Decision ID: 12e6746d-321d-5b68-9ec9-5f2d63a622b0
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1969, meldete sich am 15. April 2009 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2). Die Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfügungen vom 9. September 2011 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % ab 1. November 2009 eine ganze und bei einem Invaliditätsgrad von 50 % ab 1. September 2010 eine halbe Rente zu (Urk. 7/39-41).
Am 16. November 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, der Renten
anspruch sei unverändert (Urk. 7/57).
1.2
Nach Eingang eines am 9. Januar 2015 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 7/66) liess die IV-Stelle den Versicherten beim Regionalen Ärztlichen
Dienst (RAD) psychiatrisch abklären (vgl. Untersuchungsbericht vom 10. Februar
2016; Urk. 7/82). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren
(
Urk. 7/85 = Urk. 7/87
;
Urk. 7/86, Urk. 7/90
)
klärte die IV-Stelle den Sachverhalt gestützt auf die vom Versicherten erhobenen Einwände weiter ab und hob nach neuerlich durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/96; Urk. 7/103, Urk. 7/105) schlies
s
lich mit Verfügung vom 15. Juli 2016 die bisher ausgerichtete Rente auf (Urk. 7/106 = Urk. 2).
2.
Der
Versicherte erhob am
14. September 2016
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 15. Juli 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine Rente auszurichten. Eventuell seien ergänzende psychiatrische Abklärungen vorzunehmen (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 14. Oktober 2016 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 19. Janu
ar 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8). Mit Verfügung vom 16. Novem
ber 2017 wurde die Pensionskasse der Y._ zum Prozess beigeladen (Urk. 9). Die Stellungnahme der Beigeladenen vom 24. November 2017 (Urk. 11) wurde den anderen Verfahrensbeteiligten am 28. November 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 13).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
be
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheits
zu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art. 17 Abs. 1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer mate
riellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsab
klärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beur
teilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zuge
mutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
gemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege
benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.5
Den
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt
nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/bb/ee). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxis
gemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unab
hängi
ger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest
stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4).
1.6
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
ist mit jenem externer medizinischer Sach
ver
ständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere den psychiatrischen Untersuchungs
bericht des RAD vom 10. Februar 2016 (Urk. 7/82), davon aus, dass der Be
schwer
deführer nach medizinischer Einschätzung jegliche Tätigkeiten, welche seinen Fähigkeiten entsprächen, ausführen könne. Eine Leistungsfähigkeitsein
schränkung bestehe zu 20 % aufgrund verminderter Durchhaltefähigkeit (Urk. 2 S. 2 Mitte).
Der Beschwerdeführer arbeite im Finanzsektor, habe eine Ausbildung zum Treu
händer absolvieren können und diese als Zweitbester bestanden. Infolge
dessen würden erhebliche Ressourcen vorliegen. Bei der Berechnung des Invaliditäts
grades sei daher die Einreihung in das Kompetenzniveau 3 richtig (S. 3 oben).
In der Beschwerdeantwort vom 14. Oktober 2016 (Urk. 6) führte die Beschwer
de
gegnerin zudem aus, dass die erfolgte Renteneinstellung auch mit der sub
stituierten Begründung der Wiedererwägung zu schützen wäre. Denn bei Rentenzusprache habe eine rezidivierende depressive Störung, leicht bis mittel
gradige Episode, vorgelegen. Diese Diagnose sei aufgrund der damals erhobenen Befunde jedoch fraglich. Darüber hinaus sei dem damaligen Gutachten klar zu entnehmen, dass keine Behandlung stattgefunden habe. Somit habe nicht von einem therapieresistenten Leiden ausgegangen werden können und sei kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorgelegen.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber beschwerdeweise auf den Stand
punkt (Urk. 1), es treffe nicht zu, dass er über eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten oder auch in einer angepassten Tätigkeit verfüge (S. 5 unten f.). Gestützt auf die Stellungnahme von Dr. Z._ vom 8. Juli 2015 sei davon auszugehen, dass der RAD die gesundheitliche Beeinträchtigung in ihrem Schweregrad nicht ausreichend erfasst habe (S. 6 unten). Aus Sicht von Dr. Z._ sei ihm in einer angepassten Tätigkeit nach wie vor nur ein 60%iges Pensum zumutbar (S. 7 Mitte). Auch Dr. A._, bei welchem er in therapeutischer Behandlung stehe, sei mit der Beurteilung des RAD nicht ein
verstanden (S. 8 unten f.). Gemäss Beurteilung von Dr. A._ bestehe in der Gesamtbetrachtung des bisherigen und aktuellen Krankheitsverlaufs eine 50 bis 60%ige Arbeitsfähigkeit (S. 9 Mitte). Weiter seien die Einschätzungen von Dr. Z._ und Dr. A._ dem RAD nicht zur Stellungnahme unterbreitet worden (S. 11 unten). Auf die Beurteilung des RAD könne vorliegend deshalb nicht abgestellt werden. Vielmehr sei auf die Einschätzung von Dr. Z._ und Dr. A._ abzustellen (S. 12 oben).
Sowohl der RAD wie die behandelnden Ärzte seien sich einig, dass er für eine Tätigkeit wie die frühere bei der B._ nicht mehr geeignet sei, da er in seiner Belastbarkeit deutlich eingeschränkt sei. Es sei ihm deshalb keine komplexe Tätigkeit im Finanz- und Versicherungsdienstleistungsbereich mehr zumutbar. Für das Invalideneinkommen könne deshalb nicht auf das Kompetenzniveau 3
abgestellt werden. Er verfüge hierzu nicht über die notwendigen Ressourcen (S.
12
Mitte). Bei einem zumutbaren Pensum von 60 % resultiere damit ein Invaliditätsgrad von 64 %. Selbst wenn man von einem zumutbaren Pensum von 80 % ausgehe, resultiere weiterhin ein Anspruch auf eine Rente (S. 14).
2.3
Die beigeladene Pensionskasse hielt zusammengefasst fest, die von der IV-Stelle vorgenommene Renteneinstellung sei korrekt, da aus medizinischer Sicht eine Verbesserung des Gesundheitszustands ausgewiesen sei und kein invalidisie
ren
der Gesundheitsschaden mehr vorgelegen habe. Zudem hätten bei der Renten
zusprache erhebliche psychosoziale Belastungsfaktoren bestanden. Allenfalls sei ein psychiatrisches Obergutachten einzuholen. Auch seien näher dargelegte Anpassungen im Bereich des Einkommensvergleichs zu prüfen (Urk. 11).
2.4
Strittig und zu prüfen ist, ob und allenfalls in welchem Ausmass sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers seit der Verfügung
vom 9. September 2011
verändert haben.
3.
3.1
Die massgebende medizinische Aktenlage bei Erlass der ursprünglichen Ver
fügung vom 9. September 2011 (Urk. 7/37, Urk. 7/39) stellte sich wie folgt dar:
3.2
Dr. med. Z._, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie, führte im Bericht vom 27. Mai 2009 (Urk. 7/9) aus, er behandle den Beschwerdeführer seit dem 5. März 2009 (Ziff. 1.2) und nannte als Diagnose (Ziff. 1.1) eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelschwere bis schwere depressive Episode (ICD-10 F33.2). Dazu führte er aus, aufgrund von Überforderung, Denkblockaden, Angst und Spannungen gegen Mitarbeiter habe für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Bankier vom 5. März bis 26. Mai 2009 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab dem 26. Mai 2009 bestehe eine 90%ige Arbeitsunfähigkeit. Für eine andere, weniger belastende Tätigkeit bestehe dagegen eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6). Im Verlauf mehrerer Monate sei eine Verbesserung zu erwarten, so dass geschätzt ab September 2009 noch eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe (Ziff. 1.8-9).
Am 20. Mai 2010 (Urk. 7/23) berichtete Dr. Z._ von einem unver
änder
ten Gesundheitszustand (Ziff. 1.1).
3.3
Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im psychiatrischen Gutachten vom 10. September 2010 (Urk. 7/27) als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1), eine Persönlichkeit mit emotional instabilen und narzisstischen Zügen sowie anamnestisch einen phasenweisen Alkohol
abusus (S. 8 oben). Aufgrund des leichten bis mittelgradigen depressiven Syn
droms auf dem Hintergrund der akzentuierten Persönlichkeitszüge sowie der Dekonditionierung sei von einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit auszugehen. Nach einer Einarbeitungsphase von einigen Monaten sollte die Arbeitsfähigkeit gesteigert werden können. Bei Verstärkung der depressiven Symptomatik seien eine Anpassung der Behandlung und ein Wiederbeginn der psychophar
mako
logischen antidepressiven Behandlung angezeigt. Darunter sollte mittelfristig (sechs bis zwölf Monate) wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit als Bank
mitarbeiter erreicht werden können (S. 9 Ziff. 2). Die beschriebene Arbeits
fähigkeit gelte auch für angepasste Tätigkeiten (S. 9 Ziff. 3). Aus therapeu
tischen Gründen wäre die rasche Wiederaufnahme einer Arbeitsfähigkeit zu 50 % sinnvoll (S. 10 Ziff. 6).
Aufgrund der in der Adoleszenz erlebten emo
tio
nalen Deprivation leide der Explorand unter Sch
wierigkeiten in der Emotions
wahrn
ehmung und im Ausdruck. Dies
sei
als prädisponierender Krankheits
faktor im Austrittsbericht der
D._
bereits erwähnt
worden
. Im weiteren Verlauf beschreib
e
der ambulant behandelnde Psychiater eine aus
geprägte emotionale Instabilität und Affektlabilität. Dies
sei
vom Exploranden auch anlässlich der gutachter
l
ichen Untersuchung beschrieben
worden
. Auch klinisch
mache
der Explorand einen emotional brüchigen Eindruck. Die Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
sei
einerseits durch das aktuell weiter besteh
ende leichte bis mittelgradige depressive Syndrom sowie die emotionale Insta
bilität, die in der Persönlichkeit des Exploranden wurz
le
, begründet
(S. 11 Ziff. 7). Die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % sei auf ein psychisches Leiden mit Krankheitswert zurückzuführen. Psychosoziale Faktoren hätten den Verlauf mit beeinflusst und insbesondere die beiden Dekompensationen mit nachfolgenden Hospitalisationen im Jahre 2006 und 2008 ausgelöst. Die feh
lende Tagesstruktur und die nicht Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit hätten sich ebenfalls ungünstig und chronifizierend auf den Krankheitsverlauf ausge
wirkt (S. 11 Ziff. 9).
3.4
Dr. med. E._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, RAD, führte in der Stellungnahme vom 22. November 2010 (Urk. 7/32 S. 5 f.) aus, das psychia
trische Gutachten sei vollständig und schlüssig. Der relevante Gesundheits
schaden sei ausgewiesen in Form einer derzeit noch leicht bis mittelgradigen depressiven Episode. Damit seien in der angestammten und zugleich leidensan
gepassten Tätigkeit als Bankangestellter eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab November 2008 und eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab Mai 2010 ausgewiesen. Die Prognose im Hinblick auf eine Steigerung der Restarbeitsfähigkeit sei gut, und es sollte deshalb spätestens in einem Jahr erneut medizinisch beurteilt werden. Es sei in diesem Zusammenhang eine Schadenminderungspflicht im Sinne einer nachhaltigen fachärztlichen Psycho- und Pharmakotherapie aufzu
er
legen (S. 6 oben).
3.5
Gestützt darauf sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 9. September 2011 ab 1. November 2009 eine ganze und ab 1. September 2010 eine halbe Rente zu (Urk. 7/39-41).
4.
4.1
Im Rahmen der
nachfolgenden
Renten
revisionen
holte die Beschwerdegegnerin die folgenden medizinischen Berichte ein:
4.2
Dr. Z._ (vorstehend E. 3.2) berichtete im Verlaufsbericht vom 30. Mai
2015 (Urk. 7/76) von einem stationären Gesundheitszustand (Ziff. 1.1) und nannte als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, aktuell (unter medi
kamentös-antidepressiver Behandlung) mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1), intermittierend (tageweise, auch saisonal) schwere depressive Episoden ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2) sowie akzentuierte Persönlich
keits
züge (narzisstische, abhängige, aggressionsgehemmte; ICD-10 Z73.1). Diffe
ren
tialdiagnostisch nannte er eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) mit den obengenannten Zügen (Ziff. 1.2).
Angepasste Tätigkeiten würden zu einem Pensum von total 60 % stattfinden. Dabei bestehe eine normale Belastbarkeit. Der Beschwerdeführer sei mit diesem Pensum vorläufig noch ausgelastet (Ziff. 2.1). Im Winterhalbjahr würden die Konsultationen alle zwei Wochen und im Sommerhalbjahr alle vier bis fünf Wochen stattfinden. Es finde eine integrierte psychiatrische Behandlung statt. Es würden systemische und vor allem kognitive Methoden zur Anwendung kommen, nebst der stützenden Funktion der Therapie in suizidalen Krisen (Ziff. 3.1-2). Die Prognose sei verhalten optimistisch, was eine Steigerung des Pensums innerhalb der jetzigen, angepassten Tätigkeit anbelange über mehrere Jahre hinweg. Hinsichtlich der Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit bei der B._ sei die Prognose pessimistisch und es bestehe eine dauerhafte Nicht-Eignung für jene Arbeit und jenes berufliche Umfeld (Ziff. 3.3). Die Motivation des Beschwerdeführers sei hoch bis sehr hoch. Er habe sich dadurch anfänglich überfordert, weshalb es länger bis zu einer angepassten Wiedereingliederung gedauert habe (Ziff. 4.3). Es bestünden keine krankheitsaufrechterhaltenden Faktoren (Ziff. 4.4).
4.3
Im psychiatrischen Untersuchungsbericht des RAD vom 10. Februar 2016 (Urk. 7/82) nannte dipl. med. F._, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie, als psychiatrische Diagnosen (S. 5 Mitte) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig teilweise remittiert (
ICD-10
F33.4)
, ein leichtes residuales Erschöp
fungssyndrom, sowie eine akzentuierte emotional instabile und narzisstische Persönlichkeit (ICD-10 Z73.1).
Betrachte man die Entwicklungsgeschichte
,
so
werde
von einem emotiona
l
kühlen Elternhaus und einem relativ späten Sprachbeginn berichtet. Ansonsten
sei
die früh- und kindliche Entwicklung unauffällig
gewesen
. Auffallend
sei
weiterhin eine Phase der Rebellion gegen das
konservative
Elternhaus durch Mopeddiebstahl und späteres Dealen mit Cannabis und eigenem Drogenkonsum. Die beruflichen Vorstellungen
seien
im jungen Erwachsenenalter noch nicht genau festgelegt
gewesen
. Es
sei
ein Ausbildungsabbruch
und dann eine KV-Lehre ohne grosse Motivation
erfolgt
. Später
sei
er auf Reisen
gegangen,
bis das Geld aufgebraucht
und eigentlich
schon ein Schulbesuch in Australien gebucht
gewesen sei
. Nach den Reisen
sei
er dann dem väterlichen Vorbild
gefolgt
und in die Finanzbranche
gegangen
und
habe
sich später mit verschiedenen Firmen selbstständig
gemacht
. Auffallend
seien
auch die verschiedenen selten sehr lang dauernden beruflichen Aktivitäten. Daneben
seien
immer noch weitere Ausbil
dungen (Weinsensorik, Yoga, Massage, Treuhänder) gemacht worden (S. 6 oben)
.
Bis zur ersten depressiven Krise
im Jahr
2006
habe
es dahingehend keine Auf
fälligkeiten
gegeben
. Diese
seien
unter sehr hohen psychosozialen Belastungen (Tod des Vaters, Firmenabwicklung, Geburt des Sohnes, Depression der Ehefrau und Bau eines Hauses)
auf
getreten.
I
m Jahr
2008
hätten
dann zunehmende Ehekonflikte und hohe berufliche Belastungen
bestanden
mit erneuter Dekom
pensation.
Danach
sei es zu einer
sehr langsame
n
und schleppende
n
Verbes
se
rung des Gesundheitszustandes
und Aufnahme von Teilzeittätigkeiten
mit gleich
zeitiger
Berentung
gekommen
.
Durch die Berentung
sei
auch von einem sekundä
ren Krankheitsgewinn auszuge
h
en, welche eine umfassende therapeu
tische Auseinandersetzung mit seiner Biographie bisher auch verhindert
habe (S. 6 Mitte)
.
Der
Beschwerdeführer
habe
eine sehr hohes Leistungsideal und Ideal-lch, welches mit dem realen Ich schon lange nicht mehr übereinstimm
e
. Dadurch
komme
es immer wieder zu intrapsychischen Konflikten und de
pressiven Krisen.
Im Gespräch
habe
der
Beschwerdeführer
wenig selbstreflektiert und stark ich-bezogen
gewirkt
. Trotz allem geh
e
der
Beschwerdeführer
weiter
hin
zwei
verschiedenen Teilzeittätigkeiten nach, welche er wenig befriedigend finde. Deshalb
sei
auch eine Weiterbildung zum Treuhänder
erfolgt
. Weiterhin
seien
die beruflichen Vorstellungen eher
v
age und recht anspruchsvoll. Hier
werde
sich zeigen, ob ein Scheitern nicht bereits wieder vorprogrammiert
sei (S. 6 unten)
.
Betrachte
man nun die Psychopathol
ogie, so stehe
die auffällige emotional instabile und narzi
s
stische Persönlichkeitsstruktur im Vordergrund. Diese Züge
hätten
i
h
n zum Teil beim beruflichen Aufstieg unterstützt
und hätten
auf der anderen Seite aber auch zu Beziehungsproblemen im Beruf
,
aber auch privat geführt.
Die Kategorie einer Störung nach ICD-10
sei
jedoch nicht erreicht, da sie sich nicht in allen Bereichen des Lebens schwerwiegend aus
wirk
e
.
Der Beschwerdeführer sei
wieder in der Lage
,
eine Beziehung einzugehen,
habe
wieder Kontakt zu seinem Sohn, pfleg
e
Freundschaften. Zudem beteilig
e
er sich in der Haushaltsführung.
Die depressive Symptomatik
habe
sich verbessert, es
sei
noch ein residuales Erschöpfungssyndrom vorhanden
(S. 6 unten)
.
Die psychiatrische Behandlung
habe
bisher viel zu wenig Wert auf die Per
sönlichkeitsstruktur gelegt
, sei
zudem in der Frequenz nicht ausreichend und auch die Depre
ssionsbehandlung nicht immer up to
date. Sinnvoll erschein
e
hier neben der antidepressiven Behandlung auch eine Behandlung mit einem Stimmungsstabilisierer
,
aber noch mehr wäre eine intensive psycho
therapeu
tische Behandlung bei einem Psychologen zu wünschen.
Die diagnostischen Ein
schätzungen seien
mit allen Vorunterlagen und diagnostischen Ein
schät
zungen
übereinstimmend
. Abweichend
sei
nur die Einschätzung des Schwere
grades der Depression. Hier
finde
sich keine durchgehend depressive Stimmung mehr, ebenfalls keine deutliche Antriebsstörung oder ein Interesse- und Freud
verlust. Einzig
sei
noch die leicht erhöhte Erschöpfbarkeit vorhanden. Somit
seien
die Hauptkriterien nach ICD-10 nicht in ausreichendem Masse vorhanden
(S. 7 oben)
.
Der Beschwerdeführer könne
jegliche Tätigkeiten, welche seinen Fähigkeiten
entsprächen
ausführen. Optimal
wären
Tätigkeiten, welche abwechslungsreich
seien
, wenig Kundenkontakt beding
t
en
und auch nicht an starre Arbeitszeiten gebunden
seien
. Eine Leistungseinschränkung von
zirka 20 %
könne
infolge der Störung der Durchhaltefähigkeit angenommen werden.
Der
Gesundheitszustand
habe
sich ab Zeitpunkt der Untersuchung gebessert. Eine Rückkehr in die Tätig
keit bei der
B._
könne
nicht empfohlen werden. Für eine angepasste Tätigkeit besteh
e
eine
Arbeitsfähigkeit von 80 % (S. 7 Mitte)
.
4.4
Dr. Z._ (vorstehend E. 3.2) nahm zum psychiatrischen Untersuchungs
bericht des RAD am 8. Juli 2016 (Urk. 7/104 = Urk. 3/3) Stellung und führte unter anderem aus, seiner Ansicht nach
werde
die Beeinträchtigung durch die rezidivierende depressive Störung zu gering eingeschätzt. Es stell
e
einen Wider
spruch dar, dass einerseits in der Anamnese von einem Zusammenbruch im
Februar 20
15 berichtet
werde
mit Erholung erst wieder im Herbst 2015 (also länger als ein halbes Jahr dauernd), andererseits diagnostisch von eine
m
„leich
ten residualen Erschöpfungssyndrom" gesprochen werde. Wenn, wie beschrie
ben,
die depressiven Einbrüche wiederkehrend auftreten (umso plausibler bei posi
tiver Familienanamnese
bezüglich
psychiatrischer Erkrankungen) und oft einige Zeit
(mehrere Wochen bis Monate) dauern
würden
,
habe
insgesamt (sozusagen „gemittet über mehrere Jahre") die rezidiverende depressive Störung eine deut
lichere Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit,
als durch die Nennung eines „leich
ten residualen Erschöpfungssyndroms" suggeriert
werde (S. 1 Mitte)
.
Nicht in Erwägung gezogen
werde
, dass sich
der Beschwerdeführer
im Rahmen
seiner narzisstischen Persönlichkeitszüge in der Untersuchungssituation „zusam
men
reiss
e
", gemäss
dipl.
med.
F._
aber doch
habe
weinen
müssen
.
Der Be
schwerdeführer
stell
e
sich eher „zu gut" dar (aus Zweckoptimismus und Scham gegenüber dem RAD). Dies
werde
im Abschnitt „Aggravation/Bagatellisierung" nicht reflektiert. Gemäss dieser Überlegung
sei
es, in Kombination mit den von
dipl.
med.
F._
ebenfalls genannten akzentuierten Persönlichkeitszügen, durch
aus klar, dass der
Gesundheitsschaden
eine gewisse Relevanz
aufweise
. Diese
werde
, übereinstimmend mit dem realen Funktionsniveau, in angepasster Tätigkeit
vom Beschwerdeführer
auf 60
%
beziffert. Wenn
der Beschwerdeführer
ang
ebe
, in „guten Zeiten" sei auch mehr möglich, so
sei
zu überlegen, dass die „guten Zeiten" im Jahr 2015 gemäss Anamnese gerade mal
fünf
Monate
ge
dauert hätten
(Januar sowie September bis Dezember 2015) - und diese „guten Zeiten"
hätten
nur die bekannten angepassten Tätigkeiten
erlaubt (S. 1 unten)
.
Obwohl
d
ipl. med.
F._
die gesundheitliche Beeinträchtigung
des Beschwer
deführers
durch die kombinierte Diagnose „Depression/Persönlichkeit" in ihrem Schweregrad nicht ausreichend
erfasse, gelange
er zur Einschätzung, dass in eine strenge Tätigkeit wie bei der
B._
nicht zurückgekehrt werden
könne
, dass
der Beschwerdeführer
seine berufli
chen Aussichten eher überschätze
(„berufli
ches Scheitern vorprogrammiert") und dass eine „angepass
te Tätigkeit" (hierin beschreibe dipl.
med.
F._
plausible Einschränkungen, welche der Unter
zeich
nende ebenfalls
festgestellt habe
) nötig
sei
. Das Pensum in
einer
ange
passten Tätigkeit, welches
d
ipl. med.
F._
für m
ö
glich
halte
(80
%
),
wider
spreche
sowohl den Diagnos
en, den Befunden sowie der von d
ipl. med.
F._
erhobenen Anamnese (mit den mehrmonatigen Einbrüchen). Im
W
eiteren
bleibe
unklar, wie
d
ipl. med.
F._
eine intensive Psychotherapie und einen St
im
mungsstabilisator als Zusatzb
ehandlung fordern
könne
, während er die gesund
heitliche Beein
trächtigung als nur leicht (20%
) eingeschränkt
sehe
(wenn eine intensivere Behandlung nötig
sei
/wäre, so müsste auch ein schwerer beinträch
tig
t
er Gesundheitszustand angenommen werden).
Selbstverständlich finde eine kontinuierliche Psychotherapie statt, welche aber
der Beschwerdeführer
gemäss seiner Persönlichkeit schamhaft „bagatellisier
e
"
.
D
ie Sitzungen
würden
meist
zirka
1.5 Stunden
dauern
, wodurch
zirka
eine Frequenz von 1
Stunde
alle 14 Tage erreicht
werde.
D
ie
Psychotherapie diene
Kriseninterventionen bei depressiven Einbrüchen, der Bewältigung der Gegen
wart, der Aufarbeitung der Vergangenheit und
der Persönlichkeitsmodifikation.
D
efinitionsgemäss
sei
der Verlauf bei Persönlichkeitsauffälligkeiten zäh - wie
d
ipl. med.
F._
in seinem Bericht bezüglich der Erholung vom zweiten grossen Zusammenbruch im Jahr 2008 erkannt
habe
- und erstreck
e
sich über Monate bis Jahre, da nur der jeweilige Leidensdruck bewirk
e
, dass
der Be
schwer
deführer seine angestammten Denkmuster revidiere. Eine höhere Sitzungs
frequenz bei narzisstischen Zügen und entsprechendem Autonomie
b
edürfnis sowie Scham
sei
nicht realistisch
.
I
m Weiteren arbeite
der Beschwerdeführer
zunehmend kognitiv im Rahmen von „Hausaufgaben", durch Lektüre, Selbst
beobachtung und Se
l
bstkorrektur
.
D
ies
habe der Beschwerdeführer
wohl eben
falls
vergessen,
gegenüb
er dem RAD zu erwähnen. Zudem sei der Beschwer
de
führer
in Behandlung bei Herrn
A._ (S. 2 oben)
.
Aus
seiner Sicht sei der Beschwerdeführer
deshalb in angepasster Tätigkeit nach wie vor nur zu einem 60%igen Pensum arbeitsfähig, dies voraussichtlich noch mehrere Jahre gemäss dem bisherigen, plausiblerweise zähen Verlauf. Es be
steh
e
im Fall eines erhöhten Pensums die Gefahr einer zusätzlichen Chronifi
zierung mit Hospitalisationen und
konsekutiv
erniedrigter
Arbeitsfähigkeit
(S. 2 Mitte)
.
Zusammenfassend würden die Befunde im RAD-Bericht einer Moment
auf
nahme entsprechen. In Zusammenschau mit der Anamnese über mehrere Monate hinweg ergebe sich ein vollständigeres Bild des Gesundheitszustandes (S. 2 unten). Im Mittel bestehe eine 60%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit. Der Beschwerdeführer könne komplexe praktische Tätigkeiten mit grossem Wissen in einem Spezialgebiet unter den genannten Bedingungen ausüben, jedoch nicht im Umfang von über 60 % und nur mit reduzierter Durchhaltefähigkeit und in wohlwollendem, sinnstiftendem Umfeld (S. 3 oben).
5.
5.1
Voraussetzung für eine Rentenrevision ist das Vorliegen eines Revisionsgrundes und damit eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen (vgl. vorstehend E.
1.2).
Die Frage, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert hat, beurteilt sich durch einen Vergleich des Gesundheitszustandes im Zeitpunkt der renten
zusprechenden Verfügung vom 9. September 2011 mit dem Gesundheitszustand im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (Urk. 2).
Die ursprüngliche Rentenzusprache erfolgte im Wesentlichen gestützt auf das psychiatrische Gutachten von
Dr. C._
, der eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht bis mittelgradige depressive Episode sowie eine Per
sönlichkeit mit emotional instabilen und narzisstischen Zügen diagnosti
zierte
und daraus eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ableitete
(vgl. vorstehend E. 3.3).
5.2
Unbestritten und gemäss den i
m Rahmen der
nachfolgenden Rentenrevisionen
(vorstehend E.
4.1)
eingeholten Berichten ausgewiesen ist, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der ursprünglichen Rentenzu
sprache (zumindest leicht) verbesserte (vgl. vorstehend E. 4.2-5). Vorliegend ist strittig, in welchem Ausmass sich die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers verbesserte. Der behandelnde Psychiater Dr. Z._ attestierte dem Be
schwer
deführer in einer Verweistätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 60 % (vor
stehend E. 4.2 + E. 4.4), wogegen der RAD-Arzt dipl. med. F._ im Unter
suchungsbericht von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit ausging (vorstehend E. 4.3)
. Der RAD-Arzt führte in seiner Beurteilung aus, es bestehe „Übereinstimmung mit allen Vorunterlagen und diagnostischen Einschätzungen“, abweichend sei einzig die Einschätzung des Schweregrades der Depression (vgl. Urk. 7/82 S. 7).
5.3
Der Bericht von dipl. med. F._ basiert zwar auf einer Erhebung der Anamnese und der geklagten Beschwerden und einer - soweit sich dies aus dem
Bericht erschliessen lässt - umfassenden klinischen Untersuchung des Beschwer
deführers. Er setzte sich jedoch nur rudimentär und damit ungenügend mit den Berichten der behandelnden Ärzte auseinander. Es fehlt entsprechend auch an einer nachvollziehbaren und ausführlichen Begründung seiner abweichenden Einschätzung sowohl hinsichtlich des Schweregrades der Depression als auch der 80%igen Arbeitsfähigkeit. Zwar ist den medizinischen Berichten zu ent
nehmen, dass es dem Beschwerdeführer im Hinblick auf die depressive Sympto
matik zeitweise besser ging. Dem Beschwerdeführer ist jedoch dahingehend beizupflichten, dass der RAD-Bericht die Phasenhaftigkeit der depressiven Symptomatik zwar anamnestisch erfasste, indem der RAD-Arzt den Zusammen
bruch im Februar 2015 erwähnte (vgl. Urk. 7/82 S. 2 oben), diesen indes in der Beurteilung nicht mehr berücksichtigte (vgl. Urk. 1 S. 6 ff.). Dr. Z._ führte hierzu in seiner Stellungnahme zum RAD-Bericht nachvollziehbar aus, dass die Beeinträchtigung durch die rezidivierende depressive Störung zu gering eingeschätzt werde. Wenn die depressiven Einbrüche wie vorliegend wieder
keh
rend auftreten und oft einige Zeit dauern würden, habe insgesamt die rezidi
vierende depressive Störung eine deutlichere Ausprägung auf die Arbeitsfähig
keit, als durch die Nennung eines „leichten residualen Erschöpfungssyndrom“ suggeriert werde. Weiter führte er aus, wenn der Beschwerdeführer in der Unter
suchung beim RAD angeben habe, in „guten Zeiten“ sei seine Arbeitsfähigkeit höher als 60 % (vgl. Urk. 7/82 S. 5 Mitte), so sei eben zu berücksichtigen, dass die „guten Zeiten“ im Jahr 2015 gemäss Anamnese gerade mal fünf Monate gedauert hätten (vgl. zum Ganzen vorstehend E. 4.4). Schliesslich wies Dr. Z._ darauf hin, dass die Befunde des RAD lediglich einer Moment
aufnahme entsprechen würden und die Zusammenschau mit der Anamnese über mehrere Monate hinweg ein vollständigeres Bild des Gesundheitszustandes ergeben würde (vgl. vorstehend E. 4.4).
Nach dem Gesagten erscheint gestützt auf die Ausführungen von Dr.
Z._
die
medizinische, für rezidivierende depressive Störungen typische Situation des
schwankenden Krankheitsverlaufes mit unterschiedlicher Ausprägung der Arbeit
s
unfähigkeit im RAD-Bericht nur ungenügend berücksichtigt. Vor diesem Hintergrund ist der Bericht von dipl. med. F._ zu wenig detailliert und aussagekräftig, weshalb erhebliche Zweifel an der Schlüssigkeit und Zuver
lässig
keit bestehen und seine Einschätzung einer 80%igen Arbeitsfähigkeit nicht zu überzeugen vermag (vgl. vorstehend E. 1.6-7).
5.4
Demgegenüber erweist sich die von Dr. Z._ attestierte 60%ige Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit - im Sinne einer geringfügigen Verbesserung - als überzeugend. Dass aufgrund des schwankenden Gesundheitszustandes im Zusammenhang mit den akzentuierten Persönlichkeitszügen im Mittel keine höhere Arbeitsfähigkeit als 60 % möglich ist, verdeutlicht sich vorliegend auch an den wechselnden Anstellungen und Kündigungen der vergangenen Jahre. So war der Beschwerdeführer in der am 1. Dezember 2010 aufgenommenen Tätig
keit in der Administration mit einem Pensum von 100 % schon nach dem ersten Monat überfordert und fiel krankheitshalber aus. Während dieser Zeit habe er regelmässige Psychotherapie beansprucht und sei auch heute noch in regelmässiger Behandlung (Schreiben vom 20. September 2011; vgl. Urk. 7/42). Nach der Kündigung war der Beschwerdeführer ab September 2011 zu rund 50 % bei der G._ für einfache Ablagearbeiten angestellt und konnte dieses Pensum halten, eine Steigerung sei aber nicht möglich (vgl. Urk. 7/53 S. 2 unten f.). Nach der Kündigung aus finanziellen Gründen (vgl. Urk. 7/60) fand der Beschwerdeführer ab August 2014 eine neue Anstellung in der Buch
haltung/Administration der H._ im Pensum von 60 % (vgl. Email vom 9. Juli 2014, Urk. 7/59; Urk. 7/61). Diese Tätigkeit empfand der Beschwerde
führer als zu kompliziert und sehr anstrengend. Er habe immer noch grosse Mühe, sich zu konzentrieren und werde sehr schnell müde. Er hoffe, bald
mög
lichst einen neuen Job zu finden, der besser passe und einfachere Buch
hal
tungsarbeiten mit sich bringe (Schreiben vom 16. Juli 2014; Urk. 7/64). Im Revi
sionsfragebogen vom 9. Januar 2015 (Urk. 7/66) führte der Beschwerde
führer schliesslich aus, dass er seine depressiven Ausfälle immer mit einer anderen Krankheit habe begründen können. Er sei immer noch auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, da ihn die 60 % und die konzentrierte Arbeit überfordern würden und seine Depressionen und Niedergeschlagenheit wieder zugenommen hätten (Urk. 7/66/4). Ab April 2015 konnte der Beschwerdeführer das Pensum schliesslich auf 40 % reduzieren, da ihm die konzentrierte Arbeit bei der H._ zu anstrengend und für ihn sehr ermüdend gewesen sei, bis es ihm gesundheitlich dann zu viel geworden sei (vgl. Urk. 7/68/3, Urk. 7/71, Urk. 7/72). Damit er finanziell über die Runden komme, habe er sich noch für einen 20 % Job beworben, wo er nur einfache Eingabearbeiten in der Buch
haltung machen müsse (Schreiben vom 6. März 2015; Urk. 7/72). Mit Schreiben vom 14. August 2015 informierte der Beschwerdeführer, dass er seit April 2015 neben dem 40%-Pensum bei der H._ zusätzlich zu 20 % bei der I._ in der Buchhaltung, Kasse und Mahnwesen angestellt sei. Es sei ein sehr angenehmes Umfeld und der Job mache Spass und sei nicht stressig. Er sei nicht überlastet und könne das Pensum gut bewältigen (Urk. 7/78).
5.5
Zusammenfassend ist eine Verbesserung der Gesundheitssituation sowohl auf
grund der medizinischen Akten als auch aufgrund der beruflichen Umstände nachvollziehbar und es ist nach dem Gesagten angesichts der medizinischen Aktenlage und vor allem angesichts des ausgewiesenen und unbestritten geblie
benen Verlaufs der Erwerbstätigkeit der letzten Jahre von einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 60 % auszugehen.
Die Voraussetzungen für eine Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind somit erfüllt, weshalb die von der Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort vom 14. Oktober 2016 vorgebrachte Frage der Wiedererwägung (vgl. Urk. 6) offen bleiben kann.
5.6
Von einem strukturierten Beweisverfahren in den zur amtlichen Publikation als BGE bestimmten Urteilen 8C_841/2016 und 8C_130/2017 - wie dies nach der Rechtsprechungsänderung des Bundesgerichts vom 30. November 2017 nun auch für psychische Störungen wie die Depression Anwendung findet - kann vorliegend im Sinne der vom Bundesgericht genannten Ausnahmen abgesehen werden. Ein konkreter Beweisbedarf hinsichtlich des Leistungsvermögens des Beschwerdeführers besteht vorliegend aufgrund des aktenkundigen erwerb
li
chen Verlaufs nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_130/2017 vom 30. Novem
ber 2017 E. 7.1). Trotz überdurchschnittlicher Eigeninitiative und Anstren
gung des Beschwerdeführers, aus eigener Kraft wieder im Berufsleben Fuss zu fassen und sich selbst einzugliedern, war und ist es ihm - trotz begleitender Therapie - nicht möglich, ein höheres Pensum als 60 % zu absolvieren (vgl. vorstehend E. 5.4). Das tatsächliche Leistungsvermögen des Beschwerdeführers lässt sich damit - neben der im medizinischer Hinsicht festgestellten Arbeits
fähigkeit (vgl. vorstehend E. 5.5) - auch anhand der konkreten beruflichen Umstände respektive der Berufsbiographie der letzten Jahre feststellen, so dass die konkreten Fallumstände keiner Weiterungen im Sinne eines strukturierten Beweisverfahrens bedürfen.
6.
6.1
Ist ein Revisionsgrund gegeben, ist der Invaliditätsgrad auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu ermitteln (Urteil des Bundesgerichts 9C_882/2010 vom 2
5.
Jan
uar 2011 E. 1.2 mit Hinweisen).
6.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenver
sicherung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälli
ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
ge
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
h
ung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
ver
-
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gege
n
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Inva
lidi
tätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.3
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Renten
beginns massgebend. Validen- und Invalideneinkommen sind auf zeitiden
tischer Grundlage zu erheben; allfällige rentenwirksame Änderungen der Ver
gleichseinkommen müssen bis zum Verfügungszeitpunkt berücksichtigt werden (BGE 129 V 222 E. 4.1 und 4.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_22/2014 vom 1
8.
Februar 2014 E. 4.3).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens
ent
wicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden
wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hin
weis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die ver
sicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruktur
er
-
hebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
6.4
In der LSE 2012 erfolgten vielfältige Anpassungen der erhobenen Daten an die entsprechenden Reglemente der Europäischen Union (EU). Neu wird darunter nun nach Berufen (Skill Levels) differenziert statt nach den bisherigen Anfor
derungsniveaus 1 bis 4 der Stelle. Das Bundesgericht hat in BGE 142 V 178 E.
2.5.3
festgestellt, dass das statistische Einkommen nach TA1 Kompetenz
niveau 1 der LSE 2012 bei den Männern gegenüber dem Tabellenlohn nach TA1 Anforderungsniveau 4 der LSE 2010 ein Plus von 6,3 Prozent, bei den Frauen ein Minus von 2,7 Prozent und beim Total ein Plus von 5,4 Prozent zeige, was nicht mit der Lohnentwicklung von 2010 bis 2012 übereinstimmt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_343/2016 vom 12. September 2016 E. 6). Es hat erkannt, dass die LSE 2012 im Rahmen einer erstmaligen Invaliditätsbemessung (Art. 28
ff. IVG) und im Neuanmeldungsverfahren nach vorausgegangener rechts
kräftiger Ablehnung oder nach Aufhebung der Invalidenrente sowie grundsätzlich auch im Revisionsverfahren (mit Entstehung des potentiellen oder Veränderung des laufenden Rentenanspruchs im Jahr 2012 oder später) zur Festlegung der Vergleichseinkommen nach Art. 16 ATSG dennoch grundsätzlich als Beweis geeignet ist (
BGE 142 V 178
E. 2.5.7 und E. 2.5.8.1;
vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_343/2016 vom 12. September 2016 E. 6 und 9C_369/2016 vom
6.
September 2016 E. 2.1). Laufende, gestützt auf die LSE 2010 rechts
kräftig zugesprochene Invalidenrenten dürfen aber nicht allein aufgrund der Tabellenlohnwerte gemäss LSE 2012 in Revision gezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 und 2.5.8.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_277/2016 vom 20. Juli 2016
E. 4.2)
.
Gemäss Bundesgericht dürfen für die Invaliditätsbemessung – zumindest bis auf Weiteres – nur die (unter anderem)
nach
dem Kompetenzniveau differenzierten
TA1-Tabellen der LSE 2012 verwendet werden, hingegen nicht die TA1 b-Tabel
len
(BGE 142 V 178 E. 2.5.7).
6.5
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung gestützt auf den Arbeitgeberbericht der B._ vom 25. Mai 2009 (Urk. 7/10) davon aus, dass die Anstellung des Beschwerdeführers unabhängig von der Erkrankung auf
grund von Restrukturierungsmassnahmen gekündigt worden wäre, womit der Beschwerdeführer diese Stelle auch im Gesundheitsfall verloren hätte und auf das entsprechende Einkommen nicht abgestellt werden könne (vgl. Urk. 2 S. 2). Unter Berücksichtigung der Ausbildung des Beschwerdeführers und seiner Tätig
keiten im Finanzbereich stellte die Beschwerdegegnerin zur Bestimmung des Valideneinkommens auf den Durchschnittslohn im Finanzsektor (Kompe
tenzniveau 3 der LSE 2012, Tabelle TA1, Ziff. 64-66, privater Sektor) ab und ging dabei für das Jahr 2015 von einem Lohn von Fr. 118‘795.09 (Fr. 9‘430.-- : 40 x 41.7 x 12 x Nominallohnentwicklung) aus. Von welcher Nominallohn
entwicklung die Beschwerdegegnerin dabei ausging, ist unklar. Unter Berück
sichtigung der Nominallohnentwicklung von 2012 bis 2015 ist für das Jahr 2015 nicht von einem Valideneinkommen von Fr. 118‘795.09, sondern von einem Valideneinkommen von Fr. 120‘104.68 (Fr. 9‘430.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.008 x 1.007 x 1.003) auszugehen.
Angesichts der konstanten und ausgewiesenen Einsatzbereitschaft und der Arbeitsbemühungen selbst bei eingeschränkter Arbeitsfähigkeit ergeben sich keine Hinweise darauf, dass der Versicherte im Gesundheitsfall nicht weiterhin im Finanz- und Versicherungsdienstleistungsbereich tätig geblieben wäre. Ins
besondere ergibt sich auch aus dem Arbeitgeberbericht der B._ vom 25. Mai 2009, dass die Stelle des Versicherten im Rahmen interner Restruktu
rierungsmassnahmen abgebaut worden sei und nicht wegen mangelnder Leis
tung oder Nichteignung im Finanz- und Versicherungs
dienstleistungsbereich (vgl. Urk. 7/10 S. 6). Damit sind - entgegen der Auffassung der Beigeladenen (Urk. 11 S. 2) - keine weiteren Abklärungen hinsichtlich des Validenein
kommens nötig.
6.6
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E
. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b/aa).
6.7
Angesichts der wechselnden Arbeitsverhältnisse des Beschwerdeführers – ins
besondere im Jahr 2015 (vgl. vorstehend E. 5.4) - stellten sowohl die Beschwer
degegnerin als auch der Beschwerdeführer zur Bestimmung des Invalidenein
kommens zu Recht auf LSE-Tabellenlöhne ab. Die Beschwerdegegnerin zog dabei denselben Tabellenlohn wie bei der Bestimmung des Valideneinkommens heran (Kompetenzniveau 3 der LSE 2012. Tabelle TA1, Ziff. 64-66, privater Sektor) und ging unter Berücksichtigung der verminderten Arbeitsfähigkeit für das Jahr 2015 von einem Invalideneinkommen von Fr. 95‘036.07 aus (vgl. Urk. 2 S. 2 unten).
Wie bereits dargelegt, ist vorliegend entgegen der Ansicht der Beschwerde-gegnerin nicht von einer 80%igen, sondern von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen (vgl. vorstehend E. 5). Des Weiteren bringt der Beschwerdeführer zu Recht vor, dass ihm komplexe Tätigkeiten im Finanz-
und Versicherungsdienstleistungsbereich aufgrund seiner Einschränkungen nicht
mehr zumutbar seien (vgl. Urk. 1 S. 12 f.). Dies zeigt sich vorliegend ein
drücklich an den wechselnden Arbeitsverhältnissen des Beschwerdeführers seit seiner Erkrankung (vgl. vorstehend E. 5.4). Entsprechend erscheint ein Abstellen auf das Kompetenzniveau 3 bei der Bestimmung des Invalideneinkommens nicht sachgerecht, sondern ist vielmehr auf das Kompetenzniveau 2 abzustellen.
Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens erscheint vorliegend die Anwen
dung von Tabelle T17 (Monatlicher Bruttolohn nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht, privater und öffentlicher Sektor zusammen) als nicht sinnvoll, wie dies der Beschwerdeführer beschwerdeweise vorbrachte (vgl. Urk. 1 S. 13 unten). Dies führt zu einer Durchmischung der Tabellen TA1 (für das Validen
einkommen) und T17 (für das Invalideneinkommen), wobei die daraus resul
tierenden Daten bereits aus statistischen Gründen zu wenig aussagekräftig wären, so beziehen sich die Daten der Tabelle TA1 auf den privaten und die Daten der Tabelle T17 auf den privaten und öffentlichen Sektor. Im Übrigen hat das Bundesgericht die Anwendung der Tabelle T17 zwar nicht ausgeschlossen, doch - zumindest bis auf Weiteres -
nur die (unter anderem)
nach
dem Kom
petenzniveau differenzierten TA1-Tabellen der LSE 2012
für anwendbar erklärt (vgl. vorstehend E. 6.4)
.
6.8
Ausgehend von der Berechnung der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 2 S. 2 unten) ergibt sich nach dem Gesagten ein Invalideneinkommen von Fr. 61‘425.35 (Fr. 8‘038.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.008 x 1.007 x 1.003 x 0.6) für das Jahr 2015. Der Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 120‘104.68 mit dem Inva
lideneinkommen von Fr. 61‘425.35 ergibt eine Einkommensbusse von Fr. 58‘679.35 und damit einen Invaliditätsgrad von gerundet 49 %.
6.9
Zusammenfassend erweist sich damit die revisionsweise Änderung der
halben
Rente per
Ende August 2016
zwar als grundsätzlich rechtens. Jedoch ist die Rente nicht aufzuheben, sondern in teilweiser Gutheissung der Beschwerde auf eine Viertelsrente herabzusetzen.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 900.-- anzusetzen.
Soweit die Beigeladene aktiv am Verfahren teilgenommen hat, besteht keine Dispens von der Kostenpflicht (Kommentar zum Gesetz über das Sozialver
sicherungsgericht des Kantons Zürich,
2.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009,
§
14
Rz 33). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwer
degegnerin und der Beigeladenen je hälftig aufzuerlegen.
7.2
Ausgangsgemäss steht de
m
obsiegenden Beschwerdeführer eine Prozessent
schädigung zu, die gemäss
Art.
61 lit. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen ist. In Anwendung dieser Kriterien ist die Parteientschädigung vorliegend beim praxisgemässen Stunden
ansatz von
Fr.
220.-- auf
Fr. 2
‘
7
00.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Unterliegende Beigeladene können nur bei Bejahung einer mutwilligen oder leichtsinnigen Prozessführung zur Bezahlung einer Prozessentschädigung an die obsiegende Partei verpflichtet werden, was im hier zu beurteilenden Fall nicht zutrifft (vgl.
Kommentar zum Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
, a.a.O.,
§
14 Rz 34).