Decision ID: 2091084d-4abf-45b2-b252-2b045e1b105c
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1977, war im Zeitpunkt eines Verkehrsunfalls
am
9.
März
2005 arbeitslos gemeldet und arbeitete im Zwischenverdienst in einem Tankstellenshop
zu 40
%
(vgl. Sachverhalt im Urteil UV.2007.00538 vom 1
6.
November 2009). Am
8.
März 2006 meldete sich die Versicherte zum Leistungsbezug in Form beruflicher Massnahmen und einer Rente der Invali
denversicherung an und erklärte, infolge des erlittenen Unfalls an einem Distorsionstrauma der Halswirbelsäule
(HWS)
zu leiden (
Urk.
5/7)
.
Die Sozia
l
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte
die beruflichen
(
Urk.
5/1-14
5/17, 5/22
, 5/62
) sowie
die medizinischen Verhält
nisse ab (
Urk.
5/14/1-10
, 5/27
, 5/64
)
und holte die Akten der Suva ein (
Urk.
5
/16/1-155
, 5/26/1-52
, 5/28/1-16
, 5/35
).
Am 1
0.
Oktober 2006 fand eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt statt (
Urk.
5/23). Nach einem begleiteten tiefprozentigen Arbeitsversuch in einem
Copycenter
in
Y._
trat die Versicherte
im Oktober 2006
ein Praktikum im Ausmass von zirka 30
%
in der
Kanzlei
Z._
an und absolvierte nebenbei d
ie
A._
(v
g
l
.
Urk.
5/23/3
, 5/24, 5/25, 5/26/8)
, welche sie im November 2007 im
3.
Semester unterbrach (vgl.
Urk.
5/
49/6), im Frühjahr 2008 wieder aufnahm und per Ende 2009 abschloss (
Urk.
1 S. 14, 12/5).
Die Suva stellte ihre Leistungen mit
Einspracheentscheid
vom
9.
November 2007
unter
Verneinung der Adäquan
z per 3
1.
Mai 2007 ein (
Urk.
5/3
5; bestätigt mit Urteil UV.2007.00538 vom 1
6.
November 2009; dieses bestätigt mit Urteil des Bundesgerichts 8C_29/2010 vom 2
7.
Mai 2010,
Urk.
5/59
)
.
Mit Vorbescheid vom 2
9.
Januar 2008 teilte die IV-Stelle der Versicherten die voraussichtliche Ablehnung ihres Gesuchs
vom 1
0.
Oktober 2006
um Übernahme der Umschulungskosten
(
Urk.
5/24) mit, da mangels abge
schlossener Berufsausbildung kein Anspruch auf Umschulung bestehe (
Urk.
5/41)
. Mit Vorbescheid vom
1.
Februar 2008
stellte
sie der Versicherten die
Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente ab
1.
März 2006
mit Senkung auf eine halbe Rente
ab
1.
Oktober 2006
und Befristung
bis 3
1.
Mai 2007
in Aussicht
(
Urk.
5/42). Mit ihrer Stellungnahme dazu vom
5.
März 2008 liess die Versicherte die
Zuspra
che
beruflicher Massnahmen, eventualiter von
Integrationsmassnahmen sowie
einer unbefristeten ganzen Invalidenrente ab Ablauf der Wart
e
frist beantragen (
Urk.
5/46). Ausserdem liess sie
ein vom Haftpflichtversicherer eingeholtes Gutachten des
B._
vom 2
3.
Juni 2008 einreichen (
Urk.
5/49)
.
Nachdem die Versicherte bis Ende Juli 2010 bei
Z._
gearbeitet hatte, bekam sie im Oktober 2011 ihr zweites Kind und
trat am
1.
Januar 2013 eine
50%
-Stelle
im
Tankstellenshop
C._
in
D._
an
(vgl.
Urk.
5/61). Am 2
3.
Oktober 2013 teilte ihr die IV-Stelle die Notwendigkeit einer polydisziplinären Begutachtung mit (
Urk.
5/67)
, welche im Mai 2014 in der MEDAS
E._
durchgeführt wurde (Gutachten vom
1.
September 2014,
Urk.
5/81
;
Ergänzung vom 1
8.
September 2014,
Urk.
5/83
)
.
Mit Vorbescheiden vom
5.
Dezember 2014 wurde
n
die Vorbescheide vom 2
9.
Januar und
1.
Februar 2008 ersetzt. Den Anspruch auf berufliche Mass
nahmen sah die IV-Stelle weiterhin nicht als gegeben (
Urk.
5/87); in Bezug auf den Anspruch auf eine Invalidenrente sah der Vorbescheid einen
Anspruch auf eine
ganze Rente ab
1.
März 2006 und einen Anspruch auf eine halbe Rente vom
1.
Oktober 2006 bis nunmehr am 3
0.
September 2008 vor (
Urk.
5/88)
. M
it Verfügung vom
8.
Mai 2015
bestätigte die IV-Stelle den
Anspruch auf eine
ganze
Rente
ab
1.
März 2006 und den anschliessenden Anspruch auf eine halbe Invalidenrente
vom
1.
Oktober 2006
befristet bis 30.
September 2008
(
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
am 1
0.
Juni 2015 Beschwerde erheben
und
die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen aus IVG, insbesondere die unbefristete Weiterausrichtung einer halben Invalidenrente ab
1.
Oktober 2008 beantragen (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Ver
nehmlassung vom
6.
August 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
4).
Am 2
6.
Oktober 2015 liess die Beschwerdeführerin eine weitere Stellung
nahme einreichen (
Urk.
10). Die Beschwerdegegnerin verzichtete sowohl auf eine Stellungnahme dazu (
Urk.
14), als auch auf eine solche zur weiter
e
n Eingabe der Beschwerdeführerin mit beigelegtem Bericht der Hausärztin
Dr.
med.
F._
, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumatologie, vom 2
5.
November 2015 (
Urk.
16, 17).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1.
Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Be
stimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 6. Oktober 2006, der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 28. September 2007, des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) sowie das Bundesgesetz über die Schaffung und die Änderung von Erlassen zur Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA) vom 6. Oktober 2006 in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher
Hinsicht gilt jedoch der allge
meine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnor
men zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E.
1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Gegenstand
der angefochtenen Ver
fügung vom
8.
Mai 2015
bildet der Rentenanspruch der Beschwerde
führerin ab
1.
März 2006, im Streite steht jedoch einzig die Rentenbefristung per 3
0.
September 2008, weshalb im Folgenden die revidierten, ab
1.
Januar 2008 in Kraft stehenden
materiellen Vorschriften
zitiert werden und auf die altrechtlichen Bestimmungen nur soweit verwiesen wird, als sie von der ab
1.
Januar 2008 geltenden Fassung abweichen und für die Beurteilung rele
vant sind.
1.2
Im angefochtenen Entscheid sind die relevanten
Bestimmungen zum Umfang und zu den Voraussetzungen des nach dem Invaliditätsgrad abgestuften Anspruchs auf eine Invalidenrente
(
Art.
28
IVG
), zur Invaliditätsbemessung mittels Einkommensvergleich (
Art.
16
ATSG
) und
zum sogenannten
Warte
jahr
nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b und c IVG
(
a
Art
.
29 IVG in der bis 3
1.
Dezember 2007 gültig gewesenen, hier anwendbaren Fassung) richtig wiedergegeben. Darauf wird ebenso verwiesen wie
auf
die zitierte Bestim
mung von Art 88a
Abs.
1 IVV, wonach eine Verbesserung der Erwerbsfähig
keit oder der Fähigkeit,
sich
im Aufgabenbereich zu betätigen, zu berück
sichtigen ist, wenn
sie drei Monate ohne wesentlichen Unterbruch angedau
ert hat.
1.3
Zu ergänzen ist,
dass d
ie rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion ab
gestufte Invalidenrente
einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Her
absetzung
umfasst
. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V
263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S.
121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a IVV festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinwei
sen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bun
desgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts
anspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Befristung der rückwirkend ab 1.
März 2006 zugesprochenen zunächst ganzen und ab
1.
Oktober 2006 hal
ben Invalidenrente per 3
0.
September 2008 damit, dass eine Gesamtschau
insbesondere
der
medizinischen
Unterlagen zum Schluss auf eine 75%ige Restarbeits
fähigkeit ab 2
3.
Juni 2008
führe,
und der gestützt auf die
Lohn
stru
k
turerhebung
(LSE) des Bundesamtes für Statistik
durchgeführte
Ein
kommensvergleich
den
Ausschluss
eines Rente
nanspruchs ab Oktober 2008 zur Folge habe
(
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin lässt dem im Wesentlichen entgegenhalten, dass es gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung Sache des Rechtsanwenders sei, die Rechtsfolgen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung einzuschätzen.
Auf die im Jahr 2008 erstellte rein medizinisch-theoretische Einschätzung des
B._
könne heute nicht mehr abgestellt werden
, liege diese doch Jahre zurück und stütze
sich
zudem
auf die umstrittene EFL-Methode ab. Das
E._
-Gutachten könne lediglich zur Situation im Jahr 2014 Stellung nehmen, nicht rückwirkend. Auch demselben lasse sich jedoch inhaltlich begründet lediglich eine maximal 60%ige Restarbeitsfähigkeit entnehmen. Zudem lasse
die Aktenlage nicht auf die für eine Rentenaufhebung
notwendige Verbesserung de
s Gesundheitszustandes schliessen
.
Bei
korrekte
r
Würdigung der Aktenlage sei vielmehr von einer höchstens 50%igen Restarbeitsfähigkeit auszugehen.
Im Zusammenhang mit der Invaliditätsbemessung liess die Beschwerdeführe
rin insbesondere bemängeln, dass im angefochtenen Entscheid kein
leidens
bedingter
Abzug vom
gestützt auf statistische Werte errechneten
hypotheti
schen Invalideneinkommen vorgenommen
wurde
(
Urk.
1 S. 15 ff., 10, 16).
2.3
Strittig ist nach dem Gesagten einzig die Rentenbefristung per 3
0.
September 200
8.
Die ge
richtliche Prüfung hat nach dem unte
r
Erwägung 1.3 Dargeleg
ten jedoch
den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregel
ten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die
Senkung und Aufhebung der Rente
zu erfassen.
Da die Qualifikation der Beschwerdeführerin als 100%-Erwerbstätige unstrit
tig ist und
zumindest bis zur
verfügten
Rentenaufhebung per Ende Septem
ber 2008
Bestä
tigung in den Akten findet (vgl.
Urk.
5/23/4), erübrigen sich im Folgenden Ausführungen zur Frage allfälliger Einschränkungen im
Haus
haltsbereich
.
Vielmehr steht angesichts der Parteivorbringen und der Akten die Frage nach der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Vordergrund.
3.
3.1
Gemäss Arztzeugnis von
Dr.
med.
G._
vom
9.
März 2005
zur
Erstkon
sultation
der
Beschwerdeführerin
erlitt diese
beim Verkehrsunfall vom selben Tag eine Distorsion der HWS m
it anschliessenden Schmerzen ok
zipi
t
al, spä
teren Ausstrahlungen in den Nacken, die Arme und die Brustwirbelsäule, Schwindel und Kopfschmerzen. Die Beschwerdeführerin wurde zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben (
Urk.
5/16/150).
Dr.
F._
diagnostizierte i
m Bericht vom
7.
Juni 2005 ein
zervikozephales-z
ervicospondylog
enes
und
lumbovertebrales
Syndro
m bei Status nach HWS
Distorsionstrauma am
9.
März 2005,
eine
Instabilität der mittleren H
WS, eine Tendenz zur
Bandlaxität
und eine
Erschöpfungsdepression.
Die Arbeitsfähigkeit sei bis 1
1.
April 2005 zu 100
%
eingeschränkt gewesen. Vom 1
1.
bis 2
1.
April 2005 habe ein gescheiterter Arbeitsversu
ch mit 50
%
stattgefunden. Seit 2
2.
April 2005 bestehe eine 75%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
5/16/123).
Eine MRI-Untersuchung vom 1
5.
Juli 2005 in der Klinik
H._
liess eine beginnende
Bandscheibendegeneration C5/
C
6 mit nicht ganz ausgeschl
osse
ner Beeinträchtigung der
Wurzel
C6
erkennen (
Urk.
5/16/114). Am 19.
August 2005 stellte der Psychiater
Dr.
med.
I._
die Diagnose einer mittelschweren Depression (
Urk.
5/16/111).
Am 1
6.
November 2005 berich
tete
Dr.
F._
von einem immer noch massiven rechtsbetonten
Zervikalsyn
drom
ohne peripher- oder zentralneurogene Ausfälle. Die Beschwerdeführerin erlebe zum Teil schmerzfreie Tage, weshalb sie die Prognose als gut erachte (
Urk.
5/16/80 f.). Die Fachärztin FMH für Neurologie,
Dr.
med.
J._
, schloss gestützt auf ihre Untersuchung vom 15.
November 2005 eine neurogene Komponente aus, bestätigte jedoch ein weiterhin bestehendes massives rechtsbetontes
Zervikalsyndrom
(
Urk.
5/14/9 f.).
Mit Bericht vom 2
9.
März 2006 attestierte
Dr.
F._
eine anhaltende 75%ige Arbeitsunfähigkeit
seit 2
2.
April 200
5.
Aktuell arbeite die Beschwerdeführerin im Rahmen eines Arbeitsversuchs halbtags in einem
Copycenter
mit einer Arbeitsleistung von 25
%
, die Prognose sei auf 2-5 Jahre gesehen wahrscheinlich gut (
Urk.
5/14/5 ff.).
3.2
Dr.
F._
erklärte am
2
1.
November 2006
, im
Sommer 2006 sei
bei unver
änderter Diagnose
eine l
eichte Verbesserung eingetreten.
Mit der Aufnahme der Arbeit in der Kanzlei
Z._
am
1.
Oktober 2006 habe sich der Zustand wied
er etwas verschlechtert, doch
habe die Arbeitsfähigkeit bis
jetzt erhalten werden können. D
ie
Beschwerdeführerin
arbeite
zu 20-30
%
in der Kanzlei als Sekret
ariatsmitarbeiterin in Ausbildung
und besuche
daneben
eine Handelsschule (20
%
+ 10% Lernen) (
Urk.
5/27/3 f.). Am 2
0.
März 2007 berichtete
Dr.
F._
neuerlich
von einem unveränderten Verlauf, es gehe immer etwas auf und ab. Die Beschwerdeführerin sei an der Grenze ihrer Belastbarkeit mit Schule, Arbeit, Prüfung und Lernen. Im November 2006 habe sie eine starke Kopfschmerzattacke erlitten (
Urk.
5/28/7).
Eine MRI-Untersuchung in der Klinik
H._
vom 2
6.
April 2007 führte zum Schluss
auf eine zunehmende
C6-Problematik links bei Status nach HWS-Distorsionstrauma am
9.
März 2005 mit
P
rotrusion
der Bandscheibe C5/6 (
Urk.
5/30/5).
Dr.
F._
erklärte
am
3
0.
Juli 2007, es sei weiterhin von einer unveränderten Diagnose auszugehen, wobei sich das
zervikoradikuläre
Syndrom C6 links eher wieder vermehr
t
melde; eine Steigerung der Arbeits
fähigkeit auf über 50
%
erscheine ihr im Moment nicht sinnvoll, eher kontraproduktiv (
Urk.
5/30/4-5)
.
3.3
Im
B._
wurde die Beschwerdeführerin am 2
0.
und 2
1.
Dezember 2007 durch
eine
Fachärztin FMH für
Physikalische Medizin und Rehabilitation untersucht; zusätzlich fand eine psychiatrische und eine neurologisch-verhaltensneurologische Abklärung statt
,
und
es wurde
eine Evaluation der funkti
onellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchgeführt
. Gestützt darauf, die bisherigen Akten sowie zusätzliche bildgebende Untersuchungen (
vgl.
Urk.
5/49/8) stellten
die zuständigen Fachleute in der interdisziplinären Beurteilung
vom 2
3.
Juni 2008
folgende Diagnosen (
Urk.
5/49/11):
Status nach Verkehrsunfall am
9.
März 2005 mit HWS-Distorsion
Zer
v
ikozephales
/
thorakovertebrales
Syndrom mit/bei
Discoligamentärer
Instabilität C5/6, DD
discoligamentäre
Läsion
Diskusprotrusion
C5/6
Muskulärer
Dysbalance
der Nacken-/Schultergürtelmuskulatur
Leichter Wirbels
äulenfehlform
Tendenz zur Hypermobilität
Intermittierendes
Lumbovertebralsyndorm
mit/bei
Muskulärer
Dysbalance
Subklinische affektpathologische Befindlichkeitsstörung bei chroni
scher Schmerzproblematik konsekutiv nach sogenanntem
HWS-Dis
torsionstrauma
3/05
Minimale bis leichte, unspezifische neuropsychologische
Funktions
defizite
Schmerzassoziiert.
Die zusammenfassende Beurteilung lautete dahingehend, dass im Anschluss an die Auffahrkollision vom
9.
März 2005
zervikozephale
und
intermit
tierend
lumbovertebrale
Beschwerden, Konzentrations- und Gedächtnis
störungen, Stimmungsschwankungen und vegetative Symptome aufgetreten seien. Trotz guter Therapiemotivation
habe anfänglich über Monate ein
hohes Beschwerdeniveau persistiert; im Juni 2005 sei eine mittelschwere Depression diagnostiziert worden. Ab Sommer 2005 sei es zu einer Besserung der Befindlichkeit mit jedoch persistierenden Beschwerden gekommen. Laut der Beschwerdeführerin
bestehe
sei
t
mindestens 2005 (gemeint wohl: 2007, vgl. anamnestisch
e Verlaufsschilderung in
Urk.
5/49/6: stationäres
Beschwer
d
e
bild
seit Beginn 2007) ein stationäres Beschwerdeniveau.
Anlässlich der aktuellen
Untersuchung habe d
ie
Beschwerdeführerin
über
im Vordergrund stehende wechselhafte Schmerzen im Nacken und Schultergür
tel geklagt, welche durch körperliche Belastung, Arbeiten mi
t
inkliniertem und
rekli
niertem
Kopf sowie bei längerem
Sitzen zunähmen. Intermittierend träten lumbale Schmerzen und
Visusstörungen
auf, mehrfach wöchentlich
okzipitofrontale
Kopfschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnis
störungen
.
Objektiv habe sich im Bereich der HWS eine ausgedehnte muskuläre
D
ysba
lance
mit Hartspann des
Musculus
t
rapezius
descendens
beidseits, der autochthonen zervikalen Muskulatur im Bereich der Kopfgelenke und der Schulterblattfixatoren gezeigt. Ausserdem wurde
n
eine erhebliche Dysfunk
tion der tiefen Nackenflexoren und eine verminderte muskuläre Koordination
der Nackenmuskulatur sowie diverse
Druckdolenzen
im hypertonen Na
cken
/Schulter
-
und
lumbosakralen
Bereich
sowie
Bewe
gungseinschrän
kungen
an der HWS
festgestellt.
Die Bildgebung zeige zwar kei
ne Hinweise für
ossäre
oder
disc
oligamentäre
Läsionen im Bereich der HWS, jedoch eine
discoligamentäre
Instabilität C5/6 sowie eine
Diskuprotrusion
C5/6, wenn auch ohne Hinweise für eine
radikuläre
Reiz- oder sensomotorische Aus
fallsymptomatik (
Urk.
5/49/8 ff.).
Das arbeitsbezogen relevante Problem liege in der verminderten
Belas
tun
gstoleranz
des Schultergürtel-/N
ackenbereichs beim Hantieren von Lasten und bei rep
etitiven Armbewegungen über Kopfhöhe. Bei statisch gehaltenen, länger andauernden Tätigkeiten (wie zum Beispiel: längeres
Tastatur
schreiben
) seien Ausweichbewegungen mit dem Kopf sowie eine vermehrte muskuläre Anspannung des Nackens zu beobachten.
Aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht wurde eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit unter Berücksichtigung der in der EFL festge
stellten
Belastbark
eitslimiten
(
Gewichtslimiten
von 5 Kilogramm
bei Heben auf Taillen- bis Kopfhöhe, 7,5 Kilogramm bis Taillenhöhe und 10
Kilogramm bei Heben horizontal, s
eltenen Arbeiten über Kopf, Einschränkungen bei vor
geneigtem Stehen und bei
Rotationen im Sitzen)
als
ganztags zumutbar
beurteilt
. Aufgrund der Defizite in statischen Positionen
brauche die Beschwerdeführerin jedoch vermehrte Pausen v
on 2 Stunden täglich.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aus neurologisch/verhaltensneurologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit zu 10
(bis 20)
%
eingeschränkt
, jedoch in der
75%ige
n Arbeitsfähigkeit bereits mitberücksichtigt.
D
ie angestammte Tätigkeit an der Tankstelle entspreche bezüglich der Gewichtsbelastung (maximal 10 Kilogramm) im Wesentl
ichen dem
Anforde
rungsprofil
,
doch sei diese Tätigkeit aus ergonomischer Sicht aufgrund der Kumulation von Belastungen wie Arbeiten mit vermehrtem Kraftaufwand, die Defizite in der Stabilisationsfähigkeit der HWS provozierten, eher ungünstig.
Die aktuelle Arbeit als Bürohilfskraft sei, da wechselbelastend und mit Belas
tungen von maximal 5 Kilogramm
,
angepasst.
Nach einem erfolgre
ich absol
vierten Training we
rde aus ergonomischer Sicht eine Steigerung auf ein volles Pensum als möglich erachtet
(
Urk.
5/49/11 ff.).
3.4
Dr.
F._
legte den Verlauf am 2
9.
Juli 2013 dahingehend dar, dass di
e Beschwerdeführeri
n Ende 2007/2008 weiterhin in der Anwaltskanzlei gear
beitet
und daneben
–
mit
einem
Unterbruch von einem Semester wegen Schmerzen und Erschöpfung - ihre Ausbildung als Kauffachfrau
weiterge
führt und
im Mai 2009 mit Diplom abgeschlossen habe. Danach sei sie ganz erschöpft gewesen. Eine medizinische Trainingstherapi
e sei durch die
Mehr
fachbelastungen
immer schwierig durchzu
führen gewesen.
Ende 2009 habe d
ie
Beschwerdeführerin
versucht, eine Stelle
als Kauffrau zu finden, was an ihr
er fehlenden Erfahrung gescheitert sei. 2011 habe sie ihr zweites Kind geboren, wobei die lumbalen Beschwerden durch die Schwan
gerschaft verstärkt worden seien. Im November 2012 sei bei stark verstärkten Beschwerden ein Röntgenbild erstellt worden, welches eine
Überbeweglich
ke
it
C5/C6 gezeigt habe. Nachdem d
ie
Beschwerdeführerin
eine 50%-Stelle in einem Supermarkt, welche für sie viel zu streng sei, gefunden habe, habe sie sich am
3.
Mai 2013 über sehr starke Schmerzen beklagt.
Dr.
F._
Beurtei
lung der Restarbeitsfähigkeit lautete auf 50
%
in einer wechselnd belastenden Tätigkeit ohne repetitive vornübergebeugte Haltung und ohne Heben von schweren Gegenständen (maximal 2-5 Kilo
gramm) (
Urk.
5/64/5 ff.).
3.5
Im Rahmen der
E._
-Begutachtung wurde die Beschwerdeführerin im Mai 2014 internistisch, psychiatrisch, rheumatologisch und neurologisch abge
klärt. Die Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lauteten wie folgt (
Urk.
5/81/28):
Chronisches
zervikoz
ephales
und intermittierend recht
s
seitig
es
zer
vikobrachiales
Reizsyndrom (ICD-10 G54.1)
Bei Status nach HWS-Beschleunigungstrauma am
9.
März
2005
(ICD-10 G44.841)
Konventionell radiologisch
Un
kovertebralarthrose
C4
/b
is C6,
Gl
eit
instabilität
C5/C6
Episodische Migräne mit visueller Aura (ICD-10 G43.1).
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit massen die beteiligten
Gutachter
personen
dem intermittierenden
Lumbovertebral
syndrom
und dem chroni
schen, im Verlauf
regredienten
Kopfschmerz nach
HWS-Beschleunigungs
trauma
bei (
Urk.
5/81/28).
Die zusammenfassende aktuelle medizinische Beurteilung der
E._
-Gutachter lautete dahingehend, dass die Hauptbeschwerden vor allem im belastungsabhängigen Nacken- und Kopfschmerzsyndrom lägen. Die Kopfschmerzen seien im Mai 2014 im
K._
als Mischform einer Migräne und eines Spannungskopfschmerzes diagnostiziert und mit entsprechender Medikation versorgt worden
. Das chronische
zervikozephale
und intermittierend rechtsseitige
zervikobrachiale
Reizsyndrom erkläre sich klinisch und radiologisch mit der
Unkovertebralarthrose
C4 bis C6 und der Gleitinstabilität C5/C6, wobei insbesondere letztere als klare somatische Grundlage der Beschwerden zu werten sei. Aus neurologischer Sicht seien d
ie pulsierenden,
bifrontal
beto
nten, vor allem an Menstruationstagen vorkommenden Kopfs
chmerzen als episodische Migrän
e zu klassifizieren; aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin gesund.
In der angestammten Tätigkeit in einem Tankstellenshop wurde die Beschwerdeführerin als zu 60
%
arbeitsfähig beurteilt, wobei die Arbeit idealerweise in zwei Blöcke à 2,5 Stunden aufzuteilen sei. Längerfristig sei diese Tätigkeit jedoch ungünstig. Ideal wäre eine Beschäftigung als
Büro
ka
uffrau
oder Sekretärin, könnte d
ie
Beschwerdeführerin
doch dabei ihre Belastung besser einteilen und mit geeigneten Massnahmen wie einem Steh
pult die Arbeiten sowohl stehend als auch sitzend durchführen. In einer derart angepassten Tätigkeit wurde die Beschw
e
rdeführerin als zu 70
%
ar
beitsfähig beurteilt. Diese Einschätzung sei konsistent mit der Beurteilung des
B._
vom 2
3.
Juni 2008 und gelte im Wesentlichen seit Abschluss der Umschul
ungsmassnahme (
Urk.
5/81/30 f.)
.
In der nachträglichen Stellungnahme zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit vom 1
8.
September
2014 legte
Dr.
med.
L._
, Facha
rzt FMH für Innere Medizin, Ärztlicher Leiter des
E._
, in Auseinandersetzung
mit
und Dar
stellung der Aktenlage dar, dass nachvollziehbar sei, dass die Arbeitsfähigkeit nach dem Unfall zunächst in einem Mass beeinträchtig
t
gewesen sei, welches die
Zusprache
einer ganzen Rente rechtfertige, habe doch über längere Zeit eine 70- respektive 75%ige Arbeitsunfähig
keit
vorgelegen. Eine Koordination mit der Suva, welche die Leistungen mit Verfügung vom 1
5.
Mai 2007 eingestellt habe, rechtfertige sich seines Erachtens nicht, habe die Unfallversicherung doch die Leistungseinstellung mit der fehlenden Adäquanz, mithin juristisch begründet. Die medizinischen Akten liessen dagegen den Schluss auf eine
volle Arbeitsfähigkeit nicht
zu. Vielmehr hätten sich die zeitnahen Berichte für eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ausge
s
prochen, v
on welcher ab
1.
Oktober 2006 auszugehen sei. Ab dem Gutachten des
B._
sei davon auszugehen, dass für eine optimal angepasste umgeschulte Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70-75
%
bestehe (
Urk.
6/83).
3.
6
Mit von der Beschwerdeführerin i
n diesem Verfahren eingereichtem
Bericht vom 2
5.
November 2015 erklärte
Dr.
F._
, die
Beschwerdeführerin sei
in ihrer aktuellen Tätigkeit im Tankstellenshop zu 50
%
arbeitsfähig. Dies sei aber die oberste Grenze. In einer ideal angepassten Tätigkeit (
Wechselbe
lastung
, Bürotätigkeit) liege die Arbeitsfähigkeit aufgrund der deutlichen muskulären
Dysbalance
, der Instabilität im HWS-Bereich und der ausge
prägten Muskelverspannungen bei nicht mehr als 60
%
(
Urk.
17/1).
4.
4.1
In Würdigung der medizinischen Akten ist zunächst festzuhalten, dass sich sowohl das Gutachten des
B._
vom 2
3.
Juni 2008 (
Urk.
5/49) als auch das
E._
-Gutachten vom
1.
September 2014 im Lichte der höchstrichterlichen Rechtsprechung zum Beweiswert eines ärztlichen Berichtes (
vgl. E.
1.4) als auf allseitigen Untersuchungen beruhende und in umfassender
Aktenkennt
nis
erstellte nachvollziehbar begründete polydisziplinäre Beurteilungen erweisen, welche zudem sowoh
l in den
Diagnosen und Befunden als auch
in
den Schlussfolgerungen hinsichtlich der Leistungsfähigkeit ganz wesentlich übereinstimmen.
Soweit die Beschwerdeführerin gegen die Beweistauglichkeit des Gutachtens des
B._
vorbringen lässt,
ihr seien vom Haftpflichtversicherer dannzumal keine Mitwirkungsrechte eingeräumt worden (
Urk.
1 S. 16), erweist sich ihr Verhalten als widersprüchlich, liess doch sie selber das Gutachten im Ver
fahren UV.2007.00538 mit der Replik vom 2
5.
August 2008 einreichen (vgl. Sachverhalt im Urteil UV.2007.00538 vom 1
6.
November 2009). Des weitern greift auch ihre Argumentation, das Gutachten des
B._
beruhe auf der umstrittenen EFL-Methode, welche bei polydisziplinären MEDAS
Begut
achtungen nicht (mehr) zur Anwendung komme (vgl.
Urk.
1 S.
16), bereits deshalb ins Leere, weil es sich
bei der
B._
-Begutachtung
nicht um eine MEDAS-Abklärung handelte. Zudem bildeten die Ergebnisse der EFL
Abklä
rung im
B._
lediglich Teil der polydisziplinären Begutachtung. Letztlich ist die Beschwerdeführerin
in diesem Zusammenhang
auf das ihrem Rechtsver
treter bekannte Urteil des Bundesgerichts 9C_628/2012 vom 2
6.
November 2012 hinzuweisen, gemäss welchem derartige funktionsorientierte medizini
sche Abklärungen ebenso wie ein interdisziplinäres Gutachten geeignet sein können, zur Einschränkung in spezifischen Tätigkeiten Stellung zu nehmen (E. 4.1 des zitierten Bundesgerichtsurteil 9C_628/2012).
4.2
In Bezug auf Diagnostik und Befundlage kam
en
sowohl die Gutachter des
B._
als auch diejenigen des
E._
zum
Schluss, dass die Beschwerdeführerin seit dem Auffahrunfall vom
9.
März
2005
insbesondere
an einer persistierenden zervikalen Schmerzsymptomatik bei
degenerativen Veränderungen der HWS und einer Instabilität im Bereich C5/C6 leidet. Auch wen
n
in beiden Begutachtungen weder eine
radikuläre
Komponente noch eine
discoligamentäre
oder
ossäre
Läsion (vgl. dazu auch: E. 5.2 im Urteil 8C_29/2010 vom 2
7.
Mai 2010,
Urk.
12/4) festgestellt wurde, so liessen die beteiligten
ärztlichen Fachpersonen
keine Zweifel am somatischen Ursprung der Beschwerden.
Sowohl im Gutachten des
B._
als auch in demjenigen des
E._
wurden die
discoligamentäre
Instabilität C5/C6 und die muskuläre
Dysbalance
als Grundlage der verminderten Belastungstoleranz des Schulter-/Nackengürtelbereiches und der verminderten Stabilisationsfähigkeit der HWS
beurteilt
(vgl.
Urk.
5/49/9 ff., 5/81/30).
Die im Rahmen des
B._
-Gut
achtens noch als
zervikoz
ephal
zugeordnete
Kopfschmerzproblematik (vgl.
Urk.
5/49/14 f.) fand
im
E._
-Gutachten, nunmehr abgeklärt, in Form der episodischen Migräne ebenfalls Berücksichtigung.
Des W
eitern stimmen die
psychiatrischen Teilgutachter
in überzeugender Weise darin überein,
dass
sie
eine relevante psychiatrische Erkrankung der
Beschwerdeführerin, deren Schmerzverhalten wie auch deren Leistungsbereitschaft als adäquat bezeich
net wurde,
in den jeweiligen Be
gutachtungszeitpunkten ausschlo
ssen (vgl.
Urk.
5/49/31 ff., 5/81/37 ff.).
Was die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin anbelangt, sprachen sich die ärztlichen Fachpersonen des
B._
im Juni 2008 und die
Gutachterperso
nen
des
E._
im September 2014 im Wesentlichen übereinstimmend mit den Einschätzungen von
Dr.
F._
vom 2
9.
Juli 2013 und vom 2
5.
November 2015 (
Urk.
5/64/5 ff., 17/1) dafür aus, dass die angestammte und
ab Januar 2013 wiederum
ausgeübte Tätigkeit in einem Tankstellenshop aufgrund der monotonen Tätigkeiten mit häufigem Kopfdrehen und überwiegend stehen
der Tätigkeit nicht ideal und nur
im
Umfang von maximal 50
%
respektive 60
%
zumutbar sei, wovon auszugehen ist.
Ideal angepasst erscheint aufgrund der auch diesbezüglich übereinstimmen
den ärztlichen Beurteilungen eine wechselbelastende, körperlich leichte Tätigkeit
wie die umgeschulte Bürotät
igkeit,
unter Berücksichtigung der in der EFL festgestellten
Belastbarkeitslimiten
(vgl. dazu
Urk.
5/49/13).
4.3
4.3
.1
Was die Beurteilungen des Verlaufs und der damit einhergehenden Arbeitsfä
higkeiten anbelangt, ist die Beschwerdeführerin darauf hinzuweisen, dass es rechtsprechungsgemäss
Sache des (begutachtenden) Mediziners ist, den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d
as heisst,
mit den Mitteln fachgerechter ärzt
licher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und im Streitfal
l
das
Gericht nicht kompetent sind.
Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson
zwar
keine abschliessende Beu
rteilungskompetenz
zu
, doch
nimmt
sie
zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d
as heisst,
sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so sub
stanziell wie möglich begrün
det (BGE 140 V 193 E. 3.2).
4.3
.2
In Bezug auf den Verlauf nach dem Unfall vom
9.
März 200
5
gingen sowohl die beteiligten Gutachterpersonen des
B._
als auch diejenigen des
E._
nachvollziehbar
davon aus, dass anfänglich ein hoh
es Beschwerdeniveau persistiert habe
. Auch berücksichtigten beide Gutachterstellen im Rahmen ihrer Gesamtbeurteilungen die im Sommer 2005 diagnostizierte mittel
schwere Depression (
Urk.
5/16/111, 4/49/9, 5/81/29
). Dass die Beschwerde
führer
in
während gut eines
Jahr
es
nach dem Unfall über weiteste Phasen zumindest 70
%
arbeitsunfähig
in jeder Tätigkeit
war, ist unbestritten und findet in den Akten Bestätigung (vgl.
Urk.
5/16/150, 5/16/123, 5/83/2).
Nicht in Frage
stellen
liess die Beschwerdeführerin
sodann
, dass sich ihr Gesundheitszustand
bis
im Herbst
2006 dahingehend verbessert
hatte
, dass ihr ein Pensum von
50
%
in einer
angepassten T
ätigkeit
zumutbar war, trat sie doch im Oktober 2006 die Prakt
i
kumsstelle von zirka 30
%
bei
Z._
an und absolvierte
zusätzlich
die Handelsschule (vgl.
Urk.
5/32/3
). Auch
Dr.
F._
ging am 2
1.
November
2006
von
einem
verbesserten Zustand seit dem letzten Bericht vom März 2006 aus und
erklärte, die Beschwerdeführerin habe die Arbeitsfähigkeit seit Antritt der Stelle am
1.
Oktober 2006
trotz der Belastung
erhalten können (
Urk.
5/2
7
/
3
).
4.3.3
Fraglich und zu prüfen bleibt, ob und ab wann sich gestützt auf die Akten die Annahme einer weiteren Verbesserung der Erwerbsfähigkeit im Sinne einer Steigerung der Restarbeitsfähigkeit
auf 70-
75
%
entsprechend der Beurteilungen des
E._
und des
B._
rechtfertigt
. Dabei ist der Beschwerdeführerin insofern zuzustimmen, als dem von der Haftpflichtversicherung in Auftrag gegebenen Gutachten des
B._
keine explizite Ver
laufsbeurteilung zugrunde liegt.
Jedoch
rechtfertigen sich entgegen de
n
Einwände
n
der Beschwerdeführerin keine
grundsätzlichen Zweifel an
der Einsch
ätzung der Restarbeitsfähigkeit durch das
B._
vom 2
3.
Juni 2008 und auch nicht an der damit im
Wesentlichen übereinstimmenden Beurteilung des
E._
vom
1.
September
201
4.
Beide Beurteilungen beruhen
nicht nur auf eingehenden Untersuchun
gen und den
überzeugenden
Erkenntnissen der
arbeitsmedizinischen Abklä
rungen der EFL; ihre Schlussfolgerungen korrespondieren auch mit
dem Umstand
, dass
die Beschwerdeführerin
in der Lage ist, einer ihrem Leiden nicht optimal angepassten Tätigkeit im Verkauf neben ihren Aufgaben als Mutter und Hausfrau zu 50
%
nachzukommen,
was doch auf eine deutlich höhere Restarbeitsfähigkeit als 50
%
schliessen lässt.
4.3.4
Vielmehr steht in Frage, ob die von der Beschwerdegegnerin entsprechend der Empfehlung von
Dr.
L._
vom 1
8.
September 2014 (
Urk.
5/83/1 ff.) erst ab Erstellung des
B._
-Gutachtens vom 2
3.
Juni 2008 angerechnete höhere Restarbeitsfähigkeit bereits zu einem fr
üheren Zeitpunkt vorgelegen ist. Gemäss der anamnestischen Verlaufsschilderung der Beschwerdeführerin im Rahmen der Begutachtung im
B._
lieg
t
seit mindestens Anfang 2007 ein
stationäres Beschwerdebild vor (
Urk.
5/49/6 oben)
. Im Rahmen der
Anam
neseerhebung
im
E._
erklärte sie, dass die körperlich
en Beschwerden im Verlauf
deutlich besser geworden seien; sie habe tageweise keine Schmerzen (
Urk.
5/81/21)
, auch die nach dem Unfall 10-15 Mal monatlich mit einer Schmerzintensität 9-10/10 aufgetretenen Kopfschmerzen hätten im Lauf der Jahre sowohl hinsichtlich Häufigkeit als auch
an
Intensität abgenommen (
Urk.
5/81/54). Angesichts dieser Schilderungen der Beschwerdeführerin scheint eine Verbesserung
des Gesundheitszustandes und damit einhergehend der Reste
rwerbsfähigkeit im L
auf der Jahre nach dem Unfall vom
März 2005
als überwiegend wahrscheinlich.
Nicht abschliessend feststellbar ist, ab welchem Zeitpunkt sich die Annahme der vom
B._
festgestellten und vom
E._
bestätigten höheren Restarbeitsfähigkeit rechtfertigt.
Auf
ergänzende Abklärungen hierzu
ist
in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten
(BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d), ist doch von solchen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine weitere Erkenntnis zum Verlauf
vom
1.
Oktober 2006 bis zur Erstellung des Gutachtens des
B._
zu erwarten. Da eine Rentenaufhebung
zur Diskussion steht
, ist die Beweislosigkeit für diesen Zeitraum der Beschwerdegegnerin a
nzurechnen, wollte doch sie
aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten (BGE 115 V 133 E. 8a).
Damit
aber
ist mit der Beschwerdegegnerin
zu G
unsten der Beschwerdeführerin
erst
ab Erstellung des Gutachtens des
B._
im Juni 2008 von der höheren Restarbeitsfähigkeit aus
zugehen
.
Zusammenfassend folgt aus der Würdigung der medizinischen Akten, dass die Beschwerdeführerin im Anschluss an den Unfall vom
9.
März 2005 zunächst
zu
100
%
und im Laufe des ersten Jahres durchschnittlich
zu
min
destens 70
%
arbeitsunfähig war. In der Folge verbesserte sich ihr gesund
heitlicher Zustand dahingehend, dass sie ab Oktober 2006 in der Lage war, 50
%
in einer angepassten Tätigkeit zu arbeiten. Ab 2
3.
Juni 2008 rechtfer
tigt sich die Annahme einer 70-75%igen Restarbeitsfähigkeit.
5.
5.1
Zu prüfen bleiben d
ie erwerblichen Auswirkungen der
festgestellten Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit.
Dabei ist unbestritten, dass die einjährige Wartezeit gemäss
Art.
29
Abs.
1
lit
. b IVG (in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) am Unfalltag vom
9.
März 2005
zu laufen begann und durch keine vorübergehend volle Arbeitsfähigkeit im Sinne von
Art.
29
ter
IVV unterbrochen wurde. Weiter
steht fest
, dass die Beschwerdeführerin im Wartejahr durchschnittlich
und auch nach Ablauf desselben
zu mehr als 66
2/3
%
(
vgl
.
a
Art
.
28
Abs.
1 IVG in der bis
3
1.
Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung)
arbeitsunfähig
war
(
Urk.
5/85/11)
und
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
ab
1.
März 2006 hat (
a
Art
.
29
Abs.
2 IVG in der bis 3
1.
Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung).
5.2
In analoger Anwendung von
Art.
88a
Abs.
1 Satz 1 IVV berücksichtigte die Beschwerdegegnerin die Steigerung der Rest
erwerbsfähigkeit auf 50
%
ab 1.
Oktober 2006 in der berechtigten Annahme, dass die Beschwerdeführerin, welche im Oktober 2006 ihre Praktikumsstelle in der Anwaltskanzlei an
ge
treten hatte
und gleichzeitig die Handelsschule absolvierte, die verbesserte Erwerbsfähigkeit ab diesem Zeitpunkt voraussichtlich längere Zeit erhalten kann.
Beim
Einkommensvergleich
stützte sich die Beschwerdegegnerin
auf
die Ver
hältnisse im Jahr 200
6.
Da die ungelernte Beschwerdeführerin vor dem Unfall vom
9.
März 2005 teilzeitlich als Verkäuferin auf Stundenlohnbasis
im Zwischenverdienst
gearbeitet hatte,
zog
die Beschwerdegegnerin
als Basis für die Berechnung
des
Valideneinkommens
den
Lohn für Hilfsarbeiten (Zentral
wert) für Frauen gestützt auf die Schweizerische
Lohnstrukturerhe
bung
des Bundesamtes für St
atistik (LSE) 2006 (hrsg. 2008)
von
Fr.
4‘019.--
bei
(vgl.
Urk.
2 S. 2, 5/8471), was zu Recht unbestritten blieb.
Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit 2006 von
41,7 Stunden
(Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit des Bun
desamtes für Statistik, BUA, 2004-2015) resultiert das von der
Beschwerde
gegnerin
beigezogene hypothe
tische
Valideneinkommen
von Fr.
50‘278.--.
Auf Seite des Invalideneinkommens stützte sich die Beschwerdegegnerin auf diese
lbe statistische Einkommensgrösse und kürzte diese
im Rahmen eines Prozentvergleichs
per
1.
Oktober 2006 um 50
%
. Auch dieses Vorgehen blieb
von der Beschwerdeführerin zu Recht unbestritten
, was zur Bestätigung der Rentensenkung per
1.
Oktober 2006 auf eine halbe Invalidenrente führt.
5.3
5.3.1
Im Rahmen der verfügten Renten
aufhebung
per
1.
Oktober 2008 berücksich
tigte die Beschwerdegegnerin die Verbesserung der Resterwerbsfähigkeit zutreffend drei Monate nach Erstellung des Gutachtens des
B._
vom 2
3.
Juni 2008 (
anaolog
Art.
88a
Abs.
1 Satz 2 IVV
;
BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/0
6 vom 2
0.
November 2006 E. 3.3)
und
stützte sich für den Einkommensvergleich
wiederum
auf den oben
erwähnten
Tabellenlohn
.
Strittig zwischen den Parteien und im Folgenden zu prüfen ist
in diesem Zusammenhang
einzig
, ob der Beschwerdefüh
r
erin im Rahmen der Bestim
mung des hypothetischen Invalideneinkommens ei
n
behinderungsbedingter
Abzug vom Tabellenlohn zu gewähren ist (vgl.
Urk.
1 S. 20).
5.3.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksich
tigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nur
mehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug ent
wickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskatego
rie
sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des
Tabellen
lohnes
zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mit
verantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
5.3.3
Die von der
Beschwerdeführer
in
ins Fe
ld geführten Gründe (
Urk.
1 S. 21,
10 S. 2 ff.
) rechtfertigten einen entsprechenden Abzug nicht:
So bilden insbe
sondere die mangelnde Berufsausbildung und Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche
, auf welche die meisten ihrer Vorbringen abzielen,
keine
lohn
mindernd
anerkannten Kriterien (Urteile de
s
Bundesgerichts 8C_427/2011
vom
1
5.
September 2011 E. 5.2, 8C_10/2011 vom 1
0.
August 2011
E. 7)
. Auch rechtfertigt der Umstand, dass der Beschwerdeführerin die Verwertung ihrer 70-
75%igen
Resterwerbsfähigkeit ganztags unter Berücksichtigung zusätzlicher Pausen von zwei Stunden zumutbar ist, keine
n
Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des B
undesgerichts 8C_366/2013 vom 1
8.
Juni 2013
E.
4.3).
Zudem wirkt sich der
Migrationshintergrund der eingebürgerten Beschwerdeführerin erfahrungsgemäss
nicht
lohnmindernd aus (Urteil des Bundesgerichts 9C_187/2011 vom E. 4.2)
.
Der Umstand, dass eine versicherte Person gemäss den medizinischen Anga
ben auf eine
leichte,
in Wechselhaltung ausführbare, überwiegend sitzende Tätigkeit angewiesen ist, ihre Einsatzmöglichkeiten daher begrenzt sind, ist im Hinblick auf den allein massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt
ebenfalls
nicht abzugsrelevant (Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom
3.
September 2012 E. 8).
Vielmehr ist davon auszu
gehen, dass auf
dem
aus
geglichenen Arbeitsmarkt auch unter Berücksichtigung
des
Anforderungs- und Belastungsprofil
s
der Beschwerdeführerin
insbesondere im Bereich einfa
cher kaufmännischer Hilfstätigkeiten ein genügend breites Spektrum an zumutbaren
Ve
r
weisungstätigkeiten
besteht
, so dass auch gewisse ergono
mische Einschränkungen wie die Notwendigkeit, wechselnde Positionen ein
zunehmen, Zwangshaltungen und wiederholte Rotationen der Wirbelsäule zu vermeiden sowie Hebe- und
Traglimiten
zu beachten, keinen Abzug vom Tabellenlohn (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_454/2011 vom
8.
Juli 2011
E. 4.3) rechtfertigen.
Zusammenfassend ist aufgrund der gesamten Umstände kein
Abzug vom Tabellenlohn
vorzunehmen. Der Prozentvergleich führt unter Berücksichti
gung der ab
1.
Oktober 2008 anzurechnenden Verbesserun
g der
Rester
werbsfähigkeit
auf
7
0-75
%
zu einem rentenausschliesssenden
Invaliditäts
grad
von maximal 30
%
.
Der angefochtene Entscheid erweist sich nach dem Gesagten sowohl hinsichtlich der rückwirkenden
Zusprache
der ganzen Rente ab März 2006, als auch
in Bezug auf die
Senkung per
1.
Oktober 2006
auf eine halbe Inva
lidenrente und
die
Rentenaufhebung per Ende September 2008 als zutreffend.
Die Beschwerde ist abzuweisen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
) und ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.