Decision ID: e5a46863-d8d2-5cd0-8fa2-b8346ad5f80d
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ war seit März 2016 als Hilfsmitarbeiter im Strassenbau im 100%-Pensum
tätig. Am 30. November 2016 erlitt er bei der Arbeit einen Bruch der Finger an der
linken Hand (Fremd-act. 1). Im Januar 2017 erlitt er zudem einen Bandscheibenvorfall,
der am 27. Januar 2017 im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) operiert wurde
(interlaminäre Fenestration L5/S1 links mit Sequestrektomie und partielle Nukleotomie).
Am 3. Februar 2017 erfolgte eine Re-Sequestrektomie L5/S1. Vom 15. Februar bis 7.
März 2017 hielt sich der Versicherte zur stationären Rehabilitation in der Klinik B._
auf. Anlässlich der klinischen Verlaufskontrolle vom 13. März 2017 hielten die Ärzte des
KSSG fest, beim Versicherten bestünden eine kaudal sequestrierte medio-laterale
Diskushernie L5/S1 links, eine Endgliedfraktur Dig. II linke Hand sowie eine
Dekonditionierung mit einem angstgetriggerten lumbovertebrogenen Schmerzsyndrom
und einer vegetativen Labilität. Nach wie vor bestehe eine geringe
Schmerzausstrahlung ins linke Bein dorsalseitig, die bis zur Grosszehe reiche. Die
postoperativ noch deutlich verringerte Mobilität sei auch durch die Angst vor
Schmerzen getriggert. Eine multimodale Schmerztherapie sei indiziert. Die Tätigkeit als
Bauarbeiter sei dem Versicherte nicht mehr zumutbar (vgl. die Arztberichte vom 6. März
2017, 13. März 2017 und 4. April 2017, IV-act. 14-2 ff., Austrittsbericht vom 13. April
2017, IV-act. 30; vgl. auch Fremd-act. 25, 31 ff.).
A.a.
Am 20. März 2017 meldete sich der Versicherte zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Nach Einholung diverser Berichte teilte die IV-
Stelle dem Versicherten am 17. Mai 2017 mit, dass im Moment medizinische
Behandlungsmassnahmen im Vordergrund stünden und dass zurzeit aufgrund des
Gesundheitszustands keine beruflichen Massnahmen möglich seien (IV-act. 23).
A.b.
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Am 25. September 2017 berichtete Prof. Dr. med. C._, Facharzt für
Neurochirurgie, der Versicherte leide an einem Zustand nach zweimaliger Diskektomie
und Sequestrektomie L5/S1, einem Postdiskotomiesyndrom, einer
Instabilitätssymptomatik und einer Radikulitis S1 links. Zudem bestehe ein
ausgedehntes Narbengewebe. Dazu komme noch eine gewisse somatoforme
Schmerzverarbeitungsstörung (IV-act. 34-6 f.). Am 29. September 2017 führte Dr. C._
eine transforaminale Nervenwurzelblockade S1 links durch (IV-act. 36).
A.c.
Am 13. November 2017 erfolgte eine Abklärung des Versicherten im
Schmerzzentrum des KSSG. Dabei wurde ein chronifiziertes gemischt nozizeptiv-
neuropathisches Schmerzsyndrom, Stadium II nach Gerbershagen, diagnostiziert.
Dieses war zusätzlich durch eine hohe psychosoziale Belastung beeinflusst (IV-act. 40,
vgl. auch den Bericht über die Verlaufskontrolle vom 5. Januar 2018, IV-act. 47-9 ff.).
A.d.
Am 4. April 2018 hielt der Hausarzt fest, dass dem Versicherten ab sofort eine
50%ige Präsenzzeit bei unklarer Leistungsfähigkeit im Hinblick auf einen
Integrationsversuch zumutbar sei (IV-act. 53).
A.e.
Am 8. Juni 2018 führte Dr. C._ eine weitere transforaminale
Nervenwurzelblockade S1 links durch (vgl. insb. IV-act. 86-13, 86-17).
A.f.
Am 17. Juli 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie die Kosten für
eine berufliche Abklärung vom 7. August bis 7. Oktober 2018 im D._ übernehme (IV-
act. 64, vgl. auch IV-act. 59). Im Schlussbericht über die berufliche Abklärung wurde
festgehalten, dass der Versicherte kein Arbeitspensum von 50% habe erreichen
können, weshalb die Massnahme nicht verlängert worden sei (IV-act. 72). Daraufhin
teilte die IV-Stelle dem Versicherte am 8. Oktober 2018 mit, dass das Begehren um
berufliche Massnahmen abgewiesen werde (IV-act. 75).
A.g.
Im Frühjahr 2019 veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung in
den Fachrichtungen Innere Medizin, Neurologie, Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates sowie Psychiatrie und Psychotherapie bei der
asim Begutachtung des Universitätsspitals Basel (asim; vgl. IV-act. 88, 91, 95). Im
Gutachten vom 26. Juli 2019 hielten die Sachverständigen fest, dass beim Versicherten
persistierende Lumboischialgien bei ausgeprägter Osteochondrose L5/S1 mit aktuell
A.h.
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fehlenden Hinweisen auf eine sensible oder motorische radikuläre Reiz- oder
Ausfallsymptomatik die Arbeitsfähigkeit einschränkten. Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit lägen ein Verdacht auf eine chronische Schmerzstörung mit
physischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), eine erstgradig offene
Endgliedfraktur Dig. II Hand links, eine Medikamentenunverträglichkeit, eine
grenzwertige arterielle Hypertonie sowie ein Verdacht auf OSAS anamnestisch vor (IV-
act. 103-6 f.). Die beklagten Beschwerden seien in Anbetracht der ausgeprägten
Osteochondrose im Prinzip glaubhaft. Dass der Versicherte aber auch in einer
adaptierten Tätigkeit gar nicht arbeiten könne, sei wenig nachvollziehbar, zumal er
während der Untersuchung während gut zwei Stunden völlig ruhig habe sitzen und
Auskunft geben können. Der Tagesablauf lege ebenfalls eine recht vielfältige Aktivität
und Funktionalität nahe mit Therapien, Haushalt, Kinderbetreuung, Spaziergängen etc.
Deshalb bestehe eine gewisse Diskrepanz zwischen den subjektiv berichteten
Einschränkungen und den anhand der nachvollziehbaren objektiven Befunde
begründbaren Leistungseinschränkung. Der Versicherte sei seit Ende November 2016
in seiner angestammten, körperlich schweren Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig. In einer
leichten, wechselbelastenden Tätigkeit sei der Versicherte ab Oktober 2018 zu 60%
arbeitsfähig. In einer solchen Tätigkeit sollte der Versicherte sich weder im LWS-
Bereich bewegen noch Gewichte tragen oder sich bücken müssen. Ideal sei eine freie
Einteilbarkeit von Entlastungspausen und die Möglichkeit von gelegentlichen
Positionsänderungen. Die Sachverständigen hielten fest, dass die
wirbelsäulenchirurgische Beurteilung führend sei und dass sich aus einer isoliert
neurologischen Sicht keine zusätzlichen Einschränkungen formulieren liessen. Auch die
psychiatrische Diagnose führe nicht zu einer zusätzlichen Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 103-8 ff.). Der allgemeinmedizinische Gutachter konstatierte,
dass aus internistischer Sicht keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit
bestehe (IV-act. 103-32). Der psychiatrische Gutachter hielt fest, dass der Verdacht auf
eine chronische Schmerzstörung mit physischen und psychischen Faktoren keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten habe. Die Diagnose bleibe eine
Verdachtsdiagnose, da sich der Versicherte einer vertieften psychiatrischen Exploration
verwehrt habe. Er habe intrapsychische Konflikte und Konflikte innerhalb der Familie
negiert und wenig Auskunft über Spannungsfelder und Belastungen gegeben. Auch
eine Fremdexploration durch die Ehefrau sei verwehrt worden. Der Anteil somatoformer
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Beschwerden sei deshalb nur schwer abzuschätzen. Auch bleibe letztlich unklar,
inwieweit Beschwerden im Rahmen des Rentenbegehrens ausgestaltet worden seien.
Eine Abgrenzung zur Verdeutlichung und/oder Aggravation sei schwierig. Ebenso sei
es schwierig, die funktionellen Auswirkungen der Schmerzstörung valide
einzuschätzen. Letztlich verwehre sich der Versicherte einem diagnostischen wie auch
einem therapeutischen Zugang. Es bestehe eine Diskrepanz zwischen dem
Bewegungsumfang und dem klinischen Eindruck einerseits und der
Selbstwahrnehmung des Versicherten andererseits. Aus psychiatrisch-therapeutischer
Sicht seien gerade aufgrund der chronischen Schmerzen eine Belastungsexposition
und eine sukzessive Belastungssteigerung erforderlich. Dies werde vom Versicherten
aber abgelehnt. Eine relevante Einschränkung aufgrund der depressiven Symptomatik
sei als geringgradig einzuschätzen. Sie sei zwar ein ungünstiger Co-Faktor bei der
Schmerzstörung, schränke die Arbeitsfähigkeit aber nicht per se in relevanter Weise
ein. Insgesamt sei der Versicherte aus rein psychiatrischer Sicht weder in der
angestammten noch in einer angepassten Tätigkeit eingeschränkt. Der neurologische
Sachverständige gab an, dass beim Versicherte ein chronifiziertes lumbovertebrales
Schmerzsyndrom links mit aktuell fehlenden Hinweisen auf eine sensible oder
motorische radikuläre Reiz- oder Ausfallsymptomatik bestehe. Dadurch sei der
Versicherte seit Januar 2017 in seiner angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter mit
vorwiegend schweren körperlichen Arbeiten nicht mehr arbeitsfähig. Bei einer
schweren Tätigkeit bestehe das Risiko eines Rezidivs der Bandscheibenprotrusion mit
etwaiger Nervenwurzelkompression. Angepasste Tätigkeiten mit vorwiegend sitzenden
Aufgaben und der Möglichkeit zu Wechselbelastung sowie Gewichtsbelastungen bis
10kg seien aus rein neurologischer Sicht zumutbar. Aktuell bestünden keine
spezifischen neurologischen Residuen. Rein motorisch ergäben sich keine
Einschränkungen und spezifische Einschränkungen liessen sich rein neurologisch nicht
begründen (IV-act. 103-61 f.). Im wirbelsäulenchirurgischen Teilgutachten hielt der
orthopädische Sachverständige fest, dass der Versicherte eine ausgeprägte
Ostechondrose L5/S1 aufweise, die die Lumboischialgien erkläre. Diese führe zu
bewegungs- und belastungsabhängigen Kreuzschmerzen mit vermutlich
pseudoradikulären Ausstrahlungen beidseits und vorwiegend in das linke Bein. Die
LWS-Beweglichkeit sei dadurch stark eingeschränkt. Aufgrund dieser Veränderungen
könne der Versicherte schmerzbedingt keine Gewichte mehr heben und sich auch nicht
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mehr schmerzfrei bücken. Es sei auch glaubhaft, dass längeres Sitzen, Stehen oder
Gehen Schmerzen verursachen könne. Allerdings habe der Versicherte während der
Untersuchung für zwei Stunden ruhig sitzen können. Aus wirbelsäulenchirurgischer
Sicht sei der Versicherte als Bauarbeiter nicht mehr arbeitsfähig. In einer angepassten,
wechselbelastenden Tätigkeit bestehe eine 60%ige Arbeitsfähigkeit. Zu empfehlen sei
eine konservative symptomatische Behandlung. Eine Verbesserung sei im Verlauf
durchaus möglich und sollte in ein bis zwei Jahren reevaluiert werden. Gegebenenfalls
sei dann aufgrund der doch erheblichen Symptomausweitung die gleichzeitige
Durchführung einer EFL sinnvoll (IV-act. 103-72 ff.).
Am 31. Juli 2019 bzw. 13. März 2020 notierte der RAD, dass auf das Gutachten
abgestellt werden könne (IV-act. 105, 109).
A.i.
Mit einem Vorbescheid vom 20. April 2020 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, ihm für die Zeit vom 1. November 2017 bis 31. Juli 2018 eine ganze Rente,
für die Zeit vom 1. August 2018 bis zum 31. März 2019 eine halbe Rente und ab dem 1.
Februar 2019 eine Viertelsrente zuzusprechen. Sie hielt fest, dass vom 30. November
2016 bis 3. April 2018 keine Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Ab April 2018 habe die
Arbeitsfähigkeit adaptiert 50% und seit Beendigung des Belastbarkeitstrainings im
Oktober 2018 60% betragen. Für die Berechnung des Valideneinkommen sei auf den
Lohn bei der E._ AG abzustellen. Bei der Berechnung des Invalideneinkommens
seien die Einkommen parallelisiert worden (IV-act. 112).
A.j.
Dagegen liess der Versicherte am 20. Mai 2020 einwenden, dass ihm eine ganze
Invalidenrente zuzusprechen sei (IV-act. 119). Der Versicherte reichte einen Bericht
seines Hausarztes vom 4. Mai 2020 sowie einen Bericht seiner behandelnden
Psychiaterin Dr. med. F._ vom 14. Mai 2020 ein. Der Hausarzt bezeichnete den
Gesundheitszustand als seit zwei Jahren unverändert. Das ausgeprägte
Schmerzsyndrom wirke sich anhaltend auf die Arbeitsfähigkeit in allen Tätigkeiten aus
(IV-act. 119-5). Dr. F._ hielt fest, dass sich der psychische Zustand des Versicherten
in den letzten zehn Monaten verschlechtert habe. Die depressive Symptomatik habe
sich infolge der erheblichen psychosozialen Folgekomplikationen chronifiziert. Beim
Versicherte sei zumindest von einer leichten bis mittleren Beeinträchtigung der
A.k.
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B.
Fähigkeit, Stress und andere psychische Anforderungen zu bewältigen, auszugehen.
Der Versicherte sei in allen Tätigkeiten zu 50% arbeitsunfähig (IV-act. 119-7).
Am 24. September 2020 verfügte die IV-Stelle im Sinne des Vorbescheides. Sie
führte an, dass die im Einwand genannten psychosozialen Faktoren IV-fremd und nicht
zu berücksichtigen seien. Mangels neuer relevanter und objektivierbarer Befunde
werde weiterhin auf das Gutachten und die Stellungnahme des RAD abgestellt (IV-act.
121 ff.).
A.l.
Dagegen liess der Versicherte am 21. Oktober 2020 Beschwerde erheben. Sein
Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der Verfügungen und die Ausrichtung einer
Invalidenrente, eventualiter die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin.
Zudem ersuchte er um Gewährung der unentgeltliche Rechtsverbeiständung. Er führte
an, dass das Gutachten sämtliche relevanten Punkte, die klar auf eine weiterhin
bestehende Arbeitsunfähigkeit hindeuteten, ausblende. Das Wirbelsäulenzentrum habe
die zunehmende Schmerzbelastung bestätigt und Prof. C._ habe klar festgehalten,
dass sich der Zustand nach der OP verschlechtert habe. Er habe auch erwähnt, dass
ein 50%iger Arbeitsversuch kaum erfolgreich enden werde. Dr. F._ bestätige
ausserdem eine depressive Reaktion sowie chronische Schmerzen mit körperlichen
und psychischen Faktoren. Schliesslich habe die Leitung einer gewinnorientierten,
privaten MEDAS in Form einer AG einen grossen Anreiz, einen möglichst strengen
Einzelgutachter zu wählen, um ein für die IV günstiges Ergebnis zu erreichen und bei
der nächsten Vergabe einer Begutachtung durch die IV erneut den lukrativen Auftrag zu
erhalten. Zudem sei fraglich, ob die Gutachterstelle tatsächlich eine Indikatorenprüfung
durchgeführt habe (act. G 1).
B.a.
Am 16. Dezember 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung führte sie an, dass die Indikatorenprüfung im Gutachten
erfolgt sei und dass das Gutachten die Anforderungen der Rechtsprechung an ein
strukturiertes, indikatorengeleitetes Beweisverfahren erfülle. Der medizinische
Sachverhalt und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers seien rechtsgenüglich
abgeklärt worden. Die in der Beschwerde angegebenen Schmerzen an der Wirbelsäule
seien orthopädisch beurteilt worden und in die Einschätzung der
B.b.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer mit den angefochtenen
Verfügungen vom 24. September 2020 für die Zeit vom 1. November 2017 bis 31. Juli
2018 eine ganze Invalidenrente, für die Zeit vom 1. August 2018 bis 31. März 2019 eine
halbe Invalidenrente und ab dem 1. Februar 2019 eine Viertelsrente zugesprochen. Die
Beschwerde richtet sich gegen alle drei Verfügungen. Den Streitgegenstand dieses
Verfahrens bildet deshalb der gesamte Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
Gesamtarbeitsfähigkeit eingeflossen. Der psychiatrische Gutachter habe seine
Einschätzung anhand von Beispielen ausführlich begründet und das Funktionsniveau
des Beschwerdeführers sei anhand des Mini-ICF-APP geprüft worden. Insgesamt
könne auf das Gutachten abgestellt werden. Dass der behandelnde Arzt den
Versicherten nach wie vor zu 100% arbeitsunfähig schreibe, stelle das Gutachten nicht
in Frage. Die behauptete Verschlechterung des Gesundheitszustands könne anhand
der im Beschwerdeverfahren eingereichten medizinischen Unterlagen nicht
nachvollzogen werden, da diese bereits vor der Begutachtung vorgelegen hätten.
Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass gemäss der ständigen bundesgerichtlichen
Rechtsprechung das Auftrags- und Honorarvolumen für sich alleine keine als
Ausstandgrund zu qualifizierende Abhängigkeit einzelner Experten von den IV-Stellen
schaffe. Auch das Argument der wirtschaftlichen Abhängigkeit sei nicht stichhaltig.
Vorliegend handle es sich ohnehin um ein polydisziplinäres Gutachten, bei welchem die
Beschwerdegegnerin keinen Einfluss auf die Auftragsvergabe habe nehmen können.
Weitere Abklärungen erübrigten sich (act. G 5).
Am 22. Dezember 2020 lehnte das Versicherungsgericht das Gesuch um
Gewährung der unentgeltliche Rechtsverbeiständung ab (act. G 6).
B.c.
Am 8. März 2021 hielt der Rechtsvertreter an seinen Anträgen fest; er verwies auf
die aktenkundigen Berichte von Prof. C._ (act. G 11).
B.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 1. April 2021 auf eine Duplik (act. G 13).B.e.
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2.
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8
Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 28a Abs. 1 des IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die
Invalidität grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.1.
Um das Invalideneinkommen bestimmen und damit den Invaliditätsgrad bemessen
zu können, muss die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer adaptierten
Tätigkeit im Verfügungszeitpunkt feststehen. Zur Beantwortung der Frage nach der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hat die Beschwerdegegnerin beim asim ein
polydisziplinäres Gutachten eingeholt (IV-act. 103). Dieses hat auf fachärztlichen
internistischen, orthopädischen, psychiatrischen und neurologischen Untersuchungen
beruht und ist in Kenntnis der umfangreichen medizinischen Aktenlage erstellt worden.
Der internistische Gutachter hat keine Gründe für eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit festgestellt (IV-act. 103-32). Auch der neurologische Sachverständige
hat keine aktuellen, spezifisch neurologischen Residuen feststellen können. Vielmehr
hat er festgehalten, dass sich rein motorisch keine Einschränkungen ergäben und dass
sich spezifische Einschränkungen rein neurologisch nicht begründen liessen (IV-act.
103-61 f.). Der psychiatrische Gutachter hat die Verdachtsdiagnose einer chronischen
Schmerzstörung mit physischen und psychischen Faktoren gestellt und dieser keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Er hat dargelegt, dass die Diagnose eine
Verdachtsdiagnose bleibe, weil sich der Beschwerdeführer einer vertieften
2.2.
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psychiatrischen Exploration verwehrt habe. Der psychiatrische Gutachter hat
überzeugend begründet, dass eine Diskrepanz zwischen dem Bewegungsumfang und
dem klinischen Eindruck einerseits und der Selbstwahrnehmung des
Beschwerdeführers andererseits bestehe und dass eine relevante Einschränkung
aufgrund der depressiven Symptomatik als geringgradig einzuschätzen sei. Sie sei
zwar ein ungünstiger Co-Faktor bei der Schmerzstörung, schränke die Arbeitsfähigkeit
aber nicht per se in relevanter Weise ein. Insgesamt sei der Beschwerdeführer aus rein
psychiatrischer Sicht weder in der angestammten noch in einer angepassten Tätigkeit
eingeschränkt. Der psychiatrische Gutachter hat also trotz der Weigerung des
Beschwerdeführers, sich vertieft psychiatrisch explorieren zu lassen, den objektiven
psychischen Zustand des Beschwerdeführers ermitteln und gestützt darauf eine
überwiegend wahrscheinliche Arbeitsfähigkeitsschätzung abgeben können (IV-act.
103-34 ff.). Der orthopädische Sachverständige hat die Diagnose einer ausgeprägten
Ostechondrose L5/S1 gestellt und festgehalten, dass diese die Lumboischialgien
erkläre. Er hat nachvollziehbar dargelegt, dass diese Beeinträchtigung zu bewegungs-
und belastungsabhängigen Kreuzschmerzen mit vermutlich pseudoradikulären
Ausstrahlungen beidseits und vorwiegend in das linke Bein führe, wodurch die LWS-
Beweglichkeit stark eingeschränkt sei. Der Beschwerdeführer könne schmerzbedingt
keine Gewichte mehr heben und sich auch nicht mehr schmerzfrei bücken. Der
orthopädische Gutachter hat es auch als glaubhaft erachtet, dass längeres Sitzen,
Stehen oder Gehen Schmerzen verursachen könne. Gestützt auf die nachvollziehbare
Befunderhebung und Diagnosestellung hat der Gutachter für eine angepasste,
wechselbelastende Tätigkeit eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung vermag nicht zu überzeugen. Es ist nicht nachvollziehbar,
dass der Bedarf nach zusätzlichen Pausen in einer in jeder Hinsicht ideal adaptierten
Tätigkeit so hoch sein soll, dass sich die Arbeitsfähigkeit um 40%, also nahezu um die
Hälfte, reduzieren soll. In einer ideal adaptierten Erwerbstätigkeit müsste sich der
Beschwerdeführer nämlich nicht bücken, er müsste keine Gewichte heben und er
müsste nicht längere Zeit gehen, stehen oder sitzen. Die ideal adaptierte Tätigkeit
würde die Möglichkeit beinhalten, immer wieder einmal umherzugehen, und durch den
Einsatz eines höhenverstellbaren Schreib- oder Arbeitstisches wäre der
Beschwerdeführer in der Lage, je nach Bedarf zwischen sitzender und stehender Arbeit
zu wechseln. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des orthopädischen Gutachters erweist
sich damit als unzureichend begründet, so dass sie nicht nachvollzogen werden kann.
Damit ist es dem Gericht nicht möglich zu prüfen, ob diese Arbeitsfähigkeitsschätzung
überwiegend wahrscheinlich richtig ist. Da die wirbelsäulenchirurgische Beurteilung
bzw. die daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit für die Einschätzung der
Gesamtarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zentral ist, muss die Sache zur
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 11/14
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3.
Ergänzung des Gutachtens in diesem Punkt an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen werden. Der orthopädische Gutachter wird das im Gutachten
angegebene Ausmass des zusätzlichen Pausenbedarfs anhand der konkreten
Beeinträchtigungen durch das Rückenleiden in einer diesem Leiden ideal adaptierten
Erwerbstätigkeit so genau wie möglich zu begründen haben. Die Rückweisung an die
Beschwerdegegnerin erfolgt also nicht zu einer ergänzenden Sachverhaltsabklärung,
sondern zu einer sorgfältigen, umfassenden Begründung der vorliegenden
Arbeitsfähigkeitsschätzung.
Das Gutachten datiert vom 26. Juli 2019, die angefochtene Verfügung vom 24.
September 2020. Die Entwicklung des Gesundheitszustandes zwischen dem 26. Juli
2019 und dem 24. September 2020 ist von der Beschwerdegegnerin nicht abgeklärt
worden, obwohl die behandelnde Psychiaterin dem Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers am 14. Mai 2020 angegeben hat (IV-act. 119-6), der psychische
Zustand habe sich in den letzten zehn Monaten (also in etwa seit der Begutachtung)
verschlechtert. Der RAD hat in seiner Stellungnahme vom 29. Juli 2020 8IV-act. 120-2)
einen statischen Vergleich zwischen dem im Gutachten dokumentierten psychischen
Gesundheitszustand und den Angaben der behandelnden Psychiaterin vom 14. Mai
2020 vorgenommen. Auf die Möglichkeit einer Verschlechterung des psychischen
Zustandes ist er nur mit dem Hinweis eingegangen, bisher nicht bekannte medizinische
Unterlagen oder Untersuchungsergebnisse seien nicht vorgelegt worden. Auch wenn
davon auszugehen ist, dass behandelnde Ärzte nur schon aufgrund ihres
Therapieauftrages als objektiv befangen erscheinen müssen und dass in ihrer
psychischen Gesundheit beeinträchtigte Versicherte auf eine ihrem Leistungsbegehren
nicht oder nicht voll entsprechenden Reaktion der IV-Stelle erfahrungsgemäss oft mit
einer – vorübergehenden – Verschlechterung ihres psychischen Gesundheitszustandes
reagieren, hätte der Untersuchungsgrundsatz es aufgrund der langen Zeit zwischen der
Begutachtung und dem Erlass der angefochtenen Verfügung erfordert, die Entwicklung
des Gesundheitszustandes abzuklären. Das ist unterblieben. Die Beschwerdegegnerin
wird diesbezüglich ergänzende Sachverhaltsabklärungen vornehmen müssen.
2.3.
Zusammenfassend sind die angefochtenen Verfügungen vom 24. September 2020
in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache ist zur
Weiterführung des Verwaltungsverfahrens im Sinne der vorstehenden Erwägungen an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
2.4.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 12/14
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Das Gericht ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden. Es kann eine
Verfügung zu Ungunsten der Beschwerde führenden Partei ändern. Den Parteien ist
vorher die Gelegenheit zur Stellungnahme sowie zum Rückzug der Beschwerde zu
geben (Art. 61 lit. d ATSG). Die st.gallische Praxis zu Art. 56 Abs. 1 VRP (sGS 951.1)
sieht eine dem Art. 61 lit. d ATSG entsprechende Vorgehensweise vor (vgl. Rizvi/
Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege [VRP],
Praxiskommentar, N. 11 ff. zu Art. 56 VRP). Demnach ist nicht gestützt auf den Art. 61
lit. d ATSG, sondern gestützt auf den Art. 56 Abs. 1 VRP bzw. die dazu entwickelte
Praxis zu prüfen, ob hier die Gelegenheit zur Stellungnahme und zum
Beschwerderückzug zu geben ist. Sowohl der klare Wortlaut des Art. 61 lit. d ATSG als
auch die diesbezüglich klare st.gallische Praxis sieht die Pflicht, die Möglichkeit zur
Stellungnahme und zum Beschwerderückzug zu geben, nur für den Fall vor, dass das
Gericht selbst beabsichtigt, in peius zu entscheiden. Das Bundesgericht hat in dieser
Beschränkung auf einen direkten in peius-Entscheid des Gerichts eine
ausfüllungsbedürftige (unechte) Lücke geortet, zunächst bezogen auf jene Fälle, in
denen die Rückweisung zur weiteren Abklärung des Sachverhalts mit Sicherheit eine
Verschlechterung der Stellung der Beschwerde führenden Partei ergeben hätte. Nach
der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichts muss nun aber neu vor praktisch
jeder Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren Abklärung des Sachverhalts die
Gelegenheit zur Stellungnahme und zum Beschwerderückzug gegeben werden (vgl. U.
Kieser, ATSG-Kommentar, 4. A., N. 168 zu Art. 61 ATSG; ausgenommen sind nur die
Fälle, in denen es sicher zu einer Verbesserung kommen wird). Das soll selbst dann
gelten, wenn überhaupt nicht absehbar ist, welches Ergebnis (unverändert, verbessert
oder verschlechtert) die zusätzlichen Abklärungen der Verwaltung liefern würden und
wenn die Beschwerde führende Partei dem kantonalen Versicherungsgericht die
Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren Sachverhaltsabklärung beantragt hat. Das
führt erfahrungsgemäss oft – und auch im hier zu beurteilenden Fall – zu einer
absurden Situation, denn die Beschwerde führende Person muss darauf hingewiesen
werden, dass ihr Rückweisungsantrag gutgeheissen werden könnte und dass sie dies
durch einen Rückzug der Beschwerde verhindern könne. Rechtlich weitaus
problematischer ist, dass das kantonale Versicherungsgericht in allen Fällen, in denen
die Rückweisung zur weiteren Abklärung des Sachverhalts nicht mit Sicherheit zu einer
Verschlechterung führen würde, nicht in der Lage ist, der Beschwerde führenden Partei
jene Informationen zu liefern, die nötig sind, um eine sinnvolle Entscheidung betreffend
Beschwerderückzug zu fällen. Wenn nämlich, was meist der Fall ist, offen ist, ob die
weiteren Abklärungen der Verwaltung keine Veränderung, eine Verbesserung oder eine
Verschlechterung bringen werden, kann das kantonale Versicherungsgericht keine
Prognose abgegeben, so dass die Beschwerde führende Partei nicht entscheiden
3.1.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 13/14
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kann, ob es richtig ist, die Beschwerde zurückzuziehen. Hier verfehlen die Einräumung
der Möglichkeit zur Stellungnahme und der Hinweis auf die Möglichkeit, einer allfälligen
Verschlechterung durch einen Beschwerderückzug zu entgehen, offensichtlich ihr Ziel,
die Beschwerde führende Partei vor dem "Schlag auf die hilfesuchende Hand" zu
bewahren. Die Möglichkeit zur Stellungnahme und der Hinweis auf die Möglichkeit, die
Beschwerde zurückzuziehen, sind also inhaltslose Formalien. Daran vermag auch das
Argument nichts zu ändern, dass in dem an den gerichtlichen Rückweisungsentscheid
anschliessenden Verwaltungsverfahren keine Möglichkeit mehr besteht, das mit der
aufgehobenen Verfügung Zugestandene zu "retten", um sich so unrechtmässige (Art.
25 Abs. 1 Satz 1 ATSG) Leistungen zu verschaffen. Der Sinn und Zweck des Art. 61 lit.
d ATSG bzw. der Praxis zu Art. 56 Abs. 1 VRP besteht nämlich ausschliesslich darin,
es der Beschwerde führenden Partei zu ermöglichen, sich mehr Leistungen zu
verschaffen, als ihr aufgrund des effektiven Sachverhalts und/oder der massgebenden
Normen zustehen würden. Zusammenfassend hat es das Versicherungsgericht aus
diesen Gründen bewusst unterlassen, den Beschwerdeführer auf eine mögliche
Gutheissung seines Rückweisungsantrages und auf die Möglichkeit, dies durch einen
Beschwerderückzug zu verhindern, hinzuweisen.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die Rückweisung
der Sache an die Verwaltung ist als volles Obsiegen der Beschwerdeführerin zu werten
(BGE 132 V 215 E. 6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen; das Gericht wird dem
Beschwerdeführer den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zurückerstatten.
Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch
auf Ersatz der Parteikosten. Praxisgemäss ist die Rückweisung an die Verwaltung zur
weiteren Abklärung als volles Obsiegen der Beschwerde führenden Partei zu werten
(vgl. BGE 132 V 235, E. 6.1). Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. In
einem durchschnittlich aufwendigen Fall betreffend IV-Rente spricht das
Versicherungsgericht neu eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- zu. In
einer Plenarsitzung vom 25. Mai 2021 haben die Versicherungsrichterinnen und
Versicherungsrichter beschlossen, die durchschnittlichen Ansätze für die
3.2.
bis
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte