Decision ID: 2e895b1b-ff14-4204-bc42-00e1a87dd891
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1956, war bis zur Kündigung durch die Arbeitgeberin
per Ende Mai 2011 als Mitarbeiterin in der Logistik erwerbstätig, wobei der letzte
effektive Arbeitstag am 26. Januar 2011 war (Urk. 8/21/1). Ab dem 1. Juni 2011 bis Ende Mai 2013 bezog die Versicherte daraufhin bei einer
Ver
mitt
lungs
fähigkeit
von 100 % Taggelder der Arbeitslosenversicherung (Urk. 8/10/1).
1.2
Nach Meldung zur Früherfassung am
28. Juni 2013
(
Urk. 8/4
)
meldete sich die Versicherte am 15. Juli 2013 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
unter Hinweis auf seit Oktober 2009 bestehende Beschwerden
zum Leistungsbezug an (Urk. 8/7).
Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizi
nische Abklärungen, wobei sie insbesondere Berichte bei den behandelnden Ärzten
einholte (Urk. 8/11, Urk. 8/17) und die Versicherte
am 3
.
Dezember 2013 von med.
pract
.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Re
gionaler Ärztlicher Dienst (RAD), untersuchen liess (Bericht vom 4. Dezember
2013, Urk. 8/23). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/25-29) wies
die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 7. Februar 2014 (Urk. 2)
ab.
2.
Dagegen erhob
X._
am 5. März 2014 Beschwerde (Urk. 1) und be
antragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Ausrichtung der
gesetzlichen Leistungen. Even
t
ualiter sei ein Gerichtsgutachten einzuholen,
sub
even
tualiter
sei die Sache
an
die Beschwerdegegnerin zur Einholung eines in
ter
disziplinären Gutachtens zurückzuweisen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie um Bestellung von
Rechtsanwalt Martin Hablützel zum unentgeltlichen Rechtsbeistand (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 22. April 2014 (Urk. 7 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 8/1-34) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Be
schwerde.
Mit Replik vom 10. Juni 2014 (Urk. 11) stellte die Beschwerdeführerin zusätzlich
den Antrag, es sei eine angemessene berufliche Massnahme anzuordnen, na
ment
lich sei
ihr eine Umschulung zu gewähren
. Am 11. September 2014 teilte die
Be
schwerdegegnerin
mit, dass sie auf die Einreichung einer Duplik verzichte
(Urk.
15), was der Beschwerdeführerin am 7. Oktober 2014 mitgeteilt wurde (Urk. 16).
Mit einer weiteren Eingabe vom
18. Juni 2015
wies
die Beschwerdeführerin
auf
die neue bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei psy
cho
somatischen Leiden
hin (Urk. 17, Urk. 18)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hielt dafür, die Untersuchung beim RAD habe ergeben,
dass die Beschwerdeführerin an keinem psychischen Gesundheitsschaden mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit leide. Hinsichtlich der somatischen Be
schwerden verwies
sie
auf die Beurteilung des behandelnden Arzt
Dr. med.
Z._
, Rheumatologe FMH
, wonach trotz gewissen Einschränkungen eine vollständige Arbeitsfähigkeit ausgewiesen sei. Die Beschwerdegegnerin kam so
mit zum Schluss, dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege, wes
halb
sie das Leistungsbegehren abwies (Urk. 2, Urk. 7).
1.2
Die Beschwerdeführerin führte dagegen aus, sie sei bei ihrer Tätigkeit als Lage
ristin gestürzt und habe
sich
dabei Verletzungen am Rücken, Becken und
rech
ten
Bein zugezogen
. Seither könne sie schlecht gehen. Im April 2012 habe sie so
dann
eine Lungenembolie erlitten. Die ständigen Angstzustände und die Schmer
zen beim Gehen hätten eine depressive Störung verursacht. Entgegen den Ausfüh
rung
en der Beschwerdegegnerin leide sie unter Beschwerden, die es ihr ver
unmöglichen würden, einer Arbeitstätigkeit nachzugehen
(Urk. 1). Auf die Beur
teilung des RAD-Arztes
könne nicht abgestellt werden, da
dieser
die geklagten
Beschwerden nicht berücksichtigt habe und seine Beurteilung nicht nachvoll
zieh
bar sei.
Seine Beurteilung
vermöge somit die schlüssige Einschät
zung
ihres
be
handelnden Psychologen, Dr.
rer
. nat.
A._
,
Fachpsycho
loge
FSP-ASP
,
wo
nach eine Erwerbsfähigkeit aufgrund der somatischen und psychischen Be
schwer
den nicht realisierbar sei
, nicht zu erschüttern
(Urk. 11).
Es sei ihr eine adäquate Ausbildung zu ermöglichen, womit gewährleistet wer
den könnte, dass sie die eventuell noch vorhandene Restarbeitsfähigkeit in ei
nem
ihr zumutbaren Arbeitsbereich verwerten könnte. Zumutbar wäre ihr auf
grund des erlittenen Unfalles (Heben eines schweren Pakets) und der Lungen
krankheit
ohnehin höchstens eine leichte Tätigkeit, welche aufgrund der psy
chischen Leide
n den gesundheitlichen Schwankungen angepasst werden müsste. Nach einer ent
sprechenden Umschulung wäre zu prüfen, ob eine solche
renten
ausschliessend
erfolgt sei oder ob dennoch ein Rentenanspruch begründet wäre (Urk. 11).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von
Ge
burts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
ti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
ge
glichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
li
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Die Rechtsprechung, wonach das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von der Einschätzung der medizinischen Experten abweicht, hat den Beweiswert von
Gerichtsgutachten zum Gegenstand und findet auf versicherungsinterne ärzt
lich
e Beurteilungen nicht Anwendung. Berichte und Gutachten
versiche
rungsinterner
Ärztinnen und Ärzte unterliegen wie andere Beweismittel der freien richter
li
chen
Beweiswürdigung. Es kann ihnen Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei
sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit beste
hen (BGE 123 V 331 E.
1c
mit Hinweisen).
3.
3.1
P
sychologe
A._
hielt mit Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin (unda
tiert, bei der Beschwerdegegnerin am 29. Juli 2013 eingegangen, Urk. 8/11) dafür,
die Beschwerdeführerin leide unter einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome
,
(ICD-10 F33.2) so
wie einem chronischen Schmerzsyndrom nach einem Unfall an der ehemaligen
Arbeitsstelle (Sturz bei
Lageristenarbeit
) im Bereich des Rückens, des Beckens und
des rechten Beines (Urk. 8/11/1).
Zusätzlich bestehe eine aus
geprägte
Angst
stö
rung
mit Atemdepression (Urk. 8/11/2).
Er attestierte der Be
schwerdeführerin eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätig
keit als Lageristin/
Post
packerin
ab dem Jahr 2009 bis auf weiteres und hielt fest, dass aufgrund der somatischen wie auch psychischen Störungen keine Er
werbstätigkeit realisierbar sei. Mit der Wiederaufnahme einer beruflichen Tätig
keit könne nicht gerechnet werden (Urk. 8/11/2-3). Hinsichtlich Befunde ver
wies er auf die beigelegten Be
richte des Spitals
B._
(Urk. 8/11/2).
3.2
Aus den von Dr.
A._
beigelegten Berichten des Spitals
B._
vom 20. April 2012 (Urk. 8/11/11-13) und 5. Juli 2012 (Urk. 8/11/6-8) ergibt sich, dass die Be
schwerdeführerin dort aufgrund ei
ner zunehmenden
Dyspnoe und inspirato
rischer
Thoraxschmerzen
vom 17. -
20. April 2012 hospitalisiert war und beid
seitige parazentrale Lungenembolien diagnostiziert wurden. Die Ärzte hielten da
für, einzige ersichtliche Risikofaktoren seien die Adipositas sowie ein persis
tierender Nikotinkonsum. Hinweise auf eine tiefe Venenthrombose hätten sich
keine ergeben. Es wurde eine orale Antikoagulation
installiert
und die Be
schwer
deführerin am 20. April 2012 in gutem und stabilem Allgemeinzustand nach Hause
entlassen (Urk. 8/11/12-13). Als weitere Diagnosen hatten die Ärzte im Übri
gen eine arterielle Hypertonie, eine Hypercholesterinämie sowie ein chroni
sches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (Erstdiagnose Oktober 2009) aufge
führt
und die Beschwerdeführerin bezüglich der Hypercholeste
rinämie bei der
Ernäh
rungsberatung
an
gemeldet
(Urk. 8/11/11).
In der in der Folge am 3. Juli 2012 durchgeführten Gerinnungsabklärung im Spital
B._
kam die untersuchende Ärztin zum Schluss, dass keine Hin
weise für eine erworbene
Koagulo
pathie
im Sinne einer angeborenen Gerinnungsstörung
bestehe
. Bei bis anhin gut eingestellter Antikoagulation, fehlenden Zeichen des Auftretens einer Blutungsneigung und in Anbetracht der nicht reversiblen
Risi
kofaktoren der Beschwerdeführerin sowie der gut eingestellten arteriellen Hy
per
tonie empfahl sie, die Antikoagulation für mindestens zwei Jahre fortzufüh
ren (Urk. 8/11/7-8) und hielt fest, es bestehe
gemäss Beschwerdeführerin
eine gute
körperliche Leistungsfähigkeit
und die Anstrengungsdyspnoe sei
regredient
(Urk. 8/11/6).
3.3
Dr.
Z._
, Rheumatologe FMH, behandelnder Arzt der Beschwerdeführerin, teilte
mit
Bericht vom 2. September 2013 (Urk. 8/17) zuhanden der
Beschwerde
gegnerin
mit,
die Beschwerdeführerin leide an einem
chronische
n
lumbover
te
bralen
und
l
umbospondylogene
n
Schmerzsyndrom
bei degenerativen Verän
de
rungen (bestehend seit 2010) und hielt dafür, in einer
behinderungsange
passten
Tätigkeit mit geringer Rückenbelastung sei eine vol
le Arbeitsfähigkeit zumutbar
. Die Aufnahme einer Tätigkeit sei jederzeit möglich
. Eine Arbeits
unfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
bestätigte
er nicht
(Urk. 8/17/2
). Aus dem beige
leg
ten Bericht des
C._
(Urk. 8/17/5), wo am 17. Mai 2013 ein
e
MRI-Untersuchung der
Lendenwirbel
säule
durchgeführt worde
n war, ergibt sich, dass es
,
verglichen mit der Vorun
tersuchung vom 20. Janu
ar 2011
,
zu keine
r signifikanten Befundänderung
ge
k
o
m
men war
bei
bekannterweise
etwas
osteochondrotischen
und spondylotischen Ver
änderung und
breitbasigen
Diskusvorwölbungen mit Einengung des
Neurofo
ramens
L4-L5 und L5-S1 mit möglicher Reizung der dazugehörigen
Nervenwur
zeln
L
4
und L5
foraminal
beidseits. Das Vorliegen von Diskushernien sowie
Nervenwurzel
kom
pressionen
wurde verneint.
3.4
RAD-Arzt med.
pract
.
Y._
untersuchte die Beschwerdeführerin am 3. Dezem
ber 2013 (Bericht vom 4. Dezember 2013, Urk. 8/23). Die Beschwerde
führerin gab
an, sich ungefähr im Jahr 2010 bei der Arbeit beim Bearbeiten von schweren Paketen verletzt zu haben und seither Schmerzen im Rücken zu ver
spüren. Sie sei damals drei Monate krankgeschrieben gewesen. Danach habe sie langsam wieder mit der Arbeit angefangen. Zwei Vorarbeiter hätten damals entwertend über sie gesprochen, was sie ein halbes Jahr ertragen habe, um den Arbeitsplatz in ihrem Alter nicht zu verlieren, habe
aber
schon
auf dem Weg zum
Arbeitsort
immer mehr Angst vor diesen Quälereien bekommen. Wenn man sie ange
schrien
habe, sei es bis zum Erbrechen gekommen. Schliesslich habe der Per
sonalleiter von einer Versetzung in eine andere Abteilung gespro
chen, aber letztlich sei sie drei Monate von der Arbeit freigestellt und es sei ihr gekündigt worden. Seither sei sie arbeitslos und habe auf Bewerbungen nur Absagen erhalten. Durch die Arbeitslosenversicherung habe sie einen sechsmo
natigen Kochkurs absolviert,
jedoch trotzdem keine Arbeit gefunden (Urk. 8/23/2). Der RAD-Arzt hielt fest, die
Beschwerdeführerin sei sehr mitteil
sam gewesen und der Gedankengang flüssig und zusammenhängend. Es habe sich kein
Hinweis auf
Sinnestäuschungen, Ich
störungen oder inhaltliche Denk
störungen
e
r
geben. Die Beschwerdeführerin sei affektiv herabgestimmt gewe
sen. Er berichtete über mehrmaliges Weinen, führte jedoch aus,
die Beschwerdeführerin
sei auch
aufheiterbar
gewesen (freudiges
Lächeln bei Schilderung der Enkel). Im Laufe des Gespräches hätten sich zuneh
mend auch aggressive Darstellungen gezeigt. Die Gestik und Mimik sei lebhaft gewesen und der Antrieb ebenf
alls lebhaft mit zahlreichen
ei
ge
n
initiativen
Beiträgen. Die Beschwerdeführerin sei während der zweistündigen Untersu
chung
aufmerksam und konzentriert gewesen
. O
ffensichtliche Gedächtnisstörungen
hätten sich nicht gezeigt,
und die Beschwerdeführe
rin sei glaubhaft nicht suizi
dal.
Nach 45 Minuten sei die Beschwerdeführerin einmalig aufgestanden unter Hin
weis auf Rückenschmerzen, in der Folge sei sie wieder ohne erkennbare
Schmerz
mimik
ruhig gesessen. Nach insgesamt zwei Stunden
sei
die Beschwerdeführerin flüssig aufgestanden und
habe sich
mit flüssigem Gang
zur
Toilette
begeben
(Urk. 8/23/2-3). Der RAD-Arzt hielt dafür, die vom Psychologen Dr.
A._
diagnostizierte schwere Episode einer rezidivie
renden depressiven Störung könne
nicht bestätigt werden. Es finde sich zwar eine gedrückte Stimmung und eine gewisse Freudlosigkeit – wobei jedoch bspw. Freude an den Enkeln bestünde – aber kein Antriebsmangel und keine erhöhte Ermüdbarkeit, keine verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit, kein ver
mindertes Selbstwertgefühl, kein Schuldgefühl, keine
Suizidalhandlungen
, unter Schmerzmitteln keine Schlafstö
rungen und kein verminderter Appetit. Die pes
simistischen Zukunftsperspekti
ven
erachtete er als realitätsgerecht. Er kam zum Schluss, dass
weder
ein
depressives
Gesche
hen noch die von Dr.
A._
er
wähnte „ausgeprägte Angststörung“ diag
nostiziert werden könne.
Die Be
schwerden würden am ehesten zu einer
Dyst
hymie
(ICD-10 F34.1), einer chro
nischen Verstimmung, passen. Die mit
Erst
diag
nose
vom Oktober 2009 diag
nostizierten Rückenbeschwerden schliesslich seien
vom Rheumatologen um
fangreich und aktuell abgeklärt worden. Diesbe
züg
lich verwies der RAD-Arzt auf den Bericht von Dr.
Z._
(Urk. 8/23/5). Der RAD-Arzt
hielt ab
schliessend fest
, dass – abgesehen von einer
Dysthymie
, welche keine Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit habe - aus psychiatrischer
Sicht keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege (Urk. 8/23/5).
4.
4.1
Aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage ist es nicht zu beanstan
den
, dass die Beschwerdegegnerin zum Schluss kam,
es bestünden keine
rele
van
ten
somatisch bedingten
Einschränkungen der Arbeitsfä
higkeit.
Dafür, dass die Be
schwerdeführerin aufgrund der
im Jahr 2012
erlittenen Lungenembolie
n
einge
schränkt wäre, ergeben sich keinerlei Anhaltspunkte.
Die von den Ärzten des Spitals
B._
eingeleitete Therapie war erfolgreich und
die Ärzte
berichteten über einen guten und stabilen Allgemeinzustand sowie eine gute
Leistungs
fähig
keit
.
Die Ärzte
attestierten denn auch keine
Arbeitsunfähigkeit
(E. 3.2)
.
Sodann wies der
behandelnde Arzt Dr.
Z._
zwar darauf hin, dass die Be
schwer
deführe
rin
seit dem Jahr 2010
bei degenerativen Veränderungen
an
einem
chronischen
lumbovertebralen
und
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom leide.
Er
kam je
doch zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin in Tätigkei
ten
mit ge
ringer Belastung des Rückens
vollständig arbeitsfähig sei
. E
ine Arbeitsun
fähig
keit in der angestammten Tätigkeit attestierte er nicht (E. 3.3).
Die Beschwerde
füh
rerin war denn nach dem geschilderten Unfall an der ehemaligen Arbeits
stelle, bei welchem sie
sich
ge
mäss
ihren
Ausführungen Verletzungen am Rücken,
Becken u
nd rechten Bein zugezogen habe und seither
an
Beschwerden leid
e
(E. 1.1), in der angestammten Tätigkeit
auch wieder vollständig
erwerb
stätig
. So erklärte sie anlässlich der
re
gionalärztlichen
Untersuchung, sie habe nach
dem
Unfall nach
einer dreimona
tigen Krankschreibung die Arbeit wieder aufgenom
men
(E. 3.4
; siehe auch
Ab
senzenliste
der Arbeitgeberin, wonach die Beschwer
de
führerin im Jahr 2010 ab
gesehen vom
Monat
Januar
nahezu
nie
krankheits
be
dingt
abwesend war
,
Urk. 8/21/10)
und
die Auflösung des
Arbeitsverhältnis
es
per Ende Mai 2011
scheint denn auch
nicht aufgrund
einer eingeschränkten körperlichen Leistungsfähigkeit
erfolgt zu sein
(gemäss dem Bericht der Arbeit
geberin führten wirtschaftliche Gründe zur Kündigung
[
Urk. 8/21/1
]
, gemäss den
Ausführungen der Beschwerdeführerin anlässlich der regionalärztlichen Untersu
chung erfolgte die Kündigung im Zusammenhang mit Problemen mit Vorar
bei
tern
[E. 3.4]
).
Dass die Beschwerdeführerin
trotz gewis
sen körperlichen Beschwer
den weiterhin zu 100 % arbeitsfähig ist
, ergibt sich
schliesslich auch mit
Blick auf die
Unterlagen
der Arbeitslosenkasse, w
onach die Beschwerdeführerin nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses
per
Ende Mai 2011
eine 100%ige
Ver
mitt
lungsfähigkeit
angab und
bis
zum
Ende der
Rah
menfrist
(
Ende Mai 2013
)
Tag
gelder der Arbeitslosenversicherung bezog
(Sach
verhalt E. 1.1)
. Die Beschwerde
füh
rerin machte
in dieser Zeit
mit Hilfe der Ar
beitslosenversicherung
sodann
einen sechsmonatigen Kochkurs, wobei auch
diesbezüglich
erhellt
, dass
sie
nicht
aufgrund von körperlichen Beschwerden ohne Erwerbstätigkeit blieb, sondern weil
sie keine Arbeit fand (E. 3.4).
D
ie Beschwerde
gegn
erin
ging somit zu Recht davon aus, dass
aus körperlicher Sicht keine relevanten Einschränkungen bestehen.
4.2
Dass die Beschwerdegegnerin sodann gestützt auf die Beurteilung
des
RAD-Arz
t
es
med.
pract
.
Y._
das Vorliegen von psychischen Beschwerde
n
mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit verneinte, ist entgegen
dem
Vorbringen der Be
schwerdeführerin (E. 1.1) ebenfalls nicht zu beanstanden. Seine Einschätzung, wonach
es an
einer
relevanten
psychischen Störung
mangle
, begründete er
ein
gehend und
diese Beurteilung
erscheint
,
insbesondere auch mit Blick auf den
erhobenen
,
weitestgehend un
auffälligen psychopathologischen Befund (E. 3.4)
,
nach
vollziehbar
.
Wenn die Beschwerdeführerin einwendet,
entgegen den Ausfüh
rungen von med.
pract
.
Y._
bestehe mehr als nur eine gedrückte Stimmung,
da sie am ehemaligen Arbeitsplatz aufgrund der abwertenden Behandlung durch
zwei Mitarbeiter Angstzustände bis zum Erbrechen
erlitten
habe (Urk. 11 S. 4),
vermag sie damit nicht durchzudringen
, handelte es sich dabei doch um eine Reaktion auf eine psycho
soziale Belastungssitua
tion am ehemaligen Arbeits
platz und
macht
die Be
schwerdeführerin denn auch nicht geltend, dass sie noch
heute
unter
solchen
Angstzuständen leide
.
G
egenüber med.
pract
.
Y._
gab sie hinsichtlich Ängste
einzig an, Angst vor der Zukunft und vor schlechten Leuten zu haben
(Urk. 8/23/4)
, was dieser jedoch
zu Recht
nicht als krankheitswertig erachtete
.
Dass med.
pract
.
Y._
im Weiteren
trotz problematischen Familien
verhältnissen und negativen Zukunftsperspekti
ven relevante psychische Be
schwer
den verneinte, ist entgegen
den Vorbrin
gen
der Beschwerdeführerin eben
falls nicht zu beanstanden (Urk. 11 S. 4).
Wenn die
Beschwerdeführerin med.
pract
.
Y._
schliesslich vorwirft, er habe im Widerspruch zu ihren Aus
füh
rung
en festgehalten, dass keine Schlafstörun
gen bestünden (Urk. 11 S. 5), ist darauf
hinzuweisen, dass der RAD-Arzt explizit festhielt, mit Schmerzmitteln bestünden
keine Schlafstörungen (E. 3.4). Im Übri
gen gab die Beschwerdeführerin jedoch
selber
an, auch ohne Schmerztabletten lediglich zwei Mal pro Nacht aufzu
wachen (Urk. 8/23/2)
.
Beurteilungen, welche
Anlass zu einer abweichenden Einschätzung geben wür
den
, liegen keine vor
.
Einzig der behandelnde Psychologe
A._
attestierte
eine Arbeitsunfähigkeit und hielt dafür,
die Beschwerdeführerin leide unter ei
ner
schweren depressiven
Störung
sowie einer Angststörung (E
. 3.1).
E
r führte je
doch – wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vor
bringt (Urk
. 7) - keinerlei psy
chiatrische
Befunde auf
, weshalb sein Bericht bereits aus diesem Grund den
Be
weiswert
des regionalärztlichen Untersu
chungsbericht
es
nicht zu schmälern ver
mag. Dass die Beurteilung von Psycho
loge
A._
entgegen den Ausfüh
rung
en der Beschwerdeführerin (E. 1.2) nicht nachvollziehbar ist, ergibt sich schliesslich auch daraus, dass er seit 2009 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestierte (E. 3.1), die Beschwerdeführerin je
doch aktenkundig bis anfangs 2011 arbeitete und auch danach noch bei einer 100%igen Vermittlungsfähigkeit Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezog (vgl. 4.1).
4.3
Bei dieser Sachlage erübrigen sich weitere medizinische Abklärungen. E
ntgegen
den Ausführungen der Beschwerdeführerin
(vgl. Urk. 17)
besteht vor
liegend
bereits
mangels entsprechender Diagnose
auch mit Blick auf
die neue
bundes
gerichtliche
Rechtsprechung
zur
In
validitätsbemessung
bei
psychosomatischen Leiden
kein weiterer
Abklärungsbe
darf
.
Dafür, dass über das auf Tätigkeiten mit
geringer Rückenbelastung (E.
3.3) beschränkte Belastungsprofil hinausgehende psychosomatisch bedingte Einschränkungen bestünden, ergeben sich keinerlei Hin
weise, wozu auf die oben gemachten Ausführungen zu verweisen ist (E. 4.1, E. 4.2).
4.4
Zusammenfassend liegt demnach keine relevante Arbeitsunfähigkeit vor, wes
halb
weder Anspruch auf eine Rente noch au
f berufliche Massnahmen besteht
und die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen ist.
5.
5.1
Weil vorliegend die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
und zur unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung
gemäss § 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt
sind (Urk. 3/5), ist der
Beschwerdeführer
in
- antragsgemäss (Urk. 1 S. 2) - die unent
gelt
liche Prozessführung und die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
in der Person von Rechtsanwalt
Martin Hablützel
zu gewähren.
5.2
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und ausgangsgemäss von
der
Beschwerdeführer
in
zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), zufolge Gewäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen
.
5.3
5.3.1
Nach § 34 Abs. 3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss § 8 in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird namentlich für
unnötigen Aufwand
kein Ersatz gewährt.
5.3.2
Mit Honorarnote vom 3. September 2015 (Urk.
19) machte Rechtsanwalt Martin Hablützel einen Aufwand von 16 Stunden
geltend. Dieser Aufwand
erscheint an
gesichts dessen, dass das vorliegende Verfahren von der
Untersuchungs
maxime
geprägt ist, nicht als angemessen
. Vorliegend
können eine Stunde Auf
wand für Instruktion,
zwei
weitere Stunden für Aktenstudium
sowie
je zwei Stunden für das Abfassen der Beschwerdeschrift und der Replik
als gerecht
fer
tigt betrachtet werden. Eine Stunde kann zudem
für das Studium des Gerichts
ent
scheides anerkannt werden
.
Demgegenüber sind die
Aufwendungen für die zu
sätzliche Eingabe vom 18. Juni 2015 mangels Notwendigkeit nicht zu berück
sichtigen (vgl. E. 4.3).
Bei einem
ge
richtsüblichen
Ansatz von Fr. 200
.--
(bis 31. Dezember 2014) respektive Fr. 220.-- pro Stunde (ab 1. Januar 2015)
ergibt
dies
zuzüglich einer Auslagen
pauschale von 3 %
und
d
er Mehrwertsteuer von 8 % eine
E
ntschädigung von 1‘
802
.
--
(7 Stunden
à Fr. 200.-- plus
1
Stunde à Fr. 220.--)
.
5.4
Die Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Entschädigung an Rechtsanwalt
Martin Hablützel
verpflichtet ist, sobald
sie dazu
in der Lage ist.