Decision ID: e3d98b6d-f4b5-4a7f-bd06-107a9bd93508
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1970 geborene
X._
war
vom
6. Juni 1995
bis 31. Januar 1996
als Fassaden-
Isoleur
bei der
Y._
AG
tätig
und bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert
. A
m 13.
Juli 1995
stürzte er
auf einem Gerüst
und
fiel auf das linke Knie
(
Urk.
9/37/2)
.
Als Diagnose wurde ein Verdacht auf eine laterale Meniskusläsion links gestellt. Am
1.
September 1995 wurde eine
arthroskopische
laterale
Teilmeniskektomie
links durchgeführt
(Urk. 9/28)
. Am
14.
Januar 1996
rutschte er auf Schnee aus und fiel wiederum auf das linke Knie.
Am 14. Novem
ber 1996 erfolgte eine
arthroskopische
mediale und laterale
Teilmeniskektomie
sowie ein
e
Plica
-Entfernung links (Urk. 10/
5
2)
.
Seit
dem 24.
August 1998 war
der Versicherte
als Fassaden-
Isoleur
bei der
Z._
AG angestellt, als er sich
gleichentags
bei ein
e
m Sprung vom Gerüst das linke Knie verdrehte
(
Urk.
11/161)
.
Das MRI des linken Knies vom 2.
November 1998 zeigte einen Riss im medialen
Meniskushinterhorn
sowie ein
e
Chondromalazie
in allen drei Kompartimenten (Urk.
11/1
49
).
Die Suva kam
jeweils
für die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus
.
Die
se
Leistungen wurden per 31. Oktober 2000 ein
gestellt (Urk.
10/44
=
Urk.
11/30
).
Mit Verfügung vom
22.
Dezember 2000 sprach
die Suva
dem Versicherten
ab dem 1. November 2000
für die verbleibende Beeinträchtigung
aus den Unfällen vom 13.
Jul
i 1995, 14. Januar 1996 und 24.
August 1998
eine einer Erwerbseinbusse von 30 % entsprechende Invaliden
rente und eine auf einer Integritätseinbusse von 15 % beruhende Integritätsent
schädigung zu
(Ur
k.
9/9
= 10/43
= 11/193
).
Mit Mitteilungen vom
19. Juni 2008
(Urk.
11/51)
, 1. Februar 2013
(Urk.
11/85)
und 21.
August 2014
(Urk.
11/102)
bestätigte
sie
den Invaliditätsgrad.
Ab
1.
August 2015
war der Versicherte
in einem Pensum vom 75
%
bei der
A._
GmbH
als Geschäftsführer (
Urk.
11/269) und ab
7.
Juli 2017 als Berater
tätig
(
Urk.
11/270)
.
Am
14.
Januar und am
15.
November 2017 erlitt der Versicherte
weitere
Distorsionstrauma
ta
des linken Knies
(
Urk.
12/1 und
Urk.
13/1)
.
Am 8. Oktober 2018 wurde ein
e diagnostische Arthroskopie, eine ausgedehnte
Teilmeniskektomie
des lateralen und medialen
Meniskushinterhorns
und der Meni
skusmittelzone, eine
Notch
-Plas
t
i
k, eine
Knorpelabrasio
der
Chondropathiezonen
, eine Mikro
fra
gment
ierung am medialen
Femurk
ondylus
und eine Entfernung eines freien Gelenkskörpers am linken Knie durchgeführt
(Urk.
11/
122)
.
Am 29.
Dezember 2018
kam es zu einem erneuten
Sturz
, bei welchem der Versicherte
ein weiteres
Distorsiontrauma
des linken Knies erlitt
(Urk.
14/1)
.
Per E
nde März 2019
wurde
das Arbeitsverhältnis des Be
s
chwerde
führers bei der
A._
GmbH
gekündigt
(Urk.
11/240).
Im Rahmen eines Revisionsverfahrens
der Suva
wurde der Versicherte
a
m
8.
März 2019
kreisärztlich
untersucht (Urk. 11/243)
.
Gestützt darauf bestätigte die Suva m
it Verfügung vom 21.
Juni 2019 den Invaliditätsgrad
von 30
%
(
Urk.
11/286). Die dagegen erhobene Einsprache
wies sie mit Entscheid vom 19. Juli 2019 ab (Urk. 11/292 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
8.
August 2019 Beschwerde und beantragte sinngemäss, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei ihm eine
höhere Rente zuzusprechen (Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom 27.
November 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde (Urk.
8), was dem Beschwe
rdeführer mit Verfügung vom 28.
Novem
ber 2019 mitgeteilt wurde (Urk.
15). Mit Eingab
en vom
2.
Dezember 2019 und 15.
Januar 2020 reichte der Beschwerdeführer weitere Arztberichte ein
(Urk. 16 und Urk. 17 sowie Urk.
19 und
Urk.
20/1-3), welche der Beschwerdegegnerin zur Kenntn
isnahme zugestellt wurden (Urk. 18 und Urk.
21
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzu
gehen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
be
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts,
ATSG).
In Abweichung von Art. 17 Abs. 1 ATSG kann die Rente der Unfallversicherung ab dem Monat, in dem die berechtigte Person eine Altersrente der AHV bezieht, spätestens jedoch ab Erreichen des Rentenalters nach Art. 21
des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(
AHVG
)
nicht mehr revidiert werden (Art. 22
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung,
UVG
, in der ab
1.
Januar 2012 geltenden Fassung
).
1.2
Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente (zum massgeblichen Vergleichszeitpunkt vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4),
die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein
flussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesund
heitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgaben
bereich von Bedeutung; dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf
grund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen und E. 6.1). Entsprechend ist gegebenenfalls nicht nur der natürliche Kausalzu
sammenhang, sondern auch dessen Adäquanz für die Zukunft neu zu prüfen, wobei die im Zeitpunkt der erwogenen revisionsweisen Leistungs
anpassung gegebenen tatsächlichen Verhältnisse massgebend sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_248/2017 vom 24. Mai 2018 E. 3.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sach
verhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
-
sofern Anhaltspunkte für eine Ver
änderung der erwerblichen Auswirkungen einer Gesundheitsschädigung be
stehen
Durch
führung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 134 V 131 E. 3, 133 V 108 E. 5.3.1 und E. 5.4).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt indes voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Dies gilt auch für Spätfolgen und Rückfälle im Sinne von
Art.
11 der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV).
Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfall
versicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheits
schädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht
.
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit einge
treten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es
genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohn
e dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E.
1b, je mit Hinweisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten ver
siche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Ver
siche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.
5
Für die richterliche Beurteilung eines Falles sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berück
sichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen
und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beein
flussen (BGE
121 V 362 E. 1b; 99 V 98).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
gestützt auf die
Schlussfolgerungen
des Kreisarztes vom 8.
März 2019 habe sich die Leistungs
fähigkeit des Beschwerdeführers seit dem Zeitpunkt der
Rentenzusprache
nicht
ver
ändert. Bei ausschliesslicher Berücksichtigung der Unfallfolgen am linken Knie sei er, wie bereits im Jahr 2000, in der Lage, ein
e
leichte
wechselbelastend
e Täti
gkeit ganztägig auszuüben
. Auch das MRI vom 3.
Januar 2019, welches infolg
e des Unfallereignisses vom 21.
Dezember 2018 durchgeführt worden sei, habe keine neue Läsion gezeigt, welche
auf
eine Verschlechterung
schliessen lasse
.
Die vom Beschwerdeführer angegebenen Einschränkungen korrelierten nicht mit den objektiven Befunden
(Urk.
2
S. 3
f.
).
2.2
Der Beschwerdeführer wandte dagegen im Wesentlichen ein,
dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert habe und er
weder
in der Lage sei eine Arbeit zu suchen noch eine Arbeit auszuführen
(Urk. 1 S.
3).
2.3
In
ihrer Beschwerdeantwort vom 27.
November 2019 hielt die Beschwerde
gegnerin ergänzend fest,
dass es nicht Aufgabe der Unfallversicherung sei, Leistungen im Zusammenhang mit den krankheitsbedingten Beschwerden des Beschwerdeführers, der
seit dem
im Jahr 2017 erlittenen
Herzinfarkt seine Arbeitstätigkeit nicht mehr habe aufnehmen können
,
zu erbringen
. Der Beschwerdeführer habe keine ärztlichen Berichte eingereicht, welche die Ergebnisse der kre
isärztlichen Beurteilung vom 8.
März 2019 in Fr
age zu stellen vermöchten (Urk. 8 S. 3
f.).
3.
3.1
Streitig und zu prüfen ist, ob wegen einer wesentlichen
, auf den Unfall adäquat kausal zurückzuführenden
Veränderung des Gesund
heitszustandes des Beschwer
deführers die Voraussetzungen für eine Revision der laufenden Rente gegeben sind. Zeitliche Vergleichsbasis zu den mit dem angefochtenen
Einspracheent
scheid
vom
19. Juli 2019
beurteilten Verhältnissen bildet der Sachverhalt, auf dessen Grundlage mit Verfügung vom
22. Dezember 2000
eine auf einer Erwerbs
einbusse von 30 % beruhende Invalidenrente der Unfallversicherung zuge
sprochen worden war.
3.2
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
vom 22. Dezember 2000
beruhte
in medi
zinis
cher Hinsicht im Wesent
lichen
auf der
kreisärztliche
n
Beurteilung
anlässlich der
Abschlussuntersuchung
vom 28.
März 200
0. Dr.
med.
B._
,
FMH
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, führte aus, nach einem
Sturz auf das linke Knie am 13.
Mai 1995 sei
am 1.
September 1995
arthroskopiert
worden. Es habe sich dabei ein Riss in einem
diskoiden
Aussen
meniskus gefunden. Die instabile Zone sei abgetragen worden. Ein abermaliger Sturz auf
das linke Knie habe sich am 14.
Januar 1996 ereignet mit Arthroskopie am
14.
November 199
6.
Es habe sich ein neuer Riss im Aussenmeniskus einge
stellt, am lateralen
Femurkondylus
sei eine deutliche Knorpelsc
hädigung gesehen worden.
A
m 26.
Oktober 1997 sei der Beschwerde
führer vorwärts auf beide Knie gestürzt. Links sei eine Schürfung entstanden, die konservativ b
ehandelt worden sei. Ab dem 18.
November 1997 habe dem Beschwerdeführer w
ieder eine 50%-
ige
und ab dem 9.
Februar 1998 eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert werden können. Der Beschwerdeführer sei damals stellenlos gewesen, habe nach längere
m Suchen wieder eine Anstellung im Bausektor gefunden. Berei
ts am ersten Arbeitstag
,
dem 24.
August 1998
,
habe er bei einem Tiefsprung eine Distorsion des linken Knies erlitten
, was zu neuen und andauernden Beschwerden in diesem Gelenk geführt habe. Seit diesem Datum habe der Beschwerdeführer wieder als voll
arbeitsunfähig gegolten. Am 2.
November 1998 sei ein MRI des linken Knies erfolgt. Es habe sich ein Riss im medialen
Meniskushinterhorn
sowie eine
Chondromalazie
in allen Komparti
menten gefunden. In Anbetracht der Anamnese habe man mit einer erneuten Arthroskopie gezögert. Der Beschwerdeführer habe eine erneute Arthro
skopie am linken Knie nur bei Erfolgsgarantie durchführen lassen wollen. Da diese nicht habe gegeben werden können, sei man besser beraten gewesen, den nochmaligen Eingriff zu unterlassen. Angesichts des bereits eineinhalb Jahre bestehenden Reizzustandes im linken Knie wären die Erfolgs
aussichten zusätzlich kompromittiert gewesen und es wäre mit einer sehr langen Rehabilitation zu rechnen gewesen. Auf medizinischer Ebene werde man bezogen auf die Knie weiterhin Antiphlogistika einsetzen, weitergehende Massnahmen drängten sich nicht auf. An eine operative Intervention sei nur in einer zwingen
den Situation zu denken.
Für physisch belastende Tätigkeiten sei der Beschwer
deführer nicht mehr geeignet. Es müsse gefordert werden, dass er intervallweise zu etwa der Hälfte der Arbeitszeit sitzend arbeiten könne. Eine Zwangsstellung für das linke Knie sei zu vermeiden, insbesondere in stärkerer Flexion. Auf guter Unterlage könne der Beschwerdeführer bis einige 100 Meter gehen. Das Ersteigen von Treppen sei gelegentlich und mit Mühe, das Niederkauern unter Vorstellen des linken Beines nur selten zumutbar. Leitern könne er keine ersteigen. Das Tragen
von
Lasten in der Ebene betrage 15
kg, auf Treppen die Hälfte. Die Rücken
schmerzen seien als unfallfremd zu beurteilen, eine Beeinträchtigung der LWS
Funktion sei bei der heutigen Untersuchung nicht ersichtlich gewesen.
Da mit
therapeutischen Massnahmen keine Besserung mehr zu erreichen sei und lediglich der Status quo
bei
behalten werden könne, sei der Fall unter Prüfung der Rentenberechtigung abzuschliessen
(Urk.
11/12)
.
3.3
Dem
angefochtene
n
Entscheid
vom 19. Juli 2019
liegen
insbesondere
die
kreis
ärztliche Beurteilung
gestützt auf
die Untersuchung vom 8.
März 2019
sowie
die
Berichte der chirurgischen Klinik des Spitals
C._
, wo sich der Beschwerde
führer im Oktober 2018 einer Operation unterzogen hatte
, zugrunde
.
3.3.1
Dr.
med.
D._
, Leitender Arzt Chirurgie am Spital
C._
, n
annte in seinem Bericht vom 13.
S
eptember 2018 die folgende Diagnose
(Urk.
11/112)
:
Kniedistorsionstrauma links am 15.11.2017
-
mit degenerativ verändertem mediale
m
Meniskus und zusätzlich komplexem Riss auf Höhe des
Hinterhornes
und der Pars
intermedia
, veränderter Rest-Meniskus lateral nach TME
-
mit
Chondropathie
Grad III
femorotibial
medial,
Chondropathie
Grad II-III
femor
o
tibial
lateral und
femoropatellär
-
nach zweimaliger diagnostischer Kniegelenksarthroskopie und
Teil
meniskektomie
links 11/93 und 11/97
(rec
te: 09/95 und 11/96)
Am 8.
Oktober 2018 wurde eine Kniegelenksarthroskopie links, eine ausgedehnte
Teilmeniskektomie
des lateralen und medialen
Meniskushinterhornes
und der Meniskusmittelzone, eine
Notch
-P
lastik, eine
Knorpelabrasio
der
Chond
ro
pathiezonen
, eine Mikrofragmentierung am medialen
Femurkondylus
und eine Entfernung eines freien Gelenkkörpers durchgeführt.
Im Austrittsbericht vom 12.
Oktober 2018 betreffend die
Hospitalisation
vom
8.
b
is
12.
Oktober 2018 hielt
Dr.
D._
fest,
intraoperativ hätten sich neben den Läsionen des medialen Menis
kus auch degenerative Veränderungen des Gelenksknorpels gezeigt
(Urk.
11/122).
In seinem Bericht vom 6.
November 2018
betreffend die
postoperative Kontrolle vom 6.
November 2018 führte
Dr.
D._
aus, der Beschwerdeführer komme mit einem ausgeprägten Hinken und sehr schlechtem Gangbild in die Sprechstunde. Die Beweglichkeit im Kniegelenk sei gut, die Wunde reizlos, die Meniskus-Tests negativ, es bestehe eine gute Patella-Beweglichkeit, kein Kniegelenks-Erguss und ein stabiler Bandapparat. Deshalb sei das schlechte Gangbild nicht wirklich erklärbar. Der Beschwerdeführer scheine zudem psychisch recht belastet zu sein
(Urk.
11/125).
In s
einem Bericht vom 8.
Januar 2019 betreffend die gleichentags erfolgte Konsult
ation erwähnte
Dr.
D._
ein erneutes Kniedistorsionstrauma links am
29. Dezember 2018 (Treppensturz) und wies auf die psychosoziale Belastungs
situation hin. Die Verlaufs-MRI-Untersuchung vom 3. Januar 2019 habe keine neue Kniebinnenläsion zum Vorschein gebracht (Urk. 11/135).
3.3.2
Kreisarzt
Dr.
med.
E._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, nannte
in seiner Beurteilung vom 8. März 2019
die folgenden Diagnosen:
-
Ereignis vom 13.07.1995 mit
arthroskopischer
lateraler
Teilmeniskektomie
links am 01.09.1995
-
Ereignis vom 14.01.1996 mit MR-tomographisch gesicherter
Chondro
malazie
patellae
Grad II und Re-Ruptur des lateralen Meniskus, laut MRI vom 28.10.1996 und
mukoider
Degeneration im medialen Meniskus und Status nach Arthroskopie am 14.11.1996
-
Erei
gn
is vom 26.10.1997 mit Schmerzen Knie beidseits
-
Ereignis vom 24.08.1998 mit Verstauchung Knie links
-
Ereignis vom 14.01.2017 mit Verstauchung Knie links
-
Ereignis vom 15.11.2017 mit Verstauchung Knie beidseit
s
-
Status nach diagnostischer Arthroskopie Knie links, ausgedehnter
Teil
meniskektomie
des lateralen und medialen
Meniskushinterhorns
und der
Menikusmittelzone
,
Notch
-Plastik,
Knorpelabrasio
der
Chondro
pathiezonen
,
Mik
ro
frakturierung
am medialen
Femurcondylus
und Ent
fernung eines freien Gel
e
nkskörpers Knie links am 08.10.2018
-
Ereignis vom 29.12.2018 mit Verstauchung Knie links
-
belastungsabhängige Beschwerden Kniegelenk links bei beginnender Gonarthrose links
Kreisarzt
Dr.
E._
führte aus, gegenüber der ärztlichen Abschlussunte
r
suchung vom 28.
März 200
0
habe sich der Gesundheitszustand des Kniegelenkes lin
k
s im Rahmen der natürlichen Progression der Gonarthrose verschlechtert. Die wiederholten Distorsionen beider Kniegelenke hätten am linken Kniegelenk zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der vorbestehenden
Defektarthropathie
geführt, welche bereits mit der kreisärztlichen Untersuchung im Jahr 2000 als unfa
llkausal attestiert worden sei
u
nd
be
i welcher mit Verfügung vom 22.
De
zember 2000 eine
Integritätsentschädigung vom 15
% ausgewiesen worden sei
.
Der aktuelle Zustand des Beschwerdeführers entspreche bildgebend und klinisch einer beginnenden Gonarthrose links. Im natürlichen Verlauf der Arthrose sei bei dem zum Untersuchungszeitpunkt 48 Jahre alten Beschwerdeführer eine
mässiggradige
Gonarthrose zu erwarten.
In Anbetracht der Unfallfolgen bestehe beim Beschwerdeführer für eine vollzeitig leichte bis mittelschwere wechsel
belastende Tätigkeit eine zumutbare Arbeitsfähigkeit ohne Arbeiten in kniender
oder hockender Stellung sowie ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten.
Die geklagten Beschwerden könnten gesamthaft auf die richtungsgebende Ver
schlimmerung durch den Unfall vom 13. Juli 1995 und der daraus folgenden Operation am linken Kniegelenk zurückgeführt werden. Im Rahmen der natürli
chen Progression und der vorübergehenden Verschlimmerung
durch die fort
folgenden Ereignisse bestehe aktuell eine beginnende Gonarthrose links.
Von weiteren Behandlungen könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes des linken Knie
gelenkes erwartet werden. Der nächste therapeutische Schritt wäre die Implanta
tion einer Knietotal-Endprothese. Dieser Eingriff werde vom Beschwerdeführer aktuell nicht gewünscht. In Anbetracht der Unfallfolgen, beginnend mit dem Unfall vom 13. Juli 2095 (recte: 1995) bis zu dem Unfall am 31. Dezember
(recte: 29. Dezember)
2018, seien dem Beschwerdeführer vollzeitig leichte bis mittel
sc
hwere Arbeiten zumutbar ohne
Arbeiten auf Leitern und Gerüsten und ohne Arbeiten in kniender oder hockender Stellung. Dies entspreche
dem Zumutbar
keitsprofil der kreisärztlichen Untersuchung vom 28. März 2000
(Urk. 11/243)
.
3.4
Im Rahmen des
vorliegenden
Beschwerdeverfahrens reichte der Beschwerdeführer die folgenden Berichte ein:
3.4.1
Dr.
med.
F._
, praktischer Arzt, Facharzt Kardiologie, n
annte in seinem Bericht vom 21.
November 2019 die folgenden Diagnosen:
-
Verlangsamung und herabgesetztes Reaktionsvermögen, kognitive Störung
-
Angst und depressive Störung gemischt, wohl psychogener Genese in St.
n.
anoxischer
Hirnschädigung, zudem extrapyramidale,
choreatiforme
Störung der Bewegung und anhaltende Schmerzstörung durch Spastik vermehrte Aggressivität und deutlich reduzierte Frustrationstoleranz
-
St. n. akutem Myokardinfarkt, Koronararterienaneurysma, ischämische Herzkrankheit, Herzstillstand mit erfolgreicher Wiederbelebung
-
posttraumatisch
e
Gonarthrose beidseits
Er führte aus, aus orthopädischer Sicht seien es vorwiegend akute und chronische Schmerzen an beiden Kniegelenken, welche als Unfallfolgen zu bewerten seien.
2000
sei
eine Invalidität von 30
% anerkannt worden.
Seither habe der Beschwer
deführer erneut Traumata erlitten, sei operiert worden und die Verlaufsberichte wiesen auf eine deutliche Progression der Gelenksleiden hin. Trotzdem
sei der
Invaliditätsgrad
nicht ausgeweitet
worden (Urk.
17).
3.4.2
Dr.
F._
nannte in seinem Bericht vom 7.
Januar 2020
folgende
Diagnosen:
-
Distorsionstrauma am rechten Knie mit deutlichem Erguss
-
anoxische
Hirnschädigung, andernorts nicht klassifiziert
-
sonstige Chorea – anhaltende Schmerzstörung
-
akuter Myokardinfarkt – Koronararterienaneurysma
-
ischämische Herzkrankheit, Herzstillstand mit erfolgreicher Wieder
bele
b
ung
-
Verlangsamung und herabgesetztes Reaktionsvermögen
-
Angst und depressive Störung, gemischt
-
Sonstige posttraumatische Gonarthrose beidseits mehrmals operiert
-
leichte kognitive Störung
-
Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst)
-
Beta-
Thalassämie
minor - diskret
kompensiert
Dr.
F._
führte aus, der Beschwerdeführer sei
gleichentags
ausgerutscht und habe sich dabei eine Distorsion des rechten Knies zugezogen.
Lateral und knapp oberhalb des Knies am
tenso
der
fascies
lata
sei
palpato
risch
ein Erguss objek
tivierbar,
ebenfalls in der Kniekehle zum Grossteil lateral. Im Ultraschall bestätige sich der B
efund (Urk.
20/2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich auf
die
versicherungsinterne
Stellungnahme
ihres
Kreisarztes
Dr.
E._
vom
8
.
März 2019
(Urk.
11/243
).
Die darin
gestützt auf die den Verlauf dokumentierenden Berichte der behandelnden Ärzte
vorgenommene Beurteilung
basiert auf einer
fachärztlichen
Untersuchung und wurde in Kenntnis der
relevanten
Vorakten
erstellt. Dr.
E._
hat detaillierte Befunde erhoben und sich mit den vom
Beschwerdeführer
geklagten Beschwerden auseinandergesetzt.
Er
hat die medizinischen Zusammenhänge ein
leuchtend dargelegt und
seine
Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Im Übrigen decken sich
seine
Ausführungen im Wesentlichen mit den vorhandenen medizinischen Akten. Die Beurteilung von Dr.
E._
erfüllt somit sämtliche Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische
Entscheidgrundlage
(vgl.
vorne E.
1.
4
)
, weshalb darauf abgestellt werden kann.
4.2
Dr.
E._
kommt zum Schluss, dass
die geklagten Beschwerden gesamthaft auf die richtungsgebende Verschlimmerung durch den Unfall vom 13. Juli 1995 und der daraus folgenden Operation am linken Kniegelenk zurückgeführt werden
könnten. Im Rahmen der natürlichen Progression und der vorübergehenden Ver
schlimmerung durch die fortfolgenden Ereignisse bestehe eine beginnende Gonarthrose links.
In Anbetracht der Unfallfolgen seien dem Beschwerdeführer leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten und ohne Arbeiten in kniender oder hockender Stellung Vollzeit zumutbar (
v
orne E.
3.3
.2
), was dem Zumutbarkeitsprofil der kreisärztlichen Untersuchung vom 28. März 2000 entspricht (vgl. v
orne E.
3
.2
).
4.3
Wie die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid zutreffend ausführt (Urk. 2 S.
3 f.
), ergibt sich aufgrund der objektiven Befundlage keine wesentliche Veränderung des
unfallbedingten
Gesundheitszustandes
am linken Knie
des Beschwerdeführers. Damit ist keine anspruchsrelevante Veränderung der tat
sächlichen Verhältnisse im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gegeben. Gestützt auf die versicherungsinterne Beurteilung ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass dem Beschwerdeführer seine ursprüngliche Tätigkeit als
Fassaden-
Isoleur
nicht zumutbar ist, in einer angepassten Tätigkeit
-
unter ausschliesslicher Berücksichtigung der Unfall
folgen
jedoch
weiterhin keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht.
4.4
Die
im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten
Berichte des
Dr.
F._
vom 21. November 2019 und 7. Januar 2020
datieren nach Erlass des ange
fochtenen Entscheides
und
vermögen
-
soweit sie Rückschlüsse auf
den Zeitraum
vor Abschluss des Verwaltungsverfahrens zulassen
(vgl.
vorne E.
1.
5
) -
die kreis
ärztliche Beurteilung nicht in Frage zu stellen.
Der Bericht vom
7.
Januar 2020 betrifft einen Vorfall
am rechten Knie
, der sich
gleichtentags
ereignete und somit vorliegend nicht zu berücksichtigen
ist
. In
seinem Bericht vom 21.
November 2019
hält Dr.
F._
lediglich fest,
dass
die Verlaufsberichte auf eine deutliche Progression der Gelenksleiden hinwiesen und
trotz erneuter Zwischenfälle, Traumata und Operationen der Invaliditätsgrad nicht ausgeweitet worden sei
(vgl.
vorne E.
3
.4.1
). Mit den
Ausführungen
des Kreisarztes setzt er sich jedoch nicht auseinander und erwähnt auch keine medizinischen Tatsachen oder Zusammen
hänge, die dieser nicht berücksichtigt hätte.
Im
Übrigen ist
Dr.
F._
als prakti
scher Arzt und Facharzt Kardiologie nicht berufen, den
medizinischen
Sachver
halt
in
unfallchirurgischer bzw.
orthopädischer
Hinsicht
zu be
u
r
teilen.
D
es W
eiteren ist
darauf hinzuweis
en, dass die krankheitsbedingte Ver
schlechte
rung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers (aufgrund kardiologischer und
allfälliger
psychischer
Beschwerden
)
für das vorliegende unfall
ver
sicherungs
rechtliche Verfahren nicht von Belang
ist
(vgl. E. 1.2)
.
4.5
Nach dem Gesagten erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.