Decision ID: b8ee865e-ddd8-4e13-801c-b09b5a7d20b2
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
I. Sachverhalt:
1. A._, Jahrgang D._, ist gelernter Heizungsmonteur und war ab
dem 1. Juni 1984 bei der E._ AG als Sportplatzarbeiter in einem
Vollzeitpensum tätig und damit bei der F._ (nachfolgend: G._)
obligatorisch gegen Unfälle versichert.
2. Am 19. April 1991 erlitt A._ einen Unfall, als er in H._ bei der
Montage eines fahrbaren Gerüsts aus 4 bis 5 m Höhe zu Boden stürzte,
direkt auf beiden Füssen landete und sich dabei eine Verletzung am linken
Bein und an der rechten Ferse zuzog. Der erstkonsultierte Arzt, Dr. med.
I._, Allgemeine Medizin FMH, stellte mit Arztzeugnis UVG vom 20.
April 1991 die Diagnose einer sicheren Fersenbeintrümmerfraktur am
rechten Fuss und einer linken Unterschenkelfraktur distal. Er attestierte
A._ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 19. April 1991. Am 26.
April 1991 erfolgte im J._ eine Osteosynthese der Calcaneusfraktur
rechts und der Pilontibialfraktur links. Die G._ anerkannte ihre
Leistungspflicht für die Folgen dieses Unfalls und erbrachte die
gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld).
3. Im ärztlichen Zwischenbericht UVG der K._, L._, vom 19.
Februar 1992 zuhanden der G._ wurde eine infizierte Pseudoarthrose
mit massiver Fehlstellung des Calcaneus rechts bei Status nach
Calcaneus-trümmerfraktur und Osteosynthese Mai (recte: April) 1991
diagnostiziert. Es wurde festgehalten, dass A._ ohne Stock nicht
gehfähig sei.
4. Der Schadeninspektor der G._ hielt in seinem Bericht vom 17.
September 1992 fest, A._ habe ab dem 14. September 1992 die
Arbeit im eigenen Landwirtschaftsbetrieb versuchsweise zu etwa 25 %
aufgenommen. Es müsse sich erst zeigen, ob er überhaupt in der Lage
sei, in seinem Landwirtschaftsbetrieb, den er von seinem erkrankten Vater
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kürzlich übernommen habe, aktiv mitzuarbeiten, und eine gelegentliche
Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich sei. A._ möchte, wenn immer
möglich, als Landwirt tätig sein, statt eine Umschulung zu machen. Auf
seinem ursprünglich gelernten Beruf als Heizungsmonteur könnte er nicht
besser eingesetzt werden, und für eine Umschulung zum Zeichner oder
für eine andere Bürotätigkeit würde er sich nach eigenen Angaben
überhaupt nicht eignen und den Anforderungen kaum genügen können.
Der Versuch, mit Hilfe eines Knechts den eigenen Landwirtschaftsbetrieb
mit ca. 30 Stück Vieh (Milchwirtschaft und Viehzucht) zu betreiben, könne
somit auch als erster "Umschulungsversuch" betrachtet werden. Die
körperlichen Anforderungen seien weitgehend vergleichbar mit denen bei
seiner vorherigen Tätigkeit bei der Versicherungsnehmerin. Somit könne
auch die auf Drängen von A._ durch den Arzt attestierte
versuchsweise Arbeitsfähigkeit von einstweilen 25 % akzeptiert werden.
Mehr wäre auch im Betrieb der Versicherungsnehmerin nicht zu
realisieren. A._ sei sehr arbeitswillig. Durch den Versuch und die
Absicht, den eigenen Landwirtschaftsbetrieb weiterführen zu können, sei
eine bessere Motivation vorhanden, als bei einer zwangsweisen
auferlegten Umschulung für eine ihm nicht zusagende Bürotätigkeit.
5. Am 6. Oktober 1992 meldete sich A._ bei der IV-Stelle des Kantons
Graubünden zum Bezug von Leistungen an.
6. Am 19. November 1992 berichtete der Hausarzt Dr. med. M._,
Allgemeine Medizin FMH, infolge chronischer Schmerzen vor allem bei
Belastung sei A._ als Landwirt in seiner Arbeitsfähigkeit zwischen
25 % bis 50 % eingeschränkt. Selbstverständlich wäre er als
Büroangestellter ab sofort zu 100 % arbeitsfähig. A._ sei jedoch ein
glücklicher Landwirt, bei dem eine Umschulung vorläufig wenigstens kaum
zur Diskussion stehe, insbesondere da er bereits unter den jetzigen
Umständen mit einer Arbeitsfähigkeitseinschränkung von 25 % bis 50 %
mit Hilfe der Familienangehörigen seine Arbeit als Landwirt durchaus
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bewerkstelligen könne. Eine schlechte Prognose habe vor allem das linke
obere Sprunggelenk (OSG), bei dem nach Angaben der Spezialisten
früher oder später mit zunehmenden arthrotischen Veränderungen zu
rechnen sei. Der besagte Hausarzt attestierte A._ eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit vom 19. April 1991 bis 31. Mai 1992 und eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit ab 1. Juni 1992 vorläufig andauernd.
7. Im Januar 1993 trat ein erneuter stärkerer Schub der Osteitis des rechten
Calcaneus auf, so dass im J._ eine Sequestrectomie und eine
Spongiosaplastik durchgeführt wurden. A._ wurde eine 100%ige bzw.
50%ige Arbeitsunfähigkeit ab 26. Januar 1993 bzw. ab 12. Juli 1993
attestiert.
8. Dr. med. N._, Leitender Arzt Chirurgie J._, hielt in seinem
Bericht vom 28. Oktober 1993 zuhanden der G._ fest, es handle sich
um einen Zustand nach Calcaneustrümmerfraktur mit Zerstörung des
unteren Sprunggelenks, Zusammensinterung des Calcaneus und
beträchtlicher Deformierung des Rückfusses. Der Endzustand sei erreicht.
Die bleibende Arbeitsunfähigkeit als Landwirt betrage 50 %. Betreffend
Zumutbarkeitsprofil und Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit führte Dr. med. N._ aus, die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit gelte für alle körperlichen Tätigkeiten, die längeres Stehen
und Gehen bedingten. Eine erhöhte Arbeitsfähigkeit wäre nur bei einer
sitzenden Tätigkeit zu erwarten. In Anbetracht dessen, dass A._ ein
passionierter Landwirt sei, und unter Berücksichtigung seiner sozialen und
wirtschaftlichen Umstände erscheine eine Umschulung zu einer sitzenden
Tätigkeit eher unrealistisch.
9. Mit Verfügung der G._ vom 10. November 1993 wurde A._ eine
Integritätsentschädigung von 20 % (CHF 19'440.--) zugesprochen. Dieser
Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
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10. Mit Verfügung vom 30. Mai 1994 sprach die G._ A._ gestützt auf
einen versicherten Verdienst von CHF 54'709.-- und einen Invaliditätsgrad
von 50 % rückwirkend ab dem 1. Mai 1994 eine Invalidenrente gemäss
UVG zu (monatlich CHF 1'996.--). Gleichzeitig wurde ihm die
Durchführung einer Revision spätestens nach Ablauf von 3 Jahren ab
Rentenbeginn, d.h. per 1. Mai 1997, angekündigt. Auch dieser Entscheid
erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
11. Nachdem im Mai 2000, Juni 2002 und August 2005 Verlaufskontrollen
stattgefunden hatten, berichtete Dr. med. O._, Chefarzt Radiologie
P._, am 3. Mai 2013 über die gleichentags erfolgte MRT-
Untersuchung des linken und rechten OSG, dass eine ausgeprägte lateral
betonte OSG-Arthrose links mit ausgedehnten subchondralen Knochen-
ödemzonen der tibialen Gelenkfläche sowie des lateralen Randbereichs
der Talusrolle vorliege. Rechtsseitig lägen ventromediale Knorpeldefekte
der Tibia und der ventralen Talusrolle mit Gelenkspaltverschmälerung und
nur geringen subchondralen talaren Knochenödemzonen vor.
12. Die Dres. med. Q._ und R._, Chefarzt bzw. Assistenzarzt
Orthopädie P._, führten im Sprechstundenbericht vom 13. Mai 2013
über die ambulante Konsultation vom 6. Mai 2013 in befundlicher Hinsicht
was folgt aus: OSG links: Cutis blande, Narben reizlos, kein Hinweis auf
Infektion. Druckschmerz über ventralem Gelenkspalt sowie am
medialen/lateralen Bandapparat. Flexion/Extension 40-0-0°, Pronation/
Supination 30-0-20°, Zehenspitzenstand einigermassen gut möglich,
Hackenstand nicht möglich, deutlicher Pes planus, Rückfussvalgus,
Insuffizienz Tibialis posterior. pDMS intakt. OSG rechts: Cutis blande,
Narben reizlos, kein Hinweis auf Infektion. Druckschmerz über ventralem
und lateralem Gelenkspalt provozierbar. Flexion/Extension 30-0-0°,
Pronation/Supination 30-0-10°, Zehenspitzenstand möglich, Hackengang
nicht möglich, pDMS intakt. Unter dem Titel "Beurteilung und Procedere"
wurde festgehalten, in Zusammenschau der Befunde bestehe bei A._
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eine ausgeprägte OSG-Arthrose beidseits. Im Bereich des linken oberen
Sprunggelenks zeigten sich MR-tomographisch deutliche chondrale und
knöcherne Veränderungen, so dass hier sicherlich zeitnah eine OSG-
Arthrodese notwendig sein werde. Im rechten Sprunggelenk sei das
untere Sprunggelenk (USG) beschwerdeführend. Hier zeige sich ein
Zusammensinken des Calcaneus, wodurch eine Überbelastung des
Talushalses entstanden sei. Die derzeitige 50%ige Arbeitsfähigkeit sei bei
den vorliegenden Befunden angemessen und gut durchführbar. Höhere
Belastungen seien aus medizinischer Sicht sicherlich nicht zu empfehlen.
13. Mit Schreiben vom 16. Juli 2013 verzichtete die C._ AG
(Rechtsnachfolgerin der G._, nachfolgend: V._) explizit auf eine
wiedererwägungsweise Reduktion der mit Verfügung vom 30. Mai 1994
von der G._ zugesprochenen Invalidenrente auf monatlich CHF 548.-
- (versicherter Verdienst CHF 54'709.--, Invaliditätsgrad 15 %), wie sie es
noch im Februar 2013 in Aussicht gestellt hatte.
14. Im Sprechstundenbericht vom 10. August 2018 über die tags zuvor
durchgeführte Untersuchung hielt Dr. med. S._, Chefarzt Orthopädie
P._, in befundlicher Hinsicht fest, das (linke) Gelenk sei reizlos, etwas
verbreitert und es zeige sich ein intraartikulärer Erguss. Die Beweglichkeit
sei praktisch aufgehoben. Es zeige sich eine Spitzfussstellung von 5°.
Unter dem Titel "Beurteilung und Procedere" führte er aus, es zeigten sich
eine fortgeschrittene Arthrose und ein ventraler Osteophyt. Mit einer
Infiltration könnte die Arthrodese-OP möglicherweise noch etwas
hinausgezögert werden. Anamnestisch berichte A._ über
progrediente Schmerzen im OSG. Er gehe seit 5 Tagen an Stöcken und
eine Belastung sei praktisch nicht mehr möglich.
15. Am 2. November 2018 erfolgte im P._ eine OSG-Arthrodese links.
Vom 1. November 2018 bis zum 28. Februar 2019 wurde A._ eine
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100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, ab dem 1. März 2019 eine solche
von 50 %.
16. Dr. med. S._ hielt im Sprechstundenbericht vom 29. April 2019 über
die Nachkontrolle vom 26. April 2019 betreffend Beurteilung/Verlauf fest,
dass sich nach der OSG-Arthrodese links weiterhin ein erfreuliches
Resultat zeige. A._ sei komplett schmerz- und beschwerdefrei. Er
habe keinerlei Einschränkungen mehr, auch beim Barfusslaufen resp.
beim Laufen auf unebenem Grund nicht. Er berichte aber über
Beschwerden im Bereich des rechten Sprunggelenks. Da die Schmerzen
jedoch nicht limitierend seien, sei der Verlauf unbedingt zu beobachten.
17. Im Bericht vom 15. Juli 2019 zuhanden der V._ gab Dr. med. S._
hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit als Landwirt
was folgt an: 50 %. Zudem erachtete er eine Ausweichtätigkeit bzw. eine
Verlagerung der beruflichen Tätigkeit als nicht möglich. A._ sei
bezüglich der Arthrodese im Prinzip belastbar. Erschwerend sei die USG-
Arthrose auf der gleichen Seite. Ausserdem bestehe eine eingeschränkte
Extension aufgrund der OSG-Arthrodese. Weiterhin bestünden
Schmerzen auf der rechten Seite bei Status nach Calcaneusfraktur mit
konsekutiver USG-Arthrose.
18. Im Zuge einer periodischen Prüfung einer allfälligen Rentenrevision wurde
A._ am 18. Oktober 2019 im Auftrag der V._ im Kantonsspital
Graubünden, Klinik für Orthopädie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, begutachtet. Im Gutachten des T._
(nachfolgend: U._) vom 21. Oktober 2019 wurden folgende
unfallkausalen Diagnosen gestellt: Status nach OSG-Arthrodese links am
2.11.2018 bei posttraumatischer OSG-Arthrose links mit/bei (ICD-10:
M19.17): Status nach Osteosynthese OSG links am 26.4.1991 bei
Pilontibialfraktur links vom 19.4.1991; Posttraumatische USG-Arthrose
rechts mit/bei (ICD-10: M19.17): Status nach Osteosynthese Calcaneus
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rechts am 26.4.1991 bei Calcaneustrümmerfraktur rechts vom 26.4.1991
(recte: 19.4.1991), Status nach postoperativem Wunddefekt und Osteitis
Calcaneus; Pseudoarthrose und Deformität Calcaneus rechts (ICD-10:
M84.17); Beinlängenverkürzung rechts (ICD-10: T84.4);
Tarsaltunnelsyndrom rechts (ICD-10: G57.5). Als fraglich unfallkausale
Diagnose wurde eine chronische Lumbago angeführt. In anamnestischer
Hinsicht wurde festgehalten, seit der Arthrodese links im Herbst 2018
bestehe eine Verbesserung der Schmerzsymptomatik des linken Fusses
mit jedoch deutlich eingeschränkterer Funktion. Rechtsseitig sei es zu
einer Verschlechterung der Schmerzsymptomatik sowie zur Ausbildung
einer grotesken Fussdeformität mit Nervenschädigung im Sinne eines
Tarsaltunnelsyndroms und einer Beinlängenverkürzung gekommen.
Hilfsmittel in Form von Wanderstöcken und angefertigten orthopädischen
Schuhen würden zum Gehen benötigt. In befundlicher Hinsicht wurde
erwähnt, seit der Beurteilung im Oktober 1993 sei es zur Ausbildung einer
posttraumatischen Arthrose im linken OSG gekommen. Aufgrund dessen
sei eine Arthrodese des OSG links notwendig gewesen. Deshalb bestehe
nun eine aufgehobene Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk.
Rechtsseitig sei es zur Ausbildung einer grotesken Fehlstellung mit
konsekutiver Nervenschädigung sowie eingeschränkter Funktion und
Beinlängenverkürzung gekommen. Betreffend Diagnosen seien seit
Oktober 1993 die OSG-Arthrose und die OSG-Arthrodese links sowie die
USG-Arthrose rechts neu hinzugekommen, zudem die zunehmende
Deformität des Calcaneus rechts, die Beinlängenverkürzung rechts und
das Tarsaltunnelsyndrom rechts aufgrund der grotesken Deformität des
Calcaneus. Prognostisch bestehe linksseitig nach Durchführung einer
OSG-Arthrodese der Endzustand. Rechtsseitig könnte im Verlauf bei
zunehmenden Beschwerden eine USG-Arthrodese mit
Korrekturosteotomie des Calcaneus notwendig werden. Dies könnte sich
jedoch aufgrund der schweren Deformität und des Zustands nach Infekt
als Hochrisikoeingriff erweisen.
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19. Gestützt auf das U._ vom 21. Oktober 2019 stellte die V._
A._ mit Schreiben vom 22. November 2019 die revisionsweise
Leistungseinstellung (Rente, Heilbehandlung) per 31. Dezember 2019 in
Aussicht. Zudem kündigte sie die Erhöhung der Integritätsentschädigung
auf insgesamt 45 % (Nachzahlung von CHF 24'300.--) an.
20. Mit Verfügung der V._ vom 27. Dezember 2019 wurden die
Leistungen (Rente, Heilbehandlung) per 31. Dezember 2019
revisionsweise eingestellt. Zudem wurde entschieden, dass A._
Anspruch auf eine Integritätsentschädigung von 45 % (CHF 43'740.--)
habe, weshalb sich abzüglich des bereits bezahlten Betrags von CHF
19'440.-- (Verfügung vom 10. November 1993) eine Nachzahlung von
CHF 24'300.-- ergebe.
21. Am 17. Januar 2020 erhob A._ Einsprache gegen die
Leistungseinstellung, wobei die Erhöhung der Integritätsentschädigung
unangefochten blieb.
22. Mit Einspracheentscheid vom 12. März 2021 wies die V._ die
Einsprache ab. Begründend wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass eine
anspruchsrelevante Änderung des Gesundheitszustandes vorliege, womit
ein Revisionsgrund zu bejahen sei. Zudem basiere die Rentenzusprache
auf einer offensichtlich ungenügenden Grundlage, weshalb die Verfügung
vom 30. Mai 1994 zweifellos unrichtig gewesen sei. Das Erfordernis der
erheblichen Bedeutung sei ebenfalls erfüllt, weshalb auch die
Voraussetzungen für eine Wiedererwägung gegeben seien. Ferner stehe
der Vertrauensschutz einer erneuten Prüfung des Anspruchs nicht
entgegen. Schliesslich führe die umfassende Prüfung des Anspruchs pro
futuro ohne Bindung an frühere Beurteilungen zur Leistungseinstellung
(Rente, Heilbehandlung) per 31. Dezember 2019.
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23. Gegen den Einspracheentscheid vom 12. März 2021 erhob A._
(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 28. April 2021 Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Er stellte folgende
Rechtsbegehren:
1. Der Einsprache-Entscheid der C._ AG vom 12. März 2021 sei aufzuheben und A._ seien die gesetzlichen Leistungen aus der Unfallversicherung, mithin die Heilbehandlungskosten und eine 50%-ige UVG-Rente, auch über den 31. Dezember 2019 hinaus auszurichten.
2. Eventualiter sei durch einen unabhängigen Sachverständigen abklären zu lassen, mit welchen leistungsmindernden Einschränkungen A._ in einer leidensangepassten Tätigkeit rechnen muss.
3. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. 7.7% MwSt.).
Begründend brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, dass
sich der Sachverhalt nicht wesentlich geändert habe, denn er sei in der
täglichen Arbeit immer noch genau gleich eingeschränkt wie im Jahr 1994.
Sein Gesundheitszustand habe sich eher verschlechtert, was
grundsätzlich zu einer Rentenerhöhung führe. Gestützt auf Art. 17 ATSG
könne daher nicht eine Leistungseinstellung verfügt werden. Es müssten
sich alle anspruchsberechtigten Tatsachen geändert haben und somit der
veränderte Gesundheitszustand auch zu einer erheblichen Veränderung
des Invaliditätsgrades führen. Der Invaliditätsgrad habe sich seit dem Jahr
1994 nicht verändert und wenn, dann wäre er nun auch in der Tätigkeit als
Landwirt arbeitsunfähig, so dass in der Konsequenz eine Rentenerhöhung
erfolgen müsste und somit eine Vollrente auszurichten wäre. Betreffend
die Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit liege kein veränderter
Sachverhalt vor, d.h. keine anspruchsrelevante Veränderung des
Gesundheitszustands, so dass sich auch der Invaliditätsgrad nicht
geändert habe. Auch sei die ursprüngliche Rentenzusprache weder
zweifellos unrichtig gewesen noch habe diese auf einer nicht
nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung betreffend die
Arbeitsunfähigkeit basiert. Es treffe nicht zu, dass die G._ keinen
Einkommensvergleich vorgenommen habe. Aufgrund der medizinischen
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Einschätzung einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit als Landwirt sei der
Invaliditätsgrad von 50 % ermittelt worden. Die G._ und die
Invalidenversicherung hätten bewusst darauf verzichtet, eine Umschulung
und somit die Aufnahme einer leidensangepassten Tätigkeit ins Auge zu
fassen. Vielmehr sei die Tätigkeit als Landwirt als adaptierte (und neu
angestammte) Tätigkeit angesehen worden. Dieser Entscheid sei nicht
unrichtig oder falsch gewesen, sondern vielmehr habe den involvierten
Versicherungen ein erheblicher Ermessensspielraum oblegen. Dieser sei
absichtlich und in vollem Bewusstsein sowie in Kenntnis der Rechtslage
ausgenutzt worden, womit per se keine zweifellose Unrichtigkeit vorliegen
könne. Es sei nicht unklar gewesen, ob in einer angepassten Tätigkeit
Einschränkungen bestünden. Dr. med. M._ habe schon im November
1992 eine Tätigkeit als Büroangestellter zu 100 % verwertbar erachtet und
allen Ärzten sei klar gewesen, dass eine entsprechende Tätigkeit
grundsätzlich hätte ausgeübt werden können. Die Versicherungen hätten
aber "mit direktem Vorsatz" darauf verzichtet, dem Beschwerdeführer eine
solche Tätigkeit anzurechnen. Es könne nicht angehen, dass nun die
V._ als Rechtsnachfolgerin der G._ die damalige
Rentenzusprache als zweifellos unrichtig taxiere. Eine bewusst
vorgenommene Entscheidung in Kenntnis der Rechtslage könne nie
unrichtig sein. Der Einkommensvergleich sei von der G._ und der
Invalidenversicherung aus freien Stücken im Rahmen der Tätigkeit als
Landwirt vorgenommen worden. Im vorliegenden Fall komme dem
Vertrauensschutz höchste Priorität zu, zumal eine Renteneinstellung den
finanziellen Ruin für den Beschwerdeführer zur Folge hätte (keine
Pensionskasse) und er hierfür nicht verantwortlich sei. Es wäre
rechtsmissbräuchlich, ihm nun plötzlich im Alter von knapp 63 Jahren noch
eine leidensadaptierte Tätigkeit zuzumuten, obschon die Tätigkeit als
Landwirt in den letzten 26 Jahren aufgebaut und stets an die Beschwerden
adaptiert worden sei. Er habe auf die jahrelange konkludente Zusicherung,
wonach er bis zum Pensionsalter als Landwirt seine Tätigkeit verrichten
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dürfe, vertrauen dürfen und habe nicht davon ausgehen müssen, dass die
Gelenkversteifung völlig unerwartet dazu führen würde, dass er plötzlich
einen Bürojob ausüben sollte. Zudem habe die V._ bereits im Jahr
2013 ein Wiedererwägungsverfahren eingeleitet und dabei die genau
gleichen Argumente wie im angefochtenen Einspracheentscheid
vorgebracht (100%ige Arbeitsfähigkeit in vorwiegend sitzenden
Tätigkeiten). Abgesehen davon, dass damals noch ein Invaliditätsgrad von
15 % ermittelt worden sei, sei in der Folge dennoch auf eine
Wiedererwägung verzichtet worden. Spätestens nach diesem "Rückzug"
habe er auf die Beständigkeit der Verhältnisse vertrauen dürfen. De facto
sei heute eine Tätigkeitsveränderung im Sinne der
Schadenminderungspflicht altershalber ausgeschlossen. Vor diesem
Hintergrund sei weder eine Wiedererwägung noch eine materielle
Revision zulässig.
24. Die V._ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer
Beschwerdeantwort vom 26. Mai 2021 die Abweisung der Beschwerde.
Sie hielt an den Ausführungen im angefochtenen Einspracheentscheid
vom 12. März 2021 fest und führte ergänzend aus, dass bei der
ursprünglichen Rentenzusprache nicht die Erwerbsfähigkeit, sondern nur
die Arbeitsfähigkeit beachtet worden sei, so dass die Verfügung vom 30.
Mai 1994 auf einem fehlerhaften Invaliditätsbegriff und damit auf einer
Rechtsverletzung basiere. Die Voraussetzungen der Wiedererwägung
seien somit gegeben. Zudem sei die Anrufung des Vertrauensschutzes
angesichts der Wirkung der Wiedererwägung ex nunc et pro futuro
unbegründet.
25. Am 7. Juni 2021 verzichtete der Beschwerdeführer auf die Einreichung
einer Replik.
26. Am 30. August 2022 forderte die zuständige Instruktionsrichterin die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden auf, die IV-Akten
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betreffend den Beschwerdeführer zu edieren. Die entsprechenden Akten
gingen am 6. September 2022 ein.
27. Der Beschwerdeführer hielt am 8. September 2022 in Bezug auf die
edierten IV-Akten fest, dass die IV-Stelle damals sauber abgeklärt habe,
ob eine Umschulung zum Heizungsplaner oder -zeichner Sinn machen
und eine solche Massnahme dementsprechend im Sinne eines höheren
Erwerbseinkommens überhaupt einen Einfluss auf den Invaliditätsgrad
haben würde. Aufgrund der Arztberichte und der Berichte der
Eingliederungsberater sei auf eine Umschulungsmassnahme verzichtet
worden, zumal auch dort mit behinderungsbedingten Einschränkungen zu
rechnen und eine solche aufgrund der ungenügenden
Berufsanforderungen nicht erfolgsversprechend gewesen wäre. Der
Invaliditätsgrad sei sauber abgeklärt und mehrfach überprüft worden. Ein
Einkommensvergleich sei auch vorgenommen worden. Die IV-Stelle und
die G._ hätten den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
minutiös abgeklärt und auch den Invaliditätsgrad anhand von konkreten
Zahlen berechnet.
28. Die Beschwerdegegnerin hielt am 16. September 2022 an den
Ausführungen im angefochtenen Einspracheentscheid vom 12. März 2021
fest.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen
Einspracheentscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 12. März 2021. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m.
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Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann
gegen einen Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung
Beschwerde an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben
werden, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der
Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt
im Kanton Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen
sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2
lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG;
BR 370.100). Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen
Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer davon überdies berührt
und er weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder
Änderung auf (vgl. Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und
formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG)
ist somit einzutreten.
2. Im konkreten Fall sind das Vorliegen eines Unfalls im Jahr 1991 im Sinne
von Art. 4 ATSG und die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin (Rente,
Heilbehandlung) nach Art. 6 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 10, Art. 18 und Art. 21
UVG bis zum 31. Dezember 2019 unbestritten. Ebenfalls unbestritten und
nicht Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens ist die
Integritätsentschädigung, welche mit Verfügung vom 10. November 1993
auf 20 % festgelegt und – da es seither zu einer Verschlimmerung des
Integritätsschadens kam – am 27. Dezember 2019 auf 45 % erhöht wurde
(vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1010 und 1082 S. 5 f.). Diese
Erhöhung wurde mit Einsprache vom 17. Januar 2020 nicht angefochten
(vgl. Bg-act. 1084). Demgegenüber ist die Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin (Rente, Heilbehandlung) über den 31. Dezember
2019 hinaus streitig. Zunächst ist das Vorliegen eines Rückkommenstitels
(materielle Revision gemäss Art. 17 ATSG oder Wiedererwägung nach
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Art. 53 Abs. 2 ATSG) zu prüfen. Sollte ein solcher bejaht werden, wäre der
Anspruch pro futuro (Rente, Heilbehandlung) über den 31. Dezember
2019 hinaus zu beurteilen.
3. Mit Verfügung vom 27. Dezember 2019 stellte die Beschwerdegegnerin
die Leistungen (Rente, Heilbehandlung) per 31. Dezember 2019
revisionsweise ein, wobei sie sich auf das U._ vom 21. Oktober 2019
abstützte (vgl. Bg-act. 42 und 1082). Dieses wurde im Verfahren gemäss
Art. 44 ATSG eingeholt.
Im kantonalen Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der
Untersuchungspflicht und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c
ATSG). Gemäss dem Untersuchungsgrundsatz hat im Beschwerdefall das
angerufene Gericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen
abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien gebunden zu sein (vgl.
auch KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 43
Rz. 13 ff.; Urteil des Bundesgerichts 8C_398/2018 vom 5. Dezember 2019
E.3.1). Der Grundsatz der freien Beweiswürdigung besagt, dass das
angerufene Gericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle
Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen
und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine
zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten (vgl.
KIESER, a.a.O., Art. 43 Rz. 54 ff.). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die beklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin
begründet sind (vgl. BGE 125 V 351 E.3a). Den von Versicherungsträgern
im Verfahren gemäss Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer
Spezialärzte – wie vorliegend das U._ vom 21. Oktober 2019 –, die
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aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach
Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist volle Beweiskraft zuzuerkennen,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.4; Urteil des Bundesgerichts
8C_260/2020 vom 2. Juli 2020 E.2.2).
Das U._ vom 21. Oktober 2019 wird von keiner Verfahrenspartei in
Zweifel gezogen (vgl. beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 1 Rz. 23 ff.).
Es wurde nach Einsicht in die Akten und mittels eigener Beobachtungen
und Untersuchungen durch die Gutachter erstattet. Zudem gelangten die
Gutachter bei der Erörterung der Befunde – zumindest was die zunächst
zu prüfende Frage des Vorliegens eines Rückkommenstitels anbelangt –
zu schlüssigen Ergebnissen (siehe auch die nachfolgenden
Ausführungen), so dass dem U._ – zumindest diesbezüglich – voller
Beweiswert beigemessen werden kann.
4.1. Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder
aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG, in der bis Ende 2021 geltenden
Fassung [nachfolgend: aArt. 17 Abs. 1 ATSG], vgl. zu den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Grundsätzen: BGE 144 V 210 E.4.3.1 und Urteil
des Bundesgerichts 8C_767/2021 vom 9. August 2022 E.2.2). Anlass zur
Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die
Invalidenrente ist daher nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des
Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die
erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustands erheblich verändert haben oder eine andere Art der
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt (vgl. BGE 130 V 343
- 17 -
E.3.5; Urteil des Bundesgerichts 9C_297/2016 vom 7. April 2017 E.2.1;
MEYER/REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Bundesgesetz über
die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl., Zürich/Basel/ Genf 2014, Art. 30-
31 Rz. 27). Demgegenüber ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung
eines im Wesentlich gleich gebliebenen Sachverhalts im
revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (vgl. BGE 141 V 9 E.2.3 mit
weiteren Hinweisen, 144 I 103 E.2.1; Urteile des Bundesgerichts
8C_767/2021 vom 9. August 2022 E.2.3, 8C_475/2020 vom 16. Dezember
2020 E.3.2, 8C_35/2020 vom 26. Mai 2020 E.2.2.1 mit weiteren
Hinweisen). Eine Rentenherabsetzung oder Aufhebung im Sinne von aArt.
17 Abs. 1 ATSG setzt eine anspruchserhebliche Änderung der
tatsächlichen Verhältnisse voraus, welche entweder in einer objektiven
Verbesserung des Gesundheitszustandes mit entsprechend gesteigerter
Arbeitsfähigkeit oder in geänderten erwerblichen Auswirkungen einer im
Wesentlichen gleich gebliebenen Gesundheitsbeeinträchtigung liegen
kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_121/2017 vom 5. Juli 2018 E.3.3).
Die Rentenrevision nach aArt. 17 Abs. 1 ATSG ist jederzeit und
unabhängig davon möglich, wieviel Zeit seit dem Erlass der zu
revidierenden Verfügung vergangen ist (vgl. BGE 140 V 514 E.3.3 mit
weiteren Hinweisen).
4.2. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt
wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema –
erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich allein
betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen
medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung
der Rentenberechtigung beweisend wäre, mangelt es daher in der Regel
am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren
abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber
ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des
Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben
- 18 -
Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse
sich verändert haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_54/2021 vom
10. Juni 2021 E.2.3, 8C_703/2020 vom 4. März 2021 E.5.2.1.1,
8C_196/2020 vom 8. Juli 2020 E.6.1 mit Hinweis auf die Urteile
9C_137/2017 vom 8. November 2017 E.3.1, 9C_710/2014 vom 26. März
2015 E.2, 9C_418/2010 vom 29. August 2011 E.4.2). Weder eine im
Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte
Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung
des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen
verbesserten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist vielmehr
eine veränderte Befundlage (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_300/2020
vom 2. Dezember 2020 E.2.6.2 mit weiteren Hinweisen).
4.3. Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss
des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung
des Invaliditätsgrades im Sinne von aArt. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten ist,
dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht. Dabei braucht es sich nicht um eine
formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu handeln (vgl. KIESER, a.a.O., Art. 17
Rz. 49; BGE 133 V 108 E.5; Urteil des Bundesgerichts 9C_346/2019 vom
6. September 2019 E.2.1.1 mit weiteren Hinweisen). Ist eine
anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es nach dem Grundsatz der materiellen
Beweislast beim bisherigen Rechtszustand (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 8C_336/2017 vom 11. Oktober 2017 E.4.1, 8C_491/2016
vom 21. Dezember 2016 E.3.2, 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.3);
die objektive Beweislast für das Vorliegen eines Revisionsgrundes liegt
beim Sozialversicherungsträger (vgl. analog Urteil des Bundesgerichts
9C_346/2019 vom 6. September 2019 E.2.1.2). Andernfalls ist das
- 19 -
Vorliegen eines Revisionsgrundes zu bejahen und die zugesprochene
Rente entsprechend der festgestellten Sachverhaltsveränderung
abzuändern (vgl. MEYER/REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.],
a.a.O., Art. 30-31 Rz. 13 ff.). Der Rentenanspruch ist dabei in rechtlicher
und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine
Bindung an frühere Beurteilungen besteht (vgl. BGE 141 V 9 E.2.3, E.6.1
und E.6.4; Urteile des Bundesgerichts 8C_767/2021 vom 9. August 2022
E.2.3, 8C_475/2020 vom 16. Dezember 2020 E.4.1, 8C_211/2020 vom
23. September 2020 E.2.2, 8C_35/2020 vom 26. Mai 2020 E.2.2.2).
4.4. Vorliegend ist bei der Prüfung des Revisionsgrundes ein Vergleich zu
machen zwischen der Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der
ursprünglichen Rentenverfügung vom 30. Mai 1994 und derjenigen im
Zeitpunkt der Leistungseinstellungsverfügung vom 27. Dezember 2019.
Den Akten der G._ (Rechtsvorgängerin der Beschwerdegegnerin)
und der Rentenverfügung vom 30. Mai 1994 lässt sich keine
Invaliditätsgradberechnung im Sinne einer Gegenüberstellung von
Validen- und Invalideneinkommen entnehmen (vgl. Bg-act. 1013). Die
G._ ging im Zeitpunkt der besagten Rentenverfügung davon aus,
dass der Invaliditätsgrad von 50 % der Situation des Beschwerdeführers
bis auf weiteres sicher Rechnung tragen würde, wobei sie sich auf
medizinische Dokumente und die ihr vorgelegenen Unterlagen der
Invalidenversicherung stützte (vgl. Bg-act. 1012 S. 2). Diesen Unterlagen
der Invalidenversicherung ist eine Invaliditätsgradberechnung zu
entnehmen, welche auf einem Einkommensvergleich beruht
(Valideneinkommen CHF 61'100.--, Invalideneinkommen CHF 28'600.--)
und zu einem Invaliditätsgrad von 53.19 % führt. Der von der
Invalidenversicherung vorgenommene Einkommensvergleich datiert vom
5. Februar 1994 und war der G._ im Zeitpunkt der Rentenverfügung
vom 30. Mai 1994 bekannt (vgl. Akten der IV-Stelle des Kantons
Graubünden [IV-act.] 32 S. 71 ff.). In medizinischer Hinsicht bestätigte Dr.
- 20 -
med. N._ am 28. Oktober 1993 gegenüber der G._ den Zustand
nach Calcaneustrümmerfraktur mit Zerstörung des unteren
Sprunggelenks, Zusammensinterung des Calcaneus und beträchtlicher
Deformierung des Rückfusses. Er hielt zudem fest, dass der Endzustand
erreicht sei, und attestierte dem Beschwerdeführer als Landwirt eine
bleibende Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Betreffend Zumutbarkeitsprofil
und Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit führte Dr. med.
N._ aus, dass die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für alle
körperlichen Tätigkeiten gelte, die längeres Stehen und Gehen bedingten.
Eine erhöhte Arbeitsfähigkeit wäre nur bei einer sitzenden Tätigkeit zu
erwarten. In Anbetracht dessen, dass der Beschwerdeführer ein
passionierter Landwirt sei, und unter Berücksichtigung seiner sozialen und
wirtschaftlichen Umstände erscheine eine Umschulung zu einer sitzenden
Tätigkeit eher unrealistisch (vgl. Bg-act. 25). Im U._ vom 21. Oktober
2019 wurden folgende unfallkausalen Diagnosen gestellt: Status nach
OSG-Arthrodese links am 2.11.2018 bei posttraumatischer OSG-Arthrose
links mit/bei (ICD-10: M19.17): Status nach Osteosynthese OSG links am
26.4.1991 bei Pilontibialfraktur links vom 19.4.1991; Posttraumatische
USG-Arthrose rechts mit/bei (ICD-10: M19.17): Status nach
Osteosynthese Calcaneus rechts am 26.4.1991 bei
Calcaneustrümmerfraktur rechts vom 26.4.1991 (recte: 19.4.1991), Status
nach postoperativem Wunddefekt und Osteitis Calcaneus;
Pseudoarthrose und Deformität Calcaneus rechts (ICD-10: M84.17);
Beinlängenverkürzung rechts (ICD-10: T84.4); Tarsaltunnelsyndrom
rechts (ICD-10: G57.5) (vgl. Bg-act. 42 Ziff. 1.6). In anamnestischer
Hinsicht ist dem U._ zu entnehmen, dass es seit dem Jahr 1993 im
Verlauf zu einer Verschlechterung der Symptomatik mit mehr Schmerzen
und eingeschränkter Funktion gekommen sei, so dass im Herbst 2018 die
Arthrodese des linken OSG notwendig geworden sei. Seither bestehe eine
Verbesserung der Schmerzsymptomatik des linken Fusses mit jedoch
deutlich eingeschränkterer Funktion. Rechtsseitig sei es ebenfalls zu einer
- 21 -
Verschlechterung der Schmerzsymptomatik sowie zur Ausbildung einer
grotesken Fussdeformität mit Nervenschädigung im Sinne eines
Tarsaltunnelsyndroms und einer Beinlängenverkürzung gekommen.
Hilfsmittel in Form von Wanderstöcken und angefertigten orthopädischen
Schuhen würden zum Gehen benötigt (vgl. Bg-act. 42 Ziff. 1.1). Bezüglich
der subjektiven Angaben wurde im U._ festgehalten, dass der
Beschwerdeführer von einer Verschlechterung der Schmerzsymptomatik
und einer starken Einschränkung der Funktion berichte (vgl. Bg-act. 42
Ziff. 1.2). In befundlicher Hinsicht wurde ausgeführt, dass es seit der
Beurteilung im Oktober 1993 zur Ausbildung einer posttraumatischen
Arthrose im linken OSG gekommen sei. Aufgrund dessen sei eine
Arthrodese des OSG links notwendig gewesen. Deshalb bestehe nun eine
aufgehobene Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk. Rechtsseitig sei es
zur Ausbildung einer grotesken Fehlstellung mit konsekutiver
Nervenschädigung sowie eingeschränkter Funktion und
Beinlängenverkürzung gekommen (vgl. Bg-act. 42 Ziff. 1.3). Laut U._
seien seit der medizinischen Beurteilung im Oktober 1993 die OSG-
Arthrose und die OSG-Arthrodese links sowie die USG-Arthrose rechts
neu hinzugekommen, zudem die zunehmende Deformität des Calcaneus
rechts, die Beinlängenverkürzung rechts und das Tarsaltunnelsyndrom
rechts aufgrund der grotesken Deformation des Calcaneus (vgl. Bg-act. 42
Ziff. 1.6). Das U._ vom 21. Oktober 2019 streicht die Befundlage im
Oktober 1993 im Vergleich zu derjenigen im Oktober 2019 schlüssig und
nachvollziehbar hervor. Für das Vorliegen eines Revisionsgrundes ist die
Beschwerdegegnerin die beweisbelastete Partei. Dass zwischen dem
Verfügungszeitpunkt am 30. Mai 1994 und der Leistungseinstellung
gemäss Verfügung vom 27. Dezember 2019 mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine anspruchserhebliche
Verbesserung des Gesundheitszustands mit entsprechend gesteigerter
Arbeitsfähigkeit eingetreten wäre, wird von der Beschwerdegegnerin nicht
dargetan und ist mit Blick auf die dargelegte Gegenüberstellung der im
- 22 -
Verfügungszeitpunkt am 30. Mai 1994 gegebenen medizinischen
Situation mit derjenigen, wie sie sich anlässlich der Revisionsverfügung
vom 27. Dezember 2019 bot, auch nicht ersichtlich. Damit erübrigen sich
Weiterungen zu den Auswirkungen auf den Erwerbs- oder
Aufgabenbereich aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die
Behinderung. Diesbezüglich sei der Vollständigkeit halber aber erwähnt,
dass die X._ den Beschwerdeführer für die Tätigkeit als Landwirt als
zu 100 % arbeitsunfähig erachten, da infolge des Unfalls eine schwere
funktionelle und schmerzbedingte Beeinträchtigung an beiden Füssen
bestehe; durch massiv gut adaptierte Arbeitsbedingungen habe der
Beschwerdeführer bisher mit einer Arbeitsunfähigkeit von 50 %
zurechtkommen können und möchte dies auch bis ins Pensionsalter
weiterhin fortführen (vgl. Bg-act. 42 Ziff. 4.1). Zudem erachten sie eine
Verweistätigkeit in Anbetracht des Alters des (damals) 62-jährigen
Beschwerdeführers nach einer Umschulung als nicht sinnvoll (vgl. Bg-act.
42 Ziff. 4.2). Seit der Einschätzung von Dr. med. N._ im Jahr 1993 sei
es im Verlauf zu einer unfallkausalen Arthrose im USG und einer
Deformität des Calcaneus rechts sowie zu einer OSG-Arthrose mit
konsekutiver Arthrodese links gekommen, so dass die Arbeitsfähigkeit nun
deutlich eingeschränkter sei als noch vor 26 Jahren (vgl. Bg-act. 42 Ziff.
4.2 und Ziff. 6.2). Die Umschulung ist ein IV-spezifischer Begriff (Art. 17
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]; SR 831.20;
Art. 6 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]; SR 831.201),
kein unfallversicherungsrechtlicher. Eine solche wurde aber im Sinne einer
Verlagerung der beruflichen Tätigkeit auf andere Arbeiten zur
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit von der Rechtsvorgängerin der
Beschwerdegegnerin bereits im Jahr 1992 thematisiert, jedoch wieder
verworfen; auch die Invalidenversicherung verzichtete in den Jahren 1993
und 1996 auf eine Umschulungsmassnahme (vgl. Bg-act. 1005 sowie IV-
act. 32 S. 59, S. 71 ff. [Jahr 1993], S. 127 f., S. 132 und S. 134 [Jahr
1996]). Aufgrund der somit fehlenden Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
- 23 -
bzw. Erwerbsfähigkeit des zum Zeitpunkt des angefochtenen
Einspracheentscheids 64-jährigen Beschwerdeführers liegt kein
Revisionsgrund gemäss aArt. 17 ATSG vor, womit es beim bisherigen
Rechtszustand mit der Ausrichtung einer 50%-Rente und der Übernahme
von Heilbehandlungskosten bleibt.
5.1. Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger - oder im
Beschwerdefall das Gericht - auf formell rechtskräftige Verfügungen oder
Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig
sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Diese
Bestimmung wurde in Anlehnung an die Kriterien erlassen, welche die
Rechtsprechung bis zum Inkrafttreten des ATSG am 1. Januar 2003
entwickelt hatte (vgl. BGE 133 V 50 E.4.1; siehe auch BGE 138 V 147
E.2.1). Voraussetzung einer Wiedererwägung ist – nebst der erheblichen
Bedeutung der Berichtigung –, dass kein vernünftiger Zweifel an der
Unrichtigkeit der Verfügung (gemeint ist hierbei immer auch ein allfälliger
Einspracheentscheid) besteht, also nur dieser einzige Schluss denkbar ist.
Dieses Erfordernis ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprache
aufgrund falscher Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn massgebliche
Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden (vgl. BGE 138 V
324 E.3.3). Ob dies zutrifft, beurteilt sich nach der bei Erlass der Verfügung
bestandenen Sach- und Rechtslage, einschliesslich der damaligen
Rechtspraxis (vgl. BGE 138 V 147 E.2.1, 138 V 324 E.3.3; Urteil des
Bundesgerichts 8C_35/2020 vom 26. Mai 2020 E.2.3). Um
wiedererwägungsweise auf eine verfügte Leistung zurückkommen zu
können, genügt es aber nicht, wenn ein einzelnes Anspruchselement
rechtswidrig festgelegt wurde. Vielmehr hat sich die Leistungszusprache
auch im Ergebnis als offensichtlich unrichtig zu erweisen. So muss etwa,
damit eine zugesprochene Rente wegen einer unkorrekten
Invaliditätsbemessung wiedererwägungsweise aufgehoben werden kann,
– nach damaliger Sach- und Rechtslage – erstellt sein, dass eine korrekte
- 24 -
Invaliditätsbemessung hinsichtlich des Leistungsanspruchs zu einem
anderen Ergebnis geführt hätte (vgl. BGE 117 V 8 E.2c/aa; Urteil des
Bundesgerichts 8C_778/2012 vom 27. Mai 2013 E.3.1 mit weiteren
Hinweisen; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVGE] U
378/05 vom 10. Mai 2006 E.5.3). Anders verhält es sich, wenn der
Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller
Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung notwendigerweise
Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei
der Feststellung solcher Anspruchsvoraussetzungen
(Invaliditätsbemessung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung, Beweiswürdigung,
Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie
sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung darbot, als
vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos
ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass
die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss – derjenige auf
die Unrichtigkeit der Verfügung – denkbar (vgl. BGE 148 V 195 E.5.3 mit
zahlreichen Hinweisen, 141 V 405 E.5.2, 138 V 324 E.3.3; Urteile des
Bundesgerichts 9C_212/2021 vom 22. Oktober 2021 E.4.5.1,
8C_784/2020 vom 18. Februar 2021 E.2.2). Eine Wiedererwägung einer
prozentgenauen Invalidenrente bedingt sodann, dass die Differenz des
Invaliditätsgrades zu der als zweifellos unrichtig erkannten Verfügung
mindestens 5 Prozentpunkte beträgt (vgl. BGE 140 V 85 E.4, 140 V 77
E.3.1).
5.2. Rechtsprechungsgemäss ist die Verwaltung auch über zehn Jahre nach
Verfügungserlass befugt, auf eine zweifellos unrichtige
Leistungszusprache oder -verweigerung wiedererwägungsweise
zurückzukommen (vgl. BGE 140 V 514 E.3.5). Ergänzend ist anzufügen,
dass der Gesetzgeber mit der positivrechtlichen Regelung der
Wiedererwägung rechtskräftiger Verfügungen in Art. 53 Abs. 2 ATSG die
im Rahmen des verfassungsrechtlichen Vertrauensschutzes
- 25 -
vorzunehmende Abwägung zwischen der Durchsetzung des objektiven
Rechts und dem Interesse an der Bestandeskraft der Verfügung abstrakt
und für die rechtsanwendenden Behörden verbindlich vorgenommen hat
(Art. 190 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
[BV]; SR 101). Die richtige Anwendung von Art. 53 Abs. 2 ATSG ist somit
von Verfassungs wegen mit dem Vertrauensschutz vereinbar. Vorbehalten
sind nur jene Situationen, in welchen sämtliche Voraussetzungen für eine
– gestützt auf den Vertrauensschutz – vom Gesetz abweichende
Behandlung gegeben sind (vgl. BGE 138 V 258 E.6 mit Hinweis auf BGE
116 V 298 und seitherige Rechtsprechung; vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_458/2021 vom 25. Januar 2022 E.3.1, 8C_341/2019 vom 30. Januar
2020 E.2.2).
5.3. Vorliegendenfalls fällt auf, dass die Beschwerdegegnerin mit Verfügung
vom 27. Dezember 2019 die Leistungen einzig gestützt auf aArt. 17 ATSG
(materielle Revision) einstellte und die Voraussetzungen der
Wiedererwägung gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG erst im Rahmen des
darauffolgenden Einsprachverfahrens prüfte und bejahte (vgl. Bg-act.
1082 und Bf-act. 1 Rz. 29 ff.). Das Vorliegen der Voraussetzungen der
Wiedererwägung begründete die Beschwerdegegnerin mit der fehlenden
Berechnung des Invaliditätsgrads in der ursprünglichen Verfügung vom
30. Mai 1994 (vgl. Bf-act. 1 Rz. 36 ff.). Im Verfügungszeitpunkt war die
G._ über den gesamten medizinischen Verlauf seit dem Unfall vom
19. April 1991 im Bild (insbesondere betreffend die Berichte der Dres.
med. M._ und N._; vgl. Bg-act. 1-25). Die G._ hatte
Kenntnis von der im Bericht ihres Schadeninspektors vom 17. September
1992 erwähnten versuchsweisen Arbeitsaufnahme des
Beschwerdeführers zu etwa 25 % im eigenen Landwirtschaftsbetrieb ab
dem 14. September 1992, wobei der Schadeninspektor nahe legte, dies
zu akzeptieren, da durch den Versuch und die Absicht des
Beschwerdeführers, den eigenen Landwirtschaftsbetrieb weiterführen zu
- 26 -
können, eine bessere Motivation vorhanden sei, als bei einer
zwangsweisen auferlegten Umschulung für eine ihm nicht zusagende
Bürotätigkeit (vgl. Bg-act. 1005). Dass der Beschwerdeführer als
Büroangestellter zu 100 % arbeitsfähig gewesen wäre und er als Landwirt
aufgrund der Hilfe von Familienangehörigen zu 50 % bis 75 % arbeitsfähig
war, wusste die G._ bereits seit November 1992 (vgl. Arztbericht von
Dr. med. M._ vom 19. November 1992, Bg-act. 18). Mit Bericht vom
28. Oktober 1993 bestätigte Dr. med. N._ gegenüber der G._
den Zustand nach einer Calcaneustrümmerfraktur mit Zerstörung des
unteren Sprunggelenks, Zusammensinterung des Calcaneus und
beträchtlicher Deformierung des Rückfusses. Er hielt fest, dass der
Endzustand erreicht sei. Zudem ging er von einer bleibenden 50%igen
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers als Landwirt aus. Betreffend
das Zumutbarkeitsprofil und die Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit führte Dr. med. N._ aus, dass die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit für alle körperlichen Tätigkeiten gelte, die längeres Stehen
und Gehen bedingten. Eine erhöhte Arbeitsfähigkeit wäre nur bei einer
sitzenden Tätigkeit zu erwarten. In Anbetracht dessen, dass der
Beschwerdeführer ein passionierter Landwirt sei, und unter
Berücksichtigung seiner sozialen und wirtschaftlichen Umstände
erscheine eine Umschulung zu einer sitzenden Tätigkeit eher unrealistisch
(vgl. Bg-act. 25). Gestützt auf diese medizinischen Dokumente und die
Unterlagen der Invalidenversicherung ging die G._ im
Verfügungszeitpunkt davon aus, dass ein Invaliditätsgrad von 50 % der
Situation des Beschwerdeführers bis auf weiteres sicher Rechnung tragen
würde (vgl. Bg-act. 1012 S. 2). Diesen Unterlagen der
Invalidenversicherung kann eine Invaliditätsgradberechnung entnommen
werden, welche auf einem Einkommensvergleich beruht
(Valideneinkommen CHF 61'100.--, Invalideneinkommen CHF 28'600.--)
und zu einem Invaliditätsgrad von 53.19 % führt. Der von Seiten der
Invalidenversicherung vorgenommene Einkommensvergleich datiert vom
- 27 -
5. Februar 1994 und war der G._ im Zeitpunkt des Erlasses ihrer
Rentenverfügung vom 30. Mai 1994 bekannt (vgl. IV-act. 32 S. 71 ff.).
Zudem ist zu erwähnen, dass die Invalidenversicherung – welche mit der
G._ in jenem Zeitpunkt regelmässig bezüglich der Berentung des
Beschwerdeführers korrespondierte (vgl. IV-act. 32 S. 71 ff.) und mit
Verfügung vom 20. Oktober 1994 dem Beschwerdeführer selbst eine
Invalidenrente zusprach (vgl. IV-act. 32 S. 111 ff.) – mit Schreiben vom 15.
April 1994 bei der G._ anfragte, ob die Berentung aufgrund eines
Einkommensvergleichs oder nach einer medizinisch-theoretischen
Einschätzung erfolgen sollte (vgl. IV-act. 32 S. 77). Vor diesem
Hintergrund sprach die G._ dem Beschwerdeführer mit Verfügung
vom 30. Mai 1994 die 50%-Rente in umfassender Kenntnis der Sach- und
Rechtslage zu. Allein mit dem Fehlen eines Einkommensvergleichs bzw.
einer Berechnung des Invaliditätsgrads in der besagten Verfügung lässt
sich aufgrund der vorgenannten Umstände dieses Einzelfalls nicht der
Schluss ziehen, die Zusprache einer 50%-Rente sei im Ergebnis
offensichtlich und zweifellos unrichtig erfolgt. Die
Anspruchsvoraussetzungen wurden im damaligen Zeitpunkt aufgrund
damaliger Sach- und Rechtslage geprüft und deren Beurteilung fiel
bewusst und – im Rahmen des vorhandenen Ermessens – vertretbar aus,
was die Annahme einer zweifellosen Unrichtigkeit ausschliesst, weil die
Unrichtigkeit nicht einzig denkbarer Schluss ist. Dieses Ergebnis wird denn
auch mit Blick auf folgende Begebenheit verdeutlicht: Am 27. Februar
2013 kündigte die Beschwerdegegnerin als Rechtsnachfolgerin der
G._ dem Beschwerdeführer an, die mit Verfügung vom 30. Mai 1994
zugesprochene Rente bei einem neu ermittelten Invaliditätsgrad von 15 %
wiedererwägungsweise zu reduzieren (vgl. Bg-act. 1025). Sie gewährte
dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör und nahm medizinische
Abklärungen vor (Berichte der Dres. med. Q._, R._ und
O._, vgl. Bg-act. 26 und 41). Die Dres. med. Q._ und R._
hielten im Sprechstundenbericht vom 13. Mai 2013 unter dem Titel
- 28 -
"Beurteilung und Procedere" fest, dass in Zusammenschau der Befunde
beim Beschwerdeführer eine ausgeprägte OSG-Arthrose beidseits
bestehe. Im Bereich des linken oberen Sprunggelenks zeigten sich MR-
tomographisch deutliche chondrale und knöcherne Veränderungen, so
dass hier sicherlich zeitnah eine OSG-Arthrodese notwendig sein werde.
Im rechten Sprunggelenk sei das USG beschwerdeführend. Hier zeige
sich ein Zusammensinken des Calcaneus, wodurch eine Überbelastung
des Talushalses entstanden sei. Erwerblicherseits sei die derzeitige
50%ige Arbeitsfähigkeit bei den vorliegenden Befunden angemessen und
gut durchführbar. Höhere Belastungen seien aus medizinischer Sicht
sicherlich nicht zu empfehlen (vgl. Bg-act. 26). Vor diesem Hintergrund
verzichtete die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 16. Juli 2013
explizit auf eine wiedererwägungsweise Reduktion der Rente (vgl. Bg-act.
1038). Eine Rentenrevision im Sinne von aArt. 17 ATSG wurde erst und
erstmals im Jahr 2019 geprüft (vgl. Bg-act. 1078 und 1082). Somit wurden
dem Beschwerdeführer (bis zum Erlass der Verfügung vom 27. Dezember
2019 betreffend die Leistungseinstellung, vgl. Bg-act. 1082) während rund
25.5 Jahren eine 50%-Rente gemäss UVG und Heilbehandlung gewährt,
ohne dass zwischenzeitlich eine Revision durchgeführt wurde und mit
explizitem Verzicht auf eine Wiedererwägung bezüglich einer
Rentenreduktion auf 15 % im Jahr 2013. Die Voraussetzungen für eine
wiedererwägungsweise Leistungseinstellung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG
sind – wie bereits ausgeführt – im vorliegenden Fall nicht gegeben. Es
erübrigen sich somit zwar grundsätzlich Ausführungen zum
Vertrauensschutz. Der Vollständigkeit halber ist allerdings dennoch darauf
einzugehen, erweist sich doch das Vorgehen der Beschwerdegegnerin
auch im Lichte des Vertrauensschutzes als zu beanstanden.
6. Der in Art. 9 BV verankerte Grundsatz von Treu und Glauben statuiert ein
Verbot widersprüchlichen Verhaltens und verleiht einer Person Anspruch
auf Schutz des berechtigten Vertrauens in behördliche Zusicherungen
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oder sonstiges Verhalten der Behörden, das bestimmte Erwartungen zu
begründen vermag (vgl. BGE 141 V 530 E.6.2, 131 II 627 E.6.1). Für eine
Berufung auf den Vertrauensschutz, die eine vom materiellen Recht
abweichende Behandlung der Rechtsuchenden gebieten kann, setzt die
Rechtsprechung (kumulativ) voraus, dass:
a) es sich um eine vorbehaltlose Auskunft der Behörden handelt;
b) die Auskunft sich auf eine konkrete, eine bestimmte Person
berührende Angelegenheit bezieht;
c) die Amtsstelle, welche die Auskunft erteilt hat, dafür zuständig war
oder die rechtsuchende Person sie aus zureichenden Gründen als
zuständig betrachten durfte;
d) die Person die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne Weiteres hat
erkennen können;
e) die Person im Vertrauen hierauf nicht ohne Nachteil rückgängig zu
machende Dispositionen getroffen hat;
f) die Rechtslage zur Zeit der Verwirklichung noch die gleiche ist wie
im Zeitpunkt der Auskunftserteilung;
g) das Interesse an der richtigen Durchsetzung des objektiven Rechts
dasjenige am Vertrauensschutz nicht überwiegt (vgl. zum Ganzen:
BGE 143 V 95 E.3.6.2, 137 II 182 E.3.6.2 mit weiteren Hinweisen;
Urteil des Bundesgerichts 8C_306/2015 vom 25. August 2015
E.3.2; vgl. ferner BGE 143 V 341 E.5.2.1; Urteil des Bundesgerichts
8C_458/2021 vom 25. Januar 2022 E.3.2).
Als Disposition im Sinne von vorerwähnter lit. e) kann auch eine
Unterlassung gelten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_458/2021 vom 25.
Januar 2022 E.5.3.1 mit Hinweis auf BGE 121 V 65 E.2b). Dem
Beschwerdeführer wurde im Jahr 1994 eine 50%ige-Rente gemäss UVG
zugesprochen (vgl. Bg-act. 1013), welche von der G._ bzw. der
Beschwerdegegnerin als deren Rechtsnachfolgerin erstmals im Jahr 2013
einer Wiedererwägungs- resp. erstmals im Jahr 2019 einer
- 30 -
Revisionsprüfung – entgegen der angekündigten Revisionsprüfung
spätestens per 1. Mai 1997 (vgl. Bg-act. 1013) – unterzogen wurde (vgl.
Bg-act. 1025, 1038, 1078 und 1082). Im berechtigten Vertrauen auf die
Weiterausrichtung der Rente arbeitete der Beschwerdeführer seit dem
Jahr 1992 als Landwirt (vgl. Bg-act. 1005) und sah sich nicht veranlasst,
eine anderweitige erwerbliche Tätigkeit aufzunehmen. Mit dem expliziten
Verzicht auf eine wiedererwägungsweise Reduktion der Rente im Juli
2013 (vgl. Bg-act. 1038) – womit keine res iudicata vorliegt, weil er nicht
einer gerichtlichen Beurteilung unterlag (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_552/2021 vom 9. Dezember 2021 E.3.1) – und der gleichwohl
erneuten Geltendmachung einer wiedererwägungsweisen
Leistungseinstellung mit dem angefochtenem Einspracheentscheid vom
12. März 2021 (vgl. Bf-act. 1 Rz. 29 ff.), wobei die gleichen Argumente wie
im Jahr 2013 vorgebracht wurden (100%ige Arbeitsfähigkeit in einer
vorwiegend sitzenden Tätigkeit) (vgl. Bg-act. 1025 S. 3), verhält sich die
Beschwerdegegnerin widersprüchlich, was keinen Rechtsschutz verdient.
Somit lässt sich die Leistungseinstellung per 31. Dezember 2019 auch
nicht wiedererwägungsweise begründen.
7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Voraussetzungen für eine
materielle Revision gemäss aArt. 17 ATSG oder eine Wiedererwägung
nach Art. 53 Abs. 2 ATSG nicht erfüllt sind. Die Leistungseinstellung
(Rente, Heilbehandlung) per 31. Dezember 2019 ist damit nicht
rechtmässig. Es bleibt demnach beim bisherigen Rechtszustand, wonach
dem Beschwerdeführer die 50%ige-Rente gemäss UVG sowie die
Heilbehandlungskosten auch über den 31. Dezember 2019 hinaus
auszurichten sind. Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und der
angefochtene Einspracheentscheid vom 12. März 2021 ist aufzuheben.
8.1. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen
Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig,
wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Die
- 31 -
Sonderbestimmungen zur Rechtspflege gemäss Art. 105 ff. UVG sehen
keine generelle Kostenpflicht vor. Damit sind
unfallversicherungsrechtliche Beschwerdeverfahren über Leistungen in
der Regel kostenlos. Vorbehalten bleibt die Kostenauflage infolge – in
casu nicht vorliegenden – mutwilligen oder leichtsinnigen Verhaltens
(Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis in fine ATSG). Für das vorliegende
Verfahren sind daher keine Kosten zu erheben.
8.2. Der obsiegende Beschwerdeführer hat Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG); diese werden vom Versicherungsgericht
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Im
Übrigen wird die Bemessung der Parteientschädigung gemäss Art. 61
Ingress ATSG nach dem kantonalen Recht bestimmt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_89/2017 vom 27. November 2017 E.1.1). Gemäss Art.
78 VRG i.V.m. Art. 2 der Verordnung über die Bemessung des Honorars
der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV;
BR 310.250) wird die Parteientschädigung nach Ermessen des Gerichts
festgesetzt, wobei es grundsätzlich von dem in der Honorarnote geltend
gemachten (und als angemessen zu betrachtenden) Aufwand sowie
(üblichen) Stundenansatz ausgeht. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers reichte dem Gericht am 8. September 2022 eine
aktualisierte Honorarnote über CHF 2'755.50 ein (= 10.35 h à CHF 240.--
[CHF 2'484.--] zzgl. 3 % Spesen [CHF 74.50] und 7.7 % MWST
[CHF 197.--]). Der geltend gemachte Stundenansatz von CHF 240.-- ist
üblich und kann trotz Nichteinreichung einer Honorarvereinbarung
übernommen werden. Zudem erscheint der ausgewiesene Aufwand von
insgesamt 10.35 Arbeitsstunden als angemessen. Die
Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer somit eine
Parteientschädigung von CHF 2'755.50 zu bezahlen.