Decision ID: 23ec99fe-07a4-4c74-b21e-ce892615dda4
Year: 2010
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt nur teilweise der Wahrheit entspreche. Dasselbe gelte auch für
die Erwägungen. Auf seine Forderungen – Herausgabe von Zahlungen und
Rechnungen -, welche er in den letzten Schreiben jeweils gefordert habe, sei
nicht eingegangen worden. Er verlange weiterhin die ihm geschuldeten
Taggeldleistungen vom 15.09.-09.12.2008 und vom 19.08.- 06.09.2009;
ferner die Rückerstattung der Fahrtkosten zum Arzt und zur Physiotherapie
sowie alle anderen Ansprüche, die ihm von Gesetzes wegen zustünden. Die
Kosten des Vollstreckungsentscheids, welcher durch die SUVA verursacht
worden sei, hätten sich auf 263.44 Euro belaufen. Er leide immer noch unter
schweren Depressionen. Er überlebe diese Situation (Suizidgefahr) nur, weil
ihm die Freundin und die Familie alles abnehme. Er habe die Therapien beim
Psychologen aus finanziellen Gründen (Zahlungsängste) abbrechen müssen.
3. In ihrer Vernehmlassung (Beschwerdeantwort) beantragte die Vorinstanz die
Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des angefochtenen
Einspracheentscheids samt der diesem zugrunde liegenden
Einstellungsverfügung. Zur Begründung machte sie geltend, dass es
zunächst fraglich sei, ob die Beschwerde den Voraussetzungen gemäss Art.
61 lit. b ATSG überhaupt genüge. Die Bestreitung des Sachverhalts sei zu
pauschal und für die aufgeführten Forderungen fehle es an der Begründung.
Der Verweis auf bisher verfasste Schreiben genüge dazu nicht. Selbst wenn
jedoch die Beschwerde zulässig wäre, könnte nicht auf alle Forderungen
eingegangen werden. Anfechtungsgegenstand sei einzig der Inhalt des
Einspracheentscheids bzw. der Verfügung vom 28.09.2009. Der
Beschwerdeführer äussere sich nicht konkret, welche Teile des Sachverhalts
er bestreite und was korrekt wäre. Eine fundierte Stellungnahme sei für sie
deshalb gar nicht möglich. Zudem sei die Begründung im angefochtenen
Einspracheentscheid korrekt und somit zu bestätigen.
4. In der Replik vom 21.06.2010 ergänzte der Beschwerdeführer noch, dass er
die Arbeit nach dem Unfall nur deshalb bereits nach zwei Tagen wieder
aufgenommen habe, weil er Angst vor dem Verlust der Stelle gehabt habe.
Zum Glück habe er – unter Schmerzen – einer leichten Tätigkeit nachgehen
können. Der Kreisarzt Dr. med. ... habe ihn ab 25.02.2008 zu 100%
arbeitsfähig eingestuft, obwohl die AC-Gelenksprengung nicht verheilt sei. Er
habe erst dann einen Operationstermin erhalten, als ihn Dr. med. ... ab
29.02.2008 zu 100% arbeitsunfähig taxiert habe. Die Rückenschmerzen seien
nicht durch den Bandscheibenprolaps, sondern durch die Tossy III
(Schultergelenksprengung) verursacht worden. Weil er den linken Arm nicht
habe nutzen können, sei der rechte Arm überlastet worden, was zu einer
Gesundheitsverschlechterung am rechten Handgelenk geführt habe. Die
stationären Aufenthalte im Schlosspark der Klinik Berlin und im Marien-
Hospital Euskirchen seien begründet gewesen, weil er wegen schwerer
Depressionen akut suizidgefährdet gewesen sei. Dass er aufgrund der
Unfallfolgen depressiv geworden sei, könne nicht ausgeschlossen werden.
Die unregelmässigen Zahlungen bzw. Leistungsvergütungen durch die
Vorinstanz hätten sich ebenfalls nicht positiv auf seine Verfassung ausgewirkt.
Vor dem Unfall habe er ein gesichertes Leben gehabt, danach sei alles
zerbrochen, da er alles habe aufgeben müssen. Erst 11⁄2 Jahre nach der
Operation habe er sich besser gefühlt, aber stets noch nicht so gut wie vor
dem Unfall. Die Schulter sei noch sehr labil und kaum belastbar. Die AC-
Gelenksprengung sei als schwerer Unfall zu werten. Die Rückenschmerzen
würden vom Nacken- und Brustbereich ausgehen; vor dem Unfall habe er
keine solchen Schmerzen gehabt. Medizinisch sei bekannt, dass bei AC-
Gelenksprengung im Ausmass der Tossy III über Rückenbeschwerden
geklagt werde. Bei der kreisärztlichen Untersuchung sei er unterschwellig als
Simulant dargestellt worden. Bei der Abschlussuntersuchung sei er unter
Druck gesetzt worden. Bei bestimmten Bewegungen spüre er immer noch den
Arm. Er sei aber froh, wieder als Zimmermann arbeiten zu können. Er sei
davon ausgegangen, dass auch die künftigen Leistungen bezahlt würden,
nachdem die Kosten für die Behandlung der psychischen Leiden, des
Handgelenks und Rückens durch die Vorinstanz bisher übernommen worden
seien. Bereits seit anfangs 2008 stehe er in Behandlung und nehme
Medikamente wegen seiner Depressionen. Richtig sei, dass er erstmals 3 bis
4 Monate unter Depressionen gelitten habe. Der Zustand des Armes habe
sich einfach nicht gebessert, was ihn psychisch fertig gemacht habe. Die
Ellenbogenbeschwerden seien durch die verordnete Bewegungsmaschine
zur Therapie des AC-Gelenks verursacht worden, weshalb auch sie als
Unfallfolge zu qualifizieren seien. Er wisse nicht, warum das Ganglion als
Nebendiagnose nicht oder erst später in die Unterlagen aufgenommen
worden sei, obwohl der doch untersucht worden sei. Das Ganglion habe sich
gebessert, weil er kaum etwas mit dem gesunden Arm gemacht habe und dies
auch Schmerzen in der linken Schulter verursacht habe. Erst als er den
rechten Arm wieder habe einsetzen können, habe sich das Ganglion
verschlechtert. Er verlange weiterhin Leistungen (Taggelder; Bezahlung der
Rechnungen betreffend Unfall-, Krankenhaus- und Arztkosten wegen
verordneter Benutzung der Bewegungsmaschine; Übernahme
Gerichtskosten und Fahrspesen; Krankenkassenbeteiligung; Verdienstausfall
mit Abfindung). Es sei eine mögliche Verschlechterung des AC-Gelenks und
anderer Unfallfolgen anzuerkennen und versicherungsrechtlich korrekt
abzurechnen.
5. Am 28.06.2010 erklärte die Vorinstanz – unter Erneuerung ihres Antrags auf
Abweisung der Beschwerde aus den bereits in der Vernehmlassung
genannten Gründen – ihren Verzicht auf die Einreichung einer Duplik.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) In formeller Hinsicht gilt es zunächst zu klären, ob die Beschwerde vom März
2010 den Voraussetzungen von Art. 61 lit. b des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) - wonach eine
Beschwerde eine gedrängte Darstellung des Sachverhalts, ein
Rechtsbegehren und eine kurze Begründung enthalten muss - zu genügen
vermag. Angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer nicht
anwaltlich vertreten ist und somit als Laie für sich selbst vor dem
Sozialversicherungsgericht „kämpft“, sieht das Gericht hier von einer strengen
Auslegung des Art. 61 lit. b ATSG ab und es tritt auf die Beschwerde ein;
zumal der Beschwerdeführer zu erkennen gab, dass er weiterhin an
Depressionen leide und weitere Leistungen von der Vorinstanz (SUVA) über
das Einstellungsdatum per 28.09.2009 beanspruche. Ausserdem könnte die
mangelhafte Beschwerde durch die ausführliche Replik als geheilt betrachtet
werden, womit der zweite Schriftenwechsel seinen Zweck erfüllte.
b) Anfechtungsobjekt und Gegenstand der Beschwerde können aber einzig der
Inhalt der angefochtenen Entscheide sein. Da die vom Beschwerdeführer
beantragten Taggeldleistungen vom 15.09.-09.12.2008 sowie vom 19.08.-
06.09.2009 weder Thema der angefochtenen Verfügung vom Herbst 2009
noch des Einspracheentscheids vom Februar 2010 bilden, kann das Gericht
darauf auch nicht näher eingehen. Insoweit tritt es auf die Beschwerde
mangels anfechtbaren Rügeobjekts nicht ein.
2. a) Materiell ist von den einschlägigen Bestimmungen auszugehen. Die
Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt nach dem ATSG und der
Spezialgesetzgebung im Unfallversicherungsrecht (UVG) grundsätzlich
voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem geklagten
Gesundheitsschaden ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang
besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle
Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als
verwirklicht gedacht werden kann. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis
und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang
besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall der
Richter nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit
eines Sachzusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruches noch nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1, 123 V 138 E. 3a, 119
V 138 E. 1, 118 V 289 E. 1b; Pra 3/2004 Nr. 45 E. 2.2.2 S. 235; SVR-
Rechtsprechung [SVR] 8-9/2003 UV Nr. 11 E. 3.1 S. 32, Nr. 12 UV E. 3.1.1
S. 35; PVG 2000 Nr. 26, 1994 Nr. 65). Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten (BGE
125 V 351 E. 3a). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten
Gutachten von externen Spezialärzten [und Kreisärzten], welche aufgrund
persönlicher Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die
Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen
Ergebnissen gelangen, ist in der Beweiswürdigung volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der
Expertise sprechen (BGE 104 V 212 E. c).
b) Als adäquate oder rechtserhebliche Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis
dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach
der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der
Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch
das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2, 125
V V 461 E. 5a, 123 V 141 E. 3d, 122 V 416 E. 2a, 121 V 49 E. 3a; SVR 8-
9/2003 UV Nr. 11 E. 3.2 S. 32). Der Voraussetzung des adäquaten
Kausalzusammenhangs kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu
(BGE 125 V 462. E. 5c, 123 V 102 E. 3b). Sie hat bei allen
Gesundheitsschädigungen, die aus ärztlicher Sicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolgen gelten, Platz zu greifen. Die
Frage der Adäquanz ist eine Rechtsfrage, sie ist nicht von medizinischen
Sachverständigen, sondern vom Richter zu beurteilen (SVR 8-9/2003 UV Nr.
12 E. 3.2.1 S. 36, 9/2002 UV Nr. 11 E. 2b S. 31). Zur Unfallkausalität von
psychischen Beschwerden hat das Bundesgericht erstmals im Leitentscheid
BGE 115 V 133 ff. erkannt und seither in konstanter Rechtsprechung (BGE
124 V 44 E. 5c/bb, 121 V 355) bestätigt, dass für deren Beurteilung an das
Unfallereignis anzuknüpfen ist. Die Kernfrage, ob sich ein Unfallereignis und
eine psychisch bedingte Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit im Sinne einer
Adäquanz von Ursache und Wirkung entsprechen, ist dabei aufgrund einer
objektivierten Betrachtungsweise zu prüfen. Ausgehend vom augenfälligen
Geschehensablauf wird zwischen drei Kategorien unterschieden: Banale bzw.
leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle andererseits, und schliesslich der
mittlere Bereich (mittelschwere Unfälle). Massgebend für die Einteilung der
Unfälle ist demnach allein das objektiv erfassbare Unfallereignis und nicht
etwa das subjektive Unfallerlebnis der betroffenen, versicherten Person (so
bereits: RKUV 1995 S. 90).
c) Laut Art. 18 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf eine Invalidenrente,
wenn er wegen eines Unfalls zu mindestens 10% invalid geworden ist (Art. 8
ATSG). Erleidet er dadurch eine dauernde und massive Schädigung der
körperlichen oder geistigen Integrität, so hat er zudem Anspruch auf eine
angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
3. a) Zur Würdigung der körperlichen Beschwerden kann, um unnötige
Wiederholungen zu vermeiden, auf die ausführliche, umfassende und
schlüssige Darstellung mit Begründung der Vorinstanz im angefochtenen
Einspracheentscheid vom 10.02.2010 (E. 2 a-c S. 6-8) verwiesen werden. Aus
den medizinischen Unterlagen hat sich ergeben, dass angesichts der
objektivierbaren Befunde am linken AC-Gelenk (Schulter) keine
Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit vorliegen und noch vorhandene
Beschwerden (Handgelenk [Ganglion] rechts sowie LWS-Leiden) aus
organischer Sicht nicht erklärbar sind und allesamt klar unfallfremd sind (vgl.
Abschlussbericht KA Dr. ... vom 24.09.2009; speziell vorne E. 1k). Bezüglich
der LWS-Beschwerden (Rückenleiden) kann den Akten entnommen werden,
dass diese auf degenerativen (abnützungs-/altersbedingten) Veränderungen
beruhen und nicht auf die früheren Unfälle zurückzuführen sind (so auch die
Berichte Dr. ... vom 06.05.2008 und des Kreisarztes Dr. ... vom
28.08./04.09.2008, Versicherungsmedizinische Beurteilung, und vom
24.09.2009 siehe oben; Dr. ... vom 26.03.2008, Kurzattest; Dr. ... vom
24.04.2008 samt MRT-Befund vom 10.04.2008). Dass diese
Beschwerdebilder durch die AC-Gelenksprengung im Rahmen des
Sturzunfalls vom 21.07.2007 hätten verursacht werden sollen, so wie dies der
Beschwerdeführer behauptet, ergibt sich aus den zitierten Akten nicht. Auch
bezüglich der Beschwerden am rechten Handgelenk kann aufgrund der
zitierten Arztberichte eine Unfallkausalität eindeutig ausgeschlossen werden.
Gleiches gilt für die Ellenbogenbeschwerden links, die laut Stellungnahme von
KA Dr. ... vom 13.03.2009 bis dahin niemals beklagt worden seien, was sich
anhand der medizinischen Akten bestätigt hat. In den Unterlagen finden sich
erstmals Ende 2008 entsprechende Aussagen über Ellbogenbeschwerden
links. Zudem sind auch keine Hinweise oder Belege aus den Akten ersichtlich,
wonach diese Beschwerden durch die Bewegungsmaschine, mithin also
zumindest indirekt durch die therapeutische Behandlung der linken Schulter
verursacht worden wären. Aus dem Gesagten folgt, dass ein natürlicher
Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Körperleiden im Bereich der
linken Schulter (AC-Gelenk), des Rückens (LWS), des rechten Handgelenks
(Ganglion), des linken Ellenbogens und den nach dem (Bagatell-)
Arbeitsunfall vom 28.06.2006 bzw. nach dem Sturzunfall vom 21.07.2007
geltend gemachten Läsionen nicht mit dem notwendigen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit bejaht werden kann. Damit entfällt auch
ein Anspruch auf Versicherungsleistungen; insbesondere auf weitere
Rentenleistungen aus UVG.
b) Zu klären bleibt damit noch, ob ein solcher Anspruch aufgrund der geklagten
psychischen Beschwerden bestanden hätte. Ausgangspunkt hierzu ist die
psychiatrische Beurteilung vom 31.03.2009 durch Dr. ..., worin derselbe mit
nachvollziehbarer und überzeugender Begründung festhielt, dass die
depressive Symptomatik lediglich eine mögliche Teilursache des Sturzunfalls
vom Juli 2007 sei, die diagnostizierte Persönlichkeitsstörung und die
Alkoholproblematik jedoch nicht unfallkausal seien. In den ergänzenden
Berichten vom 14.07.2009 und – nach Kenntnisnahme der Klinikberichte aus
Deutschland – vom 04.08.2009 bestätigte Dr. ... noch einmal ausdrücklich,
dass die Persönlichkeitsstörung und der Alkoholmissbrauch in keinem
natürlichen Kausalzusammenhang zu den früheren Unfällen stünden.
Bezüglich der Depressionsschübe kämen soviel unfallfremde Kofaktoren in
Frage, dass höchstens von einer „Teilkausalität“ gesprochen werden könnte.
Gegen eine solche Kausalität spricht hingegen, dass der Beschwerdeführer
selbst erst 3-4 Monate nach dem Sturzunfall psychische Probleme aufwirft,
wobei er dabei auch auf seine schwierige soziale Situation hinwies, wonach
er für seine Familie bei Fortbestand der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit nicht
mehr finanziell aufkommen könnte. Selbst wenn man aber eine natürliche
Kausalität nicht ausschliessen wollte, müsste für eine Leistungspflicht der
Vorinstanz immer auch noch die adäquate Kausalität bejaht werden können,
was vorliegend – angesichts der höchstens mittelschweren Unfälle im
Grenzbereich zu leichten Unfällen – klarerweise zu verneinen ist. Die beiden
Unfälle (2006/2007) waren offensichtlich nicht geeignet, tatsächlich eine
psychische Fehlentwicklung beim Beschwerdeführer auszulösen. So waren
beide Vorfälle sicherlich nicht besonders eindrücklich/dramatisch oder von
lebensgefährlichen Verletzungen (wie z.B. innere Blutungen; Schädelbrüche)
geprägt. Zudem ist weder eine ärztliche Fehlbehandlung noch ein
komplizierter Heilungsverlauf ersichtlich. Allein wegen der organischen
unfallkausalen Verletzungen war auch keine lange Arbeitsunfähigkeit zu
ertragen, konnte der Beschwerdeführer doch aktenkundig bereits zwei Tagen
nach dem Arbeitsunfall vom 28.08.2006 wieder die Arbeit als Zimmermann
aufnehmen und wurde er auch nur wenige Monate (ab Februar 2008) nach
dem zweiten Unfall vom 21.07.2007 wieder zu 100% arbeitsfähig eingestuft
(vgl. Atteste KA ... vom 19.12.2007 und Dr. ... vom 31.01.2008); ferner klagte
der Beschwerdeführer auch nicht über Dauerschmerzen und es ist auch eine
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Therapien zu verneinen. Insgesamt
wurde deshalb kein einziges Kriterium laut BGE 115 V 133 ff. (bzw. BGE 124
V 44 E. 5c/bb) erfüllt. Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den
Unfällen (2006/2007) und den erst später geklagten psychischen Leiden muss
deshalb klarerweise verneint werden.
c) Die Einstellung der Versicherungsleistungen per 28.09.2009 erfolgte somit zu
Recht, was zur Konsequenz hat, dass auch die weiter geltend gemachten
Leistungsansprüche (wie Kostenübernahme der Heilbehandlungen und
Medikamente) samt Rückerstattung von Fahrspesen und
Vollstreckungskosten (263.44 Euro) ebenso nicht von der Vorinstanz
entrichtet werden müssen. Daran ändert nichts, dass die Vorinstanz mit
Schreiben vom 06.02.2009 – aus Kulanzgründen und mit dem ausdrücklichen
Vermerk „ohne Anerkennung einer Rechtspflicht“ – festhielt, dass sie die
aufgelaufenen Kosten für die psychischen Beschwerden und die Behandlung
der Hand- und Rückenschmerzen nur (zeitlich befristet) bis zum Fallabschluss
übernehmen werde. Aus diesem Entgegenkommen, das wegen des
Rückzugs der ursprünglichen Verfügung vom 18.09.2008 zwecks
nochmaliger Überprüfung der Fakten erfolgte, kann der Beschwerdeführer
hier nichts zu seinen Gunsten herleiten, da eine künftige Rechtspflicht aus
diesem Vorgehen ausdrücklich und rechtsgültig wegbedungen wurde.
d) Ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung nach Art. 24 Abs. 1 UVG
wurde von der Vorinstanz sodann ebenfalls zu Recht verneint, da eine
erhebliche und dauerhafte Schädigung der linken Schulter aufgrund der
medizinischen Akten nicht ausgewiesen ist. Dementsprechend hielt Kreisarzt
Dr. ... im Schlussbericht vom 24.09.2009 (S. 5) explizit fest, dass aus
ärztlicher Sicht kein Anspruch auf eine solche Entschädigung (wegen
verbleibender Qualitätseinbussen im Leben) bestehe.
4. a) Zusammengefasst ergibt sich demnach, dass der angefochtene
Einspracheentscheid vom 10.02.2010 (samt der diesem zugrunde liegenden
Verfügung vom 28.09.2009 betreffend Leistungseinstellung per 28.09.2009)
in jeder Beziehung rechtens und vertretbar ist, was zu seiner Bestätigung und
zur Abweisung der Beschwerde vom 08.03./22.03.2010 führt, soweit darauf
eingetreten werden kann (siehe vorne Erwägung 1b).
b) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale
Beschwerdeverfahren nach Art. 61 lit. a ATSG grundsätzlich kostenlos ist.
Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der Vorinstanz nicht zu
(Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).