Decision ID: e1317c5b-349d-5a17-b43e-87df59cf3a2d
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Am 16. Juli 2018 meldete die A._ AG das Zeichen
"DesignWorld. (fig.)" (Gesuchs-Nr. 74805/2018) bei der Vorinstanz zur Ein-
tragung in das schweizerische Markenregister an. Die Marke wird für fol-
gende Waren und Dienstleistungen beansprucht:
Klasse 20: Möbel.
Klasse 24: Heimtextilien.
Klasse 35: Detailhandel mit Möbeln und Heimtextilien.
Sie hat folgendes Aussehen:
A.b Zugleich beantragte der gemeinsame Rechtsvertreter der A._
AG und der Beschwerdeführerin die Umschreibung der Anmeldung auf die
Beschwerdeführerin.
B.
Mit Verfügung vom 15. November 2018 wies die Vorinstanz das Marken-
eintragungsgesuch für alle beanspruchten Waren und Dienstleistungen zu-
rück.
Zur Begründung führte sie aus, das Zeichen als Ganzes bedeute "Design-
Welt". Es stelle für alle beanspruchten Waren den Verkaufs- und Herstel-
lungsort dar und werde nicht als betrieblicher Herkunftshinweis aufgefasst.
Auch in Bezug auf den Detailhandel bezeichne es den Ort, wo dem End-
verbraucher eine Zusammenstellung designter Möbel und Heimtextilien
präsentiert und angeboten wird. Auch die übrigen Zeichenelemente
(Schriftart, Punkt am Schluss) würden dem Zeichen keine Unterschei-
dungskraft geben.
C.
Mit Eingabe vom 19. Dezember 2018 erhoben die A._ AG und die
Beschwerdeführerin beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Sie
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beantragten, die Verfügung der Vorinstanz vom 15. November 2018 sei
aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, das Zeichen
"DesignWorld. (fig.)" gemäss dem Eintragungsgesuch Nr. 74805/2018 in
das Markenregister aufzunehmen.
Sie machten im Wesentlichen geltend, ein direkt beschreibender Sinnge-
halt sei beim vorliegenden Zeichen nicht erkennbar, da es keinen unmittel-
baren und direkten Bezug zu den beanspruchten Produkten aufweise. Viel-
mehr handle es sich bei der angemeldeten Marke um eine kreative und
mehrdeutige Wortneuschöpfung. Darüber hinaus trete noch die originelle
Schreibweise und Schriftart hinzu, welche der Marke zusätzlich Unter-
scheidungskraft verleihe.
D.
Mit Eingabe vom 15. März 2019 reichte die Vorinstanz die Vernehmlassung
ein und beantragte die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Zu-
gleich teilte sie mit, dass sie die Übertragung des Hinterlegungsgesuchs
auf die Beschwerdeführerin inzwischen vorgenommen habe.
E.
Mit Eingaben vom 15. Mai 2019 und 5. Juni 2019 reichte die Beschwerde-
führerin weitere Stellungnahmen ein.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung der vorliegenden
Beschwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. e VGG).
1.2 Inhaberin des vorliegend strittigen Zeichens war im Zeitpunkt der Ein-
leitung des vorinstanzlichen Verfahrens die A._ AG mit Sitz in
B._. Mit Eingabe vom 16. Juli 2018 beantragte der gemeinsame
Rechtsvertreter der A._ AG und der Beschwerdeführerin bei der Vo-
rinstanz die Umschreibung der Anmeldung auf die Beschwerdeführerin.
Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 15. März 2019 ausführt,
ist dieser Antrag übersehen worden. Die Übertragung des Markeneintra-
gungsgesuchs sei jedoch inzwischen vorgenommen worden.
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Eine erst angemeldete Marke kann gleich wie eine registrierte Marke über-
tragen werden. Der Erwerber wird dabei Partei im Eintragungsverfahren
(EUGEN MARBACH, in: von Büren/David [Hrsg.], Schweizerisches Immateri-
algüter- und Wettbewerbsrecht, Bd. III/1, Markenrecht, 2. Aufl. 2009,
N. 1718; GREGOR BÜHLER, in: Noth/Bühler/Thouvenin [Hrsg.], Marken-
schutzgesetz [MSchG], 2. Aufl. 2017, Art. 17 N. 12). Inhaberin der ange-
meldeten Marke ist gegenwärtig die Beschwerdeführerin. Mit der Übertra-
gung des Eintragungsgesuches ist die A._ AG aus dem Verfahren
ausgeschieden (Art. 4 VwVG i.V.m. Art. 17 BZP). Partei des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens ist daher nur noch die Beschwerdeführerin. Als
Rechtsnachfolgerin der Verfügungsadressatin ist sie zur Beschwerdefüh-
rung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG).
1.3 Die Beschwerdeführerin hat den eingeforderten Kostenvorschuss be-
zahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten.
2.
2.1 Gemäss Art. 2 Bst. a des Markenschutzgesetzes vom 28. August 1992
(MSchG, SR 232.11) sind Zeichen, die zum Gemeingut gehören, vom Mar-
kenschutz ausgeschlossen, es sei denn, dass sie sich als Marke für die
Waren oder Dienstleistungen durchgesetzt haben. Als Gemeingut gelten
einerseits Zeichen, die für den Wirtschaftsverkehr freizuhalten sind, und
andererseits Zeichen, die sich mangels Unterscheidungskraft nicht zur
Identifikation von Waren oder Dienstleistungen eignen und damit nicht als
Hinweis auf eine bestimmte betriebliche Herkunft verstanden werden
(MATTHIAS STÄDELI/SIMONE BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, in: David/Frick
[Hrsg.], Kommentar zum Markenschutz- und Wappenschutzgesetz, 3. Aufl.
2017, Art. 2 N. 34).
2.2 Die Unterscheidungskraft fehlt Sachbezeichnungen sowie Zeichen, die
beschreibend sind. Beschreibende Zeichen sind Angaben, die sich in ei-
nem direkten Bezug zum gekennzeichneten Gegenstand erschöpfen, also
von den massgeblichen Verkehrskreisen unmittelbar und ausschliesslich
als Aussage über bestimmte Eigenschaften der zu kennzeichnenden Wa-
ren oder Dienstleistungen verstanden werden. Hierunter fallen namentlich
Wörter, die geeignet sind, im Verkehr als Hinweis auf Art, Zusammenset-
zung, Qualität, Quantität, Bestimmung, Verwendungszweck, Wert, Wir-
kungsweise, Inhalt, Form, Verpackung oder Ausstattung der beanspruch-
ten Ware oder Dienstleistung aufgefasst zu werden (BGE 128 III 447 E. 1.5
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"Première"; STÄDELI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, a.a.O., Art. 2 N. 84; MAR-
BACH, a.a.O., N. 247, 313 f.). Der Umstand, dass die Marke Gedankenas-
soziationen weckt oder Anspielungen enthält, die nur entfernt auf die Wa-
ren oder Dienstleistungen hindeuten, macht ein Zeichen noch nicht zum
Gemeingut. Der gedankliche Zusammenhang mit den Waren oder Dienst-
leistungen muss vielmehr derart sein, dass der beschreibende Charakter
der Marke für einen erheblichen Teil der schweizerischen Markenadressa-
ten ohne besondere Denkarbeit oder besonderen Aufwand an Fantasie zu
erkennen ist (BGE 128 III 447 E. 1.5 "Première"; BGE 127 III 160 E. 2b/aa
"Securitas").
2.3 Im Gemeingut stehenden Wortzeichen kann mithilfe einer unterschei-
dungskräftigen grafischen Gestaltung zur Schutzfähigkeit als Wort-/Bild-
marke verholfen werden (Urteil des BVGer B-1294/2017 vom 21. August
2018 E. 7.4 "one&only [fig.]" m.w.H.).
2.4 Die Markenprüfung erfolgt in Bezug auf alle vier Landessprachen. Da-
bei kommt jeder Sprache der gleiche Stellenwert zu. Ist die Marke aus Sicht
der massgeblichen Verkehrskreise auch nur nach einer Landessprache
schutzunfähig, so ist die Eintragung zu verweigern (BGE 131 III 495 E. 5
"Felsenkeller"; MARBACH, a.a.O., N. 214). Auch englischsprachige Ausdrü-
cke werden im Rahmen der schweizerischen Markenprüfung berücksich-
tigt, sofern sie für einen erheblichen Teil der massgeblichen Verkehrskreise
verständlich sind (BGE 129 III 225 E. 5.1 "Masterpiece").
3.
3.1 Die Vorinstanz führt aus, der Begriff "Design" stamme aus dem Engli-
schen und werde mit "Design, Entwurf, Muster" übersetzt. Er habe aber
auch bereits Eingang in den deutschen Sprachgebrauch gefunden. Auch
das Wort "World" komme aus der englischen Sprache und bedeute "Welt,
Erde". Gemäss Prüfungspraxis des Instituts werde "World" in Wortbildun-
gen im Sinne einer Vertriebsstätte oder eines Rayons, wo alle Bedürfnisse
eines bestimmten Bereichs abgedeckt würden, verstanden. So werde bei-
spielsweise in der "Office World" Waren rund um den Bürobedarf und in
der "Pet World" Waren rund um Haustiere angeboten. Die gleiche Bedeu-
tung habe das deutsche Wort "Welt". So drehe sich zum Beispiel in der
"PC-Welt" alles um Computer und Elektronik und in der "Baby-Welt" wür-
den Produkte rund um Kinder angeboten. Das Zeichen als Ganzes bedeute
somit "Design-Welt". Möbel und Heimtextilien seien Gegenstände, welche
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neben der Verwendung auch als gestalterische Elemente eingesetzt wür-
den. Diese Waren würden nicht nur unter dem Einbezug von funktionaler,
sondern auch ästhetischer Aspekte wie Form, Farben, Materialien und Stil-
richtung entworfen. Es handle sich somit um Waren, deren Entwurf als De-
sign bezeichnet werden könne. Das Zeichen bezeichne einen Ort, an wel-
chem ein Sortiment designter Möbel und Heimtextilien veräussert werde
und stelle somit eine direkt beschreibende Angabe auf deren Verkaufs- und
Herstellungsort dar. Aufgrund des direkt beschreibenden Charakters des
Zeichens für die beanspruchten Waren sei ausserdem festzuhalten, dass
auch der Detailhandel mit diesen Waren an einem als "Design-World" be-
zeichneten Ort, wo dem Endverbraucher eine Zusammenstellung design-
ter Möbel und Heimtextilien präsentiert und angeboten werde, stattfinden
könne. Das Zeichen sei damit direkt beschreibend für den Erbringungsort
der Dienstleistung.
Auch aufgrund der übrigen Zeichenelemente komme dem Zeichen keine
Unterscheidungskraft zu. Auffälligkeiten seien nicht ersichtlich. Es werde
eine übliche und regelmässige Schriftart verwendet. Das Zeichen weiche
lediglich im fehlenden Leerschlag von der korrekten Schreibweise ab. Auch
der am Ende der Textelemente gesetzte Punkt vermöge den Gesamtein-
druck nicht genügend zu beeinflussen.
Bei den von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Voreintragungen
handle es sich grösstenteils um ältere Voreintragungen, welche für die Pra-
xis nicht verbindlich seien. Andere Voreintragungen würden eine andere
Zeichenkonstruktion aufweisen, was zu einem anderen Sinngehalt führe.
3.2 Die Beschwerdeführerin entgegnet, bei der angemeldeten Marke
handle es sich um eine kreative und mehrdeutige Wortschöpfung. Ein un-
mittelbarer und direkter Bezug zu den beanspruchten Produkten sei nicht
ersichtlich. Das englische Wort "Design" sei ein äusserst unbestimmter Be-
griff, dem mehrere Bedeutungen zukommen würden. Diese würden von
"Planung, Entwicklung, Skizze, Anordnung und Baumuster" als Substantiv
bis zu "planen, konzipieren, anordnen, zeichnen und auslegen" als Verb
gehen. Die Vorinstanz setze den Begriff jedoch mit Möbeln und Heimtexti-
lien gleich. Dieser Zusammenhang erfordere jedoch eine ganze Serie von
Gedankenschritten. Den englischen Begriff "World" übersetze die Vor-
instanz mit "Welt" und gehe davon aus, dass die Verkehrskreise darin ohne
weiteres eine Verkaufsstelle erkennen würden. Allenfalls wären nach der
Prüfungspraxis der Vorinstanz die Zeichen "Möbel Welt" oder "Heimtexti-
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lien Welt" vom Markenschutz ausgeschlossen, nicht jedoch die unbe-
stimmte Marke "DesignWorld". Für die angemeldeten Waren und Dienst-
leistungen sei kein unmittelbar beschreibender Sinngehalt erkennbar.
Zur originären Unterscheidungskraft der Bezeichnung "DesignWorld" trete
vorliegend die originelle Schreibweise und Schriftart hinzu. Die gewählte
Darstellung sei zudem originell wegen der zusammengezogenen Schreib-
weise, wobei der fehlende Leerschlag durch die Verwendung der Majuskel
"W" unterstrichen werde. Abgerundet werde das Zeichen durch den am
Ende eines Wortes unüblichen Punkt. Der Marke könne insoweit die grafi-
sche Originalität nicht abgesprochen werden.
Zudem gebe es zahlreiche vergleichbare Voreintragungen mit der exakt
gleichen Zeichenkonstruktion. Schliesslich sei die Wortmarke "DESIGN-
WORLD" vom Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum
(EUIPO) anstandslos eingetragen worden.
4.
Mit Blick auf die Eintragungs- und Schutzfähigkeit der streitigen Marke sind
vorab die massgeblichen Verkehrskreise zu bestimmen. Wie die Vor-
instanz zutreffend ausführt, richten sich die beanspruchten Waren und
Dienstleistungen (Möbel, Heimtextilien sowie Detailhandel dieser Waren)
sowohl an den privaten Endverbraucher als auch an spezialisierte Kreise
(z.B. Innenausstatter) und Zwischenhändler. Bei einer Schutzverweigerung
aufgrund fehlender Unterscheidungskraft ist ein besonderes Augenmerk
auf die Sicht der Endkonsumenten zu legen, denn bei Waren und Dienst-
leistungen, die sowohl an Fachleute als auch an Endverbraucher vertrie-
ben werden, steht die Sichtweise der grössten und am wenigsten erfahre-
nen Marktgruppe im Vordergrund (DAVID ASCHMANN, in: Noth/Büh-
ler/Thouvenin [Hrsg.], Markenschutzgesetz [MSchG], 2. Aufl. 2017, Art. 2
Bst. a N. 29).
5.
5.1 Der Wortteil des Zeichens "DesignWorld. (fig.)" ist weder fester Be-
standteil des deutschen, französischen, italienischen noch des englischen
Wortschatzes. Der Verkehrsteilnehmer wird daher versucht sein, den Wort-
teil des Zeichens gedanklich in allfällige inhaltlich sinngebende Bestand-
teile zu zergliedern (Urteil des BVGer B-7395/2006 vom 16. Juli 2007 E. 6
"projob"). Aus diesem Grund liegt eine Trennung der Marke in "Design" und
"World" nahe.
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5.2 Das Wort "Design" stammt ursprünglich aus der mittelfranzösischen
Sprache ("desain, desseing, dessing") und wird in der englischen Sprache
sowohl als Substantiv als auch als Verb verwendet. Als Substantiv be-
zeichnet das Wort beispielsweise "The completed product or result of this
process; the arrangement of features in something planned or produced
according to aesthetic or functional criteria; a particular shape, style, or
model" (https://www.oed.com/view/Entry/50840, abgerufen am
30.03.2020). Als Verb bedeutet es unter anderem "to make plans for the
production of (a device, product, etc.) according to structural or functional
criteria" (https://www.oed.com/view/Entry/50841, abgerufen am
30.03.2020). Ins Deutsche übersetzt heisst "Design" "Entwurf, Design,
Bauart, Muster" (als Substantiv) sowie "etw. entwerfen, gestalten" (als
Verb) (https://de.pons.com/übersetzung/englisch-deutsch/design, abgeru-
fen am 30.03.2020).
Das Wort "Design" ist ebenfalls Teil der deutschen Sprache und bedeutet
gemäss Duden "formgerechte und funktionale Gestaltgebung und daraus
sich ergebende Form eines Gebrauchsgegenstandes o. Ä.; Ent-
wurf[szeichnung]" (https://www.duden.de/rechtschreibung/Design, abgeru-
fen am 30.03.2020). Das Wort kennt man mit gleicher (oder ähnlicher) Be-
deutung auch in der französisch- und italienischsprachigen Schweiz (vgl.
https://www.larousse.fr/dictionnaires/francais/design/ und
http://www.treccani.it/enciclopedia/tag/Design/, beide abgerufen am
30.03.2020).
Der zweite Wortbestandteil "World" kommt ebenfalls aus der englischen
Sprache und wird vorab als "The earth and everything on it, the globe; the
human environment; (also) the countries of the earth collectively" verstan-
den (https://www.oed.com/view/Entry/230262, abgerufen am 30.03.2020).
"World" wird auf Deutsch unter anderem mit "Welt, Erde" übersetzt
(https://de.pons.com/übersetzung/englisch-deutsch/world, abgerufen am
30.03.2020).
Sowohl "Design" als auch "World" gehören zum englischen Grundwort-
schatz und werden von den massgebenden Verkehrskreisen verstanden.
5.3 Entscheidend ist vorliegend, ob sich aus der Verbindung der beiden
Wörter im Gesamteindruck ein die Ware oder Dienstleistung beschreiben-
der, unmittelbar verständlicher Sinn ergibt. Gemäss der Vorinstanz werde
das Zeichen als "Design-Welt" verstanden und beschreibe damit den Ver-
kaufs- und Herstellungsort der Waren sowie den Erbringungsort der
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Dienstleistung. Die Beschwerdeführerin führt hingegen aus, ein direkt be-
schreibender Sinngehalt sei nicht erkennbar, da das Zeichen keinen Bezug
zu den Waren und der Dienstleistung aufweise.
Entgegen der Beschwerdeführerin handelt es sich bei "Design" nicht um
einen unbestimmten Begriff. "Design" ist insbesondere in Zusammenhang
mit Möbeln (aber auch mit Heimtextilien) eine gebräuchliche Beschreibung.
So dürfte den massgebenden Verkehrskreisen ohne weiteres klar sein,
was sie etwa unter dem Begriff "Designer-Möbel" zu erwarten haben (vgl.
hierzu Vernehmlassungsbeilagen 10-12 der Vorinstanz).
Unter Bezugnahme auf einen Entscheid der Eidgenössischen Rekurskom-
mission für geistiges Eigentum (RKGE) führt die Vorinstanz aus, dass der
Begriff "World" nicht nur als "Welt", sondern im weitesten Sinne auch als
"Bereich" verstanden wird. In diesem Entscheid wird ausgeführt, dass un-
ter "World" oder "Welt" eine Vertriebsstätte verstanden werde, welche alle
Bedürfnisse in einem bestimmten Bereich abdecke. Als Wortverbindung
bezeichne "World" insbesondere einen Sachbereich oder eine Berufs-
sphäre, wie zum Beispiel "business world" oder "banking world" (Entscheid
der RKGE vom 23. Dezember 2004 E. 5 "Boysworld", in: sic! 2005
S. 467 ff.). An diesem Verständnis des Begriffs "World" ist auch vorliegend
festzuhalten.
Naheliegend ist es deshalb, die vorliegende Wortkombination
"DesignWorld" unter Bezugnahme auf die beanspruchten Waren als Ort
oder Bereich zu verstehen, wo designte Möbel oder designte Heimtextilien
angeboten werden. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, beschreibt das
Zeichen somit den Verkaufsort der entsprechenden Waren.
Gleiches gilt für die beanspruchte Dienstleistung (Detailhandel mit Möbeln
und Heimtextilien). "DesignWorld" bezeichnet dabei den Ort der Dienstleis-
tungserbringung. Das ist die Örtlichkeit, wo die designten Möbel und Heim-
textilien angeboten werden.
5.4 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Wortteil des
Zeichens "DesignWorld. (fig.)" sowohl für die beanspruchen Waren als
auch für die beanspruchte Dienstleistung beschreibend ist. Er ist daher
nicht unterscheidungskräftig.
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Seite 10
6.
6.1 Sodann macht die Beschwerdeführerin geltend, die Grafikelemente
würden der Marke weitere Unterscheidungskraft verleihen. Insbesondere
die originelle Schreibweise und Schriftart, der fehlende Leerschlag, die Ma-
juskel "W" und der unübliche Punkt am Ende des Wortes würden dafür
sorgen. Die Vorinstanz verneint, dass dem Zeichen durch die grafische
Ausgestaltung Unterscheidungskraft zukomme.
6.2 Die gestalterischen Elemente des vorliegenden Zeichens bestehen aus
dem Wort "DesignWorld", welches in einer regelmässigen, fetten Schrift
abgedruckt ist. Das Zeichen weicht von der korrekten englischen Schreib-
weise ab, indem die Wörter "Design" und "World" ohne Leerschlag zusam-
mengeschrieben sind. Als zusätzliches Element findet sich am Ende des
Zeichens ein Punkt.
6.3 Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin kann die gewählte
Schriftart keinesfalls als originell bezeichnet werden. Es handelt sich viel-
mehr um eine Standardschrift, welche einfach und gut lesbar ist. Auch das
Zusammenschreiben der beiden Wörter "Design" und "World" kann den
Gesamteindruck des Zeichens nicht beeinflussen, zumal durch die Ver-
wendung des Grossbuchstabens "W" klargemacht wird, dass es sich um
zwei Wörter handelt. Der Punkt am Ende des Zeichens vermag ebenfalls
keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, zumal er sich nicht vom i-Punkt
der Wortes "Design" abhebt und dadurch leicht überlesen wird. Der Ge-
samteindruck des vorliegenden Zeichens wird eindeutig durch das im Ge-
meingut stehende, auf Anhieb lesbare und zentrale Wortelement geprägt
(vgl. Urteil des BGer 4A_330/2009 vom 3. September 2009 E. 2.3.6 "Mag-
num [fig.]"). Insgesamt sind die gewählten Gestaltungsmerkmale banal und
nicht unterscheidungskräftig.
7.
7.1 Die Beschwerdeführerin ruft den Gleichbehandlungsgrundsatz (Art. 8
BV) an. So seien einerseits zahlreiche Marken mit dem Bestandteil "De-
sign" und weiteren allusiven Bestandteilen eingetragen. Andererseits sei
im Markenregister eine Vielzahl von Wortmarken, welche sich aus be-
schreibenden Warenhinweisen und dem Begriff "World" zusammensetzen
würden, eingetragen. Die Vorinstanz verneint die Anwendbarkeit des
Grundsatzes, zumal es sich vorwiegend um ältere Eintragungen handle,
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welche für die aktuelle Praxis nicht verbindlich seien. Bei anderen Zeichen
seien die Sachverhalte nicht vergleichbar.
7.2 Das Gleichbehandlungsgebot fliesst aus Art. 8 Abs. 1 BV und besagt,
dass juristische Sachverhalte nach Massgabe ihrer Gleichheit gleich zu be-
handeln sind. Dieselbe Behörde darf nicht ohne sachlichen Grund zwei
rechtlich gleiche Sachverhalte unterschiedlich beurteilen. Nicht erforderlich
ist, dass die Sachverhalte in all ihren tatsächlichen Elementen identisch
sind; es genügt, dass relevante Tatsachen im Hinblick auf die anzuwen-
denden Normen gleich sind (BGE 112 Ia 193 E. 2b). Demgegenüber be-
steht grundsätzlich kein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht, ins-
besondere dann, wenn nur in vereinzelten Fällen vom Gesetz abgewichen
wurde. Frühere – allenfalls fehlerhafte – Entscheide sollen nicht als Richt-
schnur für alle Zeiten Geltung haben müssen (BGE 139 II 49 E. 7.1; BVGE
2016/21 E. 6.2 "Goldbären"). Der Anspruch auf Gleichbehandlung im Un-
recht wird ausnahmsweise anerkannt, wenn eine ständige gesetzwidrige
Praxis einer rechtsanwendenden Behörde vorliegt und die Behörde zu er-
kennen gibt, dass sie auch in Zukunft nicht von dieser Praxis abzuweichen
gedenke (Urteil des BGer 4A_250/2009 vom 10. September 2009 E. 4
"UNOX [fig.]"; Urteil des BVGer B-1165/2012 vom 5. Februar 2014 E. 8.1
"Mischgeräte [3D]"). Im Markenrecht wird das Gleichbehandlungsgebot
äusserst zurückhaltend angewendet, da die Eintragungspraxis naturge-
mäss kasuistisch ist. So müssen die Marken hinsichtlich Zeichenbildung
und beanspruchter Waren und Dienstleistungen vergleichbar sein, wobei
bereits geringfügige Unterschiede ins Gewicht fallen können (Urteil des
BGer 4A.5/2004 vom 25. November 2004 E. 4.3 "Firemaster"; Urteil des
BVGer B-7421/2006 vom 27. März 2007 E. 3.4 "we make ideas work").
7.3 Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, handelt es sich beim Grossteil
der von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Voreintragungen um ältere
Marken, welche die aktuelle Praxis der Vorinstanz nicht wiedergeben kön-
nen. Einzig bei den Zeichen "Space World" (CH 635651; Kl. 9 und 41),
"Trade Academic World" (CH 700915; Kl. 35, 41 und 42), "World Triathlon"
(CH 714714; Kl. 9, 25 und 41), "MANS'S WORLD" (CH 717749; Kl. 35 und
42) und "MyMedia World" (CH 611357; Kl. 35, 38 und 41) handelt es sich
um jüngere Eintragungen. Die erwähnten Marken sind jedoch für andere
Waren und Dienstleistungen in anderen Klassen eingetragen. Stimmen die
Klassen ausnahmsweise mit den vorliegenden überein, handelt es sich im-
mer noch um andere Waren und Dienstleistungen, die mit den vorliegen-
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Seite 12
den nicht vergleichbar sind. Eine ständige rechtswidrige Praxis der Vor-
instanz liegt jedenfalls nicht vor. Die Rüge der Beschwerdeführerin geht
fehl.
8.
8.1 Schliesslich bringt die Beschwerdeführerin vor, die Wortmarke "DE-
SIGNWORLD" (Nr. 018008364) sei vom EUIPO am 28. Mai 2019 zum
Markenschutz zugelassen worden. Auch das spanische Markenamt habe
das Zeichen anstandslos eingetragen.
8.2 Ausländische Entscheide haben nach ständiger Praxis keine präjudizi-
elle Wirkung. Bloss in Zweifelsfällen kann die Eintragung in Ländern mit
ähnlicher Prüfungspraxis ein Indiz für die Eintragungsfähigkeit sein. Ange-
sichts des klaren Gemeingutcharakters der strittigen Marke kommt dem
Umstand, dass ihr in ausländischen Jurisdiktionen Schutz gewährt worden
sein mag, keine Indizwirkung für den Ausgang des schweizerischen Mar-
keneintragungsverfahrens zu. Es handelt sich nicht um einen Grenzfall, bei
dem allenfalls der Blick in die ausländische Prüfungspraxis den Ausschlag
für eine Schutzgewährung geben könnte (Urteil des BVGer B-498/2008
vom 23. Oktober 2008 E. 5 "Behälterform [3D]" m.w.H.).
9.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Zeichen "DesignWorld. (fig.)"
für die beanspruchten Waren und Dienstleistungen der Klassen 20, 24 und
35 von den relevanten Verkehrskreisen als direkt beschreibend wahrge-
nommen wird. Das Zeichen fällt somit unter den Begriff des Gemeinguts
und ist vom Markenschutz ausgeschlossen (Art. 2 Bst. a MSchG). Die Be-
schwerde ist abzuweisen.
10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerdefüh-
rerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühren sind nach
Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und fi-
nanzieller Lage der Parteien festzulegen (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2
Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 73.320.2]).
Bei Markeneintragungen geht es um Vermögensinteressen. Die Gerichts-
gebühr bemisst sich folglich in erster Linie nach dem Streitwert (Art. 4
VGKE). Die Schätzung des Streitwerts hat sich an den Erfahrungswerten
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der Praxis zu orientieren, wobei bei eher unbedeutenden Zeichen grund-
sätzlich ein Streitwert zwischen Fr. 50'000.− und Fr. 100'000.− angenom-
men werden darf (BGE 133 III 490 E. 3.3 "Turbinenfuss [3D]"). Die Kosten
des Verfahrens sind in Anwendung der gesetzlichen Bemessungskriterien
auf Fr. 3'000.− zu beziffern. Der unterliegenden Beschwerdeführerin ist
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7
Abs. 1 VGKE).
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