Decision ID: b6539fec-7806-4b0d-9ab8-50f19ea3fdad
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der
1954
geborene
X._
arbeitete seit dem
1.
Januar 2003
als
Linienbus-Chauffeur
für die
Y._
AG
und war damit bei der Suva obligatorisch gegen die
Folgen von Unfällen versichert
(
Urk.
10/4)
.
Am
2
3.
Februar 2016
stürzte er und zog sich mehrere
Prellungen zu
. Die Suva als zuständige Unfallversicherung erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen (
Verfahren UV.2020.00183
).
Am 1
3.
Juli
2016
erlitt der Versicherte in
Z._
einen Treppen
sturz
,
wobei er sich eine mehrfragmentäre distale
Tibiaschaftfraktur
rechts (1), eine mehr
frag
mentäre proximale
Fibu
lafraktur
rechts (2) sowie eine
Thoraxkontusion
ventro
lateral
rechts
(3) zuzog. Nach initialer ärztlicher Vorstellung in
H._
erfolgte die Repatriierung in die Schweiz. Der Versicherte
wurde vom in der Schweiz erst
behandelnden
Spital
A._
aufgrund der stark geschwollenen Weichteil
verhältnisse
zur
Analgesie und Durchführung abschwellender Massnah
men
aufgenommen. F
erner wurde die Tibia rechts am 2
2.
Juli 2016
operativ mittels Osteosynthese versorgt
(
Urk.
10/
12-13
).
Die Suva trat auf den Schaden
fall
ein und erbrachte die gesetzlichen Leistungen
(Urk. 10/
15
).
Zur
weitere
r
Reha
bilitation
hielt
sich der Ver
si
cherte
vom 2
8.
Dezember
2016
bis am
8.
Februar 2017
in der R
ehaklinik
B._
auf (
Urk.
10/68
).
Nach mehreren Standort
ge
sprächen
löste die Arbeitgeberin am 1
1.
Juli 2017 das Arbeitsverhältnis per 31. Oktober 2017 auf (
Urk.
10/121).
Am 2
0.
September 201
8 fand im
Spital
A._
die
Osteosynthesematerial
entfernung
sowie ein
e
Neurolyse
mit
Lipo
filling
des
Nervus
saphenus
rechts
statt
(
Urk.
10/18
0
).
Nach der kreisärztlichen
Untersuchung
vom 2
0.
Juni 2019 (
Urk.
10/214) sprach die Suva dem
Versicherten
m
it
Verfügung vom
9.
September 2019
mit Wirkung ab 1.
September 2019
eine Rente gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von
2
7 % zu (Urk. 1
0
/
221
).
Mit Ein
gabe
vom 10.
Oktober
2019
erhob der Versicherte dagegen Einsprache
(
Urk.
10
/
228
)
. Nach neuerlicher versicherungsmedizinischer
Vorlage a
m 1
5.
Juli 2020
(
Urk.
10/
234
) hielt die Suva an ihrem Standpunkt fest und wies die Einsprache
mit
Einspracheentscheid
vom
16. Juli
2020 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Beschwerdeführer am
7.
September 2020
Beschwerde und beantragt
e, es sei
ihm in Aufhebung des
Einspracheentscheids
eine angemessene, jedenfalls höhere Invalidenrente sowie eine angemessene Integritätsent
schädi
gung zuzusprechen
(
Urk.
1).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort
vom
1
5.
Oktober
2020 die Abweisung der
Beschwerde
(Urk. 7
),
was dem Beschwerde
führer am
2
8.
Oktober 2020
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
11
).
3.
Mit
Einspracheentscheid
vom 16. Juli 2020 hatte die Suva ausserdem Ver
si
cherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Sturz vom
23. Februar
2016 be
treffend die rechte Schulter per 30. August 2019 eingestellt. Das dagegen geführte Beschwerdeverfahren wurde unter der Prozessnummer UV.2020.000183 angelegt und wird mit Urteil heutigen Datums erledigt.
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
UV170760
Übergangsrecht UVG-Revision, in Kraft seit 1. Januar 2017
09.2019
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem
1. Januar 2017 ereignet haben,
nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
1
3.
Juli 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und i
n dieser Fassung zitiert werden
1.2
UV170040
Gegenstand der Unfallversicherung, Leistungsübersicht
05.2021
Gemäss Art. 6
Abs. 1
UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Be
rufskrankheiten gewährt
.
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie A
n
spruch auf eine Invalidenrente
(
Art.
18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch ent
steht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
). Zur Bestimmung des Invalidi
täts
grades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten)
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
)
1.4
UV170540
Invalidenrente, Invaliditätsbemessung und Alter
02.2021
Der Bundesrat hat gestützt auf Art. 18 Abs. 2 UVG in Art. 28 Abs. 4 UVV eine besondere Regelung getroffen für die Ermittlung des Invaliditätsgrades bei Ver
sicherten, welche die Erwerbstätigkeit nach dem Unfall altershalber nicht mehr aufnehmen (Variante I) oder bei denen sich das vorgerückte Alter erheblich als
Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt (Variante II). In diesen
Fällen sind gemäss Art. 28 Abs. 4 UVV für die Bestimmung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinkommen massgebend, die eine versicherte Person im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte (Urteil des Bundesgerichts 8C_799/2019 vom 17. März 2020 E. 2.3). Nach der Recht
spre
chung liegt das mittlere Alter im Sinne dieser Bestimmung bei etwa «42 Jahren» oder zwischen «40 und 45 Jahren» und das vorgerückte Alter im Bereich von «rund 60 Jahren», wobei für letztes der Zeitpunkt des Rentenbeginns massgebend ist (BGE 122 V 418 E. 1b, 122 V 426).
1.5
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
01.2021
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1
.6
UV170530
Beweiswert von versicherungsinternen ärztlichen Einschätzungen
01.2021
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungs
träger alleine lässt
nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
inter
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit,
dass
vorliegend auf das
kreisärztliche
Zumutbarkeitsprofil
der Fachärztin für Chirurgie
,
C._
,
abgestellt werden
könne
. Es sei aufgrund einer persönlichen Unter
suchung des Beschwerdeführers und in Kenntnis
sämtlicher
medizinischer Akten
sowie
der bildgebenden
Befund
e
erstellt worden. Die I
nvaliditätsbemessung
der IV
-Stelle
sei
vorliegend für die Bemessung der unfallbe
d
i
ngten
Invalidität
nicht von
Relevanz, da die Invalidenversicherung
als finale
Versicherung
sämtliche
, auch
krankheitsbedingte
Beschwerden
und Gebrechen
,
berücksichtige.
Im
mittle
ren
Alter
stehend
wäre dem Beschwerdeführer, allenfalls nach
Umschulung
-
oder
Wiedereingliederungs
massnah
men
,
das Umstellen auf eine leidensangepasst
e Tätigkeit
ohne
Weiteres
zuzumuten. Im
vorliegenden Fall
erscheine ein Abzug von 5
%
für
die diversen von der
Kreisärztin
aufgelisteten
Einschränkungen
als
angemessen
, zumal di
e oberen Extremitäten
unfallbe
d
i
ngt
unversehrt
geblieben seien
. Das ermittelte
hypothetische
Inv
a
l
ideneinkommen könne somit nicht
b
e
an
standet
werden. Ferner könne
auch
auf die Beurteilung
des Integ
ritäts
schadens
der
Kreisärztin
abgestellt werden. Sie führe mit
Bezugnahme
auf die einschlä
gigen Tabellen aus, weshalb
im Berei
ch des
Unterschenkels
und des
Fussgelenkes
(noch) kein erheblicher Integritätsschaden
vorliege (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Stand
punkt
,
es sei unbestritten,
dass er seinem angestammten Beruf als Linienbuschauffeur auf
grund der Unfallfolgen nicht mehr nachgehen könne. Sodann seien
die Unfallver
letzungen nicht vollständig abgeheilt
, da
ins
besondere belastungsabhängige Schmerzen im rechten Unterschenkel mit zusätzlichen Schmerzen im Fussgelenk und Gefühlsstörungen im Bereich des
Nervus
saphenus
verblieben
seien
.
An dem
von der K
reisär
z
t
in
C._
umschriebene
n
Zumutbarkeitsprofil
, nach welchem er unter bestimmten Voraussetzungen in einer leidensangepassten Tätigkeit noch
voll arbeitsfähig sei,
bestünden somit Zweifel (
Urk.
2 S. 5 ff.)
.
Ferner sei in Ge
samtschau aller Umstände ein leidensbedingter Abzug von mindestens 20
%
gerechtfertigt (Urk. 2 S. 7 ff.). Auch sei der Integritätsschaden von der Kreisärztin nicht gesetzeskonform abgeklärt worden. Es gehe weder aus dem
kreisärztlichen
Bericht vom 8. Juli 2019 noch aus der Ergänzung vom 1
5.
Juli 2020 hervor, welche bildgebenden Abklärungen ihr zur Verfügung gestanden seien und wes
halb entgegen der Ansicht von
Dr.
D._
, Chefarzt
in der o
rthopädische
n
Klinik
des
Spitals
A._
, keine MRI-Untersuchung zur Ermittlung des Be
funds nötig
gewesen sei
. Sodann erkläre sie nicht, weshalb die doch signifikanten Unfallfolgen keinen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung geben sollten
(
Urk.
2
S. 10
)
.
3.
3.
1
Im Austrittsbericht de
s
Spitals
A._
vom
2.
August 2016
wurden folgende Diagnosen aufgeführt
(Urk. 10/13)
:
-
Mehrfragmentäre, nach intraartikulär ziehende, distale
Tibiaschaftfraktur
rechts (AO 42 C3)
-
Mehrfragmentäre proximale
Fibulafraktur
rechts
-
Thoraxkontusion
ventrolateral
rechts
-
Röntgen Thorax vom 15.07.2016: keine
ossären
Läsionen
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
Unter
Metformin
-
HbA1c 6.7% am 19.07.2016
-
Arterielle Hypertonie
-
Adipositas WHO Grad II
-
BMI 39.2 kg/m2, Gewicht 130.3 kg, Grösse 182 cm
Als Therapie sei eine geschlossene Reposition und Plattenosteosynthese der Tibia rechts am 2
2.
Juli
2016 sowie die Anlage eines gespaltenen Unterschenkelgipses, eine Diabetesberatun
g sowie Physiotherapie erfolgt.
3.2
Anlässlich der Verlaufskontrolle vom 1
6.
Januar 2017 in der Oberarzt
sprech
stunde der chirurgischen Klinik
des Spitals
A._
berichtete die Oberärztin
Dr.
med.
E._
,
sechs Monate postoperativ
zeige sich
konventionell radiologisch sowie in der Computertomographie des rechtsseitigen Unterschenkels eine pro
gre
diente Frakturkonsolidation. Aktuell bestehe kein Anhalt für eine postope
rative Komplikation im Sinne einer
Pseudarthrosenbildung
oder ähnliches. Der Beschwerdeführer beklage nach wie vor jedoch eine Schmerzsymptomatik, die aufgrund der sprachlichen Barriere nur schwer eruiert werden könne und die heute insgesamt eher dem
Osteosynthesematerial
und weniger
ossär
, respektive der eigentlichen Frakturzone
,
entspreche. Insgesamt bestehe im postoperativen Verlauf zurzeit kein Verdacht auf eine Komplikation. Bezüglich der nach wie vor geschilderten Schmerzsymptomatik, insbesondere über dem
Osteosynthese
mate
rial
, solle die Analgesie angepasst und der Spontanverlauf abgewartet werden. Aktuell gebe es keinerlei Indikation für eine chirurgische Intervention oder gar Revision.
Auch der beigezogene
Dr.
med. F._
, Leitender Arzt Chirurgie
, empfehle das beschriebene
Prozedere
. Nach wie vor sei der Beschwerdeführer in seinem Beruf als Buschauffeur jedoch zu 100
%
arbeitsunfähig. Insgesamt sei aktuell auch noch nicht ersichtlich, wann diese Arbeit
wiederaufgenommen
werden könne
(
Bericht 3
1.
Januar 2017,
Urk.
10/56
S. 2-3
).
3.
3
Im Bericht vom
6.
Fe
bruar 2017 erhoben die Ärzte der Universitätsklinik
G._
folgende Diagnosen
(
Urk.
10/98 S. 1)
:
-
Delayed
U
nion bei St. n. minimal-invasiver Osteosynthese einer mehrfrag
mentären
Tibiaschaftfraktur
mit d
istal intraartikulärem Fraktura
u
s
läufer rechts 22.07.2016
-
Diabetes mellitus
-
Nicht insulinpflichtig
-
Adipositas
Rund sechs Monate nach schwerer Verletzung der rechten unteren Extremität mit mehrfragmentärer
Tibiaschaftfraktur
zeige sich eine verzögerte Knochenheilung bei ansonsten regelrechtem postoperativem Resultat. Es bestünden im Moment noch gute Chancen für eine vollständige Konsolidation bei deutlicher
Kallus
bil
dung
und allseits intaktem
Osteosynthesematerial
. Die stromähnlichen Beschwer
den dürften aufgrund einer Irritation des
Nervus
saphenus
bzw. einer möglichen Kompression desselbigen zu suchen sein. Dem Beschwerdeführer sei erklärt wor
den, dass insbesondere aufgrund der erhöhten Risikosituation bei Diabetes melli
tus eine minimal-invasive Osteosynthese mit eingeschobener Platte durchaus sinnvoll sei, jedoch
die
Irritationen des
Nervus
saphenus
die Folge sein könne. Letztlich besteh
e
eine
Druckdolenz
über dem me
dialen
Malleolus
bei promi
nen
tem
Osteosynthesematerial
in diesem Bereich
. D
ie Hautverhältnisse
seien
jedoc
h allseits intakt und es scheine
keine Hautperforation zu drohen. Eine
Osteosyn
thesematerialentfernung
biete sich an,
einerseits in der Hoffnung
,
die Irritation des
Nervus
saphenus
günstig beeinflussen zu können, sowie andererseits
,
die Be
schwerden über dem medialen
Malleolus
zu lindern. Eine Materialentfernung zum jetzigen
Zeitpunkt sei
jedoch nicht sinnvoll, zumal die Frakturheilung noch nicht abgeschlossen
sei
. Die Alternative einer operativen Revision mit Re-Osteo
syn
these
werde
zum jetzigen Zeitpunkt
nicht als sinnvoll
erachtet
, zumal noch Chancen auf eine Heilung
bestünden
und der
Beschwerdeführer
die Beschwerden als tolerabel einstuf
e (
Urk.
10/98
S. 2-3
).
3.
4
Im Austrittsbericht der Rehaklinik
B._
vom 2
8.
Februar 2017 wurden folgen
de Diagnosen genannt (
Urk.
10/
68
S. 1)
:
Unfall vom 13.07.2016: Treppensturz (in
H._
):
-
Mehrfragmentäre
, nach intraartikulär ziehende
distale Schaft
fraktur der Tibia mit sagittalem
und koronarem Frakturausläufer in das
obere
Sprunggelenk
(
OSG
)
. Ebenso mehrfragmentäre etwas
verkürzte
schräge proximale Schaftfraktur der Fibula
Unfall vom 22.02.2016: Sturz auf die rechte Schulter:
-
Kontusion Schulter rechts
Übrige Diagnosen:
-
St. n. Diskushernien-OP 2012
-
Diabetes mellitus Typ 2 (unter
Metformin
)
-
Arterielle Hypertonie (unter
Sevikar
HCT)
-
Adipositas WHO Grad II
V
or sieben Monaten
habe
der Beschwerdeführer eine dislozierte, intraartikuläre
Tibia
schaft
fraktur
rechts
erlitten
, welche operativ versorgt worden sei und aktuell fortschreitend, aber noch nicht komplett konsolidiert sei. Aktuell bestünden nach
vollziehbare Schmerzen im Bereich des
Osteosynthesematerials
, welches subku
tan zu palpieren sei, und welche die Belastbarkeit des rechten Beines ein
schränk
ten.
Eine
Osteosynthesematerialentfernung
sei momentan noch nicht durchführbar. Das Ausmass der physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklä
rungen sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht erklären. Der Beschwerde
führer habe motiviert an den Therapien teilgenommen, es sei ihm aber schwerge
fallen, Fortschritte in Hinblick auf Funktion und Aktivität wahrzunehmen, er sei sehr schmerzfixiert geblieben. Es müsse die Konsolidation der Tibia abgewartet werden. Es liege keine psychische Störung vor, welche eine arbeitsrelevante Leis
tungsminderung begründen könne. Die bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerde
führer aktuell nicht zumutbar, es seien aufgrund des Sicherheitsaspekts bezüglich Personenbeförderung dafür eine ausreichende Beweglichkeit der Schulter rechts und eine volle Einsatzfähigkeit des rechten Beines nötig. Da
aktuell noch eine medizinische
Abklärungs- und Behandlungsphase bestehe, könne die Zumutbar
keit angepasster Tätigkeiten noch nicht festgelegt werden
(
Urk.
10/68 S. 2-4).
3.5
Dr.
F._
hielt i
m Verla
ufsbericht vom 1
3.
April 2017 fest, neu
n Monate post
operativ nach osteosynthetischer Versorgung einer distalen
Tibiaschaftfraktur
in minimalinvasiver Technik bei Diabetes mellitus Typ 2 sowie protrahiertem
ossärem
Heilungsverlauf zeige sich aktuell klinisch eine stabile und nur noch lokal, vor allem im
Osteo
synthesematerialbereich
dolente
Situation mit Irrita
tionen im Innervationsgebiet des
Nervus
saphenus
.
Es bestehe aktuell weiterhin keine Indikation für eine Revision.
Bezüglich der Arbeitsunfähigkeit bestehe eine solche für 100
%
als Buschauffeur
(Urk.
10/80).
3.6
Im Verlaufsbericht vom
7.
Juli
2017 führte
Dr.
F._
aus, g
ut ein Jahr post
operativ
zeige
sich nun ein wiederum radiologisch nachweisbarer, leichter Fort
schritt der
Durchbauung
bei subjektiv erneuter Verbesserung der Beschwerden. Weiter besteh
e
die bekannte Irritation im Bere
ich des
Nervus
saphenus
. Nichts
destotrotz
sei
zusammenfassend von einer verbesserten Situation zu sprechen, sodass
vorerst
weiterhin
zugewartet werde. Eine
allfällige
Osteosynthesematerial
ent
fernung
sei
nach 24 Monaten zu planen. Die
Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
als Chauffeur sei verlängert worden (
Urk.
10/
116
S. 2-3).
3.7
Im E-Mail vom
2
4.
Januar 2018 zuhanden der Suva bezüglich der
einge
schränk
ten Leistungsfähigkeit aufgrund
der Unterschenkelfraktur des Beschwerdeführers
legte
Dr.
F._
dar
,
dass der Beschwerdeführer
von der Belastung her voll auf das Bein stehen
dürfe
, wobei er gemäss letztem Sprechstundenbericht bis zu 1
h schmerzfrei gehen könn
e
. Entsprechend könne er se
ines Erachtens in einem An
fangsp
ensum von 50-70% in rein sitzender Tätigkeit eingesetzt werden. Kürzere Strecken (Arbeitsweg) sollten bei normalem Gehen auf ebenem Unter
grund möglich sein. Hingegen seien Unebenheiten, Besteigen von Leitern und Gerüsten sowie Treppensteigen über mehrere Stockwerke nicht zumutbar (
Urk.
10/137).
3.
8
Dr.
F._
erweiterte
im Verlaufsbericht vom 2
0.
Juli 2018
die Diagnosen
um die
Dysästhesie im Bereiche des
N.
saphenus
. G
ut zwei Jahre postoperativ, nach osteosynthetischer Versorgung einer distalen
Tibiaschaftfraktur
in minimalin
va
siver Operationstechnik bei Diabetes mellitus Typ 2, zeige sich nach zwischen
zeitlich protrahiertem
ossären
Heilungsverlauf nun eine klinisch wie auch radio
logisch fortgeschrittene Konsolidation. Weiterhin bestehe die bekannte Irritation im Bereich des
Nervus
saphenus
. Der Beschwerdeführer werde
zur Beurteilung
hinsichtlich der
Nervus
-
saphenus
-
Problematik
in die plastische Chirurgie über
wiesen. Danach werde
entweder nur die
Osteosynthesematerialentfernung
oder dann eben der
Kombinationseingriff mit Revision im
Saphenusbereich
geplant (
Urk.
10/161).
3.
9
Im Operationsbericht vom 2
4.
September 2018 des
Spitals
A._
wurde festgehalten, e
s habe sich im Rahmen der Testblockade des
Nervus
saphenus
gezeigt
, dass die Beschwerden v
erschwänden
. Es
sei
entsprechend mit dem
Beschwerdeführer
der Versuch der
Neurolyse
mit einem
Lipofilling
zur Schaffung einer Verschiebeschicht
diskutiert
w
orden
.
Am 2
0.
September 2018 wurde die
Osteosynthesematerialentfernung
sowie die
Neurolyse
mit
Lipofilling
des
Nervus
saphenus
an der Tibia rechts durchgeführt
(Urk. 10/180).
3.
10
PD
Dr.
med.
I._
erhob anlässlich der plastisch-chirur
gischen Sprechstunde am
8.
November 2018 folgende
Diagnose
:
-
Persistierende Schmerzen sowie trop
hi
sche Störungen bei
:
-
Status nach geschlossener Reposition und
Plattenosteosynthese
Tibia
schaft
frak
tur
rechts am 22.07.2016 mit konsekutiven neurop
a
thischen Schmerzen des
Nervus
saphenus
rechts
-
Status nach
OSME Unterschenkel rechts
sowie
Neurolyse
und
Lipo
fill
ing
Nervus
saphenus
rechts am 20.09.2018
Es zeig
t
en sich beim
Beschwerdeführer
mehrere Probleme. Aufgrund der tro
phi
schen
Schädigung des Beines berichte
er
vor allem nach Gehstrecken über ein Anschwellen des Beines, klinisch
habe
die Haut trophische Probleme und An
zeichen einer Lymphstauung
gezeigt
. Diesbezüglich
sei ihm
eine Ve
rordnung für Lymphtherapie gege
ben
worden
. Weiterhin
liege
im selben Kontext der trophi
schen
Problematik des Unterschenkels
eine persistierende Wundheilungsstörung im Operationsgebiet auf Höhe der Tib
ia v
or
. Diese präsentiere sich als akt
uell trockene Mumifi
k
ation. Zuletzt lieg
e
eine persistierende Problematik mit neuro
p
athischen Schmerzen im Ver
sorgungsgebiet des
Nervus
saphenus
vor. Insgesamt
habe der Beschwerdeführer
über ei
ne deutliche Beschwerdeverbesse
rung
berich
tet, gut sei
die Situation aber noch nicht.
Es werde den konservativen Mass
nahmen mit dem Ziel
,
die trophische Situation zu verbessern und zu überprüfen
,
Vorrang
gegeben
.
Sollte
sich
im Verlauf
die Situation nicht zur Zufrieden
heit des Beschwerdeführers
entwickeln, so v
erbleibe
als Alternative immer noch die Neu
rotomie des
Nervus
saphenus
auf Höhe des Knies mit einer deutlichen Verbes
se
rung der Beschwerden und gleichzeitigem Sensibilitätsausfall in seinem V
ersor
gungsgebiet als Kehrseite (
Bericht vom 1
2.
November 2018,
Urk.
10/192).
3.1
1
PD
Dr.
I._
hielt im Abschlussbericht vom
4.
März 2019 fest, e
rfreu
li
cherweise sei die Wundheilungsstörung vollstän
dig abgeheilt. Anamnestisch und
klinisch zeige sich eine persistierende gemischte Problematik mit
osteokartila
ginösen
Schmerzen betont im Bereich des Sprunggelenks als auch einer Neuralgie
im Versorgungsgebiet des
Nervus
saphenus
. Erfreulicherweise seien beide Schmerz
komponenten im Vergleich zu vor der Operation deutlich geringer und zwar so gering, dass der Beschwerdeführer im Moment in seinen Alltagsakti
vi
täten nicht soweit gestört
sei
, als dass er eine weitere Korrektur wünsche. Diese würde in einer Neurotomie des
Nervus
saphenus
nahe des faszialen Durchtritts bestehen. Grundsätzlich sei der
Beschwerdeführer
mit dem Verlauf der Behand
lung und dem erreichten Resultat zufrieden, sodass zum jetzigen Zeitpunkt keine fixen Nachkontrollen mehr eingeplant seien (Urk. 10/199).
3.1
2
Am 2
0.
Juni 2019
wurde der Beschwerdeführer von Kreisärztin
C._
unter
sucht. Dabei führte sie folgende Diagnosen auf (
10/
214
S. 5-6):
-
Status nach mehrfragmentärer, nach intraartikulär ziehender distaler
Tibiaschaftfraktur
rechts vom 13.07.2015 (richtig: 2016)
-
Status nach geschlossener Reposition und Plattenosteosynthese Tibia rechts (22.07.2016)
-
Delayed
Union, ab August 2018 konsolidierte Fraktur
-
Dysästhesie im Bereich des
N.
saphenus
-
Status nach OSME Tibia rechts und
Neurolyse
des
N.
saphenus
rechts mit
Lipofilling
(20.09.2018)
Als umfallfremd
e
Nebendiagnosen wurden folgende genannt:
-
Diabetes mellitus Typ II
-
Arterielle Hypertonie
-
Adipositas WHO Grad II, BMI 39,2 kg/m2
-
Status nach Schulterarthroskopie mit
Rotatorenmanschetten
rekon
struk
tion
,
Bizepstenotomie
und
Acromioplastik
rechts am 17.08.2017
-
Status nach
Diskushernienoperation
2012 (
Spital J._
)
Beim Beschwerdeführer sei es nach Osteosynthese der oben genannten Fraktur zu einem protrahierten Verlauf mit
Delayed
Union
sowie
zur Irritierung des
Nervus
saphenus
gekommen
. Nun nach
der
Osteosynthesematerialentfernung
zeige
sich ein stabiles Resultat. Die Knochenheilung
zeige
sich gemäss Röntgenbilder voll
ständig. Eine leichte Verbesserung sei durch die
Neurolyse
und das
Lipofilling
aufgetreten, jedoch
seien
die Beschwerden nicht komplett verschwunden. Es
sei
daher von einem mässig guten Resultat zu sprechen. Die Schmerzen des
Be
schwerdeführers
, vor allem bei Belastung,
seien nachvoll
ziehbar. Diese könn
t
en im Arbeitsleben beeinträchtigend wirken. Von
weiteren ärztlichen Massnahmen sei
nicht mit dem Beweisgr
ad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit eine Ver
besse
rung zu
erwarten
. Es
werde
daher ein Zumutbarkeitsprofil erstellt
:
Das Heben und Tragen von Lasten soll
e
nur leicht bis mittel
sein
im Stehen
. Arbeiten, welche regel
mässiges Knien und Kauern erfordern sowie Schläge oder
Vibratio
nen auf das rechte Bein
bzw. den Unterschenkel dürf
t
en nicht durchgeführt werden. Die
Stellung bezüglich Sitzen und S
tehen solle frei wählbar sein. Das Gehen, auch über längere Strecken
sei
durchführbar, sollte jedoch nicht länger als eine halbe Stunde bis 3⁄4 Stunde
betragen und dürfe
n
icht auf unebenem Ge
lände durch
geführt werden. Das Treppensteigen
könne
manchmal durchge
führt werden. Da
s Arbeiten auf Lei
tern
bzw. das Betreten von Gerüsten d
ürfe
nicht mehr durchgeführt werden. Eine weitere Ausübung der Arbeit als Chauffeur
sei
nicht vollzeitig möglich, da Fahren nicht länger als eine halbe Stunde
möglich sei. Aus diesem Grund sei
die Wie
dereingliederung in den ange
stammten Beruf nicht möglich. Dem
Beschwerdeführer sei
weiterhin die Schmerzmedikation mit
Novalgin
, welche er sporadisch e
innehme
, zu gewähren. Es
sei
nicht mehr not
wendig, dass sich der
Beschwerdeführer
bei der Physiotherapie vorste
lle
, da diese keinen weiteren Erfolg
gezeigt habe. Es sei ihm
bis auf Weiteres ein Arztbesuch pro Jahr zur Kontrolle des postoperativen Ergebnisses zu gewähren. Die
Erheb
lichkeits
grenze
für eine Integritätsentschädigung
werde
nicht erreicht. Es zeig
t
en sich im
OSG
keine objektivierbaren Veränderungen im Sinne einer Arthrose
(
Urk.
10/214 S
. 6-7
).
3.13
In der ausführlichen Stellungnahme vom 1
5.
Juli 2020
zur Schätzung des Inte
gritätsschaden
s
ergänzte die Kreisärztin, die Fussbeweglichkeit sei beidseits symmetrisch und frei, bezüglich der Kraft bestehe beidseits eine Kraft von M5/
5.
Die
Plantae
Pedes
seien
symmetrisch
verschwielt
und die Sensibilität im Bereich des Fusses nicht gestört. Aktuell
sei
die
Erheblichkeitsgrenze
für eine Integritätsentschädigung nicht erreicht. Dazu
seien
die UVG-Tabellen bezüglich der Integritätsentschädigung
heranzuziehen. Die Bildgebung zum Zeit
punkt der kreisärztlichen Untersuchung
sei aktuell gewesen
. Gemäss Tabelle 5, Integritäts
schad
en bei Arthrosen, sei
die
Erheblichkeitsgrenze
nicht erreicht im OSG.
So
dann gebe der Beschwerdeführer
im Bereich des Unterschenkels (Wade medial und lateral) ein dumpfes Gefühl sowie Hypästhesie an. Die Sensibilität im Bereich der Füsse
sei
nicht vermindert. Gemäss Tabelle 2, Integritätsentschädigung bzw. Integritätsschaden bei Funktionss
törung an den unteren Extremitä
ten
,
würden
Sensibilitätsstörungen nicht berücksichtigt. Nervenläsionen
würden
erst ab
einer Lähmung der Muskulatur berücksichtigt. Sensibilitätsstörungen im Bereich des Fusses, welche zu G
angunsicherheit und -störungen führen würden, seien
nicht gegeben. So dass kein Quervergleich gezogen werden
könne.
Bei intraartikulärer Fraktur im Bereich der distalen
Tibia sei
über die Zeit eine
arthrotische
Ent
wicklung möglich. Aus diesem Grund
sei
eine
Reevaluation
der Integritätsent
schädigung bei einer Schmerzzunahme bzw. bei Rückfallmeldung zu
reevaluieren
(Ur. 10/234)
.
4.
Die
anlässlich der Besprechung vom 2
0.
Juni 2019 (
Urk.
10/212) erfolgte Einstel
lung der Heilungskosten bis auf
die weitere Finanzierung
von
N
ovalgin
,
die Ein
stellung
der Taggeldleistungen per
1.
September 2019
und die anschliessend ein
geleitete Rentenprüfung
gestützt
auf den Bericht der gleichentags erfolgten kreis
ärztlichen Untersuchung (E. 3.12)
w
urde vom Beschwerdeführer
nicht moniert
, was auch
aufgrund der medizinischen Aktenlage nicht zu
beanstanden
ist
.
Da der Beschwerdeführer
somit
im Zeitpunkt des Fallabschlusses per 31.
August 2019 das Rentenalter erreicht hat, sind
in den
nachfolgenden
Erwägungen
gemäss
Art. 28 Abs. 4 UVV die Erwerbsmöglichkeiten einer Person im mittleren Alter
massgebend
(
E. 1.4
).
5.
5.1
Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
stützte sich die Beschwerdegegnerin
mass
geblich
auf die
kreisärztliche
Untersuchung
vom 2
0. Juni 2019 (E. 3.12
)
. Unbe
stritten
und aufgrund der medizinischen Akten fest
stehend ist
, dass
dem Be
schwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Buschauffeur unfallbedingt nicht mehr zumutbar ist
. Zu prüfen ist
somit
, ob und in welchem Umfang der Be
schwerdeführer
im mittleren Alter
in einer angepassten Tätigkeit arbeits- bzw. leistungsfähig
wäre
.
5
.2
Bei der kreisärztlichen Beurteilung berücksichtigte
Kreisärztin
C._
sämtliche medizinische
Vorakten
sowie die geklagten Beschwerden und setzte sich aus
führlich mit den radiologisch sowie intraoperativ erhobenen Befunden und den biomechanischen Zusammenhängen auseinander. Damit vermag die kreisärzt
liche Beurteilung die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anfor
derungen vollumfänglich zu erfüllen
und es kommt ihr voller Beweiswert zu
(E.
1.5
)
.
Insbesondere
ist die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit anhand der
V
orakten
und der geklagten Restbeschwerden
nachvollziehbar und das nach eingehender klinischen Untersuchung des Beschwerdeführers erstellte Zumutbarkeitspro
fil nimmt auf die unfallkausal
bestehenden Einschränkungen des Beschwer
deführers angemessen Rücksicht
(
E. 3.12
). Die Einschätzung
berücksichtigt
insbesondere auch
das am
2
4.
Januar
2018
angegebene Belastungsprofil von
Dr.
F._
(
Urk.
10/214 S. 3) und stimmt mit diesem
überei
n
.
Dr.
F._
erachtete den
Be
schwerdeführer bereits zu diesem Zeitpunkt
–
vor dem zur deutlichen Beschwer
deverbesserung führenden Eingriff vom 20. September 2018
(
Urk.
10/192 S. 2 und
Urk.
10/199 S. 2) -
in einem Anfangs
p
ensum von 50
%
bis
70
%
in einer
rein sitzende
n
Tätigkeit
ohne Gehen auf unebenem Gelände, Besteigen von Leitern und Gerüsten sowie Treppensteigen über mehrere Stockwerke
arbeitsfähig und
mutete dem
Beschwerdeführer
das Gehen von kürzeren Strecken auf ebenem Grund
zu
(E.
3.7)
.
Hinzu kommt, dass
die
Kreisärztin
im Zumutbarkeitsprofil
fest
hielt
, dass dem Beschwerdeführer das Heben und Tragen von leichten bis mittelschweren Lasten im Stehen
möglich
sei.
Demnach sieht sie das
Tragen der leichten bis mittelschweren Lasten
nur
während
wenige
n
Schritte
n
vor
, was
dem Beschwerdeführer
mangels anderslautender medizinischer Einschätzung
durch
aus zumutbar ist
. Gleich verhält es sich mit dem Gehen von längeren Strecken (bis zu 3⁄4 Stunde). Denn bereits
ab April 2017
gab der Beschwerdeführer an,
dass er
den
Gehstock nur für längere Gehstrecken
benutze
(
Urk.
10/80 S
. 3 und
Urk. 10/116 S. 2)
. Ab Januar 2018 berichtete er, dass er den Gehstock nun ganz weglasse und ihm ein schmerzfreies Gehen
über eine Stunde
möglich
sei
(
U
rk.
10/137
,
Urk.
10/
140
S.
3
und
Urk.
10/
161
S. 2).
Aufgrund der deutlichen Beschwerdeverbesserung nach
dem zweiten operativen Eingriff
ist nach
Abhei
lung der Operati
onswunde nicht davon auszugehen
, dass sich
die davor beschrie
bene Situation
bezüglich des
Gehen
s
überwiegend wahrscheinlich
verschlechtert h
at
.
Schliesslich
vermag der Beschwerdeführer auch mit seinem Vorbringen
regelmässig
Novalgin
einzunehmen, dessen Nebenwirkungen von der Kreisärztin nicht berücksichtigt worden seien (
Urk.
1 S. 6)
,
nichts zu seinen Gunsten abzu
leiten.
In der kreisärztlichen Untersuchung gab der Beschwerdeführer an, nicht mehr regelmässig Analgetika einzunehmen, d.h. in Reserve
Daf
a
lgan
oder
Novalgin
, was im Schnitt alle zwei Tage einmal notwendig sei (
Urk.
10/2
1
4 S. 4).
Die sporadische Medikamenteneinnahme hat die Kreisärztin demnach insbeson
dere
in verantwortungsvollen
oder gefährdenden
Tätigkeiten
beachtet
. Hinzu kommt,
dass
aufgrund der
durchgehend
angegebenen
belastungsabhängigen
Schmerzen
davon auszugehen ist, da
ss der Beschwerdeführer
die Schmerztablette ohnehin
gegen Ende des Tages
einnimmt
,
und
er
bereits
vor der zweiten Operation über
keine fixe
Analgetikaeinnahme
mehr
berichtete (Urk.
10/170 S. 2).
Sodann ist bezüglich
des
im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren Nr. UV.2020.00183
identisch vorgebrachten
Einwand
es
gegen die
fachliche Kompetenz von Kreis
ärztin
C._
(
Urk.
1 S.
7)
vollumfänglich auf die dortigen Ausführungen zu verweisen
(Urteil UV.2020.00183 E.
4.2
)
.
Im Übrigen kann
im vorliegenden Fall
nicht auf die medizinische Beurteilung des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) der IV-
Stelle abgestellt werden, da
die
Invaliditätsbemessung bereits per
1.
Juli 2017
unter Berücksichtigung sämtlicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen – nicht nur der unfallbedi
ngten -
einschliesslich
des einer Wiedereingliederung entgegenstehenden Alters
erfolgte
(
Urk.
3/3 S. 5-6).
5
.3
Zusammenfassend ergeben sie keine begründeten Zweifel an den Beurteilungen der Kreisärztin. Von weiteren Abklärungen, wie vom Beschwerdeführer gefordert, sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinwiesen) zu verzichten ist. Mithin ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer jedenfalls seit Juli 2019 (Zeitpunkt Rentenprüfung)
im mittleren Alter
in einer – näher umschriebenen - leidensangepassten Verweistätigkeit voll arbeitsfähig
wäre.
6
.
Im Weiteren ist zu prüfen, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
6
.1
Gestützt auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin (Urk.
10/211
) legte
die Beschwerdegegnerin
das hypothetische
Valideneinkommen
einer Person im mittleren Alter
somit
auf Fr.
88‘455
.--
(Stand 2019)
fest, was aufgrund der Akten nachvollziehbar erscheint und entsprechend auch nicht beanstandet wurde.
6
.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
6
.3
Das Invalideneinkommen
bemass
die Suva
im
Einspracheentscheid
vom 16.
Juli 2020 (
Urk.
2)
aufgrund von Tabellenwerten der Schweizerischen Lohnstruktur
erhebung
(
LSE
)
2016,
wobei sie
auf das Kompetenzniveau 1
abstellte und daraus
unter Berücksichtigung der für das
Jahr 2019 aktuell
ermittelten
Nominal
lohn
erhöhung von 0.9
%
ein Invalideneinkommen von
rund
Fr.
68‘013
.--
ermittelte.
Selbst wenn
das Invalideneinkommen
rechtsprechungsgemäss
nach der
zum Zeit
punkt des erlassenen
Einspracheentscheids
aktuellsten LSE 2018 (publiziert am 21. April 2020)
ermittelt wird
, resultiert
bei der Invaliditätsbemessung ebenfalls ein I
nvaliditätsgrad
von 27
%
. Demnach
besteht kein Anlass
zur Korrektur der Bemessung
, zumal auch
vom Beschwerdeführer
lediglich
die Höhe des
Leidens
abzugs
beanstandet
wurde
.
6
.4
Die Suva gewährte dem Beschwerdeführer einen leidensbedingten Abzug von 5 % (
Urk.
2 S. 9). Der Beschwerdeführer hält dafür, dass insgesamt ein Leidensabzug von mindestens 20
%
vom Tabel
lenlohn zu berücksichtigen sei
(Urk. 1 S. 9). Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges
gemäss
BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und 8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen). Vorliegend sind keine
solche
n
Asp
ekte
oder Merkmale zu erkennen,
daher ist der leidensbedingte Abzug von 5 % zu belassen
, mit welchem dem Umstand
der
diversen
von der
Kreisärztin
aufgelis
teten Ein
schränkungen Rechnung getragen wird
,
obwohl der Tabellenlohn im Kompetenz
niveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten um
fasst (Urteil des Bundesgerichts 9C/447/2019 vom 8. Oktober 2019, E. 4.3.2)
.
Ferner
sind allfällige mit dem tatsächlichen Alter des Beschwerdeführers im Zusammenhang stehende Aspekte bei der Stellensuche hier
ausser
Betracht zu lassen, da die Invaliditätsbemessung auf der Basis der Eingliederung einer Person im mittleren Alter zu erfolgen hat.
Demnach ist das von der Suva berechnete Invalideneinkommen
unter Berücksichtigung des Leidensabzugs
von
5
%
in der Höhe von
rund Fr.
64‘612.-- n
icht zu beanstanden.
6
.5
Wird das
Valideneinkommen
von rund Fr. 88‘455.-- dem Invalideneinkommen von rund Fr. 64‘612.-- gegenübergestellt,
ergibt sich
nach dem Gesagten
der von der Beschwerdegegnerin ermittelte
Invaliditätsgrad von
27
%
.
7
.
Strittig und zu prüfen ist
schliesslich
die Festsetzung des Integritätsschadens.
7
.1
UV170430
Integritätsentschädigung, Grundlagen
02.2021
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädi
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Inte
gritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht über
steigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs
3.
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der ge
samten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchst
betrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Vor
aussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen be
rück
sichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlim
merung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
7
.2
UV170450
Integritätsentschädigung, Integritätsschäden, Skala im Anhang 3 zur UVV
02.2021
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Inte
gritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. Für die darin genannten Integri
täts
schäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädi
gung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
7
.3
UV170460
Integritätsentschädigung, Integritätsschäden, Suva-Tabellen (Feinraster)
02.2021
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundes
rät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso weniger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regelfall, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
7
.4
Im Rahmen des
Einspracheverfahrens
hat die Kreisärztin am 1
5.
Juli 2020 (E. 3.13) nochmals ausführlich zum Integritätsschaden Stellung genommen
. Sie beurteilte diesen
gestützt auf die Aktenlage
, die aktuellen radiologischen Befunde
sowie ihre
eigenen Erhebungen vom 2
0.
Juni 2019 (E
.
3.12) und führte aus:
Beim
Beschwerdeführer sei es am 1
3.
Juli 2015 (richtig: 2016) zu einer mehrfrag
men
tären, nach intraartikulär ziehenden distalen
Tibiaschaftfraktur
rechts gekommen.
Am 2
2.
Juli 2016
sei
eine geschlossene Reposition
und Plat
t
enosteosynthese an der Tibia rechts
erfolgt
.
Nachfolgend habe sich ein
schwier
iger Verlauf mit
Delayed
Union
gezeigt
. Ab
August 2018 sei dann bildgebend eine konsolidierte Fraktur nachgewiesen worden. Zusätzlich bestehe
jedoch
eine Dysästhesi
e
im Bereich des
N.
saphenus
. Aus diesem Grund
sei
nach
der
Osteosynthesentfernung
am 2
0.
September 2018 zusätzlich eine
Neurolyse
des
N.
saphenus
rechts mit
Lipofilling
erfolgt
. Die
Fussbeweglichkeit sei beidseits symmetrisch und frei
. B
ezüglich
der Kraft bestehe beidseits eine Kraft von M5/
5.
Die
Plantae
Pedes seien symmetrisch
verschwielt
und die Sensibilität im Bereich des Fusses nicht gestört. Aktuell sei die
Erheblichkeitsgrenze
für eine Integritätsentschädigung nicht erreicht. Dazu seien die UVG-Tabellen bezüglich der Integritätsentschädigung heranzuziehen. Die Bildgebung zum Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung sei aktuell gewesen. Gemäss Tabelle 5, Integritätsschaden bei Arthrosen,
sei
die
Erheblichkeitsgrenze
im OSG
nicht erreicht. Sodann gebe der Beschwerdeführer im Bereich des Unterschenkels (Wade medial und lateral) ein dumpfes Gefühl sowie
eine
Hypästhesie an. Die Sensibilität im Bereich der Füsse sei nicht vermin
dert. Gemäss Tabelle 2, Integritätsentschädigung bzw. Integritätsschaden bei Funktionsstörung an den unteren Extremitäten
,
würden
Sensibilitätsstörungen nicht berücksichtigt.
Nervenläsionen würden erst ab
einer Lähmung der Musku
latur berücksichtigt. Sensibilitätsstörungen im Bereich des Fusses, welche zu Gangunsicherheit und -störungen führen würden, seien nicht gegeben
,
s
o dass kein Quervergleich gezogen werden könne. Bei
einer intraartikulären Fraktur
im Bereich der distalen Tibia sei über die Zeit eine
arthrotische
Entwicklung möglich. Aus diesem Grund sei eine
Re
evaluation
der Integritätsentschädigung bei einer Schmerzzunahme bzw. bei Rückfallmeldung
vorzunehmen
(Ur. 10/234).
7
.5
Die
Beurteilung
der Kreisärztin
hinsichtlich
des Integritätsschadens
bei
Arthrose erfolgte
,
wie von ihr ausgeführt,
anhand der aktuellen Bildgebung vom
August 2018, auf welcher sie im unfall
betroffen
en Bereich
am Unterschenkel
keine Arthrose feststellen konnte.
Auch
dem Bericht des
Spitals
A._
vom 17. August 2018
kann
entnommen werden,
dass das CT
Unterschenkel rechts
vom
1
6.
August 2
018
im Bereich
des Bruches
eine fortgeschrittene Konsolidation, jedoch
keine degenerative Veränderung
zeigt (Urk.
10/170
S. 2
).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
ändert auch der Bericht
vom 5.
Oktober 2019 von Dr.
D._
(Urk. 10/226)
nichts daran
, da sich dieser insbesondere auf die unfallfremde Beeinträchtigung der Gonarthrose an beiden Kniegelenken bezieht.
Sodann
könnte
sich eine Arthrose
gemäss
den Ausführungen der Kreisärztin
allenfalls
über die Zeit
entwickeln
.
Somit kann ein
rund ein Jahr nach der Bild
gebung
im August 2018
gemach
tes MRI hinsichtlich
der Arthrose kein
en
andere
n unfallkausalen
Befund
zeigen
, weshalb darauf, entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers, zu verzichten ist
.
Im Übrigen
ist
auch
die von der Kreisär
z
t
in
gemachte Beurteilung
bezüglich des Integritätsschaden
s
bei
Funktionsstörung an den unteren Extremitäten
konkludent und nachvollziehbar, zumal der Beschwer
deführer
bei der Untersuchung lediglich
ein dumpfes Gefühl sowie
eine
Hypäs
thesie im Bereich des Unterschenkels
angab
, die S
ensibilität im Berei
ch der
Füsse
jedoch nicht vermindert
war
(
Urk.
10/214 S. 5)
.
Darüber hinaus finden sich bei den Akten
auch
keine Arztberichte, welche an ihrer schlüssigen Einschätzung des Integritätsschadens Zweifel aufkommen lassen.
Weitere körperliche Beeinträchti
gungen aus dem Unfall vom 13. Juli 2016 bestehen nicht
.
7
.6
Damit ist gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung davon auszugehen, dass hin
sichtlich der als unfallkausal anzuerkennenden Schädigungen
die
Erheblichkeits
grenze
für eine Integritätsentschädigung nicht erreicht ist.
8
.
Nach diesen Erwägungen sind hinsichtlich der Folgen des Unfalles vom
1
3.
Juli
2016 weder eine höhere Invalidenrente noch eine Integritätsentschädigung ge
schuldet, weshalb die Beschwerde insgesamt abzuweisen ist.