Decision ID: 174e5c65-2c21-5b03-a643-85c8688adc7a
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Am 14. Dezember 2016 reichte der Beschwerdeführer bei der Vorinstanz
die Schweizer Patentanmeldung Nr. 1654/16 (Zero Gravity Material) ein.
Mit mehreren Schreiben vom 16. Dezember 2016 erbat die Vorinstanz di-
verse formelle Mängel zu beheben. Mit Eingabe vom 22. Dezember 2016
reichte der Beschwerdeführer technische Unterlagen ein.
B.
Mit Schreiben vom 13. Februar 2020 beanstandete die Vorinstanz die Pa-
tentanmeldung. Nach Ansicht der Vorinstanz sind die Anforderungen an die
Definition der Erfindung nicht erfüllt, da keine technischen Merkmale im
Patentanspruch genannt wurden, sondern nur das zu erreichende Ergeb-
nis. Weiter führte sie aus, die Patentansprüche seien nicht gemäss den
formalen Vorgaben abgefasst und es sei auch unklar, ob es sich bei der
Anmeldung um zwei unabhängige Patentansprüche handle oder ob die
beiden beschriebenen Absätze in Abhängigkeit zueinander stehen.
Die Vorinstanz beanstandete auch, dass in den technischen Unterlagen die
Erfindung nicht so dargelegt ist, dass der Fachmann diese anhand der Un-
terlagen ausführen könne. Damit sei die Anforderung an eine ausreichende
Offenbarung nicht erfüllt.
Weiter wendete die Vorinstanz ein, dass von den Patentansprüchen auch
Gegenstände erfasst sind, die keine Erfindung im Sinne des Patentgeset-
zes darstellten, da diese den allgemein anerkannten Gesetzen der Physik
widersprächen.
Letztlich wies die Vorinstanz in ihrem Schreiben darauf hin, dass die tech-
nischen Unterlagen des geänderten Patentgesuchs nicht über den Inhalt
der ursprünglich eingereichten technischen Unterlagen hinausgehen dür-
fen, ansonsten die Anmeldung zurückgewiesen werden müsse.
C.
Nachdem am 25. März 2020 eine telefonische Besprechung zwischen der
Vorinstanz und dem Beschwerdeführer stattgefunden hatte, reichte der Be-
schwerdeführer mit E-Mail vom 27. März 2020 ein Anwendungsbeispiel
seiner Erfindung in Form einer Berechnung ein. Mit Schreiben vom 5. Juli
2020 nahm der Beschwerdeführer Stellung zu der Beanstandung der Vor-
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instanz vom 13. Februar 2020. Der Beschwerdeführer nahm an der Patent-
anmeldung Änderungen vor und ergänzte diese um die Berechnung eines
Anwendungsbeispiels der Erfindung.
D.
Mit Verfügung vom 1. Oktober 2020 wies die Vorinstanz die Patentanmel-
dung Nr. 1654/16 zurück. Im Wesentlichen argumentiert die Vorinstanz,
dass die in der Beanstandung vorgebrachten Einwände nicht behoben
wurden und somit die Anforderungen an die Erteilung eines Patents nicht
erfüllt werden.
E.
Mit Eingabe vom 21. Oktober 2020 wurde beim Bundesverwaltungsgericht
Beschwerde gegen diese Verfügung eingereicht. Sinngemäss beantragt
der Beschwerdeführer die Aufhebung des Entscheids der Vorinstanz vom
1. Oktober 2020 und die Eintragung seiner Erfindung als Patent. Der Be-
schwerdeführer begründet dies im Wesentlichen damit, dass die Zurück-
weisung nicht nachvollziehbar sei.
F.
Mit Vernehmlassung vom 15. Januar 2021 beantragt die Vorinstanz, die
Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen, sofern überhaupt darauf
eingetreten werden kann. Die Vorinstanz ist der Ansicht, dass auf die Be-
schwerde nicht einzutreten sei, da weder ein Rechtsbegehren noch eine
Begründung vorliege. Sollte das Bundesverwaltungsgericht dennoch auf
die Beschwerde eintreten, halte sie fest, (i) dass die geltend gemachten
Patentansprüche Gegenstände umfassten, die keine Erfindung im Sinne
des Patentgesetzes darstellten, (ii) dass die Anmeldung die Erfindung nicht
so darlege, dass ein Fachmann diese anhand der Unterlagen ausführen
könne, und (iii) dass die Patentanmeldung zudem so geändert worden sei,
dass ihr Gegenstand über den Inhalt der ursprünglich eingereichten tech-
nischen Unterlagen hinausgehe.
G.
In der Folge liess sich der Beschwerdeführer nicht mehr vernehmen. Eine
Parteiverhandlung fand nicht statt. Auf die weiteren Vorbringen der Par-
teien wird, soweit erheblich, in den Urteilserwägungen detaillierter einge-
gangen.
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden
gegen Verfügungen der Vorinstanz in Patentsachen zuständig (Art. 31, 32
und 33 Bst. e des Verwaltungsgerichtsgesetzes [VGG, SR 173.32]). Als
Patentgesuchsteller und Adressat der angefochtenen Verfügung ist die Be-
schwerdelegitimation im Sinne von Art. 48 des Verwaltungsverfahrensge-
setzes (VwVG, SR 172.021) beim Beschwerdeführer gegeben. Die Be-
schwerdefrist nach Art. 50 VwVG wurde eingehalten und der verlangte
Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet.
1.2 Die Vorinstanz argumentiert in ihrer Vernehmlassung allerdings, dass
der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde weder ein konkretes Rechts-
begehren noch eine genügende Begründung angeführt habe, weshalb auf
die Beschwerde nicht einzutreten sei.
1.3 Damit eine Eingabe als Beschwerde im Sinn von Art. 52 Abs. 1 VwVG
qualifiziert werden kann, muss daraus der klare Wille einer individualisier-
ten Person hervorgehen, als Beschwerdeführende aufzutreten und die Än-
derung einer bestimmten, sie betreffenden und mittels Verfügung geschaf-
fenen Rechtslage anzustreben (Urteil des BGer 2C_770/2021 vom 19. Ok-
tober 2021 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen, auch zum Folgenden). An Laien-
eingaben dürfen in sprachlicher und formeller Hinsicht allerdings nicht allzu
hohe Anforderungen gestellt werden, ein sinngemässer Antrag und ein
Darlegen der strittigen Punkte kann bereits genügen (FRANK SEETHA-
LER/FABIA PORTMANN, in: Waldmann/ Weissenberger [Hrsg.], Praxiskom-
mentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2. Aufl. 2016,
N. 49 und N. 73 zu Art. 52).
Der Beschwerdeführer schreibt in seiner Eingabe, er "lege hiermit Be-
schwerde ein, gegen die Verfügung vom 1. 10. 2020 Sachprüfung Pa-
tente". Der Beschwerdeinstanz ist damit ersichtlich, was das Beschwerde-
objekt ist. Die angefochtene Verfügung legt zudem im Dispositiv nichts wei-
ter fest, als die Patentanmeldung zurückzuweisen. Für die Beschwer-
deinstanz ist damit auch erkennbar, dass die Beschwerde eine Aufhebung
der Zurückweisung der Patentanmeldung zum Ziel hat. Ob diese Aufhe-
bung kassatorisch oder reformatorisch erfolgt, muss der Beschwerdeführer
nicht spezifizieren, da diese Entscheidung im Ermessen des Gerichts liegt
(Art. 61 Abs. 1 VwVG). Als Begründung führt der Beschwerdeführer an,
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dass er die vorinstanzliche Verfügung nicht nachvollziehen kann und erläu-
tert noch einmal kurz seine Erfindung. Für die Beschwerdeinstanz ist somit
ersichtlich, in welchen Punkten der Beschwerdeführer mit der Verfügung
der Vorinstanz nicht einverstanden ist. Entgegen der Ansicht der Vor-
instanz sind die formellen Anforderungen an Rechtsbegehren und Begrün-
dung vorliegend erfüllt.
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Vorinstanz führt in ihrer Vernehmlassung aus, dass sich in der ange-
fochtenen Verfügung ein Kanzleifehler eingeschlichen habe. Im Dispositiv
wurde in Ziffer 1 die Patentanmeldungsnummer CH 1338/13 statt
CH 1654/16 genannt. Da sowohl im Betreff der Verfügung, im Sachverhalt
sowie in den Erwägungen stets die korrekte Patentanmeldungsnummer
CH 1654/16 genannt wurde, ist die Vorinstanz der Ansicht, dass dieser
Kanzleifehler im Rahmen des Beschwerdeverfahrens korrigiert werden
könne.
Da der Beschwerdeführer die Verfügung formkorrekt angefochten hat und
die richtige Patentanmeldenummer CH 1654/16 im Betreff der Beschwerde
nennt und auch sonst keine Anhaltspunkte vorhanden sind, wonach der
Beschwerdeführer durch diesen Kanzleifehler einen Nachteil erlitten haben
könnte, ist eine Berichtigung dieses Kanzleifehlers im Beschwerdeverfah-
ren ohne weiteres möglich (vgl. Urteil des BGer 2C 795/2010 vom 1. März
2011 E. 2).
3.
Für neue, gewerblich anwendbare Erfindungen, die dem Stand der Technik
nicht naheliegen, werden Erfindungspatente erteilt (Art. 1 Abs. 1 und Abs. 2
Bundesgesetz vom 25. Juni 1954 über die Erfindungspatente [Patentge-
setz, PatG, SR 232.14]). Das PatG enthält keine Legaldefinition des Be-
griffs der Erfindung. Das Bundesgericht definiert eine Erfindung im Ein-
klang mit einem Grossteil der Lehre als «Lehre zum planmässigen Handeln
unter Einsatz beherrschbarer Naturkräfte zur unmittelbaren Erreichung ei-
nes kausal übersehbaren Erfolgs» (BGE 146 III 403 E. 8.2 mit Verweis auf
BGer 4A.12/1995 vom 31. Juli 1996 E. 4). Die Erfindung muss also eine
konkrete technische Handlungsanweisung enthalten (MARK SCHWEI-
ZER/HERBERT ZECH in: Schweizer/Zech [Hrsg.], SHK-Komm. PatG, Bern
2019, Art. 1 N 13 ff.). Keine Erfindungen stellen blosse Entdeckungen oder
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wissenschaftliche Theorien dar. Die Erfindung muss in einem oder mehre-
ren Patentansprüchen definiert werden (Art. 51 PatG). In diesen müssen
neben einer eindeutigen Gegenstandsbezeichnung die technischen Merk-
male der Erfindung angegeben werden, weiter müssen die Ansprüche klar
formuliert sein (Art. 29 Abs. 1 und 2 PatV). Die Erfindung muss in der Pa-
tentanmeldung so dargelegt werden, dass der Fachmann sie anhand der
eingereichten Unterlagen ausführen kann (Art. 50 PatG). Ausführbarkeit
bedeutet, dass dem Fachmann eine so deutliche und vollständige Anlei-
tung vermittelt wird, dass er aufgrund der Informationen und seines Fach-
wissens in der Lage ist, die von der Lehre vermittelte technische Lösung
zuverlässig und wiederholbar praktisch auszuführen. So ist namentlich
eine technische Erfindung nur dann patentierbar, wenn die angestrebte
technische Lösung mit Sicherheit erreicht wird und diese nicht zufällig ist.
Dabei müssen fachtechnisch selbstverständliche Elemente nicht offenbart
werden (Urteil des BGer 4A_609/2019 vom 16. Juli 2020 E. 12 mit Verweis
auf BGE 144 III 337 E. 2.2.2 m.w.H.).
4.
4.1 Zunächst ist der für das vorliegende Patentgesuch relevante Fach-
mann zu eruieren. Dafür müssen
(i) das technische Gebiet, auf dem das von der Erfindung gelöste Problem
liegt (BPatGer, Urteil S2017_001 vom 1. Juni 2017 E. 4.4.),
(ii) das massgebliche Fachgebiet in diesem technischen Gebiet, und
(iii) die für dieses Fachgebiet erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten
des Fachmanns
bestimmt werden.
4.2 Die Fähigkeiten und Kenntnisse des Fachmannes umschreibt das Bun-
desgericht mit der Formulierung, der durchschnittlich gut ausgebildete
Fachmann, auf den bei der Beurteilung der erfinderischen Tätigkeit abge-
stellt werde, sei «weder ein Experte des betreffenden technischen Sach-
gebiets noch ein Spezialist mit hervorragenden Kenntnissen. Er muss nicht
den gesamten Stand der Technik überblicken, jedoch über fundierte Kennt-
nisse und Fähigkeiten, über eine gute Ausbildung sowie ausreichende Er-
fahrung verfügen und so für den in Frage stehenden Fachbereich gut ge-
rüstet sein» (BGE 120 II 71 E. 2). Was dem fiktiven Fachmann fehlt, ist jede
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Fähigkeit des assoziativen oder intuitiven Denkens (BGE 120 II 312 E. 4b
"cigarette d‘un diamètre inférieur").
4.3 Wo ein Problem mehrere technische Gebiete beschlägt, kann der fik-
tive Fachmann aus einem Team von Fachleuten aus unterschiedlichen
Fachgebieten gebildet werden (BGE 120 II 71 E. 2 "Wegwerfwindeln").
4.4 Aufgrund der vom Beschwerdeführer eingereichten Unterlagen ist vor-
liegend ein Fachmann mit Wissen in Physik mit einem Hochschulabschluss
anzunehmen. Branchenspezifische oder praxisbezogene Kenntnisse des
Fachmanns lassen sich der allgemein gehaltenen Anmeldung nicht ent-
nehmen und werden vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht.
5.
5.1 Gerichtsverfahren, welche ein Patent zum Gegenstand haben, erfor-
dern in der Regel ein gewisses Mass an Fachwissen zur Beurteilung der
technischen Fragen. Es ist indes nicht ausgeschlossen, dass auch ein Ge-
richt ohne Fachrichter und ohne ein Gutachten zu erstellen, patentrechtli-
che Fragen beurteilen kann (BGE 125 III 29 E. 3 a und BGE 81 II 292 E. 2).
Auf einen Fachrichter oder ein Gutachten kann ein Gericht insbesondere
dann verzichten, wenn sich die Bedeutung eines technischen Ausdrucks
oder einer technischen Aussage mit hinreichender Sicherheit aus der ein-
schlägigen Literatur ergibt (e contrario BGE 132 III 83 E. 3.4).
5.2 Wie nachfolgend erläutert wird, ist im vorliegenden Fall kein spezifi-
sches Fachwissen beizuziehen, da sich die zu behandelnden Probleme im
Bereich des Allgemeinwissens und des allgemeinen sprachlichen Ver-
ständnisses stellen.
6.
Die Vorinstanz bemängelt unter anderem, dass die Patentanmeldung
CH 1654/16 keine Patentansprüche, wie sie in Art. 51 Abs. 1 PatG vorge-
schrieben sind, enthalte. Zudem sei die Erfindung in den technischen Un-
terlagen nicht so dargelegt, dass der Fachmann die Erfindung anhand die-
ser Unterlagen ausführen könne, wie das Art. 50 Abs. 1 PatG verlange.
6.1
6.1.1 Nach Art. 51 Abs. 1 PatG ist die Erfindung in einem oder mehreren
Patentansprüchen zu definieren. Die Patentanmeldung hat aufzuzeigen,
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was der Erfinder subjektiv als Teil der objektiv offenbarten Lehre zum tech-
nischen Handeln erkannt hat und unter Schutz gestellt haben will (BGE 122
III 81 4a). Aus den Patentansprüchen geht mit anderen Worten hervor, wel-
che konkrete technische Handelsanweisung zum genannten Erfolg führt
(vgl. E. 3 oben). Von Gesetzes wegen braucht ein Patentanspruch keine
besondere Struktur aufzuweisen, es ist indes üblich, den Patentanspruch
in den Oberbegriff, welcher das schon Bekannte darlegt, und den kenn-
zeichnenden Teil, welcher die Merkmale der Erfindung darlegt, aufzuteilen.
Eine Auslegung des Patentanspruchs nach Treu und Glauben kann das
Wesen der Erfindung aber auch dem Oberbegriff entnehmen (BGE 104 Ib
68 E. 3; ALFRED KÖPF/ANDREA CARREIRA, in: Christian Hilti/Alfred Köpf/De-
mian Stauber/Andrea Carreira [Hrsg.], Schweizerisches und europäisches
Patent- und Patentprozessrecht, 4. Aufl. 2021, S. 246).
6.1.2 Die eingereichten, ergänzten Patentansprüche lauten wie folgt, wo-
bei die Ergänzungen in kursiv gehalten sind:
"1. Zero Gravity Material ist ein Material oder eine Mischung von Materia-
lien das durch teilweises oder vollständiges entfernen der Neutronen aus
den Atomkernen reduziert und bis gegen Null nicht reagiert.
2. Anspruch auf die Produktion von Zero Gravity Material, mittels Beschleu-
nigung – Verzögerung – Zentrifugalkraft – Impulsen. Das heisst, wenn an-
dere Zero Gravity Material produzieren, werden die Patentinhaber finanzi-
ell daran am Volumen beteiligt."
Eine wohlwollende Auslegung des Patentanspruchs 1 könnte einen Ober-
satz in der Bezeichnung Material und kennzeichnende Merkmale im Text-
teil durch teilweises oder vollständiges entfernen der Neutronen aus den
Atomkernen erblicken. Patentanspruch 2 entzieht sich indes einer sinnvol-
len patentrechtlichen Auslegung.
Aus Anspruch 1 geht nicht hervor, welches technische Handeln einen be-
stimmten Erfolg zeitigen soll. Es werden vielmehr lediglich Endprodukte ei-
ner möglichen technischen Handlung festgelegt. Selbst unter der An-
nahme, dass die erfolgten Änderungen rechtens sind, hierzu nachfolgend
E. 6.3, kann nicht von einem technischen Handeln im Sinne des Patent-
rechts gesprochen werden. Das ganze oder teilweise Entfernen von Neut-
ronen aus einem Material ist eine derart vage und unspezifische Aussage,
dass daraus keine konkrete Handlungsanweisung zur Erreichung eines be-
stimmten Erfolgs abgeleitet werden kann. Die Vorinstanz hat daher korrekt
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erkannt, dass Art. 51 Abs. 1 PatG mit den eingereichten Patentansprüchen
nicht erfüllt ist.
6.2
6.2.1 Gemäss Art. 50 PatG ist die Erfindung im Patentgesuch so darzule-
gen, dass sie der Fachmann ausführen kann. Die Patentschrift muss dem-
nach die Informationen liefern, die es dem Fachmann ermöglichen, die Er-
findung aufgrund seines allgemeinen Fachwissens praktisch auszuführen,
fachtechnisch selbstverständliche Elemente müssen nicht offenbart wer-
den (Urteil des BGer 4C.10/2003 vom 18. März 2003 E. 4 "Anschlaghalter";
Urteil des BPatGer O2018_017 vom 31. Januar 2020 E. 33). Das Patent-
gesuch muss daher alle nötigen Angaben enthalten, um die Erfindung
nachzuarbeiten und den erzielten Effekt zu erreichen (ALFRED KÖPF/AN-
DREA CARREIRA, a.a.O., S. 239).
6.2.2 Anhand des Patentanspruches und der Beschreibung wird ein
Material oder eine Mischung aus Materialien beansprucht, von welchem
die Neutronen aus dem Atomkern ganz oder teilweise entfernt wurden. Es
wird nicht weiter erläutert, ob dieses Material ein Werkstoff oder ein
Element ist, noch ob sich der Anspruch auf das Material als Produkt oder
auf die Herstellung dieses Materials bezieht. Auch die Art, wie Neutronen
aus dem Atomkern dieses Materials oder dieser Mischung von Materialien
entnommen werden sollen, ist nicht erläutert. Mit diesen Informationen
müsste ein Fachmann erhebliche selbständige assoziative und intuitive,
sogar erfinderische, Tätigkeit aufbringen, um diese Erfindung
nachzuarbeiten, so dies denn überhaupt möglich ist. Wie in Erwägung 4.2.
beschrieben, verfügt der fiktive Fachmann indes gerade nicht über derlei
Fähigkeiten, sondern kann nur anwenden, was im bestimmten Fachgebiet
als Grundwissen gilt. Entsprechend ist es einem patentrechtlichen
Fachmann nicht möglich, die Erfindung anhand der Informationen im
Patentgesuch nachzuarbeiten und den gewünschten Effekt zu erzielen. Die
Vorinstanz hat daher korrekt festgestellt, dass Art. 50 PatG nicht erfüllt ist.
6.3 Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass das Patentgesuch
des Beschwerdeführers keine rechtsgenüglichen Patentansprüche ge-
mäss Art. 51 PatG enthält sowie die Anforderungen an eine ausreichende
Offenbarung nach Art. 50 PatG nicht erfüllt. Da diese Mängel trotz Rüge
durch die Vorinstanz im vorinstanzlichen Verfahren durch den Beschwer-
deführer nicht behoben wurden, hat die Vorinstanz das Patentgesuch kor-
rekt gemäss Art. 59a Abs. 3 Bst. b PatG zurückgewiesen.
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Die weiteren von der Vorinstanz vorgebrachten Mängel der Patentschrift
betreffend die mangelnde gewerbliche Anwendbarkeit sowie die unzuläs-
sigen Änderungen der technischen Unterlagen erscheinen zwar ebenfalls
zutreffend, nach dem Gesagten erübrigt sich hingegen eine genauere Prü-
fung dieser Mängel.
Die Beschwerde ist damit abzuweisen.
7.
7.1 Bei diesem Verfahrensausgang sind dem Beschwerdeführer als unter-
liegende Partei die Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
Die Gerichtsgebühr bemisst sich nach Umfang und Schwierigkeit der
Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien
(Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]). In Anwendung dieser Kriterien werden die
Kosten des Beschwerdeverfahrens auf Fr. 3'000.– festgelegt. Sie werden
dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnommen.
7.2 Behörden, welche als Partei auftreten, werden keine Parteientschädi-
gungen zugesprochen (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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