Decision ID: ca6f6e6b-c712-4a1c-8a88-b41868eaad13
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961,
war seit September 1997 als Buffet
mitarbeiter bei der
Y._
angestellt und in dieser Eigenschaft bei der SWICA Versicherungen AG (nachfolgend: Unfallversicherung) gegen Berufs- und Nichtberufs
unfälle versichert. Am 30. Mai 2000
stürzte
der Versicherte
mit
dem
Motorrad
und wurde
von einem nachfolgenden Lastwagen überrollt (Urk. 8/1, Urk. 8/14).
Dabei erlitt er
ein Polytrauma mit Beckenzerreissung, eine offene Unterschenkelfraktur rechts sowie eine Knieverletzung rechts (Urk. 8/15).
Die Unfallversicherung erbrachte
in der Folge
die gesetzlichen Leistungen (Urk. 8/
16).
1.2
Mit
Verfügung
vom 27. Februar 2002 wurde dem Versicherten gestützt auf einen Inva
liditätsgrad von 80 % eine ganze Rente der Invalidenversicherung ab dem
1
. Ma
i 2001 zugesprochen (Urk. 9/30).
Die durch die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA; vgl. Urk. 8/198) in den Jahren 2008, 2011, 2012 und 2016 durchgeführten Rentenrevisionsverfahren ergaben jeweils einen unveränderten Rentenanspruch des Versicherten (Urk. 8/202, Urk. 8/206, Urk. 8/212, Urk. 8/216)
1.3
Mit Verfügung vom 5. Dezember 2002 sprach die Unfallversicherung dem Versicherten
ab Dezember 2002
eine Invalidenrente auf Grundlage eines Invaliditätsgrades von 100 % als Komplementärrente sowie eine Integritätsentschädigung für eine Integri
tätseinbusse von 100 % zu (Urk. 8/139).
1
.4
Am 20. Dezember 2016 leitete die Unfallversicherung ein Rentenrevisionsverfahren ein (Urk. 8/219). Mit Schreiben vom 30. Mai 2017 informierte die Unfallversicherung den Versicherten darüber, dass sie zur Prüfung seines Leistungsanspruchs ein medizinisches Gutachten in den Fachrichtungen Orthopädie, Urologie und Neurologie als notwendig erachte (Urk. 8/225).
Das poly
d
isziplinäre Gutachten wurde am 15. Dezember 2017 vom
Z._
erstattet (Urk. 8/
243).
Mit Verfügung vom 25. April 2018
setzte die
Unfallversicherung
die bisher ausgerichtete Rente per 1. April 2018 auf eine auf einem Invaliditätsgrad von 45 % basierende Inva
lidenrente herab
(Urk. 8/252).
Die vom Versicherten dagegen erhobene Einsprache vom 28. Mai 2018 (Urk. 8/254) wies die Unfallversicherung mit
Einspracheentscheid
vom 2. Oktober
2018 ab (Urk. 2 = Urk. 8/257).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 5. November 2018 Beschwerde und beantragte, es sei der
Einspracheentscheid
vom 2. Oktober 2018 vollumfänglich aufzuheben und es sei die Unfallversicherung zu verpflichten, die Invalidenrente wie bisher auf Grundlage einer Erwerbsunfähigkeit von 100 % auszurichten. Eventualiter beantragte der Versi
cherte, die Unfallversicherung sei zu verpflichten, berufliche Massnahmen durchzufüh
ren oder diese zu veranlassen unter Leistung einer Übergangsrente (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 24. Januar 2019 schloss die Unfallversicherung auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 7), worüber der Beschwerdeführer mit V
erfügung vom 29. Januar 2019 informiert
wurde (Urk. 10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materi
ellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbe
stimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungs
leistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufs
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 30. Mai 2000 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall
im Grundsatz
Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des
Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Aus
wirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypo
thetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG betrifft Änderungen in den per
sönlichen Verhältnissen der versicherten Person (BGE 133 V 454 E. 7.1). Dazu gehört namentlich der Gesundheitszustand. Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unterschiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizini
scher Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsa
chenänderung geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_602/2016 vom 1
4.
Dezember 2016 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
Eine revisionsbegründende Änderung kann nach der Rechtsprechung des Bundesge
richts auch gegeben sein, wenn sich ein Leiden bei gleicher Diagnose in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat oder wenn es der versicherten Person gelungen ist, sich besser an das Le
iden anzupassen (vgl. BGE 141 V
9 E. 2.3 und 6.3.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_339/2015 vom 25. August 2015 E. 3.1 und 9C_330/2014 vom 2
3.
Juli 2014 E. 5.2, je mit Hinweisen).
1.3
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweis
mittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgege
ben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlagge
bend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismit
tels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
erwog in ihrem Entscheid
,
gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten
der
Z._
vom
15. Dezember 2017
sei in Bezug auf die Unfallfolgen eine Befundbesserung eingetreten. So bestehe heute kein
Duchenne
-Hinken und auch keine
Fussheberparese
mehr. Die zwischenzeitlich eingetretene retropatellare Arthrose und
die
Degeneration
der Lendenwirbelsäule (LWS)
seien beide unfallfremder Natur. Dies begründe die jetzt festgestellte Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer leidensangepassten Tätigkeit. Aufgrund dieser wesentlichen Veränderung in
den tatsächlichen Verhältnis
sen
seien die Voraussetzungen für eine Rentenrevision erfüllt (Urk. 2 S. 5).
Ab dem 1. April 2018
habe
der Beschwerdeführer
bloss noch
Anspruch auf eine Invalidenrente
der Unfallversicherung
nach Massgabe eines
Invaliditätsgrad
es
von 45 % (
Urk. 2 S. 6 f., Urk. 8/252).
2.2
Dagegen
brachte der Beschwerdeführer vor,
beim
polydisziplinäre
n
Gutachten der
Z._
vom 15. Dezember 2017
handle es sich nicht um eine beweiskräftige
Ent
scheidgrundlage
.
E
s
werde bloss
eine revisionsrechtlich unbeachtliche
andere Beurtei
lung
eines unveränderten Zustand
e
s
vorgenommen
. Der Eintritt einer Befundbesserung sei nicht schlüssig dargetan und ein Revisionsgrund nicht
gegeben
.
Schliesslich erweise sich
auch
der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Einkommensvergleich
als unzutreffend (Urk. 1 S. 7 ff.).
3.
3.1
3.1.1
Die
Verfügung vom
5.
Dezember 2002
(Urk. 8/
139)
, mit welcher dem Beschwerdeführer eine auf einem Invaliditätsgrad von 100 %
beruh
ende Invalidenrente der Unfallversi
cherung zugesprochen worden war, beruhte
auf
den
Bericht
en
des Hausarztes Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
sowie auf dem Austrittsbe
richt der
B._
vom 22. August 2001 (
Urk. 8/227, Urk. 8/239).
3.1.2
Im Austrittsbericht der
B._
vom 22. August 2001 wurden folgende
pri
märe Unfall- und Krankheitsd
iagnosen festgehalten (Urk. 8/70
S. 1
):
-
Motorradunfall mit Polytrauma (30. Mai 2000):
-
Beckenzerreissung (
Straddle
-Verletzung)
-
Abriss Rektum
-
Ureterabriss
am Blasenboden
-
Avulsion
der Weichteile sakral
-
Erst- bis
zweitgradig
offene Unterschenkelfraktur rechts
-
Kontusion Knie rechts
Daneben wurden folgende funktionelle Diagnosen und Probleme festgehalten
(Urk. 8/70 S. 2)
:
-
Delayed
U
nion Unterschenkel rechts mit
-
Duchenne
-Hinken nach rechts
-
Giving
way
-
Fussheberschwäche
rechts mit
-
Eingeschränkter Dorsalextension
oberes Sprunggelenk
(
OSG
)
-
Psychoreaktive affektive (
dysphorisch
gefärbte) Auslenkung infolge kumulierter Alltagsbelastungen bei sensibler Persönlichkeit
-
Harnableitung über
suprapubischen
Katheter bei
-
Restenosierung
der Urethra nach
-
Vesikostomie
und purkutaner Zystostomie am 24. April 2001
Der Beschwerdeführer zeige bei voller Belastung der unteren Extremitäten kaum Schmerzhaftigkeit im OSG und keine Entzündungszeichen im Bereich der Stuhl- und Harnableitungen. Es bestehe jedoch eine belastungsabhängige Schmerzhaftigkeit des rechten Knies, die die Kniegelenksbeweglichkeit limitiere. Das
Duchennehinken
und das
Giving
way
, welches durch die stark verkürzten
Ischiadici
noch gefördert werde, habe reduziert werden können, bestehe jedoch weiterhin. Dies beeinträchtige vor allem alternierendes Hinunter- und Hinaufsteigen einer Treppe. Ebenso bestehe
weiterhin eine
Fussheberschwäche
rechts und eine eingeschränkte Sprunggelenksbeweglichkeit
, insbesondere für Dorsalextension. Nach der letzten urologischen Operation katheteri
siere sich der Beschwerdeführer selbst, die Kontinenz sei grösstenteils gegeben. Im Rah
men von Harnwegsinfekten könne es noch zu spastis
ch bedingter Inkontinenz kommen (Urk. 8/70 S. 3).
Es bestehe eine deutliche Einschränkung des Gangbildes mit
Duchennehinken
nach rechts und einer verkürzten Standbeinphase rechts. Es sei kein Abfangen des Fersen
aufpralls möglich, gefördert durch die Hyperextension in der mittleren Standbeinphase. Sitzen und Gehen sei jeweils 30 Minuten möglich, anschliessend Schmerzen mit Ausbreitung nach lateral und kranial beziehungsweise Hüfte und Knie. Das Tempo sei langsam und ebener Untergrund bereite Knieschmerzen. Bei den beschriebenen Ein
schrän
kungen bestehe keine verwertbare Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/70
S. 3
).
3.1.3
Dr.
A._
hielt
in seinem Bericht
vom 4. September 2002
dieselben Diagnosen fest, wel
che bereits im Austrittsbericht der
B._
vom 22. August 2001 gestellt
worden waren
(vgl. E. 3.1.2;
Urk. 8/128).
Daneben
führte
er folgende aktuelle funktionelle Diagnosen und Probleme
auf
:
-
Schwäche von
Quadriceps
, Hüftbeugern und Fusshebern rechts mit
-
Duchenne
-Hinken nach rechts
-
Retropatelläre
Arthrose rechts
-
Perkutane Zystostomie
-
Sigmoidostomie
-
Vollständiger Erektionsverlust
-
Psychoreaktive affektive (
dysphorisch
gefärbte) Auslenkung infolge kumulierter Alltagsbelastungen bei sensibler Persönlichkeit
Bei
suprapubischer
Ableitung würden intermittierend Harnwegsinfekte auftreten, wel
che antibiotisch behandelt werden müss
t
en. Ebenso klage der Beschwerdeführer über Knieschmerzen, welche belastungsabhängig mehr oder weniger ständig vorhanden seien. Bei allen erwähnten Diagnosen sei keine Verbesserung zu erwarten. Hingegen seien Verschlechterungen und Komplikationen nicht auszuschliessen. Be
i der Z
ystosto
mie
seien
infektbedingte
Komplikationen und Behandlungen fast mit Sicherheit zu erwarten. In Bezug auf die Kniearthrose seien Verschlechterungen durch
unphys
iologi
sche
Belastungen möglich
(Urk. 8/128).
3.2
Der angefochtene
Einspracheentscheid
beruht auf dem polydisziplinären
Gutachten
der
Z._
vom 15. Dezember 2017 (
vgl.
Urk. 2 S.
4 f.)
. Die Gutachter stellten folgende Diagnosen (Urk. 8/243 S. 13):
Unfallrelevante Diagnosen:
-
Stattgehabte Beckenzerreissung
-
Rektum-Amputation und Anlage eines Anus
praeter
naturalis
-
Urethra-Abriss, Anlage eines U
r
ostomas mit
pelvinen
Infektbeschwerden
bei rezidivierenden Zystitiden bei vollständigem, narbigem
Perineal
-Verschluss der Urethra, erhebliche Beschwerden mit dem
Urostoma
-
Vollständige erektile Dysfunktion/Impotenz
-
Status nach offener Unterschenkelfraktur rechts und operativer Behandlung
Nicht-unfallrelevante Diagnosen:
-
LWS-Degeneration mit Bewegungseinschränkung der LWS
-
Gonarthrose rechts (Retropatellararthrose)
Auf neurologischem Fachgebiet sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt, da keine manifesten neurologischen Reiz- oder Ausfallerscheinungen bestehen würden. Insbe
sondere würden keine
Radikulopathien
oder
Paresen bestehen (Urk. 8/243 S. 14).
Orthopädisch-
traumatologischerseits
würden starke Schmerzen im Becken und in der Lendenwirbelsäule bestehen. Die bei dem Unfall erlittenen Verletzungen des Beckens seien sicher knöchern konsolidiert, ebenso die Fraktur des rechten Unterschenkels. Die aktuell durchgeführten Röntgenuntersuchungen hätten degenerative Veränderungen
LWK 4 bis S1, Ankylose der ISG beidseits, vollständig durchbaute Frakturspalten der Tibia und der Fibula des rechten Unterschenkels mit noch einliegendem Metall ohne Lockerungs- oder Entzündungszeichen ergeben. Die auf
orthopädisch-traumatologi
schem
Gebiet festgestellten Unfallfolgen könnten eine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit nicht begründen (Urk. 8/243 S. 14).
Im urologischen Fachgebiet würden repetitive Zystitiden (Blasenentzündungen) mit konsekutiven Beckenschmerzen, ein insuffizienter Selbstkatheterismus durch das
Urostoma
und verbleibendem Restharn im Vordergrund stehen. Der Restharn sei wohl das Hauptrisiko für die chronisch rezidivierenden, symptomatischen Zystitiden. Die obe
ren Harnwege seien nicht gefährdet. Bezüglich Arbeitsfähigkeit sei der Beschwerdefüh
rer stark eingeschränkt. Eine Tätigkeit, bei der er sitzen und gehen könne und bei der auch
Einnässungsereignisse
nicht in hohem Mass relevant und erträglich seien, sei in einem Pensum von 50 % vorstellbar. Es sei von einer
vollständigen Impotenz ohne Chancen auf spontane Besserung mit reduzierten Chancen auf medikamentöse Verbes
serung auszugehen (Urk. 8/243 S. 14).
Auf allgemein chirurgischem Fachgebiet würde die Ableitung des Stuhls über die Bauchdecke im Sinne eines Anus
praeter
naturalis
bestehen, der mit Beuteln versorgt sei. Es bestehe keine Irrigation
sbehandlung
und keine
parastom
ale
Hernie
. Nach eige
nen Angaben komme der Beschwerdeführer mit der Versorgung gut zurecht. Die Arbeitsfähigkeit werde hier nicht wesentlich eingeschränkt. Es müsse dem Beschwer
deführer die Möglichkeit gegeben werden,
während der Arbeit den
Kolostom
ie
-Beutel zu wechseln, was jedoch keinen höheren Aufwand als ein normal
er Toilettengang bedeute (Urk. 8
/243 S. 14).
Verglichen mit der medizinischen Beurteilung im Zeitpunkt der
Leistungszusprache
bestehe zwischenzeitlich kein
Duchenne
-Hinken und keine
Fussheberparese
mehr und die retropatellare Arthrose sei nicht unfallabhängig.
Insofern sei zwischen dem 4. Sep
tember 2002 und der aktuellen Untersuchung ei
ne Befundbesserung eingetreten
(Urk. 8/243 S. 31).
Auf urologischem Gebiet sei keine Verbesserung festzustellen und es werde auch keine mehr eintreten. Aktuell bestehe eine Diskrepanz zwischen den Anga
ben des
Beschwerdeführers
und den objektiv erhobenen Befunden auf neurologischem Gebiet
. So finde sich keine neurologische Ursache für die geklagten Schmerzen und die beschriebene Gangunsicherheit. Die objektive Gangprüfung sei unauffällig. Auffallend sei eine unzureichende Mitarbeit bei der Prüfung der Kraft des rechten Beines gewesen.
Erst nach mehrfacher Aufforderung habe der Beschwerdeführer die Kraftprüfung richtig ausgeführt, welche keine Minderung der Kraft ergeben habe. Diskrepant sei die beklagte Gangstörung auch zu seinen Angaben
,
Gartentätigkeiten auszuüben (Urk. 8/243 S. 20).
Die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Buffet-/ Restaurantmitar
beiter sei aufgrund der urologischen Verletzungsfolgen aufgehoben.
Dem Beschwerde
führer seien Tätigkeiten mit Heben und Tragen von nur leichten Lasten, eine Tätigkeit mit selb
stgewählten Positionswechseln (Sitzen und G
ehen), bei der auch
Selbs
t
einnäs
sungs-Ereignisse
nicht relevant beziehungsweise unerträglich würden, zu 50 % zumut
bar (Urk. 8/243 S.
18-
19).
4.
4.1
In formeller Hinsicht rügte d
er Beschwerdeführer, das Gutachten d
er
Z._
vom 15
. Dezember 2017 würde auf einer unvollständigen Aktenlage beruhen
(Urk. 1 S. 6 f.).
Die Beschwerdegegnerin zog im Rahmen ihrer Abklärungen die
IV-
Akten bei (Urk. 8/223,
Urk. 9/1-40)
. In den beigezogenen Akten finden sich auch
jene Arztbe
richte, welche gemäss dem
Beschwerdeführer
nicht vorhanden sein sollen
(Urk. 9/32, Urk. 9/33, Urk. 9/36, Urk. 9/37, Urk. 9
/38; vgl. Urk. 1 S. 6)
. Am 13. Juni 2017 stellte
die Beschwerdegegnerin
der Gutachterstelle die medizinischen Akten zu (Urk. 8/227).
Dass die Gutachterstelle auch über die
IV-
Akten verfügte
,
zeigt sich daran, dass
in der
«
Vorgeschichte gemäss Aktenlage
»
aus Dokumenten zitiert wird
,
die
sich ausschliesslich
in den IV-Akten
finden
. Hingewiesen sei auf die IV-Anmeldung vom 9
. April 2001
(Urk. 9/5)
, den
Arbeitgeberfragebogen vom 18. April 2001
(Urk. 9/8)
und
die Aktennotiz vom 21. November 2001
(Urk. 9/22; Urk. 8/243 S. 6
).
Es
kann
somit
erstellt werden
, dass den Gutachtern
sämtliche Unterlagen zur Verfügung
standen
.
Dass sich die Gutachter unter der Sachüberschrift «Vorgeschichte gemäss Aktenlage» auf die aus ihrer Sicht mass
geblichen Arztberichte beschränkten, bildet Bestandteil ihres Ermessens. So erweist es sich als angezeigt, hier eine Auswahl derjenigen
Vorakten
zu treffen, die auch tatsächlich erheblich und für das Verständnis weiterer Abschnitte der Expertise (vor allem Anamnese, Befund, Beurteilung) wesentlich sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_531/2007 vom 3. Juni 2008 E. 2.2.1).
Das Gutachten wurde somit in Kenntnis
und unter Berücksichtigung
der
relevanten
Vorakten
erstattet (Urk. 8/243 S. 3-12),
ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf den erforderlich
en allseitigen Untersuchungen (
Urk. 8/243 S. 25-29,
Urk. 8/243 S. 36, Urk. 8/243 Urologisches Teilgutachten S. 2
), setzt sich mit den geklagten Beschwerden sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander (
Urk. 8/243 S. 24, Urk. 8/243 S. 34,
Urk. 8/243 Urologisches Teilgutachten S. 1)
und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein (
Urk. 8/243 S. 14,
Urk. 8/243 S. 30, Urk. 8/243 S. 37-38,
Urk. 8/243 Urologisches Teilgutachten S. 2
).
Damit erfüllt das pol
ydisziplinäre Gutachten der
Z._
vom 15. Dezember 2017 die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine beweiskräftige
Entscheidgrundlage
(E. 1.3).
4.2
4.2.1
Zu prüfen ist, ob eine revisionsrechtlich massgebliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse
eingetreten
ist (vgl. E. 1.2).
4.2.2
Im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
lagen beim Beschwerdeführer
unter anderem
funk
tionelle
Einschränkungen des Gangbildes aufgrund eines
Duche
nne
-Hinkens (bei einer
Delayed
U
nion des rechten Unterschenkels)
sowie eine
Fussheberschwäche
rechts bei eingeschränkter Dorsalextension des OSG
vor
(E. 3.1.2 und E. 3.1.3).
4.2.3
D
ie Gutachter
gelangten
zum Schluss, dass die funktionellen Einschränkungen einer
Fussheberschwäche
und eines
Duchenne
-Hinkens nicht mehr bestehen würden. In Anbetracht der Gegenüberstellung der funktionellen Einschränkungen in den Vergleichszeitpunkt
en
erweist sich dieser Schluss als nachvollziehbar. So ist mittler
weile eine knöcherne Konsolidierung der Unterschenkelfraktur eingetreten
(Urk. 8/243 S. 30)
, nachdem das
Duchenne
-Hinken im Vergleichszeitpunkt mit einer
Delayed
Union des rechten Unterschenkels in Verbindung gebracht
worden war
(E. 3.1.2)
. Anlässlich der orthopädisch-
traumatologischen
Untersuchung wurde beidseits ein uneinge
schränktes Heben und Senken des unteren Sprunggelenks festgehalten (Urk. 8/243 nach S. 32 «Messblatt für untere Gliedmassen, Untere Sprunggelenke»), nachdem im Zeit
punkt der rentenbegründenden Verfügung noch eine eingeschränkte Plantar/Dorsalfle
xion des rechten Sprunggelenks bestand
en ha
tte
(Urk. 8/70 S. 6).
Ferner wurde
anläs
s
lich der neurologischen und der
orthopädisch-
traumatologischen
Untersuchung ein unauffälliges Gangbild erhoben
(Urk. 8/243 S. 20 und S. 36-38)
und auch die Aussage des Urologen, wonach der Beschwerdeführer ein sehr kräftiger und gut trainierter Athlet sei (Urk. 8/243 Urologisches Teilgutachten S. 2), spricht gegen eine die Funktio
nalität
beeinträchtigende Schonhaltung.
4.2.4
Die funktionellen Einschränkungen der
Fussheberparese
und des
Duchenne
-Hinkens liegen gestützt auf das beweiskräftige Gutachten der
Z._
nicht mehr vor.
Damit ist –
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – e
ine Verbesserung des Gesund
heitszustandes
eingetreten
.
Ist ein Revisionsgrund gegeben, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V
9 E. 2.3 mit Hinweisen; vgl. E.
1.2).
4.3
Soweit sich der Beschwerdeführer gegen die gutachterliche
Einschätzung
stellt, wonach die Retropatellararthrose nicht unfallbedingt sei (Urk. 1 S. 7
Rn
6), vermag er nichts für sich zu gewinnen.
Angesichts der Tatsache, dass sich die Retropatellararth
rose
– unter Berücksichtigung des Belastungsprofils –
nicht
zusätzlich
einschränkend
auf die funktionelle Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirkt
(Urk. 8/243 S.
1
8
-19
)
,
kann
e
ine Überprüfung der Unfallkausalität
unterbleiben
.
4.4
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Einwände des
Beschwerdeführer
s
das Gutachten der
Z._
vom 15. Dezember 2017
nicht
zu entkräften vermögen. Da auch im Wei
teren keine konkreten Indizien vorliegen, welche gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. E. 1.3), kann
darauf
abgestellt werden. Es ist somit
erstellt, dass der
Beschwerdeführer in
einer angepassten Tätigkeit
zu 50 % arbeitsfähig ist
. Zumutbar sind
Tätigkeit
en
mit
Heben und Tragen von nur noch leichten Lasten, keine Zwangshal
tungen, Mögl
ichkeit des Selbstkatheterismus und von
selbstgewählte
n
Positionswech
sel
n
(S
itzen und
G
ehen), bei de
nen
auch
Selbsteinnässungs
-Ereignisse nicht relevant beziehungsweise unerträglich
wären (E. 3.2).
5.
5.1
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkom
men, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnah
men durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Valideneinkom
mens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Ren
tenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheits
schaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
5.2.2
Die letzte Arbeitgeberin
des Beschwerdeführers
gab an, dass
er
im Jahr 2002
ein
Ein
kommen in der Höhe von
etwa
Fr. 58'200.-- erzielt hätte
(
Urk. 8/122
)
.
Vorliegend spre
chen
keine konkreten Anhaltspunkte gegen die Zuverlässigkeit
dieser
Auskunft
.
So
wurde
denn auch
das Taggeld
gestützt auf ein
Val
ideneinkommen
von Fr. 58'200.--berechnet
(Urk. 8/124).
Entgegen dem Dafürhalten der Beschwerdegegnerin (Urk. 2
S. 6 f.) verbietet sich unter diesen Umständen ein Abstellen auf
das vor dem
versicher
ten
Ereignis erzielte
Einkommen
(vgl. Urk. 8/134).
Keine Anhaltspunkte bestehen allerdings für ein
Valideneinkomme
n
in der Höhe von Fr. 80'000.--
(
vgl.
Urk. 1 S. 9
Rn
8).
Abzustellen ist somit
auf
das
Einkommen, welches der Beschwerdeführer
im Jahr 2002
ohne Gesundheitsschaden erzielt hätte, nämlich
Fr. 58'200.--
.
Angepasst an die Nominallohnentwicklung von Männern bis zum Jahr 2018 (vgl. Bundesamt für Sta
tistik, T39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1942 bis 2018) resultiert demnach ein
Valideneinkommen
von Fr.
68'045.50
(Fr.
58'200.--
/ 1
933
x 2260).
5.3
5.3.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisier
baren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen
gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeit
punkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswer
ten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann
die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkom
men, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeiter
tätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeits
fähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemes
sung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermes
sensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
5.3.2
Da der Beschwerdeführer keine
r
Erwerbstätigkeit mehr
nachgeht
, ist das Invalidenein
kommen anhand d
en Tabellenwerten der LSE zu ermitteln. Anwendbar ist die Tabelle TA1, 2016, TOTAL, Männer
,
Kompetenzniveau
1.
Bei einer betriebsüblichen wöchentli
chen Arbeitszeit von 41,7 Stunden (vgl. die vom Bundesamt für Sta
tistik herausgege
bene Tabelle T
03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilun
gen 1990-2018, T
OTAL
) und angeglichen an die Teuerung entspricht dies im Jahr 2018 einem Jahreseinkommen von Fr. 67'430.-- (
Fr.
5'340
.--
x 12 / 40 x 41,7 / 2239 x 2260). Bei der bestehenden Restarbeitsfähigkeit von 50 % ergibt sich damit ein
Wert
von Fr.
33’715
.-- (
Fr.
67'430.--
x 0.5).
5.3.3
Vorliegend steht
dem Beschwerdeführer aufgrund
der verbliebenen Unfallfolgen
nur ein
eingeschränktes Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten
offen
. Dies
ergibt sich
bereits
aus der Formulierung
des
Belastungsprofil
s
, wonach
selbst leichte Tätigkei
ten nur
noch
eingeschränkt möglich sind
(E. 3.2)
. Auch die urologische Problematik, namentlich der Umstand, dass
Einnässungsereignisse
tolerabel sein müssen, schränkt das Spektrum der zur Verfügung stehenden Verweisungstätigkeiten zusätzlich ein. Damit kann gesagt werden, dass der Beschwerdeführer für eine leidensangepasste Tätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gegenüber einem gesunden Mitbewer
ber eine erhebliche Lohneinbusse in Kauf nehmen muss.
Gesamthaft erscheint vorlie
gend ein leidensbedingter Abzug von 20 % als angemessen
, womit sich
ein
Invaliden
einkommen von Fr. 26'972.-- (Fr. 33’715.-- x 0.8) ergibt.
5.
4
Aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr.
41'073.5
0
(Fr.
68'045.5
0
-
Fr.
26'972.--)
was einem
Invalidi
tätsgrad von
6
0
%
entspricht
(100 / Fr.
68
'045.55
x Fr.
41'073.5
0
). In diesem Umfang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf ein
e
Komplementärrente
der Unfallversiche
rung.
Diesbezüglich ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
6.
6.1
Schliesslich
ist auf den Eventualantrag des Beschwerdeführers einzugehen, wonach die Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, berufliche Massnahmen durchzuführen oder diese zu veranlassen
,
unter Leistung einer Übergangsrente (Urk. 1 S. 2). Folgt man dem Beschwerdeführer, so wäre eine
revisionsweise Rentenherabsetzung erst nach Abklä
rung und Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen zulässig gewesen
, insbe
sondere aufgrund seines Alters und des länger als fünfzehn Jahre andauernden Renten
bezugs
(Urk. 1 S. 8).
6.2
6.2.1
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Urologie,
hielt im urologischen Teilgutachten fest, er denke, dass vor einer Rentenrevision ein Arbeitsversuch erfolgen sollte, bevor der administrative Aufwand enorm werde (Urk. 8/243 Urologisches Teilgutachten S. 3).
Damit stellt Dr.
C._
das attestierte Leistungsvermögen
nicht
unter den ausdrückli
chen Vorbehalt der Durchführung befähigender Massnahmen
, sondern gibt lediglich eine Empfehlung
zuhanden der Durchführungsorgane
ab.
Diese
Empfehlung
hat
sodann auch keinen Eingang in die polydisziplinäre Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gefunden (Urk. 8/243 S. 14). Damit liegt
kein Fall vor, bei dem die Eingliederungsmassnahme a
us medizinischer Sicht
c
onditio
sine qua non für
die
Umsetzung
des
(potentiellen) funkti
onellen Leistungsvermögens bildet (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_163/2009 vom 10. September 2010 E. 4.2.1).
6.2.2
Zu prüfen ist aber, ob aus beruflich-erwerblicher Sicht vorgängig zur Rentenrevision Eingliederungsmassnahmen durchzuführen sind.
In der Invalidenversicherung hat sich
die
Praxis etabliert, wonach bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, nach mindestens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, in der Regel vorgängig Massnahmen zur Einglie
derung durchzuführen sind, bis sie in der Lage
sind
, das medizinisch-theoretisch (wie
der) ausgewiesene Leistungspotential mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und zu verwerten (BGE 145 V 209 E. 5.1 mit Hinweisen
, zuletzt bestätigt in: Urteil des Bundes
gerichts 9C_685/2019 vom 8. April 2020 E. 3.1
).
Es stellt sich die Frage
, ob
dies
– wie vom Beschwerdeführer postuliert (vgl. Urk. 1 S. 8) – auch im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung
gilt
.
In seinem Entscheid vom 31. Mai 2016 wies das Bundesgericht auf
die
im Zusammen
hang mit der revisionsweisen Aufhebung von Invalidenrenten bestehende Praxis hin, wonach bei fehlenden spezifischen Bestimmungen im Bereich der Unfallversicherung keine analoge Anwendung der Bestimmungen der Invalidenversicherung Platz greife (BGE 142 V 259 E. 3.2.1). Dies steht damit in Einklang, dass im Bereich des Unfallversi
cherungsrechts – mangels spezifischer zeitlicher Anpassungsregeln wie in der
Invali
denversicherung
(Art. 88
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung
,
IVV)
– der Verfügungszeitpunkt als Anpassungszeitpunkt massgebend ist (
Kieser
, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 66 f. zu Art. 17 ATSG mit Verweis auf BGE 140 V 70).
Das UVG kennt keine Leistungskategorie «Eingliederungsmassnahmen» und es sind ihm (vor
behältlich Art. 22 Abs. 1 UVG) keine spezifischen Vorgaben zu entnehmen, die nament
lich im Falle der revisionsweisen Rentenaufhebung mit Blick auf deren zeitliche Wir
kung zu beachten wären (Urteil des Bundesgerichts 8C_212/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.3).
Ebenso wenig hat sich im Bereich der Unfallversicherung eine Rechtsprechung etabliert, wonach die Unverwertbarkeit einer verbleibenden medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit wegen des fortgeschrittenen Alters zu berücksichtigen wäre (Urteil des Bundesgerichts 8C_212/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.3).
Ist eine Invalidenrente der obligatorischen Unfallversicherung revisionsweise aufzuheben, hat der Unfallversi
cherer mangels rechtlicher Grundlage nicht zu prüfen, ob und inwieweit die versicherte Person die verbliebene medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt wegen des fortgeschrittenen Alters zu verwerten vermag, weshalb die
Unfallversicherung keine Eingliederungsmassnahmen durchführen muss
(Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2018 vom 21. Februar 2019 E. 9)
.
Zusammenfassend
kann somit
festgehalten werden
, dass
im Bereich des Unfallversi
cherungsrechts keine Verpflichtung besteht,
vorgängig zur Rentenrevision Eingliede
rungsmassnahmen zu prüfen.
Vielmehr
erweist sich
die
Anpassung der Rente auf den Verfügungszeitpunkt hin in zeitlicher Hinsicht als rechtens.
6.3
Vor diesem Hintergrund
kann
die Beschwerdegegnerin
nicht verpflichtet werden,
Ein
gliederungsmassnahmen durchzufü
hren oder solche zu veranlassen. Damit
mangelt es
an einer
Grundlage für eine Über
gangsrente im Sinne von Art. 30
UV
V.
7.
Nach dem Gesagten hat der Beschwerdeführer ab 1. April 2018
nurmehr
Anspruch auf eine als Komplementärrente auszurichtende Invalidenrente der Unfallversicherung nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von 60 %. Die Beschwerde ist damit teilweise gut
zuheissen und der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 2. Oktober 2018 in diesem Sinne abzuändern.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
8.
8.1
Das Beschwerdeverfahren ist kostenlos (Art. 1 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 61
lit
. a ATSG).
8.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Mit Beschwerde vom 5. November 2018 (Urk. 1 S. 2) beantragte der Beschwerdeführer eine Parteientschädigung. Eine Honorarnote wurde nicht eingereicht, womit die Ent
schädigung nach Ermessen festzusetzen ist (§ 7 Abs. 2 der Verordnung über die Gebüh
ren, Kosten und Entschädigung
en
vor dem Sozialversicherungsgericht,
GebV
SVGer
). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses ist für den notwendigen Aufwand eine
auf das
Mass
des Obsiegens
reduzierte
Entschädigung in Höhe von Fr.
1‘5
00.--
(inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) angemessen.
Der Beschwerdegegnerin steht als mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben betraute Orga
nisation keine Parteientschädigung zu (BGE 112 V 356 E. 6 S. 362 mit Hinweise; vgl. auch nicht publizierte E. 5b von BGE 127 V 176, Urteil U 329/99 vom 25. Juni 2001).