Decision ID: a596ccb6-75fd-4a11-856e-c4a3bf599ef4
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ wurde im Januar 197_ erstmals zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung angemeldet. Das Ostschweizerische Kinderspital berichtete von
ihrer Frühgeburt. Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen
sprach der Versicherten daraufhin u.a. medizinische Massnahmen wegen
Geburtsgebrechen (betreffend etwa Ziff. 404 GgV Anhang, IV-act. 32, 46) zu. - Am
3./6. Dezember 1993 wurde die Versicherte für Berufsberatung und Beiträge an die
Mehrkosten der erstmaligen beruflichen Ausbildung bei der IV angemeldet (IV-act. 65).
Ihr wurden in der Folge eine berufliche Abklärung (IV-act. 88, im Dezember 1994) und
Sonderschulmassnahmen (Vorlehrzeit in einem _ Zentrum, IV-act. 86 f., 91) und ein
"kleines Taggeld" (das dem durchschnittlichen Lehrlingslohn von Fr. 29.20/Tag
entspreche; vgl. IV-act. 99 f.) zugesprochen. Mit Mitteilung vom 27. Februar 1996
wurde zur Prüfung der Leistungen im Rahmen der erstmaligen beruflichen Ausbildung
eine berufliche Abklärung der Eingliederungs- und Arbeitsfähigkeit als F._ veranlasst
(vgl. IV-act. 100, zunächst für die Zeit vom 11. bis 29. März 1996; weitere Phase IV-
act. 103). Am 30. August 1996 (IV-act. 108-3 f., vgl. IV-act. 104) wurde ihr ab
13. August 1996 eine erstmalige berufliche Ausbildung in Form einer Anlehre zur F._
zugesprochen (es wurde dabei ein Taggeld von Fr. 29.70 ausgerichtet, vgl. IV-act. 110).
Nach deren Abbruch im Oktober 1997 wegen verschlechterten psychischen Zustands
(vgl. IV-act. 111, 113) erfolgte nach einer erneuten Schnupperlehre (vgl. IV-act. 114) am
26. März 1998 (IV-act. 122) ein Wechsel in eine erstmalige berufliche Ausbildung in
Richtung G._ (vgl. auch IV-act. 126, 130), letztmals verlängert bis 12. August 2001
(IV-act. 135; vgl. zum Ganzen auch IV-act. 2 f. und IV-act. 276). Die Versicherte bezog
ab November 1997 jeweils ein Taggeld nach dem damaligen (bis 31. Dezember 2003 in
Kraft gewesenen und anschliessend durch Art. 22 Abs. 3 IVV ersetzten) Art. 21
Abs. 3 IVV (für Versicherte in der erstmaligen beruflichen Ausbildung, die ohne
Gesundheitsschaden die Ausbildung abgeschlossen hätten und bereits im
Erwerbsleben stünden; vgl. etwa IV-act. 136, Ansatz Fr. 72.-- pro Tag zuzüglich ggf.
Eingliederungszuschlag). Die Stiftung, bei welcher die Ausbildung gemacht worden
war, benannte in einem Bericht vom 27. August 2001 (IV-act. 137-2), welche Aspekte
der _ [Bereich G._]-Ausbildung die Versicherte absolviert habe. Sie berichtete
bis
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weiter, ausserdem habe die Versicherte eine Ausbildung zur H._ absolviert und einige
weiterführende Kurse besucht (Kursbescheinigung IV-act. 145-3). Der IV-Berufsberater
hielt am 31. August 2001 (IV-act. 137-1) fest, es könne davon ausgegangen werden,
dass die Versicherte eine gute und breite berufliche Qualifikation erreicht und auch im
persönlichen Bereich deutliche Fortschritte gemacht habe. Nicht ganz verschwunden
seien bei ihr aber immer wiederkehrende depressive Verstimmungen und damit
verbundene existenzielle Ängste. Ihr Aufenthaltsort sei zurzeit nicht bekannt. - Am
29. Oktober 2001 (IV-act. 141) wurde verfügungsweise ein erfolgreicher Abschluss der
Ausbildung in Richtung G._ sowie H._ festgestellt.
B.
Am 29. Oktober/17. November 2008 (IV-act. 142) meldete sich die Versicherte
zum Bezug von Massnahmen der beruflichen Eingliederung und einer Rente an. Seit
1991 leide sie an einer Borderline-Beeinträchtigung. Einen Berufsabschluss habe sie
nicht erworben. - Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt
am 21. November 2008 (IV-act. 150) fest, es lägen bei ihr eine Borderline-Störung vom
emotional instabilen Typ und ein passagerer Alkoholmehrkonsum ohne
psychophysische Auswirkungen vor. Die Diagnosen beeinträchtigten die
Arbeitsfähigkeit und bestünden seit der Kindheit mit vielen Fremdplatzierungen in
Heimen. Seit Juni 2005 werde die Versicherte durchgehend durch eine Psychiaterin am
Psychiatrischen Zentrum B._ (Dr. med. C._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie) betreut. - Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle hielt am
4. Dezember 2008 (IV-act. 155) in einem Triage-Protokoll fest, die
Gesundheitsschädigung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe seit
Jugendzeit der Versicherten und als H._ bestehe eine Arbeitsfähigkeit für vier bis fünf
Stunden pro Tag bei vollzeitlicher Präsenzzeit. Eventuell sei eine berufliche Abklärung
im geschützten Rahmen durchzuführen und es sei abzuklären, inwiefern die absolvierte
Ausbildung umgesetzt werden könne. Die Versicherte sollte (sc. bei der beruflichen
Tätigkeit) keinen grossen Personenkontakt haben. - Mit Mitteilung vom 8. Dezember
2008 (IV-act. 157) sprach die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons
St. Gallen der Versicherten Berufsberatung (mit Abklärung der beruflichen
Eingliederungsmöglichkeiten) zu. In einem Assessmentprotokoll vom 8. Januar 2009
(IV-act. 161, vgl. auch IV-act. 142) wurde festgehalten, sie habe die Anlehre
abgeschlossen, jedoch ohne formalen Ausbildungsnachweis (gemäss Auskunft der
B.a.
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betreffenden Stiftung vom 18. Mai 2011 war sie zur Prüfung angemeldet, hat darauf
aber selbst verzichtet; gemäss der Versicherten wegen angenommener
Aussichtslosigkeit, weil die Prüfung hauptsächlich bei Betagten erfolge, wo sie über
keine Erfahrung verfüge, IV-act. 202). Ein beruflicher Einstieg sei ihr danach nicht
gelungen; sie habe verschiedene Tätigkeiten ausgeübt und nie ein "entsprechendes"
und geregeltes Einkommen erwirtschaften können. Sie lebe seit längerer Zeit von der
Sozialhilfe. Im _ 200_ erwarte sie ihr erstes Kind, sei damit mehr als ausgelastet und
habe keine persönlichen Ressourcen für weitere Schritte Richtung berufliche
Eingliederung. Eine gewünschte Ausbildung zur Fachangestellten Betreuung (FABE)
Fachrichtung Kinderbetreuung könne nicht empfohlen werden, weil die tatsächliche
Eignung dafür noch nicht habe überprüft werden können. - Mit Verfügung vom 6. März
2009 (IV-act. 167) stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die beruflichen
Massnahmen wegen der Schwangerschaft ein.
In einem Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt
erklärte die Versicherte am 12. Januar 2010 (IV-act. 176), sie sei zurzeit vollzeitlich als
Mutter tätig. Nach der Abklärung an Ort und Stelle vom 27. Januar 2010 (IV-act. 178)
wurde im Bericht festgehalten, die Versicherte habe angegeben, die Borderline-
Störung habe im Alter von _. Jahren begonnen. Es sei je nach psychischer Belastung
immer ein Auf und Ab gewesen. Seit einem Jahr habe sie sich keine Selbstverletzungen
mehr zugefügt und während der Schwangerschaft habe sie keinen Alkohol getrunken
und habe den Zigarettenkonsum stark reduziert. Ohne Gesundheitsschaden würde sie
zurzeit keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, weil sie für das Kind da sein wolle und auch
niemand habe, der sonst zu ihm schauen könnte. Sie arbeite jedoch an zwei Stunden
pro Monat unentgeltlich in der Kinderbetreuung in einem I._. Wenn ihr Kind einmal
etwa eineinhalbjährig sein werde, würde sie ungefähr ein halbes Pensum an
Erwerbstätigkeit annehmen wollen, was finanziell nötig sei, und sie würde eine
Betreuungsmöglichkeit suchen. Ende 2010 wäre sie demnach an Arbeitsvermittlung
interessiert. - Das zuständige Sozialamt teilte am 4. März 2010 (IV-act. 180) auf Anfrage
mit, bis zur Vollendung des dritten Lebensjahrs eines Kindes würden alleinerziehende
Elternteile nicht zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gedrängt. Da es der Versicherten
vor der Schwangerschaft aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich gewesen sei,
einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, sei sie in ein Projekt für Freiwilligenarbeit integriert
B.b.
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worden, wo sie Einsätze leiste. - Das Psychiatrische Zentrum B._ teilte im IV-
Arztbericht vom 24. März 2010 (IV-act. 182) mit, die Versicherte leide an einer
emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ und an einem
schädlichen Gebrauch durch Alkohol, gegenwärtig abstinent. Seit der Geburt des
Kindes sei das Zustandsbild sehr stabil. Eine Arbeit sei der Versicherten zu 50 %
zumutbar. Eine Abklärung oder Suche nach Alternativen zur Tätigkeit während der
zweiten IV-Ausbildung wäre empfehlenswert. - Der RAD hielt am 12. April 2010 (IV-
act. 183) fest, die Arbeitsfähigkeitsschätzung von 50 % sei als realistisch zu
betrachten, denn die Stabilisierung im familiär-häuslichen Bereich mit plausibler
Arbeitsfähigkeit als Hausfrau und Mutter von 100 % lasse sich nicht ohne weiteres auf
den Bereich einer Tätigkeit in der freien Wirtschaft übertragen. - Mit Verfügung vom
3. Juni 2010 (IV-act. 187) wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle das
Rentengesuch der Versicherten ab, weil sie zurzeit als Hausfrau und Mutter voll
arbeitsfähig sei.
Das Psychiatrische Zentrum B._ bezeichnete in einem IV-Arztbericht vom
15. Oktober 2010 (IV-act. 189) als Diagnosen nebst der Persönlichkeitsstörung ein
ADHS in der Kindheit. Die Versicherte plane, bis anfangs/Mitte nächsten Jahres eine
Teilzeitstelle anzunehmen oder eine Ausbildung zu beginnen. Zurzeit sei ihr keine
Arbeitstätigkeit zumutbar. - Der RAD hielt am 11. November 2010 (IV-act. 190) fest, die
neue Arbeitsunfähigkeitsschätzung bei gleichzeitig erwähnter Besserung des
Gesundheitszustands sei nicht nachvollziehbar. Zu Jahresbeginn sollte mit beruflichen
Abklärungen im Bereich des ersten Arbeitsmarkts begonnen werden. In adaptierter
Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit von 50 % anzunehmen, die auf dem ersten
Arbeitsmarkt auch ohne Integrationsmassnahmen erreicht werden könne. - Am
3. Februar 2011 (IV-act. 192) legte das Psychiatrische Zentrum B._ dar, der
Gesundheitszustand habe sich verbessert. Die Versicherte sei zurzeit zu 50 %
arbeitsfähig. Sie wünsche zeitnah eine entsprechende Teilzeitstelle anzunehmen oder
eine Ausbildung zu beginnen.
B.c.
Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle hielt am 7. März 2011 (IV-act. 193) fest,
die Versicherte sei als Nichterwerbstätige einzustufen und habe somit keinen Taggeld
anspruch. Anspruch auf eine weitere Ausbildung bestehe nicht, weil die Tätigkeit in der
_ [Bereich G._], in welcher sie erfolgreich eine IV-Anlehre absolviert habe, weiterhin
B.d.
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als adaptiert betrachtet werden könne. Neu sei sie als zu 50 % im Haushalt und zu
50 % im Erwerb tätige Person zu betrachten. Die Versicherte bedürfte der
Unterstützung bei der Stellensuche, eventuell einer beruflichen Abklärung, um den
Einstieg zu erleichtern. - In einem Triage-Protokoll nach Grundsatzentscheid hielt die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am 14. Juni 2011 (IV-act. 204) fest, die Ausbildung
der Versicherten sei in der freien Wirtschaft nicht verwertbar (kein Abschluss in _
[Bereich G._], nur Zertifikat als H._) und sie könne so keine Festanstellung finden.
Sie sei zu 50 % arbeitsfähig und zudem ausbildungsfähig. Falls sie objektiv und
subjektiv in der Lage sei, berufliche Massnahmen zu bestehen, liege ein Anspruch auf
eine erstmalige berufliche Ausbildung mit Taggeld vor. Es habe eine
Eingliederungsberatung zu erfolgen. - Der RAD hielt am 18. Juli 2011 (IV-act. 209)
dafür, es sei nachvollziehbar, dass die Versicherte die Ausbildungsangebote nicht habe
durchstehen können. Seit 2001 sei sie praktisch keiner regelmässigen Tätigkeit mehr
nachgegangen, zeitweise sei sie auch ohne festen Wohnsitz gewesen. Es sei ein
Leidensdruck erkennbar und könne von einer Arbeitsmotivation ausgegangen werden.
Die Arbeits- und Eingliederungsfähigkeit liege derzeit bei mindestens 50 %, bei
verminderter psychischer Belastbarkeit, bei Arbeits- und Belastbarkeitstraining
steigerungsfähig auf etwa 75 %. Neben der Motivation seien Vorerfahrungen in der
Kinderbetreuung als Ressourcen ersichtlich, auf welche sich berufliche Hilfsangebote
beziehen könnten. - Am 17. August 2011 (IV-act. 211) wurde erklärt, ein Anspruch auf
eine erstmalige berufliche Ausbildung (nur invaliditätsbedingte Kosten) sei
'grundsätzlich gegeben', da die Versicherte aus gesundheitlichen Gründen bis anhin
keine Ausbildung habe abschliessen können. Ob eine Ausbildung realisiert werden
könne, hänge von noch zu klärenden Faktoren ab (Pensum für Ausbildung und für
spätere Arbeit, Kinderbetreuung). Eine Arbeit im Bereich der Kinderbetreuung sei
geeignet. - Die IV-Eingliederungsberaterin gab am 7. Februar 2012 (IV-act. 213) an, die
Versicherte wolle zurzeit nicht erwerbstätig, sondern als Hausfrau und Mutter tätig sein
und später, beides vollzeitlich, eine Ausbildung machen und erwerbstätig sein. Ein
Beruf in der Kinderbetreuung sei aus aktueller medizinischer Sicht eher nicht geeignet.
- In einem Verlaufsprotokoll der IV-Eingliederungsverantwortlichen vom 9. März 2012
(IV-act. 214) wurde festgehalten, am 25. Januar 2012 sei beim Sozialamt besprochen
worden, dass es sinnvoll sei, mit der Ausbildung noch zuzuwarten. Die Versicherte
wolle vollzeitlich arbeiten, doch die Versorgung des Kindes sei wegen dessen Alters
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C.
und kleinen _ [Erkrankung] noch nicht gewährleistet. Zur Überbrückung werde die
Versicherte eine Tätigkeit im I._ organisieren. Am 6. März 2012 seien die Versicherte
und das Sozialamt (durch die IV-Eingliederungsverantwortliche) darüber informiert
worden, dass die Versicherte sich auf die Erziehung des Kindes konzentrieren könne,
bis dieses möglichst gut versorgt sei und sie sich der Ausbildung widmen könne. Der
Anspruch auf eine Ausbildung sei gegeben. Am 9. März 2012 (IV-act. 215) hielt die IV-
Eingliederungsverantwortliche fest, die Versicherte wolle auf jeden Fall - und nicht nur
wahrscheinlich - zu 100 % arbeiten. Sie habe Anspruch auf eine erstmalige berufliche
Ausbildung und könne sich später melden. - Mit Verfügung vom 12. Juni 2012 (IV-
act. 219) wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen einen
Anspruch auf berufliche Massnahmen ab, weil die Versicherte Hausfrau und Mutter sei
und in nächster Zeit keiner Erwerbstätigkeit nachgehen wolle.
Nach einer Anfrage vom 29. Juni 2012 (IV-act. 221; betreffend ihren letzten Arzt
besuch, ihre Erwerbstätigkeit) und einem weiteren Schreiben vom 2. August 2012 (IV-
act. 222) mahnte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die Versicherte am
13. Dezember 2012 (IV-act. 223), die angeforderten Auskünfte bis 4. Januar 2013 zu
erteilen, andernfalls sie bezüglich der Rentenprüfung Nichteintreten beschliessen
würde. Am 15. Januar 2013 (IV-act. 224) verfügte sie wie angedroht.
B.e.
Am 8./19. Juni 2018 (IV-act. 227) meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung an. - Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
forderte sie am 21. Juni 2018 (IV-act. 230) dazu auf, eine relevante Veränderung seit
der Leistungsabweisung vom 3. Juni 2010 glaubhaft zu machen. - Das Ambulatorium
der Psychiatrie D._ schrieb in einem ärztlichen Bericht vom 19. Juli 2018 (IV-
act. 232), es lägen eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline Typ, ein
V.a. schädlichen Gebrauch von Alkohol, ggw. abstinent seit 04/2018, und ein St. n.
schädlichem Gebrauch von Cannabis, seit ca. zehn Jahren abstinent, vor. Im Lauf der
sechs Jahre seit Juni 2012 habe sich die Situation der Versicherten verändert. Ihr_
[Kind], d_ wegen ihrer körperlichen Einschränkungen viel Unterstützung gebraucht
habe und weiterhin brauche, sei mittlerweile _. Jahre alt und habe deutliche
Fortschritte in der Selbständigkeitsentwicklung gezeigt und sich in Schule und Hort gut
C.a.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 8/19
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eingewöhnt. Dadurch hätten sich für die Versicherte Freiräume ergeben. Seit ihrer
Wiederanmeldung im Ambulatorium im August 2015 habe sie langfristig den Wunsch
nach beruflicher Eingliederung geäussert, im therapeutischen Gespräch im November
2017 dann konkret, und im Frühjahr 2018 habe mit Unterstützung des Sozialamtes die
Planung dazu begonnen. Die Symptomatik der Grunderkrankung habe sich weiterhin
stabil gezeigt. - Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle hielt in einem Bericht (IV-
act. 246) fest, die Versicherte habe am 7. August 2018 angegeben, Unterstützung bei
der Wiedereingliederung in ein Arbeitspensum von 80 % zu beantragen. - Der RAD
erklärte am 10. August 2018 (IV-act. 233), es sei von einer Einschränkung bei der
Stellensuche auszugehen. Ausserdem sei am 9. März 2012 ein Anspruch auf eine
erstmalige berufliche Ausbildung festgestellt worden. - Das Ambulatorium der
Psychiatrie D._ gab in einem Verlaufsbericht vom 15. Januar 2019 (IV-act. 238) an,
die Versicherte habe berichtet, die Beziehung zum Vater des Kindes vor ca. fünf Jahren
beendet zu haben. Sie könne sich einen Einstieg in eine Arbeit im Betreuungsbereich
mit einem Pensum von 80 % vorstellen. Ein solcher Einstieg sei indessen aus
psychiatrischer Sicht nicht zu mehr als 50 % empfehlenswert. Die Versicherte sei zu
ca. 50 % arbeitsfähig; die Arbeit solle überwiegend während der Schul- und
Betreuungszeiten des Kindes ausgeführt und engmaschig begleitet werden. Zurzeit
scheine die Symptomatik stabil, doch unter Belastung könne es zu Exazerbationen mit
Stimmungsschwankungen, Affektinstabilität, Impulsivität und Alkoholkonsum kommen.
Am 28. Februar 2019 wurden ein Eingliederungsplan Arbeitsvermittlung (IV-
act. 244) und ein Eingliederungsplan Frühinterventionsmassnahme (IV-act. 245:
Coaching für sechs Monate, ohne Taggeld, vgl. auch IV-act. 247) unterzeichnet. - Die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle hielt am 5. März 2019 (IV-act. 246) fest, die
Versicherte habe Anspruch auf Arbeitsvermittlung, und sprach mit zwei Mitteilungen
gleichentags beide erwähnten Massnahmen zu, nämlich einerseits Arbeitsvermittlung
(Kosten für Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche durch die IV-
Eingliederungsberatung; IV-act. 249) und anderseits Frühinterventionsmassnahmen in
Form eines Coachings (Arbeitsvermittlung) durch eine Institution im Rahmen von
30 Stunden vom 28. Februar 2019 bis 27. August 2019 (IV-act. 248).
C.b.
Das Sozialamt erkundigte sich am 29. Mai 2019 (IV-act. 253) für die Versicherte
nach einer Klärung, ob es sich um eine Frühinterventionsmassnahme oder um eine
C.c.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 9/19
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berufliche Massnahme handle, und um Zustellung einer beschwerdefähigen Verfügung
zum IV-Taggeld. - Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle antwortete am 3. Juni 2019
(IV-act. 253), es handle sich um zwei Zusprachen. In einer
Frühinterventionsmassnahme bestehe kein Anspruch auf Taggelder, ebenso wenig
allein aufgrund der Zusprache von Unterstützung bei der Stellensuche, weshalb
diesbezüglich keine beschwerdefähige Verfügung erlassen werden könne. Zudem sei
die Versicherte seit 2004 nicht erwerbstätig. Als Nichterwerbstätige habe sie keinen
Anspruch auf ein Taggeld, da dieses Lohnersatzcharakter habe. - Das Sozialamt
wandte daraufhin am 3. Juni 2019 (IV-act. 254-1) ein, der Gesundheitsschaden der
Versicherten bestehe seit Geburt und habe sich im Kindes- und Jugendalter
verschlechtert. Sie habe aus diesem Grund nicht erwerbstätig sein können. - Die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle erklärte dem Sozialamt mit Mail vom 5. Juni 2019
(IV-act. 255), eine beschwerdefähige Verfügung könne nicht zugestellt werden, da kein
Anspruch auf IV-Taggelder bestehe. Der Eintritt des Gesundheitsschadens mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei auf Juni 2018 festgelegt worden. Damals sei die
Versicherte nicht arbeitstätig gewesen und habe kein Einkommen generiert. Bis dahin
habe sie gemäss dem IV-Rundschreiben Nr. 279 als Nichterwerbstätige gegolten. Sie
habe denn auch bestätigt, in den letzten Jahren Hausfrau und Mutter gewesen zu sein
und keine Bewerbungen unternommen zu haben. Daher bestehe für keinerlei berufliche
Massnahmen ein Taggeldanspruch. Es sei sinnvoll, den weiteren Verlauf abzuwarten.
Bei einer allfälligen Kostengutsprache für berufliche Massnahmen, für die das IVG ein
Taggeld vorsehe, wie z.B. für einen Arbeitsversuch, könne sich die Versicherte
schriftlich für eine Verfügung melden.
Am 26./28. August 2019 (IV-act. 260) wurde ein Eingliederungsplan für einen
Arbeitsversuch für die Zeit vom 1. September 2019 bis 31. Dezember 2019
unterzeichnet. Die Versicherte könne an 29.75 Stunden pro Woche, verteilt auf vier
Wochentage, mit einem Arbeitsvertrag zur Arbeitserprobung auf dem ersten
Arbeitsmarkt in der Betreuung von _kindern tätig sein. Die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle richte keine Leistungen in Form von Taggeldern
aus (und der Einsatzbetrieb zahle ebenfalls keine Entschädigung). Am 20. September
2019 (IV-act. 261) wurde im internen Feststellungsblatt dargelegt, Anspruch auf das
Taggeld hätten Versicherte, die unmittelbar vor ihrer Arbeitsunfähigkeit erwerbstätig
C.d.
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gewesen seien. Als erwerbstätig würden versicherte Personen gelten, die zu jenem
Zeitpunkt ein der AHV-Beitragspflicht unterstelltes Erwerbseinkommen erzielt hätten
oder glaubhaft machen könnten, dass sie danach eine Erwerbstätigkeit von längerer
Dauer aufgenommen hätten (sc. vgl. Art. 20 Abs. 1 lit. b IVV). Ein
Taggeldanspruch bestehe demnach nicht. - Mit Mitteilung vom 20. September 2019
(IV-act. 262) sprach die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten den
Anspruch auf einen Arbeitsversuch nach Art. 18a IVG zu. Anspruch auf ein IV-Taggeld
bestehe nicht.
sexties
Auf Anforderung einer beschwerdefähigen Verfügung (IV-act. 265) hin stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 18. Oktober
2019 (IV-act. 268) in Aussicht, das Gesuch um IV-Taggelder abzuweisen. Sie sei seit
der Geburt ihre_ [Kind] 200_ als Hausfrau und Mutter tätig und aus persönlichen
Gründen keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen. Sie sei weder in der erst- noch
in der zweitgenannten Tätigkeit gesundheitlich eingeschränkt, sondern benötige
lediglich Unterstützung bei der Suche nach einer geeigneten Stelle. Sie erfülle beide
Anspruchsvoraussetzungen von Art. 22 IVG nicht (an wenigstens drei
aufeinanderfolgenden Tagen wegen der Massnahme verhindert, einer Arbeit
nachzugehen, oder in der gewohnten Tätigkeit zu mindestens 50 % arbeitsunfähig). -
Das Sozialamt legte in einem Einwand vom 24. Januar 2020 (IV-act. 271) dar, der
Gesundheitsschaden der Versicherten sei nicht im Juni 2018 eingetreten; die IV habe
denn auch Geburtsgebrechen anerkannt. In Anlehnung an Art. 4 IVG komme es in der
final konzipierten Invalidenversicherung nicht auf die Gleichzeitigkeit (Kontemporalität),
sondern auf die Kausalität von Gesundheitsschaden und Erwerbsunfähigkeit an (das
gemäss Alfred Bühler, Zur rechtlichen Bedeutung der invaliditätsfremden Gründe der
Erwerbsunfähigkeit für die Invaliditätsbemessung, in: SZS 1993 S. 249 ff., zit. in BGE
126 V 461 E. 2). Die Versicherte habe die Lehrabschlussprüfungen aus
invaliditätsbedingten Gründen nicht antreten können. Ohne Gesundheitsschaden hätte
sie die Prüfung antreten und nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert werden können.
Sie sei nach Art. 20 Abs. 1 lit. b IVV einzustufen. Eine gewohnte Tätigkeit habe nie
erlernt und ausgeübt werden können. Es sei aktenkundig, dass die Versicherte
grundsätzlich Anspruch auf eine erstmalige berufliche Ausbildung einschliesslich
Taggeld habe. Während früherer beruflicher Massnahmen habe sie auch jeweils
C.e.
sexies
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 11/19
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Taggeld erhalten. Weshalb das nun nicht mehr der Fall sei, könne nicht nachvollzogen
werden. Wegen der Schwangerschaft und der Rolle als Alleinerziehende habe die
Versicherte auf die Leistungen der IV verzichten müssen, doch nun halte sie am
Entscheid der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle, wonach ein Anspruch auf
erstmalige berufliche Massnahmen bestehe, (wieder) fest. Die
Eingliederungsmassnahme sei zudem nach Treu und Glauben zugesprochen worden,
weshalb die Versicherte auch Anspruch auf die akzessorische Leistung des Taggeldes
habe.
Am 29. Januar 2020 (IV-act. 272) erstattete die Institution den Schlussbericht über
die Unterstützung der Versicherten bei der Stellensuche und bei der
Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt (Schnuppertage, Praktikum als
Arbeitsversuch). Eine anschliessende Anstellung sei nicht erfolgt, da keine offene Stelle
vorhanden gewesen sei. In einem Assessment- und Verlaufsprotokoll vom 4. Februar
2020 (IV-act. 273) wurde festgehalten, die Rückmeldungen aus dem viermonatigen
Praktikum seien so weit gut gewesen. Die Tätigkeit in der Betreuung von _kindern
auf dem ersten Arbeitsmarkt sei der Versicherten zumutbar, und zwar zu 60 %. Die
restlichen 40 % seien für das Privatleben der Versicherten wichtig.
C.f.
In einem Besprechungsprotokoll vom 25. August 2020 (IV-act. 276) wurde
festgehalten, ein IV-Taggeld-Anspruch bestehe (gemäss BGE 146 V 271) nicht.
Versicherungsmedizinisch sei die Beurteilung der IV-Beraterin für berufliche Integration
nachvollziehbar, d.h. die erreichte Arbeitsfähigkeit von 60 % (Erwerbstätigkeit) sei der
Versicherten dauerhaft zumutbar. Als Hausfrau und Mutter (40 %) bestehe - seit dem
Referenzzeitpunkt vom 3. Juni 2010 - keine gesundheitsbedingte Einschränkung. Der
Gesundheitszustand habe sich seither stabilisiert bzw. verbessert.
C.g.
Mit Verfügung vom 3. September 2020 (IV-act. 278) legte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen fest, dass für den
Arbeitsversuch vom 1. September 2019 bis 31. Dezember 2019 und für allfällige
weitere berufliche Massnahmen kein Anspruch auf IV-Taggelder bestehe. In der
Mitteilung vom 20. September 2019 sei ein Anspruch verneint worden.
Nichterwerbstätige hätten nach Art. 22 IVG seit 2008 keinen Anspruch mehr auf
Taggelder. Ein Anspruch bestehe auch nicht nach Art. 23 Abs. 2 IVG, denn diese
C.h.
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D.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von den Sozialen Diensten, E._, für die
Betroffene am 30. September 2020 erhobene Beschwerde. Die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der
Beschwerdeführerin seien die ihr zustehenden IV-Taggelder auszurichten, ausserdem
sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. Der Beschwerdeführerin
seien nach medizinischen Massnahmen wegen Geburtsgebrechen berufliche
Massnahmen mit IV-Taggeldern zugesprochen worden. Seit dem 9. März 2005 werde
sie sozialhilferechtlich unterstützt. 2011 habe sich herausgestellt, dass sie die
Lehrabschlussprüfung aus invaliditätsbedingten Gründen nicht angetreten habe. Der
invalidenversicherungsrechtlich relevante Gesundheitsschaden sei bei Geburt - und
nicht etwa erst im Juni 2018, wie es die Beschwerdegegnerin annehme - eingetreten.
Ohne gesundheitliche Beeinträchtigung hätte sie die Lehrabschlussprüfung antreten
und nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Sie sei gemäss
Art. 20 Abs. 1 lit. b IVV als Erwerbstätige einzustufen. Ein Taggeld sei aber auch
andernfalls geschuldet, und zwar gemäss Art. 22 Abs. 1 IVG. Denn eine gewohnte
Tätigkeit habe sie wegen des Gesundheitsschadens nie erlernen können. Gemäss den
Akten bestehe Anspruch auf eine erstmalige berufliche Ausbildung samt Taggeldern.
Die Beschwerdeführerin habe denn auch während früheren Massnahmen Taggelder
erhalten. Indem auf die Begründung des Einwands vom 24. Januar 2020
weitestgehend nicht eingegangen worden sei, sei ausserdem der Anspruch auf
rechtliches Gehör verletzt worden.
E.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 22. Dezember 2020 beantragt die
Beschwerdegegnerin, es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin Anspruch auf
ein Taggeld nach Art. 23 Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 IVV in der Höhe
von Fr. 40.70 habe. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. Die angefochtene
Verfügung erfülle die Mindestbedingungen an die Begründungspflicht; der Anspruch
auf rechtliches Gehör sei nicht verletzt worden. Nach einem neuen Grundsatzurteil des
Bundesgerichts vom 27. Mai 2020 (BGE 146 V 271) hätten Nichterwerbstätige seit der
5. IVG-Revision keinen Anspruch mehr auf IV-Taggelder. Die Beschwerdeführerin
Bestimmung komme nur für Personen zur Anwendung, die eine nicht von der IV
finanzierte Ausbildung abgeschlossen und danach einen invalidisierenden
Gesundheitsschaden erlitten hätten.
sexies
bis
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berufe sich daher zu Unrecht auf Art. 20 Abs. 1 lit. b IVV. Auch Art. 23 Abs. 2 IVG
helfe ihr nicht weiter; die Bestimmung komme einzig bei versicherten Personen zur
Anwendung, die eine (nicht von der IV finanzierte) Ausbildung abgeschlossen und
danach einen invalidisierenden Gesundheitsschaden erlitten hätten. Da sie Anspruch
auf eine erstmalige berufliche Ausbildung habe, sofern sie objektiv und subjektiv
eingliederungsfähig sei, sei ihr jedoch gemäss Art. 23 Abs. 2 IVG in Verbindung mit
Art. 22 Abs. 1 IVV ein Taggeld auszurichten. Weil kein Erwerbseinkommen im Sinn von
Art. 22 Abs. 2 IVV vorliege, habe sie einzig Anspruch auf ein Taggeld gemäss Art. 22
Abs. 1 IVV, welches 10 % des Höchstbetrags des Taggeldes nach Art. 24 Abs. 1 IVG
(sogenanntes grosses Taggeld) betrage, somit Fr. 40.70.
F.
Am 5. Januar 2021 wurde dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) entsprochen.
G.
Die Beschwerdeführerin lässt am 22. Januar 2021 erklären, sie habe Anspruch auf ein
grosses Taggeld, halte an den Anträgen fest und verzichte im Übrigen auf die
Erstattung einer Replik.

Considerations:
Erwägungen
1.
sexies
bis
Im Streit liegt die Verfügung vom 3. September 2020, mit welcher die
Beschwerdegegnerin einen IV-Taggeldanspruch der Beschwerdeführerin für die Zeit
vom 1. September 2019 bis 31. Dezember 2019 und "für allfällig weitere berufliche
Massnahmen" verneinte. Diese Taggeldverfügung basiert im ersten Teil (kein Taggeld
für die genannte Zeit) auf der Mitteilung (vgl. dazu Art. 74 IVV) vom 20. September
2019, mit welcher der Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1. September 2019 bis
31. Dezember 2019 ein Arbeitsversuch nach Art. 18a IVG in einer _ zugesprochen
worden ist. In der die berufliche Massnahme zusprechenden Mitteilung war bereits
darauf hingewiesen worden, dass kein Taggeld ausgerichtet werden würde. Erst am
3. September 2020 ist indessen über das Taggeld als solches in Form einer
(anbegehrten) anfechtbaren Verfügung (nach einem Vorbescheid) entschieden worden.
1.1.
ter
Beim zweiten Teil der Verfügung (kein Taggeld für "allfällig weitere berufliche
Massnahmen") handelt es sich um einen Feststellungsteil. Solche Feststellungen sind
1.2.
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2.
3.
regelmässig eher in den Verfügungen bzw. Mitteilungen über die IV-Massnahmen
selbst üblich (betreffend die Massnahmen), welche einem akzessorischen Taggeld
zugrunde liegen. Der Erlass einer Feststellungsverfügung bedarf eines schutzwürdigen
Interesses, und zwar nicht nur eines solchen der gesuchstellenden Person, wie in Art.
49 Abs. 2 ATSG ausdrücklich festgehalten, sondern auch eines solchen der Verwaltung
für den Fall des Erlasses von Amtes wegen (vgl. BGE 130 V 388 E. 2.4). Vorausgesetzt
wird ein rechtliches oder tatsächliches und aktuelles Interesse an der sofortigen
Feststellung des Bestehens oder Nichtbestehens eines Rechtsverhältnisses, dem keine
erheblichen öffentlichen oder privaten Interessen entgegenstehen, und welches nicht
durch eine rechtsgestaltende Verfügung gewahrt werden kann (a.a.O.; dazu unten
E. 4.5).
Von einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör durch unzureichende
Begründung der Verfügung ist nicht auszugehen. Die Frage kann aber dahingestellt
bleiben, wie sich aus dem Folgenden ergibt.
1.3.
Gemäss Art. 22 Abs. 1 IVG haben versicherte Personen während der Durchführung
von Eingliederungsmassnahmen nach Art. 8 Abs. 3 IVG Anspruch auf ein Taggeld,
wenn sie an wenigstens drei aufeinander folgenden Tagen wegen der Massnahmen
verhindert sind, einer Arbeit nachzugehen, oder in ihrer gewohnten Tätigkeit zu
mindestens 50 % arbeitsunfähig sind. - Versicherte in der erstmaligen beruflichen
Ausbildung (und Versicherte, die das 20. Altersjahr noch nicht vollendet haben und
noch nicht erwerbstätig gewesen sind) haben Anspruch auf ein Taggeld, wenn sie ihre
Erwerbsfähigkeit ganz oder teilweise einbüssen (Art. 22 Abs. 1 IVG).
2.1.
bis
Art. 8 Abs. 3 IVG benennt als Eingliederungsmassnahmen
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (lit. a ) und
die Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung,
Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; lit. b). Anspruch auf Taggeld besteht
gemäss Art. 18a Abs. 2 IVG auch während eines Arbeitsversuchs, mit welchem die
tatsächliche Leistungsfähigkeit einer versicherten Person im Arbeitsmarkt abgeklärt
wird (vgl. Art. 18a Abs. 1 IVG).
2.2. bis
Vorliegend ist in erster Linie der Taggeldanspruch nach Art. 18a Abs. 2 IVG
während der Dauer des zugesprochenen Arbeitsversuchs strittig.
3.1.
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Es ist davon auszugehen, dass die mit diesem Arbeitsversuch beabsichtigte
Abklärung der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Rahmen eines
grundsätzlichen Anspruchs auf eine erstmalige berufliche Ausbildung (nach Art. 16 IVG)
- und nicht allein eines Anspruchs auf Arbeitsvermittlung nach Art. 18 IVG - erfolgte.
Denn nach der Aktenlage hat die Beschwerdeführerin zwar ehemals mithilfe der
Invalidenversicherung (nach einem ersten Versuch als F._) eine erstmalige berufliche
Ausbildung (Anlehre) im Bereich G._ absolvieren, aber aus gesundheitlichen Gründen
(vgl. IV-act. 204-1, 209-3) keinen für eine Verwertbarkeit der Ausbildung in der freien
Wirtschaft erforderlichen Abschluss erreichen können (vgl. IV-act. 204). Musste eine
erstmalige berufliche Ausbildung infolge eines Gesundheitsschadens abgebrochen
werden, so ist eine neue berufliche Ausbildung der Umschulung gleichgestellt, wenn
das während der abgebrochenen Ausbildung zuletzt erzielte Erwerbseinkommen höher
war als 30% des Höchstbetrages des Taggeldes (Art. 6 Abs. 2 IVV; vgl. zum
Höchstbetrag unten E. 4.1.1). Diese Bestimmung gelangt vorliegend nicht zur
Anwendung. Daher wurde in den Akten wiederholt der grundsätzliche Anspruch der
Beschwerdeführerin auf erstmalige berufliche Ausbildung festgestellt (vgl. IV-act. 204,
211, 215). - Die Beschwerdeführerin hat zudem nicht etwa ohne weiteres von sich aus
eine andere Ausbildung machen können (im Unterschied zum Sachverhalt, der im
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 17. Dezember 2002,
I 229/02, E. 3.1 ff., beurteilt worden ist); sie war daran nach der Aktenlage aus
gesundheitlichen Gründen verhindert. Sie hat, wie sich aus dem IK-Auszug (IV-act. 231)
ergibt, auch nicht ohne Ausbildung längere Zeit Erwerbstätigkeiten ausgeübt.
Schliesslich waren die gesundheitlichen Schwierigkeiten bei ihr auch nicht erst im Lauf
der Zeit dazugekommen. Dass vorübergehend aus familiären Gründen ein
Statuswechsel erfolgte und die Beschwerdeführerin den Anspruch während einer
begrenzten Zeit nicht weiter verwirklichen konnte, ändert an dessen weiterem Bestand
nichts. Denn mit dem erneuten Statuswechsel zurück zur Qualifikation als (mindestens
Teil-) Erwerbstätige kommt auch ihr Anspruch auf die erstmalige berufliche Ausbildung
(unter weiteren Voraussetzungen) wieder zum Tragen. Für den Fall, dass sie subjektiv
und objektiv eingliederungsfähig sei, wird ihr ein solcher grundsätzlicher Anspruch auf
erstmalige berufliche Ausbildung denn auch in der Beschwerdeantwort zu Recht
zugestanden. Demnach hat sie einen Taggeldanspruch gemäss Art. 22 Abs. 1 IVG.
Mit dieser Bestimmung (Art. 22 Abs. 1 IVG) in Verbindung mit Art. 23 Abs. 2 und 2
IVG und Art. 22 Abs. 5 f. IVG regelt das Gesetz gemäss BGE 146 V 271
umschriebene Ausnahmen vom (seit der 5. IV-Revision 2008 bestehenden) Grundsatz,
dass der Taggeldanspruch einzig noch den Ersatz für ein effektives, wegen der
Eingliederungsmassnahmen ausfallendes Einkommen bildet bzw. der Taggeldanspruch
auf Erwerbstätige eingeschränkt ist (vgl. BGE 146 V 271 E. 6.4) bzw. Ausnahmen vom
3.2.
bis
bis bis
bis
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4.
Grundsatz der Massgeblichkeit des letzten ohne gesundheitliche Einschränkung
tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens (gemäss BGE 146 V 271 E. 6.3.1 und E. 7 am
Anfang). Versicherte Personen in der erstmaligen Ausbildung und solche, die das
20. Altersjahr noch nicht vollendet haben und noch nicht erwerbstätig gewesen sind,
als sie ihre Erwerbsfähigkeit ganz oder teilweise einbüssten, gelten insofern, wie in den
Verwaltungsweisungen (vgl. Rz 1003.5 des Kreisschreibens über die Taggelder der
Invalidenversicherung, KSTI) festgehalten, als erwerbstätig.
In der Beschwerdeantwort wird dementsprechend zu Recht auch der
Taggeldanspruch der Beschwerdeführerin als solcher anerkannt. Strittig bleibt
indessen die Höhe des Taggeldanspruchs.
3.3.
Die Taggeld-Grundentschädigung fällt in verschiedenen Konstellationen
unterschiedlich aus.
4.1.
Sie beträgt (im Allgemeinen) nach Art. 23 Abs. 1 IVG 80 % des letzten ohne
gesundheitliche Einschränkung erzielten Erwerbseinkommens, jedoch nicht mehr als
80 % des Höchstbetrages des Taggeldes nach Art. 24 Abs. 1 IVG (dieser Höchstbetrag
macht gemäss Art. 22 Abs. 1 UVV seit 1. Januar 2016 pro Tag Fr. 406.-- aus; die IV
rechnet mit Fr. 407.--; 80 % davon sind somit rund Fr. 326.--, vgl. Textausgabe
Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Gesetze und
Verordnungen, 2019, herausgegeben von der Informationsstelle AHV/IV, S. 84).
4.1.1.
Für Versicherte, die das 20. Altersjahr vollendet haben und ohne Invalidität nach
abgeschlossener Ausbildung eine Erwerbstätigkeit aufgenommen hätten, beträgt die
Grundentschädigung nach Art. 23 Abs. 2 IVG 30 % des Höchstbetrages des Taggeldes
nach Art. 24 Abs. 1 IVG, somit Fr. 122.10.
4.1.2.
Für Versicherte in der erstmaligen beruflichen Ausbildung und für Versicherte, die
das 20. Altersjahr noch nicht vollendet haben und noch nicht erwerbstätig gewesen
sind, beträgt die Grundentschädigung nach Art. 23 Abs. 2 IVG (Satz 1) höchstens
30 % des Höchstbetrages des Taggeldes nach Art. 24 Abs. 1 IVG. - In Art. 22 Abs. 1
IVV hat der Bundesrat ausführend festgelegt, dass die Grundentschädigung diesfalls
10 % des Höchstbetrages des Taggeldes nach Art. 24 Abs. 1 IVG entspricht, somit
Fr. 40.70 pro Tag. - Bei Versicherten, die wegen ihrer Invalidität eine erstmalige
berufliche Ausbildung abbrechen und eine neue beginnen mussten, erhöht sich dieses
Taggeld gegebenenfalls nach Art. 22 Abs. 2 IVV auf einen Dreissigstel des während der
4.1.3.
bis
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abgebrochenen Ausbildung zuletzt erzielten Monatseinkommens. Art. 6 Abs. 2 bleibt
vorbehalten. Vom Betrag werden nach Art. 22 Abs. 5 IVV Abzüge gemacht.
Gemäss der Botschaft des Bundesrates zu Art. 23 Abs. 2 IVG soll "nur noch die
Personengruppe der über 20-jährigen Versicherten, die eine (nicht von der IV
finanzierte) Ausbildung abgeschlossen haben und dann einen invalidisierenden
Gesundheitsschaden erleiden, ... weiterhin ein Taggeld in der Höhe der
Mindestgarantie von 30 Prozent des Höchstbetrages (d.h. 88 Fr. pro Tag)
erhalten" (BBl 2005, 4567, vgl. auch 4538; so auch das Urteil des
Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom Urteil vom 20. März 2020, IV.
2018.01047). - Wie erwähnt besteht ein Taggeldanspruch jedoch auch unter den
Voraussetzungen von Art. 22 Abs. 1 IVG (für versicherte Personen in der erstmaligen
beruflichen Ausbildung, vgl. auch BGE 146 V 271 E. 6.3.1). Der Gesetzeswortlaut von
Art. 23 Abs. 2 IVG ordnet zudem seine Rechtsfolge (eines Taggeldanspruchs von 30 %)
für die versicherten Personen an, die (nebst der Vollendung des 20. Altersjahrs) "ohne
Invalidität nach abgeschlossener Ausbildung eine Erwerbstätigkeit aufgenommen
hätten". Die Gesetzesbestimmung stellt gemäss den Erläuterungen des Bundesamtes
für Sozialversicherungen vom 28. September 2007 zu den Änderungen der IVV auf den
1. Januar 2008 (https://www.bsv.admin.ch/bsv/de/home/sozialversicherungen/iv/
grundlagen-gesetze/gesetze-verordnungen.html, Erläuterungen S. 15) eine
Überführung des bisherigen (bis 31. Dezember 2007 geltenden) Art. 22 Abs. 3 IVV ins
Gesetz dar. Der Taggeldanspruch von versicherten Personen in der erstmaligen
beruflichen Ausbildung, die ohne Gesundheitsschaden ihre Ausbildung schon
abgeschlossen hätten, sei neu in Art. 23 Abs. 2 IVG geregelt, weshalb Art. 22 Abs. 3
IVV aufzuheben sei. - Die Verwaltungsweisungen sehen in Rz 3102 KSTI dem oben
Dargelegten entsprechend vor, dass versicherte Personen in der erstmaligen
beruflichen Ausbildung Anspruch auf ein Taggeld von 10 % des Höchstbetrages des
Taggeldes nach Art. 24 Abs. 1 IVG haben, und zwar so lange, als auch eine
nichtbehinderte Person mit gleichem Berufsziel in Ausbildung stehen würde (vgl. dazu
oben E. 4.1.3). Ab dem Zeitpunkt, in welchem eine nichtbehinderte Person diese
Ausbildung abgeschlossen hätte, haben die versicherten Personen Anspruch auf ein
Taggeld in der Höhe von 30 % des Höchstbetrages nach Art. 24 Abs. 1 IVG (Rz 3103
KSTI in der Fassung seit 1. Januar 2019; vgl. dazu oben E. 4.1.2; vgl. auch Entscheid
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. März 2018, IV 2016/352
E. 4.1). Für versicherte Personen, die eine berufliche Ausbildung infolge Invalidität
abbrechen und eine neue beginnen müssen, hält das KSTI ebenfalls fest, dass sie bis
zum Zeitpunkt, in dem die zunächst in Angriff genommene Ausbildung abgeschlossen
worden wäre, Anspruch auf ein Taggeld in der Höhe von 10 % des Höchstbetrages des
4.2.
bis
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Taggeldes haben (Rz 3104, vgl. oben E. 4.1.3), ab dem Zeitpunkt, in dem die
erstmalige Ausbildung ohne Invalidität beendet worden wäre, aber wiederum 30 % des
Höchstbetrages des Taggeldes nach Art. 24 Abs. 1 IVG beanspruchen können (vgl.
Rz 3106 in der Fassung seit 1. Januar 2019, vgl. oben E. 4.1.2).
Zum einen ist die der Beschwerdeführerin zugesprochene Abklärungsmassnahme
des Arbeitsversuchs nach Art. 18a IVG für die Zeit vom 1. September 2019 bis 31. De
zember 2019 wie erwähnt im Rahmen eines Anspruchs auf erstmalige berufliche
Ausbildung erfolgt. Die nachzuholende erstmalige berufliche Ausbildung ist nach dem
Dargelegten als invaliditätsbedingt verspätet zu qualifizieren. Im Rahmen von Art. 4
Abs. 1 IVG kommt es nicht auf die Gleichzeitigkeit (Kontemporalität), sondern auf die
Kausalität von Gesundheitsschaden und Erwerbsunfähigkeit an (BGE 126 V 461). Es
genügt, wenn der Gesundheitsschaden zunächst die erstmalige berufliche Ausbildung
verunmöglicht und diese erst nach Jahren nachgeholt werden kann (vgl. Ulrich Meyer/
Marco Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. A. 2014, N 8 zu
Art. 16; vgl. auch Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
12. Mai 2015, IV 2013/619). Zum andern hätte die Beschwerdeführerin eine erstmalige
berufliche Eingliederung (auch die als Zweites in Angriff genommene) ohne die
Invalidität längst abgeschlossen und stünde mit abgeschlossener Ausbildung im
Erwerbsleben. Demnach steht ihr während dieser Zeit ein Taggeld nach Art. 23 Abs. 2
IVG von Fr. 122.10 zu. - Sie hatte im Übrigen auch schon früher entsprechende
Taggelder nach aArt. 21 Abs. 3 IVV erhalten, der bis 31. Dezember 2003 in Kraft
gewesen war und dann wie erwähnt in Art. 22 Abs. 3 IVV und schliesslich in Art. 23
Abs. 2 IVG überführt wurde. Im Übrigen liegt kein Tatbestand für die Anwendung der
Schlussbestimmung der Änderung vom 6. Oktober 2006 (5. IV-Revision), welche eine
Besitzstandswahrung bei Taggeldern für laufende Eingliederungsmassnahmen
angeordnet hatte, vor, war doch beim Rechtsübergang am 1. Januar 2008 keine
Eingliederungsmassnahme im Gang gewesen.
4.3.
bis
Die angefochtene Verfügung ist demnach (was den Grundsatz der Zusprache eines
Taggelds angeht im Sinn des Antrags der Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort, im Weiteren aber in Abweichung davon) aufzuheben.
4.4.
Die Aufhebung betrifft nach dem Dargelegten beide Teile der angefochtenen
Verfügung, wobei offen bleiben kann, ob dies für die Taggeld-Feststellungsverfügung
auch mangels schützenswerten Interesses (aus dem Grund, dass eine Verfügung auch
erst bei einer allfälligen weiteren beruflichen Massnahme rechtsgestaltend hätte
festgelegt werden können) gilt.
4.5.
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5.