Decision ID: 0c09552b-1a41-55cb-aad0-474daa5e0ea4
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1972, zuletzt bis im Mai 2012 als Verkäuferin (
Charcuterie
) bei der
Y._
angestellt, meldete sich am 1
0.
Oktober 2012 unter Hinweis auf seit dem Jahr 2007 bestehende psychische Probleme erstmals bei der Eidgenös
sischen Invalidenversicheru
ng zum Leistungsbezug an (
Urk.
6
/1). Nach Abklä
rung der beruflich-erwerblichen und
medizinischen Verhältnisse verneinte
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-St
elle
,
mit Verfügung vom 2
9.
Januar 2014 einen Anspruch auf Leistungen
der Invalidenversicherung (Urk.
6
/43). Auf die dagegen erhobene Beschwerde trat das hiesige Sozialversi
cherungsgericht mit Beschluss vom 1
0.
April 2014 (mangels
rechtsgenüglich
er
Beschwerde) nicht ein (
Urk.
6
/47). Am
7.
Juli 2014 meldete sich die Versicherte erne
ut zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/54, vgl. auch
Urk.
6
/50). Die IV-Stelle tätigte erneute Abklärungen
,
wobei sie unter anderem eine polydisziplinäre
Begut
achtung veranlasste (
Urk.
6
/92, Gutachten vom
7.
November 2015). Mit Verfü
gung vom
1.
März 2016 verneinte sie
wiederum
einen Anspruch auf IV-Leistungen
(
Urk.
6/112)
. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das hiesige Sozialversicherungsgericht
mit Urteil vom 28.
September 2017 ab (
Prozess IV.2016.00379,
Urk.
6/115). Am 3
0.
August 2019 meldete sich die Versicherte
ein weiteres Mal
zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/118).
Mit Schreiben vom 10.
September 2019 forderte die IV-Stelle die Versicherte auf
,
Unterlagen, namentlich Arzt oder Spitalberichte einzureichen
,
und setzte Frist an
(
Urk.
6/119). Mit Vorbescheid vom 1
8.
Oktober 2019 (
Urk.
6/120) stellte sie das Nichteintreten auf das Leistungsbegehren in Aussicht.
Nach gewährter
Fristerstreckung (
Urk.
6/121,
6/122) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom
6.
Januar 2020
auf das Leistungsbegehren nicht ein (
Urk.
6/125 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom
6.
Januar 2020 erhob die Versicherte am
4.
Februar 2020 Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache zur Prüfung an die IV-
Stelle
zurückzuweisen. Die IV-Stelle
schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
3.
März 2020 (
Urk.
5
) auf Abwei
sung der Beschwerde,
was der Beschwerdeführerin am
4.
März 2020
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im
G
esuch
glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheb
lichen Weise geändert hat.
Dasselbe gilt bei Eingliederungsleistungen. Auch hier ist eine für den Anspruch erhebliche Tatsachenänderung glaubhaft zu machen (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.
2.
mit Hinweisen).
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass die Vorbringen der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
1.2
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsachen
änderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheb
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen. Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2).
1.3
Mit
Art.
87
Abs.
3 in Verbindung mit
Abs.
2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweige
rung immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegen
den Gesuchen befassen muss (BGE
109 V 108 E. 2a, 262 E. 3). Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht da
hingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwür
dig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungs
begehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.4
Die versicherte Person
hat
die massgebliche Tatsachenänderung mit der Neuan
meldung glaubhaft
zu
machen. Der Untersuchungsgrundsatz, wonach der Versi
cherungsträger
(oder im Beschwerdeverfahren das Gericht)
von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat, spielt insoweit nicht.
Das Gericht
legt
sodann
der beschwerdeweisen Überprüfung den Sachverhalt bzw. die Aktenlage zu Grunde, wie sie sich der Verwaltung bei Erlass der
Nichteintretensverfügung
boten
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_175/2019 vom 3
0.
Juli 2019 E. 1.1 mit Hinweisen).
1.5
Richtet sich die Beschwerde gegen einen
Nichteintretensentscheid
, hat das Gericht
nur
zu prüfen und darüber zu entscheiden, ob die Verwaltung zu Recht nicht auf das Leistu
ngsbegehren eingetreten ist. Der
richterliche Entscheid in der Sache
hat
damit
allein den
formellen Gesichtspunkt des vorinstanzlichen Nichteintretens zum Gegenstand. Mit materiellen Anträgen hat sich das Gericht dagegen nicht zu befassen (BGE 121 V 159 E. 2b, 116 V 266 E. 2
a, SVR 1997 UV Nr. 66 S. 225 E.
1a).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin begründete die
angefochtene
Verfügung
damit
,
dass das Leistungsbegehren letztmals am
1.
März 2016 abgewiesen und dies vom Sozial
versicherungsgericht des Kantons Zürich bestätigt worden sei.
Am 3.
September 2019
habe die Beschwerdeführerin ein neues Gesuch eingereicht.
Dabei seien keine
V
eränderungen
(z.B. keine neuen Diagnosen, keine neuen
Befunde, etc.) festzustellen gewesen. Auf das Gesuch
könne
deshalb nicht eingetreten werden
(
Urk.
2).
Im Verfahren führte
sie aus, der
eingereichte
Bericht von
Dr.
med.
Z._
vom
4.
Februar 2020
sei, da
erst im Beschwerdeverfahren
eingereicht, unbeachtlich (
Urk.
5).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, sie be
finde sich
in
fachärztlichen Behandlungen, aufgrund derer im Verlauf neue Befunde und Diagnosen erhoben worden seien und welche zu weiteren Überwei
sungen und neuen Behandlungsterminen geführt
hätten
. Das Zusammenstellen der Arztberichte habe viel Zeit in Anspruch genommen und sei durch die gesund
heitlichen Beeinträchtigungen und die damit verbundenen Krankheitsausfälle noch verlangsamt worden. Dank Unterstützung von Dritten habe sie nun die aktuellen medizinischen Unterlagen der IV Stelle Zürich zustellen kön
nen. Das Dossier sei deshalb
im Ra
hmen des laufenden Verfahrens
an die SVA Zürich zu einer neuen Überprüfung im Sinne einer Wiedererwägung zu retournieren.
3.
3.1
Mit ihrer Neuanmeldung vom 3
0.
August 2019 (
Urk.
6/118) hat die Beschwerde
führerin keine Unterlagen zur Glaubhaftmachung einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingereicht. Sie wurde deshalb mit Schreiben vom 1
0.
September 2019 (
Urk.
6/119) aufgefordert, aktuelle Beweismittel
,
namentlich Arzt- und Spitalberichte
,
nachzureichen,
die
sich zu einer allfälligen Veränderung ihres Gesundheitszustandes seit Erlass der letzten Verfügung äusser
te
n
. Zum Nachreichen der Unterlagen wurde der Beschwerdeführerin eine
Frist bis 1
1.
Oktober 2019 an
gesetzt
. Innert Frist liess sich die Beschwerdeführerin nicht vernehmen und es gingen auch keine Unterlagen ein, weshalb die Beschwerde
g
egnerin mit Vorbescheid vom 18.
Oktober 2019 (
Urk.
6/120) das Nichteintreten auf das Leistungsbegehren in Aussicht stellte.
Die
Beschwerdeführerin
legte in der Folge
auch
nach verlangter und ihr gewährter Fristerstreckung bis Ende
Dezember 2019 (
Urk.
6/121
und
Urk.
6/122) keine Unterlagen auf
. Auf das Schreiben vom 25. November 2019 hin hatte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin am
4.
Dezember 2019 mitgeteilt, dass sie bis anhin über keine aktuellen ärztlichen Berichte verfüge (
Urk.
6/123, 6/124). Am
6.
Januar 2020 erliess die Beschwerdegegnerin die
vorliegend angefochtene Verfügung (
Urk.
2).
3.2
N
ach dem
hiervor
Gesagten
spielt
der Untersuchungsgrundsatz i
m Neuanmel
dungsverfahren nicht
(vgl. E. 1.4
hiervor). Es ist deshalb auch nicht zu beanstan
den, dass
,
nachdem die Beschwerdeführerin ihr Gesuch
nicht weiter belegt hat
te
, die Beschwerdegegnerin
mangels glaubhaft gemachter Veränderung der tatsäch
lichen und/oder gesundheitlichen Verhältnisse auf die Neuanmeldung nicht ein
trat. Dass die Beschwerdeführerin die erforderlichen Beweismittel
nicht auflegen konnte, nachdem sie hierzu
rund
dreieinhalb Monate Zeit hatte (
10.
September
bis Ende Dezember 2019)
, ist
nicht nachvollziehbar
.
Es
bestehen weder
Anhalts
punkte dafür, dass sie dazu
nicht in der Lage war
,
noch dass sie
dies
nicht
hätte
veranlassen
können, n
achdem
sie die
Neuanmeldung einreichen und nach Erlass des Vorbescheides im Verwaltungsverfahren
auch
ein Fristerstr
eckungsgesuch einreichen konnte
. D
ie versäumte Handlung
kann auch
im Beschwerdeverfahren
nicht nachgeholt werden, da
für die beschwerdeweise Überprüfung einer
Nicht
eintretensverfügung
einzig
der Sachverhalt
zu beurteilen ist
,
wie er sich der Ver
waltung bot
und
die Aktenlage bei Erl
ass dieser Verfügung massgeben
d
ist
(Urteil des Bundesgerichts 8C_175/2019 vom 3
0.
Juli 2019 E. 1.1 mit weiteren Hinwei
sen). Damit
ist auch der
beschwerdeweise (neu) aufgelegte Bericht von
Dr.
med.
Z._
vom
4.
Februar 2020 (vgl.
Urk.
3
) unbeachtlich (vgl.
etwa
Urteil des Bundesgerichts 8C_266/
2015 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.1).
Festzuhalten bleibt, dass das Gericht die Verwaltung von vorneherein nicht zu einer Wieder
erwägung ihrer Verfügung anhalten kann (vgl.
Urk.
1 S. 1); ein gerichtlich durch
setzbarer Anspruch auf Wiedererwägung besteht nicht (vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_432/2018 vom
3.
September 2018 E. 3.1).
Di
e Beschwerde
erweist sich damit
als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
4.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) und auf
Fr.
500.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.