Decision ID: f2bf93bf-254b-46c5-8623-1ad51e89245f
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1977 geborene
X._
arbeitete zuletzt bis zum 3
0.
April 2014 bei der
Y._
als Chauffeur (Urk. 12/5/4
, Urk. 12/14
)
. Am
1.
Mai 2014 erlitt
er
eine
epigastrische
Schussverletzung (
Urk.
12/10/2 ff., Urk. 12/67/3).
Für die Folgen dieses Unfalls erbrachte die Allianz Suisse Versicherungsgesellschaft die gesetzlichen Leistungen (vgl. Verfügung Allianz Urk. 12/99, Urteil des Sozialver
sicherungsgerichts Urk. 12/156). Am
30
.
Juni 2014 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf die Schussverletzung mit Durchschuss von Wirbelkörpern, einer Parese der unteren Extremitäten, Sensibilitätsstörung
en
des Gesässes und der unteren Extremitäten sowie einer Verletzung innerer Organe bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 12/5). Die IV
Stelle zog die Akten des Unfall
versicherers bei und tätigte weitere medizinische und erwerbliche Abklärungen; insbesondere liess sie ein polydisziplinäres (psychiatrisch,
orthopädisch-trauma
tologisch
, internistisch, neurologisch) Gutachten
(Gutachten der
Z._
vom 30.
November 2015, Urk. 12/67) erstellen.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 12/71
, Urk. 12/82
)
, i
m
Rahmen dessen eine ergänzende Stellungnahme der
Z._
ein
geholt
worden war (Urk. 12/100 und Stellungnahme des Versicherten, Urk. 12/106),
sprach die IV
Stelle dem Versicherten mit
jeweiliger
Verfügung vom 2
5.
Januar 2017 gestützt auf die Erkenntnisse des Gutachtens eine halbe Rente der Invalidenversicherung
und
eine Kinderrente
zu (Urk.
2/
1
, Urk. 2/2).
2.
Dagegen erhob
X._
mit Eingabe vom 2
7.
Februar 2017 (Urk. 1) Beschwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Ausrichtung einer ganzen Rente sowie Kinderrente der Invalidenversicherung. Eventualiter beantragte er die Ausrichtung einer
Dreiviertelsrente
sowie Kinder
rente. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes in der Person von Rechtsanwältin Britta Keller, Zürich.
Mit Beschwerdeantwort vom 5. April 2017 (Urk. 11) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 1
3.
April 2017 (Urk. 13) wurde das Gesuch des Beschwerdeführers
um
unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsverbeiständung
abgewiesen und gleichzeitig die Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin zugestellt.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für
die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzu
ge
hen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesg
esetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist
im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin erwog in der
angefochtenen Verfügun
g
betreffend Invalidenrente (Urk. 2/1), die Abklärungen hätten ergeben, dass die angestammte Tätigkeit als Chauffeur für den Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar sei.
Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei jedoch ab dem 1
0.
September 2014 zu 50 % möglich. Der Beschwerdeführer könne gemäss Belastungsprofil leichte Tätigkei
ten, welche überwiegend im Sitzen erledigt werden könnten, ausüben. Eine Toi
lette müsse erreichbar sein und der Bürostuhl müsse angepasst werden. Tätigkei
ten, welche mit Bücken, dem Besteigen von Leitern, Gerüsten und Treppen oder mit freiem Stehen verbunden seien, seien nicht möglich. Die Einwendungen gegen das Gutachten seien aus medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar. Das Gutachten schliesse in plausibler Weise auf eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
in einer angepassten Tätigkeit, weshalb darauf abzustellen sei. Der Einkommensver
gleich ergebe einen Invalidit
ätsgrad von 51 %. Es bestehe damit
Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung ab dem
1.
Mai 2015
.
2.2
Der Beschwerdeführer lässt demgegenüber im Wesentlichen geltend machen (Urk. 1), seit der Schussverletzung sei das linke Bein gänzlich und das rechte Bein teilweise gelähmt. Fortbewegen könne er sich – erschwert und mit erhöhter Kon
zentration – mit Hilfe eines Gehstockes. Im Sitzen sei er aufgrund der fehlenden Muskulatur in der linken Gesässhälfte stark eingeschränkt.
Das erstellte
Gutach
ten sei widersprüchlich und es könne nicht darauf abgestellt werden.
Ihm
sei keine beru
fliche Tätigkeit möglich, insbesondere sei es ihm nicht möglich länger zu sitzen. Selbst wenn
ihm
eine Tätigkeit möglich
sein sollte
, so könne er diese
aufgrund des eingeschränkten Tätigkeitsprofils nicht verwerten.
Eventualiter, falls
eine Verwertung möglich sein sollte, so müsse ihm ein Abzug vom Tabel
lenlohn im Umfang von 25 % gewährt werden, wodurch ihm eine
Dreiviertels
rente
zustehen würde.
3.
In
form
eller Hinsicht ist zunächst der Antrag des Beschwerdeführers, es seien die Akten des Verfahrens in der Unfallversicherung (Verfahren am Sozialversiche
rungsgericht Zürich UV.2015.00176) beizuziehen, zu prüfen.
Das Verfahren betreffend Leistungen der Unfallversicherung wurde mit Entscheid vom 2
6.
Sep
tember 2016 rechtskräftig erledigt (Urk. 12/156). Im vorliegenden Verfahren der Invalidenversicherung wurden die Akten des Unfallversicherers regelmässig bei
gezogen (vgl. Urk. 12/10, Urk. 12/54, Urk. 12/94, Urk.
12/99)
und
auch
das
erw
ähnte
Urteil vom 2
6.
September 2016
befindet sich bei
den Akten der Invali
denversicherung (Urk. 12/156). Ein
Beizug
der Verfahrensakten aus dem Verfah
ren UV.2015.00176 erweist sich vorliegend daher weder angezeigt noch notwen
dig u
nd es ist darauf zu verzichten.
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist, ob
der
Beschwerdeführer
einen über eine halbe Rente hinausgehenden Leistungsanspruch hat.
4.2
Der Austrittsbericht des
A._
, Klinik für Unfallchirur
gie (verfasst durch Prof.
Dr.
med.
B._
, Klinikdirektor; Prof.
Dr.
med.
C._
, leitender Arzt und med.
pract
.
D._
, Assistenzarzt) vom 2
6.
Mai 2014 (Urk. 12/10/2 ff.) führte die folgenden Diagnosen auf:
-
Ileus/
Subileus
im Rahmen der
epigastrischen
Schussverletzung
-
Schussverletzung
epigastrisch
vom 01.05.2014
-
Perforation
des Diaphragma
-
Kontusion/Läsion
des medial Mittellappens
-
Durchschuss rechter Leberlappen (Segment IV)
-
Durchschuss Duodenum
postpylorischer
Bereich (Vorder- und Rück
wand)
-
Mögliche Verletzung Pankreasschwanz
-
Durchschuss Wirbelkörper LWK 3 und
processus
spinosus
LWK4 mit Knochenfragmenten im Spinalkanal Höhe L3/L4
-
Klinische Parese und Sensibilitätsstörung untere Extremitäten bei Eintritt
-
Endlage Projektil links paravertebral
subcutan
L4/L5
-
Duraleck
-
Postoperatives Systemisches
inflammatorisches
Response-Syndrom
-
Fraglich paradoxe Reaktion auf
Temesta
(06.05.2014)
Im
A._
sei
die Behandlung der Schussverletzung
sfolgen
vom 1. Mai 2014
erfolgt
. Am 21. Mai 2014 habe der Beschwerdeführer in subjektivem Wohlbefinden und mit reizlosen und trockenen Wundverhältnissen in die
E._
zur weiteren stationären Rehabilitationsbehandlung und schrittweisen Mobilisation entlassen werden können. Die Ärzte attestierten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit dem
1.
Mai 2014 bis auf weiteres
(Urk. 12/10/4).
4.3
Med.
pract
.
F._
, Oberärztin Zentrum für Begutachtung, Orthopädische und Handchirurgische Rehabilitation, und
Dr.
med.
G._
, Assistenzärztin
,
E._
führten in ihrem
Austrittsbericht vom 10. September 2014 (Urk. 12/16/1 ff.)
über den stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 2
1.
Mai bis zum 1
0.
September 2014
im Wesentlichen die
vorgenannten
Diagnosen auf. Beim Austritt am 1
0.
September 2014
hätten
folgende Probleme
bestanden
:
-
Eingeschränkte Mobilität (2 Unterarm-Gehstöcke und für kurze Distanzen ein Handstock)
-
Gangunsicherheit
-
Distal betonte Parese/
Plegie
der Beine beidseits, links betont (Fusshebung und –
senkung
links
plegisch
)
-
Hypästhesie Beine beidseits, linksbetont
-
Kribbelparästhesie Zehen beidseits, linksbetont
-
Visusminderung
beidseits, beim Lesen ermüdet er rasch und sieht ver
schwommen
-
Neu
bei Austritt: Miktions-, Defäkations- und
Errektionsstörung
angege
ben
(kann flüssigen Stuhlgang nicht halten, Stressinkontinenz,
Errekti
onsstörungen
)
-
Anpassungsstörung ICD
10 F43.28
mit Verschlechterung gegen Austritt
-
Psychosoziale Belastungssituation (von Ehefrau getrennt, aktuell keine Wohnung, arbeitslos)
Für die berufliche Tätigkeit als Bauarbeiter (gelernt) oder als Chauffeur bestehe ab dem 1
1.
September 2014 eine 100%
ige
Arbeitsunfähigkeit. Auch andere berufliche Tätigkeiten seien aktuell nicht zumutbar.
Das Hauptziel der Rehabilitation, ein
teilweise
selbständiges Wohnen zu Hause
,
habe weitgehend erreicht werden können. Am 1
7.
Juni sei eine elektrodiagnosti
sche Untersuchung auf der Neurologie des Universitätsspitals erfolgt. Es zeige sich weiterhin eine ausgeprägte distal betonte Parese der L3 bis S2 versorgenden Muskulatur beidseits mit linksseitiger Betonung. Unverändert bestehe eine Hypästhesie. Die Fusshebung links und die Fusssenkung beidseits sei
plegisch
. In
der elektromy
og
raphischen Untersuchung habe sich im linken
musculus
tibialis
anterior
sowie in den beiden
musculi
gastrocnemii
floride
pathologische Spon
tanaktivität als Ausdruck einer akuten
Denervierung
gezeigt. In allen untersuch
ten Muskeln habe keine Willküraktivität vorgelegen
;
d
er Verlauf müsse abgewar
tet werden und die Prognose sei ungewiss.
In der psychosomatischen Begleitthe
rapie sei eine Anpassungsstörung diagnostiziert worden, welche sich gegen Aus
tritt verschlechtert habe. Es bestehe aufgrund der Trennung von der Ehefrau und da der Beschwerdeführer aktuell über keine Wohnmöglichkeit verfüge, ei
ne schwierige soziale Situation (Urk. 12/16/3 f.).
Bei Klinikaustritt sei der Beschwerdeführer an zwei Untera
r
mgehstöcken gehend über längere Strecken mobil
gewesen
, an einem Handstock auch über kurze Dis
tanzen. Die maximale Gehstrecke betrage 1km, der Beschwerdeführer zeige aber eine ausgeprägte Gang- und Standunsicherheit. Treppensteigen sei mit Hilfsmit
teln möglich. Es seien eine Heidelbergerschiene links und orthopädische Schuhe angepasst worden
(Urk. 12/16/4).
4.4
Das polydisziplinäre Gutachten der
Z._
vom 30. November 2015 (Urk
. 12/67) wurde durch
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (Federführung),
I._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Dr.
med.
J._
Facharzt für Innere Medizin und Onko
logie FMH
,
und
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für Neurologie
,
erstellt.
Die Gutachter nannten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine traumatische distal- und linksbetonte schwere, schlaffe Parese der Beine auf
grund eines inkompletten
Conus-Cauda-Syndromes
mit Stand- und Gangunsi
cherheit und gesicherten Blasen-Mastdarm- und
Errektionsstörungen
. Als Diag
nose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe ein Durchschuss des Wir
belkörpers LWK 3 mit Knochenfragmenten und Verletzungen des Rückenmarks im Zustand nach Dekomprimierung und dorsaler Stab
ilisierung L2
L4
(Urk. 12/67/10).
In psychiatrischer Hinsicht liege aktuelle keine Störung nach ICD
10 mehr vor, zuvor sei eine Anpassungsstörung aufgetreten.
In orthopädischer Hinsicht bestehe eine Stand-Gang-Unsicherheit bei nahezu kompletter Parese des linken Beines und teilweiser Parese des rechten Beines. Der Beschwerdeführer sei diesbezüglich in der Lage
,
überwiegend bis ständig im Sit
zen eine körperlich leichte Tätigkeit auszuüben; Voraussetzung dafür sei eine angepasste Sitzgelegenheit. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Chauffeur sei hingegen aufgehoben.
Eine angepasste Tätigkeit könne voll
schichtig ausgeübt werden, es müsse aber aus orthopädischer Sicht eine 30%
ige
Minderung der Leistungsfähigke
it infolge der Verlangsamung und
der Notwen
digkeit wiederholter Positionsänderungen berücksichtigt werden
(Urk. 12/67/10)
.
Aus internistischer Sicht sei der Beschwerdeführer nicht limitiert
.
Neurologisch liege eine traumatische distal- und linksbetonte schwere, schlaffe Parese der Beine aufgrund eines inkompletten
Konuskaudasyndroms
mit gesi
cherten Blasen-, Mastdarm- und
Errektionsstörungen
vor. Da die Funktion der oberen Extremitäten und die Rumpfkontrolle erhalten seien, seien dem Versicher
ten leichte Tätigkeiten, überwiegend im Sitzen zumutbar, dabei müsse der Arbeitsplatz aufgrund der ausgeprägten Atrophie der linken Gesässhälfte mit ent
sprechenden Hilfsmitteln ausgestattet sein, um eine Druckentlastung beim Sitzen zu ermöglichen. Damit der Beschwerdeführer seinen Rhythmus
,
alle drei Stunden die Toilette aufzusuchen
,
einhalten könne, müsse sich der Arbeitsplatz in der Nähe einer Toilette befinden.
Aufgrund der neurologischen Ausfälle könne die angestammte Tätigkeit als Chauffeur nicht mehr ausgeübt werden. Seit September 2014
(Beendigung Reha)
bestehe aber eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten Tätigkeit.
Insgesamt ergebe sich daher eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit und eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
in einer Verweistätigkeit. Die orthopädische Einschränkung sei von der neurologischen kaum zu trennen und gehe in der Minderung der Arbeitsfähigkeit derselben auf.
Zum Belastungsprofil erklärten die Gutachter,
für den Beschwerdeführer nicht möglich seien Bücken, Ersteigen von Leitern, Gerüsten und Treppen, das Heben, Tragen und Bewegen von Lasten ebenso wie freies Stehen aufgrund der einge
schränkten Gangsicherheit. Das Hinkommen an den Arbeitsplatz und das Fortbe
wegen am Arbeitsplatz seien erheblich verlangsamt; da sich der Versicherte mit einer Gehstütze und
Peroneusschiene
fortbewege, benötige er die doppelte bis
dreifache
Zeit für kurze Strecken. Auch für den Toilettengang benötige er doppelt so viel Zeit. Jeder Schritt
erfordere
eine erhöhte Konzentration, damit der Beschwerdeführer nicht stürze, was eine vorzeitige Ermüdung und einen erhöhten Pausenbedarf erkläre
(Urk. 12/67/11).
4.
5
In ihrer
Stellungnahme
vom
3.
Juni 2016 (Urk. 12/100) führten
die Gutachter
aus, der Beschwerdeführer könne länger als eine halbe Stunde am Stück sitzen, was schon dadurch klar werde, dass er mit dem Auto an die Begutachtung nach St. Gallen gekommen sei, was einer Fahrtzeit von mindestens einer Stunde entspre
che. Danach habe er sich vom Parkplatz zur
Z._
begeben und dort noch
im
Wartezimmer gewartet.
In der Begutachtung habe der Versicherte nie erwähnt, dass er nur eine halbe Stunde am Stück sitzen könne und sich danach bäuchlings
hinlegen müsse. Während der Anamnese habe er auf einem Stuhl in leicht seitli
cher Position gesessen. Die Untersuchung habe nicht unterbrochen werden müs
sen und der Beschwerdeführer habe einen ausgeglichenen Eindruck gemacht. Gemäss Anamnese stehe er morgens auf, frühstücke und gehe ins Fitnesscenter, um etwa zwei Stunden zu trainieren. Danach bereite er sich ein Mittagessen zu. Nachmittags besuche er Freunde und abends mache er für etwa zwei bis drei Stunden die Elektrostimulationstherapie. Aus diesen Angaben sei ersichtlich, dass der Beschwerdeführer ein hohes Aktivitätsniveau halte.
Auch habe er nicht berichtet, dass er wegen heftiger Schmerzen nicht sitzen könne oder sich hinlegen müsse.
Aufgrund der Blasen- und Mastdarmstörung müsse der Beschwerdeführer alle drei Stunden auf die Toilette. Bei einer Halbtagestätigkeit entspreche dies in etwa einem Toilettengang, was – obwohl der Toilettengang des Beschwerdeführers län
ger dauere – im Bereich des Normalen liege und nicht einer zusätzlichen Anpas
sung der Arbeitszeit bedürfe. Der Beschwerdeführer befinde sich aufgrund seines Trainings – bis auf die bekannte Behinderung – in einem körperlich gut trainier
ten Zustand. Um dieses Niv
eau halten zu können, müsse er weiterhin etwa drei
mal die Woche eine halbe Stunde oder am Wochenende eine Einheit zu eineinhalb Stunden trainieren. Beides sei mit einer Halbtagestätigkeit ebenfalls vereinbar.
Eine Arbeit am Computer – wie es sich auch der Beschwerdeführer wünsche – könne beispielsweise auch an einem höhenverstellbaren Tisch verrichtet werden, sodass der Versicherte zwischendurch auch im Stehen arbeiten könne, indem er sich beispielsweise an einen Hocker anlehne. Es gehe darum, dass der Arbeitsplatz seinen körperlichen Behinderungen entsp
r
echend eingerichtet werde.
4.6
In seiner Stellungnahme vom 1
9.
Juli 2016 (Urk. 12/107/4) führte
Dr.
L._
, RAD,
aus, die Gutachter würden in der Ergänzung vom
3.
Juni 2016 (Urk. 12/100) plau
sibel begründen, weshalb sie bei den bekannten Diagnosen und Befunden eine Arbeitsfähigkeit von 50 % als zumutbar erachteten. Die Einwendungen der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers seien aus medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar. Die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit betrage 50 %.
Am 2
6.
September 2016 (Urk. 12/107/5) führte
Dr.
L._
aus, dass sich keine zusätzliche Einschränkung der zumutbaren Arbeits
fähigkeit von 50 % in einer angepassten Tätigkeit ergebe. Der Beschwerdeführer sei in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig.
5.
5.1
Das polydisziplinäre Gutachten vom 3
0.
November 2015
(E. 4.4
)
– im Zusam
menhang mit de
r
Stellungnahme
vom
3.
Juni 2016 (E. 4.5
) -
erfüllt die rechtspre
chungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entsche
i
dungsgrundlagen (vgl. E. 1.3).
Es beruht auf den erforderlichen psychiatrischen, orthopädischen, internistischen und neurologischen Untersuchungen, ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der und in Auseinanderset
zung mit den fallrelevanten
Vorakten
erstellt. Es berücksichtigt die vorhandenen Arztberichte und setzt sich hinreichend mit den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden auseinander. Es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich und für den rechtsanwendenden medizini
schen Laien nachvollziehbar begründet. Auf das Gutachten kann daher abgestellt werden.
5.2
Der Beschwerdeführer bemängelt am Gutachten, dass dieses widersprüchlich und für die Beurteilung der Gesundheit und Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht verwertbar sei
(E. 2.2).
Insbesondere würden die Gutachter einerseits fest
halten,
ein längeres Sitzen sei für ihn nicht mehr möglich, andererseits würden sie eine überwiegend im Sitzen auszuübende Tätigkeit als zumutbar erachten
(
vgl.
Urk.
1 S. 5).
Die Gutachter kommen zum Schluss, das
s
dem Beschwerdeführer
längeres Sitzen (nur) mit einer Optimierung durch Hilfsmittel im Sinne einer Sitzanpas
sung und Polsterung zur Entlastung des linken Gesässes möglich ist (vgl. Urk. 12/67/36).
Da im Bereich des linken Gesässes Atrophien bestünden und die Muskulatur dort komplett fehle, sei ein längeres Sitzen für den Beschwerdeführer
(ohne entsprechende Hilfsmittel)
nicht möglich (Urk. 12/67/48). Dieser könne jedoch
länger als eine halbe Stunde
am Stück
sitzen. Dazu führten die Gutachter auch an, dass der Beschwerdeführer während den Untersuchungen
weder
Schmerzen beim Sitzen beklagt habe, noch habe er in der Schilderung seiner Aktivitäten erwähnt, dass er dabei jeweils nur eingeschränkt sitzen könne
(E. 4.5)
. Eine sitzende Tätigkeit sei zumutbar, wenn der Bürostuhl respektive die Sitzgele
genheit e
ntsprechend angepasst werde (E.
4.4). Für eine Tätigkeit am Computer empfahlen die Gutachter insbesondere einen höhenverstellbaren Tisch, damit der Beschwerdeführer auch im Stehen arbeiten könne (
wobei er sich für genügend
Standfestigkeit
anlehnen müsse
) und eine auf seine Bedürfnisse angepasste Sitz
gelegenheit, damit keine Sitzschme
rzen auftreten würden (E. 4.5
).
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers besteht daher in den Aussagen der Gutachter kein Widerspruch; längeres Sitzen (ohne jegliche Hilfsmittel und Adaption an die Behinderung des Beschwerdeführers insbesondere im linken Gesäss) erachten diese als nicht möglich, eine sitzende Tätigkeit
bei Optimierung der Hilfsmittel,
also bei entsprechender Anpassung an die Bedürfnisse des Beschwerdeführers hingegen schon. Dass die
Gutachter eine sitzende Halbtagestätigkeit unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Einschränkungen und bei Verwendung entsprechender Hilfsmittel als zumutbar
erachteten, ist
mit Blick auf das soeben Ausgeführte
nicht
zu beanstanden.
Soweit der Beschwerdeführer vorbringen lässt, auch mittels Luftkissen könne er nur kurze Zeit sitzen, weshalb eine sitzende Tätigkeit nicht möglich sei (
Urk.
1 S. 5), dringt er nicht durch. Gemäss ärztlicher Einschätzung ist zur Entlastung des linken Gesässes ausdrücklich eine – indivi
duelle, auf den Beschwerdeführer abgestimmte – Sitzanpassung und Polsterung Voraussetzung. Diese Anforderungen vermag ein Massenprodukt selbstredend nicht zu erfüllen.
5.3
Einer Arbeitstätigkeit des Beschwerdeführers steht auch dessen Trainingsbedürf
nis nicht entgegen.
Die Gutachter
hiel
ten
für einen
Aufbau der Muskulatur
ein täglich
zweistündiges Training im F
itnesscenter sowie eine täglich
zwei bis drei
stündige Elektrotherapie
für
angemessen (Urk. 12/67/17)
. Um eine
Stabilisierung des Niveaus
zu erreichen,
erachteten sie jedoch
eine
Trainingseinheit
von
einer halben Stunde
dreimal pro Woche oder
wahlweise
eine eineinhalbstündige Trai
ningseinheit
a
m Wochenende sowie die am Abend durchzuführende Elek
trothe
rapie von täglich zwei bis drei
Stunden
für ausreichend
(Urk. 12/100/2)
. Zudem würde selbst ein längeres Training nicht mit einer Halbtagestätigkeit interferieren.
Die Einwendungen des Beschwerdeführers vermögen daher die Einschätzungen de
r
Gutachte
r
nicht zu entkräften. Der Beschwerdeführer ist in einer angepassten Tätigkeit als zu 50 % arbeitsfähig zu qualifizieren.
6.
6.1
Im Weiteren ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch verwerten kann.
6.2
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 1
3.
März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist in denjenigen Fällen anzunehmen, in denen die zumutbare Tätigkeit nur in so ein
geschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durch
schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden
Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erschein
t (Urteil des Bundesge
richts 9C_
485/2014 vom 28. November
2014 E. 3.3.1 mit Hinweisen).
Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich um eine theoretische Grösse, so dass nicht leichthin angenommen werden kann, die verbliebene Leistungsfä
higkeit sei unverwertbar.
An der Massgeblichkeit des theoretisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt
es
vermag der Umstand nichts zu ändern, dass es für die versicherte Person im Einzelfall schwierig oder gar unmöglich ist, im tatsächlichen Arbeits
markt eine entsprechende Stelle zu finden (vgl. Urteil 8C_237/2011 vom 1
9.
August 2011 E. 2.3). So geht die Gerichtspraxis etwa davon aus, dass gar für funktionell Einarmige auf diesem Arbeitsmarkt genügend realistische Betäti
gungsmöglichkeiten bestehen, oder dass selbst ein auf 25 % beschränktes Pensum verwertbar ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_724/2012 vom
8.
Januar 2013 E. 4.3 mit Hinweisen und 8C_489/2007 vom 28. Dezember 2007 E. 4.1).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in die
sem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Schadenminderungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbs
tätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverläs
sige Sachverhaltsfeststellung erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
6.3
Es
ist somit nicht ent
scheidend, ob es
dem Beschwerdeführer
möglich ist, auf dem effektiven Arbeitsmarkt eine Stelle zu finden. Zu berücksichtigen ist vielmehr, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischenarbeitsplätze umfasst, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem
so
zialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können
.
Zwar benötigt der Beschwerdeführer eine speziell an seine Bedürfnisse angepasste Sitzgelegenheit
,
und
bei
eine
r
am Computer ausgeübt
en Tätigkeit
wäre ein höhenver
stellbarer Tisch empfehlenswert.
A
usserdem benötigt er eine Toilette in
unmittelbarer
Nähe
,
und seine Gehgeschwindigkeit ist reduziert
(vgl. E.
4.4 und E. 4.
5
).
A
ngesichts der übrigen Gegebenheiten spricht dies jedoch nicht für eine Unverwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit. Der
am 3
1.
August 1977 (Urk. 12/5) gebo
rene
Beschwerdeführer war im Verfügungszeitpunkt
(Urk. 2, erst in diesem Zeit
punkt stand die medizinische Zumutbarkeit der (Teil-)Erwerbsfähigkeit fest, da das Gutachten der
Z._
im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
eingeholt wurde) 39 Jahre und 5 Monate alt.
Er
verfügt sowohl über eine schulische Ausbildung (Urk. 12/5/4), als auch eine Berufsausbildung zum Maurer, Monteur
und
Verput
zer (Urk.
12/
4/4).
Während der Begutachtung zeigte er sich hinsichtlich möglicher beruflicher Weiterentwicklung zwar durch seine Behinderung limitiert, aber durchaus motiviert
,
eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen (vgl. Urk. 12/67/40 und Urk. 12/67/46).
Seine Deutschkenntnisse weisen zwar Einschränkungen auf, waren jedoch
ausreichend
, um die medizinische Begutachtung ohne Übersetzung durchzuführen (Urk. 12/67/3).
Soweit der Beschwerdeführer anführt, dass er – wenn überhaupt – seine 50%-
ige
Arbeitsfähigkeit aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs lediglich unvollständig verwerten könne und letztlich nur eine Leistungsfähigkeit von 25 % bestehe, ste
hen dem die Aussagen der Gutachte
r
klar entgegen. Gemäss denselben ist eine Arbeitstätigkeit im Umfang von 50 % im Sinne einer Halbtagestätigkeit möglich und es weist sich kein – über das normale Mass hinausgehender – erhöhter Pau
senbedarf aus (vgl. E. 4.
5
).
Vor diesem Hintergrund ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht von einer Unverwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auszugehen
; der Beschwerdeführer ist noch jung
– im relevanten Zeitpunkt lagen bis zur Pensionierung noch über 25 Arbeitsjahr vor ihm -
und
er
zeigt
e
sich grundsätzlich motiviert
,
einer Arbeits
tätigkeit nachzugehen. Au
sserdem kann er einen gewissen Ausbildungsgrad vor
weisen. Eine Eingliederung ist trotz seiner Einschränkungen und der Notwendig
keit eines speziellen Arbeitsplatzes realistisch.
Daran ändert auch die
vom Beschwerdeführer angeführte
Stellungnahme
von
M._
in den Akten der Beschwerdegegnerin (Urk. 12/107/2) nichts. Im Übrigen ist darauf hinzuwei
sen, dass Eingliederungsmassnahmen nicht Gegenstand des vorliegenden Verfah
rens bilden.
7
.
7.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerde
führers in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
7.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE
139
V
28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
Der Beschwerdeführer
war vor dem Unfall am
1.
Mai 2014 bei der
Y._
als Chauffeur
angestellt
. Obschon
das Arbeitsverhältnis per 3
0.
April 2014
aus betrieblichen und organisatorischen Gründen
a
ufgelöst
worden
war
(Urk. 12/14/1 und Urk. 12/14/7)
, stellte die Beschwerdegegnerin auf
das vom
Beschwerdeführer
zuletzt
erzielte Einkommen bei diesem Arbeitgeber ab (vgl.
Urk.
2/1)
,
was
nicht zu beanstanden
ist
.
Somit ist von einem
zuletzt erzielten Jahreseinkommen von
Fr.
66'950.--
auszugehen.
A
ngepasst
an die Ent
wicklung der Nominal
löhne für
männliche Angestellte von 2‘220 Punkten im Jahr 2014
auf 2‘
226
Punkte im Jahr
201
5
(vgl. die auf der Website des Bundesamtes für Statistik [www.bfs.admin.ch] unter „Statistiken finden“ unter der Rubrik „03 – Arbeit und Erwerb“ und der Unterrubrik „Löhne,
Erwerbseinkom
men und Arbeitskosten“ publizierten Lohn
entwick
lungsdaten)
ergibt dies ein Bruttoeinkommen von rund Fr.
67
‘
131
.-- (Fr.
66‘950
.-- / 2‘220
x 2‘
226
).
Damit ist dem Einkommensvergleich ein
Validen
einkommen
in dieser Höhe zugrunde zu legen.
7.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592
E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1,
126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (
BGE 143 V 295 E. 4.1.3
; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl.
BGE 143 V 295 E. 4.2.2,
142 V 178 E. 2.5.8.1
,
133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug
der
Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkre
ten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (v
gl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl.
,
N
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Mangels eines tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens ist für die Bestimmung des Invalidenlohnes ein statistischer Tabellenlohn heranzuziehen. Dabei ist vom standardisierten monatlichen Bruttolohn (inklusive 1
3.
Monatslohn, basierend auf einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für männliche Arbeitskräfte, Kompetenzniveau 1
,
auszugehen (Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstruk
turerhebung [LSE] 2014, Total). Somit ist von einem standardisierten Einkommen von Fr. 5'312.-- pro Monat beziehungsweise Fr. 63'744.-- pro Jahr auszugehen. Aufgerechnet auf die durchschnittli
che betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stun
den pro Woche
(vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, A-S) und angepasst an die Ent
wicklung der Nominal
löhne für
männliche Angestellte von 2‘220 Punkten im Jahr 2014
auf 2‘226 Punkte im Jahr 2015
ergibt dies
bei einem – dem Beschwerdeführer zumutbaren Beschäftigungsgrad von 50 % -
ein Bruttoeinkommen von rund Fr.
33
‘
316
.-- (Fr.
5‘312
.-- / 40 x 41.7 x 12 / 2‘220 x 2‘226
x 0.5
).
Damit ist dem Einkommens
vergleich ein Invalideneinkommen in
dieser Höhe zugrunde zu legen
.
7.5
Zu prüfen bleibt
schliesslich,
inwieweit vom
Invalideneinkommen ein leidensbe
dingter Abzug vorzunehmen ist.
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass
persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und
Ausmass
der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können
(BGE 124 V 321 E.
3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten
(BGE 126 V 75 E.
5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.
2; 134 V 322 E.
5.2 und
126 V 75 E.
5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist
(BGE 126 V 75 E.
5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs
einfliessen
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dür
fen (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E.
4.1.1
und
8C_805/2016 vom 22. März 2017 E.
3.1
mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges
gemäss
BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V
71 E.
5.2 und 126 V 75 E.
6).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E.
3.2 und
8C_808/2013 vom 14.
Februar 2014 E.
7.1.1 mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer machte geltend, ihm sei aufgrund der erheblichen und mannigfaltigen Einschränkungen der höchstmögliche Tabellenlohnabzug von 25 % zu gewähren.
Er könne diverse Aufgaben nicht erfüllen, benötige viele Pau
sen, sei verlangsamt, leide unter erhöhter Ermüdbarkeit und könne nur ein Teil
zeitpensum ausüben, was sich alles in einem reduzie
rten Lohn niederschlagen würde.
D
ie Gutachter
stellten
klar
(E. 4.
5
)
, dass dem Beschwerdeführer eine Halbtagestä
tigkeit zumutbar ist.
Eine solche könne er ausführen
, ohne
dass eine Anpassung
de
r Arbeitszeit
(
etwa aufgrund erhöhten Zeitbedarfs für den Toilettengang
)
not
wendig sei.
Der gesundheitlichen Einschränkung ist
daher
mit der Arbeitsfähig
keit von 50
% bereits genügend Rechnung getragen, eine nochmalige Berück
sichtigung beim leidensbedingten Abzug kann nicht erfolgen.
Laut der gestützt auf die LSE 2012 erstellten Tabelle zu den nach Beschäftigungs
grad, Geschlecht und beruflicher Stellung differenzierten monatlichen Durch
schnittsbruttolöhnen rechtfertigt ein Beschäftigungsgrad von 50-74 % bei Män
nern auf der untersten Stufe der beruflichen Stellung (ohne Kaderfunktion) kei
nen zusätzlichen Tabellenlohnabzug (Bundesamt für Sozialversicherungen,
IV-Rundschreiben Nr. 328 vom 22. Oktober 2014, Anhang; vgl. dazu
BGE 142
V
178
E. 2.5.1 mit Hinweis). Denn auf dieser Ebene besteht bei Männern zwischen dem Durchschnittslohn bei
einem Teilzeitpensum von 50-74
% proportional bezogen auf ein 100 %-Pensum (Fr. 6'080.--) und dem Durchschnittslohn
bei einem Voll
zeitpensum (Fr. 6'085.--) eine vernachlässigbare Differenz (von Fr. 5.--) und somit kein wesentlicher Unterschied. Bei Berücksichtigung der für das Jahr 2014 aktualisierten Tabelle besteht zwar bei den angegebenen Werten (Fr. 5‘714.-- [Teilzeitpensum] und Fr. 6‘069.--[Vollzeitpensum]) eine Differenz von Fr. 355.-- oder 5.85 %. Daraus ergibt sich jedoch keine überproportionale
Lohneinbusse
(Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2 und 8C_12/2017 vom 28. Februar 2017 E. 5.5.2 mit Hinweisen).
Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer aufgrund anderweitiger Faktoren seine Restarbeitsfä
higkeit unterdurchschnittlich verwerten könnte, liegen nicht vor.
Dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung keinen leidensbe
dingten Abzug gewährte
,
ist vor diesem Hintergrund daher nicht zu beanstanden.
7.6
Bei einem solchermassen erm
ittelten Invalideneinkommen von
Fr.
33‘316
.--
resultiert im Vergleich zum
Valideneinkommen
von
Fr.
67
‘
131
.--
eine
Erwerbs
einbusse
von Fr.
33‘815
.--.
Daraus resultiert ein
Invaliditätsgrad
von
50
%
, was zu einem Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenver
s
icherung führt.
8.
Die angefochtene Verfügung vom 25. Januar 2017 erweist sich
somit als rechtens. Die Beschwerde ist abz
u
weisen.
9.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen (
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
).