Decision ID: dbe3a4c7-3258-5c89-ad63-7f13c199693c
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1962
,
ist
gelernter Koch
und verfügt über ein Diplom als technischer Kaufmann
(
Urk.
6/6/7-8)
.
N
ach Überwindung
seiner mehrjährige
n
Drogenabhängigkeit
meldete sich der Versicherte
aufgrund verschiedener körper
licher Gebrechen sowie Depressionen
am 1
7.
September 2001 bei der Invaliden
versicheru
ng zum Leistungsbezug an (
Urk.
6
/
1
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
-
Stelle,
gewährte ihm Eingliederungsmassnahmen
(vgl.
Urk.
6/59
,
Urk.
6/93
)
, insbesondere
eine Umschulung in den Informatikbereich
(Lehrgang
zum
Micro
soft Certified
Solutions
Engineer
[MCSE
]
, Urk.
6/69)
, die
d
er
Versicherte
erfolgreich
absolvierte
(
Urk.
6/82/3,
Urk.
6/87; vgl. auch
Urk.
6/90,
Urk.
6/92,
Urk.
6/105,
Urk.
6/108)
.
Hernach unterstützte die
IV
Stelle
eine
Anlernzeit
von Januar bis Juni 2005
bei der
Y._
GmbH
(
Urk.
6/102)
, wo der Versicherte
am
1.
Juli 2005
eine Anstellung
als Bereichsleiter Schulungen in einem Pensum von 100
%
antrat
(
Urk.
6/99)
.
Mit Verfügung vom 1
1.
Juli 2005 schloss die IV-Stelle
daraufhin
die beruflichen Eingliederungsmassnahmen ab
, da der Versicherte
bei einem Bruttomonatslohn von
Fr.
5'400.--
rentenausschliessend ein
gegliedert
war
(
Urk.
6/108
).
1.2
Am 2
0.
Januar 2017
liess
sich
X._
durch den behandelnden Pneumolo
gen
des Z
entrums
Z._
unter Hinweis auf ein allergisches Asthma bronchiale
und eine Polymorbidität
sowie
auf
zunehmende
depressive Episoden
erneut
bei der Invalidenversicherung an
melden
und um
I
nvalidisierung
ersuch
en
(
Urk.
6/110
/1,
Urk.
6/112).
Die IV-Stelle klärte in der Folge die medizi
nische und erwerbliche Situation ab
und holte ein polydisziplinäres Gutachten
bei der MEDAS
A._
ein
(
Urk.
6/160), das am 1
3.
Juni 2018 erstattet wurde
(
Urk.
6
/163).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/166
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
5.
Oktober
2018 einen Anspruch
des Versicherten
auf eine Invalidenrente
(Urk.
6/167 =
Urk.
2).
2.
Dagegen
erhob
der Versicherte
am
9.
November 2018 Beschwerde
und
stellte
sinngemäss
Antrag auf
Unterstützung, um im primären Ar
beitsmarkt verbleiben zu können
(
Urk.
1
S. 2
).
Die IV-Stelle ersuchte mit Beschwerdeantwort vom
2
7
.
November 2018
um Abwei
sung der Beschwerde
(Urk. 5), was dem Beschwer
deführer
mit Verfügung vom
2
9.
November 2018
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
1
5.
Oktober 2018 erwog die Beschwerde
gegnerin, dass der Beschwerdeführer gemäss dem eingeholten Gutachten eine körperlich leichte Tätigkeit ohne
besondere Anforderungen an die
Konzentration, Reaktion und Flexibilität bei verminderter Ausdauer und Belastbarkeit
zu 100
%
ausüben könne; dazu gehöre auch die bisherige Tätigkeit
. Daher bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung
(
Urk.
2).
2.2
Dagegen brachte der Beschwerdeführer vor,
die Anforderungen
in seinem
Beruf
als
«Informatiker EFZ»
bestünden
insbesondere
in
eine
r
ausgeprägte
n
Konzentra
tionsfähigkeit sowie
in
Geduld und Ausdauer. Der Medianlohn als Informatiker belaufe sich auf
Fr.
72'000.
--
jährlich; er selbst versteuere ein weit höheres Ein
kommen, was darauf schliessen lasse, dass er im genannten Berufsfeld am anspruchsvollsten Ende arbeite. Überdies lasse sich ein 100%-Pensum nicht mit verminderter Ausdauer und Belastbarkeit verein
baren
(
Urk.
1 S. 1). Aus medizi
nischer Sicht erstaun
t
e
n
ihn
die diametral unterschiedlichen Aussagen der ver
sch
iedenen Ärzte sowie die Äusserung, dass eine Kombination der medizinischen Probleme ni
cht zulässig sei.
Er
wünsche
keine Vollberentung, sondern
Unterstüt
zung in Form einer Entlastung
; er
wisse nicht, wie lange er sich noch im ersten Arbeitsmarkt halten könne
und
sein Arbeitgeber bereit sei, ihn teilweise mehrfach pro Woche aus medizinischen Gründen zu beurlauben
.
E
r bezweifle, dass es in der Informatikbranche überhaupt Bereiche gebe, welche keine besonderen Ansprüche an Konzentration, Reaktion und Flexibilität bei verminderter Aus
dauer und Belastbarkeit stellen würden
(
Urk.
1 S. 2).
2.3
Für die Umschreibung des Prozessthemas ist nach den Regeln über den
Anfech
tungs
- und Streitgegenstand zu verfahren. Streitgegenstand im System der nach
träglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rah
men des durch die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den auf
grund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet.
Mit Blick auf den
Streitgegenstand ist festzuhalten, dass rechtsprechungsgemäss e
ine Invalidenrente erst und nur dann zugesprochen werden
soll
, wenn die Mög
lichkeiten ausgeschöpft sind, welche Eingliederungsmassnahmen zur Verbesse
rung der gesundheitsbedingt beeinträchtigten Erwerbsfähigkeit bieten. Kann ein Rentenanspruch indes durch allenfalls noch vorzunehmende berufliche Einglie
derungsmassnahmen nicht mehr beeinflusst werden, etwa weil ein rentenbegrün
dender Invaliditätsgrad bereits jetzt nicht gegeben ist, kann der Rentenentscheid unabhängig von allfälligen Eingliederungsmassnahmen gefällt werden (Urtei
l
des Bundesgerichts
8C_515/2010 vom 2
0.
Oktober 2010 E. 2.2). Die Eingliederungs
massnahmen können somit auch nicht deshalb im Beschwerdeverfahren zum
Streitgegenstand erhoben werden, weil die Verwaltung es pflichtwidrig unterliess, hierüber vorab oder gleichzeitig mit dem Rentenbescheid zu verfügen (Urteil
des Bundesgerichts
9C_575/2012 vom 2
5.
September 2012 E.
3).
Abgesehen davon, dass der
Beschwerdeführer anlässlich der Neuanmeldung vom 1
2.
Januar 2017 (
Urk.
6/110) nicht
um
Eingliederungsmassnahmen, sondern aus
drücklich
um
eine Invalidisierung (S. 1) beziehungsweise Vollinvalidisierung (S.
2)
ersucht
hat, ist dem Titel der Verfügung
«Kein Anspruch auf eine Invali
denrente»
unzweifelhaft zu entnehmen, dass lediglich das Rentenbegehren abge
wiesen werden sollte.
Auf
den
beschwerdeweise erhobene
n Antrag
um Leistungen zur Unterstützung in Form einer Entlastung und zum Verbleib im ersten Arbeits
markt im Sinne von Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art ist daher m
an
gels eines Anfechtungsgegenstandes
nicht einzutreten
(Urteil des Bundesgerichts 9C_575/2012 vom 2
5.
September 2012 E. 3).
Der Beschwerdeführer ist zur Abklärung des entsprechenden Anspruchs an die Beschwerdegegnerin zu verwei
sen.
2.4
Strittig
und zu prüfen
ist
hingegen der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
3.
Der Beschwerdeführer reichte bereits im Jahr 2001 ein Leistungs
begehren
ein
. L
aut Verfügung vom 1
1.
Juli 2005
konnte er
in jenem Zeitpunkt
rentenaus
schliessend eingegliedert werden
(
Urk.
6/108)
. Mit dem Gesuch
vom 20. Januar 2017
meldete er sich
- wie gesagt -
für den Bezug einer Invalidenrente an
(Urk. 6/110/1
-2
)
.
Vor diesem Hintergrund
ist das erneute Leistungsgesuch nicht als Neuanmeldung im Sinne von
Art.
87
Abs.
3
der
Verordnung über die Invali
denversicherung (IVV)
, sondern wie eine erstmalige Anmeldung zu behandeln
. E
ntsprechend
hat
die Frage der
Veränderung des Gesundheitszustandes
entgegen der Ansicht des Arztes des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) der Beschwerde
gegnerin
(
Urk.
6/165/3 f.)
ausser Acht
zu bleiben
(
Urteil
des Bundesgerichts 8C_876/2017 vom 1
5.
Mai 2018 E. 4.1
mit weiteren Hinweisen).
4
.
4.1
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Pneumologie und Innere Medizin,
vom
Zentrum
Z._
, wo der Beschwerdeführer seit 2009 behandelt wird,
nannte
in der Anmeldung zum Rentenbezug
vom 12.
Januar 2017 folgende
, gekürzt wiedergegebene
n
Diagnosen
(
Urk.
6/110/1-2)
:
-
Bekanntes, gemischtförmiges, jedoch extrinsisches Asthma bronchiale
-
Chronisch rezidivierende Diarrhoe unklarer Genese
-
Bekanntes chronisches Schmerzsyndrom unklarer Ätiologie
-
Bekannte Osteoporose
-
Stand nach Orchiektomie 01/2013 bei rezidivierender Orchitis 6
-
Komplizierter Harnwegsinfekt mit Prostatitis und beginnender interstiti
eller Nephritis 08/2016
Dr.
B._
hielt fest, dass bisher kein Zusammenhang zwischen den einzelnen Erkrankungen habe festgestellt werden können.
Das Asthma führe mehrmals pro Jahr zu Arbeitsunfähigkeiten über mehrere Wochen.
Aufgrund des Schmerzsyn
droms und der gastroenterologischen Problematik sei der Beschwerdeführer nicht mehr arbeitsfähig.
Trotz Krankschreibung von 50
%
sei es
ihm
nicht mehr
adä
quat
möglich
gewesen
, seiner Tätigkeit als Computerfachmann nachzugehen.
Gleichzeitig seien zunehmend depressive Episoden aufgetreten
. Er stelle Antrag auf Vollinvalidisierung und entsprechende Begutachtung
(
Urk.
6/110/2)
.
Am 2
7.
Juni 2017 berichtete
Dr.
B._
,
d
as Asthma werde nach einer
Pausierung
wieder mit der Anti-IgE-Therapie behandelt. Aufgrund von immer wieder auftre
tenden Dyspnoe-Episoden und thorakalen Schmerzen sei auch die sitzende Tätigkeit am Computer nicht mehr möglich gewesen.
Vom
1
5.
bis
31.
Mai 2017 habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen.
S
eit
her
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
, v
or allem aufgrund des Schmerzsyndroms sowie der rezidivierenden gastroenterologischen
Problematik.
Hervorzuheben sei über
dies die Kumulation der verschiedenen medizinischen Beschwerden
;
allein aus pulmonaler Sicht erscheine die angestammte Tätigkeit als zumutbar
(Urk.
6/126/8-9)
.
4.
2
Der Beschwerdeführer stand wegen des Schmerzsyndroms seit Mai 2016 in
der Wirbelsäulen- und Schmerz-K
lini
k
der
Z._
in Behandlung (Urk.
6/110/4-5). Dr. med.
C._
, Fachärztin für Anästhesie, speziali
siert auf Schmerztherapie,
bezeichnete
die seit der Jugend bestehende auffallende Hyperlaxität
als eine Ursache der
chronischen generalisierten
Schmerzen. Die
se
würden gemäss Beschwerdeführer täglich an
wechselnden Lokalisationen
auftre
ten, einmal mehr an den Gelenken, einmal mehr an der Wirbelsäule, und es bestehe ein grosser Leidensdruck. Da bei Belastung die Schmerzen zunähmen, habe er die körperliche Aktivität zunehmend eingeschränkt.
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Rheumatolo
gie und Innere Medizin, vom
Zentrum
Z._
,
sprach
a
m
8.
Januar
2018
von
ein
em
polydegenerative
n
Leiden
an der
Wirbelsäule und
an den
peripheren Gelenken
und fasste dieses diagnostisch als
Panvertebralsyndrom
und Polyarthrose
. Eine
Spondylarthropa
thie
habe bildgebend nicht untermauert werden können. Zusätzlich best
ehe
eine generalisierte Schmerzerkrankung.
Aufgrund der Erkrankungen je einzeln und in Kombination
(Dyspnoe, Schmerz, Beeinträchtigung der Vigilanz durch die Schmerzmedikation)
bestehe eine funktionelle Einbusse der Leistungsfähigkeit
. D
ie Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
richte sich
seines Erachtens
in erster Linie
nach der pulmologischen Grunderkrankung
(Urk. 6/151
/1-2
)
.
Am
1
7.
April 2018
berichtete
Dr.
C._
auf
Anfrage
der
A._
-
Gutachter
über den Verlauf der Behandlung und hielt fest,
d
urch
die
Infusion mit Lidocain und Ketamin sei
en
die Schmerzen praktisch
verschwunden
, was die neu
ropathische Schmerzkomponente unterstreiche
. Es bestehe aufgrund der ausge
dehnten Schmerzen eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 60
%
(Urk.
6/163/121-122).
4.
3
4.
3
.1
Im Formularbericht vom
7.
Juni 2017
nannte PD
Dr.
med.
E._
,
Fach
ärztin Psychiatrie und Psychotherapie,
Praxis
F._
,
als psychi
atrische Diagnose eine seit Juni 2016 bestehende Anpassungsstörung bei einem polymorbiden Patienten (
ICD-10 F43.24;
Urk.
6/125/1). Seit Februar 2017
stehe
der Beschwerdeführer in 14-tägigen Abständen bei ihr in Therapie. Aufgrund der Chronifizierung der somatischen Beschwerden sei von einer zunehmenden Ein
schränkung der Leistungsfähigkeit auch aus psychiatrischer Sicht auszug
ehen. Antidepressiva
hätten keine Befundverbesserung gebracht.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe i
n Würdigung der somatischen Grunderkrankungen eine vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit
, wobei
PD
Dr.
E._
auf die seit Februar 2017 bescheinigte 50%ige Arbeitsunfähigkeit verwies, welche zu keiner Besserung geführt habe
.
Aufgrund der Schmerzen und der rezidivierenden
Infektsituation
gebe es keine kontinuierliche Einsetzbarkeit am Arbeitsplatz.
Es bestünden Ein
schränkungen der Belastbarkeit, der Konzentration und der Anpassungsfähigkeit
(Urk.
6/125/
4
5).
4.
3
.2
Zur Beurteilung der geklagten kognitiven
Problematik
wurde
zu
Handen
der Pra
xis
F._
am
7.
Juli 2017
eine neuropsychologische Untersu
chung durchgeführt
(
Urk.
6/163/93-95
, Bericht eingeholt durch die
A._
-
Gutachter
). Die Psychologin
Dr.
phil.
G._
berichtete von mindestens durch
schnittlichen Leistungen
in fast allen geprüften Tests
. Ausnahme sei eine unter
durchschnittliche Geschwindigkeit im Test zur Prüfung der selektiven Aufmerk
samkeit,
was
d
er
Beschwerdeführer
durch eine durchschnittliche Fehleranzahl kompensieren könne. Die beobachteten leichten kognitiven Auffälligkeiten wür
den sich mit den vom Beschwerdeführer geschilderten kognitiven Beeinträchti
gungen decken und auf Aufmerksamkeits- und Handlungskontrollprobleme hin
weisen.
Diese
seien wahrscheinlich durch die Durchschlafprobleme, Schmerzen und Schmerzmedikamente, Übelkeit und
die
eventuell noch vorliegende Anpas
sungsstörung bedingt (
Urk.
6/163/95).
4.
4
Der
vom
Beschwerdeführer
auf Zuweisung durch
Dr.
B._
konsultierte
K
ardio
loge
des
Zentrum
s
Z._
hie
lt in seinem Bericht vom
8.
Feb
ruar 2017 fest,
dass die intermittierenden
Thor
axbeschwerden
unklarer
Aetiologie
seien, wobei es sich am ehesten
um
eine muskuloskele
t
tale Symptomatik handle. Eine koronare Problematik oder
eine
andere kardiale Ursache sei
en
auszuschlies
sen und es best
ehe
für körperlich leichte bis mittelschwer belastende Aktivitäten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/14
1/
3).
4.
5
4.
5
.1
Das polydisziplinäre Gutachten der
A._
in den Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie/Traumatologie, Psychiatrie und Pneumologie wurde am 1
3.
Juni 2018 erstattet (
Urk.
6/163).
In der Konsensbeurteilung
gelangten
die
Sachverständigen
aufgrund ihrer Untersuchungen im April 2018 (
Urk.
6/163/3)
sowie
der
Vorakten
und der
von ihnen
beigezogenen
Bericht
e
der behandelnden Ärzte (
Urk.
6/163/93-172)
zum Schluss
, dass beim Beschwerdeführer keine Diag
nosen mit Auswirkung auf
die
Arbeitsfähigkeit
genannt werden könnten
(
Urk.
6/
163/7
).
Den
folgende Diagnosen
massen die Sachverständigen keinen
Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit
zu
(
Urk.
6/
163/8
):
-
Persönlichkeitsakzentuierung mit abhängigen und narzisstischen Anteilen (ICD-10 Z73)
-
Polyvalentes Abhängigkeitssyndrom
,
Abstinenz seit 2001
-
Gemisch
t
allergisches/nicht allergisches Asthma bronchiale, Gina Stufe V; kontrolliert
-
aktuell mit mittelschwerer obstruktiver Ventilationsstörung
-
bei Milbenallergie mit Rhinitis
-
in Kombination mit einer COPD, Phänotyp Em
p
hysem
-
Osteoporose
-
Hypertonus
-
Verdacht auf Harnwegsinfekt
-
Reizdarmsyndrom
-
Hypercholesterinämie (als pathologischer Laborwert)
4.
5
.2
Die
Sachverständigen
berichteten
in ihrer
Konsens
beurteilung
von einem polyva
lenten Abhängigkeitssyndrom mit
voller
beruflicher und sozialer
Reintegration im Jahr 200
1.
Im Vordergr
u
nd
stünden
laut dem Beschwerdeführer
ein chroni
sches Schmerzsyndrom
,
eine gastrointestinale Symptomatik und asth
m
atische Beschwerden
. Die rheumatologischen und orthopädischen Abklärungen hätten ausser eine
r
Osteoporose keine Erkrankung als Ursache der Schmerzen nachge
wiesen. Die gastrointestinale Symptomatik sei als Reizdarmsyndrom gedeutet worden. Asthmatische Beschwerden manifestierten sich seit 2000 mit damals moderater Obstruktion und einer bronchialen Hyperreagibilität. Im Jahr 2013 sei bildgebend ein Lungenemphysem nachgewiesen worden,
dementsprechend zeige
die Lungenfunktion eine moderate Überblähung bei sonst fast normalen Werten
. Das Asthma werde seit 2014 mit Inhalationsmedikamenten und
einer
Anti-IgE-Antikörper
-Therapie
behandelt
(Urk.
6/163/5)
.
In psychiatrischer Hinsicht präsentiere sich der Beschwerdeführer
aktuell
in
aus
ge
g
lichener Grundstimmung.
Es liessen sich keine psychisch bedingten Beein
trächtigungen der Alltagsfunktionen feststellen. Er besitze gewisse Ressourcen, etwa die Motivation für die weitere berufliche Beschäftigung, ein stabiles und unterstützendes Familiennetz und soziale Kontakte.
Die Persönlichkeitsentwick
lung zeige keine Hinweise auf eine behandlungswürdige Störung.
Die gelungene Reintegration spreche gegen eine schwere kombinierte Persönlichkeitsstörung. Die Merkmale einer relevanten Persönlichkeitsstörung oder einer andauernden Persönlichkeitsänderung seien nicht erfüllt. Es finde sich lediglich
eine
Persön
lichkeitsakzentuierung mit abhängigen und narzisstischen Anteilen ohne krank
heitswertige Beeinträchtigung der Persönlichkeitsfunktionen.
Trotz der erhebli
chen körperlichen Belastungen halte das Lebenskonzept mobilisierbare Ressour
cen bereit. Es finde eine regelmässige Psychotherapie statt und der Beschwerde
führer zeige sich kooperativ und krankheitseinsichtig. Die vorgetragenen Schmer
zen seien nicht vollumfänglich durch körperliche Veränderungen
erklärbar
(
Urk.
6/163/5 f.)
.
Eine internistische Ursache für die Schmerzsymptomatik
hielten die Gutachter
nicht
für
nachweisbar. Die gastrointestinalen Symptome und die Anamnese sprä
chen für das Vorliegen eines Reizdarmsyndroms. Der Hypertonus sei gut einge
stellt
(
Urk.
6/163/
6
)
.
Der Beschwerdeführer leide an einem recht schweren, derzeit genügend kontrol
lierte
n
Asthma, kombiniert mit einer COPD vom
Emphysemtyp
. Die geschilderten Beschwerden seien möglicherweise überlagert von einer gewichtigen funktionel
len
Dyspnoekomponente
. Rein lungenfunktionell handle es sich nicht um eine schwere
Asthmaform. Es werde zwar wiederholt von schwergradigen Exazerbati
onen gesprochen, die aber nicht hinreichend dokumentiert seien
(
Urk.
6/163/
7)
.
Der orthopädisch-traumatologische Untersuchungsbefund sei regelrecht gewesen. Die aktuellen Bildgebungen der Hals- und Lendenwirbelsäule und des Beckens hätten altersentsprechende, höchstens leicht veränderte Befunde gezeigt.
Hin
weise auf
eine
Reizung zervikaler oder lumbaler Nervenwurzeln bestünden nicht. Beide Hüftgelenke seien frei beweglich und bis auf eine Leistendruckschmerzan
gabe rechts vollkommen regelrecht.
Die vom Beschwerdeführer geschilderten Beschwerden seien nicht nachvollziehbar
. Die Osteoporose werde leitlinienge
recht behandelt und habe keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
6/163/7).
4.
5
.3
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Sachverständigen aus, d
er Beschwerdeführer
sei
in der Lage, körperlich leichte Tätigkeiten durchzuführen; aus pneumologischer Sicht seien körperlich mittelschwere oder schwere Tätigkeiten nicht zumutbar. Für die aktuelle Tätigkeit als IT-Client-Supporter
ergä
be
n
sich keine Einschrän
kungen. Aus psychiatrischer Sicht sollten keine besonderen Anforderungen
an die Konzentration, Reaktion und Flexibilität, bei verminderter Ausdauer und Belastbarkeit, gestellt werden.
Aus polydisziplinärer Sicht führe
auch die Kombi
nation der verschiedenen Symptome nicht zu einer Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit
; in diesem
Sinne
würden sich die Erkrankungen nicht addieren oder potenzieren
(
Urk.
6/163/8).
Ferner sei
es
aufgrund des Reizdarmsyndroms not
wendig,
dass der Beschwerdeführer
jederzeit eine Toilette erreichen könne. Bei Verdacht auf gelegentliche postprandiale Hypoglykämien sollten Tätigkeiten mit Überwachungsfunktionen mit besonderer Verantwortung für andere und Arbei
ten an gefährlichen Arbeitsplätzen sicherheitshalber vermieden werden (
Urk.
6/163/9).
Zusammengefasst habe nie eine länger andauernde Einschränkung der Arbeits
fähigkeit vorgelegen
. Grobe
Inkonsistenzen im Beschwerdebild
seien nicht
auf
gefallen (
Urk.
6/163/9).
4.
5
.
4
Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) stufte das Gutachten als beweistauglich ein und verneinte gestützt darauf eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(Urk.
6/165/7-8).
5.
5.
1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf das
A._
-Gutachten davon aus, dass körperlich leichte Tätigkeiten ohne besondere Anforderungen an die Konzentra
tion, Reaktion und Flexibilität bei vermehrter Ausdauer und Belastbarkeit, worunter auch die bisherige Tätigkeit zu begreifen sei, zu 100
%
ausgeübt werden
könne
n
(vorstehend E. 2.1).
Nach Lage der medizinischen Akten sind zur Hauptsache
ein Schmerzsyndrom, eine gastrointestinale Symptomatik und asthmatische Beschwerden
sowie ein psychisches Leiden und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers zu beurteilen.
5.2
Die
begutachtende Orthopädin
legte dar, dass
die
vom
Kopf bis
zur
Hüfte
geklag
ten Schmerzen aus orthopädischer Sicht
nicht nachvollziehbar sind,
da
sie bei der
Untersuchung
des Bewegungsapparates
(
Urk.
6/163/50-52) regelrechte Befunde
erhob
en hatte
. Die
im Rahmen der Begutachtung angefertigten
Bildgebungen
(Urk.
6/163/172)
ergaben altersentsprechende Befunde und die
Diskusprotrusio
nen
in der Lendenwirbelsäule
zeigte
n
- wie schon das durch Dr.
D._
veran
lasste MRI vom
2
8.
Dezember 2016 (
vgl.
Urk.
6/151/1)
-
k
eine Reizung der
Ner
venwurzeln (Urk. 6/163/52).
Auch
Dr.
D._
beschrieb kein
objektive
s Korre
lat
, welche
s
das von ihm genannte
Panvertebralsyndrom
und die Polyarthrose der Finger und die
Coxarthrose
untermauern könnte
, sondern bezeichnete diese
Diagnosen
ohne
weitere
Begründung als «gut belegt»
(Urk.
6/151/1-2).
Weiter fällt auf,
dass in der
dem Bericht von
Dr.
D._
beigefügten Krankenge
schichte unter dem Stichwort «Objektiv» kein
organisches
Substrat für die jeweils angegebenen Schmerzen
geschildert
wurde (Urk.
6/151/3
5)
, was
an der Zuver
lässigkeit der Einschätzung durch
Dr.
D._
zweifeln lässt
. Zudem sprach er zwar von einer funktionellen Einbusse der Leistungsfähigkeit, erachtete indes die pulmologische Grunderkrankung als ausschlaggebend für die Beurteilung
der
Arbeitsfähigkeit. Die von
Dr.
C._
angeführte Hyperlaxität als Schmerzursache verneinte die Orthopädin des
A._
, da dieser Befund per se keine Ursache für Schmerzen des Stütz- und Bewegungsappa
rates darstelle (
Urk.
6/163/54). Dies steht
im Einklang mit der Einschätzung des Rheumatologen Dr.
D._
, der ein solches Krankheitsbild weder erwähnte noch eine entspre
chende Konnexität herstellte. Überdies räumte
Dr.
C._
im Ver
laufsbericht vom 1
7.
April 2018 ein, dass die Hyperlaxität die generalisierten Schmerzen lediglich teilweise
erkläre
, weshalb ihre
nicht gänzlich konsistenten
Bericht
e
nicht geeignet sind, das Gutachten zu entkräften
.
I
n diesem Zusammenhang ist
im Weiteren
zu berücksichtigen, dass in Bezug auf Schmerzen mit den sich dabei naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten die
subjektiven Schmerzangaben der versicherten Person für die Begründung einer (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit allein nicht genügen; vielmehr muss im Rah
men der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass die Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststell
bare Befunde hinreichend erklärbar sind. Dabei müssen die Schmerzangaben zuverlässiger medizinischer Feststellung und Überprüfung zugänglich sein
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2)
, was hier nicht der Fall ist
.
Die Annahme durch
Dr.
C._
am 1
7.
April 2018
, es liege
eine neu
ropathische Schmerzkomponente
vor
,
beruhte zur Hauptsache auf der erfolgreich applizierten Infusion
; sie
beschrieb jedoch die vermutete
Nervenschädigung
nicht
näher (
Urk.
6/163/121)
und veranlasste nach Lage der Akten
auch keine neuro
logischen Abklärungen
(
Urk.
6/163/23-24)
.
Es ist daher dem
begutachtende
n
Internist
en
beizupflichten, der die
diesbezügliche
Einschätzung von Dr.
C._
– sofern er
sie
aus internistischer Sicht beurteilen könne –
für
nicht nachvollziehbar
hielt (
Urk.
6/163/36)
. Die Experten erachteten
den
Bei
zug eines Neurologen nicht für notwendig, weshalb allein gestützt auf den
Kurz
bericht
von
Dr.
C._
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf ein
neuropathisches
Geschehen zu schliessen ist.
5.3
Gemäss dem
A._
-
Gutachten
leidet der Beschwerdeführer
an
einem recht schweren
, aber
medikamentös
kontrollierten
A
s
thma
bronchiale
mit
einer
COPD
bei lungenfunktionsmässig nicht schwerer Einschränkung und einer wahrschein
lichen funktionellen Überlagerung
der
Dyspnoekomponente
(Urk.
6/163/7). Dass dieses
Krankheitsbild zwar gewisse Beeinträchtigungen nach sich ziehen mag, erscheint ebenso einleuchtend wie der Schluss, dass es
in einer körperlich leichten IT-Tätigkeit keine Arbeitsunfähigkeit verursacht
. Diese Beurteilung stimmt sodann mit jener
des behandelnden Pneumologen
Dr.
B._
überein,
der
die von ihm bescheinigte
anhaltende
Arbeitsunfähigkeit von 50
%
vor allem auf das Schmerzgeschehen und die gastroenterologische Problematik zurückführte.
Aus seine
m
Bericht geht hervor, dass die Lungenkrankheit nur, aber immerhin
,
zeit
lich auf einige Wochen begrenzte Arbeitsunfähigkeiten bewirkte, was
keine
invalidisierend
en Folgen zeitigt
(
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG)
. Anders als
Dr.
B._
sah der Rheumatologe
Dr.
D._
die funktionelle Einbusse in erster Linie im Zusammenhang mit der pulmologischen Erkrankung, was indes in Anbetracht der fachfremden Beurteilung keine Zweifel am Gutachten zu erwecken vermag.
Letztlich
scheint auch d
er Leidensdruck in Bezug auf die Lungenkrankheit sub
jekt
iv
als
eher gering, da der Beschwerdeführer keinen absoluten Rauchstopp umgesetzt hat.
5.
4
Die
begutachtende P
sychiat
erin
schilderte
den Zustand des Beschwerdeführers als unauffällig, was
mit der
Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers
überein
stimmt
, wonach er im Alltag psychisch nicht beeinträchtigt sei
(Urk.
6/163/66)
.
Die Sachverständige erhob
keine Befunde
mit Krank
h
eitswert
und verneinte dem
zufolge eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit.
Sie
schrieb der schmerzlindern
den Medikation mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Beei
n
trächtigung der Kogni
tion mit der Reduktion des Konzentrations- sowie Aufmerksamkeits- und Reak
tionsvermögens
zu. Aufgrund des Mangels an kognitiver Flexibilität und schnel
ler Überforderung resultiere daraus eine niedrige Belastbarkeit und Ausdauer, was aber versicherungsmedizinisch nicht relevant sei
. Zur Begründung führte die Psy
chiaterin an, das aktuelle Lebenskonzept des Beschwerdeführers halte mobilisier
bare Ressourcen bereit und ihm gelinge es, sein alltägliches Leben sowie seine beruflichen Aufgaben zuverlässig, selbständig und verantwortungsbewusst zu bewältigen
(Urk.
6/163/72).
Dies wird
gestützt
durch das vom Beschwerdeführer als intakt beschriebene Familienleben und
seine
aktive Freizeitgestaltung
mit den Kindern und
seine
zahlreichen
,
häufig gepflegten sozialen Kontakte und
die gepflegten
Hobbies wie malen, basteln und wandern
(
Urk.
6/163/
67
)
.
Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers
ist diese Beurteilung nicht widersprüchlich, denn
die angeführten Konzentrationsstörungen
vermögen nach Lage der medizinischen Akten
keine Arbeitsunfähigkeit zu begründen
.
Die
Neu
ropsychologin
fasste
anlässlich ihrer Untersuchung vom
7.
Juli 2017
die beo
bachteten Auffälligkeiten als leicht (
Urk.
6/163/95) und bestätigte insoweit die Ausführungen der behandelnden Psychiaterin vom
7.
Juni 2017 (Urk.
6/125/5).
Diese attestierte zwar eine 50-100%ige Arbeitsunfähigkeit,
ohne diese
indes
mit der Konzentrationsstörung zu begründen. Vielmehr bezog sie
dabei einerseits die fachfremden somatischen Diagnosen
mit ein
und andererseits beruhte diese Ein
schätzung
im Wesentlichen
auf
ihre
r Beobachtung
, dass trotz mehrmonatiger Reduktion des Arbeitspensums um 50
%
keine Verbesserung der Gesamtsituation eingetreten sei (
Urk.
6/125/5)
.
Auf d
iese nicht auf einer medizinisch-theoreti
schen Zumutbarkeitsbeurteilung fussende Herleitung
kann nicht abgestellt wer
den
.
5.6
Aus internistischer Sicht gingen die Gutachter davon aus, dass das Reizdarmsyn
drom nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit führt,
es
aber nachvollziehbarerweise einer dem Arbeitsplatz nahe liegenden Toilette bedarf, was bei einem Arbeitsplatz im Büro der Fall ist.
Eine kardiologisch begründete Einschränkung haben bereits die behandelnden Ärzte der Klinik
Z._
ausgeschlossen.
5.7
Die Erkrankung des Beschwerdeführers ist diagnostisch schwierig einzuordnen.
Dr.
B._
sprach dementsprechend davon, dass kein Zusammenhang
zwischen de
n einzelnen Erkrankungen
festzustellen sei
,
und es war die Rede von einem polydegenerativen Leiden (Dr.
D._
) und ei
nem polymorbiden Patienten (
PD
Dr.
E._
).
Im Weiteren begründeten die behandelnden Ärzte die von ihnen formulierten Arbeitsunfähigkeiten jeweils mit fachfremden Leiden
, was den Beweiswert ihrer Bericht
e
von vornherein schmälert
:
S
o führte der Rheuma
tologe
Dr.
D._
die Leistungseinbusse vorab auf die pneumologische Erkran
kung zurück und der
Pneumologe
begründete die Einschränkung mit dem Schmerzsyndrom und der gastroenterologischen Problematik
; die Psychiaterin würdigte insbesondere die somatische Grunderkrankung.
Vor dem Hintergrund des komplexen gesundheitlichen Geschehens kommt der gutachterlichen Kon
sensbeurteilung besonderes Gewicht zu, denn es ist gerade Z
weck
eines
interdis
ziplinäre
n Gutachten
s
, alle relevanten gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erfassen und die sich daraus je einzeln ergebenden Einschränkungen der Arbeits
fähigkeit in ein Gesamtergebnis zu
fassen (BGE 137 V 210 E. 1.2.4
).
Die
anders
lautende
n
Einschätzung
en
der gesundheitlichen Situation sowie der Arbeitsfä
higkeit des Beschwerdeführers durch
die behandelnden Fachleute geben keine konkrete
n
Anhaltspunkte
, welche gegen die Zuverlässigkeit des
A._
-Gut
-
achtens sprechen.
Aufgrund des Gesagten ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu
betrachten,
dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten und in jeder behinderungsangepassten Tätigkeit
uneingeschränkt arbeitsfähig
ist.
6.
6.1
Dass die angestammte Tätigkeit das Erfordernis einer leichten Tätigkeit erfüllt, stellte der Beschwerdeführer nicht in Abrede. Er
bestritt
jedoch,
dass
sein
Beruf als Informatiker im höheren Lohnsegment das im
A._
-Gutachten formulierte Zumutbarkeitsprofil (vorstehend E. 4.7.3) erfülle
, da se
ine
Tätigkeit besondere Anforderungen an die Konzentration, Reaktion und
Flexibilität
stelle
und Aus
dauer und Belastbarkeit
erfordere
(vorstehend E. 2.2).
Wenn diesem Vorbringen zu folgen wäre,
wäre
eine Invaliditätsbemessung durch
zuführen
und Bezug
zu nehmen
auf eine Tätigkeit, welche den genannten Einschränkungen Rechnung tr
agen würde
.
Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers kann indes nicht gesagt werden, dass eine Tätigkeit im Informatikbereich mit den von den Gut
achter
n
festgestellten Anforderung
en
gar nicht existiert, wie sich aus den nach
stehenden Erwägungen ergibt.
Bei einer vollständigen Arbeitsfähigkeit nurmehr in einer einfacheren Tätigkeit gestaltet sich die Invaliditätsbemessung folgendermassen.
6.2
Der Beschwerdeführer schloss im Jahr 1982 die Lehre als Koch ab (
Urk.
6/6/8). Nach Lage der Akten schulte ihn die Invalidenversicherung nach einem Unfall mit schweren Beinverletzungen in den Jahren 1984/1985 zum technischen Kauf
mann um (
Urk.
6/6/7,
Urk.
6/1/3
Ziff.
4.5.1). Bis ins Jahr 1994 war er im kauf
männischen Bereich tätig (
Urk.
6/6/1), bis er wegen der Drogensucht aus dem Erwerbsleben ausschied (vgl. auch
Urk.
6/7/1,
Urk.
6/42/2). Nach
der
Anmeldung zum Leistungsbezug vom 1
7.
September 2001 (
Urk.
6/1)
diagnostizierten die Ärzte der p
sychiatrischen
K
linik
H._
im Gutachten vom 18. Dezember 2002 eine kombinierte Persönlichkeitsstörung
- welche Diagnose die
A._
-Gutachter später verwarfen
(vorstehend E. 4.5.2)
-
,
die
zu einer Arbeitsunfähigkeit als technischer Kaufmann im
Umfang
von 40
%
führte (Urk.
6/42/4-5,
Urk.
6/44), worauf
im Jahr 2003
die Umschulung in den IT
Bereich in die Wege geleitet wurde.
6.3
Bei der Ermittlung des ohne Gesundheitsschaden erzielbaren Einkommens (
Vali
deneinkommen
) ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund ihrer
beruflichen
Fähigkeiten und
den
persönlichen Umstände
n
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden, aber sonst bei unveränderten Verhältnissen verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b mit Hinwei
sen).
Da nach
empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
grundsätzlich der zuletzt erzielte, der Teu
erung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 E. 3b am Ende, ZAK 1990 S. 519 S. 3c).
Vorliegend zog die psychische Erkrankung die im Jahr 2003 eingeleitete Umschu
lung zum Informatiker nach sich. Mit dieser Tätigkeit erzielte der Beschwerde
führer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein höheres Einkommen, als ihm dies in der ursprünglichen Tätigkeit als Koch oder nach der ersten Umschulung zum technischen Kaufmann möglich gewesen wäre
. Es stellt sich demzufolge
die Frage, welches Einkommen als
Valideneinkommen
heranzuziehen ist
.
6.4
Versteht man unter dem Begriff
«
Gesundheitsschaden
»
jedwelche
gesundheitliche Beeinträchtigung, hätte die versicherte Person bei unveränderten Verhältnissen in aller Regel den angestammten Beruf weiter ausgeübt, entsprach dieser doch
regelmässig den beruflichen Fähigkeiten und den persönlichen Umständen.
Geht man hingegen davon aus, dass eine invalide Person nach einer von der Invali
denversicherung finanzierten Umschulung rentenausschliessend eingegliedert ist, kann auch mit guten Argumenten geschlossen werden, dass diese neue Arbeit der nunmehr angestammten Tätigkeit entspricht.
In der Rechtsprechung finden sich - soweit ersichtlich - lediglich Konstellationen, in welchen versicherte Personen nach einer Umschulung einen geringeren Ver
dienst erzielten (beziehungsweise Hinweise auf einen höheren Verdienst fehlen).
Im Urteil 9C_24/2009 vom
6.
März 2009 E. 3.2 schloss das Bundesgericht bei erneutem Eintritt eines Gesundheitsschadens, dass es zur Bemessung des
Vali
deneinkommens
bedeutungslos sei, dass die Versicherte dank Leistungen der Invalidenversicherung beruflich habe eingegliedert werden und - bei geringerem Lohn - eine behinderungsangepasste Tätigkeit habe ausüben können. Es zog für die Ermittlung des
Valideneinkommens
den Lohn vor Eintritt der erstmaligen Invalidität
heran
. Auch im Entscheid 9C_882/2010 vom 2
5.
Januar 2011 E. 7.2.2 hielt es dafür, dass zur Ermittlung des
Valideneinkommens
nicht auf den nach der Umschulung erzielten Verdienst abgestellt werden könne.
In der Literatur wird zu dieser Rechtsprechung die Meinung vertreten, dass sie sich nur auf Konstellationen bezieht, in denen eine versicherte Person nach der Umschulung einen tieferen Verdienst erzielt hat. So findet sich unter Verweis auf die dargelegte Rechtsprechung die Präzisierung, dass bei erfolgreicher Eingliede
rung für die Ermittlung des
Valideneinkommens
in einem späteren Zeitpunkt der davor (das heisst vor der invaliditätsbedingt erfolgten beruflichen Eingliederung) erzielte (höhere) Verdienst heranzuziehen sei (Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
3.
Auflage, Zürich, Basel, Genf 2014, N 53 zu
Art.
28a).
Die Bezugnahme
auf einen vormals höheren Verdienst impliziert, dass bei einem nach der Umschulung höheren Lohn auf diesen abzustellen ist.
Weiter
wird
in der Literatur der
Standpunkt vertreten
, dass die erwähnte Rechtsprechung unter anderem zum Ziel habe, zu verhindern, dass einer versicherten Person bei mehreren aufeinanderfolgenden Einschränkungen ein immer tieferes
Validenein
kommen
angerechnet werde. Könne dagegen nach der Eingliederung ein mindes
tens gleich grosses oder gar ein grösseres Einkommen erzielt werden, werde der Zähler quasi
«
auf
Null
gestellt
»
und es gelte die nach der Eingliederung ausgeübte Arbeit als angestammte Tätigkeit (Thomas Ackermann, Die Bemessung der Inva
liditätsgrades in: Kieser/
Lendfers
, Sozialversicherungsrechtstagung 2012, S. 19).
Diese
Lehrmeinungen vermögen zu
überzeugen. Nach einer erfolgreichen Umschulung (
selbst
wenn diese durch die Invalidenversicherung finanziert wurde)
und beruflichen Integration soll eine versicherte Person nicht zeitlebens mit dem Handicap leben müssen, früher einmal eine geringer entschädigte Tätig
keit ausgeübt zu haben und sich dieses geringere
Valideneinkommen
anrechnen lassen zu müssen. Nach einer beruflichen Neuetablierung sollen die Versicherten in einem späteren Versicherungsfall gegebenenfalls von
N
euem beginnen kön
nen.
Es rechtfertigt sich daher,
das
Valideneinkommen
anhand des
vom Beschwerdeführer im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeg
inns sechs Monate nach seiner Anmeldung zum Leistun
gsbezug im Januar 2017 (Urk.
6/110/1;
Art.
2
9
Abs.
1
IVG) bei seine
r
jetzigen Arbeitgeber
in
erzielten Lohn
s zu ermitteln.
6.
5
Der Beschwerdeführer arbeitet seit 2005 (
Urk.
6/99) bei
der
Y._
GmbH, im Zeitpunkt der neuen Anmeldung im Januar 2017 als Informatiker mit den Aufgaben Support, Kundenbetreuung, interne Administration und Einkauf sowie Lagerverwaltung.
In s
einem 100
%
-Pensum
erzielt
er laut Arbeitgeberbe
richt vom 2
3.
März 2017
seit 2009 ein monatliches Bruttoeinkommen von
Fr.
7'638.--
,
zuzüglich variable
r
Gratifikation (
Urk.
6/119, vgl. auch den IK
Auszug,
Urk.
6/114)
, wobei der
angegebene Lohn der
in jenem Zeitpunkt noch 100%igen Arbeitsleistung entsprach
(
Urk.
6/119/4).
Im Jahr 2016
,
vor der
Ren
tena
nmeldung
,
betrug das
verabgabte
Jahreseinkommen - ähnlich wie in den Vorjahren -
Fr.
114'239.-- (
Urk.
6/119/5,
Urk.
6/114). Das im Jahr 2015 dank der ausserordentlichen Gratifikation erzielte Jahreseinkommen, das knapp Fr.
14'000.-- darüber lag (
Urk.
6/119/6,
Urk.
6/114), hat hingegen ausser Acht zu bleiben, da mit Blick auf
die
in den Jahren 2010 bis 2014
verabgabte
n
Einkom
men nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass die Gratifikation im Jahr 2017 wieder derart hoch ausgefallen wäre. Das
Validenein
kommen
im Jahr 2016
beträgt daher
Fr.
114'239.--.
6.6
Im Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom
9.
August 2017 machte der Beschwerdeführer geltend,
er
arbeite
nurmehr
teilweise zu Hause oder einfach so gut es gehe; seine Vorgesetzten seien sehr tolerant (
Urk.
6/129). Dies bestätigte
die
Arbeitgeber
in
laut Telefon
n
otiz der Beschwerdegegnerin vom 2
5.
August 2017,
dergemäss
der Beschwerdeführer selber bestimme, wie viel er arbeiten
möchte/
könne
; die
Arbeitgeber
in
wolle keinen
zusätzliche
n
Druck auferlegen. Insgesamt entspreche die Leistung seit rund einem Jahr
etwa einem 50%-Pensum und nehme kontinuierlich ab. An der Präsenzzeit habe sich seit März 2017 nichts verändert; der Beschwerdeführer brauche allerdings vermehrt Pausen, Qualität und Geschwindigkeit würden eher abnehmen und er betreue weniger Kunden. Der Arbeitsplatz sei nicht in Gefahr, der Lohn werde weiterhin ausgerichtet (Urk.
6/165/5, vgl. auch
Urk.
6/163/38).
Unter der Annahme, dass der Beschwerdeführer am aktuellen Arbeitsplatz effek
tiv nicht mehr in einem 100
%
Pensum tätig sein kann und
sein
Einkommen mittlerweile eine massgebliche Soziallohnkomponente umfasst
, kann das Invali
deneinkommen nicht anhand des tatsächlichen Einkommens
bemessen
werden
(BGE 139 V 592 E. 2.3
)
.
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens
sind
viel
mehr die
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) heran
zuziehen (BGE
139 V 592 E. 2.3).
Die vom Beschwerdeführer durchlaufenen Ausbildungen zum technischen Kauf
mann und Informatiker sind auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in einer entspre
chenden Tätigkeit mit weniger Anforderungen weiterhin verwertbar. Es rechtfer
tigt sich daher, sich auf den entsprechenden Berufsbereich in einem niederen Kompetenzniveau zu stützen.
Laut LSE 2016, Tabelle
TA1_tirage_skill_level
, beträgt der Durchschnittlohn von Frauen und Männern im Bereich Information und Kommunikation (
Ziff.
58-63) im tiefsten Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher und handwerklicher Art)
Fr.
6'665.-- und im Kompetenz
niveau 2 (p
raktische Tätigkeiten wie
etwa
Datenverarbeitung und Administration
)
Fr.
6'506.-- (für Männer). Allein im Bereich
Informationstechnologie und Infor
mationsdienstleistungen (
Ziff.
62-63) betragen die entsprechenden Durch
schnittslöhne
Fr.
6'132.-- (Kompetenzniveau
1, Total) und
Fr.
6'356.-- (Kompe
tenzniveau 2, Männer).
Ausgehend vom niedrigsten
diese
r
Einkommen beträgt das Jahreseinkommen ohne Berücksicht
ig
ung der betriebsüblichen Arbeitszeit
im Jahr 2016
Fr.
73'584.-- (
Fr.
6'132.-- x 12).
Damit beträgt die Erwerbseinbusse nicht mehr als
Fr.
40'655.-- (Fr. 114'239.-- ./.
Fr.
73'584.--), so dass ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
selbst unter
der vom Beschwerdeführer aufgeworfenen
Annahme einer Arbeitsfähigkeit nurmehr in einer Verweistätigkeit jedenfalls nicht erreicht wird.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen ist, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig v
om Streitwert zwischen
Fr.
200
.
--
und
Fr.
1'000.-- festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG),
ermessensweise auf
Fr.
700.--
anzusetzen
und ausgangsgemäss de
m Beschwerdeführer
aufzuerlegen
.