Decision ID: a8e5b951-decf-4508-90e4-b9a8646bc529
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1939, bezieht seit Januar 2003 eine ordentli
che Rente der AHV
sowie eine BVG-Rente
(vgl.
Urk.
7/
5
Ziff.
8
) und meldete sich am
6.
Februar
20
14
bei der Stadt
Y._
,
Durchführungsstelle
für Zusatz
leistungen zur AHV/IV (nachfolgend
Durch
führungs
stelle
), zum Bezug von Zu
satzleistungen an (
Urk.
7
/
5,
Urk.
7/7
).
Mit Verfügung vom 1
3.
Juni 2014
(
Urk.
7/55
) sprach die Durchführungsstelle der Versicherten ab
Februar 2014
Zusatzleistungen in Form
von
Beihilfe
zu.
Mit Verfügung vom 1
9.
Dezember 2014 (
Urk.
7/56) wurde der
monatliche Anspruch auf Beihilfe
ab Januar 2015 erhöht.
Mit Verfügungen vom 2
8.
April 2015 wurde der Anspruch auf Beihilfe infolge Anpassung der Personen im Haushalt rückwirkend per
1.
September 2014 ver
neint (
Urk.
7/59) und sodann die Beträge von
Fr.
472.-- für die Dauer von Sep
tember bis Dezember 2014 (
Urk.
7/61) und von
Fr.
532.-- für die Dauer von Ja
nuar bis April 2015 (
Urk.
7/60) zurückgefordert.
Dagegen erhob die Versicherte am
3.
Mai
201
5
Einsprache (
Urk.
7
/
80
) und machte sinngemäss geltend,
der Zuzug ihres Sohnes per
1.
September 2014 än
dere nichts an ihrem Anspruch auf Zusatzleistungen. Mit Entscheid vom
5.
Mai 2015 (
Urk.
7/84
=
Urk.
2) wies die
Durch
fü
hrungs
stelle
die Einsprache der
Ver
sicherten ab.
2.
Gegen diesen Entscheid vom 5
.
Mai
201
5
(
Urk.
2) erhob die Versicherte am
15
.
Mai
201
5
Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte sinngemäss, dieser sei aufzu
heben und es
sei auf die Rückforderung zu verzichten.
Mit Beschwerdeantwort vom
2.
Juni
201
5 (
Urk.
6
) beantragte die
Beschwer
-
degeg
nerin
die Abweisung der Beschwerde,
was der Beschwerdefüh
re
rin am
8.
Juni 2015
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8
).
Der Einzelrichter

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
-
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur
Al
ters
, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) haben Personen An
spruch
auf Ergänzungsleistungen
zur Deckung ihres Existenzbedarfs
, wenn sie
die Vo
raus
setzungen
nach den Art. 4-6 ELG
erfüllen.
Die Ergänzungsleistungen bestehen aus der jährlichen Ergänzungsleistung, wel
che monatlich ausbezahlt wird (Art. 3 Abs. 1
lit
. a ELG), und aus der Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten (Art. 3 Abs. 1
lit
. b ELG). Die jährliche Ergänzungsleistung hat dem Betrag zu entsprechen, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
1.3
Als Einnahmen anzurechnen sind nebst den Erwerbseinkünften in Geld oder Na
tu
ralien
(Art. 11 Abs. 1
lit
. a ELG)
Einkünfte aus beweglichem oder unbe
weg
lichem Vermögen (Art. 11 Abs. 1
lit
. b ELG), Renten und Pensionen sowie an
dere wiederkehrende Leistungen, einschliess
lich Renten der AHV und IV
(Art. 11 Abs. 1
lit
. d ELG
), ein Fünfzehntel des Reinvermögens, soweit es bei alleinste
henden Personen Fr. 37'500.- übersteigt (Art. 11 Abs. 1
lit
. c ELG) und gemäss Art. 11 Abs. 1
lit
. g ELG auch die Einkünfte und Vermö
genswerte, auf die die ansprechende Person verzichtet hat (vgl. auch
Rz
3411.01 der Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherungen über die
Er
gänzungsleistungen
zur AHV und IV; WEL).
Als anerkannte Ausgaben gelten bei Personen, die zu Hause wohnen, ein Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf (Art. 10 Abs. 1
lit
. a ELG), der Mietzins einer Wohnung und die damit zusammenhängenden Nebenkosten (Art. 10 Abs. 1
lit
. b ELG) sowie die zu entrichtenden Beiträge an die Sozialversicherungen des Bundes (Art. 10 Abs. 3
lit
. c ELG) und ein jährlicher Pauschalbetrag für die ob
ligatorische Krankenpflegeversicherung (Art. 10 Abs. 3
lit
. c und d ELG).
1.4
Gemäss §§ 15 und 19a Abs. 3 des Gesetzes über die Zusatzleistungen zur eidge
nössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ZLG) finden die Vorschriften, die für die jährliche Ergänzungsleistung nach Art. 9 ff. ELG gel
ten, entsprechende Anwendung auf die Beihilfen und Zuschüsse, soweit im ZLG nichts Abweichendes bestimmt ist.
2.
2.1
Die Durchführungsstelle ging im angefochtenen Entscheid davon aus, dass eine Mietzinsaufteilung vorzunehmen sei, zumal die Mietzinsanteile der Personen, welche nicht in der Berechnung der Ergänzungsleistungen eingeschlossen seien, bei der Berechnung ausser Betracht zu lassen seien. Aufgrund des Zuzugs des Sohnes per September 2014
sei
nur noch die Hä
lfte des Mietzinses als Ausgabe
anzu
rechnen (Urk. 2,
Urk.
6).
2.2
Dem hält die Beschwerdeführerin sinngemäss entgegen,
der Anspruch auf Zusatz
leistungen basiere auf dem Einkommen minus d
en Ausgaben
und sei be
reits vor dem Einzug des Sohnes bewilligt gewesen. Ihr Sohn habe das Vermö
gen nicht belastet. Ausserdem habe er per Mai 2015 wieder eine Festanstellung gefunden und werde auch nicht mehr an ihrem Vermögensverzehr partizipieren
(
Urk.
1)
.
3.
3.1
In Bezug auf die Zusatzleistungen
ab 1. September 2014
, we
lche den Streit
-
gegen
stand
bilden
,
ist einzig die Höhe der
bei den anerkannten Ausgaben
an
zurechnenden Miete
ange
fochten
.
Die übrigen Positionen der EL-Berechnung sind nicht bestritten. Es besteht
denn auch
kein Anlass zu einer näheren Prü
fung von Am
tes wegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts P 42/06 vom
2.
No
-
vember
2006 E
.
2 mit Hinweisen).
3.2
Werden Wohnungen oder Einfamilienhäuser auch von Personen bewohnt, wel
che nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen sind,
so
ist der Mietzins auf die einzelnen Personen aufzuteilen.
Die Mietzinsanteile der Personen, welche nicht in die EL-Berechnung eingeschlos
sen sind, werden bei der Berechnung der jährlichen
Ergänzungsleis
tung
ausser Betracht gelassen. Die Aufteilung hat grundsätzlich zu gl
eichen Teilen zu erfolgen (Art.
16c ELV). Unter diese Rege
lung fallen auch die mit dem Mietzins der Wohnung oder des Einfamilienhauses zusammenhäng
enden Ne
benkosten nach Art. 10 Abs. 1
lit
.
b erster Satz ELG (vgl. BGE 127 V 10
E. 6b zum gleichlautenden Art. 3b Abs.
1
lit
.
b erster Satz des bis Ende 2007 gültig gewesenen ELG vom 1
9.
März 1965).
Ein Abweichen von dieser Grundregel, welche die indirekte Mitfinanzierung von Personen, die nicht in die Ergänzungsleistungsrechnung eingeschlossen sind, verhindert, ist nur in engen
Grenzen zugelassen,
s
o vor allem wenn die Auftei
lung des Gesamtmietzinses nach Köpfen im Einzelfall zu einem stossenden Er
gebnis f
ühren würde (BGE 127 V 10 E. 5d; AHI 1998 S.
34; vgl. auch
Cari
giet
/Koch,
Ergän
zungsleistungen
zur AHV/IV,
2.
Aufl
age, Zürich Basel Genf 2009, S.
139).
3.3
Anlässlich der periodischen Überprüfung der Zusa
tzleistungen im Jahr 2015 wies die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom
9.
April 2015 (
Urk.
7/79) erst
mals darauf hin, dass ihr Sohn seit dem
1.
September 2014 zusammen mit ihr in ihrem Haushalt wohne.
3.4
Die Beschwerdegegnerin ging somit bezüglich der anrechenbaren Ausgaben für den Mietzins in Anwendung der genannten Bestimmungen zu Recht
davon aus, dass nicht mehr die gesamte Miete bei den Ausgaben zu berücksichtigen sei,
und schied eine
Hälfte
der Mietkosten als Anteil des Mitbe
wohners (
Sohn
)
aus.
Der
Sohn
de
r
Beschwerdeführer
in
wohnt seit
September
201
4 zusammen mit der
Beschwerdeführer
in
in
deren
Mietwohnung
(vgl.
Urk.
7/18)
. Die Wohn
-
ausga
ben sind bei dieser Sachlage zu gleichen Teilen (Art. 16c Abs. 2 ELV) aufzutei
len und nach dem Gesagten mit
der
Hälfte
in der EL-Berech
nung zu berück
sichtigen.
Die Ausführungen de
r
Beschwerdeführer
in
, wonach
der Anspruch bereits vor dem Einzug des Sohnes bewilligt worden sei und er ihr Vermögen nicht angetastet habe,
vermögen daran nichts zu ändern.
So kann auch nicht einfach unter dem Titel der Verwandtenunterstützung die geset
zliche Regelung umgangen werden
, insbesondere auch weil - wie die
Beschwerdegeg
nerin
richtig ausführte – nur diejenigen Verwandten unterstützungspflichtig sind, die in günstigen Verhältnissen leben, was bei einer Bezügerin von Beihil
fen nicht der Fall ist.
Ansonsten könnten Personen,
die nicht in die
Ergän
zungs
leistungs
rechnung
eingeschlossen sind,
ohne weiteres indirekt über die
Ergänzungs
leistungen
mitfinanziert werden (vgl. auch vorstehend E. 3.2).
3.5
Von
der
Beschwerdeführer
in
nicht bestritten wurde, dass
sie
als Bezüger
in von Zusatz
leistungen verpflichtet gewesen wäre, die Aufnahme
ihres
So
h
nes
in ihren Haushalt z
u melden. Auf die unverzügliche Meldung solcher Veränderungen des Sachverhalts wurde in den jeweiligen
Leistungs
verfügungen
stets hingewiesen (vgl.
Urk.
7/
55-56
). I
m Merkblatt bezüglich Meldepflicht, von der Beschwerde
führerin am 1
7.
Juni 2014
unterzeichnet
(
Urk.
7/9),
wurde sodann gar explizit die Veränderungen der Anzahl Mitbewohner als Beispiel meldepflichtiger Sach
verhalte aufgenom
men.
Ebenso wurde jeweils auf die Konsequenzen einer
Mel
depflichtverletzung
hin
gewiesen.
3.6
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Mietzinskosten
für die Zeit ab September 2014 nur
anteilsmässig in der
An
spruchsberechnung
der Beschwerde
führerin berücksich
tigt hat.
Zusammenfassend ist die Ermittlung der Zusatzleistungen gemäss Verfügung vom
28
.
April
201
5
, bestätigt durch den
Einspracheentscheid
vom
5
.
Mai 2015
(Urk. 2), nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
4.
4.1
Über eine Rückfor
derung (
Art.
25
Abs.
1 Satz 1 ATSG) und gegebenenfalls den Erlass derselben (
Art.
25
Abs.
1 Satz 2 ATSG) wird in der Regeln in zwei
Schritten verfügt (
Art.
3 und 4 ATSV). Enthalten die Eingaben der Anspruchs
berechtigten sowohl Elemente betreffend Rückforderung als auch betreffend Erlassgesuch, so muss zuerst über die Rechtmässigkeit der ergangenen Rückfor
derung entschieden werden. Erst wenn die Rückerstattungsverfügung rechts
kräftig ist, kann über das Erlassgesuch befunden werden (
Carigiet
/Koch, a.a.O., S. 98 und S. 104; Urteile des Bundesgerichts P 62/04 vom
6.
Juni 2005 E. 1.2 und 9C_53/2014 vom 2
0.
August 2014 E. 1).
4.2
Vorliegend wies die Beschwerdegegnerin in der Einstellungs- und
Rücker
stat
tungsverfügung
vom 2
8.
April 201
5
(
Urk.
7/
59-61
) auf die Möglichkeit hin, in
nert dreissig Tagen nach Rechtskraft der Verfügung ein Erlassgesuch
zu stellen
. Mit der daraufhin eingereichten Einsprache vom
3.
Mai
201
5
(Urk. 7/
80
)
for
derte
die Beschwerdeführerin
sinngemäss
auch den Verzicht auf die Rück
for
derung (S. 1 Satz 2)
. Zu
den
Voraussetzungen eines all
fälligen Erlasses nahm
die Beschwerdegegnerin – korrekterweise
–
noch
keine
Stellung.
Eine Beurtei
lung eines allfälligen
Gesuch
s
um Erlass der Rückfor
derung
wäre vorliegend mit dem
Einspracheentscheid
zu früh erfolgt.
4
.
3
Das von der Beschwerdeführerin
sinngemäss
gestellte Erlassgesuch ist erst nach Ein
tritt der Rechtskraft der Einstellungs- und Rückerstattungsverfügung zu prüfen.