Decision ID: 327ab63c-ca85-460e-9773-290eef7d8ed2
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ war arbeitslos und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen
versichert, als sie am 25. Dezember 2019 bei einem Tauchgang aufgrund einer Welle
gegen einen Stein prallte (Suva-act. 1, vgl. Suva-act. 6). Der am 30. Dezember 2019
erstbehandelnde Prof. Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeinmedizin, diagnostizierte
eine Kontusion beider Patellae. Er attestierte der Versicherten keine Arbeitsunfähigkeit
(Suva-act. 7). Die am 14. Februar 2020 durchgeführten MR-Untersuchungen der
Kniegelenke ergaben beidseits eine diskrete mukoide Degeneration im Hinterhorn des
medialen Meniskus, eine Chondromalazie patellae Grad 1 und einen diskreten
Gelenkserguss. Links zeigte sich zudem eine kleine Bakerzyste (Suva-act. 8, 12). Die
Suva kam für die Kosten der Heilbehandlung auf (Suva-act. 10).
A.a.
Dr. med. C._, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
untersuchte die Versicherte am 18. März 2020. In seinem Bericht vom 26. März 2020
diagnostizierte er einen Status nach Kniegelenksdistorsion beidseits im Dezember
2019 mit persistierender muskulärer Imbalance. Er beurteilte, schwere, intraartikuläre
Schäden liessen sich ausschliessen. Die klinisch vorliegende muskuläre Imbalance
solle physiotherapeutisch behandelt werden. Vor drei Jahren habe die Versicherte
bereits einmal ein ähnliches Problem gehabt (damals Zerrung des vorderen
Kreuzbandes [VKB]), welches durch Physiotherapie ebenfalls wieder habe "ins Lot
gebracht" werden können (Suva-act. 14). Am 10. Juli 2020 berichtete Dr. C._, die
Versicherte klage immer noch über Knieschmerzen, linksbetont. Die initial verordnete
A.b.
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Physiotherapie sei aufgrund der Ausnahmesituation (Covid-Pandemie) nicht begonnen
worden. Die Knieproblematik müsse unbedingt weiter konservativ, muskulär
stabilisierend, behandelt werden (Suva-act. 17).
Am 11. Juli 2020 begab sich die Versicherte aufgrund immobilisierender
Schmerzen am oberen Sprunggelenk (OSG) rechts auf die zentrale Notfallaufnahme
des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG). Die gleichentags im KSSG durchgeführten
Untersuchungen (Röntgen, Sonographie) ergaben keinen Hinweis auf eine Fraktur und
keinen Nachweis eines OSG-Gelenksergusses oder einer Weichteilschwellung sowie
keinen Anhalt für eine septische Arthritis. Die behandelnden Ärzte des KSSG
diagnostizierten unklare Schmerzen OSG rechts (Differentialdiagnosen: initiale
Arthrose, Gicht) und ein chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und
psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41). Sie entliessen die Versicherte mit
Schmerzmitteln nach Hause und empfahlen eine Kontrolle beim Hausarzt (Suva-act.
21, vgl. Suva-act. 18).
A.c.
Am 28. Juli 2020 führte Dr. med. D._, Radiologie E._, eine MR-Untersuchung
des OSG rechts durch. Er beurteilte gleichentags, es liege ein moderater
Gelenkserguss und ein polylobuliertes Ganglion dorsal des Talus vor. Am ehesten
bestehe ein Status nach OSG-Distorsion mit narbig verändertem Ligamentum
fibulotalare anterius (LFTA) und Ligamentum fibulocalcaneare (LFC) sowie ossärem
Bandausriss (Suva-act. 27).
A.d.
Dr. C._ befand am 11. September 2020, ganz offensichtlich sei es beim Unfall
(vom Dezember 2019) durch die Einwirkung der getragenen Flossen zu einer
erheblichen Zerrung/Distorsion am Sprunggelenk gekommen. Einzig hierdurch könne
der ossäre Ausriss des vorderen Aussenbandes am OSG erklärt werden. Die in der
Folge nun aufgetretenen, wiederkehrenden Blockaden seien somit erklärbar. Es
empfehle sich dringlich die operative Revision mit Refixation der partiell ausgerissenen
Bandanteile bzw. mindestens die Entfernung des Ossikels, da andernfalls
Gelenkschäden zu erwarten seien (Suva-act. 31).
A.e.
Suva-Kreisarzt Dr. med. F._, Facharzt für Chirurgie, speziell Unfallchirurgie,
befand am 17. September 2020, beim Unfallereignis vom 25. Dezember 2019 sei das
A.f.
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OSG rechts nicht verletzt worden. Die entsprechenden Beschwerden seien daher nicht
unfallkausal und die Operationskosten nicht zu übernehmen. Auch an den Knien seien
keine zusätzlichen strukturellen Schädigungen im Vergleich zu den dokumentierten
Vorschäden beider Kniegelenke (vgl. MRT von 2017; Suva-act. 23 f.) verursacht
worden. Da im Bericht des KSSG vom 11. Juli 2020 einzig Beschwerden am OSG
rechts festgehalten worden seien, hingegen keine Kniebeschwerden, sei spätestens in
diesem Zeitpunkt die vorübergehende unfallkausale Behandlung abgeschlossen
gewesen (Suva-act. 32, vgl. auch Suva-act. 33 f.).
Mit Schreiben vom 18. September 2020 teilte die Suva der Versicherten mit, sie
stelle die Versicherungsleistungen per 20. September 2020 ein. Die ebenfalls geltend
gemachten Beschwerden am rechten Fussgelenk hätten zu keinem Zeitpunkt im
Zusammenhang mit dem Unfall vom 25. Dezember 2019 oder einem früheren bei der
Suva versicherten Ereignis gestanden. Für das rechte Fussgelenk könne sie daher
keine Leistungen übernehmen (Suva-act. 35).
A.g.
In einer an die Suva adressierten E-Mail vom 23. September 2020 führte Dr. C._
aus, die Verletzung des Sprunggelenks sei mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit auf einen Unfall zurückzuführen. Es liege ein knöcherner Teil-
Ausriss des Aussenbandes vor. Das Alter der Verletzung könne aufgrund der
bildgebenden Diagnostik nicht eruiert werden. Es sei tatsächlich etwas erstaunlich,
dass die Versicherte erst im Sommer Beschwerden angegeben habe. Wahrscheinlich
habe es da eine erneute Traumatisierung gegeben (Suva-act. 45). Dr. F._ befand tags
darauf, entgegen den Aussagen von Dr. C._ dokumentiere das MRT, dass kein
knöcherner Bandabriss/-ausriss stattgefunden habe, sondern es sich um ein Os
subfibulare handle. Dies sei ein akzessorischer Knochen, der zunehmend gehäuft als
angeborener Zusatzknochen beim Menschen zu finden sei. Der Fallabschluss sei also
korrekt (Suva-act. 46).
A.h.
Mit Verfügung vom 24. September 2020 stellte die Suva die
Versicherungsleistungen per 20. September 2020 ein und lehnte eine Leistungspflicht
für die geltend gemachten Beschwerden am rechten Fussgelenk ab (Suva-act. 47).
A.i.
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B.
C.
Dr. C._ führte mit Schreiben vom 1. Oktober 2020 aus, bei der im MRT
sichtbaren Veränderung handle es sich zweifelsfrei um einen ossären Bandausriss,
nicht um ein akzessorisches Ossikel. Aus diesem Grund sei zwangsläufig ein
Unfallereignis Ursache der Störung. Zum Unfallzeitpunkt könne anhand der Bilder keine
Aussage gemacht werden (Suva-act. 57).
A.j.
Am 26. Oktober 2020 erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin lic.
iur. HSG D. Bilgeri, St. Gallen, Einsprache gegen die Verfügung vom 24. September
2020 (Suva-act. 58).
B.a.
Dr. F._ beurteilte am 25. November 2020, selbst bei Vorliegen einer
unfallkausalen Schädigung des rechten Sprunggelenks sei aus
versicherungsmedizinischer Sicht die natürliche Kausalität zum Ereignis vom 25.
Dezember 2019 mit Schambein- und Knieprellung beidseits nicht überwiegend
wahrscheinlich gegeben. Auch finde sich bei der Suva kein vorangegangenes
Unfallereignis als Ursache für einen knöchernen Aussenbandabriss am rechten
Sprunggelenk. Daher seien die Leistungen zu den Beschwerden und zur Behandlung
des rechten Sprunggelenks nicht zu Lasten des Unfallereignisses vom 25. Dezember
2019 zu übernehmen (Suva-act. 61, vgl. auch die Stellungnahme von Dr. F._ vom 2.
November 2020; Suva-act. 59).
B.b.
Mit Entscheid vom 12. Januar 2021 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act.
64-1 ff.).
B.c.
Dagegen erhob die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin), weiterhin
vertreten durch Rechtsanwältin Bilgeri, am 15. Februar 2021 Beschwerde. Sie
beantragte damit, der Einspracheentscheid vom 12. Januar 2021 sei aufzuheben und
die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten, die gesetzlichen
Leistungen aus dem Unfallereignis vom 25. Dezember 2019 zu erbringen; alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G1). Sie reichte unter anderem eine E-Mail von
Prof. B._ vom 12. Februar 2021 ein (act. G1.5).
C.a.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Anspruch der
Beschwerdeführerin auf Versicherungsleistungen gegenüber der Beschwerdegegnerin
bezüglich der Beschwerden am OSG rechts. Weiter Streitgegenstand ist der Anspruch
auf vorübergehende Versicherungsleistungen (Heilbehandlung) über den 20.
September 2020 hinaus betreffend die Beschwerden an den Knien beidseits. Die
Beschwerdeführerin gab auf dem Fragebogen der Beschwerdegegnerin zum
Unfallhergang an, sie habe nach dem Ereignis vom 25. Dezember 2019 Beschwerden
an den Knien sowie im Schambereich gehabt (Suva-act. 1, 6). Bezüglich Letzterer ist
jedoch keine ärztliche Behandlung aktenkundig, so dass davon auszugehen ist, dass
die Beschwerden im Schambereich nicht im Vordergrund standen und sich spätestens
im Leistungseinstellungszeitpunkt vollständig zurückgebildet hatten. Die
Beschwerdeführerin machte sodann im Einsprache- und Beschwerdeverfahren auch
keine Beschwerden im Schambereich mehr geltend und beanstandete die
Leistungseinstellung in dieser Hinsicht nicht.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 26. März 2021 die Abweisung der
Beschwerde (act. G3).
C.b.
Die Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G5).C.c.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Die versicherte Person
hat zudem Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG).
1.1.
Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die
Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für Gesundheitsschäden,
die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis
zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f.; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc
Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar
zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018, [nachfolgend zitiert: KOSS UVG];
Irene Hofer, N 66 zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli
[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019, [nachfolgend zitiert: BSK
UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die
1.2.
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Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Der Beweis des
natürlichen Kausalzusammenhangs (bzw. des Wegfalls desselben) wird in erster Linie
mittels Angaben der medizinischen Fachpersonen geführt (Urteil des Bundesgerichts
vom 1. September 2008, 8C_522/2007, E. 4.3.2; KOSS UVG-Nabold, N 53 zu Art. 6;
BSK UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55). Bei physischen
Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle (BGE 135 V 250 E. 4 mit Hinweisen, 118 V 291 f. E. 3.a, 117 V 365 mit Hinweisen;
SVR 2000 Nr. 14 S. 45).
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers
erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache der fortdauernd
geklagten Beschwerden darstellt, d.h., wenn die Beschwerden nur noch und
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruhen. Im Rahmen der Prüfung des
Dahinfallens der Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es mithin für die
Bejahung des fortbestehenden natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für
die fragliche gesundheitliche Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss
Art. 36 Abs. 1 UVG werden die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die
Taggelder und Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die
Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung
beinhaltet eine Durchbrechung des Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein
Gesundheitsschaden durch das Zusammenwirken konkurrierender, teils
unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen bewirkt worden ist (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18. Februar 2003, U 287/02, E. 4.4). Ebenso wie
der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (Rumo-
Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4; Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N 58). Da es sich um eine
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage,
ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei
der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46
E. 2 mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b). Dieser
muss jedoch nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen erbringen. Ebenso wenig
geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein
1.3.
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Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller
Gesundheit sei (Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2008, 8C_465/2007, E. 3.1 mit
Hinweisen). Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich.
Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind. Die Leistungspflicht
des Unfallversicherers bei einem durch den Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst
manifest gewordenen krankhaften Vorzustand entfällt erst, wenn entweder der
(krankhafte) Gesundheitszustand erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem Unfall
bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher
oder später eingestellt hätte (Status quo sine; vgl. zum Ganzen RKUV 1994 Nr. U 206
S. 328 f. E. 3b mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2007, U 290/06,
E. 3.3).
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Um den Gesundheitszustand beurteilen zu können, ist die Verwaltung und
im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (BGE 125 V 261
E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und
nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den Berichten und
Gutachten, welche die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren
eigenen oder von beratenden Ärzten und Ärztinnen einholen, kann
rechtsprechungsgemäss ebenfalls Beweiswert beigemessen werden (BGE 135 V 467
ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). In solchen Fällen sind an die
Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7;
RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 f. E. 1a).
1.4.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 9/16
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2.
Vorerst ist die Unfallkausalität der Beschwerden am OSG rechts und damit die
diesbezügliche Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu prüfen.
Gemäss Unfallmeldung vom 21. Januar 2020 wurde die Beschwerdeführerin am
25. Dezember 2019 beim Einstieg zu einem Tauchgang von einer Welle erfasst und an
einen Stein geschlagen. Als Verletzungen wurden ein Bluterguss am Schambein sowie
Prellungen an beiden Knien festgehalten (Suva-act. 1). Auf dem Fragebogen der
Beschwerdegegnerin zum Unfallhergang führte die Beschwerdeführerin am 17. März
2020 aus, sie sei zum Tauchen im G._ beim Einstieg ins Wasser gestiegen und habe
die Flossen angezogen. Dann habe sie eine Welle erwischt und gegen einen grossen
Stein geschlagen. Sie habe den Schambereich angeschlagen, die Flossen verdreht und
nicht mehr aufstehen können. Ihr Tauchpartner habe ihr danach im Wasser die
Tauchausrüstung ausgezogen und ihr geholfen, die Treppenstufen rauf zu gehen. Die
Beschwerden im Schambereich hätten sich direkt im Wasser bemerkbar gemacht,
diejenigen an den Knien beim Ausziehen. Zuhause habe sie Schmerzmittel
eingenommen und die Stellen mit "Sportcrème" eingecremt. Die Knie seien
angeschwollen gewesen (Suva-act. 6). Diesen beiden Schilderungen des
Unfallhergangs ist nur eine Verletzung an den Knien und im Schambereich zu
entnehmen. Hinweise auf eine Beeinträchtigung des rechten OSG sind hingegen nicht
ersichtlich. Auch das beschriebene "Verdrehen der Flossen" (Suva-act. 6) muss nicht
zu einer Verletzung des rechten OSG führen.
2.1.
Auch im Bericht über die Erstbehandlung durch Prof. B._ am 30. Dezember 2019
finden sich keine Anhaltspunkte für eine Verletzung am OSG rechts. Prof. B._ hielt als
Diagnose lediglich eine Kontusion beider Patellae fest (Suva-act. 7). Erstmals
aktenkundig erwähnt wurden Beschwerden am OSG rechts im Bericht der zentralen
Notfallaufnahme des KSSG über die Konsultation vom 11. Juli 2020, mithin rund
sechseinhalb Monate nach dem Unfall. Die dort untersuchenden Ärzte berichteten, die
Beschwerdeführerin habe sich aufgrund von vor Kurzem plötzlich aufgetretenen OSG-
Schmerzen rechts notfallmässig vorgestellt. Es bestehe ein Status nach mehreren
orthopädischen Abklärungen bei Verdacht auf Meniskusläsionen der Knie beidseits
nach einem Tauchunfall im Dezember 2019. Abgesehen von Redormin, Escitalopram
und Condrosulf habe die Beschwerdeführerin alle Medikamente abgesetzt, da sie habe
wissen wollen, ob diese wirklich etwas geholfen hätten (Suva-act. 21). Die
Beschwerdeführerin erwähnte den Tauchunfall damit gegenüber den erstmals wegen
der Beschwerden im OSG rechts behandelnden Ärzte, dies jedoch nur im
2.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 10/16
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Zusammenhang mit den erfolgten Abklärungen bezüglich der Kniebeschwerden. Die
erstmalige aktenkundige Erwähnung von OSG-Beschwerden erst sechseinhalb Monate
nach dem Unfall vom 25. Dezember 2019 spricht gegen eine Unfallkausalität. Daran
ändert auch nichts, dass die Beschwerdeführerin am 17. September 2020 gegenüber
der Beschwerdegegnerin telefonisch geltend machte, sie habe infolge von
Rückenschmerzen diverse starke Schmerzmittel nehmen müssen. Im ersten Moment
(nach dem Unfall) seien die Beschwerden im Genitalbereich ganz klar im Vordergrund
gewesen, zudem hätten die Knie geschmerzt. Die Beschwerden im Fuss hätten sich
erst im Juli bemerkbar gemacht, als sich der Knochen "verkantet" habe (Suva-act. 33).
Es ist zwar nachvollziehbar, dass bei der Beschwerdeführerin nach dem Unfall vom 25.
Dezember 2019 vorerst die Schmerzen im Schambereich und in den Knien, sowie die
Behandlung letzterer im Vordergrund gestanden haben und sie allfälligen weiteren
Beschwerden nicht die gleiche Aufmerksamkeit schenkte. Dennoch erscheint es nicht
plausibel, dass - sollte die Verletzung tatsächlich beim Unfall vom 25. Dezember 2019
entstanden sein - während mehr als eines halben Jahres keine Behandlung der OSG
Beschwerden stattfand und den ärztlichen Berichten nicht einmal eine Notiz bezüglich
allfälliger geklagter Beschwerden zu entnehmen ist.
Eine durch die Ärzte der zentralen Notfallaufnahme des KSSG am 11. Juli 2020
veranlasste Röntgenaufnahme hatte einen geringen Gelenkserguss, keine Fraktur
sowie ein rundliches sklerosiertes Ossikel im kaudalen Anteil des Gelenkspalts
zwischen dem lateralen Malleolus und dem Talus (Differentialdiagnose:
Bänderverkalkung, Differentialdiagnose: Os subfibulare) ergeben. Ein weiteres kleines
rundliches Fragment zeigte sich in der lateralen Aufnahme in Projektion posterior des
Talus (Differentialdiagnose: Os trigonum). Eine Weichteilschwellung war nicht
ersichtlich (Suva-act. 18). Auch die gleichentags durchgeführte Weichteilsonographie
ergab keine Weichteilschwellung sowie keinen Nachweis eines OSG-Gelenksergusses
und keinen Anhalt für eine septische Arthritis (Suva-act. 21). Am 28. Juli 2020 führte Dr.
D._ sodann eine MR-Untersuchung durch. Er beurteilte gleichentags, es liege ein
moderater Gelenkserguss und ein polylobuliertes Ganglion dorsal des Talus vor. Am
ehesten bestehe ein Status nach OSG-Distorsion mit narbig verändertem LFTA und
LFC sowie ossärem Bänderausriss (Suva-act. 27). Dr. C._ diagnostizierte darauf in
seinem Bericht vom 11. September 2020 einen ossären Ausriss des FTA OSG rechts
mit Status nach schwerem Sturz mit Distorsion, auch beider Kniegelenke. Er führte aus,
ganz offensichtlich sei es beim Unfall durch die Einwirkung der getragenen Flossen
(Unfall beim Tauchen, Einstieg ins Wasser) zu einer erheblichen Zerrung/Distorsion am
Sprunggelenk gekommen. Einzig hierdurch könne der ossäre Ausriss des vorderen
Aussenbandes erklärt werden. Die in der Folge nun aufgetretenen, wiederkehrenden
2.3.
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Blockaden seien somit erklärbar (Suva-act. 31). Wie jedoch bereits ausgeführt und
auch von Dr. F._ am 17. September 2020 festgehalten (vgl. Suva-act. 32), ist aus der
Schadenmeldung, dem Unfallfragebogen und den bis zum genannten Bericht von Dr.
C._ erstellten medizinischen Akten keine Beteiligung oder gar Schädigung des OSG
rechts beim Unfallereignis vom 25. Dezember 2019 ersichtlich. Die von Dr. C._ am
11. September 2020 erwähnte erhebliche Zerrung bzw. Distorsion des OSG durch die
Einwirkung der Flossen, fand bis dahin keine Erwähnung. In der Beschwerdeschrift
führte Rechtsanwältin Bilgeri ergänzend aus, die Beschwerdeführerin habe es durch
eine Welle mit der Beinstellung eines Frosches und mit einem Zusatzgewicht von rund
20 kg (Tauchflaschen) auf dem Rücken gegen einen Stein geschlagen. Beide Beine
hätten sich in Aussenrotation befunden, damit einhergehend zwingend auch die Hüft-,
Knie- und Fussgelenke. Das sich zurückziehende Wasser habe die Beschwerdeführerin
mit sich gezogen, weshalb auch die Füsse nach dem Anprall an einem Stein durch das
Wasser weiter nach aussen abgedreht worden seien. Durch die starren und je rund 1.5
kg schweren Flossen sei dieser Effekt verstärkt worden (act. G1). Diese Schilderung ist
zwar durchaus plausibel. Selbst wenn sich der Unfall so zugetragen hätte, ist jedoch
wie erwähnt (E. 2.2) nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin während
mehr als eines halben Jahres keine Beschwerden am OSG rechts geltend gemacht
hatte. Offenbar hatte auch Dr. C._ gewisse Zweifel daran, ob die Beschwerden am
OSG rechts tatsächlich durch den Unfall vom 25. Dezember 2019 verursacht worden
waren. So führte er am 23. September 2020 zwar aus, die Verletzung des OSG sei mit
an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf einen Unfall zurückzuführen. Es liege
ein knöcherner Teil-Ausriss des Aussenbandes vor. Das Alter der Verletzung könne
aufgrund der bildgebenden Diagnostik (MRT) jedoch nicht eruiert werden. Noch dazu
sei das MRT "erst jetzt" angefertigt worden, weshalb sich nur noch ein geringer
Bonebruise im Areal des Ausrisses zeige. Es sei tatsächlich etwas erstaunlich, dass die
Beschwerdeführerin erst im Sommer Beschwerden angegeben habe. Wahrscheinlich
habe es da eine erneute Traumatisierung gegeben (Suva-act. 45). Am 1. Oktober 2020
führte er erneut aus, es müsse zwangsläufig ein Unfallereignis Ursache für die Störung
am OSG rechts sein. Zum Unfallzeitpunkt könne anhand der Bilder natürlich keine
Aussage gemacht werden, da keine typische Osteodystrophie/Bonebruise mehr
erkennbar sei. Das MRT zeige somit, dass die Verletzung älteren Datums sei. Ob
dieses drei oder zwölf Monate zurückliege, sei jedoch nicht beurteilbar (Suva-act. 57).
Dr. C._ war damit zwar von einer unfallbedingten Schädigung des OSG überzeugt,
legte sich jedoch nicht darauf fest, dass diese am 25. Dezember 2019 eingetreten war.
Dr. C._ ist der Ansicht, es liege ein knöcherner Bandabriss/-ausriss vor (vgl.
Suva-act. 31, 45). Kreisarzt Dr. F._ stellte sich hingegen am 24. September 2020 auf
2.4.
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den Standpunkt, es habe kein solcher stattgefunden. Stattdessen handle es sich um
ein Os subfibulare, welches zunehmend gehäuft als angeborener Zusatzknochen beim
Menschen zu finden sei (Suva-act. 46). Dr. C._ hielt am 1. Oktober 2020 an seiner
Einschätzung, wonach ein ossärer Bandausriss vorliege, fest. Aus diesem Grunde sei
zwangsläufig ein Unfallereignis als Ursache der Störung zugrundeliegend, keine
Krankheit im versicherungstechnischen Sinne (Suva-act. 57). Nach einer kurzen
Stellungnahme (vgl. Suva-act. 59) äusserte sich Dr. F._ am 25. November 2020
erneut ausführlich zur Unfallkausalität der Beschwerden am OSG rechts. Er führte aus,
er teile weiterhin die Beurteilung des Radiologen Dr. D._. Dieser habe nach der MR-
Untersuchung vom 28. Juli 2020 vage beurteilt, es liege ein Verdacht auf ein kleines
Ossikel im Sinne eines Bandausrisses vor, am ehesten also ein Status nach OSG-
Distorsion sowie ossärem Bandausriss (vgl. Suva-act. 27, E. 2.3). Dies sei auch
passend zur radiologischen Beurteilung der Röntgenaufnahme des rechten OSG vom
11. Juli 2020 (vgl. Suva-act. 18), welche ein rundliches sklerosiertes Ossikel im
kaudalen Anteil des Gelenkspalts zwischen dem lateralen Malleolus und dem Talus
(Differentialdiagnose: Bänderverkalkung oder Os subfibulare) erwähne. Weder der
Bericht des erstbehandelnden Prof. B._ (vgl. Suva-act. 7) noch die Berichte von Dr.
C._ bezüglich der Behandlung der Kniebeschwerden (vgl. Suva-act. 14, 17)
enthielten Hinweise auf eine Verletzung des rechten OSG durch das Ereignis vom 25.
Dezember 2019. Dabei sei aus medizinischer Sicht nicht vorstellbar, dass Dr. C._ bei
seinen Konsultationen als erfahrener Facharzt eine Verletzung des rechten OSG nicht
festgestellt hätte, zumal er selber anführe, dass es eine erhebliche Zerrung oder
Distorsion am Sprunggelenk brauche, um einen knöchernen Ausriss des vorderen
Aussenbandes zu erklären. Es sei aus medizinischer Sicht nicht vorstellbar, dass eine
so schwere Unfallverletzung wie ein knöcherner Aussenbandabriss am rechten OSG
weder von der Beschwerdeführerin selbst bemerkt worden wäre, da hierdurch
erhebliche direkte Schmerzen und eine Minderbelastbarkeit des Sprunggelenks
verursacht würden, noch im Rahmen der Behandlung bei Prof. B._ und Dr. C._
über mehr als sechs Monate lang nicht festgestellt worden wäre. Im Gegensatz dazu
dokumentiere der Bericht der zentralen Notaufnahme des KSSG vom 11. Juli 2020,
dass die Beschwerden und Schmerzen am rechten OSG vor Kurzem plötzlich
aufgetreten seien. Das bedeute wohl zwischen der letzten Konsultation bei Dr. C._
am 3. Juli 2020 (vgl. Suva-act. 17) und der Notfallvorstellung am 11. Juli 2020. Dr. F._
schlussfolgerte überzeugend, es gebe im zeitlichen Verlauf keine Hinweise auf eine
Schädigung des OSG beim Unfall vom 25. Dezember 2019. Selbst wenn die
Röntgenaufnahmen vom 11. Juli 2020 und die MRT vom 28. Juli 2020 des rechten
OSG trotz unterschiedlicher Beurteilung einen alten knöchernen Bandausriss des LFTA
zeigten und somit der Befund einem Unfallereignis zuzuordnen wäre, sei die natürliche
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3.
Weiter umstritten ist die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die
Kniebeschwerden über den 20. September 2020 hinaus. Die Beschwerdegegnerin stellt
sich auf den Standpunkt, der Status quo sine sei in diesem Zeitpunkt erreicht gewesen.
Die Beschwerdeführerin bestreitet dies (act. G1, G3).
Kausalität zum Ereignis vom 25. Dezember 2019 nicht überwiegend wahrscheinlich
gegeben (Suva-act. 61).
Insgesamt ist damit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen,
dass beim Unfall vom 25. Dezember 2019 eine Verletzung des OSG rechts stattfand.
Eine diesbezügliche Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin entfällt folglich. Daran
ändert auch die E-Mail von Prof. B._ vom 12. Februar 2021 an Rechtsanwältin Bilgeri
nichts. Prof. B._ führte darin aus, gemäss Orthopäde (wohl Dr. C._) habe die
Beschwerdeführerin einen Bandausriss am OSG. Sie sei mit harten Flossen tauchen
gewesen. Dabei sei sie von einer grossen Welle erwischt worden. Diese habe sie "über
den Stein genommen" und dabei das OSG verdreht. Es liege keine Fehlbildung oder
etwas Vorbestehendes vor, es sei ein frischer Unfall mit einer frischen Verletzung (act.
G1.5). Prof. B._ setzte sich in seiner E-Mail nicht detailliert mit dem Befund
auseinander, es ist auch nicht bekannt, ob er Kenntnis von der relevanten Bildgebung
hatte. Zudem begründet auch er nicht überzeugend, weshalb der von Dr. C._
diagnostizierte (jedoch nicht unbestrittenermassen vorliegende) Bandausriss beim
Unfall vom 25. Dezember 2019 und nicht bei einem anderen Ereignis geschehen sein
soll. Ersteres ist insbesondere aufgrund des bereits mehrfach erwähnten zeitlichen
Ablaufs nicht plausibel.
2.5.
Die Beschwerdeführerin macht eventualiter geltend, die Beschwerdegegnerin sei
für die Beschwerden am OSG leistungspflichtig, da eine Listendiagnose nach Art. 6
Abs. 2 UVG vorliege (act. G1). Diesbezüglich ist - mit der Beschwerdegegnerin (act. G3)
- festzuhalten, dass ein knöcherner Bandabriss/-ausriss als mögliche Listendiagnose
(Art. 6 Abs. 2 lit. g) nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist (vgl.
E. 2.4). Ausserdem erübrigt sich rechtsprechungsgemäss eine Prüfung der
Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 2 UVG, wenn - wie vorliegend (vgl. E. 2.5) - ein
natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 25. Dezember 2019 und
der Listenverletzung nicht überwiegend wahrscheinlich ist (BGE 146 V 51, E. 9.2).
2.6.
Wie sich aus den Akten ergibt, bestand bei der Beschwerdeführerin bezüglich der
Knie ein Vorzustand. Aufgrund eines am 16. März 2017 erlittenen Sturzes auf die Knie
3.1.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 14/16
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(primär links), war am 28. März 2017 eine MRI-Untersuchung in der Radiologie E._
durchgeführt worden. Diese hatte betreffend das linke Knie eine Zerrung bzw. leichte
interstitielle Partialruptur des VKB im distalen bis mittleren Drittel, eine 6 mm grosse
Ganglionzyste infero dorso-lateral im Hoffa-Fettkörper, eine Plica infrapatellaris, einen
kleinen Reizerguss und eine minimale Baker-Zyste ergeben. Am Knie rechts hatte sich
ein kleiner Reizerguss, eine kleinflächige leichtgradige Chondropathie patellae
paramedian an der medialen Facette sowie eine geringe Chondropathie am proximalen
Rand des lateralen Femurkondylus dorsal mit dort assoziierter kleiner ca. 1 cm grosser
ödemartiger Knochenmarksreaktion subchondral, eine diskrete unspezifische
Strukturirregularität des medialen Meniskus basisnah am Übergang Hinterhorn/Pars
intermedia und eine Plica infrapatellaris gezeigt (Suva-act. 23). Eine MR-Untersuchung
des Knies links vom 21. Juni 2017 hatte ausserdem ein Zeichen eines Impingement der
Plica infrapatellaris, eine leichte Chondropathie patellae Grad 2 und ein geringfügiges
diffuses Ödem der präpatellaren Subkutis zur Darstellung gebracht (Suva-act. 24). Dr.
C._ berichtete am 10. Juli 2020, klinisch liege eine muskuläre Imbalance vor. Vor drei
Jahren habe bereits einmal ein ähnliches Problem bestanden, damals habe sich die
Beschwerdeführerin das VKB gezerrt. Dies habe durch Physiotherapie wieder "ins Lot
gebracht" werden können (Suva-act. 14).
Der nach dem Unfall vom 25. Dezember 2019 erstbehandelnde Prof. B._
diagnostizierte am 30. Dezember 2019 eine Kontusion beider Patellae. Als objektiven
Befund hielt er fest: "Knie bds: kein Erguss, Bursa indolent, keine Schwellung, kein
Hämatom über Bursa, kleines Hämatom über Tuberositas tibiae, VKB und
Seitenbänder stabil, keine Meniskuszeichen, Zohlenzeichen positiv" (Suva-act. 7). Die
von ihm veranlassten MR-Untersuchungen der Kniegelenke ergaben am 14. Februar
2020 beidseits eine diskrete mukoide Degeneration im Hinterhorn des medialen
Meniskus, eine Chondromalazie patellae Grad 1 und einen diskreten Gelenkserguss.
Links zeigte sich zudem - wie bereits im Jahr 2017 (vgl. Suva-act. 23) - eine kleine
Bakerzyste (Suva-act. 8, 12). Ab 18. März 2020 war die Beschwerdeführerin bei Dr.
C._ in Behandlung. Dieser diagnostizierte am 26. März 2020 einen Status nach
Kniegelenksdistorsion beidseits im Dezember 2019 mit persistierender, muskulärer
Imbalance. Anamnestisch hielt er fest, vor allem das Treppensteigen sei schmerzhaft,
heruntergehen kaum möglich. Das Gehen in der Ebene gehe noch am besten, auch
das Abdrehen sei schmerzauslösend. Dr. C._ beurteilte, schwere, intraartikuläre
Schäden liessen sich ausschliessen. Klinisch liege eine muskuläre Imbalance vor,
welche physiotherapeutisch behandelt werden sollte. Sollte ein weiterer Zyklus
Physiotherapie notwendig werden, könne er diesen gerne bescheinigen. Eine
Verlaufsbeurteilung sei nur bei Bedarf erforderlich (Suva-act. 14). Aus diesen Berichten
3.2.
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der behandelnden Ärzte lässt sich insgesamt schliessen, dass es beim Unfall zu keinen
strukturellen Verletzungen an den Knien kam und sie eine konservative
(physiotherapeutische) Behandlung für ausreichend erachteten. Auch Kreisarzt Dr.
F._ befand am 17. September 2020, an den beiden Knien seien keine zusätzlichen
strukturellen Schädigungen zu den dokumentierten Vorschäden beider Kniegelenke
verursacht worden (Suva-act. 32).
Am 10. Juli 2020 berichtete Dr. C._, die Beschwerdeführerin klage immer noch
über Knieschmerzen, linksbetont. Die initial verordnete Physiotherapie sei aufgrund der
Ausnahmesituation (Covid-Pandemie) nicht begonnen worden. Die Beschwerdeführerin
führe die Übungen nun zu Hause mit einem anderen Therapeuten durch. Als Befund
hielt Dr. C._ einen allenfalls minimalen Gelenkserguss bei passiv freier
Kniegelenksbeweglichkeit fest. Es bestehe eine ausgeprägte Dolenz peripatellar, lateral
betont, mässig auch über der palpablen Plica mediopatellar. Die Bandstabilität sei
regelrecht und die Translation der Patella sei mässig dolent, aber seitengleich möglich.
Der Muskelstatus sei mässig, also noch ausbaubar. Er beurteilte, die Knieproblematik
müsse unbedingt weiter konservativ, muskulär stabilisierend behandelt werden. Es
brauche dringlich ein Beinachsen-Training zur Stabilisierung der Patella. Erschwert
werde dieses durch die lumbalen Beschwerden mit einer Einschränkung auch im
Hüftbereich. Die Beschwerdeführerin setze die Therapie fort und melde sich bei Bedarf.
Eine Infiltration sei nicht gewünscht und derzeit auch nicht zielführend (Suva-act. 17).
Im weiteren Verlauf standen die Beschwerden am OSG rechts sowie deren Behandlung
im Vordergrund (vgl. Suva-act. 21, 31). Im Bericht über die notfallmässige Konsultation
im KSSG am 11. Juli 2020 wurden einzig die Beschwerden am OSG rechts, jedoch
nicht allfällige Kniebeschwerden erwähnt (vgl. Suva-act. 21). Dr. F._ schloss am 17.
September 2020 daraus, dass spätestens am 11. Juli 2020, also knapp sieben Monate
nach dem Unfall vom 25. Dezember 2019 die vorübergehende unfallkausale
Behandlung der Kniebeschwerden abgeschlossen war (Suva-act. 32, vgl. auch Suva-
act. 61). Dieser Schluss ist zwar insofern fraglich, als Dr. C._ wenige Tage zuvor eine
weitere Behandlung der Kniebeschwerden noch für nötig erachtet hatte (Suva-act. 17).
Zudem müssen anlässlich der Konsultation auf der zentralen Notfallaufnahme nicht
zwingend sämtliche Beeinträchtigungen thematisiert worden sein. Die dann akuten
Beschwerden könnten im Vordergrund gestanden haben. Jedoch ist auch in den
folgenden medizinischen Berichten keine Rede mehr von Kniebeschwerden. Dr. C._
erwähnte in seinem Bericht vom 11. September 2020 und seiner E-Mail vom 13.
September 2020 allfällige Kniebeschwerden nicht einmal am Rande (vgl. Suva-act. 31,
45). In Kenntnis der ablehnenden Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 24.
September 2020 (vgl. Suva-act. 47) äusserte sich Dr. C._ sodann am 1. Oktober
3.3.
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