Decision ID: 02bd18ca-ef0b-4022-a780-a5ba0c67c8f6
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1951 geborene
X._
, Mutter zweier volljähriger Kinder
und
ge
schie
den
, arbeitete nach
ihrer
Ausbildung zur Coiffeur-Assistentin
im
Service
und
im
Verkauf
. Nach
einem Sturz mit
linksseitige
r
Handverletzung meldete
sie sich
im Frühling
1994 (Urk.
10/3) wegen einer Dystrophie der linken Hand, Ar
throse und Muskelrheuma
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
an
.
A
m 19.
Juli 1995 (Urk.
10/22) verneinte die Sozialversicherungsanstalt des
Kan
tons Zürich, IV-Stelle,
verfügungsweise
einen Anspruch
der Versicherten
auf
berufliche Massnahmen
insbesondere
gestützt auf das
vom
Unfallversiche
rer
in Auftrag gegebene
polydisziplinäre
Gutachten der
Y._
vom 10.
Januar 1995 (Urk.
10/2/7-55).
Mit
Urteil vom 20.
Juli 1998 (Urk.
10/36) hob das hiesige Gericht die Verfügung vom 19.
Juli 1995 auf und wies die Sache zur ergänzenden medizinischen Ab
klärung und Neuver
fügung an die IV-Stelle zurück.
Nachdem
X._
in der Folge
den Begutachtungstermin in der
Z._
nicht wahrgenommen hatte, beschied die IV-Stelle
ihr
Leistungsbegehren mit
unangefochten gebliebener
Verfügung vom 23. Ju
ni 2000 (Urk. 10/59) abschlägig
.
1.
2
Nach verschiedenen kurzzeitigen Arbeitseinsätzen war
X._
a
b dem Jahr 2005
bis zum Tod der zu betreuenden Person im Sommer 2011
i
n einem Privathaushalt
tätig
(Urk. 10/69).
Hern
ach war sie vom 11. Oktober 2011 bis zur
aus gesundheitlichen Gründen erfolgten
Selbstkündigung per
Ende
F
ebruar 2012 bei der
A._
angestellt, wobei sie am 19. Oktober 2011 letztmals
gearbeitet hatte (Urk. 10/70).
Am 9. Dezember 2011 ersuchte
sie
erneut um Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 10/63).
Nach Abklärung der medizinischen und erwerblich-beruflichen Verhältnisse sowie Durchführung de
s Vorbescheidverfahrens (Vorbe
scheid vom 23. April 2012 [Urk. 10/79]) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 16. Juli 2012 (Urk. 2) einen Leistungsanspruch der Versicherten.
2.
Hie
gegen erhob
X._
mit Eingabe vom
8.
August 2012 (Urk.
1) Be
schwerde und erklärte, sie sei mit der Verfügung vom 16.
Juli 2012 nicht ein
verstanden. Nachdem ihr mit
Gerichtsv
erfügung vom 20.
August 2012 (Urk.
3) eine Nachfrist zur Verbesserung der Beschwerde angesetzt worden war, reic
hte
X._
am 30.
August 2012 (Urk.
5) eine verbesserte Eingabe ein und be
antragte sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Zuspra
che einer
Rente. Die IV-Stelle schloss in
ihrer Beschwerdeantwort vom 1.
Okto
ber 2012 (Urk.
9) auf Abweisung der Beschwerde, w
as der Beschwerdeführerin am 4.
Oktober 2012 (Urk.
11) zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Einem ärztlichen Bericht kommt Beweiswert zu, wenn er für die streitigen Be
lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt und in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgege
ben worden ist, wenn die Beschreibung der medizinischen Situation und Zu
sammenhänge einleuchtet und die Schlussfolgerungen b
egründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a
). Der Arzt muss über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteil
des Bundesgerichts
9C_736/2009 vom 26.
Januar 2010 E.
2.1). Den diesen Anforderungen genügenden Berichten der
B._
kommt ebenfalls Beweiswert zu (SVR
2009 IV Nr. 56, 9C_323/2009 E.
4.3.1; Urteil 9C_1059/2009 vom 4. August 2010 E. 1.2
; vgl. zum Ganzen: Urteil 9C_870/2010 vom 24. Januar 2011 E. 4.1.2).
Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des
B._
zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strengere Anforderungen in dem Sinne zu stel
len, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklä
run
gen vorzunehmen sind (BGE 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_8/2011 vom 21. Februar 2011 E. 4.1.3 mit Hinweisen).
2.
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch
der Beschwerdeführerin
auf
eine Rente
der Invalidenversicherung
. Während
die Beschwerdegegnerin in der angefochte
nen Verfügung (Urk. 2) davon ausg
eht
, dass die Beschwerdeführerin trotz ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen in einer angepassten Tätigkeit – überwie
gend sitzend, wechselbelastend sowie mit gelegentlichem Heben und Tragen von Lasten bis
zehn Kilogramm
– voll arbeitsfähig sei und die angestammte Tä
tigkeit als angelernte Kassiererin/Verkäuferin einer solchen Tätigkeit entspreche, stellt sich letztere
beschwerdeweise
auf den Standpunkt, infolge ihrer Krankheit sei es ihr nicht mehr möglich, eine Arbeitsstelle anzunehmen. Sie könne keine Schuhe mehr anziehen und sei auf einen Rollator, Stöcke und ein Elektromobil angewiesen (Urk. 1 in Verbindung mit Urk. 5).
3.
3.1
Die angefochtene
Rentenv
erfügung
(Urk. 2)
beruht
in medizinischer Hinsicht
auf
der
Einschätzung von
C._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
.
In ihrer Stellungnahme vom 20. April 2012 (Urk. 10/78 S. 2-3) erklärte die
B._
-Ärztin
unter Hinweis auf den Bericht von
D._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Me
dizin,
vom 11. (korrekt: 6.) April 2012
(
vgl.
Urk. 10/77)
,
dass die 61-
jährige Be
schwerdeführerin seit Oktober 2011 aufgrund einer Psoriasis-Arthropathie der Füsse, beginnenden Arthrosen der Hüften und Knie, eines Alkohol-Abusus und einer anhaltenden Belastungsstörung
zu 100 % arbeitsunfähig sei.
Hinsichtlich der psychischen Situation der Beschwerdeführerin
habe
D._
keine konkreten Befunde
genannt
;
fachärztlich
e
psychiatrische Befunde
und
eine ICD-10-Diagnose fehlten ebenfalls. Eine Therapie und Prognose
seien
nicht mitgeteilt
worden
. In Bezug auf den psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und den Alkoholmissbrauch müsse auf
die Randziffern 1009, 1010 und 1013/1013.1 des Kreisschreibens
über Invalidität und Hilf
losig
keit in der Invalidenversicherung
(KSIH)
abgestellt werden. Ein
invalidenversi
cherungsrechtlich
relevanter Gesundheit
sschaden sei nicht ausgewiesen.
Die
Psoriasis-A
rthropathie sei ausweislich des Berichts des behandelnden Der
ma
tologen
E._
, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, vom 14. März 2012 (vgl. Urk. 10/77/6)
rückläufig,
wobei die Behandlung durch die mangelnde Mitwirkung der Beschwerdeführerin erschwert werde.
Die Psoriasis
sei u
nter adäquater Therapie
behandelbar und
führe nur im Ausnahmefall zu dauerhaften Gelenkschädigungen. Ein dauerhafter Gesundheit
sschaden sei nicht ausgewiesen.
Bei bestehenden Arthrosen der Hüften und Knie bestehe eine Einschränkung für körperlich schwere Tätigkeiten, dauerhaft im Stehen, Gehen
und
mit Heben
und
Tragen von mitt
elschweren und schweren Lasten.
A
ls
angepasste Tätigkeit
kön
ne
eine überwiegend sitzend ausgeübte Arbeit mit leichter Wechselbelastung, teils sitzend, teils ebenerdig gehend, auch mit gelegentlichem Heben und Tragen von Lasten bis
zehn Kilogramm
körpernah
medizinisch-theoretisch
weiterhin zu 100 % zugemutet werden.
Ergänzend hielt
C._
am 6. Juli 2012 (Urk. 10/90 S. 2) fest, die neu vorgelegten
Unterlagen
von
F._
, Facharzt für Allgemein
e Innere Medizin und Rheumatolo
gie,
beinhalteten
keine neuen medizinischen Tatsa
chen
. Im Gegenteil weise
F._
im
Arz
tzeug
nis vom 30. April
2012
(vgl. Urk. 10/82) darauf hin, dass bezüglich der Psoriasis ein instabiler Ge
sund
heitszustand bestehe. Im Bericht vom 20. Juni 2012 (vgl. Urk. 10/89) lege er dar,
dass
der Beschwerdeführerin sitzende Tätigkeiten zumutbar
seien
.
3.2
Die
B._
-Ärztin
C._
führte
keine persönliche Untersuchung der Beschwerdeführerin durch und stützte
ihre Einschätzung
auf die ihr vor
ge
legenen
medizinischen Akten, welche indes nicht vollständig sind. Insbesondere ist
weder ein Bericht des
G._
betreffend die Hospitalisation der Beschwerdeführerin
vom
24. Oktober
bis
4. November 2011
(vgl.
Bericht von
D._
vom 6. April 2012 [
Urk. 10/
77 S. 1]
)
noch ein Bericht der Ärzte
der
H._
– diesen wurde
die Beschwerdeführerin
im
Juni 2012
durch
F._
zur Beurteilung der Leberveränderungen und Durchführbarkeit einer
Basisthe
ra
pie der Psoriasis-Arthropathie mit
Methotrexat
zugewiesen (
vgl.
Bericht vom 12. Juni 2012 [Urk. 10/89/10-11])
–
aktenkundig
, weshalb davon auszugehen ist, dass die
B._
-Ärztin keine Kenntnis von deren Einschätzung
en
hatte.
Sodann
mangel
t
es
den
Ausführungen
von
C._
an einer Aus
einandersetzung mit den divergierenden Angaben
der
D._
(
vgl.
Berichte vom 21. Dezember 2011 [Urk. 10/67] und 6. April 2012 [Urk. 10/77]) und
F._
(vgl. Arztzeugnis vom 30. April 2012 [Urk. 10/82] und Bericht vom 20. Juni 2012 [Urk. 10/89]).
Letzterer
hielt in seinem Bericht vom 20. Juni 2012 bei unsicherer Prognose (Urk. 10/89 S. 4 Ziff. 1.8 und Ziff. 1.9) zwar fest, rein sitzende Tätigkeiten ohne Geh- und Stehbelastung seien der Beschwerde
führerin zumutbar. Gleichzeitig konstatierte er jedoch, dass im nicht beherrsch
ten entzündlichen Schub, wie er im Zeitpunkt der Berichterstattung – nach Lage der
vorhandenen
Akten wohl seit
mindestens
Oktober 2011 (vgl. Urk. 10/67 S. 2 Ziff. 1.6 und Ziff. 1.7) – bestand, ausserhäuslich keine Arbeitsfähigkeit gegeben sei (S. 4 f. Ziff. 1.7 und Ziff. 1.11 sowie S. 7 unten).
Der behandelnde Rheuma
tologe attestierte der Beschwerdeführerin denn auch für die bisher ausgeübten Tätigkeiten als
Verkäuferin, Coiffeuse, Bäuerin und Privatpflegerin eine Arbeits
unfähigkeit von 100 % seit Beginn der Behandlung (24. April 2012) bis auf wei
teres unter Hinweis, dass diese Einschätzung wahrscheinlich bereits seit Novem
ber 2011
Gültigkeit habe (S. 3 Ziff. 1.6; vgl. auch Arztzeugnis vom 30. April 2012 [Urk. 10/82], worin
E._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für alle Tä
tigkeiten seit Behandlungsbeginn
[
24. April 2012
]
, wahrscheinlich
jedoch
seit zumin
dest 29. Oktober 2012 [richtig wohl: 2011], bescheinigte).
Soweit die
B._
-Ärztin gestützt auf den Bericht von
E._
vom 14. März 2012 (Urk. 10/77/6)
auf eine
Regredienz der Psoriasis-Arthropathie
schloss
, ist
präzisierend festzuhalten
, dass
der Dermatologe zwar eine deutliche Besserung der Psoriasis-Läsionen an den Beinen unter topischer Therapie erwähnte, jedoch von persistierenden
postläsionäre
n
Hy
perpigmentierungen,
Gelenkschmerzen im Sinne einer psoriatischen Arthropathie
vor allem
an
den
Füssen
, aber auch an den Händen,
sowie eine
r
pustulöse
n
Psoriasis der Füsse
berichtete und erklärte, in der
gegebenen Situation müsse eine Systemtherapie diskutiert werden. Zur Arbeitsfähigkeit äusserte sich
E._
im Bericht
an den zuweisenden
D._
nicht.
Solche finden sich auch nicht in den übrigen Unterlagen, hat es doch die Beschwerdegegnerin nicht als
erforderlich erachtet, bei
E._
einen ausführlichen Bericht einzuholen.
Ferner
vermag auch d
ie
Schlussfolgerung
von
C._
, die Psoria
sis sei unter adäquater Therapie behandelbar und führe
nur
im Ausnahmefall zu dauerhaften Gelenkschädigungen, weshalb ein Gesundheit
sschaden nicht aus
gewiesen sei,
nicht zu überzeugen.
Denn solange eine gesundheitliche Störung nicht mit nachhaltigem Ergebnis therapiert ist, ist sie zu berücksichtigen und gegebenenfalls
in die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einfliessen zu lassen.
Vorliegend kommt hinzu, dass im Zeitpunkt des Verfügungserlasses
die fach
ärztlichen Abklärungen
in Bezug auf
geeignete
Behandlung
smassnahmen
noch im Gange waren.
Aufgrund der vorliegenden Akten verbietet sich der Schluss, e
in dauerhafter Gesundheitsschaden sei nicht ausgewiesen.
Was schliesslich den Aethylabusus
anbelangt
, so genügt der blosse Hinweis
der
B._
-Ärztin
auf
die
Randziffer
n
1013
/
1013.1 des
KSIH nicht. Vielmehr wäre sie gehalten gewesen, sich nachvollziehbar darüber auszusprechen, ob bei der Be
schwerdeführerin ein invalidenversicherungsrechtlich relevantes Suchtgesche
hen vorliegt. Dies ist dann der Fall
, wenn
die (Alkohol-)Sucht
eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher, geistiger oder psychischer, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden einge
treten ist, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheitsschadens ist, dem
Krankheit
swert zukommt (BGE 124 V 265 E.
3c
mit Hinweis, Urteil des Bundesgerichts 8C_951/2010 vom 30. Mai 2011 E. 4.1).
In diesem
Zusammenhang
ist darauf hinzuweisen, dass eine Leberzir
r
hose bei aethylischer Hepatopathie aktenkundig ist, wobei letztere den sich in Abklärung befindlichen Behandlungsmöglichkeiten
der Psoriasis
(
insbesondere einer Basistherapie mit Methotrexat)
enge Grenzen setzen soll
(vgl. Bericht von
F._
vom 12. Juni 2012 [Urk. 10/89/10-11])
.
Zusammengefasst
ergibt
die Aktenbeurteilung
der
B._
-Ärztin
C._
(Stellungnahmen vom 20. April und 6. Juli 2012 [Urk. 10/78 S. 2-3, Urk. 10/90 S. 2]
)
kein
vollständiges und
schlüssiges Bild über den Gesundheits
zustand und die Leistungsfähigkeit de
r
Beschwerdeführer
in. Mithin stellt sie keine
hinreichende
medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 1.4 hiervor) dar,
weshalb
die Beschwerdegegnerin zu Unrecht
darauf abgestellt
hat.
3.3
Mit Blick auf die
fehlenden
Berichte
des
G._
und der
H._
sowie die
divergierenden
(Fach-)Meinungen
zwischen de
n
behandelnden
Medizinern
und der
B._
-
Ä
rztin
lässt sich
der
Leistungsa
nspruch der Beschwerdeführerin
allein
e
gestützt auf die
vor
handenen
Akten
nicht zuverlässig beurteilen.
Es bedarf weiterer medizinischer Abklärungen, wobei das Beschwerdebild eine zusammenfassende fachärztliche Gesamtbetrachtung der zahlreichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erfordert. Im Rahmen dieser Weiterungen wird
auch den von
D._
erwähnten psychischen Problemen (Urk. 10/77 S. 1 f.) nachzugehen sein.
Ebenso
wird
zu beachten
sein, dass
dieser
im Zusammenhang mit dem Kauf eines Elektromobils (Scooter Agin 6 km/h) Ende Juli 2012 (Urk. 10/102/2+5) am 6. September 2012
zuhanden der Beschwerdegegnerin
berichtete (Urk. 10/103), die Beschwerdefüh
rerin sei wegen multipler Arthritiden und Schwäche nicht in der Lage, längere Strecken über fünfzig Meter ausserhalb des Hauses zu gehen. Ebenso wenig könne sie einen Rollstuhl mit der Hand über mehr als fünf bis zehn Meter be
wegen.
3.4
Unter den gegebenen Umständen ist die
Sache auch
in Anbetracht
der Recht
sprechung des Bundesgerichts zur Einholung von Administrativ- und Ge
richts
gutachten (BGE 137 V 210 E. 4.4.1) an die Beschwerdegegnerin zurückzu
wei
sen, damit sie die medizinischen Aktenlage vervollständige und aktualisiere. Damit verbunden ist die Auflage, ein interdisziplinäres Gutachten vorzugs
weise
in
einer
hierfür spezialisierten
MEDAS
in Auftrag zu geben, falls dies nach
de
n
zunächst
zu
veranlass
enden
Ergänzungen
geboten sein sollte.
4
.
In der Rechtsprechung wird das fortgeschrittene Alter – obschon ein an sich invaliditätsfremder Faktor – als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird und ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist (
vgl. im Einzelnen
Urteil des Bundesgericht
s
9C_918/2008 vom 28. Mai 2009 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
Demzufolge
wird die Beschwerdegegnerin
im Rahmen der
neuerlichen
Ent
scheid
findung
auch
zu prüfen haben, ob der 1951 geborenen Beschwerdeführe
rin im Lichte der (relativ hohen) Hürden, welche das Bundesgericht in seiner Rechtsprechung
bezüglich der
Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt hat (vgl.
vorerwähntes
Urteil
9C_918/2008 vom 28. Mai 2009 E.
4.2.2), im massgeblichen Zeit
punkt des
Feststehen
s
der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit
(
vgl. BGE
138 V 457) ein invaliden
versicherungs
rechtlich erheblicher Zugang zum Arbeitsmarkt objektiv gesehen überhaupt noch offen steht.
5.
Nach dem Ausgeführten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen,
dass
die angefochtene Verfügung vom 16. Juli 2012
(Urk. 2)
aufzu
h
e
ben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen ist
, damit sie,
nach erfolgter Abklä
rung im Sinne der Erwägungen
,
über den Leistungsanspruch der Beschwerde
führerin neu verfüge.
6.
Gemäss Art. 69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenvers
icherung in Abweichung von Art. 61 lit.
a ATSG vor dem kantonalen Versicherungs
ge
richt kostenpflichtig, wobei die Kosten nach dem Verfahrensaufwand und un
abhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgelegt werden. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die ermessensweise auf
Fr.
6
00.-- festzusetzenden Gerichtskosten von der unterliegenden Beschwerde
gegnerin zu tragen.