Decision ID: aa0f05e6-f832-411c-b631-f557f60975ec
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1961 geborene
X._
war zuletzt von
1.
Juni
1997 bis
3
0.
April 2013 in einem 60 - 80
%
-Pensum als Aushilfe Restaurant/Kantine bei der
Y._
sowie von 2005 bis Juni 2012 in einem 10
%
Pensum als Büroreinigungskraft bei der
Z._
tätig.
Am
5. November 2012
meldete sie sich unter Hinweis auf
eine
retraktile
Kapsulitis
an der rechten Schulter
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug
an (Urk. 7/7 und Urk. 7/20). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und wies das Ren
tenbegehren nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/39) mit Verfü
gung vom 3. September 2014 (Urk. 7/40) ab.
Am 9. April 2015 meldete sich die
Versicherte unter Hinweis auf eine
retraktile
Kapsulitis
an der rechten und linken Schulter erneut bei der IV-Stelle zum
Leistungsbezug an (Urk. 7/42). Die IV-Stelle tätigte
wiederum
medizinische Abklä
rungen und liess die Versicherte durch Dr. med.
A._
, Facharzt für Or
thopädische Chirurgie und Traumatologie FMH des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD)
,
orthopädisch-rheumatologisch untersuchen (Bericht vom 1. Juni 2015; Urk. 7/47) und bei der
B._
bidisziplinär
(rheumat
ologisch
-psychiatrisch) begutachten (Expertise vom 7. Oktober und 3.
November 2016; Urk. 7/68 und Urk. 7/70). Nach
durch
ge
führtem
Vorbescheidverfahren (Urk. 7/74) sprach sie der Versicherten mit Verfü
gung vom 27. April 2017 (Urk.
7/88
) eine vom 1. Oktober 2015 bis 31. Dezember 2016 befristete ganze Rente der Invalidenversicherung
zu.
1.2
Die dagegen erhobene Beschwerde vom 2
9.
Mai
2017 (
Urk.
7/
95/3-17
) hiess das hiesige Gericht in dem Sinne gut, dass es die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese über den Leistungsanspruch der Versicherten neu verfüge
(Urk. 7/98)
. Nach durch
geführtem Vorbescheidverfahren (Urk.
7/104 und
Urk.
7/106
) sprach die IV
Stelle daraufhin mit Verfügung vom
7.
Februar 2019 (Urk. 2)
der Versi
cherten
erneut eine vom 1. Oktober 2015 bis 31. Dezember 2016 befristete ganze Rente der Invalidenversicherung zu.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 1
1.
März 2019 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, die angefochtene Verfügung sei in dem Sinne teilweise aufzuheben, als dass die ab 1. Oktober 2015 zugesprochene ganze Invalidenrente unbefristet zuzusprechen sei.
Eventualiter
sei ein
polydisziplinäres Gerichtsg
utachten in Auf
trag zu geben.
Sube
ventualiter
sei die vorliegende Angelegenheit zur Durch
führung von Eingliederungsmassnahmen an die Vorinstanz zurückzu
weisen. Am
1
0.
April 2019
(Urk.
6
) beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
15.
April 2019
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
8
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
. Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).
1.
4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl.
Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streit
gegenständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügun
gen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundes
gerichts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom
7.
Februar 2019
(Urk. 2) damit, dass
die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer
Beschwerden in der linken Schulter
ab September 2014 für alle Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsun
fähig gewesen sei. Ab Oktober 2015 habe sie deshalb Anspruch auf eine ganze Rente gehabt. Nachdem sich ihr Gesundheitszustand ab September 2016 verbes
sert habe und sie seither in der angestammten Tätigkeit zu 75
%
arbeitsfähig sei, seien die Rentenleistungen bis zum 3
1.
Dezember 2016 zu befristen
(S. 3-4)
.
Seit November 2016 habe sich keine wesentliche und dauerhaft relevante Verschlech
terung des Gesundheitszustandes ereignet.
Auch bei Durchführung eines Einkom
mensvergleichs gestützt auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ergebe sich ein rentenaus
schliessender Invaliditätsgrad (S. 4-5). Trotz ihres Alters falle die Beschwerde
führerin nicht in die Kategorie der besonders geschützten Personen, da es sich vorliegend nicht um eine Rentenaufhebung, sondern um die erstmalige Zusprache einer befristeten Rente handle.
D
er subjek
tive Eingliederungswille
sei zudem
bislang nicht ersichtlich gewesen,
weshalb
auf die Aufnahme von Wiederein
gliederungsmassnahmen verzichtet
werde
(S. 5).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
auf das eingeholte Gutachten könne - aus näher dargelegten Gründen - nicht abgestellt werden
.
Eine Verbesserung des Gesundheitszustandes seit September 2016 vermöge es nicht zu belegen.
In ihrer angestammten Tätigkeit sei sie nicht mehr arbeitsfähig, auch die Arbeitsfähigkeitseinschätzung in einer angepassten Tätigk
eit sei
nicht zutreffend
.
Ihre Knie- und Handgelenksbeschwerden seien zudem nicht berücksichtigt worden, weshalb sich weitere Abklärungen in Form eines polydisziplinären Gerichtsgutachtens aufdrängen würden
(S. 7-
8)
.
Bei guter Gesundheit wäre sie zu 100
%
erwerbstätig
, was b
ei korrekter Berechnung des Validen- und des Invalideneinkommens ein
en
Invaliditätsgrad von mindestens 42
%
und
folglich
Anspruch auf eine unbefristete Invalidenrente
ergebe. Eine Befristung des Rentenanspruchs per 3
1.
Dezember 2016 erweise sich
bereits aus diesem Grund
als inkorrekt
(S. 8-10).
Sie habe
überdies
während des Rentenbe
zugs das Schwellenalter von 55 Jahren zurückgelegt und deshalb Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen.
Die befristete Rente dürfe nicht eingestellt werden, bevor
solche
durchgeführt worden seien. Sie sei denn auch zweifellos gewillt, an diesen mitzuarbeiten
. Eventualiter sei die Sache deshalb an die Beschwerdegeg
nerin zurückzuweisen, damit sie
die sich als unerlässlich herausstellenden Ein
gliederungsmassnahmen an die Hand nehme
(S. 10-
12).
3.
Mit Urteil vom 2
4.
Juli 2017 (Prozess-Nr. IV.2017.00620) hob das hiesige Gericht die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
7.
April 2017 aufgrund einer Ver
letzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin auf (
Urk.
7/98).
D
ie
im Urteil monierten
fehlenden relevanten Gesetzesbestimmungen
sind
in der vor
liegend angefochtenen Verfügung vom 7. Februar 2019 (
Urk.
2) nach wie vor nicht aufgeführt. Auf eine erneute Rückweisung der Sache an die Beschwerde
gegnerin wird jedoch aus prozessökonomischen Gründen verzichtet.
4
.
4.1
Dr.
med.
C._
, Orthopädi
sche Chirurgi
e und Traumatologie des Bewegungs
apparates, hielt in ihrer
während des Erstanmeldeverfahrens
zu Händen der Kra
n
kentaggeldversicherung der Beschwerdeführerin erstellten
medizinischen Beur
teilung
vom 25.
September 2013 (
Urk.
7/33/4-14) folgende Diagnosen auf orthopädischem Fachgebiet fest (S. 7-8):
-
deutlich gebesserte Funktionen der rechten Schulter nach der Diagnose einer
Kapsulitis
adhaesiva
. Status nach Arthroskopie am
5.
Dezember 2012 mit
zirkumferentieller
Kapsulotomie
. Noch verminderte Belastbarkeit der rechten oberen Extremität bei schmerzhaften Funktionseinschränkungen und vermin
derter grober Kraft. Feinmotorik ohne Einschränkungen.
-
Rechtshändigkeit
-
Fehlstatik der Wirbelsäule, Haltungsinsuffizienz
-
kein nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit
-
schlanker Habitus
Dazu führte sie aus, die orthopädische Krankengeschichte der Beschwerdeführerin sei bis Dezember 2011 weitgehend unauffällig. Es hätten sich dann Beschwerden der rechten Schulter angebahnt mit überwiegend nächtlichen Schmerzen. Nach Monaten sei eine Abklärung mit der Diagnose einer
Kapsulitis
erfolgt. Die Diagnose der
retraktilen
Kapsulitis
finde in einer aktuellen MRI-Untersuchung vom 2
3.
August 2012 ihr Korrelat. Ansonsten würden sich altersentsprechende Befunde der
Wirbelsäule wie auch der grossen/kleinen Gelenke der obe
ren/unteren Extremitäten zeigen. Im Dezember 2012 sei eine Operation erfolgt. Seither seien die Funktionen gebessert und auch die Schmerzen rückläufig. Physiotherapie werde regelmässig fortgeführt. Aktuell habe die Beschwerde
führerin eine Verordnung für Ergotherapie erhalten und sei angemeldet worden. In wenigen Wochen werde der Übergang in medizinische Trainingstherapie mög
lich sein. Die Diagnose der rechten Schulter begründe ausschliesslich qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aber keine quantitativen. Die bisherige Tätigkeit als Reinigungskraft in einer Grossküche werde sie auf Dauer nicht mehr verrichten können
. Bezogen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt ergebe sich ab sofort eine Arbeitsfähigkeit zu 100
%
für körperlich leichte Tätigkeiten, die keine grobmotorische Beanspruchung des rechten Armes erfordern würden und auch keine Tätigkeiten über Kopf. Zu denken sei an leichte Montagearbeiten, Tätig
keiten in der visuellen Kontrolle oder Maschinenbedienung
(S. 8-9).
4
.
2
Dr.
A._
vom RAD
führte
nach seiner
nach der Neuanmeldung erfolgten
orthopädisch-rheumatologischen Untersuchung vom 1
9.
Mai 2015 (Bericht vom
1.
Juni 2015,
Urk.
7/47) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit
auf
(S. 6):
-
schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der Schultergelenke mit/bei
-
akuter
Frozen
Shoulder
links und Rest-Status nach
Frozen
Shoulder
rechts 2012
-
Bewegungs- und Belastungseinschränkung der rechten Hand mit/bei
-
Reststatus nach Fraktur und Pseudoarthrose Handgelenk rechts 1994, Revi
sion und Dekompression des
Nervus
medianus
2004 sowie Diskusresektion und
Synovektomie
rechtes Handgelenk 2006
Dazu
hielt er fest
, bei der Beschwerdeführerin sei ein somatischer Gesundheits
schaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit seit September 2014 beeinträch
tige. In ihrer bisherigen Tätigkeit als Mitarbeiterin in der Gastronomie bestehe seit dann eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Aufgrund der weiterhin bestehenden medizinischen Behandlungsnotwendigkeit sei derzeit auch in einer angepassten Tätigkeit von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Erfahrungsgemäss dauere der erheblich funktionsbeeinträchtigende Verlauf einer Schultersteife zirka
ein
Jahr. Deshalb sei der weitere Verlauf noch abzuwarten. Im Herbst 2015 sollte eine Abschlussbeurteilung zur Arbeitsfähigkeit in angestammter und ange
passter Tätigkeit möglich sein (S. 6).
4.
3
Dr.
med.
D._
, FMH orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
stellte
in seinem Bericht vom
2
9.
August 2016 (
Urk.
7/95/29-30) folgende Diagnosen
(S.
1):
-
Status nach
arth
r
oskopischer
Bizepstenotomie
und
zirkumferenzieller
Kapsulotomie
sowie
sub
a
kromialer
Dekompression und Mobilisation in Nar
kose, Schulter links vom 3
0.
August 2015 bei
-
klinisch
retraktiler
Kapsulitis
Schulter links im entzündlichen Stadium mit bereit
s
deutlich eingeschränkter Beweglichkeit
-
a
kute
Myogelosen
paravertebral-
zervical
und
Musculus
Trapezius
rechts
-
Status nach
arthroskopischer
,
zirkumferentieller
Kapsulotomie
mit
Bizeps
longustenodese
und
subacromialer
Dekompression Schulter
rechts vom
5.
Dezember 2012 bei
-
Frozen
Shoulder
rechts im narbigen Stadium mit
-
assoziierten
Myogelosen
im
Bereich
des
Musculus
Seratus
anterior
und
L
atissimus
dorsi
sowie
Musculus
Subscapularis
rechts mit
ausgeprä
g
tem
myofaszialem
Schmerzsyndrom und eingeschränkter
gl
e
n
o
-humeraler
IR
Dazu
führte er aus
, bezüglich des Verdachts auf
ein
Carpaltunnelsyndrom links sei die Beschwerdeführerin zur neurologischen Untersuchung gewesen. Es habe sich neurologisch keine Kompression d
es
Nervus
medianus
gezeigt. Sie klage immer noch über
residuelle
periscapuläre
Schmerzen bei Bewegungen der linken und rechten Schulter. Insgesamt sei der Bewegungsumfang der Schultern so, dass sie die Bewegungen zur Körperhygiene gut ausführen könne. Die Beweglichkeit über
Scapulaebene
bleibe links noch eingeschränkt. Es sei weiterhin eine Physiotherapie empfehlenswert für die folgenden drei Monate mit intensiver Lockerung der
parascapulären
Muskulatur. Es beständen insbesondere auch
Myogelosen
paravertebral zervikal und thorakal. Diese sollten gelockert werden. Eine Verlaufskontrolle sei Ende November vorgesehen.
4.
4
Dr.
med.
E._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
und
Dr.
med.
F._
, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation,
von der
B._
,
führten
in ihrem Gutachten vom
7.
Oktober und
3.
November 2016 (Urk. 7/68 und Urk. 7/70)
folgende
rheuma
tologisch-orthopädische
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
auf
(
Urk.
7/70/12
):
-
Bewegungs- und belastungsabhängige Schulterrestschmerzen links bei/mit
-
St
atus
n
ach
arthroskopischer
Bizepstenotomie
und
zirkumferentieller
Kapsulotomie
,
subacromialer
Dekompression und Mobilisation in Narkose S
chulter links am 1
3.
Oktober
2015 bei
-
klinisch
retraktiler
Kapsulitis
Schulter links mit eingeschränkter Beweg
lichkeit
-
Bewegungs- und belastungsabhängige Schulterrestschmerzen rechts bei
-
St
atus nach
a
rthroskopischer
zirkumferentieller
Kapsulotomie
mit Bizeps
l
ongus-Tenodese
und
subacromialer
Dekompression Schulter rechts vom 5.
Dezember
2012 bei
-
Frozen
S
houlder
rechts im narbigen Stadium mit
-
assoziierten Tonuserhöhungen im
M
usculus
T
rap
ezius
descendens
,
Musculi
R
homboidei
Zudem hielten sie folgende
rheumatologisch-orthopädische und psychiatrische
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest
(
Urk.
7/70/12-13):
-
n
eurologisch klinisch leiser Verdacht auf sensibles
Carpaltunnelsyndrom (
CTS
)
links
-
mit unauffälligen elektrophysiologischen Untersuchungsresultaten
-
ohne Hinweise für eine zervikale
Radikulopathie
-
klinisch aktuell n
icht aktiv (
Phalentest
negativ)
-
Anpassungsstörung mit Sorgen, Anspannungen, Stimmungseinbrüchen und Zukunftsängsten
-
s
chädlicher Niko
tingebrauch
Weiter
stellten
sie folgende rheumatologisch-orthopädische Nebendiagnosen aus den Akten (
Urk.
7/70/12):
-
Status nach
Exzision
Hamulus
-Fragment rechts nach Fraktur und Pseudo
arthrose 1994 mit
-
Status nach
Revision und Dekompression
Nervus
medianus
2004
-
Diskusresektion und partielle
Synovektomie
rechts Handgelenk 2006
Dazu führten sie aus, das arbeitsbezogene relevante Problem besteh
e
in einer schmerzbedingt verminderten Belastungstoleranz der Schultern
und der rechten Hand. Dies zeig
e sich vor allem beim Hantieren von Lasten, Arbeiten über Schul
terhöhe und der Handkraft (rechts). Die Leistungsbereitschaft der
Beschwerde
führerin
sei
nicht zuverlässig. Die Konsistenz bei den Tests
sei
schlecht gewesen und d
ie Beobachtungen
würden
auf eine deutliche Selbstlimitierung
hinweisen
.
Die d
emonstrierte Belastbarkeit liege
allgemein im Bereich einer leichten Arbeit. Infolge erheblicher Symptomausweitung, Selbst
l
imitierung und Inkonsistenz
seien
die Resultate der Belastbarkeitstests für die Beurteilung nicht verwertbar. Es
sei
davon auszuge
h
en, dass
sie
bei gutem
Effort
mehr leisten könnte, als was sie bei den Leistungstests
gezeigt habe
. Aufgrund
ihres
ausgeprägten Schmerz- und Schonverhaltens
während der Testungen
könn
t
en die Ergebnisse der
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
zur Beurteilung nicht abschliessend verwendet werden. Die Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
erfolg
e
daher aus
medi
zinisch-theoretischer Sicht
(
Urk.
7/70/1
3
).
Im Vergleich zur Befundung im Gutachten vom 2
5.
September 2013 von Dr.
C._
finde sich in Bezug auf die linke Schulter klar ein verschlechterter Zustand. In Bezug auf die rechte Schulter sei rein von der klinischen Befundung her eine Bewegungsverbesserung eingetreten. Mit dem vor über 20 Jahren operierten
Handgelenk habe sie jahrelang arbeiten können. Weshalb dadurch bedingt - bei unverändertem Zustand - nun eine Arbeitsfähigkeitseinschränkung hätte eintreten sollen, sei medizinisch plausibel nicht nachvollziehbar (Urk. 7/70/11).
Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im Personalrestaurant
habe sie
in einem
ungefähr
70
%
-
Pensum durchgeführt. Ihre drei wesentlichen Aufgabenbereiche
seien
Tätigkeiten im Office, in der Küche und an der Kasse
gewesen
. Die ausführliche Arbeitsanamnese
habe ergeben
, dass die zu behändigenden Gewichte maximal 5-10 kg
betragen hätten. Sie habe
dabei die Arme häu
f
ig einsetzen
müssen
, jedoch kaum je über Bauch- oder Brusthöhe. Bleche, die sie (theoretisch) in einen Ofen auf oder etwas über Schulterhöhe
hätte einschieben müssen, seien
von den Mit
arbeitern gehoben
worden, da die Beschwerdeführerin
sie
jeweils um Unter
stützung angegangen sei
. Schneidetätigkeiten
habe sie
mit ihr früher organisier
ten ergonomischen Messern
durchführen
können
, die ein beschwerdeangepasstes Arbeiten mit der rechten Hand
erlaubt hätten
. Insgesamt
habe
die Erfragung der Arbeitsanforderung keine Hinweise für eine erhöhte Anforderung von schulter
belastenden Tätigkeiten über Brust- oder Schulterhöhe
und schon gar keine Ü
ber
kopftätigkeiten
ergeben
. Die aktuelle Anamnese, die aktuell rheumatologisch-orthopädisch klinisch gute Schulterbeweglichkeit beidseits (bei etwas inkonsisten
ten aktiven und passiven Beweglichkeitsbefunden) und die beschriebe
nen radiologischen Befunde
würden
in keiner Weise
erklären
, weshalb
sie
die bisherige Tätigkeit aus funktione
l
ler Sicht nicht mehr
durchführen können sollte. A
nderweitige, funktionsbehindernde
Bewegungsapparats
be
schwerden
(ausser die der rechten Hand
,
die ja mit entsprechenden ergono
mischen Arbeitshilfen bereits früher erfolgreich versorgt
worden seien
gemäss Anamnese),
lägen
nicht vor. Die
Beschwerdeführerin habe
aus rheumatologisch-orthopädi
scher Sicht ein ausgeprägtes Schmerzverhalten
gezeigt
, das als dysfunktionales Schmerzverhalten zu interpretieren
sei
(Urk. 7/70/14).
Die
Beschwerdeführerin sei
in ihrer angestammten Tätigkeit zumindest im bishe
rigen Arbeitspensum von 70
%
als vollumfänglich arbeitsfähig zu erachten aus rein rheumatologisch-orthopädischer Sicht. Hätte
sie
diese Tätigkeit in einem Umfang von 100
%
durchgeführt, hätte diese Arbeit unter Einbezug der beklagten mittelmässig bis etwas im oberen Schmerzbereich liegenden Beschwerden mit vermehrten Pausen von 2 Stunden über einen
8-Stunden
-Tag verteilt (zusätzlich zu einer Pause pro
Halbtag
am Morgen und Nachmittag und einer Mittagspause von mindestens 30
Minuten
) ebenfalls durchgeführt werden können. Die Pausen hätten sich zur Reduktion von sich über die Dauer einer ununterbrochenen Arbeitstätigkeit kumulierenden Schmerzreizen
begründet. Aus psychiatrischer Sicht
bestehe
keine Arbeitsunfähigkeit
und habe
auch nie über längere Zeit
eine solche
bestanden. Aus interdisziplinärer Sicht besteh
e damit
eine volle Arbeitsfä
higkeit für das bisherige 70
%
-Pensum
und
eine 75%ige Arbeitsfähigkeit für
ein (theoretisches) 100%-Pensum.
Auch für eine anderweitige, leichte bis knapp mit
telschwere Tätigkeit, ohne hochrepetitive Aussen- und Innenrotationsbewe
gungen in den Schultergelenken, ohne Arbeitstätigkeiten auf Schulterhöhe oder über Schulterhöhe
sei
die
Beschwerdeführerin
mit vermehrten Pausen von 2
Stunden über einen
8-Stunden-
Tag verteilt (zusätzlich zu einer Pause pro
Ha
l
btag
am Morgen und Nachmittag und einer Mittagspause von mindestens 30
Minuten) als arbeitsfähig zu erachten (
Urk.
7/70/14).
4.5
Dr.
D._
hielt in seinem Bericht vom 2
8.
November 2016 (
Urk.
7/109/16
17) fest, die Schulterbeweglichkeit sei beidseits so gut, dass eigentlich sämtliche Alltagsaktivitäten gut ausgeführt werden könnten. Die von der Beschwerde
führerin angebrachten Beschwerden seien vor allem
Myogelosen
im Bereich der
Pectoralismuskulatur
und
periscapulär
rechts stärker betont als links. Diese
Myogelosen
könnten sich teilweise auch durch
Dys
ä
sthesien
mit Ausstrahlung bis in beide Hände manifestieren. Grundsätzlich könne dieses Problem aber gut kontrolliert werden durch eine regelmässige Physiotherapie. Er empfehle keine weiteren chirurgischen Massnahmen. Beidseits bestehe kein neurologischer Hin
weis auf ein relevantes Carpaltunnelsyndrom. Die Physiotherapie sei langfristig fortzusetzen zum Erhalt der derzeitigen Schulterbeweglichkeit. Ansonsten könne die Behandlung bei ihm abgeschlossen werden.
4.
6
Dr.
med.
G._
, Chirurgie FMH, führte in seinem Bericht vom 1
1.
September 2017 (
Urk.
7/109/22-23) aus, die Beschwerdeführerin habe
nach einer Operation eines lateralen
Unguis
incarnatus
an der Grosszehe rechts vor ungefähr 20 Jahren
schmerzhafte Residuen mit störender Restnagelbildung. Die Indikation für eine
nochmalige
operative Revision sei gegeben.
Daneben habe sie seit über einem Jahr
parapatelläre
mediale und laterale Knieschmerzen beim Gehen und akzen
tuiert beim
Treppaufsteigen
. Es handle sich dabei um ein
femoropatelläres
Schmerzsyndrom bei nachgewiesener
Chondropathia
patellae
, wobei keine rele
vante Kniebinnenläsion vorliege. Diesbezüglich müsse im Moment sicher primär weiter konservativ vorgegangen werden.
Er habe ihr eine Kur mit
Condrosulf
für ein halbes Jahr verschrieben. Sollten die Beschwerden mittel- oder längerfristig persistieren oder
exacerbieren
, werde eine neue Standortbestimmung mittels eines aktuellen MRIs empfohlen. Grundsätzlich sei die Prognose jedoch wohl gut.
4.
7
Der behandelnde Hausarzt
Dr.
med.
H._
, FMH Allgemeinmedizin, hielt in seinem Bericht zu Händen der Beschwerdeführerin
vom 1
5.
Mai 2017 (Urk.
7/95/27-28) fest,
sie
habe multiple Probleme des Bewegungsapparates. Er kenne sie seit dem Jahre 199
7.
Im Vordergrund stünden die Schulterprobleme beidseits, rechts mehr als links. Sie berichte, dass sie den Haushalt kaum mehr bewältigen könne. Die Schmerzen seien belastungsabhängig. Schwerere Arbeiten im Haushalt (beispielsweise Wäsche, schwere Pfannen, Staubsaugen) könne sie nicht mehr machen. Sie könne ein Brot oder ein anderes leichtes Lebensmittel einkaufen und nach Hause bringen. Alle schwereren Einkäufe und Verrichtungen im Haushalt würden durch den Ehemann und Sohn ausgeführt. An eine Arbeits
tätigkeit lasse sich gar nicht denken. Durch die beidseitige Schulter
problematik bestehe auf absehbare Zeit keine verwertbare Arbeits
fähigkeit. Chirurgisch seien die Möglichkeiten der Behandlung ausgeschöpft.
4.
8
Dr.
A._
vom RAD
führte
in seiner Stellungnahme vom 1
8.
Juli 2018
(Urk. 7/115/4)
unter anderem
aus
, seit November 2016 habe sich keine dauerhafte und für die Arbeitsfähigkeit relevante Verschlechterung des Gesundheits
zustan
des ereignet. Die
Chondropathia
patellae
habe eine gute Prognose und es sei dies
bezüglich eher von einem kurativmedizinisch als einem dauerhaften invaliden
versicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschaden auszugehen.
5.
5.1
Das
bi
disziplinäre
Gutachten des
B._
vom
7.
Oktober und
3.
November 2016
(E.
4
.4
hievor
) beruht auf den erforderlichen
rheumatologisch-orthopädisch
und psy
chiatrischen Unter
suchungen, ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den fallrelevanten Vorakten erstellt. Die Gutach
ter legten die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar, beurteilten die medizinische Situation überzeugend und setzten sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander.
Sie zeig
ten auf, dass
die Anpassungsstörung nicht zu einer Einschränkung der Arbeits
fähigkeit führ
t
und die Beschwerdeführerin sich auch subjektiv nicht wegen der psychischen Beschwerden, sondern wegen der Schmerzen und der verminderten Kraft i
n den Armen arbeitsunfähig fühlt
.
Die Gutachter
hielten fest, dass sich der Zustand der linken Schulter verschlechtert, derjenige der rechten Schulter hinge
gen verbessert ha
t
und legten dar, dass die Beschwerdeführerin bei der EFL
zahl
reiche Inkonsistenzen,
verdeutlichend wirkende Bewegungsaus
führungen
und eine deutliche
Selbstlimitierung
gezeigt hat
,
weshalb sie die Arbeitsfähigkeit
aus
medizinisch-theoretischer Sicht beurteilen mussten. Dabei
gelangten
sie
zum aus
führlich begründeten Schluss, dass
die Beschwerdeführerin in ihrer angestamm
ten Tätigkeit bezogen auf ein 70
%
-Pensum voll und bezogen auf ein 100
%
Pen
sum zu 75
%
arbeitsfähig ist und dass in einer angepassten
leicht bis knapp mittelschwere
n
Tätigkeit
ohne hochrepetitive Aussen- und Innenrotations
bewe
gungen in den Schultergelenken, ohne Arbeitstätigkeiten auf oder über Schulter
höhe
,
eine Arbeitsunfähigkeit von 25
%
besteht.
Das Gutachten entspricht damit den rechtsprechungsgemässen Anfor
derungen an eine beweiskräftige medizini
sche Ent
scheidungsgrundlage (vgl. E. 1.5
hievor).
5.2
Soweit die Beschwerdeführerin dagegen einwandte
(
Urk.
1 S. 6-7)
,
es erscheine widersprüchlich, dass
lediglich bei den Belastbarkeitstests, nicht aber
anlässlich der psychiatrischen Beurteilung ein inkonsistentes Ver
halten
ersichtlich gewesen sei
, kann daraus nichts zu ihren Gunsten abgeleitet werden. So kann es durchaus sein, dass
sie
gegenüber
Dr.
E._
keine Verdeutlichungstendenzen zeigte, fühlt sie sich doch auch nicht psychisch krank, sondern wegen der Schmerzen und der verminderten Kraft in den Armen arbeitsunfähig.
Dass die behandelnden Ärzte kein inkonsistentes Verhalten beschrieben,
sagt diesbezüglich ebenfalls nichts aus
, ist doch nicht davon auszugehen, dass diese mit
ihr
Belastungstests durch
führten.
Ebenso wenig ist von Belang, dass d
ie begutachtende
Dr.
C._
keine Selbstlimitierung festhielt und von einer vollen Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit ausging,
denn diese
untersuchte die Beschwerdeführerin über drei Jahre vor der Begutachtung durch die
B._
. S
either
hat sich
die Beschwerdeproblematik sowohl in der linken als auch in
der rechten Schulter verändert.
Im Übrigen
wies
die Beschwerdeführerin anlässlich de
r
EFL
eine Belastbark
eit für leichte Tätigkeiten auf - wovon sie selber ebenfalls ausgeht
(Urk.
1 S. 7).
Einer solchen entspricht
aber
ihre angestammte Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin (Abwasch, Kalte Küche, Schöpfen, Kasse)
, bei welcher sie
lediglich
manchmal
Lasten von 0-10
kg zu Heben oder Tragen
hatte und
diese stets mit einem
kleinen Wagen
transportieren
konnte
.
Ein
Heben oder Tragen von schwereren Lasten war nie
erforderlich (Urk.
7/20/5).
So ist denn auch ohne weiteres nachvollziehbar, dass die Gutachter sie in ihrer angestammten Tätigkeit im 70
%
-Pensum al
s voll arbeitsfähig erach
teten.
Zwar wandte die Beschwerdeführerin zu Recht ein
(
Urk.
1 S. 6)
, dass die Gutachter ihre Nebenerwerbstätigkeit als Büroreinigungskraft bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit nicht berücksichtigt
hatt
en. Mit Blick
auf das Zumutbarkeitsprofil dürfte für sie die Ausübung dieser Tätigkeit tatsächlich nicht mehr möglich sein. Nachdem eine allfällige 10%ige Arbeitsun
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit jedoch nichts am
Vorliegen
eines rentenausschliessenden Invaliditätsgrades (vgl. dazu E.
5.3
hernach) ändert,
kann dies letztlich offenbleiben. Entsprechend vermag das Nichtberücksichtigen der Nebenerwerbstätigkeit die Beweiskraft des Gutachtens auch nicht in Frage zu stellen.
Weiter kritisierte die Beschwerdeführerin, ihre Kniebeschwerden seien von den Gutachtern nicht berücksichtigt worden
(
Urk.
1 S. 8)
.
Gemäss
Dr.
G._
waren
die von
ihr
beklagten Kniebeschwerden bereits im Zeitpunkt der Begutachtung vorhanden (E. 4.6 hievor), eine diesbezügliche Verschlechterung bis im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung ist seinem Bericht nicht zu entnehmen.
Dr.
F._
hatte
die Knie der Beschwerdeführerin
untersucht
und eine freie Beweglichkeit beidseits, eine
Druckdolenz
und
bei einem unauffälligen linken Knie beim rechten Knie
kein klar positives Meniskuszeichen fest
gehalten
(
Urk.
7/70/9).
Als die Arbeitsfähigkeit beeinflussend hatte sie diese Beschwerden jedoch offenbar nicht erachtet. Auch von
Dr.
G._
wurde keine Arbeits
unfä
higkeit bescheinigt, vielmehr
verneinte er das Vorliegen einer relevanten Knie
binnenläsion
,
erachtete die Prognose als gut und empfahl weiterhin ein konser
vatives Vorgehen. Nachvollziehbar
stufte
RAD-Arzt
Dr.
A._
die diesbe
züglichen Beschwerden daraufhin nicht als dauerhaften invalidenver
sicherungs
rechtlich relevanten Gesundheitsschaden ein
(E. 4.8 hievor).
Auch in Bezug auf die Kniebeschwerden ist demnach von einer vollen Beweiskraft des Gutachtens auszugehen.
D
ie beidseitigen Handgelenksbeschwerden
(vgl. dazu
Urk.
1 S. 8)
wurden von den Gutachtern berücksichtigt
,
aber als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ange
sehen. Dass sich diesbezüglich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Verschlechterung ergeben hätte, ist nicht ersichtlich. So hat denn
Dr.
D._
auch
seine Behandlung der Beschwerdeführerin abgeschlossen und
für das
weitere Vorgehen
einzig eine Physiotherapie empfohlen (E. 4.5 hievor).
Soweit schliesslich
Dr.
H._
ausführte, die Beschwerdeführerin sei in jeglicher Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig (E. 4.7 hievor), ist dazu festzuhalten, dass dies von ihm
nicht
schlüssig begründet
wurde. Ebenso wenig ist
aus
seinem Bericht ersichtlich, dass ihm die Vorakten bekannt waren. Jedenfalls setzte er sich mit diesen und insbesondere mit dem Gutachten der
B._
und den darin aufgeführten Diagnosen und Arbeits
fä
higkeitseinschätzungen nicht auseinander.
Auch s
ein Bericht vermag an
der Beweiskraft des Gutachtens demnach nichts zu ändern
.
Von weiteren medizini
schen Abklärungen - insbesondere dem von der Beschwerdeführerin beantragten polydisziplinären Gutachten (Urk. 1 S. 2) - sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung (
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen) zu
verzichten ist.
Auf
die Ausführungen
der Beschwerdeführerin
in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
(
Urk.
1 S. 7-8)
ist aufgrund der in einem renten
ausschliessenden Ausmass
bestehenden Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
nicht weiter einzugehen.
6.
6.1
Zusammenfassend
ist ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Schulterbeschwerden ab September 2014
in jeglicher Tätigkeit zu 100
%
arbeits
un
fähig war (vgl. dazu auch E. 4.2 hievor)
und sich ihr Gesundheitszustand in der Folge wieder verbessert hat. Eine anschliessend erneut aufgetretene invali
denversicherungsrechtlich relevante Verschlechterung bis im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung ist hingegen nicht ersichtlich. Es ist somit spätestens seit der Begutachtung
im September 2016
von einer 70%igen Arbeits
fähigkeit in der angestammten
und
im 70
%
-Pensum ausgeübten Tätigkeit und damit ab dann von einem Invaliditätsgrad von höchstens 30
%
auszugehen. Wie bereits dargelegt, kann
folglich
offen bleiben
, ob die Beschwerdeführerin in ihrer 10%igen Nebener
werbstätigkeit arbeitsfähig ist, ebenso,
ob sie bei guter Gesund
heit zu 80 oder zu 100
%
erwerbstätig wäre. Denn so oder anders ergibt sich höchstens eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und
demnach
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 30
%
.
Auch auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin in Bezug auf die Vergleichseinkommen in einer angepassten Tätigkeit (
Urk.
1 S. 8-10) ist deshalb nicht weiter einzugehen.
Die Zusprache einer
befristeten
ganzen Rente von Oktober 2015 (6 Monate nach der Neuanmeldung,
Art.
2
8 Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
29
Abs.
1 und 3 IVG) bis Dezember 2016 (Zeitpunkt Verbesserung plus 3 Monate, Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV) erweist sich
nach dem Gesagten
als
r
echtens.
6.2
Zu beachten ist allerdings Folgendes: Das Bundesgericht geht in ständiger Recht
sprechung vom Regelfall aus, dass eine medizinisch attestierte Verbes
serung der
Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliede
rung verwertbar ist. Praktisch bedeutet dies, dass aus einer medizinisch at
testierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit unmittelbar auf eine Verbesse
rung der Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit ein entsprechender Ein
kommensvergleich (mit dem Ergebnis eines tieferen Invaliditätsgrades) vor
genommen werden kann. In ganz besonderen Ausnahmefällen hat die Rechtsprechung dennoch nach langjährigem Rentenbezug trotz medizinisch (wieder) ausgewiesener Leistungsfähigkeit vorder
hand weiterhin eine Rente zugesprochen, bis mit Hilfe von medi
zinisch-rehabili
tativen und/oder beruf
lich-erwerblichen Massnahmen das theoretische Leistungs
potential ausge
schöpft werden kann. Es können im Einzelfall Erfordernisse des Arbeits
marktes der Anrechnung einer medizi
nisch vorhandenen Leistungsfähig
keit und medizinisch möglichen Leistungsentfaltung
entgegen stehen
, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass
die Verwertung eines bestimmten Leistungspotentials ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnah
men allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht mög
lich ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_163/2009 vom 10. September 2010 E. 4.2.2).
Diese Rechtsprechung hat das Bundesgericht im Urteil 9C_228/2010 vom 26. April 2011 dahingehend präzisiert, dass die revisions- oder wiedererwä
gungsweise Her
absetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei versicher
ten Personen, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen haben (zur Frage des massgebenden Zeitpunkts BGE 141 V 5 E. 4.2.1; zur Eingliederung in Grenzfällen E. 4.2.2), nur zulässig ist, wenn die Verwaltung zuvor die Notwen
digkeit von Eingliederungsmassnahmen geprüft hat (E. 3.3). Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass diese Personen aufgrund ihres fortgeschritte
nen Alters oder der langen Renten
dauer und der daraus folgenden langjährigen Arbeitsabstinenz in der Regel nicht selber in der Lage sind, sich dem Arbeitsmarkt zu stellen und sich dort selbständig wieder einzugliedern. Die Übernahme der beiden Abgrenzungs
kriterien bedeutet jedoch nicht, dass die Betroffenen einen Besitzstandsan
spruch geltend machen können. Es wird ihnen lediglich, aber immerhin zu
gestanden, dass die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist (vgl. vorer
wähntes Urteil 9C_228/2010 E. 3.5).
Die Rechtsprechung, wonach es bei der wiedererwägungs- oder revisionsweisen Herabsetzung oder Aufhebung der Invali
denrente bei zurückgelegtem 55.
Alters
jahr oder mehr als 15 Jahre dauerndem Rentenbezug grundsätzlich
Eingliede
rungsmassnahmen
durchzuführen gilt, findet auch dann Anwendung, wenn - wie vorliegend - zeitgleich mit der Rentenzusprache über deren Befristung und/oder
Abstufung befunden wird
(vgl. zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundes
gerichts 8C_494/2018 vom
6.
Juni 2019 E. 5).
6.3
6.3
.1
Mit Blick auf das fortgeschrittene Alter de
r
Beschwerdeführer
in kann diese
nicht ohne weiteres auf den Weg der Selbsteingliederung verwiesen werden und es rechtfertigt sich, vor einer Rentenaufhebung die Eingliederungsfrage zu prüfen. Dass Eingliederungsmassnahmen nicht möglich oder zumutbar wären, ist den Akten nicht zu entnehmen.
Die Beschwerdeführerin wies denn auf die Notwen
digkeit von Eingliederungsmassnahmen auch bereits mit ihrer Beschwerde vom 2
9.
Mai 2017 (
Urk.
7/95/3-17)
hin,
erwähnte diese im Vorbescheidverfahren erneut (
Urk.
7/106)
und zeigte sich im
vorliegenden
Beschwerdeverfahren gewillt, an
solchen
teilzunehmen (
Urk.
1 S.
11
)
.
6.3
.2
Eine Rentenaufhebung ohne Durchführung von beruflichen Massnahmen dürfte nur dann nicht zu beanstanden sein, wenn die Ein
gliederung mangels Interesses nicht erfolgsversprechend wäre. Davon ist vorlie
gend aber nicht auszugehen
, hat sich doch die Beschwerdeführerin nie entsprechend geäussert
. Allein die Tatsache, dass
sie
sich gemäss den ärztlichen Berichten subjektiv nicht arbeitsfähig fühlt, lässt den Schluss nicht zu, dass eine Eingliederung mangels Interesses nicht erfolgs
versprechend wäre. Weiter ist in Fällen,
in welchen
eine Rentenaufhebung a
bsehbar ist, praxisgemäss
ein persönliches Gespräch
mit der
versicher
ten Person zu führen, wobei ihr allfällige Wiedereingliederungsmassnahmen aufzuzeigen und im Weiteren mit ihr zu planen sind. Mit Blick auf die neuste bundesgericht
liche Rechtsprechung
(
vgl.
vorerwähntes
Urteil
8C_494/2018)
dürfte ein solches Gespräch auch bei der Zusprache einer befristeten Rente erforderlich sein.
D
ie Beschwer
degegnerin
hat darauf
jedoch
bislang ver
zichtet.
6.3
.3
Vor diesem Hintergrund ist die Beschwerdegegnerin dem ihr obliegenden Eingliede
rungsauftrag bislang nicht nachgekommen. Dar
aus ergibt sich, dass die Renteneinstellung so lange nicht gerechtfertigt ist, als die Wiedereingliederung nicht aktiv gefördert
wurde
oder
die
Beschwer
deführer
in
sich nach durchgeführ
tem Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
geweigert hat, an den angedachten Ein
gliederungsmassnahmen teilzu
nehmen. Angesichts der mangelnden Fähigkeit zur Selbsteingliederung ist dabei weiterhin von der bisherigen Erwerbsunfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auszugehen.
6.4
Dies führt im Ergebnis zur Gutheissung der Beschwerde mit der Feststellung, dass
die
Beschwerdeführer
in
auch nach dem 3
1.
Dezember 2016
einstweilen weiterhin Anspruch auf die bisherige
ganze Rente
hat.
7
.
7
.1
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 1‘000.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.2
De
r
Beschwerdeführer
in
steht eine Prozessentschädigung zu, welche vom Ge
richt ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Bar
auslagen festge
setzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das
Sozial
versicherungsgericht,
GSVGer
). Entsprechend ist ih
r
eine Prozessentschädigung von Fr. 2‘
2
00.-- (inkl
.
Barauslagen und
MWSt
) auszurichten.