Decision ID: ef5be15b-fa0c-42e1-80ac-06daf9f5309c
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1954, arbeitete von Juni 1998 bis September 2003 bei der
Z._
als Mitarbeiterin der Reinigung (Urk. 5/9). Am 9. Mai 2005 meldete sie sich wegen Kopfschmerzen sowie Gelenkschmerzen in Ellbo
gen und Knie bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Rente) an (Urk. 5/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte die medizi
nische und erwerbliche Situation ab und verneinte n
ach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Urk. 5/31-
38)
mit Verfügung vom 20. November 2006 (Urk. 5/39)
einen Anspruch der Versicherten auf eine Rente.
Am 1. April 2008 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an
(Urk. 5/41). Die IV-Stelle
klärte wiederum die medizinische Situation ab
(Urk. 5
/47)
und verneinte nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
5
/50-66) mit Ver
fügung vom 2. April 2009 (Urk.
5
/67) einen Anspruch der Versicherten auf eine Rente.
Am 28. Mai 2009 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (Urk.
5
/69/1 = Urk.
5
/72). Mit Vorbescheid vom 7. August 2009 (Urk.
5
/75) und Verfügung vom 29. September 2009 (Urk.
5
/76) trat die IV-Stelle auf das neue Leistungsbegehren nicht ein.
Am 8. August 2012 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (Urk.
5
/80). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
5
/92-110) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 5. Februar 2013 (Urk.
5
/111
)
auf das neue Leis
tungs
begehren nicht ein.
Die dagegen erhobene Beschwerde vom
8. März 2013
(Urk. 5/
113/3-7) hiess das hiesige Gericht im Verfahren IV.2013.00248 mit Urteil vom 27.
Mai
2013 (Urk.
5/115) gut und wies die Sache an die IV-Stelle zurück, damit diese auf die Neuanmeldung vom 8. August 2012 eintrete.
Die IV-Stelle holte in der Folge ein polydisziplinäres Gutachten beim
A._
ein, welches am 2. Juli 2014 erstattet wurde (Urk.
5/135) und veranlasste eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, über welche am 28. November 2014 berichtet wurde (Urk.
5/145).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 5/148-150) sprach die IV-Stelle
der Versicherten mit Verfügung vom 23. April 2015 bei einem Invaliditätsgrad von 84 % eine ganze Rente ab Februar 2013 zu (Urk. 5/158).
1.
2
Am 10. Februar 2015 meldete sich die Versicherte zum Bezug von
Hilflosenent
schädigung
an (Urk. 5/151).
Die IV-Stelle veranlasste eine Abklärung für
Hilf
losenentschädigung
, über welche am 9. April 2015 be
richtet wurde (Urk. 5/156). Mit Verfügung
vom
22. Mai 2015
(Urk.
5
/
162
) sprach sie
der Versicherten
eine
Hilflosenentschädigung
leichten Grades mit Wirkung ab August 2011 zu.
1.3
Am 14. März 2018 beantragte die Versicherte
aufgrund einer Verschlechterung
des Gesundheitszustandes
eine Erhöh
ung der
Hilflosenentschädigung
(Urk. 5/168
).
Die IV-Stelle klärte die medizinische Situation ab (Urk. 5/174, Urk. 5/176) und veranlasste
im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 5/175, Urk. 5/177)
erneut eine
Abklärung für
Hilf
losenentschädigung
, über welche am 20. April 2018 be
richtet wurde (Urk. 5/178).
Mit Verfügung vom 9. August 2018 wies die IV-Stelle das Erhöhungsgesuch der Versicherten ab (Urk. 5/179 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
3. September 2018
Beschwerde gegen die Verfügung vom
9. August 2018
(Urk. 2) und beantragte
sinngemäss
, diese sei aufzuheben und es sei ihr
eine
höhere
Hilflosenentschädigung
zuzu
spre
chen
.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2. Oktober 2018
(Urk.
4
) die Abwei
sung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
3. Oktober 2018 zur Kenntnis gebracht (Urk. 6).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 42 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos sind, Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung
bedarf
. Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art. 42 Abs. 3 Satz 1 IVG;
Art. 38
der Verordnung über die In
validenver
siche
rung; IVV). Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
-
Ankleiden, Auskleiden;
-
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
-
Essen;
-
Körperpflege;
-
Verrichtung der Notdurft;
-
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.
1.2
Art. 37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss Abs. 3 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
a.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
li
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
c.
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf;
d.
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Ge
brechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
e.
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV ange
wiesen ist.
1.3
Art. 37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als mittelschwer, wenn die versicherte Person trotz der Ab
gabe von Hilfsmitteln:
a.
in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf; oder
c.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist.
Nach der Rechtsprechung setzt Hilflosigkeit mittelschweren Grades nach Art. 37 Abs. 2 lit. a IVV eine Hilfsbedürftigkeit in mindestens vier alltäglichen Lebens
verrichtungen voraus (BGE 121 V 88 E. 3b, 107 V 145 E. 2).
1.4
Gemäss Art. 37 Abs. 1 IVV gilt die Hilflosigkeit als schwer, wenn die versicherte Person vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter ange
wiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen Überwachung bedarf.
1.5
Gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV kann die IV-Stelle zur Prüfung eines Leistungs
an
spruchs unter anderem Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen (vgl. auch
Rz
8131 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der IV, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015). Nach der Rechtsprechung hat ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit oder des Pflegebedarfs folgenden Anforde
rungen zu genügen: Als Berichterstatterin oder Berichterstatter wirkt eine quali
fizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten
hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensver
richtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zu
lässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie der tatbestandsmässigen Erfordernisse der dauernden Pflege und der persönlichen Überwachung und der lebenspraktischen Begleitung sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung täti
gen
den Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das ge
bietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungs
person näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (
BGE 133 V 450 E. 11.1.1, 130 V 61 E. 6.1 f.
). Diese Grundsätze gelten entsprechend auch für die Abklärung der Hilflosigkeit unter dem Gesichtspunkt der lebenspraktischen Begleitung (BGE 133 V 450 E. 11.1.1; vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_464/2015 vom 14. September 2015 E. 4) sowie unter dem Aspekt des
Intensivpflegezuschlags (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_573/2018 vom 8. Januar 2019 E. 3.2).
Festzuhalten ist sodann, dass es beim erwähnten
«
Ermessen
der die Abklärung tätigenden Person
»
nicht um Ermessen im Sinne der verwaltungsrechtlichen Terminologie - mithin um die Abgrenzung der
Entscheidbefugnis
des Gerichts ge
genüber der Zuständigkeit der Verwaltung unter dem Gesichtspunkt der
Zweck
mässigkeitsprüfung
-, sondern um eine Frage der Beweiswürdigung geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_308/2016 vom 6. September 2016
E. 5.1
mit Hin
weis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid (Urk. 2) wie folgt: Gestützt auf den Abklärungsbericht sei die Beschwerdeführerin im Bereich der Körperpflege auf regelmässige und erhebliche Dritthilfe angewiesen. Zudem bestehe weiterhin Anspruch auf die lebenspraktische Begleitung. Weitere Bereiche seien nicht ausgewiesen, da die Dritthilfe gar nicht oder nicht regelmässig und erheblich ausgeführt werde. Das
s
der Aufwand bei der lebenspraktischen Beglei
tung grösser geworden sei,
führe nicht zu einer
Veränderung der
Hilflosen
ent
schädigung
(S. 2).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin geltend (Urk.
1), die zunehmenden Schmerzen würden grosse Einschränkungen nach sich ziehen. So sei sie deutlich stärker in der Mobilität eingeschränkt und könne nicht mal mehr alleine auf die Toilette gehen, aus Angst zu stürzen. Zudem sei der Ehemann mit der zusätzlichen Unterstützung und Pflege überfordert und könne dem nicht mehr alleine gerecht werden.
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Grad der Hilflosigkeit der Beschwerdeführerin.
3.
3.1
Die Ärzte des
A._
erstatteten ihr polydisziplinäres Gutachten am 2. Juli 2014 (Urk. 5/135) gestützt auf die Akten sowie die Untersuchungen der Beschwerde
führerin und nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 52):
-
schwere depressive Episode (ICD-10 F33.2)
-
generalisiertes Schmerzsyndrom
-
chronischer Kopfschmerz
-
chronische Migräne ohne Aura
-
Spannungskopfschmerz
-
Medikamenten-Übergebrauchs-Kopfschmerz
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 52):
-
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
myofaszial
betontes generalisiertes Schmerzsyndrom
-
Peritendinose
der Schultern
-
mediale und vor allem laterale
Epikondylitis
rechter und linker Ellen
bogen
-
chronisches Schmerzsyndrom der Kniegelenke, rechts mehr als links
-
klinisch und bildgebend medial betonte Gonarthrose, rechts mehr als links und beidseitige
Patellachondropathie
oder
Chondromalazie
-
klinisch keine Funktionsstörung, kein Reizzustand
Sie führten aus,
die Beschwerdeführerin sei aufgrund der depressiven Störung nicht mehr in der Lage, Anforderungen einer beruflichen Tätigkeit zu genügen. Es bestünden schwere kognitive, psychomotorische und emotionale Beeinträch
tigungen. Sie sei auch nicht in der Lage, adäquate soziale Kontakte aufrecht zu erhalten und entsprechend zu reagieren (S. 53). Sie müsse daher für jede Tätigkeit als voll arbeitsunfähig eingestuft werden. Nicht nachvollziehbar sei, weswegen sie im Haushalt subjektiv derart eingeschränkt sei, da sie dort die Tätigkeiten frei einteilen könne, Hilfe durch den Ehemann habe und zudem keinen grossen Haus
halt zu versorgen habe. Es sollten die dort anfallenden Tätigkeiten möglich sein (S. 54 oben).
Der aktuelle orthopädische Status habe in erster Linie durch subjek
tive Schmerzangaben imponiert. Die objektiven Veränderungen seien klinisch und bildgebend sehr unbedeutend gewesen.
Aus rein orthopädischer Sicht ergä
ben sich keine objektivierbaren Anhaltspunkte, welche eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit rechtfertigen würden
(S. 54 unten)
.
Gesamtmedizinisch sei festzuhalten, dass es zu einer Verschlechterung der ge
sund
heitlichen Situation gekommen sei und seit 2009 in jeglicher Tätigkeit eine vollschichtige Arbeitsunfähigkeit angenommen werden müsse (S. 56).
3.2
Am 5. November 2014 fand die Abklärung der Hilflosigkeit bei der Beschwerde
führerin zuhause im Beisein ihres Ehemannes statt. Mit Bericht vom 9. April 2015 (Urk. 5/155) nannte die Abklärungsperson die im Gutachten (vorstehend E. 3.1) genannten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1) und hielt fest,
dass die Beschwerdeführerin bei der Ankunft vor Ort im Bett gewesen sei. Gemäss Angaben des Ehemannes habe sie einen starken Migräneanfall. Die Beschwerdeführerin sei dann ins Wohnzimmer gekommen, habe sich sogleich aufs
Sofa gelegt und geschlafen. Sie habe kaum auf die Ansprache reagiert. Wie der Ehemann angegeben habe, nehme sie in diesen Situationen sehr viele Medi
kamente ein und sei deshalb auch kaum ansprechbar. Ihre Gesichtsfarbe sei fahl und sie habe krank gewirkt. Später sei sie zurück ins Bett. Während des Gesprächs sei sie einmal vom Bett zur Toilette gegangen, um sich zu erbrechen. Die Angaben würden daher überwiegend vom Ehemann stammen (S. 1).
Der Beschwerdeführerin gehe es zusehends schlechter. Sie habe täglich (seit über 10 Jahren) Kopfschmerzen und manchmal auch richtige Migräne-Attacken mit Erbrechen.
Diese würden zwar nicht täglich, jedoch gehäuft vo
rkommen, im Schnitt sicher drei- bis viermal in der
Woche. An diesen Tagen liege sie nur noch im Bett und könne gar nichts mehr machen. Überhaupt habe sich in den letzten Jahren ihre psychische Verfas
sung sehr stark verschlechtert. Auch der Ehemann selbst sei
eingeschränkt und komme mit dieser Situation langsam an seine Gren
zen.
Aufgrund ihrer schlechten psychischen Verfassung sei sie zusehends auf begleitende Hilfe angewiesen.
Man könne sie kaum länger als 2 St
unden alleine lassen
, da sie alles durcheinander mache. Im H
aushalt
helfe aktuell vor allem die
Schwiegertochter. Ihr Ehemann unterstütze
die Beschwerdeführerin
so gut es ge
he
im Alltag
. Er
habe jedoch aufgrund eines Unfalles an seiner rechten domi
nanten Hand selbst mit Einschränkungen zu käm
pfen (S. 2)
.
Zum Bereich Ankleiden/
Auskleiden hielt sie fest, dass der Ehemann
während des An-/Ausziehens dabei sein
müsse
, weil die
Beschwerdeführerin
das Kleid, Pullo
ver oder Jacke oft verkehrt herum anziehe und dann Hilfe benötige. Rein funk
tionell sei sie jedoch nicht eingeschränkt. Auch beim regelmässigen Wechseln ihrer Kl
eider sei Dritthilfe nötig. Ihr Ehemann
weise sie an, diese jeweils zu wechseln, da die
Beschwerdeführerin
sonst immer das Gleiche anziehen
würde.
Die Dritthilfe in diesem Bereich
wurde
von der Abklärungsperson als
nicht erheb
lich
eingestuft
und
müsse
unter dem Gesichtspunkt
der lebenspraktischen Beglei
tung
angerechnet werden
(S. 2)
.
Zum Bereich Aufstehend/Absitze
n/Abliegen wurde ausgeführt, die
Beschwerde
führer
in
liege de
n ganzen Tag im Bett. Funktionell
sei sie nicht eingeschränkt in diesem Bereich. Wenn sie einen Migräne
-
Anfall habe, benötige sie teilweise Hilfe in diesem Bereich in Form von stützen.
Gemäss Abklärungsperson sei die
Hilfe in diesem Bereich
bei de
r lebenspraktischen Begleitung
anzurechnen
(S. 3)
.
Im Bereich E
ssen (normal zubereitete Mahlzeiten)
sei d
ie
Beschwerdeführerin
nicht
eingeschränkt
.
Sie esse allerdings nicht schön und meistens mit dem Löffel. Sie wolle sich aber hier nicht helfen lassen
(S. 3)
.
Der Bereich Körperpflege sei
seit Januar 2007
ausgewiesen.
Die
Beschwerde
füh
rerin
habe Angst zu stürzen, deshalb sei ihr
Ehemann
jeweils beim Duschen dabei.
Da sie sich selbst zu oberflächlich einseife und abdusche, wasche ihr E
hemann
jeweils nach b
eziehungsweise
spüle ab. Auch ihre Haare
wasche sie nicht richtig,
weshalb die Hilfe des E
hemannes
notwendig sei. Sie föhne ihre Haare selbst, aller
dings halte sie den Föhn sehr nahe an die Haare, weshalb auch hier ihr E
hemann
dabeistehen müsse. Die tägliche Pflege führe die
Beschwerdeführerin
selbständig durch
(S. 3)
.
Im Bereich
Reinigun
g nach Verrichtung der Notdurft sei die Beschwerdeführerin s
elbständig
(S. 3)
.
Im Bereich
Fortbewegung/Pfl
ege gesellschaftlicher Kontakte sei die Beschwerde
führerin
funktionell in dem Sinne nicht einge
schränkt. Dritthilfe sei nötig
auf
grund der schlechten psychisch
en Verfassung. Diese Dritthilfe werde
daher bei der
lebenspraktischen Begleitung
angerechnet
(S. 3)
.
Lebenspraktische Begleitung sei ausgewiesen.
Die
Beschwerdeführerin
würde den ganzen Tag im Bett liegen bleiben, wenn ihr E
hemann
sie nicht immer wieder dazu auffordern würde, aus dem Bett aufzustehen. Auch beim Ankleiden sei Hilfe nötig, weil sie sonst nur im Nachthemd herumgehen würde. Wenn sie eine Migräneattacke habe,
liege sie überwiegend im Bett.
Sie verbringe aber generell den Tag zumeist auf dem Sofa liegend. Man könne sie kaum länger als
zwei Stunden
alleine lassen, da sie alles durcheinander mache.
Sie achte auch nicht auf die h
ausinternen Regeln (Wäscheplan, Waschmaschine ko
rrekt einstellen und bedienen).
Ihr
Ehemann
müsse sie deshalb begleiten und helfend eingreifen.
Grundsätzlich
sei sie
motiviert
,
im
Haushalt
Arbeiten zu erledigen
,
aber es sei Anleitung und Begleitung nötig
.
Zu 90
% werde nur kalte Kost gegessen. Nur
wenn die Schwiegertochter Z
eit habe, gebe es etwas Warmes.
Die
Beschwerde
führerin selbst lasse alles anbrennen.
Die
Beschwerdeführerin
erledige zeitweise Reinigungsarbeiten, jedoch müsse immer geschaut werden, dass sie nichts durch
einanderbringe. Es sei manchmal schwierig mit ihr zu kommunizieren, da sie sich auch nichts sagen lasse.
Die Schwiegertochter komme
zwei- bis dreimal in der
Woche für mind
estens zwei Stunden
und erledige dann alle anfallenden
Reini
gung
s
- und Abwascharbeiten.
Die administrativen Angelegenheiten übernehme ihr E
hemann
seit Jahren.
Gemäss Abklärungsperson
könne
aufgrund der Anga
ben davon ausgegangen werden, dass sicher mehr als
zwei Stunden
lebensprak
tische Begleitung in der
Woche nötig
seien
(S. 4 f.)
.
Eine Begleitung bei ausserhäuslichen Verrichtungen und Kontakten sei seit Janu
ar 2007 ausgewiesen.
Aufgrund ihrer schlechten psych
ischen Verfassung sei die Beschwerdeführerin
auf begleitende Hilfe angewiesen. Deshalb werde sie zu den Terminen begleitet und ihr E
hemann
versuche sie auch zu
m
otivieren
,
mit zum Einkaufszentrum mitzukommen
(S. 5)
.
Die Notwendigkeit dauernder medizinisch-pflegerischer Hilfe sei seit Januar 2008
ausgewiesen. Der Ehemann richte d
ie Medikamente
in ein
Dosett
, da sie diese nicht
gemäss Verordnung einnehmen würde. Er müsse auch
deren
Einnahme kontrol
lieren, da sie
, insbesondere
wenn sie eine
Migräneattacke habe (zirka
3-4
mal in der
Woche)
,
zu
viel der Medikamente einnehmen könnte
(S. 5)
.
Zusammenfassend
sei die Beschwerdeführerin seit Januar 2007 bei der Körper
pflege regelmässig und erheblich auf Dritthilfe angewiesen. Seit Januar 2007 benötige
sie
zudem an mehr als zwei Stunden in der Woche lebenspraktische Be
gleitung. Seit Januar 2008 benötige sie dauernde medizinisch-pflegerische Hilfe
.
Damit bestehe Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
leichten Grades (S.
5
unten).
4.
4.1
Die Ärzte des
B._
berichteten am 24. Februar 2017 (Urk. 5/176/3-6) über die
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin vom 15. bis 17. Februar 2017 und führten aus,
es sei eine notfallmässige Selbstvorstellung bei Fieber, Husten und Halsschmerzen erfolgt. Klinisch und konventionell-radiologisch hätten sich keine Hinweise für eine Pneumonie gezeigt. Die Beschwerden würden bei erhöh
ten Entzündungsparametern im Rahmen eines viralen Infekts der oberen Atem
wege interpretiert (S. 1).
4.2
Die Ärzte der
C._
, Orthopädie Untere Extremitäten, berichteten am 6. Februar 2018 (Urk. 5/176/11-12)
, nannten als Diagnose eine aktivierte
Femoro
patella
r
arthrose
links
und führten aus,
die Beschwerdeführerin werde vorstellig, da seit etwa zwei Wochen die vormals beklagten Beschwerden wieder zuge
nom
men hätten. Zuvor habe die erfolgte Mischinfiltration des linken Knies eine gute Wirkung gezeigt. Es würden sämtliche möglichen therapeutischen Optionen noch
mals eingehend erläutert (S. 1).
Am 6. März 2018 führten sie aus (Urk. 5/176/9), die Beschwerdeführerin stelle sich zur geplanten Kniegelenksinfiltration links vor. Im Anschluss an die Infiltra
tion habe sich bereits ein leichter Rückgang der Beschwerdesymptomatik gezeigt.
Am 19. April 2018 (Urk. 5/176/7)
führten sie aus, die Beschwerdeführerin stelle sich planungsgemäss zur klinischen Verlaufskontrolle nach stattgehabter Misch
in
filtration ihres linken Kniegelenks vor. Sie gebe an, aktuell weiterhin recht gut kompensiert zu sein. Die Wirkung der Infiltration halte nach wie vor an. Eine ursprünglich überlegte operative Versorgung könne folglich noch hinausgezögert werden.
Es
zeige sich aktuell ein schöner V
erlauf unter der konservativen Ther
a
pie.
4.3
Die Ärzte des
D._
berichteten am 29.
Mai 2018 (Urk. 5/174)
und führten aus, es bestehe eine deutliche Zunahme der Schmerzen und der Erschöpfung. Zudem bestünden Knieschmerzen links. Der Haushalt sei kaum mehr machbar. Sie könne nur teilweise noch Geschirr abwa
schen, ansonsten liege sie meist.
4.4
Med.
pract
. E._
, praktischer Arzt, berichtete am 29.
Juni
2018 (Urk.
5/176/1-2) und führte aus, der Gesundheitszustand habe sich nicht verän
dert. Die Beschwerdeführerin stehe bei ihm in medikamentöser Behandlung. Es seien keine funktionell oder geistig bedingten Einschränkungen in den sechs Lebensverrichtungen vorhanden (S. 1). Die Beschwerdeführerin benötige Unter
stüt
zung oder Begleitung bei der Kontaktpflege ausserhalb der Wohnung. Sie gehe nur mit dem Ehemann oder Bekannten aus der Wohnung (S. 2).
4.5
Am 20. April 2018 fand die Abklärung der Hilflosigkeit bei der Beschwerde
füh
rerin zuhause im Beisein ihres Ehemannes statt. Mit Bericht vom 23. April 2018/29. Juni 2018 (Urk. 5/178)
hielt die Abklärungsperson
Folgendes
fest
: D
ie Beschwerdeführerin
sei
bei ihrem Eintreffen
nicht im Wohnzimmer
. Sie bitte den Ehemann
, die
Beschwerdeführerin zu holen. Kurze Zeit später komme sie
stark hinkend in
s Wohnzimmer und setze
sich auf
s
Sofa. Der Ehemann
erkläre, dass die Beschwerdeführerin
weder Deutsch spreche noch Deutsch verstehen könne, es mache auch keinen Sinn, alles zu übersetze
n, weil er mit ihr zusammenwohne
und sie auch bet
reue
. Auf die Bitte, einige Fragen trotzdem zu stellen, um
zu sehen wie die Beschwerdeführerin reagiere, müsse
mehrmals
nachgefragt werden. Die Beschwerdeführerin reagiere prompt und gebe
adäquat Auskunft über ihr
B
efinden
.
Wie schon im letzten Gespräch
werde
der grösste Teil der Fragen durch
den Ehemann beantwortet. Die Beschwerdeführerin lege
sich irgendwann auf
s Sofa, stöhne
mehrmals
leidend und habe
auch noch einen kurzen Krampf im rechten Be
in, welcher
der Ehemann
zu lösen
versuche
, was ihm innerhalb von weniger
als einer Minute gelinge
. Die
Beschwerdeführerin
schrei
e
in dieser Situa
tion sehr laut vor Schmerzen
, auch sonst wimmere
sie immer wieder vor sich hin
. Gegen Ende des Gesprächs schlafe
sie ein
(S. 1)
.
Der Ehemann berichte
, dass
sich
die
gesundheitliche Situation der Beschwerde
führerin
seit 1-2 Jahren massiv verschlechtert habe
, was auch i
n den Arztbe
richten nach
ge
lesen
werden könne.
Am 19.
April
2018
seien sie
wegen des
linken Knie
s
in der
C._
gewesen
. Die Arthrose sei so
immens, dass v
er
mut
lich noch in diesem Jahr eine Totalprothese in Betracht
gezogen werden müsse.
Derzeit werde sie mit
K
ortisoninfiltrationen
behandelt, welche aber nur kurzfristig helfen
würden
.
Die
Beschwerdeführerin gehe
in der Wohnung ohne Hilfsmittel. Draussen nehme sie einen Gehstock. Psychisch gehe es ihr ebenfalls schlechter als vor 3 Jahren
.
Sie sei erschöpft und helfe kaum mehr etwas im Haushalt oder mache alles verkehrt. Sie sei medikamentenabhängig und komme davon nicht mehr weg. Sie nehme sehr viele und sehr starke Medikamente für die Psyche
,
aber auch für die Schmerzen.
S
ie müsse nun auch Insulin spritzen und B
lutzucker messen. Dies mache
sie meiste
ns selber, aber die Einheiten wü
rden vom Ehemann eingestellt.
Der Ehemann sa
ge
,
die Gesamtsituation
habe sich
verschlechtert
und die
Beschwerdeführerin brauche
viel mehr Unterstützung
.
Sie habe keine Lebens
lust mehr. Früher habe sie noch teilweise die Küche aufgeräumt oder z
umindest abgewaschen, dies mache
sie nun auch nicht mehr. Die Schwiegertochter komme
zirka
einmal pro Woche und kümmere
sich um den Haushalt, mehr sei für sie auch nicht möglich. Er selber habe auch noch andere Dinge zu tun und könne sich nicht immer um die
Beschwerdeführerin
und die Wohnungspflege kümmern. Er arbeite als Dolmetscher fü
r den
E._
. Pro Woche habe er durchschnittlich 1-2 Einsätze.
Zirka
ein- bis zwei
mal pro Monat sei die Be
schwerdeführerin
im
D._
zur delegierten Psychotherapie (vgl. S. 3 unten)
. Bis vor
zwei
Monaten sei sie auch teilweise alleine mit dem Zug zu ihr gefahren. Sie habe sich vor Kurzem aber am Hauptbahnhof nicht mehr ausgekannt und jetzt werde sie auch zu ihr vom Ehemann gefahren
(S. 2)
.
Die Abklärungsperson merkte an, dass sich g
emäss den Aussagen des Ehemannes die Situation der
Beschwerdeführerin
nicht wirklich verändert
habe i
m Gegensatz zum Vorbericht, ausser der Knieschmerzen, welche zugenomm
en hätten
. Schon bei der l
etzten Abklärung im Jahr 2015 habe
sich das gleiche Bild
präsentiert
. Damals
sei
die
Schwiegertochter sogar noch zwei- bis dreimal
pro Woche
ge
kommen
und der Ehemann
habe
von seinen medizinischen Einschränkungen
be
richtet
, was heute nicht
der Fall
gewesen sei
. Vielmehr
habe
er über eine Tätigkeit als Dolmetscher ausser Haus
berichtet (S. 3)
.
Zum Bereich Ankleiden
/Auskleiden
hielt die Abklärungsperson fest, d
er Ehemann
gebe an, er möchte nicht
lügen
und müsse sagen,
dass sich die
Beschwerde
füh
rerin
mehrheitlich selber an- und auszieh
e
. Wie schon seit Jahren könne es vor
kommen, dass das Pyjama verkehrt herum angezogen w
erde
. Auch bei den Schuhen sei es manchmal schwierig, weil sie unsicher sei beim Stehen, darum helfe er ihr. Sitzend würde es vermutlich selbständig gehen. Verschlüsse könne sie selber öffnen und schliessen,
aber nur wenn es nicht pressiere
. Ansonsten helfe er ihr ebenfalls.
Gemäss Abklärungsperson bestehe in diesem Bereich k
eine Veränderung zum Vorbericht. Die
Beschwerdeführerin sei
funktionell selbständig.
Dieser Bereich sei
nach wie vor nicht ausgewiesen
(S. 4)
.
Beim Bereich
Aufstehen/Absitzen
/
Abliegen
sei die Beschwerdeführerin
funktio
nell selbständig. Manchmal müsse
d
er
Ehemann
i
hr helfen, weil sie unsicher sei
und Schmerzen im linken Knie habe
(S. 4)
.
Im Bereich
Essen (normal zubereitete Mahlzeiten)
sei die Beschwerdeführerin
nicht
eingeschränkt. S
ie könne
mit Besteck essen, die Nahrungsmit
tel selber zerkleinern und führe diese zum Mund. Sie sei
auch in der Lage, selbständig aus einem Glas zu trinken
(S. 4)
.
Der Bereich
Körperpflege
sei ausgewiesen.
Die
Beschwerdeführerin
sitz
e
auf einem Höcker in
der Badewanne. Dort werde
sie vom E
hemann gewaschen, weil sie dies
angeblich nicht selber
durchführen könne
b
eziehungsweise
dies nicht ge
nügend saubermachen würde.
Auch die Haare
wü
rden vom Ehemann gewa
schen und geföhnt. Sie mache in diesem Bereich gar nichts mehr selber. Die Zähne reinige sie sich selber und meisten
s ohne dass man etwas sagen müsse (S. 4)
.
Zum Bereich
Reinigun
g nach Verrichtung der Notdurft erkläre der Ehemann,
dass die
Beschwerdeführerin
alleine auf die Toilette geh
e
, sich aber oft nicht genügend gut reinige und es danach nicht gut rieche. Darum helfe er ihr bei der Reinigung, wenn er zu Hause
sei
. Warum sie sich nicht richtig reinige und was nicht gut
sei, kö
nn
e
der Ehemann nicht sagen.
Die Dritthilfe finde
nicht nach jedem Toiletten
gang statt, weil er auch n
icht immer zu Hause sein könne.
Die Dritthilfe
wird von der Abklärungsperson als
nicht nachvollziehbar
beurteilt
. Als
sie
den Ehemann mehrmals darum bitte, die
Beschwerdeführerin
zu fragen, warum sie sich nicht sauber reinige nach dem Stuhlgang, sag
e
diese, dass sie sich selber reinige und auch das Gefühl habe,
dass die Rei
nigung genügend sei. Hinzu komme
, dass die Reinigu
ng nicht regelmässig stattfinde
und somit ohneh
in nicht angerechnet werden könne
(S. 5
)
.
Im Bereich
Fortbewegung/Pfl
ege gesellschaftlicher Kontakte sei die Beschwerde
führerin
funktionell selbständig.
Aufgrund der Knieschmerzen gehe
sie im Freien an einem Gehstock, dies sei für sie bequemer als an zwei Stöcken zu gehen.
Die Abklärungsperson fügt an, dass d
ie Einschränkungen nach wie vor aufgrund der psychischen Verfassung
bestünden
. Die Kniebeschwerden
würden
diesen Bereich nicht anrechnen
lassen
, zumal diese nach der Operation und mit Hilfsmitteln überwunden wer
den könnten. Dieser Bereich könne
nicht doppelt angerechnet werden in diesem Fall, da bereits im Bereich der lebenspraktischen Begleitung darauf
eingegangen werde (S. 5)
.
Lebenspraktische Begleitung sei ausgewiesen.
Ohne die regelmässige Unter
stüt
z
ung des Ehemannes wäre die
Beschwerdeführerin
nicht in der Lage, selbstständig zu wohnen.
Die Angaben des Ehemannes
würden
sich mehrheitlich mit den Anga
ben aus dem Vorbericht
decken
. Dass die Aufwendungen im Bereich der
lebenspraktischen Begleitung grösser geworden seien, verändere nicht den An
spruch
der
H
ilflosenentschädigung
. Dies werde
vor Ort versucht zu
erklären, könne
aber vom Ehemann nicht verstanden oder angenommen werden. Die
Be
schwerdeführerin habe
schon im Vorbericht nur noch ganz wenige Aufgaben selbständig erfüllt. Dass sie heute beispielsweise beim Waschen der Kleider gar nicht mehr mith
elfe, verändere
den Anspruch nicht
.
Die
Beschwerdeführerin
ver
suche an guten Tagen noch kleine Hausarbeiten zu verrichten
.
Man könne aber
nie sagen, ob dies funktioniere
oder nicht
.
Sie habe nach wie vor viele Migrä
neanfälle und könne dann gar nichts mehr machen.
Sie sei noch erschöpfter als vorher, darum müsse
d
er
Ehemann
noch mehr übernehmen. Die Schwiegertochter komme nicht mehr so oft, weil sie auch keine Zeit habe. Sie koche auch nicht mehr für die
Beschwerdeführerin
und den Ehemann. Meistens mache man ein Fertigprodukt, da die
Beschwerdeführerin nicht mehr kochen könne
. Gemäss Ab
klärungsperson habe
sich nur marginal etwas verändert in diesem Bereich. Im Vorbericht
sei
die Schwiegertochter noch
zwei- bis dreimal in der
Woche bei der
Beschwerdeführerin
gewesen und ha
be
im Haushalt geholfen. Dass
nun der Ehe
mann mehr machen müsse
, ha
be
nicht nur mit der angeblichen Verschlechterung der
Beschwerdeführerin
zu tun
(S. 6
f.
)
.
Der Bereich
Begleitung bei ausserhäuslichen Verrichtungen und Kontakten
sei seit Januar 2007 ausgewiesen.
90
% der Einkäufe erledige
der
Ehemann alleine, weil die Beschwerdeführerin
nicht mitgehen möchte. Nur ganz selten werde er von ihr
begleitet. Er versuche sie zu motivieren, aber sie b
leibe
lieber zu Hause (keine Veränderung zum Vorbericht).
Der Ehemann
berichte
, dass die
Beschwer
de
führerin
bis vor
zwei
Monaten alleine mit dem Zug zu Frau
G._
nach Zürich in
die Psychotherapie gefahren sei
. Dies könne sie nun auch nicht mehr.
Gemäss Abklärungsperson sei d
iese Aussage erstaunlich, da die
Beschwerde
füh
rerin
angeblich gemäss Vorbericht
keine Termi
ne mehr alleine wahrgenommen habe
.
Die
Beschwerdeführerin
habe sechs Enkelkinder zwischen
4-13 Jahren. Diese käme
n regelmässig zu Besuch. Die
Beschwerdeführerin
habe Freude an den Kindern, aber es werde ihr schnell zu
viel. Vor allem wenn es ein bisschen laut werde
,
gehe sie in ihr Zimmer oder sage, dass sie leise sein müss
ten (S. 7).
Der Bereich d
auernde medizinisch-pflegerische Hilfe
sei s
ei
t
Januar 2008
aus
gewiesen. Der Ehemann übernehme
das Richten der Medikamente weiterhin. Er stell
e
auch das Insul
in ein, die Spritze selber mache die Beschwerdeführerin
einmal pro Tag selber mit dem Pen. Auch das Messen des Blutzuckerspiegels
sei der Beschwerdeführerin
selbständig möglich
(S. 7)
.
Zusammenfassend sei die Beschwerdeführerin
weiterhin im Bereich der Körper
pflege auf regelmässige und erhebliche Drit
thilfe angewiesen. Zudem bestehe
weiterhin Anspruch auf die lebenspraktische
Begleitung. Weitere Bereich
e
seien
nicht ausgewiesen, da die Dritthilfe gar nicht oder nicht regelmäss
ig und erheb
lich ausgeführt werde
. Das
s
der Aufwand bei der lebenspraktischen Begleitung grösser geworden
sei
,
führe nicht zu einer
Veränder
ung der
Hilflosenent
schädi
gung
.
Gemäss den
Arztberichten werde
eine Zunahme der Schmerzen festgehal
ten, was eine Einschrän
kung im Haushalt nach sich ziehe. Dies sei
bereits im Bereich der lebenspraktischen Begle
itung angerechnet. Ansonsten wür
den keine neuen Aspekte für eine Erhöhung der
Hilflosenent
schädigung
angegeben. Somit könne
am
bereits ermittelten Ergebnis der Abklärung festgehalten werden
(S. 8)
.
5.
5.1
Sowohl der Abklärungsbericht vom 9. April 2015 (vorstehend E. 3.2) als auch derjenige vom 23. April 2018/29. Juni 2018 (vorstehend E. 4.5) ergingen
auf
grund einer genauen Erhebung vor Ort und unter Berücksichtigung der Diagno
sen, welche von den
A._
-Gutachterinnen und Gutachtern gestellt wurden. Als Berichterstatterin wirkte eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse und der sich aufgrund der Diagnosen ergebenden Beeinträchtigungen
hatte; diese wurden ihr vo
n
der
Beschwerdeführer
in
und
ins
besondere
ihrem
ebenfalls am Abkläru
ngsgespräch teilnehmenden Ehemann
ge
schil
dert. Die einzel
nen Bereiche wurden genau beschrieben u
nd die Beurtei
lungen begründet.
Somit genügen die
Abklärungsbericht
e
den beweismässigen Anforderungen, weshalb grundsätzlich darauf abzustellen ist.
5.2
Nach wie vor ausgewiesen und unbestritten ist der Bereich
Körperpflege
sowie der
Anspruch
auf die lebenspraktische
Begleitung.
Zu prü
fen ist deshalb zunächst, ob die
Beschwerdeführer
in
auch in
anderen Bereichen
regelmässig in erheblicher Weise auf Dritthilfe angewie
sen ist.
Zum Bereich
Aufstehen/Absitzen
/
Abliegen
berichtete die Beschwerdeführerin, dass sie
funktionell selbständig
sei und der Ehemann ihr nur m
anchmal
helfen
müsse
, weil sie unsicher sei
und Schmerzen im linken Knie habe.
Eine blosse Erschwerung oder Verlangsamung bei der Vornahme von Lebensverrichtungen
be
gründet grundsätzlich keine Hilflosigkeit (Urteil des Bundesgerichts 9C_633
/2012
vom 8. Januar 2013 E. 3.4
), weshalb dieser Bereich zu Recht nicht angerechnet wurde.
Zum
Bereich
Reinigun
g nach Verrichtung der Notdurft
gab die Beschwerde
füh
rerin entgegen den Angaben ihres Ehemannes an, dass sie sich
selber reinige und auch das Gefühl habe, die Rei
nigung sei genügend. Diesbezüglich bleibt anzu
merken, dass selbst wenn Dritthilfe vom Ehemann erfolgen sollte, diese gemäss eigenen Aussagen nicht
nach jedem Toilettengang statt
finde und somit nicht als regelmässig und erheblich beurteilt werden könnte.
Auch dieser Bereich wurde zu Recht nicht angerechnet.
Im Bereich Fortbewegung und Pflege gesellschaftlicher Kontakte ist die Be
schwerdeführerin beim Gehen aufgrund der Knieschmerzen zwar eingeschränkt, jedoch mit Hilfsmitteln fähig, sich innerhalb der Wohnung und draussen selb
ständig fortzubewegen. Es ist somit keine regelmässige und erhebliche Dritthilfe ausgewiesen.
5.3
Nach Art. 38 Abs. 1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne von Art. 42 Abs. 3 IVG vor, wenn eine volljährige versicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
a.
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
b.
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder
c.
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Ist lediglich die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer Hilflosigkeit gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine
Viertelsrente
bestehen (Art. 38 Abs. 2 IVV).
Zu berücksichtigen ist nur diejenige lebenspraktische Begleitung, die regelmässig
und im Zusammenhang mit den in Absatz 1 erwähnten Situationen erforderlich ist
. Nicht darunter fallen insbesondere Vertretungs- und Verwaltungstätigkeiten im Rahmen von Massnahmen des Erwachsenenschutzes nach den Artikeln
390-398 des Zivilgesetzbuches (Art. 38 Abs. 3 IVV).
Der Anspruch auf Berücksichtigung des Bedarfs an lebenspraktischer Begleitung ist nicht auf Menschen mit Beeinträchtigung der psychischen oder geistigen Ge
sundheit beschränkt. Es ist durchaus möglich, dass auch andere Behinderte einen Bedarf an lebenspraktischer Begleitung geltend machen können. Zu denken ist insbesondere an hirnverletzte Menschen (BGE 133 V 450 E. 2.2.3).
Unerheblich ist, in welcher Umgebung sich die versicherte Person – abgesehen davon, dass sie ausserhalb des Heims wohnen muss – aufhält und ob sie auf die Hilfe des Ehegatten, der Kinder oder der Eltern zählen kann (BGE 133 V 450 E.
2.2.3 und 5).
Als regelmässig im Sinne von Art. 38 Abs. 3 Satz 1 IVV gilt die lebenspraktische Begleitung, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durch
schnitt mindestens 2 Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 133 V 450 E. 6.2).
Ziel der lebenspraktischen Begleitung ist es, zu verhindern, dass Personen schwer verwahrlosen und/oder in ein Heim oder eine Klinik eingewiesen werden müssen. Dabei muss auch die Schadenminderungspflicht der Familienangehörigen be
rücksichtigt werden (
KSIH
Rz
8040).
5.4
Eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerde
führerin beziehungsweise eine höhere Dauer, Intensität oder Regelmässigkeit an Begleitung unter dem Gesichtspunkt der lebenspraktischen Begleitung geht vor
liegend weder aus dem Abklärungsbericht (vorstehend E. 4.5) noch den medi
zinischen Akten hervor. So decken sich die Angaben der Beschwerdeführerin beziehungsweise des Ehemannes mehrheitlich mit den Angaben im Vorbericht (vorstehend E. 3.2).
Die erwähnten zusätzlichen Aufwendungen im Bereich der lebenspraktischen Begleitung, welche die Beschwerdeführerin mehr benötigt, ver
ändern den Anspruch der
Hilflosenentschädigung
nicht. Zudem bleibt anzu
mer
ken, dass die Schwiegertochter aktuell noch zirka einmal in der Woche kommt, um zu helfen, während sie zum Zeitpunkt des Vorberichts noch zwei- bis dreimal in der Woche kam. Auch der
Ehemann geht nun einer Teilerwerbstätigkeit als Dolmetscher nach, während er zum Zeitpunkt des Vorberichts selber noch ge
sundheitliche Einschränkungen geltend machte.
Dass sich keine erhebliche Ver
schlechterung ausweisen lässt, steht zudem in Übereinstimmung mit dem Bericht ihres Arztes med.
pract
.
E._
(vorstehend E. 4.4), wonach der Gesundheits
zu
stand sich nicht verändert habe und keine funktionell oder geistig bedingten Ein
schränkungen in den sechs Lebensverrichtungen vorhanden seien. Betreffend die geltend gemachten Knieschmerzen führten die behandelnden Ärzte der
C._
aus (vorstehend E. 4.2), dass sich nach stattgehabter Infiltration bereits ein leichter Rückgang der Beschwerdesymptomatik gezeigt habe. Auch in der Verlaufskontrolle habe die Beschwerdeführerin berichtet, aktuell weiterhin recht gut kompensiert zu sein. Die Wirkung der Infiltration halte nach wie vor an. Eine ursprünglich überlegte operative Versorgung könne folglich noch hinausgezögert werden. Es zeige sich aktuell ein schöner Verlauf unter der konservativen The
ra
pie.
5.
5
Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und deren Auswirkungen
bestanden nicht, weshalb die Beschwerdegegnerin nicht gehalten war, Rückfra
ge
n an medizinische Fachpersonen zu stellen (vgl. vorstehend E. 1.5). Klar feststell
bare Fehleinschätzungen, die ein Eingreifen in das Ermessen der abklä
renden Per
son erlauben würden, liegen nicht vor. Somit ist gestützt auf den Ab
klä
rungs
bericht vom
23. April 2018/29. Juni 2018
von einer ausgewiesenen Hilf
losigkeit i
m Bereich
Körperpflege auszugehen, zudem besteht
weiterhin Anspruch auf lebenspraktische Begleitung.
Da
mit hat die
Beschwerdeführer
in
Anspruch auf Entschädigung wegen Hilflosigkeit leichten Grades.
Der angefochtene Entscheid ist rechtens. Dies führt zur Abweisung der Be
schwerde.
6
.
Die Gerichtskosten nach Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
sind auf Fr.
8
00.-- a
nzusetzen und
au
sgangsgemäss
der
unte
rliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.