Decision ID: 8856dae4-8e46-42f6-9113-f1c8c35ec6ef
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965, ist gelernter Physiklaborant und erwarb
das Handelsdiplom
und
das Höhere Wirtschaftsdiplom (
Urk.
3/11 S. 3
, Urk. 3/12/14-16
).
Ausserdem absolvierte er
di
ver
se
Weiterbildungen im Be
reich der Planung und des Verkaufs (
Urk.
3/11 S. 3, Urk. 3/12/12
, Urk. 6/14/16
).
Der Versicherte war
zuletzt
von Januar bis Ende April 2004 als Key Account Manager für die
Y._
AG tätig (Urk. 6/2/5, Urk. 6/13/1, Urk. 6/14/39
, Urk. 6/58/4
).
Im Anschluss daran war er arbeitslos und bezog Arbeitslosenentschädigung (Urk. 6/34/1).
1.2
Bei einem Unfall im März 1982 hatte sich der Versicherte am linken Handge
lenk eine
Scaphoid
fraktur
zugezogen, in deren Folge sich eine
Pseu
darthrose
bildete, die eine operative Revision benötigte (Urk.
6/1/6
). Es ver
blie
ben eine eingeschränkte Beweglichkeit des Handgelenks und gewisse Schmer
zen, auch bildete sich eine Arthrose im Handgelenk
(
Urk.
6/1/8-9)
. Am 27. Februar und 9. Ap
ril 2004
war
es zu erneuten
behandlungsbedürfti
gen
Kon
tu
sionen des linken Handgelenks
ge
kommen
, welche
eine
Arbeitsun
fähig
keit
zur Folge hatte
(Urk. 6/14/10
, Urk.
6/14/41-42)
. D
ie
Unfallver
sicherung Suva er
brachte die gesetzlichen
Leistungen
für die Folgen
dieser
Unfälle
, welche
sie am 14.
Juli 2004 (Tag
gelder) respektive am
9.
No
vem
ber 2004 (Heilbe
handlun
gen) einstellte.
Mit Verfügung vom 10. No
vember 2004
, bestätigt mit
Ein
spracheentscheid
vom 18. März 2005,
sprach sie dem Ver
sicherten eine Integritätsent
schädi
gung für eine Integritätseinbusse von 7,5 % zu. Einen Anspruch auf eine Rente verneinte sie
(Urk. 6/14/3-4).
Die dagegen erho
bene Beschwerde hob das
Sozialversi
cherungsgericht des Kantons Zürich
im Ver
fahren Nr. UV.2005.00207 mit Urteil vom 27. Juni 2006 diesen Entscheid im Rentenpunkt auf und
wies die Sache an die
Suva
zur ergänzenden Abklärung und zu einem neuen Rentenentscheid zurück. Das Bundesgericht trat auf die
dag
e
gen erhobene
Beschwerde
des Ver
sicher
ten mit Urteil
U 429/06
vom 26.
Februar 2007
nicht ein.
Mit Verfügung vom
22. August 2007
, bestätigt mit
Einspracheentscheid
vom 5. Juni 2009,
ver
fügte
die Suva
erneut, dass der Versicherte keinen Anspruch auf eine In
validenrente
der Unfall
versiche
rung
habe
.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht im Verfahren Nr. UV.2009.00251 mit Urteil vom
11.
März 2011
ab
(
Urk.
8
S. 2 f. und S. 8
)
.
1.
3
Am 29. Oktober 2004 hatte sich der Versicherte wegen Be
schwerden am lin
ken Handgelenk
und
verschiedener vegetativer Beschwer
den bei der Eidge
nössischen Invaliden
ver
sicherung zum Leistungsbezug angemeldet (Urk. 6/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nach
folgend: IV-Stelle), klärte die erwerblichen und medizinischen Verhält
nisse ab und
holte die Akten der Suva ein (
Urk.
6/14/1-43).
Mit Verfügung vom
6.
April 2005 wies sie das Rentenbegehren ab (
Urk.
6/28).
1.4
Mit Schreiben vom 2
0.
Juni 2008 teilte das Ambulatorium
Z._
des Psychi
atrie-Zentrums
A._
der
IV-Stelle
mit, dass der Versicherte in ambu
lanter psychiatrischer Behandlung stehe (Urk. 6/35). Mit Schreiben vom 6. Mai 2009
be
antragte
der Versicherte
Wiedereingliederungsmassnahmen
(Urk. 6/41).
Nach
dem die IV-Stelle am 1
4.
Mai 2009 vom Versicherten Beweismittel zur erheb
lichen Ver
än
derung der Verhältnisse seit Erlass der letzten abweisenden Verfügung ver
langt hatte (Urk. 6/43),
zog
er die Neuan
meldung mit
Schreiben vom 14.
Juli 2009 zurück (
Urk.
6/50).
Mit Vorbe
scheid vom 21.
Juli 2009 kün
digte die IV-Stelle das Nichteintreten auf das neue Leistungsbegehren
an (
Urk.
6/52).
Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 1
8.
August 2009 sinnge
mäss Einwände (
Urk.
6/53).
Mit Ver
fügung vom
2.
Oktober 2009 trat die IV-Stelle auf die Neuanmeldung wie angekündigt nicht ein (Urk. 6/56).
1.
5
Mit Schreiben vom
12. Januar 2015 meldete sich der
Versicherte
er
neut zum Leistungsbezug, namentlich für Wiedereingliederungsmassnahmen an (Urk. 6/62). Am 2. Juni 2015 reichte er der IV-Stelle
den Bericht von Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom
2.
Juni 2015 (Urk. 6/71/2-7) ein.
Die IV-Stelle traf weitere Abklärungen und holte unter anderem den Bericht von
Dr.
B._
vom
9. Juni 2015 ein (Urk. 6/83).
Mit Vorbescheid vom 10. August 2015 kündigte
die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsgesuchs an (
Urk.
6/87). Dagegen erhob der Ver
sicherte mit Schreiben vom 1
6.
September 2015 Einwände (
Urk.
6/90).
Mit Verfügung vom
14. Oktober 2015
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren wie angekündigt ab (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
16. November 2015
Be
schwerde und
beantragte,
es sei die Verfügung vom
14. Oktober 2015
aufzu
heben und
die Sache sei zur erneuten Abklärung und neuem Entscheid
über sein Leistungsbegehren (
Arbeitsvermittlung, Integrationsmassnahmen
u
nd/oder anderes
) an die Beschwerd
e
gegnerin zurückzuweisen
; dabei seien insbesondere die angestammte Tätigkeit zu erörtern, weitere Abklärungen zur Restarbeitsfähigkeit zu prüfen, der
C._
-Abklärungsbericht Praxis-Check in die Beurteilung einzubeziehen, invaliditätsfremde Faktoren im Detail zu bezeichnen und das mögliche Invalideneinkommen mit Branche, Tätigkeit, Arbeitszeit und Einkommen zu beschreiben
(Urk.
1
S.
2
). Mit der Beschwerde reichte
er
unter anderem
den Bericht
der
C._
, Fachberei
ch Arbeit, vom 13. November 2015
ein (Urk. 3/
10
). Die
Be
schwer
degegnerin
schloss in der
Beschwerdeantwort vom 1
1. Januar 2016
auf Abweisung der Be
schwerde (Urk.
5
).
Das Urteil des
Sozialversicherungs
ge
richt
des Kantons Zürich UV.2009.00251 vom 1
1.
März 2011 wird als Urk. 8 zu den Akten genommen und den Parteien mit diesem Entscheid in Kopie zugesandt.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allge
m
ei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
set
zes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Er
werbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsun
fähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesund
heit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invali
dität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invaliden
versicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Ein
schränkungen der Erwerbs
fähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des
Forderba
ren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausge
gliche
nen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer
Gesund
heitsschaden
führt also nur so
weit zu einer Erwerbsun
fä
higkeit (Art. 7 ATSG), als ange
nommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zu
mutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
1.2.1
Der
Eintritt der Invalidität
ist
für die einzelnen Leistungen der Invaliden
ver
sicherung
nach
Art.
4
Abs.
2 IVG autonom zu bestimmen (sog.
leistungsspe
zifische
Invalidität). Dabei sind die rechtlichen Vorgaben zu
berücksichtigen, die sich aus
Art.
4
Abs.
1 IVG (in Verbindung mit
Art.
8 ATSG) ergeben. Folglich begründet der
Gesundheits
schaden
für jede Leistungsart innerhalb der Eingliederungsmass
nahmen je einen eigenen Versicherungsfall (BGE 112 V 275; vgl. auch BGE 126 V 241 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts
I 159/05 vom 1
6.
März 2006 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
1.2.2
Bei den beruflichen Eingliederungsmassnahmen für Ver
sicherte mit vollende
tem 20. Altersjahr gilt der Versicherungsfall dann als eingetreten, wenn der Gesundheitsschaden sich dermassen schwerwiegend auf die Erwerbsfähigkeit auswirkt, dass der betroffenen Person die Ausübung ihrer bisherigen Erwerbstätigkeit nicht mehr zugemutet werden kann, die in Frage stehende Einglie
derungs
massnahme als notwendig erscheint und di
e erforder
lichen Krankenpflege-
und Rehabilitationsmassnahmen abge
schlos
sen sind (BGE 113 V 261 E. 1b mit Hinweisen).
Der Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die beruf
liche Eingliederung
(Art. 8 Abs. 3
lit
.
a
bis
und
Art.
14a IVG)
sowie auf Mass
nahmen beruflicher Art
(Art. 8 Abs. 3
lit
. b und
Art.
15 ff.
IVG)
entsteht gemäss
Art.
10
Abs.
1
IVG frühestens im Zeitpunkt der Geltendmachung des
Leistungs
an
spruchs
nach Art.
29 Absatz 1 ATSG.
1.2.3
Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 %
arbeits
unfähig (Art.
6 ATSG) sind, haben Anspruch auf
Integrationsmass
nahmen
zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (
Integrations
massnahmen
), sofern dadurch die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen beruflicher Art geschaffen werden können (
Art.
14a
Abs.
1
IVG
).
Als
Inte
g
rationsmassnahmen
gelten gezielte, auf die berufliche Eingliederung gerich
tete Massnahmen zur sozial-beruflichen Reha
bilitation und
Be
schäftigungs
massnahmen
(
Art.
14a
Abs.
2 IVG).
Ist aber jemand in einer anderen zumutbaren Tätigkeit arbeitsfähig, so ist er (in dieser anderen Tätigkeit)
bereits eingliederungsfähig; er braucht keine Integrationsmassnahmen mehr, um die Eingliederungsfähigkeit herzustellen. Es gibt keinen Grund, Massnahmen zur Ermöglichung einer beruflichen Ein
gliederung durchzuführen, wenn auch ohne solche Massnahmen eine beruf
liche Einglie
derung bereits umgesetzt werden kann (BGE
137 V
1 E.
7.2.3).
1.2.4
Unter dem Titel "Massnahmen beruflicher Art" sind insbesondere Berufsbe
ratung (
Art.
15 IVG), Umschulung (
Art.
17 IV
G) und Arbeitsvermittlung (Art.
18 IVG) vorgesehen.
G
emäss
Art.
18
Abs.
1 IVG
haben
a
rbeitsunfähige (
Art.
6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle veranlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
Anspruch auf Arbeitsvermittlung
bedarf
weder der Invalidität noch eines Mindestinvaliditätsgrades (SVR 2010 IV Nr. 24 S. 73 E. 4 [9C_373/2009]).
Jedoch ist
eine spezifische Einschränkung gesundheitlicher Art notwendig, wenn die Arbeitsfähigkeit einzig insoweit betroffen ist, als der versicherten Person nur leichte Tätigkeiten voll zumutbar sind. Die leistungsspezifische Invalidität des Anspruchs liegt vor, wenn die Behinderung Probleme bei der Stellensuche verursacht. Dies trifft z. B. zu, wenn wegen Stummheit oder mangelnder Mobilität kein Bewerbungsgespräch möglich ist oder dem poten
ziellen Arbeitgeber die besonderen Möglichkeiten und Grenzen der ver
sicherten Person erläutert werden müssen (z.B. welche Tätigkeiten trotz
Seh
behinderung
erledigt werden können), damit sie überhaupt eine Chance hat, den gewünschten Arbeitsplatz zu erhalte
n (SVR 2010 IV Nr. 48 S. 149 E.
2.2 und 5.2
[9C_416/2009];
zum Ganzen: Urteil
d
es Bundesgerichts 8C_641/2015 vom 1
2.
Januar 2016
).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Drei
viertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Ein
kommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch
führung der medizi
ni
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad be
stimmen
lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
5
1.5
.1
War eine Rente wegen eines zu geringen
Invali
ditäts
grades
verweigert wor
den und ist die Ver
waltung auf eine Neuan
meldung ein
getreten (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invaliden
versicherung, IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Renten
anspruch relevante Änderung des
In
validitätsgrades
erfolgt ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.5
.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
-
bezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge
ho
ben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Än
de
rung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invali
di
tätsgrad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesund
heitszu
standes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswir
kungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeits
-
fähigkeit
verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beur
teilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Ge
sund
heitszustan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der
letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswür
digung
und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.5
.3
Im Rahmen einer materiellen Revision (Art. 17 ATSG) ist die Ver
waltung ver
pflichtet, das neue Leistungsbegehren in tatsächlicher und recht
licher Hin
sicht allseitig, das heisst nic
ht nur mit Bezug auf jenes Sachver
halts
segment, in welchem eine Änderung glaubhaft gemacht worden ist, zu prü
fen. Dement
sprechend ist das Sozialversi
cherungsgericht befugt (und verpflich
tet),
bei Bedarf Teilaspekte des Rechtsverhältnisses von Amtes wegen aufzugreifen, selbst wenn diese bereits in d
er früheren rechtskräftigen Ver
fügung beurteilt wurden (Urteile des Bundes
gerichts
9C_813/2008
vom 8.
April 2009 E. 4.1 und 9C_206/2010 vom 8. Oktober 2010 E. 3.1 je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich im angefochtenen Entscheid auf den Stand
punkt,
der Beschwerdeführer sei vorübergehend in seiner Arbeits
fähig
keit eingeschränkt gewesen. Es lägen jedoch keine Gesundheitsschäden vor, welche eine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirken wür
den. Er sei
gestützt auf das Belastungsprofil von
Dr.
B._
gemäss dem Bericht vom
2.
Juni 2015
in jeglicher wechselbelastenden Büroarbeit, wie der bisher aus
geübten,
und in einer entsprechend
leidensangepassten Tätigkeit
vollum
fänglich arbeits
fähig, womit er ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen könne.
Es bestün
den invaliditätsfremde Faktoren,
die die Ausübung einer Erwerbstätig
keit erschweren oder gar verunmöglichen würden. Es bestünden weder ein
Anspruch auf Arbeitsvermittlung noch auf eine Invali
denrente
(Urk. 2
S. 1
f.).
2.2
Der
Beschwerdeführer
wendet dagegen ein
,
es sei nicht korrekt, dass er in seinem beruflichen Leben bisher leichte, wechselbelastende Büroarbeiten aus
geführt habe. Er habe nach seiner technischen Ausbildung als
Servicetech
-
ni
ker
und Verkaufsingenieur von High-Tech-Produkten gearbeitet. Seit An
fang 1990 sei er im Verkauf mit Kundenkontakt tätig gewesen. Dabei sei er auch in der Lage gewesen, Demogeräte und
Pilotinstallationen aufzubauen. Ein erheblicher Anteil sei
manuell-
technisch
gewesen und habe das Erstellen von technischen Präsentationen und Grossprojektofferten beinhaltet. Eine solche Tätigkeit sei ihm aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich, wie dies schon dem Bericht der Handchirurgie der
D._
Klinik vom 28. Oktober 2010 (Urk. 3/5) habe entnommen werden können.
Die
C._
-Aus
wertung Pra
xis Check vom 1
9.
Oktober bis 1
3.
November 2015 (Urk. 3/10) bestätige auch gemäss dem
Bericht von
Dr.
B._
die beschriebenen Beein
trächtigungen und es würden eine Arbeitsvermittlung und/oder weitere
Inte
gra
tionsmass
nahmen
empfohlen
(
Urk.
1
S. 4).
2.3
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom
12. Januar 2015
(
Urk.
6/62
) eingetreten. Das Gericht hat daher in mate
riell
-
rechtlicher Hinsicht zu prüfe
n, ob und inwiefern der Sach
verhalt, welcher der Verfügung
vom
6. April 200
5
(
Urk.
6/28
)
zugrunde gelegen hatte, sich seither
bis
zum Erlass der angefochtenen Ver
fügung vom
14. Oktober 2015
in leistungs
begründendem
Aus
mass ver
ändert hat. Die ange
foch
tene Verfügung
bildet
da
bei recht
sp
re
chungsgemäss die zeitliche Grenze der rich
ter
lichen Über
prüfungs
be
fugnis
in diesem Verfahren
(BGE 132 V 220 E. 3.1.1,
122 V 77 E. 2b, Urteil des Bundes
ge
richts 8C_76/2009 vom 19.
Mai 2009 E. 2, je mit Hin
weis).
Die Auszahlung einer allfälligen Rente ist in Anwendung von Art. 29
Abs.
1 und
Abs.
3 IVG frühestens sechs Monate nach der Neuanmeldung, mithin ab dem
1.
Juli 2015 möglich. Für das sogenannte Wartejahr nach Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG wäre somit vorerst eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit für die Zeit von Juli 2014 bis Ende Juni 2015 von durchschnittlich mindestens 40
%
massgeblich.
3.
3.1
3.1.1
In der
leistungsverneinenden
Verfügung
vom
6. April 2005
ging die IV-Stelle davon aus, dass de
r
Beschwerdeführer (nach
den Unfällen vom 27. Februar und 9. April 2004
, Urk.
6/14/10, Urk. 6/14/41-42
)
während lediglich zwei Monaten unfallbedingt arbeitsunfähig gewesen sei.
Er sei für jegliche
wech
selbelastende
Büro
arbeiten wie die bisher ausgeübten, vollumfänglich arbeitsfähig. Es würden zudem invaliditätsfremde Faktoren bestehen, die die Ausübung einer Er
werbstätigkeit erschweren oder gar verunmöglichen wür
den. Diese würden jedoch
k
einen Anspruch auf IV-Leistungen begründen. Eine
behinderungs
ange
passte
Tätigkeit könnte angetreten werden. Da er aus medizinischer Sicht nicht in der Vermittelbarkeit eingeschränkt sei, bestehe ebenfalls kein Anspruch auf Arbeitsvermittlung (Urk. 6/28/2). Diesen Ent
scheid fällte die Beschwerdegegnerin
gemäss dem Feststellungsblatt vom 6. April 2005
(Urk. 6/27)
ge
stützt auf die Suva-Akten und insbesondere auf den
kreis
ärztlichen
Bericht
von Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, vom 25. Oktober 2004 (Urk. 6/14/10-14)
sowie den Bericht von Dr.
med.
F._
, Facharzt für Chirurgie
und Orthopädie
, vom
1.
Dezember 2004 (Urk.
6/15
).
Kreisarzt
Dr.
E._
führte
im Bericht vom 25. Oktober 2004
als
unfallbe
dingte
Restfolgen bei Status nach
Scaphoidfraktur
links
und
Scaphoid-Pseu
darthrosen-Operationen
ein
sklero
siertes
,
dekonfiguriertes
Os
scaphoi
deum
mit grossflächigen
zystisch-osteo
poro
tische
n
Alte
ration
en
sowie
einer
Arth
rose im radiocarpalen Gelenk
(
Com
p
utertomographie vom 4. Mai 2004) mit leichter Bela
stungsintoleranz, mässiger Beweg
ungsein
schränkung und bel
astungsabhängigen Schmerzen
auf
.
Für das linke Handgelenk erg
ebe sich eine leichte Einschränkung der Erwerbsfähigkeit, wobei er die angestammte wechselbelastende Tätigkeit im Bürobereich vollumfänglich ausüben könne. Für das linke Handgelenk
seien wechselbelastende Tätigkeiten nötig, wobei
vereinzelte Belastungen von 10
bis 15 Kilogramm zumutbar seien. Nicht zumutbar seien
schwere Tätig
keiten wie Hämmern, Bohren, mit Vibrationen verbundene Arbeiten, Pickeln, Schaufeln, Spitzen, kraftvolles Zupacken, repetitive Stoss-, Zug- und Dreh
bewe
gungen sowie andauernde
Tastatur
ar
beiten
. Unfallbedingt seien keine Mass
nahmen notwendig.
Krankheits
bedingt
und psychosozial seien ver
schiedenste Probleme zu lösen.
Unfall
fremd
habe der Beschwerdeführer sehr viele verschiedene vegetative und körperliche Be
schwerden angegeben, insbesondere in beiden Oberarmen und in der Nacken-Schulterregion. Seine anamnestischen Angaben über sein tägliches Leben mit langen
Schlaf
etap
pen
über den ganzen Tag, kleiner Wohnung, ständigen Streitereien und Stress-Situationen mit seiner Ehefrau, Alkohol und Medika
menten würden zudem einen Einblick in eine desolate Situation geben. Eine geregelte Arbeit habe er nach Ende der letzten Stelle
als
Ver
kaufsverantwortlicher
für
Siche
rungssysteme
(per Ende April 2004) nicht gefunden
(
Urk.
6/14/13
-14
).
Dr.
F._
hielt im Bericht vom
1.
Dezember 2004
als
Diagnosen
mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit die folgenden fest:
Naviculare
Pseud
arth
rose
links,
Spongysofüllung
am 2
4.
Januar 1
9
85 und 1
3.
Februar 1986,
Teil
nekrose
der
Naviculare
und Sekundärarthrose des Handgelenks links,
Cer
vicobrachialgie
, marginale Carpaltunnelsymptomatik
(Urk. 6/15
/1-4
).
Von diesem medizinischen Hintergrund ist als Vergleichsbasis auszugehen.
3.2
3.2.1
I
m September 2005, mithin nach Erlass der leistungsverneinenden Verfügung
vom
6. April 2005
,
wurde der Beschwerdeführer von Dr. med.
G._
, Facharzt für Neurologie,
untersucht,
der
gemäss dem Bericht vom 13. Sep
tember 2005 die Diagnosen eines posttraumatischen
cervico-cephalen
Schmerz
syn
droms
mit Reizsyndrom im
rechten Arm und Gefühlsstörungen an beiden Händen, bei Status nach Treppensturz am 1
6.
Dezember 2014 mit Trauma der Halswirbelsäule (HWS) und Commotio cerebri
stellte
(Urk.
6/75/3
).
Die Magnetresonanztomographie der HWS vom 1
5.
Juli 2005 zeigte eine
mediobilaterale
Discushernie
C5/6 bei vorbestehender
mediobilateraler
Pro
trusion
, eine
Osteochondrose
und geringe Hypertrophe der
Lig
.
flava
mit hierdurch bedingter mittelgradiger, kombinierter
discaler
,
ossärer
, weniger
ligamentärer
Einengungen beider
Neuroforamina
C5/6 mit
intraforaminaler
Nervenwurzelkompression beidseits sowie eine geringe
Osteochondrose
sowie unveränderter
breitbasiger
bilateraler
Protrusion
der Bandscheibe C6/7 (Urk. 3/2a).
3.2.2
Nach der Neuanmeldung vom 12. Januar 2015 (Urk. 6/62) stellte
Dr.
B._
, welche den Beschwerdeführer seit 2004 behandelt
e
,
g
emäss
dem
Be
richt vom
9. Juni 2015
(Urk. 6/83)
die folgenden Diagnosen
mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
:
Chronisches
cervico
spondylogenes
und
cervico
cephales
Syndrom mit rezidivierendem
Reiz
syn
drom
C6 beidseits bei
Protrusion
C5/6 mit Einen
gung des
Neuro
foramens
beidseits bei Status nach
Wurzelin
filt
ration
C6 und
Faszettenge
lenks
infil
tration
C5/6 rechts 2010,
Neuro
fora
men
stenosen
C4/5 und
C5/6 beid
seits, linksbetont;
u
lnocarpale
Rest
beschwerden
bei fortge
schrittener
Radio-Inter
capalarthrose
und
Rhiz
arthrose
der Hände beidseits, Status nach
Sca
phoid
resektion
und Resek
tion des
Pro
c
essus
sty
loideus
radii
und
medio
carpaler
Teilarthro
de
se
links im Juli 2010
sowie Status nach Resektion des Os
pisiforme
links im Februar 2014 (Urk. 6/83/1). Im Bericht vom
2.
Juni 2015 hatte
Dr.
B._
ausserdem den Status nach Resektion des
Processus
styloideus
ulnae
links vom 24. Februar 2012 festge
halten (Urk. 6/71/2; vgl. auch: Berichte der
D._
Klinik vom 2
8.
Oktober 2010, Urk. 6/76/3-4, vom 8. und 24. April 2014, Urk. 6/75/1-2, Urk. 6/76/1-2).
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
B._
im Bericht vom 9. Juni 2015
die folgenden auf:
Hochgradige
Femoropatellar
arth
r
ose
beidseits, chronisches
Lumbovertebralsyndrom
, Status nach offener
Septorhinoplastik
mit Osteotomie bei Status nach traumatischer
Septumfrak
tur
im Jahr 2008 und nach
Revisionsseptorhinoplastik
im August 2013; depres
sive Entwicklung; n
arzisstische Persönlichkeitsstörung mit akzen
tu
ierten dissozialen und zwanghaften Zügen (
Urk.
6/83/1).
Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar. Der Beschwerde
führer dürfe nur noch körperlich nicht belastende Arbeiten aus
ü
ben und sollte auf überdurchschnittliche manuelle Tätigkeiten ver
zichten können. Eine leidensangepasste Tätigkeit ohne überdurchschnitt
lich
psychi
schen oder physischen Leistungsdruck sei zu 100
%
zumutbar (Urk.
6/83/2-3).
Im
Bericht vom
2.
Juni 2015
führte
Dr.
B._
zudem
aus
,
der Beschwerde
führer sei
in seinen angestammten Berufen als Physiklaborant,
Verkaufsad
ministrator
, Aussendienstmitarbeiter und Verkaufs-,
Marketing
leiter
seit 2004 nicht mehr arbeitsfähig. Die Beschwerden der linken Hand würden zu erheblichen Einschränkungen führen, wodurch diese nur noch sehr begrenzt einsetzbar sei (
Einhänder
).
Neben den somatogenen Einschränkungen seien ebenso psychische Krankheiten vorhanden.
Weitere seien
dem Beschwerde
führer schwere Tätigkeiten sowie Tätigkeiten, welche zu Schlägen oder Vib
rationen der linken Hand
gelenke führen würde, Tätigkeiten mit Stoss-, Zug- und Drehbewegungen, insbesondere
eine manuelle oder repetitive
linkshän
dige Tätigkeiten
,
nicht mehr zumutbar.
Tastatur
arbeiten
müssten in regel
mässigen Abständen unterbrochen werden.
Als ideal würden leichte,
wech
selbelastende
Büro
arbeiten angesehen. Es sei zudem auf eine freie
Arbeitsge
staltung
in einem unterstützenden Umfeld zu achten.
A
ufgrund der
Gesamt
betrachtung
sei eine
interdisziplinäre Abklärung der Arbeitsmög
lichkeiten angebracht (Urk. 6/71/5).
Aus dem Bericht des Röntgeninstituts
Z._
vom 1
3.
Juli 2015 ist des Wei
teren
zu entnehmen
, dass
beim
Beschwerdeführer
nach
einem Sturz mit Knie- und Distorsion des Oberen Sprunggelenkes (OSG)
sowie Anprall des Kleinfingers ein Korbhenkelriss des lateralen Meniskus am rechten Knie und Kontusionsödeme am OSG mit fraglicher
trabekulärer
Fraktur festgestellt wurden (Urk. 6/85).
3.2.3
Der E-Mail der Psychologin
H._
vom 7. Mai 2015 ist sodann zu entnehmen, dass
beim Beschwerdeführer Symptome vorliegen würden, welche einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32) entsprechen würden. Zudem bestehe eine narzis
s
tische
Persönlichkeits
stö
rung
mit akzentuierten zwanghaften Zügen (ICD-10 F60.8; Urk. 6/71/7).
Dem (unvollständig vorliegenden) undatierten Bericht des Psychia
trischen Zentrums
I._
(Dr. med.
J._
)
ist sodann zu ent
nehmen, dass eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (emotional-instabil, sensitiv
mit paranoischem Einschlag
) vorliege (Urk. 6/73/6).
Den Akten ist
ferner
eine
(
wohl vom Beschwerdeführer erstellte
)
Zusammen
fassung eines
im Rahmen eines Strafverfahrens erstellten
psychia
trischen Gutachtens von Dr.
med.
K._
vom 27.
April
2009 zu ent
nehmen (Urk. 6/74/3-4).
Das betreffende psychiatrische
Gutachten ist indes nicht in den Akten.
3.
3
3.3.1
Mit den
vorliegenden Akten
ist ausgewiesen, dass
im Vergleich zum Gesund
heitszustand
des Beschwerdeführers
bei Erlass der Verfügung vom
6. April
2005
(Urk.
6/28
) sowohl in somatischer als auch in psy
chischer Hinsicht neue
und/oder erweiterte, bisher nicht berücksichtigte
Beschwerdebilder
und Diag
nosen vorliegen
, und zwar
an der HWS,
der Lenden
wirbelsäule (LWS),
an den Knien
, am rechten OSG
und an der Nase
sowie ein veränderter
Zustand nach mehreren zusätzlichen Operationen am linken Handgelenk, ausserdem
eine depressive Symptomatik und eine Persönlichkeitsstörung.
Sodann
wurde von
der be
han
deln
den somatischen Ärztin
Dr.
B._
eine Arbeitsunfähigkeit von
100
%
in der angestammten Tätigkeit
attestiert
.
Ein
schätzungen von anderen Fachärzten, insbesondere eines psychiatrischen Experten, liegen nicht vor.
Auch wenn Dr.
B._
bezüglich
einer leidensangepassten Tätigkeit
auf
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
schloss
, kann
daher allein auf ihre Einschätzung
eine erh
ebliche Verschlechterung des Gesund
heitszu
standes mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und die Beg
ründung eines Anspruchs auf Einglie
de
rungs
massnahmen sowie auf eine Rente mit Blick auf
Art.
28
Abs.
1 IVG entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht ohne Weiteres aus
ge
schlossen werden.
3.3.2
Entgegen der gegebenen Aktenlage
ging die Beschwerdegegnerin ohne wei
tere Abklärungen
und ohne nachvollziehbare Begründung
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
in
der angestammten Tätigkeit
aus.
Ferner wurde trotz der Empfehlung von Dr.
B._
zu interdisziplinärer Abklärung der Arbeits
mög
lichkeiten und trotz der somatischen und psychischen Diagnosen keine solche vorge
nommen.
Der Hinweis
der Beschwerdegegnerin
auf invaliditätsfremde Faktoren, welche
weder
in der Begründung des angefochtenen Entscheides
(
Urk.
2)
noch in der Beschwerdeantwort (
Urk.
5) im Einzelnen aufgeführt
wurden, genügt bei ge
gebener Aktenlage nicht
zur
Verneinung eines
invalidenversicherungsrecht
lich
massgeblichen Gesundheitsschadens
. Den Akten ist zwar zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer von 2013 bis im Sommer 2015 eine Gefängnis
strafe verbüsste (
Urk.
6/80/2
; vgl. auch
Urk.
3/10 S. 2,
Urk.
6/41,
6/
53,
6/
57,
6/
62
).
Dies allein ist indes kein Grund für die Annahme
leistungsausschlies
sender
Verhältnisse, zumal eigen
ständige somatische und psychia
trische Diagnosen
ausgewiesen sind
(Urk. 6/71/5, Urk. 6/71/7, Urk. 6/73/6)
.
Insbesondere i
n Bezug auf
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG ist zu beachten, dass für die Berechnung der Wartezeit
die
während der Straf
verbüssung zurück
ge
legte Zeiten von Arbeitsunfähigkeit zu berücksichtigen sind. Dabei ist für die Be
messung der Arbeitsunfähigkeit von den tatsächliche
n oder wahr
schein
lichen Gegeben
heiten nach der Strafverbüssung auszugehen (
vgl.
BGE 114 V 2
25
E. 3
,
BGE 102 V
167 E
. 2
; Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozial
ve
rsiche
rungsrecht
, Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung (IVG), 2.
Auflage 2010,
Art.
28 S. 280).
4.
4.1
Nach dem Gesagten
hat die Beschwerdegegnerin ihre Annahme einer (nach wie vor) 100%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätig
keit (
Urk.
2) damit ohne ge
nügende Begründung und ohne beweisrechtlich aus
reichende
Entscheidungs
grundlage
(vgl.
vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c
) getroffen.
B
ei gegebener Akten- und Rechtslage
kann daher
nicht ab
schliessend über die Leistungsansprüche des Beschwerdeführers
nach
der Neuanmeldung vom
1
2.
Januar 2015
(
Urk.
6/62)
entschieden werden. Insbesondere
kann nicht ohne Weiteres ausgeschlossen werden, dass ein
invalidenversicherungsrecht
lich
relevanter Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegt.
Die Beschwerdegegnerin hat daher im Sinne der Erwägungen ein inter
diszipli
näres medizinisches Gutachten zur Frage der
(hypothetischen)
Arbeits
fähigkeit
(im Sinne von
BGE 114 V 225
E. 3)
ab
Juli 2014
i
n der angestammten Tätigkeit
sowie in einer leidensangepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung sämtlicher Beschwerden und des chronologischen Verlaufs einzuholen.
Die Experten werden sich insbesondere auch zur Frage zu äus
sern haben, ob und inwiefern sich die Arbeitsfähigkeit im Vergleich mit der Gesundheitssituation Anfang 2005 verändert hat.
Dabei
sind
den gutachterlichen Experten nebst den übrigen Akten auch
ärzt
liche Berichte
zu den
psychischen Beschwerden vorzulegen, welche vorab von den behandelnden Experten, namentlich von der Psychologin
H._
(Urk. 6/71/7), vo
m
Psychiatrie-Zentrum
A._
, Ambulatorium
Z._
(Urk. 6/35),
und vom Psychiatrischen Zentrum
I._
(Dr.
J._
; Urk. 6/74/5
) einzuholen sind.
4.2
Die an
gefochtene Verfügung vom
14. Oktober 2015
(Urk. 2) ist somit aufzu
heben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden medi
zi
ni
schen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum neuen Entscheid über das
neue
Leistungsbegehren des Beschwerdeführers vom
12. Januar 2015
(
Urk. 6/62
) zurück
zuweisen.
5
.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen). Da der Streitgegen
stand
die Be
willigung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen betrifft, ist das Ver
fahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensauf
wand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), ermessensweise
auf Fr. 6
00.-- anzusetzen und der
Beschwerde
gegnerin
aufzu
erlegen.