Decision ID: b6f7696e-51d3-5162-9cf8-2d87d119949a
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer suchte am 2. Juli 2016 in der Schweiz um Asyl
nach. Zur Begründung brachte er vor, er sei äthiopischer Staatsbürger so-
malischer Ethnie. Im Jahr (...) habe er damit begonnen, die Gemeinde-
Sicherheitskräfte bei ihrer Kontrolltätigkeit zu unterstützen. Sein Vorgesetz-
ter habe ihn dann eines Tages ohne sein Einverständnis auf die Rekrutie-
rungsliste der Liyu Police gesetzt. Da er sich in der Folge geweigert habe,
der Liyu Police beizutreten, sei er Anfang (...) festgenommen worden. Er
sei ein Jahr lang inhaftiert gewesen, wobei er als Regimegegner bezeich-
net und misshandelt worden sei. Zudem habe er Zwangsarbeit leisten müs-
sen. Bei einem Arbeitseinsatz sei ihm schliesslich die Flucht gelungen, und
kurz darauf sei er aus Äthiopien ausgereist.
A.b Die Vorinstanz stellte mit Verfügung vom 19. März 2019 fest, der Be-
schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, da es ihm nicht ge-
lungen sei, seine Asylvorbringen glaubhaft zu machen. Sie lehnte das Asyl-
gesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Voll-
zug an.
A.c Das Bundesverwaltungsgericht wies die dagegen erhobene Be-
schwerde vom 10. April 2019 mit Urteil D-1735/2019 vom 12. Februar 2021
ab.
B.
B.a Mit einer als «Wiedererwägungsgesuch» bezeichneten Eingabe an
das SEM vom 29. März 2021 beantragte der Beschwerdeführer, es sei ihm
Asyl zu gewähren, eventuell sei er vorläufig aufzunehmen. Zur Begrün-
dung brachte er vor, es sei davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr
an den Herkunftsort erneut misshandelt würde, zumal er schon früher
grundlos inhaftiert und gefoltert worden sei. Auch seine Angehörigen hätten
Misshandlungen, Repressionen und Inhaftierungen erlitten. Die Wegwei-
sung sei unzumutbar. Die Tragfähigkeit seines Beziehungsnetzes sei frag-
lich. Die Familie habe nach dem Tod seines Vaters finanzielle Probleme
gehabt. Er habe die Schule abbrechen müssen, um der Mutter im Gemü-
seladen zu helfen, und habe daher nie einen existenzsichernden Beruf er-
lernen können. Zur Mutter habe er seit längerer Zeit keinen Kontakt mehr,
ebenso wenig zu den Schwestern. Am grenznahen Wohnort der weiteren
Familienangehörigen herrsche Unruhe. Er verfüge somit weder über ein
tragfähiges Beziehungsnetz noch über ausreichend finanzielle Mittel. Aus-
serdem leide er an einer (...) infolge der erlittenen Folter im Gefängnis. Bei
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einer Rückkehr nach Äthiopien wäre die notwendige psychiatrische/psy-
chologische Behandlung nicht gewährleistet, da die Behandlungsmöglich-
keiten mangelhaft seien, er nicht über die notwendigen Finanzmittel ver-
füge und auch nicht auf ein tragfähiges Beziehungsnetz zurückgreifen
könne. Seine (...) würde durch den Vollzug der Wegweisung negativ be-
einflusst. Schliesslich sei die Ausreise gar nicht möglich, da ihm die Vertre-
tung seines Heimatlandes, die somalische Botschaft in Genf, keine Reise-
papiere ausstelle, obwohl er darum ersucht habe.
Der Eingabe lagen eine Vollmacht vom 3. März 2021 sowie ein Schreiben
des Beschwerdeführers an die somalische Botschaft vom 29. März 2021
(beides in Kopie) bei.
C.
Das SEM wies das Wiedererwägungsgesuch mit Verfügung vom 3. Mai
2021 – eröffnet am 5. Mai 2021 – ab und erklärte seine Verfügung vom
19. März 2019 für rechtskräftig und vollstreckbar. Ausserdem erhob es eine
Gebühr von Fr. 600.– und hielt fest, einer allfälligen Beschwerde komme
keine aufschiebende Wirkung zu.
D.
Der Beschwerdeführer focht diese Verfügung mit Beschwerde vom 4. Juni
2021 beim Bundesverwaltungsgericht an. Er beantragte, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben, es sei ihm Asyl zu gewähren, eventuell sei er
vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Erlass vor-
sorglicher Massnahmen (Vollzugsstopp).
Der Beschwerde lag die angefochtene Verfügung (Original) bei.
E.
Mit Verfügung vom 7. Juni 2021 setzte das Bundesverwaltungsgericht den
Vollzug der Wegweisung gestützt auf Art. 56 VwVG per sofort einstweilen
aus. Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Gericht gleichentags in elektro-
nischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 6 AsylG).
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM ist eine Be-
hörde im Sinne von Art. 33 VGG und somit eine Vorinstanz des Bundes-
verwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie-
dererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung
auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist
das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1
BGG).
1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-
rung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-
reichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52
Abs. 1 VwVG).
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl.
BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend
aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summa-
risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
4.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
5.
Zur Qualifikation des Gesuchs vom 29. März 2021 ist vorab festzustellen,
dass der Beschwerdeführer dabei zwar auch die Gewährung von Asyl be-
antragt, in der Begründung des Gesuchs indessen keine neuen Asylgründe
geltend macht. Daher hat das SEM die Eingabe vom 29. März 2021 zu
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Recht als Wiedererwägungsgesuch im Sinne von Art. 111b AsylG entge-
gengenommen.
6.
6.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge-
regelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM
innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schrift-
lich und begründet einzureichen (Art. 111b Abs. 1 AsylG).
6.2 Mit dem Wiedererwägungsgesuch wird in der Regel – und so auch im
vorliegenden Fall – die Anpassung einer ursprünglich fehlerfreien Verfü-
gung an eine nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sach-
lage, namentlich nachträglich eingetretene Wegweisungsvollzugshinder-
nisse, bezweckt (vgl. dazu BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.).
7.
7.1 Zur Begründung seines Entscheids führte das SEM im Wesentlichen
aus, die allgemeine Lage in Äthiopien beziehungsweise in der Herkunfts-
region des Beschwerdeführers (Region Somali) spreche nicht gegen die
Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Sowohl das SEM als auch das
Bundesverwaltungsgericht hätten sich sodann bereits im Rahmen des or-
dentlichen Beschwerdeverfahrens zum Beziehungsnetz, zu den finanziel-
len Mitteln des Beschwerdeführers sowie zur (...) geäussert. Im Wiederer-
wägungsgesuch sei nichts vorgebracht worden, was die damals getroffe-
nen Schlussfolgerungen umzustossen vermöchte. Im Asylverfahren habe
sich der Beschwerdeführer als äthiopischer Staatsangehöriger aus der
äthiopischen Region Somali bezeichnet. Sein Asylgesuch sei daher unter
dem Blickwinkel seiner äthiopischen Staatsangehörigkeit geprüft worden.
Eine allfällige Weigerung der somalischen Vertretung in der Schweiz, ihm
Reisepapiere auszustellen, ändere daher nichts an der im ordentlichen
Asylverfahren festgestellten Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit
des Wegweisungsvollzugs nach Äthiopien. Insgesamt lägen keine Gründe
vor, welche geeignet sein könnten, die Rechtskraft der Verfügung vom
19. März 2019 zu beseitigen, weshalb das Wiedererwägungsgesuch abzu-
weisen sei.
7.2 In der Beschwerde wird vorgebracht, die Flüchtlingseigenschaft müsse
von Amtes wegen abgeklärt werden. Der Beschwerdeführer habe seine
Flüchtlingseigenschaft glaubhaft dargelegt. Es sei daher davon auszuge-
hen, dass er bei einer Rückkehr an den Herkunftsort mit weiteren Miss-
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handlungen rechnen müsse. Auch einige seiner Angehörigen hätten be-
reits Misshandlungen, Repressionen und Inhaftierungen erlitten und ihn
vor einer Rückkehr gewarnt. Dem Beschwerdeführer müsse daher Asyl ge-
währt werden. Ausserdem sei der Vollzug der Wegweisung unzumutbar. Im
Heimatland des Beschwerdeführers herrschten teilweise bürgerkriegsähn-
liche Verhältnisse. Zudem leide er weiterhin an einer (...) und würde im
Heimatland keine adäquate Behandlung erhalten. Darüber hinaus verfüge
er dort nicht über ein tragfähiges Beziehungsnetz. Schliesslich sei der Voll-
zug der Wegweisung gar nicht möglich. Obwohl er in Äthiopien als Soma-
lier betrachtet werde, habe ihm die somalische Botschaft keine Reisepa-
piere ausstellen wollen respektive sein Gesuch bis heute nicht beantwortet.
Da er demnach keine Reisepapiere beschaffen könne, müsse die Unmög-
lichkeit des Vollzugs festgestellt und die vorläufige Aufnahme angeordnet
werden.
8.
Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht
möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetz-
lichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslände-
rinnen und Ausländer und über die Integration [AIG, SR 142.20]).
In Bezug auf die Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-
mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Be-
weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu
bewiesen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens
glaubhaft zu machen (BVGE 2011/24 E. 10.2, m.w.H.).
8.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
8.1.1 Demnach darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein
Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr
läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25
Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen
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Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-
lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-
mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-
handlung unterworfen werden.
8.1.2 Im Beschwerdeurteil D-1735/2019 vom 12. Februar 2021 hat das
Bundesverwaltungsgericht festgestellt, es sei dem Beschwerdeführer nicht
gelungen, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder
glaubhaft zu machen. Ausserdem ergäben sich weder aus seinen Aussa-
gen noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer
Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit
einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-
lung ausgesetzt wäre. Die allgemeine Menschenrechtssituation in der Her-
kunftsregion des Beschwerdeführers lasse den Wegweisungsvollzug
ebenfalls nicht als unzulässig erscheinen. Insgesamt sei der Vollzug der
Wegweisung daher sowohl im Sinne der landes- als auch der völkerrecht-
lichen Bestimmungen als zulässig zu erachten (vgl. E. 7.2.2). Diese Erwä-
gungen sind nach wie vor zutreffend, zumal der Beschwerdeführer im vor-
liegenden Wiedererwägungsverfahren keine neuen Gründe geltend ge-
macht hat, welche zur Annahme einer flüchtlingsrechtlich erheblichen Ge-
fährdung führen könnten, und auch keine Anhaltspunkte dafür geliefert hat,
dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Äthiopien dort mit beachtli-
cher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbote-
nen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre.
8.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
8.2.1 Die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs wurde im Beschwerde-
urteil D-1735/2019 vom 12. Februar 2021 sowohl in genereller als auch in
individueller Hinsicht bejaht. Unter Hinweis auf seine Rechtsprechung
führte das Gericht aus, die allgemeine Sicherheitslage am Herkunftsort des
Beschwerdeführers spreche nicht gegen die (generelle) Zumutbarkeit des
Wegweisungsvollzugs. Hinsichtlich der Frage der individuellen Zumutbar-
keit setzte sich das Gericht insbesondere ausführlich mit der Frage nach
dem (mutmasslich) vorhandenen Beziehungsnetz sowie der Behandelbar-
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keit der beim Beschwerdeführer diagnostizierten (...) auseinander. Insge-
samt kam es zum Schluss, es sei nicht davon auszugehen, dass der Be-
schwerdeführer bei einer Rückkehr nach Äthiopien aus wirtschaftlichen,
sozialen oder gesundheitlichen Gründen in eine seine Existenz gefähr-
dende Situation geraten würde respektive einer konkreten Gefährdung im
Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG ausgesetzt wäre (vgl. E. 7.3).
8.2.2 Der Beschwerdeführer macht im Wiedererwägungsverfahren weder
hinsichtlich der allgemeinen Sicherheitslage an seinem Herkunftsort noch
in Bezug auf sein Beziehungsnetz und seinen Gesundheitszustand eine
nachträgliche – d.h. seit Erlass des Beschwerdeurteils vom 12. Februar
2021 eingetretene – Veränderung der Sachlage geltend. Seine Vorbringen
beschränken sich vielmehr auf eine Wiederholung von vorbestandenen
und im ordentlichen Verfahren im Wesentlichen bereits berücksichtigten
Tatsachen. Somit ist festzustellen, dass keine wiedererwägungsrechtlich
relevanten Gründe bestehen, welche zur Annahme führen könnten, der Be-
schwerdeführer sei im Falle seiner Rückkehr an den Herkunftsort konkret
gefährdet. Der Vollzug der Wegweisung nach Äthiopien ist daher weiterhin
als zumutbar zu erachten.
8.3 Der Vollzug der Wegweisung ist ferner nach wie vor als möglich im
Sinne von Art. 83 Abs. 2 AIG zu bezeichnen. Es obliegt dem Beschwerde-
führer, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine
Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12). Entgegen der im Wiederer-
wägungsgesuch respektive in der Beschwerde geäusserten Auffassung
kann aus der Tatsache, dass ihm die somalische Vertretung in der Schweiz
auf sein Gesuch hin keine somalischen Reisepapiere ausgestellt hat, kei-
neswegs auf die Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs geschlossen
werden, da der Beschwerdeführer nicht somalischer, sondern – nota bene
eigenen Angaben zufolge, vgl. A6 Ziff. 1.09 – äthiopischer Staatsangehöri-
ger ist. Der gescheiterte Versuch, somalische Reisepapiere zu beschaffen,
stellt daher offensichtlich kein zwischenzeitlich eingetretenes, praktisches
Hindernis dar, aufgrund dessen der Vollzug der Wegweisung nach Äthio-
pien als unmöglich erachtet werden müsste.
Die weiterhin andauernde Corona-Pandemie steht dem Vollzug der Weg-
weisung ebenfalls nicht entgegen; denn es handelt sich dabei – wenn über-
haupt – um ein bloss temporäres Vollzugshindernis, welchem im Rahmen
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der Vollzugsmodalitäten durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tra-
gen ist, indem etwa der Zeitpunkt des Vollzugs der Situation im Heimatland
angepasst wird.
9.
Dem Beschwerdeführer ist es nach dem Gesagten nicht gelungen, Gründe
darzulegen, die in Bezug auf die Frage der Durchführbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs zu einer Wiedererwägung der vorinstanzlichen Verfügung
vom 3. Mai 2021 führen könnten. Der Vollzug der Wegweisung nach Äthi-
opien erweist sich nach wie vor als zulässig, zumutbar und möglich. Das
SEM hat das Wiedererwägungsgesuch demnach zu Recht abgewiesen.
10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen.
11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht keine Veranlassung für eine
Beibehaltung der am 7. Juni 2021 angeordneten (superprovisorischen)
Massnahme; der Vollzugsstopp ist demnach aufzuheben.
12.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1'500.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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