Decision ID: 214d90d3-75b6-4c52-a101-c17db37cf414
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ wurde im Juli 2002 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
angemeldet (IV-act. 1). Das Ostschweizer Kinderspital berichtete im September 2002
(IV-act. 10), die Versicherte leide an einer Pseudodebilität sowie an einer leichten
motorischen Ungeschicklichkeit. Sie habe in den ersten Lebensjahren unter einem
Äthylabusus der Kindsmutter, unter einer Vernachlässigung und unter Misshandlungen
gelitten, sei im Alter von zwei, drei Jahren in ein Kinderheim platziert und schliesslich
im Jahr 2000 adoptiert worden. Nach der Adoption habe sie rasch verschiedene
motorische Fähigkeiten erlernt. Die Ausdauer und die Frustrationstoleranz seien sehr
tief. Im Sinne einer sozialen Integration werde sie in einer Kleinklasse unterrichtet,
obwohl aufgrund der gezeigten Leistungen eine heilpädagogische Schule indiziert
wäre. Im Bereich der räumlichen Erfassung weise die Versicherte infolge der
Deprivation im Kindesalter wesentliche Lücken auf. Diesbezüglich zeige sie nun auch
eine massive Verweigerungshaltung. Bei einem ansonsten unauffälligen Testprofil habe
sich aufgrund dieses Defizits ein Gesamt-IQ von weniger als 75 ergeben. Die
Versicherte benötige eine Ergotherapie. Nachdem Dr. med. B._ vom IV-internen
regionalen ärztlichen Dienst (RAD) im Dezember 2002 notiert hatte, dass die
Versicherte zwar eine Ergotherapie benötige, dass aber weder ein Geburtsgebrechen
noch eine Sonderschulbedürftigkeit bestehe, weshalb die Anspruchsvoraussetzungen
nach Art. 13 IVG und nach Art. 12 IVG nicht erfüllt seien (IV-act. 17), wies die IV-Stelle
das Leistungsbegehren mit einer Verfügung vom 4. Dezember 2002 ab (IV-act. 18).
A.a.
Im Juni 2009 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 20). Der Schulpsychologische Dienst des Kantons St.
Gallen hielt am 3. Juni 2009 fest (IV-act. 23), die Versicherte befinde sich nach wie vor
in einer Kleinklasse. Sie zeige grosse Mühe auf kognitiver Ebene. Der IQ liege im
Bereich von 67–77. Mit einer Ausbildung in der freien Wirtschaft wäre sie völlig
A.b.
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überfordert. Sie benötige eine begleitete Berufsausbildung für Jugendliche mit
Lernschwierigkeiten. Eine Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle notierte am 30.
Juli 2009 (IV-act. 31), die Versicherte habe bereits eine Schnupperlehre in einem
geschützten Rahmen absolviert. Dabei habe sich eine Ausbildung zur
Hauswirtschaftspraktikerin als geeignet herauskristallisiert. Mit einer Attestausbildung
wäre die Versicherte überfordert. Aus berufsberaterischer Sicht sei die geplante
Ausbildung zu unterstützen, weshalb eine entsprechende Kostengutsprache erteilt
werden sollte. Mit einer Mitteilung vom 17. September 2009 gewährte die IV-Stelle der
Versicherten eine Kostengutsprache für die Mehrkosten der erstmaligen beruflichen
Ausbildung zur Hauswirtschaftspraktikerin in einem geschützten Rahmen (IV-act. 35).
Die Versicherte konnte diese Ausbildung im Juli 2011 erfolgreich abschliessen (vgl. IV-
act. 49). Die IV-Stelle erteilte eine Kostengutsprache für ein anschliessendes
sechsmonatiges Praktikum (IV-act. 56) und für eine sechsmonatige Verlängerung
dieses Praktikums (IV-act. 64). Die berufliche Eingliederung wurde mit einer Mitteilung
vom 13. August 2012 abgeschlossen (IV-act. 74). Mit einer Verfügung vom 29. Oktober
2012 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab dem 1. August 2012 eine
halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 52 Prozent zu (IV-act. 80). Für die
Berechnung des Invaliditätsgrades hatte sie 70 Prozent des Medianwertes aller Löhne
(vgl. Art. 26 IVV) als Valideneinkommen und einen Jahreslohn von 13 × 2’000 Franken =
26’000 Franken als Invalideneinkommen herangezogen (vgl. IV-act. 75 und 78).
Im _ 2016 gebar die Versicherte ein Kind (vgl. IV-act. 89). Im November 2016
forderte die IV-Stelle sie auf, einen Fragebogen „zur Rentenabklärung betreffend
Erwerbstätigkeit/Haushalt“ auszufüllen (IV-act. 91). Im Dezember 2016 gab die
Versicherte mittels des Fragebogens an (IV-act. 95), sie wäre ohne eine
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig, da sie Mutter eines vier Monate alten
Kleinkindes sei. Im März 2018 erfuhr die IV-Stelle, dass die Versicherte erneut
schwanger geworden war (IV-act. 100). Im _ 2018 gebar die Versicherte ihr zweites
Kind (vgl. IV-act. 106). Im März 2019 führte eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle eine
Abklärung im Haushalt der Versicherten durch (IV-act. 110). Sie hielt fest, die
Versicherte habe angegeben, dass sie auch ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung
nicht erwerbstätig, sondern als Hausfrau und Mutter tätig wäre. Für die
Wohnungsmiete und für die Krankenkasse gebe die Familie monatlich 1’675 Franken
A.c.
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aus. Der Ehemann erhalte einen Monatslohn von 4’413 Franken. Die IV-Rente und die
Ergänzungsleistungen beliefen sich auf 3’285 Franken. Bei der Haushaltsführung und
bei der Kindererziehung sei die Versicherte nicht eingeschränkt. Mit einem Vorbescheid
vom 26. August 2019 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie die Aufhebung
der laufenden Rente vorsehe, da im nun relevanten Aufgabenbereich Haushalt keine
Einschränkung bestehe (IV-act. 112). Dagegen liess die nun anwaltlich vertretene
Versicherte am 30. September 2019 einwenden (IV-act. 116), sie sei gar nicht in der
Lage gewesen, die Frage nach einer allfälligen Erwerbstätigkeit im hypothetischen
„Gesundheitsfall“ zu beantworten. Die Beantwortung dieser Frage erfordere eine hohe
Abstraktion, die von Versicherten ohne vertiefte invalidenversicherungsrechtliche
Kenntnisse wohl kaum je erbracht werden könne. Der IQ der Versicherten liege bei
unter 75. Die Versicherte habe ihr Leben lang an der Gesundheitsbeeinträchtigung
gelitten. Zudem sei sie bereits vor der Geburt ihrer Kinder nie erwerbstätig gewesen, da
sie mit ihrer Gesundheitsbeeinträchtigung keine Arbeitsstelle gefunden habe. Sie sei
offenkundig nicht in der Lage gewesen, sich in den hypothetischen „Gesundheitsfall“
zu versetzen. Die finanzielle Situation der Familie sei prekär, was sich im Umstand
zeige, dass die Versicherte fast 2’000 Franken Ergänzungsleistungen pro Monat
erhalte. Gemäss der „Di Trizio“-Rechtsprechung dürfe ein Statuswechsel für sich allein
ohnehin nie einen Revisionsgrund bilden.
Mit einem zweiten Vorbescheid vom 23. März 2020 teilte die IV-Stelle der
Versicherten mit (IV-act. 127), dass sie die Herabsetzung der laufenden halben Rente
auf eine Viertelsrente vorsehe. Zur Begründung führte sie an, angesichts der
finanziellen Situation der Familie sei davon auszugehen, dass die Versicherte im
hypothetischen „Gesundheitsfall“ zu 70 Prozent erwerbstätig wäre. Im Erwerbsbereich
ergebe sich eine Einschränkung von 65 Prozent. Im Aufgabenbereich Haushalt liege
keine Einschränkung vor. Unter Berücksichtigung der Gewichtung des
Erwerbsbereichs mit 75 Prozent ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 46 Prozent (= 75%
× 65%). Dagegen liess die Versicherte am 19. Mai 2020 einwenden (IV-act. 131), ein
Statuswechsel könne für sich allein eine Revision der Invalidenrente nicht rechtfertigen.
Der Umstand, dass die Berechnungsmethode im Art. 27 IVV zwischenzeitlich
korrigiert worden sei, ändere nichts an der „Di Trizio“-Rechtsprechung. Mit einer
A.d.
bis
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B.
Verfügung vom 25. August 2020 setzte die IV-Stelle die laufende halbe Rente per 1.
Oktober 2020 auf eine Viertelsrente herab (IV-act. 134).
Am 28. September 2020 liess die Versicherte (nachfolgend: die
Beschwerdeführerin) eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 25. August 2020
erheben (act. G 1). Ihre Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der angefochtenen
Verfügung und die Weiterausrichtung der bisherigen halben Rente. Zur Begründung
führte sie aus, die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) habe mittlerweile
zwar zu Recht erkannt, dass für die Beantwortung der „Statusfrage“ nicht unbesehen
auf die Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt werden könne. Die gewählte
Aufteilung (70% Erwerb, 30% Haushalt) beruhe aber auf einer reinen Spekulation. Die
Beschwerdegegnerin habe insbesondere nicht berücksichtigt, dass die
Beschwerdeführerin bei einer Erwerbstätigkeit ein kostenpflichtiges
Kinderbetreuungsangebot in Anspruch nehmen müsste. Die Kosten würden sich auf
rund 3’000 Franken pro Monat belaufen, weshalb die Beschwerdeführerin zu 80–100
Prozent erwerbstätig sein müsste. Der Statuswechsel könne für sich allein allerdings
keinen Revisionsgrund bilden.
B.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 10. November 2020 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie an, sie habe das Pensum, in dem die
Beschwerdeführerin im hypothetischen „Gesundheitsfall“ hätte erwerbstätig sein
müssen, falsch berechnet, denn sie sei von einem Hilfsarbeiterinnenlohn und nicht vom
Valideneinkommen ausgegangen. Die Beschwerdeführerin hätte bereits mit einem
Pensum von 55 Prozent einen Lohn erzielen können, der dem Total der IV-
Rentenleistungen und der Ergänzungsleistungen entsprochen hätte. Zwar hätte sich
die Beschwerdeführerin tatsächlich mit Kosten für die Kinderfremdbetreuung
konfrontiert gesehen, aber diese hätten sich keinesfalls auf 3’000 Franken pro Monat
belaufen. Bei einer grosszügigen Berechnung hätte ein Pensum von 75 Prozent zur
Deckung des gesamten Finanzbedarfs der Familie ausgereicht, womit ein
Invaliditätsgrad von maximal 48 Prozent resultiere. Nach dem Urteil in Sachen „Di
Trizio“ habe der Verordnungsgeber die Berechnung des Invaliditätsgrades mittels der
gemischten Methode korrigiert, sodass die Anwendung der gemischten Methode nun
B.b.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung der angefochtenen Verfügung
auf deren Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem des vorangegangenen
Verwaltungsverfahrens entsprechen muss. Beim Verwaltungsverfahren hat es sich um
ein Revisionsverfahren im Sinne des Art. 17 Abs. 1 ATSG gehandelt, was bedeutet,
dass es sich auf die Frage nach einer Veränderung des Invaliditätsgrades seit der
ursprünglichen Rentenzusprache am 29. Oktober 2012 beschränkt hat. Auch dieses
Beschwerdeverfahren muss sich folglich auf die Frage nach einer solchen relevanten
Sachverhaltsveränderung beschränken.
2.
keine Diskriminierung mehr zur Folge habe. Deshalb sehe das IV-Rundschreiben Nr.
372 nun wieder einen Statuswechsel als (zulässigen) Revisionsgrund vor.
Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Replik (act. G 15).B.c.
Die ursprüngliche rentenzusprechende Verfügung hat auf der Prognose beruht,
dass die Beschwerdeführerin bleibend nicht in der Lage sein werde, ein
Erwerbseinkommen von mehr als 2’000 Franken pro Monat respektive von 26’000
Franken pro Jahr zu erzielen. Dieser Betrag war im Rahmen eines Praktikums nach der
abgeschlossenen erstmaligen beruflichen Ausbildung zur Hauswirtschaftspraktikerin
vom Praktikumsbetrieb zur Diskussion gestellt worden, der damals eine Festanstellung
der Beschwerdeführerin zu eben diesem Lohn in Erwägung gezogen hatte (vgl. IV-act.
61). Der Berufsberater der Beschwerdegegnerin war davon ausgegangen, dass die
Beschwerdeführerin jedenfalls kein höheres Erwerbseinkommen werde erzielen
können, weil sie zufolge ihrer Intelligenzminderung nicht in der Lage sei, in der freien
Wirtschaft eine Arbeitsleistung zu erbringen, die mit jener einer gesunden Person
vergleichbar wäre. Die Frage, ob die damalige Annahme respektive Schätzung des
Berufsberaters bezüglich des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens
korrekt gewesen ist, kann hier nicht neu aufgeworfen und beantwortet werden, da die
ursprüngliche rentenzusprechende Verfügung unangefochten in formelle Rechtskraft
erwachsen und damit verbindlich geworden ist. Aufgrund der Akten steht mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass es sich bei
der Gesundheitsbeeinträchtigung entweder um ein Geburtsgebrechen oder um ein im
frühesten Kindesalter erworbenes Gebrechen handeln muss, das sich trotz einer
2.1.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 7/9
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intensiven schulischen Förderung und einer ebenso intensiven beruflichen Förderung
nicht dahingehend hat beeinflussen lassen, dass es der Beschwerdeführerin möglich
gewesen wäre, in der freien Wirtschaft eine relevante Arbeitsleistung zu erbringen.
Aufgrund dieser Vorgeschichte erscheint es zum Vorneherein als unwahrscheinlich,
dass nach der Rentenzusprache eine Gesundheitsveränderung hätte eintreten können,
die zu einer wesentlichen Verbesserung der Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin
geführt hätte.
Im Rahmen der Haushaltsabklärung hat die Beschwerdeführerin mehrfach
angegeben, dass sie ihren Haushalt mit zwei Kleinkindern problemlos ohne
Einschränkungen führen könne. Die Beschwerdegegnerin hat aus nicht
nachvollziehbaren Gründen unbesehen auf diese subjektiven Angaben der
Beschwerdeführerin abgestellt und für den Aufgabenbereich Haushalt einen
Teilinvaliditätsgrad von null Prozent „ermittelt“. Die angebliche uneingeschränkte
Fähigkeit der Beschwerdeführerin, einen Vierpersonenhaushalt mit zwei Kleinkindern
ohne jede Einschränkung führen zu können, steht in einem unauflösbaren Widerspruch
zur im ursprünglichen Rentenverfahren ermittelten hochgradigen Einschränkung der
Beschwerdeführerin als Hauswirtschaftspraktikerin, denn als
Hauswirtschaftspraktikerin hätte die Beschwerdeführerin bei einer ausserhäuslichen
Erwerbstätigkeit weitgehend dieselben Arbeiten wie bei der Aufgabenerfüllung im
eigenen Haushalt ausgeführt. Augenscheinlich kann die Beschwerdeführerin unmöglich
gleichzeitig als Hauswirtschaftspraktikerin in einem erheblichen Ausmass invalid und
als Hausfrau und Mutter uneingeschränkt leistungsfähig gewesen sein. Überwiegend
wahrscheinlich ist die Beschwerdeführerin überhaupt nicht in der Lage gewesen, ihre
Leistungsfähigkeit im eigenen Haushalt realistisch einzuschätzen. Sie hat nicht
beurteilen können, ob der bei der Führung des eigenen Haushaltes generierte
ökonomische Mehrwert ihrer Arbeit beispielsweise durch eine erhebliche
Verlangsamung oder durch andere Beeinträchtigungen reduziert gewesen ist. Weil sie
seit der frühen Kindheit an ihrer Gesundheitsbeeinträchtigung gelitten hat, hat sie sich
nicht vorstellen können, wie sie ihren Haushalt als gesunde Person geführt hätte. Die
Beschwerdegegnerin hat im Rahmen des „Vorbescheidsverfahrens“ zu Recht
eingeräumt, dass die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin zur sogenannten
Statusfrage zum Vorneherein keinen Beweiswert haben können, weil die
Beschwerdeführerin aufgrund ihrer geistigen Beeinträchtigung gar nicht in der Lage
gewesen ist, diese Frage angemessen zu beantworten. Dass sie dennoch die
Auffassung vertreten hat, die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin zur
Fähigkeit, den eigenen Haushalt zu führen, hätten einen ausreichenden Beweiswert,
sodass darauf abgestellt werden könne, überzeugt vor diesem Hintergrund nicht. Der
2.2.
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3.
Die Rückweisung einer Sache zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung gilt hinsichtlich
der Kosten- und Entschädigungsfolgen rechtsprechungsgemäss als ein vollständiges
Obsiegen der beschwerdeführenden Partei. Die angesichts des durchschnittlichen
Verfahrensaufwandes auf 600 Franken festzusetzenden Gerichtskosten sind der
unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der Beschwerdeführerin wird der
von ihr geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken zurückerstattet. Die
Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung
Haushaltsabklärungsbericht, der ausschliesslich auf den zum Vorneherein nicht
überzeugenden subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin beruht, kann jedenfalls
keinen ausreichenden Beweiswert haben. Da die Beschwerdegegnerin keine weiteren
Abklärungen getätigt hat, erweist sich der Sachverhalt in Bezug auf die Fähigkeit der
Beschwerdeführerin, den eigenen Haushalt zu führen, als unzureichend abgeklärt. Die
angefochtene Verfügung ist in Verletzung der Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1
ATSG) ergangen, weshalb sie als rechtswidrig aufzuheben ist.
Da die Beschwerdegegnerin im Revisionsverfahren weder bezüglich den
objektiven Einschränkungen im eigenen Haushalt noch bezüglich der aktuellen
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer ausserhäuslichen Tätigkeit
Sachverhaltsermittlungen getätigt hat, ist die Sache zur ergänzenden Abklärung an sie
zurückzuweisen (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264 f.), denn es kann nicht die
Aufgabe des Versicherungsgerichtes sein, dieses Versäumnis der Beschwerdegegnerin
bei der Erfüllung ihrer ureigensten Aufgabe – der Sachverhaltsabklärung – zu beheben.
Die Beschwerdegegnerin wird zuerst den aktuellen medizinischen Sachverhalt ermitteln
und dabei insbesondere die Fragen nach der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
im erlernten Beruf als Hauswirtschaftspraktikerin und nach der Arbeitsfähigkeit im
eigenen Vierpersonenhaushalt mit zwei Kindern im Alter von drei und fünf Jahren
beantworten lassen. Anschliessend wird sie eine Haushaltsabklärung durchführen, die
sich nicht auf eine blosse Befragung der Beschwerdeführerin beschränken, sondern
auf einem – sorgfältig und ausführlich zu protokollierenden – Augenschein beruhen
wird, das heisst die Abklärungsperson wird die Beschwerdeführerin bei der Erfüllung
ihrer alltäglichen Aufgaben beobachten und ihre Feststellungen hinsichtlich der
Geschwindigkeit und der Qualität der von der Beschwerdeführerin geleisteten Arbeit
detailliert protokollieren. Erst wenn die Beschwerdegegnerin den gesamten Sachverhalt
umfassend ermittelt haben wird, wird sie – im Zuge der Rechtsanwendung – die Fragen
nach der Qualifikation, nach dem Invaliditätsgrad im Aufgabenbereich Haushalt und
nach dem Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich beantworten.
2.3.
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St.Galler Gerichte
auszurichten. Verglichen mit einem durchschnittlichen IV-Rentenfall ist der erforderliche
Vertretungsaufwand im vorliegenden Verfahren als unterdurchschnittlich zu
qualifizieren, weil nur relativ wenige Akten zu studieren gewesen sind. Die
Parteientschädigung wird deshalb auf 3’500 Franken (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festgesetzt.