Decision ID: 7b8b29ed-134d-43a8-9983-595fd09e3488
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1955,
ist gele
rnter Dachdecker (
Urk.
8/42/4) und arbei
tete seit dem
Jahr 2000
als selbständiger Taxifahrer
(
Urk.
8/26 S. 2
). Unter Hin
weis auf
einen
Diabetes, eine Alkohol- und Benzo
diazepin
-Sucht, eine Depression und Gedächtnisprobleme
meldete sich der Versicherte am 27. Mai 2010 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/1
Ziff.
6.2).
Mit Verfügung
vom 17. November 2010 (
Urk.
8/16) verneinte
die
Sozialversi
che
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
einen
Rentenanspruch. M
it Ver
fügung vom 11. Januar 2011
(
Urk.
8/20)
verneinte sie auch einen Anspruch des Versich
erten auf berufliche Massnahmen
.
1.2
Unter Hinweis auf seit Mai 2013 bestehende Probleme an der rechten Schulter meldete sich
der Versicherte
am 30. Juni 2014 erneut bei der Invaliden
versi
cherung
zum Leistungsbezug
an
(
Urk.
8/23
Ziff.
6.2-6.3
).
Die IV
Stelle
holte medizinische Berichte (
Urk.
8/28,
Urk.
8/39/6-8,
Urk.
8/49
, Urk.
8/51
) und einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk.
8/26) ein und
veranlasste eine Abklärung für
Selbständigerwerbende
(Urk.
8/62). Nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/68-73) ver
neinte die IV-Stelle mit Ver
fügung vom
2.
November 2015 (
Urk.
8/74
=
Urk.
2
)
erneut
einen Renten
anspruch.
2.
Der Versicherte
reichte
der IV-Stelle
am
23. November 2015 (
Urk.
1)
ein Schrei
ben
ein
. A
m 30. November 2015 (
Urk.
5/2) ersuchte er die IV-Stelle,
sie
solle das Schreiben vom 23. November 2015
als Beschwerde
gegen die Ver
fügung vom
2.
November 2015 (
Urk.
2)
an das hiesige Gericht
weiterleiten
, was
die IV
Stelle
a
m 17. Dezember 2015
tat
(
Urk.
4). Der Versicherte machte
in der Eingabe vom 23. November 2015
geltend, dass er mit der
Verfügung vom 2.
November 2015 nicht einverstanden sei
. Sinngemäss beantragte er die Aus
richtung einer Rente.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 21. Januar 2016 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 1.
Fe
bruar 2016 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87
Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versi
cherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechts
kräfti
gen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Ver
änderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidi
tät zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
3
Anlass
zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentli
chen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit
Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich
im angefochtenen Entscheid
auf
den Stand
punkt, die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass
der Beschwerde
führer
seit dem 1.
Januar 2012 als Taxifahrer zu 100 % arbeitsunfähig sei. Eine
behinderungs
angepasste
Tätigkeit im Sinne einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit sei ihm aber zu 100 % zumutbar. Die Beschwerdegegnerin verneinte daher bei einem Invaliditätsgrad von 0 % einen Rentenanspruch (
Urk.
2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer
brachte vor
, er
sei
mit dem Entscheid der
Beschwe
rdegeg
nerin
nicht einverstanden
(
Urk.
1)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers seit der letztmaligen Prüfung
der Verhältnisse
mit Verfügung vom 17.
November
2010 massgeblich verändert hat und ob neu ein Rentenanspruch besteht.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer
befand sich
vom 11. Januar bis 28. Mai 2010 für einen stationären
Alkoholentzug
in der
Y._
(
Urk.
8/8
Ziff.
1.3).
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, attestierte
dem Beschwerdeführer
in einem Bericht vom 21. Juni 2010 (
Urk.
8/8) für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
als Taxifahrer
vom
2.
Januar bis zirka August 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %.
Der Hausarzt
gab an
,
b
ei weiterer Enthalt
samkeit könne
der Patient den Beruf als Taxifahrer wieder aufnehmen
. Zurzeit sei
er
noch in Rehabilitation
. Seines Erachtens sei ab August
2010
wieder mit einer Arbeitsfähigkeit zu rechnen
(
Ziff.
1.6-1.7).
Ab diesem Zeitpunkt
könne
mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit mit einem Pensum von 80
100
% gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
3.2
Med.
pract
. A._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Oberarzt,
Y._
, nannte
im
Bericht vom 9. August 2010 (
Urk.
8/12/7-10)
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive Episode, gegenwärtig remittiert. Zudem stellte er folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
Alkoholabhängigkeit
Nikotinabhängigkeit
Verdacht au
f
Störung durch Hypnotika, schädlicher Gebrauch, Differen
tial
diagnose: Abhängigkeit
insulinabhängiger Diabetes mellitus
Status nach akuter Pankreatitis vor 20 Jahren
arterielle Hypertonie
Hyperlipidämie
Schmerzen im Hüftgelenk beidseits
Med.
pract
.
A._
führte zur Anamnese aus
,
2009 seien zwei stationäre
Ent
zugsbehandlungen
im
B._
erfolgt (S. 2
Ziff.
1.4 oben).
B
ei Austritt aus der
Y._
am 28. Mai 2010 sei der Patient bezüglich der depressiven Erkrankung gesund und auch zu 100 % arbeitsfähig gewesen. Depressive Erkrankungen seien jedoch Rückfallerkrankungen, die
belastungsab
hängig
auch leicht zu deutlichen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit führen könnten. Prognostisch sei daher
zum Zeitpunkt des Austrittes
mit einer gemin
derten Arbeitsfähigkeit zu rechnen, sobald der Patient wieder depressiv werde.
Prognostisch könne die Arbeitsfähigkeit dann zu 50 % eingeschränkt sei
n
und bei einer vollen Depression auch zu einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % anwachsen (S. 2
Ziff.
1.4 unten). Der Patient sei zum Entlassungszeitpunkt zu 100 % arbeitsfähig gewesen. Schwankungen seien aber möglich (S. 3
Ziff.
1.7).
3.3
Dr.
med. C._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Assistenzarzt, und
Dr.
med. D._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie,
Oberarzt,
E._
, attestierten dem Beschwerdeführer in einem Bericht vom
2.
September 2010 (
Urk.
8/13) für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juli 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (
Ziff.
1.6).
Da
der Patient wieder als Taxichauffeur arbeite, sei diese Tätigkeit zumutbar, solange er abstinent bleibe (
Ziff.
1.7).
3.4
Dr.
med. F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Regio
nalärztlicher
Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), führte in einer Stellung
nahme vom 17. Novemb
er 2010 (
Urk.
8/15 S. 3) aus, gemäss Aktenlage
habe
in der bisherigen sowie in einer angepassten Tätigkeit vom 1. Januar bis 30. Juli 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestanden. Im August 2010 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestanden. Seit dem 1. September 2010 sei für die bisherige und eine angepasste Tätigkeit mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 % ausgewiesen, solange die Alko
hol- und
Hypno
tikaabstinenz
eingehalten werde
. Ab September 2010 sei somit kein relevanter Gesundheitsschaden mehr ausgewiesen. Die Prognose werde vorsichtig gestellt, da es sich um eine langjährige chronische Störung handle, die trotz langjährigen abstinenten Phasen wieder zu Rezidiven führen könne.
3.5
Die
Beschwerdegegnerin
verneinte daraufhin
mit Verfügung vom 17. November 2010 einen Rentenanspruch
, da
seit
September 2010 kein relevanter Gesund
heits
zustand mehr ausgewiesen sei
(
Urk.
8/16).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer
ist
seit dem 5. März 2014 in der
G._
in Behandlung (
Urk.
8/27/5
Ziff.
1.2).
Dr.
med. H._
,
Assistenz
ärztin
Orthopädie,
G._
, stellte
im
Bericht vom 17. Juli 2014 (
Urk.
8/27
/5-7) folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1):
Schulterschmerzen rechts mit
Kapsulitis
k
omponente
und begleitend Ver
dacht auf Bursitis
subacromial
Verdacht auf partielle
Rotatorenmanschettenruptur
(SSP)
Status nach
Frozen
shoulder
links vor zirka 15 Jahren mit Mobilisation in Vollnarkose
Diabetes mellitus
periphere arterielle Verschlusskrankheit (
PAVK
)
Dr.
H._
führte zur Anamnese aus, der Patient sei ihnen überwiesen worden bei seit Jahren therapieresistenter
Kapsulitis
mit begleitender Bursitis
subakro
mialis
, welche
auf konservative Therapiemassnahmen
bislang nicht adäquat
ange
sprochen habe. Der Patient sei Diabetiker
und habe deswegen seine berufli
che Tätigkeit als Taxifahrer verloren
(S. 1 f.
Ziff.
1.4).
Der Patient sei aufgrund der
Kapsulitis
bis mindestens 31. August 2014 zu 100 % arbeitsunfähig (
Ziff.
1.6).
Ihnen sei
erklärt worden, dass der
Arbeitsplatz
verlust
des Beschwerdeführers
aufgrund des Diabetes mellitus erfolgt sei.
D
er Patient
spreche aktuell
auf die konservativen
Therapie
mass
nahmen
seiner
Kapsulitis
gut an. Nach deren Abklingen könne evaluiert werden, ob die
Supra
spinatus
sehnen-Ruptur
klinisch relevant sei und operativ ange
gangen werden müsse (S. 2 f.
Ziff.
1.11).
4.2
Dr.
med. I._
, Assistenzarzt Orthopädie, und Prof.
Dr.
med. J._
, Teamleiter Schulterchirurgie,
G._
, führ
ten im Bericht vom 6. Oktober 2014 (
Urk.
8/39/9-10) aus,
der
Patient berichte, dass
eine
Infiltration
eine deutliche
Linderung der Schmerzen
gebracht habe. In der Funktion sei er weiterhin bei Überkopfarbeiten und schwerer Belastung ein
geschränkt. Der Patient sei derzeit ohne Arbeit.
Die
Arbeit als Dachdecker habe er nicht mehr aufnehmen können
. Gemäss dem Patienten fänden derzeit eine IV-Abklärung für eine leichtere körperliche Tätigkeit und
Wiedereingliede
rungsmassnahmen
statt
(S. 1). Von einer chirurgischen Intervention werde der
zeit bei
Schmerzregredienz
abgesehen. Auf lange Sicht gehe man davon aus, dass der Patient einer Arbeit als Dachdecker aufgrund der
Funktionsein
schränkung
der rechten Schulter nicht mehr nachgehen könne
.
Als angepasste Tätigkeit nannten die Ärzte eine administrative Arbeit (S. 2).
4.3
Dr.
med. K._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabi
litation, stellte in einem Bericht vom 20. Oktober 2014 (
Urk.
8/39/6-8) folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
Frozen
shoulder
rechts
sowie
I
mpingement
rechte Schulter
MRI vom 17. Juli 2013: Bursitis
subacromialis
,
Capsulitis
adhäsiva
,
Par
tialruptur
Supraspinatussehne
articularseits
, AC-Gelenksarthrose
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
K._
einen Status nach
frozen
shoulder
links vor zirka 15 Jahren mit Mobilisa
tion in Narkose, einen Diabetes mellitus, eine arterielle Hypertonie und eine peri
phere arterielle Verschlusskrankheit (
Ziff.
1.1).
Dr.
K._
führte zur Anamnese aus, der Beschwerdeführer habe seit zirka Anfang 2013 Schmerzen in der rechten Schulter. Vor zirka 15 Jahren
habe eine
Frozen
shoulder
-P
roblematik der linken Schulter bestanden
mit damaliger Mobilisation in Narkose. In der Untersuchung habe sich einerseits eine
Impingement
problematik
rechts
und andererseits
der Verdacht auf eine
Capsuli
tis
adhäsiva
ergeben. Unter NSAR und Physiotherapie sei keine Besserung der
Symptomatik
eingetreten
.
Eine
Arthro
-MRI-Abklärung habe Hinweise
für
eine
Frozen
shoulder
bestätigt. Des Weiteren seien eine AC-Gelenksarthrose, eine
articularseitige
Partialruptur der
Supraspinatus
sehne
und eine leichte Bursitis
subacromialis
festgestellt worden. Eine Steroidinfiltration habe kaum eine Besserung gebracht, so dass der Beschwerdeführer weiterhin Physiotherapie erhalten habe
(S. 2
Ziff.
1.4 oben). Die Prognose einer
Frozen
shoulder
-Proble
matik sei langfristig meistens gut. Inwiefern die
Rotatorenmanschetten
-Teilruptur und das
Impingement
den Patienten noch einschränken würden, werde
erst
der Verlau
f
zeigen. Der Patient stehe im Moment in der
G._
in Behandlung (S. 2
Ziff.
1.4 unten).
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Taxichauffeur habe vom 1
2.
Juni 2014 bis 4. Juli 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %
bestanden
(S. 3
Ziff.
1.6). Hinsichtlich der Belastbarkeit der rechten Schulter bestünden körperliche Ein
schränkungen. Der Patient könne zurzeit nicht als Taxichauffeur arbeiten (S.
3
Ziff.
1.7). Unter der weiteren Therapie sollte die Beweglichkeit weiter gesteigert und die Belastbarkeit dann wieder aufgebaut werden können (S. 3
Ziff.
1.8).
4.4
Der Beschwerdeführer ist zudem s
eit dem 3. Mai 2013 in der
L._
in ambu
lanter Behandlung (
Urk.
8/51
Ziff.
1.2).
Ein Therapeut der
L._
stellte in einem Bericht vom 20. Januar 2015 (
Urk.
8/51) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit (Ziff.
1.1):
heterosexuelle Pädophilie vom nicht ausschliesslichen Typus, seit zirka Mitte der 1990er Jahre
Alkoholabhängigkeit, gegenwärtig abstinent, spätestens seit 2003
Der Therapeut nannte zudem als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit eine unreife Persönlichkeitsstörung, seit der Jugend, und eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert.
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Taxifahrer
bestehe seit 2012
bis auf Weite
res
ei
ne Arbeitsunfähigkeit von 100 %
(
Ziff.
1.6).
A
us psychiatrischer Sicht bestehe bei der Pädophilie das Risiko eines Rückfalls, weshalb der Beschwerdeführer nicht mehr taxifahren sollte. Die Ausübung dieses Berufes sei deliktrelevant (
Ziff.
1.7).
Der Bes
chwerdeführer könne einen Beruf
ausüben, in welchem er keinen Kontakt zu Kindern habe (
Ziff.
1.8).
4.5
Dr.
med. M._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, RAD, führte in einer Stellungnahme vom 3. März 2015 (
Urk.
8/67 S. 3) aus, beim Beschwerde
führer seien eine
Impingement
-Symptomatik an der rechten Schulter, ein Zustand nach Alkoholabhängigkeit und Pädophilie diagnostiziert worden
, wobei sich
diese auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden
. Als Diagnosen ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine remittierte depressive Störung
und ein Diabetes. Einschränkend
seien im Wesentlichen schmerzhafte Bewe
gungen in der rechten Schulter. Die angestammte Tätigkeit sei seit 2012 aus somatischen und auch aus psychiatrischen Gründen nicht mehr zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 0 %. In Frage komme eine leichte wechselbelastende Tätigkeit, ohne Heben von Lasten von über 5 kg, ohne Vorhalten der Arme und Überkopfarbeiten. Zudem solle kein Kontakt mit Kindern bestehen.
Nach Erstellung eines MRI der Lendenwirbelsäule vom 3. Juli 2015 (
Urk.
8/64) hielt RAD-Arzt
Dr.
med. N._
, Facharzt für Chirurgie, am 28. Juli 2015 fest, der vollständig unauffällige MRI-Befund bewirke keine Änderung der RAD-Stellungnahme vom März 2015 (
Urk.
8/67 S. 5).
4.6
Dr.
med. O._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin und für
Angi
o
logie
, stellte im Bericht vom 18. Mai 2015
(
Urk.
3/1 =
Urk.
8/
75) folgende Diagnosen
(S. 1):
belastungsabhängige Beinbeschwerden, wahrscheinlich multifaktorieller Genese
Claudicatio
spinalis
bei engem Spinalkanal
p
eriphere arterielle Verschlusskrankheit
periphere arterielle Verschlusskrankheit Stadium I rechts, Stadium
IIa
links
langstreckiger
Abgangsverschluss A.
femoralis
superficialis
links
gering- bis
mässiggradige
Stenosen A.
femoralis
c
ommunis
und A.
femo
ralis
superfi
cialis
rechts
RF: Diabetes mellitus Typ 2, arterielle Hypertonie,
Nikotinabusus
Diabetes mellitus Typ 2, Erstdiagnose 1994
insulinpflichtig seit 1994
keine diabetische Retinopathie (Februar 2015)
Status nach Alkoholabhängigkeitssyndrom
Dr.
O._
führte aus,
der Beschwerdeführer habe angegeben, dass kein Myokardi
nfarkt aufgetreten sei. Eine kardiologische Beurteilung habe keine Hinweise für eine koronare Herzkrankheit ergeben (S. 1).
Als
Hauptbefund finde sich beim Patienten ein
langstreckiger
Abgangsver
schluss der A.
femor
a
lis
superficialis
links. Die Beckenarterien und die A.
femoralis
superficialis
rechts seien ansonsten durchgängig mit gering- bis
mäs
sig
gradigen
, zirka 50%-
igen
artherosklerotischen
Stenosen
speziell im Bereich der A.
femoralis
communis
und
der
A.
femoralis
superficialis
.
Die vom Patienten geklagten Beinbeschwerden beidseits würden nur unb
efriedi
gend
erklärt. Differentialdiagnostisch stelle sich die Frage einer multifaktoriellen Genese bei einer zusätzlich vo
rliegenden
Claudicatio
spinalis
(S. 2).
Dr.
O._
machte keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit.
4.7
Die Beschwerdegegnerin
führte
zudem eine Abklärung für
Selbständigerwer
bende
(
vgl. den
Bericht
vom 15. Juli 2015,
Urk.
8/62) durch.
5.
5.1
Von somatischer Seite
leidet der Beschwerdeführer
an
eine
r
Frozen
shoulder
und ei
nem
I
mpingement
der
rechten Schulter.
Im Weitern
bestehen
ein Status nach
Frozen
shoulder
links, ein Diabetes mellitus und eine periphere
arterielle Verschlusskrankheit
. Gemäss
Dr.
K._
wirken
sich diese
Diagnosen nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus
(E. 4.3 hiervor).
Aus psychiatrischer Sicht besteht zudem eine remittierte depressive Störung und es wurde eine Pädophilie diagnostiziert.
5.2
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Taxifahre
r nicht mehr arbeitsfähig ist. I
nsofern hat sich der Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführer
s
verändert. Gestützt auf die medizinischen Akten und die Einschätzung des RAD ist
aber
davon auszugehen, dass
er
in einer behinderungsangepassten
körperlich
leichten
,
wechselbelastenden Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist.
Zu vermeiden ist zudem ein Kontakt mit Kindern.
Der
vom Beschwerdeführer
mit der Beschwerde eingereichte
Bericht von Dr.
O._
vom 18. Mai 2015 führt zu keinem anderen Ergebnis.
Dr.
O._
schliesst darin
eine
angepasste
körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit nicht aus.
6.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Ein
kommensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Ein
kommens
vergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhe
bungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der LSE kann
aus
nahmsweise
der Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder „Dienst
leistungen") oder gar einer bestimmten Branche herangezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerbli
chen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, nament
lich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Bereich tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen
Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E.
5.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3).
Es besteht kein Grundsatz, wonach stets auf die Tabelle TA1 abzustellen ist. So kann es sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls rechtfertigen, anstatt auf die Tabelle TA1 auf die Tabelle TA7 („Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Tätigkeit, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen") abzu
stellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt und dem Versicherten der entsprechende Sektor offen steht und zumutbar ist (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1). Ferner kann bei qualifizierten Berufsleuten mit Fach- und Hochschulabschluss das Heranziehen der Tabelle TA11 („Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert und
Quartilbereich
] nach Ausbil
dung, beruflicher Stellung und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen") angezeigt erscheinen (SVR 2011 IV Nr. 55 S. 163, 8C_671/2010 vom 25. Februar 2011 E. 6.4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundes
gerichts 9C_841/2013 vom 7. März 2014 E. 4.2; vgl. auch Urteil des Bundesge
richts 8C_660/2014 vom 5. November 2014 E. 4).
6.3
Gemäss IK-Auszug
und Abklärungsbericht vom 15. Juli 2015
erzielte der Beschwerdeführer in den Jahren 2006 - 200
8
und 2011
als Taxifahrer
ein Ein
kommen von durchschnittlich
Fr.
38‘575.-- (
vgl.
Urk.
8/62 S. 6
Ziff.
4). Da davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer bei guter Gesundheit weiter
hin als Taxifahrer arbeiten würde, sind als
Valideneinkommen
Fr.
38‘575.-- zu veranschlagen.
Das Invalideneinkommen ist anhand von Tabellenlöhnen zu bestimmen.
Nach den statistischen Daten der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012 könnte der Beschwerdeführer in einfachen Tätigkeiten körperlicher oder hand
werklicher Art
(Kompetenzniveau eins)
ein Einkommen von
monatlich
Fr.
5‘210.-- erzielen
(LSE 2012 Tabelle TA1 S. 35)
. Nachdem dem Beschwer
de
führer keine körperlich schweren
Arbeiten
mehr möglich sind, ist der
Tabellen
lohn
zusätzlich
um 10 % zu kürzen. Anpasst an die
Nominallohn
ent
wicklung
von 0.7 % im Jahr 2013 (Tabelle T1.10 Nominallohnindex, 2011
2015) und unter Berücksichtigung einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.
7 Stunden
im Jahr 2013
ergibt sich ein Einkommen von
Fr.
59‘070.-- (Fr.
5‘210.-- x
12 :
40 x 41.7 x 1.007 x 0.9). Da das Invalideneinkommen über dem Einkommen liegt, das der Beschwerdeführer als Taxifahrer erzielte, scheidet ein Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 0 %
von vorneherein aus.
6.4
Zusammenfassend ergibt sich, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwer
de
führers
im Vergleich
zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses v
om 17.
No
vember 2010
nicht massgebli
ch verändert ha
t, da weiterhin kein Renten
an
spruch besteht.
Die angefochtene Verfügung vom
2.
November 2015 erweist sich
demzufolge
als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr. 5
00.-- festzusetzen und dem unterliegenden
Beschwerdeführer aufzuerlegen.