Decision ID: 483c3d7b-677a-4535-a9e3-d1ed4e98c6d5
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1974,
war vom 18. Juni 2011 bis 30. November 2017 bei der
Y._
AG in
Z._
als
Logistikerin
angestellt (vgl. Urk. 9/49,
Urk.
9/60/42-43 und
Urk.
9/60/49-56).
1.2
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, hatte zuvor mit Verfügung vom 27. Januar 2011 (Urk. 9/31) den Anspruch der Versicherten auf Leistungen der
Eidgenössischen
Invalidenversicherung
verneint
. Diese Verfügung
war
unangefochten in Rechtskraft
erwachsen
. Auf die Neuanmeldung vom 30. März 2015 (Urk. 9/35)
war
die IV-Stelle mit Verfügung vom 27. August 2015 (Urk. 9/43) nicht ein
getreten
. Auch diese Verfügung
war
unangefochten in Rechtskraft
erwachsen
(vgl. zur gesamten Vorgeschichte Urk. 1 S. 3).
1.3
Am 20. Juni und 19. September 2017 (Urk. 9/60/49-56 und Urk. 9/49) meldete sich die Versicherte
unter Hinweis auf zwei Rückenoperationen
erneut zum Bezug von Leistungen bei der IV-Stelle an. Mit Schreiben vom 25. Januar 2018 (Urk. 9/66) teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass keine Eingliederungs
massnahmen möglich seien und dass der Rentenanspruch geprüft werde.
Nach Abklärung der beruflich-erwerblichen und medizinischen Verhältnisse (ins
besondere Einholung von Berichten der behandelnden Ärzte)
stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 20. Mai 2019 (Urk. 9/97) in Aussicht, ihr ab 1. März bis 31. Mai 2018 eine ganze und ab 1. Juni 2018 bis 31. März 2019 eine halbe befristete Invalidenrente zuzusprechen. Ab April 2019 bestehe kein Rentenanspruch mehr. Dagegen liess die Versicherte mit Eingaben vom 17. Juni 2018 (Urk. 9/99) und 26. August 2019 (Urk. 9/104) Einwand erheben und die Zu
sprechung einer unbefristeten Invalidenrente beziehungsweise die Einholung eines Gutachtens
oder
die Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen beantragen.
Mit Verfügungen vom 31. August 2020 (Urk. 2) sprach die IV-Stelle der Ver
sicherten befristete Rentenleistungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung zu, und zwar ab 1. März 2018 bi
s 31. Mai 2018 eine ganze
und ab 1. Juni 2018 bis 31. März 2019 eine ha
l
be Rente. Für die Zeit danach verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch der Versicherten.
2.
Dagegen liess die Versicherte mit Eingabe vom 25. September 2020 (Urk. 1) Beschwerde erheben mit folgenden Anträgen:
1.
Es sei die IV-Verfügung vom 31. August 2020 aufzuheben und es sei der Beschwerdeführerin eine unbefristete ganze IV-Rente zuzusprechen.
2.
Eventualiter sei die IV-Verfügung vom 31. August 2020 aufzu
heben und es sei die IV-Stelle zu verpflichten, eine bi-disziplinäre Begutachtung durchzuführen und
über den Anspruch auf eine IV-Rente neu zu verfügen.
3.
Unte
r K
osten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gegen
partei.
Zudem liess die Versicherte
um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsbeiständin ersuchen. Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 4. November 2020 (Urk. 8) auf Abweisung der Beschwerde, wovon die Versicherte in Kenntnis gesetzt wurde (vgl. Urk. 14).
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSV
), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen Einspracheentscheids eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
2.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art.
28a
Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
2.4
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden
Bestimmungen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art.
88a
IVV) analog anzu
wenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts
9C_122
/2020 vom 26. Februar 2021 E. 2). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit dem
jenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art.
88a
Abs. 1 IVV fest
zusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E.
2d
mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts
8C_375
/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und
8C_350
/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E.
2d
; Urteil des Bundesgerichts
8C_780
/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Rn 11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E.
2d
; vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_440
/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und
9C_50
/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E.
2d
; Urteile des Bundesgerichts
8C_765
/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streit
gegenständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügungen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundesgerichts
8C_489
/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
2.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E.
3a
mit Hinweis).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur B
egründung der
angefochtenen Verfügung
en
vom
31. August 2020 (Urk. 2) im Wesentlichen aus, dass
der Beschwerdeführerin ihre bisherige Tätigkeit als
Logistikerin
seit November 2016 nicht mehr zumutbar sei. Zufolge verspäteter Anmeldung sei aber erst der Rentenanspruch ab März 2018 zu prüfen gewesen. Von November 2016 bis März 2018 sei ihr jegliche Tätigkeit gesundheitsbedingt nicht möglich gewesen; es sei eine Einschränkung von 100 % ausgewiesen. Das entspreche dem Invaliditätsgrad. Ab März 2018 sei es zu einer gesundheitlichen Verbesserung gekommen.
Ab dann sei der Beschwerdeführerin eine angepasste, leichte Tätigkeit zu 50 % zumutbar gewesen. Somit bestehe ab Juni 2018 ein Anspruch auf eine halbe Rente (bei einem Invaliditätsgrad von 54 %). Im Januar 2019 sei es erneut zu einer Ver
besserung gekommen. Ab diesem Zeitpunkt sei der Beschwerdeführerin eine an
gepasste, leichte Tätigkeit wieder zu 100 % möglich. Ab April 2019 bestehe kein Rentenanspruch mehr, da der Invaliditätsgrad unter 40 % liege. Er betrage 7 % (vgl.
dazu die
Einkommensvergleiche in Urk. 2). Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) habe die gesamte medizinische Aktenlage geprüft, namentlich auch die von der Beschwerdeführerin im V
orbescheidverfahren eingereichten
Unterlagen. Es sei festgestellt worden, dass durch die neue Diagnose der sturzbedingten Deck
plattenimpressionsfraktur eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit vom 13. Juli bis 30. August
2019
bestanden habe. Diese kurzfristige Arbeitsunfähigkeit ergebe keinen Anspruch auf eine Invalidenrente
. Eine Verschlechterung des Gesund
heitszustandes werde erst ab einer Dauer von drei Monaten berücksichtigt. An der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit halte man fest.
3.2
Demgegenüber liess die Beschwerdeführerin im Wesent
lichen vor
bringen
(Urk. 1), dass gestützt auf die medizinischen Akten entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin keine Verbesserung des Gesundheitszustandes ab 30. März 2018 ausgewiesen sei. Es treffe nicht zu, dass die Beschwerdeführerin in der Lage gewesen sei, im Rahmen eines 50
%-Pensums eine
r
angepassten Tätigkeit nach
zugehen.
Medizinisch ausgewiesen sei eine weitgehende
100%ige
Arbeits
unfähigkeit bis 30. September 2018 und eine
80%ige
Arbeitsunfähigkeit für
jegliche Tätigkeit ab 1. Oktober 201
8.
Der Anspruch auf eine ganze Invaliden
rente sei nach wie vor ausgewiesen gewesen
(S. 6)
. Auch die Annahme der Beschwerdegegnerin, wonach sich der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin ab April 2019 so verbessert habe, dass sie in der Lage gewesen sei, einer vollen Erwerbstätigkeit nachzugehen, könne sich nicht auf die medizinischen Akten stützen. Selbst der RAD gehe zumindest bis Januar 2020 von einer
100%igen
Arbeits
un
fähigkeit aus; demzufolge sei der Anspruch auf eine unbe
fristete ganze Invalidenrente bis April 2020 (Januar 2020 plus drei Monate) aus
gewiesen
(S. 9)
. In Bezug auf die Zeit danach sei die medizinische Aktenlage unklar. Auf die Aktenbeurteilung des RAD könne nicht abgestellt werden, da kein lückenloser Befund vorgelegen und es sich eben nicht lediglich um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts gehandelt habe.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ein fachärztliches Gutachten einzuholen, um über den streitigen Rentenanspruch ab April 2020 neu zu ver
fügen
(S. 10)
.
3.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht von einer ab März 2018 eingetretenen Gesundheitsverbesserung ausgegangen ist und demzufolge die der Beschwerdeführer
in
mit Wirkung ab 1. März 2018 zugesprochene ganze Invalidenrente bis Ende Mai 2018 befristet, die Rente ab 1. Juli 2018 auf eine halbe Rente herabgesetzt und diese ab 1. April 2019 nach einer (ebenfalls um
strittenen) erneuten Gesundheitsverbesserung zur Gänze aufgehoben hat.
4.
4.1
Der Leitende Arzt
Dr.
med.
A._
von der
B._
Klinik stellte anlässlich einer Jahreskontrolle in seinem Bericht vom 19. Januar 2018 (Urk. 9/70
; vgl. auch Urk. 9/92/21-22
) folgende Diagnosen:
Persistierendes links-betontes belastungsabhängiges lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit/bei:
-
V. a. störenden Schraubenkopf
S1
links
-
St. n.
L5-Laminektomie
rezessale
und
foraminale
Dekompression
L5
/
S1
beidseits mit intersomatischer Re-
Spondylodese
rechts sowie Schrauben
wechsel
L5
und
S1
links am 16.01.2017 bei Verdacht auf dynamische
L5
-Wurzelkompression links bei
Spondylodese
L5
beidseits mit links
dominanten Lumbalgien
-
St. n. diagnostischer/therapeutischer
S1
-Schraubenkopfinfiltration links unter BV vom 14.11.2017 mit 1-wöchig gutem Ansprechen
Die Beschwerdeführerin berichte darüber, dass sie nach der Schraubenkopf
infiltration etwa zehn Tage lang nur wenig Schmerzen gehabt habe. Danach seien die Schmerzen zurückgekehrt (links
lumbosakral
mit Ausstrahlung in die linke
Hüfte und in den Oberschenkel). Vor allem die Schmerzen in der Nacht seien sehr störend. Er könne sich die Beschwerden nicht eindeutig erklären. Allenfalls könne ein störender
S1
-Schraubenkopf vorliegen. Er würde aber noch keine
Implantatentfernung
empfehlen, da die intersomatische Fusion noch nicht voll
ständig ausgeheilt sei. Er empfehle eine symptomatische Behandlung. Er habe der Beschwerdeführerin auf der Taggeldversicherungskarte eine
100%ige
Arbeits
unfähigkeit für körperlich belastende Tätigkeiten bestätigt. Eine Beurteilung der
Spondylodese
L5
/
S1
könne frühestens im Januar 2019
erfolgen
. Sollten dann die Beschwerden immer noch bestehen, könne eine Osteosynthese-Material
entfernung diskutiert werden.
4.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin, beratender Arzt der involvierten Krankentaggeldversicherung (AXA Versicherungen AG)
,
führte in seinem Bericht («Stellungnahme») vom 29. März 2018 (Urk. 9/92/13; vgl. auch Urk. 9/92/19) aus, dass ein Status nach Dekom
pression
L5
/
S1
und nach
Spondylodese
und
Respondylodese
L5
und
S1
(16. Januar 2017)
bestehe
. Es sei eine
Implantatentfernung
geplant, aber nicht vor Januar 201
9.
Die Situation sei unbefriedigend. Es bestehe eine chronische Schmerzentwicklung. Die Beschwerdeführerin sei als Lagermitarbeiterin voll arbeitsunfähig. Er könne die Dauer
der Arbeitsunfähigkeit
nicht prognostizieren. In einer wirbelsäulenschonenden Tätigkeit bestehe ab sofort eine
50%ige
Arbeits
fähigkeit; die Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei durch den Hausarzt zu beurteilen.
4.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Neurochirurgie,
vom
E._
,
F._
,
führte in seinem Bericht vom 25. April 2018 (Urk. 9/71/7-12) aus, dass die Eingliederungsprognose eher schlecht sei und ein
chronifizierter
Verlauf vorliege. Er könne nicht beurteilen, wie viele Stunden pro Tag eine dem Leiden angepasste Tätigkeit zumutbar sei.
4.4
Dr.
D._
erklärte am 17. Mai 2018, dass er keine chirurgische Option zur Ver
besserung der Situation erkennen könne. Von einer
Implantatentfernung
rate er ab (Urk. 9/103/4-5).
4.5
Chefarzt
Dr.
med.
G._
und Assistenzärztin
Dr.
medic
.
H._
vom
I._
, wo sich die Beschwerdeführerin vom
3.
bis 30. Juni 2018 zur stationären Rehabilitation aufhielt, hielten in ihrem Bericht vom 16. Juli 2018 (Urk. 9/84; vgl. auch Urk. 9/85) fest, dass die Rehabilitationsziele nur teilweise erreicht worden seien. Die Leistungs- und Belastungsfähigkeit seien unter den Therapien verbessert worden. Ein Zugang zu psychosomatischen Zusammen
hängen vor dem Hintergrund hoher
Scores
im Angst-bedingten Vermeidungs
verhalten und auch einer subjektiv geringen Selbsteinschätzung bezüglich möglichem Arbeitsniveau
habe aber nicht erreicht werden können. Der Beschwerdeführerin wurde vom 3. Juni bis 14. Juli 2018 eine
100%ige
Arbeits
unfähigkeit attestiert.
4.6
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom RAD erklärte am 31. August 2018, dass die Beschwerdeführerin als
Logistikerin
seit 16. November 2016 auf Dauer zu 100 % arbeitsunfähig sei. In einer leidens
angepassten Tätigkeit sei sie bis voraussichtlich mindestens Januar 2019 eben
falls zu 100 % arbeitsunfähig
. Man müsse den Verlauf bis Januar 2019 abwarten
(Urk. 9/
105/6-7).
4.7
Nachdem
Dr.
J._
von der Beschwerdegegnerin darauf hingewiesen worden war, dass sich die Beschwerdeführerin zum Kontrolltermin von Januar 2019 bei der
B._
Klinik nicht gemeldet hatte, führte er aus, dass aktuell keine ärzt
lichen Behandlungen stattzufinden schienen. Damit müsse davon ausgegangen werden, dass diese nicht mehr notwendig se
ien. Die Beschwerdeführerin sei
weiterhin und auf Dauer als Lagermitarbeiterin zu 100 % arbeitsunfähig. In einer angepassten Tätigkeit gemäss Belastungsprofil betrage die Arbeitsunfähigkeit:
100 % Arbeitsunfähigkeit vom 16. November 2016 bis 29. März 2018
50 % Arbeitsunfähigkeit vom 30. März bis 31. Dezember 2018
0 % Arbeitsunfähigkeit ab 1. Januar 2019
Es sei nicht davon auszugehen, dass die weiteren medizinischen Massnahmen zu einer relevanten Reduktion der A
rbeitsunfähigkeit führten (Urk. 9/105/8-10).
4.8
Die stellvertretende Oberärztin
Dr. med. K._
und die leitende Oberärztin
Dr.
med.
L._
von der
B._
Klinik führten in ihrem Bericht vom 13. Februar 2019 (Urk. 9/114/7-9) aus, dass unverändert ein chronisches Schmerzsyndrom mit Betonung in der Wirbelsäule
bestehe
, dort insbesondere lumbal, mit am ehesten
pseudoradikulären
Schmerzausstrahlungen und sensiblen Reizphänomenen in Armen und Beinen sowie sicherlich mindestens teilweise
zervikogenem
Kopfschmerz.
4.9
Am 15. April 2019 berichteten
Dr. K._
und Oberärztin
Dr.
med.
M._
von der
B._
Klinik von einer geklagten Schmerzakzentuierung bei chronischem Schmerzsyndrom. Insgesamt sei weiter von
pseudoradikulären
Schmerz
ausstrahlungen im Rahmen der Grunderkrankung auszugehen (Urk. 9/114/1
0
-13).
4.10
Oberärztin
Dr.
med.
N._
und Assistenzärztin med. pract.
O._
vom Spital
P._
diagnostizierten in ihrem Bericht vom 16. Juli 2019 (Urk. 9/114/20-21) unter anderem eine frische, anteriore Deckplattenimpressionsfraktur
LWK2
vom
13. Juli 201
9.
Die Beschwerdeführerin sei auf den Rücken gefallen und habe seit
her stärkste Schmerzen im
thorako
-lumbalen Übergang
(vgl. auch Urk. 9/114/22-23 und Urk. 9/115/6-9).
4.11
Dr.
J._
erklärte am 29. O
ktober 2019, dass als relevante neue Diagnose eine sturzbedingte Deckplattenimpressionsfraktur
LWK2
hinzukomme. Bis zur Konsolidation der Wirbelfraktur würden voraussichtlich etwa sechs Monate ver
gehen, während derer die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig sei, auch für eine angepasste Tätigkeit (Urk. 9/118/3).
4.12
Am 13. Februar 2020 führte
Dr.
J._
aus, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als
Logistikerin
auf Dauer arbeitsunfähig sei. In einer angepassten Tätigkeit hätten folgende Arbeitsunfähigkeiten bestanden: 100 % vom 16. November 2016 bis 29. März 2018, 50 % Arbeitsunfähigkeit vom 30. März bis 31. Dezember 2018 und 0 % Arbeitsunfähigkeit ab 1. Januar 201
9.
Die Reduktion auf 50 % begründete
Dr.
J._
mit dem Verweis auf
Dr.
C._
und dessen Bericht vom 29. März 2018, diejenige auf 0 % mit dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin die vorgesehene Kontrolluntersuchung in der
B._
Klinik im Januar 2019 nicht wahrgenommen habe. Damit müsse mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass eine Untersuchung nicht mehr notwendig gewesen sei. Zudem habe vom 13. Juli bis 30. August 2019 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %
bestanden
(Urk. 9/118/5)
.
4.13
Dr.
med.
Q._
, Facharzt FMH für
Neurologie
, führte in seinem Bericht vom 1. September 2020 (Urk. 3/6) aus, dass ein ausgeprägtes und weitgehend generalisiertes Schmerzsyndrom mit hauptsächlich panvertebralen Beschwerden bei Status nach zwei LWS-Eingriffen bestehe. Seit einigen Monaten sei neu ein cervico-cephales Schmerzsyndrom hinzugekommen. Es sei eine stationäre Rehabilitation angezeigt.
4.14
Dr.
med.
R._
, Facharzt FMH für Rheumatologie, erklärte in seinem Bericht vom 14. September 2020 (Urk. 3/4; vgl. auch Urk. 3/1-3), dass die Beschwerde
führerin an chronischen multifaktoriellen Schmerzen des Bewegungsapparates leide. Aktuell stehe eine weiterhin aktive Deckplattenimpression
s
fraktur
LWK2
im Vordergrund
.
Insbesondere
in der
SPECT
-CT-Untersuchung 2019 zeige sich weiterhin eine Aktivität in diesem Segment.
5.
5.1
Aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten ist erstellt, dass bei der Beschwerdeführerin verschiedene Gesundheitsbeeinträchtigungen vorhanden sind und dass diese Beeinträchtigungen nach wie vor Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin haben. Zwischen den Parteien ist jedoch
umstritten, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin jeweils ab März 2018 und Januar 2019 erheblich verbessert hat, was in einem ersten Schritt zu einer Rentenherabsetzung ab Juni 2018 (Herabsetzung von einer ganzen auf eine halbe Invalidenrente) und in einem zweiten Schritt zu einer Renten
aufhebung per Ende März 2019 geführt hat.
5.2
In medizinischer Sicht stützten die Beschwerdegegnerin beziehungsweise
der
RAD-Arzt
Dr.
J._
die
Annahme
, wonach es im März 2018 zu einer Gesund
heitsverbesserung gekommen sei, einzig
(vgl. Urk. 9/118/5 und oben E. 4.12)
auf die
Stellungnahme von
Dr.
C._
vom 29. März 2018 (Urk. 9/92/13; vgl. oben E. 4.2). Vorauszuschicken ist, dass - soweit ersichtlich - weder Dr.
J._
noch
Dr.
C._
die Beschwerdeführerin jemals untersucht haben. Wie ebenfalls den Akten zu entn
ehmen ist, erweist sich der laut
Beschwerdegegnerin massgebende Bericht von
Dr.
C._
als ausgesproche
n kurz; es handelt sich offensichtlich lediglich um eine interne Kurzn
otiz.
Dr.
C._
begründet
denn
auch
seine Auf
fassung, wonach ab sofort wieder eine
50%ige
Arbeitsfähigkeit in einer wirbel
säulenschonenden Tätigkeit zumutbar sein sollte, mit keinem Wort.
Auch d
er Bericht von
Dr.
J._
vom 13. Februar 2020, in dem er sich die Auffassung von
Dr.
C._
ohne Begründung zu eigen macht,
genügt den praxisgemässen An
forderung
en, die oben in E. 2.5 wiedergegeben wurden, nicht
(vgl. Urk. 9/118/
5)
.
Zudem hatte
Dr.
J._
noch am 31. August 2018
selber
ausgeführt, die Arbeits
un
fähigkeit bleibe bis voraussichtlich mindestens Januar 2019 unverändert bei 100 % (vgl. oben E. 4.6)
.
Auf die ungenügenden und teilweise widersprüchlichen Beurteilungen
kann
nicht abgestellt werden.
Auch gestützt auf die übrige medizinische Aktenlage kann die Frage, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im März 2018 erheblich verbessert ha
tte
, nicht schlüssig beantwortet werden. Abgesehen von den
Dres
.
J._
und
C._
hielt allerdings kein anderer Arzt eine erhebliche Gesundheits
verbesserung fest.
Dr.
D._
sprach im April 2018 von einer schlechten Prognose und einem
chronifizierten
Verlauf (vgl. oben E. 4.3). Im Juni 2018 befand sich die Beschwerdeführerin zur stationären Rehabilitation im
I._
(E. 4.5).
Die medizinische Aktenlage lässt insoweit keinen Entscheid in der Sache zu
; jedenfalls kann nicht auf
Dr.
C._
und
Dr.
J._
abgestellt werden.
5.3
Die Rentenaufhebung per Ende März 2019 begründete die Beschwerdegegnerin mit einer Gesundheitsverbesserung im Januar 201
9.
Diese Gesundheits
verbesserung
erachtete
Dr.
J._
deshalb als erstellt, weil
die Beschwerde
führerin im Januar 2019 nicht zu einer in der
B._
Klinik vorgesehenen
Kontrolluntersuchung erschienen
war
. Dies lasse - so
Dr.
J._
- mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit nur den Schluss zu, dass die Kontrolluntersuchung nicht mehr notwendig gewesen sei, was wiederum zu einer Arbeitsunfähigkeit von 0 % ab 1. Januar 2019 führe (Urk. 9/118/5).
Dieser Argumentationslinie
ist nicht zu folgen.
Vorab
ist festzuhalten, dass
es viele mögliche
Gründe
gibt
, weshalb ein
vereinbarter (oder zumindest ins Auge gefasster) Arzttermin nicht wahrgenommen wird.
Vorliegend
verhielt es sich
folgendermassen
: Der Untersuchungstermin vo
m
Januar 2019 wurde zunächst von
Dr.
A._
vorgesehen, um nach einer neuerlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin die Frage einer Osteosynthese-Materialentfernung diskutieren zu können (vgl. oben E. 4.1; Bericht vom 19. Januar 2018). Aber bereits am 17. Mai 2018
hatte der Neurochirurg
Dr.
D._
ausdrücklich von dieser
Implantatentfernung
abgeraten (vgl. oben E. 4.4).
Damit war die neuerliche Untersuchung im Januar 2019, um die
Implantatentfernung
zu diskutieren, obsolet geworden. Im Übrigen war die Beschwerdeführerin im Januar 2019 sehr wohl in ärztlicher Behandlung, und zwar im Spital
P._
(vgl. Urk.
9/114/2-6
). Im Februar 2019 war sie
übrigens auch in
der
B._
Klinik
(Urk.
9/114
/7-9; vgl. E.
4.8)
, wo die behandelnden Ärztinnen ein unverändertes chronisches Schmerzsyndrom vorfanden.
Damit kann
auch insoweit nicht
auf die E
inschätzungen
von
Dr.
J._
ab
gestellt werden. Er
nahm
offensichtlich
unzulässige Schlussfolgerungen vor und ging dabei von
aktenwidrigen Annahmen aus
.
5.4
Festzuhalten bleibt, dass auch die Ausführungen
von
Dr.
J._
zur Dauer der Arbeitsunfähigkeit nach am 1
3.
Juli 2019 erlittener
LWK-2 Fraktur sich
zu
widersprechen
scheinen
und nicht zu überzeugen vermögen
. Dazu führte er am
2
9.
Oktober 2019 aus, dass bis zur Konsolidation voraussichtlich
circa
sechs Monat
e vergehen werden, während derer
die Beschwerdeführerin auch für
eine
angepasste Tätigkeit
100
% arbeitsunfähig sei (E
.
4.11).
Am 1
3.
Februar 2020 ging er dagegen von einer Fraktur-bedingten vollständigen Arbeitsunfähigkeit
nur
bis am 3
0.
August 2019 aus (
Urk.
9/118/5).
Am 3
0.
August 2019
war
jedoch
die Fraktur gemäss Bericht von Oberarzt D
r.
med.
R._
und Assistenzärztin
Dr.
med.
S._
vom Spital
P._
vom
4.
September 2019 (
Urk.
9/115/8-9) noch unverändert vorhanden beziehungsweise noch nicht konsolidiert
gewesen und die Beschwerdeführerin hatte über Schmerzen berichtet
(vgl. Befund des Röntgen LWS vom 3
0.
August 2019,
Urk.
9/
115/9).
Damit
erachtete
Dr.
J._
am 13. Februar 2020 offenbar nicht mehr
den Zeitpunkt
der Konsolidation der Fraktur, sondern
neu
denjenigen
der letzten Konsultation im Spital
P._
für die Dauer
einer zusätzlichen
Arbeitsunfähigkeit
relevant
(vgl. Urk. 9/118/4-5)
und
dies ungeachtet der Prüfung, ob
die Beschwerdeführerin allenfalls die Behandlung an einem anderen Ort fortgesetzt hatte.
5.
5
Wie in E. 2.4 ausgeführt wurde, führt der Umstand, dass die Beschwerdeführerin nicht die Zusprache der Rente an sich, sondern die Befristung der Leistung beziehungsweise die Herabsetzung der ganzen Rente auf eine halbe Rente und hernach die Rentenaufhebung angefochten hat, nicht dazu
, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E.
2d
mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Renten
anspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit so
wohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
Demzufolge
sind
die angefochtene
n
Verfügung
en
vom 31. August 2020 aufzu
heben und die Sache
ist
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die erforderlichen Abklärungen veranlasse und hernach neu über den Renten
anspruch der Beschwerdeführerin verfüge. Angesichts der Umstände und der Komplexität der medizinischen
Verhältnisse
erscheint es angezeigt, ein
bi- respektive
polydisziplinäres Gutachten einzuholen
. Mit diesem Entscheid wird im Wesentlichen dem Eventualantrag
der Beschwerdeführerin
auf Aufhebung der rentenzusprechenden Verfügung und Rückweisung zur Durchführung einer Begutachtung entsprochen (vgl.
Urk.
1 S.
2).
6.
6.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.
festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs.
1
bis
IVG).
6.2
Nach
Art.
61 lit. g
ATSG
hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Als weitere Bemessungskriterien nennen die kantonalen Vorschriften das Mass des Obsiegens, den Zeitaufwand und die Barauslagen (§ 34
Abs. 3
des Gesetzes über das Soz
ialversicherungs
gericht [GSVGer] sowie
§
7
Abs. 2
der
Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung sowohl für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57; vgl. auch BGE 141 V 281 E. 11.1 mit Hinweis), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Demzufolge ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin
eine angemessen erscheinende Prozessentschädigung von Fr.
2’800
.
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
6.3
Bei diesem Verfahrensausgang ist das Gesuch
der Beschwerdeführerin
um unent
geltliche Rechtspflege im Sinne der Befreiung von den Gerichtskosten und der Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung
(Urk. 1 S.
2) gegenstandslos.