Decision ID: 1ec7e218-a9a5-4788-9053-1108902a94aa
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 20. Juli 2018 beim RAV zur Arbeitsvermittlung ab dem
13. August 2018 an, nachdem sein letztes Arbeitsverhältnis als Kundenberater (Private
Equity) bei der B._ AG per 30. Juni 2018 von der Arbeitgeberin wegen
Umstrukturierung gekündigt worden war (act. G 3.1/A2 - A3 und G 3.2/214). Nachdem
der Versicherte, der über keinen Berufsabschluss verfügt, zunächst Stellen im Private-
Equity-Bereich und als Finanzberater suchte, weitete er die Suche später vor allem auf
die Bereiche Chauffeur und Logistik aus. Am 14. August 2019 stellte er ein Gesuch um
Förderung einer selbstständigen Erwerbstätigkeit (Taggelder während der
Planungsphase). Als Grund gab er an, er verfüge über 5-jährige Erfahrung im Private-
Equity-Sektor, habe Interesse am globalen Finanzsektor sowie ein starkes Bedürfnis
zur Umsetzung einer selbstständigen Erwerbstätigkeit und dem Aufbau eines
Unternehmens mit einem Geschäftspartner (act. G 3.1/A64).
A.a.
Nachdem der Versicherte vom 13. - 28. September 2019 den Kurs "ESW
Erfolgreich selbstständig werden" absolviert und weitere Planungsunterlagen
eingereicht hatte, hiess das RAV mit Verfügung vom 22. Oktober 2019 das Gesuch um
Förderung der selbstständigen Erwerbstätigkeit zunächst für 57 Planungstage,
voraussichtlich bis 30. Dezember 2019, gut (act. G 3.1/A93). Am 20. Dezember 2019
A.b.
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beantragte der Versicherte sodann eine Verlängerung der Planungsphase, da die
Finanzierungsrunden bei vielen Start-ups im 4. Quartal bereits abgeschlossen gewesen
seien (act. G 3.1/A98). Mit Verfügung vom 6. Januar 2020 bewilligte das RAV eine
Verlängerung der Planungsphase auf insgesamt 90 Tage, somit bis 14. Februar 2020
(act. G 3.1/A96).
Am 17. Februar 2020 meldete der Versicherte, dass er die selbstständige
Erwerbstätigkeit nach Abschluss der Planungsphase nicht aufnehmen werde, da diese
zu kurz gewesen und es zu Verzögerungen bei den Finanzierungsrunden der
ausgewählten Start-ups gekommen sei (act. G 3.1/A100). In der Folge suchte der
Versicherte im Februar und März 2020 erneut Stellen als Chauffeur und
Lagermitarbeiter (act. G 3.1/A101 und A109). Nachdem er zunächst infolge
Ausschöpfung des Höchstanspruchs von 400 Taggeldern per 31. März 2020 von der
Arbeitsvermittlung abgemeldet werden sollte, wurde sein Taggeldanspruch auf Grund
der neu eingeführten Coronaregelungen (Art. 8a Abs. 1 der Verordnung über
Massnahmen im Bereich der Arbeitslosenversicherung im Zusammenhang mit dem
Coronavirus (COVID-19 [COVID-19-Verordnung Arbeitslosenversicherung; SR 837.033,
in der Fassung vom 26. März 2020]) um 120 auf 520 Taggelder verlängert, worauf der
Versicherte die Stellensuche weiterführte, im April 2020 vor allem als Kundenberater
oder Automobilverkäufer (act. G 3.1/A102 und 108).
A.c.
Mit Verfügung vom 24. April 2020 verneinte das RAV die Vermittlungsfähigkeit des
Versicherten ab 1. März 2020. Die Internetseite der C._ sei aufgeschaltet und der
Versicherte biete seine Dienstleistungen bereits an. Im Weiteren sei er als
Geschäftsführer seiner Firma im Handelsregister eingetragen. Er könne Tätigkeiten im
eigenen Namen und auf eigene Rechnung ausführen. In dieser Funktion sei er sowohl
von Gesetzes wegen als auch faktisch berechtigt, die Entscheidungen der Firma zu
bestimmen und massgeblich zu beeinflussen. Aus dem Aktionsplan sei ersichtlich,
dass die Planungsphase am 28. Februar 2020 geendet habe und die Startphase
beginne. Praxisgemäss sei darauf abzustellen, wann der Start einer Unternehmung
möglich sei und nicht darauf, wann erklärtermassen die Erwerbstätigkeit aufgenommen
werde. Die Planungsphase nach Art. 95a AVIV dauere deshalb nur so lange, bis die
selbstständige Erwerbstätigkeit aufgenommen werden könne. Demgegenüber gehöre
die Akquisition und Gewinnung von Neukunden nicht zur Planungsphase, sondern
A.d.
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bereits zur Startphase, dürfe doch letztere nicht von der Arbeitslosenversicherung
subventioniert werden (act. G 3.1/A106).
Mit Einsprache vom 30. April 2020 machte der Versicherte geltend, den Handels
registereintrag und die Website ganz am Anfang der Planungsphase erstellt zu haben,
auch um den Fortschritt des Projekts zu dokumentieren. Da er in absehbarer Zukunft
den geplanten Weg mit der C._ in die Selbstständigkeit gehen möchte, habe er den
Handelsregistereintrag sowie die Website nach dem Ende der Planungsphase
bestehen lassen. Auf Grund dessen sei er mit der Gesellschaft bei der SVA St. Gallen
im Nebenerwerb angemeldet. Es seien bislang jedoch keine Einkünfte erzielt worden,
da er in der Gesellschaft nicht aktiv sei. Auch die anhaltend schlechte Wirtschaftslage
würde es nicht erlauben, die Planung erfolgreich umzusetzen. Die Website sei derzeit
rein informativ aufgeschaltet und könne jederzeit vom Netz genommen werden. Somit
habe er im März 2020 keine Erwerbstätigkeit aufgenommen und sei weiterhin
vermittlungsfähig (act. G 3.1/A109).
A.e.
Mit Entscheid vom 17. Juni 2020 wies das RAV die Einsprache ab. Aus der
Einsprache gehe hervor, dass der Einsprecher die Selbstständigkeit in absehbarer Zeit
aufnehmen wolle. Die Website und der Handelsregistereintrag seien bestehen
geblieben und auf der Website würde der Eindruck erweckt, das Geschäft würde
bereits bestehen. Sogar die Öffnungszeiten samt Telefonnummer und Geschäftsemail
seien online. Die blosse mündliche Zusicherung, den Eintrag und die Website zu
entfernen, genügten nicht, um die Bereitschaft (eine unselbstständige Erwerbstätigkeit
aufzunehmen) zu belegen. Wolle sich eine versicherte Person mit der Aufnahme einer
selbstständigen Erwerbstätigkeit in erster Linie beruflich verändern und nicht in
Erfüllung ihrer Schadenminderungspflicht die Arbeitslosigkeit beenden, gelte sie
grundsätzlich als nicht vermittlungsfähig. Der Einsprecher verfolge gemäss eigenen
Angaben das Ziel, mit der C._ zu gegebener Zeit selbstständig zu werden. Deshalb
sei eine Voraussetzung für den weiteren Taggeldbezug (vollständige Aufgabe der
selbstständigen Erwerbstätigkeit) nicht erfüllt und dementsprechend die
Vermittlungsfähigkeit zu verneinen (act. G 3.1/A112).
A.f.
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B.
Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 7. Juli 2020
mit dem sinngemässen Antrag auf dessen Aufhebung. Im Wesentlichen macht der
Beschwerdeführer geltend, er sei nach Abschluss der Planungsphase und der
Verlängerung des Taggeldanspruchs nicht darüber informiert worden, dass die durch
die besonderen Taggelder geförderte selbstständige Erwerbstätigkeit nicht im
Nebenverdienst weitergeführt werden könne. Im Gegenteil sei er im Glauben gelassen
worden, dass sein Fall anders zu betrachten sei. Es sei denn auch absurd, erst das
Taggeld zu verlängern, um ihm anschliessend die Vermittlungsfähigkeit abzusprechen
und das Taggeld zurückzufordern. Die Voraussetzung der Vermittlungsfähigkeit könne
doch nicht allein auf Grund einer online geschalteten Website verneint werden (act.
G 1).
B.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 10. September 2020 beantragt die Verwaltung die
Abweisung der Beschwerde. Bereits mit der Verfügung vom 22. Oktober 2019
(Zusprache von Taggeldern zur Vorbereitung einer selbstständigen Erwerbstätigkeit) sei
der Beschwerdeführer darauf hingewiesen worden, dass bei einer Nichtaufnahme der
selbstständigen Erwerbstätigkeit für einen weiteren Leistungsbezug die vollständige
Aufgabe dieser Tätigkeit notwendig sei. Weiter sei er informiert worden, dass eine
Weiterführung der selbstständigen Erwerbstätigkeit im Nebenerwerb ausgeschlossen
sei, auch wenn diese Tätigkeit schon vor Eintritt der ursprünglichen Arbeitslosigkeit
ausgeübt worden sei. Der Beschwerdeführer habe somit gewusst, dass er die
selbstständige Erwerbstätigkeit vollständig aufgeben müsse, wenn er weiterhin
Arbeitslosentaggelder beziehen wolle. Da er explizit erwähne, die Selbstständigkeit in
Zukunft wieder aufzunehmen, sei die Vermittlungsfähigkeit zu Recht aberkannt worden
(act. G 3).
B.b.
Mit Replik vom 9. Oktober 2020 macht der Beschwerdeführer nochmals geltend,
er sei von keiner Seite informiert worden. Mit Beendigung der Planungsphase sei er
von seinem Berater lediglich informiert worden, dass die Taggeldleistungen am
11. März 2020 endeten und er somit keinen weiteren Bezug mehr machen könne.
Nachdem die Taggelder um 100 (richtig: 120) Tage verlängert worden seien, habe er
seine Stellensuche wieder aufgenommen und sich an die Vorgaben des RAV gehalten.
B.c.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Dass eine Weiterführung der Tätigkeit im Nebenerwerb ausgeschlossen sei, sei ihm nie
mitgeteilt worden. Er mache keinen weiteren Leistungsbezug geltend. Er beantrage
lediglich die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und die damit
verbundene Rückforderung von Taggeldern (act. G 5). Der Beschwerdegegner
verzichtet auf eine Duplik (act. G 7).
Die Arbeitslosenversicherung kann Versicherte, die eine dauernde selbstständige
Erwerbstätigkeit aufnehmen wollen, durch die Ausrichtung von höchstens 90
Taggeldern während der Planungsphase eines Projektes unterstützen (Art. 71a des
Bundesgesetzes über die Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
[AVIG; SR 837.0]). Die versicherte Person muss der zuständigen Amtsstelle nach
Abschluss der Planungsphase, spätestens aber mit dem Bezug des letzten Taggeldes
mitteilen, ob sie eine selbstständige Erwerbstätigkeit aufnimmt (Art. 71d Abs. 1 erster
Satz AVIG). Nimmt die versicherte Person eine selbstständige Erwerbstätigkeit auf, so
wird für den allfälligen Bezug weiterer Taggelder die laufende Rahmenfrist für den
Leistungsbezug um zwei Jahre verlängert. Die Taggelder dürfen insgesamt die
Höchstzahl nach Art. 27 AVIG nicht übersteigen (Art. 71d Abs. 2 AVIG). Das Instrument
der Förderung der selbstständigen Erwerbstätigkeit bezweckt die Aufnahme einer
Tätigkeit, welche die Arbeitslosigkeit der gesuchstellenden Person voraussichtlich ganz
beendet (Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl., 2016, Rz 772
S. 2496 f.). Namentlich ist es nicht mehr Sache der Arbeitslosenversicherung,
Personen, die eine selbstständige Erwerbstätigkeit aufgenommen haben und damit
zeitlich nicht ausgelastet sind oder einen geringen Verdienst erzielen, weiterhin
Leistungen auszurichten (SVR 1999 AlV Nr. 23 S. 55 = ARV 2000 Nr. 5 S. 22). Aus
Gründen der Missbrauchsgefahr und der fehlenden oder erschwerten Möglichkeit zur
Kontrolle über die weiterhin teilzeitlich (auch im Nebenerwerb) ausgeübte
selbstständige Erwerbstätigkeit hat die versicherte Person keinen Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung mehr, wenn sie diese nicht vollständig aufgibt. Daran
ändert nichts, dass sie möglicherweise an sich vermittlungsfähig gewesen wäre (vgl.
zum Ganzen: Entscheid des Bundesgerichts vom 22. Januar 2007 [C 86/06] E. 3.4 f.;
vgl. auch die Weisung des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO, AVIG-Praxis AMM,
Ziff. K74, wonach die versicherte Person, die sich [nach Abschluss der Planungsphase
oder nach Aufgabe der bereits aufgenommenen selbstständigen Erwerbstätigkeit]
1.1.
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2.
wieder arbeitslos meldet und erneut Leistungen der Arbeitslosenversicherung beziehen
möchte, auf dem Gebiet des unterstützten Projekts keinen Zwischenverdienst erzielen
kann, diese Tätigkeit also vollständig aufgeben muss).
Da im vorliegenden Fall auch nach der Auszahlung der maximal möglichen 90
Taggelder für die Planungsphase und insbesondere während der ursprünglich
geplanten Startphase ab 1. März 2020 (bis 31. März 2020) bereits
Arbeitslosenentschädigung ausbezahlt wurde, womit der Taggeldanspruch des
Beschwerdeführers implizit bestätigt wurde, konnte der Beschwerdegegner formell
bloss im Rahmen einer Wiedererwägung gemäss Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) darauf
zurückkommen. Eine Wiedererwägung ist nur möglich, wenn die Verfügung zweifellos
unrichtig war und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2
ATSG). Eine zweifellose Unrichtigkeit liegt nicht nur vor, wenn die in Wiedererwägung
zu ziehende Verfügung auf Grund falscher oder unzutreffender Rechtsregeln erlassen
wurde, sondern auch, wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig
angewandt wurden. Eine gesetzeswidrige Leistungszusprache gilt regelmässig als
zweifellos unrichtig (BGE 126 V 401; vgl. auch ARV 1996/97 Nr. 28, S. 158 E. 3c, BGE
103 V 128).
1.2.
Vorliegend ist umstritten, ob der Beschwerdeführer die durch die Ausrichtung von
besonderen Taggeldern während der Planungsphase geförderte selbstständige
Erwerbstätigkeit mit seiner Kollektivgesellschaft C._ definitiv aufgegeben hat oder
nicht. Diesbezüglich geht der Beschwerdegegner davon aus, dass dies auf Grund des
Handelsregistereintrags, des Internetauftritts der Gesellschaft sowie der Äusserungen
des Beschwerdeführers nicht der Fall ist. In tatbeständlicher Hinsicht ist zunächst
festzustellen, dass die am 9. Oktober 2019 ins Handelsregister des Kantons St. Gallen
eingetragene C._ nach wie vor besteht und der Beschwerdeführer noch immer als
Gesellschafter mit Einzelunterschrift eingetragen ist (vgl. online-Handelsregisterauszug,
abgerufen am 4. Juni 2021). Im Weiteren ist auch die Website der Gesellschaft immer
noch online (www.(...).ch; abgerufen am 4. Juni 2021). Darin präsentieren sich die
Gesellschaft mit Telefonnummer und Email-Adresse sowie der Beschwerdeführer und
sein Geschäftspartner als kompetente Ansprechpartner im Bereich Private Equity. Im
Weiteren wirbt die Gesellschaft mit Referenzprojekten (www.(...).ch/portfolio; abgerufen
am 4. Juni 2021).
2.1.
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In seiner Einsprache vom 30. April 2020 führte der Beschwerdeführer sodann
explizit aus, er wolle sich noch besser auf den Übergang in die Selbstständigkeit
vorbereiten und in absehbarer Zeit den geplanten Weg mit der C._ fortführen. Eine
Löschung der Gesellschaft mit anschliessender Neugründung sei unter dem
Gesichtspunkt des Kosten-Nutzen-Verhältnisses ungünstig. Auf Grund dessen sei er
mit der C._ bei der SVA St. Gallen im Nebenerwerb angemeldet. Die Website www.
(...).ch sei derzeit "noch" rein informativ online geschaltet, könne aber, wenn nötig,
jederzeit vom Netz genommen werden (act. G 3.1/A109). In seiner Replik macht
sodann der Beschwerdeführer einzig noch für den Monat März 2020 Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung zufolge Falschberatung geltend. Aus den vorstehend
dargelegten Sachverhaltsfeststellungen und Ausführungen des Beschwerdeführers
ergibt sich somit eindeutig, dass er das Projekt der selbstständigen Erwerbstätigkeit
mit der C._ nicht definitiv aufgegeben hat. So geht er davon aus, dass er die
Gesellschaft bei Löschung anschliessend neu gründen müsste. Dies lässt nur den
Schluss zu, dass er sich die Option der durch die Planungsphase geförderten
selbstständigen Erwerbstätigkeit weiterhin offenhalten wollte. Dasselbe trifft auf die
Firmenwebsite zu. Entgegen seinen Beteuerungen, diese könne jederzeit vom Netz
genommen werden, hat er dies - trotz des hier geführten Prozesses - bis heute nicht
getan. Wenn der Beschwerdeführer mit seinem Verhalten nach Aussen den Anschein
erweckt, mit seiner Gesellschaft am Markt Finanzdienstleistungen anzubieten, hat er
sich dies entgegenhalten zu lassen. Es ist denn auch nicht ersichtlich, weshalb die
Firmenwebsite "noch" rein informativ online geschaltet bleiben sollte, wenn er die
entsprechenden Absichten definitiv aufgegeben hätte. Zwar ist gut möglich, dass die
Aktivitäten der Gesellschaft vorübergehend ruhten und der Beschwerdeführer
tatsächlich keinen Zwischenverdienst erzielt hat. Nachdem er jedoch die für seine
selbstständige Erwerbstätigkeit notwendige Geschäftsinfrastruktur aufrechterhielt, ist
davon auszugehen, dass ein Neustart der geplanten Tätigkeit jederzeit und nach
Belieben des Beschwerdeführers möglich war. Damit kann nicht ausgeschlossen
werden, dass mit den Arbeitslosentaggeldern der Aufbau der selbstständigen
Erwerbstätigkeit subventioniert würde, was mit dem Erfordernis der definitiven Aufgabe
aber gerade verhindert werden soll. Zwar betrifft dies nicht zwingend die
Anspruchsvoraussetzung der Vermittlungsfähigkeit. Bei aufgenommener bzw. jederzeit
möglicher Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit ist eher davon auszugehen,
dass die versicherte Person nicht mehr arbeitslos ist. So hat sich diese nach Abschluss
der Planungsphase zu entscheiden, ob sie die selbstständige Erwerbstätigkeit
aufnimmt oder nicht, was bejahendenfalls zum Ausschluss von weiteren Leistungen der
Arbeitslosenversicherung führt (vgl. Art. 71d Abs. 1 AVIG; eine Weiterführung der
selbstständigen Erwerbstätigkeit im Nebenverdienst ist zwecks Verhinderung von
2.2.
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Missbräuchen nicht möglich, selbst wenn die versicherte Person theoretisch
vermittlungsfähig wäre [vgl. vorstehende Erwägung 1.1]). Die Frage, ob es nun an der
Anspruchsvoraussetzung der Vermittlungsfähigkeit (Art. 15 AVIG) oder der
Arbeitslosigkeit (Art. 10 AVIG) fehlt, braucht indessen nicht abschliessend geklärt zu
werden, da auch das Fehlen nur einer der beiden Anspruchsvoraussetzungen zum
Leistungsausschluss führt (vgl. Art. 8 Abs. 1 AVIG).
Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, er sei von keiner Seite darauf
hingewiesen worden, dass er die geplante selbstständige Erwerbstätigkeit nicht im
Nebenerwerb ausüben könne. Im Gegenteil sei er von seinem Personalberater bzw. der
für das Einspracheverfahren zuständigen Sachbearbeiterin im Glauben gelassen
worden, dass das in seinem Fall anders betrachtet werden müsse. Dem ist jedoch
entgegenzuhalten, dass bereits die Verfügung vom 22. Oktober 2019, mit welcher dem
Beschwerdeführer erstmals Taggelder zur Vorbereitung der selbstständigen
Erwerbstätigkeit zugesprochen wurden, den Hinweis enthielt, dass für einen weiteren
Leistungsbezug nach der Nichtaufnahme die vollständige Aufgabe der
Selbstständigkeit notwendig sei. Eine Weiterführung der Tätigkeit im Nebenerwerb sei
ausgeschlossen (act. G 3.1/A93). Anlässlich der Besprechung der Förderung der
Selbstständigkeit vom 22. August 2019 mit der dafür zuständigen Beraterin wurde der
Beschwerdeführer ebenfalls explizit darauf hingewiesen, dass die Nichtaufnahme der
selbstständigen Erwerbstätigkeit zur kompletten Aufgabe der geplanten Tätigkeit führe
(act. G 3.1/A90). Schliesslich wurde der Beschwerdeführer im Meldeformular nach
Abschluss der Planungsphase ein drittes Mal darauf hingewiesen, dass bei
Nichtaufnahme der geförderten selbstständigen Erwerbstätigkeit jegliche
diesbezüglichen Aktivitäten abzubrechen und die Stellensuche wieder aufzunehmen sei
(act. G 3.1/A100). Auf Grund dieser mehrfach erfolgten Warnungen musste dem
Beschwerdeführer ohne Weiteres klar sein, dass die fragliche Selbstständigkeit effektiv
und definitiv aufzugeben und nicht bloss vorübergehend "auf Eis zu legen" und bei
nächster Gelegenheit zu reaktivieren ist, will er weiter Anspruch auf Leistungen geltend
machen. Für die von ihm behauptete Falschberatung durch seinen Personalberater hat
sodann der Beschwerdeführer keinerlei Belege beigebracht. Auch aus dem
Beratungsprotokoll lässt sich diesbezüglich nichts entnehmen (vgl. act. G 3.1/A103).
Allfällige, ebenfalls nicht belegte Auskünfte der für das Einspracheverfahren
zuständigen Sachbearbeiterin wären für das Verhalten des Beschwerdeführers im
Monat März 2020 ohnehin nicht kausal gewesen.
2.3.
Im Ergebnis hat der Beschwerdegegner den Taggeldanspruch nach Abschluss der
Planungsphase zu Recht verneint. Zu Gunsten des Beschwerdeführers stellte er auf die
2.4.
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