Decision ID: 6f19153d-8ac8-4b97-b854-a9c3084b9e60
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren
1968,
meldete sich am
2
1.
Juli 2000
unter Hinweis auf
eine generalisierte
Tendomyopathie
und eine
Fibromyalgie
bei der Invalidenversicherung zum
Bezug einer Invaliden
rente (
Urk.
7/1
Ziff.
7.2 und
7.8) an
. Mit
Verfügungen vom 1
0.
Oktober 200
3 sprach
ihr
die
Sozial
versi
che
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
vo
n
1.
Juni bis August 200
1 bei einem Invaliditätsgrad von 40
%
eine
Viertelsrente
(
Urk.
7/34) und
ab Septem
ber
2001 bei einem Invaliditätsgrad von 50
%
eine halbe Rente (Urk. 7/35) zuzüg
lich Zusatz- und Kinderrenten zu.
1.2
Nach Eingang des von der Beschwerdeführerin am
2.
Juni 2006 ausgefüllten Revisionsfragebogens (
Urk.
7/49) holte die IV-Stelle unter anderem bei dem die Versicherte behandelnden rheumatologischen Facharzt einen Bericht ein (Urk. 7/51/1-2) und verneinte nach Erlass eines Vorbescheids (
Urk.
7/53) mit
der
in Rechtskraft erwachsenen
Verfügung vom 2
5.
September 2006 (
Urk.
7/55) ei
nen
Anspruch der Versicherten auf Erhöhung der bisher ausgerichteten halben Ren
te.
1.3
Nach Eingang des von der Beschwerdeführerin am 2
8.
August 2008 ausgefüll
ten Revisionsfragebogens (
Urk.
7/56) holte die IV-Stelle erneut bei dem die Ver
sicherte behandelnden rheumatologischen Facharzt einen Bericht ein (Urk. 7/58) und verneinte nach Erlass eines Vorbescheids (
Urk.
7/64) mit der in Rechtskraft er
wachsenen Verfügung vom 1
0.
Dezember 2007 (
Urk.
7/66) erneut einen An
spruch der Versicherten auf Erhöhung der bisher ausgerichteten halben Rente.
1.4
Nach Eingang des von der Beschwerdeführerin am
9.
Dezember 2010 ausgefüll
ten Revisionsfragebogens (
Urk.
7/67) holte die IV-Stelle bei dem die Versicherte be
handelnden allgemeinmedizinischen Facharzt einen Bericht ein (Urk. 7/72/1-4)
. Mit Mitteilung vom 1
7.
Februar 2011 (
Urk.
7/75) teilte die IV-Stelle der Ver
si
cherten mit, dass sie unverändert Anspruch auf eine halbe Rente habe.
1.5
Nach Eingang des von der Beschwerdeführerin am
2.
August 2013 ausgefüllten Revisionsfragebogens (
Urk.
7/82)
setzte die IV-Stelle die Versicherte mit Mittei
lung vom 2
4.
Februar 2014 (
Urk.
7/98) in Kenntnis, dass sie eine
bidisziplinäre
medizinische Untersuchung bei
Dr.
med.
Y._
/Rheumatologie und bei
Dr.
med.
Z._
/Psychiatrie
als
notwendig erachte. Mit
Schreiben 3
1.
März 2014 (
Urk
7/103) teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass
die vorgesehene
bidisziplinäre
Untersuchung ungenügend sei und bean
tragte eine
interdisziplinäre Begutachtung. Mit Schreiben vom 1
1.
April 2014 (
Urk.
7/104) teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie an der Durchfüh
run
g der vor
ge
sehenen
bidisziplinären
Begutachtung
festhalte, worauf die Ver
sicherte
von der
IV-Stelle
am 2
2.
April 2014 den Erlass einer Zwischenverfügung
verlangte
(
Urk.
7/105). Mit Verfügung vom 2
5.
April 2014 (
Urk.
7/106 =
Urk.
2) hielt die IV-Stelle an der Durchführung der vorgesehenen
bidisziplinären
, rheumatolo
gi
schen und psychiatrischen Begutachtung fest.
2.
Gegen die Verfügung vom
2
5.
April 2014
(Urk. 2) erhob die Versicherte am
2
8.
Mai 2014
Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte,
diese sei aufzuheben und es sei die IV-Stelle anzuweisen, eine interdisziplinäre Begutachtung anzuordnen (S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
3.
Juli 2014
(Urk. 5) die Ab
weisun
g der Beschwerde. Dies wurde der
Beschwerdeführer
in
am
2
5.
August 2014
zur Kenntnis gebracht (
Urk. 8
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
43 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (
ATSG
)
prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Aus
künfte ein (Satz 1).
Art. 43 Abs. 1 ATSG statuiert die Sachverhaltsabklärung
von Amtes wegen, wobei die zuständige Behörde nicht an Anträge der versi
cher
ten Person gebun
den ist (BGE 132 V 93 E. 5.2.8).
Das Gesetz weist dem Durchführungsorgan die Aufgabe zu, den rechtser
heb
li
chen Sachverhalt nach dem Untersuchungsgrundsatz abzu
klären, so dass ge
stützt darauf die Verfügung über die in Frage stehende Leis
tung ergehen kann (
Art.
49 ATSG). Die IV-Stel
len haben nach der Rechtspre
chung (BGE 137 V 210
E.
1.2.1) externe (meist polydisziplinäre) Gutachten einzu
holen, wenn der ausge
prägt interdisziplinäre Charakter einer medizinischen Problemlage dies gebietet.
1.2
Polydisziplinäre Gutachten, das heisst solche, an denen drei oder mehr
Fachdis
ziplinen
beteiligt sind, haben nach dem Wortlaut von
Art.
72
bis
Abs. 1
der
Ver
ordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
, in der seit
1.
März 2012 gültigen Fassung, bei einer Gutachterstelle zu erfolgen, mit welcher das Bundesamt für So
zialversicherungen (BSV) eine Vereinbarung getroffen hat. Gemeint sind die
Medizinischen Abklärungsstellen (MEDAS) im Sinne von
Art.
59 Abs. 3
des Bun
desgesetz
es
über die Invalidenversicherung
(
IVG
)
. Die Vergabe der Aufträge er
folgt nach dem Zu
fallsprinzip (
Art.
72
bis
Abs. 2 IVV). Zu dessen Umsetzung hat
das BSV die
web
basierte
Vergabeplattform
SuisseMED@P
eingerichtet, über welche
der gesamte Verlauf der Gutachtenseinholung gesteuert und kontrolliert wird (www.suissemedap.ch; BGE 139 V 349 E. 2.2).
1.3
Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhalts ein Gutachten
einer oder eines unabhängigen Sachverständigen einholen, gibt er der Partei laut
Art. 44 ATSG deren oder dessen Namen bekannt (Satz 1); diese kann den Gut
achter (oder die Gutachterin) aus triftigen Gründen ablehnen und Gegen
vor
schlä
ge machen (Satz 2).
Bei den triftigen Gründen im Sinne von
Art.
44 Satz 2 ATS
G handelt es sich nach der Rechtsprechung (vgl. BGE 132 V 376) insbe
son
dere um
substanziiert
vorgebrachte gesetzlichen Ausstands- und
Ab
lehnungs
gründe
.
Nach der Rechtsprechung ist die Rege
lung von
Art.
44 ATSG in Bezug auf die
Par
teirechte
bei der
Gutachtensan
ordnung
grundsätzlich ab
schliessend und es findet diejenige von
Art.
19 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (
VwVG
) in Verbindung mit Art. 55
Abs.
1 ATSG und Art. 57 Abs. 2 des
Bun
des
gesetzes über den Bundeszivilprozess (BZP) grund
sätzlich keine Anwendung (BGE
137 V 210 E.
3.4.1.5 in
fine
). Ausnahmsweise ist die Regelung von
Art.
19
VwVG
in Verbindung mit
Art.
57 Abs. 2 BZP indes dennoch zu beachten. Dies gilt ins
besondere für den Anspruch der versicherten Person
,
sich vorgängig zu den
Gut
achterfragen
zu äussern, dagegen
Einwände
zu erheben sowie
Ergän
zungs
- und
Zusatzfragen
zu stellen (BGE 137 V 210 E.
3.4.2.9 und BGE
139 V 349
E.
5.2.3; vgl.
Art.
57 Abs. 2 BZP). Des Weiteren steht der versicherten Person im Rahmen des rechtlichen Gehörs das Recht zu, sich nach Erstattung des Gutachtens zum
Beweisergebnis zu äus
sern, Erläute
rung, Ergänzung des Gutachtens oder eine neu
e Begutachtung zu beantragen sowie weitere Beweisanträge vorzubringen (BGE
137
V
210
E. 3.41.5 in
fine
; vgl. Art. 60 Abs. 1 BZP).
1.4
Die üblichen Untersuchungen im Rahmen einer medizinischen Begutachtung sind
ohne konkret entgegenstehende Umstände generell als zumutbar zu erach
ten (Art. 43
Abs. 2 ATSG; Urteil des Bundesgerichts I 988/06 vom 28. März 2007). Die Mitwirkung kann von der betroffenen Person jedoch dann ohne rechtliche
Folgen verwei
gert werden (Art. 43 Abs. 3 ATSG), wenn sie begrün
dete Aus
stands-
oder Ablehnungsgründe anfü
hr
en kann. Ist dies nicht der Fall, spricht
verfahrens
rechtlich nichts dagegen, wenn der Versicherungsträger die Begut
ach
tung ohne das Einverständnis der versicherten Person anordnet. Nach der Recht
sprechung hat der Versicherungsträger, falls eine Einigung über die
Gutachtens
einholung
nicht zustande kommt, über die Anordnung, eine Exper
tise einzu
holen,
eine formelle Verfügung im Sinne von Art. 49 ATSG zu erlas
sen (BGE 137 V 210
E. 3.4.2.6).
1.5
Wird anstelle eines polydisziplinären (MEDAS-)Gutachtens eine mono- oder
bi
dis
ziplinäre
Expertise eingeholt, so sind dieselben Partizipationsrechte be
acht
lich
.
Eine Ausnahme für Begutachtungen mit weniger als drei
Fachdiszipli
nen
ist hi
n
sichtlich des Zufallsprinzips
hinzunehmen
(BGE 139 V 349 E. 5.4)
. Bei Unei
nig
keit ist eine Begutachtung mit anfechtbarer Zwischenverfügung an
zuordnen (BGE
139 V 349 E. 5.1
).
Mit der Abgrenzung zwischen poly- und mono-/
bidiszi
pli
nären
Gutachten eng verbunden ist die (vorgelagerte) Frage, wer für die Aus
wahl der Fachdisziplinen überhaupt zuständig ist
. Nach der Rechtsprechung (
BGE 139 V 349
E. 3.3) steht es d
en Gutachtern
s
owohl bei
po
lydi
sziplinären
als auch bei
bidisziplinäre
n
Expertisen
frei, die von der IV-Stelle
oder
dem RAD (oder im Beschwerdefall durch ein Gericht) bezeichneten Diszip
linen gegenüber der Auftraggeberin zur Diskussion zu stellen, wenn ihnen die Vorgaben nicht
einsichtig sind. Unter diesem Vorbehalt steht insbesondere auch eine vor
gäng
i
ge
Verständigung zwischen IV-Stelle und versicherter Person über die
Fachdiszi
pli
nen
. Eine erneute Mitwirkung der versicherten Person in diesem Punkt ist als
dann
ausgeschlossen.
1.6
Bei der Anordnung des Gutachtens handelt es sich um eine Zwischenverfügung (
Art.
55
Abs.
1 ATSG in Verbindung mit
Art.
5
Abs.
2 und
Art.
46
VwVG
). Eine solche kann unter anderem dann angefochten werden, wenn sie einen nicht
wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (
Art.
46
Abs.
1
lit
. a
VwVG
; BGE 132 V 93 E.
6.1 S.
106). Für die Beurteilung des nicht wieder gutzuma
chen
den Nachteils im Kontext des IV-rechtlichen Abklärungsverfahrens mit sei
nen spe
zifischen Gegebenheiten (dazu eingehend BGE 137 V 210) muss berück
sich
tigt werden, dass das Sachverständigengutachten im Rechtsmittelverfahren mit
Blick auf die fachfremde Materie faktisch nur beschränkt überprüfbar ist. Greife
n die Mitwirkungsrechte erst nachträglich
bei der Beweiswürdigung im
Verwal
tungs
- und Beschwerdeverfahren -, so kann hieraus ein nicht wieder gutzu
mach
ender Nachteil entstehen, zumal im Anfechtungsstreitverfahren kein An
spruch auf Einholung von
Gerichtsgutach
ten
besteht (vgl. BGE 136 V 376).
Die ge
währleisteten Mitwirkungsrechte müssen durchsetzbar sein, bevor präju
dizie
rende Effekte eintreten. Hinzu kommt, dass die mit medizinischen Untersu
chung
en einher
gehenden Belastungen zuweilen einen erheblichen Eingriff in die phy
sische oder psychische Integrität bedeu
ten (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.4).
Aus diesen Gründen hat das Bundesgericht die
Eintretensvoraussetzung
des nicht
wieder gutzumachenden Nach
teils für das erstinstanzliche
Beschwerde
verfahren
in invalidenversicherungsrechtlichen Angelegenheiten bejaht, zumal die nicht sach
gerechte Begutachtung in der Regel einen rechtlichen und nicht nur einen tatsächlichen Nachteil bewirkt (BGE 138 V 271 E. 1.2.3, 137 V 210 E. 3.4.2.7). Im erstinstanzlichen Gerichtsverfahren können beschwerdeweise mate
rielle Ein
wendungen geltend gemacht werden, beispielsweise des Inhalts, die in Aussicht g
e
nommene Begutachtung sei nicht notwendig, weil sie - mit Blick auf einen
be
reits umfassend abgeklärten Sachverhalt - bloss einer Zweitmeinung ent
spreche (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7 mit Hinweisen; noch anders: BGE 136 V 156).
Sodann können personenbezogene
Ausstandsgründe
gerügt werden.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 2
5.
April 2014
(
Urk.
2) davon aus, dass die dem internistischen Fachgebiet zuzurechnen
den Leiden
(Polyp
im
Colon
sigmoideum
,
Adipositas,
arterielle
Hypertonie,
Hy
pokalzämie
,
sekund
ärer
Hyperpa
ratheoidismus
)
keine längerdauernde Arbeitsun
fähig
keit verursachten, weshalb
-
neben einer rheumatologischen und psychia
tri
schen
-
Begutachtung
keine zu
sätzlich
e
internistische Begutachtung erfor
der
lich sei. Zudem
gelte es zu be
rücksichtigen, dass
die als Gutachterin vorge
seh
ene rheumatologische
Fachärz
tin
auch über einen Weiterbildungstitel als
Fach
ärztin
für Allgemeine Innere Medizin verfüge.
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt
hiegegen
vor, dass sie unter
einer Vitamin
D-Auf
nahmestörung
und unter
einer
Hypokalzämie
mit sekundärem
Hyperpa
rathy
reo
dismus
leide, und dass es sich dabei um internistische, die Arbeitsfähig
keit be
ein
trächtigende
Leiden
handelt, weshalb die Durchführu
n
g
einer zu
sätzlichen internistischen Begutachtung angezeigt sei (
Urk.
1 S. 5).
3.
3.1
Die
Beschwerdeführerin wendet gegen die angefochtene Verfügung ein,
dass die in Aussicht genommene
bidisziplinäre
rheumatol
o
gische und psychiatrische Be
gutachtung nicht sachgerecht sei, dass vielmehr eine polydisziplinäre Begut
achtung unter Einschluss einer internistisc
hen Begutachtung angezeigt sei
.
Pra
xis
gemäss
(vorstehende E.
1.6)
ist
die angefochtene Verfügung vom 2
5.
April 2014 (
Urk.
2) daher geeignet, bei der Beschwerdeführerin
einen nicht wieder gut
zu
machenden Nachteil tatsächlicher und rechtlicher Art
zu
bewirken
. Die
Ein
tre
tensvoraussetzung
des nicht wiede
r gutzumachen
den Nachteils
ist daher
zu be
jahen.
3.2
Im Folgenden ist auf Grund der medizinischen Aktenlage zu prüfen, ob
zur Be
urteilung der Frage nach der Entwicklung des anspruchsrelevanten Gesund
heitszustandes der Beschwerdeführer
in
im massgebenden Vergleichs
zeitraum seit der letzten materiellen Prüfung des Rentenanspruchs vom 1
7.
Februar 2011
(
Urk.
7/75) bis zum Erlass der Verfügung vom 2
5.
April 2014 (
Urk.
2)
die An
ord
nung einer
bidisziplinären
rheumatologischen und psychiatrischen Begut
ach
tung gerechtfertigt war,
beziehungsweise
ob die Beschwerdegegnerin zu Rechte auf eine internistische
(Teil-)
Begutachtung verzichtet hat.
4.
4.1
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin FMH,
stellte in seinem Bericht vom
1.
November 2007 (
Urk.
7/72/10-11) die folgen
den
Diagnosen (S. 1):
Vitamin D-Aufnahmestörung mit
Hypokalzämie
und
sekundärem
Hyper
parathyreoidisms
chronisches
zerviko
- und
lumbospondylogenes
Syndrom
Kniegelenksarthralgien linksbetont
Tendenz zur generalisierten
Tendomyopathie
Adipositas
arterielle Hypertonie
larvierte Depression
Dr.
A._
erwähnte, dass die ausgeprägten
Bewegungsapparatsbeschwerden
trotz einer Therapie mit Kalzium und Vitamin D-Substitution persistierten.
4.2
In seinem Bericht vom
9.
Juni 2010 (
Urk.
7/88/4) stellte
Dr.
A._
fest, dass er die Behandlung der Beschwerdeführerin
vorläufig
abgeschlossen habe. Er führte
aus, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
habe
sich
seit seinem Be
richt
vom
1.
November 2007 nicht massgeblich verändert. Zur Überwa
chung der Vitamin D-Störung empfehle er eine halbjährliche Überprüfung des Kalziums, des Phosphats und des alkalischen Phosphatase-Wertes. Sodann
sei
eine Weiter
führung der bisherigen Medikation sowie eine Vitamin D-Injektion alle drei Monate und eine gelegentliche Massagetherapie angezeigt.
4.3
Dr.
med.
B._
, A
rzt für Allgemeine Medizin FMH,
stellte mit Bericht vom 1
9.
Januar 2011 (
Urk.
7/72/1-5)
folgende
Diagnosen (
Ziff.
1.1):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Vitamin D-Aufnahmestörung
Tendomyopathie
Depression
chronisches zervikales und lumbales Syndrom
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Hypertonie
Der Arzt
erkannte
, dass die Beschwerdeführerin ihre bisherige Tätigkeit „Put
zen“ noch im Umfang von drei Stunden im Tag ausüben könne (
Ziff.
1.7).
4.4
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Gastroenterologie, erwähnte in seinem Bericht vom 2
0.
Februar 2013 (
Urk.
7/82/6), dass eine gleichentags bei der Be
schwerdeführerin durchgeführte Koloskopie einen 12 Millimeter grossen Polyp im
Aszendens
ergeben habe, und dass dieser endoskopisch komplikationslos rese
ziert worden sei.
4.5
Mit Bericht vom 1
4.
August 2013 (
Urk.
7/88/1) führte
Dr.
B._
aus, dass die Beschwerdeführerin unter einer Vitamin D-Aufnahmestörung, einem chroni
schen
Lumbovertebralsyndrom
, einer generalisierten
Tendomyopathie
und unter einer Depression leide, und dass
sie eine behinderungsangepasste
Tätigkeit im Umfang von drei Stunden im Tag
ausüben könne
.
4.6
Dr.
A._
erwähnte in seinem
Bericht vom
5.
September 2013 (
Urk.
7/88/2),
dass die Beschwerdeführerin neu unter einer beginnenden
Gonarthrose
links und
unter
ei
nem
Lumbovertebralsyndrom
leide, und stellte fest, dass
ihr
die Aus
übung leichter Arbeiten in wechselnden Positionen im bisherigen Umfang von ungefähr 50
%
zuzumuten sei.
4.7
Mit
Bericht vom 2
4.
Oktober 2013 (
Urk.
7/92/5-6)
stellte
Dr.
A._
die folgen
den Diagnosen (S. 1):
Vitamin D-Aufnahmestörung mit
Hypokalzämie
sekundärem
Hyperparathyreodismus
Therapie mit
Calcimagon
Forte
Vitamin D-Injektionen alle drei Monate
chronisches
lumbo
- und
zervikospondylogenes
Syndrom mit Tendenz zu generalisierter
Tendomyopathie
beginnende
Gonarthrose
linksbetont
Vitamin B 12-Mangel
Er erwähnte, die Beurteilung aus rheumatologischer Sicht
sei
ähnlich wie in den Berichten aus dem Jahre 2007 und 2010 geblieben.
4.8
Am 2
1.
November 2013
(
Urk.
7/93/14-15)
erwähnte
Dr.
C._
, dass eine glei
chen
tags durchgeführte Gastroskopie eine
erosive
Antrumgastritis
und eine axi
ale
Hia
tushernie
ergeben habe.
Es sei eine Reduktion der Therapie mit
nichtste
roidalen
Antirheumatika indiziert. Eine gleichentags durchgeführte Koloskopie
habe einen
gestielten
Polypen von ungefähr 1.5 Zentimeter Durchmesser im
Colon
sigmoideum
ergeben, welcher vollständig abgetragen worden sei. Es sei eine Kontrollkoloskopie in fünf beziehungsweise in drei Jahren angezeigt, je nach Ergebnis der durchzuführenden Histologie (S. 2).
4.9
Am 2
7.
November 2013 (
Urk.
7/92/1-3)
stellte
Dr.
A._
fest
, dass
in der bis
her ausgeübten Tätigkeit der Beschwerdeführerin (als Gebäudereinigerin) wie bis
her eine Arbeitsunfähigkeit für körperlich leichte Tätigkeiten im Umfang von 50
%
bestehe (
Ziff.
1.6), und dass eine Arbeitsunfähigkeit in
behinderungs
ange
passten
Tätigkeiten im gleichen Umfang bestehe (
Ziff.
1/7).
4.10
Mit Bericht vom 2
7.
November 2013 (
Urk.
7/93/5) führte
Dr.
C._
aus, dass er auf Grund der Grösse des entfernten
Polypens
die Durchführung einer
Kontroll
koloskopie
in drei Jahren empfehle.
4.11
In seinem Bericht vom
3.
Dezember 2013 (
Urk.
7/93/1-4) erwähnte
Dr.
B._
, dass die Beschwerdeführerin dauernd Schmerzen habe (
Ziff.
1.4), und dass sie ihre bisherige Tätigkeit im Putzen noch während 2 Stunden im Tag ausführen könne (
Ziff.
1.7).
4.12
Der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes der
Beschwerdegegenerin
(RAD),
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie,
führte in seiner Stellungnahme vom 1
1.
Januar 2014 (
Urk.
6 S. 4 f.) aus, dass angesichts der dürftigen Aktenlage eine
versicherungsmedizinische Beur
teilung nicht möglich sei, weshalb es weiterer medizinischer Abklärungen in Form einer
bidisziplinären
rheumatologisch-psychiatrischen Begutachtung be
dürfe.
In seiner Stellungnahme v
om 1
1.
April 2014 (
Urk.
6 S. 5) stellte
Dr.
D._
fest, dass bei der Beschwerdeführerin die dem internistischen Fachgebiet zuzurech
nenden Diagnosen eines
gestielten
Polypen im
Colon
sigmoideum
, einer Adipo
sitas, einer arteriellen Hypertonie, einer
Hypokalzämie
und eines sekundären
Hyperparathyreoidismus
a priori keine länger dauernde Arbeitsunfähigkeit ver
ursachten
, weshalb eine zusätzliche Begutachtung von Seiten dieses Fachgebie
tes
im Hinblick auf die sich aus den genannten Diagnosen ableitende Ein
schrän
kung der funktionellen Leistungsfähigkeit nicht erforderlich sei, zumal die vor
ge
sehene rheumatologische Gutachterin auch Internistin sei.
5.
5.1
Den obenerwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass
die Beschwer
de
führerin
zum Zeitpunkt bei Erlass der Mitteilung vom 1
7.
Februar 2011 (
Urk.
7/75) unter einer V
itamin D-Aufnahmestörung mit
Hypokalzämie
und sekundärem
Hyperparathyreoidisms
, einem
chronisches
zerviko
- und
lum
bo
spon
dy
logene
n
Syndrom
beziehungsweise einem chronischen zervika
len und lum
balen
Syndrom
, Kniegelenksarthralgien, einer
Tendenz zu generalisierter
Ten
do
myopathie
beziehungsweise einer
Tendomyopa
thie
, einer Adipositas, einer arteriellen Hypertonie
und einer larvierten Depression beziehungsweise einer
Depression litt (vorstehende E. 4.1 und 4.3), wobei
Dr.
B._
in seiner Beur
tei
lung vom
1
9.
Januar 2011 (
vorstehende E. 4.3) davon ausging, dass die Be
schwerdeführerin durch die
Vi
tamin D-Aufnahmestörung
, die
Tendomyopathie
, die
Depression
und durch das chronische zervikale und lumbale
Syndrom
in ihrer Arbeitsfähigkeit beein
trächtigt werde, und dass ihr die Ausübung der bis
herigen Tätigkeit als
Gebäu
dereinigerin
im Umfang von drei Stunden im Tag
zu
zumuten sei.
5.2
Seither wurde bei der Beschwerdeführerin am
2
0.
Februar 2013 (
vorstehende E. 4.4
)
und am
2
1.
November 2013 (
vorstehende E. 4.8
)
im Rahm
en
von Kolo
s
kopien je ein
Polyp
aus dem Dickdarm endoskopisch reseziert. Gemäss der Be
ur
teilung durch
Dr.
C._
vom 2
1.
November 2013 (vorstehende E.
4.8) litt die Beschwerdeführerin neu sodann unter einer
erosiven
Antrumgastritis
und
unter
einer axialen
Hiatushernie
. Gemäss der Beurteilung durch
Dr.
A._
vom
5.
September 2013 (
vorstehende E.
4.6
)
habe
die Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt neu unter
einer beginnenden
Gonarthrose
links und
unter
ei
nem
Lumbovertebralsyndrom
gelitten
. Am 2
4.
Oktober 2013 (vorstehende E.
4.7) stellte
Dr.
A._
zudem neu einen V
itamin B 12-Mangel
fest.
Dr.
B._
er
wähnte in seiner Beurteilung vom
3.
Dezember 2013 (
vorstehende E. 4.11
) dass die Beschwerdeführerin
unter
dauernd
en
Schmerzen
leide, weshalb
sie ihre bis
herige Tätigkeit
als Gebäudereinigerin noch im Umfang von
2 Stunden im Tag
ausüben könne.
5.3
Den
erwähnten medizinischen Akten zum Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 2
5.
April 2014 (
Urk.
2)
lassen sich - entgegen der diesbezüglichen Vorbringen
der Beschwerdeführerin (
Urk.
1) - keine Hinweise entnehmen, dass die
Be
schwer
deführer
in
durch die das Fachgebiet der Inneren Medizin betreffenden
Gesund
heitsschäden
(
Vitamin D-Aufnahmestörung mit
Hypokalzämie
und sekundärem
Hyperparathyreoidisms
,
Adipositas,
arterielle Hy
pertonie
)
in einer
im Vergleich zum
Zeitpunkt bei Erlass der Mitteilung
vom 1
7.
Februar 2011
verändertem
Um
fang
in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
wäre
.
In den
medizinischen Akten sind zudem keine
Anhaltspunkte
dafür
zu
er
kennen
, dass die Beschwerde
füh
rer
in durch die neu aufgetretenen
, das Fachge
biet der Inneren Medizin betreffende
Leiden
(
Status nach zweimaliger Entfernungen eines
Polypen im Dickdarm,
ero
sive
Antrumgastritis
,
axiale
Hiatushernie
,
Vitamin B12-Mangel
)
neu
zusätzlich
in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
wäre
. Gestützt auf die medizinische Ak
tenlage ist
vielmehr
davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin zum Zeit
punkt bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2
5.
April 2014 (
Urk.
2) in somatischer Hinsicht
allenfalls durch die dem
mediz
inischen Fachgebiet der Rhe
umatologie zuzurech
n
enden
Leiden
(
chronisches zervikale
s
und lumbale
s
Syndrom beziehungsweise
Lumbovertebralsyndrom
,
Tendomyopathie
,
beginnen
de
Gonarthrose
)
in der Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt sein könnte.
Des Weiteren bestehen in
psychischer Hinsicht auf Grund der Akten
Hinweise
dafür, dass die Beschwerdeführerin weiterhin durch eine Depression bezie
hungsweise
durch
eine larvierte Depression in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträch
tig
t
sein könnte.
5.4
Die
nachvollziehbaren
Beurteilung
en
durch
Dr.
D._
vom 1
1.
Januar und vom 1
1.
April 2014 (vorstehende E. 4.12), wonach auf Grund der Akten eine ab
schliessende
versicherungsmedizinische Beurteilung
der Frage nach einer
an
spruchsrelevanten
Veränderung des Gesundheitszustandes der Beschwerde
füh
rer
in im massgebenden Vergleichs
zeitraum
nicht möglich sei,
wonach
es weite
rer
medizinischer Abklärungen in Form einer
bidisziplinären
rheumatologisch-psy
ch
iatrischen Begutachtung bedürfe, und wonach,
die dem internistischen Fach
gebiet zuzurechnenden Diagnosen
(Polyp
im
Colon
sigmoideum
, Adipositas, arte
rielle Hypertonie,
Hypo
kalzämie
,
sekundärer
Hyperparathyreoidismus
)
a priori keine länger dauernde Arbeitsunfähigkeit verursachten,
sodass
eine
Begutach
tung durch ei
nen Facharzt für Innere Medizin nicht erforderlich sei
,
verm
ögen
zu überzeugen, weshalb darauf abzustellen ist.
6.
6.1
Gestützt auf die nachvollziehbaren Beurteilungen durch
Dr.
D._
ist
daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Ver
fügung vom 2
5.
April 2014 (
Urk.
2) davon ausging, dass vorliegend lediglich eine
bidis
ziplinäre
Begutachtung der Beschwerdeführerin durch rheumato
logi
sche und psychiatrische Experten angezeigt
war
, und dass eine polydisziplinäre Begut
ach
tung unter Einschluss einer
Teilb
egutachtung durch einen Experten der Inneren Medizin nicht erforderlich
war
.
6.2
Der Beurteilung durch
Dr.
D._
vom 1
1.
April 2014 (vorstehende E. 4.12)
kann
in
des insofern nicht gefolgt werden, wenn dieser darin die Meinung vertrat, das
s
ein allfälliges
Teilgutachten der als rheumatologische Gutachterin vorgese
henen
Dr.
med.
Y._
(vgl.
Urk.
7/98), welche neben dem
Weiter
bildungs
titel
im Fachgebiet Rheumatologie auch über einen solchen im Fachge
biet der Allgemeinen Inneren Medizin verfügt, gleichzeitig als rheumatologi
sches und
als internistisches Teilgutachten zu qualifizieren wäre. Denn vorlie
gend steht fest
, dass die Beschwerdegegnerin eine
bidisziplinäre
rheumatologi
sche und psychia
trische Begutachtung der Beschwerdeführerin angeordnet (vgl. Urk.
7/98) und
auf die Anordnung einer internistischen
Teilb
egutachtung ver
zichtet hat.
7.
Nach Gesagtem ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
mit der angefochtenen Verfügung vom
2
5.
April 2014 (
Urk.
2)
an der Anord
nung
einer
bidisziplinären
Begutachtung der Beschwerdeführerin
durch eine
Fachärz
tin
der Rheumatologie und
einen Facharzt
der Psychiatrie festhielt und die Not
wendigkeit einer zusätzlichen Begutachtung durch Experten des Fachge
biets der Inneren Medizin verneinte. Demzufolge ist die dagegen erhobene Be
schwerde abzuweisen.