule
erklärten (act. 133-28). Die entsprechende Zunahme stelle aus ver
sicherungsmedizinischer Sicht keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden dar, da
der Zustand durch entsprechende aktive Therapie behoben werden könne. Diese Be
urteilung lässt annehmen, dass eine damals vorhandene Beeinträchtigung mit dem
Hinweis auf eine künftige Therapie (die nicht abgemahnt wurde) ausser Acht gelassen
wurde. Die MEDAS-Begründung einer im Vordergrund stehenden Dekonditionierung
kontrastiert ferner auffällig mit der Vielzahl medizinischer Berichte über ausgewiesene
Befunde.
4.3 Im Januar 2013 hat der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin schliesslich (unter
anderem nebst einem Bericht zu einem Knieleiden rechts) einen Bericht der Neuro
chirurgie am Kantonsspital St. Gallen eingereicht, woraus wohl zu schliessen ist, dass
inzwischen (vermutlich im Sommer 2012) die Spondylodese L4/5/S1 vorgenommen
worden ist, welche schon von der Universitätsklinik Balgrist am 29. April 2010 (act. 91,
für L5/S1) für den Fall eines entsprechenden Befundes der damals vorgeschlagenen
Diskographie ins Auge gefasst worden war. Es wird in dem Bericht, der für das vor
liegende Verfahren nur insofern von Bedeutung sein kann, als er Rückschlüsse auf den
hier massgeblichen Sachverhalt bis zum 11. Mai 2012 zulässt, wiederum bestätigt,
dass die Osteochondrose in den letzten Jahren nachweisbar progredient gewesen sei
und die Schmerzen verstärkt habe. Die aktuellen lumbosacralen Rückenschmerzen
seien ungefähr auf dem Niveau wie vor der Operation, am Bereich des
thorakolumbalen Übergangs bestünden bewegungsabhängige Schmerzen. Die
behandelnde Klinik hält dafür, bestenfalls wäre eine Teilarbeitsfähigkeit der
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Beschwerdeführerin in einem körperlich nicht belastenden Beruf denkbar. Zurzeit sei
indessen auch dies noch nicht möglich. Eine Teilarbeitsfähigkeit wird somit nicht
generell, aber zurzeit ausgeschlossen, wenn auch nicht angegeben wird, in welchem
Ausmass eine Arbeitsfähigkeit bestehen könnte.
5.
5.1 Zusammenfassend ist die Begründung der Schlussfolgerung des MEDAS-
Gutachtens in somatischer Hinsicht insofern kritisch zu würdigen, als eine
Verschlechterung insgesamt (wohl nicht der Skoliose, aber der Osteochondrose) nicht
ausgeschlossen erscheint, als eine fachärztlich neurologische Abklärung nicht stattfand
und als die Feststellung einer "im Vordergrund" stehenden Dekonditionierung und das
Aussparen der entsprechenden Folgen aus versicherungsmedizinischen Gründen
angesichts der übrigen Aktenlage nicht ohne weiteres nachvollziehbar erscheinen.
Dass inzwischen eine früher bereits in Erwägung gezogene Operation stattgefunden
hat, mag ebenfalls auf einen (schon bei Erlass der angefochtenen Verfügung
bestehenden) wesentlichen, 20 % allenfalls übersteigenden somatischen Anteil an der
gesamten Arbeitsunfähigkeit hinweisen. Aus den am 28. Januar 2013 eingereichten
Berichten lässt sich für den zu beurteilenden Sachverhalt (bis 11. Mai 2012) nicht eine
50 % übersteigende Arbeitsunfähigkeit aus somatischer Sicht belegen. Die MEDAS hat
die Arbeitsunfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit (nach Erläuterung) polydisziplinär auf
insgesamt 50 % festgesetzt. Was den psychiatrischen Aspekt betrifft, liegt nach der
Beurteilung der MEDAS eine mittelgradige depressive Störung vor und kann eine
Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom ebenfalls bestätigt
werden. Allein hieraus ergebe sich eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Es ist kein Grund
ersichtlich, dieser Einschätzung nicht zu folgen. Sie ist auch in Würdigung des
erhobenen Blutspiegels des Antidepressivums abgegeben worden. Da sich die
somatisch und die psychiatrisch bedingten Einschränkungen nicht additiv verhalten,
mit einer 50 % überschreitenden Arbeitsunfähigkeit aus somatischer Sicht in
antizipierender Beweiswürdigung nicht zu rechnen ist und die Gesamtschätzung der
MEDAS als überzeugend betrachtet werden kann, ist hier nicht von ausschlaggebender
Bedeutung, dass dem somatischen Aspekt unter Umständen ein 20 % übersteigender
Anteil an der Arbeitsunfähigkeit beizumessen wäre. Es ist davon auszugehen, dass die
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Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin insgesamt 50 % betrug, und zwar nach der
von Dr. E._ beschriebenen Verbesserung vom Februar 2009.
5.2 Der psychiatrisch begutachtende Facharzt der MEDAS hält bei der Auseinander
setzung mit früheren Einschätzungen sinngemäss dafür, es habe schon früher eine
Arbeitsunfähigkeit von nicht mehr als 50 % vorgelegen, denn die Befunde bestünden
"nach wie vor" und Dr. D._ habe nicht näher begründet, weshalb sie bei den ge
stellten Diagnosen auf eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % gekommen sei. Angesichts
des echtzeitlichen, ebenfalls fachärztlichen Gutachtens vom Oktober 2007 ist indessen
für den Sachverhalt in der damaligen Zeit auf jene Beurteilung abzustellen, denn sie
ist dafür stichhaltiger als die retrospektive, zumal zwischenzeitlich ausserdem (von
Dr. E._) eine psychiatrische Verbesserung (allerdings sogar mit Erreichen nur noch
einer leichten depressiven Störung) beschrieben wurde. Es kann somit diesbezüglich
bei dem oben Dargelegten bleiben. Insofern im MEDAS-Gutachten festgehalten wird,
die psychiatrische Diagnosestellung habe sich seit der Begutachtung vom Oktober
2007 geändert, denn die Kriterien einer somatoformen Schmerzstörung würden nicht
erfüllt (act. 133-35), ist dem im Übrigen entgegenzuhalten, dass bereits Dr. D._
Letzteres ebenso festgehalten hatte (act. 60-11).
6.
6.1 Wird somit davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin im Februar 2009
wieder zu 50 % arbeitsfähig geworden ist, ergibt sich eine Herabsetzung des Renten
anspruchs. Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss
entscheidend, was die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Einkommenser
mittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Da nach empirischer Feststellung in
der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist An
knüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich der letzte
vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der
realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/
S. K. vom 23. März 2009, 8C_515/2008). Vorliegend kann nach der Aktenlage ange
nommen werden, dass die Beschwerdeführerin, obwohl sie bei Eintritt des Gesund
heitsschadens in angestellter Tätigkeit gewesen war, später im Restaurant ihres Ehe
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gatten mitgearbeitet hätte, und ausserdem, dass ihr Ehegatte im Gesundheitsfall der
Beschwerdeführerin das Restaurant weitergeführt und sie dort mitgearbeitet hätte. Bei
Erlass der ursprünglichen Verfügung hatte die Beschwerdegegnerin einen erwerblich
gewichteten Betätigungsvergleich angestellt, da die Beschwerdeführerin im Betrieb
arbeitete. Beim "Valideneinkommen" 2002 der Beschwerdeführerin von Fr. 56'820.--
handelte es sich lediglich um die Vergleichsgrösse aus der erwerblichen Gewichtung
(act. 10-3), während die absolute Höhe als solche bei dieser Methode nicht relevant
war. Für die Arbeit als Köchin im Betrieb des Ehemannes war zur Gewichtung ihres
entsprechenden erwerblichen Beitrags das Lohnniveau Ausgebildeter herangezogen
worden, während für eine auswärtige Anstellung in dieser Funktion die Ausbildung
gefehlt hätte. Für den nun erforderlichen reinen Einkommensvergleich taugen die als
Ausgangspunkt für die erwerbliche Gewichtung gewählten Lohnniveaus nicht. Mit
welchem Betriebsergebnis tatsächlich zu rechnen gewesen wäre, hängt auch von ver
schiedenen äusseren Faktoren ab und lässt sich nicht schätzen. Es ist aber davon aus
zugehen, dass die Beschwerdeführerin sich nicht längerfristig mit einem Einkommen
begnügt hätte, das unter dem als Angestellte erreichten Niveau liegt. Im Jahr 2000 hat
sie (mit ihrem 60 %-Pensum) gemäss IK-Auszug (act. 6-1) Fr. 29'484.-- erzielt, was bei
vollem Pensum einem Betrag von Fr. 49'140.-- entspricht. Ein Vergleich mit den
Tabellenwerten für jenes Jahr zeigt, dass diese Entlöhnung über dem Durchschnitt für
Arbeit im Niveau 4 von Frauen von Fr. 45'871.-- (vgl. IV, Gesetze und Verordnungen,
hrsg. von der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2006, Anhang 2, S. 206) lag. Der Ein
kommensvergleich kann, da bezüglich dieses Auseinanderfallens keine Veränderung zu
berücksichtigen ist, auf das Jahr 2000 bezogen werden. Der Wert von Fr. 49'140.--
kann als Valideneinkommen betrachtet werden, während für die Bemessung des
Invalideneinkommens, da keine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird, auf den oben
genannten Tabellenlohn zu greifen ist. Wird der von der Beschwerdegegnerin als
angemessen betrachtete Abzug von 10 % berücksichtigt, so ergibt sich bei der
Arbeitsfähigkeit von 50 % ein Invalideneinkommen von Fr. 20'642.-- (0.5 x 0.9 x
Fr. 45'871.--). Der Invaliditätsgrad macht demnach 58 % aus.
6.2 Im Fall einer rückwirkenden Rentenfestsetzung ist es unter Umständen notwendig,
die Rente für verschiedene zurückliegende Zeitabschnitte nach Massgabe des je
weiligen Invaliditätsgrads unterschiedlich hoch zu bemessen (vgl. BGE 106 V 16;
BGE 109 V 125). Wie bei der rückwirkenden stufenweisen Rentenzusprechung richtet
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sich der Zeitpunkt einer Rentenherabsetzung oder -aufhebung hier ausschliesslich
nach Art. 88a Abs. 1 IVV. Art. 88 Abs. 2 IVV findet keine Anwendung, so lange es
nicht um eine Herabsetzung über den bisherigen Anspruch hinaus geht. Nach Art. 88a
Abs. 1 IVV ist die anspruchsbeeinflussende Änderung bei einer Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt
an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich
längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne
wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin
andauern wird. Ab 1. Juni 2009 ist der Rentenanspruch demnach wieder auf eine halbe
Rente herabzusetzen.
6.3 Eine weitere Herabsetzung (bzw. die im Mai 2012 verfügte Aufhebung) der Rente
ist, da sich keine entsprechende weitere Änderung des Sachverhalts mehr ergeben hat,
nicht begründet.
7.
Den am 28. Januar 2013 eingereichten Akten ist wie erwähnt unter anderem zu
entnehmen, dass nach der Beurteilung der Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen
vom 8. Januar 2013 zu jenem Zeitpunkt noch keine Arbeitstätigkeit der Beschwerde
führerin möglich sei. Nach der gegenwärtigen Aktenlage scheint nach Erlass der hier
angefochtenen Verfügung, nämlich etwa im Sommer 2012, eine Spondylodese vor
genommen worden zu sein. Ein weiterer Arztbericht vom 10. Januar 2013 betrifft etwa
Knieschmerzen rechts. Es ist davon auszugehen, dass den neuen Berichten für den
vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt keine über das oben Dargelegte hinaus
reichende Bedeutung zukommt. Sollte sich aber infolge nachträglicher Sachverhalts
änderungen eine dauerhafte (wenn auch allenfalls vorübergehende) höhere Arbeits
unfähigkeit ergeben haben, wäre dies Gegenstand eines (weiteren) Anpassungsver
fahrens. Die Eingabe wird daher als Anpassungsgesuch zuständigkeitshalber der
Beschwerdegegnerin überwiesen.
8.
bis
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8.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 11. Mai 2012 teilweise zu schützen und der
Beschwerdeführerin ist im Sinn einer Anpassung mit Abstufung für die Zeit vom 1. Mai
2007 bis 31. Mai 2009 eine ganze Rente und ab 1. Juni 2009 eine halbe Rente
zuzusprechen. Die Eingabe vom 28. Januar 2013 ist als Anpassungsgesuch
zuständigkeitshalber der Beschwerdegegnerin zu überweisen.
8.2 Da die angefochtene Verfügung als Wiedererwägungsverfügung unzutreffend war
und auf unklaren medizinischen Grundlagen basierte, rechtfertigt es sich, für die
Kosten von einem vollen Obsiegen der Beschwerdeführerin auszugehen. Die
Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), sind demnach gesamthaft der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr
von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
8.3 Die Beschwerdeführerin hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (ein
schliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) erscheint als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP