Decision ID: de0e0557-51c6-4da7-9763-9262bd913509
Year: 2012
Language: de
Court: ZH_HG
Chamber: ZH_HG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
betreffend UWG
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Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2; act. 12 S. 2)
"1. Es sei der Klägerin [recte: der Beklagten] zu verbieten, das  mit der Bezeichnung C._ mit folgenden Angaben wörtlich oder sinngemäss zu bewerben oder , sei es in deutscher, schweizerdeutscher oder französischer Sprache:
a) "C1._ in der Waschküche, das ist auch für mich neu. Dabei sind sie seit eh und je die Besten, wenn es um Kalk geht. C._ schützt die Maschine und die Wäsche. Und darum: auch wenn es ums Waschen geht – es gibt nichts besseres gegen Kalk."
b) "Logisch, dass mir nur der Beste an die Wäsche geht. Deshalb C._, der Wasserenthärter. C._ – gut für meine Wäsche, gut für meine Maschine. Auch wenn es um das Waschen geht, es gibt nichts besseres gegen Kalk."
2. Es sei den Organen der Beklagten für den Widerhandlungsfall die Bestrafung wegen Verstosses gegen Art. 292 StGB mit Busse anzudrohen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
I. Parteien und Sachverhalt
1. Parteien
Bei der Klägerin und der Beklagten handelt es sich um Konkurrentinnen im Be-
reich der Herstellung und des Vertriebs von Haushaltsreinigungsmitteln. Beide
Parteien vertreiben Produkte zur Wasserenthärtung und Entkalkung bzw. zur
Verhinderung von Kalkablagerungen bei der Maschinenwäsche von Textilien. Die
Klägerin vertreibt in der Schweiz in diesem Bereich die Produktelinie "D._";
die Beklagte die Produktelinie "C._" (act. 1 S. 3; act. 3/3/1+2; act. 3/4/1-3;
act. 8 S. 3; act. 9/4).
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2. Sachverhalt
2.1. Die Beklagte vertreibt seit Ende 2009/Anfangs 2010 unter der Marke
"C._" einen Wasserenthärter. Ab Frühling/Frühsommer 2010 schaltete sie für
diesen verschiedene Fernsehspots (act. 1 S. 3 f.; act. 8 S. 3 f.). Deren Texte lau-
teten wie folgt:
2.1.1. Spot Mann (act. 1 S. 4; act. 3/5; act. 3/7; act. 8 S. 4)
Ein Mann steht in seiner Waschküche vor der Waschmaschine und schüttet
C._ Pulver in den Waschmittelbehälter. Dazu spricht er folgenden Text:
"C1._ i de Wäschchuchi, ja, das isch au für mich neu. Debi sind's sit eh und
je die Beschte, wänn's um de Chalch gaht. C._ schützt d'Maschine und
d'Wösch. Und drum: au wänn's um s'Wäsche gaht – es git nüt Bessers gege de
Chalch." Am Schluss sind die beiden C._ Produkte (Flüssig und Pulver) zu
sehen und eine Stimme aus dem Off sagt: "C1._, das Schweizer Original ge-
gen Kalk."
In Hochdeutsch: "C1._ in der Waschküche, ja, das ist auch für mich neu. Da-
bei sind sie seit eh und je die Besten, wenn es um den Kalk geht. C._ schützt
die Maschine und die Wäsche. Und darum: auch wenn es um das Waschen geht
– es gibt nichts Besseres gegen den Kalk."
2.1.2. Spot Frau (act. 1 S. 4; act. 3/6; act. 3/7; act. 8 S. 4)
Eine Frau steht in ihrer Waschküche vor der Waschmaschine und schüttet
C._ Pulver in den Waschmittelbehälter. Dazu spricht sie folgenden Text: "Lo-
gisch, dass mir nur de Bescht a d'Wösch gaht. Drum C._, dä Wasserenthär-
ter. C._ – gut für mini Wösch, gut für mini Maschine. Au wänn's um s'Wäsche
gaht – s'git nüt Bessers geg de Chalch." Am Schluss sind die beiden C._
Produkte (Flüssig und Pulver) zu sehen und eine Stimme aus dem Off sagt:
"C1._, das Schweizer Original gegen Kalk."
In Hochdeutsch: "Logisch, dass mir nur der Beste an die Wäsche geht. Darum
C._, der Wasserenthärter. C._ – gut für meine Wäsche, gut für meine
Maschine. Auch wenn es um das Waschen geht – es gibt nichts Besseres gegen
den Kalk."
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2.2. Mit Schreiben der Klägerin an die Beklagte vom 14. Mai 2010 (act. 9/5)
führt erstere aus, sie sei kürzlich auf die Werbung der Beklagten für den
C1._-Wasserenthärter aufmerksam geworden. In drei verschiedenen Werbe-
spots werde gegen Ende jeweils gesagt: "Auch wenn es nur ums Waschen/die
Wäsche geht, es gibt nichts Besseres gegen Kalk". In einem der Spots heisse es
zu Beginn bereits: "Logisch, dass mir nur das Beste an die Wäsche kommt", in
dem zweiten werde gesagt: "C1._ ... die sind seit eh und je die besten gegen
Kalk", in dem dritten heisse es weiter: "... die sind Profis seit eh und je". Diese
Werbung sei unzulässig; sie sei grob irreführend. Es handle sich dabei um eine
Alleinstellungswerbung, die voraussetze, dass das Produkt der Beklagten mit ei-
nigem Abstand besser sei als sonstige, am Markt erhältliche Produkte. Dies sei
nach Erkenntnissen der Klägerin jedoch nicht der Fall, C1._ sei insbesonde-
re nicht besser als D._. Die Klägerin fordere die Beklagte daher auf, die vor-
stehend zitierte Werbung umgehend einzustellen und der Klägerin dies zur Ver-
meidung von Weiterungen bis längstens zum 25. Mai 2010 (eingehend) zu bestä-
tigen.
2.3. Mit Antwortschreiben vom 19. Mai 2010 (act. 3/8) nahm die Beklagte wie
folgt Stellung: Was die von der Klägerin wiedergegebenen Passagen aus den
Fernsehspots angehe, sei zunächst festzustellen, dass diese ausnahmslos falsch
und zum Teil sogar sinnentstellend zitiert würden. In wettbewerbsrechtlicher Hin-
sicht seien die Aussagen in den Fernsehspots allesamt weder irreführend noch
aus anderem Grund unzulässig.
2.4. Mit Schreiben vom 7. Juni 2010 (act. 3/9) lässt die Klägerin der Beklagten
mitteilen, die Storyboards der beanstandeten TV-Spots seien geprüft worden und
man sei zum Ergebnis gelangt, dass sie darin C._ im Sinne einer Alleinstel-
lungsbehauptung als besten Wasserenthärter und als besten Wäsche-Entkalker
anpreise. Die Behauptungen in den Spots ("nur de Bescht a d'Wösch - drum
C._, dä Wasserenthärter" und "debi sind's sit eh und je die Beschte, wänns
um de Chalch gaht") würden vom angesprochenen Publikum im dargestellten Zu-
sammenhang als ernst gemeinte Qualitätsberühmungen verstanden. Es handle
sich damit um "Angaben" im Rechtssinn, das heisse um sachlich überprüfbare
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Äusserungen tatsächlicher Natur, die nach Art. 3 Abs. 1 lit. b UWG [Anmerkung:
Mit BG vom 17. Juni 2011, in Kraft seit 1. April 2012, wurde ein Abs. 2 in Art. 3
UWG eingefügt, weshalb hier und in der Folge der frühere Art. 3 lit. b UWG neu
mit Art. 3 Abs. 1 lit. b UWG angegeben wird] unlauter seien, wenn sie nicht der
Wahrheit entsprächen. Die Klägerin gehe davon aus, dass C._ keine besse-
ren Resultate zeitige als ihre Produkte der Marke D._ und dass die Alleinstel-
lungsbehauptungen der Beklagten aus diesem Grund unzutreffend und unlauter
seien. In ihrem Schreiben vom 19. Mai 2010 habe die Beklagte zu der angeblich
besseren Wirkung auch nichts weiter ausgeführt. Aus diesem Grund müsse sie
nochmals aufgefordert werden, die beanstandeten Alleinstellungsbewerbungen
umgehend einzustellen und dies bis spätestens am 15. Juni 2010 schriftlich ver-
bindlich zu bestätigen. Andernfalls werde umgehend die gerichtliche Prüfung und
Beurteilung eingeleitet.
2.5. Mit Antwortschreiben vom 11. Juni 2010 (act. 3/10) führt die Beklagte aus,
unlautere Werbung im Sinne des genannten Art. 3 Abs. 1 lit. b UWG liege vor,
wenn die angesprochenen Verkehrskreise irregeführt würden, wenn also bei den
Adressaten ein Widerspruch zwischen Realität und subjektiver Vorstellung bewirkt
werde. Dies sei bei keiner der beiden von der Klägerin beanstandeten Passagen
der Fall. Mit Bezug auf die erste Passage sei zu berichtigen, dass diese wie folgt
beginne: "Logisch, dass mir nur de Bescht a d Wösch gaht ...". Allein schon die
Zweideutigkeit dieser Worte bewirke, dass die angesprochenen Verkehrskreise
diese Aussage als scherzhaftes und sehr subjektiv gefärbtes Werturteil verstün-
den, das keinerlei Anspruch auf objektive Richtigkeit erheben wolle. Eine Irrefüh-
rung sei nur schon deshalb ausgeschlossen. In den beiden Spots träten eine Frau
bzw. ein Mann in ihrer Waschküche auf und äusserten sich in diesem privaten
Umfeld zu "C._". Dieser formale Rahmen gebe den Zuschauern zu verste-
hen, dass es sich um persönliche Aussagen handle, und auch aufgrund der Texte
sei für die Zuschauer klar, dass es nicht um Tatsachenbehauptungen, sondern
um subjektive Werturteile gehe. Gerade im Bereich von Waschmitteln sei das
Publikum an diese Art der Webung gewöhnt und wisse, dass Aussagen wie die
von der Klägerin beanstandete nicht als bare Münze zu verstehen seien. Eine Ir-
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reführung der angesprochenen Verkehrskreise sei auch aus diesen Gründen
ausgeschlossen.
2.6. Mit Schreiben vom 14. Dezember 2010 (act. 3/11) kommt die Klägerin auf
die Korrespondenz vom Sommer zurück und stellt fest, dass die beanstandeten
"C._" Fernsehspots mehrfach wieder geschaltet und die TV-Spots nach wie
vor auch auf der Homepage (www.B._ag.ch) aufgeschaltet seien. Die Kläge-
rin halte an der rechtlichen Beurteilung vom 7. Juni 2010 fest.
2.7. Mit Antwortschreiben vom 22. Dezember 2010 (act. 3/12) führt die Beklagte
aus, sie sei etwas erstaunt über den Brief vom 14. Dezember 2010, in dem die
Klägerin nach mehr als einem halben Jahr Schweigen einfach auf ihre frühere
Position verweise, ohne auch nur ansatzweise auf das beklagtische Schreiben
vom 11. Juni 2010 einzugehen. Vor diesem Hintergrund erübrigten sich weitere
Ausführungen. Immerhin könne der Klägerin mitgeteilt werden, dass die Beklagte
ab 2011 leicht geänderte Spots für "C._" verwenden werde, wobei zu beto-
nen sei, dass diese Anpassungen in keiner Weise durch die unbegründeten Vor-
würfe motiviert seien.
2.8. Anfangs 2012 liessen sich folgende Spots auf der Website der Beklagten
finden (Quelle: www.B._ag.ch, Kommunikation, TV-Spots, Abrufdatum: 20.
Januar 2012):
2.8.1. Spot Mann
Ein Mann steht in seiner Waschküche vor der Waschmaschine und schüttet
C._ Pulver in den Waschmittelbehälter. Dazu spricht er folgenden Text:
"C._ schützt d'Maschine und d'Wösch. Und drum: au wänn's um s'Wäsche
gaht – es git nüt Bessers gege de Chalch." Am Schluss sind die beiden C._
Produkte (Flüssig und Pulver) zu sehen und eine Stimme aus dem Off sagt:
"C1._, das Schweizer Original gegen Kalk."
In Hochdeutsch: "C._ schützt die Maschine und die Wäsche. Und darum:
auch wenn es um das Waschen geht – es gibt nichts Besseres gegen den Kalk."
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2.8.2. Spot Frau
Eine Frau steht in ihrer Waschküche vor der Waschmaschine und schüttet
C._ Pulver in den Waschmittelbehälter. Dazu spricht sie folgenden Text:
"Jetzt mache sie au Wasserenthärter. Die vo C1._ meini. Eigentlich logisch.
C._: So schützi gliichziitig mini Wösch und d'Maschine. Au wänn's um s'Wä-
sche geit – es git nüt Bessers gege Chalch." Am Schluss sind die beiden C._
Produkte (Flüssig und Pulver) zu sehen und eine Stimme aus dem Off sagt:
"C1._, das Schweizer Original gegen Kalk."
In Hochdeutsch: "Jetzt machen sie auch Wasserenthärter. Die von C1._
meine ich. Eigentlich logisch. C._: So schütze ich gleichzeitig meine Wäsche
und die Maschine. Auch wenn es um das Waschen geht – es gibt nichts Besseres
gegen Kalk."
II. Parteistandpunkte
1. Die Klägerin macht geltend, die beanstandeten Spots würden unrichtige ir-
reführende Alleinstellungsbehauptung ("die Beschte" / "de Bescht") bzw. Spitzen-
gruppenbehauptung ("s'git nüt Bessers") enthalten und seien daher nach Art. 3
Abs. 1 lit. b UWG rechtswidrig. Der schweizerische Durchschnittskonsument bzw.
die schweizerische Durchschnittskonsumentin erkenne in den beiden beanstan-
deten TV-Spots eine ernst gemeinte Tatsachenbehauptung der Beklagten, ihre
Wasserenthärtungsmittel "C._" wirkten bei der Haushaltwäsche am besten
gegen Kalk, d.h. besser als alle übrigen Produkte auf dem Markt. Es handle sich
somit um eine Angabe im Rechtssinn. Die Aussagen seien weder marktschreie-
risch noch scherzhaft gemeint und würden vom Publikum auch nicht so aufge-
fasst. Die qualitative Alleinstellungsbehauptung der Beklagten sei erstelltermas-
sen objektiv falsch, wie sich aus den von der Klägerin vorgenommenen Tests er-
gebe. Die unrichtigen Angaben der Beklagten in den beanstandeten TV-Spots
seien geeignet, bei den Kunden falsche Erwartungen zu wecken und sie dazu zu
bewegen, die Produkte der Beklagten anstelle derjenigen der Klägerin zu kaufen.
Die Verhältnisse zwischen den Parteien als Mitbewerber seien davon betroffen
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und die wirtschaftlichen Interessen der Klägerin würden dadurch bedroht und ver-
letzt (act. 1; act. 12).
2. Die Beklagte beantragt die vollumfängliche Abweisung der Klage, soweit
überhaupt darauf einzutreten sei. Es fehle der Klägerin am erforderlichen Rechts-
schutzinteresse und das Rechtsbegehren sei zu unbestimmt gestellt. Die bean-
standeten Spots enthielten gar keine Angaben im Sinne von Art. 3 Abs. 1 lit. b
UWG, sondern lediglich eine marktschreierische Übertreibung. An solche sei das
Fernsehpublikum gerade im Bereich von Haushaltreinigungs- und Waschmitteln
gewohnt und es wisse, dass mit Superlativen und Übertreibungen operiert werde,
welche jedoch nicht zum Nennwert zu nehmen seien. Zudem fehlten sachliche
Massstäbe zur Überprüfung der gemachten Aussagen, denn es sei fraglich, nach
welchen Kriterien ein Wasserenthärter als "besser" beurteilt werden könne. Bei
der Aussage, ein Produkt sei am besten, komme es zwangsläufig auf die dieser
Einschätzung zugrundeliegenden Kriterien und Gesichtspunkte an, die unter-
schiedlich gewichtet werden könnten. Gestützt auf diverse Tests lasse sich indes
festhalten, dass C._ tatsächlich mindestens so gut, teilweise aber besser ab-
schneide als D._ (act. 8; act. 15).
3. Auf diese und die weiteren Vorbringen der Parteien sowie auf die Akten
wird nachfolgend – soweit für die Entscheidfindung notwendig – eingegangen.
III. Prozessgeschichte
Am 6. Januar 2011 (Datum Poststempel) reichte die Klägerin die Klageschrift ein
(act. 1). Nach Eingang des mit Verfügung vom 10. Januar 2011 unter Hinweis auf
Art. 98 ZPO verlangten Vorschusses für die Gerichtskosten (Prot. S. 2 f.; act. 5),
wurde der Beklagten mit Verfügung vom 3. Februar 2011 Frist zur Erstattung der
Klageantwort angesetzt (Prot. S. 3). Diese ging am 30. März 2011 ein (act. 8). Mit
Verfügung vom 5. April 2011 wurde die Prozessleitung an den Instruktionsrichter
delegiert (Prot. S. 4) und mit Verfügung vom 20. April 2011 unter Hinweis auf Art.
225 ZPO ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Prot. S. 5). Die Replik wurde
mit Eingabe vom 25. Mai 2011 (act. 12) und die Duplik mit Eingabe vom 29. Au-
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gust 2011 (act. 15) erstattet. Mit Eingabe vom 22. September 2011 (act. 18) nahm
die Klägerin zu den neuen Behauptungen der Beklagten Stellung. Mit Beschluss
vom 2. Mai 2012 (act. 20; Prot. S. 10) wurde den Parteien mitgeteilt, dass keine
Beweisverfügung erlassen werde und ihnen Frist angesetzt zur Erklärung, ob sie
auf die Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung verzichteten. Mit Einga-
ben vom 7. (act. 22) bzw. 8. Mai 2012 (act. 23) verzichteten sowohl die Klägerin
als auch die Beklagte auf die Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung.
Der Prozess erweist sich als spruchreif, weshalb das Urteil zu fällen ist (Art. 236
Abs. 1 ZPO).
IV. Formelles
1. Zuständigkeit
1.1. Die Klägerin führt aus, sie habe ihren statutarischen Sitz in E._, die
Beklagte in F._. Die eingeklagten Ansprüche gründeten auf dem Bundesge-
setz vom 19. Dezember 1986 über den unlauteren Wettbewerb. Der Streitwert sei
zur Zeit noch nicht bezifferbar, übersteige jedoch den Betrag von CHF 30'000.–
mit Sicherheit. Das angerufene Handelsgericht sei demnach örtlich, sachlich und
funktionell zuständig (Art. 36 ZPO, § 44 lit. a GOG, Art. 198 lit. f i.V.m. Art. 5 Abs.
1 lit. d ZPO; act. 1 S. 3).
1.2. Die Beklagte bringt vor, soweit der von der Klägerin angegebene Streitwert
dazu diene, die Zuständigkeit des Handelsgerichts Zürich zu begründen, habe sie
nichts dagegen einzuwenden (act. 8 S. 3).
1.3. Gemäss Art. 36 ZPO ist für Klagen aus unerlaubter Handlung das Gericht
am Wohnsitz oder Sitz der geschädigten Person oder der beklagten Partei oder
am Handlungs- oder am Erfolgsort zuständig. Der Begriff der unerlaubten Hand-
lung ist weit zu verstehen. Art. 36 ZPO umfasst daher nicht nur die Sachverhalte,
die im OR unter diesem Titel aufgeführt sind, sondern sämtliche Fälle ausserver-
traglicher Haftung für widerrechtliches Verhalten. Dazu gehören auch Ansprüche
aus unlauterem Wettbewerb (HEMPEL, in: SPÜHLER/TENCHIO/INFANGER, Basler
Kommentar Schweizerische Zivilprozessordnung, 2010, N 6 f. zu Art. 36). Die
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Klägerin hat ihren Sitz in E._; die Beklagte in F._ (act. 3/2/1+2). Da die
Beklagte ihren Sitz im Kanton Zürich hat, ist die örtliche Zuständigkeit des Han-
delsgerichts des Kantons Zürich ohne Weiteres gegeben.
1.4. Das Handelsgericht des Kantons Zürich ist weiter zuständig für Streitigkei-
ten nach dem Bundesgesetz über den unlauteren Wettbewerb (UWG), sofern der
Streitwert mehr als CHF 30'000.– beträgt (Art. 5 Abs. 1 lit. d ZPO i.V.m. § 44 lit a
GOG). Der Streitwert wird nach dem Rechtsbegehren bestimmt (Art. 91 Abs. 1
ZPO). Lautet das Rechtsbegehren nicht auf eine bestimmte Geldsumme, so setzt
das Gericht den Streitwert fest, sofern sich die Parteien darüber nicht einigen oder
ihre Angaben offensichtlich unrichtig sind (Art. 91 Abs. 2 ZPO). Die Klägerin bezif-
fert den Streitwert CHF 30'000.– übersteigend (act. 1 S. 3). Die Beklagte bestrei-
tet dies – zumindest bezüglich der Begründung der Zuständigkeit des Handelsge-
richts – nicht (act. 8 S. 3). Es ist somit von einem Streitwert von über
CHF 30'000.– auszugehen (weiteres zum Streitwert in Erw. VI.1.). Es handelt sich
vorliegend zudem um eine handelsrechtliche Streitigkeit im Sinne von Art. 6 Abs.
2 ZPO, da die geschäftliche Tätigkeit der Parteien betroffen und eine Beschwerde
in Zivilsachen ans Bundesgericht möglich ist sowie beide Parteien als Aktienge-
sellschaften im schweizerischen Handelsregister eingetragen sind (act. 3/2/1+2).
Dementsprechend ist auch die sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des
Kantons Zürich gegeben.
2. Rechtsschutzinteresse
2.1. Die Beklagte macht geltend, die Klägerin habe die Spots der Beklagten im
Mai/Juni 2010 beanstandet, dann aber auf das Schreiben der Beklagten vom 11.
Juni 2010 bis zum 14. Dezember 2010, also während über sechs Monaten, in
keiner Weise reagiert. Nachdem ihr dann mit Schreiben vom 22. Dezember 2010
mitgeteilt worden sei, dass ab 2011 leicht geänderte neue Spots verwendet wür-
den, habe die Klägerin am 6. Januar 2011 mit Bezug auf die alten Spots die vor-
liegende Klage erhoben. Die Klägerin habe es anscheinend kaum erwarten kön-
nen, ihre Klage einzureichen. Dass die alten Spots noch auf der Website der Be-
klagten im Archivbereich aufgeschaltet gewesen seien, sei der Klägerin deshalb
offenbar sehr gelegen gekommen, um ihrer Klage das Mäntelchen der Gerechtig-
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keit umhängen zu können. Vor dem Hintergrund, dass die Beklagte der Klägerin
mit Schreiben vom 22. Dezember 2010 mitgeteilt hatte, sie werde ab 2011 geän-
derte Spots verwenden, und nachdem die Klägerin denn weder in der Klageschrift
noch in der Replik einen Fall erwähne, in dem die Beklagte die beanstandeten
Spots im Jahr 2011 in irgendeiner Werbung eingesetzt hätte (weil sie ja auch
nicht eingesetzt worden seien), stelle sich die Frage, ob es der Klägerin nicht am
Rechtsschutzinteresse bzw. am schutzwürdigen Interesse im Sinne von Art. 59
Abs. 2 lit. a ZPO fehle, weshalb auf die Klage nicht einzutreten sei (act. 8 S. 10;
act. 15 S. 11 f.).
2.2. Die Klägerin hält dafür, ihr Rechtsschutzinteresse sei im Zeitpunkt der Kla-
geeinleitung vorhanden gewesen, da die beanstandeten Spots damals noch auf
der Homepage der Beklagten aufgeschaltet gewesen seien und die Beklagte die
wiederholt verlangte Unterlassungserklärung nicht abgegeben und die Beanstan-
dungen der Klägerin konstant ausdrücklich zurückgewiesen habe. Und das
Rechtsschutzinteresse der Klägerin bestehe auch heute noch, da die Beklagte
weiterhin an der Rechtmässigkeit ihrer Spots festhalte und die Beklagte [recte: die
Klägerin] deshalb jederzeit mit deren erneuten Ausstrahlung rechnen müsse. Die
Klägerin habe der Beklagten im Sommer 2010 ihren Standpunkt in zwei Schrei-
ben deutlich dargelegt und sie im Dezember 2010 ein drittes Mal erfolglos abge-
mahnt. Die Spots seien über den Jahreswechsel bis deutlich nach den Gerichtsfe-
rien aufgeschaltet geblieben und die diffuse und pauschale Ankündigung einer
leichten Änderung ab 2011 sei nicht zeitgerecht umgesetzt worden (act. 12 S. 12).
2.3. Gemäss Art. 59 Abs. 1 ZPO tritt das Gericht auf eine Klage ein, sofern die
Prozessvoraussetzungen erfüllt sind. Prozessvoraussetzung ist insbesondere ein
schutzwürdiges Interesse der klagenden Partei (Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO). Staatli-
cher Rechtsschutz soll nicht Selbstzweck sein. Vielmehr muss die klagende Partei
ein schutzwürdiges Interesse am eingeleiteten Verfahren haben. Dieses Interesse
kann rechtlicher oder tatsächlicher Art sein. Ob ein Rechtsschutzanspruch be-
steht, bestimmt sich nach dem materiellen Recht. Bedarf es zu dessen Durchset-
zung gerichtlichen Rechtsschutzes, ist das Rechtsschutzinteresse zu bejahen.
Generell fehlt es an einem schutzwürdigen Interesse, wenn nicht dargetan ist, wo-
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rin das Interesse am Erlass eines autoritativen Entscheids des angerufenen Ge-
richts bestehen könnte, insbesondere wenn ein Prozess aus purer Rechthaberei
geführt wird (ZÜRCHER, in: SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER, Kommen-
tar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2010, N 12 zu Art. 59 ZPO). Um
den Bestand des schutzwürdigen Interesses zu beurteilen, muss das Gericht die
dem Prozess zugrunde liegenden materiellen Verhältnisse einer Prüfung unter-
ziehen, wobei dies den Rahmen einer summarischen Überprüfung nicht sprengen
darf. Ob dann eine Partei am geltend gemachten materiellen Rechtsverhältnis tat-
sächlich berechtigt ist, muss im Rahmen der Urteilsfindung entschieden werden.
Aus rechtsstaatlichen Überlegungen sollte im Zweifelsfall ein Vorliegen des
schutzwürdigen Interesses bejaht werden (GEHRI, in: SPÜHLER/TENCHIO/INFANGER,
a.a.O., N 7 zu Art. 59).
2.4. Wie die Beklagte vorbringt, verwendete sie ab dem Jahre 2011 leicht ge-
änderte Spots (vgl. Erw. I.2.1 und I.2.8), was die Klägerin auch nicht bestreitet.
Indessen kommt in den neuen Spots unverändert die Wendung "... es git nüt
Bessers gege (de) Chalch" vor. Diese Wendung wird von der Klägerin als unlaute-
re Spitzenstellungsbehauptung gerügt (vgl. act. 12 S. 19). Die von der Beklagten
vorgenommene Nuancierung der Spots ändert nichts an der Kernaussage ihrer
Werbebotschaft. Die Spots wurden deshalb nicht substantiell verändert. Die Fra-
ge, ob eine nach dem UWG unzulässige Alleinstellungs- bzw. Spitzenstellungs-
behauptung vorliegt, bleibt grundsätzlich auch bezüglich der neuen Spots beste-
hen. Ein entsprechendes Verbot würde aufgrund der übereinstimmenden Äusse-
rung ("...es git nüt Bessers gege (de) Chalch") auch die neuen Spots umfassen.
Nachdem die Beklagte ihr Vorgehen für rechtmässig hält und sich der Klage wi-
dersetzt, hat die Klägerin ein grundsätzliches Interesse an gerichtlichem Rechts-
schutz. Die Frage, ob ihr Recht zu geben ist und die Beklagte unrechtmässig ge-
handelt hat, ist eine Frage des materiellen Rechts und dort zu prüfen (vgl. Erw.
V.). Weiter könnte die Klägerin bezüglich der neuen Spots eine neue Klage ein-
reichen, weshalb diese Grundsatzfrage auch aus prozessökonomischen Gründen
zu klären ist. Schliesslich ist das Rechtsschutzinteresse im Zweifel zu bejahen.
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Die Klägerin hat demnach ein schutzwürdiges Interesse an der Beurteilung der
Rechtmässigkeit der von der Beklagten verwendeten Werbetexte vor dem Hinter-
grund des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. Das Rechts-
schutzinteresse der Klägerin an der vorliegenden Klage ist somit zu bejahen.
3. Bestimmtheit der Rechtsbegehren
3.1. Die Beklagte bringt vor, die Klägerin verlange in ihrem Rechtsbegehren 1,
der Beklagten sei zu verbieten, die beiden aufgeführten Aussagen "wörtlich oder
sinngemäss" zu verwenden. Doch was heisse sinngemäss? Was genau solle der
Beklagten nach dem Wunsch der Klägerin verboten werden? Wo sollten bei ei-
nem "sinngemäss" verbotenen Tun die Grenzen zwischen dem Erlaubten und
dem Verbotenen liegen? Diesbezüglich bestehe ein erheblicher Interpretations-
spielraum und -bedarf, und es sei offenkundig, dass das klägerische Rechtsbe-
gehren 1 nicht so bestimmt sei, dass es bei Gutheissung der Klage zum Dispositiv
erhoben und ohne weitere Verdeutlichung vollstreckt werden könnte. Das klägeri-
sche Rechtsbegehren sei nur schon aus diesem Grund abzuweisen, sofern über-
haupt darauf eingetreten werden könne. Dasselbe gelte selbstredend auch für
das von Rechtsbegehren 1 abhängige Rechtsbegehren 2, allerdings noch mit zu-
sätzlichem Nachdruck, da ein solches Verbot gegen das strafrechtliche Be-
stimmtheitsgebot verstossen würde (act. 8 S. 10 f.).
Die Klägerin verlange, es sei der Beklagten zu verbieten, im Zusammenhang mit
C._ die zwei in Rechtsbegehren Ziff. 1a und 1b aufgeführten Aussagen zu
verwenden. Allerdings scheine sich die Klägerin eigentlich nur am Superlativ bzw.
Komparativ zu stossen, und sie begründe mit keinem Wort, weshalb der Beklag-
ten zu verbieten sein soll, ihre Produkte mit folgenden Sätzen zu bewerben:
• "C1._ in der Waschküche, das ist auch für mich neu."
• "C._ schützt die Maschine und die Wäsche."
• "Deshalb C._, der Wasserenthärter."
• "C._ – gut für meine Wäsche, gut für meine Maschine."
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Ganz offensichtlich seien diese vier Sätze in jeder Hinsicht unbedenklich und dürf-
ten von der Beklagten ohne jegliche Einschränkung verwendet werden, weshalb
die Klage in diesem Umfang ohne Weiteres abzuweisen sei (act. 8 S. 11).
Was die Verwendung der restlichen vier Sätze betreffe, in denen ein Superlativ
oder Komparativ verwendet werde, nämlich
• "Dabei sind sie seit eh und je ..., wenn es um Kalk geht."
• Und darum: auch wenn es ums Waschen geht – es gibt nichts ... gegen
Kalk."
• "Logisch, dass mir nur ... an die Wäsche geht."
• "Auch wenn es um das Waschen geht, es gibt nichts ... gegen Kalk."
sei es der Beklagten selbstverständlich erlaubt, in ihrer Werbung für C._ bei-
spielsweise folgende Aussagen zu machen: "Dabei sind sie seit eh und je kompe-
tent, wenn es um Kalk geht" oder "Logisch, dass mir nur der Schönste an die Wä-
sche geht" oder "... es gibt nichts Cooleres gegen Kalk.". Damit stehe fest, die
Klage auch mit Bezug auf die vier vorgenannten Sätze ohne Weiteres abzuwei-
sen sei (act. 8 S. 11 f.).
Die klägerische Behauptung, die Vollstreckungsinstanz werde die vom antrags-
gemässen Verbot betroffenen Sachverhalte anhand der Formulierung des
Rechtsbegehrens problemlos erfassen können, treffe eben gerade nicht zu. Wür-
de das klägerische Rechtsbegehren antragsgemäss als Verbot ins Dispositiv ei-
nes Urteils aufgenommen, so wären der Beklagen gemäss diesem hypotheti-
schen Dispositiv auch die aufgeführten Aussagen und Wendungen verboten,
obschon diese völlig unproblematisch seien. Das klägerische Rechtsbegehren sei
mit Bezug auf diese Aussagen abzuweisen, da sie eindeutig zulässig seien. Ein
Verbot ginge weit über den eigentlichen Kern der vorliegenden Auseinanderset-
zung hinaus. Allein dies bestätige, dass die Klägerin ihr Rechtsbegehren viel kon-
kreter und präziser hätte fassen müssen, damit es bei Gutheissung der Klage
zum Dispositiv erhoben und ohne weitere Verdeutlichung vollstreckt werden könn-
te. Der Klägerin wäre es ohne Weiteres möglich gewesen, ihr Rechtsbegehren so
zu formulieren, dass sich dieses auf die von ihr als "Alleinstellungsbehauptungen"
bezeichneten Aussagen beschränke. Auch der klägerische Verweis auf Art. 84
- 15 -
ZPO ändere nichts an dieser Feststellung, denn eine Unterlassungsklage müsse
immer auf das Verbot eines genügend bestimmten Verhaltens gerichtet sein. Ge-
nau diese Voraussetzung sei aber nicht erfüllt, wenn die Klägerin ein Verbot für
ein "sinngemässes" Tun verlange, zumal wenn sich dies dann noch auf Verhal-
tensweisen bzw. Aussagen beziehe, die offensichtlich zulässig sein müssten (act.
15 S. 12 f.).
3.2. Die Klägerin hält dagegen, das Rechtsbegehren sei in seinen Anträgen klar
verständlich und rechtsgenügend bestimmt. Die der Beklagten zu verbietende
Handlung werde im Antrag 1 durch die Angabe des Wortlauts der zu unterlassen-
den Werbeangaben mit tatsächlichen Merkmalen genau umschrieben. Die Kläge-
rin wolle, dass der Beklagten die im Antrag 1 wiedergegebenen Werbeaussagen
bei der Bewerbung und beim Vertrieb der C._ Produkte verboten würden.
Wörtlich und – um zu verhindern, dass die Beklagte die inhaltlich identischen
Spots mit minimalsten Änderungen erneut aufschalten könne – auch sinngemäss.
Kleine semantische Abweichungen in der Wiedergabe seien irrelevant, sie ergä-
ben sich schon aus der sinngerechten Übertragung der Dialektaussagen in die
Hochsprache. Verboten werden sollten die beanstandeten zwei Spots mit den Al-
leinstellungsbehauptungen. Zur Identifikation der Spots und zum Verständnis des
Inhalts müssten die betroffenen Aussagen im Zusammenhang dargetan werden.
Wenn die Alleinstellungsbehauptungen entfernt seien, dann habe der Spot nicht
mehr dieselbe rechtswidrige Aussage, dann falle er auch nicht mehr unter das ge-
richtliche Verbot. Die Vollstreckungsinstanz werde die vom antragsgemässen
Verbot betroffenen Sachverhalte anhand der Formulierung des Rechtsbegehrens
problemlos erfassen können. Klar bestimmt sei auch Antrag 2 des Rechtsbegeh-
rens auf Strafbewehrung des Verbots (act. 12 S. 12 f. und S. 14).
3.3. Das Vorliegen eines ausreichend bestimmten Rechtsbegehrens ist als Pro-
zessvoraussetzung anzusehen. Das Erfordernis eines bestimmten Rechtsbegeh-
rens kommt in Art. 84 Abs. 2 ZPO (Bezifferung einer Klage auf Geldleistung) zum
Ausdruck, gilt aber für alle Klagearten. Weil das Urteil nach Art. 58 Abs. 1 ZPO
nicht mehr und nichts anderes zusprechend darf als der Kläger verlangt hat, muss
dem Rechtsbegehren unmittelbar das beantragte Urteilsdispositiv zu entnehmen
- 16 -
sein (OBERHAMMER, in: SPÜHLER/TENCHIO/INFANGER, a.a.O., N 3 zu Vor Art. 84-90).
Unterlassungsklagen enthalten begriffsnotwendig Verpflichtungsanweisungen, die
auf ein Unterlassen gerichtet sind (Verbote). Das mit der Unterlassungsklage be-
gehrte Verbot ist auf ein genau umschriebenes, bestimmtes Verhalten zu richten
(Bestimmtheitsgebot). Der Gegenstand des Unterlassungsbefehls muss genü-
gend individualisiert sein, sodass er der Rechtskraft fähig ist und ohne nochmali-
ge materielle Prüfung vollstreckt werden kann. Eine Unterlassungsklage muss
genau angeben, welches Verhalten dem Beklagten zu verbieten sei (BGE 131 III
70, E.3.3, S. 73; BGE 107 II 82, E.2.b, S. 86; BGE 97 II 92; BAUDENBACHER/
GLÖCKNER, Lauterkeitsrecht, Kommentar zum Gesetz gegen den unlauteren
Wettbewerb (UWG), 2001, N 42 zu Art. 9; JUNG/SPITZ, Bundesgesetz gegen den
unlauteren Wettbewerb, Stämpflis Handkommentar, 2010, N 65 zu Art. 9; LEUEN-
BERGER, in: SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER, a.a.O., N 28 und 30 zu
Art. 221 ZPO; FRANK/STRÄULI/MESSMER, Kommentar zur Zürcherischen Zivilpro-
zessordnung, 3. Aufl. 1997, N 12 zu § 100).
Der Entscheid darüber, was dem Beklagten materiell untersagt wird, darf nicht in
die Vollstreckungsinstanz verlagert werden. Der Vollstreckungsinstanz ist die
rechtliche Würdigung eines Wettbewerbsverhaltens verwehrt. Vielmehr hat sie le-
diglich in tatsächlicher Hinsicht zu prüfen, welche im Erkenntnisverfahren vom Zi-
vilrichter untersagte Handlung zu verhindern ist bzw. ob diese erneut begangen
wurde. Damit wird nicht ausgeschlossen, dass aus Praktikabilitätserwägungen im
Einzelfall eine geringere Präzisierung des untersagten Verhaltens zulässig ist. Es
gibt Unterlassungsbegehren, die nicht völlig ermessensfrei umschrieben werden
können; alsdann muss und darf man sich mit einem etwas geringeren Präzisions-
grad begnügen. Dem Vollstreckungsrichter wird dann im Ergebnis ein beschränk-
ter Ermessensspielraum eröffnet (BAUDENBACHER/GLÖCKNER, a.a.O., N 42 zu Art.
9; FRANK/STRÄULI/ MESSMER, a.a.O., N 12 zu § 100; SJZ 1987 S. 151 Nr. 23 E.4;
ZR 85 [1986] Nr. 54 S. 135 ff.). Ein Beispiel für eine ausreichende Präzisierung
stellt die Beantragung eines Verbots von im Einzelnen aufgelisteten und sinnent-
sprechenden Formulierungen dar (Beschluss des Handelsgerichts des Kantons
Zürich vom Mai 1989, in: SMI 1991, S. 268 ff., E.6, S. 276, Tabakkartell).
- 17 -
Unterlassungsbegehren, denen die erforderliche Bestimmtheit fehlt, sind von den
Gerichten von Amtes wegen zu präzisieren; vorausgesetzt die Neufassung ist
vom klägerischen Vorbringen umfasst (BAUDENBACHER/GLÖCKNER, a.a.O., N 47 zu
Art. 9; vgl. z.B. SMI 1987 S. 120 ff., E.5, S. 124). Das Gericht ist demnach bei ei-
nem Unterlassungsbegehren nur zu redaktionellen Abweichungen vom Begehren
berechtigt (SJZ 1988 S. 199 Nr. 32; FRANK/STRÄULI/MESSMER, a.a.O., N 12 zu
§ 100). Begehren auf Unterlassung, die sich bei der materiellen Beurteilung als an
sich begründet, aber zu umfassend formuliert erweisen, sind im Urteil auf das zu-
lässige Mass einzuschränken (JUNG/SPITZ, a.a.O., N 65 zu Art. 9, unter Hinweis
auf BGE 107 II 82, E.2.b, Urteile des Bundesgerichts 4C.169/2004 vom 8. Sep-
tember 2004 und 4A_103/2008 vom 7. Juli 2008, ZR 106 [2007] Nr. 9 S. 53 ff. und
sic! 2007 S. 43 ff.). Dem Gericht ist es nicht verwehrt, bei Gutheissung der Klage
das Urteil deutlicher oder vollständiger zu fassen, als es dem vom Kläger aufge-
stellten Rechtsbegehren entsprechen würde (GULDENER, Schweizerisches Zivil-
prozessrecht, 3. Aufl. 1979, S. 149). Unklare Rechtsbegehren sind nach Treu und
Glauben auszulegen. Es ist dabei nicht nur auf den Wortlaut des Begehrens, son-
dern auch auf die Klagebegründung abzustellen. Bleibt ein Rechtsbegehren un-
bestimmt und unklar, ist auf die Klage nicht einzutreten (BAUDENBACHER/GLÖCK-
NER, a.a.O., N 43 zu Art. 9; LEUENBERGER, a.a.O., N 38 und 40 zu Art. 221 ZPO;
FREI/WILLISEGGER, in: SPÜHLER/TENCHIO/INFANGER, a.a.O., N 9 zu Art. 221).
3.4. Das Rechtsbegehren (Ziffer 1 und Ziffer 2) der Klägerin ist grundsätzlich
klar und verständlich formuliert. Vorweg ist aber der Adressat der Begehrens
("Der Klägerin sei zu verbieten, ..." [act. 1 S. 2; act. 12 S. 2]) als offensichtlicher
Fehler zu korrigieren. Allerdings beantragt die Klägerin, es sei der Klägerin [recte:
der Beklagten] zu verbieten, die dargelegten Werbeaussagen wörtlich oder sinn-
gemäss zu verwenden. Der Fokus ist auf "sinngemäss" zu richten. Die Beklagte
rügt, dass bei einem sinngemässen Verbot die Grenzen zwischen dem Verbote-
nen und dem Erlaubten unklar sei und dass ein erheblicher Interpretationsspiel-
raum bestehe. Demnach sei das klägerische Rechtsbegehren nicht so bestimmt,
dass es bei Gutheissung der Klage zum Dispositiv erhoben und ohne weitere
Verdeutlichung vollstreckt werden könne.
- 18 -
In der Tat ist fraglich, ob das vorliegende Rechtsbegehren den Anforderungen
des Bestimmtheitsgebots genügt, wonach das mit der Unterlassungsklage be-
gehrte Verbot auf ein genau umschriebenes, bestimmtes Verhalten zu richten ist.
Wenn auch der Vollstreckungsinstanz grundsätzlich ein begrenzter Auslegungs-
spielraum zugestanden werden kann, ist es nicht an ihr, ein Wettbewerbsverhal-
ten rechtlich zu würdigen. Je nach Formulierung des neu zu beurteilenden Werbe-
Spots würde es jedoch darauf hinauslaufen. Überliesse das Gericht die Bestim-
mung sinngemässer Formulierungen der Vollstreckungsinstanz, ohne dass die
Betroffenen dazu Stellung nehmen könnten, würde überdies der Anspruch auf
rechtliches Gehör beeinträchtigt. Letztlich kann diese Frage vorliegend aber offen
gelassen werden, da die Klage ohnehin abzuweisen ist, wie die nachfolgenden
Erwägungen des materiellen Teils (Erw. V.) zeigen werden.
Die Beklagte rügt weiter, das von der Klägerin gestellte Rechtsbegehren verbiete
ihr, der Beklagten, auch Aussagen und Wendungen, welche völlig unproblema-
tisch seien. Die Klägerin führt aus, verboten werden sollten die beanstandeten
Spots mit den Alleinstellungsbehauptungen. Zur Identifikation der Spots und zum
Verständnis des Inhalts müssten die betroffenen Aussagen im Zusammenhang
dargetan werden.
Aus der Begründung der Klägerin ergibt sich, dass es ihr primär um die Überprü-
fung von Alleinstellungsbehauptungen ("die Besten" / "der Beste") bzw. Spitzen-
gruppenbehauptungen ("es gibt nichts Besseres") geht (act. 12 S. 19), welche sie
der Beklagten verboten haben will. Folglich sind diese Alleinstellungs- bzw. Spit-
zengruppenbehauptungen, mithin die die entsprechenden Wendungen enthalten-
den Sätze,
• "Dabei sind sie seit eh und je die Besten, wenn es um Kalk geht."
• Und darum: auch wenn es ums Waschen geht – es gibt nichts Besseres
gegen Kalk."
• "Logisch, dass mir nur der Beste an die Wäsche geht."
• "Auch wenn es um das Waschen geht, es gibt nichts Besseres gegen
Kalk."
auf einen möglichen Verstoss gegen das Wettbewerbsrecht zu prüfen.
- 19 -
Bei den Sätzen ohne die entsprechenden Wendungen,
• "C1._ in der Waschküche, das ist auch für mich neu."
• "C._ schützt die Maschine und die Wäsche."
• "Deshalb C._, der Wasserenthärter."
• "C._ – gut für meine Wäsche, gut für meine Maschine."
handelt sich um ganz allgemeine Aussagen ohne möglichen Alleinstellungscha-
rakter. Sie sind unproblematisch und dienen – wie die Klägerin selbst zugesteht –
lediglich zur Identifikation des Spots und zum Verständnis des Inhalts. Sie können
der Beklagten nicht verboten werden. Entsprechend fehlt es diesbezüglich auch
an einem schutzwürdigen Interesse der Klägerin an einem gerichtlichen Verbot
(vgl. zum Rechtsschutzinteresse Erw. IV.2.3 und IV.2.4). Das zu weit gehende
Rechtsbegehren der Klägerin ist daher auf die erwähnten Aussagen mit mögli-
chen Alleinstellungs- bzw. Spitzengruppenbehauptungen einzuschränken. Bezüg-
lich der problemlosen Aussagen ohne mögliche Alleinstellungs- oder Spitzen-
gruppenbehauptungen kann hingegen auf das Rechtsbegehren der Klägerin nicht
eingetreten werden.
V. Materielles
1. Klageberechtigung (Art. 9 UWG)
1.1. Die Klägerin führt aus, ihr prozessualer Unterlassungsanspruch sei erstellt.
Einerseits seien die unlauteren Spots auf der Homepage der Beklagen nach wie
vor aufgeschaltet, sei also die Rechtsverletzung aktuell und andauernd, und an-
dererseits drohe nach der bereits mehrfachen Aufschaltung der TV-Spots und der
wiederholten Verweigerung der Abgabe einer Unterlassungserklärung auch für
die Fernsehpublikation ernsthafte Wiederholungsgefahr (act. 1 S. 8). Bis zur Kla-
geeinleitung sei die Änderung der Spots nachweislich noch nicht erfolgt und die
Klägerin habe nicht erwarten können, dass der undefinierten Ankündigung von
"leichten Änderungen ab 2011" eine faktische Anerkennung ihrer Forderungen
folgen würde. Dies umso weniger, als der beklagtische Vertreter betont habe,
dass diese "Anpassungen" in keiner Weise durch die unbegründeten Vorwürfe
der Klägerin motiviert seien und die Widerrechtlichkeit weiterhin ausdrücklich be-
- 20 -
stritten habe. Zudem habe die Beklagte die angeforderte Unterlassungserklärung
nicht abgegeben und seit der ersten Abmahnung im Sommer 2010 auch durch die
mehrfache erneute Schaltung der Werbespots im Fernsehen deutlich gezeigt,
dass sie nicht gewillt sei, die Unterlassungsaufforderung der Klägerin zu respek-
tieren. Die Klägerin habe bei Klageeinleitung nicht gewusst, ob, wann und in wel-
cher Form die Beklagte ihre Spots ändern würde – und ohne Klageeinleitung wä-
ren sie wohl auch nicht geändert worden. Die Klägerin habe aufgrund des voran-
gegangenen Verhaltens der Beklagten im Gegenteil davon ausgehen können,
dass die beanstandeten Spots weiterhin unverändert auf dem Netz aufgeschaltet
bleiben und auch im Fernsehen wieder ausgestrahlt werden würden. Nach ihren
Informationen seien im November 2010 noch Fernsehausstrahlungen der bean-
standeten Spots erfolgt. Die Beklagte verneine dies in ihrer gewundenen Bestrei-
tung auch nur für den Spot mit der Frau und nur für die Zeit vom 6. bis 26. Sep-
tember 2010 (KW 36-38) und vom 25. Oktober bis 14. November 2010 (KW 43-
45). Im Übrigen sei die Darstellung der Klägerin unbestritten geblieben. Und die
Beklagte bestreite auch nicht, dass sie die Spots nach der Korrespondenz vom
Sommer 2010 mehrmals erneut habe ausstrahlen lassen. Es sei auch unbestrit-
ten geblieben, dass die angefochtenen TV-Spots auf der Homepage der Beklag-
ten www.B._ag.ch in diesem ganzen Zeitraum unverändert aufgeschaltet
gewesen seien. Der Klägerin sei es nicht um "leichte Änderungen", sondern um
die Unterlassung der zentralen unlauteren Alleinstellungsbehauptungen gegan-
gen. In dieser Situation bestehe das Rechtsschutzinteresse der Klägerin nach wie
vor. Es drohten künftige Rechtsverletzungen, weil die beklagte Partei bereits
Rechtsverletzungen begangen habe, Wiederholungen nicht auszuschliessen sei-
en und weil sie die Widerrechtlichkeit weiterhin bestreite (act. 12 S. 6, S. 13 f. und
S. 20).
1.2. Die Beklagte macht geltend, die Klägerin berufe sich zwar auf Art. 9 Abs. 1
lit. a und b UWG, unterlasse es aber, die dort genannten Voraussetzungen darzu-
tun, weshalb die Klage ohne Weiteres abzuweisen sei. Es sei zu berücksichtigen,
dass die angebliche Rechtsverletzung, die der Klage zugrunde liege, seit Ende
2010 nicht mehr bestehe. Die Klägerin lege nicht ansatzweise dar, dass die von
ihr beanstandeten Spots heute von der Beklagten verwendet würden (was ja auch
- 21 -
nicht der Fall sei). Ebenso wenig lege die Klägerin dar, dass die Gefahr drohe,
dass die Beklagte die beanstandeten Spots in Zukunft verwenden werde (act. 8
S. 11). Die Klägerin behaupte, die beiden von ihr beanstandeten Spots seien
letztmals im November 2010 ausgestrahlt worden, was aber nicht stimme. In den
Werbewellen der Wochen 36-38 sowie 43-45 des Jahres 2010 habe die Beklagte
den von der Klägerin beanstandeten Spot mit der Frau nicht ausstrahlen lassen.
Die Klägerin unterschlage auch, dass die Beklagte ihr mit Schreiben vom 22. De-
zember 2010 ausdrücklich angekündigt habe, ab 2011 leicht geänderte Spots zu
verwenden. Entsprechend dieser Ankündigung verwende die Beklagte im laufen-
den Jahr 2011 keinen der beiden beanstandeten Spots, sondern die geänderten
Spots, so wie sie auf der Website der Beklagten aufgeschaltet seien (act. 8 S. 5;
act. 15 S. 4). Die klägerische Behauptung, dass die beiden beanstandeten TV-
Spots "nach wie vor" auf der Website der Beklagen aufgeschaltet seien, sei
falsch. Von einer aktuellen und andauernden Rechtsverletzung könne deshalb
nicht die Rede sein. Auch nicht von einer ernsthaften Wiederholungsgefahr (act. 8
S. 15; act. 15 S. 16).
1.3. Wer durch unlauteren Wettbewerb in seiner Kundschaft, seinem Kredit o-
der beruflichen Ansehen, in seinem Geschäftsbetrieb oder sonst in seinen wirt-
schaftlichen Interessen bedroht oder verletzt wird, kann dem Gericht beantragen,
eine drohende Verletzung zu verbieten (lit. a), eine bestehende Verletzung zu be-
seitigen (lit. b) oder die Widerrechtlichkeit einer Verletzung festzustellen (lit. c),
wenn sich diese weiterhin störend auswirkt (Art. 9 Abs. 1 UWG).
Die Unterlassungsklage gemäss Art. 9 Abs. 1 lit. a UWG bezweckt die Unterbin-
dung einer bestehenden oder die Verhinderung einer drohenden Beeinträchtigung
im Wettbewerb, indem das Gericht ein entsprechendes Verbot erlässt und mit
Strafe bewehrt (JUNG/SPITZ, a.a.O., N 60 zu Art. 9). Einzige materielle Anspruchs-
voraussetzung ist das Bestehen einer Verletzungsgefahr. Der Unterlassungsan-
spruch zielt darauf, eine zukünftige konkrete Verletzungshandlung zu untersagen.
Ein materiellrechtlicher Unterlassungsanspruch ist auch dann gegeben, wenn die
Gefahr der nochmaligen Vornahme einer unlauteren Wettbewerbshandlung be-
steht (Wiederholungsgefahr; BAUDENBACHER/GLÖCKNER, a.a.O., N 7, N 9 und N 24
- 22 -
zu Art. 9). Regelmässig sind für das Vorliegen der Wiederholungsgefahr neben
der konkreten Verletzungshandlung in der Vergangenheit weitere Begleitumstän-
de als Indizien massgebend. Zentrale Bedeutung wird in der Rechtsprechung in-
sofern dem Verhalten des Beklagten im Unterlassungsverfahren beigemessen.
Wiederholungsgefahr ist dann anzunehmen, wenn der Beklagte die Widerrecht-
lichkeit seines beanstandeten Wettbewerbsverhaltens bestreitet. Das gilt selbst
dann, wenn der Beklagte sein wettbewerbswidriges Verhalten eingestellt hat, aber
weiterhin dessen Rechtmässigkeit behauptet. Schliesslich kann vorprozessuales
Verhalten ein Indiz für die Annahme von Wiederholungsgefahr sein. So ist die er-
neute Begehung einer Verletzungshandlung anzunehmen, wenn der Störer sein
Verhalten trotz Abmahnung fortgesetzt hat. Die Abgabe einer vorbehaltlosen Un-
terlassungserklärung durch den Verletzer reicht im Allgemeinen aus, um die (auf-
grund der konkreten Verletzungshandlung bestehende) Vermutung der Wiederho-
lungsgefahr entfallen zu lassen (BAUDENBACHER/GLÖCKNER, a.a.O., N 31 ff. zu Art.
9; JUNG/SPITZ, a.a.O., N 64 zu Art. 9).
1.4. Die Klägerin beantragt ein Verbot von weiteren drohenden Verletzungs-
handlungen (Unterlassung). Die für eine Unterlassungsklage erforderliche Verlet-
zungs- bzw. Wiederholungsgefahr ist vorliegend aufgrund der Begleitumstände
ohne Weiteres zu bejahen. So widersetzt sich die Beklagte der Klage und ist der
Ansicht, dass ihr Verhalten nicht wettbewerbswidrig war/ist. Sie hat zudem ihr
Verhalten trotz Abmahnung durch die Klägerin fortgesetzt und auch keine Unter-
lassungserklärung abgegeben. Wo und wann welche (alten oder neuen) Spots
ausgestrahlt wurden, ist nicht entscheidend, da sowohl bezüglich der alten als
auch der neuen Spots ein Rechtsschutzinteresse der Klägerin an der vorliegen-
den Klage besteht (vgl. E.IV.2.4). Ob indes ein früherer tatsächlicher Wettbe-
werbsverstoss gegeben ist, ist im nachfolgenden Abschnitt zu prüfen.
2. Unlauterer Wettbewerb
2.1. Die Klägerin führt aus, die beanstandeten Spots würden unrichtige irrefüh-
rende Alleinstellungsbehauptungen ("die Besten" / "der Beste") bzw. Spitzengrup-
penbehauptungen ("es gibt nichts Besseres") enthalten und seien daher nach Art.
3 Abs. 1 lit. b UWG rechtswidrig. Es handle sich um Angaben bezüglich der Quali-
- 23 -
tät dieser Produkte (act. 12 S. 14 und S. 19). Der schweizerische Durchschnitts-
konsument bzw. die schweizerische Durchschnittskonsumentin erkenne in den
beiden beanstandeten TV-Spots eine ernst gemeinte Tatsachenbehauptung der
Beklagten, ihre Wasserenthärtungsmittel "C._" wirkten bei der Haushaltwä-
sche am Besten gegen Kalk, d.h. besser als alle übrigen Produkte auf dem Markt.
Die Aussagen der Darsteller in den beiden Spots bezögen sich sachlich und
ernsthaft auf kalkbekämpfende bzw. kalkverhindernde Wirkung der Produkte (act.
1 S. 7). Sie würden von den Konsumenten genau so verstanden, wie sie gemäss
der Werbestrategie der Beklagten auch verstanden werden sollten: Die Wasser-
enthärter/Entkalker der Beklagten erziele die beste Wirkung bei der Wasserent-
härtung/Entkalkung in der Maschinenwäsche von Haushaltstextilien. Die Konsu-
menten wüssten, dass die Wirkung von Haushaltsreinigungsmitteln aller Art labor-
technisch objektiv genau ermittelt, geprüft und verglichen werden könnten. Schon
die von beiden Parteien eingereichten Untersuchungsberichte – die Beklagte ha-
be fünf interne und externe Testberichte vorgelegt – zeigten dies deutlich – auch
wenn die Resultate von den Parteien unterschiedlich interpretiert würden. Es gä-
be klare sachliche Massstäbe zur Überprüfung der Qualität von Wasserenthär-
tungs-/Entkalkungsmitteln. Es könne objektiv festgestellt werden, ob ein Produkt
eine gute Wirkung erziele oder nicht, und auch, ob es besser oder weniger gut
wirke als ein Konkurrenzprodukt. Die technisch gemessene und geprüfte Qualität
der Produkte sei das zentrale Werbeargument der Anbieter und ein sehr wichtiges
Argument für den Kaufentscheid der Konsumenten. Das wüssten die Anbieter,
und deshalb werde die labortechnisch ermittelte Wirkung der Produkte in der
Werbung entsprechend hervorgehoben, auch von der Beklagten. Qualitätsanga-
ben in der Werbung seien von den Werbenden in der Regel ernst gemeint, die
Konsumenten müssten sich entsprechend darauf verlassen können. Dies ergebe
sich aus dem allgemeinen Grundsatz von Treu und Glauben im Rechtsverkehr
und darauf beruhten auch die zahlreichen Vergleichstests in den Konsumenten-
schutzpublikationen. Gerade Haushaltsreinigungsmittel und Textilwaschmittel sei-
en regelmässig Gegenstand von kritischen Vergleichsuntersuchungen (act. 12
S. 14 f. und S. 18).
- 24 -
Die Behauptungen der Beklagten, ihr Wasserenthärter/Entkalker sei der Beste,
wenn es um Kalk gehe, die in den beiden beanstandeten Werbeaussagen enthal-
ten seien, würden somit vom durchschnittlichen Konsument als ernsthafte qualita-
tive Alleinstellungsberühmung verstanden. Es sei mithin eine Angabe im Rechts-
sinn (act. 12 S. 16). Sie seien weder marktschreierisch noch scherzhaft gemeint
und würden vom Publikum auch nicht so aufgefasst (act. 1 S. 7). Die Beklagte
wolle mit dem Argument der "Marktschreierei" geltend machen, sie habe die Al-
leinstellung nur scherzhaft gemeint und selbstverständlich würden die Konsumen-
ten diese Behauptung auch nicht ernst nehmen. Das sei nicht so. Schon der
enorme Aufwand, den die Beklagte – wie auch die anderen Hersteller – zum Ent-
wickeln und externen Testen von immer neuen Formulierungen ihrer Produkte auf
sich nehme, beweise das Gegenteil. Die Beklagte investiere in Entwicklung und
Marketing, um die Konsumenten von der technischen Qualität ihrer Produkte zu
überzeugen. Sie wisse, dass sich die Konsumenten davon überzeugen lassen
und die Produkte aufgrund der nachgewiesenen Wirkung kaufen würden. Wenn
das nicht so wäre, hätte die Beklagte die Investitionen für die zahlreichen Tests
nicht getätigt (act. 12 S. 16 und S. 18). Die Konsumenten wüssten selbstverständ-
lich, dass es sich bei den in den Spots gezeigten "C1._-Anwendern" um be-
zahlte Darsteller/Innen handle, die nicht ihre eigene subjektive Meinung, sondern
die Werbeangaben der Beklagten äusserten. Entsprechend müsse sich die Be-
klagte diese Aussagen als ihre eigenen Angaben entgegenhalten lassen. So wie
sie von den Konsumenten nach Treu und Glauben im Rechtsverkehr verstanden
werden dürften, das heisse als objektive und sachliche Alleinstellungsbehauptun-
gen zur kalkbekämpfenden/kalkverhindernden Wirkung der Wasserenthärter
"C._". Die Beklagte kenne natürlich die Wirkung ihrer Spots und habe diese
auch so beabsichtigt (act. 1 S. 7). Die Verneinung der Angabequalität aufgrund
einer "marktschreierischen" Scherzerklärung würde voraussetzen, dass die (ins-
besondere teleologische) Auslegung der Aussagen ergeben würde, dass sie in-
haltlich nicht ernst gemeint gewesen seien. Dafür bestünden in den beanstande-
ten Spots der Beklagten keine Anhaltspunkte. Auch beim Spot mit der Frau nicht,
wo der Wasserenthärter/Entkalker etwas gesucht mit einem Liebhaber verglichen
werde. In der Waschmaschine wie im Bett der attraktiven Sprecherin soll nur der
- 25 -
Beste zum Einsatz kommen. Der Hinweis auf den Liebhaber möge im Scherz
gemeint sein – die Behauptung, dass sie den besten Wasserenthärter wolle und
es sich bei C._ um diesen besten Wasserenthärter/Entkalker handle, sicher
nicht. Das Thema der Werbung bleibe eindeutig – es gehe um die Qualität, um
die qualitative Einzigartigkeit des neuen C._ Produkts: C._ sei der Bes-
te, wenn es um Kalk geht (act. 12 S. 16 f. und S. 18). Der Konsument nehme die
vorliegende Qualitätsberühmung nicht als marktschreierische Übertreibung wahr.
Es handle sich um ernst gemeinte und ernsthaft zu verstehende Angaben im Sinn
von Art. 3 Abs. 1 lit. b UWG. Die Tatsachenbehauptung der bekannten und seriö-
sen Firma der Beklagten solle strengeren Massstäben unterliegen als humorvolle
Slogans, Darstellungen in Cartoons, Werbung in Kinos oder Anpreisungen auf
dem Jahrmarkt (act. 12 S. 17). Die Form der Äusserung sei irrelevant für die Fra-
ge, ob eine Angabe vorliege. Entscheidend sei die Gesamtwirkung der Aussage
in der Verkehrsauffassung, wobei zu berücksichtigen sei, dass Werbung in der
Regel nur flüchtig wahrgenommen werde und der Konsument Anpreisungen in
der Regel für bare Münze nehme. Die beanstandeten Inhalte der zwei Fernseh-
spots enthielten in ihrer Gesamtwirkung die Tatsachenbehauptung, dass C._
der Wasserenthärter/Entkalker mit der besten Wirkung sei. Bei den von der Be-
klagten angeführten Aussagen "die besten Filme aller Zeiten", "no better way to
fly", "die zarteste Verführung" handle es sich dagegen um Werturteile. Der Ver-
gleich gehe fehl (act. 12 S. 17). Die massgebliche Gesamtwirkung der Aussage in
der Verkehrsauffassung sei diejenige der Alleinstellung: C._ sei der Beste,
wenn es um Kalk gehe. Darauf müsse sich die Beklagte behaften lassen. Ihre
Behauptung sei unwahr und täuschend, wenn eine objektive Bewertung ergebe,
dass es gleich gute oder bessere Konkurrenzprodukte gebe (act. 12 S. 19).
Die qualitative Alleinstellungsbehauptung der Beklagten sei erstelltermassen ob-
jektiv falsch. Im Sommer 2010 habe die Klägerin über ihre ... Schwestergesell-
schaft [in einem anderen Staat] die unabhängige Prüfanstalt G._ (...) in ...
[Stadt] mit der vergleichenden Untersuchung der Wirkungsergebnisse der Produk-
te der Parteien beauftragt. Die Auswertungen der Testergebnisse der G._
hätten keine unterscheidbare Wirkung bezüglich Kalkablagerungen auf den Heiz-
elementen der Waschmaschinen ergeben. Statistisch signifikante Unterschiede
- 26 -
habe es bei den Kalkablagerungen auf den drei Standard-Textilien (EMPA 221,
WfK 10A, Honeycomb) gegeben. Zusammenfassend zeigten die Testergebnisse
des G._ Berichts deutlich, dass die Wasserenthärterprodukte "C1._
Pulver" und "C1._ Flüssig" der Beklagten in ihrer Wirkung gegen Kalk beim
Waschen nicht besser seien als "D._ Gel" und "D._ Tabs" der Klägerin.
Im Gegenteil: der G._ Prüfungsbericht bescheinige den D._-Produkten
bezüglich der Kalkrückstände auf der Wäsche eine bessere Wirkung gegen den
Kalk in einem statistisch signifikanten Ausmass. Nach dem Bericht der G._
Prüfungsanstalt sei die Behauptung in den beiden TV-Spots, dass es keine bes-
seren Mittel gegen den Kalk in der Wäsche gebe ("auch wenn es um das Wa-
schen geht, gibt es nichts Besseres gegen den Kalk"), nicht richtig (act. 1 S. 5 ff.
und S. 8; noch ausführlicher zu den Tests; act. 12 S. 8 f.; act. 18). Die von der
Klägerin vorgenommenen Tests seien zuverlässig und seriös sowie aktuell (act.
12 S. 7 f.). Die Test der Beklagten hingegen seien veraltet, daher nicht (mehr) re-
levant (act. 12 S. 9 f.), und zudem werde deren Seriosität bestritten (act. 12
S. 20). Sodann seien diese nicht mit den richtigen Dosierungen vorgenommen
worden (act. 12 S. 10 ff.).
Nur die unrichtige oder irreführende Alleinstellungsbehauptung sei unlauter. Die
Klägerin verwende keine solchen Behauptungen (act. 12 S. 18). Die unrichtigen
Angaben der Beklagten in den beanstandeten TV-Spots seien geeignet, bei den
Kunden falsche Erwartungen zu wecken und sie dazu zu bewegen, die Produkte
der Beklagten anstelle derjenigen der Klägerin zu kaufen. Die Verhältnisse zwi-
schen den Parteien als Mitbewerber seien davon betroffen und die wirtschaftli-
chen Interessen der Klägerin würden dadurch bedroht und verletzt. Die beanstan-
deten Werbeaussagen der Beklagten in den TV-Spots seien deshalb unlauter,
weshalb der Klägerin die Unterlassungs- und Beseitigungsansprüche von Art. 9
UWG zustünden (act. 1 S. 7 f.; act. 12 S. 7, S. 14 und S. 19).
2.2. Die Beklagte hält entgegen, dass die beanstandeten Spots gar keine An-
gabe im Sinne von Art. 3 Abs. 1 lit. b UWG enthielten. Zunächst einmal sei fest-
zuhalten, dass es sich dabei eben um TV-Spots handle. Das Fernsehpublikum sei
seit Jahrzehnten daran gewöhnt und wisse, dass TV-Spots oft Superlative bein-
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halteten, die keine nachprüfbaren Aussagen darstellten, sondern aus werbetakti-
schen Gründen übertrieben, eben marktschreierisch seien. Als Beispiele aus der
jüngeren Zeit, die vielen geläufig seien, könnten angeführt werden: "Kabel 1 – die
besten Filme aller Zeiten", "Lufthansa – There's no better way to fly" oder "Milka –
Die zarteste Versuchung seit es Schokolade gibt". In ganz besonderem Mass gel-
te dies für den Bereich von Haushaltreinigungs- und Waschmitteln, in dem das
Publikum aus einer Vielzahl von TV-Spots wisse, dass die Reinigungskraft der
Produkte systematisch überhöht dargestellt werde und dass Verblüffung oder Be-
geisterung dem schauspielerischen Geschick der Darstellerinnen und nicht den
Qualitäten des beworbenen Produkts zuzuschreiben seien. Zu erinnern sei in die-
ser Hinsicht an bekannte Werbesprüche wie "Omo – keiner wäscht reiner!", "Sunil
– Die Frau, die weisser wäscht" oder "Kärcher – Sauberer wird's nicht". Auch aus
der jüngeren Zeit könnten diverse Beispiele von in der Schweiz ausgestrahlten
TV-Spots angeführt werden, in denen Waschmittel angepriesen würden, als ob es
dazu keine tauglichen Alternativen gäbe: In einem 1998 ausgestrahlten TV-Spot
von Unilever für Omo (Omo Discovery / Suisa-Nr. 92254) heisse es u.a.: "Für un-
schlagbare Sauberkeit – die neuen Omo Tablets.". In einem 2007 ausgestrahlten
TV-Spot von Procter & Gamble für Ariel (Ariel White Lightning 07 / Suisa-
Nr.190077) heisse es u.a.: "Mit dem neuen Ariel Lichtaktiv. Kein anderes befreit
die Kleidung besser von Unreinheiten.". In einem 2009 ausgestrahlten TV-Spot
der Migros für Total (Total 2. Welle 2009 / Suisa-Nr. 289561) heisse es u.a.: "Jetzt
gibt's das neue Total MiniMax. Für minimale Umweltbelastung und maximale
Waschkraft.". Sogar das von der Klägerin vertriebene D._ sei 2001 in einem
TV-Spot (D._ Althaus / Suisa-Nr. ...) während Monaten u.a. wie folgt bewor-
ben worden: "Mit D._ händ Sie de einzig effektivi Schutz für ihri Wöschma-
schine!". In diesem Zusammenhang sei an die vielen Werbespots unterschied-
lichster Produkte erinnert, in denen völlig eingebrannte Herdoberflächen, verkalk-
te Lavabos, Badewannen mit übelsten Schmutzrändern etc. dank dem Produkt X
mit einer leichten, mühelosen Handbewegung in neuem Glanz erstrahlten. Nach
dem von der Klägerin hier angelegten Massstab wären das alles unlautere Wer-
bungen, was aber völliger Unfug sei, weil das angesprochene Publikum um diese
überhöhte Darstellung wisse und nicht irregeführt werden könne. Zusammenfas-
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send sei festzustellen, dass das Fernsehpublikum gerade im Bereich von Haus-
haltreinigungs- und Waschmitteln sehr wohl wisse, dass grundsätzlich gespielt
und beschönigt werde, dass mit Superlativen und Übertreibungen operiert werde,
und dass solche Werbebotschaften jedenfalls nicht zum Nennwert zu nehmen
seien. Dies gelte auch in Bezug auf die beiden beanstandeten TV-Spots. Bei bei-
den TV-Spots sei dem Publikum auch klar, dass bezahlte (Laien)Schauspieler
aufträten, die sich in ihrer Waschküche, also in ihrem "privaten" Umfeld äusser-
ten. Allein schon dieser formale Rahmen gebe den Zuschauern zu verstehen,
dass es sich um persönliche Aussagen handle, und auch aufgrund der Texte sei
für die Zuschauer klar, dass es nicht um Tatsachenbehauptungen, sondern um
subjektive Werturteile gehe. Was den TV-Spot mit der Frau betreffe, so komme
noch hinzu, dass der Eröffnungssatz "Logisch, dass mir nur de Bescht a d'Wösch
gaht" eine bewusste Zweideutigkeit beinhalte, die vom Publikum auch sofort als
scherzhafte Äusserung verstanden werde. Allein schon dadurch sei dem Publi-
kum klar, dass es in diesem TV-Spot um subjektiv gefärbte Äusserungen gehe,
die keinen Anspruch auf objektive Richtigkeit erheben würden. Eine Irreführung
der angesprochenen Verkehrskreise sei aus all den genannten Gründen ausge-
schlossen (act. 8 S. 12 ff.; act. 15 S. 13 und S. 15).
Von Tatsachenbehauptungen könne auch deshalb keine Rede sein, weil sachli-
che Massstäbe für die Überprüfbarkeit der gemachten Aussagen fehlten. Welches
sei der "bessere" Wasserenthärter? Möglicherweise derjenige, der mehr Calcium-
Ionen im Wasser binde. Doch stelle man dabei auf die Dosierung gemäss Verpa-
ckung ab oder auf die Calciumbindekapazität pro Gramm, d.h. spiele es für den
Konsumenten eine Rolle, ob er pro Waschgang viel oder wenig von einem Pro-
dukt verbrauche? Oder sei der bessere Wasserenthärter derjenige mit der neue-
ren Technologie? Seien bei der Frage, welches der bessere Wasserenthärter sei,
auch Umweltschutzaspekte oder sonstige Überlegungen zu berücksichtigen? Die
Klägerin übersehe, dass es im Endeffekt auf einen untauglichen Vergleich zwi-
schen Äpfeln und Birnen hinauslaufe, wenn man im Zusammenhang mit den be-
anstandeten TV-Spots von "Tatsachenbehauptungen" zu sprechen versuche (act.
8 S. 14).
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Die klägerische Behauptung, es könne "objektiv festgestellt werden, ob ein Pro-
dukt eine gute Wirkung erzielt oder nicht und auch, ob es besser oder weniger gut
wirkt, als ein Konkurrenzprodukt" sei stark zu relativieren, komme es dabei doch
sehr darauf an, nach welchen Gesichtspunkten diese Wertung erfolge. Die Aus-
sage, ein Produkt sei am billigsten, sei allenfalls objektiv überprüfbar, weil das
dabei angesprochene Kriterium, nämlich der Preis pro Mengeneinheit oder pro
Anwendung, objektiv feststellbar sei. Allerdings werde auch das schon problema-
tisch, wenn man es nicht mit Produkten zu tun habe, die in allen wesentlichen
Leistungsaspekten identisch seien. Bei der Aussage, ein Produkt sei am besten,
komme es zwangsläufig auf die dieser Einschätzung zugrundeliegenden Kriterien
und Gesichtspunkte an, die unterschiedlich gewichtet werden könnten, was sich
im vorliegenden Verfahren ja insbesondere daran zeige, dass sich die Klägerin
gegen einen Produktevergleich sträube, der auf gleichen Produktmengen basiere.
Gerade das zeige, dass die allgemeine Aussage, Produkt X sei besser als Pro-
dukt Y, zwangsläufig subjektiv sei, selbst wenn definiert sei, nach welchen Vorga-
ben und Kriterien differenziert werde und wie diese gewichtet würden, weil selbst
die Auswahl der Vorgaben und Kriterien sowie deren Gewichtung letztlich subjek-
tiv sei. Dies gelte auch für Warentests seriöser Institute oder TV-Formate, in die
immer wieder subjektive Wertungen und Gewichtungen einflössen (act. 15 S. 14).
Wenn die Klägerin behaupte, die Konsumenten wüsste, "dass die Wirkung von
Haushaltsreinigungsmitteln aller Art labortechnisch objektiv und genau ermittelt,
geprüft und verglichen werden" könnten, unmittelbar danach aber festhalte, dass
die Parteien des vorliegenden Verfahrens die Resultate der verschiedenen Tests
unterschiedlich interpretierten, so liege ein offensichtlicher Widerspruch vor, der
letztlich bestätige, dass es an objektiven, überprüfbaren Aussagen und damit an
Angaben im Rechtssinne eben gerade fehle (act. 15 S. 14).
In diesem Zusammenhang dürfe ergänzt werden, dass die Klägerin selbst ihren
D._-Wasserenthärter auf den Verpackungen und auf ihrer Website
(D._.ch) mit "Maximaler Kalkschutz" sowie "Der Nr. 1 Wasserenthärter der
Schweiz" bewerbe. Was meine denn die Klägerin mit "maximalem Kalkschutz"?
Handle es sich dabei um eine ernst gemeinte Tatsachenbehauptung? Falls ja, wie
würde sich das mit den Ergebnissen der durchgeführten Vergleichsmessungen
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vertragen? Und was heisse "Nr. 1 Wasserenthärter in der Schweiz"? Solle das
etwa heissen, D._ sei der beste Wasserenthärter? Oder meine die Klägerin
lediglich den meistverkauften? Auch wenn der Einwand der "unclean hands" dem
schweizerischen Wettbewerbsrecht fremd sei, bestätige die Klägerin mit ihrer ei-
genen Werbung doch sehr deutlich, dass im hier massgebenden Bereich gerne
etwas vollmundig geworben werde und dass sie mit ihrem eigenen Verhalten dem
Massstab nicht gerecht werde, an dem sie ihre Konkurrenten messen lassen wol-
le (act. 8 S. 14). Nach dem Massstab der Klägerin sei ihr Werbespruch "Maxima-
ler Kalkschutz" eine Alleinstellungsbehauptung, die jedoch nicht zutreffe. Dassel-
be gelte für die Aussage "Nr. 1 Wasserenthärter der Schweiz". Dies allein zeige
schon, dass sich die Klägerin beim vorliegenden Verfahren nicht vom Gedanken
des lauteren Wettbewerbs leiten lasse, sondern dass es ihr um den Konkurrenz-
kampf gehe (act. 15 S. 16).
Wie vorangehend dargelegt, beinhalteten die beiden TV-Spots keine Alleinstel-
lungswerbung, weil keine ernst gemeinten Tatsachenbehauptungen gemacht
würden; die Aussagen würden vom Publikum nicht als bare Münze genommen.
Falls das Gericht wieder Erwarten anderer Auffassung sein sollte, sei zunächst
darauf hinzuweisen, dass die klägerische Behauptung, wonach in den beanstan-
deten TV-Spots gesagt werde, C._ wirke "besser als alle übrigen Produkte
auf dem Markt", falsch sei. In den beiden Spots heisse es nämlich bloss "es gibt
nichts Besseres gegen Kalk", was durchaus zulasse, dass es gleich gute Konkur-
renzprodukte gebe, einfach keine besseren. Die "Behauptungen" in den beiden
TV-Spots wären also schon dann verifiziert, wenn C._ mindestens so gut sei
wie Konkurrenzprodukte. Da die Klägerin ihren D._-Wasserenthärter auf den
Verpackungen und auf ihrer Website (D._.ch) mit "Maximaler Kalkschutz"
sowie "Der Nr. 1 Wasserenthärter der Schweiz" bewerbe, sei es sicher zulässig,
diese als Vergleichsmassstab beizuziehen. Gestützt auf die von der Beklagten
durchgeführten Tests lasse sich feststellen, das C._ bezüglich der verschie-
denen Kriterien tatsächlich mindestens so gut, teilweise aber klar besser ab-
schneide als das klägerische D._. Wenn man die beanstandeten Aussagen –
zu Unrecht – als Tatsachenbehauptungen werten wollte, wären diese also weder
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unrichtig noch irreführend, weshalb auch bei dieser Betrachtungsweise kein
Verstoss gegen Art. 3 Abs. 1 lit. b UWG vorliege (act. 8 S. 5 ff. und S. 14 f.).
Die Produkte der Beklagten seien im direkten Vergleich mit denjenigen der Kläge-
rin indes tatsächlich besser, jedenfalls aber nicht schlechter. Wie die Klägerin
selbst feststelle, hinterliessen die Produkte der beiden Parteien keine statistisch
signifikanten Kalkablagerungen auf den Heizstäben. Ein bessere Wirkung sei
technisch nicht möglich. Die Messergebnisse würden bestritten und die Seriosität,
die Zuverlässigkeit und die Signifikanz des G._-Tests in Frage gestellt. Ins-
besondere werde bestritten, das sich statistisch signifikante Unterschiede bezüg-
lich der Vergrauung ergeben hätten. Aus den in- und externen Tests der Beklag-
ten ergebe sich, dass ihre Produkte bezüglich Wasserenthärtung (Bindung von
Kalk-Ionen im Wasser) dem klägerischen Konkurrenzprodukt zumindest ebenbür-
tig seien, in einem der Tests aber sogar signifikant besser abschnitten (act. 8
S. 5 ff.; act. 15 S. 8 und S. 16).
Wenn es im ersten der beiden Spots heisse "C1._ in der Waschküche, ja,
das ist auch für mich neu. Dabei sind sie seit eh und je die Besten, wenn es um
den Kalk geht.", so bezieht sich "die Besten" sprachlich auf "sie" und damit offen-
sichtlich nicht auf C._. Eine Alleinstellungsbehauptung bezüglich C._
gebe es also nicht (act. 15 S. 16).
2.3. Unlauter und widerrechtlich ist jedes täuschende oder in anderer Weise
gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstossende Verhalten oder Ge-
schäftsgebaren, welches das Verhältnis zwischen Mitbewerbern oder zwischen
Anbietern und Abnehmern beeinflusst (Art. 2 UWG). Gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. b
UWG handelt insbesondere unlauter, wer über sich, seine Firma, seine Ge-
schäftsbezeichnung, seine Waren, Werke oder Leistungen, deren Preise, die vor-
rätige Menge, die Art der Verkaufsveranstaltung oder über seine Geschäftsver-
hältnisse unrichtige oder irreführende Angaben macht. Art. 3 Abs. 1 lit. b UWG
dient vor allem dem Schutz von Allgemeininteressen, insbesondere dem Schutz
des Vertrauens von Konsumenten in die Einhaltung gegebener Werbeverspre-
chen (BAUDENBACHER/GLÖCKNER, a.a.O., N 8 zu Art. 3 lit. b UWG).
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Damit eine werbemässige Aussage an Art. 3 Abs. 1 lit. b UWG gemessen werden
kann, muss es sich um eine "Angabe" im Rechtssinne handeln. Angaben sind
Aussagen des Werbenden mit objektiv überprüfbarem und damit dem Beweis zu-
gänglichen Sinngehalt. Ob eine Angabe geeignet ist, einen objektiv nachprüfba-
ren Aussagegehalt zu vermitteln, beurteilt sich dabei aus Sicht des Adressaten
der Werbung. Als nicht unter die Norm subsumierbar wird der Angabe nach all-
gemeiner Ansicht die so genannte "marktschreierische" oder "reklamehafte"
Äusserung gegenübergestellt. Nicht als Angaben gelten Werturteile, subjektive
Meinungsäusserungen, sofern sie für den Adressaten der Werbung ohne Weite-
res als solche erkennbar sind und vom Publikum auch nicht ernst genommen
werden. Ganz allgemein gilt im Rechtsverkehr der Grundsatz, dass der Urheber
einer Erklärung sich auf ihren Inhalt, wie er bei objektiver Auslegung nach Treu
und Glauben zu verstehen ist, behaften lassen muss (Vertrauensgrundsatz). Eine
scheinbare Ausnahme besteht bei sog. "Scherzerklärungen". Auch dabei wird der
Grundsatz indes nicht berührt, weil die Scherzerklärung voraussetzt, dass der
Mangel an Ernstlichkeit objektiv erkennbar ist. Wer im Rechtsverkehr – und dazu
zählen auch werbemässige Äusserungen – eine Aussage macht, muss zu ihrem
Inhalt stehen, so wie er sich prima facie aus dem Text, Bild, Ton oder aus einer
Kombination dieser Gestaltungsmittel ergibt. So enthält eine Werbung mit Super-
lativen stets die Behauptung der Alleinstellung mit Bezug auf eine bestimmte Ei-
genschaft. Nur ausnahmsweise kann, vergleichbar einer Scherzerklärung, davon
ausgegangen werden, dass eine im Geschäftsverkehr abgegebene Äusserung
nicht den Anspruch erhebt, ernst genommen zu werden. Wann eine werbemässi-
ge Aussage nicht ernst genommen werden will, muss nach allgemeinen Grund-
sätzen und unter besonderer Berücksichtigung des gebotenen Verkehrsschutzes
bestimmt werden. Massgebend ist daher, ob die angesprochenen Verkehrskreise
davon ausgehen durften, dass eine ausdrücklich oder konkludent aufgestellte
Tatsachenbehauptung ernst gemeint war. Dabei ist die Enge der Verbindung zwi-
schen einem Tatsachenkern und einem Werturteil zu berücksichtigen. Werturteile
sind einer Nachprüfung nicht zugänglich und stellen deswegen keine Angaben im
Rechtssinne dar. Sie können jedoch einen Tatsachenkern enthalten, ebenso wie
scheinbare Tatsachenbehauptungen in Wirklichkeit Meinungsäusserungen ver-
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bergen können. Weiter ist die objektive Möglichkeit der Richtigkeit einer Tatsa-
chenbehauptung zu berücksichtigen. Für die Grenzziehung zwischen Übertrei-
bung und sachlicher Behauptung soll der Auffassung der umworbenen Verkehrs-
kreise entscheidende Bedeutung zukommen. Ferner spricht eine Vermutung für
die Qualität als Angabe. Denn was nicht von vornherein als Marktschreierei zu er-
kennen ist, ist Angabe im Sinne von Art. 3 Abs. 1 lit. b UWG. Werbung bekannter
und seriöser Firmen oder in anerkannten Fachzeitschriften soll deswegen auch
strengeren Massstäben unterliegen als humorvolle Slogans, Darstellungen in Car-
toons, Werbung in Kinos oder Anpreisungen auf dem Jahrmarkt (BAUDENBA-
CHER/GLÖCKNER, a.a.O., N 30 ff. zu Art. 3 lit. b; BAUDENBACHER, Suggestivwerbung
und Lauterkeitsrecht, Diss. Bern 1978, S. 163, je mit weiteren Hinweisen; STREU-
LI-YOUSSEF, in: VON BÜREN/DAVID, Schweizerisches Immaterialgüter- und Wettbe-
werbsrecht, Band V/I, Lauterkeitsrecht, 2. Aufl. 1998, S. 83 f.; JUNG/SPITZ, a.a.O.,
N 26 zu Art. 3; sic! 2002 S. 393 ff.; sic! 2003 S. 559 ff., E.2.b; sic! 2005 S. 301 ff.,
E.3.4.5.1).
Werbung ist für die Öffentlichkeit, den Verkehr bestimmt. Massgebend ist daher
der Sinn, den die Adressaten der Äusserung beilegen oder, in anderen Worten,
die Verkehrsauffassung. Massgebend ist das Verständnis der Personen, gegen-
über denen die Werbung konkret erfolgt. Das kann zwar ein bestimmter Ver-
kehrskreis sein (z.B. gewerbliche Abnehmer, Wiederverkäufer oder Weiterverar-
beiter), es kann aber auch das breite Publikum oder ein bestimmter Teil davon
sein (z.B. Hausfrauen/-männer). Nicht entscheidend ist dagegen, wie der Werbe-
treibende selbst, Sprachforscher oder ein besonders geschulter Kreis von Perso-
nen die Werbung aufnehmen würden. Enthält die Werbung mehrere Bestandteile,
so ist grundsätzlich die Gesamtwirkung ausschlaggebend. Für das Verständnis
von Begriffen ist grundsätzlich der allgemeine Sprachgebrauch entscheidend
(BAUDENBACHER/GLÖCKNER, a.a.O., N 48 ff. und N 65 f. zu Art. 3 lit. b). Massge-
bend ist weiter, wie der angesprochene Verkehrskreis die Äusserungen tatsäch-
lich versteht (objektives Verständnis). Unerheblich ist demgegenüber, wie er sie
aus bestimmten Gründen verstehen muss (normatives Verständnis). Nicht der
Konsument, "wie er sein soll", ist massgebend, sondern der normalbegabte
Durchschnittsverbraucher, wie er in der Rechtswirklichkeit vorkommt, bei Aufwen-
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dung der gebotenen Sorgfalt und Aufmerksamkeit im täglichen Geschäftsverkehr
(BGE 87 II 345, E.3, S. 347; BAUDENBACHER/GLÖCKNER, a.a.O., N 67 zu Art. 3 lit.
b). Werbung wird häufig nur flüchtig und oberflächlich zur Kenntnis genommen.
Deshalb werden auch an den Grad der Aufmerksamkeit keine übertrieben stren-
gen Anforderungen gestellt. Insoweit spielen der Ort der Werbung (Kaufhaus mit
Selbstbedienung oder Einzelhandelsgeschäft), die Situation (Ablenkung durch
andere Tätigkeiten) und auch die Art der Ware (Güter des täglichen Bedarfs oder
Luxusartikel, Investitionsgut oder Krimskrams) eine Rolle (BAUDENBACHER/GLÖCK-
NER, a.a.O., N 75 zu Art. 3 lit. b). Ob die Verkehrsauffassung eine Werbeangabe
annimmt und wie sie ihren Inhalt versteht, wird ausschliesslich theoretisch anhand
der Umstände des Einzelfalls und unter Berücksichtigung der allgemeinen Le-
benserfahrung bestimmt (BAUDENBACHER/GLÖCKNER, a.a.O., N 79 zu Art. 3 lit. b).
2.4. Es stellt sich somit die Frage, ob vorliegend eine Werbe-Aussage mit ob-
jektiv überprüfbarem Sinngehalt, mithin eine Angabe im Rechtssinne, gegeben ist
oder ob eine marktschreierische Äusserung, also ein Werturteil vorliegt. Vorab ist
festzuhalten, dass sich das von der Klägerin beantragte Verbot lediglich auf dieje-
nigen Aussagen in den dargestellten Werbespots erstrecken kann, welche eine
von ihr gerügte Alleinstellungsbehauptung ("die Beschte" / "de Bescht") bzw. Spit-
zengruppenbehauptung ("s'git nüt Bessers") enthält. Bei der Sätzen ohne Allein-
stellungs- bzw. Spitzengruppenbehauptungen handelt es sich um ganz allgemei-
ne Aussagen. Sie sind unproblematisch und können der Beklagten daher nicht
verboten werden (vgl. Erw. IV.3). Der Fokus ist demnach im Folgenden auf die
Aussagen "Debi sind's sit eh und je die Beschte, wänn's um de Chalch gaht.",
"Und drum: auch wänn's um s'Wäsche gaht – es git nüt Bessers gege de
Chalch.", "Logisch, dass mir nur de Bescht a d'Wösch gaht." und " Au wänn's um
s'Wäsche gaht – s'git nüt Bessers geg de Chalch." zu richten.
Dem Einwand der Beklagten, wenn es im ersten der beiden Spots heisse
"C1._ in der Waschküche, ja, das ist auch für mich neu. Dabei sind sie seit
eh und je die Besten, wenn es um den Kalk geht.", so beziehe sich "die Besten"
sprachlich auf "sie" und damit offensichtlich nicht auf C._, sodass es bezüg-
lich C._ keine Alleinstellungsbehauptung gebe (act. 15 S. 16), ist entgegen-
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zuhalten, dass nicht entscheidend ist, ob sich der Superlativ "beste" auf das Pro-
dukt der Beklagten oder die Beklagte selbst als dessen Herstellerin bezieht.
Die Rechtsprechung entschied, dass allgemeine, wenn auch vielleicht übertriebe-
ne Anpreisungen des eigenen Fabrikates, wie z.B. dasselbe sei das beste, un-
übertrefflich u.s.w., nicht als unlauter anzusehen sei (ZR 2 [1903] Nr. 203
S. 245 ff., E.4; ZR 3 [1904] Nr. 3 S. 4 ff., E.3). Verschiedene Alleinstellungsbe-
hauptungen mit Bezug auf den Preis wurden dahingegen auf ihre Wahrheit über-
prüft; so die Wendung "Billigste Preise der Schweiz" (BGE 94 IV 34). Ebenso die
Slogans "die niedrigsten Preise der Schweiz" (SMI 1983 II, S. 109 ff.; SMI 1970,
S. 250 ff.), "Denner ist immer am billigsten" (SMI 1980, S. 160 ff.) und "garantiert
die tiefsten Preise der Schweiz" (SMI 1984, S. 376 ff.). Dasselbe gilt für die Be-
hauptung "grösste Fernschule der Schweiz" (BGE 102 II 286). In all diesen Fällen
erkannten die Gerichte, die Werbung sei objektiv unwahr und/oder irreführend
und somit unlauter. Dagegen wurde der Werbespot "Einzig Drano ist so sparsam
und wirkt so schnell" als marktschreierische Reklame gewertet (Urteil des Han-
delsgerichts des Kantons Zürich vom 14. Dezember 1970, in: SJZ 67/1971 Nr. 56,
S. 128 ff.). Das Gericht erwog in diesem Entscheid, der genannte Werbespot stel-
le keine vergleichende Reklame dar und könne unter den gegeben Umständen
auch nicht ernsthaft im Sinne einer unzutreffenden Alleinstellung des Werbenden
verstanden werden. Der Werbetext bedeute, wörtlich genommen, eine Anprei-
sung mit Superlativgehalt. Sie sei gekleidet in eine apodiktisch wirkende Kurzfas-
sung. Eine Aussage diesen Inhalts in dieser Formulierung greife sprachlich zu
hoch, um für voll genommen zu werden. Sie werde gemeinhin als Übertreibung
empfunden. Die streitige Fernsehwerbung richte sich an die Hausfrau. Gerade
dieser sei aber der herrschende harte Konkurrenzkampf auf dem Gebiet der Putz-
und Reinigungsmittel bekannt, von denen jedes als das Beste angepriesen wer-
de. Sie werde deshalb, wolle man ihr nicht jede Kritikfähigkeit absprechen, den
erwähnten Werbetext nicht dahin verstehen, ausgerechnet der Beklagten komme
auf dem Sektor der Ablaufreiniger eine Sonderstellung zu, der gegenüber alle üb-
rigen Mitbewerber im Rückstand seien. Sie werde vollends nicht der irrigen Vor-
stellung huldigen, dass Drano und sämtliche Konkurrenzprodukte einer seriösen
chemisch-technischen Vergleichsprüfung unterzogen worden seien, was allein die
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ernstgemeinte und ernst zu nehmende Behauptung einer Alleinstellung erlauben
würde. Welches übrigens effektiv der sparsamste und wirksamste Ablaufreiniger
sei, hänge von verschiedenen Faktoren wie der Anwendung von kaltem oder
warmem Wasser, dem Grad und der Art der Verschmutzung usw. ab. Die Haus-
frau, welche praktisch orientiert sei, wisse das und werde daher aus diesem
Grunde das als "einzig" angepriesene Mittel der Beklagten nicht als das in jeder
Hinsicht sparsamste und am schnellsten wirkende Mittel betrachten, sondern da-
rin ein Werturteil der Beklagten erblicken. Daran ändere nichts, dass sich viel-
leicht nach rein technisch-wissenschaftlichen Gesichtspunkten ein Qualitätsvor-
sprung nachprüfen liesse. Nicht nur die Hausfrau, auch die gesamte Bevölkerung
werde zunehmend von immer eindringlicher gestalteter Werbung berieselt. Dies
führe zu einer gewissen Abstumpfung, namentlich dahingehend, dass der Werbe-
adressat am sachlichen Gehalt der Werbeaussage ohne Weiteres gewisse Ab-
striche vornehme. Die Deklarierung eines Produktes als "das beste" werde dem-
nach im Bereich der Reklame etwa mit der Aussage gleichgesetzt, dass es sich
um ein sehr gutes Produkt handle. In Würdigung aller Umstände erweise sich der
streitige Test als sog. "marktschreierische" Reklame.
Weitere Beispiele für verneinte Angabequalität lassen sich in der deutschen und
österreichischen höchstrichterlichen Rechtsprechung finden. Die Behauptung eine
bestimmte Kindernahrung sei die "beste" (BGH, GRUR 1965, S. 363 ff., Fertig-
brei) wurde mangels sachlicher Massstäbe für die Überprüfbarkeit dieses Wertur-
teils ebenso Angabequalität abgesprochen wie den Slogans "Österreichs bestes
Bier" (OGH, ÖBl 1981, S. 119 ff.) und "Österreichs bester Kaffee" (vgl. BAUDEN-
BACHER/GLÖCKNER, a.a.O., N 34 zu Art. 3 lit. b). Äusserungen wie "das beste
Bier", "der beste Kaffee" oder "die beste Babynahrung" können indes im jeweili-
gen Zusammenhang auch als objektiv nachprüfbare Angaben über die quantitati-
ve Beliebtheit des Produkts (Umsatzzahlen, Marktanteil, Abschneiden im Waren-
test) zu verstehen sein und nicht ausschliesslich als Wertung über Geschmack
und Aroma, wofür es keine Beurteilungsmassstäbe gäbe (BAUDENBACHER/GLÖCK-
NER, a.a.O., N 40 zu Art. 3 lit. b).
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In Bezug auf die sprachliche Ebene ist zur Beurteilung der vorliegenden Werbe-
aussagen primär der schweizerdeutsche Text heranzuziehen, obwohl deren Text
von der Klägerin in Hochdeutsch wiedergegeben wurde, da die Werbespots auf
Schweizerdeutsch ausgestrahlt wurden. Die vorliegenden Formulierungen bedeu-
ten wörtlich genommen eine Anpreisung mit Superlativgehalt ("die Beschte" / "de
Bescht"; "s'git nüt Bessers"). Der Duden führt zum Stichwort "beste" aus: in
höchstem Masse oder Grade gut; so gut wie irgend möglich (http://www.duden.
de/rechtschreibung/beste_Adjektiv, Abrufdatum: 15. März 2012). Indes hat das
Schweizerdeutsche nicht dieselbe präzise Ausdrucksweise wie das Hochdeut-
sche. Dass die Werbespots im Dialekt gesprochen werden, entschärft daher die
Bedeutung der Superlative. Weiter enthält eine Werbung mit Superlativen stets
die Behauptung der Alleinstellung mit Bezug auf eine bestimmte Eigenschaft,
welche hier fehlt. Auch eine Gegenüberstellung zu namentlich bezeichneten Pro-
dukten anderer Hersteller ist nicht gegeben; es wird kein konkreter Vergleich vor-
genommen. Im Vordergrund steht somit die eigene Leistung der Beklagten. Hin-
weise auf Tests oder andere objektivierte Kriterien fehlen. Die Werbespots sind
zudem ohnehin gesamthaft zu betrachten. Die zentrale Äusserung des männli-
chen Akteurs lautet, dass C._ die Maschine und die Wäsche schütze. Die
Kern-Botschaft der weiblichen Darstellerin ist, dass C._ sowohl für ihre Wä-
sche als auch für ihre Maschine gut sei. Auch die Bilderfolge des Werbespots
weckt keine Assoziation einer Allein- oder Spitzenstellung. Die Aussage der Wer-
bespots ist demnach nicht so zu verstehen, dass das beworbene Produkt der Be-
klagten das Beste im Sinne einer Qualifikation ist, sondern lediglich, dass es sich
um ein sehr gutes Produkt handelt.
Es mag wissenschaftlich überprüfbar sein, ob ein Waschmittel bzw. ein entspre-
chender Zusatz grundsätzlich wirksam ist oder nicht. Wohl lassen sich auch meh-
rere Produkte – bezüglich gewisser Eigenschaften – miteinander vergleichen. Al-
lerdings sind die Parteien, was die von beiden Seiten durchgeführten Tests anbe-
langt, verschiedener Meinung und interpretieren sie unterschiedlich, was hinsicht-
lich der objektiven Überprüfbarkeit Fragen aufwirft. Nichts desto trotz werben die
Produzenten offensichtlich mit der Wirksamkeit ihrer Produkte. Ob der Konsument
sich indes auf eine solche Qualitätsangabe in der Werbung so ohne Weiteres ver-
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lässt, ist eine andere Frage. Die Werbung erfolgt oft auf so übertriebene und
überzeichnete Weise, dass die Aussage von einem durchschnittlichen Konsumen-
ten nicht mehr ernst genommen wird. Die von der Beklagten ausführlich darge-
stellten Beispiele aus der Werbung zeigen, dass in zahlreichen Werbespots mit
marktschreierisch übertriebenen Formulierungen für die verschiedensten Produk-
te geworben wird. Insbesondere Wasch- oder Reinigungsmittel bzw. Zusätze wie
Wasserenthärter werden gerne mit Superlativen angepriesen, als ob es keine Al-
ternativen gäbe. Wie die Beklagte weiter zutreffend ausführt, werden diverse
Werbespots gezeigt, in welchen extrem verschmutzte Oberflächen nach nur ei-
nem Wisch mit dem beworbenen Reinigungsprodukt wieder in strahlendem Glanz
erscheinen. Auch in der Waschmittelwerbung wird dargestellt, wie äussert stark
verdreckte Wäschestücke wieder vollkommen sauber und rein werden. Die Ad-
ressaten solcher Werbung, alle Wäsche waschenden Konsumentinnen und Kon-
sumenten, sind sich solche Übertreibungen gewohnt. Jeder normalbegabte
Durchschnittsverbraucher weiss, dass die Realität anders aussieht und eine sol-
che Werbung völlig überzeichnet ist. Entsprechend betrachtet er solche Werbe-
Spots nüchtern und objektiv und nimmt sie in keiner Weise für voll. Die vorliegend
zu beurteilenden Werbespots sind daher entgegen der Ansicht der Klägerin nicht
geeignet, in den Kunden falsche Erwartungen zu wecken. Dies insbesondere
auch, weil es sich um Werbe-Spots handelt, die im Rahmen von das eigentliche
Fernseh-Programm unterbrechenden Werbe-Sendungen ausgestrahlt werden.
Diesen wird in der Regel nur geringe Aufmerksamkeit geschenkt.
Dass die Produzenten von Haushaltsreinigungs- und Textilwaschmitteln bzw. ent-
sprechenden Zusätzen wie Wasserenthärter ihre Produkte ständig weiter entwi-
ckeln und grosse Summen in Entwicklung und Marketing investieren sollen, wie
die Klägerin ausführt, ändert daran nichts. Hohe Investitionen sprechen nicht
zwingend für die Ernsthaftigkeit eines Werbespots. Natürlich erkennen die Kon-
sumentinnen auch, dass es sich bei den C1._-Anwender in den Werbespots
um bezahlte Darsteller handelt und sie die Werbeaussagen der Beklagten be-
kannt geben. Auch dies spricht eben gerade dafür, dass die Aussagen nicht für
bare Münze genommen werden. Insbesondere der Spot mit der weiblichen Dar-
stellerin, in welchem diese in zweideutiger Anspielung verkündet, ihr komme nur
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der Beste an die Wäsche, hat einen offensichtlich scherzhaften Ton, welcher eine
allfällig ernsthafte Aussage relativiert. Richtigerweise sind an Tatsachenbehaup-
tungen von bekannten und seriösen Firmen, wie den beiden Parteien, strengere
Massstäbe anzulegen, als an humorvollen Slogans, Darstellungen in Cartoons,
Werbung in Kinos oder Anpreisungen auf dem Jahrmarkt. Indessen kann gerade
im Bereich der Fernsehwerbung bezüglich Reinigungs- und Waschmittel bzw. Zu-
sätzen wie Wasserenthärter nicht von der Hand gewiesen werden, dass die ent-
sprechenden Spots zumeist in marktschreierischen, übertriebener Darstellung für
die betreffenden Produkte werben; und dies auch, wenn bekannte und seriöse
Firmen dahinter stehen. Gerade bei solchen Werbespots kann daher kein allzu
strenger Massstab angelegt werden.
Wie erwähnt werfen die unterschiedlichen Beurteilungen der verschiedenen Tests
durch die Parteien bezüglich der objektiven Überprüfbarkeit Fragen auf. Die Klä-
gerin legt denn auch keine sachlichen Massstäbe zur Überprüfung der Qualität
der beklagtischen Produkte dar. Die Werbespots der Beklagten beziehen sich in-
des nicht auf eine besondere Eigenschaft. Die Formulierung "beste" ist ganz all-
gemein gemeint. Die Klassifizierung als "bestes" Produkt erfolgt somit nicht objek-
tiv, sondern subjektiv. Ein subjektives Werturteil erfolgt jedoch individuell. Jeder
Anwender hat andere Ansprüche an einen der Textilwäsche beizufügenden Was-
serenthärter. Wünscht sich der eine insbesondere eine gute Umwelt- und/oder
Hautverträglichkeit, legt der andere Wert auf neueste Technologie und der Dritte
wünscht sich einen sparsamen Verbrauch damit er keine schweren Packungen
heranzutragen hat. Die Werbe-Spots der Beklagten enthalten allenfalls insoweit
einen "Tatsachenkern", als ihnen die Botschaft der Beklagten zu entnehmen ist,
sie bringe ein grundsätzlich sehr gutes Produkt auf den Markt. Dass dies der Fall
ist, wird von der Klägerin jedoch nicht bestritten. Sie führt einzig mehrfach aus,
das Produkt der Beklagten sei nicht besser als das ihre.
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die von der Klägerin gerügten
Werbespots der Beklagten in Würdigung aller Umstände nach Treu und Glauben
im Geschäftsverkehr nicht als ernsthafte Alleinstellungsberühmungen verstanden
werden. Die Mundart-Formulierungen "die Beschte" oder "de Bescht" sowie "s'git
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nüt Bessers" sind daher so zu verstehen, dass es sich um ein "sehr gutes" Pro-
dukt handelt. Es ist von vornherein erkennbar, dass es sich bei den streitgegen-
ständlichen Werbespots um masslose (marktschreierische) Übertreibungen han-
delt. Sie werden von Anfang an nicht ernstgenommen. Die Werbeaussage ist in
Wirklichkeit ein subjektives Werturteil der Beklagten, das sich in seiner schlag-
wortartigen und allgemein gehaltenen Formulierung jeder objektiven Nachprüfung
entzieht (vgl. BGH, GRUR 1965, S. 363 ff., Fertigbrei).
2.5. Die Klägerin verlangt, die Werbeaussagen seien in deutscher, schweizer-
deutscher oder französischer Sprache zu verbieten.
Den Parteien obliegt die Behauptungslast. Sie müssen die wesentlichen Tatsa-
chen von sich aus behaupten. Die behaupteten Tatsachen sind in einer Weise zu
begründen, in der sie vom Gericht nachvollzogen und von der Gegenpartei be-
stritten werden können; rechtserhebliche Tatsachen sind nicht nur pauschal, son-
dern detailliert genug bzw. substantiiert zu behaupten (SUTTER-SOMM/VON ARX, in:
SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER, a.a.O., N 23 f. zu Art. 55 ZPO;
GEHRI/FLÜTSCH, in: GEHRI/KRAMER, a.a.O., N 2 zu Art. 55 ZPO).
In Bezug auf den französischen Text der Werbespots wurde von der Klägerin kei-
nerlei Behauptungen aufgestellt. Insbesondere fehlt es schon an einer Darlegung
des französischen Textes und was daran genau zu beanstanden wäre. Es ist
nicht am Gericht, nach dem Textwortlaut zu forschen, um ihn anschliessend – in
welcher Hinsicht auch immer – zu beurteilen. Auf das Begehren der Klägerin nach
einem Verbot der französischen Version des Werbespots kann daher mangels
entsprechender Behauptungen und Substantiierung nicht weiter eingegangen
werden und es ist ohne Weiteres abzuweisen.
2.6. Im Ergebnis ist die Klage somit abzuweisen, soweit darauf eingetreten
werden kann.
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VI. Prozesskosten (Kosten und Entschädigung)
1. Streitwert
1.1. Die Klägerin führt aus, der Streitwert sei zur Zeit noch nicht bezifferbar,
übersteige jedoch den Betrag von CHF 30'000.– mit Sicherheit (act. 1 S. 3).
1.2. Die Beklagte bringt vor, der von der Klägerin angegebene Streitwert sei in
keiner Art und Weise substantiiert und mit Vorsicht zu geniessen. Soweit diese
Angabe lediglich dazu diene, die Zuständigkeit des Handelsgericht zu begründen,
habe sie jedoch nichts dagegen einzuwenden (act. 8 S. 3).
1.3. Der Streitwert wird durch das Rechtsbegehren bestimmt (Art. 91 Abs. 1
ZPO) bzw. ist vom Kläger anzugeben (Art. 221 Abs. 1 lit. c ZPO). Lautet das
Rechtsbegehren nicht auf eine bestimmte Geldsumme, so setzt das Gericht den
Streitwert fest, sofern sich die Parteien darüber nicht einigen oder ihre Angaben
offensichtlich unrichtig sind (Art. 91 Abs. 2 ZPO). Das Gesetz führt nicht aus, wie
es dabei vorzugehen hat. Entsprechend den Regelungen in der ehemaligen kan-
tonalen Prozessordnung (§ 22 Abs. 2 ZPO/ZH) sowie in Art. 51 Abs. 2 BGG ist
ein Ermessensentscheid zu fällen. Das Gericht hat den Streitwert nach objektiven
Kriterien zu schätzen. Dabei berücksichtigt es die Vorbringen und Interessen der
Parteien (STEIN-WIGGER, in: SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER, a.a.O.,
N 25 zu Art. 91 ZPO; RÜEGG, in SPÜHLER/TENCHIO/INFANGER, a.a.O., N 6 zu Art.
91; FRANK/STRÄULI/MESSMER, a.a.O., N 7 zu § 22).
1.4. Die Klägerin beziffert den Streitwert lediglich insoweit, als er den Betrag
von CHF 30'000.– mit Sicherheit übersteige, was die Beklagte nicht bestreitet.
Dies erlaubt dem Gericht eine nach oben offene Schätzung. Auszugehen ist dabei
vom Anspruch der Klägerin auf Unterlassung der beanstandeten Werbung, und
zwar unbekümmert darum, ob die Inserate der Beklagten als unlauter zu bezeich-
nen und ob die Klägerin dadurch bereits geschädigt worden ist (vgl. BGE 104 II
124, E.1, S. 126). Auch nach den Ausführungen der Klägerin ist anzunehmen,
dass mit Werbespots wie den vorliegenden die Marktstellung und der Umsatz
verbessert wird, was die Beklagte offensichtlich auch beabsichtigt hat (vgl. act. 12
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S. 16). Angesichts der dabei auf dem Spiele stehenden wirtschaftlichen Interes-
sen ist der Streitwert im vorliegenden Fall auf CHF 100'000.– zu schätzen.
1.5. Der für die Zulässigkeit von Rechtsmitteln entscheidende Streitwert beträgt
ebenfalls CHF 100'000.– (Art. 91 Abs. 2 ZPO; Art. 51 Abs. 1 lit. a und Art. 112
Abs. 1 lit. d BGG).
2. Gerichtsgebühr und Parteientschädigung
2.1. Die Prozesskosten, welche die Gerichtskosten und die Parteientschädi-
gung umfassen (Art. 95 Abs. 1 ZPO), werden der unterliegenden Partei auferlegt
(Art. 106 Abs. 1 ZPO). Ausgangsgemäss wird daher die Klägerin kosten- und ent-
schädigungspflichtig.
2.2. Die Höhe der Gerichtsgebühr bestimmt sich nach der Gebührenverordnung
des Obergerichts (GebV OG) vom 8. September 2010 (Art. 96 ZPO i.V.m. Art.
199 Abs. 1 GOG) und richtet sich in erster Linie nach dem Streitwert bzw. nach
dem tatsächlichen Streitinteresse (§ 2 Abs. 1 lit. a GebV OG). Unter Berücksichti-
gung von § 4 Abs. 1 und 2 GebV OG ist die Gerichtsgebühr auf die volle Grund-
gebühr festzusetzen. Die Klägerin leistete in Anwendung von Art. 98 ZPO einen
Vorschuss für die Gerichtskosten (Prot. S. 2 f.; act. 5). Die ihr auferlegten Kosten
sind aus diesem Vorschuss zu beziehen, wobei der nicht beanspruchte Anteil zu-
rückzuerstatten ist.
2.3. Die Parteientschädigung wird nach Ermessen festgesetzt (SUTTER/VON
HOLZEN, in SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER, a.a.O., N 30 zu Art. 95
ZPO). Die Grundgebühr ist mit der Beantwortung der Klage verdient; für jede wei-
tere Rechtsschrift ist ein Zuschlag zu gewähren (§ 11 Abs. 1 und 2 AnwGebV).
Daher ist der Beklagten eine Parteientschädigung von fünf Vierteln der Grundge-
bühr zuzusprechen. Ist einer mehrwertsteuerpflichtigen Partei, wie hier der Be-
klagten, eine Prozessentschädigung zuzusprechen, hat dies zufolge Möglichkeit
des Vorsteuerabzugs ohne Berücksichtigung der Mehrwertsteuer zu erfolgen (ZR
104 [2005] Nr. 76; SJZ 101 [2005] 532 ff.). Sie hat es denn auch nicht verlangt.
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