Decision ID: c58b3c3e-fc5a-4fb3-9bf0-841af1724d98
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957
, ist der
Aus
gleichskasse
der
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich
(nachfolgend: Ausgleichskasse) als
Gesell
schafterin der Kollektivgesellschaft
Y._
,
A._
, als
Selb
stständigerwerbende
angeschlossen. Am
5.
November 2011
meldete das Steuer
amt
des Kantons Zürich der Ausgleichskasse für das Jahr
2007 ein Ein
kommen der Versicherten
aus selbstständiger Erwerbstätigkeit
von
Fr.
93‘222.--
und ein betriebliches Eigenkapital im Betrag von
Fr.
355‘000.-- (
Urk.
5/18)
, für das
Jahr 2008 ein Einkommen von
Fr.
90‘056.-- und ein betriebliches
Eigenka
pital
von
Fr.
344‘000.-- (
Urk.
5/19) sowie für das Jahr 2009 ein Einkommen von
Fr.
267‘765.-- und ein betriebliches Eigenkapital von Fr. 340‘000.-- (
Urk.
5/20).
Dabei sind in den vom Steueramt gemeldeten Einkommen jeweils Erträge von
Beteiligungen, welche die Versicherte als Kommanditistin der
C._
B._
erzielt hat, enthalten (vgl.
Urk.
2 S. 2).
Mit
Beitrags
verfügung
en
vom
1
8.
November 2011
be
mass die Ausgleichskasse die von der
Versi
cherten zu entrichtenden persönlichen Beiträge (in
klusive Ver
waltungskosten) für das Jahr
2007
mit Fr.
8‘072.40 (
Urk.
5/22/1), für das Jahr 200
8 mit
Fr.
8‘219.40 (
Urk.
5/22/2) und für das Jahr 2009 mit Fr. 25‘362.60 (
Urk.
5/22/3). Dagegen erhob die Versicherte am
6.
Dezember 2011 Einsprache (
Urk.
5/24,
Urk.
5/28) und beantragte, dass die von ihr in der
C._
als Kommanditistin der
B._
erzielten
Beteiligungserträge nicht als Einkommen aus selbstständiger Tätig
keit zu berück
sichtigen seien (S.
5)
, und dass das betriebliche Eigenkapital neu zu bemessen sei (S.
6).
Mit
Entscheid
vom
2
4.
Mai 2012
(Urk.
2
) wies die
Au
s
gleichskasse
die Einsprache der
Versicherten ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
8.
Juni 2012 (
Urk.
2)
erhob die
Versi
cher
te am
2
8.
Juni 2012
Beschwerde und bean
tragte
,
dieser
sei
ersatzlos
aufzu
he
ben
; eventuell sei die Sache an die Ausgleichskasse zurückzuweisen, damit diese das beitragspflichtige Ein
kommen aus selbstständiger Tätigkeit und das betrieb
liche Eigenkapital neu bemesse (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
9.
August 2012
beantragte die
Ausgleichs
kasse
die Abweisung der Beschwerde (Urk.
4
)
. Eine Kopie dieser Eingabe wurde der
Be
schwerdeführerin am 1
4.
August 2012 zugestellt (
Urk.
6).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
1a
Abs.
1 des Bundesgesetzes über
die Alters- und
Hinterlassenen
versicherung
(AHVG) sind natürliche Personen mit Wohnsitz in der Schweiz (
lit
.
a)
und natürliche Pe
rsonen, die in der Schweiz eine
Erwerbstätigkeit aus
üben (
lit
. b), in der AHV obligatorisch versichert.
1.2
In einem grenzüberschreitenden Sachverhalt ist zudem das am
1.
Juni 2002
in Kraft
getretene
Abkommen vom 2
1.
Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eid
genossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mit
gliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (Freizügigkeitsabkommen; FZA)
zu beachten
. Nach
Art.
1
Abs.
1 des auf der Grundlage des
Art.
8 des FZA aus
ge
arbeiteten und Bestandteil des Abkommens bildenden (
Art.
15 FZA) An
hangs II („Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit") des FZA in Ver
bindung mit
Abschnitt A dieses Anhangs wenden die Vertragsparteien unterei
nander insbe
son
dere die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Par
laments und des
Rates vom 2
9.
April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicher
heit
(kurz: VO 883/2004) und die Verordnung (EG) Nr. 987/2009 (kurz: VO 987/2009)
des Europäischen Parlaments und des Rates vom 1
6.
September 2009 zur Fest
legung der Modalitäten für die Durchführung der VO 883/2004 oder gleich
wer
tige Vorschriften an. Die beiden genannten
ge
meinschaftsrechtlichen
Verord
nung
en sind für die Schweiz durch den Beschluss Nr. 1/2012 des Gemischten Aus
schusses vom 3
1.
März 2012 zur Ersetzung des Anhangs II des Abkommens über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit per
1.
April 2012 in Kraft getreten (AS 2012 2345; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_455/2011 vom
4.
Mai 2012 E. 2.1).
1.
3
Die VO 883/2004, welche die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 1
4.
Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeit
nehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Ge
meinschaft zu- und abwandern (SR 0.831.109.268.1; kurz: VO Nr. 1408/71)
ersetzt hat, begründet gemäss ihren Übergangsbestimmungen jedoch keinen An
spruch für den Zeitraum vor dem Beginn ihrer Anwendung (
Art.
87
Abs.
1), wes
halb für die Zeit vor dem
1.
April 2012 noch die VO 1408/71 und die Ver
ord
nung
(EWG) Nr. 574/72 des Rates vom 2
1.
März 1972 über die Durchfüh
rung der VO
Nr. 1408/71 über die Anwendung der Systeme der sozialen Sicher
heit auf Arbeit
nehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehörige, die inner
halb der Gemeinschaft zu- und abwandern (kurz: VO 574/72) anwendbar bleiben (vgl. Urteil de
s Bundesgerichts 9C_651/2012 E.
5
.
1.2).
1.
4
Gegenstand des angefochtenen
Einsprache
entscheid
s
vom
2
4.
Mai 2012 (
Urk.
2)
sind die von der Beschwerdeführerin im Zeitraum vom
1.
Januar 2007 bis 3
1.
Dezember 2009 geschuldeten Beiträge aus
selbstständiger Erwerbstätigkeit
in der Schweiz und in der
C._
.
Es handelt sich vorlie
gend daher um einen grenzüberschreitenden Sachverhalt, auf welchen in
zeitli
cher Hinsicht das FZA in der bis Ende März 2012 in Kraft gestandenen Fassung und namentlich die VO 1408/71 und die VO 574/72 Anwendung
finden
.
1.
5
In persönlicher Hinsicht sind das FZA und die VO 1408/71 anwendbar, da
die
Beschwerdeführer
in s
chweizerische Staatsangehörige (vgl.
Urk.
5/11/1)
und damit Staatsangehörige
eines Mitgliedstaates ist, für welche die Rechtsvor
schriften eines oder mehrerer Mitgliedstaaten im Sinne von
Art.
2
Abs.
1 der VO 1408/71 gelten. Ebenfalls gegeben ist die sachliche Anwendbarkeit, da sich der Geltungsbereich der VO 1408/71 unter anderem auf Leistungen bei
Invalidität, Alter und Tod
bezieht (
Art.
4
Abs.
1
lit
. a der VO 1408/71).
1.
6
Die VO 1408/71 gilt unter anderem für Rechtsvorschriften über Zweige der sozi
alen Sicherheit, die Leistungen bei
Invalidität, Alter und Tod
betreffen
und ent
hält in Kapitel
2
und 3
des Titels III besondere Vorschriften für diese
Leistungs
art
. In Abschnitt 2 enthält die VO 1408/71 besondere Vorschriften für Arbeit
nehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehörige. Unter Vorbehalt der
abkommensrechtlichen
Vorgaben - darunter auch des Diskriminierungsver
bots (
Art.
3
Abs.
1 der VO 1408/71) - ist es indes Sache des innerstaatlichen Rechts, festzulegen, unter welchen Voraussetzungen Leistungen gewährt werden (vgl. BGE 131 V 209 E. 5.3).
1.
7
Der Titel II der VO 1408/71 (
Art.
13-17a) enth
ä
lt allgemeine Kollisionsregeln zur Bestimmung der anzuwendenden Rechtsvorschriften.
Art.
13
Abs.
1 der VO
1408/71 legt den kollisionsrechtlichen Grundsatz der Einheitlichkeit der an
wend
baren Rechtsvorschriften in dem Sinne fest, dass für jede betroffene Per
son die Rechtsvorschriften nur eines Mitgliedstaates massgebend sind (BGE 138 V 258 E. 4.2 mit Hinweis).
1.8
Ausnahmen vorbehalten,
unterliegt eine Person, die eine selbstständige Tätig
keit in einem Mitgliedstaat ausübt, grundsätzlich den Rechtsvorschriften dieses
Staates, und zwar auch dann, wenn sie im Gebiet eines anderen Mitgliedstaats wohnt (
Art.
13
Abs.
2
lit
. b
der VO 1408/71;
vgl.
BGE 136 V 244 E. 3.2.1 S. 247).
1.
9
Art.
14a
Ziff.
2
der V 1408/71
enthält eine Kollisionsregel
bei Ausübung von selbstständigen Erwerbstätigkeiten in zwei oder mehr Mitgliedstaaten. Gemäss dieser Bestimmung unterliegt eine
Person, die eine selbstständige Tätigkeit ge
wöhnlich im Gebiet von zwei
oder mehr Mitgliedstaaten ausübt, den Rechts
vor
schriften des Mitgliedstaats,
in dessen Gebiet sie wohnt, wenn sie ihre Tätig
keit
zum Teil im Gebiet
dieses Mitgliedstaats ausübt. Übt sie keine Tätigkeit im Ge
biet des Mitgliedstaats
aus, in dem sie wohnt, so unterliegt sie den Rechts
vor
schriften des Mitgliedstaats, in
dessen Gebiet sie ihre Haupttätigkeit ausübt.
1.
10
Der Begriff des
oder der
Selbstständigen gemäss
Art.
1
lit
. a der VO 1408/71 be
zeichnet Personen, die ausserhalb eines Arbeitsvertrages oder der Ausübung eines
freien Berufes oder des selbstständigen Betriebes eines Unternehmens eine Be
rufs
tätig
keit ausüben oder ausgeübt haben, in deren Rahmen sie Leistungen er
halten, die es ihnen ermöglichen, ganz oder teilweise ihren Lebensunterhalt zu be
streiten
, auch wenn diese Leistungen von Dritten erbracht werden (Eberhard
Eichenhofer
in: Maximilian Fuchs [Hrsg.], Europäisches Sozialrecht,
4.
Aufl., Baden-Baden 2005,
Art.
1 VO 1408/71 N14).
Die Begriffe des Arbeitnehmers und des Selbstständigen werden in
Art.
1
lit
. a
der
VO 1408/71 nicht eigenständig, sondern durch das Sozialrecht des Mit
glied
staates definiert, das auf den jeweiligen Sachverhalt anzuwenden ist. Die VO 1408/71
ist auf diese Weise zirkulär. Denn das anwendbare Sozialrecht eines Mit
gliedstaates ergibt sich aus den Vorschriften der VO 1408/71 erst abschlies
send, wenn seine Begriffe geklärt sind (Eberhard
Eichenhofer
, a.a.O.
,
Art.
1 VO 1408/71 N10). Der Gefahr eines Zirkelschlusses kann durch eine hypothetische
Prüfung entgangen werden. Die Begriffe des Arbeitnehmers
beziehungsweise de
s Selbstständigen sind danach zuerst als erfüllt anzusehen; sodann ist das da
nach berufene Recht eines Mitgliedsstaats hypothetisch zu bestimmen
(Eberhard
Eichen
hofer
, a.a.O.,
Art.
1 VO 1408/71 N11).
Es bestehen mithin keine
vertrags
autonomen
Definitionen der Begriffe des Arbeitnehmers und des Selbstständi
gen
im Sinne einer eigenständigen
gemeinschafts
rechtlichen
Bedeutung, son
dern es sind die Begriffsbestimmungen im jeweiligen Landesrecht massgeblich (BGE 138 V 533 E. 5.2, Urteil des Bundesgerichts 9C_62/2013 vom 2
7.
Mai 2013 E. 2.3.1 je mit Hinweisen).
2.
2.1
Nach dem erwähnten Kollisionsrecht des FZA und der VO 1408/71
wird bei der Ausübung einer selbstständigen Erwerbstätigkeit in mehreren Mitgliedstaaten
vom grundsätzlich geltenden Erwerbsortprinzip zu Gunsten des
Wohnort
prin
zips
abgewichen
, wenn auch in diesem Staat eine selbstständige Erwerbs
tätigkeit aus
geübt wird.
2.2
Die Beschwerdeführerin wohnt in der Schweiz und übt unbestrittenermassen
(
Urk.
1
S.
3)
in der Schweiz
als Gesellschafterin der Kollektivgesellschaft
Y._
eine selbstständige Erwerbstätigkeit aus.
Um
stritten ist
, ob die
Beschwerdeführerin auf Grund ihrer Beteiligungen
als Kommanditis
tin der
B._
auch in der
C._
eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausübte.
In Anwendung von
Art.
1
lit
. a der VO 1408/71 ist daher vorerst
für die
in
C._
ausgeübte Tätigkeit gemäss dem
C._
Recht und für die in der
Schweiz ausgeübte Tätigkeit nach dem AHVG zu bestimmen, ob es sich um eine selbstständige oder eine unselbstständige Erwerbstätigkeit handelt. Diese Regeln beziehen sich ind
essen lediglich auf die Frage nach dem anwendbaren Recht; sie besagen noch nichts über die konkrete beitragsrechtliche Qualifika
tion eines bestimmten Einkommensteils, wenn die Unterstellung unter die schweizerischen Rechtsvorschriften feststeht
.
2.3
Demzufolge ist zunächst nach
C._
Recht zu entscheiden
, ob die Stel
lung als Kommanditist
in
bei einer
C._
GmbH und Co. KG als (selbst- oder un
selbstständige) Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist. Erst dadurch lässt sich die zutreffende Kollisionsnorm und folglich das anwendbare Recht ermitteln.
Ist nach
C._
Recht davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführer
in
als Kommanditist
in
bei einer
C._
GmbH und Co. KG einer selbstständigen
Erwerbstätigkeit nachgeht, ist
sie
aufgrund von
Art.
14c
lit
. a
der
VO Nr.
1408/7
1
der schweizerischen Rechtsordnung unterstellt. Ist hingegen nach
C._
Rech
t in der Stellung als Kommanditist
in
eine unselbstständige Er
werbstätigkeit zu erblicken, beruht die Unterstellung unter schweizerisches Recht auf
Art.
14
Abs.
2
lit
. b Punkt i VO Nr. 1408/71
, was am Ergebnis der Unterstellung nichts ändert.
2.4
Liegt indessen, wie die
Beschwerdeführer
in
geltend macht
(Urk. 1 S. 6),
nach
C._
Recht als Kommanditist
in
überhaupt keine Erwerbstätigkeit vor, so ist dieser Umstand kollisionsrechtlich von vornherein nicht von Be
lang. Denn die „
Nicht-Erwerbstätigkeit" ist kein Tatbestandselement der
Art.
13 bis 17a
der
VO
1408/7
1.
Demnach
verbleibt eine Erwerbstätigkeit in nur einem Staat, mit
hin in der Schweiz. Damit sind die Kollisionsnormen der VO Nr. 14
08/71 nicht einschlägig, und die
Beschwerdeführer
in
untersteht auch in diesem Fall der schweizerischen Rechtsordnung
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_62/2013 vom 2
7.
Mai 2013 E. 2.4.1-3)
.
2.5
Nach Gesagtem steht daher fest, dass
die sozialversicherungsrechtliche Unter
stellung und folglich auch die Beitragspflicht ausschliesslich nach schweizeri
schem Recht zu beurteilen ist. Das Gemeinschaftsrecht ersetzt oder modifiziert nicht das materielle einzelstaatliche Recht; es verweist lediglich auf die Rechts
ordnung, der eine Person unterworfen ist, und sagt namentlich nichts aus über die Beitragspflicht, die sich erst aus der anwendbaren Rechtsordnung ergibt (
Urteil des Bundesgerichts 9C_62/
2013 vom 2
7.
Mai 2013 E. 2.4.4
).
3.
3.1
Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit ist gemäss Art. 9 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG) jedes
Erwerbseinkommen, das nicht Entgelt für in unselbstständiger Stellung geleis
tete
Arbeit darstellt. Die Beiträge werden für jedes Kalenderjahr festgesetzt (Art. 22
Abs. 1 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenver
siche
rung
, AHVV)
. Sie bemessen sich auf Grund des im Beitragsjahr tat
sächlich er
zielten
Erwerbs
einkommens
und des am 31. Dezember im Betrieb in
vestierten Eigenkapitals
(Art. 22 Abs. 2 AHVV). Das Einkommen des Beitragsjahres be
stimmt sich nach dem Ergebnis des oder der in diesem Jahre abgeschlossenen Geschäftsjahre (Art. 22
Abs. 3 AHVV). Die Ausgleichskassen verlangen für die ihnen ange
schlosse
nen
Selbstständigerwerbenden
von den kantonalen Steuer
behörden die für
die Berechnung der Beiträge erforderlichen Angaben (Art. 27 Abs. 1 Satz 1 AHVV). Die kantonalen Steuerbehörden übermitteln die Angaben für jedes
Steuer
jahr
laufend den Ausgleichskassen (Art. 27 Abs. 2 AHVV). Kön
nen die
kan
tonalen Steuerbehörden keine Meldung erstatten, so haben die
Aus
gleichs
kassen
das für die Beitragsfestsetzung massgebende
Erwerbsein
kommen
und das im Be
trieb investierte Eigenkapital auf Grund der ihnen zur Verfügung stehen
den Daten selbst einzuschätzen. Die Beitragspflichtigen haben den
Aus
gleichs
kassen
die erforderlichen Auskünfte zu erteilen und auf Verlangen Un
terlagen einzurei
chen (Art. 23 Abs. 5 AHVV).
3.2
Unter dem Titel „Beiträge vom Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit" bestimmt
Art.
20
Abs.
3 AHVV, dass die Teilhaber von Kollektiv- und Kom
man
ditgesellschaften sowie von anderen auf einen Erwerbszweck gerichteten
Per
sonengesamtheiten
am Einkommen der Personengesamtheit
ohne juristische Persönlichkeit die Beiträge von ihrem Anteil
zu entrichten haben.
3.3
Nach der Rechtsprechung (
BGE 136 V 258
) ist
Art.
20
Abs.
3 AHVV
gesetzmäs
sig
. Entscheidend für die Anwendbarkeit von
Art.
20
Abs.
3 AHVV ist damit einzig
, ob es sich um eine auf einen Erwerbszweck gerichtete
Personengesamt
heit
ohne juristische Persönlichkeit handelt. Dies trifft auf die
C._
GmbH und Co. KG zu. Es kommt daher nicht darauf an, wie im Einzelfall die
Einfluss
möglichkeiten
in der Gesellschaft sind, und ob die Beteiligung nach
C._
Recht als (selbst- resp. unselbstständige) Erwerbstätigkeit oder als blosse (pri
vate)
Vermögensverwaltung qualifiziert wird (BGE 136 V 258 E. 4.8 und 5
;
Ur
teil des Bundesgerichts 9C_62/
2013 vom 2
7.
Mai 2013 E. 2.5.2
).
3.4
Demnach unterliegen die Einkünfte
der
Beschwerde
führerin
als Kommanditist
in
der
B._
in Anwendung von
Art.
9
Abs.
1 AHVG
in Verbindung mit
Art.
20
Abs.
3 AHVV als Einkommen aus selbststän
diger Erwer
bstätigkeit der Beitragspflicht in der Schweiz.
4.
4.1
Nach
Art.
23
Abs.
1 AHVV obliegt es in der Regel den Steuerbehörden, das für die
Bemessung der Beiträge
Selbständigerwerbender
massgebende
Erwerbsein
kommen
aufgrund der rechtskräftigen Veranlagung für die direkte Bundessteuer
und das im Betrieb investierte Eigenkapital aufgrund der entsprechenden rechts
kräftigen kantonalen Veranlagung unter Berücksichtigung der interkanto
nalen
Repartitionswerte zu ermitteln. Die Angaben der Steuerbehörden hierüber sind für
die Ausgleichskassen verbindlich (
Art.
23
Abs.
4 AHVV).
Nach der Rechtsprechung begründet jede rechtskräftige Steuerveranlagung die nur mit Tatsachen widerlegbare Vermutung, dass sie der Wirklichkeit entspre
che.
Da die Ausgleichskassen an die Angaben der Steuerbehörden gebunden sind und
das Sozialversicherungsgericht grundsätzlich nur die Kassenverfügung auf ihre
Ge
setzmässigkeit zu überprüfen hat, darf das Gericht von rechtskräfti
gen
Steuer
taxationen
bloss dann abweichen, wenn diese klar ausgewiesene Irr
tümer ent
halten, die ohne weiteres richtig gestellt werden können, oder wenn sachliche Um
stände gewürdigt werden müssen, die steuerrechtlich belanglos,
sozialversi
ch
e
rungsrechtlich
aber bedeutsam sind. Blosse Zweifel an der Rich
tigkeit einer Steuertaxation genügen
hiezu
nicht; denn die ordentliche
Einkom
menser
mitt
lung
obliegt den Steuerbehörden, in deren Aufgabenkreis das
Sozial
versiche
rungs
gericht
nicht mit eigenen Veranlagungsmassnahmen einzugreifen hat. Die
selbständigerwerbenden
Versicherten haben demnach ihre Rechte, auch im Hin
blick auf die AHV-rechtliche Beitragspflicht, in erster Linie im
Steuerjus
tizver
fahren
zu wahren (BGE 110 V 83 E. 4 und 370 f., 106 V 129 E. 1, 102 V 27 E. 3a;
AHI 1997 S. 25 E. 2b mit Hinweis).
4.2
Die absolute Verbindlichkeit der Angaben der Steuerbehörden für die
Aus
gleichs
kassen
und die daraus abgeleitete relative Bindung des
Sozialversiche
rungs
ge
richts
an die rechtskräftigen Steuertaxationen sind auf die Bemessung des mass
gebenden Einkommens und des betrieblichen Eigenkapitals beschränkt. Diese Bindung betrifft also nicht die beitragsrechtliche Qualifikation des Ein
kommens
bzw. Einkommensbezügers und beschlägt daher die Frage nicht, ob überhaupt
Er
werbseinkommen
und gegebenenfalls solches aus selbständiger oder aus unselb
ständiger Tätigkeit vorliegt und ob der Einkommensbezüger beitragspflichtig ist.
Somit haben die Ausgleichskassen ohne Bindung an die Steuermeldung auf
grund
des AHV-Rechts zu beurteilen, wer für ein von der Steuerbehörde gemeldetes
Einkommen beitragspflichtig ist (BGE 121 V 80 E. 2c, 114 V 72 E. 2, 110 V 83 E. 4 und 370 E. 2a, 102 V 27 E. 3b mit Hinweisen).
4.3
Nach der Rechtsprechung darf das Sozialversicherungsgericht selbst dann nicht von einer rechtskräftigen Steuertaxation abweichen, wenn die Abklärung ergibt,
dass die Veranlagung für die direkte Bundessteuer wahrscheinlich korrigiert wor
den wäre, wenn sie rechtzeitig mit einem gesetzlichen Rechtsmittel ange
fochten
worden wäre. Denn einmal hat jede rechtskräftige Steuertaxation die Vermu
tung
für sich, sie entspreche dem wirtschaftlichen Sachverhalt. Zum an
dern ist zu be
achten, dass der Sozialversicherungsrichter zum Steuerrichter würde, wenn er be
urteilen sollte, ob bei rechtzeitiger Erhebung der gesetzlichen Rechtsmittel die Veranlagung für die direkte Bundessteuer mit praktischer Si
cherheit korrigiert
würde. Dies widerspräche indessen offensichtlich der vom Gesetz vorgenomme
nen Kompetenzabgrenzung zwischen den Steuer- und
Sozi
alversiche
rungs
orga
nen
(
Art.
23
Abs.
1 AHVV), an der festzuhalten ist (BGE 110 V 369 E. 2b mit Hin
weis).
4.4
D
as beitragspflichtige Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit wird laut Art. 9 Abs. 2 AHVG ermittelt, indem vom hierdurch erzielten rohen Einkommen bestimmte Abzüge vorgenommen werden, unter anderem für den Zins des im
Be
trieb eingesetzten eigenen Kapitals (Art. 9 Abs. 2
lit
. f AHVG in Verbindung mit
Art. 18 Abs. 2 AHVV). Nicht abzugsfähig sind gemäss Art. 9 Abs. 2
lit
. d Satz 2 in Verbindung mit Art. 8 AHVG die persönlichen AHV/IV/EO-Beiträge. Das Gesetz trägt damit dem Umstand Rechnung, dass auch beim beitragspflich
tigen Erwerbseinkommen der
Unselbstständig
erwer
benden
kein derartiger Ab
zug gestattet ist (BGE 111 V 289 E
. 2). Die Steuer
behörden ermitteln das für die
Berechnung der Beiträge massgebende
Er
werbseinkommen
auf Grund der rechts
kräftigen Veranlagung für die direkte Bundessteuer (Art. 23 Abs. 1 AHVV).
4.5
Mit dem vom rohen Einkommen abzuziehenden Zins des im Betrieb eingesetz
ten
eigenen Kapitals wird dem Umstand Rechnung getragen, dass
Selbständi
ger
wer
bende
gemischtes Einkommen aus dem Einsatz von Arbeit und Kapital erzielen. Nach
Art.
4
Abs.
1 AHVG unterliegt jedoch ausschliesslich das
Er
werbsein
kommen
der Beitragspflicht. Mit dem Zinsabzug werden daher pau
schal jene
Ein
kommensbestandteile
ausgeschieden, die auf dem Einsatz von Ka
pital beruhen. Das im Betrieb investierte Eigenkapital entspricht dem Reinver
mögen am Stich
tag
(Urteil des Bundesgerichts H 96/06 vom
6.
März 2007 E. 3.2).
5
.
5
.1
Mit Steuermeldungen vom
5.
November 2011 (
Urk.
5/18-20) meldete das Steuer
amt des Kantons Zürich der Beschwerdegegnerin ein Einkommen der Be
schwerdeführerin aus selbstständiger Erwerbstätigkeit für das Jahr 2007
von
Fr.
93‘222.--, für das Jahr
2008
von
Fr.
90‘056.-- und für das Jahr 2009
von
Fr. 267‘765.--. Das betriebliche Eigenkapital der Beschwerdeführerin bezifferte das Steueramt für das Jahr
2007
mit
Fr.
355‘000.--, für das Jahr 2008 mit Fr. 344‘000.-- und für das Jahr 2009 mit Fr. 340‘000.--. Die
Steuereinschätzun
gen
betreffend der
von der Beschwerdeführerin geschuldeten direkten Bundes
steuer
sind
für das Jahr 2007 am 1
8.
Oktober 2009, für das Jahr 2008 am 2
6.
August 2010 und für das Jahr 2009 am
1.
Dezember 2011 rechtskräftig ge
worden
(Aktennotiz vom 2
8.
November 2013;
Urk.
7)
.
5
.2
Gestützt auf die Steuermeldungen vom
5.
November 2011 bemass die
Beschwer
degegnerin
die von der Beschwerdeführerin zu entrichtenden persönli
chen Bei
träge (in
klusive Verwaltungskosten) mit den
Beitrags
verfügungen
vom 1
8.
No
vem
ber 2011
(
Urk.
5/22/1-3)
für das Jahr 2007 mit Fr. 8‘072.40, für das Jahr 2008 mit
Fr.
8‘219.40 und für das Jahr 2009 mit Fr. 25‘362.60.
5
.3
Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die Beteiligungen in
C._
neu
zu bemessen seien. D
a
eine Bewertung nach Verkehrswerten mit viel Auf
wand und erheblichen Kosten verbunden gewesen wäre, seien
lediglich Buch
werte für
Steuerzwecke deklariert worden
(
Urk.
1 S. 12).
Daraus kann sie
indes
nichts zu ihren Gunsten ableiten. Denn das Gericht darf, wie erwähnt (vorste
hen
de E.
4.1
), von rechtskräftigen Steuertaxationen nur dann abweichen, wenn diese
klar ausgewiesene Irrtümer enthalten, die ohne weiteres richtig gestellt werden können, oder wenn sachliche Umstände gewürdigt werden müssen, die steuer
rechtlich belanglos, sozialversicherungsrechtlich aber bedeutsam sind. Bei der vor
liegend geltend gemachten unrichtigen Bewertung der Beteiligungen der Be
schwerdeführerin als Kommanditistin
in
C._
handelt es sich
nicht
um
einen klar ausgewiesenen Irrtum
. Andererseits handelt es sich dabei auch nicht
um einen steuerrechtlich belanglosen, jedoch
sozialversicherungs
rechtlich
be
deut
samen Umstand. Denn
Beteiligungen im Ausland
sind
steuerrechtlich bei der Satzbestimmung der Vermögenssteuer
zu
berücksichtigen und damit steu
er
rechtlich nicht belanglos, worauf die Beschwerdeführerin
zu Recht hinweist
(
Urk.
1 S.
11). Sodann genügen blosse Zweifel an der Richtigkeit der steuerli
chen
Bewertung der Beteiligungen in
C._
nicht, um von rechtskräftigen
Steuertaxationen abzuweichen. Denn
die ordentliche Einkommensermittlung ob
liegt den Steuerbehörden, in deren Aufgabenkreis das
Sozialversicherungsge
richt
nicht mit eigenen Veranlagungsmassnahmen einzugreifen hat.
Die Be
schwerde
führerin wäre vielmehr gehalten gewesen, den
steuerlichen
Rechtsmit
telweg
zu beschreiten
.
6
.
Demzufolge ist nicht zu beanstanden,
dass die Beschwerdegegnerin mit den Verfügungen vom
1
8.
November 2011
(
Urk.
5/22/1-3
) beziehungsweise mit dem diese bestätigenden
Einspracheentscheid
vom
2
4.
Mai 2012
(
Urk.
2) die Be
schwerdeführerin zur Entrichtung von
persönlichen Beiträgen für das Jahr 2007 von
Fr.
8‘072.40, für das Jahr 2008 von
Fr.
8‘219.40 und für das Jahr 2009 von
Fr.
25‘362.60
verpflichtete.
Die gegen den angefochtenen
Einspracheentscheid
erhobene Beschwerde ist da
her
abzuweisen.