Decision ID: 0ee86883-7cc2-466c-b3db-4c142726a677
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer suchte am 3. Juli 2017 im damaligen Emp-
fangs- und Verfahrenszentrum B._ (heute: Bundesasylzentrum) um
Asyl nach. Am 5. Juli 2017 wurde er zu seiner Person, zum Reiseweg und
summarisch zu den Asylgründen befragt (Befragung zur Person [BzP]).
A.b Mit Verfügung vom 17. Juli 2017 trat das SEM in Anwendung von
Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht ein, ver-
fügte die Wegweisung nach C._ und beauftragte den zuständigen
Kanton mit dem Vollzug.
A.c Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wies das Bundes-
verwaltungsgericht mit Urteil F-4390/2017 vom 16. August 2017 ab.
A.d Am 22. August 2017 wurde der Beschwerdeführer vom zuständigen
Migrationsamt als verschwunden gemeldet. Am 26. April 2019 meldete
seine Rechtsvertreterin den Behörden, dass er wieder aufgetaucht sei. Am
14. Mai 2019 nahm das SEM das nationale Asylverfahren wieder auf.
A.e Am 15. Juni 2020 hörte das SEM den Beschwerdeführer einlässlich zu
den Asylgründen an.
A.f Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im
Wesentlichen geltend, er sei tamilischer Ethnie aus dem Dorf D._
in E._ (Distrikt F._, G._provinz). Dort habe er die
Schule während (...) beziehungsweise (...) Jahren besucht und diese ohne
beziehungsweise mit (...)-Level-Abschluss verlassen. Danach habe er in
der (...) seines Vaters gearbeitet. Seine Familie habe die Liberation Tigers
of Tamil Eelam (LTTE) mit Essen unterstützt. Ein Verwandter sei einmal
wegen LTTE-Verdachts von den Behörden festgenommen worden. Sonst
habe die Familie keine Probleme mit den Behörden gehabt. Er – der Be-
schwerdeführer – sei im Ort für den Fussballplatz und die Wasserversor-
gung zuständig gewesen. Im Jahr 2013 beziehungsweise 2014 habe es
einen ersten Vorfall mit der sri-lankischen Armee gegeben, als Soldaten
eines naheliegenden Camps auf dem Fussballplatz aufgetaucht seien und
ihn und seine Kollegen geschlagen hätten. Im Jahr 2016 hätten Soldaten
ihn und die anderen Spieler vom Fussballfeld vertreiben wollen, um selbst
(...) zu spielen. Als er sich geweigert habe zu gehen, hätten ihn die Solda-
ten geschlagen und ihm den Fussball weggenommen. Er sei von ihnen
geheissen worden, den Ball im Camp abzuholen. Dort sei er von Soldaten
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geschlagen und auch (...) worden. Er sei fast ohnmächtig geworden. Nach-
dem seine Eltern ins Camp gekommen seien und protestiert hätten, sei er
unter Todesdrohung freigelassen worden. Einige Zeit später sei es wieder
zu einem Zwischenfall gekommen. Soldaten des Camps hätten aus dem
Wassertank Wasser für sich abgezweigt. Da er für die Wasserversorgung
zuständig gewesen sei, habe er sich bei ihnen beschwert. Er sei ins Camp
mitgenommen, (...) und (...) geschlagen worden. Man habe (...). Er sei
halb bewusstlos gewesen. Erst als Dorfbewohner zum Camp gekommen
seien, sei er, wiederum unter Todesdrohung, freigelassen worden. Danach
habe er bemerkt, dass Leute in einem weissen Van um sein Haus fahren,
ab und zu anhalten und dieses beobachten würden. Aus Angst vor weiteren
Übergriffen habe sein Vater entschieden, ihn wegzuschicken. Am (...) 2016
habe er Sri Lanka mit Hilfe eines Schleppers verlassen. Er sei mit seinem
eigenen Pass auf dem Luftweg nach H._ gereist und etwa (...) Tage
beziehungsweise (...) später über I._ in J._ geflogen. Von
dort sei er illegal nach C._ gelangt, wo er während mehrerer (...)
inhaftiert gewesen sei. In der Folge habe er in (...) in K._ gelebt und
sei dann auf dem Landweg über diverse Länder am 3. Juli 2017 in die
Schweiz gereist.
Der Beschwerdeführer reichte keine Ausweispapiere zu den Akten.
B.
Mit Verfügung vom 30. Juli 2020 – eröffnet am 3. August 2020 – stellte das
SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht,
lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete gleichzeitig die Wegweisung aus
der Schweiz und den Vollzug an.
C.
Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2. September
2020 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragte, es sei
die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihm in der Schweiz Asyl zu
gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit, allenfalls die Unzumutbar-
keit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und ihm die vorläufige Auf-
nahme zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive des Verzichts auf
die Erhebung eines Kostenvorschusses und die Beiordnung seiner Rechts-
vertreterin als amtliche Rechtsbeiständin. Zudem sei festzustellen, dass
die Beschwerde aufschiebende Wirkung habe.
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D.
Mit Verfügung vom 11. September 2020 teilte die damals zuständige In-
struktionsrichterin dem Beschwerdeführer mit, er dürfe den Abschluss des
Verfahrens in der Schweiz abwarten, hiess das Gesuch um Gewährung
der unentgeltlichen Prozessführung gut und verzichtete auf die Erhebung
eines Kostenvorschusses. Zudem forderte sie ihn auf, umgehend die an-
gekündigte Bestätigung seiner Sozialhilfeabhängigkeit vorzulegen, hiess
das Gesuch um amtliche Rechtsverbeiständung gut und setzte die dama-
lige Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin des Beschwerdefüh-
rers ein.
E.
Am 14. September 2020 reichte die Rechtsvertreterin eine Mittellosigkeits-
bestätigung vom (...) zu den Akten.
F.
Am 20. Oktober 2021 wurde das SEM zur Einreichung einer Vernehmlas-
sung eingeladen. In seiner Vernehmlassung vom 1. November 2021 hielt
das SEM an der angefochtenen Verfügung fest. Auf die weiteren Ausfüh-
rungen wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen ein-
gegangen.
G.
Die Vernehmlassung wurde der Rechtsvertreterin am 4. November 2021
unter Einräumung des Replikrechts zur Kenntnis gebracht. Mit Eingabe
vom 18. November 2021 replizierte die Rechtsvertreterin.
H.
Am 1. Januar 2022 wurde das vorliegende Beschwerdeverfahren aus or-
ganisatorischen Gründen zur Behandlung dem vorsitzenden Richter über-
tragen.
I.
Am 12. Mai 2022 ersuchte MLaw Cora Dubach um Entlassung aus ihrem
Mandat und um Einsetzung von MLaw Linda Spähni als neue amtliche
Rechtsbeiständin, wobei das Gesuch als gegenstandslos betrachtet wer-
den könne, wenn die Sache spruchreif sei und keine weiteren Verfahrens-
handlungen notwendig seien. Zudem trete sie ein allfälliges Honorar an die
Freiplatzaktion Basel ab.
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J.
Mit Verfügung vom 14. Juni 2022 entliess der Instruktionsrichter MLaw
Cora Dubach aus ihrem Amt als amtliche Rechtsbeiständin, schrieb das
Gesuch um Einsetzung von MLaw Linda Spähni als solche als gegen-
standslos geworden ab und hielt fest, dass aufgrund der Vollmacht vom
24. April 2019 von der Sicherstellung der rechtlichen Vertretung durch
MLaw Linda Spähni ausgegangen werde.
K.
Mit Schreiben vom 7. Juli 2022 erkundigte sich das Migrationsamt des Kan-
tons L._ nach dem Verfahrenstand. Diese Anfrage wurde vom In-
struktionsrichter am 11. Juli 2022 beantwortet.
L.
Das Migrationsamt des Kantons L._ stellte dem SEM am 15. Sep-
tember 2022 einen Auszug aus dem Eheregister der Gemeinde M._
zu, gemäss welchem der Beschwerdeführer am 5. November 2021 eine im
Kanton N._ wohnhafte (...) Staatsangehörige geheiratet hat.
M.
Gemäss telefonischer Auskunft des Migrationsamts des Kantons
L._ vom 10. Oktober 2022 wohne der Beschwerdeführer nicht mit
seiner Ehefrau zusammen. Bisher sei weder von der über eine Niederlas-
sungsbewilligung verfügenden Ehefrau noch vom Beschwerdeführer ein
Gesuch um Familienvereinigung oder ein solches um Erteilung einer Auf-
enthaltsbewilligung gestellt worden.
N.
Mit Instruktionsverfügung vom 20. Oktober 2022 wurde der Beschwerde-
führer aufgefordert, bis zum 4. November 2022 den Nachweis zu erbrin-
gen, dass er bei der zuständigen kantonalen Behörde ein Verfahren um
Erteilung einer ausländerrechtlichen Aufenthaltsbewilligung eingeleitet hat.
O.
Mit Eingabe vom 4. November 2022 reichte die Rechtsvertreterin eine Ko-
pie der ersten Seite eines Gesuchs um Familiennachzug im Sinne von
Art. 43 Abs. 1 des Ausländer- und Integrationsgesetzes (AIG) an die Ein-
wohnerdienste der Gemeinde O._ vom selben Datum zu den Akten.
Dazu wurde unter Beilage einer E-Mail-Korrespondenz weiter ausgeführt,
die Ehefrau des Beschwerdeführers habe sich bereits im Mai 2022 mit der
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Gemeinde in Verbindung gesetzt. Sie sei fälschlicherweise davon ausge-
gangen, dass ein entsprechendes Gesuch bereits hängig sei. Da eine ent-
sprechende Anfrage der Rechtsvertreterin bei der Gemeinde sowie beim
Migrationsamt negativ ausgefallen sei, sei am 4. November 2022 das be-
sagte Gesuch um Familiennachzug eingereicht worden.
P.
Mit Eingabe vom 11. November 2022 reichte die Rechtsvertreterin eine
E-Mail der Einwohnerdienste der Gemeinde O._ vom 7. November
2022 zu den Akten, worin diese den Erhalt der Unterlagen betreffend Fa-
miliennachzug bestätigt und deren Weiterleitung an das Migrationsamt
N._ in Aussicht stellt.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VwVG und Art. 6 AsylG).
1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten
(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bis zu diesem Zeit-
punkt gültige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Ände-
rung des AsylG vom 25. September 2015).
1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108
Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
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2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
4.
4.1 Die Vorinstanz führte im Wesentlichen aus, soweit der Beschwerdefüh-
rer vorgebracht habe, er habe insgesamt drei Mal Probleme mit der Armee
gehabt, weil er für den Fussballplatz und zusammen mit anderen Jungen
für die Wasserversorgung im Ort zuständig gewesen sei, und zwei Mal mit-
genommen und misshandelt worden sei, enthielten seine Aussagen in zeit-
licher Hinsicht gravierende Widersprüche, die er nicht überzeugend habe
erklären können. Zudem habe er sich bezüglich seiner familiären Verhält-
nisse, nämlich der Anzahl seiner (...), widersprochen. Seine Aussagen
seien auch logisch nicht nachvollziehbar. So sei realitätsfremd, dass ihm
die Soldaten wegen zwei kleiner Konflikte jeweils gedroht hätten, ihn zu
erschiessen. Ebenso müsse bezweifelt werden, dass ihn die Soldaten
noch im Jahr 2015 oder 2016, lange nach dem Ende des Konflikts, zwei
Mal schwer misshandelt hätten, obwohl kein schwerwiegender Verdacht
gegen ihn vorgelegen sei. Des Weiteren sei logisch nicht nachvollziehbar,
dass er direkt nach seiner ersten Misshandlung problemlos zu Hause hätte
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leben können, obwohl er sogar (...) gehabt haben und ohnmächtig gewe-
sen sein solle. Ebenfalls nicht nachvollziehbar sei, dass er direkt nach sei-
ner zweiten Freilassung von Angehörigen der Armee mit viel Aufwand be-
schattet worden sein solle, obwohl er nicht unter konkretem LTTE-Verdacht
gestanden sei und es sich bei den Misshandlungen um eine Racheaktion
für sein unbotmässiges Verhalten gegenüber den Soldaten gehandelt
habe. Sodann entspreche seine Behauptung, er habe die Beschattung le-
diglich "gespürt," nicht der Aussageweise einer wirklich beschatteten Per-
son. Zudem hätten ihn die Behörden problemlos verhaften können, wenn
sie dies gewollt hätten. Die Schilderungen der Tätigkeit seiner Familie für
die LTTE und der Ausreisegründe seines Bruders seien unsubstantiiert,
ebenso jene zum ersten Vorfall und zu den Aufenthalten im Camp. Zwar
habe er ausführlich über die angeblichen Misshandlungen berichtet, sei
aber nicht in der Lage gewesen, andere Umstände der beiden Aufenthalte
konkret und differenziert zu schildern, obwohl auch Personen, die wirklich
misshandelt worden seien, spontan oder auf Nachfrage hin solche Um-
stände schildern würden. Überdies seien seine Aussagen bezüglich des
Verhaltens der Soldaten (Trunkenheit, Beschimpfungen etc.) teilweise kli-
scheehaft. Schliesslich habe er seine Identitätskarte nicht eingereicht,
ohne dass dafür ein plausibler Grund erkennbar wäre. Die Vorbringen be-
treffend die Probleme mit den sri-lankischen Behörden in den Jahren vor
der Ausreise hielten deshalb den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit ge-
mäss Art. 7 AsylG nicht stand, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft wer-
den müsse.
Sodann prüfte das SEM anhand von sogenannten Risikofaktoren, ob der
Beschwerdeführer im Falle der Rückkehr nach Sri Lanka dennoch begrün-
dete Furcht vor künftigen Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3
AsylG habe. Aufgrund des blossen Umstands, dass er tamilischer Ethnie
sei, sei nicht davon auszugehen, dass er in den Augen der sri-lankischen
Sicherheitsbehörden als Person gelte, die eine besonders enge Beziehung
zu den LTTE gepflegt habe. Er habe zwar erklärt, seine Familie habe die
LTTE niederschwellig unterstützt und ein (...) sei einmal von den Behörden
mitgenommen worden. Er habe aber selbst erklärt, dass seine Familie
sonst keine Probleme mit den Behörden gehabt habe. Aus den Akten gin-
gen deshalb keine Hinweise darauf hervor, dass er Ziel von asylrelevanter
Verfolgung der sri-lankischen Behörden werden könnte. Auch die am
16. November 2019 erfolgte Präsidentschaftswahl vermöge diese Ein-
schätzung nicht umzustossen. Weder habe er diese respektive deren Fol-
gen als Gefährdungselement vorgebracht noch seien den Akten Hinweise
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auf eine Verschärfung seiner persönlichen Situation aufgrund dieses Er-
eignisses zu entnehmen. Damit seien die Anforderungen an die Annahme
einer begründeten Verfolgungsfurcht nicht gegeben. Seine diesbezügli-
chen Vorbringen hielten den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft
gemäss Art. 3 AsylG nicht stand.
4.2 Der Beschwerdeführer wiederholte seine Vorbringen in seiner Rechts-
mitteleingabe und hielt an ihrer Glaubhaftigkeit und Relevanz fest. Zudem
sei nach seiner Flucht sein (...), ihm sehr ähnlich sehender Bruder ins Fa-
denkreuz der Soldaten geraten beziehungsweise sei es zu dessen Lasten
zu einer Reflexverfolgung gekommen.
Bei der Anhörung sei die Aussagefähigkeit des Beschwerdeführers auf-
grund kaum erträglicher (...)schmerzen stark eingeschränkt gewesen.
Auch die Hilfswerksvertretung (HWV) habe dazu einen Vermerk gemacht.
Es wäre angebracht gewesen, die Anhörung zu wiederholen oder ihm al-
ternativ die Möglichkeit zu geben, sich zu in ihrem Rahmen entstandenen
Widersprüchen zu äussern. Da ihm die Vorinstanz keine der genannten
Optionen vorgelegt habe, habe sie ihre Pflicht zur Sachverhaltsfeststellung
verletzt. Allenfalls sei es möglich, dass durch dieses Verhalten der Vor-
instanz der Untersuchungsgrundsatz sowie das rechtliche Gehör verletzt
worden seien. Die vielseitige Unterstützung, die seine Familie den LTTE
habe zukommen lassen, stelle offensichtlich eine politische Tätigkeit dar.
Folglich habe der Beschwerdeführer die ihm diesbezüglich gestellte Frage
zwar wahrheitsgemäss beantwortet. Er und seine ganze Familie seien aber
durch ihre Unterstützung der LTTE unwissentlich durch den sri-lankischen
Staat als politisch aktiv eingestuft worden. Der Vorwurf der Vorinstanz,
seine Aussagen seien widersprüchlich, sei haltlos, da ihm lediglich vorge-
worfen werden könne, aufgrund der ungewohnten Situation und des hohen
Drucks der Befragungen sehr nervös geworden zu sein und deswegen ei-
nen Fehler begangen zu haben. Bezüglich des Datums des Vorfalls auf
dem Fussballplatz habe er sich selbst korrigiert. Deshalb liege kein Wider-
spruch vor. Dasselbe gelte bezüglich der weiteren Widersprüche, da er von
sich aus Nachbesserungen vorgenommen habe. Beim Widerspruch betref-
fend die Anzahl seiner (...) handle es sich um ein Missverständnis, welches
für den Asylentscheid ohnehin irrelevant sei. Bezüglich der Glaubhaftigkeit
wurde weiter ausgeführt, die Vorinstanz verkenne die Lage des Beschwer-
deführers und seines Dorfes. Dieser stamme aus E._, (...). Das
Dorf gelte bei der sri-lankischen Armee als Hochburg der LTTE und alle
Einwohner stünden unter dem Generalverdacht, der Organisation anzuge-
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hören. Soweit für die Vorinstanz nicht nachvollziehbar sei, dass der Be-
schwerdeführer direkt nach dem zweiten Vorfall (Fussballplatz) hätte zu
Hause leben können, verwechsle sie diesen mit dem dritten (Wasser[...]).
Davon seien einige Narben auch heute noch sichtbar. Diesbezüglich lagen
der Beschwerde zwei Fotos des Beschwerdeführers bei. Ebenso sei nach-
vollziehbar, dass die Armee angefangen habe, ihn verstärkt zu überwa-
chen. Seine Aussage sei dahingehend zu verstehen, dass die Familie be-
merkt habe, wie auffallend oft Soldaten in einem weissen Van um das Haus
gefahren seien oder sich in dessen Nähe aufgehalten hätten. Sie hätten
ihn nicht einfach verhaften können, sondern zuerst an einen sicheren Ort
bringen wollen. Doch wegen der Proteste der Dorfbewohner seien sie ge-
zwungen gewesen, ihn freizulassen. Sodann sei er entgegen der Vo-
rinstanz in der Lage gewesen, genauere Angaben bezüglich der LTTE-Un-
terstützung seiner Familie zu machen. Da er keinen Kontakt zu seinem
Bruder gehabt habe, könne ihm sein Unwissen betreffend dessen Flucht-
gründe nicht angelastet werden. Bezüglich der Relevanz des ersten Vor-
falls habe er sich geirrt. Dieser sei nicht so wichtig gewesen wie der zweite
und der dritte. Die Vorinstanz hätte ihn auffordern müssen, seine diesbe-
züglichen Erfahrungen zu schildern. Wegen ihres Versäumnisses habe sie
ihre Pflicht verletzt, aktiv an der Sachverhaltsfeststellung mitzuwirken. Ent-
gegen der Vorinstanz habe er die näheren Umstände des zweiten und drit-
ten Vorfalls geschildert. Soweit Aussagen des Beschwerdeführers be-
stimmte, häufig geschilderte Züge aufwiesen, könne deren Glaubhaftigkeit
nicht mittels blosser Bezeichnung als klischeehaft ausgehebelt werden.
Mithin sei es ihm gelungen, seine Verfolgung im Sinne von Art. 7 AsylG
glaubhaft zu machen.
Bei einer allfälligen Rückkehr in seinen Heimatstaat müsste er mit einer
hohen Wahrscheinlichkeit mit der Wiederaufnahme seiner Verfolgung rech-
nen. So sei er bereits vor seiner Ausreise inhaftiert gewesen und es liege
eine Vorladung gegen ihn vor. Unter Berücksichtigung der vergangenen
Verfolgung und der aktuellen politischen Lage könne von einem fehlenden
Schutzwillen des sri-lankischen Staats ausgegangen werden.
4.3 In seiner Vernehmlassung vom 1. November 2021 führte das SEM aus,
soweit der Beschwerdeführer geltend mache, dass ein Teil seiner vermeint-
lich unglaubhaften Aussagen auf (...)schmerzen bei der Anhörung vom
15. Juni 2020 zurückzuführen sei, handle es sich bei den Ungereimtheiten
nicht um Punkte, die auf physische Probleme zurückzuführen sein könn-
ten, sondern um typische Elemente unglaubhafter Aussagen, die auf einen
konstruierten Sachverhalt hindeuteten. Zudem habe er seine Aussagen mit
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seiner Unterschrift bestätigt, weshalb er auch auf ihnen zu behaften sei.
Bezüglich der in der angefochtenen Verfügung erwähnten Widersprüche
blieb die Vorinstanz dabei, dass er diese Ungereimtheiten nicht überzeu-
gend zu widerlegen vermöge, ebenso, dass seine Aussagen logisch nicht
nachvollziehbar und unsubstantiiert seien. Des Weiteren hielt das SEM
nochmals fest, dass der Beschwerdeführer beziehungsweise seine Familie
kein hohes LTTE-Profil habe, das heute noch die Aufmerksamkeit der sri-
lankischen Behörden auf sich ziehen könnte. Zudem sei gemäss Grund-
satzurteil des Bundesverwaltungsgerichts zu Sri Lanka selbst bei einem
relativ hohen LTTE-Profil Voraussetzung für die Asylgewährung, dass ein
Gesuchsteller glaubhaft mache, dass er wegen dieses Profils Probleme mit
den sri-lankischen Behörden gehabt habe. Dies sei ihm aber nicht gelun-
gen. Auch zum heutigen Zeitpunkt gebe es allein aufgrund der Zugehörig-
keit zur tamilischen Ethnie keine asylrelevante Verfolgung in Sri Lanka.
4.4 In seiner Replik vom 18. November 2021 wies der Beschwerdeführer
die Argumentation der Vorinstanz unter sinngemässer Wiederholung sei-
ner Ausführungen in der Beschwerde zurück und hielt an diesen fest.
5.
5.1 Der Beschwerdeführer rügt, im Zusammenhang mit der Durchführung
seiner Anhörung habe die Vorinstanz ihre Pflicht zur Sachverhaltsfeststel-
lung und durch ihr Verhalten möglicherweise den Untersuchungsgrundsatz
und das rechtliche Gehör verletzt. Auch bezüglich des ersten Vorfalls habe
sie ihre Pflicht, aktiv an der Sachverhaltsfeststellung mitzuwirken, verletzt.
Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör,
welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer Partei ein-
zuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur
Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 2009/35 E. 6.4.1).
Dies verlangt unter anderem, dass sich die asylsuchende Person während
der Anhörung in einem einvernehmungsfähigen Zustand befindet. Stellt der
Asylentscheid auf Aussagen einer Befragung ab, während welcher die Ein-
vernahmefähigkeit zweifelhaft erschien, so wird dadurch der Anspruch auf
rechtliches Gehör verletzt (vgl. Urteil des BVGer E-2780/2020 vom 23. No-
vember 2020 E. 3.2 m.w.H.).
Die Behörde stellt den Sachverhalt von Amtes wegen fest (vgl. Art. 12
VwVG), wobei die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts einen Beschwerdegrund bildet (Art. 106 Abs. 1
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35
D-4389/2020
Seite 12
Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfü-
gung ein falscher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder
Beweise falsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle
für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt wer-
den (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-
rechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043).
Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-
grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), wonach die Be-
hörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des
rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwen-
digen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzu-
klären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen hat (vgl. BVGE
2015/10 E. 3.2 m.w.H.). Die Behörde ist dabei jedoch nicht verpflichtet, zu
jedem Sachverhaltselement umfangreiche Nachforschungen anzustellen.
Zusätzliche Abklärungen sind vielmehr nur dann vorzunehmen, wenn sie
aufgrund der Aktenlage als angezeigt erscheinen (vgl. dazu AUER/BINDER,
in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das
Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, Rz. 16 zu Art. 12). Ihre
Grenze findet die Untersuchungspflicht in der Mitwirkungspflicht der Asyl-
suchenden (vgl. Art. 8 AsylG).
5.2
5.2.1 Zu Beginn der Anhörung nach seinem Gesundheitszustand gefragt,
erklärte der Beschwerdeführer, er habe starke (...)schmerzen, ansonsten
gehe es ihm gut. Daraufhin willigte er ein, die Anhörung zu versuchen und
zu sagen, falls es ihm wegen der Schmerzen zu anstrengend werde. Da-
rauf angesprochen, dass er relativ müde wirke, erklärte er, er habe in der
vorangegangenen Nacht wegen der Schmerzen nicht schlafen können.
Nach Rücksprache mit seinem Vorgesetzten schlug der Befrager vor, vor-
erst die Einleitung abzuschliessen und dann, abhängig vom Gesundheits-
zustand des Beschwerdeführers, über die Fortsetzung oder den Abbruch
der Anhörung zu befinden. Die Begrüssung und Einleitung der Anhörung
dauerte von 10:15 Uhr bis 10:50 Uhr (vgl. SEM Akte A41/15 F1 – 32). Nach
einer viertelstündigen Pause wurde die Einleitung abgeschlossen und mit
der Anhörung zur Sache begonnen. Bis zum Schluss machte der Be-
schwerdeführer keine weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen gel-
tend (vgl. a.a.O., F33 ff.). Die anwesende HWV hielt dazu fest, der Be-
schwerdeführer habe zu Beginn über (...)schmerzen geklagt. Die Anhö-
rung habe aber durchgeführt werden können, da sich sein Zustand etwas
gebessert habe (vgl. a.a.O., S. 15). Unter den gegebenen Umständen ist
D-4389/2020
Seite 13
davon auszugehen, dass der gesundheitliche Zustand des Beschwerde-
führers die Durchführung der Anhörung erlaubte. Zudem war er darauf hin-
gewiesen worden, allfällige gesundheitliche Probleme zu melden. Von die-
ser Möglichkeit machte er in der Folge keinen Gebrauch. In der Be-
schwerde wird auch nicht geltend gemacht, dass sich sein Gesundheitszu-
stand im weiteren Verlauf der Anhörung verschlechtert hätte. Vielmehr trat
gemäss der HWV das Gegenteil ein. Somit erweisen sich die diesbezügli-
chen formellen Rügen als unbegründet. Im Übrigen kann in diesem Zusam-
menhang auf die entsprechenden Ausführungen in der Vernehmlassung
des SEM verwiesen werden (vgl. E. 4.3).
5.2.2 Den ersten Vorfall, welcher im Jahr 2013 beziehungsweise 2014
stattgefunden habe, erwähnte der Beschwerdeführer anlässlich der BzP
nicht im Rahmen der freien Schilderung der Gesuchsgründe, sondern erst
auf die Frage, ob er bereits vor dem Vorfall mit dem Fussball Probleme mit
den sri-lankischen Behörden gehabt habe. Er bezeichnete den ersten Vor-
fall als "nicht wichtig." Daraufhin wurde er gebeten, zu erläutern was er
damit meine (vgl. SEM Akte A7/13 7.02). Bereits deshalb erweist sich der
sinngemässe Vorwurf, die Vorinstanz habe die Untersuchungspflicht ver-
letzt, als unbegründet. Unter den gegebenen Umständen bestand für das
SEM keine Veranlassung, den Beschwerdeführer dazu anlässlich der An-
hörung näher zu befragen. Namentlich hätte es ihn auch nicht darauf hin-
weisen müssen, dass der Vorfall möglicherweise doch von Wichtigkeit sein
könnte. Hätte sich der Beschwerdeführer tatsächlich in einem Irrtum be-
züglich dessen Relevanz befunden, so wäre er aufgrund seiner Mitwir-
kungsplicht vielmehr gehalten gewesen, anlässlich der Anhörung einen all-
fälligen Irrtum geltend zu machen, und nicht erst nachträglich in der Be-
schwerdeschrift vorzubringen.
5.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das SEM den rechtserhebli-
chen Sachverhalt vollständig und richtig festgestellt hat. Es ist keine Ver-
letzung des Untersuchungsgrundsatzes erkennbar.
6.
6.1 Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 Abs. AsylG bedeutet – im Ge-
gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt
durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen ei-
nes Beschwerdeführers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft ge-
macht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie
aber überwiegend für wahr hält. Eine wesentliche Voraussetzung für die
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Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschicksals ist eine die eigenen Erleb-
nisse betreffende, substantiierte, weitgehend widerspruchsfreie und kon-
krete Schilderung der Vorkommnisse, welche bei objektiver Betrachtung
plausibel erscheint. Von unglaubhaften Ausführungen ist dagegen bei
wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen
Vorbringen auszugehen. Entscheidend ist, ob bei einer Gesamtbeurteilung
die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Be-
schwerdeführers sprechen, überwiegen oder nicht. Demgegenüber reicht
es für die Glaubhaftmachung nicht aus, wenn der Inhalt eines Vorbringens
zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Umstände wesentliche
Elemente gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen (vgl.
BVGE 2015/3 E. 6.5.1, BVGE 2013/11 E. 5.1).
6.2 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum
Schluss, dass die Vorinstanz das Asylgesuch des Beschwerdeführers im
Ergebnis zu Recht abgelehnt hat. Zum einen vermögen die Vorbringen be-
treffend die Probleme mit den sri-lankischen Behörden in den Jahren vor
der Ausreise den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7
AsylG nicht standzuhalten. Zum andern geht aus den Schilderungen weder
ein relevantes behördliches Interesse an der Verfolgung des Beschwerde-
führers hervor, noch besteht aufgrund seiner Angaben ein begründeter An-
lass zur Annahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beacht-
licher Wahrscheinlichkeit oder in absehbarer Zukunft asylrelevanten Ver-
folgungsmassnahmen ausgesetzt sein würde, beziehungsweise verfügt er
über kein entsprechendes politisches Profil. Diesbezüglich kann vorab auf
die vorstehend wiedergegebenen Erwägungen in der angefochtenen Ver-
fügung und Ausführungen in der Vernehmlassung des SEM verwiesen wer-
den (vgl. oben E. 4.1 und 4.3).
6.3 Zwar ist entgegen den Ausführungen in der Beschwerde bezüglich der
Anzahl der (...) des Beschwerdeführers nicht von einem Missverständnis
auszugehen. Ihm ist aber insofern Recht zu geben, als dieser Widerspruch
allein für die Frage der Glaubhaftigkeit beziehungsweise für den Ausgang
des Verfahrens nicht von ausschlaggebender Bedeutung ist. Dasselbe gilt
für den in der Beschwerde zutreffend erhobenen Einwand, die Vorinstanz
habe die vom Beschwerdeführer geltend gemachten (...) fälschlicherweise
dem zweiten und nicht dem dritten Vorfall zugeschrieben. Diesbezüglich ist
indes ergänzend festzuhalten, dass er geltend machte, er sei bereits beim
zweiten Vorfall massiv misshandelt worden und dabei halb ohnmächtig ge-
worden (vgl. SEM-Akte A41/15 F35, F42). Zudem relativiert er selbst die-
ses Vorbringen in der Beschwerde, indem er ausführt, er habe lediglich
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Vermutungen weitergegeben, welche ein befreundeter Arzt während einer
vereinfachten Untersuchung geäussert habe (vgl. Beschwerde, Rz. 63).
Abgesehen davon machte er im vorinstanzlichen Verfahren nicht geltend,
er sei nach den angeblichen Misshandlungen von einem Arzt untersucht
worden.
6.4 Der Beschwerdeführer vermag seine widersprüchlichen und ungereim-
ten Aussagen nicht mit seiner körperlichen und geistigen Verfassung und
seinem Gesundheitszustand anlässlich der Anhörung zu erklären. Dazu ist
vorweg auf die Erwägung 5.2.1 zu verweisen. Daran ändert auch sein Ein-
wand nichts, dass sich seine schlechte Verfassung gemäss der Anmerkung
der HWV auf die Qualität der Anhörung ausgewirkt haben könnte (vgl.
A41/15 [...]), da es sich dabei um eine rein subjektive Einschätzung der
HWV handelt. Dasselbe gilt bezüglich der Einwände, der Beschwerdefüh-
rer sei aufgrund der ungewohnten Situation und des hohen Drucks der Be-
fragungen sehr nervös geworden und habe deswegen beim Datum des
zweiten Vorfalls einen Fehler begangen, und die Vorinstanz habe die wi-
dersprüchlichen Aussagen zwischen der BzP und der Anhörung in illegiti-
mer Weise gewichtet. So wurde er anlässlich der Anhörung darauf hinge-
wiesen, dass er das Vorgehen der Soldaten beziehungsweise die geltend
gemachten Misshandlungen bei den beiden Festhaltungen im Einzelnen
beschrieben habe, wogegen er davon bei der BzP, trotz einer relativ langen
freien Schilderung, nichts erzählt, sondern lediglich erwähnt habe, dass er
beide Male geschlagen worden sei. Es gelang ihm nicht, dies mit seiner
Scham zu erklären, zumal er am Ende der BzP die Frage verneinte, ob
allenfalls Gründe vorlägen, um die Anhörung nur in Anwesenheit von Män-
nern durchzuführen (vgl. SEM-Akte A41/15 F80 f., A7/13 [...]). Es trifft zwar
zu, dass er bei der BzP die Daten und Jahrzahlen der ersten beiden Vor-
fälle zunächst widersprüchlich schilderte, aber seine Angaben schliesslich
von sich aus korrigierte (vgl. SEM-Akte A7/13 [...]). Indes vermochte er den
sich aus seinen Aussagen bei der BzP und der Anhörung ergebenden un-
terschiedlichen zeitlichen Abstand zwischen dem zweiten und dem dritten
Vorfall nicht zu erklären (vgl. SEM-Akte A41/15 [...]).
6.5 Auch hinsichtlich der angeblichen Überwachung beziehungsweise Be-
schattung, welche unmittelbar nach dem dritten Vorfall begonnen habe,
kann vorab auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (vgl.
E. 4.1). Dieses Vorbringen erscheint noch weniger nachvollziehbar, wenn
dazu in der Beschwerde ausgeführt wird, die Familie habe bemerkt, wie
auffallend oft Soldaten in einen weissen Van um das Haus gefahren seien
oder sich in dessen Nähe aufgehalten hätten (vgl. Beschwerde Rz. 69).
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Abgesehen von der Klischeehaftigkeit handelt es sich dabei um einen Wi-
derspruch in sich selbst, zumal eine allfällige Beschattung wohl mit grösst-
möglicher Diskretion vorgenommen worden wäre.
6.6 Soweit in der Beschwerde pauschal vorgebracht wird, für den Be-
schwerdeführer liege eine Vorladung vor (vgl. Beschwerde Rz. 102), ver-
mag er daraus in Bezug auf die Glaubhaftigkeit seiner Verfolgungsvorbrin-
gen nichts abzuleiten, umso weniger, als er dies im vorinstanzlichen Ver-
fahren mit keinem Wort geltend gemacht hat. Dasselbe gilt bezüglich des
weiteren Vorbringens, wonach es seit seiner Flucht zu einer Reflexverfol-
gung zulasten seines (...) Bruders, welcher aufgrund des Aussehens leicht
mit ihm verwechselt werden könne (vgl. Beschwerde, Rz. 32 und 96), hatte
er doch diesbezüglich bei der Anhörung lediglich pauschal geltend ge-
macht, der ihm ähnlich sehende Bruder habe jetzt auch Probleme (vgl.
SEM-Akte F41/15 [...]).
6.7 Schliesslich lässt sich aus dem Vorbringen, alle Einwohner von
E._ stünden schon allein wegen ihre Herkunft aus (...) unter einem
Generalverdacht, den LTTE anzugehören (vgl. Beschwerde Rz. 57 und
68), keine Verfolgung des Beschwerdeführers ableiten. Vielmehr begrün-
dete er diese konkret damit, dass er anlässlich des (...) Vorfalls (...) habe.
Die werde als Schande angesehen. Deshalb hätten die Soldaten Rache
nehmen wollen (vgl. SEM-Akte A41/15 [...] und [...]).
6.8 Das Gericht erachtet es nach dem Gesagten nicht als glaubhaft, dass
der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit einem Fussballspiel und der
Wasserversorgung des Dorfes in der von ihm dargelegten Weise verfolgt
wurde. In Würdigung sämtlicher Umstände vermag er seinen Sachver-
haltsvortrag im geltend gemachten Kontext nicht glaubhaft zu machen.
7.
7.1 Im Folgenden ist zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer aus anderen
Gründen bei einer Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile im Sinne
von Art. 3 AsylG drohen.
7.1.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015
vom 15. Juli 2016 eine Analyse der Situation von Rückkehrenden nach Sri
Lanka vorgenommen (vgl. dort E. 8) und festgestellt, dass aus Europa res-
pektive der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht gene-
rell einer ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt
seien (vgl. a.a.O., E.8.3). Das Gericht orientiert sich bei der Beurteilung
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des Risikos von Rückkehrern, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Ver-
haftung und Folter zu werden, an verschiedenen Risikofaktoren. Dabei
handelt es sich insbesondere um das Vorhandensein einer tatsächlichen
oder vermeintlichen, aktuellen oder vergangenen Verbindung zu den LTTE,
um Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen, und um
Vorliegen früherer Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden, übli-
cherweise im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Ver-
bindung zu den LTTE (sog. stark risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O.,
E. 8.4.1–8.4.3). Einem gesteigerten Risiko, genau befragt und überprüft zu
werden, unterliegen ausserdem Personen, die ohne die erforderlichen
Identitätspapiere nach Sri Lanka einreisen wollen, die zwangsweise nach
Sri Lanka zurückgeführt werden oder die über die Internationale Organisa-
tion für Migration (IOM) nach Sri Lanka zurückkehren, sowie Personen mit
gut sichtbaren Narben (sog. schwach risikobegründende Faktoren, vgl.
a.a.O., E. 8.4.4 und 8.4.5). Das Gericht wägt im Einzelfall ab, ob die konk-
ret glaubhaft gemachten Risikofaktoren eine asylrechtlich relevante Ge-
fährdung der betreffenden Person ergeben. Dabei zieht es in Betracht,
dass insbesondere jene Rückkehrer eine begründete Furcht vor ernsthaf-
ten Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri-
lankischen Behörden zugeschrieben wird, dass sie bestrebt sind, den ta-
milischen Separatismus wiederaufleben zu lassen (vgl. a.a.O., E. 8.5.1).
7.1.2 Weder der Beschwerdeführer persönlich noch seine Familie verfügen
über LTTE-Verbindungen (vgl. SEM-Akte A41/15 [...]) Es ist ihm nicht ge-
lungen, glaubhaft zu machen, dass die von ihm geltend gemachten Mit-
nahmen und Misshandlungen in diesem Zusammenhang erfolgt sind. Zu-
dem ist das Vorliegen eines persönlichen Profils, demzufolge er bestrebt
wäre, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen, zu vernei-
nen. Ein solches lässt sich auch aus dem Vorbringen, LTTE-Angehörige
hätten (...) und die Behörden hätten deswegen (...) (vgl. SEM-Akte A7/13
[...], A41/15 [...]), nicht ableiten. Alleine aus der Zugehörigkeit zur tamili-
schen Ethnie, der Herkunft aus (...) und der mehr als sechsjährigen Lan-
desabwesenheit kann er keine Gefährdung ableiten. Der Beschwerdefüh-
rer brachte bei der BzP vor, er habe beim (...) Vorfall an (...), am (...) und
an der (...) erlitten (vgl. SEM-Akte A7/13 [...]). In der Beschwerde wird dazu
ausgeführt, er habe dabei Narben davongetragen, von denen auch heute
noch einige sichtbar seien (vgl. Beschwerde, Rz. 18 und 63). Soweit aus
den beiden diesbezüglich eingereichten Fotos ersichtlich, befinden sich die
Narben nicht an den erwähnten Körperstellen. Auf ihnen ist einzig (...) eine
Narbe erkennbar (vgl. Beschwerdebeilage 4). Da diese ohnehin von Klei-
dungsstücken bedeckt wird, handelt es sich nicht um eine gut sichtbare
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Narbe im Sinne der erwähnten Länderpraxis. Deshalb vermag der Be-
schwerdeführer auch daraus nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.
Schliesslich ist eine zwangsweise respektive durch die Internationale Or-
ganisation für Migration (IOM) begleitete Rückführung nach Sri Lanka ein
schwach risikobegründender Faktor, der nicht zur Annahme geeignet ist,
dass er bei einer Rückkehr von den sri-lankischen Behörden als Bedro-
hung wahrgenommen würde und ihm ernsthafte Nachteile im Sinne von
Art. 3 AsylG drohen könnten.
7.2 Vor diesem Hintergrund folgt, dass das SEM zu Recht die Flüchtlings-
eigenschaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abge-
lehnt hat.
8.
8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an (Art. 44 AsylG). Von dieser Regel wird insbesondere dann ab-
gewichen, wenn die asylsuchende Person im Besitz einer gültigen auslän-
derrechtlichen Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung ist (vgl. Art. 32
Abs. 1 Bst. a der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom 11. August
1999 [AsylV 1; SR 142.311]). Die Wegweisung wird praxisgemäss auch
dann nicht verfügt beziehungsweise hebt das Bundesverwaltungsgericht
diese auf, wenn eine asylsuchende Person grundsätzlich über einen An-
spruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung verfügt und diesbezüglich
ein Gesuch bei der zuständigen kantonalen Ausländerbehörde bereits pen-
dent ist (vgl. dazu bspw. das Urteil des BVGer E-5215/2019 vom 11. Okto-
ber 2019 E. 7.1 m.H.).
8.2 Zum Zeitpunkt seiner Verfügung hat das SEM die Wegweisung zu
Recht angeordnet, zumal der Beschwerdeführer weder über eine auslän-
derrechtliche Bewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen verfügte. Mittlerweile hat sich seine persönliche Situation insofern ge-
ändert, als er sich aufgrund der Heirat mit seiner in der Schweiz niederge-
lassenen Partnerin aus Landes- oder Völkerrecht (vgl. Art. 43 AIG, Art. 8
EMRK) potentiell auf einen solchen Bewilligungsanspruch berufen kann
(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4.2, EMARK 2001 Nr. 21, E. 9a). Zudem wurde
am 4. November 2022 bei der Wohnsitzgemeinde der Partnerin ein Ge-
such um Erteilung einer ausländerrechtlichen Bewilligung eingereicht. Un-
ter den gegebenen Umständen ist die angeordnete Wegweisung praxisge-
mäss aufzuheben. Daran vermag nichts zu ändern, dass das vorliegende
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Gesuch um Familiennachzug bei der nicht zuständigen (kommunalen) Be-
hörde eingereicht wurde, zumal diese die Eingabe von Amtes wegen an
die zuständige kantonale Ausländerbehörde weiterzuleiten hat. Damit er-
übrigen sich – da diesbezüglich gegenstandslos geworden - weitere Aus-
führungen zur Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit eines Wegwei-
sungsvollzugs.
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die Beschwerde im Sinne der
Erwägungen die Wegweisung betreffend gutzuheissen und die vom SEM
verfügte Wegweisung aufzuheben ist. Im Übrigen ist die Beschwerde ab-
zuweisen, soweit sie nicht als gegenstandslos geworden abzuschreiben
ist.
10.
10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist von einem teilweisen Obsie-
gen des Beschwerdeführers auszugehen. Deshalb wären die Verfahrens-
kosten entsprechend zu ermässigen und diesem aufzuerlegen (Art. 63
Abs. 1 VwVG). Da ihm aber die unentgeltliche Prozessführung gemäss
Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde, und den Akten nicht zu entnehmen
ist, dass er zwischenzeitlich nicht mehr bedürftig wäre, sind keine Verfah-
renskosten zu erheben.
10.2 Angesichts des teilweise Obsiegens wäre dem Beschwerdeführer zu
Lasten der Vorinstanz eine reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen.
Da das teilweise Obsiegen allerdings aufgrund von ausserhalb des Asyl-
verfahrens liegenden Gründe erfolgte und in keinem Zusammenhang mit
den Beschwerdevorbringen steht, wird praxisgemäss keine Parteientschä-
digung entrichtet.
10.3 Mit Zwischenverfügung vom 11. September 2020 wurde das Gesuch
um Beiordnung von MLaw Cora Dubach als amtliche Rechtsbeiständin im
Sinne von aArt. 110a Abs. 1 AsylG gutgeheissen. Mit Zwischenverfügung
vom 14. Juni 2022 wurde die bisherige Rechtsvertreterin aus dem amtli-
chen Mandat entlassen und es wurde wegen grundsätzlicher Spruchreife
des Verfahrens auf die Einsetzung der neuen Rechtsvertreterin als amtli-
che Rechtsbeiständin verzichtet. Nachdem wider Erwarten eine weitere In-
struktionsmassnahme erforderlich wurde, ist die Zwischenverfügung vom
14. Juni 2022 teilweise in Wiedererwägung zu ziehen und MLaw Linda
Spähni – rückwirkend per 8. Juni 2022 (Zeitpunkt des Gesuchs um Man-
datswechsel) – als neue amtliche Rechtsbeiständin einzusetzen.
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Seite 20
10.4 Die notwendigerweise erwachsenen Parteikosten sind bei diesem
Verfahrensausgang durch das Bundesverwaltungsgericht zu vergüten
(vgl. Art. aArt. 110a Abs. 1 AsylG und Art. 9–14 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die vormalige Rechtsvertrete-
rin reichte mit der Beschwerde eine Kostennote ein. Sie bezifferte den ge-
samten zeitlichen Aufwand mit 15.5 Stunden und beantragte einen Stun-
denansatz von Fr.150.–. Zudem machte sie Übersetzungskosten von
Fr. 200.– geltend. Der zeitliche Aufwand scheint zu hoch und ist auf zwölf
Stunden zu kürzen. Hinzu kommen die Replik vom 18. November 2021 und
die Eingabe vom 4. November 2022, wofür 1.5 Stunden zu veranschlagen
sind. Ausgehend von einem Stundenansatz von Fr. 150.– für nicht-anwalt-
liche Vertreter respektive Vertreterinnen ist das amtliche Honorar vorlie-
gend auf insgesamt Fr. 2’225.– festzusetzen (einschliesslich Auslagen;
ohne Mehrwertsteuerzuschlag). Dieses ist gemäss Instruktionsverfügung
vom 14. Juni 2022 der Freiplatzaktion Basel auszurichten.
(Dispositiv nächste Seite)
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