Decision ID: fb39045c-cdda-4c9a-a2f4-6b757129d85b
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_008
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Die Vizepräsidentin entnimmt den Akten:
1. 1.1. Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau nahm die gegen A. () geführten Ermittlungen mit Verfügung vom 13. Oktober 2021 nicht an die Hand. Die gegen diese Nichtanhandnahmeverfügung von B. () erhobene Beschwerde wies die Beschwerdekammer in  des Obergerichts mit Entscheid vom 22. April 2022 (SBK.2021.333) ab. Der Entscheid ist in Rechtskraft erwachsen.
1.2. Mit Eingabe vom 21. Oktober 2021 bei der Staatsanwaltschaft  beantragte die Beschwerdeführerin eine Entschädigung von Fr. 2'074.40 für die Ausübung ihrer Verfahrensrechte.
2. Mit Verfügung vom 26. Oktober 2021 wies die Staatsanwaltschaft -Aarau dieses Entschädigungsbegehren ab.
3. 3.1. Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin am 8. November 2021 bei der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts  mit dem Antrag, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine Parteikostenentschädigung von Fr. 2'074.40 zuzusprechen, unter  Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.
3.2. Mit Verfügung vom 16. November 2022 wurde das Beschwerdeverfahren bis zum rechtskräftigen Abschluss des Beschwerdeverfahrens SBK.2021.333 sistiert.
3.3. Mit Verfügung vom 24. Juni 2022 wurde die Sistierung infolge des  Abschlusses des Beschwerdeverfahrens SBK.2021.333 . Des Weiteren wurde darin festgehalten, dass in Erwägung gezogen würde, die verlangte Parteientschädigung, sollte sich diese als berechtigt erweisen, der Privatklägerin aufzuerlegen, weshalb diese in das  Verfahren miteinzubeziehen sei.
3.4. Mit Eingabe vom 1. Juli 2022 erstattete die Staatsanwaltschaft  die Beschwerdeantwort. Sie beantragte die Abweisung der Be-
- 3 -
schwerde, eventualiter sei die Beschwerde gutzuheissen und die  gestützt auf Art. 432 StPO vollumfänglich der Privatklägerin aufzuerlegen.
3.5. Gestützt auf eine Eingabe der Privatklägerin wurde das  mit Verfügung vom 16. August 2022 bis am 31. August 2022 sistiert. Es wurde weiter verfügt, dass das Verfahren danach ohne Mitteilung der Parteien automatisch fortgesetzt würde, und die Privatklägerin wurde , bis am 12. September 2022 die Beschwerdeantwort zu erstatten.
3.6. Mit Eingabe vom 26. September 2022 reichte die Beschwerdeführerin die Kostennote für ihre Aufwendungen im Beschwerdeverfahren zu den Akten. Des Weiteren bat sie um eine rasche Entscheidung.
3.7. Nach letztmaliger Fristerstreckung teilte die Privatklägerin mit Eingabe vom 7. Oktober 2022 mit, auf eine Beschwerdeantwort zu verzichten.

Considerations:
Die Vizepräsidentin zieht in Erwägung:
1. 1.1. Verfügungen der Staatsanwaltschaft - wie die vorliegende - sind gemäss Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO mit Beschwerde anfechtbar. Beschwerdeausschlussgründe gemäss Art. 394 StPO liegen hier keine vor. Damit ist die Beschwerde zulässig.
1.2. Ist die Beschwerdeinstanz ein Kollegialgericht, was im Kanton Aargau  § 65 Abs. 2 GOG i.V.m. § 10 und Anhang 1 Ziff. 2 Abs. 5 der  des Obergerichts des Kantons Aargau vom 21. November 2012 der Fall ist, so beurteilt die Verfahrensleitung die Beschwerde gemäss Art. 395 StPO allein, wenn diese ausschliesslich Übertretungen (lit. a) oder die wirtschaftlichen Nebenfolgen eines Entscheides bei einem strittigen  von nicht mehr als Fr. 5'000.00 (lit. b) zum Gegenstand hat. Zu den wirtschaftlichen Nebenfolgen zählt insbesondere die Entschädigung der beschuldigten Person.
Gegenstand des Beschwerdeverfahrens ist die Verfügung der  Lenzburg-Aarau vom 26. Oktober 2021, mit welcher der von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Entschädigungsanspruch von
- 4 -
Fr. 2'074.40 abgewiesen wurde. Demnach entscheidet über die  nicht die Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts als Kollegialgericht, sondern die Verfahrensleitung allein.
2. 2.1. Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau führte in der angefochtenen  aus, dass der Beizug eines Verteidigers insbesondere dann keine  Ausübung der Verfahrensrechte [im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO] darstelle, wenn das Verfahren nach einer ersten Einvernahme nicht an die Hand genommen werde. Bei Ehrverletzungsdelikten bzw. beim vorliegenden Sachverhalt handle es sich nicht um einen komplexen Fall in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht und es liege keine lange  vor, welche den Beizug eines Rechtsanwaltes gerechtfertigt hätte. Es seien auch keine schwerwiegenden Auswirkungen auf das persönliche und berufliche Leben der Beschwerdeführerin ersichtlich, zumal sie auch nur einmal einvernommen bzw. zur Sache befragt worden sei. Die  eines Anwaltes sei daher sachlich nicht geboten gewesen.  auf Entschädigung bestehe daher nicht.
2.2. In der Beschwerde wird vorgebracht, vorliegend sei offensichtlich, dass der Beizug eines Anwalts notwendig und verhältnismässig gewesen sei. Erst gestützt auf dessen Eingabe vom 25. Juni 2021 sei bei der  eine Abkehr von der beabsichtigten Verurteilung hin zum Gegenteil, einer einem Freispruch gleichgesetzten Nichtanhandnahmeverfügung, . In diesem klaren Fall erübrigten sich daher weitergehende . Ohne anwaltliche Unterstützung im Vorverfahren wäre die  mit diesem speziellen Sachverhalt und den rechtlichen Finessen eindeutig überfordert gewesen und schliesslich gar  verurteilt worden.
2.3. Mit Beschwerdeantwort bringt die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau zur Sache vor, dass das Verfahren im Zusammenhang mit einer langwierigen Auseinandersetzung zwischen der Beschwerdeführerin und der  stünde, wobei es beiden Parteien ersichtlich nur noch darum gehe, der jeweils anderen Partei möglichst viel Scherereien zu verursachen. Das vorliegende Verfahren könne und müsse damit als mutwillig verursacht  werden, weshalb die Parteientschädigung der Privatklägerin  wäre, sofern eine solche gesprochen würde.
2.4. Die Privatklägerin verzichtete schlussendlich auf die Erstattung einer .
- 5 -
3. 3.1. Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird das Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie Anspruch auf  ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer  (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO).
Zu den Aufwendungen i.S.v. Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO zählen in erster Linie die Kosten der frei gewählten Verteidigung, wenn der Beistand  der tatsächlichen oder rechtlichen Komplexität des Falls geboten war. Nicht jeder Aufwand, der im Strafverfahren entstanden ist, ist jedoch zu entschädigen. Sowohl der Beizug eines Verteidigers als auch der von diesem betriebene Aufwand müssen sich als angemessen erweisen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1136/2018 vom 28. Februar 2019 E. 1.1.1). Dabei darf nicht vergessen werden, dass es im Rahmen von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO um die Verteidigung einer vom Staat zu Unrecht beschuldigten und gegen ihren Willen in ein Strafverfahren einbezogenen Person geht (hat die beschuldigte Person die Einleitung des Verfahrens rechtswidrig und schuldhaft bewirkt, so kann die Entschädigung gemäss Art. 430 Abs. 1 lit. a StPO trotz vermuteter Unschuld herabgesetzt oder verweigert werden). Das materielle Strafrecht und das Strafprozessrecht sind zudem komplex und stellen insbesondere für Personen, die das Prozessieren nicht gewohnt sind, eine Belastung und grosse Herausforderung dar. Wer sich selbst , dürfte deshalb prinzipiell schlechter gestellt sein. Dies gilt  unabhängig von der Schwere des Deliktsvorwurfs. Auch bei  Übertretungen darf deshalb nicht generell davon ausgegangen , dass die beschuldigte Person ihre Verteidigerkosten als Ausfluss einer Art von Sozialpflichtigkeit selbst zu tragen hat. Im Übrigen sind beim  über die Angemessenheit des Beizugs eines Anwalts neben der Schwere des Tatvorwurfs und der tatsächlichen und rechtlichen  des Falls insbesondere auch die Dauer des Verfahrens und dessen  auf die persönlichen und beruflichen Verhältnisse der  Person zu berücksichtigen. Was die Angemessenheit des vom  betriebenen Aufwands betrifft, so wird sich dieser in aus juristischer Sicht einfachen Fällen auf ein Minimum beschränken; allenfalls muss es gar bei einer einfachen Konsultation sein Bewenden haben. Nur in  wird bei Verbrechen und Vergehen schon der Beizug eines  an sich als nicht angemessene Ausübung der Verfahrensrechte  werden können (BGE 138 IV 197 E. 2.3.5, 142 IV 45 E. 2.1).
Das Bundesgericht erachtete (gestützt auf die damalige Literatur)  wegen Verbrechen und Vergehen, welche bereits nach der ersten  eingestellt werden, als mögliche Ausnahmefälle, bei welchen der Beizug eines Anwalts als nicht angemessen bezeichnet werden könne, ohne sich jedoch weiter zu den konkreten Umständen einer solchen  zu äussern (BGE 138 IV 197 E. 2.3.5). In der Lehre wird indessen
- 6 -
mittlerweile die Auffassung vertreten, dass der beschuldigten Person auch in diesen Fällen zu ermöglichen sei, einen Verteidiger beizuziehen, da der Anspruch auf Waffengleichheit auch für die erste Einvernahme gelte und das Instrument des Anwalts der ersten Stunde andernfalls ad absurdum geführt würde (STEFAN WEHRENBERG/FRIEDRICH FRANK, in: Basler , Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 14 zu Art. 429 StPO; anders YVONA GRIESSER, in: Kommentar zur  Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 4 zu Art. 429 StPO, welche diesbezüglich auf die erwähnte bundesgerichtliche Rechtsprechung ).
3.2. 3.2.1. Wie sich dem Entscheid der Beschwerdekammer in Strafsachen vom 22. April 2022 (SBK.2021.333) entnehmen lässt, stehen die  und ihr Ehemann sowie die Privatklägerin seit Jahren in einem (Nachbarschafts-)Konflikt. Im Rahmen dieses Konflikts wurden mehrere Strafverfahren sowie ein Zivilprozess angehoben. Am 19. Januar 2021  die Privatklägerin eine Strafanzeige (mit Strafantrag) gegen die  wegen übler Nachrede sowie aller weiterer in Frage  Delikte. Die Privatklägerin führte aus, dass sie am 20. Oktober 2020 im Rahmen eines anderen gegen die Beschwerdeführerin geführten Strafverfahrens erfahren habe, dass die Beschwerdeführerin ihr in einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau zu Unrecht  habe, dass sie den Ehemann der Beschwerdeführerin während der Pause einer Gerichtsverhandlung als Lügner und Betrüger bezeichnet und ihn beleidigt haben soll.
Am 5. Februar 2021 verfügte die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau  auf die Strafanzeige, dass die Kantonspolizei Aargau die  zur Sache und zur Person zu befragen habe. Des Weiteren  insbesondere auch, ob nebst dem Journalisten die  Personen angeben könne, die den Vorfall miterlebt hätten. Mit  vom 17. März 2021 zeigte der Verteidiger der Beschwerdeführerin seine Vertretung an und bat um Akteneinsicht. Am 19. April 2021 wurde die Beschwerdeführerin in Anwesenheit der Privatklägerin und deren Anwalts zur Sache und ihrer Person befragt. Der Verteidiger der  war ebenfalls anwesend.
Am 21. April 2021 zeigte die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau an, dass sie nach Durchsicht der polizeilichen Einvernahme vom 19. April 2021 , einen Strafbefehl gegen die Beschwerdeführerin zu erlassen. Sofern die Beschwerdeführerin Interesse habe, vor dem Erlass eines  einen allfälligen Entlastungsbeweis im Sinne von Art. 173 Ziff. 2 StGB zu führen, sei dieser bis am 6. Mai 2021 zu benennen. Nach  Frist liess die Beschwerdeführerin (bzw. ihr Verteidiger) mit Eingabe
- 7 -
vom 25. Juni 2021 ausführen, dass die Sache mit einer  zu erledigen sei. Die Einsprachebegründung diene der  ihrer Verteidigungsrechte. Als damals beschuldigte Person habe sie sich entsprechend ausdrücken dürfen, da sie sich im damaligen  zu Unrecht beschuldigt gefühlt habe und sich mit einer Bestrafung  gesehen habe. Alsdann erging – soweit aus den vorliegenden  ersichtlich – ohne Weiterungen am 13. Oktober 2021 die .
3.2.2. Der Beschwerdeführerin ist in ihrer Auffassung, dass der Beizug eines  vorliegend angemessen war, zuzustimmen. Dies zum einen auch deshalb, weil die Privatklägerin bereits die Strafanzeige durch einen Anwalt verfassen liess und diese Anzeige nebst dem konkreten Vorwurf der üblen Nachrede verlangte, sie wegen "aller weiterer infrage kommender Delikte zu verurteilen und zu bestrafen". Für juristisch geschulte Personen mag diese Floskel nicht bedrohlich wirken, für eine Laiin hingegen schon. Zum andern handelt es sich bei Ehrverletzungsdelikten zwar grundsätzlich um Bagatellen, dennoch sind es Vergehen, was bei einer Verurteilung zu  Eintrag ins Strafregister führt. Vorliegend kommt erschwerend und entscheidend hinzu, dass es nicht nur darum ging, ob die Aussage gemacht wurde oder nicht, sondern auch darum, ob ein Rechtfertigungsgrund im Raume stand, weshalb zu klären war, ob die Aussage sachbezogen war, nicht über das Notwendige hinausging und insbesondere nicht wider  Wissens erfolgte. Hier war die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau anfänglich offenbar der Ansicht, dass keine Rechtfertigung vorliege,  sie einen Strafbefehl in Aussicht stellte. Nach Intervenieren des  der Beschwerdeführerin erliess sie schliesslich eine . Der Sachverhalt erwies sich folglich als rechtlich  komplex. Nachdem die Privatklägerin von Beginn weg anwaltlich vertreten war, ist nicht zu beanstanden, dass auch die Beschwerdeführerin gleich einen Verteidiger beauftragt hat und sich von diesem bereits an die Einvernahme begleiten liess.
Der Beschwerdeführerin ist damit eine angemessene Entschädigung für den Aufwand ihres Verteidigers zuzusprechen.
3.3. Die Höhe der Entschädigung ist nicht Gegenstand der angefochtenen . In Anbetracht dessen, dass das vorliegende Beschwerdeverfahren aufgrund von Sistierungen und Fristerstreckungen bereits mehr als ein Jahr andauert, die Entschädigungsforderung bekannt ist, den Parteien  wurde und die Privatklägerin in das vorliegende Verfahren  wurde, erscheint es opportun, dem Antrag der Beschwerdeführerin zu folgen und hier auch über die Höhe der der Beschwerdeführerin  Entschädigung zu befinden.
- 8 -
4. 4.1. Die Beschwerdeführerin macht für das Strafverfahren einen Aufwand von 8.17 Stunden geltend, was in Anbetracht des Aufwandes für die , Korrespondenz sowie die Teilnahme ihres Verteidigers an der , welche am 19. April 2021 von 13:37 Uhr bis 14:50 Uhr dauerte, nicht zu beanstanden ist. Multipliziert mit dem Regelansatz von Fr. 220.00/Stunde (§ 9 Abs. 2bis AnwT) resultiert ein Honorar von Fr. 1'797.40. Hinzu kommen Auslagen von insgesamt Fr. 107.45 ( [3 % von Fr. 1'797.40 = Fr. 53.90] und Wegspesen von Fr. 53.55) sowie die Mehrwertsteuer von 7.7 % (vgl. die Eingabe der  vom 5. August 2022). Damit resultiert ein  von Fr. 2'051.55.
4.2. Beim vorliegend gegenständlichen Delikt handelt es sich  um ein Antragsdelikt (Art. 173 StGB). Gestützt auf die  Rechtsprechung (BGE 147 IV 47 Regeste b und E. 4.2.6) geht die angemessene Entschädigung der beschuldigten Person bei einer  oder einem Freispruch bei einem Antragsdelikt in Anwendung von Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 432 Abs. 2 StPO regelmässig zulasten der . Dies gilt aufgrund Art. 310 Abs. 2 StPO auch im Falle einer Nichtanhandnahme (vgl. hierzu auch BGE 147 IV 47 E. 4.2.5).
Die Verfügung der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 26. Oktober 2021 ist folglich in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die  ist zu verpflichten, der Beschwerdeführerin für die  Ausübung ihrer Verteidigungsrechte im Strafverfahren eine  von Fr. 2'051.55 zu bezahlen.
5. 5.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens obsiegt die Beschwerdeführerin. Die Privatklägerin wurde mit Verfügung vom 24. Juni 2022 in das vorliegende Beschwerdeverfahren miteinbezogen und hat sich auch daran beteiligt,  sie eine Sistierung beantragen sowie Fristerstreckungsgesuche  liess und offenbar eine aussergerichtliche Streitbeilegung . Mit Eingabe vom 7. Oktober 2022 verzichtete sie schliesslich auf die Erstattung einer Beschwerdeantwort. Einen Antrag, wie vorliegend zu entscheiden ist, stellte sie nicht. Eine Kosten- und Entschädigungsauflage wegen Unterliegens fällt damit ausser Betracht (BGE 138 IV 248 E. 5.3). Die Verlegung der Kosten im Strafprozess richtet sich aber nicht  nach dem "Obsiegen-Unterliegen-Prinzip", sondern prinzipiell nach dem Grundsatz, wonach Kosten zu tragen hat, wer sie verursacht hat (BGE 138 IV 248 E. 4.4.1 m.w.H.; vgl. auch Art. 417 StPO). Entsprechend
- 9 -
sehen Art. 427 Abs. 2 StPO und Art. 432 Abs. 2 StPO vor, dass bei  Kosten und Entschädigungen der antragstellenden Person auferlegt werden können, wenn sie u.a. die Durchführung des Verfahrens erschwert hat. Weshalb dies in Nachachtung des Verursacherprinzips nicht auch für die Privatklägerschaft gelten soll, welche gemäss diesen  im Grundsatz gar voraussetzungslos kosten- und  ist, ist nicht einsichtig. Die Privatklägerin hat aufgrund ihrer  vom 7. Juli 2022, 12. September 2022 und 23.  2022 sowie ihres Sistierungsantrags vom 27. Juli 2022 den Ablauf des Beschwerdeverfahrens nicht nur verzögert, sondern damit auch  und folglich Kosten verursacht, für welche sie nach dem  aufzukommen hat.
5.2. 5.2.1. Als obsiegende Partei hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf  ihrer im Beschwerdeverfahren entstandenen Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte (Art. 429 Abs. 1 StPO).
Die Beschwerdeführerin macht für das Beschwerdeverfahren gestützt auf die beiden Rechnungen RE-2022-0328 vom 11. April 2022 und RE-2022-0383 vom 26. September 2022 ihres Verteidigers einen zeitlichen Aufwand von 6.57 Stunden geltend. Hiervon in Abzug zu bringen ist der Aufwand vom 2. Mai 2022 für die Sichtung des Entscheids im Verfahren SBK.2021.333 (0.58 Stunden), welcher vorliegend nichts zur Sache tut,  (gerundet) 6 Stunden verbleiben, welche mit den eingereichten  plausibel begründet sind. Multipliziert mit dem Regelstundenansatz von Fr. 220.00 und unter Berücksichtigung einer Spesenpauschale von Fr. 39.60 (= 3 % von Fr. 1'320.00) sowie der Mehrwertsteuer von 7.7 % resultiert für das Beschwerdeverfahren eine Entschädigung von total Fr. 1'464.30.
Die Position Nr. 4 in der Rechnung RE-2022-0328 vom 11. April 2022, d.h. die Aufwendung im Umfang von 0.33 Stunden, sowie die Positionen Nr. 4 – 12 in der Rechnung RE-2022-0383 vom 26. September 2022, d.h. die entsprechenden Aufwendungen im Umfang von 2.25 Stunden, standen (wie den entsprechenden Positionen ohne Weiteres zu entnehmen ist)  im Zusammenhang mit den von der Privatklägerin verlangten Sistierung und Fristerstreckungen. Folglich hat die Privatklägerin für diesen durch sie verursachten Aufwand aufzukommen und die  für das Beschwerdeverfahren mit Fr. 629.65 (= 2.58 x Fr. 220.00; + Fr. 17.05 [= 3 % Spesenpauschale von Fr. 567.60] + 7.7 % MWSt auf Fr. 584.65) zu entschädigen. Im Übrigen ist die Entschädigung der  aus der Staatskasse zu entrichten.
- 10 -
5.2.2. In Anwendung des Grundsatzes, wonach Kosten zu tragen hat, wer sie verursacht hat, erscheint es zudem gerechtfertigt, die im Zusammenhang mit den Verfügungen vom 28. Juli 2022 und vom 16. August 2022 sowie den drei Fristerstreckungsgesuchen entstandenen Verfahrenskosten im Umfang von ermessensweise Fr. 200.00 der Privatklägerin aufzuerlegen. Im Übrigen (Fr. 600.00) sind sie auf die Staatskasse zu nehmen.