Decision ID: 671932fd-30b6-4ac9-acbe-fe5853360bea
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966,
meldete sich am 28. März 2009
unter Hinweis auf
eine Krebserkrankung
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom
22. März 2011
bei einem Invaliditätsgrad von
60 % eine
Dreiviertelsrente
ab November 2009 und von Januar bis November 2010 eine befristete
Viertelsrente
zu (Urk.
7/23, Urk. 7/25-26
).
1.2
Mit Schreiben vom 24. August 2012 machte die Versicherte eine Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes geltend (Urk. 7/31). Mit Vorbescheid vom 30. August 2012 stellte die IV-Stelle der Versicherten mangels Glaubhaftma
chung einer Veränderung ein Nichteintreten auf das neue Leistungsbegehren in Aussicht (Urk. 7/34). Dagegen erhob die Versicherte Einwand (Urk. 7/35
, Urk. 7/42) und reichte Arztberichte ein (Urk. 7/41). Daraufhin
holte die IV-Stelle
diverse Arztberichte ein (Urk. 7/43-44, Urk. 7/46) und gewährte der Versicher
ten das rechtliche Gehör (Urk. 7/48; Urk. 7/55).
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Urk.
7/58
; Urk.
7/60
;
Urk.
7/62-63
)
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 14. Januar 2015 ab (Urk. 7/64 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 12. Februar 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
14. Januar 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventuell sei eine polydisziplinäre Abklärung durchzuführen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
20. März 2015
(Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 27. April 2015 (Urk. 8) wurde die Personalvorsorgestiftung
Y._
zum Prozess beigeladen. Die Beigela
dene beantragte mit Eingabe vom 7. Juli 2015 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 14).
Sowohl d
ie Beschwerdeführerin
(
Urk. 1
9
)
als auch die
Beschwerde
gegnerin
(Urk. 21) verzichteten auf eine Stellungnahme und hielten an ihren je
-
weiligen
Anträgen fest. Die
s
wurde den Verfahrensbeteiligten
am
10. November 2015
zur Kenntnis gebracht (Urk.
22
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar.
1.3
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung reicht die analoge Anwendbarkeit der in BGE 109 V 262 E. 4a dargelegten Rechtsprechung auf das
Neuanmel
dungsverfahren
nur so weit, als auch hier von Amtes wegen zu prüfen ist, ob
seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prü
fung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung abzu
stellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nichtein
tretensverfügungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summari
schen Begründungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich.
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.6
Jede psychogene Störung, ob einfache oder neurotische Form, kann im Einzel
fall Krankheitswert haben, weshalb jeder Einzelfall sorgfältig geprüft werden muss. Notwendig sind in jedem Fall ein ausführlicher ärztlicher Bericht oder ein entsprechendes fachärztliches Gutachten sowie die Abklärung der erwerblichen Umstände (AHI 1997 S. 43 E. 5c). Dabei müssen psychiatrische Berichte in der Regel auf einer persönlichen Untersuchung beruhen (RKUV 2001 Nr. U 438
S. 345, Urteile des Bundesgerichts 9C_602/2007 vom 11. April 2008 E. 5.3 und I 169/06 vom 8. August 2006 E. 4.4 mit Hinweisen). Für die verlässliche Beurtei
lung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3., Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit Hinweisen).
1.7
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus,
bei der Beschwerdeführerin liege eine Double Depression
vor
. Im klinischen Sprachgebrauch der Psychiater werde so das gemeinsame Vorliegen einer soge
nannten
Dysthymie
und einer depressiven Episode bezeichnet. Eine
Dysthymie
gelte jedoch rechtsprechungsgemäss nicht als invalidisierend. Sodann sei die geforderte Erheblichkeit bei der ausgewiesenen mittelgradigen depressiven Epi
sode in Bezug auf die Schwere, Ausprägung und Dauer zu verneinen. Aus so
matischer Sicht sei sodann von einer Remission auszugehen. Damit liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor (S. 2 oben).
Die in der Vergangenheit ausgerichtete befristete Rente sei aufgrund einer
so
-
ma
tischen
Erkrankung zugesprochen worden. Die erneute Anmeldung sei we
gen eines psyc
hischen Leidens erfolgt, welches
aber
invalidenversicherungs
rechtlich
nicht relevant sei. Deswegen seien auch keine
Integrationsmassnah
men
zu gewähren (S. 2 unten).
In der Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin zudem aus, es sei kei
neswegs alleine Sache der Arztpersonen, selber abschliessend und für die rechtsanwendenden Stellen verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu einer Arbe
itsunfähigkeit führe (Urk. 6).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (Urk. 1)
,
ihr sei im März 2011 eine Rente aufgrund ihrer durch die Krebserkrankung ver
ursachten verminderten Konzentration, schnellen Ermüdbarkeit und vermin
derter psychischer Belastbarkeit gewährt worden. Bezüglich der
Krebserkran
kung
habe
bereits damals eine Remission
bestanden
. Damit sei die
Beschwerde
gegnerin
fälschlicherweise davon ausgegang
en, dass s
ie ihr damals aufgrund der Krebserkrankung an sich eine Rente zugesprochen habe
. Nun hätten sich die besagten Beschwerden seit April 2011 und vor allem seit April 2012 verschlim
mert und sich unter anderem zu einer Double Depression mit einer mittelgradi
gen depressiven Störung entwickelt. Es handle sich folglich um eine qualitative und quantitative Verschlimmerung
(S
.
3 Ziff. 6).
Gemäss den vorliegenden Ak
ten seien sich alle Fachärzte einig, dass die Beschwerdeführerin sowohl in ihrer bisherigen als auch in einer leidensangepassten Tätigkeit arbeitsunfähig sei. Auch der Regionale Ärztliche Dienst (RAD)
habe
ihr eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit in ihrer bisherigen Tätigkeit und eine 90%ige Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
attestiert
(S. 5 Ziff. 5).
Die Stellungnahme der Prozessteamleitung - eine
Dysthymie
sei ohne weitere Befunde nicht invalidisierend - habe die Beschwerdegegnerin dazu verleitet, vorliegend einen invalidisierenden Gesundheitsschaden unter Heranziehung der Rechtsprechung zu den
somatoformen
Schmerzstörungen zu verneinen. Dabei habe sie aber übersehen, dass diese Rechtsprechung
auf Depressionen nicht an
wendbar sei. Alle Fachärzte hätten die Depression der Beschwerdeführerin als ausreichend schwer, ausgeprägt und andauernd festgehalten (S. 5 f. Ziff. 7).
2.3
Die Beigeladene führte in ihrer Stellungnahme (Urk. 14) aus, die ursprüngliche
Rentenzusprache
sei aufgrund der Krebserkrankung beziehungsweise aufgrund deren Behandlung erfolgt und nicht wegen einer psychischen Erkrankung, wel
che damals gar nicht diagnostiziert worden sei. Die damals festgestellte Arbeits
unfähigkeit habe auf der Einschätzung der behandelnden Onkologin beruht. Psychiatrische Befunde würden erst seit dem 24. August 2012 vorliegen (S. 5 Ziff. III.2). Daher sei mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass die im Rahmen der Neuanmeldung geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit nicht auf dasselbe Leiden zurückzuführen sei und ein neues versichertes Ereignis vorliege. Eine allfällige Rente könne frühestens sechs Monate nach der zweiten Anmel
dung bezogen werden (S. 5 f. Ziff. III.3).
Gestützt auf die Aktenlage sei sodann ebenfalls in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass vorliegend keine invalidisierende gesundheitliche Beeinträchtigung gege
ben sei, da die Double Depression in ihrer vorliegenden Ausprägung invaliden
versicherungsrechtlich nicht relevant sei. Jedenfalls sei es abwegig, aufgrund der festgestellten Beschwerden eine volle Arbeitsunfähigkeit im angestammten Bereich und eine 90%ige Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zu bejahen. Selbst wenn die Voraussetzungen für IV-Leistungen gegeben wären, seien zunächst Eingliederungsmassnahmen durchzuführen und erst später über den Rentenanspruch zu befinden (S.
10 f. Ziff. 9).
2.4
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin einen
invalidenversiche
rungsrechtlich
relevanten Gesundheitsschaden zu Recht verneinte.
3.
3.1
Der Verfügung vom 22. März 2011
(Urk. 7/23, Urk. 7/25-26)
, mit welcher der Beschwerdeführerin eine abgestufte befristete Rente zugesprochen wurde
(No
vember bis Dezember 2009 eine
Dreiviertelsrente
, Januar bis November 2010 eine
Viertelsrente
)
, lagen im Wesentlichen diverse Berichte des Spital
s
Z._
zugrunde:
3.2
Prof.
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Medizinische Onkologie, führte mit Bericht vom 9. April 2009 (Urk. 7/10/11-12) aus, b
ei der Beschwerdeführerin sei
en
im Oktober 2008 Lymphknoten-Metastasen eines
Adeno
-Karzinoms im Bereich der rechten
Axilla
diagnostiziert worden. Ein Primä
r
tumor habe leider nicht nachgewiesen werden können. Am ehesten handle es sich um ein Mamma-Karzinom.
Die Beschwerdeführerin sei operativ behandelt worden und die Chemotherapie könne
voraussichtlich
noch im April 2009 abgeschlossen werden. Danach sei möglichst bald mit der Radiotherapie zu beginnen.
Als
Ne
bendiagnose
hielt Prof.
A._
einen Schilddrüsentumor rechtsseitig ohne Hin
weise auf Malignität oder Manifestation des bekannten Karzinoms fest.
Sie attestierte der Beschwerdeführerin vom 20. August bis 7. November 2008 eine 100%ige, vom 8. November 2008 bis 28. Februar 2009 eine 70%ige und ab 1. März 2009 eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit (Arztzeugnis vom 22. April 2009, Urk. 7/10/10 Ziff. 5; vgl. zum Ganzen auch Bericht Spital
Z._
vom 10. August 2009, Urk. 7/13/1).
3.3
Im weiteren Verlauf
führte Prof.
A._
aus, es liege eine komplette Remission vor (undatierter Bericht - Angabe der letzten Kontrolle vom 11. September 2009 - Urk. 7/14
/1-4
Ziff. 1.2 und Ziff. 1.4). Sie
attestierte der Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 2009 aufgrund verminderter körperlicher Leistungsfähigkeit, vermin
derter Konzentrationsfähigkeit und verminderter psychischer Belastbarkeit auf
grund der Krebsdiagnose und des Zustands nach Chemotherapie eine
40%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Büroangestellte sowie auch in einer angepassten Tätigkeit
(
Ziff. 1.6 ff.
; vgl. auch Bericht vom 26. Mai 2010, Urk. 7/17
).
3.4
Im Bericht vom 10. Dezember 2010 (Urk. 7/18) hielt Prof.
A._
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
Adenokarzinom
rechte
Axilla
bei Ver
dacht auf
Mammakarzinom
, ein Zustand nach Chemotherapie
und ein Zustand
nach Radiotherapie bis Juni 2009 sowie bis April 2010 fest. Seit April 2010 würde eine antihormonelle Therapie durchgeführt (Ziff. 1.1). Seit 1. September 2010 sei von einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit in
der
bisherigen Tätigkeit als Büroangestellte auszugehen
, da die Beschwerdeführerin aufgrund
verminderter körperlicher Leistungsfähigkeit, verminderter
Konzentrationsfähigkeit und
we
gen
Gelenksschmerzen
eingeschränkt sei
(Ziff. 1.6 f.).
4.
4.1
Bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung gehen aus den Akten folgende Arztberichte hervor:
4.2
Mit Bericht vom 15. Oktober 2012 (Urk. 7/41/3-4) führte
Prof.
A._
bei unverän
derter Diagnosestellung
(S. 1) aus,
bekannte Nebenwirkung der
Krebs
therapie
seien Polyneuropathie im Bereich der Hände und Füsse, jedoch auch gewisse kognitive Veränderungen. Dazu
würden
eine verminderte Konzentra
tionsfähigkeit, eine leichtere Ermüdbarkeit beispielsweise bei Arbeiten am Com
puter und auch eine signifikante Vergesslichkeit
gehören
. Sie habe gehofft, dass sich diese Probleme im Verlauf verbessern würden, was aber leider nicht einge
treten sei. Durch den hohen psychischen Druck sei es sogar zu einer
Ver
schlech
-
terung
gekommen. So habe die Beschwerdeführerin den Anforderungen einer Beschäftigung im 70%igen Pensum leider nicht entsprechen können. Auch seien die Anforderungen im Rahmen einer 60%igen Beschäftigung bezüglich dieser Beschwerden zu hoch. Die kognitive Leistungsfähigkeit im Sinne eines sogenannten
Chemobrains
habe sich dabei im Verlauf sogar etwas verschlech
tert
. Zurzeit bestehe also eine mehr als 50%
ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2).
4.3
Vom 22. Oktober 2012 bis 5. April 2013 war die Beschwerdeführerin in teil
-
statio
närer Behandlung am
B._
(Bericht vom 23. Mai 2013, Urk. 7/44). Zu Beginn der Behandlung stellten die Ärzte folgende Diagnosen (
Bericht vom 5. November 2012
,
Urk. 7/4
1/1-2)
:
rezidivierende depressive Störung, derzeit leichte Episode (ICD-10 F33.0) bei metastasierendem
Mamma
karzinom
mit diversen Chemo- und Radi
otherapien
Verdacht auf Einschränkung der Hirnleistungsfähigkeit nach Chemo
-
thera
pie
Status nach
amnestischem
Syndrom unmittelbar im Anschluss an die Che
motherapie (2009; ICD-10 F04)
Status nach rezidivierender depressiver Störung, schwere Episode April 2012 bis Anfang September 2012
Die Verschlechterung des Gesundheitszustandes
habe
sich ab April 2009 in Form von Gedächtnisstörungen, Schwierigkeiten mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen,
durch
eine allgemeine Verlangsamung, Wortfindungsstörungen und Schwierigkeiten, auf neue Situationen flexibel zu reagieren
, gezeigt
(S. 2 Mitte). Aus psychiatrischer Sicht habe eine Teilarbeitsfähigkeit von 40 % mit
eingeschränkter Leistung (zirka 50 % der ursprünglich erbrachten Leistung) von März 2009 bi
s März 2012 bestanden.
Die Beschwerdeführerin
habe nur Routi
nearbeiten durchführen können und habe sich seit April 2009 permanent über
fordert gefühlt. B
ezüglich ihrer kognitiven Fähigkeiten
sei
s
i
e
erheblich einge
schränkt. Seit April 2012 sei sie zu 10
0% arbeitsunfähig (S. 2 unten).
4.4
Mit Bericht vom 23. Mai 2013 (Urk. 7/44) führten die Ärzte des
B._
aus, d
urch die teilstationäre Behandlung und die strukturie
renden Massnahmen
sei es
bis zu
m Austritt
anfangs April 2013 zu einer deutli
chen Besserung der Beschwerdesymptomatik und im Verlauf auch zu einer Re
duktion des Alkoholkonsums auf maximal ein- bis zweimal wöchentlich je 0.5 Liter Bier gekommen. Die depressive Symptomatik habe durch die Erarbeitung der Wahrnehmung eigener Bedürfnisse und dem benennen derselben gegenüber dem Umfeld weiter gebessert werden können (S. 1 Mitte). Zur weiteren Tages
strukturierung habe die Beschwerdeführerin ab Mitte Februar 2013 im Rahmen eines Arbeitsversuches bei einer Kollegin als Buchhalterin in einem 10 %-Pen
sum eingegliedert werden können, was kurzfristig aufgrund der Auftragslage der Bekannten auf 20 % habe gesteigert werden können. Aus psychiatrischer Sicht sei jedoch von einer weiteren Steigerung der Arbeitsfähigkeit auszugehen, sofern die Beschwerdeführerin diesbezüglich in einem strukturierten Rahmen (beispielsweise Arbeitsbelastungstraining)
auftrainiert
werde. Anderenfalls würde mittelfristig die erneute Gefahr der
Destrukturierung
mit psychischer De
stabilisierung oder gar Dekompensation bestehen
(S. 1 unten).
Zum
Austritts
zeitpunkt
sei eine Arbeitsfähigkeit in einem strukturierten
Arbeitsbelastungs
training
zu initial 10 bis 20 % möglich gewesen. Eine Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt sei zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht gegeben gewesen (S. 2).
Die Diagnosestellung änderte sich im Behandlungsverlauf wie folgt (Bericht vom 21. Februar 2013, Urk. 7/43 Ziff. 1.1):
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
Double Depression mit rezidivierender depressiver Störung, bei Eintritt mittelgradig
e Episode (ICD-10 F33.1
) und
Dysthymia
(ICD-10 F34.1)
metastasierendes
Mammakarzinom
mit diversen Chemo- und Radio
-
thera
pien
Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
Status nach
amnestischem
Syndrom unmittelbar im Anschluss an die Che
motherapie (ICD-10 F04)
Aktenanamnestisch Verdacht auf Struma
nodosa
4.5
Mitte Juli 2013 nahm die Beschwerdeführerin die psychiatrische Behandlung bei
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe
rapie, auf
(Bericht vom 19. August 2013, Urk.
7/46
Ziff.
1.2).
Dr.
C._
führte aus, die Beschwerdeführerin weise starke Konzentrations- und
Auf
merksamkeitsstörungen
auf. Die Merkfähigkeit sei ebenfalls massiv einge
schränkt. Durch diese Symptomatik fehle es an Flexibilität. Des Weiteren würde die Beschwerdeführerin eine erhöhte Erschöpfbarkeit erleben und benötige viele Pausen. Die psychische Belastbarkeit sei durch die rezidivierenden depressiven Episoden erheblich eingeschränkt
(Ziff. 1.7).
Dr.
C._
nannte
fol
gende
Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
Double Depression
rezidivierende depressive Störung, mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) seit Erstdiagnose
Mammakarzinom
Dysthymia
(ICD-10 F34.1) seit Jugendzeit
intermittierend schädlicher Gebrauch von Alkohol
Status nach
amnestischem
Syndrom unmittelbar im Anschluss an die Che
motherapie (ICD-10 F04)
In der bisherigen Tätigkeit als Sachbearbeiterin im Büro sowie auch in einer angepassten Tätigkeit bestehe aktuell eine Arbeitsfähigkeit von 10 % (Ziff. 1.6 f.). Die bisherige wöchentliche psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung und Psychopharmakotherapie würden weitergeführt. Eventuell sei eine kogni
tive Abklärung geplant. Ebenfalls sei eventuell ein Arbeitsversuch sinnvoll, um im Praktischen die Leistungsfähigkeit auszuprobieren (Ziff. 1.5).
4.6
Am 7. August 2014 nahm
Dr.
C._
nochmals Stellung (Urk.
7/62
). Sie führte aus, die bei der Beschwerdeführerin vorliegenden beiden Krankheits
bilder einer rezidivierenden depressiven Störung und einer
Dysthymia
hätten jeweils einen sich verstärkenden Ef
fekt, seien aber unabhängig von
einander und selbstständige Erkrankungen. Selbst unter ausgebauter antidepressiver Medika
tion sei es im Verlauf phasenweise zu schweren depressiven Einbrüchen bei an
haltend fragilem affektivem Zustandsbild gekommen
.
Die Beschwerdeführerin zeige eine hohe Therapiemotivation, sei
compliant
und komme seit langer Zeit in wöchentlichen Sitzungen zu ihr, um ihren Zustand zu verbessern. Sie sei ge
willt und hoffnungsvoll, irgendwann wieder eine Arbeitstätigkeit nachgehen zu können
(S. 1
Mitte
)
.
Aktuell
schätze
sie die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf 20 %. Es würden aktuell rezidivierende mittelgradige bis zweitweise schwer depressive Stimmungslagen mit Freud-, Interesse- und Hoffnungslosigkeit vorliegen. Im Antrieb sei sie mittelgradig eingeschränkt, psychisch ebenfalls mittelgradig ein
geschränkt belastbar. Es würde eine erhöhte
Ermüd
- und Erschöpfbarkeit bei intermittierend auftretenden Schlafstörungen bestehen. Die Konzentration und
Aufmerksamkeit seien derart eingeschränkt
, dass die Beschwerdeführerin jeweils am Ende der Sitzungen kognitiv nicht mehr in der Lage sei, dem Gespräch zu folgen und sich wegen Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
Ge
sprächsinhalte
nur noch schwer merken könne. Sie entwickle sogar öfter Kopf
schmerzen wegen kognitiver Überlastung. Hierzu sei anzumerken, dass der Tatsache eines zusätzlich vorliegenden „
Chemobrains
“ mit anhaltenden kogniti
ven Störungen nach stattgefundener Chemotherapie
zu wenig Beachtung ge
schenkt worden sei (S. 1 f.).
4.7
RAD
-Arzt
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, folgte der Beurteilung der behandelnden Psychiaterin
Dr.
C._
und erachtete - entgegen der Prozessteamleitung der Beschwerdegegnerin - eine Ar
beitsunfähigkeit von mindestens 80 % als ausgewiesen (vgl. Stellungnahme vom 2. Oktober 2013, Urk. 7/57/3-4; sowie Stellungnahme vom 16. Oktober 2014, Urk. 7/63/2-3).
5.
5.1
Für die Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens bedarf es grund
sätzlich einer fachärztlichen Diagnose, die sich lege
artis
auf die Vorgaben eines
anerkannten Klassifikationssystems abstützt (BGE 130 V 396 E. 6, Urteil des Bun
desgerichts 9C_510/2009 vom 30. August 2010 E. 3.2.3). Im Rahmen der freien Beweiswürdigung (Art. 61
lit
. c ATSG) darf sich dabei die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht - weder über die den beweisrechtlichen Anforderungen (BGE 125 V 351 E. 3a) genügenden medizinischen Tatsachenfeststellungen hin
wegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur
(Rest-)Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen
Relevanz und Tragweite zu eigen machen.
5.2
Die Beschwerdegegnerin setzte sich mit der Begründung, es liege kein
inva
-
lidisie
render
Gesundheitsschaden vor, über die Beurteilung sämtlicher Ärzte hinweg: Sowohl die psychiatrischen Fachärzte de
s
B._
als auch
Dr.
C._
wie
auch der RAD erachteten eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes als ausgewiesen und gingen von einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 80 % aus (vorstehend E. 4.3 ff.).
A
ls
die Ar
beitsfähigkeit einschränkende
Diagnose
n wurden
insbesondere eine Double De
pression mit rezidivierender depressive Störung (mittelgradige
Episode) und
Dysthymie
genannt.
5.3
Das Bundesgericht hat verschiedentlich festgehalten, dass eine
Dysthymie
nach der im gebräuchlichen ICD-Klassifikationssystem enthaltenen Umschreibung
eine chronische depressive Verstimmung ist, die weder schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, um die Kriterien einer schweren, mit
telgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen; daher sei sie in der Regel nicht invalidisierend (Urteil des Bundesgerichts 8C_806/2013 vom
6.
März 2014 E. 6.2 mit Hinweisen). Diese Schlussfolgerung, die sich auf medizinische Empirie abstützt und damit eine Rechtsfrage darstellt, ist freilich nicht absolut zu setzen; eine
dysthyme
Störung kann die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall erheblich beeinträchtigen, wenn sie zusammen mit anderen Befunden – wie etwa einer ernsthaften Persönlichkeitsstörung – auftritt (Urteil des Bun
desgerichts 8C_623/2013 vom 1
1.
März 2014 E. 3.2 mit Hinweis).
Sodann
gelten mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven
Formen
kreis
grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
. Die Behandelbarkeit eine
s psychischen Leidens sagt jedoch, für sich allein betrachtet, nichts
Abschliessen
des
über dessen invalidisierenden Charakter aus (Urteil des Bundesge
richts
9C_856/2013 vom 8. Oktober 2014 E. 5.1.2 mit Hinweisen).
Somit gilt zu berück
sichtigen, dass sich ausnahmsweise auch
mittelschwere psychische Stö
rungen
aus dem depressiven Formenkreis
invalidisierend auswirken können.
Gerade in dieser Hinsicht ist auf die
Stellungnahme
von
Dr.
C._
zu verweisen
,
welche ausführte, dass es
trotz ausgebauter antidepressiver Medikation
und wö
chentlichen Sitzungen
(und damit konsequent durchgeführter
Depressionsthera
pie
)
phasenweise zu schweren dep
ressiven Einbrüchen kommen und
zeitweise
nicht nur mittelschwere, sondern
schwere depressive Stimmungslagen vorliegen
würden
(vorstehend E. 4.6).
Insgesamt
sind
d
ie Diagnosestellung der Ärzte des
B._
und
jene von
Dr.
C._
allerdings nicht
ganz
schlüssig
.
Eine
Dysthymie
kennzeichnet
sich, wie zuvor dargelegt,
im Wesentlichen dadurch
aus
, dass die lang
dauernde depressive Verstimmung
niemals oder nur sehr selten ausgeprägt genug ist, um die Kriterien einer rezidivierenden leichten oder mittel
gradigen depressiven Störung zu erreichen (vgl.
auch
Dilling
/
Mombour
/Schmidt, Hrsg., Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10, 9. Auflage, Bern 2014, S.
183
unten)
. Da insbesondere
Dr.
C._
die rezidivierende mittelgradige depressive Störung
explizit als selbstständige Erkrankung auf
führte
und über
phasenweisen gar schwere depressive Einbrüche
berichtete, ist die Diagnose einer
Dysthymie
beziehungsweise einer Double Depression nicht vollends nachvollziehbar.
Zudem liegen Hinweise vor, dass bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht nur objektive Gesichtspunkte berücksichtigt wurden, sondern auch subjektive
Aspekte miteinflossen:
So lässt sich aufgrund der
Ausführungen des
B._
nicht ausschliessen, dass die attestierte Arbeitsfähigkeit von 10 % beziehungsweise 20 % nicht primär vom Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin, sondern von der v
orhandenen
Ar
beitskapazität
der
Kollegin
der Beschwerdeführerin
, bei welcher ein Arbeitsver
such stattgefunden hat, geprägt war (vgl. vorstehend E. 4.4).
Für eine ab
schliessende objektive Beurteilung ist daher eine psychiatrische Begutachtung
unumgänglich
.
5.4
Dr.
C._
machte sodann
darauf aufmerksam, dass dem vorliegenden
Chemobrain
mit anhaltenden kognitiven Störungen bisher zu wenig Beachtung geschenkt worden sei (vorstehend E. 4.6) und weitere kognitive Abklärungen eventuell geplant seien (vorstehend E. 4.5).
Vorliegend stellten sich die
Be
schwerdegegnerin
und auch die Beigeladene auf den Standpunkt,
die früher zu
gesprochene befristete Rente sei aufgrund einer somatischen Erkrankung zuge
sprochen worden. Die erneute Anmeldung sei wegen eines psychischen Leidens und damit aufgrund eines neuen Gesundheitsschadens erfolgt (
vgl. vorstehend E. 2.1 und E. 2.3
). Allerdings lässt sich ein Zusammenhang zwischen den psy
chischen Problematiken mit dem früheren Krebsleiden
beziehungsweise dessen Behandlung
nicht
ausschliessen:
Aus somatischer Sicht liegt eine Stellung
nahme der Onkologin Prof.
A._
vor, welche ebenfalls ausführte, dass sich die kognitive Leistungsfähigkeit im Sinne eines
Chemobrains
im Verlauf ver
schlechtert habe (vorstehend E. 4.2).
Im Übrigen war bereits im Rahmen der Ab
klärungen im Vorfeld der Verfügung vom 22. März 2011 von verminderter Konzentrationsfähigkeit und verminderter psychischer Belastbarkeit
die Rede (vgl. vorstehend E. 3.3 f.
).
Inwiefern
seit der letzten materiellen Abklärung
kog
nitive Einschränkungen vorliegen, welche durch die Behandlung des Krebses (mit)verursacht sind und demzufolge nicht per se von einem neuen
Gesund
heitsschaden
gesprochen werden kann, wurde ungenügend abgeklärt. Der
Be
richt
von Prof.
A._
erfolgte vermutlich einzig aufgrund telefonischer Rück
sprache mit der Beschwerdeführerin
,
und es hat
überwiegend
wahrscheinlich keine aktuelle Untersuchung stattgefunden (vgl. Bericht vom 15. Oktober 2012 erster Satz, Urk. 7/41/3).
Im Übrigen wurde die frühere Rente zwar befristet, es bestand jedoch über den Zeitpunkt der Befristung hinaus eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit
aus somatischer Sicht
(vorstehend E. 3.4
).
Schon allein deswegen hätte es die
Beschwerdegegne
rin
nicht unterlassen dürfen,
den Gesundheitszustand und
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auch aus somatischer Sicht aktuell beurteilen zu lassen.
5.5
Sodann bleibt zu erwähnen, dass d
ie Beschwerdeführerin die ihr attestierte Ar
beitsfähigkeit konsequent um
setzte
(
vgl. Arbeitgeberbericht vom 19. November
2009, Urk. 7/16/3-4 Ziff. 2.14
).
Welche Umstände schliesslich zur
ausgesprochenen
Kündigung des Arbeitsverhältnisses im
Jahr
201
2
– das Arbeitsverhältnis wurde offenbar per 3
1.
Januar 2013 aufgelöst (vgl.
Urk.
1
4.
S.3) -
führten, klärte die
Beschwer
degegnerin
nicht ab
, obwohl den vorliegenden Akten Hinweise zu entnehmen sind, dass die Beschwerdeführerin
aus gesundheitlichen Gründen
nicht mehr die ihrem Pensum entsprechende Arbeitsleistung erbringen und nur noch Routine
arbeiten ausführen konnte (vgl. vorstehend E. 4.3). Wie es sich damit verhält, hat die Beschwerdegegnerin durch Einholen von Auskünften des ehemaligen Arbeitgebers abzuklären.
5.6
Gesamthaft kann gestützt auf die vorliegenden medizinischen Berichte ein
inva
-
li
disierender
Gesundheitsschaden nicht mit überwiegender Wahrscheinlich
keit
ausgeschlossen werden, weshalb der Einschätzung der Beschwerdegegnerin
und
der Beigeladenen
nicht
gefolgt werden kann.
D
ie Sache
ist
zwecks Veran
lassung einer polydisziplinären Begutachtung
(vorzugsweise unter Einbezug ei
nes
Onko
-
logen)
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Damit die Gut
achter
insbe
-
sondere über möglichst umfassendes Material zur Beurteilung des retrospektiven Gesundheitszustandes verfügen, hat die Beschwerdegegnerin
bei sämtlichen behandelnden Ärzten eine
n Verlaufsbericht einzuholen. Ebenfalls
wäre es
wün
-
schenswert
, dass
sie
vor dem Begutachtungstermin
die Umstände, welche zur Kündigung f
ührten, ab
klären und
die
Ergebnisse der durchgeführten
Abk
lärung
den Gutachtern vor
legen
würde
.
Schliesslich ist die Beschwerdegegnerin
noch
darauf hinzuweisen, dass
zwar alle
Ä
rzte
eine hohe Arbeitsunfähigkeit attestierten. Gleichzeitig wiesen sie jedoch auf den Willen der Beschwerdeführerin
hin
, sich wieder in den Arbeitsalltag zu integrieren. Die Ärzte des
B._
führten aus, dass von einer weiteren Steigerung der Arbeitsfähigkeit auszugehen sei, sofern die Be
schwerdeführerin beispielsweise durch ein Arbeitstraining
auftrainiert
werde (vorstehend E. 4.4).
Dr.
C._
erachtete einen Arbeitsversuch als sinn
voll, um die Leistungsfähigkeit abzuklären (vorstehend E. 4.5).
Die
Beschwerde
gegnerin
hat
nach durchgeführter medizinischer Abklärung
nicht nur den Ren
tenanspruch, sondern
im Sinne des Grundsatzes „Eingliederung vor Rente“
auch allfällige Eingliederungsmassnahmen zu prüfen.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
6.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
In Anwendung dieser Kriterien ist die
Parteient
schädigung
vorliegen
d
auf Fr.
2‘300.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.