Decision ID: 3e728944-1548-41d1-99f7-a0eccdfdc7ff
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1954, ist seit 2
1.
Juni 2010 als Elektromonteur bei der
Z._
AG beschäftigt und damit bei der Schweizerischen Unfallver
sicherungsanstalt (SUVA) gegen Unfälle versichert. Am
4.
September 2012 meldete die Arbeitgeberin einen Vorfall vom 2
0.
August 2012, wonach beim Anhe
ben eines Rollgerüsts starke Schmerzen aufgetreten seien (
Urk.
12/1). Mit Verfügung vom 1
9.
Juni 2013 (
Urk.
12/33) verneinte die SUVA ihre
Leistungs
pflicht
unter dem Hinweis, dass weder ein Unfall noch eine unfallähnliche
Kör
perschädigung
vorliege. Der Krankenversicherer erhob am 2
5.
Juni 2013 (
Urk.
12/34) vorsorglich Einsprache, ohne eine Begründung nachzuliefern. Der Versicherte erhob am 1
2.
Juli 2013 (
Urk.
12/35) sowie 1
9.
September 2013 (
Urk.
12/47/1-2) unter Auflage eines Berichts von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Chirurgie, vom
5.
August 2013 (
Urk.
47/3-5) E
insprache, worauf die SUVA eine
MRI-Untersuchung veranlasste (
Urk.
12/52) und eine ärztliche Beurteilung bei Kreisarzt
Dr.
med. univ.
B._
, Arzt für Allgemeinmedizin (A), MAS
Versiche
rungsmedizin
, (datierend vom
5.
Mai 2014,
Urk.
12/54) einholte. Mit Entscheid vom 2
1.
Mai 2014 (
Urk.
2) wies die SUVA die Einsprache ab.
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 2
0.
Juni 2014 (
Urk.
1) unter Auflage eines weiteren Berichts von
Dr.
A._
(vom 1
7.
Juni 2014,
Urk.
3) Beschwerde mit den Anträgen, der
Einspracheentscheid
vom 2
1.
Mai 2014 sei aufzuheben, die Beschwerdegegnerin habe als obligatorische Unfallversicherung die gesetzlichen Leistungen zu erbringen und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine gerichtlich zu bestimmende Parteienschädigung
auszu
rich
ten
sowie die Kosten für die beiden Bericht
e
von
Dr.
A._
zu ersetzen (S. 2). Die SUVA beantragte am 2
7.
August 2014 (
Urk.
11) Abweisung der Beschwerde, was dem Versicherten am
1.
September 2014 (
Urk.
13) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
– so
weit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Der
Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich
sind,
in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gen
de Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesund
heit oder de
n Tod zur Folge hat.
1.3
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat
Körper
schädigungen
, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfall
ver
sicherung (UVV) Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurück
zu
führen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfäl
len gleich
gestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten
Körper
schädigungen
ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
ze
risches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
Bei den unfallähnlichen Körperschädigungen im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVV entfällt im Vergleich zu den eigentlichen Unfällen nach
Art.
4 ATSG einzig das Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden äusse
ren Faktors. Alle übrigen Begriffsmerkmale eines Unfalles müssen hinge
gen auch bei den unfallähnlichen Körperschädigungen erfüllt sein. Dies gilt namentlich für das Erfordernis des einwirkenden äusseren Faktors an sich, worunter ein ausserhalb des Körpers liegender, objektiv feststellbarer, sinn
fälli
ger
eben unfallähnlicher - Einfluss auf den Körper zu verstehen ist. Dabei kann die schädigende Einwirkung auch in einer körpereigenen Bewegung be
stehen (Urteil
des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom 8. Mai 2014 E. 2.2.2 mit Hin
weisen auf BGE
139 V 327 E. 3.1, 3.3.1; 129 V 466 E. 2.2, 4.1
;
123 V 43 E.
2b).
Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Faktors ist ein gesteigertes
Schädi
gungspoten
zial
, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hin
zutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen
Lebens
verrichtung
führenden Faktors. Die physiologische Beanspruchung des Ske
letts, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen äusseren Fak
to
r dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_696/2013 vom 1
4.
November 2013 E. 5.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E.
3.3.1, 129 V 466 E.
4.2.2, 4.3). Ein äusserer
Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial liegt nach der Rechtsprechung vor,
wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als physiolo
gisch
normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbe
son
dere seiner Gliedmassen, verbunden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014
vom 8. Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E. 3.3.1). Erfüllt ist das
Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen füh
ren können, so etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen be
lastenden Bewegungen oder bei einer wegen äusserer Einflüsse un
kontrollierbar gewordenen Positionsänderung (vgl. BGE 129 V 466 E. 4.2.3, Urteil des Bundes
ge
richts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3).
Der Zweck des Instituts der unfallähnlichen Körperschädigung besteht nicht da
rin, krankhafte oder degenerative Körperschäden von der obligatorischen Un
fall
versi
cherung auszuschliessen, sondern darin, die oft schwierige Abgren
zung zwischen Unfall und Krankheit zugunsten der Versicherten zu vermeiden. Die
so
zialen Unfallversicherer haben somit ein Risiko zu übernehmen, das nach der gel
tenden begrifflichen Abgrenzung von Unfällen und Krankheiten den letz
te
re
n zuzuordnen wäre. Hinzu kommt, dass es für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzusammen
hangs praxisgemäss genügt, wenn das schädigende Ge
schehen eine
Teilursache bildet. Ein degenerativer oder pathologischer
Vorzu
stand
schliesst daher eine unfallähnliche Körperschädigung nicht aus, sofern ein
unfallähn
li
ches
Ereignis den vorbestehenden Gesundheitsschaden verschlimmert oder mani
fest werden lässt. Bei den in
Art.
9
Abs.
2
lit
. a bis h UVV abschlies
send erwähn
ten Verletzungen muss aber eine schädigende, äussere Einwirkung wenigs
tens im Sinne eines Auslösungsfaktors zu den (vor- oder überwiegend) krank
haften oder degenerativen Ursachen hinzutreten, damit eine
unfallähnli
che
Körperschädigung vorliegt (vgl. BGE 123 V 43 S. 45 E. 2b mit Hinweisen, insbes. auf BGE 116 V 155 E. 6c, 117 V 360 E. 4a, 114 V 301 E. 3c; RKUV 1988 Nr. U 57 S. 373 E. 4b).
Schmerzen als Symptome einer Schädigung nach
Art.
9
Abs.
2 UVV fallen als massgebender äusserer Faktor nicht in Betracht, wenn sie bei einer alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass ein davon unterscheidbares äusseres
Moment mitspielen würde. Wer also etwa beim blossen Aufstehen, Absitzen, A
bliegen, bei Bewegungen im Raum, Handreichungen und so weiter einen ein
schiessenden Schmerz verspürt, kann allein deswegen noch keine unfallähnliche Körperschädigung geltend machen. Ein äusserer Faktor ist nicht gegeben, wenn die versicherte Person einzig das erstmalige Auftreten von Schmerzen angibt, aber keine gleichzeitig mitwirkende äussere Komponente zu benennen vermag.
Auch ist das Erfordernis eines äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllt, wenn
das Auftreten von Schmerzen bloss mit einem von der versicherten Per
son be
schriebenen gewöhnlichen Bewegungsablauf einhergeht. Verlangt wird vielmehr ein Geschehen, welchem ein gesteigertes Gefährdungspotenzial inne
wohnt, was zutrifft, wenn die als Schmerzauslöser angegebene Betätigung im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies bei vielen sportlichen Aktivitäten der Fall ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf
BGE 129 V 466 E. 4.2.1, 4.2.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Leistungsanspruch mit der Begrün
dung, es liege weder ein Unfall vor noch bestehe (bei
Schmorl’schen
Knoten) eine Listendiagnose, welche als unfallähnliche Körperschädigung zu fassen sei (
Urk.
2). In ihrer Beschwerdeantwort ergänzte sie, die Fraktur des Wirbelkörpers Th12 sei nicht überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 2
0.
August 2012 zurückzuführen, weshalb keine unfallähnliche Körperschädigung vorliege. Selbst bei Bejahung einer Kausalität sei beim Vorfall kein äusserer Faktor im Sinne der Rechtsprechung ersichtlich (
Urk.
11 S.
4 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt dagegen, die plötzliche unvorhergesehen zu tra
gende Last des Metallgerüsts habe im vorliegenden Fall zu einer falschen
Hebe
technik
und in der Folge zu Rückenschmerzen geführt, womit ein sinnfälliges Ereignis im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVV vorliege. Weiter sei eine
Deckplat
ten
impressionsfraktur
des Wirbelkörpers Th12 nachgewiesen, wobei es sich um eine unfallähnliche Körperschädigung nach
Art.
9
Abs.
2 UVV handle, welche Verletzung durch das Ereignis vom 2
0.
August 2012 verursacht worden sei. Damit sei die Beschwerdegegnerin leistungspflichtig (
Urk.
1 S. 3).
3.
3.1
Der am 2
4.
August 2012 erstbehandelnde
Dr.
med.
C._
, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, diagnostizierte mit Bericht vom 2
8.
September 2012 (
Urk.
12/10) eine
Contusion
der Brustwirbelsäule (BWS) und Lendenwirbelsäule (LWS) und attestierte eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit bis 2
1.
September 2012 sowie eine 50%ige bis
7.
Oktober 2012 (vgl. auch
Urk.
12/22 und
Urk.
12/29).
3.2
Im Bericht von
Dr.
med.
D._
, vom 2
1.
Januar 2014 (
Urk.
12/52) über die MRI-Untersuchung der BW
S
und LWS vom gleichen Tag wurden
Schmorl’sche
Knoten der Wirbelkörper am
thorako
-lumbalen Über
gang beschrieben. Zusätzlich zeige jedoch die Deckplatte des Wirbelkörpers Th12 eine rechts exzentrische Impressionsfraktur mit einem
residuellen
Ödem und verstärktem
Kontrastenhancement
Knochenspongiosa dorsal zum
Spinalka
nal
hin. Die Bandscheiben stellten sich regelrecht dar mit flachen
Protrusionen
vor allem der Segmente LWK4/5 und LWK5/S1 bei normaler Morphologie des
Myelons
.
3.3
Dr.
B._
verwies in seinem Bericht vom
5.
Mai 2014 (
Urk.
12/54) auf seine Rücksprache mit dem
befunden
d
en
Radiologen
Dr.
D._
, welcher nach nochmaliger Durchsicht der Bilder mitgeteilt habe, dass das Bild eines trauma
tisierten
Schmorl’schen
Knotens und eine
r
traumatisierte
n
Hinterkante
mit einer
Fissurlinie
zu sehen sei. Die im MRI erkennbare Traumatisierung sei allerdings nicht älter als zwei Monate. Ein Zusammenhang mit einem geltend gemachten Ereignis vom August 2012 könne somit bezüglich dieses Befundes ausge
schlossen werden. Aufgrund der radiologischen Befunde der Wirbelsäule sei davon auszugehen, dass der
Schmorl’sche
Knoten unfallunabhängig lange
vor
bestanden
habe, möglicherweise seit der Jugend (S. 2).
In seiner Beurteilung führte
Dr.
B._
aus, bei der Diagnose eines
Schmorl’schen
Knotens handle es sich um keine Diagnose, welche als
unfall
ähn
liche
Körperschädigung zu qualifizieren sei. Dass es zur Traumatisie
rung von
Schmorl’schen
Knoten belastungsabhängig kommen könne, stehe ausser Diskussion. Die vorgefundene Impressionsfraktur stehe jedoch sicherlich nicht in kausalem Zusammenhang mit einem über 16 Monate zurückliegenden Ereig
nis, sondern sei Folge der vorbestehenden
Schmorl’schen
Degeneration. Im Übrigen seien die Beschwerden beim Anheben einer Last hinreichend durch die degenerativen Veränderungen der LWS erklärt (S. 3).
3.4
Dr.
A._
verwies in seinem Bericht vom 1
7.
Juni 2014 (
Urk.
3 S. 3) auf seine Rücksprache mit dem
befundenden
Radiologen
Dr.
D._
und hielt fest, dass beide Ärzte der Meinung seien, dass zwei Pathologien bestünden. Es liege ein Status nach einer
Scheuermann’schen
Erkrankung vor mit
Schmorl’schen
Knorpelknoten. Daneben bestehe ein Status nach einer Impressionsfraktur des
Wirbelkörpers Th1
2.
Da in diesem Bereich aber noch
Bone
bruise
vorlägen, gehe
Dr.
D._
davon aus, dass es sich um eine frischere Fraktur handeln müsse, da sich solche in der Regel innerhalb von drei bis sechs Monaten resorbierten. Dementsprechend gehe
Dr.
D._
davon aus, dass es sich nicht um eine Wirbelkörperfraktur handeln könne, die sich der Beschwerdeführer vor 16 Mo
naten zugezogen habe.
Damit sei er –
Dr.
A._
– nicht einverstanden. Im Zusammenhang mit einer
ereig
nisbedingten
exzentrischen Deckplattenfraktur komme es nicht mehr zu einer symmetrischen axialen Belastung. Der Wirbelkörper stehe sozusagen etwas schief, wodurch sich dementsprechend auch asymmetrische
Belastungs
verhältnisse
entwickelten, wodurch sich die Resorption der
Bone
bruise
und der Wiederaufbau der zerstörten
Spongiosastruktur
verzögern könnten. Ein neues Ereignis, das die Fraktur in den letzten Monaten hä
tte
auslösen können, sei nicht bekannt und die Beschwerden bestünden durchgängig seit dem Ereignis. In der Literatur würden auch Verläufe mit
Bone
bruise
beschrieben, die noch zwei Jahre nach dem Unfall bestünden.
Aufgrund der asymmetrischen Deckplattenimpressionsfraktur und den damit verbundenen exzentrischen Belastungen des Wirbelkörpers sei davon auszuge
hen, dass die noch nachgewiesene
Bone
bruise
mit überwiegender Wahrschein
lichkeit noch einen
residuellen
Befund der Wirbelfraktur darstellten, die durch das Ereignis vom 2
0.
August 2012 verursacht worden sei. Der Beschwerdeführer sei nie beschwerdefrei gewesen. Es fehle ein neues Ereignis, das den MRI-Befund erklären könnte. Nicht auszuschliessen sei auch, dass es aufgrund der A
symmetrie der Deckplatte und der
damit verbundenen asymmetrischen
Belas
tungsverhältnissen
neben den frischen unfallbedingten
Bone
bruise
inzwischen zu einer Art chronischem
Bone
bruise
gekommen sei. Eine Entwicklung, die zum Beispiel bei Fehlbelastungen des Kniegelenkes nicht ungewöhnlich sei. Mit dem Ereignis, den kontinuierlichen Beschwerden und den Veränderungen des Wirbelkörpers mit der eindeutigen Wirbelfraktur, die völlig unabhängig von den
Schmorl’schen
Knorpelknötchen bestünden, müsse von eine
r
unfallähnlichen Körperschädigung ausgegangen werden.
Dr.
A._
hielt sodann fest (S. 2),
Dr.
B._
(vgl. E. 4.3) habe die vorliegenden Befunde nicht richtig interpretiert, sondern in ihrer Kausalität „vermischt“. Es handle sich nicht um einen
Schmorl’schen
Knoten, der traumatisiert worden sei und von dem aus eine fragliche
Fissurlinie
zur
Hinterkante
ziehe. Die Begrün
dung verfälsche den Sachverhalt. Die exzentrische Wirbelkörperfraktur stelle keine pathologische Fraktur dar, sondern sei mit überwiegender Wahrschein
lichkeit auf eine forcierte Belastung zurückzuführen. Da sie in asymmetrischer
Form vorliege, stehe sie nicht im Kausalzusammenhang mit dem
Schmorl’schen
Knoten, wie von
Dr.
B._
postuliert.
4.
Die beteiligten Ärzte sind sich vorliegend einig, dass beim Beschwerdeführer zwei Pathologien bestehen. Während die
Schmorl’schen
Knoten keiner Listen
diagnose gemäss
Art.
9
Abs.
2 UVV entsprechen und demgemäss keine
Leis
tungspflicht
der Beschwerdegegnerin auszulösen vermögen, fällt die dokumen
tierte Wirbelkörperfraktur darunter. Die relevante Frage, ob die Fraktur durch den Unfall ausgelöst wurde, verneinten
Dr.
B._
und
Dr.
D._
unter Hinweis auf das Vorliegen von
Bone
bruise
, welche sich in der Regel innerhalb von drei bis sechs Monaten resorbierten, weshalb die Verletzung nicht im Zusammenhang
mit dem
sich vor 16 Monaten zugetragenen Ereignis stehen könne (E. 3.3).
Dr.
A._
ging demgegenüber – aufgrund der Fraktur – von asymmetrischen Belastungsverhältnissen aus und schloss, dass sich dadurch die Resorption der
Bone
bruise
und der Wiederaufbau der zerstörten
Spongiosa
struk
tur
verzögert hätten (E. 3.4).
Bei der von
Dr.
A._
bevorzugten Sachverhaltsvariante handelt es sich ledig
lich um eine Möglichkeit, welche indes nicht
als
überwiegend wahrscheinlich erscheint. So bestätigte
Dr.
A._
implizit die Meinung des Spezialisten
Dr.
D._
, dass sich
Bone
bruise
regelmässig innert kürzerer Zeit resor
bierten, und stellte auch nicht in Abrede, dass
Schmorl’sche
Knoten
belastungs
abhängig
traumatisiert werden könn
t
en. Faktisch schloss er damit hauptsächlich aufgrund eines fehlenden neueren Ereignisses, dass die Verletzung vom August 2012 stammt. Diesem Umstand kommt indes keine schlag
g
e
be
nde Bedeutung zu, ist es doch rechtsprechungsgemäss nicht Sache des Unfallversicherers, andere Gründe für eine Körperschädigung darzulegen, wenn eine Kausalität nicht als überwiegend wahrscheinlich erscheint. Auch die Aussage, wonach bei Fehlbelastungen des Kniegelenks chronische
Bone
bruise
eintreten könnten und solches (vorliegend) auch für den Rückenbereich nicht auszuschliessen sei, erscheint als
eine
durchaus mögliche, aber nicht überwiegend wahrscheinliche Sachverhaltsvariante.
Damit ist zu schliessen, dass ein Zusammenhang der Wirbelfraktur zum Ereignis vom August 2012 zwar möglich ist, aber nic
ht dem üblichen Verlauf nach
Wir
beltraumatisierungen
mit
Bone
bruise
entspricht. Die
Dres
.
D._
und
B._
schlossen aus diesem Grund einen Zusammenhang gar ganz aus. Auch wenn der widersprechenden Einschätzung von
A._
durchaus Gewisses abzu
gewin
nen ist, so erscheint sie in Würdigung der Umstände nicht als überwie
gend wahrscheinlich, ist sie doch – im Gegensatz zu jener der
Dres
.
D._
und
B._
– mit verschiedenen Annahmen und Spekulationen behaftet. Bei diesem Ergebnis fällt eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ausser Betracht.
5.
5.1
Wenn man gleichwohl von der – nicht überwiegend wahrscheinlichen – Vari
ante des
Dr.
A._
und einer unfallbedingten Wirbelkörperfraktur ausgehen
wollte
, ergibt sich
F
olgendes: Mit Unfallmeldung vom
4.
September 2012 (
Urk.
12/1) beschrieb die Arbeitgeberin den Vorfall in dem Sinne, dass beim Anheben eines Rollgerüsts starke Schmerzen aufgetreten seien. In seiner Stel
lungnahme vom 2
8.
September 2012 (
Urk.
12/11) präzisierte der Beschwerde
führer, er habe ein Metall-Gerüst „lupfen“ wollen und im Rücken sofort starke Schmerzen gehabt. Am
9.
Oktober 2012 (
Urk.
12/15) ergänzte er telefonisch, er arbeite sonst immer mit Aluminium-Gerüsten, in diesem Fall sei es ein Gerüst aus Eisen gewesen. Er sei davon ausgegangen, dass es sich um ein Aluminium-Gerüst handle, als er es habe hochheben wollen
,
und
habe
eine viel weniger schwere Last (1/3, vgl.
Urk.
12/16) erwartet als 70
kg.
5.2
Unbestritten und durch die Akten belegt ist vorliegend, dass
das
am 2
0.
August 2012
zugetragene
Ereignis nicht mit der Einwirkung eines ungewöhnlichen
äusseren
Faktors einherging. Hierzu verlangt die Rechtsprechung andere Umstän
de: So verneinte es einen Unfall etwa im Falle einer 39-jährigen, 62 kg schwe
ren Krankenschwester, welche unversehens das Gewicht einer 66 kg schwe
ren Patientin auffangen musste (Urteil des Eidgenössischen
Versiche
rungsgerichts
U 421/01 vom 15. Januar 2003) oder bei einer versicherten Per
son, welche zusammen mit einer Praktikantin eine circa 90 Kilogramm schwere, kollabierende Patientin auffing (Urteil des Bundesgerichts 8C_444/2009 vom 11. Januar 2010 E. 4.3) sowie beim Heben eines 100 Kilogramm schweren Radia
tors (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 110/99 vom 1
2.
April 2000 E. 2 und 3). In der Praxis finden sich auch die von der Beschwerdegegnerin erwähnten Fälle der Umlagerung eines 100 bis 120 kg schweren Patienten, Transport einer 200 kg schweren Glasscheibe zu zweit, Verlegen einer 85 kg schweren Steinplatte (
Urk.
2 S. 3 f. mit Hinweisen auf BGE 116 V 139 E. 3c sowie Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U
214/95 vom 2
3.
Dezember 1996 [erwähnt im Urteil des Bundesgerichts 8C_245/2015 vom 1
9.
August 2015 E. 5] und U 7/00 vom 2
7.
Juli 2001).
Vor diesem Hintergrund verneinte die Beschwerdegegnerin zu Recht das Vorlie
gen eines Unfalles im versicherungsrechtlichen Sinn, was denn auch nicht beanstandet wurde.
5.3
5.3.1
Zur Frage des Vorliegens einer unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG ist zu beachten, dass die schädigende Einwirkung auch in einer körpereigenen Bewegung bestehen kann, allerdings nur in jenen Fällen, in denen ein gesteigertes Gefährdungspotential zu bejahen ist. Ein solches ist bei alltäglichen Lebensverrichtungen zu verneinen, so dass etwa
blosses
Aufstehen und Weggehen nicht zu einer Leistungspflicht des Unfallversicherers führt.
Das Bundesgericht
äusserte
sich bereits mehrfach zu diesem Themenkreis und hielt etwa fest, dass die schädigende
äussere
Einwirkung in einer körpereigenen Bewegung bestehen könne, wie dem plötzlichen Aufstehen aus der Hocke (BGE 116 V 148 E. 2c mit Hinweisen) oder einem Fehlschlag beim
Fussballspiel
(RKUV 1990 Nr. U 112 S. 375 E. 3), im Aufheben oder Abstellen von Gewichten von 40 bis 50 kg (BGE 116 V 149 E. 4), im Umlagern eines Heizkörpers von über 5 m Länge und einem Gewicht von über 100 kg von einem Wagen auf einen Arbeitsbock (nicht publizierte E. 3b von BGE 123 V 43), im Bruch eines Rückenwirbels zufolge Kontraktionen bei einem epileptischen Anfall (SVR 1998 UV Nr. 22 S. 81), im Verschieben eines schweren Wäschekorbes mit dem linken
Fuss
, Ausführung einer ruckartigen Bewegung und Verdrehung des rechten Knies (RKUV 2000 Nr. U 385 S. 267), in einem Sprung von einer
Verpackungs
kiste
(RKUV 2001 Nr. U 435 S. 332), im Bemühen, balgende Hunde zu trennen, worauf die versicherte Person auf unebenem Gelände ausrutschte und sich das Knie verdrehte (Urteil U 127/00 vom 27. Juni 2001), im Stolpern, einer unkoor
dinierten Ausweichbewegung des Beines und daraufhin erfolgtem Anschlagen des linken Knies an einem Anhängerwagen (Urteil U 158/00 vom 27. Juni 2001), im
Misstritt
beim Volleyballspiel mit
einschiessendem
Zwick im linken Knie (Urteil U 92/00 vom 27. Juni 2001), in einem Sprung aus einer Höhe von 60 cm aus einem Bahngepäckwagen (Urteil U 266/00 vom 21. September 2001), im Erleiden einer Zerrung der Adduktorenmuskeln im Rahmen eines
Fussball
trainings
(Urteil U 20/00 vom 10. Dezember 2001) und in einem brüsken Umdre
hen beim Kochen in Richtung Küchenschrank mit
einschiessenden
Schmer
zen im Knie (Urteil U 5/02 vom 21. Oktober 2002).
Hingegen hat das Gericht den
äusseren
schädigenden Faktor bei vermehrter Arbeitsbelastung, welche zu kontinuierlicher Zunahme und Verschlechterung der Kniebeschwerden führte (Urteil U 198/00 vom 30. August 2001), und bei wiederholten Anstrengungen wie bei Arbeiten mit Hammer oder Bohrer (erwähnt in der nicht publizierten E. 3b von BGE 123 V 43) verneint; ebenso verneint hat das Gericht den
äusseren
Faktor beim Auftreten von Schmerzen „nachts bei Drehbewegungen und nach längerem Gehen" (Urteil U 458/00 vom
24. Oktober 2001; BGE 129 V 466 E. 4.1). Weiter hat das Bundesgericht den
äusseren
schädigenden Faktor verneint bei einem Knacken im Knie beim in die Hocke gehen ohne unkontrollierte Bewegung (Urteil 8C_186/2008 vom 4. November 2008 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen).
Darüber hinaus hat das hiesige Gericht das Vorliegen einer unfallähnlichen
Kör
perschädigung
in den folgenden Fällen verneint: leichtes Verdrehen des Knies beim Treppensteigen (Urteil UV.2012.00261 vom 9. April 2013), Drehung des Knies unter Belastung bei Patiententransfer (Urteil UV.2011.00070 vom 13. Juli 2012), Aufstehen von einem Stuhl (Urteil UV.2007.00332 vom 25. November 2008), Verdrehen des Knies mit anhaltendem stechendem Schmerz (Urteil UV.2006.00213 vom 11. Mai 2007), Absitzen bei beengten Platzverhältnissen mit
Abdrehung
des Knies (Urteil UV.2004.00234 vom 14. Februar 2006).
5.3.2
Die Kasuistik zeigt, dass ein gesteigertes Gefährdungspotential etwa bei sportli
chen Aktivitäten mit
ausserplanmässigem
Bewegungsablauf angenommen wird oder immer dann, wenn eine plötzliche, brüske, ruckartige oder unkontrollierte Bewegung durchgeführt wurde. Die vom Beschwerdeführer durchgeführte Bewegung des Anhebens eines Gerüsts kann indes nicht als plötzlich oder unkontrolliert bezeichnet werden. So wurde diese Bewegung im Rahmen der Arbeit bereits häufig ausgeführt. Das einzig
U
nübliche war lediglich das uner
wartete Gewicht des Gerüsts.
Hierzu ist jedoch festzuhalten, dass der Bewegungsablauf trotz des schwereren Ge
wichts natürlich blieb, ist doch – bei fehlendem entsprechendem Vorbrin
gen – davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer beim Anheben nicht nachgreifen oder seine Position korrigieren musste.
Solche Umstände fasst die Rechtspre
chung nicht als gesteigerte Gefahrenlage (Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 3.3). Da ferner auch kein sinnfälliges Ereignis in Form eines in der
Aussenwelt
begründeten Umstandes hinzutrat, ist das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG zu vernei
nen. Damit findet sich auch unter diesem Titel kein Leistungsanspruch des Beschwerdeführers, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Betreffen
d
en
Antrag des Beschwerdeführers auf Kostenübernahme für die Berichte von
Dr.
A._
durch die Beschwerdegegnerin besteht in Bezug auf den beschwerdeweise eingereichten Bericht vom 1
7.
Juni 2014 (
Urk.
3) bei vollstän
digem Unterliegen kein Raum für eine entsprechende Verlegung der Kosten, da der Bericht für die
Entscheidfindung
nicht von Bedeutung war, darauf nicht abgestellt wurde und keine relevanten Erkenntnisse brachte (BGE 115 V 62 E.
5c).
In Bezug auf den im Verwaltungsverfahren aufgelegten Bericht von
Dr.
A._
vom
5.
August 2013 (
Urk.
12/46) ergibt sich, dass dieser darin bildgebende Untersuchungen empfohlen hatte, um Klarheit über die Verletzungen zu erlan
gen. Diesem Ansinnen kam die Beschwerdegegnerin in der Folge nach und ver
anlasste das MRI vom 2
1.
Januar 2014 (
Urk.
12/52). Allerdings ist zu bemerken, dass es beim Entscheid der Beschwerdegegnerin lediglich darum ging, die offenkundig
unz
ureichend zuverlässig geklärten Restfolgen zu erheben, wobei dies angesichts des Ereignishergangs ohne sinnfälligen Aspekt gar nicht nötig gewesen wäre (vgl. dazu auch
Urteil des Bundesgerichts 8C_354/2015, 8C_362/2015 vom 1
3.
Oktober 2015 E. 6).
Damit entfällt auch diesbezüglich eine Kostenpflicht der Beschwerdegegnerin.