Decision ID: f84e4893-e6eb-413c-ac31-51ccccb2dac5
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, meldete sich am 21. Januar 2013 erst
mals zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an und erklärte an einer Nackenwirbelsäulenentzündung zu leiden (
Urk.
8/2-7).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die beruf
lichen und medizinischen Verhältnisse ab und holte die Akten der
Tag
geldversicherung
SWICA ein (
Urk.
8/7
/1-8/8/29, 8/11, 8/14, 8/15, 8/16/4).
Mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom
2.
Dezember 2013 wies sie das Leistungsbegehren der Versicherten mit der Begründung, diese sei in einer angepassten Tätigkeit wie der gelernten als
Hotelfachassis
tentin
zu 100
%
arbeitsfähig, ab (
Urk.
8/19).
1.2
Am 11. Juni 2015 meldete sich die Versicherte neuerlich zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/25).
Am
16. Juni 2015 forderte die IV-Stelle die Versicherte auf, bis am 30. Juli 2015 aktuelle Beweismittel (ärztliche Bestätigung
en
,
Spital
bericht
, usw.) zur Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung der Verhältnisse seit Erlass der ursprünglichen Verfügung einzureichen (
Urk.
8/26). Mit Vorbescheid vom 3. August 2015 teilte die IV-Stelle das voraussichtliche Nichteintreten auf das Leistungsbegehren mit (
Urk.
8/29).
Die
Versicherte
erklärte
mit Mail vom 21. September 2015
, dass weitere ärzt
liche Abklärungen pendent seien, und ersuchte
um
Verlängerung der Frist zur Einreichung der Beweismittel bis Ende Oktober 2015
(
Urk.
8/31). Nach
dem die Versicherte
innert
der hierauf
gewährte
n
Fristerstreckung
bis
30. Oktober 2015 (
Urk.
8/30/1)
keine Unterlagen eingereicht hatte, trat die IV-Stelle m
it Verfügung vom 6. November 2015
nicht auf
die Neua
nmeldung
ein (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 11. November 2015 Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag auf Eintreten auf die Neuanmeldung unter neuerlicher Einräumung einer Frist zur Vervollständigung der Beweismittel (
Urk.
1).
Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom
18. Januar 2016 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Mit Eingabe
n
vom 16.
und 25.
Februar 2016 reichte die Beschwerdegegnerin von der Beschwerde
führerin nachträglich eingereichte Unterlagen
und einen
Bericht der behan
delnden
Psychiaterin
Dr.
med. univ.
Y._
vom 17. Februar 2016
zu den Akten
(
Urk.
10, 11/1-6
12, 13).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaub
haft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
1.2
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurück
liegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen). Insofern steht ihr ein gewisser
Beurtei
lungsspielraum
zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwal
tung gestützt auf Art. 87
Abs.
3
IVV
Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neuanmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b).
1.3
In erster Linie ist es Sache der versicherten Person, mit der Neuanmeldung substanzielle Anhaltspunkte für eine allfällige neue Prüfung de
s
Leistungs
anspruchs
darzulegen.
Der im Sozialversicherungsrecht allgemein geltende Untersuchungsgrundsatz spielt insoweit nicht.
Nach Erlass des angefochtenen Entscheides eingereichte medizinische Unterlagen sind daher
eintretensrecht
lich
unbeachtlich. Wird mit der Neuanmeldung kein
Eintretenstatbestand
glaubhaft gemacht, sondern bloss auf ergänzende Beweismittel, insbesondere Arztberichte hingewiesen, die noch beigebracht würden oder von der Ver
waltung beizuziehen seien, ist der versicherten Person eine angemessene Frist zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen, unter Androhung, dass
ansonsten gegebenenfalls auf Nichteintreten zu erkennen sei (BGE 130 V 64 E. 5.2.5).
1.4
Unter Glaubhaftmachen im Sinne von Art. 87
Abs.
3 IVV ist nicht der Beweis nach dem im Sozialversicherungsrecht allgemein massgebenden Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu verstehen. Die Beweisanforderungen sind vielmehr herabgesetzt, indem nicht im Sinne eines vollen Beweises die Überzeugung der Verwaltung begründet zu werden braucht, dass seit der letzten, rechtskräftigen Entscheidung tatsächlich eine relevante Änderung eingetreten ist. Es genügt, dass für den geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklä
rung werde sich die behauptete Sachverhaltsänderung nicht erstellen lassen. Bei der Prüfung der Frage, ob die Vorbringen der versicherten Person glaub
haft sind, be
rücksichtigt die Verwaltung unter anderem
, ob seit der rechts
kräftigen Erledigung des letzten Rentengesuchs lediglich kurze oder schon längere Zeit vergangen ist; je nachdem sind an die Glaubhaftmachung einer Änderung des rechtserheblichen Sachverhalts höhere oder weniger hohe Anforderungen zu s
tellen (SVR 2003 IV Nr. 25 E. 2.2, 2002 IV Nr. 10
E. 1c/
aa
[in BGE 127 V 294 nicht publiziert]; Urteile
des Bundesgerichts
I 460/01 vom 18. Februar 2003 E. 4.1 und I 172/98 vom 3. November 1998 E. 3).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung zum Leistungsbezug vom 11. Juni 2015 zu Recht nicht eingetreten ist.
Pro
zessthema
bildet die Frage, ob die Beschwerdeführerin bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids
vom 6. November 2015 glaubhaft
dargetan hat
(im Sinne von Art. 87
Abs.
3 IVV)
, dass sich ihr Gesundheitszustand seit Erlass der leistungsverweigernden Verfügung vom
2.
Dezember 2013 relevant ver
schlechtert hat.
2.2
Die
Verfügung vom
2.
Dezember 2013 (
Urk.
8/19)
basierte auf der Annahme
, die Beschwerdeführerin sei in der erlernten Tätigkeit als Assisten
tin/Hotelfachangestellte uneingeschränkt arbeitsfähig.
Die RAD-Ärztin med.
pract
.
Z._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH
,
folgerte
insbesondere
g
estützt
auf die
von der SWICA eingeholte
n
Gut
achten von
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychothe
rapie
, vom 16. Januar 2013 (
Urk.
8/8/8-13) und von
Dr.
med.
B._
,
Fach
ärztin
für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, vom 2
2.
Januar 2013 (
Urk.
8/8/14-29)
, dass aus psychiatrischer Sicht kein Gesundheitsschaden vorliege und dass die Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten körperlich leichten Tätigkeit durch die orthopädischen Befunde (mässige Einschränkung der HWS- und LWS-Beweglichkeit, chronisch rezidivierende Beschwerden der Wirbelsäule ohne nervenwurzelbezogene Defizite) ebenfalls nicht tangiert werde (
Urk.
8/16/4).
2.3
Mit der Neu
anmeldung vom 11. Juni 2015 (
Urk.
8/25) reichte die Beschwerde
führerin ein von ihr verfasstes Schreiben an die
Beschwerdegeg
nerin
vom 3. Juni 2015
ein
, in welc
hem sie ausgeführt hatte
, dass ihre Krankheit
im Bereich der Wirbelsäule
zwischenzeitlich vollumfänglich dokumentiert sei und sie zudem
auch
psychisch total am Ende ihrer Kräfte sei, weshalb sie hoffe, dass ihr Gesuch nochmals geprüft und ihr eine
Teilin
validenrente
zugesprochen werde (
Urk.
8/23).
In der Anmeldung gab sie an, sie sei von 2011 bis 2014 zu 60
%
, seit 2014 bis heute zu 100
%
arbeitsun
fähig gewesen. Ihre Bandscheiben im Nacken seien kaputt; eine Operation sei
nicht möglich. Als behandelnde Ä
rzt
e erwähnte sie
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Chirurgie,
Chiropraktor
SAMM, Schmerztherapie SSIPM,
sowie – in Klammer –
Dr.
med.
D._
(
Urk.
8/25/2-3), legte jedoch weder ärztliche Berichte noch Arbeitsunfähigkeitszeugnisse zur Untermauerung ihrer Dar
stell
ung bei.
2.4
Da es der Neuanmeldung an substanziellen Anh
altspunkten im Sinne der
Erwägung 1.3.
fehlte, setzte
die Beschwerdegegnerin
der Beschwerdeführerin in Nachachtung von
BGE 130 V 64
mit Schreiben vom 16. Juni 2015
zu Recht
eine Frist bis 30. Juli 2015 zur Nachreichung aktueller Beweismittel zur Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung und teilte ihr mit, dass
auf
ihr Gesuch ohne entsprechende Beweismittel nicht eingetreten werde (
Urk.
8/26
). Die Beschwerdeführerin reichte jedoch weder in dieser noch in der auf ihr Mail vom 21. September 2015 (
Urk.
8/31) hin bis
30. Oktober 2015 verlängerten Frist
(
Urk.
8/30) weitere Beweismittel ein.
Erst mit der Beschwerde vom 11. November 2015
gab
sie
weitere ärztliche Unterlagen zu den Akten
, unter anderem einen Bericht des
E._
vom
21. April 2015 (
Urk.
3/3)
und
zwei Berichte
der Universitätsklinik
F._
vom 2
2.
September 2015 (
Urk.
3/5)
und 23. Oktober 2015 (
Urk.
3/7)
.
Aus welchem Grund die Beschwerdeführerin
diese ärztlichen Berichte der Beschwerdegegnerin nicht innert der bis 30. Oktober 20
15
verlängerten
Frist eingereicht hatte
, ist nicht nachvollziehbar. Jedenfalls
wurde
n sie
, wie auch
d
ie
später im Verfahren eingereichten Bericht
e/Zeugnisse
von
Dr.
C._
(
Urk.
11/3-11/4/2) und der Bericht von
Dr.
Y._
vom 17. Februar 2016 (
Urk.
13)
erst nach
dem
verfügtem Nichteintreten durch die Verwaltung und damit verspätet beigebracht (
vgl. obige E. 1.3; BGE 130 V 64 E. 5.2.5).
Im Lichte der mit der Neuanmeldung eingereichten Unterlagen bestand für die Beschwerdegegnerin keine Ve
ranlassung, weitere Abklärungen
an die Hand zu nehmen.
Entsprechend erweist sich der angefochtene Entscheid als richtig; die Beschwerde ist abzuweisen.
2.5
Angesichts der in diesem Verfahren ei
ngereichten ärztlichen Berichte, insbeson
dere
des Berichts von
Dr.
Y._
mit unter anderem der Diagnose eines Verdachts auf eine chronische posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1,
Urk.
13)
ist die Sache nach
Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids
an die Beschwerdegegnerin zur Entgegennahme
als weitere Neu
anmeldung
zu überweisen.
3.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von
Art.
61
lit
. a des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die
Gerichtskosten in Höhe von
Fr.
5
00.-- der Beschwerde
führerin aufzuerlegen.