Decision ID: 4c2a5dfe-04f1-488f-ac84-c4290ee76ac5
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1959,
ist
ge
lernte
biomedizinische Analytikerin HF
.
I
m Jahr 2006
meldete sie sich
unter Hinweis auf bestehende Depressionen erstmals bei der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV
Stelle, zum
Leis
tungsbezug
an
(Urk.
11/3)
. Nach durchgeführten Abklärungen
in erwerblicher und medizinischer Hinsicht
verneinte die IV-Stelle zunächst mit Verfügung vom 29. Oktober 2007 einen Anspruch
auf I
V-Leistungen (Urk.
11/33)
, kam
jedoch
in der Folge
auf diesen Entscheid
zurück
(
Wiedererwägungsverfügung vom 4.
Dezember 2007; Urk. 11/40)
. Nach getätig
ten weit
eren
medizinischen
Abklä
rungen verneinte sie mit Verfügung vom 25. Juni 2008
d
en Anspruch
der Ver
sicherten
auf
eine Invalidenrente (Urk. 11/73)
. Eine dagegen erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht
mit Urteil
vom 2
5.
September 2009 ab (Urk.
11/106).
2.
Unter Hinweis darauf, dass ihr
die bei der Firma
Y._
angetretene
Teilzeit
st
elle
als biomedizinische Analytikerin
-
da sie zu
langsam arbeite
-
noch in der Probezeit gekündigt worden sei und sie - da ihr eine Stelle bereits im Jahr 2002 aus gleichen Gründen gekündigt worden sei - in ihrem angestammten Beruf als biomedizinische Analytikerin offensichtlich nicht mehr arbeitsfähig sei, stellte die Versicherte am 2
6.
Oktober 2010 bei der IV-Stelle Antrag auf berufliche Abklärung inklusive einer eventuellen Umschulung (
Urk.
11/109). Mit Mittei
lung vom
5.
Januar 2011 g
e
währte die IV-Stelle der Versicherten Beratung und Unterstützung bei der
Stellensuche für ein Jahr (Urk.
11/116)
.
Mit Schreiben vom 4.
Oktober 2011 beantragte die Versicherte die Umschulung zur Fachfrau Kinderbetreuung, da es ihr aus gesundheitlichen Gründen
trotz Unterstützung
nicht gelungen sei, sich wieder auf dem Arbeitsmarkt zu integ
rieren (
Urk.
11/125). Die IV-Stelle tätigte daraufhin Abklärungen in erwerbli
cher und medizinischer Hinsicht
, holte namentlich beim behandelnden Psychi
a
ter
sowie
bei der
Z._
medizinische Berichte ein
(Urk.
11/127 und Urk.
11/
130
)
. Gestützt auf diese Abklärungen stellte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 1
2.
März 2012 die Ablehnung des Leistungsbege
hrens in Aussicht (Urk. 11/135) und hi
elt daran mit Verfügung vom 8.
Mai 2012 fest (
Urk.
11/140).
Gegen den Vorbescheid vom 12.
März 2012 hatte
die
Versicherte am 8.
Mai 2012 Einwand erheben und die Prüfung des Rentenans
pruchs beantragen lassen (
Urk.
11/142), weshalb die IV-Stelle
am
12.
Juni 2012
auf die Verfügung vom
8.
Mai 2012 zurückkam (
Urk. 11/158). Am 12.
November 2012
veranlasste die IV-Stelle die psychiatrische Begutachtung der Versicherten durch
med.
pract
.
A._
,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH (Urk.
11/150)
.
Gestützt auf
das
entsprechende Gutachten
vom
9.
Februar 2013
(Urk.
11/154)
stellte die IV-Stelle
der Versicherten
mit Vorbescheid vom 7. März 2013 aber
mals die Ablehnung des Leist
ungsbegehrens in Aussicht (Urk.
11/156). Dagegen liess die
se
am 22.
April 2013 Einwand erheben und damit verschiedene
Unter
lagen einreichen (Urk.
11/1
64-165). Mit Verfügung vom 2.
Juli 2013 hielt die IV-Stelle an der Abweisung des Leistungsbegehrens fest (
Urk.
2).
3.
Dagegen
lässt
die
Versicherte hierorts mit Eingabe vom
4.
September 2009
(Urk. 1)
unter Auflage eines neuen ärztlichen Berichts (
Urk.
3)
Beschwerde erhe
ben mit den Anträgen, es sei die Verfügung vom
2.
Juli 2013 aufzuheben (1.), es seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen, ins
besondere eine angemessene Rente (2.), eventualiter sei die Versicherte erneut psychiatrisch zu begutachten (3.), unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (4.
); in verfahrensrechtlicher
Hinsicht bean
tragte die Beschwerdeführerin die Gewährung der unentgeltlichen
Prozess
führung
und Rechtsver
tretung
(5.) sowie die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom
1
7.
Oktober 2013 die
Abweisung der Beschwerde (Urk.
10), w
as der Be
schwer
deführerin am 6.
November 2013 zur Kenntnis gebracht wurde unter gleichzeitiger Abweisung des prozessualen Antrages auf Durchführung eines zw
eiten Schriftenwechsels (Urk.
12).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV)
, so ist im
Beschwerdever
fahren
zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG eine für den Renten
anspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine Invalidenrente ist demgemäss nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 f. E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, 113 V 273 E. 1a mit Hinweisen). Ob eine solche Ände
rung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person eröffneten rechtskräftigen Verfü
gung vorlag, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung respektive des
Einspracheentscheides
(BGE 133 V 108 E. 5.4). Dabei stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszu
standes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisions
grund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG und alt
Art.
41 IVG dar (BGE 112 V
371 E. 2b mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr.
70 S. 204 E. 3a; Urteil des Bundes
gerichts 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.1 mit Hinweis).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E
. 3a, 122 V 160 f. E. 1c, je mit Hin
weisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die angefochtene Verfügung im Wesentlichen damit, gestützt auf das eingeholte psychiatrische Gutachten
sei
die Ausübung der angestammten Tätigkeit als biometrische (
richtig
: biomedizinische)
Analytikerin
sofern es sich
hiebei
um eine Tätigkeit mit hohem Zeit
-
und Leistungsdruck handle
im Ausmass eines 80-90%igen Pensums zumutbar. Andernfalls bestehe für die angestammte sowie für sämtliche angepassten Tätigkeiten
eine volle Arbeitsfähigkeit. Ein invalidis
i
erender Gesundheitsschaden sei zusammenfas
send
nicht ausgewiesen
, woran
auch der
mit dem
Einwand eingereichte Bericht des behandelnden Psychiaters nichts zu ändern
vermöge
(
Urk.
2
;
vgl. auch
Urk.
10
).
2.2
Dagegen lässt die Versicherte zur Hauptsache geltend machen, dass das Gutach
ten von
med.
pract
.
A._
aus verschiedenen
Gründen
nicht beweiskräftig sei. In der angefochte
nen Verfügung seien alsdann nicht alle im
Vorbescheidver
fahren
eingereichten Unterlagen gewürdigt worden. Diese liessen jedoch den
Schluss zu
,
dass seit Jahren eine erhebliche, mindestens 50%ige Arbeitsunfähig
k
e
it bestehe, weshalb der Anspruch auf eine angemessene Rente ausgewiesen sei
(
Urk.
1
).
3.
3.1
Da es sich vorliegend um ein Neuanmeldeverfahren handelt, ist in analoger Anwendung der Revisionsbestimmungen eine allfällige Verschlechterung der gesundheitlichen Situation seit dem
Erlass der - dem unangefochten
in Rechts
kraft erwachsenen Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
5.
September 2009
(
Urk.
11/106) zu Grunde
liegende
n
Verfügung vom 2
5.
Juni 2008 (
Urk.
11/73)
zu prüfen. Diese stützte sich in medizinischer Hinsicht
in erster Linie
auf die fachärztlich
-
psychiatrische
Beurteilung des RAD Arztes med.
pract
.
B._
vom
5.
Februar 200
8.
Danach war bei der Beschwerdeführerin von einer
phasisch
verlaufenden affektiven Erkrankung im Sinne einer rezidivierend depressiven Störung au
s
zugehen; daneben
diagnostizierte
Dr.
B._
akzentuierte, zwang
hafte und selbstu
nsichere Persönlichkeitszüge
,
welche insbesondere unter Druck -
zum Beispiel in Einarbeitungsphasen an einer Arbeitsstelle
-
zu einer Ver
langsamung der Handlungsabläufe führen konnte
n
.
Dr.
B._
ging damals davon aus,
dass bei der
Versicherte
n
im damaligen Zeitpunkt
(„
aktuell
“)
eine
100%
ige Ar
beitsfähig
keit
bestand unter Hinweis darauf, dass
aufgrund der beschriebenen Persönlichkeitsmerkmale zum einen der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben für die Versicherte erschwert sein könnte und zum anderen im Falle einer erneuten Exazerbation je n
ach Stärke der Symptomatik eine
erneute vollständige oder zumindest teilweise Arbeitsunfähigkeit drohe
(
Urk.
11/51)
. Eine im Wesentlichen gleiche Einschätzung des Leistungsvermögens der Beschwerdeführerin hatte zuvor bereits
Dr.
med.
C._
,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, abgegeben
(
Urk.
11/106 S.
7.
ff
)
.
3.2
Infolge der Neuanmeldung der Versicherten vom 2
6.
Oktob
er 2010 beziehungs
weise vom 4. Oktober 2011
holte die Verwaltung die folgenden medizinischen Unterlagen ein:
3.2.1
Dr.
med.
D._
,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie und seit 2005 behandelnder Arzt der Versicherten, diagnostizierte in seinem Bericht vom 2
8.
Oktober 2011 an die IV-Stelle eine bipolare Störung Typ II
a,
gegen
w
ärtig remittiert
(ICD-10
:
F31.7) sowie seit ca
.
1997 eine Persönlichkeit mit selbstunsicheren Zügen. Er bezeichnete die Versicherte in ihrer angestammten Tätigkeit insbesondere aufgrund des reduzierten Arbeitstempos als vollständig arbeitsunfähig, in einer angepassten Tätigkeit sei ab sofort ein 50-80% Pensum möglich (
Urk.
11/127).
3.2.2
D
er verantwortlich zeichnende
Dr.
med.
E._
,
Facharzt
für Psychiatrie und Psy
chotherapie
und
Oberarzt an
der
Z._
,
wo die Ver
si
cherte vom
1.
April bis zum 2
6.
Mai 2010 stationär
behandelt worden war,
diagnostizierte in
seinem
undatierten, bei der IV-Stelle am 2
3.
Dezember 2011 eingegangenen
Bericht
eine bipolare affektive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10
:
F.31.4) sowie einen Verdacht auf eine Zwangsstörung gemischt (Kontrollzwang, Zwa
ngsgedanken; ICD-10
: F
42.2), DD:
a
nankastische
Persönlichkeitsstörung (ICD-10:
F60
.
5).
Er
gab im Wesentli
chen an,
bezüglich der bipolaren Störung sollte
unter geeigne
ter Psycho
pharm
a
kotherapie
und psychotherapeutischer Begleitung eine gute Sym
p
tomkontrolle erreichbar sein. Erschwerend lägen aber
anankastische
Per
sönlichkeitsmerkmale
vor
,
die aufgrund des
chronifizierten
Leidens für die Pro
gnose verschlechternd seien
. Zur Arbeitsfähigkeit gab er
an, Konzentration und Ausdauer sowie Anpassungsvermögen seien deutlich eingeschränkt.
Aus
serdem schränke d
ie Neigung zu Zwangshandlu
ngen und Zwangsgedanken
die Versi
cherte
ein und vermindere ihre soziale Flexibili
t
ät. Eine verminderte Leis
tungs
fähigkeit sei zu erwarten, eine behinderungsangepasste Tätigk
eit sollte in einem 50 % Pensum
mit vier Stunden pro Tag möglich sein. Durch konsequente The
rapie der zugrunde liegenden Störung sollte eine Besserung möglich sein (
Urk.
11/130).
3.2.3
Am 2
1.
Januar 2013 wurde die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle durch
med.
pract
.
A._
psychiatrisch untersucht. In ihrem Gutachten vom
9.
Februar 2013 stell
t
e
sie
folgende Diagnosen
(Urk.
11/
154 S. 25)
:
m
it Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
:
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen (selbstunsicheren) und
anankastischen
Zügen (ICD-10: F.61)
o
hne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
Rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig
voll remittiert (ICD-10: F 33.4)
DD: Bipolare
affektive Störung mit bisher gegebenenfalls
e
iner
hypo
mani
schen
Episode, gegenwärtig
voll remittiert (ICD-10: F 31.7).
Zur Arbeitsfähigkeit führte
med.
pract
.
A._
aus, die kombinierte
Persönlich
keitsstörung
habe
– für sich alleine betrachtet – keine quantitativen Ein
schränkungen zur Folge
,
da es der Versicherten möglich gewe
s
en sei
,
einen Beruf zu erlernen und über viele Jahre einer Erwerbstätigkeit in Vollzeit nach
zugehen.
Eine quantitative Einschränkung habe sich in den depressiven Episo
den ergeben, die zeitlich begrenzt
gewesen seien
und im Verlauf der jeweiligen Behandlung remittiert
hätten
. Aus der kombinierten Persönlichkeitsstörung
resultierten leichte qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in Form einer allenfalls
leichtgradig
verminderten Stress- und Fr
ustrationstoleranz. Medizinisch-
theoretisch könne angenommen werden, dass aus den qualitativen Einschränkungen bei einer Tätigkeit mit besonders hohen Anforderungen an Stress- und Frustrationstoleranz (
zum Beispiel
Arbeiten unter sehr hohem Zeit
-
und Leistungsdruck) sehr leichte quantitative Einschränkungen resulti
e
ren könnten
,
bedingt durch eine gewisse Verunsicherung und das daraus abzulei
tende Kontrollbedürfnis. Aus der von der Versicherten berichteten beruflichen Anamnese sei ersicht
l
ich,
dass bei Arbeiten ohne besonderen Zeit- und Leis
tungsdruck wie
zum Beispiel
früher die erlernte Tätigkeit und derzeit auch die gerne ausgeübte T
ätigkeit als Skilehrerin, die Tätigkeit im Stadtarchiv und im Haushalt keine
quantitativen Einschränkungen
bestanden
hätten
(
Urk.
11/154 S.
24
).
In Beantwortung der ihr
zur Arbeitsfähigkeit
gestellten Fragen hielt die Gut
achte
rin fest, dass die Versicherte den Beruf einer biomedizinischen Analyti
ke
rin erlernt habe. Eine Arbeitsplatzbeschreibung liege bei den zugesandten Unterlagen nicht vor. Falls bei dieser Tätigkeit ein besonders hoher Zeit
-
und Leistungsdruck bestehen sollte
,
sei von einer Arbeitsunfähigkeit von höchstens 10-2
0
% auszugehen; falls dies nicht der Fall sei,
von
eine
r
solche
n
von 0
%.
In einer anderen (adaptierten) Tätigkeit
bestehe keine Arbeitsunfähigkeit.
Anhand der Aktenlage sei davon auszugehen, dass eine andauernde
Arbeitsunfähigkeit
von mehr als 10-20
% noch nie vorgelegen habe
(vgl.
Urk.
11/154 S. 25 ff.)
.
Seit 2007 beziehungsweise
2008 habe der Gesundheitszustand zwar gewissen, zeitlich auf einige Wochen b
eziehungsweise
wenige Monate begrenzten
leichten
Schwankungen unterlegen, sei jedoch im Wesentlichen gleich geblieben (
Urk.
11/154 S. 28).
3.
3
Im Rahmen des Einwandes
liess
die Beschwerdeführerin folge
nde
Unterlagen zu den Akten reichen:
3.3.1
In ihrem
Zwischenbericht
an den
zuweisenden
Dr.
D._
führte die
zwecks Beurteilung der Schwierigkeiten am aktuellen Arbeitsplatz (Küchenhilfe in einem Kinderhort) beigezogene
Ergotherapeutin
F._
am 2
2.
Januar 2013
aus, die Beobachtung von praktischen Tätigkeiten und die Testresultate ergäben übereinstimmend das Bild einer eindeutig verminderten motorischen und
visuomotorischen
Leistungsfähigkeit. Zusätzlich bestehe eine umständliche, unpraktische Arbeitsorganisation. Von diesen
Defiziten
seien alle Arbeitsleis
tungen betroffen, welche die Versicherte in der Küche und am Kindertisch zu erbringen
habe
,
und führten zu einem höheren Zeitbedarf (
Urk.
11/164 S.
1 f
.
).
3.3.2
Der behandelnde Psychiater
Dr.
D._
hielt in seiner Stellungnahme
vom 2
4.
April 2013
zum Gutachten von
med.
pract
.
A._
zusammenfassend
fest, dass
dieses die Qualitätsrichtlinien für psychiatrische Gutachten in der Eid
genössischen Invalidenversicherung nicht erfüll
e
, weshalb darauf nicht abzu
stellen sei (
Urk.
11/164 S. 10).
3.3.3
Ges
t
ützt auf eine neuropsychologische Unters
uchung der Versicherten vom 17.
April 2013
diagnos
t
izierte der
verantwortlich zeichnende Neuropsychologe
Prof.
Dr.
rer
.
n
at.
G._
vom
Institut
H._
am 23. April 2013
eine neuropsychologische Beeinträchtigung in Form einer Verlangsamung (ICD-10: F07.8) sowie Restsymptome einer isolierten Rechtschreibstörung (ICD-10: F81.1)
. Er
hielt
im Wesentlichen
fest, als
Haupt
befund
hätten
sich neben einer deutlichen Verlangsamung auch weitere
attenti
onale
Beeinträchtigungen und Ku
r
z
zeit
gedächtnisdefizite feststellen lassen.
Zusätzlich habe sich ein mittelgradig reduziertes Arbeitsgedächtnis
ergeben
.
Die geteilte Aufmerksamkeit sei qualitativ auffällig gewesen.
Inwiefern es sich um eine
subcorticale
Beeinträchtigung handle, die sich in der bisherigen neuropsy
chologischen Abklärung (EEG) nicht
habe
darstellen lassen, h
abe nicht geklärt werden können;
aus neuropsychologischer Sicht wäre eine Indikation für eine neu
roradiologische Kernspin
untersuchung
(MRI)
zu prüfen. Alternativ könnten die gefundenen neuropsychologischen Beeinträchtigungen auch im Zusammen
hang mit der psychiatrischen Grunderkrankung stehen. In jedem Fall beein
flusse die objektivierte Verlangsamung die Arbeitsfähigkeit
; die Versicherte sei trotz ihres durchschnittlichen Potentials aufgrund der aktuellen psychischen Situation und des verlangsamten Arbeitstempos auf ein wohlwollendes und behütetes Arbeitsklima angewiesen, um ihr kognitives Potential
erfolgsverspre
chend
umsetzen zu können
(
Urk.
11/164 S. 15).
3.3.4
Im Bericht des Schlaflabors
I._
an den zuweisenden
Psychiater
Dr.
D._
hielt der verantwortliche Neurologe
Dr.
med.
J._
am 3
0.
April 2013
fest, in der nächtlichen
Polysomnographie
habe ein leichtes PLM-Syndrom
(
periodic
limb
movement
)
und
ein an der oberen Grenze liegen
des SAS
(Schlafapnoesyndrom)
diagnostiziert
wer
den können, was die
Tages
müdigkeit
nicht restlos kläre. Alsdann habe ein Zusammenhang zwischen beruflicher Belastung und Tagesmüdigkeit festgestellt werden können (
Urk.
11/164 S. 17).
3.3.5
Der
Bestätigung
der
Y._
vom 1
8.
April 2013
über den Grund der per Ende Oktober 2
0
10
gegenüber der Beschwerdeführerin
ausgesprochenen Kündi
gung
ist zu entnehmen
,
dass
die Versicherte viel Zeit braucht
e
,
um Neues zu lernen. Wegen des hohen Arbeitsvolumens in der Abteilung Mikrobiologie habe die Arbeitgeberin nicht die notwendige Zeit aufwenden
können
, die für das
Traini
n
g notwendig gewesen wäre. Alsdann sei es aufgrund der langsamen Arbeitsweise und des Unterschieds im Vergleich zu den anderen
Teammit
gliedern
zu Verzögerungen gekommen, was die Arbeitsabläufe durcheinander gebracht habe (
Urk.
11/
1
64 S. 19).
3.4
In
seiner Stellungnahme vom 2
8.
M
ai 2013 hielt der zuständige RAD
Arzt
Dr.
med.
K._
,
Facharzt für Allgemeinmedizin, f
est, der im Rahmen des
Ein
wandverfahrens
nachgereichte ausführliche Bericht des behandelnden Psychi
aters
Dr.
D._
enthalte keine neuen medizinischen Tatsachen und Befunde, welche im Gutachten ni
cht berücksichtigt worden seien;
strittig bliebe
n die
Meinungen des behandelnden und begutachtenden Psychiaters zur Arbeitsunfähigkeit.
So
mit könne ohne weitere medizinische Abklärungen an der letzten Stellungnahme festgehalten werden (
Urk.
11/168 S. 3).
4.
4.1
Vorwegzuschicken ist, dass das Gutachten von med.
pract
.
A._
den
praxisge
mässen
Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise entspricht. So ist das Gutachten für die streitigen Belange umfassend, beruht auf den notwendigen Untersuchungen, berücksichtigt detailliert die geklagten Beschwerden, wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ
ation ein und die Schlussfolgerungen in der Expertise sind begründet (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
So legte med.
pract
.
A._
anhand der familiären, beruflichen und gesund
heitli
chen Anamnese sowie ihren Untersuchungsergebnissen dar, dass die Beschwer
deführerin vorweg an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung leidet, diese indes nicht ein derartiges Ausmass annimmt, dass
diese
mehr als zu 20
%
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Ebenfalls mit der verminderten psychischen Belastbarkeit begründete sie die qualitativen Einschränkungen betreffend Stresstoleranz (E. 3.2.3).
4.2
Die von der Beschwerdeführerin (unter Verweis auf die Kritik vom behandeln
den Psychiater
Dr.
D._
,
Urk.
11/164) erhobenen Einwände (
Urk.
1 S. 9
Ziff.
46) gegen das Gutachten verfangen nicht: Dass med.
pract
.
A._
die Diagnose einer schweren Depression nicht beachtet habe, ist unzutreffend (
Urk.
11/154/10), sie konnte bei der Untersuchung
vielmehr
keine entsprechen
den eigenen Feststellungen machen. Inwiefern eine Falschinterpretation der Medikamentendosierung vorliegen soll, ist nicht ersichtlich. Die Gutachterin stützte sich auf ihre aktuellen Erhebungen und zog entsprechend ihre Schlüsse.
Dass neuere medizinische Studien eine (von der Gutachterin) abweichende Mei
nung zur Relevanz rezidivierender psychischer Erkrankungen äussern, tut ebenfalls nichts zur Sache. Med.
pract
.
A._
nahm die psychischen Beein
trächtigungen durchaus zur Kenntnis und begründete damit ja gerade die teil
weise Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin. Es ist mithin nicht so, dass sie eine relevante Erkrankung verneinte und auf eine uneingeschränkte Arbeitsfä
higkeit schloss. Die verlangsamte Arbeitsweise wurde von der Gutachterin durchaus bemerkt und floss in ihre Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ein. Auch äusserte sie sich über die möglichen Ursachen (Persönlichkeitsstörung). In
wiefern die Anamneseerhebung und die Diagnosebegründung ungenügend sein sollten, ist nicht ersichtlich und wurde auch nicht nachvollziehbar begründet.
4.3
Die Auseinandersetzung des
Dr.
D._
mit dem Gutachten von med.
pract
.
A._
ist im Übrigen bloss von marginaler Relevanz und die Beurtei
lungen der beiden Fachärzte lediglich leicht abweichend: Med.
pract
.
A._
ging von einer leistungsmässigen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 10
bis 20
%
aus und begründete dies mit der verminderten Stress- und
Frustra
tionstoleranz
aufgrund
der
Persönlichkeitsstörung (E. 3.2.3).
Dr.
D._
seinerseits erachtete eine Tätigkeit in einem Pensum von ebenfalls bis zu 80
%
als möglich unter Hinweis auf das reduzierte Arbeitstempo (E. 3.2.1). Der ein
zige (namhafte) Unterschied in der Einschätzung dieser Fachärzte ist, dass die Gutachterin in Tätigkeiten ohne Stress und Zeit- sowie Leistungsdruck keine Einschränkung sah (sondern nur in anspruchsvollen), der behandelnde Psychi
ater indes stressige Tätigkeiten als gar nicht mehr möglich und nur angepasste Arbeiten als (eingeschränkt) zumutbar erachtete.
Damit aber gehen beide Ärzte von einer (bloss) leichten psychischen Einschrän
kung der Beschwerdeführerin aus.
Währenddem
Dr.
D._
die bipolare Störung als remittiert beurteilte und lediglich noch eine Persönlichkeit mit selbstunsicheren Zügen vermerkte, schloss auch die Gutachterin med.
pract
.
A._
aufgrund der Persönlichkeitsaspekte auf eine eingeschränkte Arbeitsfä
higkeit. Auch in der aktuellsten Beurteilung von
Dr.
D._
(vom 2
4.
April 2013,
Urk.
11/164/3-10) verwies dieser auf die bekannte bipolare Störung, eine Langsamkeit bei der Arbeit sowie eine schnelle Erschöpfbarkeit.
Zusammenfassend liegen damit im Wesentlichen übereinstimmende
Befund
erhe
bungen
und Arbeitsfähigkeitseinschätzungen vor. Es ist davon aus
zugehen, dass es der Beschwerdeführerin möglich ist, einer Arbeitstätigkeit im Ausmass von 80
%
nachzugehen. Für eine weitergehende (medizinisch begründbare) Einschränkung liegen keine Anhaltspunkte vor, zumal auch
Dr.
D._
keine
weiteren Symptome nennt. Eine gewisse Müdigkeit und Verlangsamung wurde hierbei bereits berücksichtigt.
Anzufügen bleibt, dass
Dr.
D._
(abgesehen von der remittierten bipola
ren Störung) die praktisch identische Diagnose wie im Bericht vom 25.
Januar 2007 (
Urk.
11/13/7-9) stellte, in welchem er auf eine andauernde 50
bis 60%ige Arbeitsunfähigkeit schloss. Bei ähnlichen geschilderten Befunden ist damit zweifelhaft, ob überhaupt eine Verschlechterung des Gesundheitszu
standes seit der rechtskräftigen Rentenabweisung vom 2
5.
Juni
2008 gegeben ist.
4.4
Die Einschätzung von
Dr.
E._
von der
Z._
(E. 3.2.2) steht diesen Schluss
fol
gerungen nicht entgegen. Er ging in seinem Bericht wohl von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus, bezog dies indes auf den Zeitpunkt des Aus
tritts aus der gut zweimonatigen stationären Behandlung per 2
6.
Mai 2010 und wies darauf hin, dass unter therapeutischen Bemühungen mit einer Verbesse
rung zu rech
nen sei. Zudem verwies er auf eine schwere depressive Episode, welche hernach nicht mehr ärztlich geschildert wurde.
4.5
Damit ist der medizinische Sachverhalt in dem Sinne als erstellt zu erachten, dass die Beschwerdeführerin im Umfang von 20
%
in ihrer Arbeitsfähigkeit ein
geschränkt ist. Von weiteren medizinischen Abklärungen sind (in Bezug auf den massgebenden Beurteilungszeitraum bis Verfügungserlass am
2.
Juli 2013) keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizi
pierte Beweiswürdigung, BGE 136 I 236 E. 5.3, 134 I 148 E. 5.3, 124 V 94 E.
4b).
Die Beschwerdegegnerin verneinte den Krankheitswert des diagnostizierten Beschwerdebildes unter Hinweis darauf, dass Persönlichkeitsstörungen gemäss Klassifikation psychischer Störungen in der Kindheit oder Adoleszenz entstün
den und tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster umfassten, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigten. Die Frage, ob die diagnostizierte Persönlichkeitsstörung die Arbeitsfä
higkeit der Beschwerdeführerin einschränke, sei zu verneinen, da sie ansonsten bereits in früheren Jahren nicht oder nur eingeschränkt in der Lage gewesen wäre, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (
Urk.
2).
Wie es sich damit genau verhält und ob die erstellte Verschlechterung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit (80
%
s
t
att früher 100
%
) von versicherungsrechtlicher Relevan
z
ist, kann aus folgenden Gründen offen blei
ben.
5.
5.1
Wollte man den Krankheitswert der psychischen Störung und eine Ver
schlechte
rung des Gesundheitszustandes bejahen, mit
Dr.
D._
von einer 80%igen Restarbeitsfähigkeit lediglich in angepassten Tätigkeiten ausge
hen und - was bislang nicht thematisiert wurde - von einer Qualifikation der Beschwerdeführerin als vollzeitlich Erwerbstätige ausgehen, ergäbe sich folgen
der Einkommensvergleich.
5.2
Bei der Ermittlung des ohne Gesundheitsschaden erzielbaren Einkommens (
Vali
deneinkommen
) ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflicher Fähigkeiten und persönlichen Umstände mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden, aber sonst bei unveränderten Ver
hältnissen verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b mit Hinweisen).
Die Beschwerdeführerin hatte nach der Geburt ihres Kindes im Jahr 1994 und einer kurzen Pause verschiedene Teil- und
Vollzeitpensen
inne, war zeitweise arbeitslos und zuletzt (auf ihrem erlernten Beruf) von März bis September 2002 sowie von Januar bis März 2006 tätig (
Urk.
11/14/2,
Urk.
11/1/7 und Urk.
11/121). An der letzten (länger innegehabten) Stelle (in der Klinik
L._
)
verdiente sie in drei Monaten
Fr.
14‘127.-- (
Urk.
11/126/2 und Urk.
11/1/3) und damit
Fr.
4‘709.-- pro Monat. In welchem Pensum sie beschäftig war, ergibt sich nicht aus den Akten. Es ist auch nicht klar, ob die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall weiter in der Klinik
L._
gearbei
tet hätte, zumal aus dem Arbeitszeugnis vom 1
8.
Mai 2006 (
Urk.
11/1/3) und dem Hinweis auf die vermehrte Familienarbeit sowie dem Umstand, dass ein relevanter Gesundheitsschaden bislang verneint worden war (vgl. auch Erwä
gungen des hiesigen Gerichts im Urteil vom 2
5.
September 2009
;
Urk.
11/106 E.
4.3), nicht ohne Weiteres darauf geschlossen werden kann.
Damit sind für die Ermittlung des
Valideneinkommens
die Tabellenlöhne des Bundesamtes für Statistik (LSE 2010, TA1) heranzuziehen, welche im Bereich Gesundheitswesen (
Ziff.
86) für Frauen mit Berufs- und Fachkenntnissen einen Lohn von
Fr.
5‘782.-- ausweisen. Angepasst an die durchschnittliche wöchentli
che Arbeitszeit im Gesundheitswesen von 41.5 Stunden im massgebenden Jahr 201
3
(Die Volkswirtschaft 6-2014 S. 84 Tabelle B 9.2 Rubrik Q) und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 2.68
%
(von Index 2579 auf Index 2648, Die Volkswirtschaft 6-2014 S. 85 Tabelle B 10.3, Frauen) ergibt sich ein mögliches Jahreseinkommen von
Fr.
73‘915.--.
5.3
Geht man davon aus, dass die Beschwerdeführerin nur noch in angepassten Tätigkeiten zu 80
%
arbeitsfähig ist, ist für die Ermittlung des
Inalideneinkom
mens
ebenfalls auf die statistischen Tabellenlöhne abzustellen. Aufgrund ihrer Ausbildung und jahrelangen Berufspraxis sowie des Umstandes, dass es auch im
Gesundheitswesen mit weniger Stress belastete Tätigkeiten gibt, ist auch auf der Seite des Invalideneinkommens auf Löhne für Tätigkeiten abzustellen, für wel
che Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt sind. Denn die Beschwerdeführe
rin verfügt über Fachkenntnisse, welche - auch wenn die stressbehaftete Tätig
keit als Laborantin nicht mehr möglich sein sollte - keine gänzliche berufliche Neuorientierung erfordern. Dass die Beschwerdeführerin nur noch einfache und repetitive Tätigkeiten in einem branchenfremden Segment ausführen können soll, ist nicht einsichtig und wurde von ihr denn auch nicht vorgebracht.
Ausgehend vom identischen Lohn für Tätigkeiten, welche Berufs- und Fach
kennt
nisse im Gesundheitswesen voraussetzen entspricht der
Invaliditäts
grad
der Arbeitsunfähigkeit (von 20
%
). Allerdings ist zu beachten, dass dieser Wert (auch) auf Tätigkeiten beruht, welche mit besonderen Anforderungen ver
bunden sind. Damit rechtfertigt sich ein Abzug vom Tabellenlohn in der Höhe von 10
%
, steht der Beschwerdeführerin doch nicht mehr das gesamte Segment der entsprechenden Tätigkeiten offen, sondern
nurmehr
solche, welche vermin
derte Anforderungen stellen. Damit hat sie - auf diesem Anforderungsniveau - mit einem tieferen Lohn zu rechnen. Dieser reduziert sich auf 72
%
(90
%
von 80
%
), womit ein Invaliditätsgrad von 28
%
resultiert.
Wenn die Beschwerdeführerin eine einfache und repetitive Stelle im Gesund
heits
wesen findet, kann sie mit einem Lohn von monatlich
Fr.
4‘746.-- rechnen oder aufgerechnet auf die wöchentliche Arbeitszeit, angepasst an die
Nominal
lohnentwicklung
(E. 5.2) sowie unter Berücksichtigung des
Teilzeit
pensums
von
Fr.
48‘537.-- im Jahr 201
3.
Bei dieser Annahme rechtfertigt sich kein Abzug vom Tabellenlohn, da die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Aus
bildung bei entsprechenden Tätigkeiten weniger gefordert ist. Hierbei resultiert ein
Invalidi
tätsgrad
von 34
%
.
5.4
Zusammenfassend ergibt sich, dass bei der Beschwerdeführerin selbst unter der Annahmen einer (nicht ohne weiteres ausgewiesenen) Verschlechterung des Gesundheitszustandes und einer Restarbeitsfähigkeit von 80
%
lediglich in angepassten Tätigkeiten ein Invaliditätsgrad von unter 40
%
resultiert, womit kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung besteht. Die angefoch
tene Verfügung erweist sich demgemäss als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
6.1
Da die Voraussetzungen erfüllt sind, ist der Beschwerdeführerin in Gutheissung des Gesuches vom
4.
September 2009 die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsvertretung zu bewilligen und es ist ihr Rechtsanwältin Maria-Luisa Fuentes, Zürich, als unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen.
6.2
Die Gerichtskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind auf
Fr.
900.-- festzusetzen und der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.3
Nach Einsicht in die Kostennote vom 2
7.
Februar 2014 (
Urk.
14) und in Anwen
dung von
§
34
Abs.
1 und 3
GSVGer
sowie §
§
7 und 8 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) ist Rechtsanwältin Maria-Luisa Fuentes unter Anwendung des praxisgemässen Stundensatzes von
Fr.
200.-- mit
Fr.
2‘981.25 (inkl.
Barausla
gen
und
MWSt
) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
6.4
Die Beschwerdeführerin ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Kosten für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet werden kann, sofern sie dazu in der Lage ist.