Decision ID: 4d1418ea-ab11-47a7-8fb8-12f6075b143e
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1989 geboren
e
X._
wurde mit Hinweis auf eine Sprachbehinderung am
6.
Oktober 1995 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug
für Minderjährige angemeldet (Urk.
7/2).
Nach erfolgten Abklärungen übernahm die IV-Stelle die Kosten für Sonderschulmassnahmen
,
Psychomotorik-
Therapien
und später auch für medi
zinische Massnahmen im Zusammenhang mit dem Geburtsgebrechen 404, Störungen des Verhaltens bei Kindern mit normaler Intelligenz, (
Urk.
7/5, Urk.
7/7,
Urk.
7/10
ff.
).
In der Folge
absolvierte
der Versicherte
eine Lehre zum
Mechapraktiker
und arbeitete
seit dem
1.
Juli 2012 bei der
Y._
im Sicherh
eitsdienst. Am
4.
September 2012
(Eingangsdatum) meldete er sich schliesslich mit Hinweis auf ADHS Hypera
ktivität, Konzentrationsstörung
en
, Raumorientierungsstörung, Nervosität, Schlafprobleme
n
und Ruhelosigkeit zum Leistungsbezug für Erwachsene an (
Urk.
7/50).
Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto
bei
(
Urk.
7/54), holte
einen Bericht des
behandelnden
Arztes
ein (
Urk.
7/61)
,
erteilte
dem Versicherten
Kostengu
tsprache zur
Potentialabklärung (
Urk.
7/62) und holte einen Arbeitgeberbericht ein (
Urk.
7/66). Mit Mitteilung vom 3
0.
Januar 2014 wurde
die Berufsberatung
aufgrund fehlender Rückmeldungen des Versicherten
abgeschlossen
(
Urk.
7/76)
.
Mit Verfügung vom 1
8.
Juni 2014 wies die IV-Stelle das Leistungsgesuch wie vorbeschieden ab (
Urk.
7/84).
Am 2
2.
Juli 2016 (Eingangsdatum) stellte der Versicherte mit Hinweis auf eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung und eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion erneut bei der IV-Stelle ein Leistungsgesuch (
Urk.
7/88).
Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto bei (
Urk.
7/93
) und holte Berichte der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
7/108).
Sodann
wurden
dem Versi
cherten
berufliche Massnahmen gewährt (
Urk.
7/97
ff.)
. Im Rahmen des Arbeits
integrationsprogramms bei der
Z._
wurde der Versicherte zur Erhebung und Beurteilung des
neuropsychologischen
Profils bei
Verdacht auf
ADHS und
Asper
ger
bei
der
A._
ange
meldet (Bericht vom 2
6.
Februar 2018,
Urk.
7/143). Mit
Mitteilung
vom 1
5.
Mai 2018 wurden die beruflichen
Massnahmen
vorzeitig beendigt und die Renten
prüfung angekündigt (
Urk.
7/145).
In der Folge holte die IV-Stelle aktuelle Arzt
berichte ein (
Urk.
7/155)
und liess den Versicherten
durch die Gutachtensstelle
B._
polydisziplinär
(
allgemein-inter
nistisch, neuropsychologisch, psychiatrisch
) begutachten (Expertise vom
1.
Juli 2019,
Urk.
7/166
).
Mit Vorbescheid vom
2.
September 2019
stellte die IV-Stelle de
m
Versicherten die
Verneinung eines Rentenanspruchs
in Aussicht (
Urk.
7/168
).
Dagegen erhob d
er
Versicherte am
1
6.
September
und am
3
0.
Okto
ber 2019
Einwände (
Urk.
7/170
und
7/173-175
). Mit Verfügung vom
25
.
Novem
ber 201
9
verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
8.
Januar 2020 Beschwerde und beantragte, unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei
ihm
eine ganze Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter sei ein polydisziplinäres Obergutachten in Auftrag zu geben (
Urk.
1 und
Urk.
3/3-4).
Mit Beschwerdeantwort vom
19. Februar 2020
beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6)
,
was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
2
1.
Februar 2020
angezeigt wurde (
Urk.
8
).
3.
Auf
die
Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde
erwogen, dass ausweislich des polydiszipli
nären Gutachte
n
s in einer angepassten
Tätigkeit
von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen
sei
. Dabei sei festzuhalten, dass es Tätigkeiten mit Routinearbeiten, verständnisvollem Arbeitsumfeld mit Kontrollhilfe sowie ohne Schichtarbeit sein müssten. Zur
Aufrechterhaltung
der
Arbeitsfähig
keit
solle die psychiatrisch-psy
chotherapeutische Behandlung wie auch der Einsatz von
Met
h
ylphenidat
und antidepressive
r
Medikation gewährleistet sein.
Da in einer angepassten Tätigkeit ein volles Einkommen generiert werde, sei der Anspruch auf
eine Invalidenrente zu vernein
en. Bei den nachgereichten medizinischen Berichten handle es sich um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhaltes, weshalb an der Verneinung des Rentenanspruchs festgehalten werde (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, die Gut
achter seien bei der Tätigkeit
bei
der
C._
von der bisherigen Tätigkeit
ausgegangen
, was
jedoch
falsch sei. Er habe dies
e
Tätigkeit bloss als Aufbau
tätigkeit im Hinblick auf eine mögliche
Wiedereingliederung
als Chauffeur aus
geü
bt,
was ihm aber nicht gelungen sei. Dennoch solle diese Tät
ig
keit zu 60
% und andere einfache
repetitive
Routinetätigkeiten
sollten
vollumfänglich
möglich sein. Die Gutachter seien offensichtlich
von
einer
anspruchsvollen Tätigkeit
aus
gegangen
. Allerdings müsse hierbei hervorgehoben werden, dass seine einzige Aufgabe
darin bestanden habe
, die Rollwagen in
eine
Kolonne zu schieben. Es habe sich um eine absolute Routinetäti
g
keit gehandelt
und sei bezüglich Konzentrationsfäh
ig
keit
nicht
anspruchsvoll
gewesen
.
Obwohl
er gemäss der
Arbeitgeberin
eine gute
Leistungsbereitschaft
gezeigt habe, habe er nicht einmal
in dieser
Tätigkeit
überzeugen können. Er habe kein Mindestmass an Eigen
initiative
zeigen können
, obwohl er das
gewollt habe
. Dennoch hätten die Gut
achter behauptet, dass
eine
andere Routinearbeit möglich
sei
, ohne aber
den
offensichtlichen Widerspruch
zu erklären
. Es sei weder korrekt beurteilt worden, w
a
s überhaupt die bisherige
Tätigkeit
sei
,
noch sei eine angebliche
Arbeitsfähig
keit
in einer
angepassten
Tätigkeit
nachvollziehbar
begründet
worden, weshalb nicht
darauf
abgestellt werden könne. Da er bereits in der einfachsten Hilfsarbei
tertätigkeit gescheitert sei, könne nicht von einer
Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten
Tätigkeit
ausgegangen werden. Vielmehr sei der Versicherte zumin
dest
zurzeit
auf dem ersten
Arbeitsmarkt
nicht vermittelbar. E
s
müsse
somit
von
einer
vollständigen
Erwerbsunfähigkeit
ausgegangenen
werden, weshalb er auf eine ganze
Invalidenrente
Anspruch
habe. Indem die Beschwerdegegnerin auf das aktuelle, nicht schlüssige
B._
-Gutachten
abgestellt habe
,
sei der
Untersuchungs
grundsatz verletzt worden
, weshalb
zumindest ein Ober
g
u
tachten unerlässlich sei (
Urk.
1).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom
25.
Novem
ber 20
19
im Wesentlichen auf das interdisziplinäre Gutachten vom
1. Juli 2019
ab (
Urk.
7/166
). Darin werden die bis zur Begutachtung
des Beschwerdeführers
aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (
Urk.
7/166/1
5
-23
und
Urk.
7/166/44-45
), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
3.2
Dr.
med.
D._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
E._
, Facharzt
Psychiatrie und Psychotherapie
,
und
F._
,
MSc
Neuropsycho
logie
, diagnostizierten
in ihrem Gutachten vom
1.
Juli 2019
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine
e
infache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD
10
:
F90.0)
o
hne Nachweis einer neuropsychologischen
Hirnfunktions
schwäche
(
Urk.
7
/
166/9-10
).
Als o
hne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit beurteilten sie folgende Diagnosen:
-
R
ezidivierende
depressive
Störung, gegenw
ä
rtig leichte Episode (ICD-10
:
F33.0)
-
Adipositas (ICD-
10:
E66.9)
-
B
M
I 32 (Gewicht 96 kg, Gr
ö
sse 173 cm
)
-
Chronischer Reizhusten unklarer Genese (ICD-10
:
R05)
-
In der Vergangenheit kein Hinweis auf das
Vorliegen
eines As
t
hmas bronchiale
-
In der Vergangenheit V. a.
laryngopharyngealer
Reflux, psychogen
-
Allergie auf Hausstaubmilben (ICD-10
:
J30.3)
-
Schnarchen, ohne anamnestische Hinweise auf Atemst
ö
rungen im Schlaf (ICD-10
:
R06.5)
Interdisziplinär hielten die Gutachter fest, aus psychiatrischer Sicht bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit im Arbeitstraining bei
C._
mit Coaching eine Arbeitsunfähigkeit von 60
%
aufgrund einer einfachen Aktivitäts- und Auf
merksamkeitsstörung. Eine
rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode beeinträchtige die Erwerbstätigkeit nicht.
I
n einer adaptierten Ver
weistätigkeit
bestehe
eine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Dem Beschwer
deführer seien alle lebenspraktischen Tätigkeiten möglich, welche er nach Anlei
tung verrichten könne.
Routinearbeiten
repetitiver
Art, welche bezüglich der Konzentrationsfäh
ig
keit keine grossen Anforderungen stellten, seien
realisierbar
. Dagegen seien häufig wechselnde Arbeitssituationen und häufige Publikumskon
takte, welche eine grosse Anforderung an die Umstellfähigkeit stellten, zu ver
meiden. Der
Beschwerdeführer
benötige ein verständnisvolles Arbeitsumfeld mit Kontrollhilfe. Nachtarbeiten seien zu vermeiden, da diese zu vers
tärkten
Schlaf
störungen und zu einer Verstärkung der
depressiven
Symptomatik führen könnten. Aus
neuropsychologischer
Sich
t
sei die
Arbeitsfähigkeit
nicht einge
schränkt. Es fänden sich keine Hinweise auf das Vorli
e
gen
einer neuropsychol
o
gischen Hirnfunktionsschwäche. Aus allgemeininterni
stischer
Sich
t
bestünden ebenfalls keine Befund
e
und Diagnosen, welche zu einer quantitativen
Ein
schränkung
der Arbeitsfähigkeit in den bis anhin durchgef
ührten und in einer Verweistäti
g
kei
t
führen würden.
Von einer
60%-
ige
n
Arbeits
un
fähigkeit in
der bisherigen
Tätigkeit könne mit Sicherheit seit 2018 ausgegangen werden, seitdem im Arbeitsversuch die Schwierigkeiten abschliessend dokumentiert vorlägen. Retrospektiv lägen im Verlauf sonst keine ausführlichen Dokumentationen vor, auf die bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mit Sicherheit abgestützt
werden könne. Vo
n einer erwiesenen anhaltenden Arbeitsunfähigkeit könne zuvor nicht ausgegangen werden
. Die Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeit
en
bestehe seit
Jahren, sicher
aber
seit
Juli 201
6.
Zur Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit würden fol
gende medizinische Massnahmen theoretisch empfohlen: Fortsetzung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung wie auch der Einsatz von
Methylphenidat
und einer antidepressiven Medikation. Auch solle die Notwen
digkeit einer regelmässigen Medikamenteneinnahme besprochen werden.
Betreffend Reizhusten und Schnarchen befände sich der
Beschwerdeführer
bereits
in fachärztlicher Abklärung im Zentrum für Schlafmedizin der
G._
. Betreffen
d Adipositas solle eine Ernähru
n
gsberatu
n
g
und eine Steigerung der körperlichen
Aktivität
erfolgen
. Berufliche
Massnahmen
könnten im Sinne
einer
Beratung, Hilfe bei der Stellensuche und einem Coaching bei der
Arbeits
aufnahme
sinnvoll sein
(Urk.
7/166/10
-12
).
4.
4.1
Das polydisziplinäre Gutachten de
r
B._
vom
1.
Juli 2019
(
Urk.
7
/
166
) beruht auf umfassenden fachärztlichen allgemeinintern
istischen, psychiatrischen und neu
ropsychologischen
Untersuchungen und wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese) verfasst (
Urk.
7/15-23 und
Urk.
7/44-45).
Die vorhandenen Arztberichte wurden sorgfältig gewürdigt (
Urk.
7/26,
Urk.
7/30,
Urk.
7/40 und Urk. 7/51-52
).
Die Gutachter
haben detaillierte Befunde und hieraus begründete Diagnosen erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers ausführlich auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend darge
legt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet.
Das Gutachten erfüllt
daher
grundsätzlich
die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an
beweiskräftige
ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E. 1.5).
4.2
Im Vordergrund steht, dass die Gutachter die vom Beschwerdeführer geklagten Einschränkungen aufgrund de
r
sorgfältig erhobenen Be
funde
nicht im geltend gemachten Ausmass nachvollziehen konnten.
Aus psychiatrischer Sicht konnte
aufgrund der
Akten eine einfache
Aktivitäts- und Aufmerksamkeits
störung, gekennzeichnet durch Auffälligkeiten bereits in der Kindheit, aber nicht nur im Längsverlauf, sondern auch im Querschnittsbefund mit leichter psycho
metrischer Unruhe, etwas überschwänglicher Kontaktaufnahme und leichten Konzentrationsstörungen erhoben werden. Die Konzentrationsstörungen
zeigten sich
im klinischen psychiatrischen Untersuchungsgespräch
dadurch, dass die
genaue Angabe von Lebensdaten
Schwierigkeiten bereitete
. Sodann
f
iel dem Teil
gutachter eine
leichte
psychomotorische Unruhe sowie
eine
Unzuverlässigkeit aufgrund des Zuspätkommens
auf
. Zusätzlich
diagnostizierte er
beim Beschwer
deführer eine leichte
rezidivierende
depressive Episode,
welche sich jedoch nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt
(Urk.
7/166/
3
8).
Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer
bei der
aktuellen
neuropsychologischen Untersuchung im Bereich aufmerksamkeitsrele
v
anter Funktionen keine Einschränkungen
zeigte
.
Des Weiteren lag die Intelligenz mit einem Gesamt-IQ von 98 im durchschnittli
chen Bereich (
Urk.
7/166/
51-
52).
Ferner
stellte auch der allgemein-internistische Gutachter keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/166/29)
.
Dem Beschwerdeführer ist jedoch zuzustimmen, dass das Gut
achten bezüglich der Definition der bisherigen Tätigkeit
unpräzise ist
.
Die Gut
achter berücksichtigten als bisherige (angestammte) Tätigkeit den Arbeitsversuch in der
C._
mit Blick auf die gewünschte Ausbildung zum LKW-Fahrer. Der Beschwerdeführer sollte während einer Woche im Rampenbereich arbeiten und zu einem späteren Zeitpunkt in die Fahrertätigkeit eingeführt werden. Der Vorgesetzte erachtete indes die Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit als mangelhaft, was ein Sicherheitsrisiko darstelle, weshalb der Arbeitsversuch aus Sicherheitsgründen nach einer Woche abgebrochen wurde
(
Urk.
7/147/7).
Die Gutachter vermuteten, tatsächlich sei der Beschwerdeführer im Beruf als LKW
Fahrer wahrscheinlich überfordert (
Urk.
7/166/10). Die LKW-Fahrertätigkeit ist jedoch nicht die angestammte oder bisherige Tätigkeit des Beschwerdeführers.
Wie die nachfolgenden Erwägungen jedoch zeigen, kann vorliegend die
exakte Bestimmung der bisherigen Tätigkeit
offengelassen werden
. Denn
die bestehende
volle
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
wurde
plausibel und nachvoll
ziehbar begründet und die Gutachter
haben
die aus den Diagnosen resultierenden Leistungseinschränkungen im leidensangepassten Belastungsprofil entsprechend berücksichtigt
(
Urk.
7/166/10-12
und
Urk.
7/166/29
).
Sodann
begnügte
sich der Beschwerdeführer
gemäss seiner Erwerbsbiographie (
Urk.
7/93
) seit seiner
einjährigen Anstellung nach der Lehre
bei der
H._
aus freien Stücken mit einem verglichen
mit seinem
Erwerbspote
ntial tiefen Einkommen
.
4.3
An den gutachterlichen Feststellungen
vermag auch der nach der Erstattung des Gutachtens eingereichte Bericht des
I._
vom 1
0.
Oktober 2019 (Urk. 7/173 bzw. Urk. 3/4) nichts zu ändern.
D
ieser
enthält
keine aktuellen Untersuchungsbefunde, sondern bezieht sich lediglich auf den Bericht de
r
A._
vom 2
6.
Februar 2018
zur Erhebung und Beurteilung des neuropsychologischen Profils des Beschwerdeführers
(
Urk.
7/143)
.
Dazu ist zu bemerken, dass
die neuropsychologische Gutachterin
den
Bericht de
r
A._
in ihrer Beurteilung berücksichtigte und
ihre
abweichende Einschätzung im Gutachten ausführlich und nachvollziehbar begründete
(
Urk.
7/166/5
1
-5
2
)
.
Insbesondere zeigte der Beschwerdeführer bei der Begutachtung einen Gesamt-IQ von 98 und daher eine durchschnittliche Intelligenz, während das
A._
eine unterdurch
schnittliche Intelligenz erhoben hatte, wobei aber keine Beschwerdevalidierung durchgeführt worden war.
Hinzu kommt, dass das Gericht bei Arztberichten der behandelnden Ärzte
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen
hat
, dass die behandelnden
Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aus
sagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Dieser Bericht vermag das Gutachten
daher nicht in Frage zu stellen.
Auch kann der Beschwerdeführer
nichts
aus dem Umstand, dass er trotz hoher Leistungsbereitschaft im Rahmen des Aufbautrainings bei der leichtesten Form einer angepassten Routinetätigkeit gescheitert sei (
Urk.
1 S. 2 und S. 6
und
Urk.
3/3
)
,
zu seinen Gunsten ableiten
.
Nach der Rechtsprechung ist die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleistungen zu beantworten (Urteile des Bundesgerichts 8C_334/2018 vom
8.
Januar 2019 E. 4.2.1, 9C_396/2014 vom 1
5.
April 2015 E.
5.4, je mit Hinweisen).
5.
5.1
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderer
seits
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosig
keit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
5.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409,
141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
5.3
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» in der Kategorie «funktioneller Schweregrad» ist festzuhalten, dass die diagnoserelevanten Befunde und Symp
tome nicht ausgeprägt erscheinen. So hielt der begutachtende Psychiater insbe
sondere fest,
dass der Beschwerdeführer an einer
einfachen Aktivitäts- und Auf
merksamkeitsstörung sowie an einer
rezidivierenden leichten depressiven Störung leidet
, wobei sich letztere Diagnose nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus
wirkt
.
Der Beschwerdeführer befindet sich in regelmässiger
ambulanter
psychiatri
scher Behandlung
, jedoch konnte der Medikamentenspiegel des Anti
depressivums nicht nachgewiesen werden
.
Eine medikamentöse Behandlung der einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung besteht nicht (Urk.
7/166/
38
39
).
Was den Komplex «Persönlichkeit» anbelangt, gilt es zu beachten, dass keine
Persönlichkeitsstörung vorliegt (
Urk.
7/166/38
)
. Des Weiteren
konnte der Beschwerdeführer seine Lehre als
Mechapraktiker
abschliessen
und zwei Jahre für einen Sicherheitsdienst arbeiten
, wenn auch unregelmässig
.
Als Belastungs
faktoren anzusehen
sind
die unselbständige Wohnsit
u
a
tion
,
die angespannte
finanzielle
Situation
sowie der gescheiterte Versuch
,
eine
LKW
Fahrerausbildung
in Angriff zu nehmen
(Urk.
7/166/10 und
Urk.
7/166/
40
).
Hinsichtlich Komplex «Sozialer Kontext» ist zu berücksichtigen
,
dass der Beschwerdeführer mit seinen Grosseltern
mütterlicherseits
zusammen in einer
4.5-Zimmerwohnu
n
g
lebt, mit welchen er auch gemeinsam das Nachtessen ein
nimmt
und ihnen etwas hilft
.
Zusätzlich verfügt er ü
ber einen kleinen Freundes
kreis
mit loyalen Kollegen
,
welche er
grundsätzlich
wöchentlich
trifft
und
auch Ausflüge
unternimmt
(
Urk.
7/166
/
27-28
,
Urk.
7/166/3
5 und Urk. 7/46
46
)
.
Hin
gegen verfügt er über keine guten Kontakte zu seinen Eltern und
zu seiner
Schwester (
Urk.
7/166/34)
.
Zum - beweisrechtlich entscheidenden - Aspekt der «Konsistenz» ist zunächst festzuhalten,
dass sich aus psychiatrischer Sicht im Untersuchungsgespräch keine Hinweise auf das Vorliegen schwerer Konzentrationsstörungen
ergaben
.
Gegen schwere Konzentrationsstörungen
spricht auch, dass der Beschwerdeführer selber Auto fährt. Aus neuropsychologischer Sicht besteht eine im Durchschnitt
liegende Intelligenz. Es ist von
einem mindestens
durchschnittlich
prämobiden
kognitiven Fähigkeitsniveau
auszugehen
. Das Vorli
e
gen einer
neuropsychologischen
Hi
rn
funktionssch
wäche
konnte nicht dokumentiert werden
. Aus allgemeininternisti
sche
r
Sicht war der Beschwerdeführer in der
Untersuchungsstation
befunds
- und beschwerdefrei, die im Alltag erwähnten Einschränkungen
konnten
nicht hin
reichend
begründet
werden (
Urk.
7/166/11,
Urk.
7/166/30
,
Urk.
7/166/
39
-40
und
Urk.
7/166/
51-52
).
Sodann
weisst der Beschwerdeführer ein
nicht geringes
Akti
vitätsni
veau au
f, indem er
täglich Sp
azier
gänge unternimmt
,
Musik hört, viel Zeit vor dem PC verbringt (
Gamen
, Filme ansehen und Dokumente lesen)
, mit dem Auto
unterwegs ist
,
am Wochenende jeweils
Freunde
trifft,
seinen Grosseltern hilft, sein Zimmer sauber hält
sowie
seine
finanziellen
Belange
selbständig erle
digt
.
Immerhin
verfügt
er insoweit über einen geregelten
Tagesablauf, als
dass er jeweils um 10
.00
Uhr aufsteht, dusch
t
,
täglich einen Spaziergang unternimmt, seinen Grosseltern hilf,
Therapien
besucht, mit den Grosseltern das Abendessen einnimmt
und
schliesslich die restliche Zeit vor dem PC verbringt bis er ca. um 3.00 Uhr ins Bett geht
(
Urk.
7/166/28
, Urk. 7/166/
35-36
und
Urk.
7/166/
45
-46
).
Eine Gesamtschau über alle Indikatoren ergibt, dass
die
voll attestierte Arbeitsfä
higkeit in einer angepassten Tätigkeit nach Belastungsprofil
(Urk. 7/166/10)
mit dem Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als plausibel erscheint.
6.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE
139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invaliden
versiche
rung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
6.3
Gemäss dem IK-Auszug erzielte d
er Beschwerdeführer
in den Jahren 200
9
bis 201
5
, die Arbeitslosenentschädigung eingerechnet, schwankende Einkommen (
Urk.
7/93
). Wird nun zugunsten des Beschwerdeführers auf das Jahr 201
0, in welchem er das höchste Einkommen als ausgebildeter
Mechapraktiker
erzielte, abgestellt,
resultiert ein Jahreseinkommen von
Fr.
47’180
.--
(
Fr.
35'385.
-- :
9 x 12)
.
Nach Anpassung des Einkommens an die allgemeine
Nominallohn
entwick
lung bei Männern bis ins Jahre 201
7
– den
f
rühest
möglichen Rentenbeginn -
(
Fr.
47’180
.
--
:
2151
x
2249
; vgl.
Tabelle T.39
[
Entwicklung der Nominallöhne, Männer, 2010-2018
]
von
2151
[201
0
] auf
2249
[2017])
würde das
Validenein
kommen
Fr. 49'330.-- betragen.
6.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl.
BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
6.5
Dem
Beschwerdeführer ist unter Berücksichtigung eines näher umschriebenen Belastungsprofils eine angepasste Tätigkeit zu
100
%
zumutbar (vorstehend E.
3.2). Es rechtfertigt sich deshalb, für die Bemessung des Invalideneinkommens den standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors gemäss LSE heranzuziehen. Somit ist das Invalideneinkommen ausgehend vom Tabellenlohn gemäss der LSE 201
6
, Tabelle TA1, alle Wirtschaftszweige («Total»), Kompetenzniveau 1 zu ermitteln. Dies führt unter Berücksichtigung der durch
schnittlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Tabelle T 03.02) bei einem Voll
zeitpensum zu einem Invalideneinkommen von
Fr.
66'
803.--
(
Fr.
5’3
40
.-- x
12 :
40 x 41.7).
An
gepasst
an die Teuerung
(
Fr.
66’803
.-:
2239
x 2249; vgl.
Tabelle T.39 [
Entwicklung der Nominallöhne,
Männer
,
2010-2018] von
2239
[201
6
] auf 2249 [2017])
ergibt dies das
Invalideneinkommen
von
Fr.
67’101
.--
.
6.6
Wird das zugunsten des Beschwerdeführers berechnete
Valideneinkommen
von Fr.
49'330.--
dem Invalideneinkommen von Fr. 67‘101 gegenübergestellt, ist offensichtlich
von einem klar
rentenausschliessen
den
Invaliditätsgrad auszuge
hen, was sich selbst unter Abzug eines leidensbedingten Abzugs von 25 %, nicht ändern würde.
Ergänzend ist festzuhalten, dass auch dann kein rentenbegründender Invalidi
tätsgrad resultierte, wenn sowohl für das Validen- wie das Invalideneinkommen auf Tabellenlöhne abgestellt würde.
Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2.1
).
7.
Nach dem Gesagten
resultiert
unabhängig von der klaren Definition der bisheri
gen Tätigkeit
aus dem Einkommensvergleich kein rente
nbegründender Invalidi
tätsgrad.
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit so oder so im Ergebnis als rechtens. Dementsprechend ist die Beschwerde abzuweisen
.