Decision ID: ce7aa8f1-a449-44f9-905d-4a9296afe90d
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Mit Nachtragsverfügung vom 1
9.
April 2013 setzte die
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, die persönlichen Beiträge von
X._
als
Selbständigerwerbender
für das Jahr 2010 gestützt auf die
Steu
ermeldung
des Steueramtes des Kantons
Zürich (
Urk.
10/101, vgl. auch
Urk.
10/116
) nach Massgabe eines beitragspflichtigen Einkommens von
Fr.
43‘900.-- auf
Fr.
3‘414.-- fest (
Urk.
10/104)
. Daran hielt sie mit
Einsprache
entscheid
vom
3.
Juni 2013 fest (
Urk.
10/109). Nachdem
X._
weitere Unterlagen eingereicht hatte (
Urk.
10/
119-130
), zog die Ausgleichskasse diesen Entscheid in Wiedererwägung, indem sie mit Verfügung vom 3
1.
Juli 2013 die persönlichen Beiträge für das Jahr 2010 neu ausgehend von einem beitragspflichtig
en Einkommen von
Fr.
31‘400.-- auf
Fr.
1‘929.60 festsetzte (
Urk.
10/133+136
). Da
X._
mit Schreiben vom
9.
Juni 2013
(
Urk.
10/114)
die Erhebung einer Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vom
3.
Juni 2013 in Aussicht gestellt hatte (mit der Bitte um vorgängige Klä
rung verschiedener Fragen im Rahmen eines persönlichen Gesprächs), überwies die Ausgleichskasse die Akten dem Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
, welches mit Verfügung vom 1
2.
September 2013 auf die Sache nicht ein
trat (
Urk.
10/176). Die zwischenzeitlich von
X._
erhobene Ein
sprache gegen
die Verfügung vom 3
1.
Juli 2013 (
Urk.
10/156, vgl. auch
Urk.
10/157) wies die Ausgleichskasse mit Entscheid vom
8.
Oktober 2013 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen den Entscheid vom
8.
Oktober 2013 erhob
X._
am
7.
November 2013 Beschwerde und beantragte
, die persönlichen Beiträge für das
Jahr 2010 seien unter Berücksichtigung sämtlicher angefallener
Gewin
nungs
kosten
neu festzusetzen (
Urk.
1/1-2). Die Ausgleichskasse
schloss in der
Be
schwer
deantwort
vom
6.
Dezember 2013 auf teilweise Gutheissung der Be
schwer
de (
Urk.
9). Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hielten die Par
teien an ihren Anträgen fest (
Urk.
13, 17).
Die Einzelrichterin

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Strittig und zu prüfen ist die Höhe der persönlichen Beiträge
,
die dem Be
schwer
deführer als selbständig Erwerbender für das Jahr 2010 aufzuerlegen sind.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht überst
eigt, fällt die Beurteilung dieser Sache
in
die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
s
icherungsgericht).
2.
2.1
Vom Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit werden Beiträge erhoben (
Art.
3 und 8 f. des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversiche-rung
[AHVG];
Art.
2 und 3 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG];
Art.
26 und 27 Bundesgesetzes über den Erwerbsersatz für Dienstleisten-de und bei Mutterschaft [EOG]).
Gemäss Art. 22 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV) werden die Beiträge vom Ein
kommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit für jedes Beitragsjahr festgesetzt, wobei das Kalenderjahr als Beitragsjahr gilt. Die Beiträge bemessen sich auf
grund des Ein
kommens nach dem Ergebnis des im Beitragsjahr abgeschlossenen Geschäfts
jahres und des am Ende des Geschäftsjahres im Betrieb investierten
Eigenkapi
tals
.
2.2
Das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit wird ermittelt, indem das
hierdurch erzielte rohe Einkommen um die in
Art.
9
Abs.
2
lit
. a bis f AHVG auf
geführten Abzüge vermindert wird
,
unter anderem um die zur Erzielung des
rohen Einkommens erforderlichen Gewinnungskosten (
lit
. a)
und den
Zins des im
Betrieb eingesetzten eigenen Kapitals (
lit
. f)
.
Als Gewinnungskosten gelten Auf
wendungen, die nachweisbar innerhalb der Berechnungsperiode zur Erzie
lung
des selbständigen Erwerbseinkommens erforderlich sind (
Rz
1098 der Weglei
tung
über die Beiträge der
Selbständigerwerbenden
und
Nichterwerbstä
tigen
in der AHV, IV und E
O [
WSN; gültig ab
1.
Januar 2008
]
).
Für die Aus
scheidung und das Ausmass der nach
Art.
9
Abs.
2
lit
. a - e AHVG zulässigen Abzüge sind die Vorschriften über die direkte Bundessteuer massgebend (
Art.
18
Abs.
1
AHVV
).
2.3
Das Eink
ommen aus selbständiger Erwerbs
tätigkeit und das im Betrieb
einge
-setzte ei
gene Kapital werden von den kan
tonalen Steuerbehörden ermittelt und den Ausgleichskassen gemeldet (
Art.
9
Abs.
3 AHVG). Die steuerlich zulässigen Abzüge der Beiträge nach
Art.
8 AHVG sowie nach
Art.
3
Abs.
1 IVG und nach
Art.
27
Abs.
2 EOG sind von den Ausgleichskassen zum von den Steuerbehör
den
gemeldeten Einkommen hinzuzurechnen. Das gemeldete Einkommen ist da
bei nach Massgabe der geltenden Beitragssätze auf 100 Prozent aufzurechnen (
Art.
9
Abs.
4 AHVG
[in der seit
1.
Januar 2012 gültigen, vorliegend anwend
baren
Fassung (Übergangsbestimmungen zur Änderung der AHV vom 1
7.
Juni 2011)]).
2.4
2.4.1
Nach Art. 23 Abs. 1 AHVV obliegt es in der Regel den Steuerbehörden, das für die Bemessung der Beiträge
Selbständigerwerbender
massgebende
Erwerbsein
kommen
aufgrund der rechtskräftigen Veranlagung für die direkte Bundessteuer
und das im Betrieb investierte Eigenkapital aufgrund der entsprechenden rechts
kräftigen kantonalen Veranlagung unter Berücksichtigung der interkanto
nalen Repartitionswerte zu ermitteln. Die Angaben der Steuerbehörden hierüber sind für die Ausgleichskassen verbindlich (Art. 23 Abs. 4 AHVV).
Nach der Rechtsprechung begründet jede rechtskräftige Steuerveranlagung die
nur mit Tatsachen widerlegbare Vermutung, dass sie der Wirklichkeit entspre
che.
Da die Ausgleichskassen an die Angaben der Steuerbehörden gebunden sind und das Sozialversicherungsgericht grundsätzlich nur die Kassenverfügung auf ihre Gesetzmässigkeit zu überprüfen hat, darf das Gericht von rechtskräfti
gen Steuertaxationen bloss dann abweichen, wenn diese klar ausgewiesene Irr
tümer enthalten, die ohne weiteres richtig gestellt werden können, oder wenn sach
li
che Umstände gewürdigt werden müssen, die steuerrechtlich belanglos, sozial
versicherungsrechtlich aber bedeutsam sind. Blosse Zweifel an der Rich
tigkeit einer Steuertaxation genügen
hiezu
nicht; denn die ordentliche
Einkom
mens
er
mittlung
obliegt den Steuerbehörden, in deren Aufgabenkreis das
Sozial
versi
che
rungsgericht
nicht mit eigenen Veranlagungsmassnahmen einzugreifen hat. Die
selbständigerwerbenden
Versicherten haben demnach ihre Rechte, auch im Hinblick auf die AHV-rechtliche Beitragspflicht, in erster Linie im
Steuer-jus
tiz
verfahren
zu wahren (BGE 110 V 83 E. 4 und 370 f., 106 V 129 E. 1, 102 V 27 E. 3a; AHI 1997 S. 25 E. 2b mit Hinweis).
2.4.2
Die absolute Verbindlichkeit der Angaben der Steuerbehörden für die
Aus
gleichs
kassen
und die daraus abgeleitete relative Bindung des
Sozialversiche
rungs
ge
richts
an die rechtskräftigen Steuertaxationen sind auf die Bemessung des mass
gebenden Einkommens und des betrieblichen Eigenkapitals beschränkt. Diese Bindung betrifft also nicht die beitragsrechtliche Qualifikation des Ein
kommens beziehungsweise Einkommensbezügers und beschlägt daher die Frage nicht, ob
überhaupt Erwerbseinkommen und gegebenenfalls solches aus selb
ständiger oder
aus unselbständiger Tätigkeit vorliegt und ob der
Ein
kommens
bezüger
beitrags
pflichtig ist. Somit haben die Ausgleichskassen ohne Bindung an die
Steuer
mel
dung
aufgrund des AHV-Rechts zu beurteilen, wer für ein von der Steuerbe
hör
de
gemeldetes Einkommen beitragspflichtig ist (BGE 121 V 80 E. 2c, 114 V 72 E. 2, 110 V 83 E. 4 und 370 E. 2a, 102 V 27 E. 3b mit Hinweisen).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer ist Fachjournalist und Redaktor. Von Januar 2002 bis
Ende 2010 war er zu 60
%
unselbständig bei der
Y._
GmbH
und zu 40
%
selbständig
mit eigenem Pressebüro
erwerbstätig
(
Urk.
1/2)
. Bei
der
Y._
GmbH
stand ihm kein Arbeitsplatz zur Verfügung. Die unselbständige wie auch die selbständige Erwerbstätigkeit übte er in von ihm gemieteten
Bü
roräum
lich
keiten
aus (
Urk.
1/2,
Urk.
3/6).
Für die Tätigkeit
bei der
Y._
GmbH
erhielt der Beschwerdeführer monatlich ein Bruttogehalt von
Fr.
6‘000.-- (x 13) sowie zusätzlich eine Spesenpauschale von
Fr.
300.-- (
Urk.
3/AA). Mit Letzterer
waren vereinbarungsgemäss die
im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses
anfall
en
den Betriebskosten (Miete, PC,
Kommunikations- und Reisekosten,
Ver
pflegungs
kosten
auf Dienstreisen, Mobiliar usw.) abgegolten (
Urk.
3/AA, vgl. auch
Urk.
10/127-128).
3.2
Im Jahr 2010
erzielte der Beschwerdeführer aus der unselbständigen Erwerbs
tätigkeit einen Bruttolohn von
Fr.
81‘000.--
. Auf diesen wurden die Arbeitge
ber-
u
nd Arbeitnehmer-Sozialabgaben entrichtet
(
Urk.
3/7).
Aus der selbständi
gen Tätigkeit erwirtschaftete er ein Einkommen von
Fr.
40‘910.-- (
Urk.
10/101, vgl. auch
Urk.
3/4).
Im Jahr 2010 fiel
en
dem Beschwerdeführer aus
den beiden Er
werbstätigkeiten
Kosten
von insgesamt
Fr.
30‘460.-- an.
Diese setz
t
en
sich wie folgt zusammen: Fahrtkosten
Fr.
3‘100.-, Mehrkosten auswärtige Verpfle
gung
Fr.
3‘200.--, Büromiete
Fr.
13‘843.--, Telekommunikationskosten
Fr.
3‘580.--, Porto
Fr.
431.--, PC-Beratung
Fr.
470.
-
, Büroverbrauchsmaterial
Fr.
782.--, Reise
kosten
Fr.
1‘800.-- (Reisekosten von
Fr.
5‘400.-- abzüglich Spesenvergütung der
Y._
GmbH von
Fr.
3‘600.-
-
), Zeitungen und Zeit
schriften von
Fr.
600.--,
Mit
gliedschaft Berufsverband
Fr.
200.--, Honorare für Dritte
Fr.
900.--, beruf
liche Weiterbildung
pauschal
Fr.
500.-- und
Abschrei
bung Büro
Fr.
1‘086.--;
Urk.
3/AC
=
Urk.
10/121
).
Strittig ist, ob die
se
Kosten in der Höhe von
Fr.
30‘460.-- vollumfänglich vom Ein
kommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit in Ab
zug gebracht werden kön
nen
.
4.
4.1
Die Ausgleichskasse führte im angefochtenen
Einspracheentscheid
aus, die Steuer
behörden hätten im Zuge der Veranlagung sämtliche Unkosten akzeptiert. Dies bedeute jedoch nicht, dass diese vollumfänglich vom Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit in Abzug gebracht werden könnten. Vielmehr sei zu prüfen, in welchem Umfang die Unkosten im Zusammenhang mit der selb
ständigen Erwerbstätigkeit stünden. Da der Beschwerdeführer nicht abschlies
send nachweisen könne, welche Unkosten im Rahmen der unselbständigen Er
werbstätigkeit und welche im Rahmen der selbständigen Erwerbstätigkeit
an
gefallen seien, seien sie
im Verhältnis der beiden T
ätigkeiten zueinander aufzu
teilen
. Folglich seien die Unkosten, soweit sie mit der selbständigen Erwerbstä
tigkeit im Zusammenhang stünden, bei der Be
i
tragsbemessung im Umfang von 40
%
zu berücksichtigen.
Ausser Acht zu bleiben habe der
geltend gemachte Pauschalabzug für berufliche Auslagen
. Ein solcher
sei nur für unselbständig Erwerbende möglich
.
Im
Einspracheentscheid
verneinte die Ausgleichskasse zu
dem die Zulässigke
it eines Abzugs für die Reisekosten
. Insgesamt anerkannte sie somit Unkosten in der Höhe von
Fr.
11‘264.--
(Fahrtkosten
Fr.
1‘240
.-
-
, Mehr
kost
en auswärtige Verpflegung
Fr.
1‘280.--, Büromiete
Fr.
5‘537
.20
,
Te
lek
om
munikationskosten
Fr.
1‘423.20, Porto
Fr.
172.40
, PC-Beratung
Fr.
184
.
-
-
,
B
ü
ro
verbrauchsmaterial
Fr.
312.80
,
Zeitungen und Zeitschriften
Fr.
240
.--, Mit
g
lied
schaft Berufsverband
Fr.
80.--, Honorare für Dritte
Fr.
360
.--,
Abschrei
bung Büro
Fr.
434.40)
und errechnete so ein beitragspflichtiges Einkommen von
Fr.
29‘646.-- (
Fr.
40‘910
.--
./.
Fr.
11‘264
.--
;
Urk.
2).
In der Beschwerdeantwort
be
gründete die Ausgleichskasse ihren Antrag auf teilweise Gutheissung damit, dass der Beschwerdeführer a
nlässlich einer
(nach Beschwerdeerhebung erfolg
ten)
Besprech
ung vom 2
9.
November 2013
nachvollziehbar
habe dar
legen
kön
nen
, dass die Reisen
für die
Erzielung der Erwerbseinkommen
erforderlich seien
und nicht etwa, wie ursprünglich
von ihr
angenommen, der Erweiterung der
Ein
kom
mensquelle
diente
n
. Aus diesem Grunde
seien die
geltend gemachte
n Reise
k
osten i
m Umfang von 40
%
respektive
Fr.
2‘160.-- (40
%
von
Fr.
5‘400.--)
anzu
erkennen
(
Urk.
9).
4.2
Der Beschwerdeführer macht geltend, die Ausgleichskasse verkenne, dass sein Arbeitsverhältnis mit der
Y._
GmbH einen Sonderfall darstelle. Faktisch sei er zu 100
%
im eigenen Pressebüro tätig.
Das Steueramt habe denn auch die von ihm geltend gemachten Betriebskosten in vollem Umfang anerkannt.
Die Ausgleichskasse behandle ihn wie jemanden, der an einem vom Arbeitgeber fi
nanzierten Arbeitsplatz
tätig sei und von diesem die angefallenen Spesen ver
gütet erhalte. Doch dem sei nicht so. Die externe 60
%
-Tätigkeit für die
Y._
GmbH unterscheide sich von einer selbständigen Erwerbstätigkeit ledig
lich dadurch, dass der Verlag die Hälfte der Sozialabzüge
übernehme.
Effektiv
handle es sich somit um eine selbständige Erwerbstätigkeit. Er führe die Tätig
keit
für die
Y._
GmbH im eig
enen Büro aus und habe,
abgesehen von der
Spesenentschädigung von
Fr.
3‘600.--, selber für die Betriebskosten auf
zu
kom
me
n.
Im Jahr 2010 seien insgesamt
Gewinnungskosten von
Fr.
30‘4
60.
--
ange
fallen
, welche
ihm
bei der Festlegung der Beiträge aus der selbständigen Er
werbstätigkeit
vollumfänglich
anzurechnen
seien.
Folge man
hingegen
der Argu
mentation der A
usgleichskasse, entfielen
60
%
der Gewinnungskosten
resp.
Fr.
20‘436.-- auf die unselbständige Erwerbstätigkeit. Abzüglich der von der Arbeitgeberin geleisteten Spesenvergütung von
Fr.
3‘600.-- verbleibe ein Betrag
von
Fr.
16‘836.--. Daraus ergebe sich
aus der unselbständigen Erwerbstätigkeit
ein
effektives Bruttoeinkommen von
Fr.
64‘164.--. Sozi
alabgaben seien indessen auf dem
Bruttolohn von
Fr.
81‘000.-- geleistet worden. Indem die
Ausgleichs
kasse
den konkreten Umständen nicht Rechnung trage, leiste er auf
Fr.
16‘836.-- der Gewinnungskosten zweimal AHV-
Beiträge.
Dies sei gesetzeswidrig
.
Über
dies
verletze das Vorgehen der Ausgleichskasse den Grundsat
z von Treu und Glauben. In der Vergangenheit habe sie jeweils sämtlich
e
betriebsnotwendigen Gewinnungskosten anerkannt. So sei auch dieses Mal zu verfahren, weshalb von einem
beitragspflichtigen Einkommen von
Fr.
10‘430.-- (
Fr.
40‘890.
-- .
/.
Fr.
30‘
460.--
) auszugehen sei
(
Urk.
1/1-2,
Urk.
13, vgl. auch
Urk.
5/2).
5.
5.1
Bei der
Y._
GmbH war der Beschwerdeführer als externer redaktioneller Mitarbeiter angestellt. Gemäss Arbeitsvertrag vom 3
1.
August 1992 wurden ihm die Aufträge in der Regel vom Chefredaktor erteilt, wobei ihm möglichst genaue
Vorgaben gemacht wurden. Zudem
bestand eine Regelung hinsichtlich der Ar
beitszeiten (
Urk.
10/127).
Angesichts der
Ausgestaltung des Rechtsverhältnisses zwischen der
Y._
GmbH und
des Beschwerdeführers ist
von einer un
selbständigen Erwerbstätigkeit auszugehen. Diese Qualifikation entspricht dem Regelfall. Freierwerbenden Journalisten, welche regelmässig für die nämliche Zeitschrift arbeiten, kommt für diese Tätigkeit in der Regel die Stellung von
Un
selbständigerwerbenden
zu (
vgl. bereits
AHI 1993 S. 217). Auch wenn der Be
schwerde
führer
von einer de facto bestehenden Selbständigkeit spricht (
Urk.
1/1 S. 1,
Urk.
5/2 S. 3),
geht offenbar auch er davon aus, dass aus
rechtlicher Sicht
von einem Arbeitsverhältnis mit der
Y._
GmbH
resp.
b
eitragsrechtlich von
einer unselbständigen Erwerbstätigkeit aus
zugehen ist.
5.2
Der Arbeitsvertrag zwischen der
Y._
GmbH und dem Beschwerdeführer ist als Heimarbeitsvertrag im Sinne von
Art.
351 des Obligationenrechts (OR) zu qualifizieren.
Durch den Heimarbeitsvertrag verpflichtet sich der
Heimarbeit
nehmer
, in seiner Wohnung oder in einem andern, von ihm bestimmten Ar
beits
raum allein oder mit Familienangehörigen Arbeiten im Lohn für den Ar
beit
geber auszuführen. Vorliegend bestimmte der Beschwerdeführer die Räum
lich
keiten sei
nes Pressebüros als Arbeitsort.
Der Arbeitgeber hat dem Arbeitnehmer alle durch die Ausführung der Arbeit not
wendig entstehenden Auslagen zu ersetzen (
Art.
327a
Abs.
1 OR).
Anstelle des Ersatzes der effektiven Auslagen kann eine Pauschale vereinbart werden. Die Pauschale muss so bemessen sein, dass sie mindestens alle notwendigen Aus
lagen ersetzt (
Art.
327a
Abs.
2 OR). Abreden, dass der Arbeitnehmer die not
wen
digen Auslagen ganz oder teilweise selbst zu tragen hat, sind nichtig (
Art.
327a
Abs.
3 OR). Ob die Miete der Büroräumlichkeiten für die Ausübung der unselb
ständigen Erwerbstätigkeit notwendig
war, kann
offen bleiben.
Der Umstand, dass die von der Arbeitgeberin
(pauschal)
ausgerichteten Spesen die im Zusam
menhang mit dem Arbeitsverhält
nis stehenden notwendigen Aufwen
dungen
all
enfalls nicht zu decken vermochten
, führt nicht dazu, dass sie bei der selb
ständigen Erwerbstätigkeit in Abzug gebracht werden können. Die Frage ei
ner hinreichenden Spesenvergütung betrifft das Arbeitsverhältnis und ist in diesem Rahmen zu regeln.
Es mag zwar sein, dass dem Beschwerdeführer
, wie er selber geltend macht,
ein überdurchschnittliches Gehalt ausbezahlt worden war
in der Mei
nung, dass damit ein Teil der
Aus
lagen entschädigt würde (
Urk.
1/2 S.
1
, vgl. auch
Urk.
10/196
).
Dies ändert jedoch nichts daran, dass im der
Spe
senent
schädigung
übersteigenden Betrag von
Fr.
3‘
600.--
gemäss vertraglicher Verein
ba
rung eine Lohnzahlung vorlag und dementsprechend
die
Y._
GmbH und der B
eschwerdeführer
darauf
die gesetzlichen Sozialabgaben
leiste
ten
.
5.3
Die Angaben der Steuerbehörden sind für die Ausgleichskassen grundsätzlich verbindlich. Diese Bindung gilt jedoch nicht für die beitragsrechtliche Qualifi
kation der Einkommen (E. 2.4
hievor
). Aus dem Umstand
, dass die
Steuerbehör
den
sämtlich
e
geltend
gemachte
n
Aufwendungen anerkannt
haben, vermag der Beschwerdeführer daher nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Vorliegend geht es um die Festsetzung der persönlichen Beiträge
aus der selb
ständigen Erwerbstätigkeit. Das beitragspflichtige Einkommen
wird ermittelt, indem das rohe Einkommen um die gesetzlich vorgesehenen Abzüge vermindert wird (E. 2.2
hievor
). Es liegt auf der Hand, dass die in Frage stehenden
Gewin
nungskosten
im Zusammenhang mit der selbständigen Erwerbstätigkeit stehen müssen.
Da keine separaten Aufstellung
en der Aufwendungen
hinsichtlich der
uns
elbständigen und selbständigen Erwerbst
ätigkeit vorliegen
bzw. nach Anga
ben
des Beschwerdeführer aufgrund der Natur der Sache
solche gar nicht mög
lich sind
(
Urk.
1/2
S. 1),
nahm die Ausgleichskasse
eine
anteilsmässige Auftei
lung im Verhältnis der ausgeübten Tätigkeiten vor (
Urk.
2). Dieses Vorgehen
ist nicht zu beanstanden. Folglich sind die geltend gemachten
Gewinnungskosten im Um
fang von 40
%
zu berücksichtigen. Dies gilt jedoch nur insoweit, als
eine Aus
lage für unselbständig Erwerbende überhaupt abzugsfähig ist, was bezüglich der
pauschal
gelten
d gemachten Weiterbildungskosten
nicht der Fall ist. Vom
Roh
e
inkommen
aus der selbständigen Erwerbstätigkeit von
Fr.
40‘910.-- sind
so
mit Gewinnungskosten im Umfang von
Fr.
13‘42
4.--
(Fahrtkosten
Fr.
1‘240.--,
Mehrkosten auswärtige Verpflegung
Fr.
1‘280.--, Büromiete
Fr.
5‘537.20
,
Tele
k
ommunikationskosten
Fr.
1‘423.20, Porto
Fr.
172.40
, PC-Beratung
Fr.
184.--, B
üroverbrauchsmaterial
Fr.
312.80
, Zeitungen und Zeitschriften
Fr.
240.--, Mit
gliedschaft Berufsverband
Fr.
80.--, Honorare für Dritte
Fr.
360.--, Abschrei
bung
Büro
Fr.
434.40
und Reisekosten
Fr.
2‘160.--) in Abzug zu br
ingen, womit ein
Ein
kommen von
Fr.
27‘
486.--
verbleibt.
Die Sache ist an die Ausgleichskasse zurückzuweisen, damit sie auf der Basis des Gesagten und ferner in Nachachtung des unlängst
ergangenen
,
zur Publi
kation vorge
sehenen Bundesgerichtsurteils 9C_13/2015 vom 11. August 2015 den
Zins auf dem im Betrieb eingesetzten Kapital
vom Einkommen von Fr. 27‘486.--
abziehe und danach, da das von den Steuerbehörden gemeldete Einkommen mit
Abzug von AHV/IV/EO-Beiträge veranlagt wurde (vgl. dazu die Steuererklärung 2010, Urk. 3/4, sowie Urk. 10/118/2 und 10/133/2),
eine Beitragsaufrechnung (Art. 9 Abs. 4 AHVG) vornehme.
6.
D
ie Ausgleichskasse
hatte
in den vergangenen Jahren jeweils sämtlich geltend gemachten Gewinnungskosten im Rahmen der selbständigen Erwerbstätigkeit
als abzugsfähig erachtet.
Da die persönlichen Beitr
äge für jedes Beitragsjahr von
N
euem
festgesetzt werden (E. 2.1
hievor
)
, besteht
k
ein
Anspruch darauf, dass im Jahr 2010 glei
ch zu verfahren wäre
. Der vom Beschwerdeführer angerufene Vertrauensschutz verfängt daher nicht.