Decision ID: 981c8ae3-89eb-53b1-99cb-0c32294ed9ea
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1966 geborene
X._
war seit Juli 2015 als
Wäscherei-
Mitarbeiterin bei der
Y._ AG
angestellt
und dadurch
bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert
, als sie am
7.
September 2017 vom Fahrrad fiel (
Urk.
8/1).
Die
glei
chentags
erstbehandelnden Ärzte des
Instituts für Notfallmedizin des
Universi
tätsspitals
Z._
diagnostizierten eine Rissque
t
schwunde an der Unter
lipp
e und
eine
Kontusion
des Unterkiefers
.
Erstere
wurde in Lokalanästhesie mit zwei Nähten verschlossen und die Versicherte beim computertomographischen Ausschluss traumatischer Läsionen der Organe, Weichteile und/oder ossären Strukturen
unter Schmerzmittelabgabe
noch am Unfalltag
nach Hause entlassen
.
Zudem
wurde ihr
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Urk.
8/2 ff.,
Urk.
8/12,
Urk.
8/15
,
Urk.
8/42 f.
). Die Suva anerkannte den Schadenfall und er
brachte die gesetzlichen Leistungen (
Urk.
8/4).
Im weiteren Verlauf beklagte die Versicherte Schulter- und Handgelenksbeschwerden.
Bildgebend zeigte
n
sich
eine grosse und mehrere kleine intraossäre
Ganglionzysten
sowie eine mässige
Synovitis
an der rechten Hand; an der rechten Schulter wurde eine
tiefe Partial
ruptur der Supraspinatussehne
diagnostiziert (
Urk.
8/27 ff.,
Urk.
8/33
).
Am 2
0.
März
und 2
5.
April 2018
nahm
en
die Kreisä
rzt
e
Dr.
A._
, Facharzt FMH für Radiologie,
und
Dr.
B._
, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
zur Sache Stellung (
Urk.
8/45,
Urk.
8/67). Mit Ver
fügung vom 24.
Mai 2018 stellte die Suva die bisher erbrachten
Leistungen
per 1
4.
November 2017 ein (
Urk.
8/68). Die am 2
2.
Juni 2018 dagegen erhobene Ein
sprache (
Urk.
8/71) wies
sie
mit
Einspracheentscheid
vom 3
0.
Januar 2019 ab (
Urk.
2)
; zwischenzeitlich reichte die Versicherte das Privatgutachten
von
Dr.
C._
, Facha
rzt FMH für Chirurgie, s
p
e
z. Traumatologie, orthopädi
sche Schulterchirurgie, vom 12./13.
Dezember 2018
(
Urk.
8/99 ff.; mit Nachtrag vom 2
1.
Januar 2019,
Urk.
8/101)
zu den Akten
und holte die Beschwerdegeg
nerin die Stellungnahme
n
von
Dr.
A._
vom
1.
Oktober 2018 und
2
4.
Januar 2019
(
Urk.
8/
91,
Urk.
8/
102)
ein
.
2.
Gegen d
ie Leistungseinstellung
erhob
X._
am 1
2.
Februar 2019 Beschwerde und beantragte, es seien ihr auch über den 1
4.
November 2017 hinaus Vers
icherungsleistungen zu gewähren. Zudem sei
die Beschwerdegegnerin zur
Kosten
tragung
des Privatgutachtens
von
Dr.
C._
zu verpflichten
(
Urk.
1
S.
2 und S. 10
). Mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
März 2019 schloss die Beschwer
degegnerin auf Abw
eisung der Beschwerde (
Urk.
7). Zudem gab sie die
kreisärzt
liche
Beurtei
lung von
Dr.
D._
, Facharzt FMH für orthopädische Chi
rurgie, vom 1
9.
März 2019 zu den Akten (
Urk.
9). Je eine Kopie dieser Eingaben wurde der Beschwerdeführerin zugestellt (
Urk.
10).
Mit Eingabe vom 1
0.
April 2019
hielt die
Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die beiliegende Stellung
nahme von
Dr.
C._
vom 4. April 2019 an ihren bisherigen Anträgen fest
(
Urk.
11,
Urk.
12).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
che
rung (UVV) in Kraft getreten.
Der hier zu beurteilende Sachverhalt hat sich am
7.
September
2017
ereignet, wes
halb die ab dem 1. Januar 2017 gültig gewesenen Normen auf den vorliegen
den Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6
des
UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausa
lität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, gestützt auf die kreisärztlichen Beurteilungen bestehe zwischen den beklagten Hand- und Schul
terbeschwerden rechts
und dem Fahrradsturz vom
7.
September 2017
kei
n über
wiegend wahrscheinlicher Kausalz
usammenhang, weshalb die Leistungseinstel
lung per 1
4.
November 2017 zu Recht erfolgt sei (
Urk.
2).
In ihrer Beschwerde
antwort hielt die Beschwerdegegnerin
gestützt
auf die kreisärztliche Beurteilung von
Dr.
D._
vom 1
9.
März 2019
an ihrem Standpunkt fest (
Urk.
7,
Urk.
9).
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin ein
,
Dr.
A._
fehle die fachliche Qua
lifikation zur Beurtei
lung der fraglichen Kausalität;
Dr.
B._
wiederum habe
lediglich die Plausibilität der Stellungna
hme von
Dr.
A._
überprüft, weshalb seinen Feststellungen
kein eigenständiger Beweiswert zu
käme
. Zudem
sei di
e
Be
schwerdeführerin
kreisärztlicherseits
nie
persön
lich untersucht worden
.
Vielmehr
sei gestützt auf die Einschätzung d
er behandelnden Ärzte sowie
die
Ausführun
gen
von
Dr.
C._
davon auszugehen,
dass der Unfall vom
7.
September 2017 zu einer richtunggebenden Verschlimmerung eines Vorzust
andes geführt habe. Darüber hinaus
habe die Beschwerdegegnerin den gesetzlichen Gehörsanspruch verletzt, indem sie der Beschwerdeführerin die Stellungnahme von
Dr.
A._
vom 2
4.
Januar 2019 nicht vor dem
Einspracheentscheid
zugestellt habe. Da das Gutachten von
Dr.
C._
vom
12./
1
3.
Dezember 2018 und seine Stellung
nahme von
6.
Februar 2019 für die Beurteilung des Leistungsanspruchs unerläss
lich gewesen sei
en
, sei die Beschwerdegegnerin schliesslich zu verpflichten, die damit entstandenen Auslagen zu ersetzen
(
Urk.
1).
Mit Eingabe vom 1
0.
April 2019
hielt die Beschwerdeführerin
gestützt auf die Ausführungen von
Dr.
C._
vom
4.
April 2019 an ihrem Standpunkt fest und monierte
zudem,
Dres
.
A._
und
D._
hätten keine plausible Erklärung für die Entstehung der strittigen Schulterverletzung geliefert. Vielmehr begnüge sich die Beschwerdegegnerin mit ihrer Abwehrhaltung (
Urk.
11,
Urk.
12).
3.
3.1
Im A
ustrittbericht
des
Z._
vom
7.
September 2017
diagnostizierten
die beurtei
lenden Ärzte eine Rissquetschwunde
an
der Unterlippe
und
eine
Kontusion
des Unterkiefers. Die Beschwerdeführerin sei nach einem
unbehelmten
Velosturz
ohne Lenkeranprall
frontal auf das Gesicht gefallen und via Schutz und Rettung auf die Notfallstation eingeliefert worden.
Klinisch ergaben sich
Schürfwunden am Kinn
sowie
Druckschmerzen im Berei
ch des Gesichtsschädels
und
des Unter
augen- und Unterkiefernervs
; i
m
Bereich de
s
Thorax
, des Abdomens und Beckens
präsentierte
sich
ein intaktes Integument, ohn
e Prellmarken,
Schmerzen oder Hä
matome. D
ie
Prüfung der
Extremitäten
ergab ebenfalls «grobkursorisch» unauf
fällige Befunde mit intaktem Integument und
allseits intakter Motorik und Sen
sibilität.
Die Rissquetschwunde
wurde
in Lokalanästhesie mit zwei Nähten resor
bierbar verschlossen und die Versicherte
beim
computertomographisch
en Aus
schluss t
raumatische
r
Läsionen
der Organe, Weichteile und/oder ossären Struk
turen
unter Schmerzmittelabgabe
noch
am Unfalltag
nach Hause entlassen
(
Urk.
8/12,
Urk.
8/42 f.
).
3.2
Am 1
1.
September
2017
begab sich
die Beschwerdeführer
in
aufgrund starker Schult
erbeschwerden
in die hausärztliche Behandlung zu
Dr.
E._
, Facharzt FMH
für Allgemeine Innere Medizin
.
Dabei habe sie berichtet
,
sie sei
anlässlich eines Fahrradsturzes
aufs Gesicht gefallen
.
Nebst Schwellungen und Hämatome im Gesicht notierte
Dr.
E._
eine starke
Druckdolenz
in der rech
ten Schulter
«
mit
Eindruck
diffuser Schwellung
»
, wobei
sich die
Beschwerdefüh
rerin spontan
«
recht
gut
»
habe
bewegen können.
Am 1
5.
Septe
mber 2017
wurde die
Beschwerdeführerin bei Klagen über rechtsseitige Schulterbeschwerden erneut bei
Dr.
E._
vorstellig. Dieser hielt
starke
Druckdolenzen
ventral auf dem Humeruskopf mit Schmerzprovokation bei der seitlichen Elevation und Innenro
tation
fest
.
Anlässlich des Kontrolltermins vom
2
6.
September 2017 habe die Be
schwerdeführerin
schliesslich
angegeben
,
der rechte Ellbogen sei
seit zwei Tagen
medialseitig
rot und angeschwollen.
Klinisch
zeigte
n
sich
ein
sehr druckdolente
r
Epicondyl
us
humeri
ulnaris
und
radialis
sowie
dolenter Strang der
Kubitalvenen
.
Dr.
E._
erwog
eine
Epicondylitis
beidseits
respektive
Venent
hrombose
(
Urk.
8/33). Im
Oktober 2017
wurde eine
langstreckige
Thrombose der
Vena
ba
silica
am Ober- und Unterarm
bildgebend bestätigt
(
Urk.
8/25
) und erfolgreich medikamentös behandelt
(
Urk.
8/27
).
3.3
Bei persistierenden
Schulter- und Handgelenksschmerzen (
Urk.
8/27)
wurde am 1
4.
Dezember 2017 ein MRI der rechten Hand durchgeführt. Dieses
brachte
eine grosse
und mehrere kleine
intraossäre
Ganglionzyste
n
sowie
eine mässige
Syno
vitis
zur Darstellun
g; d
as
Arthro
-MRI der rechten Schulter vom 1
1.
Januar 2018
zeigte
eine leichte AC-Gelenksarthrose
,
tiefe Partialruptur der Supraspinatus
sehne
,
leichte Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
und Tendinitis
der distalen
Infraspinatussehne
sowie ein prädisponierend für ein
Impingement
verschmäler
ter
Subakromialraum
(
Urk.
8/28
f.)
.
3.
4
Im rheumatologischen Konsil
ium
vom 1
4.
Januar 2018 hielt
Dr.
F._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin,
einen Fahrradsturz am 7.
September 2017 und seither bestehende Schulter- und H
andgelenksschmerzen rechts
fest
mit
/bei
-
t
iefe
r
gelenksseitige
r
Partialruptur der Supraspinatussehne mit leichter Bursitis
subacromialis
-
Status nach Kontusion/Aktivierung mit
Synovitis
radiokarpal bei grosser
Ganglionzyste
im Os
Scapho
ideum
mit Gelenkverbindung
(
Urk.
8/27).
Die Beschwerdeführerin habe anlässlich des
Fahrrad
sturzes
vom 7.
September 2017
nach eigenen Angaben
eine Kontusion des rechten Arms erlitten.
Klinisch zeigten sich im Bereich der rechten Schulter
Druckdolenzen
und schmerzbedingte Bewegungseinschränkungen
; das Handgelenk
habe
sich radialseitig druckdolent m
it prominenten Karpalbossen präsentiert. Die
Motorik, Kraft und Sensibilität der Hand
sowie
der
oberen Extremitäten
seien
symmetrisch erhalten
gewesen
.
Bei fehlenden Entzündungsze
ichen
sei
eine rheumatische Ursache der Handgelenks
beschwerden auszuschliessen. Die Venenthrombose sei wahrscheinlich iatrogen entstanden, insbesondere
mit Blick auf
die
betroffene
Vena
basilica
; diese sei im Zuge der notfallmässigen Untersuchungen (
Butentnahme
, Kontrastmittel für das CT) am Unfalltag wahrscheinlich punktiert und katheterisiert worden.
Betreffend die im MRI festgestellte
Partialruptur der Supraspinatussehne sei die Unfallkau
salität
sicherlich gegeben, zumal die Beschwerdeführerin vor dem Unfall
körper
lich uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen sei und weder
Schulter
- noch Hand
beschwerden
gehabt
habe. Sodann könnten grössere Knochenzysten bekanntlich Schmerzen auslösen. Die bildgebend ausgewiesenen Zysten seien vorbestehend. Überwiegend wahrscheinlich sei es erst durch die Kontusion beim Sturz diesbe
züglich zu einer Reizung mit
der
entsprechend manifest gewordenen
Synovitis
radi
okarpal
gekommen
(
Urk.
8/27).
3.
5
Im orthopädischen Konsiliarbericht vom
1.
März 2018
hielt
Dr.
G._
, Facharz
t FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates
sowie
Oberarzt
der
Klinik H._
fest, die Beschwerdeführerin habe am
7.
September 2017 einen Velosturz erlitten, wobei sie
anamnestisch
mit aus
gestreckten Armen und mit dem Gesicht aufgeschlagen sei. In den darauffolgen
den Tagen habe sie zunehmend bewegungseinschränkende Schulterschmerzen rechts
s
eitig verspürt.
Auch sei ihr ein Kraftverlust aufgefallen.
Die Röntgenun
tersuchung der rechten Schulter
vom
5.
März 2018 habe
eine Mehrsklerose und ein Kalkdepot, jedoch keine wesentlichen deg
enerativen Veränderungen zur Dar
stellung gebracht
.
Da die Beschwerden durch den Fahrrad
sturz ausgelöst worden
seien, müsse
von einer Kau
salität ausgegangen werden
.
Eine a
r
throskopische Re
konstruktion der
Rotatorenmanschette
sei jedenfalls eindeutig indiziert
(
Urk.
8/40).
3.
6
Kreisarzt
Dr.
A._
hielt am 2
0.
März 2018 fest, h
ätte sich die
Beschwerdefüh
rerin am 0
7.
September
2017 eine traumatisch bedingte Ruptur des Tendo
mus
culi
supraspinati
zugezogen,
so
wären die Extremitäten vom untersuchenden Arzt
des
Z._
sicher
lich
nicht als unauffällig
beurteilt worden
. Zudem
hätte
n
sich com
putertomographisch
gegebenenfalls
ein
Gelenkerguss und
Ö
dem/Hämatom der
periar
tikulären
Weichteile ergeben
. Dies sei
indes nicht der Fall gewesen
.
Im Ge
genteil hätten sich
computertomografisch
sowohl am 07.
September
2017
als auch am
5.
März
2018 Zeichen
einer vor längeren Zeit
durc
hgemachten Tendini
tis
calcarea
nachweisen
lassen. Sodann habe das
Schulter-
MRI vom 1
1.
Januar 2018
mehrere Veränderungen
zur Darstellung gebracht
, die klar für eine degene
rativ bedingte Läsion des Te
ndo
musculi
supraspinati
sprächen; gleichzeitig fehl
ten jegliche Hinweise für
m
akrotraumatisch bedingte Veränderungen
.
Alsdann habe d
as Hand-MRI vom 14.
Dezember
2017
zahlreiche Veränderungen
ergeben
, die
vorbestehend sein müssten
, zumal
sie sich
nicht
innert dreier Monate
hätten entwickeln können.
Auch betreffend das Handgelenk habe sich bildgebend
keine einzige Veränderung
ergeben
, die
sich
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall
drei Monate zuvor zurückführen liesse. Komme schliesslich hinzu, dass
anlässlich
der notfallmässigen Untersuchung im
Z._
diesbezüglich auch in kli
nischer Hinsicht
keine Befunde erhoben worden sei
en
.
Bei all dem sei die Opera
tionsindikation zur arthroskopischen
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf
das Unfallereignis zurückzuführen. Vielmehr lägen der Operationsindikation überwiegend wahrscheinlich degenera
tiv bedingte Schäden zugrunde (
Urk.
8/45).
3.
7
Im Rahmen der kreisärztlichen Aktenbeurteilung vom 2
5.
April 2018 bestätigte
Dr.
B._
die Ausführungen von
Dr.
A._
. Ergänzend hielt er fest,
es hät
ten sich auch im Nachgang der notfallmässigen Erstuntersuchung im
Z._
bild
gebend ausschliesslich degenerative Veränderungen
ausweisen la
ssen, womit
ein Kausalzusammenhang zwischen den beklagten Hand- und Schulterbeschwerden und dem Unfallereignis zu verneinen
sei
(
Urk.
8/67).
3.
8
Am
1.
Oktober 2018
nahm
Dr.
A._
erneut zur Sache Stellung.
Dabei hielt er insbesondere fest, selbst im Rahmen einer notfallmässigen, grobkursorischen Erstuntersuchung
würden die
Schultern
in Fällen wie dem vorliegenden
stets
kräftig abgetastet (inkl.
Akromioklavik
ulargelenk
und Clavicula) und
ein
i
ge grosse Rotationsbewegungen durchgeführt. Spätestens dann hätte sich eine fri
sche, traumatisch bedingte Läsion des Tendo
musculi
supraspinati
bemerkbar ma
chen müssen.
Zudem
sei aus der Literatur bekannt, dass degenerativ bedingte Läsionen der
Rotatorenmanschette
sehr häufig vorkämen,
besonders bei Personen mit körperlich belastenden Berufen
und/oder hohen Alters. Bekannt sei auch, dass bis zu 70
%
dieser Läsionen asymptomatisch seien. Sodann sei zu bezweifeln, dass die Beschwerdeführerin beim Fahrradsturz den Arm tatsächlich ausgestreckt habe.
Insbesondere
verliefen derartige Stürze derart rasch, da
ss die Betroffenen meist reflex
artig versuchten, die Lenkstange mit beiden Händen zu stabilisieren. Damit bliebe keine Zeit, den Arm auszustrecken.
Entsprechend
sei es
gestützt
auf den Bericht des
Z._
vorliegend
nicht zu eine
m Lenkeranprall gekommen.
Zudem
sei
ein intaktes Integument an den Extremitäten dokumentiert worden.
Wäre
die Beschwerdeführerin tatsächlich mit ausgestrecktem Arm gefallen,
so
hätten sich
indes
zumindest Schürfungen an den Hände
n feststellen lassen.
Schliesslich
spre
che
auch
der Bericht des MR-
Arthrogrammes
vom 1
1.
Januar 2018 nicht für eine traumatische Läsion des Tendo
musculi
supraspinati
. Im Gegenteil seien
darin
Faktoren dokumentiert, die für ein
suba
kromiales
Impingement
sprächen
(
Urk.
8/91).
3.
9
Im Privatgutachten vom
12./1
3.
Dezember 2018
führte
Dr.
C._
aus
,
die
«grob
kursorisch
e
»
Untersuchung im
Z._
habe lediglich zum Ziel gehabt, irgendwie geartete
Frakturen
auszuschliessen
.
Auch die computertomographische
Untersu
chung
habe
vornehmlich
dazu gedient, relevante, schwere innere Verletzungen auszuschliessen, nicht
aber
,
um
irgendwie geartete Sehnen- und Bandverletzun
gen zu diagnostizieren.
Aufgrund eines CTs
könne logischerweise auch
nur eine
«grobkursorische»
Beurtei
lung abgeben
werden
. Insbesondere seien
im
computer
tomographisch
en Verfahren
keine Sehnenläsionen diagnostizierbar.
Es sei denn
,
es handle sich
– wie vorliegend - um
eine grobschollige Verkalkung der Supra
spinatussehne.
Eine
Arthro
-MRI-Untersuchung der Schulter, welche viel aussa
gekräftiger sei, sei aber gerade in den Stunden posttraumatisch nicht indiziert, zumal relevante radiologische Zeichen wie Ödeme der
rupturierten
Sehnen oder der Bur
sa
subacromialis
fehlen könnten; diese träten nach einem Trauma erst nach Stunden oder wenigen Tagen auf. D
as Fehlen eines Ergusses sei
kein Beweis gegen eine unfallkausale Ruptur. Zudem
verbliebe
der Erguss bei einer traumati
schen Ruptur
mit Einblutung nicht im Gelenk. Vielmehr würde sich ein solcher
langsam in der Umgebung verbreiten. Ein vorhandenes Hämatom könne als Be
weis für ein Trauma gelten,
der Umkehrschluss sei indes
un
zulässig
.
Alsdann
machte
Dr.
C._
Ausführungen zur Korrelation
einer
Tendinitisschult
er
und
de
generative
n
Ruptur der
Supraspinatuss
ehne
sowie
zum
pathophysiologischen Verlauf
eine
r
Tendinitis
calcarea
.
Er vertrat
weiter
den Standpunkt,
im Schulter-MRI
liessen sich
kaum bis
nur
wenig
e
degenerative Veränderungen d
er Sehne feststellen.
An dieser Stelle machte
Dr.
C._
unter Hinweis auf das vorhandene Bildmaterial weitere Ausführungen zur Diagnostik d
egenerative
r
Veränd
erungen der
Rotatorenmanschette
.
Er kam zum Schluss
,
die kleine Ruptur
könne
nur tra
u
matisch entstanden sein oder frühsekundär durch eine beim Unfall erlittene Kon
tusion der Sehne mit
in
liegendem
Kalkherd
. Durch diese Kontusion
sei
es nach Stunden bis Tagen zu einer starken Entzündung in der Sehne um den
Kalkherd
mit möglicher Perfor
a
tion des Kalkes (oder eines Teils davon)
in d
ie
Umgebung sowie Lückenbildung in der Sehne am Ort des ehemaligen Kalkes
gekommen
.
Die
anfangs 2018 bildgebend ausgewiesene
Bursaschwellung
passe dazu.
Auch habe die Beschwerdeführerin b
ereits zwei Tage nach dem Unfall stärkste Schulter
schmerzen rechts verspürt. Die Ruptur sei
denn auch
seitens der behandelnden Ärzte als traumatische
Rotatorenmanschetten
-Ruptur bezeichnet worden. Unge
achtet der physikalischen, medikamentösen und operativen Behandlungen hätten sich die Beschwerden in der Schulter nicht gebessert. Im Gegenteil habe die Be
schwerdeführerin im August 2018 erneut eine starke Schmerzhaftigkeit verspürt.
Bei all dem fusse die Operationsindikation – entgegen
Dr.
A._
– nicht auf degenerativen Veränderungen.
Am 2
1.
Januar 2019 hielt
Dr.
C._
ergänzend fest, d
as
von ihm veranlasste
neue
Arthro
-MRI habe den Verdacht einer
Reruptur
bestätigt; die Indikation zur
Re
operation
sei zwecks Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit und vorbeugend eines chronischen Sc
hmerzsyndroms unbedingt gegeben
(
Urk.
8/99,
Urk.
8/101).
3.
10
Auf Vorhalt der Ausführungen von
Dr.
C._
führte
Dr.
A._
am 2
4.
Januar 2019
aus,
akute traumatisch bedingte Rupturen der
Rotatorenmanschette
, insbe
sondere
des
Musculus
supraspinatus,
gehörten
zu den schmerzhaftesten Muskel
verletzungen überhaupt.
Zudem
fände sich –
auch
bei nicht totalen transmuralen Rupturen
–
häufig
eine reflektorische Pseudoparalyse.
Derartige Schmerzen wä
ren bei der notfallmässigen Untersuchung sicherlich aufgefallen; spätestens als die Beschwerdeführerin zwecks Durchführung des
CTs die Arme über den Kopf
habe strecken
, mithin mit
beiden Schultergelenken in Elevation habe gehen müs
sen.
Weiter begründete
Dr.
A._
, weshalb
es
seiner Einschätzung nach
in den allermeisten Fällen
nicht zutreffe
, dass der Erguss bei einer traumatische
n Ruptur nicht im Gelenk bleibe.
Zudem widersprach er
den Ausführungen von
Dr.
C._
betreffend Diagnostik
degenerativ
bedingter Sehnenr
upture
n und verwies dabei
auf die entsprechende Fachliteratur
(Urk.
8/102).
3.1
1
Dazu nahm
Dr.
C._
am
6.
Februar 2
019
seinerseits
wiederum
Stellung. Insbe
sondere hielt er fest, d
ie Sensitivität des Ganzkörper-CTs bezüglich
tendoliga
mentärer
Verletzungen sei sehr eingeschränkt und damit als Ausschlusskriterium ungeeignet. Sodann bestätigte
Dr.
C._
seine Ausführungen zum Thema Einb
lu
tung
en
bei traumatischen Rupturen der
Rotatorenmanschette
(immer in die Kap
sel). Er betonte zudem, dass er nicht von einer primär
en traumatischen Ruptur ausgehe. Vielmehr sei es vorliegend zu
eine
r
schwere
n
Kontusion (traumatische Quetschung der
Rotatorenmanschette
zwischen Humeruskopf und Schulterdach) eines Tendinitis-
Calcarea
-Herdes in der
Rotatorenmanschette
mit verzögerter Schwellung des Gewebes und Schmerzen mit nachfolgendem A
usfliessen eines Teils des Kalkes gekommen. Dies entspreche im Übrigen einem typis
chen, absolut bekannten Verlauf
.
Ferner
betonte
Dr.
C._
, dass es sich vorliegend
n
icht um eine Sehnendegeneration, sondern um eine entzündliche Veränderung der
Rotatoren
manschette
handle
.
Mit anderen Worten bestehe vorliegend eine früh-sekundäre Ruptur i
n
Folge ein
er traumatisierten „
Tendinits
calc
area
-
Rotatorenmanschette
". Damit sei die Unfallkausalität
mit
überaus grosser Wahrscheinlichkeit
gegeben. Die Tendin
itis
calcarea
sei eine entzündli
che Sehnenerkrankung, die sehr viele Menschen in jüngerem Alter durchmach
t
en, häufig nicht
spürbar
. Der Kalk in der Sehne k
önne Jahre bis Jahrze
h
nte unbemerkt in der Sehne bleiben. Das Gewebe um den Kalk herum könne jedoch durch Überbeanspruchung, Reizung oder an
dere äussere Einflüsse
plötzlich wieder entzünden, anschwellen und starke Schmerzen verursachen. Ein Kontusionstrauma
sei
ein bekannter "Auslöser" einer solchen erneuten Entzündung mit starken Schmerzen und dann Durchbruch des Kalkes in die Umgebung. Das Trauma
sei
demzufo
lge richtungsweisend bei der Entwicklung
vom asymptomatischen Zustand des ruhenden Kalkdepots in eine
n
schwerst
symptomatischen Kran
kheitszustand. Ohne Trauma
sei
es bei Weitem nich
t ge
sagt
,
ob
das umliegende Kalk
depot in der Sehne überhaupt je symptoma
tisch
geworden wäre (
Urk.
8/109,
Urk.
3/3).
3.1
2
In der
kreisärztliche
n
Beurteilung
vom 1
9.
März 2019
erörterte
Dr.
D._
die drei Stadien einer Tendinit
is
calcarea
.
Er hielt fest,
in der Literatur
werde
nicht berichtet, dass ein solches Geschehen
auch
traumatisch ausgel
öst werden könne. Daran vermöge auch der vorliegende
Ablauf (Schmerzentwicklung
nach vier Ta
gen) nichts zu ändern. Im Gegenteil sei in der Literatur widerlegt worden, dass eine «traumatische Quetschung der
Rotatorenmanschette
zwischen dem Hume
ruskopf und Schulterdach» - vergleichbar mit der Entstehung einer Platzwunde – ursächlich sein könne.
Alsdann
erläuterte
Dr.
D._
den anatomischen Au
fbau des Schultergelenks und den
physiologischen Bewegungsablauf
in demselben
. Zudem äusserte er sich
gestützt auf die vorherrschende Literatur sowie operative
Behandlung
sweise
ebenfalls zur Korrelation
einer
Rotatorenmanschetten
ruptur
und
Tendiniti
s
calcarea
.
Ferner
wies er darauf hin, w
äre die rechte Supraspinatus
sehne der Versicherten durch das K
alkdepot relevant geschwächt ge
wesen, hätte bereits der Sturz zu einer Ruptur führen müssen. Eine traumatisch n
ach akuter Ge
walteinwirkung verursachte
Rotat
orenmanschettenzerreissung
führe
unmittel
bar zu Schmerzen, Kraft- und Funktionsverlust mit einem charakteristischen zeit
lichen Verlauf
sowie
zu
einer Pseudoparalyse
.
All dies sei vorliegend zu vernei
nen
.
Zwar habe die Beschwerdeführerin
vier Tage nach Ereig
nis sehr s
tarke und plötzlich «über Nacht»
aufgetreten
e Schulterschmerzen beklagt
. Allerdings habe
sie
sich
gleichzeitig objektiv «spontan recht gut» bewegen können
. Dies weise
weder auf eine akute Tendinitis noch ak
ute Verletzung der
Rotatorenmanschette
hin
. Ein symptomarmes (oder -freies) Int
ervall, wie vorliegend, schliesse l
etzteres sogar aus. Dass die Kontinuität der Se
hne erst verzögert und ohne wei
tere Ge
walteinwirk
ung als «früh-sekundäre Ruptur inf
olge einer
traumatisierten Tendi
nit
i
s
cal
carea
–
Rotatoren
manschette
»
verletzt worden sei – so wie seitens
Dr.
C._
propagiert
-
, sei
damit
unwahrscheinlich.
Zudem habe
Dr.
C._
keine Literatur
angegeben,
w
elche
seine Schlussfolgerungen
zu stützen vermöcht
e
. Zu
sammenfassend sei an den
kreisärztlichen Beurteilung
en von
Dres
.
A._
und
B._
, wonach die Läsion der Supraspinatus
sehne als Teil der
Rotatorenman
sche
t
te
rechts nicht
überwiegend w
ahr
scheinlich
auf das Unfallereignis vom 0
7.
September
2017 zurückgeführt werden könn
e
, festzuhalten. Dass das Unfall
ereignis für die vier Tage später beschriebenen Beschwerden mi
ndestens teilur
sächlich war, sei
zwar möglich. Doch selbst bei dieser Annahme hätten jedenfalls seit dem 1
4.
November 2017
mit überwiegender Wahrscheinli
chkeit keine Unfall
folgen
mehr vor
gelegen (
Urk.
9)
.
3.1
3
Au
f Vorlage der Beurteilung von
Dr.
D._
nahm
Dr.
C._
am
4.
April 2019 erneut zur Sache Stellung und führte dabei
insbesondere
aus, e
ine Traumatisie
rung (Kont
usion) des
Rotatorenmanschetteng
ewebes
subacromial
sei
sehr wohl möglich und auch häufig.
Dazu machte er Ausführungen zum
statische
n
Stabili
sation
smechanismus
im Schultergelenk
allgemein sowie
bei
asympto
matischen
inliegenden Kalkherden
infolge eines
Sturz
es. Zudem bestätigte er den von ihm in seinen früheren Stellungnahmen beschriebenen
pathophysiologische
n
Ablauf
einer
Tendinitis
calcarea
und verwies dabei
einerseits
auf seine
Jahrzehnte
lange
Praxiserfahrung
und
andererseits auf
die medizinische
Fachliteraturl
iteratur
(
Urk.
12)
.
4.
4.1
Unter den Parteien besteht Einigkeit darüber
, dass die Beschwerdeführerin an
lässlich des Fahrradsturzes vom
7.
September 2017 keine
primären
traumatische
n
Läsion
en
erlitt
en hat
. Unstrittig ist auch, dass
im Zeitpunkt des Fallabschlusses
per 14.
November 2017
jedenfalls mit Bezug auf die
am 7.
September 2017 erlit
tene Rissquetschwunde an der Unterlippe und Kontusion
des
Unterkiefers
keine Leistungspflicht mehr bestand
.
Strittig
und zu prüfen
ist indes
, ob
die Beschwerdegegnerin aufgrund der beklag
ten Schulter- und Handgelenksbeschwerden über den 1
4.
November 2017
hinaus
l
eistungspflichtig
ist
und in diesem Zusammenhang
die Frage
, ob es
aufgrund
des Fahrrads
turzes vom 7.
September 2017 zu
einer
«
früh-
sekundäre
n
Ruptur i
m Ge
f
olge einer traumatisierten
Tendinit
i
s
calcarea
–
Rotatorenmanschette
» und in diesem Sinne zu
einer richtunggeb
enden Verschlimmerung gekommen
ist
.
Dies
setzte allem voran voraus
, dass
die Beschwerdeführerin
am
7.
September 2017 ein
irgendwie geartetes
Trauma der rechten
oberen
Extremi
tät erlitten hat.
4.2
Diesbezüglich erhellt aus dem Bericht des
Z._
vom
7.
September 2017, die Be
schwerdeführer
in
sei anamnestisch «
vom Trottoir gefahren und dann frontal auf das Gesicht gefallen»
(vgl. auch die
Unfallmeldung vom 1
9.
Oktober 2017,
wo
nach
die Beschwerdeführerin beim Velofahren gestützt
sei
und
sich im Gesicht verletzt
habe
,
Urk.
8/14)
.
Entsprechend zeigten sich eine Rissquetschwunde an der Unterlippe, Schürfwunden am
Kinn und Druckschmerzen im Berei
ch des Ge
sichtsschädels
sowie
Unteraugen
- und Unterkiefer
nerv
s
. Der Thorax
präsentierte sich
mit intaktem
Integument
, ohne Prellmarken und Kompressionsschmerz. Das
selbe gilt für das Abd
omen und Becken; h
ier liessen sich weder
Schmerzen,
Prell
marken noch Hämatome feststellen.
S
odann
ergab auch die Untersuchung
der Extremitäten
ein intaktes Integument,
warme, nicht ödematös
e, unauffällige Ver
hältnisse und eine allseits intakte
Motorik und Sensibilität
(
Urk.
8/12)
.
Gegentei
liges hat
die Beschwerdeführerin
nicht behauptet. Mit anderen Worten
ist unbe
stritten, dass
die Beschwerdeführerin
anlässlich des Fahrradsturzes
vom
7.
Sep
tember 2017
im Bereich der Schultern, Arme und/oder Hände
keine äusseren
Ver
letzungen erlitten
hat
,
die darauf hindeuteten, dass
die rechte obere Extremität im Zuge des Fahrradsturzes tangiert resp. verletzt wurde
.
Sodann konnten trau
matische
Läsionen der Organe, Weichteile und/oder ossären Strukturen
compu
tertomographisch ausgeschlossen werden. Mit Blick auf die im Bericht des
Z._
erhobenen Befunde steht zudem
ausser Frage, dass die oberen Extremitäten im Rahmen der notfallmässigen Erstuntersuchung jedenfalls zumindest
abgetastet und
auf grundlegendste Bewegungsabläufe hin getestet wurde; andernfalls eine «allseits intakte Motorik
und Sensibilität
» nicht hätte festgestellt werden können. Damit ist weder
einzusehen
noch
hat die
Beschwerdeführerin konkret dargetan
(
Urk.
1)
, inwiefern es sich für
sie
als nachteilig erweisen sollte,
wenn
die Extre
mitäten
nach Wortlaut
des
Berichts
des
Z._
«grobkursorisch»
untersucht wo
rden
sind (vgl.
Urk.
8/12)
.
Dass unmittelbar nach dem Unfall von einer MRI-Untersuchung abgesehen wurde, hat im Übrigen
selbst
Dr.
C._
ni
cht beanstandet
(vgl. E.
3.9).
Anlässlich der Konsultation beim behandelnden Hausarzt
Dr.
E._
vom 11.
September 2017
gab die Beschwerdeführerin
erneut an, sie sei am 7.
Septem
ber 2017 vom Fahrrad aufs Gesicht gestürzt
.
Dr.
E._
dokumentierte Schwel
lungen und Hämatome im Gesicht, jedoch keinerlei Verletzungen im Bereich
der Schultern, Arme und/oder Handgelenke
.
Anlässlich d
er
dreifachen Konsultatio
nen vom 11., 1
5.
und 2
6.
September 2017 notierte er diesbezüglich
vornehmlich
starke
Druckdolenzen
und diffuse Schwellungen
, deren Vorhandensein
indes we
der von
Dr.
E._
noch seitens der Beschwerdeführerin
mit dem Fahrradsturz in Verbindung
gebracht wurde
.
Solches ist den Einträgen in die
hausärztliche
Krankengeschichte jedenfalls nicht zu entnehmen.
Vielmehr erwog
Dr.
E._
eine beidseitige
Epicondylitis
sowie Venent
hrombose (
Urk.
8/33). Letzteres wurde
im Oktober 2017 duplex-sonographisch bestätigt
und es kann diesbezüglich
ge
stützt auf die
einleuchtenden
Ausführungen
von
Dr.
F._
unbestrittenermassen
von einer
iatrogen
en Entstehung im Zuge der notfallmässigen Erstbehandlung im
Z._
sowie
erfolgreichen medikamentösen Therapie
ausgegangen werden
(vgl. E.
3.2)
.
Zusammenfassend ergeben sich aufgrund der zum Unfallereignis zeitnahen me
dizinischen Unterlagen keinerlei Hinweise darauf, dass die Beschwerdeführerin anlässlich des Fahrradsturzes
ein
irgendwie geartetes Trauma
der rechten oberen Extremität erlitten hätte. Weder hat
dies
die Beschwerdeführerin im Rahmen der notfallmässigen Erstversorgung sowie dreifachen
hausärztlichen
Konsultationen
selbst angegeben
noch wurden ärztlicherseits klinische
und/
oder bildgebende Verletzungen dokumentiert, die
überwiegend wahrscheinlich
darauf schliessen liessen.
Daran vermögen
weder
die
vier Tage nach dem Fahrradsturz hausärztlich dokumentierten
Druckdolenzen
mit «diffuser Schwellung» im Bereich der rechten Schulter (
vgl. E. 3.2
) noch der erstmals mit Konsiliarbericht vom 1
4.
Januar 2018
von
Dr.
F._
festgehaltene «Status nach Kontusion/Aktivierung mit
Synovitis
radiokarpal bei grosser
Ganglionzyste
im Os
Scaphoideum
mit Gelenkverbin
dung» etwas zu ändern.
Insbesondere stützte sich
Dr.
F._
hier
bei
vornehmlich
auf die
Schilderungen
der Beschwerdeführer
in
, welche i
nzwischen angab
, anläss
lich des Fahrradsturzes eine Kontusion des rechten Arms erlitten zu haben
(
E.3.4
).
In diesem Kontext ist im Übrigen darauf hinzuweisen, dass
die Gerichte im Be
reich des Sozialversicherungsrechts auf die sogenannten Aussagen der ersten Stunde abstellen, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Über
legungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Auch vermag
d
ie blosse Möglichkeit eine
s bestimmten Sachverhalts
den Beweisanforderungen nicht
zu genügen
. Vielmehr folgt das Gericht jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hin
weisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
Soweit
Dr.
F._
alsdann
erwog, die Unfallkausalität der im MRI festgestellten Partialruptur [der Supraspinatussehne] sei «sicherlich gegeben», zumal die Beschwerdeführerin vor dem Unfall keine Schulterprobleme
gehabt
habe und als Wäscherei-Mitarbeiterin stets arbeitsfähig gewesen sei, so ist dem zunächst entgegenzuhalten, dass selbst die Beschwerdeführerin gestützt auf die Ausführungen von
Dr.
C._
nicht von einer primär
en traumatischen Ruptur ausgeht
(
Urk.
1, vgl. auch E. 3.11)
.
Ganz abgesehen davon
ist die
Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweis
rechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Dasselbe gilt für
die gleichlautenden Ausführungen von
Dr.
G._
im Konsiliarbericht vom
1.
März 2018 (vgl. E. 3.4
).
Endlich
lässt sich
auch
aus den Ausführungen von
Dr.
C._
, wonach mit dem Ausbleiben eines Ergusses oder Hämatoms eine fehlende Unfallkausalität nicht bewiesen sei,
nichts
zum Vorteil der Beschwerdeführerin ableiten. Insbesondere obliegt es nicht der Beschwerdegegnerin, die fehlende Unfallkausalität zu beweisen. Vielmehr muss die Unfallkausalität aufgrund der medizinischen Aktenlage im Beweismass der im Sozialversicherungsrecht massgeblichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen sein und tragen die Parteien insofern eine Beweislast, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 115 V 133 E.
8a).
Nach dem Gesagten
ist
jedenfalls nicht mit dem im Sozialve
r
sich
erungsrecht
mass
geblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
ausgewiesen
, dass
die
rechte obere Extremität der
Beschwerdeführerin
anlässlich des
Fahrrad
sturz
es vom
7.
September 2017
tangiert
wurde
, geschweige denn
ein irgendwie
geartetes Trauma
erlitten hat.
Damit
erübrigen sich Weiterungen zur
beschwer
deweise postulierte
n
«früh-sekundäre
[n]
Ruptur im Gefolge einer traumatisierten Tendinit
i
s
calcarea
–
Rotatorenmanschette
»
und den damit im Zusammenhang stehenden
fachmedizinischen Ausführungen
von
Dres
.
C._
,
A._
und
D._
,
inklusive
Hinweise auf die medizinische Fachliteratur der letzten 50 Jahre
.
Damit ist
entgegen der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
1 S. 10)
im Übrigen
auch gesagt
, dass weder das
Gutachten von
Dr.
C._
vom 12./13.
Dezember 2018 noch seine
späteren
Stellungnahme
n
zur
Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs not
wendig, ge
schweige denn unerlässlich war
en
.
Insbesondere
hat
die Beschwerde
gegnerin
das Einholen
d
es
Privatg
utachtens
nicht durch die vor
Entscheid
erlass
nur unzureichend durchgeführten Sachverhaltsabklärungen
(vgl. dazu etwa
Bun
desgerichtsurteil 8C_207/2015 vom 29. September 2015 E. 4
) veranlasst und sind ihr dementsprechend in diesem Zusammenhang keine Kosten aufzuerlegen.
Der Vollständigkeit halber ist abschliessend festzuhalten, dass
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
- entgegen
dem Dafürhalten
der Beschwerdeführerin (Urk. 1
S. 7
) -
zu verneinen ist.
Insbesondere
vermochte die Beschwerdeführerin den Entscheid sachgerecht anzufechten und konnte sie ihr Anliegen vor einer Beschwerdeinstanz, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei über
prüft, vortragen (vgl. BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
S. 437).
Mit ihren übrigen Vorbringen ist die Beschwerdeführerin mangels Relevanz nicht zu hören.
5
.
Zusammenfassend ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass ein Kausalzusammenhang zwischen dem Fahrradsturz vom
7.
September 2017 und
den beklagten Schulter- und Handgelenksbeschwerden
jedenfalls
nicht überwie
gend wahrscheinlich ist. Dass die Beschwerdegegnerin die gesetzlichen Leistun
gen für das
Ereignis
vom
7.
September 2017 per 1
4.
November 2017 eingestellt hat, ist daher nicht zu beanstanden. Der angefochtene
Einspracheentscheid
er
weist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.