Decision ID: 9382fc7e-1fbd-4200-9dc0-a45cd2e52170
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1971
,
war zuletzt
vom
2
5.
November 2004 bis 1
5.
Sep
tember 2006 als Speisewagensteward im vollzeitlichen Umfang bei der
Y._,
Zürich, tätig gewesen (Urk. 7/21/1-3
Ziff.
1)
,
als er
sich am
1
1.
Juni 2007 mit dem Hinweis auf «HWS und Kopfweh» (
Urk.
7/6
Ziff.
7.1)
bei der Invalidenversi
cherung zum Leis
tungsbezug an
meldete
.
Nachdem der Versicherte am 1
5.
August 2007 eine Tätigkeit
als Postbote (Courier) bei der
Z._
,
A._
,
in vollzeitlichem Umfang aufgenommen hatte
(Urk.
7/26/1-3,
Urk.
7/30/1), verneinte die IV-Stelle nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/37,
Urk.
7/42) mit in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom
4.
Februar 2010 (
Urk.
7/45) einen Rentenanspruch des Versicherten.
1.2
Am
1
7.
Oktober 2012
meldete
sich
der Versicherte erneut bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (
Urk
7/
55
), worauf die IV-Stelle
nach Erlass des Vorbescheids (
Urk.
7/78) mit Verfügung vom 1
5.
November 2013 (
Urk.
7/80) ei
nen Leistungsanspruch des Versicherten erneut verneinte.
1.3
Am
3
0.
November 2016
meldete
sich
der Versicherte
unter Hinweis auf «körper
liche und psychische Beschwerden»
erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk
7/
81
Ziff.
6.1
), worauf die IV-Stelle
nach Erlass des Vor
bescheids (
Urk.
7/86) mit
der in Rechtskraft erwachsenen
Verfügung vom 6.
März 2017 (
Urk.
7/87) auf die Neuanmeldung des Versicherten vom 3
0.
November 2016 nicht eintrat
.
1.4
Am
3
0.
August 2017
meldete
sich
der Versicherte
unter Hinweis auf «Herzbe
schwerden»
erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/
91
Ziff.
6.1
), worauf die IV-Stelle
beim Krankentaggeldversicherer der
Z._
, der
Generali
Allgmeine
Versicherungen AG, Adliswil, die den Versicherten betreffenden Akten beizog (
Urk.
7/115/1-139) und dem Ver
sicherten am
5.
Juli 2018 mitteilte, dass die Durchführung beruflicher Eingliede
rungsmassnahmen nicht möglich sei (
Urk.
7/118). Nach Erlass des Vorbescheids (
Urk.
7/145) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
2.
Oktober 2019 (
Urk.
7/146 =
Urk.
2) erneut einen Rentenanspruch des Versicherten.
2.
Gegen die Verfügung vom
2.
Oktober 2019
(
Urk.
2) erhob der Versicherte am
4.
November 2019
Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, diese sei aufzuheben und es
sei die Sache zur weiteren Abklärung des Sachverhalts an die IV-Stelle zurück
zuweisen (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
1.
Dezember 2019
(
Urk.
6) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom
3.
Februar 2020
(Urk.
12
)
hielt
der Beschwerdeführer
an seinem beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren fest (S. 2), wovon der Beschwerdegegnerin am
4.
Februar 2020 Kenntnis gegeben wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrech
ts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente
,
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
,
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die In
validenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmel
dung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invalidi
tätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegrün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung
ist von Amtes wegen zu prüfen
, ob seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prüfung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung abzustellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nichteintretens
verfü
gungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summarischen Begrün
dungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich. Erfolgte dagegen nach einer ers
ten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend gemach
ten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer Sachverhaltsabklä
rung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei An
haltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesund
heitszustands) abermals rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsanspre
chende Person dieses Ergebnis – vorbehältlich der Rechtsprechung zur Wiederer
wägung oder prozessualen Revision (vgl. BGE 127 V 466 E. 2c mit Hinweisen) – bei einer weiteren Neuanmeldung entgege
nhalten lassen (BGE 130 V 71 E.
3.2.3
; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.3 f.
).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede
wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.6
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
1.7
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Ar
beitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfäl
ligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
2.
Oktober 2019
(
Urk.
2) davon aus, dass
es sich bei den
psychischen Beschwerden
, unter welchen der Beschwerdeführer leide, unter
Problemen in Bezug auf die existen
tielle Lage, die eheliche Beziehung
(S. 1)
und die berufliche Wiedereingliederung
handle
, welchen kein
en Krankheitswert zukomme. Da der Beschwerdeführer
aus gesundheitlichen Gründen
in seiner Arbeitsfähigkeit nicht
dauerhaft beeinträch
tigt werde,
sei
eine
renten
begründende gesundheitliche Einschränkung nicht aus
gewiesen
(S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer bringt
hiegegen
vor, dass
sich sein psychischer und soma
tischer Gesundheitszustand seit dem Jahre 2017 erheblich verschlechtert habe. In psychischer Hinsicht leide er unter einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, unter einer Panikstörung und unter einer ge
neralisierten Angststörung (
Urk.
1 S. 3). In somatischer Hinsicht leide er neben koronarer
Beschwerden insbesondere unter
migräniformen
Kopfschmerzen und unter einem chronischen
zervikozephalen
Schmerzsyndrom (
Urk.
1 S. 4), weshalb eine polydisziplinäre Begutachtung
sowie
die Durchführung eines strukturierten
Beweisverfahrens angezeigt seien (
Urk.
1 S. 5
; vgl. auch
Urk.
12
).
2.3
Nach Erlass der renten
verneinenden
Verfügung vom
4.
Februar 2010
(
Urk.
7/
45
)
meldete sich der Beschwerdeführer am
1
7.
Oktober 2012 erneut zum Leistungs
bezug an (
Urk
7/55), worauf die
Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch in ma
terieller Hinsicht prüfte
(vgl.
Urk.
7/76)
und
mit Verfügung vom 1
5.
November 2013 (
Urk.
7/80) einen
Rentenanspruch des Beschwerdeführers
erneut verneinte.
Streitig und zu prüfen ist daher, ob sich der anspruchsrelevante Sachverhalt im Vergleichszeitraum seit Erlass der Verfügung vom
1
5.
November
2013 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2.
Oktober 2019 (
Urk.
2)
erheblich be
ziehungs
weise in einer für den Rentenanspruch massgeblichen Weise verändert hat.
3.
3.1
Bei Erlass der ursprünglichen leistungsverneinenden Verfügung vom 1
5.
Novem
ber 2013 stellte sich der massgebende medizinische Sachverhalt wie folgt dar:
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in sei
nem Bericht vom 2
5.
März 2008 (Urk. 7/23/7-8) die folgenden Diagnosen (S. 1):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Keine
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Schmerzverarbeitungsstörung
-
chronisches posttraumatisches panvertebrales Schmerzsyndrom bei Status nach Treppensturz vom
7.
November 2003
-
psychosoziale Belastungssituation
Der Arzt führte aus, dass der Beschwerdeführer vom 2
2.
August bis 2
9.
September 2006 vollumfänglich arbeitsunfähig gewesen sei, und dass ab
2.
Oktober 2006 eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestehe.
Die vom Beschwerdeführer an
gegeben Schmerzen seien nicht invalidisierend, weshalb die Behandlung am 2
9.
September 2006 beendet worden sei (S. 1). Der Beschwerdeführer sei auf Grund der Schmerzen
verzweifelt und sei auf seine Schmerzen, die fehlende Zu
kunftsperspektive, finanzielle Schwierigkeiten und die Krankheit seiner Ehegattin fixiert (S. 2).
3.3
Mit Bericht vom
8.
Juli 2011 (
Urk.
7/54/5) stellten die Ärzte der
C._
, Radiologie, fest, dass eine gleichentags durchgeführte Magnetresonanz
tomographie (MRI) der Halswirbelsäule (HWS) des Beschwerdeführers eine Seg
mentdegeneration C5/C6 mit konsekutiver Spinalkanalstenose und
Foramenste
nose
rechts, eine
Foramenstenose
C6/C7 links, eine multisegmentale
Spondylar
throse
und
Unkarthrose
mit Hauptbefund auf Höhe C5-C7 und eine Syrinx im Umfang von 3 Zentimetern auf Höhe C5/C6 nach distal ergeben habe.
3.4
Dr.
med. D._
, praktischer Arzt, erwähnte in seinem Bericht vom 1
6.
No
vember 2012 (
Urk.
7/59), dass der Beschwerdeführer nach Aufgabe seiner selb
ständigen Erwerbstätigkeit
verzweifelt, hoffnungslos und niedergeschlagen sei, und da
s
s die depressive Stimmung die Ausübung einer Erwerbstätigkeit nicht
mehr
zulasse. Es bestehe gegenwärtig eine Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 100
%
in Bezug auf sämtliche Tätigkeiten.
3.5
Dr.
med. E._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates
,
R
egionaler
Ä
rztlicher Dienst der Beschwerdegegne
rin (RAD), erwähnte in seiner Stellungnahme vom 1
8.
April 2013 (
Urk.
7/76
/3
), dass auf Grund des MRI-Befundes vom
8.
Juli 2011
von
Beschwerden und Funk
tionseinschränkungen im Bereich der HWS
auszugehen sei
. Da eine fachärztlich gemäss der Klassifikation ICD-10 gestellte psychiatrische Diagnose
indes
nicht vorliege, sei ein psychischer Gesundheitsschaden nicht ausgewiesen. Die von
Dr.
D._
attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit sei nicht nachvollziehbar. Vielmehr seien weitere medizinische Abklärungen beziehungsweise eine Begut
achtung oder eine RAD-Untersuchung angezeigt.
In seiner Stellungnahme vom
9.
Juli 2013 (
Urk.
7/76/4) führte
Dr.
E._
aus, dass auf Grund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer nicht in psychiatrischer Behandlung stehe,
davon auszugehen sei, dass
die von
Dr.
D._
angegebene de
pressive Stimmung nicht fachärztlich bestätigt sei. Da die festgestellten degene
rativen Veränderungen der HWS ohne Nachweis einer
radikulären
Symptomatik mit motorischen oder erheblichen sensiblen Ausfällen an den oberen Extremitä
ten keine dauerhaft vollständige Arbeitsunfähigkeit
rechtfertigten, sei
ein
für den Rentenanspruch relevanter psychischer oder somatischer Gesundheitsschaden
da
her
nicht
erstellt
.
4.
4.1
Bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2.
Oktober 2019 (
Urk.
2) stellte sich der massgebende medizinische Sachverhalt folgendermassen dar:
4.2
Die Ärzte des
F._
,
Klinik
für
Kardiologie
, erwähnten im
Austrittsbericht vom 1
2.
Mai
2016
(
Urk.
7/90/41-42), dass der Beschwerdeführer vom
1
1.
bis 1
2.
Mai
2016 hospitalisiert
gewesen sei und stellten die folgenden
Diagnose
n (S. 1):
-
k
oronare Zweigefässerkrankung mit erhaltener
linksventrikulärer
Ejekti
onsfraktion
, Erstdiagnose am
1
3.
April
2016
-
Status nach
mehrere
n Lungenrundherden, am ehesten
i
nfektassoziiert
,
Erstdiagnose am
7.
Dezember
2015
-
c
hronische Kopfschmerzen,
Erstdiagnose ungefähr
1996
(Differentialdiag
nose: Migräne)
Die Ärzte erwähnten, dass am 1
3.
April 2016 Stenosen im Bereich der RIVA und am 1
1.
Mai 2016 Stenosen im Bereich der RCA erfolgreich mittels
Stenting
be
handelt worden seien, und dass
in der Zeit
vom 1
2.
bis 1
6.
Mai 2016 eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (S. 2).
4.3
Im Austrittsbericht vom 2
7.
Mai 2017 (
Urk.
7/90/75-76) erwähnten d
ie Ärzte des
F._
, Klinik für Kardiologie,
dass der Beschwerdeführer vom 2
5.
bis 2
7.
Mai 2017 erneut hospitalisiert gewesen sei und stellten die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
a
triale
Tachykardie, paroxysmales Vorhofflimmern
mit/bei:
-
Pulmonalvenenisolation
am 2
6.
Mai
2017
-
elektrophysiologische Untersuchung
am 2
3.
März
2017
-
k
oronare Herzerkrankung,
Erstdiagnose am
1
3.
April
2016
mit/bei:
-
Koronarangiographie
vom
2
3.
März
2017: gutes Resultat nach
Stenting
in RIVA, RCA, Koronarangiographie
vom April
2016
-
e
lektive
Re
k
oronarangiographie
vom
1
1.
Mai
2016
-
normale linksventrikul
äre systolische Pumpfunktion
Die Ärzte erwähnten, dass eine komplikationslose
elektrophysiologische Untersu
chung
mit
Pulmonalvenenisolation
durchgeführt worden sei, und dass der asymptomatische
und klini
sch kardiopulmonal kompensierte
Beschwerdeführe
r
am
2
7.
Mai
2017 in gutem
Allgemeinzustand nach Hause entlassen worden sei (S. 1).
4.4
Die Ärzte der
G._
er
wähnten in dem im Auftrag der
Generali
Versicherungen verfassten
bidisziplinä
ren
Gutachten vom 2
4.
April 2017 (
Urk.
7/115/32-56), dass der Beschwerdeführer am
1
5.
März 2017 psychiatrisch (
Urk.
7/115/32) sowie internistisch
und kardio
logisch (
Urk.
7/115/46) untersucht worden sei und stellten die folgenden Diagno
sen (
Urk.
7/115/37 und
Urk.
7/115/53-54):
-
mittelgradige depressive Episode
-
koronare Herzkrankheit mit/bei:
-
Koronarangiographie vom 1
3.
April 2016
-
Status nach PCI/
Stenting
im Bereich der distalen und proximalen RIVA
-
elektive
Rekoronarangiographie
vom 1
1.
Mai 2016
-
Status nach PCI/
Stenting
der distalen und proximalen RCA
-
normale linksventrikuläre Pumpfunktion
-
Palpitationen
unklarer Ätiologie (Differentialdiagnose:
AV-Knoten-
Reentrytachykardie
)
-
C
hronische Spannungskopfschmerzen
mit/bei:
-
Aggr
avierung
seit Treppe
nsturz
im Jahre
2003
-
Migräne mit visueller Aura
-
a
namnestisch Hämorrhoiden
-
Status
nach
Appendektomie
im Jahre
1987
Die Ärzte führten aus, dass die psychiatrische Untersuchung
Symptome der
Freud-, Antriebs- und Energielosigkeit, Unruhe, Ne
rvosität
und der
affektive
n
In
s
tabilität sowie weitere kognitive und vegetative Beeinträch
t
igungen
ergeben habe,
weshalb
auf
ein insgesamt mittelgradig ausgeprägtes depressives Syndrom zu
schliessen sei
. Ein rezidivierender Erkrankungsver
l
auf
sei indes
nicht zu er
kennen.
Anhaltspunkte für
eine psychiatrische Komorbidität
seien nicht ersicht
lich
. Eine
Angst-oder Zwangserkrankung,
eine
Persönlichkeitsstörung,
eine
Suchterkrankung
, eine
Somatisierungsstörung
oder anderweitige psychiatrische Erkrankung
en
seien auszuschliessen
. Eine Besserung des depressiven Syndroms
habe
bisher nicht erreicht werden
können
. Die Prognose depressiver Syndrome
sei jedoch
günstig
. Gegenwärtig bestehe auf G
rund der deutlichen vegetativen und affektiven Beeinträc
htigungen im Rahmen des depressi
ven Syndroms
eine vollständige
Arbeits
un
fähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit
sowie
in Bezug auf sämtliche andere Tätigkeiten. Bei einer T
herapieintensivierung
im Rahmen einer
leitliniengerechten Therapieführung
sei jedoch
mit dem Wiedererlangen einer Ar
beitsfähigkeit
im Umfang
von 50
%
per Ende Mai 2017
und
mit einer
solchen im Umfang
von 100
%
per Ende Juni 2017 zu
rechnen (
Urk.
7/115/3
7 f.
).
Die internistische und kardiologische Untersuchung ergab einen guten All
ge
meinzustand ohne wesentliche Auffälligkeiten.
Die durchgeführte Elektrokardio
graphie habe
einen
normocarden
Sinusrhythmus mit unauffälligem Erregungs
ablauf
und die
Laburuntersuchungen
hätten Normwerte für das Bl
utbild, die Ge
rinnung, Elektrolyte und Retentionsparameter
gezeigt. Sodann hätten die
La
boruntersuchungen
Normwerte
für
Troponin
und
Creatin-Kinase
(
Ck
), mithin
ne
gative Parameter hins
ichtlich einer
myokardialen
Schä
digung, und für das
natri
uretische
Peptid Typ B
(
BNP
), mithin einen negativen
Herzinsuffizienzparameter
, ergeben
.
Des
Weiter
en habe sich
ein No
r
mwert für
Thyreotropin
(
TSH
)
als Para
m
eter
des Schilddrüsenscreenings gezeigt.
Insgesamt
seien auf Grund der
Ergeb
nisse der
Labor
untersuchungen keine
Hinweis
e
auf ein akutes Krankheitsgesche
hen
ersichtlich
(
Urk
7/115/54)
.
Aus intern
istisch-kardiologischer Sicht
bestehe
für die
bisherige
Tätigkeit als Kurierfahrer oder
für damit
vergleichbare Arbeit
en
k
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Unter dem Vorbehalt
der
Ergebnisse
einer
geplanten
Re
k
oronarangiographie
und
einer elektrophysiologi
schen Unter
suchung
bestehe aus internistisch-kardiol
ogischer Sicht
keine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit
in Bezug auf
die
bisherige
Tätigkeit
(Urk. 7/115/55)
.
4.5
Dr.
med. H._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psycho
therapie
,
führ
te in seinem Bericht vom 1
6.
Februar 2018 (
Urk.
7/112/1-4)
aus
, dass er
den
Beschwerdeführer seit dem Jahre 2017
wöchentlich psychiatrisch-psychotherapeutisch behandle
(
Ziff.
1.2
und
Ziff.
1.5
) und stellte die folgenden Diagnosen (
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
-
Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst)
-
generalisierte Angststörung
Dr.
H._
führte aus, dass der Beschwerdeführer seit Jahren unter ei
ner einschleichenden Selbstwertkrise und unter einer depressiven Entwicklung leide. Im weiteren Verlauf sei eine Angststörung hinzugekommen. Auf Grund der
Chronifizierung
des Beschwerdebildes und der bestehenden Komorbidität sei eine Potentialabklärung zur Bestimmung der Arbeitsfähigkeit angezeigt (
Ziff.
1.6). Der Beschwerdeführer sei nicht in der Lage, eine vollständige Leistung zu erbringen.
Die Ausübung einer
behinderungsangepasst
en
Tätigkeit
sei
ihm indes
beginnend mit einem Pensum
von 20
%
zuzumuten
(
Ziff.
1.7).
4.6
Mit Bericht vom 2
2.
Mai 2018 (
Urk.
7/140) stellte
Dr.
H._
die fol
genden Diagnosen (S. 1):
-
andauernde Persön
l
ichkeitsänderung nach Extrembelastung
-
affektive Störung im Sinne vo
n Angst und depressiver Störung
gemischt
Dr.
H._
führte aus, dass
die ursprünglich als depressive Problematik anerkannte Psychopathologie des
Beschwerdeführers alle
Faz
etten
seines klini
schen Bildes nicht vollständig erklären
könne
.
Da
die Angstbeschwerden
gleich stark ausgeprägt seien
wie die Depressionssymptome
,
sei eine
affektive Störung im Sinne von
Angst
und depressiver Störung gemischt
zu diagnostizieren. Der Beschwerdeführer werde deswegen
psychotherapeutisch
und
medikamentös
mit
Cymbalta
behandelt
.
Das Grundleiden des Beschwerdeführers
sei in seiner
Per
sönl
ichkeitsstruktur
begründet und sei auf
eine Traumatisierung zurückzuführen
(S. 1)
.
Die Arbeitsunfähigkeit
und
die
Schwierigkeiten
in der beruflichen Wieder
ein
gliederung
hätten für ihn
existenzbedrohende Lebensereignisse
dargestellt. Bei der
psychische
n
Erkrankung
hab
e
es sich daher um
eine Situation katastrophalen Ausmasses
gehandelt
, auf die
der Beschwerdeführer
nicht vorbereitet
gewesen sei
.
Er verfüg
e nur
über
un
genügend
e
Coping-Strategien und
leide unter Ein
schränkungen im
Antrieb und
in
der kognitiven Leistungsfähigkeit
, unter einem sozialen
Rückzug
, einem Gefühl emotional
er Betäubung
, Hoffn
ungslosigkeit
, Verzweiflung, einem verminderten Selbstwertgefühl und unter Schuldgefühlen
(S. 2)
. Die bestehenden somatischen Symptome seien zudem Teil einer
komplexen
p
osttraumatischen Belastungsstörung
.
Differentialdiagnostisch könnte
auch eine andauernde
Persönlichkeitsänderung nach psychischer Krankheit
vorliegen
.
Ge
genwärtig bestehe bis
auf weiteres
eine Arbeitsunfähigkeit von
100
%
. T
rotz der psychotherapeutischen und
medikamentösen
Behandlung
sei es
zu einer Exazer
bation der Beschwerden gekommen, wobei das psychische
Leiden mit einer
Wil
lensanstrengung
nicht
zu überwinden sei
(S. 3).
4.7
Dr.
med. I._
, Fachärztin
Psychiatrie und Psychotherapie
, RAD, führte in ihrer Stellungnahme vom
5.
August 2019 (
Urk.
7/144
/
5-6) aus, dass e
ine Extrem
belastung in der Biographie des
Beschwerdeführes
nicht zu erkennen
sei, und dass
Schwierigkeiten bezüglich der beruflichen Wiedereingliederung
keine
solche
darstellten
.
Sodann handle es sich bei
Ängste
n
in Bezug auf
psychosoziale Belas
tungen
,
wie
beispielsweise die
existenzielle Lage, eheliche Beziehung und Beruf
liches
,
nicht um
ein
psychiatrisches Krankheitsbild. Die depressive Symptomatik
sei beim Beschwerdeführer
sodann
offensichtlich nicht
genügend
schwer
ausge
prägt
,
als dass
eine eigenständige Diagnose
(einer Depression)
gestellt werden könnte
. Aus Sicht
des RAD könne zudem ein
Verdacht auf
eine
Aggravation bei sekundärem Krankheitsgewinn nicht ausgeschlossen werden.
Lediglich
das
p
sy
chiatrische
Teilgutachten
der Ärzte der
G._
vom 2
4.
April
2017
erscheine als
plausibel
und
nachvollziehbar
(S. 2)
.
4.8
Die Ärzte des
J._
führten
im Austrittsbericht vom 1
4.
Februar 2019 (
Urk.
3/5)
aus
, dass der Beschwerdeführer gleichentags nach einer
notfall
mässigen Selbstvorstellung bei retrosternalen
Tho
raxschm
erzen
ambulant behandelt worden sei (S. 1). Sie gingen von chronischen, unklaren, allenfalls psychosomatisch überlagerten
Thoraxschmerzen
aus und stellten fest, dass laborchemisch und elektrokardiographisch eine
myokardiale
Is
chämie habe ausgeschlossen werden können. Auf Grund persistierender gastro
intestinale
r
Beschwerden sei eine Gastroskopie indiziert.
Bezüglich einer mögli
chen psychosomatischen
Aggravierung
habe sich der Beschwerdeführer unein
sichtig gezeigt (S. 2).
4.9
Dr.
med.
K._
, Facharzt
für Neurologie
, diagnostizierte in seinem Be
richt vom 1
9.
Juni 2019 (
Urk.
3/7) ein c
hronisches, posttraumatisches,
zervikoz
e
phales
Schmerzsyndrom
, mit
migräniformen
Exazerbation
en der Kopfschmer
zen
bei
Status nach
Treppensturz im Jahre 2003
(S.
1)
und erwähnte, dass der Be
schwerdeführer unter ständigen, bei körperlicher Belastung zunehmenden, teil
weise von
Schwankschwindel
begleiteten Nacken- und Kopfschmerzen
sowie un
ter
migräniformen
Exazerbationen der Kopfschmerzen
leide (S. 2).
5.
5.1
Den erwähnten medizinischen Akten
betreffend den Gesundheitszustand bei Er
lass der Verfügung vom 1
5.
November 2013
(vorstehend E.
3.2 bis 3.5
)
ist zu entnehmen, dass
Dr.
D._
dem Beschwerdeführer in seinem Bericht vom 1
6.
No
vember 2012 (vorstehend E.
3.4
) zwar eine vollständige Arbeitsunfähigkeit auf Grund einer depressiven Stimmung attestiert
e. Der
Beschwerdeführer
befand
sich zu diesem Zeitpunkt indes nicht in psychiatrischer Behandlung, weshalb
Dr.
E._
in seiner Stellungnahme vom 1
8.
April 2013 (vorstehend E.
3.5
) davon ausging, dass
auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch
Dr.
D._
, welcher
nicht über eine Weiterbildung als
psychiatrischer Facharzt verfüge, nicht abgestellt werden könne
, und dass
mangels einer
fachärztlich gestellt
en psychiatrischen Diagnose ein
die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigender psychischer Gesundheitsschaden nicht
bestehe
.
5.2
Demgegenüber lässt sich den erwähnten medizinischen Akten zum Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers im
Vergleichszeitraum vom 1
5.
November 2013 bis
2.
Oktober 2019 (
vorstehend E.
4.2 bis 4.9
)
entnehmen, dass der
Beschwerde
führer seit
dem Jahre 2017 wöchentlich psychiatrisch
behandelt wurde (vorste
hend E.
4.5
).
In psychischer Hinsicht gingen
die Ärzte der
G._
in ihrem Gut
achten vom 2
4.
April 2017 (vorstehend E.
4.4
) davon aus, dass der Beschwerde
führer unter einer mittelgradigen depressiven Episode, ohne rezidivierenden Ver
lauf und ohne
psychiatrische Komorbidität
en, leide und dass deswegen in Bezug auf sämtliche Tätigkeiten eine vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Unter dem Vorbehalt
einer T
herapieintensivierung
im Rahmen einer
leitliniengerechten The
rapieführung
sei indes
mit dem Wiedererlangen einer Arbeitsfähigkeit
im Umfang
von 50
%
per Ende Mai 2017
und
mit einer
solchen im Umfang
von 100
% per Ende Juni 2017
zu rechnen. Während
Dr.
H._
in seinem Bericht vom 1
6.
Februar 2018 (
vorstehend E.
4.5
)
eine
rezidivierende depressive Störung, ge
genwärtig mittelgradige Episode
, eine Panikstörung und eine
generalisierte Angststörung
diagnostizierte und davon ausging, dass dem Beschwerdeführer die
Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit im Umfang von 20
%
zuzu
muten
sei, stellte er in seinem
Bericht vom 2
2.
Mai 2018 (
vorsehend E.
4.6
)
die
Diagnosen
einer
andauernde
n
Persön
l
ichkeitsänderung nach Extrembelastung
und einer
affektive
n
Störung im Sinne vo
n Angst und depressiver Störung
ge
mischt
und
ging
zusätzlich
von
einer komplexen
posttr
aumatischen
Belastungs
störung
und
differentialdiagnostisch von
eine
r
andauernde
n
Persönlichkeitsän
derung nach psychischer Krankheit
aus
und attestierte dem Beschwerdeführer eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen in Bezug auf jeg
liche Tätigkeit. Demgegenüber vertrat
Dr.
I._
in
ihrer Stellungnahme vom
5.
August 2019 (
vorstehend E.
4.7
)
die Ansicht,
dass e
ine Extrembelastung nicht zu erkennen
sei, und dass
insbesondere
Schwierigkeiten bezüglich der beruflichen Wiedereingliederung
keine
solche
darstellten
.
Sodann
sei die
depressive Sympto
matik
beim Beschwerdeführer
zu gering
ausgeprägt
,
um
eine
Depression zu diag
nostizieren
,
und es könne
eine
Aggravation bei sekundärem Krankheitsgewinn nicht ausgeschlossen werden.
5.3
In Bezug auf das Gutachten der
Ärzte der
G._
vom 2
4.
April 2017 (
vorstehend E.
4.4
)
, welches von der
Generali
Versicherungen AG, einem Krankentaggeld
ver
sicherer
,
in Auftrag gegeben wurde (vgl.
Urk
7/115/28), gilt es zu beachten, dass der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung
nach der Rechtsprechung (
Urteil des Bundesgerichts 8C_230/20
19 vom
2.
Juli 2019 E. 3.2)
eine umfassende, inhalts
bezogene, verantwortliche und der behördlichen Begründungspflicht genügende Prüfung aller Beweismittel (BGE 140 V 193 E. 3.1)
verlangt
, unabhängig von
ihrer Herkunft und ohne Bindung an förmliche Beweisregeln (BGE 137 V 210
E. 3.4.1.1). Dabei kommt den vom Krankentaggeldversicherer nicht im gesetzlich vorgesehenen Verfahren nach
Art.
44 ATSG eingeholten Gutachten der Beweis
wert versicherungsinterner ärztlicher Feststellungen zu (Urteil
des Bundesgerichts
8C_71/2016 vom
1.
Juli 2016 E. 5.3).
Den
Berichten versicherungsinterner medi
zinischer Fachpersonen
kommt
praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu
wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach
Art.
44 ATSG vom Versicherungs
träger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versiche
rungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinter
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4;
Urteil des Bundesgerichts 8C_230/2019 vom
2.
Juli 2019 E. 3.2
).
5.4
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
aus psychischen Gründen
durch
die Ärzte der
G._
in ihrem Gutachten vom 2
4.
April 2017 (vorstehend E.
4.4
)
vermag in inhaltlicher Hinsicht nicht zu überzeugen. Denn die Gutachter
attestierten dem Beschwerdeführer einerseits eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf sämtliche Tätigkeiten. Andererseits gingen sie davon aus, dass unter dem Vorbe
halt einer Intensivierung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung, einer leitliniengerechten Therapieführung sowie allenfalls einer Umstellung der
(
bisher nicht wirksamen
)
antidepressiven Medikation
mit dem
Wiedererlangen einer Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50
%
per Ende Mai 2017 und mit einer solchen im Umfang von 100 % per Ende Juni 2017 zu rechnen sei.
Dabei stützten sie sich in ihrer prognostischen Beurteilung der in Zukunft zu erwartenden Ver
besserung der Arbeitsfähigkeit auf medizinische Erfahrungstatsache
n
, wonach die Prognose depressiver Syndrom
e
im Allgemeinen günstig ausfalle (
Urk.
7/115/38).
Zudem lege
der
aktuelle wissenschaftliche Kenntnisstand nahe, dass die depres
sive Symptomatik
bei leitliniengerechter Behandlung
(in Kombination von Psycho- und Pharmakotherapie)
in der Regel innerhalb von vier bis acht Wochen wirksam reduziert werden
könne, wobei d
as Erreichen einer Vollremission je nach Ausprägung der Symptomatik länger dauern
könne
. Aus sozial- und versiche
rungsmedizinischer Perspektive
stelle
die Depression
daher
ein prinzipiell gut be
handelbares Krankheitsbild dar
(
Urk
7/115/40).
Die
Ärzte der
G._
stellten
ihre prognostische Beurteilung einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
daher
unter den Vorbehalt
einer Intensivierung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Be
handlung, einer leitliniengerechten Therapieführung sowie allenfalls einer Um
stellung der
antidepressiven Medikation
.
Den Akten lässt sich indes nicht entneh
men, ob
eine solche leitliniengerechte Behandlung und Therapieintensivierung in der Folge
auch
umgesetzt wurden. Insoweit steht daher nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, ob der Vorbehalt beziehungsweis
e
die Bedingung
,
unter welchen die prognostische Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch die Ärzte der
G._
gestellt wurde, erfüllt wurde. Aus diesem Grunde vermag die Beurteilung durch die Ärzte der
G._
in inhaltlicher
Hinsicht nicht zu überzeugen, weshalb vorliegend darauf nicht abgestellt werden kann.
5.5
In Bezug auf die Stellungnahme der
RAD-Ärztin
Dr.
I._
vom
5.
August 2019 (
vorstehend E.
4.7
)
gilt es zu beachten, dass, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
5.3
)
,
auf das Ergebnis versicherungsinterner ärzt
licher Abklärun
gen – zu denen die RAD-Berichte gehören –
nicht abgestellt werden kann, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen.
Die Beurteilung durch
Dr.
I._
vermag indes auch in inhaltlicher Hinsicht nicht zu überzeugen. Insbesondere
vermag
es
nicht zu überzeugen, dass
Dr.
I._
einerseits davon
aus
ging, dass
die
depressive Symptomatik beim Beschwerdeführer
zu gering
ausge
prägt
sei
, um eine eigenständige Diagnose einer Depression
zu stellen, und
ein Verdacht auf eine Aggravation bei sekundärem Krankheitsgewinn nicht
auszu
schliessen sei, und dass sie
andererseits dennoch das
psychiatrische Teilgutachten der Ärzte der
G._
vom 2
4.
April 2017 als plausibel und nachvollziehbar
qua
lifizierte. Der isolierte Hinwies auf die Plausibilität und Nachvollziehbarkeit des
psychiatrische
n
Teilgutachten
s
der Ärzte der
G._
stellt indes keine nachvoll
ziehbare Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers dar, weshalb
auf die Beurteilung durch
Dr.
I._
vorliegend nicht abgestellt werden kann.
5.6
Während
Dr.
H._
in seinem Bericht vom 1
6.
Februar 2018 (vorste
hend E.
4.5
) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, eine Panikstörung und eine generalisierte Angststörung diagnostiziert und dem Beschwerdeführer in Bezug auf behinderungsangepasste Tätigkeit
en
eine Arbeitsfähigkeit im Umfang von 20
%
attestiert hatte,
ging er in seinem Bericht
2
2.
Mai 2018 (
vorstehend E.
4.6
)
davon aus, dass der Beschwerdeführer in psychischer Hinsicht unter einer
andauernde
n
Persön
l
ichkeitsänderung nach Extrembelastung
und unter einer
affektive
n
Störung im Sinne vo
n Angst und depressiver Störung
gemischt
leide und attestierte dem Beschwerdeführer eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.
Der
Umstand, dass diese gänzlich unterschiedli
chen Beurteilungen
in
einem zeitlichen Abstand von
lediglich
rund drei Monaten verfasst
wurden,
lässt
deren Inhalt
als widersprüchlich
erscheinen. Die Beurtei
lungen durch
Dr.
H._
vermögen
daher
nicht zu überzeugen
.
Ergän
zend gilt
es
diesbezüglich
die Erfahrungstatsache
zu
beachten
, dass nach der Rechtsprechung
therapeutisch tätige
Fachärzte
mitunter im Hinblick
auf
ihre
auf
trags
recht
liche
Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gu
nsten ihrer Patien
ten aussagen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2012 vom 27. Juni 2012
E. 3.3.2; BGE 135 V 465 E. 4.5). Demzufolge kann auf
die Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen durch
Dr.
H._
vorliegend nicht abgestellt werden.
6.
6.1
Das Gericht
holt
gemäss Rechtsprechung
(BGE 139 V 99 E. 1.1 und 137 V 210 E. 4.4.1.4)
in der Regel ein Gerichtsgutachten ein, wenn
es
im Rahmen der Be
weiswürdigung zum Schluss kommt, ein bereits erhobener medizinischer Sach
verhalt müsse (insgesamt oder in wesentlichen Teilen) noch gutachtlich geklärt werden oder eine Administrativexpertise sei in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig. Eine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn es darum geht, zu einer bisher vollständig ungeklärten Frage ein Gutachten einzuholen. Ebenso steht es dem Versicherungsgericht frei, eine Sache zurückzu
weisen, wenn allein eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung
der medizi
nischen Akten beziehungsweise von gutachtlichen Ausführungen
erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4).
Gemäss
§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Soz
ialver
si
che
rungsgericht (
GSVGer
) kann das Gericht insbesondere dann die Angelegen
heit zu neuer Entscheidung an die Vo
r
in
stanz zurückweisen, wenn mit dem an
gefoch
tenen Entscheid nicht
auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt unge
nügend festgestellt wu
rde.
6
.2
Sodann
gilt es zu berücksichtigen, dass gemäss der Rechtsprechung - wie bereits erwähnt (vor
ste
hend E.
1.6
) - grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden, na
mentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurtei
lung der Ar
beits
fähigkeit grundsätzlich einem strukturierten Beweisverfahren nach Mass
gabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (unter Vorbehalt der Fälle, in wel
chen davon aus Grün
den der Verhältnismässigkeit abgesehen werden kann; vgl. vorstehend E.
1.7
). Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorge
hen defi
niert
systema
tisierte Indikatoren, die - unter Berücksichtigung von leistungs
hin
dern
den
äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompen
sations
poten
tia
len (Res
sourcen) anderseits - erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsver
mögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4
bis 3.6 und 4.1
; vgl. vorstehend E. 1.4
). Entscheidend ist da
bei, unabhängig von der diagnos
tischen Einordnung des Lei
dens, ob es ge
lingt, auf objektivierter Beurteilungs
grundlage den Beweis einer rechtlich releva
nten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die ver
sicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (Urteil des Bundes
ge
richts 9C_590/2017
vom 15. Februar 2018
E. 5.1).
6
.3
Nach Gesagtem erweist sich der medizinische Sachverhalt in Bezug auf die Rest
arbeitsfähigkeit de
s
Beschwerdeführer
s
in psychiatrischer Hinsicht als ungenü
gend abgeklärt,
weshalb die vorhan
denen medizini
schen Akten zu ergänzen sind.
Da sodann auch der Sachverhalt in somatischer Hinsicht
sowie
die Wechselwir
kungen zwischen
den
somatischen und
den
psychischen Beeinträchtigungen nicht als
hinreichend abgeklärt erscheinen
, ist die
Sache an die Beschwerdegeg
nerin zurückzu
wei
sen, damit sie
nach
Vervollständigung der Akten sowie
nach
Einholung
eines
polydiszplinären
Gutachten
s
die
Frage nach eine
r
im invaliden
ver
sicherungs
rechtlichen Sinne erheblichen
Veränderung des
Gesundheitsscha
den
s seit
Erlass der Verfügung vom 1
5.
November 2013
neu beurteile und an
schliessend über den Renten
anspruch des Beschwerdeführers
neu verfüge.
Dabei
wird die Beschwer
degegnerin sinnvollerweise die begut
ach
tende Stelle mit der Bemessung des Leistungsvermögens in psychiatrischer Hinsicht anhand der ein
schlägigen Standardindikatoren (vgl. vorstehend E.
1.6
) beauftragen. Falls diese ergänzen
den Sachverhaltsabklä
rungen ergeben sollten, dass der Beschwerdefüh
rer
nicht lediglich unter
eine
r
leicht
gradige
n
psychische
n
Störung ohne
Chroni
fi
zierung
und ohne Komorbiditäten
leiden sollte (vgl. vorstehend E.
1.7
), wird sie das
psy
chische Leiden des Beschwer
de
führers
einem strukturieren Beweisver
fah
ren nach BGE 141 V 281
(vorstehend E.
1.6
)
unter
ziehen
.
Die
Beschwerde
ist daher
in genanntem Sinne gutzuheissen.
7
.
7
.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen
Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei
ge
rung
von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzli
chen Rahmens
(Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangs
gemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.2
Nach § 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
mes
sen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Für unnötigen oder geringfügigen Aufwand einer
Par
tei wird keine Prozessent
schädigung zugesprochen (§ 8 Abs. 1 der Verord
n
ung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungs
gericht,
GebV
SVGer
).
Ausgangsgemäss
hat
der
vertretene
Beschwerdeführer
Anspruch auf
eine Pro
zessent
schä
di
gung, welche in Berücksichtigung
der Bedeutung der Streitsache
und
der Schwie
rig
keit des Pro
zesses
auf Fr.
2’8
00
.-- (inklusive Baraus
lagen un
d Mehrwert
steuer) festzu
setzen ist.