Decision ID: 65268ce4-9978-4c75-b39e-e5fe6d73472d
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geb
oren 1961,
Mutter zweier erwachsener Söhne (geboren 1984 und 1990),
war
seit dem
4.
Januar 2010
in einem 50%-Pensum
als Allrounderin bei der
Y._
GmbH in
Z._
angestellt
(
Urk.
8/8/3 und
Urk.
8/22/1
-3
).
Am 6.
Februar 2013 wurde
die Versicherte
von
de
r Krankentaggeldversicherung
ihrer Arbeitgeberin
, der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG,
wegen
Knie-, Rücken- und Armschmerzen sowie Nierenstein
bei der
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur
Früherfassung gemeldet (Urk. 8/3
). Die
IV-Stelle stellte der Versicherten das Formular zum Bezug von IV-Leistungen zu, das diese am 2
8.
Februar 2013 (Eingangsdatum) ausgefüllt retournierte (
Urk.
8/8).
In der Folge zog d
ie IV-Stelle
die Akten der Zürich
Versicherungs-Gesellschaft AG
bei
(
Urk.
8/13)
und
liess
einen Auszug aus dem individuellen Konto
erstellen
(IK
-Auszug vom 2
2.
März 2013, Urk.
8/16)
. Am 2
1.
Juni 2013 teilte sie der Versicherten mit, dass berufliche
Massnahmen
zurzeit nich
t mög
lich seien (
Urk.
8/20). Daraufhin holte die IV-Stelle
den Arbeitgeberbericht der
Y._
GmbH vom
3.
Juli 2013 (
Urk.
8/22), die Berichte der
Klinik A._
vom
6.
Novem
ber 2013 (
Urk.
8/27) und vom 9.
Dezember 2013 (
Urk.
8/28), den Bericht von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
, vom
5.
Februar 2014 (
Urk.
8/30
) und den Bericht von
Dr.
med.
C._
, FMH Innere Medizin, vom
13./
1
4.
Februar 2014 (
Urk.
8/3
1) ein. Im Weiteren gab sie ein inter
disziplinäres Gutachten in Auftrag, das
Dr.
med.
D._
, FMH Innere Medizin und
FMH Rheumatologie
, und
Dr.
med.
E._
, FMH Psychiatrie und
Psychotherapie, am 12.
Juni 201
4 erstatteten (
Urk.
8/35). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 2
4.
Juni 2014,
Urk.
8/37,
und Einwand vom 2
6.
August 2014,
Urk.
8/46, s
owie
Einwandergän
zungen
vom 21.
November und vom
3.
Dezember 2014,
Urk.
8/52 und
Urk.
8/56) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
9.
Februar 2015 einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente
mit der Begründung, dass kein IV-relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen sei
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte
am 1
2.
März 2015 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1):
„1.
Die angefochtene Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, vom
9.
Februar 2015 betreffend Invalidenrente sei aufzuheben.
2.
Die Angelegenheit sei an die Vorinstanz zurückzuweisen, verbunden mit der
Auflage, zusätzliche medizinische Abklärungen zu treffen und eine
Haushaltabklärung durchzuführen.
Anschliessend
sei neu zu verfügen.
3.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Sozialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle.
5.
Es sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung und
Verbeiständung
in der Person der Unterzeichnenden einzur
äumen.“
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
April 2015 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Am
3.
Juni 2015 teilte die Besc
hwer
deführerin mit, dass sie das
Gesuch um unentgeltliche Pro
zessführung und
Rechtsverbeiständung
zurückziehe (
Urk.
10). Mit Verfügung vom
8.
Juni 2015 wurde der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort
zugestellt
, mit dem Hin
weis, dass das Gericht die
Anordnung eines weiteren
Schriftenwechsels nicht als erforderlich erachte; den Parteien bleibe es jedoch unbenommen, sich nochmals zur Sache zu äussern und weitere sachbezogene Unterlagen einzu
reichen (
Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht
von seiner bisherigen Rechtspre
chung, wonach eine
somatoforme
Schmerzstörung oder ähnliche Störungen und ihre Folgen vermutungsweise mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind (
BGE 130 V 352
, 131 V 49 E. 1.2,
139 V 547 E. 3
), Abstand genommen und eine neue Basis für die Beurteilung somatoformer Schmerzstö
rungen und ihrer Auswirkungen auf die juristisch zu beurteilende Arbeitsunfä
higkeit begründet (E. 6): An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG -
aus
schliessliche
Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti
gung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweislast der rentenansprechenden Person - ändert sich dadurch nichts (E. 3.7). An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) treten im Regelfall beachtliche Standardindikatoren (E. 4). Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad (E. 4.3) und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen einteilen (E. 4.4). Die Standardindikatoren umschreibt das Bundesgericht im genannten Urteil wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 Ingress). Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren (E. 5.1) wie auch
bei deren - rechtlich gebotenen
- Anwendung im Einzelfall zusammen (E. 5.2). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen
(E. 6)
.
1.5
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (betref
fend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begutach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem
Verfahrens
standard
eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
gebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE a.a.O. E. 6 in
initio
). In sinngemässer Anwendung der nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezogenen admi
nistrativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärzt
lichen Berich
ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren er
lauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Um
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (
BGE 141 V 281
E. 8).
1.6
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.7
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig
sind
, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der
Erwerbstätigkeit
und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
Ob diese gemischte Methode der Invaliditätsbemessung weiterhin Bestand hat angesichts des unlängst, am 2. Februar 2016 ergangenen, noch nicht endgülti
gen Urteils der zweiten Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschen
rechte (EGMR) Di
Trizio
gegen die Schweiz vom 2. Februar 2016 (7186/09), welches in ihr eine indirekte Diskriminierung erblickt, ist hier nicht zu ent
scheiden (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_178/2015 vom 4. Mai 2016 E. 4 mit Hinweis).
1.
8
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
9
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134
V
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass
die
Beschwerdeführerin
unbestrittenermas
sen
als teilweise erwerbstätig zu qualifizieren ist
(vgl. E. 1.7
;
Urk.
8/36/5,
Urk.
8/62/4 und
Urk.
1 S. 9).
Angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin,
die
im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns im August 2013 (vgl.
Art.
29
Abs.
1 IVG)
zusammen mit ihrem
im Sommer 2012 erkrankt
en Ehe
mann und einem ihrer
beiden erwachsenen Söhne in einer 5
1⁄2-
Zimmerwoh
nung lebt
e
(
vgl.
Urk.
8/35/43-44),
zuletzt vom
4.
Januar 2010 bis zum 3
1.
Oktober 2012 in einem 50%-Pensum als Allrounderin bei der
Y._
GmbH gearbeitet hat
(
Urk.
8/22/1-2)
,
ist sie
als zu 50 % im Erwerbs- und zu 50 % im Aufgaben- bzw. Haushaltbereich einzustufen
.
2.2
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom
9.
Februar 2015
in medizinischer Hinsicht
im Wesentlichen auf das
rheumatologisch
-
psy
chiatrische
Gutachten der
Dr
es
.
D._
und
E._
vom 1
2.
Ju
ni 2014 ab (
Urk.
8/35). Darin wu
rden die bis zur Begutachtung der Beschwerdeführerin aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (
Urk.
8/35/5-8), wes
halb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
2.3
Dr.
D._
und
Dr.
E._
stellten im i
nter
disziplinären Gutachten vom 1
2.
Juni
2014 keine Diag
nosen mit lang
dauernder Ausw
irk
ung auf die Arbeitsfähigkeit
.
Als Diagnosen o
hne lan
g
dauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nann
ten sie
folgende
(
Urk.
8/35/8-9
; vgl. auch
Urk.
8/35/46
):
(1
)
eine anhalte
nde somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
eine
depressive Reaktion, seit ca.
Anfang 2013 (ICD-10 F43.21)
eine
Erkra
nkung des Ehemannes
(ICD-10 Z63.7)
eine mässige kulturelle Integration (ICD-10 Z60.3)
(2
)
ein chronisches, generalisiertes Schmerzsyndrom
-
nicht ausreichend somatisch abstützbar
-
primäres Fibromyalgie-Syndrom
-
nicht
dermatombezogene
Hyposensibilität des ganzen rechten Armes und des
ganzen linken Beines für ausschliesslich taktile Reize bei allseits normalem
Lage
-
und höchstens zu 2/8 abgeschwächtem Vibrationssinn an den
Malleolen
-
Panalgie
-
diffuse Druckschmerzangabe
-
Polyarthralgien axialer und peripherer Gelenke
-
multiple Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit,
ungerichtete
Steh- und
Gehunsicherheit
(3
)
ein
Panvertebralsyndrom
mit
spondylogener
Ausstrahlung in den Kopf und in alle
Extremitäten
(4
)
eine Gonarthrose links
(5
)
ein
Übergewicht mit Body Mass Index von 28,2 kg/m2
(6
)
ein Diabetes mellitus
(7
)
eine rezidivierende
Nephrolithiasis
beidseits
Dr.
D._
und
Dr.
E._
erklärten, dass in der interdisziplinären Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, die sowohl die somatisch-rheumatologische als auch die psychosomatisch-psychiatrische Komponente
mit
berücksichtige, für die in der Schweiz bisher ausgeübten Tätigkeiten zu keinem Zeitpunkt eine
anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit formuliert werden könne (
Urk.
8/35/18).
2.4
Dr.
med.
F._
, Assistenzärztin der gynäkologischen Poliklinik des
G._
, erklärte im Informationsblatt
vom 5.
November 2014 zuhanden der Beschwerdeführerin, dass diese vom
4.
bis zum
6.
November 2014 wegen einer Belastungsinkontinenz (ICD-10 N39.3) in ihrer Klinik gewesen sei. Zur Behandlung der Harninkontinenz sei eine Schlin
genoperation durchgeführt worden. Körperliche Belastung (leichte Lasten heben, Sport) sei in zwei Wochen möglich.
Ab dem
4.
bis zum 1
4.
November 2014 betrage die Arbeitsunfähigkeit 100
%
(
Urk.
8/53/1-2).
2.5
Dr.
B._
stellte im Bericht vom
2.
Dezembe
r 2014 folgende Diagnosen (Urk.
8/55/6):
(1)
eine anhaltende, mindestens mittelschwere Depression aufgrund narzisstischer
Beeinträchtigung und reduzierter Selbstverfügbarkeit mit deutlicher
Chronifizierungsneigung
(
ICD-10 F39)
(2)
eine Angstsymptomatik (multiple phobische Ängste, die nicht Teil der depressiven
Symptomatik sind; ICD-10 F40.8)
Dr.
B._
gab an, dass durch die gegebene
Symptomatik und die im Hinter
grund wirksamen dynamischen Konflikte, welche in ihrer gegenseitigen Ver
zahnung derzeit nicht angegangen werden könnten, nach seinem Dafürhalten eine Arbeitsunfähigkeit begründet sei.
Aufgrund der gegebenen Konstellation
gesund
heitlicher Einschränkungen bzw.
der gegebenen
Komorbidität
sei die Schmerzproblematik mit Sicherheit nicht überwindbar; denn wäre sie es, hätte sich das heutige Zustandsbild gar nie in der gegebenen Weise ausgestaltet. Denn gerade am Scheitern unter vermehrtem Druck
und dem Wegfall des schützenden Rahmens sowie den kaum in nennenswertem Umfang vorhande
nen Ressourcen
sei der Konflikt deutlich
zu fassen (Urk.
8/55/10).
2.6
Die Ärzte der Klinik für Rheumatologie des
G._
hielten
im
an
Dr.
med.
H._
, FMH Praktische Ärztin, gerichteten
(provisorischen)
Austrittsbe
richt
vom
5.
Februar 2015 folgende Diagnosen fest (
Urk.
3/9
S. 1-2
):
(1)
ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom links, EM ca. Juli 2011
(2)
eine
Periarthropathia
humeroscapularis
rechts, EM ca. Juli 2011
(3)
eine
Periart
h
r
opathia
genu
links
(4)
ei
n chronisches
zervi
kospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts, EM ca. Juli 2011
(5)
eine chronische Schmerzstörung
mit somatischen und psychischen Faktoren
(6)
eine rezidivierende depressive Störung, mindestens mittelgradiger Ausprägung
(7)
eine leichtgradige Polyn
europathie, EM 2009
(8)
ein Diabetes mellitus Typ 2 seit 1997
(9)
eine arterielle Hypertonie
(10)
ein a
usgeprägter Vitamin-D-Mangel, Erstdiagnose
Oktober 2014
(11)
eine rezidivierende Calcium-Oxalat-
Nephrolithiasis
Die Ärzte der Klinik für Rheumatologie des
G._
erklärten,
dass die Beschwerde
führerin vom 2
1.
Januar bis zum
5.
Februar 2015 in ihrer Klinik hospitalisiert gewesen sei. Sie sei
zur multimodalen
rheumatologischen
Komplextherapie bei einem ausgeprägten chronischen Schmerzsyndrom, insbesondere im Bereich der Lendenwirbelsäule
(LWS)
mit Ausstrahlung in den linken Oberschenkel und im Bereich des linken Knies
im
Pes
anserinus
zugewiesen worden
.
Im Rahmen der multimodalen rheumatologischen Komplextherapie
sei der konsiliarische Zuzug der hausinternen Psychiaterin erfolgt, welche
eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mindestens mittelgradiger Ausprägung bei multiplen
bio
psy
chosozialen
Belastungsfaktoren
,
und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren diagnostiziert habe.
Die aktuelle medi
kamentöse Therapie mit
Fluoxetin
sei mit
Remeron
abends ergänzt worden. Bei im Verlauf brennendem Auge und Angabe einer leichten
Visusminderung
links sei der konsiliarische
Zuzug der Kollegen der
Ophtalmologie
erfolgt. Am linken Auge habe sich eine milde diabetische Retinopathie und
Makulopathie
gezeigt.
Vom 2
1.
Januar bis zum
5.
Februar 2015 sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen (
Urk.
3/9
S. 2-4
).
3.
3.1
Das rheumatologisch-psychiatrische Gutachten der
Dres
.
D._
und
E._
vom 1
4.
Juli 2014 (
Urk.
8/35) basiert auf den erforderlichen fachärztlichen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben. Die Gutachter haben detaillierte Befunde erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt. Das genannte Gutach
ten erfüllt demnach die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweis
kräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E. 1.6).
3.
2
Was den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in somat
ischer Hinsicht betrifft, legte
Dr.
D._
im
Gutachten vom 1
2.
Juni 2014 im Rahmen der interdis
ziplinären Beurteilung dar, dass
in der klinischen Untersuchung eine
schmerz
vermittelnde
Mimik und Gestik, diffuse Druckschmerzen, Bewegungsschmerzen aller axialen und peripheren Gelenke, nicht
dermatombezogene
Sensibilitäts
störungen und darüber hinaus, abgestützt auf objektivierbare Befunde, ein weitgeh
end normaler Habitus imponiere
(Urk.
8/35/9).
3.
3
S
eit 1997
sei
e
in Diabetes mellitus bekannt
, der seit 2005 insulinpfli
chtig sei. Die anlässlich der
aktuellen Begutachtung diesbezüglich ergänzend durchge
führten Abklärungen würde
n
eine gute Einstellung dieses Diabetes mellitus zei
gen. Eine
n
relevanten Zielorganbefall habe
er aktuell nicht objektivieren
kön
nen. Die leichtgradige Ab
schwächung des Vi
brationssinns
von je 2/8 an d
en Füssen und die leichtgradig
abgeschwächten ASR
beidseits seien vereinbar mit ein
er beginnenden Polyneuropathie
(
Urk.
8/35/12).
3.
4
Weiter führte
Dr.
D._
aus, dass d
ie Schultern
beidseits, aktiv und passiv geprüft,
frei bewegt
würden
und er
insbesondere
auch
kein
en
Hinweis auf eine
subacromiale
Sehneneinklemmungsproblematik oder auf eine Läsion der
Rota
torenmansch
ette
objektivieren
könne
.
Die ergänzend durchgeführten Röntgen
aufnahmen der Schultern würden beidseits normale Befunde dokumentieren, und es liege kein Hinweis auf einen
Humeruskopfhochstand
vor, der als ein sekundäres Zeichen für eine relevante Läsion der
Rotatorenmanschette
gelte. Im
vorliegenden
Befundungsbericht
der
Arthro
-MRI-Abklärung der rechten Schul
ter vom 1
3.
Dezember 2012 werde auf eine normale
Rotatorenmanschette
und auf eine leichtgradige Arthrose des AC-Gelenks hingewiesen. Dieser Befund müsse derart diskret ausgeprägt sein, dass er aktuell konventionell-radiologisch n
icht d
okumentiert sei (
Urk.
8/35/12
).
3.
5
Im Bereich der
Wirbelsäule
schildere die
Beschwerdeführerin die Bewegungen aller axialen Bewegungssegmente in allen Ebenen als ca. gleich schmerzhaft, unabhängig davon, ob die Untersuchung in aufrechter, stehender oder sitzender Körperhaltung, in der die axialen Bewegungssegmente durch d
as Körpergewicht belastet würden
, oder in möglichst ent
spannter, liegender Körperhaltung erfolge, in der die Bewegungssegmente entlastet seien.
Dies weise auf vorder
gründig nicht
somatisch
abstützbare Beschwerden hin, denn für diese sei zu erwarten, dass die eine Bewegungsrichtung als eindeutig schmerzhafter geschil
dert werde als die andere. Insofern relativiere sich die Bedeutung von allenfalls objektivierbaren somatisch-pathologischen Befunden. In der
klinischen Unter
suchung könne er
z
ervikal allseit
s freie Bewegungsamplituden,
thorakal und lumbal allseits zu 1/3 eingeschränkte Bewegungsamplituden und ein
en diskre
ten
Beckenkammtie
fstand links objektivieren
, der nicht mit einer klinisch objektivierbaren Skoliose einhergehe. Die Palpation der paravertebralen Weichteile der ganzen Wirbelsäule werde als schmerzhaft beschrieben, ohne dass
er
ein
en korrelierenden
Weichteilbefund, wie beispielsweise eine
Myoge
lose
ode
r ein
en
Triggerpunkt
, objektivieren könne
. Anamnestisch und klinisch bestünden keine Hinweise auf ein
radikuläres
Reiz- und Ausfallsyndrom, einen symptomatisch engen Spinalkanal, eine
n Nervendehnungsschmerz oder
ein
e
Irritation/Kompression des Gefäss-Nervenbündels, zu
m Beispiel im Sinne einer
Thorac
ic
-Outlet-Komponente.
Im neurologischen
Konsilium
s
bericht
vom
7.
November 2010 werde erwähnt, dass die Möglichkeit e
iner
Thorac
ic
-Outlet Komponente beidseits bestehe.
Entsprechende Hinweise habe
er anlässlich die
ser aktuellen Begutachtung
aber
nicht objektivieren können. Dennoch sei es zumindest theoretisch denkbar, dass die Beschwerdeführerin phasenweise ein lageabhän
giges
Thorac
ic
-Outlet-Syndrom entwickle, zum Beispiel wenn sie, wie in diesem neurologischen
Konsiliumsbericht
erwähnt, nachts di
e Arme über den Kopf ablege. Im Weiteren verweise er
zunächst auf die epidemiologische Datenlage von „supersensitiven“ MRI-Abklärungen bei asymptomatischen
Pro
banden. Bei solchen könnten z
ervikal in bis zu 50
%
der Fälle und lumbal in bis zu 40
%
der Fälle
Diskushernien
mit und ohne
neurokompressiven
Befund und enge Spinalkanäle dokumentiert werden. Das heisse konkret,
dass ein allenfalls in der MRI-Abklärung dokumentierter pathologischer Befund immer nur unter Berücksichtigung der Beschwerdeschilderung und der klinisch-
pathologischen Befunde interpretiert werden sollte. Zu dieser Begutachtung habe die Beschwerdeführerin die MRI-Abklärungen der
LWS
vom 2
3.
August 2013 und der Halswirbelsäule
(HWS)
vom 1
5.
November 2013 mitgebracht, in denen jeweils keine Neuro- oder
Myelonkompression
zur Darstellung
gelang
e
. Die anlässlich dieser
Untersuchung aktualisierten Röntgenaufnahmen der
gan
zen Wirbelsäule würden z
ervikal und thorakal keinen Hinweis auf eine Arthrose dokumentieren, wie eine
Chondrose
oder
Osteochondrose
, und lumbal leicht
gradige
Osteochondrosen
der Lendenwirbelkörper 1 bis
5,
die in diesem Aus
mass bereits in den mitgebrachten
Röntgenaufnahmen der LWS
seit dem 1
2.
Juli 2013 zur Darstellung gelangen würden. Konventionell-radiologisch komme zudem eine
leichtgradige Doppelskoliose, thorakal rechts- und lumbal linkskonvex, zur Darstellung, die er, wie oben erwähnt, wegen des
geringgradi
gen
Ausmasses klinisch nicht objektivieren könne. Diese Skoliose dürfte wahr
scheinl
ich langjährig vorbestehend
und der Grund für die leichtgradigen
Osteo
chondrosen
lumbal sein. Das Ausmass dieser radiologisch dokumentierten
Dop
pelskoliose
sei, seines Erachtens, kaum mit der diskreten Beinlängenverkürzung links von 1 cm, die noch im Rahmen des Physiologischen einzustufen sei, begründbar, so dass an eine idiopathische Ätiologie dieser Skoliose zu denken sei (
Urk.
8/35/13-14).
3.
6
Betreffend die
Kniegelenke
gab
Dr.
D._
an, dass diese klinisch beurteilt
unauffäl
lig und insbesondere ohne eine die Altersnorm überschreitende
retro
patellare
Krepitation und ohne einen Hinweis auf ein
Menikuszeich
en
, einen Gelenkserguss oder
eine Gelenk
s
instabilität bei Flexion
/Extension
von je 130-0-0°
seien
. Somit könne er,
klinisch beurteilt, keinen Hinweis auf eine Gon
arthrose objektivieren. Die mitgebrachten konventionell-radiologischen Auf
nahmen der Kniegelenke würden rechtssei
tig am 1
2.
Juli 2012 und am 25.
März 2014 jeweils normale Befunde in allen Gelenkskompartimenten und linksseitig am 2
5.
März 2014 im Vergleich zu den mitgebrachten Vorauf
-
nahmen vom
8.
Juni 2001, 2
4.
Febr
uar 2009 und vom 1
2.
Juli 2012 -
damals jeweils mit normalen Befunden in allen Gelenkskomp
artimenten -
neu eine leichtgradige Arthrose des medialen Gelenkskompartiments mit einer leichtgradigen Abnahme der Gelenksspalthöhe mit einer beginnenden
osteo
-
phytären
Reaktion
bei einem
weiterhin normalen
femoropatella
ren
Gleitlager und einem unauffäl
ligen lateralen Gelenkskompartiment zeigen. Im
Befun
-
dungsbericht
der „
super
sensitiven
“ MRI-Abklärung des linken Kniegelenks vom 2
9.
Oktober 2009 werde zudem eine degenerative Komponente leichtgradigen Ausmasses mit einer Knorpelverminderung im lateralen Gelenkskompartiment und
femoropa
tellar
beschrieben. Diese MRI-Befunde seien derart diskret ausgeprägt, dass sie in den mitgebrachten Röntgen
aufnahmen vom 2
5.
März
2014
nicht zur Dar
stellung gelangen würden. Ursächlich für diese leichtgradige Gonarthrose links sei wahrscheinlich das Knietrauma, das die Beschwerde
-
führerin im Juli 1997 erlitten habe. Damals solle, gemäss der ihm vorliegenden Dokumentation, eine Komplikation mit einem passager bestehenden Morbus
Sudeck
bestanden
haben. Diesbezüglich bestünden
anamnestisch, klin
isch und radiologisch beur
teilt
keine Hinweise auf ein Residuum mehr (
Urk.
8/35/14).
3.
7
Ferner
sei bei
der Beschwerdeführerin eine rezidiv
ierende
Nephr
ol
i
thiasis
beid
seits bekannt
, die erstmalig im Jahr 2005 symptomatisch geworden sei. Weitere Behandlungen seien im Frühjahr 2008 und letztmals im Frühling 2013 erfolgt. Wenn diese
Nephro
li
thiasis
symptomatisch werde, schildere die Beschwerde
führerin
eindeutig somatisch abstützbare Beschwerden mit eindeutig schmerz
verstä
rkenden respektive
schmerzlindernden Mechanismen, die sich deutlich unterscheiden würden von d
enjenigen Schmerzen, welche sie
bezüglich des chronisch generalisierten Schmerzsyndroms schildere. Insofern sei es plausibel, dass die im Zusammenhang mit der
Nephro
li
thiasis
durchgeführten therapeuti
schen Massnahmen jeweils zu einer Beschwerdefreiheit geführt hätten. So werde im Austrittsbericht der
I._
vom
5.
März 2014
(richtig: 2
2.
April 2013
,
Urk.
8/35/30-38
)
erwähnt, dass die Beschwerdeführerin schmerzfrei entlassen worden sei
(
Urk.
8/35/15).
3.
8
Im Rahmen der interdisziplinären Beurteilung kamen
Dr.
D._
und
Dr.
E._
zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit aus rein
somatisch-rheumatologischer S
ich
t
für die vo
n der Beschwerdeführerin bisher
in der Schweiz ausgeübten beruflichen Tätigkeiten zu keinem Zeitpunkt anhal
tend eingeschränkt gewesen sei
(
Urk.
8/35/22
; vgl.
Urk.
8/35/18
).
3.
9
Diese Beurteilung
der
Dr
es
.
D._
und
E._
ist angesichts der genannten Befunde und der dazugehörigen Erläuterungen
einleuchtend
und plausibel.
Aus den diversen im Rahmen des
Einwandverfahrens
ein
gereichten
Arztberich
ten
betreffend ihren
somatischen Gesundheitszustand
(
Urk.
8/43, Urk.
8/44,
Urk.
8/49,
Urk.
8/50,
Urk.
8/53 und
Urk.
8/57)
kann die Beschwerdeführerin
nichts zu ihren Gunsten ableiten. Den Bericht der Klinik für Nephrologie des
G._
vom
5.
März 2014 (
Urk.
8/44) hat
Dr.
D._
im Rahmen seiner Begutachtung berücksichtigt
(vgl.
Urk.
8/3
5
/8)
.
D
ie Ärzte der Klinik für Neph
r
ologie
hielten
darin insbesondere auch
fest, dass die Beschwerdeführerin aktuell beschwerde
frei und die Nierenfunktion normal sei (
Urk.
8/44/1). Die gleichen Angaben wurden seitens der Klinik für Nephrologie des
G._
auch im – von der Beschwerdeführerin im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten - Bericht vom 1
7.
November 2014 gemacht (
Urk.
3/8). Der – laut den Angaben von
Dr.
D._
(
Urk.
8/35/12) im Zeitpunkt der Begutachtung gut
eingestellte - Diabetes mellitus ist behandelbar. Gleiches gilt für die
von
Dr.
H._
im Bericht vom 1
7.
Juli 2014
(
Urk.
8/43)
erwähnte arterielle Hypertonie und den Vitamin-B-Mangel
.
Diese Leiden sind daher nicht als invalidisierend zu betrachten (vgl.
Stellungnahme von
Dr.
med.
J._
, Facharzt Allgemein
medizin,
des Regionalen Ärztlichen Dienstes
, RAD,
vom 28.
November 2014,
Urk.
8/62/2). D
ie anfangs November 2014 zur Behandlung der Harninkontinenz
in der gynäkologischen Poliklinik des
G._
durchgeführte Schl
ingenoperation
,
im Hinblick auf welche der Beschwerdeführerin vorgängig eine Arbeitsunfähig
keit vom
4.
bis 1
4.
November 2014 in Aussicht gestellt worden war
(
Urk.
8/53)
,
hatte sodann
offensichtlich
keine längerdauernde
Arbeitsunfähigkeit
zur Folge
, zumal von diesbezüglichen Beschwerden bereits im ausführlichen (provisori
schen) Austrittsbericht der Klinik für Rheumatologie des
G._
vom
5.
Februar 2015 keine Rede mehr war (vgl.
Urk.
3/9).
Im Weiteren
ist
auch
aufgrund dieses
im Beschwerdeverfahren ein
gereichten (provisorischen) Austrittsbericht
s
der Klinik für Rheumatologie
des
G._
vom 5.
Februar 2015 keine erhebliche Verschlechterung des somatischen Gesund
heitszustands der Beschwerdeführerin ausgewiesen. So zeigten die verschiede
nen im Januar 2015 durchgeführten bildgebenden Untersuchungen
weitgehend
diskrete
Befunde
(vgl.
Urk.
3/9 S. 1-2)
. Was die bildge
benden Untersuchungen der LWS, HWS und Brustwirbelsäule (BWS)
vom 2
2.
Januar 2015 im Speziellen betrifft, ist im Übrigen
– wie
Dr.
D._
bereits
im
Gutachten bemerkte (
Urk.
8/35/13) -
darauf hinzuweisen, dass sich allfällige r
adiologisch erhobene Veränderungen im Wirb
elsäulenbefund alleine
nicht notwendigerweise im
Ausmass
der funktionellen Einschränkung nieder
schlagen
; vielmehr sind derar
tige Befunde jeweils anhand der Klinik zu überprüfen (vgl. Urteil des Bundes
gerichtes 9C_68/2014
vom 2. Juni 2014 E.
3.3 mit Hinweis).
Im Übrigen wurde der Beschwerdeführerin seitens der Klinik für Rheumatologie des
G._
nur für die Dauer des Klinikaufenthaltes eine Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Urk.
3/8
S.
4).
4.
4.1
Was den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in psychiatrischer Hin
sicht anbelangt,
erklärte
Dr.
E._
im
Teilgutachten vom 1
2.
Juni 2014
, dass deren
persönliche Vorgeschichte aus psychiatrischer Sicht unauffällig sei. Es könne auf das Fehlen von psychischen Krankheiten in
der Familie hingewiesen werden;
die Beschwerdeführerin zeige keine kinderneurotischen Zeichen.
Sie
habe sich beruflich nicht weiterbilden können, weshalb sie später auf
Hilfsar
be
iten
angewiesen gewesen sei. Die Beschwerdeführerin
habe sich mit einem Landsmann verheiratet, sei 1991 in die Schweiz gekommen und bis heute bestünden tragende familiäre Verhältnisse
(
Urk.
8/35/46)
.
4.2
Im Vordergrund stünden
subjektiv
die
körperlichen
Probleme
der Beschwerd
efüh
rerin.
Sie
leide an nicht unbedeutenden Krankheiten: Insbeson
dere müsse sie seit vielen Jahren Insulin spritzen. Seit 2005 würden rezidivie
rende Nierensteine auftreten. Seit 1997 leide sie an Schmerzen in diversen Kör
perteilen. Die Beschwerdeführerin zeige Hinweise für das Vorliegen einer psy
chosomatischen Überlagerung: Sie sei auf die Schmerzen fixiert, äussere hypo
chondrische Befürchtungen und zeige eine Schmerzausdehnung.
Lebensprob
leme
würden zu einer Verstärkung der Schmerzen führen. Diese würden oft den Hauptfokus ihres Interesses bilden. Es sei also eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung vorhanden. Ab Anfang 2013 seien bei der Beschwerdeführerin auch psychische Probleme aufgetreten, weil ihr Ehemann körperlich schwer erkrankt sei. Das familieneigene
Gipsereigeschäft
sei in Gefahr gewesen. Die Beschwerdeführerin habe zuvor zu 50
%
im Magazi
n des Geschäfts mitgear
beitet, a
b Dezember 2012 habe sie dies nicht mehr tun können. Das Geschäft habe geschlossen und liquidiert werden müssen. Diese Probleme seien auf die Beschwerdeführerin eingestürzt. Sie habe angefangen, an psychischen Beschwerden zu leiden
. Sie sei ratlos und ohnmächtig gewesen, habe sich müde und schwach gefühlt. Nachts habe sie an Schlaflosigkeit gelitten, tagsüber
an Nervosität. Da eindeutige Ursachen für die psychischen Beschwerden vorhan
den gewesen seien, könne von einer depressiven Reaktion ausgegangen werden. Der Verlauf sei etwas gebessert, seitdem sich die Beschwerdeführerin ambulant psychiatrisch betreuen lasse und ein antidepressiv wirkendes Medikament ein
nehme. Bei der heutigen Untersuchung (
5.
Juni 2014) könne ein leichtes Aus
mass an Depressivität festgestellt werden: Die Beschwerdeführerin sei in der Konzentration nicht eingeschränkt, der Appetit sei erhalten geblieben, sie hege keine Suizidgedanken. Die fehlende Symptomatik spreche gegen eine relevante Depressivität. Anamnestisch sei zu erfahren, dass
sie
eine regelmässige
Tages
gestaltung
habe, mit Freundinnen etwas unternehme und enge familiäre Kon
takte unterhalte. Eine depressive Reaktion stelle grundsätzlich keine eigenstän
dige psychische Komorbidität dar, da es sich um ein situationsbedingtes Leiden handle. Die Prognose sei somit günstig. Sollte der Ehemann seine Krankheit überwinden, würde sich auch die
Depression der Beschwerdeführerin grössten
teils zurückbilden. Differenzialdiagnostisch könne eine depressive Episode erwogen werden, sollte die Depression noch längere Zeit andauern
.
Es gebe ungünstige krankheitsfremde Faktoren: Schwierige wirtschaftliche Verhältnisse nach Geschäftsschliessung, kranker Ehemann, mässige kulturelle Integration
(Urk.
8/35/46-47)
.
4.3
Weiter hielt
Dr.
E._
fest, dass
zwei
der verlangten
(Foerster-)
Kriterien
erfüllt seien
, dies jedoch
nicht
in einem derartigen Ausmass,
dass
die Arbeitsfä
higkeit eingeschränkt wäre. Zu dieser Beurteilung führe insbesondere die Tatsa
che, dass keine bedeutende psychische Komorbidität bestehe. Die Prognose sei au
s psychiatrischer Sicht günstig (
Urk.
8/34/
48
-49
).
4.4
Im Rahmen der interdisziplinären Beurteilung kamen
Dr.
D._
und
Dr.
E._
zum Schluss,
dass
aus psychiatrischer Sicht
die psychosomatische Überlagerung der Schmerzen im Rahmen der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung im Vordergrund
stehe
. Angesichts des Fehlens einer psychischen Komorbidität entstehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/35/22).
Dieser gutachterlichen Beurteilung folgend und unter Anwendung der
Überwind
bar
keitspraxis
gemäss BGE 130 V 352
verneinte die
Beschwerdegeg
nerin
zu Recht
eine invalidisierende Wirkung der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
(
Urk.
2; vgl. auch
Urk.
8/62/3-4).
4.5
Wie im Folgenden zu zeigen ist, ist auch in Anwendung der
neuen
bundesgericht
lichen
Rechtsprechung (vgl. E. 1.4
) eine invalidisierende Wirkung der
vorliegenden
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung zu verneinen:
Was die Ausprägung der diagnos
erelevanten Befunde betrifft,
ist festzuhalten, dass Dr.
E._
die diagnostizierte
anhaltende somatoforme Schmerzstörung
anscheinend
nicht als schwer ei
ngestuft hat
, zumal
die von
ihm erhobenen Befunde weit
gehend
unauffällig waren und er lediglich im Rahmen der Schmerzanalyse Auffälligkeiten feststellen konnte (Fixierung auf die Schmer
zen,
Äusserungen
von hypochondrischen Befürchtungen, Zeigen einer
Schmerz
ausdehnung
, Schmerzen würden H
auptfokus des Interesses bilden
;
Urk.
8/35/44-45).
Auch die
Behandlungsbemühungen
einschliesslich
der
medi
kamentöse
n
Therapie sprechen nicht für einen hohen Schweregrad der Störung,
da die Beschwerdeführerin lediglich etwa alle drei Wochen zu Dr.
B._
in Behandlung ging
und sich bei der Laboranalyse
von
Dr.
E._
ein ungenü
gender Spiegel der ihr abgegebenen
Psychopharmaka
zeigte
(Urk.
8/35/43 und
Urk.
8/35/47)
. Im Weiteren wies
Dr.
E._
im Zusammenhang mit der Moti
vation darauf hin, dass die Beschwerdeführerin glaube, nicht mehr arbeiten zu können
(
Urk.
8/35/45
).
Eine
schwere, eigenständige psychische Komorbidität
konnte
Dr.
E._
, der
nebst der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung im Wesentlichen lediglich eine
unter die Anpassungsstörungen zu subsumie
rende
depressive Reaktion, seit ca. Anfang 2013
,
diagnostiziert
hatte
(ICD-10 F43.21
,
Urk.
8/35/46
)
, nicht feststellen
(
Urk.
8/35/48-49)
. Zudem
verneinte
er
auch
das Vorliegen einer chronischen körperlichen Begleiterkrankung mit dem Hinweis, dass
Dr.
D._
keine rheumatologischen Befunde
festgestellt
habe (
Urk.
8/35/48).
Da es sich bei der depressiven Reaktion um ein situationsbe
dingtes Leiden handle
(Erkrankung des Ehemannes im Sommer 2012, schwie
rige
wirtschaftliche Verhältnisse nach der
Ge
schäftsschliessung
des Eheman
ne
s
), erachtete Dr.
E._
die Prognose als günstig
(
Urk.
8/35/47)
.
Dafür spricht auch, dass die Beschwerdeführerin
gemäss
ihren eigenen Angaben bis Anfang 2013 nie unter psychischen Beschwerden gelitten
hat
(
Urk.
8/35/43)
und ihre
Familienverhältnisse und ihr Freundeskreis
intakt sind (vgl.
Urk.
8/35/44), mithin also die soziale Integration
nicht verloren gegangen ist (
Urk.
8/35/48).
Eine
gleichmässige
Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichba
ren Lebensbereichen ist sodann nicht ausgewiesen. Angesichts der noch aus
baufähigen Therapiebemühungen
(
vgl.
Urk.
8/35/43
und
Urk.
8/35/50
)
und
des in der
Laboranalyse festgestellten ungenügenden Spiegels der ihr abgegebenen Psychopharmaka (
Urk.
8/35/47) ist
schliesslich
auch der ausgewiesene
Leidens
druck
der Beschwerdeführerin
im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung zu verneinen.
Gesamthaft betrachtet kann somit
auch in Anwendung der geänderten Rechtspre
chung
nicht auf eine invalidisierende Wirkung der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung geschlossen werden.
4.6
Die Bericht
e
von
Dr.
B._
vermögen die psy
chiatrische Beurteilung von Dr.
E._
nicht in Zweifel zu ziehen.
Entgegen den Darlegungen der Beschwerd
eführerin (
Urk.
1 S. 5) hat Dr.
E._
zu
m
Bericht von
Dr.
B._
vom
5.
Februar 2014
(
Urk.
8/30)
Stellung genommen und erklärt, dass
die
genannte
Diagnose einer
reaktive
n
Depression nachvollzogen werden könne. Eine selbständige Angstsymptomatik bestehe nicht. Hypochondrische Befürchtungen seien in der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung enthalten.
Dr.
B._
gehe nicht auf die anhal
tende somatoforme Schmerzstörung ein, welche im Vordergrund stehe. Er berücksichtige auch die krankheitsfremden Faktoren nicht. Die von ihm an
-
ge
führte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit könne angesichts der
insge
-
samt mil
den psychiatrischen Symptomatik nicht na
chvollzogen werden (Urk.
8/35/51-52).
Im
nur wenige Monate nach der Begutachtung bei
Dr.
E._
erstellten Bericht vom
2.
Dezember 2014
vertrat
Dr.
B._
mit der Begründung, dass sich inzwischen eine erhebliche Tendenz zur
Chronifizierung
zeige, die verständlich werde, weil auch die innere Konflikthaftigkeit aus einer grundsätzlichen Beein
trächtigung der psychischen Integrität und des Selbst hervorgehe, die Auffas
sung, dass das psychiatrische Zustandsbild der Beschwerdeführerin nunmehr einer anderen diagnostischen Kategorie zuzuordnen sei (
Urk.
8/55/6). Die aktu
ellen Diagnosen lauteten: anhaltende mindestens mittelschwere Depression auf
grund narzisstischer Beeinträchtigung und reduzierter Selbstverfügbarkeit mit deutlicher
Chronifizierungsneigung
und Angstsymptomatik (multiple phobische Ängste, die nicht Teil der depressiven Symptomatik sind). Diese – von den gut
achterlichen abweichenden - Diagnosen wurden von
Dr.
B._
befundmässig nicht untermauert und ihre Kodierung unter ICD-10 F40.8 (nicht näher bezeichnete affektive Störung) resp. ICD-10 F40.8 (sonstige phobische Störun
gen) erscheint nicht nachvollziehbar. Gleiches gilt für seine – von der gut
achterlichen ebenfalls abweichende - Schlussfolgerung, wonach aufgrund die
ser „Komorbidität“ die Schmerzproblematik mit Sicherheit nicht überwindbar sei (
Urk.
8/55/10). Es ist aufgrund der Ausführungen von
Dr.
B._
nicht ersichtlich, warum bei der Beschwerdeführerin nunmehr (vgl. demgegenüber noch
Urk.
8/30/4) eine eigenständige (von der Schmerzproblematik sowie den psychosozialen Belastungsfaktoren losgelöste) psychische Komorbidität vorlie
gen soll. Von einer
Chronifizierung
des psychischen Zustandsbildes kann sodann nach dem Gesagten angesichts der Tatsache, dass sich die Beschwerde
führerin erstmals im Juni 2013 in psychiatrische Behandlung (bei Dr.
B._
) begab (
Urk.
8/55/2), die Therapiesitzungen zumindest im Zeitpunkt der Begut
achtung (Juni 2014) nur alle drei Wochen stattfanden und in diesem Zeitpunkt auch der Medikamentenspiegel zu tief war, nicht die Rede sein. Im Übrigen
ist darauf hinzuweisen, dass eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte
lege
artis
vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von medizinischem Behandlung- und Abklä
rungsauftrag kann es nicht angehen, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu unter
schiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig
geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten (Urteile des Bundesgerichts 9C_794/2012 vom 4. März 2013 E. 4.2, 8C_997/2010 vom 10. August 2011 E. 3.2, 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 5.1).
Zudem darf und soll das Gericht
in Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten
ihrer Patienten
und Pati
entinnen aussagen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
4.7
Der Einwand der
Beschwerdeführer
in,
Dr.
E._
hätte psychiatrische und standardisierte Testverfahren durchführen müssen (
Urk.
1 S. 4)
, ist nicht stich
haltig.
Die Frage, ob und welche Zusatzuntersuchungen nebst dem psychiatri
schen Explorationsgespräch erforderlich sind, ist vom Gutachter zu beantwor
ten. So sehen die Qualitätsleitlinien für psychiatrische Gutachten in der Eidge
nössischen Invalidenversicherung der Schweizerischen Gesellschaft für Psychi
atrie und Psychotherapie in
Ziff.
4.3.2.2 vor, dass lediglich bei begründeter Indikation, wie zum Beispiel Verdacht auf neurokognitive Beeinträchtigungen oder bei schwer objektivierbaren Beschwerden bzw. geklagten
Funktionsein
bussen
, der Einsatz von geeigneten Tests zur Prüfung der Leistungsfähigkeit und auch der Leistungsbereitschaft des Exploranden bzw. der Validität der geklagten Symptome zu prüfen ist. Selbst dann ersetzen jedoch diese Verfahren nicht die gutachterlichen klinischen Untersuchungen, sondern stellen einen Zusatzbefund dar, der in die Gesamtbeurteilung einbezogen wird. Wurden – wie vorliegend - in der psychiatrischen
Untersuchung
keine derartigen Beeinträch
tigungen oder Beschwerden
gefunde
n (vgl.
Urk.
8/35/44-45
), so ist der Verzicht auf die Durchführung von Testverfahren nicht zu beanstanden.
4.8
Auf das interdisziplinäre Gutachten der
Dres
.
D._
und
E._
kann somit abgestellt werden. Es
kann deshalb -
mit dem
im Sozialversicherungsrecht
erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
- davon aus
gegangen werden
, dass die Beschwerdeführerin
im massgeblichen Zeitraum bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
9.
Februar 2015
in
der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit als Allrounderin
bei der
Y._
GmbH
nie über einen län
geren Zeitraum erheblich
eingeschränkt war.
Mangels relevanter Einschränkung in der
Tätigkeit als Allrounderin hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Vornahme eines Einkommens
vergleichs verzichtet (vgl. E. 1.6
).
5.
5.1
Im Weiteren verzichtete
die
Beschwerdegegnerin
auch
auf eine
Haushaltabklä
rung
zur Ermittlung einer allfälligen gesundheitsbedingten
Leistungseinbusse
der Beschwe
rdeführerin im Aufgabenbereich.
Zu beachten ist
diesbezüglich
,
dass der Invaliditätsgrad im Haushaltsbereich in der Regel geringer ist als der
jenige im Erwerbsbereich, da im Haushalt hauptsächlich leichtere bis mittel
schwere Tätigkeiten zu verrichten sind und es den Versicherten im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht zumutbar ist, ihre Arbeit einzuteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch z
u neh
men (vgl. BGE 133 V 5
04 E. 4.2 mit Hinweisen). Zudem
ist von Belang,
dass
Dr.
D._
und
Dr.
E._
die Ansicht vertraten, es könne
für Haushaltsarbeiten mit einem leicht- bis mittelgradig körperlich belastenden Arbeitsprofil, aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht, keine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit formuliert werden (Urk.
8/35/22). Im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung bei
Dr.
E._
hat die
Beschwerdeführerin sodann
angegeben, dass sie
den Haushalt
teilweise selbständ
ig erledigen könne (
Urk.
8/35/44
).
Da angesichts der vorliegenden Verhältnisse die
Behinderung im Haushalt 80
%
betragen müsste, damit zusammen mit dem Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von
0
%
ein Gesamtinvaliditätsgrad von 40
%
und damit Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung bes
tünde ([80
%
x 0.5 = 40
%
] + 0
%
= 40
%
), durfte die
Beschwerdegegnerin
– entgegen den Darlegung
en der Beschwerdeführerin (Urk.
1 S. 9) -
von der genauen Ermittlung des Invaliditätsgrades im Aufgaben
bereich mittels einer Haushaltabklärung absehen (vgl. Urteil des
damaligen
Eid
genössischen Versicherungsgerichts
I 246/03
vom 1
5.
Juni 2004
E.
5.2).
5.2
Die angefochtene Verfügung, mit der
ein
Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente
mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens
ver
neint wurde, erweist sich damit als rechtens
, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwer
t festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.